# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79be02f9-01a1-56bf-98e7-179803b01b4b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.03.2022 200 2021 519
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-519_2022-03-09.pdf

## Full Text

200 21 519 SCHG
SCI/GET/LAB

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 9. März 2022

Vorsitzender Verwaltungsrichter Schwegler
Fachrichter Dr. med. Gubler und Fürsprecher Cadotsch
Gerichtsschreiber Germann

1. CSS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 8)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6005 Luzern

2. Moove Sympany AG (BAG Nr. 57)
c/o Sympany Gruppe, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

3. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
c/o Groupe Mutuel, Av. de la Rasude 8, 1006 Lausanne

4. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

5. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg (BAG Nr. 246)
Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg

6. CONCORDIA 
Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

7. Atupri Gesundheitsversicherung (BAG Nr. 312)
Zieglerstrasse 29, 3001 Bern

8. Avenir Assurance Maladie SA (BAG Nr. 343)
c/o Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

9. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376)
Wankdorfallee 3, Postfach, 3001 Bern

10. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

11. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
c/o Sympany Gruppe, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

12. Easy Sana Assurance Maladie SA (BAG Nr. 774)
c/o Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

13. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Birspark 1, Postfach, 4242 Laufen 

14. sodalis Gesundheitsgruppe (BAG Nr. 941)
Balfrinstrasse 15, 3930 Visp

15. Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994) 
c/o Helsana-Gruppe, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

16. SWICA Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8401 Winterthur

17. Mutuel Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1479)
c/o Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

18. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509)
Jägergasse 3, Postfach 2010, 8004 Zürich

19. INTRAS Assurance-maladie SA (BAG Nr. 1529)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

20. Philos Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1535)
c/o Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

21. Assura-Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully

22. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3015 Bern 

23. Agrisano Krankenkasse AG (BAG Nr. 1560)
Laurstrasse 10, 5200 Brugg AG

24. Helsana Versicherungen AG (BAG Nr. 1562)
Zürichstrasse 130, Postfach, 8600 Dübendorf

25. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
c/o Visana AG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3015 Bern

26. Arcosana AG (BAG Nr. 1569)
c/o CSS-Gruppe, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6005 Luzern

27. vivacare AG (BAG Nr. 1570)
c/o Visana AG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3015 Bern 

28. Compact Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1575)
c/o Sanitas Grundversicherungen AG, Jägergasse 3, Postfach 2010, 
8004 Zürich

29. Sanagate AG (BAG Nr. 1577)
c/o CSS-Gruppe, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6005 Luzern

Klägerinnen

gegen

A.________
Beklagter

betreffend Klage vom 30. Juni 2021

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 3

Sachverhalt:

Mit Eingabe vom 30. Juni 2021 reichten 29 Krankenversicherer (nachfol-
gend Klägerinnen), alle vertreten durch den Verein santésuisse (nachfol-
gend santésuisse), gegen Dr. med. A.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin (nachfolgend Beklagter), Klage ein. Sie stellen folgende 
Rechtsbegehren (S. 3): 

1. Der Beklagte sei für das Jahr 2019 gemäss Regressionsindex zur Rückzahlung 
von Fr. 148’024.-- an die Klägerinnen zu verpflichten.

2. Eventualiter sei der Beklagte für das Jahr 2019 gemäss ANOVA-Index zur 
Rückzahlung von Fr. 219’375.-- an die Klägerinnen zu verpflichten.

3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Klägerinnen das Recht vorbe-
halten, den Rückforderungsbetrag nach Abschluss des Beweisverfahrens an-
zupassen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellten die Klägerinnen die folgenden An-
träge: 

1. Aufgrund der aktuell noch intensiv geführten Vergleichsverhandlungen ist diese 
Klage bis zur Mitteilung des Scheiterns der Verhandlungen durch die Gesuch-
stellerinnen zu sistieren, längstens jedoch für ein halbes Jahr.

2. Bei Wiederaufnahme des Verfahrens vor Schiedsgericht sei, sofern gesetzlich 
bzw. sachlich notwendig, ein Vermittlungsverfahren durchzuführen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. August 2021 wies der Instruktions-
richter das Gesuch um Sistierung ab, nachdem sich der Beklagte innert der 
ihm gesetzten Frist zum entsprechenden Antrag nicht hatte vernehmen 
lassen. In der Folge teilte der Beklagte dem Schiedsgericht mit, mit der 
Sistierung einverstanden zu sein, woraufhin der Instruktionsrichter mit pro-
zessleitender Verfügung vom 21. September 2021 das Verfahren sistierte.

Mit Schreiben vom 14. Januar 2022 orientierte santésuisse das Schiedsge-
richt, die Vergleichsverhandlungen seien gescheitert, woraufhin der Instruk-
tionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 18. Januar 2022 die 
Sistierung des Verfahrens aufhob und dem Beklagten für die Einreichung 
einer Klageantwort Frist ansetzte. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 4

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Februar 2022 stellte der Instrukti-
onsrichter fest, der Beklagte habe sich innert Frist nicht vernehmen lassen. 
Der Schriftenwechsel und das Beweisverfahren würden geschlossen und 
das Schiedsgericht werde in der Besetzung Verwaltungsrichter Dr. iur. 
Schwegler (Vorsitz), Dr. med. Christian Gubler (Fachrichter), Fürsprecher 
Paul Cadotsch (Fachrichter) und Gerichtsschreiber Germann urteilen.

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) sind Streitigkeiten zwi-
schen Versicherern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht zu 
entscheiden. Die Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem 
kantonalen Versicherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 Halb-
satz 1 KVG), was der Kanton Bern getan hat (Art. 40 des kantonalen Ge-
setzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze über 
die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung [EG KUMV; BSG 
842.11]).

1.2 Im vorliegenden Verfahren ist eine Streitigkeit zwischen Versiche-
rern und einem Leistungserbringer zu beurteilen, weshalb die sachliche 
Zuständigkeit des Schiedsgerichts gegeben ist. Die Praxis des Beklagten 
liegt im Kanton Bern (Akten der Klägerinnen [act. I] 7 S. 1), womit das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern auch 
örtlich zuständig ist (Art. 89 Abs. 2 KVG). 

Die Vertretungsvollmacht von santésuisse für das vorliegende Verfahren 
ergibt sich für diejenigen Krankenversicherer, die santésuisse-Mitglieder 
sind (vgl. Mitgliederverzeichnis von santésuisse, abrufbar unter 
www.santésuisse.ch), aus Art. 17 der santésuisse-Statuten (vgl. 
www.santésuisse.ch). Diejenigen Krankenversicherer, die nicht Mitglied 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 5

von santésuisse sind, haben laut unbestritten gebliebenen Angaben in der 
Klage santésuisse zur Verfahrensführung bevollmächtigt (vgl. S. 3, Rz. 2). 
Schliesslich entspricht die Klage den Formvorschriften (Art. 46 Abs. 2 EG 
KUMV i.V.m. Art. 32 Abs. 2 und 3 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die Kla-
ge ist somit einzutreten. 

1.3 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der Par-
teien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Er-
messen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten der 
klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen, als sie ver-
langt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 
VRPG). 

Vorliegend ist zu prüfen, ob der Beklagte den Klägerinnen für das Jahr 
2019 zu Unrecht erhaltene Vergütungen zurückbezahlen muss und gege-
benenfalls wie hoch der entsprechende Betrag ist.

1.4 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) finden gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem 
kantonalen Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG 
schreibt vor, dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das 
Schiedsgericht die für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwir-
kung der Parteien festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise 
erhebt und in der Beweiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kan-
ton regelt das Weitere (Art. 89 Abs. 5 Halbsatz 1 KVG). Das Klageverfah-
ren richtet sich vorbehältlich abweichender Regelungen des EG KUMV 
(Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) nach dem VRPG.

1.5 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied einer Abteilung des Ver-
waltungsgerichts als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin oder 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 6

einem Vertreter der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. Diese 
werden von der oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 56 
Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; vgl. 
auch Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 KVG).

2.

2.1 Die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abge-
rechneten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Der Leistungserbringer muss sich in seinen Leis-
tungen auf das Mass beschränken, das im Interesse der Versicherten liegt 
und für den Behandlungszweck erforderlich ist (Art. 56 Abs. 1 KVG). Für 
Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung ver-
weigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu Un-
recht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Abs. 2).

2.2 Gemäss Art. 59 Abs. 1 KVG werden gegen Leistungserbringer, 
welche gegen die im Gesetz vorgesehenen Wirtschaftlichkeits- und Qua-
litätsanforderungen (Art. 56 und 58 KVG) oder gegen vertragliche Abma-
chungen verstossen, Sanktionen ergriffen, welche unter anderem die 
gänzliche oder teilweise Rückerstattung der Honorare, welche für nicht 
angemessene Leistungen bezogen wurden (lit. b), umfassen. Über Sankti-
onen entscheidet das Schiedsgericht nach Art. 89 auf Antrag eines Versi-
cherers oder eines Verbandes der Versicherer (Art. 59 Abs. 2 KVG). 

Obschon die Rückerstattung der Honorare (Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG) neu 
unter dem Begriff "Sanktionen" (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 KVG) steht, bleibt die 
zu Art. 56 Abs. 2 KVG ergangene Rechtsprechung anwendbar, wonach 
(namentlich) kein Verschulden des Leistungserbringers vorausgesetzt wird 
(BGE 141 V 25 E. 8.4 S. 30).

2.3

2.3.1 Leistungserbringer und Versicherer legen vertraglich eine Methode 
zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit fest (Art. 56 Abs. 6 KVG). Eine Zielset-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 7

zung dieser Norm war, zum einen die Bemessung der Wirtschaftlichkeit der 
Leistungen transparent und namentlich für die Ärzte nachvollziehbar zu 
machen, zum andern die Morbidität des Patientenkollektivs miteinzubezie-
hen (BGE 144 V 79 E. 5.3.1 S. 82 mit Hinweisen).

2.3.2 Zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit kann rechtsprechungs-
gemäss sowohl die statistische Methode (Durchschnittskostenvergleich) als 
auch die analytische Methode (Einzelfallprüfung) – oder eine Kombination 
beider Methoden – zur Anwendung gelangen (BGE 135 V 237 E. 4.6.1 S. 
245). Voraussetzung für die Anwendbarkeit der statistischen Methode ist, 
dass sich das Vergleichsmaterial hinreichend ähnlich zusammensetzt und 
sich der Vergleich über einen genügend langen Zeitraum erstreckt, wo-
durch bloss zufällige Unterschiede mehr oder weniger ausgeglichen wer-
den. Eine Überarztung liegt vor, wenn eine ins Gewicht fallende Zahl von 
Rechnungen desselben Arztes an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl 
von Rechnungen von Ärzten des gleichen Fachbereichs in geographisch 
gleichem Tätigkeitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut im Durch-
schnitt erheblich höher ist, ohne dass den Durchschnitt beeinflussende 
Besonderheiten geltend gemacht werden können. Falls die Wirtschaftlich-
keit in Anwendung der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine Un-
wirtschaftlichkeit nicht schon bei Überschreitung des statistischen 
Mittelwertes (100 Indexpunkte) vermutet werden. Vielmehr ist den Ärzten 
einerseits ein Toleranzbereich und zudem allenfalls ein Zuschlag zu die-
sem Toleranzwert (zu dem den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) 
zuzugestehen, um spezifischen Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen. 
Nach der Rechtsprechung liegt der Toleranzbereich zwischen 120 und 130 
Indexpunkten (BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 
5.3).

2.3.3 In BGE 130 V 377 hat das Bundesgericht entschieden, dass bei 
der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich die Vergütungen sämtlicher 
verursachten (direkten und veranlassten) Kosten zu berücksichtigen sind, 
und zwar bei der Bestimmung der Indizes im Rahmen der statistischen 
Methode ebenso wie bei der Bemessung der Rückerstattungspflicht. In 
BGE 133 V 37 hat es – in Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung – 
erkannt, dass bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich eine Ge-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 8

samtbetrachtung Platz zu greifen hat und dementsprechend auf den die 
Arzt-, die Medikamenten- und – soweit möglich – die veranlassten Kosten 
berücksichtigenden Gesamtkostenindex abzustellen ist. Schliesslich hat 
das Bundesgericht in BGE 137 V 43 die Rechtsprechung gemäss BGE 130 
V 377 dahingehend geändert, dass von der Rückerstattungspflicht nach 
Art. 56 Abs. 2 KVG nur die direkten Kosten (einschliesslich der abgegebe-
nen Medikamente), nicht hingegen die vom Arzt veranlassten Kosten er-
fasst werden. Nach wie vor ist jedoch die Frage, ob das 
Wirtschaftlichkeitserfordernis erfüllt ist, aufgrund einer Gesamtbetrachtung 
im Sinne von BGE 133 V 37 zu beantworten, wobei ein überdurchschnittli-
cher Anteil an selber erbrachten – bei unterdurchschnittlich ausgelagerten 
– Leistungen zumindest im Sinne einer Praxisbesonderheit zu berücksich-
tigen ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2012, 
9C_110/2012, E. 2.2). Massgebend ist somit der Gesamtkostenindex. Liegt 
dieser innerhalb des Toleranzbereichs, ist das Wirtschaftlichkeitsgebot 
nicht verletzt. Andernfalls ist – in einem zweiten Schritt – zu prüfen, ob die 
direkten Kosten den Toleranzwert übertreffen. Trifft das nicht zu, besteht 
trotz Überarztung keine Rückerstattungspflicht. Es können sich jedoch al-
lenfalls Massnahmen nach Art. 59 Abs. 1 lit. a, c oder d KVG aufdrängen 
(SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.4).

2.4 Der von den Krankenversicherern gestützt auf die statistische Me-
thode um Rückerstattung angegangene Arzt hat aus Gründen des rechtli-
chen Gehörs einen Anspruch darauf, in die für den 
Wirtschaftlichkeitsvergleich herangezogenen Daten Einsicht zu nehmen. 
Bei Anwendung der statistischen Methode der Wirtschaftlichkeitsprüfung 
hat der Verband der Krankenversicherer deshalb die Namen der Ärzte, 
welche die Vergleichsgruppe bilden, sowie – in anonymisierter Form – de-
ren individuelle Daten aus dem "santésuisse-Datenpool" offenzulegen 
(SVR 2011 KV Nr. 15 S. 59 E. 4.4).

3.

3.1 Die Aktivlegitimation der klagenden Krankenversicherer ergibt sich 
aus Art. 56 Abs. 2 bzw. Art. 59 Abs. 2 KVG. Als Klägerinnen treten vorlie-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 9

gend Krankenkassen auf, die im Jahr 2019 vom Beklagten ausgestellte 
Rechnungen vergütet und santésuisse zur Aufnahme in die Rechnungsstel-
lerstatistik (RSS) gemeldet haben, was denn auch unbestritten ist. Bei den 
im Rubrum des vorliegenden Urteils aufgeführten Krankenversicherern 
handelt es sich um jene, welche im Rubrum der Klage vom 30. Juni 2021 
aufgeführt sind. Die INTRAS Assurance-maladie SA (BAG Nr. 1529; Ru-
brum Ziff. 19) hat mit der Arcosana AG (BAG Nr. 1569; Rubrum Ziff. 26) 
fusioniert (vgl. SHAB Nr. 1005374898 vom 6. Januar 2022), was jedoch 
nicht von Belang ist, muss doch die interne Aufteilung des Rückforde-
rungsbetrages unter den klagenden Kassen nicht in der Klage spezifiziert 
sein und ist es deshalb auch unerheblich, wenn im Rubrum der Klage und 
des angefochtenen Urteils allenfalls Kassen aufgeführt sind, die inzwischen 
zu existieren aufgehört haben. Insoweit gehen die mit dem vorliegenden 
Urteil begründeten Rechte und Pflichten auf die Rechtsnachfolger der im 
Rubrum aufgeführten Krankenversicherer über. Soweit unterschiedliche 
Parteibezeichnungen bloss auf einen Namenswechsel der klagenden Kas-
sen zurückgehen, liegt darin von vornherein kein rechtlich relevanter Par-
teiwechsel (Entscheid des BGer vom 10. Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 
5).

3.2 Die Passivlegitimation des Beklagten ergibt sich aus Art. 56 Abs. 2 
bzw. Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG. Vorliegend fordern die Klägerinnen vom Be-
klagten als Leistungserbringer Vergütungen zurück, von denen sie geltend 
machen, diese seien zu Unrecht bezahlt worden.

4.

4.1 Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG (in der seit 1. Januar 2021 gültigen 
Fassung) erlischt der Rückforderungsanspruch drei Jahre, nachdem die 
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber 
fünf Jahre seit der Auszahlung der einzelnen Leistung. Nach der zu aArt. 
25 Abs. 2 ATSG ergangenen Rechtsprechung fand die bis 31. Dezember 
2020 massgebliche geltende einjährige (relative) und die weiterhin geltende 
fünfjährige (absolute) Verwirkungsfrist auch Anwendung, soweit der 
Rückforderungsanspruch statt auf Art. 25 ATSG auf Art. 56 Abs. 2 KVG 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 10

gestützt wurde (BGE 133 V 579 E. 4.1 S. 582). Ob mit Blick auf das Datum 
der Klageeinreichung bereits die seit 1. Januar 2021 massgebliche 
(relative) dreijährige Verwirkungsfrist Anwendung findet oder aufgrund des 
vorliegend zur Diskussion stehenden Statistikjahres 2019 die vormals 
einjährige Frist, kann im Lichte der nachfolgenden Erwägungen offen 
bleiben. 

4.2

4.2.1 Nach der bisherigen Rechtsprechung wurde die (relative) Verwir-
kungsfrist ein für allemal gewahrt, wenn innerhalb eines Jahres nach 
Kenntnis der RSS (als Grundlage der behaupteten Überarztung) das Rück-
forderungsbegehren bei einer vertraglichen Schlichtungsinstanz oder der 
gesetzlichen Vermittlungsbehörde oder direkt beim Schiedsgericht einge-
reicht wurde (Entscheid des BGer vom 25. März 2008, K 9/07, E. 7.1 und 
7.2). Nach bisheriger Praxis begann die relative Verwirkungsfrist zu laufen, 
nachdem die Klägerinnen Kenntnis von der Datenaufbereitung des Daten-
pools der SASIS AG betreffend die RSS Kenntnis hatten. 

4.2.2 Die Klägerinnen machen geltend, mit der Etablierung der 
Regressionsanalyse werde die RSS nicht mehr durch die SASIS AG 
produziert. Stattdessen führe santésuisse die Berechnungen betreffend die 
zweistufige Regressionsanalyse in eigener Verantwortung durch. Die 
Berechnungen würden in der Folge durch die Polynomics AG, als 
Entwicklerin der Methode, validiert und zertifiziert. Vorliegend sei die 
Zertifizierung der Datenaufbereitung bzw. der Datenberechnung und somit 
die Frist auslösende Kenntnisnahme für das Statistikjahr 2019 am 20. Juli 
2020 erfolgt (Klage, S. 4, Rz. 3).

4.3 Die Klägerinnen reichten ein mit "Zertifikat" betiteltes Dokument 
der Polynomics AG vom 20. Juli 2020 zu den Akten (act. I 6). Darin 
bestätigt diese, die Berechnungen der santésuisse betreffend die Indizes 
im Rahmen der Screening-Methode für das Statistikjahr 2019 per 20. Juli 
2020 geprüft zu haben. Weiter bescheinigt die Polynomics AG, dass 
santésuisse ihre Berechnungen fachlich korrekt und konform mit dem 
Methodenvertrag nach Art. 56 Abs. 6 KVG vom 20. März 2018 durchgeführt 
habe. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 11

Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Angaben nicht korrekt 
sein könnten. Dergleichen macht auch der Beklagte nicht geltend. Waren 
demnach den Klägerinnen per 20. Juli 2020 die massgeblichen Daten als 
Grundlage für die Geltendmachung der hier strittigen Überarztung für das 
Statistikjahr 2019 bekannt, so war mit Blick auf die beim hiesigen 
Schiedsgericht am 8. Juli 2021 (Poststempel: 7. Juli 2021) eingegangene 
Klage auch die (relative) einjährige Verwirkungsfrist gewahrt. Da hier Ver-
gütungen für das Jahr 2019 zurückgefordert werden, ist die Fünfjahresfrist 
ebenfalls eingehalten.

5.

5.1 Die Klägerinnen stützen sich für ihre Wirtschaftlichkeitsprüfung in 
Bezug auf das Streitgegenstand bildende Statistikjahr 2019 (vgl. E. 1.3 
vorne) auf die statistische Methode bzw. den Durchschnittskostenvergleich, 
konkret auf die sog. zweistufige Regressionsanalyse, eventualiter auf die 
Varianzanalyse ANOVA (ANalysis Of VAriances; nachfolgend ANOVA-
Methode). Bei der zweistufigen Regressionsanalyse (nachfolgend Regres-
sionsanalyse) handelt es sich um eine neue Methode der 
Wirtschaftlichkeitsprüfung (vgl. Klage, S. 5, Rz. 7; Urteile des Verwaltungs-
gerichts des Kantons Bern vom 18. Januar 2022, SCHG/2020/869 f., E. 4.1 
f. und SCHG/2019/547, E. 2.3 sowie vom 17. Februar 2022, 
SCHG/2019/553, E. 5.1 f.). 

In einem am 27. Dezember 2013/16. Januar 2014 abgeschlossenen Ver-
trag haben die Vereinigung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) auf 
der einen Seite, santésuisse (Die Schweizer Krankenversicherer) und cura-
futura (Die innovativen Krankenversicherer) auf der anderen Seite gestützt 
auf Art. 56 Abs. 6 KVG als statistische Methode zur Kontrolle der Wirt-
schaftlichkeit die Varianzanalyse [ANOVA] festgelegt. Weiter vereinbarten 
die Vertragsparteien, dass das heute verwendete Varianzanalysenmodell 
künftig von Leistungserbringern und Versicherern gemeinsam weiterentwi-
ckelt und unter anderem durch Morbiditätsvariablen ergänzt werden soll 
(BGE 144 V 79 E. 5.1 S. 81). Mit am 10. Juli 2018 bzw. 15./23. August 
2018 unterzeichnetem und mit "die Screening-Methode im Rahmen der 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 12

Kontrolle der Wirtschaftlichkeit gemäss Art. 56 Abs. 6 KVG" betiteltem Ver-
trag (Version vom 20. März 2018; nachfolgend Vertrag vom 20. März 2018; 
abrufbar unter www.fmh.ch -> TARMED -> Wirtschaftlichkeitsprüfung) leg-
ten FMH, santésuisse und curafutura als Screeningmethode die zweistufige 
Regressionsanalyse fest (Ziff. 1). Das Modell berücksichtigt auf der ersten 
Stufe die Morbiditätsfaktoren Alter und Geschlecht der Patienten, Pharma-
ceutical cost groups (PCG), Franchisen der Patienten und Spitalaufenthalt 
im Vorjahr der Patienten. Auf der zweiten Stufe berücksichtigt es die Fakto-
ren Standortkanton des Leistungserbringers sowie Facharztgruppe (Ziff. 2). 
Die Vertragsparteien einigten sich auf die Anwendung der Methode 
gemäss Ziff. 1 und Ziff. 2 in sämtlichen Verfahren ab dem Statistikjahr 2017 
(Ziff. 2). Nach Ziff. 3 des Vertrages wird die Screeningmethode auf Basis 
des Daten- und Tarifpools der SASIS AG durchgeführt. Die Regressions-
analyse ergibt Indizes betreffend die direkten Arzt-, die direkten und veran-
lassten Medikamenten-, Labor-, MiGeL- und Physiotherapiekosten sowie 
die (direkten und veranlassten) totalen Kosten (vgl. act. I 7). 

5.2 Demnach kommt für die betreffend das Statistikjahr 2019 geltend 
gemachte Rückforderung die Regressionsanalyse zur Anwendung. Soweit 
die Klägerinnen sich eventualiter auf die ANOVA-Methode stützen (vgl. 
Klage, S. 3 [Eventualbegehren, Ziff. 2], S. 9 f., Rz. 24 ff.) kann ihnen nicht 
gefolgt werden. Die Varianzanalyse wurde durch die neue 
Screeningmethode der zweistufigen Regressionsanalyse ersetzt und 
Letztere ausdrücklich als für sämtliche Verfahren ab dem Statistikjahr 2017 
anwendbar erklärt (vgl. E. 5.1 vorne). 

6.

6.1 Die Regressionsanalyse stellt – wie die vorgängige ANOVA-
Methode – einen Durchschnittskostenvergleich dar. 

6.1.1 Die grundsätzliche Eignung des arithmetischen Mittelwertver-
gleichs zum Beweis unwirtschaftlicher Behandlung wurde wiederholt 
bestätigt. Dieser erbringt nicht bloss einen Indizienbeweis (GEBHARD 
EUGSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, 2. Aufl. 2018, N. 
10 zu Art. 56 KVG). Mit dieser Methode lässt sich praxisgemäss vielmehr 

http://www.fmh.ch

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 13

der volle Beweis unwirtschaftlicher Behandlung erbringen (GEBHARD 
EUGSTER, Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. 
Aufl. 2016, S. 677 Rz. 879). 

In Bezug auf die ANOVA-Methode im Besonderen erwog das Bundesge-
richt in BGE 144 V 79 E. 5.3.2 S. 83, im Lichte von Art. 56 Abs. 6 KVG soll 
der beidseitigen Akzeptanz der künftig anzuwendenden Methode der Wirt-
schaftlichkeitskontrolle besonderes Gewicht zukommen. Es könne daher 
nicht als gesetzeswidrig bezeichnet werden, dass die Parteien (FMH sowie 
santésuisse und curafutura) das Varianzanalysemodell ANOVA vereinbart 
hätten. Im Entscheid vom 12. April 2019, 9C_558/2018, E. 7.2, erwog das 
Bundesgericht, die ANOVA-Methode sei weder als mathematisches Modell 
noch in Bezug auf die (RSS-) Datenbasis in Frage zu stellen. Da das Vari-
anzanalysenmodell als akzeptiert zu gelten habe, bedürfe es keiner Darle-
gung der "Methodik", namentlich wie Alter und Geschlecht der Patienten 
sowie kantonale Kostenunterschiede im ANOVA-Index berücksichtigt wür-
den. Nichts Anderes hat hinsichtlich der die ANOVA-Methode ab 2017 ab-
lösenden Regressionsanalyse zu gelten: Da die neue Methode von den 
Leistungserbringern und Versicherern vereinbart worden ist, bedarf es auch 
insoweit keiner Darlegung der Funktionsweise hinsichtlich der einzelnen 
(zusätzlichen) Morbiditätsvariablen im Rahmen des der 
Regressionsanalyse hinterlegten mathematischen Modells. Dies umso 
weniger, als die FMH als Vertreterin der Ärzteschaft in ihrem 
Positionspapier (Stand: 12. Dezember 2019) "Die neue statistische WZW-
Screening-Methode der Krankenversicherer – kurz erklärt." (nachfolgend 
Positionspapier der FMH; vgl. www.fmh.ch -> TARMED -> Wirtschaftlich-
keitsprüfung) zum Schluss kommt, die neue Screening-Methode stelle trotz 
Potential zur Weiterentwicklung (im Vergleich zur bisherigen ANOVA-
Methode) eine deutliche Verbesserung dar, sei wissenschaftlich fundiert 
hergeleitet und transparent und die verwendeten Morbiditätsvariablen er-
füllten im Rahmen des heute Machbaren die Forderungen der FMH (S. 4). 

6.1.2 Demnach kann (auch) die vertraglich vereinbarte Regressionsana-
lyse Beweis für das Vorliegen einer unwirtschaftlichen Behandlung erbrin-
gen. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich und der Beklagte bringt nichts 
vor, was zu einem gegenteiligen Schluss führen könnte.

http://www.fmh.ch

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 14

6.2

6.2.1 Der Durchschnittskostenvergleich ist nur dann zulässig, wenn die 
Vergleichsgruppe eine hinreichende Homogenität aufweist. Für die Ver-
gleichsgruppenzuteilung ist grundsätzlich der erworbene Facharzttitel 
massgebend (vgl. E. 2.3.2 vorne; EUGSTER, Rechtsprechung des Bundes-
gerichts zum KVG, a.a.O., N. 13 und 15 zu Art. 56 KVG).

6.2.2 Laut den unbestritten gebliebenen Angaben in der Klage führt der 
Beklagte seit dem TT. MM JJJJ in selbstständig erwerbender Tätigkeit eine 
Praxis in ... und erbringt unter der ZSR-Nr. ... Leistungen zulasten der Obli-
gatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP). Er verfügt über den Fach-
arzttitel Allgemeine Innere Medizin sowie die Fähigkeits- / 
Fertigkeitsausweise Delegierte Psychotherapie (FMPP) und Praxislabor 
(KHM) sowie über die Schwerpunkte Manuelle Medizin (SAMM) und 
Sportmedizin (SGSM; vgl. <www.medregom.admin.ch> und 
<www.sasis.ch> ->Zahlstellenregister [ZSR] ->ZSR Kurzversion für Leis-
tungserbringer; Klage, S. 4, Rz. 4).

6.3 Der Beklagte ist somit mit dem Kollektiv der Facharztgruppe All-
gemeine Innere Medizin zu vergleichen (vgl. E. 6.2.1 hiervor). Dieses um-
fasst pro 2019 5'250 Ärzte (act. I 13). Es besteht kein Anlass, die 
Vergleichsgruppe aufgrund der Fähigkeitsausweise des Beklagten enger 
zu fassen, denn die entsprechenden Weiterbildungen stellen keine weitere 
fachärztliche Befähigung dar und stehen neben einer grossen Zahl von 
privatrechtlichen Weiterbildungen der im Vergleich berücksichtigten Ärzte. 
Sie sind im grossen Vergleichskollektiv (umfassend nicht allein den Kanton 
Bern, sondern die ganze Schweiz; vgl. Klage, S. 6, Rz. 9) enthalten und 
gleichen sich somit aus. Weiter ist auch zu berücksichtigen, dass im Ver-
trag vom 20. März 2018 (vgl. E. 5.1 vorne) auf der zweiten Stufe der Aus-
gestaltung der Screeningmethode nebst der Variablen "Standortkanton des 
Leistungserbringers" auch die Variable "Facharztgruppe" eingeführt wurde. 
Auf eine weitere Spezifizierung, etwa anhand von Weiterbildungstiteln, 
wurde verzichtet. Damit erfolgte eine anderweitige Regelung als im Vertrag 
vom 27. Dezember 2013/16. Januar 2014, worin lediglich von der Anwend-

http://www.medregom.admin.ch
http://www.sasis.ch

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 15

barkeit der ANOVA-Methode (Varianzanalyse) zur Beurteilung von beob-
achteten Unterschieden innerhalb der nicht weiter spezifizierten, als solche 
bezeichneten "Vergleichsgruppe" die Rede war. Im Übrigen ergeben sich 
die massgeblichen Daten sowie die Werte der der Regressionsanalyse 
zugrunde gelegten Morbiditätsindikatoren aus dem Regressionsbericht 
(act. I 7). Mit den Morbiditätsindikatoren werden auch weiterbildungsspezi-
fische kostensteigernde Faktoren erkannt und ausgeglichen. Es bestehen 
keine Anhaltspunkte für das Vorliegen von Praxisbesonderheiten, welche 
nicht bereits durch die in der Regressionsanalyse zusätzlich verwendeten 
Morbiditätsvariablen abgebildet werden. Dergleichen macht der Beklagte 
denn auch nicht geltend. 

Demnach ist die Wirtschaftlichkeitsprüfung auf der Grundlage der vertrag-
lich vereinbarten und (grundsätzlich wie konkret) beweistauglichen Regres-
sionsanalyse durchzuführen. Massgebliches Referenzkollektiv ist die 
Facharztgruppe Allgemeine Innere Medizin. Für das Vorliegen einer index-
relevanten Praxisbesonderheit bestehen keine Anhaltspunkte und eine 
solche ist folglich nicht belegt.

7.

7.1 Die Frage, ob das Wirtschaftlichkeitserfordernis erfüllt ist, ist bei 
Anwendung des Durchschnittskostenvergleichs basierend auf dem Ge-
samtkostenindex, welcher seinerseits auf einer die direkten und veranlass-
ten Kosten beruhenden Gesamtbetrachtung fusst, zu beantworten (vgl. E. 
2.3.2 f. vorne). Der Beklagte weist für das streitbetroffene Jahr 2019 betref-
fend die totalen Kosten 158 Indexpunkte aus (act. I 7 S. 1). Indessen kann 
die demnach plausibilisierte Überarztung nicht schon bei einer Überschrei-
tung des Mittelwertes von 100 Indexpunkten angenommen werden; viel-
mehr ist (auch bei Anwendung der Regressionsanalyse) ein 
Toleranzbereich zu berücksichtigen (vgl. E. 2.3.2 f. vorne). 

Wie die Klägerinnen zu Recht darlegen, bezieht die Regressionsanalyse im 
Vergleich zur ANOVA-Methode zusätzliche Faktoren mit ein, so dass sich 
die Aussagekraft des Modells und dadurch die Güte des Verfahrens hin-
sichtlich der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Ärzte wesentlich ver-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 16

bessert (Klage, S. 7, Rz. 17). Dieser Einschätzung folgt ausdrücklich auch 
die FMH (vgl. E. 6.1.1 vorne). Seitens der Rechtsprechung wurde stets ein 
Toleranzbereich von 120 bis 130 Indexpunkten anerkannt (vgl. E. 2.3.2 
vorne; BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; EUGSTER, Rechtsprechung des Bundes-
gerichts zum KVG, a.a.O., N. 19 zu Art. 56 KVG). Praxisgemäss legt das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern den 
Auswertungen nach der neuen Regressionsanalyse bei – wie hier – fehlen-
den praxisspezifischen Besonderheiten den Wert von 120 Indexpunkten 
zugrunde (vgl. VGE SCHG/2020/869, E. 6.6.3, SCHG/2019/553, E. 7.1). 

Demnach überschreitet der Beklagte den Toleranzwert deutlich, womit eine 
Rückerstattung zu erfolgen hat. 

7.2

7.2.1 Der Beklagte weist gemäss Regressionsbericht für das Statisti-
kjahr 2019 abgerechnete direkte und veranlasste Kosten von 
Fr. 1'037'609.--, davon direkte Kosten von Fr. 615'469.-- und reine direkte 
Arztkosten von Fr. 406'785.-- auf (act. I 7). Die von den Klägerinnen (auf 
Grundlage der Regressionsanalyse) durchgeführte Berechnung der Rück-
forderung pro Statistikjahr 2019 erfolgte in Anwendung der folgenden For-
mel: 

Rückforderung = Total direkte Kosten x Regressionsindex Totale Kosten ―Toleranzindex (120)
Regressionsindex Totale Kosten

Hieraus errechneten die Klägerinnen einen Rückforderungsbetrag von 
Fr. 148’024.-- (Fr. 615’469.-- x [38/158]; vgl. Klage, S. 9, Rz. 21 f.; act. I 7). 

7.2.2 Die Regressionsanalyse erbringt Indizes in Bezug auf die direkten 
Arzt- sowie die direkten und veranlassten Medikamenten-, Labor-, MiGeL- 
Physiotherapiekosten und totalen Kosten (vgl. E. 5.1 vorne). Entsprechend 
ist bei der Berechnung der Rückforderung der Regressionsindex für die 
direkten Arztkosten massgeblich. Für die übrigen Kostenarten sind keine 
separaten, nur die direkten Kosten erfassenden Regressionsindizes aus-
gewiesen, weshalb eine Rückforderung insoweit nicht erfolgen kann, da 
ansonsten unter Verwendung der allein vorhandenen Indizes die veranlass-
ten Kosten in die Rückforderung einfliessen würden, was nicht zulässig ist 
(vgl. E. 2.3.3 vorne). Damit bleibt eine allfällige Rückforderung in Bezug auf 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 17

die übrigen Kostenarten unbewiesen. Daraus folgt im Weiteren, dass der 
Rückforderungsberechnung allein die direkten Arztkosten und der hierfür 
errechnete Regressionsindex zugrunde zu legen sind (act. I 7 S. 2). 

Demnach berechnet sich die Rückforderung basierend auf folgender For-
mel: 

Rückforderung = Total direkte Arztkosten x Regressionsindex Arztkosten direkt ―120
Regressionsindex Arztkosten direkt

7.2.3 Der Beklagte weist für das Statistikjahr 2019 betreffend die direk-
ten Arztkosten einen Index von 195 aus (act. I 7 S. 1), was weit über der 
Toleranzgrenze von 120 Indexpunkten liegt (vgl. E. 7.1 vorne). Die direkten 
Arztkosten belaufen sich auf Fr. 406’785.-- (act. I 7 S. 2). Daraus resultiert 
ein Rückerstattungsbetrag von Fr. 156'455.75 (Fr. 406’785.-- x [75/195]). 

8.

Zusammenfassend ist der Beklagte in Gutheissung der Klage zu verurtei-
len, den Klägerinnen für das Statistikjahr 2019 den Betrag von 
Fr. 156'455.75 zurückzubezahlen. 

9.

9.1 Für das Klageverfahren werden Kosten erhoben. Die Kosten rich-
ten sich gemäss Art. 47 Abs. 3 EG KUMV nach dem Dekret vom 24. März 
2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (Verfahrenskostendekret, 
VKD; BSG 161.12). Die Verfahrenskosten werden insgesamt auf
Fr. 5’000.-- festgesetzt (Art. 52 VKD). Sie sind dem unterliegenden Beklag-
ten zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 
Abs. 1 VRPG) und werden aus dem Vorschuss der Klägerinnen in der 
Höhe von Fr. 8'000.-- gedeckt. Der Beklagte hat den Klägerinnen den Vor-
schuss im Umfang von Fr. 5’000.-- zu ersetzen. Nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils wird der vom geleisteten Kostenvorschuss verbleibende 
Restbetrag von Fr. 3'000.-- den Klägerinnen zurückerstattet.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 18

9.2 Die Parteikosten sind ebenfalls nach Massgabe des Unterliegens 
auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 Abs. 
1 VRPG). 

Trotz Obsiegens haben die Klägerinnen keinen Anspruch auf eine Partei-
entschädigung, da den Parteien, die durch angestellte Juristen vertreten 
sind, praxisgemäss kein Anspruch auf eine Parteientschädigung zusteht 
(vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute 
BGer] vom 25. Januar 2006, K 46/04, E. 7). 

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. In Gutheissung der Klage wird der Beklagte verurteilt, den Klägerinnen 
für das Jahr 2019 den Betrag von insgesamt Fr. 156'455.75 zurückzu-
erstatten.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 5’000.-- werden dem Beklagten zur Be-
zahlung auferlegt und aus dem Vorschuss der Klägerinnen in der Höhe 
von Fr. 8'000.-- gedeckt. Der Beklagte hat den Klägerinnen den Vor-
schuss im Umfang von Fr. 5’000.-- zu ersetzen. Den Klägerinnen wird 
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils der vom geleisteten Kosten-
vorschuss verbleibende Restbetrag von Fr. 3'000.-- zurückerstattet. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- santésuisse z.H. der Klägerinnen  
- A.________, Dr. med.
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 9. März 2022, 200/21/519 Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.