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**Case Identifier:** 0066a8e5-b3d8-5657-97aa-cc5238650a52
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 13.07.2023 S 2020 167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-167_2023-07-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und lic. iur. Ivo Klingler
Gerichtsschreiber: MLaw Luca Bernasconi

U R T E I L vom 13. Juli 2023
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
vertreten durch RA B.________
Beschwerdeführer

gegen

Baloise Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel
vertreten durch RA C.________
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Leistungen)

S 2020 167

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Urteil S 2020 167

A. Der 1941 geborene A.________ (nachfolgend auch Versicherter) war bei der Ba-
loise Versicherung AG (nachfolgend auch Baloise) als selbstständiger Arzt (seit 1. Januar 
2012) freiwillig unfallversichert (BG-act. 2), als er am 27. Juni 2017 velofahrend mit einem 
Sperrpfosten kollidierte und sich dabei verletzte (Baloise-act. 2/1). In der Schadenmeldung 
UVG vom 3. Juli 2016 [recte: 2017] gab er unter "Verletzung" als betroffene Körperteile 
den Kopf, die rechte Hand sowie das linke Bein und als Art der Schädigung eine Prel-
lung/Schürfung, eine Rissquetschwunde an der linken Wade sowie eine Fraktur des rech-
ten Vorderarmes an (Baloise-act. 2/1). Das vom selben Tag datierende Arztzeugnis UVG 
füllte der Versicherte selber aus; darin gab er bei den Befunden "Benommenheit, starke 
Nackenschmerzen/Schmerzen Handgelenk rechts, Schürf- und Prellwunden Gesicht, Na-
se, Ellbogen links sowie Rissquetschwunde Kniekehle links" die Diagnosen einer Kopfkon-
tusion, eines Reklinations-Traumas HWS sowie einer intraartikulären Radiusfraktur rechts 
an (Baloise-act. 3/14). Die Baloise erbrachte darauf verschiedene Leistungen. Im Septem-
ber 2019 liess sie den Versicherten rheumatologisch begutachten (Gutachten vom 4. No-
vember 2019; Baloise-act. 4/1). 

Mit Leistungsentscheid vom 22. Januar resp. 5. Februar 2020 stellte die Baloise die Versi-
cherungsleistungen – namentlich Taggeldzahlungen – per 16. Oktober 2019 ein (Baloise-
act. 5/36, 5/44). Die dagegen erhobene Einsprache vom 10. Februar 2020 hiess die Baloi-
se mit Einspracheentscheid vom 12. November 2020 insofern teilweise gut, als sie dem 
Versicherten zusätzliche Taggelder in Höhe von insgesamt Fr. 11'185.80 zusprach (Baloi-
se-act. 5/47, 5/58).

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 15. Dezember 2020 (Datum Poststem-
pel; act. 1) liess der Beschwerdeführer folgende Rechtsbegehren stellen:

"1. Es sei der Einsprache-Entscheid der Basler Versicherung AG vom 
12.11.2020 aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin."

C. Mit Vernehmlassung vom 17. Februar 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 4). 

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Urteil S 2020 167

D. In der Replik vom 19. April 2021 (act. 7) liess der Versicherte folgende Rechtsbe-
gehren stellen:

"1. Es sei der Einspracheentscheid vom 12.11.2020 aufzuheben und die Ange-
legenheit im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen.

2. Eventuell sei der Einspracheentscheid vom 12.11.2020 aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzli-
chen Versicherungsleistungen gemäss nachfolgenden Ausführungen zu ge-
währen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin."

In prozessualer Hinsicht liess er die Durchführung einer mündlichen Verhandlung beantra-
gen.

E. Mit Duplik vom 27. Mai 2021 liess die Beschwerdegegnerin erneut die vollumfäng-
liche Abweisung der Beschwerde beantragen (act. 10).

F. Am 31. Mai 2023 fand eine öffentliche Verhandlung statt, wobei die Parteien dem 
Gericht ihre Standpunkte mündlich vortrugen (act. 20). Dazu liess die Beschwerdegegne-
rin mitteilen, dass sie per 10. Oktober 2022 (SHAB-Publikationsdatum) unter Baloise Ver-
sicherung AG firmiere (BG-act. 3).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-
lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (vorliegend 
12. November 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Da-
bei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirkli-
chung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 
E. 1.2.1).

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Urteil S 2020 167

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Artikel 83 ATSG sieht vor, dass für im Zeitpunkt des Inkrafttre-
tens der Änderung vom 21. Juni 2019 (1. Januar 2021) beim erstinstanzlichen Gericht 
hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende Beschwerde wur-
de am 15. Dezember 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser 
Fassung zitiert werden.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1]). Örtlich zuständig ist das Versicherungsgericht 
desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ih-
ren Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Der Beschwerdeführer hat Wohnsitz in 
D.________. Damit ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug in Anwendung von § 4 
Abs. 1 lit. b der kantonalen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Unfall-
versicherung (BGS 842.5) örtlich und sachlich zuständig. Die Beschwerdegegnerin erliess 
den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid am 12. November 2020. Dieser ging 
dem Vertreter des Beschwerdeführers am 17. November 2020 zu. Die Beschwerdeschrift 
wurde am 15. Dezember 2020 der Post übergeben und ging am 18. Dezember 2020 beim 
Verwaltungsgericht ein. Damit gilt die Beschwerde als rechtzeitig i.S.v. Art. 60 Abs. 1 
ATSG eingereicht. Die Beschwerdeschrift entspricht sodann den formellen Anforderungen 
an eine Beschwerde und der Beschwerdeführer ist als von der Verfügung des Unfallversi-
cherers direkt Betroffener zur Beschwerde legitimiert. Somit ist die Beschwerde vom Ge-
richt zu prüfen. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Ge-
schäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Erleidet ein Versicherter einen Nichtberufsunfall, so hat er nach Art. 6 Abs. 1 UVG 
grundsätzlich Anspruch auf Versicherungsleistungen, namentlich Pflegeleistungen und 
Kostenvergütungen (Art. 10 ff. UVG) sowie Geldleistungen (Art. 15 ff. UVG). Als Nichtbe-
rufsunfälle gelten alle Unfälle (Art. 4 ATSG), die nicht zu den Berufsunfällen zählen (Art. 8 
Abs. 1 UVG). In der Schweiz wohnhafte Selbständigerwerbende können sich freiwillig ver-
sichern. Die Bestimmungen über die obligatorische Versicherung gelten sinngemäss für 
die freiwillige Versicherung (Art. 4 f. UVG).

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Urteil S 2020 167

Ist der Versicherte infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG; sie-
he sogleich), so hat er Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Arbeitsunfähigkeit 
ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund-
heit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 
anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. (Art. 6 ATSG). Der Grad der Arbeits-
unfähigkeit bemisst sich aufgrund des vor dem Unfall zuletzt ausgeübten Pensums (Kas-
par Gehring, in: Kommentar KVG/UVG, 2018, Art. 16 UVG N 4). Der Taggeldanspruch 
entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vol-
len Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 
16 Abs. 2 UVG). Wird der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent inva-
lid (Art. 8 ATSG), so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Er-
reichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenan-
spruch entsteht, wenn von weiteren Heilbehandlungen keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann; ob eine namhafte Besserung noch 
möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (in einer zumutbaren Verweistätigkeit [BGer 
8C_142/2017 vom 7. September 2017 E. 5.2.1]), soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt 
ist. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 
19 Abs. 1 UVG). Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche 
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).

3.2
3.2.1 Erste Voraussetzung für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers ist das Vor-
liegen eines Unfalls resp. einer unfallähnlichen Körperschädigung. Als Unfall gilt die plötz-
liche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Fak-
tors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt weiter voraus, dass zwischen 
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und adäquater Kausa-
lzusammenhang besteht (etwa: BGE 142 V 435 E. 1). 

Die natürliche Kausalität ist zu bejahen, wenn ohne den Unfall der Schaden nicht als ein-
getreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-

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Urteil S 2020 167

dacht werden kann, auch wenn der Unfall nicht die alleinige oder unmittelbare Ursache der 
gesundheitlichen Störungen ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person be-
einträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass 
auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden 
Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be-
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das 
Gericht im Rahmen der Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich-
keit eines Zusammenhangs genügt nicht (etwa: BGE 142 V 435 E. 1 mit Hinweisen). Der 
Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallen ist in erster Linie 
mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen. Dabei ist zu beachten, dass 
ärztliche Auskünfte, die allein auf der Argumentation beruhen, die gesundheitlichen Beein-
trächtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten, beweisrechtlich nicht zu verwerten 
sind (BGer 8C_331/2015 vom 21. August 2015 E. 2.2.3.1; vgl. zur Unzulässigkeit der Be-
weismaxime "post hoc ergo propter hoc": BGE 119 V 335 E. 2b/bb). Medizinische Erfah-
rungssätze können, zumindest soweit sie der herrschenden Lehrmeinung entsprechen, im 
Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden (BGer 8C_346/2008 
vom 11. November 2008 E. 3.2.1). Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall 
und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderun-
gen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu 
stellen (vgl. BGer 8C_102/2008 vom 26. September 2008 E. 2.2).

Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu 
gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Le-
benserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizu-
führen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er-
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2). Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak-
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1; BGer 8C_499/2020 vom 
19. November 2020 E. 2.2.1).

3.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt 
erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers 

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erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsscha-
dens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie 
er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zu-
stand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso 
wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je-
der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 
dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 139 V 176 
E. 5.3) nachgewiesen sein. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 
handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, son-
dern beim Unfallversicherer. Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammen-
hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso 
wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass 
kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Ge-
sundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsscha-
dens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (BGer 8C_160/2012 
vom 13. Juni 2012 E. 2 mit Hinweisen).

3.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung-
nahme als Bericht oder Gutachten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung aber als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen me-
dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So 
ist namentlich den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von ex-
ternen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung grundsätzlich volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen. Demgegenüber darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte von 

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Hausärzten – wie auch von behandelnden Fachärzten (BGer 8C_812/2007 vom 6. Okto-
ber 2008 E. 8.2) – der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hin-
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Berichte der be-
handelnden Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie grundsätzlich 
mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den be-
handelnden Spezialarzt und namentlich für den therapeutischen Psychiater mit seinem 
besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, welches die geklagten Beschwerden als 
Faktum hinzunehmen hat (BGer 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3 mit zahlrei-
chen Hinweisen). Immerhin verpflichtet aber jede substantiiert vorgetragene Einwendung 
den Richter, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdi-
gung folgend zu prüfen, ob sie in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und 
Schlussfolgerungen eines vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gut-
achters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (siehe zum Ganzen 
BGE 125 V 351 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen). Schliesslich kommt auch den Berichten 
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er-
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizi-
en gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in ei-
nem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangeln-
de Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstän-
de, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet 
erscheinen lassen. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen (BGer 8C_677/2010 vom 16. Dezember 2010 E. 4.5).

3.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Da-
nach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und – 
im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Das Gericht hat seinen Entscheid 
grundsätzlich nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 
mit Hinweisen). Die Möglichkeit, dass es sich auch anders verhalten könnte, schliesst die 
überwiegende Wahrscheinlichkeit zwar nicht aus, darf aber für die betreffende Tatsache 

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weder eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen (BGE 
130 III 325 E. 3.3). 

Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast 
begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügen-
den Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu 
sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweis-
last nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 
Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen 
des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entspre-
chen (BGE 138 V 218, a.a.O.).

3.6 Es ist Aufgabe des Sozialversicherers, im Verwaltungsverfahren in Anwendung 
von Art. 43 ATSG die notwendigen Abklärungen – nicht zuletzt das Einholen ärztlicher Be-
richte – von Amtes wegen vorzunehmen. Dies tut der Sozialversicherer in amtlicher bzw. 
hoheitlicher Funktion, ist er im Verwaltungsverfahren doch verfahrensleitende und auch 
entscheidende Verwaltungsstelle, nicht aber Partei (vgl. Ueli Kieser, Kommentar ATSG, 
4. Aufl. 2020, Art. 34 N 16). Als Ergänzung von Art. 43 Abs. 1 ATSG kommt Art. 44 ATSG 
zum Tragen. Ein Gutachten ist einzuholen, wenn der nach Art. 43 Abs. 2 ATSG zu erhe-
bende Sachverhalt durch den Sozialversicherungsträger als nicht genügend abgeklärt be-
urteilt wird. Diesfalls hat er der Partei den Namen des unabhängigen Sachverständigen 
bekanntzugeben, wobei diese den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegen-
vorschläge machen kann. Der unabhängige Sachverständige hat die medizinischen resp. 
tatsächlichen Grundlagen zu liefern, damit der Rechtsanwender gestützt darauf die 
Rechtanwendung vornehmen kann (Massimo Aliotta, in: Basler Kommentar ATSG, 2020, 
Art. 44 N 3). Die Anordnung einer Begutachtung nach Art. 44 ATSG erfolgt im Allgemeinen 
formlos mit einer Mitteilung. Das Bundesgericht hat es für erforderlich erklärt, der versi-
cherten Person vor Anhandnahme der Begutachtung den Fragenkatalog zu unterbreiten, 
ihr gleichzeitig das rechtliche Gehör zu gewähren und Gelegenheit zu geben, Zusatzfra-
gen zu stellen. Bei Uneinigkeit ist die Begutachtung durch eine anfechtbare Zwischenver-
fügung anzuordnen. Dem Normzweck entsprechend hat die Bekanntgabe des Namens 
der sachverständigen Person vorgängig zu erfolgen (Peter Forster, in: Rechtsprechung 
des Bundesgerichts zum ATSG, 2021, Art. 44 Rz. 10 und 15).

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4. Dass es sich beim Ereignis vom 27. Juni 2017 um einen Unfall im Sinne des Ge-
setzes gehandelt und sich der Beschwerdeführer im Zuge dessen (taggeldleistungsauslö-
send) an der Hand verletzt hat, ist unstrittig. Strittig ist hingegen namentlich die Kausalität 
zwischen dem Unfall und den Rücken- und Hüftbeschwerden. Weiter sind sich die Partei-
en darüber uneinig, für welchen Zeitraum sowie basierend auf welchem versicherten Ver-
dienst Taggelder geschuldet sind. 

Hinsichtlich der medizinischen Vorgeschichte kann grundsätzlich auf das Gutachten vom 
4. November 2019 verwiesen werden (Baloise-act. 4/1 S. 7 ff.).

4.1
4.1.1 Der Gutachter Dr. med. E.________, Facharzt für Innere Medizin und Rheumaer-
krankungen FMH, führte aus, dass sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein natürli-
cher Kausalzusammenhang nur der Befunde der rechten Hand zum Unfall vom 27. Juni 
2017 begründen lasse. Die Rückenproblematik stehe höchstens möglicherweise in einem 
natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis. So fehle nur schon ein plausibler zeitli-
cher Zusammenhang. Die dokumentierten strukturellen Wirbelsäulenveränderungen seien 
degenerativer Art bei Kyphoskoliose und Blockwirbelbildung (Synostose) LWK 2/3. Die 
linksseitige Hüftproblematik sei so vorbestehend und stehe in keinem natürlichen Kausal-
zusammenhang zum Ereignis (Baloise-act. 4/1 S. 65). Gestützt darauf vertritt die Baloise 
den Standpunkt, lediglich die Handgelenkbeschwerden rechts seien auf den Unfall vom 
27. Juni 2017 zurückzuführen (BF-act. 2 S. 3 ff.). 

4.1.2 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde dazu insbesondere geltend, 
es sei zwar zutreffend, dass er an einem schweren chronischen Schmerzsyndrom im Be-
reich der Lendenwirbelsäule und den Beinen leide und insoweit ein erheblicher Vorzu-
stand bestehe. Unzutreffend sei hingegen, dass die koinzident mit dem Unfallereignis vom 
27. Juni 2017 aufgetretenen Rücken- und Hüftbeschwerden vollumfänglich vorbestehend 
seien. Der Unfallversicherer, welcher seine Leistungspflicht anerkenne, müsse mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass die gesundheitlichen Beschwerden, wel-
che bei der versicherten Person bestehen, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohnehin 
aufgetreten wären, wenn eine einmal anerkannte Leistungspflicht eingestellt werden soll. 
Das Gutachten des Vertrauensarztes der Baloise stelle keine hinreichende Grundlage dar, 
um die Leistungspflicht zu verneinen bzw. einstellen zu können; die Stellungnahme von 
Dr. E.________ stelle lediglich eine Parteibehauptung dar und die Beurteilung sei ohne 
Kenntnis der gesamten medizinischen Vorakten abgegeben worden. Der behandelnde 

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Facharzt, Dr. med. F.________, welcher den Beschwerdeführer bereits seit Jahren beglei-
te, habe in seinem Bericht vom 1. März 2018, wie im Einspracheentscheid anerkannt wer-
de, sowohl eine natürliche als auch eine adäquate Kausalität zwischen den vom Be-
schwerdeführer geltend gemachten Rücken- und Hüftbeschwerden [und dem Ereignis 
vom 27. Juni 2017] bestätigt. Es sei mit den geltenden Beweisgrundsätzen nicht vereinbar, 
wenn die Baloise ausschliesslich auf die Meinung ihres Vertrauensarztes abstelle und sich 
nicht ernsthaft mit der Argumentation des behandelnden Facharztes auseinandersetze. Es 
seien deshalb die beim Beschwerdeführer vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen und die kausale Zuordnung zum Unfallereignis vom 27. Juni 2017 durch ein vom 
Gericht in Auftrag zu gebendes Gutachten festzustellen (act. 1 S. 4 Ziff. 9 ff.). In seiner 
Replik (und anlässlich der öffentlichen Verhandlung) rügt der Beschwerdeführer zudem 
formelle Fehler: Mangels einvernehmlicher Bestimmung von Dr. E.________ als Gutachter 
seien dessen Feststellungen nicht für beide Parteien verbindlich. Die Beschwerdegegnerin 
habe ihm – damals noch nicht vertreten – mit Schreiben vom 24. Januar 2019 den Vor-
schlag unterbreitet, Dr. E.________ als Gutachter zu bestimmen; darin sei explizit darauf 
hingewiesen worden, dass der vorgeschlagene Gutachter nur abgelehnt werden könne, 
wenn eine Befangenheit ausgewiesen sei. Da er den vorgeschlagenen Gutachter nicht 
gekannt habe, verstehe sich von selbst, dass er keinerlei Befangenheitsgründe habe vor-
bringen können und sich der Begutachtung habe unterziehen müssen. Es sei deshalb un-
zutreffend, wenn die Beschwerdegegnerin eine gemeinsame Begutachtung behaupte. Das 
Gutachten habe folglich keine erhöhte Beweiskraft (act. 7 S. 6 Ziff. 17). Zudem verfüge der 
Gutachter nicht über das entsprechende Fachwissen, um die bestehende komplexe Wir-
belsäulenproblematik hinreichend beurteilen zu können. Es falle auf, dass der Gutachter 
ohne vertiefte Auseinandersetzung mit den anlässlich des Kopfaufpralls wirkenden Kräften 
aufgrund der Akten davon ausgehe, dass sämtliche Rückenbeschwerden ausschliesslich 
fortbestehend bzw. auf degenerative Veränderungen zurückzuführen seien. Immerhin hal-
te der Gutachter selber fest, dass er als Folge des Unfalls schwer verletzt gewesen und 
trotz dieser schweren Verletzungen ein Arbeitspensum von 50 % möglich gewesen sei 
(act. 7 S. 6 Ziff. 18).

4.1.3 Vorab ist festzuhalten, dass es sich beim Gutachten nicht um ein Parteigutachten 
resp. das Gutachten des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin handelt, sondern um 
ein verwaltungsexternes Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG. Die diesbezüglich gegen-
teilige Behauptung des Beschwerdeführers ist nicht nachvollziehbar.

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Urteil S 2020 167

Sodann ist festzustellen, dass dem Gutachten im Hinblick auf die Kausalitätsfrage voller 
Beweiswert zukommt. Es ist umfassend, anhand der medizinischen Akten nachvollziehbar 
und einleuchtend. Doktor E.________ hat namentlich überzeugend dargelegt, weshalb die 
Rückenproblematik mangels eines plausiblen zeitlichen Zusammenhangs höchstens mög-
licherweise und die Hüftproblematik in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum Er-
eignis vom 27. Juni 2017 steht (vgl. Baloise-act. 4/1 S. 61, 65 ff.). Der Beschwerdeführer 
vermag denn auch nichts Stichhaltiges vorzubringen, was gegen die Zuverlässigkeit des 
Gutachtens spricht. So ist insbesondere nicht ersichtlich, inwiefern das Gutachten in man-
gelnder Kenntnis der gesamten medizinischen Vorakten ergangen sein soll (der Gutachter 
hat denn auch das "umfangreiche Bildmaterial" durchgesehen [Baloise-act. 4/1 S. 58]). 
Bemerkenswert ist auch, dass keinerlei konkrete ärztliche Einwände gegen die gutachter-
liche Einschätzung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den Rücken- 
und Hüftbeschwerden aktenkundig sind. Auch der ärztlich ausgebildete Beschwerdeführer 
sah sich ursprünglich nicht veranlasst, die gutachterliche Einschätzung zu kritisieren: Am 
6. November 2019 stellte die Baloise das Gutachten dem Beschwerdeführer zu und bat 
um eine allfällige Stellungnahme bzw. Ergänzungsfragen bis 29. November 2019. Mit E-
Mail vom 9. Dezember 2019 teilte sie dem Beschwerdeführer mit, dass sie angesichts der 
unbenutzt verstrichenen Frist davon ausgehe, dass keine Bemerkungen zum Gutachten 
von Dr. E.________ beständen. Mit E-Mail vom 11. Dezember 2019 ersuchte der Be-
schwerdeführer um eine Fristerstreckung für eine Antwort bis 15. Januar 2020 (Baloise-
act. 5/22). Diese verstrich offenbar wiederum unbenutzt (Baloise-act. 5/36). Soweit der 
Beschwerdeführer sodann auf den Bericht von Dr. F.________ vom 1. März 2018 (Baloi-
se-act. 3/26) verweist, kann er auch daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Doktor 
F.________ führte namentlich was folgt aus: "Der Patient stürzte heftig am 27. Juni 2017. 
Seither klagt er über Schmerzen im Bereiche der mittleren LWS und auch über Schmer-
zen in der Leiste rechts. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hat er sich bei diesem 
Sturz einen Ausriss der Schrauben im Wirbelkörper L3 zugezogen, d.h. die postoperativen 
Röntgenbilder zeigten bis zur aktuellen Aufnahme keine Anhaltspunkte für eine Lockerung 
dieser Schrauben und der Patient hatte bis zu diesem Sturz auch keinerlei Schmerzen 
beim Aufstehen resp. sich aufrichten aus der gebeugten Stellung […].". Da diese Beja-
hung der Kausalität allein auf der Argumentation beruht, die gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten, ist der Bericht zum Vornherein beweis-
rechtlich nicht zu verwerten. Sofern der Beschwerdeführer geltend macht, namentlich die 
Rückenbeschwerden seien schon bald nach dem Unfall aufgetreten bzw. aufgrund der 
Halswirbelverletzung etwas verspätet ("[…] erst mit einer Verzögerung von drei bis vier bis 
fünf Tagen […]" [act. 20 S. 21]) in den Vordergrund gerückt, so muss er sich entgegenhal-

13

Urteil S 2020 167

ten lassen, dass weder der Unfallmeldung noch dem Arztbericht – beide sechs Tage nach 
dem Unfall erstellt – Hinweise auf Rückenbeschwerden zu entnehmen sind. Gänzlich un-
begründet und aktenwidrigerweise (BF-act. 2 S. 4) erfolgt auch die Kritik, die Baloise habe 
sich nicht ernsthaft mit der Argumentation des behandelnden Facharztes auseinanderge-
setzt.

Auch die replicando eingebrachten Rügen zielen ins Leere: Mit Schreiben vom 24. Januar 
2019 hat die Baloise dem Beschwerdeführer die Begutachtung gesetzes- und rechtspre-
chungskonform angekündigt (Baloise-act. 5/9). Zudem ging der Beschwerdeführer sehr 
wohl (und zu Recht) davon aus, dass er den vorgeschlagenen Gutachter nicht nur im Falle 
von Befangenheit hätte ablehnen können, führte er im Schreiben vom 31. Januar 2019 
doch aus, er könne derzeit – vor Vorliegen der Spezialarztberichte – keine Stellung zum 
Gutachter-Vorschlag nehmen (Baloise-act. 5/10). Mit neuerlichem Schreiben vom 6. Juni 
2019 mit dem Titel "Rechtliches Gehör für Begutachtung" ersuchte die Baloise den Be-
schwerdeführer sodann um Mitteilung bis 28. Juni 2019, ob er mit der Gutachterstelle ein-
verstanden sei und ob er Zusatzfragen habe (Baloise-act. 5/17). Mit E-Mail vom 26. Juni 
2019 mit dem Betreff "29/014869/17.7 A.________ Gutachter-Vorschlag" gab der Be-
schwerdeführer an, dass er sich "betr. obgenannter Angelegenheit" mit der vorgeschlage-
nen Abklärung einverstanden erkläre, wobei sich aus dem Schreiben vom 31. Januar 2019 
ergibt, dass ihm die Fachrichtung des Gutachters – der Beschwerdeführer erwähnte den 
Gutachter samt Facharzttitel – sehr wohl bewusst war (Baloise-act. 2/59, 5/10). Dement-
sprechend ist der Beschwerdeführer auch mit dem nachträglich geltend gemachten Ein-
wand der (vermeintlich) fehlenden Qualifikation des Gutachters nicht zu hören, zumal nicht 
ersichtlich ist, weshalb der Rheumatologe Dr. E.________ nicht in der Lage gewesen sein 
soll, die Rückenbeschwerden anhand der vorliegenden Akten kompetent zu beurteilen 
(vgl. BGer 9C_547/2010 vom 26. Januar 2011 E. 4.1 mit Hinweis). Im Übrigen ist für den 
Rechtsanwender ohne Weiteres nachvollziehbar, dass der Gutachter auch eine Teilkausa-
lität des Unfalls für die Rückenprobleme nicht resp. höchstens möglicherweise als gege-
ben erachtete, ansonsten er sich dahingehend geäussert hätte.

Hinsichtlich der sinngemäss geltend gemachten (impliziten) Anerkennung des Kausalzu-
sammenhangs des Unfalls auch zu den Rücken- und Hüftbeschwerden durch die Be-
schwerdegegnerin ist der Beschwerdeführer schliesslich darauf hinzuweisen, dass der Un-
fallversicherer trotz vorheriger Ausrichtung von Versicherungsleistungen – hier: Heilbe-
handlungs- und Abklärungskosten (z.B. Baloise-act. 10/7, 10/11, 10/41) – ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die zukünftige Leistungseinstellung vor-

14

Urteil S 2020 167

nehmen kann, solange er die bisher ausgerichteten Leistungen stehen lässt (BGE 130 V 
380 E. 2.3.1).

Da der Sachverhalt hinsichtlich Kausalität genügend abgeklärt ist, bedarf es entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers weder einer gerichtlichen Einholung eines entspre-
chenden Gutachtens noch einer Befragung von Dres. F.________ und G.________ (anti-
zipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d). 

Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass sich die Baloise ohne Weiteres auf die Anga-
ben von Dr. E.________ stützen durfte und eine Leistungspflicht insbesondere mit Bezug 
auf die Rückenproblematik zu Recht verneint hat. Diesbezüglich ist die Beschwerde ab-
zuweisen.

In der Folge ist zu prüfen, ob die Baloise ihre Leistungen angesichts der unfallkausalen 
Beschwerden an der Hand gesetzeskonform erbracht resp. zu Recht per 16. Oktober 2019 
eingestellt hat.

4.2
4.2.1 Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Duplik aus, der Beschwerdeführer mache 
neu geltend, es sei ihm durchgehend, insbesondere auch im Jahr 2018 ein Taggeld basie-
rend auf der mittels gerichtlichem Gutachten noch festzustellenden Arbeitsfähigkeit auszu-
richten. Die Einsprache des Beschwerdeführers vom 10. Februar 2020 gegen den Leis-
tungsentscheid vom 5. Februar 2020 sei nur gegen die Leistungseinstellung im Rahmen 
des Fallabschlusses und gegen die Höhe des für die Berechnung des Taggeldes massge-
benden versicherten Verdienstes erfolgt. Keine Einwände habe der Beschwerdeführer 
hingegen gegen die der Taggeldberechnung zugrunde gelegten Arbeitsunfähigkeiten er-
hoben. Die Arbeitsunfähigkeiten seien somit nicht Gegenstand des Einspracheverfahrens 
gewesen und würden im vorliegenden Verfahren auch nicht geltend gemacht werden kön-
nen (act. 10 S. 9 f.).

Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Die Baloise hat im Leistungsentscheid vom 
5. Februar 2020 ausgehend vom Gutachten resp. der im Nachgang zu den Handoperatio-
nen im März und August 2019 von Dr. G.________ attestierten Arbeitsunfähigkeit eine 
(sogleich zu verrechnende) Taggeldnachzahlung verfügt; eine Arbeitsunfähigkeit im Jahr 
2018 [aufgrund der Handverletzung] wurde dabei mit Verweis auf die Aussage von 
Dr. E.________, wonach der Beschwerdeführer im Jahr 2018 ausschliesslich aufgrund 

15

Urteil S 2020 167

des krankhaften lumbalen Rückenleidens arbeitsunfähig gewesen sei, verneint (Baloise-
act. 5/44). Insoweit hat die Baloise (auch) über einen Taggeldanspruch (resp. dessen 
Nichtbestehen) im Jahr 2018 verbindlich verfügt. Der Beschwerdeführer liess den Leis-
tungsentscheid ganzheitlich anfechten (Baloise-act. 5/47). Dieser Streitpunkt kann im Be-
schwerdeverfahren deshalb ohne Weiteres überprüft und beurteilt werden (vgl. BGE 131 V 
164 E. 2.1).

4.2.2 Dem Unfallschein UVG ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer selber 
vom 27. Juni 2017 bis 5. November 2018 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Ba-
loise-act. 6/8). Im Bericht vom 20. Dezember 2018 gab er mit Hinweis auf die Diagnosen 
"chronisch invalidisierende Schmerzen VAS 7–10 Handgelenk/Mittelhand rechts ulnar, 
chronisch invalidisierende Schmerzen lumbal rechts, Gesäss rechts und Leiste/ Ober-
schenkel rechts VAS 7–10 bei persistierender schwerster Metallose mit Chrom und Ko-
balt", an, die 50 % Arbeitsleistung könne nur unter Maximaldosen NSAR, Paracetamol, 
Novalgin Reserve und Protonenblocker erbracht werden (Baloise-act. 2/13). In einem Zwi-
schenbericht an Dr. F.________ vom 11. Februar 2019 führte der Beschwerdeführer aus, 
es würden seit Frühjahr 2018 crescendoartig ansteigende, mittlerweile kaum mehr auszu-
haltende Handgelenk rechts- und Kreuz-Dauerschmerzen VAS 7 bis 8 trotz Höchstdosis 
an Schmerzmedikamenten bestehen. Die sehr häufig einschiessenden VAS 10 Episoden 
im Handgelenk rechts und im Kreuzbereich, verbunden mit seit zwei Monaten massiven 
Nachtschmerzen, liessen ihn kaum mehr die technisch sichere 50 % Arbeitsleistung in der 
Praxis bringen (Baloise-act. 2/20).

Der Handchirurg, Dr. med. Dr. sc. nat. G.________, attestierte dem Versicherten im 
Nachgang zur Operation vom 11. März 2019 eine volle Arbeitsunfähigkeit ab Operations-
termin bis 23. April 2019 (Baloise-act. 3/46) und eine 75%ige vom 3. Mai bis 14. Juni 2019 
(Baloise-act. 3/55 resp. 6/5). Nach der Operation vom 19. August 2019 bescheinigte Dr. 
G.________ eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 19. bis 25. August 2019, eine 85%ige vom 
26. August bis 3. September 2019, eine 75%ige vom 4. bis 17. September 2019, eine 
50%ige vom 18. September bis 1. Oktober 2019 und eine 25%ige vom 3. bis 16. Oktober 
2019 (Baloise-act. 3/63, 3/64 sowie 6/10). Dem Unfallschein UVG sind ferner drei Eintra-
gungen von Dr. G.________ zu entnehmen, wobei die erste, datierend vom 23. Januar 
2019, eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit dem 27. Juni 2017 ausweist (Baloise-act. 6/8). 
Im Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 2. Mai 2019, in dem Dr. G.________ ausführte, der 
Beschwerdeführer sei seit 23. Januar 2019 bei ihm in Behandlung, fasste er die von ihm 
attestierte Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall vom 27. Juni 2017 wie folgt zusammen: 50 % 

16

Urteil S 2020 167

vom 27. Juni 2017 bis 10. März 2019; 100 % vom 11. bis 24. März 2019; 75 % vom 25. 
März bis 2. Mai 2019 (Baloise-act. 6/6).

Doktor E.________ führte im Gutachten aus, als Folge des Unfalls sei die Arbeitsfähigkeit 
des Versicherten vor allem durch die Handverletzung rechts eingeschränkt gewesen. Auch 
die Diagnosen Kontusion des Kopfes und Reklinations-Trauma der HWS hätten es er-
laubt, dass er schon unmittelbar nach dem Unfall wieder ein Arbeitspensum von 50 % ha-
be realisieren können. Ob dem Versicherten aufgrund der Handverletzung im Verlauf ein 
grösseres Pensum möglich gewesen wäre, sei aufgrund der lückenhaften Akten, da sich 
der Versicherte ja selbst behandelt habe, schwierig zu beurteilen. Das MRT Handgelenk 
sei am 16. November 2017 wegen seit ca. acht Wochen (seit ca. Mitte September 2017) 
zunehmend ulnaren Handgelenksschmerzen veranlasst worden. Seien keine weiteren Ab-
klärungen und keine spezifischen Massnahmen durchgeführt worden, müssten die 
Schmerzen wohl wieder abgeklungen sein, sodass sie die Arbeitsfähigkeit nicht mehr wei-
ter hätten einschränken mögen. Wider besseres Wissen müsse er davon ausgehen, dass 
im ganzen Jahr 2018 aufgrund der rechten Hand eine grössere, wenn nicht eine volle Ar-
beitsfähigkeit bestanden habe. In dieser Zeit sei der Versicherte ausschliesslich wegen 
seines Rückenleidens in Behandlung gestanden, über die er jedoch nicht dokumentiert 
werde. Es sei daher davon auszugehen, dass die Krankschreibung 2018 ausschliesslich 
aufgrund des krankhaften lumbalen Rückenleidens erfolgt sei (Baloise-act. 4 S. 67 f.).

4.2.3 Die Baloise zahlte dem Beschwerdeführer aufgrund der Stellungnahme von 
Dr. H.________ vom 16. Januar 2019 (Baloise-act. 3/39) für den Zeitraum vom 30. Juni 
bis 27. Dezember 2017 basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % Taggelder aus 
(Baloise-act. 6/3). Anhand der von Dr. G.________ im Zusammenhang mit den Operatio-
nen vom März und August 2019 ausgestellten (und von Dr. E.________ als nachvollzieh-
bar bezeichneten) Arbeitsunfähigkeitszeugnisse sprach die Baloise dem Beschwerdefüh-
rer sodann weitere Taggelder gut (Baloise-act. 6/12 und BF-act. 2 [Einspracheentscheid]). 
Vernehmlassend verneint die Baloise mit Verweis auf das Gutachten (implizit) eine Ar-
beitsunfähigkeit aufgrund der Handverletzung für die Zeit dazwischen (act. 4 S. 14 f.).

4.2.4
4.2.4.1 Unbestritten sind die auf Anraten von Dr. H.________ auf Basis einer Arbeitsun-
fähigkeit von 50 % ausgerichteten Taggelder vom 30. Juni (Art. 16 Abs. 2 UVG) bis 27. 
Dezember 2017.

17

Urteil S 2020 167

4.2.4.2 Streitig ist namentlich ein Taggeldanspruch im Jahr 2018 resp. bis zur Handopera-
tion im März 2019.

Die durch den Beschwerdeführer selber attestierten Arbeitsunfähigkeiten sind als Partei-
aussagen zu würdigen. Nur schon mangels genauer zeitlicher Angaben und präziser Diffe-
renzierung zwischen Handgelenks- und Kreuzschmerzen resp. deren (jeweiligen) Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit sind diese beweisrechtlich jedoch nicht verwertbar. Soweit 
der Beschwerdeführer etwas aus den von Dr. G.________ bescheinigten Arbeitsunfähig-
keiten seit dem 27. Juni 2017 (bis zum 11. März 2019) ableiten will, ist er darauf hinzuwei-
sen, dass bei Fehlen einer "echtzeitlichen" ärztlichen Bestätigung eine Arbeitsunfähigkeit 
rückwirkend nur festgelegt werden kann, wenn Hinweise aus dem betreffenden Zeitraum 
überliefert sind, dass funktionale Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
"arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten" sind, dies etwa in Form eines nachträglich fest-
stellbaren Leistungsabfalls oder einer Häufung von dokumentierten Arbeitsausfällen (An-
dreas Traub, in: Basler Kommentar ATSG, 2020, Art. 6 N 16). 

In der Aktennotiz vom 24. Januar 2019 gab Dr. G.________ unter Beurteilung und Proce-
dere an, er glaube, dass die ulnarseitigen Handgelenksschmerzen inkl. Belastungs-
schmerzen von Dig. IV und V auf ein schweres posttraumatisches Ulnokarpalimpaktions-
syndrom zurückzuführen seien, wie dies bereits auf dem MRI vom 16. November 2017 er-
sichtlich sei. Zusammenfassend stehe die Behandlung des Ulnokarpalimpaktionssyn-
droms im Vordergrund. Der Patient müsse als Priorität primär abklären, ob eine Revisi-
onsoperation der Wirbelsäule durchgeführt werden müsse (Baloise-act. 3/41). Zur Arbeits-
fähigkeit machte Dr. G.________ keine Angaben und die retrospektiven Arbeitsunfähig-
keitszeugnisse enthalten bezeichnenderweise keinerlei Begründung. Vor diesem Hinter-
grund ist der Beweiswert der von Dr. G.________ (rückwirkend) ausgestellten Arbeitsun-
fähigkeitszeugnisse ebenfalls eingeschränkt.

Anhand der als Vermutung formulierten Angaben zur Arbeitsunfähigkeit ("Wider besseres 
Wissen […].") ist ersichtlich, dass der Gutachter Dr. E.________ keine Richtigkeit für seine 
Angaben betreffend die Auswirkungen der Handverletzung auf die Arbeitsfähigkeit bean-
sprucht. So äusserst er sich mit Bezug auf das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit – die Be-
schwerdegegnerin formulierte die entsprechende Frage nota bene ausgesprochen offen 
(Baloise-act. 4/1 S. 67) – denn auch vage ("[…] eine grössere, wenn nicht volle Arbeits-
fähigkeit […]."). Ferner ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, wieso aufgrund der (ak-
tenkundig) ausschliesslichen Behandlung des Rückens im Jahr 2018 auch die Krank-

18

Urteil S 2020 167

schreibung ausschliesslich aufgrund des krankhaften lumbalen Rückenleidens erfolgt sein 
soll. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt bzgl. Dauer und Ausmass der 
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Handverletzung nach dem 27. Dezember 2017 bis zum 
10. März 2019 ungenügend abgeklärt wurde. Diesbezüglich ist die Beschwerde gutzuheis-
sen und die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegenrin zurückzuweisen. 

4.2.4.3 Die ab 10. März bis August 2019 den Taggeldzahlungen zugrunde gelegten Ar-
beitsunfähigkeiten werden nicht bestritten und geben aufgrund einer summarischen Prü-
fung der Akten auch zu keinen Bemerkungen Anlass.

4.2.5 Wie die Beschwerdegegnerin korrekt ausführt, liegt eine unfallbedingte, die Ar-
beitsfähigkeit beeinträchtigende Störung der Hand spätestens seit 16. Oktober 2019 nicht 
mehr vor. Der Aktennotiz von Dr. G.________ vom 3. Oktober 2019 kann entnommen 
werden, dass sich nach der Operation vom 19. August 2019 ein erfreulicher Verlauf einge-
stellt hat; bis zum 16. Oktober 2019 wurde der Beschwerdeführer noch zu 25 % arbeitsun-
fähig geschrieben, "danach wieder voll arbeitsfähig" (Baloise-act. 3/64). Entsprechend ist 
der Taggeld-Anspruch des Beschwerdeführers nach Art. 16 Abs. 2 UVG per 16. Oktober 
2019 erloschen, weshalb die Baloise die Taggeldzahlungen auf diesen Zeitpunkt hin zu 
Recht eingestellt hat. Bei dieser Sachlage erübrigt sich auch die Diskussion einer Inte-
gritätsentschädigung nach Art. 24 UVG.

4.3
4.3.1 Die Baloise stellte gestützt auf die Empfehlung Nr. 03/1997 zur Anwendung von 
UVG und UVV der ad-hoc-Kommission Schaden UVG vom 23. April 1997 (4. Revision 
vom 11. März 2020) für die Berechnung der Taggeldleistungen auf einen gekürzten Lohn 
ab. Sie führte aus, dieser sei in Absprache mit dem vom Beschwerdeführer bevollmächtig-
ten Treuhänder auf Fr. 91'771.– p.a. festgelegt worden; da der neu festgelegte Lohn nicht 
bereits effektiv ausgerichtete Taggeldzahlungen erfasse, hätte sie (die Baloise) für die vor 
der Abrechnung vom 22. Februar 2020 bereits effektiv ausgerichteten Taggeldzahlungen 
(50 % für Zeitraum 30. Juni 2017 bis und mit 27. Dezember 2017) nicht auf die gekürzte 
Höhe der Taggeldleistungen abstellen dürfen. Daher stellte die Baloise fest, dass die in 
der Taggeldabrechnung vom 22. Februar 2020 für den genannten Zeitraum in Verrech-
nung gestellten Taggeldleistungen in Höhe von Fr. 11'185.80 (Fr. 162.40 ./. Fr. 100.60 x 
181 Tage) nachzuzahlen sind (Baloise-act. 5/58 S. 9).

19

Urteil S 2020 167

4.3.2 Der Beschwerdeführer liess ausführen, es sei zutreffend, dass er in den Jahren 
2012–2016 unterdurchschnittlich verdient habe. Der Grund dafür liege indes darin, dass er 
als Folge der vorbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Zusammenhang 
mit der sorgfaltswidrig vorgenommenen Hüftimplantation nicht mehr in dem Umfang er-
werbstätig sein könne, wie er es gewesen wäre. Selbstverständlich habe die Beschwerde-
gegnerin nicht für die finanziellen Folgen der ärztlichen Sorgfaltspflichtverletzung aufzu-
kommen. Sie habe aber in Betracht zu ziehen, dass sein Verdienst in den Jahren 2012–
2016 deshalb unterdurchschnittlich gewesen sei, weil er als Folge der ärztlichen Sorgfalts-
pflichtverletzung nicht das Erwerbseinkommen habe erzielen können, welches er ohne die 
ärztliche Sorgfaltspflichtverletzung erzielt hätte. Gemäss Art. 23 Abs. 1 UVV gelte als ver-
sicherter Verdienst der mutmassliche Lohn, wenn die versicherte Person wegen Unfall 
oder Krankheit nur einen verminderten Lohn beziehe. Deshalb sei es unbehelflich, wenn 
die Beschwerdegegnerin pauschal darauf verweise, dass sie vom Treuhänder des Be-
schwerdeführers die tatsächlichen Erwerbseinkünfte der Jahre 2012–2016 erhalten habe 
und gestützt darauf von einem versicherten Jahresverdienst von lediglich Fr. 91'771.– 
ausgehe. Die Beschwerdegegnerin hätte feststellen müssen, welches das Erwerbsein-
kommen gewesen wäre, das er erzielt hätte, wenn er nicht Opfer einer ärztlichen Fehlbe-
handlung geworden wäre. Da die gesetzliche Regelung im Geltungsbereich der obligatori-
schen Unfallversicherung zwingend gelte, habe sein Treuhänder, auch wenn er Bevoll-
mächtigter gewesen sei und eingewilligt hätte, was bestritten werde, nicht in einen Ver-
gleich einwilligen können, welcher von den zwingenden gesetzlichen Leistungsordnung 
abweiche. Die Diskrepanz müsse 30 % im Durchschnitt betragen und zudem während 
mindestens fünf Jahren angedauert haben; Voraussetzung sei allerdings, dass die versi-
cherte Person während der fünf Jahre nicht unfall- oder krankheitsbedingt arbeitsunfähig 
gewesen sei; dies sei vorliegend nicht erfüllt (act. 1 S. 6 Rz. 19 ff.; act. 7 S. 8 Rz. 22 ff.).

4.3.3 Nach Art. 17 Abs. 1 UVG beträgt das Taggeld bei voller Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 
ATSG) 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es 
entsprechend gekürzt. Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der 
letzte vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). Bei freiwillig Unfallversicherten 
werden die Prämien und Geldleistungen im Rahmen von Artikel 22 Abs. 1 UVV nach dem 
versicherten Verdienst bemessen, der bei Vertragsabschluss vereinbart wird und jeweils 
auf Beginn eines Kalenderjahres angepasst werden kann (Art. 138 UVV). Bei der Verein-
barung des versicherten Verdienstes soll allfälligen Einkommensschwankungen (der 
selbständigerwerbenden Person) in der Weise Rechnung getragen werden, dass ein den 
effektiven Einkommensverhältnissen möglichst entsprechender Betrag festgesetzt wird. 

20

Urteil S 2020 167

Längerdauernde massive Unterschiede zwischen dem vereinbarten versicherten Verdienst 
und den wirklichen Einkommensverhältnissen sollen zur Verhinderung eines grundsätzlich 
nicht zulässigen Versicherungsgewinns vermieden und die Vereinbarung nötigenfalls den 
konkreten Umständen angepasst werden. Zeigt sich im Leistungsfall ein derartiges Miss-
verhältnis, kann der versicherte Verdienst zur Bemessung der Geldleistungen den konkre-
ten Umständen angepasst werden, indem ein zu hoher vereinbarter Verdienst nach unten 
korrigiert wird (Vollenweider/Brunner, in: Basler Kommentar UVG, 2019, Art. 15 N 16; Mu-
rer/Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, UVG, 
4. Aufl. 2012, S. 26).

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in den fünf Jahren vor 
dem Unfall im Juni 2017, d.h. von 2012 bis 2016, (massiv) weniger als den vertraglich ver-
einbarten versicherten Verdienst erzielt hat (BG-act. 2). Die Korrektur des versicherten 
Verdienstes (nach unten) war daher angezeigt und erfolgte einvernehmlich (der Be-
schwerdeführer muss sich die Handlungen seines rechtsgültigen Vertreters anrechnen 
lassen [Baloise-act. 5/33 f.]). Dem Beschwerdeführer ist im Übrigen entgegenzuhalten, 
dass sozialversicherungsrechtliche Leistungsansprüche – und mithin auch der versicherte 
Verdienst als entsprechende Berechnungsgrundlage – bereits aus Art. 50 ATSG einer 
Vereinbarung zugänglich sind. Die Aufwertung des versicherten Verdienstes im Rahmen 
von Art. 23 Abs. 1 UVV kann schliesslich mit der Beschwerdegegnerin (act. 10 S. 10 f.) 
vorliegend nicht erfolgen, gibt der Beschwerdeführer doch in der Tat selber an, dass sich 
die Gründe, die zur Reduktion des Lohnes geführt haben, vor 2012 (Beginn des Versiche-
rungsvertrages [BG-act. 2]) realisiert haben (vgl. auch Vollenweider/Brunner, a.a.O., 
Art. 15 N 30). Die Beschwerde ist in diesem Punkt ebenfalls abzuweisen. 

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Unfall vom 27. Juni 2017 überwie-
gend wahrscheinlich in keinem (teil-)kausalen Zusammenhang zu den geltend gemachten 
Rücken- und Hüftbeschwerden des Beschwerdeführers steht. Hinsichtlich Taggelder für 
die Zeit vor dem 28. Dezember 2017 und nach dem 9. März 2019 erweist sich der Ein-
spracheentscheid als rechtmässig. Nicht erstellt ist hingegen, wie sich die unfallkausalen 
Beeinträchtigungen an der rechten Hand vom 28. Dezember 2017 bis zum 9. März 2019 
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgewirkt haben und daraus folgend ein 
allfälliger Taggeldanspruch für diese Zeitperiode. Die Beschwerdegegnerin wird den 
Sachverhalt diesbezüglich weiter abzuklären und hernach allenfalls neu zu verfügen ha-
ben. Dies führt zu einer teilweisen Gutheissung der Beschwerde.

21

Urteil S 2020 167

6. Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. fbis ATSG). Praxisgemäss wird die 
teilweise Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG zusteht; 
diese wird ermessensweise auf Fr. 500.– festgelegt.

22

Urteil S 2020 167

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird insoweit teilweise gutgeheissen, als die Sache zur weiteren 
Abklärung der Auswirkungen der Verletzung der rechten Hand auf die Arbeits-
fähigkeit zwischen dem 28. Dezember 2017 und dem 9. März 2019 und zur allfäl-
ligen neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Im Üb-
rigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 
von Fr. 500.– zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin (im Doppel) sowie an das Bundesamt 
für Gesundheit, Bern.

Zug, 13. Juli 2023

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am