# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2319ed6c-6a97-51cf-9330-59b95e5d2f2e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 14.08.2020 UV 2019/21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2019-21_2020-08-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/21

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 17.12.2020

Entscheiddatum: 14.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2020
Art. 4 ATSG: Verneinung der Unfallbegriffsmerkmale Plötzlichkeit und 
ungewöhnlicher äusserer Faktor in Bezug auf wiederholte Anpralltraumata 
im Bereich der Schulter. Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG: Der von der 
Beschwerdegegnerin zu erbringende Beweis, dass die Sehnenläsionen 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind, ist 
erbracht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
14. August 2020, UV 2019/21).

Entscheid vom 14. August 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Miriam Lendfers und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2019/21

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marcel Köppel, Mätzler & Partner, 

Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Z.___ bei der B.___ angestellt und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als er am 20. März 2016 auf einer Treppe stürzte und sich beim 

Versuch, sich mit den Händen abzustützen, eine undislozierte Scaphoidfraktur rechts 

zuzog, welche am 30. März 2016 operativ versorgt wurde (Suva-act., I/1, I/10 f., I/86). 

Aufgrund der Handgelenksproblematik bestanden beim Versicherten ab 21. März 2016 

Arbeitsunfähigkeiten von zeitweise 100, zeitweise 50 und schliesslich ab 18. 

September bis 23. Oktober 2016 von 25% (Suva-act. I/13 f., I/16, I/22, I/25, I/27, I/30 f., 

I/33 f., I/42 f., I/47, I/49 f., I/53-1, I/55-1). Die Suva vergütete die Kosten der 

Heilbehandlungen und leistete Taggelder für die Arbeitsunfähigkeiten (Suva-act. I/5).

A.a. 

Anlässlich einer handchirurgischen Sprechstunde vom 24. Oktober 2016 in der 

Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Spitals C.___ 

beurteilten die behandelnden Ärzte den Versicherten bezüglich des rechten 

Handgelenks wieder zu 100% arbeitsfähig. Der Versicherte gab allerdings an, 

inzwischen bestehe eine schmerzhafte Schulter, welche ihn wieder zu einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit zwinge (Suva-act. I/60).

A.b. 

Am 25. Oktober 2016 meldete die Arbeitgeberin des Versicherten der Suva, dass 

dieser vom 24. Oktober bis 2. November 2016 aufgrund einer Entzündung in der 

Schulter krankgeschrieben sei und ab dem 3. November 2016 wieder eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Die Suva werde um eine Abklärung gebeten, ob die 

A.c. 

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Krankheit mit dem Unfall vom 20. März 2016 zusammenhänge (Suva-act. I/55-1; vgl. 

dazu auch das Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. D.___, Facharzt Allgemeine 

Innere Medizin FMH, vom 24. Oktober 2016 [Suva-act. I/55-3]).

Mit E-Mail vom 31. Oktober 2016 teilte die Suva der Arbeitgeberin mit, dass sie 

bezüglich der Schulterbeschwerden keine weiteren Abklärungen in die Wege leiten 

werde. Es gebe in den gesamten Akten keine Anhaltspunkte, dass diese etwas mit dem 

Unfall vom 20. März 2016 zu tun hätten. Bislang sei nie von Schulterschmerzen die 

Rede gewesen. Sollte ein behandelnder Arzt oder der Versicherte der Meinung sein, 

dass die Beschwerden auf den Unfall vom 20. März 2016 zurückzuführen seien, werde 

um die Zustellung der medizinischen Akten gebeten, welche dies begründen würden. 

Diesfalls könnte eine Prüfung durch die Suva erfolgen. Andernfalls werde die 

Schulterangelegenheit als erledigt betrachtet (Suva-act. I/61).

A.d. 

Am 28. November 2016 teilte der Versicherte der Suva telefonisch mit, dass ihm 

per ___ 2017 gekündigt worden sei. Behandlungen oder Therapien würden keine mehr 

stattfinden. Alles sei abgeschlossen (Suva-act. I/63).

A.e. 

Ab ___ 2018 war der Versicherte bei der E.___ AG als Y.___ tätig und dadurch 

ebenfalls bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 6. Juni 2018 

meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Rückfall zum Unfallereignis vom 20. März 

2016 mit seit dem 23. Mai 2018 bestehender Arbeitsunfähigkeit (Suva-act.I/ 64 f.). Der 

Versicherte führte gleichentags telefonisch ergänzend aus, dass er damals auf das 

Handgelenk gefallen sei und ihm die rechte Schulter immer mal wieder weh getan 

habe. Vor dem Unfall habe er nie Schulterschmerzen gehabt. Vor eineinhalb Wochen 

seien diese schlimmer geworden. Sein Hausarzt, Dr. D.___, habe ihn nach einer MRI-

Untersuchung an Dr. med. F.___, Arzt des Departements Orthopädie des Spitals G.___, 

überwiesen, der gemeint habe, dass die Schmerzen vom Sturz herrühren würden 

(Suva-act. I/66).

