# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dff1cfb-7b95-5185-a94f-ddca8e21afa9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 28.10.2010  VB.2010.00362
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-2010-00362_2010-10-28.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.2010.00362	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 28.10.2010
	Spruchkörper: 	3. Abteilung/3. Kammer
	Weiterzug: 	Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
	Rechtsgebiet: 	Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht
	Betreff: 

	Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG

	
Installation eines Panoramalifts in einer Besenbeiz.
Verzicht auf Durchführung eines Augenscheins (E. 1.2).
Die Baurekurskommission hat die Bewilligung zur Errichtung eines 4 Meter langen, 2.5 Meter breiten und auf 15 Meter Höhe ausfahrbaren Panoramalifts in der Scheune einer Besenbeiz zu Recht verweigert: Das landwirtschaftliche Gewerbe des Beschwerdeführers ist auf das Zusatzeinkommen durch einen Panoramalift nicht angewiesen (E. 3). Dem Panoramalift fehlt ein enger sachlicher Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe; er ist insbesondere nicht zu landwirtschaftlichen Ausbildungszwecken erforderlich (E. 4.1). Die Installation des Panoramalifts würde eine wesentliche Änderung des Hofcharakters bewirken; die Besenwirtschaft erhielte dadurch einen den Charakter als Nebenbetrieb eines Bauernhofes weit übersteigenden Attraktivitätswert (E. 4.2). Der Panoramalift ist weder aus technischen noch betriebswirtschaftlichen Gründen auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen (E. 4.3).
Abweisung.

			 	
				Stichworte:
	
						AUFZUG
AUGENSCHEIN
AUSBILDUNG
AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN
AUSSICHT
BESENBEIZ
BETRIEBSNOTWENDIGKEIT
ERWEITERUNG
LANDWIRTSCHAFTLICHES GEWERBE
LANDWIRTSCHAFTSBETRIEB
LANDWIRTSCHAFTSBEZUG
LIFT
NEBENBETRIEB
PANORAMA
STANDORTGEBUNDENHEIT
ZUSATZEINKOMMEN

					
	
	Rechtsnormen:
	
						Art. 24 RPG
Art. 24b RPG
Art. 24b Abs. I RPG
Art. 24b Abs. I Ziff. bis RPG
Art. 40 Abs. I RPV
Art. 40 Abs. III RPV

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

	
  Verwaltungsgericht

  des Kantons Zürich

  3. Abteilung

  	
   

  	
  

  

 

VB.2010.00362

 

 

Entscheid

 

 

der 3. Kammer

 

 

vom 28. Oktober 2010

 

 

Mitwirkend: Abteilungspräsident Rudolf Bodmer (Vorsitz), Verwaltungsrichterin Bea Rot­ach
Tomschin, Verwaltungsrichter Lukas Widmer, Gerichtssekretär Kaspar Plüss.   

 

 

In Sachen

 

 

A, vertreten
durch RA B und/oder RA C,

Beschwerdeführer,

 

gegen

 

Baudirektion Kanton Zürich, 

Beschwerdegegnerin,

 

und

 

Baukommission E, 

Mitbeteiligte, 

 

 

betreffend Ausnahmebewilligung
nach Art. 24 ff. RPG,

hat sich ergeben: 

I.  

A führt zusammen mit seiner Frau seit dem Jahr 2001 den
ehemals elterlichen Landwirtschaftsbetrieb D etwas ausserhalb im Norden der
Gemeinde E und in der Nähe des Flughafens Kloten. Neben Milchviehwirtschaft,
Straussenzucht und Ackerbau betreibt A eine Besenwirtschaft für geschlossene
Anlässe im ehemaligen Schweinestall, was ihm im August 2003 bewilligt wurde. A
stellte im September 2006 ein erstes Gesuch, es sei ihm die Installation eines
Panoramalifts in der Scheune zu bewilligen. Dabei handelt es sich um eine
ausfahrbare Hubarbeitsbühne mit einer darauf montierten Glaskabine für 10
Personen, die durch das Scheunendach hindurch auf eine Höhe von über 15 m
ausgefahren würde. Dazu wäre eine aufschiebbare Öffnung im Scheunendach nötig, dessen
First der Panoramalift im ausgefahrenen Zustand um 5,5 m überragte. Nachdem A
sein damaliges Gesuch am 4. September 2006 zurückgezogen hatte, reichte er
am 24. September 2008 erneut ein Baugesuch für dasselbe Projekt ein. Eine
erste Prüfung des Gesuchs durch die kantonale Baudirektion ergab keine
Möglichkeit für eine Bewilligung des Panoramalifts in der Landwirtschaftszone.
In der Folge verlangte A einen anfechtbaren Entscheid, den die Baudirektion am
12. November 2009 erliess und worin sie die Installation eines
Aussichtslifts verweigerte. Ebenso verweigerte am 12. Januar 2010 die
Baukommission der Gemeinde E die baurechtliche Bewilligung für den Panoramalift.

II.  

Gegen die Verweigerung der Installation eines
Aussichtslifts durch die Baudirektion liess A am 15. Februar 2010 Rekurs
bei der Baurekurskommission I (BRK I) einlegen und beantragen, es sei eine
Baubewilligung zu erteilen. Zuvor sei die Situation mittels eines Augenscheins
abzuklären. Die Gemeinde E verzichtete auf eine Stellungnahme. Die Baudirektion
verwies in der Rekursantwort auf die ablehnenden Ausführungen im Mitbericht der
Abteilung Bauverfahren und Koordination Umweltschutz vom 12. April 2010.
Die BRK I nahm keinen Augenschein vor und wies mit Entscheid vom 4. Juni
2010 den Rekurs ab.

III.  

Dagegen liess A, nunmehr anwaltlich vertreten, am 8. Juli
2010 Beschwerde am Verwaltungsgericht erheben und beantragen, es sei der
angefochtene Rekursentscheid aufzuheben und eine Ausnahmebewilligung für die
Erstellung und den Betrieb einer Hebebühne mit Glaskabine zu erteilen.
Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der kantonalen Baudirektion.
Schliesslich sei ein Augenschein vorzunehmen. Die BRK I beantragte in der
Vernehmlassung vom 22. September 2010 die Abweisung der Beschwerde ohne
weitere Bemerkungen. Die Baudirektion sowie die Gemeinde E verlangten ebenfalls
je die Abweisung der Beschwerde.

Die Kammer zieht in Erwägung:

1.
 

1.1 Das
Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19
Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai
1959 (VRG) in der ab 1. Juli 2010 in Kraft stehenden Fassung zur
Behandlung der gegen einen Entscheid der Baurekurskommission I erhobenen Beschwerde
zuständig. Da auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Beschwerde einzutreten.

1.2 Der
Beschwerdeführer beantragt erneut die Vornahme eines Augenscheins, um darzutun,
dass es bei der Installation des Panoramalifts nicht um einen
"Eventbetrieb" gehe, dass für die Betrachtung landender Flugzeuge
eine Erhöhung des Standpunktes am fraglichen Ort keinen Vorteil bringe und
durchaus ein sachlicher Bezug zur Landwirtschaft bestehe. Der Augenschein ist
die Besichtigung einer Streitsache an Ort und Stelle durch die entscheidende
Behörde. Er dient der Abklärung des Sachverhalts, indem er der Behörde die
unmittelbare Wahrnehmung von Tatsachen ermöglicht. Der Entscheid darüber, ob
ein Augenschein angeordnet wird, steht im pflichtgemässen Ermessen der anordnenden
Behörde. Eine dahingehende Pflicht besteht nur, wenn die tatsächlichen Verhältnisse
auf andere Weise überhaupt nicht abgeklärt werden können (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin
Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A.,
Zürich 1999, § 7 N. 41 f.). 

Die Frage, ob es vorliegend um einen
"Eventbetrieb" geht, lässt sich letztlich nur aufgrund einer Würdigung
der konkreten Umstände beantworten. Ein Augenschein als Mittel zur
Tatsachenfeststellung könnte  dazu – wenn überhaupt – nur dann beitragen, wenn
die tatsächlichen Verhältnisse unklar wären. Das ist indessen nicht der Fall.
Sowohl der Standort als auch die ausgefahrene Position des Panoramalifts,
dessen Masse und Aussehen wie dasjenige der Hebebühne sind planlich und
fotografisch genau dokumentiert. Soweit der Beschwerdeführer beanstandet, dass
eine Erhöhung des Standortes für die Betrachtung landender Flugzeuge keine
Vorteile bringe, ist darauf hinzuweisen, dass er in der Rekursschrift selber
gerade darauf verwiesen hatte, von der Plattform aus könnten die landenden
Flugzeuge betrachtet werden. Dasselbe geht aus weiteren Aktenstücken hervor.
Dass der hindernisfreie Blick aus einer über die umliegenden Gebäude und Bäume
gehobenen verglasten Kabine auf die nahe gelegenen Pisten des Flughafens Zürich
vorteilhafter ist als vom Boden aus, bedarf keiner weiteren tatsächlichen
Erörterung. Dass aus dem Panoramalift der Hof des Beschwerdeführers mit den
Feldern überblickt werden kann, ist unbestritten. Ob daraus auf einen
sachlichen Bezug des Panoramalifts zur Landwirtschaft geschlossen werden kann,
ist wiederum eine Frage der Würdigung des Sachverhalts und nicht von dessen
Abklärung. Auf einen Augenschein ist daher zu verzichten.

1.3 Unbestritten
ist, dass der Panoramalift in der Landwirtschaftszone eine nicht zonenkonforme
Installation darstellt. Es stellt sich daher einzig die Frage nach einer
Ausnahmebewiligung im Sinn von Art. 24b oder Art. 24 des
Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG), worauf sich der
Beschwerdeführer beruft.

2.
 

2.1 Nach Art. 22
Abs. 2 lit. a RPG bildet Voraussetzung für eine Baubewilligung, dass
die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen (lit. a) und
das Land erschlossen ist (lit. b). Gemäss Art. 24 RPG können
abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG Bewilligungen erteilt
werden, Bauten und Anlagen zu errichten oder ihren Zweck zu ändern, wenn (a)
der Zweck der Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen
erfordert und (b) keine überwiegenden Interessen entgegenstehen. Die
Standortgebundenheit ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu
bejahen, wenn die Baute aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen
oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone
angewiesen ist (positive Standortgebundenheit) oder wenn ein Werk aus
bestimmten Gründen in einer Bauzone ausgeschlossen ist (negative
Standortgebundenheit). Generell ist bei der Beurteilung der Voraussetzungen ein
strenger Massstab anzusetzen (BGE 129 II 63 E. 3.1; BGE 123 II 256
E. 5a). In BGE 124 II 252 führte das Bundesgericht erstmals den Begriff
der "abgeleiteten" Standortgebundenheit ein. Eine solche könne
vorliegen, wenn eine Zusatzanlage für sich genommen nicht standortgebunden sei,
jedoch aufgrund eines besonderen, von einem seinerseits standortgebundenen und
rechtmässig bewilligten Hauptbetrieb hergeleiteten betriebswirtschaftlichen
oder technischen Bedürfnis am vorgesehenen Standort in der geplanten Art und
Dimension zu erstellen sei (BGE 124 II 252 E. 4c; dazu VGr, 15. April
2010, VB.2010.00039, E. 3.3.2).

2.2 Art. 24b
Abs. 1 RPG sieht vor, dass bauliche Massnahmen zur Einrichtung eines betriebsnahen,
nicht landwirtschaftlichen Nebenbetriebs in bestehenden Bauten und Anlagen
bewilligt werden, wenn landwirtschaftliche Gewerbe ohne ein Zusatzeinkommen
nicht weiterbestehen können. Auf das Erfordernis der Standortgebundenheit der
gewerblichen Tätigkeit wird dabei verzichtet (Art. 24b Abs. 1
Satz 2 RPG). Unabhängig vom Erfordernis eines Zusatzeinkommens können
gemäss Art. 24b Abs. 1bis RPG Nebenbetriebe mit einem
engen sachlichen Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe bewilligt werden. Der
notwendige enge Zusammenhang liegt dann vor, wenn eine Aktivität oder
Dienstleistung nur von einem landwirtschaftlichen Gewerbe angeboten werden kann
und diese einen integrierenden Bestandteil des nebenbetrieblichen Angebots
bildet (Chantal Dupré, in: Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Zürich
etc. 2010, Art. 24b N. 15). 

2.3 Nach Art. 40
Abs. 1 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV) setzt die
Bewilligung eines nicht landwirtschaftlichen Nebenbetriebes voraus, dass dieser
innerhalb des Hofbereichs des landwirtschaftlichen Gewerbes liegt (lit. a);
dass dieser so beschaffen ist, dass die Bewirtschaftung des
landwirtschaftlichen Gewerbes gewährleistet bleibt (lit. b); dass der
Hofcharakter im Wesentlichen unverändert bleibt (lit. c) und es sich um
ein Gewerbe im Sinn des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht handelt (lit. d).
Art. 40 Abs. 3 RPV zählt zu den Nebenbetrieben mit einem engen
sachlichen Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe insbesondere auch die
Angebote des Agrotourismus wie Besenwirtschaften, Schlafen im Stroh,
Gästezimmer auf dem Bauernhof und Heubäder. Bei Besenwirtschaften hat ein
namhafter Teil des Angebots aus der landwirtschaftlichen Produktion des
Betriebs zu stammen.

3.
 

Die Vorinstanz hat mit ausführlicher und zutreffender
Begründung die Verweigerung der verlangten Ausnahmebewilligung dargetan. Auf
ihre Ausführungen ist vorab zu verweisen (§ 70 in Verbindung mit § 28
Abs. 1 Satz 2 VRG). Zu Recht hielt sie fest, dass ein Betriebskonzept
nicht vorgelegt wurde, dem zu entnehmen wäre, dass der Betrieb des Beschwerdeführers
auf ein Zusatzeinkommen – hier aus der Installation des Panoramalifts –
angewiesen wäre bzw. dass sich das aus dem Betrieb der Besenbeiz erzielbare
Zusatzeinkommen langfristig überhaupt nur mit einem Panoramalift aufrechterhalten
lasse. Solche Grundlagen wurden auch im Beschwerdeverfahren nicht vorgelegt.
Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Panoramalift ein nicht betriebsnotwendiges
Element zur blossen Attraktivitätssteigerung der Besenwirtschaft darstellt. Die
Vorinstanz verneinte sodann, dass der Panoramalift eine betriebliche Nähe
aufweise. Vorab durchstosse er das Scheunendach, weshalb der Nebenbetrieb nicht
– mindestens nicht ausschliesslich – innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens
stattfinde. Schliesslich bestehe kein enger sachlicher Bezug zum
landwirtschaftlichen Gewerbe. Während die Besenbeiz über die darin angebotenen
Hofprodukte den Zusammenhang zum landwirtschaftlichen Betrieb herzustellen
vermöge, komme dem Aussichtslift kein in landwirtschaftlicher Hinsicht
relevanter Zweck zu. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, hält einer
Überprüfung nicht stand.

4.
 

4.1 Vorauszuschicken
ist, dass der Beschwerdeführer den geplanten Panoramalift klar der
Besenwirtschaft zuordnet, und zwar als massvolle Erweiterung der bestehenden
Infrastruktur zur Steigerung der Attraktivität des bisherigen Nebenbetriebs.
Gleichzeitig scheint der Panoramalift aber gerade nicht der Besenbeiz zu
dienen, soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er führe regelmässig
Hofrundgänge mit Besuchern und Interessierten durch und erläutere das
Betriebskonzept und die Hintergründe einer nachhaltigen Landwirtschaft.
Jugendliche würden sich aber nicht dafür interessieren, durch Felder zu spazieren.
Diesen diente dagegen ein attraktiver Blick aus dem Panoramalift von oben auf
die Felder. Schliesslich sollen auch regelmässig Kurse, Ausbildungsmodule,
Schülerprojekte und Flurbegehungen zu Ausbildungszwecken durchgeführt werden.
Mit einem Blick über den gesamten Hof könne das Erlernte dann anschaulich
besichtigt werden. Dass solches nur in Zusammenhang mit geschlossenen Anlässen
in der Besenbeiz stattfinde, geht aus den Angaben des Beschwerdeführers nicht
hervor.

4.1.1
Soweit es darum geht, Interessierten und Auszubildenden den Zugang zur
Landwirtschaft zu vermitteln, fehlt dem Panoramalift der enge sachliche Bezug
zum landwirtschaftlichen Gewerbe (dazu vorn E. 2.2) – auch wenn der Blick
von oben auf das Hofgelände und die Felder attraktiver erscheinen mag als der
mühsame Gang durch die Natur. Denn einerseits wird nicht dargetan, wie die
Hintergründe einer nachhaltigen Landwirtschaft aus der Luft weit besser als
anderswie vermittelt werden könnten. Insbesondere ist der Blick aus dem
Panoramalift über das Gewerbe des Beschwerdeführers nicht zwingend mit der
Vermittlung eines modernen Verständnisses für die Landwirtschaft verbunden; ein
Blick aus der Höhe stellt für ein breites Publikum bereits generell und losgelöst
von der landwirtschaftlichen Umgebung ein attraktives Erlebnis dar. Andererseits
gehört es gerade zum landwirtschaftlichen Alltag, Felder abzuschreiten, vor Ort
über die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Massnahmen und die
Fruchtfolgeplanung informiert zu werden und gegebenenfalls heranwachsende
Pflanzen anzufassen und deren Wachstumsstadien zu beurteilen. Dabei können die
verschiedenen Stadien und Phasen der Fruchtfolgeplanung in natura betrachtet
werden, mindestens im Sommerhalbjahr. Im Winterhalbjahr lässt sich dies auch
aus der Höhe nicht oder nur beschränkt erfassen. Im Übrigen darf bei
Interessierten und Auszubildenden ein Interesse an der Landwirtschaft vorausgesetzt
werden, das nicht noch durch einen Panoramalift geweckt oder gesteigert zu werden
braucht. Ungenügendem Schuhwerk von Besuchern – das bei Interessierten und
Auszubildenden ohnehin nicht häufig zu erwarten ist – wäre zudem mit entsprechenden
Hinweisen im Rahmen der Organisation einer Führung oder mit der Bereitstellung
etwa von geeignetem Schuhzeug zu begegnen.

4.1.2
Schliesslich führte die Beschwerdegegnerin zu Recht aus, mit den heute
üblichen Präsentationsmitteln könne das Interesse an der Landwirtschaft ebenso
geweckt und vermöchten die nötigen Eindrücke aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit
ansprechend vermittelt zu werden, ohne dass dazu zwingend auf einen
Panoramalift zurückgegriffen werden müsste. Dem ist beizustimmen. Ein
Panoramalift mag die Attraktivität der vermittelten Informationen allenfalls zu
steigern, ist aber zweifellos nicht das einzig denkbare Instrument, um
Lernstoff über landwirtschaftliche Themen zu vermitteln. Sofern sich der Beschwerdeführer
auf "landwirtschaftspädagogische" Veranstaltungen mit Interessierten
und Auszubildenden beruft, fehlt es demnach dem Panoramalift am engen
sachlichen Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe. Es bleibt daher zu prüfen,
ob sich eine Ausnahmebewilligung des Panoramalifts im Zusammenhang mit der
Besenwirtschaft rechtfertigen lässt.

4.2 Der
Beschwerdeführer beharrt darauf, dass der Panoramalift eine massvolle Erweiterung
der bestehenden Infrastruktur der Besenwirtschaft darstelle und die
Attraktivität des bisherigen Nebenbetriebs steigern solle. Er vermöge damit
seinen Betrieb in idealer Weise zu präsentieren. Dabei bleibe der Hebebühnenarm
nahezu immer – von aussen gänzlich unsichtbar – im Gebäudeinnern der Scheune.
Das Ausfahren des Hebebühnenarms sei ein seltenes Vorkommnis von kurzer Dauer,
die das raumrelevante Erscheinungsbild des Bauernhofs höchstens marginal
verändere. Die Beschwerdegegnerin verweist hierzu darauf, dass in der Kabine
des Panoramalifts höchstens 10 Personen Platz finden und der Beschwerdeführer
keine Angaben über die Grösse der besuchenden Schulklassen des Strickhofs
mache. 

4.2.1
Tatsächlich sind die Angaben des Beschwerdeführers zu relativieren. So darf
bezweifelt werden, dass die Nutzung des Panoramalifts durch die Teilnehmer
eines geschlossenen Anlasses (Geburtstage, Hochzeiten, andere) primär jeweils
auf dem Interesse an der landwirtschaftlichen Betriebsführung beruht und nicht
einfach dem Blick auf die Umgebung und den nahe gelegenen Flughafen dient (vgl.
vorn E. 4.1.1). Dies umso eher, als gerade in den Abend- und Nachtstunden,
in die solche Anlässe oft hineinragen, die Sicht auf den Hof und dessen Felder
eingeschränkt sein dürfte, im Gegensatz etwa zu den beleuchteten Landepisten
des Flughafens.

4.2.2
Selbst wenn aber solche Anlässe häufig mit einer Betriebsführung bei Sicht
verbunden wären, könnte bei Hochfahren des Panoramalifts jedenfalls nicht von
einem seltenen Ereignis gesprochen werden. Der Raum der Besenbeiz bietet Platz
für 20 bis 100 Personen. Auch wenn nicht sämtliche Gäste einer grösseren
geschlossenen Gesellschaft den Panoramalift benutzen wollten, wird doch häufig
mit einigen Fahrten pro Anlass zu rechnen sein, damit alle interessierten Gäste
den Panoramalift erleben können. Im Jahr 2009 war die Besenwirtschaft mit 56
Anlässen gut ausgelastet. Auch wenn nur die Hälfte dieser Gesellschaften eine
Fahrt mit dem Panoramalift gewünscht hätte, bedeutete dies jedenfalls eine
Vielzahl von Fahrten, die nicht nur als "vereinzelte Vorkommnisse"
betrachtet werden könnten. Dies umso eher, als Fahrten mit Schulklassen, welche
den Hof besichtigen, zusätzlich anzurechnen wären, wobei je nach Klassengrösse
(mehr als 10 Personen) eine Einzelfahrt ebenfalls nicht genügte. Eine
allfällige Begrenzung der Anzahl Bewegungen der Hebebühne könnte
realistischerweise nur so erfolgen, dass die Nutzung des Panoramalifts einzig
einer beschränkten Zahl von geschlossenen Gesellschaften erlaubt würde. Je nach
deren Grösse wäre aber, wie dargetan, auch dann noch mit einem erheblichen
Gebrauch des Panoramalifts zu rechnen. Dabei geht es in erster Linie nicht
darum, dass der Hebebühnenarm und die Glaskabine den zulässigen (zusätzlichen)
Raumbedarf überschreiten würden, sondern darum, dass auf diese Weise der
Betrieb einer Besenwirtschaft ohne sachlichen Bezug zum landwirtschaftlichen
Gewerbe überdehnt und der Hofcharakter verändert wird (vorn E. 2.2, 2.3).
Denn um den Hofcharakter im Wesentlichen unverändert zu erhalten, darf sich der
Nebenbetrieb nicht derart in den Vordergrund drängen, dass objektiv auf einen
eigentlichen Gewerbebetrieb und nicht auf einen Bauernhof zu schliessen ist. In
diesem Sinn muss er ein Nebenbetrieb bleiben (Bernhard Waldmann/Peter Hänni,
Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 24b N. 9 S. 612). Mit der
Installation eines Panoramalifts dürfte indessen die Besenwirtschaft einen den
Charakter als Nebenbetrieb eines Bauernhofes weit übersteigenden
Attraktivitätswert in Richtung Eigenständigkeit erhalten, was dem Hofcharakter
widerspricht.

4.3 Daran
ändert sich nichts dadurch, dass die Besichtigung des Landwirtschaftsbetriebs
aus der Glaskabine innerhalb des Hofbereichs stattfindet, woraus der
Beschwerdeführer auf die örtliche Betriebsnähe schliesst. Der Panoramalift
stellt ein betriebsfremdes Element auf einem Bauernhof dar. Zudem ist ein
solcher Panoramalift örtlich weder an den Hofbereich des landwirtschaftlichen
Gewerbes noch an die Besenwirtschaft gebunden. Insofern fehlte es dem Panoramalift
an der positiven Standortgebundenheit, falls sich der Beschwerdeführer
überhaupt darauf berufen wollte (Art. 24b Abs. 1 Satz 2 RPG
setzt eine solche nicht voraus). Auch eine abgeleitete Standortgebundenheit
liegt nicht vor, da es bereits am vom standortgebundenen und rechtmässig
bewilligten Hauptbetrieb hergeleiteten betriebswirtschaftlichen oder
technischen Bedürfnis am vorgesehenen Standort fehlt. 

Bei allem Verständnis für die Innovationsfreude des
Beschwerdeführers und die Anpassung von Bauernhöfen an die gesteigerte
Erwartungshaltung des Publikums bleiben die Möglichkeiten von
nicht-landwirtschaftlichen Nebenbetrieben in der Landwirtschaftszone – was als
Durchbrechung der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet bereits ein Entgegenkommen
des Gesetzgebers bedeutet – auf Verrichtungen mit einem engen sachlichen
Zusammenhang zum landwirtschaftlichen Gewerbe beschränkt. Einen solchen Zusammenhang
zwischen der Installation des Panoramalifts und dem Betrieb der Besenwirtschaft
unter Wahrung des Hofcharakters vermochte der Beschwerdeführer nicht darzutun. 

Die
Beschwerde ist daher abzuweisen.

5.
 

Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 1 in Verbindung mit § 13
Abs. 2 VRG). Eine Parteientschädigung steht dem Beschwerdeführer nicht zu
(§ 17 Abs. 2 VRG). Die Beschwerdegegnerin hat keine Entschädigung
verlangt.

Demgemäss entscheidet die
Kammer:

1.    Die
Beschwerde wird abgewiesen.

2.    Die
Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 2'000.--;    die übrigen Kosten betragen:

Fr.      90.--     Zustellungskosten,

Fr. 2'090.--     Total der Kosten.

3.    Die
Gerichtskosten werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.    Es
wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.    Gegen
diesen Entscheid kann Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach
Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde
ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lau-sanne 14,
einzureichen.

6.    Mitteilung
an…