# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af26af4e-dc8d-54da-a67c-ad54ba167fdd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 20.08.2021 SK 2020 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-46_2021-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 46

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. August 2021 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Aebi, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Herger

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt E.________

Strafkläger 1 / Berufungsführer 1

und

D.________
v.d. Rechtsanwalt E.________

Strafklägerin 2 / Berufungsführerin 2

2

Gegenstand fahrlässige Verunreinigung von Trinkwasser

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 12. September 2019 
(PEN 17 367)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) 
sprach den Beschuldigten A.________ (nachfolgend Beschuldigter) mit Urteil vom 
12. September 2019 von der Anschuldigung der fahrlässigen Verunreinigung von 
Trinkwasser, angeblich begangen in der Zeit von 3. Juni 2017 bis anfangs August 
2017 in J.________ (Ortschaft), K.________ (Adresse), frei, unter Ausrichtung einer 
Entschädigung in der Höhe von insgesamt CHF 16'678.85 für die Ausübung seiner 
Verfahrensrechte sowie unter Auferlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, 
insgesamt bestimmt auf CHF 3'800.00, an den Kanton Bern (Ziff. I. des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs; pag. 245). Weiter schrieb die Vorinstanz die Zivilklage der 
beiden Straf- und Zivilkläger und Berufungsführer C.________ (nachfolgend Straf- 
und Zivilkläger 1 bzw. Strafkläger 1) und D.________ (nachfolgend Straf- und Zivil-
klägerin 2 bzw. Strafklägerin 2) infolge Rückzugs der Zivilklage als erledigt ab, ohne 
dass für die Beurteilung des Zivilpunktes Verfahrenskosten ausgeschieden oder Ent-
schädigungen gesprochen wurden (Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 245).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt E.________ mit Eingabe vom 19. Sep-
tember 2019 für die beiden Straf- und Zivilkläger fristgerecht die Berufung an 
(pag. 249). Die Berufungserklärung datiert vom 17. Februar 2020 und ging am 
18. Februar 2020 ebenfalls innert Frist beim Obergericht des Kantons Bern ein 
(pag. 297 ff.). 

Mit Eingabe vom 26. Februar 2020 teilte die Generalstaatsanwaltschaft ihren Ver-
zicht auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren mit (pag. 307 f.). 

Der Beschuldigte liess sich innert Frist nicht vernehmen, hat mithin weder Nichtein-
treten auf die Berufung der Straf- und Zivilkläger beantragt noch Anschlussberufung 
erklärt (vgl. pag. 309).

3. Privatklägerschaft

Mit Verfügung vom 30. März 2020 wurde festgestellt, dass die beiden Straf- und 
Zivilkläger weder erst- noch oberinstanzlich eine Zivilklage eingereicht haben und sie 
deshalb im Berufungsverfahren künftig nur noch als Strafkläger bezeichnet würden 
(pag. 309). 

Weiter wurden die beiden Strafkläger mit Verfügung vom 30. März 2020 aufgefor-
dert, für oberinstanzlich allenfalls anfallende Verfahrenskosten eine Sicherheit in der 
Höhe von CHF 5'000.00 zu leisten, unter Hinweis darauf, dass die 2. Strafkammer 
für den Fall, dass die Sicherheit nicht fristgerecht geleistet wird, auf die Berufung 
nicht eintritt (pag. 310). Die Sicherheitsleistung ging fristgerecht beim Obergericht 
des Kantons Bern ein (pag. 312).

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4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Rechtsanwalt E.________ stellte namens der Strafkläger mit Berufungserklärung 
vom 17. Februar 2020 die Beweisanträge, es seien F.________ zu seiner Bewirt-
schaftung auf dem Grundstück des Beklagten [recte: Beschuldigten] und 
G.________ zur Bewirtschaftung auf dem Grundstück des Beklagten [recte: Be-
schuldigten] sowie zu den Drainagerohren im Boden (Standortverhältnisse) als Zeu-
gen zu befragen (pag. 300). Mit Verfügung vom 13. Juli 2020 (pag. 313 ff.) wurden 
diese Beweisanträge gutgeheissen. Ausserdem wurde zeitgleich von Amtes wegen 
ein Augenschein auf der K.________ (Adresse) angeordnet sowie H.________, 
L.________ (Fachstelle), als sachverständiger Zeuge zur Berufungsverhandlung 
vom 2. November 2020 im Hotel P.________ auf der Q.________ (Ortschaft) vorge-
laden (pag. 314). 

Am 4. August 2020 stellte Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten 
erste, nicht abschliessende Beweisanträge (pag. 328 ff.). Konkret beantragte und 
begründete er, es sei vor der Berufungsverhandlung vom 2. November 2020 die ge-
naue Lage und Tiefe der zwei in die Brunnstube mündenden Quellfassungen 
(«obere» und «untere» Leitung) durch M.________ und/oder I.________ von der 
N.________(GmbH) bestimmen zu lassen. Dabei sei auch untersuchen zu lassen, 
ob es weitere Quellfassungen gebe, welche in die Brunnstube münden. Dazu sei 
insbesondere zu prüfen, ob von der «oberen» und «unteren» Leitung noch weitere 
Leitungen abzweigten, welche zu weiteren Quellfassungen führten (pag. 328). Die 
genaue Lage und Tiefe allfälliger weiterer in die Brunnstube mündenden Quellfas-
sungen seien zu bestimmen und die Quellfassungen seien auf ihre fachgerechte 
Ausführung untersuchen zu lassen. Insbesondere sei zu prüfen, ob sich auf den 
Quellfassungen sog. Drainagen befänden, welche das Oberflächenwasser von den 
Quellfassungen wegleiten würden. Und schliesslich sei der Untergrund des Grunds-
tücks Langnau im Emmental-Gbbl. Nr. ________ auf allfällige weitere Drainagen 
ausserhalb der Quellfassungen absuchen zu lassen (pag. 329). 

Mit Eingabe vom 24. August 2020 stellte und begründete Rechtsanwalt E.________ 
für die beiden Strafkläger den Beweisantrag, es sei die der Eingabe beiliegende DVD 
mit Fotos und Laborberichten zu den Akten zu nehmen (pag. 335 f.). Mit Verfügung 
vom 31. August 2020 (pag. 370 ff.) wurde dieser Beweisantrag gutgeheissen, die 
DVD zu den Akten erkannt und der Beschuldigte mit einer Kopie bedient (pag. 371). 

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete für den Beschuldigten mit Eingabe 
vom 24. August 2020 die folgenden weiteren Beweisanträge (pag. 338 ff.): 

«[…]

1. Es sei der Untergrund des Grundstücks Langnau im Emmental-Gbbl. Nr. ________ durch eine 
sachverständige Person auf mögliche geologische Ursachen für die angebliche Verunreinigung des 
Quellwassers untersuchen zu lassen. 

2. Es sei unter mehreren Malen die kurz vor und nach Niederschlägen aus der «oberen» und «unte-
ren» Leitung stammende Wassermenge durch eine sachverständige Person messen und die 
Gründe für etwaige Schwankungen feststellen zu lassen. 

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3. Es seien beim Amt für Wasser und Abfall, Reiterstrasse 11, 3011 Bern, die von der dem Grundstück 
Langnau im Emmental-Gbbl. Nr. ________ nächstgelegenen Messstation seit dem 1. Januar 2016 
aufgezeichneten Niederschlagsdaten einzuholen. 

4. Es seien die hiermit als Beilage 1 eingereichten Aufnahmen vom 24. Januar 2018 zu den amtlichen 
Akten zu erkennen. 

5. Es seien die hiermit als Beilage 2 eingereichten Orthofotos aus den Jahren 1934, 1946, 1953, 1980, 
1986, 1993, 2004, 2006 sowie 2007 zu den amtlichen Akten zu erkennen.

6. Es seien die hiermit als Beilage 3 eingereichten Aufnahmen vom 23. August 2005 zu den amtlichen 
Akten zu erkennen. 

7. Es seien die hiermit als Beilage 4 eingereichten Aufnahmen aus den Jahren 1929 sowie 1948 zu 
den amtlichen Akten zu erkennen. 

8. Es seien die hiermit als Beilage 5 eingereichten Auszüge aus «www.mutterkuh.ch» (Rassenver-
gleich Angus/Simmentaler/Braunvieh) zu den amtlichen Akten zu erkennen. 

9. Es sei der hiermit als Beilage 6 eingereichte Auszug aus dem landwirtschaftlichen Produktionska-
taster (Zoneneinteilung) zu den amtlichen Akten zu erkennen. 

10. Es seien die hiermit als Beilage 7 eingereichten Auszüge aus der Tierverkehrsdatenbank (TVD) 
vom 23. November 2017 zu den amtlichen Akten zu erkennen. 

11. Es seien die hiermit als Beilage 8 eingereichten Berichte der «Mutterkuh Schweiz» zu den unange-
meldeten Kontrollen vom 14. September 2015 und vom 5. August 2016 zu den amtlichen Akten zu 
erkennen. 

12. Es sei bei Herrn C.________ und Frau D.________ eine Kopie des Untersuchungsberichts einzu-
holen, welcher vor dem Bau der neueren Quellfassung erstellt wurde.»

Mit bereits erwähnter Verfügung vom 31. August 2020 (pag. 370 ff.) wurden die Be-
weisanträge 4 - 11 des Beschuldigten gemäss Schreiben vom 24. August 2020 gut-
geheissen und die entsprechenden Beilagen Nrn. 4-11, mit dem auch durch den Be-
schuldigten angebrachten Hinweis auf die mit Schreiben vom 19. Februar 2018 be-
reits eingereichten und somit in den Akten vorhandenen – jedoch nicht zu allen Tei-
len identischen – Unterlagen (pag. 99 ff.), zu den Akten erkannt. Die Strafkläger wur-
den mit Kopien bedient (pag. 371). Der Beweisantrag 12 wurde gutgeheissen und 
die Strafkläger 1 und 2 aufgefordert, innert Frist eine Kopie des Untersuchungsbe-
richts einzureichen, welcher vor dem Bau der neueren Quellfassung erstellt wurde 
oder alternativ mitzuteilen, sollte kein solcher Bericht vorhanden sein (pag. 371). Der 
Beweisantrag Nr. 3 betreffend Einholung der Niederschlagsdaten seit 1. Januar 2016 
wurde insofern gutgeheissen, als beim Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern 
(nachfolgend AWA) die Jahrbuchblätter der Messstation O.________ (Ortschaft) be-
treffend die täglichen Niederschlagsmengen der Jahre 2016, 2017 und 2018 einge-
holt wurden. Die Parteien wurden mit Kopien der eingeholten Jahrbuchblätter sowie 
der E-Mail des AWA bedient (pag. 460 ff.). Weiter wurde in Aussicht gestellt, über 
die Beweisanträge Nrn. 1 und 2 des Beschuldigten werde anlässlich der Verhand-
lung vom 2. November 2020 entschieden (pag. 466). Die Beweisanträge 1 - 5 des 

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Beschuldigten, gestellt mit Schreiben vom 4. August 2020, wurden insofern gutge-
heissen, als I.________, N.________(GmbH), als Sachverständiger ernannt und ihm 
entsprechende Fragen unterbreitet wurden (pag. 371).

Innert der mit Verfügung vom 31. August 2020 angesetzten 10-tägigen Frist teilte 
Rechtsanwalt B.________ mit Eingabe vom 10. September 2020 (pag. 382 f.) mit, 
dass aus Sicht des Beschuldigten gegen die Ernennung von I.________ als sach-
verständige Person grundsätzlich nichts einzuwenden sei. I.________ und der Straf-
kläger 1 seien jedoch gerichtlich aufzufordern offenzulegen, über was an der Besich-
tigung vom 9. September 2020 sowie generell seit Beginn dieses Jahres unterein-
ander gesprochen worden sei (pag. 382). Rechtsanwalt B.________ beantragte zu-
dem namens seines Mandanten die Unterbreitung einer Ergänzungsfrage an den 
Sachverständigen (pag. 383).

Mit Eingabe vom 11. September 2020 (pag. 385 ff.) teilte Rechtsanwalt E.________ 
für die Strafkläger 1 und 2 mit, es würden keine Ablehnungsgründe gegen den Sach-
verständigen I.________ geltend gemacht. Er beantragte, I.________ habe das 
schriftlich erstattete Gutachten anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. Novem-
ber 2020 als sachverständige Person mündlich zu erläutern, nötigenfalls zu ergän-
zen und offene Ergänzungsfragen zu beantworten. Eventualiter ersuchte Rechtsan-
walt E.________ um Gewährung einer kurzen Nachfrist zur Stellung von konkreten 
Ergänzungsfragen (pag. 385). Überdies teilte er bezugnehmend auf Ziffer 4 der Ver-
fügung vom 31. August 2020 mit, dass kein solcher Untersuchungsbericht existiere 
(pag. 385). 

Das bei I.________ in Auftrag gegebenen schriftliche Gutachten datiert vom 9. Ok-
tober 2020 und ging am 12. Oktober 2020 bei der 2. Strafkammer ein (pag. 394 ff.). 

Mit Verfügung vom 12. Oktober 2020 (pag. 413 ff.) wurde davon Kenntnis genommen 
und den Parteien Kenntnis gegeben. Ausserdem wurde der Gutachter aufgefordert, 
in Ergänzung zu seinem Gutachten die ihm mit Auftrag vom 31. August 2020 gestell-
ten Fragen bis am 16. Oktober 2020 schriftlich zu beantworten. Sodann wurde 
I.________ zur Berufungsverhandlung vom 2. November 2020 im Hotel P.________ 
auf der Q.________ (Ortschaft) vorgeladen (pag. 414). 

Der vom 13. Oktober 2020 datierende «Anhang zum Gutachtensauftrag» ging am 
14. Oktober 2020 bei der 2. Strafkammer ein (pag. 415 f.). 

Mit Verfügung vom 14. Oktober 2020 (pag. 418 f.) wurde den Parteien Frist zur Stel-
lung von Ergänzungs- und/oder Erläuterungsfragen an den Sachverständigen bis 
am 26. Oktober 2020 gesetzt und mitgeteilt, dass der Sachverständige I.________ 
anlässlich der Verhandlung vom 2. November 2020 ergänzend befragt und er vorab 
die von den Parteien bereits gestellten zusätzlichen Fragen beantworten werde 
(pag. 419). 

Rechtsanwalt B.________ unterbreitete mit Eingabe vom 26. Oktober 2020 weitere 
Fragen an den Sachverständigen I.________ (pag. 426) und reichte weitere Unter-
lagen ein, mit dem Antrag, diese seien zu den Akten zu erkennen (pag. 427 f.). 

Rechtsanwalt E.________ teilte seinerseits mit Eingabe vom 26. Oktober 2020 
(pag. 441 f.) mit, es würden im Vorfeld der Berufungsverhandlung vom 2. November 

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2020 keine Ergänzungsfragen an den Sachverständigen I.________ gestellt. Er 
stellte namens der Strafkläger bei gleicher Gelegenheit den Beweisantrag, es seien 
die schriftlichen Fragen und Antworten von R.________, Dipl. Geologin, Fachbe-
reichsleiterin Hydrogeologie bei der Firma S.________ (AG) in Bern, und von 
T.________, Leiter Fachbereich Beratung beim U.________ (Aus- und Weiterbil-
dungszentrum) zu den anlässlich der gemeinsamen Besichtigung der Parteien vom 
12. Mai 2020 gestellten Fragen zu den Akten zu erkennen (pag. 441 ff.). 

Mit Verfügung vom 27. Oktober 2020 (pag. 458 ff.) wurden die oberwähnten Beweis-
mittel der Parteien zu den Akten erkannt (pag. 459). 

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung vom 2. November 2020 wurde zu-
dem über den Beschuldigten von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug, 
datierend vom 19. Oktober 2020 (pag. 424), sowie ein aktueller Bericht über die wirt-
schaftlichen Verhältnisse, datierend vom 16. Oktober 2020 (pag. 421 f.), eingeholt. 

In der Berufungsverhandlung vom 2. November 2020 wurde der Beschuldigte 
schliesslich erneut zu Person und Sache einvernommen (pag. 618 ff.). Ausserdem 
wurden die Strafkläger 1 + 2 (pag. 609 ff. und pag. 614 ff.), die Zeugen F.________ 
und G.________ (pag. 631 ff. und pag. 637 f.) sowie der sachverständige Zeuge 
H.________ (pag. 640 ff.) und der Sachverständige I.________ (pag. 648 ff.) befragt 
und es wurde vor Ort ein Augenschein genommen (pag. 652 ff.).

Anschliessend an den Augenschein und nach Durchführung von getrennten Ver-
gleichsverhandlungen (vgl. Erwägung 5 hienach) stellte der Strafkläger 1 in der Be-
rufungsverhandlung den Beweisantrag, ein USB-Stick mit den Richtlinien des Bun-
des und Kantons zum Erosionsschutz und zum Ausbringen von flüssigem Dünger 
sei zu den Akten zu nehmen. Die Kammer beschloss, der Stick werde zu den Akten 
genommen (pag. 665). Auch erging anlässlich der Berufungsverhandlung der Be-
schluss, dass die Beweisanträge der Verteidigung auf sachverständige Untersu-
chung des Untergrundes des Grundstücks Langnau-Gbbl. Nr. ________ auf mögli-
che geologische Ursachen für die angebliche Verunreinigung des Quellwassers (Be-
weisantrag Nr. 1, gestellt mit Schreiben vom 24. August 2020; pag. 338) und auf 
sachverständige Messung der aus der «oberen» und «unteren» Leitung stammen-
den Wassermenge kurz vor und nach Niederschlägen sowie auf sachverständige 
Feststellung der Gründe für etwaige Schwankungen (Beweisantrag Nr. 2, gestellt mit 
Schreiben vom 24. August 2020; pag. 338), abgewiesen werden (pag. 665).

In der Folge wurde das Beweisergänzungsverfahren geschlossen (pag. 665).

5. Vergleichsverhandlungen

Anlässlich der am 2. November 2020 im Hotel P.________ auf der Q.________ 
(Ortschaft) stattfindenden Berufungsverhandlung (pag. 606 ff.) wurden getrennte 
Vergleichsverhandlungen geführt (pag. 665). Im Anschluss an die Verhandlung 
wurde den Parteien ein von der Kammer schriftlich ausformulierter Vergleichsvor-
schlag in Aussicht gestellt. Die Parteien erklärten sich im Weiteren auf Ersuchen des 
Vorsitzenden angesichts seiner bevorstehenden Pensionierung damit einverstan-
den, dass das Verfahren bei einem allfälligen Scheitern der Vergleichsverhandlun-

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gen mit anderer Kammerzusammensetzung, insbesondere unter anderer Verfah-
rensleitung (Oberrichterin Friederich Hörr), fortgeführt werden könne (pag. 666). Mit 
Verfügung vom 17. November 2020 wurde der Vergleichsvorschlag den Parteien, 
unter Fristansetzung bis am 9. Dezember 2020 für dessen Annahme oder Ableh-
nung, zugestellt (pag. 552 ff.). 

Mit Verfügung vom 14. Dezember 2020 (pag. 569 f.) wurde u.a. festgestellt, dass der 
gerichtliche Vergleichsvorschlag von beiden Parteien abgelehnt wird und damit die 
Vergleichsverhandlungen gescheitert sind. Zudem wurde den Parteien Frist bis am 
15. Januar 2021 zur Stellungnahme betreffend die Verfahrensweiterführung ange-
setzt (pag. 570; vgl. Erwägung 6 hienach).

6. Fortführung im mündlichen Verfahren

Mit vorerwähnter Verfügung vom 14. Dezember 2020 wurden die Parteien um Mit-
teilung ersucht, ob sie mit einem Wechsel ins schriftlichen Verfahren einverstanden 
seien (pag. 569 f.). Der Beschuldigte erklärte sich mit Schreiben vom 15. Januar 
2021 damit einverstanden (pag. 571 f.). Die Strafkläger teilten mit Schreiben vom 
15. Januar 2021 mit, das Beweisverfahren sei fortzuführen und beantragten u.a. die 
Einvernahme von zwei Zeugen (pag. 574 f.). Mit Beschluss vom 15. März 2021 wies 
die Kammer diesen Antrag der Strafkläger ab. Zur Begründung führte sie an, das 
Beweisergänzungsverfahren sei anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. No-
vember 2020, nachdem den Parteien im Anschluss an die Vergleichsverhandlungen 
Gelegenheit gegeben worden sei, weitere Beweisergänzungsanträge zu stellen, ge-
schlossen worden. Für die Kammer bestehe kein Anlass auf diesen Beschluss 
zurückzukommen und das Beweisergänzungsverfahren wiederaufzunehmen. Im 
Übrigen erachtete sie in antizipierter Beweiswürdigung eine erneute Befragung des 
Beschuldigten und der beantragen Zeugen als nicht angezeigt. Die mit Schreiben 
der Strafkläger vom 15. Januar 2021 eingereichte Beilage und die mit Schreiben des 
Beschuldigten vom 1. Februar 2021 eingereichten Unterlagen sowie die Begründung 
im Schreiben ab Seite 2 «Für den Fall […]» bis Seite 3 «[…] beanstandet.» wies sie 
sodann aus den Akten (pag. 602 ff.). Nach entsprechender Aufforderung der Kam-
mer im Beschluss vom 15. März 2021 (pag. 604) führten die Strafkläger mit Schrei-
ben vom 6. April 2021 aus, dass die Fortführung des mündlichen Verfahrens weiter-
hin gewünscht werde (pag. 668). Mit Verfügung vom 14. April 2021 verfügte die Ver-
fahrensleitung die Durchführung einer mündlichen Fortsetzungsverhandlung 
(pag. 671).

Mit Schreiben vom 23. April 2021 ersuchten die Strafkläger – nachdem mit Beschluss 
vom 15. März 2021 ein entsprechender Antrag von der Verfahrensleitung abgewie-
sen wurde (pag. 602 ff.) − erneut um die Fortsetzung des Beweisergänzungsverfah-
rens und stellten einzig noch den Beweisantrag auf Einvernahme des Beschuldigten 
anlässlich der Fortsetzungsverhandlung (pag. 675 ff.). Mit Stellungnahme vom 
1. Juni 2021 hielt der Beschuldigte mit Bezug auf die Verfügung vom 27. April 2021 
(pag. 683 f.) fest, mit der Wiederaufnahme des Beweisergänzungsverfahren in ein-
geschränktem Rahmen einverstanden zu sein. Zudem stellte er den Antrag, die mit 
seinem Schreiben vom 1. Februar 2021 eingereichten Beweismittel 17, 18 und 19 

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seien zu den Akten zu erkennen und es sei ihm das Recht einzuräumen, dem Straf-
kläger 1 gegebenenfalls dazu eine Frage zu stellen (pag. 690). 

Mit Verfügung vom 7. Juni 2021 wurde von der Verfahrensleitung die Wiederauf-
nahme des Beweisergänzungsverfahrens verfügt sowie die mit Schreiben des Be-
schuldigten vom 1. Februar 2021 eingereichten Beilagen 17 (Schreiben der 
V.________ (Versicherung) an den Strafkläger 1 vom 5. Januar 2017), 18 (Foto der 
Brunnstube auf dem Betrieb des Beschuldigten in W.________ (Ortschaft)) und 19 
(E-Mailnachricht des Strafklägers 1 an den sachverständigen Zeugen H.________ 
vom 24. Oktober 2016) gestützt auf die Wiederaufnahme des Beweisergänzungs-
verfahrens antragsgemäss zu den Akten erkannt (pag. 693 f.).

In der Fortsetzungsverhandlung vom 19. August 2021 wurde ein Beweisantrag der 
Strafkläger von der Kammer insoweit gutgeheissen, als dass die Plädoyernotizen 
von Rechtsanwalt E.________ im Umfang der Seite 1 bis zum Abschnitt «wichtigste 
Zitate» sowie die Rechnung der Unternehmung X.________ (GmbH) vom 9. August 
2006 zu den Akten erkannt wurden. Schliesslich wurden der Strafkläger 1 erneut zur 
Sache sowie der Beschuldigte erneut zur Person und zur Sache befragt (pag. 695 
ff.).

7. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt E.________ stellte und begründete für die Strafkläger in der Fortset-
zungsverhandlung die folgenden Anträge (pag. 704 ff.):

I. Anfechtungsumfang (Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO)

Das Urteil vom 12.09.2019 wird vollumfänglich angefochten. 

II. Abänderungsanträge (Art. 399 Abs. 1 lit. b StPO)

Es wird folgende Abänderung des erstinstanzlichen Urteils verlangt: 

I.

Es sei am Strafbefehl vom 28.11.2017 festzuhalten und A.________ sei schuldig zu erklären der 
fahrlässigen Verunreinigung von Trinkwasser (Art. 234 Abs. 2 StGB) begangen in der Zeit vom 
03.06.2017 bis anfangs August 2017 z.N. von C.________ und D.________, 

unter Auferlegung der Untersuchungskosten sowie der erst- und oberinstanzlichen Verfahrens-
kosten z.L. des Beschuldigten.

II.

A.________ sei zu verpflichten, der Privatklägerschaft für die notwendigen Aufwendungen im erst- und 
oberinstanzlichen Verfahren eine Entschädigung gemäss noch einzureichender Honorarnote zu leisten. 

III.

Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen von Amtes wegen zu treffen.

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Rechtsanwalt B.________ beantragte und begründete seinerseits für den Beschul-
digten Folgendes (pag. 711 f.): 

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 12. September 
2019 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als die Zivilklage der Strafkläger 1+2/Berufungsführer 1+2 
vom 21. Juni 2017 als erledigt abgeschrieben wurde, 

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten sowie ohne Ausrichtung von Entschädigungen. 

II.

Herr A.________ vgt. sei von der Anschuldigung der Verunreinigung von Trinkwasser, angeblich fahr-
lässig begangen in der Zeit vom 3. Juni 2017 bis anfangs August 2017 in J.________ (Ortschaft), 
K.________ (Adresse), durch das Weidenlassen seiner Tiere, freizusprechen, 

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädi-
gung gemäss einzureichender Kostennote an Herrn A.________ vgt. für die angemessene Ausübung 
seiner Verfahrensrechte.

8. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Gemäss den Ausführungen von Rechtsanwalt E.________ in der Berufungser-
klärung wurde das erstinstanzliche Urteil zwar vollumfänglich angefochten (pag. 
297). Aus den unmittelbar danach in der Berufungserklärung formulierten Anträgen 
(pag. 298) geht jedoch hervor, dass das erstinstanzliche Urteil offenbar insofern nicht 
abgeändert werden soll, als dass das Zivilverfahren zufolge Rückzugs der Zivilklage 
als erledigt abgeschrieben wurde (Ziff. II.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 245) und für die Beurteilung des Zivilpunktes keine Verfahrenskosten ausge-
schieden wurden (Ziff. II.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 245). Die 
Anträge von Rechtsanwalt E.________ betreffend den Zivilpunkt beziehen sich le-
diglich auf die Entschädigungsfrage, beantragt er, der Beschuldigte sei zu verpflich-
ten, den Strafklägern für die notwendigen Aufwendungen im erst- und oberinstanzli-
chen Verfahren eine Entschädigung zu leisten (pag. 298). Die Ziffern II.1. und 2. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs sind somit in Rechtskraft erwachsen, während 
das erstinstanzliche Urteil in den restlichen Punkten durch die Kammer neu zu beur-
teilen ist. 

Dabei verfügt die Kammer über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO]; SR 312.0). Zufolge eigenständiger Berufung der Straf-
kläger darf das erstinstanzliche Urteil auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeän-
dert werden, das Verschlechterungsverbot gilt nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contra-
rio).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Im Strafbefehl vom 28. November 2017, der hier die Anklageschrift bildet (Art. 356 
Abs. 1 Satz 2 StPO), wird dem Beschuldigten eine fahrlässige Verunreinigung von 
Trinkwasser zum Nachteil der Strafkläger vorgeworfen. Diese habe der Beschuldigte 

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in J.________ (Ortschaft), K.________ (Adresse) in der Zeit von 3. Juni 2017 bis 
anfangs August 2017 wie folgt begangen (pag. 70): 

Obschon er wusste, dass durch die Bewirtschaftung seiner Parzelle auf der K.________ (Adresse) 
(Beweidung mit Rindern) möglicherweise die Quelle der Privatklägerschaft beeinflusst d.h. durch die 
Bodenbeanspruchung (Niedertrampen, Ausscheidungen) das dort gefasste Quellwasser, das den Pri-
vatklägern bzw. deren Liegenschaft auf der K.________ (Adresse) als Trinkwasserversorgung dient, 
durch gesundheitsschädliche Stoffe verunreinigt wurde, liess er seine Tiere auch im Sommer 2017 auf 
die umstrittene Parzelle, womit er pflichtwidrig unvorsichtig in Kauf nahm, dass eine Trinkwasserver-
schmutzung bei der Privatklägerschaft (mit-)verursacht werden könnte, was dann auch eintraf.

Der Beschuldigte wurde im Strafbefehl schuldig gesprochen und zu einer bedingten 
Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 140.00 und einer Verbindungsbusse von 
CHF 280.00 (unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe auf zwei Tage) sowie zur 
Bezahlung der Verfahrenskosten von CHF 500.00 verurteilt. Die Probezeit wurde auf 
zwei Jahre festgelegt.

Der Beschuldigte erhob gegen den Strafbefehl fristgerecht Einsprache. Die Regio-
nale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau hielt ihrerseits am Strafbefehl fest 
und überwies die Akten dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau zur Beurteilung 
(pag. 80). 

10. Bemerkungen zur Anklageschrift

Eine Straftat kann nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft ge-
gen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim 
zuständigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 Abs. 1 StPO). Die Anklageschrift 
hat dabei u.a. möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfe-
nen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung 
anzugeben (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). 

Der Strafbefehl vom 28. November 2017 wirft dem Beschuldigten eine fahrlässige 
Verunreinigung von Trinkwasser vor, gibt allerdings auch Art. 234 Abs. 1 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) als Grundlage an. Dementspre-
chend beantragten die Strafkläger in erster Instanz, der Beschuldigte sei der even-
tualvorsätzlichen Verunreinigung von Trinkwasser schuldig zu sprechen. Vor oberer 
Instanz wird nunmehr ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Verunreinigung von 
Trinkwasser verlangt (E. I.7 hievor).

Die Version des vorsätzlichen Tatbestandes ist weder im vorgeworfenen Straftatbe-
stand (ausdrücklich: «fahrlässige Verunreinigung») noch in der Umschreibung des 
Sachverhalts abgebildet. Vielmehr weist die Formulierung «pflichtwidrig unvorsich-
tig» hinreichend deutlich auf ein Fahrlässigkeitsdelikt hin. Daran vermag auch die 
Formulierung «in Kauf nahm» nichts zu ändern. Die Erwähnung von Art. 234 Abs. 1 
StGB erklärt sich dadurch, dass in der fahrlässigen Tatbestandsversion (Art. 234 
Abs. 2 StGB) keine objektiven Tatbestandsmerkmale aufgezählt werden, weshalb 
es nötig erscheint, auch Abs. 1 dieser Bestimmung aufzuführen. Die Formulierung 
Art. 234 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB wäre weniger irreführend gewesen.

12

Die Kammer lässt in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Praxis Anklage-
schriften genügen, wenn dem Beschuldigten hinreichend klar ist, was ihm vorgewor-
fen wird. Dies ist vorliegend zu bejahen.

11. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

11.1 Unbestrittener Sachverhalt

Für den unbestrittenen Sachverhalt kann auf die Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 266 ff.). Diese 
lauten wie folgt: 

Seit 2006 sind die Straf- und Zivilkläger Eigentümer der Liegenschaft „K.________ (Adresse)“ mit 
Grundstück-Nr. ________ und ganzjährig in dieser Liegenschaft an der Adresse Y.________ in 
J.________ (Ortschaft) wohnhaft (vgl. p. 01; p. 04; p. 07; p. 213). Zu Gunsten dieser Liegenschaft und 
zu Lasten der Liegenschaft mit Grundstück-Nr. ________ der Miteigentümer Z.________ und 
AA.________ besteht ein Wasserbezugsrecht auf die Hälfte des Quellergusses (vgl. p. 01; p. 04; 
p. 05 f.). Die Straf- und Zivilkläger beziehen ihr Trinkwasser aus diesem Quellerguss. Es bestehen zwei 
Quellfassungen sowie eine Brunnstube ([kleiner Betonschacht], vgl. p. 07; p. 12; p. 102). Diese befindet 
sich oberhalb der Naturstrasse zur K.________ (Ortschaft) (vgl. p. 10; p. 12). Zu dieser Brunnstube 
führen zwei Leitungen, wobei die untere Leitung von der alten (unteren) Quellfassung und die obere 
Leitung von der neuen, im Jahr 2007 gebauten (oberen) Quellfassung stammt (vgl. p. 08 f.; p. 106). Die 
neue (obere) Quellfassung wurde namentlich deshalb gebaut, weil das Wasser der alten (unteren) 
Quellfassung stark zurückging (vgl. p. 08). 

Das Grundstück Nr. ________, das nördlich bzw. östlich der Liegenschaft der Straf- und Zivilkläger 
liegt, ist seit 1997 im Eigentum des Beschuldigten (vgl. p. 09; p. 103; p. 209). Dieses Grundstück befin-
det sich seit 1913 im Eigentum der Familie des Beschuldigten und weist eine Fläche von 516‘294 m2 
auf. Die dem Beschuldigten zur Verfügung stehende Weidefläche auf der AB.________ (Ortschaft) 
weist eine Grösse von ungefähr 35 Hektaren auf und wird gemäss Angaben des Beschuldigten seit 
jeher landwirtschaftlich genutzt (vgl. p. 103; p. 209 f.). Er bewirtschaftet die Weideflächen mit Angus-
Kühen, die er für die Beweidung jeweils von Parzelle zu Parzelle verschiebt (vgl. p. 215 Z. 36 f.). Die in 
casu massgeblichen bzw. nördlich der Liegenschaft der Straf- und Zivilkläger liegenden Weiden befin-
den sich in der Bergzone III und weisen teilweise Hanglage auf (vgl. Karte „Einteilung der landwirt-
schaftlich genutzten Flächen“, abrufbar auf der Webseite des Geoportals des Kantons Bern; vgl. 
p. 11 f.; p. 106.3 ff. p. 120.1 ff.).

In der Vergangenheit wurde unter anderem die Parzelle oberhalb der Naturstrasse von F.________ 
bewirtschaftet. Dieser war bereits beim Vater und Onkel des Beschuldigten als Hirt im Hirtenverhältnis 
angestellt und dieses Verhältnis wurde auch bei der Eigentumsübertragung des Grundstücks an den 
Beschuldigten zunächst unverändert weitergeführt. F.________ bewirtschaftete die Parzelle sodann bis 
ins Jahr 2013 mit eigenen Tieren und schaute daraufhin noch zwei Jahre wie bisher zur ganzen Alp, 
bis das Anstellungsverhältnis vom Beschuldigten gekündigt wurde. Seit 2015 wird das Land von Per-
sonen des Heimbetriebs des Beschuldigten bewirtschaftet (vgl. p. 07; p. 209 f.; p. 215).

Ende Mai 2016 stellten die Straf- und Zivilkläger eine Beeinträchtigung der Qualität ihres Trinkwassers 
fest (vgl. p. 07; p. 213; p. 215). Anfang Juni 2016 rief der Straf- und Zivilkläger 1 den Beschuldigten an 
und teilte ihm mit, dass er verunreinigtes Trinkwasser habe (vgl. p. 36, p. 209). In der Folge kam es zu 
mehreren verbalen Diskussionen und einem längeren Mailverkehr zwischen dem Straf- und Zivilklä-
ger 1 und dem Beschuldigten (p. 37). Der Beschuldigte erhielt vom Straf- und Zivilkläger 1 namentlich 

13

eine E-Mail mit Testberichten, die eine Beeinträchtigung des Trinkwassers ausgewiesen hätten (p. 37). 
Am 20.06.2016 verabredeten sich der Beschuldigte, der Straf- und Zivilkläger 1, AA.________ sowie 
H.________ (von der L.________ (Fachstelle)) zu einem Ortstermin, um die Angelegenheit rund um 
die Verunreinigung des Trinkwassers der Straf- und Zivilkläger zu besprechen (vgl. p. 07; p. 37). 
H.________ verfasste daraufhin einen Kurzbericht (nachfolgend: Bericht H.________) zu dieser Be-
sprechung (vgl. p. 07). In diesem Bericht wurden insbesondere mögliche Gefahren für die Beeinträch-
tigung der Wasserqualität sowie Massnahmen zur Beseitigung bzw. Verringerung der Gefahren für eine 
Beeinträchtigung des Quellwassers aufgeführt (vgl. p. 12 f.). Der Beschuldigte nahm diesen per E-Mail 
erhaltenen Bericht zur Kenntnis (vgl. p. 38).

Mit Schreiben vom 15.11.2016 stellte der Straf- und Zivilkläger 1 eine „Schadensforderung Trinkwas-
serverschmutzung“ an den Beschuldigten (vgl. p. 16 f.; p. 39). Der Beschuldigte leitete dieses Schrei-
ben der V.________ (Versicherung) weiter. Mit Schreiben vom 05.01.2017 teilte diese mit, dass der 
Beschuldigte für die Verunreinigung des Trinkwassers nicht zur Verantwortung gezogen [werden] 
könne und es vielmehr am Straf- und Zivilkläger 1 läge, die Quellfassung so zu sanieren, dass die 
Wasserqualität auch bei einer Beweidung des Grundstücks des Beschuldigten den gesundheitlichen 
Anforderungen entspreche. Die V.________ (Versicherung) führte als Vergleich ausserdem aus, dass 
bei öffentlich-rechtlich geschützten Grundwasserschutzzonen das Weiden nur in einer Schutzzone S1 
untersagt sei, welche normalerweise ab Quellfassung 10m hangaufwärts betrage. Des Weiteren teilte 
sie dem Straf- und Zivilkläger 1 mit, dass der Beschuldigte bereit wäre, während dem ganzen Jahr 2017 
in einem Radius von 10m der Quellfassung auf den Weidegang zu verzichten, die Naturstrasse ausge-
zäunt zu belassen und dem Straf- und Zivilkläger 1 ausserdem das Recht einzuräumen, den Weide-
brunnen auf eigene Kosten zu entfernen (vgl. p. 23 f.; p. 39).

Mit E-Mail vom 14.12.2016 teilte der Straf- und Zivilkläger 1 dem Beschuldigten unter Beilage des Test-
berichts vom 12.12.2016 mit, dass er endlich wieder Trinkwasser habe (vgl. p. 21; p. 221).

Unbestritten ist weiter, dass der Beschuldigte im Jahr 2017 oberhalb des mutmasslichen Standorts der 
(oberen) Quellfassung einen Radius von 10 Metern auszäunte (vgl. p. 38; p. 211; p. 215 f.). Ausserdem 
wurde auch die Naturstrasse links und rechts ausgezäunt, damit die Tiere nicht mehr auf die Strasse 
koteten (vgl. p. 38; p. 216). Diese Massnahmen wurden gemäss übereinstimmenden Angaben der Par-
teien vor dem Weidegang im Jahr 2017 umgesetzt (vgl. p. 211; p. 216).

Im Sommer 2017 wurde die Parzelle oberhalb der Zufahrtstrasse zur AB.________ (Ortschaft) erstmals 
am 03.06.2017 vom Beschuldigten mit seinen Kühen bewirtschaftet (vgl. p. 02; p. 39; p. 212). Am 
04.06.2017 nahmen die Straf- und Zivilkläger eine Probe des Trinkwassers und stellten dabei dessen 
Verunreinigung fest (p. 02; p. 33; p. 39). 

In der Folge hat der Straf- und Zivilkläger 1 am 04.07.2017, 04.08.2017, 14.08.2017, 04.09.2017, 
04.10.2017 und 26.10.2017 weitere Trinkwasserproben entnommen, die Escherichia coli (E-Coli), En-
terokokken bzw. aerobe mesophile Keime enthielten (p. 53).

Als Ausgangslage bleibt mit Blick auf die in den Akten liegenden Pläne (pag. 60 und 
pag. 106.19) mithin festzuhalten, dass sich eine Quellfassung wie auch die Brunn-
stube für das Trinkwasser der Liegenschaft Nr. ________ der Strafkläger auf dem 
Grundstück Nr. ________ befinden, das zu je 50% im Miteigentum von Z.________ 
und AA.________ steht. Nordöstlich davon befindet sich das Grundstück 
Nr. ________, welches dem Beschuldigten gehört und auf dem die hier umstrittenen 
Weidegänge im Jahr 2017 stattgefunden haben sollen.

14

11.2 Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet zunächst, durch den Weidegang seiner Kühe zwischen 
dem 3. Juni 2017 bis anfangs August 2017 eine Trinkwasserverunreinigung der 
Strafkläger (mit)verursacht zu haben. Das Problem könne viele andere Ursachen 
haben. Es sei überdies anzunehmen, dass die Ursache der Verunreinigung ausser-
halb vom angeklagten Zeitraum vorgefallen sei. Weiter negiert der Beschuldigte im 
Jahr 2016 Kenntnis einer Verunreinigung gehabt zu haben. Auch bestreitet er die 
Resultate der Wasserproben sowie den Bericht von H.________, diese seien blosse 
Parteibehauptungen (vgl. Eingabe von Rechtsanwalt B.________ vom 24. August 
2020; pag. 338 ff. und S. 18 ff. des Protokolls Fortsetzungsverhandlung vom 19. Au-
gust 2021; pag. 712 ff.).

Im Berufungsverfahren ist deshalb zunächst der Frage nachzugehen, ob eine Trink-
wasserverunreinigung vorliegt. Und falls dies bejaht werden kann, ob dem Beschul-
digten durch die Beweidung seines Grundstücks Nr. ________, zwischen dem 
3. Juni 2017 und anfangs August 2017 eine Sorgfaltspflichtverletzung zur Last gelegt 
werden kann, die diese Trinkwasserverunreinigung herbeiführte.

12. Beweiswürdigung durch die Kammer

12.1 Beweisthemen für die Kammer

Aus dem angeklagten Sachverhalt (vgl. E. II.9 oben) ergeben sich für die Kammer 
folgende Fragen, die im Beweisverfahren zu beantworten sind:

1. Wo wurden die Kühe des Beschuldigten im Sommer 2016 geweidet? 

2. Welche Verunreinigungen des Trinkwassers stellten die Strafkläger 2016 fest?

3. Wo liegen die den Strafklägern als Trinkwasserversorgung dienende Quellen 
und wo liegen die Leitungen, die zur Brunnstube führen?

4. Ab wann kannte der Beschuldigte die Lage der Brunnstube der Strafkläger und 
der Quellfassungen?

5. Wie war der Wissensstand des Beschuldigten im Zeitpunkt zwischen Sommer 
2016 und Beginn der Weidesaison 2017 über mögliche Verunreinigungsursa-
chen und Vermeidungsstrategien bei der Beeinträchtigung des Trinkwassers der 
Strafkläger?

6. Welche Schutzmassnahmen wurden dem Beschuldigten zur Vermeidung sol-
cher Trinkwasserverunreinigungen im Nachgang zu den Ereignissen und Mes-
sungen von 2016 aufgezeigt?

7. Ab wann und wo weideten die Kühe des Beschuldigten zum Alpsaisonbeginn 
2017 erstmals auf der Parzelle Nr. ________?

8. Setzte der Beschuldigte vor bzw. bei dieser Erstbeweidung 2017 Schutzmass-
nahmen gemäss dem Bericht von H.________ vom 11./25. Juli 2016 (nachfol-
gend Bericht H.________; pag. 07 ff.) um?

9. Welche Verunreinigungen ihres Trinkwassers stellten die Strafkläger 2017 fest 
und wann stellten sie diese fest?

15

10. Worauf können diese Verunreinigungen zurückgeführt werden?

11. Könnte insbesondere eine ab 2016 gegenüber den Vorjahren veränderte Art der 
Beweidung und der Tierhaltung durch den Beschuldigten die Verunreinigungen 
verursacht haben?

12. Könnte insbesondere ein mangelhafter Zustand bei der Brunnstube, den Leitun-
gen und Fassungen der Quelle der Strafkläger die Verunreinigung allein verur-
sacht haben?

13. Welche sonstigen Ursachen für die Verunreinigungen des Trinkwassers der 
Strafkläger wären auch noch möglich?

12.2 Beweismittel

Im vorliegenden Verfahren sind umfangreiche Beweismittel vorhanden. Die Vorin-
stanz hat sowohl die objektiven wie auch die subjektiven Beweismittel wiedergege-
ben, es wird darauf verwiesen (S. 12 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 269). Hinzu kommen die oberinstanzlich erhobenen Beweismittel (vgl. E. I.4 ff. 
hievor). Unter anderem hat die Kammer einen ausgedehnten Augenschein durchge-
führt, Sachverständige und Zeugen einvernommen sowie ein Gutachten in Auftrag 
gegeben. Sogleich nachfolgend geht die Kammer vorab auf die Werte der von den 
Strafklägern eingereichten Wasserproben sowie auf die vom AWA verzeichneten 
Niederschlagsdaten ein. Auf eine Zusammenfassung der weiteren Beweismittel wird 
verzichtet. Soweit sich ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den 
einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden 
Erwägungen der Kammer.

12.3 Wasserproben und Wetterverhältnisse 

12.3.1 Vorbemerkungen

Die Verteidigung bringt im oberinstanzlichen Verfahren, wie auch bereits vor erster 
Instanz (vgl. S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 274) vor, bei den 
Wasseruntersuchungen respektive Laborberichten handle es sich lediglich um Par-
teibehauptungen. Der Beschuldigte sei bei der Entnahme dieser Proben nicht anwe-
send gewesen (S. 18 des Protokolls Fortsetzungsverhandlung; pag. 712). Ihre An-
träge begründete die Verteidigung in der Folge aber unter Einbezug dieser Resultate 
(pag. 713 ff.). Für die Kammer ist nicht ersichtlich, was an diesen Entnahmen und 
deren Auswertungen zu bemängeln wäre, wenn auch einzuräumen ist, dass sie nicht 
in Anwesenheit des Beschuldigten erfolgten. Anderseits ist eine Falschbeschuldi-
gung durch manipulierte Proben oder gar eine falsche Auswertung durch das Labor 
in keiner Weise ersichtlich und wird auch seitens des Beschuldigten nicht wirklich 
behauptet.

Die Kammer stellt nach dem Gesagten auf die Laborberichte des AC.________ (La-
bor) und der AD.________ (AG) ab, welche für die Jahre 2016 und 2017 auf der mit 
der strafklägerischen Eingabe vom 24. August 2020 eingereichten DVD verzeichnet 
sind (nachfolgend DVD; pag. 336/1).

Vorab sind hierzu jedoch folgende Feststellungen anzuführen:

16

Zunächst wird auf den Laborberichten festgehalten, dass die Entnahme der Proben 
bis zum 16. Juli 2018 vom Auftraggeber und damit im vorliegend relevanten Zeitraum 
jeweils durch den Strafkläger 1 selber vorgenommen wurden (DVD; pag. 336/1). Die 
Proben «Eigenes Quellwasser» vom 16. Juli 2018 (pag. 139.8), vom 15. August 
2018 (pag. 139.9) sowie vom 11. September 2018 (pag. 139.10) entnahm sodann 
die Analyseunternehmung AD.________ (AG) ab der «Brunnstube».

Weiter ist den Laborberichten der Jahre 2016 und 2017 zu entnehmen, dass anfäng-
lich die Proben vom «Leitungswasser» (am 30. Mai 2016) bzw. vom «Brunnen» (am 
6. Juni 2016) entnommen worden sind. Erst ab 20. Juni 2016 wurde «direkt bei [der] 
Quelle» entnommen. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung hat der 
Strafkläger 1 dies bestätigt: «Im 2016 nachdem es [sic] bei uns stinkend braune 
Gülle aus dem Wasserhahn gelaufen ist. Dann habe ich direkt, innerhalb vom Haus 
beim Brunnschopf eine Wasserprobe genommen. Ich habe nicht gewusst, dass man 
diese bei der Brunnstube nehmen müsste» (pag. 213 Z. 21 f.). Während bis zum 
20. Juni 2016 überdies jeweils Proben von der unteren wie auch von der oberen 
Leitung entnommen wurden, wurde ab dem 11. Juli 2016 nur noch das Wasser der 
oberen Leitung untersucht. Die obere Leitung wies bei den Doppelproben jeweils die 
höhere Bakterienlast auf (pag. 53 und pag. 336/1).

Gemäss dem Anhang 1 (Mikrobiologische Anforderungen an Trinkwasser) der Ver-
ordnung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) über Trinkwasser so-
wie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV; 
SR 817.022.11) dürfen bei unbehandeltem Trinkwasser an der Fassung, damit die-
ses als Trinkwasser gilt, keine Escherichia coli (nachfolgend E-Coli) und keine Ente-
rokokken in 100 ml nachweisbar sein. Bei den Aeroben mesophilen Keimen darf der 
Wert 100 KBE (kolonienbildende Einheiten) in 1 ml nicht überschritten werden.

So hat auch die Analysefirma AD.________ (AG) in ihren Berichten jeweils festge-
halten (pag. 336/1):

Aerobe mesophile Keime können sich in der Wasserfassung und später im Trinkwassernetz (Stagna-
tion) vermehren. Escherichia coli und Enterokokken sind Darmbakterien und weisen auf eine fäkale 
Verunreinigung hin. Diese beiden Bakterien sind sogenannte Indikatorbakterien, d.h. wenn solche Bak-
terien im Trinkwasser nachgewiesen werden, besteht die Gefahr, dass andere Krankheitserreger im 
Trinkwasser vorhanden sein könnten. Aus diesem Grund liegt der Toleranzwert in 100 Milliliter Wasser 
bei Null (nicht nachweisbar).

Überdies wurden die Wasserproben lediglich auf diese drei Komponenten unter-
sucht.

12.3.2 Übersicht der Untersuchungsergebnisse der Wasserproben und der Niederschlags-
daten für den angeklagten Zeitraum von 3. Juni 2017 bis anfangs August 2017

Unter Berücksichtigung der obgenannten Feststellungen sind nachfolgend die Un-
tersuchungsresultate der Wasserproben (pag. 336/1) sowie die von Amtes wegen 
beim AWA eingeholten Daten zu den Niederschlägen (pag. 460 ff.) für den relevan-
ten Zeitraum, d.h. von 3. Juni 2017 bis anfangs August 2017, genauer zu betrachten.

Die Auswertung der Wasserprobe vom 4. Juni 2017 zeigt 130 E-Coli in 100 ml, mehr 
als 200 Enterokokken in 100 ml und mehr als 300 Aerobe mesophile Keime in 1 ml 

17

(Laborbericht der AD.________ (AG) vom 12. Juni 2017; pag. 336/1; vgl. auch die 
Übersichten der Strafkläger auf pag. 53 und pag. 139.4). Am Vortag, 3. Juni 2017, 
betrug die Niederschlagsmenge 29.9 mm, am 4. Juni 2017 selber 17.0 mm (Nieder-
schlagsdaten des AWA für das Jahr 2017; pag. 463).

Die Auswertung der Wasserprobe vom 4. Juli 2017 zeigt 3 E-Coli in 100 ml, 2 Ente-
rokokken in 100 ml und 4 Aerobe mesophile Keime in 1 ml (Laborbericht der 
AD.________ (AG) vom 10. Juli 2017; pag. 336/1; vgl. auch die Übersichten der 
Strafkläger auf pag. 53 und pag. 139.4, wobei diese in Abweichung zum Laborbericht 
3 Enterokokken aufführen). Am Vortag, 3. Juli 2017, betrug die Niederschlagsmenge 
0.1 mm, am 4. Juli 2017 selber wurden keine Niederschläge verzeichnet (0 mm, Nie-
derschlagsdaten des AWA für das Jahr 2017; pag. 463).

Die Auswertung der Wasserprobe vom 4. August 2017 zeigt keine nachweisbaren 
E-Coli sowie keine nachweisbaren Enterokokken in 100 ml und 14 Aerobe mesophile 
Keime in 1 ml (Laborbericht der AD.________ (AG) vom 8. August 2017; pag. 336/1; 
vgl. auch die Übersichten der Strafkläger auf pag. 53 und pag. 139.4). Am Vortag, 
3. August 2017, sowie am 4. August 2017 wurden keine Niederschläge verzeichnet 
(0 mm, Niederschlagsdaten des AWA für das Jahr 2017; pag. 463).

Der Kammer ist weiter bei der Sichtung der Dateien auf der seitens der Strafkläger 
eingereichten DVD (pag. 336/1) aufgefallen, dass am 20. Mai 2019 die schlechteste 
Probe mit mehr als 200 E-Coli in 100 ml, mehr als 200 Enterokokken in 100 ml und 
mehr als 300 Aerobe mesophile Keime in 1 ml entnommen wurde (Übersicht «Trink-
wasserverschmutzung 2019»; pag. 336/1). Aus der Aufstellung «Trinkwasserver-
schmutzung 2019», ist aufgrund der Anmerkungen in den Spalten «Wetter» und 
«Weidegang» weiter zu schliessen, dass zu deren Entnahmezeitpunkt «während Ta-
gen starke Regenfälle» eingetreten sind sowie die «Tiere noch nicht auf [der] Weide» 
waren (pag. 336/1). Ausserhalb der Weidesaison – in einem Zeitpunkt, von welchem 
auszugehen ist, dass die Tiere den ganzen Winter und Frühling nicht auf der Weide 
waren – erfüllte das Wasser demnach die gesetzlichen Anforderungen an Trinkwas-
ser ebenfalls nicht. 

Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass aus den angeführten Ergebnissen der Was-
serproben und der Niederschlagsmengen im relevanten Zeitraum der Einfluss der 
Niederschläge auf die Wasserqualität klar hervorgeht.

12.4 Beantwortung der Beweisfragen

12.4.1 1. Wo wurden die Kühe des Beschuldigten im Sommer 2016 geweidet? 

Diese Frage ist für vorliegende Beweiswürdigung lediglich mittelbar relevant, den-
noch ist kurz darauf einzugehen.

Den Strafklägern ist – gemäss den Aussagen des Strafklägers 1 an der vorinstanz-
lichen Hauptverhandlung vom 12. September 2019 – Ende Mai 2016 aufgefallen, 
dass eine Herde Angus Rinder ca. 50 m oberhalb der Brunnstube auf dem Lager-
platz fünf Tage und Nächte bei strömendem Regen geweidet hätte. Eine Nachbarin 
habe ihn darauf angesprochen. Ein bis zwei Tage später, als es braun aus seinem 
Wasserhahn herausgeflossen sei, seien ihm die Zusammenhänge klar geworden 
(pag. 215 Z. 22-28).

18

Auch nach den Aussagen des Beschuldigten bei der Polizei am 8. August 2017 hat 
es in der Zeit anfangs Juni 2016 häufig geregnet, weshalb er seine Kühe oftmals im 
Stall gelassen habe, um den Boden zu schonen. Die Kühe seien aber im Alpbetrieb 
gewesen und hätten geweidet werden müssen, da eine Fütterung sonst nicht mög-
lich gewesen wäre. Da er für ein Label produziere, sei er eigentlich verpflichtet, die 
Tiere täglich auf die Weide zu lassen (pag. 36 Z. 16 f. und Z. 22-26). Am Morgen 
vom 4. Juni 2016 habe er die Kühe auf die Weide, jedoch nicht auf die hier zur Dis-
kussion stehende Parzelle, sondern auf diejenige daneben, gelassen, worauf ihn der 
Strafkläger 1 angerufen und ihm vorgeworfen habe, seine Tierhaltung sei nicht art-
gerecht und er wolle dort keine Kühe mehr sehen (pag. 37 Z. 28-31). Die Kühe seien 
am 8. und 9. September 2016 gezügelt worden, ab diesem Zeitpunkt sei kein Vieh 
mehr auf der Alp gewesen (pag. 38 Z. 116 ff.). Anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung bestätigte der Beschuldigte seine polizeilichen Aussagen, gab aber an, 
sich nicht im Detail an diese erinnern zu können (pag. 209 Z. 32).

Der Bericht H.________ (pag. 07 ff.) wurde zwar seitens der Strafkläger eingereicht, 
vor oberer Instanz wurde H.________ sodann aber als sachverständiger Zeuge ein-
vernommen. Seinem Gutachten ist daher nicht mehr nur der Wert eines Parteigut-
achtens zuzuschreiben. H.________ stützt sich darin auf die Angaben des Strafklä-
gers 1, wonach am 30. Mai 2016 eine Wasserprobe entnommen, untersucht und 
eine Beeinträchtigung des Quellwassers festgestellt worden sei. Die Vermutung des 
Strafklägers 1 zur Ursache der Verschmutzung gehe dahin, dass während extrem 
starken Niederschlägen der letzten Wochen im Mai ca. 12 Mutterkühe mit Kälbern 
neben der Naturstrasse zur AB.________ (Ortschaft) (sog. «Lagerplatz») gelagert 
hätten» (pag. 08). 

Die Aussagen des Strafklägers 1, wonach ihnen (Anmerkung: den Strafklägern) und 
offenbar auch einer Drittperson Kühe auffielen, die bei dem starken Regen draussen 
waren und auf dem Lagerplatz weideten, auch nachts, erscheinen nachvollziehbar 
und glaubhaft. Tatsächlich regnete es am 28. Mai 2016 mit 33.8 mm und am 29. Mai 
2016 mit 37.3 mm überdurchschnittlich viel (vgl. Niederschlagsdaten des AWA für 
das Jahr 2016; pag. 462). Der Beschuldigte seinerseits bestätigt den häufigen Re-
gen, will aber seine Tiere deshalb zu dieser Zeit oft im Stall gelassen haben. Dann 
wiederum erklärt er das Gegenteil und äussert, die Kühe müssten täglich auf die 
Weide, weil er sie sonst im Alpbetrieb nicht füttern könne und er auch dem Produk-
tionslabel gegenüber dazu verpflichtet sei. Vorwegzunehmen ist überdies, dass seit 
2013 ein Freilaufsystem besteht und demnach seither die Tiere selber rein und raus 
können (vgl. E. II.12.4.10 nachfolgend). Kühe lagern jedoch gern auf Flachstücken 
und da dies bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Probleme gegeben hatte, ist glaubhaft, 
dass der Beschuldigte die Kühe trotz misslichen Wetterbedingungen und nassem 
Boden auf die Weide gelassen hatte und deshalb von einer witterungsbedingten 
Schonung des Bodens in dieser Periode gerade nicht ausgegangen werden kann. 
Unterstützt wird diese Folgerung durch die im Juni 2016 geschossenen Bilder, die 
eine intensive Belegung des Lagerplatzes nahelegen (pag. 56; digitale Dateien auf 
der DVD u.a.: IMG_0251, IMG_0254, IMG_0268, IMG_0380, IMG_0399, IMG_0406 
und IMG_0424 gemäss den Bilddetails datierend vom 3. Juni 2016; pag. 336/1).

19

Fazit

Die Kühe des Beschuldigten weideten Ende Mai/Anfang Juni 2016 oberhalb der 
Quelle der Strafkläger und zum Teil auf dem «Lagerplatz». Es ist von einer intensiven 
Beanspruchung des oberhalb der Quelle gelegenen Weidegrundes und des sog. 
«Lagerplatzes» sowie der Zufahrtsstrasse durch die Kühe des Beschuldigten in der 
Zeit von 28. Mai bis 4. Juni 2016 auszugehen, dies bei einer nassen Witterung mit 
nicht unerheblichen Niederschlägen. Ferner ersichtlich auf der Zusammenstellung 
der Fotografien vom 3. Juni 2016 (pag. 56; pag. 336/1).

12.4.2 2. Welche Verunreinigungen des Trinkwassers stellten die Strafkläger 2016 fest? 

Der Strafkläger 1 stellte – gemäss seinen Aussagen an der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 12. September 2019 – in der Zeit vom 26./27./28. Mai 2016 fest, 
dass aus dem Wasserhahn in seinem Haus «stinkend braune Gülle» lief (pag. 213 
Z. 19-24). Er (Anmerkung: der Strafkläger 1 selber) nahm sodann am 30. Mai 2016 
innerhalb vom Haus beim Brunnenschopf eine Probe (pag. 213 Z. 21 f.) vom «Lei-
tungswasser» und liess diese durch die AD.________ (AG) in AE.________ (Orts-
chaft) mikrobiologisch untersuchen. Es konnten keine E-Coli, wohl aber 62 Entero-
kokken in 100 ml und 162 Aerobe mesophile Keime in 1 ml festgestellt werden 
(pag. 7, pag. 15; pag. 336/1).

Der Beschuldigte machte bei der Polizei am 8. August 2017 geltend, er sei vom Straf-
kläger 1 Anfang Juni 2016 per Telefon informiert worden, dass er verschmutztes 
Trinkwasser habe (pag. 36 Z. 16 ff.). Vor der Vorinstanz erklärte er sodann, die Straf-
klägerin 2 habe seine Frau angerufen und gesagt, sie habe dreckiges Wasser. Vor-
her habe es nie Probleme mit verschmutztem Trinkwasser bei den Strafklägern ge-
geben (pag. 209 Z. 34-41).

Je eine Doppelprobe aus den beiden Quelleinläufen der Brunnstube vom 6. Juni 
2016 ergaben gemäss den Untersuchungsberichten vom AC._______ (Labor)_ und 
der AD.________ (AG) für die untere Leitung zur alten Fassung 2 bzw. 0 E-Coli in 
100 ml, 2 bzw. 1 Enterokokken in 100 ml und 40 bzw. 3 Aerobe mesophile Keime in 
1 ml und für die obere Leitung zur neuen Fassung wurden 136 bzw. 144 E-Coli in 
100 ml, 44 bzw. 19 Enterokokken in 100 ml und 450 bzw. über 500 Aerobe meso-
phile Keime in 1 ml nachgewiesen (pag. 7 f., pag. 15, pag. 53 und pag. 336/1).

Auffallend ist der massive Unterschied zwischen den ausgewiesenen Verunreinigun-
gen der oberen und der unteren Leitung. 

Nach dem Bericht H.________ deuten diese Wasserproben bei der Liegenschaft 
und bei der oberen Leitung auf eine massive Verunreinigung mit Fäkalbakterien hin 
(pag. 08).

Im Laufe des Jahres 2016 verbesserte sich die Qualität des Wassers nach und nach 
(pag. 53 und pag. 336/1). Nachdem weitere Proben im Juni, Juli, August, und Okto-
ber 2016 noch nicht die gesetzlichen Anforderungen an Trinkwasser erfüllten, ent-
sprach die Probe vom 5. Dezember 2016 in bakteriologischer Hinsicht diesen Anfor-
derungen (pag. 22 und pag. 336/1). Nach Aussagen des Beschuldigten befanden 
sich, wie bereits erwähnt, ab dem 9. September 2016 keine Kühe mehr auf der 
Weide der AB.________ (Ortschaft) (pag. 38 Z. 116-118). 

20

Anlässlich der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2. November 2020 sprach 
der damalige Vorsitzende den sachverständigen Zeugen H.________ auf diese Aus-
sage des Beschuldigten an. Sodann fragte er ihn, ob die, in den nach einem Monat 
der Abwesenheit der Kühe entnommenen Wasserproben, nachgewiesenen E-Coli 
und Enterokokken immer noch von den Kühen stammen könnten. H.________ ant-
wortete, es sei schwierig, dies einzuschätzen. Ein Monat sei relativ lange. Es sollte 
ausgewaschen sein. Hinzukomme aber, ob es trocken gewesen sei oder ob es ge-
regnet habe. Wenn es viel geregnet habe, sei es wahrscheinlich nicht mehr drinnen 
(pag. 644 Z. 24 und Z. 28-32). In seinem Bericht hielt H.________ zudem fest, dass 
Enterokokken resistenter seien und bei Abwesenheit von E-Coli auf eine weiter 
zurückliegende Verunreinigung hinwiesen (pag. 08). Gleiches führte auch 
R.________ aus, wonach sich Darmbakterien und mesophile Keime nicht im Boden 
anhäufen könnten, aber teilweise einige Monate im Untergrund «überlebten». Ente-
rokokken seien resistenter als E-Coli (Antwort auf Frage 5 des Fragenkatalogs 
C.________/D.________; pag. 443).

Fazit

Gestützt auf die Messungen der AD.________ (AG) und des AC.________ (Labor) 
sowie dem Bericht und den Aussagen von H.________ ist davon auszugehen, dass 
das Wasser der Strafkläger im Zeitraum von 6. Juni 2016 bis sicherlich Oktober 2016 
eine massive Verunreinigung aufwies bzw. nicht den gesetzlichen Anforderungen 
von Trinkwasser entsprach.

Nach übereinstimmenden Aussagen der Parteien setzten die Strafkläger den Be-
schuldigten bzw. dessen Frau Anfang Juni 2016 per Telefon über die Verunreinigung 
in Kenntnis.

12.4.3 3. Wo liegen die den Strafklägern als Trinkwasserversorgung dienende Quellen und 
wo liegen die Leitungen, die zur Brunnstube führen?

Für die Beantwortung dieser Fragen wurde durch die Kammer bei I.________ 
(N.________ (GmbH)) ein Gutachten in Auftrag gegeben (nachfolgend Gutachten 
I.________). Dieses datiert vom 9. Oktober 2020 (pag. 394 ff.). Die Ergänzung zum 
Gutachten datiert vom 13. Oktober 2020 (pag. 415 f.). Obwohl die Ergebnisse des 
Gutachtens nicht überall klar sind (der Text hat orthographische und grammatikali-
sche Fehler, Wiederholungen, halbleere Seiten, scheint Widersprüche aufzuweisen, 
Verwendung uneinheitlicher Begriffe [Quellen, Quellfassungen, Quellgebiet, Quell-
leitung NW 110, Drainageleitung NW 80]) verhalf es – nachdem anlässlich der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung und des Augenscheins vom 2. November 2020 Un-
klares erläutert wurde – über folgende Punkte Klarheit zu verschaffen:

Die Brunnstube K.________ (Ortschaft) und eine Quellfassung befinden sich, wie 
sich die Kammer anlässlich des Augenscheins überzeugen konnte (vgl. Fotos Nrn. 
23-25 und Festhaltungen zu den Standorten 10 und 11, S. 57 ff. des Protokolls 
Hauptverhandlung und Augenschein vom 2. November 2020; pag. 662 ff.), auf der 
Liegenschaft Nr. ________, welches im Miteigentum von AA.________ und 
Z.________ steht. Während diese Fassung – gemäss dem Sachverständigen 
I.________ die «neue» Fassung – genau geortet werden konnte und 2,8 m unter 
dem Boden liegt, konnte die andere – die «alte» Fassung – aus technischen Gründen 

21

nur bis 6 m ausserhalb der Brunnstube geortet werden. Dann komme ein Bogen/eine 
Abzweigung, weswegen ein Weiterkommen mit den Geräten nicht mehr möglich ge-
wesen sei (Gutachten I.________; pag. 396 und 415, Aussagen von I.________ an-
lässlich der Hauptverhandlung und dem Augenschein vom 2. November 2020; pag. 
648 Z. 21 ff. und pag. 664). Es besteht allerdings nach den vom sachverständigen 
Zeugen H.________ vor zweiter Instanz geäusserten Angaben eine sehr hohe 
Wahrscheinlichkeit für die Lage der zweiten («alten») Quellfassung aufgrund der to-
pographischen Verhältnisse (pag. 641 Z. 29 f.).

Die Vermessung von AF.________ (AG.________ (Unternehmung), AH.________ 
(Ortschaft)), der am 17. November 2017 den Startpunkt der zur Brunnstube führen-
den Sickerleitung – und damit den Standort der neuen Quellfassung – in einer Ent-
fernung von ca. 5 Meter zur Parzellengrenze des Beschuldigten lokalisierte (pag. 96 
und pag. 97.6 f.), bestätigt ferner diese Feststellungen.

Zusätzlich konnten weitere Sickerleitungen festgestellt werden. Diese befinden sich 
deutlich oberhalb des Quellgebietes/Fassungsgebietes (S. 7 ff. des Gutachtens 
I.________; pag. 400 ff.; S. 2 des Anhanges zum Gutachten I.________, Ziff. 5; 
pag. 416). Die Kammer begutachtete diese Sickerleitungen im Rahmen des Augen-
scheins vom 2. November 2020 (vgl. Fotos Nrn. 4-10 und Festhaltungen zu den 
Standorten 1-3, S. 48 ff. des Protokolls Hauptverhandlung und Augenschein vom 
2. November 2020; pag. 654 ff.)

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2. November 2020 sagte 
I.________ auf Nachfrage des damaligen Vorsitzenden im Weiteren aus, dass ins-
gesamt drei Quellfassungen vorliegend sein müssten, nämlich: die Neue, die Alte 
und einen Abzweiger (pag. 648 Z. 32 ff.). 

Nach den Aussagen des Strafklägers 1 anlässlich des Augenscheins (pag. 663) so-
wie den Angaben von Rechtsanwalt E.________ in der oberinstanzlichen Fortset-
zungsverhandlung (pag. 706), bringt die neue Leitung 80% und eine von dieser ab-
zweigenden zu einer unbekannten Quellfassung führenden Leitung ca. 20% Wasser. 
Auch gemäss dem Sachverständigen I.________ – der in seinem Gutachten über-
dies noch angab, die Schüttmenge der «alten» Quelle sei sehr klein, ein paar Zenti-
liter pro Minute (Ziff. 1; pag. 415) – könne das etwa stimmen (pag. 651 Z. 3). 

Die seitens der Strafkläger eingereichte Rechnung der X.________ (GmbH) vom 
9. August 2006 betreffend Wasserfassung Q.________ (Ortschaft) (pag. 578) kann 
zwar die fraglichen Verläufe der Leitungen und der Drainagen, welche überdies auch 
anlässlich des oberinstanzlichen Augenscheins nicht geklärt werden konnte, nicht 
erhellen, zeigt aber auf, dass von der X.________ (GmbH) im Juni 2006 vier Abzwei-
ger (zwei Abzweiger à 100 Dim. sowie zwei Abzweiger à 80 Dim.) Material bei der 
Erstellung der Leitung verarbeitet wurden. Dies lässt vermuten, dass drei weitere 
Abzweigungen – neben derjenigen, die aufgrund der Feststellungen von I.________ 
bereits bekannt ist – vorhanden sind. Auch diese Abzweigungen konnten anlässlich 
des Augenscheins nicht lokalisiert werden. Demgegenüber zeigt die Rechnung nicht 
auf, wie von der Seite der Strafkläger beabsichtigt, dass die Quellfassung einwand-
frei funktioniert. Fraglich bleibt auch, wie gut erhalten das mithin elf Jahre vor dem 
hier relevanten und zu prüfenden Zeitraum eingebaute Material noch ist. 

22

Alle einbezogenen Experten (R.________, T.________, H.________ und 
I.________) gaben an, die Durchführung von Farbversuchen als sinnvoll zu erach-
ten, um die Reichweite des Einzugsgebiets der Quellfassung zu klären und insbe-
sondere das Fliessverhalten des Wassers zu erfassen (pag. 443, pag. 455 f., 
pag. 645 Z. 31 und pag. 649 Z. 14 ff.).

Fazit

Die Brunnstube für die Trinkwasserzuleitung und zumindest eine (die neue) Quell-
fassung sowie deren Leitung selber befinden sich gemäss den dem Gutachten bei-
liegenden Geoportalauszügen – und wie sich die Kammer anlässlich des Augen-
scheins überzeugen konnte – auf dem Terrain der Liegenschaft Nr. ________. Der 
Standort der zweiten Quellfassung ist nur ungefähr bekannt. 

Aber zahlreiche Faktoren bleiben ungewiss: Trotz des Gutachtens, der Aussagen 
der sachverständigen Personen und des Augenscheins konnte der Verlauf der Lei-
tungen sowie die Anzahl der vorhandenen Quellfassungen (es gibt mindestens drei: 
die neue, die alte und einen Abzweiger) und deren Standort nicht zweifellos ausge-
macht werden. Gestützt auf die Rechnung der X.________ (GmbH) vom 9. August 
2006 ist davon auszugehen, dass neben dem bekannten noch weitere drei Abzwei-
ger vorliegen. Auch die Anzahl Drainagen bzw. Sickerleitungen zur Ableitung des 
Oberflächenwassers sowie deren Verlauf und Lokalisierung bleiben ungeklärt.

12.4.4 4. Ab wann kannte der Beschuldigte die Lage der Brunnstube der Strafkläger und 
der Quellfassungen?

Nach seinen anfänglichen Aussagen kennt der Beschuldigte die Brunnstube und den 
Ort der (einen) Quellfassung seit dem Zeitpunkt der Begehung mit H.________ 
(pag. 36 Z. 18-20 und pag. 37 Z. 52 f.). Dass der Beschuldigte an der Begehung mit 
H.________ zugegen war, bestätigt Rechtsanwalt B.________ namens des Be-
schuldigten auch in der Eingabe vom 1. Februar 2021 (pag. 590). Der Beschuldigte 
erklärte sodann vor der Vorinstanz, dass er auf seine Frage nach dem Standort der 
Quelle vom Strafkläger 1 ein Foto erhalten habe, die ein Jalon direkt beim Zaun ge-
zeigt habe. Er habe «darumherum» eine Fläche mit einem Radius von 10 m ausge-
zäunt. Ein späteres Schreiben seitens der Strafkläger zeige die Quelle aber weiter 
unten. Er wisse nun nicht, wo genau die Quelle sei (pag. 212).

Fazit

Dem Beschuldigten war der Standort der einen (der neuen) Quellfassung spätestens 
seit dem 20. Juni 2016, d.h. seit der Ortsbegehung mit H.________, bekannt, wenn 
dies auch nicht in exakter Form der Fall war. Um die Lokalisierung dieser Quellfas-
sung hat der Beschuldigte sodann auch eine Fläche von 10 m Radius ausgezäunt. 
Wo aber die weiteren Quellfassungen sind, konnte – wie obenstehend erörtert wurde 
– trotz umfangreichem Beweis- und Beweisergänzungsverfahren nicht eruiert wer-
den.

23

12.4.5 5./6. Wie war der Wissensstand des Beschuldigten im Zeitpunkt zwischen Sommer 
2016 und Beginn der Weidesaison 2017 über mögliche Verunreinigungsursachen 
und Vermeidungsstrategien bei der Beeinträchtigung des Trinkwassers der Strafklä-
ger? Welche Schutzmassnahmen wurden dem Beschuldigten zur Vermeidung sol-
cher Trinkwasserverunreinigungen im Nachgang zu den Ereignissen und Messun-
gen von 2016 aufgezeigt?

Die Strafkläger informierten den Beschuldigten bzw. seine Frau unverzüglich über 
die eingetretene Verunreinigung (vgl. E. II.12.4.2 hievor). Gemäss den Angaben des 
Beschuldigten anlässlich der polizeilichen Einvernahme erhielt er am 13. Juni 2016 
vom Strafkläger 1 eine E-Mailnachricht mit den ersten Testberichten des 
AC.________ (Labor) und der AD.________ (AG). Beide Testberichte wiesen eine 
Beeinträchtigung aus. Am 20. Juli 2016 schliesslich nahm der Beschuldigte an einer 
Besprechung mit dem Strafkläger 1, H.________ und AA.________, einem Mitei-
gentümer des Grundstücks Nr. ________, auf dem die Brunnstube und mindestens 
eine der Quellfassungen für das Trinkwasser der Strafkläger liegen, teil (pag. 37 
Z. 43-50). An diesem Treffen wurden diverse Massnahmen zur Beseitigung bzw. 
Verringerung der Gefahren für eine Beeinträchtigung des Quellwassers sowie Ver-
hinderung weiterer Verunreinigungen aufgezeigt (Bericht H.________; pag. 13). 
Diese wurden teilweise vom Beschuldigten umgesetzt (pag. 38 Z. 88-98 bzw. 
pag. 37 Z. 60-66). Wie der Beschuldigte erklärte, habe er bei dieser Besprechung 
vor Ort erstmals erfahren, wo sich die Brunnstube und eine der Quellfassungen be-
fänden (vgl. E. II.12.4.4 hievor).

Der Beschuldigte erklärte weiter, vom Strafkläger 1 den schriftlichen Bericht von 
H.________ zur Kenntnisnahme zugestellt erhalten zu haben (pag. 38 Z. 75-81) so-
wie von diesem über die seitens der AD.________ (AG) erhobenen Messwerte der 
Wasserproben informiert worden zu sein (pag. 37 Z. 43-45; pag. 38 Z. 113-118).

Im Bericht H.________ werden als mögliche Ursachen und Gefahren für die Beein-
trächtigung der Wasserqualität folgende Umstände festgehalten (pag. 12):

- Weidegang im Fassungsbereich unmittelbar oberhalb der Fassungen, dadurch Beeinträchtigung 
der natürlichen Filterschicht;

- Lagerplatz der weidenden Tiere auf, oberhalb und unterhalb der Naturstrasse;
- Strassenentwässerung über die Schulter in die «Schutzzone»;
- Punktuelle Versickerung aus dem Weidebrunnen;

Weiter wurden folgende Massnahmen zur Beseitigung oder Verringerung möglicher 
Gefahren für die Beeinträchtigung der Wasserqualität besprochen (pag. 13): 

- Grundsätzlich als Versuch kein Weidegang oberhalb der Quellfassung bis unterhalb des Weide-
brunnens. Der Zugang zur hinteren Weide wäre dadurch immer noch möglich;

- Kein Weidegang bei angekündigten oder einsetzenden starken Niederschlägen oberhalb der Quell-
fassungen inkl. Naturstrasse und «Lagerplatz»;

- Durch zusätzliche Abzäunung im Bereich des Weidbrunnens, Lagerplatz für Tiere einschränken/ver-
meiden bzw. anpassen des Weidekonzepts unter Berücksichtigung der vorhandenen Quellfassun-
gen. Unmittelbar oberhalb der Fassungen möglichst kein Weidegang;

- Entfernen des Weidebrunnes inkl. der PVC-Zuleitung; 

24

- Entwässerung der Naturstrasse nicht über die Schulter > mit einer Rinne ausserhalb der «Schutz-
zone» ableiten;

- Möglichkeit vorsehen, damit die Quellen in der Brunnstube bei Bedarf einzeln in den Verwurf abge-
leitet werden können.

Auffallend ist, dass im Bericht H.________ teilweise von einer und teilweise von 
mehreren Quellfassungen die Rede ist. Aufgrund der Aussagen von H.________ an-
lässlich der Berufungsverhandlung vom 2. November 2020 wird jedoch klar, dass 
nur eine Quellfassung, die «neue», durch ihn ungefähr geortet werden konnte, 
während er zum Standort der zweiten («alten») Quellfassung aufgrund der topogra-
phischen Verhältnisse lediglich Vermutungen anstellen konnte (pag. 641 Z. 29 f. und 
pag. 642 Z. 23 ff., vgl. auch E. II.12.4.3 hievor). 

Am 24. Oktober 2016 schrieb der Strafkläger 1 eine E-Mailnachricht an H.________. 
Den Beschuldigten bediente er mit einer Kopie davon (pag. 598). Der zweite Absatz 
dieser Nachricht lautete wie folgt: 

Mittlerweile sind die Messwerte fast auf Null gesunken. Herr A.________ hat sich denn auch sehr Mühe 
gegeben und hat insbesondere die Weiden so eingezäunt, dass die Tiere freien Zugang zum Stall hat-
ten, wo sie vor dem Wetter Schutz suchen und lagern konnten. Das dürfte wesentlich zur Verringerung 
der Eintragung von Exkrementen in die Weiden beigetragen haben. Für die Weidesaison 2017 bin ich 
zuversichtlich.

In einer weiteren E-Mail vom 14. Dezember 2016 teilte der Strafkläger 1 dem Be-
schuldigten unter Verweis auf den beiliegenden Analysebericht der AD.________ 
(AG) vom 12. Dezember 2016, gemäss welchem weder E-Coli noch Enterokokken 
in 100 ml sowie lediglich 6 Aerobe mesophile Keime in 1 ml nachgewiesen werden 
konnten, mit, «endlich wieder Trinkwasser !» zu haben (pag. 21 f.).

Fazit
Der Bericht H.________ und somit auch die darin enthaltenen möglichen Schutz-
massnahmen zur Vermeidung von Trinkwasserverunreinigungen waren dem Be-
schuldigten im Sommer 2016 und damit zu Beginn der Weidesaison 2017 bekannt. 
Er konnte ohne weiteres einige Massnahmen daraus aufzählen, mit denen man eine 
erneute Verunreinigung des Trinkwassers der Strafkläger in der nächsten Alpsaison 
vermindern wollte (pag. 37 Z. 60-66 und pag. 38 Z. 88-94). 

12.4.6 7. Ab wann und wo weideten die Kühe des Beschuldigten zum Alpsaisonbeginn 2017 
erstmals auf der Parzelle Nr. ________?

Der Beschuldigte sagte anfänglich bei der Polizei aus, dass im Jahr 2017 die Kühe 
erstmals am 3. Juni 2017 auf seiner Parzelle oberhalb der Strasse geweidet worden 
seien (pag. 39 Z. 156). Vor der Vorinstanz sagte er am 12. September 2019, er 
könne es nur ungefähr sagen. Es sei frühestens Ende Mai gewesen bis Oktober 
(pag. 210 Z. 39-41). Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. November 2020 
lautete seine Aussage, am Abend des 3. Juni 2017 hätten sie die Kühe um ca. 17.00 
Uhr rausgelassen (pag. 622 Z. 27).

Der Strafkläger 1 bestätigte, dass die Kühe am 3. Juni 2017 auf die Weide kamen 
(pag. 611 Z. 11). Dies ist auch seinen «Bemerkungen Bildmaterial 2017» vom 
30. Juli 2020 (pag. 538 ff.) zu entnehmen, in welchen er schreibt «am 3.6.2017 liess 

25

Herr A.________ seine Tiere erstmals auf die Weide oberhalb der Zufahrtsstrafe zur 
AB.________ (Ortschaft)» (pag. 538). 

Fazit

Die Kühe weideten ab dem 3. Juni 2017 wieder auf dem Grundstück des Beschul-
digten (Nr. ________).

12.4.7 8. Setzte der Beschuldigte vor bzw. bei dieser Erstbeweidung 2017 Schutzmassnah-
men gemäss dem Bericht von H.________ vom 11./25. Juli 2016 (nachfolgend Be-
richt H.________; pag. 07 ff.) um?

Bei der Polizei gab der Beschuldigte an, folgende Massnahmen zur Verhinderung 
weiterer Verunreinigungen gemäss dem Bericht H.________ getroffen zu haben: Er 
habe die Strasse links und rechts ausgezäunt, damit die Tiere nicht mehr auf die 
Strasse koten konnten; den Weidegang bei starkem Regen nach Möglichkeit einge-
schränkt; den «Lagerplatz» eingezäunt und das Vieh nur noch bei gutem Wetter an 
diesen Standort gelassen sowie einen Bereich von 10 m Radius oberhalb der Quell-
fassung abgezäunt (pag. 38 Z. 88-96). 

In der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz sagte der Beschuldigte, er habe den 
Weg ausgezäunt, damit die Kühe nicht mehr auf den Weg konnten. Weiter habe er, 
wie von Herrn H.________ beschrieben worden sei, unterhalb des Lagerplatzes ein 
Stück Land abgezäunt und die Kühe dort nur bei gutem Wetter drauf gelassen. Der 
Lagerplatz sei ebenfalls nur bei schönem Wetter geöffnet und sonst abgezäunt ge-
wesen. Weiter habe man, ebenfalls gemäss Beschreibung von Herrn H.________, 
den Kunststoffschlauch, oberhalb des Weidebrunnes so aufgezogen, dass dort kein 
Wasser herauskomme. Auch sei öfter jemand hoch gegangen, wenn Regen erwartet 
worden sei, um die Kühe von der Mittelparzelle raus zu lassen oder rein zunehmen, 
dies sei aufwändig gewesen (pag. 211 Z. 13-19 und Z. 22-25). Im Weiteren 
bestätigte der Beschuldigte auf Vorhalt des Schreibens der V.________ (Versiche-
rung) vom 5. Januar 2017 (pag. 23 f.) die dort enthaltenen Massnahmen – Verzicht 
auf den Weidegang in einem Radius von 10 m zur Quellfassung und Auszäunung 
der Naturstrasse – alle vor der Weidesaison 2017 getroffen zu haben. Dies sei nach 
dem Bericht H.________ gewesen (pag. 211 Z. 27-31). Die Auszäunung der Natur-
strasse sowie des darüber liegenden «Lagerplatzes» und des Weidebrunnens seien 
bereits vor der Weidesaison 2017, nach H.________, vorgenommen worden 
(pag. 211 Z. 38-40). In der Ergänzungseinvernahme vor der Vorinstanz antwortete 
der Beschuldigte sodann auf Vorhalt der Fotografien pag. 29, 30 und 31 (digitale 
Dateien auf der DVD: E78A0867, E78A0873, E78A0903 gemäss den jeweiligen Bild-
details aufgenommen am 11. Juni 2017 um 19:22, 19:23 bzw. 19:27 Uhr; pag. 336/1) 
der Erläuterung, gemäss dem Strafkläger 1 seien diese anfangs Juni gemacht und 
erst nachher sei der Lagerplatz ausgezäunt worden und auf entsprechende Nach-
frage, wann der Lagerplatz ausgezäunt worden sei: «Am Tag, wo die Kühe das erste 
Mal auf die Weide hereingelassen worden sind, ist beim Zaun vorne und hinten, zu 
gewesen. Am 04. am Morgen als wir raufgegangen sind, haben wir aufgemacht. Und 
als das Foto gemacht worden ist, ist offensichtlich zu» (pag. 218 Z. 10-15).

26

In der Berufungsverhandlung vom 2. November 2020 ergänzte der Beschuldigte, das 
Gebiet unterhalb der Strasse hätten sie mit Herrn AI.________ (Anmerkung: Für-
sprecher AI.________) und dem Strafkläger 1 zusammen abgezäunt. Dies sei seit-
her so geblieben. Auch oberhalb der Strasse, der sog. Lagerplatz inkl. Hang dazu, 
hätten sie ausgezäunt. Diese Bereiche seien in den letzten drei Jahren nicht bewirt-
schaftet worden (pag. 621 Z. 4-8). 2013 und 2014 hätten die Angus-Kühe im Frühling 
im ganzen Teil geweidet, ohne Abzäunung auf der Strasse, unterhalb der Strasse 
und beim Lagerplatz. Jetzt sei es so, dass sie in den letzten Jahren viel mehr abge-
zäunt hätten (pag. 621 Z. 37-38 und Z. 40-43). Die Abzäunung der Strasse und des 
Lagerplatzes etc. hätte er nicht aus eigenem Antrieb gemacht, sondern auf Anraten 
von Herrn H.________. Das erste, was sie gemacht hätten, nachdem Herr 
H.________ da gewesen sei, sei die Strasse auszuzäunen. Nach der ersten Ver-
gleichsverhandlung in Burgdorf hätten sie noch mehr Fläche ausgezäunt; mit Herrn 
AI.________ und dem Strafkläger 1 noch mehr (pag. 622 Z. 12-20; pag. 656 f.). 

Am Abend des 3. Juni 2017 hätten sie die Kühe um ca. 17.00 Uhr rausgelassen. 
Was genau offen gewesen sei für die Kühe, wisse er nicht mehr. Sie hätten aber den 
Lagerplatz unten mit mobilen Kunststoffpfählen mehrmals abgezäunt. Er könne nicht 
so genau sagen bzw. wisse es nicht mehr, ob die Kühe am 3. Juni 2017 auf dem 
Lagerplatz geweidet haben. Die Kühe seien in der Regel raus und parallel am Weg 
entlang gerade nach hinten bis zum Lagerplatz gegangen, wo sie nicht mehr weiter 
konnten. Da hätten sie damals mehrmals noch den Zaun geöffnet, die Kühe durch-
gelassen und den Zaun wieder geschlossen (pag. 622 Z. 27-33 ff. und Z. 37). Auf 
Vorhalt der Jahrbuchblätter des AWA, wonach es am 3. Juni 2017 29.9 mm geregnet 
habe und auf die Frage, warum er die Kühe an diesem Tag auf die Weide liess, 
antwortete der Beschuldigte, soweit er sich erinnern könne, hätten sie die Kühe 2017 
auf die obere Seite gelassen, rechts von der Strasse, wo es weiter von der Quelle 
entfernt sei, als wenn er sie auf die untere Weide gelassen hätte (pag. 623 Z. 15-
17). Weiter antwortete der Beschuldigte auf die Frage, gemäss dem Strafkläger 1 sei 
es am 3. Juni noch nicht so abgezäunt gewesen wie es die Fotos Nr. E78A0924 und 
Nr. E78A0926 (gemäss den Bilddetails der DVD aufgenommen am 11. Juli 2017 um 
13:53 bzw. um 13:54 Uhr; pag. 336/1) zeigten (vgl. auch «Bemerkungen Bildmaterial 
2017» des Strafklägers 1; pag. 539), er sei sich 100%-ig sicher, dass sie am 3. Juni 
alles ausgezäunt gehabt hätten. Beim Lagerplatz hätten sie es aber so gemacht – 
auf der vorher vorgehaltenen Foto seien, glaube er, auch die «Plastik-Schwirrli» zu 
sehen. Diese könne man wegnehmen, die Kühe durch den Platz durchgehen lassen 
und sie dann wieder schliessen. Der Zaun sei aber fertig gewesen, als sie mit den 
Kühen gekommen seien. Es könne sein, dass sie aufgemacht, die Kühe durchgelas-
sen und wieder geschlossen hätten. Die Weide sei aber fertig eingezäunt gewesen 
(pag. 623 Z. 34-40). Auf Vorhalt der weiteren Fotos Nr. E78A0830 (pag. 26) und 
E78A0832 (pag. 27), die gemäss dem Strafkläger 1 am 4. Juni 2017 aufgenommen 
worden seien («Bemerkungen Bildmaterial 2017» des Strafklägers 1; pag. 538, die 
Bilddetails der DVD zeigen ebenfalls das Aufnahmedatum 4. Juni 2017 um 16.30 
bzw. 16:31 Uhr) und auf die Frage, darauf sehe man keinen Zaun gegen hinten, 
lautete die Antwort des Beschuldigten, man sehe, dass mehr zertrampelt sei. Er 
könne sich vorstellen, dass zu gewesen sei, die Kühe hier zertrampelt hätten, der 

27

Zaun weggenommen, die Kühe nach vorne gelassen und für den nächsten Tag wie-
der so offen gelassen worden sei. Aber er wisse es nicht mehr so genau. Aber da 
hätten die Kühe nicht geweidet (pag. 624 Z. 4-8). 

Beim Augenschein vom 2. November 2020 führte der Beschuldigte aus, den Lager-
platz seit drei Jahren nicht mehr zu beweiden und die Kühe oberhalb der Strasse 
durch auf die Weide zu leiten. Dadurch sei oberhalb der Strasse ein Weg entstanden. 
Bei der Abzäunung des Lagerplatzes hätten die Kühe dann die Wahl, ob sie entwe-
der wieder zurückgehen oder den Hang hoch. Dabei entständen «Erdrutsche», Ero-
sionen im Gelände (pag. 660). 

Der Strafkläger 1 sagte hingegen vor der Vorinstanz aus, der Beschuldigte habe erst 
nach dem 4. Juni 2017 den Lagerplatz abgezäunt. Die Tiere hätten zuerst massiv 
darauf gekotet, abgesperrt worden sei dann erst später (pag. 216 Z. 10-12, Z. 21 f.). 
Er habe um den 4. Juni vom Lagerplatz Fotos gemacht. Da sollte es zu sehen sein. 
Es sei auf jeden Fall vollgeschissen gewesen (pag. 216 Z. 18 f.). Der Beschuldigte 
habe aber vor dem Weidegang 2017 in einem Halbkreis mit Radius von 10 m zur 
Quellfassung auf den Weidegang verzichtet sowie die Naturstrasse ausgezäunt 
(pag. 215 Z. 45 und pag. 216 Z. 4, Z. 6, Z. 16-18). 

Gemäss den Aussagen des Strafklägers 1 vor der Berufungsinstanz am 2. Novem-
ber 2020 habe sich an der Beweidungsart durch den Beschuldigten seit 2018 nichts 
geändert. Er habe einzig den Eindruck, dass er die Kühe weniger oft auf der Weide 
habe. Es stimme, dass von der unteren Landesgrenze an, unten dran sei gerade die 
Quelle, 10 m um die Quelle bis rauf zur Strasse, der Lagerplatz und der Weidbrunnen 
ausgezäunt seien. Es sei etwa ein 30 m breiter Streifen. Herr A.________ habe frei-
willig den westlichen Teil (gegen die Q.________ (Ortschaft)) zusätzlich nicht bewei-
det. Der sog. Lagerplatz sei vollständig ausgezäunt, er habe dort nie mehr Tiere 
gesehen (pag. 610 Z. 12-23).

Die Strafkläger reichten in Beilagen 8 und 9 zur Strafanzeige Fotografien, datierend 
vom 4. bzw. 11. Juni 2017, ein (pag. 25 ff.). Diese zeigen hauptsächlich den «Lager-
platz» oberhalb der Naturstrasse zur AB.________ (Ortschaft), auf welchem ein-
zelne Kuhfladen ersichtlich sind. Weiter reichten die Strafkläger im oberinstanzlichen 
Verfahren eine DVD mit weiterem Bildmaterial vom 3. Juni., 4. Juni und 12. Juni 2016 
sowie ab 15. Mai 2017 ein (pag. 336/1). Auf dieser DVD sind auch die in den Akten 
ausgedruckten Fotos enthalten. Das Aufnahmedatum kann den jeweiligen Dateide-
tails entnommen werden.

Aus den Fotografien der Strafkläger ist ersichtlich, dass die Auszäunung des Lager-
platzes am 4. Juni 2017 nur gegen die Strasse und den Hang vorgenommen worden 
war, nicht aber gegen Osten und Westen (vgl. die Aufnahmen vom 4. Juni 2017 ohne 
abschliessenden Zaun; pag. 26 und 27). Demgegenüber ist auf den Fotografien vom 
11. Juni 2017 (pag. 28 und 29) ein abschliessender Zaun gegen Osten und Westen 
zu erkennen (wesentlich besser zu erkennen auf den digitalen Dateien auf der DVD: 
E78A0830 und E78A0832 bzw. E78A0868 und E78A0900; pag. 336/1). Als Folge 
dieser fehlenden Absperrung ist darauf zu schliessen, dass die Tiere den Lagerplatz 
als solchen benutzten, wie die Fotografien der Strafkläger, E78A0836, E78A0842, 

28

E78A0844 und E78A0846 auf der DVD (Bilder vom «2017_06_04/sensibler_lager-
platz»; pag. 336/1), nahelegen. 

Entgegen den Ausführungen von Rechtsanwalt E.________ anlässlich seiner Replik 
in der Fortsetzungsverhandlung (pag. 719), ist aus diesen Dateien aber auch ersicht-
lich, dass der Lagerplatz im Vergleich zum Jahr 2016 im Jahr 2017 eine weitaus 
geringere Intensität der Nutzung bzw. Anzahl Kuhfladen aufwies. Die von Rechtsan-
walt E.________ angeführten Fotografien (pag. 56; digitale Dateien auf der DVD 
u.a.: IMG_0251, IMG_0254, IMG_0268, IMG_0380, IMG_0399, IMG_0406 und 
IMG_0424; pag. 336/1), auf welchen nach seinen Ausführungen eine grosse An-
sammlung von Kot zu sehen sei, datieren sodann alle vom 3. Juni 2016. Auf den 
Fotografien vom 4. Juni 2017 sind hingegen nicht viele Kuhfladen zu sehen (vgl. 
pag. 57; digitale Dateien auf der DVD: E78A0830, E78A0833, E78A0834, 
E78A0835, E78A0837, E78A0839 und E78A0843; pag. 336/1).

Aus der Niederschlagsstatistik für das Jahr 2017 des AWA geht zudem hervor, dass 
es – wie im Dokument «Hydrometrische Daten des Kantons Bern vom Amt für Was-
ser und Abfall des Kantons Bern» eingereicht von Fürsprecher AI.________ im vor-
instanzlichen Verfahren bereits aufgezeigt (pag. 51) – am 3. Juni 2017 mit 29.9 mm 
stark geregnet hat (pag. 463).

Fazit

Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Parteien ist erstellt, dass der Be-
schuldigte vor dem Weidegang 2017 im Nachgang des Berichts H.________ in ei-
nem Halbkreis mit Radius von 10 m zur Quellfassung auf den Weidegang verzichtet 
sowie die Naturstrasse ausgezäunt hat. 

Auch kann festgehalten werden, dass zumindest eine vollständige Auszäunung des 
Lagerplatzes trotz sehr nasser Witterung beim ersten Weidegang vom 3. Juni 2017 
nicht vorgenommen worden ist. Die Kammer erachtet es als erstellt, dass die Kühe 
nicht auf der Strasse, sondern – wie auf den Fotografien vom 4. Juni 2017 (pag. 57 
bzw. E78A0830, E78A0833, E78A0834, E78A0835, E78A0837, E78A0839, 
E78A0843; pag. 336/1) ersichtlich – auf dem Lagerplatz gewesen sind. Zudem kam 
es am 3. Juni 2017 mit 29.9 mm zu starken Niederschlägen. Aus den Aussagen des 
Beschuldigten kann auch nichts Anderes abgeleitet werden. So vermochte er sich 
an der Hauptverhandlung vor oberer Instanz vom 2. November 2020 nicht mehr ge-
nau erinnern. Damit wurde der Weidegang nicht, wie bei schlechten Witterungs- und 
Bodenverhältnissen empfohlen, eingeschränkt. Für die Kammer stellt sich die Frage, 
ob die Kühe mit dem kurzen – max. 36 Stunden (1.5 Tage) – Aufenthalt auf dem 
Lagerplatz, die vom Strafkläger 1 am 4. Juni 2017 festgestellte massive Verschmut-
zung, mit 130 E-Coli und über 200 Enterokokken in 100 ml sowie über 300 Aerobe 
mesophile Keime in 1 ml, verantwortlich gemacht werden können (Aufstellung «Prüf-
berichte»; pag. 53, Laborbericht vom 12. Juni 2017 für die Probe vom 4. Juni 2017; 
pag. 33 und pag. 336/1). Auch die Sachverständige R.________ beurteilt diese ra-
sche Verschmutzung als eher erstaunlich (Antwort auf Frage 20 des Fragenkatalogs 
A.________; pag. 448, vgl. hierzu weiter E. II.12.4.9 hienach).

29

12.4.8 9. Welche Verunreinigungen ihres Trinkwassers stellten die Strafkläger 2017 fest 
und wann stellten sie diese fest? 

Die am 4. Juni 2017 vom Strafkläger 1 vom «Quellwasser» (Brunnstube) der oberen 
(neuen) Leitung entnommene Probe ergab, wie obenstehend bereits ausgeführt, 
gemäss den Untersuchungsresultaten der AD.________ (AG) vom 12. Juni 2017 
(pag. 33 und pag. 336/1) folgende Werte: 130 E-Coli und über 200 Enterokokken in 
100 ml sowie über 300 Aerobe mesophile Keime in 1 ml und wies damit auf eine 
deutliche Verunreinigung hin.

Der Strafkläger 1 hat hierzu anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. November 
2020 ausgesagt, er habe – soweit er sich erinnern könne – einen Monat bevor die 
Tiere auf der Weide gewesen seien, eine Probe gemacht. Diese sei gut gewesen 
(pag. 611 Z. 6 f. und Z. 11). Die Tiere seien am 3. Juni auf die Weide gekommen. Er 
habe gedacht, er müsse noch schnell eine Probe machen um zu beweisen, dass es 
immer noch sauber sei. Aber am 4. Juni sei das Wasser schon verunreinigt gewesen. 
Es habe ihn überrascht, dass es innerhalb von 24 Stunden schon verunreinigt ge-
wesen sei (pag. 611 Z. 11-14). 

Aus den Akten geht hervor, dass der Strafkläger 1 am 20. Mai 2017 eine Probe des 
«Quellwassers» der oberen (neuen) Leitung genommen hat. Entgegen seinen Aus-
sagen entsprach diese, mit über 300 Aeroben mesophilen Keimen, auch nicht den 
gesetzlichen Anforderungen an Trinkwasser. Jedoch waren gemäss dem Laborbe-
richt vom 12. Juni 2017 bei dieser Probe keine E-Coli und Enterokokken nachweisbar 
(DVD; pag. 336/1). 

Fazit

Das Wasser aus der neuen Leitung entsprach weder am 20. Mai 2017 und damit vor 
dem ersten Weidegang am 3. Juni 2017 noch am 4. Juni 2017 den gesetzlichen 
Anforderungen an Trinkwasser. Während in der Probe vom 20. Mai 2017 hingegen 
lediglich Aerobe mesophile Keime festgestellt wurden, wies diejenige vom 4. Juni 
2017 mit einer Vielzahl von E-Coli und Enterokokken eine massivere Verunreinigung 
aus. 

12.4.9 10. Worauf können diese Verunreinigungen zurückgeführt werden?

Gemäss dem Bericht H.________ stammen E-Coli und Enterokokken aus einer Kon-
tamination mit Fäkalien von Menschen und Tieren (pag. 07). Die Auswertungen der 
Wasserproben von 2017 durch die AD.________ (AG) sprechen dafür, dass Fäka-
lien die Verunreinigung verursacht haben. Sie entsprechen den bereits ein Jahr zu-
vor erhobenen Messungen. 

Dazu kommt die zeitliche Dimension: Auf der AB.________ (Ortschaft) wurde seit 
Jahrhunderten bei bestehender Quelle ohne Probleme Kuhhaltung betrieben. Im 
Jahr 2016 wurde Ende Mai erstmals eine massive Verunreinigung des Trinkwassers 
festgestellt. Die danach regelmässig vorgenommenen Untersuchungen zeigen den 
Rückgang der Verunreinigung mit dem Abzug der Tiere bis zur vollständigen Remis-
sion am 5. Dezember 2016. Kaum sind die Kühe am 3. Juni 2017 wieder auf der Alp, 
sind im Trinkwasser (am 4. Juni 2017) neben Aeroben mesophilen Keimen, die auch 

30

vor dem Weidegang in der Probe vom 20. Mai 2017 festgestellt wurden, wieder E-
Coli und Enterokokken nachweisbar (DVD; pag. 336/1).

Auch der Beschuldigte schliesst eine Kausalität zwischen der Beweidung und der 
Verunreinigung nicht aus. Dies in zweierlei Hinsicht: 

Die Schadenersatzforderung des Strafklägers 1 leitete er an seine Versicherung wei-
ter, womit er zumindest die Möglichkeit nicht ausschloss, Urheber der Verunreini-
gung im Sommer 2016 zu sein und allenfalls dafür haften zu müssen (Schreiben der 
V.________ (Versicherung) an den Strafkläger 1 vom 5. Januar 2017; pag. 23 f.). 
Anlässlich der polizeilichen Befragung sagte der Beschuldigte bezüglich der Wieder-
aufnahme der Beweidung am 3. Juni 2017 und dem bereits am 4. Juni 2017 verun-
reinigten Wasser aus, es habe in der Nacht vom 3./4. Juni 2017 geregnet. Es sei 
plausibel, dass Oberflächenwasser in die Quelle eingedrungen sei, was die erhöhten 
Werte erklären könnte (pag. 39 Z. 158-160).

Gegen diese (natürliche) Kausalität spricht zwar, dass keine Messwerte der Wasser-
qualität über längere Zeit vorliegen. Verständlicherweise wurde das Trinkwasser erst 
untersucht, als die Strafkläger Ende Mai 2016 eine Beeinträchtigung der Qualität 
feststellten, dann solange, bis das Wasser wieder den gesetzlichen Anforderungen 
an Trinkwasser entsprach und schliesslich erst wieder nach der Erstbeweidung am 
3. Juni 2017. Dieser Umstand ändert indessen nichts daran, dass die Beweidung mit 
Rindern zumindest eine Teilursache der Verunreinigungen des Trinkwassers der 
Strafkläger darstellt. Die massiven Verunreinigungen müssen von Nutztieren stam-
men: Gemäss den Aussagen von H.________ anlässlich der Berufungsverhandlung 
vom 2. November 2020 sei zwar klar, dass Wildtiere für jede Quellfassung ein Pro-
blem sein können. Dabei hätte man aber weniger E-Coli und Enterokokken, sondern 
mehr Campylobacter (pag. 641 Z. 42-43). Wildtiere können sodann ausgeschlossen 
werden und andere Nutztiere als die Kühe des Beschuldigten befanden sich zumin-
dest nicht in Quellennähe.

Die anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. November 2020 befragten Sach-
verständigen wiesen beide auf die unbekannten geologischen Verhältnisse hin: 
I.________ sagte aus, die Geologie habe einen grossen Einfluss, wie hoch die Über-
deckung sei, wo das Wasser herkomme. Er wisse von Fällen, wo man das Wasser 
eingefärbt habe und das dann an einem ganz anderen Ort, manchmal 20, 30 km 
weiter weg, in einer Quelle wieder rausgekommen sei (pag. 649 Z. 13-16). Je höher 
oben im Boden die Quelle sei, desto höher sei grundsätzlich das Risiko, dass Fremd-
wasser reinkomme. Erfahrungsgemäss genüge eine Tiefe ab 2 m. Es könne aber 
auch sein, dass die Fassung 5 m unter der Oberfläche sei, aber immer noch Fremd-
wasser reinziehe, wenn das Gelände nicht ideal sei (pag. 649 Z. 30-34). Wenn bei 
intensiven Niederschlägen das Regenwasser schnell in der Quelle drin sei, sei die 
Filterqualität des Bodens nicht ideal. Aber wo das dann genau sei, komme darauf 
an, wo der Wasserlauf wirklich sei und woher es (Anmerkung: das Wasser) komme 
(pag. 649 Z. 38-45).

H.________ sagte aus, wichtig sei eigentlich die Natur selber. Der Boden sei der 
natürliche Filter und solle eigentlich der beste Filter sein. Durch Klimaveränderungen 
(Trockenheit/starke Niederschläge) gebe dieser Filter nicht mehr dasselbe her wie 

31

früher (pag. 642 Z. 4-8). Wenn es E-Coli und so Sachen habe, seien die von tieri-
schem und menschlichem Kot. Wenn es starke Niederschläge gebe, könne es (An-
merkung: der Kot) das in der Regel mitziehen (pag. 642 Z. 9-11). Seit der Lebens-
mittelgesetzänderung am 1. Juli 1997 schule man die Kontrolleure und die Experten 
so, dass diese die Proben bei schlechtem Wetter nehmen. Von da an habe man 
vermehrt verunreinigte Proben. Auch bei neu sanierten Quellen habe man noch nicht 
die Gewähr für sauberes Wasser, je nach Bodenbeschaffenheit bzw. natürlichem 
Filter (pag. 642 Z. 16-21). Das Gelände oberhalb der Brunnstube sei extrem steil. 
Wenn die Fassung 2007 fachgemäss gemacht worden sei, gehe er davon aus, dass 
die Quelle nach dem Stand der Technik gebaut worden sei, dann könne im Bereich 
drin, in der Schräge, das Oberflächenwasser nicht in die Fassung eindringen 
(pag. 642 Z. 26-29). Weiter gab der sachverständige Zeuge H.________ zu beden-
ken, dass eigentlich 210 m zur Quelle gehörten (gegen oben und dann noch leicht 
zur Seite). Sowie, dass in diesem Quellgebiet jede Unebenheit, Grasnarbe oder un-
genügender natürlicher Filter – man habe relativ wenig Humusschicht, dann komme 
schon Gestein und so – [zu beachten seien], da könne natürlich von weiter oben 
Regenwasser und alles rein kommen (pag. 642 Z. 37-42). Es sei nicht gut, dass die 
Wasserproben in den letzten zwei Jahren trotz der Auszäunung einer Fläche, die 
rauf bis zur Strasse gehe plus den Lagerpatz immer noch schlecht gewesen seien. 
Aber nach 40 Jahren verwundere ihn dies nicht. 1999 habe es mit Hochwasser an-
gefangen, 2003 mit der Trockenheit, 2005 wieder Niederschläge, Hochwasser 
(pag. 645 Z. 8-13). Der Boden im Quellfassungsgebiet, als Filter, sei halt unter Um-
ständen ungenügend (pag. 645 Z. 19 f.). 

In diesem Zusammenhang ist auch die von den Strafklägern eingereichte Aufstellung 
«Trinkwasserverschmutzung 2019» heranzuziehen. Diese zeigt, dass beim Wasser 
der Strafkläger vor der Weidesaison (am 20. Mai 2019) ebenfalls nicht von Trinkwas-
ser im gesetzlichen Sinne gesprochen werden konnte (vgl. E. II.12.3; DVD; 
pag. 336/1.). Weiter geht aus dieser Aufstellung wiederum ganz klar hervor, dass die 
«während Tagen starke[n] Regenfälle», die gemäss der Aufstellung am 22. Mai 2019 
aufhörten, mit der am 20. Mai 2019 vorliegenden Verunreinigung zusammenhängen. 

Fazit

Aufgrund ihrer Art – Feststellung von E-Coli und Enterokokken – ist die Trinkwasser-
verunreinigung auf den Kot und Harn der Kühe des Beschuldigten zurückzuführen. 
Diese haben mindestens eine Teilursache für die Verunreinigung des Trinkwassers 
der Strafkläger gesetzt. Diese Mitursächlichkeit wird aber durch die unbekannten 
geologischen Verhältnisse – insb. ob der Boden des Quellfassungsgebiets als natür-
licher Filter geeignet ist –, durch den Nachweis des starken Einflusses der Nieder-
schläge auf die Beeinträchtigung des Trinkwassers sowie wiederum durch die Unsi-
cherheiten über die Anzahl der vorhandenen Quellfassungen, Leitungen und Sicke-
rleitungen bzw. Drainagen sowie deren unbekannten Verlauf und Zustand, stark re-
lativiert.

32

12.4.10 11. Könnte insbesondere eine ab 2016 gegenüber den Vorjahren veränderte Art 
der Beweidung und der Tierhaltung durch den Beschuldigten die Verunreinigungen 
verursacht haben?

Die AB.________ (Ortschaft) wird seit Jahrhunderten mit Rinderbeweidung bewirt-
schaftet. Inwiefern sich die Bewirtschaftung von F.________ und G.________ zum 
Beschuldigten geändert hat, ist anhand der Zeugenaussagen sowie der weiteren 
Aussagen der Verfahrensbeteiligten aufzuklären:

Der Strafkläger 1 sieht den wesentlichsten Unterschied der Bewirtschaftung darin, 
dass die Tiere durch F.________ und G.________ gezielt ein- und ausgestallt wor-
den seien; je nach Bodenbeschaffung und Wetter (pag. 610 Z. 29 f.). Während dem 
ganzen Verfahren wird seitens der Strafkläger hierzu vorgebracht, der Beschuldigte 
habe im Sommer 2016 auf ein Freilaufsystem umgestellt. So exemplarisch anlässlich 
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 19. September 2019 von Rechtsanwalt 
E.________ (pag. 212 Z. 7 ff.). Dem zuwiderlaufend äusserte sich der Strafkläger 1 
immer wieder dahingehend, dass ein Freilaufsystem gewünscht sei. So anlässlich 
der Berufungsverhandlung vom 2. November 2020, wonach ein Freilaufsystem erst 
auf ihre Intervention hin gemacht worden sei und es ein solches am 11. Juni 2016 
noch nicht gegeben habe (pag. 628 Z. 40 f.) oder in der bereits zitierten E-Mailnach-
richt vom 24. Oktober 2016, in welcher er schreibt: «Herr A.________ hat sich denn 
auch sehr Mühe gegeben und hat insbesondere die Weiden so eingezäunt, dass die 
Tiere freien Zugang zum Stall hatten, wo sie vor dem Wetter Schutz suchen und 
lagern konnten» (pag. 598; vgl. E. 0 hievor). Ein weiterer Punkt sei, dass konsequent 
nur Muttertierhaltung betrieben werde, verbunden mit einem Wechsel der Rasse. Es 
sei ein Wechsel zu einer ausgesprochenen Fleisch-Rasse (pag. 01, pag. 610 Z. 32-
34, pag. 215 Z. 19, pag. 220). Angus-Kühe hätten auch im 2013 dort geweidet. Der 
Beschuldigte habe ausschliesslich schwarze Angus-Kühe. Diese Angus-Kühe, die 
Mutterkühe, hätten ihm einen wesentlich grösseren und gefährlicheren Eindruck ge-
macht, als die Rinder, die vorher drauf gewesen seien (pag. 215 Z. 34, Z. 36-39). 
Weiter machen die Strafkläger geltend, dass die vorherigen Bewirtschafter den La-
gerplatz oder die Strasse nie als Lager für die Kühe zur Verfügung gestellt hätten. 
Ein grosser Teil des Geländes oberhalb der Strasse sei von den Vorgängern, 
F.________ und G.________, gemäht worden (pag. 01, pag. 228, pag. 610 Z. 31 f.). 
Überdies führte der Strafkläger 1 aus, er wisse nicht, ob das Trinkwasser auch ver-
unreinigt gewesen sei, als Herr F.________ das Land bewirtschaftet habe. Sie hät-
ten es nie getestet; es hätte keinen Anlass dazu gegeben. Es sei nie braun aus dem 
Wasserhahn wie im 2016 gelaufen und sie hätten nie körperliche Beschwerden ge-
habt. Sie hätten nicht gewusst, ob das Wasser verunreinigt gewesen sei, sie hätten 
vorher nie eine Verunreinigung festgestellt (pag. 613 Z. 32-41).

Nach der Strafklägerin 2, könne der Beschuldigte weiterhin weiden, müsse dies je-
doch «klug» umsetzen. Unter «klugem Weiden» verstehe sie, dass auf das Wetter, 
die Auswahl der Tiere, die Anzahl der Tiere, die Bodenbeschaffenheit Rücksicht ge-
nommen werde (pag. 615 Z. 3 f. und Z. 19-21).

Der Beschuldigte hingegen bekräftigte immer wieder, dass auf das Freilaufsystem 
mit dem Umbau des Stalles im Jahr 2013 umgestellt worden sei (pag. 210 Z. 8 f., 

33

pag. 212 Z. 7 ff., pag. 628 Z. 42 ff.). Und erklärte vor der Vorinstanz: Mutterkuhhal-
tung sei grundsätzlich ein Freilaufsystem. Das hätten sie immer gehabt (pag. 212 
Z. 11). Die Umstellung auf Mutterkühe sei im Jahr 2013 erfolgt (pag. 222). Die Be-
hauptung der Gegenseite, F.________ habe den Lagerplatz oder die Strasse nie als 
Lager für die Kühe zur Verfügung gestellt, versucht der Beschuldigte einerseits mit 
den der Eingabe vom 26. Oktober 2020 (pag. 426 ff.) beigelegten Orthofotos zu wi-
derlegen. Weiter führte er hierzu an der Berufungsverhandlung aus, Herr 
F.________ habe bis 2014 auf der Alp gewohnt (pag. 619 Z. 29). Seit dem Sommer 
2015 führe er den Alpbetrieb mit seinen Leuten. Grundsätzlich komme mindestens 
einmal pro Tag jemand auf die Alp. Es könne auch mehr sein. Auch bei F.________ 
und G.________ sei es so gewesen, vor allem in den letzten zwei Jahren (pag. 619 
Z. 33-39). Weiter sagte er zusammengefasst aus, vor 2013 hätten F.________ und 
G.________ den ganzen Teil vom Haus Richtung Q.________ (Ortschaft) auf eigene 
Rechnung bewirtschaftet. Unterhalb und oberhalb der Strasse bis zur Krete und bis 
zum sog. Lagerplatz sei geweidet worden. Oberhalb der oberen Weide sowie gegen 
die Q.________ (Ortschaft) zu, im hinteren Teil, nach dem Lagerplatz, hätten sie 
gemäht, dort sei aber früher auch Ackerbau betrieben, also gepflügt und der Boden 
sei gedreht worden. F.________ habe das dann aufgehört. 2013 und 2014 hätten 
seine Angus Kühe im Frühling im ganzen Teil geweidet. Ausser dass im Frühling, 
oben an der Krete, am Wald entlang noch ein Stück, gemäht worden sei, hätten die 
Kühe dort geweidet, ohne Abzäunung auf der Strasse, unterhalb der Strasse und 
beim Lagerplatz. Dies sei auf den Fotos ersichtlich, die er geschickt habe (pag. 426 
ff.). In den letzten Jahren hätten sie einfach viel mehr abgezäunt. Die Kühe machten 
seinem Eindruck nach viel mehr «Wägli», da sie durch den Zaun davon abgehalten 
würden, durch die Strasse nach hinten zu gehen. Sie könnten entweder auf der rech-
ten Seite, wenn sie auf der oberen Weide sind, nach hinten gehen, beim Lagerplatz 
müssten sie sich entscheiden, ob sie wieder zurückgehen oder gerade den Hang 
rauf und in dem Fall machten sie den Hang kaputt. Das sei das, was geändert habe 
und aus seiner Sicht weidetechnisch eigentlich schlecht sei. Dasselbe auf der unte-
ren Seite, die Kühe könnten wegen dem Zaun auch nicht mehr die Strasse nach 
hinten gehen, sondern müssten jetzt durch das Land nach hinten gehen (pag. 621 
Z. 29 ff.).

Der Zeuge F.________ bestätigte in der Berufungsverhandlung vom 2. November 
2020 die Aussagen des Beschuldigten, wonach im 2013 der Systemwechsel von der 
Milch- zur Mutterkuhhaltung stattgefunden und diese Umstellung, die Art und Weise, 
wie die Tiere auf die Weide gelassen werden, verändert habe. Er habe die Tiere über 
den Tag oder über Nacht im Stall gehalten und den Rest der Zeit auf der Wiese. Das 
habe mit den Mutterkühen, die rein- und rausgehen können, geändert (pag. 631 
Z. 33-37; pag. 632 Z. 3-5). Der Lagerplatz, oberhalb der Strasse, sei zu Beginn ihr 
Garten gewesen. Als sie den Garten Ende der 90er Jahre aufgehoben hätten, hätten 
sie dann einfach das «Bödeli» dort «ghöiet», im Herbst aber auch dort weiden las-
sen. Unterhalb der Strasse habe er eigentlich immer geweidet (pag. 632 Z. 9-22). Er 
habe die Fläche oberhalb des Lagerplatzes, wo er «ghöiet» habe, nach einem Heu-
schnitt oder nach dem «ämde» auch «bschüttet», eine normale Menge (pag. 634 
Z. 19-23). Um die Blacken zu bekämpfen, habe er manchmal im Frühling gespritzt 

34

(pag. 634 Z. 34 f.). Es sei manchmal schwierig gewesen, auf das Wetter, auf Regen-
fälle etc. beim Weiden Rücksicht zu nehmen. Er habe seine Kühe auch geweidet, 
auch wenn es nass gewesen sei (pag. 632 Z. 37 und Z. 40). Damals sei es kein 
Thema gewesen,