A.f. 

Die Suva holte daraufhin zur Prüfung ihrer Leistungspflicht verschiedene 

medizinische Akten ein. Gemäss einem orthopädischen Sprechstundenbericht von Dr. 

F.___ vom 7. Juni 2018 (Suva-act. I/77) hatte sich der Versicherte am 5. Juni 2018 für 

eine Beurteilung vorgestellt. Dr. F.___ hatte basierend auf dem MRI-

A.g. 

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Untersuchungsbericht von Dr. med. H.___, Radiologie I.___, Diagnosezentrum J.___, 

vom 25. Mai 2018 (Suva-act. I/68) ein Kontusionstrauma Schulter rechts mit 

Partialruptur Supraspinatussehne und Infraspinatussehne, Verdacht ventrale 

Labrumläsion, Differentialdiagnose degenerative Veränderungen, subakromialer Enge 

bei Akromiontyp II-III nach Bigliani und lateraler Spornbildung sowie 

kernspintomographisch initialer AC-Arthrose diagnostiziert (Suva-act. I/77). Aus einem 

Untersuchungsbericht von Dr. F.___ vom 14. Juni 2018 erfuhr die Suva, dass es 

möglicherweise zu einer Schulterarthroskopie mit Labrumfixation kommen könnte 

(Suva-act. I/78).

Am 21. Juni 2018 holte die Suva eine kreisärztliche Beurteilung hinsichtlich der 

Frage eines überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhangs zwischen den am 

6. Juni 2018 als Rückfall gemeldeten Schulterbeschwerden rechts mit voller 

Arbeitsunfähigkeit ab 23. Mai 2018 und dem Unfall vom 20. März 2016 ein. Die 

verneinende Beurteilung erging am selben Tag durch Kreisarzt Dr. med. K.___, 

Facharzt für Chirurgie, spezielle Unfallchirurgie (Suva-act. I/80).

A.h. 

Mit Schreiben vom 22. Juni 2018 lehnte die Suva einen Anspruch des Versicherten 

auf Versicherungsleistungen mit der Begründung ab, dass aufgrund der medizinischen 

Unterlagen kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem 

Ereignis vom 20. März 2016 und den gemeldeten Schulterbeschwerden bestehe (Suva-

act. I/81).

A.i. 

Am 5. Juli 2018 reichte das Spital G.___ der Suva ein Kostengutsprachegesuch für 

einen stationären Aufenthalt des Versicherten zur Behandlung der oberen Extremität 

ein (Suva-act. I/82).

A.j. 

Auf Ersuchen des Versicherten (Suva-act. I/84) erliess die Suva am 11. Juli 2018 

eine ablehnende Leistungsverfügung (Suva-act. I/85).

A.k. 

Am 2. August 2018 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin einen Schaden 

mit Datum vom 23. Mai 2018 mit einer "Schulteroperation wegen Entzündung" und 

einer Arbeitsunfähigkeit seit 23. Mai 2018 melden, wobei das Schadendatum als 

unpräzis bezeichnet wurde (Suva-act. II/1).

A.l. 

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B.  

C.  

Am 6. September 2018 ging bei der Suva das Arztzeugnis UVG von Dr. D.___ ein, 

worin dieser eine Erstbehandlung am 23. Mai 2018 sowie die Diagnose einer PHS 

(Periarthritis humeroscapularis) der rechten Schulter nach Kontusion und Sturz am 20. 

März 2016 festhielt und Unfallfolgen bejahte (Suva-act. II/12). Dr. D.___ und Dr. F.___ 

hatten dem Versicherten seit 23. Mai 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt 

(Suva-act. II/9-2 ff., II/10).

A.m. 

Nach einer Besprechung mit dem Versicherten vom 7. September 2018, in 

welcher dieser geschildert hatte, es sei immer mal wieder vorgekommen, dass er sich 

beide Schultern an der Maschine angeschlagen habe (Suva-act. II/13), legte die Suva 

den Schadenfall am 10. September 2018 Kreisarzt Dr. K.___ zur Beurteilung der Frage 

vor, ob diese Ereignisse zu zusätzlichen strukturellen Läsionen des Vorzustandes 

geführt hätten, welche objektivierbar seien. Dr. K.___ verneinte eine Unfallursächlichkeit 

des Schulterschadens und ging von einer rein degenerativen Ursache desselben aus 

(Suva-act. II/14). Anlässlich der obgenannten Besprechung mit der Suva hatte der 

Beschwerdeführer ausserdem mitgeteilt, dass am 13. September 2018 die von Dr. 

F.___ empfohlene Schulterarthroskopie stattfinde (Suva-act. II/13).

A.n. 

Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung verneinte die Suva mit Verfügung vom 

11. September 2018 ihre Leistungspflicht für die gemeldeten Schulterbeschwerden 

(Suva-act. II/15).

A.o. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 19. September 2018 Einsprache 

(Suva-act. II/18) und reichte eine Stellungnahme von Dr. F.___ vom 4. Oktober 2018 ein 

(Suva-act. II/21).

