# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bdde314-1e69-5ade-8b6b-8e3d167ff885
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-23
**Language:** de
**Title:** Bauvorschriften. Pergola auf Dachterrasse. Beurteilung bezüglich Baumassenziffer, Vorschriften für Dachaufbauten und Geschosszahl.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0009/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2019-11.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0009/2019 vom 23. Januar 2019 in BEZ 2019 Nr. 11 

Das Baugrundstück liegt an einer Hanglage in der Wohnzone W2/1.4. Das 
bestehende  Einfamilienhaus  soll  durch  einen  Neubau  ersetzt  werden. 
Bergseitig  stösst  es  an  die  S.-Strasse,  über  welche  die  Zufahrt  erfolgen  soll. 
Das Dachgeschoss des Flachdachgebäudes liegt ungefähr auf Strassenniveau 
und umfasst eine Doppelgarage sowie daran anschliessend eine Dachterrasse 
mit Pergola. 

Aus den Erwägungen:  

4.1  Weiter  hält  der  Rekurrent  die  auf  der  Dachterrasse  geplante  Pergola 
aus mehreren Gründen für unzulässig. Zunächst sei unter Pergola eine leichte 
Konstruktion  mit  Sitzplatz  zu  verstehen,  die  ursprünglich  vor  allem  zwischen 
Haus  und  Terrasse,  heute  aber  auch  zunehmend  frei  im  Garten  stehe.  Es 
handle  sich  um  ein  Gestaltungselement 
im  Gartenbau.  Eine  analoge 
Konstruktion  als  Dachaufbaute  entspreche  diesem  Charakter  grundsätzlich 
nicht. 

Ausserdem  habe  die  Pergola  den  Charakter  eines  normalen  Innen-  bzw. 
Wohnraums,  weil  der  Bereich  voll  umbaut  und  mit  einer  Küchenkombination 
ausgestattet  sei.  Dies  stehe  im  Widerspruch  zur  Einstufung  des  fraglichen 
Geschosses als nicht anrechenbares Dachgeschoss. 

Sodann  soll  die  Pergola  in  Massivbauweise  erstellt  werden.  Sie  folge  in 
Form,  Material  und  Liniengebung  dem  Gebäude  bzw.  sie  sei  in  dieses 
vollumfänglich 
integriert.  Die  Pergola  erscheine  daher  als  Teil  des 
Gebäudekubus und sei somit sowohl an das Drittel für Dachaufbauten als auch 
an die Baumasse anzurechnen. 

filigraner 

in  Erscheinung 

Die  im  angefochtenen  Bauentscheid  enthaltene  Auflage,  der  zufolge  die 
horizontalen  Elemente  der  Pergola  nur  filigran  in  Erscheinung  treten  dürften 
oder  aber  die  Aufbaute  unter  Einhaltung  der  Dachprofillinie  von  45°  von  der 
Fassade  abzurücken  sei,  ändere  daran  nichts.  Auch  wenn  die  horizontalen 
Elemente 
lasse  der  markante 
rechteckige Bogen als Abschluss auf der Südseite und insbesondere auch die 
massiven  Stützen,  die  die  Form  und  die  Gestaltung  der  Garage  übernehmen 
würden, die Pergola als Bestandteil einer grossen Dachaufbaute bzw. sogar wie 
ein  ausgebautes  Dachgeschoss  erscheinen.  Zudem  bezeichne  die  Vorinstanz 
das  Überwachsen  mit  Pflanzen  ausdrücklich  als  zulässig.  Damit  widerspreche 
sie  aber  dem  Ziel  einer  filigranen  Konstruktion  und  die  Pergola  trete  noch 
stärker als Aufbaute in Erscheinung, die den Gebäudekubus erweitere. 

treten  würden, 

Eventualiter  sei  die  geplante  Aufbaute  in  allen  Elementen  als  filigrane 
Konstruktion zu erstellen. Dies betreffe auch die vertikalen Elemente. Ein in der 
Südwestecke erforderliches Kaminrohr sei so schlank wie technisch möglich zu 
halten und dürfe in der Gestaltung nicht der Garage angepasst und damit auch 
gestalterisch nicht vergrössert werden. Ein Überwachsen mit Pflanzen sei nicht 
erlaubt. 

 
 
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ist 

4.2.1  Vorab 

festzuhalten,  dass  die  Pergola 

in  der  geplanten 
Ausgestaltung  nicht  bewilligt  wurde.  Den  Erwägungen  des  angefochtenen 
Beschlusses  ist  dazu  Folgendes  zu  entnehmen:  «Der  massive  Abschluss  der 
Pergola  beinhaltet  in  der  östlichen  Stütze  das  Kaminrohr  und  kann  somit  als 
gestaltete  technische  Aufbaute  betrachtet  werden.  Da  das  Dachgeschoss  als 
solches  erkennbar  sein  muss,  ist  die  geplante  Pergola  aufgrund  der  massig 
erscheinenden  und  eng  gestaffelten  Balken  nicht  zulässig.  Die  horizontalen 
Elemente  haben  filigran  in  Erscheinung  zu  treten.  In  keinem  Fall  darf  die 
Pergola  gedeckt  werden  und  auch  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  keine 
Möglichkeit  dafür  bieten,  da  in  diesem  Fall  die  Pergola  der  Baumasse 
zugerechnet  werden  müsste.  Zugelassen  ist  das  Überwachsen  mit  Pflanzen. 
Vor Baubeginn sind der Behörde revidierte Pläne, die den Anforderungen eines 
nicht  anrechenbaren  Dachgeschosses  entsprechen,  einzureichen  und 
bewilligen  zu 
lassen.  »  Dispositivziffer  3.8  des  Beschlusses  statuiert 
dementsprechend  die  Auflage,  es  seien  der  Baubehörde  im  Sinne  der 
Erwägungen  geänderte  Pläne 
(u.a.)  bezüglich  der  Anpassung  der 
Pergolakonstruktion  einzureichen  und  bewilligen  zu  lassen.  Die  verlangten 
Anpassungen sind bei der nachfolgenden Prüfung zu berücksichtigen. 

4.2.2  Als  Pergola  bezeichnete  und  entsprechend  einer  Pergola  in  einem 
Garten  konstruierte  Dachaufbauten  sind  gang  und  gäbe  und  nach  Massgabe 
der  Bauvorschriften  zulässig.  Nachfolgend  wird  die  hier  geplante  Pergola  mit 
Blick  auf  die  Vorschriften  betreffend  die  Baumassenziffer  (§  258  PBG),  die 
Geschosszahl  (§  276  PBG)  (und)  die  Gestaltung  von  Dachaufbauten  (§  292 
PBG) (…) zu prüfen sein. (…) 

4.2.3  Die  Frage,  ob  ein  «umbauter  Raum»  im  Sinne  von  §  258  PBG 
gegeben ist, ist weitgehend identisch mit der Frage, ob ein Gebäude im Sinne 
von § 2 ABV vorliegt. Wesentlich ist, dass ein Witterungsschutz vorhanden ist, 
das heisst, dass zum Schutz für Menschen oder Sachen ein mehr oder weniger 
vollständiger Abschluss besteht, wobei der Raum nicht allseitig abgeschlossen 
sein  muss  (VB.2018.00059,  E.  4.2.,  in  BEZ  2018  Nr.  30),  mit  Hinweis  auf 
Christoph  Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas  Wipf,  Zürcher  Planungs-  und 
Baurecht, 5. Aufl., Zürich 2011, S. 762). 

Die  horizontalen  Balken  der  streitbetroffenen  Pergola  bieten  in  der  nicht 
bewilligten  Ausgestaltung  gemäss  Baueingabe  keinen  Witterungsschutz;  eine 
wetterunabhängige  Nutzung  der  Pergola  ist  nicht  möglich.  Daran  wird  die 
auflageweise  verlangte  filigrane  Ausgestaltung  der  horizontalen  Elemente 
ebenso wenig ändern wie ein allfälliges Überwachsen mit Pflanzen. Die Pergola 
ist somit nicht an die Baumassenziffer anzurechnen. 

Da  der  Pergola  mangels  Witterungsschutz  keine  Gebäudeeigenschaft  im 
Sinne von § 2 ABV zukommt, kann sie auch nicht als Wohnraum gelten, die zur 
Anrechenbarkeit des Dachgeschosses an die Geschosszahl führt (§ 276 Abs. 1 
PBG).  

4.2.4  Dachaufbauten  sind  Bauteile,  welche  die  Dachfläche  nach  aussen 
durchstossen und somit oberhalb der Dachhaut in Erscheinung treten (RB 1991 
Nr. 67; BRKE I Nr. 616/1992, E. 4d, in BEZ 1993 Nr. 9; www.baurekursgericht-

 
 
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zh.ch).  Gemäss  §  292  PBG  dürfen  Dachaufbauten,  wenn  in  der  Bau-  und 
Zonenordnung  nichts  Anderes  festgelegt  ist,  insgesamt  nicht  breiter  als  ein 
Drittel der betreffenden Fassadenlänge sein, soweit sie bei Schrägdächern über 
die  tatsächliche  Dachebene  hinausragen  (lit.  a)  oder  bei  Flachdächern  die  für 
ein  entsprechendes  Schrägdach  zulässigen  Ebenen  durchstossen  (lit.  b). 
Davon  ausgenommen  sind  Kamine,  Anlagen  zur  Nutzung  von  Sonnenenergie 
und  kleinere  technisch  bedingte  Aufbauten;  diese  sind  nicht  an  den  maximal 
zulässigen Drittel der Fassadenlänge anrechenbar. 

Die  Bestimmung  von  §  292  PBG  ist  bauästhetisch  motiviert  und  will  das 
Entstehen  überdimensionierter  Dachaufbauten  verhindern.  Die  Frage,  ob  ein 
Gebäudeteil  eine  Dachaufbaute  im  Sinne  dieser  Bestimmung  darstellt,  ist 
deshalb  nach  optischen  Kriterien  zu  beantworten.  Pergolen  sind  grundsätzlich 
an  das  Drittel von  Dachaufbauten anzurechnen.  Dies  gilt  jedenfalls  für solche, 
die  zu  einer  optischen  Aufblähung  des  Gebäudekörpers  führen.  Von  der 
Qualifikation als Dachaufbaute auszunehmen sind filigrane Konstruktionen, die 
nicht  als Teil  des  Gebäudekubus  wahrgenommen  werden  bzw.  die  die  Masse 
desselben  optisch  gar  nicht  vergrössern.  Von  der  Drittelsregel  ausgenommen 
sind technisch bedingte Dachaufbauten, und auch diese nur, soweit es sich um 
kleinere  handelt.  Als  solche  gelten  etwa  Trägerkonstruktionen  von 
Beschattungseinrichtungen. 

4.2.5  Die  vorliegend  streitbetroffene  Pergola  ist  in  der  im  Baugesuch 
beantragten massiven Ausgestaltung nicht bewilligungsfähig, wie die Vorinstanz 
richtig  erkannt  hat.  Die  entsprechende  Auflage  erweist  sich  jedoch  als 
unzureichend,  indem  nur  die  filigrane  Erscheinung  der  horizontalen  Elemente, 
nicht  aber  des  massiven  Abschlusses  verlangt  wird.  Entgegen  der  Auffassung 
der  Vorinstanz  kann  nicht  der  gesamte  massive  Abschluss  als  an  das  Drittel 
gemäss § 292 PBG nicht anrechenbare technisch bedingte Aufbaute betrachtet 
werden, bloss weil die östliche Stütze ein Kaminrohr enthält. Die Ausgestaltung 
des  südlichen  Abschlusses  der  Pergola  ist  ästhetisch  und  nicht  technisch 
bedingt.  Es  ist  daher  zu  verlangen,  dass  die  Pergola  als  Ganzes  –  jedenfalls 
soweit  sie  die  für  ein  Schrägdach  zulässige  Ebene  durchstösst  –  filigran  in 
Erscheinung tritt, so dass sie nicht als Teil des Gebäudekubus wahrgenommen 
wird.  Andernfalls  ist  sie  an  das  gemäss  §  292  PBG  zulässige  Drittel 
anzurechnen.  Die  Auflage 
in  Dispositivziffer  3.8  des  angefochtenen 
Beschlusses ist entsprechend neu zu fassen. 

ist 

Hinsichtlich  der  zu  bewilligenden  Abänderungspläne 

folgendes 
anzumerken:  Werden  Pergolen,  selbst  filigrane  Konstruktionen,  mit  Pflanzen 
überwachsen,  so  dass  sich  ein  schattenspendendes  Blätterdach  bildet,  was 
mitunter  Sinn  und  Zweck  einer  Pergola  ist,  führt  dies  unweigerlich  zu  einer 
raumbildenden,  das  Gebäudevolumen  vergrössernden  optischen  Wirkung.  Auf 
diese  Weise  begrünte  Pergolen  sind  daher  in  jedem  Fall  an  das  Drittel  von 
Dachaufbauten 
als 
Beschattungsanlagen 
technisch  bedingten 
im  Sinne  einer  «kleineren, 
Aufbaute»  gemäss  §  292  Abs.  1  PBG.  Sehen  die  geänderten  Pläne  keine 
Begrünung vor und ist nicht auszuschliessen, dass eine spätere Begrünung zu 
einer Verletzung von § 292 Abs. 1 PBG führen könnte, ist die Statuierung einer 

anzurechnen.  Sie 

im  Übrigen 

gelten 

nicht 

 
 
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entsprechenden Nebenbestimmung zur Erhaltung des rechtmässigen Zustands 
ins Auge zu fassen (Verbot oder Beschränkung der Begrünung).