# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 319bd1ba-9a9c-505b-bd1b-cf386bc48e45
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2005 PVG 2005 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2005-5_2005-12-31.pdf

## Full Text

Fremdenpolizei 3
Polizia degli stranieri

Familiennachzug. Anspruch eines Schweizers auf Gleich- 
behandlung mit EU/EFTA-Staatsangehörigen nach FZA.
– Nur wenn der nachzuziehende Verwandte eines Schwei- 

zers aus einem Drittstaat bereits Aufenthalt in einem EG-
Staat hat, ist die Frage der Gleichbehandlung zu prüfen.

Ricongiungimento familiare. Diritto di uno svizzero alla 
uguaglianza di trattamento con cittadini della UE/AELS 
secondo l’accordo sulla libera circolazione delle persone.
– Solo qualora il parente di uno svizzero di cui si chiede il 

ricongiungimento soggiorna già in uno Stato della CE 
deve essere esaminata la questione dell’uguaglianza di 
trattamento.

Erwägungen:
2. Der Rekurrent macht eine Verletzung des Gleichbehand-

lungsgebotes geltend, weil er schlechter gestellt werde als EU/ 
EFTA -Staatsangehörige in vergleichbarerer Situation. Dem kann 
nicht gefolgt werden. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang 
auf BGE 130 II 1, welcher die Familiennachzugsregelung des FZA – 
in Anlehnung an das Urteil des Gerichtshofes der Europäischen 
Gemeinschaften ( EuGH ) vom 23. September 2003 in der Rechts- 
sache C-109/ 01, Secretary of State gegen Akrich ( publ. in: EuGRZ 
2003  S.  607 )  zu  den   analogen   Normen   der   Verordnung   
Nr. 1612 /68 /EWG vom 15. Oktober 1968 über die Freizügigkeit der 
Arbeitnehmer ( ABl. 1968, L 257, S. 2 ) – dahin interpretiert, dass 
sich nur auf Art. 3 Anhang I FZA berufen kann, wer bereits in 
einem anderen Vertragsstaat nach nationalem Recht ein Auf- 
enthaltsrecht erworben hat ( E. 3.6 des zitierten Urteils des Bun- 
desgerichts). Mit dieser restriktiven Auslegung des Freizügigkeits- 
abkommens ist der Gleichbehandlungsrüge im vorliegenden Fall 
zum Vornherein die Grundlage entzogen: Der Rekurrent könnte 
selbst dann, wenn er als Angehöriger eines EG-Staates in Aus- 
übung des Freizügigkeitsrechts in die Schweiz übersiedelt wäre, 
nicht direkt gestützt auf Art. 3 Anhang I FZA den Nachzug seiner

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über das Staatsbürgerrecht von Serbien/ Montenegro verfügen- 
den Mutter aus dem Kosovo verlangen, sondern es müsste für sie 
zuerst die Aufenthaltsbewilligung eines anderen FZA-Vertrags- 
staates vorliegen. Die Frage der Ungleichbehandlung stellt sich 
mithin nur bei Schweizer Bürgern in der Schweiz, die aus einem 
Drittstaat stammende Familienangehörige mit Aufenthalt in ei- 
nem EG-Staat nachziehen wollen, was bei der ermessensabhängi- 
gen Bewilligung des Familiennachzuges ( Art. 3 Abs.1bis BVO) zu 
berücksichtigen wäre ( BGE 130 I 137 E. 4.3 ).
U 05 63 Urteil vom 7. Oktober 2005

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