# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3708daf5-cbcb-5633-a11d-e347463e85d0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-07-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 05.07.2005 ZF 2005 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-23_2005-07-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 05. Juli 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 23

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Rehli, Riesen-Bienz und Vital
Aktuar ad hoc Walder

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In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Ilario 
Bondolfi, Poststrasse 43, Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 14. Dezember 2004, mitgeteilt am 16. 
März 2005, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen die Z .  A G , Be-
klagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metz-
ger, c/o Advokaturbüro Lüthi & Lazzarini, Via Retica 26, Samedan,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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A. 1. Die Z. AG stellte durch einen undatierten Arbeitsvertrag X. mit Wir-
kung ab 15. November 1999 als kaufmännische Mitarbeiterin im A. an. Die wöchent-
liche Arbeitszeit und der Ferienanspruch sollten sich nach dem Bundesgesetz über 
die Arbeit in Unternehmen des öffentlichen Verkehrs (AZG) und der dazu erlasse-
nen Verordnung (AZGV) richten. Das Arbeitsverhältnis wurde auf unbestimmte Zeit 
abgeschlossen. Es sollte nach Ablauf der Probzeit im ersten Dienstjahr unter Be-
achtung einer Frist von einem Monat jeweils auf Ende eines Monats gekündigt wer-
den können; ab dem zweiten bis zum neunten Dienstjahr sollte die Kündigungsfrist 
zwei Monate und später drei Monate betragen. Es wurde ein monatlicher Bruttolohn 
von 4'400 Franken vereinbart und im Übrigen auf das Personalreglement der Z. AG 
mit allen ergänzenden Zusatz- und Ausführungsbestimmungen verwiesen, welche 
als integrierende Bestandteile des Vertrags bezeichnet wurden und deren Empfang 
die Arbeitnehmerin bestätigte. In einem Schreiben vom 8. November 1999, das als 
Ergänzung zum Arbeitsvertrag bezeichnet wurde, hielt die Arbeitgeberin fest, bei 
guter Leistung werde jeweils mit dem Dezemberlohn eine Gratifikation in der Höhe 
eines Monatslohnes ausbezahlt, und zwar erstmals im Dezember 2000, und es 
wurde die wöchentliche Arbeitszeit mit 42 Stunden angegeben.

2. Am 31. März 2003 fand im Büro der Geschäftsstelle B. der Z. AG eine 
Besprechung zwischen C., dem Leiter des Geschäftsbereichs D. Bus, und X. statt. 
Nach der Darstellung der letzteren bildete die Neugestaltung der betrieblichen Dis-
position, welche für die Mitarbeiterin einen vermehrten Einsatz in diesem Bereich 
mit sich bringen sollte, Gegenstand dieses Gesprächs. Sie habe sich mit dieser Än-
derung einverstanden erklärt und in der Folge bis Ostermontag, 22. April 2003, wei-
tergearbeitet. An diesem Tag habe sie einen Unfall erlitten, weshalb sie bis zum 1. 
Mai 2003 voll und darauf bis zum 16. Mai 2003 noch zu 50 % arbeitsunfähig gewe-
sen sei. Vom 19. Mai bis zum 3. Juni 2003 habe sie darauf Ferien bezogen. Als sie 
am 2. Juni 2003 aus dem Ausland zurückgekehrt sei, habe sie ein Schreiben ihrer 
Arbeitgeberin vom 26. Mai 2003 vorgefunden, in welchem ihr in wahrheitswidriger 
Weise der Inhalt der Besprechung vom 31. März 2003 bestätigt worden sei; sie habe 
bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal von der angeblichen Kündigung per Ende 
Mai 2003 erfahren. -  Die Z. AG macht demgegenüber geltend, anlässlich der Un-
terredung vom 31. März 2003 habe C. seiner Angestellten eröffnet, dass ihr ent-
sprechend einem Schreiben der Geschäftsleitung vom 28. März 2003, das ihr bei 
dieser Gelegenheit persönlich übergeben worden sei, auf Ende Mai 2003 gekündigt 
werde. Die Mitarbeiterin habe darauf ein Arbeitszeugnis verlangt, das ihr am 3. April 
2003 übergeben worden sei. Bei dieser Gelegenheit habe X. völlig überraschend 
von der einige Tage zuvor erhaltenen Kündigung nichts mehr wissen wollen. Im 

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Einvernehmen mit der Geschäftsleitung habe man indessen auf dieser bestanden 
und der Mitarbeiterin kurz vor Ablauf des gekündigten Arbeitsverhältnisses mit ein-
geschriebenem Brief vom  26. Mai 2003 mitgeteilt, dass sie den Arbeitsplatz zu räu-
men und die Pendenzen zu erledigen habe. Als X. am Morgen des 4. Juni 2003 ins 
Büro gekommen sei, habe man sie angewiesen, dieses zu verlassen.

3. Nach dem Empfang des Schreibens der Z. AG vom 26. Mai 2003 
wandte sich X. an die Gewerkschaft E.. Diese ersuchte die Arbeitgeberin mit Schrei-
ben vom 2. Juni 2003, die Postquittung des Kündigungsschreibens beziehungs-
weise den Beweis für dessen persönliche Überreichung beizubringen. Frau X. lehne 
es ab, je zur Kenntnis genommen zu haben, dass ihr Arbeitsverhältnis gekündigt 
worden sei. Bis zum Beweis des Gegenteils gehe man davon aus, dass die Kündi-
gung nichtig oder zur Unzeit ausgesprochen worden sei. Die Z. AG liess am 10. Juni 
2003 durch ihren Rechtsvertreter antworten, offenbar sei die Gewerkschaft von ihrer 
Klientin nicht über den wahren Sachverhalt orientiert worden. Das Kündigungs-
schreiben sei Frau X. anlässlich der Besprechung vom 31. März 2003 im Büro in B. 
ausgehändigt worden; das Arbeitsverhältnis bestehe nicht mehr.

Die Gewerkschaft E. beharrte in ihrem Schreiben an den Rechtsvertreter der 
Z. AG vom 16. Juni 2003 auf ihrem Standpunkt, wonach die Kündigung angesichts 
der Entgegennahme des Kündigungsschreibens am 2. Juni 2003 erst auf Ende Au-
gust 2003 wirksam werden könne. Selbst wenn die Kündigung am 28. März 2003 
erfolgt wäre, würde sich die Kündigung wegen der Unfallabwesenheit der Arbeit-
nehmerin um einen Monat auf Ende Juni verlängern. In der Antwort vom 10. Juli 
2003 liess die Arbeitgeberin mitteilen, im Sinne einer gütlichen Einigung sei sie be-
reit, noch den Lohn für den Monat Juni zu bezahlen. X. hielt indessen an ihrer Auf-
fassung fest. Sie anerkannte daher auch die ihr am 25. Juni 2003 von der Z. AG 
erstellte Schlussabrechnung nicht und liess am 29. August 2003 mitteilen, sie werde 
ihre Lohnforderung auf dem Rechtsweg geltend machen.

B. Am 2. September 2003 liess X. die Streitsache beim Kreisamt K. zur 
Vermittlung anmelden. Neben ihren finanziellen Ansprüchen beantragte sie, es sei 
die Beklagte zur Ausstellung eines im Detail formulierten Arbeitszeugnisses zu ver-
pflichten. Diesem offenbar anlässlich der Vermittlungstagfahrt erstmals vorgebrach-
ten Begehren kam die Z. AG ohne weiteres nach, so dass die Klägerin in ihrer Pro-
zesseingabe vom 4. Dezember 2003 den entsprechenden Antrag nicht mehr auf-
nahm, sondern ihr Rechtsbegehren auf den folgenden Wortlaut reduzierte:

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„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 12'750.--  abzüglich 
Sozialleistungen im üblichen und bisherigen Umfange zuzüglich 5 % 
Zins seit dem 31. August 2003 zu bezahlen.

 2. Unter vollumfänglicher Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6 % Mehrwert-
steuer zu Lasten der Beklagten.“

Der geltend gemachte Betrag setzte sich wie folgt zusammen: Zwei Monats-
löhne (Juli und August) zu je Fr. 4'200.— brutto (die Klägerin arbeitete seit Septem-
ber 2001 zu 80 %), Guthaben aus geleisteter Überzeit Fr. 1'939.45, Pro-Rata-An-
spruch auf Gratifikation Fr. 2'800.--, total somit Fr. 13'139.45, abzüglich eines sich 
zu Gunsten der Beklagten ergebenden Betrages von Fr. 389.35 aus der Korrektur 
des Ferienguthabens. - Die Z. AG liess in ihrer Prozessantwort vom 20. Januar 2004 
die Abweisung der Klage beantragen. Die Klägerin verzichtete am 12. Februar 2004 
auf eine Stellungnahme gemäss Art. 87 ZPO.

C. Mit Urteil vom 14. Dezember 2004 wies das Bezirksgericht Plessur die 
Klage ab. Die Kosten des Gerichts von Fr. 5'385.40 wurden auf die Gerichtskasse 
genommen und die Klägerin verpflichtet, die Beklagte aussergerichtlich mit Fr. 
8'119.-- zu entschädigen.

D. Gegen dieses Urteil liess X. am 6. April 2005 die Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären, wobei sie das vor erster Instanz gestellte 
Rechtsbegehren wiederholte. Am 3. Juni 2005 reichte der klägerische Anwalt beim 
Kantonsgerichtspräsidium das Schreiben einer F. vom 29. März 2005 ein, in wel-
chem diese darlegte, dass G., welchem C. nach der Unterredung mit X. von der 
dieser gegenüber ausgesprochenen Kündigung in dessen Büro berichtet haben 
soll, am 31. März 2003 gar nicht in seinem Büro gewesen sei. Aufgrund dieses 
Schreibens ersuchte der klägerische Anwalt um Einholung verschiedener Beweis-
mittel zwecks Abklärung der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Zeugen C..

Am 27. Juni 2005 reichte der Rechtsvertreter der Z. AG eine Vernehmlas-
sung ein, in welcher er beantragte, auf die verspätet eingereichten Beweisanträge  
sei nicht einzutreten. Er stellt im Übrigen folgendes Rechtsbegehren:

„1. In teilweiser Gutheissung der Berufung seien die Ziffern 1 und 2 des 
Urteils des Bezirksgerichts Plessur vom 14. Dezember 2004 teilweise 
aufzuheben. In der Folge seien:

a) die Klage, soweit sie den Betrag von CHF 4'200.--  Monatslohn Juli 
2003 abzüglich Sozialleistungen im üblichen und bisherigen Umfang 
zuzüglich 5 % Zins seit dem 31. August 2003 übersteigt, abzuweisen.

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b) Die Klägerin sei zu verpflichten, die Beklagte für das vermittleramtli-
che und das bezirksgerichtliche Verfahren mit CHF 2'706.---  ausser-
amtlich zu entschädigen.

2.  Die Berufungsklägerin sei zu verpflichten, die Berufungsbeklagte für 
das Berufungsverfahren angemessen ausseramtlich zu entschädigen.“

E. Zur Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht erschienen die beiden 
Rechtsvertreter lic. iur. Ilario Bondolfi und lic. iur. Stefan Metzger, der erstere in Be-
gleitung seiner Mandantin. Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin hielt fest, 
dass der Anspruch auf Auszahlung der Gratifikation und der Ferienanspruch nicht 
mehr verfolgt würden, so dass von der Beklagten noch der Betrag von Fr. 10'339.45, 
bestehend aus dem Lohn für die Monate Juli und August sowie die Entschädigung 
von Fr. 1'939.45 für geleistete Überzeit gefordert werde. Der Anwalt der Beklagten 
bestätigte sein in der Vernehmlassung vom  27. Juni 2005 formuliertes Rechtsbe-
gehren und verlangte, es sei das von der Klägerin am 3. Juni 2005 eingereichte 
Schriftstück als Novum aus dem Recht zu weisen. Die Rechtsvertreter gaben ihre 
Plädoyers zu den Akten (Art. 51 Abs. 1 lit. b OG). – Auf die Ausführungen der Par-
teivertreter zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

I. Rechtsanwalt Bondolfi hat am 3. Juni 2005 einen Brief eingereicht, den 
eine gewisse F. am 29. März 2005 an die Klägerin geschrieben hat und in welchem 
diese darlegte, dass G., welchen C. nach der Besprechung vom 31. März 2003 mit 
X. in dessen Büro über die erfolgte Kündigung informiert haben will, am fraglichen 
Tag gar nicht im Büro gewesen sei. Gestützt auf dieses Schreiben beantragte der 
klägerische Anwalt, es seien aus Händen der Z. AG die für die fragliche Zeit mass-
geblichen Einsatz- und Ferienpläne und von C. dessen Agenda 2003 zur Edition 
herauszuverlangen und es sei allenfalls G. gerichtlich einzuvernehmen.

Der Rechtsvertreter der Beklagten widersetzte sich anlässlich der Berufungs-
verhandlung diesen Beweisergänzungsbegehren zu Recht. Er weist zutreffend dar-
auf hin, dass entgegen der Auffassung der Klägerschaft in Arbeitsstreitigkeiten zwar 
die Untersuchungsmaxime gelte, dass diese aber nicht mit der Offizialmaxime ver-
wechselt werden dürfe. Es komme dazu, dass die Untersuchungsmaxime nur im 
erstinstanzlichen Verfahren zur Anwendung gelange, während im Berufungsverfah-
ren hingegen das Novenverbot von Art. 226 Abs. 1 ZPO gelte. Diese Auffassung 

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kann die Beklagtschaft auf den in PKG 1994 Nr. 10 publizierten Entscheid stützen, 
in welchem das Kantonsgericht in einer Arbeitsrechtsstreitigkeit festgehalten hat, 
die erwähnte Norm verbiete es den Parteien, noch im Berufungsverfahren neue Ur-
kunden einzulegen, es sei denn, diese bezögen sich auf Fragen, welche vom Ge-
richt ohnehin von Amtes wegen abzuklären seien. Urkunden, die für die Ermittlung 
des massgeblichen Sachverhalts und die Beurteilung materiellrechtlicher Streitfra-
gen von Bedeutung sein könnten, unterlägen hingegen dem Novenverbot und 
müssten deshalb im Berufungsverfahren unbeachtet bleiben. So verhält es sich 
auch im vorliegenden Fall. Was die Klägerin im hängigen Berufungsverfahren ein-
legt und beantragt, könnte allenfalls im Falle einer Revision berücksichtigt werden. 
Es handelt sich auch nicht um Beweismittel, die bereits vor erster Instanz angemel-
det, aber nicht abgenommen wurden. Auch solche wären indessen mit der Beru-
fungserklärung geltend zu machen gewesen und könnten erhoben werden, wenn 
sie für die Beurteilung der Streitsache von wesentlicher Bedeutung wären. Beides 
trifft nicht zu. Das fragliche Schreiben der F. datiert vom 29. März 2005, wurde also 
erst nach Mitteilung des erstinstanzlichen Urteils verfasst, und es bestand ange-
sichts dieses Umstandes im früheren Verfahren auch noch kein Anlass, die erst auf 
Grund dieses Schreibens zur Edition verlangten Dokumente zu erwähnen. Doch 
selbst wenn die fraglichen Beweismittel unter dem Gesichtspunkt von Art. 226 Abs. 
1 ZPO in formeller Hinsicht grundsätzlich zuzulassen wären, könnte auf deren Bei-
zug verzichtet werden, da sie nicht geeignet wären, das Beweisergebnis in mass-
geblicher Weise zu beeinflussen. Wann sich C. ins Büro von G. begeben hatte, um 
diesen über die gegenüber X. ausgesprochene Kündigung zu informieren, ist – wie 
sich noch zeigen wird – nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Nach den Aus-
führungen in der Prozessantwort geschah dies kurz nach der Unterredung mit der 
Klägerin. Ein Datum wird jedoch weder an dieser Stelle genannt noch in den Depo-
sitionen von C.. Der Zeuge G. bestätigte zwar, dass der Geschäftsleiter bei ihm 
erschienen sei, hingegen kann er sich an das genaue Datum nicht erinnern. Steht 
aber keineswegs fest, an welchem Tag dies genau geschah, kann der Frage, ob 
sich G. nun am 31. März 2003 in seinem Büro befand oder abwesend war, kein 
entscheidendes Gewicht zukommen, so dass der Beizug der beantragten zusätzli-
chen Beweismittel selbst dann unterbleiben könnte, wenn diese ordnungsgemäss 
angemeldet worden wären. 

II. 1. Im Berufungsverfahren haben beide Parteien gewisse Zugeständ-
nisse gemacht. Die Berufungsklägerin hat bekannt gegeben, dass sie ihre An-
sprüche auf Auszahlung einer anteilsmässigen Gratifikation für die Monate Januar 
bis August 2003 nicht mehr weiter verfolge und auch keine Ansprüche aus Ferien-

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guthaben mehr stelle. Von dieser Herabsetzung der klägerischen Forderung ist 
Kenntnis zu nehmen und festzustellen, dass sich die Klage somit auf die geltend 
gemachte Überzeitentschädigung von Fr. 1'939.45 sowie den Lohn für die Monate 
Juli und August von je 4'200 Franken reduziert. Mit Bezug auf die letztere Position 
ist sodann festzuhalten, dass die Z. AG in ihrer schriftlichen Vernehmlassung vom 
27. Juni 2005 den Antrag stellte, es sei die Klage soweit abzuweisen, als sie den 
Lohn für den Monat Juli 2003 übersteige. Dieses Begehren wurde anlässlich der 
mündlichen Berufungsverhandlung bestätigt, so dass die Klage mit Bezug auf die-
ses Monatsbetreffnis als anerkannt zu betrachten und folglich neben der Überzei-
tentschädigung nur noch der Lohn für den Monat August 2003 streitig ist.

2. Die Parteien sind sich darin einig und die Rechtslage ist diesbezüglich 
auch völlig klar und unbestritten, dass die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses als 
einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung erst wirksam wird, wenn sie dem 
Empfänger zugekommen ist, und eine Kündigungsfrist gilt nur als eingehalten, wenn 
sie der Partei, welcher gekündigt werden soll, innerhalb dieser Frist zur Kenntnis 
gebracht worden ist; für die Rechtzeitigkeit der Kündigung ist der Kündigende be-
weispflichtig. Der Arbeitsvertrag zwischen der Z. AG und X. sah vom zweiten bis 
neunten Dienstjahr eine Kündigungsfrist von zwei Monaten vor. Wollte die Arbeit-
geberin das Arbeitsverhältnis also auf Ende Mai 2003 beenden, musste der Klägerin 
die Kündigung bis spätestens am 31. März 2003 zugekommen sein. Dass an die-
sem Tag im Büro in B. eine Besprechung zwischen C., dem Geschäftsleiter der Z. 
AG für das D., und X. stattgefunden hatte, ist unbestritten, hingegen gehen die Dar-
stellungen der Parteien über den Inhalt dieses Gesprächs auseinander. Während 
die Beklagte geltend macht, Gegenstand dieser Unterredung habe gerade die Eröff-
nung der Kündigung gebildet und es sei der Arbeitnehmerin bei dieser Gelegenheit 
auch das von Präsident H. und Geschäftsführer I. unterzeichnete Kündigungs-
schreiben überreicht worden, ging es nach der Darstellung der Klägerin bei dieser 
Besprechung hingegen um die Neugestaltung der Disposition; C. habe ihr eröffnet, 
es sei vorgesehen, sie in Zukunft vermehrt in der Disposition einzusetzen; sie habe 
sich mit dieser Änderung ihres Tätigkeitsgebietes einverstanden erklärt.

Das Bezirksgericht Plessur ist zum Schluss gekommen, die Beklagte habe 
den Beweis dafür erbracht, dass sie gegenüber der Klägerin am 31. März 2003 die 
Kündigung auf Ende Mai 2003 ausgesprochen habe. Das Kantonsgericht gelangt 
nach sorgfältiger Abwägung der angebotenen Beweise zum nämlichen Ergebnis. 
Dass das mit 28. März 2003 datierte Kündigungsschreiben tatsächlich an diesem 
Tag aufgesetzt wurde, ergibt sich zweifelsfrei aus Zeugenaussagen, die – auch 

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wenn sie von Angestellten der Beklagten stammen – einen durchaus zuverlässigen 
und unverdächtigen Eindruck machen. Die für das Personal der Z. AG verantwortli-
che J. schilderte glaubhaft, wie sich die Dinge am 28. März 2003 abgespielt haben. 
Im Auftrage von Geschäftsführer I. setzte sie das Kündigungsschreiben am fragli-
chen Freitag auf. Sie erinnert sich, dass es ein Gehetze war, weil die Unterschrift 
von H. eingeholt werden musste, und dass sie das Schreiben - nachdem es von 
diesem und I. unterzeichnet worden war - noch am selbigen Tag an C. ins D. ge-
schickt hat. Der Zeuge I. bestätigte, dass im Monat März 2003 der Entscheid gefal-
len sei, dass man sich infolge der Zusammenlegung von Büros im D. von X. trennen 
wolle. Er habe dann zusammen mit H. das Kündigungsschreiben unterzeichnet. Es 
sei der klare Auftrag der Geschäftsleitung in K. gewesen, die Kündigung der Kläge-
rin noch im Monat März auszuhändigen. Auf seine telefonische Anfrage hin habe 
ihm C. bestätigt, dass er mit X. ein entsprechendes Gespräch geführt und ihr dabei 
das Kündigungsschreiben auftragsgemäss übergeben habe. Es trifft nun zwar zu, 
dass die Zeugen J. und I. die Übergabe des Kündigungsschreibens an die Mitarbei-
terin nicht aus eigener Wahrnehmung bestätigen können. Es darf auf Grund ihrer 
Aussagen aber als sicher angenommen werden, dass der von J. noch am Freitag 
abgesandte Brief spätestens am darauf folgenden Montag, also am 31. März 2003, 
in den Besitz von C. gelangt war. Wenn dieser also bestätigte, dieses Schreiben 
erhalten zu haben, so trifft dies zweifellos zu. War C. aber am Montag im Besitze 
des Kündigungsschreibens, so wäre es völlig wirklichkeitsfremd, annehmen zu wol-
len, er habe sich anlässlich der unbestrittenermassen an diesem Tag mit X. geführ-
ten Besprechung mit dieser nur über die bevorstehende Umorganisation des Betrie-
bes unterhalten und deren zukünftige Beschäftigung in der Disposition diskutiert. 
Die Neuorganisation der Geschäftsstelle mochte zwar ein Gesprächsthema gewe-
sen sein, es ist für das Kantonsgericht aber nicht vorstellbar, dass Geschäftsleiter 
C. – obwohl die Kündigung mit der Geschäftsleitung in K. abgesprochen und er im 
Besitze des Kündigungsschreibens war - in diesem Zusammenhang die Klägerin 
nicht darüber ins Bild gesetzt hätte, dass man in Zukunft auf ihre Mitarbeit verzichten 
wolle. Dass X. entlassen werden sollte, war nach den eindeutigen Zeugenaussagen 
von I. und J. beschlossene Sache und es steht nach den Depositionen des ersteren 
auch fest, dass C. in den entsprechenden Entscheidungsprozess miteinbezogen 
worden war. Dass Ende März 2003 die Absicht bestand, X. zu kündigen, war auch 
dem Mitarbeiter G. bekannt. Dieser hat auch bestätigt, dass C. zu ihm ins Büro ge-
kommen sei, um ihn über die erfolgte Kündigung zu informieren. Der Zeuge G. ver-
mag sich allerdings an den genauen Zeitpunkt, zu welchem dies geschehen war, 
nicht zu erinnern, weshalb denn auch unerheblich ist, ob sich der Zeuge am 31. 
März 2003 in seinem Büro befand. Dies konnte auch am Tag darauf gewesen sein, 

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nannte doch auch C. kein genaues Datum für diesen Besuch im Büro G’s, es wurde 
lediglich gesagt, dies sei kurz nach der erfolgten Kündigung geschehen. Dass zwi-
schen dem Leiter der Geschäftsstelle D. und der Klägerin am Montag, 31. März 
2003, eine Besprechung stattgefunden hat, ist unbestritten. Es widerspräche nun 
aber jeder Lebenserfahrung, annehmen zu wollen, dass sich C. in dieser Situation 
mit der zu entlassenden Mitarbeiterin an dem für eine Kündigung per Ende Mai letzt-
möglichen Tag zwar über die vorgesehene betriebliche Umorganisation unterhalten, 
die als Folge dieser Umstände aber beschlossene Entlassung der Klägerin jedoch 
nicht angesprochen hatte. Sicher hätte es sich aufgedrängt, sich die Eröffnung der 
Kündigung von der Mitarbeiterin auf der für die Unternehmung bestimmten Kopie 
des Kündigungsschreibens schriftlich bestätigen zu lassen, anstatt lediglich selbst 
von Hand anzufügen, das Schreiben sei am fraglichen Tag persönlich ausgehändigt 
worden. Durch ein solches Vorgehen hätten sich alle Beweisschwierigkeiten ver-
meiden lassen, doch war offenbar C. in diesen Dingen noch nicht so bewandert, 
dass er an diese an sich nahe liegende Möglichkeit gedacht hat. Obwohl dieser 
strikte Beweis dafür, dass der Klägerin am 31. März 2003 die Kündigung eröffnet 
worden ist, fehlt, spricht doch bereits der geschilderte Ablauf der Ereignisse für die 
Sachdarstellung der Beklagten. Doch es kommen noch weitere Indizien dazu. Auf 
Verlangen der Klägerin stellte die D. Bus am 1. April 2003 ein Arbeitszeugnis aus, 
das von C. und I. unterzeichnet wurde. Dieses Zeugnis entsprach nicht den Vorstel-
lungen von X., weshalb anlässlich der Vermittlungsverhandlung ein solches mit ei-
nem vorgeschlagenen Text verlangt wurde, welchem Begehren dann durch das 
zweite Zeugnis vom 12. November 2003 entsprochen wurde. Das mit dem 1. April 
2003 datierte erste Zeugnis will C. der Klägerin während einer zweiten Besprechung 
am 3. April 2003 übergeben haben, weil sie ein solches anlässlich des Kündigungs-
gesprächs vom 31. März 2003 verlangt habe. Es fällt auf, dass sich die Klägerschaft 
zu dieser zweiten Unterredung sehr zurückhaltend äussert. Ausdrücklich bestritten 
wird nirgends, dass eine solche stattgefunden hat, ja der fragliche Termin dient der 
Klägerin dazu, die Frage zu stellen, weshalb die Beklagte ihre Kündigung nicht 
bestätigt habe, falls X. bei einer solchen zweiten Besprechung von der am 31. März 
2003 ausgesprochenen Kündigung nichts mehr habe wissen wollen. Äussert sich 
die Klägerin also nicht klar zur Frage, ob sie sich am 3. April 2003 mit C. unterhalten 
hat, so gibt sie doch zu, ein Arbeitszeugnis verlangt zu haben. Sie macht allerdings 
keine näheren Angaben dazu, wann dies geschehen sei und spricht in der Prozes-
seingabe von einem Zwischenzeugnis. Wenn es tatsächlich ihre Meinung gewesen 
sein sollte, lediglich ein solches zu erhalten, so wäre schwer verständlich, weshalb 
in den verschiedenen Schreiben der Gewerkschaft E. nie beanstandet wurde, dass 
anstelle eines Zwischenzeugnisses ein klar als Schlusszeugnis erkennbares Ar-

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beitszeugnis ausgestellt worden war, in welchem ausdrücklich auf den Austritt per 
31. Mai 2003 verwiesen wurde. Spricht also nach den Umständen nichts dafür, dass 
die Klägerin ein Zwischenzeugnis gewünscht hätte, so stellt sich die Frage, weshalb 
sie überhaupt ein Zeugnis verlangte, wenn am 31. März 2003 nicht über die Kündi-
gung gesprochen worden wäre. Darauf, dass X. bei dieser Gelegenheit die Ausstel-
lung eines Zeugnisses gefordert hatte, weist auch das Datum des 1. April 2003 hin. 
Die Klägerin selbst erwähnte, dass sie ein Zeugnis verlangt habe, sie äusserte sich 
aber nicht dazu, wann dies geschehen sei. Es ist das naheliegendste, dass dies am 
31. März 2003 geschah und C. im Anschluss an das Gespräch sofort die Ausstel-
lung eines solchen veranlasst hat. Es wäre auch nicht einzusehen, weshalb die Klä-
gerin ein Zeugnis hätte verlangen müssen, wenn im Gespräch mit dem Geschäfts-
leiter nicht die Kündigung, sondern lediglich der vermehrte Einsatz der Mitarbeiterin 
in der Disposition besprochen worden wäre. Alle diese Umstände sprechen nach 
Auffassung des Kantonsgerichts in so überzeugender Weise für die Sachdarstel-
lung der Beklagten, dass die von der Klägerin dagegen vorgebrachten Einwände 
keine Zweifel zu begründen vermögen, welche den gegenteiligen Schluss aufdrän-
gen würden. Gewiss mag es erstaunen, dass C., nachdem die Klägerin offenbar 
anlässlich des Gesprächs vom 3. April 2003 von der ihr einige Tage zuvor eröffneten 
Kündigung nichts mehr wissen wollte, nach seinen Aussagen zwar äusserst über-
rascht gewesen war, jedoch nicht sofort die Kündigung bestätigte. Dieses Verhalten 
spricht aber nicht in einer Weise gegen die Annahme einer rechtzeitig erfolgten Kün-
digung, dass dies die Überzeugung des Gerichts zu erschüttern vermöchte, sondern 
es erscheint vielmehr als weiteres Indiz für die Ungeschicktheit C.s im Umgang mit 
Personalproblemen. Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin macht sodann gel-
tend, auch seine Mandantin hätte anders reagiert, wenn sie bereits am 31. März 
2003 von der Kündigung Kenntnis erhalten hätte, habe sie sich doch nach Erhalt 
des Schreibens vom 26. Mai 2003 noch gleichentags an die Gewerkschaft E. ge-
wandt. Auch dieses Argument überzeugt nicht. War der Klägerin am 31. März 2003 
per Ende Mai 2003 gekündigt worden, so war die vertraglich vereinbarte Kündi-
gungsfrist eingehalten und es hätte auch eine Intervention der Gewerkschaft an der 
Gültigkeit der Kündigung nichts zu ändern vermocht. Es hätte also absolut keinen 
Sinn gemacht, die Gewerkschaft einzuschalten; dies dürfte auch die Klägerin er-
kannt und folglich von einem solchen Schritt abgehalten haben. Anders verhielt es 
sich, wenn sie sich auf den Standpunkt stellte, sie habe erst am 2. Juni 2003 von 
der auf Ende Mai ausgesprochenen Kündigung Kenntnis erhalten. Wenn es sich so 
verhielt beziehungsweise die Klägerin diesen Standpunkt einnahm, war die rechtli-
che Situation wesentlich komplexer, so dass der Beizug der Gewerkschaft sicher 
nahe lag. - Gesamthaft gesehen gelangt das Kantonsgericht damit zum Schluss, 

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dass die vom Bezirksgericht vorgenommene Würdigung der Beweise nicht zu be-
anstanden ist. Nach der Beweislage ist der Sachdarstellung der Beklagten der Vor-
zug zu geben und damit die Kündigung als am 31. März 2003 mit Wirkung auf Ende 
Mai 2003 ordnungsgemäss erfolgt zu betrachten. Die Berufung erweist sich damit 
in diesem Punkt als unbegründet.

3. Als zweite im Berufungsverfahren noch streitige Position ist die Frage 
zu beurteilen, ob die Klägerin Anspruch auf eine Überzeitentschädigung hat. In ihrer 
Prozesseingabe hat X. dargelegt, dass die Arbeitgeberin die vom 20. bis 30. Mai 
2003 bezogenen acht Ferientage fälschlicherweise von ihrem Ausgleichszeitgutha-
ben abgezogen habe, das Ende April 52 Stunden und 59 Minuten betragen habe, 
und auf Grund der fehlerhaften Verbuchung der Ferien und unter Berücksichtigung 
der in der ersten Hälfte Mai geleisteten Ausgleichszeit von 48 Minuten per Ende Mai 
auf 3 Minuten reduziert worden sei. Korrigiere man die für die acht Ferientage zu 
403 Minuten sich ergebende Zeit, resultiere per Ende Mai noch ein Guthaben von 
53 Stunden und 47 Minuten. Diese Zeit sei als Überzeit zum üblichen Stundenan-
satz von Fr. 28.85, erhöht um den 25-prozentigen Zuschlag, mit insgesamt Fr. 
1'939.45 zu entschädigen. Die Beklagte hat in ihrer Prozessantwort grundsätzlich 
bestritten, dass ein Überstunden-Guthaben bestehe, sich allerdings zur Berech-
nung der geltend gemachten Stunden nicht geäussert. Die Vorinstanz hat die von 
der Klägerin angestellte Berechnung übernommen, was sich auf Grund der vorlie-
genden Beweise als zutreffend erweist. Sie hat sich dann aber auf den Standpunkt 
gestellt, bei der von der Klägerin geleisteten Ausgleichszeit handle es sich nicht um 
Überzeit im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AZG (Bundesgesetz über die Arbeit in Unter-
nehmen des öffentlichen Verkehrs, SR 822.21); solche liege nur vor, wenn die vor-
geschriebene Arbeitszeit aus dienstlichen Gründen überschritten worden sei. Dass 
dem so sei, habe die Klägerin nicht bewiesen. Die Beklagte hat anlässlich der Be-
rufungsverhandlung die Ausführungen des Bezirksgerichts zur Frage der geltend 
gemachten Überzeit als zutreffend bezeichnet. Es ist damit davon auszugehen, 
dass sie die Berechnung der fraglichen Ausgleichszeit als richtig anerkennt, jedoch 
die Qualifikation der fraglichen Stunden als Überzeit bestreitet.

Art. 321c Abs. 1 OR verpflichtet den Arbeitnehmer, über den verabredeten, 
üblichen oder durch Normal- oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmten Umfang der 
Arbeit hinausgehende Überstundenarbeit zu leisten, wenn solche notwendig ist, er 
sie zu leisten vermag und sie ihm nach Treu und Glauben zugemutet werden kann. 
Das auf das vorliegende Arbeitsverhältnis anwendbare AZG hält in seinem Art. 5 
Abs. 1 fest, werde die im Dienstplan vorgeschriebene Arbeitszeit aus dienstlichen 

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Gründen überschritten, so gelte die über den Dienstplan hinausgehende Arbeitszeit 
grundsätzlich als Überzeitarbeit. Die Vorinstanz ging zutreffend von dieser Definition 
der Überzeit aus, stellte sich dann aber in Übereinstimmung mit der Beklagten auf 
den Standpunkt, die Klägerin habe weder den Nachweis erbringen können, dass 
sie die von ihr geleistete Mehrarbeit aus betrieblichen Gründen habe leisten müssen 
oder dass diese von der Arbeitgeberin angeordnet oder gebilligt worden sei, noch 
dass diese aus dienstlichen Gründen erfolgt sei. Es sei daher davon auszugehen, 
dass die Klägerin die fragliche Mehrarbeit im Rahmen ihrer flexiblen Arbeitszeitge-
staltung freiwillig geleistet habe. Es habe damit auch in ihrem Verantwortungsbe-
reich gelegen, fristgerecht für einen Ausgleich der Mehrarbeit zu sorgen; Aus-
gleichsguthaben sollten kein solches Mass annehmen, dass sie nicht innerhalb des 
für die ordentliche Kündigungsfrist definierten Zeitrahmens wieder ausgeglichen 
werden könnten. Sei in der geleisteten Mehrarbeit aber Ausgleichs- und nicht Über-
zeit zu sehen, stehe der Klägerin kein Anspruch auf Barvergütung mit einem Zu-
schlag von 25 %, sondern lediglich ein Anspruch auf Kompensation durch Freizeit 
gleicher Dauer zu. – Das Kantonsgericht kann sich dieser Auffassung nicht ansch-
liessen. Richtig ist, dass die Arbeitnehmerin nachzuweisen hat,  dass sie Überstun-
den geleistet hat und dass diese angeordnet wurden oder betrieblich notwendig wa-
ren. Weiss der Arbeitgeber um tatsächlich geleistete Überstunden und schreitet er 
dagegen nicht ein, so werden diese Überstunden förmlich angeordneten Überstun-
den gleichgesetzt. Der zwischen den Parteien abgeschlossene Arbeitsvertrag hält 
mit Bezug auf die Arbeitszeit lediglich fest, die wöchentliche Arbeitszeit richte sich 
nach dem Bundesgesetz über die Arbeit in Unternehmen des öffentlichen Verkehrs 
und nach der dazugehörigen Verordnung. In einer Ergänzung zum Arbeitsvertrag 
vom 8. November 1999 wird eine Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche erwähnt. 
Das Personalreglement, das als integrierender Bestandteil des Arbeitsvertrages be-
zeichnet wird, verweist auf die auch im Arbeitsvertrag genannten Bestimmungen 
und enthält keinerlei Regelungen über die Abgeltung von durch die Arbeitnehmer 
geleistete Mehrzeit; insbesondere besteht bei der Beklagten offenbar auch kein 
Gleitzeitreglement. Damit liegen also seitens der Arbeitgeberin keinerlei Weisungen 
an ihre Arbeitnehmer vor, wie geleistete Mehrarbeit zu qualifizieren und in welcher 
Weise sie folglich zu kompensieren beziehungsweise zu vergüten ist. Nach den 
Aussagen der Zeugin J. erfolgt die Zeiterfassung bei der Beklagten durch die Ar-
beitnehmer selbst; die entsprechenden Angaben würden an sie als für das Personal 
verantwortliche Person gemeldet und von ihr ins EDV-Programm übertragen. Ihre 
Depositionen helfen mit Bezug auf die Frage, ob geleistete Mehrzeit als Gleitzeit zu 
betrachten ist oder als eigentliche Überstunden zu behandeln sind, nicht viel weiter. 
Einmal spricht sie davon, dass man intern von Mehrarbeit spreche, was mit „AZV“ 

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bezeichnet werde und womit Ausgleichszeit gemeint sei, welche im Laufe des Ar-
beitsverhältnisses kompensiert werden sollte. Auf der anderen Seite führte sie aus, 
was ausserhalb der Arbeitszeit geleistet werde, werde unter Mehrzeit aufgeführt, 
intern spreche man von Überzeit. Aufgrund dieser Aussagen ist nur klar, dass die 
Arbeitgeberin auf Grund der Zeiterfassung Kenntnis von den von den einzelnen Mit-
arbeitern geleisteten Arbeitsstunden erhält. Darüber, wie mit geleisteter Mehrarbeit 
zu verfahren ist, bestehen offenbar keine klaren Richtlinien. Offenbar wurde es so 
gehandhabt, dass es üblich war, dass der Arbeitnehmer selbst für den Ausgleich 
von einmal mehr und einmal weniger geleisteten Arbeitsstunden zu sorgen hatte. 
Dies mag nicht problematisch sein, solange solche Mehrzeit regelmässig abgebaut 
werden kann und der Arbeitnehmer nicht Mehrstunden in übermässigem Umfange 
anwachsen lässt. Geschieht dies und resultiert diese Mehrzeit aus einer eigentli-
chen Gleitzeitregelung, so trägt grundsätzlich der Arbeitnehmer das Risiko, dass er 
ein grösseres Guthaben allenfalls bis zum Ende der Vertragszeit nicht mehr 
vollständig abbauen kann. Eine Entschädigung kommt nach der Rechtsprechung 
des Bundesgerichts in solchen Fällen nur in Frage, wenn betriebliche Bedürfnisse 
oder anders lautende Weisungen des Arbeitgebers den zeitlichen Ausgleich solcher 
Guthaben innerhalb des vereinbarten Gleitzeitrahmens und unter Einhaltung etwai-
ger Blockzeiten nicht zulassen; ist dies der Fall, so sind die Mehr-Stunden aber nicht 
mehr als Gleitzeitguthaben, sondern als eigentliche Überstunden zu qualifizieren 
(BGE 123 III 472). Gilt diese Regelung schon in Fällen, in denen eine eigentliche 
Gleitzeitvereinbarung besteht, so muss sie um so eher dort Geltung haben, wo die 
Kompensation von über der Sollzeit geleisteter Stunden ohne entsprechende Wei-
sungen oder Reglementierung erfolgt, wie dies nach der Beweislage im vorliegend 
zu beurteilenden Arbeitsverhältnis offenbar der Fall war. X. hat im Laufe der Monate 
Mehrzeit geleistet, die wesentlich mehr als der Arbeitszeit einer Woche entspricht. 
Es ist ihrem Rechtsvertreter zuzustimmen, dass es für den Arbeitsvertrag untypisch 
ist, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung unentgeltlich erbringt. Es bräuchte 
also schon gewisser Anhaltspunkte, um insbesondere auch mangels eines Gleit-
zeitreglements entsprechend der Behauptung der Beklagten in der Prozessantwort 
sagen zu können, die Arbeitnehmerin habe diese Mehrarbeit freiwillig und ohne Ent-
schädigungsanspruch geleistet. Das mehr oder weniger stetige Ansteigen des 
Mehrzeitguthabens deutet darauf hin, dass der Arbeitsanfall diesen die Soll-Arbeits-
zeit übersteigenden Arbeitseinsatz erforderlich machte. In diesem Zusammenhang 
sind insbesondere die Aussagen des Zeugen C. von Bedeutung. Wie schon er-
wähnt, hatte die Arbeitgeberin, deren Vertreter im D. Geschäftsleiter C. war, auf 
Grund der monatlich erstellten Zeiterfassungstabellen Kenntnis von den von X. er-
brachten Mehrleistungen. Auf die ihm als Zeugen gestellte Frage, ob Frau X. jemals 

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Überstunden zu leisten gehabt habe, antwortete C. klar, ja, sie habe solche leisten 
müssen; es gebe im Betrieb der Beklagten immer wieder Perioden, während wel-
cher ein Mitarbeiter Überzeit zu leisten habe. Auf die Frage, ob bei Frau X. Über-
stunden betriebsnotwendig gewesen und angeordnet worden seien, antwortete der 
Zeuge, zu gewissen Perioden habe man sie gebraucht; das sei immer im gegensei-
tigen Einvernehmen abgemacht worden, Überzeit aufgezwungen habe man nicht. 
Bei diesen Aussagen muss sich C. und mit ihm die Beklagte behaften lassen. Wenn 
sich der Geschäftsleiter im weiteren Verlauf der Einvernahme dann über den Begriff 
der Überzeit zu winden beginnt und versucht, aus den geleisteten Überstunden 
nicht entschädigungspflichtige Mehrzeit zu machen, so erwecken die entsprechen-
den Aussagen stark den Eindruck, dass der Zeuge nach Ausflüchten gesucht hat, 
um seine ersten, spontan gemachten Depositionen abzuschwächen. Dieser Ver-
such, die ersten, erfahrungsgemäss zuverlässigsten Aussagen zu relativieren, ver-
mag nicht zu überzeugen; er scheint zu offensichtlich dazu angetan, die durch die 
anfänglichen Antworten unmissverständlich als betriebsnotwendig dargestellte 
Mehrarbeit der Klägerin als nicht zu entschädigende Gleitzeit zu qualifizieren. Hät-
ten C. beziehungsweise die Beklagte die sich summierende und durch die monatlich 
erstellten Zeitausweise dokumentierte Mehrarbeit nicht als Überzeit anerkennen 
wollen, hätten sie das stetige Anwachsen des Mehrstundenguthabens nicht kom-
mentarlos hinnehmen dürfen; taten sie es, ist darin ein Hinweis zu sehen, dass eben 
betrieblich eine längere als die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit erforderlich war. 
Die von der Klägerin geltend gemachte Überzeit ist folglich als solche anzuerken-
nen, wobei festzustellen ist, dass die 53 Stunden und 47 Minuten Überzeit durch 
die Zeiterfassungsformulare ausgewiesen sind und auch der Stundenansatz von Fr. 
28.85, erhöht um den Überzeitzuschlag von 25 %, nicht konkret bestritten wird. Die 
geforderte Überstundenentschädigung von Fr. 1'939.45 ist der Klägerin damit im 
eingeklagten Umfange zuzusprechen.

4. Auf Grund des Gesagten ist festzustellen, dass der Berufungsklägerin 
einerseits der von der Beklagten anerkannte Lohn für den Monat Juli 2003 im Be-
trage von Fr. 4'200.-- und andererseits eine Überstundenentschädigung von Fr. 
1'939.45 zusteht. Von diesen Beträgen sind die Abzüge entsprechend der letzten 
Lohnabrechnungen zu subtrahieren. Nach der Abrechnung für den Monat Juni er-
gibt sich für den anerkannten Monatslohn für Juli 2003 ein Nettolohn von Fr. 
3'707.75, während aus dem Überstundenguthaben, ausgehend von der Abrech-
nung für zusätzlichen, nach Arbeitsstunden berechneten Lohn, ein Nettoanspruch 
von Fr. 1'787.50 resultiert. Von diesem gesamten Nettolohn von Fr. 5'495.25 ist der 
von der Klägerin schon in der Prozesseingabe zu Gunsten der Beklagten aner-

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kannte Betrag von Fr. 389.35 aus der Berechnung des Ferienanspruchs in Abzug 
zu bringen, so dass der Berufungsklägerin noch ein Netto-Betrag von Fr. 5'105.90 
zuzusprechen ist.

III. Die gerichtlichen Kosten dieser arbeitsrechtlichen Auseinanderset-
zung mit einem Streitwert von unter 30'000 Franken dürfen den Parteien nicht auf-
erlegt werden. Die ausseramtlichen Kosten  beider Instanzen sind dem Ausgang 
des Verfahrens entsprechend wettzuschlagen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Z. AG wird verpflichtet, X. Fr. 
5'105.90 nebst 5 % Zins seit dem 31. August 2003 zu bezahlen.

3. Die Kosten des Bezirksgerichts Plessur von Fr. 5'385.40 gehen zu Lasten 
der Kasse des Bezirksgerichts Plessur. Die ausseramtlichen Entschädigun-
gen werden wettgeschlagen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden. Die ausseramtlichen Entschädigungen werden wettgeschla-
gen. 

5. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: