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**Case Identifier:** b4e58278-a990-5f4f-9cd5-ae47247636f0
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-05-17
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2006 (2. Rechtsgang)
**Docket/Reference:** ST.2011.28
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2011_28_yc.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2011.28 

Entscheid 

 17. Mai 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter Mi-
chael Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

1.  A, 

2.  B,   

vertreten durch C,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrenten,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2006 (2. Rechtsgang) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B,  beide  mit  Jahrgang  1937,  wohnten  über  Jahrzehnte  im  eigenen 

Einfamilienhaus an der …strasse in D. Am 15. Dezember 2006 meldeten sie sich in D 

ab, um sich neu in E (Kt. F) anzumelden, wo sie kurz zuvor an der …strasse eine Ei-

gentumswohnung erworben hatten.  

Wegen  ihrer  nach  der  Abmeldung  hierorts  beibehaltenen  Liegenschaft  reich-

ten sie am 23. Februar 2007 eine unausgefüllte Steuererklärung 2006 des Kantons D 

sowie eine Kopie der F Steuererklärung 2006 ein. Der Letzteren liess sich entnehmen, 

dass sie pro 2006 neben Renteneinkünften von rund Fr. 40'000.-, Einkünften aus Ne-

benbeschäftigungen von rund Fr. 27'000.- sowie Liegenschaftenerträgen von rund Fr. 

20'000.- einen Wertschriftenertrag von Fr. 1'933'877.- erzielt hatten. Ein Wertschriften-

verzeichnis, welches Auskunft über die Zusammensetzung des aussergewöhnlich ho-

hen Ertrags gegeben hätte, wurde nicht vorgelegt; dass darin ein am 13. Mai 2006 er-

zielter Lottogewinn in der Höhe von Fr. 1'922'724.80 enthalten war, erfuhr die hiesige 

Steuerbehörde (amtshilfeweise via Steuerbehörde F) erst später.  

Im  Einschätzungsverfahren  für  die  Steuerperiode  2006  kam  der  Steuerkom-

missär nach Durchführung eines einerseits auf eine vollständige Deklaration und and-

rerseits auf die Frage des Lebensmittelpunkts zielenden Auflageverfahrens sowie nach 

einer am 30. Juli 2008 durchgeführten Besprechung mit dem pflichtigen Ehemann zum 

Schluss, die Pflichtigen, welche sich in der Zwischenzeit (am 12. Februar 2008) bereits 

wieder  am  alten  Wohnort  in  D  angemeldet  hatten,  hätten  den  Nachweis  der  Absicht 

des dauernden Verbleibens in E ab Kauf der dort gelegenen Eigentumswohnung nicht 

erbracht. Deren Hauptsteuerdomizil habe sich per Ende 2006 demnach weiterhin in D 

befunden.  Hiervon  ausgehend  schätzte  er  die  Pflichtigen  mit  Entscheid  vom 

9. Dezember  2008 für  die Staats-  und Gemeindesteuern  2006  mit  einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 1'963'400.- (satzbestimmend Fr. 1'966'700.-) und einem steuerba-

ren  Vermögen  von  Fr. 780'000.-  (satzbestimmend  Fr. 835'000.-)  ein.  Diese  Einschät-

zung  erfolgte  mangels  vollständiger  Erfüllung  der  Deklarationspflicht  teilweise  nach 

pflichtgemässem Ermessen im Sinn von § 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 

1997 (StG) "resp. analog Kopie Steuererklärung 2006 F".  

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B. Die hiergegen von den Pflichtigen am 2. Februar 2009 erhobene Einspra-

che  wurde  vom  kantonalen  Steueramt  mit  Entscheid  vom  21. August  2009  abgewie-

sen. Der anschliessende Rekurs, mit welchem die Pflichtigen verschiedene Gehörsver-

letzungen gerügt und die Rückweisung der Sache an die Einsprachebehörde gefordert 

hatten,  wurde  demgegenüber  von  der  Steuerrekurskommission  II  mit  Entscheid  vom 

29.  Januar  2010  (2 ST.2009.247)  gutgeheissen.  Der  angefochtene  Einspracheent-

scheid  wurde  aufgehoben  und  die  Angelegenheit  zur  Wiederholung  des  Einsprache-

verfahrens an das kantonale Steueramt zurückgewiesen. Anlass für die Rückweisung 

war der Umstand, dass die Einsprachebehörde ihrem Entscheid auch Akten betreffend 

die Tochter der Pflichtigen zugrundegelegt hatte, ohne die Letzteren diesbezüglich zu 

informieren bzw. ihnen ein Recht auf Akteneinsicht und Stellungnahme zu gewähren.  

C. Nach Einsichtnahme in das von der F Steuerbehörde amtshilfeweise 

beigezogene  Wertschriftenverzeichnis,  ergänzenden  Untersuchungshandlungen  und 

einer  abschliessenden  Akteneinsichtnahme  durch  den  Vertreter  der  Pflichtigen  stellte 

sich  die  Einsprachebehörde  im  2.  Rechtsgang  mit  Entscheid  vom  9.  Dezember 2010 

abermals auf den Standpunkt, die Pflichtigen hätten nicht nachweisen können, dass sie 

mit der Absicht des dauernden Verbleibens nach E gezogen seien und dort einen neu-

en  Wohnsitz  begründet  hätten;  Grund  für  die  Abmeldung  nach  E  sei  damit  allein  der 

erzielte  Lottogewinn  bzw.  die  Erzielung  einer  diesbezüglichen  Steuerersparnis  gewe-

sen.  

D. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 31. Januar 2011 erneut Rekurs erhe-

ben und wiederum beantragen, die Sache zufolge Gehörsverweigerung an das kanto-

nale Steueramt zurückzuweisen; eventuell sei die Einkommens- und Vermögenssteuer 

allein  auf  dem  zürcherischen  Grundeigentum  zum  Satz  des  Gesamteinkommens  und  

-vermögens  zu  erheben.  Die  Rüge  der  Gehörsverweigerung  wurde  damit  begründet, 

dass  die  Einsprachebehörde  ihrer  Begründungspflicht  nicht  nachgekommen  sei.  Im 

Übrigen  wurde  daran  festgehalten,  dass  sich  die  Pflichtigen  per  Ende  2006  mit  der 

Absicht  des  dauernden  Verbleibens  in  E  aufgehalten  bzw.  dort  Wohnsitz  genommen 

hätten.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  in  seiner  Rekursantwort  vom  25.  Febru-

ar 2011 auf Abweisung des Rechtsmittels.  

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Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. Die früheren Steuerrekurskommissionen sind per 1. Januar 2011 zum Steu-

errekursgericht mutiert (vgl. §§ 112 - 118a und §§ 147 - 153 des Steuergesetzes in der 

alten und neuen Fassung vom 8. Juni 1997 bzw. 13. September 2010, StG). Als Folge 

dieser Änderung wurde das vorliegende Geschäft, welches im 1. Rechtsgang von der 

Steuerrekurskommission II behandelt worden ist, nunmehr der 1. Abteilung des Steuer-

rekursgerichts zugeteilt.  

2. a) Die Pflichtigen rügen auch im 2. Rechtsgang eine Verletzung des rechtli-

chen  Gehörs,  indem  sie  dafür  halten,  der  Einspracheentscheid  sei  nicht  rechtsgenü-

gend  begründet.  Im  Wesentlichen  erschöpfe  sich  die  Begründung  nämlich  in  einem 

globalen  Verweis  auf  den  aufgehobenen  Einspracheentscheid  des  1.  Rechtgangs.  

b)  Aus  der  Garantie  des  rechtlichen  Gehörs  wird  der  Anspruch  abgeleitet, 

dass die Behörde die Vorbringen der in ihrer Rechtsstellung Betroffenen sorgfältig und 

ernsthaft prüft und beim Entscheid berücksichtigt. Folge dieser Prüfungspflicht ist  ins-

besondere die behördliche Begründungspflicht. Der Bürger soll wissen, warum die Be-

hörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Zudem kann durch die Verpflichtung 

zur  Offenlegung  der  Entscheidgründe  verhindert  werden,  dass  sich  die  Behörde  von 

unsachlichen Motiven leiten lässt. Die Begründungspflicht erscheint so nicht nur als ein 

bedeutsames  Element  transparenter  Entscheidfindung,  sondern  dient  zugleich  auch 

der wirksamen Selbstkontrolle der Behörde. Wie das Bundesgericht dazu in BGE 112 

Ia 107 E. 2b S. 110 ausführte, lassen sich aufgrund des allgemeinen verfassungsrecht-

lichen  Anspruchs  allerdings  keine  generellen  Regeln  aufstellen,  denen  eine  Begrün-

dung zu genügen hat. Die Anforderungen seien vielmehr unter Berücksichtigung aller 

Umstände des Einzelfalles sowie der Interessen der Betroffenen im Blick auf die in der 

Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  entwickelten  Grundsätze  festzulegen.  Die  Be-

gründung eines Verwaltungsakts oder eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass 

die  Betroffenen  ihn  gegebenenfalls  sachgerecht  anfechten  können.  Das  ist  nur  mög-

lich,  wenn  sich  sowohl  die  Betroffenen  als  auch  die  Rechtsmittelinstanzen  über  die 

Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigs-

tens  kurz  die  Überlegungen  genannt  werden,  von  denen  sich  die  Behörde  hat  leiten 

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lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102, 124 II 146 E. 

2a S. 149, 123 I 31 E. 2c S. 34, mit Hinweisen). Das bedeutet jedoch nicht, dass sich 

die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung, mit jedem rechtlichen 

Einwand und mit jedem Beweismittel auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich 

auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken.  Weiter  ist  die 

verfassungsmässige  Begründungsdichte  abhängig  von  der  Entscheidungsfreiheit  der 

Behörde und der Eingriffsintensität des Entscheids. Je grösser der Spielraum, welcher 

der Behörde infolge Ermessens oder unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und 

je stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderun-

gen sind an die Begründung eines Entscheids zu stellen (BGE 112 Ia 107 E. 2b S. 110 

sowie  die  oben  zitierte  Rechtsprechung;  vgl.  auch  Kölz/Bosshart/Röhl,  Kommentar 

zum  Verwaltungsrechtspflegegesetz  des  Kantons  Zürich,  2.  A.  1999,  Rz  11  f.  zu  §  8 

und Rz 39 zu § 10).  

Auch für Einspracheentscheide gilt in diesem Sinn, dass aus der  Begründung 

ersichtlich  sein  muss,  gestützt  auf  welche  tatsächlichen  Feststellungen  und  aus  wel-

chen  rechtlichen  Erwägungen  die  Behörde  ihren  Entscheid  getroffen  hat,  wobei  aber 

nur  die  für  den  Verfahrensausgang  wesentlichen  Entscheidgründe  aufzuführen  sind  

(vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuer-

gesetz, 2. A., 2006, § 142 N 10 mit Hinweisen).  

c)  Vorliegend  wurde  die  Sache  im  1.  Rechtsgang  zurückgewiesen,  weil  die 

Steuerbehörde  ihrer  Begründung  auch  Akten  betreffend  die  Tochter  der  Pflichtigen 

zugrundelegte, ohne die Letzteren diesbezüglich zu informieren bzw. ihnen ein Recht 

auf Akteneinsicht und Stellungnahme zu gewähren. Die Einsprachebehörde hat diese 

Gehörsverweigerung im 2. Rechtsgang unbestrittenermassen geheilt und zudem auch 

noch  weitere  Untersuchungshandlungen  vorgenommen.  Über  die  zusätzlichen  Abklä-

rungen  gibt  der  angefochtene  neue  Einspracheentscheid  detailliert  Auskunft 

(vgl. Sachverhaltschilderung,  S.  3  bis  14).  Daran  anschliessend  wird  im  Rahmen  der 

Beweiswürdigung  auf  das  Ergebnis  der  zusätzlichen  Abklärungen  eingegangen  und 

zusammenfassend festgehalten, es sei weiterhin davon auszugehen, dass die Pflichti-

gen nicht mit der Absicht des dauernden Verbleibens nach E gezogen seien bzw. der 

entsprechende  Nachweis  nicht  erbracht  worden  sei.  Die  Zusatzuntersuchung  habe 

vielmehr die steuerbehördliche Überzeugung gestärkt, wonach der Hauptgrund für den 

Kauf  der  Wohnung  in  E  am  21.  November  2006,  die  Abmeldung  dorthin  am  14.  De-

zember 2006, die Wiederanmeldung in D am 12. Februar 2008 sowie der Wiederver-

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kauf der Wohnung in E am 29. September 2008 im Lotto-Millionengewinn vom 13. Mai 

2006  bzw.  der  Erzielung  einer  diesbezüglichen  Steuerersparnis  gelegen  habe.  Ab-

schliessend  verweist  die  Einsprachebehörde  auf  ihre  Ausführungen  im  Entscheid  des 

1.  Rechtsgangs,  welchen  sie  zum  integrierenden  Bestandteil  des  Neuentscheids  er-

klärt.  

Inwieweit  diese  Begründung  den  dargelegten  Anforderungen  an  die  Begrün-

dungspflicht nicht genügen sollte, ist nicht nachvollziehbar. Dass die Einsprachebehör-

de  auch  auf  ihren  Entscheid    des  1.  Rechtsgang  verweist,  ist  nicht  zu  beanstanden. 

Den Pflichtigen ist dieser Entscheid unabhängig davon, dass er im 1. Rechtsgang auf-

gehoben  worden  ist,  bekannt;  ein  blosses  "Hineinkopieren"  der  massgeblichen  Erwä-

gungen bzw. Seiten in den Neuentscheid hätte ihnen keine zusätzlichen Erkenntnisse 

gebracht.  Sie  waren  ohne  weiteres  in  der  Lage,  zu  erkennen,  dass  und  weshalb  die 

Steuerbehörde nach Würdigung des Ergebnisses der Zusatzuntersuchung weiterhin an 

ihrer Erkenntnis aus dem 1. Rechtgang festhält. Dergestalt waren sie auch in der Lage, 

den Entscheid sachgerecht anzufechten.  

d) Mit ihrem formellen Antrag dringen die Pflichtigen folglich nicht durch. 

3.  a)  Streitig ist  allein,  ob die Pflichtigen  in  der Steuerperiode  2006  weiterhin 

zur  unbeschränkten  hiesigen  Steuerpflicht  herangezogen  werden können,  wie  dies  in 

den Steuerperioden zuvor der Fall gewesen ist. Dass sie bei Verneinung dieser Frage 

im  Kanton  Zürich  aufgrund  ihres  Liegenschaftenbesitzes  beschränkt  steuerpflichtig 

sind, steht ausser Diskussion. 

b)  Gemäss  Art. 3  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie 

§ 3  Abs. 1  StG  sind  natürliche  Personen  im  Kanton  Zürich  aufgrund  persönlicher  Zu-

gehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren  steuerrechtlichen Wohnsitz  oder  Aufenthalt 

im Kanton haben. Der steuerrechtliche Wohnsitz befindet sich laut Art. 3 Abs. 2 StHG 

und  § 3  Abs. 2  StG  dort,  wo  die  Person  sich  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens 

aufhält.  Diesfalls  ist  die  Steuerpflicht  kraft  § 5  Abs. 1  StG  unbeschränkt,  mit  anderen 

Worten  erstreckt  sie  sich  grundsätzlich  auf  das  gesamte  Einkommen  und  Vermögen 

des Steuerpflichtigen. Art. 3 StHG enthält demnach eine Regel zur Vermeidung eines 

interkantonalen Doppelbesteuerungskonflikts. In diesem Sinn liegt mithin eine bundes-

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rechtliche  Kollisionsnorm  zum  interkantonalen  Steuerrecht  vor.  Somit  bilden  Art. 3 

Abs. 1  und  2  StHG  die Grundlage  für  die  Abgrenzung  der  unbeschränkten  Steuerho-

heit.  Die  langjährige  bundesgerichtliche  Rechtsprechung,  welche  sich  gestützt  auf 

Art. 46  Abs. 2  der  Bundesverfassung  vom  29.  Mai  1874  (aBV)  sowie  später  Art. 127 

Abs. 3  der  Bundesverfassung  vom  18. April  1999  (BV)  entwickelt  hat,  dient  weiterhin 

als massgebliche Auslegungshilfe.  

c) Laut dieser Rechtsprechung des Bundesgerichts steht die Besteuerung des 

Einkommens  und  beweglichen  Vermögens  unselbstständig  erwerbender  Personen 

dem Kanton zu, in welchem sie ihren Wohnsitz haben. Unter Wohnsitz ist dabei in der 

Regel der zivilrechtliche Wohnsitz zu verstehen, d.h. der Ort, an welchem sich die Per-

son  in  der  Absicht  dauernden  Verbleibens  aufhält  (Art. 23  Abs. 1  ZGB),  wo  sich  der 

Mittelpunkt der Lebensinteressen befindet (BGr, 9. Oktober 2006, 2P.86/2006, E. 2.2.1; 

25. Januar  2006,  2P.171/2005,  E.  2.2;  17. Juni  2005,  2P.180/2003,  E.  2.1;  7. Januar 

2004, 2P.2/2003, E. 2.2; BGE 123 I 289, E. 2a, 293; StR 1994, 580 ff.; ASA 63, 836). 

Dem polizeilichen Domizil,  wo die Schriften hinterlegt sind und die politischen Rechte 

ausgeübt  werden,  kommt  dagegen  keine  entscheidende  Bedeutung  zu.  Beides  sind 

bloss äussere Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden kön-

nen,  wenn  auch  das  übrige  Verhalten  der  Person  dafür  spricht  (BGE  125  I  54  E.  2; 

StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2a, mit Hinweisen). 

d)  Hält  sich  eine  Person  abwechslungsweise  an  zwei  oder  mehreren  Orten 

auf, ist für die Bestimmung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort 

die Person die stärkeren Beziehungen unterhält (BGE 125 I 54, E. 2). Der Lebensmit-

telpunkt  bestimmt  sich dabei  nach  den äusseren  Umständen,  aus  denen  sich die Le-

bensinteressen  erkennen  lassen,  und  nicht  bloss  nach  den  erklärten  Wünschen  der 

steuerpflichtigen Person (BGE 125 I 54, E. 2; 123 I 289, E. 2b). Auf die gefühlsmässige 

Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an; der steuerliche Wohnsitz ist nicht unge-

achtet der tatsächlichen Verhältnisse frei wählbar (BGE 123 I 289, E. 2b; 113 Ia 465, 

E. 3).  Die  Frage,  zu  welchem  Aufenthaltsort  der  Steuerpflichtige  die  stärkeren  Bezie-

hungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu 

beurteilen (BGr, 7. Januar 2004, 2P.2/2003, E. 2.2; StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2b, mit 

Hinweisen). Bei der Bestimmung des Steuerdomizils kann neben den Verhältnissen in 

der  Bemessungsperiode  auf  die  weiteren,  bis  zum  letztinstanzlichen  Entscheid  über-

blickbaren Umstände abgestellt werden (BGr, 1. Oktober 1996, 2P.242/1994, E. 1b). 

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e)  Es  obliegt  der  Steuerbehörde,  jene  Umstände darzutun  und  zu  beweisen, 

aus denen folgt, dass sich der Wohnsitz einer natürlichen Person im Kanton befindet. 

Denn  gemäss  dem  generellen  Grundsatz  über  die  Beweislastverteilung  (Art.  8  ZGB) 

haben im Allgemeinen die Steuerbehörden die steuerbegründenden Tatsachen zu be-

weisen,  mithin  auch  jene,  welche  die  Steuerhoheit  begründen.  Erscheint  der  vom 

Steueramt  angenommene  Wohnsitz  im  Kanton  als  sehr  wahrscheinlich,  genügt  dies 

regelmässig  als  Hauptbeweis  und  liegt  es  alsdann  an  der  Person,  den  Gegenbeweis 

für den von ihr verfochtenen anderen Lebensmittelpunkt zu erbringen (StE 1992 B 11.1 

Nr. 11). Der strikte Beweis ist somit nicht erforderlich. All das gilt auch dann, wenn sich 

der steuerliche Wohnsitz bis anhin im Kanton Zürich befunden hat und - wie hier - strei-

tig ist, ob er sich an einen ausserkantonalen Ort verschoben hat (vgl. RB 1984 Nr. 28 = 

StE 1984 B 11.1 Nrn. 2 und 3).  

4.  a)  Die  mit  Jahrgang  1937  im  Pensionsalter  stehenden  Pflichtigen  sind  Ei-

gentümer  eines  Einfamilienhauses  an  attraktiver  Wohnlage  in  D.  In  diesem  Haus 

wohnten sie unbestrittenermassen über Jahrzehnte bis zu ihrer Abmeldung nach E am 

15. Dezember 2006. Ebenso ist unbestritten, dass sie seit dem 12. Februar 2008 (Ab-

meldung in E und Neuanmeldung in D) wieder in diesem Haus wohnen. Die Wohnsitz-

frage beschränkt sich damit  von vornherein auf ein Zeitfenster zwischen dem 15. De-

zember 2006  und  dem  12.  Februar  2008,  d.h.  auf  knapp  14  Monate,  wobei  es 

vorliegend allein um die Steuerperiode 2006 geht. 

b) Gemäss Art. 68 StHG besteht bei Wechsel des steuerrechtlichen Wohnsit-

zes innerhalb der Schweiz die Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit für die 

laufende  Steuerperiode  im  Kanton,  in  welchem  der  Steuerpflichtige  am  Ende  dieser 

Periode seinen Wohnsitz hat.  

Im  vorliegenden  Fall  ist  damit  zu  prüfen,  ob  die  Pflichtigen  am  31.  Dezem-

ber 2006 ihren Lebensmittelpunkt noch immer in D hatten oder ob ein Wohnsitzwech-

sel in den Kanton F stattgefunden hat. Vorauszuschicken ist dabei Folgendes: Gestützt 

auf die Regelung von Art. 68 StHG ist es einem Steuerpflichtigen, welcher unter dem 

Jahr  eine  einmalige,  ausserordentlich  hohe  Einkunft  erzielt  (z.B. Millionengewinn  im 

Lotto wie hier, Bonus, Superdividende), unbenommen, den Wohnsitz mit  Blick auf die 

Einkommenssteuern  in  einen  steuergünstigeren  Kanton  zu  verlegen.  Der  Zuzugskan-

ton kann dergestalt ein Einkommen besteuern, welches noch im Wegzugskanton ver-

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dient  worden  ist  und  der Wegzugskanton  hat  den  durch Wohnsitzwechsel  entstehen-

den Verlust von Steuereinnahmen hinzunehmen. Voraussetzung für diese Konsequen-

zen,  welche  für  die  Pflichtigen  gemäss  den  unbestrittenen  vorinstanzlichen  Berech-

nungen  mit  einer  Steuerersparnis  von  über  Fr. 300'000.-  verbunden  wäre,  ist  freilich, 

dass  tatsächlich  ein  Wohnsitzwechsel  stattfindet.  Diesbezüglich  bestehen  im  vorlie-

genden  Fall  schon  deshalb  Zweifel,  weil  die  Pflichtigen  ihr  Haus  bzw.  ihre  bisherige 

Wohnstätte in D nach der Abmeldung in den Kanton F behalten haben. Dies lässt näm-

lich daran denken, dass womöglich auch der Lebensmittelpunkt in D beibehalten wor-

den und der neu erworbenen Wohnung in E lediglich die Bedeutung einer Ferien- oder 

Zweitwohnung  zugekommen  ist.  Zu  erwähnen  ist  diesem  Zusammenhang,  dass  die 

Pflichtigen  über  Jahre  auch  über  ein  Ferienhaus  im  G  verfügt  hatten;  dieses  Ferien-

haus  wurde  am  15.  Mai  2006  und  damit  nur  wenige  Monate  vor  dem  Kauf  der Woh-

nung in E veräussert. Die Wohnverhältnisse im Sinn von "eigenes Einfamilienhaus in D 

und  ausserkantonales  Zweiteigentum"  sind  in  der  Steuerperiode  2006  also  gleich 

geblieben. In dieser Ausgangslage ist nachvollziehbar, dass die Steuerbehörde im Ein-

schätzungsverfahren der Steuerperiode 2006 - auch ohne Kenntnis des Lottogewinns -  

der  Frage  des  Hauptsteuerdomizils  nachgegangen  ist  und  entsprechende  Sachver-

haltsabklärungen vorgenommen hat.  

5. a) Mit Auflage vom 2. Mai 2008 verlangte der Steuerkommissär zum Nach-

weis des behaupteten Lebensmittelpunkts in E insbesondere Angaben und beweiskräf-

tige Unterlagen zu dortigen sozialen Kontakten, Aktivitäten im Vereins- und Gemeinde-

leben, Hobbytätigkeiten etc. Weiter forderte er die Abrechnungen betreffend Strom und 

Telefon im Haus in D und in der Wohnung in E sowie die wohnungsbezogene Abrech-

nung der Stockwerkeigentümergemeinschaft ein. Sodann ersuchte er um Angaben und 

Belege zum Umzug nach E, zum Wiederumzug nach D, zur Wohnung in E, zum Ort, 

wo die für die Bestreitung des Lebensunterhalts verwendeten Barmittel bezogen wur-

den (inkl. Bank-, EC-Direkt- und Kreditkartenbelege) sowie zu allfälligen Vermietungs- 

und Verkaufsbemühungen betreffend das Haus in D.  

b) aa) In ihrer Auflageantwort vom 27. Juni 2008 teilten die Pflichtigen mit, sie 

hätten nie die Absicht gehabt, das Haus in D zu vermieten oder zu verkaufen. Betref-

fend  die  übrigen  Auflagepunkte  wurde  eine  mündliche  Vorsprache  verlangt,  welche 

alsdann am 30. Juli 2008 stattfand. Anlässlich dieser Besprechung führte der pflichtige 

Ehemann aus, dass er in H zwei Firmen betreibe, dass die Wohnung in E gekauft wor-

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den sei, weil sie näher zum Arbeitsort H gelegen sei, dass in E eine schönere Umge-

bung vorhanden sei, dass die Möbel aus der verkauften Ferienwohnung im G zunächst 

in D deponiert und dann von ihm selbst nach E gebracht worden seien, dass die Rück-

kehr  nach  D  erfolgt  sei,  weil  sich  die  pflichtige  Ehefrau  in  E  nicht  wohl  gefühlt  habe 

bzw. ihr die Akklimatisierung schwer gefallen sei, dass die Wohnung in E nunmehr als 

Ferienwohnung genutzt werde, dass in E kein Telefon-Festnetzanschluss bestehe und 

der Anschluss von D immer aufs Handy umgeleitet worden sei sowie dass beide Pflich-

tigen für ihren E-Mail-Verkehr einen Laptop mit WLAN benützt hätten und deshalb in E 

kein  Anschluss  notwendig  gewesen  sei.  Dokumente  und  Belege  wurden  nicht  beige-

bracht,  weshalb  den  Pflichtigen  diesbezüglich  nochmals  eine  Eingabefrist  gewährt 

wurde.  

bb)  Mit  Schreiben  vom  30.  Oktober  2008  liessen  die  Pflichtigen  durch  einen 

nunmehr  beigezogenen  Vertreter  diverse  Unterlagen  einreichen  und  Folgendes  gel-

tend machen:  

Per  2006  hätten  sich  die  Pflichtigen  im  Hinblick  auf  den  nahenden  70.  Ge-

burtstag des Ehemanns entschieden, etwas kürzer zu treten und sich mehr Zeit für sich 

zu nehmen. Aus diesem Grund sei beschlossen worden, das Ferienhaus im G zu ver-

kaufen und für das ältere Haus mit Umschwung in D eine pflegeleichte Eigentumswoh-

nung mit der Natur vor der Haustür zu suchen. Beabsichtigt sei dabei auch gewesen, 

dass der pflichtige Ehemann seine Firmen, von welchen er sich nicht unvermittelt ha-

ben lösen wollen und können, einfacher erreichen könne. Einen neuen Bekannten- und 

Freundeskreis habe man selbstverständlich nicht aufbauen wollen; man habe deshalb 

einen  Wohnort  mit  diesbezüglich  bereits  bestehenden  Verbindungen  gesucht.  Auch 

steuerlich  attraktiv  habe  dieser  sein  müssen.  All  diese  Voraussetzungen  habe  E,  wo 

eine  122 m2  grosse  Wohnung  zum  Verkauf  gestanden  haben,  erfüllt:  Aufgrund  der 

militärischen  Karriere  des  Pflichtigen  habe  dieser  die  Gegend gekannt  und  dort  auch 

über  etliche  Kameraden  verfügt.  Zudem  sei  die  einfache  und  schnelle  Erreichbarkeit 

von H gewährleistet gewesen. Die Wohnung habe sodann über den Vorteil der ländli-

chen Lage aber auch der Nähe zu den Städten I und J verfügt. Nachdem die Pflichti-

gen  über  Jahrzehnte  einen  Garten  genossen  hätten,  habe  ihnen  die  neue  Wohnung 

mit  einem  Gartensitzplatz  auch  diesen  Vorzug  bieten  können.  Zudem  sei  sie,  anders 

als das Haus in D, mit einem Lift ausgestattet gewesen. Die Wohnung habe damit allen 

Wünschen der Pflichtigen entsprochen, weshalb diese im Herbst 2006 den Entschluss 

gefasst  hätten,  sie  zu  kaufen,  um  alsdann  nach  einigen  Anpassungen  den  Wohnsitz 

1 ST.2011.28 

 
 
 
 
 
 
 
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dorthin  zu  verlegen.  Während  das  belastende  Ferienhaus  im  G  verkauft  worden  sei, 

habe sich die Lage in Bezug auf das bisherige Eigenheim in D schwierig gestaltet. Ein 

Bedarf für die Eigennutzung habe nicht mehr bestanden, womit sich die Frage "Verkauf 

oder Vermietung" gestellt habe. Ein Verkauf habe dabei nie zur Diskussion gestanden. 

Einerseits habe sich das Doppeleinfamilienhaus nämlich an einer sehr begehrten Lage 

in  D  befunden  und  andrerseits  hätte  die  Pflichtigen  die  Hoffnung  nicht  aufgegeben, 

dass  sich eine  ihrer  häufig  im  Ausland weilenden Töchter  dereinst für  das Haus  inte-

ressieren  könnte.  Es  sei  deshalb  zunächst  die  Vermietungsoption  ins  Auge  gefasst 

worden, doch habe sich das Problem dann von selbst erledigt, weil eine Tochter) Ende 

2006/Anfang  2007  aus Australien  zurückgekehrt  sei  und das  Elternhaus  bezogen  ha-

be. In dieser Ausgangslage habe sich der Umzug nach E einfacher gestaltet, denn die 

Möbel im Haus in D hätten gar nicht gezügelt werden müssen. Für die neue Wohnung 

seien die Möbel aus dem Ferienhaus zur Verfügung gestanden. Diese seien teilweise 

vom  Pflichtigen  selbst  mit  einem  Lieferwagen  seiner  Firma  nach  E  gezügelt  worden, 

soweit sie überhaupt noch dorthin gepasst hätten. Weitere Möbel hätten die Pflichtigen 

durch K in L aufpolstern und dann nach E liefern lassen. In E hätten sich die Pflichtigen 

alsdann ordnungsgemäss angemeldet. Zudem hätten sie sich im Kanton F auch Füh-

rerausweise  erstellen  lassen  und  hätten  sie  alle  Versicherungen,  Krankenkassen  etc. 

nach  F  überschrieben.  Auch  seien  die  bestehenden  Bankverbindungen  über  die  Ad-

ressänderungen informiert und zudem neue Bankverbindungen im Kanton F eingegan-

gen worden. Auch das Mobiltelefon sei umgemeldet worden. Wie das heute regelmäs-

sig geschehe, sei sodann in E kein Festnetzanschluss mehr eingerichtet  worden. Die 

Pflichtigen hätten am neuen Wohnort schnell neue Kontakte und Bekanntschaften ge-

knüpft  und  sich  ins  soziale  Leben  integriert.  Geholfen  habe  dabei  auch,  dass  sie  zu 

den  wenigen  Reformierten  in  einem  grundsätzlich  katholischen  Gebiet  gehört  hätten. 

Neben  einem  Freundeskreis  seien  auch  geschäftliche  Kontakte,  z.B.  zur  Bank  sowie 

zu einem Transportunternehmer in unmittelbarer Nachbarschaft geknüpft worden. Die 

Pflichtigen seien sodann auch mit den lokalen Politikern bestens bekannt gewesen, so 

z.B.  mit  M.  Dergestalt  hätten  die  Pflichtigen  das  Leben  und  die  Ruhe  in  E  genossen 

und  sich  einen  nochmaligen  Wohnsitzwechsel  eigentlich  gar  nicht  vorstellen  können. 

Mitte  2007  seien  bei  der  pflichtigen  Ehefrau  dann  aber  Herzprobleme  aufgetreten. 

Auch wenn diese nicht lebensbedrohend gewesen seien, sei doch die Sicherheit eines 

Arztes in unmittelbarer Nähe gewünscht worden. Das habe in E aber gefehlt. Hinzuge-

kommen sei, dass die zweite Tochter einen kleinen Sohn habe und als häufig ausland-

abwesende  Architektin  auf  für  die  Kinderbetreuung  einspringende  Grosseltern  ange-

wiesen  sei.  Dies  sei  zwar  schon  beim  Umzug  nach  E  klar  gewesen,  doch  habe  man 

1 ST.2011.28 

 
 
 
- 12 - 

eben die Lage damals falsch eingeschätzt. Mit zunehmender Mobilität des Sohns, ha-

be  die  Mutter  diesen  nicht  mehr  einfach  überall  hin  mitnehmen  können  und  sei  der 

Grosselterneinsatz  deshalb  Ende  2007/Anfang  2008  wichtiger  geworden.  Die  räumli-

che Distanz habe sich nun als hinderlich erwiesen und die Pflichtigen hätten einsehen 

müssen, dass der ursprüngliche Entschluss, nach E zu ziehen, in Kenntnis der späte-

ren  Umstände  suboptimal  gewesen  sei.  Hinzu  gekommen  sei,  dass  die  Tochter  O  in 

der Zwischenzeit eine eigene Wohnung bezogen habe und deshalb für das Haus in D 

eine Lösung (Vermietung, Verkauf, Übertragung auf die Töchter) hätte gefunden wer-

den  müssen.  In  dieser  Situation  hätten  sich  die  Pflichtigen  Mitte  2008  entschieden, 

wieder  nach  D  zurückzukehren,  wo an  der  …strasse  mit  N  auch  ein  guter  Bekannter 

wohne. Die Wohnung in E sei alsdann Anfang Oktober 2008 wieder verkauft worden. 

cc) Mit Eingabe vom 27. November 2008 liessen die Pflichtigen auf eine ent-

sprechende  steuerbehördliche  Mahnung  hin  noch  weitere  Unterlagen,  enthaltend  ins-

besondere  Abrechnungen  über  Strom-  und  Telefonkosten,  einreichen.  Dabei  liessen 

sie  vorbringen,  dass  der  Stromverbrauch  in  D  und  E  etwa  gleich  hoch  gewesen  sei, 

wobei  aber  in  D  auch  Stromkosten  für  Allgemeinräume,  die  Alarmanlage  und  für  die 

eine Tochter angefallen seien. Zu den Telefonrechnungen bemerkten sie, dass diejeni-

gen des Ehemanns über das Geschäft bezahlt und dort seinem Kontokorrent belastet 

worden seien.  

c)  Gestützt  auf  diese  Abklärungen  sowie  unter  Hinweis  darauf,  dass  zahlrei-

che  der  auflageweise einverlangten  Unterlagen fehlten,  schloss  der  Steuerkommissär 

mit  Einschätzungsentscheid  vom  9.  Dezember  2008  ohne  nähere  Begründung  und 

Beweiswürdigung  darauf,  dass  keine  Wohnsitzverlegung  nach  E  stattgefunden  habe. 

In  der  anschliessenden  Einsprache  liessen  die  Pflichtigen  unter  Wiederholung  ihrer 

bisherigen Ausführungen das Gegenteil verfechten. Dabei wurden nunmehr auch meh-

rere Zeugen offeriert. 

d)  Im  Einspracheentscheid  des  1.  Rechtgangs  vom  21.  August  2009  wieder-

holte die Steuerbehörde, dass nicht alle für die Sachverhaltserstellung verlangten Un-

terlagen  eingereicht  worden  seien.  Im  Übrigen  wurde  auf  Widersprüche  und  Unge-

reimtheiten  in  den  Parteibehauptungen  verwiesen  und  wurden  die  (unvollständig) 

eingereichten  Unterlagen  (wie  Strom-  und  Telefonabrechnungen)  zu  Ungunsten  der 

Pflichtigen  gewürdigt.  So  wurde  etwa  festgehalten,  dass  die  Tochter  der  Pflichtigen 

nicht  das  ganze Jahr  2007  in  der  Liegenschaft  in  D  gewohnt  habe  und somit für  den 

Stromverbrauch nicht  herhalten könne.  Diese  sei  lediglich  während ihres  Auslandauf-

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enthalts  vom  15.  Februar  2006  bis  zum  30.  Januar  2007  an  der  …strasse  gemeldet 

gewesen; per 30. Januar 2007 sei sie an …strasse, D, weggezogen und per 18. März 

2008 an die …strasse in D. Demzufolge hätten die Pflichtigen eine Rückläufigkeit des 

Stromverbrauchs  im  Jahr  2007  nachweisen  müssen.  Dies  hätten  sie  nicht  getan;  im 

Gegenteil  lasse  sich  den  eingereichten  (unvollständigen)  Abrechnungen  entnehmen, 

dass der Stromverbrauch zwischen dem 1.10.2006 und dem 15.3.2007 gegenüber der 

Abrechnungsperiode  14.3.2006  –  30.9.2006  sogar  zugenommen  habe,  wobei  auch 

eine bei Wohnsitz in E nicht erklärbare überdurchschnittliche Zunahme des Niedertarif-

stroms zu verzeichnen sei. Auch mit Bezug auf die Verhältnisse rund um den Umzug 

bzw.  das  Zügeln  von  Möbeln  nach  E,  den  Arbeitsweg  beider  Pflichtigen,  die  privaten 

und  geschäftlichen  Kontakte  in  E,  die  Enkelkindbetreuung  und  die  Herzprobleme  der 

pflichtigen Ehefrau erfolgte eine Würdigung der Behauptungen und vorgelegten Unter-

lagen  zu  Ungunsten  der  Pflichtigen,  so  dass  schliesslich  daran  festgehalten  wurde, 

dass die Absicht des dauernden Verbleibens in E nicht nachgewiesen worden sei und 

demzufolge das Hauptsteuerdomizil der Pflichtigen weiterhin in D gelegen habe.  

e)  Nachdem  die  Steuerrekurskommission  II  am  29.  Januar  2010  den  vorste-

henden Einspracheentscheid wegen einer Gehörsverweigerung (Beizug  von Akten der 

Tochter O  ohne  diesbezügliche  Anhörung  der  Pflichtigen)  aufgehoben und die Sache 

an  die  Einsprachebehörde  zurückgewiesen  hatte,  ergänzte  die  Letztere  ihre  Untersu-

chungen  im  2.  Rechtsgang.  So  wurde  am  14.  April  2010  zunächst  eine  weitere  Be-

sprechung  mit  den  Vertretern  der  Pflichtigen  durchgeführt  und  wurde  diesen  dabei 

auch Einblick in die Auskunft des  Bevölkerungsamts betreffend die Wohnadresse von 

O gewährt.  Deren  Vertreter  bemerkte dazu,  dass  die Tochter  seit  Sommer  2006  viel-

fach im Einfamilienhaus der Eltern gewohnt habe, weil sie neben der Teilzeitstelle noch 

Psychologie  studiert  habe  und  sich  daher  nicht  immer  am  eigentlichen  Wohnsitz  in 

einer WG aufgehalten habe; es habe ein alternierender Wohnsitz vorgelegen, weshalb 

der Stromverbrauch an der …strasse für die Fallbeurteilung nicht relevant sei.  

f) Mit Auflage vom 16. April 2010 verlangte der Steuerkommissär im Einspra-

cheverfahren sämtliche Telefonabrechnungen vom 1.1.2006 bis 31.12.2007 (inkl. voll-

ständige  Auflistung  der gewählten  Verbindungen mit  Datum,  Uhrzeit  und angewählter 

Rufnummer). Gleichzeitig stellte er die Frage, welche der bisher angebotenen Zeugen 

(O, K, M, P, Q, R, S, T, N) zu einer Befragung vorzuladen seien, und orientierte er über 

die Absicht, noch ein Gespräch mit der pflichtigen Ehefrau führen zu wollen.  

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aa)  Mit  Antworten  vom  30.  Juli  bzw.  31.  August  2010  liessen  die  Pflichtigen 

eine  Monatsübersicht zu den im Haus in D per  2006 und 2007 angefallenen  Telefon-

kosten,  jedoch  keinen  Verbindungsnachweis  einreichen,  weil  ein  solcher  bei  der 

Swisscom  nicht  mehr  erhältlich  sei.  Weiter  wurde  ausgeführt,  dass  als  Zeugen  die 

Tochter O und M einzuvernehmen seien; zudem sei die pflichtige Ehefrau zu befragen. 

Von den übrigen Zeugen wurden von S, R, K sowie P kurze Bestätigungen zum Kon-

takt mit den Pflichtigen eingereicht.  

bb) Nachdem die Einsprachebehörde mit Mahnung vom 10. September 2010 

die Auflage wiederholt hatte, reichten die Pflichtigen am 4. Oktober 2010 eine Bestäti-

gung der Bank betreffend Kontakte mit den Pflichtigen nach und gaben sie die Adres-

sen der angerufenen Zeugen bekannt.  

cc) Im Rahmen der Vorbereitung der Zeugeneinvernahmen teilte zunächst M 

dem  Steuerkommissär  mit  Email  vom  19.  Oktober  2010  mit,  dass  ihm  die  Pflichtigen 

nicht bekannt seien; nach Kontaktaufnahme mit dem Vertreter der Pflichtigen orientier-

te  er  den  Steuerkommissär  am  25.  Oktober  2010  telefonisch  bzw.  am  28.  Oktober 

2010  schriftlich  dahingehend,  dass  er  den  Pflichtigen  anlässlich  eines  offiziellen  Be-

suchs in seiner Funktion bei der …zunft am Sechseläuten vom 14. April … kennenge-

lernt habe; eine weitere Begegnung habe es nicht gegeben, weshalb er keine Zeugen-

aussagen machen werde.   Am  17.  November  2010  gab  sodann  der  Pflichtige  dem 

Steuerkommissär  telefonisch  bekannt,  dass  seine  Tochter  O  nicht  an  der  für  den  18. 

November 2010 vorgesehen Zeugenbefragung teilnehmen werde. An letzterem Datum 

fand in der Folge lediglich noch die persönliche Befragung der pflichtigen Ehefrau statt, 

wobei daran auch der pflichtige Ehemann teilnahm.  

dd)  Nach  einer  abschliessenden  Akteneinsicht  gab  der  Vertreter  der  Pflichti-

gen am 24. November 2010 "zur Verdeutlichung des Sachverhalts" unaufgefordert eine 

Stellungnahme zur vorerwähnten persönlichen Befragung der Pflichtigen ab.  

g)  Gestützt  auf  dieses  im  2.  Rechtsgang  ergänzte  Untersuchungsergebnis 

fällte  das  kantonale  Steueramt  schliesslich  am  9.  Dezember  2010  den  am  hiesigen 

Wohnsitz festhaltenden neuen Einspracheentscheid.  

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6.  Die  Pflichtigen  lassen  rekursweise  in  eigener  Würdigung  der  Untersu-

chungsergebnisse erneut die per Ende 2006 erfolgte Verlegung ihres Wohnsitzes nach 

E vertreten. Die nachfolgende Beweiswürdigung des Steuerrekursgerichts stützt indes 

die anderslautende Auffassung der Vorinstanz:  

a)  Wie  bereits  erwähnt  ist  zunächst  davon  auszugehen,  dass  die  Pflichtigen 

nach ihrer Abmeldung an die Adresse der in E neu erworbenen Eigentumswohnung ihr 

jahrzehntelang  bewohntes  Einfamilienhaus  in  D  beibehalten  haben.  Dabei  hat  die 

steuerbehördliche  Untersuchung  ergeben,  dass  an  der  bisherigen  Wohnstätte  die 

Strom- und Telefonkosten weitergelaufen sind und zudem auch kein Mobiliar aus dem 

Haus weggezügelt worden ist. Schliesslich ist bekannt, dass die Pflichtigen sich bereits 

ein gutes Jahr nach ihrer Abmeldung wieder an ihrer angestammten Wohnadresse in D 

angemeldet haben. All dies lässt es zunächst als  ziemlich  wahrscheinlich erscheinen, 

dass die Pflichtigen ihr Hauptsteuerdomizil per Ende 2006  gar nie aufgegeben haben 

und die Wohnung in E demzufolge (wie zuvor das Haus im G) lediglich den Status ei-

ner Zweit- oder Ferienwohnung hatte. Die Abmeldung nach E könnte in dieser Konstel-

lation also durchaus auch in alleinigem  Zusammenhang mit der Besteuerung des  per 

2006  erzielten  Lottogewinns  gestanden haben. Das  diesbezügliche  Nutzen  von  Steu-

ervorteilen  mittels  Wohnsitzverlegung  (wie  dies  in  der  persönlichen  Befragung  auch 

von der pflichtigen Ehefrau erwähnt wurde; vgl. Frage 8 in der Besprechungsnotiz vom 

18.  November  2010)  ist  wie  bereits  erwähnt  legitim,  doch  liegt  es  unter  den  soeben 

dargelegten  Umständen  an  den  Pflichtigen,  den  Nachweis  (Gegenbeweis)  zu  erbrin-

gen, dass trotz Beibehaltung des weiter genutzten Einfamilienhauses in D gegen Ende 

2006  eine  mit  der  Absicht  des  dauernden  Verbleibens  verbundene  Verlagerung  des 

Lebensmittelpunkts  nach  E  stattgefunden  hat.  Damit  ist  auf  die  Kritik  der  Pflichten  an 

den  Auflagen,  welche  die  Steuerbehörde  im  Rahmen  der  ganzen  Untersuchung  ge-

macht hat, nicht weiter einzugehen. Die steuerbehördlichen Auflagen bzw. das darauf 

fussende  Untersuchungsergebnis  genügt  für  die  Annahme  der  wahrscheinlichen  Bei-

behaltung  des  hiesigen  Wohnsitzes,  sodass  es  den  Pflichtigen  oblag,  die  für  ihre 

Sichtweise sprechenden Umstände darzutun und mit geeigneten Beweismitteln (inner-

halb oder ausserhalb der steuerbehördlichen Auflagen) zu untermauern.   

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b)  Eine  Durchsicht  der  für  die  Wohnsitzfrage  massgeblichen  Indizien  ergibt 

Folgendes:  

aa) Meldeverhältnisse, Adressänderungen etc.: 

Die Pflichtigen haben sich in E nicht nur am 15. Dezember 2006 angemeldet, 

sondern sich im Kanton F auch neue Führerausweise ausstellen lassen (vgl. die dies-

bezüglichen  Rechnungen  vom  8.  Januar  und  21.  Mai  2007  der  Verkehrssicherheits-

zentrale).  Zudem  wurden  eine  Privat-haftpflichtversicherung,  eine  Kombi-

Haushaltsversicherung (für D und E) und die Krankenkassen an die Adresse in E über-

schrieben (vgl. entsprechende Prämienauszüge der D vom 5. September 2007, der … 

vom  1.  Dezember 2007  sowie  die  Prämienrechnungen  der  …  vom  3.  März  2007  und 

der … vom 28. August 2007). Sodann befanden sich auch die Korrespondenzadressen 

betreffend ein Konto des pflichtigen Ehemanns bei der Bank, ein Konto der pflichtigen 

Ehefrau bei Bank und ein Natelabonnement der Letzteren in E (vgl. Bankauszüge vom 

31. Mai und 31. Dezember 2007 und Swisscom-Rechnung vom 3. August 2007).  

Solche  adressbezogenen  Indizien  vermögen  durchaus  für  eine  Verlagerung 

des Lebensmittelpunkts zu sprechen. Gewichtig sind sie in der vorliegenden Konstella-

tion indes nicht; wer über zwei Wohnmöglichkeiten verfügt, kann sich nämlich die Ad-

resse für den Schriftverkehr mit Versicherungen, Banken etc. beliebig auswählen. So-

dann  hält  sich  der  Aufwand  für  entsprechende  Adressänderungen  in  Grenzen.  Hinzu 

kommt  vorliegend,  dass  sämtliche  der  vorgenannten  adressbezogenen  Beweismittel 

einen Zeitpunkt nach dem hier massgeblichen 31. Dezember 2006 betreffen, womit sie 

für die Steuerperiode 2006 bedeutungslos sind.  

bb) Umzug bzw. Zügeln von Möbeln: 

Unbestrittenermassen  hat  kein  Umzug  mit  einem  Zügelunternehmen  stattge-

funden und haben die Pflichtigen kein einziges Möbelstück aus ihrem Einfamilienhaus 

in  D  nach  E  mitgenommen.  Belegt  ist  sodann  lediglich,  dass  insgesamt 7 Stühle und 

ein Hochlehn-Fauteuil aus dem Ferienhaus in L nach einer Möbelrestauration den Weg 

in die Wohnung gefunden haben (vgl. Bestätigung K). Im Übrigen bestand die Möblie-

rung  in  der  Wohnung  offenbar  aus  Einrichtungsgegenständen,  welche  die  Pflichtigen 

von den Verkäufern kostenlos hatten übernehmen können (vgl. Bestätigung von R vom 

14.  Oktober  2008).  Neukäufe  von  Möbeln  wurden  weder  behauptet  noch  belegt.  Ob 

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und wann der damals 70jährige Pflichtige mit einem Transportwagen seiner Firma  al-

lenfalls noch selber ein paar Möbel aus dem früheren Ferienhaus in L nach E transpor-

tiert hat, "soweit sie überhaupt noch in die neue Wohnung in E passten" ist nicht über-

prüfbar  und  wäre  insoweit  erklärungsbedürftig,  als  das  Haus  im  G  schon  Mitte  2006 

verkauft  worden  ist  und  die  zwischenzeitliche  Einlagerung  der  Ferienhausmöbel  im 

Haus in D das Vorhandensein entsprechender Lagerräume bedingt hätte; hierzu fehlen 

aber Ausführungen der Pflichtigen. 

Auch die Indizien rund um das Zügeln sprechen damit klar gegen eine Wohn-

sitzverlegung, ist doch bei einem Ehepaar im Alter der Pflichtigen davon auszugehen, 

dass bei ernsthafter Absicht des dauernden Verbleibens ein richtiger Umzug mit einer 

Möbeltransportfirma  stattfindet  und  zumindest  ein  Teil  der  im  Leben  angeschafften 

Möbel,  Einrichtungsgegenstände  und  insbesondere  die  Erinnerungsstücke  von  emoti-

onalem Wert mitgenommen werden.  

cc)  Private  Kontakte  bzw.  Freundes-  und  Bekanntenkreis,  Soziales  Leben, 

Vereinstätigkeiten etc.: 

In  der  Auflageantwort  vom  30.  Oktober  2008  wurde  zunächst  geltend  ge-

macht, dass der Ehemann etliche Kameraden aus der Militärzeit in der Gegend habe; 

konkrete diesbezügliche Kontakte oder Freundschaften aus dieser (Jahrzehnte zurück-

liegenden) Zeit wurden jedoch nicht genannt. Zum Nachweis eines in E und Umgebung 

angeblich  bereits  bestehenden  Freundeskreises  taugt  eine  derart  unbestimmte  Allge-

meinaussage nicht.  

Weiter  wurde  in  der  gleichen  Rechtsschrift  behauptet,  dass  die  Pflichtigen 

sehr schnell neue Kontakte und Bekanntschaften geknüpft und sich zügig in das sozia-

le  Leben  am  neuen Wohnort  integriert  hätten.  Unbehelflich  ist  in  diesem  Zusammen-

hang  der  Hinweis  auf  die  Zugehörigkeit  zur  evangelisch-reformierten  Landeskirche 

(vgl.  die  Mitgliedschaftsbestätigung  von  P  16.  Oktober  2008,  welche  sich  nur  auf  das 

Jahr 2007 bezieht sowie dessen Nachtrag vom 21. August 2010, wonach die Pflichti-

gen auch "gelegentlich" den Gottesdienst besucht hätten). Gelegentliche Gottesdienst-

besuche  können  auch  an  Ferienorten  stattfinden  und  begründen  für  sich  allein  keine 

engere  Beziehung  zur  Gemeinde,  wo  die  Predigt  gehalten  wird.  Im  Übrigen  werden 

Kirchbesuche in E für die hier massgebliche Zeit per Ende 2006 nicht bescheinigt.  

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Als  geradezu  falsch  erweist  sich  sodann  die  weitere  Aussage,  wonach  die 

Pflichtigen  mit  den  lokalen  Politikern, so  z.B.  mit  M,  bestens bekannt gewesen seien, 

liess  doch  der  Letztere  die  Steuerbehörde  im  Zusammenhang  mit  der  beabsichtigen 

Zeugeneinvernahme wissen, dass er in seiner Funktion den Pflichtigen bei der…zunft 

am Sechseläuten vom 14. April … kennengelernt und ansonsten nie ein Kontakt statt-

gefunden  habe.  Die  behauptete  "besten  Bekanntschaften"  reduzieren  sich  damit  auf 

einen einzigen Kontakt an einem förmlichen Festanlass, welcher zudem in D und erst 

nach der Wiederabmeldung der Pflichtigen in E stattgefunden hat. 

Zum  neu  aufgebauten  Freundeskreis  zählten  die  Pflichtigen  alsdann  R,  bei 

welchen es sich um die Verkäufer der Eigentumswohnung in E handelt. Diese bestätig-

ten  zunächst  nur  einen  geschäftlichen  Kontakt;  im  von  den  Pflichtigen  abgefassten 

Nachtragsschreiben  vom  19.  August 2010  bescheinigten  sie  demgegenüber,  dass sie 

die  Pflichtigen  nach  deren  Zuzug  auch  "immer  wieder"  persönlich  angetroffen  hätten 

und man sich gegenseitig "auch einige Male" besucht habe.  

Als  weiteres  befreundetes  Ehepaar  werden  S  erwähnt.  V  ist  dabei  die 

Schwester der vorgenannten W und gehört als Innenarchitektin zum Architektur-Team 

des vorgenannten X (vgl. den diesbezüglichen Internetauszug, in welchem sie als "V, 

macht schöne Räume, I" aufgeführt ist, sowie die steueramtliche Aktennotiz zur Partei-

befragung  vom  18.  November  2010).  Letzteres  legt  nahe,  dass  auch  dieser  Kontakt 

zumindest ursprünglich geschäftlicher Natur war bzw. im Zusammenhang mit den von 

den  Pflichtigen  erwähnten  "Anpassungen"  in  der  Wohnung  gestanden  hat.  Immerhin 

bestätigt  das  Ehepaar  S,  dass  sie  mit  den  Pflichtigen  "seit  Oktober  2006  ein  sehr 

freundschaftliches  Verhältnis"  gepflegt  und  monatliche  Besuche  stattgefunden  hätten 

(Bestätigungsschreiben vom Januar 2008 und von den Pflichtigen formuliertes Zusatz-

schreiben vom 29. Juli 2010). 

