# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ff7640d-0b3e-5997-b7a9-3929e8415fab
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** NE250003-O3
**Docket/Reference:** NE250003-O3
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/NE250003-O3.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: NE250003-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. S. Scherrer und Oberrichter lic. iur. K. Vogel 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Paszehr

Urteil vom 6. Mai 2025

in Sachen

A._____ AG, 

Klägerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. X1._____ und / oder

Rechtsanwältin MLaw X2._____, 

gegen

B._____ SC, 

Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y1._____, Y2._____ und / oder

Rechtsanwalt MLaw Y3._____, 

betreffend negative Feststellungsklage gemäss Art. 85a SchKG 

(vorsorgliche Massnahmen)

Berufung gegen einen Entscheid des Einzelgerichts für SchKG-Klagen am 

Bezirksgericht Zürich vom 27. März 2025 (FO240001-L)

- 2 -

Erwägungen:

1.1. Die Klägerin und Berufungsklägerin (fortan Klägerin) mit Sitz in Zürich ist ins-

besondere darauf spezialisiert, Ferienhäuser online zur Miete anzubieten bzw. zu 

vermitteln. Die Beklagte und Berufungsbeklagte (fortan Beklagte) ist eine Genos-

senschaft mit Sitz in C._____ und bezweckt, ihren Mitgliedern im Rahmen der von 

der  Aufsichtsbehörde  erteilten  Konzessionen  jeglichen  Versicherungsschutz  zu 

bieten. Im Verlauf der Vertragsbeziehungen wurde die Klägerin vom Unternehmen 

D._____, mit Sitz in Indien, übernommen (Urk. 7/1 Rz. 7 f.; Urk. 7/14 Rz. 6). Ge-

genstand der von der Beklagten gegen die Klägerin in Betreibung gesetzten For-

derung  über  Fr. 670'133.35  zzgl.  Zins  von  5  %  seit  15.  Juli  2023  sind  Versiche-

rungsprämien, die im Zusammenhang mit einem Versicherungskonzept stehen, bei 

dem die Klägerin Versicherungsprodukte der Beklagten an ihre Kunden vermittelt 

(Urk.  1  Rz. 17).  Mit  Eingabe  vom  12.  September  2024  machte  die  Klägerin  eine 

negative Feststellungsklage im Sinne von Art. 85a SchKG bei der Vorinstanz an-

hängig.  Gleichzeitig  beantragte  sie  die  vorläufige  Einstellung  der  Betreibung 

(Urk. 7/1 S. 2). Nach Abweisung des Antrags der Klägerin um superprovisorische 

Einstellung der Betreibung (Urk. 7/5), Durchführung der vorsorglichen Massnahme-

verhandlung vom 5. November 2024 (Prot. I S. 4 ff.) und gescheiterten ausserge-

richtlichen Vergleichsgesprächen (Urk. 2 S. 2) hiess die Vorinstanz mit Entscheid 

vom 27. März 2025 das Gesuch um vorläufige Einstellung der Betreibung im Um-

fang  von  Fr.  20'884.40  gut.  Im  Umfang  von  Fr. 649'248.95  wies  sie  das  Gesuch 

hingegen ab (Urk. 2 S. 6 = Urk. 7/33 S. 6).

1.2. Dagegen erhob die Klägerin mit Eingabe vom 14. April 2025 fristgerecht (vgl. 

Art. 314 Abs. 1 ZPO und Urk. 7/34) Berufung mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):

"1.

In Gutheissung der vorliegenden Berufung sei Dispositivziffer 1 des 
Entscheides des Bezirksgerichts Zürich vom 27. März 2025 aufzu-
heben und es sei demgemäss das Gesuch vom 12. September 2024 
um vorläufige Einstellung der Betreibung Nr. … des Betreibungsam-
tes Zürich 8 vollumfänglich gutzuheissen.

2. Eventualiter sei in Gutheissung der vorliegenden Berufung Disposi-
tivziffer 1 des Entscheides des Bezirksgerichts Zürich vom 27. März 
2025  aufzuheben  und  die  Angelegenheit  zur  Neubeurteilung  im 
Sinne der Erwägungen der Berufungsinstanz an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.

- 3 -

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge des erst- und zweitinstanz-
lichen  Verfahrens  (zzgl.  MWSt)  zulasten  der  Beklagten  und  Beru-
fungsbeklagten."

