# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efc8354d-0fe4-5314-b98d-ff8ef1d505fd
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-13
**Language:** de
**Title:** Revision, gesundheitliche Verschlechterung nicht ausgewiesen, Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00814
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00814.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00814
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
13. Oktober 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Schweizerischer Blindenbund
Beratungsstelle Zürich
Stauffacherstrasse
143, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1958, meldete sich am 2
3.
Februar 2006 unter Hinweis auf Beschwerden
in den Händen und
Armen, im Rücken,
in den Füssen,
Beinen
und
Knien
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3
Ziff.
7.2). Mit Verfügung vom 1
7.
September 2007 (
Urk.
6/42) verneinte die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch des Versicherten auf IV-Leistungen. Mit Verfügung vom 2
9.
November 2007 (
Urk.
6/48) hob
sie
die Verfügung vom 1
7.
September 2007 wegen
einer
Verletzung des rechtlichen Gehörs des Versicherten wiedererwägungsweise auf.
In der Folge sprach die IV
Stelle dem Versicherten mit
Verfügung vom 1
3.
August
2009 (
Urk.
6/100,
Urk.
6/92) ab
1.
März 2007 eine halbe Rente zu.
1.2
Im Mai 2010 wurde eine Rentenrevision eingeleitet (
Urk.
6/106).
Am
1.
Dezember 2010
stellte der Versicherte ein Gesuch um
Rentenerhöhung (
Urk.
6/123/6).
Mit Verfügung vom 2
4.
Oktober 2011 (
Urk.
6/171) lehnte d
ie IV-Stelle
eine Erhöhung der Rente ab.
In einer Mitteilung an den Versicherten vom
2.
Juli 2012 erklärte d
ie IV-Stelle
die gewährte
Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung für beendet
(
Urk.
6/182).
Mit Verfügung vom 2
0.
November 2012 (
Urk.
6/201) lehnte die IV-Stelle eine Erhöhung der laufenden Rente erneut ab.
1.3
Der Versicherte stellte am 1
9.
Februa
r 2014 ein weiteres Gesuch um
Renten
er
höhung
(
Urk.
6/214).
Am 2
5.
Juni 2014 stellte er ein Gesuch um
Hilflosen
ent
schädigung
(
Urk.
6/236).
Nach am 2
0.
März 2014 ergangenem Vorbescheid (
Urk.
6/222)
lehnte die IV-Stelle eine Erhöhung der Rente mit
Verfügung vom 2
7.
Juni 2014 ab (
Urk.
6/232 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
5.
August 2014 Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Ver
fügung vom 2
7.
Juni 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien die genauen Auswirkungen der gesundheitlichen Verschlechterung bezüg
lich Seh- und Hörvermögen, des Hand- und Herzleidens sowie der psychischen Erkrankung mittels eines polydisziplinären Gutachtens abzuklären. Des Weite
ren sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
September 2014 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Versicherten am
9.
Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit o
der Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, I
VG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für
die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
sprache
entscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
wei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte im angefochtenen Entscheid
eine
dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie der medizinisch-theoreti
schen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
(
Urk.
2 S.
1
).
Mit Einwand vom 2
3.
April 2014 habe der Beschwerdeführer eine
MEDAS-Begutachtung
bean
tragt
.
Es
würden je
d
och
keine neuen medizinischen Befunde oder neue medizi
nische Tatsachen genannt (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte
beschwerdeweise
vor
, die Auswirkungen der gesund
heitlichen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit sei
en
in medizinischer und funktioneller Hinsicht nicht abgeklärt worden.
Als gesundheitliche Leiden
führte
er eine Veränderung der Sehleistung und des Gesichtsfeldes, eine Verschlechte
rung des Gehörs sowie die Auswirkungen einer Depression und der
Herzproble
matik
an. Der Sachverhalt könne m
it einem polydisziplinären MEDAS-Gutach
ten gründlich abgeklärt werden (
Urk.
1 S. 2).
2.3
Streitig ist, ob
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
seit
der Beur
teilung der Verhältnisse mit Verfügung
vom 2
0.
November 2012
ver
schlechtert hat.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin veranlasste nach der Erstanmeldung des Beschwerde
führers
eine psychiatrische und rheumatologische
Untersuchung
durch
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt Klinik
Z.___
, und
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Allgemeine Inner
e
Medizin und für Rheumatologie
.
Dr.
Y.___
und Dr.
A.___
stellten im psy
chiatrischen
Gutachten mit interdisziplinärer
Zusammenfassung vom 1
3.
Januar 2009
(
Urk.
6/76)
folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig
mit mittelgradiger Episode mit soma
tischen Symptomen (S. 10 Ziff.
9.1.1).
Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Gutachter
(S. 10
Ziff.
9.1.2):
1.
koronare und
hypertensive
Herzkrankheit mit
-
Status nach Myokardinfarkt am 2
4.
September 2008 und
-
Status nach Bypass-Operation am 1
0.
Oktober 2008
2.
Status nach Carpaltunnelsyndrom beidseits mit operativer
Dekompression (rechts Juli 2001, links März 2007)
3.
Gehörlosigkeit links (kongenital) und Schwerhörigkeit rechts
4.
a
usgeprägte Sehschwäche rechts (kongenital)
Die Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer aus
interdisziplinär
er Sicht für jegliche Tätigkeiten seit März 2006 eine anhaltende Arb
eitsunfähigkeit von 50
%
.
Sie gaben an, d
ie Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich auf
das psychi
sche
Leiden beziehungsweise auf die
Konzentrations- und Auffassungsstörung,
eine
rasche Ermüdbarkeit,
eine
reduzierte psychische Belastbarkeit, Antriebs
störungen, mangelnde Flexibilität und eine reduzierte Ausdauer zurückzuführen
(S. 10
Ziff.
9.2.1-9.2.3).
Die rheumatologische Begutachtung
durch
Dr.
A.___
ergab kein
e
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl.
Urk.
6/78).
V
om
5.
Juli bis 2
2.
November 2010
war
der Beschwerdeführer
insgesamt drei
mal
im Sanatorium
B.___
in stationärer
psychiatrischer
Behandlung
(
Urk.
6/16
3
/2
Ziff.
1.3).
3.2
Im Rahmen einer Rentenrevision bestätigte
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im
psychiatrischen
Gutachten vom 1
8.
Januar 2011 (
Urk.
6/126) die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
. Die Störung habe Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er
akzentuierte emotional instabile und narzisstische Persönlichkeitszüge (S. 9
Ziff.
5).
Dr.
C.___
bestätigte
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 11
Ziff.
6.2-6.3).
3.3
Am
8.
Dezember 2011 wurde
der Beschwerdeführer
im
Spital D.___
am
rechten Kniegelenk
operiert
(
Kniearthroskopie und
Teilmenis
kektomie
lateral,
vgl. den Operationsbericht vom 1
2.
Dezember 2011,
Urk.
6/199/8
-9
).
Dr.
med.
E.___
, Oberarzt,
Spital D.___
, stellte im Bericht vom 2
0.
Januar 2012 (
Urk.
6/199/6-7) die Hauptdiagnose: ausgedehnte Meniskusläsion im lateralen Vorderarm sowie grosses und schmerzhaftes Meniskusganglion im lateralen Kniegelenksspalt, diffuse Schmerzen im lateralen Oberschenkel.
Dr.
E.___
stellte zudem folgende Nebendiagnosen
:
-
koronare Herzkrankheit
-
Status nach 4-fachem AC-Bypass September 2008 bei Myokardinfarkt
-
arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
Adipositas
-
Depression
-
R
estless
L
eg-Syndrom
-
Tinnitus rechts bei angeborenem Hörproblem
-
Urgeinkontinenz
-
Poliarthrose
, Differentialdiagnose:
Poliarthritis
-
Tendovaginitis
stenosans
Dig
. I rechts,
Dig
. III und IV links
3.
4
Dr.
med.
F.___
, Fachärztin für Ophthalmologie,
stellte im Bericht vom 1
9.
März 2012
(
Urk.
6/179)
die Diagnose
einer
rechts
tiefe
n
Amblyop
ie
bei Myopie und Astigmatismus
seit der Kindheit. Links
bestehe ein
Glaukom seit Oktober 2007
(
Ziff.
1.1).
Dr.
F.___
verneinte
, dass der Beschwerdeführer in seiner
Leistungsfähigkeit
eingeschränkt sei
. Das Gesichtsfeld habe sich aber in den letzten Jahren massiv verschlechtert
(
Ziff.
1.7).
3.
5
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), gab in einer Stellungnahme vom 2
0.
