# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dccb2723-aed6-5e75-9ff5-bf192fa9e149
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 25.06.2020 SK 2019 225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-225_2020-06-25.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 19 225

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. Juni 2020 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Schmid, 
Oberrichter Kiener
Gerichtsschreiberin Baillif

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt C.________, Staatsanwaltschaft für Wirt-
schaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern 

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand gewerbsmässiger Betrug, Betrug (mehrfach), Urkundenfälschung 
(mehrfach) und Veruntreuung

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Kollegialgericht) vom 29. März 2019 (WSG 18 36)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (nachfolgend Vorinstanz) fällte gegen 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) am 29. März 2019 folgendes Urteil 
(pag. 18 250 ff.): 

«[…]

I.

A.________, vgt., wird schuldig erklärt

1. des gewerbsmässigen Betrugs, begangen in Bern und Umgebung, Baden sowie evtl. anders-
wo, im Gesamtdeliktsbetrag von CHF 687‘750.00, nämlich

1.1 in der Zeit zwischen Mai und Juni 2012 zum Nachteil von D.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 500‘000.00 (Ziff. I.A.1. Anklageschrift);

1.2 in der Zeit zwischen März 2013 und Februar 2016 zum Nachteil von E.________ im De-
liktsbetrag von CHF 17‘750.00 (Ziff. I.A.2. Anklageschrift);

1.3 in der Zeit zwischen September 2010 und Dezember 2012 zum Nachteil von F.________ 
im Deliktsbetrag von CHF 45‘000.00 (Ziff. I.A.3. Anklageschrift);

1.4 in der Zeit zwischen August und September 2013 zum Nachteil von G.________ im De-
liktsbetrag von CHF 10‘000.00 (Ziff. I.A.4. Anklageschrift);

1.5 in der Zeit zwischen Januar 2014 und März 2015 zum Nachteil von H.________ im De-
liktsbetrag von CHF 60‘000.00 (Ziff. I.A.5. Anklageschrift);

1.6 im April 2014 zum Nachteil von I.________ im Deliktsbetrag von CHF 15‘000.00 
(Ziff. I.A.6. Anklageschrift);

1.7 im Mai 2014 zum Nachteil von J.________ im Deliktsbetrag von CHF 20‘000.00 
(Ziff. I.A.7. Anklageschrift);

1.8 in der Zeit zwischen Dezember 2014 und Januar 2015 zum Nachteil von K.________ im 
Deliktsbetrag von CHF 20‘000.00 (Ziff. I.A.8. Anklageschrift);

2. des Betrugs, mehrfach begangen, in Bern und Umgebung sowie evtl. anderswo, im Gesamtde-
liktsbetrag von CHF 64‘354.00, nämlich

2.1 in der Zeit zwischen Februar und März 2010 zum Nachteil der L.________ (AG) im De-
liktsbetrag von CHF 29‘354.00 (Ziff. I.B.1. Anklageschrift);

3

2.2 in der Zeit zwischen Juni und Juli 2016 zum Nachteil der L.________ (AG) im Deliktsbe-
trag von CHF 35‘000.00 (Ziff. I.B.2. Anklageschrift);

3. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen, in der Zeit zwischen Februar 2010 und Novem-
ber 2016 in Bern und Umgebung sowie evtl. anderswo (Ziff. I.C. Anklageschrift);

4. der Veruntreuung, begangen in der Zeit zwischen April und November 2016 in Bern und even-
tuell anderswo zum Nachteil von M.________ im Deliktsbetrag von CHF 21‘000.00;

und er wird in Anwendung der 
aArt. 40, 43, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51, Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2, 146 Abs. 1 und 2 und 251 Ziff. 1 
StGB
sowie
Art. 422, 426 Abs. 1 und 433 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten. 

Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für die Teilstrafe von 24 Monaten wird der Vollzug auf-
geschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft im Umfang von 17 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet und 
die angeordneten Ersatzmassnahmen werden im Umfang von 13 Tagen an die Freiheitsstrafe 
angerechnet.

2. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten, bestehend aus:

den Kosten der Voruntersuchung CHF 20‘000.00

den Kosten für das Führen der Anklage durch
die Staatsanwaltschaft CHF 1‘500.00

den Kosten der Hauptverhandlung 
(inkl. schriftlicher Begründung) CHF 6‘000.00

Total ausmachend CHF 27‘500.00

4

II.

Die Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________, vgt., durch 
Rechtsanwältin B.________, vgt., wird wie folgt bestimmt:

A.________, vgt., hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwältin B.________, vgt., die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem 
vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 
StPO).

III.

1. Es wird festgestellt, dass A.________, vgt., anerkannt hat, der Privatklägerin 1, D.________, 
vgt., einen Betrag von CHF 534‘985.70 zu schulden (Art. 124 Abs. 3 StPO).

2. A.________, vgt., wird zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 7'711.55 (7 h à 
CHF 250.00 zzgl. MWSt. zu 8.0% + 20 h à CHF 250.00 zzgl. MwSt. zu 7.7% sowie Auslagen 
von CHF 198.00 zzgl. MwSt. zu 8% und Auslagen von CHF 206.80 zzgl. MwSt. zu 7.7%) an die 
Privatklägerin 1, D.________, vgt., verurteilt (Art. 433 Abs. 1 StPO).

3. Es wird festgestellt, dass A.________, vgt., anerkannt hat, der Privatklägerin 3, H.________, 
vgt., einen Betrag von CHF 60‘000.00 zu schulden (Art. 124 Abs. 3 StPO).

4. Es wird festgestellt, dass A.________, vgt., anerkannt hat, dem Privatkläger 4, E.________, 
vgt., einen Betrag von CHF 12‘750.00 zu schulden (Art. 124 Abs. 3 StPO). Soweit weitergehend 
wird die Zivilklage abgewiesen.

Stunden Satz
amtliche Entschädigung (bis 31.12.2017) 30.20 200.00 CHF 6'040.00
Reisetage CHF 450.00

CHF 710.50
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 7'200.50 CHF 576.05

amtliche Entschädigung (ab 01.01.2018) 47.37 200.00 CHF 9'474.00
Reisetage CHF 750.00

CHF 1'125.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 11'349.60 CHF 873.90
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 20'000.05

volles Honorar (bis 31.12.2017) 30.20 250.00 CHF 7'550.00
Reisetage CHF 450.00

CHF 710.50
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 8'710.50 CHF 696.85

volles Honorar (ab 01.01.2018) 47.37 250.00 CHF 11'842.50
Reisetage CHF 750.00

CHF 1'125.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 13'718.10 CHF 1'056.30
Total CHF 24'181.75

nachforderbarer Betrag CHF 4'181.70

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen MWSt-pflichtig

5

5. Es wird festgestellt, dass A.________, vgt., anerkannt hat, der Privatklägerin 5, L.________ 
(AG), vgt., folgende Beträge zu schulden:

6

5.1 CHF 29‘285.75 (Art. 124 Abs. 3 StPO);

5.2 CHF 35‘908.67 nebst Zins zu 5 % ab 01.02.2019 (Art. 124 Abs. 3 StPO).

6. Es wird festgestellt, dass A.________, vgt., anerkannt hat, der Privatklägerin 6, J.________, 
vgt., einen Betrag von CHF 20‘000.00 plus Zins zu 3 % ab 22.05.2015 zu schulden (Art. 124 
Abs. 3 StPO).

7. Es wird festgestellt, dass A.________, vgt., anerkannt hat, dem Privatkläger 7, I.________, 
vgt., einen Betrag von CHF 15‘000.00 zu schulden (Art. 124 Abs. 3 StPO).

8. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Der mit Verfügung vom 11.06.2018 beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 2‘206.66 wird gestützt 
auf Art. 268 Abs. 1 i.V.m. Art. 442 Abs. 4 StPO zur Deckung der Verfahrenskosten eingezogen.

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________, vgt., (PCN-Nr. 
N.________ und O.________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e 
i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Da-
ten).»

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwältin B.________ namens und auftrags des 
Beschuldigten mit Eingabe vom 4. April 2019 fristgerecht Berufung an (pag. 18 
261). Die Berufungserklärung datiert vom 27. Juni 2019 und ging am 28. Juni 2019 
ebenfalls form- und fristgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 19 
173 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft, vertreten durch Staatsanwaltschaft C.________, 
erhob mit Eingabe vom 16. Juli 2019 innert Frist Anschlussberufung (pag. 19 
189 ff.). Hingegen beantragte Staatsanwalt C.________ kein Nichteintreten auf die 
Berufung des Beschuldigten. 

Der Beschuldigte seinerseits liess sich innert Frist nicht zur Frage nach Nichteintre-
tensgründen betreffend die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft ver-
nehmen. 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Die Verteidigung stellte mit Berufungserklärung vom 27. Juni 2019 den Antrag, es 
sei ein Gutachten zwecks Feststellung einer die Zurechnungsfähigkeit des Be-
schuldigten vermindernden Spielsucht in Auftrag zu geben (pag. 19 174 f.). Staats-
anwalt C.________ beantragte mit Eingabe vom 16. Juli 2019 die Abweisung des 

7

Beweisantrags der Verteidigung (pag. 19 191 ff.). Mit begründetem Beschluss vom 
24. Oktober 2019 wurde der Beweisantrag der Verteidigung abgewiesen (pag. 19 
219 f.).

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden von Amtes wegen bei der 
Kantonspolizei Bern ein aktueller Berichtsrapport (datierend vom 7. Mai 2020; 
pag. 19 230 ff.; inkl. Betreibungsregisterauszug vom 5. Mai 2020, Auszug aus dem 
Steuerausweis der Gemeinde Bolligen vom 7. Mai 2020 und Erhebungsformular 
wirtschaftliche Verhältnisse vom 7. Mai 2020), bei der Steuerverwaltung Region 
Bern-Mittelland die Steuerunterlagen des Beschuldigten betreffend das Steuerjahr 
2018 (pag. 19 246 ff.), beim Betreibungsamt Bern-Mittelland Schuldnerinformatio-
nen betreffend den Beschuldigten (datierend vom 28. Mai 2020; pag. 19 261 f.) 
sowie aus dem Schweizerischen Strafregister ein aktueller Auszug (datierend vom 
11. Mai 2020; pag. 19 238) eingeholt. Die Parteien wurden mit Kopien bedient.

Überdies reichte Rechtsanwältin B.________ mit Schreiben vom 8. Juni 2020 ein 
«Fachpsychiatrisches Gutachten» von Dr. med. P.________, Q.________ (Privat-
klinik), datierend vom 5. Juni 2020 (pag. 19 269 ff.), ein mit «Verluste Sportwetten» 
betiteltes und vom Beschuldigten unterzeichnetes Dokument (pag. 19 282 ff.), ein 
Schreiben des Beschuldigten an Rechtsanwältin R.________ vom 19. August 2019 
(pag. 19 294), zwei Auszüge aus dem Zahlungsarchiv der AM.________ (Genos-
senschaft) vom 3. Juni 2020 betreffend Einzelaufträge an S.________ (Rechtsan-
waltskanzlei) und K.________ (pag. 19 295 f.), ein Schreiben von T.________ an 
den Beschuldigten vom 19. Mai 2020 (pag. 19 297) sowie einen Arbeitsvertrag zwi-
schen U.________ und dem Beschuldigten, datierend vom 1. Juni 2019 (pag. 19 
298 ff.), ein. 

In der oberinstanzlichen Verhandlung wurde sodann der Beschuldigte erneut zu 
Person und Sache einvernommen (pag. 19 309 ff.). Rechtsanwältin B.________ 
stellte und begründete im Anschluss an die Einvernahme ausserdem erneut den 
Antrag auf Erstellung eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens, welches sich 
zu einer allfälligen Spielsucht des Beschuldigten äussert (pag. 19 326). Nachdem 
Staatsanwalt C.________ Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden war 
und die Kammer sich zur geheimen Beratung zurückgezogen hatte, wies die Kam-
mer den Antrag der Verteidigung mit mündlich eröffnetem und begründetem Be-
schluss ab (vgl. pag. 19 326). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ stellte und begründete für den Beschuldigten in der 
oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (pag. 19 327 f.): 

«Es sei festzustellen, dass das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 29. März 2019 I 
Ziffern 2-4 (Schuldsprüche) und Ziffer 2 (erstinstanzliche Verfahrenskosten) sowie II, Ill und IV in 
Rechtskraft erwachsen ist. 

A.________ sei

schuldig zu erklären 

der Veruntreuung, mehrfach begangen in Bern und Umgebung, Baden sowie evtl. anderswo 

8

1.1 z.N. von D.________, in der Zeit zwischen Mai und Juni 2012 (DB CHF 500'000);

1.2 z.N. von E.________, in der Zeit zwischen März 2013 und Februar 2016 (DB CHF 17'750);

1.3 z.N. von F.________, in der Zeit zwischen September 2010 und Dezember 2012 (DB 
CHF 45'000);

1.4 z.N. von G.________, in der Zeit zwischen August und September 2013 (DB CHF 10'000);

1.5 z.N. von H.________, in der Zeit zwischen Januar 2014 und März 2015 (DB CHF 60'000);

1.6 z.N. von I.________, im April 2014 (DB CHF 15'000);

1.7 z.N. von J.________, im Mai 2014 (DB CHF 20'000);

1.8 z.N. von K.________, in der Zeit zwischen Dezember 2014 und Januar 2015 (DB CHF 20'000); 

und er sei zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungshaft und der angeordneten Ersatzmassnahmen, und mit Gewährung des 
bedingten Strafvollzugs auf eine Probezeit von 2 Jahren; 

2. zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

Des Weiteren 

1. sei das oberinstanzliche Honorar für die amtliche Verteidigung gemäss Kostennote festzusetzen; 

2. seien die weiteren nötigen Verfügungen von Amtes wegen zu erlassen.»

Staatsanwalt C.________ beantragte und begründete seinerseits Folgendes 
(pag. 19 332 ff.): 

« I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts (WSG) vom 
29. März 2019 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. als A.________ schuldig erklärt wurde: 

1.1 des Betrugs, mehrfach begangen, in Bern und Umgebung sowie evtl. anderswo, im 
Gesamtdeliktsbetrag von CHF 64'354 (Ziff. I. 2. Urteilsdipositiv WSG), nämlich: 

1.1.1 in der Zeit zwischen Februar und März 2010 zum Nachteil der L.________ (AG) im 
Deliktsbetrag von CHF 29'354 (Ziff. I. 2.1 Urteilsdipositiv WSG); 

1.1.2 in der Zeit zwischen Juni und Juli 2016 zum Nachteil der L.________ (AG) im Deliktsbetrag 
von CHF 35'000 (Ziff. I. 2.2 Urteilsdipositiv WSG); 

1.2 Urkundenfälschung, mehrfach begangen, in der Zeit zwischen Februar 2010 und 
November 2016 in Bern und Umgebung sowie evtl. anderswo (Ziff. I. 3. Urteilsdipositiv WSG); 

1.3 der Veruntreuung, begangen in der Zeit zwischen April und November 2016 in Bern und 
eventuell anderswo zum Nachteil von M.________ im Deliktsbetrag von CHF 21'000 (Ziff. I. 4. 
Urteilsdipositiv WSG). 

