# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eacb9c0e-3a5a-5f51-ba71-edba30e7aa7d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-04-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.04.2008 IV 2006/271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-271_2008-04-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/271

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.06.2020

Entscheiddatum: 18.04.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 18.04.2008
Art. 29 IVG. Die für das Wartejahr gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG massgebende 
Arbeitsunfähigkeit wird definiert als Einbusse an funktionellem 
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich und im 
Gegensatz zur Rentenbemessung nicht in einer adaptierten Tätigkeit 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. April 
2008, IV 2006/271).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 18. April 2008

in Sachen

J.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Hannelore Fuchs, Oberer Graben 44,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

 betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rentenbeginn

 Sachverhalt:

A.   

A.a  J.___, Jahrgang 1968, meldete sich zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Berufsberatung und Arbeitsvermittlung. 

Die mit 30. Januar 2004 datierte Anmeldung ging bei der Sozialversicherungsanstalt 

des Kantons St. Gallen (SVA) gemäss Eingangsstempel am 18. Februar 2004 ein (IV-

act. 1). Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte im 

Arztbericht vom 11. März 2004 ein chronifiziertes lumbospondylogenes Syndrom links 

und chronische Bronchitis bei Nikotinabusus. Der Versicherte sei seit dem 

4. November 2002 zu 100% arbeitsunfähig. Die Arbeit als Heizungsmonteur mit 

schwerem Lastenheben komme nicht mehr in Frage. Eine Arbeit, die den Rücken 

wenig belaste, sei dem Versicherten vier Stunden täglich zumutbar (IV-act. 9-1 bis 9-4). 

Die letzte Arbeitgeberin des Versicherten, die B.___ AG, gab im Arbeitgeberfragebogen 

vom 25. März 2004 an, der Versicherte sei bis 31. März 2003 bei ihr angestellt 

gewesen. Wegen seiner Schmerzäusserungen und der daraus resultierenden bedingten 

Einsetzbarkeit habe man im Zusammenhang mit einem grösseren Personalabbau auch 

sein Arbeitsverhältnis auflösen müssen (IV-act. 12-3).

A.b Die IV-Stelle liess den Versicherten am 31. Mai 2005 im Medizinischen Zentrum 

Römerhof (MZR) polydisziplinär begutachten. Im Gutachten vom 10. Juni 2005 werden 

folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt: chronifiziertes 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Chondrose L5/S1 mit Symptomausweitung, 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung und leichte depressive Episode ohne 

somatisches Syndrom. Leichtere Arbeiten in wechselnden Positionen seien dem 

Versicherten zu 70% möglich. Die Verminderung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf den 

psychiatrischen Befunden und der daraus resultierenden verminderten Belastbarkeit 

(IV-act. 27-18). Gestützt auf dieses Gutachten berechnete die IV-Stelle einen 

Invaliditätsgrad von 37%, wobei sie beim Invalideneinkommen einen Abzug von 10% 

anerkannte (IV-act. 35-2). Mit Verfügung vom 11. August 2005 wies sie den Anspruch 

auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 38). Gleichentags verfügte sie den Abschluss der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsvermittlung (IV-act. 39). Gegen die rentenablehnende Verfügung liess der 

Versicherte am 2. September 2005 Einsprache erheben (IV-act. 42), die Rechtsanwältin 

Helena Falk in Vertretung des Versicherten am 16. Dezember 2005 begründete. Sie 

beantragte nicht nur die Aufhebung der Rentenverfügung, sondern auch der Verfügung 

betreffend Arbeitsvermittlung. Dem Versicherten seien angemessene IV-Leistungen 

zuzusprechen. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Der Versicherte 

habe Anspruch auf eine Umschulung. Neben Kritik am MZR-Gutachten machte die 

Rechtsvertreterin geltend, vom Invalideneinkommen sei wegen Teilzeitarbeit und 

Ausländereigenschaft ein Abzug von 15% anzuerkennen (IV-act. 54). Die IV-Stelle 

unterbreitete den MZR-Gutachtern nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) einige Ergänzungsfragen, die der Internist PD Dr. C.___ am 3. Mai 2006 

beantwortete (IV-act. 64).

A.c  Mit einer Mitteilung vom 27. Juni 2006 informierte die IV-Stelle den Versicherten, 

ihm stehe ab 1. Juli 2004 bei eine Invaliditätsgrad von 41% eine Viertelsrente zu (IV-

act. 74 f.). Gemäss Mitteilung der Ausgleichskasse vom 11. August 2006 betreffend 

"Provisorische Rentenleistungen" wurde dem Versicherten ab August 2006 eine 

Viertelsrente in der Höhe von Fr. 291.- monatlich ausbezahlt (IV-act. 77a). Am 

27. September 2006 teilte sie dem Versicherten mit, ihm stünden ab 1. Oktober 2006 

erhöhte Rentenbeträge (Fr. 1'245.- ordentliche Invalidenrente plus Fr. 498.- 

Kinderrente) zu, dies weil seine von ihm geschiedene Ehefrau gestorben war (IV-

act. 77b).

A.d Der Rechtsdienst der SVA hiess die Einsprache am 2. November 2006 in 

Vertretung der IV-Stelle teilweise gut. Ab dem 1. Juli 2004 habe der Versicherte 

Anspruch auf eine Viertelsrente und ab dem 1. August 2006 auf eine ganze Rente 

gemäss Art. 43 Abs. 1 IVG. In der Berechnung wurde weiterhin von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 30% ausgegangen, beim Invalideneinkommen wurde aber neu 

ein Abzug von 15% anstelle der ursprünglichen 10% gewährt, wodurch sich ein 

Invaliditätsgrad von 41% ergab. Nach Berücksichtigung von Verrechnungsanträgen 

belaufe sich der Nachzahlungsanspruch des Versicherten auf Fr. 5'063.-. Dieser Betrag 

werde ihm per 31. Oktober 2006 ausbezahlt. Der Anspruch auf Arbeitsvermittlung sei 

korrekt verneint worden, da es an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit fehle 

(act. G 1.1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e Am 21. November 2006 stellte Rechtsanwältin Hannelore Fuchs in Vertretung des 

Versicherten ein Wiedererwägungsgesuch. Der Beginn des Rentenanspruchs sei auf 

den 29. Oktober 2003 festzulegen. Bereits ab 29. Oktober 2002 sei die 

Arbeitsunfähigkeit gegeben gewesen. Im Rahmen der IV sei die Festlegung des 

Anfangstermins von beschränkter Auswirkung. Hingegen hänge davon ab, ob der 

Versicherte Leistungen der Pensionskasse erlangen könne (IV-act. 80). Der 

Rechtsdienst der SVA teilte der Rechtsvertreterin mit Schreiben vom 4. Dezember 2006 

mit, man komme auf den Einspracheentscheid nicht zurück. Der Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit sei korrekt festgelegt worden (IV-act. 82).

B.  

B.a Der Versicherte liess am 4. Dezember 2006 Beschwerde erheben mit dem Antrag, 

es sei festzustellen, dass die rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit spätestens am 

29. Oktober 2002 aufgetreten und der Rentenanspruch demzufolge am 1. November 

2003 entstanden sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter stellt die 

Rechtsvertreterin ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung. Der Beschwerdeführer 

sei bis 31. März bzw. 30. April 2003 aufgrund des bis dahin bestehenden 

Arbeitsverhältnisses vorsorgeversichert gewesen. Bis zum 31. Oktober 2004, also bis 

zur Ausschöpfung des Anspruchs, habe er volle Krankentaggeldleistungen bezogen. 

Daraus sei zu schliessen, dass er ärztlicherseits zumindest bis zu jenem Datum als 

vollumfänglich arbeitsunfähig befunden worden sei. Die Symptomatik eines 

chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms sei von Dr. med. D.___, Facharzt 

FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 

12. Mai 2003 diagnostiziert worden. Die MZR-Gutachterin Dr. med. E.___ habe 

festgestellt, die somatoforme Schmerzstörung sei auf verschiedene Kränkungen 

zurückzuführen, die der Beschwerdeführer ohne Möglichkeit einer adäquaten 

Bearbeitung erlitten habe. Als Folge der Verletzungen seien bereits im Sommer 2001 

zunehmend Schmerzen im Rücken aufgetreten. Auch diese Symptomatik und die 

damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit seien also auf einen Zeitpunkt zu 

datieren, in dem der Beschwerdeführer noch im Arbeitsverhältnis mit der letzten 

Arbeitgeberin gestanden sei. Sofern der Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht bereits 

aufgrund der bestehenden Akten feststehe, beantrage man, die Taggeldabrechnungen 

der Krankenversicherung und die vom Beschwerdeführer eingereichten Arztzeugnisse 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einzureichen. Weiter sei die ehemalige Arbeitgeberin zu verpflichten, die ihr vorgelegten 

Arztzeugnisse einzureichen. Der praktische Arzt F.___ sei zu verpflichten, sich zur 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vor dem 31. März 2003 zu äussern. Dr. E.___ 

sei zu verpflichten, den Anteil der von ihr festgestellten psychischen Krankheiten an der 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers festzustellen (act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2007 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der IV-interne Regionale 

Ärztliche Dienst (RAD) sei am 29. November 2006 in Kenntnis sämtlicher Akten sowie 

der Argumente im Wiedererwägungsgesuch zum Schluss gekommen, dass der Beginn 

der Arbeitsunfähigkeit im Juli 2003 gewesen sei. Um von der IV als 

Gesundheitsschaden anerkannt zu werden, müsse ein Leiden nicht bloss 

symptomatisch gewesen sein. Es müsse vor allem auch ein genügendes Ausmass an 

Schwere und Dauer erreicht haben. Der blosse Beginn von Symptomen und 

Schmerzen reiche nicht aus. Die Überweisung an Dr. G.___ im Juli 2003 deute gemäss 

RAD darauf hin, dass zu diesem Zeitpunkt ein genügender Schweregrad erreicht 

worden sei (act. G 4).

B.c Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ersuchte am 18. Januar 2007 um 

Fristerstreckung für die Einreichung der Unterlagen für die unentgeltliche 

Prozessführung, da der Beschwerdeführer derzeit in einer psychiatrischen Klinik weile 

und wahrscheinlich nicht in der Lage sei, seine Angelegenheiten zu erledigen (act. G 6). 

Am 7. und 9. Februar 2007 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers das 

Gesuchsformular für die unentgeltliche Prozessführung und einige Unterlagen ein (act. 

G 10, 14). Mit Schreiben vom 13. Februar 2007 zog sie das Gesuch zurück mit dem 

Hinweis, der Beschwerdeführer könne bei der Gewerkschaft H.___ in Anspruch 

nehmen (act. G 16).

B.d In der Replik vom 15. Februar 2007 hält die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers an ihrem Antrag fest. Das MZR-Gutachten enthalte keine Hinweise 

zum Verlauf der Krankheit und zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Die Einschätzung 

des RAD-Arztes beruhe auf reiner Akteninterpretation. Er habe nie Kontakt zum 

Beschwerdeführer gehabt. Das Aufsuchen eines Facharztes sei ausserdem kein 

sicheres Kriterium für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit. Vielmehr handle es sich um 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einen Entscheid, der von subjektiven Erwägungen abhängig sei und damit den auf 

Objektivität angelegten Anforderungen des Sozialversicherungsrechts nicht genüge. Dr. 

E.___ habe festgestellt, dass sich das psychische Leiden ab Sommer 2001 entwickelt 

habe. Gehe man davon aus, dass die Chronifizierung drei bis sechs Monate nach den 

ersten Anzeichen der Symptomatik eintrete, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit im konkreten Fall noch innerhalb des 

Arbeitsverhältnisses aufgetreten sei (act. G 17).

B.e Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 21. Februar 2007 an ihrem Antrag 

fest (act. G 19).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

des angefochtenen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist 

(BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden 

materiellen Bestimmungen anzuwenden.

2.   

Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist der Rentenbeginn. Über die 

Rentenberechtigung und die (abgestufte) Rentenhöhe sind sich die Parteien einig; 

diese Punkte sind nach Lage der Akten denn auch nicht zu beanstanden.

3.   

3.1  Gemäss aArt. 29 Abs. 1 IVG (Fassung bis 31. Dezember 2007) entsteht der 

Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens zu 

40 Prozent bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig 

gewesen war (lit. b). Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat die Arbeitsunfähigkeit 

im Sinne von aArt. 29 Abs. 1 IVG definiert als "Einbusse an funktionellem 

Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich" (BGE 105 V 159 neues 

Fenster Erw. 2a; vgl. Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Bei erwerbstätigen Versicherten wird 

diese Einbusse ohne Rücksicht darauf bestimmt, wie sich die gesundheitliche 

Beeinträchtigung auf das erzielbare Einkommen auswirkt. Darin besteht ein 

wesentlicher Unterschied zur für die Bemessung des Invaliditätsgrades massgebenden 

Erwerbsunfähigkeit, die umschrieben wurde als "die Unfähigkeit, auf dem gesamten in 

Frage kommenden Arbeitsmarkt und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen die verbliebene Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu 

verwerten" (BGE 97 V 231 neues Fenster Erw. 2). Während bei der Beurteilung der 

Erwerbsunfähigkeit ausserdem die Schadenminderungspflicht u.a. in dem Sinne eine 

erhebliche Rolle spielt, als von der versicherten Person im Rahmen des Zumutbaren 

verlangt wird, eine andere als die angestammte Tätigkeit auszuüben, sofern sich 

dadurch die verbleibende Arbeitsfähigkeit finanziell besser verwerten lässt, bildet einzig 

der bisherige Beruf den Bezugspunkt der für den Rentenbeginn relevanten 

Arbeitsunfähigkeit. Diese ist auf der Grundlage der medizinischen Stellungnahmen zu 

beurteilen. Die Arbeitsunfähigkeit gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG entspricht somit bei 

Erwerbstätigen der medizinisch festgestellten Einschränkung im bisherigen Beruf (zum 

Ganzen m.w.H. BGE 130 V 97 Erw. 3.2). Für die Eröffnung der einjährigen Wartezeit 

muss die Arbeitsunfähigkeit ein gewisses Mass erreichen, sie muss erheblich sein. 

Nach der Gerichtspraxis ist eine Verminderung des funktionellen Leistungsvermögens 

im bisherigen Beruf von mindestens 20% vorausgesetzt (I 892/05 vom 12. September 

2006, Erw. 1.4).

3.2  Die MZR-Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer eine Einschränkung von 

30% für körperlich leichtere Arbeiten in wechselnden Positionen. Die Verminderung der 

Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich beruhe auf den psychiatrischen Befunden und der 

daraus resultierenden verminderten Belastbarkeit (IV-act. 27-18). Zum Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit äusserten sich die Gutachter nicht. Der RAD-Arzt hielt dazu am 

23. Juni 2006 fest, die depressive Symptomatik mit Schlafstörungen, Rückzug, 

Perspektivelosigkeit usw. habe Dr. G.___ veranlasst, den Beschwerdeführer 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=wartejahr+iv+rente&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-V-156%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page159
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=wartejahr+iv+rente&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-V-156%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page159
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=wartejahr+iv+rente&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-V-226%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page231

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

arbeitsunfähig zu schreiben, und zwar ab 17. Juli 2003. Auf diese Symptomatik würden 

die MZR-Gutachter nochmals Bezug nehmen und eine Arbeitsunfähigkeit attestieren, 

ohne einen Zeitpunkt des Beginns zu nennen. Der RAD-Arzt datierte den Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit auf Juli 2003 (IV-act. 71). Auf erneute Anfrage hin führte er am 

29. November 2006 aus, die Tatsache, dass Dr. A.___ ab November 2002 eine 

Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, reiche nicht aus, insbesondere da der Arzt die 

Arbeitsunfähigkeit rückwirkend festgestellt habe. Aufgrund der Überweisung des 

Beschwerdeführers an Dr. A.___ im Juli 2003 könne angenommen werden, dass zu 

diesem Zeitpunkt ein genügender Schweregrad des Gesundheitsschadens erreicht 

worden sei. Dieser Umstand sei auch an der Tatsache ersichtlich, dass im Oktober 

2003 eine stationäre Rehabilitation in Walzenhausen durchgeführt worden sei (IV-

act. 81).

3.3  Bei dieser Argumentation des RAD, die von der Beschwerdegegnerin übernommen 

wurde, wird übersehen, dass nach der oben zitierten Rechtsprechung betreffend 

Wartejahr (im Gegensatz zur Bemessung des Invaliditätsgrads) auf die 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit abzustellen ist. Der RAD-Arzt 

äusserte sich nur zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit in einer optimal adaptierten 

Tätigkeit, die gemäss MZR-Gutachten nur leichtere Arbeiten umfasst und körperlich 

schwere gänzlich ausschliesst. Zu prüfen ist daher, ob aufgrund der vorhandenen 

Akten der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der 

B.___ AG bestimmt werden kann. Die Erstvorstellung bei Dr. G.___ am 17. Juli 2003 

reicht für eine zuverlässige Beurteilung des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit nicht aus. Dr. G.___ bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit 

für jegliche Tätigkeiten zumindest seit der Erstvorstellung, schloss also explizit nicht 

aus, dass bereits vor Juli 2003 eine Arbeitsunfähigkeit – so insbesondere für körperlich 

schwere Arbeit – bestanden haben könnte (vgl. IV-act. 27-3).

3.4  Die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hatte das Arbeitsverhältnis 

am 29. September 2002 auf Ende 2002 gekündigt. Infolge Krankheit trat eine 

Verlängerung bis 31. März 2003 ein (IV-act. 12-4 f.). Im Fragebogen vom 25. März 2004 

führte die Arbeitgeberin aus, der Beschwerdeführer habe erst temporär bei ihr 

gearbeitet und sei aufgrund seiner guten Leistungen auf den 1. Januar 2001 fest 

angestellt worden. Wegen seiner gesundheitlichen Probleme sei es ab Mitte Juni 2002 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

immer schwieriger geworden, ihn sinnvoll einzusetzen, um seiner Gesundheit gerecht 

zu werden. Er habe verschiedene Beschwerden gehabt, u.a. mit der Schulter und dem 

Fuss. Wegen seiner Aussagen betreffs Schmerz und der daraus resultierenden 

bedingten Einsetzbarkeit habe man im Zusammenhang mit einem grösseren 

Personalabbau aus wirtschaftlichen Gründen auch sein Arbeitsverhältnis auflösen 

müssen (IV-act. 12-3). Dr. A.___ hatte den Beginn der Arbeitsunfähigkeit im Arztbericht 

vom 11. März 2004 mit 4. November 2002 angegeben (IV-act. 9-1 f.). Es ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit 4. November 2002 durchgehend 

arbeitsunfähig geschrieben war, zumal er (bzw. bis Ende März 2003 seine 

Arbeitgeberin) seit jenem Zeitpunkt bis 23. Oktober 2004 volle Krankentaggelder bezog 

(act. G 17.1). In der detaillierten Krankengeschichte der Rheinburg-Klinik 

Walzenhausen, die offenbar dem Austrittsbericht vom 14. November 2003 beilag, 

wurde erwähnt, der Beschwerdeführer sei sogar bereits seit August 2002 zu 100% 

arbeitsunfähig (IV-act. 9-7). Die Ärzte am Departement für Innere Medizin, 

Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen gaben in ihrem 

Schreiben vom 31. Juli 2003 zwar keine Arbeitsfähigkeitsschätzung ab. Sie wiesen 

aber darauf hin, die von der ehemaligen Hausärztin Dr. I.___ empfohlene Weiterführung 

der analgetischen Therapie verbunden mit einem stationären Rehabilitationsaufenthalt 

mit intensiver Physiotherapie und einer EFL-Testung (Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit) voll zu unterstützen. Eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit 

scheine nur auf diesem Weg möglich bei dem bereits chronifizierten Schmerzsyndrom, 

das zu einer Schmerzausweitung und Dekonditionierung geführt habe (IV-act. 9-11). 

Wenn auch nicht quantifiziert, gingen sie also klar von einer Arbeitsunfähigkeit aus.

3.5  Gemäss MZR-Gutachten ist der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht 

nur für leichte bis maximal mittelschwere berufliche Tätigkeit, die in wechselnden 

Positionen ausgeübt werden kann, arbeitsfähig (IV-act. 27-18 oben). Bei seiner letzten 

Arbeitgeberin musste er offenbar schwere Arbeit ausführen (vgl. IV-act. 12-3; 9-3 

Ziff. 1). Solche Arbeit ist ihm unbestrittenermassen nicht mehr zumutbar. Auch wenn 

keine ausführlich begründeten direkten ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen aus der 

Zeit vor Juli 2003 vorliegen, belegen die zitierten Unterlagen doch mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer spätestens seit dem 4. November 

2002 in seiner Arbeitsfähigkeit in der angestammten schweren Tätigkeit anhaltend 

eingeschränkt war. Ausserdem ist davon auszugehen, dass die Einschränkung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erheblich war (jedenfalls mehr als 20%), zumal ihm bzw. seiner Arbeitgeberin ab 

diesem Datum Krankentaggeld zu 100% ausgerichtet wurde. Das Wartejahr begann 

also spätestens an diesem Datum zu laufen (vgl. die oben zitierte Rechtsprechung zu 

Art. 29 Abs. 1 IVG). Ebenfalls überwiegend wahrscheinlich ist, dass die Einschränkung 

in der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit während des Wartejahres 

durchschnittlich mindestens 40% betragen hat. Die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen 

bezeichneten die Rückenproblematik bereits am 31. Juli 2003 als chronifiziert (IV-

act. 9-9). Dr. A.___ verneinte eine Arbeitsfähigkeit bei der ehemaligen Arbeitgeberin seit 

4. November 2002 mit dem Hinweis, das Herumheben schwerer Lasten komme nicht 

mehr in Frage (IV-act.9-1, 9-3). Auch das MZR-Gutachten lässt den Schluss nicht zu, 

dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten körperlich schweren Tätigkeit 

nach dem 4. November 2002 relevant arbeitsfähig gewesen wäre. Es ist also davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens ab 4. November 2002 in seiner 

vorliegend relevanten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit während des 

Wartejahres durchgehend zu mindestens 40% eingeschränkt war.

4.   

4.1  Die Rente wird gemäss aArt. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats an 

ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht, frühestens jedoch von dem Monat an, der 

auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Der Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers entstand damit nach Ablauf des Wartejahres per 1. November 

2003.

4.2  Art. 48 Abs. 2 IVG bestimmt in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG, dass 

Leistungen lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet 

werden, wenn ein Versicherter sich mehr als zwölf Monate nach Entstehen des 

Anspruchs anmeldet. Die Anmeldung des Beschwerdeführers ging bei der 

Beschwerdegegnerin am 18. Februar 2004, also gute dreieinhalb Monate nach 

Entstehen des Anspruchs, ein. Der Beschwerdeführer hat demzufolge rückwirkend ab 

1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.1  Im Sinne der Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen. Der 

Einspracheentscheid vom 2. November 2006 ist aufzuheben, soweit er den Beginn des 

Anspruchs auf eine Viertelsrente auf den 1. Juli 2004 legt. Der Beschwerdeführer hat 

bereits ab 1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.2  Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember 

2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die am 1. Juli 2006 bei der IV hängigen 

Einsprachen das bisherige Recht (lit. b der Schlussbestimmungen). Somit gelangt 

Art. 69 Abs. 1  IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die Bewilligung oder die 

Verweigerung von IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur 

Anwendung. Gerichtskosten sind demnach keine zu erheben.

5.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird 

(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint 

eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid vom 2. November 

2006 insofern aufgehoben, als er den Beginn des Anspruchs des Beschwerdeführers 

auf eine Viertelsrente auf den 1. Juli 2004 festsetzt. Der Beschwerdeführer hat bereits 

ab 1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.04.2008
	Art. 29 IVG. Die für das Wartejahr gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG massgebende Arbeitsunfähigkeit wird definiert als Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich und im Gegensatz zur Rentenbemessung nicht in einer adaptierten Tätigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. April 2008, IV 2006/271).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:44:52+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen