# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee408d30-3c99-53c9-ba55-eea31b55fcc0
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.09.2021 CA.2021.7
**Docket/Reference:** CA.2021.7
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2021-7_2021-09-07

## Full Text

Strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB), Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG)
Berufung (teilweise) vom 10. Mai 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2020.56 vom 5. März 2021
;;Strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB), Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG)
Berufung (teilweise) vom 10. Mai 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2020.56 vom 5. März 2021
;;Strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB), Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG)
Berufung (teilweise) vom 10. Mai 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2020.56 vom 5. März 2021
;;Strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB), Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG)
Berufung (teilweise) vom 10. Mai 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2020.56 vom 5. März 2021

Urteil vom 7. September 2021 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Andrea Blum, Vorsitzende 
Thomas Frischknecht und Olivier Thormann  
Gerichtsschreiber Franz Aschwanden  

Parteien  A., zurzeit inhaftiert im Gefängnis BB., 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Zani Dzaferi, 
 

 Berufungsführer / Beschuldigter 
  

 gegen 

  
BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 
des Bundes Johannes Rinnerthaler, 

 
Berufungsgegnerin / Anklagebehörde  

  

Gegenstand  Strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 
StGB), Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 
Abs. 1 lit. a WG) 
 
Berufung (teilweise) vom 10. Mai 2021 gegen das Urteil 
der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2020.56 
vom 5. März 2021 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2021.7 

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Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil  

A.1 Der Beschuldigte wurde am 11. Februar 2020 um ca. 16:00 Uhr am Hauptbahnhof 
ZZ. kontrolliert und festgenommen, nachdem er ohne gültigen Fahrausweis im Zug 
von U. nach ZZ. unterwegs gewesen war. Anlässlich der Effektenkontrolle wurden 
bei ihm unter anderem zwei Dolche und vier sogenannte unkonventionelle Spreng- 
und Brandvorrichtungen (nachfolgend: USBV) sichergestellt (BA pag. 10-01-0001 ff.).  

A.2 Am 11. Februar 2020 eröffnete die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Straf-
untersuchung gegen den Beschuldigten wegen strafbarer Vorbereitungshandlun-
gen zu einem Tötungsdelikt etc. (Art. 260bis StGB) (BA pag. 01-01-0003). Am 19. 
Februar 2020 wurde das Verfahren von der Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) 
übernommen und von dieser am 20. Februar 2020 auf die Straftatbestände des 
Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen (Art. 226 StGB) so-
wie die Vorwürfe der Widerhandlung gegen Art. 37 ff. des Sprengstoffgesetzes 
(SprstG; SR 941.41) und der Widerhandlung gegen Art. 33 ff. des Waffengesetzes 
(WG; SR 514.54) ausgedehnt (BA pag. 01-01-0001 f.). Am 16. September 2020 
hielt die BA fest, dass keine Anklage im Sinne der Tatbestände gemäss Art. 37 ff. 
SprstG erhoben werde, ohne jedoch eine formelle Verfahrenseinstellung vorzu-
nehmen (BA pag. 01-01-0003 f.). Am 13. November 2020 dehnte die BA das Ver-
fahren auf den Tatbestand des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 
StGB) aus (BA pag. 01-01-0005) und vereinigte mit Verfügung vom 13. November 
2020 die der kantonalen Zuständigkeit unterliegenden Verfahrensgegenstände in 
eigener Hand (BA pag. 02-00-0011 f.). 

A.3 Mit Verfügung vom 13. Februar 2020 ordnete das Zwangsmassnahmengericht des 
Bezirksgerichts ZZ. für den Beschuldigten Untersuchungshaft an (BA pag. 06-01-
0018 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde des Beschuldigten schrieb das 
Obergericht des Kantons ZZ. zufolge Beschwerderückzugs mit Beschluss vom 
17.  März 2020 ab (BA pag. 06-01-0073 ff.). Mit Entscheid vom 30. März 2020 wies 
das kantonale Zwangsmassnahmengericht T. ein Haftentlassungsgesuch des Be-
schuldigten ab (BA pag. 06-01-0086 ff.). Dasselbe Gericht ordnete mit Entscheid 
vom 18. Mai 2020, anstelle der von der BA beantragten Haftverlängerung, bis zum 
17. August 2020 befristete Ersatzmassnahmen im Sinne einer ambulanten psychi-
atrischen Behandlung und eines Konsumverbots (betreffend Drogen / Betäu-
bungsmittel [inkl. Alkohol]) an. Es ordnete weiter an, dass die Haftentlassung spä-
testens am 2. Juni 2020 zu erfolgen habe (pag. 06-01-0127 ff.). Der Beschuldigte 
wurde schliesslich am 28. Mai 2020 aus der Haft entlassen (BA pag. 06-01-0147 
ff.). Mit Entscheid vom 17. Juli 2020 verlängerte das Zwangsmassnahmengericht 
T. die Ersatzmassnahmen bis zum 16. Oktober 2020 und ordnete für den Beschul-

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digten anstelle der ambulanten psychiatrischen Behandlung eine stationäre Ent-
zugs- / Entwöhnungsbehandlung mit Abstinenzkontrolle und begleitender psycho-
therapeutischen Behandlung an, wobei die BA für den möglichst baldigen Antritt 
zu sorgen habe (BA pag. 06-02-0082 ff.). Am 10. September 2020 ordnete die BA 
die Durchführung einer stationären Entzugsbehandlung mit Abstinenzkontrolle und 
begleitender psychotherapeutischen Behandlung in den Universitären Psychiatri-
schen Kliniken U. an (BA pag. 06-02-0127 ff.). Nach Antritt der Behandlung per 9. 
September 2020, wurde der Beschuldigte am 11. Oktober 2020 gestützt auf einen 
Haftbefehl der BA von der Kantonspolizei S. in der Universitären Psychiatrischen 
Kliniken U. festgenommen (BA pag. 06-03-0001 ff.). Am 14. Oktober 2020 ordnete 
das Zwangsmassnahmengericht T. auf Antrag der BA Untersuchungshaft bis zum 
10. Januar 2021 an und widerrief die Ersatzmassnahmen (BA pag. 06-03-0037 ff.). 
Am 2. Dezember 2020 verfügte das Zwangsmassnahmengericht T. im Zusammen-
hang mit der zwischenzeitlich erfolgten Anklageerhebung gegen den Beschuldig-
ten Sicherheitshaft bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils, wobei das Haft-
entlassungsgesuch des Beschuldigten abgewiesen wurde (TPF pag. 6.231.7.001 
ff.), und verlängerte die Sicherheitshaft mit Entscheid vom 19. Februar 2021 bis 
zum 12. März 2021 (TPF pag. 6.231.7.063 ff.).  

A.4 Am 23. November 2020 erhob die BA bei der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts (nachfolgend: Strafkammer) Anklage gegen den Beschuldigten wegen straf-
barer Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB), versuchten Herstellens 
von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Ungehorsams ge-
gen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) und Widerhandlungen gegen Art. 33 
Abs. 1 lit. a WG (TPF pag. 6.100.003 ff.).  

A.5 Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer fand am 4. / 5. März 2021 in Anwe-
senheit des Beschuldigten, seines amtlichen Verteidigers (dannzumal RA Georges 
Müller) und der BA statt (vgl. TPF pag. 6.720.001 ff.). Mit Urteil SK.2020.56 vom 
5. März 2021, gleichentags mündlich eröffnet und begründet, wurde der Beschul-
digte von den Vorwürfen des versuchten Herstellens von Sprengstoffen (Art. 226 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) und des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 
(Art. 292 StGB) freigesprochen, der strafbaren Vorbereitungshandlungen (Art. 
260bis Abs. 1 lit. e StGB) und der Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. 
Art. 4 Abs. 1 lit. c WG schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 16 
Monaten (unter Anrechnung von Untersuchungs- / Sicherheitshaft / Ersatzmass-
nahmen im Umfang von total 348 Tagen) bestraft. Zudem wurde eine Massnahme 
im Sinne von Art. 60 StGB angeordnet (TPF pag. 6.720.006 ff.; 6.930.001 ff.). Mit 
separatem Beschluss SN.2021.6 vom 5. März 2021 ordnete die Strafkammer den 
Verbleib des Beschuldigten in Sicherheitshaft an (Art. 231 StPO) (TPF pag. 
6.720.1.003; 6.912.2.001 ff.). 

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A.6 Mit persönlich handschriftlich verfasstem und als «Einsprache» bezeichnetem Schrei-
ben an die Strafkammer vom 15. März 2021 erklärte sich der Beschuldigte mit dem 
Urteil SK.2020.56 vom 5. März 2021 nicht einverstanden und ersuchte um «Freilas-
sung» (TPF pag. 6.940.001). Durch seinen Anwalt liess er am 16. März 2021 den 
vorzeitigen Antritt der angeordneten Massnahme beantragen (TPF pag. 6.912.2.011). 

A.7 Mit Beschluss der Strafkammer SN.2021.9 vom 22. März 2021 wurde das Haftent-
lassungsgesuch des Beschuldigten vom 15. März 2021 abgewiesen (TPF pag. 
6.912.4.001 - 004). Die Verfahrensleitung der Strafkammer bewilligte dem Be-
schuldigten sodann mit Verfügung SN.2021.7 vom 22. März 2021 den vorzeitigen 
Massnahmenantritt (TPF pag. 6.912.1.001 - 005). 

A.8 Das als «Einsprache» betitelte, an die Strafkammer adressierte handschriftliche 
Schreiben des Beschuldigten vom 15. März 2021 (TPF pag. 6.940.001) wurde zu-
dem als Berufungsanmeldung entgegengenommen. Das vollständig begründete 
Urteil wurde am 16. April 2021 an die Parteien versandt und am 19. April 2021 (RA 
Müller für den Beschuldigten) bzw. 20. April 2021 (BA) in Empfang genommen 
(TPF pag. 6.930.006 ff.; CAR pag. 940.007). 

A.9 Den Beschluss SN.2021.6 (Sicherheitshaft) sowie das Urteil SK.2020.56 vom 
5. März 2021 focht der Beschuldigte mit persönlich handschriftlich verfassten Be-
schwerde-Eingaben vom 16. März 2021 beim Bundesgericht an (vgl. TPF pag. 
6.231.9.258 ff.; CAR pag. 1.100.125 ff.). Mit Urteil 1B_140/2021 vom 20. April 2021 
trat das Bundesgericht auf die Beschwerden, zufolge fehlender Legitimation für 
deren Einreichung beim Bundesgericht, nicht ein (CAR pag. 1.100.122 ff.). 

A.10 Mit Beschluss SN.2021.8 vom 3. Mai 2021 setzte die Strafkammer die Entschädi-
gung der Verteidigung (RA Müller) für das erstinstanzliche Strafverfahren fest. Die-
ser Beschluss erwuchs unangefochten in Rechtskraft (CAR pag. 1.100.131 ff.).  

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Mit prozessleitender Verfügung der Vorsitzenden der Berufungskammer des Bun-
desstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskammer) vom 26. April 2021 wurde mit 
Wirkung per 27. April 2021 Rechtsanwalt Georges Müller aus dem Mandat der 
amtlichen Verteidigung des Beschuldigten entlassen und an seiner Stelle dessen 
Kanzleipartner, Rechtsanwalt Zani Dzaferi, zum amtlichen Verteidiger des Be-
schuldigten bestellt (CAR pag. 2.100.001 f.). 

B.2 Der Beschuldigte liess mit Berufungserklärung vom 10. Mai 2021 folgende Anträge 
stellen (CAR pag. 1.100.139 ff.): 

 
 1. Es sei das Urteil des Bundesstrafgerichts vom 5. März 2021 (SK.2020.56) betreffend 

die folgenden Dispositiv-Ziffern aufzuheben: 

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 - Ziff. 2 (Schuldsprüche betreffend strafbare Vorbereitungshandlungen [Art. 260bis 
Abs. 1 lit. e StGB] und Widerhandlung gegen das Waffengesetz [Art. 33 Abs. 1 lit. a 
i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c WG]) 

 - Ziff. 3 (Strafe) 

 - Ziff. 4 (Massnahme) 

 - Ziff. 5 (Vollzugskanton) 

 - Ziff. 6 (beschlagnahmte Gegenstände) 

 - Ziff. 7 (Entschädigungen) 

 2. Es sei der Berufungskläger vollumfänglich freizusprechen. 

 3. Dispositiv-Ziff. 8 des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 5. März 2021 (SK.2020.56) 
sei insofern aufzuheben, als die erstinstanzlichen Verfahrenskosten vollumfänglich auf 
die Staatskasse zu nehmen, eventualiter die dem Berufungskläger auferlegten Verfah-
renskosten angemessen zu reduzieren seien. 

 4. Dispositiv-Ziff. 9.2 des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 5. März 2021 (SK.2020.56) 
sei insofern aufzuheben, als die Kosten für die amtliche Verteidigung vollumfänglich auf 
die Staatskosten zu nehmen, eventualiter der dem Berufungskläger auferlegte Umfang 
an den Kosten der amtlichen Verteidigung angemessen zu reduzieren sei. 

 5. Dem Berufungskläger sei eine angemessene Entschädigung und Genugtuung zuzu-
sprechen. 

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,7 % MWSt) zu Lasten der Staats-
kasse. 

B.3 Mit Eingabe vom 21. Mai 2021 erklärte die BA ihren Verzicht sowohl auf die Bean-
tragung des Nichteintretens als auch auf die Erklärung einer Anschlussberufung 
(CAR pag. 2.100.004). 

B.4 Im Vorfeld der Berufungsverhandlung reichte der Beschuldigte diverse handschrift-
liche Eingaben ein, datierend vom 4. / 5. / 8. / 17. / 18. / 21. / 24. Juni 2021 (CAR 
pag. 3.101.002 ff., 3.102.003 ff.). Seine beiden Eingaben vom 21. Juli 2021 (CAR 
pag. 3.102.031 ff.) wurden mit Schreiben der Vorsitzenden vom 3. August 2021 
aufgrund teilweise fehlender Leserlichkeit / Verständlichkeit i.S.v. Art. 110 Abs. 4 
StPO mit Frist zur Verbesserung zurückgewiesen. Dies mit dem Hinweis, dass sie 
andernfalls unbeachtet bleiben würden (CAR pag. 3.102.035). In der Folge wurden 
bis zur Berufungsverhandlung keine verbesserten Fassungen der Eingaben ein-
gereicht. 

B.5 Mit Beweisverfügung der Vorsitzenden vom 14. Juni 2021 wurden bezüglich des 
Beschuldigten von Amtes wegen der Beizug eines aktuellen Betreibungs- und 
Strafregisterauszugs, der aktuellen Steuerunterlagen (Steuererklärung / -veranla-
gungsverfügung) sowie eines Führungsberichts betreffend sein Verhalten während 
der Sicherheitshaft bzw. allenfalls während des vorzeitigen Massnahmenvollzugs 

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veranlasst (vgl. CAR pag. 6.200.001 f.; 6.401.001 ff.). Der vom 13. August 2021 
datierende Führungsbericht des Gefängnisses BB. wurde dem Gericht gleichen-
tags eingereicht (CAR pag. 6.401.026 f.). 

B.6 Bei der Transportpolizei der SBB wurden gemäss Art. 195 StPO am 20. / 23. Au-
gust 2021 sämtliche im vorliegenden Zusammenhang durch die Transportpolizei 
erstellten Akten (Rapport, Journal etc.) ediert (CAR pag. 4.103.001 ff.). 

B.7 Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 27. August 2021, welche in Anwesen-
heit des Beschuldigten, seiner Verteidigung und der BA stattfand (CAR pag. 
7.200.002), wurden die Zeugen CC., Transportpolizei der SBB; (CAR pag. 
7.601.001 ff.), DD., Kantonspolizei Zürich; (CAR pag. 7.602.001 ff.) und EE., Sach-
bearbeiter der Bundeskriminalpolizei [nachfolgend: BKP]; (CAR pag. 7.603.001 ff.) 
sowie von Amtes wegen der Beschuldigte einvernommen (CAR pag. 7.401.001 
ff.). Im Rahmen der Parteivorträge bestätigte der Beschuldigte (Berufungsführer) 
seine Anträge (CAR pag. 7.300.001 ff.; vgl. oben SV lit. B.2). 

Die BA stellte die Anträge, die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das 
vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien 
vollumfängIich dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die weiteren Verfügungen seien 
von Amtes wegen zu treffen (vgl. CAR pag. 7.300.043 ff.). 

 Die Parteien verzichteten auf die mündliche Urteilseröffnung (CAR pag. 
7.200.009). Das Urteilsdispositiv wurde am 7. September 2021 an die Parteien 
versandt (CAR pag. 11.100.001 ff.). 

B.8 Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 
eingegangen. 

 
Die Berufungskammer erwägt: 
 
I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

1.1  Die Berufungsanmeldung und -erklärung des Beschuldigten erfolgte jeweils frist-
gerecht (Art. 399 Abs. 1 - 3 StPO). Die Berufung richtet sich gegen das Urteil der 
Strafkammer SK.2020.56 vom 5. März 2021, mit welchem der Beschuldigte we-
gen strafbarer Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 lit. e StGB) und Wi-
derhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 
lit. c WG) schuldig gesprochen, mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten (unter 

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Anrechnung von Untersuchungs- / Sicherheitshaft / Ersatzmassnahmen im Um-
fang von total 348 Tagen) bestraft sowie mit einer Massnahme im Sinne von 
Art. 60 StGB belegt wurde. 

1.2 Nach Art. 35 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbehör-
den des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71) i.V.m. Art. 23 Abs. 1 
lit. d StPO unterstehen von den vorliegend angeklagten Delikten einzig die Ver-
brechen und Vergehen gemäss Art. 224 bis 226ter StGB der Bundesgerichtsbar-
keit. Aufgrund der Vereinigungsverfügung der BA vom 13. November 2020 (vgl. 
oben Sachverhalt [SV] lit. A.2 in fine) ist gemäss Art. 26 Abs. 2 StPO in Bezug 
auf diese beiden (nach Art. 22 StPO eigentlich in die kantonale Kompetenz fal-
lenden) Delikte die Bundeskompetenz ebenfalls gegeben. Der Beschuldigte ist 
durch die vorinstanzliche Verurteilung beschwert und hat ein rechtlich geschütz-
tes Interesse an deren Aufhebung / Änderung (Art. 104 Abs. 1 lit. b, Art. 111 
Abs. 1 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Berufungskammer ist in der Besetzung mit 
drei Richterpersonen für die Beurteilung der vorliegenden Berufung örtlich und 
sachlich zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 lit. c, Art. 38a und 38b StBOG). 
Sämtliche Voraussetzungen um auf die Berufung einzutreten sind erfüllt. Verfah-
renshindernisse liegen keine vor. Entsprechend ist auf die Berufung einzutreten. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition / Verbot der reformatio in peius 

2.1  Die vorliegende Berufung richtet sich gegen das Urteil der Strafkammer 
SK.2020.56 vom 5. März 2021 bzw. die Schuldsprüche betreffend strafbare Vor-
bereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 lit. e StGB) und Widerhandlung gegen 
das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c WG). Die erstin-
stanzlichen Freisprüche betreffend die Anklagevorwürfe des versuchten Herstel-
lens von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) sowie des 
Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) erwuchsen unange-
fochten in Rechtskraft. 

2.2  Gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO kann das Berufungsgericht das Urteil in allen an-
gefochtenen Punkten umfassend überprüfen. Da die BA weder Berufung noch 
Anschlussberufung erhoben hat, gelangt allerdings der Grundsatz des Verbots 
der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) zur Anwendung, welcher nicht nur 
bezüglich des Strafmasses, sondern auch hinsichtlich der rechtlichen Qualifika-
tion zu beachten ist (BGE 139 IV 282 E. 2.3 - 2.6; ZIEGLER / KELLER, Basler Kom-
mentar, 2. Aufl. 2014, Art. 391 StPO N. 3 und N. 3a). Diese Grundsätze sind vor-
liegend konkret in folgender Weise relevant: 

2.2.1  Gemäss Anklageschrift (nachfolgend: AKS) Ziffer 1.1 wird dem Beschuldigten 
zusammengefasst vorgeworfen, am 11. Februar 2020 planmässig konkrete tech-
nische und organisatorische Vorkehrungen getroffen zu haben, deren Art und 

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Umfang zeigen würden, dass er sich angeschickt habe, eine vorsätzliche Tötung 
(Art. 111 StGB), eine schwere Körperverletzung (Art. 122 StGB), eine Freiheits-
beraubung oder Entführung (Art. 183 StGB) oder eine Brandstiftung (Art. 221 
StGB) zu begehen. Die Vorinstanz erachtete den Vorwurf der Vorbereitungs-
handlungen einzig bezüglich Entführung, evtl. Freiheitsberaubung zum Nachteil 
der beiden Kinder, evtl. der Ex-Ehefrau als erstellt (Art. 260bis Abs. 1 lit. e StGB), 
nicht aber bezüglich vorsätzlicher Tötung, schwerer Körperverletzung oder 
Brandstiftung (vgl. Urteil SK.2020.56 E. 4.3 - 4.6; Dispositivziffer 2, erstes 
Lemma). Aufgrund des Verbots der reformatio in peius scheiden auch im vorlie-
genden Berufungsverfahren die drei letztgenannten Versionen aus. Demnach ist 
insofern nur noch der Vorwurf der Vorbereitungshandlungen bezüglich Freiheits-
beraubung bzw. Entführung (Art. 260bis Abs. 1 lit. e 1 StGB) zu prüfen. 

2.2.2  Die Vorinstanz ist hinsichtlich AKS Ziffer 1.3, welche auf «Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz» (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) lautet (TPF pag. 6.100.008 f.), zum 
Schluss gekommen, dass – entgegen der Anklage – kein rechtswidriger Erwerb 
erfolgt sei, weshalb objektiv keine mehrfache Widerhandlung gegen das Waffen-
gesetz vorliege (Urteil SK.2020.56 E. 6.3). Dementsprechend wurde der Beschul-
digte nur wegen (einfacher) «Widerhandlung gegen das Waffengesetz» verurteilt 
(Urteil SK.2020.56 Dispositivziffer 2, zweites Lemma). Aufgrund des Verbots der 
reformatio in peius scheidet im Berufungsverfahren somit ein Schuldspruch wegen 
mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz aus. 

2.2.3 Im Falle von Schuldsprüchen in den noch zu prüfenden beiden Anklagepunkten 
(strafbare Vorbereitungshandlungen im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. e StGB und 
[einfache] Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 
i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c WG; vgl. oben E. I. 2 - 2.2.2) darf die Berufungskammer 
aufgrund des Verbots der reformatio in peius keine höhere bzw. schärfere Strafe 
aussprechen als die Vorinstanz. 

2.3  Im Übrigen ist die Berufungskammer bei der Würdigung des Sachverhalts in Be-
zug auf die Anklagepunkte der strafbaren Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis 
Abs. 1 lit. e StGB) und der (einfachen) Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
(Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c WG) jedoch frei. 

 

 

 

 

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II. Materielle Erwägungen 

1. Anklagevorwürfe / Standpunkte der Vorinstanz und des Beschuldigten  

1.1 Strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB) 

1.1.1  Dem Beschuldigten wird in AKS Ziffer 1.1 Folgendes vorgeworfen (die Vorwürfe 
werden unter Berücksichtigung von Verfahrensgegenstand, Kognition bzw. Ver-
bot der reformatio in peius im vorliegenden Berufungsverfahren wiedergegeben, 
vgl. oben E. I. 2 - 2.3): Er habe planmässig konkrete technische und organisato-
rische Vorkehrungen getroffen, deren Art und Umfang zeigen würden, dass er 
sich angeschickt habe, eine Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183 StGB) 
auszuführen. Konkret habe der Beschuldigte im Zeitraum von ca. Mitte Dezem-
ber 2019 bis 11. Februar 2020 an seinem Wohnort in U. vier USBV angefertigt, 
zwei Dolche mit symmetrischer Klinge gekauft und auf seiner Schleifmaschine 
geschärft sowie einen Glasbrecher (Nothammer), sieben schwarze Kunststoffka-
belbinder, einen Feldstecher, eine Stirnlampe sowie ein Küchenmesser (Rüst-
messer) bereitgestellt. Er habe handschriftlich ein Testament, ein auf den 
11. Februar 2020 datiertes Schreiben mit Bezug auf seine beiden Töchter C. und 
D. und die Evangelische Gemeinde Y. in Z. / SG sowie einen Notizbucheintrag 
mit folgendem Wortlaut verfasst: „Wir schreiben das Jahr 2020 und der 11. 2. Ich 
hoffe, dass es alles gut geht und ich E. helfen kann, dass sie frei ist […]“. Die 
aufgeführten Gegenstände sowie die drei schriftlichen Aufzeichnungen habe der 
Beschuldigte am 11. Februar 2020 in einem Rucksack mit sich geführt, als er um 
15:06 Uhr mit dem Zug von U. nach ZZ. gefahren sei. Nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung seien diese Handlungen 
bzw. Gegenstände zur Verwirklichung der vorgenannten Tatbestände geeignet. 
Insbesondere seien die vier USBV und die zwei Dolche als Droh- bzw. Nötigungs-
mittel für eine Freiheitsberaubung und Entführung geeignet. Der Glasbrecher, die 
Kabelbinder, der Feldstecher, die Stirnlampe sowie das Küchenmesser seien ge-
eignet, sich dem Tatort anzunähern, sich Zutritt zu einem Gebäude (oder Fahr-
zeug) zu verschaffen respektive Menschen zu fesseln. Das Testament, das Schrei-
ben und der Notizbucheintrag seien als formulierter Tatplan sowie als letztwillige 
Verfügung für den Fall des Versterbens bei der Tatausführung zu verstehen. Die 
vorgenannten Vorbereitungen, das Bereitstellen und Packen der Ausrüstung in 
den Rucksack für den Transport an den Tatort und die Reise mit dem Zug nach 
ZZ. zur Annäherung an den Tatort seien auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet 
gewesen, bei der evangelischen Gemeinde in Z. eine Freiheitsberaubung / Entfüh-
rung zu begehen. Die Vorkehrungen seien nach Art und Umfang soweit gediehen, 
dass vernünftigerweise angenommen werden könne, der Beschuldigte hätte seine 
manifestierte Deliktsabsicht in Richtung Ausführung der Tat weiterverfolgt, insbe-
sondere nachdem er am 11. Februar 2020 nach ZZ. gereist sei, wo er von der 
Transportpolizei angehalten worden sei. Der Beschuldigte habe wissentlich und 

- 10 - 

willentlich gehandelt. Insbesondere habe er direkt angestrebt, die geeigneten Vor-
kehrungen zur Begehung einer Freiheitsberaubung / Entführung zu treffen. Er 
habe in der Absicht gehandelt, diese Straftatbestände in Z. zu verwirklichen; ins-
besondere habe er den Zug nach ZZ. in der Absicht bestiegen, direkt nach Z. wei-
terzureisen, um dort seine Töchter C. und D. (und eventuell seine ehemalige Ehe-
frau E.) aus der evangelischen Gemeinde in Z. zu befreien oder gegen ihren Willen 
von dort zu entführen (vgl. TPF pag. 6.100.003 - 006). 

1.1.2  Die Vorinstanz erachtete diesen Anklagesachverhalt bezüglich Vorbereitungs-
handlungen zu einer Entführung, evtl. Freiheitsberaubung i.S.v. Art. 260bis Abs. 1 
lit. e StGB als erstellt (Urteil SK.2020.56 E. II. 4.3 - 4.6, insbesondere 4.4.4 und 
4.4.8) und befand den Beschuldigten entsprechend als schuldig (Urteilsdispositiv 
Ziffer 2, erstes Lemma). 

1.1.3  Der Beschuldigte macht geltend, es sei unbestritten, dass er aus Feuerwerks-
körpern und anderen Materialien vier „USBV“ genannte Gegenstände hergestellt 
habe und mit diesen im Zug nach ZZ. gefahren sei. Die von der BA geltend ge-
machte Sachverhaltsdarstellung und die rechtliche Würdigung entbehrten aber 
jeglicher Grundlage (vgl. TPF pag. 6.721.160 ff., 6.731.009 ff.; CAR pag. 
7.401.006 ff.; 7.300.004 ff.). 

1.2 Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) 

1.2.1  Der Vorwurf gegen den Beschuldigten in AKS Ziffer 1.3 bezieht sich auf zwei 
Dolche mit symmetrischer Klinge (die er im Zeitraum von ca. Mitte Dezember 
2019 bis 11. Februar 2020 an seinem Wohnort in U. von einem F. gekauft, in der 
Folge bei sich aufbewahrt und auf seiner Schleifmaschine geschärft habe): Am 
11. Februar 2020 habe er diese zwei Dolche in einem Rucksack mitgeführt, spä-
testens um ca. 14:30 Uhr das Haus R. verlassen, sich zum Bahnhof U. SBB be-
geben, dort um 15:06 den Zug nach ZZ. bestiegen und sei um ca. 16:00 Uhr im 
HB ZZ. von der Bahnpolizei angehalten worden. Die Dolche würden je eine fest-
stehende, spitz zulaufende, mehr als 5 cm und weniger als 30 cm lange symmet-
rische Klinge (exakte Klingenlänge: 23,5 cm bzw. 23,8 cm) aufweisen und seien 
zwischen 1920 und 1930 hergestellt worden. Der Beschuldigte habe keine Waf-
fentragbewilligung für deren Transport besessen. In subjektiver Hinsicht wird 
dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe wissentlich und willentlich gehandelt 
(vgl. TPF pag. 6.100.008 f.). 

1.2.2  Die Vorinstanz erachtete den betreffenden Anklagesachverhalt bezüglich wider-
rechtlich nichtvorhandener Waffentragbewilligung (Art. 27 Abs. 1 WG) mindes-
tens in eventualvorsätzlicher Hinsicht als erstellt (vgl. Urteil SK.2020.56 E. 6.1 - 
6.5; Urteilsdispositiv Ziff. 2, zweites Lemma; sowie oben E. I. Ziffer 2.2.2). 

- 11 - 

1.2.3  Der Beschuldigte räumt ein, es treffe zu, dass er die zwei von ihm erworbenen 
Dolche am 11. Februar 2020 auf sich getragen habe. Er sei jedoch auf dem Weg 
zu einem Waffenhändler gewesen, um die Dolche zu verkaufen. Hierfür habe er 
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c WG keine WaffentragbewilIigung gebraucht. Zudem 
sei er davon ausgegangen, dass die Dolche so alt gewesen seien, dass sie nicht 
mehr als «Waffen» gälten, sondern als blosse «AussteIlungsgegenstände». Ge-
mäss Beurteilungsbericht der Zentralen Waffenstelle des Bundesamtes für Poli-
zei «dürften» die Dolche zwar zwischen 1920 und 1930 hergestellt worden sein. 
Ein Augenschein der Dolche lasse aber viel eher den Schluss zu, dass diese älter 
seien. Er sei sich so oder so keiner strafbaren Handlung bewusst gewesen und 
entsprechend vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz nach 
Art. 33 Abs. 1 Iit. a WG freizusprechen (vgl. TPF pag. 6.721.171 f.; CAR pag. 
7.401.017 ff.; 7.300.036 f. Rz. 46). 

2. Strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB) 

2.1. Rechtliches 

2.1.1 Gemäss Art. 260bis Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer planmässig konkrete technische oder organisatorische 
Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine 
der in Abs. 1 lit. a bis j genannten strafbaren Handlungen auszuführen, worunter 
nach lit. e Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183 StGB) fallen. 

2.1.2 Wo das Gesetz Vorbereitungshandlungen als strafbar erklärt, ist Strafbarkeit nur 
vorgesehen, wenn äussere Akte des Täters auf eine solche Intensität des delik-
tischen Willens schliessen lassen, dass eine Ausführung der Straftat normaler-
weise bevorsteht (BGE 111 IV 157 E. 2a). Die Vorkehrungen müssen planmässig 
und konkret sein, d.h. es müssen mehrere überlegt ausgeführte Handlungen ge-
geben sein, die im Rahmen eines deliktischen Vorhabens eine bestimmte Vorbe-
reitungsfunktion haben (BGE 111 IV 150 E. 4b; 111 IV 158 E. 2b). Das Vorliegen 
eines Plans muss aus einer Mehrzahl von auf dasselbe Ziel – nämlich die Ver-
übung eines deliktischen Vorhabens – gerichteten Handlungen ersichtlich sein 
(TRECHSEL / VEST, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 
2018, Art. 260bis StGB N. 4; ENGLER, Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 
2019, Art. 260bis StGB N. 7). Hinreichend konkretisiert sind Vorbereitungshand-
lungen, die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Le-
benserfahrung zur Verwirklichung der betreffenden Tatbestände geeignet er-
scheinen (ENGLER, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 8). Die konkreten Vorbereitungen 
müssen soweit gediehen sein, dass objektiv die verbrecherische Absicht eindeu-
tig erkennbar ist, und sich das Verhalten nicht anders deuten lässt, als auf eine 
der in Art. 260bis StGB aufgelisteten Taten ausgerichtet (TRECHSEL / VEST, a.a.O., 

- 12 - 

Art. 260bis StGB N. 6). Das Gesetz verlangt hingegen nicht, dass die Vorkehrun-
gen auf ein nach Ort, Zeit und Begehungsweise bereits hinreichend konkretisier-
tes Delikt Bezug haben (BGE 111 IV 158 E. 2b). 

2.1.3 Die Vorkehrungen müssen technischer oder organisatorischer Art sein. Vorkeh-
rungen technischer Art sind das Beschaffen und Bereitstellen von Deliktswerk-
zeugen und anderen Hilfsmitteln zur Tatausführung, wie beispielsweise das Her-
stellen von Brandsätzen für Brandstiftungen (WOHLERS / GODENZI / SCHLEGEL, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 260bis 
StGB N. 2; CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 14) oder das Bereitstellen der 
Mittel zu einer Entführung, vom Auto mit gefälschten Kontrollschildern bis zu den 
als Versteck vorgesehenen Räumen (STRATENWERTH / BOMMER, Schweizerisches 
Strafrecht, Besonderer Teil II, 7. Aufl. 2013, § 40 N. 6). Im Falle von gewöhnlichen 
Vorkehrungen, wie Kauf von Handschuhen oder eines Rucksackes, ist das Vor-
handensein zusätzlicher Elemente nötig, die diese als im Sinne von Art. 260bis 
StGB zu wertende technische Vorkehrungen erscheinen lassen (CORBOZ, a.a.O., 
Art. 260bis StGB N. 14 in fine). Die Beschaffung von Informationen wird als techni-
sche Vorkehr betrachtet (TRECHSEL / VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 3). Organi-
satorische Vorkehrungen sind demgegenüber alle Vorkehren nicht technischer Art, 
die den reibungslosen Ablauf der beabsichtigten Straftat ermöglichen sollen, wie 
beispielsweise die Rollenverteilung zwischen Mittätern (BGE 111 IV 150; 118 IV 
367 f.; WOHLERS / GODENZI / SCHLEGEL, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 2). Im Allgemei-
nen geht es bei den organisatorischen Vorkehrungen um die Planung des Ablaufs 
(TRECHSEL / VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 3). Darunter fallen auch Augen-
scheinnahmen (CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 15).  

2.1.4 In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, nicht nur bezüglich der Vorberei-
tungshandlungen selber, sondern auch hinsichtlich der geplanten Tat (TRECHSEL 
/ VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 7). Der Täter muss seine Vorkehrungen wis-
sentlich und willentlich treffen. Durch das objektive Tatbestandsmerkmal der 
Planmässigkeit ist bei den Vorbereitungshandlungen Eventualvorsatz ausge-
schlossen (ENGLER, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 12), mit Ausnahme der in Aus-
sicht genommenen Straftat, deren Art im Sinne von Art. 260bis StGB bloss zumin-
dest in Kauf genommen werden muss. In diesem Sinne ist es möglich, dass ver-
schiedene Varianten von in Aussicht genommenen Straftaten bestehen, deren 
Verwirklichung vom Täter in Kauf genommen wird (vgl. WEDER, StGB-Kommen-
tar, 20. Aufl. 2018, Art. 260bis StGB N. 11; TRECHSEL / VEST, a.a.O., Art. 260bis 
StGB N. 7; DUPUIS ET AL. [Hrsg.], Petit commentaire, CP, 2. Aufl. 2017, Art. 260bis 
StGB N. 16). Dabei muss die Vorstellung des Täters hinsichtlich der Präzisierung 
der Tat nicht über die Verwirklichung des objektiven Tatbestands hinausgehen 
(ENGLER, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 12). 

- 13 - 

2.2 Gemäss Anklage habe der Beschuldigte eine Freiheitsberaubung und Entfüh-
rung im Sinne von Art. 183 StGB geplant. 

2.2.1 Nach Art. 183 StGB wird bestraft, wer jemanden unrechtmässig festnimmt  
oder gefangen hält oder jemandem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit 
entzieht (Freiheitsberaubung; Ziffer 1 Abs. 1) oder wer jemanden durch Gewalt, 
List und Drohung entführt oder wer jemanden entführt, der urteilsunfähig, wider-
standsunfähig oder noch nicht 16 Jahre alt ist (Entführung; Ziffer 1 Abs. 2 und 
Ziffer 2). Das geschützte Rechtsgut ist die körperliche Fortbewegungsfreiheit. Bei 
der Freiheitsberaubung wird das Opfer unrechtmässig festgehalten, während es 
bei der Entführung umgekehrt von einem Ort an einen anderen verbracht wird 
(BGE 119 IV 216 E. 2e S. 220; 118 IV 61 E. 2b S. 63 und E. 3a S. 64; DELNON / 
RÜDY, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 183 StGB N. 20, 23). Freiheitsbe-
raubung und Entführung erscheinen aufgrund der gesetzlichen Regelung als 
prinzipiell gleichwertige Eingriffe in das Rechtsgut der Bewegungsfreiheit (BGE 
141 IV 10 E. 4.5.1). Abgrenzungsfragen sind daher nach geltendem Recht – in-
folge der Zusammenfassung in einem Tatbestand – nicht mehr bedeutsam (BGE 
119 IV 216 E. 2e; DELNON / RÜDY, a.a.O., Art. 183 StGB N. 24 f., 46). 

2.2.2 Unrechtmässig ist eine Freiheitsberaubung, wenn rechtfertigende Umstände feh-
len. Als solche kommen nebst den gesetzlichen Rechtfertigungsgründen nach 
Art. 14 ff. StGB auch Einwilligungen in Betracht (DELNON / RÜDY, a.a.O., Art. 183 
StGB N. 53 f.). Die unzulässige Beschränkung der körperlichen Fortbewegungs-
freiheit liegt nach Rechtsprechung und Lehre darin, dass jemand daran gehindert 
wird, sich selbstständig, mit Hilfsmitteln oder mit Hilfe Dritter nach eigener Wahl 
vom Ort, an dem er sich befindet, an einen anderen Ort zu begeben oder bringen 
zu lassen (BGE 141 IV 10 E. 4.4.1 S. 13; Urteil des BGer 6B_145/2019 vom 
28. August 2019 E. 6.2.2). Nicht verlangt wird, dass der Freiheitsentzug von lan-
ger Dauer ist. Einige Minuten reichen aus (Urteile des BGer 6B_145/2019 vom 
28. August 2019 E. 6.2.2; 6B_86/2019 vom 8. Februar 2019 E. 3.1; 
6B_1070/2017 vom 20. April 2018 E. 4.2). Die Rechtsprechung bejahte einen 
Freiheitsentzug unter anderem, als eine Ehefrau die Familienwohnung nicht ver-
lassen durfte (Urteil des BGer 6B_139/2013 vom 20. Juni 2013 E. 2), beim Fest-
halten in einer Wohnung während 20 bis 30 Minuten (Urteil des BGer 
6B_400/2012 vom 15. November 2012 Sachverhalt lit. A), beim Einschliessen in 
der Waschküche (Urteil des BGer 6B_20/2012 vom 29. Mai 2012 E. 1.3.5), bei 
einer Fahrt in einem Auto gegen den Willen des Opfers (BGE 89 IV 85 E. 1 S. 
87; Urteil des BGer 6B_1064/2013 vom 10. März 2014 E. 1). Demgegenüber 
erfüllt den Tatbestand nicht, wer jemanden zwingt, einen Ort zu verlassen (BGE 
101 IV 154 E. 3b S. 161). Ebenfalls keine unzulässige Beschränkung der Fortbe-
wegungsfreiheit liegt vor, wenn eine Person einen bestimmten Ort überhaupt 

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- 14 - 

nicht oder nicht auf dem gewünschten Weg erreichen kann. Eine partielle Beein-
trächtigung der Freiheit, den Aufenthaltsort zu wählen, ist keine Freiheitsberau-
bung. Nur eine umfassende Aufhebung dieser Freiheit erfüllt den Tatbestand 
(BGE 141 IV 10 E. 4.4.1 m.w.H.). Der Tatbestand der Freiheitsberaubung ist bei-
spielsweise nicht erfüllt, wenn Kindern vom nicht sorgeberechtigten Vater der 
Zugang zum Wohnort ihrer Mutter verwehrt wird, soweit ihre Fortbewegungsfrei-
heit nicht auch in anderer Weise eingeschränkt ist (BGE 141 IV 10 E. 4.4.2 [in 
casu wurde indessen der objektive Tatbestand der Entführung im Sinne von 
Art. 183 Ziffer 2 StGB als erfüllt erachtet; a.a.O., E. 4.5]). Die Freiheitsberaubung 
kann durch unrechtmässige Festnahme, Gefangenhalten oder unrechtmässige 
Freiheitsentziehung auf andere Weise geschehen (Generalklausel; vgl. BGE 141 
IV 10 E. 4.4.1). 

2.2.3 Die Tathandlung der Entführung besteht nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung darin, dass der Täter sein Opfer an einen anderen Ort verbringt, wo es 
sich in der Gewalt des Täters oder eines Dritten befindet und unabhängig von 
dessen Willen nicht an seinen früheren Aufenthaltsort zurückkehren kann (BGE 
83 IV 152, 154; 118 IV 61, 63 f.; DELNON / RÜDY, a.a.O., Art. 183 StGB N. 46). 
Das Entführen einer urteils- und widerstandsfähigen Person über 16 Jahren ist 
nur strafbar, wenn bestimmte Tatmittel – Gewalt, List oder Drohung – eingesetzt 
werden (DELNON / RÜDY, a.a.O., Art. 183 StGB N. 47 f.). Die Tatmittel beziehen 
sich auf die Art und Weise des Wegbringens des Opfers, nicht auf seine allfällige 
Freiheitsberaubung am neuen Ort (DELNON / RÜDY, a.a.O., Art. 183 StGB N. 48).  

Entführung ist ein Dauerdelikt. Die Vollendung tritt bei Dauerdelikten mit der erst-
maligen Verwirklichung aller Tatbestandsmerkmale ein, die Beendigung erst mit 
der Beseitigung des rechtswidrigen Zustandes oder dem Abbruch des verbotenen 
Verhaltens. Die Entführung ist vollendet, wenn das Opfer vom früheren Aufent-
haltsort entfernt und in der Macht des Täters ist; sie ist beendet, wenn dieses seine 
Freiheit wiedererlangt hat (BGE 119 IV 216 E. 2 lit. f.; TRECHSEL / MONA, Schweize-
risches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 183 StGB N. 14a). 

2.2.4 In subjektiver Hinsicht erfordern sowohl Freiheitsberaubung als auch Entführung 
Vorsatz; Eventualvorsatz genügt (DELNON / RÜDY, a.a.O., Art. 183 StGB N. 56 f.). 

2.2.5 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die grundsätzlichen Ausführungen 
der Vorinstanz zum Rechtlichen (objektiver und subjektiver Tatbestand) betref-
fend Art. 260bis Abs. 1 lit. e sowie Art. 183 StGB (Urteil SK.2020.56 E. 4 - 4.2.4) 
von den Parteien nicht bestritten werden (vgl. insbesondere CAR pag. 7.300.007 
Rz. 14 und pag. 7.300.013 Rz. 23). 

 

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- 15 - 

2.3. Beweisgrundsätze / Beweisthema 

2.3.1  Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im 
erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Beweisabnahmen des 
erstinstanzlichen Gerichts werden nur wiederholt, wenn: a. Beweisvorschriften 
verletzt worden sind; b. die Beweiserhebungen unvollständig waren; c. die Akten 
über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen. Die Rechtsmittelinstanz 
erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzli-
chen Beweise (Art. 389 StPO). Die Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung 
alle nach dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel 
ein, die rechtlich zulässig sind. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der 
Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Be-
weis geführt (Art. 139 Abs. 1 und 2 StPO). Art. 139 Abs. 2 StPO schränkt die 
gerichtliche Pflicht zur förmlichen Beweisführung wieder in engen Grenzen ein. 
Bestimmte Tatsachen müssen nicht bewiesen werden oder dürfen bereits vor dem 
Verfahren als bewiesen gelten. Art. 139 Abs. 2 StPO erlaubt damit in gewissem 
Umfang auch eine antizipierte Beweiswürdigung vor allem aus prozessökonomi-
schen Gründen (GLEISS, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 139 StPO N. 31).  

2.3.2  Eine unmittelbare Beweisabnahme hat im mündlichen Berufungsverfahren u.a. 
zu erfolgen, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfäl-
lung notwendig erscheint (vgl. BGE 143 IV 288 E. 1.4.1 f. mit Hinweisen), bzw. 
wenn sie im Sinne von Art. 405 Abs. 1 i.V.m. Art. 343 Abs. 3 StPO den Ausgang 
des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft 
des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner 
Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf den un-
mittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage das 
einzige direkte Beweismittel (Aussage gegen Aussage) darstellt. Das Gericht ver-
fügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen 
Ermessensspielraum (vgl. BGE 140 IV 196 E. 4.4.2, mit Hinweisen). 

2.3.3 Das Bundesgericht führte im Urteil 6B_1427/2016 vom 27. April 2017 in E. 3 aus, 
nach der Rechtsprechung sei auch ein indirekter Beweis zulässig, falls keine di-
rekten Beweise vorliegen. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 
die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 
beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl 
von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit 
auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit 
des Andersseins offenlassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das 
bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachver-
halt so verwirklicht hat. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig 
(mit Verweis auf die Urteile des BGer 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 12.1 und 

- 16 - 

6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8, je mit Hinweisen). Sachverhaltsal-
ternativen sind nur zu prüfen, wenn die Indizienlage widersprüchlich oder ambiva-
lent ist (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.7). Zu letzterem Punkt ist ergänzend anzumerken, 
dass die korrekte Einschätzung, ob eine Indizienlage eindeutig oder ambivalent ist, 
auch davon abhängen kann, wie stichhaltig eine Sachverhaltsalternative erscheint. 
Diesfalls ist grundsätzlich zu prüfen, ob eine Sachverhaltsalternative objektiv be-
trachtet als stichhaltig erscheint; falls dies zu bejahen ist, kann die Indizienlage 
nicht mehr als eindeutig bezeichnet werden. Das Gesagte schliesst eine antizi-
pierte Beweiswürdigung im Sinne von Art. 139 Abs. 2 StPO jedoch nicht aus. 

2.3.4  Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass 
die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Be-
stimmung konkretisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsver-
mutung (in dubio pro reo; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziffer 2 EMRK). Der Grund-
satz in dubio pro reo als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich der Strafrich-
ter nicht von einem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt überzeugt 
erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische 
Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter-
drückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sach-
lage aufdrängen (Urteil des BGer 6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 E.3.2, 
mit Verweis auf BGE 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2c).   

2.3.5 Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche 
Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz 
verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Diese Bestimmung dient der Prozessökonomie. 
Werden jedoch im Rechtsmittelverfahren erhebliche Einwände vorgebracht, wel-
che nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten, entfällt die Mög-
lichkeit der Verweisung (vgl. STOHNER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 82 
StPO N. 9, mit Hinweisen). 

2.3.6  Die in Bezug auf den Anklagevorwurf unbestrittenen und bestrittenen Punkte sind 
zusammenfassend aus den obigen Ausführungen (E. II. 1.1.1 - 1.1.3) ersichtlich, 
woraus sich auch das Beweisthema ergibt. Es ist unbestritten und anhand der Ak-
ten erwiesen, dass der Beschuldigte aus Feuerwerkskörpern und anderen Materi-
alien vier «USBV» genannte Gegenstände hergestellt hat und u.a. mit diesen so-
wie zwei Dolchen am 11. Februar 2021 im Zug nach ZZ. gefahren ist. Im Übrigen 
jedoch wird die von der BA geltend gemachte Sachverhaltsdarstellung bestritten, 
ebenso wie die rechtliche Würdigung der BA bzw. der Vorinstanz (vgl. TPF pag. 
6.721.160 ff., 6.731.009 ff.; CAR pag. 7.401.006 ff.; 7.300.004 ff.). 

- 17 - 

Der Beschuldigte bestreitet insbesondere, dass er die USBV zu irgendeiner De-
liktsbegehung gebaut und die Dolche zu einer ebensolchen mitgenommen habe. 
Er behauptet, am 11. Februar 2020 nicht vorgehabt zu haben, nach Z. zu reisen 
(vgl. TPF pag. 6.721.160 - 162; CAR pag. 7.300.005 f. Rz. 7 f., 7.300.009 ff. Rz. 
18 ff., 7.300.013 Rz. 22, 7.300.028 Rz. 38, 7.300.030 f. Rz. 39). Entgegen der 
Auffassung der BA habe er auch kein Testament im eigentlichen Sinne (letztwil-
lige Verfügung) verfasst, sondern nur ein Schreiben, in welchem er den Inhalt 
bezeugt habe (lat. testamentum, von testari = «bezeugen»). Seine völlig verros-
teten Dolche habe er nur für den Verkauf poliert, nicht geschärft. Der Notizbuch-
eintrag mit dem Wortlaut «Wir schreiben das Jahr 2020 und der 11.2. Ich hoffe, 
dass es alles gut geht und ich E. helfen kann, dass sie frei ist...» entlaste ihn – 
im Widerspruch zur Auffassung der Anklagebehörde – ebenfalls. Dieser Notiz 
könne nichts Negatives abgewonnen werden, im Gegenteil (vgl. TPF pag. 
6.721.162 f.; CAR pag. 7.300.020 ff. Rz. 30 f., 7.300.031 ff. Rz. 40 f.). Die sicher-
gestellten USBV hätten gemäss Gutachten des Forensischen Instituts ZZ. (FOR) 
vom 15. JuIi 2020 nachweislich nicht getaugt, um die von der BA genannten 
Straftaten zu bewirken. Dies sei dem Beschuldigte natürlich bestens bekannt ge-
wesen. Er habe die USBV insbesondere aus dem Pulver von «Vulkanen» und 
«Wunderkerzen» gebaut, welche frei verkäufIich seien und selbst von Kindern 
am 1. August oder Silvester abgebrannt würden. Gemäss Gutachten des FOR 
vom 15. JuIi 2020 seien die von ihm gebastelten «USBV» nach dem gewöhnli-
chen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht zur Verübung 
einer Gewalttat geeignet. Die USBV seien vielmehr «Spielzeuge», gebastelt aus 
völlig ungefährlichem pyrotechnischen Material. Ebenso wenig seien der Glas-
brecher und die anderen sichergestellten Sachen geeignet gewesen, um sich 
Zutritt zu einem Gebäude zu verschaffen. Nach der allgemeinen Lebenserfah-
rung kaufe man solche uralten Dolche auch nicht für Gewalttaten, sondern viel 
eher handelsübliche Messer; man benutze auch nicht solche Kabelbinder, um 
Personen zu fesseln, diese seien dazu völlig ungeeignet. Und weshalb sollte er 
jemanden fesseln wollen? Er habe nie jemandem gegenüber Gewalt angewendet 
oder diese im Rahmen dieses vorliegenden Vorwurfs angedroht. Ein konkreter 
Plan, eine Freiheitsberaubung und Entführung verüben zu wollen, sehe völlig an-
ders aus. Er sei zudem geübt im Umgang mit Schusswaffen und habe auch ge-
wusst, wie er sich eine solche beschaffen könnte. Hätte er tatsächlich die ihm 
vorgeworfenen Handlungen vorgehabt, hätte er sich zweifelsfrei anderes «Mate-
rial» beschafft. So hätte er sich auch anstatt der Dolche viel eher «normaler» Mes-
ser oder Schusswaffen bedient (vgl. TPF pag. 6.721.164; CAR pag. 7.300.012 Rz. 
21, 7.300.020 Rz. 29, 7.300.025 ff. Rz. 33 ff.). 

Anhaltspunkte, wonach er eine in Art. 260bis StGB erwähnte Katalogtat vorgehabt 
habe, lägen nicht im Geringsten vor. Er sei zudem von allen Zeugen / Auskunfts-
personen als freundlicher, hilfsbereiter und zuvorkommender Mensch beschrieben 

- 18 - 

worden. Im psychiatrischen Gutachten werde festgehalten, dass auf latenter 
Ebene mit «infantilen Impulshandlungen» zu rechnen sei (S. 67), was sich mit den 
Äusserungen von Q. (Heimleiter des Hauses R.) decke. Weiter führe der Gutachter 
aus (S. 77), «er könnte allenfalls in einem Zustand der halben Entschlossenheit ver-
harrt haben, in einer nebulösen-schwammigen Stimmung, und sein Tathandeln 
könnte mehr eine untaugliche Gestik als ein tatkräftiger Akt gewesen sein». Die 
Sachverhaltsdarstellung der BA sei falsch ist, beruhe auf reinen Mutmassungen 
und entbehre jeder Grundlage (vgl. TPF pag. 6.721.165 - 169; CAR pag. 
7.300.007 ff. Rz. 16 f., 7.300.034 ff. Rz. 42 ff.). 

2.4. Beweisanträge 

Der Beschuldigte beantragte im Berufungsverfahren die Einvernahme des BKP-
Mitarbeiters EE. sowie der beiden Polizeibeamten FF. und DD. je als Zeugen 
(vgl. CAR pag. 6.200.003 - 007). Diesen Anträgen wurde (mit Ausnahme von FF., 
der aufgrund von Ferienabwesenheit nicht zur Berufungsverhandlung erscheinen 
konnte) stattgegeben (vgl. CAR pag. 6.301.006, 011 ff.). Entsprechende Einver-
nahmen mit EE. und DD. fanden anlässlich der Berufungsverhandlung statt. Zu-
dem wurde der SBB-Transportpolizist CC. von Amtes wegen als Zeuge befragt 
(CAR pag. 7.601.001 - 7.603.008). Die BA stellte im Rahmen des Berufungsver-
fahrens keine Beweisanträge (CAR pag. 2.100.004). 

2.5. Beweiswürdigung / Beweisergebnis 

2.5.1 

2.5.1.1 Der Beschuldigte hielt anlässlich der Berufungsverhandlung daran fest, dass die 
vier USBV ausgetauscht bzw. verwechselt worden seien. Die auf dem Grundrap-
port der Kantonspolizei ZZ. (BA pag. 10-01-0022) und dem Bericht des Forensi-
schen Instituts ZZ. (BA pag. 10-01-0032) abgebildeten vier USBV seien nicht die-
jenigen, die er damals anlässlich seiner Festnahme auf sich getragen habe (vgl. 
CAR pag. 7.300.011 Rz. 21; 7.300.016 Rz 25; 7.401.008 Rz. 12 - 21). 

 Anlässlich der Einvernahmen durch die Kantonspolizei Zürich vom 11. und 
25.  Februar 2020 (BA pag. 13-01-0002 bis 0019) hatte der Beschuldigte noch 
keine derartigen Einwendungen gemacht. Die erwähnten Beweise zweifelte er 
erst im Rahmen der Einvernahmen durch die BKP vom 7. / 8. April 2020 (vgl. BA 
pag. 13-01-0040 und 0054) und in der Schlusseinvernahme durch die BA vom 
13.  November 2020 (BA pag. 13-01-0076 f.) an. 

 Die vier USBV wurden am 11. Februar 2020 durch die Kantonspolizei ZZ. sicher-
gestellt und mittels Fotos und Röntgenbildern dokumentiert (vgl. BA pag. 10-01-
0002 ff., 0008 ff., 0022 ff.). Das Vorgehen des N. ist ebenfalls dokumentiert (BA 

- 19 - 

pag. 10-01-0028 ff.), inkl. Fotos und Röntgenbildern (BA pag. 10-01-0032). Im Rah-
men des vom N. in der Folge erstellten Gutachtens (BA pag. 1102-0011 ff.) konnten 
u.a. eine Passspuren-Identifizierung zwischen Bestandteilen der USBV und den 
in der Wohnung des Beschuldigten sichergestellten Gegenständen (Glasscher-
ben, Klebeband) sowie auf den USBV 1, 2 und 4 mehrere dem Beschuldigten 
zuzuordnende daktyloskopische Spuren festgestellt werden (vgl. BA pag. 11-02-
0019 bis 0021 und 0030 ff., mit Verweisen). Auch die Befragung der drei Zeugen 
anlässlich der Berufungsverhandlung vom 27. August 2021 ergab keine Hinweise 
darauf, dass die vier USBV verwechselt oder ausgetauscht worden sein könnten. 
Zeuge DD. sagte aus, dass der Vorwurf nicht stimmen könne, weil die USBV 
samt den Dolchen und den weiteren Gegenständen bei der Transportpolizei 
durch ihn und FF. sichergestellt, über Nacht bei ihnen im Büro eingeschlossen 
und am nächsten Tag bei ihnen vom Entschärfungsdienst ZZ. abgeholt worden 
seien. Dies sei im Asservatensystem erfasst worden; jede Station sollte da ver-
merkt worden sein. Es sei damals nichts vorgefallen, was eine solche Vermutung 
seitens des Beschuldigten bestätigen könnte (vgl. CAR pag. 7.602.004 f.; siehe 
dazu auch die Aussagen des Zeugen CC. in CAR pag. 7.601.004 f.). Zeuge EE. 
sagte aus, gemäss den ihm zur Verfügung stehenden Akten gebe es keine Hin-
weise, dass etwas ausgetauscht worden oder nicht richtig sei (vgl. CAR pag. 
7.603.004 f.). Demgemäss liegen keine Anhaltspunkte vor, dass Beweise – ob 
absichtlich oder versehentlich – ausgetauscht worden sein könnten. Es bestehen 
keine Zweifel, dass es sich bei den in Akten dokumentierten vier USBV um jene 
handelt, welche der Beschuldigte gemäss eigener Aussage selber hergestellt 
hatte und am 11. Februar 2020 in einem Rucksack mit sich führte. 

2.5.1.2 Auch betreffend den sichergestellten Nothammer / Glasbrecher (vgl. BA pag. 10-
01-0005, 0014, 0025) besteht kein Zweifel, dass es sich um das vom Beschul-
digten am 11. Februar 2020 mitgeführte Exemplar handelt. Der Einwand des Be-
schuldigten, er habe einen alten, beschädigten Nothammer dabeigehabt und 
nicht einen intakten bzw. neuen (BA pag. 13-01-0040), entbehrt jeder Grundlage. 

2.5.1.3 Abgesehen davon bestreitet der Beschuldigte nicht, dass die Gegenstände, wel-
che am 11. Februar 2020 (vgl. BA pag. 08-01-0001, 10-01-0007 ff.) sowie am 
17.  Februar 2020 anlässlich der Hausdurchsuchung an seinem Wohnort (Haus 
R., […]) sichergestellt wurden (vgl. BA pag. 08-02-0006 f.), in seinem Besitz ge-
wesen waren. 

2.5.1.4 Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte am 11. Februar 2020 während der Zug-
fahrt von U. nach ZZ. insbesondere folgende Gegenstände in einem Rucksack 
mit sich führte: 4 USBV und 2 Dolche (BA pag. 10-01-0001 ff.), 1 Nothammer / 
Glasbrecher, 1 Küchenmesser / Rüstmesser (BA pag. 10-01-0014; vgl. 10-01-
0022 ff.), 1 Feldstecher, 1 Kunststoffseil, 7 Kunststoffkabelbinder, 1 Stirnlampe, 

- 20 - 

1 Notizbuch, diverse handschriftliche Notizen (undatiertes Testament / Schreiben 
vom 11. Februar 2020 / Notizzettel mit diversen Telefonnummern), 1 Quittung 
(Schwarzfahren) vom 4. Februar 2020 U. SBB - Z. und 1 Quittung (Schwarz-
fahren) vom 11. Februar 2020 U. SBB - ZZ. HB (vgl. BA pag. 08-01-0001; Urteil 
SK.2020.56 E. 3.1 - 3.3). 

2.5.2  Gemäss Aussagen des Beschuldigten ist auch erstellt, dass er die vier USBV am 
Vorabend des 11. Februar 2020 herstellte (vgl. CAR pag. 7.401.013 Rz. 11 ff.). 

2.5.3 Es ist weiter erstellt, dass der Beschuldigte am 4. Februar 2020 ohne gültigen 
Fahrausweis mit dem Zug von U. nach Z. zur EGY reisen wollte, um dort seine 
Kinder zu sehen. Gemäss seiner Aussage sah er von seinem Vorhaben ab und 
kehrte in ZZ. um (vgl. BA pag. 13-01-0014 Rz. 47). Die SMS-Nachricht des Be-
schuldigten an K. vom 4. Februar 2020, 13:42 Uhr („Hole ab morgen wieder die 
Zeit die ich nicht kommen kann ein. Versuche mit dem Weg zu meinen Lieben 
zurück in mein Leben zu können. Tut mir leid aber ich muss mich jetzt nach sehen 
wie es ihnen geht! LG A.“; BA pag. 10-02-0092 Nr. 776) bestätigt, dass der Be-
schuldigte an jenem Tag beabsichtigte, zu seinen Kindern zu fahren. 

2.5.4  Ebenso ist erstellt, dass der Beschuldigte am 11. Februar 2020 ohne gültigen 
Fahrausweis mit dem Zug von U. nach ZZ. Hauptbahnhof reiste, wo er um 16.00 
Uhr ankam (vgl. BA pag. 10-01-0001 f. und 0018; 13-01-0002; CAR pag. 
7.401.011 Rz. 43 - pag. 7.401.012 Rz. 13). 

2.5.5 Am 10. Februar 2020 um 18.10 Uhr versandte der Beschuldigte an seine beste 
Freundin (vgl. CAR pag. 7.401.003 Rz. 39 ff.) L. eine SMS-Nachricht, die wie 
folgt lautete: «Ist das so okay dann bis nachher. Ich muss dann aber nachher, 
gleich zu meinen Kindern gehen und wissen wie es ihnen geht. Ich habe nieman-
den, der mir hilft, um zu wissen, dass es ihnen gut geht!!! Ich habe sie nun schon 
seit über 5 Jahren nicht mehr gesehen! Ich vermisse sie und es zerreisst mir jeden 
Tag mein Herz. Das mir meine Familie nicht hilft, ist das Schlimmste. Also bis 
gleich LG A.» (BA pag. 10-02-0092 Nr. 858). Darin liegt – entgegen der Auffassung 
des Beschuldigten (CAR pag. 7.300.017 f. Rz. 28; pag. 704.010 Rz. 30 ff.; pag. 
7.401.011 Rz. 34 ff.) – ein gewichtiges Indiz dafür, dass er vorhatte, nach einem 
unmittelbar bevorstehenden Besuch bei L. nach Z. zu reisen, um nach seinen Kin-
dern zu sehen. Der vom Beschuldigten geltend gemachte Umstand, dass er am 
10. Februar 2020 nicht nach Z. gereist sei, steht dieser Einschätzung nicht entge-
gen. Er selbst sagte insofern aus, dass er am 10. Februar 2020 bei L. gewesen sei 
(vgl. CAR pag. 7.401.011 Rz. 34). Ebenso räumte er ein, dass er am 10. Februar 
2020 bis 17 bzw. 18 Uhr gearbeitet habe und sich dann von ca. 19 - 20 Uhr bei L. 
aufgehalten habe, weshalb es zeitlich gar nicht möglich gewesen wäre, am glei-
chen Tag noch nach Z. zu fahren (vgl. TPF pag. 6.731.019 Rz. 1 - 9). Dies deutet 

- 21 - 

ebenfalls darauf hin, dass die SMS-Passage, er müsse «nachher» gleich zu seinen 
Kindern gehen, die Absicht, am Folgetag des 11. Februar 2020 zu den Kindern zu 
fahren, beinhaltete. Auch der Umstand, dass er am 4. Februar 2020 von seinem 
damaligen Vorhaben, mit dem Zug von U. nach Z. zu reisen, um seine Kinder zu 
sehen, abgelassen hatte und in ZZ. umgekehrt war (vgl. oben E. II. 2.5.3), steht 
der Einschätzung, dass er am 11. Februar 2020 in Z. nach seinen Kindern sehen 
wollte, nicht entgegen. Soweit der Beschuldigte sodann anlässlich der Berufungs-
verhandlung vorbrachte, dass er von einer Umdatierung dieser SMS durch einen 
«Computerspezialisten» ausgehe, entbehrt dies jeder Grundlage. Dies gilt umso 
mehr, als der Beschuldigte einen Zugriff des besagten «Computerspezialisten» auf 
sein Handy verneinte (vgl. CAR pag. 7.401.011 Rz. 9 - 36). Es besteht kein Zweifel, 
dass der Beschuldigte selbst die erwähnte SMS geschrieben hatte. 

2.5.6  Der Beschuldigte führte am 11. Februar 2020 ein Notizbuch mit sich, das einen 
mit 11. 2. 2020 datierten Eintrag mit folgendem Wortlaut enthielt: «Ich hoffe, dass 
es alles gut geht und ich E. helfen kann, dass sie frei ist…» (BA pag. 08-01-0016). 
Anlässlich der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte dazu aus, er habe 
damit gemeint, dass seine Ex-Ehefrau frei sei, dass er ihr mal helfen könnte, frei 
von dieser Sekte zu werden (vgl. CAR pag. 7.401.014 Rz. 27 ff.).  

 
 Im vorliegenden Notizbucheintrag liegt ein wesentliches Indiz, dass der Beschul-

digte vorhatte, am 11. Februar 2020 nach Z. zu seiner Ex-Ehefrau zu reisen. Der 
Text deutet darauf hin, dass er an diesem Tag auf planmässige Weise tätig wer-
den wollte, damit seine Ex-Ehefrau «frei» sei bzw. werde. Was der Beschuldigte 
insofern zu seiner Entlastung vorbringt (vgl. CAR pag. 7.300.020 f. Rz. 30) – 
etwa, dass die beiden Töchter in diesem Notizbucheintrag nicht erwähnt werden 
– vermag die obige Einschätzung nicht umzustossen. Auch erweckt der Notiz-
bucheintrag, entgegen der Auffassung des Beschuldigten, nicht den Eindruck, 
bloss ein «wirres Geschreibe» zu sein. Bei der Würdigung der vorliegenden Indi-
zien ist zudem zu beachten, dass es schlussendlich auf den Eindruck ankommt, 
welche diese in ihrer Gesamtheit hinterlassen (vgl. oben E. II. 2.3.3). Die Argu-
mentation des Beschuldigten geht jedoch in die Richtung, dass er bei jedem Indiz 
jeweils eine isolierende Betrachtungsweise geltend macht, wonach das Indiz für 
sich alleine betrachtet nicht beweisen könne, dass er am 11. Februar 2021 nach 
Z. habe reisen wollen. Diese Argumentationslinie verkennt grundsätzlich den ge-
samtheitlichen Charakter der Beweiswürdigung in einem Indizienprozess. Entge-
gen der Ansicht des Beschuldigten hat die Vorinstanz mit ihrer Beweiswürdigung 
zum Notizbucheintrag – insbesondere angesichts des gesamtheitlichen Charak-
ters der Beweiswürdigung in einem Indizienprozess – weder Art. 260bis StGB 
noch den Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. auf Begründung verletzt. Der Be-
schuldigte erhebt betreffend die von ihm am 11. Februar 2020 mitgeführten Do-
kumente zudem den Vorwurf, dass die Vorinstanz diverse Aufzeichnungen, in 

- 22 - 

denen er sich beispielsweise auf die Bibel beziehe, aus dieser zitiere, Jesus 
preise, etc. nicht berücksichtige und dadurch den Sachverhalt unvollständig fest-
stelle (vgl. CAR pag. 7.300.020 Rz. 29). Diese Rüge ist ebenfalls nicht stichhaltig. 
Insbesondere zeigt der Beschuldigte weder konkret auf noch ist ersichtlich, in-
wiefern seine entsprechenden religiösen Äusserungen für die Feststellung des 
für die Beweiswürdigung massgebenden Sachverhalts relevant sein sollten. 

 Im Übrigen ist erstellt, dass der Beschuldigte die am 11. Februar 2021 mit sich 
geführten handschriftlichen Notizen – auf denen teils sein Name und das Datum 
des 11. Februar 2020 notiert sind – selber erstellt hatte. Eine andere Urheber-
schaft kann schon aufgrund dieser Umstände ausgeschlossen werden. Der Be-
schuldigte brachte in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vor, sein Bruder 
habe «zum Beispiel eine ähnliche Handschrift» (TPF 6.731.012 Rz. 45); bzw. 
machte in der Berufungsverhandlung geltend, dass sein Bruder «so gut schrei-
ben» könne (CAR pag. 7.401.010 Rz. 34). Weshalb er im Besitz von Aufzeich-
nungen seines Bruders, teilweise mit Datum vom 11. Februar 2020 gewesen sein 
sollte, legte der Beschuldigte nicht dar. Die Einwendung entbehrt jeder Grund-
lage. Es handelt sich insofern um ein wiederkehrendes Muster von Schutzbe-
hauptungen des Beschuldigten: In Bezug auf nachweislich von ihm verfasste 
Texte, die am 11. Februar 2021 in seinem Besitz waren und deren Inhalt für ihn 
potenziell belastend sind, bringt er stereotyp vor, diese seien von einer anderen 
Person verfasst bzw. manipuliert worden (vgl. dazu auch oben E. II. 2.5.5 und 
unten 2.5.7). 

2.5.7  Unter den vom Beschuldigten am 11. Februar 2020 mitgeführten Notizen befand 
sich ein undatiertes, an die EGY in Z. adressiertes Dokument, in welchem er die-
ses als «Testament» bezeichnet und darum bittet, ihm seine «Verfehlungen zu 
vergeben» (vgl. BA pag. 08-01-0010). Am Schluss des Dokuments steht: «Soll-
ten meine Kinder nicht auf dem Hof sein, oder nicht zu erreichen werde ich dies 
ALLEN schreiben + erzählen». Gemäss seiner Aussage will der Beschuldigte das 
undatierte Testament schon vor geraumer Zeit, im Sommer 2019, erstellt haben 
(vgl. BA pag. 13-01-0015 Rz. 50); es handle sich um eine Zusammenstellung von 
Ereignissen (vgl. BA pag. 13-01-0049 Rz. 18). Der Beschuldigte führte neben 
undatierten Schreiben am 11. Februar 2020 indes auch datierte Dokumente mit 
sich (vgl. oben E. II. 2.5.6; BA pag. 08-01-0002 f. und 0016). Bereits daraus ergibt 
sich ein Zusammenhang des «Testaments» mit den datierten Aufzeichnungen. 
Soweit der Beschuldigte in Bezug auf das «Testament» vorbringt, dass er (am 
11. Februar 2020) «einfach das Schreibpapier zusammengepackt» habe und ge-
gangen sei (vgl. BA pag. 13-01-0015 Rz. 50), ist dies als Schutzbehauptung zu 
werten. Der Bezug des Beschuldigten auf eine Passage im Gutachten von Dr. 
AA. («Er gerät immer Ieicht ins Schwadronieren und macht seine Äusserungen 
so, dass ich sie bezüglich Zeit, Ort und Sinnzusammenhang oft nicht einordnen 

- 23 - 

kann und immer wieder zu Nachfragen gezwungen werde, um mein Verständnis 
zu sichern», S. 65 Mitte, BA pag. 11-01-0085) änderte an dieser Einschätzung, 
entgegen der Auffassung des Beschuldigten (CAR pag. 7.300.019 RZ. 29), 
nichts. Nicht glaubhaft erscheint auch, dass der Beschuldigte insofern geltend 
macht, er habe in dem an die EGY adressierten Schreiben «meine Verfehlungen 
zu vergeben» geschrieben, weil er schon oft versucht habe, Frieden mit dem Lei-
ter zu schliessen; es sei ein Friedensversuch gewesen (vgl. BA pag. 13-01-0049 
Rz. 16 ff.). Diese Erklärung steht insbesondere in Widerspruch mit dem oben 
erwähnten Schlusssatz des Dokuments und mit dem Inhalt des Rucksacks, den 
der Beschuldigte am 11. Februar 2020 mit sich führte. Anlässlich der Berufungs-
verhandlung wiederum antwortete der Beschuldigte auf die Frage, was er mit Inhalt 
des «Testaments» gemeint habe, es seien «Redewendungen», und behauptete, 
das sei eben genau das, was er nicht schreibe (vgl. CAR pag. 7.401.014 Rz. 6 - 
25). Die implizite Behauptung des Beschuldigten, dass auch dieses Dokument 
nicht von ihm stamme, entbehrt wiederum jeder Grundlage (vgl. oben E. II. 2.5.6 
in fine). Das «Testament» hat, entgegen den Aussagen des Beschuldigten, den 
Charakter eines Bekennerschreibens, das zu seiner Entschuldigung dienen sollte, 
falls er erwischt würde. Insbesondere der erwähnte Schlusssatz des «Testaments» 
ist ein gewichtiges weiteres Indiz dafür, dass der Beschuldigte am 11. Februar 
2020 tatsächlich nach Z. zu seinen Kindern reisen wollte. Daran vermag der Ein-
wand des Beschuldigten, wonach er das undatierte Schreiben / «Testament» 
schon im Sommer 2019 erstellt haben will (vgl. BA pag. 13-01-0015 Rz. 50) nichts 
zu ändern. 

2.5.8  Zum Verständnis des Kontexts bzw. der Motivationslage des vorliegend zu beur-
teilenden Verhaltens des Beschuldigten sind die nachfolgend aufgeführten Um-
stände (E. II. 2.5.8.1 - 4) von Bedeutung. 

2.5.8.1 Es ist erstellt, dass der Beschuldigte nach der Trennung von seiner Ex-Ehefrau 
im Jahr 2005, insbesondere nach der Scheidung im Jahr 2010, bis Ende 2019 
zahlreiche Male in Widerhandlung gegen bestehende Verbote die Liegenschaft 
Y. in Z. (Wohnort seiner Kinder und Ex-Frau) sowie die dortige Schule G., welche 
beide Kinder besuchten, aufsuchte. Dabei drang er teilweise in diese Gebäude 
ein. Mehrere Male begab er sich in die Nähe dieser Örtlichkeiten, ohne das Be-
tretungsverbot zu verletzen. Er gab jeweils an, dass er zu seinen Kindern wollte, 
sie sehen und nachschauen wollte, ob es ihnen gut gehe, oder dass er das Be-
dürfnis verspürt habe, in ihrer Nähe zu sein. Um nach Z. oder in die Nähe davon 
zu gelangen, benutzte er – nebst den öffentlichen Verkehrsmitteln – wiederholt und 
trotz Fahrausweisentzugs Motorfahrzeuge, wobei er solche teilweise zu diesem 
Zweck entwendete (vgl. BA pag. B1-18-02-0003 f., 0007 f., 0030 f., 0049, 0098 
ff., 0179; pag. B1-18-03-0002 ff.).; pag. B1-18-05-0002 f.; pag. B1-18-07-0019 f., 

- 24 - 

0025 f., 0031 f.; pag. B1-18-08-0004; vgl. ergänzend auch pag. B1-18-02-0039 
ff., 0050 ff., 0063 ff., 0225 ff.). 

2.5.8.2 Ebenso ist erstellt, dass der Beschuldigte seit ca. 2014 / 2015 kaum mehr direk-
ten Kontakt zu seinen Kindern hatte, wobei diese selber keinen Kontakt mehr zu 
ihm wünschten (vgl. z.B. BA pag. B1-18-06-0012, B1-18-07-0031 f.). Die Bei-
standschaft über Tochter C. war damals zufolge deren Volljährigkeit bereits auf-
gehoben worden und die Aufhebung der Beistandschaft über Tochter D. war ab-
sehbar (vgl. BA pag. B1-18-07-0043 ff., pag. 10-02-0223 ff.). Dadurch verlor der 
Beschuldigte die einzige Möglichkeit (bzw. hätte er diese Möglichkeit auch in Be-
zug auf D. demnächst verloren), zumindest auf amtlichem Weg Kenntnis über die 
Lebenssituation seiner Kinder und damit auch über ihr Wohlbefinden und ihre 
Bedürfnisse zu erlangen. 

2.5.8.3 Des Weiteren ist aktenkundig, dass der Beschuldigte betreffend seine Kinder Ge-
fährdungsmeldungen bei diversen Stellen machte. In der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung erklärte er, dass er die KESB vergeblich darum ersucht habe, den 
Kindern Schutz anzubieten und sie in einem persönlichen Gespräch zu befragen; 
stattdessen hätten die Kinder schriftlich geantwortet (vgl. TPF pag. 6.731.013 un-
ten / 014 oben). Aus den Akten der KESB ist indes ersichtlich, dass die Beiständin 
mit beiden Kindern diverse persönliche Gespräche geführt hat (vgl. z.B. BA pag. 
B1-18-07-0040M TPF pag. 6.731.018 Rz. 13 ff.); zusätzlich teilten beide Kinder 
der Beiständin in Briefen mit, dass es ihnen auf Y. gefalle (vgl. BA pag. B1-18-
07-0044). Der Beschuldigte hatte demgemäss keinen stichhaltigen Grund zur An-
nahme, dass die KESB sich in ungenügender Weise um die Belange seiner Kin-
der gekümmert hätte. In den Meldungen an die Behörden wies der Beschuldigte 
jedoch auf (angebliche) Misshandlungen seiner Kinder in der Schule G. hin (vgl. 
z.B. BA pag. B1-18-06-0002 ff.). Auch aufgrund seiner diversen persönlichen 
handschriftlichen Eingaben im vorliegenden Strafverfahren (vgl. z.B. CAR pag. 
3.102.008 ff.) bestehen hinreichende Indizien, dass sich der Beschuldigte weiter-
hin Sorgen um die Gesundheit seiner Kinder macht, solange sie in der EGY le-
ben. In der vorinstanzlichen Hauptverhandlung räumte er indes ein, dass er über 
all die Jahre keine konkreten Anhaltspunkte gehabt hat, dass seine beiden Kinder 
misshandelt worden seien oder würden, auch nicht für die Zeit vor dem 11. Feb-
ruar 2020 (vgl. TPF pag. 6.731.014 Rz.41 ff.; 6.731.015 Rz.8 ff.). Ergänzend ist 
darauf hinzuweisen, dass im Zusammenhang mit den Misshandlungs- und Züch-
tigungsvorwürfen gegenüber der Schule G. lediglich ein konkreter Vorfall, der un-
gefähr auf das Jahr 1999 zurückgeht, bekannt ist. Damals wurde ein Knabe vom 
Präsidenten der Trägerschaft geohrfeigt; dieser Vorfall wurde dem Amt für Volk-
schule mitgeteilt, wie der im Rahmen der vorliegenden Strafuntersuchung einver-
nommene Zeuge O. darlegte. In der Folge wurde die Aufsicht über die Privatschu-

- 25 - 

len reorganisiert und professionalisiert. Der Zeuge erklärte, in den letzten 20 Jah-
ren seien ihm keine Vorfälle bekannt, auch keine, bei denen die Kinder des Be-
schuldigten von Misshandlungen oder Schlägen betroffen gewesen seien (vgl. BA 
pag. 12-06-0008). Aus dem vom Beschuldigten vorgebrachten und von O. sinnge-
mäss bestätigten Umstand, wonach offenbar vor 25 - 30 Jahren einer seiner Söhne 
geschlagen worden war (vgl. BA pag. 12-06-0009), kann ebenfalls nicht auf Miss-
handlungen von Kindern in der Schule G. geschlossen werden. 

2.5.8.4 Aus den obigen Erwägungen (II. 2.5.8 - 2.5.8.3) ist erstens ersichtlich, dass die 
Mutmassungen des Beschuldigten über angebliche Misshandlungen oder Züch-
tigungen seiner Kinder beweismässig nicht fundiert sind. Zweitens erhellt aus den 
Ausführungen, dass die Möglichkeiten des Beschuldigten, mit seinen Kindern Kon-
takt zu haben bzw. diese zu besuchen, nach der Trennung bzw. Scheidung von 
seiner Ex-Ehefrau eingeschränkt wurden und sodann (infolge auferlegter Verbote) 
seit mehreren Jahren unmöglich waren. Daraus entstand beim Beschuldigten drit-
tens offensichtlich ein dauerhafter, starker Leidensdruck. Damit verbunden war bei 
ihm viertens ein ausgeprägtes Bedürfnis bzw. eine emotionale und gedankliche 
Fixierung darauf, seine Kinder (trotzdem bzw. erst recht und weiterhin) beschüt-
zen und besuchen zu müssen, wofür ihm jedoch keine (legale) Möglichkeit mehr 
offenstand. In einer SMS an K. vom 6. Dezember 2019 schrieb der Beschuldigte 
etwa, dass er zu seinen Kindern gehen müsse, erst dann könne er wieder leben. 
Sie fehlten ihm und so zerreisse es ihm jeden Tag sein Herz (vgl. BA pag. 10-02-
0090 Nr. 284 und pag. 13.01-0051 Rz. 18 f.; betreffend Fixiertheit bzw. obsessiver 
Verhaltensweisen des Beschuldigten vgl. auch BA pag. B1-18-07-0021, 0027). 

2.5.9 Laut Kurzbericht (BA pag. 10-01-0027 ff.) und Gutachten des N. (BA pag. 11-02-
0011 ff.) waren drei der vier USBV mit einer pyrotechnischen Anzündung verse-
hen; alle USBV enthielten ein explosives Gemisch und Glasscherben, die sich in 
einem Rohrkörper aus mehreren Lagen aus Papier, welches mit Klebeband ver-
klebt war, befanden. Die Bestandteile der USBV waren ein Schwarzpulversatz 
mit Effektsternen, Lady Cracker, Wunderkerzen, Wirbel, Effektkörper, Meteoriten 
(nur USBV 2) und Glasscherben aus Klarglasflaschen und Flachglas. Der Gut-
achter des N. gelangte zum Schluss, dass sich die USBV aufgrund der kurzen 
Brenndauer als Brandsatz oder Brandvorrichtungen eher schlecht eigneten (Ant-
wort zu Fragen 3.2 und 3.3). Da aber die Vorrichtung im offenen Abbrand oder 
bei geringer Verdämmung eher langsam abbrenne, könnten sich die Feuer-
werkskörper der Kategorie F1 entzünden, wodurch die Möglichkeit bestehe, dass 
leicht entzündbares Material in unmittelbarer Nähe entzündet werde (Antwort zu 
Frage 2.7). Aufgrund der Bauweise der USBV (geringe Verdämmung mittels Pa-
pier, nicht hermetisch abgeschlossener Körper) seien mutmasslich Explosionen 
bei der Umsetzung der Lady Cracker wahrnehmbar. Bei zusätzlicher Verdäm-
mung wäre eine erhöhte Abbrandgeschwindigkeit und dadurch eine Explosion 

- 26 - 

möglich (Antwort zu Fragen 2.1 - 2.3). Die in den USBV enthaltenen pyrotechni-
schen Gegenstände seien nicht zum Zerstören geeignet (Antwort zu Frage 2.5). 
Ein Wegschleudern der Glasscherben sei nicht zu erwarten (Antwort zu Frage 
2.8). Die vier USBV seien zur direkten Zerstörung eher ungeeignet (Antwort zu 
Fragen 3.1 und 3.3). Anhand der Konstruktion der USBV könne nicht gesagt wer-
den, zu welchem Zweck die USBV konstruiert worden seien; aufgrund der An-
zündvorrichtung sei zu vermuten, dass die Möglichkeit des Anzündens ge-
wünscht war (Antwort zu Frage 3.3). Das Gutachten ist vollständig, klar und 
schlüssig; die Schlussfolgerungen sind überzeugend. Entsprechend kann darauf 
abgestellt werden. 

2.5.10 Es ist ungewöhnlich und auffällig, dass der Beschuldigte am 11. Februar 2020 
während der Zugfahrt von U. nach ZZ. – neben den erwähnten vier USBV (wel-
che der Beschuldigte nach eigenen Aussagen am Vorabend des 11. Februar 
2020 selbst hergestellt hatte; oben E. II. 2.5.2) und den besagten Dokumenten – 
die beiden Dolche, den Nothammer / Glasbrecher, das Küchenmesser, den Feld-
stecher, das Kunststoffseil und die sieben Kunststoffkabelbinder mit sich führte 
(vgl. oben E. II. 2.5.1.4). Darauf ist zurückzukommen. In Kombination mit den 
oben erwähnten Indizien bzw. Feststellungen (E. II. 2.5.2 - 9), insbesondere den 
erwähnten aussagekräftigen Textstellen (inkl. SMS vom 10. Februar 2020, oben 
E. II. 2.5.5), deutet dies darauf hin, dass der Beschuldigte die besagten Gegen-
stände nach Z. mitnehmen wollte. 

2.5.11 Der Beschuldigte bringt vor, dass er am 11. Februar 2020 die zwei Dolche in 
einem Waffengeschäft in U. habe verkaufen wollen. Weil das Geschäft an jenem 
Tag geschlossen gewesen sei, sei er spontan nach ZZ. gefahren, um die Dolche 
stattdessen dort zu verkaufen (vgl. BA pag. 13-01-0005 Rz. 42., pag. 13-01-0009 
Rz. 4, pag. 13-01-0013 Rz. 36 ff.; TPF pag. 6.731.006 unten / pag. 6.731.007 
oben; CAR pag. 7.401.007 Rz. 13 ff., pag. 7.401.008 Rz. 24 ff., pag. 7.401.010 
Rz. 1 ff.). Es trifft zwar zu, dass das Waffengeschäft GG. an der […] – in der 
Zone, wo der Beschuldigte gemäss seiner Aussage auf dem Weg von YY. zur 
Arbeitsstelle in X. mit dem Tram jeweils vorbeifuhr bzw. umstieg – seit Ende De-
zember 2019 geschlossen, jedoch weiterhin wahrnehmbar war. In U. gab es in-
des mehrere andere Waffengeschäfte, die am 11. Februar 2021 geöffnet waren 
(z.B. I. Waffen, […]). Der Beschuldigte gab an, er kenne in U. nur ein Waffenge-
schäft – womit er offenbar das bereits geschlossene Waffengeschäft GG. meinte 
– und habe angenommen, in ZZ. ein Waffengeschäft in Bahnhofsnähe zu finden 
(vgl. BA pag. 13-01-0013; 0082). Er sei der Meinung gewesen, dass er dort mal 
einen Waffenladen gesehen habe (vgl. BA pag. 13-01-0009 Rz. 4). Entgegen der 
Auffassung des Beschuldigten (vgl. CAR pag. 7.300.024 Rz. 32) war es jedoch 
nicht naheliegend, spontan nach ZZ. zu reisen, um nach einem Waffengeschäft 
zu suchen, ohne vorherige Abfrage im Telefonbuch, im Internet oder mittels 

- 27 - 

Nachfrage bei Bekannten (z.B. beim Mitbewohner F., der ihm die Dolche verkauft 
hatte), ob es ein weiteres Waffengeschäft in U. gebe. Der Umstand, dass ZZ. 
grösser ist als U. (vgl. CAR pag. 7.300.024 Rz. 32), ändert daran nichts Wesent-
liches. Der Beschuldigte räumte anlässlich der Berufungsverhandlung denn auch 
ein, dass er andere Leute hätte fragen können (vgl. CAR pag. 7.401.008 Rz. 25 
f.). Der Beschuldigte bringt weiter vor, dass sich im XX. gemäss seiner Beschrei-
bung das Waffengeschäft HH. befinde, welches auch über eine Waffenhandelsbe-
willigung verfüge, sodass die Ausnahme von Art. 28 Abs. 1 lit. c WG sehr wohl 
greife (vgl. CAR pag. 7.300.037 Rz. 46). Diese Argumentation lässt jedoch u.a. 
ausser Acht, dass dieses Waffengeschäft keine antiken Dolche kauft oder verkauft. 

 Zu berücksichtigen ist zudem, dass der Beschuldigte nicht genügend Geld für 
das Zugticket bei sich hatte, was ebenfalls dagegensprach, ohne stichhaltigen 
Grund die Zugfahrt nach ZZ. auf sich zu nehmen und eine Busse wegen 
Schwarzfahrens zu riskieren (vgl. BA pag. 13-01-0048 Rz. 19 ff.). Das gleiche gilt 
für den Umstand, dass er eigentlich zur Arbeit hätte gehen müssen (vgl. BA pag. 
13-01-0013 Rz. 37). Seine Erklärung, dass er Geld für Zigaretten und Alkohol 
gebraucht hätte (BA pag. 13-01-0013 Rz. 37), überzeugt aufgrund des geringen 
Erwerbspreises der Dolche nicht. Da diese aus einer Brockenstube stammten, 
konnte er nicht davon ausgehen, viel Geld für sie lösen zu können (vgl. BA pag. 
13-01-0013 Rz. 39). Seine Rüge, dass die Vorinstanz betreffend Verkauf der bei-
den Dolche den Sachverhalt falsch festgestellt habe (vgl. CAR pag. 7.300.023 
Rz. 32 unten), trifft nicht zu. Die Behauptung des Beschuldigten, am 11. Februar 
2020 zwecks Verkauf der beiden Dolche nach ZZ. gefahren zu sein, wird durch 
keine konkreten Anhaltspunkte gestützt und ist im Gesamtzusammenhang als 
Schutzbehauptung zu werten. 

2.5.12 Nach dem Verwendungszweck der von ihm angefertigten vier USBV gefragt, 
brachte der Beschuldigte vor, dass er diese an seinem Arbeitsplatz in einem Re-
cycling-Container bei seinem Arbeitgeber habe zünden und das Ganze filmen 
und z.B. auf Facebook teilen wollen (vgl. insbes. BA 13-01-0005 Rz. 39, 13-01-
0009 ff. Rz. 4 ff., 13-01-0014 Rz. 45, 13-01-0036 unten / 0037 oben, 13-01-
0038 f., 13-01-0083 unten; TPF pag. 6.731.010 f.; CAR pag. 7.401.008 oben, 
7.401.013 Rz. 23 ff., 7.401.023 Rz. 15 ff.). Es fällt insbesondere auf, dass der 
Beschuldigte am Abend des 10. Februar 2020 vier USBV herstellte, um sie an-
geblich sogleich am Folgetag an seinem Arbeitsort zu testen. Dies obwohl er bei-
spielsweise den Vulkan und weitere pyrotechnische Gegenstände schon seit län-
gerer Zeit in Besitz gehabt haben will (vgl. BA pag. 13.01-0006 Rz. 52, 13-01-
0010 Rz. 8 ff., 13-01-0011 Rz. 15, 13-01-0037 Rz. 33 - 42). Sein Arbeitgeber K. 
war über dieses Vorhaben indes nicht informiert, weshalb es ohnehin an dessen 
Zustimmung zur Testung gefehlt hätte (vgl. BA pag. 12-02-0010 Rz. 1 ff.). Es 

- 28 - 

erscheint lebensfremd, dass der Beschuldigte davon ausgehen wollte, solche py-
rotechnischen Versuche am Arbeitsplatz durchführen zu können, selbst wenn 
diese nach Arbeitsschluss erfolgt wären. Ergänzend ist zu erwähnen, dass der 
Beschuldigte am 6. Januar 2018 beim Bahnhof WW. mit einem selbstgebastelten 
Knallkörper angetroffen worden war. Auch damals gab er an, diesen zum Testen 
der Wirkungsweise mitgeführt zu haben (vgl. BA pag. 13-01-0017 Rz. 73). Es 
handelt sich hierbei offenbar um ein wiederkehrendes, unplausibles und unglaub-
haftes Erklärungsmuster des Beschuldigten, wenn er mit USBV bzw. selbstge-
bastelten Knallkörpern (vgl. zu dieser Bezeichnung auch BA pag. 13-01-0005 Rz. 
35 ff.) unterwegs ist und dabei erwischt wird. Seine vorliegende Erklärung zu sei-
nem Plan betreffend die vier USBV ist gesamthaft betrachtet ebenfalls als 
Schutzbehauptung zu werten. Entgegen seiner Auffassung (vgl. CAR pag. 
7.300.028 Rz. 37) hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang den Sachverhalt 
nicht falsch festgestellt. 

2.5.13 Damit ist der Sachverhalt gemäss AKS Ziffer 1.1 (unter Berücksichtigung von 
Verfahrensgegenstand, Kognition bzw. Verbot der reformatio in peius im vorlie-
genden Berufungsverfahren, vgl. oben E. II. 1.1.1; 2 - 2.3) in subjektiver und ob-
jektiver Hinsicht im Wesentlichen erstellt. Auf gewisse spezifische Aspekte des 
Sachverhalts, die für die Subsumtion des objektiven und subjektiven Tatbestands 
relevant sind, wird, um Wiederholungen zu vermeiden, nachfolgend (E. II. 2.6 ff.) 
ergänzend eingegangen. 

2.6 Subsumtion des objektiven Tatbestands 

2.6.1  Der Beschuldigte kaufte die beiden Dolche im Zeitraum zwischen ca. Mitte Ja-
nuar 2020 und anfangs Februar 2020 (vgl. BA pag. 13-01-0003 Rz. 14; 13-01-
0012 f.). Die vier USBV stellte er (spätestens) am 10. Februar 2020 bei sich zu-
hause selber her mit Materialien, die sich bereits in seinem Besitz befanden. Der 
Nothammer / Glasbrecher gelangte zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt in 
seinen Besitz. Auch die weiteren Gegenstände befanden sich bereits in seinem 
Besitz; jedenfalls ist nicht bekannt, wann und zu welchem Zweck er sie erworben 
hatte. Dass der Beschuldigte einige der Gegenstände anlässlich pyrotechnischer 
Versuche verwenden wollte bzw. zu diesem Zweck bereitgestellt hatte, wie die 
vier USBV und die Kabelbinder zum Befestigen einer Kamera, kann ausgeschlos-
sen werden (vgl. oben E. II. 2.5.12). Die datierten Schriftstücke (insbesondere 
den Notizbucheintrag mit Datum 11. Februar 2020; vgl. oben E. II. 2.5.6) stellte 
der Beschuldigte am 11. Februar 2020 her. Wann der Beschuldigte das als «Tes-
tament» bezeichnete Dokument (vgl. oben E. II. 2.5.7) schrieb, ist unbekannt. Er 
packte gemäss eigenen Angaben alle Gegenstände und Schriftstücke am 11. 
Februar 2020, bevor er das Haus R. verliess und sich auf den Weg machte, in 

- 29 - 

seinen Rucksack, den er auf der Zugfahrt von U. nach ZZ. (Ankunft: ca. 16 Uhr) 
mit sich führte (vgl. BA pag. 13-01-0035 f.). 

2.6.2 In objektiver Hinsicht eigneten sich die vom Beschuldigten am 11. Februar 2020 
mitgeführten Gegenstände insbesondere zu den nachfolgend aufgeführten Vor-
gehensweisen. Feldstecher: Zur Verschaffung von Übersicht aus der Ferne über 
die Lage in einem örtlichen Bereich. Stirnlampe: Um sich an einem fremden Ort 
im Dunkeln zurechtzufinden. Glasbrecher: Um sich durch Zerstören von Fenstern 
oder Glastüren Zutritt zu verschlossenen Gebäuden oder Autos (als Fluchtfahr-
zeug; vgl. dazu unten E. II. 2.7.6) zu verschaffen. USBV: Bedrohung von Perso-
nen durch diese Art von Bombenattrappen, bzw. Abbrennen der USBV als Ab-
lenkungsmanöver. An dieser Einschätzung würde sich auch nichts ändern, wenn 
der Beschuldigte – wie von ihm geltend gemacht (vgl. CAR pag. 7.401.009 Rz. 
26 ff.; 7.300.017 Rz. 26) und entgegen dem Kurzbericht (BA pag. 10-01-0027 ff.) 
und Gutachten des N. (BA pag. 11-02-0011 ff.) – bei den USBV je ca. 5 kleine 
Schrauben, aber weniger Glasscherben beigefügt hätte. Soweit der Beschuldigte 
zudem geltend macht, dass sich in den USBV «keine Nägel» befunden hätten 
(CAR pag. 7.300.017 Rz. 26), ist darauf hinzuweisen, dass weder der Kurzbericht 
noch das Gutachten des N. zum Schluss kommen, dass sich Nägel in den USBV 
befunden hätten. Insofern geht das Argument ins Leere. Bloss im Rapport der 
Kantonspolizei ZZ. vom 12. Februar 2020 wird festgehalten, der Beschuldigte 
habe gemäss seinen eigenen Aussagen die von ihm angefertigten USBV u.a. mit 
«Nägeln» angereichert (vgl. BA pag. 10-01-0002 unten) und dass auf der Rönt-
genaufnahme ersichtlich sei, dass der Beschuldigte die Sprengladung u.a. «mit 
Nägeln» versehen habe (vgl. BA pag. 10-01-0004 unten). Bei letzterer Einschät-
zung handelte es sich offenbar um eine vorläufige, unzutreffende Interpretation 
der Röntgenaufnahme (BA pag. 10-01-0024; vgl. auch pag. 10-01-0032) durch 
die Kantonspolizei ZZ., welche vor dem Hintergrund der erwähnten Aussage des 
Beschuldigten erfolgte. Dolche und Küchenmesser: Einsatz zwecks Überwin-
dung von Hindernissen und zur Bedrohung von Personen. Kunststoffseil und Ka-
belbinder: Diese eignen sich – entgegen der Auffassung des Beschuldigten (vgl. 
CAR pag. 7.300.012 Rz. 21) – durchaus dazu, Personen zu fesseln. 

2.6.3 Der Beschuldigte hat demnach in objektiver Hinsicht im Zeitraum ab ca. Mitte 
Januar 2020 (vgl. oben E. II. 2.6.1) bis zum 11. Februar 2020 planmässig techni-
sche und organisatorische Vorkehren getroffen mit dem Ziel, gegenüber seinen 
beiden Töchtern und eventuell seiner Ex-Ehefrau eine Freiheitsberaubung, alter-
nativ eine Entführung (Art. 183 StGB) im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. e StGB 
auszuführen. 

 

 

- 30 - 

2.7 Subsumtion des subjektiven Tatbestands 

2.7.1 Der Beschuldigte hatte zum Tatzeitpunkt seit langer Zeit massiv darunter gelitten, 
seine Kinder nicht mehr kontaktieren und besuchen zu können. Er hatte (und hat 
weiterhin) ein ausgeprägtes Bedürfnis, seine Kinder (trotzdem bzw. erst recht) zu 
beschützen und zu besuchen. Darauf war der Beschuldigte subjektiv dauerhaft 
fixiert, insbesondere auch aufgrund seiner Mutmassungen über angebliche Miss-
handlungen seiner Kinder, die beweismässig jedoch nicht fundiert sind (vgl. oben 
E. II. 2.5.8 - 2.5.8.4). Die konstante Fixiertheit auf diese Thematik hat wohl auch 
einen ausgeprägten krankheitsbedingten Aspekt; für den Beschuldigten war es 
offenbar schwierig, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen bzw. auseinander-
zusetzen (vgl. BA pag. 11-01-0063). Die von ihm eingereichten Gefährdungsmel-
dungen betreffend seine Kinder, welche objektiv betrachtet unbegründet waren, 
blieben gemäss seinen Angaben erfolglos. Die ihm auferlegten Betretungs- und 
Annäherungsverbote hielten ihn nicht davon ab, immer wieder seine Kinder be-
suchen und beschützen zu wollen; seine Vorhaben setzte er in zahlreichen Fällen 
in die Tat um, was zu entsprechenden polizeilichen Interventionen und Strafver-
fahren führte (vgl. oben E. II. 2.5.8.1). Auch in seiner SMS an L. vom 10. Februar 
2020 zeigte sich, wie sich der Beschuldigten um seine Kinder weiterhin Sorgen 
machte (vgl. oben E. II. 2.5.5). Dasselbe gilt für den Umstand, dass der Beschul-
digte am 11. Februar 2020 die Kontaktdaten des Kinderbüros U. – einer offiziellen 
Stelle, die sich für Kinderbelange und Kinderrechte einsetzt – mit sich führte (BA 
pag. 08-01-0013). 

2.7.2 Insbesondere die erwähnte SMS an L. vom 10. Februar 2020 («Ich muss dann 
aber nachher, gleich zu meinen Kindern gehen und wissen wie es ihnen geht» 
vgl. oben E. II. 2.5.5), der mit 11. 2. 2020 datierte Notizbucheintrag («Ich hoffe, 
dass es alles gut geht und ich E. helfen kann, dass sie frei ist…», vgl. oben E. II. 
2.5.6) sowie das mit «Testament» bezeichnete Dokument, in dem der Beschul-
digte darum bittet, ihm seine «Verfehlungen zu vergeben», und wo am Schluss 
steht «Sollten meine Kinder nicht auf dem Hof sein, oder nicht zu erreichen werde 
ich dies ALLEN schreiben + erzählen» (vgl. oben E. II. 2.5.7), sind in subjektiver 
Hinsicht von grosser Aussagekraft. Sie enthalten einen konkreten Bezug zu sei-
nen Kindern und seiner Ex-Ehefrau und bringen Misshandlungen, die aus Sicht 
des Beschuldigten gegenüber seinen (wie auch anderen) Kindern in der EGY 
geschehen sein sollen oder angeblich weiterhin geschehen würden, zum Aus-
druck (vgl. zu Letzterem BA pag. 08-01-0010 und auch weitere mit «11. 02. 2020» 
bzw. mit «Dienstag 01:44» datierte Dokumente [BA pag. 08-01-0002 ff.]). Zusam-
men mit den konkreten objektiven Anhaltspunkten (vgl. oben E. II. 2.6.1 f.) illust-
rieren diese Texte klar, dass der Beschuldigte nunmehr entschlossen war, zur 
Tat zu schreiten. Aufgrund der konkreten Umstände kann die geplante Tat einzig 
in einer Freiheitsberaubung oder Entführung im Sinne von Art. 183 StGB gelegen 

- 31 - 

haben. Der Beschuldigte war fest entschlossen, seine Kinder aus der «Sekte» 
der EGY, wo sie gemäss seiner Vorstellung vor Misshandlungen nicht geschützt 
waren, zu befreien. Dass seine Kinder ihm freiwillig folgen würden, konnte er 
nicht annehmen. Er kannte nämlich die Berichte betreffend Kindesschutzmass-
nahmen und entsprechend war ihm bewusst, dass die Kinder ihn nicht mehr se-
hen wollten. Sein Ziel konnte er deshalb nur erreichen, indem er die Kinder von 
der EGY, falls erforderlich unter Drohung oder mit Gewalt, wegführen würde. 

2.7.3  Gestützt auf diese Ausführungen steht fest, dass der Beschuldigte mit seinen 
Vorbereitungshandlungen beabsichtigte, eine Entführung zum Nachteil seiner 
Kinder und eventuell seiner Ex-Ehefrau zu begehen. Da die Kinder bei der Mutter 
lebten und der Beschuldigte nicht annehmen konnte, dass diese tatenlos zu-
schauen würde, wie er ihre Kinder entführen würde, musste sein Tatplan – im 
Sinne einer Variante (vgl. oben E. II. 2.1.4) – alternativ auch eine Entführung der 
Mutter beinhaltet haben.  

2.7.4 Weiter ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte bereit gewesen wäre, bei 
einem allfälligen Scheitern der Entführung seiner Kinder alternativ eine Freiheits-
beraubung zu begehen, indem er seine Kinder und allenfalls auch seine Ex-Ehe-
frau auf der EGY gefangen gehalten hätte, etwa, indem er sich verschanzen 
würde, um auf eine günstige Fluchtmöglichkeit – mit oder ohne seine Kinder – zu 
warten. Wäre das Wegbringen dieser Personen misslungen, dann wäre dadurch 
alternativ eine Freiheitsberaubung erfüllt gewesen. 

2.7.5 Der Beschuldigte reiste am 11. Februar 2020 mit den öffentlichen Verkehrsmit-
teln. Der Umstand, dass er kein Zugticket nach Z. gelöst und damit nicht «jegli-
ches Risiko ausgeschlossen» hatte, schliesst entgegen der Annahme des Be-
schuldigten (vgl. CAR pag. 7.300.009 f. Rz. 18) nicht aus, dass er tatsächlich 
nach Z. gelangen wollte. Aus den Akten ist ersichtlich und seitens des Beschul-
digten unbestritten, dass er in der Vergangenheit oft schwarzgefahren war. Auch 
hatte er gemäss eigener Aussage am 11. Februar 2020 zu wenig Geld dabei, 
um sich ein Zugticket zu kaufen (vgl. oben E. II. 2.5.11). Zudem versteckte er 
sich während der Zugfahrt von U. nach ZZ. nach eigenen Angaben auf der Toi-
lette, um der Kontrolle zu entgehen (vgl. TPF pag. 6.731.009 Rz. 39 ff.). Des 
Weiteren entfernte er während der Zugfahrt den Akku und die SIM-Karte aus sei-
nem Mobiltelefon, um nicht geortet werden zu können (vgl. CAR pag. 7.401.022 
Rz. 25 ff.), und gab anlässlich der Kontrolle seine Personalien nicht an (vgl. BA 
pag. 10-01-0002 oben). Dies alles zeigt, dass der Beschuldigte sehr wohl mit ver-
schiedenen Vorkehrungen das Risiko, entdeckt zu werden, minimiert hat. Offenbar 
rechnete er aber insbesondere nicht damit, dass er trotz des Versteckens auf der 
Toilette kontrolliert werden würde. 

- 32 - 

2.7.6 Auch das Argument, dass der Beschuldigte zwecks Vermeidung eines Risikos 
alternativ mit einem Auto nach Z. hätte fahren können und dieses nötigenfalls 
entwendet hätte, wie er das in der Vergangenheit bereits getan habe (vgl. CAR 
pag. 7.300.010 Rz. 18, 7.300.012 Rz. 22), überzeugt nicht. Mit einem entwende-
ten Auto und ohne Fahrausweis bereits ab U. unterwegs zu sein, wäre aufgrund 
des damit verbundenen Entdeckungsrisikos riskant gewesen. Der mitgeführte 
Nothammer / Glasbrecher deutet allerdings darauf hin, dass der Beschuldigte sich 
damit insbesondere die Möglichkeit offenhalten wollte, erst im Bereich oder Umfeld 
der EGY ein Auto zu entwenden. Dazu wäre er aufgrund seiner entsprechenden 
Erfahrung, auf die er selbst hinweist, durchaus in der Lage gewesen. Durch Dro-
hen, etwa mit den Dolchen oder den USBV, hätte er sodann seine Kinder und 
seine Ex-Ehefrau zwingen können, in ein entwendetes Auto einzusteigen, um 
sich auf diese Weise von der EGY entfernen zu können. 

2.7.7 Der Beschuldigte wohnte in U. in einem Zimmer in einer betreuten Wohnsituation, 
wo er seine Kinder und seine ehemalige Ehefrau nicht hätte unterbringen können. 
Dass er keine konkreten Vorkehren für die Beschaffung eines Raumes getroffen 
hat, um die zu entführenden Personen von ihrem Aufenthaltsort an einen neuen 
Ort zu bringen, spricht jedoch nicht gegen den Plan einer Entführung. Gemäss 
Beweisergebnis wollte der Beschuldigte vor allem erreichen, dass seine Kinder 
von der EGY wegkommen, dass sie von dort «befreit» würden. Insbesondere 
wollte er verhindern, dass seine Kinder, wie von ihm stets befürchtet wurde, miss-
handelt würden. Dazu musste er nicht notwendigerweise eine Räumlichkeit für 
einen anderen Aufenthalt bereitstellen. 

 Gemäss diesen Ausführungen sind auch die Rügen des Beschuldigten unzutref-
fend, dass die Vorinstanz betreffend Fehlens eines Fluchtautos und von Flucht-
räumen den Sachverhalt falsch festgestellt und Art. 260bis StGB verletzt habe 
(vgl. CAR pag. 7.300.012 f. Rz. 22). 

2.7.8 Der Beschuldigte beruft sich darauf, dass im psychiatrischen Gutachten festge-
halten werde, auf latenter Ebene sei bei ihm mit «infantilen Impulshandlungen» 
zu rechnen (S. 67), was sich mit den Äusserungen von Q. decke (Heimleiter des 
Hauses R., der im Untersuchungsverfahren als Zeuge einvernommen wurde; vgl. 
BA pag. 12-04-0003 ff.; CAR pag. 7.300.007 ff. Rz. 16 f.). Weiter führe der Gut-
achter aus (S. 77), «er könnte allenfalls in einem Zustand der halben Entschlos-
senheit verharrt haben, in einer nebulösen-schwammigen Stimmung, und sein 
Tathandeln könnte mehr eine untaugliche Gestik als ein tatkräftiger Akt gewesen 
sein» (vgl. oben E. II. 2.3.6). Diese Ausführungen vermögen die Anhaltspunkte 
in objektiver und subjektiver Hinsicht, welche sich zu einem stimmigen Gesamt-
bild betreffend strafbarer Vorbereitungshandlungen i.S.v. Art. 260bis Abs. 1 lit. e 
StGB zusammenfügen (vgl. oben E. 2.6 - 2.7.7), nicht zu entkräften. Was der 

- 33 - 

Psychiater (bzw. der Zeuge Q.) insofern ausführt, bezieht sich auf gewisse As-
pekte der Persönlichkeit und Handlungsmöglichkeiten des Beschuldigten. Dies 
schliesst die Möglichkeit eines planmässigen, zielgerichteten Handelns des Be-
schuldigten keineswegs aus. Im Gutachten wird explizit festgehalten, dass der 
Beschuldigte «recht zielgerichtet und geordnet vorgegangen» sei (BA pag. 11-
01-0098 oben). Letzteres wird vorliegend durch die Kombination von Anhalts-
punkten in objektiver und subjektiver Hinsicht illustriert, die klarerweise auf das 
beschriebene konkrete Tatvorhaben des Beschuldigten hindeuten. 

2.7.9 Dasselbe gilt entsprechend auch, soweit der Beschuldigte sich darauf beruft, 
dass er gemäss psychiatrischem Gutachten immer leicht ins Schwadronieren ge-
rate, bzw. dass er gemäss eigener Aussage in der Verzweiflung immer wieder 
solche Sachen schreibe (vgl. CAR pag. 7.300.019 f. Rz. 29). Diese Umstände 
stehen der obigen Einschätzung betreffend ein konkretes Tatvorhaben ebenfalls 
nicht entgegen. 

2.7.10  Das Argument, dass der Beschuldigte unmittelbar nach der Kontrolle die Flucht 
ergriffen oder sich des Rucksacks entledigt hätte, wenn er tatsächlich etwas Straf-
bares im Schilde geführt hätte (vgl. CAR pag. 7.300.011 Rz. 20), vermag ebenso 
wenig zu überzeugen. Eine solche Flucht hätte erst recht den Verdacht des ihn 
bewachenden Zugspersonals und der anrückenden Transportpolizei geweckt. 
Zudem wäre dem nicht sehr sportlichen, an einer chronischen Suchtkrankheit 
leidenden Beschuldigten (vgl. unten E. II. 2.8.2, 3.8 und 5.2) eine Flucht wohl 
nicht leichtgefallen und kaum gelungen. 

2.7.11  Demgemäss steht in subjektiver Hinsicht fest, dass der Beschuldigte im Zeitraum 
ab ca. Mitte Januar 2020 bis zum 11. Februar 2020 mit konkreten Vorbereitungs-
handlungen beabsichtigte, eine Entführung, alternativ Freiheitsberaubung zum 
Nachteil seiner beiden Kinder, eventuell auch seiner Ex-Ehefrau zu begehen. 

2.7.12 Aufgrund des Gesagten ist erstellt, dass der Beschuldigte hinsichtlich der Vorbe-
reitungshandlungen im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. e StGB zu einer Entfüh-
rung, alternativ zu einer Freiheitsberaubung nach Art. 183 StGB mit direktem 
Vorsatz gehandelt hat. Er hat diese Vorkehrungen wissentlich und willentlich ge-
troffen. Was die in Aussicht genommenen Straftaten betrifft, hat er deren Art bzw. 
die entsprechenden Varianten (Entführung, alternativ Freiheitsberaubung zum 
Nachteil seiner beiden Kinder, eventuell auch seiner Ex-Ehefrau) zumindest in 
Kauf genommen (vgl. oben E. II. 2.1.4). Der objektive und subjektive Tatbestand 
ist in diesem Sinne erfüllt. 

 

 

- 34 - 

2.8 Rechtfertigungs- / Schuldausschluss- bzw. minderungsgründe 

2.8.1  Rechtfertigungsgründe werden weder geltend gemacht noch sind solche ersicht-
lich (vgl. oben E. II. 2.5.8 - 2.5.8.4 und 2.7.1).  

2.8.2 Auch Schuldausschussgründe werden weder geltend gemacht noch sind solche 
ersichtlich. Die Frage eines Schuldminderungsgrundes im Sinne von Art. 19 Abs. 2 
StGB wird im Rahmen der Strafzumessung zu thematisieren und berücksichtigen 
sein (vgl. unten E. II. 4.6). 

2.9 Fazit 

Demgemäss ist der Beschuldigte der strafbaren Vorbereitungshandlungen im 
Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. e StGB schuldig zu sprechen.  

3. Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 WG) 

3.1 Rechtliches 

Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer ohne Berechtigung Waffen, wesentliche oder besonders 
konstruierte Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition oder Munitionsbe-
standteile anbietet, überträgt, vermittelt, erwirbt, besitzt, herstellt, abändert, um-
baut, trägt, in einen Schengen-Staat ausführt oder in das schweizerische Staats-
gebiet verbringt. 

Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. c WG gelten Messer, deren Klinge mit einem einhändig 
bedienbaren automatischen Mechanismus ausgefahren werden kann, Schmet-
terlingsmesser, Wurfmesser und Dolche mit symmetrischer Klinge als Waffen. 
Wurfmesser und Dolche gelten als Waffen, wenn sie eine feststehende, spitz zu-
laufende, mehr als 5 cm und weniger als 30 cm lange symmetrische Klinge auf-
weisen (Art. 7 Abs. 3 der Verordnung vom 2. Juli 2008 über Waffen, Waffenzube-
hör und Munition [Waffenverordnung, WV, SR 514.541] i.V.m. Art. 4 Abs. 4 WG).  

Für antike Waffen gelten nur die Artikel 27 und 28 sowie die entsprechenden 
Strafbestimmungen des Waffengesetzes. Als antike Waffen gelten vor 1870 her-
gestellte Feuerwaffen sowie vor 1900 hergestellte Hieb-, Stich- und andere Waf-
fen (Art. 2 Abs. 2 WG). 

Wer eine Waffe an öffentlich zugänglichen Orten tragen oder sie transportieren 
will, benötigt eine Waffentragbewilligung. Diese ist mitzuführen und auf Verlan-
gen den Polizei- oder den Zollorganen vorzuweisen. Vorbehalten ist Art. 28 
Abs. 1 (Art. 27 Abs. 1 WG). Gemäss Art. 28 Abs. 1 WG ist keine Waffentragbewil-

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ligung erforderlich für den Transport von Waffen, insbesondere: a. von und zu Kur-
sen, Übungen und Veranstaltungen von Schiess-, Jagd- oder Soft-Air-Waffen-Ver-
einen sowie von militärischen Vereinigungen oder Verbänden; b. von und zu einem 
Zeughaus; c. von und zu einem Inhaber oder einer Inhaberin einer Waffenhandels-
bewilligung; d. von und zu Fachveranstaltungen; e. bei einem Wohnsitzwechsel.  

3.2 Beweisthema 

Die in Bezug auf den Anklagevorwurf unbestrittenen und bestrittenen Punkte sind 
zusammenfassend aus den obigen Ausführungen (E. II. 1.2 - 1.2.3) ersichtlich, 
woraus sich auch das Beweisthema ergibt. Es ist unbestritten, dass der Beschul-
digte die zwei von ihm erworbenen Dolche am 11. Februar 2020 bei der Zugfahrt 
von U. SBB nach ZZ. Hauptbahnhof in einem Rucksack mit sich führte. Im Übri-
gen jedoch wird die von der BA geltend gemachte Sachverhaltsdarstellung be-
stritten, ebenso wie die rechtliche Würdigung der BA bzw. der Vorinstanz, soweit 
es den ergangenen Schuldspruch betrifft. Der Beschuldigte macht geltend, dass 
er auf dem Weg zu einem Waffenhändler gewesen sei, um die Dolche zu verkau-
fen. Hierfür habe er gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c WG keine WaffentragbewilIigung 
gebraucht. Zudem sei er davon ausgegangen, dass die Dolche so alt gewesen 
seien, dass sie nicht mehr als «Waffen» gälten, sondern als blosse «AussteI-
lungsgegenstände». Gemäss Beurteilungsbericht der Ze