2. was das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht gemäss Ziffer III. und IV. des Urteilsdispositivs 
festgestellt/verfügt hat.

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II.

A.________ sei:

schuldig zu erklären: 

des gewerbsmässigen Betrugs, begangen in Bern und Umgebung, Baden sowie evtl. anderswo, im 
Gesamtdeliktsbetrag von CHF 687'750, nämlich: 

1. in der Zeit zwischen Mai und Juni 2012 zum Nachteil von D.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 500'000 (Ziff. I.A.1. Anklageschrift); 

2. in der Zeit zwischen März 2013 und Februar 2016 zum Nachteil von E.________ im 
Deliktsbetrag von CHF 17'750 (Ziff. I.A.2. Anklageschrift); 

3. in der Zeit zwischen September 2010 und Dezember 2012 zum Nachteil von F.________ im 
Deliktsbetrag von CHF 45'000 (Ziff. I.A.3. Anklageschrift); 

4. in der Zeit zwischen August und September 2013 zum Nachteil von G.________ im 
Deliktsbetrag von CHF 10'000 (Ziff. I.A.4. Anklageschrift); 

5. in der Zeit zwischen Januar 2014 und März 2015 zum Nachteil von H.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 60'000 (Ziff. I.A.S. Anklageschrift); 

6. im April 2014 zum Nachteil von I.________ im Deliktsbetrag von CHF 15'000 (Ziff. I.A.6. 
Anklageschrift); 

7. im Mai 2014 zum Nachteil von J.________ im Deliktsbetrag von CHF 20'000 (Ziff. I.A.7. 
Anklageschrift); 

8. in der Zeit zwischen Dezember 2014 und Januar 2015 zum Nachteil von K.________ im 
Deliktsbetrag von CHF 20'000 (Ziff. I.A.B. Anklageschrift) 

und in Anwendung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen 

III.

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungshaft von 17 Tagen und anteilsmässigen Anrechnung der verfügten 
Ersatzmassnahmen an die bereits verbüsste Strafe im Umfang von 13 Tagen; 

2. zur Bezahlung der Verfahrenskosten vor erster wie auch vor oberer Instanz (Kosten der 
Hauptverhandlung, Kosten für das Vertreten der Anklage durch die Staatsanwaltschaft 
[CHF 500 / Halbtag; Art. 21 VKD], Kosten für die amtliche Verteidigung) (Art. 426 Abs. 1 
StPO).»

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Seine Beru-
fung richtet sich gemäss Berufungserklärung vom 27. Juni 2019 (pag. 19 173 f.) 
gegen den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs 
(Ziff. I.1.1.-1.8. erstinstanzliches Urteilsdispositiv; pag. 18 252) sowie gegen die 
Verurteilung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon 12 Mo-
nate als zu vollziehen erklärt wurden und für eine Teilstrafe von 24 Monaten der 
Vollzug aufgeschoben sowie die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt wurde (Ziff. I.1. 

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erstinstanzliches Urteilsdispositiv; pag. 18 253). Auch die Anschlussberufung der 
Generalstaatsanwaltschaft richtet sich gegen die erstinstanzlich ausgesprochene 
teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten (Ziff. I.1. erstinstanzliches Urteilsdispo-
sitiv; pag. 18 253). Diese Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind somit durch die 
Kammer neu zu beurteilen. Ebenso die nicht der Rechtskraft zugänglichen Ziff. I.2. 
(Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten; pag. 18 253), II. (amtliche Ent-
schädigung Rechtsanwältin B.________; pag. 18 253 f.) sowie IV.1. (Verfügung be-
treffend den beschlagnahmten Geldbetrag von CHF 2‘206.66) und 2. (Verfügung 
betreffend die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten; pag. 18 
255). 

Hingegen sind die Ziff. I.2. (Schuldspruch wegen mehrfachen Betrugs; pag. 18 
282), I.3. (Schuldspruch wegen mehrfacher Urkundenfälschung; pag. 18 252), 
I.4. (Schuldspruch wegen Veruntreuung; pag. 18 253) und III. (Zivilpunkt; pag. 18 
254 f.) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs in Rechtskraft erwachsen und bilden 
nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens.

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Zufolge An-
schlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft betreffend den Sanktionspunkt 
(Ziff. I.1. erstinstanzliches Urteilsdispositiv; pag. 18 253; vgl. auch pag. 19 191) darf 
das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf das Strafmass auch zum Nachteil des Be-
schuldigten abgeändert werden, das Verschlechterungsverbot gilt diesbezüglich 
nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario). 

6. Entlassung der Privatklägerschaft

Die Straf- und Zivilklägerin D.________ verzichtete mit Eingabe vom 23. Juli 2019 
auf eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 19 195). Mit Beschluss 
vom 24. Oktober 2019 stellte die Kammer ausserdem fest, dass das Urteil der Vor-
instanz vom 29. März 2019 den Zivilpunkt betreffend weder vom Beschuldigten 
noch von den Zivilklägern H.________, E.________, L.________ (AG), 
J.________ und I.________ angefochten worden ist und die Zivilkläger mangels 
Beschwer nicht mehr am Verfahren teilzunehmen haben. Entsprechend wurden 
sowohl die Straf- und Zivilklägerin als auch die fünf Zivilkläger aus dem Verfahren 
entlassen (pag. 19 219 ff.). 

II. Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat in ihrer Urteilsbegründung den Erwägungen zu den einzelnen 
Tatvorwürfen Ausführungen zum Werdegang des Beschuldigten und zu seiner fi-
nanziellen Situation in der fraglichen Zeit vorangestellt. Darin wurden zentrale As-
pekte betreffend die Geldverwendung und die Frage der durch den Beschuldigten 
geltend gemachten Wett- und Börsen-Spielsucht – und damit einhergehend der 
Frage nach einer (teilweisen) verminderten Schuldfähigkeit – erläutert und geprüft 
(pag. 18 282 ff., S. 17 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung). Anschliessend eruier-
te die Vorinstanz die einzelnen Sachverhalte gemäss Anklageschrift 
(pag. 18 298 ff., S. 33 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung). In Bezug auf den 
Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs (Ziff. I.A. der Anklageschrift) nahm die Vor-

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instanz eine Zweiteilung in einen allgemeinen Teil, der alle acht Geschädigten be-
trifft, sowie in den die Geschädigten je selber betreffende Sachverhalte vor. Die 
vorliegende Urteilsbegründung folgt grundsätzlich diesem Aufbau.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Allgemeine Grundlage der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verweisen werden (vgl. pag. 18 292 f., S. 27 f. 
erstinstanzliche Urteilsbegründung). 

8. Werdegang, finanzielle Situation und Frage der Spielsucht

8.1 Sachverhalt und Beweisfragen

Was den beruflichen Werdegang des Beschuldigten und die desolate finanzielle Si-
tuation, in welcher sich der Beschuldigte im Deliktszeitraum befand, anbelangt, so 
sind diese grundsätzlich unbestritten. In diesem Zusammenhang ist einzig zu 
klären, ob sich – insbesondere angesichts der Aussagen des Beschuldigten in der 
Berufungsverhandlung und der oberinstanzlichen Editionen – seit der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung hinsichtlich der beruflichen und finanziellen Situation des 
Beschuldigten wesentliche Änderungen ergeben haben. Des Weiteren macht der 
Beschuldigte im Berufungsverfahren geltend, er habe im Deliktszeitraum an einer 
Spielsucht gelitten und sei nicht bzw. nur eingeschränkt schuldfähig gewesen (vgl. 
pag. 19 315 Z. 38 ff.; vgl. auch die oberinstanzlichen Anträge der Verteidigung auf 
forensisch-psychiatrische Begutachtung, pag. 19 174 f. und pag. 19 326). Mit Blick 
auf die rechtliche Würdigung und die Schuldfähigkeit ist somit insbesondere zu prü-
fen, ob Hinweise darauf dargetan sind, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt 
spielsüchtig und damit einhergehend allenfalls vermindert schuldfähig gewesen wä-
re. 

8.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zu würdigenden Beweismittel, konkret die vier Berichte der 
AP.________ (Stiftung) vom 25. Juli 2017, 29. Januar 2018, 23. Juli 2018 und 21. 
November 2018 (pag. 13 002 006 f., pag. 13 002 016 f., pag. 13 002 018 ff., pag. 
18 080 ff.), den Bericht des Revisors der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte 
(nachfolgend Revisionsbericht; pag. 05 001 214 ff. bzw. pag. 09 001 001 ff.), die 
Betreibungsregisterauszüge (pag. 04 001 038, pag. 18 025 ff.), die Steuererklärun-
gen und Veranlagungsverfügungen der Steuerjahre 2016 und 2017 (pag. 18 
098 ff.), die Unterlagen betreffend das E-Trading-Konto bei der V.________ (AG) 
(pag. 07 003 027 ff.), die Berichte von W.________, Sozialarbeiterin X.________ 
(Verein) vom 28. Juni 2017 (pag. 18 097) und vom 18. Juli 2017 (pag. 13 003 
004 f.), die Aussagen des Beschuldigten (pag. 05 001 025 ff., pag. 05 001 070, 
pag. 005 001 083 ff., pag. 05 001 120 ff., pag. 05 001 177 ff., pag. 05 001 275 ff., 
pag. 18 210 ff.) sowie die Aussagen von Y.________ (pag. 05 007 001 ff. bzw. 
pag. 08 004 341 ff.), vollzählig aufgelistet und deren Inhalt korrekt zusammenge-
fasst, es kann integral darauf verweisen werden (pag. 18 282 ff., S. 17 ff. erstin-

12

stanzliche Urteilsberatung). Allfällige Ergänzungen nimmt die Kammer im Rahmen 
der Beweiswürdigung hiernach direkt vor. 

Wie unter I.3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen hiervor bereits erwähnt, wur-
den im Berufungsverfahren von Amtes wegen bei der Kantonspolizei Bern ein ak-
tueller Berichtsrapport (datierend vom 7. Mai 2020, inkl. Betreibungsregisterauszug 
vom 5. Mai 2020, Auszug aus dem Steuerausweis der Gemeinde Bolligen vom 
7. Mai 2020 und Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse vom 7. Mai 2020; 
pag. 19 230 ff.), bei der Steuerverwaltung Region Bern-Mittelland die Steuerunter-
lagen des Beschuldigten betreffend das Steuerjahr 2018 (pag. 19 246 ff.), beim Be-
treibungsamt Bern-Mittelland Schuldnerinformationen betreffend den Beschuldigten 
(datierend vom 28. Mai 2020; pag. 19 261 f.) sowie aus dem Schweizerischen 
Strafregister ein aktueller Auszug (datierend vom 11. Mai 2020; pag. 19 238) ein-
geholt. Der Beschuldigte wurde ausserdem in der oberinstanzlichen Verhandlung 
vom 22. Juni 2020 erneut zu Person und Sache befragt (pag. 19 309 ff.). Überdies 
reichte Rechtsanwältin B.________ mit Schreiben vom 8. Juni 2020 ein «Fach-
psychiatrisches Gutachten» von Dr. med. P.________, Q.________ (Privatklinik) 
(datierend vom 5. Juni 2020; pag. 19 269 ff.), ein mit «Verluste Sportwetten» beti-
teltes und vom Beschuldigten unterzeichnetes Dokument (pag. 19 282 ff.), ein 
Schreiben des Beschuldigten an Rechtsanwältin R.________ vom 19. August 2019 
(pag. 19 294), zwei Auszüge aus dem Zahlungsarchiv der AM.________ (Genos-
senschaft) vom 3. Juni 2020 betreffend Einzelaufträge an S.________ (Rechtsan-
waltskanzlei) und K.________ (pag. 19 295 f.), ein Schreiben von T.________ an 
den Beschuldigten vom 19. Mai 2020 (pag. 19 297) sowie einen Arbeitsvertrag 
zwischen U.________ und dem Beschuldigten, datierend vom 1. Juni 2019 (pag. 
19 298 ff.), ein. Es wird darauf verzichtet, den Inhalt der Beweismittel aus dem Be-
weisergänzungsverfahren an dieser Stelle zusammengefasst wiederzugeben. So-
weit von Relevanz, wird darauf im Rahmen der Beweiswürdigung hiernach direkt 
eingegangen. 

8.3 Beweiswürdigung betreffend den Werdegang und die finanzielle Situation

Auch der korrekten vorinstanzlichen Würdigung der vorhandenen Beweismittel 
kann sich die Kammer vollumfänglich anschliessen. Konkret hielt die Vorinstanz 
betreffend die Ausbildung und den beruflichen Werdegang des Beschuldigten so-
wie seine finanziellen Verhältnisse Folgendes fest (pag. 18 293 ff., S. 28 ff. erstin-
stanzliche Urteilsbegründung): 

«A.________ ist nur etwas mehr als 33 Jahre alt, dennoch muss festgehalten werden, dass dieser in 
den Einvernahmen als intelligent erscheinende Mann bereits auf ein „verkorkstes“ Leben zurück-
schauen muss. Auch nach der Hauptverhandlung ist für das Gericht nur schwer nachvollziehbar, 
warum es ihm nach seiner eigentlich guten Ausbildung (Z.________ (Handelsschule) mit Berufsmatur 
und anschliessender Ausbildung an der AA.________ (Schule)) nicht gelang, beruflich auch nur 
halbwegs Fuss zu fassen. Aus den Bankunterlagen, den Aussagen seiner ehemaligen Lebenspartne-
rin Y.________, aber auch denjenigen seines Vaters ergibt sich das Bild eines jungen Mannes, der 
lieber Volleyball spielte und auf Kosten anderer ein gemütliches Leben führte, als dass er sich um ei-
ne seriöse berufliche Karriere bemüht hätte. Gemäss den Steuererklärungen hatte er zwischen 2009 
und Mitte 2015 gar keine bezahlte Arbeit, bezog aber nur 2009 für einige Monate Arbeitslosengelder. 
Anlässlich der Hauptverhandlung äusserte der Beschuldigte diesbezüglich, er habe zu dieser Zeit 

13

nicht gewusst, was machen; zeitweise habe er an der Börse gehandelt und dabei zu Beginn auch et-
was verdient. Zudem habe er ehrenamtlich als Sporttrainer gearbeitet. Der Beschuldigte verbrachte 
demnach einen Grossteil der Jahre 2009 bis Mitte 2015 mit Online-Börsengeschäften und Online-
Wetten sowie mit Volleyball-Spielen und Trainertätigkeiten – ohne diesbezüglich jedoch gross zu 
reüssieren; aus den Bankunterlagen ergibt sich, dass er nur sporadisch Zahlungen von Volleyball-
klubs erhielt; Preisgelder irgendwelcher Art gingen nie ein und auch eine Online-Recherche zeigt kei-
nerlei Erfolge als Volley- oder Beachvolleyball-Spieler.

Für die Beweiswürdigung weiter wesentlich ist, dass A.________ zwar eine kaufmännische Ausbil-
dung hat, aber nie auf einer Bank, geschweige denn an der Börse tätig war. Dennoch gelang es ihm 
mindestens zeitweise, sehr erfolgreich an der Börse zu handeln; insbesondere in den Jahren 2012 
und 2013 erzielte er über das AB.________ (AG)-Konto von D.________ einen Zwischengewinn von 
über CHF 200‘000.00 und verlor insgesamt nur CHF 1‘000.00. Mit dem Handel auf seinem eigenen 
AB.________ (AG)-Konto gelang es ihm ausserdem, gesamthaft gesehen einen (wenn auch mit rund 
CHF 3‘600.00 relativ bescheidenen) Gewinn zu erzielen. Über die AC.________ (AG) handelte er da-
gegen mit grossem Verlust von total über CHF 114‘000.00; warum er dort nicht ebenso erfolgreich 
handelte wie über die AB.________ (AG), bleibt offen. 

Offensichtlich ist, dass der Beschuldigte bei seiner so gut wie gar nicht vorhandenen Arbeitstätigkeit 
und den gesamthaft gesehen grossen eigenen Verlusten an der Börse finanziell miserabel dastand, 
dies noch ohne Berücksichtigung der Verluste bei den Online-Wetten. Aus seinen eigenen Aussagen 
ergibt sich, dass er spätestens ab 2008 Kredite auf den eigenen und auf fremde Namen aufnehmen 
musste, um seinen Lebensstil finanzieren zu können. 2008 fälschte er dazu die Unterschrift seiner 
damaligen Lebenspartnerin Y.________ (der gegenüber er wahrheitswidrig behauptet hatte, er stu-
diere an der Uni Bern Wirtschaft), um an Geld zu gelangen und 2010 fälschte er die Unterschrift sei-
nes Vaters zu gleichem Zweck (vgl. dazu Ziff. IV.B.1. hiernach bzw. Ziff. I.B.1. der Anklageschrift). Er 
gab denn auch an, bereits 2010 ca. CHF 50‘000.00 Schulden gehabt zu haben. Aus der Analyse sei-
ner Konti, insbesondere derjenigen bei der V.________ (AG) und bei der AD.________ (AG), geht im 
Weiteren unmissverständlich hervor, dass A.________ über Jahre hinweg mit Geld „jonglierte“, d.h. 
sich immer dann von Dritten Geld „organisierte“ (sei dies in strafrechtlich relevanter Weise oder nicht), 
wenn das Konto im Minus war, dass er Gelder zwischen verschiedenen Banken hin- und her ver-
schob, und sehr viele Bargeldaus- und zum Teil auch wieder -einzahlungen tätigte (und zwar nicht 
nur im Zusammenhang mit seinem Online-Wettverhalten, wie er glauben machen wollte). 

Das Gericht erachtet es daher zusammenfassend als erstellt, dass der Beschuldigte während der 
ganzen angeklagten Deliktszeit von 2010 bis und mit 2016 weder kreditwürdig noch langfristig [rec-
te: nicht] in der Lage war, aus eigenen, legal erworbenen Mitteln, Forderungen zurückzubezahlen, so 
dass er auch nicht rückzahlungsfähig war. Dass er auch nicht rückzahlungswillig war, ergibt sich 
daraus, dass er auch in Zeiten grosser (Zwischen-)gewinne an der Börse diese nicht nutzte, um 
Schulden zurückzuzahlen. Zwar beglich er immer wieder teilweise gewisse Schulden (indem er z.B. 
Kreditraten bezahlte oder Privatpersonen – insbesondere seinen Eltern – Geld zurückzahlte), doch 
riss er anschliessend sogleich wieder neue Löcher auf, indem er andernorts wieder Geld beschaffte, 
um weiter an der Börse „zocken“ und Online-Wetten tätigen zu können.

Der Beschuldigte betonte in mehreren Einvernahmen, er habe sich mit den unrechtmässig erlangten 
Geldern kein Luxusleben geleistet, habe z.B. nie ein Auto besessen, sonstige Luxusgüter angeschafft 
oder teure Ferien gemacht. Ob dies tatsächlich vollumfänglich zutrifft, lässt sich aufgrund der vielen 
Bargeldbezüge nicht abschliessend beurteilen, denn es ist offen, was er mit dem Bargeld alles kaufte. 
Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass nie ein Auto auf den Beschuldigten zugelassen war und aus 

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den Bankauszügen und Kreditkartenabrechnungen ergeben sich keine Hinweise auf längere Ausland-
reisen oder häufige Städtetrips oder Ähnliches. Anlässlich der Hausdurchsuchung konnten keine 
Wertgegenstände sichergestellt werden und auch die befragten Freunde des Beschuldigten schildern 
diesen nicht als „protzig“; es wird einzig einmal erwähnt, er gehe gerne gut auswärts essen. Zusam-
menfassend kann daher tatsächlich davon ausgegangen werden, dass sich der Beschuldigte keine 
Luxusgüter anschaffte oder teure Ferien gönnte. Er „bezahlte“ sich aber mit fremdem Geld den Lu-
xus, keiner regelmässigen Arbeit bzw. keiner Vollzeittätigkeit nachgehen zu müssen und seine Sport-
leidenschaft ebenso ausleben zu können wie seine Wett- und Börsenaktivitäten.»

Seit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ist zwar über ein Jahr vergangen, das 
in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung zur Situation des Beschuldigten Festge-
haltene hat jedoch noch immer Gültigkeit. So hat der Beschuldigte im Alter von no-
ta bene gut 34 ½ Jahren nach wie vor keine dauerhafte Vollzeitanstellung mit gesi-
chertem Einkommen. Gemäss seinen eigenen Angaben hat er aktuell immer noch 
mehrere Jobs, bei denen er für körperlich handicapierte Menschen arbeitet und 
dafür von der IV im Stundenlohn entschädigt wird (pag. 19 310 Z. 6 ff.; vgl. dazu 
auch den vom 1. Juni 2019 datierenden Arbeitsvertrag zwischen U.________ und 
dem Beschuldigen [pag. 19 298 ff.]). Er erzielte damit im Jahr 2020 ein durch-
schnittliches Nettomonatseinkommen von ungefähr CHF 3'800.00. Gemäss dem 
aktenkundigen Arbeitsvertrag mit U.________ und den Angaben des Beschuldig-
ten in der oberinstanzlichen Verhandlung umfasst die Tätigkeit des Beschuldigten 
Hilfe bei alltäglichen Lebensverrichtungen und alle administrativen Aufgaben, nicht 
hingegen finanzielle Angelegenheiten (pag. 19 298, pag. 19 314 Z. 6ff., Z. 21 ff., 
Z. 28 ff., Z. 32 f. und Z. 35 ff.). Ausserdem arbeitet er weiterhin (abgesehen von 
Spesen) unentgeltlich als J&S-Volleyballtrainer (pag. 19 310 Z. 22 f. und Z. 25 ff., 
pag. 19 314 Z. 40 ff. pag. 19 315 Z. 1 f. und Z. 4 f.). 

Höchst fraglich ist, wann und ob der Beschuldigte das Studium an der Fernfach-
hochschule Schweiz mit Studienfach Informatik abschliessen wird und ob er sich 
tatsächlich um eine seriöse berufliche Karriere bemüht. Im Leumundsbericht der 
Kantonspolizei vom 7. Mai 2020 wurde in diesem Zusammenhang festgehalten, die 
berufsbegleitende Ausbildung sei aktuell aufgrund von Covid-19 unterbrochen 
(pag. 19 231). Darauf angesprochen gab der Beschuldigte in der oberinstanzlichen 
Verhandlung allerdings davon abweichend zu Protokoll, er habe ein Urlaubssemes-
ter beantragt – dies einerseits wegen Covid-19, andererseits, weil er nicht richtig 
wisse, wie es weitergehe (pag. 19 309 Z. 34 ff und Z. 39 ff.; vgl. dazu auch pag. 19 
311 Z. 1 ff., wonach sich der Beschuldigte erst dann eine unbefristete Festanstel-
lung mit besseren Verdienstaussichten suchen wolle, wenn er in seinem Leben 
Klarheit habe und wisse, wie es weitergehe). Nach Auffassung der Kammer han-
delt es sich dabei um Ausflüchte, zumal ein Fernstudium problemlos mit der Covid-
19-Pandemie zu vereinbaren wäre bzw. gerade ein solches ohne Einschränkungen 
hätte weitergeführt werden könnte. Zudem hätte der Beschuldigte eigentlich gerade 
in Anbetracht der bevorstehenden oberinstanzlichen Verhandlung ein Interesse 
daran haben müssen, seine berufliche Zukunft abzusichern und sein Studium zu 
diesem Zweck voranzutreiben. Das gegenteilige Verhalten des Beschuldigten er-
weckt zumindest den Anschein, dass er das Studium in Informatik ohnehin bloss 
aus Interesse an der Materie anfing (dies äusserte er zumindest gegenüber 
Dr. med. P.________ auch explizit so, vgl. pag. 19 276), nicht aber mit dem eigent-

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lichen Vorsatz, auf diesem Weg endlich in der Berufswelt Fuss fassen und einen 
sicheren Verdiensterwerb erzielen zu können. Mit anderen Worten drängt sich der 
Verdacht auf, dass der Beschuldigte hinsichtlich seines Studiums keine ernsthaften 
Interessen verfolgt, sondern diesem bisher mehr in der Art einer Freizeitbeschäfti-
gung nachging und es beim Auftreten der kleinsten Schwierigkeit sogleich hinwarf.

Zur Einkommens- und Vermögenssituation des Beschuldigten in den Jahren 2008 
bis 2017 erstellte die Vorinstanz gestützt auf die gerichtlich edierten Steuerer-
klärungen und Veranlagungsverfügungen folgende Übersicht (pag. 18 285 f., S. 20 
f. erstinstanzliche Urteilsbegründung; Zahlen jeweils gerundet): 

«2008: Einkommen gesamthaft CHF 14‘847.00 [davon CHF 10'903.00 beim AE.________ 
(Spital) und CHF 3‘944 ALV-Entschädigung], Vermögen CHF 157.00, Schulden 
CHF 2‘247.00 (bei AD.________ (AG));

2009: Kein Einkommen, ALV von CHF 4‘850.00, Vermögen CHF 2‘650.00, Schulden 
CHF 2‘100.00 (bei AD.________ (AG));

2010 - 2014: kein Einkommen, Vermögen jeweils um CHF 1‘000.00, Schulden ab 2012 CHF 0.00;

2015: Einkommen gesamthaft CHF 10‘992.00 [davon CHF 9‘592.00 bei AF.________ (Juwe-
lier) und CHF 1‘400.00 Nebenverdienst, nicht belegt], Vermögen CHF 1‘395.00, Schul-
den CHF 0.00;

2016: Einkommen gesamthaft CHF 31‘578.00 [davon CHF 18‘607.00 bei AF.________ (Ju-
welier), CHF 4‘625.00 Nebenverdienst, nicht belegt, sowie CHF 8‘346.00 ALV-
Entschädigung], Vermögen CHF 2‘500.00, Schulden CHF 578‘000.00 (D.________ und 
L.________ (AG));

2017: Einkommen gesamthaft CHF 33‘347.00 [davon CHF 29‘514.00 nicht belegt und 
CHF 3‘833.00 ALV], Vermögen CHF 2‘286.00, Schulden CHF 0.00.»

Ergänzend hält die Kammer diesbezüglich fest, dass der Steuerausweis 2018 ein 
steuerbares Einkommen von CHF 17‘100.00 und ein steuerbares Vermögen von 
CHF 1‘000.00 ausweist. Aus der weiter edierten kompletten Steuerveranlagungs-
verfügung und der Steuererklärung des Jahres 2018 zeigt sich, dass sich die Ein-
kommens- und Vermögenssituation des Beschuldigten zu den Vorjahren nicht we-
sentlich geändert hat. So beträgt das Einkommen gesamthaft CHF 37‘253.00 (da-
von CHF 2‘183.00 AG.________; CHF 26‘830.00 AH.________ [sel.]; 
CHF 8‘240.00 AI.________), das Vermögen CHF 1‘112.00, die Schulden 
CHF 0.00. Zudem geht daraus hervor, dass der Beschuldigte in zwei Säule 3a-
Konti einen Gesamtbetrag von CHF 3‘045.00 einbezahlt hat.

Dem per 5. Mai 2020 ausgestellten aktuellen Betreibungsregisterauszug (pag. 19 
234) sind sodann nach wie vor die bereits in den Betreibungsregisterauszügen vom 
2. Juni 2015 und vom 12. Dezember 2018 ersichtlichen sieben Verlustscheine im 
Gesamtbetrag von CHF 652'925.20 zu entnehmen (vgl. dazu die vorinstanzlichen 
Ausführungen auf pag. 18 285, S. 20 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Seit der 
Haftentlassung ist einzig eine weitere Betreibung dazugekommen; diese datiert 
vom 9. Januar 2018 und als Gläubigerin ist die AJ.________ (AG) aufgelistet. 
Gemäss Schuldnerinformation vom 28. Mai 2020 wurde die Fortsetzung eingelei-
tet. Wie bereits die Vorinstanz hervorhob, ist auch aus dem Betreibungsregister-

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auszug vom 5. Mai 2020 noch ersichtlich, dass Betreibungen vom Gläubiger 
AK.________ über einen Gesamtbetrag von CHF 5'165.00 (CHF 4'905.00 + 
CHF 260.00) zu Verlustscheinen führten. In der oberinstanzlichen Verhandlung 
damit konfrontiert und gefragt, ob es sich beim Gläubiger um seinen ehemaligen 
Arbeitgeber in AL.________ (Ortschaft) handle und auf welchen Forderungen die 
Verlustscheine basierten, gab der Beschuldigte zunächst spontan zu Protokoll, er 
habe bei AK.________ ein persönliches Darlehen genommen und ihm noch etwas 
geschuldet (pag. 19 311 Z. 12 ff.). Auf konkrete Nachfrage hin, korrigierte er diese 
Aussage dann sofort, jedoch wenig überzeugend dahingehend, dass er kein per-
sönliches Darlehen bei AK.________ aufgenommen habe, er diesem einfach noch 
etwas schuldig gewesen sei aus der Zeit, in der er bei ihm gearbeitet habe. Nur um 
dann aber doch wieder anzugeben, AK.________ habe ihm persönlich ungefähr 
CHF 4'000.00 oder CHF 5'000.00 gegeben (pag. 19 311 Z. 18 ff.). Auf nochmalige 
Nachfrage, wonach es sich also schon um ein Darlehen gehandelt habe, änderte 
der Beschuldigte seine Aussage erneut und gab zu Protokoll, es sei kein Darlehen 
gewesen, sondern AK.________ habe ihm von der Firma etwas verkauft und er 
habe ihm dies noch geschuldet (pag. 19 311 Z. 23 ff.). Die Kammer kann sich zu-
mindest des Verdachts nicht erwehren, dass AK.________ auch in die Reihe der 
durch den Beschuldigten Geschädigten einzureihen wäre. Ob dem so ist, ist nicht 
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und muss offengelassen werden. 

Aufgrund des der Kammer vorliegenden Schreibens des Beschuldigten an Rechts-
anwältin R.________ vom 19. August 2019 (pag. 19 294) sowie der Auszüge Zah-
lungsarchiv AM.________ (Genossenschaft) vom 3. Juni 2020 betreffend die Ein-
zelaufträge an S.________ (Rechtsanwaltskanzlei) (pag. 19 295) und an 
K.________ (pag. 19 296) ist weiter erstellt, dass der Beschuldigte zumindest an 
zwei Geschädigte Rückzahlungen geleistet hat und wohl nach wie vor leistet. Aus 
den erwähnten Dokumenten geht konkret hervor, dass der Beschuldigte seit 
April 2019 monatlich CHF 50.00 an seine Cousine K.________ und seit Septem-
ber 2019 monatlich CHF 100.00 an D.________ überwiesen hat. Gleichzeitig ist 
aber aus dem «Fachpsychiatrischen Gutachten» vom 5. Juni 2020 (vgl. dazu hier-
nach ausführlich) ersichtlich, dass der Beschuldigte dem «Gutachter» gegenüber 
anlässlich der Exploration vom 9. April 2020 angab, sein verdientes Geld in Krypto-
Währungen zu investieren. Konkret gab er an, nicht in einer ausgeprägt starken In-
tensität zu investieren, jedoch Interesse an der Kursentwicklung zu haben, sich ca. 
ein Mal am Tag die Börsenkurse anzuschauen und so über die letzten drei Jahre 
ca. CHF 5'000.00 seines Lohnes investiert zu haben (pag. 19 273). Dies entspricht 
einem monatlichen Betrag in der Höhe von gut CHF 135.00 – mithin einem Betrag 
in der Grössenordnung, welchen der Beschuldigte monatlich an die beiden Ge-
schädigten K.________ und D.________ überweist und welchen er somit auch 
noch in der Lage gewesen wäre, an zwei weitere der zahlreichen Geschädigten zu 
überweisen. In der oberinstanzlichen Verhandlung darauf angesprochen, führte er 
dazu aus, er müsse sich für sein Studium mit der Kryptologie befassen. In der Kli-
nik hätten sie ihm gesagt, er solle das gar nicht mehr machen (pag. 19 312 
Z. 26 ff.). Warum er in Krypto-Währungen investiert, anstatt Abzahlungen an alle 
Geschädigten zu leisten, konnte der Beschuldigte jedoch nicht nachvollziehbar er-
klären und ist in den Augen der Kammer auch nicht zu rechtfertigen. Er krebste in 

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der Folge in seinen ursprünglichen Aussagen zurück, wollte plötzlich nicht mehr 
recht in Krypto-Währungen «investieren» und machte den hilflosen Erklärungsver-
such, er gebe einfach ein wenig Geld aus, um zu sehen, wie das funktioniere, er 
habe aber momentan kein Vermögen in Krypto-Währungen (pag. 19 313 Z. 10 ff.). 
Auch versuchte der Beschuldigte sich damit zu rechtfertigen, dass ihm beim Be-
treibungsamt gesagt worden sei, dass er aufgrund der Lohnpfändung nur noch das 
Existenzminimum habe und davon nichts mehr abzahlen müsse, er die Abzahlun-
gen, die er mache, also ohnehin freiwillig mache (pag. 19 313 Z. 4 ff.). Letztere 
Aussage sagt viel über die Einstellung des Beschuldigten und seine Haltung seinen 
Gläubigern gegenüber aus. Für die Kammer ist es der Beweis dafür, dass der Be-
schuldigte nach wie vor nicht verstanden zu haben scheint, dass er angesichts sei-
nes sehr geringen, nicht regelmässigen Einkommens und der gleichzeitig nach wie 
vor hohen Schulden schlicht nicht in der Position ist, Investitionen zu tätigen und 
Experimente mit Krypto-Währungen zu wagen. Dass ihm im Gegenteil derzeit ein-
zig daran gelegen sein sollte, so schnell wie möglich ein seiner guten Ausbildung 
entsprechendes, regelmässiges Einkommen zu erzielen, welches es ihm erlaubt, 
eigenständig seinen Lebensunterhalt zu finanzieren und gleichzeitig seine Schul-
den abzubezahlen, scheint ihn nach wie vor nicht zu kümmern. Von seinem noch in 
den Einvernahmen vom 18. Juli 2018 und vom 13. September 2018 bekundeten 
«grossen Ehrgeiz», seiner angeblichen Motivation zur Abzahlung seiner Schulden 
und der Bereitschaft, sich zu diesem Zweck eine besser bezahlte Arbeit zu suchen 
(vgl. pag. 05 001 209 Z. 1209 ff. und pag. 05 001 210 Z. 1221, vgl. auch pag. 05 
001 282 Z. 275 ff. sowie den Bericht der X.________ (Verein) vom 18. Juli 2017 
[pag. 13 003 004 ff.]), lässt sich nichts Entsprechendes, vielmehr sogar bloss Ge-
genteiliges in seinem Verhalten erkennen. 

Schliesslich ändert auch das am 9. Juni 2020 durch den Beschuldigten eingereich-
te, vom 19. Mai 2020 datierende Schreiben seiner damaligen Lebenspartnerin 
T.________ (pag. 19 297) nichts an den hiervor zitierten, überzeugenden vor-
instanzlichen Erwägungen und der damit übereinstimmenden, aus den gesamten 
Akten gewonnen Einschätzung durch die Kammer. Bezeichnend ist, dass 
T.________ einleitend schreibt, der Beschuldigte habe sie gebeten, im Hinblick auf 
die oberinstanzliche Verhandlung eine Bestätigung auszustellen, dass sie zwischen 
2012 und 2016 Beiträge an die Kosten zur Finanzierung der Lebensgestaltung des 
Beschuldigten getätigt habe. In der Folge bestätigt T.________ präzisierend, 
während ihrer Beziehung mit dem Beschuldigten stets die gemeinsamen Ausflüge 
und Essen bezahlt und, nachdem sie im November 2014 zusammengezogen sei-
en, die Wohnungsmiete übernommen und die Haushaltsausgaben getragen zu ha-
ben. Auch habe sie dem Beschuldigten oft neue Kleidung, insbesondere Sportaus-
rüstung, gekauft, weil dieser ständig knapp bei Kasse gewesen sei. Im Oktober 
2017 habe der Beschuldigte mit der Rückzahlung seiner Schulden begonnen und 
diese bis heute um fast die Hälfte reduziert (pag. 19 297). Damit belegt auch das 
Schreiben von T.________ einzig, dass der Beschuldigte über Jahre hinweg auf 
Kosten Dritter, insbesondere eben auch seiner Ex-Partnerin, lebte und seine Zeit 
lieber mit Volleyballspielen und Wetten verbrachte, als dass er sich um eine gute 
Anstellung und ein regelmässiges Einkommen bemüht hätte (vgl. dazu auch die 
Ausführungen von Staatsanwalt C.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, 

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pag. 19 334 und pag. 19 336). Was der Beschuldigte daraus zu seinen Gunsten 
ableiten will, bleibt hingegen unklar. Jedenfalls lässt sich, entgegen der Ausführun-
gen von Rechtsanwältin B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung (vgl. 
pag. 19 331), damit sicher nicht belegen, dass der Beschuldigte die von anderen 
Geschädigten erschlichenen Gelder nicht zur Finanzierung seines Lebensunterhal-
tes gebraucht hätte – bloss weil T.________ den Beschuldigten in Bezug auf seine 
Lebenshaltungskosten finanziell unterstützte, heisst das selbstredend nicht, dass er 
nicht auch Gelder von weiteren Geschädigten zur Deckung seiner Lebenshaltungs-
kosten verwendete. 

8.4 Beweiswürdigung betreffend die Frage nach dem Bestehen einer Spielsucht

War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder 
gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht strafbar (Art. 19 Abs. 1 StGB). 
War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzuse-
hen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gesetz die Strafe 
(Art. 19 Abs. 2 StGB). Besteht ernsthafter Anlass, an der Schuldfähigkeit des 
Täters zu zweifeln, so ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht die Be-
gutachtung durch einen Sachverständigen an (Art. 20 StGB). Ein Gutachten ist an-
zuordnen, wenn das Gericht nach den Umständen des Falles ernsthafte Zweifel an 
der Schuldfähigkeit hat oder haben sollte. Bei der Prüfung dieser Zweifel ist zu 
berücksichtigen, dass nicht jede geringfügige Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu 
beherrschen, genügt, um verminderte Zurechnungsfähigkeit anzunehmen. Der Be-
troffene muss vielmehr in hohem Masse in den Bereich des Abnormen fallen. Sei-
ne Geistesverfassung muss nach Art und Grad stark vom Durchschnitt nicht bloss 
der Rechts-, sondern auch der Verbrechensgenossen abweichen. Die Notwendig-
keit, einen Sachverständigen zuzuziehen, ist erst gegeben, wenn Anzeichen vor-
liegen, die geeignet sind, Zweifel hinsichtlich der vollen Schuldfähigkeit zu erwe-
cken, wie etwa ein Widerspruch zwischen Tat und Täterpersönlichkeit oder ein völ-
lig unübliches Verhalten. Zeigt das Verhalten des Täters vor, während und nach 
der Tat, dass ein Realitätsbezug erhalten war, dass er sich an wechselnde Erfor-
dernisse der Situation anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese 
gar herbeiführen konnte, so hat eine schwere Beeinträchtigung nicht vorgelegen 
(BGer 6B_1096/2019, E. 1.3. mit weiteren Hinweisen). 

Die Vorinstanz erwog zur Beweisfrage nach dem Bestehen einer Spielsucht was 
folgt (pag. 18 295 ff., S. 30 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung): 

«Gemäss Art. 20 StGB hat die Untersuchungsbehörde oder das Gericht die Begutachtung anzuord-
nen, wenn ernsthafte Zweifel an der Schuldfähigkeit des Täters bestehen.

Der Beschuldigte behauptete anlässlich seiner Einvernahmen mehrfach, spielsüchtig zu sein; dass 
ein Beschuldigter sein deliktisches Verhalten durch eine Sucht zu erklären bzw. zu rechtfertigen ver-
sucht, ist jedoch weder neu noch bedeutet es, dass auch wirklich eine solche vorliegt. Von Seiten der 
StA WD wurde bezüglich einer möglichen Spielsucht des Beschuldigten kein Gutachten in Auftrag 
gegeben und aus der Haftentlassung unter Anordnung der Ersatzmassnahme „Suchttherapie“ kann 
nicht ohne weiteres auf das Vorliegen einer die Zurechnungsfähigkeit vermindernden Spielsucht i.S.v. 
Art. 19 Abs. 2 StGB geschlossen werden. Denn nur eine solche ist für die Strafzumessung relevant. 
Die Berichte der AP.________ (Stiftung) haben zweifellos nicht Gutachtensqualität. Dass der Be-

19

schuldigte ein problematisches Spiel- bzw. Wettverhalten aufweist, ist aufgrund des Berichts des Re-
visors offensichtlich.

Die Verteidigung beantragte im Beweisverfahren keine Begutachtung zwecks Feststellung einer die 
Zurechnungsfähigkeit vermindernden Spielsucht, argumentierte in ihrem Parteivortrag aber, die 
Spielsucht habe den Beschuldigten gesteuert, ohne genauer darzulegen, inwiefern eine solche vor-
liege.

Nach Erachten des Gerichts ist aufgrund der Akten an der Fähigkeit des Beschuldigten, das Unrecht 
seiner Taten einzusehen und gemäss dieser Einsicht zu handeln (vgl. Art. 19 StGB), aus folgenden 
Gründen nicht zu zweifeln:

- Der Beschuldigte sagte selbst aus, am Anfang [gemeint wohl: seit er zu wetten begonnen habe] 
habe er mehr Zeit für das Wetten bzw. Börsentätigkeiten eingesetzt, mit der Zeit sei es weniger 
geworden. Er betonte, als das Ganze herausgekommen sei, also ab November 2016 (d.h. mehre-
re Monate vor seiner Verhaftung), habe er immer weniger gespielt. Er gab denn auch an, nach 
seiner Verhaftung keinerlei „Entzugserscheinungen“ zu spüren; ihm fehle das Wetten gar nicht. 
Anders als ein „klassischer“ Süchtiger, der immer mehr spielt, bis er sein Spielverhalten gar nicht 
mehr unter Kontrolle haben kann, schilderte der Beschuldigte demnach genau Gegenteiliges: er 
spielte immer weniger und konnte problemlos damit aufhören.

- Der Beschuldigte war in der Lage, sein Spielverhalten zu kontrollieren; so gab er z.B. an, mehr-
mals pro Jahr mit Militärkollegen in Casinos zu gehen, dort jedoch nur für CHF 100.00 bis 
CHF 200.00 zu spielen (dass dies glaubhaft ist, ergibt sich daraus, dass sich aus den Kontoaus-
zügen keine Geldbezüge in der Nähe von Spielcasinos ergeben). Auch lässt sich dem „Protokoll“ 
seines AN.________ (Online Glücksspielunternehmen)-Kontos in den Akten entnehmen, dass der 
Beschuldigte zwar teilweise an einem Tag über mehrere Stunden Wetteinsätze tätigte, jedoch 
nicht nächtelang durchwettete, sondern zu sehr „normalen“ Tageszeiten seine Wetten platzierte 
und dann jeweils auch wieder damit aufhörte. Die Analyse seiner Konti, über die er Börsenge-
schäfte tätigte, zeigt ebenfalls, dass er nicht ständig mehr handelte, sondern nach einer gewissen 
Anzahl Transaktionen jeweils aufhören konnte.

- A.________ war während der ganzen angeklagten Deliktszeit in der Lage, seinen Teilzeitarbeiten 
nachzugehen und insbesondere, sich seinem Sporttraining zu widmen und Trainingsstunden zu 
geben. Er vernachlässigte auch sein Sozialleben in keiner Weise; aus den in den Akten vorhan-
denen WhatsApp-Kommunikationen ergibt sich das Bild eines regen, normalen Soziallebens eines 
Mannes in seinen Zwanzigern, mit Verabredungen für den Ausgang, zum Sport, Wochenend-
Aktivitäten etc. Ein beruflicher oder sozialer Rückzug aufgrund seines Wettverhaltens kann nicht 
festgestellt werden.

- Entscheidend ist weiter, dass die Delinquenz des Beschuldigten weder in der Häufigkeit noch in 
der Höhe der ertrogenen Summen zunahm: Zwischen den einzelnen angeklagten deliktischen 
Handlungen liegen meist mehrere Monate, manchmal sogar mehr als ein Jahr. Insbesondere de-
linquierte der Beschuldigte zwischen März 2015 und Februar 2016 gar nicht. Es gelang ihm dem-
nach fast ein Jahr lang, sein Wett- und Börsenverhalten so unter Kontrolle zu haben, dass er kei-
ne unrechtmässig erlangten Mittel einsetzen musste.

- Hinzu kommt, dass der Beschuldigte sehr gezielt in der Lage war, auf sein jeweiliges Opfer einzu-
gehen, d.h. sich den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Er erstellte nach den jeweiligen 
Geldübergaben diverse „Vermögensübersichten“, mit denen er die Geschädigten glauben machen 
liess, ihr Geld sei abmachungsgemäss angelegt. Diese „Vermögensübersichten“ sehen gut ge-

20

macht aus, mit realistischen Zahlen. Mit anderen Worten war der Beschuldigte während der ge-
samten Deliktszeit in der Lage, planmässig und überlegt vorzugehen. Er leistete auch teilweise 
angebliche Zinszahlungen und tätigte Ratenzahlungen an Kreditinstitute, war also durchaus fähig, 
seine finanziellen Mittel einzuteilen und verspielte nicht einfach alles, was er gerade hatte. Es fehlt 
an einem „Spielen bzw. Wetten oder „Börselen“ bis nichts mehr da ist“. Der Beschuldigte war in 
der Lage, den Einsatz seiner Mittel über Tage und Wochen hindurch so zu dosieren, dass er im-
mer wieder wetten konnte und wettete jeweils nicht so lange, bis nichts mehr vorhanden war.

Die WHO definiert Spielsucht wie folgt (https://icd.who.int/browse11/l-
m/en#/http%3a%2f%2fid.who.int%2ficd%2fentity%2f1041487064): „In der Klassifizierung der Spiel-
sucht durch die WHO werden Betroffene als Personen beschrieben, die dem Spielen stetig eine im-

mer höhere Priorität einräumen, bis schliesslich alle anderen Lebensinhalte bis hin zu einfachen tägli-

chen Routine-Aktivitäten vollkommen in den Hintergrund gedrängt werden. Darüber hinaus ist für die 

Definition als Sucht auch die Tatsache massgeblich, dass der Betroffene das Spielen auch dann nicht 

beendet, wenn sich daraus eindeutig negative Konsequenzen im direkten Umfeld ergeben.“ 

Aus dem oben Ausgeführten ergibt sich, dass es an diesem „in den Hintergrund drängen von allem 
Übrigen“, an der Dominanz für das tägliche Leben, die jede Sucht, sei es nun Alkohol, Drogen oder 
Spielen, mitdefiniert, beim Beschuldigten fehlt. Er führte nach Erachten des Gerichts nicht das Leben 
eines „klassischen Süchtigen“, sondern das Leben eines verantwortungslosen jungen Mannes, der 
gern auf Kosten anderer in den Tag hinein lebte und seinen Hobbys – zu denen neben dem Volley- 
und Beachvolleyballsport und dem Zeit-Verbringen mit Freunden eben auch das Wetten und das „Zo-
cken“ an der Börse gehörten – nachging. Der Beschuldigte sagte in der Schlusseinvernahme letztlich 
klar, warum er Wetten tätigte und an der Börse spekulierte: Nicht, weil er süchtig gewesen wäre und 
nicht anders gekonnt hätte, sondern am Anfang, weil er als erfolgreicher Börsenhändler „gross daste-
hen“, sich Respekt verschaffen wollte und gegen Ende, weil er hoffte, Gewinne machen zu können, 
die es ihm erlauben würden, die Schulden zurückzubezahlen, ohne auf sein „bequemes“ Leben 
hauptsächlich auf Kosten anderer verzichten zu müssen. 

Das Einzige, was allenfalls für eine leichte Minderung der Schuldfähigkeit hätte sprechen können, wä-
re die Höhe der verspielten Gelder. Dazu ist jedoch anzumerken, dass die halbe Million von 
D.________ den Deliktsbetrag massiv in die Höhe treibt und der Beschuldigte gerade diese Gelder 
nicht zum Wetten verbrauchte, sondern damit ganz planvoll alte, drängende Schulden zurückzahlte 
und Geld an seine Familienmitglieder fliessen liess, was explizit gegen das Vorliegen einer Sucht 
spricht.

Das Gericht gelangt daher zum Schluss, dass die Einsicht des Beschuldigten in das Unrecht seiner 
Taten nicht beeinträchtigt war und er auch in der Lage gewesen wäre, gemäss dieser Einsicht zu 
handeln.»

Die Kammer schliesst sich diesen zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen vorab 
vollumfänglich an. Ergänzend hält sie fest, dass das von der Verteidigung kurz vor 
der oberinstanzlichen Verhandlung eingereichte «Fachpsychiatrische Gutachten» 
von PD Dr. med. P.________, Chefarzt, Stv. Ärztlicher Direktor Q.________ (Pri-
vatklinik) (nachfolgend Dr. med. P.________), vom 5. Juni 2020 (pag. 19 269 ff.), 
nichts an dieser Einschätzung zu ändern vermag. Mit dem «Gutachten» attestierte 
Dr. med. P.________ dem Beschuldigten in der Zeit von ca. 2008 bis Mai 2017 ei-
ne «schwere Spielsucht», weswegen von einer «mindestens mittelgradig vermin-
derten Schuldfähigkeit» auszugehen sei (pag. 19 278 ff.). Wie nachfolgend aufge-

21

zeigt wird, kann jedoch gleich aus mehreren Gründen nicht darauf abgestellt wer-
den. 

Vorab hält die Kammer mit der Staatsanwaltschaft fest, dass dem 13 Seiten um-
fassenden «Fachpsychiatrischen Gutachten» lediglich der Stellenwert einer Partei-
behauptung zukommt, es sich nicht um ein neutrales gerichtliches Gutachten han-
delt (vgl. dazu die zutreffenden Ausführungen von Staatsanwalt C.________ in der 
oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 19 335 f.). Überdies wurde das «Gutachten» 
ganz offensichtlich nicht lege artis erstellt, erfüllt mithin nicht die Anforderungen an 
ein sachgemäss erstelltes wissenschaftliches Gutachten. So lagen dem «Gutach-
ter» nicht die vollständigen Akten, sondern nur vom Beschuldigten selber ausge-
wählte Unterlagen sowie dessen Angaben gegenüber Dr. med. P.________ zur 
Beurteilung vor. Insbesondere fehlen in den zur Verfügung gestellten Unterlagen 
sämtliche Einvernahmeprotokolle, das erstinstanzliche Urteil und die erstinstanzli-
che Urteilsbegründung. Die gegenteiligen Aussagen des Beschuldigten in der obe-
rinstanzlichen Verhandlung, wonach er Dr. med. P.________ das Urteil und die 
Begründung der Vorinstanz gegeben habe, erachtet die Kammer als schlicht gelo-
gen (vgl. pag. 19 316 Z. 40 ff., Z. 44 f.). Warum die entsprechenden Unterlagen 
diesfalls nicht im «Gutachten» aufgeführt sein sollten, konnte der Beschuldigte 
nämlich mitnichten plausibel erklären, sondern wiederholte lediglich, dass er das 
Urteil überreicht habe (pag. 19 317 Z. 2 f., pag. 19 324 Z. 8 ff.), verstieg sich aber 
gleichzeitig in die Ausrede, er habe der Q.________ (Privatklinik) alle Akten über-
reichen wollen, diese habe aber nicht alles entgegen nehmen wollen (vgl. pag. 19 
316 Z. 26 ff., pag. 19 317 Z. 5 ff.; vgl. auch pag. 19 315 Z. 42 ff., wonach er mehre-
re Bundesordner an Beweismitteln und Kontobewegungen gesammelt und 1'600 
Seiten an Beweismaterial und Fakten an Dr. med. P.________ übergeben habe). 
Im «Gutachten» selber, konkret unter «1.3. Übersicht der verwendeten Quellen», 
wurde denn auch explizit festgehalten, dieses basiere auf der Exploration und ei-
gener Untersuchung vom 9. April 2020, den vom Probanden zur Verfügung gestell-
ten Ordner (Überweisungen und Berichte von AO.________ von der AP.________ 
(Stiftung)) und dem Revisionsbericht (pag. 19 270; vgl. auch pag. 19 316 Z. 33 ff. 
und Z. 40 f.). Insbesondere in der «Beurteilung und Begründung der Diagnose» 
stützt sich das «Gutachten» dann ausdrücklich auf die Therapieberichte der 
AP.________ (Stiftung), mithin auf aus nicht objektiver Optik verfasste Berichte des 
Therapeuten des Beschuldigten, sowie auf die Untersuchung vom 9. April 2020 
(pag. 91 278). (Betreffend die erwähnten Berichte von AO.________ von der 
AP.________ (Stiftung) vom 25. Juli 2017 [pag. 13 002 006 f.], vom 29. Janu-
ar 2018 [pag. 13 002 016 f.] und vom 23. Juli 2018 [pag. 13 002 018 ff.], hielt 
AO.________ im Übrigen selbst fest, dass sich seine Bewertung «auf das Erleben 
und die Aussagen von Herrn A.________ in den jeweiligen Therapiegesprächen» 
stütze und die AP.________ (Stiftung) weder Gutachten mache noch über forensi-
sche Instrumente zur Einschätzung der Rückfallgefahr verfüge [vgl. dazu pag. 13 
002 017]). Dass dem «Gutachter» Dr. med. P.________ nicht alle zur Begutach-
tung und Beurteilung wesentlichen Unterlagen vorlagen und der Beschuldigte ihm 
gegenüber «nicht die ganze Wahrheit erzählte» (vgl. dazu auch die zutreffenden 
Ausführungen von Staatsanwalt C.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 19 336), schlägt sich sodann bezeichnenderweise in der Tatsache nieder, 

22

dass Dr. med. P.________ beim Verfassen des «Gutachtens» offenbar davon aus-
ging, Letzterem würde im Strafverfahren «lediglich» Veruntreuung in sechs Fällen 
vorgeworfen (vgl. pag. 19 227: «Anzeige aufgrund von Veruntreuung von sechs 
Personen»). Hätte Dr. med. P.________ über die gesamten zur Begutachtung re-
levanten Verfahrensakten, insbesondere über das vorinstanzliche Urteil inklusive 
Begründung verfügt, hätte er gewusst, dass dem Beschuldigten vielmehr ge-
werbsmässiger Betrug, mehrfacher Betrug, Veruntreuung und mehrfache Urkun-
denfälschung, mithin eine weit grössere Anzahl Delikte und insbesondere auch ein 
schwereres Delikt, zur Last gelegt werden. 

Die im «Gutachten» zusammengefassten Aussagen des Beschuldigten, welche 
dieser dem «Gutachter» gegenüber machte (vgl. pag. 19 272), zielen sodann ganz 
offensichtlich gewollt darauf ab, das Vorliegen einer Spielsucht zu begründen. Im 
Vergleich zu seinen vorherigen Angaben im Strafverfahren sind sie betreffend das 
Spiel- und Wettverhalten klar aggravierend. So will der Beschuldigte beispielsweise 
«schnell innerhalb von wenigen Tagen bereits den Monatslohn verspielt», während 
seiner Anstellung in der Patienten-Administration «auch während der Arbeit ge-
spielt» und wenn er Geld gehabt habe, «bis zu 24 Std. am Tag [sic!] gespielt» ha-
ben. Auch habe ihn angeblich seine damalige Partnerin [Anmerkung: gemeint ist 
T.________] nach vierjähriger Beziehung aufgrund der Spielproblematik verlassen 
(pag. 19 272, pag. 19 276). In der darauffolgenden oberinstanzlichen Verhandlung 
bestätigte er dies in seinem letzten Wort (vgl. pag. 19 338, wonach er «schwer ge-
steuert gewesen» sei, nichts Anderes mehr habe machen können, immer gespielt 
habe, heimlich und «teilweise die ganze Nacht»). Die vorinstanzlichen Erwägungen 
an dieser Stelle ergänzend betont die Kammer vor diesem Hintergrund, dass die 
Entstehungsgeschichte der Aussagen des Beschuldigten klar gegen das Vorliegen 
einer Spielsucht spricht. In den ersten drei [sic!] Einvernahmen fehlten entspre-
chende Schilderungen in den Aussagen des Beschuldigten komplett. Bezeichnen-
derweise erwähnte der Beschuldigte seine angebliche «Sucht an der Börse (Sport- 
oder Finanzwetten)» erst in der Hafteröffnungseinvernahme vom 19. April 2017, 
mithin der vierten Befragung, zum ersten Mal, nachdem er zuvor nota bene zu Pro-
tokoll gegeben hatte, mit Rechtsanwalt AQ.________ abgesprochen zu haben, ein 
Geständnis abzulegen, da es ihn psychisch so belaste und er damit abschliessen 
möchte (pag. 05 001 072 Z. 56 ff.). Nicht ohne sogleich auch zu Protokoll zu ge-
ben, dass er sich «allenfalls einer Therapie unterziehen» würde/wolle (pag. 05 001 
076 Z. 227 ff.). In der Folge erwähnte er in der Einvernahme vom 24. April 2017 
von sich aus einzig, dass er zur von seinem damaligen Verteidiger vorgeschlagen-
en [sic!] Suchttherapie bereit wäre, sollte er noch länger in Untersuchungshaft blei-
ben müssen (pag. 05 001 084 Z. 26 ff.). Erst explizit danach gefragt, wie sich sein 
Spielverhalten gezeigt habe, gab der Beschuldigte erstmals zu Protokoll, er habe 
wetten «müssen», dann sei es ihm besser gegangen, es sei wie eine Sucht gewe-
sen (pag. 05 001 090 Z. 254 ff.). Nur um aber unmittelbar danach auch zu sagen, 
er habe das verlorene Geld wieder zurückholen wollen, sei es an der Börse oder 
durch andere Wetten (pag. 05 001 090 Z. 256 ff.). Auf konkrete Fragen hin präzi-
sierte er in der Folge, er habe unregelmässig gespielt, extrem viel bis gar nicht, 
manchmal mehrmals täglich, manchmal eine Woche lang nicht (pag. 05 001 090 
Z. 260 ff.). Ausserdem gab der Beschuldigte Folgendes zu Protokoll (pag. 05 001 

23

090 Z. 263 f.): «Vielleicht auch je nach Geld. So wie bei einem Drogenabhängigen, 
wenn er Geld hat, kann er sich etwas kaufen.» Dieser Vergleich geht schon des-
halb fehl, weil gerichtsnotorisch ist, dass ein Drogenabhängiger sich die Droge be-
sorgt, egal ob er gerade Geld hat oder nicht, bzw. sich das Geld zwecks Erwerbs 
der Droge beschafft, notfalls auch auf illegale Art und Weise. Wie die Vorinstanz 
zutreffend ausgeführt hat, verstand es demgegenüber der Beschuldigte, mit sei-
nem Geld zu wirtschaften bzw. dieses einzuteilen und nicht alles auf einmal zu 
verwetten, sobald er wieder zu Geld gekommen war. Weiter gab der Beschuldigte 
auf Frage, wie viel Zeit er täglich fürs Wetten eingesetzt habe, an, er habe am An-
fang, d.h. vor etwa 10 Jahren, mehr Zeit investiert – vielleicht so ein bis zwei Stun-
den. In der Phase, in der er am meisten gespielt habe (vor ca. drei bis sechs Jah-
ren, d.h. 2012 bis 2015), seien es vielleicht zwei bis drei Stunden gewesen. Nach-
dem das Ganze rausgekommen sei, ab November 2016, habe er immer weniger 
gespielt (pag. 05 001 090 Z. 266 ff.). Zum Zeitpunkt der Einvernahme – also am 
24. April 2017 – will der Beschuldigte sogar gar nicht mehr gespielt haben (pag. 05 
001 090 Z. 269 f.). Die Kammer geht vor diesem Hintergrund mit der Vorinstanz ei-
nig, dass die Tatsache, dass der Beschuldigte sein Wettverhalten dergestalt unter 
Kontrolle hatte und es problemlos minimieren konnte, das Vorliegen einer Spiel- 
und Wettsucht ausschliesst. Auf Frage, wieso er nicht aufgehört habe mit dem 
Wetten, gab der Beschuldigte in derselben Einvernahme zu Protokoll (pag. 05 
001093 Z. 361 ff.): «Ehm… wie es so ist bei einer Sucht vielleicht. Es ging nicht. 
Ich hatte immer wieder die Hoffnung, dass ich es wieder alles zurückzahlen könn-
te.» In der Folge bejahte er auch die Frage, ob er sich als spielsüchtig bezeichnen 
würde (pag. 05 001 093 Z. 365 f.), führte aber gleichzeitig erneut aus, dass er sa-
gen würde, es sei immer weniger geworden. Er bräuchte sicher eine Therapie und 
jemand, der ihm dabei helfen könne, das sehe er ein (pag. 05 001 093 Z. 366 ff.). 
Vor allem aber ist mit der Vorinstanz hervor zu heben, dass der Beschuldigte in der 
Folge auf Frage, ob ihm das Wetten in den letzten Tagen gefehlt habe, Folgendes 
zu Protokoll gab (pag. 05 001 104 Z. 793 ff.): «Nein überhaupt nicht. […] Ich bin ir-
gendwie erleichtert halt und habe ein gutes Gefühl, dass ich das Ganze los bin und 
habe gar kein Interesse daran, noch einmal zu wetten.» Dies bestätigte der Be-
schuldigte in der Folge auch in der sechsten Einvernahme vom 3. Mai 2017, indem 
er versprach, nach seiner Entlassung aus der Haft nicht wieder zu wetten (pag. 05 
001 132 Z. 453 f.), und angab, das Wetten in der Untersuchungshaft nicht ge-
braucht oder vermisst zu haben (pag. 05 001 132 Z. 465 f.). Ansonsten wurde das 
Thema Wett- und Spielsucht in dieser Einvernahme mit keinem Wort erwähnt. 

Betreffend die in der nächsten Einvernahme vom 18. Juli 2018 gemachten Aussa-
gen des Beschuldigten fällt sodann auf, dass dieser eine angebliche Spielsucht als 
Erklärung für sein deliktisches Verhalten vorbrachte, dabei aber immer gleich Be-
zug auf seine Termine bei der AP.________ (Stiftung) nahm (vgl. pag. 05 001 204 
Z. 992 ff. [Hervorhebungen durch die Kammer]: «Ich denke mal, so wie ich mit der 
AP.________ (Stiftung) nun die letzten Monate zusammengearbeitet habe und 
aufgrund des Suchtverhaltens, das ich nicht bemerkt habe, das haben wir so re-
flektiert […] Laut der AP.________ (Stiftung) kam es auch noch aufgrund des 
Suchtverhaltens zu unkontrollierten Verzweiflungstaten.» und pag. 05 001 204 
Z. 1005 f.: «Laut der AP.________ (Stiftung) läuft das nachher wie aus dem Affekt, 

24

das habe ich nun so gelernt. […]»). Dies erweckt zumindest den Anschein, als hät-
te der Beschuldigte seinen Angaben durch den Einbezug der AP.________ (Stif-
tung) mehr Glaubhaftigkeit verleihen wollen. Gleichzeitig hielt er aber auch fest, 
dass die Geschädigten gute Freunde von ihm gewesen seien, er sie nicht habe 
enttäuschen und deshalb jedes mögliche Mittel habe ergreifen wollen (pag. 05 001 
204 Z. 997 f.). Dass der Beschuldigte eine allfällige Spielsucht einfach als willkom-
menen Ausweg aus dem Schuldvorwurf des gewerbsmässigen Betrugs sieht, zeigt 
sich auch darin, dass er zunächst die Frage, ob er die Verantwortung für sein Tun 
übernehme, freimütig bejahte (pag. 05 001 209 Z. 1201 f.), dies nach Durchsicht 
bzw. Verlesen des Protokolls allerdings – wiederum unter Bezugnahme auf die 
AP.________ (Stiftung) – zu relativieren versuchte, indem er Folgendes sagte 
(pag. 05 001 212 Z. 1294 f. [Hervorhebung durch die Kammer]): «Gemäss dem Er-
gebnis der AP.________ (Stiftung) bestand die letzten Jahre eine starke Spiel-
sucht, wodurch vieles unkontrollierbar wurde.». In der achten Einvernahme vom 
13. September 2018 nannte der Beschuldigte als Grund, weshalb er nicht früher 
einen Schlussstrich gezogen und immer weitere Darlehen aufgenommen habe, 
wiederum «die Verzweiflung und die Sucht», welche zu gross gewesen seien 
(pag. 05 001 278 Z. 110 ff.). 

Zusammenfassend hält die Kammer somit fest, dass der Beschuldigte erst ab der 
Hafteröffnungseinvernahme vom 19. April 2017, mithin erst bei der vierten Gele-
genheit und damit verspätet, seine angebliche Spiel- und Wettsucht erstmals er-
wähnte, seine diesbezüglichen Angaben aber oberflächlich blieben und er im Wi-
derspruch dazu auch immer wieder, jedoch wesentlich glaubhafter betonte, gewet-
tet zu haben, um mit den erhofften Gewinnen dringende Schulden zurückzahlen zu 
können. Insbesondere aber gab er auch explizit an, das Wetten bereits vor seiner 
Verhaftung minimiert bzw. ganz damit aufgehört und es schliesslich während der 
Untersuchungshaft keineswegs vermisst zu haben. Auf ebendiese glaubhaften 
Aussagen des Beschuldigten ist beweiswürdigend abzustellen, nicht hingegen auf 
die stark aggravierenden, überhaupt nicht glaubhaften Angaben des Beschuldigten 
Dr. med. P.________ gegenüber. Da dem «Gutachter» die früheren Aussagen des 
Beschuldigten im Strafverfahren für die Beurteilung allesamt nicht zur Verfügung 
standen, ging dieser somit von falschen Annahmen aus und war von Anfang an 
ausgeschlossen, dass er die Frage nach einer allfälligen Spiel- und Wettsucht be-
antworten konnte. In diesem Zusammenhang gilt es schliesslich zu erwähnen, 
dass Dr. med. P.________ den Beschuldigten einzig am 9. April 2020 von 13.45 
Uhr bis 15.15 Uhr sah (pag. 19 270), die Exploration somit lediglich 1 ½ Stunden 
dauerte. Dies erscheint angesichts der zahlreichen Deliktsvorwürfe und der teils 
komplexen Sachverhalte ohnehin viel zu kurz. Auch angesichts dessen wurde das 
«Gutachten» nicht sachgemäss erstellt und kann nicht darauf abgestellt werden. 

In wissenschaftlich-methodischer Hinsicht weist der Bericht von Dr. med. 
P.________ auch deshalb keine Gutachtensqualität auf, weil er inhaltlich über-
haupt nicht überzeugend ist. So wird die Diagnose nicht transparent hergeleitet 
bzw. ist nicht ersichtlich, aufgrund welcher Überlegungen der «Gutachter» bei den 
«testdiagnostischen» Verfahren zu den zu Papier gebrachten Ergebnissen gelang-
te (vgl. pag. 19 271). Insbesondere erschliesst sich nicht, weshalb Dr. med. 
P.________ zum Schluss kommt, die ICD-10 Kriterien für das Vorliegen einer 

25

Spielsucht – (1) Notwendigkeit des Glücksspielens mit immer höheren Einsätzen, 
um eine gewünschte Erregung zu erreichen, (2) Unruhe und Reizbarkeit beim Ver-
such, das Glücksspielen einzuschränken oder aufzugeben, (3) wiederholte, erfolg-
lose Versuche, das Glücksspielen zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzuge-
ben, (4) starke gedankliche Eingenommenheit durch Glücksspielen, (5) häufiges 
Glücksspielen in belastenden Gefühlzuständen, (6) Rückkehr zum Glücksspielen 
am nächsten Tag, um Verluste auszugleichen (dem Verlust «hinterherjagen», 
«chasing»), (7) Belügen anderer, um das Ausmass der Verstrickung in das 
Glücksspielen zu vertuschen, (8) Gefährdung oder Verlust einer wichtigen Bezie-
hung, eines Arbeitsplatzes, von Ausbildungs- oder Aufstiegschancen aufgrund des 
Glückspielens, (9) Verlassen auf finanzielle Unterstützung durch andere, um die 
durch das Glücksspielen verursachte finanzielle Notlage zu überwinden – seien 
beim Beschuldigten ab 2008 zu bejahen (vgl. pag. 19 274 f., wo lediglich festgehal-
ten wird, dass die Kriterien alle [sic!] erfüllt seien, dies jedoch mit keinem Wort be-
gründet wird; vgl. auch pag. 19 278). Und auch die Feststellung «Unter Berücksich-
tigung der zahlreichen vorliegenden Unterlagen, insbesondere Therapieberichte 
AP.________ (Stiftung), sowie der Untersuchung vom 09.04.20 kann man klar sa-
gen, dass der Proband gemäss psychometrischen Testungen und klinisch-
psychiatrischer Untersuchung die Kriterien für pathologisches Spielen vollumfäng-
lich erfüllt» (pag. 19 278) vermag selbstredend keineswegs als wissenschaftlich 
korrekte Begründung einer pathologischen Spielsucht zu genügen. Schliesslich 
beantwortet Dr. med. P.________ die Fragen im «Gutachten» (pag. 19 279 ff.) 
nicht differenziert bzw. teilweise sogar falsch. So geht aus seinen inhaltlich identi-
schen Antworten hervor, dass er offenbar die beiden Begriffe Einsichtsfähigkeit und 
Steuerungsfähigkeit nicht zu unterscheiden vermag (vgl. pag. 19 279, Fragen und 
Antworten 2.a) und 2.b). Auf ein solches Gutachten kann klarerweise nicht abge-
stellt werden. 

Lediglich am Rande sei erwähnt, dass die Verteidigung bis zum Zeitpunkt der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung bezeichnenderweise auch nie die Begutachtung 
des Beschuldigten beantragte. Es macht vielmehr den Anschein, als ob sie durch 
die erstinstanzliche Urteilsbegründung überhaupt erst auf die Idee gekommen wäre 
bzw. dies fortan als gute Verteidigungsstrategie und willkommenen Ausweg sah. 
Nachdem nicht nur die Verteidigung während der Strafuntersuchung nie einen An-
trag auf Begutachtung des Beschuldigten gestellt hatte, sondern es auch von Am-
tes wegen nie angezeigt erschien, ein Gutachten in Auftrag zu geben, stellte 
Rechtsanwältin B.________ mit Berufungserklärung vom 27. Juni 2019 im oberin-
stanzlichen Verfahren erstmals einen entsprechenden Antrag (pag. 19 174 f.). Die-
ser wurde zunächst mit begründetem Beschluss vom 24. Oktober 2019 abgewie-
sen (pag. 19 219 ff.). Nachdem Rechtsanwältin B.________ den Antrag auf Erstel-
lung eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens betreffend Spielsucht des Be-
schuldigten in der oberinstanzlichen Verhandlung erneut stellte, wurde auch dieser 
durch die Kammer abgewiesen (vgl. pag. 19 326), mit der Begründung, dass ge-
stützt auf die Aktenlage kein Grund vorliege, von der bisherigen Beurteilung abzu-
weichen (vgl. für die Begründung das Protokoll, pag. 19 326). Die gemäss Bundes-
gericht zu prüfenden Kriterien für das Vorliegen einer Spielsucht sind nach Auffas-

26

sung der Kammer vorliegend nach wie vor aus den folgenden Gründen klar zu ver-
neinen: 

Zum einen zeigt das Verhalten des Beschuldigten, dass ein Realitätsbezug vor, 
während und auch nach der Tat erhalten war, dass er sich an wechselnde Erfor-
dernisse der Situation anpassen und auf eine Gelegenheit zur Tat warten bzw. die-
se gar herbeiführen konnte, indem er gezielt auf die Geschädigten und ihre Be-
dürfnisse einging und sie so dazu bewegen konnte, ihm ihr Geld vermeintlich zu 
Investitionszwecken zu überweisen (vgl. dazu die bezeichnende Aussage des Be-
schuldigten in der oberinstanzlichen Verhandlung, wonach er andere Menschen 
sehr gut einschätzen könne [pag. 19 312 Z. 24]). Er ging mit anderen Worten sehr 
überlegt vor. Ausserdem war der Beschuldigte in der Lage, gezielt neue Gelder zu 
beschaffen, um damit alte, drängende Schulden zurückbezahlen zu können. Es ist 
dies nicht die Motivation eines Süchtigen, sondern sind dies vielmehr die Überle-
gungen eines Betrügers. Zum anderen ist der Staatsanwaltschaft insofern bei-
zupflichten, als dass keine Suchtproblematik auf wundersame Weise mit der An-
ordnung von Haft beendet werden kann. Gemäss den eigenen Angaben des Be-
schuldigten zeigten die Untersuchungshaft und die Ersatzmassnahmen aber sofort 
Wirkung bzw. beendeten den angeblich quälenden psychischen Druck und stopp-
ten die Suche nach immer weiteren Geldmitteln. Und auch nach der Haftentlas-
sung will der Beschuldigte keinerlei Entzugserscheinungen gezeigt haben. Er gab 
vielmehr zu Protokoll, dass ihm das Wetten gar nicht fehle (vgl. dazu die zutreffen-
den Ausführungen von Staatsanwalt C.________ in der oberinstanzlichen Ver-
handlung, pag. 19 336, sowie die entsprechenden Erwägungen hiervor). Ausser-
dem gab der Beschuldigte selber an, bereits in der Zeit vor der Verhaftung weniger 
gewettet zu haben (vgl. ebenfalls die hiervor zitierten Aussagen des Beschuldig-
ten), er war mithin in der Lage, sein Spiel- und Wettverhalten zu kontrollieren. Auch 
führte er ein intaktes Sozialleben, funktionierte im sozialen Alltag auf allen Ebenen 
und es kann keine Rede davon sein, dass er sich in irgendeiner Hinsicht isoliert 
hätte. Im Gegenteil bestätigte er in der oberinstanzlichen Verhandlung auf entspre-
chende Fragen, dass sich die Beziehungen zu den Geschädigten nicht nur auf 
Geldanlagen beschränkt habe, sondern, dass er sich mit diesen auch zum Sport 
getroffen habe oder mit ihnen zusammen etwas trinken gegangen zu sein (pag. 19 
324 Z. 39 ff.) und auch, dass er daneben auch noch andere, engere Freunde ge-
habt habe, mit welchen er oft verkehrt sei (vgl. pag. pag. 19 324 Z. 44 f. und 
pag. 19 325 Z. 2 f.). Daneben konnte er auch zu einem Teilzeitpensum arbeiten 
und war darüber hinaus in der Lage, auf relativ hohem Niveau als Volleyball-
Trainer tätig zu sein. Schliesslich schilderte auch niemand aus dem Umfeld des 
Beschuldigten das Verhalten eines in sich zurück gezogenen Süchtigen – insbe-
sondere auch seine beiden Ex-Partnerinnen, Y.________ und T.________, sowie 
sein Vater nicht. Der Beschuldigte selber führte in diesem Zusammenhang in der 
Einvernahme vom 24. April 2017 aus, es habe nie jemand mit ihm das Gespräch 
gesucht oder ihm gesagt, dass er sich Hilfe suchen solle (pag. 05 001 093 
Z. 374 f.). Mit anderen Worten nahm das Spielen und Wetten eben gerade nicht al-
les andere in seinem Leben ein, es fehlt vorliegend an einem gesamtgesellschaftli-
chen Störungsmuster, das in mehreren Lebensbereichen durchdringt (vgl. dazu 
pag. 19 336).

27

Hinzu kommt weiter, dass die Delinquenz des Beschuldigten weder in ihrer Häufig-
keit noch in der Höhe der ertrogenen Beträge zunahm. Die vorinstanzlichen Erwä-
gungen bestätigend spricht für die Kammer insbesondere auch die Höhe der ver-
spielten Gelder – angesichts der zeitlichen Dimensionen und der Vielzahl an Ge-
schädigten – nicht für die Annahme einer Spielsucht, insbesondere zumal 
CHF 500'000.00 allein auf die Geschädigte D.________ entfallen (vgl. dazu auch 
die zutreffenden erstinstanzlichen Ausführungen, pag. 18 297, S. 32 erstinstanzli-
che Urteilsbegründung). In diesem Zusammenhang ist zudem zu betonen, dass 
der Beschuldigte den von D.________ anvertrauten signifikanten Betrag in der 
Höhe von CHF 500‘000.00 gemäss seinen eigenen konstanten, mithin in diesem 
Punkt glaubhaften Angaben vordergründig für die Schuldenrückzahlung verwende-
te und nur einen kleinen Teil davon für Börseninvestitionen und Sportwetten 
brauchte (vgl. pag. 05 001 076 Z. 211 ff., pag. 05 001 097 Z. 5245 ff. und Z. 534 ff., 
pag. 05 001 179 Z. 57 ff., Z. 65 f., Z. 75 f., pag. 18 214 Z. 215 ff.; bestätigt insbe-
sondere auch durch den Revisionsbericht [pag. 09 001 012]). Daran vermag auch 
die vom Beschuldigten erstellte Übersicht über die Verluste Sportwetten (pag. 19 
282 ff.; von der Verteidigung eingereicht am 8. Juni 2020) nichts an der Überzeu-
gung der Kammer zu ändern, dass beim Beschuldigten zum Tatzeitpunkt keine 
Spielsucht vorlag. Letzterer will gemäss seinen einleitenden Bemerkungen anhand 
der Übersichten offenbar gerade aufzeigen, dass aufgrund der Höhe der verspiel-
ten Gelder auf das Vorliegen einer Spielsucht zu schliessen sei (pag. 19 282). Er 
hat zu diesem Zweck für den Zeitraum 2011 bis Mai 2017 «Übersichten der Ein-
zahlungen und Auszahlungen bei den Wettanbietern AN.________ (Online 
Glücksspielunternehmen) und AR.________ (AG)» erstellt. Zunächst hält die 
Kammer fest, dass kein Beweis für die Echtheit der angeblich bei den Wettanbie-
tern edierten Unterlagen vorliegt. Selbst unter dem Vorbehalt, dass die nicht verifi-
zierbaren Zahlen echt sind, lässt sich daraus nichts zu Gunsten des Beschuldigten 
bzw. betreffend das Vorliegen einer Spielsucht ableiten, sondern ist es in den Au-
gen der Kammer einzig ein weiterer Beweis dafür, dass der Beschuldigte für den 
hohen Gesamtbetrag an Wetteinsätzen bei den Geschädigten Geld ertrogen hat. 
Zudem führt die Auflistung auf pag. 19 288 zwar zur Erkenntnis, dass der Beschul-
digte teilweise tatsächlich auch nachts bzw. schon in den frühen Morgenstunden 
wettete (so beispielsweise am 2. August 2013 um 01.45 Uhr oder am 3. Janu-
ar 2013 um 06.36 Uhr), dies aber nicht durchgehend, wie es bei einem Süchtigen 
typischerweise der Fall wäre. Vielmehr geht aus der Zusammenstellung hervor, 
dass die meisten Wetten am Wochenende, tagsüber und nur vereinzelt ausserhalb 
der gängigen Zeiten gemacht wurden (vgl. die Spalte «created on»). Auch dieser 
Umstand belegt wiederum, dass der Beschuldigte sein Spiel- und Wettverhalten 
unter Kontrolle hatte, was gegen das Vorliegen einer Spielsucht spricht. 

Abschliessend geht die Kammer sodann mit der Vorinstanz einig, dass auch mit 
Blick auf die Definition der Spielsucht durch die WHO (pag. 18 296 f.) in Bezug auf 
den Beschuldigten eine solche nicht abgeleitet werden kann. Zwar sind negative 
Konsequenzen im direkten Umfeld des Beschuldigten klarerweise zu bejahen. So 
beispielsweise, dass ihm nahestehende Personen ihr Erspartes verloren und sein 
Vater wegen ihm eine Lohnpfändung hatte. Dieser Umstand alleine genügt jedoch 

28

nicht, um beim Beschuldigten eine Spielsucht und damit einhergehend eine ver-
minderte Schuldfähigkeit zu bejahen. 

Im Sinne eines Beweisfazits hält die Kammer deshalb fest, dass der Beschuldigte 
zwar unbestrittenermassen ein problematisches Verhalten in Bezug auf Online-
Wetten und Investitionen an der Börse an den Tag legte, jedoch keinerlei Hinweise 
auf eine Spielsucht zum Tatzeitpunkt vorliegen. Die Kammer hat mithin nicht den 
geringsten Zweifel an der intakten Schuldfähigkeit des Beschuldigten und gelangt 
mit anderen Worten im Einklang mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Einsicht 
des Beschuldigten in das Unrecht seiner Taten nicht beeinträchtigt war und er auch 
in der Lage gewesen wäre, gemäss dieser Einsicht zu handeln. Der Beschuldigte 
delinquierte nicht, weil er aufgrund einer Sucht nicht anders konnte, sondern zu 
Beginn vielmehr deshalb, weil er als erfolgreicher Börsenanleger dastehen wollte 
und später, weil er irgendwie die ihn langsam erdrückenden Schulden bezahlen 
musste (vgl. dazu die zutreffenden Ausführungen von Staatsanwalt C.________ in 
der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 19 336).

9. Betrug z.N.v. D.________

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Die Vorinstanz hat den dem Beschuldigten in Ziff. I.A.1. der Anklageschrift vom 
3. Dezember 2018 gemachten Vorwurf (pag. 16 001 002) korrekt wiedergegeben 
(pag. 18 298, S. 33 erstinstanzliche Urteilsbegründung): 
«A.________ wird gewerbsmässiger Betrug zum Nachteil von D.________, in der Zeit ab spätestens 
Anfang Mai 2012 bis 31.12.2013, evtl. später, in Bern und anderswo vorgeworfen, indem er 
D.________ wahrheitswidrig erzählte, dass er bei einer Bank angestellt sei, dort Finanzanlagen täti-
ge, und sich dabei auch über ihre Vermögenssituation erkundigte. Anschliessend unterbreitete er ihr 
mittels einer graphischen Aufstellung einen Vorschlag für mögliche Investitionen, schlug ihr eine Ver-
teilung sowie Verwaltung zumindest eines Teils ihres Vermögens vor und sicherte ihr zu, das ihm an-
zuvertrauende Kapital als alleiniger Verwalter treuhänderisch zu verwalten sowie zweckgemäss, risi-
kolos und gewinnbringend in einen Fonds zu investieren. Er veranlasste D.________ dazu, am 
21.05.2012 hierfür ein Konto bei der AB.________ (AG) auf ihren Namen zu eröffnen, schloss mit ihr 
am 01.06.2012 einen Vertrag über die Verwaltung einer Investitionssumme von CHF 500‘000.00 für 
eine feste Zeitdauer von drei Jahren zu einem garantierten Mindestzins von 2,28% p.a. ab, wobei das 
zu investierende Kapital von den Konti der beiden Vertragspartner bei der AB.________ (AG) durch 
ihn alleine sicher und gewinnbringend verwaltet werden sollte, und brachte sie so dazu, ihm die Kon-
to-Zugangscodes der AB.________ (AG) weiterzuleiten, so dass ab diesem Zeitpunkt nur noch er di-
rekten Zugang und Einblick auf das auf ihren Namen lautende Konto hatte. Er versetzte sie durch fal-
sche Angaben und Zusicherungen in die irrige Annahme, ihr Kapital werde risikolos und gewinnbrin-
gend angelegt und brachte sie so dazu, am 12.06.2012 CHF 500‘000.00 auf das auf ihren Namen 
eröffnete Konto bei der AB.________ (AG) zu überweisen. Im Anschluss daran fälschte er einen 
Transaktionsbeleg der AB.________ (AG), in welchem die angeblich durch ihn getätigte dreijährige 
Investition ausgewiesen wurde.»

Auch betreffend den allgemeinen Teil der Anklage (pag. 16 001 008 f.) kann auf die 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 18 299 f., S. 34 f. erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung): 

«A.________

29

a sicherte allen acht Geschädigten schriftlich und / oder mündlich zu, deren Vermögenswerte ein-
zig vereinbarungsgemäss ohne Risiko und gewinnbringend zu investieren und versprach dabei 
stets vollständigen Kapitalschutz;

b täuschte alle acht Geschädigten über seinen Rückzahlungswillen und seine Rückzahlungsfähig-
keit sowie über den Verwendungszweck der erhaltenen Vermögenswerte, indem er tatsachen-
widrig vorgab, das Geld sicher zu investieren;

c hatte nie die Absicht, die ihm anvertrauten Gelder vereinbarungsgemäss zu investieren und das 
wäre ihm aufgrund der von ihm abredewidrig vorgenommenen Verwendung der Gelder auch 
nicht möglich gewesen, folglich schädigte er die acht Geldgeber;

d erkannte das aufgrund der persönlichen Beziehung zu seinen Geldgebern aus seinem Verwand-
ten-, Freundes- und Sportvereinskreis bestehende Vertrauen in seine Angaben, seine angebli-
chen fachlichen Kenntnisse und seine Person und sah das Ausbleiben jeglicher Überprüfung 
voraus und nutzte dies aus;

e vertröstete bei Fälligkeit ihrer Forderung die Geldgeber immer wieder mit Lügengeschichten und 
täuschte den Geldgebern mittels selbst erstellter Investitionsübersichten und gefälschten Bank-
dokumenten seine Professionalität vor und bestärkte diese in ihrer irrigen Annahme, ihre Gelder 
seien sicher und vereinbarungsgemäss angelegt;

f schuf mittels unüberprüfbarer Informationen, Lügengeschichten und / oder gefälschten Urkun-
den über die angeblich getätigten Investitionen ein nicht durchschaubares Konstrukt und hielt die 
Geldgeber faktisch von einer Überprüfung seines Leistungswillens und seiner Leistungsfähigkeit 
ab bzw. verunmöglichte eine solche;

g leistete I.________, J.________, E.________ und F.________ angeblich aus ihren Investitionen 
stammende Zinszahlungen, um allfällige Restzweifel bei den Geldgebern zu zerstreuen bzw. de-
ren Hoffnung auf eine vollständige Rückzahlung der Vermögenswerte zu erhalten oder gegebe-
nenfalls weitere Vermögenswerte erhältlich zu machen oder eine Anzeige zu verhindern;

h verbrauchte die ihm zwecks Verwaltung anvertrauten Gelder vereinbarungswidrig wissentlich 
und willentlich zwecks regelmässiger Finanzierung seines Lebensunterhalts, seines Spielverhal-
tens, für eigene risikoreiche Investitionen sowie Rückzahlungen fälliger Schulden, vertraglicher 
Verpflichtungen und Kreditraten und verschaffte sich dadurch einen finanziellen Vorteil, auf den 
er keinen Anspruch hatte;

i lieh sich zur Rückzahlung bestehender Schulden, ausstehender Kreditraten und Zinszahlungen 
unter falschem Vorwand und Versprechungen immer neue Gelder oder liess sich solche zur an-
geblichen Vermögensverwaltung überweisen;

j verfügte im Zeitpunkt der Geldübergaben über ein durchschnittliches Monatseinkommen von le-
diglich ca. CHF 3‘800.00, war hoch verschuldet und somit weder in der Lage noch willens, die 
Vermögenswerte zurückzuzahlen, so dass die Rückzahlungsforderungen der Geldgeber bereits 
im Zeitpunkt der Auszahlung erheblich gefährdet und infolgedessen in ihrem Wert wesentlich 
herabgesetzt waren;

k verschaffte sich durch die Vermögenswerte ein regelmässiges Einkommen für die Finanzierung 
seines Lebensunterhalts.»

30

9.2 Unbestrittener Sachverhalt

D.________ und der Beschuldigte lernten sich unbestrittenermassen im April 2012 
in einem Beach-Volleyball-Trainingslager in der Türkei kennen. Nach der Rückkehr 
in die Schweiz standen die beiden via WhatsApp in Kontakt und erzählte 
D.________ dem Beschuldigten, dass sie aufgrund ihrer Scheidung zu Geld ge-
kommen sei, bisher jedoch noch nie Geld gehabt und sich auch noch nie damit be-
fasst habe. In der Folge schlossen D.________ und der Beschuldigte einen Vertrag 
über die Verwaltung einer Investitionssumme von CHF 500'000.00 ab. Vertraglich 
wurden eine dreijährige Investition des Betrages sowie ein garantierter Mindestzins 
von 2.28% vereinbart. Bereits vor Vertragsabschluss hatte D.________ auf Anwei-
sung des Beschuldigten hin bei der AB.________ (AG) Bank AG ein Konto auf ih-
ren Namen eröffnet, auf welches sie dann Valuta 12. Juni 2012 die 
CHF 500'000.00 überwies und von welchem sie dem Beschuldigten die Online-
Zugangscodes abmachungsgemäss zur Verfügung stellte. Der Beschuldigte be-
streitet nicht, eine Investition in den Immobilien-Fonds (AS.________ (Fonds)) nie 
ernsthaft in Betracht gezogen zu haben und auch nicht, den angeblich von der 
AB.________ (AG) stammenden Beleg (pag. 04 002 008) gefälscht zu haben, um 
D.________ glauben zu machen, ihre Investition sei im AS.________ (Fonds) si-
cher angelegt. Unbestritten ist auch, dass der Beschuldigte die ihm von 
D.________ anvertrauten CHF 500'000.00 in den ersten 30 Tagen nach dem Zah-
lungseingang auf das Konto bei der AB.________ (AG) grossmehrheitlich, konkret 
im Umfang von CHF 450'210.00 (entsprechend 90% der anvertrauten Gelder), auf 
seine Privatkonti überwies. Und ebenfalls, dass er das Geld einerseits dazu ver-
wendete, um anderweitige Schulden zurückzuzahlen, und andererseits, um es an 
der Börse zu investieren oder um zu wetten, es mithin abrede- und zweckwidrig 
verbrauchte. Unbestritten ist schliesslich, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt der 
Investition von D.________ über ein Monatseinkommen von lediglich 
CHF 3'800.00 verfügte und überdies hoch verschuldet war. 

9.3 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen

Der Beschuldigte bestreitet, D.________ anlässlich ihres Kennenlernens gesagt zu 
haben, er arbeite bei einer Bank. Weiter streitet der Beschuldigte ab, sich mit 
D.________ zwecks Vertragsunterzeichnung getroffen zu haben. Er machte auch 
in der oberinstanzlichen Verhandlung noch geltend, den vom 1. Juni 2012 datie-
renden Vertrag über die Verwaltung von CHF 500'000.00 nachträglich erstellt, 
rückdatiert und D.________ zugeschickt zu haben. Umstritten ist weiter, ob auch 
D.________ nebst dem Beschuldigten weiterhin über die Zugangsdaten zu ihrem 
Konto bei der AB.________ (AG) verfügte, mithin Einsicht in das auf ihren Namen 
lautende Konto hatte. Beweismässig zu klären sind sodann die Beweisfragen, ob 
der Beschuldigte D.________ auch anbot, einen Kollegen bei der Bank bezüglich 
Hypothek um Rat zu fragen, inwiefern sich D.________ zum Investitionszeitpunkt 
in finanziellen Belangen auskannte und damit zusammenhängend, ob sie von einer 
sicheren Anlage ohne Verlustrisiko ausging. 

Mit Blick auf die rechtliche Würdigung, insbesondere das Tatbestandserfordernis 
der Arglist, wird sodann zu prüfen sein, ob Hinweise auf die Art der Beziehung zwi-
schen D.________ zum Beschuldigten dargetan sind und welche Angaben Letzte-

31

rer der Geschädigten gegenüber konkret machte. Unter Bezugnahme auf den sub-
jektiven Tatbestand wird ausserdem zu klären sein, ob der Beschuldigte beabsich-
tigte, D.________ den Betrag von CHF 500'000.00 zurückzuerstatten und ob Hin-
weise dafür dargetan sind, dass für ihn erkennbar war, dass D.________ ihm und 
seinen Angaben vertraute und er dieses Vertrauen gezielt förderte und ausnutzte. 

9.4 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zu würdigenden relevanten Beweismittel – konkret die Straf-
anzeige vom 15. September 2015 (pag. 04 002 001 ff.), den Vertrag zwischen 
D.________ und dem Beschuldigten vom 1. Juni 2012 (pag. 04 002 006), das Do-
kument «Anlageberatung (Verteilung des Vermögens)» (pag. 05 001 109), die E-
Mails des Beschuldigten vom 8. Mai 2012 und vom 14. Mai 2012 (pag. 14 003 006 
und pag. 14 03 008), die Eröffnungsunterlagen des AB.________ (AG)-Kontos 
(pag. 07 004 215 ff.), den gefälschten Transaktionsbeleg der AB.________ (AG) 
vom 21. Juni 2012 (pag. 05 002 020), den Revisionsbericht (pag. 09 001 005 ff., 
insbes. pag. 09 001 014 f.), den Kontoauszug der AB.________ (AG) Bank AG 
vom 8. September 2015 (pag. 04 002 009 ff.), den E-Mail- und Chatverkehr zwi-
schen dem Beschuldigten und D.________ (pag. 04 002 020 ff.), die Aussagen des 
Beschuldigten (pag. 05 001 008 ff., pag. 05 001 070 ff., pag. 05 001 083 ff., pag. 05 
001 177 ff., pag. 05 001 275 ff., pag. 18 210 ff.) sowie diejenigen von D.________ 
(pag. 05 002 001 ff., pag. 18 192 ff.) – vollständig aufgelistet und deren Inhalt so-
weit relevant korrekt zusammengefasst, es kann darauf verwiesen werden (pag. 18 
300 ff., S. 35 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung). Allfällige Ergänzungen nimmt 
die Kammer direkt in der hierauf vorzunehmenden Beweiswürdigung vor. 

In der oberinstanzlichen Verhandlung wurde der Beschuldigte erneut zu Person 
und Sache einvernommen (pag. 19 309 ff.). Es wird darauf verzichtet, seine Aus-
sagen an dieser Stelle zusammenzufassen. Soweit relevant wird auch darauf direkt 
im Rahmen der Würdigung hiernach eingegangen. 

9.5 Beweiswürdigung

Die Kammer schliesst sich mit den hiernach erwähnten Präzisierungen und Ergän-
zungen auch der korrekten vorinstanzlichen Beweiswürdigung an (vgl. pag. 18 
310 ff., S. 45 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung): 

«Nachdem der Beschuldigte bei seiner Einvernahme im Jahr 2015 sinngemäss noch abgestritten hat-
te, unrechtmässig gehandelt zu haben, war er nach seiner Verhaftung im Jahr 2017 geständig, das 
Geld von D.________ abredewidrig verwendet zu haben. Die konkrete Geldverwendung ergibt sich 
aus den Akten denn auch unzweifelhaft, so dass der Schwerpunkt der Beweiswürdigung auf der Be-
ziehung zwischen der Geschädigten und dem Beschuldigten und der Frage, was er ihr gegenüber 
behauptet hatte, liegt.

D.________ und der Beschuldigte, die sich im April 2012 in einem Volleyball-Trainingslager in der 
Türkei kennen gelernt hatten, schlossen am 01.06.2012 einen Vertrag über die Verwaltung einer In-
vestitionssumme von CHF 500‘000.00 ab. Zwar behauptete der Beschuldigte anlässlich der Haupt-
verhandlung plötzlich, er habe den Vertrag rückdatiert und D.________ zugeschickt, nachdem er das 
Geld erhalten habe und eigentlich habe er gar keinen Vertrag machen müssen, habe dies aber den-
noch getan, weil er ihr Geld habe zurückzahlen wollen. Diese Aussage steht jedoch im Widerspruch 
zu den glaubhaften Aussagen von D.________, wonach sie sich zur Unterzeichnung des Vertrags ge-

32

troffen hätten und sie den Vertrag erstmals am Tag der Unterzeichnung gesehen habe, anlässlich der 
auch ihr Freund anwesend gewesen sei. Gegen die Aussage des Beschuldigten spricht weiter, dass 
er in seiner E-Mail an D.________ vom 08.05.2012 den Vertrag bereits erwähnte. Weiter erwähnte 
der Beschuldigte die angebliche Rückdatierung vorgängig in keiner einzigen seiner sieben Einver-
nahmen und schliesslich weist auch die Frage von I.________ und die darauf folgende widersprüchli-
che Aussage des Beschuldigten an der Hauptverhandlung (vgl. nachfolgende Ziff. IV.A.6.2.2.1 bzw. 
pag. WSG 18 220) darauf hin, dass einerseits zumindest dieser schriftliche Vertragsschluss nicht le-
diglich der „Gutwilligkeit“ des Beschuldigten zu verdanken war und sich der Beschuldigte andererseits 
bezüglich Zeitpunkt und Abschluss des Vertrags nicht mehr erinnern konnte. Das Gericht erachtet es 
zusammenfassend als erstellt, dass der Vertrag vom 01.06.2012 tatsächlich auch am 01.06.2012 un-
terzeichnet worden war, also knapp zwei Wochen vor der Geldüberweisung.

Vertraglich vereinbart wurde, dass diese Summe für drei Jahre investiert werden solle und ein Min-
destzins von 2,28% garantiert sei. Bereits im Vorfeld des Vertragsschlusses hatte D.________ auf 
Geheiss des Beschuldigten bei der AB.________ (AG) ein Konto auf ihren Namen eröffnet, auf das 
sie dann Valuta 12.06.2012 die CHF 500‘000.00 überwies. Sie stellte ihm die Online-Zugangscodes 
für das Konto abmachungsgemäss zur Verfügung, worauf er innerhalb von nur 30 Tagen seit der 
Überweisung rund CHF 450‘000.00 und folglich 90% der ihm anvertrauten Summe auf eigene Konti 
transferierte. Er bezahlte damit insbesondere drängende Schulden. In den folgenden rund 1½ Jahren 
zog er auch die restlichen CHF 50‘000.00 vom AB.________ (AG)-Konto ab, so dass dieses kurz vor 
Ablauf der vereinbarten Investitionsdauer von drei Jahren noch einen Stand von CHF 13.70 aufwies. 
Damit ist bereits gesagt, dass der Beschuldigte das ihm anvertraute Kapital umgehend abredewidrig 
verwendete. Er gab letztlich zu, D.________ vorgespiegelt zu haben, ihr Geld sicher und zu einem 
Mindestzinssatz von 2,28% für drei Jahre in einen Immobilienfonds anzulegen, obwohl er dies nie 
ernsthaft vorgehabt hatte. Auch war er geständig, einen angeblichen Transaktionsbeleg der 
AB.________ (AG) selbst hergestellt zu haben, um D.________ glauben zu machen, ihre Investition 
sei im AS.________ (Fonds) sicher angelegt. Der in der Anklageschrift geschilderte äussere Ablauf 
der Ereignisse ist folglich erstellt.

Entscheidend für die rechtliche Beurteilung sind jedoch die Beziehung der Geschädigten zum Be-
schuldigten sowie die Frage, was dieser ihr für weitere Angaben gemacht hatte und ob sie diesen ver-
trauen konnte und durfte. Das Gericht erlebte D.________ als überzeugende, überlegte, aber in Ver-
mögensfragen sehr naive Person, die den Beschuldigten keinesfalls mehr als nötig belastete. Es 
handelt sich bei ihr um eine intelligente, gut ausgebildeten [recte: ausgebildete] Frau, die jedoch bis 
zu ihrer Scheidung Ende 2011 [recte: und damit bis zu ihrer Scheidung] nie über grössere Geldmen-
gen verfügt hatte. D.________ gab unumwunden zu, den Beschuldigten erst rund zwei Monate vor 
dem Abschluss des Vertrags in einem Trainingslager kennengelernt zu haben und nicht sehr viel über 
ihn zu wissen, zudem keine Abklärungen getätigt zu haben. Sie schilderte nachvollziehbar, wie 
A.________ ihr erzählt habe, er sei hauptberuflich in einer Bank tätig, wo er Anlagen tätige, was sie 
angesichts der ihr kürzlich zugekommenen grossen Geldsumme als sehr „praktisch“ empfand, da sie 
sich zu dieser Zeit fragte, was sie mit dem Geld tun solle. A.________ seinerseits bestritt, 
D.________ erzählt zu haben, er arbeite bei einer Bank und tätige dort Vermögensanlagen. Abgese-
hen davon, dass die Aussagen von D.________ in sich stimmig und daher glaubhaft sind, geht auch 
aus den E-Mails des Beschuldigten vom 08. und 14.05.2012 hervor, dass er ihr sehr wohl vorspiegel-
te, er arbeite in einer Bank. In der E-Mail vom 14.05.2012 schrieb er nämlich, er habe am folgenden 
Tag ein Gespräch mit einem Kollegen aus der Bank wegen der Hypothek von D.________ und in der 
E-Mail vom 08.05.2012 hielt er fest, er könne den Fonds von der Bank aus verwalten. D.________ 
durfte diese E-Mails im Gesamtkontext zweifellos so verstehen, dass der Beschuldigte selbst auch 

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dort arbeite. Den Eindruck, es handle sich bei ihm um einen auf Anlagen spezialisierten Bankange-
stellten, verstärkte er der offensichtlich unerfahrenen D.________ gegenüber mit der graphischen 
Darstellung „Verteilung des Vermögens“, in der er geschickt aufzeigte, wie sie mit der grossen Geld-
summe, welche ihr unverhofft aufgrund der Scheidung zugeflossen war, verantwortungsvoll umgehen 
könne. Mit zum Gefühl, sie könne dem Beschuldigten vertrauen, trug bei D.________ auch der Um-
stand be