# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b78cfd33-7f69-5ce0-9248-be17cce7cf5c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** PS240218-O1
**Docket/Reference:** PS240218-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/PS240218-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehörde
über Schuldbetreibung und Konkurs

Geschäfts-Nr.: PS240218-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. A. Strähl und Ersatzrichterin Dr. C. Schoder 

sowie Gerichtsschreiber MLaw S. Widmer

Beschluss vom 28. Januar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschwerdeführerin

betreffend Gesuch um neue Schätzung

(Beschwerde über das Betreibungsamt Winterthur)

Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Winterthur vom 

17. Oktober 2024 (CB240022)

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Erwägungen:

1.

1.1. Der Ehemann der Beschwerdeführerin ist Alleineigentümer von sechs in der 

Gemeinde B._____ befindlichen Grundstücken, wovon eines mit einem Einfamili-

enhaus, einer Scheune und einem Gartenhaus überbaut ist (fortan: Hauptgrund-

stück); bei den restlichen Grundstücken handelt es sich im Wesentlichen entwe-

der um Landwirtschaftsland oder um Wald. Alle Grundstücke befinden sich aus-

serhalb der Bauzone. Das Einfamilienhaus wird von der Beschwerdeführerin, ih-

rem Ehemann und ihren Kindern bewohnt (vgl. act. 6/2; act. 6/6/1-3). 

1.2. Gegen den Ehemann der Beschwerdeführerin laufen mehrere Betreibungs-

verfahren. Am 12. September 2022 vollzog das Betreibungsamt Winterthur-Stadt 

(fortan: Betreibungsamt) die Pfändung der Grundstücke des Ehemannes der Be-

schwerdeführerin (Pfändung Nr. 1; act. 6/6/1). Auf Antrag der Gläubiger führt das 

Betreibungsamt nun die Verwertung der Grundstücke durch (act. 6/5). Zu diesem 

Zweck teilte es der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann am 7. Juni 2024 je 

separat das Ergebnis der betreibungsamtlichen Schätzung der Grundstücke mit 

(act. 6/2 = act. 6/6/3). 

1.3.

1.3.1. Daraufhin gelangte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. Juni 2024 

an das Bezirksgericht Winterthur als untere kantonale Aufsichtsbehörde über 

Schuldbetreibung und Konkurs (nachfolgend: Vorinstanz). Unter Hinweis auf ei-

nen Veranlagungs-Entscheid des Gemeinderats B._____ vom 27. Oktober 2009 

machte sie, soweit verständlich, geltend, das Betreibungsamt biete die Grundstü-

cke in unlauterer Weise für Fr. 8. pro m2 zum Verkauf an. Gemäss der Verkehrs-

werteinschätzung der Gemeinde B._____ habe der Verkehrswert der Grundstü-

cke per 11. April 2007 Fr. 500. pro m2 betragen. Heute belaufe er sich auf 

Fr. 1'000. pro m2, wobei im Falle eines Verkaufs eine Grundstückgewinnsteuer 

von Fr. 118. pro m2 anfallen würde. In verfahrensmässiger Hinsicht ersuchte sie 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 6/1).

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1.3.2. Die Vorinstanz holte vom Betreibungsamt eine Beschwerdeantwort ein 

(act. 6/5 f.). Mit Verfügung vom 5. Juli 2024 teilte sie den Parteien mit, dass sie 

aufgrund der Ausführungen in der Beschwerdeschrift und der Beschwerdeantwort 

davon ausgehe, dass die Beschwerdeführerin sinngemäss ein Gesuch um Neu-

schätzung stelle. Sie erteilte der Beschwerde die aufschiebende Wirkung und 

setzte der Beschwerdeführerin eine Frist von 10 Tagen zur Leistung eines Kos-

tenvorschusses von Fr. 2'000. für die Einholung einer neuen Schätzung an 

(act. 6/7). Mit Eingabe vom 20. Juli 2024 wandte sich die Beschwerdeführerin mit 

grösstenteils kaum verständlichen Ausführungen an die Vorinstanz und ersuchte 

erneut um unentgeltliche Rechtspflege (act. 6/9). Mit Verfügung vom 29. August 

2024 wies die Vorinstanz das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege ab und setzte der Beschwerdeführerin eine einmalige Nachfrist von 5 Ta-

gen zur Leistung des Kostenvorschusses an (act. 6/11). Die Beschwerdeführerin 

leistete den Kostenvorschuss nicht.

1.3.3. Mit Beschluss vom 17. Oktober 2024 trat die Vorinstanz auf das Gesuch 

um Neuschätzung der Grundstücke durch einen Sachverständigen mangels Leis-

tung des Kostenvorschusses nicht ein (act. 3 = act. 5 [Aktenexemplar] = 

act.  6/14). Der Beschluss wurde der Beschwerdeführerin am 30. Oktober 2024 

zugestellt (act. 10/15).

2.

2.1. Gegen den Beschluss vom 17. Oktober 2024 erhob die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 2. November 2024 (Datum Poststempel) rechtzeitig (vgl. 

act. 6/15) Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich als obere kantonale 

Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs. Zugleich ersucht sie um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 2).

2.2. Die vorinstanzlichen Akten wurden von Amtes wegen beigezogen (vgl. 

act. 6/1-16). Vom Einholen einer Beschwerdeantwort und einer Vernehmlassung 

kann abgesehen werden (vgl. § 18 EG SchKG i.V.m. § 84 GOG i.V.m. Art. 322 

und Art. 324 ZPO). Das Verfahren ist spruchreif.

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3. Gegen Verfügungen der unteren Aufsichtsbehörde kann innert 10 Tagen bei 

der oberen Aufsichtsbehörde (Art. 18 SchKG) Beschwerde geführt werden. Für 

das Beschwerdeverfahren vor der oberen Aufsichtsbehörde sind die Regelungen 

von Art. 319 ff. ZPO anwendbar (Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. § 18 EG SchKG 

i.V.m. § 84 GOG; OGer ZH PS240072 vom 24. Mai 2024 E. 2.1). Die Beschwerde 

muss einen Antrag und eine Begründung enthalten (vgl. Art. 321 Abs. 1 ZPO). Bei 

Rechtsmitteleingaben von Personen ohne juristische Ausbildung genügt als An-

trag eine Formulierung, aus der sich mit gutem Willen herauslesen lässt, wie das 

Obergericht entscheiden soll. Als Begründung reicht es aus, wenn auch nur ganz 

rudimentär zum Ausdruck kommt, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig 

sein soll. Die Beschwerde führende Partei muss sich mit der Begründung des vor-

instanzlichen Entscheides auseinandersetzen und die behaupteten Mängel we-

nigstens in groben Zügen aufzeigen (vgl. statt vieler: OGer ZH PS110192 vom 

21. Februar 2012 E. 5.1). Enthält eine Beschwerde keinen rechtsgenügenden An-

trag oder keine hinreichende Begründung, ist auf sie nicht einzutreten (vgl. HUN-

GERBÜHLER/BUCHER, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 321 N 17 i.V.m. 

Art. 311 N 28 und 46).

4.

Bevor nachfolgend (E. 5) die vorinstanzlichen Erwägungen zusammenge-

fasst werden, ist zum besseren Verständnis kurz auf den Unterschied zwischen 

einer betreibungsrechtlichen Beschwerde (Art. 17 f. SchKG) gegen die betrei-

bungsamtliche Schätzung und einem Gesuch um Neuschätzung einzugehen: Mit 

der betreibungsrechtlichen Beschwerde können Fehler im Verfahren zur betrei-

bungsamtlichen Schätzung geltend gemacht werden (BGE 135 I 102 E. 3.1; 

BGE 133 III 537 E. 4.1; BGE 120 III 79). Die betreibungsrechtliche Beschwerde 

bei der Aufsichtsbehörde bedarf – wie vorstehend erwähnt (vgl. E. 3) – eines An-

trags und einer Begründung. Stört sich eine beteiligte Person hingegen am Ergeb-

nis der Schätzung, kann sie bei der Aufsichtsbehörde ein Gesuch um Neuschät-

zung stellen (Art. 99 Abs. 2 i.V.m. Art. 9 Abs. 2 VZG). Ein Gesuch um Neuschät-

zung bedarf keiner Begründung (BGE 145 III 487 E. 3.3.3; BGE 134 III 42 E. 4). 

Art. 9 Abs. 2 VZG macht den Anspruch auf Neuschätzung allerdings von der Leis-

tung eines Kostenvorschusses abhängig. 

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5.

Die Vorinstanz erwog, gemäss Art. 9 Abs. 2 VZG sei jeder Beteiligte berech-

tigt, innerhalb der Frist zur Beschwerde gegen die Pfändung bei der Aufsichtsbe-

hörde gegen Vorschuss der Kosten eine neue Schätzung durch Sachverständige 

zu verlangen (act. 5 E. II.1). Die Beschwerdeführerin habe fristgerecht die Neu-

schätzung des Grundstücks verlangt. Sie habe jedoch den Kostenvorschuss in-

nert der Frist nicht geleistet. Ein Anspruch auf Kostenübernahme durch den Staat 

bestehe nicht. Entsprechend sei das Gesuch um Neuschätzung der Grundstücke 

abzuweisen (act. E. II.2). Falls die Beschwerdeführerin neben ihrem Antrag auf 

Neuschätzung zusätzlich Beschwerde gegen die betreibungsamtliche Schätzung 

erheben wolle, wäre nicht ersichtlich, welche konkreten Verletzungen gerügt wür-

den. Entsprechend wäre auch auf eine allfällige Beschwerde mangels hinreichen-

der Begründung nicht einzutreten gewesen (E. II.4).

6. Mit ihrer Beschwerde vom 2. November 2024 an das Obergericht als obere 

kantonale Aufsichtsbehörde beantragt die Beschwerdeführerin "öffentlich-rechtli-

chen Eigentumsbeschränkungen gemäss Art. 5 Abs. 2 RPG / Art. 26 BV, an 

Grundstücken & Liegenschaften mit Tilgungen der Grundstückgewinnsteuern, in-

nert 30 Tagen, entgeltlich zu bereinigen" (act. 2). Aus dieser Formulierung lässt 

sich auch mit gutem Willen nicht herauslesen, was das Obergericht im Falle einer 

Gutheissung der Beschwerde entscheiden soll. Der Antrag weist keinen ersichtli-

chen Bezug zum vorliegenden Verfahrensgegenstand (Gesuch um Neuschät-

zung) auf. Aus der Begründung lässt sich auch kein sinngemäss gestellter Antrag 

entnehmen. In der Begründung macht die Beschwerdeführerin schwer verständli-

che Ausführungen zu Bodenpreisen, Grundstückgewinnen, Grundstückgewinn-

steuern, einer erbrechtlichen Solidarhaftung, Geschäften des Betreibungsamtes 

Winterthur-Stadt und Grundpfandrechten des Steueramtes (act. 2). Auf die Erwä-

gungen der Vorinstanz geht sie dabei nicht ein. Die Beschwerde enthält somit we-

der einen hinreichenden Antrag noch eine hinreichende Begründung. Auf die Be-

schwerde ist nicht einzutreten.

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7.

Das Verfahren vor den kantonalen Aufsichtsbehörden in Schuldbetreibungs- 

und Konkurssachen ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG und 

Art. 61 Abs. 2 GebV SchKG). Es sind auch hier keine Kosten zu erheben. Das 

Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege für das zweitin-

stanzliche Beschwerdeverfahren erweist sich deshalb als gegenstandslos und ist 

abzuschreiben. Parteientschädigungen dürfen in diesem Verfahren nicht zuge-

sprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Es wird beschlossen:

1.

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

2.

3.

4.

5.

schrieben.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

Es werden keine Kosten erhoben.

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, an die Vorinstanz sowie 

an das Betreibungsamt Winterthur-Stadt, je gegen Empfangsschein.

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

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Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.

Es handelt sich um einen Entscheid der kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetrei-
bungs- und Konkurssachen im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. c BGG. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

MLaw S. Widmer

versandt am:
31. Januar 2025