# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1ca1212-1bd7-5653-a487-01c8eec7b3b6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.12.2022 100 2021 217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-217_2022-12-28.pdf

## Full Text

100.2021.217U
STN/MAL/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Dezember 2022

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Steinmann, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Marti

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt … 
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Auflösung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Sicherheitsdirektion 
des Kantons Bern vom 14. Juni 2021; 2020.SIDGS.335)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Der nigerianische Staatsangehörige A.________ (geb. 1978) reiste nach 
eigenen Angaben am 25. November 2011 erstmals in die Schweiz ein. Das 
damalige Bundesamt für Migration (BFM; heute Staatssekretariat für 
Migration [SEM]) trat auf sein Asylgesuch nicht ein und wies ihn aus der 
Schweiz nach Spanien weg. Am 20. Juni 2012 wurde A.________ nach 
Spanien überstellt. Nach eigenen Angaben kehrte er Ende Dezember 2012 
in die Schweiz zurück. Am 14. April 2014 heiratete er die Schweizer Bürgerin 
B.________ (Jg. 1968) und erhielt gestützt auf die Ehe eine 
Aufenthaltsbewilligung. Diese wurde letztmals bis am 13. April 2016 
verlängert. Spätestens im September 2015 wurde der eheliche Haushalt 
aufgelöst und die Ehe am 8. August 2016 geschieden. Mit Verfügung vom 
9. Dezember 2016 verweigerte das Amt für Migration und Personenstand 
des Kantons Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), 
Migrationsdienst (MIDI), die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von 
A.________ und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der 
Schweiz weg. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 8. Januar 2017 Beschwerde 
bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: 
Sicherheitsdirektion [SID]). Mit Entscheid vom 24. August 2018 wies diese 
die Beschwerde ab, soweit sie darauf eintrat, und setzte A.________ eine 
neue Ausreisefrist (Verfahren 2017.POM.34 [nachfolgend: Akten POM 4B]). 

C.

Hiergegen erhob A.________ am 26. September 2018 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Er beantragte sinngemäss, der angefoch-
tene Entscheid sei aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung sei zu ver-

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längern; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. Mit Urteil vom 19. Juli 2019 wies das Verwaltungsgericht die 
Beschwerde ab (Verfahren 100.2018.319). 

D.

Gegen dieses Urteil erhob A.________ am 14. September 2019 beim 
Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten sowie 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde. Das Bundesgericht trat auf die 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde nicht ein; die Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten hiess es mit Urteil vom 29. Januar 2020 wegen 
Verletzung des rechtlichen Gehörs infolge Entfernens gewisser Dokumente 
aus den Akten durch den MIDI gut, hob das Urteil des Verwaltungsgerichts 
vom 19. Juli 2019 auf und wies die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der 
Erwägungen an die POM (heute: SID) zurück. Zur Neuverlegung der Kosten- 
und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens wies das 
Bundesgericht die Sache an das Verwaltungsgericht zurück 
(BGer 2C_779/2019). 

E.

Mit Urteil vom 16. April 2020 verzichtete das Verwaltungsgericht für das Ver-
fahren 100.2018.319 auf das Erheben von Verfahrenskosten und verpflich-
tete die SID, A.________ die Parteikosten für das verwaltungsgerichtliche 
Verfahren zu ersetzen (Verfahren 100.2020.63). 

F.

Die SID nahm mit Verfügung vom 29. April 2020 das Verfahren 
2017.POM.34 unter der Verfahrensnummer 2020.SIDGS.335 wieder auf. 
Sie veranlasste beim MIDI die Herausgabe der aus den Akten entfernten 
Dokumente und gab A.________ Einsicht, wobei sie wegen überwiegender 
Geheimhaltungsinteressen Dritter (Exfrau und Bekannte von A.________) 

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die Einsicht in verschiedene Aktenstücke verweigerte (Akten MIDI 4C 
pag. 247-248, 4D 371-372, 385-387, 391-395 und 398-400). Mit 
Beschwerdeentscheid vom 14. Juni 2021 wies sie die Beschwerde gegen 
die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab, soweit sie darauf 
eintrat, und setzte A.________ eine neue Ausreisefrist auf den 26. Juli 2021 
(Dispositiv-Ziff. 1 und 2). Die SID verzichtete auf das Erheben von 
Verfahrenskosten (Dispositiv-Ziff. 3). Sie kürzte das geltend gemachte 
Honorar und verpflichtete den MIDI zur Bezahlung eines 
Parteikostenersatzes von Fr. 5ʹ810.50 (inkl. Auslagen) an A.________ 
(Dispositiv-Ziff. 4).  

G.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 18. Juli 2021 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt in der Hauptsache, 
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung 
sei zu verlängern, wobei er sinngemäss um Einsicht in die vollständigen 
Verfahrensakten ersucht. Mit Eventualbegehren beantragt er, die Sache sei 
zur Gewährung des rechtlichen Gehörs (Einsicht in die vollständigen 
Verfahrensakten) und zur Neubeurteilung an die Direktion für Inneres und 
Justiz des Kantons Bern (DIJ) zurückzuweisen, da die SID zufolge wieder-
holter Gehörsverletzung befangen sei. 

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 17. August 2021 die Abweisung 
der Beschwerde.

Mit je separater Verfügung vom 13. Juni 2022 hat der Instruktionsrichter die 
Exfrau und eine Bekannte von A.________ ersucht, sich zum Antrag auf 
Herausgabe der sie betreffenden Akten an A.________ zu äussern. Die 
beiden Frauen haben sich mit Eingaben vom 26. bzw. 28. Juni 2022 
geäussert und sich gegen die Aktenherausgabe ausgesprochen. Die SID hat 
mit Eingabe vom 11. Juli 2022 auf weitere Bemerkungen verzichtet. Mit 
Zwischenverfügungen vom 5. August 2022 hat der Instruktionsrichter das 
Gesuch von A.________ um (vollständige) Akteneinsicht gutgeheissen. 
Nachdem die Zwischenverfügungen unangefochten in Rechtskraft 

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erwachsen waren, hat der Instruktionsrichter A.________ Kopien der Akten 
MIDI 4C pag. 247-248, 4D 371-372, 385-387, 391-395 und 398-400 
zugestellt. Von der Gelegenheit, sich im Licht der ergänzten Akten zu 
äussern, hat A.________ am 24. Oktober und am 5. November 2022 
Gebrauch gemacht. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut und weist es die Sa-
che zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurück, hat sich diese bei der 
neuen Beurteilung an die Erwägungen des Bundesgerichts zu halten und 
darf ihren Entscheid insbesondere nicht auf Überlegungen stützen, die die-
ses ausdrücklich oder stillschweigend verworfen hat (BGE 143 IV 214 
E. 5.2.1; BGer 2D_5/2019 vom 26.2.2021 E. 2.1; VGE 2021/120 vom 
6.10.2021 E. 1.1). – Das Bundesgericht hat das Urteil des Verwaltungsge-
richts vom 19. Juli 2019 (VGE 2018/319) wegen Verletzung des rechtlichen 

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Gehörs aufgehoben und sich in der Sache nicht geäussert. Insoweit entfaltet 
das Urteil des Bundesgerichts keine Bindungswirkung. Bei der Neubeurtei-
lung ist der Sachverhalt massgebend, wie er sich im Entscheidzeitpunkt prä-
sentiert (Art. 25 VRPG; statt vieler BVR 2021 S. 139 E. 2.3).

2.2 Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Auslän-
dergesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel 
und die offizielle Abkürzung geändert hat. Der Erlass heisst neu Bundesge-
setz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Aus-
länder- und Integrationsgesetz, AIG). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist 
in analoger Anwendung von Art. 126 Abs. 1 AIG bzw. AuG das materielle 
Recht anwendbar, das im Zeitpunkt der Einleitung des ausländerrechtlichen 
Verfahrens gilt; dabei spielt keine Rolle, ob das Verfahren auf Gesuch hin 
oder von Amtes wegen eingeleitet worden ist (vgl. BGer 2C_222/2021 vom 
12.4.2022 E. 2.1, in SJZ 2022 S. 775 mit Hinweis; VGE 2019/162 vom 
23.6.2021 E. 3.3). Im zweiten Fall gilt das Verfahren jedenfalls mit der Ge-
währung des rechtlichen Gehörs als eröffnet (vgl. BGer 2C_222/2021 vom 
12.4.2022 E. 2.2, in SJZ 2022 S. 775). – Nachdem der MIDI im September 
2015 von der Auflösung der Ehegemeinschaft erfahren hatte, gab er dem 
Beschwerdeführer am 20. Januar/25. Februar 2016 Gelegenheit, dazu Stel-
lung zu nehmen (vgl. Akten MIDI 4D pag. 252-258, 260-263). Das vorlie-
gende Verfahren wurde damit vor Inkrafttreten der erwähnten Teilrevision 
eingeleitet, weswegen das alte Recht (AuG und Verordnung vom 24. Okto-
ber 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; 
SR 142.201], je in der bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung [AS 2007 
S. 5437 bzw. AS 2007 S. 5497]) anwendbar bleibt (BVR 2020 S. 231 E. 4 
mit Hinweisen). Die anwendbaren Bestimmungen sind jedoch soweit hier in-
teressierend inhaltlich unverändert geblieben, weshalb ausschliesslich auf 
das AIG bzw. die heute gültige Fassung der VZAE verwiesen wird.

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3.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist Folgendes zu erwägen:

3.1 Das Bundesgericht hob das erste verwaltungsgerichtliche Urteil 
(VGE 2018/319 vom 19.7.2019) wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs 
auf und wies die kantonale Direktion an, die Dokumente, welche der MIDI 
unzulässigerweise aus den Akten entfernt hatte, (wieder) zu den Akten zu 
nehmen und dem Beschwerdeführer unter Wahrung allfälliger Drittinteres-
sen Einsicht zu gewähren (BGer 2C_779/2019 vom 29.1.2020 E. 3.5). Die 
Vorinstanz holte die entfernten Aktenstücke beim MIDI ein und gewährte 
dem Beschwerdeführer am 18. März 2021 Einsicht in die Akten des Be-
schwerdeverfahrens (2017.POM.34 bzw. 2020.SIDGS.335) und die Akten 
ZEMIS 17275515, wobei sie dem Beschwerdeführer wegen überwiegender 
Geheimhaltungsinteressen Dritter (Exfrau und Bekannte des Beschwerde-
führers) neu die Einsicht in verschiedene Aktenstücke (Akten MIDI 4C 
pag. 247-248, 4D 371-372, 385-387, 391-395 und 398-400) verweigerte.  

