# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fce6c7d7-b812-57ba-8253-d2cb838ba242
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.08.2019 200 2019 495
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-495_2019-08-14.pdf

## Full Text

200 19 495 SCHG bis
200 19 497 SCHG (3)
ACT/SHE/ARJ

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 14. August 2019

Vorsitzender Verwaltungsrichter Ackermann
Fachrichter Dr. med. Gubler und Fürsprecher Cadotsch
Gerichtsschreiber Schnyder

Dr. med. A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________
Gesuchsteller

gegen

Verwaltungsrichter C.________ 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern
Gesuchsgegner

1. CSS Kranken–Versicherung AG (BAG Nr. 8)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

2. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
Av. de la Rasude 8, 1006 Lausanne

3. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

4. CONCORDIA 
Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

5. Atupri Gesundheitsversicherung, vormals Atupri Krankenkasse 
(BAG Nr. 312)
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65

6. Avenir Krankenversicherung AG (BAG Nr. 343)
Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

7. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376)
Wankdorfallee 3, Postfach, 3001 Bern

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 2

8. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

9. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel

10. Kolping Krankenkasse AG (BAG Nr. 762)
Wallisellenstrasse 55, 8600 Dübendorf

11. Easy Sana Krankenversicherung AG (BAG Nr. 774)
Group Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

12. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen 

13. Krankenkasse SLKK (BAG Nr. 923)
Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich

14. Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994) in eigener Sache und 
als Rechtsnachfolgerin der sansan Versicherungen AG (BAG Nr. 
1566)
Helsana-Gruppe, Postfach, 8081 Zürich

15. SWICA Krankenversicherung (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8401 Winterthur 

16. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung (BAG Nr. 1386)
Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich

17. Mutuel Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1479)
Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

18. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509) in eigener Sa-
che und als Rechtsnachfolgerin der Wincare Versicherungen AG
(BAG Nr. 1060)
Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich

19. INTRAS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 1529)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

20. Philos Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1535)
Group Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

21. Assura-Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully

22. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

23. Agrisano Krankenkasse AG (BAG Nr. 1560)
Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG

24. Helsana Versicherungen AG (BAG Nr. 1562) in eigener Sache und 
als Rechtsnachfolgerin der avanex Versicherungen AG (BAG Nr. 
1565)
Helsana Gruppe, Postfach, 8081 Zürich

25. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 3

26. Arcosana AG (BAG Nr. 1569)
Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern

27. vivacare AG (BAG Nr. 1570)
Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

28. Compact Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1575)
Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich

29. Sanagate AG (BAG Nr. 1577)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

alle vertreten durch den D.________ und dieser vertreten durch advocat 
Dr. iur. E.________

Beigeladene

betreffend Ausstandsbegehren vom 20. Juni 2019

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 4

Sachverhalt:

A.

Unter dem Vorsitz von Verwaltungsrichter C.________ (nachfolgend Ge-
suchsgegner) verurteilte das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitig-
keiten des Kantons Bern mit Urteilen vom 10. Juni 2018, SCHG/2016/… 
und SCHG/2017/…, Dr. med. A.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin (nachfolgend Gesuchsteller), wegen unwirtschaftlicher Behandlung 
zur Rückzahlung von Fr. 270‘959.45 für das Jahr 2014 bzw. Fr. 289‘902.20 
für das Jahr 2015. Die dagegen erhobenen Beschwerden in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Entscheid vom 
12. April 2019, 9C_.../2018 und 9C_.../2018, teilweise gut, hob die kantona-
len Schiedsgerichtsurteile auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung 
an das Schiedsgericht zurück. Die Verfahren wurden als SCHG/2019/… 
(Statistikjahr 2014) und SCHG/2019/… (Statistikjahr 2015) registriert und 
wieder aufgenommen. 

Bereits am 6. Juli 2018 hatten diverse Krankenversicherer beim Schiedsge-
richt Klage gegen den Gesuchsteller mit dem Rechtsbegehren erhoben, 
dieser sei richterlich zu verpflichten, pro 2016 jene Beträge zurückzuzah-
len, die aus unwirtschaftlicher Behandlung resultierten. Die Klage wurde im 
Geschäftsverzeichnis unter der Verfahrensnummer SCHG/2018/… regis-
triert. 

Mit prozessleitenden Verfügungen vom 1. Mai 2019 (Akten des Gesuch-
stellers [act. I] 5 f.) ordnete der Gesuchsgegner im Verfahren 
SCHG/2018/… (Statistikjahr 2016) sowie in den Verfahren SCHG/2019/… 
(Statistikjahr 2014) und SCHG/2019/… (Statistikjahr 2015) weitere Be-
weismassnahmen an. Insbesondere verlangte er von den beteiligten Kran-
kenversicherern (nachfolgend Beigeladene) erweiterte Patientenlisten des 
Gesuchstellers für die massgeblichen Jahre 2014 bis 2016.

Nachdem die Beigeladenen mit Eingabe vom 28. Mai 2019 (in den jeweili-
gen Gerichtsakten) mitteilten, es sei ihnen nicht möglich, die erweiterten 
Patientenlisten zu liefern, wurde der Gesuchsteller mit prozessleitenden 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 5

Verfügungen vom 4. Juni 2019 (act. I 7 f.) aufgefordert, dem Schiedsgericht 
diese einzureichen.

B.

Am 20. Juni 2019 reichte der Gesuchsteller, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. B.________, beim Schiedsgericht ein Ausstandsbegehren gegen 
den Gesuchsgegner in den drei hängigen Schiedsgerichtsverfahren ein. 
Die Ablehnungsverfahren wurden unter den Verfahrensnummern 
SCHG/2019/495-497 registriert und nach Art. 2 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 1 
des Reglements über die Organisation der Rechtsprechung der sozialversi-
cherungsrechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 
(OrR SVA; BSG 162.621.1) Verwaltungsrichter Dr. iur. Thomas Ackermann 
zugeteilt, welcher die Verfahren SCHG/2019/…, SCHG/2019/… und 
SCHG/2018/… bis zum rechtskräftigen Abschluss der Verfahren 
SCHG/2019/495-497 sistierte (vgl. prozessleitende Verfügung vom 24. Juni 
2019).

Der Gesuchsgegner verzichtete mit Schreiben vom 26. Juni 2019 auf eine 
Stellungnahme und schloss auf Abweisung des Ablehnungsbegehrens. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Juni 2019 wurden die beteiligten 
Krankenversicherer zum Verfahren beigeladen und ihnen die Gelegenheit 
zur Stellungnahme eingeräumt, worauf sie am 1. Juli 2019 verzichteten. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. Juli 2019 wurden der Schriften-
wechsel und das Beweisverfahren geschlossen und den Parteien die Be-
setzung des Gerichts bekannt gegeben. 

Am 14. August 2019 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 
46 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Ein-
führung der Bundesgesetze über die Kranken-, die Unfall- und die Militär-
versicherung (EG KUMV; BSG 842.11) i.V.m. Art. 56 Abs. 4 f. des kantona-
len Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehör-
den und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 6

lit. c des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

Das Klageverfahren vor dem Schiedsgericht richtet sich vorbehältlich ab-
weichender Regelungen des EG KUMV nach dem VRPG (Art. 46 Abs. 2 
EG KUMV); dies hat auch für Ausstandsbegehren wie hier zu gelten. Über 
Ablehnungsbegehren sowie über den bestrittenen Ausstand entscheidet 
die in der Sache zuständige Rechtmittelbehörde oder, wenn Mitglieder ei-
ner Kollegialbehörde in den Ausstand treten, die Behörde unter Ausschluss 
des Betroffenen (Art. 9 Abs. 2 VRPG). Mithin hat das Schiedsgericht in 
Dreierbesetzung, unter Ausschluss des Gesuchsgegners, über das Ableh-
nungsbegehren vom 20. Juni 2019 zu urteilen (Art. 56 Abs. 4 GSOG).

2.

2.1 Nach Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) hat 
jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, 
unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sach-
fremder Umstände entschieden wird. Voreingenommenheit und Befangen-
heit werden nach der Rechtsprechung angenommen, wenn Umstände vor-
liegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Un-
parteilichkeit des Richters zu erwecken. Solche Umstände können entwe-
der in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters oder in ge-
wissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur 
begründet sein. Letzteres betrifft vor allem Konstellationen einer Vorbefas-
sung des Richters. Bei der Beurteilung solcher Umstände ist nicht auf das 
subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Un-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 7

voreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erschei-
nen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung 
den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für 
die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist 
(BGE 139 I 121 E. 4.1 S. 123 und E. 5.1 S. 125, 137 I 227 E. 2.1 S. 229; 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 7. April 2018, 8C_.../2017, E. 
2.1.1).

Die Rechtsprechung hat wiederholt festgehalten, dass die Ablehnung eines 
Richters in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Justizgewährleis-
tungsanspruch stehe, weshalb der Ausstand die Ausnahme bleiben müsse 
(BGE 116 Ia 32 E. 3b bb S. 40; SVR 2001 UV Nr. 11 S. 41 E. 1a).

2.2 Gemäss Art. 9 Abs. 1 VRPG tritt eine Person, die eine Verfügung 
oder einen Entscheid zu treffen oder vorzubereiten oder als Mitglied einer 
Behörde zu amten hat, in den Ausstand, wenn sie in der Sache ein persön-
liches Interesse hat (lit. a); am Vorentscheid mitgewirkt hat (lit. b); mit einer 
Partei in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis dem dritten Grade ver-
wandt oder verschwägert oder durch Ehe, Kindesannahme, eingetragene 
Partnerschaft oder faktische Lebensgemeinschaft verbunden ist, wobei die 
Auflösung der Ehe oder der eingetragenen Partnerschaft den Ausstands-
grund nicht aufhebt (lit. c); eines gesetzlichen Erfordernisses für das Amt 
verlustig geht (lit. d); eine Partei vertritt oder für eine Partei in der gleichen 
Sache tätig war (lit. e); aus anderen Gründen in der Sache befangen sein 
könnte (lit. f). 

2.3 Ausstands- oder Ablehnungsgründe sind so früh wie möglich, das 
heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzu-
bringen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in 
einem späteren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgenden 
Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte fest-
gestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren einlässt, 
ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, ver-
wirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung der vermeintlich ver-
letzten Verfahrensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69, 132 V 93 E. 7.4.2 
S. 112).

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 8

3.

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Gesuchsgegner, Instruktions-
richter und neutraler Vorsitzender in den Verfahren SCHG/2019/…, 
SCHG/2019/… und SCHG/2018/… (jeweils diverse Krankenversicherer 
gegen den Gesuchsteller), in den Ausstand zu treten hat. 

3.1 Die Ausstandsgründe gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. a bis e VRPG liegen 
hier offensichtlich nicht vor und werden auch nicht geltend gemacht. Insbe-
sondere hat der Gesuchsgegner nicht an einem Vorentscheid gemäss Art. 
9 Abs. 1 lit. b VRPG mitgewirkt, da diese Bestimmung angefochtene Ent-
scheide meint (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 9 N. 11); beim Schiedsgericht werden jedoch keine Urtei-
le unterer Instanzen beurteilt. 

3.2 Zu prüfen bleibt, ob der Gesuchsgegner aus anderen Gründen in 
der Sache befangen sein könnte (Art. 9 Abs. 1 lit. f VRPG). Es müssen 
dabei Umstände vorliegen, welche objektiv den Anschein der Befangenheit 
und die Gefahr der Voreingenommenheit erwecken (BGE 139 I 121 E. 5.1 
S. 125).

3.2.1 Der Gesuchsteller bringt zunächst vor, da der Gesuchsgegner das 
Verfahren hinsichtlich Rückforderungen für das Jahr 2015 nicht habe sistie-
ren wollen, sei objektiv der Anschein der Befangenheit erweckt worden 
(Gesuch S. 5). Diese Rüge ist nicht zu hören, sie ist vielmehr mutwillig: Die 
Beigeladenen haben den Gesuchsteller wegen Überarztung in den Jahren 
2014 und 2015 eingeklagt (Verfahren SCHG/2016/… und SCHG/2017/…). 
Es ist in keiner Art und Weise ersichtlich, weshalb die beiden Verfahren, 
welche den gleichen sachlichen Inhalt umfassen, nicht parallel geführt wer-
den sollten, geschweige denn, weshalb durch die Ablehnung des Sistie-
rungsgesuchs der Anschein der Befangenheit entstehen sollte. Im Gegen-
teil: Es war geradezu geboten, die beiden Verfahren parallel zu führen. Der 
Gesuchsteller übersieht, dass die Verfahrenshoheit nicht bei den Parteien, 
sondern beim Gericht liegt. Zudem verstösst es gegen Treu und Glauben, 
wenn erst über eindreiviertel Jahre nach Ablehnung des Sistierungsge-
suchs (vgl. prozessleitende Verfügungen vom 1. bzw. 14. September 2017 
[act. I 1 f.]) deswegen ein Ausstandsbegehren gestellt wird (E. 2.3 hiervor). 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 9

3.2.2 Weiter lässt der Gesuchsteller rügen, der Gesuchsgegner sei befan-
gen, weil er schon an den vom Bundesgericht aufgehobenen Urteilen vom 
10. Juni 2018 (VGE SCHG/2016/… und VGE SCHG/2017/…) mitgewirkt 
habe und deshalb vorbefasst sei; diese Urteile hätten sich „höchst negativ“ 
über den Gesuchsteller geäussert (Gesuch S. 5). Auch diese Rüge geht 
fehl, denn grundsätzlich liegt keine unzulässige Mehrfachbefassung bei ei-
nem Mitglied vor, das an einem durch die Rechtsmittelinstanz aufgehobe-
nen Entscheid beteiligt war und nach Rückweisung der Sache an der Neu-
beurteilung mitwirkt. Von ihm darf erwartet werden, dass es die Streitsache 
auch nach Aufhebung des Entscheids objektiv und unparteiisch behandelt. 
Die am Entscheid beteiligten Richterinnen und Richter der unteren Instanz 
stehen bei einer Rückweisung mithin nicht von vornherein unter dem An-
schein der Befangenheit. Vielmehr bedarf es besonderer Umstände, na-
mentlich konkreter Anhaltspunkte dafür, dass die Vorbefassung mit einer 
bestimmten Angelegenheit bereits zu einer festen richterlichen Gewissheit 
über den Ausgang des Verfahrens geführt hat (Entscheid des BGer vom 
27. April 2018, 8C_.../2017, E. 2.1.1). Ein derartiger Umstand ist – entge-
gen der Auffassung im Gesuch S. 2 – auch nicht etwa darin zu erblicken, 
dass in den aufgehobenen Urteilen vom 10. Juni 2018 in E. 6.3 jeweils er-
läutert wurde, der Gesuchsteller habe seine Patienten „animiert“, jederzeit 
bei ihm Leistungen einzufordern; das Bundesgericht hat die entsprechende 
Rüge in den Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 
22. August 2018, S. 33 Ziff. 73 resp. S. 32 Ziff. 71, denn auch nicht aufge-
griffen. Inwiefern sich die Urteile des Schiedsgerichts vom 10. Juni 2018 
negativ über den Gesuchsteller geäussert haben sollten, ist nicht ersichtlich 
und wird denn auch nicht ausgeführt. Wie bereits dargelegt – vgl. E. 3.1. 
hiervor – ist eine Vorbefassung im Sinne des Art. 9 Abs. 1 lit. b VRPG hier 
im Übrigen nicht gegeben.

3.2.3 Der Gesuchsgegner hat mit prozessleitenden Verfügungen vom 1. 
Mai 2019 (act. I 5 f.) die Beigeladenen aufgefordert, Daten – insbesondere 
erweiterte Patientenlisten – einzureichen. Nachdem diese mitgeteilt hatten, 
dass ihnen dies nicht möglich sei, forderte er den Gesuchsteller auf, für die 
Jahre 2014 bis 2016 eine vollständige alphabetische Namensliste seiner 
Patienten mit Angaben der Adresse, der Versichertennummer und der zu-
ständigen Krankenversicherer einzureichen (vgl. prozessleitende Verfügun-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 10

gen vom 4. Juni 2019 [act. I 7 f.]). Der Gesuchsteller moniert, dass ein der-
artiges Verhalten unfair sei, da die Beigeladenen die entsprechenden Da-
ten einfacher aufbereiten könnten und auch herausgeben dürften (Gesuch 
S. 5). Inwiefern hier eine Befangenheit vorliegen sollte, ist nicht nachvoll-
ziehbar; vielmehr hat der Gesuchsgegner seine instruktionsrichterlichen 
Pflichten erfüllt: Das Schiedsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die 
für den Entscheid erheblichen Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen 
Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei. Die Mitwirkungspflicht der 
Parteien erstreckt sich auf sämtliche für den Entscheid wesentlichen Tatsa-
chen und umfasst auch die Pflicht der Partei zur Edition von Urkunden, 
welche sich in ihren Händen befinden (Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 18. Mai 2004, K 150/03, E. 
5.1; in BGE 130 V 377 nicht publiziert). Wenn von einer Partei Beweismittel 
nicht erhältlich sind, ist das Gericht im Rahmen des Untersuchungsgrund-
satzes verpflichtet, die andere Partei um die entsprechenden Beweismittel 
zu bitten; erst wenn dies ebenfalls nicht zum Erfolg führt, ist nach den Re-
geln der objektiven Beweislastverteilung zu entscheiden. Auch hier gilt im 
Übrigen, dass die Verfahrenshoheit in den Händen des Gerichts und nicht 
in denen der Parteien liegt.

3.2.4 Schliesslich wird im Gesuch S. 5 f. vorgebracht, in den prozesslei-
tenden Verfügungen vom 4. Juni 2019 (act. I 7 f.) entnehme der Gesuchs-
gegner dem Urteil des Bundesgerichts, es sei durch die Beigeladenen eine 
Überarztung plausibilisiert worden, was jedoch nicht zutreffe. Auch diese 
Rüge trifft nicht zu: Das Bundesgericht hat die Urteile des Schiedsgerichts 
vom 10. Juni 2018 zwar aufgehoben, die Klagen der Beigeladenen jedoch 
nicht abgewiesen. Vielmehr ist das Schiedsgericht aufgefordert worden, 
Praxisbesonderheiten abzuklären (BGer 9C_.../2018 und BGer 
9C_.../2018, E. 8). Methodisch kommen Praxisbesonderheiten erst in ei-
nem zweiten Schritt zum Tragen, d.h. nachdem im ersten Schritt der Tole-
ranzwert von 130 Punkten gemäss Anova-Methode überschritten und damit 
eine Überarztung plausibilisiert worden ist.

3.3 Nach dem Dargelegten liegen keine Umstände vor, welche objektiv 
den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit 
des Gesuchsgegeners erwecken könnten. Das Gesuch um dessen Ableh-
nung ist daher abzuweisen. Die Akten gehen nach Eintritt der Rechtskraft 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 11

dieses Urteils zur Fortsetzung der Hauptverfahren SCHG/2018/…, 
SCHG/2019/… und SCHG/2019/… an den Gesuchsgegner zurück.

4.

4.1 Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 3‘000.-- festgesetzt, entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Gesuchsteller zur Bezahlung 
auferlegt und dem von diesem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht für den Gesuchsteller 
kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der Gesuchsgegner hat keine 
Parteientschädigung geltend gemacht. Die Beigeladenen haben gemäss 
Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 Abs. 1 VRPG Anspruch auf Ersatz 
ihrer Parteikosten (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O, Art. 14 N. 7). Die-
se sind vom Gesuchsteller zu tragen und gemäss der nicht zu beanstan-
denden Kostennote von advocat Dr. iur. E.________ vom 12. Juli 2019 auf 
Fr. 277.30 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzulegen.

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. Das Gesuch um Ablehnung von Verwaltungsrichter C.________ als 
Instruktionsrichter und neutraler Vorsitzender in den Verfahren 
SCHG/2018/…, SCHG/2019/… und SCHG/2019/… wird abgewiesen 
und die Akten gehen nach Eintritt der Rechtskraft zur Fortsetzung des 
Verfahrens an diesen zurück.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 3‘000.-- werden dem Gesuchsteller zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 12

3. Der Gesuchsteller hat den beigeladenen Krankenversicherern eine 
Parteientschädigung, gerichtlich bestimmt auf Fr. 277.30 (inkl. Ausla-
gen und MWSt.), zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ z.H. des Gesuchstellers 
- Verwaltungsrichter C.________ 
- Dr. iur. E.________ z.H. der Beigeladenen
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.