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**Case Identifier:** 6c6b9a47-87df-5b0a-945d-a6cb102459cc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 14.04.2015 460 2014 218 (460 14 218)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2014-218_2015-04-14.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

14. April 2015 (460 14 218)  

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht  

 

 

Fahrlässige schwere Körperverletzung etc. 

 

 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Peter 
Tobler; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabtei-
lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde 
 
A.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Hofer, Lange Gasse 90, 
4052 Basel,  
Privatklägerin 

  
 
gegen 
 
 

 B.____,  
vertreten durch Advokat Bruno Muggli, Hauptstrasse 53, Postfach 
564, 4127 Birsfelden,  
Beschuldigter und Berufungskläger 
 
 

Gegenstand fahrlässige schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-
Landschaft vom 23. Juni 2014 
 

 

 

 
 
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Sachverhalt 

 

A. Mit Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 23. Juni 2014 wurde 
B.____ der fahrlässigen schweren Körperverletzung, der mehrfachen Verletzung der Verkehrs-
regeln sowie der Verletzung der Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen 
Motorfahrzeugführer und -führerinnen schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geld-
strafe von 120 Tagessätzen zu je CHF 120.‒, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer 
Busse von CHF 400.‒ verurteilt. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse wurde 
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen ausgesprochen (Ziffer 1 des Urteilsdispositivs). Demge-
genüber wurde B.____ von der Anklage des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs 
freigesprochen (Ziffer 2). Im Weiteren wurde entschieden, dass der Privatklägerin das be-
schlagnahmte Fahrrad nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme zurückgegeben 
wird (Ziffer 3). Ferner wurde die unbezifferte Schadenersatzforderung der Privatklägerin dem 
Grundsatz nach gutgeheissen und im Übrigen (betreffend Schadenshöhe sowie Haftungsquote) 
auf den Zivilweg verwiesen. Zudem wurde der Beurteilte dazu verurteilt, der Privatklägerin ge-
mäss Art. 433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung in Höhe von CHF 12‘134.75 für die 
notwendigen anwaltlichen Aufwendungen zu bezahlen (Ziffer 4). Schliesslich bestimmte der 
Vorderrichter in Ziffer 5 des Urteilsdispositivs, dass dem Beurteilten in Anwendung von Art. 426 
Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten auferlegt werden, bestehend aus den Kosten des Vorverfah-
rens von CHF 13‘964.‒, den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von 
CHF 1‘635.80 sowie der Gerichtsgebühr von CHF 4‘000.‒. 
 
B. Gegen dieses Urteil hat B.____, vertreten durch Advokat Bruno Muggli, mit Eingabe vom 
30. Juni 2014 die Berufung angemeldet. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2014 hat der Beschul-
digte die Berufungserklärung eingereicht. Mit Berufungsbegründung vom 16. Dezember 2014 
stellte er folgende Anträge:  

   

 "1. Es wird beantragt, den Angeklagten mit Ausnahme der Nichtsicherung der Ladung 
in allen anderen Punkten unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates freizuspre-
chen und ihn mit einer maximalen Busse von CHF 300.‒ zu belegen.  

   

 2. Gemäss diesem Verfahrensausgang seien die ordentlichen und ausserordentli-
chen Kosten vollumfänglich zulasten des Staates zu nehmen. 

   

 3. Der Zivilanspruch der Geschädigten A.____ sei abzuweisen." 
   

C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihrerseits liess mit Berufungsantwort vom 
15. Januar 2015 beantragen, die Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums 
Basel-Landschaft vom 23. Juni 2014 sei abzuweisen und das angefochtene Urteil vollumfäng-
lich zu bestätigen.  
 
D.  Mit Berufungsantwort vom 16. Januar 2015 stellte die Privatklägerin A.____, vertreten 
durch Rechtsanwalt Stefan Hofer, das Begehren, es sei das Urteil des Vorderrichters zu bestä-

 

 
 
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tigen, soweit es den Schuldspruch wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung betrifft. Zu-
dem sei ihr für die Vertretung im Verfahren vor dem Kantonsgericht eine angemessene Par-
Parteientschädigung zuzusprechen. 
 
E. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügungen des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft, Abteilung Strafrecht, betrifft, so wurde mit Verfügung vom 22. Oktober 2014 festge-
stellt, dass die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin weder Berufung noch 
Anschlussberufung erhoben haben. Mit Verfügung vom 19. Januar 2015 wurden die Beweisan-
träge des Beschuldigten, es sei ein Augenschein sowie eine Unfallrekonstruktion vor Ort 
durchzuführen, abgewiesen. Zudem wurden mit gleicher Verfügung der Beschuldigte und die 
Staatsanwaltschaft zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen. Der Privatklägerin 
wurde das Erscheinen vor dem Berufungsgericht ins Ermessen gestellt. 
 

F. Anlässlich der heutigen Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, 
erscheinen der Beschuldigte mit Advokat Bruno Muggli, für die Privatklägerin Dr. Marco Cheva-
lier in substitutionsweiser Vertretung für Rechtsanwalt Stefan Hofer sowie Staatsanwältin 
C.____. Auf die Aussagen des Beschuldigten sowie auf die weiteren Ausführungen der Parteien 
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 
 
 
Erwägungen 
 

I.  Formelles  
 
Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, 
mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsver-
letzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie 
Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochte-
nen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO).  
 
Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Ge-
richt innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und 
danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzli-
che Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 
StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 
eines Entscheides hat, zur Berufung legitimiert. Vorliegend wird das Urteil der Strafgerichtsvi-
zepräsidiums Basel-Landschaft vom 23. Juni 2014 angefochten, welches ein taugliches 
Anfechtungsobjekt darstellt. Nachdem der Beschuldigte fristgerecht die Berufung angemeldet 
hat, wurde ihm das vorinstanzliche Urteil in der Folge am 23. September 2014 schriftlich be-
gründet eröffnet. Mit Berufungserklärung vom 1. Oktober 2014 hat der Beschuldigte die 
Rechtsmittelfrist gewahrt.  
 

 

 
 
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Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs-
gericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 
sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EG StPO; SGS 250). Da sämtliche Formalien erfüllt sind, ist auf die vorliegende Berufung ohne 
Weiteres einzutreten. 
 
II.  Materielles  
 
A.  Allgemeines  

 
Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, 
für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Be-
gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue 
tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfah-
ren vorgetragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 
82 N 9).  
 
Der Einfachheit halber folgt das Kantonsgericht, wie bereits die Berufungsbegründung, grund-
sätzlich dem Aufbau des angefochtenen Urteils. Nachfolgend werden die Einwände des 
Berufungsklägers gegen das vorinstanzliche Urteil im Einzelnen beurteilt.  
 
Im Sinne einer einleitenden Bemerkung ist auf den Grundsatz der freien Beweiswürdigung hin-
zuweisen, der in Art. 10 Abs. 2 StPO gesetzlich verankert ist. Danach würdigt das Gericht die 
Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Weder die 
Anzahl noch die Art der Beweismittel ist massgebend, sondern allein deren Stichhaltigkeit. Es 
besteht keine Rangfolge der Beweise (vgl. CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL 
ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, 2011, S. 37 N 234; 
WOLFGANG WOHLERS, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 25). 
 
B.  Beweisantrag  

 
Der Beschuldigte wiederholt vor den Schranken des Kantonsgerichts seinen in der Berufungs-
erklärung vom 1. Oktober 2014 und in der Berufungsbegründung vom 16. Dezember 2014 
gestellten Antrag, wonach ein Augenschein sowie eine Unfallrekonstruktion vor Ort durchzufüh-
ren seien. Das betreffende Begehren wurde bereits mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. 
Januar 2015 unter Verweis auf das eingeschränkte Beweisverfahren vor Kantonsgericht (vgl. 
Art. 389 Abs. 1 StPO) abgelehnt. Auf die dortige ausführliche Begründung kann vorliegend voll-
umfänglich verwiesen werden. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände ist mithin nicht 
zu erwarten, dass durch ein Nachstellen des Unfallverlaufs vor Ort zuverlässige Rückschlüsse 
auf den relevanten Geschehensablauf, der nunmehr über vier Jahre zurückliegt, gewonnen 
werden könnten, zumal der Beschuldigte den Unfallanhänger Ende November 2010 (act. 457 
ff.) sowie den am Unfall beteiligten Personenwagen Ende 2011 (act. 689 ff.) verkauft hat, so 
dass eine wirklichkeitsnahe Unfallrekonstruktion ohne die tatsächlich beteiligten Fahrzeuge zum 

 

 
 
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vornherein nicht mehr als möglich erscheint. Folgerichtig wird der Beweisantrag des Beschul-
digten auch von der Dreierkammer des Kantonsgerichts abgewiesen.  
 
C.  Die angefochtenen Schuldsprüche im Einzelnen 

 
1.  Fahrlässige schwere Körperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) 

 
a)  Am 12. Oktober 2010 ereignete sich um ca. 15:55 Uhr in Birsfelden auf der Mutten-
zerstrasse ein Verkehrsunfall. Der Beschuldigte fuhr als Lenker des Personenwagens Land 
Rover RangeRover 4.6i, BL _____, in Birsfelden auf der Muttenzerstrasse. Am Fahrzeug ange-
hängt war der Sachentransportanhänger Jotha ATC 3500V, BL X.____, welcher gesamthaft ca. 
41 cm breiter war als der Personenwagen. Der Beschuldigte beabsichtigte, bei der Kreuzung 
Muttenzerstrasse/Hauptstrasse/Hardstrasse/Rheinfelderstrasse nach rechts in die Rheinfelder-
strasse einzubiegen. Dabei übersah er die 16-jährige Velofahrerin A.____ und erfasste diese 
mit dem rechten Seitenspiegel des Personenwagens, wodurch sie stürzte und anschliessend 
vom Anhänger des Beschuldigten überrollt wurde. A.____ erlitt bei diesem Unfall diverse, teil-
weise lebensgefährliche Verletzungen (eine Milzruptur IV. Grades, eine Verletzung des 
Darmbeinstachels, eine Flüssigkeitsansammlung in der Pleurarhöhle, eine Kreuzbeinlängsfrak-
tur, einen Knochenbruch des linken Schulterblattes, eine Prellung über der linken Augenhöhle 
und diverse Hautabschürfungen). Ohne notfallmässige ärztliche Behandlung wäre sie gestor-
ben. Neben den körperlichen Verletzungen hatte der Unfall auch die Verschlimmerung einer 
schon bestehenden Depression zur Folge (act. 423 ff., 705 f., 709). 
 
b)  Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt gestützt auf die Zeugeneinver-
nahmen von D.____ vom 18. Januar 2011 (act. 391 ff.), vom 3. Oktober 2011 (act. 597 ff.) 
sowie vom 18. Juni 2014 vor den Schranken des Strafgerichts (act. 1183 ff.), sodann die Exper-
tisen von Dr.-Ing. Heinz Burg vom 17. Oktober 2012 (act. 777 ff.) und vom 6. Februar 2013 (act. 
859 ff.), wobei der Sachverständige seine Darlegungen anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 18. Juni 2014 zusätzlich in mündlicher Form darlegte (act. 1179 ff.), als 
erstellt. In rechtlicher Hinsicht sprach das Strafgericht den Beschuldigten wegen fahrlässiger 
schwerer Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB schuldig. 
 