November 2012
(
Urk.
6/200 S. 1 f.)
an, mit einer im Dezember 2011 durchgeführten
Knie
arthroskopie
und
Meniskektomie
lasse sich
keine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes begründen, insbesondere nachdem der Beschwerde
führer eine Kontrolle im März 2012 nicht mehr habe wahrnehmen wollen oder müssen. Die Bypass-Operation sei 2008 erfolgt. Sie sei somit im Rahmen der Verfügung vom 1
8.
März 2011 bereits berücksichtigt worden. Eine kardiale Verschlechterung sei nicht dokumentiert. Eine
ausgeprägtere
als eine mittelgra
dige depressive Störung sei aktuell nicht ausgewiesen.
Die in einer Stellungn
ahme des RAD vom 2
4.
Juli 2012
zitierte Untersuchung des
Visus
mit einem korrigierten
Fernvisus
von 0.63 und einem
Nahvisus
von 0.4 erlaube die Ausführung einer
visusadaptierten
Tätigkeit
. Zusammenfassend sei es aus versicherungsmedizinischer Sicht gerechtfertigt, in
visusadaptierter
Tätigkeit weiterhin von einer lediglich psychiatrisch bedingten, unveränderten Einschränkung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszu
gehen.
4.
4.1
Vom
7.
M
ai bis 1
4.
Juni 2013 folgte
ein Klinikaufenthalt
im Zentrum
H.___
,
(
vgl. den Austrittsbericht vom 1
3.
Juni 2013,
Urk.
6/217/10
-13
).
4.2
Der Beschwerdeführer war vom 1
5.
bis 2
4.
Dezember 2013 wegen Beschwerden bei einer koronaren Dreigefässerkrankung im
Spital D.___
hospitalisiert (
Urk.
6/217/2).
Dr.
med.
I.___
, Assistenzärztin,
Spital D.___
,
hielt
im
Kurzaustrittsbericht vom 1
8.
De
zember 2013 (
Urk.
6/217/2-4) fest
, der Beschwerdeführer habe sich bei Eintritt in die Klinik in leicht reduziertem Allgemeinzustand präsentiert mit
hypertensiv
entgleisten Blutdruckwerten. In der klinischen Untersuchung hätten
sich keine Auffälligkeiten gezeigt
.
In der Koronarangiographie hätten sich ein Verschluss aller nativen Gefässe sowie ein subtotaler Verschluss des distalen Venenjumps au
f
den
Posterolateralast
des RCX gezeigt. Da hiermit nur ein klei
nes Gefässgebiet betroffen
gewesen
sei und der Venengraft deutlich
athero
sklerotisch
verändert sei, sei keine Intervention erfolgt. Es sei ein konservatives Prozedere mit Erhöhung von
Atovastatin
auf 80 mg und
Efient
10 mg für ein Jahr beschlossen worden.
Zudem solle ambulant
eine kardiale Rehabilitation erfolgen
. Der Beschwerdeführer habe während des Aufenthaltes wiederholt über ein retrosternales Druckgefühl geklagt, welches mit Nitroglycerin gut kontrol
lierbar gewesen sei.
Aufgrund des Verschlusses des Venenbypasses und der persistierenden Beschwer
den habe der Patient sehr besorgt und verunsichert reagiert. Aus ärzt
licher Sicht erachte man eine er
neute begleitende ambulante Psychotherapie und das Erlernen von Stressreduktionsmechanismen für indiziert
(S. 2).
4.
3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
J.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte der Beschwerdegegnerin die Arztberichte de
s
Zentrum
s
H.___
und des
Spitals D.___
mit einem Schreiben vom
3.
März 2014 zu.
Dr.
J.___
gab darin an, die gesundheitliche und auch soziale Situation des Beschwerde
führers habe sich im letzten Jahr verschlechtert (
Urk.
6/217/1).
4.4
Dr.
G.___
führte
in einer Stellungnahme vom 1
4.
März 2014 (
Urk.
6/221 S. 3)
zu den
von
Dr.
J.___
eingereichten Arztberichten
aus
, gemäss dem Bericht des
Spitals D.___
vom
2
7.
(richtig:
18
.
)
Dezember 2013 zeige die transthorakale
Echokardio
graphie
vom 1
7.
Dezember 2013 einen normal grossen linken Ventr
ikel mit normaler Pumpfunktion. D
as EKG vom 1
5.
Dezember 2013 zeige eine unauffäl
lige ST-Strecke und eine normale Erregungsrückbildung.
Der Austrittsberi
cht des
Zentrum
s
H.___
vom 1
3.
Juni 2013 enthalte die psychiatrische Diag
nose einer rezidivierenden depressiven Störung bei gegenwärtig mittelgra
diger Episode und von akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszügen. Die von
Dr.
J.___
eingereichten
B
erichte
enthielten keine Befunde für die Begründung einer medizinischen Verschlechterung, aber Hinweise auf nicht IV-relevante psychosoziale Faktoren. Mit diesen Angaben sei
eine dauerhafte Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes und der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht gl
aubhaft gemacht.
4.
5
Dr.
med.
K.___
,
Facharzt für Ophthalmologie, nannte in einem ärzt
lichen Zeugnis vom 1
6.
Mai 2014 (
Urk.
3/9) als Diagnosen rechts tiefe
Amblyo
pie
bei deutlicher M
yopie und
Astigmatismus;
links funktionelles
oculus
unicus
,
Hyperopie
,
Presbyopie
, Glaukom.
Der
Beschwerdeführer sei wegen einer Empfindlichkeit für schwache Kontraste beeinträchtigt. Das Gesichtsfeld sei rechts hochgradig pathologisch.
Links
sei das
Gesichtsfeld normal bis
leichtgradig
eingeschränkt
(S. 1)
.
Er
sei 2014, zwei Jahre verspätet, wieder zu einer augenärztlichen Kontrolle erschienen.
Dr.
K.___
habe mit dem Patienten eingehend besprochen, dass eine gute Evalu
ation und regelmässige Verlaufskontrollen nötig seien zur Verhinderung einer permanenten Verschlechterung auf dem besseren linken Auge.
Der Patient
w
ende lokal
Antiglaukomatosa
an.
Es sei ein
e Verschlechterung zu erwarten, b
ei regelmässiger Vorstellung
jedoch
weniger schnell. Der Beschwerdeführer sei arbeitsfähig (S. 2).
4.
6
Dr.
K.___
führte
in einem Bericht vom 2
0.
Juni 2014
(
Urk.
3/10)
aus
, der Beschwerdeführer
habe sich
nach einem Unterbruch von 20 Monaten wieder vor
gestellt
. Die Sehschärfe auf dem OS habe sich verschlechtert. Man habe nochmals einen Test des Gesich
t
sfeldes und ein
o
ptisches
Kohärenztomogramm
der Pupille OS im Verlauf durchgeführt und mit den Vorbefunden verglichen. Aktuell stelle sich die Situation so
dar, dass eine eher leichte Katarakt auf dem linken Auge bestehe. Die Fixation des Patienten be
im heutigen Gesichtsfeld bedinge
mit dem reduzierten
Visus
eine herabgesetzte Beurteilbarkeit. Zusam
men mit dem OCT zeigten sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine weit fort
geschrittenen
glaukomatösen
Veränderungen. Er habe dem Beschwerdeführer geraten, zur Drucksenkung auf dem einzig funktionellen linken Auge
regelmäs
sig
Antiglaukomatosa
lokal anzuwenden.
4
.
7
Dr.
J.___
hielt in einem Schreiben vom 1
4.
August 2014 (
Urk.
6/244) fest, die Interpretation der kardiologischen Abklärung vom Dezember 2013 sei im Vergleich zu den Voruntersuchung
en 2008 nicht korrekt. 2013 hätten
sich ein subtotaler Verschluss eines Bypasses auf die RCX und der Verschluss aller nati
ven Gefässe gezeigt, was 2008 noch nicht der Fall gewesen sei beziehungsweise was einen Neubefund darstelle. Im „
Herzecho
“ habe sich ausserdem eine leichte
Septumkypokinesie
gezeigt.
Der Befund
sei also nicht komplett
b
l
and
, wie die Beschwerdegegnerin es schildere. Im Bericht der Kardiologen
werde festgehal
ten, dass der Patient wiederholt, trotz Bypässen,
retrostenale
Beschwerden habe,
vor allem bei Aktivität. Die negativen psychologischen Folgen eines solchen klinisc
hen Bildes
lägen auf der Hand.
4.
8
Dr.
G.___
stellte in einer E-Mail vom 2
0.
August 2014 (
Urk.
6/246)
ergänzend
fest
,
Dr.
J.___
weise im Schreiben vom 1
4.
August 2014 auf Detailbefunde in der im
Spital L.___
durchgeführten Koronar- und
linksventriku
lären
Angiographie vom 1
7.
Dezember 2013 und auf die gleichentags durchge
führte transthorakale Echokardiographie hin. Da die Untersuchungen jedoch beide eine normale systolische Funktion beziehungsweise eine „normale
Pump
funktion
“ dokumentierten, seien die angesprochenen Veränderungen für die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht relevant. An den Stellungnahmen des RAD vom
5.
Juni beziehungsweise 1
4.
März 2014 könne deshalb vollumfänglich festgehalten werden.
4.
9
Dr.
J.___
stellte in einem Schreiben an die Rechtsvertretung des Beschwer
de
führers
vom 2
0.
August 2014 (
Urk.
3/12)
folgende Dauerdiagnosen (S. 1):
-
Depression, rezidivierend, weiterhin ohne vollständige Remission
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen
Persönlichkeitszü
gen
-
Anpassungsstörung und Agoraphobie
-
Dreigefässerkrankung mit 4-fach Bypass 2008
-
a
rterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
c
hronisches linksbetontes
sulcus
ulnaris
Syndrom beidseits
-
t
iefe
Amblyopie
bei hoher Myopie
-
OS
Hyperopie
und
Presbyopie
-
Gehörlosigkeit rechts,
Presbyakusis
links
-
Verdacht auf
Restless
legs
Syndrom, Verdacht auf Spinalkanalstenose
-
Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
Adipositas
Dr.
J.___
führte aus, der Gesundheits- und Allgemeinzustand des Beschwer
deführers habe sich
in den
letzten vier Jahre
n
verschlechtert.
Die Sehschärfe habe sich subjektiv und auch objektiv verschlechtert. Seit Jahren bestehe ein Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom mit Verschlechterung wäh
rend des letzten Jahres. Aktuell laufe eine Abklärung bei einem
Pneumologen
(
Ziff.
2-3). Das vor Jahren diagnostizierte
Restless
legs
Syndrom habe sich leicht verstärkt. Der Patient zeige nun auch Symptome eines verengten Spinalkanals. Hier würden ebenfalls Abklärungen laufen. Der Patient klage nun häufig über
Lumbosciatalgien
beidseits, die in den Oberschenkel ziehen würden. Zuneh
mende Kniebeschwerden hätten zu
einer
Arthroskopie mit
Teilmeniskektomien
rechts 2011 geführt. Seitdem bestünden Schwierigkeiten beim Knien (rechts mehr als links). Die Handgelenke schmerzten bei mittelgradig belastenden Tätigkeiten wie zum Beispiel beim Schrauben (
Ziff.
4).
Psychosozial habe sich die Situation für den Patienten deutlich verschlechtert mit dramatischen familiären Konflikten, die seine Schlafstörungen, die Angst
störungen und eine Depression
exazerbiert
hätten
. Mehrere psychotherapeuti
sche Interventionen (ambulant und stationär) seien die Folge gewesen. Suizidale Ideen seien vorhanden, allerdings ohne konkrete Projekte. Der Patient sei sozial isoliert und meide auch aktiv jeglichen sozialen Kontakt (
Ziff.
5).
Der Patient sei grundsätzlich sehr motiviert, einer geregelten Arbeit nachzu
gehen, aber schon allein die hier beschriebenen orthopädischen und psychiatri
schen Probleme limitierten sein Tätigkeitsspektrum stark (S. 2).
5.
5.1
Dr.
med.
M.___
, Assistenzarzt, und
Dr.
med.
N.___
, Oberarzt, Zentrum
H.___,
bestätigten
im Austrittsbericht vom 1
3.
Juni 2013 (
Urk.
6/217/10-12)
die Diagnosen einer
rezidivierende
n
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
sowie
akzentuierte narzisstische
Persönlich
keitszüge
, aktenanamnestisch
nannte
n
sie
eine
kombinierte
Persönlichkeitsstö
rung
(S. 1).
Aus dem
Austrittsb
ericht
de
s
Zentrum
s
H.___
vom 1
3.
Juni 2013
ergeben sich
somit im Vergleich zum medizinischen Sachverhalt im Jahr 2011 (vgl. E. 3.2)
bei unveränderten
psychiatrischen Diagnosen keine Hinweise
für eine länger
fristige
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
.
5.2
Die Ärzte des
Spitals D.___
behandelten den Beschwerdeführer im
Dezember 2013
wegen aufgetretener
Herzbeschwerden
konservativ
im Wes
entlichen
mit einer Anpassung der medikamentösen Therapie
. Es sei keine Intervention erfolgt.
Ein operativer Eingriff
war
offensichtlich
nicht erforderlich
, was
gegen eine mass
gebliche
und länger anhaltende
gesundheitliche
Verschlechterung spricht.
Dr.
I.___
erwähnte i
m
Austrittsb
ericht vom 1
8.
Dezember 2013
, dass eine ambulante kardiale
Rehabilitation
stattfinden solle
,
und empfahl
zudem
eine begleitende Psychotherapie
(E. 4.2 hiervor).
Es liegen keine Berichte
vor
,
wonach
die vorgeschlagene
n
Behandlung
en
durchgeführt worden wäre
n
.
Auch der Hausarzt des Beschwerdeführers
erwähnte
solche
nicht.
Gestützt auf die nachvollziehbar begründete
Stellungnahme von
Dr.
G.___
vom 1
4.
März 2014
ist
demnach
auch im Hinblick auf die bekannte koronare Dreigefässerkrankung
eine Verschlechterung
nicht erstellt
.
Der Hinweis von
Dr.
J.___
auf die
von
Dr.
I.___
erwähnten
retrosternalen Beschwerden
(E. 4.
7
) beinhaltet
somit ins
gesamt
keine
zu berücksichtigende wesentliche Verschlechterung des Gesu
n
d
heits
zu
stands
.
5.3
Zur Schwerhörigkeit des Beschwerdeführers und den Beschwerden in den Hän
den liegen keine aktuellen Arztberichte vor.
Dr.
A.___
führte die Beschwer
den
unter den
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (
Urk.
6/78 S. 25
Ziff.
5.2
).
Es liegen keinerlei Anhaltspunkte vor, wonach es
inso
fern
zu einer Verschlechterung gekommen wäre.
5.
4
Dr.
K.___
beschrieb im Bericht vom 2
0.
Juni 201
4
zwar eine Verschlechterung der Sehschärfe auf dem linken Auge.
Er
verneinte
aber
weit fortgeschrit
ten
e
glaukomatöse
Veränderungen (E. 4.
6
).
Dr.
K.___
attestierte im ärztlichen Zeug
nis vom
16. Mai
2014 keine Eins
chränkung der Arbeitsfähigkeit und bezeich
nete den Beschwerdeführer
als arbeitsfähig. Dies deckt sich mit der Beurteilung von
Dr.
F.___
im Bericht vom 1
9.
März 2012 (E. 3.
4
)
, womit in Bezug auf die Augenbeschwerden ebenfalls keine Verschlechterung ausgewiesen ist
.
5.5
Bezüglich des von
Dr.
J.___
am 2
0.
August 2014 gestellten Verdachts auf ein Schlafapnoesyndrom sowie der von ihm erwähnten Symptome eines engen Spinalkanals verwies der Hausarzt auf laufende Abklärungen. Entsprechende Arztberichte wu
rden bis dato nicht eingereicht.
Demzufolge liegen auch inso
fern keine Anhaltspunkte für eine gesundheitliche Verschlechterung vor.
5.
6
Zusammenfassend
ist hinsichtlich der genannten Beschwerden
eine Verschlech
terung
der Arbeitsfähigkeit
verglichen mit den Verhältnissen zum Zeitpunkt der
Verfügung vom 2
0.
November 2012
nicht erstellt
.
Invalidenversicherungsrecht
lich
sind nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend, sondern die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE 136 V 279 E.3.2.1 S. 281 mit Hinweis auf BGE 127 V 294).
Diese ist unverändert, so dass der
Beschwerdeführer demnach
aufgrund einer rezidivie
renden depressiven Störung für
visusadaptierte
Tätigkeit
weiterhin
als zu 50
%
arbeitsfähig zu erachten
ist
.
Mit den vorliegenden Abklärungen erweist sich eine polydisziplinäre Begutach
tung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 1) als entbehrlich.
Dies führt zur Abwei
sung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Schweizerischer Blindenbund
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger