# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f62d1d78-1a8d-5cb0-8d6f-f116edf7651d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 20.10.2022 3-RV.2020.68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2020-68_2022-10-20.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2020.68       

P 143 
 

 

 

 

Urteil vom 20. Oktober 2022 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Schatzmann  

Richter Herzog  

Gerichtsschreiberin Betsche          

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

 

beide vertreten durch BDO AG, Entfelderstrasse 1, 5001 Aarau   

 

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____  

vom 10. März 2020 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2014 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 6. Dezember 2016 wurden A. und B. von der 

Steuerkommission Q. für die Kantons- und Gemeindesteuern 2014 zu 

einem steuerbaren Einkommen von CHF 220'900.00, davon qualifizierter 

Beteiligungsertrag von CHF 10'000.00, und zu einem steuerbaren Vermö-

gen von CHF 1'498'500.00 veranlagt. Unter anderem wurde dabei den Ein-

künften aus selbständiger Haupterwerbstätigkeit ein Betrag von 

CHF 30'000.00 aus nicht anerkannter Sofortabschreibung eines neu erwor-

benen Fahrzeuges aufgerechnet.  

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 6. Dezember 2016 erhoben A. und B. mit 

Schreiben vom 22. Dezember 2016 Einsprache. Sie beantragten unter 

anderem, die Sofortabschreibung des Fahrzeuges von CHF 30'000.00 sei 

als geschäftsmässig begründeter Aufwand anzuerkennen und die 

Einkünfte aus selbständiger Haupterwerbstätigkeit seien um diesen Betrag 

zu reduzieren.  

 

3. 

Am 22. Januar 2020 fand eine Einspracheverhandlung statt. 

 

4. 

Mit Entscheid vom 10. März 2020 hiess die Steuerkommission Q. die 

Einsprache teilweise gut. Das steuerbare Einkommen wurde um 

CHF 3'240.00 auf CHF 217'700.00 (davon qualifizierter Beteiligungsertrag 

von CHF 10'000.00) und das steuerbare Vermögen um CHF 26'190.00 auf 

CHF 1'472'000.00 reduziert. An der Aufrechnung der Sofortabschreibung 

des Fahrzeuges von CHF 30'000.00 wurde festgehalten und das Fahrzeug 

neu dem Privatvermögen zugerechnet.  

 

5. 

5.1. 

A. reichte mit an das Gemeindesteueramt gerichtetem Schreiben vom 

5. Mai 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) eine "Richtigstellung 

Fahrzeuge" ein. Dieses Schreiben wurde vom Gemeindesteueramt Q. 

zuständigkeitshalber an das Spezialverwaltungsgericht weitergeleitet.  

 

5.2. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die "Richtigstellung Fahrzeuge" als Re-

kurs gegen den Einspracheentscheid vom 10. März 2020 (Zustellung nicht 

bekannt; Versand am 21. April 2020) entgegengenommen. Es wurde sinn-

 - 3 - 

 

 

gemäss der Antrag gestellt, es sei auf die Aufrechnung der Sofortabschrei-

bung von CHF 30'000.00 zu verzichten. Zudem sei das Fahrzeug dem Ge-

schäftsvermögen zuzurechnen.  

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

6. 

Das Gemeindesteueramt Q. und das Kantonale Steueramt beantragen die 

Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

A. und B. haben eine Replik erstatten lassen. Sie lassen beantragen, das 

steuerbare Einkommen sei um CHF 29'000.00 und das steuerbare 

Vermögen um CHF 18'810.00 zu reduzieren, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

 

8. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat weitere Abklärungen beim Gemeinde-

steueramt Q. und beim Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau vor-

genommen. 

 

9. 

Aufforderungsgemäss haben A. und B. weitere Unterlagen einreichen 

lassen. 

  

 - 4 - 

 

 

 

 
 

  

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2014. 

Massgebend für die Beurteilung des Rekurses sind das Steuergesetz vom 

15. Dezember 1998 (StG) sowie die Verordnung zum Steuergesetz vom 

11. September 2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Der Rekurrent hat das als Rekurs entgegen genommene Schreiben vom 

5. Mai 2020 allein unterzeichnet. Die Rekurrentin hat die Eingabe nicht un-

terzeichnet. 

 

2.2. 

Verheiratete, welche in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, 

üben die ihnen zukommenden Verfahrensrechte und -pflichten gemeinsam 

aus (§ 172 Abs. 1 StG). Es besteht zudem für Rechtsmittelverfahren eine 

Vertretungsvermutung (vgl. auch § 172 Abs. 3 StG). Die Ehegatten bilden 

bei einer rechtlich und tatsächlich ungetrennten Ehe im Rechtsmittelverfah-

ren eine Art notwendige Streitgenossenschaft, was beide zu Verfahrensbe-

teiligten macht. Demgemäss gelten beide Ehegatten auch dann als Rekur-

renten, wenn ein Rekurs nur von einem Ehegatten eingereicht wird. Dies 

ist bei der Parteibezeichnung zu berücksichtigen und hat entsprechende 

Konsequenzen hinsichtlich der Verfahrenskosten, für welche die Ehegatten 

solidarisch haften (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Februar 2018 

[2C_80/2018], Erw. 2.3.; AGVE 2008 S. 126; VGE vom 7. April 2008 

[WBE.2007.287]). 

 

2.3. 

Somit kommt der Rekurrentin, da keine getrennte Ehe vorliegt, im vorlie-

genden Verfahren ebenfalls Parteistellung zu, mit den genannten Folgen. 

Die Rekurrentin hat im Übrigen die an die BDO AG erteilte Vollmacht vom 

25. August 2020 mitunterzeichnet. 

 

3. 

3.1. 

Der Rekurrent betrieb im Jahr 2014 die Einzelunternehmung E.. Die 

Steuerkommission Q. nahm im Veranlagungsverfahren verschiedene 

Aufrechnungen vor. Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 

wurde dabei wie folgt korrigiert: 

  

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 Veranlagung Deklaration 
 
Eink. selbst. Haupterwerb CHF  115'829.00 CHF 115'936.00 
Aufrechnung Abschreib. Auto CHF 30'000.00 
Aufrechnung Privatant. Spesen CHF  2'400.00 
Total CHF 148'229.00 CHF 115'936.00 

 

3.2. 

Mit dem Einspracheentscheid hielt die Vorinstanz an der Aufrechnung der 

Sofortabschreibung fest. Demensprechend ist im Rekursverfahren noch 

umstritten und nachfolgend zu prüfen, ob die von den Rekurrenten vorge-

nommene Sofortabschreibung auf dem neu erworbenen Fahrzeug ge-

schäftsmässig begründeten Aufwand darstellt. Dazu ist zunächst zu unter-

suchen, ob das Fahrzeug zum Geschäftsvermögen oder zum Privatvermö-

gen der Rekurrenten gehört, was auch für die übrigen von den Rekurrenten 

oder der Einzelunternehmung gehaltenen Fahrzeuge zu beantworten ist 

(Erw. 4.). Daraus folgen die allenfalls erforderlichen Anpassungen von Ge-

schäfts- und Privatvermögen (Erw. 5.). Anschliessend ist zu prüfen, in wel-

cher Höhe der Fahrzeugaufwand als geschäftsmässig begründeter Auf-

wand verbucht werden kann (Erw. 6.).  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Bezüglich Zugehörigkeit des im Jahre 2014 neu erworbenen Fahrzeuges 

zum Geschäfts- oder Privatvermögen wird in der Abweichungsbegründung 

zur Veranlagungsverfügung festgehalten, beim neu angeschafften Fahr-

zeug, einem F. XA, handle es sich gemäss Buchhaltung um den vierten F. 

für die Einzelunternehmung. Aufgrund der Unternehmensstruktur sei nicht 

davon auszugehen, dass alle vier Fahrzeuge geschäftlich genutzt würden. 

 

4.1.2. 

Demgegenüber führten die Rekurrenten in der Einsprache aus, beim neu 

erworbenen Fahrzeug handle es sich um ein Hybridfahrzeug, welches ei-

nen anderen F. ersetzt habe. Letzterer sei am 14. Januar 2015 verkauft 

worden. Somit handle es sich um den Ersatz eines Fahrzeuges. 

 

An der Einspracheverhandlung brachte der Rekurrent vor, es stehe je eines 

der drei Fahrzeuge der Rekurrentin, seinem Sohn und ihm selbst zu ge-

schäftlichen Zwecken zur Verfügung. Zwar sei im 2014 ein vierter F. 

angeschafft worden, jedoch sei das Vorgängerfahrzeug anfangs 2015 ver-

kauft worden. Während sein Sohn und er im Handel und Verkauf tätig 

seien, erledige die Rekurrentin die Post und andere Aufgaben in der Um-

gebung. Mit allen drei Fahrzeugen werde eine private Fahrstrecke von ins-

gesamt 2'000 km pro Jahr zurückgelegt. Geschäftlich sei er viel unterwegs 

und absolviere 30'000 bis 50'000 km pro Jahr. 

 - 6 - 

 

 

4.1.3. 

Im Einspracheentscheid wurde ausgeführt, dass nicht alle vier in der Buch-

haltung als Geschäftsfahrzeuge geführten Fahrzeuge der Marke F. ge-

schäftlich genutzt werden könnten. Neben dem Betriebsinhaber arbeiteten 

der Sohn und die Ehefrau (Büroarbeiten) im Betrieb. Zudem befänden sich 

zusätzlich zwei Nutzfahrzeuge im Geschäftsvermögen. Es sei angesichts 

der Anzahl Mitarbeiter unwahrscheinlich, dass alle Fahrzeuge gleichzeitig 

betriebsnotwendig im Einsatz seien, zumal auf die vier Fahrzeuge der 

Marke F. nur zwei Kontrollschilder eingelöst worden seien. Dies schliesse 

die gleichzeitige Nutzung der Fahrzeuge aus. Auch seien die ad-

ministrativen Arbeiten der Ehefrau untergeordneter Natur, weshalb nicht 

nachvollziehbar sei, dass dafür ein Geschäftsfahrzeug erforderlich sein 

sollte. 

 

4.1.4. 

Im Rekurs macht der Rekurrent geltend, am 31. Dezember 2014 seien nicht 

zwei, sondern nur ein Nutzfahrzeug der Marke G. Teil des Geschäfts-

vermögens gewesen. Zudem verfüge der neu erworbene F. über einen 

zuschaltbaren Allradantrieb, der auf Baustellen und bei winterlichen Ver-

hältnissen unverzichtbar sei. Mit privaten Fahrten habe das "gar nichts zu 

tun". Mit dem neu erworbenen F. werde der F. XB ersetzt, der im Dezember 

2014 zum Verkauf bereitgestellt und am 14. Januar 2015 verkauft worden 

sei. Es seien nicht vier Fahrzeuge gleichzeitig eingelöst gewesen oder 

gefahren worden. Wenn überhaupt ein Fahrzeug als Privatfahrzeug in 

Betracht komme, dann die F. XC, mit der die Rekurrentin geschäftliche 

Besorgungen mache. 

 

4.1.5. 

In der Vernehmlassung wird bestätigt, dass die beiden Nutzfahrzeuge nur 

während eines Teils des Kalenderjahres gleichzeitig geschäftlich genutzt 

worden seien. Dass der Rekurrent die F. XC nun als Privatfahrzeug 

bezeichne, sei widersprüchlich, nachdem er diese im Geschäftsvermögen 

aktiviert und auf dem Wert derselben Abschreibungen getätigt habe. 

Zudem anerkenne der Rekurrent selber, dass zumindest ein Fahrzeug der 

Marke F. als Privatfahrzeug qualifiziert werden müsse. Das müsse folglich 

das neu angeschaffte Fahrzeug sein, da die drei bisherigen Fahrzeuge 

immer als Geschäftsfahrzeuge geführt worden seien. 

 

4.1.6. 

In der Replik lassen die Rekurrenten vorbringen, die buchhalterischen Vo-

raussetzungen für die Geltendmachung der Sofortabschreibung seien vor-

liegend erfüllt. Der neu erworbene F. XA sei auf einem separaten Konto 

verbucht und Anlage- und Endwert seien einzeln ausgewiesen worden. 

Selbst wenn der F. XA nicht überwiegend geschäftlich genutzt würde, 

müsste für die damit geschäftlich durchgeführten Fahrten immer noch 

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Geschäftsaufwand anerkannt werden, weshalb die vollumfängliche 

Aufrechnung der Sofortabschreibung nicht sachgerecht sei.  

 

Es handle sich beim neu angeschafften F. XA tatsächlich um ein Ge-

schäftsfahrzeug. Der F. XA sei nämlich am 18. November 2014 als Ersatz 

für den F. XB erworben worden. Beide Fahrzeuge seien zur Hauptsache 

für die Erledigung der geschäftlichen Tätigkeit durch den Rekurrenten 

genutzt worden. Mit dem F. XB seien rund 19'600 km pro Jahr zurückgelegt 

worden, mit dem F. XA rund 13'300 km pro Jahr. Der F. XB sei am 

14. Januar 2015 veräussert worden. Für die private Nutzung des F. XB sei 

ein Privatanteil von CHF 3'000.00 verbucht worden. Der F. XD diene 

hingegen dem zu 100 % im Geschäft des Rekurrenten angestellten Sohn 

der Rekurrenten als Geschäftsfahrzeug. Der F. XE werde seit einigen 

Jahren nur wenig genutzt, weshalb er über eine Wechselnummer (mit dem 

F. XA) verfüge. Das Fahrzeug sei hauptsächlich für Botengänge der 

Rekurrentin verwendet worden. Die private und die geschäftliche Nutzung 

des F. XE sei von untergeordneter Bedeutung, da lediglich 800 bis 900 km 

pro Jahr zurückgelegt würden.  

 

Die überwiegend geschäftliche Nutzung der beiden Nutzfahrzeuge  

(G. XF und G. XG) sei sodann nicht umstritten. Der Lieferwagen G. XG 

werde für Materialtransporte verwendet, seine jährliche Fahrleistung 

betrage rund 10'100 km. Der G. XF sei am 4. April 2014 verkauft worden. 

 

Die über 170 Kunden der Einzelunternehmung des Rekurrenten seien in 

der ganzen Schweiz vertreten, beispielsweise in S., T., U., V., W. und X.. 

Die geschäftliche Fahrleistung beider durch den Rekurrenten genutzten 

Geschäftsfahrzeuge (F. XB und G. XG) betrage über 30'000 km pro Jahr. 

 

Die Ausführungen im Einspracheentscheid, wonach vier Fahrzeuge der 

Marke F. geschäftlich genutzt würden, seien somit unzutreffend. Deshalb 

hätten den Rekurrenten selbst – abgesehen von den Nutzfahrzeugen und 

dem vom Sohn geschäftlich genutzten F. XD – nur zwei Geschäftsfahr-

zeuge zur Verfügung gestanden, nämlich der F. XE sowie der F. XB bis zu 

dessen Ersatz durch den F. XA. Bestritten werde auch, dass die 

Rekurrenten in den Vorjahren Kosten eines Privatfahrzeuges geschäftlich 

verbucht hätten. Ebenso wenig sei von Luxusfahrzeugen auszugehen.  

 

Die privaten Fahrten seien nicht in einem Fahrtenbuch festgehalten wor-

den. Jedoch könne gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung, wenn ein 

Fahrtenbuch fehle, auf Schätzungen und damit auf das auf Erfahrungswer-

ten beruhende Merkblatt N1/2001 abgestellt werden. Gemäss diesem 

Merkblatt könne bei geringer privater Nutzung von einem Ansatz von 5'000 

km pro Jahr und bei normaler Nutzung von 8'500 km pro Jahr ausgegangen 

werden. Die Rekurrenten hätten bereits dargelegt, dass die private Nutzung 

der Fahrzeuge von untergeordneter Bedeutung sei. Selbst wenn man von 

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einer normalen privaten Fahrleistung ausgehe, überwiege die private Nut-

zung aufgrund der gefahrenen Kilometer nicht. Der F. XA werde vor diesem 

Hintergrund überwiegend geschäftlich genutzt, weshalb die Sofort-

abschreibung von CHF 30'000.00 zulässig und zu gewähren sei. Jedoch 

könne der verbuchte Privatanteil für den F. XE unpräjudiziell um 

CHF 1'000.00 erhöht werden. Somit sei das steuerbare Einkommen um 

CHF 29'000.00 zu senken, die Geschäftsaktiven seien um CHF 7'300.00 

(Restbuchwert Fahrzeug) zu erhöhen und das Privatvermögen sei um 

CHF 26'110.00 (Vermögenssteuerwert Fahrzeug) zu reduzieren. Damit 

sinke das steuerbare Vermögen um CHF 18'810.00. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Als Geschäftsvermögen gelten alle Vermögenswerte, die ganz oder vor-

wiegend ("Präponderanzmethode") der selbständigen Erwerbstätigkeit die-

nen (§ 27 Abs. 2 Satz 3 StG). Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Be-

schaffenheit und konkreten Zweckbestimmung notwendiges Geschäfts- 

oder Privatvermögen bilden oder wie Liegenschaften Alternativgüter dar-

stellen, die sowohl zum Geschäfts- wie auch zum Privatvermögen gehören. 

Für die Abgrenzung ist auf die technisch-wirtschaftliche Funktion des Ver-

mögenswertes abzustellen. Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn 

ein Vermögenswert ganz oder vorwiegend tatsächlich dem Geschäft dient 

(BGE 133 II 420 E. 3.2 und 3.3; BGE 120 Ia 349 E. 4c/aa; Urteil des Bun-

desgerichts vom 24. August 2017 [2C_1037/2016] E. 4.2). 

 

4.2.2. 

Die subjektive Widmung der Vermögenswerte durch den Geschäftsinhaber 

als Geschäftsvermögen äussert sich vor allem in der buchmässigen Erfas-

sung. Wenn die Verbuchung aber nicht im Einklang mit den tatsächlichen 

Verhältnissen erfolgt, geht die Indizwirkung der Bilanzierung von Ge-

schäftsvermögen verloren (M. Reich und J. von Ah, in: Kommentar zum 

schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundes-

steuer, 3. Auflage, Basel 2017, Art. 18 DBG N 44 ff.). 

 

4.2.3. 

Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, gilt im Steuerverfahren in ent-

sprechender Anwendung des in Art. 8 ZGB niedergelegten Grundsatzes, 

dass derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-

sen hat, der aus ihr Rechte ableitet. Die Veranlagungsbehörde trägt dem-

zufolge die Beweislast für Tatachen, welche die Steuerschuld begründen 

oder erhöhen, der Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld 

aufheben oder mindern (BGE 140 II 248, 133 II 153; Urteil des Bundesge-

richts vom 15. September 2014 [2C_112/2014]; VGE vom 30. März 2011 

[WBE.2011.2], VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009.268]; Kommentar 

zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 174 StG N 28).  

 

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4.2.4. 

Gemäss § 174 StG müssen die von der steuerpflichtigen Person angebo-

tenen Beweise abgenommen werden, soweit sie geeignet sind, die für die 

Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen. Dabei sind die Beweise 

durch die Behörde zu würdigen. Im aargauischen Steuerrecht gilt allgemein 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Ob Beweismittel glaubwürdig 

sind, obliegt der freien Würdigung durch die entscheidenden Behörden.  

Ist der absolute Beweis nicht möglich, ist in Würdigung der gesamthaften 

Verhältnisse gestützt auf Lebenserfahrung zu entscheiden. Freie 

Beweiswürdigung ist nicht Willkür (Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, a.a.O., § 174 StG N 27, mit Hinweisen). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Auf die Namen der Rekurrenten waren in der Steuerperiode 2014 keine 

Fahrzeuge eingelöst. Jedoch figurierte die Einzelunternehmung E. gemäss 

Auskunft des Strassenverkehrsamtes vom 17. August 2022 im Laufe des 

Jahres 2014 sowie im Januar 2015 als Halterin folgender Fahrzeuge: 

 

 

Marke und Typ Inverkehrs- Ausservekehrs- Kontroll- 
 setzung  schild 
 
F. XE 23. Dez. 2004 26. Aug. 2016 AG   aaa 
F. XB 18. Okt. 2010 14. Jan. 2015 AG   aaa 
F. XA 14. Jan. 2015 26. Aug. 2016 AG   aaa  
F. XD 18. Mai 2006 12. Jan. 2016 AG   bbb 
H. XH 8. Sept. 2005 26. Sept. 2014 AG   bbb 
G. XF 6. Dez. 2006 10. April 2014 AG   ccc 
G. XG 10. April 2014 26. August 2016 AG   ccc 
 

Daraus ist ersichtlich, dass die beiden Nutzfahrzeuge G. nicht gleichzeitig 

gehalten wurden, der G. XG somit der Nachfolger des G. XF war. Ebenso 

ist erkennbar, dass ein weiterer Personenwagen (H.), der nicht in der 

Geschäftsbuchhaltung ausgewiesen ist, bis zum 26. September 2014 

gehalten wurde, offenbar mit einer auch für das Fahrzeug F. XD 

eingelösten Wechselnummer. Schliesslich erscheint der F. XA (in Verkehr 

gesetzt am 14. Januar 2015) als Nachfolger des F. XB (ausser Verkehr 

gesetzt am 14. Januar 2015), beide Fahrzeuge verfügten jeweils über ein 

Wechselnummernschild, worauf auch das Fahrzeug F. XE eingelöst war. 

 

Bei den beiden Fahrzeugen der Marke G. handelt es sich um Kasten-

wagen, die angesichts des Zwecks der Einzelunternehmung ("Handel mit 

und [...]") ohne Weiteres als Geschäftsfahrzeuge zu qualifizieren sind. Dies 

ist zwischen den Parteien nicht umstritten. 

 

Nachfolgend zu prüfen ist hingegen, ob der F. XE (nachfolgend Erw. 

4.3.2.), der F. XB sowie der F. XA (nachfolgend Erw. 4.3.3.), der F. XD 

 - 10 - 

 

 

(nachfolgend Erw. 4.3.4) und der H. XH (nachfolgend Erw. 4.3.5.) zum 

Geschäfts- oder Privatvermögen der Rekurrenten gehören. 

 

4.3.2. 

Die Rekurrenten räumen selber ein, dass der F. XE (nachfolgend: F. XE) 

möglicherweise nicht überwiegend geschäftlich genutzt werde. Eine 

überwiegende geschäftliche Nutzung des Fahrzeuges wurde von den 

Rekurrenten weder substantiiert vorgebracht noch nachgewiesen. Auf-

grund der Funktion der Rekurrentin in der Einzelunternehmung (administ-

rative Tätigkeiten) drängt sich keine überwiegende geschäftliche Nutzung 

des Fahrzeuges auf. Der F. XE gilt demzufolge als Privatfahrzeug und ist 

neu dem Privatvermögen zuzuordnen – mit den entsprechenden steu-

erlichen Folgen. 

 

4.3.3. 

