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**Case Identifier:** 2b1c2ec3-3827-5453-9ad1-556504c17f2f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.09.2009 IV 2008/115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-115_2009-09-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/115

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.07.2020

Entscheiddatum: 08.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2009
Art. 28a Abs. 3 IVG. Sogenannte gemischte Methode der 
Invaliditätsbemessung. Sowohl in bezug auf die Qualifikation einer 
versicherten Person als nur-erwerbstätig oder als "gemischt", d.h. teils 
erwerbs- und teils im Haushalt tätig, als auch in bezug auf die eigentliche 
gemischte Bemessungsmethode wendet das Versicherungsgericht die 
bundesgerichtliche Praxis an, obwohl es diese Praxis als gesetzwidrig 
betrachtet. Nur in bezug auf die ebenfalls gesetzwidrige sogenannte 
Schadenminderungspflicht durch die Mithilfe von Familienangehörigen im 
Haushalt versagt das Versicherungsgericht der bundesgerichtlichen Praxis 
die Anwendung: Es gibt keine derartige Schadenminderungspflicht, weil es 
um die Invalidität der versicherten Person und nicht um die Invalidität des 
Teams 'Familie' geht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 8. September 2009, IV 2008/115).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 8. September 2009

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, Marktgasse 14,

9004 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

M.___ meldete sich am 21. Januar 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie gab an, 

sie habe drei Kinder (Jg. 1989, 1993 und 1997). 1984 bis 1986 habe sie im Spital A.___ 

den Pflegerinnenberuf erlernt. Seit 1989 sei sie Familienfrau. Im Nebenberuf sei sie 

stellvertretende Mesmerin. Sie lebe seit dem 16. März 2003 gerichtlich getrennt von 

ihrem Ehemann. Dr. med. B.___ berichtete der IV-Stelle am 15. Februar 2005, die 

Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (in der Vorgeschichte auch schwere 

Episoden), an einer Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typus) und an einer 

Panikstörung (DD: Neurasthenie). Vom 15. Dezember 2003 bis 26. Januar 2004 sei die 

Versicherte zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe aus psychiatrischer 

Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 30-40%. Die Versicherte könne maximal vier Stunden 

wöchentlich arbeiten. Beim Versuch, länger zu arbeiten, reagiere sie mit Erschöpfung, 

Ängsten und Panikattacken. Zur Zeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70%. In 

einem Jahr sollte eine Neubeurteilung erfolgen. Dr. med. C.___ gab am 4. Februar 2005 

an, die Versicherte leide an einer reaktiven Depression, an einer Fibromyalgie und an 

allgemeiner Erschöpfung. Seit dem 16. Januar 2004 sei sie bis auf weiteres zu 70% 

arbeitsunfähig als Hausfrau und Mesmerin.

B.   

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Am 12. Oktober 2005 erfolgte eine Abklärung im Haushalt der Versicherten. Die 

Abklärungsperson hielt in ihrem Bericht fest, bei der Tätigkeit als Mesmerin handle es 

sich um eine körperlich strenge Arbeit (hauptsächlich Putzarbeiten). Die Versicherte 

arbeite an einem Wochenende im Monat. Seit der Trennung habe die Versicherte einen 

Anspruch auf Fr. 4200.- monatlich. Nach der bevorstehenden Scheidung werde es 

aber wohl weniger sein. Wenn die Versicherte gesund wäre, ginge sie zu ca. 30% einer 

Erwerbstätigkeit nach. Alle drei Kinder gingen noch zur Schule. Zur eigentlichen 

Haushaltsabklärung hielt die Abklärungsperson fest, bei der Haushaltführung bestehe 

keine Einschränkung. Bei der Ernährung benötige die Versicherte um einiges länger als 

früher. Sie koche einfache Gerichte und sie verwende Fertiggerichte. Beim Aufräumen 

des Geschirrs würden die Kinder mithelfen. Die Einschränkung betrage 10%. Beim 

Staubsaugen und beim Anziehen der Bettwäsche würden die Kinder mithelfen. Die 

Fenster würden von einer Putzfrau gereinigt. Unter Berufung auf die Mithilfe der 

Familienangehörigen nahm die Abklärungsperson auch hier nur eine Einschränkung um 

10% an. Beim Einkaufen müssten die Kinder zeitweise helfen. Hier nahm die 

Abklärungsperson überhaupt keine relevante Einschränkung an. Bei der Wäsche und 

der Kleiderpflege ging die Abklärungsperson von einer Einschränkung von 30% aus, da 

eine Drittperson das Bügeln übernehmen müsse und die Mutter der Versicherten die 

Kleider flicke. Bei der Betreuung der Kinder war die Versicherte nach der Ansicht der 

Abklärungsperson um 20% eingeschränkt, weil sie nicht mehr so viel mit den Kindern 

unternehmen konnte. Im Garten mache die Versicherte nur noch das Nötigste und bei 

der Pflege/Fütterung der Haustiere würden die Kinder mithelfen. Die Abklärungsperson 

schätzte die Einschränkung auf 10%. Insgesamt resultierte so eine Einschränkung der 

Versicherten im Haushalt von 22%.

C.   

Dr. med. B.___ teilte in einem Verlaufsbericht vom 31. Oktober 2005 mit, der 

Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Die Diagnose laute 

neu: Erschöpfungszustand bei schwerer psychosozialer Belastungssituation, Burn-out-

Syndrom und rezidivierende depressive Störung mit Angst gemischt. Am 7. November 

2005 werde die Versicherte in die Klinik Gais eintreten. Anschliessend sollte eine 

Neubeurteilung erfolgen. Dr. med. D.___ berichtete am 27. Januar 2006, die Versicherte 

leide an einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt. Vom 7. 

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November bis 31. Dezember 2005 sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig 

gewesen. Seit dem 1. Januar 2006 betrage die Arbeitsunfähigkeit 50%. Der Zustand 

sei besserungsfähig. Die Versicherte liess am 2. März 2006 gegenüber der IV-Stelle 

geltend machen, Dr. med. C.___ habe sie vom 19. Dezember 2005 bis 31. Januar 2006 

zu 80% arbeitsunfähig geschrieben. Auch das Folgezeugnis bis 19. März 2006 laute 

auf eine Arbeitsunfähigkeit von 80%. Dr. med. D.___ habe wohl irrtümlich angegeben, 

die Gesundheitsbeeinträchtigung bestehe seit einem Jahr. Effektiv halte die Störung 

nämlich schon seit 15 Jahren an. Es müsse ein aktuelles Zeugnis von Dr. med. B.___ 

eingeholt werden, eventuell sei eine polydisziplinäre Begutachtung erforderlich. Die 

Angaben zur Erwerbsquote der Versicherten im fiktiven Gesundheitsfall anlässlich der 

Haushaltabklärung hätten auf einer falschen Grundlage beruht. Die im Scheidungsurteil 

vom 3./23. November 2005 zugesprochenen Unterhaltsleistungen seien nämlich 

beträchtlich tiefer als erwartet aufgefallen. Deshalb müsste die Versicherte im fiktiven 

Gesundheitsfall in einem höheren Umfang einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Gemäss 

dem Austrittsbericht der Klinik Gais vom 29. Dezember 2005 hatte sich die 

Anpassungsstörung bis zum Klinikaustritt erheblich gebessert. Die Versicherte liess am 

22. März 2006 geltend machen, sie müsste im fiktiven Gesundheitsfall im Ausmass von 

65,7% einer Erwerbstätigkeit nachgehen, um die Lebenshaltungskosten finanzieren zu 

können. In der Folge liess die Versicherte mehrere Zeugnisse von Dr. med. B.___ 

einreichen, laut denen sie zu 80% bzw. zu 100% arbeitsunfähig war.

D.   

D.a Am 23. Dezember 2006 beauftragte die IV-Stelle das ärztliche 

Begutachtungsinstitut ABI mit einer interdisziplinären Abklärung. Die Versicherte lehnte 

das ABI ab, worauf die IV-Stelle mit einer Zwischenverfügung vom 16. Januar 2007 am 

ABI als Begutachtungsstelle festhielt. Diese Zwischenverfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft. Die Versicherte reichte der IV-Stelle am 27. März 2007 

einen Arbeitsvertrag ein, laut dem sie seit dem 1. März 2007 mit einem 

Beschäftigungsgrad von ca. 20% als Pflegefachfrau tätig war. Am 30. Mai 2007 

kündigte die Versicherte den Arbeitsvertrag als Hilfsmesmerin. Das ABI berichtete in 

seinem Gutachten vom 6. Juni 2007, aus psychiatrischer Sicht lägen eine leichte bis 

mittelgradige depressive Episode und eine Panikstörung vor. Die Versicherte sei 22-

jährig gewesen, als die Grossmutter durch einen Raubmord ums Leben gekommen sei. 

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Damals habe die Versicherte erstmals unter panikartigen Ängsten mit vegetativen 

Symptomen gelitten. Bereits in der Lehre habe sich die Versicherte stark belastet 

gefühlt. Sie sei wiederholt krank gewesen. Sie habe ihrem Ehemann geholfen, vom 

Konsum harter Drogen wegzukommen. Er sei dann an Fibromyalgie erkrankt und habe 

aggressiv und brutal gegen sie reagiert. Schliesslich sei es der Versicherten gelungen, 

sich 2003 von ihm zu trennen und sich 2005 scheiden zu lassen. Die starken 

Belastungen in der Ehe und im Rahmen der Trennung hätten zu depressiven 

Verstimmungen geführt. Zur Arbeitsfähigkeit hielt der psychiatrische Sachverständige 

des ABI fest, es liege keine schwere depressive Störung vor. Die Versicherte sei nicht 

suizidal und es bestünden auch keine deutlichen Konzentrationsstörungen. Die 

Panikstörung sei leicht bis mässig ausgeprägt. Daher könne es der Versicherte 

zugemutet werden, einer somatisch adaptierten Tätigkeit zu 70% nachzugehen. Die 

Versicherte gehe nicht adäquat mit ihren Beschwerden um. Sie fühle sich durch diese 

mehr beeinträchtigt, als es den objektiven Tatsachen entspreche. Sie sehe sich als 

Hausfrau und Mutter völlig ausgelastet. Da der geschiedene Ehemann nicht die vollen 

Alimente zahle, sei die finanzielle Lage angespannt. Das seien aber krankheitsfremde 

Faktoren, die keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten. Die 

antidepressive Therapie sollte intensiviert werden. Die Versicherte nehme das 

Antidepressivum regelmässig, das Neuroleptikum aber gar nicht ein.

D.b Der rheumatologische Sachverständige des ABI gab folgende Diagnosen an: 

Polyarthralgien unbestimmter Spezifität (DD: im Rahmen einer Tendenz zu Hyperlaxität) 

und leichtes chronisches zervikospondylogenes und thorakospondylogenes 

Schmerzsyndrom bei Flachrücken. Er führte dazu aus, es bestehe seit mehreren Jahren 

ein Schmerzsyndrom im Bereich des Bewegungsapparates, das weitgehend stationär 

sei. Eine regelmässige Einnahme von NSAID oder Analgetika sei nicht nötig. Die 

Schmerzen seien vorwiegend in den Händen lokalisiert, links mehr als rechts, vor allem 

im Bereich der Fingergrundgelenke I bis V. mit Morgensteifigkeit der Hände von 

mehreren Stunden, teilweise verbunden mit lokalen Schwellungen. Zusätzlich seien 

Schmerzen in den Gelenken beider Beine, ohne Belastungsabhängigkeit, und 

chronische Schmerzen im Nacken-Schultergürtelbereich mit teilweise diffusen 

Ausstrahlungen in den linken Arm vorhanden. Anamnestisch fänden sich keine 

Hinweise für ein entzündlich-rheumatisches Leiden. Bei der klinischen Untersuchung 

seien als wichtigste Befunde ein Flachrücken, mässiggradige Myogelosen der 

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periscapulären Muskulatur bds., eine Tendenz zu leichter Hyperlaxität und eine 

schmerzhaft leichtgradig verminderte BWS-Beweglichkeit erhoben worden. Artikulo- 

und Tendosynovitiden seien nicht nachweisbar, das Gänslenzeichen an beiden Händen 

und Füssen negativ gewesen und Hinweise für eine degenerative Arthropathie hätten 

gefehlt. Die neurologische Untersuchung sei durchwegs unauffällig gewesen. Ein 

Röntgen beider Hände o.p. habe normale osteoartikuläre Verhältnisse ohne 

Anhaltspunkte für eine entzündliche oder degenerative Arthropathie gezeigt. Die 

multilokulären Gelenkschmerzen könnten nicht auf eine fassbare systemisch-

rheumatologische Erkrankung zurückgeführt werden. Anhaltspunkte für arthrotische 

Veränderungen fehlten. Ein Fibromyalgiesyndrom könne weder anamnestisch noch 

klinisch diagnostiziert werden. Funktionell bestehe keine relevant eingeschränkte 

Belastbarkeit des Bewegungsapparates. Aus rheumatologischer Sicht sei die 

Arbeitsfähigkeit in einer körperlich schweren Arbeit um 50% eingeschränkt. In einer 

körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestehe keine Einschränkung.

D.c Zusammenfassend hielten die Sachverständigen des ABI gestützt auf ihren 

multidisziplinären Konsensus fest, aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 30%. Für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, zu denen auch 

eine Tätigkeit als Pflegerin oder als Mesmerin zu zählen sei, bestehe aus 

rheumatologischer Sicht keine Einschränkung. Insgesamt sei die Versicherte sowohl 

als Pflegerin als auch als Mesmerin zu 70% arbeitsfähig. Die Einschränkungen aus 

psychiatrischer und aus rheumatologischer Sicht ergänzten sich bezüglich möglicher 

Pausen. Deshalb entstehe kein additiver Effekt, denn es könnten die gleichen 

Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und zur Erholung genutzt werden. Bei der 

Haushaltarbeit sei die Versicherte aus rheumatologischer Sicht nicht eingeschränkt. Bei 

freier Zeiteinteilung wirkten sich die psychiatrischen Einschränkungen nur geringfügig 

aus, so dass die Arbeitsunfähigkeit 20% betrage. Die Diskrepanz zur subjektiven 

Selbsteinschätzung sei dadurch begründet, dass die Versicherte annehme, sie müsse 

sich körperlich völlig gesund fühlen und zu keiner Zeit Schmerzen empfinden, um einer 

Arbeitstätigkeit nachgehen zu können. Weiter spielten krankheitsfremde Faktoren bei 

der Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit eine grosse Rolle. Die von Dr. med. B.___ 

angegebene Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ könne nicht bestätigt werden. 

Für die von Dr. med. B.___ angegebene Neurasthenie müsste zunächst eine depressive 

Erkrankung oder eine Angststörung ausgeschlossen werden. Die höhere Einschätzung 

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der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med. B.___ könne aufgrund der aktuellen 

Untersuchungsbefunde und der erhobenen Diagnose nicht weiter aufrechterhalten 

werden. Auch die Diagnose und die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Gais könnten 

16 Monate später nicht mehr aufrechterhalten werden.

E.  

Die Versicherte liess einen Arbeitsvertrag vom 7. Juni 2007 einreichen, laut dem sie ab 

März 2007 unbefristet zu ca. 20% als Pflegefachfrau tätig war. Am 6. August 2007 liess 

sie mitteilen, dass sie sich bei einem Unfall am 3. August 2007 einen Bruch von zwei 

Lendenwirbeln zugezogen habe. Die IV-Stelle hielt gestützt auf die Angaben der 

Versicherten vom 22. März 2006 betreffend die Auswirkungen der im Scheidungsurteil 

zugesprochenen tieferen Alimente auf die Erwerbsquote im fiktiven Gesundheitsfall 

fest, die Versicherte wäre zu 65% erwerbs- und zu 35% im Haushalt tätig. Dr. med. 

E.___ vom RAD qualifizierte das Ergebnis der Begutachtung durch das ABI am 21. 

August 2007 als überzeugend. Die IV-Stelle ging für den Haushaltanteil von 35% 

gestützt auf das Gutachten des ABI von einer Einschränkung um einen Fünftel, also 

von 7% aus. Für den Erwerbsteil nahm sie an, dass keine behinderungsbedingte 

Erwerbseinbusse bestehe, weil die Arbeitsfähigkeit von 70% ausreiche, um zu 65% 

einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und damit den vollen anteiligen Lohn zu erzielen. 

Mit einem Vorbescheid vom 31. August 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen. Die Versicherte liess am 

24. September 2007 einwenden, sie habe einen Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente. Sie verlange die Einholung detaillierter, aktueller Berichte der 

behandelnden Ärzte, eine erneute medizinische Begutachtung und eine erneute 

Haushaltabklärung. Da ihr der geschiedene Ehemann seit November 2006 keine 

Frauenalimente mehr bezahle, müsste sie zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgehen. 

Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI sei falsch. Dr. med. C.___ habe am 17. 

September 2007 angegeben, für körperlich schwere Arbeiten bestehe eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit und für leichte bis mittelschwere Arbeiten sollte sich eine 

Arbeitsfähigkeit von 50% realisieren lassen. Zur Zeit sei die Versicherte wegen der 

Wirbelfrakturen sowohl im Beruf als auch im Haushalt vollständig arbeitsunfähig. Der 

Erschöpfungszustand mit entsprechender Arbeitsunfähigkeit bestehe seit dem 14. Mai 

2003. Rheumatologisch betrachtet bestehe nur für leichte Arbeiten keine 

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Arbeitsunfähigkeit. Die Diagnosen im ABI-Gutachten seien korrekt. Hinzu kämen die 

Diagnosen nach dem Unfall vom 3. August 2007: Frakturen LWK 1 und 2, Distorsion 

der HWS. Nach dem Unfall bestehe sehr wohl ein additiver Effekt von 

rheumatologischer und psychiatrischer Einschränkung. Dr. med. B.___ hatte am 19. 

September 2007 u.a. ausgeführt, aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte für 

körperlich und psychisch belastende Arbeiten zu 100% arbeitsunfähig. Bei Verständnis 

für das psychische Leiden der Versicherten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30% bis 

maximal 50%. Die Diagnose laute: rezidivierende depressive Störung (mittelgradige 

Episode, schwere Episode), Panikstörung (DD: Persönlichkeitsstörung impulsiver Typ, 

Neuasthenie). Wenn man der Versicherten genügend Verständnis entgegen bringe, 

könne die Arbeitsfähigkeit bei (physisch und psychisch) wenig anstrengender Arbeit bis 

zu 50% gesteigert werden. Die Versicherte liess am 26. Oktober 2007 ergänzend 

ausführen, sie habe ab 21. Januar 2004 bzw. ab wann rechtens einen Anspruch auf 

eine ganze Rente. Sie müsse ab November 2006 den gesamten Unterhalt im Umfang 

des sozialen Existenzminimums selber tragen. Deshalb müsste sie zu 100% 

erwerbstätig sein. Ausserdem sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 

Auf das ABI-Gutachten dürfe nicht abgestellt werden, weil die Erfahrungen und 

Feststellungen der behandelnden Ärzte ignoriert worden seien, weil die 

Schlussfolgerungen nicht schlüssig seien, weil eine Auseinandersetzung mit früheren 

ärztlichen Einschätzungen fehle, weil es widersprüchlich sei, weil es nur eine 

Momentaufnahme sei usw. Weiter machte die Versicherte geltend, beim 

Einkommensvergleich dürfe nicht auf Hilfsarbeiterinnenlöhne abgestellt werden, denn 

sie sei gelernte Krankenpflegerin. Beim Invalideneinkommen müsse ein "Leidensabzug" 

von 20% erfolgen. Falls kein Anspruch auf eine Rente bestehen sollte, wären 

Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Dr. med. F.___ hielt am 17. Dezember 2007 

fest, beim Unfall handle es sich um eine vorübergehende Verschlechterung. Die beiden 

behandelnden Ärzte hätten zwar eine Reihe von Fragen des Rechtsvertreters der 

Versicherten beantwortet, dabei aber keine objektivierbaren neuen Befunde mitgeteilt. 

Mit einer Verfügung vom 25. Januar 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der 

Versicherten ab. Sie begründete diesen Entscheid damit, dass der Invaliditätsgrad nur 

16% betrage, nämlich 7% im Haushalt und 9% im Erwerb. Beim Einkommensvergleich 

sei das Durchschnittseinkommen gemäss dem Anforderungsniveau 3 in der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abgestellt worden. In Bezug auf 

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die Qualifikation als teilerwerbstätig sei darauf hinzuweisen, dass die Kinderbetreuung 

im fiktiven Gesundheitsfall keine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zuliesse.

F.  

Die Versicherte liess am 26. Februar 2008 Beschwerde gegen die Verfügung erheben 

und die Zusprache einer Invalidenrente beantragen. Ausserdem ersuchte sie um die 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung ihres Hauptantrages 

liess sie ausführen, bei dem im Scheidungsurteil zugesprochenen Unterhaltsbeitrag 

von Fr. 880.- sei ihr Lebensbedarf als nicht gedeckt betrachtet worden. Die Differenz 

sei mit Fr. 1069.- beziffert worden. In der Folge habe sich dann herausgestellt, dass 

auch der Unterhaltsbeitrag von Fr. 880.- nicht habe bezahlt werden können. Trotz der 

Kinderbetreuung wäre sie aufgrund der Lebenserfahrung also nach der Scheidung 

wieder voll ins Erwerbsleben eingetreten, wenn ihr das gesundheitlich möglich 

gewesen wäre. Das entspreche auch dem Eherecht, denn bei 10- bis 12-jährigen 

Kindern werde dort verlangt, dass die Mutter wieder voll erwerbstätig sei. Das 

Valideneinkommen sei anhand jenes Lohnes zu ermitteln, den eine 42-jährige 

diplomierte Krankenpflegerin erzielen könnte. Dieser Lohn belaufe sich auf Fr. 70'000.-. 

Das zumutbare Invalideneinkommen entspreche dem effektiv erzielten Lohn, da sie mit 

einem Beschäftigungsgrad von 20% an ihre Leistungsgrenze gehe. Das zumutbare 

Invalideneinkommen belaufe sich also auf Fr. 16'800.-. Der rheumatologische 

Sachverständige des ABI habe für eine körperlich schwere Arbeit eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% angegeben. Die Krankenpflege sei eine schwere Arbeit. Da 

die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht dieselbe Ursache habe wie die 

rheumatologisch bedingte, müssten die jeweiligen Arbeitsunfähigkeiten addiert werden. 

Gesamthaft liege somit eine Arbeitsfähigkeit von 20% vor, was der Realität im 

Bürgerspital entspreche. Demnach bestehe ein Anspruch auf eine ganze Rente.

G.   

Die IV-Stelle beantragte am 28. März 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte 

insbesondere aus, in einer adaptierten, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit 

sei die Versicherte aus somatischer Sicht voll arbeitsfähig. In einer solchen Tätigkeit sei 

sie nur aus psychiatrischer Sicht um 30% eingeschränkt. Deshalb sei die Einschätzung 

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durch das ABI richtig. Die Behauptung der Versicherten, sie wäre ohne den 

Gesundheitsschaden zu 100% erwerbstätig, sei nicht plausibel, denn die Versicherte 

habe 2002 und 2003 Fr. 9105.- und Fr. 5332.- verdient. Aufgrund des finanziellen 

Bedarfs nach der Scheidung sei die Quote auf 65% erhöht worden. Dies sei gestützt 

auf die schriftlichen Angaben des damaligen Rechtsvertreters der Versicherten 

geschehen. Finanzielle Gründen seien nur relevant, wenn auch andere Gesichtspunkte 

für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit in der Validenkarriere sprächen. Die Versicherte 

arbeite effektiv nicht im Ausmass ihrer Arbeitsfähigkeit (70%), sondern nur zu 20%. 

Eine volle Erwerbstätigkeit wäre im fiktiven Gesundheitsfall erst dann zumutbar, wenn 

das jüngste Kind das 16. Altersjahr vollendet habe. Als Pflegefachfrau würde die 

Versicherte bei einem vollzeitlichen Einsatz Fr. 62'589.- verdienen. Bei einem 

vorausgesetzten Arbeitspensum von 65% entspreche das einem Valideneinkommen 

von Fr. 40'683.-. Dabei handle es sich nicht um eine schwere, sondern um eine 

mittelschwere Tätigkeit. Deshalb sei von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% 

auszugehen. Da die Versicherte nicht in einem zumutbaren Ausmass erwerbstätig sei, 

müsse ihr zumutbares Invalideneinkommen anhand statistischer Durchschnittszahlen 

ermittelt werden. Abzustellen sei auf den Durchschnittslohn der Hilfsarbeiterinnen. 

Dieser belaufe sich auf Fr. 50'278.-, bei einer Arbeitsfähigkeit von 70% also auf Fr. 

35'195.-. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 13%. Der gewichtete 

Invaliditätsgrad im Erwerb betrage somit 9%. Hinzu komme der gewichtete 

Invaliditätsgrad im Haushalt von 7%. Demnach sei die Versicherte zu 16% invalid.

H.   

Die Versicherte liess am 7. April 2008 sinngemäss einwenden, die rheumatologischen 

Beschwerden liessen keine körperlich schweren Arbeiten mehr zu, während die 

psychische Verfassung bei Auftreten von Stressfaktoren die Arbeitsfähigkeit 

einschränke. Die beiden Behinderungen wirkten sich also auf ganz unterschiedlichen 

Gebieten aus. Deshalb könnten sie nicht ineinander aufgehen. Die Scheidung sei 2005 

erfolgt. Damit sei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt worden. 

Sie sei deshalb darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt selbst zu erbringen. In den 

Jahren 2002 und 2003 sei die Situation noch eine ganz andere gewesen, so dass aus 

der damaligen Erwerbsquote nichts abgeleitet werden könne. Die Tatsache, dass sie 

Kinder im Alter von 10 und 15 Jahren habe, ändere nichts daran, dass sie gezwungen 

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sei, ihren finanziellen Bedarf durch Erwerbsarbeit zu decken. Sie müsste zu 100% einer 

Erwerbstätigkeit nachgehen. Diese Variante sei nicht nur wahrscheinlich, sondern stehe 

aufgrund der Tatsachen fest. Bei einem Bruttostundenlohn von Fr. 35.56 sei ein 

Valideneinkommen als Pflegefachfrau von Fr. 70'000.- ausgewiesen. Bei der 

Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens müsse ebenfalls vom Einkommen 

als Pflegefachfrau ausgegangen werden.

I.  

Die IV-Stelle verzichtete am 11. April 2008 auf eine Duplik.

J.  

Am 26. Mai 2008 liess die Versicherte die Kündigung per 31. Juli 2008 einreichen, zu 

der es wegen Umstrukturierungen, Konzeptänderungen und den damit verbundenen 

Anforderungen an das Fachpersonal gekommen war.

Erwägungen:

1.  

1.1  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten 

im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird 

hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine 

Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 

IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter 

anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). 

Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität 

diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in 

einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a 

Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der 

Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist 

entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). 

Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode 

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bezeichnet. Gemäss Art. 27  IVV ist nur der Einkommensvergleich anzustellen, wenn 

anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des 

Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In 

ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls 

in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im 

Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der 

versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die 

versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten 

Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im 

Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme 

oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren berufliche Fähigkeiten, 

Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen 

Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt 

entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen hält sich seit dem Bundesgerichtsurteil vom 6. August 2007 (I 

126/07) an diese Methode, obwohl es nach wie vor überzeugt ist, dass Art. 8 Abs. 3 

ATSG eine Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung 

im Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulässt, wenn und soweit einer versicherten Person 

die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" objektiv nicht 

zumutbar ist (vgl. etwa die Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 30. Nov. 2007, IV 2006/175, vom 22. April 2008, IV 2006/257, vom 16. Juli 2008, 

IV 2007/85, vom 13. August 2008, IV 2007/40, und vom 26. November 2008, IV 

2007/332).

1.2  Nach der Rechtsauffassung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

unterbleibt in einem Fall wie dem vorliegenden eine Anwendung der gemischten 

Methode. Stattdessen ist ein reiner Einkommensvergleich durchzuführen, weil es der 

Beschwerdeführerin im fiktiven "Gesundheitsfall" – zumindest bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses der angefochtenen Verfügung - objektiv zumutbar wäre, zu 100% einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen. Daran ändert die Tatsache nichts, dass das jüngste 

Kind der Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitraum noch in grossem Masse der 

Betreuung bedurft hat, denn diese Betreuungsleistung hätte wenigstens zu einem Teil 

durch das älteste Kind übernommen werden können, die Beschwerdeführerin hätte 

bis

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beispielsweise vermehrt Frühdienst machen oder am Wochenende arbeiten können 

und es wäre zumutbar gewesen, bei Bedarf stundenweise eine Betreuungsperson 

anzustellen. Nach dieser Rechtsauffassung wäre also auf jeden Fall ein reiner 

Einkommensvergleich anzustellen.

1.3  Gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung soll massgebend sein, welche 

Erwerbsquote der Beschwerdeführerin aufgrund der Umstände im fiktiven 

Gesundheitsfall bestehen würde. Die Beschwerdeführerin hat ihre Behauptung, sie 

wäre im fiktiven Gesundheitsfall nach der Scheidung wieder zu 100% erwerbstätig 

gewesen, nur mit ihren wirtschaftlichen Verhältnissen begründet. Diese Verhältnisse 

waren vor der Scheidung so, dass jedenfalls kein Bedarf nach einer vollzeitlichen 

Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin bestanden hat. Nach der Trennung im März 

2003 hat der Ehemann Unterhaltsleistungen erbracht, die mehr als den Existenzbedarf 

der Beschwerdeführerin und ihrer drei Kinder deckten. Zusammen mit dem Lohn aus 

einer Teilerwerbstätigkeit von ca. 30% (vgl. die Angaben Beschwerdeführerin im 

Bericht über die Haushaltabklärung vom 12. Oktober 2005) hätten diese 

Unterhaltsleistungen eine durchschnittliche Lebensführung erlaubt. Nach der 

Scheidung im November 2005 sind Unterhaltsleistungen ausgerichtet worden, die den 

Existenzbedarf der Kinder noch gedeckt haben, während der Existenzbedarf der 

Beschwerdeführerin nicht mehr finanziert gewesen ist. Ab diesem Zeitpunkt hätte eine 

Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin nicht mehr nur der Finanzierung eines 

durchschnittlichen Lebensstandards, sondern in erster Linie der Deckung des 

Existenzbedarfs gedient. Zur Weiterführung des bisherigen Lebensstandards wäre 

keine vollzeitliche Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin erforderlich gewesen. Die 

Aussage der Beschwerdeführerin vom 22. März 2006, sie wäre in dieser Situation zu 

65% einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, ist deshalb durchaus plausibel, zumal die 

Beschwerdeführerin so in der Lage gewesen wäre, dem Betreuungsbedarf der 

jüngeren Kinder in einem erheblichen Ausmass selbst nachzukommen. Sie hätte 

nämlich ihre Arbeitszeit auf die Schulzeiten der jüngeren Kinder, auf den Abend oder 

auf das Wochenende legen können, denn in einem Pflegeheim wird an sieben Tagen in 

der Woche während 24 Std. Pflegepersonal benötigt. Während der Arbeitszeit der 

Beschwerdeführerin hätten das älteste Kind, gelegentlich der Vater oder auch 

Verwandte, die jüngeren Kinder betreuen können. Nach der Einstellung der Zahlung der 

Frauenalimente ab November 2006 hätte die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsquote 

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erhöhen müssen, um aus dem Lohn und den Kinderalimenten weiterhin eine 

durchschnittliche Lebensführung finanzieren zu können. Es wäre allerdings nach wie 

vor nicht nötig gewesen, zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, denn 

zumindest der Existenzbedarf der drei Kinder war ja weiterhin durch die 

Unterhaltsleistungen des Vaters gedeckt. Mit einer Erwerbsquote von 80% hätte die 

Beschwerdeführerin den bisherigen Lebensstandard weiterführen können. Gleichzeitig 

wäre ihr immer noch Zeit geblieben, um die – inzwischen etwas selbständiger 

gewordenen – jüngeren Kinder zu betreuen. Es ist deshalb von November 2006 bis zu 

einer allfälligen Wiederaufnahme der Zahlung der Frauenalimente von einer 

Erwerbsquote im fiktiven Gesundheitsfall von 80% auszugehen. Davor hat die 

Erwerbsquote im fiktiven Gesundheitsfall 65% betragen.

2.  

2.1  Für den Erwerbsteil ist ein Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG 

vorzunehmen. Dabei ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt 

der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element der Bemessung des 

Invalideneinkommens bildet in aller Regel die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die 

Beschwerdegegnerin hat auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten des ABI 

abgestellt. Sie ist ausserdem entsprechend den Angaben der Sachverständigen des 

ABI davon ausgegangen, dass die Arbeit einer Pflegefachfrau körperlich mittelschwer 

sei. Aus rheumatologischer Sicht besteht gemäss den Angaben im Gutachten des ABI 

keine Arbeitsunfähigkeit, so dass ausschliesslich die leichte bis mittelgradige 

depressive Episode und die Panikstörung eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 70% 

zur Folge hätten. Es liegt keine abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung eines 

behandelnden Rheumatologen vor. Dr. med. C.___ hat als Allgemeinmediziner sowohl 

2005 als auch 2007 bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung die psychische 

Beeinträchtigung einbezogen. Es liegt also keine rheumatologische 

Arbeitsfähigkeitsschätzung vor, die Zweifel an der Richtigkeit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des rheumatologischen Sachverständigen des ABI wecken 

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würde. Den Sachverständigen des ABI war natürlich bekannt, aus welchen einzelnen 

Tätigkeiten sich die Arbeit einer Pflegefachfrau zusammensetzt. Da sie für diese Arbeit 

rein somatisch betrachtet eine Arbeitsfähigkeit von 100% angegeben haben, dann 

vermag die Behauptung der Beschwerdeführerin, bei ihrer Berufstätigkeit handle es 

sich um eine körperlich schwere Arbeit, nicht zu überzeugen. In bezug auf die 

Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin liegen abweichende Angaben vor. Die behandelnde Psychiaterin 

Dr. med. B.___ hat am 19. September 2007 nicht nur eine teilweise abweichende 

Diagnose, sondern auch eine weit höhere Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin, 

nämlich 70%, bei idealen Umständen 50%, angegeben. Diese Einschätzung ist nicht 

kurzfristig ausgerichtet, d.h. nicht auf die Situation während der Rekonvaleszenz nach 

dem Unfall ausgerichtet gewesen. Es besteht also jener immer wieder anzutreffende 

Widerspruch zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Arztes und 

derjenigen des unabhängigen medizinischen Sachverständigen, wobei die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Arztes erheblich pessimistischer ist. In 

aller Regel, so auch hier, wird gegen die Arbeitsfähigkeitsschätzung des unabhängigen 

medizinischen Sachverständigen eingewendet, er stelle auf eine Momentaufnahme ab, 

während der behandelnde Arzt den Gesundheitszustand aufgrund der langjährigen 

Behandlung viel besser kenne. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Nähe zum 

Patienten dem behandelnden Arzt oft den Blick auf die objektiv bestehende, zumutbare 

Leistungsfähigkeit verstellt. Insbesondere die Erfolglosigkeit der bereits seit langer Zeit 

andauernden Behandlung, die über ebenso lange Zeit vom Patienten behauptete und 

de facto auch "umgesetzte" Behauptung, arbeitsunfähig zu sein, die oft auch dadurch 

anhaltende soziale Belastungssituation sowie die therapeutische Sicht des Falles des 

Patienten erschweren es dem behandelnden Arzt nach der Lebenserfahrung oft, die 

Arbeitsfähigkeit anhand dessen zu bemessen, was dem Patienten bei Aufbietung der 

gesamten Willenskraft objektiv zumutbar wäre. Der Arbeitsfähigkeitsschätzung des 

behandelnden Arztes kann also zum vornherein nur wenig Überzeugungskraft 

beigemessen werden, es sei denn, der entsprechende Bericht zeige deutlich, dass der 

behandelnde Arzt sich ausreichender Objektivität befleissigt hat. Im übrigen handelt es 

sich bei der Begutachtung nur vordergründig um eine "Momentaufnahme", denn der 

Sachverständige wird immer alle ihm zur Verfügung stehenden medizinischen 

Unterlagen betreffend die Vergangenheit seines Exploranden beiziehen. Im 

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vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass die behandelnden Ärzte keine 

überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben haben, zumindest soweit sie 

sich auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab April 2007 (Begutachtung 

durch das ABI) bezogen haben. Dr. med. B.___ behandelt die Beschwerdeführerin seit 

1991. Die zur Trennung und schliesslich zur Scheidung vom Ehemann führenden 

Lebensumstände der Beschwerdeführerin waren ausserordentlich belastend und 

deshalb durchaus geeignet, eine erhebliche psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu 

bewirken. Es ist aber davon auszugehen, dass bereits die Trennung, vor allem aber die 

Scheidung zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensumstände und damit zu einer 

Reduktion der objektiven Arbeitsunfähigkeit geführt haben. Die Ursache der 

erheblichen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ist nämlich weggefallen 

oder hat sich zumindest stark verringert und trotzdem haben nach der Ansicht von Dr. 

med. B.___ weder die Stärke der Gesundheitsbeeinträchtigung noch das Ausmass der 

Arbeitsunfähigkeit abgenommen. Dr. med. B.___ hat dafür am 19. September 2007 

keine Begründung geliefert. Sie hat weiterhin eine mittelgradige/schwere Episode der 

rezidivierenden depressiven Störung angegeben und daraus auf eine Arbeitsfähigkeit 

von 30% bis maximal 50% geschlossen. Diese Aussage vermag nach dem oben 

Ausgeführten nicht zu überzeugen, ja sie vermag nicht einmal Zweifel an der Richtigkeit 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen des ABI zu wecken. Dem 

Einkommensvergleich ist deshalb eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als 

Pflegefachfrau von 70% zugrunde zu legen. Da in dieser Tätigkeit keine somatisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit besteht, stellt sich die Frage nach einer allfälligen 

Kumulation von Arbeitsunfähigkeiten aus der Sicht verschiedener medizinischer 

Fachrichtungen gar nicht. Die Sachverständigen des ABI haben angegeben, die 

Arbeitsunfähigkeit von 30% bestehe seit der Untersuchung vom April 2007. Trotz der 

Diagnosen der behandelnden Ärzte, die sich teilweise nicht mit den anlässlich der 

Begutachtung erhobenen Diagnosen in Übereinstimmung bringen lassen, ist deshalb 

davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit vor April 2007 anhand der damaligen 

Angaben der behandelnden Ärzte zu bemessen ist. Dr. med. C.___ und Dr. med. B.___ 

haben im Februar 2005 übereinstimmend eine Arbeitsunfähigkeit von 70% angegeben. 

Dr. med. B.___ hat in der Folge zwar eine noch höhere Arbeitsunfähigkeit gemeldet, 

aber es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um eine vorübergehende 

Verschlechterung während der Dauer des Scheidungsprozesses gehandelt hat. Die 

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Klinik Gais hat am 27. Januar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% angenommen, 

nachdem sich der Zustand der Beschwerdeführerin während der Rehabilitation 

gebessert hatte. Dr. med. B.___ hat sich davon allerdings nicht beeinflussen lassen. 

Auch die günstige Prognose, von der die Klinik Gais ausgegangen ist, ist für sie nicht 

zutreffend gewesen. Angesichts der im April 2007 effektiv festgestellten Verbesserung 

ist trotzdem davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab dem Austritt aus der 

Klinik Gais nur noch zu 50% arbeitsunfähig gewesen ist. Dem Einkommensvergleich ist 

also bis und mit Januar 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 30%, ab Februar 2006 bis März 

2007 eine Arbeitsfähigkeit von 50% und ab April 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 70% 

zugrunde zu legen.

2.2  Die Beschwerdeführerin hat den Beruf der Pflegefachfrau erlernt und trotz der 

Gesundheitsbeeinträchtigung auch ausgeübt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass 

sie auch im fiktiven Gesundheitsfall (sogenannte Validenkarriere) als Pflegefachfrau 

gearbeitet hätte. Warum die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass die 

Beschwerdeführerin als Pflegefachfrau ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht 

bestmöglich verwerte und dass die bestmögliche Verwertung in einer Hilfsarbeit 

bestehen würde, ist nicht nachvollziehbar, denn der Stundenlohn als Pflegefachfrau ist 

bei identischer Arbeitsfähigkeit deutlich höher als der durchschnittliche Lohn einer 

Hilfsarbeiterin. Das bedeutet, dass auch die sogenannte Invalidenkarriere der 

Beschwerdeführerin diejenige einer Pflegefachfrau ist (woran die später erfolgte 

Kündigung nichts ändert). Es ist nicht anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin 

aufgrund ihrer psychischen Beeinträchtigung als teilzeitbeschäftigte Pflegefachfrau 

unterdurchschnittlich entlöhnt würde, denn die Art der Tätigkeit und auch die Qualität 

der potentiellen Arbeitgeber lässt erwarten, dass auf die Besonderheiten der 

Beschwerdeführerin ohne weiteres Rücksicht genommen werden könnte. Der 

Einkommensvergleich kann sich deshalb auf einen Prozentvergleich beschränken. 

Wäre die Beschwerdeführerin, der Rechtsauffassung des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen gemäss, als Nur-Erwerbstätige zu qualifizieren, wäre sie also bis 

Januar 2006 zu 70%, ab Februar 2006 bis März 2007 zu 50% und danach zu 30% 

invalid. Nun kommt aber die sogenannte gemischte Methode der 

Invaliditätsbemessung zur Anwendung. Dabei ist nach der Auffassung des 

Bundesgerichts nicht ein regulärer Einkommensvergleich vorzunehmen und die daraus 

resultierende Beeinträchtigung entsprechend der Erwerbsquote zu gewichten (vgl. 

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Michel Valterio, Droit et pratique de l'assurance-invalidité, Les prestations, S. 215 f.), 

sondern es ist zu prüfen, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ihre 

Erwerbsquote trotz der Arbeitsunfähigkeit im Erwerb erfüllen könnte. Nur das 

entsprechende Manko ist – um die Erwerbsquote bereinigt – als anteilsmässige 

Invalidität im Erwerb zu berücksichtigen. Die Erwerbsquote der Beschwerdeführerin hat 

bis Oktober 2005 30%, ab November 2005 bis Oktober 2006 65% und danach 80% 

betragen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 30% und einer Erwerbsquote von ebenfalls 

30% resultiert keine Einschränkung im Erwerb. Ab November 2005 hätte die 

Beschwerdeführerin die Erwerbsquote auf 65% erhöht. Damit besteht ab diesem 

Zeitpunkt eine Einschränkung im Erwerb von 35%. Diese Einschränkung ist 

entsprechend der Erwerbsquote zu gewichten und beträgt somit bis und mit Januar 

2006 22,75%. Danach hat sich die Arbeitsfähigkeit auf 50% erhöht. Das bedeutet bei 

der Erwerbsquote von 65% eine Einbusse von 15% bzw. gewichtet 9,75% (65% von 

15%). Von Februar 2006 bis und mit Oktober 2006 beträgt die anteilige Invalidität im 

Erwerb also 9,75%. Ab November 2006 hat die Erwerbsquote 80% betragen. Bei einer 

Arbeitsfähigkeit im Erwerb von 50% resultiert eine Einschränkung von 30%, gewichtet 

24% (80% von 30%). Ab April 2007 hat die Arbeitsfähigkeit 70% betragen. Bei einer 

Erwerbsquote von 80% beträgt die behinderungsbedingte Einbusse 10%, gewichtet 

8% (80% von 10%).

2.3  Die Invalidität im Haushalt ist anhand eines Betätigungsvergleichs (Art. 28a Abs. 2 

IVG) zu ermitteln. Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin hat sich darauf 

beschränkt, die Selbstangaben der Beschwerdeführerin zu deren Leistungsfähigkeit bei 

den einzelnen Arbeiten im Haushalt zusammenzufassen. Das Ergebnis dieser 

Haushaltabklärung kann zum vornherein nicht überzeugen, weil die 

Beschwerdeführerin sich in ihrer Leistungsfähigkeit durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen Gesundheit weit stärker eingeschränkt gewähnt hat, als sie es objektiv 

gewesen ist. Sie wäre nämlich in der Lage gewesen, alle körperlich leichten bis 

mittelschweren Arbeiten im Haushalt ohne Einschränkung zu erledigen. Anlässlich der 

Haushaltsabklärung dürfte sich die psychische Beeinträchtigung noch stärker 

ausgewirkt haben als nur zu 20%, wie die Sachverständigen des ABI für einen späteren 

Zeitpunkt angegeben haben. Die Einschränkung im Haushalt besteht also aus der 

Unfähigkeit, die körperlich schweren Arbeiten zu besorgen, und im übrigen aus einer 

Verlangsamung und aus einem vermehrten Pausenbedarf. Körperlich schwere 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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Arbeiten, die der Beschwerdeführerin aus rheumatologischen Gründen nicht mehr 

zumutbar sind, gibt es im Haushalt der Beschwerdeführerin nur wenige. Es dürfte sich 

zur Hauptsache um Gartenarbeiten handeln. Nur in diesem Bereich geht die Invalidität 

im Haushalt über die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit hinaus. Geht man auch für 

den Haushalt für die Zeit vor der Begutachtung von den durch die behandelnden Ärzte 

ermittelten Arbeitsunfähigkeitsgraden aus, wobei die an sich gerechtfertigte leichte 

Reduktion als Folge der Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung durch die Unfähigkeit, 

weiterhin im Garten zu arbeiten, als kompensiert gelten kann, so besteht im Haushalt 

bis Januar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 70%, bis März 2007 von 50% und seither 

entsprechend den Angaben der Sachverständigen des ABI von 20%, wobei hier 

allerdings die Unfähigkeit, weiter im Garten zu arbeiten, zu einer leichten Erhöhung der 

Arbeitsunfähigkeit führen muss. Eine Erhöhung auf 25% erscheint als angemessen. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin besteht keine Veranlassung, die 

Mithilfe der Kinder im Haushalt (30 bis 45 Min. pro Tag) als invaliditätsmindernd zu 

berücksichtigen, denn zum einen kann den – älteren – Kindern keine tägliche Mithilfe in 

diesem Umfang zugemutet werden, da es sich eben um Kinder und nicht um 

Erwachsene handelt, und zum anderen steht hinter der angeblichen 

Schadenminderungspflicht durch die Beanspruchung von Familienmitgliedern eine 

Fehlinterpretation der Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 28a Abs. 2 IVG und damit des 

Invaliditätsbegriffs. Der Invalidität im Aufgabenbereich 'Haushalt' kommt nämlich, 

gleich wie der Invalidität im Erwerb, nur die Aufgabe zu, die trotz einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung verbliebende Leistungsfähigkeit der versicherten Person 

zu ermitteln. Die Leistungsfähigkeit eines Teams bestehend aus der versicherten 

Person und aus deren Familienmitgliedern, die von der Beschwerdegegnerin "ermittelt" 

worden ist, kann also keine Bedeutung für die Invalidität der Beschwerdeführerin in 

ihrem Aufgabenbereich 'Haushalt' haben. Wäre die Rechtsauffassung der 

Beschwerdegegnerin richtig, könnte der bizarre Fall eintreten, dass eine im Koma 

liegende, im fiktiven Gesundheitsfall nur im Haushalt tätige versicherte Person nicht 

invalid wäre, weil es genug Familienangehörige gäbe, um alle Haushaltarbeiten ohne 

unzumutbare Überlastung für das einzelne Familienmitglied zu erledigen. Das bedeutet, 

dass die Invalidität der Beschwerdeführerin im Haushalt allein anhand der 

Arbeitsunfähigkeit zu ermitteln ist. Die anteilige Invalidität im Haushalt beträgt somit bis 

und mit Oktober 2005 49% (70% von 70%), von November 2005 bis und mit Januar 

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2006 24,5% (70% von 35%), bis und mit Oktober 2006 17,5% (50% von 35%), bis und 

mit März 2007 10% (50% von 20%) und ab April 2007 5% (25% von 20%).

2.4  Die anteiligen Invaliditätsgrade im Erwerb und im Haushalt sind zu addieren. Dabei 

resultiert für die Zeit bis und mit November 2005 ein Invaliditätsgrad von 49%, bis und 

mit Januar 2006 ein Invaliditätsgrad von 47,25%, für die Zeit bis und mit Oktober 2006 

ein Invaliditätsgrad von 27,25%, für die Zeit bis und mit März 2007 ein Invaliditätsgrad 

von 34% und schliesslich ab April 2007 ein Invaliditätsgrad von 13%. Das bedeutet, 

dass die Beschwerdeführerin einen zeitlich beschränkten Anspruch auf eine 

Viertelsrente hat. Gemäss den Angaben von Dr. med. B.___ vom 15. Februar 2005 hat 

ab dem 1. Juli 2003 eine Arbeitsunfähigkeit von 80%, vom 15. Dezember 2003 bis 26. 

Januar 2004 eine solche von 100% und ab Februar 2004 eine solche von 60-70% 

bestanden. Dr. med. C.___ hat am 4. Februar 2005 für die Zeit ab 16. Januar 2004 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 70% angegeben. Zum Zeitpunkt der Anmeldung (21. Januar 

2005) war das Wartejahr bereits erfüllt, so dass gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der 

alten Fassung, da der Versicherungsfall vor dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision 

eingetreten ist) mit Wirkung ab 1. Januar 2005 ein Anspruch auf eine Viertelsrente 

entstanden ist. Die rechtsprechungsgemäss zu berücksichtigende dreimonatige 

Verzögerung lässt den Anspruch auf eine Viertelsrente am 30. April 2006 enden. 

Danach besteht kein Rentenanspruch mehr, da der Invaliditätsgrad unter 40% liegt.

3.  

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen 

und der Beschwerdeführerin ist für die Zeit bis und mit April 2006 eine Viertelsrente 

zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des Rentenbetrages an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Praxisgemäss ist dieser Verfahrensausgang in 

bezug auf die Verfahrenskosten als vollumfängliches Obsiegen der Beschwerdeführerin 

zu werten, da sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig, die 

Beschwerdeerhebung also als unumgänglich erwiesen hat. Die Höhe der der 

Beschwerdeführerin zustehenden Parteientschädigung bemisst sich nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g 

ATSG). Die Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote über Fr. 2051.60 eingereicht. 

Dabei hat sie bereits eine Reduktion um 20% als Folge der Gewährung der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen 

Anwaltsgesetzes) vorgenommen. Das Versicherungsgericht betrachtet das Ersuchen 

um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege generell als eventualiter für den 

Fall des Unterliegens, d.h. des Fehlens eines Anspruchs auf eine Parteientschädigung 

zulasten des Sozialversicherungsträgers gestellt. Da die Beschwerdeführerin obsiegt, 

hat sie einen Anspruch auf eine Parteientschädigung, die nicht in Anwendung von Art. 

31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes um 20% gekürzt ist. Bei einem Tarif von 

Fr. 250.- resultiert gemäss der Honorarnote eine Parteientschädigung von Fr. 2535.80. 

Diese Forderung entspricht den Kriterien des Art. 61 lit. g ATSG. Der 

Beschwerdeführerin ist deshalb zulasten der Beschwerdegegnerin eine 

Parteientschädigung in dieser Höhe zuzusprechen. Die vollumfänglich unterliegende 

Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtsgebühr, die in Anwendung von Art. 69 Abs. 

1  IVG entsprechend dem Verfahrensaufwand auf Fr. 600.- festgesetzt wird.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 25. Januar 2008 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis 30. 

April 2006 eine Viertelsrente zugesprochen; die Sache wird zur Ermittlung der 

Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2535.80.

3. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2009
	Art. 28a Abs. 3 IVG. Sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung. Sowohl in bezug auf die Qualifikation einer versicherten Person als nur-erwerbstätig oder als "gemischt", d.h. teils erwerbs- und teils im Haushalt tätig, als auch in bezug auf die eigentliche gemischte Bemessungsmethode wendet das Versicherungsgericht die bundesgerichtliche Praxis an, obwohl es diese Praxis als gesetzwidrig betrachtet. Nur in bezug auf die ebenfalls gesetzwidrige sogenannte Schadenminderungspflicht durch die Mithilfe von Familienangehörigen im Haushalt versagt das Versicherungsgericht der bundesgerichtlichen Praxis die Anwendung: Es gibt keine derartige Schadenminderungspflicht, weil es um die Invalidität der versicherten Person und nicht um die Invalidität des Teams 'Familie' geht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. September 2009, IV 2008/115).

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