3.2 Vor Verwaltungsgericht rügt der Beschwerdeführer wiederum eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil ihm nicht die vollständigen Verfah-
rensakten vorgelegt worden sind (Beschwerde S. 3 f.). Mit Zwischenverfü-
gungen vom 5. August 2022 gelangte der Instruktionsrichter im Rahmen der 
geforderten Interessenabwägung nach Anhörung der betroffenen Frauen 
(act. 6-8, 10 und 11) zum Schluss, dass der Einsicht des Beschwerdeführers 
in die abgedeckten Verfahrensakten keine überwiegenden Geheimhaltungs-
interessen Dritter entgegenstehen (Verfügungen 100.2021.217X7-Z und 
100.2021.217X8-Z; act. 15-17). Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um 
Akteneinsicht gut und stellte dem Beschwerdeführer nach Rechtskraft der 
Zwischenverfügungen sämtliche ihm vorenthaltenen Akten zu (act. 24). Der 
Beschwerdeführer konnte sich im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen 
Verfahren somit umfassend äussern, was er mit Stellungnahmen vom 
24. Oktober und 5. November 2022 auch getan hat. Die Gehörsverletzung 
der SID wurde im Verfahren vor Verwaltungsgericht folglich geheilt (zur Hei-
lung allgemein BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5). Damit erübrigt sich eine Rückwei-
sung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs, wie der Beschwerdeführer sie 
mit Eventualbegehren beantragt (vorne Bst. G). Der Verletzung des rechtli-
chen Gehörs im Verfahren vor der Vorinstanz ist bei der Verlegung der Kos-

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ten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht angemessen Rechnung 
zu tragen (vgl. hinten E. 11).

4.

Aus den Akten ergibt sich folgender Sachverhalt:

Der aus Nigeria stammende Beschwerdeführer (geb. 1978) reiste nach 
eigenen Angaben am 25. November 2011 in die Schweiz ein und stellte unter 
Verwendung einer falschen Identität (C.________, aus Gambia stammend, 
geb. 1988) ein Asylgesuch (Akten MIDI 4C pag. 8 ff.). Am 27. April 2012 trat 
das damalige BFM (heute: SEM) auf dieses Gesuch nicht ein und wies den 
Beschwerdeführer nach Spanien weg (Akten MIDI 4C pag. 26-30). Am 
12. Juni 2012 erliess das BFM gegen den Beschwerdeführer ein 
Einreiseverbot, gültig vom 20. Juni 2012 bis 19. Juni 2014 (Akten MIDI 4C 
pag. 49 f.). Nach vorgängiger Ausschaffungshaft wurde der Be-
schwerdeführer am 20. Juni 2012 im Rahmen des Dublin-Abkommens nach 
Spanien überstellt (vgl. Akten MIDI 4C pag. 43 ff., 52 ff.). Er kehrte unter 
Missachtung des Einreiseverbots mit Hilfe seiner damaligen Freundin 
B.________ Ende Dezember 2012 in die Schweiz zurück und wohnte in der 
Folge mit ihr zusammen in der Gemeinde … (vgl. Akten MIDI 4C pag. 71). 
Das Paar leitete im Januar 2013 ein Ehevorbereitungsverfahren ein, wobei 
der Beschwerdeführer seine richtige Identität offenlegte (Akten MIDI 4C 
pag. 119, 122, 151). Am 14. April 2014 heirateten der Beschwerdeführer und 
B.________ (Akten MIDI 4C pag. 210). Im Mai 2015 (Angabe Exfrau) bzw. 
im September 2015 (Angabe Beschwerdeführer) hoben die Eheleute den 
gemeinsamen Haushalt auf (vgl. Akten MIDI 4D pag. 252, 265, 275). Die 
Exfrau liess am 11. Februar 2016 ein Eheschutzgesuch einreichen (vgl. 
Akten MIDI 4D pag. 268). Die Ehe wurde auf gemeinsames Begehren hin 
am 8. August 2016 geschieden (Akten MIDI 4D pag. 305 ff.). 

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5.

Streitgegenstand bilden die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers aus der 
Schweiz.

5.1 Der Beschwerdeführer beruft sich nicht auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG. 
Er hat mit seiner Exfrau denn auch keine drei Jahre in einer ehelichen Ge-
meinschaft gelebt (vorne E. 4). Er bringt jedoch vor, es seien wichtige per-
sönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG gegeben (sog. 
nachehelicher Härtefall).

5.2 Ein nachehelicher Härtefall nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AIG liegt vor, 
wenn wichtige persönliche Gründe den weiteren Aufenthalt in der Schweiz 
erforderlich machen. Diese Bestimmung bezweckt, schwerwiegende Härte-
fälle bei der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu vermeiden. Wichtige 
persönliche Gründe können gemäss Art. 50 Abs. 2 AIG namentlich vorlie-
gen, wenn die Ehefrau oder der Ehemann Opfer ehelicher Gewalt wurde, die 
Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder (alternativ oder kombiniert) 
die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint 
(BGE 140 II 129 E. 3.5, 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 E. 5.3 [Pra 99/2010 
Nr. 49]). Ein wichtiger persönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen 
Umständen ergeben. Bei der Beurteilung sind sämtliche Aspekte des Einzel-
falls mitzuberücksichtigen, namentlich der Grad der Integration, die Respek-
tierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Ver-
hältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz und der Gesundheits-
zustand sowie die Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft 
geführt haben (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.2 f.). Als Richtlinie 
bleibt indes Folgendes zu beachten: Der Gesetzgeber setzt für einen nach-
ehelichen Härtefall voraus, dass die Konsequenzen für das Privat- und Fa-
milienleben der ausländischen Person von erheblicher Intensität sind. Diese 
Folgen müssen mit der Lebenssituation verbunden sein, die nach Dahinfal-
len der aus der Ehegemeinschaft abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 
entstanden ist (BGE 143 I 21 E. 4.2.2, 140 II 289 E. 3.6.1, 139 II 393 E. 6). 
Hat sich die ausländische Person nur kürzere Zeit in der Schweiz aufgehal-
ten und keine engen Beziehungen zum Land geknüpft, hat sie keinen An-
spruch auf weiteren Verbleib, sofern sie sich ohne besondere Probleme er-

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neut im Herkunftsland integrieren kann (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 
E. 3.2.3). Hierbei ist entscheidend, ob die persönliche, berufliche und fami-
liäre Wiedereingliederung als stark gefährdet erscheint und nicht, ob ein Le-
ben in der Schweiz einfacher wäre (BVR 2010 S. 481 E. 5.1.1; zum Ganzen 
VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.1).

5.3 Der Beschwerdeführer macht vor Verwaltungsgericht erneut geltend, 
er habe während der Ehe massive psychische Gewalt und Erniedrigung er-
fahren (Beschwerde S. 12 f.). Seine Exfrau habe ihm aus Abscheu gegen 
sein afrikanisches Essen Abführmittel oder Medikamente ins Essen geschüt-
tet, so dass er die Nacht auf der Toilette habe verbringen müssen. Sie habe 
ihn gedemütigt und terrorisiert, indem sie ihm die Tür der ehelichen Wohnung 
nicht geöffnet habe. Das unberechenbare Verhalten der Exfrau habe ihn psy-
chisch sehr belastet. Diese habe ihn nicht nur schwer enttäuscht, sondern 
auch bezüglich ihrer langjährigen Drogen- und Sozialhilfeabhängigkeit hin-
ters Licht geführt. Schliesslich habe sie das gemeinsame Kind abgetrieben, 
was er als besonders respektlos empfunden habe und für ihn bis heute trau-
matisierend sei (Beschwerde S. 14). Die «anhaltende, erniedrigende und 
verachtende Behandlung» durch seine Exfrau sei derart schwer gewesen, 
dass ihm die Weiterführung der Ehe nicht zumutbar gewesen sei (Be-
schwerde S. 15). 

5.4 Eheliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung mit dem Ziel, 
Macht und Kontrolle auszuüben (BGE 138 II 229 E. 3.2.1). Die anhaltende, 
erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der be-
troffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftiger-
weise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtli-
chen Gründen die Ehe aufrechterhält und in einer ihre Menschenwürde und 
Persönlichkeit verneinenden Beziehung verharrt. Nicht jede unglückliche, 
belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung 
einer Beziehung vermag bereits einen nachehelichen Härtefall und ein wei-
teres Anwesenheitsrecht zu begründen (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2; zum 
Ganzen zuletzt VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.2.1, 2020/235 vom 
9.8.2021 E. 5.5.1 [bestätigt durch BGer 2C_682/2021 vom 3.11.2021]).

5.5 Bei der Feststellung des Sachverhalts trifft die ausländische Person 
eine weitreichende Mitwirkungspflicht (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. 

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Art. 90 AIG und dazu etwa BGE 138 II 229 E. 3.2.3; allgemein zur Mitwir-
kungspflicht etwa BVR 2015 S. 391 E. 5.5, 2010 S. 541 E. 4.2.3). Sie hat die 
eheliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft zu machen. Dabei genügen 
allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannun-
gen nicht. Wird häusliche Gewalt in Form psychischer Unterdrückung be-
hauptet, müssen die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches 
Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv 
nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden 
(vgl. Art. 77 Abs. 5 und 6 VZAE; zu den Beweisanforderungen auch 
BGE 142 I 152 E. 6.2 [Pra 106/2017 Nr. 63]; BGer 2C_45/2021 vom 
12.3.2021 E. 3.4, 2C_682/2019 vom 26.2.2020 E. 4.1 [zu VGE 2018/294 
vom 28.6.2019]).

5.6 Es erscheint plausibel, dass in der Ehe erhebliche Spannungen auf-
getreten waren. Bereits vor der Heirat kam es zu polizeilichen Einsätzen, weil 
das Paar in einen Streit geraten war (vgl. Akten MIDI 3C pag. 59 f., 80 f., 
164 f.). Der Beschwerdeführer wirft seiner Exfrau zwar einzelne Handlungen 
vor (vgl. vorne E. 5.3), legt jedoch nicht näher dar, ob und inwieweit sich die 
fraglichen Vorfälle mit einer gewissen Regelmässigkeit und Systematik er-
eigneten. Es ist demnach höchstens von vereinzelten oder gar einmaligen 
Vorfällen auszugehen, welche weder für sich allein noch zusammengenom-
men auf eine schwere oder systematische Misshandlung schliessen lassen; 
hierzu erforderlich wäre vielmehr, dass die Exfrau in schwerwiegender 
Weise andauernd grundlegende, verfassungs- und menschenrechtlich rele-
vante Positionen des Beschwerdeführers verletzt hätte (angefochtener Ent-
scheid E. 4.4). Der Umstand, dass seine Exfrau vor der Heirat ohne sein 
Wissen einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen hatte (vgl. Be-
schwerde S. 13, 14; act. 25 S. 3), mag der Beschwerdeführer subjektiv als 
tiefe Enttäuschung empfunden haben. Dass die daraufhin eingegangene 
Ehe nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen ist, fällt indes nicht unter die 
Interessen, die Art. 50 Abs. 1 Bst. b schützt (vorne E. 5.4). Wohl mögen die 
gesundheitlichen Probleme der Exfrau die Ehe zusätzlich belastet haben 
(vgl. Beschwerde S. 8). Soweit aus den Akten ersichtlich, konsumierte die 
Exfrau Methadon sowie gelegentlich Kokain; der Beschwerdeführer beglei-
tete sie am 25. April 2015 auf den Notfall, weil sie an Beinzuckungen litt (vgl. 
Akten MIDI 4C pag. 247 f.). Dass der Beschwerdeführer über die Drogen-

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probleme seiner Exfrau getäuscht wurde, erscheint jedoch kaum glaubhaft, 
konsumierte er doch selbst regelmässig Marihuana und wurde wegen Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt (Akten MIDI 4C 
pag. 128; vgl. auch Akten MIDI 3C pag. 64, 144). 

5.7 Beachtlich ist zudem, dass der Beschwerdeführer vor dem MIDI ei-
nen Härtefall noch ausschliesslich mit der angeblichen Unzumutbarkeit und 
Unzulässigkeit der Rückkehr nach Nigeria begründet hat. In seinen Einga-
ben an den MIDI erwähnte er mit keinem Wort, dass er eheliche Gewalt er-
litten hatte. Gegenteils konnte er sich laut seinem Schreiben vom 18. März 
2016 an den MIDI eine gemeinsame Zukunft mit der Ehefrau nach wie vor 
vorstellen und er wollte nach Möglichkeit weiterhin mit ihr zusammenleben. 
Er selber habe nie Trennungsabsichten gehabt; eine allfällige Scheidung 
liege daher nicht in seiner Hand, sondern ausschliesslich bei seiner Ehefrau 
und dem Gericht. Nur allzu gerne würde er in seine Heimat reisen und mit 
seiner Ehefrau dort leben, doch politische Gründe würden ihm dies versagen 
(vgl. Akten MIDI 4D pag. 272 f. und 275 f.). Mit Schreiben vom 6. Oktober 
2016 bekräftigte der Beschwerdeführer gegenüber dem MIDI, dass für ihn 
die Trennung von seiner Ehefrau noch nicht endgültig sei und er weiterhin 
Hoffnung auf ein gemeinsames Zusammenleben habe (vgl. Akten MIDI 4D 
pag. 322 f.). Allerdings war die Ehe zu diesem Zeitpunkt auf gemeinsames 
Begehren hin bereits seit zwei Monaten geschieden. Beide Eheleute hatten 
sich im Scheidungsverfahren umfassend über die Folgen geeinigt und waren 
anwaltlich vertreten gewesen (Akten MIDI 4D pag. 305 und 373). Unerfind-
lich bleibt, worauf der (heutige) Rechtsvertreter den Einwand stützt, dass die 
Exfrau zu jenem Zeitpunkt nicht berechtigt gewesen sei, die Scheidung zu 
verlangen, und er «höchste Zweifel» habe, dass der Beschwerdeführer ge-
nügend über die Trageweite und Folgen der Scheidung informiert worden sei 
(Beschwerde S. 7 und 15). 

5.8 Der Beschwerdeführer beantragt vor Verwaltungsgericht die Befra-
gung seiner Exfrau insbesondere zwecks Nachweises der von ihm behaup-
teten «anhaltenden, erniedrigenden und verachtenden Behandlung» (vorne 
E. 5.3). Die der Exfrau vorgeworfenen einzelnen Handlungen lassen indes 
nicht auf eine schwere oder systematische Misshandlung schliessen (vorne 
E. 5.6). Weitere Sachverhaltsabklärungen würden mutmasslich zu keinem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
Seite 13

anderen Ergebnis führen und können daher unterbleiben (vgl. zur sog. anti-
zipierten Beweiswürdigung statt vieler BVR 2020 S. 113 E. 3.7; Michel 
Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 18 N. 27). Die Beweisanträge des Beschwerdeführers auf Partei-
befragung und auf Einvernahme seiner Exfrau als Zeugin (Beschwerde insb. 
S. 14) werden daher abgewiesen. Insgesamt hat die Vorinstanz das Vorlie-
gen eines nachehelichen Härtefalls infolge ehelicher Gewalt zu Recht ver-
neint. 

6.

Der Beschwerdeführer begründet den nachehelichen Härtefall weiter mit sei-
ner guten Integration und der Gefährdung seiner Wiedereingliederung in sei-
ner Heimat.  

6.1 Der Beschwerdeführer hat in der Schweiz zunächst erfolglos unter 
einer falschen Identität ein Asylverfahren durchlaufen, wurde ausgeschafft 
und kehrte Ende Dezember 2012 erneut in die Schweiz zurück. Im kurz da-
rauf eingeleiteten Ehevorbereitungsverfahren legte er seine Identität offen 
(vorne E. 4). Gestützt auf die eingegangene Ehe erhielt er im Jahr 2014 eine 
Aufenthaltsbewilligung, welche letztmals bis 2016 verlängert wurde (Akten 
MIDI 4D pag. 292). Seit Dezember 2016 beruht seine Anwesenheit einzig 
auf der aufschiebenden Wirkung der im ausländerrechtlichen Verfahren er-
hobenen Rechtsmittel (vorne Bst. A), wenngleich das Rechtsmittelverfahren 
sich aufgrund der Gehörsverletzung ohne sein Verschulden in die Länge 
zog. 

6.2 Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdefüh-
rer die Integration trotz seiner relativ langen Anwesenheit nur zum Teil ge-
lungen ist (angefochtener Entscheid E. 4.5.2). Mit seiner Exfrau bezog er 
Sozialhilfe in der Höhe von Fr. 87'080.-- (vgl. Akten MIDI 4D pag. 259, 292, 
Beilage 4 zu Akten POM 4B). Er war von Juli 2015 bis Januar 2016 nur in 
einem geringen Teilzeitpensum von rund 9 Stunden pro Woche tätig (vgl. 
Akten MIDI 4D pag. 277 ff., 281-285). Seit 1. April 2016 arbeitet der Be-
schwerdeführer nun vollzeitlich als Detailhandelsmitarbeiter (ungelernt) und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
Seite 14