Zum F. XB (nachfolgend: F. XB) und seinem Nachfolger F. XA 

(nachfolgend: F. XA) legen die Rekurrenten kein Fahrtenbuch vor. Zur 

geschäftlichen Nutzung dieser Fahrzeuge machen sie geltend, der 

Allradantrieb (des F. XA, der ohnehin erst im 2015 gefahren wurde) sei auf 

Baustellen unverzichtbar. Die im Jahr 2014 mit dem F. XB zurückgelegte 

Strecke beziffern sie auf 19'600 km. Begründet wird die überwiegende 

geschäftliche Nutzung des F. XB mit den sich in der ganzen Schweiz 

verteilten Kunden der Einzelunternehmung des Rekurrenten.  

 

Mit der vom Spezialgericht eingeforderten Aktenergänzung lassen die Re-

kurrenten rund 35 Rechnungen einreichen, die den Kunden der Einzelun-

ternehmung des Rekurrenten gestellt wurden. Darauf werden oft Repara-

turen, Lieferungen und auch Abholungen von [...] Maschinen (Steintrenn-

maschine, Baukreissäge, Aushubkübel, etc.) beschrieben, die aufgrund der 

Grösse der Maschinen mit dem Nutzfahrzeug (G. XF bzw. G. XG) 

ausgeführt worden sein müssen. Weiter wird eine Funktionsbeschreibung 

der Mitarbeiter im Betrieb eingereicht, wonach neben verschiedenen 

Bürotätigkeiten der Besuch und die Beratung von Kunden, die Reparaturen 

von Geräten und Maschinen auf Baustellen sowie die Abholung und die 

Lieferung von Reparaturen zum Aufgabenbereich des Rekurrenten 

gehören.  

 

Obwohl mit Ausnahme der beispielhaften Kundenrechnungen (die nur zum 

Teil mit Fahrten zusammenhingen, die mit dem F. XB zurückgelegt worden 

sein können und von denen zudem rund ein Drittel an im Kanton Aargau 

ansässige Kunden gerichtet waren) keine konkreten Nachweise der mit 

dem F. XB aus geschäftlichen Gründen im Aussendienst zurückgelegten 

Strecke erbracht wurden, ist aufgrund des Zwecks der Einzelunternehmung 

glaubhaft, dass nicht alle Fahrten (z.B. Reparaturen und Beratungen vor 

Ort) mit dem Nutzfahrzeug ausgeführt worden sind, zumal dann, wenn 

auch der in der Einzelunternehmung mitarbeitende Sohn des Rekurrenten 

 - 11 - 

 

 

das Nutzfahrzeug verwendet hat (siehe nachfolgend Erw. 4.3.4). Ebenso 

ist nachvollziehbar, dass der Rekurrent als Inhaber der Ein-

zelunternehmung im Kundenkontakt aktiv ist. Zudem ergibt sich die be-

hauptete Gesamtfahrstrecke des F. XB von 19'600 km in etwa aus den 

eingereichten Unterlagen, auch wenn es sich dabei lediglich um einen 

Durchschnittswert der Jahre 2011 bis 2014 handelt (Kilometerstand von 

120'005 am 20. Juni 2011 [gemäss Rechnung der I. vom 20. Juni 2011] 

und von 188'500 am 14. Januar 2015 [gemäss Kaufvertrag vom 14. Januar 

2015]; ergibt 68'495 km für 1'304 Tage, was zu einer durchschnittlichen 

Jahresstrecke von 19'172 km führt). Schliesslich ergibt sich für den G. XG 

aus den eingereichten Unterlagen eine durchschnittliche 

Gesamtfahrstrecke von 16'561 km für das Jahr 2014 (Kilometerstand von 

0 bei Inverkehrssetzung am 10. April 2014 [nach Neukauf im Dezember 

2013] und von 29'629 km am 23. Januar 2016 [gemäss Rechnung der J. 

vom 23. Januar 2016]; entspricht 29'629 km für 653 Tage, was zu einer 

durchschnittlichen Jahresstrecke von 16'561 km führt). Diese beträchtliche 

Nutzung des Kastenwagens ist ebenfalls ein Hinweis auf die häufigen 

Aussendiensteinsätze im Rahmen der mit der Einzelunternehmung 

betriebenen Geschäftstätigkeit.  

 

Wenn die Vorinstanz vorbringt, es könnten nicht vier Personenwagen der 

Marke F. gleichzeitig als Geschäftsfahrzeuge im Einsatz sein, so ist dies 

bei zwei im Aussendienst tätigen Mitarbeitern sowie einem als Ge-

schäftsfahrzeug zur Verfügung stehenden Nutzfahrzeug zwar grundsätz-

lich richtig. Jedoch waren der F. XB und der F. XA – wie die Rekurrenten 

zutreffend vorbringen – nicht gleichzeitig, sondern nacheinander eingelöst. 

Zudem ist die Qualifikation eines Fahrzeuges als Geschäfts- oder 

Privatfahrzeug jeweils individuell für jedes einzelne Fahrzeug aufgrund der 

Umstände und der beigebrachten Belege des Steuerpflichtigen 

vorzunehmen.  

 

Was das in diesem Zusammenhang von der Vertreterin der Rekurrenten 

zitierte "Merkblatt N1/2001 Naturalbezüge von Selbständigerwerbenden" 

der Eidgenössischen Steuerverwaltung betrifft, so wird dieses für die nach 

dem 30. Juni 2007 abgeschlossenen Geschäftsjahre nur noch verwendet, 

um die private Nutzung eines Geschäftswagens zu schätzen, sofern ein 

Fahrtenbuch fehlt und die pauschale Bestimmung des Privatanteils aus-

nahmsweise nicht gemäss dem Ansatz von 0,8 % (mindestens 

CHF 150.00) pro Monat (MWSt-Regelung) bestimmt wird (vgl. zum Ganzen 

nachfolgend Erw. 6.2.4. bis 6.2.8. sowie SGE vom 21. Juli 2022 

[3-RV.2019.76] Erw. 10.2.). Das Merkblatt dient jedoch nicht dazu, im Ein-

zelfall zu bestimmen, ob ein Fahrzeug ein Geschäftsfahrzeug ist oder nicht. 

Dies ist gemäss den vorstehenden Ausführungen nach der überwiegenden 

Nutzung im konkreten Einzelfall zu entscheiden (Präponderanzmethode). 

Das Bundesgericht verwendete das Merkblatt im in der Replik zitierten Ur-

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teil vom 19. April 2010 (2C_807/2009) denn auch, um den Privatanteil ei-

nes Geschäftsfahrzeuges zu beurteilen, nicht aber, um festzulegen, ob es 

sich bei dem Fahrzeug um ein Geschäftsfahrzeug handelte oder nicht.  

 

Unter Berücksichtigung aller Umstände sowie der von den Rekurrenten ein-

gereichten Unterlagen ist von einer überwiegenden geschäftlichen Nutzung 

des F. XB und somit von einem Geschäftsfahrzeug auszugehen. Ist der 

F. XB als Geschäftsfahrzeug zu qualifizieren, gilt dasselbe für das 

Nachfolgefahrzeug, den F. XA.  

 

4.3.4. 

Zum F. XD (nachfolgend: F. XD) lassen die Rekurrenten lediglich 

ausführen, es handle sich dabei um den Geschäftswagen des Sohnes der 

Rekurrenten. Es liegen weder ein Fahrtenbuch noch ein Nachweis der 

gefahrenen Gesamtstrecke vor. Zwar nennt die Funktionsbeschreibung für 

den Sohn des Rekurrenten ausschliesslich Aussendiensttätigkeiten (Kun-

denbesuche, Vorführungen, Schulung und Instruktion auf Baustellen, Re-

paraturen abholen und repariert liefern, Reparaturen auf Baustellen aus-

führen, Maschinen und Geräte ausliefern, Beratungen bei Kunden). Jedoch 

müssen diese Tätigkeiten, weil (oftmals) mit grösseren Transporten ver-

bunden, zumindest teilweise mit dem Nutzfahrzeug ausgeübt werden. Zu-

dem steht für Fahrten mit dem PKW noch der F. XB zur Verfügung, der 

vom Rekurrenten auch nicht auschliesslich genutzt wird, da er gemäss 

seiner Funktionsbeschreibung ebenfalls mit dem Nutzfahrzeug unterwegs 

sein muss. Vor diesem Hintergrund wurde eine überwiegende geschäftli-

che Nutzung des F. XD von den Rekurrenten weder substantiiert vor-

gebracht noch nachgewiesen. Der F. XD gehört somit zum Privatvermögen 

der Rekurrenten. 

 

4.3.5. 

Der H. XH (nachfolgend: H.) wird von den Rekurrenten nicht als 

Geschäftsfahrzeug genannt. Ebenso wenig wird geltend gemacht, dass mit 

diesem Fahrzeug geschäftliche Fahrten unternommen wurden. Zudem 

wurde der H. per 31. Dezember 2014 nicht mehr von den Rekurrenten bzw. 

der Einzelunternehmung gehalten. Der H. fällt deshalb als Ge-

schäftsfahrzeug ausser Betracht. 

 

4.3.6. 

Zusammenfassend gehörten per Ende 2014 das Nutzfahrzeug G. XG, der 

F. XB sowie der F. XA (als Nachfolger des F. XB) zum Geschäftsvermögen 

der Rekurrenten. Die übrigen Fahrzeuge gehörten zum Privatvermögen der 

Rekurrenten. Damit sind auch die mit dem Wechsel der 

Vermögensqualifikation verbundenen Auswirkungen zu prüfen. 

 

 - 13 - 

 

 

5. 

Durch die Qualifikation des F. XE sowie des F. XD als Privatvermögen sinkt 

das Geschäftsvermögen der Rekurrenten um CHF 4'400.00 (CHF 4'000.00 

für den F. XE zuzüglich CHF 400.00 für den F. XD). Das Privatvermögen 

der Rekurrenten verändert sich nicht, da gemäss Wegleitung zur 

Steuererklärung 2014, Ziffer 30.5, für private Fahrzeuge, die im Jahr 2007 

oder davor in Verkehr gesetzt worden sind, kein Vermögenssteuerwert 

mehr zu berechnen ist. Dies ist sowohl für den F. XE 

(Erstinverkehrssetzung 2001 gemäss Kaufvertrag vom 23. Dezember 

2004) als auch für den F. XD (Kauf und Inverkehrssetzung am 18. Mai 

2006) der Fall.  

 

Weil die Qualifikation des F. XA als Privatfahrzeug im Einspracheentscheid 

dazu geführt hatte, dass das Geschäftsvermögen um CHF 7'300.00 

(Buchwert des F. XA) reduziert, das Privatvermögen jedoch um 

CHF 26'110.00 (von der Steuerkommission Q. berechneter Vermö-

genssteuerwert des F. XA per Ende 2014) erhöht wurde, sind diese 

Operationen rückgängig zu machen. 

 

Insgesamt sinkt das steuerbare Vermögen der Rekurrenten gemäss Ein-

spracheentscheid um CHF 23'210.00 (- CHF 4'400.00 + CHF 7'300.00 - 

CHF 26'110.00). 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Zum abziehbaren Fahrzeugaufwand machen die Rekurrenten im Wesent-

lichen geltend, die Sofortabschreibung von CHF 30'000.00 auf den F. XA 

sei korrekt vorgenommen worden, weshalb die Aufrechnung durch die 

Steuerkommission Q. zu Unrecht erfolgt sei. Die vom Gesetzgeber ge-

forderten buchhalterischen Voraussetzungen für die Geltendmachung der 

Sofortabschreibung seien vorliegend erfüllt gewesen. Das Fahrzeug sei auf 

einem separaten Konto verbucht und Anlage- und Endwert seien einzeln 

ausgewiesen worden. Für die private Nutzung des F. XB (als Vorgänger 

des F. XA) sei im Geschäftsjahr 2014 ein Privatanteil von CHF 3'000.00 

abgerechnet worden. Dies entspreche der pauschalen Ermittlung des 

Privatanteils von 0,8 % des Kaufpreises (pro Monat) gemäss Merkblatt 

N1/2007 (der Eidgenössischen Steuerverwaltung). Entgegen-

kommenderweise und unpräjudiziell könne der verbuchte Privatanteil für 

den F. XE jedoch um CHF 1'000.00 erhöht werden. 

 

6.1.2. 

Die Steuerkommission Q. nimmt ausführlich Stellung zu den Gründen, die 

sie dazu bewogen haben, die Sofortabschreibung von CHF 30'000.00 

steuerlich nicht zu akzeptieren (vgl. oben Erw. 4.1.3. und 4.1.5). Im Übrigen 

bringt sie vor, es würden auch nach der Aufrechnung der CHF 30'000.00 

 - 14 - 

 

 

weiterhin gesamthafte Fahrzeugkosten von über CHF 12'000.00 als er-

folgsmindernde Tatsache berücksichtigt. 

 

6.2. 

6.2.1. 

Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder berufsmäs-

sig begründeten Kosten von den steuerbaren Einkünften abgezogen  

(§ 36 Abs. 1 StG). Gewinnungskosten sind Aufwendungen, welche mit der 

Einkommenserzielung in einem direkten, ursächlichen Zusammenhang 

stehen. Zur Hauptsache bestimmt sich der Gewinnungskostencharakter 

von Auslagen eines selbständig Erwerbenden nach betriebswirtschaftli-

chen Gesichtspunkten. Dabei interessiert, ob die Tätigkeit, welche den Auf-

wand verursacht hat, durch den Zweck des Unternehmens gedeckt ist. Ent-

scheidend ist, ob der Aufwand in Erwartung einer wirtschaftlichen Gegen-

leistung erbracht worden ist (VGE vom 27. August 2008 [WBE.2008.17], 

mit Hinweis). Darauf, ob der selbständig Erwerbstätige auch ohne den ent-

sprechenden Aufwand ausgekommen wäre oder ob auch zweckmässiger 

oder sparsamer hätte vorgegangen werden können, kommt es nicht an 

(Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 36 StG N 5). 

 

6.2.2. 

Zu den Gewinnungskosten gehören auch die ausgewiesenen Abschreibun-

gen auf dem Geschäftsvermögen (§ 36 Abs. 2 lit. a StG). Auf beweglichen 

Gegenständen des Anlagevermögens kann die Differenz zwischen dem 

Anlagewert und dem Endwert sofort abgeschrieben werden. Endwert ist 

der Wert, den der abzuschreibende Gegenstand in dem Zeitpunkt haben 

wird, in welchem er aus dem Betrieb ausscheidet; er beträgt in der Regel 

20 % des Anlagewertes (§ 20 Abs. 1 StGV). Gegenstände, für welche die 

Sofortabschreibung beansprucht wird, sind auf einem separaten Konto zu 

verbuchen, das Anlagewert und Endwert jedes einzelnen Postens im Detail 

ausweist (§ 20 Abs. 2 StGV). 

 

6.2.3. 

Nach Gesetz, Lehre und Rechtsprechung hört die Abzugsfähigkeit von Ge-

winnungskosten eines selbständig Erwerbenden dort auf, wo es sich ganz 

oder teilweise um Kosten zu privaten Zwecken (oder um die Beanspru-

chung von Wirtschaftsgütern des Unternehmens zu privaten Zwecken), ak-

tivierungspflichtige Aufwendungen oder Tilgung von Schulden handelt 

(§ 41 StG; VGE vom 27. August 2008 [WBE.2008.17], mit Hinweisen; Kom-

mentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 36 StG N 7). Bei Aufwendun-

gen, die teils geschäftlich, teils privat veranlasst sind, ist eine Aufteilung in 

einen Gewinnungskosten- und einen Privatanteil vorzunehmen (VGE vom 

17. Dezember 2013 [WBE.2013.304], mit Hinweis; SGE vom 25. Oktober 

2018 [3-RV.2018.24]; SGE vom 23. Juli 2015 [3-RV.2015.14]). 

 

 - 15 - 

 

 

6.2.4. 

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) regelt die Bewertung von Na-

turalbezügen im Bereich der direkten Bundessteuer mit Merkblättern. Diese 

werden auch bei den kantonalen Steuern verwendet, was angesichts der 

inhaltlich übereinstimmenden Rechtsgrundlage überzeugt (VGE vom 

23. August 2007 [WBE.2007.138]; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 

19. April 2010 [2C_807/2009]). Die Merkblätter haben zwar keine Geset-

zeskraft und binden weder die Rechtsunterworfenen noch die Gerichte, 

sind jedoch im Sinne einer Auslegungshilfe heranzuziehen (BGE 131 II 1; 

Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2011 [2C_95/2011] = Pra 2012 

Nr. 87; VGE vom 25. April 2014 [WBE.2013.333]). 

 

6.2.5. 

Gemäss Ziffer 5 des Merkblattes N1/2007 (Naturalbezüge von Selbständig-

erwerbenden) der EStV kann der Privatanteil an den Autokosten entweder 

effektiv oder pauschal ermittelt werden (Hervorhebungen im Original): 

 

"5. Privatanteil an den Autokosten 
 

Der Privatanteil an den Autokosten kann entweder effektiv oder pauschal 
ermittelt werden. 
 

 
a) Effektive Ermittlung 
Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten Fahr-
zeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer anhand 
eines Bordbuches nachgewiesen werden, sind die effektiven Kosten pro-
portional auf die geschäftlich und privat zurückgelegten Kilometer aufzu-
teilen. 
 

b) Pauschale Ermittlung 
Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten Fahr-
zeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer anhand 
eines Bordbuches nicht nachgewiesen werden, ist pro Monat 0,8% des 
Kaufpreises (exkl. MWST), mindestens aber CHF 150 zu deklarieren." 

 

Die Vorbemerkungen zum Merkblatt N1/2007 lauten wie folgt (Hervorhe-

bungen im Original): 
 

"a) Die in diesem Merkblatt enthaltenen Ansätze gelten erstmals für die 
nach dem 30. Juni 2007 abgeschlossenen Geschäftsjahre; für die Ge-
schäftsjahre mit Abschlusstag 30. Juni 2007 oder früher ist noch das Merk-
blatt N1/2001 massgebend. 
 
b) Die hiernach angegebenen Pauschalbeträge stellen Durchschnittsan-
sätze dar, von denen in ausgesprochenen Sonderfällen nach oben oder 
nach unten abgewichen werden kann." 

 

6.2.6. 

Die Wegleitung zur Steuererklärung 2014 des Kantons Aargau enthält in 

Anhang IX eine Tabelle zur pauschalen Ermittlung des Privatanteils an den 

 - 16 - 

 

 

Autokosten. Gemäss dieser Tabelle wird der Privatanteil an den Fahrzeug-

kosten aufgrund des Katalogpreises, der gesamten Fahrleistung im Jahr 

und einer anteiligen privaten Fahrleistung festgelegt.  

 

Die Tabelle beruht auf dem Merkblatt N1/2001 (Naturalbezüge von Selb-

ständigerwerbenden) der EStV und der darin in Ziffer 5. lit. b statuierten 

pauschalen Ermittlungsmethode des Privatanteils an den Autokosten, die 

dann zur Anwendung kommt, wenn die in Ziffer 5. lit. a beschriebene Er-

mittlung aufgrund der tatsächlichen Kosten nicht möglich ist. Bei dieser 

pauschalen Methode wird der Privatanteil an den Autokosten wie in der 

vorerwähnten Tabelle anhand einer Schätzung der privaten Fahrleistung 

festgelegt. Das Merkblatt N1/2001 wurde für die nach dem 30. Juni 2007 

abgeschlossenen Geschäftsjahre Selbständigerwerbender ersetzt durch 

das Merkblatt N1/2007 (vgl. Vorbemerkungen lit. a zum Merkblatt 

N1/2007). 

 

6.2.7. 

Das (damalige) Steuerrekursgericht hat im RGE vom 25. März 2010 

(3-RV.2009.64 = AGVE 2010 S. 277) festgehalten, dass bei Selbständig-

erwerbenden ohne Bordbuch grundsätzlich die Pauschalmethode gemäss 

Merkblatt N1/2007 (pro Monat 0,8 % des Kaufpreises) zur Ermittlung des 

Privatanteils an den Fahrzeugkosten Anwendung zu finden hat. Die Pau-

schalmethode gemäss Merkblatt N1/2001 der EStV – auf der die Tabelle in 

der Wegleitung 2017 beruht – ist für nach dem 30. Juni 2007 abgeschlos-

sene Geschäftsjahre grundsätzlich nicht mehr anwendbar.  

 

Auch wenn - wie bei jeder Pauschalierung - damit gewisse Ungleichheiten 

in Kauf genommen werden, resultiert in einer Vielzahl von Fällen ein ange-

messenes Resultat. Ein Abweichen vom Ansatz von 0.8 % pro Monat ist, 

abgesehen vom Fall der Führung eines Bordbuches (effektive Methode), 

bloss in Sonderfällen, in denen die pauschale Ermittlung des Privatanteils 

nicht sachgerecht erscheint, angezeigt (zum Beispiel bei Luxusfahrzeugen 

oder sehr hoher bzw. sehr tiefer privater Nutzung).  

 

Wer vom der Pauschalmethode zugrundeliegenden Erfahrungssatz (nach 

oben oder nach unten) abweichen will, hat den Nachweis zu erbringen, 

dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Wenn der Privatanteil gemäss 

der MWSt-Regelung nach Ansicht der Steuerbehörden zu tief ausfällt, hat 

diese glaubhaft zu machen und anhand von Indizien aufzuzeigen, dass ein 

Abweichen nach oben gerechtfertigt ist. Nur dann ist der Privatanteil hilfs-

weise anhand des Merkblattes N1/2001 gestützt auf eine Schätzung der 

privat gefahrenen Kilometer festzusetzen. Bringt hingegen der Steuer-

pflichtige vor, der gemäss der MWSt-Regelung bestimmte Privatanteil sei 

zu hoch, hat er die Gründe hierfür glaubhaft darzulegen. 

 

 - 17 - 

 

 

6.2.8. 

Der Privatanteil an den Autokosten ist somit bei Selbständigerwerbenden 

nach der Pauschalmethode grundsätzlich gemäss dem Ansatz von 0,8 % 

(mindestens CHF 150.00) pro Monat zu berechnen, von dem in zu begrün-

denden Ausnahmefällen abgewichen werden kann. Wenn davon abgewi-

chen wird, ist der Privatanteil hilfsweise anhand des Merkblattes N1/2001 

gestützt auf eine Schätzung der privat gefahrenen Kilometer festzusetzen. 

Beides gilt jedoch nur für jene Fälle, in denen eine pauschale Ermittlung 

des Privatanteils erforderlich ist, weil die effektive Aufteilung der geschäft-

lich und privat verursachten Fahrzeugkosten aufgrund eines fehlenden 

Bordbuches nicht möglich ist. 

 

6.3. 

6.3.1. 

Die Rekurrenten haben in ihrer Buchhaltung alle Fahrzeuge der Marke F. 

als Geschäftsfahrzeuge behandelt und den Fahrzeugaufwand entspre-

chend verbucht. Die Steuerkommission Q. hat den Fahrzeugaufwand mit 

Ausnahme der aufgerechneten Sofortabschreibung von CHF 30'000.00 als 

geschäftsmässig begründeten Aufwand akzeptiert. Da gemäss den vor-

stehenden Ausführungen der F. XE sowie der F. XD als Ge-

schäftsfahrzeuge ausscheiden, sind die im Zusammenhang mit dem Fahr-

zeugaufwand erfolgten Buchungen und Aufrechnungen zu korrigieren. 

 

6.3.2. 

Was zunächst die Abschreibungen betrifft, so wurde die Sofortabschrei-

bung von CHF 30'000.00 auf dem F. XA (Kaufpreis CHF 37'300.00 gemäss 

Kaufvertrag vom 18. November 2014) im Umfang von 80,43 % des 

Anlagewertes (und somit nur unwesentlich über dem gesetzlichen Regel-

satz) vorgenommen. Ebenso wurde der F. XA auf dem separaten Konto 

1140 unter Angabe des Anlage- und des Endwertes verbucht. Die 

gesetzlichen Voraussetzungen (§ 20 StGV) der Sofortabschreibung sind 

erfüllt, was zwischen den Parteien nicht umstritten ist. Die Sofortabschrei-

bung von CHF 30'000.00 ist zu gewähren.  

 

Hingegen ist die für den F. XD vorgenommene Abschreibung von 

CHF 200.00 aufzurechnen.  

 

Das Geschäftsfahrzeug F. XB hatte sodann im Vorjahr 2013 einen 

Buchwert von CHF 3'900.00 und wurde im Geschäftsjahr 2014 mit 

CHF 1'600.00 auf CHF 2'300.00 abgeschrieben. Dies entspricht einer Ab-

schreibung von 41 % des Buchwertes. Der Rekurrent hat das Fahrzeug 

somit jeweils um 40 % des Buchwertes gemäss Anhang VIII der Wegleitung 

zur Steuererklärung 2014 abgeschrieben. Da er den F. XB gemäss 

Kaufvertrag am 16. Oktober 2010 für CHF 30'000.00 erworben hat, ergäbe 

dies bei einer korrekten Abschreibung von jeweils 40 % auf dem Buchwert 

einen Endwert von CHF 5'832.00 per Ende 2013 (das Jahr 2010 wurde pro 

 - 18 - 

 

 

rata temporis zu einem Viertel berücksichtigt) und von CHF 3'499.00 per 

Ende 2014. Die Abschreibung auf dem F. XB ist deshalb zu reduzieren von 

CHF 1'600.00 auf CHF 400.00 (Buchwert 2013 von CHF 3'900.00 ab-

züglich korrekt abgeschriebener Buchwert 2014 von CHF 3'499.00). 

 

Das steuerbare Einkommen der Rekurrenten gemäss Einspracheentscheid 

sinkt um CHF 28'600.00 (- CHF 30'000.00 + CHF 200.00 + CHF 1'200.00). 

Das steuerbare Vermögen der Rekurrenten gemäss Einspracheentscheid 

erhöht sich demgegenüber um CHF 1'200.00 (F. XB korrekter Buchwert 

CHF 3'500.00 statt CHF 2'300.00). 

 

6.3.3. 

Im Konto 4460 "Betriebsaufwand Fahrzeuge" wurde der übrige Fahrzeug-

aufwand verbucht. Die Rekurrenten haben für dieses Konto die Belege ein-

reichen lassen.  

 

Von den 56 Positionen (Saldo CHF 13'302.65) fehlen von 18 Buchungen 

(Saldo CHF 777.05) die Belege, in der überwiegenden Anzahl Fälle (11) 

handelt es sich dabei jeweils um die Position "Parkgebühr + Autowäsche". 

Die 18 Buchungen ohne Belege lassen sich keinem Fahrzeug zuordnen. 

Da in der Geschäftsbuchhaltung im Jahr 2014 Kosten für insgesamt vier 

Fahrzeuge verbucht wurden (die zwei Nutzfahrzeuge nacheinander sowie 

die drei Fahrzeuge der Marke F.; der Nachfolger F. XA des F. XB wurde 

erst im Januar 2015 eingelöst), der F. XE sowie der F. XD jedoch als 

Privatfahrzeuge qualifiziert wurden, ist dieser Aufwand zu kürzen. Aufgrund 

der für die Geschäftsfahrzeuge durchschnittlich berechneten 

Jahresfahrstrecken ist davon auszugehen, dass mit diesen längere 

Gesamtfahrstrecken zurückgelegt wurden als mit den Privatfahrzeugen. 

Vor diesem Hintergrund wäre es gerechtfertigt, einen Drittel des verbuchten 

Gesamtbetrages von CHF 777.05 mit CHF 260.00 aufzurechnen. Ange-

sichts der Tatsache, dass die Rekurrenten für die von ihnen verbuchten 

Aufwände beweispflichtig sind und sie für die genannten Positionen die Be-

lege nicht beibringen konnten, ist eine Aufrechnung von zwei Dritteln von 

CHF 777.05 mit CHF 520.00 angezeigt. 

 

Von weiteren 20 Buchungen, zu denen die Belege eingereicht wurden, las-

sen sich die Positionen nicht den einzelnen Fahrzeugen zuordnen. Es han-

delt sich bei zwölf Positionen um Treibstoff ("Benzin + Diesel"), bei vier Po-

sitionen um Ausgaben für Pneus, bei drei Positionen um Autobatterien und 

Scheibenwischwasser und bei einer Position um einen Fahrschein für den 

K.. Es rechtfertigt sich, diese Aufwandpositionen von insgesamt 

CHF 7'731.20 um einen Drittel mit CHF 2'580.00 zu kürzen. 

 

Von den übrigen 18 Positionen lassen sich sieben ohne Weiteres den Nutz-

fahrzeugen der Marke G. zuordnen. Vier Positionen sind Ausgaben für den 

F. XB (30. April 2014 / J. Q.: CHF 2'257.35; 20. Juni 2014 / J. Q.: 

 - 19 - 

 

 

CHF 851.95; 20. Juni 2014 / STVA: CHF 58.00; 31. Dezember 2014 / PA 

Fahrzeug: CHF 3'000.00), während vier weitere Positionen klarerweise den 

F. XD bzw. den H. betreffen (7. Januar 2014 / STVA: CHF 552.00; 3. Juni 

2014 / L., Pneu: CHF 191.90; 31. Juli 2014 / Strassenverkehrsamt: 

CHF 35.00; 14. Oktober 2014 / Strassenverkehrsamt, Verkehrssteuer: - 

CHF 14.95). Letztere vier Positionen im Gesamtbetrag von CHF 763.95 

sind aufzurechnen. Drei Buchungen betreffen schliesslich sowohl Ge-

schäfts- als auch Privatfahrzeuge (7. Januar 2014 / STVA: CHF 648.00; 

28. Januar 2014 / Autobahnvignetten: CHF 160.00; 31. Januar 2014 / M.: 

CHF 1'248.10). Da es sich bei den letzten drei Positionen im Gesamtbetrag 

von CHF 2'056.10 um Ausgaben handelt, die nicht verbrauchsabhängig 

sind (Steuern, Autobahnvignetten, Versicherung), rechtfertigt sich eine 

Kürzung um die Hälfte mit CHF 1'030.00. 

 

Der Privatanteil für den F. XB ist schliesslich gemäss den vorstehenden 

Erwägungen (vgl. oben Erw. 6.2.4. bis 6.2.8.) anhand der Pauschal-

methode gemäss Merkblatt N1/2007 (pro Monat 0,8 % des Kaufpreises) zu 

ermitteln, von der auch die Rekurrenten ausgehen. Es liegt kein Ausnah-

mefall vor, der ein Abweichen von dieser Methode rechtfertigen würde. Bei 

einem Kaufpreis von CHF 30'000.00 (vgl. Kaufvertrag vom 5. Oktober 

2010) ergibt sich daraus ein Privatanteil von CHF 2'880.00. Der verbuchte 

Privatanteil von CHF 3'000.00 ist um CHF 120.00 zu verringern. Der F. XA 

wurde erst im Januar 2015 von den Rekurrenten in Verkehr gesetzt. 

Abgesehen von der "Miete Garagennummer" (18. November 2014: 

CHF 40.00), die am Tag des Kaufs des Fahrzeugs möglicherweise mit die-

sem zusammenhängen, sind im Konto 4460 "Betriebsaufwand Fahrzeuge" 

keine Ausgaben ersichtlich, die sich dem F. XA zuordnen lassen. Zwar 

haben die Rekurrenten mit der Sofortabschreibung die Entwertung des 

Fahrzeuges in der Zukunft vorweggenommen und diesen Betrag als Auf-

wand verbucht. Da die Inverkehrsetzung erst im Jahr 2015 erfolgt ist, ist 

jedoch mangels privater Nutzung für das Jahr 2014 kein Privatanteil für 

dieses Fahrzeug festzusetzen. Bei den nacheinander gehaltenen Fahrzeu-

gen der Marke G. handelt es sich schliesslich um reine Geschäftsfahr-

zeuge, für die kein Privatanteil zu verbuchen ist. 

 

Die vorliegenden Berechnungen zum Fahrzeugaufwand enthalten im Übri-

gen keine Spesenentschädigung für allenfalls mit dem Privatfahrzeug F. 

XD zurückgelegte Fahrstrecken mit geschäftlichem Hintergrund. Dies ist 

deshalb gerechtfertigt, weil die Rekurrenten nicht substantiiert geltend 

gemacht haben, inwiefern bei zwei im Aussendienst tätigen Mitarbeitern 

neben den zwei Geschäftsfahrzeugen ein weiteres Fahrzeug für geschäft-

lich begründete Fahrten zum Einsatz gekommen sein sollte. 

 

Zusammenfassend verändert sich der auf dem Konto 4460 verbuchte Be-

triebsaufwand Fahrzeuge wie folgt:  

 

 - 20 - 

 

 

Aufrechnung nicht belegte Positionen CHF  520.00 
Aufrechnung unbestimmte Belege CHF 2'580.00 
Aufrechnung Belege für Privatfahrzeuge CHF  763.95 
Aufrechnung gemischte Belege CHF 1'030.00 
Verringerung Privatanteil  
F. XB  - CHF 120.00 
Total   CHF 5'013.95 
  

Das steuerbare Einkommen der Rekurrenten gemäss Einspracheentscheid 

steigt um CHF 5'013.95. 

 

6.4. 

Die Umqualifizierung des F. XE und des F. XD von Geschäftsvermögen in 

Privatvermögen stellt steuerlich zwar eine Privatentnahme dar, die der 

veräusserungsgleichen steuerlichen Behandlung zum Verkehrswert 

unterläge (§ 27 Abs. 2 StG). Aufgrund des Alters der Fahrzeuge (F. XD: 1. 

Inverkehrsetzung 23. Mai 2003; F. XE: 1. Oktober 2001) und der Buchwerte 

(F. XD: CHF 400.00; F. XE: CHF 4'000.00) wird auf eine zusätzliche 

Aufrechnung verzichtet. 

 

7. 

7.1. 

Vor diesem Hintergrund verändert sich das steuerbare Einkommen der Re-

kurrenten gemäss Einspracheentscheid insgesamt wie folgt: 

 

Sofortabschreibung (Erw. 6.3.2.) - CHF  30'000.00 
Unzulässige Abschreibung  
F. XD (Erw. 6.3.2.)   CHF 200.00 
Korrigierte Abschreibung  
F. XB (Erw. 6.3.2.)  CHF  1'200.00 
Korrekturen Fahrzeugaufwand (Erw. 6.3.3.)  CHF 5'013.95 
Total  - CHF  23'586.05 

 

Das steuerbare Einkommen der Rekurrenten gemäss Einspracheentscheid 

von CHF 217'739.00 (davon qualifizierter Beteiligungsertrag von 

CHF 10'000.00) reduziert sich um CHF 23'586.00 auf CHF 194'153.00, ge-

rundet CHF 194'100.00 (davon qualifizierter Beteiligungsertrag von 

CHF 10'000.00). 

 

Demgegenüber sinkt das Geschäftsvermögen der Rekurrenten einerseits 

um CHF 23'210.00 (vgl. oben Erw. 5), erhöht sich andererseits um 

CHF 1'200.00 (vgl. oben Erw. 6.3.2.). Insgesamt sinkt das steuerbare Ver-

mögen der Rekurrenten gemäss Einspracheentscheid von 

CHF 1'472'342.00 um CHF 22'010.00 auf CHF 1'450'332.00, gerundet 

CHF 1'450'000.00. 

 

Damit ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. 

 

 - 21 - 

 

 

7.2. 

Eine Minderheit des Gerichtes hätte das Verfahren zur Vornahme der er-

forderlichen Abklärungen (welche im Rekursverfahren durchgeführt wur-

den) an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

 

8. 

8.1. 

Gemäss § 189 Abs. 1 StG werden die Kosten des Rekursverfahrens der 

unterliegenden Partei auferlegt. Bei teilweiser Gutheissung des Rekurses 

sind die Kosten anteilsmässig aufzuteilen.   

 

8.2. 

Die Rekurrenten obsiegen gemessen an ihren Anträgen zu 70 %. Sie ha-

ben daher 30 % der Kosten des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 

Abs. 1 StG). Der Rest wird auf die Staatskasse genommen. 

  

8.3. 

Ausserdem ist den Rekurrenten für die Vertretung im Rekursverfahren eine 

anteilsmässige Parteientschädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). Die 

Kostennote des Vertreters für die Bemühungen im Rekursverfahren beläuft 

sich auf CHF 4'797.50 (inkl. 7.7 % MWSt).  

 

Bei der Vertretung durch Rechtsanwälte – ebenso wie durch Notare, Steu-

erberater und Treuhänder – stellt der Anwaltstarif gemäss dem Dekret über 

die Entschädigung der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif, 

AnwT) die obere Grenze des Parteikostenersatzes dar (AGVE 1981 

S. 281 ff.; SGE vom 21. Juli 2016 [3-RV.2015.160]). 

 

Vorliegend beträgt der Streitwert rund CHF 6'000.00. Der Fall hat einen 

höchstens mittleren Schwierigkeitsgrad und keine besondere Bedeutung. 

Zudem ist von einem mittleren erforderlichen Aufwand auszugehen. Es 

rechtfertigt sich daher, die Parteientschädigung in analoger Anwendung 

von § 8a Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und Abs. 2 AnwT sowie § 8c Abs. 1 AnwT auf 

CHF 1'700.00 (inkl. MWSt und Auslagen) festzusetzen. Davon sind den 

Rekurrenten 70 % mit CHF 1'190.00 zu ersetzen.  

 

  

 - 22 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen 

auf CHF 194'100.00 (davon qualifizierter Beteiligungsertrag von 

CHF 10'000.00) und das steuerbare Vermögen auf CHF 1'450'000.00 fest-

gesetzt. 

 

2. 

Die Rekurrenten haben die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus 

einer Staatsgebühr von CHF 300.00, der Kanzleigebühr von CHF 275.00 

und den Auslagen von CHF 100.00, insgesamt CHF 675.00, zu 30 % mit 

CHF 202.50 zu bezahlen. Der Rest wird auf die Staatskasse genommen. 

 

3. 

Es wird eine Parteientschädigung von CHF 1'190.00 (inkl. 7.7 % MWSt) 

ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q. 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

  

 - 23 - 

 

 

 
   

Aarau, 20. Oktober 2022 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Betsche