# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20833ec9-0b55-5d3c-aae1-6c07ea148df1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.03.2022 B-3742/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3742-2021_2022-03-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-3742/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richter Jean-Luc Baechler,    

Gerichtsschreiberin Astrid Hirzel. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch  

M.A. HSG, lic. rer. publ. Rahel Egger, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Bildung,  

Forschung und Innovation SBFI,  

Vorinstanz, 

 

Prüfungskommission Marketingleiter,  

Erstinstanz.  

 

Gegenstand 
 Höhere Fachprüfung für Marketingleiter 2020. 

 

B-3742/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) absolvierte im 

Jahr 2019 die höhere Fachprüfung für Marketingleiter. Von Prüfungsteil 1 

war sie aufgrund der bereits früher erfolgreich abgelegten höheren Fach-

prüfung zur Verkaufsleiterin dispensiert worden. Im Notenausweis vom 

25. Oktober 2019 ist zum Prüfungsteil 1 vermerkt: "4.5 Prüfungsinhalt be-

reits erfolgreich absolviert mit dem Abschluss Verkaufsleiter". Die Be-

schwerdeführerin bestand die Prüfung 2019 nicht. Sie erzielte in den Prü-

fungsteilen 2 "Integrative Fallstudie" die Note 3.3, 3 "Erfolgskritische Situ-

ationen" die Note 4 und 4 "Präsentation und Fachgespräch" die Note 2.5. 

Die Gesamtnote von gerundet 3.6 wurde unter Einbezug des von der Dis-

pensation betroffenen Prüfungsteils 1 ermittelt. 

A.b Die Beschwerdeführerin wiederholte im Jahr 2020 die Prüfungsteile 2 

(Note 3), 3 (Note 4) und 4 (Note 4.3) und bestand die Wiederholungsprü-

fung nicht. Die Gesamtnote wurde unter Ausschluss des von der Dispen-

sation betroffenen Prüfungsteils 1 ermittelt und betrug gerundet 3.8. Am 

26. Oktober 2020 teilte die Prüfungskommission Marketingleiter (nachfol-

gend: Erstinstanz oder Prüfungskommission) der Beschwerdeführerin das 

Prüfungsergebnis mit. 

A.c Mit Eingabe vom 5. November 2020 erhob die Beschwerdeführerin ge-

gen den Prüfungsbescheid Beschwerde beim Staatssekretariat für Bil-

dung, Forschung und Innovation SBFI (nachfolgend: Vorinstanz) und be-

antragte sinngemäss, die Gesamtnote sei unter Berücksichtigung des von 

der Dispensation betroffenen Prüfungsteils auf 3.95 bzw. gerundet auf 4.0 

festzusetzen und die Prüfung als bestanden zu werten. 

A.d Es wurde ein dreifacher Schriftenwechsel geführt. 

B.  

Mit Entscheid vom 21. Juli 2021 hiess die Vorinstanz die Beschwerde teil-

weise gut (Dispositiv-Ziff. 1). Der Beschwerdeführerin wurde eine Frist von 

30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des Beschwerdeentscheids einge-

räumt, um der Erstinstanz mitzuteilen, ob sie den Prüfungsteil 1 der höhe-

ren Fachprüfung für Marketingleiter ablegen oder darauf verzichten wolle 

(Dispositiv-Ziff. 2). Sollte sich die Beschwerdeführerin innert Frist für die 

Ablegung des Prüfungsteils 1 entscheiden, würde der angefochtene Ent-

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scheid in Bezug auf die Gesamtnote und die Qualifikation Bestehen/Nicht-

bestehen aufgehoben (Dispositiv-Ziff. 3). Sollte sich die Beschwerdeführe-

rin innert Frist für die Ablegung des Prüfungsteils 1 entscheiden, habe die 

Erstinstanz auf der Grundlage des erzielten Ergebnisses über Beste-

hen/Nichtbestehen erneut zu befinden (Dispositiv-Ziff. 4). Die Verfahrens-

kosten wurden auf die Bundeskasse genommen und der Beschwerdefüh-

rerin der einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 860.– zurückerstattet (Dis-

positiv-Ziff. 5). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Erstinstanz die 

Gesamtnote der Prüfung 2020 korrekt ermittelt und berechnet habe. Sie 

bejahte aber das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Berufung auf den 

Grundsatz des Vertrauensschutzes infolge falscher behördlicher Auskunft 

über die Notenberechnung im Jahr 2019 gegenüber der Beschwerdefüh-

rerin. 

C.  

Mit Eingabe vom 23. August 2021 erhob die Beschwerdeführerin dagegen 

Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt: 

"1. Die Verfügung der Erstinstanz vom 26.10.2020 und der Beschwerdeent-

scheid der Vorinstanz vom 21.07.2021 seien aufzuheben. 

2. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die höhere Fachprüfung 

für Marketingleiterinnen und Marketingleiter des Jahres 2020 gemäss Prü-

fungsordnung vom 23.05.2019 bestanden hat. 

3. Die Erstinstanz sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin das Diplom Mar-

ketingleiterin zu erteilen resp. das SBFI sei anzuweisen, der Beschwerdefüh-

rerin das Diplom der Marketingleiterin auszustellen. 

4. Die Erstinstanz sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin ein neues Prü-

fungszeugnis auszustellen. 

5. Die Erstinstanz sei anzuweisen einen Notenausweis anzufertigen mit der 

Gesamtnote 4.0. 

Eventualanträge (6.-10.): 

6. Die Beschwerdeführerin erhält nach Eintritt der Rechtskraft des Beschwer-

deentscheids eine Frist von 30 Tagen, um der Erstinstanz mitzuteilen, ob sie 

den Prüfungsteil 1 der höheren Fachprüfung Marketingleiterinnen und Marke-

tingleiter ablegen oder darauf verzichten will. 

7. Sollte sich die Beschwerdeführerin innerhalb der Frist für die Ablegung des 

Prüfungsteils 1 entscheiden, so würde der angefochtene Entscheid in Bezug 

auf die Gesamtnote und die Qualifikation Bestehen/Nichtbestehen aufgeho-

ben. 

8. Sollte sich die Beschwerdeführerin innerhalb der Frist für die Ablegung des 

Prüfungsteils 1 entscheiden, so hätte die Prüfungskommission auf der Grund-

lage des erzielten Ergebnisses über Bestehen/Nichtbestehen erneut zu befin-

den. 

9. Von der Beschwerdeführerin seien keine Prüfungsgebühren oder sonstigen 

Gebühren von der Erstinstanz zu erheben. 

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10. Die Verfahrenskosten der Erstinstanz und der Vorinstanz trage der Bund. 

Der Beschwerdeführerin sei der einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 860.00 

zurückzuerstatten. 

11. Der Beschwerdeführerin seien keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

12. Der Beschwerdeführerin sei eine Parteientschädigung entsprechend der 

beigelegten Kostennote vom 22.08.2021 zuzusprechen. 

13. Dem Bund sei keine Parteientschädigung zuzusprechen." 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2021 beantragt die Erstinstanz, die 

Beschwerde sei abzuweisen. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 28. Oktober 2021 schliesst die Vorinstanz auf 

Abweisung der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 

13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. d 

des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] 

und Ziff. 7.32 der Prüfungsordnung über die Eidgenössische höhere Fach-

prüfung für Marketingleiterinnen und Marketingleiter vom 23. Mai 2019 

[nachfolgend: Prüfungsordnung]). Die Beschwerdeführerin hat ein Rechts-

schutzinteresse an der Überprüfung ihres Gesamtergebnisses der Marke-

tingleiterprüfung 2020, da vorliegend der Entscheid über das Bestehen 

oder Nichtbestehen der Prüfung in Frage steht (vgl. BGE 136 I 229 E. 2.6). 

Sie ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 des Verwaltungs-

verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). 

1.2 Soweit die Beschwerdeführerin Eventualanträge stellt, die identisch mit 

dem Dispositiv des angefochtenen Entscheids sind und somit auf dessen 

Beibehaltung lauten, erklärt sie keinen Beschwerdewillen auf Abänderung 

oder Aufhebung des angefochtenen Entscheids, weshalb diese Eventual-

begehren unzulässig sind. Insoweit fehlt es an einem schutzwürdigen Be-

schwerdeinteresse. Soweit die Beschwerdeführerin eventualiter beantragt, 

es seien durch die Erstinstanz keine Prüfungsgebühren oder sonstigen Ge-

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bühren zu erheben (Antrag 9), nimmt sie eine unzulässige Streitgegen-

standserweiterung vor, weil die Vorinstanz diesbezüglich keine Kosten auf-

erlegt und nicht über die finanziellen Auswirkungen einer allfälligen Absol-

vierung des Prüfungsteils 1 der höheren Fachprüfung für Marketingleiter 

befunden hat. Die Beschwerde ist nur im Rahmen des Streitgegenstands 

zulässig. Dieser wird durch den Gegenstand des angefochtenen Ent-

scheids und durch die Parteibegehren bestimmt, wobei der angefochtene 

Entscheid den möglichen Streitgegenstand begrenzt (BGE 133 II 35 E. 2). 

Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat das Vertretungsverhältnis durch schriftli-

che Vollmacht ausgewiesen (Art. 11 VwVG), den Kostenvorschuss bezahlt 

(Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde frist- und formgerecht einge-

reicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist so-

weit die Hauptanträge betreffend einzutreten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft angefochtene Prüfungsent-

scheide in ständiger Rechtsprechung umfassend, soweit sich die Rügen 

auf Verfahrensmängel im Prüfungsablauf sowie die Auslegung und Anwen-

dung von Rechtsnormen beziehen (vgl. Art. 49 VwVG; BVGE 2010/11 

E. 4.2 in fine), jedoch mit einer gewissen Zurückhaltung soweit diese sich 

auf die materielle Bewertung von Prüfungsleistungen beziehen (BVGE 

2010/11 E. 4.1; BVGE 2010/10 E. 4.1; vgl. Urteil des BGer 2P.44/2007 vom 

2. August 2007 E. 2.2 in fine). Auf die Rüge der Unangemessenheit der 

Bewertung von Prüfungsleistungen ist nur dann detailliert einzugehen, 

wenn die beschwerdeführende Partei selbst substantiierte Anhaltspunkte 

mit den entsprechenden Beweismitteln dafür liefert, dass das Ergebnis ma-

teriell nicht vertretbar ist, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die 

Prüfungsleistungen offensichtlich unterbewertet wurden (BVGE 2010/21 

E. 5.1). Auf Verfahrensfragen nehmen all jene Einwände Bezug, die den 

äusseren Ablauf der Prüfung, die Aufgabenstellung oder das Vorgehen bei 

der Bewertung betreffen (Urteil des BVGer B-6256/2009 vom 14. Juni 2010 

E. 3). Ein rechtserheblicher Verfahrensmangel liegt vor, wo ein Mangel in 

kausaler Weise das Prüfungsergebnis eines Kandidaten entscheidend be-

einflussen kann oder beeinflusst hat (Urteil des BGer 2D_6/2010 vom 

24. Juni 2010 E. 5.2). 

2.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe ihre Rüge 

"sinngemäss als Verfahrensfehler interpretiert". Dies greife jedoch zu kurz. 

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Die Beschwerdeführerin sei mit der Berechnung der Gesamtnote und dem 

Entscheid über das Nichtbestehen der Prüfung nicht einverstanden. Dies 

schliesse auch die Rüge der fehlerhaften Anwendung des massgeblichen 

Rechts mit ein. Auch vor Bundesverwaltungsgericht werde eine unrecht-

mässige Rechtsanwendung bei der Eruierung der Gesamtnote bzw. beim 

Entscheid über das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung gerügt. Die 

gerichtliche Überprüfung habe mit voller Kognition zu erfolgen, da es sich 

nicht um eine Frage der Bewertung der erbrachten Leistung handle. Die 

genaue Qualifikation der Rügen der Beschwerdeführerin kann jedoch da-

hingestellt bleiben, da sie jedenfalls mit voller Kognition überprüft werden 

können. Dass die Vorinstanz ihre Kognition unrechtmässig eingeschränkt 

habe, macht die Beschwerdeführerin sodann nicht geltend. 

3.  

3.1 Die eidgenössische höhere Fachprüfung für Marketingleiterinnen und 

Marketingleiter besteht aus vier Prüfungsteilen, die in Ziff. 5.1 Prüfungsord-

nung festgelegt sind. Es handelt sich um die Prüfungsteile 1 "Situative Fra-

gen Marketing und Verkauf", 2 "Integrative Fallstudie", 3 "Erfolgskritische 

Situationen" und 4 "Fachgespräch und Präsentation". Die Prüfung ist be-

standen, wenn: a) die Gesamtnote mindestens 4.0 beträgt; b) nicht mehr 

als zwei Prüfungsteile mit einer Note von unter 4.0 bewertet wurden; 

c) keine der Positionsnoten unter 3.0 liegt (Ziff. 6.41 Prüfungsordnung). Die 

Gesamtnote der Prüfung ist das Mittel aus den Noten der einzelnen Prü-

fungsteile. Sie wird auf eine Dezimalstelle gerundet (Ziff. 6.23 Prüfungs-

ordnung). Wer die Prüfung bestanden hat, erhält das eidgenössische Dip-

lom (Art. 43 Abs. 1 Satz 2 BBG i.V.m. Ziff. 6.43 Prüfungsordnung). Die Prü-

fungskommission entscheidet über die Gleichwertigkeit abgeschlossener 

Prüfungsteile bzw. Module anderer Prüfungen auf Tertiärstufe sowie über 

die allfällige Dispensation von den entsprechenden Prüfungsteilen der vor-

liegenden Prüfungsordnung. Von Prüfungsteilen, die gemäss Berufsbild 

die Kernkompetenzen der Prüfung bilden, darf nicht dispensiert werden 

(Ziff. 5.22 Prüfungsordnung). 

3.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet die korrekte Ermittlung ihrer Ge-

samtnote. Sie macht geltend, das Prüfungsergebnis 2020 sei in falscher 

Anwendung der Prüfungsordnung und anders berechnet worden als 2019. 

Die Note des von der Dispensation betroffenen Prüfungsteils sei für die 

Gesamtnote zu berücksichtigen. Dieses Verständnis ergebe sich auch aus 

einer E-Mail der Prüfungskommission vom 2. November 2020. Es sei we-

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der in der Prüfungsordnung noch in der zugehörigen Wegleitung vorgese-

hen, dass einzelne Prüfungsteile nicht in die Gesamtnote einflössen. Dies 

gelte auch für bereits erbrachte Leistungen. Die Vorinstanz vermische die 

Dispensation mit der Frage der Anrechnung der fraglichen Note. Im Prü-

fungsaufgebot, in dem die Dispensation notiert sei, sei nicht ersichtlich, 

dass die betreffende Note nicht angerechnet werde. Die Gesamtnote sei 

nur dann aussagekräftig, wenn sie alle Prüfungsteile abbilde, zumal es sich 

beim dispensierten Prüfungsteil um den identischen Prüfungsteil handle, 

den sie an der Verkaufsleiterprüfung absolviert habe. Der Prüfungsent-

scheid stütze sich auf eine Weisung der Vorinstanz gegenüber der Prü-

fungskommission. Ersterer komme diesbezüglich aber keine Weisungsbe-

fugnis zu. Sie sei lediglich Genehmigungsinstanz für die Prüfungsordnung. 

Es sei an der Prüfungskommission, sich mit Fragen zu ihren Regelwerken 

auseinanderzusetzen. Die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid 

ihre eigene Weisung an die Prüfungskommission verteidigt. Sie sei als 

Rechtsmittelinstanz somit befangen gewesen. Im Übrigen komme den 

fraglichen E-Mails keine Weisungsqualität zu. 

3.3 Die Vorinstanz kommt im angefochten Entscheid zum Ergebnis, dass 

die Prüfungskommission die Gesamtnote der Prüfung 2020 korrekt ermit-

telt und berechnet habe. Sie führt vernehmlassungsweise aus, die Ermitt-

lung der Gesamtnote habe unter Einbezug der Noten sämtlicher Prüfungs-

teile zu erfolgen, wobei die Noten der einzelnen Prüfungsteile die Noten-

summe ergäben, aus der die Gesamtnote ermittelt werde (Notendurch-

schnitt; unter Beachtung der anwendbaren Prüfungsordnung und allfälliger 

Gewichtungen). Prüfungsteile, von denen jemand dispensiert worden sei, 

flössen nicht in die Berechnung der Notensumme ein und seien im Noten-

ausweis zu kennzeichnen. Die Gesamtnote ergäbe sich aus den Ergebnis-

sen der tatsächlich erbrachten und an der Prüfung bewerteten Leistungen. 

Die effektiv bewerteten Kompetenzen, Kenntnisse und Fähigkeiten würden 

in entsprechenden Notenwerten ausgedrückt und einzige diese dürften für 

das Bestehen ausschlaggebend sein. Dritte, die im Vertrauen auf die über-

prüften Qualifikationen dem Zeugnis sowie dem erreichten Abschluss der 

höheren Berufsbildung Bedeutung beimessen und entsprechende Dispo-

sitionen tätigen würden, müssten darauf vertrauen dürfen, dass Noten ein-

zig auf der Grundlage einer zur entsprechenden Prüfungszeit vorgenom-

menen Beurteilung beruhten. Der Begriff "dispensiert" bedeute keinen ef-

fektiven Leistungsnachweis an der entsprechenden Prüfung, sondern le-

diglich, dass die Prüfungskommission der Ansicht sei, gewisse Leistungs-

nachweise könnten als vergleichbar gelten, womit Prüfungsteile, in denen 

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ebenfalls vergleichbare Kompetenzen überprüft würden, nicht mehr abge-

legt werden müssten. Die Erleichterung durch eine Dispensation berech-

tige nicht dazu, früher erzielte Noten in das Ergebnis der absolvierten und 

damit erwiesenermassen zum Prüfungszeitpunkt bewerteten Themen ein-

zubeziehen. Es müsse zudem zwischen Notenberechnung und Darstel-

lung im Notenausweis unterschieden werden. Soweit vorgebracht werde, 

die Vorinstanz trage zwei Hüte als Aufsichtsbehörde sowie Beschwer-

deinstanz, sei festzuhalten, dass dies systembedingt sei und an der Kom-

petenzverteilung im Bereich der höheren Berufsbildung nicht gerüttelt wer-

den könne. Bei der Auskunft eines Mitarbeiters der Vorinstanz an die Prü-

fungskommission handle es sich im Übrigen nicht um eine Weisung, mithin 

nicht um eine Verwaltungsverordnung. Die Begriffe "Dispensation" und 

"Anrechnung" seien nicht gleichwertig. Eine Anrechnung von früher er-

brachten, für gleichwertig befundenen Bildungsleistungen würde bedeuten, 

dass die überprüften Kompetenzen dieselben oder sogar höhere seien als 

derjenigen Prüfung, für die etwas angerechnet werden solle. Ziff. 5.22 der 

Prüfungsordnung unterscheide bereits im Wortlaut, aber auch in teleologi-

scher und systematischer Hinsicht (im Zusammenhang mit Ziff. 2.21 Bst. k 

Prüfungsordnung) zwischen der Anrechnung von Bildungsleistungen (mit 

Notenübernahme) und einer Dispensation. 

3.4 Die Erstinstanz erklärt, mit der Dispensation komme zum Ausdruck, 

dass sie das von der Beschwerdeführerin an der Verkaufsleiterprüfung 

nachgewiesene Basiswissen als grundsätzlich gleichwertig erachte. Eine 

Dispensation bedeute aber nicht, dass die an der Verkaufsleiterprüfung er-

zielte Note in den Notenkatalog der Marketingleiterprüfung zu übernehmen 

und bei der Ermittlung der Gesamtnote einzubeziehen sei. Aus der Prü-

fungsordnung ergebe sich kein Anspruch auf Übernahme in den Notenaus-

weis, wie wenn der entsprechende Prüfungsteil effektiv absolviert worden 

wäre. Für die Gesamtnote seien nur die Noten, die im Rahmen der Marke-

tingleiterprüfung erzielt worden seien, relevant. Es wäre irreführend, wenn 

Noten anderer Prüfungen eingerechnet würden. Dritte würden sonst 

fälschlicherweise davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin den Prü-

fungsteil 1 zusammen mit den anderen Prüfungsteilen der Marketingleiter-

prüfung absolviert und mit der im Ausweis verzeichneten Note abgeschlos-

sen hätte, während tatsächlich Noten aus verschiedenen Abschlüssen ver-

mischt würden und ein blosser Notenimport erfolgt sei. Für einen Anspruch 

auf Notenübernahme kraft blosser Dispensation fehle eine gesetzliche 

Grundlage in der Prüfungsordnung. Es liege im Wesen der Dispensation, 

dass die Prüfung nicht in ihrem gesamten Umfang abgelegt werden müsse. 

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Das Gesamtbild der Kenntnisse und Fähigkeiten, das die Prüfung vermit-

teln solle, werde dadurch aber nicht gestört. Über die fraglichen Kenntnisse 

und Fähigkeiten sei bereits anderweitig ausreichend Zeugnis abgelegt wor-

den. Selbst wenn es zutreffen sollte, dass bei der Gesamtnote der ersten 

Prüfung 2019 die erzielte Note aus der Verkaufsleiterprüfung zu Unrecht 

berücksichtigt worden sei, könne die Beschwerdeführerin daraus nichts zu 

ihren Gunsten ableiten. Die Präsidentin der Prüfungskommission habe 

überdies nicht bestätigt, dass die Note aus der Verkaufsleiterprüfung "an-

zurechnen" sei. Sie habe festgehalten, dass diese Note "attestiert", mithin 

bloss erwähnt werde. Die Note werde nur in einem beschränkten Sinn in 

die Gesamtsicht einbezogen und zwar, um zu eruieren, ob auf eine genü-

gende Gesamtnote gerundet werden könne. Dies allein werde mit der Aus-

sage ausgedrückt, wonach die Note aus einer anderen Prüfung "zur No-

tenwahrung konsultiert" werde. 

3.5 Die Bestimmung über die Berechnung der Gesamtnote befindet sich 

im Abschnitt 6.2 "Beurteilung" der Prüfungsordnung. Ziff. 6.23 Prüfungs-

ordnung, wonach die Gesamtnote der Prüfung das Mittel aus den Noten 

der einzelnen Prüfungsteile ist, ist in ihrem Wortlaut klar und eindeutig und 

bezieht sich offensichtlich auf einen einzigen Prüfungsgang derjenigen 

Prüfung, die durch die Prüfungsordnung geregelt wird, mithin der höheren 

Fachprüfung für Marketingleiter. Die Angaben zur Berechnung der Ge-

samtnote in Ziff. 4 der Wegleitung entsprechen sinngemäss Ziff. 6.23 Prü-

fungsordnung ("Der Durchschnitt der Prüfungsteile ergibt den Gesamt-

schnitt der Prüfung."). Die Prüfungsteile sind in Ziff. 5.11 Prüfungsordnung 

definiert. Die Zusammensetzung der Noten der einzelnen Prüfungsteile ist 

in Ziff. 6.22 Prüfungsordnung geregelt. Demnach ist die Note eines Prü-

fungsteils das Mittel der entsprechenden Positionsnoten, wobei auf eine 

Dezimalstelle gerundet wird. Führt der Bewertungsmodus ohne Positionen 

direkt zur Note des Prüfungsteils, so wird diese nach Ziff. 6.3 erteilt, der 

bestimmt, dass die Leistungen mit Noten von 6 bis 1 bewertet werden und 

andere als halbe Zwischennoten nicht zulässig sind. Die Beschwerdefüh-

rerin wurde aufgrund des erfolgreich absolvierten Abschlusses als Eidg. 

dipl. Verkaufsleiterin gestützt auf Ziff. 5.22 Prüfungsordnung vom Prü-

fungsteil 1 dispensiert. Diese, von ihr als Vornote bezeichnete Note, die sie 

im Rahmen des Fächerkatalogs der Verkaufsleiterprüfung erzielt hatte, ist 

für die Ermittlung der Gesamtnote der Marketingleiterprüfung gemäss 

Ziff. 6.23 Prüfungsordnung unerheblich. Denn wie die Erstinstanz zutref-

fend ausführt, müsste eine solche Übernahme einer Note aus einer ande-

ren Prüfung als der Marketingleiterprüfung in die Gesamtnotenberechnung 

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Seite 10 

der Marketingleiterprüfung positiv normiert sein. Eine entsprechende Re-

gelung fehlt jedoch in der Prüfungsordnung. Aus der Wegleitung zur höhe-

ren Fachprüfung für Marketingleiter ergibt sich darüber hinaus nichts. Auch 

die Ausführungen der Präsidentin der Prüfungskommission in der von der 

Beschwerdeführerin zitierten E-Mail vom 2. November 2020 belegen ent-

gegen ihrer Ansicht nicht, dass die Note aus der Verkaufsleiterprüfung bei 

der Ermittlung der Gesamtnote der Marketingleiterprüfung berücksichtigt 

werde. Auf Anfrage der Beschwerdeführerin hin führt die Prüfungskommis-

sionspräsidentin aus, dass der Beschwerdeführerin aufgrund des erfolgrei-

chen Abschlusses als Verkaufsleiterin der Prüfungsteil 1 erlassen und mit 

der Note. 4.5 attestiert worden sei. Der Notenausweis stelle die absolvier-

ten Prüfungsteile 2-4 der Marketingleiterprüfung dar. Die Note aus einer 

anderen Prüfung werde dabei "zur Notenwahrung – Entscheid ob bestan-

den oder nicht – konsultiert". Die Vornote dürfe jedoch im Notenausweis 

nicht in das Total eingerechnet werden, da diese nicht mit der aktuellen 

Prüfung erlangt worden sei und werde somit nur "erwähnt". Obschon sich 

die Prüfungskommissionspräsidentin etwas umständlich ausdrückt, kommt 

damit in keiner Weise zum Ausdruck, dass die Prüfungskommission der 

Ansicht gewesen wäre, die Note aus der Verkaufsleiterprüfung werde für 

die Berechnung der Gesamtnote der Marketingleiterprüfung berücksichtigt. 

3.6 Die Beschwerdeführerin beruft sich auf Ziff. 6.53 Prüfungsordnung, wo-

nach für die Anmeldung und Zulassung die gleichen Bedingungen gelten 

wie für die erste Prüfung. Die Bestimmung steht im Abschnitt "Wiederho-

lung". Die Regelung bezieht sich nach ihrem Wortlaut einzig auf die Anmel-

dung und Zulassung zur Wiederholungsprüfung und lediglich auf diejeni-

gen Bedingungen, die sich aus der Prüfungsordnung ergeben und nicht auf 

diejenigen, die allenfalls im konkreten Einzelfall in einem ersten Umgang 

angewendet worden waren. Der Erstinstanz ist darin zuzustimmen, dass 

diese Bestimmung nicht gleiche Bedingungen bei Wiederholungsprüfun-

gen verlangt, sondern lediglich vorsieht, dass für die Anmeldung und Zu-

lassung die gleichen Bedingungen wie für die erste Prüfung gelten. Ein 

Bezug zur Notenberechnung ist damit nicht gegeben. 

3.7 Ob es sich beim Prüfungsaufgebot um eine Verfügung handelt oder 

nicht, ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin für die vorliegend 

zu beurteilende Frage, ob die damalige Note aus der Verkaufsleiterprüfung 

für die Berechnung der Gesamtnote der Marketingleiterprüfung zu berück-

sichtigen ist, nicht rechtserheblich. Denn selbst wenn die Dispensation ver-

fügt worden wäre, geht aus diesem Umstand nicht hervor, welchen Einfluss 

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Seite 11 

die damalige Note auf die Berechnung der Gesamtnote der Marketingleiter-

prüfung hätte. Gleiches gilt für die Frage, ob es sich beim dispensierten 

Prüfungsteil inhaltlich um einen identischen Prüfungsteil handelt, wie bei 

der von der Beschwerdeführerin im Rahmen der Verkaufsleiterprüfung ab-

solvierten Prüfung, die zur Dispensation geführt hat. Dies hat die Vor-

instanz nicht beurteilt und ist für die Frage der Berechnung der Gesamtnote 

der Marketingleiterprüfung unerheblich. Auch muss aus dem Aufgebot 

nicht hervorgehen, wie sich die Gesamtnote der Marketingleiterprüfung be-

rechnet (zum Inhalt des Prüfungsaufgebots vgl. Ziff. 4.13 Prüfungsord-

nung). 

3.8  

3.8.1 Die Rüge, wonach die Vorinstanz befangen sei, weil sie der Erstin-

stanz eine Weisung über die Notenberechnung erteilt, anschliessend als 

Rechtsmittelinstanz über die Beschwerde gegen den Prüfungsentscheid 

befunden und darin ihre Weisung verteidigt habe, erweist sich als unbe-

gründet. Die Funktionen der Vorinstanz sind gesetzlich festgelegt: Gemäss 

Art. 28 Abs. 2 BBG regeln die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt 

für eidgenössischen Berufsprüfungen und eidgenössischen höheren Fach-

prüfungen die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfah-

ren, Ausweise und Titel, wobei sie dabei die anschliessenden Bildungs-

gänge berücksichtigen. Diese Vorschriften unterliegen der Genehmigung 

durch das SBFI (Art. 28 Abs. 2 Satz 3 BBG; gesetzliche Grundlage für die 

Genehmigung von Prüfungsordnungen, vgl. Art. 24 ff. der Berufsbildungs-

verordnung vom 19. November 2003 [BBV, SR 412.101]). Bei den eidge-

nössischen Prüfungen begleitet und unterstützt das SBFI die Organisatio-

nen der Arbeitswelt bei der Entwicklung und koordiniert die Abstimmung 

mit verwandten Berufen (vgl. Art. 26 Abs. 2 BBV). Das SBFI ist Rechtsmit-

telbehörde für andere Verfügungen (als Verfügungen kantonaler Behörden 

und von Anbietern mit kantonalem Auftrag nach Art. 61 Abs. 1 Bst. a BBG) 

von Organisationen ausserhalb der Bundesverwaltung (Art. 61 Abs. 1 

Bst. b BBG). Der Bund sorgt für die Aufsicht über die eidgenössischen Be-

rufsprüfungen und eidgenössischen höheren Fachprüfungen (Art. 42 

Abs. 2 BBG; Art. 27 BBV). Das SBFI beaufsichtigt somit die Durchführung 

der Prüfungen und die Arbeit der Prüfungskommissionen und stellt die Aus-

weise und Diplome aus (Art. 43 Abs. 2 BBG) und führt das entsprechende 

Register (Art. 43 Abs. 3 BBG). Dass bei einzelnen Mitarbeitenden der Vor-

instanz, die am angefochtenen Entscheid beteiligt gewesen wären, Aus-

standsgründe vorgelegen hätten, macht die Beschwerdeführerin im Weite-

ren nicht geltend. 

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Seite 12 

3.8.2 Die Vorinstanz stützt sich in ihrem Entscheid denn auch nicht auf die 

betreffende E-Mail eines ihrer Mitarbeiter vom 12. August 2019, welche die 

Beschwerdeführerin als Weisung bezeichnet, sondern erwähnt diese ledig-

lich in ihren Erwägungen (E. 5.1), da sie inhaltlich mit ihren Überlegungen 

übereinstimmt. Ausserdem stellt die Beschwerdeführerin selbst in ihren 

Ausführungen die Weisungsqualität der Ausführungen in der E-Mail so-

gleich wieder in Abrede (Beschwerde, N 34). Der Umstand, dass die Prü-

fungskommission in diesem Zusammenhang in ihren Eingaben an die Vor-

instanz (vom 19. Januar und 7. April 2021) von einer "Weisung" spricht, ist 

für die Beurteilung der Frage, ob die Gesamtnote der Beschwerdeführerin 

an der Marketingleiterprüfung 2020 korrekt ermittelt worden war, unerheb-

lich. Die Beschwerdeführerin bezieht sich auf eine weitere E-Mail der Vor-

instanz vom 3. Februar 2020 an die Präsidentin der Prüfungskommission, 

die ergänzend zur vorgenannten E-Mail zur Weisung zu zählen sei. Der 

Zusammenhang, in welchem diese Nachricht geschrieben wurde, geht aus 

den Akten nicht hervor. Jedenfalls befassen sich die Ausführungen mit der 

Verkaufsleiterprüfung und dem Übergang von alter zu neuer Prüfungsord-

nung, weshalb sie für das vorliegende Verfahren ohnehin unerheblich sind. 

3.9 Der Schluss der Vorinstanz, wonach die Prüfungskommission die Ge-

samtnote der Marketingleiterprüfung 2020 der Beschwerdeführerin korrekt 

ermittelt und berechnet habe, ist daher nicht zu beanstanden. 

4.  

4.1 Nach dem in Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerten Grundsatz von 

Treu und Glauben kann eine unrichtige Auskunft, welche eine Behörde 

dem Bürger erteilt, unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten. 

Voraussetzung dafür ist, dass: a) es sich um eine vorbehaltlose Auskunft 

der Behörden handelt; b) die Auskunft sich auf eine konkrete, den Bürger 

berührende Angelegenheit bezieht; c) die Amtsstelle, welche die Auskunft 

gegeben hat, dafür zuständig war oder der Bürger sie aus zureichenden 

Gründen als zuständig betrachten durfte; d) der Bürger die Unrichtigkeit 

der Auskunft nicht ohne Weiteres hat erkennen können; e) der Bürger im 

Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu machende Dispositio-

nen getroffen hat; f) die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die 

gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunftserteilung; g) das Interesse an der 

richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts dasjenige am Vertrauens-

schutz nicht überwiegt. Vertrauensschutz setzt nicht zwingend eine unrich-

tige Auskunft oder Verfügung voraus; er lässt sich auch aus einer blossen 

B-3742/2021 

Seite 13 

behördlichen Zusicherung und sonstigem, bestimmte Erwartungen begrün-

dendem Verhalten der Behörden herleiten (BGE 143 V 95 E. 3.6.2). 

4.2  

4.2.1 Die Vorinstanz bejaht das Vorliegen der Voraussetzungen für eine 

Berufung auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes infolge falscher be-

hördlicher Auskunft. Sie qualifiziert eine E-Mail der Prüfungsorganisation 

vom 6. Juni 2019 betreffend die Durchführung der Marketingleiterprü-

fung 2019 als falsche Auskunft, gestützt auf diese bei der Beschwerdefüh-

rerin die Erwartung geweckt worden sei, dass die "Vornote" helfen würde, 

die Gesamtnote der Marketingleiterprüfung positiv zu beeinflussen. In der 

fraglichen E-Mail führt der Zuständige auf Anfrage der Beschwerdeführerin, 

wie sich die Note genau zusammensetzen werde, aus: "Die Note errechnet 

sich aus dem Mittelwert der von Ihnen bereits geleisteten Basisfächer nach 

alter Prüfungsordnung ab, welche Sie anlässlich des Diploms Verkaufslei-

ter absolviert haben. […] Der Mittelwert der absolvierten Fächer lautet 4.5. 

Dieser Wert wird als Note im Prüfungsteil 1 der neuen Prüfung eingesetzt." 

Die Vorinstanz erwägt, gestützt darauf habe die Beschwerdeführerin Dis-

positionen treffen dürfen. Umso stärker erscheine diese Vertrauensbetäti-

gung gerechtfertigt, als im ersten Notenausweis 2019 die Gesamtnote tat-

sächlich unter Einbezug der Note 4.5 im Prüfungsteil 1 erfolgt sei. Dies 

werde auch durch die Aussage der Erstinstanz, wonach die Notenberech-

nung lediglich falsch dargestellt worden sei, nicht erschüttert. Die Disposi-

tionsbetätigung der Beschwerdeführerin habe im Entscheid bestanden, 

den Prüfungsteil 1 nicht abzulegen. Sie habe sich zur Annahme der Dis-

pensation entscheiden, weil sie davon habe ausgehen dürfen, dass die 

Note 4.5 bei der Ermittlung der Gesamtnote wiederum (im Rahmen der 

Wiederholungsprüfung) einbezogen würde. Die Unrichtigkeit der Auskunft 

habe die Beschwerdeführerin nicht erkennen könne. Die Interessenabwä-

gung führe zum Ergebnis, dass ihr Vertrauen aufgrund des falschen No-

tenausweises sowie der Auskunft der Prüfungsträgerschaft gegenüber der 

korrekten Rechtsanwendung überwiege. 

4.2.2 Die Vorinstanz folgert, der Schutz des Vertrauens der Beschwerde-

führerin bedeute aber nicht, dass sie Anspruch auf eine Gesamtnote von 

3.95 bzw. 4.0 habe, wie sie es verlange. Das Begehren sei abzuweisen. 

Die korrekte Rechtsanwendung bedeutete, dass die Gesamtnote unter 

Ausschluss der Note 4.5 des Prüfungsteils 1 zu erfolgen habe. Der Ver-

trauensschutz könne nur soweit führen, dass die betroffene Person zum 

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Seite 14 

Ursprungszustand zurückgeführt werde, der bestünde, wenn sie entspre-

chende nachteilige Disposition nicht getroffen hätte. Der Vertrauensschutz 

führe somit in diesem Fall nicht zu einem Anspruch auf ein rechtswidriges 

Ergebnis. Wenn die Beschwerdeführerin von der Erstinstanz vor oder spä-

testens mit der Anmeldung zur Wiederholungsprüfung mit korrekten Infor-

mationen darüber ins Bild gesetzt worden wäre, wie die Gesamtnote tat-

sächlich hätte ermittelt werden müssen, hätte die Kandidatin den Entscheid 

gehabt, im Zuge der Wiederholung den Prüfungsteil 1 ebenfalls abzulegen 

oder aber nur die letztlich tatsächlich wiederholten Teile. Deshalb sei ihr 

das Recht einzuräumen, den Prüfungsteil 1 ebenfalls absolvieren zu kön-

nen. Die Beschwerdeführerin habe davon ausgehen dürfen, dass die Note 

aus der Verkaufsleiterprüfung bei der Ermittlung der Gesamtnote der Mar-

ketingleiterprüfung einbezogen werde. Dass sie die Dispensation des Prü-

fungsteils 1 angenommen habe, dürfe ihr daher nicht zum Nachteil gerei-

chen. Es sei ihr das Recht einzuräumen, den Prüfungsteil 1 der Marketing-

leiterprüfung ebenfalls zu absolvieren. 

4.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass es sich bei der Auskunft der 

Erstinstanz um eine fehlerhafte Auskunft gehandelt habe. Die behördliche 

Zusicherung habe auf der Rechtsauffassung des zuständigen Organs ba-

siert. Die E-Mails der Prüfungskommission würden klarerweise den Ein-

druck erwecken, dass die Frage sorgfältig abgeklärt worden sei und den 

Konsens der Rechtsauffassung der Prüfungskommission wiedergegeben 

hätten. Die Beschwerdeführerin habe mehrfach, über längere Zeit hinweg 

und in konkreter und ausführlicher Form die Auskunft erhalten, dass die 

Note 4.5 des Prüfungsteils 1 in die Gesamtnote einberechnet werden 

würde. Diese Auskunft sei in Überstimmung mit der Prüfungsordnung und 

der zugehörigen Wegleitung erfolgt und auch im Zeitpunkt der Prü-

fung 2020 richtig gewesen. 

4.4 Die Erstinstanz führt aus, der Vertrauensschutz begründe keinen An-

spruch auf ein rechtswidriges Ergebnis, weshalb über die vorinstanzlichen 

Erwägungen hinaus kein Anspruch auf Notenübernahme begründet wer-

den könne. 

4.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kommt es nicht da-

rauf an, was die damalige Prüfungsorganisation bzw. -trägerschaft der Prü-

fung subjektiv gemeint hat. Wenn eine Auskunft, wie die vorliegend ein-

schlägige, im Widerspruch zur geltenden Rechtsordnung, das heisst vor-

liegend zur anwendbaren Prüfungsordnung, steht, ist – und bleibt – die 

Auskunft falsch. Der Einwand, wonach die Auskunft richtig gewesen sei, 

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Seite 15 

weil sie der damaligen Rechtsauffassung der Prüfungskommission ent-

sprochen habe, geht an der Sache vorbei. Dass die Note aus der Verkaufs-

leiterprüfung für die Berechnung der Gesamtnote der höheren Fachprü-

fung für Marketingleiter nicht zu berücksichtigen ist, ergibt sich aus der Aus-

legung von Ziff. 6.23 Prüfungsordnung. Das Gericht sieht darüber hinaus 

keine Veranlassung, den vorinstanzlichen Entscheid näher zu prüfen, da 

dieser von der Beschwerdeführerin auch nicht weitergehend beanstandet 

wird. 

5.  

5.1 Grundsätzlich kann sich der Rechtsuchende der korrekten Rechtsan-

wendung in seinem Fall nicht mit dem Argument entziehen, das Recht sei 

in anderen Fällen falsch oder gar nicht angewendet worden (BGE 146 I 

105 E. 5.3.1). Ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht besteht 

grundsätzlich nicht. Die Rechtsprechung hat denn auch stets den Vorrang 

des Legalitätsprinzips vor dem Gleichheitsprinzip betont. Eine falsche 

Rechtsanwendung in einem Fall begründet grundsätzlich keinen Anspruch, 

seinerseits ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu werden 

(BGE 135 IV 191 E. 3.3; BGE 124 IV 44 E. 2c). Weicht die Behörde jedoch 

nicht nur in einem oder in einigen Fällen, sondern in ständiger Praxis vom 

Gesetz ab, und gibt sie zu erkennen, dass sie auch in Zukunft nicht geset-

zeskonform entscheiden werde, so kann der Bürger gestützt auf Art. 8 

Abs. 1 BV verlangen, gleich behandelt, das heisst ebenfalls gesetzwidrig 

begünstigt zu werden. Nur wenn eine Behörde nicht gewillt ist, eine rechts-

widrige Praxis aufzugeben, überwiegt das Interesse an der Gleichbehand-

lung der Betroffenen gegenüber demjenigen an der Gesetzmässigkeit 

(BGE 146 I 105 E. 5.3.1). 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine andere Kandidatin, die im 

ersten Versuch diplomiert worden sei, sei ebenfalls von Prüfungsteil 1 dis-

pensiert worden, wobei ihr entsprechende Note aus der Verkaufsleiterprü-

fung angerechnet worden sei. Die Vorinstanz erklärt, sie habe davon keine 

Kenntnis. Immerhin sei darauf hinzuweisen, dass aus einem rechtswidrig 

beurteilten Einzelfall kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht ab-

geleitet werden könne. Die Erstinstanz führt aus, es könne keine Rede da-

von sein, dass die Beschwerdeführerin anders als die fragliche Kandidatin 

behandelt worden sei. Die Situation der betroffenen Kandidatin habe sich 

genau gleich gestaltet wie bei der Beschwerdeführerin. Die Gesamtnote 

der Marketingleiterprüfung 2019 sei damals – folge man der Vorinstanz – 

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Seite 16 

ebenfalls unter Einbezug des von der Dispensation betroffenen Prüfungs-

teils 1 aus der Verkaufsleiterprüfung berechnet worden oder – folge man 

der von der Prüfungskommission im vorinstanzlichen Verfahren vertrete-

nen Ansicht – im Notenausweis lediglich falsch dargestellt worden. 

5.3 Eine ständige von der Prüfungsordnung abweichende Praxis hinsicht-

lich der Berechnung der Gesamtnote, ist nicht belegt, zumal die Prüfungs-

kommission – wie aus ihren Eingaben im vorinstanzlichen sowie im vorlie-

genden Verfahren hervorgeht – nicht beabsichtigt, künftig diese Art der Ge-

samtnotenberechnung in Abweichung von der Prüfungsordnung anzuwen-

den. Aus dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Notenausweis 

der anderen Kandidatin ist im Übrigen nicht ersichtlich, dass diese tatsäch-

lich von Prüfungsteil 1 dispensiert worden wäre. Die Erstinstanz wider-

spricht der Beschwerdeführerin in diesem Punkt aber nicht. Jedenfalls 

wurde die Gesamtnote unter Einbezug der Note des Prüfungsteils 1 ermit-

telt. Dennoch ergibt sich daraus kein Anspruch auf Gleichbehandlung im 

Unrecht. Das Interesse an der Gesetzmässigkeit überwiegt vorliegend das-

jenige an der (allfälligen) Gleichbehandlung der Beschwerdeführerin. Dem 

in Ausnahmefällen aus dem Gleichwertigkeitsgebot abgeleiteten Anspruch 

auf gesetzeswidrige Begünstigung stehen die berechtigten Interessen aller 

übrigen Prüfungskandidaten an der prüfungsordnungskonformen Berech-

nung der Gesamtnote gegenüber. 

6.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid bundes-

rechtlich nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist. 

7.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-

führerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie 

Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). 

Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streit-

sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 

Abs. 4bis VwVG und Art. 2 Abs. 1 VGKE). Sie ist auf Fr. 2'000.– festzuset-

zen. Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

  

B-3742/2021 

Seite 17 

8.  

Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, 

SR 173.110) ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von 

Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, namentlich auf den Ge-

bieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsausübung. Unter die-

sen Ausschlussgrund fallen Prüfungsergebnisse im eigentlichen Sinn, aber 

auch alle anderen Entscheide, die sich auf eine Bewertung der intellektu-

ellen oder physischen Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandidaten be-

ziehen (BGE 138 II 42 E. 1.1). Wenn andere Entscheide im Zusammenhang 

mit einer Prüfung strittig sind, insbesondere solche organisatorischer oder 

verfahrensrechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel zulässig (BGE 147 I 73 

E. 1.2.1). 

  

B-3742/2021 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwen-

det. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die Erst-

instanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Willisegger Astrid Hirzel 

  

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Seite 19 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss Art. 82 ff., 

90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn die Be-

schwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amts-

sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Par-

tei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 24. März 2022 

  

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Seite 20 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– die Erstinstanz (Gerichtsurkunde)