# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14eb23f5-e518-544f-b52b-a621cff42b17
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.01.2015 200 2012 1148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-1148_2015-01-08.pdf

## Full Text

200 12 1148 IV
SCP/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Januar 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. Oktober 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2015, IV/12/1148, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 in ... geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) reiste im 2008 in der Schweiz ein (vgl. Akten der IV-Stelle Bern [IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 10, S. 1). Am 7. Dezember 
2010 meldete er sich bei der IVB zum Leistungsbezug an (AB 2). Nach 
Einholung verschiedener medizinischer und erwerblicher Unterlagen ge-
währte die IVB im April 2011 eine berufliche Abklärung (AB 31), welche aus 
gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgebrochen wurde (AB 63, 67). Vom 
14. November bis 9. Dezember 2011 unterzog sich der Versicherte einer 
Arbeitsmarktlich-Medizinischen Abklärung in der H.________ (Abklärungs-
bericht vom 19. Dezember 2011, AB 79). Weiter gewährte die IVB ein Ar-
beitstraining bei der I.________, vom 12. März bis 3. Juni 2012 (AB 94). Da 
eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht möglich sei, wurden die 
beruflichen Massnahmen abgeschlossen und der Anspruch auf eine Rente 
geprüft (vgl. AB 106 sowie Protokoll per 10. Januar 2013, S. 11). Nach Ein-
holung eines Berichts der Psychiatrischen Dienste J.________ vom 30. Mai 
2012 (AB 110) sowie zwei Berichten von Dr. med. B.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), 
vom 16. Juli und 14. August 2012 (AB 113, S. 4 f.; 114, S. 3 f.) stellte die 
IVB mit Vorbescheid vom 21. August 2012 die Abweisung des Leistungs-
begehrens in Aussicht, da der Versicherte mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit mit dem Gesundheitsschaden in die Schweiz eingereist sei 
(AB 115). Den hiergegen erhobenen Einwand (AB 119) wies die IVB mit 
Verfügung vom 30. Oktober 2012 ab und hielt an ihrer in Aussicht gestell-
ten Rentenabweisung fest, da die versicherungsmässigen Voraussetzun-
gen für eine ordentliche Rente nicht erfüllt seien (AB 128).

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 29. November 2012 beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Er beantragt die Auf-
hebung der Verfügung vom 30. Oktober 2012 und die Zusprache einer IV-

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Rente. Zur Begründung trägt er im Wesentlichen vor, dass er in ... nur vor-
übergehend arbeitsunfähig gewesen sei. Er habe in seiner letzten Tätigkeit 
in ... als ... gearbeitet. Auch in der Schweiz habe er 14 Monate gearbeitet. 
Somit habe er die versicherungsmässigen Voraussetzungen (mehrere Bei-
tragsjahre in ... und ein Betragsjahr in der Schweiz) erfüllt. Weiter stellte er 
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Am 10. De-
zember 2012 reichte der Beschwerdeführer die geforderten Unterlagen 
betreffend die unentgeltliche Rechtspflege zu den Akten.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2013 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Dezember 2014 hiess der Instrukti-
onsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege insoweit gut, als er 
dem Beschwerdeführer, soweit erforderlich, für das vorliegende Verfahren 
die unentgeltliche Rechtspflege (Verfahrenskosten) gewährte.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

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cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 30. Oktober 2012 
(AB 128). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Rentenleistungen und 
dabei insbesondere, ob die versicherungsmässigen Voraussetzungen im 
Zeitpunkt des Versicherungsfalls erfüllt waren.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung haben gemäss 
Art. 6 Abs. 1 IVG schweizerische und ausländische Staatsangehörige so-
wie Staatenlose. Artikel 39 IVG bleibt vorbehalten.

Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt der 
Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben 
(Art. 36 Abs. 1 IVG).

2.2 Diesen innerstaatlichen Bestimmungen gehen diejenigen der zwi-
schenstaatlichen Vereinbarungen vor, welche die Schweiz mit ausländi-
schen Staaten abgeschlossen hat, um die Rechtsstellung der beidseitigen 
Angehörigen in der Sozialversicherung zu regeln (BGE 121 V 251 E. 1a 
S. 253, 119 V 98 E. 4b S. 103). 

Nach Art. 6 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme 
der sozialen Sicherheit, geändert durch: Verordnung (EG) Nr. 988/2009 

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des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009, 
werden für Schweizer Bürger und für Staatsangehörige von EU- und EFTA- 
Staaten für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbeitragsdauer Beitragszei-
ten mitberücksichtigt, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt worden 
sind. Ist die dreijährige Mindestbeitragsdauer zwar mit Anrechnung von 
Versicherungszeiten erfüllt, die in einem EU- oder EFTA- Staat zurückge-
legt wurden, beträgt aber die Beitragszeit in der Schweiz weniger als ein 
Jahr, kann keine ordentliche schweizerische IV-Rente ausgerichtet werden 
(Kreisschreiben über das Verfahren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV 
[KSBIL], Stand 1. Januar 2015, Rz. 3001.3).

2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.1.1 Der Hausarzt Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, attestierte dem Beschwerdeführer infolge einer Überforde-
rung am Arbeitsplatz wegen Persönlichkeitsstörung, depressiver Entwick-
lung und Angststörung eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 17. Fe-
bruar 2010 (AB 9, S. 9, 12; vgl. auch AB 9, S. 13; 12, S. 10).

3.1.2 In dem von der D.________ in Auftrag gegebenen Gutachten vom 
25. Juni 2010 diagnostizierte Dr. med. E.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie FMH, eine leichte bis mittelgradige depressive Epi-
sode. Daneben bestünden ungünstige krankheitsfremde Faktoren (Berufs-
probleme, Arbeitslosigkeit, prekäre ökonomische Verhältnisse; AB 16, 
S. 9). Er attestierte in der angestammten wie auch in einer angepassten 
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% (AB 16, S. 10).

3.1.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, Oberarzt der Psychiatrischen Dienste J.________, wo der Be-
schwerdeführer seit Juni 2010 in Behandlung ist (vgl. AB 9, S. 6 ff.; 16, 
S. 2 f.), diagnostizierte im Bericht vom 12. Januar 2011 mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode bei rezidivier-
ender depressiver Störung (ICD-10: F33.1) seit Februar 2010, eine kombi-
nierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, paranoiden und Borderli-
ne-Zügen (ICD-10: F61.0) seit Jahren und ein klinisches Aufmerksamkeits-
Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS, ICD-10: F90) seit der Kindheit 
(AB 17, S. 2). Es wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit von 17. Februar 
2010 bis 3. Januar 2011 attestiert. Eine Tätigkeit im geschützten Rahmen 
sei möglich (AB 17, S. 4).

Am 17. Januar 2011 bescheinigte Dr. med. F.________ eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres (AB 21).

3.1.4 In dem von der D.________ in Auftrag gegebenen psychiatrischen 
Gutachten vom 11. März 2011 diagnostizierte Dr. med. G.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkungen auf die Arbeits-

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fähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, 
narzisstischen und sensitiven Zügen (ICD-10: F61.0), ein ADHS des Er-
wachsenenalters (ICD-10: F90.0) und eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig leichtgradig ausgeprägt (ICD-10: F33.0; AB 33, S. 6). 
Aus psychischer Sicht bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit unter den 
Bedingungen der freien Wirtschaft (AB 33, S. 7, 15).

3.1.5 Im Rahmen der Arbeitsmarktlich-Medizinischen Abklärung diagnos-
tizierte der RAD-Arzt Dr. med. B.________ im Bericht vom 19. Dezember 
2011 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung, ein ADHS des Erwachsenenalters, eine rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig unter antidepressiver Medikation remittiert, 
und einen Status nach beidseitig operierter Epikondylopathia humeri radia-
lis (AB 79, S. 11; vgl. auch AB 76). In einer angepassten, nicht zu monoto-
nen und seriellen Tätigkeit (Einzelarbeitsplatz) ohne häufiges und kraftvol-
les Zupacken der Hände und ohne Tragen von Lasten über 5 kg sei ein 
Ganztagespensum zumutbar (AB 79, S. 12).

3.1.6 Im Bericht vom 30. Mai 2012 führte Dr. med. F.________, Oberarzt 
der Psychiatrischen Dienste J.________, aus, der Gesundheitszustand sei 
stationär; seit der letzten Diagnosestellung hätten sich keine Änderungen 
ergeben (AB 110, S. 1). Er attestierte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
vom 17. Februar 2010 bis 4. Februar 2012 (vgl. auch AB 91, S. 2). Eine 
Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nicht realistisch (AB 110, 
S. 2).

3.1.7 Dr. med. B.________ hielt im Bericht vom 16. Juli 2012 fest, dass 
im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung zwischenzeitlich eine 
mittelschwere depressive Episode bestehe (vgl. E. 3.1.5 hiervor). Eine Ein-
gliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei nicht möglich. Eine angepasste 
Tätigkeit in geschütztem Rahmen sei denkbar (AB 113, S. 4).

Im Bericht vom 14. August 2012 führte der RAD-Arzt aus, eine medizinisch 
begründbare Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% bzw. die Nichteinglie-
derbarkeit in den ersten Arbeitsmarkt habe aufgrund der psychiatrischen 
Störungen retrospektiv bereits vor der Einreise in die Schweiz bestanden 
(AB 114, S. 4).

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Gestützt auf die vorliegenden, übereinstimmenden medizinischen 
Einschätzungen der behandelnden Ärzte sowie des RAD-Arztes Dr. med. 
B.________ und Dr. med. G.________ leidet der Beschwerdeführer seit 
Jahren an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, an einem ADHS im 
Erwachsenenalter (seit der Kindheit) und an einer rezidivierenden depres-
siven Störung seit Februar 2010. Aufgrund dieser psychiatrischen Störun-
gen ist der Beschwerdeführer - gestützt auf die vorliegenden Atteste - seit 
dem 17. Februar 2010 zu 100% arbeits- und leistungsunfähig geschrieben. 
Die Abweichende Beurteilung von Dr. med. E.________, wonach der Be-
schwerdeführer infolge der depressiven Episode sowie ungünstigen krank-
heitsfremden Faktoren zu 50% arbeitsfähig sei (AB 16, S. 10), erscheint 
aufgrund der Feststellungen hiernach nicht überwiegend wahrscheinlich. 
So führten die Ärzte der Psychiatrischen Dienste J.________ im Bericht 
vom 15. Dezember 2010 nachvollziehbar und schlüssig aus, dass die Ein-

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schätzung von Dr. med. E.________, wonach der Beschwerdeführer in ... 
während vielen Jahren beruflich stets funktioniert habe und damit eine Per-
sönlichkeitsstörung nicht möglich sei, insoweit nicht überzeuge, als es 
durchaus möglich sei, dass ein Patient trotz Persönlichkeitsstörung 
während langer Zeit beruflich funktioniere, sofern die Arbeitsstelle seinen 
Persönlichkeitsdefiziten entgegenkomme (AB 26, S. 83). Solche Verhält-
nisse waren in ... offensichtlich gegeben, als der Beschwerdeführer seine 
Ausbildungen absolvierte und in der ... (… mit diversen Lehrgängen und … 
Ausbildung) diente. Für solche besonderen Ausbildungs- und Dienstver-
hältnisse kann denn auch davon ausgegangen werden, dass nicht nur eine 
engmaschige persönliche Betreuung sichergestellt ist, sondern auch klare 
Tätigkeitsstrukturen und Arbeitsabläufe vorgegeben sind, an welchen sich 
emotional instabile und von einem Aufmerksamkeitsdefizit beeinträchtigte 
Personen zu orientieren vermögen. Aus der beruflichen Biografie (AB 79, 
S. 3), auf welche nachfolgend noch einzugehen sein wird, geht denn auch 
nicht hervor, dass der Beschwerdeführer über längere Zeit in der freien 
Wirtschaft in einem leistungslohnbezogenen Arbeitsverhältnis gestanden 
hätte.

Somit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Gesundheits-
schadens bzw. der psychischen Störungen in der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit derart eingeschränkt ist, dass er diese in der freien Wirtschaft 
nicht zu verwerten vermag. Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch 
nicht bestritten.

3.4 Es bleibt zu prüfen, ob der bei der Einreise im Juni 2008 bestande-
ne Gesundheitsschaden bereits damals invalidisierend war oder ob der 
Versicherungsfall erst nach der Erfüllung der schweizerischen Beitragszei-
ten eingetreten ist und damit die versicherungsmässigen Voraussetzungen 
- wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht - als erfüllt zu betrachten 
sind. Dabei ist insbesondere von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer 
als … Staatsangehöriger die dreijährige Mindestbeitragszeit (Gleichbe-
handlung für EU-Staaten) erfüllt, wovon ein Beitragsjahr in der Schweiz 
vorliegen muss (vgl. E. 2.2 hiervor).

Die chronologische Aufstellung der Arbeitsverhältnisse (als ...) in der 
Schweiz im Gutachten von Dr. med. G.________ vom 11. März 2011 

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(AB 33, S. 9; vgl. auch AB 11, S. 3) zeigt mit aller Deutlichkeit auf, dass der 
Beschwerdeführer aufgrund seines Gesundheitsschadens in der freien 
Wirtschaft, worunter nach den Ausführungen hiervor weder Ausbildungs- 
noch Dienstverhältnisse bei der ... zu zählen sind, nie in der Lage war, sich 
in ein ordentliches, leistungsbezogenes Arbeitsverhältnis einzuordnen. In 
diesem Lichte können die verschiedenen Stellenantritte in der Schweiz, 
welche wegen den gesundheitsbedingten Verhaltensproblemen stets auch 
nur von kurzer Dauer waren, einzig als von vornherein zum Scheitern ver-
urteilte Arbeitsversuche betrachtet werden. Dies wird denn auch durch die 
verschiedenen Rückmeldungen der schweizerischen Arbeitgeber (AB 7, 
S. 2 ff.) sowie die Feststellungen anlässlich der Arbeitsmarktlich-
Medizinischen Abklärung (AB 79, S. 3) mit aller Deutlichkeit bestätigt. Dar-
an vermögen die vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Einsätze als 
selbstständigerwerbender … in ... in den Jahren 2002 bis 2007 nichts zu 
ändern, handelte es sich doch dabei nicht um Arbeitsverhältnisse, in denen 
er sich in eine eigenverantwortliche und leistungsbezogene Betriebs- und 
Organisationstruktur einzuordnen gehabt hätte. Kommt hinzu, dass sich der 
Gesundheitsschaden nach eigenen Angaben im Jahre 2005 in behand-
lungsbedürftiger Weise infolge einer reaktiven Depression manifestierte 
und auch noch während der Ausübung der Tätigkeit als ... bis zu deren 
Aufgabe im September 2007 (vgl. AB 5, S. 1) mit nachfolgender Stellenlo-
sigkeit und Emigration in die Schweiz aus wirtschaftlichen Gründen andau-
erte. So begab sich der Beschwerdeführer - neben einer psychotherapeuti-
schen Behandlung ab März 2006 - in den Jahren 2006 und 2007 mehrmals 
für rund einen Monat in stationäre psychiatrische Behandlung (AB 9, S. 6; 
17, S. 3). Diese Einschätzung stimmt denn auch mit der Beurteilung des 
RAD-Arztes Dr. med. B.________ überein, welcher im Bericht vom 14. Au-
gust 2012 schlüssig und nachvollziehbar ausführte, dass der Beschwerde-
führer retrospektiv und gestützt auf die bisherigen Abklärungen bereits vor 
der Einreise in die Schweiz nicht in den ersten Arbeitsmarkt eingliederbar 
bzw. zu 100% arbeits- und erwerbsunfähig war (AB 114, S. 4).

Die IVB ging demnach zu Recht davon aus, dass der Versicherungsfall 
bereits vor der Einreise in die Schweiz eingetreten war, womit die versiche-
rungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

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3.5 Nach dem Gesagten wurde der Anspruch auf eine Invalidenrente 
durch die IVB zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich damit als 
unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Unter Berücksichtigung der mit prozessleitender 
Verfügung vom 5. Dezember 2014 gutgeheissenen unentgeltlichen 
Rechtspflege ist der Beschwerdeführer jedoch - unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - von der 
Zahlungspflicht der Verfahrenskosten befreit.

4.2 Die Beschwerdegegnerin hat als Anstalt des öffentlichen Rechts 
keinen Anspruch auf Zusprechung einer Parteikostenentschädigung 
(Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2015, IV/12/1148, Seite 12

der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.