# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5047844f-5f1d-591a-b0f4-b57dc41183e4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-20
**Language:** de
**Title:** Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur Abklärung des Gesundheitsschadens und der Statusfrage.
**Docket/Reference:** IV.2024.00188
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2024.00188.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2024.00188
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Engesser
Urteil
vom
20. Februar 2025
in Sac
hen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Dina
Raewel
Raewel
Advokatur
Gotthardstrasse 52, 8002 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren
1977,
ist
verheiratet und
Mutter von fünf Kindern (2001, 2002, 2007, 2008, 2012)
.
Sie lebte von 200
1
bis 2011 in der Schweiz, danach im Ausland, ab 2020 erneut in der Schweiz.
A
m 2
9.
Juli 2022 meldete sie sich unter Hinweis auf Depressionen, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen sowie Rheuma bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/2). Die Sozialversicherungs
anstalt Zürich, IV-Stelle, führte
am
1
3.
September 2022 ein Standortgespräch mit der Versicherten (
Urk.
9/5).
Sie
zog ein
en
IK-Auszug bei und holte
medizinische
Berichte der behandelnden Ärzte ein. M
it Vorbescheid vom 1
4.
Dezember 2023
stellte sie
die Abweisung
des
Leistungsbegehrens in Aus
sicht (
Urk.
9/26).
Nachdem sich die Versicherte innerhalb der
Einwandfrist
nicht hatte vernehmen lassen, verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom
8.
Februar 2024
wie angekündigt
einen Leistungsanspruch
(
Urk.
9/27 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dina
Raewel
,
am 1
8.
März 2024 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom
8.
Februar
2024 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente auszurichten; eventualiter sei sie in neurologischer, orthopädischer, rheumatologischer und psychiatrischer Hinsicht zu begutachten. In formeller Hinsicht
stellte
sie sodann
ein Gesuch um
unentgeltliche
Pr
o
zessführung
und Bestellung von
Rechtsanwältin Dina
Raewel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Mai 2024 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2024 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
15).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten. Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Renten
anspruch entstanden ist. Steht ein erst nach dem 1. Januar 2022 entstandener
Rentenanspruch zur Diskussion, findet darauf das seit diesem Zeitpunkt geltende Recht Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_452/2023 vom 24. Januar 2024 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Auf Grund der im
Juli 2022
anhängig gemachten Anmeldung bei der Invaliden
versicherung könnten allfällige Leistungen frühestens ab
Januar 2023
ausge
richtet werden (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
In dieser übergangsrechtlichen Konstel
lation ist die seit 1. Januar 2022 geltende Rechtslage massgebend, die im Folgenden
soweit nichts anderes vermerkt ist
jeweils in dieser Version wieder
gegeben, zitiert und angewendet wird.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträch
tigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbs
tätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit
ausschliesslich die Folgen
der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Eine Rente nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1
bis
und 1
ter
nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1
bis
IVG).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Renten
revision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig ein
zustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der
Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2022 vom 15.
Mai
2023 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung dar,
aus den ein
geholten medizinischen Unterlagen gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin seit dem
1.
Dezember 2020 gesundheitlich eingeschränkt sei. Gemäss dem Bericht
des Neurologen
habe sich ihr Gesundheitszustand verbessert, der Psychiater teile eine gute Prognose mit. Aus rheumatologischer Sicht sei ihr eine angepasste Tätigkeit in einem 100%-Pensum zumutbar. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe nur, wenn eine Einschränkung vorliege, die sich langandauernd und dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (
Urk.
2 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
in der Beschwerdeschrift
vor,
sie sei 47-jährig, Hausfrau und Mutter von fünf Kindern. Nachdem sie im Jahr 2023 auf Stunden
basis zu 20
%
als Putzfrau gearbeitet habe, habe sie diese Tätigkeit aufgrund der unerträglichen Schmerzsituation wieder aufgeben müssen (
Urk.
1 S. 3). D
ie medizinischen Berichte würden belegen, dass ihre verschiedenen Schmerzen, ins
besondere die massiven Kopfschmerzen sowie die Depression klaren Diagnosen zugeordnet werden könnten. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit beziehungsweise -unfähigkeit sei zu konstatieren, dass zwar der rheumatologische Facharzt mit Datum vom 2
5.
Januar 2023 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit attestiert habe. Dies ändere aber nichts daran, dass ihr aufgrund ihrer äusserst massiven Kopfschmerzen, welche auf das
zervikobrachiale
Syndrom beziehungs
weise das
zervikozephale
und
zervikovertebrale
Schmerzsyndrom zurückzufüh
ren seien, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde. Die massiven Kopfschmerzen seien i
n der Schmerzempfindung
absolut dominant, so dass ein
e
allfällig attestier
t
e Arbeitsfähigkeit in rheumatologischer Hinsicht zu vernach
lässigen sei. Hinzu
komme, dass auch der behandelnde Rheumatologe auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen hinweise (
Urk.
1 S. 5 f.).
Damit korreliere, dass sie zunehmend suizidal sei. In diesem Zusammenhang seien rezidivierende depressive Episoden seit der Jugend
diagnostiziert
worden. Hin
sichtlich der Arbeitsfähigkeit habe die Psychiaterin zwar festgehalten, dass die Prognose grundsätzlich gut sei, habe sich jedoch nicht zur
a
ktuellen Arbeits
unfähigkeit geäussert (
Urk.
1 S. 6).
Ferner würden sie auch die aktuellen Arztberichte aus dem Jahr 2024 als schmerzgepla
g
te und vollständig arbeitsunfähige Person zeigen. Insbesondere werde neu die Diagnose einer
Hemicrania
continua
(Dauerkopfschmerz) links mit den entsprechenden massiv beeinträchtigenden Begleiterscheinungen gestellt und die Schwierigkeit der Evaluierung der richtigen Medikation werde offensichtlich. Dementsprechend werde festgehalten, dass sich ihre Kopfschmerzen nur unzu
reichend
kontrolliert
präsentieren würden (
Urk.
1 S. 6).
Insgesamt sei offensichtlich, dass sie bereits aufgrund ihrer invalidisierenden Migräne vollständig
arbeitsunfähig
sei, weshalb ihr bereits aus diesem Grund eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei. Sollte das Gericht dieser Auffassung nicht folgen, sei sie polydisziplinär zu begutachten. An ihrer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit ändere sodann nichts, dass sie im Haushalt tätig sei
,
da s
ie
aufgrund ihrer invalidisierenden körperlichen Verfassung nicht in der Lage sei,
den Haus
halt zu machen
(
Urk.
1 S. 7).
3
.
3
.1
Anlässlich der Erstko
ns
ultation vom
7.
Dezember 2022 stellte
Dr.
med. univ.
Y.___
, Facharzt für Neurologie
,
im Wesentlichen die Diagnose einer chronischen
Migräne
ohne Aura bei Verdacht auf unter anderem zervikogene Triggerung bei
zervikozephalem
und
zervikovertebralem
Schmerz
s
yn
d
rom (
Urk.
9/9/1). Die Beschwerdeführerin habe berichte
t
, dass die Kopfschmerzen nach der ersten Schwangerschaft ihren Ursprung genommen hätten und während der vergangenen zehn Jahre sukzessive an Frequenz und Intensität zugenommen hätten. Im letzten Monat sei es an 10-15 Tagen zu Kopfschmerzattacken gekom
men, welche
sich
primär parietal auf der linken Seite manifestiert hätten, bei drückendem bis pochendem Schmerzcharakter und Schmerzintensitäten bis VAS 10/1
0.
Sie seien von Fotophobie und Nausea begleitet und hätten bei körperlicher Anstrengung zugenommen. Eine Akuttherapie mit Dafalgan habe nur unzu
reichend zu einer Besserung der Beschwerden geführt.
Dr.
Y.___
ordnete eine Laborkontrolle an und etablierte eine Akut- sowie Basismedikation (
Urk.
9/9/2).
3
.2
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 1
8.
Januar 2023 die Diagnosen einer Migräne ohne Aura sowie von Depressionen.
Eine
Arbeitsunfähigkeit
habe er nicht
attestiert (
Urk.
9/8/3). Aktu
ell sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Kopfschmerzen nicht arbeitsfähig. Bisher habe sie nicht gearbeitet, sondern sei Hausfrau
gewesen
. Die weiteren Fra
gen zur beruflichen Situation der
Beschwerdeführerin
konnte
Dr.
Z.___
nicht beantworten (
Urk.
9/8/4).
3
.3
PD
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Rheumatologie, stellt
e
in seinem Bericht vom 2
5.
Januar 2023 die Diagnosen eines
Zervikobrachialsyndroms
beidseits bei degenerativen
Veränderungen
, eines lumbalen
spondylogenen
Syndroms, rechts ausgeprägter als links, bei degenerativen Veränderungen,
sowie
einer beginnen
den Koxarthrose beidseits. Die Beschwerdeführerin arbeite seit Dezember in der Reinigung, vorher habe sie zu Hause den Haushalt geführt. Aus rheumatologi
scher Sicht könne sie eine leichte Arbeit in wechselnder Stellung ausüben. Sie sei aber in regelmässiger psychiatrischer Behandlung
,
weswegen auch eine Arbeits
unfähigkeit attestiert worden sei (
Urk.
9/11/6).
3
.4
M
ed.
pract
.
B.___
, Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei
d
er
die Beschwerdeführerin
seit
dem
3.
Dezember 2022 alle drei bis sechs Wochen eine
n
Behandlung
stermin
wahrnimmt,
hielt
in
ihrem
Bericht vom
3.
Februar 2023 die Diagnose rezidivierender depressiver Episoden seit der Jugend
(ICD-10 F33.0)
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
9/12/4). Die Beschwerdeführerin sei derzeit als Hausfrau tätig und übe zudem stundenweise Putzarbeiten in einem Pensum von rund 20
%
aus. Sie sei
hauptsächlich
mit der Versorgung der Familie beschäftigt
beziehungsweise ausgelastet. Laut den Angaben der Beschwerde
führerin seien keine Einschränkungen in der Haushaltstätigkeit vorhanden (
Urk.
9/12/7). Das Eingliederungspotential sei von den somatisch behandelnden Ärzten zu beurteilen, die Prognose sei gut (
Urk.
9/12/7).
3
.5
Dem Verlaufsbericht von
Dr.
Y.___
vom 2
6.
April 2023 ist zu entnehmen, dass die Kopfschmerzen der Beschwerdeführerin bei normalem Essverhalten unter Medi
kation erfreulich gut kontrolliert gewesen seien, so dass
vermutet
werden müsse, dass die Verschlechterung in den vergangenen vier Wochen in erster Linie auf das Fasten aufgrund des Ramadans
zurück
zuführen sei
.
Während dem
Fasten sei es nahezu täglich zu starken Kopfschmerzattacken gekommen, welche durch die Akutmedikation meist nur unzureichend
hätten
kontrolliert werden können. Mit Beendigung der Fastenzeit am vergangenen Samstag sei in den letzten Tagen wieder eine leichte Besserung der Kopfschmerzen berichtet worden. Entsprechend dürfe angenommen werden, dass die medikamentöse Therapie unter normalen Essgewohnheiten zu einer guten Kontrolle der Kopfschmerzen führe (
Urk.
9/20/11).
In
seinem am 2
8.
Juni 2023 bei der
B
eschwerdegegnerin eingegangenen Verlaufs
bericht
hielt
Dr.
Y.___
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin fest und
legte
dar, die Beschwerdeführerin leide aktuell unter täglichen Kopfschmerzen, teilweise in einem invalidisierenden Ausmass. Dadurch sei die Betreuung der vier Kinder gefährdet, was eine massive
emotionale
Belas
tung darstelle.
Die Beschwerdeführerin
sei aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig, eine
angepasste Tätigkeit sei
zur Zeit
nicht vorstellbar. Zuletzt sei eine Besserung der Beschwerden eingetreten, die Prognose sei gut (
Urk.
9/21/3)
3
.6
Die Beschwerdeführerin wurde
am 2
2.
Februar 2024 im Auftrag des Krankentaggeld
versicherer
s
durch
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Chirurgie und Orthopädie, zur Plausibilisierung der Arbeitsunfähigkeit unter
sucht, da sie ab dem 3
1.
Oktober 2023 für ihre Arbeitstätigkeit als Putzfrau zu 100
%
krankgeschrieben war (
Urk.
9/33).
Dr.
C.___
stellte in seinem Bericht vom 2
4.
Februar 2024 die Diagnosen eines multisegmentalen
,
degenera
tiven schmerzhaften Halswirbelsäulensyndroms mit
Diskusprot
r
usionen
, Spon
dylarthrosen sowie
Unkarthrosen
C5/C6 beidseits, einer hochgradigen
Foramens
tenose
links mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel C7 links sowie eines degenera
tiven
lumbovertebralen
Wirbelsäulensyndroms mit mittelschwerer
Foraminalstenose
LWK 3/4 links sowie links foraminal bis
extraforaminal
und linksseitiger Diskushernie LWK 3/4 links.
Die Beschwerdeführerin sei im aktuellen Zeitpunkt in ihrer angestammten Tätigkeit als Putzfrau mit einem Anstellungs
pensum von 20
%
zu 100
%
arbeitsunfähig. Diese Einschätzung sei allerdings medizintheoretisch, da der Arbeitsplatz offenbar auf den 2
9.
April 2024 gekün
digt worden sei. Die Arbeitsunfähigkeit werde sich mutmasslich nicht günstig entwickeln, da der behandelnde Rheumatologe der Beschwerdeführerin bereits mehrfach mitgeteilt habe, dass sie diese Arbeit nicht mehr ausführen könne
(
Urk.
9/33/5). In einer körperlich weniger belastenden Tätigkeit sei die Beschwerde
führerin weiterhin nicht arbeitsfähig. Allerdings bestehe
für die
Tätigkeit als Putzfrau eine Arbeitsunfähigkeit zu 60
%
ab dem 1
1.
März 2024, wenn sich diese Putztätigkeit auf leichte Putzarbeiten beziehe, zum Beispiel auf Staubwischen und möglicherweise leichte Staubsaugarbeiten. In einer ansonsten rein administrativen Tätigkeit könne damit gerechnet werden, dass spätestens ab dem 2
2.
April 2024 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
9/33/6).
3.7
3
.
7
.1
Aus d
en von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichten ergibt sich das Folgende:
Dem Bericht von
Dr.
Y.___
vom 1
3.
Dezember
2023 lässt sich
zusätzlich
zur Diagnose
einer
chronischen Migräne neu eine
Hemicrania
continua
mit anhal
tendem Hintergrundschmerz links mit Ausstrahlung zur Gegenseite mit dumpf-drückendem Charakter bei Schmerzintensitäten bis VAS 4-5/10 und Schmerzex
azerbationen bis VAS 10/10 über der linken Kopfseite
während
bis zu sieben Tagen am Stück mit Lärm- und
Lichtempfindlichkeit
, Nausea, Emesis und Zunahme der Kopfschmerzen bei körperlicher Anstrengung und begleitenden
autonomen Störungen entnehmen (
Urk.
3/4 S. 1). Die Beschwerdeführerin habe
berichtet,
dass es mit den Kopfschmerzen unter der neu etablierten diagnostischen Therapie sehr viel besser gehe. So seien in den vergangenen vier Wochen lediglich viermalig leichtere
Kopfschmerzen
aufgetreten. Insgesamt hätten die Cluster-Kopfschmerzen aber massgeblich nachgelassen. Entsprechend sei die Diagnose einer
Hemicrania
continua
bestätigt
.
Entsprechend
sollte nun die Basistherapie angepasst werden
,
um eine Kontrolle der Kopfschmerzen ohne die Zufuhr von nichtsteroidalen Antirheumatika zu erreichen (
Urk.
3/
4
S. 2).
Am
1
6.
Januar 202
4
legte
Dr.
Y.___
dar, die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass es
mit
ihren Kopfschmerzen unter den etablierten Basistherapien deutlich besser gehe. Im Rahmen eines gastrointestinalen Infekts
sei es einmalig zu einer
schweren
Kopfschmerzattacke gekommen, ansonsten seien die Kopfschmerzen über weite Strecken gut kontrolliert gewesen (
Urk.
3/5 S. 2).
Am
7.
Februar 2024 berichtete
Dr.
Y.___
, die Kopfschmerzen der Beschwerde
führerin würden sich durch die bestehenden Medikationen weiterhin nur unzu
reichend kontrolliert zeigen. Zur Optimierung werde wiederum mit der Basisthe
rapie begonnen, welche im Dezember vorübergehend zu einer deutlichen Besserung der Kopfschmerzen geführt habe (
Urk.
3/6 S. 2).
3
.
7
.2
In rheumatologischer Hinsicht wurden am
9.
Februar 2024 ein CT der Lenden
wirbelsäule und eine CT-gesteuerte Infiltration der L3-Wurzel links sowie
epi
dural
auf der Höhe LWK 3/4 links durchgeführt
, n
achdem eine Infiltration vier Monate zuvor eine
gute
Linderung erbracht
habe
und aktuell wieder Schmerzen aufgetreten
seien. Es
habe
sich eine leichte Degeneration des Facettengelenkes LWK 3/4 beidseits gezeigt
.
Am 1
2.
März 2024 wurde sodann eine CT-gesteuerte Infiltration C7 links durchgeführt, die
ebenfalls
problemlos
verl
aufen sei
(
Berichte des
Instituts D.___
vom
9.
Februar und 1
2.
März 2024
,
Urk.
3/7 und
3/8).
4.
4.1
4.1.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich auf eine Invalidenrente.
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch der Beschwerde
führerin mit der Begründung, es liege keine sich langandauernd und dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende gesundheitliche Einschränkung vor (
Urk.
2 S. 1).
Zwar trifft es zu, dass in psychischer Hinsicht trotz der diagnostizierten rezidi
vierenden depressiven Störung, derzeit leichtgradige depressive Episode, keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist, attestierte die behandelnde Psychiaterin doch in ihrem Bericht vom
3.
Februar 2023 lediglich für das Jahr 2021 - und mithin weit vor der Anmeldung bei der Invalidenversicherung - eine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
9/12/3). Der behandelnde Rheumatologe
Dr.
A.___
erachtete indessen in seinem Bericht vom 2
5.
Januar 2023 aufgrund der gestellten Diagnosen eines
Zervikobrachialsyndroms
, eines lumbalen
spondylogenen
Syn
droms sowie einer beginnenden Koxarthrose beidseits lediglich noch leichte Tätigkeiten in wechselnder Stellung für zumutbar (
Urk.
9/11/6)
, was auch durch den
zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstellten
Untersuchungsbericht von
Dr.
C.___
vom 2
4.
Februar 2024 (
Urk.
9/33) gestützt wird
. Der behandelnde Neurologe
Dr.
Y.___
attestierte der Beschwerdeführerin sodann im Juli 2023 aufgrund der chronischen Migräne mit Aura trotz einer zwischen
zeitlich eingetretenen Verbesserung der Beschwerden gar eine Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (
Urk.
9/21/2). Der Schluss der Beschwerdegegnerin, es liege kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor, basiert somit nicht auf eine
r
medizinische
n
Grundlage und
überzeugt
daher nicht ohne Weiteres. Einzig gestützt auf die Einschätzung der Kundenberatung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/25/3) kann jedenfalls nicht von vornherein davon ausgegangen werden, dass die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerde
führerin für die Arbeitsfähigkeit unerheblich sind.
4.1.2
Entgegen der Beschwerdeführerin kann indessen auch nicht ohne Weiteres auf die Angaben
der behandelnden Ärzte
zur Arbeitsfähigkeit abgestellt werden, zumal diesbezüglich die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen ist, wonach behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, weshalb die direkte Zusprechung von Leistungen der Invalidenversicherung im Wesentlichen gestützt auf deren Angaben kaum je in Frage kommt (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundes
gerichts 8C_549/2021 vom
7.
Januar 2022 E. 7.2).
Insbesondere fehlt es der Beurteilung von
Dr.
A.___
an von ihm erhobenen Befunden (
Urk.
9/11/6).
Die
Einschätzung
von
Dr.
Y.___
erweist sich
sodann
bereits angesichts des Umstandes, dass er nicht näher erläutert, weshalb die Beschwerdeführerin aufgrund der unregelmässigen und teilweise medikamentös kontrollierbaren Kopfschmerzen - wobei gestützt auf die vorliegenden Berichte nicht ersichtlich ist, weshalb die jeweils etablierte und wirksame Basistherapie immer wieder angepasst wurde
(vgl.
Urk.
3/4-6)
- keinerlei Arbeitstätigkeit ausüben können sollte
(
Urk.
9/21/3),
nicht als nachvollziehbar. Das Krankheitsbild der Beschwerdeführerin sowie dessen Ausprägung, Verlauf und Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit kann somit gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht abschliessend beurteilt werden. Die Beschwerdegegnerin hat daher ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen, die sämtliche Beschwerden der Beschwerdeführerin umfassen und eine hinreichende fachärztliche Grundlage darstellen, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
bzw. der Fähigkeit zur Haushaltführung
erlau
ben.
4.2
4.2.1
Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin bisher gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
9/6) abgesehen von einer während eines Monates im Jahr 2009 ausgeübten Tätigkeit für die
E.___
AG
,
in der Schweiz bis im Jahr 2021 nicht erwerbstätig war und seither zwischenzeitlich eine Reinigungstätigkeit im Stundenlohn in einem Pensum von rund 20
%
ausübte (
Urk.
9/11/6,
Urk.
9/12,
Urk.
9/33). Selbst bezeichnet sich die Beschwerdeführerin, die Mutter von fünf Kindern ist, als Hausfrau und nichterwerb
stätig (
Urk.
9/2/2).
Um beurteilen zu können, ob allenfalls invalidenversicherungsrechtlich massge
bliche gesundheitliche Einschränkungen vorliegen, ist daher zu klären, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall (allenfalls teilzeitlich) erwerbstätig wäre oder sich auch diesfalls weiterhin massgeblich im Aufgabenbereich betätigen würde. Zu dieser Frage hat die Beschwerdegegnerin bisher keine Abklärungen getätigt. Die Frage, welches Erwerbspensum die Beschwerdeführerin im hypothe
tischen Gesundheitsfall bekleiden würde, erscheint vor diesem Hintergrund nicht als hinreichend geklärt beziehungsweise nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststellbar.
4.2.2
Wäre die Beschwerdeführerin zumindest teilweise als im Haushalt tätig zu quali
fizieren, wäre sodann zu prüfen, ob sich die ärztlich beschriebenen gesund
heitlichen Einschränkungen in rentenrelevanter Weise im Haushalt niederschla
gen. Diesbezüglich ist zu betonen, dass ein invaliditätsbedingter Ausfall bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden darf, als die Auf
gaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Ent
löhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesener
massen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer im Haus
halt tätigen Person
zu berücksichtigende Mithilfe
von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn
keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_525/2023 vom 2
6.
Oktober 2023 E. 4.3 mit Hinweis).
Im Verfügungszeitpunkt waren vier der fünf Kinder der Beschwerdeführerin noch minderjährig (vgl.
Urk.
9/2/3), wobei unklar ist, welche Kinder aktuell noch zu Hause leben (
Urk.
9/2/4,
Urk.
9/24,
Urk.
9/33/3)
. Ihr Ehemann bezieht sodann gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin aufgrund von Rückenbeschwerden eine ganze Invalidenrente und benötig
e
Hilfeleistungen bei der Körperpflege
(
Urk.
9/5/4,
Urk.
9/33/3)
. Vor diesem Hintergrund sowie a
ngesichts der
beim aktuellen Aktenstand ersichtlichen
Beschwerden der Beschwerdeführerin
kann nicht abschliessend beurteilt werden, inwiefern
die Beschwerdeführerin bei der Haushaltstätigkeit eingeschränkt ist, ob und inwieweit
der Ehemann und die Kinder die Betreuung beziehungsweise Hilfeleistungen der Beschwerdeführerin benötigen
(vgl.
Art.
27
Abs.
1
IVV)
,
beziehungsweise es diesen zumutbar ist, die Beschwerdeführerin im Haushalt zu unterstützen. Sofern im Gesundheitsfall von einem massgeblichen Tätigkeitsanteil im Haushaltsbereich auszugehen ist, erwei
sen sich
daher
diesbezüglich weitere Abklärungen, insbesondere die Durchfüh
rung einer Haushaltsabklärung, ebenfalls als unumgänglich
.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die medizinische Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als unzureichend erweist. Weiterer Abklärungsbedarf besteht des Weiteren in Bezug auf die Statusfrage. Folglich ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
8.
Februar 2024 (
Urk.
2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergän
zender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vor
nehme und sodann über den Leistungsanspruch neu verfüge.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das Begehren im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wird (BGE 141 V 281
E. 11.1, 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2). Folglich sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Als weitere Bemessungskriterien nen
nen die kantonalen Vorschriften das Mass des Obsiegens, den Zeitaufwand und die Barauslagen (§ 34
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
[
GSVGer
]
sowie
§
7
der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
[
GebV
SVGer
]
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien und nach Einsicht in die von Rechts
anwältin Dina
Raewel
eingereichte Honorarnote vom 2
4.
Juli 2024 (
Urk.
17) ist die Parteientschädigung auf
Fr.
2'302.60 festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
8.
Februar 2024 aufge
hoben und die Sache an diese zurückgewiesen wird, damit sie nach ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch der Beschwerde
führerin neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Parteient
schädigung von
Fr.
2'302.60
(inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Dina
Raewel
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrEngesser