# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ac3c11e-8a34-5df0-8a65-3d36b5f2825b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2008 E-4415/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4415-2006_2008-09-17.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4415/2006/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richterin Therese Kojic, 
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

A._______, 
B._______, Pakistan,
beide vertreten durch C._______, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. 
September 2005 i.S. Asyl und Wegweisung / N._______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4415/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  ersuchte  erstmals  am  14.  Dezember  1998 
zusammen  mit  ihrer  Mutter  und  ihren  [...]  Geschwistern  auf  der 
schweizerischen  Botschaft  in  Pakistan  um  Asyl.  Die 
Beschwerdeführerin gab damals in Islamabad zu Protokoll, die Familie 
habe  Schwierigkeiten  wegen  ihres  Vaters  [...].  Dieser  sei  in  die 
Schweiz  geflohen  und  habe  dort  um Asyl  ersucht.  (Anmerkung  des 
Bundesverwaltungsgerichts:  das  Asylgesuch  des  Vaters  datiert  vom 
22. Mai 1996). Ihr  Vater  habe als [..]  gearbeitet. [Asylvorbringen des 
Vaters].  Nach  dem  eigenen  Ausreisegrund  gefragt,  gab  die 
Beschwerdeführerin  an,  sie  sei  seit  etwa  drei  Monaten  in 
zunehmendem Masse wegen ihres Vaters bedroht worden. Sie nehme 
an,  es  handle  sich  um Leute  aus  derselben  „gang“  [...].  Ihr  sei  am 
Telefon  gesagt  worden,  der  Vater  könne  sich  ja  möglicherweise 
verstecken,  sie  werde man jedoch nicht  in  Ruhe lassen. Sie  erhalte 
fast  täglich  solche  Anrufe.  Auch  werde  immer  wieder  an  der  Türe 
geläutet. 

B.
Mit  zwei  getrennten  Fax-Schreiben  des  Vaters  und  der  Mutter  der 
Beschwerdeführerin  vom 23. bzw. 27. Januar  1999 teilten  diese der 
Schweizerischen Botschaft bzw. dem BFF mit, die Beschwerdeführerin 
sei  von  einem  gewissen  D._______  zu  Hause  beinahe  vergewaltigt 
worden. Die Tochter habe gemäss der Mutter den Angreifer, welcher in 
Aussicht  gestellt  habe,  er  werde  den Vater  bis  ans  Lebensende  ins 
Gefängnis bringen, mit einem Messer in die Flucht schlagen können. 
Gemäss  den  Schilderungen  des  Vaters  habe  die  Tochter 
zurückgeschlagen  und  Nachbarn  hätten  verhindert,  dass  er  sie 
entführt  habe.  D._______  habe  gedroht,  die  Tochter  umzubringen, 
wenn  sie  ihren  Vater  über  den  Vorfall  informiere.  Der  Vater  der 
Beschwerdeführerin ersuchte darum, der Familie Schutz zu gewähren.

C.
Mit Verfügung vom 14. April 1999 wies das BFF das Asylgesuch der in 
Pakistan zurückgebliebenen Familienangehörigen ab und verweigerte 
ihnen  die  Einreise  in  die  Schweiz.  Zur  Begründung  führte  die 
Vorinstanz an, die Vorbringen seien teils nicht glaubhaft und teils nicht 
asylrelevant. Diese Verfügung erwuchs in der Folge unangefochten in 
Rechtskraft.

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D.
Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin Islamabad 
zusammen  mit  ihrem  damals  bald  [...]jährigen  Sohn  am 31.  Januar 
2004  auf  dem  Luftweg  in  Richtung  Italien,  von  wo  aus  sie  am  1. 
Februar 2004 in die Schweiz gelangten. Am 2. Februar 2004 ersuchte 
sie  in  der  Empfangsstelle  Kreuzlingen  um  Asyl.  Im  Rahmen  der 
Empfangsstellenbefragung gab sie an, dass sie seit dem 4. Juli 1999 
mit  E._______  religiös  verheiratet  sei.  Durch  ihren  Vater  [... 
Asylvorbringen  des  Vaters  ...]  sei  die  Schwiegerfamilie  nun  in 
schlechten  Ruf  gekommen. Sie  habe  sehr  strenge  Schwiegereltern, 
welche vor Ehrenmord nicht  zurückschrecken würden. Sie hätten ihr 
gesagt,  sie  sei  eine  Gefahr  für  die  Familie. Sie  seien nun ebenfalls 
hinter ihr her. Auch ihr Ehemann habe sie nun “wie weggeworfen“. Ihr 
Mann habe sie in die Schweiz geschickt, um sie loszuwerden. 

Wegen  ihres  Vaters  habe  sie  immer  wieder  Probleme  gehabt.  Die 
Familie  sei,  möglicherweise  von  Agenturen  ("agencies")  oder  von 
Polizisten in zivil, belästigt worden. Leute seien gekommen und hätten 
an die Türe geklopft. Sie hätten auch Probleme gehabt,  weil  sie seit 
letztem Jahr aus dem Haus [...]  hätten ausziehen müssen. Auch ihr 
Ehemann sei  immer  wieder  belästigt  und nach dem Schwiegervater 
gefragt worden. Er habe genug gehabt von dieser Situation. 

Schliesslich sei sie noch von einer weiteren Seite her bedroht worden: 
Ein früherer Freund ihres Vaters namens D._______ lasse sie nicht in 
Ruhe.  Dieser  habe  sie  im  Jahr  1999  geschlagen  beziehungsweise 
vergewaltigt.  Sie  sei  deshalb  schnell  verheiratet  worden.  D._______ 
habe sich wegen ihrer Heirat durch den Schmutz gezogen gefühlt und 
habe  daraufhin  mit  der  Entführung  der  Schwester  gedroht.  Er  habe 
zudem seine Männer geschickt, um sie zu belästigen. 

E.
Am 13. Februar 2004 wurde die Beschwerdeführerin vom BFF direkt 
angehört. Dabei gab sie an,  die ganze Familie habe Probleme wegen 
ihres  Vaters  [...].  Ihre  Geschwister  und  die  Mutter  müssten  sich 
verstecken. Ihre  Schwiegereltern  und  der  Schwager  wollten  sie  nun 
umbringen,  weil  sie  Schande  über  die  Familie  gebracht  habe.  Der 
Schwiegervater und der Schwager hätten ihr mehrmals mit dem Tode 
gedroht, dies letztmals Mitte Januar 2004. Sie hätten auch ihren Mann 
im  Büro  angerufen  und  diesem  gesagt,  dass  sie  die 
Beschwerdeführerin  umzubringen  beabsichtigten.  Ihr  Mann  habe 

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versucht,  sie  zu  verteidigen.  Er  habe  seiner  Familie/Verwandschaft 
erklärt,  dass  sie  unschuldig  sei.  Weil  er  befürchtet  habe,  dass  sie 
tatsächlich umgebracht werde, habe er sie schliesslich in die Schweiz 
geschickt. Als weiteren Ausreisegrund nannte die Beschwerdeführerin 
die  Probleme,  die  sie  mit  D._______  gehabt  habe.  Dieser  habe  im 
Jahre 1999 versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe deswegen viermal 
die  Schweizer  Botschaft  aufgesucht;  man  habe  sie  aber  nicht  ernst 
genommen. Vor einem Jahr, Anfang Mai 2003, hätten dieser Mann und 
seine  Leute  versucht,  die  Beschwerdeführerin  und  ihren  Sohn  zu 
entführen.  Dabei  sei  sie  zusammengeschlagen  worden.  Nachbarn 
seien ihr jedoch zu Hilfe gekommen. Zwischen dem 10. und dem 15. 
Januar 2004 habe man erneut versucht, sie und ihr Kind zu entführen. 
Als  ihre  Schwiegereltern  davon erfahren hätten,  hätten  sie sie  auch 
umbringen wollen. Ihr  Mann habe dann entschieden,  dass sie in  die 
Schweiz kommen solle und sie habe dies akzeptiert. [...].

Im  Verlaufe  der  weiteren  Anhörung,  welche  wegen  eines 
Computerproblems am 17. Februar  2004 fortgesetzt  wurde,  gab  die 
Beschwerdeführerin  an,  sie  sei  auch  durch  ihren  Mann  in  Gefahr. 
Dieser wolle sie und ihr Kind ebenfalls umbringen. Sie habe ihn um ihr 
Leben angefleht. Er habe ihr dann gesagt, dass er des Kindes wegen 
auf eine Tötung verzichte. Er wolle sie aber nicht mehr sehen. Auch ihr 
Schwiegervater habe im Übrigen versucht, sie zu erschiessen. 

Zum Beweis ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin am 4. Mai 
2004  eine  Identitätskarte,  eine  Geburtsurkunde  ihres  Sohnes  sowie 
zwei  Familienscheine (einen eigenen sowie denjenigen ihres Vaters) 
zu den Akten. 

F.
Mit  schriftlicher  Erklärung  vom  2.  November  2004  zog  die 
Beschwerdeführerin das Asylgesuch mit der Begründung zurück, dass 
sie so schnell wie möglich nach Pakistan zurückkehren wolle. Am 14. 
November  2004  reisten  die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Sohn 
kontrolliert via Doha nach Islamabad zurück. 

G.
Am  4.  November  2004  schrieb  das  BFF  das  Asylgesuch  der 
Beschwerdeführerin  und ihres Sohnes als  gegenstandslos geworden 
ab. 

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H.
Am  8.  August  2005  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  in  Begleitung 
ihres Sohnes in der Empfangsstelle Kreuzlingen ein weiteres Mal um 
Asyl. Am 12. August 2005 wurde sie dazu vor Ort summarisch befragt. 
Dabei gab sie zu Protokoll, sie sei nach der Rückkehr nach Islamabad 
im November 2005 zu ihrer Mutter zurückgekehrt. Sie mache heute die 
selben  Asylgründe  wie  bisher  sowie  neue,  nämlich  zwei 
Vergewaltigungen,  geltend.  Sie  sei  zusammen  mit  ihrem  Sohn  vom 
Markt  weg  entführt  und  vom  17.  März  2005  bis  zum  5.  April  2005 
festgehalten  worden.  Die  Leute  hätten  sie  zehn  bis  fünfzehn  Tage 
später  vor  der  Adresse  ihrer  Mutter  abgesetzt.  Die  Mutter  habe  sie 
dann ins Spital gebracht. Während der Entführung sei sie mit Alkohol 
gefügig  gemacht  worden.  Zuvor  sei  sie  mittels  Briefen,  die  von 
verschiedenen Leuten an der Türe abgegeben worden seien, bedroht 
worden. Die Polizei sei ins Spital gekommen und habe einen Rapport 
erstellt.  Danach  sei  sie  wegen  der  Sache  viermal  auf  dem  Posten 
gewesen. Sie werde dazu innert Monatsfrist sowohl den Arzt- als auch 
den Polizeibericht einreichen. Es sei ihr nicht möglich gewesen, sofort 
all diese Dokumente mitzunehmen. Dass sie nach dem letzten Vorfall 
nicht umgehend ausgereist sei, sei damit zu erklären, dass noch eine 
Anzeige hängig gewesen sei. 

I.
Am  25.  August  2005  wurde  die  Beschwerdeführerin  vom  BFM 
einlässlich angehört. Als Grund für ihre Rückreise gab sie an, sie habe 
sich in der Schweiz unglücklich gefühlt; sie habe nicht wie gewünscht 
mit  ihrem Vater  im  Kanton  [...]  zusammenleben  können,  habe  nicht 
genügend Sozialhilfe erhalten  und es sei  ihr  gesundheitlich schlecht 
gegangen;  als  hauptsächlichen  Rückreisegrund  gab  sie  im  Verlaufe 
des Gespräches an, sie sei  im Kanton [...]  von zwei "Chefs" sexuell 
belästigt  worden.  Nach  dem  Verhältnis  zu  ihrem  Ehemann  gefragt, 
führte sie aus, dieses sei kein gutes. Sie habe letztmals in der letzten 
Juniwoche 2005 mit ihm auf dem Polizeiposten gesprochen. Er habe 
ihr gesagt, sie solle ihn in Ruhe lassen, er wolle nichts mehr von ihr 
wissen. Gegenüber der Polizei  habe er gesagt,  dass sie geschieden 
seien beziehungsweise, dass er sie nicht kennen würde. Viermal habe 
die  Polizei  ihn  auf  den  Posten  bestellt  und  jedes  Mal  habe  er 
bestritten,  sie  zu  kennen.  Es  sei  ihr  nicht  gelungen,  eine  Anzeige 
gegen  die  Vergewaltiger  zu  erstatten,  denn  der  eine  Polizeiposten 
habe sich als unzuständig erklärt und auf dem anderen Posten habe 
man ihr  gesagt,  die  Anzeige werde nur angenommen, wenn sie von 

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ihrem Mann darin unterstützt werde. Sie habe in der Folge weiterhin 
vergebens versucht, Anzeige zu erstatten, so letztmals in der letzten 
Juniwoche  2005.  Bei  der  zweiten  Vergewaltigung  habe  man  ihr 
gedroht, sie mit Säure zu übergiessen, sollte sie nochmals zur Polizei 
gehen. Weiter  erwähnte  sie,  sie  habe an der  Empfangsstelle  wegen 
der Anwesenheit eines Mannes zu ihren Vergewaltigungen nicht alles 
sagen können. Sie sei am 17. März 2005 und am 1. Juli 2005 jeweils 
von  fünf  Männern  vergewaltigt  worden.  Von  der  zweiten 
Vergewaltigung  sei  sie  schwanger  geworden. Sie  vermute,  dass  der 
Geheimdienst hinter diesen Machenschaften stecke. Dieser habe die 
Familie schon vorher fertig gemacht -  wegen ihres Vaters. Es könne 
aber auch sein, dass die Nachbarn oder die Schwiegereltern dahinter 
stecken würden. 

J.
Mit Verfügung vom 19. September 2005 (Eröffnung gleichentags) wies 
das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin und ihres Sohnes 
vom 8. August 2005 ab und ordnete deren Wegweisung samt Vollzug 
an.  Zur  Begründung  führte  es  an,  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  seien  nicht  glaubhaft.  Bereits  die  Ursache  der 
geltend gemachten Nachteile, mithin der Verfolgung des Vaters seitens 
der pakistanischen Behörden, könne nicht geglaubt werden, habe das 
BFM doch bereits in verschiedenen Verfügungen (zu finden im Dossier 
N._______) festgehalten, dass dieser keiner asylrelevanten Verfolgung 
ausgesetzt  sei.  Die  Vorbringen  hinsichtlich  Verfolgung  durch  den 
Geheimdienst ihres Vaters wegen seien daher nicht glaubhaft. Weiter 
erwog  die  Vorinstanz,  die  gesamten  Schilderungen  der 
Beschwerdeführerin  wirkten  vage  und  konstruiert  und  entsprächen 
nicht  denjenigen  einer  Frau,  welche  jahrelang  unter  schweren 
Repressalien  zu  leiden  gehabt  habe.  Weder  die  Angaben  zu  den 
Drohbriefen noch diejenigen zur stetig wechselnden Urheberschaft der 
geltend gemachten Übergriffe vermöchten zu überzeugen. Als weitere 
Unglaubhaftigkeitselemente  erwähnte  die  Vorinstanz  sodann  diverse 
widersprüchliche Protokollstellen. 

K.
Mit  Eingabe  vom  19.  Oktober  2005  an  die  damals  zuständige 
Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  erhob  die 
Beschwerdeführerin  durch  ihren  damaligen  Rechtsvertreter 
Beschwerde gegen den Entscheid des BFM vom 19. September 2005. 
Dieser beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und 

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es sei  festzustellen,  dass die  Beschwerdeführerin und ihr  Sohn die 
Flüchtlingseigenschaft  erfüllten.  Das  Asylgesuch  sei  gutzuheissen. 
Eventualiter  sei  der  angefochtene  Entscheid  aufzuheben  und  der 
Beschwerdeführerin sei  vollständige Akteneinsicht sowie Gelegenheit 
zur  Stellungnahme zu  gewähren. Die  Sache  sei  zur  Ergänzung  des 
Sachverhalts  und  der  Beweisabnahme  sowie  zur  erneuten 
Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Jedenfalls  sei  die 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  eine 
vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Auf  die  Begründung  der 
Beschwerde  wird  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen. 
Der Beschwerde lag das Urteil der ARK vom 18. Mai 2001 den Vater 
betreffend  (Gutheissung  eines  Revisionsgesuches  gegen  ein 
negatives Urteil der ARK vom 8. November 1999 und Wiederaufnahme 
des Beschwerdeverfahrens) sowie ein Internetauszug vom 19. Oktober 
2005 über ein Erdbeben im Raume Islamabad bei.

L.  
Mit  Zwischenverfügung  der  ARK  vom  25.  Oktober  2005  wurde  der 
Beschwerdeführerin und ihrem Sohn mitgeteilt, dass sie den Entscheid 
in  der  Schweiz  abwarten  könnten.  Gestützt  auf  Art.  63  Abs.  4  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  wurde  für  das 
Beschwerdeverfahren  ein  Kostenvorschuss  erhoben.  Die  weiteren 
Anträge wurden auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. 

M.
Am 4. November 2005 wurde der Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 
600.-- einbezahlt. 

N.
Mit  schriftlicher  Erklärung  vom  28.  März  2006  legte  der  damalige 
Rechtsvertreter sein Mandat nieder. 

O.
Einer Notiz des Amtes für soziale Sicherheit vom 26. Januar 2007 ist 
zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  der  Aufforderung  zum 
Wechsel  in  eine  andere  Unterkunft  nicht  nachgekommen  sei.  Die 
Wohnung habe folglich durch einen Gemeindearbeiter geräumt werden 
müssen.  Dabei  sei  etliches  pornografisches  Material  zum  Vorschein 
gekommen. Der Vater der Beschwerdeführerin habe sich in der Folge 
telefonisch  bis  nach  Mitternacht  bei  der  Betreuerin  über  die 
Wohnungsräumung  beschwert.  Er  habe  in  Aussicht  gestellt,  eine 

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Schadenersatzforderung  von  1  Million  Franken  zu  erheben.  Die 
Beschwerdeführerin  selbst  habe  sich  auch  bei  der  Opferhilfe  in  [...] 
beschwert und angegeben, die neue Wohnung sei unbewohnbar. Den 
Wohnungsschlüssel  habe  sie  zurückgegeben.  Aufgrund  der 
zweimaligen  polizeilichen  Anzeigen  gegen  die  Betreuerin  durch  die 
Beschwerdeführerin  habe  erstere  die  weitere  Betreuung  der 
Beschwerdeführerin verweigert. 

P.
Am 6. Februar 2007 ging beim Bundesverwaltungsgericht eine Kopie 
einer  von  der  Beschwerdeführerin  erstatteten  Strafanzeige  wegen 
Drohung, ausgehend von der Asylbetreuerin der Beschwerdeführerin, 
ein. Aus der Anzeige geht hervor, dass die Beschwerdeführerin bereits 
diverse Anzeigen gegenüber verschiedenen Personen erstattet habe, 
so  wegen  einfacher  Körperverletzung,  Vergewaltigung,  Drohung  und 
Hausfriedensbruch. 

Q.
Mit  undatiertem Schreiben der  Beschwerdeführerin  und  ihres  Vaters 
(Eingang am 13. Februar 2007), informierten diese darüber, dass die 
Beschwerdeführerin  durch  einen  Landsmann  namens  D_______ 
verschiedentlich  bedroht  und  vergewaltigt  worden  sei.  Sie  hätten 
bereits  mehrere  Anzeigen  erstattet.  Am 22.  November  2006  sei  die 
Beschwerdeführerin  von  besagter  Person  mit  einem Messer  verletzt 
worden. Weder habe die Polizei davon Fotos gemacht, noch habe das 
Spital ein Arztzeugnis ausgestellt. Die Spuren seien zudem durch die 
Wohnungsräumung  der  Asylbetreuerin  beseitigt  worden.  Weiter 
informierten  die  beiden  darüber,  dass  der  Sohn  der 
Beschwerdeführerin  am  19.  Januar  2007  entführt  worden  sei.  Laut 
Beschwerdeführerin  seien  D._______  und  die  Asylbetreuerin  für  die 
Entführung  verantwortlich.  Die  Entführung  hätten  sie  zur  Anzeige 
gebracht.  Bislang  sei  jedoch  unzureichend  ermittelt  worden. 
Abschliessend  wurde  darum  ersucht,  dass  der  Beschwerdeführerin 
der  Wohnsitzwechsel  nach  [...]  aufgrund  dieser  Vorfälle  gestattet 
werde.  Am  22.  Februar  2007  wies  das  BFF  das  Gesuch  um 
Kantonswechsel ab.

R.
Am  1.  März  2007  gingen  beim  Bundesverwaltungsgericht  diverse 
Akten  der  [...]polizei  [...]  vom  24.  Januar  2007  ein,  welche  im 
Zusammenhang mit der Anzeige der Beschwerdeführerin wegen Nicht-

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Zurückbringens des gemeinsamen Kindes am 19. Januar 2007 erstellt 
worden waren. 

S.
Mit  Eingabe  vom  5.  April  2007  ans  BFM  ersuchte  ein  neuer 
Rechtsvertreter  unter  Beilage  einer  Vollmachterklärung  um 
Einsichtnahme in die Akten der Beschwerdeführerin. Diesem Ersuchen 
gab das  BFM mit  Zwischenverfügung vom 20. April  2007  statt. Das 
Bundesverwaltungsgericht gewährte mit Instruktionsverfügung vom 1. 
Mai 2007 Einsicht in die Beschwerdeakten. Mit Schreiben vom 3. Mai 
2007  teilte  der  neue  Rechtsvertreter  mit,  es  sei  davon  Kenntnis  zu 
nehmen,  dass  er  die  Beschwerdeführerin  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nicht  zu  vertreten  beabsichtige  und  die 
eingereichte  Vollmacht  vom  5.  April  2007  somit  erloschen  sei. 
Gleichzeitig  beantragte  er  aber,  der  Beschwerdeführerin  sei  für  das 
Verfahren  vor  der  Staatsanwaltschaft  [...]  ein  amtlicher  Vertreter 
beizuordnen. Auf dieses Begehren trat das Bundesverwaltungsgericht 
mit Zwischenverfügung vom 9. Mai 2007 mangels Zuständigkeit nicht 
ein. 

T.
Mit  an  verschiedene  Behörden  gerichtetem  Schreiben  vom  4.  Juni 
2007  (Eingang  beim Bundesverwaltungsgericht  am 3.  August  2007) 
nahm  D._______  unaufgefordert  unter  anderem  zu  den  gegen  ihn 
seitens der Beschwerdeführerin erhobenen Vorwürfen Stellung. 

U.
Am  18.  September  2007  wandte  sich  der  Vater  der 
Beschwerdeführerin telefonisch an das Bundesverwaltungsgericht und 
beklagte sich darüber, dass den 22 Anzeigen,  die  seine Tochter  bei 
der  Polizei  deponiert  habe,  nur  unzureichend  nachgegangen werde. 
Gleichzeitig  informierte  er  darüber,  dass  die  Beschwerdeführerin 
gegenwärtig  bei  ihm  in  [...]  wohnhaft  sei.  Zudem  ersuchte  er  um 
Auskunft,  wie  er  seine  Tochter  im  Kanton  [...],  wo  sie  eigentlich 
zugeteilt sei, wieder anmelden könne.

V.
Mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes  vom 6. März  2008  hiess 
dieses  die  Beschwerde  des  Vaters  der  Beschwerdeführerin  [...]  gut. 
Zur  Begründung führte  es im Ergebnis  aus,  eine Gefährdung seiner 
Person  sei  [...]  nicht  auszuschliessen,  weshalb  objektive 

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Nachfluchtgründe  zu  bejahen  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft 
zuzuerkennen und Asyl zu gewähren sei (vgl. E_______).

W.
Am 31. März und 1. April  2008 wandte sich die Beschwerdeführerin 
ebenfalls telefonisch an das Bundesverwaltungsgericht. Sie teilte mit, 
sie habe derzeit  weder eine Wohnung noch erhalte sie medizinische 
Hilfe.  Sie  lebe  gegenwärtig  bei  einer  pakistanischen  Familie.  Die 
Beschwerdeführerin  wurde  darauf  verwiesen,  dass  sie  sich 
diesbezüglich  an  den  Zuweisungskanton  wenden  müsse,  sei  dieser 
doch  zuständig  für  ihre  finanzielle  Unterstützung.  Die 
Beschwerdeführerin  wurde  aufgefordert,  allfällige,  für  das 
Asylverfahren  relevante  Vorfälle  dem  Bundesverwaltungsgericht 
schriftlich mitzuteilen. 

X.
Mit  Telefon  vom  16.  Juni  2008  teilte  C._______  mit,  dass  sich  die 
Beschwerderführerin  in  der  Obhut  [...]  befinde.  C._______  ersuchte 
um  Auskunft,  wann  mit  welchen  Schritten  seitens  des 
Bundesverwaltungsgerichtes  zu  rechnen  sei.  Ihm  wurde  mitgeteilt, 
dass für Auskünfte vorab eine Vollmacht einzureichen sei. Ungeachtet 
dessen  könne  aber  über  den  Zeitpunkt  des  Verfahrensabschlusses 
nichts Verbindliches gesagt werden. C._______ stellte in Aussicht, er 
werde  Unterlagen  über  die  Schwierigkeiten  der  Beschwerdeführerin 
mit der zuständigen Sozialarbeiterin des Kantons [...]  einreichen. Am 
16. Juni  2008 reichte  die  Beschwerdeführerin  eine  Vollmacht  ein,  in 
welcher sie C._______ ermächtigt, mit dem Bundesverwaltungsgericht 
zu verhandeln und ihre Akten einzusehen.

Y.
Mit  Fax-Eingabe  vom  28.  Juli  2008  reichte  der  Rechtsvertreter  ein 
undatiertes  ärztliches  Zeugnis  von  Dr.  med.  G._______,  FMH 
allgemeine  Medizin,  zu  den  Akten.  Diesem  ist  im  Wesentlichen  zu 
entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  an  einer  schweren 
depressiven  Verstimmung  infolge  ausserordentlicher 
Belastungssituation  und Eisenmangel  leide. Seit  der  Entführung des 
Sohnes,  welcher  gegenwärtig  beim Vater  in  Pakistan lebe,  leide  die 
Beschwerdeführerin  unter  schweren Angstzuständen,  Schlaflosigkeit, 
Schreckhaftigkeit  und  Unruhe.  Seit  dieser  Zeit  sei  auch  die 
Menstruation  ausgeblieben,  was  als  Reaktion  auf  die 

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Belastungssituation anzusehen sei. Narben am Hals rechts und an der 
Brust links zeugten von Gewalteinwirkungen. 

Z.
Am 18. August 2008 erschien die Beschwerdeführerin zusammen mit 
ihrem  Vater  unangemeldet  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Die 
Beschwerdeführerin  beklagte  sich  darüber,  dass  ein  erneutes 
Kantonswechselgesuch vom BFM abgewiesen worden sei, und reichte 
folgende  Unterlagen  nach:  neun  Dokumente  der  Staatsanwaltschaft 
[...]  ihre  Anzeigen  beinhaltend,  ein  auf  Holländisch  übersetztes 
Schreiben  der  Mutter  der  Beschwerdeführerin  an  ein  Polizeibüro  in 
Islamabad (betreffend Schwierigkeiten mit D._______ anlässlich eines 
Besuches in Pakistan), ein Kantonswechselgesuch vom 16. Juli 2008, 
die Abweisung dieses Gesuches durchs BFM vom 22. Juli 2008 sowie 
das unter Bst. Y erwähnte Arztzeugnis.

AA.
Mit  Vernehmlassung  vom  20.  August  2008,  dem  Rechtsvertreter 
zugestellt  am 26. August 2008, schloss das BFM auf Abweisung der 
Beschwerde.  Unter  Verweis  auf  die  Akten  führte  es  aus,  die 
Beschwerdeführerin lege nicht ein Verhalten an den Tag, das von einer 
tatsächlich  an  Leib  und  Leben  bedrohten  Person,  welche  auf  den 
Schutz des Aufnahmestaates angewiesen sei, erwartet werden könne.

AB. Am  26.  August  2008  ging  beim  Bundesverwaltungsgericht  die 
Kopie eines Schreibens des Vaters der Beschwerdeführerin  vom 21. 
August  2008  an  [...]  ein;  es  wird  darin  namentlich  angesichts  des 
schlechten Gesundheitszustandes des Vaters der Beschwerdeführerin 
und  seiner  heutigen  Ehefrau  erneut  um  einen  Wechsel  der 
Beschwerdeführerin in den Kanton [...] ersucht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach 
Art. 5  VwVG.  Das  Bundesamt  für  Migration  (BFM)  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 

Seite 11

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Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1.  Januar  2007  die 
Beurteilung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48 
Abs. 1, 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 
Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 

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massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  
4.1 Die  Beschwerdeführerin  hat  (unter  anderem)  in  sämtlichen 
bisherigen Verfahren geltend gemacht, wegen ihres Vaters seit dessen 
Flucht in die Schweiz im Jahre 1996 Nachteilen unterschiedlichster Art 
ausgesetzt  gewesen  zu  sein.  Die  Vorinstanz  hat  im  vorliegend 
interessierenden  Entscheid  vom 19.  September  2005  die  Nachteile, 
welche zur letzten Asylgesuchstellung im August 2005 geführt haben, 
als  nicht  glaubhaft  bezeichnet.  Einleitend  führte  sie  in  der 
angefochtenen  Verfügung  aus,  der  Umstand,  dass  die 
Beschwerdeführerin  trotz  schwerer  Repressalien  ihr  Asylgesuch  im 
November  2004  zurückgezogen  habe  und  freiwillig  in  ihre  Heimat 
zurückgekehrt  sei,  führe  zu  erheblichen  Zweifeln  an  der 
Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin. Weiter erwog die Vorinstanz, 
die Verfolgungsvorbringen des Vaters seien vom BFF als unglaubhaft 
qualifiziert  worden,  weshalb  logischerweise  auch  an  der 
Reflexverfolgung der Tochter Zweifel anzubringen seien. Hinzu komme, 
dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  allgemein  vage  und 
konstruiert wirkten. Weder die Schilderungen bezüglich der erhaltenen 
Drohbriefe noch die Aussagen bezüglich der angeblichen Urheber der 
geltend  gemachten  Übergriffe  vermöchten  zu  überzeugen.  Die 
Aussagen  der  Beschwerdeführerin  enthielten  überdies  zahlreiche, 
teilweise stossende Ungereimtheiten beziehungsweise Widersprüche. 
Der  Beschwerdeführerin  sei  es  insgesamt  nicht  gelungen,  die 
Vorbringen glaubhaft zu machen. Die Schilderung, von stadtbekannten 
Kriminellen  behelligt  worden  zu  sein,  bezeichnete  die  Vorinstanz 
überdies  als  nicht  asylrelevant.  Straftaten  der  geschilderten  Art 
würden  in  Pakistan  strafrechtlich  verfolgt.  Bei  etwaiger  Untätigkeit 
einzelner  Beamter  stehe der  gesamte Rechtsweg offen. Eine gezielt 
gegen die Beschwerdeführerin gerichtete Schutzverweigerung seitens 
des pakistanischen Staates sei auszuschliessen. 

4.2 Diesen  Erwägungen  wird  auf  Beschwerdeebene  Folgendes 
entgegengehalten: Die von der Vorinstanz vorgenommene Beurteilung 
der  Glaubwürdigkeit  sei  weder  stichhaltig  noch  schlüssig.  Die 
Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Pakistan spreche eher für als 
gegen deren Glaubwürdigkeit. Den Gründen für die Rückkehr sei nicht 
genügend  Rechnung  getragen  worden.  Materielle  Gründe  für  die 
Asylgesuchstellung  seien  angesichts  der  Rückkehr  von  Vornherein 

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auszuschliessen,  ansonsten  die  Beschwerdeführerin  hier  einen 
Entscheid abgewartet hätte. Die Akten der früheren Verfahren dürften 
ohne vorgängige Gewährung der Akteneinsicht zudem nicht verwendet 
werden.  Zu  berücksichtigen  sei  weiter,  dass  die  ARK  das 
Revisionsgesuch des Vaters gutgeheissen habe. 

Sodann wird auf Beschwerdeebene gerügt, die Vorinstanz habe keinen 
einzigen  Hinweis  angeführt,  weshalb  die  Schilderungen  angeblich 
vage  und  konstruiert  wirkten.  Die  Argumentation  des  BFM  sei 
ihrerseits vage und diffus, so dass eine konkrete Stellungnahme nicht 
möglich  sei.  Eine  nähere  Betrachtung  der  Sachdarstellung  zeige 
überdies ein in wesentlichen Punkten einheitliches Aussageverhalten 
der  Beschwerdeführerin.  Die  vom  BFM  angeführten  Widersprüche 
seien nicht gravierend. Zudem sei bekannt, dass Vergewaltigungsopfer 
dazu  neigten,  ihre  Erlebnisse  zu  verdrängen,  womit  Divergenzen 
erklärt  werden  könnten.  Jedenfalls  reichten  die  im  Entscheid 
angeführten  Abweichungen  nicht  aus,  um  die  Sachdarstellung  als 
unglaubwürdig zu werten. Massgebend sei, dass die Angaben in den 
wesentlichen  Punkten  (Verfolgung  der  Beschwerdeführerin, 
Beschreibung  des  ihr  zugestossenen  Leides)  übereinstimmten.  Die 
Angaben der Beschwerdeführerin zeigten, dass das Vorgehen gegen 
sie  einen  politischen  Hintergrund  habe.  Offensichtlich  sei  sie  als 
Zielscheibe benutzt worden, um ihren Vater unter Druck zu setzen. Die 
Beschwerdeführerin habe überdies dargetan, dass ihr die staatlichen 
Behörden  keinen  Schutz  gewährten  und  die  Täter  nicht  verfolgt 
würden. Als von ihrem Ehemann verstossene, vergewaltigte Frau sei 
sie ohnehin praktisch rechtlos. 

4.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  nach  Gegenüberstellung 
und  Auswertung  der  beiden  Protokolle  vom  12.  August  2005 
(Empfangsstellenprotokoll;  B1/10)  und  25.  August  2005  (BFM-
Protokoll; B10/16) zum Ergebnis, dass die Darstellung der Vorfälle des 
Jahres  2005,  welche  die  Beschwerdeführerin  zur  erneuten  Ausreise 
veranlasst  haben  sollen,  als  unglaubhaft  zu  werten  sind.  Die 
Vorinstanz  hat  im  angefochtenen  Entscheid  bereits  einige 
Unzulänglichkeiten angeführt,  welche den Sachverhalt  als zweifelhaft 
erscheinen  lassen.  Sie  hat  die  Aussagen  zur  Urheberschaft  der 
Drohbriefe und Vergewaltigungen als vage und konstruiert bezeichnet, 
weil  die  Beschwerdeführerin  ausweichend  geantwortet  und  immer 
neue potentielle Verfolger ins Feld geführt habe. 

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In der Tat lässt  sich den Protokollen keine kohärente und schlüssige 
Darstellung  der  Vorfälle  entnehmen. Gemäss  BFM-Protokoll  gab  die 
Beschwerdeführerin  erst  an,  hinter  der  Vergewaltigung  stünden  teils 
stadtbekannte  Kriminelle,  die  durch  die  Agentur  angeheuert  worden 
seien. Auf Nachfrage hin konkretisierte sie, mit Agentur meine sie den 
Geheimdienst (B10/16, S. 7). Auf weitere Nachfrage hin gab sie an, die 
Kriminellen hätten eventuell im Auftrag der Schwiegereltern gehandelt, 
welche schon drei Mädchen hätten töten lassen. Schliesslich nahm sie 
diese  Version  wieder  zurück  und  führte  die  Nachbarn  als  mögliche 
Auftraggeber ins Feld (B10/16, S. 8 u. 9). 

Nicht  nachvollziehbar  bleiben  die  Aussagen  der  Beschwerdeführerin 
sodann auch bei der Frage, wieso sie beim Übergriff seitens der fünf 
Kriminellen  auf  einen  Auftraggeber  schliesse. Die  Antwort,  sie  habe 
zuvor Drohbriefe erhalten und man habe ihr eine Verätzung mit Säure 
angedroht,  vermag  den  Verdacht  betreffend  allfällige  Auftraggeber 
nicht zu erklären (B10/16, S. 10). 

Sodann  vermochte  die  Beschwerdeführerin  trotz  mehrmaliger 
Nachfrage die Absicht hinter diesen angeblichen Drohbriefen nicht zu 
erklären  (B10/16,  S.  10)  und  den  Erhalt  der  Briefe  nicht 
übereinstimmend  zu  schildern.  So  gab  sie  an  der  Empfangsstelle 
nämlich  an,  zirka  einen  Monat  nach  ihrer  Rückkehr  hätten 
verschiedene Leute Umschläge mit Drohungen abgegeben (B1/10, S. 
5),  während  sie  bei  der  BFM-Anhörung  angab,  sie  hätten  die 
Drohbriefe an der Türe hängend vorgefunden (B10/16, S. 7). 

Zu bestätigen sind weiter die Erwägungen der Vorinstanz, wonach sich 
die Beschwerdeführerin hinsichtlich des letzten Postenaufenthaltes bei 
der  Polizei  innerhalb  der  selben  Anhörung  in  zeitlicher  Hinsicht 
widersprochen habe (B10/16, S. 6 u. 10; angefochtene Verfügung Seite 
4). 

Weitere  Zweifel  erweckt  auch  der  Umstand,  dass  die 
Beschwerdeführerin an der Empfangsstelle zwar einleitend angab, es 
habe zwei Vergewaltigungen gegeben, in der Folge jedoch nur die eine 
schilderte und danach angab, keine weiteren Gründe zu haben (B1/10, 
S.  6).  Bezeichnenderweise  reichte  sie  keines  der  angekündigten 
Beweismittel (Spital- und Polizeibericht) nach und lieferte auch keinen 
Grund  für  diese  Säumnis.  Während  aus  ihren  Aussagen  an  der 
Empfangsstelle hervorgeht,  dass (mindestens) ein Arzt- als auch ein 

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Polizeibericht  im  Heimatland  zurückgelassen  wurden  (die 
Beschwerdeführerin offerierte nämlich diese beiden Beweise und bat 
um einen Monat Frist zum Einreichen [B1/10, S. 5],  zudem erwähnte 
sie das Bestehen einer Anzeige), führte sie bei der BFM-Anhörung an, 
es sei ihr nicht möglich, einen Polizeibericht einzureichen, da man ihr 
damals  auf  dem  Posten  gesagt  hätte,  der  betreffende  Zettel  sei 
zerrissen  worden  (B10/16,  S.  9).  An  anderer  Stelle  gab  sie  erneut 
abweichend an,  der  Polizeiposten habe die  Herausgabe einer  Kopie 
verweigert (B10/16, S. 5).  

In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der 
Asylgesuchstellung weder Identitätsdokumente noch Beweismittel  mit 
sich führte, ist weiter auch ihre Aussage, sie habe damals nicht sofort 
alle  Dokumente  mitbringen  können,  als  unbehelflicher  Einwand  zu 
qualifizieren (B1/10, S. 5). 

Zu  bestätigen gilt  es  sodann  auch die  vorinstanzlichen Erwägungen 
die  früheren  Ausreisegründe  betreffend.  Die  Beschwerdeführerin  hat 
bereits  anlässlich  ihrer  ersten beiden Asylgesuche geltend gemacht, 
von verschiedener, unter anderem staatlicher Seite an Leib und Leben 
bedroht gewesen zu sein. Trotz dieser angeblichen Bedrohung ist sie 
noch  im  gleichen  Jahr  ihrer  Ankunft  in  der  Schweiz  (2004)  nach 
Pakistan  in  die  mütterliche  Wohnung  zurückgekehrt.  Zuvor  ist  sie 
zwecks Ausstellung von Reisepapieren mit den heimatlichen Behörden 
in  Verbindung  getreten  (B10/16,  S.  8).  Aus  diesem  Verhalten  darf 
geschlossen  werden,  dass  die  früher  geltend  gemachte 
Bedrohungslage, auf welche sie sich - nebst neuen Ausreisegründen - 
auch  nach  der  Rückkehr  in  die  Schweiz  wieder  bezog,  nicht  den 
Tatsachen  entspricht.  Der  Vorinstanz  ist  somit  auch  darin 
zuzustimmen,  dass  diese  Umstände  geeignet  sind,  die  persönliche 
Glaubwürdigkeit  der  Beschwerdeführerin  in  Frage  zu  stellen.  Zu 
erwähnen  ist  weiter,  dass  auch  die  Beweggründe  für  die  Rückkehr 
nach Pakistan undurchsichtig  geblieben sind. Gemäss BFM-Protokoll 
hat sie die Schweiz insbesondere wegen sexueller Belästigung durch 
Angestellte („Chefs“)  der ihr  zugewiesenen Unterkunft  verlassen. Sie 
vermochte  aber  weder  die  Namen dieser  Leute  noch  die  Stelle,  bei 
welcher sie sich dagegen beschwert habe, anzugeben (B10/16, S. 11 
u.  13).  Auch  blieb  sie  den  seitens  des  BFM  einverlangten 
Beschwerdebrief in dieser Sache schuldig. 

An oben stehenden Erwägungen vermag auch nicht zu ändern, dass 

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das  Bundesverwaltungsgericht  hinsichtlich  des  Vaters  der 
Beschwerdeführerin  mit  Urteil  vom 6. März  2008  das  Bestehen  von 
objektiven  Nachfluchtgründen  anerkannt  und  diesem  die 
Flüchtlingseigenschaft  zuerkannt  hat.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
vermochte  in  diesem  Verfahren  nicht  mit  der  nötigen  Sicherheit 
auszuschliessen,  dass  [...]  den Vater  [...]  in  Gefahr  gebracht  haben. 
Die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  gegenüber  dem  Vater 
entbindet  die  Beschwerdeführerin  jedoch  nicht  davon,  ihre 
Anschlussverfolgung  glaubhaft  zu  machen.  Dies  ist  ihr  mit  ihrer 
Rückkehr  während  hängigem  Verfahren  und  den  Schilderungen 
anlässlich  der  beiden  letzten  Anhörungen  nicht  gelungen. Auch  ihre 
Erklärung, dass nur sie von der Familie von Reflexverfolgung bedroht 
war,  weil  sie  die  älteste  und  schönste  Tochter  sei  (B10/16,  S.  8), 
vermag das Bundesverwaltungsgericht nicht zu überzeugen. 

Den Einwänden auf Beschwerdeebene, wonach die Schilderungen in 
wesentlichen  Belangen  übereinstimmend  ausgefallen  seien  und  der 
Vorhalt  der  vagen  Sachverhaltsdarstellung  ungerechtfertigt  sei,  kann 
nach dem Gesagten nicht gefolgt werden. 

4.4 Eine  andere  Betrachtungsweise  vermochte  die 
Beschwerdeführerin auch mit ihrer spontanen persönlichen Vorsprache 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  am  18.  August  2008  nicht 
herbeizuführen.  Die  Beschwerdeführerin  hat  dabei  mehrheitlich 
aktenkundige Dokumente zu den Akten gereicht und nochmals auf die 
erlittenen  Gewalteinwirkungen  hingewiesen.  Das 
Bundeverwaltungsgericht  konnte sich dabei zwar vom Vorhandensein 
einer Narbe am Hals überzeugen. Selbst  wenn diese Verletzung wie 
behauptet (vgl. oben, Bst. Q) von [...] D._______ herrühren sollte, kann 
daraus  keine  akute  Gefährdungssituation  der  Beschwerdeführerin  in 
ihrem Heimatland abgeleitet werden. 

4.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin  die  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nach 
Art. 7 AsylG nicht zu erfüllen vermögen. Die Beschwerde ist folglich im 
Asylpunkt abzuweisen. 

5.  
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 

Seite 17

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ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die Beschwerdeführerin und ihr sich angeblich gegenwärtig beim 
Vater  in  Pakistan  aufhaltender  Sohn  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu 
Recht  angeordnet  (Art.  44  Abs.  1  AsylG;  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das 
Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über 
die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 
des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

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6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  und  ihres  Sohnes  in  den 
Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art.  5  AsylG 
rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin  noch  aus  den  Akten  glaubhafte  Anhaltspunkte 
dafür,  dass  sie  und  ihr  Sohn  im  Heimatstaat  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des  UN-Anti-Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit 
weiteren  Hinweisen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil 
vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I,  S. 327 
ff.).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Pakistan  lässt 
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist – unter Vorbehalt von 
Art.  83  Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.5 Eine  derartige  konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  ist 
den  Akten  nicht  entnehmbar.  Die  Beschwerdeführerin  ist  im  Jahre 

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2004 trotz hängigem Asylverfahren nach Islamabad in die mütterliche 
Wohnung zurückgekehrt  und hat  sich eigenen Angaben zufolge dort 
während zirka acht Monaten aufgehalten. Es darf davon ausgegangen 
werden,  dass  sie  bei  der  erneuten  Rückkehr  und  Integration  ein 
weiteres Mal auf die Hilfe ihrer Familie zählen darf. Auch aus dem am 
28.  Juli  2008  eingereichten,  undatierten  Bericht  eines 
Allgemeinmediziners  ihren  gegenwärtigen  Gesundheitszustand 
betreffend  (vgl.  oben,  Bst.  Y)  vermag  die  Beschwerdeführerin  keine 
Notwendigkeit  eines  weiteren  Verbleibes  in  der  Schweiz  abzuleiten. 
Diesem  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  seit  der 
Trennung  von  ihrem Sohn  an  einer  schweren  reaktiven  depressiven 
Verstimmung sowie  Eisenmangel  leidet. Diese Erkrankungen sind in 
Islamabad  behandelbar  und  stellen  keine  medizinische  Notlage  im 
oben erwähnten Sinne dar.  Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug 
der Wegweisung somit auch als zumutbar. 

6.6 Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführern,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die  Vorinstanz  hat  deren  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzen  (Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Sie  sind mit  dem 

Seite 20

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am 4. November 2005 geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe 
zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 21

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  sind  mit  dem  am  4.  November  2005  geleisteten 
Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N._______ (per Kurier; in Kopie)
- [Kanton]

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

Versand: 

Seite 22