steht wirtschaftlich auf eigenen Füssen (vgl. Beschwerdebeilagen [BB] 3 und 
4; vgl. auch Akten MIDI 4D pag. 289). Diese Stelle hatte er allerdings erst 
auf erheblichen Druck des Sozialdiensts angenommen, nachdem er seine 
Teilzeitarbeitsstelle ohne Anschlusslösung gekündigt hatte (Akten MIDI 4D 
pag. 324). Es ist ausserdem nicht ersichtlich, dass sich der Beschwerdefüh-
rer darum bemüht hätte, seine Schulden beim Sozialdienst zurückzuzahlen. 
Nicht für den Beschwerdeführer spricht, dass er während seines Aufenthalts 
in strafrechtlicher Hinsicht mehrmals aufgefallen ist. Vor seiner Heirat hat er 
sich der rechtswidrigen Einreise bzw. des rechtswidrigen Aufenthalts und 
Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gemacht (vgl. 
Beilage 6 zu den Akten POM 4B; vgl. auch Akten MIDI 4C pag. 182 f.). Am 
12. Juni 2018 erging ein weiterer Strafbefehl wegen Beschimpfung, Hinde-
rung einer Amtshandlung und Missachtens von Anordnungen des Sicher-
heitspersonals (Verfahren 100.2018.319, act. 7A). Der Beschwerdeführer 
verweist auf persönliche enge Bindungen in der Schweiz, ohne diese indes 
zu belegen (vgl. Beschwerde S. 19). Die sprachliche Integration des Be-
schwerdeführers ist fraglich (vgl. Akten MIDI 4D pag. 265). Gegenüber dem 
MIDI gab er zwar an, er würde fliessend Hochdeutsch sprechen (vgl. Akten 
MIDI 4D pag. 275). Sein Rechtsvertreter führte die Gespräche mit ihm indes 
in englischer Sprache (vgl. Beschwerde S. 7). Für sich allein vermöchten al-
lerdings auch gute Integrationsleistungen keinen nachehelichen Härtefall zu 
begründen. Denn eine erfolgreiche Integration ist nach ständiger Praxis not-
wendige, aber keinesfalls hinreichende Bedingung für eine Bewilligungser-
teilung bzw. -verlängerung (vgl. BGer 2C_49/2017 vom 20.1.2017 E. 2.2; 
VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.3). 

6.3 Der Beschwerdeführer hält die Wiedereingliederung im Heimatland 
angesichts der dortigen politischen Lage und seines Engagements im Rah-
men der Organisation «The Indigenous People of Biafra Switzerland» 
(IPOBS) für stark gefährdet. Das eingereichte Schreiben des Vertreters der 
Organisation IPOB in Europa vom 6. Juli 2021 (BB 5) bestätigt, dass der Be-
schwerdeführer ein aktives Mitglied der IPOB Bern sei. Sein öffentliches En-
gagement werde von der nigerianischen Regierung als Bedrohung angese-
hen. Das Leben des Beschwerdeführers sei in Gefahr, wenn er nach Nigeria 
zurückgeschickt werde (Beschwerde S. 18 f.)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
Seite 15

6.4 Dem Beschwerdeführer kann insoweit gefolgt werden, als es in Nige-
ria in der Vergangenheit zu Verhaftungen, Verletzungen und Tötungen von 
Mitgliedern und Unterstützern der IPOB durch staatliche Sicherheitskräfte 
gekommen ist; dies hauptsächlich im Zusammenhang mit der Auflösung 
öffentlicher Proteste und anderer Versammlungen (vgl. die beiden Schnell-
recherchen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 19.7.2019 und 
22.6.2017 zu Nigeria: «Nigéria: Situation des membres du groupe IPOB» 
und «Gefährdung von Mitgliedern der Gruppe IPOB» [einsehbar unter 
https://www.fluechtlingshilfe.ch, Rubriken «Herkunftsländer/Afrika/Nigeria»]; 
vgl. auch SEM, Focus Nigeria, Profil de la zone Sud-Est vom 5.3.2021, S. 30, 
33, einsehbar unter: <www.sem.admin.ch>, Rubriken «Internationa-
les/Herkunftsländerinformationen/Afrika/Nigeria»). Im Verfahren 
100.2018.319 führte das Verwaltungsgericht unter anderem aus, dass das 
Bestätigungsschreiben des Vertreters der Organisation IPOB in Europa vom 
27. September 2018 zwar einzelne exilpolitische Aktivitäten des Beschwer-
deführers aufzählt, diese aber nicht näher beschreibt oder gar dokumentiert. 
Es könne nicht als erstellt gelten, dass sich der Beschwerdeführer als IPOB-
Mitglied in einer Weise exponiert hätte, welche ihn bei seiner Rückkehr ins 
Heimatland als konkret gefährdet erscheinen liesse; insbesondere stehe 
nicht fest, dass er den nigerianischen Behörden durch sein Engagement 
überhaupt (namentlich) bekannt geworden sei (E. 5.7). Im vorliegenden 
(zweiten) verwaltungsgerichtlichen Verfahren macht der Beschwerdeführer 
keine konkreten Aktivitäten als IPOB-Mitglied mehr geltend. Das vorgelegte 
Bestätigungsschreiben der IPOB vom 6. Juli 2021 enthält lediglich eine all-
gemeine Lagebeschreibung (inkl. Gefährdung profilierter Regiemekritiker im 
Land), ohne eine tatsächliche Gefährdungssituation des Beschwerdeführers 
darzulegen. Wie die SID im angefochtenen Entscheid zu Recht festgestellt 
hat (E. 4.5.4), ist allein der Hinweis auf seine Zugehörigkeit zur IPOB nicht 
geeignet, seine Wiedereingliederung in Nigeria im heutigen Zeitpunkt als 
stark gefährdet erscheinen zu lassen. Es wäre angesichts seiner weitrei-
chenden Mitwirkungspflicht insoweit am Beschwerdeführer gelegen, eine 
entsprechende Gefährdungssituation konkret darzutun und nachzuweisen. 
Ebenso wenig führt der Beschwerdeführer die behauptete Gefährdung auf-
grund seines christlichen Glaubens näher aus (vgl. Beschwerde S. 18). Das 
Christentum ist nach dem Islam die am meisten verbreitete Religion in 
Nigeria. Der Südosten, die Herkunftsregion des Beschwerdeführers, gilt als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
Seite 16

Schwerpunkt der christlichen Bevölkerung (vgl. <https://de.wikipedia.org/wi-
ki/Christentum_in_Nigeria>). Der jüngsten Herkunftsländerinformation des 
SEM vom 5. März 2021 zum Südosten Nigerias («Focus Nigeria, Profil de la 
zone Sud-Est») lässt sich nicht entnehmen, dass der Beschwerdeführer auf-
grund der allgemeinen Lage konkret gefährdet ist. Nach Einschätzung des 
Bundesverwaltungsgerichts besteht in Nigeria keine Situation allgemeiner 
Gewalt (vgl. etwa BVGer E-2882/2022 vom 22.9.2022 E. 8.2). Der Antrag 
des Beschwerdeführers auf Einholung eines aktuellen Länderberichts beim 
SEM (Beschwerde S. 18) verspricht daher keine neuen Erkenntnisse und 
wird abgewiesen (vgl. zur sog. antizipierten Beweiswürdigung vorne E. 5.8). 
Der heute 44-jährige Beschwerdeführer reiste erst im Alter von 34 Jahren ein 
zweites Mal in die Schweiz ein (vorne E. 4) und ist nach eigenen Angaben 
inzwischen mit einer Frau verheiratet, die in seiner Heimat lebt (act. 25 S. 8). 
Die Wiedereingliederung in Nigeria ist ihm möglich und zumutbar.

6.5 Nach dem Gesagten stellen die vom Beschwerdeführer vorgebrach-
ten Umstände weder je für sich allein noch zusammen betrachtet einen wich-
tigen Grund im Sinn von Art. 50 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Abs. 2 AIG dar. Die Vor-
instanz hat folglich eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt 
hierauf zu Recht verweigert.

7.

Der Beschwerdeführer kann auch aus dem Recht auf Privatleben gemäss 
Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. 
Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) keinen Anspruch ablei-
ten. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist erst ab einer recht-
mässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren regelmässig vom Beste-
hen derart enger sozialer Beziehungen auszugehen, dass die Aufenthalts-
beendigung besonderer Gründe bedarf (BGE 144 I 266 E. 3.4 und 3.9); 
selbst in einem solchen Fall bleibt aber allemal eine Gesamtabwägung der 
Interessen massgebend, wobei insbesondere dem Grad der (effektiven) In-
tegration eine wesentliche Bedeutung zukommt (vgl. BVR 2019 S. 314 
E. 5.2, insb. E. 5.2.3 mit Hinweisen). – Der Beschwerdeführer erhielt gestützt 
auf die im Jahr 2014 eingegangene Ehe eine Aufenthaltsbewilligung, welche 

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Seite 17

letztmals bis 2016 verlängert wurde. Seit Dezember 2016 (vorne Bst. A) be-
ruht seine Anwesenheit einzig auf der aufschiebenden Wirkung der im aus-
länderrechtlichen Verfahren erhobenen Rechtsmittel (vorne E. 6.1). Dem 
prozeduralen Aufenthalt des Beschwerdeführers seit dem 9. Dezember 2016 
kann im Rahmen des Privatlebensschutzes nicht derselbe Stellenwert bei-
gemessen werden wie einem bewilligten Aufenthalt (BGE 2C_528/2021 vom 
23.6.2022 E. 4.4 mit Hinweisen). Beträgt der anrechenbare Aufenthalt – wie 
hier – keine zehn Jahre, ist das Recht auf Privatleben bei der Aufenthaltsbe-
endigung regelmässig und auch im konkreten Fall nicht verletzt, zumal der 
Beschwerdeführer keine überdurchschnittliche Integration vorweisen kann. 

8.

Fehlt es an einem Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz, entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungs-
verlängerung (Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Die Vorinstanz hat 
auch die Verweigerung der ermessensweisen Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung bestätigt (angefochtener Entscheid E. 5). Dabei hat sie die mass-
gebenden Gesichtspunkte und Interessen in Einklang mit der publizierten 
Praxis des Verwaltungsgerichts vollständig einbezogen und zutreffend ge-
wichtet, eingeschlossen die Aufenthaltsdauer und Integration in der Schweiz 
und die Wiedereingliederungsmöglichkeit im Heimatland. Aus den Akten 
ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass die Vorinstanz das Ermessen 
rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte (vgl. BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 
E. 3.3 f.).

Daran ändert insbesondere das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, 
dass seine langjährige Mitarbeit in einem Geschäft, welches afrikanische 
Produkte führe, sehr geschätzt werde, weil er aufgrund seiner Herkunft die 
Kundinnen und Kunden besonders kompetent beraten könne (Beschwerde 
S. 16). Als Verkaufsmitarbeiter übt der Beschwerdeführer nicht eine derart 
qualifizierte Tätigkeit aus, die ihn für den schweizerischen Arbeitsmarkt un-
entbehrlich macht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
Seite 18

9.

Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, dass die SID das geltend ge-
machte Honorar seines Rechtsvertreters zu Unrecht gekürzt habe (Be-
schwerde S. 20). 

9.1 Gemäss Art. 41 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 
28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikosten-
verordnung, PKV; BSG 168.811) beträgt der Rahmentarif für das Honorar in 
Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb des 
Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache 
gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der 
Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). 

9.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Kos-
tennote vom 8. Juni 2021 für das gesamte verwaltungsinterne Beschwer-
deverfahren (2017.POM.34 sowie 2020.SIDGS.335) ein Honorar von 
Fr. 8'200.-- (41 Stunden zu Fr. 200.00) zuzüglich Auslagen von Fr. 310.50, 
total Fr. 8'510.50, geltend (vgl. Akten SID 4A pag. 42). Die SID hat die Ho-
norarforderung – ausgehend von einem berichtigten Zeitaufwand von insge-
samt 27 ½ Stunden – auf Fr. 5ʹ810.50 gekürzt (inkl. Auslagen) mit der Be-
gründung, das für das Verfahren 2020.SIDGS.335 geltend gemachte Hono-
rar (Zeitaufwand von 10 ½ Stunden) sei gerade noch vertretbar. Hingegen 
lasse sich ein Zeitaufwand von 30 ½ Stunden für das Verfahren 
2017.POM.34 bezogen auf die Bedeutung und Schwierigkeit des Prozesses 
und die Entschädigungspraxis der SID in vergleichbaren ausländerrechtli-
chen Verfahren nicht rechtfertigen; das Honorar erweise sich als deutlich 
übersetzt. Unter Berücksichtigung der fallspezifischen Umstände und des 
Umfangs der eingereichten Rechtsschriften erscheine für dieses Verfahren 
ein Zeitaufwand von 17 Stunden als angemessen für die Wahrung der Inte-
ressen des Beschwerdeführers durch eine berufsmässige Vertretung. Im Er-
gebnis sei der Parteikostenersatz auf Fr. 5ʹ810.50 festzulegen (angefochte-
ner Entscheid E. 7.3). 

9.3 Der Beschwerdeführer kritisiert, dass die Aktenführung der SID und 
des MIDI nicht transparent gewesen sei, was ihm einen Zusatzaufwand ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
Seite 19

ursacht habe. Zudem verweist er auf sprachliche Schwierigkeiten (Gesprä-
che in englischer Sprache) und erachtet es als nicht gerechtfertigt, dass die 
Vorinstanz auf die Anzahl Seiten der eingereichten Rechtsschriften abge-
stellt hat (vgl. Beschwerde S. 20 f.). – Strittig ist einzig die Honorarkürzung 
im Verfahren 2017.POM.34. Wie die SID zu Recht ausführt, hat der Rechts-
vertreter in diesem Verfahren (Zeitraum Dezember 2016 bis August 2018) 
die Beschwerdeschrift (7 Seiten) sowie Schlussbemerkungen (6 Seiten) ein-
gereicht (Akten POM 4B pag. 16-10 und 35-30). Auf den Umfang der Rechts-
schriften als ein Kriterium abzustellen, erscheint durchaus sachgerecht. In-
wiefern die Aktenführung als solche intransparent gewesen sein soll, legt der 
Beschwerdeführer nicht dar. Schliesslich rechtfertigt der Umstand, dass der 
Rechtsvertreter die Gespräche mit dem Beschwerdeführer offenbar auf Eng-
lisch führen musste, den geltend gemachten (Mehr-)Aufwand nicht. Der Ent-
scheid der SID hält auch insoweit der Rechtskontrolle stand.

10.

Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Da die 
von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine neue an-
zusetzen (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). Sie beträgt nach der Praxis des Ver-
waltungsgerichts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Bemessung be-
sondere Umstände zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AIG). Sol-
che liegen hier nicht vor.

11.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer grundsätz-
lich kostenpflichtig und hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 108 
Abs. 1 und 3 VRPG). Spezielle prozessuale Verhältnisse können nach 
Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG jedoch eine vom Unterliegerprinzip abwei-
chende, dem Einzelfall angemessene Kostenverlegung rechtfertigen (Ruth 
Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 18 und 35). Besondere Umstände, die praxisge-
mäss kostenmässig beachtlich sind, liegen namentlich in behördlichen Fehl-
leistungen in Form von Gehörsverletzungen, die zwar vor oberer Instanz ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.12.2022, Nr. 100.2021.217U, 
Seite 20

heilt werden können, für die Partei aber keine Nachteile zeitigen dürfen und 
daher kostenmässig angemessen zu berücksichtigen sind (vgl. statt vieler 
BVR 2008 S. 97 E. 4; VGE 2020/85 vom 2.2.2021 E. 7 [bestätigt durch 
BGer 2C_230/2021 vom 7.5.2021]; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 21 mit 
Hinweis auf weitere Kasuistik). Im vorliegenden Fall ist zu berücksichtigen, 
dass die SID das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt hat (vgl. 
vorne E. 3). Erst im zweiten verwaltungsgerichtlichen Verfahren hat sich der 
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Entscheidung gestützt auf die 
vollständigen Akten erfüllt. Es rechtfertigt sich daher, ihm im verwaltungsge-
richtlichen Verfahren keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und die Partei-
kosten zulasten des Kantons Bern zu ersetzen (Art. 108 Abs. 1 und Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG; vgl. BVR 2008 S. 97 E. 4; Ruth Herzog, 
a.a.O., Art. 108 N. 21 und 39). Verfahrenskosten sind demnach keine zu er-
heben (Art. 108 Abs. 2 VRPG). Die Kostennote (act. 29) gibt zu keinen Be-
merkungen Anlass.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 9. Februar 2023.

2. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Kosten er-
hoben.

3. Der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) hat dem Beschwerdeführer für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf ins-
gesamt Fr. 3ʹ178.25 (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

und mitzuteilen: 

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Seite 21

- Einwohnergemeinde Bern 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.