# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f602bee6-656e-5c78-8ddf-db054fabae6d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 06.03.2013 VO130033
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO130033_2013-03-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Präsident    
 
 

Geschäfts-Nr.: VO130033-O/U 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie 

die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu 
 

 

Urteil vom 6. März 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchstellerin 

 

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
 

- 2 - 

1. Ausgangslage 

1.1. Mit Eingabe vom 28. Februar 2013 ersuchte A._____ (nachfolgend: Ge-

suchstellerin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich für ein 

beim Friedensrichteramt B._____ hängiges Schlichtungsverfahren gegen die 

Regionalvertretung der Kirche C._____ um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (act. 1). Zudem beantragte sie die Bestellung eines unentgelt-

lichen Rechtsbeistandes (act. 1 S. 4).  

1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei-

entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist 

daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 

2. Beurteilung des Gesuchs 

2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä-

sident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die un-

entgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz 

neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen 

der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsver-

fahrens bewilligen kann. 

2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einer-

seits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder 

"Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheint (Art. 117 ZPO). Ein Anspruch auf die gerichtliche Bestellung eines 

unentgeltlichen Rechtsbeistandes setzt sodann zusätzlich voraus, dass dies 

zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 

2.3. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit ist eine gewisse Pro-

zessprognose notwendig, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung 

abzustellen ist. Als aussichtslos sind dabei nach der bundesgerichtlichen 

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Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaus-

sichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb 

kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. z.B. BGE 69 I 160). Zu 

prüfen ist, ob der geltend gemachte Anspruch aus den behaupteten Tatsa-

chen rechtlich begründet ist. Die Prozesschancen sind in vorläufiger und 

summarischer Prüfung der Sach- und Rechtslage aufgrund des jeweiligen 

Aktenstandes zu beurteilen (BGE 131 I 113 E. 3.7.3). Zur Vornahme der 

Prüfung ist damit auf die vorhandenen Akten abzustellen (vgl. auch BSK 

ZPO-Rüegg, Art. 117 N 20). 

2.4. Zum Begehren in der Hauptsache führt die Gesuchstellerin aus, sie bean-

trage die Nichtigerklärung ihrer Exkommunikation vom 17. Mai 2011 und des 

gegen sie am 1. August 2010 verhängten Hausverbots. Die Beklagte in der 

Hauptsache sei sodann zu verpflichten, die ihr angefallenen Anwaltskosten 

sowie eine Arztrechnung zu übernehmen und ihr eine Genugtuung zu leisten 

(act. 1 S. 4). Die Gesuchstellerin unterlässt es, ihre Begehren und die damit 

zusammenhängenden Ausführungen mittels Urkunden zu belegen. Ihre Dar-

legungen im Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das 

Schlichtungsverfahren" sowie im beigelegten Ergänzungsschreiben (act. 1) 

gehen nicht über blosse Behauptungen hinaus. So fehlt es insbesondere an 

Nachweisen, dass die Gesuchstellerin zu Unrecht exkommuniziert und über 

sie zu Unrecht ein Hausverbot verhängt worden sei. Im Weiteren finden sich 

keine Belege in den Akten, woraus die geltend gemachten Schadenersatz- 

und Genugtuungsforderungen hervorgingen. Die Ausführungen der Gesuch-

stellerin vermögen damit den Anforderungen an die Begründung der fehlen-

den Aussichtslosigkeit nicht zu genügen. Mangels ausreichender Dokumen-

tation kann nicht davon ausgegangen werden, ein Obsiegen der Gesuchstel-

lerin erscheine beträchtlich wahrscheinlicher als ein Unterliegen. Eine 

Fristansetzung zur Nachreichung der Unterlagen drängt sich aufgrund des 

klaren Hinweises auf die Begründungspflicht im obgenannten Formular nicht 

auf. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen. Der 

Gesuchstellerin ist es jedoch unbenommen, bei einem allfälligen Verfahren 

vor Bezirksgericht erneut um die unentgeltliche Rechtspflege zu ersuchen. 

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3. Kosten und Rechtsmittel 

3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche 

Rechtspflege kostenlos.  

3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abge-

lehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit 

Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vor-

liegend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran 

nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen 

erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als 

obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel 

ans Bundesgericht gegeben wäre.  

 

Es wird erkannt: 

1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt. 

2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 

3. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Gesuchstellerin (gegen Empfangsschein) 
− das Friedensrichteramt B._____, Verfahren GV.2013.0004 (gegen Emp-

fangsschein) 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 
Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

- 5 - 

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

 

Zürich, 6. März 2013 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH  

Die Gerichtsschreiberin: 
 

 

lic. iur. A. Leu 
 
versandt am: 

	Urteil vom 6. März 2013
	
	1. Ausgangslage
	1.1. Mit Eingabe vom 28. Februar 2013 ersuchte A._____ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich für ein beim Friedensrichteramt B._____ hängiges Schlichtungsverfahren gegen die Regionalvertretung der Kirche C...

	2. Beurteilung des Gesuchs
	2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Einreichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche Rechtspflege ist ge...
	2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder "Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZP...
	2.3. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit ist eine gewisse Prozessprognose notwendig, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist. Als aussichtslos sind dabei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehr...

	3. Kosten und Rechtsmittel
	3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege kostenlos.
	3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtspräsident über das G...

	Es wird erkannt:
	1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt.
	2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.
	3. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Gesuchstellerin (gegen Empfangsschein)
	 das Friedensrichteramt B._____, Verfahren GV.2013.0004 (gegen Empfangsschein)

	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Beschwerdeschr...
	Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).
	Zürich, 6. März 2013