# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba027745-4c08-509f-bfb5-f00fdf341448
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 D-587/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-587-2012_2012-02-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­587/2012

U r t e i l   v om   7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;  
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau
B._______, geboren (…), 
sowie die Kinder
C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
Syrien,  
alle vertreten durch lic. iur. Pascale Bächler, 
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 23. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland 
am  23. Juli  2011  verliessen  und  auf  dem  Luftweg  zunächst  nach 
E._______  und  –  nach  mehrtägigem  Aufenthalt  in  E._______  –  am  5. 
oder 6. August 2011 nach Italien gelangten,

dass  sie  am 8. August  2011  unter Umgehung  der Grenzkontrolle  in  die 
Schweiz  einreisten,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nachsuchten,

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden (Eltern) 
mit  der  EURODAC­Datenbank  ergab,  dass  sie  am  6. August  2011  in 
G._______  anlässlich  der  Einreichung  eines  Asylgesuchs  von  den 
italienischen Behörden daktyloskopisch erfasst worden waren,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  EVZ 
F._______ vom 16. August 2011 zur Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, die Behörden hätten ihm Fotos von Bashar 
Al­Assad gegeben, damit er Reklame für den Präsidenten mache,

dass  er  dies  aber  nicht  gewollt  habe,  weshalb  er  von  den  syrischen 
Behörden gesucht werde,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  ihrer  Kurzbefragung  vom 
16. August  2011  im  EVZ  angab,  sie  persönlich  habe  keine  Probleme 
gehabt, sondern sei wegen der Probleme ihres Ehemannes ausgereist,

dass  den  Beschwerdeführenden  im  Rahmen  ihrer  Befragungen  das 
rechtliche  Gehör  zum  Nichteintretensentscheid,  zum  EURODAC­
Ergebnis  sowie  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  nach  Italien  gewährt 
wurde,

dass  die  Beschwerdeführenden  dazu  angaben,  sie  wollten  nicht  nach 
Italien zurückkehren, da sie dort nicht ernstgenommen worden seien und 
es keine Menschenrechte gebe,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  (…)  das  Kind  D._______  zur  Welt 
brachte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23.  Januar  2012  –  eröffnet  am 
25. Januar  2012  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des 

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Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
nicht eintrat und die Wegweisung nach Italien anordnete,

dass  das Bundesamt  die Beschwerdeführenden  gleichzeitig  aufforderte, 
die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 
verlassen,  den  Kanton  H._______  mit  dem  Vollzug  der 
Wegweisungsverfügung  beauftragte,  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen 
diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  ihnen  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass das BFM zur Begründung  im Wesentlichen  anführte,  der Abgleich 
der  Fingerabdrücke mit  der  Zentraleinheit  EURODAC weise  nach,  dass 
die  Beschwerdeführenden  am  6. August  2011  in  Italien  Asylgesuche 
eingereicht hätten,

dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum 
Übernahmeersuchen  des  Bundesamtes  keine  Stellung  genommen 
hätten, 

dass somit gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR 0.142.392.68])  und  auf  das  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft, 
der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, 
Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­Besitzstands  und  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags  Italien  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig 
sei,

dass  die  Behauptung  der  Beschwerdeführenden,  in  Italien  kein 
Asylgesuch  eingereicht  zu  haben,  die  Zuständigkeit  Italiens  nicht  zu 
widerlegen vermöge,

dass  den  Einwänden  der  Beschwerdeführenden  entgegenzuhalten  sei, 
dass  Italien  ein  Rechtsstaat  und  Signatarstaat  sowohl  der  Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  als  auch  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30) 

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sei und keine Hinweise dafür bestehen würden, dass Italien sich nicht an 
die massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen halten würde,

dass betreffend der geltend gemachten schlimmen Bedingungen in Italien 
anzumerken  sei,  dass  Italien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom 
27. Januar  2003  (sogenannte  Aufnahmerichtlinie),  welche  zahlreiche 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  und  Betreuung  von  Asylsuchenden, 
u.a.  auch  die  medizinische  Grundversorgung  beinhalte,  ohne 
Beanstandung von Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt habe 
und sich die Beschwerdeführenden, sollten sie nach ihrer Rückkehr nach 
Italien erneut an gesundheitlichen Problemen leiden und Hilfe benötigen, 
an die dafür zuständigen Behörden zu wenden hätten, um die notwendige 
Unterstützung zu beantragen,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  dem  am  (…)  geborenen  Säugling  als 
besonders verletzliche Person gelte und sie daher von den  italienischen 
Behörden  bezüglich  Unterbringung  und  Unterstützungsleistungen 
bevorzugt zu behandeln sei,

dass  es  daher  keine  konkreten  Hinweise  darauf  gebe,  dass  die 
Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle 
Notlage geraten würde,

dass  die  Beschwerdeführenden  zusätzlich  bei  einer  der  in  Italien 
zahlreich  vorhandenen  karitativen  Organisationen  für  Asylsuchende  um 
Hilfe ersuchen könnten,

dass die Beschwerdeführenden damit die Zumutbarkeit der Wegweisung 
nach  Italien  nicht  zu  widerlegen  vermöchten  und  der  Vollzug  der 
Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar sei,

dass die Überstellung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 22. Mai 2012 zu erfolgen habe, 

dass auf die Asylgesuche nicht eingetreten werde,

dass  bezüglich  der  weiteren  Erwägungen  auf  die  vorinstanzliche 
Verfügung zu verweisen ist,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 1. Februar 2012 gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und  dabei  in  materieller  Hinsicht  beantragen  liessen,  die  angefochtene 

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Verfügung sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, sein Recht auf 
Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  Asylgesuch  für  zuständig  zu 
erachten,  eventualiter  sei  die  Verfügung  des  BFM  aufzuheben  und  das 
BFM  anzuweisen,  den  Sachverhalt  erneut  abzuklären,  dies  unter 
besonderer  Berücksichtigung  der  Situation  von  vulnerablen 
asylsuchenden Personen  in  Italien, deren Unterbringungssituation sowie 
deren effektiven Zuganges zur medizinischen Versorgung sowie speziell 
des  Kindeswohls,  subeventualiter  sei  das  BFM  anzuweisen,  vor  einer 
Rücküberstellung nach Italien von den dortigen Behörden eine schriftliche 
Zusicherung  zu  verlangen,  wonach  die  Beschwerdeführenden  in  eine 
Struktur  zugeführt  würden,  wo  das  Kindeswohl  auch  längerfristig 
gewährleistet werde und eine kindgerechte Entwicklung gewährleistet sei,

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Erteilung  der 
aufschiebenden Wirkung  ersuchten,  zudem  seien  die  Vollzugsbehörden 
im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  anzuweisen,  von 
Vollzugshandlungen  bis  zum  Entscheid  über  die  Erteilung  der 
aufschiebenden Wirkung abzusehen, und es sei  ihnen die unentgeltliche 
Rechtspflege  zu  gewähren  sowie  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusse zu verzichten,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  2. Februar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

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dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 
2011/9 E. 5),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  Ergebnis  der  EURODAC­
Abfrage am 6. August 2011 in G._______ (Italien) daktyloskopisch erfasst 
wurden und Asylgesuche stellten,

dass  die  gegenteiligen  Behauptungen  der  Beschwerdeführenden  das 
Ergebnis der EURODAC­Abfrage nicht zu entkräften vermögen,

dass  demzufolge  davon  auszugehen  ist,  dass  die  erste 
Asylantragstellung  im  Sinne  von  Art. 4  Abs. 1  Dublin­II­Verordnung 
(nachfolgend: Dublin­II­VO) in Italien erfolgte,

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dass das BFM die italienischen Behörden am 7. November 2011 gestützt 
auf  Art. 16  Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO  um  Übernahme  der 
Beschwerdeführenden ersuchte,

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  des  BFM  innert  der 
festgelegten  Frist  unbeantwortet  liessen,  weshalb  gestützt  auf  Art. 20 
Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO  von  einer  stillschweigenden  Zustimmung 
Italiens auszugehen ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  und  ihre  Kinder  somit  ohne weiteres  in 
einen  Drittstaat  (vorliegend  Italien)  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Prüfung ihrer Asylanträge staatsvertraglich zuständig ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  geltend 
machen,  es  sei  davon  auszugehen,  dass  sie  in  Italien  unter 
menschenunwürdigen  Umständen  im  Sinne  von  Art. 3  EMRK  leben 
müssten  und  dem  Kindeswohl  sowie  einer  kindgerechten  Entwicklung 
durch  die  italienischen  Behörden  nicht  in  entsprechender  Weise 
Rechnung getragen würde,

dass sie zur Begründung einerseits auf einen ärztlichen Bericht des (…) 
vom 25. November 2011 verweisen, welcher beim Kind C._______ eine 
schwere  allgemeine  Entwicklungsretardierung  sowie  eine  Mikrocephalie 
diagnostiziert,

dass  sie  anderseits  auf  zwei  Berichte  ("Pro  Asyl,  Zur  Situation  von 
Flüchtlingen  in  Italien,  28.  Februar  2011";  "Asylverfahren  und 
Aufnahmebedingungen  in  Italien,  Bericht  über  die  Situation  von 
Asylsuchenden,  Flüchtlingen  und  subsidiär  oder  humanitär 
aufgenommenen  Personen,  mit  speziellem  Fokus  auf  Dublin­
Rückkehrende,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  Juss­Buss,  Mai  2011") 
sowie auf mehrere Beschlüsse deutscher Verwaltungsgerichte hinweisen 
lassen,

dass  hinsichtlich  Italien  aufgrund  der  wiederholten  und 
übereinstimmenden  Stellungnahmen  des  Amtes  des  Hohen 
Flüchtlingskommissars  der  Vereinten  Nationen  (UNHCR),  des 
Kommissars  für  Menschenrechte  des  Europarates  und  von 
internationalen  Nichtregierungsorganisationen  (NGOs)  weder  davon 
ausgegangen werden kann, die italienische Gesetzgebung zum Asylrecht 
werde  nicht  angewendet,  noch  sei  das  Asylverfahrensrecht  in  diesem 
Land in einer Art und Weise von strukturellen Unzulänglichkeiten geprägt, 

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dass  asylsuchende  Personen  kaum  Chancen  auf  eine  seriöse  Prüfung 
ihrer  Asylgesuche  und  ihrer  Beschwerden  beim  EGMR  durch  die 
italienischen  Behörden  haben,  oder  dass  sie  dort  mangels  wirksamer 
Beschwerdemöglichkeit keinen Schutz vor willkürlicher Rückschiebung in 
ihr Heimatland geniessen,

dass  somit  keine  ernsthaften  Zweifel  daran  bestehen,  dass  Italien  die 
Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom  1.  Dezember  2005  über 
Mindestnormen  für  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung 
und  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  (sog. Verfahrensrichtlinie) 
respektiert, 

dass  hinsichtlich  der  genannten  Berichte  zu  den  Aufnahme­  und 
Lebensbedingungen  für  asylsuchende  respektive  bereits  als  Flüchtlinge 
anerkannte  Personen  in  Italien  festzustellen  ist,  dass  die  italienischen 
Behörden seit geraumer Zeit mit einer grossen Anzahl von Einwanderern 
aus  nordafrikanischen  Staaten  konfrontiert  sind,  was  immer  wieder  zu 
Kapazitätsengpässen bei den Aufnahmezentren führt,

dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den 
Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen 
Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  –  eine  Betreuung  durch  die 
italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen 
ist  nicht  sofort  in  jedem Fall  gewährleistet  – nicht  zum Schluss gelangt, 
Italien  verletze  erwiesenermassen  in  systematischer  Weise  die 
Aufnahmerichtlinie,

dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die 
Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot und die einschlägigen Normen der EMRK und der 
FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5 und 7.7),

dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im 
konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die 
Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE 
2010/45 a.a.O.),

dass  vorliegende  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  die 
Beschwerdeführenden würden bei einer Rückkehr nach  Italien  riskieren, 
Lebensbedingungen  ausgesetzt  zu  sein,  welche  eine  Überstellung  der 

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Beschwerdeführenden nach Italien als Verletzung einer völkerrechtlichen 
Verpflichtung der Schweiz erscheinen lassen würde,

dass  die  Beschwerdeführerin  im Übrigen  selber  ausführte,  sie  sei  nach 
ihrer Ankunft in Italien ins Spital gebracht worden, 

dass  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  inwiefern  sie  weitergehende 
medizinische Hilfe benötigt hätte, welche ihr verwehrt worden wäre,

dass  sich  die  Beschwerdeführenden  hinsichtlich  der  Behinderung  des 
Kindes  C._______  zwar  nachvollziehbar  in  einer  schwierigen  Situation 
befinden,  jedoch nicht  ersichtlich  ist,  dass und weshalb die benötigte(n) 
Therapie(n) in Italien nicht erhältlich wären,

dass  angesichts  des  kaum  zwei  Tage  dauernden  Aufenthaltes  der 
Beschwerdeführenden  in  Italien  auch  nicht  zu  erstaunen  vermag,  dass 
keine entsprechenden Schritte eingeleitet wurden,

dass  für  den  Fall,  dass  die  Beschwerdeführenden  aufgrund  der 
Aufenthaltsbedingungen  tatsächlich  nicht  in  der  Lage  sein  sollten,  mit 
ihren  Kindern  in  Italien  ein menschenwürdiges  Leben  zu  führen,  es  an 
ihnen liegen wird,  ihre Rechte bei den italienischen Behörden respektive 
beim  Europäischen  Gerichtshof  (EuGH)  oder  beim  Europäischen 
Gerichtshof  für  Menschenrechte  (EGMR)  geltend  zu  machen  (BVGE 
2010/45 E. 7.6.4),

dass  nach  Kenntnis  des  Bundesverwaltungsgerichts  Dublin­Rückkeh­
rende  und  verletzliche  Personen  bezüglich  Unterbringung  von  den 
italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben 
den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen 
der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, 

dass  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  –  entgegen  ihren 
anderslautenden  Beschwerdevorbringen  –  jedenfalls  keine  konkreten 
Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  sie  würden  im  Falle  einer  Rückführung 
nach  Italien  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten,  und  an  dieser 
Einschätzung  auch  die  vorstehend  erwähnten  –  nicht  näher 
konkretisierten  –  Beschlüsse  verschiedener  deutscher 
Verwaltungsgerichte  nichts  zu  ändern  vermögen,  zumal  diese  für  die 
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ohne Belang sind,

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dass  sich  angesichts  dieser  Sachlage  der  Vollzug  der Wegweisung  als 
zulässig erweist  (Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  die  Beschwerdeführenden  des  Weiteren  darüber  hinaus  nichts 
vorbringen,  was  das  BFM  hätte  veranlassen  können,  aus  humanitären 
Gründen  (Art. 29a  Abs. 3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999 
über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311])  auf  ihre  Asylgesuche 
einzutreten,

dass  daran  auch  die  am  (…)  erfolgte  Geburt  des  jüngsten  Kindes, 
D._______, nichts zu ändern vermag,

dass  die  Beschwerdeführerin  und  das  Kind  D._______  –  soweit 
aktenkundig – gesund sind,

dass  schliesslich  anzumerken  ist,  dass  sich  die  Beschwerdeführenden 
(Eltern)  nicht  nur  bei  der  Pflege  und  Betreuung  ihrer  Kinder,  sondern 
auch bei der Durchsetzung  ihrer Rechte bei den  italienischen Behörden 
gegenseitig unterstützen können,

dass sich angesichts dieser Sachlage eine Auseinandersetzung mit den 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  erübrigt,  weil  diese  nicht 
geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen,

dass  das  vorliegende  Urteil  in  Übereinstimmung  mit  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts zum Wegweisungsvollzug nach Italien ergeht 
(vgl. BVGE 2010/45, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E­3223/2011 
vom 14. Juni 2011 und D­2908/2011 vom 25. Mai 2011),

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  der 
Beschwerdeführenden  und  ihrer  Kinder  weder  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  noch  humanitäre Gründe  entgegenstehen, 
weshalb  die  Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur 
Anwendung  gelangt  und  folglich  das BFM  zu Recht  in  Anwendung  von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf die Asylgesuche nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 

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Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass  in  Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  der 
Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  –  wie  erwähnt  –  bereits 
Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides  ist  (BVGE  2010/45  E. 10.2  und  vorstehende 
Erwägungen),

dass  deshalb  allfällige  völkerrechtliche  und  humanitäre 
Vollzugshindernisse vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der 
Anwendung der sogenannten Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin­
II­VO)  oder  gegebenenfalls  bei  der  Ausübung  der  Humanitären  Klausel 
(Art. 15  Dublin­II­Verordnung)  zu  prüfen  sind,  weshalb  kein  Raum  für 
Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83 
Abs. 1 ­ 4 AuG besteht,

dass  bei  dieser  Sachlage  kein  Anlass  besteht,  von  den  italienischen 
Behörden  –  wie  von  den  Beschwerdeführenden  im  Subeventualantrag 
gefordert – spezielle Zusicherungen zu verlangen,

dass  es  Sache  des  BFM  sein  wird,  die  Überstellungsmodalitäten  zu 
regeln und die italienischen Behörden auf die im Zusammenhang mit den 
Beschwerdeführenden bestehenden Besonderheiten hinzuweisen,

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­
weisung zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen 
ist,  weshalb  sich  der  Antrag  auf  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung 
wie  auch  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses als gegenstandslos erweisen,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, 
da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – 

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als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  weshalb  die  kumulativen 
Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

dass  damit  die  Nachreichung  der  angekündigten  Fürsorgebestätigung 
nicht abgewartet zu werden braucht,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

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