B.a. 

Nach Einholung einer weiteren Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. K.___ (Suva-act. II/

23) wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 28. Januar 2019 ab (Suva-act. II/

28).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 28. Januar 2019 erhob Rechtsanwalt Dr. iur. 

M. Köppel, Sargans, für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 28. 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt mit der Beschwerde vom 28. 

Februar 2019 die Aufhebung des Einspracheentscheids der Beschwerdegegnerin vom 

28. Januar 2019 und die Ausrichtung der dem Beschwerdeführer zustehenden 

Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20). In 

der Beschwerdebegründung wird auf den Sturz des Beschwerdeführers auf dessen 

rechte Körperseite vom 20. März 2016 sowie auf mit der Arbeitstätigkeit des 

Beschwerdeführers verbundene mehrfache erhebliche Kraftanstrengungen sowie 

heftige Anpralltraumata der Schulter im Jahr 2018 hingewiesen. Sowohl der Sturz als 

auch die Kraftanstrengungen und wiederholten Anpralltraumata seien medizinisch dazu 

geeignet gewesen, das vorliegende Beschwerdebild an der rechten Schulter des 

Beschwerdeführers zu verursachen (act. G 1 S. 2, S. 10 Ziff. 14).

2.  

Februar 2019 Beschwerde mit den Anträgen, der Einspracheentscheid der Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien 

die ihm zustehenden Leistungen aus UVG auszurichten; eventualiter sei ein 

unabhängiges gerichtliches Gutachten zur Frage der Unfallkausalität einzuholen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 28. Januar 2019 (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 24. Mai 2019 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

vollumfänglich an den Beschwerdeanträgen vom 28. Februar 2019 fest (act. G 6).

C.c. 

Mit Duplik vom 26. Juni 2019 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an den 

Anträgen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und 

Bestätigung des Einspracheentscheids vom 28. Januar 2019 fest (act. G 8).

C.d. 

Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstandes im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

ist zu beachten, dass der angefochtene Einspracheentscheid den beschwerdeweise 

weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand bestimmt. Umgekehrt fehlt es an einem 

2.1. 

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Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und 

insoweit kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).

Die Beschwerdegegnerin macht in der Beschwerdeantwort vom 4. April 2019 (act. 

G 3) formellrechtlich geltend, auf die Beschwerde vom 28. Februar 2019 könne 

insoweit nicht eingetreten werden, als der Beschwerdeführer einen natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 20. März 2016 und den 

Schulterbeschwerden rechts geltend mache. Ein solcher Zusammenhang sei nicht 

Gegenstand des vorinstanzlichen Einspracheverfahrens gewesen und sei bereits mit 

rechtskräftiger Verfügung vom 11. Juli 2018 (Suva-act. I/85) verneint worden. Er könne 

somit auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein.

2.2. 

Im Anschluss an die als Rückfall bezeichnete Schadenmeldung vom 6. Juni 2018 

(Suva-act. I/64 ff.) klärte die Beschwerdegegnerin die Kausalität zwischen den 

Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 20. März 2016 ab (vgl. Suva-act. I/80) und 

erliess mangels Unfallkausalität am 11. Juli 2018 eine leistungsablehnende Verfügung 

(Suva-act. I/85). Diese Verfügung ist unbestrittenermassen in formelle Rechtskraft 

erwachsen, was bedeutet, dass der Entscheid nicht mehr mit einem ordentlichen 

Rechtsmittel angefochten werden kann (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. Zürich/St. Gallen 2016, § 15 N 1091).

2.3. 

Die nach Erlass der Verfügung vom 11. Juli 2018 von der Beschwerdegegnerin 

getätigten Abklärungen betrafen nicht mehr den Kausalzusammenhang zwischen den 

Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 20. März 2016, sondern denjenigen 

zwischen den Schulterbeschwerden und dem seitens des Beschwerdeführers 

anlässlich einer Besprechung vom 7. September 2018 neu geltend gemachten 

mehrfachen Anschlagen der Schulter bei der Arbeit (Suva-act. II/13). In der neuen 

Schadenmeldung vom 2. August 2018, die zur Besprechung vom 7. September 2018 

geführt hat, hatte die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers denn auch nicht mehr den 

20. März 2016, sondern den 23. Mai 2018 als Schadensdatum angegeben und darauf 

hingewiesen, dass dieses unpräzise sei (vgl. Suva-act. II/1). Folgerichtig bildete der 

Unfall vom 20. März 2016 auch nicht Gegenstand der leistungsablehnenden Verfügung 

vom 11. September 2018 (Suva-act. II/15) sowie des angefochtenen 

Einspracheentscheides vom 28. Januar 2019 (Suva-act. II/28).

2.4. 

Vor dem Hintergrund des soeben Gesagten ist im Sinne des Antrags der 

Beschwerdegegnerin (vgl. Erwägung 2.2) festzuhalten, dass auf die Beschwerde vom 

28. Februar 2019 insoweit nicht eingetreten werden kann, als mit ihr eine Schulterve­

2.5. 

