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**Case Identifier:** 3e2ec2a4-3fb3-5f6f-8989-326a19976f83
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.08.2020 200 2018 670
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-670_2020-08-10.pdf

## Full Text

200 18 670 UV
KNB/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. August 2020

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG
Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357,
8401 Winterthur
vertreten durch C.________, Rechtsanwalt D.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. August 2018 (UVG 44.029.255/91)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der AXA Versicherungen AG (AXA bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als sie sich gemäss 
Unfallmeldung vom 9. Februar 2016 am 31. Januar 2016 bei einem Auffah-
runfall ein Schleudertrauma mit Schmerzen im Kopf und Nacken zuzog 
(Akten der AXA [act. IIA] A1). Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistun-
gen und nahm medizinische Abklärungen vor. Gestützt auf das interdiszi-
plinäre Gutachten der MEDAS vom 5. Juli 2017 (Akten der AXA [act. IIB] 
M31) stellte sie die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung 
mit Verfügung vom 13. September 2017 (act. IIA A110) rückwirkend per 
31. Juli 2016 ein. Die dagegen erhobene Einsprache (act. IIA A111) wies 
die AXA nach Einholen einer Stellungnahme ihres beratenden Arztes 
(act. IIB M34) mit Entscheid vom 3. August 2018 (act. IIA A117) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 14. September 2018 Beschwerde mit den 
folgenden Rechtsbegehren:

Der Einspracheentscheid der AXA Versicherungen AG vom 3. August 
2018 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien rückwirkend 
und bis auf Weiteres die ihr gesetzlich zustehenden Versicherungsleis-
tungen, namentlich Invalidenrente, Taggelder, Integritätsentschädigung, 
Heilungs- und Behandlungskosten etc., auszurichten.

Eventualiter sei der Einspracheentscheid der AXA Versicherungen AG 
vom 3. August 2018 aufzuheben und es sei ein gerichtliches Gutachten 
einzuholen und gestützt darauf eine Neubeurteilung des Leistungsan-
spruchs vorzunehmen.

Subeventualiter sei der Einspracheentscheid der AXA Versicherungen 
AG vom 3. August 2018 aufzuheben und die Sache zwecks Ergänzung 
der medizinischen Abklärungen an die AXA Versicherungen AG 
zurückzuweisen.

– Unter Kosten- und Entschädigungsfolge –.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, 
schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2019 auf Abweisung der 
Beschwerde.

Mit Schreiben vom 6. Februar 2019 forderte der Instruktionsrichter die Be-
schwerdegegnerin zur Mitteilung auf, bis wann der Beschwerdeführerin 
welche UV-Leistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 31. Janu-
ar 2016 effektiv ausgerichtet worden seien. Dieser Aufforderung kam die 
Beschwerdegegnerin mit Eingabe selben Datums nach. Mit Schreiben vom 
7. Februar 2019 stellte der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin die 
beiden Schreiben inkl. Beilage zur Kenntnisnahme zu.

Mit Replik vom 20. Februar bzw. Duplik vom 4. März 2019 hielten die Par-
teien an den bisherigen Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

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kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 3. August 
2018 (act. IIA A117). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwer-
deführerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung über den 
31. Juli 2016 hinaus.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorab eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin, indem diese ihr die im Rah-
men des Einspracheverfahrens eingeholte Stellungnahme des beratenden 
Arztes Dr. med. E.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Re-
habilitation sowie für Rheumatologie, vom 28. Juni 2018 (act. IIB M34) vor 
Erlass des Einspracheentscheids vom 3. August 2018 (act. IIA A117) nicht 
zur Kenntnisnahme und allfälligen Stellungnahme zugestellt habe (Be-
schwerde S. 4 ff.).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, 
die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-

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einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs-
recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann 
(BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72).

2.3 Die Stellungnahme des Dr. med. E.________ vom 28. Juni 2018 
(act. IIB M34) hat im Wesentlichen eine Auseinandersetzung mit den in der 
Einsprache vom 16. Oktober 2017 (act. IIA A111) vorgebrachten Rügen 
zum Gegenstand. Mit der entsprechenden Anfrage an den beratenden Arzt 
war keine zusätzliche Sachverhaltsabklärung beabsichtigt, sie stellt damit 
auch keine weitere Beweismassnahme dar. Dementsprechend musste der 
Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang das rechtliche Gehör nicht 
gewährt werden.

Selbst wenn in der nicht erfolgten Zustellung der Stellungnahme eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken wäre, würde die Rückweisung 
der Sache an die Verwaltung zu dessen Gewährung zu einem formalisti-
schen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, weshalb 
davon abzusehen ist (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2013 IV 
Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

3.

3.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 
vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus-
gebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG). Die Beschwerdeführerin erlitt den Unfall am 31. Januar 2016 (act. 
IIA A1), womit das bis 31. Dezember 2016 gültig gewesene Recht zur An-
wendung gelangt.

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3.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

3.4 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. September 2018, 
8C_781/2017, E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

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3.5 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

3.5.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und 
von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten un-
abhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 
somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap-
parativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und 
die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich aner-
kannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 
E. 3.1).

