# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ee65bee-fdeb-5133-9e95-99948f33ec2a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.09.2017 200 2015 1002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-1002_2017-09-25.pdf

## Full Text

200 15 1002 IV und
200 16 348 (2)
FUR/ZID/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. September 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 12. Oktober 2015 und 25. Februar 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1975 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich Ende 2008 unter Hinweis auf chronische 
Depressionen bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend: IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Akten 
der IVB, Beschwerdebeilage [AB] 2). Die IVB klärte die erwerblichen und 
medizinischen Verhältnisse ab; insbesondere ordnete sie auf Empfehlung 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 15) eine psychiatrische Be-
gutachtung an (Gutachten vom 21. Oktober 2009; AB 22/4 ff.; vgl. auch 
AB 23). Nach Aufforderung zur Schadensminderung (AB 24) und einer (ta-
gesklinischen) psychiatrischen Behandlung (AB 46) erteilte sie Kostengut-
sprache für eine (Zweit-)Ausbildung zum ... für die Dauer vom 1. Septem-
ber 2010 bis 20. Juni 2013 (AB 52; vgl. auch AB 61, 65) und sprach für 
diese Zeit ein Taggeld zu (AB 54). Auf entsprechende Anfragen hin gab der 
Versicherte Auskunft über den Stand der Ausbildung (AB 61, 65, 69, 73). 
Nach weiteren Abklärungen (AB 75 ff.) verlängerte die IVB mit Mitteilung 
vom 27. Januar 2014 die Kostengutsprache für die (Zweit-)Ausbildung bis 
31. Dezember 2015 (AB 83).

Mit Einschreiben vom 2. Dezember 2014 forderte die IVB den Versicherten 
zur Kontaktaufnahme auf, da er gemäss Auskunft der Schule seit 1. Sep-
tember 2014 deren Kurse nicht mehr besucht habe und auch auf deren 
zahlreiche Kontaktversuche nicht reagiert habe (AB 94; vgl. auch Protokol-
leintrag vom 17. September 2014 [in den Gerichtsakten]). Als der Versi-
cherte dieser Aufforderung nicht nachgekommen war (vgl. AB 99), hob die 
IVB die Kostengutsprache vom 27. Januar 2014 (AB 83) mit Mitteilung vom 
5. Februar 2015 per 1. Juli 2014 (somit per Ende Semester und noch vor 
den Semesterferien) auf (AB 97). Mit Einschreiben vom 18. Februar und 4. 
März 2015 (AB 100, 103) opponierte der Versicherte dagegen, indem er 
auf ein Treffen vom 8. Januar 2015 hinwies und ausstehende Taggelder 
seit Mai 2014 und ausstehende Zahlungen an die Schule beanstandete 
(AB 100). Nachdem die IVB die Wiederaufnahme der Ausbildung unter 
Einhaltung gewisser Bedingungen als möglich erachtete (AB 108), stellte 

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sie auf entsprechende Antwort des Versicherten (AB 109) mit Vorbescheid 
vom 11. Juni 2015 (AB 110) die Ablehnung beruflicher Massnahmen infol-
ge Verweigerung von Eingliederungsmassnahmen in Aussicht. Dagegen 
liess der Versicherte, nunmehr vertreten durch B.________, geltend ma-
chen, die Mitteilung vom 5. Februar 2015 (AB 97) sei nicht rechtskräftig 
(AB 113), weshalb die Taggelder und beruflichen Massnahmen über Juli 
2014 hinaus zu verlängern seien (mangels Zahlung des Schulgelds durch 
die IVB habe er denn auch keine Coaching-Leistungen der Schule mehr 
beziehen können; AB 118; vgl. auch AB 121). Die IVB erkannte eine 
Gehörsverletzung ihrerseits, weshalb sie mit Schreiben vom 22. Juni 2015 
(AB 115) den Vorbescheid vom 11. Juni 2015 (AB 110) aufhob und weiter-
gehende Informationen zur Weiterführung der Ausbildung des Versicherten 
nach den Semesterferien ab 1. September 2014 einholte (AB 117, 119, 
125 f., 135). Mit Vorbescheid vom 25. August 2015 (als Ersatz für den Vor-
bescheid vom 11. Juni 2015 [AB 110]) verneinte die IVB einen Anspruch 
des Versicherten auf Taggelder und Wartezeittaggeld mit der Begründung, 
die Eingliederungsmassnahme sei seit dem 1. September 2014 unterbro-
chen, weshalb kein Anspruch auf die Weiterausrichtung des (akzessori-
schen) IV-Taggeldes bestehe (AB 124). Auf Einwand hin (AB 127) verfügte 
die IVB am 12. Oktober 2015 wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt 
(AB 129). Mit Schreiben vom 9. Oktober und 4. November 2015 bestätigte 
die Schule, dass der Versicherte die Ausbildung seit 1. September 2014 
von sich aus nicht wieder aufgenommen habe (AB 131, 136/2). Gestützt 
darauf stellte die IVB mit Vorbescheid vom 6. November 2015 in Aussicht, 
keine Kostengutsprache mehr für berufliche Massnahmen zu erteilen (AB 
137); auf Einwand hin (AB 145) verfügte sie am 25. Februar 2016 entspre-
chend (AB 155).

B.

Gegen die Verfügung vom 12. Oktober 2015 (betreffend Taggelder und 
Wartetaggeld; AB 129) liess der Versicherte, weiterhin vertreten durch 
B.________, mit Eingabe vom 12. November 2015 Beschwerde führen und 
beantragen, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung seien ihm ab 
September 2014 bis auf Weiteres IV-Taggelder, eventualiter Wartetaggel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 4

der auszurichten, unter Entschädigungsfolge (Verfahren IV/15/1002). Mit 
Eingabe vom 30. November 2015 beantragte er die Gewährung der auf die 
Verfahrenskosten beschränkten unentgeltlichen Rechtspflege.

Mit Verzicht auf eine ausführliche Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 
2015 sowie Schlussbemerkungen vom 18. Januar 2016 beantragte die 
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingaben vom 
19. bzw. 20. Januar 2016 machte der Beschwerdeführer von der Möglich-
keit zur Einreichung von Schlussbemerkungen gemäss verfahrensleitender 
Verfügung vom 29. Dezember 2015 Gebrauch.

C.

Gegen die Verfügung vom 25. Februar 2016 (betreffend Kostengutsprache 
für berufliche Massnahmen; AB 155) liess der Versicherte, weiterhin vertre-
ten durch B.________, mit Eingabe vom 4. April 2016 Beschwerde führen 
und beantragen, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm mindestens berufliche Massnah-
men bis zum Abschluss der zugesprochenen Ausbildung zu gewähren, 
unter Entschädigungsfolge (Verfahren IV/16/348). Mit Eingabe vom 17. Mai 
2016 beantragte er die Gewährung der auf die Verfahrenskosten be-
schränkten unentgeltlichen Rechtspflege.

Mit Verzicht auf eine ausführliche Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2016 
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Aus prozessökonomischen Gründen ist eine Vereinigung der Ver-
fahren IV/15/1002 und IV/16/348, welche denselben Beschwerdeführer 
betreffen und zueinander in einem sachlichen Zusammenhang stehen 
([akzessorische] Taggelder während beruflichen Massnahmen) vorzuneh-
men (vgl. Art. 17 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über 
die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]).

1.2 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
11. Juni 2009 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kan-
tonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden 
gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist in den vorinstanzlichen 
Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefoch-
tenen Entscheide berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 
Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtli-
che Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerden einzutreten.

1.3 Angefochten sind die Verfügungen vom 12. Oktober 2015 (AB 129) 
und 25. Februar 2016 (AB 155). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des 
Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und Tag-
gelder bzw. Wartetaggeld über den 1. September 2014 hinaus.

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.5 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen in medizinischen Massnahmen, Integrations-
massnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Massnah-
men beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, 
Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) und der Abgabe von Hilfsmit-
teln (Art. 8 Abs. 3 IVG).

2.2 Die Eignung von beruflichen Massnahmen im Sinne von Art. 8 
Abs. 1 lit. a IVG bedingt nebst anderem die subjektive Eingliederungsfähig-
keit und damit auch eine Eingliederungsbereitschaft des Versicherten 
(vgl. Entscheid des BGer vom 11. August 2008, 8C_156/2008, E. 2.2.2; 
MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
3. Aufl. 2014, Art. 8 N. 17).

2.3 Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um 
die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu ver-
ringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sodann 
muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des beste-
henden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in 
einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv 
teilnehmen, insbesondere an Massnahmen der Frühintervention, Integrati-
onsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Mass-
nahmen beruflicher Art, medizinischen Behandlungen nach Art. 25 des 
Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; 
SR 832.10) und Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezüge-

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rinnen und Rentenbezügern (Art. 7 Abs. 1 und 2 IVG). Als zumutbar gilt 
jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; 
ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht 
angemessen sind (Art. 7a IVG).

2.4 Kommt die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder 
Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nach, können ihr die Leistungen vorübergehend 
oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich 
gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine ange-
messene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 
ATSG).

2.5 Die versicherte Person hat gestützt auf Art. 22 Abs. 1 IVG während 
der Eingliederung Anspruch auf ein Taggeld. Nach ständiger Rechtspre-
chung ist das Taggeld eine akzessorische Leistung zu bestimmten Einglie-
derungsmassnahmen; es kann grundsätzlich nur ausgerichtet werden, 
wenn und solange Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 
zur Durchführung gelangen (BGE 123 V 20 E. 3a S. 22, 112 V 16 E. 2a 
S. 16). Der Anspruch erlischt somit, wenn sich die versicherte Person der 
Fortführung einer Eingliederungsmassnahme entzieht oder widersetzt, oh-
ne dass ein Grund vorliegt, der die Weitergewährung des Taggeldes vor-
sieht (Rz. 1017 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversiche-
rungen [BSV] über die Taggelder der Invalidenversicherung [KSTI]; abruf-
bar unter www.bsv.admin.ch). Der Grundsatz der Akzessorietät gilt jedoch 
nicht uneingeschränkt. Der Gesetzgeber hat unter anderem für Wartezeiten 
eine Ausnahme vorgesehen (Art. 22 Abs. 3 IVG). Die nähere Ausgestal-
tung wurde dem Bundesrat übertragen, welcher in Art. 18 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 
von seiner Regelungskompetenz Gebrauch gemacht hat. Danach hat die 
versicherte Person, die mindestens 50 % arbeitsunfähig ist und auf den 
Beginn bevorstehender Eingliederungsmassnahmen warten muss, für die 
Wartezeit Anspruch auf ein Taggeld. Anspruch auf Taggelder gemäss 
Art. 18 Abs. 1 IVV besteht grundsätzlich nur, wenn die Ursachen der 
Wartezeit nicht von der versicherten Person zu vertreten sind. Das ist 
regelmässig dann der Fall, wenn sie auf die Durchführung einer 
Massnahme warten muss, weil bei der Eingliederungsstelle kein früherer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 8

Antritt möglich ist. Dagegen besteht kein Anspruch auf Taggelder, wenn die 
Wartezeit auf Sachverhalte zurückzuführen ist, die in ihrer Person 
begründet sind (Rz. 1047 KSTI). 

3.

3.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin am 17. September 2014 vom 
Direktor der Schule darüber in Kenntnis gesetzt worden ist, dass sich der 
Beschwerdeführer seit Semesterbeginn am 1. September 2014 nicht mehr 
gezeigt habe und auf telefonische Kontaktaufnahmen auf das Natel und bei 
seiner Mutter nicht reagiert habe, was äusserst ungewöhnlich sei (Protokol-
leintrag vom 17. September 2014 [in den Gerichtsakten]), veranlasste die 
Beschwerdegegnerin entsprechende Abklärungen. Den Akten ist insbe-
sondere das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Auf ein Einschreiben der Beschwerdegegnerin vom 2. Dezember 
2014 mit der Bitte um Kontaktaufnahme (AB 94) reagierte der Beschwerde-
führer nicht.

3.1.2 Nachdem der Beschwerdeführer polizeilich aufgegriffen werden 
konnte, meldete er sich telefonisch bei der Eingliederungsfachperson und 
machte geltend, er habe seinen Kurs seit dem 1. September 2014 deshalb 
nicht wieder aufgenommen, weil es ihm psychisch sehr schlecht gehe und 
er im gegenwärtigen Zustand nicht mehr in der Lage sei, diesen fortzuset-
zen (Protokolleintrag vom 22. Dezember 2014 [in den Gerichtsakten]). Ein 
auf den 30. Dezember 2014 anberaumtes Treffen sagte er kurzfristig mit 
der Begründung ab, dass sein Auto defekt sei und er kein Geld für den Zug 
habe (Protokolleintrag vom 30. Dezember 2014 [in den Gerichtsakten]).

3.1.3 Anlässlich eines Treffens mit der Eingliederungsfachperson vom 
8. Januar 2015 wurde beanstandet, dass es vom Beschwerdeführer nach 
dem 1. September 2014 kein Lebenszeichen mehr gegeben habe, weshalb 
das Taggeld eingestellt worden sei; selbst ohne Geld wäre ihm eine Kon-
taktaufnahme mittels E-Mail möglich gewesen. Der Beschwerdeführer ar-
beite an ... für seine Masterarbeit, benötige hierfür aber eine grosse Sum-
me Geld. Anscheinend sei er mit seiner Masterarbeit bereits erheblich in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 9

Rückstand. Seinen Ausführungen zufolge bedürfe es keiner persönlichen 
Anwesenheit in der Schule, doch müsse er einmal pro Monat seinen Coach 
sehen, um mit seiner Arbeit voranzukommen. Anscheinend sei er in finan-
ziellen Angelegenheit überfordert, habe er doch Rechnungen für die Woh-
nung betreffend das Jahr 2012 übergeben. Es frage sich, ob er fit genug 
sei, um diese Ausbildung zu machen. Für ihn sei dies wichtig und nur dann 
möglich, wenn er eine Unterkunft in ... finde und Fr. 10'000.-- bis 50'000.-- 
zur Verfügung habe, um ... zu beenden (Protokolleintrag vom 8. Januar 
2015 [in den Gerichtsakten]).

3.1.4 Mit Einschreiben vom 18. Februar 2015 beanstandete der Be-
schwerdeführer ausstehende Taggelder seit Mai 2014 und ausstehende 
Zahlungen an die Schule (AB 100). Mit weiterem Einschreiben vom 4. März 
2015 wies er einmal mehr darauf hin, dass ihm weder Taggeld ausbezahlt 
noch die Schule bezahlt worden sei; ebenso wenig habe er die Kosten für 
die Miete des Zimmers in ..., auswärtiges Essen und Fahrkosten erstattet 
erhalten. Ohne Geld könne er nicht nach ... reisen, er könne nicht einmal 
seine Wohnung in Bern bezahlen (AB 103).

3.1.5 Mit E-Mail vom 7. Mai 2015 teilte der Beschwerdeführer auf Anfrage 
der Beschwerdegegnerin den Namen seines zuletzt (2012) behandelnden 
Arztes mit und fügte an, dass er ausser einer Grippe im Dezember 2014 
unter keinen gesundheitlichen Problemen gelitten habe (AB 106/2).

3.1.6 Mit E-Mail vom 15. Mai 2015 machte der Beschwerdeführer geltend, 
dass für sein … keine gemeinsamen Kurse stattfinden würden, er aber ei-
nen Coach habe, den er monatlich treffe (AB 107).

3.1.7 Mit Eingabe vom 16. Juni 2015 beanstandete der B.________ 
namens des Beschwerdeführers das ausstehende Taggeld und das nicht 
geleistete Schulgeld, weshalb er keinen neuen Studentenausweis erhalten 
habe (AB 113). Mit Schreiben vom 17. Juli 2015 wurde zudem geltend 
gemacht, die Schule habe auf Nachfrage mitgeteilt, für den 
Studentenausweis und die Betreuung des Projekts durch seinen Professor 
sei die vorgängige Begleichung des Schuldgeldes nötig, was nicht der Fall 
sei; somit sei es kein Wunder, dass er, obwohl er an seinem 
Abschlussprojekt arbeite, keine Bestätigung der Schule erhalte (AB 118/2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 10

Mit E-Mail vom 18. August 2015 wird gar geltend gemacht, infolge 
ausstehenden Schulgelds sei er nicht mehr immatrikuliert und habe auch 
keine Leistungen der Schule zugute; völlig unverschuldet könne er die 
Leistungen der Schule seit September 2014 nicht mehr beziehen (AB 122). 
Das wird mit Schreiben vom 29. September 2015 dahingehend 
verdeutlicht, dass die Schule nach den Semesterferien ihre Leistungen 
nicht mehr erbracht habe, als der Coach die versprochene … nicht 
zugestellt habe; so habe er annehmen müssen, die Beschwerdegegnerin 
habe die Schule noch immer nicht bezahlt oder aber dem Coach sei sein 
Projekt aufgrund des heiklen Themas unangenehm. In der Folge sei er 
monatelang allein gelassen worden, obwohl er unter psychischen 
Beeinträchtigungen und unter einer posttraumatischen Belastungsstörung 
leide. Er habe versucht, so gut wie möglich dennoch an seiner Masterarbeit 
zu schreiben. Wegen seiner psychischen Beeinträchtigung habe er sich 
auch zurückgezogen und die Beschwerdegegnerin nicht kontaktiert. Er sei 
nur deshalb nicht in psychotherapeutischer Behandlung gewesen, weil er 
über keinerlei finanzielle Mittel verfügt habe (AB 127/2). 

3.1.8 Mit Schreiben vom 9. Oktober 2015 bestätigte der Direktor der 
Schule, dass der Beschwerdeführer die Kurse ab 1. September 2014 nicht 
wieder aufgenommen habe. Die Arbeiten hätten gut begonnen und seien 
vom Coach überwacht worden. Der Coach habe sich aber geweigert, 
Arbeiten zu einem sensiblen Thema zu beaufsichtigen. So sei zwischen 
Lehrer und Schüler vereinbart worden, ein neutraleres Thema zu 
erarbeiten. Der Coach habe Schwierigkeiten mit dem Beschwerdeführer 
bekundet. In der Folge sei von der Schule her versucht worden, den 
Beschwerdeführer mittels E-Mail und Telefon (auch über seine Mutter) zu 
erreichen, jedoch ohne Erfolg. Die weitere Arbeit bestehe darin, das ... zu 
vervollständigen und mit dem Lehrer die spätere ... Umsetzung zu 
diskutieren, was in einem Semester möglich sein sollte (AB 131).

Mit weiterem Schreiben vom 4. November 2015 bestätigte die Schule 
ausdrücklich, dass die Beschwerdegegnerin die Schulrechnungen immer 
bezahlt habe und der Beschwerdeführer nie von der Schule 
ausgeschlossen worden sei; im Gegenteil, es sei der Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 11

gewesen, der untergetaucht sei und nie auf Telefonanrufe und E-Mails 
reagiert habe (AB 136/2).

3.2 Zunächst erklärte der Beschwerdeführer seine Passivität ab 1. Sep-
tember 2014 mit psychischen Problemen (vgl. E. 3.1.1 hiervor). Indessen 
war er eigenen Ausführungen zufolge nicht in einer entsprechenden Be-
handlung (AB  127/2) und er verneinte nachträglich gar explizit gesundheit-
liche Probleme zur relevanten Zeit, erwähnte aber immerhin Schlafproble-
me wegen finanzieller Schwierigkeiten (AB 106/2). Letztmals wurde der 
Beschwerdeführer im Mai 2012 psychologisch untersucht, wobei ihm nor-
male Werte bescheinigt werden konnten (AB 66). Von daher können die 
geltend gemachten Beeinträchtigungen nicht derart gravierend gewesen 
sein, dass es ihm nicht mehr hätte zugemutet werden können, mit der 
Schule und/oder der Beschwerdegegnerin Kontakt aufzunehmen. Aufgrund 
der Akten ist nämlich kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Ge-
sundheitsschaden im massgebenden Zeitpunkt ausgewiesen.

3.3 Später begründete der Beschwerdeführer sein Verhalten damit, das 
Schulgeld sei nicht mehr bezahlt worden, weshalb er von der Schule nicht 
weiter unterstützt bzw. sogar ausgeschlossen worden sei (vgl. E. 3.1.4 ff. 
hiervor). Diese Vorbringen erweisen sich als klar aktenwidrig. Im Gegenteil 
bestätigte die Schule ausdrücklich, dass die Beschwerdegegnerin die 
Schulrechnungen immer bezahlt hat und der Beschwerdeführer nie von der 
Schule ausgeschlossen wurde. Vielmehr sei dieser untergetaucht und habe 
nie auf Telefonanrufe und E-Mails geantwortet (vgl. E. 3.1.8 hiervor). 
Soweit der Beschwerdeführer sein Fernbleiben zudem mit ausstehenden 
bzw. verspäteten Taggeldzahlungen begründet, ist ihm dahingehend 
beizupflichten, dass das Taggeld tatsächlich nur bis 30. Juni 2014 
ausbezahlt worden ist und die Einstellung unter Verweis auf die 
(nachträgliche) Mitteilung vom 5. Februar 2015 (AB 97) begründet worden 
ist (AB 116). Indessen vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten 
abzuleiten, zumal seinen Ausführungen zufolge ohnehin keine mit Kosten 
und Auslagen verbundenen Kurse in ... mehr zu besuchen waren (vgl. E. 
3.1.5 hiervor) und er bei einem glaubhaften Interesse an einer weiteren 
beruflichen Ausbildung in dieser Zeitspanne sehr wohl 

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ausstehende/verspätete Taggeldzahlungen beanstandet hätte, was 
gemäss den Akten aber nicht der Fall war.

3.4 Der Abbruch der Ausbildung erfolgte nach dem Dargelegten weder 
aus gesundheitlichen noch aus finanziellen bzw. vom Beschwerdeführer 
nicht zu verantwortenden Gründen. Vielmehr brach der Beschwerdeführer 
selbst die Ausbildung ab (vgl. E. 3.3 hiervor). Damit fehlt es dem 
Beschwerdeführer an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit, weshalb ein 
weiterer Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht mehr besteht (vgl. 
MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 15 N. 5, Art. 18 N. 5 und 8; AHI 2002 
S. 108 ff.). Den Akten sind denn auch keine Hinweise zu entnehmen, die 
ein Weiterführen der Ausbildung als unzumutbar erscheinen liessen (vgl. 
E. 3.2 hiervor). Das ordentliche Mahn- und Bedenkzeitverfahren (vgl. E. 2.3 
hiervor) wurde mit Schreiben vom 21. Mai 2015 (AB 108) korrekt 
durchgeführt, zumal erst nachher das Leistungsbegehren bezüglich 
beruflicher Massnahmen mit (angefochtener) Verfügung vom 25. Februar 
2016 (AB 155) abgewiesen worden ist; zudem fragt sich, ob bei fehlender 
subjektiver Eingliederungsbereitschaft das Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
ausnahmslos durchzuführen ist (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versi-
cherungsgerichts [EVG; heute: BGer] vom 11. Januar 2005, I 605/04, 
E. 3.3 f.).

Zusammenfassend ist dem Beschwerdeführer der Wille zur Eingliederung 
aus invaliditätsfremden Gründen abhanden gekommen, womit eine An-
spruchsvoraussetzung für die weitere Durchführung von Massnahmen be-
ruflicher Art nicht mehr erfüllt ist. Die Beschwerdegegnerin hat somit mit 
Verfügung vom 25. Februar 2016 (AB 155) zu Recht den Anspruch auf 
berufliche Massnahmen ab Abbruch des Schulbesuches verneint. Die da-
gegen erhobene Beschwerde ist somit unbegründet und abzuweisen.

3.5 Da sich vorliegend der Beschwerdeführer der Fortführung der 
Eingliederungsmassnahme widersetzt hat und er allein dies zu vertreten 
hat (vgl. E. 3.4 hiervor), zumal aufgrund der Akten kein invalidenversiche-
rungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden im massgebenden Zeitpunkt 
ausgewiesen ist (vgl. E. 3.2 hiervor), hat er auch keinen Anspruch auf die 
akzessorischen (Warte-)Taggelder mehr (vgl. E. 2.5 hiervor). Somit hat die 
Beschwerdegegnerin den (Warte-)Taggeldanspruch ab 1. September 2014 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 13

zu Recht verneint. Die Verfügung vom 12. Oktober 2015 (AB 129) ist dem-
nach nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist ab-
zuweisen.

4.

4.1 Zu prüfen bleiben die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege be-
züglich der Verfahrenskosten in den Verfahren IV/15/1002 und IV/16/348.

4.1.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG).

Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegeh-
ren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind 
als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 
werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 
sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-
tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu 
einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde (BGE 
140 V 521 E. 9.1 S. 537).

4.1.2 Vorliegend hat der Beschwerdeführer Verfügungen mit unzutreffen-
den und aktenwidrigen Behauptungen anfechten lassen (vgl. E. 3.2 ff.). 
Deshalb erweist sich das Prozessrisiko als derart hoch, dass auch eine 
über die notwendigen monetären Mittel verfügende Person ein solches 
Beschwerdeverfahren kaum angestrengt hätte. Demgemäss ist die getrof-
fene Rechtsvorkehr als von vornherein aussichtslos zu qualifizieren und die 
Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten 
der Verfahren IV/15/1002 und IV/16/348 abzuweisen, ohne dass die weite-
re Voraussetzung der Bedürftigkeit geprüft werden müsste.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 14

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten werden, nachdem über die Gesuche um unentgeltli-
che Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten erst im materiellen Urteil 
befunden wurde (vgl. E. 4.1 hiervor), praxisgemäss auf je Fr. 200.--, im 
Total Fr. 400.--, festgesetzt und dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auf-
erlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art.  61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Verfahren IV/15/1002 und IV/16/348 werden vereinigt.

2. Die Beschwerden werden abgewiesen.

3. Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfah-
renskosten in den Verfahren IV/15/1002 und IV/16/348 werden abge-
wiesen.

4. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. 

5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/15/1002, Seite 15

6. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt Eingaben der Be-

schwerdegegnerin vom 18. Januar 2016 [Verfahren IV/15/1002] und 
vom 30. Mai 2016 [Verfahren IV/16/348])

- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 19. Januar 
2016 [Verfahren IV/15/1002])

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.