# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c0e6a59-f8a6-5eeb-a3b0-8811c234f1f1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 20.09.2016 VU160034
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VU160034_2016-09-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 

 

Geschäfts-Nr. VU160034-O/U 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Burger, Oberrichterin lic. iur. 

E. Lichti Aschwanden und Oberrichterin lic. iur. F. Schorta sowie die 

Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu 

 

Beschluss vom 20. September 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Gesuchsteller 

 

 

 
betreffend Kostenerlass 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) schuldet dem Kanton Zürich aus ver-

schiedenen am Bezirksgericht Affoltern am Albis bzw. am Obergericht des 

Kantons Zürich durchgeführten Verfahren einen Betrag von insgesamt 

Fr. 5'111.90 (act. 4/12). Nachdem ihm seitens der Zentralen Inkassostelle 

der Gerichte (nachfolgend: Zentrale Inkassostelle) am 8. Oktober 2014 ein 

Betrag von Fr. 1'000.- in Rechnung gestellt worden war (act. 4/2), beantragte 

er bei dieser einen Aufschub der Zahlungspflicht (act. 4/3). Diesem Ersu-

chen kam die Zentrale Inkassostelle mit Schreiben vom 24. Oktober 2014 

nach (act. 4/4). Am 22. Oktober 2015 stellte sie dem Gesuchsteller eine 

neue Rechnung über den obgenannten Gesamtbetrag zu (act. 4/6), welche 

zu weiterer Korrespondenz zwischen ihr und dem Gesuchsteller führte 

(act. 4/7-10). Mit Eingabe vom 21. März 2016 stellte der Gesuchsteller einen 

Antrag auf Kostenerlass, eventualiter auf Stundung und begründete diesen 

mit seiner finanziellen Situation (act. 4/11). Gleichentags teilte ihm die Zent-

rale Inkassostelle mit, dass eine erste informelle Prüfung des Gesuchs durch 

den Fachspezialisten für Erlassgesuche negativ ausgefallen sei und die Vo-

raussetzungen für einen Erlass wohl nicht gegeben seien (act. 4/12). Auf 

entsprechendes Gesuch hin (act. 4/13-15) erläuterte der stellvertretende 

Generalsekretär des Obergerichts des Kantons Zürich dem Gesuchsteller in 

der Folge das Vorgehen der Zentralen Inkassostelle bei Erlassgesuchen 

bzw. die Aufgaben des Fachspezialisten Erlassgesuch ausführlich und lehn-

te das Erlassgesuch einstweilen ab (act. 4/16). Gleichzeitig setzte er dem 

Gesuchsteller eine Frist von dreissig Tagen an, um den Antrag zu stellen, 

das Erlassgesuch sei der Verwaltungskommission des Obergerichts des 

Kantons Zürich vorzulegen (act. 4/16). Mit Schreiben vom 25. April 2016 er-

klärte sich der Gesuchsteller mit den Ausführungen des stellvertretenden 

Generalsekretärs als nicht einverstanden (act. 4/17), weshalb das Gesuch 

am 4. Mai 2016 an die Verwaltungskommission überwiesen wurde (act. 1). 

- 3 - 

2. Da sich aus den Eingaben des Gesuchstellers Unklarheiten ergaben, insbe-

sondere mit Blick auf die Frage, ob er überhaupt um einen Kostenerlass er-

suchen wolle (act. 10), setzte ihm die Verwaltungskommission mit Verfü-

gung vom 8. Juli 2016 eine Frist zur Bestätigung seines Willens an der 

Durchführung eines formellen Verfahrens vor der Verwaltungskommission, 

zur Stellung klarer Anträge sowie zur Einreichung von aufgezählten Belegen 

an. Für den Säumnisfall wurde angedroht, dass das Gesuch als Kostener-

lass, eventualiter als Stundung, entgegen genommen und aufgrund der Ak-

ten entschieden würde (act. 13). In der Folge reichte der Gesuchsteller wei-

tere Eingaben samt Beilagen ins Recht, datiert mit 9. August 2016, "10. -

15. August 2016" bzw. 16. August 2016 (act. 17-22). Darin stellte er insbe-

sondere ein Gesuch um Wiederherstellung der Fristen gemäss Verfügung 

vom 8. Juli 2016, Dispositiv Ziffer 1 und 2 (act. 18 S. 1).  

