# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03e4f625-653b-5e41-8869-301815f9b794
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.07.2010 D-4945/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4945-2010_2010-07-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4945/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli-Busi, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren B._______,
Sri Lanka,
c/o Schweizerische Vertretung in Colombo,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 2. Juni 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4945/2010

Sachverhalt:

A.  

A.a Der  Beschwerdeführer,  ein  aus  C._______  in  der  Nordprovinz 
stammender  srilankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Volkszuge-
hörigkeit mit Wohnsitz in D._______, suchte mit in englischer Sprache 
verfasstem  Schreiben  vom  31. Oktober  2008  (Eingang  Botschaft: 
4. November 2008) an die Schweizerische Vertretung in Colombo um 
Asyl in der Schweiz nach.

Zur Begründung seines Gesuchs führte der Beschwerdeführer im We-
sentlichen an, er lebe seit dem Jahre 1999 in D._______. Sein Bruder 
K.  werde  seit  dem Jahre  2004  vermisst  und  alle  Beschwerden  und 
Nachforschungen  bei  den  zuständigen  Behörden  seien  erfolglos 
geblieben. Am 5. Juni 2007 seien vier Männer in Zivil bei ihm zu Hause 
erschienen und hätten ihn zu zwei Männern befragt,  die im gleichen 
Haus zu Geschäftszwecken einen Raum gemietet hätten. Nachdem er 
diesen  zur  Auskunft  gegeben gehabt  habe,  dass  diese Männer  das 
Geschäft  schon  vor  Monaten  geschlossen  hätten  und  er  deren 
Aufenthaltsort nicht kenne, sei er in den Van der vier Männer gebracht 
worden, worin man ihm die Augen verbunden habe und er an einen 
ihm unbekannten Ort gebracht worden sei. Erst nach einer 15-tägigen 
Haft, während welcher er in erheblichem Masse gefoltert worden sei, 
habe  er  erfahren,  dass  er  von der  E._______  verhaftet  worden  sei. 
Anschliessend an die Haft  sei  er ins F._______ transferiert  und dort 
während  vier  Monaten  festgehalten  und  auf  verschiedene  Weise 
misshandelt worden. Während der Haft habe man ihn zu einer Person 
namens  G.K. befragt,  die  Monate  vorher  in  einem anderen  Zusam-
menhang verhaftet worden sei und welche angeblich Kontakte mit den 
beiden Personen, die in ihrem Haus einen Raum gemietet hätten, ge-
pflegt habe. Während seiner Haft sei er von Mitgliedern der G._______ 
sowie  des  H._______  besucht  worden.  In  der  Folge  sei  er  ins 
I._______ nach D._______ überführt und dort während neun Monaten 
in  Haft  gehalten  worden.  Am  15.  Juli  2008  habe  man  ihn  auf 
Anweisung des J._______ auf freien Fuss gesetzt. Nun werde er von 
unbekannten Personen verfolgt. Auch habe er  erfahren,  dass er  von 
Angehörigen  des  Sicherheitsdienstes  überwacht  werde.  Am 
31. Oktober  2008  sei  ein  in  der  Nachbarschaft  wohnender 
Jugendlicher in einem Van entführt worden. Da sein Leben und seine 

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Freiheit  in  Gefahr  seien,  ersuche  er  die  Schweizer  Behörden  um 
Schutz.

A.b Mit  Schreiben vom 6. November  2008  teilte  die  Schweizerische 
Botschaft  dem Beschwerdeführer mit,  seine Eingabe werde als Asyl-
gesuch  entgegengenommen. Gleichzeitig  forderte  sie  ihn  auf,  seine 
Vorbringen in verschiedenen Punkten detailliert zu schildern und allfäl-
lige entsprechende Beweismittel sowie Kopien von Identitätspapieren 
bis zum 20. Dezember 2008 einzureichen, sofern er nach wie vor an 
seinem Gesuch festhalten wolle.

A.c In seinem an die Schweizerische Vertretung in Colombo gerichte-
ten  Schreiben  vom 11.  November  2008  (Eingang  Botschaft:  18. No-
vember 2008) wiederholte der Beschwerdeführer im Wesentlichen sei-
ne bereits im Schreiben vom 31. Oktober 2008 dargelegten Asylgrün-
de und führte ergänzend aus, seine einzige Möglichkeit, sein Leben zu 
retten, sei die Migration in die Schweiz. Er lebe in täg licher Angst vor 
erneuter Verhaftung und Folter, zumal er von unbekannten Personen 
verfolgt werde. Aufgrund seiner strafrechtlichen Vergangenheit  könne 
er weder in D._______ noch irgendwo sonst in Sri Lanka Schutz er-
halten oder in seiner Heimat leben, ohne dass er von behördlicher Sei-
te verdächtigt würde.

A.d Mit  Schreiben vom 10. Dezember  2008 forderte  die Schweizeri-
sche Botschaft den Beschwerdeführer auf, am 15. Januar 2009 zu ei-
nem Interview zu erscheinen und allfällige Beweismittel - in Englisch 
übersetzt - mitzubringen.

Anlässlich der am 15. Januar 2009 in {.......} durchgeführten Befragung 
des  Beschwerdeführers  führte  dieser  in  Ergänzung  zu  seinen 
bisherigen Äusserungen aus, er sei politisch in keiner Art und Weise 
aktiv  gewesen. Seine Verhaftung im Juli  2007  sei  lediglich  aufgrund 
des  Umstandes  geschehen,  dass  die  Behörden  seinen  damaligen 
Vorgesetzten nicht hätten verhaften können. Nach seiner Freilassung 
habe er im August 2008 zwei Drohanrufe von Unbekannten erhalten, 
die  Singhalesisch  gesprochen  hätten.  Weitere  Telefonate  hätten  sie 
nicht  mehr  entgegengenommen,  wenn das Telefon nach Mitternacht 
geklingelt  habe.  Ferner  sei  er  am  10.  August  2008  an  einem 
Checkpoint von der Polizei angehalten und kontrolliert  worden. Nach 
einer  Befragung  hätten  ihn  die  Polizisten  unbehelligt  weiterfahren 
lassen. Ausserdem hätten unbekannte Männer am 29. Dezember 2008 

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in der Nachbarschaft nach ihm gefragt und er habe diverse Male weis-
se Vans vor seinem Haus durchfahren sehen.

Seinem  Asylgesuch  legte  der  Beschwerdeführer  Kopien 
{...Bezeichnung der Beweismittel...} bei.

A.e Mit  Schreiben  vom  16. Januar  2009  (Eingang  BFM:  27. Januar 
2009),  vom  6.  Juli  2009  (Eingang  BFM:  14. Juli  2009)  sowie  vom 
25. Februar  2010  (Eingang  BFM:  5. März  2010)  überwies  die 
Schweizerische Botschaft  in  Colombo das Asylgesuch, das Protokoll 
der Befragung und die – jeweils nachgereichten – Eingaben des Be-
schwerdeführers vom 30. Juni 2009 und 19. Februar 2010 mit weiteren 
Unterlagen an das BFM.

B.
Mit Verfügung vom 2. Juni 2010, welche von der Schweizer Vertretung 
in Colombo am 15. Juni 2010 an den Beschwerdeführer weitergeleitet 
wurde,  wies  das  BFM  sein  Einreise-  und  Asylgesuch  gestützt  auf 
Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] 
i.V.m. Art. 3 AsylG ab. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, es 
sei bedauerlich, dass der Beschwerdeführer während eines Jahres – 
vom Juni 2007 bis im Juli  2008 – von den srilankischen Sicherheits-
kräften  festgehalten  und  misshandelt  worden  sei.  Er  habe  dadurch 
massive Eingriffe in seine Bewegungsfreiheit und seine körperliche In-
tegrität  erlitten. Er sei zu keinem Zeitpunkt für  eine politische Bewe-
gung tätig gewesen und auf Verdacht hin festgenommen worden. Die 
Tatsache, dass der Beschwerdeführer im Juli 2008 ohne Auflagen frei-
gesprochen worden sei, belege, dass die srilankische Justiz ihn keiner 
strafrechtlich relevanten Tätigkeiten mehr verdächtige. Es sei anzuneh-
men, dass ihn die Sicherheitskräfte längst  aufgegriffen hätten,  wenn 
ein gezieltes Interesse an seiner Ergreifung bestünde, da die Behör -
den über seinen Aufenthaltsort im Bilde seien. Dies lasse den Schluss 
zu,  dass  die  Behörden  den  Beschwerdeführer  aktuell  nicht  suchten 
und er demzufolge nicht gefährdet sei. Da die Bewilligung der Einreise 
nicht dem Ausgleich vergangenen Unrechts diene, habe die erwähnte 
Inhaftierung keine einreiserelevante Bedeutung.

Die telefonischen Drohungen hätten gemäss den Aussagen des Be-
schwerdeführers  bei  {.......}  am  15.  Januar  2009  keinerlei 
Konsequenzen  für  diesen  gehabt.  Seiner  Eingabe  vom  19. Februar 
2010 sei  zu entnehmen,  dass die Soldaten,  die ihn im Januar  2010 

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aufgesucht  hätten,  im  Rahmen  einer  Razzia  die  ganze  Strasse 
kontrolliert  hätten.  Der  Beschwerdeführer  schreibe  nämlich,  dass 
Lastwagen mit  etwa 30  Soldaten vorgefahren  seien. Es  sei  deshalb 
davon  auszugehen,  dass  er  nicht  gezielt  gesucht  worden  sei,  was 
durch die Tatsache bestätigt werde, dass ihn die Soldaten nicht mitge-
nommen  hätten.  Weil  die  srilankischen  Sicherheitskräfte  seit  seiner 
Freilassung  über  seinen  Aufenthaltsort  in  D._______  informiert 
gewesen  seien,  ohne  ihn  jedoch  festzunehmen,  sei  davon 
auszugehen,  dass  seine  Furcht,  künftig  Opfer  von  staatlichen 
Verfolgungsmassnahmen  zu  werden,  nicht  genügend  begründet  sei, 
um eine Einreise in die Schweiz zu rechtfertigen.

Den Eingaben des Beschwerdeführers sei zudem zu entnehmen, dass 
er ohne weiteres seinen Aufenthaltsort  in D._______ habe wechseln 
können, was für eine innerstaatliche Fluchtalternative spreche. Er sei 
daher nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen.

C.
Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Eingabe  vom 
28. Juni 2010 (Datum Eingangsstempel Botschaft: 30. Juni 2010; Ein-
gang beim Bundesverwaltungsgericht: 9. Juli 2010) beantragte der Be-
schwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung, die Bewilligung der Einreise in die Schweiz sowie die Gewäh-
rung von Asyl. Zur Begründung wiederholte er im Wesentlichen seine 
bereits  im Asylgesuch  vorgebrachte  Gefährdung  und  die  schwierige 
persönliche Situation respektive Angst vor erneuter Haft verbunden mit 
möglicher Folter im Falle einer Inhaftierung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 

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Gebiet des Asyls endgültig  (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Er ist  daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 108  Abs. 1  AsylG  und  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf  die Beschwerde ist 
einzutreten.

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  verzichtet  aus  prozessökonomi-
schen  Gründen  auf  eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Be-
schwerde zur Übersetzung in eine Amtssprache, da die (sinngemäs-
sen) Rechtsmittelanträge verständlich sowie begründet sind. Der vor-
liegende  Entscheid  ergeht  indessen  in  deutscher  Sprache  (vgl. 
Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.4 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

1.5 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsge-
richt kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriften-
wechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2.  
2.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet  werden  kann  (Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss 
Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Ein-
reise zur  Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 
ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweize-
rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 

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und Leben oder für die Freiheit aus einem anderen Grund nach Art. 3 
Abs. 1 AsylG bestehe.

2.2 Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung sind 
grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein wei-
ter  Ermessensspielraum zukommt. Neben der  erforderlichen Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe 
zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen ande-
ren  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsu-
che  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilations-
möglichkeiten in  Betracht  zu  ziehen. Ausschlaggebend für  die  Ertei -
lung der Einreisebewilligung ist  dabei die Schutzbedürftigkeit der be-
troffenen Personen,  mithin  die  Prüfung der  Fragen,  ob eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann (vgl. dazu beispielsweise Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts D-2490/2009 vom 16. Juni 2009, mit weiteren Hin-
weisen).

3.  
3.1 Die sachverhaltsmässigen Grundlagen werden in ihren wesentli-
chen Punkten weder vom Bundesamt noch vom Bundesverwaltungs-
gericht  in  Frage gestellt.  Zur  Prüfung steht  vorliegend,  ob die vorin-
stanzlichen Erwägungen zur fehlenden Einreisebeachtlichkeit der vor-
gebrachten  Benachteiligungen  zutreffend  sind.  Die  betreffenden  Er-
kenntnisse des Bundesamtes sind in casu nach Prüfung der Akten zu 
bestätigen.

3.2 Der  Beschwerdeführer  weist  auf  die  in  seiner  Heimat  erlittenen 
Benachteiligungen  und  den  noch  immer  bestehenden  behördlichen 
Druck  auf  ihn  hin.  Bei  allem  Verständnis  für  die  Situation  des  Be-
schwerdeführers,  insbesondere  in  Anbetracht  der  von  behördlicher 
Seite  angeordneten Massnahmen in den Jahren 2007 und 2008,  ist 
mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass angesichts seiner bedingungs-
losen Freilassung am 15. Juli 2008 – nachdem das Gericht seine Un-
schuld offensichtlich als erwiesen angesehen hatte – von behördlicher 
Seite nichts mehr gegen ihn vorlag. Soweit der Beschwerdeführer an-
führt, dass er auch nach seiner Entlassung von den Sicherheitskräften 
beobachtet und wiederholt kontrolliert worden sei respektive Männer in 
Zivil,  vermutlich Angehörige der Regierung, nach ihm gefragt hätten, 

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sind diese  Sachverhaltselemente  vor  dem Hintergrund der  Bekämp-
fung des Terrorismus der LTTE durch die srilankische Armee zu sehen. 
So haben die srilankischen Behörden – namentlich im Grossraum Co-
lombo –  die  Sicherheitsmassnahmen auch nach der  Niederlage  der 
LTTE nicht gelockert. Daher laufen aufgrund der angespannten Lage 
in Sri Lanka Angehörige der tamilischen Volksgruppe nach wie vor Ge-
fahr, überall und jederzeit von srilankischem Sicherheitspersonal einer 
minuziösen Personenkontrolle unterzogen und öfters auch für  einge-
hendere Abklärungen auf  den Posten mitgenommen oder  in  ein  Ar-
meecamp beordert zu werden. Derartigen Massnahmen kommt indes-
sen bereits aufgrund ihrer  Eingriffsdauer und Intensität  in  der Regel 
kein Verfolgungscharakter zu. Darüber hinaus zielen die Personenkont-
rollen einzig darauf ab, die Infiltrierung von LTTE-Kämpfern in die Zivil-
gesellschaft zu unterbinden, was in asylrechtlicher Hinsicht keine rele-
vante Verfolgungssituation darstellt. In Bezug auf den Beschwerdefüh-
rer stellen die geschilderten Vorfälle im Nachgang zu seiner Haftent-
lassung am 15. Juli 2008 – entgegen der in der Beschwerdeschrift dar-
gelegten Ansicht  – somit  noch keine ernsthaften Nachteile im Sinne 
des Gesetzes dar. So wurde er denn seither auch nie mehr verhaftet, 
obwohl sein Aufenthaltsort in D._______ den Behörden bekannt war.

Sodann  vermögen  weder  der  Umstand,  dass  der  Bruder  des  Be-
schwerdeführers seit  dem Jahre 2004 verschollen sei,  noch die Vor-
bringen des Beschwerdeführers, wonach verschiedene in seiner Nach-
barschaft lebende Personen von den Sicherheitskräften verhaftet wor-
den seien, er zudem im August 2008 Drohanrufe erhalten und über-
dies  verschiedentlich  weisse  Vans  vor  seinem Haus  gesehen  habe, 
zum heutigen Zeitpunkt zu einer objektiv begründeten Furcht vor zu-
künftiger Verfolgung im Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu 
führen. Das Gleiche gilt auch für die lediglich subjektive Befürchtung, 
trotz gerichtlicher Freilassung eines Tages erneut wegen eines mögli-
chen Verdachts der Behörden verhaftet zu werden.

Überdies zeigen die Ausführungen des Beschwerdeführers – so insbe-
sondere am Ende seiner Rechtsmitteleingabe – dass es ihm wieder-
holt problemlos möglich war, seinen Wohnort innerhalb D._______ zu 
wechseln und so behördlichen Kontrollen zu entgehen.

Unter diesen Umständen vermögen die geltend gemachten Bedrohun-
gen praxisgemäss nicht  zur  Anerkennung der  Flüchtlingseigenschaft 
und zur Gewährung von Asyl zu führen.

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3.3 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände 
und Vorbringen des Beschwerdeführers ist zusammenfassend festzu-
stellen, dass er die Voraussetzungen für die Bewilligung der Einreise 
nicht  erfüllt.  Es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerde und  die  eingereichten  Beweismittel  im Einzelnen  näher 
einzugehen,  da sie am Ergebnis nichts  zu ändern vermögen, zumal 
die Glaubhaftigkeit der Sachverhaltsvorbringen auch vom BFM nicht in 
Frage gestellt  wurde. Die  Vorinstanz hat  daher  die Einreise des Be-
schwerdeführers  zu  Recht  verweigert  und das Asylgesuch  abgewie-
sen.

4.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). 
In Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  ist  jedoch  aus  verwaltungsöko-
nomischen Gründen auf  die Erhebung von Verfahrenskosten zu ver-
zichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft in Colombo Ref. Nr. K._______; per EDA-Kurier)

- die Schweizerische Botschaft in Colombo (mit der Bitte, das Urteil 
dem  Beschwerdeführer  gegen  Unterzeichnung  der  beigelegten 
Empfangsbestätigung oder gegen postalischen Rückschein zu eröff-
nen und den Eröffnungsbeleg dem Bundesverwaltungsgericht zuzu-
stellen; per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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