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3.

Nachfolgend zu prüfen ist somit einzig die Rechtmässigkeit der Verneinung eines 

Anspruchs des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen für die der 

Beschwerdegegnerin am 2. August 2018 gemeldete Entzündung der rechten Schulter 

im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 23. Mai 2018 bzw. den geltend gemachten 

wiederholten Schulterkontusionen.

4.  

letzung rechts infolge des Unfalls vom 20. März 2016 geltend gemacht und ein 

diesbezüglicher Antrag auf Leistungen aus UVG gestellt wird.

Zunächst gilt es die Frage zu beantworten, ob der Beschwerdeführer im Jahr 2018 

ein Ereignis erlitten hat, welches als Unfall im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu qualifizieren 

ist.

4.1. 

Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat (Art. 4 ATSG). Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände 

des als Unfall gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Unvollständige, ungenaue 

oder widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der 

Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im Streitfall hat das 

Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale des Unfallbegriffs, 

insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben sind. Wird auf dem 

Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit 

Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten 

der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (vgl. BGE 114 V 305 f. E. 5b; Urteile 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 25. November 2004, U 209/04, 

E. 1.2, 15. September 2004, U 234/04, E. 1.1, und 23. November 2006, U 258/04, E. 

3.1 mit zahlreichen Hinweisen).

4.2. 

 4.3. 

Der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG setzt zunächst eine plötzliche schädigende 

Einwirkung auf den Körper voraus. Mit dem Kriterium der Plötzlichkeit wird ein 

zeitlicher Rahmen gesteckt. Die schädigende Einwirkung muss zwar nicht auf einen 

4.3.1. 

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blossen Augenblick beschränkt sein, jedoch innerhalb eines relativ kurzen, 

abgrenzbaren Zeitraums erfolgen. Die Rechtsprechung hat bisher keine zeitliche 

Maximaldauer festgelegt. Beim Begriffsmerkmal der Plötzlichkeit kommt es denn auch 

nicht in erster Linie auf die Dauer der schädigenden Einwirkung, sondern vielmehr auf 

die Einmaligkeit an. Immerhin können einzelne wiederholte Einwirkungen je für sich 

genommen einen Unfall darstellen (SVR 2019 UV Nr. 35 E. 3.3.3; BGE 140 V 223 V E. 

5.1; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, N 17 zu Art. 4 

ATSG; André Nabold, in: Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 14 ff. zu Art. 6 UVG; 

BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 23 zu Art. 6 UVG; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 170). Indem die Einwirkung einmalig sein und 

plötzlich eingesetzt haben muss, lässt sich zwischen der meist schleichend 

entstandenen Krankheit und der durch Unfall verursachten Gesundheitsschädigung 

unterscheiden. Bei wiederholten gleichartigen Einwirkungen, die über einen längeren 

Zeitraum einen Gesundheitsschaden verursachen, ist die Plötzlichkeit zu verneinen. So 

fehlt es am Merkmal der Plötzlichkeit, wenn eine Verletzung repetitiven - für sich allein 

betrachtet unschädlichen - Mikrotraumata des täglichen Lebens zuzuschreiben ist, 

welche zu einer allmählichen Abnützung geführt haben (BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1; UVG 

Kommentar-Nabold, a.a.O., N 16 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 23 zu Art. 6 

UVG; SVR 2019 UV 35 E. 3.3.3).

Vorliegend ist das Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit zu verneinen. Der 

Beschwerdeführer beschrieb anlässlich der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin 

vom 7. September 2018 als schädigende Einwirkung auf seine rechte Schulter ein 

immer mal wieder erfolgtes Anschlagen an einer Maschine (Suva-act. II/13). Damit 

übereinstimmend spricht sein Rechtsvertreter in der Beschwerde vom 28. Februar 

2019 von wiederholten Anpralltraumata (act. G 1). Demnach haben offensichtlich 

mehrere gleichartige Einwirkungen stattgefunden, ohne dass eine davon besonders 

hervorgetreten wäre. Das Beschwerdebild der rechten Schulter kann somit keinem 

bestimmten von den wiederholt aufgetretenen Ereignissen zugeordnet werden. In der 

Schadenmeldung UVG vom 2. August 2018 (Suva-act. II/1) wurde als Schadendatum 

der 23. Mai 2018 genannt. Dabei handelt es sich offenkundig nicht um ein genaues 

Schadendatum, sondern um das Datum der ersten Konsultation des 

Beschwerdeführers bei Dr. D.___ wegen der Schulterbeschwerden (Suva-act. II/12) 

sowie des Beginns einer erneuten 100%igen Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. I/64 ff., vgl. 

auch Suva-act. I/77), nachdem der Beschwerdeführer von Seiten der rechten Schulter 

seit dem 3. November 2016 wieder zu 100% arbeitsfähig gewesen war (Suva-act. I/

4.3.2. 

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55-1 f.). Das Schadendatum selbst wurde in der Schadenmeldung denn auch als 

unpräzis bezeichnet (Suva-act. II/1).

 4.4. 

Weiter müsste für die Bejahung eines Unfallereignisses auch ein ungewöhnlicher 

äusserer Faktor auf den Körper eingewirkt haben.

4.4.1. 

Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er nicht mehr im Rahmen dessen 

liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen. Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen 

selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der 

äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 134 

V 76 ff. E. 4.1 und 4.3.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen; RKUV 2000 

Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen). Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren 

Faktors kann in einer unkoordinierten Eigenbewegung, d.h. einer programmwidrigen 

oder sinnfälligen Störung des natürlichen Ablaufs der körperlichen Bewegung, 

bestehen, wie beispielsweise in einem Sturz, Stolpern oder Ausgleiten, in einer 

reflexartigen Abwehrbewegung oder - wie im konkreten Fall geschildert - in einem 

Anstossen (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, 

a.a.O., N 37 zu Art. 6 UVG; Maurer, a.a.O., S. 176 f.; Alexandra Rumo-Jungo/André 

Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/ Genf, S. 40). Wo sich 

die Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als 

alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen 

auftreten kann (z.B. Diskushernie, Meniskusriss, Rotatorenmanschettenläsion), muss 

die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter 

besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein. Denn ein Unfallereignis 

manifestiert sich in der Regel in einer von aussen wahrnehmbaren Schädigung, 

während bei deren Fehlen die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer rein 

krankheitsbedingten Ursache besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; SVR 

2011 UV Nr.11 S. 39, Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 

5; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b).

4.4.2. 

Grundsätzlich ist mit dem Anschlagen eines Körperteils an einer Maschine das 

Unfallbegriffsmerkmal eines ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinne einer 

unkoordinierten Eigenbewegung erfüllt (vgl. Erwägung 4.4.2). Indem jedoch der 

4.4.3. 

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Beschwerdeführer ein wiederholtes Anschlagen unbekannter Anzahl über einen 

Zeitraum von mehreren Monaten (Suva-act. II/13) beschreibt, ohne ein bestimmtes 

Anschlagen mit spezifischen, ins Einzelne gehenden Angaben als sinnfälliges Ereignis 

namhaft zu machen, muss im konkreten Fall von wiederholten gleichartigen und vor 

allem nicht im Sinn der Rechtsprechung ungewöhnlichen Einwirkungen ausgegangen 

werden. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass sich insbesondere Kontusionen durch 

verschiedenste Schweregrade auszeichnen und auch nur auf geringfügige Traumata 

zurückzuführen sein können. Die Schilderung des Beschwerdeführers anlässlich der 

Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2018 (Suva-act. II/13) - 

wenn er die Schultern an der Maschine angeschlagen habe, seien es meistens kleinere 

Ereignisse gewesen - weist nicht auf Ungewöhnlichkeit hin. Schliesslich hat der 

Beschwerdeführer anlässlich der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 7. 

September 2018 (Suva-act. II/13) - gerade in Bezug auf den April 2018, als plötzlich 

wieder stärkere Schmerzen in der rechten Schulter aufgetreten seien und er bei immer 

stärker gewordenen Schmerzen ab 23. Mai 2018 die Arbeit habe niederlegen müssen 

(vgl. Suva-act. II/9-2) - erklärt, es sei kein heftiges Anschlagen passiert.

Zusammenfassend ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass 

ein plötzlicher, ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den Körper des Beschwerdeführers 

eingewirkt und zu einer Beeinträchtigung der rechten Schulter geführt hat. Die Folgen 

daraus hat der Beschwerdeführer zu tragen (vgl. E. 4.2).

4.5. 

Das Vorbringen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der Replik vom 24. 

Mai 2019 (act. G 6) in Bezug auf das Besprechungsprotokoll des 

Aussendienstmitarbeiters der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2018 (Suva-act. 

II/13) - es handle sich um ein sinngemässes Gedächtnisprotokoll des 

Aussendienstmitarbeiters und der Beschwerdeführer bestreite, dass die Aktennotiz mit 

den von ihm getätigten Aussagen Wort für Wort übereinstimme - vermag an dieser 

Beurteilung nichts zu ändern. Dafür, dass der Aussendienstmitarbeiter der 

Beschwerdegegnerin Aussagen des Beschwerdeführers nicht wortgetreu oder 

zumindest nicht inhaltlich gleichbedeutend protokolliert hat, bestehen keinerlei 

Hinweise. Die Beschwerdegegnerin stellt in der Duplik vom 26. Juni 2019 (act. G 8) 

zutreffend fest, dass der Inhalt des Besprechungsprotokolls vom Beschwerdeführer bis 

zur Replik auch nie bestritten wurde. Im Übrigen weist der Rechtsvertreter im 

Zusammenhang mit seinem obigen Einwand wieder global auf mehrere 

Schulterkontusionen hin, denen der Beschwerdeführer ausgesetzt gewesen sei, und 

nicht auf ein bestimmtes, hervortretendes Ereignis. Dass die Schulterkontusionen von 

ihm als nicht geringfügig, sondern heftig definiert werden, ändert nichts an der 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/17

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5.  

Tatsache, dass die Bestimmung einer einzelnen Kontusion, welche zu einer 

Schulterverletzung geführt haben könnte, unbewiesen ist.

Der Rechtsvertreter weist in der Beschwerde vom 28. Februar 2019 zusätzlich auf 

die körperliche Kraftanstrengung hin, welche mit der Arbeitstätigkeit des 

Beschwerdeführers verbunden und medizinisch ebenfalls dazu geeignet gewesen sei, 

das Beschwerdebild an der rechten Schulter zu verursachen (act. G 1 S. 10 Ziff. 14). 

Auch dadurch wird offenkundig, dass der Beschwerdeführer die Schulterproblematik 

nicht einem bestimmten Ereignis zuzuordnen vermag, bezüglich dessen der 

Unfallcharakter überhaupt beurteilt werden könnte. Sollte der Rechtsvertreter mit dem 

Hinweis allenfalls die Auffassung vertreten, der Beschwerdeführer habe bei der Arbeit 

ein Verhebetrauma erlitten, für welches die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig sei, 

so ist nach Lage der Akten augenfällig, dass ein solches nie stattgefunden hat. 

Diesbezüglich erübrigen sich Weiterungen.

4.7. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG 

nicht erfüllt ist und damit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf 

Art. 6 Abs. 1 UVG entfällt.

4.8. 

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die 

Unfallversicherung ihre Leistungen jedoch auch bei den folgenden 

Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. 

Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. 

Trommelfellverletzungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2019, 

8C_22/2019, E. 8).

5.1. 

Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche Vermutung statuiert, dass der 

Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich 

aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die 

Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist 

(Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19. 

September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Der (Gegen-)Beweis der 

vorwiegend krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist 

erbracht, wenn letztere zu mehr als 50% auf Abnützung oder Erkrankung beruht. Ob 

eine Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist, muss mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 

blosse Möglichkeit einer abnützungsbedingten oder krankhaften Verursachung der 

5.2. 

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Schädigung genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 133 III 88 f. E. 4.2.2, 132 III 

720 E. 3.1, 130 III 325 E. 3.2 f.; Urteile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 

4A_48/2010, E. 7.1 und vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.2.2.1 mit 

Hinweisen; SZS 2018 S. 355 f., SZS 2017 S. 34; vgl. Thomas Locher/Thomas Gächter, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).

Zur Feststellung bzw. Beurteilung der medizinischen Verhältnisse - dem 

Vorhandensein einer Listenverletzung sowie der Tatfrage, ob die Schädigung 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist - ist die 

rechtsanwendende Behörde auf eine sorgfältige Abklärung angewiesen, worin sich die 

Mediziner zum Gesundheitsschaden sowie zu den Wirkanteilen äussern müssen (vgl. 

BGE 146 V 69 f. E. 8.6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 59 zu Art. 6 UVG; SZS 2018 S. 343, 

357 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 84). Das Gericht hat die medizinischen 

Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. dazu auch Kieser, a.a.O., N 61 ff. zu Art. 43, 

N 130 zu Art. 61; Locher/Gächter, § 76 N. 25 ff.), d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass 

das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 

und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 

5.1, 125 V 351, E. 3a mit Hinweis 122 V 157).

5.3. 

 5.4. 

Als unfallähnliche Körperschädigung steht im konkreten Fall ein Sehnenriss 

gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG zur Diskussion. Nicht alle Sehnenläsionen (z.B. 

5.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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Zerrungen und Dehnungen) können als unfallähnliche Körperschädigungen qualifiziert 

werden, sondern nach lit. f des genannten Artikels nur Sehnenrisse. Ein eigentlicher 

Sehnenriss besteht dann, wenn die Sehne vollständig gerissen ist. Teilrupturen können 

nur unter erschwerten Nachweisanforderungen unter Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG subsumiert 

werden. Weil sich die partiellen Sehnenrisse bzw. Teilrupturen in der Regel klinisch 

nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen (Tendinitis, Peritendinitis, 

Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden lassen, fällt eine Qualifikation als 

unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur als solche 

medizinisch eindeutig festgestellt ist, sei dies intraoperativ oder durch 

Kontrastmitteldarstellung (BGE 114 V 302 E. 3d, 306 E. 5c). Kann dieser Nachweis 

nicht erbracht werden, so hat der Leistungsansprecher die Folge der Beweislosigkeit 

zu tragen (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 29; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 56).

Kreisarzt Dr. K.___ wurde von der Beschwerdegegnerin zur Frage des Vorliegens 

einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG nicht befragt und hat sich 

entsprechend in seinen Beurteilungen (Suva-act. II/14 und II/23) dazu auch nicht 

geäussert. Dr. F.___ diagnostizierte im orthopädischen Sprechstundenbericht vom 7. 

Juni 2018 ein Kontusionstrauma Schulter rechts u.a. mit Partialruptur der 

Supraspinatus- und Infraspinatussehne (Suva-act. I/77). Auch in seiner Stellungnahme 

vom 4. Oktober 2018 hielt er fest, dass die Abklärungen eine Partialruptur der 

Supraspinatus- und Infraspinatussehne gezeigt hätten (Suva-act. I/87). Laut Bericht 

von Dr. H.___ vom 25. Mai 2018 über das am selben Tag durchgeführte Arthro-MRI der 

rechten Schulter des Beschwerdeführers hatte sich bei der Supraspinatussehne eine 

Insertionstendinopathie mit Tendinose und leichter bis moderater Partialruptur 

interstitiell unmittelbar am Ansatz in der dorsalen bis knapp mittleren Portion sowie 

kurzstreckig humeralseitig im ventralen Drittel und bei der Infraspinatussehne eine 

leichte Ansatztendinose und diskrete Auffaserung ansatznah kranial gezeigt (Suva-act. 

I/68). Ein Arthro-MRI wird definitionsgemäss mit Kontrastmittel durchgeführt (vgl. 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 152; Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 217; Roche 

Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 133), womit grundsätzlich ein 

beweiskräftiger Untersuchungsbefund für Partialrupturen vorliegt (vgl. Erwägung 5.4.1). 

Die für die Beurteilung der versicherungsmedizinischen Pathogenese bedeutsamen 

Umstände bzw. Indizien, welche im Rahmen der Beweiswürdigung des vorgenannten 

Nachweises gegeneinander abzuwägen wären (Evalotta Samuelsson, SZS 2018, S. 335 

ff.), sprechen jedoch im konkreten Fall massgebend für eine abnützungs- bzw. 

5.4.2. 

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krankheitsbedingte Verursachung der Befunde im Bereich Supraspinatus- und 

Infraspinatussehne.

Wie in Erwägung 4.4.3 dargelegt, ist dem Beschwerdeführer kein konkretes 

Trauma erinnerlich. Zwar kommt dem Kriterium des äusseren Faktors bei der 

Beurteilung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich keine 

rechtliche Bedeutung mehr zu, jedoch vereinfacht das Fehlen eines initialen Ereignisses 

den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers in aller Regel (Urteil des Bundesgerichts 

vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.6 mit Hinweisen). Grundsätzlich weist 

nämlich das zeitliche Zusammentreffen einer Körperschädigung mit einer geeigneten 

Überlastungssituation eher auf eine traumatische Genese hin (vgl. SZS 2018, S. 352). 

Das Gesagte ist insbesondere in denjenigen Fällen relevant, in welchen 

Gesundheitsschäden zur Diskussion stehen, welche - wie (partielle) Sehnenrupturen im 

Bereich der Rotatorenmanschette - verschiedene Ursachen (traumatische, 

degenerative oder krankhafte) haben können (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O.., S. 1576, 

1646 Debrunner, a.a.O., S. 628, 725, 728; Roche Lexikon, a.a.O., 1681). Im 

vorliegenden Fall konnte kein zeitlicher Ablauf in Erfahrung gebracht werden, der für 

eine ereignisnah nachgewiesene Körperschädigung im Bereich der Schulter sprechen 

würde. Vom Beschwerdeführer werden über einen längeren Zeitraum wiederholte, 

gleichartige Kontusionsereignisse beschrieben, wobei er gerade in Bezug auf 

denjenigen Zeitpunkt, als er stärkere Schmerzen in der Schulter verspürte (ungefähr im 

April 2018), schilderte, dass kein heftiges Anschlagen passiert sei (Suva-act. II/13). 

Schulterschmerzen rechts sind erstmals am 24. Oktober 2016 aktenkundig (Suva-act. 

I/60, vgl. auch Suva-act. II/13). Laut Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der 

Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2018 (Suva-act. II/13) 

hatte er es mit der rechten Schulter im Verlauf der weiteren Wochen und Monate relativ 

gut. Er sei mehrheitlich schmerzfrei gewesen. Nur zwischendurch habe er immer mal 

wieder Schmerzen verspürt. Dieser Zustand habe bis zum Frühling 2018 so bestanden. 

Im geschilderten zeitlichen Ablauf widerspiegelt sich die medizinische 

Erfahrungstatsache, dass sich degenerative Erkrankungen naturgemäss durch einen 

progredienten Verlauf (beispielsweise durch eine Vergrösserung einer einzelnen 

Schädigung oder durch ein Hinzutreten von Begleiterscheinungen) auszeichnen, was 

auch erklärt, dass ihre typische Symptomatik nicht von Beginn weg umfassend und mit 

ganzer Schwere auftreten muss, sondern bei wachsender Ausprägung zunächst 

schleichend beginnt und sich irgendwann deutlich manifestiert. Ein zu Beginn 

symptomloser oder höchstens geringe Beschwerden bereitender degenerativer 

Zustand wird also in einem bestimmten Zeitpunkt - in der Regel dann, wenn die 

5.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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Degeneration einen gewissen Schweregrad überschreitet - symptomatisch (vgl. 

Debrunner, a.a.O., S. 586, 728 ff.). Entsprechend beschreibt Dr. K.___ in seiner 

Beurteilung vom 10. September 2018 (Suva-act. II/14) ein langsames "Durchscheuern" 

der Sehnen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der zeitliche Ablauf ein Indiz für 

überwiegend wahrscheinlich auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführende 

Befunde im Bereich der Supraspinatus- und Infraspinatussehne des 

Beschwerdeführers liefert.

Die MRI-Bildgebung vom 25. Mai 2018 zeigte beim Beschwerdeführer neben den 

Gesundheitsschäden im Bereich der Supraspinatus- und Infraspinatussehne auch eine 

Insertionstendinose der Subscapularissehne, eine subakromiale Reizsituation bei im 

Normbereich liegender Weite des Subakromialraums bei Akromion Typ 2-3 nach 

Bigliani mit degenerativer Konturirregularität und angedeuteter flacher Spornbildung 

lateral an der Unterfläche, eine beginnende AC-Gelenksdegeneration und leichte 

Stressreaktion der inferioren AC-Gelenkkapsel, eine subtotal zirkumferenzielle 

Labrumläsion/SLAP-Läsion mit Auffransung/feinen Einrissen entlang der superioren/

supero-ventralen wie auch inferioren Zirkumferenz, eine kleinflächige mittelgradige 

Chondropathie Grad 2-3 kaudal glenoidal sowie Zeichen einer reaktiven Synovialitis/

Kapsulitis ventro-kranial mit Verdickung des superioren gleno-humeralen Ligamentes 

(DD eventuell teils narbige Reaktionen bei/nach Pulley-Läsion; Suva-act. I/68). 

Angesichts der Gesamtsituation des rechten Schultergelenks des Beschwerdeführers 

stellte Dr. K.___ in seiner Stellungnahme vom 10. September 2018 (Suva-act. II/14) 

überzeugend fest, dass die MRI-Bildgebung einen reinen degenerativen Sehnen- und 

Gelenkschaden inklusive der krankheitsbedingten Schadensursache dokumentiere. Die 

obgenannten Untersuchungsbefunde lassen unbestritten deutliche Anzeichen für eine 

verschiedene Strukturen umfassende Degenerationsproblematik des rechten 

Schultergelenks erkennen. Auch Dr. F.___ erklärte in seiner Stellungnahme vom 4. 

Oktober 2018, die Abklärungen hätten neben einer Partialruptur der Supraspinatus- 

und Infraspinatussehne weitere Veränderungen gezeigt, die nicht unfallbedingt seien 

(Suva-act. II/21). Es erscheint naheliegend, bei der Beurteilung der Ätiologie eines 

Gesundheitsschadens im Schultergelenk dessen Gesamtzustand zu betrachten. Die 

Befunde einer Partialruptur der Supraspinatus- und Infraspinatussehne fügen sich ohne 

Weiteres in den degenerativen Gesamtzustand ein und davon unabhängige, 

traumatisch bedingte Sehnenschädigungen erscheinen wesensfremd, zumal kein 

definierbares initiales Ereignis vorliegt. Auch in der obgenannten Stellungnahme von 

Dr. F.___ findet sich keine Erklärung für eine Abgrenzung der Sehnenrupturen vom 

übrigen Degenerationsprozess. In diesem Zusammenhang fällt ins Gewicht, dass die 

5.4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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6.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 

28. Januar 2019 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 

61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Rotatorenmanschette gemäss medizinischer Literatur zur Degeneration neigt (vgl. dazu 

Debrunner, a.a.O., S. 627 f. 724 f., 728 ff.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1681; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 1576). So beschreibt Dr. K.___ angesichts der subakromialen 

Enge mit zusätzlicher Arthrose nachvollziehbar und schlüssig ein langsames 

"Durchscheuern" der Sehnen (Suva-act. II/14). Weiter spricht im Vergleich auch die 

Gesamtsituation der linken Schulter des Beschwerdeführers massgebend dafür, dass 

die Befunde im Bereich der Supraspinatus- und Infraspinatussehne auf Abnützung 

oder Erkrankung zurückzuführen sind.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass verschiedene Indizien gegen eine 

traumatische Genese der Befunde im Bereich der Supraspinatus- und 

Infraspinatussehne sprechen. Der von der Beschwerdegegnerin zu erbringende 

Beweis, dass die Befunde vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen 

sind, ist damit erbracht. Vor dem Hintergrund des Gesagten entfällt auch eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG.

5.4.5. 

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2020
	Art. 4 ATSG: Verneinung der Unfallbegriffsmerkmale Plötzlichkeit und ungewöhnlicher äusserer Faktor in Bezug auf wiederholte Anpralltraumata im Bereich der Schulter. Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG: Der von der Beschwerdegegnerin zu erbringende Beweis, dass die Sehnenläsionen vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind, ist erbracht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2020, UV 2019/21).

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		2024-05-26T23:48:41+0200
	"9001 St.Gallen"
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