Alles in allem kann unter Berücksichtigung dieser  wenigen, vorab im Zusam-

menhang  mit  der  gekauften  Wohnung  entstandenen  Kontakte  vom  Aufbau  eines 

Freundeskreises am neuen Wohnort keine Rede sein. Die Mitwirkung in lokalen Verei-

nen  oder  ein  soziales  Engagement  in  der  Gemeinde  wurde  im  Übrigen  nicht  einmal 

behauptet. 

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dd) Geschäftliche Kontakte im Privatleben: 

Eingereicht wurden Bestätigungen der Bank, wonach der pflichtige Ehemann 

im Jahr 2007 mehrmals Beratungsgespräche bei der Bank geführt habe; dabei sei es 

nicht  nur  um  die Hypothekenfinanzierung  der  Eigentumswohnung  in  E,  sondern auch 

um allgemeine Anlagefragen gegangen.  

Wiederum ist dazu zunächst festzuhalten, dass für 2007 bescheinigte Kontak-

te  die  hier  betroffene  Steuerperiode  2006  nicht  tangieren.  Gemäss  Wertschriftenver-

zeichnis 2006 verteilten sich die Bankverbindungen der Pflichtigen per Ende 2006 so-

dann  auf  mehrere  Kantone,  weshalb  dem  Umstand,  dass  auch  in  der  Region  der 

Wohnung  in  E  gelegentliche  Kontakte  mit  einer  Bank  stattgefunden  haben,  keine  be-

sondere Bedeutung zukommen kann. Gelegentliche Bankenbesuche sind auch an Fe-

riendomizilen üblich, vor allem wenn dortige Banken, wie hier, in den örtlichen Immobi-

lienverkauf involviert sind.  

Eine Bedeutung erhielte die örtliche Bankenbeziehung freilich dann, wenn die 

Pflichtigen in der Region E sehr häufig Bargeld an Bancomaten bezogen hätten oder 

wenn sich Bankkontoauszügen entnehmen liesse, dass täglich oder wöchentlich in der 

Region  bargeldlos  eingekauft  worden  ist  (Einkäufe  oder  Tanken  mit  EC-Karten  etc.). 

Diesbezüglich hat die Steuerbehörde folgerichtige Unterlagen eingefordert, doch haben 

die Pflichtigen keine aussagekräftigen Belege eingereicht. Dem aktenkundigen Auszug 

zu einem Konto des pflichtigen Ehemanns bei der Bank lässt sich lediglich entnehmen, 

dass  über  dieses  Konto  im  Zeitraum  2.-11.5.2007  Rechnungen  bezahlt  worden  sind, 

welche  einen  Bezug  zu  den  Kantonen  D,  H,  F  und  U  aufweisen.  Auf  dem  ebenfalls 

aktenkundigen Kontoauszug Dezember 2007 der pflichtigen Ehefrau bei der Bank sind 

sodann  keinerlei  Zahlungen  mit  Bezug  zum  Kanton  F  aufgeführt.  Wo  die  Pflichtigen 

ihre laufenden Bargeldbezüge und Einkäufe mit EC-Karten getätigt haben, wurde trotz 

Aufforderung der Steuerbehörde nicht offen gelegt.  

Was die täglichen Ausgaben in Geschäften der Region betrifft, wurden im Üb-

rigen  lediglich  Kassabons  betreffend  drei  Briefmarkenkäufe  bei  der  Post  I,  drei  Klein-

einkäufe in einer Papeterie in I, den Einkauf einer Glückwunschkarte im Lebensmittel-

geschäft  in  I  sowie  insgesamt  sieben  Restaurantkonsumationen  eingereicht.  Dabei 

wäre zu erwarten, dass ein Ehepaar, welches tatsächlich in E Wohnsitz hat, insbeson-

dere auch Belege zu alltäglichen Lebensmitteleinkäufen in der Region beibringen kann 

1 ST.2011.28 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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(Kassabons,  EC-Kartenbelege,  Bankbelege  zu  EC-Karteneinkäufen,  Kreditkartenbele-

ge). Die eingereichten Kassabons datieren im Übrigen alle wiederum aus dem für die 

Steuerperiode 2006 nicht massgeblichen Jahr 2007 und vermögen von der Anzahl her 

nicht einmal einen regen Ferienaufenthalt nachzuweisen.  

Auch  das  Kriterium  der  geschäftlichen  Kontakte  im  Privatleben  spricht  damit 

nicht für einen Wohnsitz der Pflichtigen in E. 

ee) Stromverbrauch: 

Betreffend ihr Einfamilienhaus  haben die Pflichtigen eine EW-Stromrechnung 

eingereicht,  welcher  sich  der    Verbrauch  der  Perioden  14.3.-30.9.2006  (3'161  kWh  = 

486  kWh  pro  Monat)  sowie  1.10.2006-15.3.2007  (2'920  kWh  =  530  kWh  pro  Monat) 

entnehmen  lässt.  Wollen  die  Pflichtigen  ihren  Lebensmittelpunkt  per  Mitte  Dezember 

2006 nach E verschoben haben, so wäre aber zu erwarten, dass in der zweiterwähnten 

Abrechnungsperiode statt einer Zunahme ein Rückgang des Verbrauchs stattgefunden 

hat.  

Zur Erklärung der Zunahme verwiesen die Pflichtigen einerseits darauf, dass 

ein nicht unwesentlicher Verbrauch auch bei fehlender Nutzung zu verzeichnen gewe-

sen  sei,  weil  das  Haus  "neben  andern,  ständig  eingeschalteten  Geräten"  über  eine 

Alarmanlage verfügt habe, welche in der Nacht in den einzelnen Stockwerken das Licht 

automatisch  (z.B.  Einschalten  morgens  um  2  oder  3  Uhr)  gesteuert  habe.  Lichtein-

schalt-Anlagen  zur  Abschreckung  von  potentiellen  Einbrechern  werden  üblicherweise 

jedoch  mit  Sparlampen  betrieben;  geleuchtet  wird  dabei  nicht  durchgehend,  sondern 

nach dem Zufallsprinzip temporär. Die dafür benötigte Energie kann folglich nur einen 

Bruchteil des Normalverbauchs (d.h. wenn im Haus gelebt wird und energiefressende 

Geräte wie Backofen, Waschmaschinen/Tumbler, TV etc. in Betrieb sind) ausmachen. 

Mit  dem  Betrieb  einer  "Alarmanlage"  kann  die  Zunahme  des  Stromverbrauchs  somit 

nicht  erklärt  werden.  Als  zweiten  Grund  verweisen  die  Pflichtigen  auf  ihre  Tochter  O, 

welche nach ihrem Wegzug im Haus gelebt habe. Indes hat die Steuerbehörde mittels 

Auskunft … vom 8. März 2010 nachgewiesen, dass die besagte Tochter nur vom 15. 

Februar  2006  bis  zum  29.  Januar  2007  (d.h.  während  ihres  von  den  Pflichtigen  er-

wähnten Australienaufenthalts) im Elternhaus an der …strasse in D gemeldet war; per 

30. Januar 2007 erfolgte die Neuanmeldung an der …strasse in D. Die Pflichtigen ver-

suchten diesen Widerspruch auszuräumen, indem sie in der Vorsprache vom 14. April 

1 ST.2011.28 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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2010 neu geltend machten, die Tochter habe in dieser Zeit eben einen alternierenden 

Wohnsitz  gehabt.  Eine  diesbezügliche  Zeugeneinvernahme  scheiterte  dann  aber  an 

der Bereitschaft der Tochter, an einer solchen teilzunehmen. Bei dieser Beweislage ist 

mithin davon auszugehen, dass nicht die Tochter der Pflichtigen, sondern diese selbst 

das Haus in D in den Monaten nach dem Jahreswechsel 2006/2007 im unveränderten 

Stil  weitergenutzt  haben,  was  gegen  eine  Verlagerung  ihres  Lebensmittelpunkts  nach 

E  spricht.  Dass  in  den  Perioden  1.10.2006-31.3.2007  sowie  1.4.-30.9.2007  in  E  ein 

ähnlich hoher Stromverbrauch zu verzeichnen war, hilft den Pflichtigen schon deshalb 

nicht weiter, weil die ursprünglichen diesbezüglichen Rechnungen der Elektrizitätswer-

ke  vom  2.  April  und  3.  Oktober  2007  noch  an  X  adressiert  worden  sind.  Auch  wenn 

diesbezüglich  geltend  gemacht  wird,  die  Rechnungen  seien  im  Herbst  2007  an  die 

Pflichtigen weitergeleitet worden und auch wenn die EW nachträglich (wann genau, ist 

nicht  bekannt)  die  Rechnungen  nochmals  auf  die  Pflichtigen  ausstellte,  hinterlassen 

solche Ungereimtheiten Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung der Pflichtigen rund um 

den  Stromverbrauch.  Entscheidend  ist  ohnehin,  dass  der  Stromverbauch  in  D  nach 

dem angeblichen Wegzug nicht abgenommen hat.  

ff) Telefonverkehr: 

Bei  den  Telefonkosten  verhält  es  sich  ähnlich  wie  bei  den  Stromkosten:  Der 

Kostenaufstellung der Swisscom vom 20. Mai 2010 lässt sich entnehmen, dass für den 

Festnetzanschluss an der …strasse in D die Doppelmonatskosten ab 2007 (zwischen 

Fr.  97.05  und  Fr.  110.10)  gegenüber  2006  (zwischen  Fr.  109.65  und  Fr.  123.20)  nur 

geringfügig zurückgegangen sind. Der Einwand der Pflichtigen, wonach eben auch ihre 

Tochter telefoniert habe, ist aus den bereits zum Stromverbrauch dargelegten Gründen 

unbehelflich. Die weitere Erklärung, wonach der Festnetzanschluss in D auf das Natel 

umgeleitet worden sei, was Kosten von Fr. 0.35 pro Minute verursache, lässt sich so-

dann  nicht  prüfen,  weil  entsprechende  Verbindungsnachweise  nicht  beigebracht  wor-

den sind. Dass diese bei der Swisscom nicht mehr beschaffbar waren ist  nicht belegt 

und wenig glaubhaft, nachdem die Swisscom ihren Kunden seit Jahren entsprechende 

Auszüge auch in elektronischer Form zur Verfügung stellt. Die blosse Behauptung, das 

Festnetztelefon  in  D  sei  auf  das  Mobiltelefon  umgeleitet  worden,  kann  einen  Wohn-

sitzwechsel nach E folglich nicht stützen. Unbestritten ist sodann, dass die Pflichtigen 

in E nie über einen Festnetzanschluss verfügten. Die Erklärung, dass heute regelmäs-

sig  kein  Festnetzanschluss  mehr  eingerichtet  werde  (sinngemäss  also  nur  noch  per 

Natel  telefoniert  werde),  vermag  mit  Bezug  auf  ein  Ehepaar  im  Alter  der  Pflichtigen, 

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welches in ländlicher Umgebung mit der Absicht des dauernden Verbleibens die Ruhe 

sucht, wenig zu überzeugen. Kommt hinzu, dass der pflichtige Ehemann anlässlich der 

Besprechung mit dem Steuerkommissär vom 30. Juli 2008 ausführte, es sei kein Fest-

netzanschluss  in  E  notwendig  gewesen,  weil  der  Email-Verkehr  mit  einem  Notebook 

über WLAN geführt  worden  sei.  Dabei  wird übersehen,  dass  auch für  den  drahtlosen 

Zugang  ins  Internet  bzw.  zum  Mailserver  ein  Festnetzanschluss  erforderlich  ist  (An-

schluss  WLAN-Router).  Der  geltend  gemachte  Verzicht  auf  einen  Festnetzanschluss 

im  Natelzeitalter  müsste  im  Übrigen  vorab  für  das  Haus  in  D  gelten;  wer  sein  Haus 

verlässt, um an einem neuen Ort den Lebensmittelpunkt zu begründen, wird den Fest-

netzanschluss am alten Ort aufgeben und dort im Rahmen der von den Pflichtigen er-

wähnten "Besuche zum Lüften" nur das Mobiltelefon benützen.  

gg) Arbeitswege: 

Wie bereits erwähnt waren die Pflichtigen im fraglichen Zeitpunkt 69 Jahre alt 

und damit bereits im Pensionsalter. Allerdings waren beide noch in geringfügigem Um-

fang  erwerbstätig,  wobei  sie  Einkünfte  aus  Nebenbeschäftigungen  von  Fr.  11'467.- 

bzw. Fr. 15'600.- deklarierten.  

aaa) Der pflichtige Ehemann war Geschäftsführer der Y GmbH sowie einziger 

Verwaltungsrat  der  Z  AG.  Diese  beiden  Gesellschaften  haben  ihren  Sitz  in  H.  Dass 

beide Gesellschaften gemäss Internetrecherchen der Steuerbehörde ihre Geschäftstä-

tigkeiten an der …strasse in D ausübten, ist unbestritten. Nach Aussagen des pflichti-

gen  Ehemanns  wurde  in  H  nur  die  Buchhaltung  gemacht.  Er  habe  sich  auch  für  Be-

sprechungen dorthin begeben und dort auch ein Büro gemietet gehabt; ein Büro habe 

er aber auch in D eingerichtet gehabt. Er gehe zu den Kunden hin, diese kämen nicht 

zu ihm. In der auf die vorerwähnte Befragung Bezug nehmenden Stellungnahme vom 

24. November 2010 liessen die Pflichtigen zur Arbeitstätigkeit des Ehemanns  ausfüh-

ren, dieser besuche "vor allem seine Kunden" (wo diese sind, wird nicht gesagt), wäh-

rend er sich sonst abwechslungsweise in D und H aufhalte. Ein Beleg zur behaupteten 

Büromiete in H wurde nicht beigebracht.  

Damit ist einerseits davon auszugehen, dass sich der pflichtige Ehemann nur 

selten am Firmensitz bzw. an den vorgenannten "c/o-Adressen" in H aufgehalten  und 

seine  Arbeitstätigkeiten  mindestens  in  gleichem  Ausmass  in  D  ausgeübt  hat.  Andrer-

seits  liegt  H  näher  bei  D  als  bei  E.  Führen  die  Pflichtigen  unter  dem  Aspekt  der  Er-

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reichbarkeit von H eine autobahnbedingte Zeitersparnis von gerade einmal 5 Minuten 

ins Feld (vgl. ihre Routenplaner-Berechnungen im Anhang), so ist dieses Argument in 

der hier gegebenen Konstellation für die Frage nach dem Lebensmittelpunkt der Pflich-

tigen ohne Relevanz.  

bbb) Noch klarer für D spricht sodann die Erwerbstätigkeit der pflichtigen Ehe-

frau.  Diese  ist  …  in  D,  wobei  sie  (bei  versteuerten  Einkünften  von  Fr.  15'600.-)  nach 

eigenen  Angaben  rund  15-20  Führungen  durchführt;  administrative  Aufgaben  könne 

sie auch zu Hause erledigen.  

ccc)  Mit  Bezug  auf  die  Nebenbeschäftigungen  beider  Pflichtigen  bzw.  die 

diesbezüglichen  Arbeitswege  ist  mithin  in  keiner  Weise  davon  auszugehen,  dass  die 

Wohnung in E, wo die Einrichtung eines Büros nicht einmal behauptet wird, den Pflich-

tigen gegenüber ihrem Einfamilienhaus in D einen Vorteil gebracht hätte. Auch dieser 

Punkt spricht folglich klar dafür, dass die Pflichtigen ihren Lebensmittelpunkt in D bei-

behalten haben. 

hh) Attraktivität der Wohnverhältnisse: 

Soweit die Pflichtigen die Vorzüge der Wohnung in  E allgemein mit dem Be-

dürfnis  nach  Kürzertreten  im  Alter,  Ruhe,  ländlicher  Umgebung,  pflegeleichtem Woh-

nen (wobei in diesem Zusammenhang – nicht nachvollziehbar – auch der Lift zu einer 

Gartenwohnung  erwähnt  wird)  etc.  begründen,  überzeugt  dies  ebenfalls  nicht.  In  D 

verfügten sie an bester Lage über ein gepflegtes Einfamilienhaus mit idyllischem Gar-

ten, hatten sie ihre beiden Töchter samt einem Enkelkind, ihren angestammten Freun-

deskreis und gingen sie nach dem Gesagten grossmehrheitlich noch nebenberuflichen 

Tätigkeiten  nach.  Wenn  sie  in  der  Einsprache  vom  2.  Februar  2009  ausführten,  sie 

seien sich der Vorzüge ihres Hauses in D erst nach gut einem Jahr Aufenthalt in E be-

wusst geworden sind, ist dies schlicht unglaubhaft.  

c)  Zusammenfassend  ergibt  eine  Würdigung  aller  Kriterien,  welche  in  Fällen 

von zwei zur Verfügung stehenden Wohnmöglichkeiten Auskunft über das Hauptsteu-

erdomizil  geben  müssen,  dass  die  Pflichtigen  per  Ende  2006  ihren  langjährigen  Le-

bensmittelpunkt  in  D  beibehalten  haben  und  nicht  mit  der  Absicht  des  dauernden 

Verbleibens nach E  weggezogen sind. Auf die Gründe für die Wiederanmeldung in D 

nach  gut  einem  Jahr  (Herzprobleme  der  pflichtigen  Ehefrau  [nicht  nachgewiesen], 

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Grosskindbetreuung  etc.)  braucht  unter  diesen  Umständen  nicht  weiter  eingegangen 

zu  werden.  Festzuhalten  bleibt  im  Einklang  mit  dem  gefunden  Beweisergebnis  ledig-

lich,  dass  eine  derart  schnelle  Wiederanmeldung  in  D  der  angeblich  per  Ende  2006 

bestehenden Absicht des dauernden Verbleibens in E diametral entgegensteht.  

7. Hatten die Pflichtigen in der Steuerperiode 2006 ihren Wohnsitz in D, waren 

sie hierorts unbeschränkt steuerpflichtige und bestand eine entsprechende umfassen-

de  Deklarationspflicht.  Nachdem  sie  diese  nicht  vollständig  erfüllt  hatten,  wurden  sie 

folgerichtig mit Bezug auf nicht deklarierte Positionen nach pflichtgemässem Ermessen 

im Sinn von § 139 Abs. 2 StG eingeschätzt, wobei im Rahmen der Schätzungen nahe-

liegenderweise die Zahlen aus der F Steuererklärung (inkl. amtshilfeweise beigezoge-

nes  Wertschriftenverzeichnis)  übernommen  worden  sind.  Die  dergestalt  festgelegten 

Einschätzungsfaktoren erweisen sich als korrekt und wurden rekursweise in quantitati-

ver Hinsicht denn auch nicht beanstandet.  

8. Nach  alledem  ist  der  Rekurs  abzuweisen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Re-

kurskosten  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (§ 151  Abs. 1  StG).  Die  Zusprechung  einer 

Parteientschädigung entfällt (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspfle-

gegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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