# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12255d2d-d2df-53d5-84cd-6a58ac79c23d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.06.2006 SB 2006 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2006-20_2006-06-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. Juni 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 06 20 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Möhr 
Aktuarin Thöny

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Anstalt Sennhof, Abteilung Ausschaffung, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Berufungskläger,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts E. vom 29. März 2006, mitgeteilt am 19. April 2006, 
in Sachen des Berufungsklägers gegen die S t a a t s a n w a l t s c h a f t  
G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, 

betreffend Raufhandel etc.,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 4. Februar 1987 in A. in B. geboren und wuchs zusam-
men mit zwei Geschwistern bei seinen Eltern auf. Er besuchte keine Schule und 
absolvierte auch keine Ausbildung. Ab dem 7. oder 8. Lebensjahr verdiente er auf 
der Strasse etwas Geld mit dem Tragen von Koffern und dem Verkauf von Lebens-
mitteln. Aufgrund von Auseinandersetzungen mit seinem Vater verliess er im Alter 
von 15 Jahren das Elternhaus und lebte bis zu seiner Einreise in die Schweiz im 
Februar 2004 auf der Strasse. In der Schweiz stellte er ein Asylgesuch. Seit rund 
zwei Jahren lebt er in der Schweiz als Asylbewerber, wobei er zunächst im Durch-
gangszentrum in C. und danach im Durchgangszentrum D. in E. untergebracht war. 
Zur Zeit befindet er sich in Ausschaffungshaft. Vermögen ist nicht vorhanden; Schul-
den sind keine bekannt.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit zwei Eintragungen ver-
zeichnet. Am 21. Juni 2004 verurteilte ihn die Jugendanwaltschaft Graubünden we-
gen eines Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 10 Tagen Einschlies-
sung, wobei der Vollzug der Strafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren 
aufgeschoben wurde. Die Juges d’instruction Genève verurteilten ihn am 1. Juni 
2005 ebenfalls wegen eines Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 20 
Tagen Gefängnis, abzüglich der Untersuchungshaft von 8 Tagen. Zudem wurde X. 
am 11. April 2005 von der Jungendanwaltschaft Graubünden wegen Übertretung 
des Betäubungsmittelsgesetzes und mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 13e 
Abs. 1 ANAG in Verbindung mit Art. 23a ANAG zu 10 Halbtagen Arbeitsleistung 
verurteilt. 

B. Mit Verfügung vom 7. September 2005 eröffnete die Staatsanwalt-
schaft Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X. wegen Widerhandlung gegen 
das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG). Mit 
der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt Chur be-
auftragt. In der Folge wurde die Strafuntersuchung auf den Tatbestand der einfa-
chen Körperverletzung mit einer Waffe etc. ausgedehnt. Die Schlussverfügung er-
ging am 16. Dezember 2005.

C. Am 31. Januar 2006 reichten die Schweizerischen Bundesbahnen 
SBB gegen X. eine Strafanzeige wegen Verletzung von Art. 51 Abs. 1 des Trans-
portgesetzes (TG) in Verbindung mit Art. 1 der Transportverordnung (TV) ein und 
ersuchten um adhäsionsweise Aufnahme der Zivilforderung von Fr. 170.-- in das 
Strafverfahren.

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D. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 20. 
Februar 2006 wurde X. nach Kenntnisnahme der Akten und gestützt auf das Ergeb-
nis der Untersuchung wegen Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB, einfacher 
Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand gemäss Art. 123 Ziff. 2 al. 2 
StGB, Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 ANAG in Verbindung mit Art. 23a 
ANAG sowie wegen Widerhandlung gegen Art. 51 Abs. 1 TG in Verbindung mit Art. 
1 TV in Anklagezustand versetzt. 

Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubün-
den vom 20. Februar 2006 folgender Sachverhalt zugrunde:

„X. wird angeklagt:

1. des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB sowie der einfachen Kör-
perverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand gemäss Art. 123 Ziff. 
2 al. 2 StGB.

Am 04. August 2005 um ca. 21.00 Uhr hielten sich X., H. und I. im ge-
meinsamen Zimmer des Durchgangszentrums D. in E. auf, wobei die 
drei Personen zusammen sechs Büchsen Bier à 0,5 l konsumierten. Im 
Zimmer gerieten die drei dann in Streit, wobei I. einen Tisch umwarf und 
sich H. dadurch eine kleine Verletzung unter dem rechten Auge zuzog. 
X. und H. verliessen daraufhin das Durchgangszentrum und begaben 
sich zum Bahnhof E.. 

