# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcf4d7e9-94eb-511b-a802-407961a50740
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.05.2015 D-7003/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7003-2013_2015-05-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-7003/2013/plo 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich,  

Richter Martin Zoller,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisung);  

Verfügung des BFM vom 31. Oktober 2013 / N (…). 

 

 

D-7003/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein Kurde aus B._______, Provinz C._______ mit 

letztem Wohnsitz in Aleppo – verliess seinen Heimatstaat eigenen Anga-

ben zufolge am 9. Juni 2010 und gelangte über die Türkei, Griechenland 

und andere ihm unbekannte Länder am 7. März 2011 in die Schweiz, wo 

er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 21. März 2011 wurde er sum-

marisch befragt und am 4. April 2011 einlässlich angehört. 

Zur Begründung seines Asylgesuches führte er im Wesentlichen aus, am 

(…) 2010 habe er bei seiner Tante in C._______ an einem Newroz-Fest 

teilgenommen. Es seien Vertreter der Regierungspartei aufgetaucht und 

hätten verlangt, dass sie ein Bild des Präsidenten und die syrische sowie 

die Flagge der Baath-Partei aufhängten. Als sie sich dieser Aufforderung 

bezüglich des Präsidentenbildes und der Baath-Flagge widersetzt hätten, 

sei es zu Auseinandersetzungen gekommen. Die Sicherheitskräfte, welche 

Tränengas dabei gehabt hätten und bewaffnet gewesen seien, hätten sie 

angegriffen. Sie hätten die Sicherheitskräfte mit Steinen beworfen. Unter 

den Festteilnehmenden sei Panik ausgebrochen. Es habe 40 bis 50 Ver-

letzte gegeben und eine Frau und sein Cousin, namens D._______, seien 

umgekommen. Ein Teil der Verletzten sei von den Behörden ins Spital ge-

bracht worden. Eine Gruppe von zirka 500 Personen, darunter er und viele 

Mitglieder seines Clans, hätten in der Folge vor dem Spital demonstriert. 

Die Behörden hätten am Abend die Namen der Verstorbenen verlesen und 

die Demonstranten aufgefordert, zu gehen. Als sie sich geweigert hätten, 

hätten die Behörden sie mit Tränengas angegriffen und weitere Personen 

verhaftet. Er habe schliesslich die Flucht ergriffen und sei zu seiner 

Schwester nach Hause, später zu seiner Tante gegangen. Die Behörden 

hätten ihn aber offenbar identifiziert. Nach drei oder vier Tagen habe man 

bei seiner Mutter nach ihm gesucht. Auch bei seiner Schwester und seinem 

Onkel habe man nach ihm gefragt.  

Seit er in der Schweiz sei, sei er exilpolitisch aktiv. Er habe am (…) 2011, 

am (…) 2012, am (…) 2012, am (…) 2013 und im (…) 2013 an Demonst-

rationen teilgenommen. Er reichte Fotografien, Berichte und Video-

printscreens ein, in denen über diese Demonstrationen auf Facebook, Y-

outube und im Fernsehen berichtet wurde, wobei der Beschwerdeführer 

auf Fotos und in den Videos auf Youtube zum Teil zu erkennen ist und auf 

Facebook auch namentlich benannt wird. Für eine detaillierte Auflistung 

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Seite 3 

der Aktivtäten und Beweismittel wird auf die ausführliche Auflistung in der 

abweisenden Verfügung des BFM verwiesen. 

B.  

Mit Entscheid vom 31. Oktober 2013 – eröffnet am 12. November 2013 – 

wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, ordnete die 

Wegweisung an und nahm ihn wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzuges in der Schweiz vorläufig auf. 

C.  

Mit Eingabe vom 12. Dezember 2013 erhob der Beschwerdeführer – han-

delnd durch seinen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, 

eventualiter die Gewährung von Asyl, subeventualiter die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme als Flüchtling oder die Feststellung der Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzuges. Ferner beantragte er, es sei festzustellen, 

die angefochtene Verfügung sei betreffend die Feststellung der Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs in Rechtskraft erwachsen (Ziffer 4, 

1. Satz Dispositiv der angefochtenen Verfügung). In formeller Hinsicht er-

suchte er um Vereinigung des Verfahrens mit dem Verfahren seiner Ehe-

frau (D-7014/2013), um Einsicht in den internen Antrag betreffend die vor-

läufige Aufnahme eventualiter um eine Zustellung einer schriftlichen Be-

gründung betreffend diesen internen Antrag und nach Gewährung der Ak-

teneinsicht oder der Zustellung der schriftlichen Begründung um Anset-

zung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergän-

zung sowie um Beizug diverser Dossiers. 

D.  

Mit Verfügung vom 18. Dezember 2013 stellte die Instruktionsrichterin fest, 

der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten und forderte ihn auf, innert Frist einen Kostenvorschuss zu leis-

ten. 

E.  

Mit Eingabe vom 30. Dezember 2013 ersuchte der Beschwerdeführer um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG und um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F.  

Mit Verfügung vom 10. Januar 2014 wurde das Gesuch um Gewährung der 

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unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheis-

sen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Die An-

träge um Akteneinsicht in den internen Antrag betreffend die vorläufige Auf-

nahme sowie um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung ei-

ner Beschwerdeergänzung wurden abgewiesen. Gleichzeitig wurde fest-

gehalten, der beantragten Koordination mit dem Verfahren der Ehefrau des 

Beschwerdeführers werde angemessen Rechnung zu tragen sein. Der 

Entscheid über die weiteren Verfahrensanträge wurde auf einen späteren 

Zeitpunkt verschoben. 

G.   

In seiner Vernehmlassung vom 3. Februar 2014 hielt das BFM an seinen 

Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

H.  

Mit Eingabe vom 21. Februar 2014 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-

nehmlassung des BFM schriftlich Stellung. Es wurden weitere Beweismittel 

zu exilpolitischen Tätigkeiten eingereicht. 

I.  

Mit Eingabe vom 27. Oktober 2014 wurden weitere Beweismittel zu exilpo-

litischen Tätigkeiten eingereicht und auf die Kollektivverfolgung von Kurden 

in Syrien durch den Islamischen Staat (IS) hingewiesen. 

J.  

Mit Eingabe vom 16. April 2015 verwies der Beschwerdeführer auf die 

jüngste Praxis des Bundesverwaltungsgerichts in Bezug auf Syrien und er-

suchte um erneute Vernehmlassung in der Sache. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

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Seite 5 

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

1.4 Dem Begehren um Verfahrensvereinigung wird insofern nachgekom-

men, als mit Urteil gleichen Datums auch über die Beschwerde der Ehefrau 

befunden wird. 

2.  

Mit Beschwerde kann im Asylbereich die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-

richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Vorab sind die formellen Rügen und damit verbundenen Rückweisungsan-

träge zu prüfen, welche auf Beschwerdeebene vorgebracht werden. 

3.1   

3.1.1 Der Beschwerdeführer rügte zunächst, die Vorinstanz habe sein Asyl-

verfahren unzulässigerweise nicht gemeinsam mit dem seiner Ehefrau ent-

schieden, obgleich es sie als Ehepaar behandelt, der Ehefrau keine eigene 

N-Nummer zugeteilt und sämtliche Akten im gleichen Dossier geführt habe. 

Damit sei das rechtliche Gehör verletzt worden. 

3.1.2 Die Vorinstanz hielt dem in ihrer Vernehmlassung entgegen, der Be-

schwerdeführer könne keine Vorschrift benennen, die getrennte Verfügun-

gen bei Personen eines Dossiers verbieten würde beziehungsweise eine 

Begründung dafür verlange. 

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3.1.3 Der Beschwerdeführer führte in seiner Replik aus, es entspreche der 

geltenden Rechtsprechung, verheirateten Personen eine Verfügung aus-

zustellen. Ein entgegenstehendes Vorgehen unterstehe durchaus der Be-

gründungspflicht. 

3.1.4 Die beantragte Verfahrensvereinigung ist abzuweisen. Mit der zwar 

getrennten, aber koordinierten Behandlung der Asylgesuche des Be-

schwerdeführers und seiner Ehefrau hat die Vorinstanz der Ehegemein-

schaft (grundsätzlich) hinreichend Rechnung getragen. Für eine Vereini-

gung der vorinstanzlichen Verfahren und einer dadurch bedingten Rück-

weisung zur Neubeurteilung der Flüchtlingseigenschaft besteht somit keine 

Veranlassung. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es durchaus der 

Praxis entspricht, getrennte Entscheide zu fällen, wenn die Ehepartner wie 

vorliegend unterschiedliche Fluchtgründe anführen. 

3.2   

3.2.1 Der Beschwerdeführer rügte weiter, die Vorinstanz habe den Sach-

verhalt nicht vollständig und richtig abgeklärt. An der ersten Befragung sei 

aus Kapazitätsgründen auf eine vertiefte Abklärung zu Punkt 15 (materielle 

Asylvorbringen) verzichtet worden. Vor diesem Hintergrund wäre eine de-

taillierte und fundierte Abklärung des Sachverhaltes an der Anhörung umso 

wichtiger gewesen. Doch habe diese nur 90 Minuten gedauert und sei äus-

serst rudimentär ausgefallen. 

3.2.2 Die Vorinstanz hielt dem entgegen, dass Befragungen generell sum-

marisch erfolgten. Zudem sei bei dieser Befragung eher eine über das üb-

liche Mass hinausgehende Erweiterung und nicht eine Beschränkung fest-

zustellen. Ebenfalls unzutreffend werde die fehlende Gelegenheit zu aus-

führlichen Aussagen beklagt. Der Beschwerdeführer sei darauf hingewie-

sen worden, dass er unterbrochen werden könne und die Hilfswerksvertre-

tung habe diesbezüglich die Anhörung nicht kritisiert.  

3.2.3 Die Abklärung in Bezug auf die Asylgründe an der Befragung zur Per-

son hat von Gesetzes wegen einen summarischen Charakter (vgl. Art. 26 

Abs. 2 AsylG). Vertiefte Fragen zu den Asylgründen werden an der Anhö-

rung gestellt (vgl. Art. 29 AsylG). Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz 

den Sachverhalt vollständig erstellt. Die Aussagen des Beschwerdeführers 

an der Befragung und der Anhörung waren – entgegen seiner Meinung – 

genügend ausführlich, um als Grundlage für diesen Entscheid dienen zu 

können. 

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Seite 7 

3.3 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, den Entscheid der 

Vorinstanz aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zur Neube-

urteilung zurückzuweisen.   

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte die Vorinstanz aus, es bestün-

den Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. 

Nebst dem dass er die Vorfälle bei dem Newroz-Fest in C._______ sub-

stanz- und detailarm schildere, verwickle er sich bezeichnenderweise hin-

sichtlich der nachfolgenden Zusammenstösse mit den Behörden und des 

Todes seines Cousins in Widersprüche. So habe er einerseits angegeben, 

drei Tage nach den Ausschreitungen von den Behörden über den Tod und 

die bereits erfolgte Bestattung des Cousins informiert worden zu sein. An-

dererseits habe er angegeben, der Vater des Cousins, der mit seinem ver-

letzten Sohn im Ambulanzwagen mitgefahren beziehungsweise diesem 

hinterhergefahren sei, habe die Familie über den Tod informiert. Anderer-

seits habe er geltend gemacht, er und andere seien vom Tod des Cousins 

bei der Versammlung vor dem Spital informiert worden, man wisse nicht, 

was die Behörden mit der Leiche gemacht hätten, wahrscheinlich hätten 

sie sie begraben. Weiter habe der Beschwerdeführer nicht plausibel erklä-

ren können, wie es den Behörden angesichts der Tageszeit und der Anzahl 

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Personen, die an der Versammlung vor dem Spital teilgenommen hätten, 

habe möglich sein können, Fotoaufnahmen zu machen, auf denen er spä-

ter habe identifiziert werden können. Ferner sei nicht nachvollziehbar, dass 

er bezüglich seiner Flugreise ab Athen geltend mache, keine Ahnung ge-

habt zu haben, wohin die Reise geführt habe. Seine diesbezüglichen Er-

klärungsversuche vermöchten ebenfalls nicht zu überzeugen und unter-

mauerten die Zweifel am Wahrheitsgehalt. 

Nebst den geäusserten Zweifeln und dem Hinweis, dass der Beschwerde-

führer erklärtermassen die Teilnahme am Newroz-Fest als Vorwand für das 

Zusammensein mit seiner Freundin, der Tochter seiner Tante, genutzt habe 

sei festzuhalten, dass Veranstaltungen, die der Pflege des kurdischen kul-

turellen Erbes dienten, von den syrischen Behörden bekanntlich toleriert 

würden. Staatliche Massnahmen würden erst dann ergriffen, wenn die Be-

hörden kulturelle Aktivitäten als Handlungen gegen die Integrität des syri-

schen Staates betrachten würden, was gemäss den Ausführungen des Be-

schwerdeführers vorliegend nicht erkennbar sei. Seine Befürchtungen – so 

sie überhaupt geglaubt werden könnten – seien unbegründet und nicht 

asylbeachtlich. 

Bezüglich seiner exilpolitischen Aktivitäten sei festzuhalten, dass sich die 

syrischen Behörden gemäss geltender Rechtsprechung des Bundesver-

waltungsgerichts zwar für die exilpolitischen Aktivitäten ihrer Staatsange-

hörigen interessierten. Es sei jedoch davon auszugehen, dass sich die sy-

rischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrierten, die 

über niedrigprofilierte Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinaus 

Funktionen wahrgenommen und/oder Aktivitäten entwickelt hätten, welche 

die betreffende Person aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen 

herausheben und als ernsthaften und potentiell gefährlichen Regimegeg-

ner erscheinen liessen. Massgebend sei dabei nicht primär das Hervortre-

ten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit, son-

dern eine öffentliche Exponierung, die aufgrund der Persönlichkeit des 

Asylsuchenden, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der 

Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck erwecke, dass der 

Asylsuchende aus Sicht des syrischen Regimes als potentielle Bedrohung 

wahrgenommen werde. Dies sei vorliegend nicht der Fall, so dass nicht 

davon ausgegangen werde könne, dass der Beschwerdeführer eine kon-

krete Bedrohung für das syrische System darstellt und deshalb verfolgt 

würde.   

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5.2 Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Eingabe entgegen, die Be-

hauptung des BFM, seine Ausführungen zum Newroz-Fest seien substanz- 

und detailarm gewesen, sei willkürlich. Es nenne hierfür kein einziges Bei-

spiel. Er habe in freier Rede (eine ganze Seite), ohne unterbrochen zu wer-

den, detailliert und konkret geschildert, weshalb er geflüchtet sei. Es sei 

willkürlich, ihm detailarme Schilderungen zu unterstellen, wenn der rechts-

erhebliche Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt und keine Gelegenheit 

zu ausführlichen Aussagen gegeben worden sei. Betreffend die angebli-

chen Widersprüche zur Bestattung und zum Zeitpunkt des Erfahrens des 

Todes des Cousins sei es willkürlich, dass sich die Vorinstanz auf das Be-

fragungsprotokoll beziehe, welches aus Kapazitätsgründen mangelhaft 

sei. Auch habe sie die Widersprüche nicht genau benannt. Die Aussagen 

unter Ziffer 1 auf S. 5 seien nicht widersprüchlich. Die Vorinstanz differen-

ziere auch nicht zwischen dem Tod des Cousins und dessen Bestattung. 

Es habe mehrere Phasen gegeben, welchen nicht Rechnung getragen 

worden sei: Verletzung, Eintritt des Todes, Information über den Tod, Zu-

rückhalten der Leiche (vermutlich im Spital). Die Familie habe über meh-

rere Tage, während sie schon über den Tod Bescheid gewusst habe, die 

Herausgabe der Leiche verlangt. Die Vorinstanz stelle hier eine aktenwid-

rige Behauptung auf, indem es ausführe, er habe ausgesagt, drei Tage 

nach den Ausschreitungen seien sie von den Behörden über den Tod und 

die bereits erfolgte Bestattung informiert worden. Er habe aber Folgendes 

ausgesagt: "Drei Tage später erfuhren wir, dass der verstorbene Cousin 

bereits von den Behörden beigesetzt wurde. Wir wissen bis heute nicht, wo 

sein Grab liegt." (vgl. A4 S. 5). Weiter ergäbe sich aus dieser Aussage nicht 

zwingend, dass sie von den Behörden tatsächlich über die Bestattung in-

formiert worden seien. Vielmehr gehe es bei dieser Aussage um die Her-

ausgabe der Leiche. Aus der Verweigerung dieser Herausgabe, ergäbe 

sich dann seine Schlussfolgerung, dass der Leichnam bereits beigesetzt 

worden sei. Insgesamt gehe aus seinen Schilderungen Folgendes hervor: 

Der verletzte Cousin sei ins Spital eingeliefert worden. Später sei vom Spi-

tal mitgeteilt worden, dass er verstorben sei. In der Folge hätten sie die 

Herausgabe der Leiche verlangt und vor dem Spital protestiert. Die be-

haupteten Widersprüche seien nicht ersichtlich. Zu den durch die Behör-

den getätigten Fotoaufnahmen sei festzuhalten, dass es angesichts der 

Möglichkeit von Blitzaufnahmen und der Verwendung von bestimmten Ob-

jektiven kein Problem sei, eine Menschenmenge im Dunkel so zu fotogra-

fieren, dass die Personen wiedererkannt werden könnten. Für Aufnahmen 

von guter Bildqualität genügten sogar einfache Digitalkameras mit einge-

bautem Blitz. Bei der Flugreise nach Athen gehe es nicht um fluchtauslö-

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Seite 10 

sende Ereignisse. Die Ausreise sei durch den Schlepper organisiert wor-

den und er habe keinen Anlass gehabt, sich – als der lateinischen Schrift 

nicht mächtig – mit der Frage der Enddestination auseinander zu setzen 

beziehungsweise sich den Namen eines vermutlich kleinen Flughafens in 

der arabischen Welt zu merken. 

Bezüglich der Argumentation der Vorinstanz zu Art. 3 AsylG gelte es fest-

zuhalten, dass diese seine Teilnahme am Newroz-Fest, welche es offenbar 

für glaubhaft halte, diesbezüglich nicht gewürdigt und auch nicht in einen 

Gesamtzusammenhang mit den politischen Aktivitäten seiner Frau sowie 

seinen exilpolitischen Aktivitäten gestellt habe. Die Vorinstanz sei sich der 

Eskalation vor dem Spital (sie hätten die Behörden mit Steinen beworfen) 

offenbar bewusst gewesen, habe es ihn doch darauf hingewiesen, dass er 

dafür auch hier mit einer Gefängnisstrafe rechnen müsste. Es habe es aber 

unterlassen diese im Hinblick auf Art. 3 AsylG zu würdigen, obwohl es sich 

um eine politisch motivierte Reaktion gehandelt habe, in deren Folge er 

von den Behörden gesucht worden sei. Mit seinem Hinweis auf die Ge-

fängnisstrafe gehe es sogar implizit von einer intensiven Verfolgung aus. 

Mindestens zum heutigen Zeitpunkt erfülle er aber die Flüchtlingseigen-

schaft. Er habe zahlreiche Beweismittel erbracht für seine engagierte exil-

politische Tätigkeit und seine äusserst kritische Haltung gegenüber dem 

syrischen Regime, welche er öffentlich kundgetan habe. Die diesbezügli-

che Begründung der Vorinstanz sei knapp und pauschal und komme einer 

Nichtwürdigung gleich. Bezüglich der Demonstration vom (…) 2013 ver-

weise er auf die Dossiers N (…), N (…) und N (…), welchen zu entnehmen 

sei, dass die Demonstration sehr aktiv überwacht und kontrolliert worden 

sei und die syrischen Geheimdienste in deren Anschluss gezielt nach Teil-

nehmern gesucht beziehungsweise deren Verwandte verfolgt hätten. Wei-

tere (zitierte) Fälle beträfen eine Person, die in Syrien während mehrerer 

Monate inhaftiert und über Kurden in der Schweiz befragt worden sei. Dies 

zeige, dass die Behörden ausführlich über die exilpolitischen Tätigkeiten 

informiert seien. Die Vorinstanz berufe sich auf veraltete Urteile des Bun-

desverwaltungsgerichts aus dem Jahre 2012. Diese Rechtsprechung sei 

inzwischen mit Urteil D-4051/2011 vom 8. Juli 2013 angepasst worden. Da-

nach sei es durchaus denkbar, dass der syrische Geheimdienst von der 

Einreichung eines Asylgesuches in der Schweiz erfahre, insbesondere 

wenn dies mit exilpolitischen Aktivitäten einhergehe. Dies treffe auf ihn zu. 

Spätestens bei der Wiedereinreise würden seine exilpolitischen Aktivitäten 

bekannt, sei es doch gemäss dem zitierten Urteil naheliegend, dass auch 

rückkehrende Asylbewerber verstärkt unter dem Gesichtspunkt möglicher 

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Seite 11 

Kenntnisse von Aktivitäten der Exilopposition verhört würden, weshalb die 

Anforderungen an den Exponierungsgrad tiefer zu setzen seien. Durch 

seine Aktivitäten auf der Strasse und im Internet habe er die Aufmerksam-

keit der syrischen Behörden auf sich gezogen. Für die Behauptung, die 

Überwachung von syrischen Oppositionellen im Ausland durch den syri-

schen Geheimdienst habe in jüngster Zeit abgenommen, habe die Vo-

rinstanz keine Quellen. In seinem Fall sei zudem zu berücksichtigen, dass 

er bereits im Juni 2010 aus Syrien und somit vor dem Ausbruch der Revo-

lution im Frühjahr 2011 geflüchtet sei. Dies mache ihn besonders verdäch-

tig, habe doch das syrische Regime von Anfang an geltend gemacht, die 

Demonstrationen seien von Terroristen im Ausland angestachelt worden. 

Es sei von Anfang an massiv gegen die Demonstranten in Syrien vorge-

gangen worden, umso eindeutiger wäre das Vorgehen gegen jene Terro-

risten im Ausland. Es sei bekannt, dass Angehörige der Botschaften an den 

Demonstrationen als Spione eingesetzt würden. Diese Spionagetätigkeiten 

hätten sich laut einem Gericht in Deutschland und Amnesty International 

seit dem Ausbruch des arabischen Frühlings intensiviert. Gemäss dem La-

gebericht 2013 des Nachrichtendienstes des Bundes würden ausländische 

Regimegegner auch in der Schweiz überwacht. Dies zeige sich auch da-

ran, dass nach Demonstrationen und Publikationen im Internet Verwandte 

von Exil-Syrern in Syrien bedroht, verhaftet und gefoltert worden seien. 

Auch das Internet werde überwacht, Emailadressen geöffnet und Viren so-

wie spezielle Software eingesetzt und Twitter- und Facebook-Accounts 

durchforstet. Es genügten entgegen der Meinung der Vorinstanz bereits 

geringe exilpolitische Aktivitäten (low level activities), um ins Visier der sy-

rischen Behörden zu gelangen. Er habe an wichtigen Demonstrationen teil-

genommen, sei auf Facebook exilipolitisch aktiv und Mitglied der (…)-Par-

tei. Damit habe er die Schwelle der low level activities überschritten.  

Zudem könne bereits seine Stellung als abgewiesener Asylbewerber bei 

einer Rückkehr eine asylrelevante Verfolgung auslösen. In diesem Zusam-

menhang sei auf die Rechtsprechung anderer europäischer Länder hinzu-

weisen, insbesondere auf den Entscheid des Upper Tribunal (Immigration 

and Asylum Chamber) von Grossbritannien (publiziert am 20. Dezember 

2012), woraus klar hervorgehe, dass einem abgewiesenen Asylbewerber 

im Falle einer Rückkehr nach Syrien eine Verhaftung sowie Folter drohe. 

Zurzeit werde rückkehrenden Asylbewerbern auch ohne exilpolitische Be-

tätigung flächendeckend bei einer Rückkehr vorgeworfen, dass sie im Aus-

land gegen das syrische Regime tätig gewesen seien, und sie würden des-

halb gezielt asylrelevant verfolgt. 

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Seite 12 

Schliesslich wurde in der Beschwerde auf die aktuellen Ereignisse in Sy-

rien eingegangen. Dabei wurde insbesondere auch auf die Gefährdung der 

Kurden hingewiesen. Die Zugehörigkeit zu dieser Volksgruppe mache den 

Beschwerdeführer in den Augen des syrischen Regimes besonders ver-

dächtig. 

5.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz dem entgegen, bei den 

exilpolitischen Tätigkeiten handle es sich nicht um ein auffallendes exilpo-

litisches Wirken, sondern um niedrigprofilierte Erscheinungsformen, bei 

welchen der Beschwerdeführer weder Funktionen wahrgenommen noch 

Aktivtäten ausgeübt habe, die ihn aus der Masse der mit dem syrischen 

Regime Unzufriedenen hätten herausheben und ihn als ernsthaften und 

potenziell gefährlichen Regimegegner hätten erkennbar machen können. 

Er habe an einigen Demonstrationen teilgenommen und sich wie Tausende 

seiner Landsleute kritisch im Internet geäussert. An dieser Einschätzung 

vermöchten auch die eingereichten Beweismittel und Medienberichte zur 

allgemeinen Situation in Syrien sowie die Verweise zur Rechtsprechung 

beziehungsweise Praxis ausländischer Behörden nichts zu ändern. 

5.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer aus, die Behauptung, es 

handle sich um niedrigprofilierte Erscheinungsformen und nicht um auffal-

lendes exilpolitisches Wirken, sei aktenwidrig. Zur Stützung seiner Replik 

reichte der Beschwerdeführer Fotografien von sich an einer Demonstration 

vom (…) 2014 und entsprechende Filme auf Youtube sowie Internetartikel 

ein. 

6.   

6.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-

suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar-stellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz 

zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

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Seite 13 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-

stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-

richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für 

wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142 f.; BVGE 2012/5 E. 2.2 S. 43 f.; BVGE 

2010/57 E. 2.3 S. 826 f.). 

6.2 Die Vorinstanz lastet dem Beschwerdeführer pauschal an, er habe die 

Vorfälle beim Newroz-Fest subtanz- und detailarm geschildert, ohne dies 

weiter zu begründen. Dieser Einschätzung kann sich das Bundesverwal-

tungsgericht jedoch nicht anschliessen. Die Schilderungen der Demonst-

rationsteilnahme erschöpfen sich nicht bloss in pauschalen Vorbringen, 

sondern sind mit Details versehen und erwecken in ihrer Ausführlichkeit 

nicht den Eindruck, dass es sich dabei um einen konstruierten Sachverhalt 

handelt. So schilderte der Beschwerdeführer nachvollziehbar, wie kurz 

nach Beginn des Festes Amen-Leute gekommen seien, Fotos des Staats-

präsidenten verteilt und verlangt hätten, sie sollten die syrische Flagge und 

die Flagge der Baath-Partei hissen. Differenziert gab er weiter an, dass sie 

sich nur bezüglich der Fotos und der Flagge der Baath-Partei geweigert 

hätten, worauf die Vertreter der Regierungspartei mit Tränengas und Waf-

fen angegriffen hätten. Weiter differenzierte der Beschwerdeführer, dass 

sie einige Verletzte hätten retten können, während andere von den Behör-

den festgenommen und ins Spital gebracht worden seien. Auch gab er 

spontan an, in welches Spital die Verletzten gebracht worden seien (vgl. 

A8 F10). Damit lassen sich den Ausführungen Details entnehmen, die 

durchaus auf ein eigenes Erleben des Beschwerdeführers hinweisen.  

6.3 Zu den von der Vorinstanz geltend gemachten Widersprüchen im Zu-

sammenhang mit dem Tod des Cousins ist zwar zu bestätigen, dass die 

diesbezüglichen Erzählungen des Beschwerdeführers etwas unklar und 

zum Teil auch ungereimt waren. Dabei handelt es sich aber um marginale 

Unstimmigkeiten, welche nicht losgelöst von anderen Aspekten einer ganz-

heitlich zu erfolgenden Glaubhaftigkeitsprüfung betrachtet werden dürfen. 

Auch dürften Unstimmigkeiten vorwiegend damit zusammenhängen, dass 

der Beschwerdeführer im Moment, als der Cousin verletzt wurde, beim 

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Seite 14 

Transport ins Spital und auch im Spital nicht dabei war und das Ganze nur 

vom Hörensagen nacherzählen kann. Es ist dabei ausserdem offensicht-

lich, dass bei Ereignissen, wie sie der Beschwerdeführer schilderte, die 

Wiedergabe einer genauen Chronologie der Abläufe schwierig sein kann, 

insbesondere in Bezug auf verschiedene parallel verlaufene Ereignisse 

und den Erhalt von Informationen, die zunächst nur als Gerüchte oder Ver-

mutungen Bestand haben. Insgesamt lässt sich aber eine Chronologie der 

Ereignisse durchaus herstellen und die von der Vorinstanz genannten Wi-

dersprüche auflösen. So führte der Beschwerdeführer zunächst in freier 

Rede aus, am Fest sei eine Panik ausgebrochen und einige Leute seien 

verletzt, sein Cousin sogar getötet worden. Anschliessend hätten sie sich 

vor dem Spital versammelt, weil sie die Verhaftung der Verletzten befürch-

tet hätten und die Herausgabe der Leiche des Cousins hätten erwirken 

wollen. Sie seien wieder mit Tränengas angegriffen worden. Bis jetzt hätten 

sie die Leiche nicht zurückerhalten. Sie wüssten nicht, was die Behörden 

mit der Leiche gemacht hätten, wahrscheinlich hätten sie sie begraben (vgl. 

A8 F10). Auf entsprechende Rückfrage der Vorinstanz gab er an, der Vater 

des Cousins habe sie telefonisch informiert, dass dieser tot sei (vgl. A8 

F16 f.). Auf die Frage, wie der Onkel dies in Erfahrung gebracht habe, prä-

zisierte er, zu Beginn sei der Cousin nur verletzt worden und erst im Spital 

sei er gestorben (vgl. A8 F18). Dass die Behörden der Versammlung vor 

dem Spital ebenfalls mitteilten, der Cousin sei tot (vgl. A8 F19), steht dem 

nicht diametral entgegen, zumal die Mitteilung der Behörden offensichtlich 

der Auflösung der Demonstration habe dienen sollen. Dies wird auch durch 

seine anschliessende Aussage bestätigt: "Die Behörden teilten uns mit, 

dass er gestorben war und wir jetzt nach Hause zurückkehren könnten" 

(vgl. A8 F20).  

6.4 Die Ereignisse, wie sie der Beschwerdeführer schildert, lassen sich so-

dann öffentlich zugänglichen Quellen entnehmen, wo berichtet wird, dass 

Sicherheitskräfte an einer Newroz-Feier in C._______ am (…) 2010 will-

kürlich in die Menschenmenge geschossen hätten, wobei neben zwei an-

deren Personen ein gewisser E._______ ums Leben gekommen sei, es 

zirka vierzig Verletzte gegeben habe und zu diversen Verhaftungen gekom-

men sei.   

6.5 Auch die Zweifel der Vorinstanz in Bezug auf die Möglichkeit einer Iden-

tifizierung des Beschwerdeführers vermögen nicht zu überzeugen. Diesbe-

züglich kann auf die Einwendungen in der Beschwerde verwiesen werden. 

Das Gericht geht wie der Beschwerdeführer davon aus, dass die syrischen 

Behörden über genügende technische Mittel verfügen dürften, auch bei 

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Seite 15 

Dunkelheit Fotos zu machen, auf denen der Beschwerdeführer erkannt 

werden könnte. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer ein Mitglied 

der zwei Familien ist, die bei den Ereignissen einen Todesfall zu beklagen 

hatten, und deshalb in dieser Demonstration eine zentrale Rolle gehabt 

haben dürften. Auch gab der Beschwerdeführer an, er habe die Sicher-

heitskräfte mit Steinen beworfen, sodass diese durchaus auch ein Verfol-

gungsinteresse an ihm gehabt haben dürften. So gab der Beschwerdefüh-

rer denn auch übereinstimmend und glaubhaft an, dass er sich im An-

schluss an die Ereignisse in C._______ aus Angst bei seiner Schwester 

versteckt habe. Drei oder vier Tage später hätten die Behörden bei ihm zu 

Hause nach ihm gesucht. Die Mutter habe ihn telefonisch informiert, es sei 

besser, nicht mehr nach Hause zu kommen. Aus Angst sei er zu einer Tante 

in F._______ bei G._______ gegangen. Die Behörden hätten auch nach 

weiteren Verwandten von ihm gesucht, die an dem besagten Newroz-Fest 

teilgenommen hätten. Einige von ihnen seien festgenommen worden, wo-

mit eine Identifikation des Beschwerdeführers ohnehin auch ermöglicht 

worden sein dürfte. Auch die Schilderungen, wie sein Onkel sich für ihn 

eingesetzt habe, weisen Substanz auf. 

7.  

Nach Abwägung der Argumente, die für die Glaubhaftigkeit, und denjeni-

gen, die dagegen sprechen, kommt das Bundesverwaltungsgericht insge-

samt zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, die zu beurteilende Ver-

folgungsgeschichte entspreche in den wesentlichen Punkten den Tatsa-

chen, höher ist. Bei einer Gesamtbeurteilung aller massgeblichen Aspekte 

überwiegen die für die Richtigkeit der Asylvorbringen des Beschwerdefüh-

rers sprechenden Elemente gegenüber den Unglaubhaftigkeitsindizien. 

Dem Beschwerdeführer ist es demnach gelungen, den zur Begründung 

seines Asylgesuches vorgetragenen Sachverhalt in den wesentlichen 

Punkten glaubhaft zu machen.  

8.  

Somit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer damit die Voraussetzun-

gen für die Anerkennung als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG zu erfüllen ver-

mag. 

8.1 Bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft interessiert zwar in erster 

Linie die im Zeitpunkt der Ausreise der asylsuchenden Person(en) beste-

hende Verfolgungssituation. Nach Lehre und Praxis wird jedoch dann auf 

die Gefährdungslage im Moment des Asylentscheides abgestellt, wenn 

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sich die Lage im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid mass-

geblich zu Gunsten oder zu Lasten der asylsuchenden Person(en) verän-

dert hat (vgl. BVGE 2008/12 E. 5 S. 154 f., BVGE 2010/57 E. 2 S. 287 f.). 

8.2 Dieser Gesichtspunkt ist im vorliegenden Fall insofern von Bedeutung, 

als sich im Heimatstaat des Beschwerdeführers, Syrien, die politische und 

menschenrechtliche Lage seit dessen Ausreise in erheblicher Weise ver-

ändert hat. Im Gefolge der politischen Umwälzungen des sogenannten 

Arabischen Frühlings wurden in Syrien seit Beginn des Jahres 2011 eben-

falls Forderungen nach demokratischen Reformen laut. Durch das zuneh-

mend gewaltsame Vorgehen des syrischen Regimes gegen eine landes-

weite Protestwelle folgte eine Eskalation des Konflikts, die schliesslich in 

einen offenen Bürgerkrieg mündete. Dabei wird auch gegen die Zivilbevöl-

kerung in willkürlicher Weise, mit massivster Gewalt und unter Einsatz von 

Kriegswaffen vorgegangen. Darüber hinaus ist die Situation in Syrien an-

haltend instabil und in stetiger Veränderung begriffen (vgl. Entscheid des 

Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 vom 25. Fe-bruar 2015 E. 5.3.2 

f., zur Publikation als Referenzurteil vorgesehen).  

8.3 Wie durch eine Vielzahl von Berichten belegt ist, gehen die staatlichen 

syrischen Sicherheitskräfte seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 

gegen tatsächliche oder vermeintliche Regimegegner mit grösster Brutali-

tät und Rücksichtslosigkeit vor. Personen, die sich an regimekritischen De-

monstrationen beteiligt haben, sind in grosser Zahl von Verhaftung, Folter 

und willkürlicher Tötung betroffen. Mit anderen Worten haben Personen, 

die durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Gegner des Re-

gimes identifiziert werden, eine Behandlung zu erwarten, die einer flücht-

lingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommt 

(vgl. D-5779/2013 E. 5.7.2).  

8.4 Nicht gefolgt werden kann in diesem Zusammenhang der Argumenta-

tion der Vorinstanz, die ausführt, dass selbst wenn der Beschwerdeführer 

an der von ihm erwähnten Demonstration fotografiert und identifiziert wor-

den sein sollte, dies zu keiner Verfolgung zu führen vermöchte. Veranstal-

tungen, die der Pflege des kurdischen kulturellen Erbes dienten, würden 

von den syrischen Behörden toleriert. Staatliche Massnahmen würden erst 

dann ergriffen, wenn die Behörden kulturelle Aktivitäten als Handlungen 

gegen die Integrität des syrischen Staates betrachten würden. Dabei ver-

kennt die Vorinstanz klar, dass es sich vorliegend nicht um eine einfache 

Newroz-Feier gehandelt hatte. Die Anwesenden am Newroz-Fest hatten 

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Seite 17 

sich geweigert die Baath-Flagge zu hissen und Fotografien des Präsiden-

ten zu verteilen. Daraufhin kam es zur Eskalation zwischen den bewaffne-

ten Sicherheitskräften und den Steine werfenden Festteilnehmern, die zum 

Tod mehrerer Personen und zahlreichen Verletzten führte. Für die Verletz-

ten wurden anschliessend vor dem Spital Demonstrationen abgehalten 

und es kam erneut zu Gewaltanwendungen. Diese Ereignisse müssen of-

fensichtlich als politisch qualifiziert werden. Es ist davon auszugehen, dass 

die Identifikation des Beschwerdeführers anlässlich der von ihm erwähnten 

Ereignisse in einem politischen Zusammenhang zu sehen ist und er als 

Regimegegner qualifiziert wurde. 

8.5 Vor dem aktuellen länderspezifischen Hintergrund, wonach die syri-

schen Behörden brutal und rücksichtslos gegen vermeintliche Regimegeg-

ner vorgehen (vgl. Urteil D-5779/2013 E. 5.7.2), genügt die Identifizierung 

einer Person als Regimegegner, um von einer begründeten Furcht vor Ver-

folgung im Falle der Rückkehr auszugehen. Daran vermag vorliegend auch 

nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer Syrien bereits im Juni 2010 

und somit noch vor der Eskalation des Konfliktes verlassen hat. Die ge-

waltsame Vorgehensweise der syrischen Sicherheitskräfte anlässlich der 

Ereignisse vom (…) 2010 zeigen die bereits damals bestehenden inner-

staatlichen Spannungen auf und ist als Teil der Unterdrückung im unmittel-

baren Vorfeld des Bürgerkrieges zu sehen. Es erweist sich somit, dass der 

Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Syrien zum heutigen Zeit-

punkt ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte. 

8.6 Angesichts der weit reichenden Vollmachten und des Wirkungsfeldes 

der zahlreichen syrischen Sicherheits- und Geheimdienste ist hierbei aus-

zuschliessen, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland an einem 

Ort ausserhalb seiner Heimatprovinz vor Verfolgung sicher wäre, so dass 

ihm keine innerstaatliche Schutzalternative offen steht (vgl. 

D-1242/2010 vom 4. Januar 2013; allgemein zur inländischen Schutzalter-

native BVGE 2011/51; zur Situation in Syrien D-5779/2013, E. 5.9). 

8.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen von Art. 3 

und 7 AsylG beim Beschwerdeführer erfüllt sind. Aus den Akten ergeben 

sich sodann keine konkreten Hinweise auf das Vorliegen von Asylaus-

schlussgründen. Das Steinewerfen gegen die Sicherheitskräfte während 

den fluchtauslösenden Ereignissen ist nicht als solcher zu werten. Dem-

nach ist das SEM anzuweisen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

Bei dieser Sachlage kann davon abgesehen werden, auf weitere Be-

schwerdevorbringen und Beschwerdeanträge einzugehen. 

D-7003/2013 

Seite 18 

9.  

Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfü-

gung der Vorinstanz vollumfänglich aufzuheben. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

11.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm not-

wendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde keine 

Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten aufgrund 

der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Aufgrund ähn-

lich gelagerter Verfahren ist dem Beschwerdeführer gestützt auf die in Be-

tracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) zulasten der 

Vorinstanz eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 1850.– (inkl. Aus-

lagen und MwSt) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1850.– 

(inkl. Auslagen und MwSt) auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner 

 

 

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