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**Case Identifier:** ebb62b2f-8701-528f-8f7f-393ed901d1a0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.09.2023 200 2023 412
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-412_2023-09-14.pdf

## Full Text

200 23 412 IV
FUE/BOC/LEA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 14. September 2023

Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. April 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1966 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Oktober 2019 unter Hinweis auf eine 
Schwäche des rechten Armes (Neuropathie Nervus ulnaris rechts) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin; act. II] 1). Die IVB klärte den Leistungsanspruch ab und 
gewährte Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsplatzerhalt 
sowie Arbeitsvermittlung (act. II 22, 35). Im weiteren Verlauf wurde vom 22. 
Februar bis 21. Mai 2021 in der Abklärungsstelle C.________ ein Belast-
barkeitstraining durchgeführt (act. II 47, 104) und die IVB liess den Versi-
cherten durch die MEDAS D.________ (MEDAS) polydisziplinär 
begutachten (Expertise vom 15. November 2021 inklusive Teilgutachten 
[act. II 85.1 - 85.6]). Mit Vorbescheid vom 14. Januar 2022 (act. II 89) stellte 
die IVB vom 1. Mai 2020 bis 31. Januar 2021 die Ausrichtung einer ganzen 
Rente in Aussicht. Nachdem der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
und Notar B.________, dagegen am 14. Februar 2022 (act. II 95) Einwän-
de erhoben hatte, forderte die IVB die MEDAS-Sachverständigen zu einer 
ergänzenden Stellungnahme auf (act. II 102), welche am 27. April 2022 
erstattet wurde (act. II 106). Am 2. Juni 2022 gewährte die IVB vom 30. Mai 
bis 29. August 2022 ein Aufbautraining in der Abklärungsstelle E.________ 
in ... (act. II 114, 121) und forderte den Versicherten ebenfalls am 24. Mai 
2022 in diesem Zusammenhang zur Schadenminderung bzw. zur Mitwir-
kung an der genannten Massnahme auf (act. II 109). Mit Vorbescheid vom 
6. Juli 2022 (act. II 120) stellte die IVB per 24. Juni 2022 den Abbruch des 
Aufbautrainings und die Einstellung der Eingliederungsmassnahmen in 
Aussicht, da sich der Versicherte nicht in der Lage gefühlt habe, das Pen-
sum zu steigern. Diesbezüglich verfügte die IVB am 20. September 2022 
(act. II 131) wie vorbescheidweise angekündigt. Mit einem weiteren Vorbe-
scheid vom 15. Juli 2022 (act. II 123) – als Ersatz für denjenigen vom 14. 
Januar 2022 (act. II 89) – stellte die IVB vom 1. Mai 2020 bis 30. Juni 2022 
die Ausrichtung einer ganzen Rente in Aussicht. Dagegen erhob der Versi-
cherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________, am 

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12. September 2022 (act. II 130) Einwände, welche aufforderungsgemäss 
(vgl. act. II 133) am 25. November 2022 (act. II 136) ergänzt wurden. 

Nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; act. II 138) teilte die IVB am 21. Februar 2023 (act. II 141) mit, es sei 
eine polydisziplinäre (Verlaufs-)Begutachtung notwendig. Die IVB informier-
te den Versicherten mit Schreiben vom 28. März 2023 (act. II 148) über die 
Durchführung der Begutachtung durch die MEDAS D.________ und teilte 
gleichzeitig die Fachdisziplinen sowie die Namen der Sachverständigen 
mit. Am 11. April 2023 (act. II 149) machte der Versicherte schriftlich gel-
tend, die Begutachtung bei der MEDAS D.________ erscheine nicht mehr 
als ergebnisoffen und es bestehe damit eine unzulässige Vorbefassung. Es 
sei das polydisziplinäre Gutachten bei einer anderen Gutachterstelle als 
der MEDAS D.________ in Auftrag zu geben; andernfalls sei eine be-
schwerdefähige Verfügung zu erlassen. Daraufhin verfügte die IVB am 
28. April 2023 (act. II 154), sie halte an der vorgesehenen Begutachtung 
und an den Fragen fest, zu denen im Gutachten Stellung genommen wer-
den solle. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
und Notar B.________, am 26. Mai 2023 Beschwerde. Er beantragt, unter 
Aufhebung der angefochtenen Zwischenverfügung sei die Beschwerdesa-
che zwecks Wahrung der Gehörsrechte des Beschwerdeführers (Begrün-
dungspflicht) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei 
die Beschwerdesache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und 
diese sei anzuweisen, wegen unzulässiger Vorbefassung die polydiszi-
plinäre Begutachtung bei einer anderen Gutachterstelle als der MEDAS 
D.________ in Auftrag zu geben. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach 
Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 
0.101) durchzuführen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Las-
ten der Beschwerdegegnerin.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Mai 2023 wies der Instruktionsrich-
ter den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Schlussverhandlung 
nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK ab. 

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2023 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenver-
fügung (Art. 44 Abs. 4 ATSG; zum anwendbaren Recht vgl. E. 3.1 hier-
nach); solche können unter anderem dann angefochten werden, wenn sie 
einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können. Diese An-
fechtbarkeitsvoraussetzung ist für das erstinstanzliche Beschwerdeverfah-
ren in IV-Angelegenheiten zu bejahen, womit die entsprechende Verfügung 
unter Erhebung aller gesetzlich vorgesehenen Rügen rechtlicher und 
tatsächlicher Natur angefochten werden kann (vgl. BGE 138 V 271 E. 1.2.1 
S. 275 und E. 1.2.3 S. 276, 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256).

Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten, soweit sich das Ablehnungsbegehren gegen die 
vorgesehenen Gutachter richtet. Soweit sich das Ablehnungsbegehren 
gegen die Gutachterstelle als solche richtet, ist es unzulässig (BGE 137 V 
210 E. 1.3.3 S. 227; SVR 2016 IV Nr. 8 S. 24 E. 3.3).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 28. April 2023 
(act. II 154). Streitig und zu prüfen ist die Anordnung einer Verlaufsbegut-
achtung und hierbei einzig, ob die vorgesehenen Sachverständigen der 
MEDAS D.________ als befangen zu qualifizieren sind. 

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorweg ist der Einwand des Beschwerdeführers zu prüfen, wonach 
es der angefochtenen Zwischenverfügung an einer vollständigen, substan-
ziierten, fallbezogenen und damit nachvollziehbaren Begründung fehle 
(Beschwerde S. 7 f. B./b Ziff. 9 f.). Er habe im Einwand vom 11. April 2023 
vorgebracht, die MEDAS-Sachverständigen hätten sich notwendigerweise 
aufgrund der Divergenzen der beruflichen Abklärungen mit ihrer früheren 
Expertise auseinanderzusetzen, sodass das Ergebnis nicht mehr offen 
stünde. Damit habe sich die Beschwerdegegnerin mit keiner Silbe ausein-
andergesetzt. 

2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412, Seite 6

(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt (BGE 
136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2022 IV Nr. 37 
S. 122 E. 5.1).

Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende 
Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus-
sern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen 
kann (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2021 IV 
Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1). Von einer Rückwei-
sung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung 
ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden 
Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit die Rück-
weisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzö-
gerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) 
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 
Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 
2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

2.3 In der angefochtenen Zwischenverfügung vom 28. April 2023 (act. II 
154) hat die Beschwerdegegnerin die möglichen Ausstandsgründe aufge-
listet und festgehalten, die im Schreiben vom 13. April 2023 angeführten 
Gründe bildeten keine der aufgeführten Ausstandsgründe. Damit ist die 
Verfügung zwar eher knapp, aber doch hinreichend begründet, womit eine 
Gehörsverletzung zu verneinen ist. Der Beschwerdeführer war denn auch 
in der Lage, eine ausführlich begründete Beschwerde einzureichen. Selbst 
wenn eine Gehörsverletzung vorläge, wäre diese im vorliegenden Verfah-
ren geheilt, da der Beschwerdeführer sich vor dem angerufenen Gericht, 
das sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann, 
äussern konnte (vgl. E. 2.2 hiervor). Folglich bedarf es keiner Rückweisung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412 Seite 7

der Sache an die Verwaltung, zumal dies ohnehin einem formalistischen 
Leerlauf gleichkäme. 

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
sowie die Änderung vom 3. November 2021 der Verordnung vom 17. Ja-
nuar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getre-
ten (AS 2021 705 [Weiterentwicklung der IV] bzw. AS 2021 706), was mit 
Änderungen des ATSG sowie der Verordnung vom 11. September 2002 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 
830.11) einhergegangen ist. Nach der Rechtsprechung sind neue Verfah-
rensvorschriften grundsätzlich mit dem Tag des Inkrafttretens sofort und in 
vollem Umfange anwendbar, es sei denn, das neue Recht kenne anders-
lautende Übergangsbestimmungen. Dieser intertemporalrechtliche Grund-
satz kommt aber dort nicht zur Anwendung, wo hinsichtlich des 
verfahrensrechtlichen Systems zwischen altem und neuem Recht keine 
Kontinuität besteht und mit dem neuen Recht eine grundlegend neue Ver-
fahrensordnung geschaffen worden ist (BGE 136 II 187 E. 3.1 S. 189, 132 
V 93 E. 2.2 S. 96). 

Da mit der Gesetzesänderung per 1. Januar 2022 keine Übergangsbe-
stimmungen erlassen wurden, welche die Vergabe von Begutachtungsauf-
trägen betreffen, zudem mit dem neuen Recht keine grundlegend neue 
Verfahrensordnung geschaffen wurde und die angefochtene Verfügung 
vom 28. April 2023 und somit nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung per 
1. Januar 2022 datiert, ist der vorliegende Fall anhand der ab 1. Januar 
2022 gültigen Bestimmungen zu beurteilen. 

3.2 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Er bestimmt die Art und den Umfang der not-
wendigen Abklärungen (Art. 43 Abs. 1bis ATSG). Der Untersuchungsgrund-
satz besagt, dass die verfügende Instanz den rechtserheblichen 
Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an 
die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, abklären und feststellen 

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muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es ab-
hängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. 
In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden zusätzliche Abklärungen 
stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der Partei-
vorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 283).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.4 Erachtet der Versicherungsträger im Rahmen von medizinischen 
Abklärungen ein Gutachten als notwendig, so legt er je nach Erfordernis 
eine der folgenden Arten fest (Art. 44 Abs. 1 ATSG):

a. monodisziplinäres Gutachten;
b. bidisziplinäres Gutachten;
c. polydisziplinäres Gutachten.

Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gut-
achten bei einem oder mehreren unabhängigen Sachverständigen einho-
len, so gibt er der Partei deren Namen bekannt. Diese kann innert zehn 
Tagen aus den Gründen nach Art. 36 Abs. 1 ATSG Sachverständige ab-
lehnen und Gegenvorschläge machen (Art. 44 Abs. 2 ATSG). Mit der Be-
kanntgabe der Namen stellt der Versicherungsträger der Partei auch die 
Fragen an den oder die Sachverständigen zu und weist sie auf die Mög-
lichkeit hin, innert der gleichen Frist Zusatzfragen in schriftlicher Form ein-
zureichen. Der Versicherungsträger entscheidet abschliessend über die 
Fragen an den oder die Sachverständigen (Art. 44 Abs. 3 ATSG). Hält der 
Versicherungsträger trotz Ablehnungsantrag an den vorgesehenen Sach-

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verständigen fest, so teilt er dies der Partei durch Zwischenverfügung mit 
(Art. 44 Abs. 4 ATSG). 

3.5 Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- 
und Ablehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen 
sind. Befangenheit ist demnach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, 
die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 
V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2021 UV Nr. 20 S. 99 E. 7.3).

Der Umstand, dass sich ein Sachverständiger schon einmal mit einer Per-
son befasst hat, schliesst später dessen Beizug als Gutachter nicht zum 
Vornherein aus. Eine unzulässige Vorbefassung liegt auch dann nicht vor, 
wenn er zu (für eine Partei) ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt. An-
deres gilt, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit 
und die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermögen, 
etwa wenn die sachverständige Person ihren Bericht nicht neutral und 
sachlich abfasste (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110; SVR 2017 IV Nr. 27 
S. 78 E. 5.2). Voreingenommenheit trotz Vorbefassung ist zu verneinen, 
wenn das Ergebnis der Begutachtung nach wie vor als offen und nicht vor-
bestimmt erscheint. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Experte an-
dere Fragen zu beantworten oder sein erstes Gutachten lediglich zu 
erläutern oder zu ergänzen hat, nicht aber, wenn er die Schlüssigkeit seiner 
früheren Expertise zu überprüfen hat (SVR 2013 IV Nr. 30 S. 90 E. 5.3.2; 
Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 4. August 2023, 8C_353/2023, 
E. 4.2, vom 24. April 2019, 8C_775/2018, E. 5.1, vom 30. November 2017, 
9C_731/2017, E. 3.1, und vom 10. Juli 2015, 8C_212/2015, E. 3.3.2).

4.

4.1 Zur Klärung der Frage, ob die MEDAS-Sachverständigen – mit der 
Beschwerdegegnerin – einzig und allein zum Verlauf Stellung zu nehmen 
haben (Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. C 6) oder – wie der Beschwerdeführer 
annimmt – diese sich notwendigerweise mit ihrem früheren Gutachten aus-
einanderzusetzen bzw. dessen Schlüssigkeit zu prüfen haben (Beschwerde 
S. 8 ff. B./b Ziff. 11 ff.) sind insbesondere die Gründe zu beleuchten, die 
den RAD zur Empfehlung der Verlaufsbegutachtung veranlasst haben. In 

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diesem Zusammenhang sind die folgenden medizinischen Akten von Be-
lang: 

4.2

4.2.1 Im Bericht des Spitals F.________ vom 15. August 2011 (act. II 
88/2) wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt: 

 Status nach offener Reposition und volarer Plattenosteosynthese einer distalen 
intraartikulären Radiusfraktur links am 23. August 2010

 Status nach Osteosynthesematerialentfernung distaler Radius links am 
22. Februar 2011

Es bestehe ein sehr schönes Ergebnis ein Jahr nach plattenosteosyntheti-
scher Versorgung des distalen Radius links und sechs Monate nach Osteo-
synthesematerialentfernung. Der Beschwerdeführer sei beschwerdefrei und 
mit dem Verlauf sehr zufrieden. Es bestünden keine Probleme im Berufsle-
ben oder in der Freizeit. Die Therapie könne beendet werden.

4.2.2 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht 
vom 18. Mai 2021 (act. II 52) die folgenden Diagnosen auf: 

Unklares sensomotorisches Defizit an der rechten Hand bei
 St. n. endoskopisch assistierter Dekompression Nervus ulnaris bei Kubitaltun-

nelsyndrom rechts am 10. September 2019 mit
 Schmerzen im gesamten rechten Arm und 
 bei beginnenden degenerativen Veränderungen an der HWS
AC-Gelenk Arthrose und Impingement-Konstellation linke Schulter

Bei einer inzwischen durchgeführten praktischen Erprobung habe sich ge-
zeigt, dass das im Oktober 2020 vom RAD erstellte Zumutbarkeitsprofil mit 
den Resultaten der Abklärung nicht vereinbar sei. Obwohl der Beschwerde-
führer seine rechte Hand bei der Arbeit kaum benutzt habe, sei diese im 
Verlauf des Tages immer (sichtbar!) stark und schmerzhaft angeschwollen. 
Er habe täglich über starke Schmerzen in der Hand sowie im gesamten 
rechten Arm berichtet. Das Pensum habe nicht über 2.5 Stunden gesteigert 
werden können. Der dokumentierte Verlauf sei nachvollziehbar, wobei die 
Ätiologie der Problematik weiterhin unklar sei. Gleichzeitig sei die gesund-
heitliche Situation soweit stabil, dass eine Begutachtung erfolgen könne. 

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Bei stabil imponierendem Gesundheitszustand und stagnierendem Heilver-
lauf sei nach Abwägung aller Faktoren eine polydisziplinäre Abklärung not-
wendig. Eine Untersuchung des Beschwerdeführers solle in den Fachdiszi-
plinen Handchirurgie, Neurologie und Psychiatrie erfolgen.

4.2.3 Im Bericht des Spitals F.________ vom 3. November 2021 (act. II 
95/7 - 9) wurden die folgenden (Haupt-)Diagnosen aufgeführt: 

1. Klinisch Bild eines Chronic Regional Pain Syndroms (CRPS) Hand rechts
Funktionelle neurologische Störung (F44.7)
 funktionelle Symptomausweitung mit sensomotorischer Ausfallsymptomatik 

obere Extremität rechts, distalbetont
 Budapest-Kriterien aktuell teilweise erfüllt (Schmerz, Schwellung und 

Schwitzen nicht gleich wie auf der anderen Seite, Bewegungs- und Funkti-
onseinschränkung [Schwäche, Dystonie Kleinfinger, Schonhaltung], Ver-
färbung Haut [rötlich], anamnestisch Haarwachstum verändert)

 begünstig im Rahmen der Diagnose 2
2. St. n. endoskopisch assistierter Dekompression Nervus ulnaris bei Kubitaltun-

nelsyndrom rechts am 09/2019
 ENMG 01/2020: axonalen Neuropathie des Nervus ulnaris links nach ope-

rativer Dekompression

Es zeige sich ein gemischtes Beschwerdebild: Einerseits bestehe eine 
chronische Schmerzproblematik der distalen rechten oberen Extremität, bei 
teilweise erfüllten Budapest-Kriterien, klinisch am ehesten im Sinne eines 
CRPS; andererseits fänden sich klare Zeichen einer neurofunktionellen 
Symptomausweitung (sensomotorisches Defizit der gesamten rechten obe-
ren Extremität, distalbetont, mit sakkadierter Kraftentfaltung, Co-
Kontrakturen und nicht einem Dermatom oder peripheren Nervengebiet 
zuordenbaren Hyposensibilität). Nicht zu vergessen eine Residualsympto-
matik nach Dekompression des Nervus ulnaris bei Kubitaltunnelsyndrom 
rechts, welche klinisch aufgrund der funktionellen Symptomausweitung 
erschwert beurteilbar sei, im Dezember 2020 aber auch elektrophyisolo-
gisch fassbar bleibe.

4.2.4 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 15. November 2021 
(inkl. Teilgutachten [act. II 85.1 - 85.6]) mit Untersuchungen in den Fach-
disziplinen Neurologie, Allgemeine Innere Medizin, Handchirurgie und 
Psychiatrie wurden in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung keine Dia-

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gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 85.1/6 
Ziff. 4.2). Die Sachverständigen hielten fest (act. II 85.1/7 Ziff. 4.3 und 4.5), 
im Konsens könnten keine Diagnosen gestellt und keine Befunde erhoben 
werden, welche eine funktionelle Auswirkung hätten. Die Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers sei nicht eingeschränkt. Die gezeigten Funktions-
einschränkungen an der rechten Hand seien nicht erklärbar, insofern wür-
den manuelle Tätigkeiten jeglicher Art als zumutbar erachtet. Die normal 
konfigurierte und tonisierte Muskulatur am rechten Unterarm ohne Um-
fangsdifferenz zu links spreche gegen einen Mindereinsatz der rechten 
Hand im Alltagsleben. Das Belastungsprofil sei im Konsens nicht einge-
schränkt. In der bisherigen und in leidensangepassten Tätigkeiten bestehe 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. II 85.1/8 Ziff. 4.7 und 4.8). 

4.2.5 Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie, führte im Bericht 
vom 29. März 2022 (act. II 100/3 f.) die folgende Diagnose auf:

 Komplizierende Handfunktionsstörung rechts nach Operation im Ellenbogen-
bereich wegen Ulnaris-Neuropathie, möglicherweise sekundär progressiv in 
Folge Schmerzhemmung.

Es liege eine typische funktionelle Armfunktionsstörung distal betont vor, 
mit unterschiedlicher Funktion bei unterschiedlich in Auftrag gegebenen 
Manövern und bei elektrophysiologisch nur Konstellation des allenfalls be-
ginnenden sensomotorischen Karpaltunnelsyndroms. Da der Arm immer 
hängen gelassen werde, könne die Schwellung auch dadurch begünstigt 
sein. Es sei nun ein konsequentes Funktionstraining eventuell auch unter 
Schmerzen und unter Einnahme von Schmerzmitteln unumgänglich, dies 
müsse ergotherapeutisch angeleitet werden durch eine Fachperson, die 
erfahren sei in funktionellen Störungen, die trotz Schmerzen und Sympto-
men ablenkend behandeln könne. 

4.2.6 In der Stellungnahme vom 27. April 2022 (act. II 106) hielten die 
MEDAS-Sachverständigen fest, die Diagnose eines CRPS sei eine klini-
sche Diagnose und gründe sich auf die neurologische Untersuchung. Wei-
tere apparative Untersuchungen stünden zur Sicherung der Diagnose nicht 
zur Verfügung. Die Diagnose gründe sich auf die Anwendung der Buda-
pest-Kriterien, was in diesem Gutachten erfolgt sei. Da die Kriterien nicht 
erfüllt seien, könne die Diagnose nicht gestellt werden. Weiter seien weder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412 Seite 13

spontan noch auf Nachfragen vom Beschwerdeführer Beschwerden an der 
linken Hand berichtet worden. Der Neurostatus der linken Hand sei regel-
recht gewesen. In Übereinstimmung zum vorliegenden neurologischen 
Gutachten werde von Dr. med. H.________ (im Bericht vom 29. März 2022 
[act. II 100/3 f.]) ebenfalls die Diagnose eines CRPS nicht gestellt. Dies sei 
ja auch nicht möglich, da die Kriterien nicht erfüllt seien und die Ursache 
der Beschwerden funktionell bedingt sei. Die ergänzenden elektrophysiolo-
gischen Befunde ergäben keine neuen Erkenntnisse, was nicht zu erwarten 
gewesen sei. Funktionelle Störungen seien nicht neurologisch verursacht 
und könnten daher bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit auf neurologi-
schem Gebiet nicht berücksichtigt werden. Weiter bestehe gemäss MRT-
HWS vom 14. Februar 2022 (act. II 100/7 f.) keine Nervenkompression C6. 
Unter Berücksichtigung und Prüfung der Einwände und der neuen Arztbe-
richte werde an der versicherungsmedizinischen Schlussfolgerung im neu-
rologischen Gutachten festgehalten. Aus handchirurgischen 
Gesichtspunkten ergäben sich ebenfalls keine neuen Erkenntnisse.

4.2.7 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
führte im Bericht vom 21. November 2022 (act. II 136/3 - 5) die folgenden 
(psychiatrischen) Diagnosen auf: 

 Anhaltende depressive Störung, gegenwärtig mindestens mittelgradiger Aus-
prägung im oberen Ausprägungsbereich

 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
 Angststörung

Es hätten bisher zwei ambulante Konsultationen stattgefunden. Der Be-
schwerdeführer sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Sicherheit zu 100 % 
arbeitsunfähig unabhängig von der Arbeitstätigkeit. Die Frage nach einer 
angepassten Tätigkeit könne hier nicht mit Sicherheit beantwortet werden, 
eine regelrechte arbeitsabklärende Massnahme werde mit Sicherheit zu 
einem sehr ernüchternden Ergebnis kommen im Sinne einer sozial-
praktisch aktuell kaum verwertbaren Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers.

4.2.8 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________ führte in der Stellungnahme 
vom 17. Februar 2023 (act. II 138) aus, neu sei erst jetzt vom Hausarzt 
über eine im August 2010 stattgehabte Radiusfraktur links unterrichtet wor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412, Seite 14

den. Entsprechende Befundberichte seien eingereicht worden. Die Fraktur 
sei osteosynthetisch versorgt worden. Das Behandlungsergebnis sei gut. 
Verblieben sei ein endgradiges Streckdefizit im Gelenk. Aus dem Spital 
F.________ sei am 3. November 2021 über das Bild eines CRPS an der 
rechten Hand des Beschwerdeführers berichtet worden. Am 21. November 
2022 habe der Psychiater Dr. med. I.________ dem Rechtsanwalt des Be-
schwerdeführers berichtet. Er habe den Beschwerdeführer bislang zweimal 
gesehen und eine anhaltende depressive Störung, gegenwärtig mindestens 
mittelgradiger Ausprägung im oberen Ausprägungsbereich, eine anhalten-
de somatoforme Schmerzstörung und eine Angststörung diagnostiziert. Der 
Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig, unabhängig von der Ar-
beitstätigkeit. Der RAD-Arzt schlussfolgerte, die Ergebnisse des Gutach-
tens vom 15. November 2021 seien nicht mehr aktuell, am Ergebnis des 
Gutachtens könne nicht festgehalten werden. Eine polydisziplinäre Ver-
laufsbegutachtung sei erforderlich in den Disziplinen Innere Medizin, Neu-
rologie, Handchirurgie, Rheumatologie und Psychiatrie. 

4.3

4.3.1 Zunächst wies der RAD-Orthopäde Dr. med. G.________ in der 
Stellungnahme vom 17. Februar 2023 (act. II 138/2) auf eine im August 
2010 stattgehabte Radiusfraktur links hin, über welche der Hausarzt neu 
berichtet und entsprechende Befundberichte aus dem Jahr 2011 (vgl. act. II 
88) eingereicht habe. Hierzu ist festzustellen, dass die Befundberichte, wo-
nach ein "sehr schönes Ergebnis ein Jahr nach plattenosteosynthetischer 
Versorgung des distalen Radius links und sechs Wochen nach Osteosyn-
thesenmaterialentfernung" bestehe und wonach keine Probleme im Berufs-
leben oder in der Freizeit bestünden (act. II 88/2), den MEDAS-
Sachverständigen zwar nicht vorlagen (vgl. act. II 85.2). Diese Berichte 
stehen jedoch dem Ergebnis des MEDAS-Gutachtens vom 15. November 
2021 (act. II 85.1 - 85.6) offenkundig nicht entgegen bzw. lassen sich damit 
ohne Weiteres in Einklang bringen. Wie den Untersuchungsbefunden des 
handchirurgischen Experten entnommen werden kann (act. II 85.5/5 
Ziff. 4.3), hatten die Sachverständigen zudem durchaus Kenntnis von der 
distalen Radiusfraktur links, was entsprechend bei der gutachterlichen Be-
urteilung mitberücksichtigt wurde. Mithin ist aufgrund der nachgereichten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412 Seite 15

Berichte zur Radiusfraktur, die keinerlei unbekannte oder im MEDAS-
Gutachten nicht gewürdigte Aspekte enthalten, nicht erkennbar, weshalb 
sich die Sachverständigen im Rahmen der Verlaufsbegutachtung zur 
Schlüssigkeit der ersten Expertise zu äussern hätten. 

4.3.2 Alsdann nahm der RAD-Arzt Dr. med. G.________ in der Stellung-
nahme vom 17. Februar 2023 (act. II 138/2) Bezug auf den Bericht des 
Spitals F.________, vom 3. November 2021 (act. II 95/7 - 9), in dem das 
klinische Bild eines CRPS an der rechten Hand diagnostiziert wurde. Zu 
diesem Bericht bzw. zur Diagnosestellung hatten die MEDAS-
Sachverständigen bereits am 27. April 2022 (act. II 106) Stellung genom-
men, wobei sie ausführten, die gemäss nämlichem Bericht lediglich 
teilweise erfüllten Budapest-Kriterien erlaubten eine solche Diagnosestel-
lung nicht und auch der Neurologe Dr. med. H.________ habe am 29. März 
2022 (act. II 100/3 f.) kein CRPS diagnostiziert. Somit ist auch diesbezüg-
lich festzustellen, dass sich die MEDAS-Sachverständigen nicht zur 
Schlüssigkeit der ersten Expertise zu äussern haben, sondern vielmehr zu 
allfälligen Veränderungen seit dem ersten Gutachten. 

4.3.3 Schliesslich führt Dr. med. G.________ in der Stellungnahem vom 
17. Februar 2023 (act. II 138/2) den Bericht von Dr. med. I.________ vom 
21. November 2022 (act. II 136/3 - 5) an, wonach eine anhaltende depres-
sive Störung, gegenwärtig mindestens mittelgradiger Ausprägung, eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine Angststörung diagnos-
tiziert und daraus eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jedwede Tätigkeit 
attestiert wurde. Dieser Bericht dürfte der eigentliche Grund für die Empfeh-
lung gewesen sein, ein Verlaufsgutachten zu veranlassen. Weil der Be-
schwerdeführer die psychiatrische Behandlung erst nach Erstattung des 
ersten Gutachtens aufnahm (act. II 85.6/7 Ziff. 7.2) bzw. erst seither ent-
sprechende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 
wurden, hat sich auch der psychiatrische Gutachter einzig und allein zum 
Verlauf des psychischen Gesundheitszustands seit dem ersten MEDAS-
Gutachten zu äussern, und nicht die Schlüssigkeit seiner ersten Begutach-
tung zu überprüfen. 

4.3.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht (Beschwerde S. 9 B./b 
Ziff. 11), die Sachverständigen würden ihre Einschätzungen kaum revidie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412, Seite 16

ren aufgrund der von ihm vorbescheidweise eingebrachten Argumente und 
der Feststellung des RAD, wonach "die gutachterliche Einschätzung im 
unbegründeten Widerspruch zu den Ereignissen des Belastbar-
keitstrainings bei der C.________" stehe, kann ihm nicht gefolgt werden. 
Zunächst gibt es keinerlei Hinweise dafür, dass die einwandweise geltend 
gemachte psychiatrische Verschlechterung (act. II 136), die – wie dargelegt 
(vgl. E. 4.3.3 hiervor) – offenkundig erst nach dem ersten Gutachten auf-
trat, von den Sachverständigen nicht unvoreingenommen gewürdigt würde. 
Namentlich haben sich die Sachverständigen nirgends dergestalt geäus-
sert, dass Zweifel an der Ergebnisoffenheit ihrer Beurteilung bestünden. 
Weiter trifft nicht zu, dass die Ergebnisse des Belastbarkeitstrainings quasi 
identisch mit jenen des Aufbautrainings seien (Beschwerde S. 10 B./b Ziff. 
11), betrug das Arbeitspensum bei ersterem doch nur 2.5 Stunden (act. II 
104/3 Ziff. 2.1 und 2.2), wogegen das Pensum im Aufbautraining bereits 
auf vier Stunden gesteigert werden konnte (act. II 121/3 f. Ziff. 1.4 und 1.6). 
Auch diese veränderten bzw. verbesserten Verhältnisse sprechen dage-
gen, dass die Sachverständigen ihre frühere Einschätzung zu überprüfen 
haben. Alsdann hat der RAD – anders als beschwerdeweise insinuiert – 
nirgends einen Widerspruch zwischen den Ergebnissen des Belastbarkeits-
trainings bei der Abklärungsstelle C.________ und dem MEDAS-Gutachten 
vom 15. November 2021 (act. II 85.1 - 85.6) festgestellt. Vielmehr stellte 
der RAD am 18. Mai 2021 (act. II 52/2), nota bene noch vor der ersten Be-
gutachtung, fest, dass das vom RAD erstellte Zumutbarkeitsprofil (act. II 
38) mit den Resultaten der Abklärung (Belastbarkeitstraining) nicht verein-
bar sei. Dies war denn auch Anlass für die polydisziplinäre Erstbegutach-
tung. 

4.3.5 Schliesslich geht aus dem vorgesehenen Fragenkatalog hervor (vgl. 
act. II 141 und 145), dass sich die Sachverständigen in der Verlaufsbegut-
achtung im Wesentlichen zum aktuellen Gesundheitszustand inklusive 
Krankheitsentwicklung bzw. allfälligen Veränderungen des Gesundheitszu-
standes seit der ersten Begutachtung sowie allfälligen Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit zu 
äussern haben. Folglich wird von den Sachverständigen nicht verlangt, ihre 
eigenen Erhebungen und Folgerungen einer (selbst-)kritischen Neubeurtei-
lung zu unterziehen. Wohl lassen sich die an die Sachverständigen gestell-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412 Seite 17

ten Fragen nicht völlig losgelöst von der früheren Begutachtung beantwor-
ten, was indessen nicht einer Überprüfung oder objektiven Kontrolle des 
Gutachtens vom 15. November 2021 (act. II 85.1 - 85.6) gleichkommt, die 
den Schluss auf fehlende Unvoreingenommenheit oder fehlende Ergebnis-
offenheit zuliesse (vgl. BGer 8C_353/2023, E. 5.2.2). 

4.4 Zusammenfassend ist der Anschein der Befangenheit der MEDAS-
Sachverständigen zu verneinen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/412, Seite 18

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.