# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a70c8f1c-55ae-58fb-b52c-586e3dbe4c0e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.12.2021 200 2021 529
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-529_2021-12-13.pdf

## Full Text

200 21 529 UV
SCI/REL/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

/
Urteil vom 13. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 11. Juni 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit Mitte Juli 2018 mit einem Rahmenarbeitsvertrag als … in regemässi-
gem Einsatz für die C.________ GmbH tätig und dadurch bei der Schwei-
zerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) 
obligatorisch unfallversichert. Gemäss Schadenmeldung vom 17. Januar 
2019 stürzte der Versicherte am 1. Januar 2019 auf dem Gehweg und zog 
sich dabei einen Fussgelenksbruch links zu (Akten der Suva [AB] 1). Die 
Unfallfolgen wurden in … operativ behandelt (AB 4 f.) und in der Schweiz 
nachoperiert (AB 56). Die Suva anerkannte für dieses Ereignis ihre Leis-
tungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (vgl. 
AB 2 f., AB 51 und AB 91). Eine weitere Operation zum Einsatz einer To-
talprothese des Oberen Sprunggelenks (OSG) erfolgte am 29. April 2020 
(AB 129), worauf im September und Oktober 2020 eine sechswöchige sta-
tionäre Rehabilitation in der Rehaklinik D.________ durchgeführt wurde 
(AB 170 und AB 178). Mit Schreiben vom 24. November 2020 (AB 225) 
teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die Taggeldleistungen per 
31. Januar 2021 eingestellt würden und sprach ihm mit Verfügung vom 
4. März 2021 (AB 265) aufgrund der verbleibenden Beeinträchtigung des 
linken Fusses eine Integritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden 
von 15 % zu. Hingegen verneinte sie den Anspruch auf eine Invalidenrente 
(IV-Rente) und hielt fest, dass die psychogenen Störungen nicht in einem 
adäquaten Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis ständen, weshalb 
diesbezügliche Leistungen ebenfalls entfielen. Die dagegen erhobene Ein-
sprache (AB 266) hiess die Suva mit Entscheid vom 11. Juni 2021 
(AB 275) insoweit sinngemäss teilweise gut, als der Fallabschluss auf den 
30. April 2021 statt auf den 31. Januar 2021 festgesetzt wurde, ohne dies 
jedoch ins Dispositiv aufzunehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte – vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. B.________ – am 7. Juli 2021 Beschwerde (Postaufgabe am 9. Juli 
2021). Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Einspracheent-
scheids sowie sinngemäss, es sei ihm eine Integritätsentschädigung auf-
grund einer Integritätseinbusse von mindestens 20 - 25 % sowie eine IV-
Rente zuzusprechen.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juli 2021 schliesst die Beschwerdegegne-
rin insoweit auf teilweise Gutheissung der Beschwerde, als eine Integritäts-
entschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 30 % zuzuspre-
chen sei. Soweit weitergehend sei die Beschwerde abzuweisen. 

Am 11. August 2021 liess der Beschwerdeführer innerhalb der Frist zur 
Replik einen Arztbericht zu den Akten reichen.

Mit Schreiben vom 14. September 2021 verzichtete die Beschwerdegegne-
rin auf eine Duplik, verwies auf die Begründung in der Beschwerdeantwort 
vom 30. Juli 2021 und bestätigte die dort gestellten Rechtsbegehren.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 4

und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid 11. Juni 2021 
(AB 275). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung der Unfallversicherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2

2.2.1 Für den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung bedarf es nebst anderem eines natürlichen und adäquaten Kausa-
lzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

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2.2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

2.2.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

2.2.4 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – 
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im 
mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Die erlit-
tenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich 
beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfallschwere 
sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese 
werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 

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E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 S. 76 E. 4.2, 
2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes 
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem ge-
wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammen-
hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel 
(vgl. jedoch BGE 140 V 356 E. 5.3 S. 360) ohne weiteres verneint werden, 
weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug 
unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass 
ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsscha-
den zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6a 
S. 139).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140): 
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-

keit des Unfalles; 
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzun-

gen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Feh-
lentwicklungen auszulösen; 

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 
- körperliche Dauerschmerzen; 
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert; 
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. 

Handelt es sich um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den 
leichten Unfällen müssen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien ge-
geben sein (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des 

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Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder 
Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 
E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 S. 174 E. 4b).

2.3 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf IV-Rente und Inte-
gritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 143 V 
148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). 

3.

3.1 Zwischen den Parteien unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer 
am 1. Januar 2019 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 2.1 hier-
vor) und danach unfallkausale somatische Beschwerden am linken Fuss 
aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende 
Versicherungsleistungen erbracht (vgl. AB 2 f., AB 51, AB 91, AB 166 und 
AB 175). Unbestritten ist zu Recht weiter der Fallabschluss per 30. April 
2021 (Einspracheentscheid vom 11. Juni 2021 S. 11 Ziff. 9 [AB 275]), wor-
an nichts ändert, dass diese Festlegung im Dispositiv des Einspracheent-
scheids keinen Eingang gefunden hat.

3.2 Umstritten ist hingegen die Frage der Kausalität zwischen dem Un-
fall vom 1. Januar 2019 und den nach wie vor geltend gemachten Be-
schwerden (vgl. E. 2.2 hiervor). Dazu lässt sich den medizinischen Akten 
im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.2.1 Im Austrittsbericht vom 4. Mai 2020 (AB 129) stellte Prof. Dr. med. 
Dr. phil. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, die Diagnose einer posttraumatischen 
zystischen lateralen Valgus-Arthrose mit Plafond-Knochennekrose des 
OSG und als hospitalisationsrelevante Nebendiagnose eine postoperative 
Hypoalbuminämie. Unter dem Titel "Allgemeine Nebendiagnosen" wurde 

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zudem festgehalten, dass der Beschwerdeführer unter Depressionen leide 
und im Rahmen einer eigenen Medikation Hydroxyzin einnehme (S. 2).

Im Sprechstundenbericht vom 24. September 2020 (AB 179) diagnostizier-
te Prof. Dr. med. Dr. phil. E.________ einen Status nach erschwerter Os-
teosynthesematerialentfernung OSG links sowie Implantation OSG-
Totalprothese Typ VANTAGE links am 29. April 2020 mit/bei posttraumati-
scher zystischer lateraler Valgus-Arthrose mit Plafond-Knochennekrose 
OSG links, Status nach Entfernung intraartikulärer Schrauben distale medi-
ale Tibia, Malunion/Nonunion-Chirurgie Fibula mit Plattenosteosynthese 
OSG links am 5. Juni 2019, symptomatische Schrauben-Malposition und 
Fibula-Nonunion, OSG-Osteopenie und leichte Volkmann-Dislokation OSG 
links, Status nach ORIF Tibia am 2. Januar 2019 sowie Status nach ge-
schlossener Unterschenkel/Pilon-Fraktur OSG links. Der Beschwerdeführer 
solle weiterhin die physische Aktivität steigern. Mit der Prothese könne er 
nach abgeschlossener Rehabilitation im gleichen Job arbeiten und auch 
Sport treiben (S. 2).

3.2.2 Im Bericht zum psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik 
D.________ vom 23. Oktober 2020 (AB 209) nannten der klinische Psycho-
loge F.________ und Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, 
derzeit mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und einer Panikstörung 
(ICD-10: F41.0 [S. 2]). Der Beschwerdeführer leide unter einer Pa-
nikstörung (zuletzt weitestgehend symptomfrei) sowie einer offenbar se-
kundär entwickelten rezidivierenden depressiven Störung mit einer mittel-
gradigen Episode zu Beginn der Reha einschliesslich intermittierend auftre-
tenden Suizidgedanken ohne Hinweise auf psychotische Symptome 
gemäss aktueller Anamnese. Die festgestellte psychische Störung begrün-
de aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsminderung (S. 4).

Im Austrittsbericht vom 16. November 2020 (AB 208) wiederholten die 
Fachärzte der Rehaklinik D.________ die Diagnosen eines Unfalls vom 
1. Januar 2019 mit geschlossener Unterschenkel/Pilon-Fraktur OSG links, 
Trümmerfraktur des distalen Endes der linken Tibia, symptomatischer 
Schrauben-Malposition und Fibula-Nonunion, OSG-Osteopenie und leichter 
Volkmann-Dislokation OSG links sowie einer posttraumatischen zystischen 

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lateralen Valgus-Arthrose OSG links und nannten zudem eine arterielle 
Hypertonie, eine rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradige 
Episode (ICD-10: F33.1), und einer Panikstörung (ICD-10: F41.0 [S. 2 f.]). 
Die angestammte Tätigkeit als … sei nicht mehr zumutbar aufgrund der zu 
hohen Anforderungen (S. 3). Zumutbar sei eine angepasste leichte Tätig-
keit ganztags ab 15. November 2020, wobei diese wechselbelastend, ohne 
Einnahme von Zwangshaltungen wie Hocken, Knien oder Kauern sein und 
kein Leiternsteigen beinhalten sollte (S. 4). Die festgestellte psychische 
Störung begründe aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsminderung 
(S. 3).

3.2.3 In der ärztlichen Beurteilung vom 23. November 2020 (AB 219) 
fasste der Kreisarzt Dr. med. H.________, Facharzt für Chirurgie, die vor-
liegenden Akten zusammen und hielt als Diagnosen einen Status nach 
Implantation einer Sprunggelenksprothese links bei in Fehlstellung verheil-
ter Tibiafraktur nach osteosynthetischer Versorgung in Polen nach erlitte-
nem Verkehrsunfall am 1. Januar 2019 fest. Aufgrund des Gesamtbefun-
des sei davon auszugehen, dass der Endzustand bezüglich der Bewe-
gungs- und Belastungsfähigkeit des linken OSG noch nicht erreicht und mit 
einer Befundbesserung zu rechnen sei. Er empfehle deshalb die Fort-
führung der physiotherapeutischen intensiven Behandlung sowie später 
einer medizinischen Trainingstherapie zur Muskelkräftigung (S. 3). Als vor-
läufiges Zumutbarkeitsprofil hielt er fest, dass der Beschwerdeführer wech-
selbelastend leichte Tätigkeiten durchführen könne, das Heben und Tragen 
von Gegenständen bis maximal zehn Kilogramm sei möglich, jedoch nicht 
repetitiv, Arbeiten in kniender oder hockender Position könnten nicht aus-
geführt werden, Arbeiten mit Schlag- oder Vibrationsbelastungen mit Aus-
wirkungen auf die untere Extremität müssten unterbleiben, das Arbeiten auf 
Leitern und Gerüsten sei unmöglich, das häufige Treppensteigen sei zu 
vermeiden und Arbeiten auf unebenem oder abschüssigem Gelände müss-
ten unterbleiben. Bei Einhaltung dieser Kriterien sei eine zeitliche und leis-
tungsmässige uneingeschränkte Einsetzbarkeit gegeben. Unter fortgeführ-
ter physiotherapeutischer Behandlung sei unter Umständen eine Steige-
rung der Belastbarkeit in Zukunft noch gegeben (S. 4).

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3.2.4 Prof. Dr. med. Dr. phil. E.________ wiederholte im Sprechstunden-
bericht vom 13. April 2021 (AB 268) die am 24. September 2020 gestellten 
Diagnosen (vgl. AB 179) und hielt fest, dass der Beschwerdeführer einen 
deutlichen Sprung in der Rehabilitation im Vergleich zur Vorkonsultation 
gemacht habe. Er könne mittlerweile gut zwei Stunden bzw. fünf Kilometer 
gehen und sei mit dem Resultat der Prothese sehr zufrieden. Im normalen 
Alltag habe er keine Beschwerden, diese träten lediglich nach längerer Be-
lastung auf. In Bezug auf die berufliche Situation hielt der Orthopäde fest, 
es bestehe keine Kontraindikation für die angestammte Tätigkeit als …. Sie 
hätten einige OSG-Totalprothese-Patienten, die beruflich handwerklich 
stark und erfolgreich tätig seien (S. 2).

3.2.5 Der Orthopäde Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, bescheinigte dem 
Beschwerdeführer in seinem im vorliegenden Beschwerdeverfahren einge-
reichten Bericht vom 10. August 2021 (Beschwerdebeilage [BB] 4) eine 
Arbeitsfähigkeit von noch 50 % im angestammten Beruf.

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 In medizinischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin im Ein-
spracheentscheid vom 11. Juni 2021 (AB 275) bezüglich der somatischen 
Beschwerden auf die Beurteilung des Kreisarztes vom 23. November 2020 
(AB 219) und hinsichtlich der psychischen Beschwerden im Wesentlichen 
auf das psychiatrische Konsilium der Rehaklinik D.________ vom 23. Ok-
tober 2020 (AB 209) gestützt. Beide Berichte erfüllen die Anforderungen 

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der Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizinischen Beurteilung 
(vgl. E. 3.3 hiervor), weshalb beiden volle Beweiskraft zukommt.

3.4.1 In somatischer Hinsicht findet die Einschätzung des Kreisarztes 
Dr. med. H.________ vom 23. November 2020 (AB 219) ihren Rückhalt in 
der Einschätzung der behandelnden Ärzte. Mit Blick auf die medizinischen 
Akten des operierenden Orthopäden Prof. Dr. med. Dr. phil. E.________ 
(AB 179, 268) und der Fachärzte der Rehaklinik D.________ (AB 183, 208) 
erstellt und nicht (mehr) streitig ist, dass die somatischen Beschwerden am 
linken Fuss sowohl natürlich wie auch adäquat kausal zum Unfallereignis 
vom 1. Januar 2019 sind und dass von medizinischen Massnahmen nach 
dem 30. April 2021 keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustan-
des mehr zu erwarten war. Es ist deshalb folgerichtig, dass die Beschwer-
degegnerin gestützt auf die medizinische Beurteilung des Kreisarztes 
Dr. med. H.________ vom 23. November 2020 (AB 219) den Fallabschluss 
in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 UVG auf den 30. April 2021 vorgenom-
men hat (vgl. E. 2.3 und E. 3.1 vorstehend).

Gemäss dem Kreisarzt Dr. med. H.________ ist dem Beschwerdeführer 
nach dem Fallabschluss eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränk-
te Arbeitstätigkeit in einer leidensangepassten wechselbelastenden leichten 
Tätigkeit zumutbar, wobei Heben und Tragen von Gegenständen bis 
maximal zehn Kilogramm (nicht repetitiv) möglich sind, Arbeiten in kniender 
oder hockender Position nicht ausgeführt, Arbeiten mit Schlag- oder Vibra-
tionsbelastungen mit Auswirkungen auf die untere Extremität sowie Arbei-
ten auf unebenem Grund oder abschüssigem Gelände unterbleiben müs-
sen, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten unmöglich sind und häufiges Trep-
pensteigen vermieden werden soll (AB 219 S. 4). Diese Beurteilung findet 
ihren Rückhalt in der Einschätzung der Fachärzte der Rehaklinik 
D.________, welche im Austrittsbericht vom 16. November 2020 (AB 208) 
ebenfalls eine Tätigkeit im angestammten Bereich als unzumutbar, eine 
angepasste leichte Tätigkeit (wechselbelastend, ohne Einnahme von 
Zwangshaltungen wie Hocken, Knien und Kauern, ohne Leitersteigen) 
ganztags als möglich bezeichneten (S. 3). Während der behandelnde Or-
thopäde Dr. med. I.________ eine Arbeitsfähigkeit von immerhin noch 
50 % im angestammten Beruf attestierte (BB 4), hielt der operierende Or-

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thopäde Prof. Dr. med. Dr. phil. E.________ im Bericht vom 13. April 2021 
(AB 268) gar fest, dass aus seiner Sicht keine Kontraindikation für eine 
Tätigkeit mit der Totalprothese OSG im angestammten Beruf als … beste-
he und der Beschwerdeführer gut im Arbeitsmarkt eine Arbeit in diesem 
Beruf suchen und diese probatorisch starten könne. Wie es sich mit der 
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf abschliessend verhält, kann vor-
liegend angesichts des Ausgangs des Verfahrens offenbleiben, denn weder 
bei einer vollständigen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf noch bei 
einer Arbeitsfähigkeit ausschliesslich in einer angepassten Tätigkeit resul-
tiert ein Anspruch auf eine IV-Rente der Unfallversicherung, wie nachfol-
gend darzulegen ist (vgl. E. 4.4 nachfolgend).

3.4.2 Bezüglich der psychischen Beschwerden ist dem Bericht zum 
psychiatrischen Konsilium der Rehaklinik D.________ vom 23. Oktober 
2020 zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer schon vor dem hier 
massgebenden Ereignis vom 1. Januar 2019 aufgrund einer depressiven 
und Panikstörung psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen hat 
(AB 209 S. 5). Bereits im Bericht von Prof. Dr. med. Dr. phil. E.________ 
vom 4. Mai 2020 (AB 129) war festgehalten worden, dass der Beschwerde-
führer Antidepressiva in Selbstmedikation einnehme. Damit ist auszusch-
liessen, dass die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit des Be-
schwerdeführers auf den Unfall zurückzuführen ist. Ob sich die psychi-
schen Beschwerden seit dem 1. Januar 2019 allenfalls (vorübergehend) 
verstärkt haben und der Unfall zumindest (für eine gewisse Zeit) teilweise 
natürlich kausal für die Beschwerden war (vgl. E. 2.2.2 hiervor), braucht 
nicht abschliessend geklärt zu werden, da es von Vornherein an einem 
adäquaten Kausalzusammenhang fehlt:

Zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bedarf es einer ge-
wissen Schwere des Unfalls, damit diesem eine massgebende Bedeutung 
für die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zukom-
men kann (vgl. E. 2.2.4 vorstehend). Aus den Akten geht nicht klar hervor, 
wie sich der Unfall am 1. Januar 2019 tatsächlich abgespielt hat, ist doch 
einmal von einem Sturz auf einem Gehweg (AB 1 Ziff. 6), dann von einem 
"häuslichen Unfall" (AB 209 S. 2) oder gar von einem Verkehrsunfall 
(AB 219 S. 3) die Rede. Allen Schilderungen gemeinsam ist jedoch, dass – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 13

wenn nicht gar ein Ausrutschen vorliegt, das sowieso im leichten Bereich 
anzusiedeln wäre (vgl. E. 2.2.4 2. Absatz hiervor) – das Ereignis im mittel-
schweren Bereich an der Grenze zu einem leichten Unfall anzusiedeln ist. 
Von den massgeblichen Kriterien gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung müssen zur Bejahung der Adäquanz demnach vier Kriterien erfüllt 
sein (vgl. E. 2.2.4 4. Absatz hiervor). Wie die Beschwerdegegnerin im an-
gefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Juni 2021 (AB 275) zutreffend 
dargelegt hat, sind die Kriterien der "besonders dramatischen Begleit-
umstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles", der "Schwere 
oder besonderen Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, insbeson-
dere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen aus-
zulösen", der "körperlichen Dauerschmerzen" sowie des "schwierigen Hei-
lungsverlaufs und erheblichen Komplikationen" nach dem OSG-
Totalprothesen-Einsatz im April 2020 (AB 129) zweifelsohne nicht erfüllt. 
Ob die Kriterien "ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheb-
lich verschlimmert", "ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung" 
und "Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit" zu beja-
hen sind, braucht sodann nicht abschliessend geklärt zu werden, denn sie 
wären auf jeden Fall nicht in ausgeprägter Weise erfüllt. Bei Vorliegen von 
weniger als vier Kriterien ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 
dem Unfall vom 1. Januar 2010 und noch bestehenden psychischen Be-
schwerden so oder anders nicht gegeben. 

3.5 Nach dem Dargelegten sind von medizinischen Massnahmen nach 
dem 30. April 2021 keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustan-
des mehr zu erwarten (vgl. E. 3.4.1 hiervor) und die psychischen Be-
schwerden sind als nicht unfallkausal einzustufen (vgl. E. 3.4.2 hiervor). 
Dem Beschwerdeführer ist spätestens seit dem Fallabschluss per 30. April 
2021 eine vollständige Arbeitstätigkeit in einer angepassten leichten, wech-
selbelastenden Arbeit zumutbar (Heben und Tragen von Gegenständen bis 
maximal zehn Kilogramm [nicht repetitiv] möglich, ohne Arbeiten in knien-
der oder hockender Position, ohne Arbeiten mit Schlag- oder Vibrationsbe-
lastungen mit Auswirkungen auf die untere Extremität, ohne Arbeiten auf 
unebenem Grund oder abschüssigem Gelände, ohne Arbeiten auf Leitern 
und Gerüsten und ohne häufiges Treppensteigen). Zu prüfen ist, ob der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 14

Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund Anspruch auf eine IV-Rente der 
Unfallversicherung hat.

4.

4.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine IV-Rente, sofern sich 
der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 
Abs. 1 UVG). 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversicherung 
nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die versicherte 
Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzielen würde. 
Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als gesunde Per-
son decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfallbedingten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 15

leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind (SVR 2018 UV 
Nr. 33 S. 115 E. 2.1). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen-
falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 
Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach 
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der 
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik 
(BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

4.2 Es steht fest, dass der Beschwerdeführer im massgeblichen Zeit-
punkt des Rentenbeginns im Gesundheitsfall auch weiterhin als … tätig 
gewesen wäre. Es sind keine Anhaltspunkte für eine anderweitige berufli-
che Entwicklung ersichtlich und dergleichen wird im vorliegenden Verfahren 
auch nicht geltend gemacht. Die Beschwerdegegnerin hat das massgebli-
che hypothetische Valideneinkommen des Beschwerdeführers auf 
Fr. 58'500.– (Fr. 4'500.– x 13) festgelegt und hierbei auf die Löhne gemäss 
Gesamtarbeitsvertrag GAV 2020 - 2023 der Schweizerischen Elektrobran-
che (Anhang 5b, gültig ab 2021, einsehbar unter www.eit.swiss > Branche 
> Gesamtarbeitsvertrag) abgestellt. Mit Blick auf das vor dem Unfall im Jahr 
2018 erzielte Einkommen von Fr. 54'848.– (vgl. Auszug aus dem Individuel-
len Konto [AB 216 S. 2]) ist diese (zu Gunsten des Beschwerdeführers er-
folgte) Festlegung des Valideneinkommens nicht zu beanstanden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 16

4.3 Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht 
und damit seine Restarbeitsfähigkeit nicht ausschöpft, ist für die Ermittlung 
des Invalideneinkommens auf statistische Werte gemäss LSE abzustellen 
(vgl. E. 4.1 vorstehend).

Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.4.1 und E. 3.5 hiervor) ist der 
Beschwerdeführer in der Lage, in einem vollen Pensum wechselbelastende 
leichte Tätigkeiten mit nicht repetitivem Heben und Tragen von maximal 
zehn Kilogramm, ohne Arbeiten in kniender oder hockender Position, ohne 
Arbeiten mit Schlag- oder Vibrationsbelastungen mit Auswirkung auf die 
untere Extremität, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges 
Treppengehen sowie ohne Arbeiten auf unebenem Grund oder abschüssi-
gem Gelände zu leisten. Demnach ist dem Invalideneinkommen praxis-
gemäss der Wert Total von Tabelle TA1 der LSE 2018, Kompetenzniveau 
1, Männer, d.h. Fr. 5'417.–, zugrunde zu legen (vgl. Entscheid des BGer 
vom 11. Januar 2018, 9C_621/2017, E. 2.3.1).

Auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Tabelle 
"Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro 
Woche", Jahr 2018) aufgerechnet, ergibt sich ein Jahreseinkommen von 
Fr. 67'766.65 (Fr. 5'417.– x 12 / 40 x 41.7). Da die entsprechenden Zahlen 
für das Jahr 2021 noch nicht erhältlich sind, hat eine Indexierung auf das 
Jahr 2020 (BFS, Tabelle "Nominallohnindex nach Geschlecht", Tabelle 
T1.1.15, Männer, Periode 2016 bis 2020, Total, Index 2018: 101.5 bzw. 
2020: 103.2) zu erfolgen und es resultiert ein Invalideneinkommen von 
Fr. 68'901.65 (Fr. 67'766.65 / 101.5 x 103.2). Der von der Beschwerdegeg-
nerin sodann zusätzlich gewährte Abzug von 10 % (vgl. AB 264 S. 3) liegt – 
insbesondere wenn die positiven Befunde und die positive Bewertung des 
operierenden Arztes Prof. Dr. med. Dr. phil. E.________ (AB 268) berück-
sichtigt werden – innerhalb des Ermessensbereichs der Beschwerdegegne-
rin und ist nicht zu beanstanden. Es ergibt sich damit ein massgebliches 
Invalideneinkommen von Fr. 62'011.50 (Fr. 68'901.65 x 0.9 [Abzug]).

4.4 Nach dem Dargelegten resultiert aus der Gegenüberstellung der 
Vergleichseinkommen (Fr. 58'500.– ./. Fr. 62'011.50) keine 
Erwerbseinbusse und damit – in Übereinstimmung mit den Darlegungen im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 17

angefochtenen Einspracheentscheid (AB 275 S. 7 ff. Ziff. 7) – kein 
massgeblicher IV-Grad, weshalb kein Anspruch auf eine IV-Rente besteht.

5.

Streitig und zu prüfen bleibt die Höhe des Integritätsschadens und der dar-
aus folgenden Integritätsentschädigung. 

5.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent-
schädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) Ge-
brauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritäts-
schaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen 
Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die 
körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Er-
werbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 
gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des 
Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, 
nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden 
prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). 

5.2 Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine Inte-
gritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden von 15 % zu und stützte 
sich auch hierbei zunächst auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. 
H.________ vom 23. November 2020 (AB 219) und dessen Beurteilung 
des Integritätsschadens vom gleichen Tag (AB 220). Dieser Bemessung 
des Integritätsschadens lag die Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arthro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 18

sen) der von der SUVA unter dem Titel "Integritätsentschädigung gemäss 
UVG" veröffentlichten Richtwerte zugrunde (abrufbar unter www.suva.ch > 
Unfall > Versicherungsmedizin > Material > Dokumentationen). Gemäss 
dieser Tabelle wird der Integritätsschaden bei einer schweren Arthrose des 
oberen OSG mit 15 % – 30 % veranschlagt. Bei Endoprothesen ist auf den 
unkorrigierten Zustand abzustellen, d.h. auf den Schweregrad der Arthrose 
vor Prothesenimplantation. Prof. Dr. med. Dr. phil. E.________ hatte im 
Operationsbericht vom 29. April 2020 (AB 129 S. 4 ff.) als Zustand vor der 
Implantation einer OSG-Prothese eine posttraumatische zystische laterale 
Valgus-Arthrose mit Plafond-Knochennekrose des OSG festgehalten. Der 
gestützt darauf bewertete Integritätsschaden bezifferte der Kreisarzt 
Dr. med. H.________ zunächst mit 15 % (AB 220), revidierte aber im Rah-
men des Beschwerdeverfahrens mit Bericht vom 29. Juli 2021 (AB 283) 
seine Einschätzung und bezifferte die unfallbedingte Integritätseinbusse 
neu mit 30 %. Diese Einschätzung entspricht dem in der Tabelle 5 Festge-
haltenen und ist nicht zu beanstanden. Insoweit kann dem Antrag der Be-
schwerdegegnerin auf teilweise Gutheissung gefolgt werden.

6.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 11. Juni 2021 (AB 275) ist insofern 
abzuändern, als dem Beschwerdeführer nicht eine Integritätsentschädigung 
für einen Integritätsschaden von 15 %, sondern eine solche von 30 % aus-
zurichten ist. Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2021, UV/21/529, Seite 19

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Mit Kostennote vom 22. September 2021 macht der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers Rechtsanwalt Dr. B.________ ein Honorar von 
Fr. 1'435.–, Auslagen von Fr. 5.– und Mehrwertsteuer von Fr. 110.90, ins-
gesamt ausmachend Fr. 1'550.90, geltend. Angesichts des bloss geringfü-
gigen Obsiegens bezüglich der Integritätsentschädigung ist dem Be-
schwerdeführer eine von der Beschwerdegegnerin zu ersetzende reduzier-
te Parteientschädigung von pauschal Fr. 700.– (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) zuzusprechen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Suva vom 11. Juni 2021 dahingehend abgeän-
dert, als dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung für ei-
nen Integritätsschaden von insgesamt 30 % zugesprochen wird. So-
weit weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 700.– (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.