# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9794e61-5699-53b5-bf7f-564a8f0a1b0e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.07.2010 B-7663/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7663-2009_2010-07-26.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7663/2009
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  J u l i  2 0 1 0

Richter David Aschmann (Vorsitz), 
Richter Claude Morvant, Richterin Vera Marantelli,
Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher.

Ecolab GmbH & Co. OHG, 
Reisholzer Werftstrasse 38 - 40, DE-40589 Düsseldorf,
vertreten durch Dr. iur. Martin Hitz, Rechtsanwalt, 
Troller Hitz Troller & Partner, Schweizerhofquai 2, 
Postfach, 6002 Luzern,
Beschwerdeführerin,

gegen

EcoClean GmbH, Hertistrasse 357, 5704 Egliswil,
Beschwerdegegnerin,

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Verfügung vom 4. November 2009 im Widerspruchsver-
fahren Nr. 10066 ECO-CLIN / SWISS ECO CLEAN (fig.).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-7663/2009

Sachverhalt:

A.
Am 30. Juli 2008 wurde auf der schweizerischen Markenpublikations-
plattform Swissreg die Schweizer Marke Nr. 574'988 "Swiss Eco Clean 
(fig.)" der Beschwerdegegnerin veröffentlicht. Sie beansprucht Schutz 
für folgende Waren der Klasse 3:

Wasch-  und  Bleichmittel;  Putz-,  Polier-,  Fettentfernungs-  und  Schleifmittel; 
Seifen; Parfümeriewaren, ätherische Öle, Mittel zur Körper- und Schönheits-
pflege,  Haarwässer;  Zahnputzmittel;  alle  vorgenannten  Waren  schweize-
rischer Herkunft.

Die Marke hat folgendes Aussehen:

B.
Gestützt  auf  ihre  ältere internationale Wortmarke Nr. 605'568 "ECO-
CLIN"  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  29.  Oktober  2008  Wider-
spruch gegen diese Marke der Beschwerdegegnerin, den sie mit dem 
Bestehen einer  Verwechslungsgefahr  begründete. Die  Widerspruchs-
marke ist für folgende Waren der Klasse 3 eingetragen:

Produits de parfumerie, huiles essentielles, cosmétiques, produits chimiques 
pur le soin des cheveux, préparations non médicinales pour le soin des dents 
et de la bouche, substances pour lessiver et blanchir, préparations pour rincer 
le  linge  et  pour  laver  la  vaiselle,  matières  à  nettoyer  et  à  polir,  produits 
chimiques destinés à nettoyer les machines. les métaux, le bois, les pierres, la 
porcelaine, les matières synthétiques et les textiles.

C.
Mit Stellungnahme vom 2. Mai 2009 machte die Beschwerdegegnerin 
geltend,  dass zwischen den beiden Marken "ECO-CLIN" und "Swiss 

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Eco Clean (fig.)" keine Verwechslungsgefahr bestehe. Sie begründete 
dies damit, dass die Zeichen sich nicht ähnlich seien.

D.
Die Vorinstanz wies den Widerspruch mit Entscheid vom 4. November 
2009 ab und stellte fest, dass die beiden Marken lediglich im gemein-
freien Element "eco" übereinstimmten und der Schutzumfang des Be-
standteils "CLIN" der Widerspruchsmarke sich nicht auf das ebenfalls 
zum  Gemeingut  gehörende  Element  "clean"  in  der  angefochtenen 
Marke erstrecken könne.

E.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  9.  De-
zember 2009 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit folgen-
den Rechtsbegehren:

"1. Die  Ziffern  1  und  3  der  Verfügung  des  Eidgenössischen  Instituts  für 
Geistiges Eigentum vom 4. November 2009 im Widerspruchsverfahren Nr. 
10066  seien  aufzuheben  und  es  sei  der  Widerspruch  Nr. 10066  gutzu-
heissen.

2. Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolge  auch  im  erstinstanzlichen  Ver-
fahren zu Lasten der Beschwerdegegnerin."

Zur Begründung führte sie unter anderem aus, dass die sich gegen-
überstehenden  Marken,  da  sie  für  die  gleichen  Waren  eingetragen 
seien, sich sehr deutlich voneinander unterscheiden müssten. Dies sei 
nach Meinung der  Beschwerdeführerin  nicht  der  Fall,  und  somit  be-
stünde mindestens eine mittelbare Verwechslungsgefahr.

F.
Die  Vorinstanz  verzichtete  mit  Vernehmlassung  vom  29.  Dezember 
2009  auf  die  Einreichung  einer  Stellungnahme  und  beantragte  die 
Abweisung  der  Beschwerde. Die  Beschwerdegegnerin  unterliess  es, 
eine Beschwerdeantwort einzureichen.

G.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt (Art. 40 Abs. 1 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen Verfügungen der Vorinstanz in  Widerspruchssachen zuständig 
(Art. 31,  32,  und 33 Bst. d VGG). Die Beschwerde wurde innert  der 
gesetzlichen  Frist  von  Art.  50  Abs.  1  des  Verwaltungsverfahrens-
gesetzes vom 20. Dezember  1968  (VwVG,  SR 172.021)  eingereicht 
und  der  verlangte  Kostenvorschuss  rechtzeitig  geleistet.  Als  Wider-
sprechende  ist  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Ver-
fügung besonders berührt und beschwert (Art. 48 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist darum einzutreten.

2.
Zeichen sind vom Markenschutz ausgeschlossen, wenn sie einer älte-
ren  Marke  ähnlich  und  für  gleiche  oder  gleichartige  Waren  oder 
Dienstleistungen registriert sind, so dass sich daraus eine Verwechs-
lungsgefahr  ergibt  (Art.  3  Abs.  1  Bst.  c  des  Bundesgesetzes  vom 
28. August 1992 über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben 
[MSchG, SR 232.11]). Die Beurteilung der Verwechslungsgefahr richtet 
sich nach der Ähnlichkeit der Zeichen im Erinnerungsbild des Letztab-
nehmers (BGE 121 III 378 E. 2a Boss) und nach dem Mass an Gleich-
artigkeit zwischen den geschützten Waren und Dienstleistungen. Zwi -
schen diesen beiden Elementen besteht eine Wechselwirkung. An die 
Verschiedenheit der Zeichen sind umso höhere Anforderungen zu stel -
len,  je  ähnlicher  die  Produkte  sind,  und umgekehrt  (LUCAS DAVID,  in: 
Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz 
Muster- und Modellgesetz, Basel 1999, Art. 3, N. 8).

2.1 Eine Verwechslungsgefahr besteht, wenn aufgrund der Ähnlichkeit 
der Marke Fehlzurechnungen zu befürchten sind, welche das besser 
berechtigte  Zeichen  in  seiner  Individualisierungsfunktion  beeinträch-
tigen (BGE 127 III 166 E. 2a Securitas). Dabei ist nicht nur von einer 
Verwechslungsgefahr  auszugehen,  wenn  die  angesprochenen  Ver-
kehrskreise zwei Marken nicht auseinander zu halten vermögen (soge-
nannte unmittelbare Verwechslungsgefahr), sondern auch dann, wenn 
sie die Zeichen zwar auseinander halten können, aufgrund ihrer Ähn-
lichkeit aber unzutreffende Zusammenhänge vermuten – insbesondere 
an Serienmarken denken, die verschiedene Produktlinien ein und des-
selben  Unternehmens oder  verschiedener,  wirtschaftlich  miteinander 
verbundener Unternehmen kennzeichnen (sogenannte mittelbare Ver-
wechslungsgefahr, BGE 128 III  445 E. 3.1  Appenzeller, BGE 122 III 

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384 E. 1  Kamillosan/Kamillon,  Kamillan, je  mit  weiteren  Hinweisen). 
Die Beurteilung von Art. 3 Abs. 1 MSchG richtet sich nach dem Regis -
tereintrag  der  Marken und nicht  nach ihrem tatsächlichen  Gebrauch 
(Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer]  B-5325/2007  vom 
12. November  2007  E.  3  Adwista mit  Hinweisen,  B-7475/2006  vom 
20. Juni 2007 E. 5 Converse All Star [fig.]/Army tex [fig.]).

2.2 Der anzuwendende Massstab bei der Beurteilung der Zeichenähn-
lichkeit hängt vom Schutzumfang der älteren Marke ab. Der geschützte 
Ähnlichkeitsbereich für schwache Marken ist dabei kleiner als für star-
ke. Bei schwachen Marken genügen daher bereits bescheidenere Ab-
weichungen in der jüngeren Marke, um eine Verwechslungsgefahr aus-
zuschliessen (BGE 122 II 385 E. 2a Kamillosan/Kamillon, Kamillan; Ur-
teile des BVGer B-5440/2008 vom 24. Juli 2009 E. 4 jump [fig.]/JUMP-
MAN, B-1427/2007  vom  28.  Februar  2008  E.  6.1  Kremlyovskaya/ 
Kremlyevka mit Hinweisen, B-7492/2006 vom 12. Juli 2007 E. 6  Aro-
mata/Aromathera).  Stark  sind  Marken,  die  entweder  aufgrund  ihres 
Fantasiegehalts ursprünglich unterscheidungskräftig sind oder sich im 
Verkehr durchgesetzt haben (BGE 122 III 385 E. 2a Kamillosan/Kamil-
lon,  Kamillan mit  Hinweisen;  Urteil  des  BVGer  B-7475/2006  vom 
20. Juni  2007 E. 6 und 7  Converse All  Star  [fig.]/Army tex [fig.] und 
Entscheid  der  Eidgenössischen  Rekurskommission  für  geistiges 
Eigentum [RKGE] vom 26. Oktober 2006 E. 7 Red Bull [fig.]/Red, Red 
Devil, veröffentlicht in sic! 2007 S. 531; EUGEN MARBACH, in Roland von 
Büren/Lucas  David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter-  und 
Wettbewerbsrecht, Kennzeichenrecht, Basel 2009, Markenrecht [nach-
folgend:  MARBACH 2009],  N. 979). Als  schwach gelten demgegenüber 
Marken,  die  sich eng an Sachbegriffe  anlehnen oder eine allgemein 
gebräuchliche  Bezeichnung  für  die  in  Frage  stehenden  Waren  und 
Dienstleistungen  darstellen  (Urteile  des  BVGer  B-5440/2008  vom 
24. Juli  2009  E.  6.2  jump  [fig.]/JUMPMAN, B-5477/2007  vom 
28. Februar  2008  E.  6  Regulat/H2O3  ph/Regulat  [fig.], B-8320/2007 
vom 13.  Juni  2008  E.  5.1.1  iBond/HY-Bond  Resiglass, B-7492/2006 
vom 12. Juli 2007 E. 6 Aromata/Aromathera, MARBACH 2009, N. 981 f.). 
Es  gilt  zusätzlich  zu beachten,  dass  der  Schutzumfang jeder  Marke 
durch die Sphäre des Gemeinguts begrenzt wird, denn was marken-
rechtlich gemeinfrei ist, steht definitionsgemäss dem Verkehr zur freien 
Verwendung zu. Hieraus ergibt  sich eine Beschränkung des Schutz-
umfangs gegenüber Marken, die einem im Gemeingut stehenden Wort 
ähnlich sind, soweit ihre Ähnlichkeit auf das Gemeingut beschränkt ist.  
Solche Marken können zwar schutzfähig sein, doch erstreckt sich ihr 

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Schutzumfang  nicht  auf  das  zum  Gemeingut  gehörende  Element 
(Urteil des BVGer vom 21. März 2007 E. 3 Karomuster (fig.), Entscheid 
der RKGE vom 11. Mai 1999 E. 2c Compaq/CompactFlash,  veröffent-
licht in sic! 1999 S. 420; vgl. auch Entscheide der RKGE vom 21. April 
2006 E. 11 Sbrinz [fig.]/sbrinz [fig.],  veröffentlicht in sic! 2006 S. 484 ; 
vom 16. Mai 2000 E. 6  Assura (fig.)/Assurapoint etc., veröffentlicht in 
sic! 2000 S. 378).

2.3 Gleichartigkeit von Waren und Dienstleistungen bedeutet, dass die 
massgeblichen Abnehmerkreise auf den Gedanken kommen können, 
die unter Verwendung ähnlicher Marken angebotenen Waren würden 
angesichts  ihrer  üblichen  Herstellungs-  und  Vertriebsstätten  aus 
demselben  Unternehmen  stammen  oder  doch  wenigstens  unter 
Kontrolle eines gemeinsamen Markeninhabers hergestellt (LUCAS DAVID, 
in: Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Markenschutzgesetz 
Muster- und Modellgesetz, Basel 1999, MSchG, Art. 3, N 35). Für das 
Bestehen gleichartiger Waren sprechen Übereinstimmungen zwischen 
ihren  Herstellungsstätten,  dem  fabrikationsspezifisch  erforderlichen 
Know-how, den Vertriebskanälen, den Abnehmerkreisen und dem Ver-
wendungszweck der Waren, deren Substituierbarkeit, verwandte oder 
gleiche technologische Indikationsbereiche sowie das Verhältnis  zwi-
schen Hauptware und Zubehör (Urteil des BVGer vom 17. April 2007 
E. 5  Martini  Baby,  veröffentlicht  in  sic!  2007 S. 748; Entscheide der 
RKGE vom 16. August 2004 E. 6  Harry/Harry's  Bar, veröffentlicht  in 
sic! 2004 S. 863; vom 25. Mai 2005 E. 5 Käserosette, veröffentlicht in 
sic!  2006  S. 36).  Gegen das  Vorliegen  von Gleichartigkeit  sprechen 
getrennte  Vertriebskanäle  innerhalb  derselben  Käuferschicht  sowie 
das Verhältnis von Hilfsware oder Rohstoff zu Haupt-, Zwischen- oder 
Fertigware (Urteil  des BVGer vom 17. April  2007 E. 5  Martini  Baby, 
veröffentlicht in sic! 2007 S. 748; Entscheid der RKGE vom 16. August 
2004 E. 6 Harry/Harry's Bar, veröffentlicht in sic! 2004 S. 863; MARBACH 
2009, N. 853 ff.).

2.4 Ob sich zwei Zeichen ähnlich sind, ist aufgrund ihres Gesamtein-
drucks  zu  beurteilen  (Entscheid  der  RKGE vom 11.  Mai  2006  E.  4 
Hero/Hello, veröffentlicht in sic! 2006 S. 478). Dabei ist von den Eintra-
gungen im Register auszugehen (BGE 119 II 475 E. 2b Radion), doch 
gilt  es  zu  berücksichtigen,  dass  das  angesprochene  Publikum  die 
beiden Marken in der Regel nicht gleichzeitig vor sich hat. Deshalb ist  
auf das Erinnerungsbild abzustellen, das die Abnehmer von den ein-
getragenen  Marken  bewahren  (Entscheid  der  RKGE  vom  27.  April  

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2005 E. 6  O [fig.]/O [fig.],  veröffentlicht in sic!  2006 S. 673). Diesem 
Erinnerungsbild haftet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit 
an,  wobei  es wesentlich  durch das Erscheinungsbild  der  kennzeich-
nungskräftigen Markenelemente geprägt wird (BGE 122 III 386 E. 2a 
Kamillosan/Kamillon,  Kamillan,  BGE 128 III  441 E. 3.3  Appenzeller). 
Schwache  oder  gemeinfreie  Markenbestandteile  dürfen  jedoch  nicht 
einfach  weggestrichen  werden (CHRISTOPH WILLI,  Markenschutzgesetz, 
Kommentar zum schweizerischen Markenrecht unter Berücksichtigung 
des europäischen und internationalen Markenrechts, Zürich 2002, Art. 
3,  N  65;  vgl.  Entscheid  der  RKGE  vom  20.  Oktober  2005  E.  6  f.  
Mictonorm, veröffentlicht in sic! 2006 S. 90).

2.5 Nach ständiger Praxis kann eine reine Wortmarke, entgegen den 
Vorbringen der Beschwerdegegnerin, auch einer aus Wort- und Bild-
bestandteilen zusammengesetzten Marke im Sinne von Art. 3 Abs. 1 
Bst. c  MSchG ähnlich  sein. Insbesondere kann durch die Beifügung 
eines  Bildelementes  nur  dann  ein  unterschiedlicher  Gesamteindruck 
erzielt  werden, wenn dieses Bildelement dominiert  und dem Wortbe-
standteil nur ein untergeordneter Stellenwert zukommt (BGE 96 II 248 
E. 1, Entscheid der RKGE vom 23. Juni 1999 theWave (fig.)/WAVE RA-
VE  E.  4,  veröffentlicht  in  sic!  1999  S.  648).  Bei  kombinierten 
Wort-/Bildmarken wird  oft  auf  das  Wortelement  abgestellt,  weil  das-
selbe – im Unterschied zu Bildern – gleichzeitig auch im direkten Kun-
dengespräch verwendet wird (EUGEN MARBACH in Roland von Büren/Eu-
gen  Marbach/Patrik  Ducrey,  Immaterialgüter-  und  Wettbewerbsrecht, 
Bern 2008, N. 655).

3.
Die  massgeblichen  Abnehmerkreise  bestehen  bei  beiden  Marken 
einerseits  aus  Vertreibern,  Zwischenhändlern  und Konsumenten  von 
Wasch- und Bleichmitteln, Putz-, Polier-, Fettentfernungs- und Schleif -
mitteln und andererseits aus Vertreibern, Zwischenhändlern und Kon-
sumenten von Seifen, Parfümeriewaren, ätherischen Ölen, Mitteln zur 
Körper- und Schönheitspflege, Haarwässern und Zahnputzmitteln. Zu 
den – in der Regel allerdings erwachsenen – Konsumenten der beiden 
Produktgruppen  zählen  breite  Kreise  der  Bevölkerung  unterschiedli -
chen Alters und Kaufkraft.

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4.
Vor einem  Vergleich  der  sich  gegenüberstehenden  Zeichen  ist  der 
Schutzumfang  der  Widerspruchsmarke  "ECO-CLIN"  zu  bestimmen 
(vgl. E. 2.2).

Die Widerspruchsmarke ist eine reine Wortmarke und besteht aus den 
mit  einem Bindestrich  getrennten  Elementen  "eco"  und  "clin".  "Eco" 
(ursprünglich griechisch "oiko-",  Haus-)  stammt aus dem Englischen 
und Französischen und ist als Abkürzung für "ökologisch" oder "ökono-
misch"  verbreitet  bekannt  (Langenscheidts  e-Handwörterbuch  Eng-
lisch-Deutsch 5.0, Französisch-Deutsch 5.0). Aufgrund der Verbreitung 
der  englischen  Sprache  im  Publikum (vgl.  E. 3)  ist  das  verwendete 
Wort, das zum englischen Grundwortschatz gehört, für die massgebli -
chen  Abnehmerkreise  verständlich  (Urteil  des  BVGer  B-4848/2009 
vom  14.  April  2010  E.  5.1  Trendline/Comfortline).  Für  das  zweite 
Element  der  Widerspruchsmarke  "clin"  lassen  sich  in  der 
französischen  Sprache  mehrere  Bedeutungen  finden.  Mit  "clin"  wird 
die  "Klinkerbauweise",  eine  Methode  im  Holzschiffsbau  um  die  Be-
plankung  (Hülle  aus  Planken,  die  auf  dem  Skelett  aus  Kiel  und 
Spanten aufgebaut wird und mit diesem zusammen den Schiffsrumpf 
bildet) aufzubringen, umschrieben. Es wird auch übersetzt mit "Platte 
für Wand- und Deckenbekleidungen" (Le Grand Robert – version élec-
tronique 2.0),  und  auch  im  Begriff  "clin  d'oeil",  worunter  "Augen-
zwinkern", "Zwinkern" oder "Blinzeln" zu verstehen ist  (www.leo.org), 
hat  das  Element  "clin"  eine  Bedeutung.  In  Zusammenhang  mit  den 
beanspruchten Waren ist jedoch weder in der "Klinkerbauweise" noch 
in der "Platte" ein Sinn erkennbar. Weiter bedürfte es Denkarbeit um 
von "clin" auf ein "Augenzwinkern" oder ein "Blinzeln" zu schliessen, 
so  dass  die  genannten  Sinngehalte  keine  Berücksichtigung  finden. 
Das Element "clin" weist dadurch einen gewissen Fantasiegehalt auf, 
so  dass  der  Widerspruchsmarke  insgesamt  ein  normaler  Schutz-
umfang zukommt.

5.
Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat und von den beteiligten Par-
teien auch nicht bestritten wurde, stehen sich bei den zu vergleichen-
den Registereinträgen in der Klasse 3 gleiche und gleichartige Waren 
gegenüber. Es besteht  Warenidentität  zwischen "Wasch- und Bleich-
mitteln" sowie "Seifen" der Widerspruchsmarke und den "substances 
pour  lessiver et  blanchir" der  angefochtenen Marke. Warengleichheit 
besteht  zwischen "Parfümeriewaren" und den  "Produits  de parfume-

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rie", den "Haarwässern" und den "produits chimiques pour le soin des 
cheveux", den "Putz- und Poliermitteln" und den "matières à nettoyer 
et à polir", den "ätherischen Ölen" und den "huiles essentielles", den 
"Zahnputzmitteln" und den "préparations non médicinales pour le soin 
des dents et de la bouche". Gleichartigkeit besteht zwischen den "Fett-
entfernungs- und Schleifmitteln" und den "produits chimiques destinés 
à nettoyer les machines, les métaux, le bois, les pierres, la porcelaine, 
les matières synthétiques et les textiles". Ebenfalls von Warengleich-
artigkeit  kann  im  Vergleich  von  "Mitteln  zur Schönheitspflege" mit 
"huiles essentielles, cosmétiques" ausgegangen werden.

6.
Bei der Betrachtung der Zeichenähnlichkeit  stimmen die sich gegen-
überstehenden Marken, wie die Beschwerdeführerin richtig festgestellt 
hat, in den Bestandteilen und der Reihenfolge "ECO-CLIN" und "Eco 
Clean" annähernd überein. Bezüglich des Wortklanges können zwar je 
nach Sprachgebrauch auch Unterschiede festgestellt werden. So beto-
nen  z.B. die  französisch  sprechenden  Adressaten  "clin"  nicht  gleich 
wie das englische Wort "clean", und auch bei den Deutschsprachigen 
gibt es unterschiedliche Intonationsmöglichkeiten. Auch das vorange-
stellte Wort "eco" gibt keinen eindeutigen Hinweis auf die Aussprache, 
da es,  wie erwähnt,  als französische oder englische Abkürzung auf-
gefasst  werden  kann. Somit  kann  der  Beschwerdeführerin,  die  eine 
Identität der Marken im Wortklang geltend macht, nicht vollumfänglich 
zugestimmt  werden.  Die  die  angefochtene  Marke  ergänzenden  und 
herkunftsbeschreibenden  Elemente  "swiss"  und  das  Matterhornbild 
sind andererseits, wie von der Beschwerdeführerin richtig ausgeführt,  
kaum geeignet  eine deutliche Unterscheidbarkeit  der beiden Marken 
herbeizuführen (vgl. E. 2.5). Sinngehaltlich verstehen die Adressaten-
kreise  den  sprachlichen  Teil  "Swiss  Eco  Clean"  der  angefochtenen 
Marke mit dem Sinn "schweizerisch ökologisch sauber", während sich 
bei der Widerspruchsmarke "Eco-Clin" kein unmittelbar verständlicher 
Sinngehalt  erkennen  lässt.  Dass  die  Marke  im  Zusammenhang  mit 
etwas Ökologischem oder Ökonomischen steht, liegt den Adressaten 
zwar nahe, welche Bedeutung "eco" aber in Verbindung mit "clin" hat, 
ist ohne grössere Denkarbeit für den Adressaten nicht ersichtlich. Die 
Sinngehalte stimmen somit nicht überein.

7.
Eine  Wortkombination  gemeinfreier  Zeichen  ist  dann  schutzfähig, 
wenn  sie  eine  originelle  oder  fantasievolle  Bedeutung  ergibt,  indem 

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kein Wort das andere präzisiert, sie keinen klaren oder einheitlich be-
schreibenden Sinn ergibt und dadurch nicht kennzeichnend wirkt (Ent-
scheid der RKGE vom 5. September 1996 E. 5, veröffentlicht in PMMBl 
35/1996 I 80 Alumold). Im vorliegenden Fall sind die Worte "eco" und 
"clean" einzeln betrachtet beschreibend für die beanspruchten Waren 
und dadurch je  für  sich betrachtet  Gemeingut. In  Bezug zu den be-
anspruchten Waren  liegen sie  in  einem sinngehaltlichen Widerstreit. 
"Eco"  preist  die  Produkte  als  ökologisch,  also  umweltschonend,  an, 
während "clean" das gewünschte Resultat der beanspruchten Waren 
bezeichnet,  nämlich  dass  sie  sauber  machen,  den  Körper  reinigen 
usw.  Das Bewusstsein,  dass Waren,  die  etwas sauber machen oder 
zur Reinigung benutzt werden, meist Stoffe enthalten, die der Umwelt 
schaden,  kann  bei  den  angesprochenen  Verkehrskreisen  notorisch 
vorausgesetzt  werden.  Sie  erkennen  darum  im  Zusammenhang  mit 
den  eingetragenen  Waren  ohne  Zuhilfenahme  der  Fantasie  die 
doppelte Aussage, dass diese zugleich sauber machen (deshalb kauft 
man sie), aber nicht der Umwelt schaden. Nicht anders wäre zu ent-
scheiden,  wenn  das  Verständnis  der  angefochtenen  Marke  im 
Gesamtzusammenhang  im  Sinne  von  "ökonomisch-sauber"  (preis-
günstig aber wirkungsvoll) beurteilt würde.

Die  Kombination der  gemeinfreien Wörter  "swiss",  "eco"  und "clean" 
kommuniziert  somit  leicht  verständlich  ein  dreifaches  Verkaufsargu-
ment für die beanspruchten Waren. Als Wortfolge (ohne Bildbestand-
teil) wirkt sie dadurch auch gesamthaft unmittelbar beschreibend.

8.
Obwohl  die  Widerspruchsmarke  einen  normalen  Schutzumfang  ge-
niesst,  kann dieser sich nicht auf die gesamthaft  beschreibende und 
darum als Kombination nicht unterscheidungskräftige Wortfolge "Swiss 
Eco Clean (fig.)" erstrecken. Da die Übereinstimmung der beiden Mar-
ken solcherart nur in einem sehr schwachen Element besteht, welches 
sich aus der Kombination gemeinfreier  Elemente zu einem ebenfalls 
gemeinfreien Gesamtelement zusammensetzt, ist das Bestehen einer 
Verwechslungsgefahr zu verneinen. Die Beschwerde erweist sich dem-
zufolge als unbegründet und ist abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kos-
ten-  und  entschädigungspflichtig  (Art.  63  Abs. 1  und Art.  64  Abs. 1 
VwVG).

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9.1 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streit -
sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien fest-
zulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Beschwerdeverfah-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert zu ver-
anschlagen (Art. 4 VGKE), wobei bei eher unbedeutenden Zeichen ein 
Streitwert  zwischen Fr. 50'000.- und Fr. 100'000.- angenommen wer-
den darf (BGE 133 III 492 E. 3.3 Turbinenfuss [3D] mit Hinweisen). Von 
diesem Erfahrungswert  ist  auch im vorliegenden Verfahren auszuge-
hen. Es  sprechen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  für  einen  höheren 
oder niedrigeren Wert der strittigen Marke.

9.2 Eine  nicht  anwaltlich  vertretene  Partei  hat  grundsätzlich  keinen 
Anspruch auf Entschädigung der Vertretungskosten für das Beschwer-
deverfahren (MARCEL MAILLARD, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/ 
Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 64, N 34). Der nicht anwalt -
lich vertretenen Beschwerdegegnerin ist daher keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen.

10.
Gegen dieses Urteil ist keine Beschwerde ans Bundesgericht möglich 
(Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Es ist somit rechtskräftig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 4'000.- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Seite 11

B-7663/2009

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilagen: Beschwerdebeila-
gen retour)

- die Beschwerdegegnerin (Einschreiben)
- die  Vorinstanz  (Ref.  Widerspruchsverfahren  Nr. 10066; Einschrei-

ben; Beilagen: Vernehmlassungsbeilagen retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

David Aschmann Philipp J. Dannacher

Versand: 27. Juli 2010

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