Gegen 23.00 Uhr begaben sich X. und H. auf den Heimweg, wobei sie 
an der F.-Bar an der N.-Strasse in E. vorbei gingen. Sie entschieden 
sich, dort noch etwas zu trinken. In der Bar trafen sie erneut auf I. und 
dessen Kollegen G.. Zwischen den vier Männern kam es dann zu einer 
Schubserei, worauf alle die Bar verliessen. Zwischen X., H. und I. kam 
es vor der Bar zu einer wilden Auseinandersetzung, wobei insbeson-
dere X. und H. auf I. mit Fäusten einschlugen. Während der Auseinan-
dersetzung warf H. mit Steinen. X. schlug I. eine Flasche auf den Kopf, 
ohne dass diese zu Bruch ging. Anschliessend zerschlug X. die Flasche 
auf dem Boden und schlug mit der kaputten Flasche erneut auf I. ein, 
wobei er ihm eine Schnittwunde am Hals zufügte. In der Folge ging der 
verletzte I. wieder auf die beiden Schwarzen X. und H. los. Letztlich kam 
I. auf dem Boden zu liegen und wurde dort erneut von X. massiv getre-
ten. Erst nachdem mehrere Polizeibeamte am Tatort eingetroffen wa-
ren, konnte die Auseinandersetzung beendet werden. 

X. ist geständig, dass es zwischen ihm und I. zu einer Auseinanderset-
zung und einem Gerangel gekommen ist. Er bestreitet jedoch, I. mit ei-
ner Flasche verletzt und auf ihn eingetreten zu haben. 

Akten: act. 4.1, 5.1, 5.4,. 5.6, 5.9 (S. 1-4), 5.10, 5.11

Unmittelbar nach der Tat ist von allen Tatbeteiligten, u.a. auch vom An-
geklagten, eine Blutprobe genommen worden. Die Blutalkoholbestim-
mung ergab bei X. 2 ½ Stunden nach der Tat einen Blutalkoholwert von 
maximal 0.91 Gew. ‰

Akten: act. 4.9

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Bei dieser Auseinandersetzung wurde die Brille von L. sowie der Perso-
nenwagen von M. beschädigt. I. musste seine Schnittverletzung am 
Hals ambulant im Kantonsspital Chur behandeln lassen.

Akten: act. 4.1, 4.8

Am 05. August 2005 verzichteten H., X., I., L. und M. auf die Stellung 
eines Strafantrages.

Akten: act. 4.2 - 4.6

Gegen H. und I. werden separate Verfahren geführt. 

2. der Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 ANAG in Verbindung mit Art. 
23a ANAG

(…)

3. der Widerhandlung gegen Art. 51 Abs. 1 TG in Verbindung mit Art. 1 TV.

(…)“

E. Mit Urteil vom 29. März 2006, mitgeteilt am 19. April 2006, erkannte 
das Bezirksgericht E. wie folgt:

„1. X. ist schuldig des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB, der ein-
fachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand gemäss 
Art. 123 Ziff. 2 al. 2 StGB, der Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 
ANAG in Verbindung mit Art. 23a ANAG sowie der Widerhandlung ge-
gen Art. 51 Abs. 1 TG in Verbindung mit Art. 1 TV. 

2. Dafür wird er mit acht Monaten Gefängnis unbedingt bestraft.

3. Der am 21. Juni 2004 von der Jugendanwaltschaft Graubünden ge-
währte bedingte Strafvollzug von 10 Tagen Einschliessung wird wider-
rufen.

4. In teilweiser Gutheissung der von der SBB AG eingereichten Adhäsi-
onsklage wird X. gerichtlich verpflichtet, der SBB AG Fr. 80.-- zu bezah-
len. 

5. Die Kosten des vorliegenden Strafverfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft 
  Graubünden Fr. 1'700.00
- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr.    562.95
- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts E. Fr. 2'007.00
- den Barauslagen des Bezirksgerichts E. Fr.    193.00
total somit Fr. 4'462.95

werden X. auferlegt. 

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“

F. Gegen dieses Urteil reichte X. am 8./9. Mai 2006 beim Kantonsge-
richtsausschuss von Graubünden Berufung ein. Dabei stellte er sinngemäss den 

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Antrag um Freispruch vom Vorwurf des Raufhandels und der einfachen Körperver-
letzung mit einem gefährlichen Gegenstand und um Reduktion der Strafe. 

G. Das Bezirksgericht E. verzichtete mit Schreiben vom 11. Mai 2006 auf 
die Einreichung einer Vernehmlassung. Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden 
teilte mit Schreiben vom 16. Mai 2006 mit, dass sie auf eine Vernehmlassung ver-
zichte.

Auf die Begründung des Antrages sowie die weiteren Ausführungen im an-
gefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 des Gesetzes über die Strafrechtspflege 
(StPO; BR 350.00) können der Verurteilte und der Staatsanwalt gegen Urteile und 
Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse beim Kantonsgerichtsaus-
schuss Berufung einlegen. Die Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der schriftli-
chen Eröffnung des Entscheids und unter Beilage des angefochtenen Entscheids 
einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstin-
stanzlichen Entscheids gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile 
davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag 
die vorliegende Berufung zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist. 

2. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft das erstinstanzliche Urteil in 
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei (Art. 
146 Abs. 1 StPO). Er besitzt eine umfassende, uneingeschränkte Kognitionsbefug-
nis. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs vorliegt oder der Mangel geheilt ist, entscheidet der Kantonsgerichts-
ausschuss in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario; Padrutt, Kommen-
tar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 
376). 

3. Der Kantonsgerichtspräsident kann eine mündliche Verhandlung von 
sich aus oder auf Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung 
des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 
StPO). Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft der Kantonsgerichtsaus-
schuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 

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StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der 
kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, 
dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Verfahrens-
öffentlichkeit unter dem Vorbehalt von Art. 107 StPO gilt dem Grundsatz nach nicht 
nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die Gesamt-
heit eines Strafverfahrens inklusive des gesamten Rechtsmittelweges, somit auch 
auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann auf die 
Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung von sich aus verzichten. 
Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder 
sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt.

Der Berufungskläger hat im vorliegenden Fall nicht die Durchführung einer 
mündlichen Berufungsverhandlung verlangt, woraus auf einen wirksamen Verzicht 
geschlossen werden kann. Es besteht aber auch kein Grund, dass das urteilende 
Gericht von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Berufungs-
verhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, bezüglich 
des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen 
Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen ist und sich 
ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter des Beru-
fungsklägers stellen, welche sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aufgrund der 
Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfahren kein öf-
fentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b S. 318 f.; Art. 107 StPO; 
ZR 99/2000, Nr. 36). Die streitige Strafsache kann somit gestützt auf die vorliegen-
den Akten sachgerecht entschieden werden. Ein persönliches Vortreten von X. ist 
daher nicht notwendig.

4. X. bestreitet einzig die strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben, 
somit den Raufhandel gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB und die einfache Körperverlet-
zung mit einem gefährlichen Gegenstand gemäss Art. 123 Ziff. 2 al. 2 StGB. Ent-
sprechend seiner Rügen gilt es somit im Folgenden zu prüfen, ob die Vorinstanz zu 
Recht zur Überzeugung gelangt ist, dass X. den ihm vorgeworfenen Sachverhalt 
verwirklicht hat. Anlässlich dieser Prüfung ist eine Würdigung der vorliegenden Be-
weismittel vorzunehmen und gestützt darauf zu beurteilen, ob die Sachverhaltsdar-
stellung gemäss Anklage oder jene von X. überzeugend erscheint. Für den konkre-
ten Fall bedeutet dies, dass die Aussagen sowohl des Berufungsklägers als auch 
jene der Zeugen sowie die weiteren Beweismittel und Umstände frei zu würdigen 
sind, um sodann bei gesamthafter Betrachtung entscheiden zu können, welche 
Sachverhaltsdarstellung zu überzeugen vermag. 

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5. a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der 
Hauptverhandlung gewonnener Überzeugung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 
3. Auflage, Zürich 1997, N. 286, S. 82 f.). Dieser Grundsatz der freien Beweiswür-
digung ergibt sich bereits aus  Art. 249 BStP. Das Gericht hat von Bundesrechts 
wegen frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Über-
zeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu 
entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 127 IV 46 
E. 1c S. 47). Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahr-
heit wegleitend, so kann für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Gerichts 
massgebend sein (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozess-
recht, 6. Auflage, Basel 2005, § 54 N. 2 S. 244). Allein auf diese Weise kann das 
Gericht für jeden Einzelfall ein zutreffendes Urteil fällen. 

b) Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, 
wann es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. 
Nach Lehre und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurtei-
lung nicht genügen, absolute Sicherheit ist aber auch nicht erforderlich und eine 
theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein könnte, recht-
fertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N. 11 S. 247). 
Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen zu 
stellen. Verlangt wir mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein abso-
luter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an Beweis-
regeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für 
einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung 
objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich 
dabei aus den vorgelegten Beweisen und Indizien ergeben, die vernünftige Zweifel 
in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Schmid, 
a.a.O., N. 289 S. 83). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK 
fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter je-
doch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts 
überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen 
Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 86 E. 2a 
S. 88). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, 
weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden 
kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel 
handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 
(BGE 127 I 38 E. 2a S. 42). Die genannte allgemeine Rechtsregel kommt nicht 

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schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr 
anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebender Umstände zu untersuchen, ob 
die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten das Gericht zu überzeugen 
vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der ande-
ren Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der 
für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (Padrutt, a.a.O., 
S. 307).

c) Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grund-
satz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, das bedeutet, dass 
alle Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen 
von Zeugen und Auskunftspersonen vollgültige Beweismittel mit derselben Beweis-
eignung. Bei ihrer Würdigung im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht 
in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit eines Zeugen, sondern vielmehr die 
sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage. Als Kennzeichen wahrheitsge-
treuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der 
Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des 
Erlebten zu werten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, 
wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein 
weiteres Indiz für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage 
sprechen im Weiteren die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eige-
nen Rolle, Entlastungsbemerkungen zu Gunsten des Beschuldigten und die Kon-
stanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Be-
kundungen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbe-
wusst falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den ei-
genen Aussagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerun-
gen im Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder auswei-
chende Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit 
einer Deposition muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrun-
gen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. 

6. Die Vorinstanz ist nach Würdigung der ihr vorliegenden Beweise zum 
Ergebnis gelangt, dass es am 4. August 2005 in der F.-Bar in E. zwischen X., G., 
H. und I. zu einer Schubserei kam, worauf die vier genannten Personen die Bar 
verlassen hätten. Weiter sei gestützt auf die Aussagen des Zeugen K. wie auch 
derjenigen des Zeugen L. nachgewiesen, dass X., H. und I. unmittelbar vor der Bar 
wechselseitig teils massiv gegeneinander tätlich geworden seien und I. letztlich eine 
erhebliche Schnittverletzung am Hals davongetragen habe. Dass X. die Schnittver-

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letzung mit einer von ihm selber zerbrochenen Flasche verursacht habe, könne an-
gesichts der Aussagen der Zeugen K. und L. ebenfalls als ausgewiesen betrachtet 
werden. X. macht demgegenüber geltend, er habe bei der Auseinandersetzung am 
4. August 2005 nicht kämpfen wollen. I. habe ihm jedoch mit einem Messer gedroht. 
Die Aussage, dass er (X.) I. mit einer Flasche geschlagen habe, sei falsch. 

a) Was den Ablauf der Geschehnisse anbelangt, steht zunächst fest, 
dass es am fraglichen Abend vor der F.-Bar in E. zu einer handgreiflichen Ausein-
andersetzung zwischen X., Khaled Kamel und H. kam. Der Zeuge L. führte anläss-
lich der polizeilichen Einvernahme vom 6. August 2005 (act. 5.1) aus, dass der 
Grössere der beiden Schwarzen (nach Vorlegen des Fotoblattes stellte sich heraus, 
dass es sich dabei um H. handelte) Steine in der Hand gehabt hatte. Der andere 
Schwarze (somit X.) habe eine Flasche in der Hand gehalten und damit dem klei-
nen, helleren Typen (I.) auf den Kopf geschlagen. Dabei sei die Flasche jedoch nicht 
kaputtgegangen. Daraufhin habe X. die Flasche auf den Boden geschlagen, sodass 
sie zu Bruch gegangen sei. Mit der kaputten Flasche habe er sodann auf I. einge-
schlagen. H. habe versucht, die Sache zu schlichten, indem er X. zurückhalten 
wollte. Dies sei jedoch misslungen. In der Folge habe ein einzelner Polizist versucht, 
die Situation zu beruhigen. Er habe jedoch nicht viel ausrichten können. X. sei wie-
der auf I. losgegangen. Dieser sei dadurch hingefallen und X. habe ihn mehrmals 
mit den Füssen getreten und sei auch auf ihn drauf gesprungen. Erst als die Polizei 
Pfefferspray eingesetzt habe, habe sich die Situation beruhigt. L. hielt auch anläss-
lich der Konfronteinvernahme mit X. vom 12. Dezember 2005 (act. 5.11) an seinen 
Aussagen fest. 

b) Die Aussagen von L. decken sich weitestgehend mit der Sachverhalts-
darstellung des Zeugen K.. Dieser gab zu Protokoll (act. 5.6), dass die kleine, helle 
Person von den beiden Schwarzen gleichermassen massive Faustschläge auf den 
Kopf und auf den ganzen Körper bekommen habe. Auch die Beine und Füsse seien 
eingesetzt worden. Der eine der beiden Schwarzen sei sogar mit voller Wucht auf 
den hellen Typ draufgesprungen. Der kleinere der beiden Schwarzen habe der hel-
leren Person auch mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen. Dabei sei die Flasche 
aber nicht in die Brüche gegangen, weshalb der Schwarze sie sodann am Boden 
zerschlagen habe. Mit der kaputten Flasche habe er nochmals auf die hellere Per-
son eingeschlagen. Dabei habe er sie wohl am Hals getroffen, denn es sei eine 
Schnittwunde entstanden. Die Polizei habe sodann einen Pfefferspray eingesetzt 
und die Schlägerei damit beendet. K. konnte anhand der ihm vorgelegten Fotos 
nicht mit Bestimmtheit sagen, welcher der beiden Schwarzen mit der Flasche auf I. 

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eingeschlagen habe. Anlässlich der Konfronteinvernahme mit X. vom 12. Dezember 
2005 (act. 5.10) sagte er jedoch aus, dass es der anwesende X. gewesen sein 
müsse, der mit Flasche auf die andere Person losgegangen sei. 

c) X. selbst schilderte eine andere Sicht der Geschehnisse. Er wurde am 
6. August 2005 erstmals zum Vorfall befragt (act. 5.4). Hierbei gab er zu Protokoll, 
I. habe bereits vor dem Besuch der F.-Bar im Durchgangszentrum D. einen Salon-
tisch durch das Zimmer geworfen und H. an der Wange leicht verletzt. In der F.-Bar 
habe er sich aber für sein Ausrasten entschuldigt. Es sei jedoch nicht lange gegan-
gen und I. habe ihm eine Ohrfeige gegeben. Er habe sich nicht gewehrt und das 
Lokal fluchtartig verlassen, wobei ihm I. gefolgt sei. Draussen habe I. einen faust-
grossen Stein vom Boden aufgehoben und in seine Richtung geworfen, ihn jedoch 
nicht getroffen. Danach sei H. dazugekommen und habe den Streit schlichten wol-
len. In der Folge sei I. jedoch auf ihn (X.) zugekommen und habe ihn mehrmals mit 
der offenen Hand ins Gesicht geschlagen. Anfänglich habe er sich nicht gross ge-
wehrt, aber weil I. nicht aufgehört habe, habe er ihn zu Boden geworfen. Als dieser 
am Boden lag, habe er nichts mehr gemacht. Bis zu diesem Zeitpunkt sei es noch 
nie zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und I. gekommen, obwohl dieser ihn 
manchmal als Schwarzer beschimpft habe.

Am 8. August 2005 wurde X. erneut polizeilich einvernommen (act. 5.5) und 
mit den Aussagen des Zeugen L. konfrontiert. X. bestritt jedoch, I. geschlagen zu 
haben. Auch eine Flasche habe er nicht verwendet. Es treffe zwar zu, dass er mit I. 
gerungen habe, wodurch beide auf den Boden gefallen seien. Dabei habe sich I. 
am Kopf verletzt. Es könne sein, dass er ihn ein wenig mit dem Fuss getreten habe, 
als er am Boden lag, jedoch sicher nicht gegen den Kopf. Auch anlässlich der un-
tersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 23. November 2005 (act. 5.9) sowie bei 
den Konfronteinvernahmen mit den beiden Zeugen vom 12. Dezember 2005 
(act.5.10 und 5.11) hielt X. an seiner Darstellung der Ereignisse fest. 

d) Der ebenfalls an der Auseinandersetzung beteiligte H. konnte zu den 
Vorfällen keine konkreten Angaben machen (act. 5.3). Er gab lediglich zu Protokoll, 
dass I. ihn vor der Bar zweimal gegen den Unterkiefer geschlagen habe. Dieser sei 
durch das Gerangel mehrmals zu Boden gefallen, wodurch er sich am Gesicht ver-
letzt habe. Waffen oder Flaschen seien bei der Schlägerei nicht zum Einsatz ge-
kommen. Auch I., der bei der Schlägerei eine Schnittwunde am Hals, mehrere 
Schürfwunden im Gesicht und eine Prellung der rechten Hand erlitt, konnte sich an 
die genauen Umstände nicht mehr erinnern (act. 5.7). 

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e) Die Aussagen der beiden Zeugen L. und K. sind in den entscheidrele-
vanten Punkten deckungsgleich. So wird der Ablauf der Auseinandersetzung von 
beiden Zeugen gleichermassen beschrieben. Auch sagten beide übereinstimmend 
aus, dass der eine Schwarze zunächst mit einer ganzen Flasche und - nachdem er 
die Flasche am Boden zerschlagen hatte - mit einer kaputten Flasche auf I. einge-
schlagen hatte. L. bestätigte anlässlich der Konfronteinvernahme, dass es sich bei 
dem Schwarzen mit nahezu 100%iger Sicherheit um X. gehandelt habe. Auch K. 
ging davon aus, dass es X. war, der mit der Flasche auf I. eingeschlagen hatte. Die 
Sachverhaltsdarstellungen der Zeugen stimmen somit weitestgehend überein und 
sind als konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten. Auch be-
züglich der Übereinstimmung mit den allgemeinen Lebenserfahrungen stellen sich 
die Aussagen als glaubhaft dar. Es ist nicht nachvollziehbar, aus welchem Grund 
zwei Personen unabhängig voneinander einen ihnen völlig unbekannten Mann wi-
der besseres Wissen belasten sollten. Demgegenüber sind die Aussagen von X. 
wenig detailliert und teilweise sogar widersprüchlich. So macht er in seiner Berufung 
erstmals geltend, I. habe ihn mit einem Messer bedroht. Anlässlich seiner ersten 
polizeilichen Einvernahme (act. 5.4) sagte er auf eine entsprechende Frage hin aus, 
dass keine Waffen zum Einsatz gekommen seien. Auch H. (act. 5.3) bestätigte, 
dass keine Waffen eingesetzt worden seien. Auch steht die Aussage von X., I. habe 
sich die Verletzungen beim Sturz auf den Boden zugezogen, im Widerspruch zum 
Arztbericht vom 27. Oktober 2005 (act. 4.8), aus welchem hervorgeht, dass es sich 
bei der Verletzung am Hals um eine Schnittwunde und nicht um eine Einwirkung 
von stumpfer Gewalt handelte. 

Aufgrund der sich in den wesentlichen Punkten deckenden Aussagen der 
Zeugen ist somit im Ergebnis darauf zu schliessen, dass sich der Vorfall - entspre-
chend der Anklage und den Schlussfolgerungen der Vorinstanz - so zugetragen hat, 
wie er von L. und K. beschrieben wurde. Es ist damit auf den Sachverhalt, wie er 
der Anklageschrift (act. 1.12) zugrunde lag, abzustellen. 

7.a) Gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB wird mit Gefängnis oder mit Busse be-
straft, wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körperverlet-
zung eines Menschen zur Folge hat. Raufhandel ist eine tätliche Auseinanderset-
zung, meist in Form einer Schlägerei, an der mindestens drei Personen teilnehmen 
und bei welcher zwei oder mehr Parteien wechselseitig tätlich gegeneinander vor-
gehen. Wie die Auseinandersetzung geführt wird, spielt dabei keine Rolle. Die Be-
teiligung am Raufhandel wird bestraft, wenn dieser zum Tod oder zur körperlichen 
Schädigung im Mindestumfang von Art. 123 StGB eines Teilnehmers oder eines 

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Dritten führt. Blosse Tätlichkeiten nach Art. 126 StGB genügen nicht. Unerheblich 
ist, wer die Verletzung verursacht hat. (vgl. zum Ganzen Basler Kommentar, Straf-
gesetzbuch II, Basel 2003, N. 4 ff. zu Art. 133 mit weiteren Hinweisen). Aufgrund 
der Depositionen von X. selbst (act. 5.4 und 5.5) und der anderen an der Auseinan-
dersetzung Beteiligten sowie der Zeugen steht fest, dass drei Personen wechsel-
seitig gegeneinander vorgingen und dass sich X. daran aktiv beteiligte. Sodann sind 
die von I. erlittenen Verletzungen - wie auch im Arztbericht vom 27. Oktober 2005 
(act. 4.8) bestätigt wird - als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB 
zu qualifizieren. Daraus folgt, dass die Merkmale des Raufhandels objektiv und sub-
jektiv erfüllt sind. X. hat sich somit der Beteiligung an einem Raufhandel im Sinne 
von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

b) Art. 133 StGB steht in Idealkonkurrenz zum Verletzungsdelikt nach 
Art. 122 ff. StGB. Der Vorsatz richtet sich bei Art. 133 StGB lediglich auf die Beteili-
gung am Raufhandel, nicht aber auf die Verletzungsfolge. Ist die vorsätzliche oder 
fahrlässige Körperverletzung eines Teilnehmers durch einen bestimmten anderen 
Beteiligten an der Auseinandersetzung nachgewiesen, ist dieser neben Art. 133 
auch nach Art. 122 ff. zu verurteilen (BGE 118 IV 227 E. 5b S. 229 mit zahlreichen 
Hinweisen). Gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis bestraft, 
wer vorsätzlich einen Menschen an Körper oder Gesundheit schädigt und diese 
Schädigung weder als eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 
noch als eine blosse Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB zu werten ist. Die Strafe 
ist Gefängnis und der Täter wir von Amtes wegen verfolgt, wenn er dazu Gift, eine 
Waffe oder einen gefährlichen Gegenstand gebraucht (Ziff. 2). Ein Gegenstand ist 
gefährlich, wenn er nach seiner Beschaffenheit so eingesetzt wird, dass die Gefahr 
einer schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB herbeigeführt wird. 
Im vorliegenden Fall fügte X. I. mittels einer zerbrochenen Flasche eine Schnitt-
wunde am Hals, somit eine einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 StGB, zu. 
Dass durch die derartige Verwendung dieser Flasche die Gefahr einer schweren 
Körperverletzung bestand, ergibt sich aus dem Arztbericht vom 27. Oktober 2005 
(act. 4.8). Der behandelnde Arzt führt darin aus, dass eine tiefere Schnittwunde le-
benswichtige Gefässstrukturen am Hals hätte verletzen können, was zu einer le-
bensbedrohlichen Situation geführt hätte. Durch das Einsetzen der kaputten Fla-
sche, welches zu einer Schnittverletzung führte, hat sich X. damit zusätzlich zum 
Raufhandel der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand 
gemäss Art. 123 Ziff. 2 al. 2 StGB schuldig gemacht. 

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8.a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstellte desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbstständig an. Er misst die Strafe 
nach dem Verschulden des Täters zu, wobei er die Beweggründe, das Vorleben 
und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). 
Gemäss bundesgerichtlicher Praxis muss sich der Begriff des Verschuldens auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tat-
komponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art 
und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehan-
delt hat und die Beweggründe, die Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt, zu beachten. 
Die Täterkomponente erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere auch all-
fällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Innerhalb 
des gesetzlichen Strafrahmens ist ohne Bindung an feste Regeln die verschulden-
sgerechte Strafe zu finden.

b) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Frei-
heitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem in Art. 68 StGB sta-
tuierten Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren 
Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht 
um mehr als die Hälfte erhöhen und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass 
der Strafart gebunden. Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchs-
ten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist daher 
im vorliegenden Fall der in den Art. 123 Ziff. 2 StGB vorgesehene Strafrahmen von 
Gefängnis. Gemäss Art. 36 StGB ist die kürzeste Dauer der Gefängnisstrafe drei 
Tage. Wo das Gesetz nicht ausdrücklich anders bestimmt, ist die längste Dauer drei 
Jahre. 

c) Bei der Strafzumessung ist zu berücksichtigen, dass sich X. neben 
dem Raufhandel und der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Ge-
genstand auch noch der Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 ANAG in Verbindung 
mit Art. 23a ANAG sowie der Widerhandlung gegen Art. 51 Abs. 1 Transportgesetz 
in Verbindung mit Art. 1 Transportverordnung schuldig gemacht hat. Diese Sach-
verhalte und deren rechtliche Qualifikation wurden jedoch seitens des Berufungs-
klägers nicht beanstandet. Das Verschulden von X. wiegt schwer, hat er doch mitten 
auf der Strasse mit einer Flasche auf I. eingeschlagen und diesen dadurch verletzt. 
Besonders verwerflich ist hierbei der Umstand, dass er die Flasche auf der Strasse 
zertrümmerte und I. mit den Scherben in den Hals schnitt, was eine lebensgefährli-

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che Verletzung hätte hervorrufen können. Hinzu kommen die Missachtung der Aus-
grenzungsverfügung sowie die Übertretung des Transportgesetzes. Dieses Zusam-
mentreffen mehrerer Strafhandlungen ist strafschärfend zu würdigen. Strafer-
höhend sind die Vorstrafen sowie das Delinquieren während der Probezeit zu wer-
ten. Die Uneinsichtigkeit des Berufungsklägers kann zwar nicht straferhöhend be-
wertet werden, allerdings kann X. aufgrund seiner fehlenden Einsicht im Strafver-
fahren auch nicht mit besonderer Milde rechnen (vgl. Stratenwerth, Allgemeiner Teil 
II, 1989, S. 241). Strafminderungs- und Strafmilderungsgründe liegen keine vor, zu-
mal der Blutalkoholgehalt bei X. nicht derart hoch war, als dass von einer vermin-
derten Zurechnungsfähigkeit hätte ausgegangen werden müssen (vgl. act. 4.9). In 
Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet der Kantonsgerichtsaus-
schuss somit die von der Vorinstanz ausgefällte Strafe von acht Monaten Gefängnis 
als dem Verschulden des Berufungsklägers angemessen. 

9. Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und 
Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde auch durch eine bedingt voll-
ziehbare Strafe von weiteren Delikten abgehalten. Nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 
ist der Aufschub einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen aber nicht zulässig, 
wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vor-
sätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefäng-
nisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. Da X. innerhalb der letzten fünf 
Jahre keine solche Freiheitsstrafe verbüssen musste und beim hier zu behandeln-
den Fall eine Strafe von weniger als 18 Monaten verhängt wurde, sind die objektiven 
Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gegeben. 

In subjektiver Hinsicht setzt Art. 41 Ziff. 1 StGB voraus, dass Vorleben und 
Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde durch den Aufschub der Strafe 
beziehungsweise die Gewährung des bedingten Strafvollzuges von weiteren Ver-
brechen oder Vergehen abgehalten. Das Gericht hat zu prüfen, ob eine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann, wobei ihm dafür ein 
erhebliches Ermessen zusteht. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes 
Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlicher Um-
stände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Ta-
tumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, 
die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Be-
währung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der 
Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind unter anderem strafrecht-

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liche Vorbelastung, das Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen und 
Hinweise auf Suchtgefährdungen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum 
Zeitpunkt des Entscheides mit einzubeziehen (BGE 128 IV 193 E.3a S. 198 f.). Vor-
liegend ist zu beachten, dass X. bereits am 21. Juni 2004 durch die Jugendanwalt-
schaft Graubünden wegen eines Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 
einer bedingten Einschliessung von 10 Tagen verurteilt wurde. Er liess sich dadurch 
in keinster Weise beeindrucken und delinquierte noch während der Probezeit in er-
heblicher Art und Weise. So wurde er am 11. April 2005 wiederum von der Jugend-
anwaltschaft Graubünden wegen einer Übertretung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz sowie mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 ANAG in Verbin-
dung mit Art. 23a ANAG zu 10 Halbtagen Arbeitsleistung verurteilt. Schliesslich ver-
urteilten ihn die Juges d’instruction Genève am 1. Juni 2005 ebenfalls wegen eines 
Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 20 Tagen Gefängnis. All dies hielt 
X. nicht davon ab, erneut - mit Bezug auf das ANAG sogar gleichartig - straffällig zu 
werden. Damit gewinnen aber die gegen eine günstige Prognose sprechenden Fak-
toren bereits ein erhebliches Übergewicht. Umstände, die für eine günstige Pro-
gnose sprechen würden, sind keine ersichtlich. Die Gefahr, dass X. - würde ihm nun 
der bedingte Strafvollzug gewährt - wiederum in ähnlicher Weise straffällig werden 
könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Unter Berücksichtigung aller Umstände 
kann ihm keine günstige Prognose gestellt werden. Aufgrund dieser Umstände kann 
X. der bedingte Strafvollzug nicht gewährt werden. 

10. Gemäss Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB lässt der Richter eine bedingt aus-
gesprochene Strafe vollziehen, wenn der Verurteilte während der Probezeit ein Ver-
brechen oder Vergehen begeht, er trotz förmlicher Mahnung des Richters einer ihm 
erteilten Weisung zuwider handelt, er sich beharrlich der Schutzaufsicht entzieht 
oder er das in ihn gesetzte Vertrauen in anderer Weise stört. Daraus geht hervor, 
dass wenn der Verurteilte während der Probezeit erneut ein Verbrechen oder Ver-
gehen begeht, der Widerruf der Erststrafe den Normalfall darstellt (PKG 1994 Nr. 
28). In leichten Fällen kann der Richter auf den Widerruf verzichten und stattdessen 
eine weniger einschneidende Massnahme anordnen (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). 
Bei der Frage, ob ein Delikt als leicht zu qualifizieren ist, kommt dem Strafmass die 
massgebliche Bedeutung zu. Dabei wird eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Mona-
ten in der Regel als leicht im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB bezeichnet (BGE 
117 IV 101). Das Bundesgericht hat bei einer fünf monatigen Gefängnisstrafe die 
Hypothese eines leichten Falles noch in Betracht gezogen (Urteil 6S.340/1999 vom 
11. Oktober 1999, E. 2 und 6S.830/1997 vom 2. März 1998 E. 1c, zitiert in Roland 
M. Schneider, Basler Kommentar, N. 235 zu Art. 41 StGB), bei einer Gefängniss-

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trafe von sieben Monaten das Vorliegen eines leichten Falles jedoch verneint (BGE 
122 IV 156 E. 3c). Die Annahme eines leichten Falles kommt somit nur in Betracht, 
wenn die Freiheitsstrafe in der Nähe von drei Monaten liegt, was bei acht Monaten 
offensichtlich nicht mehr der Fall ist. Ein Verzicht auf den Widerruf ist somit nur aus-
nahmsweise zulässig, unter der Voraussetzung, dass einerseits ein leichter Fall und 
andererseits eine begründete Bewährungsaussicht angenommen werden kann. 
Diese beiden Elemente müssen kumulativ erfüllt sein. X. beging die vorstehend zu 
beurteilenden Delikte während seiner mit Urteil vom 21. Juni 2004 der Jugendan-
waltschaft Graubünden auf zwei Jahre angesetzten Probezeit. Aufgrund der vorge-
nannten Praxis des Bundesgerichts können die vorliegend zu beurteilenden Delikte 
nicht mehr als leichte Fälle im Sinne des Gesetzes qualifiziert werden. Entscheidend 
ist aber auch, dass die Bewährungsprognose negativ ausfällt. Die mit Urteil vom 21. 
Juni 2004 der Jugendanwaltschaft Graubünden bedingt ausgesprochene Einsch-
liessung von 10 Tagen ist demnach zu widerrufen und die Strafe zu vollziehen.

11. Das vorinstanzliche Urteil erweist sich somit als rechtmässig und die 
Berufung ist abzuweisen. Es hat daher auch beim vorinstanzlichen Kostenspruch 
zu bleiben (vgl. Art. 158 StPO). Die Kosten des Berufungsverfahrens sind bei die-
sem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 160 Abs. 1 StPO vollumfänglich dem 
Berufungskläger aufzuerlegen. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'200.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: