# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81701b81-a2fb-56d0-9723-aa838ff70e54
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-29
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 29.05.2020 60/2019/6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2019-6_2020-05-29.pdf

## Full Text

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Gefährlichkeit eines Hundes; Massnahmen zum Schutz von Mensch und 

Tier; Gewähr für tiergerechte Hundehaltung – Art. 9 Abs. 1 sowie Abs. 6, Art. 10 

Abs. 1 und Art. 19 Abs. 1 HundeG. 

Beurteilung der individuellen Gefährlichkeit eines Hundes (E. 3–3.4). 

Massnahmen zum Schutz von Mensch und Tier bei punktueller Gefährlichkeit 

eines Hundes (E. 4–4.6 und E. 6.2). 

Gewähr für die Befolgung der Schutzmassnahmen durch die Hundehalterin von 

Gerichtsmehrheit bejaht (E. 5–5.3.2), von Gerichtsminderheit verneint (E. 5.4). 

OGE 60/2019/6 vom 29. Mai 2020 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt 

Die Hündin X. des Rassentyps American Staffordshire Terrier war in vier Beissvor-

fälle zum Nachteil von Mensch und Tier involviert. Der vierte und letzte Vorfall hatte 

den Tod der Chihuahua-Hündin Q. zur Folge. Das Veterinäramt des Kantons 

Schaffhausen ordnete daraufhin die Beschlagnahme und Euthanasie der Hün-

din X. an. Zugleich beschränkte es die betreffende Bewilligung zur Hundehaltung 

auf den Hund Z. Einen Rekurs der Halterin der Hunde X. und Z. wies der Regie-

rungsrat des Kantons Schaffhausen ab. Das Obergericht hiess die hiergegen er-

hobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde teilweise gut. 

Aus den Erwägungen 

2.1. Hunde sind gemäss Art. 10 Abs. 1 des Gesetzes über das Halten von Hun-

den vom 27. Oktober 2008 (HundeG, SHR 455.200) tiergerecht zu halten und so 

zu führen und zu beaufsichtigen, dass sie weder Mensch noch Tier gefährden, be-

lästigen oder in der bestimmungsgemässen und sicheren Nutzung des frei zugäng-

lichen Raumes beeinträchtigen (lit. a) sowie die Umwelt nicht gefährden (lit. b). Wer 

einen Hund halten will, der einem Rassentyp mit erhöhtem Gefährdungspotenzial 

angehört, benötigt für diesen zudem eine Bewilligung (Art. 9 Abs. 1 HundeG). Als 

Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial gelten unter anderem reinrassige 

Hunde und Mischlingshunde des Rassentyps American Staffordshire Terrier (§ 3 

Abs. 1 lit. a der Verordnung zum Gesetz über das Halten von Hunden vom 10. März 

2009 [Hundeverordnung, HundeV, SHR 455.201] i.V.m. Art. 9 Abs. 2 HundeG). 

Zweck der Bewilligungspflicht ist, dass nur solche Personen Hunde der Rassenty-

penliste halten dürfen, die für eine sachgerechte und damit niemanden gefähr-

dende Hundehaltung Gewähr bieten (OGE 61/2009/1 vom 5. August 2011 E. 5, 

Amtsbericht 2011, S. 120). 

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Beim Rassentyp des American Staffordshire Terrier handelt es sich um ein kräfti-

ges und intelligentes Tier. Der American Staffordshire Terrier ist ein guter Wächter 

und seinem Halter ergeben. Er tritt gegenüber anderen Hunden dominant auf und 

reagiert empfindlich auf Provokationen. Seine Erziehung stellt hohe Anforderun-

gen. Gefragt sind Erfahrung im Umgang mit Hunden, Konsequenz, gute Kenntnis 

des Hundetyps und Einfühlungsvermögen in die Eigenheiten und besonderen Re-

aktionsgewohnheiten des Hundes (OGE 60/2011/3 vom 29. Dezember 2011 E. 5a 

mit Hinweis). 

2.2. Das Veterinäramt als zuständige kantonale Behörde (vgl. § 1 Abs. 1 

HundeV) entzieht gemäss Art. 9 Abs. 6 HundeG die Bewilligung zur Hundehaltung, 

wenn die Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung nicht mehr erfüllt sind 

(lit. a) oder der Hund Verhaltensauffälligkeiten zeigt (lit. b). Es kann die Bewilligung 

entziehen, wenn nach Art. 19 HundeG angeordnete Massnahmen nicht befolgt 

wurden (lit. c). Gemäss Art. 19 Abs. 1 HundeG entscheidet das Veterinäramt im 

Hinblick auf die Sicherheit von Mensch und Tier über die erforderlichen Massnah-

men. Ob eine Massnahme im Einzelfall erforderlich ist, entscheidet das Veteri-

näramt nach Überprüfung des Sachverhalts, den notwendigen Abklärungen über 

den Hundehalter und, soweit notwendig, nach einer Wesensbeurteilung und Über-

prüfung der Hundehaltung (vgl. Art. 18 Abs. 1 HundeG). Es kann insbesondere 

eine Leinen- und Maulkorbpflicht (Art. 19 Abs. 1 lit. f und lit. g HundeG), den Entzug 

des Hundes zur Neuplatzierung oder Rückgabe an die Zuchtstätte (lit. j), die Be-

schränkung der Anzahl gehaltener Hunde (lit. k) oder das Einschläfern des Hundes 

(lit. m) anordnen. Im Lichte möglicher Grundrechtsbeeinträchtigungen muss eine 

angeordnete Massnahme den Anforderungen von Art. 36 BV, namentlich dem Ver-

hältnismässigkeitsgrundsatz, genügen (vgl. BGer 2C_1088/2018 vom 13. Mai 

2019 E. 3 ff.). 

3. Sachverhaltsmässig ist zunächst die Gefährlichkeit der Hündin X. zu prü-

fen. 

3.1. Aus den Akten ergeben sich insgesamt vier Beissvorfälle: 

3.1.1. Laut Einträgen im Journal des Kantonstierarztes biss die Hündin X. am […] 

2014 die der Schwester der Beschwerdeführerin gehörende weibliche französische 

Bulldogge Y. Die Beschwerdeführerin äusserte sich dahingehend, die Hündin X. 

habe sich sehr aggressiv gezeigt bzw. es sei zur Rauferei zwischen den Hündinnen 

gekommen, weil X. sie vermutlich habe beschützen wollen. Ein zweiter Beissvorfall 

ereignete sich am […] 2014, als die Hündin X. einen knurrenden Zwergpudel an-

griff, welcher notfallmässig an der Halsschlagader operiert werden musste. Ein drit-

ter Beissvorfall ereignete sich am […] 2016, als anlässlich einer Auseinanderset-

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zung mit der französischen Bulldogge Y. die Hündin X. der Mutter der Beschwer-

deführerin, welche die Hündinnen trennen wollte, unter anderem mehrere Bisse 

zufügte und erst nach dem Einsatz von Wasser von der Mutter abliess. 

Nach dem Beissvorfall mit dem Zwergpudel absolvierte die Beschwerdeführerin 

mit der Hündin X. einen zweiten Hundeerziehungskurs. Nachdem [der Hundefach-

mann] A. der Hündin X. ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt hatte, verzichtete der 

Kantonstierarzt auf weitere Massnahmen, empfahl der Beschwerdeführerin aber, 

weiterhin für die Sozialisierung sinnvolle Kurse zu besuchen und zusätzlich eine 

auslastende Beschäftigung der Hündin X. zu bewirken. Nach dem Beissvorfall mit 

der Mutter der Beschwerdeführerin ordnete der Kantonstierarzt eine vorläufige Be-

schlagnahme der Hündin X. an. Ein daraufhin von einer Expertenkommission am 

[…] 2016 durchgeführter Verhaltenstest für auffällige Hunde verlief positiv. Zwar 

machte sich die Hündin X. bei der Begegnung mit dem Versuchshund (beide 

Hunde an der Leine und links geführt) gross und begann den anderen Hund zu 

fixieren; die Beschwerdeführerin hatte die Hündin aber unter Kontrolle. Der Verhal-

tenstest wurde unter der Prämisse ausgeführt, dass der Versuchshund die Hün-

din X. jeweils nicht provozieren durfte. Nach dem Verhaltenstest hob der Kantons-

tierarzt die Beschlagnahme nach einer "umfangreichen Abklärung" angesichts des 

Umstands, dass die Hündin X. "kein übermässiges Aggressionspotential aufweist", 

auf und sah von speziellen Auflagen ab. 

3.1.2. Beim letzten, vierten Vorfall am […] 2018 hielten sich die Hündin X. und der 

Hund Z. unbeaufsichtigt im mit einem Maschendrahtzaun mit Sichtschutz einge-

friedeten Garten der Beschwerdeführerin auf. Als die Chihuahua-Hündin Q. ange-

leint und bellend vor der Liegenschaft der Beschwerdeführerin vorbeispazierte, 

zwängten sich die Hündin X. und der Hund Z. unter dem Zaun hindurch. In der 

Folge packte die Hündin X. die Chihuahua-Hündin und fügte ihr tödliche Verletzun-

gen zu. Nach dem Vorfall wurde die Hündin X. ins Tierheim K. verbracht. Laut ei-

nem Eintrag im Journal des Kantonstierarztes zeigte sie im Tierheim bei kleinen 

Hunden eine aggressive Reaktion. Diese könne grundsätzlich gut abgestellt wer-

den und die Hündin beruhige sich rasch wieder. Manchmal raste sie jedoch auch 

richtig aus und könne nicht beruhigt werden. Die das Tierheim leitende Tierärztin 

schrieb in einem an die Beschwerdeführerin gerichteten E-Mail vom […] 2018, die 

Hündin X. sei "eine ganz liebevolle Hündin". 

3.2. Das Gutachten der Expertin B. beurteilt das Verhalten der Hündin X. ge-

genüber anderen Hunden und Menschen unter Berücksichtigung der vier Beiss-

vorfälle grundsätzlich als unproblematisch. Gleichzeitig identifiziert es gegenüber 

fremdem Hunden eine punktuelle, aber schwerwiegende Verhaltensproblematik 

bzw. zwei Problempunkte: die Hündin X. zeige gegenüber fremden Hunden terri-

toriales Verhalten rund um (das eigene) Haus und (den eigenen) Garten und es 

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werde vermutet, dass sie auf aggressives Auftreten/Bedrängnis durch fremde 

Hunde zu einem allenfalls kurzen, aber heftigen Gegenangriff nach rassetypi-

schem Beissmuster ansetzen könne. Die Verletzungsgefahr für den anderen Hund 

sei in dieser Situation gross, weshalb die Gefährlichkeit der Hündin X. gegenüber 

fremden Hunden sicherheitshalber als hoch eingestuft werde. Für andere Tiere 

gehe von der Hündin X. keine Bedrohung aus, mit Ausnahme von Katzen (und ev. 

Mäusen). Die von der Hündin X. ausgehende Gefährlichkeit für andere Tiere werde 

als ein für die Hundehaltung normales Durchschnittsrisiko eingestuft und die Beiss-

vorfälle seien nicht auf ein gestörtes Wesen zurückzuführen. Insgesamt liege kein 

unnatürliches/problematisches Beutefangverhalten vor. Feststellen liessen sich je-

doch eine problematische, rassetypische Konfliktlösungsstrategie (Kampf anstelle 

der weiteren Möglichkeiten Flucht/Flirt = Ablenkung durch "Spiel"/Freeze = Erstar-

ren) und ein ebensolches Beissmuster gegenüber fremden Hunden, einerseits im 

Kontext territorialer Aggression, andererseits bei innerartlichen Konflikten. Auch 

bei der Attacke auf den Zwergpudel und der Tötung der Chihuahua-Hündin sei die 

Attacke ungehemmt und nach dem rassetypischen Beissmuster erfolgt. Die Ge-

fährlichkeit gegenüber Menschen wird als unter dem normalen Durchschnittsrisiko 

für Hundehaltung eingestuft. Im Kontakt mit Menschen beisse die Hündin X. einzig 

in Situationen extremer Bedrängnis/Schmerzen und/oder Panik ungehemmt resp. 

überhaupt zu. Es bestehe auch keine Gefahr für Menschen, die sich gegenüber 

der Hündin X. provokativ verhielten, egal ob auswärts oder zuhause. Im Gehorsam 

sei kein Defizit festgestellt worden. Über den Appell in einer Freilaufsituation könne 

mangels Beobachtungsmöglichkeit keine Aussage gemacht werden. 

3.3.1. Nach Ansicht des Regierungsrats hat das Gutachten, wie bereits der Ver-

haltenstest vom […] 2016, die eigentliche Problematik ausserhalb von Alltagssitu-

ationen nicht untersucht. Die Feststellungen und Schlussfolgerungen dürften nicht 

unbesehen auf andere Situationen übertragen werden. So trete das territoriale Ver-

halten im Tierheim mit der situationsbedingten Angewöhnung von anderen Artge-

nossen auf engem Raum weniger stark in Erscheinung als in einem eigenen Re-

vier. Wenn das Gutachten es begrüsse, dass die Hündin X. nur noch alleine aus-

geführt werde, stufe es die Gefahr einer Auseinandersetzung als erheblich ein. Die 

Hündin X. könne für fremde Hunde auch in Situationen, in denen sie nicht provo-

ziert werde, gefährlich werden; dafür reichten schon blosse frontale Begegnungen 

bei Spaziergängen aus. Sodann könne sie auch für im gleichen Haushalt lebende 

Hunde gefährlich werden, stelle das Gutachten doch die Fremdplatzierung des un-

problematischen Hundes Z. in den Raum. Gestützt auf das Gutachten erscheine 

die Hündin X. als für fremde Hunde insgesamt sehr gefährlich, vor allem, wenn sie 

sich zuhause aufhalte (Revierverhalten) oder sich von fremden Hunden, beispiels-

weise durch Knurren oder Bellen, provoziert fühle. In Ausnahmesituationen sei sie 

auch für Menschen und, wie der Vorfall mit der Mutter der Beschwerdeführerin 

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zeige, selbst für eine erfahrene Hundehalterin gefährlich. Die Gefährlichkeit gegen-

über Kindern sei schliesslich nicht geprüft worden. 

3.3.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet demgegenüber die Schlussfolgerungen 

des Gutachtens betreffend (Un-)Gefährlichkeit der Hündin X. nicht. Sie weist da-

rauf hin, dass diese gut an Erwachsene und Kinder sozialisiert sei und soweit über 

eine sehr gute Beisshemmung verfüge. In Ausnahmesituationen könne jeder Hund 

gefährlich werden. Weiter sei die Hündin X. auch bei frontalen Begegnungen mit 

anderen Hunden nie angriffig gewesen. Sie habe sich dabei nur nicht wohl gefühlt, 

worauf die Beschwerdeführerin mit Ablenkung oder Vermeidung derartiger Begeg-

nungen reagiert habe. Im Übrigen habe die Hündin X. zuhause nicht auf Hunde 

der unmittelbaren Nachbarschaft reagiert und auch dem Hund Z. als Welpe und 

somit als fremden Hund den Hauseintritt nicht verwehrt. 

3.4. Die Feststellungen des Gutachtens, wonach sich die Hündin X. im Alltag 

unproblematisch verhalte, gegenüber fremden Hunden rund um Haus und Garten 

territoriales Verhalten an den Tag lege und bei aggressivem Verhalten bzw. Be-

drängnis durch fremde Hunde zu einem kurzen, aber heftigen Gegenangriff nach 

rassetypischem Beissmuster ansetzen könne, und daher die Gefährlichkeit gegen-

über fremden Hunden (sicherheitshalber) als hoch einzustufen ist, erscheinen ge-

stützt auf die bisherigen Vorfälle (vgl. oben E. 3.1.1 f.) als schlüssig. Die rassetypi-

sche Konfliktlösestrategie (Kampf) kann wie beim Zwergpudel und der Chihuahua-

Hündin ungehemmt erfolgen. Offenbar schlägt die Hündin X. namentlich auch auf 

Situationen an, bei denen sie entfernte, bewegte Reize nicht richtig einordnen kann 

und dadurch entsprechend angespannt reagiert. Ob sich im Tierheim hinsichtlich 

des territorialen Verhaltens ein Gewöhnungseffekt eingestellt hat und die Hün-

din X. bereits bei blossen frontalen Begegnungen für andere Hunde gefährlich wer-

den kann, ist angesichts der festgestellten Gefährlichkeit unerheblich, zumal plötz-

lich auftretende Anzeichen von Aggression bei einem fremden Hund erfahrungs-

gemäss nur schwer antizipiert werden können. Ebenso ist unerheblich, dass im 

Rahmen des Gutachtens mangels weiblicher Exemplare nicht überprüft werden 

konnte, ob die Hündin X., wie die Beschwerdeführerin angab, eine spezifische 

Feindbildproblematik bezüglich Hündinnen hat. Schliesslich erscheint angesichts 

des Beissvorfalls mit der Mutter der Beschwerdeführerin, welche sich in eine hef-

tige Auseinandersetzung zwischen Hündinnen einmischte (vgl. oben E. 3.1.1), 

auch schlüssig, dass die Hündin X. in Situationen extremer Bedrängnis bzw. 

Schmerzen und/oder Panik für Menschen gefährlich werden kann. Dies jedenfalls, 

wenn Letztere unangemessen handeln, wovon stets ausgegangen werden muss. 

Andere Hinweise, dass die Hündin X. für Menschen, namentlich für Kinder, auch 

in anderen Situationen gefährlich werden könnte, bestehen nicht. 

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4. Angesichts der festgestellten (punktuellen) Gefährlichkeit der Hündin X. ist 

nach Art. 19 Abs. 1 HundeG zu prüfen, ob – entsprechend der Auffassung der 

Beschwerdegegner – deren Euthanasie erforderlich ist oder ob mildere Massnah-

men zur Verfügung stehen, die zum Schutz von Mensch und Tier geeignet sind. 

4.1. Das Gutachten erachtet, einen guten Appell vorausgesetzt, Management-

massnahmen in der Form einer partiellen Maulkorb- und Leinenpflicht im öffentlich 

zugänglichen Raum (d.h. ausser in offenem und überschaubarem Gelände und in 

Abwesenheit fremder Hunde; als offenes und überschaubares Gelände gelte, 

wenn im Umkreis von mindestens 100 m freie Sicht herrsche, sodass sich keine 

fremden Hunde unbemerkt nähern könnten) und, bei Vorhandensein eines Aus-

laufs/Gartens, eine ausbruchsichere Einfriedung mit abschliessbarem Tor (falls ein 

öffentlich zugängliches Tor im Zaun/in der Mauer integriert sei) und blickdichtem 

Sichtschutz (falls ein Zaun mit Sichtschutz bestehe) als ausreichend, um das Ri-

siko weiterer schlimmer Zwischenfälle zu minimieren. Das Tragen eines Maulkorbs 

in Anwesenheit von fremden Hunden sei zu deren Schutz notwendig, da am Beiss-

muster mittels Therapie nichts verändert werden könne. Demgegenüber könnten 

mit geeigneten Trainings sowohl das territoriale Wachverhalten am Gartenzaun 

gemindert als auch die Toleranz gegenüber provokativen Hunden verbessert und 

alternative Konfliktlösestrategien geübt werden. Ebenfalls könne unerwünschtes 

Fixieren und allfälliges In-die-Leine-Springen bei frontalen Hundebegegnungen 

sehr gut abgewöhnt werden. Die Euthanasie der Hündin X. sei nicht vertretbar. 

4.2.1. Der Kantonstierarzt führte in der Verfügung vom […] 2018 aus, trotz aller 

Vorsicht, die nach den früheren Vorfällen geboten gewesen sei, sei es der Be-

schwerdeführerin offensichtlich nicht gelungen, eine neuerliche gefährliche Situa-

tion und einen schwerwiegenden Zwischenfall zu vermeiden. Eine Leinen- und 

Maulkorbpflicht hätte die Vorfälle mit der Mutter der Beschwerdeführerin und mit 

der Chihuahua-Hündin (vgl. oben E. 3.1.1 f.) nicht verhindern können, da diese 

zuhause stattgefunden hätten. Ein Hund könne nicht permanent angebunden und 

mit Maulkorb gehalten werden. Dies sei zudem teilweise nicht tiergerecht. 

4.2.2. Der Regierungsrat hielt im Beschluss vom […] 2019 fest, die Beschwerde-

führerin habe den Angriff der Hündin X. auf den Zwergpudel am […] 2014 auf die 

vorangegangenen Auseinandersetzungen der Hündin X. mit der damals im glei-

chen Haushalt lebenden französischen Bulldogge Y. ihrer Schwester, somit auf 

nicht tiergerechte Haltungsbedingungen zurückgeführt. Mit diesem Vorfall sei der 

Beschwerdeführerin in aller Deutlichkeit vor Augen geführt worden, dass die Hün-

din X. über keine genügende Impuls- und Beisskontrolle verfüge und zu welchen 

Auswirkungen dies führen könne. In der Folge sei die Beschwerdeführerin mit der 

Hündin X. in eine Einzelstunde zu A. gegangen, die gezeigt habe, dass die Hün-

din X. keine allgemeinen Probleme mit fremden Hunden habe. Damit habe sie sich 

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begnügt. Den Vorfall vom […] 2016, als sich die Hündin X. in den Arm ihrer Mutter 

verbissen habe, habe die Beschwerdeführerin allein auf das Fehlverhalten ihrer 

Mutter zurückgeführt. Damit habe sie verkannt, dass ein Fehlverhalten Dritter 

(auch von Kindern) keinen Rechtfertigungsgrund darzustellen vermöge. Trotz die-

ses erneuten Fehlverhaltens habe die Beschwerdeführerin nicht erkannt, dass die 

Hündin X. über keine ausreichende Beisskontrolle verfüge. Anlässlich der polizei-

lichen Einvernahme vom […] 2018 betreffend den Vorfall vom […] 2018 habe die 

Beschwerdeführerin zu Protokoll gegeben, der Zaun sei offenbar nicht genügend 

gespannt gewesen, drei bis vier Wochen zuvor sei ihr kleinerer Hund Z. bereits 

einmal entwichen. Der Zaun hätte bereits zwei Wochen früher repariert werden 

können, sie habe den Termin aber vergessen und sei nachher nicht mehr dazuge-

kommen. Der Regierungsrat schloss daraus, bei einer derart nachlässigen Hunde-

haltung biete die Beschwerdeführerin keine Gewähr, die Hündin X. bei der Anord-

nung einer Leinen- und Maulkorbpflicht mit der nötigen Konsequenz an der Leine 

zu halten und ihr einen Maulkorb anzusetzen. Demnach werde die Beschwerde-

führerin den Anforderungen, die mit der Haltung eines Hundes mit erhöhtem Ge-

fährdungspotenzial verknüpft seien, in keiner Art und Weise gerecht. Sie sei nicht 

in der Lage, das Fehlverhalten der Hündin X. einzuschätzen, ein auftretendes Fehl-

verhalten zu erkennen und die notwendigen Massnahmen zu ergreifen. Ihre Hal-

tung der Hündin X. biete keine Gewähr, dass Mensch und Tier vor Beeinträchti-

gungen geschützt seien. 

4.3. In seinen Stellungnahmen […] geht der Regierungsrat nicht näher auf die 

grundsätzliche Eignung der im Gutachten empfohlenen Auflagen einer partiellen 

Leinen- und Maulkorbpflicht sowie einer ausbruchsicheren und mit blickdichtem 

Sichtschutz versehenen Einfriedung des Auslaufs bzw. des Gartens ein. Soweit 

der Kantonstierarzt zu bedenken gibt, eine Leinen- und Maulkorbpflicht hätte die 

Vorfälle mit der Mutter der Beschwerdeführerin und mit der Chihuahua-Hündin 

nicht verhindern können, da diese zuhause stattgefunden hätten, erscheint diese 

Sichtweise verkürzt. Denn zum einen berücksichtigt sie die Auflage einer aus-

bruchsicheren Einfriedung nicht, welche im Übrigen in der angefochtenen Verfü-

gung mit Blick auf den Hund Z. bereits angeordnet worden ist. Eine solche Einfrie-

dung würde die Leinen- und Maulkorbpflicht im Auslauf bzw. Garten obsolet ma-

chen und hätte den Vorfall mit der Chihuahua-Hündin (vgl. oben E. 3.1.2) verhin-

dert. Zum anderen lag dem Vorfall mit der Mutter der Beschwerdeführerin (vgl. 

oben E. 3.1.1) eine sich seit Längerem anbahnende Auseinandersetzung zwischen 

den Hündinnen X. und Y. zu Grunde, welche durch eine strikt getrennte Haltung 

der Hündinnen hätte vermieden werden können. Entsprechend hob der Kanton-

stierarzt mit Verfügung vom […] 2016 die zuvor verfügten Auflagen zur Haltung der 

Hündin X. mangels übermässigen Aggressionspotenzials auf, da sich die Wohnsi-

tuation entscheidend verändert hatte und die Hündinnen X. und Y. nicht mehr im 

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gleichen Haushalt lebten und auch keinen Kontakt mehr hatten. Weitere problema-

tische Verhaltensweisen, welche Menschen oder Tiere im gleichen Haushalt ge-

fährden könnten (vgl. dazu etwa BGer 2C_545/2014 vom 9. Januar 2015 [massive 

Aggressionen bei der Futterabgabe] und BGer 2C_166/2009 vom 30. November 

2009 [Schutzhund, der auch in Abwesenheit des Halters nur diesen als Meister 

akzeptiert]), werden nicht vorgebracht und sind auch nicht ersichtlich. Insgesamt 

erscheinen eine partielle Leinen- und Maulkorbpflicht sowie die Auflage einer aus-

bruchsicheren Einfriedung des Auslaufs bzw. des Gartens mit abschliessbarem 

Tor (falls ein öffentlich zugängliches Tor im Zaun oder in der Mauer integriert ist) 

und blickdichtem Sichtschutz (falls ein Zaun mit Sichtschutz besteht) als solche 

grundsätzlich geeignet, weitere Beissvorfälle durch die Hündin X. (und ein allfälli-

ges neuerliches Entweichen des Hundes Z.) zu verhindern. 

4.4. Das Gutachten setzt für eine partielle Leinen- und Maulkorbpflicht der Hün-

din X. weiter einen guten Appell derselben voraus. 

4.4.1. Der Regierungsrat weist diesbezüglich zunächst zutreffend darauf hin, das 

Gutachten habe den Appell der Hündin X. in einer Freilaufsituation nicht geprüft. 

Sodann ignorierte die im Auslauf auf dem Areal des Tierheims mit einem morschen 

Baumstamm beschäftigte Hündin X. zunächst drei Abrufe ihrer Hauptbetreuungs-

person im Tierheim und leistete erst dem vierten Abruf Folge, nachdem das Quiet-

schen der Zwingertüre sie hatte aufhorchen lassen. Als die Hündin X. wenig später 

wieder mit dem morschen Baumstamm beschäftig war, wurde sie dieses Mal durch 

die Gutachterin gerufen und gelockt. Die Hündin schaute dabei kurz zur Gutachte-

rin und wandte sich dann wieder dem Baumstamm zu. Obwohl die Gutachterin sie 

weiter lockte, reagierte die Hündin X. erst, als ihre Hauptbetreuungsperson im Tier-

heim und die Gutachterin zum Ausgangstor hin gingen und die Hauptbetreuungs-

person noch einmal gerufen hatte. Es bestehen daher Zweifel am guten Appell, 

zumindest in Situationen, in welchen die Hündin X. abgelenkt ist, oder, wie vorlie-

gend relevant, in welchen sie sich durch andere Hunde provoziert oder durch Men-

schen erheblich bedrängt fühlt. Soweit die Beschwerdeführerin vor diesem Hinter-

grund geltend macht, das Protokoll III zum Gutachten zeige, wie gut die Hündin X. 

auf Weisungen der Beschwerdeführerin höre und reagiere, übersieht sie zudem, 

dass sie am protokollierten Ausflug nicht teilgenommen hat. Auch der Verweis der 

Beschwerdeführerin auf den positiven Wesenstest aus dem Jahr 2016 vermag die 

Zweifel am guten Appell nicht auszuräumen, denn die eigentliche Problematik der 

Hündin X., namentlich territoriales Verhalten gegenüber Artgenossen und (vermut-

lich) eine heftige Reaktion als Antwort auf aggressives Auftreten anderer Hunde 

oder extremes Bedrängen durch Menschen, können gemäss Gutachten mittels 

Verhaltenstests nur schwer aufgedeckt werden. 

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4.4.2. Indes scheint die Hündin X. immerhin an der Leine grundsätzlich kontrol-

lierbar zu sein. So legte sie beim Ausflug in den Herblinger Markt die letzten Meter 

zu einem auf einer Wiese liegenden, unregelmässig reflektierenden Stück Alufolie 

halbwegs anständig zurück, nachdem sie durch ihre Hauptbetreuungsperson im 

Tierheim korrigiert und an die kurze Leine genommen worden war. Die Hauptbe-

treuungsperson im Tierheim bezeichnete die Leinenführigkeit der Hündin X. zudem 

als sehr gut. Ebenso scheinen die Versuche, den Maulkorb mit den Vorderpfoten 

zu berühren bzw. abzustreifen, mittels Kommando unterbunden werden zu kön-

nen. Sodann gab die Beschwerdeführerin der Gutachterin nach Aufforderung zur 

wahrheitsgemässen Beantwortung der Fragen ebenfalls Auskunft über den Appell 

und die Leinenführigkeit der Hündin X. Diese Angaben erscheinen grundsätzlich 

als glaubhaft und werden mit Bezug auf die Leinenführigkeit weder vom Kantons-

tierarzt noch vom Regierungsrat bestritten. Im Einzelnen bezeichnete die Be-

schwerdeführerin den Appell der Hündin X. als allgemein "super". Zudem habe sie 

immer Leckerli dabei. Die Hündin X. sei extrem verfressen und würde für Futter 

alles tun. Auch die Leinenführigkeit bezeichnete die Beschwerdeführerin als sehr 

gut. Jedoch seien frontale Hundebegegnungen nach den Vorfällen im Jahr 2016 

schwieriger geworden. Die Hündin X. habe begonnen, andere Hunde zu fixieren. 

Das Kommando "Sitz" sei keine Lösung gewesen; die Hündin X. habe sich dann 

noch mehr in Erregung gesteigert und sei manchmal bellend in die Leine gesprun-

gen. Sie habe ihr Verhalten aber nie auf andere Anwesende umorientiert. Sobald 

der andere Hund weggewesen sei, habe sie sich wieder nach vorne orientiert und 

sei ruhig gewesen. Es habe aber nie eine Situation gegeben, in der die Hündin X. 

nicht mehr ansprechbar gewesen sei. Auch in Momenten, in denen sie sich wegen 

Hunden aufgeregt habe, habe sie wieder Kommandos angenommen, sobald man 

sie habe abwenden können bzw. sei bei frontalen Hundebegegnungen alles wieder 

in Ordnung gewesen, wenn man mit etwas Abstand stehen geblieben sei und mit 

dem anderen Hundehalter gesprochen habe. Wenn die Beschwerdeführerin die 

Hündin X. habe zurechtweisen müssen, sei sie laut geworden und habe auch mal 

einen Leinendruck gegeben. Manchmal habe sie die Hündin X. aber auch mit Fut-

ter ablenken können. 

4.4.3. Insgesamt bestehen somit bei frontalen Hundebegegnungen, bei welchen 

die Hündin X. angeleint ist, problematische Verhaltensweisen, die sich im Fixieren 

und Anbellen anderer Hunde und im In-die-Leine-Springen äussern. Diese Verhal-

tensweisen erscheinen aber auch mit einem nicht mit "Leckerli" geführten Füh-

rungsstil kontrollierbar zu sein. Das Gutachten führt hierzu aus, unerwünschtes Fi-

xieren und allfälliges In-die-Leine-Springen bei frontalen Hundebegegnungen 

könnten sehr gut mit geeigneten Trainings abgewöhnt werden. Ebenso könnten 

damit sowohl das territoriale Wachverhalten am Gartenzaun gemindert als auch 

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die Toleranz gegenüber provokativen Hunden verbessert und alternative Konflikt-

lösestrategien geübt werden. Soweit der Regierungsrat hierzu vorbringt, die Teil-

nahme an Hundekursen und Weiterbildungsveranstaltungen hätten die Vorfälle 

nicht verhindern können, setzt er sich nicht weiter mit dem Inhalt der besuchten 

Hundekurse auseinander. Die Beschwerdeführerin hat denn auch nicht behauptet, 

Kurse zur Abgewöhnung der Verhaltensweisen besucht zu haben. Sie gab viel-

mehr an, frontalen Hundebegegnungen aus dem Weg gegangen zu sein. Dement-

sprechend wäre die partielle Leinen- und Maulkorbpflicht mit geeigneten Trainings 

zur Abgewöhnung bzw. Verbesserung der vorbeschriebenen Verhaltensweisen zu 

verbinden. 

4.5. Fraglich erscheint indes, ob eine partielle Leinen- und Maulkorbpflicht im 

öffentlich zugänglichen Raum (d.h. ausser in offenem und überschaubarem Ge-

lände und in Abwesenheit fremder Hunde; als offenes und überschaubares Ge-

lände gelte, wenn im Umkreis von mindestens 100 m freie Sicht herrsche, sodass 

sich keine fremden Hunde unbemerkt nähern könnten) ausreicht. Hierbei ist zu-

nächst zu berücksichtigen, dass sich ein Umkreis bzw. ein Radius von 100 m in 

der Praxis nicht immer leicht abschätzen lässt. In einem öffentlichen Gelände ist 

zudem immer mit sich frei bewegenden fremden Personen bzw. Hunden zu rech-

nen, sodass ein Abstand von mindestens 100 m in der Praxis schwierig umzuset-

zen ist und wenig praktikabel erscheint. Zwar liesse sich das Verletzungsrisiko für 

andere Hunde im Falle einer Auseinandersetzung mit einer generellen Maulkorb-

pflicht wohl zumindest stark vermindern. Eine partielle Leinenpflicht könnte aber 

solche Auseinandersetzungen und den damit für andere Hunde verbundenen 

Stressfaktor nicht verhindern. Dasselbe gilt auch für Katzen. Diesbezüglich merkt 

das Gutachten zwar an, die Hündin X. habe noch nie eine Katze verletzt. Gleich-

zeitig stuft es die Hündin für Katzen (und ev. für Mäuse) aber als Bedrohung ein. 

Auch die Beschwerdeführerin gab gegenüber der Gutachterin an, die Hündin X. 

mache gerne Jagd auf Mäuse und würde im Freilauf Katzen sicher nachhetzen und 

wäre vermutlich nicht abrufbar. Katzen seien für sie starke Reize. Insgesamt er-

scheint damit eine generelle Leinen- und Maulkorbpflicht, wie sie im Übrigen auch 

der Fachverein C., dem die Hündin X. bekannt ist, empfohlen hat, als angezeigt. 

4.6. Nach Ansicht der Gerichtsmehrheit erscheint die Auflage einer generellen 

Leinen- und Maulkorbpflicht im öffentlich zugänglichen Raum sowie einer aus-

bruchsicheren Einfriedung mit abschliessbarem Tor (falls ein öffentlich zugängli-

ches Tor im Zaun/in der Mauer integriert ist) und blickdichtem Sichtschutz (falls ein 

Zaun mit Sichtschutz besteht) zusammenfassend geeignet, weitere Beissvorfälle 

durch die Hündin X. (und ein allfälliges neuerliches Entweichen des Hundes Z.) zu 

verhindern (zur abweichenden Minderheitsmeinung vgl. unten E. 5.4). Diese Auf-

2020 

11 

 

lagen sind mit einer Pflicht zur Absolvierung von geeigneten Trainings mit der Hün-

din X. zur Abgewöhnung des unerwünschten Fixierens und In-die-Leine-Springes 

bei frontalen Hundebegegnungen, zur Verminderung des territorialen Wachverhal-

tens am Gartenzaun, zur Verbesserung der Toleranz gegenüber provokativen 

Hunden und zur Übung alternativer Konfliktlösestrategien zu verbinden (vgl. Art. 19 

Abs. 1 lit. d HundeG). Die Kosten der Auflagen sind durch die Beschwerdeführerin 

zu tragen (Art. 19 Abs. 2 HundeG). Die Einhaltung dieser Auflagen nach Art. 19 

Abs. 1 HundeG werden durch den Kantonstierarzt zu überprüfen sein; eine Nicht-

befolgung der Auflagen kann den Entzug der Hundebewilligung für die Hündin X. 

und/oder den Hund Z. zur Folge haben (Art. 9 Abs. 6 lit. c HundeG; vgl. ferner 

unten E. 5.3.2 und E. 6.2). Die Euthanasie der Hündin X. erweist sich somit für die 

Sicherheit von Mensch und Tier nicht als erforderlich. 

5. Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdeführerin den Auflagen gemäss vor-

stehender E. 4.6 voraussichtlich mit hinreichender Konsequenz nachkommen 

würde, namentlich einer generellen Leinen- und Maulkorbpflicht im öffentlich zu-

gänglichen Raum. Zu untersuchen ist mithin, ob sie genügend Gewähr für eine 

tiergerechte Hundehaltung gemäss Art. 10 Abs. 1 HundeG bietet, sodass sie durch 

die Haltung der Hündin X. weder Mensch noch Tier gefährdet, belästigt oder in der 

bestimmungsgemässen und sicheren Nutzung des frei zugänglichen Raumes be-

einträchtigt, noch die Umwelt gefährdet. 

5.1. Mit dem Gutachten ist zunächst davon auszugehen, dass ein potenzieller 

Halter der Hündin X. das Reaktionsgefüge und das Potenzial der Rasse American 

Staffordshire Terrier (oder verwandter Rassen) kennen und auch sonst über ein 

breites Wissen über das Hundeverhalten verfügen muss. Der Regierungsrat 

spricht der Beschwerdeführerin die erforderlichen kynologischen Fachkenntnisse 

ab und erachtet somit eine der Voraussetzungen für die Hundebewilligung nach 

Art. 9 Abs. 4 lit. b HundeG als nicht gegeben. Da es sich bei der Wegnahme der 

Hündin X. bzw. beim entsprechenden Entzug der Hundebewilligung um eine be-

lastende Verfügung handelt, trägt er hierfür die Beweislast (vgl. BGer 1C_658/2019 

vom 28. Februar 2020 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Der Regierungsrat bringt dazu zum 

einen vor, die Beschwerdeführerin erkenne die schwerwiegende Verhaltensprob-

lematik nicht bzw. habe diese beim Verhaltenstest vom […] 2016 nicht angespro-

chen und auch keine Hand für Lösungsansätze für die im Gutachten empfohlenen 

Massnahmen geboten. Der Kantonstierarzt stellte die kynologischen Fachkennt-

nisse der Beschwerdeführerin indes weder in der Verfügung vom […] 2018 noch 

davor in Frage. Überdies hatte der damalige Kantonstierarzt der Beschwerdefüh-

rerin am […] 2012 die – am […] 2017 vom Kantonstierarzt erneuerte – Haltungs-

bewilligung erteilt, wofür sie auch genügend kynologische Fachkenntnisse nach-

2020 

12 

 

zuweisen hatte (Art. 9 Abs. 4 lit. b HundeG). Vielmehr begründete der Kantonstier-

arzt die angeordnete Beschlagnahme und Euthanasie der Hündin X. unter ande-

rem damit, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, das unbeaufsichtigte 

Entweichen der Hündin X. zuverlässig zu verhindern und diese so zu beaufsichti-

gen, dass keine weiteren Hundebiss-Vorfälle vorkommen könnten. Auch das Gut-

achten lässt angesichts der durch die Beschwerdeführerin besuchten kynologi-

schen Weiterbildungsanlässe, Hundeschulen und Militarys nicht auf fehlende ky-

nologische Fachkenntnisse schliessen. Zum anderen wendet der Regierungsrat 

ein, die Beschwerdeführerin sei bei der Begutachtung der Hündin X. nicht beteiligt 

gewesen. Es sei willkürlich, dass das Gutachten bei den Tests auf den Umgang 

mit dem unproblematischen Hund Z. abstelle, zumal die über einjährige Trennung 

zwischen der Beschwerdeführerin und der Hündin X. ein zusätzlicher Prüfungs-

grund darstelle; das Verhalten der Beschwerdeführerin bei der Zaunreparatur 

zeige, dass sie nicht in der Lage sei, das Verhalten und die Gefährlichkeit der Hün-

din X. einzuschätzen. Dieser Einwand verfängt jedoch ebenfalls nicht, denn es sind 

keine Gründe ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin die Hündin X. in Alltags-

situationen nicht unter Kontrolle haben können sollte, zumal die Hündin in diesen 

Situationen gemäss Gutachten und Verfügung vom […] 2018 unauffällig ist. Poten-

ziell gefährlichen Situationen kann mit den oben in E. 4.6 beschriebenen Auflagen 

begegnet werden. Im Ergebnis vermochte der Regierungsrat somit den Nachweis 

für die behaupteten ungenügenden kynologischen Fachkenntnisse der Beschwer-

deführerin bezüglich der Rasse American Staffordshire Terrier nicht zu erbringen. 

5.2. Der Regierungsrat begründet die Verweigerung der Herausgabe der Hün-

din X. weiter mit dem Verhalten der Beschwerdeführerin bei der Zaunreparatur. 

Dieses müsse als verantwortungslos bezeichnet werden. Die Beschwerdeführerin 

habe drei bis vier Wochen vor dem Vorfall mit der Chihuahua-Hündin bemerkt, 

dass der Zaun im unteren Bereich, wie polizeilich festgestellt, nicht ausreichend 

gespannt gewesen sei. Sie habe die Reparatur des Zauns zwar in Auftrag gege-

ben, den Termin aber vergessen und sich danach nicht weiter darum gekümmert. 

Dieses Verhalten zeige die nachlässige Hundehaltung der Beschwerdeführerin 

auf. 

5.2.1. Die Beschwerdeführerin macht vorab geltend, sie sei nicht verpflichtet ge-

wesen, den Zaun zu installieren. Dies mag für sich alleine stimmen. Es trifft sie 

indes die allgemeine Pflicht, ihre Hunde gemäss Art. 10 Abs. 1 HundeG so zu hal-

ten, dass weder Mensch noch Tier gefährdet werden. Wollte sie ihren Hunden un-

beaufsichtigt und ohne sie anzubinden Auslauf gewähren, hatte sie als Hundehal-

terin folglich dafür zu sorgen, dass der für den Auslauf der Hunde installierte Zaun 

ausbruchsicher war. Dies war sich die Beschwerdeführerin offenbar auch bewusst, 

2020 

13 

 

hatte sie doch am […] 2016 zusammen mit dem Kantonstierarzt an ihrem ehema-

ligen, damals neuen Wohnort […], eine Begehung vorgenommen und aufgezeigt, 

wie sie mit noch zu errichtenden Zäunen ein Entweichen der unbeaufsichtigten 

Hündin X. verhindern würde. 

5.2.2. Der Auftrag zum Zaunbau am jetzigen Wohnort erfolgte nach unbestritten 

gebliebener Darstellung der Beschwerdeführerin im […] 2018. Unbestritten ist 

ebenfalls, dass der Hund Z. im […] 2018 zweimal an der Grundstücksseite unter 

dem Zaun hindurch entweichen konnte. Demgegenüber wird vom Regierungsrat 

die Feststellung des Gutachtens bestritten, wonach sich die Beschwerdeführerin 

danach umgehend mit einem Zaunbauer in Verbindung setzte und für eine fach-

männische Ausbesserung der mangelhaften Stellen sorgte. Sie habe zudem bis 

zur beabsichtigten Reparatur des Zauns keine Massnahmen ergriffen, um ein Ent-

weichen der Hündin X. zu verhindern. 

5.2.2.1. Die Beschwerdeführerin gab gegenüber der Schaffhauser Polizei an, sie 

sei nach der Zauninstallation mit dem Zaunbauer rund um den Zaun herum gegan-

gen und habe ihn kontrolliert. Dabei habe sie ein Loch bemerkt, welches sie mit 

einer Art Heringe ausgebessert habe. Dies sei aber nicht gegen die Strasse hin 

gewesen. Danach habe sie den Zaun nicht mehr kontrolliert. Erst als der Hund Z. 

habe hinausgelangen können, habe sie gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung sei. 

Der Zaun hätte etwa zwei Wochen vor dem Vorfall mit der Chihuahua-Hündin re-

pariert werden sollen. Diesen Termin habe sie aber vergessen. Sie habe dann ei-

nen weiteren Termin abmachen wollen, dazu sei es aber irgendwie nicht gekom-

men. Ihre polizeilichen Aussagen werden von der Beschwerdeführerin nicht be-

stritten und erscheinen glaubhaft. Soweit die Beschwerdeführerin im Beschwerde-

verfahren und gegenüber der Gutachterin nun geltend macht, nachdem der 

Hund Z. habe entweichen können, habe der ursprüngliche Zaunbauer 30 grosse, 

speziell angefertigte Heringe geliefert, mit denen sie und ihr Partner den Zaun bzw. 

die schadhafte Stelle resp. die lockeren Stellen umgehend gesichert hätten, ver-

mag sie nicht zu überzeugen. Denn dass sie nach dem Entweichen des Hundes Z. 

neue Heringe hätte anfertigen lassen, geht weder aus dem polizeilichen Einver-

nahmeprotokoll, noch aus der Stellungnahme des Zaunbauers D. oder dem "Gut-

achten Zaun" der E. Schlosserei, je vom […] 2018, hervor und ist auch nicht an-

derweitig belegt. Es ist folglich mit dem Regierungsrat davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin nach dem zweimaligen Entweichen des Hundes Z., selbst 

nachdem sie den ersten Reparaturtermin vergessen hatte, nicht unverzüglich si-

chernde Massnahmen traf, um bis zur Reparatur des Zauns (vgl. unten E. 5.3.2) 

ein weiteres Entweichen der Hunde zu verhindern. 

5.2.2.2. Auch was die Beschwerdeführerin weiter dagegen vorbringt, verfängt 

nicht. Soweit sie geltend macht, die lockere Stelle, an welcher die Hündin X. und 

2020 

14 

 

der Hund Z. am […] 2018 hätten entweichen können, sei davor nicht erkennbar 

gewesen bzw. habe sich erst durch das Durchschlüpfen der Hündin X. gelöst und 

diese habe nicht an einer beliebigen Stelle entweichen können, erweisen sich ihre 

Schilderungen als widersprüchlich: Einerseits habe sie nicht davon ausgehen kön-

nen, dass der Zaun mit Ausnahme derjenigen Stellen, an denen der kleinere 

Hund Z. entwichen war, nicht fest gewesen sei. Entsprechend geht auch das Gut-

achten davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der Folge den Zaun nicht ab-

ging und kontrollierte. Diese Feststellung blieb unbestritten. Andererseits will sie 

nach dem Entweichen des Hundes Z. doch einen Rundgang um den Zaun zwecks 

Feststellung weiterer Schwachstellen gemacht haben. Der Regierungsrat legt 

demgegenüber unter Hinweis auf die polizeilichen Feststellungen dar, der Zaun 

habe ohne Mühe 30 cm angehoben werden können, da er im unteren Bereich zu 

wenig gespannt gewesen sei. Entgegen der Beschwerdeführerin waren indes of-

fenbar nicht bloss die Spanner von schlechter Qualität. Vielmehr scheint der Zaun 

entgegen ihrer Behauptung gerade nicht sehr viele Spanner aufgewiesen zu haben 

und insgesamt nicht richtig gespannt gewesen zu sein. Denn nach der Einschät-

zung der E. Schlosserei, welche den Zaun zeitnah nach dem Vorfall vom […] vor 

Ort untersucht hatte, waren unter dem Zaun überhaupt viel zu wenig Drahtspanner 

montiert. So hätten die Hunde unter dem Zaun durchschlüpfen können. Dies fällt 

in Anbetracht der unebenen Wiese umso mehr ins Gewicht. Dass sich der Zaun 

erst durch das Durchschlüpfen der Hündin X. gelöst hatte, erscheint daher unwahr-

scheinlich. 

5.2.3. Schliesslich ist das Verhalten der Beschwerdeführerin im Zusammenhang 

mit der Zaunreparatur auch vor dem Hintergrund zu würdigen, dass sie sich der 

Gefahr eines Entweichens der Hündin X. bewusst gewesen sein musste. Denn 

gegenüber der Schaffhauser Polizei gab sie an, die Hündin verhalte sich sehr ter-

ritorial und belle alles an, was am Garten vorbeilaufe. Sie nehme dann die Hündin 

hinein, um Probleme zu vermeiden. Gegenüber der Gutachterin führte sie bezüg-

lich der Zaunreparatur aus, die Sicherheit sei ihr sehr wichtig gewesen, da sie ge-

wusst habe, dass die Hündin X. nicht immer so reagiere, wie sie sich das von ihr 

wünsche, wenn sie sich angegriffen fühle. Die Auffassung der Beschwerdeführerin, 

die Nichtreparatur des Zauns habe mit einer nachlässigen Hundehaltung nichts zu 

tun, kann daher nicht geteilt werden. Davon scheint auch das Gutachten auszuge-

hen, führt es doch aus, der Beschwerdeführerin könne beim Entweichen der Hün-

din X. allenfalls zur Last gelegt werden, dass sie den Zaun nicht abgegangen und 

Meter für Meter kontrolliert habe, nachdem es dem Hund Z. zuvor an anderer Stelle 

gelungen sei, unter dem Zaun hindurchzukriechen, bzw. mit diesem Wissen die 

Hunde unbeaufsichtigt im Garten gelassen habe. Es ist daher insgesamt nicht zu 

beanstanden, dass der Regierungsrat die Hundehaltung der Beschwerdeführerin 

bezogen auf die Hündin X. als nachlässig erachtet. 

2020 

15 

 

5.3. Der Regierungsrat macht weiter geltend, die Beschwerdeführerin biete vor 

dem Hintergrund der Nachlässigkeit der Hundehaltung keine Gewähr dafür, dass 

sie einer Leinen- und Maulkorbpflicht mit der nötigen Konsequenz nachkomme 

(vgl. ferner oben E. 4.2.2). Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass vom 

vergessenen Reparaturtermin als solchem nicht per se auf die Einhaltung oder 

Nichteinhaltung einer Leinen- und Maulkorbpflicht geschlossen werden kann. Für 

die Frage, ob die Beschwerdeführerin hinreichend Gewähr für die Einhaltung der 

oben in E. 4.6 umschriebenen Auflagen bzw. für eine tiergerechte Hundehaltung 

nach Art. 10 Abs. 1 HundeG bietet, sind die gesamten Umstände des Einzelfalls 

zu würdigen. 

5.3.1. Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, die Hündin X. habe beim Spa-

zieren für fremde Hunde nicht gefährlich werden können, da sie im öffentlichen 

Raum stets an der Leine geführt worden sei. Auf mit Unterstützungsschreiben ein-

gereichten Bildern, die nach dem Vorfall mit der französischen Bulldogge Y. aus 

dem Jahr 2016 entstanden sind, ist die Hündin X. jedoch unangeleint im Freien zu 

sehen. Indes ist zu berücksichtigen, dass bisher keine Leinen- und Maulkorbpflicht 

bestand, weshalb daraus nichts für die Befolgung einer entsprechenden Pflicht ab-

geleitet werden kann. Sodann brachte der Regierungsrat, mit Ausnahme der vier 

Beissvorfälle (vgl. oben E. 3.1.1 f.), nichts vor, was belegen würde, dass die Be-

schwerdeführerin entgegen den Feststellungen im Gutachten mit ihren Hunden in 

der Nachbarschaft negativ auffallen würde. Unstrittig ist immerhin, dass der 

Hund Z. am […] 2018, also einen Tag nach dem Vorfall mit der Chihuahua-Hündin, 

wieder unbeaufsichtigt in einem benachbarten Garten auftauchte. Es wäre zu er-

warten gewesen, dass der Hund Z. bis zur Reparatur des Zauns nur noch beauf-

sichtigt oder angebunden in den Garten entlassen würde. Schliesslich stellte das 

Gutachten auch am reparierten Zaun einen gröberen Mangel fest. Dieser wies an 

der Rückseite des Hauses eine Stelle auf, die für einen gesunden Hund mit nor-

maler Sprungkraft problemlos zu überwinden wäre. Dass die Hündin X. an dieser 

Stelle wahrscheinlich nicht entweichen könnte (so das Gutachten), ist unerheblich, 

denn der Zaun hat insgesamt, und somit auch für den Hund Z., ausbruchsicher zu 

sein. Die gutachterliche Feststellung, wonach sich niemand als die Beschwerde-

führerin besser an die Weisungen halten und gewissenhafter aufpassen werde, 

dass es zu keinem weiteren Vorfall komme, ist vor diesem Hintergrund zu relati-

vieren. 

5.3.2. Obgleich gewisse Zweifel an der hinreichenden Gewähr für die Einhaltung 

der oben in E. 4.6 umschriebenen Auflagen bestehen, ist zu berücksichtigen, dass 

die Beschwerdeführerin nach dem Vorfall mit der Chihuahua-Hündin den Zaun 

zeitnah am […] 2018 verstärken liess. Zwar sind die Folgen der Versäumnisse im 

Zusammenhang mit der Zaunreparatur, wie der Regierungsrat zutreffend ausführt, 

2020 

16 

 

als gravierend zu qualifizieren. Indes liegt seitens der Beschwerdeführerin zwar 

eine Nachlässigkeit, aber kein absichtliches Unterlassen vor. Es ist zudem unbe-

stritten, dass die Beschwerdeführerin kynologische Weiterbildungsveranstaltungen 

und Hundeschulen besucht hat und besucht (vgl. oben E. 5.1). Wie im Gutachten 

festgehalten wird, widmet sie ihre Freizeit zu einem grossen Teil den Hunden und 

unternimmt viel mit ihnen. Die Hundehaltung ist offensichtlich ein prägender Teil 

ihres Lebens. Es ist daher davon auszugehen, dass sie sich zwecks Vermeidung 

weiterer Vorfälle an die Leinen- und Maulkorbpflicht halten wird. Ebenso ist anzu-

nehmen, dass sie die bestehenden Mängel im Zaun beheben und diesen mit einem 

blickdichten Sichtschutz versehen wird, soweit dies beispielsweise aufgrund des 

gutachterlichen Befunds inzwischen nicht bereits geschehen ist. Angesichts ihrer 

bisherigen Weiterbildungsbemühungen ist auch glaubhaft, dass die Beschwerde-

führerin mit der Hündin X. die nötigen geeigneten Trainings zur Verhaltenskorrektur 

besuchen wird. Schliesslich ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin möglicher Konsequenzen einer Missachtung der Auflagen oder weiterer 

Nachlässigkeiten in der Hundehaltung bewusst ist: Gemäss Art. 9 Abs. 6 lit. c 

HundeG kann der Kantonstierarzt die Bewilligung entziehen, wenn nach Art. 19 

HundeG angeordnete Massnahmen nicht befolgt würden. Nach Ansicht der Ge-

richtsmehrheit ist vor diesem Hintergrund mit dem Gutachten eine hinreichende 

Gewähr für die Einhaltung der oben in E. 4.6 umschriebenen Auflagen und allge-

mein für eine tiergerechte Hundehaltung nach Art. 10 Abs. 1 HundeG zu bejahen. 

5.4. Nach einer Minderheitsmeinung des Obergerichts ist zwar aufgrund der Ak-

ten erstellt, dass die Hündin X. in den allermeisten Situationen ungefährlich, gelas-

sen und wesensfest ist. Gleiches gilt für die gute Sozialisation gegenüber Men-

schen und die damit einhergehende sehr gute Beisshemmung. Fest steht aber 

auch, dass die Hündin in Stresssituationen über eine ungenügende Impuls- und 

Beisskontrolle verfügt, weshalb das Gutachten die Gefährlichkeit gegenüber ande-

ren Hunden sicherheitshalber als hoch einstuft. Auch gegenüber Menschen erwies 

sich die Hündin in aussergewöhnlichen Situationen, mit denen aber im Alltag ge-

rechnet werden muss, als gefährlich. Das Kämpfen wurde vom Gutachten als ras-

setypische Konfliktlösestrategie bezeichnet; diese ist demnach auch durch 

Kurse/Therapien nicht beeinflussbar. Gleiches gilt für das Beissmuster. Bei der 

Hündin X. handelt es sich um einen Listenhund, der, wenn er angreift, aufgrund 

seiner rassebedingten Körpermerkmale schwerste Verletzungen verursachen 

kann. Demnach muss selbst die geringste Wahrscheinlichkeit eines Angriffs als 

erhebliche Gefahr für Mensch und Tier erachtet werden. Im konkreten Fall fällt 

ausserdem ins Gewicht, dass die Hündin X. eine ausgeprägte Territorialaggression 

gezeigt hat, der die Beschwerdeführerin mit ihrer im Kontext einer Listenhundehal-

tung nicht tolerierbaren Nachlässigkeit mehrfach nicht adäquat begegnet ist. Auch 

das Gutachten konnte nicht ausschliessen, dass die Hündin X. jederzeit wieder 

2020 

17 

 

einen anderen Hund angreifen und verletzen wird, sobald sich eine entsprechende 

Situation einstellt. Die allgemeinen Hinweise auf die generelle teilweise Therapier-

barkeit gewisser Verhaltensweisen vermögen angesichts der grundsätzlich hohen 

Gefährlichkeit der konkret in Frage stehenden Hunderasse das Risiko erneuter 

Vorfälle eindeutig nicht hinreichend abzuschwächen. Selbst wenn die Hündin X. 

beim Angriff auf die damals im gleichen Haushalt lebende französische Bull-

dogge Y. in einer Stresssituation gewesen wäre, darf dies nicht ausschlaggebend 

sein, zumal Stresssituationen im Alltag jederzeit auftreten können. Die Erklärungs-

versuche der Beschwerdeführerin für die Vorfälle (erhebliches Selbstverschulden 

sowohl der Mutter als auch der Zwergpudelhalterin; Nachlässigkeit in Zusammen-

hang mit der Zaunreparatur) zeigen deutlich, wie wenig sie sich der Gefährlichkeit 

ihrer Hündin bzw. ihrer extrem hohen Verantwortung, die mit einer Listenhundehal-

tung einhergeht, bewusst ist. Sie mag als Halterin nicht bewilligungspflichtiger 

Hunde durchaus geeignet sein und zeigt(e) mit ihren diversen Hundeaktivitäten 

auch, dass ihr diese Tiere am Herzen liegen. Für die Haltung von zwei bewilli-

gungspflichtigen Hunden erscheint sie aber nach dem letzten Vorfall mit der Chi-

huahua-Hündin definitiv als nicht mehr geeignet. Innerhalb von vier Jahren sind 

drei Beissvorfälle mit Hunden, einer davon mit Todesfolge, und ein Beissvorfall mit 

einem Menschen aktenkundig. Im Übrigen entwich der Hund Z. nur zwei Tage nach 

dem Vorfall mit der Chihuahua-Hündin erneut aus dem Garten der Beschwerde-

führerin und tauchte auf dem Sitzplatz des Nachbarn auf. Mit dem Kantonstierarzt 

ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin trotz der nach den früheren Vor-

fällen gebotenen – höchsten – Vorsicht offensichtlich nicht gelang, eine neuerliche 

Situation und einen schwerwiegenden Zwischenfall zu vermeiden. Sie vermag da-

her keine hinreichende Gewähr für die sichere Haltung eines Listenhundes zu bie-

ten. Eine Umplatzierung der Hündin X. an F., entsprechend dem Eventualantrag 

der Beschwerdeführerin, erscheint daher der Gerichtsminderheit unumgänglich. 

6. Das Gutachten stellt im Falle einer Rückgabe der Hündin X. an die Be-

schwerdeführerin schliesslich eine Fremdplatzierung des Hundes Z. in den Raum. 

Zu prüfen bleibt, ob die Rückgabe der Hündin X. mit einer Auflage zur Fremdplat-

zierung des Hundes Z. im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. j HundeG bzw. mit einer 

Auflage betreffend Beschränkung der Anzahl gehaltener Hunde (vgl. Art. 19 Abs. 1 

lit. k HundeG) zu verbinden ist. 

6.1. Der Regierungsrat hat sich zu einer allfälligen Fremdplatzierung des Hun-

des Z. nicht ausdrücklich geäussert. Er betrachtet aber den Umstand, dass das 

Gutachten eine solche in den Raum stellt, als Hinweis darauf, dass die Hündin X. 

auch gegenüber vertrauten, im gleichen Haushalt lebenden Hunden gefährlich 

werden könnte. Mit dem Gutachten ist jedoch davon auszugehen, dass nach dem 

gegenwärtigen Erkenntnisstand das Verhältnis zwischen der Hündin X. und dem 

2020 

18 

 

Hund Z. unproblematisch ist. Das Gutachten gibt vielmehr zu bedenken, es sei 

ungewiss, wie sich der Hund Z. in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln 

werde, insbesondere wenn er mit einer älteren Hündin im Verband lebe. Es besagt 

mithin nicht, dass die Beschwerdeführerin nicht beide Hunde tiergerecht halten 

könnte. Es meldet lediglich Zweifel an, ob die Beschwerdeführerin ihre Vorsätze, 

in den nächsten fünf Jahren nur 50% zu arbeiten und mit den Hunden je einzeln 

spazieren zu gehen, im Alltag auf die Dauer einhalten könne. 

6.2. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin ist die Möglichkeit einer Fremdplat-

zierung des Hundes Z. im Lichte der Entscheidfindung und insbesondere hinsicht-

lich der Regelung der Zukunft zu sehen. Diese Betrachtungsweise erscheint zu-

treffend. Eine allenfalls problematische Weiterentwicklung des Hundes Z. bzw. 

eine sich anbahnende Unverträglichkeit beider Hunde ist mit einem präventiven 

Erkennungsmechanismus zu überwachen. Die Rückgabe der Hündin X. ist daher 

mit einer Auflage im Sinne von Art. 19 HundeG zu verbinden, wonach die Be-

schwerdeführerin dem Kantonstierarzt für die Dauer des Zusammenlebens der 

Hündin X. und des Hundes Z. vierteljährlich (1. September, 1. Dezember, 1. März, 

1. Juni; erstmals per 1. September 2020) Bericht über die wesentlichen Entwick-

lungen bezüglich der Verträglichkeit der beiden Hunde zu erstatten hat. Unabhän-

gig von dieser Auflage zur periodischen Berichterstattung während des Zusam-

menlebens der beiden Hunde hat die Beschwerdeführerin dem Kantonstierarzt in-

nerhalb von drei Kalendertagen sämtliche Vorkommnisse mit der Hündin X. und/ 

oder dem Hund Z. zu melden, bei welchen es zu einer Gefährdung von Mensch 

oder Tier durch die Hündin X. und/oder durch den Hund Z. gekommen ist. Die pe-

riodischen Berichte und Meldungen haben wahrheitsgemäss und in sachlicher 

Kürze zu erfolgen. Gestützt auf die periodischen Berichte und die Meldungen wer-

den allfällige weitere erforderliche Anordnungen und Auflagen durch den Kantons-

tierarzt zu erlassen sein. Eine Nichtbefolgung der Auflagen zur wahrheitsgemäs-

sen periodischen Berichterstattung und Meldung kann den Entzug der Hundebe-

willigung für die Hündin X. und/oder den Hund Z. zur Folge haben (Art. 9 Abs. 6 

lit. c HundeG; vgl. auch oben E. 4.6 und E. 5.3.2). 

6.3. Auf eine mögliche Fremdplatzierung der Hündin X. ist unter diesen Umstän-

den nicht näher einzugehen (zur abweichenden Minderheitsmeinung vgl. oben 

E. 5.4).