II. 

1. Gemäss § 18 Abs. 1 lit. q der Verordnung über die Organisation des Ober-

gerichts (LS 212.51) entscheidet die Verwaltungskommission über nachträg-

liche Gesuche um Stundung und Erlass von Verfahrenskosten. 

2.1. Der Kostenbezug stellt eine Angelegenheit der Justizverwaltung dar (Hau-

ser/Schweri/Lieber, Kommentar zum zürcherischen Gesetz über die Ge-

richts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess vom 10. Mai 

2010, § 201 N 14 und N 25). Dies muss auch für das mit dem Kostenbezug 

im Zusammenhang stehende Kostenerlassverfahren gelten, zumal einzig die 

Voraussetzungen für den Erlass oder die Stundung von im Zivil- bzw. Straf-

verfahren auferlegten Kosten in der Zivil- bzw. Strafprozessordnung, na-

mentlich in Art. 112 ZPO bzw. Art. 425 StPO, geregelt sind (Beschluss der 

Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 

26. Januar 2016, VU150113, E. 2.1; Beschluss der Rekurskommission des 

Obergerichts des Kantons Zürich vom 30. April 2015, KD150015-O, E. 2 für 

das Rekursverfahren; Praxiskommentar StPO-Schmid, Art. 425 N 1; vgl. so-

- 4 - 

dann BK ZPO-Sterchi, Art. 112 N 1 und Jenny in: Sutter-Somm/Hasen-

böhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 112 N 3). Das Verfahren der Ver-

waltungskommission betreffend Kostenerlass richtet sich demnach nach 

dem Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich (VRG, LS 175.2), 

welches mitunter für die Frage des Fristenlaufs massgeblich ist. 

2.2. Das Verwaltungsrechtspflegegesetz enthält den Grundsatz, dass Fristen 

während der Gerichtsferien nur dann still stehen, wenn dies im Gesetz expli-

zit vorgesehen ist. Deren Nichtgeltung ist demnach die Regel, deren Geltung 

die Ausnahme. Für die erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren sowie die 

Einsprache-, Rekurs- und Revisionsverfahren bestehen keine solchen Aus-

nahmen, weshalb die Gerichtsferien nicht zu berücksichtigen sind. In Verfah-

ren, welche keine Gerichtsferien kennen, beginnt die Frist am Tag nach dem 

fristauslösenden Ereignis zu laufen, d.h. am Tag nach dem Empfang der 

fristansetzenden Verfügung (vgl. zum Ganzen Plüss in: VRG Kommentar, 

Griffel [Hrsg.], 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, § 11 N 17 f., § 11 N 12). 

Sie endet nach Ablauf der angesetzten Frist.  

2.3. Der Gesuchsteller hat die Verfügung vom 8. Juli 2016 am 13. Juli 2016 ent-

gegen genommen (act. 13), weshalb der Fristenlauf am 14. Juli 2016 be-

gann und nach Ablauf der Fristen von 20 Tagen am 2. August 2016 endete. 

Ohne Berücksichtigung der Gerichtsferien sind die Eingaben des Gesuch-

stellers, welche am 10. August 2016 per Fax (act. 17) eingereicht bzw. am 

15. August 2016 (act. 18) der Post übergeben bzw. am 17. August 2016 ei-

genhändig abgegeben (act. 20, 22) wurden, verspätet eingereicht worden. 

Es ist daher eine Fristwiederherstellung entsprechend dem Gesuch vom 

"10.-15. August 2016" (act. 18) zu prüfen.  

2.4. Nach § 12 Abs. 2 VRG kann eine versäumte Frist wiederhergestellt werden, 

wenn dem Säumigen keine grobe Nachlässigkeit zur Last fällt und er innert 

zehn Tagen nach Wegfall des Grundes, der die Einhaltung der Frist verhin-

dert hat, ein Gesuch um Wiederherstellung eingereicht hat.  

- 5 - 

 Mit seinem am 15. August 2016 der schweizerischen Post übergegebenen 

Fristwiederherstellungsgesuch hat der Gesuchsteller die Frist von zehn Ta-

gen im Sinne von § 12 Abs. 2 VRG eingehalten (vgl. act. 15 zum Fristbe-

ginn, act. 18). Zu prüfen ist daher, ob ihm im Zusammenhang mit dem Ver-

passen der Frist grobe Nachlässigkeit vorzuwerfen ist. Eine solche liegt ins-

besondere dann vor, wenn eine Partei die Frist freiwillig irrtumsfrei verstrei-

chen lässt (Plüss, a.a.O., § 12 N 45). Auch ein Irrtum über die Geltung der 

Gerichtsferien bzw. ein Rechtsirrtum im Allgemeinen stellt nach der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung keinen Grund zur Wiederherstellung der Frist 

dar (Entscheid des Bundesgerichts vom 15. Februar 2006, 2A.70/2006 E. 4; 

vgl. auch ZR 115/2016 S. 153). Der Gesuchsteller begründet sein Gesuch 

vorliegend mit dem Umstand, dass er keine Kenntnis über die Anwendbar-

keit des Verwaltungsrechtspflegegesetzes auf das vorliegende Verfahren 

gehabt habe. Er sei der Meinung gewesen, massgebliches Prozessrecht sei 

die Zivilprozessordnung, in welcher der Grundsatz des Friststillstandes wäh-

rend der Gerichtsferien verankert sei (act. 18 S. 1 f.). Gestützt auf diese 

Ausführungen ist davon auszugehen, dass der Gesuchsteller irrtümlich an-

nahm, die Fristen würden während der Gerichtsferien stillstehen. Der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung folgend vermag ein solcher Irrtum jedoch 

ein Fristwiederherstellungsgesuch grundsätzlich nicht zu rechtfertigen. 

2.5. Zu berücksichtigen ist im konkreten Fall jedoch, dass der Kostenerlass in 

den Gesetzen nicht näher bzw. ausreichend geregelt wird. In der Lehre wird 

denn im Rahmen der Kommentierung der Zivilprozessordnung auch festge-

halten, bei der massgeblichen Bestimmung zum Kostenerlass in Art. 112 

Abs. 1 ZPO handle es sich um eine der wenigen redundanten Bestimmun-

gen der Zivilprozessordnung. So sei beispielsweise das anwendbare Verfah-

ren nicht geregelt (BK ZPO-Sterchi, Art. 112 N 1). Auch die Strafprozess-

ordnung befasst sich in Artikel 425 nicht mit dem massgeblichen Verfahren. 

Das Verwaltungsrechtspflegegesetz enthält sogar gar keine Bestimmung 

zum Kostenerlass. Vielmehr wendet das Verwaltungsgericht des Kantons 

Zürich § 16 Abs. 1 VRG betreffend die unentgeltliche Rechtspflege für den 

nachträglichen Erlass der Gerichtskosten entsprechend an, da es sich bei 

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dieser um einen "ursprünglichen" Erlass handle (Entscheid des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Zürich KE.2011.0001, vom 23. August 2011, 

E. 2). Selbst die Verfügung vom 8. Juli 2016 enthält weder diesbezügliche 

Erwägungen noch einen klärenden Hinweis auf das Weiterlaufen der Fristen 

während der Gerichtsferien. Es stellt sich daher die Frage, ob dem Fristwie-

derherstellungsgesuch unter diesen Umständen nicht zu entsprechen ist, 

zumal die gesuchstellerischen Eingaben bei einer Berechnung mit Berück-

sichtigung der Gerichtsferien rechtzeitig eingegangen wären. Einer ab-

schliessenden Klärung dieser Frage bedarf es indes nicht, da das Gesuch 

ohnehin - d.h. sowohl im Falle der Berücksichtigung der massgeblichen Ein-

gaben und Unterlagen als auch ohne deren Beachtung - abzuweisen ist, wie 

im Folgenden zu zeigen sein wird.  

III. 

1. Trotz Fristansetzung in der Verfügung vom 8. Juli 2016 ist nicht hinreichend 

klar, ob der Gesuchsteller im Hauptbegehren um einen Kostenerlass und im 

Eventualbegehren um eine Stundung ersucht oder nicht (vgl. act. 11 S. 1 

und 3, act. 12 S. 1 und 4, act. 18 S. 17 und 20). Gestützt auf seine Ausfüh-

rungen in der Eingabe vom "10. bis 15. August 2016" (act. 18 S. 20) und den 

Hinweis in der erwähnten Verfügung (act. 13) ist der Kostenerlass daher als 

Hauptantrag und die Stundung als Eventualbegehren zu prüfen. 

2. Der Gesuchsteller bringt zur Begründung seines Gesuchs sinngemäss vor, 

er sei nicht in der Lage, die Schulden zu begleichen. Dies werde sich auch 

in naher Zukunft nicht ändern. Er sei 60 Jahre alt, ohne Vermögen und ohne 

Erwerbseinkommen (act. 12 S. 2 und 6, vgl. auch act. 4/11 und act. 11). Er 

werde wohl keine reguläre Anstellung mehr erhalten. Es sei unklar, ob in 

Zukunft eine Erbschaft anfallen werde (act. 4/11).  

3.1. Der Erlass einer Kostenforderung setzt dauernde Mittellosigkeit der gesuch-

stellenden Person voraus. Von Mittellosigkeit ist auszugehen, wenn die be-

treffende Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, um die Pro-

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zesskosten selbst zu tragen. Zur Bestimmung der Mittellosigkeit sind die 

Einkünfte unter Berücksichtigung der Vermögenswerte den notwendigen 

Lebensaufwandkosten gegenüber zu stellen. Dabei ist vom betreibungs-

rechtlichen Existenzminimum auszugehen (BSK ZPO-Rüegg, Art. 117 N 7 

ff.). Als Lebensaufwandkosten sind grundsätzlich der Grundbetrag für Nah-

rung und Kleidung etc., die Wohnkosten, obligatorische Versicherungen, die 

Transportkosten zum Arbeitsplatz, rechtlich geschuldete Unterhaltsbeiträge, 

Verpflichtungen gegenüber Dritten, wenn sie tatsächlich erfüllt werden, so-

wie Steuerschulden zu berücksichtigen (Emmel in: Kommentar zur Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

[Hrsg.], 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 117 N 9). Die finanziellen 

Verhältnisse sind von der gesuchstellenden Person hinreichend darzulegen. 

Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Ge-

suchstellung (Emmel, a.a.O., Art. 117 N 4). 

3.2. Ein Erlass der Kostenforderung führt zum endgültigen Untergang der Forde-

rung. Damit kann diese auch dann nicht mehr geltend gemacht werden, 

wenn der Schuldner in der Folgezeit in günstige finanzielle Verhältnisse ge-

langt. Aufgrund dieser weitreichenden Bedeutung ist gemäss ständiger Pra-

xis des Obergerichts des Kantons Zürich ein Erlass der geschuldeten Kos-

ten nur in ausgesprochenen Ausnahmefällen bei ausgewiesener dauernder 

Mittellosigkeit zulässig. Allein die Tatsache, dass ein Schuldner zurzeit mit-

tellos ist oder nur ein minimales Einkommen erzielt, vermag keine dauernde 

Mittellosigkeit zu begründen. Vielmehr setzt eine solche voraus, dass die 

gesuchstellende Person selbst unter Berücksichtigung der künftigen Ein-

kommens- und Vermögensentwicklung nicht fähig ist, die Schuld zu beglei-

chen (sog. dauernde Mittellosigkeit). Bei der Prüfung der Bedürftigkeit sind 

somit Einkünfte und Vermögenswerte zu berücksichtigen, die erst innerhalb 

der nächsten Jahre verfügbar werden oder kapitalisiert werden können (vgl. 

Jenny in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 112 

N 5; BSK ZPO-Rüegg, Art. 112 N 1; ZR 83 [1984] Nr. 75). Einem Erlassge-

such ist demnach nicht zu entsprechen, wenn die aktuelle Mittellosigkeit in 

- 8 - 

Zukunft durch eigene Anstrengungen wie dem Nachgehen einer Erwerbstä-

tigkeit bzw. der Veräusserung von Vermögenswerten oder durch einen ab-

sehbaren Vermögenszufluss (bspw. Leistungen aus Erbschaft bzw. Ehe-

recht, Versicherungsleistungen) beseitigt werden kann. 

3.3. Selbst die dauernde Mittellosigkeit begründet indes keinen Anspruch auf den 

Erlass der Gerichtskosten. Als Ermessensentscheid ist der Erlass von einer 

Interessenabwägung abhängig. Abzuwägen sind die schutzwürdigen Inte-

ressen des Pflichtigen, die durch ein Weiterbestehen der Forderung betrof-

fen werden, gegenüber den öffentlichen Interessen an einer gleichmässigen 

und konsequenten Durchsetzung staatlicher Ansprüche. Für einen Kostener-

lass spricht, dass die Mittellosigkeit aufgrund längerer Arbeitslosigkeit bzw. 

Aussteuerung, drückender Familienlasten, Unterhaltspflichten oder hoher 

Krankheits- bzw. Pflegekosten, welche nicht von Dritten getragen werden, 

eingetreten ist. Bestehen hingegen Anhaltspunkte, dass die Bedürftigkeit im 

Hinblick auf den Prozess oder durch andere eigenverantwortliche Handlun-

gen des Schuldners herbeigeführt wurde oder aufrechterhalten wird, kann 

trotz Mittellosigkeit kein Kostenerlass gewährt werden (vgl. Entscheid der 

Rekurskommission des Obergerichts des Kantons Zürich KD120010-O vom 

21. Dezember 2012, E. 3.3; Entscheid der Rekurskommission des Oberge-

richts des Kantons Zürich KD150005-O vom 30. April 2015, E. 3.1.3; Ent-

scheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 21. August 2007, VZ.2007.31, 

E. III.2.b).  

4.1. Für den Fall, dass dem Fristwiederherstellungsgesuch nicht entsprochen 

werden könnte, wäre das Gesuch um Kostenerlass mangels Einreichung 

von hinreichenden Belegen zu den finanziellen Verhältnissen innert Frist und 

damit mangels Nachweises der dauernden Bedürftigkeit abzuweisen. Der 

Gesuchsteller bringt zwar vor, es sei ihm nicht klar gewesen, welche Unter-

lagen er hätte einreichen müssen (act. 18 S. 5). In der Verfügung vom 8. Juli 

2016 (act. 13 S. 3) wurde ihm jedoch hinreichend konkret dargelegt, welche 

Unterlagen das Gericht benötige.  

- 9 - 

4.2. Auch im Falle der Berücksichtigung der Eingaben vom 9. August 2016, "10. -

15. August 2016" bzw. 16. August 2016 sowie der damit eingereichten Un-

terlagen (act. 17-22) ist das Kostenerlassgesuch abzuweisen. Zu den finan-

ziellen Verhältnissen des Gesuchstellers kann den eingereichten Unterlagen 

und seinen Ausführungen entnommen werden, dass er zurzeit keiner gere-

gelten Arbeitstätigkeit nachgeht, sondern sporadisch Einnahmen generiert, 

insbesondere aus Garten- und Wohnungs-/Hausarbeiten. Im Zeitraum Früh-

ling bis Sommer 2016 habe er damit rund Fr. 12'000.- verdient (act. 19/2). 

Gemäss der Steuerrechnung der Gemeinde Kilchberg für die Steuerperiode 

2014 - eine neuere Steuerrechnung bzw. Steuererklärung ist nicht akten-

kundig - wurde ein steuerbares Einkommen von Fr. 0.- veranlagt. Aus der-

selben Steuerrechnung geht hervor, dass der Gesuchsteller per 

31. Dezember 2014 über Vermögenswerte von Fr. 57'000.- verfügte 

(act. 19/10). Den aktuellen Kontoauszügen der Credit Suisse und der 

Schweizerischen Post können hingegen nur noch Kontoguthaben von 

Fr. 849.48 entnommen werden (act. 19/6 und act. 19/8). Der Gesuchsteller 

begründet diesen Rückgang sinngemäss mit dem fehlenden bzw. geringen 

Einkommen und dem dadurch notwendig gewordenen Vermögensverzehr 

(act. 4/11). Aufwandmässig sind sodann Mietkosten von Fr. 1'849.70 pro 

Monat (act. 19/9) und Krankenkassenprämien nach KVG von Fr. 439.90 pro 

Monat (act. 19/3) ausgewiesen, nicht hingegen die geltend gemachten Ne-

benkosten von Fr. 245.- pro Monat (vgl. act. 19/9). Ebenso wenig wurden die 

weiteren geltend gemachten Auslagen und Schulden (act. 19/2) hinreichend 

belegt. Die überobligatorischen Krankenkassenprämien finden keinen Ein-

gang in die Bedarfsrechnung (vgl. Plüss, a.a.O., § 16 N 36; BK-ZPO Bühler, 

Art. 117 N 175). Obwohl der Gesuchsteller nur wenige seiner aufgezählten 

Lebenshaltungskosten (act. 19/2) belegt hat, ist es ihm bei diesen - den 

nachgewiesenen - finanziellen Verhältnissen zurzeit nicht möglich, die ge-

genüber der Zentralen Inkassostelle bestehenden Schulden zu begleichen. 

Ebenso bestehen Zweifel daran, ob er aufgrund seines Alters und seines 

bisherigen Berufsverlaufs in naher Zukunft eine Arbeitsstelle finden wird. Der 

Gesuchsteller führt jedoch selbst aus, sein Vater sei bereits gestorben und 

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die Teilung des Nachlasses sei noch im Gange. Er verweist diesbezüglich 

auf ein am Obergericht des Kantons Zürich durchgeführtes Verfahren (Ver-

fahrensnummer LF160035-O), welches in der Zwischenzeit erledigt wurde 

(act. 12 S. 2 und 5). Als Nachkomme des Vaters ist der Gesuchsteller nicht 

nur gesetzlicher Erbe, sondern pflichtteilsgeschützt (Art. 471 ZGB). Es kann 

nicht ausgeschlossen werden, dass sich seine finanziellen Verhältnisse 

nach Abschluss der Teilung des besagten Nachlasses erheblich verbessern 

werden, zumal der Gesuchsteller selbst von "einer grossen Erbsache" 

(act. 12 S. 2) spricht. Ein Kostenerlass kommt daher zum jetzigen Zeitpunkt 

aufgrund der allfälligen Anwartschaft nicht in Frage.  

4.3. Zu berücksichtigen ist sodann, dass die Forderungen, deren Erlass der Ge-

suchsteller beantragt, allesamt auf Entscheiden neueren Datums beruhen 

(vgl. act. 4/12). Eigentlicher Zweck des Instituts des Kostenerlasses ist es, 

bei bestehender dauernder Mittellosigkeit eine Gesamtschuldensanierung zu 

ermöglichen. Nicht bezweckt werden soll damit hingegen, dass neuere Ent-

scheide hinsichtlich ihrer Kostenregelung durch einen Kostenerlass faktisch 

aufgehoben werden. Zur Aufhebung oder Abänderung rechtskräftiger Ent-

scheide stehen vielmehr nur die von den einschlägigen prozessualen Ge-

setzen vorgesehenen Rechtsmittel, zu denen ein Gesuch um Kostenerlass 

nicht zu zählen ist, zur Verfügung. Das öffentliche Interesse an einer gleich-

mässigen und konsequenten Durchsetzung staatlicher Ansprüche, welche 

aus neueren Entscheiden resultieren, ist höher zu gewichten als die Interes-

sen der kostenpflichtigen Partei an einem Kostenerlass. Ansonsten würden 

die gesetzlichen Bestimmungen zur Kostentragungspflicht indirekt umgan-

gen. Ein Kostenerlass rechtfertigt sich damit vorliegend im jetzigen Zeitpunkt 

aufgrund des neueren Datums der massgeblichen Entscheide (Jahre 2013 

bis 2015) nicht, weshalb das entsprechende Gesuch auch aus diesem 

Grunde abzuweisen ist. 

5. Eventualiter ist von einem Ersuchen des Gesuchstellers um Aussprechung 

einer Stundung bis Ende 2016 auszugehen (act. 13, act. 12 S. 1). Die aktu-

elle finanzielle Situation erlaubt es dem Gesuchsteller nicht, die Ausstände 

- 11 - 

in nächster Zeit zu begleichen, zumal sein Einkommen zurzeit nicht einmal 

seine notwendigen Lebenshaltungskosten deckt. Es erscheint daher ange-

messen, die gegenüber dem Gesuchsteller bestehende Forderung aus den 

Verfahren GG130001 des Bezirksgerichts Affoltern am Albis und SB140442-

O sowie RT150071-O des Obergerichts des Kantons Zürich ab dem 

21. März 2016 (act. 4/11), dem Datum des erstmaligen Gesuchs, antrags-

gemäss bis zum 31. Dezember 2016 zu stunden.  

6. Unklar ist schliesslich, ob der Gesuchsteller im Zusammenhang mit seinen 

Schilderungen zum angeblichen Mordversuch bei der hiesigen Instanz eine 

Strafanzeige erstatten möchte, indem er ausführt, er wolle, dass die verant-

wortlichen Personen öffentlich angeklagt und verurteilt würden (act. 18 S. 14 

f.). Selbst wenn dem so wäre, so wäre das Obergericht des Kantons Zürich 

hierfür unzuständig, da allfällige Strafanzeigen bei den Strafverfolgungsbe-

hörden (Polizei oder Staatsanwaltschaft) einzureichen sind. Das Obergericht 

des Kantons Zürich kann keine Strafverfahren eröffnen und leitet entspre-

chende Anzeigen nicht weiter.  

IV. 

1.1. Der Gesuchsteller geht davon aus, das vorliegende Verfahren müsse auf-

grund der besonderen Umstände kostenlos sein (act. 18 S. 23). Im Weiteren 

hält er fest, er verzichte auf eine "formelle kostenlose Rechtspflege" (act. 18 

S. 23). Ein Armenrechtsgesuch stellt er demnach nicht. Die Ansicht des Ge-

suchstellers hinsichtlich der Kostenlosigkeit des vorliegenden Verfahrens ist 

unzutreffend. Vielmehr gilt auch im Anwendungsbereich des Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes der Grundsatz, das derjenige die Kosten zu tragen 

hat, der unterliegt (vgl. § 13 Abs. 2 VRG). Zwar handelt es sich bei der ge-

setzlichen Bestimmung um eine "kann"-Bestimmung, doch ist für Kostener-

lassgesuche praxisgemäss keine Ausnahme von der Kostenpflicht vorgese-

hen. Auf diese wurde der Gesuchsteller denn auch bereits mit Schreiben der 

- 12 - 

Zentralen Inkassostelle vom 21. April 2016 hingewiesen (act. 3). Das vorlie-

gende Verfahren ist demnach mit Kosten verbunden. 

1.2. Dringt eine Partei bloss mit einem Eventualbegehren durch, wie dies vorlie-

gend der Fall ist, so unterliegt sie mit der Differenz zwischen Haupt- und 

Eventualbegehren (Plüss, a.a.O., § 13 N 51). Dementsprechend sind die 

Gerichtskosten zur Hälfte dem Gesuchsteller aufzuerlegen und zur Hälfte 

auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

2. Parteientschädigungen (vgl. act. 12 S. 5, act. 18 S. 18) sind keine zu entrich-

ten (vgl. auch § 17 Abs. 1 VRG).  

3. Der Beschwerdeführer ersucht um Leistung einer Genugtuung und begrün-

det dies mit der Verfahrensverzögerung bzw. -Verweigerung durch die Zent-

rale Inkassostelle und das Obergericht (act. 12 S. 5, act. 18 S. 18). Eine sol-

che ergibt sich aus den massgeblichen Akten (act. 4) indes nicht. Der erste 

aktenkundige Antrag auf Kostenerlass bzw. eventualiter Stundung datiert 

vom 21. März 2016 (act. 4/11). Diesem folgten in den Monaten April und Mai 

2016 zahlreiche Schreiben des Gesuchstellers bzw. der Zentralen Inkasso-

stelle (act. 4/12-18). Letztere orientierte den Gesuchsteller am 21. April 2016 

ausführlich und detailliert über das Institut des Kostenerlasses und den kon-

kreten Fall (act. 4/16). Zwischen den Parteien erfolgte somit ein reger Schrif-

tenwechsel, und das Verfahren wurde kontinuierlich fortgeführt, bevor das 

Gesuch am 4. Mai 2016 der Verwaltungskommission überwiesen wurde. Ei-

ne Verfahrensverzögerung ist unter diesen Umständen nicht ersichtlich, 

ebenso wenig eine Verfahrensverweigerung. Auch das Verfahren vor der 

Verwaltungskommission wird mit dem heutigen Entscheid innert angemes-

sener Frist abgeschlossen. Dem Antrag des Gesuchstellers ist daher nicht 

zu folgen.  

4. Hinzuweisen bleibt schliesslich auf das Rechtsmittel des Rekurses an die 

Rekurskommission. 

 

- 13 - 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch um Kostenerlass wird abgewiesen. 

2. Dem Gesuchsteller wird die noch offene Schuld gegenüber dem Kanton Zü-

rich aus den Verfahren GG130001 des Bezirksgerichts Affoltern am Albis 

und SB140442-O sowie RT150071-O des Obergerichts des Kantons Zürich 

ab dem 21. März 2016, dem Datum des erstmaligen Gesuchs, bis zum 

31. Dezember 2016 gestundet.  

3. Der Antrag auf Zusprechung einer Genugtuung wird abgewiesen.  

4. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 200.– festgesetzt. 

5. Die Kosten des Verfahrens werden zur Hälfte dem Gesuchsteller auferlegt 

und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.  

7. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: 

- den Gesuchsteller sowie 

- die Zentrale Inkassostelle der Gerichte. 

8. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge-

rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 

13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. 

Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der 

angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind 

genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Materielle und formel-

le Entscheide der Rekursinstanz sind kostenpflichtig; die Kosten hat die im 

Verfahren unterliegende Partei zu tragen. 

 

- 14 - 

Zürich, 20. September 2016 
 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 

 
 

lic. iur. A. Leu 
 
versandt am: 

	Beschluss vom 20. September 2016
	
	Erwägungen:
	I.

	II.
	III.
	IV.
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch um Kostenerlass wird abgewiesen.
	2. Dem Gesuchsteller wird die noch offene Schuld gegenüber dem Kanton Zürich aus den Verfahren GG130001 des Bezirksgerichts Affoltern am Albis und SB140442-O sowie RT150071-O des Obergerichts des Kantons Zürich ab dem 21. März 2016, dem Datum des erst...
	3. Der Antrag auf Zusprechung einer Genugtuung wird abgewiesen.
	4. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 200.– festgesetzt.
	5. Die Kosten des Verfahrens werden zur Hälfte dem Gesuchsteller auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
	7. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:
	- den Gesuchsteller sowie
	- die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.

	8. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden.
	Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Materielle und formelle Entscheide der Rekursinstanz s...