# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9043c614-dd29-5577-a2cd-a9fc134e82bb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 01.02.2023 SK1 2021 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-98_2023-02-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 1. Februar 2023

Referenz SK1 21 98

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Gabriel, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt M.A. HSG in Law Kevin Kleger
Advokatur am Rosenberg, Dufourstrasse 150, 9000 St. Gallen 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Gegenstand Grobe Verletzung von Verkehrsregeln

Anfechtungsobj. Urteil des Regionalgerichts Landquart vom 08.09.2021, mitgeteilt 
am 23.12.2021 (Proz. Nr. 515-2021-7)

Mitteilung 15. Februar 2022

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Sachverhalt

A. Am 8. September 2021 sprach das Regionalgericht Landquart A._____ der 
groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a 
Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig. Dafür bestrafte es 
A._____ mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 260.00, bedingt 
aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren und einer Verbindungsbusse von 
CHF 7'020.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse wurde auf 27 Tage festge-
legt. Die Verfahrenskosten auferlegte das Gericht vollumfänglich A._____.

B. Gegen dieses Urteil meldete A._____ (fortan Beschuldigter) mit Eingabe 
vom 16. September 2021 beim erstinstanzlichen Gericht fristgerecht Berufung an. 
Am 23. Dezember 2021 wurde das schriftlich begründete Urteil mitgeteilt. Am 
7. Januar 2021 und damit ebenfalls fristgerecht wurde die Berufungserklärung 
dem Kantonsgericht von Graubünden eingereicht. Angefochten wurde das Urteil 
lediglich im Punkt der Strafzumessung, der Schuldpunkt blieb unangefochten. Der 
Beschuldigte beantragte, es seien sowohl die Höhe als auch die Anzahl der Ta-
gessätze nach unten zu korrigieren. Ebenso seien die Höhe der Verbindungsbus-
se sowie die beantragte Ersatzfreiheitsstrafe unter Berücksichtigung der finanziel-
len Verhältnisse des Beschuldigten zu reduzieren. Schliesslich sei die Probezeit 
auf zwei Jahre festzulegen, unter Beibehaltung des bedingten Vollzugs. Dies unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren.

C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (fortan Staatsanwaltschaft) verzichtete 
mit Eingabe vom 12. Januar 2022 auf eine Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 
StPO.

D. Die Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht fand am 1. Februar 
2023 statt. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme an der Haupt-
verhandlung. Der Beschuldigte hielt anlässlich der Hauptverhandlung an den in 
der Berufungserklärung gestellten Rechtsbegehren fest und präzisierte diese. Er 
beantragte, es sei eine Geldstrafe von 170 Tagessätzen zu je CHF 40.00, bei Ge-
währung des bedingten Strafvollzugs und Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren 
auszufällen. Ferner sei eine Verbindungsbusse von CHF 1'360.00 aufzuerlegen, 
unter Ansetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der 
Busse. Dies unter ausgangsgemässer Auferlegung der Verfahrenskosten.

E. Das Urteil vom 1. Februar 2023 wurde den Parteien noch gleichentags im 
Dispositiv mitgeteilt.

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Erwägungen

1.1 Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Lan-
dquart vom 8. September 2021 ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO die Berufung 
zulässig. Die Anmeldung der Berufung an das erstinstanzliche Gericht erfolgte mit 
Eingabe vom 16. September 2021 innert der Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO und 
folglich rechtzeitig (act. A.1). Das begründete Urteil wurde am 23. Dezember 2021 
mitgeteilt, womit auch die vom 7. Januar 2022 datierende Berufungserklärung 
fristgerecht eingereicht wurde (Art. 399 Abs. 3 StPO; act. A.2). Weitere Bemer-
kungen zu den Eintretensvoraussetzungen können unterbleiben. Auf die frist- und 
formgerecht anhängig gemachte Berufung ist einzutreten.

1.2. Die Rechtsmittelinstanz ist bei ihrem Entscheid nicht an die Begründungen 
und Anträge der Parteien gebunden, darf Entscheide aber nicht zum Nachteil der 
beschuldigten oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu 
deren Gunsten ergriffen worden ist (Verbot der reformatio in peius nach Art. 391 
Abs. 1 StPO). Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil gemäss 
Art. 404 Abs. 1 StPO nur in den angefochtenen Punkten. Um gesetzeswidrige 
oder unbillige Entscheidungen zu verhindern, kann es zugunsten der beschuldig-
ten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen (vgl. Art. 404 Abs. 2 
StPO). Die angefochtenen Punkte überprüft das Berufungsgericht umfassend – 
sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 StPO; zu 
den Ausnahmen Art. 398 Abs. 4 und 5 StPO). Gerügt werden können Rechtsver-
letzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit (vgl. Art. 398 Abs. 3 lit. a-
c StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es gemäss 
Art. 408 StPO ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt. Soweit 
das Urteil nicht angefochten wurde, so tritt die Rechtskraft rückwirkend auf den 
Tag ein, an dem das Urteil gefällt worden ist (Art. 402 StPO e contrario und Art. 
437 Abs. 2 StPO).

1.3. Das Urteil des Regionalgerichts Landquart vom 8. September 2021 wurde 
(in Entsprechung zu Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO) lediglich teilweise angefochten: 
Der Beschuldigte focht ausschliesslich Dispositivziffer 2 des besagten Urteils an, 
betreffend die Strafzumessung (vgl. act. A.2; act. H.1, Ziff. 1.1; siehe auch Art. 399 
Abs. 4 lit. b StPO). Unangefochten blieb der Schuldspruch (ausdrücklich bestätigt 
im Rechtsbegehren 1.1 gemäss Plädoyernotizen, act. H.1 und act. H.2, S. 2). 
Demgemäss ist festzustellen, dass Dispositivziffer 1 des Urteils des Regionalge-
richts Landquart vom 8. September 2021 (Proz. Nr. 515-2021-7) in Rechtskraft 

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erwachsen ist: Der Beschuldigte hat sich der groben Verletzung der Verkehrsre-
geln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit 
Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht.

2.1. In Bezug auf die angefochtene Strafzumessung führte der Beschuldigte an, 
dass diese durch die Vorinstanz nur sehr knapp begründet worden sei. Den Ta-
tumständen sowie den finanziellen Verhältnissen sei zu wenig Rechnung getragen 
worden (act. A.2). Dem Beschuldigten ist insoweit beizupflichten, als die Begrün-
dung der Strafzumessung tatsächlich lakonisch ausgefallen ist (siehe act. B.1, E. 4 
und 5). Begründend führte die Vorinstanz lediglich aus, das Verschulden des Be-
schuldigten wiege nicht schwer, dürfe aber auch nicht bagatellisiert werden, zumal 
die aus dem Gesetz fliessende Sorgfaltspflicht zu den elementaren Sicherheits-
vorschriften im Strassenverkehr gehöre. Weiter seien Strafminderungs-, Strafmil-
derungs-, sowie Strafschärfungs- oder Straferhöhungsgründe nicht ersichtlich 
(act. B.1, E. 5). Der Vorgabe von Art. 50 StGB, wonach das Gericht in der Urteils-
begründung auch die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und 
deren Gewichtung festhält, genügen die vorgenannten Ausführungen noch nicht. 

2.2. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer bedingt vollziehbaren 
Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 260.00 bei einer Probezeit von 3 Jah-
ren sowie mit einer Verbindungsbusse von CHF 7'020.00 (act. B.1, Dispositivziffer 
2). Der Beschuldigte liess anlässlich der Berufungsverhandlung die Herabsetzung 
des Strafmasses auf eine bedingt vollziehbare Geldstrafe von 170 Tagessätzen zu 
je CHF 40.00 bei einer Probezeit von (nur) 2 Jahren und damit einhergehend eine 
Verbindungsbusse von CHF 1'360.00 beantragen (act. H.1, Ziff. 1.2, 1.3). Zu den 
finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten wurden von dessen Rechtsvertreter 
weitere Belege zu den Akten gegeben (act. B.2, B.2.1-B.2.7).

2.3. Entgangen ist der Vorinstanz der Umstand, dass der Beschuldigte am 
2. Februar 2021 erneut vom kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen wegen fahr-
lässiger Verursachung einer Feuersbrunst (Art. 222 StGB), begangen am 13. De-
zember 2020, verurteilt worden ist. Dies ergab sich nicht aus dem bei den Akten 
liegenden Strafregisterauszug vom 15. Juni 2020 (StA act. 5), hätte sich aber oh-
ne Weiteres aus einem Strafregisterauszug aktuelleren Datums ergeben. Jeden-
falls ergeht die Verurteilung wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst 
aus dem vom Kantonsgericht von Amtes wegen eingeholten Strafregisterauszug 
vom 24. Januar 2023 (act. D.13.2, S. 2) und ist vorliegend zu berücksichtigen. Hat 
das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen 
einer andern Tat verurteilt worden ist, so legt Art. 49 Abs. 2 StGB fest, dass die 
Zusatzstrafe in der Weise bestimmt wird, dass der Täter nicht schwerer bestraft 

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wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt werden. Art. 49 
Abs. 2 StGB will das in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte Asperationsprinzip bei re-
trospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der mehrere gleichartige Stra-
fen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Prinzip der Strafschärfung beurteilt 
werden, unabhängig davon, ob die Verfahren getrennt durchgeführt werden oder 
nicht. Das Asperationsprinzip greift nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
nur, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Diese Vorausset-
zung gilt auch für die Bildung einer Zusatzstrafe bei der retrospektiven Konkurrenz 
(BGE 142 IV 265 E. 2.3.1 f. m.w.H.). Im Hinblick auf den Zeitpunkt der früheren 
Verurteilung ist in der Lehre umstritten, ob auf den Zeitpunkt der Urteilsfällung, der 
Urteilseröffnung oder auf den Zeitpunkt der Rechtskraft abzustellen ist (eingehend 
dazu Jürg-Beat Ackermann, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, N 133 und 135 ff. zu Art. 49 StGB). Darauf 
braucht indes nicht weiter eingegangen zu werden, da die vorliegend vom Kan-
tonsgericht zu beurteilende Tat eindeutig bereits vor Fällung des Ersturteils be-
gangen worden ist.

2.4. Die durch das erkennende Gericht zu beurteilende Geschwindigkeitsüber-
schreitung ist am 22. Mai 2020 begangen worden. Das ist unbestritten (act. B.1, 
E. 2.2; StA act. 19, Frage 6; RG act. 9, Ziff. 3; act. A.2; H.2, S. 2; act. H.3, Frage 
V.1). Am 2. Februar 2021 wurde der Beschuldigte wegen fahrlässiger Verursa-
chung einer Feuersbrunst (Art. 222 StGB) verurteilt. Ausgefällt wurde eine bedingt 
vollziehbare Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 120.00 mit einer Probezeit 
von zwei Jahren. Besagtes Urteil erwuchs am 2. Februar 2021 vollumfänglich in 
Rechtskraft. Die heute zu beurteilende Straftat (Geschwindigkeitsüberschreitung 
vom 22. Mai 2020) ist damit klarerweise vor der Verurteilung am 2. Februar 2021 
begangen worden. Sowohl im Ersturteil als auch im vorliegend angefochtenen Ur-
teil wurde für die zu bestrafende grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG eine Geldstrafe ausgesprochen. Da eine Freiheitsstrafe nicht geboten er-
scheint, um den Beschuldigten von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-
gehen abzuhalten und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine Geldstrafe 
voraussichtlich nicht vollzogen werden könnte (Art. 41 Abs. 1 lit. a und b StGB), 
erkennt auch das Berufungsgericht auf eine Geldstrafe. Die Voraussetzungen von 
Art. 49 Abs. 2 StGB sind folglich erfüllt. Es ist eine Zusatzstrafe auszufällen.

2.5. Die Zusatzstrafe ist die Strafe, die der später urteilende Richter für die von 
ihm selbst beurteilte(n) Tat(en) zu bestimmen hat. Sie berührt die rechtskräftige 
Grundstrafe nicht, sondern tritt zu dieser hinzu und ergänzt sie. Art. 49 Abs. 2 

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StGB betont die Rechtskraft des ersten Urteils und dient damit der Rechtssicher-
heit. Dem Zweitrichter ist es nicht erlaubt, im Rahmen retrospektiver Konkurrenz 
die Grundstrafe aufzuheben und eine (nachträgliche) Gesamtstrafe für alle Taten 
aussprechen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.1). In einem ersten Schritt ist die Einzelstrafe 
für die neu zu beurteilende Tat festzusetzen und zu benennen (vgl. Mathys, 
a.a.O., N 540 f.; BGE 142 IV 265 E. 2.4.3).

2.6. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 
berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 
der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB, Täterkomponenten). 
Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggrün-
den und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den 
inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verlet-
zung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB, Tatkomponenten). Die Tatkomponenten 
lassen sich in eine objektive und in eine subjektive Seite einteilen (vgl. Stefan 
Trechsel/Martin Seelmann, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafge-
setzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., Zürich 2021, N 2 zu Art. 47 StGB).

2.7.1. Im Hinblick auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 
Beschuldigte die ausserorts geltende Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 
59 km/h überschritt (StA act. 14; act. B.1, E. 3). Dieser Tatvorwurf wurde vom Be-
schuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung nicht bestritten (siehe act. H.2, 
S. 2). Hätte die gemessene Überschreitung (nur) einen Stundenkilometer mehr 
betragen, so wäre der Grenzwert für eine besonders krasse Missachtung der 
zulässigen Höchstgeschwindigkeit i.S.v. Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. c SVG er-
reicht worden. Die Missachtung der Höchstgeschwindigkeit in casu ist demnach 
als erheblich einzustufen und mit der Vorinstanz jedenfalls nicht mehr als gering-
fügig zu betrachten. Mit Blick auf die subjektive Tatschwere ist anzuführen, dass 
der Beschuldigte um die ausserorts geltende Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h 
hätte wissen müssen. An der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, 
er könne sich nicht erklären, wie er auf die Geschwindigkeit von 139 km/h ge-
kommen sei. Man merke nicht, wie schnell man mit diesem Fahrzeug (gemeint: 
Lamborghini) fahre. Er sei "sportlich" unterwegs gewesen und es sei abwärtsge-
gangen (act. H.3, Frage 6). Dies belegt, dass der Beschuldigte die ihn als Auto-
mobilisten treffende Sorgfaltspflicht verletzt hat. Zudem lässt die zitierte Aussage 
auf eine gewisse Gleichgültigkeit schliessen: Mit anderen Worten war es dem Be-
schuldigten egal, dass er mit seiner übersetzten Geschwindigkeit eine erhebliche 
abstrakte Gefahr für Leib und Leben anderer Verkehrsteilnehmer schuf. Insgesamt 

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ist mit der Vorinstanz von einem nicht schweren, aber dennoch mittelschweren 
Verschulden auszugehen (vgl. act. B.1, E. 5). Aufgrund der vorgenannten Tat-
komponenten rechtfertigt es sich, von einer Einsatzstrafe von 160 Tagessätzen 
auszugehen.

2.7.2. Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ergeben sich kei-
nerlei Strafmilderungs- oder Strafminderungsgründe. Vorstrafen wirken sich nach 
konstanter Rechtsprechung straferhöhend aus (Mathys, a.a.O., N 320 m.w.H.) 
Demnach wirkt sich auch die vom kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen am 
18. Juli 2017 verhängte Vorstrafe wegen Urkundenfälschung etc. straferhöhend 
aus (act. D.13). Die Einsatzstrafe von 160 Tagessätzen ist daher in einem weite-
ren Schritt um 20 Tagessätze auf 180 Tagessätze zu erhöhen.

2.7.3. Eine Geldstrafe beträgt höchstens 180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). 
Die Zusatzstrafe ist in der Weise zu bilden, dass der Täter nicht schwerer bestraft 
wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären. Die 
Gesamtstrafe für beide Delikte wird im Sinne der vorstehenden Erwägungen auf 
das Höchstmass von 180 Tagessätzen festgelegt. In Anwendung von Art. 49 
Abs. 2 StGB sind von den 180 Tagessätzen wiederum 20 Tagessätze in Abzug zu 
bringen, womit sich eine Zusatzstrafe von 160 Tagessätzen ergibt.

2.8. Die Höhe des Tagessatzes bestimmt das Gericht gemäss Art. 34 Abs. 2 
StGB nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im 
Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensauf-
wand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenz-
minimum. Heranzuziehen ist die vom Beschuldigten anlässlich der Hauptverhand-
lung ins Recht gelegte jüngste Veranlagungsberechnung (für die Steuerperiode 
vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021), wo ein Einkommen von total 
CHF 50'145.00 ausgewiesen ist (act. B.2.3). Das ergibt ein monatliches Einkom-
men von CHF 4'178.75 und einen Tagessatz von CHF 110.00 (CHF 4'178.75 – 
Pauschalabzug von 20 % = CHF  3'343.00; CHF 3'343.00 / 30 = CHF 110.00 [Er-
gebnis auf CHF 10 abgerundet]). Nicht abgestellt werden kann auf die vom Be-
schuldigten eingelegte Lohnabrechnung der von ihm als Alleinaktionär geführten 
Gesellschaft für das Jahr 2022 (act. B.2.2). Dies in Ermangelung weiterer Belege 
wie etwa einer Jahresrechnung, anhand derer sich der Jahreslohn von 
CHF 28'118.90 (bei der Bezeichnung "Monatslohn" dürfte es sich um einen Ver-
schreiber handeln) hinlänglich nachvollziehen liesse. Dies vor dem Hintergrund, 
dass die besagte Gesellschaft des Beschuldigten in der Steuerperiode 2021 
gemäss Steuerveranlagung einen Verlust von CHF 24'095.00 erzielte, bei einem 
Verlustvortrag von CHF 178'817.00 (act. B.2.5). Nichtsdestotrotz vermochte der 

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Beschuldigte in der gleichen Steuerperiode Einkünfte von CHF 50'145.00 zu gene-
rieren. Daher ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte auch für das Jahr 
2022 ungefähr dasselbe Einkommen erwirtschaften konnte, ungeachtet der Ver-
luste seiner Aktiengesellschaft. Im Ergebnis resultiert eine Geldstrafe von insge-
samt 160 Tagessätzen zu CHF 110.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufge-
schoben und die von der Vorinstanz auf 3 Jahre festgelegte Probezeit bestätigt.

2.9. Eine bedingte Geldstrafe kann mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbun-
den werden (sogenannte Verbindungsstrafe, Art. 42 Abs. 4 StGB). Einer Verbin-
dungsbusse kommt nur untergeordnete Bedeutung zu, das Hauptgewicht liegt auf 
der bedingt ausgefällten Geldstrafe. Das Bundesgericht hat, um dem akzessori-
schen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, die Obergrenze für die 
Verbindungsbusse grundsätzlich auf 20 % festgelegt (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). 
Die Verbindungsbusse ist demnach auf CHF 3'520.00 festzulegen. Die Ersatzfrei-
heitsstrafe wird bei 27 Tagen belassen.

3.1. Gestützt auf Art. 408 und Art. 428 Abs. 3 StPO hat das Berufungsgericht 
von Amtes wegen auch über den von der Vorinstanz getroffenen Entscheid bezüg-
lich Tragung der Verfahrenskosten zu befinden. Nach Art. 426 Abs. 1 StPO trägt 
die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Aufgrund 
des vorliegenden Verfahrensausgangs sind die erstinstanzlichen Verfahrenskos-
ten von CHF 4'500.00 in Bestätigung der vorinstanzlichen Kostenregelung vollum-
fänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen. Ebenso gehen die Untersuchungskos-
ten von CHF 1'485.00 zulasten des Beschuldigten.

3.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien gemäss Art. 428 
Abs. 1 StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Der Beschuldig-
te ist mit seinem Begehren, die Höhe und Anzahl der Tagessätze sowie die Ver-
bindungsbusse nach unten zu korrigieren, teilweise durchgedrungen: Die Vor-
instanz sprach eine bedingt zu vollziehende Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 
CHF 260.00 bei einer Probezeit von 3 Jahren sowie eine Verbindungsbusse von 
CHF 7'020.00 mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 27 Tagen aus (act. B.1, Disposi-
tivziffer 2). Beantragt wurde vom Beschuldigten eine bedingt zu vollziehende 
Geldstrafe von 170 Tagessätzen zu je CHF 40.00 bei einer Probezeit von 2 Jah-
ren sowie eine Verbindungsbusse von CHF 1'360.00 (act. H.1, Ziff. 1.2 und 3). Die 
bedingt zu vollziehende Geldstrafe wird vorliegend auf 160 Tagessätze zu 
CHF 110.00 und die Verbindungsbusse auf CHF 3'520.00 reduziert. Die Probezeit 
wurde mit der Vorinstanz bei 3 Jahren belassen. Jedenfalls hat der Beschuldigte 
als Berufungskläger einen für sich günstigeren Entscheid erwirkt. Dementspre-
chend erscheint es gerechtfertigt, die Kosten für das Berufungsverfahren von ins-

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gesamt CHF 2'000.00 zur Hälfte, sprich zu CHF 1'000.00, dem Beschuldigten auf-
zuerlegen. Im Umfang von CHF 1'000.00 gehen die Kosten des Berufungsverfah-
rens zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht). Für das Berufungsver-
fahren wird dem Beschuldigten ausserdem eine Entschädigung von CHF 1'000.00 
(inkl. Spesen und MwSt.) zugesprochen (Art. 436 Abs. 2 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 
lit. a StPO).

4. Das am 1. Februar 2023 unbegründet mitgeteilte Entscheiddispositiv der 
erkennenden I. Strafkammer ist in Bezug auf die in Dispositivziffer 3.1 genannten 
Untersuchungskosten von CHF 1'458.00, welche dem Beschuldigten aufzuerlegen 
sind, in Anwendung von Art. 83 Abs. 1 StPO von Amtes wegen zu berichtigen. 
Richtigerweise betragen die Untersuchungskosten CHF 1'485.00 (vgl. RG act. 29). 
Das Dispositiv des Entscheides vom 1. Februar 2023 wird entsprechend berichtigt, 
was den Parteien in Form eines Beschlusses eröffnet wird (Art. 83 Abs. 4 StPO).

Demnach wird beschlossen:

Das am 1. Februar 2023 mitgeteilte Dispositiv des Urteils vom 1. Februar 
2022 wird in Bezug auf die Dispositivziffer 3.1 von Amtes wegen berichtigt.

und erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Landquart vom 
8. September 2021 (Proz. Nr. 515-2021-7) wie folgt in Rechtskraft erwach-
sen ist:

1. A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 
32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG.

2.1. A._____ wird mit einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je CHF 110.00 
als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 2. 
Februar 2021 sowie mit einer Busse von CHF 3'520.00 bestraft.

2.2. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jah-
re festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

2.3. Bezahlt A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 27 Tagen.

3.1. Die Untersuchungskosten in Höhe von CHF 1'485.00 gehen zu Lasten von 
A._____.

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3.2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 4'500.00 gehen zu 
Lasten von A._____.

3.3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 2'000.00 gehen im Umfang 
von CHF 1'000.00 zu Lasten von A._____ und im Umfang von 
CHF 1'000.00 zu Lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

4. A._____ wird für das Berufungsverfahren mit CHF 1'000.00 (inkl. Spesen 
und MwSt.) zu Lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht) entschä-
digt.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6. Mitteilung an: