# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f36c0439-039a-59c0-8566-a77f70882bb5
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-26
**Language:** de
**Title:** Zur Beurteilung des Leistungsanspruchs kann auf das bei den Akten liegende Gutachten (funktionsorientierte medizinische Abklärung inklusive EFL) abgestellt werden. Die Berichte der behandelnden Ärzte vermögen keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung zu wecken. Verzicht auf die Durchführung einer Haushaltsabklärung unter den gegebenen Umständen nicht zu beanstanden. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2022.00620
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2022.00620.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2022.00620
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Barblan
Urteil
vom
26. September 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Zollinger
Rämistrasse
5, Postfach, 8024 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1976
,
Mutter von dre
i Kindern (geboren 1997, 1999 und 2002
; Urk. 11/9 Ziff. 3
)
,
war zuletzt
vom
3. Januar 2017
bis 31. August 2021
in einem Teilzeitpensum
a
ls
Unterhaltsreinigerin
bei der
Y.___
AG angestellt
, wobei der letzte Arbeitstag der 9. März 2021 war
(
Urk. 11/22 Ziff. 3,
Urk. 11/
34 Ziff. 2.1-3
; vgl. auch
Urk. 11/36/118 Ziff. 3 und Urk. 11/36/152 Ziff. 3
)
. I
nfolge einer ab 10. März 2021 bestehenden Arbeitsunfähigkeit
bezog sie
Taggelder des Krankentaggel
d
versicherers
(vgl
. Urk.
11/31/94
,
Urk.
11
/31/9
8, Urk. 11/31/
101
). Letztere wurden
per 31. Januar 2022
eingestellt (
Urk. 11/40/25
)
.
A
m 13. September 2021
meldete sich die Versicherte
bei der Invalidenver
si
che
rung zum Leistungsbezug an
(Urk. 11/9)
.
D
ie Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons
Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche (Urk. 11/28
, Urk. 11/34
)
und
medi
zini
sche Abklärungen, wobei sie unter anderem
die
Akten des Krankentag
geld
versi
cherers, darunter
der Bericht de
r
Zentrum Z.___
AG vom 11. November 2021 über die Funktionsorientierte Medi
zinische Abklärung (FOMA) vom 4.
u
nd 5.
November 2021
(
Urk.
11/31/7
29
),
sowi
e die Akten
de
s Unfallversicherers
(Urk.
11/36
)
im Zusam
men
hang mit einem Unfallereignis vom 13. September 2019 (vgl. Urk. 11/36/152)
bei
zog
.
Nach Kon
sultation ihres
r
egionalen
ä
rztlichen Dienstes (
RAD;
Urk. 11/42 S.
3 f., S. 5 f.) und n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11/43
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
6.
Oktober 2022 (Urk. 11/
44 =
Urk.
2)
einen Leistungsan
spruch.
2.
Am 12. September 2022 erhob die Versicherte Beschwerde
(Urk. 1)
gegen die Verfügung vom 26. Oktober 2022 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und ihr sei eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. Eventuell sei die Sache zurückzu
weisen und die IV-Stelle habe ein Gutachten bei einer neutralen und unabhän
gi
gen Gutachtensstelle in Auftrag zu geben. Subeventuell sei die Sache zurück
zu
weisen und die IV-Stelle habe berufliche Massnahmen zu prüfen und an die Hand zu nehmen (Urk. 1 S. 2 Mitte). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwer
deantwort vom 17. Januar 2023 (Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 2. Februar 2023 (Urk. 12) wurden der Beschwerdeführerin antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 unten) die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihr Rechtsanwalt Bernhard Zollinger als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Zudem wurde ihr die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
Da der Zeit
punkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Renten
anspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invali
denrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008
des Kreisschreibens
des Bundesamtes für Sozialversicherungen zu den Übergangsbestimmungen zur Ein
führung des line
aren Rentensystems [
K
S ÜB WE IV],
gültig ab 1. Januar 2022
).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022
. Da die Entstehung eines Rentenanspruchs vorliegend ebenfalls frühestens ab diesem Datum in Betracht fällt, sind die ab 1. Januar 2022 gültigen Rechtsvorschriften anwendbar.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 5069 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die prozentualen Anteile, wie sie in Art. 28b Abs. 4 IVG festgelegt sind.
1.4
Der
für die Frage der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode entschei
dende
Status einer versicherten Person
als erwerbstätig, nicht erwerbstätig oder teilerwerbstätig (vgl. Art. 28a Abs. 1-3 IVG)
bestimmt sich nach den erwerblichen Verhältnissen, in denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie nicht gesundheitlich beeinträchtigt wäre (Art. 24
septies
Abs. 1 IVV).
1.
5
Gemäss Art. 27
bis
Abs. 1 IVV werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen folgende Invaliditätsgrade zusammengezählt:
a.
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit;
b.
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich.
Art. 27
bis
Abs. 2-3 IVV enthalten präzisierende Vorschriften für die Be
rechnun
g des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und die Betätigung im Aufgabenbereich.
1.
6
Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
7
Gemäss Art. 61 Abs. 1
lit
. c ATSG gilt im Verfahren vor dem kantonalen Versi
cherungsgericht
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung
nah
men als Bericht oder Gutachten. Vielmehr gilt es das gesamte Beweismaterial zu würdigen und bei sich widersprechenden medizinischen Berichten die Gründe anzugeben, warum auf die eine oder andere medizinische These abzustellen ist (BGE 125 V 352 E. 3a). In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass in Bezug auf Schmerzen mit den sich dabei naturgemäss ergebenden Beweisschwie
rigkeiten die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit allein nicht genügen; vielmehr muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüs
sig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Dabei müssen die Schmerz
angaben zuverlässiger medizinischer Feststellung und Überprüfung zugänglich sein (
BGE 143 V 124
E. 2.2.2 mit Hinweis).
1.
8
Einem
vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfah
ren nach Art. 44 ATSG eingeholte
n
Gutachten
kommt der Beweiswert versi
che
rungs
interner ärztlicher Feststellungen zu. Folglich sind an die Beweiswür
digung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit einer solchen Expertise, so sind ergänzende Abklärungen in Form eines Gerichtsgutachtens oder einer versicherungsexternen medizinischen Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG vorzunehmen
(Urteil des Bundesgerichts
8C_131/2022
vo
m 27. Juni 2022
E. 3.2.2 mit Hinwei
sen).
1.
9
Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Person, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen.
Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen regel
mäs
sig von behandelnden Ärztinnen und Ärzten oder von anderen medizinischen Fachpersonen, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Per
son stehen. Da sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen des
halb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a S. 352. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungs
tatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen), wird im Streitfall eine direkte
Leistungs
zusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen
(BGE 135 V 465 E.
4.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2) aus, gemäss den medizinischen Unterlagen liege keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, w
e
lche eine langandauernde ode
r
anhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Aus diesem
Grund sei davon auszugehen, dass
auch im Haushalt keine Einschränkung
bestehe. Es
bestehe keine Arbeitsunfähigkeit, welche eine Unterstützung durch die Invalidenversicherung begründen würde
(S.
1 unten).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 10) hielt sie ergänzend fest, sie stütze ihre
Beur
teilung auf die beim Krankentaggeldversicherer sowie
beim
Unfallversicherer eingeholten Akten,
insbesondere den Bericht über die vom
Z.___
durchgeführte Eva
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
mit ergänzendem versi
che
rungs
medizinischem funktions- und ressourcenorientiertem Assessment
,
welche sie mit eigenen Anfragen an die Behandler ergänzt habe, sowie die ein
lässliche Beurteilung durch ihren
R
AD
(S
. 1 f. Ziff.
1-
2).
Gemäss dessen Beurteilung ent
spreche die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin
einer
angepassten und sei die Beschwerdeführerin darin voll arbeitsfähig. Die von den Behandlern wei
terhin attestierte volle Arbeitsunfähigkeit
sei gemäss der
RAD
-Beurteilung
aus versicherungsmedizinischer Sicht im Rahmen der Selbstlimi
tierung
zu sehen
(S.
2 Z
if
f. 3). Die getätigten Abklärungen seien rechtsgenüglich und erlaubten die Beurteilung des Rentenanspruchs (S. 2 Ziff. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (Urk. 1)
, seit weit über einem Jahr
von verschiedenen und voneinander unabhängigen Ärzten zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben zu sein (S. 4 Mitte)
. Auch die
ambulanten Inter
ven
tionen vom 7. September 2021 und vom 29. März 2022
hätten
keine Verbesse
rung gebracht (S. 5 oben). Die Beschwerdegegnerin habe keine eigenen Abklä
rungen durchgeführt
; sie
stütze sich ledigl
i
ch auf das vo
m
Krankentag
gel
d
versi
cherer in Auftrag geg
e
bene Gutachten de
s
Z.___
, welches klarerweise ein Parteigutachten sei. Sie sei weiterhin in
Behand
lung in der
Klinik A.___
, was
dagegen spreche
, dass sie - wie vom Taggeldversicherer vor mehr als einem Jahr angenommen – gesund sei
(S. 5 Mitte). Zudem habe die
Beschwerdegegnerin
zu Unrecht auf eine Haushaltsabklärung verzichtet (S. 5 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung
und
dabei insbesondere die
Frage, ob die
vorliegenden
medizinischen Akten eine abschliessende Beurteilung erlauben.
3.
3.
1
Im Bericht vom 23. April 2021 (Urk. 11/36/7-8) nannten Dr. med.
B.___
, Leitender Oberarzt, und Dr. med.
C.___
, Assistenzarzt,
Klinik A.___
, Schulter- und Ellbogenchirurgie, folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Schulter links (
adominant
):
-
diffuses myofasziales Schmerzbild Schulter links ohne fassbare struk
turelle Ursache
-
Status nach
subakromialem
Impingement
mit
MR-
tomographisch dezenter Bursitis
subakromialis-subdeltoidea
(vgl. Urk. 11/36/99-100)
-
Status nach
subakromialer
Infiltration am 15. Mai 2020 und glenohu
meral und
subakromial
am 6. Oktober 2020
(vgl.
dazu auch
Urk.
11/36/17-18, 11/36/13-14)
-
leicht aktivierte
Arthrose des
Akromioklavikulargelenks
(AC-Gelenk
; vgl. dazu
Urk. 11/36/98)
-
Status nach Kapsulitis
adhaesiva
vom Oktober 2020
-
Treppensturz mit Schulterkontusion links im September 2019.
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin sei
am 22. April 2021
erneut vor
stellig geworden
,
nachde
m
zwei bis drei Wochen nach erfolgter glenohumeraler und
subakromialer
Inf
il
tration wieder
Beschwerden
aufgetreten seien und sie im Alltag nun sehr eingeschränkt sei (S.
1
Mitte). In einer
Zusammenschau der Befunde sähen sie trotz ausführlicher Abklärung und bereits fünfmaliger Infiltration kein or
th
opädisches oder strukturelles Problem der linken Schulter, welches das Beschwerdebild klar erklären würde.
Daher könne auch kein opera
tives Vorgehen angeboten werden. Zwischenzeitlich dominierten myofas
ziale Beschwerden (S. 2 oben).
Dr.
C.___
attestierte der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 23. April bis 16. Mai 2021 (Zeugnis vom 22. April 2021, Urk.
11/31/93
) und vom 17. Mai bis 7. Juni 2021 (Zeugnis vom 12. Mai 2021, Urk.
11/31/91).
3.2
Im Bericht vom 8. Juni 2021 über die Sprechstunde vom Vortag (Urk.
11/31/36
37
= Urk. 3/8
)
führte Dr. med.
D.___
, Oberarzt Manuelle Medizin,
Klinik A.___
, aus, a
namnestisch bestünden seit einem Treppensturz
mit Schulterkontusion links im September 2019
linksseitige
Schulterschmerzen.
Die
Schmerzen
träten
sowohl tagsüber wie auch nachts
au
f
und würden
bei Belastung/Betätigung des
linken
Arms
zunehmen.
Trotz Physiotherapie und diver
sen Infiltrationen habe bisher keine Besserung
erzielt
werden können
.
Klinisch sei die
aktive Elevation/Aussen- und Innenrotation schmerzbedingt leicht eingeschränkt.
Der
Muskulus
deltoideus links
sei schmerzhaft palpabel
(S.
1
Mitte und unten
).
Als Diagnosen
nannte
Dr.
D.___
im Übrigen
einen Status nach
subakromialem
Impingement
mit
MR-
tomographisch dezenter Bursitis
subakro
mialis-subdeltoidea
, einen Status nach
subakromialer
Infiltration am 15. Mai 2020 und glenohumeral und
subakromial
am 6. Oktober 2020, eine leicht akti
vierte A
C-Gelenks
arthrose sowie einen Status nach Kapsulitis
adhaesiva
vom Oktober 2020 (S. 1 Mitte) und
attestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 7. Juni bis und mit 10. Juli 2021 (Zeugnis vom 7. Juni 2021, Urk. 11/31/88
;
vgl. auch Urk. 11/31/37 oben).
3.
3
Im Bericht
an den Krankentaggeldversicherer
vom 9. September 2021 (Urk.
11/31/74-75
; zu den Fragen des Krankentaggeldversicherers vgl.
Urk.
11/31/79
) nannte
Dr.
D.___
die bereits
von ihm genannte
n Diagnosen
hinsicht
lich der linken Schulter
(vgl. vorstehend E. 3.2)
sowie zusätzlich ein lum
bales Schmerzsyndrom beidseits
, differentialdiagnostisch mit
spondylogener
Schmerz
komponente (Ziff. 2).
Er
führte aus, im Verlauf habe sich eine klare Bes
serung gezeigt, dennoch bestünden deutliche Restbeschwerden (Ziff. 5). B
etref
fend die Beeinträchtigungen bei der Arbeit
empfehle sich eine
EFL
(Ziff. 7).
Dr.
D.___
attestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähig
keit
vom 10. Juli bis 10. August 2021 (Zeugnis vom 5. Juli 2021, Urk. 11/31/83)
,
vom
10. August bis 15. September 2021 (Zeugnis vom 10. August 2021, Urk.
11/31/81) und vom
15. bis 27. September 2021 (Zeugnis vom 7. September 2021, Urk. 11/
31/
68).
3.
4
Der Vertrauensarzt des Krankentaggeldversicherers führte in seiner medizini
schen Beurteilung vom 21. September 2021 (Urk. 11/31/63-64) aus,
die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar. Es lägen keine ausreichend nach
vollziehbaren klinischen Befunde vor, welche eine volle Arbeitsunfähigkeit medizinisch begründen würden. Allenfalls wäre eine Teilarbeitsunfähigkeit für schwere körperliche Arbeiten nachvollziehbar. Solche Arbeiten
habe
die Beschwerdeführerin gemäss den vorhandenen Angaben jedoch nicht ausüben müssen. Die Prognose sei unklar beziehungsweise schlecht, wenn nicht möglichst bald etwas geschehe. Eine EFL sei unbedingt zu empfehlen (Ziff. 5).
3.
5
Im Bericht vom 28. Oktober 2021 über die Konsultation vom Vortag (Urk.
1
1/31/34
-35 = Urk. 3/9
)
beschrieb Dr.
D.___
,
Klinik A.___
, weiterhin (vgl. vorstehend E. 3.2) eine schmerzbedingt leicht eingeschränkte
aktive Ele
va
tion/Aussen- und Innenrotation
sowie eine schmerzhafte Palpation des
Muskulus
deltoideus links
und nannte
nebst den bereits
von ihm genannten
Diagnosen als zusätzliche Diagnose
migräniforme
Kopfschmerzen (S. 1 Mitte). Er
führte aus
,
die Beschwerdeführerin seit Sommer 2021 insgesamt sechs Mal in seiner Sprech
stunde gesehen zu haben, die
s
aufgrund der Schulterschmerzen links, der Kopf
schmerzen und de
r
linksbetonten lumbalen Rückenschmerzen.
Während sich unter regelmässigem Dry-/
Wet-Needling
der Schulter-Nacken
muskulatur eine partielle Besserung der Schulter- und Kopfschmerzen gezeigt habe, habe hinsicht
lich
d
er lumbalen Rückenschmerzen bisher kein Erfolg erzielt werden können. Aktuell sei die Beschwerdeführerin schmerz-/funktionsbedingt zu 100 % arbeits
unfähig geschrieben (S. 1 unten).
Für die Zei
t vom 28. September bis 31. Oktober 2021
und vom 1. bis 30.
Novem
ber 2021
attestierte Dr.
D.___
der Beschwerdeführerin eine vollstän
dige Arbeits
unfähigkeit
(Zeugnis
se
vom 27. September 2021, Urk. 11/31/59
und Urk.
11/31/31
)
.
3.
6
Im Bericht vom 10. November 2021 über die am
Vortag
in der
Klinik A.___
, Manuelle Medizin,
durchgeführte
trans
f
oraminale
Nervenwurzelinfiltration L4 links
(
Urk.
11/40/6 = Urk.
3/7)
nannten Assistenzarzt Dr. med.
E.___
und Chefarzt Dr. med.
F.___
folgend
e Indikation (S. 1 Mitte):
-
l
umbales Schmerzsyndrom linksbetont bei/mit:
-
Differentialdiagnose:
intermittierende L4 Radikulopathie links
-
m
yofasziale
n
Beschwerden insbesondere des
Muskulus
gluteus medius/
minimus links
-
a
namnestisch sehr gutes Ansprechen auf Nervenwurzelinfiltration L4 links im August 2010.
Bereits
am
7. September 2021
war in der
Klinik A.___
durch Dr.
D.___
eine
Facettengelenksinfiltration L4/5
beidseits durchgeführt worden
(Bericht vom 9.
September 2021, Urk. 3/6).
3.
7
3.
7
.1
Im
Z.___
-Abklärungsbericht vom 11. November 2021 (Urk. 11/31/7-
2
9
) nannten Dr. med.
G.___
, Fachärz
t
in für Physikalische Medizin und Rehabili
ta
tion, Dr. med.
H.___
, Fa
charzt für Physikalische Medizin und Reha
bilitation/Rheumatologie, und
I.___
, Physiotherapeut, folgende Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 Ziff. 1):
-
minime schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der Schulter links bei/mit:
-
aktenanamnestisch leicht aktivierter AC-Gelenksarthrose
-
Status nach
subakromialer
Infiltration am 15. Mai 2020 sowie gleno
humeral und
subakromial
am 6. Oktober 2020
-
aktenanamnestisch Status nach
subakromialem
Impingement
mit MR-tomographisch dezenter Bursitis
subakromialis-subdeltoidea
-
aktenanamnestisch Status nach Kapsulitis
adh
ae
siv
a
vom Oktober 2020
-
beklagte
lumbospondylogene
Schmerzen links bei/mit:
-
klinisch vermehrter Kyphose der Brustwirbelsäule (BWS)
-
dringende
m
Verdacht auf muskuläre Insuffizienz
-
ohne Darlegung struktureller Wirbelsäulenveränderungen in den Akten
Die Gutachter führten aus,
aktuell klage die Beschwerdeführerin über intensive linksseitige Schulterschmerzen und eine starke Bewegungseinschränkung der lin
ken Schulter, deretwegen sie keine Arbeit ausüben könne. Im
letzten
Bericht der
Klinik A.___
vom 28. Oktober 2021
(vorstehend E. 3.5)
werde die linke Schul
ter jedoch als nur leicht bewegungseingeschränkt dargestellt. Aktuell finde sich lediglich für die Schulter-Elevation links – allerdings mit Gegenspannen –
eine leicht-
bis
mässiggradige Bewegungseinschränkung. Das Vorliegen einer erneuten
Frozen
Shoulder
oder eines Restzustandes nach einer
Frozen
Shoulder
sei bei diesem klinischen Befund nicht diagnostizierbar. Auch eine
Impingement
symptomatik
liege bei negativem
Jobetest
links nicht vor (S. 3 oben).
