# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69c413c1-919d-58b4-8487-8b26d593310f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.04.2025 SB240431
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240431_2025-04-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240431-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. M. Knüsel, Präsidentin, Oberrichterin lic. iur. 

S. Fuchs und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Maurer

Urteil vom 10. April 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland,
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache üble Nachrede 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht, 
vom 1. Juli 2024 (GG240007)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 23. Februar 2024 

(Urk. 33) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 87 S. 36 ff.) 

Das Einzelgericht erkennt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von 
Art. 173 Ziff. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je CHF 500.– 
(entsprechend CHF 35'000.–). Die Geldstrafe wird vollzogen.

3. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin wird auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen.

4. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin wird abgewiesen.

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 2'400.–   die weiteren Kosten betragen:

CHF 2'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

CHF 4'400.–   Kosten total.

6. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Prozessentschädigung von 

CHF 9'414.59 (inkl. 7.7 % bzw. 8.1 % MWST) zu bezahlen.

8. (Mitteilungen)

9. (Rechtsmittel)

-   3   -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 4 f.)

a) Des Beschuldigten:

(Urk. 111 S. 91; Urk. 120 S. 22)

"1. Dr. A._____ ist nicht schuldig, und nicht strafbar.

 2. Geldstrafe von CHF 35'000 ist abzulehnen (BG Meilen Entscheidung Punkt 2)

 3. Gerichtgebühren von CHF 4'000 zu Lasten Gegenpartei (BG Meilen Entschei-

dung Punkt 5 und Punkt 6)

 4. Parteientschädigung von CHF 9'414.59 ist abzulehnen (BG Meilen Entschei-

dung Punkt 7)

 5. Prozessgebühren zu Lasten Gegenpartei

 6. Rückerstattung von Anwaltskosten von Dr. A._____ auf BG Meilen Level 

CHF 4'864.5

 7. Rückerstattung Geldbusse für Strafanzeige von Dr. A._____ sowie Verfah-

renskosten CHF 3'400

 8. Frau B._____ sollte Parteientschädigung an Dr. A._____ bezahlen, nicht um-

gekehrt (wie BG Meilen Entscheidung Punkt 7). Eine Parteientschädigung für 

Dr. A._____ ist beantragt."

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 100)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

-   4   -

Erwägungen:

I. Einleitung und Verfahrensgang 

1. Einleitung

1.1. Die Geschädigte B._____ (fortan: Privatklägerin; vgl. zur Konstituierung: 

Urk. 24/3) erstattete am 11. Juli 2022 Anzeige gegen A._____ (fortan: Beschuldig-

ter) wegen übler Nachrede und Verleumdung (Urk. 1). Die Anzeige steht im Zu-

sammenhang mit einer seit länger bestehenden Auseinandersetzung zwischen 

dem Beschuldigten und der Privatklägerin. Der Beschuldigte (und dessen Ehefrau) 

sowie die Privatklägerin bilden bzw. bildeten (die Privatklägerin wohnt seit Ende 

2024 nicht mehr in der Liegenschaft am C._____ [Strasse] … in D._____ [Urk. 111 

S. 15]) eine Stockwerkeigentümergemeinschaft an der Liegenschaft C._____ 

[Strasse] … in D._____ (Urk. 119 S. 11). Zudem besteht eine Miteigentümerge-

meinschaft mit weiteren Nachbarn u.a. bezüglich der Garagenplätze der Überbau-

ung. Seit einigen Jahren gibt es Streit über die Jahresschlussrechnungen der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft. Der Beschuldigte ist der Meinung, die Buch-

haltung sei fehlerhaft und müsse korrigiert werden. Die Buchhaltung wurde in den 

Jahren 2014 bis 2019 durch die Liegenschaftsverwaltung E._____ Immobilien AG 

erstellt, welche das Mandat schliesslich niederlegte. Nachdem die Privatklägerin 

und der Beschuldigte sich anschliessend nicht auf eine Verwaltung hatten einigen 

können, verlangte die Privatklägerin die gerichtliche Einsetzung einer Verwaltung, 

worauf die F._____ Immobilien GmbH eingesetzt wurde. Auch im Zusammenhang 

mit der Miteigentümergemeinschaft bezüglich der Garagenplätze kam es zu ge-

richtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Beschuldigten und der Privatklä-

gerin bzw. den anderen Miteigentümern. Schliesslich wurde der Beschuldigte mit 

Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 15. September 2023 wegen 

mehrfacher übler Nachrede zum Nachteil der Privatklägerin rechtskräftig verurteilt 

(Urk. 116; Urk. 113/87; Urk. 21/1 S. 4 ff. F/A 20 ff.; Urk. 21/3 S. 6 F/A 24, S. 8 

F/A 36 ff. und S. 11 f. F/A 52 ff.). 

1.2. Ferner erstattete der Beschuldigte am 4. Dezember 2023 Strafanzeige 

gegen die Privatklägerin wegen Betrugs und Urkundenfälschung (Urk. 25/1). 

-   5   -

Dieses Verfahren wurde mit Verfügung vom 9. April 2024 rechtskräftig eingestellt, 

nachdem eine dagegen erhobene Beschwerde von der III. Strafkammer des Ober-

gerichts Zürich mit Beschluss vom 21. Juni 2024 abgewiesen wurde (Urk. 1-B 

[gemäss Aktenverzeichnis der Vorinstanz]; vom Beschuldigten heute bestätigt: 

Urk. 119 S. 13 f.). 

2. Prozessgeschichte

2.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil wird auf die Erwägun-

gen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen (Urk. 87 S. 5 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Zu ergänzen ist, dass die Staatsanwaltschaft am 22. November 2023 

zunächst einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten erlassen hatte (Urk. 16), 

gegen welchen er mit Schreiben vom 29. November 2023 Einsprache erhob 

(Urk. 19). Nach Durchführung je einer Einvernahme mit dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin (Urk. 21/1 und Urk. 21/3) klagte die Staatsanwaltschaft den Beschul-

digten am 23. Februar 2024 an (Urk. 33).

2.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene und gleichentags mündlich eröff-

nete Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht (fortan: Vorinstanz), vom 

1. Juli 2024 (Prot. I S. 45 ff.) meldete der Beschuldigte vor Schranken – und damit 

fristgerecht (Art. 399 Abs. 1 StPO) – Berufung an (Prot. I S. 47). Das schriftlich 

begründete Urteil wurde dem Beschuldigten am 30. August 2024 zugestellt 

(Urk. 86/3). Dieser teilte dem Berufungsgericht nach entsprechender Aufforderung 

(Urk. 92) mit Zuschrift vom 8. Oktober 2024 mit, dass seine Eingabe an die Vor-

instanz vom 30. August 2024 (Urk. 90 = Urk. 94/1) als Berufungserklärung gelte 

(Urk. 93). Diese erfolgte damit rechtzeitig (Art. 399 Abs. 3 StPO). Mit Präsidialver-

fügung vom 9. Oktober 2024 wurde die Berufungserklärung des Beschuldigten in 

Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft und der Privat-

klägerin zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 95). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete mit Zuschrift vom 25. Oktober 2024 auf Anschlussberufung und bean-

tragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 100). Ebenso verzichtete 

die Privatklägerin mit Schreiben vom 29. Oktober 2024 auf Anschlussberufung 

-   6   -

(Urk. 103). Am 6. Februar 2025 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf 

den 10. April 2025 vorgeladen (Urk. 105).

2.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien einzig der Beschuldigte 

(Prot. II S. 4). Vorfragen waren keine zu entscheiden (Prot. II S. 5) und – abge-

sehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 119) – auch keine Beweise 

abzunehmen (Prot. II S. 6). Das Urteil wurde im Anschluss an die Berufungsver-

handlung gefällt und schriftlich eröffnet (Prot. II S. 8 ff.).

II. Prozessuales

1. Umfang der Berufung

1.1. Der Beschuldigte ficht das Urteil der Vorinstanz vollumfänglich an (Urk. 90; 

Urk. 111 S. 91; Prot. II S. 5 f.). Damit ist kein Punkt des vorinstanzlichen Urteils in 

Rechtskraft erwachsen. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Genugtu-

ungsbegehren der Privatklägerin gemäss Dispositiv-Ziffer 4 abgewiesen wurde. 

Mangels Beschwer ist diesbezüglich auf die Berufung des Beschuldigten nicht ein-

zutreten. 

1.2. Nachdem keine selbständigen Berufungen und/oder Anschlussberufungen 

der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin vorliegen (vgl. oben Ziff. 2.2), ist das 

Berufungsgericht an das Verschlechterungsverbot gebunden (Art. 391 Abs. 2 

StPO). 

2. Strafanträge

Der Tatbestand der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB ist ein 

Antragsdelikt. Die Vorinstanz hat das Nötige dazu ausgeführt und kam zurecht zum 

Schluss, dass die erforderlichen Strafanträge vorliegen (Urk. 87 S. 7; Urk. 2; D2 

Urk. 1). 

3. Verweise und Parteivorbringen

3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

-   7   -

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet.

3.2. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Entscheidbegründung kurz die 

wesentlichen Überlegungen nennen muss, von denen sich das Gericht leiten liess 

und auf die es seinen Entscheid stützt. Es muss sich aber nicht mit jedem Partei-

vorbringen einlässlich auseinandersetzen (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7). Die Beru-

fungsinstanz kann sich demgemäss auf die für ihren Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken.

III. Sachverhalt

1. Tatvorwurf und Standpunkt des Beschuldigten

1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am 13. Juni 2022 

zwei (Dossier 1) und am 5./6. Dezember 2023 vier (Dossier 2) E-Mails mit den 

Betreffen "Betrug von Frau B._____" und "Strafanzeige gegen Frau B._____: Fäl-

schung & Betrug (Versuch)" an die Arbeitgeberin der Privatklägerin, an Nachbarn 

der Privatklägerin sowie an die Privatklägerin selbst mit ehrverletzendem Inhalt ge-

schickt zu haben (Urk. 33 S. 2-6). 

1.2. Der Beschuldigte bestritt in der ganzen Untersuchung und auch vor Vorin-

stanz nicht, die anklagegegenständlichen E-Mails geschrieben und verschickt zu 

haben (Prot. I S. 15 ff.; Urk. 4 S. 1 F/A 4 und S. 3 F/A 18; Urk. 21/3 S. 3 F/A 8 und 

S. 6 f. F/A 28). Dies änderte sich auch im Berufungsverfahren nicht (Urk. 111; 

Urk. 119 S. 10). Er führt indes sinngemäss aus, die Wahrheit gesagt zu haben, und 

beruft sich auf den Wahrheitsbeweis, welchen er mittels Beweisunterlagen erbrin-

gen könne (Urk. 111 und Urk. 120; vgl. auch Urk. 90; Urk. 97). 

1.3. Der Beschuldigte machte in seiner "Verteidigungsschrift" vom 21. Februar 

2025 und auch in seinen heute eingereichten Plädoyernotizen viele Ausführungen 

zu Umständen, die mit dem vorliegenden Strafverfahren bzw. dem zu beurteilenden 

Anklagevorwurf nichts zu tun haben. Beispielsweise reichte er dem Gericht heute 

eine E-Mail respektive E-Mail-Korrespondenz als Beilage zu seinem Plädoyer ein, 

welche vom 1. und 2. April 2025 datiert und sich auf die Jahresrechnung 2024 

-   8   -

bezieht (Urk. 121), um zu zeigen, was eine Beschimpfung ist und dass es in seiner 

Nachbarschaft ab und zu dazu kommt (Urk. 120 S. 3 ff.). Dies mag zwar zutreffen, 

tut aber nichts zur (vorliegenden Straf-)Sache. Wenn der Beschuldigte sodann das 

Gefühl hat, dass Privatrechnungen der Privatklägerin in die Jahresrechnung der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft aufgenommen worden seien (z.B. Urk. 120 

S. 8 ff.), hat auch dieser Umstand mit dem vorliegenden Anklagevorwurf nichts zu 

tun. Im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens sind bloss die anklagegegen-

ständlichen E-Mails vom 13. Juni 2022 und 5./6. Dezember 2023 zu beurteilen und 

nichts Anderes. Ferner ist auch darauf hinzuweisen, dass der "Zivilstreit" nichts mit 

dem vorliegenden Strafverfahren zu tun hat, selbst wenn der Beschuldigte jeweils 

ausführt, die anklagegegenständlichen E-Mails seien bloss eine Zusammenfas-

sung des Zivilstreits (z.B. Urk. 119 S. 10 und S. 11; Urk. 120 S. 19). Thema des 

Zivilstreits sind – soweit ersichtlich – die Jahresrechnungen der Stockwerkeigen-

tümergemeinschaft. Diese sind aber in keiner Form Gegenstand des vorliegenden 

(Straf-)Verfahrens. Dasselbe gilt für die Lohnpfändungen gegenüber der Ehefrau 

des Beschuldigten; diesbezügliche Betreibungen und deren erschwertes beruf-

liches Fortkommen, was der Beschuldigte immer wieder vorbringt (z.B. Urk. 111 

S. 40 und S. 60; Urk. 119 S. 12). Den Ausführungen des Beschuldigten kann 

sodann entnommen werden, dass er vom vorliegenden Verfahren eine Art vor-

frageweise Überprüfung des Verhaltens der Privatklägerin erwartet. Nachdem das 

diesbezügliche Strafverfahren gegen die Privatklägerin rechtskräftig eingestellt 

wurde (vgl. oben Ziff. I.1.2), bleibt kein Raum für eine solche Überprüfung und es 

hat mit der rechtskräftigen Verfahrenseinstellung sein Bewenden. 

1.4. Insofern der Beschuldigte insinuiert, dass seitens der Privatklägerin im Zivil-

verfahren (weitere) strafbare Handlungen begangen worden sein könnten (Urk. 119 

S. 14), wäre (erneut) Strafanzeige zu erstatten oder hätte er sich zivilrechtlicher 

Rechtsbehelfe zu bedienen. Jedenfalls legitimiert dies den Beschuldigten nicht, die 

Privatklägerin gegenüber Dritten eines strafbaren Verhaltens zu bezichtigen. 

2. Beweismittel und deren Würdigung

Die fraglichen sechs E-Mails sind aktenkundig (Urk. 3/2; Urk. 3/3; D2 Urk. 2/1). 

Zusammen mit dem Geständnis des Beschuldigten, diese E-Mails verfasst und 

-   9   -

versendet zu haben, ist der Sachverhalt diesbezüglich anklagegemäss erstellt. Auf 

die Frage der Ehrenrührigkeit der E-Mails sowie die vom Beschuldigten vorge-

brachten Einwendungen ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

IV. Rechtliche Würdigung

1. Grundlagen

1.1. Der Beschuldigte spricht immer wieder von "Beschimpfung" (z.B. Urk. 120 

und Urk. 121; Urk. 111 S. 49 f. und S. 90 f.). Daher ist vorab klarzustellen, dass 

dem Beschuldigten mit der vorliegend zu beurteilenden Anklage mehrfache üble 

Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB und keine Beschimpfung im Sinne von 

Art. 177 StGB vorgeworfen wird. 

1.2. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand der üblen 

Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB sowie zum Wahrheits- und Gutglau-

bensbeweis (Art. 173 Ziff. 2 und 3) sorgfältig und ausführlich dargetan, so dass 

vorab darauf zu verweisen ist (Urk. 87 S. 8-11). Rekapitulierend und teilweise 

ergänzend ist Folgendes festzuhalten: 

1.3. Den Straftatbestand der üblen Nachrede erfüllt, wer jemanden bei einem an-

dern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, 

seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, oder wer eine solche 

Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet (Art. 173 Ziff. 1 StGB). Beweist 

der Beschuldigte, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusserung 

der Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen 

für wahr zu halten, so ist er nicht strafbar (Art. 173 Ziff. 2 StGB). Der Beschuldigte 

wird zum Beweis nicht zugelassen und ist strafbar für Äusserungen, die ohne 

Wahrung öffentlicher Interessen oder sonst wie ohne begründete Veranlassung, 

vorwiegend in der Absicht vorgebracht oder verbreitet werden, jemandem Übles 

vorzuwerfen, insbesondere, wenn sich die Äusserungen auf das Privat- oder Fami-

lienleben beziehen (Art. 173 Ziff. 3 StGB). In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 173 

Ziff. 1 StGB Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). 

Dieser muss sich auf den ehrverletzenden Charakter der Mitteilung, die Eignung 

-   10   -

zur Rufschädigung und die Kenntnisnahme der Äusserung durch eine Drittperson, 

nicht aber auf die Unwahrheit beziehen. Eine besondere Beleidigungsabsicht ist 

nicht erforderlich (Urteile des Bundesgerichtes 6B_328/2021 vom 13. April 2022 

E. 2.2.2; 6B_1131/2021 vom 12. Januar 2022 E. 5.1.2; je mit Hinweis; zum Gan-

zen: Urteil des Bundesgerichtes 6B_1028/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 3.3.1).

1.4. Die Ehrverletzungstatbestände gemäss Art. 173 ff. StGB schützen nach 

ständiger Rechtsprechung den Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu 

benehmen, wie nach allgemeiner Anschauung ein charakterlich anständiger 

Mensch sich zu verhalten pflegt. Äusserungen, die sich lediglich eignen, jemanden 

in anderer Hinsicht, zum Beispiel als Geschäfts- oder Berufsmann, als Politiker oder 

Künstler in der gesellschaftlichen Geltung herabzusetzen, sind nicht ehrverletzend 

im Sinne von Art. 173 ff. StGB. Voraussetzung ist aber, dass die Kritik an den 

strafrechtlich nicht geschützten Seiten des Ansehens nicht zugleich die Geltung der 

Person als ehrbarer Mensch trifft (vgl. BGE 148 IV 409 E. 2.3; BGE 145 IV 462 

E. 4.2.2; BGE 137 IV 313 E. 2.1.1 und E. 2.1.4).

1.5. Die zu Art. 173 ff. StGB ergangene Rechtsprechung unterscheidet zwischen 

Tatsachenbehauptungen sowie reinen und gemischten Werturteilen. Wesentlich für 

die Einstufung als Tatsachenbehauptung ist danach, ob die ehrverletzende Aus-

sage durch Beweis auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden kann (BGE 118 

IV 41 E. 3; BGE 74 IV 98 E. 1). Ein reines Werturteil bzw. eine Formal- oder Ver-

balinjurie ist ein blosser Ausdruck der Missachtung, ohne dass sich die Aussage 

erkennbar auf bestimmte, dem Beweis zugängliche Tatsachen stützt. Ehrverlet-

zende Werturteile über den Verletzten können, auch soweit sie an Dritte gerichtet 

sind, lediglich den Tatbestand der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB erfül-

len. Bei einem sog. gemischten Werturteil hat eine Wertung demgegenüber einen 

erkennbaren Bezug zu Tatsachen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_440/2019 vom 

18. November 2020 E. 2.2.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 65; 6B_1270/2017 vom 

24. April 2018 E. 2.1; je mit Hinweisen). Der Übergang zwischen reinem Werturteil 

zu gemischtem Werturteil ist fliessend. Ob ein reines oder ein gemischtes Werturteil 

vorliegt, muss aus dem ganzen Zusammenhang der Äusserung erschlossen 

werden (BGE 74 IV 98 E. 1; Urteile des Bundesgerichtes 6B_69/2019 vom 

-   11   -

4. November 2019 E. 1.1; 6B_1270/2017 vom 24. April 2018 E. 2.1 mit Hinweisen), 

wobei bestimmte Ausdrücke wie Dirne, Schwein oder Verräter das eine wie das 

andere bedeuten können (BSK StGB II-RIKLIN, 4. Aufl. 2019, N 5 zu Art. 177 StGB; 

SCHWANDER, Das Schweizerische Strafgesetzbuch unter besonderer Berücksich-

tigung der bundesgerichtlichen Praxis, 2. Aufl. 1964, N 604). Beim gemischten 

Werturteil finden die Bestimmungen von Art. 173 Ziff. 2 und 3 StGB analoge 

Anwendung, d.h. der Täter ist unter den dort genannten Voraussetzungen zum 

Wahrheitsbeweis und zum Beweis, dass er ernsthafte Gründe hatte, seine Äusse-

rung in guten Treuen für wahr zu halten, grundsätzlich zuzulassen (BGE 132 IV 112 

E. 3.1; BGE 93 IV 20 E. 3; Urteil des Bundesgerichtes 6B_440/2019 vom 

18. November 2020 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 65). Nur bei reinen Wertur-

teilen entfällt die Möglichkeit des Entlastungsbeweises. Art. 173 Ziff. 3 StGB setzt 

sodann einerseits das Fehlen einer begründeten Veranlassung für die Äusserung 

und andererseits die überwiegende Absicht, jemandem Übles vorzuwerfen, voraus 

(BGE 132 IV 112 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichtes 6B_440/2019 vom 

18. November 2020 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 65; 6B_1270/2017 vom 

24. April 2018 E. 2.2 mit Hinweisen). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob diese 

Voraussetzungen erfüllt sind. Es liegt indessen am Beschuldigten zu entscheiden, 

ob er den Entlastungsbeweis erbringen will (BGE 137 IV 313 E. 2.4.2 mit Hinwei-

sen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichtes 7B_140/2023 vom 25. September 

2024 E. 2.3).

1.6. Der Vorwurf strafbaren Verhaltens ist ehrverletzend (vgl. BGE 145 IV 462 

E. 4.2.2; BGE 132 IV 112 E. 2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_1046/2021 vom 

2. August 2022 E. 3.3.2; 6B_328/2021 vom 13. April 2022 E. 2.2.3; 6B_318/2016 

vom 13. Oktober 2016 E. 3.8.2; je mit Hinweisen). Es ist Sache der beschuldigten 

Person, zu beweisen, dass die Äusserung wahr ist oder dass sie diese in guten 

Treuen für wahr halten durfte, falls sie zum Entlastungsbeweis zugelassen wird. 

Der Wahrheitsbeweis eines strafbaren Verhaltens kann grundsätzlich nur mit einem 

rechtskräftigen Strafurteil erbracht werden (BGE 132 IV 112 E. 4.2; Urteile des 

Bundesgerichtes 6B_328/2021 vom 13. April 2022 E. 2.2.3; 6B_1131/2021 vom 

12. Januar 2022 E. 5.1.2; 6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 3.8.2). Der Gut-

glaubensbeweis ist erbracht, wenn der Täter nachweist, dass er die ihm nach den 

-   12   -

Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen zumutbaren Schritte unternom-

men hat, um die Richtigkeit seiner Äusserung zu überprüfen und sie für gegeben 

zu erachten (BGE 124 IV 149 E. 3b; BGE 116 IV 205 E. 3; BGE 105 IV 118 E. 2a; 

Urteile des Bundesgerichtes 6B_328/2021 vom 13. April 2022 E. 2.2.3; 

6B_1131/2021 vom 12. Januar 2022 E. 5.1.2; zum Ganzen: Urteil des Bundes-

gerichtes 6B_1028/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 3.3.4). 

1.7. Beweist die beschuldigte Person, dass die von ihr vorgebrachte oder weiter-

verbreitete Äusserung der Wahrheit entspricht (sog. Wahrheitsbeweis), oder dass 

sie ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten (sog. Gut-

glaubensbeweis), so ist sie nicht strafbar (Art. 173 Ziff. 2 StGB). In Bezug auf den 

Gutglaubensbeweis muss die Täterschaft zur Erfüllung ihrer Informations- und 

Sorgfaltspflicht sämtliche ihr zumutbaren Schritte unternommen haben, um die 

Richtigkeit ihrer Äusserungen zu überprüfen (BGE 124 IV 149 E. 3b; Urteile des 

Bundesgerichtes 6B_777/2022 vom 16. März 2023 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 149 

IV 170; 6B_735/2022 vom 2. Februar 2023 E. 3.1; je mit Hinweisen). Sie darf nicht 

blind auf die Aussagen einer Drittperson vertrauen (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_1461/2021 vom 29. August 2022 E. 2.1.4; 6B_1114/2018 vom 29. Januar 2020 

E. 2.1.2, nicht publ. in: BGE 146 IV 23; je mit Hinweisen). Massgebend sind letztlich 

die Umstände des Einzelfalls. Je schwerer ein Ehreingriff ist, desto höhere Sorg-

faltspflichten bestehen hinsichtlich der Abklärung des wahren Sachverhalts, wobei 

die Schwere vom Vorwurf und vom Verbreitungsgrad abhängt (Urteil des Bundes-

gerichtes 6B_735/2022 vom 2. Februar 2023 E. 3.1 mit Hinweisen). In der Regel 

ist der Entlastungsbeweis zuzulassen (BGE 132 IV 112 E. 3.1; Urteile des Bundes-

gerichtes 6B_1114/2018 vom 29. Januar 2020 E. 2.1.2; 6B_722/2017 vom 

28. August 2017 E. 1.1). Ein Ausschluss ist nach Art. 173 Ziff. 3 StGB nur vorge-

sehen, wenn die Äusserung ohne Wahrung öffentlicher Interessen oder sonst wie 

ohne begründete Veranlassung und kumulativ vorwiegend in der Absicht vorge-

bracht oder verbreitet wird, jemandem Übles vorzuwerfen, insbesondere wenn sich 

die Äusserung auf das Privat- oder Familienleben bezieht (vgl. BGE 132 IV 112 

E. 3.1; Urteile des Bundesgerichtes 6B_777/2022 vom 16. März 2023 E. 3.2; 

6B_735/2022 vom 2. Februar 2023 E. 3.1; je mit Hinweisen). Eine begründete Ver-

anlassung im genannten Sinn kann sich auf öffentliche oder private Interessen 

-   13   -

beziehen. Sie muss objektiv bestanden haben und Beweggrund für die Äusserung 

gewesen sein. Für die Zulassung zum Entlastungsbeweis genügt, dass die Äus-

serung auch nur zum kleineren Teil aus begründeter Veranlassung getan wurde 

(Urteile des Bundesgerichtes 6B_722/2017 vom 28. August 2017 E. 1.1; 

6B_584/2016 vom 6. Februar 2017 E. 3.1.4; je mit Hinweis; zum Ganzen: Urteil des 

Bundesgerichtes 7B_269/2022 vom 11. Juni 2024 E. 2.2.1 f.).

2. E-Mail vom 13. Juni 2022, 14.55 Uhr (Dossier 1)

2.1. Am 13. Juni 2022 um 14.55 Uhr versandte der Beschuldigte an die Arbeit-

geberin der Privatklägerin (...@G1._____.com, Kopie an ...'@G1._____.com) 

– und mithin eine Dritte – eine E-Mail mit dem Betreff "Betrug von Frau B._____". 

In jener E-Mail führte der Beschuldigte unter anderem aus (Urk. 3/2):

"Die Mitarbeiterin, Frau B._____, von G2._____ ist wegen Betrug durch Rechtspro-

zess behandelt..."

"Frau B._____ macht Betrug, um bei Nachbarn Gelder zu verdienen..."

Wir sind gezwungen, die Methode der Lohnpfände zu benutzen, wenn Frau B._____ 

weiter sich weigern, den betrogenen Betrag zurückzubezahlen."

"Der Betrug von Frau B._____ ist auch strafrechtlich behandelt."

"Frau B._____ manipuliert den Beleg (sie ersetzt originalen Beleg durch anderen 

Beleg, sie benutzt einen Beleg zweimal). Manipulation des Belegs ist in Finanz als 

Betrug betrachtet (Tatsache)"

"...Straftat kommt dann ins Strafregister. Geben Sie mir bitte die richtige Kontakt-

adresse für Compliance, was strafregister-Eintrag relevant für Compliance ist...".

2.2. Der Beschuldigte bezichtigt die Privatklägerin mit diesen Äusserungen 

mehrfach des Betruges. Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

tangiert der Vorwurf, jemand habe vorsätzlich eine strafbare Handlung begangen, 

die sittliche Ehre. Demnach sind die obenstehenden Äusserungen – gerade auch 

in Kombination mit dem Betreff ("Betrug von Frau B._____") – ohne Weiteres als 

ehrenrührig einzustufen. Zu keinem anderen Ergebnis kommt die Vorinstanz. Unter 

Verweis auf deren diesbezügliche Ausführungen (Urk. 87 S. 12 f.) ist der objektive 

-   14   -

Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt, zumal es sich nicht um ein reines Werturteil 

handelt, welches (nur) vom Tatbestand der Beschimpfung (Art. 177 StGB) erfasst 

würde. Dem Vorbringen des Beschuldigten, wonach das schweizerische Strafrecht 

kein Verbot des Wortes Betrug kennt (Urk. 97 v.a. S. 1 und S. 11) bzw. es kein 

Gesetz gibt, dass das Wort "Betrug" verbietet (z.B. Urk. 111 S. 12, S. 27, S. 35), ist 

in diesem – vom Kontext losgelösten – Sinne grundsätzlich beizupflichten. Vorlie-

gend behauptet der Beschuldigte aber, die Privatklägerin habe sich des Betruges 

schuldig gemacht, was sich nicht nur am Betreff "Betrug von Frau B._____" in op-

tima forma zeigt, sondern auch durch die mehrfache klare Bezugnahme zum Straf-

recht durch Formulierungen wie "durch Rechtsprozess behandelt", "strafrechtlich 

behandelt", "Straftat" und "Strafregister". Die Verwendung des Wortes "Betrug" in 

diesem Zusammenhang ist ehrverletzend, zumal es sich beim Begriff Betrug um 

einen rechtlichen Terminus technicus handelt, der in allen Bereichen – und auch 

im Rechnungswesen – gleich verstanden wird. Die Vorbringen des Beschuldigten, 

wonach das Verhalten der Privatklägerin im Rechnungswesen ein Betrug sei re-

spektive der Umstand, dass die Privatklägerin mit gefälschten Belegen zum Zivil-

richter gehe und von ihm (dem Beschuldigten) einen erhöhten Betrag verlange, sei 

im Rechnungswesen ein Betrug (z.B. Urk. 119 S. 14; Urk. 120 S. 8 f.; Urk. 111 

S. 88), sind daher nicht zu hören. Im Rechnungswesen gibt es kein anderes Ver-

ständnis des Betruges.

2.3. Ebenso ist der subjektive Tatbestand erfüllt. Es ist unbestritten, dass der 

Beschuldigte diese E-Mail mit Wissen und Willen verfasste und an die Arbeitgeberin 

der Privatklägerin versandte. Er musste, gerade auch angesichts der – jedenfalls 

erstinstanzlichen – Verurteilung durch das Bezirksgericht Meilen vom 17. Januar 

2022 (Urk. 11 S. 2 f.), zumindest damit rechnen und entsprechend sensibilisiert 

sein, dass diese Äusserungen ehrverletzend sein könnten. 

2.4. Der Beschuldigte berief sich in der Untersuchung und vor Vorinstanz sowohl 

auf den Wahrheits- als auch den Gutglaubensbeweis (Urk. 4 S. 4 F/A 22; Urk. 21/3 

S. 3-6 F/A 9 ff. und S. 9 F/A 40 f.; Urk. 54 S. 3-7; Prot. I S. 16 f. und S. 40 f.). Auch 

seinen Eingaben im Berufungsverfahren und den Ausführungen anlässlich der heu-

tigen Berufungsverhandlung ist zu entnehmen, dass er die Ansicht vertritt, seine 

-   15   -

Ausführungen entsprächen der Wahrheit (der Betrug sei "beweisbar" bzw. die 

Vorinstanz habe die "Beweisunterlagen völlig ignoriert"; vgl. z.B. Urk. 97 S. 3, S. 5, 

S. 6, S. 9 und S. 10; Urk. 111 S. 48 ff.; Urk. 120). Die Vorinstanz liess den Beschul-

digten in Anwendung von Art. 173 Ziff. 3 StGB nicht zum Wahrheits- und Gutglau-

bensbeweis zu, da keine öffentlichen Interessen oder eine sonstwie begründete 

Veranlassung ersichtlich seien, die inkriminierte E-Mail an die Arbeitgeberin der Be-

schuldigten (recte: Privatklägerin) zu senden, vielmehr sei im Verhalten des 

Beschuldigten die Absicht zu erblicken, der Privatklägerin gegenüber ihrer Arbeit-

geberin Übles vorzuwerfen und diese dort zu schmähen bzw. zu Fall zu bringen, 

selbst wenn der Beschuldigte auf die Einleitung einer Lohnpfändung abgezielt 

habe, was umso mehr gelte, als der Arbeitsplatz ohne sachlichen oder persönlichen 

Zusammenhang zum Nachbarschaftsstreit stehe (Urk. 87 S. 14). Diesen Erwägun-

gen der Vorinstanz ist beizupflichten. Die Arbeitgeberin der Privatklägerin ist in 

keiner Art und Weise in die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der 

Liegenschaft C._____ [Strasse] … in D._____ zwischen der Privatklägerin und dem 

Beschuldigten involviert. Wenn der Beschuldigte der Arbeitgeberin der Privatkläge-

rin einfach diese "Information" hat zukommen lassen wollen, wie er es selber aus-

drückt (Urk. 21/3 S. 3 f. F/A 9 ff.; vgl. auch Urk. 4 S. 2 f. F/A 12 f.), so gab es hierfür 

– mangels einer Verbindung zur Arbeitgeberin – keinen auch nur ansatzweise 

ersichtlichen Grund. Auf die Frage, ob er sich eine Reaktion der Arbeitgeberin 

erhofft habe, antwortete der Beschuldigten denn auch mit "nein, nein" (Urk. 21/3 

S. 4 F/A 14). Heute bestätigte der Beschuldigte dies, indem er zu Protokoll gab, es 

sei eine Reaktion auf das "Theater wegen einer Lohnpfändung" der Privatklägerin 

gewesen (Urk. 119 S. 12). Dies zeigt in aller Deutlichkeit, dass der Beschuldigte 

keine öffentlichen Interessen wahren wollte, keine Veranlassung für das Versenden 

der E-Mail bestand und er diese nur in der Absicht, der Privatklägerin Übles vorzu-

werfen, verfasste und verschickte, zumal aufgrund der Ausführungen des Beschul-

digten in der Eingabe vom 21. Februar 2025 der Eindruck entsteht, dass er sich 

einfach an der Privatklägerin rächen wollte, da diese eine Lohnpfändung seiner 

Ehefrau initiierte. Denn er wirft der Privatklägerin vor, eine Betreibung bzw. Lohn-

pfändung eingeleitet zu haben, um absichtlich den Ruf seiner Ehefrau zu schädigen 

und ihren Job bei der H._____ zu gefährden, welcher Fall nun vor Bundesgericht 

-   16   -

sei. Gegen eine solche "böse Absicht & Angriff" verteidige er sich (Urk. 111 S. 60). 

Es kommt hinzu, dass sich diverse Vorbringen des Beschuldigten, weshalb er zum 

Entlastungsbeweis zuzulassen sei, erst nach dem Verfassen der anklagegegen-

ständlichen E-Mail ereigneten (z.B. Urk. 121), was von Vornherein nicht zur 

Zulassung zum Entlastungsbeweis führen kann. Der Beschuldigte ist nicht zum 

Entlastungsbeweis zuzulassen. 

2.5. Der Beschuldigte führt ferner stets an, die Vorinstanz habe Beweisunter-

lagen "vernichtet" bzw. "eliminiert" (Urk. 111; Urk. 119 S. 11). Was er damit konkret 

meint, erschliesst sich nicht. Die vom Beschuldigten eingereichten Eingaben und 

Beilagen fanden Eingang in die Akten, auf seine Argumente wurde im angefochte-

nen Entscheid eingegangen. Im Übrigen ist auf die Erwägungen unter II.3.2 zu 

verweisen. Da die Vorinstanz den Beschuldigten – zurecht – nicht zum Entlastungs-

beweis zuliess, war sie nicht gehalten, allfällige Beweisunterlagen zu würdigen. 

Auch mit diesem Vorbringen ist der Beschuldigte daher nicht zu hören. 

2.6. In einer Eventualbegründung erwägt die Vorinstanz schliesslich, dass dem 

Beschuldigten der Entlastungsbeweis auch nicht gelänge (Urk. 87 S. 14-16). Dem 

ist zuzustimmen. Der Wahrheitsbeweis für die Behauptung oder Verdächtigung, es 

habe jemand ein Delikt begangen, ist grundsätzlich durch eine entsprechende 

Verurteilung zu erbringen (BGE 106 IV 115 E. 2). Nachdem das diesbezügliche 

Verfahren gegen die Privatklägerin (Untersuchungs-Nr. A-8/2023/10047313 der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland) rechtskräftig eingestellt wurde (Urk. 74/2 

[Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 21. Juni 2024]) und 

der Beschuldigte auch sonst über keine Verurteilung der Privatklägerin zu berichten 

wusste (Urk. 119 S. 15), gelingt dem Beschuldigten der Wahrheitsbeweis nicht. 

Hinsichtlich des Gutglaubensbeweises verweist die Vorinstanz zurecht auf den 

Umstand, dass die Strafanzeige des Beschuldigten gegen die Privatklägerin vom 

4. Dezember 2023 datiert (Urk. 25/1) und diese mithin erst ca. 1 ½ Jahre nach der 

inkriminierten E-Mail erstattet wurde. Hätte der Beschuldigte ernsthafte Gründe 

gehabt, dass die Privatklägerin sich eines Betruges schuldig gemacht hätte, so 

hätte er sich wohl veranlasst gesehen, die Strafanzeige zeitnaher zu erstatten. 

-   17   -

2.7. Der Beschuldigte hat in Bezug auf die E-Mail vom 13. Juni 2022, 14.55 Uhr, 

den Tatbestand der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB erfüllt. 

3. E-Mail vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr (Dossier 1)

3.1. Am 13. Juni 2022 um 15.21 Uhr versandte der Beschuldigte an I._____, 

J._____, K._____, L._____, M._____, N._____ und die Privatklägerin eine E-Mail 

unter Beilage einer von ihm kurz zuvor, um 14.33 Uhr, der Privatklägerin versand-

ten E-Mail, wobei beide E-Mails den Betreff "Betrug von Frau B._____" trugen. In 

diesen E-Mails schrieb der Beschuldigte unter anderem Folgendes: 

"Wenn du bis Ende Juni den betrogenen Betrag zurückzahlen wirst, dann werden 

wir darauf verzichten, dich zu klagen."

"Frau B._____ benutzt einen Beleg zweimal, um bei Nachbarn Geld zu verdienen. 

...Manipulation des Belegs (einen Beleg zweimal zu benutzen) ist in Finanz als 

Betrug betrachtet"

"Frau B._____ ersetzt originalen Beleg durch anderen Beleg, um falsche Aussagen 

im Gericht zu machen ..."

"Bei der Liegenschaft ist die Kostenverteilung gleich .... sie sorgt dafür, dass sie (als 

Revisor) weniger bezahlen (muss) .. . sie bestätigt die absichtlich falsche Kostenver-

teilung durch ihre eigene Unterschrift, dass die falsche Kostenverteilung korrekt ist... 

Mit anderem Wort benutzt Frau B._____ Betrug als Mittel, um bei Nachbarn Geld zu 

verdienen".

3.2. Insofern sich die obgenannte E-Mail an die Privatklägerin selbst richtet, fällt 

eine Verurteilung des Beschuldigten wegen übler Nachrede gemäss Art. 173 StGB 

ausser Betracht. Ehrenrührige Tatsachenbehauptungen und Werturteile gegen-

über dem Verletzten selbst fallen unter den Tatbestand der Beschimpfung im Sinne 

von Art. 177 StGB. Eine Anklageerhebung respektive erstinstanzliche Verurteilung 

des Beschuldigten wegen Beschimpfung erfolgte nicht. Zufolge des Verschlechte-

rungsverbots ist eine solche zusätzliche Verurteilung im Berufungsverfahren daher 

nicht möglich. 

3.3. Wiederum ist nur schon wegen des Betreffs der E-Mail "Betrug von Frau 

B._____" von Ehrenrührigkeit auszugehen. Aber auch die übrigen angeklagten 

-   18   -

Textpassagen werfen der Privatklägerin – zumindest teilweise – weiteres strafbares 

Verhalten vor. Die Vorinstanz wies zurecht darauf hin, dass der Passus, wonach 

die Privatklägerin absichtlich eine falsche Kostenverteilung durch ihre eigene 

Unterschrift bestätigt habe, als weiteres strafbares Verhalten interpretiert werden 

muss (Urkundendelikte [Art. 251 ff. StGB]). Ebenso implizieren falsche Aussagen 

vor Gericht weitere strafbare Verhaltensweisen (Rechtspflegedelikte [Art. 303 ff. 

StGB]). Dass die Bezichtigung einer Person, vorsätzlich eine strafbare Handlung 

begangen zu haben, bereits ehrverletzend ist, wurde zuvor schon erwogen 

(vgl. oben Ziff. 1.6). Die E-Mail von 15.21 Uhr richtete sich ferner unbestritten-

ermassen (vgl. z.B. Urk. 4 S. 3 F/A 20) an Nachbarn der Privatklägerin und des 

Beschuldigten und damit an Dritte. Der objektive Tatbestand von Art. 173 Ziff. 1 

StGB ist erfüllt. 

3.4. Der subjektive Tatbestand ist ebenfalls erfüllt. Es kann auf die vorstehenden 

Ausführungen verwiesen werden (vorne Ziff. 2.3). 

3.5. Zu den Beweggründen für den Versand der E-Mails erklärte der Beschul-

digte in der Untersuchung, er habe an die Nachbarn appellieren wollen, die Sache 

zivilisiert zu regeln (Urk. 4 S. 3 F/A 20), und, er sei in einen Nachbarkrieg geraten 

wegen falschen Informationen der Privatklägerin (Urk. 21/3 S. 7 F/A 29). Es 

bestünden öffentliche Interessen, da die Privatklägerin früher Revisorin gewesen 

sei. Die Nachbarn hätten die Privatklägerin abgewählt (a.a.O. F/A 30). Die 

Anschlussfrage nach dem Zeitpunkt der Abwahl der Privatklägerin als Revisorin, 

ob dies nach Versand der inkriminierten E-Mails gewesen ist, beantwortete der 

Beschuldigte in der Folge nicht; er machte – trotz der deutlichen Frage – andere 

Depositionen (a.a.O. F/A 31). Auch im Berufungsverfahren betonte er immer 

wieder, dass alle Nachbarn seit fünf Jahren bzw. seit 2019 in einen Rechtsstreit 

involviert seien (z.B. Urk. 111 S. 2, S. 3, S. 9, S. 11, S. 16; Urk. 120 S. 1) und die 

Information, da die Privatklägerin Revisorin sei, von öffentlichem Interesse für alle 

Nachbarn sei (z.B. Urk. 111 S. 38, S. 68, S. 71 f.). Aus den Ausführungen des 

Beschuldigten in der anklagegegenständlichen E-Mail geht indes hervor, dass die 

Privatklägerin von 2014 bis 2018 als Revisorin der Liegenschaft tätig gewesen war 

(Urk. 3/3; die Privatklägerin gab demgegenüber an, [erst] im Jahr 2018 für ein Jahr 

-   19   -

als Revisorin tätig gewesen zu sein [Urk. 21/1 S. 8 F/A 46]). Demzufolge war die 

Privatklägerin im Juni 2022 – im Zeitpunkt des Versands der E-Mails – schon 

längere Zeit nicht mehr Revisorin. Eine mögliche Abwahl der Privatklägerin als 

Revisorin stand am 13. Juni 2022 beim Versand des bzw. der E-Mails damit nicht 

mehr zur Debatte. Ein öffentliches Interesse oder eine begründete Veranlassung 

können nicht erkannt werden. Vielmehr bestätigen die Aussagen des Beschuldig-

ten, der von einem "Nachbarkrieg" spricht, dass er gerade die Absicht hatte, der 

Privatklägerin Übles vorzuwerfen und es ihm vor allem darum ging, die Nachbarn 

in diesem "Krieg" auf seine Seite zu ziehen. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten 

auch in Bezug auf diese E-Mail zurecht nicht zum Entlastungsbeweis zugelassen. 

Im Übrigen gelänge dieser auch nicht. Es kann auf die diesbezüglichen Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 87 S. 18 f.). 

3.6. Die E-Mail vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr, einschliesslich Weiterleitung der 

E-Mail von 14.33 Uhr, erfüllt den Tatbestand der üblen Nachrede im Sinne von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB.

4. E-Mail vom 5. Dezember 2023, 14.06 Uhr (Dossier 2)

4.1. Die E-Mail vom 5. Dezember 2023 versandte der Beschuldigte wiederum an 

die Privatklägerin und an zwölf weitere Personen – unter anderem diverse Nach-

barn, die Arbeitgeberin der Privatklägerin und die F._____ Immobilien GmbH 

(Liegenschaftsverwaltung; vgl. Urk. 21/3 S. 9 F/A 43). Die E-Mail hat den Betreff 

"FYI Strafanzeige gegen Frau B._____: Fälschung & Betrug (Versuch)" und sie hat 

unter anderem folgenden, anklagegegenständlichen Inhalt (D2 Urk. 2/1 S. 7 f.): 

die Privatklägerin sorge dafür, dass sich die Nachbarn seit mehr als 5 Jahren in 

Kriegszustand befänden,

die Privatklägerin habe Jahresrechnungen mittels Manipulation von Belegen 

gefälscht, um Gelder beim Nachbarn Dr. A._____ zu verdienen,

die Kosten in der Bilanz seien infolge Betrug um 744 % erhöht,

die Privatklägerin habe den Zivilprozess wegen Fälschung und Betrug verloren,

-   20   -

die Privatklägerin habe im Gerichtsverfahren eine gefälschte Jahresrechnung 

eingereicht,

die Privatklägerin sei davon besessen, sich auf Kosten der Nachbarn zu berei-

chern, indem sie Jahresrechnungen fälsche, Belege manipuliere damit Fälschung 

und Betrug begehe.

4.2. Wiederum ist nur schon wegen des Betreffs der E-Mail "FYI Strafanzeige 

gegen Frau B._____: Fälschung & Betrug (Versuch)" von Ehrenrührigkeit auszu-

gehen. Die Vorinstanz hielt dazu zurecht fest, auch der Vorwurf eines strafbaren 

Betrugsversuchs sei ehrenrührig (Urk. 87 S. 20). Aber auch die übrigen angeklag-

ten Textpassagen werfen der Privatklägerin – zumindest teilweise – weiteres straf-

bares Verhalten vor. Erneut spricht er – zumindest sinngemäss – von Urkunden-

fälschungen und weiteren Betrugshandlungen (u.a. auch in einem Gerichtsverfah-

ren). Der objektive Tatbestand von Art.  173 Ziff. 1 StGB ist erfüllt. 

4.3. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands ist auf die vorstehenden Ausfüh-

rungen zu verweisen (vorne Ziff. 2.3). 

4.4. Wiederum liess die Vorinstanz den Beschuldigten nicht zum Entlastungsbe-

weis zu (Urk. 87 S. 20). Der Beschuldigte führte zu seiner Motivation, diese E-Mail 

verfasst und verschickt zu haben, aus, es sei um die Information gegangen und 

dass die Adressaten den Konflikt kennen würden, da die Privatklägerin eine Allianz 

habe und Mobbing gegen ihn mache (Urk. 21/3 S. 9 f. F/A 42 ff.). Dem Beschuldig-

ten ging es damit offensichtlich nicht um die Wahrung irgendwelcher öffentlicher 

Interessen und er hatte keinerlei Veranlassung für den Versand dieser E-Mail, aus-

ser dass er der Privatklägerin dadurch Übles vorwerfen und sie bei ihren Nachbarn, 

ihrer Arbeitgeberin und der Liegenschaftsverwaltung in Verruf bringen wollte, zumal 

er demgegenüber nicht aufhört zu betonen, dass die Nachbarn seit fünf Jahren in 

einem Rechtsstreit stehen (Urk. 111; Urk. 120 S. 1). Zumindest die Nachbarn 

mussten den Konflikt demgemäss bereits kennen und der Beschuldigte hatte 

keinerlei Grund, diese über den Konflikt zu informieren.

4.5. Mangels entsprechender Verurteilung der Privatklägerin würde der 

Wahrheitsbeweis scheitern. Auch dem Gutglaubensbeweis wäre kein Erfolg 

-   21   -

beschieden. Zwar erstattete der Beschuldigte unmittelbar vor dem Versand der in-

kriminierten E-Mail am 4. Dezember 2023 Strafanzeige gegen die Beschuldigte 

(vgl. Urk. 25/1) und er führte aus, der E-Mailinhalt sei eine Kopie des Inhalts der 

Strafanzeige (Urk. 111 S. 77 f.). Seinen Aussagen zum Hintergrund der Straf-

anzeige kann indes entnommen werden, dass er diese erhob, weil auch die Privat-

klägerin gegen ihn Strafanzeige erstattet hatte (Urk. 21/3 S. 9 F/A 42) respektive, 

es sei eine Reaktion auf die Lohnpfändung bei seiner Frau respektive die Betrei-

bungen durch die Privatklägerin gewesen (Urk. 119 S. 12 ["Kraft erzeugt Gegen-

kraft"]; vgl. dazu auch vorne Ziff. 2.4). Der Beschuldigte hatte keine ernsthaften 

Anhaltspunkte für seine Verdächtigungen. So bringt er beispielsweise nicht vor, 

dass die Liegenschaftsverwaltung die Arbeit der Privatklägerin als Revisorin bean-

standete oder dergleichen, vielmehr erwähnt er den seit fünf Jahren bestehenden 

(Geld-)Streit zwischen ihm und der Privatklägerin (a.a.O. S. 12 F/A 54 f.) und in der 

inkriminierten E-Mail sowie in der Eingabe vom 21. Februar 2025 spricht er sogar 

von einem fünf Jahre dauernden "Kriegszustand" (D2 Urk. 2/1 S. 7; Urk. 111 S. 9, 

S. 15, S. 71). 

4.6. Die E-Mail vom 5. Dezember 2023, 14.06 Uhr, erfüllt den Tatbestand der 

üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB.

5. E-Mails vom 6. Dezember 2023, 15.06 Uhr, 15.51 Uhr und 20.47 Uhr

5.1. Am 6. Dezember 2023 versandte der Beschuldigte drei weitere E-Mails und 

zwar um 15.06 Uhr, um 15.51 Uhr und um 20.47 Uhr, wobei sie – erneut – die 

Betreffe "WG: FYI Strafanzeige gegen Frau B._____: Fälschung & Betrug (Ver-

such)" bzw. "AW: FYI Strafanzeige gegen Frau B._____: Fälschung & Betrug (Ver-

such)" aufwiesen. Die E-Mails gingen an diverse Nachbarn, wiederum die Arbeit-

geberin der Privatklägerin sowie die Liegenschaftsverwaltung F._____ Immobilien 

GmbH (D2 Urk. 2/1 S. 5 f.) – und damit an Dritte. Bereits angesichts des Betreffs in 

Zusammenhang mit der zeitlichen Nähe zur E-Mail vom 5. Dezember 2023 liegt 

Ehrenrührigkeit vor, zumal der Beschuldigte wiederum davon spricht, dass die 

Privatklägerin vor Gericht etwas gefälscht und betrogen habe. Hinsichtlich des 

subjektiven Tatbestandes und der Zulassung zum Entlastungsbeweis kann auf 

vorstehende Ausführungen verwiesen werden (vorne Ziff. 2.3 und Ziff. 4.4 f.). Die 

-   22   -

E-Mail vom 6. Dezember 2023, 15.06 Uhr, erfüllt den Tatbestand der üblen Nach-

rede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB. 

5.2. Die Vorinstanz erwägt hinsichtlich der beiden E-Mails vom 6. Dezember 

2023, 15.51 Uhr und 20.47 Uhr, dass der Beschuldigte die E-Mail von 15.06 Uhr 

nochmals weitergeleitet habe, jedoch ohne inhaltlich neue strafrechtlich relevante 

Vorwürfe zu erheben, weshalb der Unrechtsgehalt mit der strafrechtlichen Behand-

lung der E-Mail von 15.06 Uhr bereits abgedeckt sei (Urk. 87 S. 22). Eine andere 

Beurteilung respektive weitere Schuldsprüche bezüglich dieser beiden E-Mails 

erübrigen sich bereits aufgrund des Verbots der reformatio in peius. Dennoch ist 

anzumerken, dass der Beschuldigte zwei weitere E-Mails mit nur schon ehrverlet-

zenden Betreffen versendet hat. Dadurch sahen die Adressaten den Betreff erneut 

in ihren E-Mail-Posteingängen, weshalb ihnen die E-Mail des Beschuldigten, die er 

am selben Tag versandt hatte, zumindest wieder in Erinnerung gerufen wurde. 

Insofern ist der Unrechtsgehalt durch die Beurteilung der E-Mail vom 6. Dezember, 

15.06 Uhr, nicht komplett abgedeckt, was auf den Schuldspruch jedoch, wie bereits 

dargelegt, keinen Einfluss haben kann. 

6. Fazit

Der Beschuldigte ist, nachdem weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschluss-

gründe zu erkennen sind, der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 

Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

V. Sanktion

1. Strafrahmen / Gesamtstrafe / Strafzumessungsregeln

1.1. Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht. Diese Bestimmung sieht einen Strafrahmen 

von drei bis 180 Tagessätzen Geldstrafe vor (Art. 173 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 34 

Abs. 1 StGB). 

1.2. Der Beschuldigte hat den Tatbestand von Art. 173 Ziff. 1 StGB mehrfach 

erfüllt, weshalb eine Gesamtstrafe zu bilden sein wird. Deren Grundlagen hat die 

-   23   -

Vorinstanz korrekt wiedergegeben (Urk. 87 S. 24). Ergänzt werden können jene 

Erwägungen mit dem Hinweis, dass eine Gesamtstrafe in mehreren Schritten unter 

Berücksichtigung der Strafrahmen der in die Strafzumessung einfliessenden 

einzelnen Tatbestände zu ermitteln ist. Vorab ist der Strafrahmen der schwersten 

Tat zu bestimmen, die die Einsatzstrafe bildet. Die Einsatzstrafe ist innerhalb ihres 

ordentlichen Strafrahmens festzusetzen und anschliessend unter Einbezug gleich-

artiger Strafen der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips 

angemessen zu erhöhen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.1). Das Gericht hat damit 

zunächst gedanklich die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt sowie die (hypothe-

tischen) Einzelstrafen der weiteren Delikte festzulegen, indem es alle diesbezüg-

lichen straferhöhenden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. Alsdann hat 

es die Einsatzstrafe unter Berücksichtigung der gleichartigen (weiteren) Einzelstra-

fen zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren (BGE 144 IV 217 E. 3.5.3, 

E. 4.1, E. 4.3).

1.3. Zu Recht hat die Vorinstanz ferner darauf hingewiesen, dass trotz Vorlie-

gens einer Tatmehrheit der oben zitierte Strafrahmen vorliegend nicht zu verlassen 

ist, da keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen, welche ein Verlassen ange-

zeigt erscheinen lassen würden (Urk. 87 S. 24). 

1.4. Hinsichtlich der Strafzumessung innerhalb des Strafrahmens misst das 

Gericht gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB die Strafe nach dem Verschulden des Täters 

zu (Tatkomponente), wobei es auch das Vorleben und die persönlichen Verhält-

nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt (Täter-

komponente). Im Einzelnen (zum Ganzen OFK/StGB-HEIMGARTNER, Art. 47 N 5 ff. 

m.w.H.; vgl. auch BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; BGE 134 IV 60 E. 5.3; BGE 117 IV 112 

E. 1):

1.4.1. Die Tatkomponente, das objektive und subjektive Verschulden, wird nach der 

Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der 

Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie 

danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen 

in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 

StGB).

-   24   -

1.4.2. Als Ausgangspunkt ist die objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu 

bewerten. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie auf Grund der Art 

und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte 

Rechtsgut beeinträchtigt worden ist (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, Zahl der 

Verletzten, körperliche und psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden etc.). 

Ebenfalls von Bedeutung sind die kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tataus-

führung durch mehrere Täter sowie ein allfälliger Versuch.

1.4.3. Hinsichtlich des subjektiven Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die 

Beweggründe, die Willensrichtung, das Mass an Entscheidungsfreiheit und die 

Intensität des deliktischen Willens des Täters zu beurteilen: Je leichter es für den 

Täter gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entschei-

dung gegen sie.

1.4.4. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls aufgrund wesentlicher 

Täterkomponenten verändert werden. Die Täterkomponente umfasst die persön-

lichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhal-

ten, und das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte 

Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis. Auch kann die Wirkung der 

Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt werden.

2. Zusatzstrafe

2.1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Obergerichts Zürich vom 15. Septem-

ber 2023 wegen mehrfacher übler Nachrede mit einer Busse von Fr. 3'000.– 

bestraft (Urk. 116; Urk. 113/87). Dieses Urteil basierte auf der erstinstanzlichen 

Verurteilung des Bezirksgerichts Meilen vom 17. Januar 2022 (Urk. 113/62). 

Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichtes stellt die Rechtsprechung für die 

Frage, ob das Gericht eine Zusatzstrafe aussprechen muss, auf das Datum der 

ersten Verurteilung im ersten Verfahren ab (sog. Ersturteil), wohingegen für die 

Bemessung bzw. die Höhe der Zusatzstrafe das rechtskräftige Urteil im ersten Ver-

fahren massgebend ist, weshalb sich das Gericht in einem ersten Schritt fragen 

muss, ob die neue Tat vor der ersten Verurteilung im ersten Verfahren begangen 

wurde (Urteil des Bundesgerichtes 6B_572/2019 vom 8. April 2020 E. 2.3.1 mit 

-   25   -

Verweis auf BGE 138 IV 113 E. 3.4.2 und BGE 129 IV 113 E. 1.3). Die Delikte 

gemäss der vorliegend zu beurteilenden Anklageschrift beging der Beschuldigte 

am 13. Juni 2022 sowie am 5./6. Dezember 2023 und damit nach der ersten 

Verurteilung im ersten Verfahren (17. Januar 2022). Die Vorinstanz erkannte damit 

zurecht, dass keine Zusatzstrafe auszufällen ist. 

2.2. Es kommt hinzu, dass selbst wenn eine Zusatzstrafe auszusprechen wäre, 

am 15. September 2023 eine Busse ausgefällt wurde. Heute ist der Beschuldigte 

mit einer Geldstrafe zu bestrafen (Art. 173 Ziff. 1 Abs. 3 StGB; nachfolgende 

Ziff. 3.4). Da keine gleichartigen Sanktionen vorliegen, würde eine Zusatzstrafe 

auch aus diesem Grund ausser Betracht fallen (BGE 142 IV 265 E. 2.3.2). 

3. Tatkomponente und hypothetische Einsatzstrafe für die E-Mail vom 13. Juni 
2022, 14.55 Uhr

3.1. Die Vorinstanz setzte die Einsatzstrafe für die E-Mail vom 13. Juni 2022, 

14.55 Uhr, fest, welche sie als die schwerwiegendste E-Mail betrachtete, da der 

Beschuldigte die Privatklägerin darin allgemein des Betrugs bezichtigte und sich 

konkret zu einem vermeintlichen modus operandi äusserte sowie die E-Mail an die 

Arbeitgeberin der Privatklägerin gerichtet war (Urk. 87 S. 25). Dies ist zu überneh-

men. 

3.2. In den anklagerelevanten Passagen der E-Mail vom 13. Juni 2022, 14.55 

Uhr, bezichtigt der Beschuldigte die Privatklägerin gegenüber ihrer Arbeitgeberin 

mehrfach des Betruges. Indem er in diesem Zusammenhang (also mit dem Vorwurf 

des Betruges) auch die Wörter "Rechtsprozess" und "strafrechtlich behandelt" 

verwendet, suggeriert er, dass gegen die Privatklägerin ein Strafverfahren wegen 

Betruges läuft oder gar bereits abgeschlossen ist, da er ferner schreibt, dass die 

Straftat dann ins Strafregister komme. Diese Äusserungen sind massiv ehrver-

letzend und stellen die Privatklägerin im wichtigen beruflichen Umfeld bloss. Sie 

stehen zudem in keinem Verhältnis zu den seiner Ansicht nach sich sachlich stel-

lenden Problemen. Die Vorinstanz hat zurecht darauf hingewiesen, dass die E-Mail 

im Zusammenhang mit einem seit lange dauernden Konflikt zwischen dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin als Stockwerkeigentümer derselben Liegen-

-   26   -

schaft verfasst wurde und Uneinigkeiten unter Stockwerkeigentümern, hitzige 

Diskussionen oder sogar zivilrechtliche Gerichtsverfahren grundsätzlich nichts 

Aussergewöhnliches sind. Indem der Beschuldigte die inkriminierte E-Mail an die 

Arbeitgeberin der Privatklägerin sandte, involvierte er diese als bisher vom Konflikt 

nicht betroffene Dritte aber ohne sachlichen Grund und sorgte für eine zusätzliche 

Eskalation. Es sind deutlich schwerere Fälle von übler Nachrede denkbar und die 

E-Mail hatte keine beruflichen Konsequenzen für die Privatklägerin. Wenn der 

Beschuldigte sinngemäss anführt, die Sanktion sei in Relation zum (angeblichen) 

von der Privatklägerin begangenen Betrug bzw. dessen Deliktssumme von 

Fr. 13'000.– festzusetzen (Urk. 111 S. 22, S. 23, S. 47), trifft dies nicht zu. Der 

angebliche Betrug ist kein Strafzumessungskriterium für die Beurteilung der objek-

tiven Tatschwere der vom Beschuldigten begangenen Ehrverletzung. Insgesamt 

wiegt das Verschulden in objektiver Hinsicht nicht leicht. 

3.3. Beim Beschuldigten sind keine Hinweise einer eingeschränkten Schuld-

fähigkeit auszumachen. Er handelte betreffend das Verfassen und Versenden der 

E-Mail mit Wissen und Willen und damit direktvorsätzlich. Hinsichtlich des ehrver-

letzenden Inhalts ist jedoch von Eventualvorsatz auszugehen, was die Tatschwere 

leicht mindert. Der Beschuldigte hätte die Tat ohne Weiteres vermeiden können 

und es wäre ihm zumutbar gewesen, für diese Streitigkeiten einen Rechtsvertreter 

zu mandatieren. Da der Beschuldigte nicht geständig ist, kann seine Motivation 

nicht genau eruiert werden. Angesichts seiner Ausführungen zum "Pfändungsthe-

ater" gegenüber seiner Ehefrau (Urk. 111 S. 60, vgl. auch a.a.O. S. 40; Urk. 119 

S. 12), seiner "Gegenanzeige" (Urk. 111 S. 12) respektive seiner Aussage in 

diesem Zusammenhang, wonach Kraft Gegenkraft erzeuge (Urk. 119 S. 12), kann 

ein Rachemotiv nicht ausgeschlossen werden. Das Motiv vermag das Tatverschul-

den jedenfalls nicht zu relativieren. Zufolge des Eventualvorsatzes vermindert sich 

die objektive Tatschwere jedoch leicht. Das Tatverschulden ist insgesamt als 

gerade noch leicht zu bezeichnen. 

3.4. Bei einem gerade noch leichten Tatverschulden ist eine Strafe im mittleren 

Bereich des untersten Drittels des Strafrahmens festzusetzen. Angesichts des 

-   27   -

Strafrahmens, welcher bis zu 180 Tagessätzen reicht, erscheint eine Einsatzstrafe 

von 40 Tagessätzen angemessen. 

4. Tatkomponente für die E-Mails vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr, und vom 
5./6. Dezember 2023, 14.06 und 15.06 Uhr

4.1. Die E-Mail vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr, richtete sich im Vergleich zur 

26 Minuten früher verschickten E-Mail nicht nur an eine Person, sondern an sechs 

Personen aus der Nachbarschaft des Beschuldigten und der Privatklägerin. Da die 

Nachbarn vom Konflikt zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin Kennt-

nis hatten, wiegt diese Ehrverletzung weniger schwer als diejenige durch die E-Mail 

vom 13. Juni 2022, 14.55 Uhr. Im Übrigen kann auf obenstehende Ausführungen 

verwiesen werden (vgl. vorne Ziff. 3.2). Die objektive Tatschwere wiegt noch leicht. 

Ebenso kann auf vorstehende Erwägungen zur subjektiven Tatschwere verwiesen 

werden (vgl. vorne Ziff. 3.3). Zufolge des Eventualvorsatzes relativiert sich die 

Tatschwere, welche nunmehr bloss noch als leicht anzusehen ist. Die Strafe für die 

E-Mail vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr, wäre isoliert auf 30 Tagessätze anzusetzen. 

Asperiert ist die Einsatzstrafe um 10 Tagessätze zu erhöhen. Das Asperationsprin-

zip wirkt sich angesichts des gleichen geschützten Rechtsguts und desselben Tat-

vorgehens relativ stark aus. 

4.2. Auch hinsichtlich der E-Mail vom 5. Dezember 2023, 14.06 Uhr, kann zur 

objektiven Tatschwere grundsätzlich auf die vorstehenden Ausführungen unter 

Ziff. 3.2 verwiesen werden. Zu betonen ist, dass auch diese E-Mail wieder – unter 

anderem – an die Arbeitgeberin der Privatklägerin ging. Wiederum verwendete der 

Beschuldigte mehrfach das Wort Betrug und im Betreff sprach er ausdrücklich von 

Fälschung und Betrugsversuch. Diese E-Mail versandte der Beschuldigte fast ei-

neinhalb Jahre nach den inkriminierten E-Mails von Juni 2022, was das Verschul-

den leicht erhöht, da dadurch den E-Mailadressaten die vom Beschuldigten gegen-

über der Privatklägerin erhobenen Anschuldigungen gleichsam wieder in Erinne-

rung gerufen wurden. Dennoch wiegt die objektive Tatschwere noch leicht. Hin-

sichtlich der subjektiven Tatschwere kann auf obenstehende Ausführungen verwie-

sen werden (vgl. vorne Ziff. 3.3). Die Strafe für diese E-Mail wäre auf isoliert 20-

-   28   -

30 Tagessätze anzusetzen. Asperiert ist die Einsatzstrafe aufgrund der E-Mail vom 

5. Dezember 2023, 14.06 Uhr, um 10 Tagessätze zu erhöhen.

4.3. In Bezug auf die E-Mail vom 6. Dezember 2023, 15.06 Uhr kann betreffend 

die objektive und subjektive Tatschwere auf die Ausführungen zur E-Mail vom 

vorangegangenen Tag verwiesen werden (vgl. gerade oben Ziff. 4.2). Die Einsatz-

strafe ist um asperiert 10 Tagessätze zu erhöhen. 

5. Einsatzstrafe nach den Tatkomponenten

Die Einsatzstrafe nach den Tatkomponenten beträgt – unter Berücksichtigung des 

Asperationsprinzips – 70 Tagessätze. 

6. Täterkomponenten

6.1. Den Untersuchungsakten (Urk. 4; Urk. 11; Urk. 21/3), dem vorinstanzlichen 

Urteil (Urk. 87 S. 26), dem vorinstanzlichen Protokoll (Prot. I S. 11 ff.), dem Date-

nerfassungsblatt (Urk. 99) sowie der Befragung des Beschuldigten anlässlich der 

heutigen Berufungsverhandlung (Urk. 119 S. 1-9) kann entnommen werden, dass 

der knapp 57-jährige Beschuldigte in O._____ geboren wurde. Er kam vor rund 

30 Jahren in die Schweiz und hat an der HSG in St. Gallen Wirtschaftswissenschaf-

ten studiert. Er lebt mit seiner Ehefrau und seiner 16-jährigen Tochter seit mehreren 

Jahren in D._____. Er erklärte, ein Hedgefonds-Unternehmen (P._____) besessen 

zu haben, welches mathematische Modelle zur Risikominimierung entwickelt habe, 

über welches jedoch im Jahr 2022 der Konkurs eröffnet worden sei. Zurzeit arbeite 

er an der Verbesserung seiner Modelle und einem Upgrade. Seine Ehefrau habe 

nach der Übernahme der H._____ durch die Q._____– vor ungefähr zwei Jahren – 

ihre Anstellung verloren und sich mittlerweile mit einem eigenen Unternehmen (ei-

ner Aktiengesellschaft im Bereich des Private Banking) selbständig gemacht. 

6.2. Nachdem der Beschuldigte sich in der gesamten Untersuchung nicht zu 

seinen finanziellen Verhältnissen (Einkommen, Vermögen, Schulden) äusserte, 

hielt er im Datenerfassungsblatt fest, kein Einkommen zu erzielen, eine Liegen-

schaft mit einem Steuerwert von Fr. 1.2 Mio. zu besitzen und Hypothekarschulden 

von Fr. 10'800.– zu haben. Zu einem allfälligen Vermögen (ohne Liegenschaften) 

-   29   -

äusserte er sich nicht bzw. er liess das entsprechende Feld frei. Heute bestätigte 

der Beschuldigte, kein Einkommen zu erzielen. Da seine Frau zurzeit Geld inves-

tiere und keine Arbeitslosengelder beziehe, würden sie momentan (als Familie) von 

den Ersparnissen leben. Seine Reserven bestünden aus Bargeld von rund 

Fr. 5'000.– sowie einem halben Kilo Gold und einem Auto, welche Vermögenswerte 

er verkaufen könne. Seine Frau habe höhere Ersparnisse als er, es befinde sich 

jedoch hauptsächlich in der Pensionskasse; sie habe keine grossen Reserven. Zur 

Liegenschaft gab er heute an, diese für Fr. 2.6 Mio. gekauft zu haben. Sie sei mit 

einer Hypothek von Fr. 1.6 Mio. belastet.

6.3. Die persönlichen Verhältnisse und die Biographie des Beschuldigten wirken 

strafzumessungsneutral. 

6.4. Der Beschuldigte zeigte sich im Hinblick auf das Verfassen und das Ver-

senden der E-Mails geständig. Da die fraglichen E-Mails sich indes in den Akten 

befinden und der Beschuldigte ansonsten Reue und Einsicht vermissen lässt, wirkt 

sich das Geständnis nicht strafmindernd aus.

6.5. Der Beschuldigte ist einschlägig vorbestraft. Er wurde, wie bereits festgehal-

ten, mit Urteil des Obergerichts Zürich vom 15. September 2023 der mehrfachen 

üblen Nachrede schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 3'000.– belegt 

(Urk. 116). Jene Verurteilung erfolgte im selben Kontext wie die vorliegende, 

weshalb eine starke Straferhöhung angezeigt ist. Es ist indes zu beachten, dass 

der Beschuldigte hinsichtlich der E-Mails gemäss Dossier 1, denjenigen von Juni 

2022, nicht vorbestraft ist, da er jene vor der Verurteilung durch das Obergericht 

Zürich versandte. Diesbezüglich rechtfertigt sich indes eine Straferhöhung zufolge 

Delinquenz während laufender Strafuntersuchung. 

6.6. Weitere für die Beurteilung der Täterkomponente relevante Elemente (Zeit-

ablauf und Wohlverhalten, mediale Vorverurteilung, Delinquenz während laufender 

Probezeit) sind nicht ersichtlich.

6.7. Aufgrund der Täterkomponenten, konkret der einschlägigen Vorstrafe 

respektive der Delinquenz während laufender Strafuntersuchung, ist respektive 

-   30   -

wäre die nach den Tatkomponenten festgesetzte Einsatzstrafe von 70 Tagessät-

zen deutlich zu erhöhen. Nachdem eine höhere Sanktion als die von der Vorinstanz 

ausgefällte Geldstrafe von 70 Tagessätzen aufgrund des Verschlechterungs-

verbots aber ausser Betracht fällt, hat es bei dieser Sanktion sein Bewenden. Der 

Beschuldigte ist somit – in Bestätigung der von der Vorinstanz festgesetzten 

Strafe – mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu bestrafen. 

7. Höhe des Tagessatzes

7.1. Die Tagessatzhöhe wird nach dem Nettoeinkommensprinzip berechnet. 

Ausgangspunkt für die Bemessung der Tagessatzhöhe bildet das Einkommen, das 

dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetzlich geschuldet ist 

oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so die laufenden 

Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung sowie 

die notwendigen Berufsauslagen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). Weiter nennt das Gesetz 

das Vermögen als Bemessungskriterium. Gemeint ist die Substanz des Ver-

mögens, da dessen Ertrag bereits Einkommen darstellt. Die Frage, ob und in 

welchem Ausmass das Vermögen zur Bestimmung des Tagessatzes heranzu-

ziehen ist, beantwortet sich nach Sinn und Zweck der Geldstrafe. Wer seinen 

Lebensunterhalt aus laufenden Einkommen bestreitet, soll die Geldstrafe daraus 

bezahlen und sich in seiner gewohnten Lebensführung einschränken müssen, 

gleichviel, ob es sich um Arbeits-, Vermögens- oder Rentenertrag handelt. Fehlen-

des Vermögen stellt insoweit keinen Grund dar, die Höhe des Tagessatzes zu 

senken, ebenso wenig wie vorhandenes Vermögen zu einer Erhöhung führen soll. 

Denn die Geldstrafe will den Täter in erster Linie in seinem Einkommen treffen und 

nicht in den Quellen, aus denen es fliesst. Auch ist nicht einzusehen, weshalb ein 

Täter, der durch eigene Leistung oder vergangenen Konsumverzicht Vermögen 

äufnete, schlechter gestellt werden sollte, als jener, der es in der Vergangenheit 

ausgegeben hat. Es kann nicht der Sinn der Geldstrafe sein, Vermögen ganz oder 

teilweise zu konfiszieren. Das Vermögen ist bei der Bemessung des Tagessatzes 

daher nur (subsidiär) zu berücksichtigen, wenn besondere Vermögensverhältnisse 

einem vergleichsweise geringen Einkommen gegenüberstehen. Mit anderen 

Worten bleibt es von Bedeutung, wenn der Täter ohnehin von der Substanz des 

-   31   -

Vermögens lebt, und es bildet Bemessungsgrundlage in dem Ausmass, in dem er 

selbst es für seinen Alltag anzehrt (BGE 134 IV 60 E. 6.2).

7.2. Die Vorinstanz ging – ausgehend vom beigezogenen Auszug aus dem 

Steuerregister vom 23. November 2023 (Urk. 14/3) – für die Jahre 2021 und 2022 

von einem Einkommen von provisorisch Fr. 370'000.– aus und schloss auf eine 

Tagessatzhöhe von Fr. 500.– (Urk. 87 S. 29). 

7.3. Betrachtet man die finanzielle Situation des Beschuldigten, so ist festzu-

stellen, dass der Beschuldigte seit rund zwei Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr 

nachgeht, die zu einem Einkommen führt. Seine Ehefrau machte sich selbständig, 

gründete eine Aktiengesellschaft und erzielt auch kein Einkommen. Der laufende 

Unterhalt für die Familie, einschliesslich Schulgeld für die Privatschule der Tochter 

von mehreren zehntausend Franken pro Jahr (Urk. 119 S. 5), wird aus dem 

Vermögen bestritten und es scheint keine (finanzielle) Notwendigkeit zu bestehen, 

dass die Ehefrau des Beschuldigten Arbeitslosengelder bezieht. Sodann ist der 

Beschuldigte hälftiger Miteigentümer an einer Liegenschaft, welche ca. 2014 für 

Fr. 2.6 Mio. gekauft wurde (und angesichts der aktuellen Liegenschaftspreise in der 

Region Zürich mittlerweile einen deutlich höheren Wert aufweisen dürfte) und mit 

einer Hypothek von bloss Fr. 1.6 Mio. belastet ist. Der Beschuldigte gab auch zu 

Protokoll, nicht angeben zu können, wie hoch die monatlichen Ausgaben für den 

Lebensunterhalt der Familie seien, da seine Frau alle Finanzsachen erledige und 

er sie nie danach frage, sie sei der CFO zuhause (Urk. 119 S. 8 f.). Aus all diesen 

Umständen muss geschlossen werden, dass kein (grosser) finanzieller Druck vor-

handen ist. Dem Beschuldigten und seiner Ehefrau scheint es angesichts der vor-

handenen finanziellen Mittel und Reserven möglich zu sein, sich in aller Ruhe eine 

neue berufliche Existenz aufzubauen, und es besteht offensichtlich keine (finanzi-

elle) Notwendigkeit, möglichst schnell wieder ein Erwerbseinkommen zu erzielen. 

Daher ist zur Bemessung der Tagessatzhöhe auf das Vermögen abzustellen. 

Angesichts des Vermögens des Beschuldigten erscheint ein Tagessatz von 

Fr. 250.– angemessen. 

-   32   -

8. Fazit

Gesamthaft ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 250.– zu bestrafen. 

VI. Vollzug

1. Allgemeine Grundsätze

1.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit 

oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei 

Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, 

um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 

(Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat 

zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Mona-

ten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der 

Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 

Abs. 2 StGB). Das Gericht kann sodann den Vollzug einer Geldstrafe, von 

gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und 

höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem 

Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). 

Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen 

und es muss sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindes-

tens sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB).

1.2. Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs setzt nicht die positive Erwar-

tung voraus, der Täter werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit 

der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die 

Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden 

darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2; vgl. auch BGE 135 IV 180 E. 2.1; BGE 134 IV 97 

E. 7.3; Urteile des Bundesgerichtes 6B_265/2024 vom 21. Oktober 2024 E. 1.1.2; 

6B_30/2024 vom 5. August 2024 E. 2.3.3; 6B_244/2021, 6B_254/2021 vom 

17. April 2023 E. 5.3.4 mit Hinweisen). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des 

Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzu-

nehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen das 

-   33   -

Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf 

den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Ein 

relevantes Prognosekriterium ist insbesondere die strafrechtliche Vorbelastung. 

Einschlägige Vorstrafen sind bei der Prognosestellung erheblich zu gewichten; sie 

schliessen den bedingten Vollzug aber nicht notwendig aus (vgl. BGE 135 IV 180 

E. 2.1; BGE 134 IV 1 E. 4.2.1; Urteile des Bundesgerichtes 6B_1153/2021 vom 

29. März 2023 E. 2.3.4; 6B_617/2021 vom 8. Oktober 2021 E. 1.3.1; 

6B_1005/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4.1.1; je mit Hinweisen). Bei der Prüfung der 

Prognose des künftigen Legalverhaltens steht dem Sachgericht ein erheblicher 

Ermessensspielraum zu (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichtes 6B_80/2024 

vom 9. Januar 2025 E. 3.1).

2. Anwendung auf den vorliegenden Fall

2.1. In objektiver Hinsicht können alle Geldstrafen – unabhängig von deren 

Höhe – aufgeschoben werden (Art. 42 Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte wurde 

innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat nicht zu einer bedingten oder unbe-

dingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe 

von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt (Urk. 91; Urk. 116). Die günstige 

Prognose ist deshalb zu vermuten und ein Abweichen vom Strafaufschub ist nur 

bei ungünstiger Prognose möglich.

2.2. Die Vorinstanz kam gestützt auf das Verhalten des Beschuldigten noch kurz 

vor der Hauptverhandlung (Versand weiterer E-Mails mit vergleichbarem Inhalt am 

1. Juli 2024; Urk. 74/1) und an der Hauptverhandlung (wiederholte Bezichtigung 

der Privatklägerin des Betruges, Bezeichnung der Privatklägerin als "abnormale 

Frau"; Prot. I S. 16, S. 19, S. 24, S. 31, S. 39 ff.; Urk. 75) zum Schluss, der Beschul-

digte lasse jegliche Einsicht in das Unrecht der von ihm getätigten Äusserungen 

gegenüber der Privatklägerin missen und er sei unfähig, seinen Standpunkt in 

Frage zu stellen. Er zeige auf, dass er auch in jenem Zeitpunkt der Auffassung sei, 

die Privatklägerin als Betrügerin bezeichnen zu dürfen, weshalb der Vollzug der 

Geldstrafe unabdingbar sei, den Beschuldigten von der Begehung weiterer Straf-

taten abzuhalten (Urk. 87 S. 30).

-   34   -

2.3. Diesen Erwägungen der Vorinstanz ist beizupflichten, zumal aus der 

Eingabe des Beschuldigten vom 21. Februar 2025 erneut hervorgeht, dass er 

keineswegs einsichtig ist. So bezeichnete er die Privatklägerin weiterhin unzählige 

Male als Betrügerin (Urk. 111). Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte mittlerweile 

– zumindest hinsichtlich der E-Mails von Dezember 2023 – einschlägig vorbestraft 

ist (vgl. vorne Ziff. V.6.5), was als erheblich ungünstiges Element gewichtet werden 

muss (Urteil des Bundesgerichtes 6B_80/2024 vom 9. Januar 2025 E. 3.2.1). So-

dann liess der Beschuldigte auch an der heutigen Berufungsverhandlung jegliche 

Einsicht in das Unrecht seiner Taten vermissen und er bezichtigte die Privatklägerin 

wiederum des Betruges (Urk. 119 S. 14 f.). Dem Beschuldigten ist daher eine un-

günstige Prognose zu stellen. Ein Strafaufschub ist nicht möglich und die Geldstrafe 

ist zu vollziehen. 

VII. Zivilforderung

1. Grundzüge des Adhäsionsverfahrens

1.1. Die geschädigte Person kann zivilrechtliche Ansprüche, welche mit der 

Straftat konnex sind, entweder selbständig auf dem Weg des Zivilprozesses oder 

adhäsionsweise durch schriftliches oder mündliches Begehren an das für den 

Entscheid über die Anklage zuständige Strafgericht geltend machen (Art. 119 in 

Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 StPO). Durch die adhäsionsweise Geltendmachung 

der Zivilansprüche wird die geschädigte Person zur Privatklägerschaft (Art. 119 

Abs. 2 lit. b StPO). Die in der Zivilklage geltend gemachten Forderungen sind zu 

beziffern und – unter Angabe der angerufenen Beweismittel – kurz schriftlich zu 

begründen (Art. 123 Abs. 1 StPO). Zufolge der im Zivilprozess geltenden Disposi-

tions- und Verhandlungsmaxime ist das Gericht auch im Adhäsionsverfahren 

sowohl an die Parteianträge als auch an die entsprechenden Begründungen 

gebunden (BSK StPO-DOLGE, Art. 122 N 22 ff.).

1.2. Adhäsionsfähig sind nur zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat (Art. 122 

Abs. 1 StPO). Hierunter fallen vorab solche, welche sich auf deliktische Anspruchs-

grundlagen stützen (Art. 41 ff. OR). Vertragliche Ansprüche und solche aus unge-

rechtfertigter Bereicherung fallen demgegenüber nicht unter Art. 122 Abs. 1 StPO, 

-   35   -

weil sie sich nicht aus einer Straftat ableiten (BSK StPO-DOLGE, Art. 122, N 66 und 

N 70). Es muss ein Kausalzusammenhang (Konnexität) zwischen der Straftat, die 

Gegenstand des Strafverfahrens bzw. der Verurteilung bildet, und dem Schaden 

(bzw. immaterieller Unbill) bestehen, welcher der adhäsionsweise geltend gemach-

ten Forderung zugrunde liegt (Konnexität). Dies bedeutet, dass der Sachverhalt, 

auf dem die Zivilklage beruht, derselbe sein muss, der Anlass zur Strafverfolgung 

gab. Dabei genügt, dass die zivilrechtlichen Ansprüche eine unmittelbare Folge des 

Täterverhaltens darstellen, ohne selbst Gegenstand der Anklage zu bilden oder 

überhaupt einen Straftatbestand zu erfüllen (Zürcher Kommentar StPO-LIEBER, 

Art. 122 N 5 mit Verweis u.a. auf BGE 123 IV 78 E. 2a, BGE 126 IV 147 E. 2, Urteile 

des Bundesgerichtes 6B_1117/2013 E. 3.5, 6B_486/2015 E. 5.1, BGE 126 IV 38 

E. 3a).

1.3. Das mit der Strafsache befasste Gericht beurteilt den Zivilanspruch unge-

achtet des Streitwerts (Art. 124 Abs. 1 StPO). Das Gericht entscheidet über die 

anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person: a) schuldig 

spricht oder b) freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 StPO). 

Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen, wenn: a) das Strafverfahren einge-

stellt oder im Strafbefehlsverfahren erledigt wird; b) die Privatklägerschaft ihre 

Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat; c) die Privatklägerschaft die 

Sicherheit für die Ansprüche der beschuldigten Person nicht leistet; d) die beschul-

digte Person freigesprochen wird, der Sachverhalt aber nicht spruchreif ist (Art. 126 

Abs. 2 StPO). Wäre die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnis-

mässig aufwendig, so kann das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach 

entscheiden und sie im Übrigen auf den Zivilweg verweisen. Ansprüche von 

geringer Höhe beurteilt das Gericht nach Möglichkeit selbst (Art. 126 Abs. 3 StPO).

2. Ansprüche der Privatklägerin

2.1. Die Privatklägerin verlangte vor Vorinstanz gestützt auf Art. 122 StPO Scha-

denersatz von Fr. 16'543.35 zuzüglich des Aufwandes für die Hauptverhandlung, 

wobei die noch nicht ausgerichteten Entschädigungen im Verfahren gegen die 

Privatklägerin von diesem Betrag abzuziehen seien. Eventualiter beantragte sie, es 

sei ihr gestützt auf Art. 433 StPO für die mit der Wahrnehmung ihrer Rechte im 

-   36   -

Strafverfahren verbundenen Aufwendungen in der Höhe von Fr. 16'543.35 zuzüg-

lich des Aufwandes für die Hauptverhandlung zuzusprechen, wobei die noch nicht 

ausgerichteten Entschädigungen im Verfahren gegen die Privatklägerin von 

diesem Betrag abzuziehen seien (Urk. 73 S. 2; Urk. 87 S. 3). 

2.2. Die Privatklägerin macht als Schadenersatzforderung – sie verweist ausdrü-

cklich auf Art. 122 StPO – ihre Aufwendungen und Auslagen im vorliegenden Straf-

verfahren und im vom Beschuldigten angestrengten Verfahren gegen sie als Be-

schuldigte geltend. Diese Ansprüche sind nicht konnex mit den Straftaten, die in 

der Anklage umschrieben sind und Gegenstand der vorliegenden Verurteilung 

bilden. Zwar sind die Zivilansprüche der Privatklägerin in dem Sinne kausal, als 

dass sie nicht entstanden wären, wenn es nicht zu den vom Beschuldigten verübten 

Straftaten gekommen wäre (conditio sine que non). Aber bei den von der Privat-

klägerin geltend gemachten Ansprüchen handelt es sich um verfahrensrechtliche 

Entschädigungsansprüche, die der Gesetzgeber in den Art. 429 ff. StPO und für 

die Privatklägerschaft ausdrücklich – und exklusiv (JOSITSCH/SCHMID, StPO Praxis-

kommentar, 4. Aufl., Vor Art. 416-436 N 1) – in Art. 433 StPO geregelt hat (worauf 

die Privatklägerin – zumindest eventualiter – ihre Ansprüche ja auch stützt). Auf 

das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin ist mangels Konnexität daher nicht 

einzutreten. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Untersuchungs- und Gerichtskosten

1.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Das vorinstanzliche Urteil wird praktisch vollumfänglich 

bestätigt. Damit bleibt es bei der dort vorgesehenen Kostenauflage an den Beschul-

digten hinsichtlich der Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

(Gerichts-)Verfahrens. Dass der Tagessatz im Berufungsverfahren reduziert und 

auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin nicht eingetreten wird (anstelle 

Verweis auf Zivilweg), rechtfertigt keine andere Kostenverteilung, zumal der 

Beschuldigte hinsichtlich der erstinstanzlichen Kostenverlegung nichts vorbrachte 

(Urk. 111 und Urk. 120). 

-   37   -

1.2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 16 Abs. 1 

i.V.m. § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG auf Fr. 3'600.– festzusetzen. 

1.3. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine 

Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht 

gestellten Anträge gutgeheissen wurden (BSK StPO-DOMEISEN, 3. Aufl. 2023, 

Art. 428 N 6) Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung praktisch vollständig. 

Er obsiegt – wie bereits erwogen – lediglich insofern, als dass die Tagessatzhöhe 

reduziert wird und auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin nicht einge-

treten wird. Der Beschuldigte beantragte im Berufungsverfahren demgegenüber 

einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 111 S. 91; Urk. 120 S. 22). Im Hauptstand-

punkt unterliegt er damit. Die Sanktion (mit Ausnahme der Höhe des Tagessatzes) 

und der Vollzug der Geldstrafe werden bestätigt. Bei der Reduktion der Höhe des 

Tagessatzes handelt es sich um einen Ermessensentscheid und der angefochtene 

Entscheid wird nur unwesentlich abgeändert, so dass sich keine andere Kosten-

verteilung rechtfertigt (vgl. Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO; BSK StPO-DOMEISEN, 3. Aufl. 

2023, Art. 428 N 21). Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin wird 

sodann aus prozessualen Gründen nicht eingetreten, was ebenfalls kein Obsiegen 

des Beschuldigten darstellt. Dem Beschuldigten sind daher die gesamten Kosten 

des Berufungsverfahrens aufzuerlegen.

2. Prozess- bzw. Umtriebsentschädigung für den Beschuldigten

2.1. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens verbleibt kein Raum für eine 

Prozess- oder Umtriebsentschädigung für den Beschuldigten. Der entsprechende 

Antrag des Beschuldigten ist abzuweisen. 

2.2. Nachdem die Strafanzeige des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, kann mit vorliegendem Urteil 

nicht über allfällige Rückforderungen von Bussen und Verfahrenskosten entschie-

den werden (vgl. Urk. 111 S. 91; Urk. 120 S. 22).

-   38   -

3. Prozessentschädigung für die Privatklägerin

3.1. Gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO (i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO für das Beru-

fungsverfahren) hat die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldigten Person 

Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Ver-

fahren, wenn sie obsiegt. Die Privatklägerschaft hat ihre Entschädigungsforderung 

bei der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und zu belegen. Kommt sie dieser 

Pflicht nicht nach, so tritt die Strafbehörde auf den Antrag nicht ein (Art. 433 Abs. 2 

StPO i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO).

3.2. Angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte seit Januar 2024 verteidigt 

war (Anzeige des Verteidigungsverhältnisses durch Rechtsanwalt X1._____ am 

29. Januar 2024; Urk. 28/1) und er nach dessen Mandatsniederlegung (Urk. 38) bis 

30. Mai 2024 durch Rechtsanwältin X2._____ verteidigt wurde (Urk. 39; Urk. 63), 

erweist sich eine anwaltliche Vertretung (auch) der Privatklägerin gerade noch als 

notwendig, zumal Rechtsanwalt Y._____ die Privatklägerin auch im mit Strafan-

zeige des Beschuldigten vom 4. Dezember 2023 angehobenen Strafverfahren ge-

gen sie als Beschuldigte (A-8/2023/10047313) verteidigte (vgl. Urk. 21/1 S. 1). 

3.3. Die Vorinstanz reduzierte den Stundenansatz des Vertreters der Privatklä-

gerin von Fr. 300.– auf Fr. 220.– und erwog, die Aufwendungen im Zusammenhang 

mit der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme der Privatklägerin als Beschuldigte 

im Rahmen der Gegenanzeige des Beschuldigten könnten nicht gestützt auf 

Art. 433 Abs. 1 StPO ersetzt werden. Die Vorinstanz errechnete unter Zugrundele-

gung eines Stundenansatzes von Fr. 220.– ein Honorar für das Vorverfahren von 

insgesamt Fr. 5'535.74 (Urk. 87 S. 35). Für das Hauptverfahren erwog sie, dass 

das vorliegende Verfahren aufwandmässig in der unteren Hälfte anzusiedeln sei. 

Angesichts des sehr überschaubaren Aktenumfangs und der fehlenden Schwierig-

keit des Falles erscheine eine pauschale Entschädigung für das erstinstanzliche 

Gerichtsverfahren gemäss § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV von Fr. 3'500.– angemes-

sen. Hierzu addierte die Vorinstanz Auslagen des Geschädigtenvertreters von 

Fr. 95.35 und die Mehrwertsteuer, so dass sie letztlich auf eine Entschädigung für 

die Privatklägerin von insgesamt Fr. 9'414.59 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

erkannte (Urk. 87 S. 35 f.). 

-   39   -

3.4. Diese für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Hauptverfahren errech-

nete Prozessentschädigung für die Privatklägerin erscheint angemessen und ist zu 

bestätigen. 

3.5. Für das vorliegende Berufungsverfahren verlangt die Privatklägerin keine 

Prozessentschädigung (vgl. Urk. 103; Urk. 115).

Es wird beschlossen:

1. Auf die Berufung des Beschuldigten hinsichtlich Dispositivziffer 4 des vorin-

stanzlichen Urteils (Abweisung Genugtuungsbegehren der Privatklägerin) 

wird nicht eingetreten. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

3. Gegen diesen Beschluss kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

-   40   -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im 

Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 250.–. 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen.

4. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird nicht ein-

getreten.

5. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Dispositiv-

ziffern 5, 6 und 7) wird bestätigt.

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–.

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Der Antrag des Beschuldigten auf Leistung einer Parteientschädigung an ihn 

durch die Privatklägerin B._____ wird abgewiesen. 

9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 den Beschuldigten (unter Beilage einer Kopie von Urk. 116; versandt)
 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 den Beschuldigten
 die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz

-   41   -

 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 10. April 2025

Die Präsidentin:

lic. iur. M. Knüsel

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Maurer