Weiter stellte sie folgende Anträge (Urk. 1 S. 2 f.):

"1. Es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

2. Eventualiter sei die Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes Zürich 
8 (Zahlungsbefehl vom 16. Januar 2024) für die Dauer des vorlie-
genden Berufungsverfahrens vorläufig einzustellen.

3. Es  sei  das  Verfahren  des  Bezirksgerichtes  Zürich,  Konkursgericht 
Geschäfts-Nr.  EK241611-L/V  für  die  Dauer  des  vorliegenden  Pro-
zesses  vorläufig  auszusetzen,  eventualiter  zu  sistieren  und  es  sei 
deshalb die Konkursverhandlung betreffend Konkurseröffnung vom 
14. Mai 2025 abzubieten.

4. Die vorläufige Einstellung der Betreibung und Aussetzung des Ent-
scheides über den Konkurs seien unmittelbar nach Eingang der vor-
liegenden Berufung superprovisorisch und ohne Anhörung der Be-
klagten und Berufungsbeklagten, eventualiter vorsorglich, zu verfü-
gen.

5. Es seien die Akten der Vorinstanz beizuziehen."

1.3. Mit  Verfügung  vom  16.  April  2025  wurde  auf  das  Gesuch  um  Erteilung  der 

aufschiebenden  Wirkung  nicht  eingetreten,  das  Gesuch  um  superprovisorische 

Einstellung  der  Betreibung  abgewiesen  und  der  Beklagten  Frist  bis  zum  30.  Mai 

2025 angesetzt, um zum Antrag der Klägerin um vorsorgliche Einstellung der Be-

treibung für die Dauer des Berufungsverfahrens Stellung zu nehmen (Urk. 6). Fer-

ner  wurde  der  Klägerin  Frist  zur  Leistung  eines  Kostenvorschusses  von 

Fr. 17'800.– angesetzt (Urk. 6), welche mit Verfügung vom 30. April 2025 bis zum 

8.  Mai  2025  erstreckt  wurde  (Urk.  10).  Die  Beklagte  liess  sich  mit  Eingabe  vom 

29. April  2025  zum  Gesuch  der  Klägerin  um  vorsorgliche  Einstellung  der  Betrei-

bung für die Dauer des Berufungsverfahrens vernehmen (Urk. 9). 

1.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden antragsgemäss beigezogen (Urk. 7/1–35). 

Da sich die Berufung – wie nachfolgend aufgezeigt wird – sogleich als offensichtlich 

unbegründet erweist, kann auf weitere Prozesshandlungen verzichtet werden (vgl. 

Art. 312 Abs. 1 ZPO).

1.5. Mit dem vorliegenden Entscheid wird der im Berufungsverfahren gestellte An-

trag der Klägerin um Erlass vorsorglicher Massnahmen obsolet.

- 4 -

2.1. Mit der Berufung können die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis über die Streit-

sache,  d.h.  über  unbeschränkte  Kognition  bezüglich  Tat-  und  Rechtsfragen,  ein-

schliesslich  der  Frage  richtiger  Ermessensausübung  (Angemessenheitsprüfung; 

BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-

gründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der 

erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrach-

ten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von 

Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungs-

kläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumen-

tativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf 

die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitun-

gen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend 

gemachte  Berufungsgrund  ergeben  soll.  Die  pauschale  Verweisung  auf  frühere 

Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 141 III 569 

E. 2.3.3; BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). 

Das  vorinstanzliche  Verfahren  wird  nicht  einfach  fortgeführt  oder  gar  wiederholt, 

sondern der Entscheid des Erstgerichts aufgrund von erhobenen Beanstandungen 

überprüft. Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderun-

gen  genügenden  Weise  beanstandet  wird,  braucht  die  Rechtsmittelinstanz  –  zu-

mindest, solange ein Mangel nicht geradezu offensichtlich ist – nicht zu überprüfen 

(BGE 144 III 394 E. 4.1.4). 

2.2. Neue  Tatsachen  und  Beweismittel  (Noven)  können  im  Berufungsverfahren 

nur  unter  den  Voraussetzungen  von  Art. 317  Abs.  1  ZPO  berücksichtigt  werden, 

d.h. wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht wurden (lit. a) und trotz zu-

mutbarer  Sorgfalt  nicht  schon  vor  erster  Instanz  vorgebracht  werden  konnten 

(lit. b). Wer sich auf (unechte) Noven beruft, hat deren Zulässigkeit darzutun und 

ihre Voraussetzungen notwendigenfalls zu beweisen (BGE 143 III 42 E. 4.1; BGer 

5A_86/2016 vom 5. September 2016 E. 2.1; je m.w.H.). Werden Tatsachenbehaup-

tungen  oder  Beweisanträge  im  Berufungsverfahren  bloss  erneuert,  ist  unter  Hin-

weis auf konkrete Aktenstellen aufzuzeigen, dass und wo sie bereits vor Vorinstanz 

- 5 -

eingebracht wurden; andernfalls gelten sie als neu (OGer ZH LB210053 vom 8. De-

zember 2021 E. III. 4).

3.1. Art. 85a Abs. 2 SchKG sieht für die Klage nach Art. 85a SchKG ausdrücklich 

ein vorsorgliches Massnahmenverfahren vor, welches in den Grundzügen bereits 

in dieser Bestimmung geregelt ist und im Übrigen den Regeln über das summari-

sche  Verfahren  nach  den  Art. 252 ff.  ZPO  untersteht.  Abweichend  von  Art. 261 

Abs. 1 ZPO schreibt Art. 85a Abs. 2 SchKG vor, dass eine vorläufige Einstellung 

der Betreibung nur erfolgen kann, wenn die Klage als "sehr wahrscheinlich begrün-

det" erscheint. Mit diesem Erfordernis ging der Gesetzgeber über das regelmässig 

für den Erlass vorsorglicher Massnahmen vorgesehene Beweismass der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit hinaus und führte eine neue Kategorie des Glaubhaft-

machens ein. Nicht erforderlich ist dabei, dass die Begehren des Schuldners offen-

sichtlich begründet sind. Andererseits genügt fehlende Aussichtslosigkeit der Klage 

ebenfalls nicht. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vorausgesetzt, 

dass "die Prozesschance des Schuldners als deutlich besser erscheinen muss als 

jene  des  Gläubigers"  (BGer  4D_68/2008  vom  28.  Juli  2008  E.  2;  BGer 

4A_286/2020  vom  25. August  2020  E. 3.1).  Da  es  sich  um  eine  vorsorgliche 

Massnahme handelt, hat das Gericht bei der Beurteilung der Prozesschancen in 

der Regel primär auf Urkunden abzustellen (Art. 254 ZPO; SK SchKG-Vock/Aepli, 

Art. 85a N 12). Der Gläubiger trägt grundsätzlich die Behauptungs- und Beweislast 

hinsichtlich  der  rechtsbegründenden  und  der  Schuldner  bezüglich  der  rechtshin-

dernden und rechtsaufhebenden Tatsachen (vgl. zum Ganzen BSK SchKG I-Ban-

gert, Art. 85a N 19 ff.; SK SchKG-Vock/Aepli, Art. 85a N 12 ff.; OFK SchKG-Kren 

Kostkiewicz, Art. 85a N 17; BGer 4A_286/2020 vom 25. August 2020 E. 3.1; BGer 

4D_68/2008  vom  28. Juli  2008  E. 2;  OGer  ZH  NP190029-O  vom  13. Mai  2020 

E. II.2). Es gilt die Verhandlungsmaxime gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO (Art. 255 ZPO 

e contrario).

3.2. Die  Vorinstanz  begründete  die  Abweisung  des  Gesuchs  im  Umfang  von 

Fr. 649'248.95 zusammengefasst damit, dass die geltend gemachte Gegenforde-

rung der Klägerin in Form von Schäden von EUR 127'738.74, welche ihr aufgrund 

der Nichtdeckung der Beklagten entstanden seien, weder hinreichend substantiiert 

- 6 -

noch belegt sei, sodass eine Verrechnung mangels Fälligkeit ausgeschlossen sei. 

Ferner sei ein ausserordentlicher Kündigungsgrund weder hinreichend behauptet 

noch belegt worden, da die Klägerin die geltend gemachten Vertragsverletzungen 

der Beklagten ebenfalls weder hinreichend substantiiert noch belegt habe und die 

betriebenen  Forderungen  ohnehin  die  Versicherungsprämien  von  April  2023  bis 

und mit November 2023 und damit den Zeitraum von der geltend gemachten Kün-

digung zum Gegenstand hätten (Urk. 2 S. 4).

3.3. Die Klägerin rügt, sie habe entgegen der Auffassung der Vorinstanz hinrei-

chend dargetan, dass ihr aufgrund der unrechtmässigen Ablehnung unzähliger Ver-

sicherungsfälle eine Gegenforderung zustehe, die zur Verrechnung gebracht wer-

den  könne.  Zudem  habe  sie  im  Zusammenhang  mit  der  sog.  "Netto-Schaden-

Quote" ("Net Loss Ratio") einen weiteren Gegenanspruch bzw. einen Prämienab-

zug der Prämienforderung (Urk. 1 Rz. 22).

3.3.1.

 Im Einzelnen macht die Klägerin geltend, sie habe vor Vorinstanz darge-

legt, dass die Beklagte willkürlich und wahllos Schadenansprüche von Eigentümern 

der  vermieteten  Ferienhäuser  abgelehnt  habe.  Entsprechend  hätten  die  Ferien-

hauseigentümer die Ansprüche ihr gegenüber geltend gemacht. Zur Abwehr sol-

cher Ansprüche sowie um ihre Reputation zu schützen, habe sie für Schäden im 

Umfang von mindestens EUR 194'215.– aufkommen müssen, die von der Beklag-

ten hätten bearbeitet und reguliert werden sollen. Zum Zeitpunkt der Einreichung 

der vorliegenden Klage habe sich der Betrag noch auf EUR 127'738.74 belaufen 

(Urk. 1 Rz. 36). Zur Substantiierung der Berechtigung ihrer Schadenersatz- bzw. 

Gegenforderung habe sie vorinstanzlich ausgeführt, dass sie in Bezug auf die will-

kürliche  und  wahllose  Ablehnung  von  Schadensregulierungsansprüchen  von  Ei-

gentümern der vermieteten Ferienhäuser die Beklagte mit E-Mail vom 2. November 

2023  frühzeitig  abgemahnt  habe.  Bereits  zuvor  habe  sie  in  ihrer  Korrespondenz 

vom 3. August 2023 deutlich gemacht, dass die Beklagte ihren Verpflichtungen hin-

sichtlich der Abwicklung gemeldeter Schäden nicht vertragsgemäss nachkomme. 

Das  Beratungsunternehmen  E._____,  dessen  Handlungen  und  Aussagen  der 

F._____ [Versicherung] und damit der zu dieser gehörenden Beklagten zuzurech-

nen seien, habe ihr daraufhin bestätigt, dass die Abmahnung und die ihrerseits gel-

- 7 -

tend gemachte Forderung berechtigt seien und die Angelegenheit deshalb geprüft 

werde:  "F._____  [Versicherung]  confirms  that  they  will  look  into  the  data  sent  to 

support D._____'s request to get a repayment". Bereits diese ausdrückliche Aner-

kennung der Ablehnungen unzähliger Schadensfälle durch die Hilfsperson der Be-

klagten substantiiere und belege die Begründetheit ihrer Forderung. Die Erwägung 

der Vorinstanz, wonach ihr Gegenanspruch nicht substantiiert und belegt sei, er-

weise sich demzufolge als unzutreffend (Urk. 1 Rz. 37 f.). 

3.3.2. Die Klägerin machte mit ihrer Klage vom 12. September 2024 unter Ver-

weis auf eine Liste "paid claimes" geltend, dass ihr ein Schaden in der Höhe von 

EUR 127'738.74 entstanden sei (Urk. 7/1 Rz. 28; Urk. 7/14). In dieser Liste wird der 

Schaden jedoch nicht ausreichend substantiiert. So ergeben sich aus dieser einzig 

die "Acco ID", die "Booking ID" sowie der bezahlte Betrag (Urk. 7/14). Anlässlich 

der Verhandlung vom 5. November 2024 reichte die Klägerin sodann eine achtsei-

tige A3 Tabelle ein (Urk. 7/19/21; Prot. I S. 4). Die Vorinstanz hielt im angefochte-

nen Entscheid mit Verweis auf ihren bereits an der Verhandlung gemachten Hin-

weis fest, dass im summarischen Verfahren der Aktenschluss grundsätzlich nach 

einmaliger Äusserung eintrete und Noven daher nur noch im Sinne von Art. 229 

Abs. 1 aZPO vorgebracht werden könnten (Urk. 2 S. 4; Prot. I S. 8). Dies wird von 

der Klägerin in ihrer Berufung nicht beanstandet. Inwiefern es sich bei dieser Ta-

belle  –  welche  im  Berufungsverfahren  nochmals  in  ergänzter  Form  eingereicht 

wurde (Urk. 5/6) –, um zulässige Noven handelt, führt die Klägerin nicht aus. Ent-

sprechend  haben  diese  Beilagen  unberücksichtigt  zu  bleiben  (vgl.  oben  E.  2.2). 

Weiter  ergibt  sich,  entgegen  der  Ansicht  der  Klägerin,  aus  der  von  ihr  zitierten 

E-Mail des Beratungsunternehmens E._____ vom 13. November 2023 keine Aner-

kennung  ihres  Anspruchs  gegenüber  der  Beklagten.  So  lässt  sich  dieser 

E-Mail einzig entnehmen, dass sie die gesendeten Daten prüfen werde. 

Soweit die Klägerin in ihrer Berufungsschrift ferner Ausführungen zur Anzahl der 

von der Beklagten angeblich ohne Grund abgelehnten Schadensfälle in den Jahren 

2022/23 macht (Urk. 1 Rz. 39 f.), zeigt sie nicht auf, wo sie Entsprechendes bereits 

in  den  vorinstanzlichen  Prozess  einbrachte,  bzw.  weshalb  ihr  dies  nicht  möglich 

war, und dies ist auch nicht ersichtlich. Die diesbezüglichen Ausführungen und das 

- 8 -

dazu offerierte Beweismittel (Urk. 5/7) sind daher im Berufungsverfahren nicht mehr 

zu  berücksichtigen  (vgl.  oben  E.  2.2).  Ohnehin  lässt  sich  mit  diesen  Vorbringen 

keine substantiierte Gegenforderung der Klägerin begründen. 

Auch betreffend die als Berufungsbeilage 8 (Urk. 5/8) eingereichte auszugsweise 

Korrespondenz  unterlässt  es  die  Klägerin,  aufzuzeigen,  inwiefern  es sich  hierbei 

um zulässige Noven handelt, weshalb auch diese Beilage und die diesbezüglichen 

Behauptungen (Urk. 1 Rz. 40) unberücksichtigt zu bleiben haben (vgl. oben E. 2.2).

3.3.3.

Im  Zusammenhang  mit  dem  Prämienabzug  infolge  Unterschreitung  der 

"Target Net Loss Ratio" moniert die Klägerin, dass sich die Vorinstanz mit diesem 

Einwand überhaupt nicht auseinandergesetzt habe. Die Parteien hätten in Sche-

dule 7 des Master Distribution Agreement vorab die "Net Loss Ratio" wie folgt defi-

niert: "Netto-Schaden-Quote = Summe der eingetretenen Schäden + verdiente Net-

toprämie". Basierend darauf sei in Ziffer 5.2 des Insurance Agreement and Policy 

eine  Ziel-Netto-Schaden-Quote  ("Target  Net  Loss  Ratio")  von  67.15%  vereinbart 

worden,  welche  mit  Wirkung  per  1.  Februar  2022  auf  54%  gesenkt  worden  sei. 

Liege die tatsächliche Schadenquote unter den Zielvorgaben, sei die Beklagte im 

Rahmen eines vertraglich vorgesehenen Prozesses verpflichtet, die Prämienforde-

rung ihr gegenüber zu reduzieren bzw. einen Abzug zu gewähren. Die "Net Loss 

Ratio" habe im Geschäftsjahr 2022 bei 53.84% gelegen. Entsprechend wäre der 

vertraglich  verbindlich  vereinbarte  Abzug  zu  gewähren  gewesen.  Der  entspre-

chende Betrag habe alleine in Bezug auf das Jahr 2022 EUR 157'931.– betragen. 

Die Bemessung für 2023 stehe noch aus (Urk. 1 Rz. 32–35).

3.3.4. Zutreffend ist, dass dem vorinstanzlichen Entscheid keine Erwägungen zur 

von der Klägerin behaupteten Rückvergütung zu entnehmen sind. Vor Vorinstanz 

machte die Klägerin jedoch auch einzig geltend, dass eine "Target Net Loss Ratio" 

von 54% vereinbart worden sei, ihr eine Rückvergütung im darauffolgenden Jahr 

zustehe, welche von den Prämien abzuziehen sei, wenn die tatsächliche Schaden-

quote unter den Zielvorgaben liege und die Beklagte auch diesen vertraglichen Ver-

pflichtungen nicht nachgekommen sei (Urk. 7/1 Rz. 32 f.). Welchen konkreten An-

spruch sie hieraus ableitet, führte die Klägerin nicht aus. Damit handelte es sich 

auch diesbezüglich um eine unsubstantiierte Gegenforderung. Ihre erstmals im Be-

- 9 -

rufungsverfahren aufgestellten Behauptungen, die "Net Loss Ratio" habe im Ge-

schäftsjahr  2022  bei  53.85%  gelegen  und  dass 

ihr  ein  Anspruch  von 

EUR 157'931.–  zustehe,  und  die  diesbezüglich  eingereichte  Berufungsbeilage  5 

(Urk. 5/5) sind nicht mehr zu berücksichtigen, da die Klägerin nicht aufzeigt, inwie-

fern es sich dabei um zulässige Noven handelt (vgl. oben E. 2.2).

3.3.5.

Im Ergebnis fehlt es damit den Gegenforderungen der Klägerin – in Über-

einstimmung mit der Vorinstanz – an einer ausreichenden Substantiierung.

3.4. Soweit die Klägerin zudem geltend macht, sie habe das Master Agreement 

sowie auch das Insurance Agreement and Policy am 28. November 2023 mit so-

fortiger Wirkung gekündigt (Urk. 1 Rz. 28), ohne sich mit den diesbezüglichen Er-

wägungen der Vorinstanz (Urk. 2 S. 4) auseinanderzusetzen, genügt sie den auf-

gezeigten Rüge- und Begründungsanforderungen nicht (oben E. 2.1). Es ist daher 

nicht weiter darauf einzugehen.

3.5. Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung der Klägerin als offensichtlich 

unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist, soweit auf sie einzutreten ist, und der 

vorinstanzliche Entscheid ist zu bestätigen. 

4.1. Die  Entscheidgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  ausgehend  von  einem 

Streitwert von Fr. 649'248.95 und gestützt auf § 4 Abs. 1 und Abs. 2, § 8 Abs. 1 

sowie § 12 Abs. 1 und Abs. 2 GebV OG auf Fr. 3'000.– festzusetzen. Die Gerichts-

kosten sind ausgangsgemäss der Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

4.2. Ferner ist die Klägerin in Anwendung von § 4 Abs. 1 und Abs. 2, § 9 und § 13 

Abs. 1 und Abs. 2 AnwGebV zu verpflichten, der Beklagten für die Ausarbeitung 

der  Stellungnahme  zum  Gesuch  um  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  (Urk.  9) 

eine Parteientschädigung von Fr. 1'100.– zzgl. 8.1% MwSt. (Fr. 89.10) zu bezahlen.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird, und der Ent-

scheid  des  Einzelgerichts  für  SchKG-Klagen  am  Bezirksgericht  Zürich  vom 

27. März 2025 wird bestätigt.

- 10 -

2.

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.

Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

auferlegt. 

4.

Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das Berufungsverfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 1'189.10 zu bezahlen.

5.

Schriftliche  Mitteilung  an  die  Parteien  (an  die  Klägerin  unter  Beilage  eines 

Doppels von Urk. 9), die Vorinstanz, das Konkursgericht Zürich zuhanden Ge-

schäfts-Nr.  EK241611-L  und  das  Betreibungsamt  Zürich  8,  je  gegen  Emp-

fangsschein.

Nach  unbenutztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies  ist  ein  Endentscheid  im  Sinne  von  Art.  90  BGG  betreffend  einen  Entscheid  über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es  handelt  sich  um  eine  vermögensrechtliche  Angelegenheit.  Der  Streitwert  beträgt 
Fr. 649'248.95.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

- 11 -

Zürich, 6. Mai 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga

MLaw N. Paszehr

versandt am:
ip