3.5.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für 
die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf aus-
zugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzu-
beziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 

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V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 
indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet-
zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be-
schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 
(diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss-
törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af-
fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 
S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 
psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in 
den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der 
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft 
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies 
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für 
Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge-
bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri-
en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be-
schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die 
Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im 
Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum 
typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichen-

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falls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den 
im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um 
blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständi-
ge (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung 
insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter 
unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 
UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2).

Die Diskussion der Frage, nach welchen Regeln die Adäquanz zu beurtei-
len ist, kann unterbleiben, wenn der Kausalzusammenhang auch nach der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) zu verneinen ist (SVR 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.3; Entscheid des BGer vom 17. Juni 2010, 8C_248/2010, 
E. 3.3).

3.6 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbe-
handlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente 
und Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung 
der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass-
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 
UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Bes-
serung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Stei-
gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt 
beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Bes-
serung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen Entscheid des BGer 
vom 17. Juli 2018, 8C_210/2018, E. 3.2.3.1).

Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heil-
behandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc 
et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwä-
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzusch-
liessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei rich-
tiger Betrachtungsweise – gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin-
sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge-
sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz 

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vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen 
und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen 
einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset-
zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384).

3.7 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwal-
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

4.

4.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin am 31. Januar 2016 (vgl. act. IIA A1) einen Unfall im 
Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 3.2 hiervor) und danach unfallkausale Be-
schwerden aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch ent-
sprechende Versicherungsleistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, ob 
die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus (31. Juli 2016 [act. 
IIA A110 S. 4) geklagten Beschwerden in einem anspruchsbegründenden 
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit diesem Unfall ste-
hen. Den medizinischen Akten lässt sich hierzu im Wesentlichen das Fol-
gende entnehmen:

4.1.1 Dem Bericht über die ambulante Behandlung des Spitals 
F.________ vom 31. Januar 2016 (act. IIB M1) ist zu entnehmen, dass die 
Patientin nach einem Verkehrsunfall notfallmässig per Sanität eingewiesen 
worden sei. Sie habe berichtet, dass sie Insassin eines PKWs auf dem 
rechten Rücksitz gewesen sei, als das Auto, welches sich im Schritttempo 
befunden habe, von hinten von einem PKW erfasst worden sei. Nach dem 

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Unfall habe sie selbstständig aufstehen und aus dem Auto aussteigen kön-
nen. Bewusstlosigkeit, Amnesie, Schwindel, Doppelbilder, Nausea und 
Erbrechen seien verneint worden. Sie habe von Schmerzen im Bereich von 
HWS, BWS und BWS/LWS-Übergang berichtet. Ein CT der Wirbelsäule 
habe keine Frakturen gezeigt (vgl. auch act. IIB M4). Diagnostiziert wurde 
ein Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion und BWS/LWS-Distorsion. Für den 
Zeitraum vom 31. Januar bis 7. Juli 2016 wurde eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit attestiert.

4.1.2 Im "Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervi-
kalem Beschleunigungstrauma" vom 31. Januar 2016 (act. IIB M5) wurde 
festgehalten, dass direkt nach dem Unfall Kopf- und Nackenschmerzen, 
dreieinhalb Stunden später auch Schmerzen in der Schulter und im Rücken 
aufgetreten seien. Vor dem Unfall hätten behandlungsbedürftige Be-
schwerden in der Lendenwirbelsäule (Arthrose) bestanden.

4.1.3 Im Bericht vom 9. Februar 2016 (act. IIB M2) diagnostizierte Dr. 
med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, eine HWS-
Distorsion II und eine ausgeprägte posttraumatische Anpassungsstörung. 
Er attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis ca. Ende März 2016.

In einem weiteren Bericht vom 15. April 2016 (act. IIB M14) führte Dr. med. 
G.________ aus, die Patientin leide seit Jahren unter periodisch auftreten-
den lumbo-vertebralen Schmerzen, die normalerweise auf die Lendenwir-
belsäule beschränkt geblieben seien. Im September 2015 sei zusätzlich 
eine Lumboischialgie d.h. ein Beinschmerz links aufgetreten. Eine MRI-
Untersuchung habe eine beginnende Chondrose der Bandscheibe LWK4/5 
mit möglichem Kontakt zu den Nervenwurzeln L5 beidseits sowie eine Pro-
trusion der Bandscheibe L5/S1 mit möglichem Kontakt zu den Nervenwur-
zeln S1 ohne Nachweis einer Kompression der Nervenwurzel gezeigt. Eine 
im November 2015 erfolgte Facettengelenksinfiltration L4-S1 beidseits ha-
be zu einer deutlichen Linderung geführt. Im Moment sei die Patientin lum-
bal beschwerdearm, insbesondere sei der Beinschmerz abgeklungen.

4.1.4 Im Bericht der Klinik H.________ des Spitals I.________ vom 
21. April 2016 (act. IIB M19) wurde festgehalten, die berichteten chroni-
schen Kopfschmerzen würden als multifaktoriell interpretiert. Aufgrund des 

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zeitlichen Beginns nach dem Auffahrunfall und der zervikalen Muskelver-
spannung mit Druckdolenz seien eine zervikogene Komponente nach ei-
nem Trauma und eine myofasziale Komponente nach möglicher Fehlbelas-
tung (infolge des Traumas) wahrscheinlich. Ferner könne der Medikamen-
tenübergebrauch zu der Chronifizierung beigetragen haben. Eigenana-
mnestische Merkmale sprächen für migräniforme Kopfschmerzen, wobei 
dafür der Beginn in dem Alter atypisch sei und formell die Diagnosekriterien 
nicht erfüllt seien.

4.1.5 Dem Bericht der Klinik J.________ des Spitals I.________ vom 
26. Mai 2016 (act. IIB M20) sind die Hauptdiagnosen chronisches zerviko-
thorakales Schmerzsyndrom, ausgeprägte Anpassungsstörung, chronische 
Kopfschmerzen multifaktorieller Genese und chronische Hepatitis B zu ent-
nehmen. Die nach dem Auffahrunfall am 31. Januar 2016 aufgetretenen 
Schmerzen im Bereich der HWS seien trotz Analgetika sowie physiothera-
peutischer Behandlungen im Verlauf zunehmend mit Schmerzausweitung 
bis in die Zehenspitzen. Klinisch finde sich kein Hinweis auf eine radikuläre 
Symptomatik bei vor allem myofaszialen Beschwerden und Verdacht auf 
Schmerzausweitung. Auffällig sei auch die zunehmende depressive Sym-
ptomatik mit Schlafstörungen und Gedächtnisstörungen. Die bisher durch-
geführten Behandlungen, vor allem passive physiotherapeutische Behand-
lung, Analgetika-Therapie und auch Versuche mit Temesta, seien erfolglos 
geblieben.

4.1.6 Dr. med. G.________ hielt im Bericht vom 7. Juni 2016 (act. IIB 
M22) fest, die Beschwerden hätten sich seit Februar 2016 in keiner Weise 
verbessert. Die objektiven Befunde seien im Wesentlichen gleich geblie-
ben. Im Moment sie nicht mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zu rech-
nen.

4.1.7 Im Bericht der Klinik H.________ des Spitals I.________ vom 
16. Juli 2016 (act. IIB M27) wurde ausgeführt, es bestehe weiterhin eine 
unveränderte Situation mit Nacken- und Kopfschmerzen sowie Muskel-
schmerzen infolge eines Auffahrunfalles im Januar 2016. Die physio-
therapeutischen Massnahmen hätte keine Linderung der Beschwerden 
gebracht, durch die Beschwerden habe sich eine depressive Symptomatik 
entwickelt. Ein durchgeführtes MRT des Schädels habe keine sekundäre 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 13

Ursache für die Kopfschmerzen gezeigt. Das MRI der Wirbelsäule habe ein 
dorsolaterales Bandscheiben-Bulging HWK4/5 links mit foraminaler Einen-
gung links ohne Myelopathie-Zeichen gezeigt, bei sonst altersentsprechen-
dem Normalbefund. Klinisch-neurologisch bestehe keine radikuläre Sym-
ptomatik.

4.1.8 Im Bericht der psychiatrischen Dienste K.________ vom 21. No-
vember 2016 (act. IIB M29/1) wurde eine depressive Episode mit somati-
schem Syndrom (ICD-10: F32) diagnostiziert, als diagnostische Hypothese 
wurden psychosomatische Beschwerden (somatoforme Störungen; ICD-10: 
F45.0) erwähnt. Die psychiatrische Behandlung durch den ambulanten 
Dienst habe am 12. September 2016 begonnen. Es würden medikamentö-
se Therapien sowie Psychotherapie durchgeführt. Bis heute sei nicht wirk-
lich ein positives Ergebnis festzustellen.

4.1.9 Im psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS vom 27. April 2017 
(act. IIB M31/5) wurde ein Status nach länger anhaltender depressiver Re-
aktion im Rahmen einer Anpassungsstörung gemäss ICD-10: F43.21, ak-
tuell remittiert, diagnostiziert (S. 26). Im Rahmen der Begutachtung seien 
weitgehend unauffällige Befunde festgestellt worden. Eine affektive Störung 
mit eigenständigem Krankheitswert im Sinne einer anhaltenden depressi-
ven Störung könne nicht mehr diagnostiziert werden (S. 23). Die Exploran-
din zeige aktuell durchaus eine gewisse Somatisierungstendenz und auch 
eine ängstliche Grundhaltung, dass die Schmerzen infolge von Aktivitäten 
zunehmen könnten. Es bestehe auch eine Opferhaltung und in diesem Zu-
sammenhang eine Passivität. Hingegen könne aktuell die Diagnose einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder einer Schmerzverarbei-
tungsstörung mit eigenständigem Krankheitswert nicht gestellt werden 
(S. 24). Die Entwicklung der depressiven Reaktion werde im Zusammen-
hang mit den Unfallfolgen gesehen. Bei deren Entwicklung hätten die er-
eignisbezogenen Faktoren eine massgebende Rolle gespielt. Insbesondere 
die Zunahme der Schmerzsymptomatik wie auch der Verlust der Tages-
struktur infolge des Unfallgeschehens habe die Entstehung der depressi-
ven Reaktion gefördert. Anhaltende Unfallfolgen lägen nicht vor. Ohne das 
Unfallgeschehen wäre es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zur 
Entwicklung der depressiven Störung gekommen. Aktuell sei die Exploran-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 14

din zu 100 % als arbeitsfähig zu beurteilen. Nach dem Unfallgeschehen bis 
Dezember 2016 werde von einer Leistungsminderung von 20 % ausgegan-
gen (S. 29 f.). In den letzten drei Monaten, nach Beginn der psychiatrischen 
Behandlung, sei es zu einer weitgehenden Remission der anamnestisch 
beschriebenen depressiven Reaktion gekommen (S. 31). Es empfehle sich 
eine Weiterführung der psychiatrischen und psychotherapeutischen Mass-
nahmen, um die erreichte Stabilität aufrecht zu erhalten (S. 32).

Im Bericht der Praxis L.________ vom 15. Februar 2017 (act. IIB M31/4) 
wurde keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Es 
bestehe ein praktisch generell geringes kognitives Leistungsniveau. Die 
Testwerte der Probandin entsprächen einer durchschnittlichen Leistung in 
der Altersgruppe knapp unter sechs Jahren, was an der Gültigkeit der vor-
liegenden Resultate zweifeln lasse, auch wenn man den soziokulturellen 
Hintergrund berücksichtige. Insgesamt ergebe sich das Bild praktisch 
durchgängig geringer Testleistungen. Ursächlich spielten mehrere Faktoren 
mit. Hinweise auf eine hirnorganische Ursache ergäben sich keine, auch 
weise die Charakteristik der neuropsychologischen Befunde nicht darauf 
hin. Die Leistungsfähigkeit werde wahrscheinlich negativ beeinflusst durch 
das subjektiv beeinträchtigte körperliche und psychische Befinden, was das 
Umsetzen der kognitiven Fähigkeiten erschwere. Darüber hinaus ergäben 
sich deutliche Hinweise auf eine nicht durchgehend intakte Anstrengungs-
bereitschaft. Die Validität der Befunde sei in diesem Sinne nicht gegeben. 
Es müsse von einem höheren kognitiven Leistungspotential ausgegangen 
werden, als es die vorliegenden Testresultate zeigten. Eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit könne nicht attestiert werden (S. 6 ff.).

Dem rheumatologischen Teilgutachten der MEDAS vom 23. März 2017 
(act. IIB M31/3) sind die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit zu entnehmen (S. 19):

Myofasziales Schmerzsyndrom mit teils cephalen, teils vertebralen bis 
spondylogenen Beschwerden cervico-thorakal mit/bei
- Wirbelsäulenfehlstatik und muskulärer Dysbalance
- degenerativen Veränderungen cervical, hauptsächlich im Segment 

C4/5, klinisch und bildgebend ohne Hinweise auf Radikulopathie
- degenerativen Veränderungen im thorakalen Bereich mit bereits seit 

Jahren sichtbarer Spondylose im oberen und mittleren BWS-
Bereich.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 15

Die Explorandin präsentiere eine akzentuierte Beschwerdeschilderung mit 
Angabe eines hohen Leidensdruckes. Sie schildere und präsentiere nicht 
schlüssig erklärbare Limitierungen und Belastungseinschränkungen. Uner-
klärlich sei der nach dem Unfall eingetretene starke Wechsel der Sympto-
matik mit früher geklagten generalisierten weichteilrheumatischen Be-
schwerden (Fibromyalgie), cephalen und spondylogenen Beschwerden 
cervikal und lumbal zu einer heute auf Kopf, Hals, Schultergürtel, Thorax 
und Arme beschränkten Schmerzsymptomatik. Eine unfallbedingte Ver-
schlechterung des schmerzhaften Vorzustandes mit verstärkten Beschwer-
den im Bereiche von Nacken, Schultergürtel und ausstrahlend in die Arme 
sei nachvollziehbar. Ein Kausalzusammenhang zum Unfall sei mit überwie-
gend wahrscheinlich gegeben. Die moderaten Veränderungen der Halswir-
belsäule auf Niveau C4/5, ohne Neurokompression, seien degenerativer 
Natur. Unfallbedingte Läsionen hätten mittels CT und MRI nicht erfasst 
werden können. Der Status quo ante müsste sechs Monate nach dem Un-
fall erreicht gewesen sein (S. 22 f.).

Im neurologischen Teilgutachten der MEDAS vom 6. März 2017 (act. IIB 
M31/2) wurde keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest-
gehalten (S. 17). In der körperlichen Untersuchung hätten sich keine sen-
somotorischen Ausfälle objektivieren lassen. Ein Vermeidungsverhalten sei 
weder während der Anamneseerhebung noch beim Aus- oder Anziehen 
der Kleider, noch während der körperlichen Untersuchung zu beobachten 
gewesen. Zusammenfassend könne von einer HWS-Distorsion bei Auffah-
runfall ausgegangen werden. Neurologische Ausfälle seien nicht objekti-
vierbar. Die in den Berichten des Spitals I.________ separat beurteilten 
Kopfschmerzen hätten sich aktuell aus dem gesamten Beschwerdebild 
nicht mehr isolieren lassen, zumal die Versicherte angebe, dass die Be-
schwerden in der oberen Hälfte des Rückens, am Schulternackengürtel 
und am Hinterkopf permanent vorhanden und von gleichem Charakter an 
allen diesen Lokalisationen seien (S. 18). Aus neurologischer Sicht hätten 
sich keine pathologischen Befunde erheben lassen, die mit dem Unfall vom 
31. Januar 2016 in kausalem Zusammenhang zu sehen wären (S. 20).

In der interdisziplinären Beurteilung vom 5. Juli 2017 (act. IIB M31/1) hiel-
ten die Gutachter der MEDAS fest, nach dem Unfall sei die Verschlechte-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 16

rung der anamnestisch bekannten myofaszialen Beschwerden im Vorder-
grund gestanden. Im Verlauf sei es auch aufgrund dieser Beschwerden 
sowie aufgrund der Unfallfolgen zur Entwicklung eines reaktiven depressi-
ven Zustandsbildes gekommen. Sechs Monate nach dem Unfallgeschehen 
werde aus somatischer Sicht davon ausgegangen, dass der Status quo 
ante erreicht worden sei. Spätestens seit Dezember 2016 werde aus 
psychiatrischer Sicht davon ausgegangen, dass der Status quo ante eben-
falls erreicht worden sei. Die aktuell vorliegenden Beschwerden seien auf 
unfallfremde Faktoren zurückzuführen. Rein unfallbedingt habe während 
der ersten sechs Monate in der bisherigen Tätigkeit sowie in angepasster 
Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab August 2016 
werde die bisherige Tätigkeit weiterhin als nicht zumutbar beurteilt, jedoch 
nicht aufgrund von Unfallfolgen, sondern krankheitsbedingt. Aus psychiatri-
scher Sicht werde bis Dezember 2016 eine Leistungsminderung von 20 % 
in der bisherigen Tätigkeit attestiert (S. 46).

4.1.10 In der von der damaligen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe-
rin eingeholten Stellungnahme vom 29. August 2017 (act. IIB M32) hielt Dr. 
med. G.________ fest, die aktuell bestehenden Beschwerden im Nacken 
seien seines Erachtens auf den Unfall zurückzuführen. Bis zum Unfall habe 
die Patientin während Jahren schon Beschwerden im Bereich des Rückens 
und auch der Weichteile gehabt, sei jedoch bis zum Unfall abgesehen von 
kurzdauernden Arbeitsausfällen immer voll arbeitsfähig gewesen. Das 
Ausmass der Beschwerden sei viel weniger ausgeprägt gewesen und die 
Schmerzen seien nur periodisch verstärkt aufgetreten. Angesichts der nun 
anhaltenden ausgeprägten Schmerzen im Anschluss an den Unfall sei es 
ihr in keiner Weise mehr möglich, eine körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeit auszuüben.

4.1.11 Der beratende Arzt Dr. med. E.________ führte in der Stellung-
nahme vom 28. Juni 2018 (act. IIB M34) aus, die im rheumatologischen 
Teilgutachten festgehaltene Beurteilung zur Arbeitsunfähigkeit sei gut be-
gründet, nachvollziehbar und in Übereinstimmung mit den objektiven Be-
funden. Zur Frage nach einer namhaften Verbesserung nehme der Gutach-
ter keine Stellung. Aufgrund der vorliegenden Ressourcen und der Selbst-
limitierungen der Versicherten sei nicht mit einer namhaften Besserung zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 17

rechnen. Die Beurteilung aus rheumatologischer Sicht, wonach der Status 
quo sine am 31. Juli 2016 erreicht gewesen sei und danach die Vorzustän-
de den Beschwerdeverlauf bestimmt hätten, sei nachvollziehbar, da keine 
strukturellen Veränderungen als Folge des Ereignisses vom 31. Januar 
2016 nachweisbar seien und aufgrund von breit abgestützten Erfahrungs-
werten Beschwerden durch distorsionelle Zustände infolge Traumas im 
Bereich der Wirbelsäule in aller Regel nach sechs Monaten ausgeheilt sei-
en. Unfallbedingte Befunde seien objektiv nicht nachweisbar. Die festge-
stellten unfallfremden Befunde erklärten die aktuell geklagten Beschwerden 
nicht. Es handle sich um leichte degenerative Veränderungen, die nicht 
geeignet seien, ein chronifiziertes Beschwerdebild mit diffusen Schmerzen, 
Kraftminderungen und Bewegungslimiten zu bewirken.

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 18

gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

4.3 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 5. Juli 2018 (act. IIB 
M31/1) erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen 
und erbringt vollen Beweis. Die Experten haben sich in Kenntnis der medi-
zinischen Vorakten sorgfältig mit den geklagten Beschwerden auseinan-
dergesetzt und ihre Schlussfolgerungen auch gestützt auf die eigenen Un-
tersuchungen in den Fachrichtungen Rheumatologie, Neuropsychologie, 
Neurologie und Psychiatrie getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung 
der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
nachvollziehbar begründet. Dasselbe gilt für die Stellungnahme von Dr. 
med. E.________ vom 28. Juni 2018 (act. IIB M34), welcher den Status 
quo ante – wie der rheumatologische Teilgutachter – überzeugend auf 
sechs Monate nach dem Unfallereignis terminiert (vgl. dazu auch SVR 
2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3.2; Entscheid des BGer vom 9. Mai 2018, 
8C_13/2018 E. 3.3).

Die beschwerdeweise vorgebrachte Kritik am MEDAS-Gutachten verfängt 
nicht, zumal keine wesentlichen Aspekte vorgebracht werden, die im Rah-
men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären (SVR 
2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Insbesondere 
vermag die Beschwerdeführerin aus der Aussage des neuropsychologi-
schen Teilgutachters, wonach "[d]ie Validität der Befunde […] in diesem 
Sinne nicht gegeben [sei]" (act. IIB M31/4 S. 8), nichts für sich abzuleiten 
(Beschwerde S. 7 Ziff. 2.1). Mit dieser Aussage hat der Gutachter vielmehr 
die im Rahmen der neuropsychologischen Testung aufgefallenen deutli-
chen Hinweise auf eine nicht durchgehend intakte Anstrengungsbereit-
schaft (act. IIB M31/4 S. 7) zusammengefasst. Daraus kann offensichtlich 
nicht auf die fehlende Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens geschlossen 
werden. Soweit die Beschwerdeführerin auf ihren behandelnden Arzt Dr. 
med. G.________ verweist, wonach insbesondere die Beschwerden im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 19

Nackenbereich über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung anhaltend auf 
den fraglichen Unfall zurückzuführen seien (Beschwerde S. 8 Ziff. 2.4), ist 
festzustellen, dass es sich bei den diesbezüglichen Aussagen im Bericht 
vom 29. August 2017 (act. IIB M32 S. 1 Ziff. 2 und 3) um eine beweisrecht-
lich unzulässige "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation (vgl. BGE 119 
V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2) handelt.

4.4 Für die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden liessen 
sich zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung Ende Juli 2016 (act. IIA A110 
S. 4) keine nachweisbaren organischen Unfallfolgen feststellen. Die am 
Unfalltag vorgenommenen bildgebenden Untersuchungen an Hals-, Brust- 
und Lendenwirbelsäule zeigten altersentsprechende, nicht pathologische 
Befunde ohne Hinweise auf eine Fraktur (act. IIB M3, M4). Der rheumato-
logische Teilgutachter gelangte dementsprechend zum überzeugenden 
Schluss, dass sich die vorgetragenen Beschwerden, Limitierungen und 
funktionellen Einschränkungen nicht schlüssig somatisch erklären liessen 
(act. IIB M31/3 S. 24 f.). Die fehlende Objektivierbarkeit der geklagten Be-
schwerden wird von der Beschwerdeführerin denn auch explizit anerkannt 
(vgl. Beschwerde S. 9 oben). Da von weiteren medizinischen Abklärungen 
keine neuen Erkenntnisse zur Frage eines objektivierbaren organischen 
Substrats des Gesundheitsschadens erwartet werden konnten bzw. die 
erforderlichen bildgebenden Verfahren bereits durchgeführt worden waren 
(Röntgen, CT, MRI), ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegne-
rin auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet hat (antizipierte Be-
weiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Wie es sich beim Fehlen 
organisch objektivierbarer unfallkausaler Befunde mit dem natürlichen Kau-
salzusammenhang zwischen dem Unfall vom 31. Januar 2016 sowie den 
geklagten Beschwerden verhält (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. 2.4), braucht 
nicht abschliessend beurteilt zu werden, da es vorliegend an der für die 
Leistungspflicht im Weiteren vorausgesetzten Adäquanz des Kausalzu-
sammenhanges fehlt (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472; vgl. nachfolgend 
E. 5.4). Die in der Beschwerde beantragten weiteren medizinischen Ab-
klärungen (S. 2 Rechtsbegehren 2 und 3) können allein den natürlichen 
Kausalzusammenhang betreffen und sind deshalb nicht notwendig.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 20

5.

5.1 Weiter kann offen bleiben, ob die Adäquanz gemäss der Praxis 
nach BGE 134 V 109 oder nach BGE 115 V 133 zu prüfen ist resp. ob die 
zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehörenden Be-
einträchtigungen im Vergleich zur psychischen Problematik ganz in den 
Hintergrund getreten sind. Die Adäquanz ist nämlich auch unter Berück-
sichtigung der für die Beschwerdeführerin tendenziell günstigeren Praxis 
gemäss BGE 134 V 109 (da nicht zwischen physischen und psychischen 
Komponenten unterschieden wird; BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 117 in Ver-
bindung mit E. 10.1 S. 126 f.) zu verneinen (vgl. nachfolgend E. 5.4).

5.2 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 
133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall 
zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann 
zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Un-
fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Gesche-
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 E. 
5.1 S. 359) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren 
Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren 
Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verletzungen 
Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestat-
ten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate Kausal-
zusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht 
und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Un-
fallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv er-
fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine 
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Je nach 
den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal-
zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann 
zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fäl-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 21

len im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem 
schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren 
Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgepräg-
ter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Ein-
zelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so 
müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kri-
terien erfüllt sein (SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um 
einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müs-
sen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2017 
UV Nr. 9 S. 33 E. 6.1). Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den 
objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E. 4c 
S. 384).

Der Katalog der – abschliessend aufgezählten (BGE 134 V 109 E. 10.2 
S. 127) – adäquanzrelevanten Kriterien lautet (BGE 134 V 109 E. 10.3 
S. 130; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 143 E. 6.1):

 besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalls;

 die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
 fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
 erhebliche Beschwerden;
 ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;
 schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
 erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis wird bei der Beurteilung der vor-
stehend genannten Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet, weil hier nicht entscheidend ist, 
ob Beschwerden medizinisch eher als organisch und/oder psychischer Na-
tur bezeichnet werden (BGE 117 V 359 E. 5d aa S. 364 und E. 6a S. 367; 
RKUV 1999 U 341 S. 409 E. 3b, 1997 U 272 S. 174 E. 4a). Voraussetzung 
für die Anwendung dieser Praxis ist aber, dass die psychischen Beschwer-
den aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 22

schwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein 
komplexes Gesamtbild ergeben (SVR 2001 UV Nr. 13 S. 48 E. 3b).

5.3 Der Unfallhergang vom 31. Januar 2016 ist in den amtlichen Akten 
dokumentiert. Gemäss Sachverhaltsschilderung der Kantonspolizei … im 
Rapport vom 26. Februar 2016 (act. IIB unpag. S. 8 f.) sei der Sohn der 
Beschwerdeführerin mit seinem Personenwagen (PW 2) mit ca. 80 km/h 
auf dem Überholstreifen der Autobahn … in Richtung … gefahren. Kurz 
nach dem …tunnel habe er seine Fahrt verkehrsbedingt bis fast zum Still-
stand abbremsen müssen. Der Unfallverursacher sei mit seinem Perso-
nenwagen (PW 1) auf demselben Fahrstreifen gefolgt, habe jedoch wegen 
mangelnden Abstandes nicht mehr reagieren können und sei in der Folge 
heftig gegen das Heck des fast stehenden PW 2 geprallt. Durch die Wucht 
des Unfalls sei der PW 1 gedreht worden, wobei er mit der Mittelleitplanke 
kollidiert sei. Beim Unfall seien drei Personen leicht verletzt worden, an der 
Verkehrseinrichtung sei Sach- und an den Fahrzeugen Totalschaden ent-
standen. Laut dem unfallanalytischen Kurzgutachten vom 19. April 2016 
habe die Kollisionsanalyse gezeigt, dass die relative Kollisionsgeschwin-
digkeit des PW 1 zwischen ca. 48 und 58 km/h und die kollisionsbedingte 
Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) des PW 2 zwischen ca. 20 und 26 
km/h gelegen habe (act. IIA A29 S. 6).

5.4 Einfache Auffahrunfälle werden rechtsprechungsgemäss in der 
Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert 
(z.B. Entscheid des BGer vom 9. März 2010, 8C_812/2009, E. 5.1). Es ist 
kein Grund ersichtlich, weshalb hier etwas anderes gelten sollte. Bei einem 
mittleren Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen liegen die nach der 
Rechtsprechung notwendigen Kriterien gehäuft vor, wenn vier davon erfüllt 
sind (E. 5.2 hiervor). Soweit die Beschwerdeführerin für eine Qualifikation 
des Ereignisses als zumindest schweren Fall im mittleren Bereich bzw. als 
Grenzfall zu einem schweren Unfall plädiert (Beschwerde S. 11) ist ihr nicht 
zu folgen. Mit Blick auf die Kasuistik (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundes-
gesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 65 ff.) wäre das Ereig-
nis – wenn überhaupt – höchstens als mittelschwer im engeren Sinne ein-
zuordnen. Bei der gegebenen Unfallschwere könnte die Adäquanz nur be-
jaht werden, wenn mindestens drei der sieben Adäquanzkriterien in einfa-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 23

cher Form erfüllt wären oder eines besonders ausgeprägt vorläge (vgl. 
E. 5.2 hiervor).

5.4.1 Dem Unfallereignis vom 31. Januar 2016 muss bei objektiver Be-
trachtung eine besondere Eindrücklichkeit abgesprochen werden, zumal 
jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit ei-
gen ist (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127; SVR 
2016 UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2). Besonders dramatische Begleitumstände 
sind ebenfalls nicht auszumachen und wurden auch nur in deutlich gravier-
enderen Fällen bejaht (vgl. Rechtsprechungsübersicht im Entscheid des 
BGer vom 6. November 2012, 8C_398/2012, E. 6.1.1). Soweit die Be-
schwerdeführerin auf die relative Kollisionsgeschwindigkeit des Unfallfah-
rers verweist, welche zwischen 48 und 58 km/h betrug (Replik S. 5), ist 
festzustellen, dass die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Del-
ta-v) des Fahrzeuges, in welchem sich die Beschwerdeführerin befand, 
lediglich zwischen ca. 20 und 26 km/h lag (act. IIA A29 S. 6). Die Tatsache, 
dass dieses Fahrzeug Totalschaden erlitt (Beschwerde S. 9), führt eben-
falls nicht zur Bejahung des Kriteriums, bedeutet dies im vorliegenden Fall 
doch einzig, dass die Reparaturkosten den Zeitwert des Fahrzeuges über-
stiegen hätten (act. IIA A9) und nicht, dass das Fahrzeug beim Unfall 
gleichsam zerstört worden wäre. Aus der Fotodokumentation ist denn auch 
ersichtlich, dass zwar das Heck auf der rechten Seite relativ stark einge-
drückt worden ist, der Innenraum und insbesondere die Sitzbank, auf wel-
cher die Beschwerdeführerin sass, jedoch unbeschädigt geblieben sind 
(act. IIA A1, A9 Fotos Nr. 1-3, 10 f.).

5.4.2 Die erlittenen Verletzungen waren weder schwer noch von beson-
derer Art; die Diagnose einer HWS-Distorsion (vgl. act. IIB M2) genügt für 
sich allein nicht (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Dieses Kriterium wur-
de seitens der Beschwerdeführerin denn auch korrekterweise nicht angeru-
fen (Replik S. 5).

5.4.3 Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 
Behandlung ist ebenfalls nicht zu bejahen: Dieses erfordert eine kontinuier-
liche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes ausgerichtete ärztliche Behandlung, verbunden mit 
einer erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Ambu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 24

lante Physiotherapie, alternativ-medizinische Massnahmen sowie Verlaufs-
kontrollen sind nicht im Sinne der Rechtsprechung als belastend zu qualifi-
zieren (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 84 
E. 8.3.3; Entscheid des BGer vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2). 
Die Beschwerdeführerin wurde am Unfalltag im Spital F.________ ambu-
lant untersucht, wobei die Ärzte Bedarfsanalgesie verordneten (act. IIB 
M1). In der Folge wurden verschiedene Beschwerdesymptome apparativ 
und bildgebend näher abgeklärt (act. IIB M4, M18, M21, M23/1), es fanden 
indes weder invasive Eingriffe noch eigentliche ärztliche Behandlungen von 
somatischen Gesundheitsschäden statt, die Beschwerdeführerin nahm 
höchstens noch Physiotherapie (act. IIB M15) sowie ambulante Psychothe-
rapie (act. IIB M29/1) in Anspruch.

5.4.4 Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit 
zwischen Unfall und Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch beste-
hende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach 
den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die 
verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt 
(BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128; SVR 2017 UV Nr. 9 S. 33 E. 9). Die übli-
cherweise mit Schleudertraumen verbundenen Beschwerden können nicht 
genügen, ansonsten das Kriterium bei jeder solchen Verletzung bejaht 
werden müsste und damit keine Bedeutung als Differenzierungsmerkmal 
mehr hätte (Entscheid des BGer vom 14. August 2012, 8C_938/2011, 
E. 5.3.4). Nach Lage der Akten übersteigen die unfallbedingt aufgetretenen 
Schmerzen und die Beeinträchtigung, welche die Beschwerdeführerin da-
durch im Lebensalltag erfahren hat, das bei derartigen Verletzungen Übli-
che sicher nicht in einem Masse, dass das Kriterium der erheblichen Be-
schwerden als erfüllt erscheint. Insbesondere findet das von der Be-
schwerdeführerin geschilderte Angewiesensein auf massgebliche Hilfe in 
der Alltagsbewältigung (Beschwerde S. 10, Replik S. 6) in den medizini-
schen Akten bei fehlenden objektivierbaren Befunden (vgl. E. 4.1.9 hiervor) 
keine Stütze. Vielmehr war es der Beschwerdeführerin in der Zeit zwischen 
Unfall und Fallabschluss – zum Erstaunen der damaligen Arbeitgeberin – 
denn auch möglich, diverse Reisen ins Ausland (… [act. IIB M23 S. 2]) zu 
unternehmen (act. IIA A40).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2020 , UV/18/670, Seite 25

5.4.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung ist nicht ersichtlich, was zwischen 
den Parteien unbestritten ist (Beschwerdeantwort S. 21 Ziff. 48; Replik 
S. 6).

5.4.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklag-
ten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf 
und erhebliche Komplikationen geschlossen werden, nötig sind besondere 
Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben (BGE 140 V 356 
E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 85 
E. 8.5); solche sind hier aber nicht ersichtlich. Es genügt auch nicht zur 
Bejahung des Kriteriums, dass Beschwerden trotz medizinischer Behand-
lung anhalten (Entscheid des BGer vom 3. Juni 2009, 8C_768/2008, 
E. 4.2.4) resp. dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefrei-
heit erreicht werden kann (SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3).

5.4.7 Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere 
in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlich-
keiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen 
von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann kön-
nen Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung 
besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der 
Zeit bis zum Fallabschluss in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und 
solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen 
(BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130; SVR 2009 UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1). 
Zwar wurde von den behandelnden Ärzten bis zum Fallabschluss sowie 
darüber hinaus durchgehend eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit attestiert 
(act. IIB M19, M22, M32), Anstrengungen in Form von Arbeitsversuchen 
seitens der Beschwerdeführerin sind hingegen nicht dokumentiert und wer-
den von dieser nicht behauptet; vielmehr geht Dr. med. E.________ zu-
sammenfassend von einer Selbstlimitierung aus (act. IIB M34 S. 3). Inso-
fern ist auch dieses Kriterium offensichtlich nicht erfüllt.

5.5 Insgesamt ist damit keines der massgebenden Kriterien erfüllt, 
womit der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 
31. Januar 2016 und den weiterhin geklagten Beschwerden zu verneinen 
ist. Die Beschwerdegegnerin hat demnach die Leistungen für den Unfall 
vom 31. Januar 2016 zu Recht eingestellt bzw. implizit einen Anspruch auf 

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weitere Leistungen (Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung) ver-
neint.

5.6 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 3. August 2018 (act. IIA A117) nicht zu beanstanden. Die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss 
aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.