# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8b82212-fab7-59a0-9da9-c5f73b795cb4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.06.2021 SK 2020 381
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-381_2021-06-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 381+382

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Juni 2021 

Besetzung Oberrichter Gerber (Präsident i.V.), Oberrichter Guéra, 
Oberrichter Zuber
Gerichtsschreiberin Susedka

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie 
Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-See-
land (Einzelgericht) vom 19. November 2019 (PEN 19 62+930)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz), 
fällte am 19. November 2019 folgendes Urteil (pag. 344 ff.; Hervorhebungen im 
Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz mengenmässig qualifiziert began-
gen, 

1. Durch Veräussern, von insgesamt 50.75 Gramm Kokaingemisch (RHG 44%; 22.33 Gramm 
reines Kokain), begangen in der Zeit vom 01.07.2015 bis am 02.07.2017 in C.________, na-
mentlich wie folgt:

1.1. 7.5 Gramm Kokaingemisch (3.3 Gramm reines Kokain) an D.________;

1.2. 43.25 Gramm Kokaingemisch (19.03 Gramm reines Kokain) an E.________.

2. Durch Besitz und Anstalten treffen zum Verkauf, von insgesamt 6.4 Gramm Kokaingemisch 
(RHG 44%, 2.82 Gramm reines Kokain), begangen am 12.07.2017 am F.________ in 
C.________.

und in Anwendung der Artikel
40, 42, 44, 47, 51, 66a Abs. 2 StGB
19 Abs. 1 lit. c, d und g i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG
426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Die Polizeihaft von einem Tag (12.07.2017) wird im 
Umfang von einem Tag auf die Freiheitsstrafe angerechnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird 
aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt.

2. Auf die Anordnung einer Landesverweisung wird verzichtet.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 7‘615.00 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 7‘143.75, insgesamt bestimmt auf 
CHF 14‘758.75 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 8‘284.00).

3

Kosten der Untersuchung CHF 5’515.00
Auftritt STA an HV CHF 500.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 1’600.00
Total CHF 7’615.00

Entschädigung für Zeugen CHF 35.00
Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 6474.75
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 634.00
Total CHF 7’143.75

Total Verfahrenskosten CHF 14’758.75

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 13‘958.75 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung CHF 7‘484.00).

II.

1. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 27.11.2015 für eine 
Geldstrafe von 55 Tagessätzen zu CHF 20.00 gewährte bedingte Vollzug wird nicht widerru-
fen.

2. A.________ wird verwarnt.

3. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt G.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 8.58 200.00 CHF 1’716.00
juristische Assistenz 11.26 100.00 CHF 1’126.00

CHF 74.30
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2’916.30 CHF 233.30
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3’149.60

volles Honorar 8.58 250.00 CHF 2’145.00
11.26 100.00 CHF 1’126.00

CHF 74.30
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3’345.30 CHF 267.60
Total CHF 3’612.90

nachforderbarer Betrag CHF 463.30

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

juristische Assistenz

4

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 13.50 200.00 CHF 2’700.00
juristische Assistenz 1.18 100.00 CHF 118.00
Reisezeit CHF 150.00

CHF 119.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3’087.40 CHF 237.75
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3’325.15

volles Honorar 13.50 250.00 CHF 3’375.00
juristische Assistenz 1.18 100.00 CHF 118.00
Reisezeit 150.00

CHF 119.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3’762.40 CHF 289.70
Total CHF 4’052.10

nachforderbarer Betrag CHF 726.95

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt G.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 6‘474.75. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt G.________ die Differenz von CHF 1‘190.25 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Die beschlagnahmten Drogen (Kugeln mit Kokaingemisch) werden zur Vernichtung eingezogen 
(Art. 69 StGB). 

2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- 1 Grammwaage
- 1 Natel Nokia 105 inkl. Ladekabel und 2 SIM-Karten (SIM-Karte 1: H.________; SIM-Karte 2: 

I.________)

3. Die Ersatzforderung des Kantons Bern gegenüber dem Beschuldigten für nicht mehr vorhande-
ne Vermögenswerte, die der Einziehung unterlagen, beträgt CHF 4‘357.90 (Art. 71 StGB).

4. Der beschlagnahmte Bargeldbetrag von CHF 717.10 wird eingezogen (Art. 70 StGB).

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. J.________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

[Eröffnungsformel]

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 
Berner Jura-Seeland, Staatsanwalt K.________ (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), 
am 25. November 2019 und A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Rechtsanwalt G.________, mit Schreiben vom 26. November 2019 
fristgerecht die Berufung an (pag. 353; pag. 355). Die schriftliche 
Urteilsbegründung datiert vom 25. August 2020 (pag. 384 ff.). Am 2. September 
2020 reichte die Generalstaatsanwaltschaft form- und fristgerecht die 
Berufungserklärung ein (pag. 438 f.). Darin wurde die Berufung auf den Verzicht 
der Anordnung einer Landesverweisung beschränkt und in Aussicht gestellt, eine 
Landesverweisung von 5 Jahren mit Eintragung im Schengener 
Informationssystem (SIS) zu beantragen. 

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 16. September 2020 
(pag. 446 ff.) stellte der Beschuldigte, nunmehr amtlich verteidigt durch 
Fürsprecher B.________ (pag. 368 ff.), in der Sache folgende Anträge (pag. 447; 
Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass der Verzicht auf eine Landesverweisung gem. I. Ziff. 2 des Urteils 
vom 19.11.2019 in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Es sei weiter festzustellen, dass der Entscheid gem. II. Ziff. 1 und 2 des Urteils vom 19.11.2019, 
den bedingten Vollzug des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 27.11.2015 
nicht widerrufen und A.________ stattdessen zu verwarnen mittlerweile in Rechtskraft erwach-
sen ist. 

Weiter werden die Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils analog folgenden Anträgen verlangt:

3. Herr A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz angeblich mengenmässig qualifiziert begangen,

a. Durch Veräussern, von insgesamt 50.75 Gramm Kokaingemisch (RHG 44%; 22.33 
Gramm reines Kokain), angeblich begangen in der Zeit vom 01.07.2015 bis am 0207.2017 
[recte: 02.07.2017] in C.________;

b. Durch Besitz und Anstalten treffen zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokainge-
misch (RHG 44%, 2.82 Gramm reines Kokain), begangen am 12.07.2017 am F.________ 
in C.________.

4. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen, A.________ sei eine 
Entschädigung für die notwendige Verteidigung durch den Kanton Bern gemäss eingereichter 
Honorarnote auszurichten. 

5. Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen durch das Gericht zu treffen. 

Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 22. September 2020 (pag. 450 f.) teilten 
die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 28. September 2020 (pag. 454 f.) 
und der Beschuldigte mit Schreiben vom 9. Oktober 2020 (pag. 456) mit, dass 
weder die Anschlussberufung erklärt noch ein Nichteintreten auf die Berufung der 
jeweilig anderen Partei beantragt werde. 

6

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen aktuelle 
Strafregisterauszüge über den Beschuldigten vom 31. Mai 2021 (Abfrage mit Ge-
burtsdatum L.________ [pag. 493]) und vom 9. Juni 2021 (Abfrage mit Geburtsda-
tum M.________ [pag. 497]), ein aktueller Leumundsbericht vom 29. Mai 2021 (in-
kl. Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse [pag. 488 ff.]), ein Betreibungsre-
gisterauszug vom 10. Juni 2021 (pag. 501) sowie ein Bericht des Migrationsdiens-
tes des Kantons Bern betreffend Landesverweisung vom 12. Mai 2021 (pag. 484 
ff.) eingeholt. Ferner wurden die Akten des Migrationsdienstes des Kantons Bern 
ediert. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde das von der Verteidigung eingereichte 
Schreiben der Ehefrau des Beschuldigten inkl. Fotos vom 14. Juni 2021 antrags-
gemäss zu den Akten erkannt (pag. 505 f.; pag. 538 ff.). Im Weiteren wurde der 
Beschuldigte ergänzend zur Person und zur Sache einvernommen (pag. 507 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Fürsprecher B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens des Beschuldigten [in Abweichung zu seiner Beru-
fungserklärung vom 16. September 2020, pag. 446 ff.] folgende Anträge und Even-
tualanträge (pag. 516 f.; pag. 535; Hervorhebungen im Original):

2.1 EVENTUALITER: [neu: Hauptantrag] Herr A.________ sei schuldig zu 
sprechen der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen,

a) Durch Veräussern einer unbestimmten Menge Kokaingemisch, 34 Gramm nicht über-
steigend (RHG 44%; 14.9 Gramm reines Kokain), begangen in der Zeit vom 01.07.2015 bis 
am 02.07.2017 in C.________;

b) Durch Besitz und Anstalten treffen zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokainge-
misch (RHG 44%, 2.82 Gramm reines Kokain), begangen am 12.07.2017 am F.________ 
in C.________.

2.2 Herr A.________ sei zu einer Freiheitsstrafe nach richterlichem Ermessen, jedoch 9 Monate 
nicht übersteigend, bedingt erlassen auf eine Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen. 

2.3 Die Verfahrenskosten seien für die erste und zweite Instanz anteilsmässig dem Kanton Bern 
aufzuerlegen, das Honorar des amtlichen Anwaltes sei entsprechend eingereichter Honorarnote 
zu bestimmen und auszurichten. 

2.4 Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen durch das Gericht zu treffen. Der mit Urteil des 
Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 27.11.2015 gewährte bedingte Strafvollzug sei nicht 
zu widerrufen. 

3.1 SUBEVENTUALITER: [neu: Eventualantrag] Herr A.________ sei schuldig zu sprechen der Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz mengenmässig qualifiziert begangen,

a) Durch Veräussern, von einer unbestimmten Menge Kokaingemisch, mindestens 35 
Gramm (RHG 44%; mindestens 15.4 Gramm reines Kokain), begangen in der Zeit vom 
01.07.2015 bis am 02.07.2017 in C.________;

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b) Durch Besitz und Anstalten treffen zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokainge-
misch (RHG 44%, 2.82 Gramm reines Kokain), begangen am 12.07.2017 am F.________ 
in C.________.

3.2 Herr A.________ sei zu einer Freiheitsstrafe nach richterlichem Ermessen, jedoch 12 Monate 
nicht übersteigend, bedingt erlassen auf eine Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen. 

3.3 Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei unter Annahme eines persönlichen Härtefalls zu 
verzichten. 

3.4 Die Verfahrenskosten seien für die erste und zweite Instanz anteilsmässig dem Kanton Bern 
aufzuerlegen, das Honorar des amtlichen Anwaltes sei entsprechend eingereichter Honorarnote 
zu bestimmen und auszurichten.

3.5 Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen durch das Gericht zu treffen. Der mit Urteil des 
Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 27.11.2015 gewährte bedingte Strafvollzug sei nicht 
zu widerrufen. 

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt N.________ stellte und begründete für 
die Generalstaatsanwaltschaft anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 17. Juni 2021 folgende Anträge (pag. 528; pag. 536 f.; Hervorhebungen im 
Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 19. November 
2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Nichtwiderrufs, der Verwarnung und der Auferlage der Kosten für das Widerrufsverfahren an 
A.________ (Urteilsdispositiv Ziff. II.);

2. der verfügten Einziehung der beschlagnahmten Drogen, Drogenutensilien und des beschlag-
nahmten Bargeldbetrages sowie der verfügten Ersatzforderungen des Kantons Bern (Urteilsdis-
positiv Ziff. 1. – 4.). 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, men-
genmässig qualifiziert begangen

1. durch Veräussern von insgesamt 50.75 Gramm Kokaingemisch (22.33 Gramm reines Kokain), 
begangen in der Zeit vom 1. Juli 2015 bis am 2. Juli 2017 in C.________ wie folgt:

1.1 7.5 Gramm Kokaingemisch (3.3 Gramm reines Kokain) an D.________;

1.2 43.25 Gramm Kokaingemisch (19.03 Gramm reines Kokain) an E.________.

2 durch Besitz und das Treffen von Anstalten zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokainge-
misch (2.82 Gramm reines Kokain), begangen am 12. Juli 2017 in C.________;

und zu verurteilen:

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1. zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, abzüglich einem Tag Polizeihaft, mit bedingtem Vollzug 
bei einer Probezeit von drei Jahren;

2. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren;

3. den Verfahrenskosten erster und oberer Instanz;

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Landesverweisung sei im Schengener Informationssystem auszuschreiben.

2. Es sei die Zustimmung zur Löschung des DNA-Profils und der biometrischen erkennungsdienst-
lichen Daten zu erteilen.

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei zu bestimmen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer 

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Mit Blick auf den Umfang der Berufungen (dazu Ziff. I.2. hiervor) 
ist vorab festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz vom 19. November 2019 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist als verfügt wurde, dass die beschlagnahmten 
Drogen (Kugeln mit Kokaingemisch), die Grammwaage, das Natel Nokia 105 inkl. 
Ladekabel und 2 SIM-Karten (SIM-Karte 1: H.________; SIM-Karte 2: I.________) 
sowie der beschlagnahmte Bargeldbetrag von CHF 717.10 in Anwendung von 
Art. 69 bzw. Art. 70 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) zur 
Vernichtung eingezogen werden (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. IV.1., Ziff. IV.2. 
und Ziff. IV.4.) und die Ersatzforderung des Kantons Bern gegenüber dem 
Beschuldigten für nicht mehr vorhandene Vermögenswerte, die der Einziehung 
unterlagen, CHF 4'357.90 beträgt (Art. 71 StGB; erstinstanzliches Dispositiv 
Ziff. IV.3.). 

Von der Kammer zu überprüfen sind somit der erstinstanzliche Schuldspruch 
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig 
qualifiziert begangen durch 1) Veräussern von insgesamt 50.75 Gramm Kokainge-
misch in der Zeit vom 1. Juli 2015 bis am 2. Juli 2017 in C.________ (erstinstanzli-
ches Dispositiv Ziff. I.1. [Ziff. 1.1. und Ziff. 1.2.]) und 2) Besitz und Anstalten treffen 
zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokaingemisch am 12. Juli 2017 am 
F.________ in C.________ (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. I.2.), der Sanktionen-
punkt (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. I.1. [Freiheitsstrafe von 14 Monaten] und 
Ziff. I.2. [Verzicht auf die Anordnung einer Landesverweisung]) sowie der gesamte 
Kosten- und Entschädigungspunkt (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. I. 3. und 
Ziff. III.), wobei auf die Höhe des amtlichen Honorars für die Verteidigung des Be-
schuldigten in erster Instanz nur zurückzukommen ist, sofern die Vorinstanz das ihr 
bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt 
haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 
2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

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Der Nichtwiderruf des bedingten Strafvollzugs sowie die Verwarnung des Beschul-
digten wurden zwar nicht angefochten. Weil aber die Schuldsprüche gesamthaft zu 
überprüfen sind, hat auch das Widerrufsverfahren als mitangefochten zu gelten, 
zumal das Vorliegen der Voraussetzungen für einen Widerruf gemäss Art. 46 
Abs. 1 StGB vom Verfahrensausgang abhängig ist. Entsprechend können diese 
Punkte (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. II.1.-3.) nicht in Rechtskraft erwachsen 
sein und sind daher grundsätzlich ebenfalls durch die Kammer neu zu beurteilen 
(vgl. Ziff. I.6. nachfolgend). 

Ferner ist praxisgemäss neu über das DNA-Profil (erstinstanzliches Dispositiv 
Ziff. IV.5.) und die erkennungsdienstlichen Daten (erstinstanzliches Dispositiv 
Ziff. IV.6.) zu verfügen. 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der 
Rechtskraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO). Aufgrund der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft darf Ziff. I.2. des erst-
instanzlichen Sanktionenpunktes (Verzicht auf die Anordnung einer Landesverwei-
sung) auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden. Die Kammer ist 
dabei nicht an die Anträge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 Bst. b StPO). 
Soweit weitergehend gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

6. Einstellung Widerrufsverfahren

Nach Art. 46 Abs. 5 StGB darf ein Widerruf nicht mehr angeordnet werden, wenn 
seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen sind. Der Beschuldigte wurde 
mit Urteil vom 27. November 2015 des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland ver-
urteilt und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt; seit Ende November 2020 liegt 
diese Verurteilung mehr als fünf Jahre zurück (zwei Jahre Probezeit und drei Jahre 
nach Art. 46 Abs. 5 StGB). Entsprechend ist das Widerrufsverfahren oberinstanz-
lich einzustellen.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkungen / Übersicht

Gemäss Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 4. April 2018 (pag. 6 ff.) 
wurde ihr am 19. April 2017 aus der Bevölkerung Mitteilung gemacht, dass in 
C.________ regelmässig im Bereich O.________ und P.________ Drogen umge-
setzt würden. Polizeiliche Ermittlungen (inkl. Observation) ergaben, dass sich der 
Beschuldigte regelmässig in diesem Bereich mit E.________ traf. In der Folge 
konnte E.________ am 3. Juli 2017 als Lenker des PWs Opel Mokka, Q.________, 
zu einer Verkehrskontrolle angehalten werden. Bei der Effektenkontrolle kam eine 
kleine Menge Kokaingemisch in seiner Hosentasche zum Vorschein. Am 12. Juli 
2017 wurde am Domizil des Beschuldigten eine Hausdurchsuchung durchgeführt 
und u.a. fünf Plastikkügelchen mit Kokaingemisch (9.3 Gramm brutto) sowie ein 
Natel Nokia 105 sichergestellt und beschlagnahmt. Auf diesem Natel gingen als-
dann regelmässig Anrufe und Nachrichten ein. Zwei der eingehenden Rufnummern 
konnten mutmasslichen Kokainkonsumenten zugeordnet werden, u.a. D.________ 
aus R.________ (und S.________ aus C.________). Der Beschuldigte wurde von 

10

E.________ und D.________ des Drogenhandels (Verkauf von Kokaingemisch) 
belastet. 

8. Beweismittel

Der Kammer liegen insbesondere die Unterlagen der Kantonspolizei Bern, nament-
lich der Bericht zur vorläufigen Festnahme vom 12. Juli 2017 (pag. 2 ff.), der An-
zeigerapport vom 4. April 2018 (pag. 6 ff.), der Berichtsrapport vom 28. Juli 2017 
(pag. 13 ff.), das Fotodossier vom 4. April 2018 (pag. 17 ff.), das Hausdurchsu-
chungsprotokoll vom 12. Juli 2017 (pag. 105 ff.) sowie die Auswertung des Mobilte-
lefons Nokia 105 vom 30. August 2017 (pag. 119 ff.) vor. Aktenkundig sind über-
dies der Mahsan-Drogentests des Beschuldigten vom 12. Juli 2017 mit dem Ver-
merk «Unterschrift verweigert» (pag. 12), der forensisch-chemische Abschlussbe-
richt des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 10. August 2017 (pag. 30 f.) sowie 
die edierten Migrations- und Strafakten (Migrationsakten sowie PEN 15 78 / 252 
über den Beschuldigten, BJS 17 16579 i.S. E.________, BJS 17 18846 i.S. 
D.________). 

Ferner liegen der Kammer die Aussagen von T.________ (pag. 32 ff.), U.________ 
(pag. 39 ff.), E.________ (pag. 48 ff.; pag. 52 ff.; 302 ff.), S.________ (pag. 59 ff.), 
D.________ (pag. 67 ff.;) und diejenigen des Beschuldigten (pag. 72 ff.; pag. 87 ff.; 
pag. 298 ff.; pag. 306 ff.; pag. 507 ff.) vor. 

Die Vorinstanz brachte die wesentlichen objektiven und subjektiven Beweismittel 
korrekt ins Verfahren ein und gab diese zutreffend und umfassend wieder. Darauf 
kann an dieser Stelle verwiesen werden (pag. 390 ff., S. 7 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Soweit von Relevanz werden diese in den nachfolgenden Er-
wägungen wiedergegeben und anschliessend gewürdigt. 

9. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen 
und der Aussagenanalyse im Speziellen wird auf die zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (pag. 388 f., S. 5 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

10. Vorwurf gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift: Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz (BetmG), mehrfach und mengenmässig qualifiziert

Dem Beschuldigten werden gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift vom 24. Januar 
2019 folgende strafbare Handlungen zur Last gelegt (pag. 219 f.; Hervorhebungen 
im Original):

Verkauf von insgesamt 51.75 Gramm Kokaingemisch (Annahme durchschnittlicher Reinheitsgrad Ko-
kain-Hydrochlorid 44 %, d.h. 22.77 Gramm reines Kokain),

begangen in der Zeit vom 01.07.2015 bis 02.07.2017, in C.________, indem der Beschuldigte

gesamthaft mindestens 51.75 Gramm Kokaingemisch bzw. 22.77 Gramm reines Kokain zum Preis 
von durchschnittlich CHF 50.00 pro halbes Gramm Kokaingemisch verkaufte, so insbesondere an:

- D.________ mindestens 8.5 Gramm Kokaingemisch

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(ca. alle 3 Wochen ein Verkauf von jeweils 0.5 Gramm Kokaingemisch in der Zeit zwischen Juli 
2016 und Juli 2017, also insgesamt 17 Verkäufe von jeweils 0.5 Gramm Kokaingemisch);

- E.________ mindestens 43.25 Gramm 
(ca. alle zwei Monate ein Verkauf von jeweils 0.5 Gramm Kokaingemisch in der Zeit vom 
01.07.2015 bis zum 30.09.2016 [= total 7.5 Verkäufe von jeweils 0.5 Gramm Kokaingemisch], 
danach ca. jede Woche zwei Verkäufe von jeweils 0.5 Gramm Kokaingemisch in der Zeit vom 
01.10.2016 bis zum 01.07.2017 [= total 78 Verkäufe von jeweils 0.5 Gramm Kokaingemisch], so-
wie der Verkauf von 0.5 Gramm Kokaingemisch am 02.07.2017, also insgesamt 86.5 Verkäufe 
von jeweils 0.5 Gramm Kokaingemisch). 

10.1 Erwägungen und Beweisergebnis der Vorinstanz

10.1.1 Mobiltelefon Nokia 105

In Bezug auf die Frage, von wem das Mobiltelefon Nokia 105 mit der Telefonnum-
mer V.________ im angeklagten Zeitraum von Juli 2015 bis Juli 2017 benutzt wor-
den war, erwog die Vorinstanz, dass das Nokia 105 bei der Hausdurchsuchung 
beim Beschuldigten habe sichergestellt werden können und aus dem Berichtsrap-
port vom 27. Juli 2017 hervorgehe, dass auf dem Mobiltelefon nach dessen Sicher-
stellung am 12. Juli 2017 regelmässig Anrufe und Nachrichten eingegangen seien 
und dieses demnach – entgegen den anfänglichen Aussagen des Beschuldigten – 
funktionstüchtig gewesen sei. Dem Extraktionsbericht könne entnommen werden, 
dass zuletzt am 11. Juli 2017, d.h. einen Tag vor der Einvernahme, ein Anruf vom 
Mobiltelefon ausgegangen und der letzte eingehende Anruf auf den 20. Juli 2017 
datiert sei. Anlässlich der [erstinstanzlichen] Hauptverhandlung habe der Beschul-
digte auf entsprechende Nachfrage hin zugegeben, dass er das Mobiltelefon be-
nutzt habe. Auf Frage, ob er der Einzige gewesen sei, habe er angegeben, dass 
das Handy nicht nur von ihm, sondern auch von seinem Kollegen benutzt worden 
sei. Als dieser vor zwei bis drei Jahren zurück nach Nigeria gegangen sei, habe er 
das Mobiltelefon dem Beschuldigten gegeben (pag. 398 f.; S. 15 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung). Gestützt auf diese Aussagen und die objektiven Be-
weismittel kam die Vorinstanz beweiswürdigend zum Schluss, dass das Nokia 105 
bis zu dessen Sicherstellung bzw. der Verhaftung des Beschuldigten in Gebrauch 
gewesen und ausschliesslich vom Beschuldigten benutzt worden sei. Sein Vorbrin-
gen, es sei auch durch seinen Kollegen benutzt worden, habe der Beschuldigte 
erstmals an der [erstinstanzlichen] Hauptverhandlung – und damit sehr spät im 
Verfahren – geäussert, obwohl ihm durch die Staatsanwaltschaft vorgehalten wor-
den sei, auf dem Handy seien Drogenbestellungen eingegangen. Eine frühere Be-
nutzung des Mobiltelefons durch jemand anderen wäre spätestens zu diesem Zeit-
punkt erwähnt worden und nicht erst auf entsprechende Nachfrage anlässlich der 
erstinstanzlichen Befragung. Auch seien die Aussagen in Bezug auf den Kollegen 
sehr vage und entsprechend als Schutzbehauptungen zu qualifizieren (pag. 399 f.; 
S. 16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

10.1.2 Verkauf von Kokain an E.________

Die Vorinstanz führte bezüglich des Verkaufs von Kokain an E.________ aus, dass 
die Polizei habe beobachten können, wie sich der Beschuldigte regelmässig mit 
E.________ in C.________ an der O.________ und am P.________ getroffen ha-

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be. Zudem sei in der Fotodokumentation das Treffen vom 2. Mai 2017 an der 
W.________/P.________ festgehalten, an welches E.________ im Opel Mokka 
(Q.________) und der Beschuldigte mit dem Fahrrad gekommen sei. Zudem habe 
die Polizei am 16. Mai 2017 beobachten können, wie der Beschuldigte in den Opel 
Mokka eingestiegen sei. Diese Feststellungen seien von E.________ bestätigt 
worden, wonach er sich jeweils neben der O.________ in der Nähe des 
P.________ oder in der Nähe des X.________ mit dem Verkäufer «Y.________» 
getroffen habe und dieser manchmal mit dem Fahrrad zum Übergabeort gekom-
men sei. Weiter habe er ausgesagt, dass das Treffen jeweils per Mobiltelefon ver-
einbart worden sei. Er habe jeweils die Nummer V.________ kontaktiert, wenn er 
Kokain habe kaufen wollen. Der Beschuldigte habe hingegen keine Angaben ma-
chen können, wo er sich am 2. Mai 2017 und 16. Mai 2017 zwischen 16:00 und 
16:30 Uhr aufgehalten habe. Er habe alles abgestritten, insbesondere, E.________ 
zu kennen. Einzig habe er bestätigt, dass es sich beim fotografierten Velofahrer – 
das Foto habe anlässlich der Observation vom 2. Mai 2017 aufgenommen werden 
können – um ihn selbst handle. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, dass es 
zwischen E.________ und dem Beschuldigten zu Drogenverkäufen gekommen sei, 
auch wenn E.________ den Beschuldigten nicht mit Sicherheit habe identifizieren 
können. Die Nummer, welche E.________ jeweils für Drogenbestellungen kontak-
tiert habe, sei die Nummer des sichergestellten Nokia 105. Zudem sei die Nummer 
von E.________ unter dem Namen «Z.________» im Mobiltelefon des Be-
schuldigten abgespeichert gewesen (pag. 400 f.; S. 17 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). 

Bezüglich der verkauften Menge führte die Vorinstanz Folgendes aus (pag. 402; 
S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte bestreitet E.________ eine Menge von 43.25 Kokaingemisch verkauft zu haben, 
weswegen zur Ermittlung der Menge lediglich die Angaben von E.________ gewürdigt werden kön-
nen.  

