# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49030548-ce9a-5d2d-ab57-668fa25c69bb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.04.2015 U 2014 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2014-92_2015-04-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 14 92

3. Kammer 

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 14. April 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Sozialhilfe

- 2 -

1. Der gelernte Chauffeur A._____ zog am 1. Dezember 2011 in die 

Gemeinde Y._____, die ihm letztmals am 1. Oktober 2014 öffentliche 

Unterstützung in der Höhe von Fr. 1'778.-- gewährte. Am 13. Oktober 

2014 zog A._____ sodann zu seiner geschiedenen Ehefrau nach X._____ 

und ersuchte die dort zuständige Sozialhilfebehörde um Gewährung 

öffentlicher Unterstützung. Daraufhin berechnete der zur Stellungnahme 

aufgeforderte Regionale Sozialdienst (nachfolgend: Regionaler 

Sozialdienst) einen monatlichen Unterstützungsbeitrag für den 

Gesuchsteller von Fr. 1'986.--. Dabei ging er von dem für einen 

Einpersonenhaushalt geschuldeten Grundbedarf in der Höhe von 

Fr. 986.-- und einem von der Gemeinde X._____ zu tragenden 

Mietkostenanteil von Fr. 900.-- sowie einer minimalen Integrationszulage 

von Fr. 100.-- aus. Ausserdem vertrat der Regionale Sozialdienst die 

Auffassung, die Gemeinde X._____ habe A._____ die begehrte 

öffentliche Unterstützung ab dem 1. Oktober 2014 zu gewähren, da sich 

dieser rechtzeitig bei der Gemeinde Y._____ abgemeldet habe. 

Demzufolge werde die Gemeinde Y._____ die für Oktober 2014 gewährte 

öffentliche Unterstützung von der Gemeinde X._____ zurückfordern.

2. Auf der Grundlage dieser Stellungnahme und der übrigen Beweismittel 

ordnete die Gemeinde X._____ mit Verfügung vom 12. November 2014 

was folgt an:

"1. Die monatliche Unterstützung von Fr. 1'230.00 wird ab 
01.10.2014 gewährt.

2. Der bisher für den Monat Oktober ausbezahlte Barbetrag von 
Fr. 1'778.00 wird angerechnet und der Gemeinde Y._____ 
erstattet. Die Differenz von Fr. 548.00 wird in Raten von 
Fr. 100.00/Monat mit den laufenden Unterstützungsleistungen 
verrechnet.

3. Die Arzt- und Krankenkassenrechnungen werden im Rahmen 
der laufenden Unterstützung direkt durch die Gemeinde 
beglichen.

- 3 -

(Rechtsmittelbelehrung und Mitteilung)"

3. Gegen diese Anordnung erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 25. November 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Mit prozessleitender Verfügung vom 28. November 

2014 forderte der zuständige Instruktionsrichter den Beschwerdeführer 

auf, die eingereichte Beschwerde innert zehn Tagen zu verbessern. 

Fristgerecht stellte der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht in der 

Folge eine verbesserte Fassung seiner Beschwerdeschrift zu. Darin 

führte er im Wesentlichen aus, nicht in einem Konkubinat mit seiner 

geschiedenen Ehefrau zu leben. Er habe in dem von ihr gemieteten 

Hausteil lediglich zwei Zimmer mit einer eigenen Dusche bezogen und 

würde die Küche sowie das Wohnzimmer des fraglichen Hausteils 

gemeinsam mit seiner geschiedenen Ehefrau nutzen. Eine weitergehende 

Verbindung bestehe zwischen ihnen nicht. Für die von ihm gemeinsam 

mit seiner geschiedenen Ehefrau bewohnten Räumlichkeiten sei ein 

Nettomietzins von Fr. 1'500.-- zuzüglich Nebenkosten von Fr. 300.-- 

geschuldet, wovon jede Partei Fr. 900.-- zu tragen habe. Die Gemeinde 

X._____ übernehme davon lediglich einen Mietkostenanteil von Fr. 450.--, 

was offensichtlich unangemessen sei. Ausserdem habe die Gemeinde 

X._____ ihm die Ausrichtung der minimalen Integrationszulage 

verweigert, obgleich er derzeit aufgrund seiner gesundheitlichen 

Verfassung nicht in der Lage sei, eine Arbeit zu verrichten. Schliesslich 

habe die Gemeinde X._____ im angefochtenen Entscheid in sein 

Existenzminimum eingegriffen, indem sie die zugesprochene öffentliche 

Unterstützung um Fr. 100.-- pro Monat reduziert habe, um irgendwelche 

Rückzahlungen erbringen zu können.

4. Die Gemeinde X._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte 

in ihrer Vernehmlassung vom 19. Dezember 2014 die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der 

Beschwerdeführer lebe mit seiner geschiedenen Ehefrau in einer 

- 4 -

familienähnlichen Wohn- oder Lebensgemeinschaft. Für die begehrte 

öffentliche Unterstützung habe dies zur Folge, dass zuerst die 

Gesamtkosten für den gemeinsam geführten Haushalt zu ermitteln seien 

und alsdann der auf den Beschwerdeführer entfallende Kostenanteil zu 

bestimmen sei. Dabei sei dem in einem Zweipersonenhaushalt lebenden 

Beschwerdeführer ein Grundbedarf von Fr. 755.-- anzurechnen. 

Ausserdem gälten für den Beschwerdeführer, der bereits in der Gemeinde 

Y._____ öffentlich unterstützt worden sei, die für die Mietkosten 

vorgesehenen Maximalbeiträge ab sofort, ansonsten die Bestimmungen 

über die Mietkostenbeiträge durch Wohnungswechsel umgangen werden 

könnten. Danach würde die Beschwerdegegnerin für einen 

Zweipersonenhaushalt maximal Mietkosten in der Höhe von Fr. 950.-- 

anerkennen. Demzufolge könne der Beschwerdeführer einen 

Wohnkostenanteil von Fr. 475.-- beanspruchen. Die Beschwerdegegnerin 

habe im Übrigen weder das Einkommen der geschiedenen Ehefrau des 

Beschwerdeführers noch eine Entschädigung für die Haushaltsführung in 

die Unterhaltsberechnung einbezogen. Damit stünden den beiden 

zusammen mit der gewährten öffentlichen Unterstützung monatlich 

Fr. 3'773.-- zur Verfügung, welche für die Finanzierung des gemeinsamen 

Lebensunterhalts und der teuren Wohnung genügten. Hinsichtlich der 

Integrationszulage sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im 

Unterstützungsgesuch vom 30. Oktober 2014 erklärt habe, nicht bereit zu 

sein, Integrationsangebote anzunehmen und wiederholt festgestellt habe, 

aus gesundheitlichen Gründen an entsprechenden Angeboten nicht 

teilnehmen zu können. Die Voraussetzungen für die Gewährung der 

Integrationszulage seien unter diesen Umständen nicht erfüllt, weshalb 

die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer keine Integrationszulage 

zuerkannt habe. Schliesslich sei der Beschwerdeführer von seiner 

früheren Wohngemeinde im Oktober 2014 mit Fr. 1'778.-- öffentlich 

unterstützt worden. Dieser Betrag entspreche der 

Unterstützungsberechnung aufgrund des Bedarfs des Beschwerdeführers 

- 5 -

in Y._____, nicht jedoch dem effektiven Unterhaltsbedarf für den 

entsprechenden Monat in X._____. Der Beschwerdeführer habe die ihm 

zu Unrecht gewährten Unterstützungsleistungen im Betrag von Fr. 548.-- 

unter Wahrung seines Existenzminimums in monatlichen Raten von 

Fr. 100.-- zurückzuerstatten. 

5. Am 19. Januar 2015 verliess der Beschwerdeführer die Gemeinde 

X._____, um in Chur eine Wohnung zu beziehen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 12. November 2014. Gegen derartige 

Entscheide, die bei keiner anderen Instanz angefochten werden können 

und weder nach kantonalem noch nach eidgenössischem Recht endgültig 

sind, kann Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erhoben werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das angerufene Gericht 

erweist sich demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

als zuständig. 

aa) Ob es darüber als Kollegialgericht oder in einzelrichterlicher Kompetenz 

zu entscheiden hat, hängt primär vom Streitwert der zu beurteilenden 

Streitigkeit ab, für die in Art. 43 Abs. 2 VRG keine Fünferbesetzung 

vorgesehen ist (vgl. Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG). Der Streitwert bestimmt 

sich nach den Rechtsbegehren des Beschwerdeführers. Wird mit dem 

- 6 -

Rechtsbegehren eine bezifferte Geldforderung verlangt, so stimmt der 

Streitwert mit dem geltend gemachten Betrag überein (VAN DE GRAAF, in: 

OBERHAMMER [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Basel 2010, 

Art. 91 N. 8). Bezieht sich die Beschwerde hingegen auf eine 

wiederkehrende Forderung, wie eine auf unbestimmte Zeit 

zugesprochene, öffentliche Unterstützung, so entspricht der Streitwert 

dieser Streitigkeit der Summe der im Streit liegenden Leistungen während 

der Dauer von zwölf Monaten (vgl. dazu Urteil des Verwaltungsgerichts 

[VGU] U 14 69 vom 23. Dezember 2014 E.1b m.w.H.). Massgeblich zur 

Bestimmung des Streitwerts sind die bei Einreichung der Beschwerde 

bestehenden Verhältnisse. Nachträgliche Änderungen fallen bei der 

Bestimmung des Streitwertes grundsätzlich ausser Betracht (BERTSCHI, in: 

GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich 2014, § 38b N. 14; 

RÜEGG, in: SPÜHLER / TENCHIO / INFANGER [Hrsg.], Schweizerische 

Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, Art. 92 N. 7). Beträgt der nach 

diesen Grundsätzen bestimmte Streitwert weniger als Fr. 5'000.--, so 

entscheidet das Verwaltungsgericht Graubünden über die fragliche 

Beschwerde in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG). 

Dasselbe gilt, wenn sich die Beschwerde als offensichtlich unzulässig 

oder offensichtlich begründet oder offensichtlich unbegründet erweist 

(Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG und Art. 18 Abs. 3 des 

Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 173.000]). Andernfalls 

entscheidet das Verwaltungsgericht als Kollegialgericht; regelmässig in 

der ordentlichen Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern (Art. 43 

Abs. 1 VRG und Art. 18 Abs. 1 GOG).

bb) Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer im angefochtenen 

Entscheid ab dem 1. Oktober 2014 Fr. 1'230.-- zuzüglich die durch 

Rechnungen ausgewiesenen Arzt- und Krankenkassenkosten als 

öffentliche Unterstützung zugesprochen und die Verrechnung dieser 

Leistung in monatlichen Raten von Fr. 100.-- mit der im Oktober 2014 zu 

- 7 -

viel entrichteten öffentlichen Unterstützung angeordnet (vgl. Sachverhalt 

Ziff. 2 hiervor). Die dagegen erhobene Beschwerde betrifft insofern eine 

bezifferte Geldforderung, als sie sich gegen die angeordnete Verrechnung 

im Gesamtbetrag von Fr. 548.-- richtet (vgl. Dispositivziffer 2 der 

angefochtenen Verfügung [Sachverhalt Ziff. 2 hiervor]). Soweit der 

Beschwerdeführer hingegen verlangt, die ihm zugesprochene öffentliche 

Unterstützung um den Grundbedarf für den Lebensunterhalt einer in 

einem Einpersonenhaushalt lebenden Person (Fr. 986.--), seinen 

effektiven Mietkostenanteil (Fr. 900.--) sowie den minimalen 

Integrationszuschlag (Fr. 100.--) zu erhöhen, bezieht sich sein 

Rechtsbegehren auf die ihm zeitlich unbefristet zugesprochene öffentliche 

Unterstützung. Der Streitwert dieser Forderung entspricht praxisgemäss 

der Summe der im Streit liegenden Leistungen während einer Dauer von 

zwölf Monaten, vorliegend mithin Fr. 9'072.-- (Grundbedarf: Fr. 231.-- 

[Fr. 986.-- - Fr. 755.-- (gewährt)] + Mietkostenanteil: Fr. 425.-- [Fr. 900.-- - 

Fr. 475.-- (gewährt)] + Integrationszuschlag: Fr. 100.-- = Fr. 756.-- x 12). 

Dies gilt selbst dann, wenn die Beschwerdegegnerin die angefochtene 

Verfügung zwischenzeitlich insofern abgeändert haben sollte, als sie die 

dem Beschwerdeführer zugesprochene öffentliche Unterstützung 

aufgrund dessen Wegzugs auf Ende Januar 2015, allenfalls Februar 2015 

aufgehoben haben sollte, da eine solche Änderung des 

Streitgegenstandes, die nach der Einreichung der Beschwerde 

eingetreten wäre, nach dem vorangehend Ausgeführten bei der 

Bestimmung des Streitwertes keine Berücksichtigung fände. Demzufolge 

beträgt der Streitwert der vorliegenden Beschwerde Fr. 9'620.--  

(Fr. 9'072.-- + Fr. 548.--). Da sich diese ausserdem nicht als offensichtlich 

unzulässig, offensichtlich begründet oder offensichtlich unbegründet 

erweist, hat das Verwaltungsgericht darüber als Kollegialgericht in der 

ordentlichen Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern zu 

entscheiden.

- 8 -

b) Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid dem Gesuch 

des Beschwerdeführers um Gewährung der öffentlichen Unterstützung 

nur teilweise entsprochen. Als formeller und materieller Adressat dieses 

Entscheids ist der Beschwerdeführer davon berührt und weist insoweit, 

als die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die begehrte 

öffentliche Unterstützung verweigert hat, ein schutzwürdiges Interesse an 

der gerichtlichen Überprüfung der fraglichen Anordnung auf (Art. 50 

VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

damit einzutreten (Art. 52 VRG).

2. Gemäss Art. 5 Abs. 1 des kantonalen Unterstützungsgesetzes (UG; 

BR 546.250) obliegt die Unterstützungspflicht der politischen Gemeinde, 

in welcher der Bedürftige seinen Wohnsitz hat. Als bedürftig gilt, wer für 

seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen mit gleichem 

Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln 

aufzukommen vermag (Art. 1 Abs. 1 UG). Laut Art. 2 UG bestimmt die 

zuständige Sozialbehörde Art und Ausmass der Unterstützung nach dem 

ausgewiesenen Bedarf unter Würdigung der örtlichen und persönlichen 

Verhältnisse. Diese Regelung wird in den Ausführungsbestimmungen 

zum kantonalen Unterstützungsgesetz (ABzUG; BR 546.270) sowie den 

Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (nachfolgend 

SKOS-Richtlinien, Art. 1 ABzUG) konkretisiert. Danach umfasst das 

(individuelle) Unterstützungsbudget einerseits die sogenannte materielle 

Grundsicherung, bestehend aus dem Grundbedarf für den 

Lebensunterhalt sowie den Kosten für die Wohnungsmiete und für die 

medizinische Grundversorgung, andererseits situationsbedingte 

Leistungen sowie allfällige Integrationszulagen und/oder Einkommens-

Freibeträge (SKOS-Richtlinien, Kapitel A.6; HÄNZI, Die Richtlinien der 

Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Diss. Basel 2011, S. 172). 

- 9 -

3. a) Im vorliegenden Fall ist unbestritten geblieben, dass der arbeitslose und 

von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuerte Beschwerdeführer über 

kein Einkommen und Vermögen verfügt und damit zur Bestreitung seines 

Lebensunterhalts auf öffentliche Unterstützung angewiesen ist. Fest steht 

zudem, dass er am 13. Oktober 2014 zu seiner geschiedenen Ehefrau 

nach X._____ gezogen ist und mit dieser bis zum 19. Januar 2014 einen 

Hausteil bewohnt hat. Derartige Wohn- und allenfalls 

Lebensgemeinschaften sind sozialhilferechtlich nicht als 

Unterstützungseinheit anzusehen. Für jede unterstützte Person ist 

vielmehr ein individuelles Unterstützungskonto zu führen. Dabei haben 

nicht unterstützte Personen die von ihnen verursachten Kosten allein zu 

übernehmen. Die übrigen Kosten sind innerhalb der Gemeinschaft 

grundsätzlich nach den Pro-Kopf-Anteilen zu tragen (vgl. SKOS-

Richtlinien, Kapitel F.5.1). Dieses Kopfteilungsprinzip zur Bemessung von 

Unterstützungsleistungen in Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaften 

gelangt auch bei Konkubinatspaaren zur Anwendung, wobei die SKOS-

Richtlinien im Falle eines stabilen Konkubinats empfehlen, das 

Einkommen und Vermögen des nicht unterstützten Partners angemessen 

zu berücksichtigen (vgl. VGU U 14 69 vom 23. Dezember 2014 E.2a, 

VGU U 11 31 vom 28. Juni 2011 E.4b).

b) Die Beschwerdegegnerin hat den Bedarf des Beschwerdeführers in 

Anwendung dieser Grundsätze individuell berechnet. Im Rahmen der 

materiellen Grundsicherung hat sie dem Beschwerdeführer dabei 

einerseits den Grundbedarf zuerkannt, den eine in einem 

Zweipersonenhaushalt lebende Person beanspruchen kann, ihm 

andererseits die Mietkosten zugebilligt, welche eine in einem 

Zweipersonenhaushalt lebende Person laut dem Mietzinsreglement der 

Beschwerdegegnerin maximal beanspruchen kann, und ihm schliesslich 

die Übernahme der durch Arzt- und Krankenkassenrechnungen 

ausgewiesenen Kosten für die medizinische Grundversorgung in Aussicht 

- 10 -

gestellt (vgl. Sachverhalt Ziff. 2 hievor). Der Beschwerdeführer erachtet 

dieses Vorgehen als unzutreffend, da er mit seiner geschiedenen Ehefrau 

keine neue Beziehung eingegangen sei und sie getrennt einkaufen, 

kochen und essen würden. Es bestünde folglich keine familienähnliche 

Gemeinschaft, weshalb ihm der Grundbedarf für den Lebensunterhalt 

einer in einem Einpersonenhaushalt lebenden Person zustünde. Im 

Übrigen sei die Beschwerdegegnerin gehalten, seine effektiven 

Mietkosten zu übernehmen. Im Lichte dieser Vorbringen ist nachfolgend 

zunächst zu prüfen, ob der Beschwerdeführer den geforderten 

Grundbedarf beanspruchen kann. Anschliessend wird die Höhe der dem 

Beschwerdeführer zu vergütenden Mietkosten zu bestimmen sein.

4. a) Der Grundbedarf für den Lebensunterhalt soll es einer bedürftigen Person 

ermöglichen, die Lebenshaltungskosten eines bescheidenen Haushalts 

abzudecken. Gemäss Art. 3 ABzUG beträgt der Grundbedarf für eine 

Person, die in einem Einpersonenhaushalt lebt Fr. 986.--, während in 

einem Zweipersonenhaushalt lebende Personen einen Grundbedarf von 

Fr. 1'509.--, mithin Fr. 755.-- (aufgerundet) pro Person, beanspruchen 

können. Mit dieser Abstufung des Grundbedarfs nach der Grösse des 

Haushalts hat der Verordnungsgeber der Erfahrungstatsache Rechnung 

getragen, dass die Lebenshaltungskosten für die Güter des täglichen 

Bedarfs, wie zum Beispiel Nahrungsmittel und Getränke, mit der 

zunehmenden Anzahl von Personen in einem Haushalt sinken. Der 

Abschlag auf den Grundbedarf basiert demnach auf der Annahme, dass 

die Führung eines Einpersonenhaushalts im Allgemeinen teurer ist als 

jene eines Mehrpersonenhaushalts (WINZENT, Die sozialhilferechtliche 

Bedürftigkeit, Zürich/St. Gallen 2014, S. 296). Dies gilt freilich nur, wenn 

die in einem Haushalt zusammenlebenden Personen eine 

familienähnliche Wohn- 

oder Lebensgemeinschaft bilden, in der alle oder wichtige 

Haushaltsfunktionen, wie zum Bespiel Essen, Kochen, Reinigen, 

- 11 -

Telefonieren, gemeinsam ausgeübt und finanziert werden (SKOS-

Richtlinien, Kapitel F.5.I). Bei getrennt geführten Haushalten rechtfertigt 

sich ein unterproportionaler Grundbedarf hingegen nicht, weshalb solche 

Personenhaushalte bezüglich der durch den Grundbedarf abgedeckten 

Lebenshaltungskosten gleich wie Einpersonenhaushalte zu behandeln 

sind (vgl. zum Ganzen: SKOS-Richtlinien, Kapitel F.5.1; VGU U 14 69 

vom 23. Dezember 2014 E.2a; Urteile des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Zürich, VB.20012.00525, vom 3. Dezember 2012 E.4.2; 

VB.2008.00522, vom 26. März 2009 E.4.2; WINZENT, a.a.O., S. 298; 

HÄNZI, Leistungen der Sozialhilfe in den Kantonen, in: HÄFELI [Hrsg.], Das 

Schweizerische Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 142). 

b) Der Beschwerdeführer hat in Bezug auf seine Wohnsituation gegenüber 

dem Regionalen Sozialdienst am 30. Oktober 2014 angegeben, zu seiner 

geschiedenen Ehefrau gezogen zu sein, jedoch keine neue Beziehung 

mit ihr eingegangen zu sein. Sie würden getrennte Haushalte führen, d.h. 

getrennt einkaufen, kochen und essen. Jeder sei für sich selber 

verantwortlich. Es handle sich hierbei somit um eine reine 

Zweckgemeinschaft. Diese Angaben hat der Beschwerdeführer sowohl in 

seiner ursprünglichen als auch in seiner verbesserten Beschwerdeschrift 

bestätigt. Sie werden dadurch gestützt, dass der Beschwerdeführer und 

seine geschiedene Ehefrau die gemeinsam bewohnten Räume nicht 

zusammen gemietet haben, sondern die geschiedene Ehefrau des 

Beschwerdeführers den entsprechenden Hausteil gemietet und dem 

Beschwerdeführer einen Teil desselben untervermietet hat. Diese 

Ausgestaltung der massgeblichen Mietverhältnisse deutet nicht darauf 

hin, dass sich der Beschwerdeführer und seine geschiedene Ehefrau 

zehn Jahre nach ihrer Scheidung entschieden haben, abermals eine 

Lebensgemeinschaft einzugehen und sich in materieller sowie 

persönlicher Hinsicht gegenseitig beizustehen und zu unterstützen. 

Soweit die Beschwerdegegnerin einen solchen Schluss aus den 

- 12 -

eingereichten Auszügen aus dem Facebook Account des 

Beschwerdeführers zieht, kann ihr insofern gefolgt werden, als der 

Beschwerdeführer entgegen seinen anderslautenden Angaben im 

Gesuch um öffentliche Unterstützung offenbar mit seinen Kindern und 

Enkelkindern in Kontakt steht (Beilage der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

1). Allein diese unrichtige Darstellung seiner Familiensituation lässt 

jedoch nicht auf das Bestehen einer familienähnlichen 

Lebensgemeinschaft zwischen dem Beschwerdeführer und seiner 

geschiedenen Ehefrau schliessen. Dies umso weniger als die räumlichen 

Verhältnisse eine getrennte Haushaltsführung ohne weiteres erlaubt 

haben, standen dem Beschwerdeführer doch neben dem gemeinsam 

genutzten Wohnzimmer sowie der Küche zwei Zimmer mit zugehöriger 

Dusche zum alleinigen Gebrauch zur Verfügung. Unter den gegebenen 

Umständen erachtet es das Verwaltungsgericht damit nicht als 

ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer und dessen geschiedene 

Ehefrau vom 13. Oktober 2014 bis zum 19. Januar 2015 eine 

familienähnliche Wohn- oder Lebensgemeinschaft gebildet haben, in der 

alle oder wichtige Haushaltsfunktionen gemeinsam ausgeübt und 

finanziert wurden. Im vorliegenden Fall ist daher von einem getrennt 

geführten Zweipersonenhaushalt auszugehen, der bezüglich der 

Lebenshaltungskosten gleich wie ein Einpersonenhaushalt zu behandeln 

ist. Folglich steht dem Beschwerdeführer ein Grundbedarf für seine 

Lebenshaltung von Fr. 986.-- zu. Die vorliegende Beschwerde erweist 

sich demzufolge insoweit als begründet.

5. a) Bezüglich der im Weiteren strittigen Mietkosten sind sich die 

Verfahrensparteien darin einig, dass die geschiedene Ehefrau des 

Beschwerdeführers für den gemeinsam bewohnten Hausteil monatlich 

einen Nettomietzins von Fr. 1‘500.-- zuzüglich Nebenkosten von Fr. 300.-- 

schuldet. Davon hat der Beschwerdeführer laut dem bestehenden 

Untermietvertrag die Hälfte, mithin Fr. 900.--, zu tragen. Dieser 

- 13 -

Mietkostenanteil des Beschwerdeführers erscheint im Vergleich zur 

Gesamtmiete und dem vorhandenen Wohnraum durchaus als 

angemessen, was denn auch von der Beschwerdegegnerin nicht in 

Abrede gestellt wird. Sie ist jedoch der Auffassung, nicht die effektiven 

Mietkosten des Beschwerdeführers übernehmen zu müssen, sondern nur 

den von ihr im Mietzinsreglement festgelegten, maximalen 

Mietkostenanteil für einen Zweipersonenhaushalt, da die entsprechenden 

Ansätze für bereits unterstützte Personen, die neu eine über dem 

Maximalmietzins liegende Wohnung mieten würden, ab sofort gälten. 

b) Der von der unterstützungspflichtigen Gemeinde zu übernehmende 

Mietzins ist primär aufgrund der SKOS-Richtlinien zu bestimmen. Danach 

ist der Wohnungsmietzins anzurechnen, soweit er im ortsüblichen 

Rahmen liegt. Ebenfalls anzurechnen sind die vertraglich vereinbarten 

Nebenkosten. Überhöhte Wohnkosten sind so lange zu übernehmen, bis 

eine zumutbare günstigere Lösung zur Verfügung steht (vgl. VGU U 14 69 

vom 23. Dezember 2014 E.2a; VGU vom 6. September 2013 E.3a). Diese 

Regelung wird für familienähnliche Lebensgemeinschaften, innerhalb 

welcher nicht alle Personen öffentlich-rechtlich unterstützt werden, 

dahingehend konkretisiert, als in einem ersten Schritt der für die 

entsprechende Haushaltsgrösse angemessene Mietzins festzulegen ist. 

In einem zweiten Schritt ist dieser Betrag anteilsmässig aufzuteilen und in 

das Unterstützungsbudget aufzunehmen (vgl. SKOS-Richtlinien, 

Kap. B.3). Voraussetzung hierfür ist im Unterschied zum Grundbedarf für 

die Lebenshaltung einzig das Zusammenleben in einem Haushalt, da 

Mehrpersonenhaushalte im Vergleich zu Einpersonenhaushalten selbst 

bei getrennter Haushaltsführung im Regelfall von einem günstigeren Pro-

Kopf-Mietpriesen profitieren können (SKOS-Richtlinien, Kap. B.3 und 

F.5.1; VGU VGU U 14 69 vom 23. Dezember 2014 E.2a; WINZENT, a.a.O., 

S. 311). 

- 14 -

aa) In Konkretisierung dieser Regelungen hat die Beschwerdegegnerin mit 

Wirkung ab dem 1. Oktober 2008 ein Mietzinsreglement erlassen (Bg-

act. 2). Darin hat sie die Richtlinien zur Anrechnung von Wohnungskosten 

im Rahmen der öffentlichen Unterstützung festgelegt. Danach übernimmt 

sie Mietzinse samt Wohnnebenkosten im Rahmen der materiellen 

Unterstützung nach dem effektiven Aufwand, jedoch höchstens im 

Umfang von festgelegten Maximalbeiträgen, die für Erwachsene über 25 

Jahre, die in einem Einpersonenhaushalt leben, Fr. 750.--, für einen 

Haushalt mit zwei Personen Fr. 950.-- betragen. Höhere Mietzinse 

können bei bestehenden Mietverhältnissen bis zum nächsten 

vertraglichen Kündigungstermin höchstens für sechs Monate 

übernommen werden. Für bereits unterstützte Personen, die neu eine 

über dem Maximalmietzins liegende Wohnung mieten, gelten die 

Maximalbeiträge ab sofort. 

bb) Diese Regelungen sind in einer allgemeinen Verwaltungsweisung 

enthalten, welche die Beschwerdegegnerin als mit dem Vollzug der 

kantonalen Sozialhilfegesetzgebung beauftragte Behörde zuhanden der 

Gemeindekanzlei erlassen hat, welche für den Gemeindevorstand die 

Entscheide bezüglich der öffentlichen Unterstützung vorbereitet. Sie 

entfalten als innerdienstliche Anordnungen keine direkte Aussenwirkung. 

Ob der von der Beschwerdegegnerin unter Berufung auf die fraglichen 

Regelungen übernommene Mietkostenanteil korrekt ist, hat das 

Verwaltungsgericht daher allein aufgrund der massgeblichen gesetzlichen 

Regelungen und der dazu ergangenen Rechtsprechung zu beurteilen 

(vgl. dazu VGU 14 69 vom 23. Dezember 2014 E.4b, VGU U 13 18 E.1c 

und 4c; HÄFELIN / MÜLLER / UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N. 125, N. 867).

c) Demgemäss hat eine Gemeinde, die, wie vorliegend die 

Beschwerdegegnerin, behauptet, die effektiven Mietkosten einer 

- 15 -

bedürftigen Person seien überhöht, zunächst den Rahmen der 

Ortsüblichkeit für die im Streit liegende Haushaltsgrösse zu definieren. 

Anschliessend erst kann sie die bisherigen Wohnkosten einer öffentlich-

rechtlich unterstützten Person in Relation zu den ortsüblichen Mietpreisen 

setzen. Ergibt dieser Vergleich, dass die bisherige Wohnung der 

betroffenen Person die festgelegten Kriterien erfüllt, hat die 

unterstützungspflichtige Gemeinde die Wohnkosten als ortsüblich zu 

akzeptieren und zu übernehmen. Liegt hingegen der Schluss nahe, dass 

die bisherigen Wohnkosten nicht ortsüblich sind, so hat die 

unterstützungspflichtige Gemeinde der öffentlich-rechtlich unterstützten 

Person mitzuteilen, welchen Mietzins sie zu akzeptieren bereit ist und 

diese anzuhalten, eine günstigere Wohnung zu suchen, sofern ihr ein 

Wechsel der Wohnung unter den gegebenen Umständen zugemutet 

werden kann. Mit Verfügung hat sie der unterstützungsbedürftigen Person 

schliesslich anzudrohen, im Widerhandlungsfall bei effektiver 

Verfügbarkeit einer alternativen Wohnmöglichkeit und nach Prüfung der 

Zumutbarkeit des Wohnungswechsels die anrechenbaren Wohnkosten zu 

kürzen. Nur wenn eine unterstützungspflichtige Gemeinde alle diese 

Vorkehren getroffen hat, darf sie anstelle der effektiven Mietkosten nur die 

Kosten für die ausgeschlagene günstigere oder eine ortsübliche Wohnung 

übernehmen (VGU U 14 69 vom 23. Dezember 2014 E.3b ff., VGU U 13 

18 vom 6. September 2013 E.3b ff., VGU U 13 11 vom 28. Juni 2013 E.3b 

ff.; HÄNZI, Leistungen der Sozialhilfe in den Kantonen, in: HÄFELI / 

ANDERER / BREITSCHMID / HÄNZI / PAYOT / RÜEGG / VOGEL / VOLL, Das 

Schweizerische Sozialhilferecht [nachfolgend: Sozialhilferecht], Luzern 

2008, S. 87 ff. S. 120 ff.).

d) Dass die Beschwerdegegnerin solchermassen vorgegangen ist, 

behauptet sie nicht und kann aufgrund der Akten ohne weiteres 

ausgeschlossen werden. Damit erweist sich die angefochtene 

Mietzinsübernahme als unzulässig, es sei denn, der Beschwerdeführer 

- 16 -

hätte bei der Wahl der von ihm gemieteten Wohnung 

rechtsmissbräuchlich gehandelt, weshalb ihm die Berufung auf die vom 

Verwaltungsgericht bezüglich der Übernahme der Mietkosten 

entwickelten Praxis zu versagen wäre.

aa) Das Rechtsmissbrauchsverbot bildet einen Teil des in Art. 5 Abs. 3 BV 

verankerten Grundsatzes von Treu und Glauben (HÄFELIN/HALLER/KELLER, 

Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, 

N. 820). Dieses verfassungsmässige Prinzip gebietet ein loyales und 

vertrauenswürdiges Verhalten gegenüber staatlichen Behörden. Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird es insbesondere dadurch 

verletzt, dass ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung von 

Interessen verwendet wird, die es nicht schützen will (BGE 139 III 7 

E.2.3.2; HÄFELIN / MÜLLER / UHLMANN, a.a.O., N. 716; SCHINDLER, in: 

EHRENZELLER / SCHINDLER / SCHWEIZER / VALLENDER [Hrsg.], Die 

Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 5 N. 56). Im Bereich der Sozialhilfe trifft dies 

etwa zu, wenn eine bedürftige Person ohne Not eine für sie zumutbare 

kostengünstige Wohnung verlässt, um in derselben Gemeinde in eine 

teurere Wohnung zu ziehen, von der sie weiss, dass deren Mietzins über 

den lokalen Mietzinsrichtlinien liegt. Mit einem solchen Verhalten nimmt 

eine bedürftige Person das Institut der öffentlichen Unterstützung in 

rechtsmissbräuchlicher Weise in Anspruch, weshalb die 

unterstützungspflichtige Gemeinde berechtigt ist, die Übernahme der 

zusätzlichen Mietkosten zu verweigern und der bedürftigen Person 

weiterhin nur die vormaligen Mietkosten zu entschädigen (vgl. dazu Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, VB.2005.00020, vom 

6. April 2005 E.3.2; HÄNZI, Sozialhilferecht, S. 124). Insofern kann die im 

Mietzinsreglement der Beschwerdegegnerin enthaltene Regelung, 

wonach für bereits unterstützte Personen, die neu eine über dem 

Maximalmietzins liegende Wohnung mieten, die Maximalbeiträge ab 

- 17 -

sofort gelten, grundsätzlich als Konkretisierung des allgemeinen 

Rechtsmissbrauchsverbots angesehen werden. 

bb) Der Beschwerdeführer wurde bis zum 18. Oktober 2014 von der 

Gemeinde Y._____ öffentlich-rechtlich unterstützt. In Y._____ wohnte er 

in einer als Familienwohnung deklarierten 3-Zimmerwohnung, deren 

Mietzins zuzüglich Nebenkosten monatlich Fr. 978.-- betrug (Beilage des 

Beschwerdeführers 3). Durch den Umzug nach X._____ hat der 

Beschwerdeführer seine Mietkosten folglich um Fr. 78.-- auf Fr. 900.-- 

reduziert. Damit ist dem Vorwurf des Rechtsmissbrauchs von vornherein 

jede Grundlage entzogen. Die in diesem Zusammenhang von der 

Beschwerdegegnerin erhobene Behauptung, der Beschwerdeführer habe 

in X._____ neu eine Wohnung bezogen, deren Mietzins über dem im 

Mietzinsreglement festgelegten Maximalbetrag läge, erweist sich damit 

als unzutreffend. Unter diesen Umständen hat sich die 

Beschwerdegegnerin zu Unrecht geweigert, die effektiven Mietkosten des 

Beschwerdeführers zu übernehmen. Die vorliegende Beschwerde erweist 

sich somit auch in diesem Punkt als begründet.

6. a) Strittig ist sodann, ob dem Beschwerdeführer eine Integrationszulage als 

situationsbedingte Leistung zusteht. Nach Art. 6 Abs. 1 ABzUG ist nicht 

erwerbstätigen Personen eine monatliche Integrationszulage von maximal 

Fr. 300.-- auszurichten, wenn sie an einem von der Gemeinde 

anerkannten Beschäftigungs-, Einsatz- oder Aus-, Fort- und 

Weiterbildungsprogramm teilnehmen oder wenn sie nachweislich eine 

von der zuständigen Gemeinde zugewiesene oder anerkannte 

gemeinnützige Arbeit ausüben. Personen, die trotz ausgewiesener 

Bereitschaft aus subjektiven (zum Beispiel gesundheitlichen Probleme) 

oder objektiven Gründen (zum Beispiel mangelndes Angebot) nicht in der 

Lage sind, eine besondere berufliche oder soziale Integrationsleistung zu 

erbringen, steht eine minimale Integrationsentschädigung von Fr. 100.-- 

- 18 -

pro Monat zu (Art. 6 Abs. 2 ABzUG; SKOS-Richtlinien, Kapitel C.3). Über 

diese finanzielle Anerkennung soll in diesen Fällen jene Ungerechtigkeit 

gemildert werden, die dadurch entstehen würde, dass die Betroffenen 

ohne Zulage gleich behandelt würden wie passive Hilfesuchende, die sich 

nicht besonders um die Verbesserung ihrer Situation bemühen. Ein 

aktives Bemühen um Verbesserung der Situation kann dabei zum 

Beispiel darin liegen, dass die betroffene Person eine Therapie oder eine 

spezialisierte Beratung in Anspruch nimmt. Die Ausrichtung ist somit 

wesentlich vom Verhalten der unterstützten Person abhängig. Fehlen 

entsprechende Bemühungen, ist die minimale Integrationszulage nicht 

geschuldet (vgl. VGU U 14 23 vom 2. September 2014 E.3, U 06 52 vom 

6. Juli 2006 E.3; Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich 

VB.2010.00691 vom 25. Januar 2011 E.4.1, VB.2005.00513 vom 

28. März 2006 E.2.3).

b) Der Beschwerdeführer bringt vor, aufgrund seiner gesundheitlichen 

Verfassung im massgeblichen Zeitraum nicht in der Lage gewesen zu 

sein, einer Arbeit nachzugehen. Diese Behauptung hat er indessen in 

keiner Weise belegt. Damit ist nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer 

von Oktober 2014 bis Januar 2015 aufgrund seiner gesundheitlichen 

Verfassung ausser Stand gewesen ist, eine Arbeit auszuüben. Selbst 

wenn jedoch die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen 

anzusehen wäre, ist dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass die 

Gewährung einer minimalen Integrationszulage an arbeitsunfähige 

Personen eine nach aussen hin in Erscheinung tretende minimale 

Integrationsbereitschaft voraussetzt. Diese kann sich insbesondere darin 

äussern, dass die bedürftige Person alles Erforderliche unternimmt, um 

so rasch als möglich wieder zu genesen und eine zumutbare Arbeit 

aufzunehmen. Entsprechende Bemühungen des Beschwerdeführers 

gehen weder aus den Akten hervor noch werden sie behauptet. Da es 

damit schon am Nachweis der Bereitschaft des Beschwerdeführers fehlt, 

- 19 -

erübrigt es sich zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin in der Lage 

gewesen wäre, dem Beschwerdeführer eine geeignete Arbeit oder 

Beschäftigung anzubieten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.239/2006 

vom 29. Januar 2007 E.2.3). So oder anders hat der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf eine minimale Integrationsentschädigung. Die gegen 

diese Anordnung erhobene Beschwerde erweist sich folglich als 

unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.

7. a) Nach dem vorangehend Ausgeführten hat die Beschwerdegegnerin den 

Beschwerdeführer monatlich mit Fr. 1'886.-- (Grundbedarf: Fr. 986.-- + 

effektive Wohnkosten: Fr. 900.--) zuzüglich der ausgewiesenen Kosten für 

die medizinische Grundversorgung zu unterstützen. Demzufolge 

übersteigt die von der Beschwerdegegnerin geschuldete öffentliche 

Unterstützung die Fr. 1'734.80, welche die Gemeinde Y._____ dem 

Beschwerdeführer im Oktober 2014 ausgerichtet hat. Folglich hat der 

Beschwerdeführer im Oktober 2014 keine zu hohe öffentliche 

Unterstützung erhalten, womit von vornherein keine Grundlage für die 

Rückforderung von öffentlicher Unterstützung besteht. Die in der 

angefochtenen Verfügung angeordnete Verrechnung mit der zu 

entrichtenden öffentlichen Unterstützung erweist sich daher bereits aus 

diesem Grund als unzulässig. Unter diesen Umständen kann 

offengelassen werden, ob die Voraussetzungen, welche für eine 

Rückforderung von zu Unrecht bezogenen Sozialhilfeleistungen erfüllt 

sein müssen, im vorliegenden Fall gegeben gewesen wären (vgl. dazu 

VGU U 12 70 vom 15. Februar 2013 E.5). 

b) Im Hinblick auf zukünftige Fälle erscheint es indessen angezeigt, die 

Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass die bisher 

leistungspflichtige Gemeinde laut C.I.7 der SKOS-Richtlinien im Falle 

eines Wegzugs einer unterstützten Person den Grundbedarf für den 

Lebensunterhalt, allfällige Umzugskosten, den ersten Monatsmietzins bis 

- 20 -

zur Höhe der am neuen Wohnort anerkannten Kosten, die Kosten für 

sofort erforderliche Einrichtungsgegenstände sowie in Ausnahmefällen 

eine vor dem Umzug fällige Mietkaution zu übernehmen hat. Diese 

Regelung dient dazu, der unterstützten Person genügend Zeit zu geben, 

um ihren Anspruch auf öffentliche Unterstützung am neuen Ort abklären 

zu lassen und den neuen Sozialhilfeorganen zu ermöglichen, die 

wirtschaftliche Hilfe sorgfältig festzusetzen. Zu diesem Zweck sieht sie im 

Sinne einer Koordinationsvorschrift vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_115/2007 vom 23. Januar 2008 E.5.3), dass die vormals zuständige 

Sozialhilfebehörde die öffentliche Unterstützung während des dem 

Wegzug folgenden Monats weiterhin übernimmt (vgl. dazu: VGU U 14 54 

vom 8. Oktober 2014 E.3d ff.). Das von der Beschwerdegegnerin und der 

Gemeinde Y._____ auf Empfehlung des Regionalen Sozialdienstes im 

vorliegenden Fall gewählte Vorgehen, wonach die Beschwerdegegnerin 

mit dem Umzug des Beschwerdeführers ab sofort unterstützungspflichtig 

wird, steht somit im Widerspruch zur massgeblichen Regelung in den 

SKOS-Richtlinien. Die von den betroffenen Gemeinden diesbezüglich 

getroffene Übereinkunft bildet allerdings nicht Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens.

8. Zusammenfassend ergibt sich, dass im vorliegenden Fall von einem 

getrennt geführten Zweipersonenhaushalt auszugehen ist, der bezüglich 

der Lebenshaltungskosten gleich wie ein Einpersonenhaushalt zu 

behandeln ist. Demzufolge steht dem Beschwerdeführer ein Grundbedarf 

für seine Lebenshaltung von Fr. 986.-- zu. Ausserdem hat die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die effektiven Mietkosten 

von Fr. 900.-- zu erstatten. Dagegen kann der Beschwerdeführer keine 

minimale Integrationsentschädigung beanspruchen. Die infolgedessen 

von der Beschwerdegegnerin geschuldete öffentliche Unterstützung liegt 

über der im Oktober 2014 geleisteten. Damit erweist sich die in der 

angefochtenen Verfügung angeordnete Rückforderung als unzulässig. Bei 

- 21 -

diesem Ergebnis ist die vorliegende Beschwerde grossteils gutzuheissen, 

die Dispositivziffern 1 und 2 des angefochtenen Entscheids sind 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, den 

Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2014 für die Deckung des 

Grundbedarfs zur Lebenshaltung sowie die Wohnkosten monatlich mit 

Fr. 1'886.-- (Grundbedarf: Fr. 986.-- + Mietkosten: Fr. 900.--) zu 

unterstützen. Die von der Beschwerdegegnerin erbrachten Leistungen 

sind an diese öffentliche Unterstützung anzurechnen. Im Übrigen erweist 

sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie insoweit abzuweisen 

ist.

9. Der Beschwerdeführer ist mit seiner Beschwerde weitgehend 

durchgedrungen. Es erscheint daher als gerechtfertigt, ihm einen Achtel 

der ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzenden Verfahrenskosten 

aufzuerlegen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die restlichen Verfahrenskosten im 

Betrag von Fr. 700.-- hat die Beschwerdegegnerin als weitgehend 

unterliegende Partei zu tragen. Dem im vorliegenden Verfahren nicht 

anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht keine Parteientschädigung 

zu (Art. 78 Abs. 1 VRG). Dasselbe gilt für die in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegende Beschwerdegegnerin (Art. 78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt der Einzelrichter

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen, 

die Dispositivziffern 1 und 2 des Entscheids der Beschwerdegegnerin 

vom 12. November 2014 werden aufgehoben und die 

Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer monatlich 

ab dem 1. Oktober 2014 total Fr. 1'886.-- für den Grundbedarf und die 

Mietkosten zu bezahlen. Die von der Beschwerdegegnerin erbrachten 

- 22 -

Leistungen sind anzurechnen. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 800.-- gehen im Umfang von 

Fr. 100.-- zulasten des Beschwerdeführers. Die restlichen 

Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 700.-- hat die Beschwerdegegnerin zu 

tragen. Die den Verfahrensparteien auferlegten Verfahrenskosten sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides der Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu überweisen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]