In Bezug auf den Rücken gebe die Beschwerdeführerin noch intensivere Schmer
zen an als in der Schulter, wobei die Angaben in sich inkonsistent seien. Die
ärztlich-
klinische Untersuchung ergebe eine leichte
schmerzbedingte
Ein
schrän
kung für Flexion und Lateralflexion
der Lendenwirbelsäule (LWS) nach links. In unbeobachteten Momenten könne sich die Beschwerdeführerin aber deutlich besser bewegen. Neurologisch fänden sich aktuell keinerlei Hinweise für ein sen
somotorisches Reiz- oder radikuläres Ausfallsyndrom. Vier, eventuell sogar fünf von fünf
Waddellzeichen
seien positiv. Insgesamt
hinter
lasse die Beschwerdefüh
rerin bei der Anamnese und der ärztlich-klinischen Untersuchung den Eindruck einer erheblichen Symptomausweitung von der Schulter auf die LWS und einer deutlichen Selbstlimitierung (S. 3 Mitte)
.
Unter Bezugnahme auf die
im Rahmen der FOMA durchgeführte
EFL
(S. 15-23
; vgl. S. 1 Mitte
),
anlässlich
welcher die Beschwerdeführerin am zweiten (von zwei) Testtagen über starke Schmerzen klagte und keine Tests mehr durchführte (vgl.
S.
15 oben), hielten die Gutachter fest, ein allfälliges arbeitsrelevantes Prob
lem habe nicht erhoben werde
n
können
, da das Schmerzverhalten mit Selbst
li
mitierung während der Tests im Vordergrund gestanden habe. Die Leistungs
be
reitschaft der Beschwerdeführerin werde als nicht zuverlässig beurteilt. Die Kon
sistenz bei den Tests sei schlecht gewesen. Die Resultate der Belastbar
keits
tests seien nicht verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin bei gutem
Effort
mehr leisten könnte, als das, was sie gezeigt habe (S. 4 Ziff. 3.1). Aufgrund der ausgeprägten Selbstlimitierung könne anhand der Tests allein keine Aussage bezüglich Arbeitsfähigkeit gemacht werden. Die abschlies
sende Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit erfolge daher aus ärztlich-medizinischer Sicht (S. 4 Ziff. 3.2). Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit – entsprechend der minimal gezeigten Belastbarkeit - sollte ganztags möglich sein (S. 4 Ziff. 3.3).
Die im Bericht der
Klinik A.___
vom 28. Januar (richtig: Oktober) 2021 dokumentierte geringfügige Bewegungseinschränkung der Schulter links
,
die leicht schmerzhafte Palpation des
Muskulus
deltoideus link
s
, welche anlässlich der aktuellen Untersuchung am 4. November 2021 nicht mehr vorgelegen habe, sowie eine lediglich dezente Bursitis
subakromialis-subdeltoidea
gemäss
MRI der
Schulter
links erklärten die intensiven, angeblich belastungsabhängigen Schul
ter
schmerzen links nicht. Ebenso s
ei
in den vorliegenden Akten keine medizinisch plausibel nachvollziehbare strukturelle Veränderung der LWS beschrie
ben und liege aktuell keine Klinik vor, welche die von der Beschwerdeführerin im Bereich der LWS angegebene Schmerzintensität von 9 bis 10 erklären würde. In den Unterlagen finde sich keine Bildgebung, welche strukturelle Veränderungen der LWS dokumentiere (S. 5 Ziff. 6.1).
Zusammengefasst sei die Beschwerdeführerin aus rein rheumatologisch-ortho
pä
discher, struktureller Sicht für die bisherige Tätigkeit in der Reinigung,
in
einer leichten Tätigkeit ohne repetitive Überkopfarbeiten, im zuletzt ausgeübten Teil
zeitpensum von nur 57 % als arbeitsfähig zu erachten
(S. 6 oben). Auch für eine anderweitige leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit Überkopfarbeiten in der Häufigkeit von manchmal bis oft sei die Beschwerdeführerin in einem Teilzeit
pensum von zumindest 57 % bis 60 % als arbeitsfähig zu erachten (S. 6 Ziff. 6.2).
3.
7
.2
Dr. med.
J.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr.
med.
K.___
, Fachärztin für Neurologie, führten in ihrem Bericht vom
27.
Dezember
2021 über das am
29. Oktober 2021
durchgeführte
versicherungs
medizinische
funktions- und ressourcenorientierte
Assessment
(Urk. 11/40/27-36
; vgl. auch Urk. 11/40/37-40
) aus
, aktuell lasse sich keine relevante Beein
träch
tigung des geistig-mentalen/neurokognitiven Leistungsprofils feststellen; insge
samt liessen sich keine Einschränkungen hinsichtlich der im angestammten Beruf gestellten Anforderungen an die kognitive Belastbarkeit, die kognitive Flexibilität und die Fehlerkontrolle ableiten
(S. 8 Mitte). Die (im Einzelnen angeführten) «har
ten», berufsrelevanten ICF-Fähigkeitsdimensionen seien alle
samt nicht limitiert. Es bestehe eine relevante Diskrepanz zwischen der subjek
tiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und den objektiv fehlenden leistungsein
schränkenden Befunden, begründet durch die eigenanamnestisch-subjektiv
g
eklagten körperlichen Beschwer
den (S. 8 unten, S. 9 oben).
3.
8
Im Bericht vom 6. Dezember 2021 (Urk. 11/32/1-2)
nannte Dr.
D.___
,
Klinik A.___
,
gleichlautende
Diagnosen wie
in seinen
Vorberichten
(Ziff. 2.5-6; vgl.
vorstehend E. 3.
2
-
3
, E. 3.
5
).
Er führte a
us,
es zeige sich eine Besserungsten
denz, insbesondere in Bezug auf die Schulterschmerzen. Aktuell stünden die Rücken
schmerzen im Vordergrund. Diese dürften eine gemischte Ursache
-
myofaszial/
spondylogen
-
haben (Ziff. 2.1-2). Es werde eine EFL empfohlen (Ziff. 2.7-8, Ziff.
3.4).
Dr.
D.___
bestätigte
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. bis 31.
Dezem
ber 2021 (Zeugnis vom 29. November 2021, Urk. 11/32/3)
.
3.
9
Am 29. März 2022 führte Dr.
D.___
eine Facettengelenksinfiltration L5/S1 links durch (Bericht vom 30. März
2022
;
Urk.
11/40/5 = Urk.
3/5)
.
3.
10
In seiner auf Anfrage des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin erstatteten
Stellungnahme
vom 20. Mai 2022 (Urk. 3/4) zum
Z.___
-Gutachten vom
11.
November 2021 (vorstehend E. 3.
7
.1)
führte
Dr.
D.___
aus, das Gutachten weise keine eindeutigen, nachweisbaren Fehler auf. Es falle
aber auf, dass die bildgebenden Untersuchungen de
n
Gutachtern offenbar nicht vorgelegen hätten. Dennoch werde im Gutachten vorwiegend bezugnehmend auf die strukturellen Läsionen argumentiert.
Die
Korrelation zwischen strukturellen Befunden und der Schmerzintensität
sei allerdings
schlecht.
M
edizintheoretische Rückschlüsse auf die Schmerzintensität basierend auf radiologischen Befunden
seien
unwissen
schaftlich. Die Diskrepanz in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die
Gut
achter
einerseits
und ih
n andererseits
komme durch eine sehr unterschiedliche Interpretation der Befunde zustande. In der klinischen Untersuchung fänden sich glaubwürdige Hinweise auf reale Schmerzen
, etwa der
reflektorische Stopp einer Bewegung, zum Beispiel der Schulter links oder der L
WS
. Würden diese Zeichen als echt/real interpretiert, komme man unweigerlich zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten beruflichen Tätigkeit als Reinigungs
fachfrau zu 100 % arbeitsunfähig sei. Interpretiere man die Schmerzsignale
als unwahr/nicht real, wie dies im Gutachten der Fall sei, wirke sich das bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus (Ziff. 1). Was den aktuellen
Zustand
betreffe, habe die Behandlung der Schultermuskulatur mittels Dry-/
Wet
-
Needling
-Thera
pie gegen Herbst 2021 eine klare Besserung gezeigt, sodass im weiteren Verlauf eher die lumbalen Rückenschmerzen in den Vordergrund getreten seien. Hinsicht
lich der Schulterschmerzen sei vorwiegend von einer myofaszialen Schmerzur
sache auszugehen. Die Ursache für die Rückenschmerzen sei bis zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Diverse diesbezüglich erfolgte Behandlungen seien bisher erfolglos geblieben. Unterdessen hätten die Schulter
schmerzen wie
der zugenommen (Ziff. 2). Bei Schmerzzuständen, wie sie bei der Beschwerdefüh
rerin aufträten, wäre zu erwarten, dass bei einer Tätigkeit als Raum
pflegerin die Symptome
exazerbierten
(Ziff. 3).
3.1
1
RAD-Arzt
pract
.
med.
L.___
, Facharzt für Arbeitsmedizin, führte in seiner Stellungnahme
zu den Akten
vom 25. Juli 2022
(
Urk. 11/4
2 S. 5-6) aus, aufgrund der umfangreichen Abklärungen des Krankentaggeldversicherers ergä
ben sich als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine minimale schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der linken Schulter sowie
lumbospondylogene
Schmerzen links (S. 5 unten). Die bisherige Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin sei der Beschwerdeführerin weiterhin möglich und als ange
passte Tätigkeit anzusehen. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im bisheri
gen Pensum, dies seit jeher. In einer angepassten Tätig
keit
bestehe mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit di
e
gl
e
iche Arbeitsfähigkeit wie in der bisherigen Tätigkeit
(S. 6 oben). Die durch die behandelnden Ärzte weiterhin attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei aus versicherungsmedizinischer Sicht im Rahmen der Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin zu sehen (S. 6 Mitte).
3.1
2
D
r.
med.
M.___
,
Assistenzarzt Manuelle Medizin,
Klinik A.___
,
berichtete am
3.
November
2022 (
Urk.
3/0
,
letzte zwei Seiten
)
, die Behandlung der Beschwerdeführerin von Dr.
D.___
übernommen zu haben. Aktuell se
ien
die Schulterbeschwerden links führend. Die Beschwerdeführerin habe Schmerzen bei aktiven und passiven Bewegungen, welche eine Bewegung der
Skapula
beding
ten, also ab rund 90 Grad Abduktion oder Anteversion. Eine kurze Nutzung der Schulter auch ohne Heben von Gewichten führe zu muskulären Blockaden. Zum Ausschluss einer radikulären Ursache
habe er im September 2022 (vgl. S. 1 Mitte) ein MRI der Halswirbelsäule durchgeführt, welches
nebenbefundlich
ein
Fibro
elastom
ventral des linken Schulterblattes gezeigt habe. Dieses rufe möglicher
weise eine
Skapuladyskinesie
hervor. Diesbezüglich
nehme er
Rücksprache mit den Schulterchirurgen im Haus. Aktuell se
i
die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig für die Tätigkeit als Raumpflegerin. Bei vermehrter Nutzung und Belastung der linken Schulter sei rasch mit einer Exazerbation zu rechnen (S. 1 unten
, vgl. auch Urk. 3/0, erste Seite
).
4.
4.1
Das
sich bei
der Beschwerdeführerin
präsentierende
Beschwerdebild
best
eh
t vor
der
gründig aus
l
inksseitig
e
n
Schulterschmerzen
sowie lumbalen Rückenschmer
ze
n. Diesbezüglich steht sie
auch in der
Klinik A.___
in Behandlung
.
Das Vorliegen einer
psychische
n
Problematik wurde weder geltend gemacht noch geht eine solche aus den medizi
nischen
Akten hervor. Das im Zuge der Abklärung im
Z.___
durch Dr.
J.___
und Dr.
K.___
durch
geführte
versicherungsme
di
zinische Funktions- und ressourcenorienti
e
rte Asse
s
sment
vom 29. Oktober 2021 (vorstehend E. 3.7.2)
ergab
denn auch
keine
Beeinträchtigung des
geistig-men
ta
len/neurokognitiven Leistungsprofil
s.
4.2
Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf
den
vom Krankentaggeldver
si
che
rer eingeholten
Bericht des
Z.___
vom 11. November 2021
(vorstehend E. 3.7.1)
sowie die Beurteilung durch
ihren
RAD-Arzt Dr.
L.___
vom
25. Juli 2022 (vorstehend E. 3.11)
eine
aus der
somatischen Beschwerdeproblematik
resul
tie
ren
de
relevante
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit verneinte, machte die Beschwerdeführerin unter
Berufung
auf die Berichte der behandelnden Ärzte der
Klinik A.___
geltend, nicht mehr arbeitsfähig zu sein
(vgl. vorstehend E.
2.1
2).
4.3
Die
Z.___
-Gutachter
haben die Beschwerdeführerin im Rahmen einer persönlichen Untersuchung ausführlich zu ihren Beschwerden befragt (Urk. 11/31/16-18).
Zudem wurden sie durch
den
Krankentaggeldversicherer mit den
medizinischen
Vora
kten
,
insbesondere
den Berichten von Dr.
D.___
,
Klinik A.___
, vom 8.
Juni 2021 (vorstehend E. 3.2
)
,
vom 9. Sept
e
mber 2021 (vorstehend E. 3.3
) und vom 28. Oktober 2021 (vorstehend E. 3.5
)
,
dokumentiert (
Urk. 11/31/15-16)
.
Keine Kenntnis hatten
die
Z.___
-Gutachter
dagegen von den Arztberichten
aus dem
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
, darunter namentlich die Berichte der Ärzte der Schulter- und Ellbogenchirurgie der
Klinik A.___
(Urk.
11/36/7-8, Urk. 11/36/10-11, Urk. 11/36/13-14, Urk.
11/36/17-18, Urk.
11/36/32-33) sowie d
ie
Bericht
e
über die Sonografie der linken Schulter vom 16. Oktober 2019 (Urk.
11/36/98)
und die am 8. April 2020 durchgeführte MR-
Arthrographie
der linken Schulter (Urk. 11/36/99-100
; vgl. auch vorstehend E.
3.1
). Die
relevanten, aus der Bildgebung gewonnenen Erkenntnisse wurden allerdings in den Berichten von Dr.
D.___
im Rahmen der
von ihm
angeführten Diagnosen wiedergegeben und war
en damit auch den Gutachtern des
Z.___
bekannt
. Abgesehen davon wandte
Dr.
D.___
in seiner Stellungnahme vom
20. Mai 2022 (vorstehend E.
3.10)
nicht ein, die Gutachter hätten relevante bildge
bende Bef
u
n
d
e nicht berücksichtigt.
Vielmehr machte er geltend, dass die Gut
achter die Befunde anders interpretierten als er.
Die
ab Mai 2020 (vgl. Urk. 11/36/32) mit der Beschwerdeführerin befassten
Schul
ter- und Ellbogenchirurgen der
Klinik A.___
waren im Bericht vom 23.
April 2021
(vorstehend E. 3.1) nach ausführlichen Abklärungen
zum Schluss gelangt, dass kein orthopädisches oder strukturelles Problem der linken Schulter bestehe, welches das Beschwerdebild erklären würde. Sie konnten
dement
sprechend
kein operatives Vorgehen anbieten und gingen von zwischenzeitlich dominierend
en
myofaszialen Beschwerden aus.
Im Einklang mit
diese
r Beur
teilung
steht,
dass
auch
die
Z.___
-Gutachter
-
abgesehen von einer
lediglich für die Schulter-Eleva
tion links leicht- bis mässiggradige
n
Bewegungseinschränkung
-
keine relevan
ten Befunde erheben konnten
(vgl. Urk.
11/31/18 unten, Urk.
11/31/19 oben)
und
sie
insbesondere eine erneute
Frozen
Shoulder
oder einen Restzustand nach
Fro
zen
Shoulder
sowie eine
Impingementsymptomatik
verneinten
. Dies korreliert
auch
mit
ihrer
Beobachtung, wonach die Beschwer
deführerin beim Ausziehen des T-Shirts – im Gegensatz zur dem
o
nstriert
e
n Bewegungsfähigkeit der linken Schulter
in der
klinische
n
Un
te
rsuchung
–
den linken Oberarm weit über
90 °
flektiert
habe
, was die Gutachter
nachvollziehbar
als Inkonsistenz werteten (Urk. 11/31/25 Mitte). Sodann
wiesen
die Gutachter
zutreffend darauf hin, dass auch Dr.
D.___
im Bericht vom 28. Oktober 2021 (vorstehend E. 3.5) eine lediglich leichte Bewegungseinschränkung der linken Schulter
beschrieben
ha
be
.
Abgese
hen davon ber
i
ch
tete
Dr.
D.___
am 6.
Dezember 2021
(vorstehend E. 3.8)
von einer Besserungstendenz und am 20.
Mai 2022
(vorstehend E. 3.10) gar von einer klaren Besserung unter Behandlung der Schultermuskulatur mittels Dry-/
Wet
-
Needling
-Therapie gegen Herbst 2021 und ging hinsichtlich der Schulterschmer
zen vorwiegend von einer myofaszialen Schmerzursache aus, wie sie bereits die Schulter- und Ellbogen
chirurgen der
Klinik A.___
im Bericht vom 23. April
2021 (vorstehend E. 3.1)
festgehalten hatten.
Vor diesem Hintergrund ist es der
Beweiswertigkeit des
Z.___
-Gutachtens nicht abträglich, dass die Gutachter keine Kenntnis der Berichte der Schulter- und Ellbogenchirurgen der
Klinik A.___
hatten.
4.4
Auch h
insichtlich der geklagten
Rücken
schmerzen beurteilten die
Z.___
-Guta
c
hter die Angaben
der Beschwerdeführerin
als inkonsistent
und wiesen
auf eine in unbeobachteten Momenten deutlich bessere Beweglichkeit als die in der Unter
suchungssituation präsentierte hin
(vorstehend E. 3.7.1)
.
Zu
den
Unter
suchungs
befunden hielten sie etwa fest, dass die Beschwerdeführerin in Rücken
lage
beim Abheben des linken Beins starke Schmerzen im Rücken und im Oberschenkel vorne – und nicht etwa dorsal/
ischial
– angegeben habe, während sie später beim nochmaligen Straight-Leg-
Raise
-Test (SLR-Test)
keine Beschwer
den angegeben habe.
Die Gutachter hielten dementsprechend einen beidseits negativen Lasègue fest. W
eiter habe die Beschwerdeführerin beidseits einen problemlosen Fer
s
en- und Zehengang ohne Angabe von Schmer
z
en in der mittleren LWS und
beidseits einen problemlosen
Einbeinstand
präsentiert
. Ebenso sei
en
die Motorik und die Se
n
sibilität ubiquitär intakt gewesen (Urk. 11/31/19).
Vor dem Hintergrund dieser klinischen Befundlage zogen d
ie Gutachter d
en
nachvollziehbaren Schluss, dass sich derzeit kein radikuläres Reiz- und Ausfall
syndrom L4 links obje
k
tivieren lasse
. Gleichzeitig
wiesen
sie zutreffend
darauf hin, dass
in den medizinischen Akten
keine
rlei
strukturelle Wirbelsäulen
ver
änderungen besch
ri
e
be
n seien
(
Urk.
11/31/11 unten
)
.
Dies gilt insbesondere
für den
Bericht von Dr.
D.___
vom 28. Oktober 2021 (vorstehend E. 3.5) sowie
die
Berichte betreffend die durchgeführten lumbalen Infiltrationen (vorstehend E. 3.6, E. 3.9)
. Abgesehen davon
erläuterten
die
Z.___
-Gutachter
, dass
es für
strukturell bedingt
e
Rücken
schmerzen
atypisch sei, dass
die
Schmer
ze
n
im Liegen stärker beziehun
g
sweise gl
ei
ch inte
nsi
v seien wie beim Gehen, wie dies die Beschwerde
führerin angebe
(
Urk. 11/31/
9 Mitte
)
. Schliesslich
stellten sie
eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Beinhebetest im Liegen (50
Grad
) und einer im Sitzen bis 90
Grad
möglichen passiven Kniestre
ckung mit nur geringer Ausweich
bewegung im Becken
fest und wiesen auf
vier,
eventuell sogar fünf
positive
Waddellzeichen
,
eine erhebliche Sym
p
tomauswe
i
tung
sowie eine
deutliche Selbst
limitierung
hin
. Letztere
ist
im
Anhang 2 zur EFL
(Urk. 11/31/26-29) ausführlich dokumentiert.
4.5
Vor
dem Hintergrund
ihrer
Beobachtungen und der
sich objektiv präsentierenden
klinischen
Befundlage
sowie in Würdigung der medizinischen
Vorakten
zogen die
Z.___
-Gutachter
die nachvollziehbare Schlussfolgerung
, dass die Beschwer
de
führerin bei der Ausübung der bisherigen Tätig
k
eit in der Reinigung im zuletzt ausgeübten Pensum von 57 % (
vgl. Urk. 11/22 Ziff. 3;
gemäss Arbeitge
berfrage
bogen 60 %,
Urk. 11/34/2 Ziff. 2.3
) und auch in anderweitigen leichten, w
e
chsel
belastenden Tätigkeiten ohne repetitive Ü
b
erkopfarbeiten zumindest zu 57 %
bis
60 % arbeitsfähig
sei.
D
ass die
Z.___
-Gutachter die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Unterhaltsreinigerin als
leichte bis mittel
schwere Arbeit einstuften, bei welcher manchmal mit nach vorn geneigtem Oberkörper sowie über Schulterhöhe gearbeitet werden müsse (Urk. 11/31/23 unten), steht im Ein
klang mit den
Angaben im
Arbeitgeberfragebogen vom 18.
Januar 2022 (Urk.
11/34/1-8)
. Diesen zufolge
beinhaltete die von der Beschwer
deführerin ausgeübte Tätigkeit das Abstauben, Staubsaugen, allge
meines Saugen, das Aufwischen von Böden und das
E
ntsorgen, wobei nur selten leichte (0-10 kg) oder mittelschwere (10-15 kg) Gewichte
zu heben waren
(Urk.
11/34/3)
. Abgesehen davon ist zu bemerken, dass die im
Z.___
-Gutachten festgehalte
n
e leicht bis mässiggradige Bewegungseinsch
r
änkung die
adominante
linke S
chu
lter der Beschwerdeführerin betrifft,
was die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit umso plausibler erscheinen lässt.
4.6
Die
Begründung von Dr.
D.___
für die durch ihn attestierte vollständige Arbeits
unfähigkeit
dagegen erschöpft sich
im Wesentlichen im Verweis auf die subjek
tiven Schmerzangaben
der Beschwerdeführerin
(vgl. vorstehend E. 3.10)
. Damit korrelierende,
fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde
führte er keine an
, wes
halb auf seine Beurteilung nicht abgestellt werden kann (
vgl.
vorstehend E. 1.7).
Auch RAD-Arzt Dr.
L.___
wies
in
seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2022 (vorstehend E. 3.11) auf die Diskrepanz zwischen der subje
k
tiven Einschät
z
ung der Arbeitsfähigke
i
t durch die Beschwerdeführerin und die objektive Einschät
z
ung
der L
eistungsfähigkeit
aufgrund der im Rahmen der FOMA im
Z.___
erhobe
nen Befunde und gewonnenen Erkenntnisse hin
.
Im Übrigen
hatte Dr.
D.___
im Bericht vom 9. September 2021
(vorstehend E.
3.3)
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die Durchführung einer EFL empfoh
len
.
Desgleichen auch der
Vertrauensarzt des Krankentaggeldversicherers, nach
dem
er das Vorliegen ausreichend nachvollziehbarer klinischer Befunde für die attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit verneint hatte (vorstehend E. 3.4).
Anlässlich der im Rahmen der FOMA im
Z.___
vom 4. und 5. November 2021 durchgeführten
EFL
konnte
indes
kein arbeitsrelevantes Problem erh
obe
n
werden
, da das Schmerzverhalten mit Selbstlimitierung wäh
r
end der Tests im Vorder
grund
stand
(vorstehend E. 3.7.1
). V
or dem Hintergrund der Ergebnisse der EFL
ist d
ie
Feststellung von Dr.
D.___
, wonach
etwa
der
reflektorische Stopp einer Bewe
g
ung der linken Schulter oder der LWS
als glaubwürdige Hinweise auf reale Schmerzen zu sehen seien, mit Zurückhaltung zu würdigen
, zumal
Dr.
D.___
wie dargelegt keine
mit den Schmerzangaben
korrelierend
e
n
strukturelle
n
Befunde anführte.
4.
7
Soweit die Schulter- und Ellbogenchirurgen der
Klinik A.___
der Beschwer
deführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierten, obwohl sie eine fassbare strukturelle Ursache für die geklagten linksseitigen Schulterbeschwerden vernein
ten (vorstehend E. 3.1), ist dies nicht nachvollziehbar
. Zu beachten gilt es in die
sem Zusammenhang nicht zuletzt, dass die auftragsrechtliche Vertrauens
stellung der Berichterstatter eine zurückhaltende Würdigung ihrer Beurteilung gebietet. Das Gleiche gilt in Bezug auf die Beurteilung durch Dr.
D.___
.
Schliesslich vermag auch der Bericht von Dr.
M.___
,
Klinik A.___
, vom 3.
November 2022 (vorstehend E. 3.12) keine Zweifel an der Beurteilung durch die
Z.___
-Gutachter zu wecken. Denn selbst wenn sich eine
linksseitige
Skapula
dyskinesie
aufgrund des objektivierten
Fibroelastoms
bestätigen sollte,
ist
ange
sichts der
im
Z.___
-Gutachten beschrieben
en
klinische
n
Befundlage eine daraus resultierende
, mit dem gutachterlich umschriebenen Belastungsprofil nicht ver
einbare
Funktionsbeeinträchtigung nicht ausgewiesen.
4.
8
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass
der
Z.___
-Abklärungsbericht
nachvollziehbar begründet
e Schlussfolgerungen enthält und in
sich wider
spruchsfrei
ist
. D
ie
Berichte
der behandelnden Ärzte der
Klinik A.___
, namentlich
von Dr.
D.___
, vermögen keine auch nur geringen Zweifel an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
Beurteilung durch die
Z.___
-Gutachte
r
zu wecken
. In medizinischer Sicht ist daher auf den
Z.___
-Abklärungsbericht abzu
stellen und besteht keine Veranlassung für die
von der Beschwerdeführerin even
tualiter beantragten weiteren medizinischen Abklärungen
(vgl. vorstehend E. 1.
8
).
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen
der festgestellten
Arbeit
s
(
un
)
fähigkeit
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung
davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt nicht eingeschränkt sei (Urk. 2 S. 1 unten), und qualifizierte
die Beschwerdeführerin
damit implizit
als Teilerwerbstätige
(vgl.
dazu vorstehend E. 1.4).
Dem Feststellungsblatt vom 16. September 2022 (Urk. 11/42) ist zu entnehmen, dass sie von einer im Gesundheitsfall ausgeübten 60%igen Erwerbstätigkeit ausging
, da die Beschwerdeführerin zuletzt in einem entsprechenden Pensum bei der
N.___
AG
angestellt und ihr diese Stelle auf
grund der ab 10. März
2021
bestehenden Arbeitsunfähigkeit gekündigt worden war (Urk. 11/42 S. 1 unten, S. 2 oben
,
S. 3 oben
;
vgl. auch Urk. 11/34 Ziff. 2.1 und Ziff. 2.3, Urk. 11/34/9). Dies scheint plausibel.
Die Invaliditätsbemessung hätte demnach nach der gemischten Methode zu erfolgen
(vgl. vorstehend E. 1.5)
.
Der
Haushaltsanteil
wäre dabei
auf 40 % zu beziffern
.
Für die Bemessung des Invaliditätsgrades im Bereich
der
Erwerbs
tätig
keit käme die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs zur Anwen
dung und für die Bemessung des
I
nvaliditätsgrades im Haushaltsber
e
ich die spezifische Methode des Betätig
u
ngsvergl
ei
chs.
Zur Ermittlung der
Gesamt
inv
alidität
wären
schli
e
sslich
der gewichtete Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich und
der gewichtete Invaliditätsgrad im Haushaltsbereich zu addieren (vgl.
Kreis
-
schreiben über Inva
lidität und Rente in der Invalidenversicherung
,
KSIR
,
Rz
3700
ff.).
5.3
Der B
eschwerdegegnerin
ist beizupflichten, dass
angesichts der im
Z.___
-Gutachten
festgestellten Arbeitsfähigkeit
hinsichtlich der Tätigkeit als Unte
r
halts
reinigerin im zuletzt ausgeübten Pensum von 57 %
nicht auf eine massgebliche Einschränkung im Haushaltsbereich zu schliessen ist
,
zumal die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten frei eingeteilt werden können und überdies mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
ist
, dass eine Mithilfe der im glei
chen Haushalt lebenden drei Kinder (vgl. Urk. 8 Ziff. 3
, Urk. 11/31/19 unten
) als zumutbar zu beurteilen wäre
.
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Durchführung einer Haushaltsabklärung verzichtete
.
Zu bemerken bleibt Folgendes:
Ausgehend
vom
bei der
N.___
AG erzielten, auf ein 100%
-
Pensum hochgerechnete
n
Lohn
als
Valideneinkommen
(vgl. dazu die Angabe
n
im Arbeitgeberfragebogen
, Urk. 11/34/5 Ziff. 5.1
)
und einem gestützt auf
die
statistische
n
Werte
der
S
chweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
ermittelten
Invalideneinkommen
(Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total)
für ein
Pensum von
(mindestens)
57 %
ergibt eine überschlagsmässige Be
rechnung
des Invali
dit
ätsgrades
für den Erwerbsbereich
, dass diese
r
jedenfalls
nicht über 40 % zu liegen k
äme und damit bei der
Ermittlung der Gesamtinvali
dität im Erwerbsbereich
ein
gewichtete
r
Invaliditätsgrad
vo
n
maximal 24 % (40
% x 0.6) angerechnet werden könnte
. Fü
r
den Haushaltsbereich
müsste damit aber
eine sehr hohe Einschränkung ausgewiesen sein
, damit ein rentenbegrün
dender G
esamtinvaliditätsgrad von mindestens 40 % resultierte.
Davon kann mit Blick auf die im
Z.___
-Abklärungsbericht festgehaltenen
,
lediglich leichtgradigen Funktionsbeeinträchtigungen nicht ausgegangen werden.
Auch vor diesem Hin
tergrund erweist sich eine Haushaltsabklärung als entbehrlich.
5.
4
Nach dem Gesagten
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin nicht entsprochen hat.
Da die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im zuletzt ausgeübten Pensum
als arbeitsfähig zu erachten ist,
besteht
auch keine Veranlassung, die Sache – wie von de
r Beschwerdeführerin
subeventualiter
beantragt – zur Prüfung von beruflichen Massnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Dementsprechend erweist sich die angefochtene Verfügung vom
26. Oktober 2022 (Urk. 2)
als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sin
d
auf Fr.
8
00.--
anzusetzen
und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
machte mit
Honorar
note
vom 2. August 2023
(Urk.
15
) ein
en
Aufwand von
sechs
Stunden
und 50 Minuten z
uzüglich Fr.
22.40
Barauslagen
geltend. Der geltend gemachte Aufwand erweist sich als
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen, weshalb Rechtsanwalt Bernhard Zollinger unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit Fr.
1'642.40
(inklu
s
ive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen ist.
6.3
Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der Ausla
gen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
,
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Bernhard Zollinger, Zürich,
wird mit Fr.
1'642.40
(inkl. Barauslagen und MWST) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Bernhard Zollinger
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
Grieder-MartensBarblan