In der ersten Einvernahme sagte E.________ zunächst aus insgesamt 2-3-mal Kokain gekauft zu ha-
ben (pag. 49 Z. 30). Anschliessend korrigierte er sich auf 3-4-mal pro Woche, wobei er in manchen 
Wochen auch nichts gekauft habe (pag. 49 Z. 63). Bei der nächsten Einvernahme gab er an, von Juli 
2015 bis Herbst 2016 habe er einmal alle 1-2 Monate gekauft, zwischen Herbst 2016 und Anfang des 
Monats Juli 2017 dann 2-3-mal pro Woche (pag. 54).

An der Hauptverhandlung bestätigte er auf Nachfrage, dass es am Schluss 2-3-mal pro Woche gewe-
sen sei (pag. 303 Z. 18 ff.). 

Auf Frage nach der Menge, welche er jeweils für CHF 50.00 erhalten habe, sprach er zunächst von 
einem Gramm oder weniger. Auf Nachfrage antwortete er, es könne sein, dass er für diesen Preis je-
weils ein halbes Gramm erhalten habe (pag. 53). 

Die Angaben in der zweiten Einvernahme sind wesentlich tiefer als in der Ersten, was einer typischen 
„Korrektur nach unten“ entspricht. Ausserdem ist davon auszugehen, dass die Mengenangaben eher 
zu gering als zu hoch ausgefallen sind, da sich E.________ durch seine Aussagen erheblich selbst 
belastete. 

In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, in der ersten Phase einmal alle 2 Monate 
und in der zweiten Phase zweimal pro Woche Kokain an E.________ verkauft zu haben. Diese Anga-

13

ben werden von E.________ bestätigt. Das ergibt in der Zeit vom 01.07.2015 bis zum 30.09.2016 (15 
Monate) 7.5 Verkäufe von jeweils 0.5 Gramm, insgesamt 3.75 Gramm Kokaingemisch. In der Zeit 
vom 01.10.2016 bis zum 01.07.2017 (39 Wochen) kam es zu 78 Verkäufen à 0.5 Gramm, insgesamt 
39 Gramm Kokaingemisch. Dazu kam am 02.07.2017 der Verkauf von wiederum 0.5 Gramm Kokain-
gemisch. Zusammengerechnet ergibt sich eine Menge 43.25 Gramm, welche das Gericht als erwie-
sen erachtet. 

Somit ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte E.________ über einen Zeitraum von zwei 
Jahren wiederholt Kokaingemisch verkaufte. Die verkaufte Menge beläuft sich auf 43.25 Gramm Ko-
kaingemisch.

10.1.3 Verkauf von Kokain an D.________

Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass der Beschuldigte auch 
D.________ Kokain verkauft habe. Zur Begründung führte sie aus, dass die Perso-
nenbeschreibung von D.________ auf den Beschuldigten zutreffe. Zudem habe 
D.________ ausgesagt, dass die Telefonnummer des Drogenverkäufers 
V.________ laute [Telefonnummer des Beschuldigten] und er versucht habe, den 
Verkäufer am 13. Juli 2017 zu erreichen. Des Weiteren würden die Aussagen be-
züglich des telefonischen Kontakts von D.________ mit den objektiven Beweismit-
teln übereinstimmen. Den Auswertungen des Mobiltelefons Nokia 105 könne ent-
nommen werden, dass am 13. Juli 2017 sechs Anrufe von einer Nummer einge-
gangen seien, welche in den Kontakten als «AA.________» gespeichert gewesen 
sei. Am gleichen Tag seien verschiedenen Nachrichten von «AA.________» 
eingegangen, unter anderem: «Y.________ please take the phone…todai i really 
bring 20.- left». Diese Nachricht sei mit der Aussage von D.________ zu vereinba-
ren, wonach er noch Schulden beim Beschuldigten gehabt habe. Es könne daher 
davon ausgegangen werden, dass es sich beim Kontakt «AA.________» um die 
Nummer von D.________ handle, es also zwischen den beiden zu telefonischen 
Kontakten gekommen sei. Ebenfalls auf den Beschuldigten als Verkäufer des Ko-
kains lasse schliessen, dass er sich «Y.________» genannt habe, was zumindest 
klanglich dem Übernamen «AB.________» entspreche, welcher der Beschuldigte 
gegenüber E.________ benutzt habe (pag. 403 f.; S. 20 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung).

In Bezug auf die verkaufte Menge an Kokain erwog die Vorinstanz (pag. 404; S. 21 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte bestreitet D.________ eine Menge von 8.5 Gramm Kokaingemisch verkauft zu ha-
ben und hat dementsprechend keine Angaben zu der verkauften Menge gemacht, weswegen zur Er-
mittlung der Menge lediglich die Angaben von D.________ gewürdigt werden können. 

Dieser gab zu Protokoll, er habe von Juli 2016 bis Anfang Juli 2017 (51 Wochen) alle 2-3 Wochen 0.5 
oder 1 Gramm Kokain gekauft (pag. 69 Z. 65 ff.). Die Zeitanagabe stimmt mit der SMS-Nachricht übe-
rein, welche er am 13.07.2017 an den Beschuldigten schickte: „... How long I come to you, more than 
one year…“ (pag. 128).

Es ist davon auszugehen, dass D.________ eher zu geringe als zu hohe Mengenangaben gemacht 
hat, da er sich durch seine Aussagen selber erheblich belastete.

14

Entsprechend der Anklage ist somit von 17 mal 0.5 Gramm Kokaingemisch auszugehen, d.h. ein Ver-
kauf alle drei Wochen von Juli 2016 bis Anfang Juli 2017. Daraus ergeben sich 8.5 Gramm. 

Den edierten Akten (BJS 17 18846) ist zu entnehmen, dass D.________ vom 16.12.2016 bis Ende 
Januar 2017 im Gefängnis gewesen ist und es folglich nicht zu Verkäufen kommen konnte. Somit sind 
noch 6 Wochen und damit zwei Verkäufe à 0.5 Gramm abzuziehen. Also ist von 15 mal 0.5 Gramm 
auszugehen, was 7.5 Gramm Kokaingemisch ergibt. 

Somit gilt als beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte D.________ während eines Jahres 7.5 
Gramm Kokaingemisch verkaufte.

10.1.4 Reinheitsgrad

Die Vorinstanz führte aus, dass gemäss Statistik des SGRM der Reinheitsgehalt 
von Kokain (Kokain-Hydrochlorid) in den Jahren 2016 bis 2017 bei Konfiskatsgrös-
se unter 1 Gramm 57 % und 61 % betragen habe, aber zu Gunsten des Beschul-
digten auf den anhand der beschlagnahmten Kügelchen festgestellte Reinheitsgrad 
von 44 % abgestellt werde, woraus sich folgende Mengen ergeben würden 
(pag. 406; S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Die verkaufte Menge Kokaingemisch an E.________ belaufe sich auf 43.25 
Gramm, was bei einem Reinheitsgrad von 44 % 19.03 Gramm reinem Kokain ent-
spreche. Die verkaufte Menge Kokaingemisch an D.________ belaufe sich auf 7.5 
Gramm, was bei einem Reinheitsgrad von 44 % 3.3 Gramm reinem Kokain ent-
spreche. 

10.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

10.2.1 Vorbringen des Beschuldigten bzw. der Verteidigung

Der Beschuldigte bzw. dessen Verteidigung führte anlässlich der Berufungsver-
handlung im Wesentlichen aus, dass der Sachverhalt insoweit erstellt sei, als dass 
der Beschuldigte Drogen an zwei Abnehmer [E.________, D.________] während 
einer gewissen Zeit in C.________ verkauft habe. Heute sei eine Korrektur des 
erstinstanzlichen Urteils in Bezug auf die Menge und Anzahl Verkäufe vorzu-
nehmen. E.________ habe von Sommer 2015 gesprochen, dass es noch sommer-
lich warm gewesen sei. Fraglich sei daher, weshalb vom 1. Juli 2015 ausgegangen 
worden sei, da es auch noch Anfang Oktober sommerlich warm sein könne. Weiter 
habe E.________ von «ca. zwei Jahren» gesprochen, was auch 19, 20, 21 Monate 
sein könnten und dass er von Y.________ zwischendurch ungefähr ein halbes 
Gramm gekauft habe. Ob der Beschuldigte von Anfang an Y.________ gewesen 
sei, sei aber nach wie vor unklar. Zudem habe E.________ anlässlich seiner Be-
fragung im Juli 2017 angegeben, zunächst alle 1-2 Monate und in letzter Zeit zwei- 
bis dreimal pro Woche Kokain gekauft zu haben. So, wie es in der Anklageschrift 
und im erstinstanzlichen Urteil festgehalten worden sei, würde dies bedeuten, dass 
E.________ während ca. eines Jahres alle 1-2 Monate ein halbes Gramm und in 
der Nacht vom letzten Septembertag 2016 auf den ersten Oktobertag 2016 – 
gerade zu dieser Zeit, als etwas in Kraft getreten sei – jede Woche mindestens 
zweimal Kokain gekauft habe, was eine Verzwölffachung seiner Kauftätigkeit sei. 
Wenn man auf die Aussagen von E.________ abstelle, habe es wohl im April 2017 
angefangen mehr zu werden und schliesslich sei es im Juni 2017 oder gegen Ende 

15

Juni 2017 zwei- bis dreimal pro Woche zu einem Kauf gekommen. Man könne nicht 
von einer plötzlichen Steigerung ausgehen, diese sei langsam erfolgt. 
Alles andere sei lebensfremd. Man könne davon ausgehen, dass in der Zeit von 
Oktober 2016 bis Ende Jahr 2016 zwei Käufe pro Monat getätigt worden seien, 
insgesamt also sechs. Ab Januar 2017 bis und mit März 2017 sei jeweils ein Kauf 
jede Woche erfolgt, also 12 Wochen und damit 12 Käufe. Ungefähr ab April 2017 
bis zur Anhaltung seien dann pro Woche zwei Käufe getätigt worden, also insge-
samt 24 Käufe. Entsprechend sei von folgender Berechnung auszugehen: In der 
ersten Phase (Sommer 2015 bis und mit Ende September 2016) seien es maximal 
neun Käufe à 0.5 Gramm gewesen. Ab Oktober bis zur Anhaltung seien es in der 
ersten Phase sechs Käufe (Oktober [2016] – Dezember 2016), dann 12 Käufe in 
der zweiten Phase (Januar [2017] bis März [2017]) und schliesslich 24 Käufe in der 
letzten Phase gewesen, welche bis zur Anhaltung am 1. Juli [2017] gedauert habe. 
In dieser Phase sei also von 42 Verkäufen à 0.5 Gramm auszugehen. Hingegen 
habe man sowohl in der Anklageschrift als auch im Urteil einen halben Verkauf an-
genommen, weshalb man auf die zusätzlichen 0.25 Gramm gekommen sei. Das 
sei Schematik, denn entweder tätige man einen Verkauf oder nicht, aber man tätige 
nicht einen halben Verkauf von 0.5 Gramm. Gehe man von den maximal 51 Käufen 
à 0.5 Gramm aus, welche E.________ getätigt habe, ergebe dies eine Mischmen-
ge von 25.5 Gramm. Addiere man die Menge von D.________ von 7.5 Gramm so-
wie die beim Beschuldigten aufgefundenen 6.4 Gramm hinzu, liege die reine Ko-
kainmenge bei einem Reinheitsgrad von 44 % Kokain-Hydrochlorid immer noch un-
ter 18 Gramm (pag. 517 ff.).

Weiter habe E.________ ausgesagt, dass es auch Zeiten gegeben habe, in denen 
er ein oder zwei Monate nichts gekauft habe. Wann genau, was, wie, wo gekauft 
worden sei, lasse sich im Nachgang nicht mehr eruieren. Es sei klar, dass man An-
nahmen treffen müsse, aber hier könnten es über aber auch unter 18 Gramm ge-
wesen sein. Man könne nicht mit genügender Sicherheit sagen, wieviel es gewe-
sen sei. Wenn bereits ein paar Verkäufe wegfallen würden, falle man unter die 
Grenze. Selbst wenn das Gericht zum Schluss kommen sollte, dass es mehr als 
wie errechnet gewesen sei, müsse bezüglich der Frage der automatischen Lan-
desverweisung auf die Verkäufe ab dem 1. Oktober 2016 abgestellt werden. Aus-
gehend von der vorherigen Berechnung sei es in der Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 
zur Anhaltung zu maximal 44 Verkäufen an E.________ gekommen. Selbst wenn 
hierbei 10 % hinzugerechnet werden würden, liege man – unter Einbezug der Ver-
käufe an D.________ und den beim Beschuldigten aufgefundenen 6.4 Gramm und 
einem nochmaligen Aufschlag von 10 % – immer noch unter der Grenze von 18 
Gramm (pag. 520 f.). 

10.2.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung im Wesentlichen vor, dass die Indizien sowie die objektiven und subjektiven 
Beweismittel ein stimmiges Bild ergeben würden. Es gebe keine vernünftigen Zwei-
fel daran, dass der Beschuldigte als Kokaindealer tätig gewesen sei, was er heute 
auch ansatzweise zugegeben habe. Die Vorinstanz habe zu Recht ein Gramm Ko-
kain von der angeklagten Menge in Abzug gebracht, weil D.________ für eine ge-

16

wisse Zeit im Strafvollzug gewesen sei. Die daraus resultierende Gesamtmenge 
von 50.75 Gramm Kokaingemisch bzw. 22.3 Gramm reinem Kokain sei das absolu-
te Minimum und könne gestützt auf die Aussagen von D.________ und 
E.________ unter Beachtung des Grundsatzes «in dubio pro reo» nachgewiesen 
werden. Das sei aber nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund der Aussagen der 
Auskunftspersonen und Zeugen sowie der Telefonauswertungen sei völlig klar, 
dass der Beschuldigte zahlreiche weitere Personen mit Kokain beliefert habe. Weil 
aber gestützt auf die Aussagen der Auskunftspersonen T.________, U.________ 
und S.________ keine konkreten Lieferungen und Mengen hätten nachgewiesen 
werden können, sei dies auch nicht in die Anklage miteingeflossen. Es habe aber 
eine Bedeutung für die Gesamtwürdigung und die Landesverweisung. Für die de-
taillierte Beweiswürdigung werde auf die zutreffende erstinstanzliche Begründung 
verwiesen. Erst heute habe der Beschuldigte zugegeben, dass die eine Person, 
welche er mit Drogen beliefert habe, E.________ sein könne. Bei D.________ ha-
be er sich sogar an den Namen erinnert und ausgesagt, dass er auch ihn mit Ko-
kain beliefert habe. Offen sei nach wie vor die Drogenmenge. Seine Behauptung, 
er habe die beiden Abnehmer während zwei Jahren mit zehn Gramm Kokainge-
misch beliefert, sei offensichtlich unglaubhaft. Es sei weiterhin von der im Urteils-
dispositiv genannten Drogenmenge auszugehen. Auch die Verteidigung sei – was 
die Drogenmenge anbelange – dem Beschuldigten nicht gefolgt, weshalb die in 
den Anträgen der Verteidigung wiedergegebenen Mengen deutlich höher seien. 
Die Beweiswürdigung der Vorinstanz sei nach wie vor überzeugend. Einen gewis-
sen Schematismus könne man bis zu einem gewissen Grad nie vermeiden bei der-
artigen Berechnungen/Schätzungen. Auch die Verteidigung habe sich einem 
Schematismus bedienen müssen. Ausgehend vom Beweisergebnis der Vorinstanz 
liege die Gesamtmengen über 18 Gramm (pag. 524 f.). 

10.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Anlässlich der Berufungsverhandlung räumte der Beschuldigte erstmals ein, 
E.________ und D.________ Kokain verkauft zu haben. Unbestritten ist zudem der 
Reinheitsgrad von 44 % Kokain-Hydrochlorid und die jeweils verkaufte Einzelmen-
ge von 0.5 Gramm Kokaingemisch. Bestritten wird hingegen die Gesamtmenge an 
verkauftem Kokaingemisch, konkret die Anzahl Käufe bzw. Verkäufe (pag. 512 ff.; 
pag. 516 ff.). 

10.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Im Wesentlichen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 398 ff.; S. 15 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Sie 
würdigte die objektiven und subjektiven Beweismittel umfassend, gründlich und 
sorgfältig-nachvollziehbar.

10.4.1 Tätereigenschaft

Der Beschuldigte bestritt zunächst, in irgendeiner Form an der Veräusserung von 
Kokaingemisch an Dritte beteiligt gewesen zu sein, was allein schon aufgrund der 
objektiven Beweismittel völlig unglaubhaft ist. Anlässlich der oberinstanzlichen Be-
fragung gab er dann erstmals zu, Kokain an E.________ und D.________ verkauft 
zu haben. Nichts anderes bestätigen auch ihre Aussagen (pag. 49 Z. 35 ff., Z. 67 

17

ff.; pag. 68), die mehrfach getätigten Beobachtungen der Polizei im Bereich der 
O.________ und W.________/P.________, wonach u.a. fotografisch ein Treffen 
zwischen dem Beschuldigten und dem mit dem PW Opel Mokka, Q.________, an-
gereisten E.________ am 2. Mai 2017, 16:25 Uhr (pag. 18 ff.), festgestellt werden 
konnte, die Anhaltung von E.________ am 3. Juli 2017 (nach einem solchen Tref-
fen), wobei im Rahmen einer Verkehrskontrolle in seinen Effekten eine kleine Men-
ge Kokaingemisch zum Vorschein kam und das sichergestellte Mobiltelefon Nokia 
105, auf dem nach der polizeilichen Anhaltung des Beschuldigten weiterhin noch 
regelmässig Anrufe und Nachrichte eingingen (pag. 9; pag. 121; pag. 128) sowie 
die im Mobiltelefon neben E.________ (Z.________) und D.________ 
(AA.________) gespeicherten und der Polizei als (teilweise ehemalige) Drogen-
konsumenten bekannte Personen wie S.________ (AC.________), U.________ 
(AD.________) und T.________ (AE.________) (vgl. Extraktionsbericht des Fach-
bereichs Digitale Forensik (FDF) der Kantonspolizei Bern [pag. 119 ff.]). Im Sinne 
eines Zwischenfazits kann daher festgehalten werden, dass der Beschuldigte so-
wohl E.________ als auch D.________ Kokain verkaufte. 

Obwohl der Beschuldigte grundsätzlich eingestand, E.________ und D.________ 
Kokain verkauft zu haben, machte er geltend, nicht mehr konkret zu wissen, wann 
er mit dem Verkauf angefangen habe; es müsse 2016 gewesen sein (pag. 512 
Z. 39 f.). Zudem brachte die Verteidigung im Rahmen des oberinstanzlichen Partei-
vortrages sinngemäss vor, dass nicht sicher sei, ob es tatsächlich von Anfang an 
der Beschuldigte gewesen sei, welcher das Kokain verkauft habe oder ob die bei-
den Abnehmer zu Beginn jeweils vom Kollegen des Beschuldigten Kokain bezogen 
hätten und es dann einmal zur Übergabe des Mobiltelefons Nokia 105 und damit 
des Drogenhandels an den Beschuldigten gekommen sei (pag. 518; pag. 520). Wie 
die Vorinstanz richtigerweise zum Schluss gelangte, erscheint diese Aussage alles 
andere als glaubhaft und muss als hilfloser Versuch gesehen werden, die Menge 
an verkauften Kokain möglichst tief zu halten. Dieses Argument wurde erstmals an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung – mithin mehr als zwei Jahre nach 
der ersten Befragung – vorgebracht. Zuvor machte der Beschuldigte zuerst keine 
Angaben zur Herkunft des Mobiltelefons Nokia 105, führte dann aber aus, dass er 
die bei ihm aufgefundenen Mobiltelefone und SIM-Karten aufgrund von Rabatten 
gekauft habe (pag. 80 f. Z. 388 f. und Z. 411 ff.). Immerhin wäre zu erwarten gewe-
sen, dass der Beschuldigte spätestens nach der Vorhaltung durch die Staatsan-
waltschaft, wonach auf dem Mobiltelefon Drogenbestellungen eingegangen seien, 
dieses entlastende Argument vorgebracht hätte. Zudem sprachen die beiden Aus-
kunftspersonen E.________ und D.________ nur von einer Person, bei welcher sie 
Drogen gekauft hätten (pag. 53 Z. 36 f.). Ein neuer Verkäufer wäre ihnen zweifellos 
aufgefallen, sei es anhand des veränderten Aussehens, aufgrund anderer Ver-
kaufsbedingungen (Übergabeort, Preis, Menge, Beschaffenheit und Verpackung 
des Kokains) und/oder seines Verhaltens (allenfalls hätte er sich als neuer Verkäu-
fer vorgestellt oder zumindest nach dem Aussehen des Käufers oder sonstigen 
Merkmalen zwecks Übergabe gefragt). Mit Blick auf den grundsätzlich gleichblei-
benden Ablauf der Kokainverkäufe und die vagen Aussagen des Beschuldigten in 
Bezug auf den angeblichen früheren Besitzer des Mobiltelefons muss davon aus-
gegangen werden, dass der Beschuldigte der alleinige Besitzer und Verwender des 

18

Mobiltelefons Nokia 105 war, zumindest im angeklagten Zeitraum. Schliesslich be-
antragte selbst die Verteidigung anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung so-
wohl im Haupt- als auch im Eventualantrag einen Schuldspruch wegen Verkaufs 
von Kokain ab dem 1. Juli 2015. 

Davon ausgehend stellt sich nicht mehr die Frage, ob dem Beschuldigten rechts-
genügend nachgewiesen werden kann, dass er überhaupt mit Kokain gehandelt 
hat und ab wann, sondern bloss noch in welchem Umfang und von welcher chemi-
schen Form (Kokain-Base oder Kokain-Hydrochlorid) für die Bestimmung des 
Reinheitsgrades beweismässig auszugehen ist. 

10.4.2 Verkäufe an E.________

Oberinstanzlich wurde die (Un-)Verwertbarkeit von Beweisen seitens der Verteidi-
gung nicht mehr thematisiert. Weil sie aber von Amtes wegen zu beachten ist, wird 
nachfolgend darauf einzugehen sein. 

E.________ machte seine den Beschuldigten belastenden Erstaussagen unmittel-
bar im Nachgang zur Verkehrskontrolle vom 3. Juli 2017 (pag. 48 ff.). In dieser po-
lizeilichen Einvernahme wurde E.________ selber als beschuldigte Person (und 
damit im eigenen Verfahren) einvernommen. Die Einvernahme konnte demzufolge 
gar nicht parteiöffentlich sein. Die Strafverfolgung gegen den Beschuldigten wurde 
erst am 7. Juni 2017 eröffnet (pag. 1). Dem Beschluss der Beschwerdekammer 
vom 25. September 2018 (pag. 201 ff.) ist diesbezüglich zutreffend Folgendes zu 
entnehmen (pag. 204):

4.1 Wie die Generalstaatsanwaltschaft zu Recht ausführt, handelte es sich bei der Befragung von 
E.________ vom 3. Juli 2017 um eine (nicht delegierte) polizeiliche Einvernahme im Rahmen von Art. 
306 Abs. 2 Bst. b StPO. Eine derartige Befragung ist nicht parteiöffentlich (BGE 139 IV 25 E. 5.4.3). 
Hinzu kommt, dass die fragliche Einvernahme in einem anderen Verfahren, d.h. nicht in der den 
Beschwerdeführer betreffenden Strafuntersuchung, stattgefunden hat, weshalb eine Berufung auf Art. 
147 Abs. 1 StPO, der den Grundsatz der Parteiöffentlichkeit der Beweiserhebungen im 
Untersuchungs- und Hauptverfahren statuiert, ohnehin fehl geht. Die Beschwerdekammer hat bereits 
in ihrem Entscheid BK 13 179 vom 4. September 2013 festgehalten, dass die Teilnahmeberechtigung 
nur den Verfahrensbeteiligten bzw. den Parteien im konkreten Verfahren zustehe. Werde gegen 
«Mitbeschuldigte» in getrennten Verfahren ermittelt, komme ihnen im jeweils anderen Verfahren keine 
Parteistellung zu. Diese Praxis wurde vom Bundesgericht in BGE 140 IV 172 bestätigt. Demzufolge 
hat die beschuldigte Person (hier der Beschwerdeführer) gegenüber in anderen Verfahren 
beschuldigten Personen nur, aber immerhin das Recht, mindestens einmal Fragen zu stellen. Die 
Aussagen von in anderen Verfahren beschuldigten Personen können mithin nur dann zulasten einer 
beschuldigten Person verwertet werden, wenn diese wenigstens einmal angemessen und hinreichend 
Gelegenheit hatte, die sie belastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an die 
Beschuldigten in den getrennten Verfahren zu stellen, wobei diese Personen gemäss Art. 178 Bst. f 
StPO als Auskunftspersonen einzuvernehmen sind (BGE 140 IV 172 E. 1.3, 141 IV 220 E. 4.5). 
Diesem sog. Konfrontationsrecht kam die Staatsanwaltschaft in der Strafuntersuchung gegen den 
Beschwerdeführer mit der Einvernahme von E.________ vom 25. Juli 2017 nach.

Es kommt nicht von ungefähr, dass die Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren 
diese den Beschuldigten belastenden Erstaussagen von E.________ aus den 
Akten weisen lassen wollte und die Schwärzung der sich darauf beziehenden 

19

Aussagen des Beschuldigten im Einvernahmeprotokoll vom 25. Juli 2018 
beantragte, weil E.________ wegen seines Kokainkonsums nicht 
vernehmungsfähig gewesen sei (pag. 168 f., 176 ff.). Aus den diesbezüglichen 
Erwägungen der Beschwerdekammer ergibt sich zutreffend Folgendes (pag. 204 
ff.): 

E.________ gab anlässlich seiner Befragung vom 3. Juli 2017 zu Protokoll, dass er um ca. 17 Uhr – 
also rund eineinhalb Stunden vor Beginn der Einvernahme – «eine Linie Kokain» geschnupft habe, 
wobei es sich «nur um eine kleine Menge» gehandelt habe (Einvernahmeprotokoll E.________ vom 
3. Juli 2017, Z. 25 f.).

Die Vernehmungsfähigkeit der einzuvernehmenden Person ist in der StPO nicht ausdrücklich 
erwähnt. Ungeachtet dessen stellt sie unverzichtbare Bedingung einer rechtsgültigen Einvernahme 
dar (HÄRING, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 9e Vor 
Art. 142-146 StPO, auch zum Folgenden). Die betroffene Person muss geistig und körperlich in der 
Lage sein, die an sie gerichteten Fragen zu verstehen und darauf vernünftig zu antworten. Diese 
Fähigkeit kann u.a. eingeschränkt sein bei psychischen Defekten, Übermüdung, Alkohol- oder 
Drogenrausch. Besondere Zurückhaltung ist angebracht gegenüber Aussagen von 
Rauschgiftsüchtigen, die unter Entzugserscheinungen leiden (BGE 118 Ia 28 E. 2b). Bestehen Zweifel 
an der Vernehmungsfähigkeit, ist ein Sachverständiger (z.B. ein Arzt) beizuziehen (HÄRING, a.a.O., 
auch zum Folgenden). Wird eine vernehmungsunfähige Person trotzdem einvernommen, ist die 
entsprechende Aussage ungültig und im weiteren Verfahren nicht verwertbar (GODENZI, in: 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 143 StPO). So 
bestimmt denn auch Art. 140 Abs. 1 StPO, dass Mittel, welche die Denkfähigkeit oder die 
Willensfreiheit einer Person beeinträchtigen können (worunter auch Drogen zählen), bei der 
Beweiserhebung untersagt sind. Ob die Mittel gezielt eingesetzt werden spielt keine Rolle. Die 
Einvernahme eines Beschuldigten, der sich selbst in einen Rauschzustand versetzt hat, ist unzulässig 
(GLESS, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 69 zu Art. 140 
StPO). 

Aus dem Umstand, dass der Feststellung des körperlichen Zustands Drogenabhängiger in 
Vernehmungssituationen besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist (HUG-BEELI, in: Kommentar zum 
BetmG, N. 23 zu Art. 28), kann der Beschwerdeführer nichts für sich ableiten. Wie die 
Generalstaatsanwaltschaft zu Recht festhält, kann aus einem vorgängig zur fraglichen Einvernahme 
erfolgten Drogenkonsum nicht automatisch geschlossen werden, die Denkfähigkeit und die 
Willensfreiheit bzw. die freie Kooperationsbereitschaft von E.________ seien in rechtlich relevantem 
Mass eingeschränkt gewesen. Aktenkundig handelt es sich bei E.________ weder um eine schwer 
rauschgiftsüchtige Person noch hat er anlässlich der Einvernahme vom 3. Juli 2017 unter 
Entzugserscheinungen gelitten. Er gab der Polizei am 3. Juli 2017 klare und vernünftige Antworten. 
Es findet sich im entsprechenden Protokoll kein Hinweis, dass er auf den einvernehmenden Polizisten 
in irgendeiner Form einen bewusstseinsgetrübten Eindruck gemacht hätte. Auch er selbst hat in der 
nachfolgenden Einvernahme vom 25. Juli 2017 nicht behauptet, am 3. Juli 2017 derart unter der 
Wirkung von Kokain gewesen zu sein, dass seine Vernehmungsfähigkeit eingeschränkt gewesen 
wäre – auch nicht, als ihm das Protokoll vom 3. Juli 2017 nochmals zum Durchlesen vorgelegt worden 
ist. Da er sich am 3. Juli 2017 mit seinen Aussagen selber belastet hat, darf davon ausgegangen 
werden, dass er von sich aus geltend gemacht hätte, an jenem Tag infolge des Drogenkonsums nicht 
in der Lage gewesen zu sein, der Einvernahme zu folgen, mit der Konsequenz, dass seinen 
selbstbelastenden Aussagen möglicherweise ein Verwertungsverbot entgegenstünde. 

20

Zusammengefasst bestehen für die Beschwerdekammer keine Anhaltspunkte, dass E.________ am 
3. Juli 2017 in seiner Vernehmungsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist, weshalb einer Bezugnahme 
auf seine dortigen Aussagen in der Einvernahme vom 25. Juli 2017 nichts entgegensteht. Auf die vom 
Beschwerdeführer erwähnten Folgen bei Konsumation von Kokain braucht vor diesem Hintergrund 
nicht eingegangen zu werden. Auch der Einwand des Beschwerdeführers ändert nichts, wonach die 
widersprüchlichen Angaben von E.________ bezüglich gekaufter Drogenmenge und die scheinbaren 
Erinnerungslücken Bedenken hinsichtlich des Drogenkonsums und der Vernehmungsfähigkeit am 3. 
Juli 2017 aufkommen liessen. Zwar trifft zu, dass E.________ an der Einvernahme vom 25. Juli 2017 
die am 3. Juli 2017 genannte Anzahl von Käufen etwas nach unten korrigiert hat. Aus dieser 
allgemein bekannten Minimierungstendenz von Betäubungsmittelkonsumenten kann gestützt auf das 
zuvor Gesagte indessen nicht der Schluss gezogen werden, dass die konsumierte Menge vor der 
Anhaltung in einem die Vernehmungsfähigkeit einschränkenden Mass gewesen sein soll. Und 
schliesslich geht auch der Hinweis auf angebliche Erinnerungslücken von E.________ fehl. Für 
solche bestehen keine Anhaltspunkte. Der Grund, weshalb er an der Einvernahme vom 25. Juli 2017 
gebeten hat, seine am 3. Juli 2017 getätigten Aussagen durchlesen zu dürfen, lag nicht etwa in 
fehlender Erinnerung, sondern im Umstand, dass er diese mit Sicherheit bestätigen wollte. Dass er 
sich am 25. Juli 2017 nicht mehr wortwörtlich an seine Aussagen vom 3. Juli 2017 hat erinnern 
können, ist nicht ungewöhnlich. Ebenso ist nachvollziehbar, dass er diese vor einer Bestätigung 
nochmals hat lesen wollen.

Aussagewürdigend wird nicht verkannt, dass E.________ anfänglich geltend 
machte, nur «einige Gramm» (pag. 49) Kokain beim Beschuldigten bezogen zu 
haben. Aufgrund der Ausgangslage bzw. der polizeilichen Beobachtungen des 
Drogenhandels erstaunt dann auch das Verbal «Der Befragte macht einen 
unglaubwürdigen Eindruck» (pag. 49) ebenso wenig wie die anschliessende 
Ermahnung zur Wahrheit (pag. 49). Im Anschluss daran machte E.________ dann 
aber detaillierte Angaben zu seinen Kokainbezügen beim Beschuldigten, die 
stimmig-stringent sind und auch mit den Beobachtungen der Polizei und den 
objektiven Beweismitteln in Einklang stehen: «Ich kaufe bei ihm seit ca. zwei 
Jahren Kokain. Ich gehe je nach dem drei bis vier Mal pro Woche zu ihm und kaufe 
jeweils für CHF 50.00 Kokain. Manchmal gibt es aber auch eine Zeit wo ich nichts 
kaufe» (pag. 49) und betreffend Total der bezogenen Menge «Das kann ich nicht 
sagen. Wie gesagt, ich kaufe seit ca. 2 Jahren bei ihm Kokain. Manchmal 
mehrmals wöchentlich, manchmal aber auch eine Woche lang nichts. Ich kaufe 
immer für CHF 50.00» (pag. 50). Diese Detailangaben machte E.________ von 
sich aus und nicht etwa auf Vorhalt oder dergleichen seitens der Polizei; insofern 
wurde E.________ in seinem Aussageverhalten von der Polizei nicht beeinflusst. 
An der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen vermag schliesslich die Bemerkung auf die 
Frage, ob er dem Protokoll noch etwas beizufügen habe («Es tut mir leid. Wenn es 
den Ermittlungen dient, kann ich Lockvogel spielen damit sie ihn erwischen» 
[pag. 50]) nichts zu ändern. Auch wenn es für E.________ bezüglich der beim 
Beschuldigten gesamthaft bezogenen Menge lediglich um Konsum-
Widerhandlungen gegen das BetmG und damit um eine Übertretung gegangen ist, 
so dass nicht wirklich das Argument überzeugt, er habe sich damit selber erheblich 
belastet, sind gleichwohl keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, die auch nur 
ansatzweise eine Falschbelastung näher in Betracht ziehen liessen, zumal ausser 

21

diesen geschäftlichen Kontakten keine persönliche Beziehung zwischen dem 
Beschuldigten und E.________ bestand. 

Am 25. Juli 2017 erfolgte dann die parteiöffentliche Einvernahme von E.________ 
als Auskunftsperson im Verfahren gegen den Beschuldigten (pag. 52). E.________ 
wurde nach der Frage nach der Einvernahme- bzw. Verhandlungsfähigkeit gefragt, 
ob er seine am 3. Juli 2017 gegenüber der Polizei gemachten Aussagen bestätigen 
könne, worauf er antwortete «Ja, ich kann die Aussagen eigentlich bestätigen. 
Wenn ich kann, würde ich das Protokoll noch einmal gerne durchlesen, um es mit 
Sicherheit zu bestätigen» (pag. 53). Hierauf wurde ihm das Protokoll zum 
Durchlesen übergeben, worauf er zu Protokoll gab: «Ich kann die Aussagen 
bestätigen und es ist alles korrekt» (pag. 53). E.________ machte in der Folge sehr 
detaillierte Ausführungen vorab zu seinem Konsumverhalten und zu den jeweiligen 
Bezügen beim Beschuldigten (er habe das erste Mal ca. im Sommer 2015 beim 
Beschuldigten Kokain gekauft, und zwar immer eine Kugel zum Preis von CHF 
50.00, wovon er ca. 3-4 Mal eine Linie à jeweils ca. 3-4 cm habe konsumieren 
können; es sei sicher warm gewesen zu dieser Jahreszeit [pag. 53]), um dann auf 
die Frage, wie regelmässig er beim Beschuldigten Kokain gekauft habe, zu 
antworten: «Ich habe meistens 2-3 Mal pro Woche gekauft. Aber es kam auch vor, 
dass ich 1-2 Monate nichts gekauft habe» (pag. 54). Erst danach wurde ihm von 
der Polizei vorgehalten, dass das von Juli 2015 bis Juli 2017 104 Wochen ergebe 
und ihm die Frage gestellt, an wie vielen Wochen er 2-3 Mal pro Woche Kokain 
beim Beschuldigten gekauft habe, worauf er antwortete: «Am Anfang habe ich 
wenig bei ihm gekauft. Vielleicht 1 Mal pro 1-2 Monate. Erst in der letzten Zeit habe 
ich viel mehr gekauft. Die Sucht nahm immer mehr zu. In den letzten 3-4 Monaten 
habe ich mehr gekauft, sprich 2-3 Mal in der Woche. Zwischen Herbst 2016 bis zur 
Polizeikontrolle anfangs Juli 17 habe ich mehr Kokain, sprich 2-3 Mal in der Woche, 
gekauft und konsumiert» (pag. 54). Die damalige Verteidigung wollte darin eine 
unzulässige Beeinflussung des Aussageverhaltens durch die Polizei erkennen. 
Dazu ist den Erwägungen der Beschwerdekammer zutreffend Folgendes zu 
entnehmen (pag. 206 f.):

5.2 Zu prüfen ist, ob anlässlich der Einvernahme vom 25. Juli 2017 die allgemeinen Vorschriften über 
die Durchführung von Einvernahmen missachtet (Art. 143 StPO) und/oder ob verbotene 
Beweiserhebungsmethoden angewendet worden sind. Das Verbot bestimmter 
Beweiserhebungsmethoden gemäss Art. 140 StPO gilt ebenfalls für die Einvernahme von 
Auskunftspersonen und Zeugen, was zweierlei Auswirkungen hat. Zum einen folgt daraus, dass auch 
Auskunftspersonen und Zeugen Anrecht auf den Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte haben. Zum 
anderen – und hier interessierend – schützt dieses Verbot die Wahrheitsfindung durch Ausschluss 
von Aussagen von Auskunftspersonen und Zeugen, die durch Druck erwirkt worden sind (GLESS, 
a.a.O., N. 23 zu Art. 140 StPO).

5.3 Die von der Polizei am 25. Juli 2017 durchgeführte Einvernahme ist nicht zu beanstanden. Zum 
einen hielt sie sich an die von der StPO explizit statuierten Grundregeln (Art. 143 StPO). Zum anderen 
können keine verbotenen Beweiserhebungsmethoden im Sinn von Art. 140 StPO ausgemacht 
werden. E.________ wurde zu Beginn der Einvernahme vom 25. Juli 2017 über den Gegenstand des 
Strafverfahrens und die Eigenschaft, in der er einvernommen werden soll, informiert und umfassend 
über seine Rechte und Pflichten belehrt (Art. 143 Abs. 1 StPO). Hinsichtlich des weiteren Ablaufs der 

22

Einvernahme und der Einvernahmetechnik enthält die StPO nur wenige Vorschriften, weshalb – in 
den Schranken des «fair trial» (Art. 3 Abs. 2 und 140 StPO) – ein gewisser (Handlungs-)Freiraum der 
jeweils einvernehmenden Person besteht (HÄRING, a.a.O., N. 33 zu Art. 143 StPO). Einer 
gesetzlichen Grundlage für das gewählte Vorgehen bedarf es somit nicht. 

Dass die Polizei zunächst die von E.________ am 3. Juli 2017 getätigten Aussagen erwähnt hat, ist in 
keiner Weise zu beanstanden, zumal diesen kein Verwertungsverbot entgegensteht (E. 4 hiervor). 
Weiter waren weder die Frage, ob E.________ seine Aussagen vom 3. Juli 2017 bestätigen könne, 
noch die gewährte Einsichtnahme in das diesbezügliche Einvernahmeprotokoll geeignet, dessen 
Willensfreiheit zu beeinträchtigen. In der zuvor erwähnten Frage liegt somit keine verbotene 
Beweiserhebungsmethode. Hinsichtlich der gewährten Einsicht ins Einvernahmeprotokoll vom 3. Juli 
2017 verkennt die Beschwerdekammer nicht, dass Einsichtnahmen in frühere Protokolle nicht in 
jedem Fall unbedenklich sind. Vorliegend verhält es sich aber so, dass E.________ – wie bereits 
erwähnt – nicht etwa wegen Erinnerungslücken, sondern lediglich deshalb um Einsicht in seine 
früheren Aussagen gebeten hat, um die damals gemachten Aussagen am 25. Juli 2017 mit Sicherheit 
bestätigen zu können. Von einer (allenfalls auch nur unbewussten) Beeinflussung von E.________ 
kann somit nicht gesprochen werden. Vor diesem Hintergrund kann auch keine Verletzung von 
Art. 143 Abs. 6 StPO ausgemacht werden, wonach eine einzuvernehmende Person ihre Aussagen 
aufgrund ihrer Erinnerung macht. Wie die Generalstaatsanwaltschaft zu Recht festhält, wurde 
E.________ anschliessend nochmals eingehend zum Sachverhalt befragt. Die Einvernahme 
beschränkte sich somit nicht bloss auf das Vorhalten und Bestätigen der bereits am 3. Juli 2017 
getätigten Aussagen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen von E.________ verwertbar sind. Dem Recht 
des Beschwerdeführers, wenigstens einmal angemessen und hinreichend Gelegenheit zu haben, die 
Aussage der ihn belastenden Person in Zweifel zu ziehen und Fragen an diese zu stellen, wurde mit 
der Einvernahme vom 25. Juli 2017 nachgekommen. Sie erfolgte, ebenso wie die darin erwähnte 
Einvernahme vom 3. Juli 2017, in rechtskonformer Weise.

Ergänzend ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen (BGE 143 
IV 457 E. 1.6.1): «Eine Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO führt nach dem Ge-
sagten gestützt auf Art. 147 Abs. 4 StPO zu einem Beweisverwertungsverbot ge-
genüber der Partei, die an der Beweiserhebung nicht anwesend war (BGE 139 IV 
25 E. 5.4.1 S. 34). Werden Aussagen, welche die Befragten in Einvernahmen ohne 
Teilnahme des Beschwerdeführers machten, in späteren Konfrontationseinver-
nahmen den Befragten wörtlich vorgehalten, so werden diese Aussagen im Sinne 
von Art. 147 Abs. 4 SPO unzulässigerweise verwertet.». Zudem führte das Bun-
desgericht aus (Urteile des Bundesgerichts 6B_839/2013 vom 28. Oktober 2014 
E. 1.4.2 und 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017 E. 2.4): «Beschränkt sich die Wieder-
holung der Einvernahme aber im Wesentlichen auf eine formale Bestätigung der 
früheren Aussagen, wird es dem Beschuldigten verunmöglicht, seine Verteidi-
gungsrechte wirksam wahrzunehmen». Konkret bedeutet dies, dass auf frühere 
Aussagen nur dann – und auch dies nur «ergänzend» – zurückgegriffen werden 
darf, wenn der Belastungszeuge im Rahmen der Konfrontation seine konkreten 
Vorwürfe selbst erneut vorbringt und nicht einfach pauschal frühere Aussagen 
bestätigt. Solche rein formalen Konfrontationen haben die Unverwertbarkeit 
früherer, nicht konfrontativ erfolgter Einvernahmen zur Folge, so dass sie auch 
nicht ergänzend zur Begründung einer Verurteilung herangezogen werden können 

23

(NOLL, Nr. 31 Bundesgericht, Strafrechtliche Abteilung, Urteil vom 31. Oktober 
2013 i.S. X.M. gegen Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern und gegen A.M. 
– 6B_369/2013, in: forumpoenale 3/2014 S. 153 ff.). Mit anderen Worten können 
nur solche Beweismittel die Grundlage einer Verurteilung bilden, deren Beweiswert 
konfrontativ durch den Beschuldigten auf die Probe gestellt werden konnte (MEYER, 
EMRK Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten, 2. Aufl. 
2015, N. 198 zu Art. 6 EMRK). Eine solche Konstellation ist vorliegend bei der Ein-
vernahme von E.________ nicht gegeben, zumal sich die zweite Einvernahme vom 
25. Juli 2017 nicht auf eine formale Bestätigung seiner früheren Aussagen be-
schränkte, sondern er freie und eigene Aussagen machte. Die Aussagen von 
E.________ sind demnach ohne Weiteres verwertbar. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. November 2019 wurde E.________ 
nochmals einvernommen, und zwar als Zeuge (pag. 302 ff.). Dabei bestätigte er 
vorab seine am 3. und 25. Juli 2017 gemachten Aussagen als richtig. E.________ 
machte zum Umfang des Drogenhandels keine wesentlichen eigenständigen 
Aussagen mehr (einzig gab er den Zeitraum an mit «während einem oder 
eineinhalb Jahren, aber ich kann die Zeitdauer nicht genau sagen» [pag. 303]), 
sondern ihm wurden seine früheren Aussagen vorgehalten, wonach er anfangs ein 
Mal alle 1-2 Monate gekauft habe und zwischen Herbst 2016 und Juli 2017 2-3 Mal 
pro Woche, und ob er dies bestätigen könne, worauf er antwortete: «Ja, also genau 
kann ich die Zeit nicht sagen. Ich bin mir nicht sicher, aber sicher während einer 
gewissen Zeit. AF, die Häufigkeit war unterschiedlich, einmal pro Monat oder 
einmal pro Woche. Je nachdem, ob ich einen schlechten Tag hatte. Ich habe 
manchmal versucht ihn zu erreichen, aber er war nicht da. Die Zeitintervalle waren 
unterschiedlich, ich kann es nicht so genau sagen» (pag. 303). Und auf Nachfrage 
hin, dass er in der polizeilichen Einvernahme ausgesagt habe, dass es gegen Ende 
2-3 Mal pro Woche zu einem Kauf gekommen sei, gab er zu Protokoll: «Ja gegen 
Schluss war es 2-3 Mal pro Woche, […]» (pag. 303). Es wird nicht verkannt, dass 
er damit seine früheren Aussagen etwas nach unten korrigierte. Dies ist aber ohne 
Weiteres einerseits durch den Zeitablauf erklärbar, andererseits war der 
Beschuldigte bei der Zeugeneinvernahme anwesend. Hinzu kommt, dass das ein 
gängiges Aussageverhalten in Strafverfahren wegen BetmG-Widerhandlungen ist, 
indem das eigene Konsumverhalten als weniger umfangreich geschildert wird. 
Jedenfalls vermögen diese zuletzt gemachten Aussagen die in der Untersuchung 
gemachten Aussagen nicht zu entkräften. Ebenso wenig vermag die Tatsache, 
dass E.________ den Beschuldigten nicht mit Sicherheit als seinen damaligen 
Dealer wiedererkannte (pag. 302), die gestützt auf die einleitend zu den objektiven 
Beweismitteln gemachten Feststellung auch nur ansatzweise in Zweifel zu ziehen. 
Zudem gab der Beschuldigte anlässlich der oberinstanzlichen Befragung zu, 
Kokain an E.________ verkauft zu haben. Auch das Argument der Verteidigung, 
wonach es noch im Herbst sommerlich warm sein könne und als Anfangszeitpunkt 
der Kokainverkäufe an E.________ auch Ende September/Anfang Oktober 2015 in 
Frage komme, überzeugt nicht, zumal E.________ anlässlich seiner ersten 
Befragung angab, seit ca. zwei Jahren beim Beschuldigten Kokain zu kaufen, was 
– mit Blick auf das Einvernahmedatum vom 3. Juli 2017 – mit seinen späteren 
Angaben, es sei im Sommer 2015 gewesen, zeitlich übereinstimmt. 

24

Alles in allem ist damit zum Kerngeschehen betreffend Drogenhandel an sich auf 
die konstanten, widerspruchsfreien Aussagen von E.________ abzustellen und 
bezüglich Zeitraum und Häufigkeit der Drogenkäufe auf seine in der polizeilichen 
Befragung vom 3. Juli 2017 und anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme vom 25. Juli 2017 gemachten Aussagen. Die Polizei ging zwar 
aufgrund eines Rechnungsfehlers (für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 1. Juli 2017 
ging sie von einer Zeitspanne von 36 Wochen aus [pag. 10], indes sind es 39 
Wochen) in der Anzeige von einer um drei Gramm tieferen Menge Kokaingemisch 
aus, indes wurde bereits in der Anzeige ausgeführt «Es ist festzuhalten, dass bei 
sämtlichen Rechnungen immer von den absoluten Minimalangaben ausgegangen 
wurde» (pag. 10). Davon ausgehend ist entsprechend dem Beweisergebnis der 
Vorinstanz und in Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte in einer ersten Phase von Juli 2015 bis Ende 
September 2016, d.h. während 15 Monaten, rechnerisch jedenfalls 7.5 Verkäufe zu 
je 0.5 Gramm Kokaingemisch an E.________ tätigte. Der Verteidigung ist 
allerdings zuzustimmen, dass ein halber Verkauf nicht der Realität entsprechen 
kann, weshalb zu Gunsten des Beschuldigten nicht von 7.5, sondern von sieben 
Verkäufen auszugehen ist. In der anschliessenden Phase von Oktober 2016 bis 
1. Juli 2017, während 39 Wochen, waren es rechnerisch jedenfalls 39 Wochen zu 
jeweils zwei Verkäufen à je 0.5 Gramm Kokaingemisch, ausmachend demnach 39 
Gramm Kokaingemisch, was zuzüglich des Verkaufs vom 2. Juli 2017 ein 
Gesamttotal von mindestens 43 Gramm Kokaingemisch ergibt. Auch wenn es sich 
dabei um eine Schätzung handelt, die sich nicht vermeiden lässt, zumal die Drogen 
nicht sichergestellt werden konnten (mit Ausnahme der in der Wohnung des 
Beschuldigten sichergestellten fünf Kokainkügelchen), so ist diese unter 
Berücksichtigung des Grundsatzes «in dubio pro reo» erfolgte Berechnung nicht zu 
beanstanden. 

10.4.3 Verkäufe an D.________

Im Gegensatz zu E.________ wurde D.________ lediglich ein Mal einvernommen, 
und zwar parteiöffentlich am 18. Juli 2017 als Auskunftsperson (pag. 67 ff.). Vorab 
ist festzustellen, dass es allein schon aufgrund der objektiven Beweismittel (die Na-
telnummer von D.________ war im Natel des Beschuldigten unter «AA.________» 
[pag. 126] und umgekehrt war die Natelnummer des Beschuldigten im Mobiltelefon 
von D.________ unter «Y.________» [pag. 68] abgespeichert und der Anrufversu-
che [pag. 121] und Textnachrichten [pag. 128]) keine Zweifel gibt, dass der Be-
schuldigte und D.________ sich kennen und geschäftlich miteinander zu tun hat-
ten. Hinzu kommen die Angaben von D.________ zum Beschuldigten, wonach sie 
sich jeweils beim AF.________ hinter dem Bahnhof in C.________ getroffen hätten 
und es dort einen Velounterstand gehabt habe (pag. 68]), der Beschuldigte mit dem 
Fahrrad gekommen sei (pag. 68) und er ca. 40 Jahre alt, AW.________ cm gross 
und kräftiger Statur sei sowie dunkle Haut und AX.________ Haare habe und kein 
Brillenträger sei, dass sie Englisch zusammen gesprochen hätten (pag. 68), er 
beim Beschuldigten für CHF 50.00 ein halbes Gramm Kokain gekauft habe 
(pag. 68), der Beschuldigte auch noch eine Familie und ein Kind habe (pag. 69) 
und er das Kokain in den «Plastikbäueli» erhalten habe (pag. 68), die sich zwan-
glos auf den Beschuldigten beziehen und auffällige Parallelen mit den Schilderun-

25

gen von E.________ aufweisen, ohne dass sich die beiden kennen würden. Die 
Aussagen von D.________ sind nicht nur mit den objektiven Beweismitteln in Ein-
klang stehend und weisen auffällige Parallelen auf zu denjenigen von E.________, 
sondern seine Aussagen erscheinen auch darüber hinaus sachlich-stimmig und 
damit insgesamt als glaubhaft. An dieser Beurteilung vermag die einleitende Aus-
sage von D.________, wonach er «[…] bei dem Herrn, welchen sie zuvor erwähnt 
haben, 2-3 Mal Kokain gekauft» habe, nichts zu ändern, denn in der Folge machte 
er zeitlich-örtlich und sachlich verknüpfte Detailangaben, indem er zu Protokoll gab: 
«Im Schnitt ca. alle 2-3 Wochen habe ich bei Y.________ Kokain gekauft. Jeweils 
für ein halbes oder ein Gramm für CHF 50.- - 100.-. Es war immer für meinen Ei-
genkonsum. Ich habe meistens ein halbes Gramm gekauft. Ich kaufe bei 
‘Y.________' seit ca. Juli 16 Kokain. Es war ca. 2-3 Wochen nach dem 
AG.________, als ich bei ihm zum ersten Mal Kokain gekauft habe. Ich war zwi-
schendurch einmal auch noch von Dezember 16 – Januar 17 im Gefängnis in 
R.________, dies wegen Whg gegen das Transportgesetz.» (pag. 69). Der 
AG.________ findet traditionellerweise gegen Ende Juni (vor den Schulsommerfe-
rien) statt (2016 am AH.________; vgl. etwa https://www.AI.________pdf; zuletzt 
besucht am 8. Juni 2021).

Alles in allem ist damit auch bezüglich der Kokainverkäufe an D.________ auf die 
nachvollziehbar-stimmigen und glaubhaften Aussagen des Letzteren abzustellen. 
Stellt man auf seine Aussagen ab, dann hält jedenfalls die Annahme, wonach es im 
Zeitraum von Juli 2016 bis Anfang Juli 2017 (mindestens 51 Wochen) rechnerisch 
zu jedenfalls 17 Kokainverkäufen à jeweils 0.5 Gramm gekommen ist, abzüglich 
zwei Verkäufe für die Zeit im Strafvollzug (16. Dezember 2016 bis Ende Januar 
2017), gesamthaft ausmachend damit 7.5 Gramm Kokaingemisch, vor dem Grund-
satz «in dubio pro reo» ohne Weiteres stand. Im Übrigen ging selbst die Verteidi-
gung von einer an D.________ verkauften Gesamtmenge von 7.5 Gramm Kokain-
gemisch aus (vgl. pag. 519). 

10.4.4 Reinheitsgrad

Einleitend ist zu bemerken, dass das Bundesgericht das Abstellen auf die durch-
schnittliche Qualität des in den Handel gelangenden Kokains als nicht willkürlich 
bezeichnete (Urteile 6B_237/2018 vom 24. August 2018 E. 1.4.1, 6B_1039/2009 
vom 16. Februar 2010 E. 1.4.3 und 1P.624/2002 vom 10. Februar 2003 E. 3.3). 

Die Vorinstanz stellte in Übereinstimmung mit der Anklageschrift vom 24. Januar 
2019 auf die reine Menge Kokain-Hydrochlorid ab. Das Bundesgericht hielt im 
Urteil 6B_1040/2017 vom 14. Februar 2018 in E. 1.3 u.a. fest: 

Es obliegt der Vorinstanz, anhand der Beweiswürdigung die Menge des im Besitz des Beschwerde-
gegners sichergestellten Drogengemischs sowie dessen Reinheitsgehalt zu bestimmen. Dabei ist sie 
im Rahmen ihres Ermessens ohne Weiteres berechtigt, die bei der Tatsachenfeststellung bestehen-
den Unsicherheiten zu Gunsten des Beschwerdegegners zu berücksichtigen und bei der Festlegung 
des Anteils reinen Kokains vom geringeren zweier unterschiedlicher Werte auszugehen. Dieses Vor-
gehen drängt sich angesichts des Grundsatzes "in dubio pro reo" geradezu auf. 

Im oben zitierten Fall ging es darum, dass beim Abstellen auf die Kokain-Base der 
Grenzwert für den schweren Fall nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a des Betäubungs-

26

mittelgesetzes (BetmG; SR 812.121) von 18 Gramm (BGE 109 IV 145) gerade 
nicht erreicht worden ist, wogegen dieser Grenzwert, abstellend auf das Kokain-
Hydrochlorid, knapp überschritten worden ist. Diese Problematik stellt sich vor
liegend zwar nicht, nichtsdestotrotz ist praxismass bei der massgebenden Menge 
reinen Drogenwirkstoffs auf die Kokain-Base abzustellen, die regelmässig tiefer 
liegt als das Kokain-Hydrochlorid (vgl. zum Ganzen das dem Bundesgerichtsurteil 
6B_1040/2017 vom 14. Februar 2018 zugrundeliegende Urteil SK 17 94+95 vom 
7. August 2017 Ziff. III.9.3). Die fünf sichergestellten und durch das IRM analysier-
ten Kokainkügelchen wiesen einen Reinheitsgrad von 39 % Kokain-Base auf (und 
44 % Kokain-Hydrochlorid). Von dem an E.________ und D.________ 
veräusserten Kokaingemischs ist der Reinheitsgrad nicht bekannt. Gemäss Statis-
tiken der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) betrug der mitt-
lere Betäubungsmittelgehalt 2015 42 % (Einzelkonfiskatgrösse < 1 Gramm) bzw. 
44 % (Einzelkonfiskatgrösse 1 < 10 Gramm) Kokain-Base, 2016 51 % bzw. 53 % 
und 2017 61 % bzw. 59 % Kokain-Base (www.sgrm.ch  Forensische Chemie und 
Toxikologie  Fachgruppe Forensische Chemie  Statistiken Kokain und Heroin 
 Betäubungsmittelstatistik Cocain Heroin Gehaltswerte [2015 /2016/2017]). Die 
Vorinstanz stellte fest, dass der anhand der beschlagnahmten Kügelchen festge-
stellte Reinheitsgrad von 44 % unter dem Normbereich liege, was auch in Bezug 
auf die 39 % Reinheitsgrad Kokain-Base gilt. E.________ konnte zwar zur Qualität 
des Kokains keine Angaben machen (pag. 54) und D.________ gab zu Protokoll, 
dieses sei «immer gut» (pag. 68) bzw. «Es ist eine sehr gute Qualität. Es war das 
beste Kokain, welches ich konsumiert habe» (pag. 69). Es gibt keinen Grund, für 
die gesamte Kokainmenge nicht von einem durchschnittlichen Reinheitsgrad von 
39 % Kokain-Base auszugehen. Daran vermag auch die Aussage von D.________, 
wonach in Bern zum Teil nur noch 13 % Kokain im Gemisch sei und er langjährige 
Erfahrung mit Kokain habe und sich sicher sei, dass es bei ihm [dem Beschuldig-
ten] sicher mehr Kokainanteil habe, ansonsten er kaum von R.________ nach 
C.________ gekommen sei (pag. 69), nichts zu ändern. 

Demzufolge beinhalten die an E.________ veräusserten 43 Gramm Kokainge-
misch bei einem Reinheitsgrad von 39 % 16.8 Gramm reine Kokain-Base und die 
an D.________ veräusserten 7.5 Gramm Kokaingemisch 2.9 Gramm Kokain-Base, 
total ausmachend gegen 19.7 Gramm Kokain-Base.

10.4.5 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Die Kammer gelangt nach dem Gesagten zum Ergebnis, dass der Beschuldigte in 
C.________ in der Zeit vom 1. Juli 2015 bis zum 2. Juli 2017 insgesamt 43 Gramm 
Kokaingemisch bzw. ausgehend von einem Reinheitsgrad von 39 % Kokain-Base 
16.8 Gramm reines Kokain an E.________ und in der Zeit von Juli 2016 bis Anfang 
Juli 2017 insgesamt 7.5 Gramm Kokaingemisch, ausmachend 2.9 Gramm reines 
Kokain (Reinheitsgrad 39 % Kokain-Base), an D.________ veräusserte. 

11. Vorwurf gemäss Ziff. 1.2. der Anklageschrift: Widerhandlungen gegen das 
BetmG

Dem Beschuldigten wird unter Ziff. 1.2. der Anklageschrift vom 24. Januar 2019 
Folgendes zur Last gelegt (pag. 219 f.; Hervorhebungen im Original):

27

Besitz und Anstalten treffen zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 
Kokain-Hydrochlorid 44 %, d.h. 2.82 Gramm reines Kokain),

begangen am 12.07.2017, in C.________, F.________, indem der Beschuldigte

in seiner Wohnung fünf Kügelchen mit Kokaingemisch im Gesamtgewicht von 6.4 Gramm bzw. 2.82 
Gramm reines Kokain zwecks Verkaufs an diverse unbekannte Abnehmer aufbewahrte.

11.1 Erwägungen und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog – gestützt auf das Hausdurchsuchungsprotokoll, den Dro-
genschnelltests sowie die Aussagen des Beschuldigten – dass die Angaben des 
Beschuldigten, wonach er zurzeit kein Kokain konsumiere, mit dem Drogenschnell-
test, welcher negativ ausgefallen sei, übereinstimme und grundsätzlich glaubhaft 
erscheine. Entsprechend wenig glaubhaft sei die Behauptung, wonach er das [bei 
der Hausdurchsuchung] gefundene Kokain zum Eigenkonsum gekauft habe. Eine 
derartige Menge aufzubewahren sei schwerlich damit vereinbar, dass er sich nicht 
an seinen letzten Konsum habe erinnern können. Auch neues Kokain zu kaufen, 
obwohl noch eine Kugel übrig gewesen sei, sei mit einem weit zurückliegenden 
Konsum schlecht zu vereinbaren. Die Vorinstanz gelangte daher zum Schluss, 
dass der behauptete Eigenkonsum als Schutzbehauptung zu werten sei (pag. 405; 
S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Bezüglich der aufgefundenen Utensilien anlässlich der Hausdurchsuchung führte 
die Vorinstanz aus, dass die gefundene Grammwaage viel kleiner sei als eine übli-
che Küchenwaage und ungeeignet zum Abwägen von Lebensmitteln. Es scheine 
aber möglich, dass sie dazu benutzt worden sei, um Kokain zu portionieren. Dafür, 
dass der Beschuldigte zu Hause Kokainkugeln präpariert habe, spreche überdies 
die grosse Menge sichergestellter Plastikfolien. Mit dieser würden sich Kugeln, wie 
sie in der Jacke des Beschuldigten gefunden worden seien, herstellen lassen. 
E.________ und D.________ hätten überdies die durch den Beschuldigten erhal-
tenen Drogen als mit Plastik umwickelte Kugeln beschrieben. Schliesslich spreche 
für den geplanten Verkauf der 6.4 Gramm Kokaingemisch, dass der Beschuldigte 
bis unmittelbar vor der Hausdurchsuchung Kokain verkauft habe [vgl. Ziff. II.10.1]. 
Das Handy, welches nach der Anhaltung ständig geklingelt habe sowie die eige-
gangenen Meldungen, bei welchen es sich offensichtlich um Drogenbestellungen 
gehandelt habe, würden ebenfalls darauf hinweisen, dass der Beschuldigte auch 
weiterhin habe Kokain verkaufen wollen. Dies gehe auch aus den Aussagen von 
S.________ (Besitzer der Telefonnummer AJ.________, auf dem Nokia als 
«AC.________» gespeichert) hervor, welcher anlässlich seiner Einvernahme 
bestätigt habe, dass er den Besitzer der Rufnummer V.________ am Vortag 
(12. Juli 2017) kontaktiert habe, weil er bei diesem ein Gramm Kokain für einen 
Bekannten habe kaufen wollen (pag. 405 f.; S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

Die Vorinstanz kam beweismässig zum Schluss, dass der Beschuldigte 6.4 Gramm 
Kokaingemisch (Reinheitsgrad 44 % Kokain-Hydrochlorid, ausmachend 2.82 
Gramm reines Kokain) mit der Absicht des Weiterverkaufs besessen habe 
(pag. 406, S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

28

11.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

11.2.1 Vorbringen des Beschuldigten bzw. der Verteidigung

Anlässlich der oberinstanzlichen Befragung räumte der Beschuldigte erstmals ein, 
dass die bei der Hausdurchsuchung gefundenen fünf Kokainkügelchen für den 
Weiterverkauf bestimmt gewesen seien (pag. 514 Z. 19 ff.). Die Verteidigung äus-
serte sich im Rahmen des oberinstanzlichen Parteivortrages nicht mehr konkret 
zum Vorwurf gemäss Ziff. 1.2. der Anklageschrift, führte aber aus, dass zu den ver-
kauften Kokainmengen an E.________ und D.________ die beim Beschuldigten 
aufgefundenen 6.4 Gramm hinzuzurechnen seien und beantragte nun sowohl im 
Haupt- als auch im Eventualantrag – entgegen seinem in der Berufungserklärung 
gestellten Hauptantrag auf Freispruch (pag. 447) – einen Schuldspruch wegen Be-
sitzes und Anstalten Treffens zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokainge-
misch (Reinheitsgrad 44 %, ausmachend 2.82 Gramm reines Kokain; pag. 516; 
pag. 520; pag. 535). 

11.2.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte oberinstanzlich in Bezug auf Ziff. 1.2. der 
Anklageschrift vor, dass das dem Beschuldigten vorgeworfene Verhalten (u.a. An-
stalten treffen zum Veräussern) erstinstanzlich zu Recht zu einem Schuldspruch 
geführt habe. Der Beschuldigte sei entsprechend wegen Besitzes und Anstalten 
Treffens zum Verkauf von 6.4 Gramm Kokaingemisch (2.82 Gramm reines Kokain) 
schuldig zu erklären (pag. 524; pag. 528; pag. 537). 

11.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Sachverhaltlich unbestritten ist der Besitz von fünf Kügelchen Kokaingemisch, ins-
gesamt 6.4 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 44 % Kokain-Hydrochlorid, d.h. 
2.82 Gramm reines Kokain), welches im Korridor in einer Jackentasche gefunden 
worden war. Unbestritten ist auch der Besitz von (teilweise verstecktem) Bargeld 
(CHF 450.00, USD 33.00 und EUR 220.00) sowie einer Grammwaage und einer 
grösseren Zahl von Rollen mit Frischhaltefolie. Anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung anerkannte der Beschuldigte den Sachverhalt dann erstmals insoweit, 
als dass das aufgefundene Kokaingemisch für den Weiterverkauf und nicht – wie 
noch im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht – für den Eigenkonsum be-
stimmt war und beantragte einen Schuldspruch wegen Besitzes und Anstalten Tref-
fens zum Verkauf von insgesamt 6.4 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 44 %, 
ausmachend 2.82 Gramm reines Kokain), womit der Sachverhalt gemäss Ziff. 1.2. 
der Anklageschrift als unbestritten gilt. 

11.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Das Geständnis des Beschuldigten ist gemäss Art. 160 StPO im Lichte seiner Aus-
sagen und der weiteren Beweismittel auf seine Stichhaltigkeit hin zu prüfen. Es 
kann aber vorweggenommen werden, dass vorliegend keinerlei Zweifel an der 
Richtigkeit dieses Geständnisses bestehen und sich eine eingehende Beweiswür-
digung erübrigt. Die Vorinstanz kam bereits trotz fehlenden Zugeständnisses richti-
gerweise zum Schluss, dass der geltend gemachte Eigenkonsum beweismässig 
nicht mehr als eine theoretische Möglichkeit ist und als Schutzbehauptung angese-

29

hen werden muss. Die vorliegenden Beweismittel sind – bis auf die Aussagen des 
Beschuldigten – widerspruchsfrei und stehen im Einklang mit seinem Geständnis, 
weshalb darauf abgestellt werden kann. Relativierungen resp. Korrekturen drängen 
sich jedoch hinsichtlich des Reinheitsgrades auf. Diesbezüglich kann auf die Aus-
führungen in Ziff. II.10.4.4 hiervor verwiesen werden. Praxisgemäss massgebend 
ist die Kokain-Base und nicht das Kokain-Hydrochlorid. Die 6.4 Gramm netto Ko-
kaingemisch wiesen einen Reinheitsgrad von 39 % Kokain-Base auf (pag. 31). Ent-
sprechend ist von 2.5 Gramm reinem Kokain auszugehen.

11.5 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Nach dem Ausgeführten erachtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte 
am 12. Juli 2017 in seiner Wohnung in C.________ fünf Kügelchen Kokaingemisch 
mit einem Gesamtgewicht von 6.4 Gramm und einem Kokainbasegehalt von 39 %, 
ausmachend 2.5 Gramm reines Kokain, zwecks Verkaufs an diverse unbekannte 
Abnehmer aufbewahrte.

III. Rechtliche Würdigung

Sowohl bezüglich des Grundtatbestandes als auch der Qualifikationstatbestands-
variante nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG kann vorab auf die zutreffenden Erwä-
gungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 407 ff., S. 24 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). 

Ergänzend ist explizit festzuhalten, dass vorliegend keine Tatmehrheit gegeben ist, 
sondern rechtlich von einer Tateinheit auszugehen ist, basierend auf dem Vorsatz, 
sich im Betäubungsmittelhandel zu betätigen. Eine Zäsur im Betäubungsmittel-
handel ist nicht ersichtlich. Vielmehr begann der Beschuldigte mit der regel-
mässigen Veräusserung von Kokain an E.________, und nach einem Jahr kam die 
wiederholte Veräusserung von Kokain an D.________ hinzu. Und auch die fünf 
Kokainkügelchen waren für die Veräusserung bestimmt (Anstalten treffen zum 
Verkauf). Davon ausgehend sind ohne Weiteres die einzelnen Teilmengen für die 
Frage der mengenmässigen Qualifikation zusammenzurechnen. Entsprechend ist 
klar, dass die Gesamtmenge von 22.2 Gramm reine Kokain-Base den Grenzwert 
von 18 Gramm übersteigt und der Beschuldigte den qualifizierten Tatbestand von 
Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG erfüllt hat. Rechtfertigungs- und Schuldaus-
schliessungsgründe sind nicht ersichtlich und wurden zu Recht auch nicht 
vorgebracht.

Im Ergebnis ist der Beschuldigte schuldig zu erklären der Widerhandlungen gegen 
das BetmG, mengenmässig qualifiziert begangen durch Veräusserung von 2.9 
Gramm Kokain-Base an D.________ und 16.8 Gramm Kokain-Base an 
E.________ sowie Besitz und Anstalten treffen zum Verkauf von 2.5 Gramm 
Kokain-Base.

IV. Strafzumessung

12. Anwendbares Recht

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Obwohl die Vorinstanz den Beschuldigten wegen qualifizierter BetmG-
Widerhandlungen, begangen in der Zeit von Juli 2015 bis 12. Juli 2017 schuldig er-
klärte, sind den erstinstanzlichen Erwägungen zur Frage des anwendbaren Rechts 
keine Ausführungen zu entnehmen.

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn 
dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnor-
men ist nach der sog. konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich umfassende 
Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht gegenüberzu-
stellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das 
alte oder das neue Recht (BGE 134 IV 82 E. 6.2). Ausschlaggebend ist, nach wel-
chem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser weg-
kommt (vgl. zum Ganzen TRECHSEL/VEST, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch 
Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 11 zu Art. 2 StGB mit Hinweisen; DONATSCH, 
StGB/JStG Kommentar, 20. Aufl. 2018, S. 40 N. 10 zu Art. 2 StGB sowie BGE 126 
IV 5 S. 8 – je mit Hinweisen). Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach 
objektiven Gesichtspunkten zu richten (BGE 134 IV 82, E. 6.2.2). Sind im Übrigen 
die Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwenden 
(POPP/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar zum Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 20 zu 
Art. 2 StGB mit weiteren Hinweisen).

Der Strafrahmen von Art. 19 Abs. 2 BetmG ist Freiheitsstrafe nicht unter einem 
Jahr. In der konkreten Anwendung erweist sich das neue Recht nicht als das 
mildere. Entsprechend ist bezüglich StGB das alte, im Tatzeitraum gültige Recht 
anzuwenden.

13. Allgemeine Grundsätze der Strafzumessung

Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 411 f., S. 28 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

14. Tatkomponenten (objektive und subjektive Tatschwere)

Das Betäubungsmittelstrafrecht dient dem Schutz der Volksgesundheit (BGE 122 
IV 211 E. 4). Auch wenn der Drogenmenge keine vorrangige Bedeutung bei der 
Strafzumessung mehr zukommt, so ist als Anhaltspunkt für das Gefährdungspo-
tenzial gleichwohl von der umgesetzten Drogenmenge auszugehen. Der Beschul-
digte hat sich im Rahmen der mengenmässig qualifizierten BetmG-Widerhandlung 
zu verantworten für die Veräusserung/Anstalten treffen zur Veräusserung einer 
Gesamtmenge von 22.2 Gramm reine Kokain-Base. Damit ist der Grenzwert zum 
schweren Fall um knapp 1/4 überschritten. Aufgrund des Doppelverwertungsver-
bots darf die Drogenmenge zwar nicht noch einmal straferhöhend berücksichtigt 
werden soweit sie schon zur Anwendung des mengenmässig qualifizierten Falls 
gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG führt. Umgekehrt muss aber innerhalb des 
qualifizierten Strafrahmens berücksichtigt werden, in welchem Ausmass die Grenze 
zur mengenmässig qualifizierten Widerhandlung überschritten worden ist. Entspre-

31

chend ist insgesamt betrachtet von einem Gefährdungspotenzial am untersten 
Rand des mengenmässig qualifizierten Falles auszugehen.

Unter dem Titel Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung respek-
tive Verwerflichkeit des Handelns (kriminelle Energie) fällt nun aber zumindest 
leicht verschuldenserhöhend ins Gewicht, dass der Beschuldigte über einen Zeit-
raum von zwei Jahren in einer Vielzahl von Einzelgeschäften deliktisch tätig war, 
indem er in Kleinmengen Kokain veräusserte; insoweit war der Beschuldigte auf 
unterster Hierarchiestufe im Drogenhandel tätig. Die Veräusserungen erfolgten so-
weit ersichtlich nur an Endabnehmer/Konsumenten. Übereinstimmend mit der 
Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nicht durch besondere Profes-
sionalität aufgefallen ist.

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und aus egoistischen Beweggründen; auch 
wenn er zufolge des Bestreitens keine Angaben dazu machte, so ist gleichwohl von 
finanziellen Motiven auszugehen. Allerdings ist ein Eigenkonsum beim 
Beschuldigten nicht erstellt, so dass die finanziellen Beweggründe darin lagen, 
einen Zustupf an die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu generieren.

Insgesamt sind die Dauer der deliktischen Tätigkeit und die Vielzahl von 
Geschäften als leicht verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Im Verhältnis zum 
ausserordentlich grossen Strafrahmen von einem Jahr bis zu 20 Jahren 
Freiheitsstrafe ist das objektive und subjektive Tatverschulden dennoch 
entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im untersten Bereich 
anzusiedeln und als sehr leicht zu qualifizieren. Ausgehend von der modifizierten 
Tabelle Hansjakob (eine Menge von gut 22 Gramm reine Kokain-Base entspricht 
einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten) erscheint dafür eine Freiheitsstrafe von 14 
Monaten als angemessen.

Das Anstalten treffen zur Veräusserung ist in Anwendung von Art. 19 Abs. 3 Bst. a 
BetmG ganz marginal verschuldensmindernd zu berücksichtigen.

15. Täterkomponenten

Entgegen der Vorinstanz sind die Täterkomponenten nicht neutral zu gewichten: 
Vorstrafen wirken sich nach konstanter Praxis straferhöhend aus, nicht nur ein-
schlägige Vorstrafen. Wegen BetmG-Widerhandlung wurde der Beschuldigte zwar 
bloss wegen Konsum-Widerhandlung mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland vom 27. November 2015 schuldig erklärt. Mit gleichem Urteil erfolgten 
aber auch Schuldsprüche wegen mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts, Nichtan-
zeigen eines Fundes, Hehlerei sowie Hinderung einer Amtshandlung. Diese Vor-
strafe hat sich zumindest leicht straferhöhend (mehr als im Umfang der Verschul-
densminderung nach Art. 19 Abs. 3 Bst. a BetmG) auszuwirken. In Bezug auf das 
(Teil-)Geständnis ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zu Beginn der Strafunter-
suchung noch nichts von Drogenhandel wissen wollte und erst oberinstanzlich ein-
räumte, Kokain verkauft zu haben. Relativierend ist aber zu berücksichtigen, dass 
die Beweislage erdrückend war und das Kleinstgeständnis nicht primär als Aus-
druck tiefer und grundlegender Einsicht und Reue zu betrachten ist. Ein Geständ-
nisrabatt ist dem Beschuldigten daher nicht zu gewähren. Eine besondere, markant 
erhöhte Strafempfindlichkeit liegt auch nicht vor. Demgegenüber ist der doch auffäl-

32

lig langen Dauer für die Erstellung der schriftlichen Urteilsbegründung für einen 
doch einfachen Fall von gut neun Monaten strafzumessenderweise leicht zu-
gunsten des Beschuldigten Rechnung zu tragen. Bei ansonsten neutral zu gewich-
tender Täterkomponente resultiert damit letztlich eine schuldangemessene Frei-
heitsstrafe von 14 Monaten; im Übrigen ist die Kammer ohnehin an das Ver-
schlechterungsverbot gebunden (vgl. Ziff. I.5. oben).

16. Strafvollzug

Gemäss Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn 
eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. 

Dem Beschuldigten ist allein schon wegen des Verschlechterungsverbots die 
Rechtswohltat des bedingten Strafvollzugs zu gewähren. Die Probezeit kann auf-
grund der Tatsache, dass sich der Beschuldigte seit dem 12. Juli 2017 nichts mehr 
hat zu Schulden kommen lassen, auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren 
festgesetzt werden. 

An die Freiheitsstrafe ist die in Polizeihaft verbrachte Zeit von einem Tag anzu-
rechnen (Art. 51 aStGB).

17. Konkretes Strafmass

Im Ergebnis ist der Beschuldigte zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 14 Mo-
naten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs auf eine Probezeit von zwei 
Jahren und unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft (12. Juli 2017) im 
Umfang von einem Tag. 

V. Landesverweisung

18. Allgemeine Grundlagen zur Landesverweisung

Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 416 f.; S. 33 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die wichtigsten 
Punkte sind kurz aufzugreifen, und es ist ergänzend auf die neuere Rechtspre-
chung des Bundesgerichts hinzuweisen:

Gemäss Art. 66a Abs. 1 Bst. o StGB verweist das Gericht einen Ausländer, der 
wegen einer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v. Art. 19 
Abs. 2 BetmG verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre 
aus der Schweiz. Die Landesverweisung muss unabhängig davon ausgesprochen 
werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt 
oder teilbedingt ausfällt (BGE 144 IV 168 E. 1.4.1).

Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur ausnahmsweise unter den 
kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren 
persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der 
Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib 
in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von 

33

Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen 
sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). Die Härtefallklausel ist restriktiv anzuwenden 
(BGE 144 IV 332 E. 3.3.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_690/2019 vom 
4. Dezember 2019 E. 3.4.2 und 6B_841/2019 vom 15. Oktober 2019 E. 1.2). Nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung 
des Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der 
Bestimmung über den «schwerwiegenden persönlichen Härtefall» in Art. 31 Abs. 1 
der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; 
SR 142.201) heranziehen (BGE 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteile des Bundesgerichts 
6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 3.4.2 und 6B_689/2019 vom 25. Oktober 
2019 E. 1.7). Zu berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und 
wirtschaftlichen) Integration, einschliesslich familiärer Bindungen des Ausländers in 
der Schweiz bzw. in der Heimat, Aufenthaltsdauer und Resozialisierungschancen. 
Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholter Delinquenz Rechnung zu tragen. 
Das Gericht darf auch vor dem Inkrafttreten von Art. 66a StGB begangene 
Straftaten berücksichtigen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; BGE 144 IV 332 E. 3.3.2). Zu 
beachten bleibt, dass der Deliktskatalog der Bestimmung über den 
«schwerwiegenden persönlichen Härtefall» gemäss Art. 31 Abs. 1 VZAE nicht 
unbesehen zu übernehmen ist, da der ausländerrechtliche Härtefall nicht exakt 
jenem von Art. 66a Abs. 2 StGB entspricht (Urteil des Bundesgerichts 
6B_300/2020 vom 21. August 2020 E. 3.4.2 mit Hinweis).

Im Rahmen der Härtefallprüfung nach Art. 66a Abs. 2 StGB spielt der Grad der In-
tegration eine entscheidende Rolle. Wie das Bundesgericht bereits mehrfach fest-
gehalten hat, kann bei einer Härtefallprüfung nicht schematisch ab einer gewissen 
Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz angenommen werden. Spielt 
sich das gesellschaftliche Leben einer ausländischen Person primär mit Angehöri-
gen des eigenen Landes ab, spricht dies eher gegen die Annahme einer hinrei-
chenden Integration (Urteile des Bundesgerichts 6B_690/2019 vom 4. Dezember 
2019 E. 3.4.4 und 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.7.2 mit Hinweisen). Im 
Gegensatz zum Migrationsrecht sieht Art. 66a Abs. 2 StGB denn auch keine Al-
tersgrenze vor, die bei einem vorgängigen Zuzug einer ausländischen Person in 
die Schweiz einen Härtefall vermuten liesse. Die Anwendung von starren Alters-
vorgaben sowie die automatische Annahme eines Härtefalls ab einer bestimmten 
Anwesenheitsdauer findet somit keine Stütze im Gesetz (Urteil des Bundesgerichts 
6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 3.4.4). Die Härtefallprüfung ist vielmehr in 
jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen (BGE 144 IV 
332 E. 3.3.2). Der besonderen Situation von in der Schweiz geborenen oder auf-
gewachsenen ausländischen Personen wird dabei Rechnung getragen, indem eine 
längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration – beispielsweise 
aufgrund eines Schulbesuchs in der Schweiz – in aller Regel als Indiz für das Vor-
liegen von genügend starken privaten Interessen und damit für die Bejahung eines 
Härtefalls zu werten ist. 

Von einem schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Ar