c)   Wie bereits vor Strafgericht ist im Berufungsverfahren unbestritten, dass der Beschuldig-
te mit seinem Fahrzeug samt Anhänger die in der Anklageschrift beschriebene Strecke fuhr (an 
der Kreuzung Muttenzerstrasse/Birseckstrasse von der Muttenzerstrasse herkommend rechts 
auf die Muttenzerstrasse, siehe Lageplan act. 785) und mit der Privatklägerin, die mit ihrem 
Fahrrad unterwegs war, kollidierte. Dabei berührte der rechte Aussenspiegel des Fahrzeugs 
des Beschuldigten die Privatklägerin im Bereich ihres linken Oberarms, wodurch ihr Fahrrad 
nach rechts abdrehte und die Privatklägerin nach links stürzte. Umstritten ist hingegen, welche 
Route die Privatklägerin wählte, bevor es zur Kollision kam, wobei hier gemäss Aktenlage drei 
Möglichkeiten zur Diskussion stehen. Die Privatklägerin kann an der Kreuzung Muttenzerstras-
se/Birseckstrasse von der Muttenzerstrasse rechts auf die Muttenzerstrasse gefahren sein, sie 
kann an besagter Kreuzung den Nebenweg der Muttenzerstrasse genommen haben oder sie 

 

 
 
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kann auf dem Trottoir gefahren und unmittelbar auf der Höhe des Kollisionspunktes vom Trottoir 
auf die Muttenzerstrasse gefahren sein (siehe Übersichtskarten und Fotos act. 785 f., 803, 813, 
839 f., 853 f.). 
 
d)   Die Vorinstanz kam in Beachtung des strafprozessualen Grundsatzes "in dubio pro reo" 
zum Schluss, dass die Privatklägerin den Verbindungsweg genommen habe. Der Vorderrichter 
argumentiert, der gerichtliche Gutachter Dr.-Ing. Heinz Burg führe zusammengefasst aus, dass 
er den Fahrweg über das Trottoir zwar nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 
ausschliessen könne, gleichzeitig lege er aber nachvollziehbar dar, dass die objektive Spuren-
lage diese Variante technisch als nicht möglich erscheinen lasse. Weiter habe die Privatklägerin 
von Anfang an glaubhaft ausgesagt, dass sie an der Kreuzung auf die Muttenzerstrasse gefah-
ren sei, eventuell über den dortigen Nebenweg. Der Zeuge D.____ habe ebenfalls glaubhaft zu 
Protokoll gegeben, er habe gesehen, dass die Privatklägerin an der Kreuzung auf die Mutten-
zerstrasse gefahren sei. Er sei sich sicher, dass sie nicht über das Trottoir gefahren sei. 
Bezüglich der Aussage des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin über das Trottoir gefahren 
sein soll, sei überdies zu beachten, dass der Beschuldigte keinesfalls behaupte, er habe dies 
gesehen. Vielmehr schliesse er dies lediglich aus dem Umstand, dass er die Privatklägerin 
eben nicht gesehen habe. Sodann sei nicht zuletzt anzumerken, dass sich das Trottoir an der 
fraglichen Stelle nicht gerade als "Abkürzung" anbiete. Es sei in keiner Weise ersichtlich, wieso 
die Privatklägerin den Weg über das Trottoir hätte wählen sollen, biete dieser Weg doch eher 
weniger Platz und müsste sie dort auf allfällige Fussgänger Rücksicht nehmen. Den Nebenweg 
an der Kreuzung zu benutzen, biete sich hingegen förmlich an. In Würdigung dieser Beweislage 
blieben keine vernünftigen Zweifel daran, dass die Privatklägerin nicht über das Trottoir und 
vom Trottoir auf die Muttenzerstrasse, sondern – wie in der Anklageschrift beschrieben – auf 
der Muttenzerstrasse gefahren sei. 
 
e)   Demgegenüber stellt sich der Beschuldigte – wie bereits vor Strafgericht – auf den 
Standpunkt, die Privatklägerin sei zunächst auf dem Trottoir und erst unmittelbar auf Höhe der 
Kollisionsstelle von diesem auf die Muttenzerstrasse hinausgefahren, weshalb es zum Unfall 
gekommen sei. Der Zeuge D.____ habe offenbar nur insularische Erinnerungen. Dies spreche 
dafür, dass er den Vorfall eben ganzheitlich nicht effektiv gesehen und sich in der Wahrneh-
mung dann ein Bild zurechtgelegt habe, welches mit dem wahren Geschehen nicht viel zu tun 
habe. Grundsätzlich seien sich die Gutachter einig, dass theoretisch die Version des Angeklag-
ten möglich wäre. Dr.-Ing. Heinz Burg halte sie in seinem ersten Gutachten für sehr 
unwahrscheinlich, was aber nicht näher erläutert werde, äussere sich in seinem zweiten Gut-
achten zur Beweiskraft nicht mehr und habe schliesslich an der Hauptverhandlung dieses "sehr 
unwahrscheinlich" hinsichtlich des Fahrens über das Trottoir nicht mehr gelten lassen. Damit 
fehle die notwendige Beweiskraft, um die Version des Angeklagten rechtsgenüglich auszu-
schliessen. Es sei daran zu erinnern, dass die Frage des Kollisionspunktes offen bleiben 
müsse, da sich die verschiedenen Beweise widersprächen. Auch die Frage der Geschwindig-
keit habe wegen der fehlenden Rekonstruktion nicht geklärt werden können. Wenn sich der 
Geschehensablauf nicht mit genügender Sicherheit nachweisen lasse, dann könne auch nicht 

 

 
 
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mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit die Vermeidbarkeit des Unfalles nachgewiesen wer-
den, so dass der Angeklagte nach Art. 10 Abs. 3 StPO freigesprochen werden müsse. 
 
f)  Die Vorinstanz ging nach Überzeugung der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsge-
richts mit zutreffender und ausführlicher Begründung in Beachtung des strafprozessualen 
Grundsatzes "in dubio pro reo" davon aus, dass die Privatklägerin den Verbindungsweg ge-
nommen habe, weswegen vorab vollumfänglich auf deren Erwägungen verwiesen werden kann 
(vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 7–10). Sie hat sich mit den Einwendungen des Verteidigers detail-
liert auseinandergesetzt und diese allesamt mit überzeugenden Argumenten verworfen. Um 
Wiederholungen zu vermeiden, kann deshalb zunächst in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 
auf die Ausführungen des vorinstanzlichen Urteils verwiesen werden. Die nachfolgenden Erwä-
gungen verstehen sich als teilweise ergänzend und sollen die wesentlichen Punkte noch einmal 
hervorheben. 
 

g)   Bezüglich der in casu entscheidenden Frage, welchen Weg die Privatklägerin A.____ 
vor dem Unfall wählte, sagte diese konstant aus, sie sei nicht über das Trottoir, sondern auf der 
Muttenzerstrasse in Richtung der Kreuzung gefahren. Es sei höchstens möglich gewesen, dass 
sie auf der Höhe der Liegenschaft Muttenzerstrasse 7 (Denner AG) den Verbindungsweg ge-
nommen habe (vgl. die wiedergegebenen Aussagen im Polizeibericht vom 25. Oktober 2010, 
act. 245; Einvernahme vom 18. Januar 2011 als Auskunftsperson, act. 409; Befragung vom 25. 
Oktober 2011 als Auskunftsperson, act. 619). 
 

h)   D.____ gab in den Befragungen vom 18. Januar 2011 und 3. Oktober 2011 als Zeuge 
zu Protokoll, der Beschuldigte sei von der Birseckstrasse gekommen (act. 395, 603). Dieselbe 
Aussage machte D.____ als Zeuge am 18. Juni 2014 vor Strafgericht (act. 1185). Er gab insge-
samt nicht weniger als drei Mal als Zeuge zu Protokoll, die Privatklägerin sei aus der 
Muttenzerstrasse eingebogen und normal auf der rechten Seite der Muttenzerstrasse gefahren 
und nicht über das Trottoir gekommen; entsprechend seien sie nebeneinander gefahren, die 
Privatklägerin auf der rechten Strassenseite und der Beschuldigte links davon (Einvernahme 
vom 18. Januar 2011, act. 393 ff.; Befragung vom 3. Oktober 2011, act. 599; Einvernahme am 
18. Juni 2014 vor Strafgericht, act. 1187). Der Zeuge war sich dabei ausdrücklich sicher (Befra-
gung vom 3. Oktober 2011: "absolut sicher", act. 599). Anlässlich der vorinstanzlichen 
Hauptverhandlung sagte der Zeuge, er sei sicher, weil er das Gefühl gehabt habe, dass die 
Privatklägerin vorsichtig und unsicher um die Ecke bei den Haifischzähnen gefahren sei (act. 
1187). 
 
i)   Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung würdigt der Richter Gutachten frei. 
Aus diesem Grund und weil die Beweiswürdigung zu den nicht delegierbaren Aufgaben des 
Richters gehört, ist dieser an die Stellungnahme des Sachverständigen nicht gebunden. Aller-
dings ist ein Abweichen vom Gutachten ausschliesslich aus triftigen, sachlich vertretbaren 
Gründen zulässig. Im Zentrum steht dabei insbesondere die Prüfung der Fragen, ob das Gut-
achten auf nachvollziehbaren Begründungen beruht oder ob es widersprüchlich ist, ob es auf 
dem aktuellen Stand der Tatsachenkenntnis und der Wissenschaft basiert und schliesslich, ob 

 

 
 
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in diesem nicht bzw. nur in ungenügender Weise auf wesentliche unterschiedliche Auffassun-
gen in Lehre und Praxis hingewiesen wird (vgl. BGE 128 I 86; ANDREAS DONATSCH/CHRISTIAN 
SCHWARZENEGGER/WOLFGANG WOHLERS, Strafprozessrecht, 2. Aufl. 2014, S. 166 f.). 
 
j)   Der gerichtliche Sachverständige Dr.-Ing. Heinz Burg kam in seiner Expertise vom 
17. Oktober 2012 zusammengefasst zum Schluss, dass es als "sehr unwahrscheinlich" ange-
sehen werden müsse, dass die Privatklägerin vom Trottoir aus auf die Strasse gefahren sei 
(act. 807) und hielt daran auch im ergänzenden Gutachten vom 6. Februar 2013 explizit fest 
(act. 871). Der Experte bestätigte seine Haltung am 18. Juni 2014 ein drittes Mal vor den 
Schranken des Strafgerichts (act. 1179 ff.). Seine Darlegungen erscheinen als schlüssig und 
widerspruchsfrei. Zudem hat er in sachlich nachvollziehbarer Weise die Einwände des Beschul-
digten im ergänzenden Gutachten verworfen.  
 
k)   Bezüglich des Gutachtens von Dr. Ulrich Löhle ist zunächst zu erwähnen, dass es sich 
hierbei um ein Privatgutachten handelt. Als solches hat es nicht den gleichen Stellenwert wie 
eine Expertise, die von der Untersuchungsbehörde oder vom Gericht eingeholt wird. Nach der 
konstanten Praxis des Bundesgerichts bilden Privatgutachten bloss Bestandteil der Parteivor-
bringen; die Qualität von Beweismitteln kommt ihnen nicht zu (vgl. BGE 135 III 670, E. 3.3.1; 
132 III 83, E. 3.4; je mit Hinweisen). Ein Parteigutachten ist bloss geeignet, die Erstellung eines 
(zusätzlichen) Gutachtens zu rechtfertigen oder darzulegen, dass das gerichtliche oder amtliche 
Gutachten mangelhaft oder nicht schlüssig ist (vgl. BGer 6B_272/2012 vom 29. Oktober 2012, 
E. 2.3, und 6B_48/2009 vom 11. Juni 2009, E. 4.2 mit Hinweisen; THOMAS FINGERHUTH, BGE-
Praxis II/2014, in: forumpoenale 6/2014, S. 364).  
 
l)   Im vom Beschuldigten in Auftrag gegebenen Gutachten vom 8. Januar 2013 führt 
Dr. Ulrich Löhle aus, es sei in Übereinstimmung mit der Expertise von Dr.-Ing. Heinz Burg mög-
lich, dass die Privatklägerin sowohl von der Muttenzerstrasse als auch über die Nebenstrasse 
nach rechts eingebogen sei. Die Variante, dass die Privatklägerin vom Trottoir gekommen sei, 
lasse sich aber nicht mit letzter Sicherheit ausschliessen (act. 835). Zur Annahme eines Sach-
verhalts ist ein derart hoher Beweisgrad jedoch gar nicht erforderlich. Vielmehr genügt hierfür 
die persönliche Überzeugung des Richters gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO, welche auf einer ge-
wissenhaften Prüfung aufgebaut und mindestens objektiviert und nachvollziehbar sein muss 
(vgl. hierzu obenstehend II.A und II.C.i sowie weitergehend THOMAS HOFER, Basler Kommentar 
StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). 
  
m)   Schliesslich ist vorliegend auffällig, dass der Beschuldigte gar nicht in überzeugendem, 
positiv-affirmativem Sinne behauptet, die Privatklägerin sei über das Trottoir gefahren. Diese 
Variante schliesst er vielmehr bloss indirekt aus dem Umstand, dass er sie nicht bereits früher 
gesehen habe (act. 647, 1177). 
 
n)   Zusammenfassend stehen somit hinsichtlich der von der Privatklägerin befahrenen Stre-
cke den fundierten, schlüssigen und widerspruchsfreien Ausführungen von Dr.-Ing. Heinz Burg 
sowie den mehrfach zu Protokoll gegebenen Aussagen des Zeugen D.____, welche zudem mit 

 

 
 
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denjenigen der Privatklägerin übereinstimmen, lediglich die Feststellung im Privatgutachten von 
Dr. Ulrich Löhle, dass die Privatklägerin vom Trottoir gekommen sei, lasse sich nicht mit letzter 
Sicherheit ausschliessen, sowie die blosse Annahme des Beschuldigten, die Privatklägerin sei 
wohl über das Trottoir gekommen, entgegen. In Würdigung dieser klaren Beweislage bleiben für 
die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts keine vernünftigen Zweifel, dass die Privatklä-
gerin – wie von der Vorinstanz festgestellt und in der Anklageschrift beschrieben – nicht über 
das Trottoir und vom Trottoir auf die Muttenzerstrasse, sondern auf der Muttenzerstrasse gefah-
ren ist. Das von der Vorinstanz festgestellte Beweisergebnis gilt demnach als erstellt. 
 
o)  Die rechtliche Würdigung des Vorderrichters, welche die Tat des Beschuldigten unter 
Art. 125 Abs. 2 StGB subsumiert hat, wurde vom Beschuldigten für den Fall der Bestätigung 
des vorinstanzlich festgestellten Sachverhalts nicht gerügt. Sie bedarf keiner Ergänzung, er-
weist sich in allen Teilen als korrekt und ist somit zu bestätigen (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 27; 
Art. 82 Abs. 4 StPO). Demgemäss ist der Beschuldigte der fahrlässigen schweren Körperverlet-
zung schuldig zu sprechen, die Berufung in diesem Punkt abzuweisen und das vorinstanzliche 
Urteil (inklusive des Entscheids bezüglich der Zivilforderungen gemäss Dispositiv-Ziffer 4) zu 
bestätigen.  
 
 
2. Unnötige Abgabe von Warnsignalen (Art. 90 Ziffer 1 SVG, Art. 40 SVG, Art. 29 Abs. 

1 VRV) 

 
a)   Des Weiteren richtet sich die Berufung des Beschuldigten gegen den Schuldspruch we-
gen unnötiger Abgabe von Warnsignalen (Art. 90 Ziffer 1 SVG, Art. 40 SVG, Art. 29 Abs. 1 
VRV). Der Beschuldigte wendet hier – wie bereits bei der Vorinstanz – im Wesentlichen ein, das 
Einschalten der gelben Gefahrenlichter sei angesichts der verwendeten Fahrzeugkombination 
angebracht und gemäss polizeilicher Praxis, welche auf sämtlichen Strassen bei entsprechen-
der Gefahrenlage Geltung beanspruche, auch ohne ausdrückliche Anordnung erlaubt gewesen. 
Es sei nicht zu verkennen, dass es sich um einen Ausnahmetransport mit einem gewissen Ge-
fahrenpotenzial gehandelt habe. Angesichts der Praxis der Polizei Basel-Landschaft dürfe 
aufgrund des gesunden Menschenverstandes das Einschalten des gelben Gefahrenlichts nicht 
strafbar sein, zumal das Einschalten das Gefahrenpotential reduziere und nicht etwa erhöhe.  
 
b)  Gemäss Art. 40 SVG sind unnötige und übermässige Warnsignale zu unterlassen. Diese 
Anforderungen werden in der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) konkretisiert. Art. 
29 Abs. 1 VRV sieht vor, dass Signale nur abgegeben werden dürfen, wenn dies die Sicherheit 
des Verkehrs erfordert, was ausdrücklich auch für gelbe Gefahrenlichter nach Art. 110 Abs. 3 lit. 
b VTS gilt. Gemäss Art. 110 Abs. 3 VTS werden solche Lichter nur mit Bewilligung der Zulas-
sungsbehörde und durch Eintrag im Fahrzeugausweis zugelassen.  
 
In casu waren gelbe Gefahrenlichter mit der ausdrücklichen und unmissverständlichen Ein-
schränkung, wonach das Einschalten dieser Lichter nur beim Abschleppen auf Autobahnen und 
Autostrassen sowie auf Anordnung der Polizei gestattet ist, durch den Eintrag im Fahrzeugaus-

 

 
 
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weis zugelassen (act. 885, 939). Vorliegend ist – wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat – 
keine der genannten Voraussetzungen erfüllt: Der Beschuldigte war weder zwecks Abschlep-
pen auf einer Hochleistungsstrasse unterwegs noch lag eine ausdrückliche polizeiliche 
Anordnung vor. In diesem Zusammenhang kann der Beschuldigte – entgegen seines Einwands 
– nichts zu seinen Gunsten aus dem vom Verteidiger eingereichten E-Mail vom 25. April 2013 
von E.____, Leiter der Hauptabteilung Verkehrssicherheit der Polizei Basel-Landschaft (act. 
1131 ff.), ableiten. Denn darin wird bezüglich der polizeilichen Anwendungspraxis zu Art. 110 
Abs. 3 lit. b VTS ausgeführt, dass Abschleppdienste beim Heranfahren an eine Unfallstelle auf 
Hochleistungsstrassen unmittelbar vor der Ankunft die gelben Gefahrenlichter einschalten und 
diese meistens bis zum Verlassen der Unfallstelle eingeschaltet bleiben. Eine direkte Anwei-
sung der Polizei erfolge in diesen Fällen nicht. Im Gegensatz zum Vorbringen des 
Beschuldigten wird im betreffenden Schreiben indessen nicht ausgeführt, dass diese Praxis 
entsprechende Geltung auf sämtlichen Strassen beanspruchen könne. Vielmehr nimmt das 
betreffende E-Mail des Leiters der Hauptabteilung Verkehrssicherheit der Polizei Basel-
Landschaft vom 25. April 2013 bezüglich der Anwendungspraxis zu Art. 110 Abs. 3 lit. b VTS 
jeweils ausdrücklich auf Hochleistungsstrassen Bezug. Nach dem Ausgeführten steht demnach 
fest, dass vorliegend weder eine polizeiliche Anordnung noch eine polizeiliche Praxis, auf wel-
che sich der Beschuldigte stützen könnte, ersichtlich sind. Somit ist festzustellen, dass der 
Beschuldigte durch sein Verhalten gegen Art. 29 Abs. 1 VRV verstossen hat, weswegen der 
vorinstanzliche Schuldspruch hinsichtlich der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 90 Abs. 1 SVG zu bestätigen ist.  
 
3.  Verletzung von ARV 1 (Art. 21 Abs. 2 lit. c ARV 1)  

 
a)   Schliesslich wendet sich der Beschuldigte gegen den Schuldspruch bezüglich einer Ver-
letzung der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen 
Motorfahrzeugführer (Chauffeurverordnung ARV 1; SR 822.221). 
 
b)  Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres Schuldspruchs aus, gemäss Verzeigung der 
Polizei Basel-Landschaft vom 28. März 2012 könne der vorliegend zu beurteilende Vorgang 
zwar von der Ausnahmeregelung von Art. 4 Abs. 1 lit. f ARV 1 erfasst werden. Zum Zwecke der 
Klärung von Unfällen müsse aber gemäss Art. 100 Abs. 1 lit. c VTS auch in diesem Falle ein 
Einlegeblatt eingelegt und der Fahrtschreiber bedient werden. Mit Stellungnahme vom 14. Mai 
2012 sei von der Polizei Basel-Landschaft sodann berichtigend ausgeführt worden, dass der 
vorliegende Vorgang doch als normaler gewerblicher Sachentransport zu qualifizieren sei und 
die ARV 1 folglich in vollem Umfang zur Anwendung gelange. Es lasse sich demnach der Ar-
gumentation der Polizei Basel-Landschaft folgend festhalten, dass der Beschuldigte den 
Fahrtschreiber vorliegend hätte bedienen müssen, sei es lediglich zur Aufklärung von Unfällen. 
Weil er dies nicht getan habe, sei der Beschuldigte gemäss Art. 21 Abs. 2 lit. c VRV1 (recte 
ARV 1) schuldig zu sprechen. 
 
c)  Gemäss Art. 21 Abs. 2 lit. c ARV 1 wird mit Busse bestraft, wer den Fahrtschreiber nicht 
in Betrieb hält, nicht richtig bedient oder die Aufzeichnungen verfälscht. Der persönliche und 

 

 
 
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sachliche Geltungsbereich der ARV 1 ergibt sich aus Art. 3 ARV 1, wobei die diesbezüglichen 
Ausnahmen in Art. 4 ARV 1 normiert werden. Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. f ARV 1 gilt die Verord-
nung ausdrücklich nicht für die Führer und Führerinnen von Fahrzeugen, die für die Pannenhilfe 
speziell ausgerüstet sind und innerhalb eines Umkreises von 100 km um ihren Standort einge-
setzt werden. Der Beschuldigte verwendete am 22. Februar 2012 einen für die Pannenhilfe 
speziell ausgestatteten Abschlepplastwagen mit Ladekran (Mercedes Atego, BL Y.____) in Mut-
tenz auf der Rheinfelderstrasse und somit klar innerhalb des vorgeschriebenen Radius von 100 
km um den Standort (act. 879 ff.). Aufgrund des erstellten Sachverhalts sind folglich die        
Voraussetzungen von Art. 4 Abs. 1 lit. f ARV 1 als erfüllt anzusehen. Wie der Beschuldigte zu 
Recht geltend macht, ist Art. 100 Abs. 1 lit. c VTS in casu nicht anwendbar – auch nicht zur Klä-
rung von Unfällen –, da es sich bei Art. 4 Abs. 1 lit. f ARV 1 im Vergleich zu den Regeln der 
VTS um eine lex specialis handelt. Art. 4 Abs. 1 lit. f ARV 1 kann mithin nicht durch einen weni-
ger spezifischen, ebenfalls auf Verordnungsstufe stehenden Rechtserlass ausgehebelt werden, 
ansonsten die betreffende Ausnahmeregelung als zwecklos erscheinen würde. Unfalleinsätze 
sind zudem oft nicht planbar, sodass die betreffende Ausnahmeregelung grundsätzlich auch 
von der Sache her als sinnvoll erscheint. Die Interpretation der Polizei Basel-Landschaft, dass 
es sich vorliegend um einen normal gewerblichen Sachentransport gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. h 
ARV 1 gehandelt habe, vermag in Bezug auf die Bedienung des Fahrtenschreibers nicht zu 
überzeugen, da die Polizei Basel-Landschaft in ihrem Schreiben vom 14. Mai 2012 festhält, 
dass die ARV 1 in vollem Umfange zur Anwendung komme (vgl. act. 939), was naturgemäss 
die Ausnahmeregelung von Art. 4 Abs. 1 lit. f ARV 1 mitumfasst. Folgerichtig ist der Beschuldig-
te vom Vorwurf der Verletzung der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die Arbeits- und 
Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer freizusprechen.  
 
4. Fazit  

 
Zusammenfassend ist der Beschuldigte demnach der fahrlässigen schweren Körperverletzung 
(Art. 125 Abs. 2 StGB) sowie der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Ziffer 1 
SVG, Art. 40 SVG, Art. 29 Abs. 1 VRV) schuldig zu sprechen. Demgegenüber ist er vom Vor-
wurf der Verletzung der Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen 
Motorfahrzeugführer und -führerinnen (Art. 21 Abs. 2 lit. c ARV 1) freizusprechen. 
 
 
III.  Strafzumessung 
 
a)   Der Beschuldigte hat die Strafzumessung für den Fall der Bestätigung des Schuld-
spruchs wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung durch das Kantonsgericht nicht gerügt. 
Die seitens der Vorinstanz vorgenommene Strafzumessung gemäss S. 23–28 des betreffenden 
Urteils erscheint als sachlich, objektiv und nachvollziehbar. Es kann daher zunächst auf die be-
treffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden, welche die 
strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts grundsätzlich als zutreffend erachtet (Art. 82 Abs. 
4 StPO).  
 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

b)  Anders als die Vorinstanz ist die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts allerdings 
nicht der Auffassung, der Beschuldigte habe keine Einsicht in sein Fehlverhalten gezeigt. Viel-
mehr ergibt sich aus den Akten, dass der Beschuldigte zwar während des gesamten 
Strafverfahrens seine strafrechtliche Schuld bestritten hat, aber stets dazu stand, eine natürli-
che Ursache für den Unfall der Privatklägerin gesetzt zu haben. Er hat sich überdies bei der 
Privatklägerin entschuldigt, ihr Blumen geschickt und mehrfach ihr gegenüber geäussert, es tue 
ihm leid (vgl. act. 631, 1197). Zu korrigieren ist das vorinstanzliche Urteil zudem dahingehend, 
dass der Beschuldigte lediglich hinsichtlich des Strafmandats des Bezirksamtes Brugg vom 3. 
August 2006 (act. 4.1) als vorbestraft gilt. Demgegenüber wurde mit Urteil des Strafgerichts 
Basel-Stadt vom 28. April 2011 bloss eine Übertretungsbusse von CHF 100.‒ ausgesprochen 
(act. 23 f.), was zu keinem Eintrag im Strafregister führte. Ein solcher ist bei Übertretungen ge-
mäss Art. 3 Abs. 1 lit. c Ziffer 1 VOSTRA-Verordnung (SR 331) i.V.m. Art. 366 Abs. 2 lit. a StGB 
erst ab einem Bussenbetrag von CHF 5‘000.‒ vorzunehmen. 
 
c)   Diese relevierten Abweichungen vom erstinstanzlichen Urteil wirken sich jedoch vorlie-
gend nur geringfügig zu Gunsten des Beschuldigten aus, da gemäss Vorinstanz die 
Täterkomponenten im Vergleich zu den Tatkomponenten zutreffenderweise nicht stark ins Ge-
wicht gefallen sind und sich im Ergebnis bloss minim zu Lasten des Beschuldigten ausgewirkt 
haben. Zudem ging die Vorinstanz in Bezug auf die fahrlässige schwere Körperverletzung nur 
von einem leichten Verschulden des Beschuldigten aus. Die von der Vorinstanz ausgesproche-
ne bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 120.‒ bei einer Probezeit von 2 Jahren 
erscheint daher auch unter Berücksichtigung der vorerwähnten Umstände dem Verschulden 
und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen.  
 
Bezüglich der Bussenhöhe gilt es zu berücksichtigen, dass im Vergleich zum Urteil der 
Vorinstanz zufolge Freispruchs der Schuldspruch bezüglich Widerhandlung gegen die ARV 1 
wegfällt. Die vom Vorderrichter ausgefällte Busse vom CHF 400.‒ ist deshalb auf CHF 200.‒ zu 
reduzieren. Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse 
(Art. 106 Abs. 2 StGB) ist auf 2 Tage festzusetzen. 
 
 
IV.  Kosten  
 
a)  Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-
rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Die Berufung ist vorliegend in einem 
sehr geringen Umfang – nämlich einzig hinsichtlich der Verletzung der Verordnung über die 
Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer und -führerinnen – teilweise 
gutzuheissen. Im Übrigen ist die Berufung vollumfänglich abzuweisen. In Anbetracht dieses 
Verfahrensausgangs gehen die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 
CHF 6'300.‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 6'000.‒ sowie Auslagen von CHF 300.‒, 
zu Lasten des Berufungsklägers. Zudem ist diesem für das Berufungsverfahren keine Partei-
entschädigung auszurichten. 
 

 

 
 
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b)  Des Weiteren hat der Beschuldigte der Privatklägerin für das zweitinstanzliche Verfah-
ren eine Entschädigung zu bezahlen. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht 
reicht Advokat Dr. Marco Chevalier in substitutionsweiser Vertretung für Rechtsanwalt Stefan 
Hofer eine Honorarnote vom 13. April 2015 ein, welche einen Aufwand von 29 Stunden (ohne 
kantonsgerichtliche Hauptverhandlung und Anfahrtsweg) ausweist. Dieser Aufwand erscheint 
im Hinblick auf die im vorliegenden Verfahren notwendigen und angemessenen Arbeiten als 
Vertreter der Privatklägerin als deutlich zu hoch, zumal in casu keine schwierigen Rechtserläu-
terungen oder Ähnliches erforderlich waren und die Privatklägerin mit Eingabe vom 16. Januar 
2015 lediglich eine äusserst kurze Stellungnahme (2.5 Seiten) zur Berufungsbegründung vom 
16. Dezember 2014 eingereicht hat. Dementsprechend ist der geltend gemachte Aufwand auf 
angemessene 15 Stunden zu reduzieren, woraus sich eine vom Beschuldigten an die Privatklä-
gerin für das zweitinstanzliche Verfahren auszurichtende Entschädigung in Höhe von CHF 
3‘806.55 (inklusive CHF 74.60 Auslagen sowie CHF 281.95 Mehrwertsteuer) für die notwendi-
gen anwaltlichen Aufwendungen ergibt. 
 
  

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 23. Juni 

2014, auszugsweise lautend:  

   "1.   B.____ wird der fahrlässigen schweren Körperverletzung, der 
mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln sowie der Verletzung 
der Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässi-
gen Motorfahrzeugführer und -führerinnen schuldig erklärt und zu 
 
einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 
Fr. 120.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, 
 
sowie zu einer Busse von Fr. 400.-- verurteilt, 
 
im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen, 
 
in Anwendung von Art. 125 Abs. 2 StGB, Art. 90 Ziff. 1 SVG 
(i.V.m. Art. 40 SVG, Art. 29 Abs. 1 VRV sowie Art. 30 Abs. 2 
SVG), Art. 21 Abs. 2 lit. c ARV1 (i.V.m. Art. 14 Abs. 1 ARV1 und 
Art. 100 Abs. 1 lit. c VTS), Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 
StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 Abs. 2 StGB. 

      
   2.   Der Beschuldigte wird von der Anklage des Führens eines nicht 

betriebssicheren Fahrzeugs freigesprochen. 
      
   3.   Das beschlagnahmte Fahrrad wird nach Rechtskraft unter Aufhe-

bung der Beschlagnahme der Privatklägerin zurückgegeben. 
      
   4.   Die unbezifferte Schadenersatzforderung der Privatklägerin wird 

dem Grundsatz nach gutgeheissen und im Übrigen (betreffend 
Schadenshöhe sowie Haftungsquote) auf den Zivilweg verwiesen. 
 
Der Beurteilte wird dazu verurteilt, der Privatklägerin gemäss 
Art. 433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung in Höhe von 
Fr. 12‘134.75 für die notwendigen anwaltlichen Aufwendungen zu 
bezahlen." 

   
wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten in den 
Ziffern 1 und 2 wie folgt geändert: 
 
 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
   1.   B.____ wird der fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie 

der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt 
und zu 
  
einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 
Fr. 120.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, 
 
sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt, 
 
im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, 
 
in Anwendung von Art. 125 Abs. 2 StGB, Art. 90 Ziff. 1 SVG 
(i.V.m. Art. 40 SVG, Art. 29 Abs. 1 VRV sowie Art. 30 Abs. 2 
SVG), Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 
StGB sowie Art. 106 Abs. 2 StGB. 
 

   2. Der Beschuldigte wird von der Anklage des Führens eines nicht 
betriebssicheren Fahrzeugs sowie der Verletzung der Verordnung 
über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahr-
zeugführer und -führerinnen freigesprochen. 
 

   
Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. 
 

 II. a) Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 
CHF 6'300.‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 6'000.‒ sowie Auslagen 
von CHF 300.‒, werden dem Beschuldigten auferlegt. 
 
b) Dem Beschuldigten wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 
c) Der Beschuldigte wird dazu verurteilt, der Privatklägerin für das zweitin-
stanzliche Verfahren eine Entschädigung in Höhe von CHF 3‘806.55 (inklusive 
CHF 281.95 Mehrwertsteuer) für die notwendigen anwaltlichen Aufwendungen 
zu bezahlen.