# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2690daa1-e652-522b-b012-57e2a6663537
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-21
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 21.11.2016 501 2015 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2015-87_2016-11-21.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2015 87

Urteil vom 21. November 2016

Strafappellationshof

Besetzung Vizepräsident: Adrian Urwyler
Richterin: Dina Beti
Ersatzrichter Daniel Schneuwly
Gerichtsschreiberin: Mirjam Brodbeck

Parteien A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Thomas Meyer, amtlicher Verteidiger

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Berufungsgegnerin

B.________ und C.________, Straf- und Zivilkläger, vertreten 
durch Rechtsanwalt André Clerc

Gegenstand Raub (Art. 140 Ziff. 3 StGB)

Berufung vom 13. Juli 2015 gegen das Urteil des Strafgerichts des 
Saanebezirks vom 31. März 2015

Kantonsgericht KG

Seite 2 von 17

Sachverhalt

A. Am 17. Dezember 2013 gegen 8.15 Uhr wurden B.________ und C.________ an ihrem 
Domizil in D.________ von drei Männern überfallen. Während des 30- bis 40-minütigen 
Raubüberfalls wurde das Ehepaar B.________ und C.________ von den drei Tätern bedroht und 
geschlagen. B.________ erlitt infolge des Raubüberfalls und der ihm zugefügten Schläge grössere 
Schwellungen am linken Ellbogen sowie thorakale und lumbale Prellungen. C.________ wurden 
eine Schürfung sowie Hämatome an der oberen Lippe und am linken Arm zugefügt, zudem musste 
sie sich zwei Zähne entfernen lassen. Die Straftat verursachte bei beiden Opfern grossen Stress, 
erhebliche Angstzustände, Schlafstörungen sowie Wut- und Schuldgefühle. Die drei Täter 
erbeuteten Bargeld und Wertgegenstände im Wert von mehreren zehntausend Franken.

B. Mit Urteil vom 31. März 2015 wurde auf A.________ und E.________ vorgeworfenen 
Anklagepunkt bezüglich Widerhandlung gegen das AuG nicht eingetreten und das gegen 
F.________ wegen Widerhandlung gegen das AuG geführte Verfahren wurde eingestellt (Ziff. 1 
und 2). A.________, F.________ und E.________ wurden des qualifizierten Raubes im Sinne von 
Art. 140 Ziffer 3 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen (Ziff. 3). A.________ wurde zu 6 ½ Jahren 
Freiheitsstrafe, F.________ zu 6 Jahren Freiheitsstrafe und E.________ zu 4 ½ Jahren 
Freiheitsstrafe verurteilt (Ziff. 4-6). A.________, F.________ und E.________ wurden unter 
solidarischer Haftung zur Bezahlung von CHF 2‘000.- (Haushaltsführungsschaden), von CHF 
125.80 (Krankenwagenkosten), CHF 129.30 (Hausarztkosten), CHF 81.70 (Zahnarztkosten) an 
C.________ und B.________ verurteilt (Ziff. 8.a und b). Sie wurden unter solidarischer Haftung 
weiter zur Bezahlung einer Genugtuung von je CHF 10‘000.- sowie zur Leistung eines Betrags von 
CHF 86‘082.05 (Deliktsschaden) an C.________ und B.________ verurteilt (Ziff. 8.c und d). Das 
Gericht nahm die teilweise Anerkennung der Zivilforderungen von C.________ und B.________ 
durch F.________ im Umfang von CHF 6‘200.- und durch E.________ im Umfang von CHF 
1‘200.- zur Kenntnis (Ziff. 8.f und g). A.________, F.________ und E.________ wurden zudem 
unter solidarischer Haftung zur Bezahlung einer Entschädigungsforderung von CHF 11‘830.75 
(inkl. MwSt.) verurteilt (Ziff. 9). Die übrigen Zivilbegehren wurden auf den Zivilweg verwiesen (Ziff. 
8.d und e). A.________, F.________ (nachfolgend: der Beschuldigte 1) und E.________ 
(nachfolgend: der Beschuldigte 2) wurde keine Parteientschädigung zugesprochen und ihnen 
wurden die Gerichtskosten von CHF 10‘000.- unter solidarischer Haftung auferlegt (Ziff. 10 und 
12.a). 

C. Am 2. April 2015 meldete A.________ gegen dieses Urteil Berufung an. 

D. In seiner Berufungserklärung vom 13. Juli 2015 beantragte A.________ (nachfolgend: der 
Berufungsführer), die Berufung sei gutzuheissen, das erstinstanzliche Urteil sei insofern 
aufzuheben, als er vom Vorwurf des qualifizierten Raubs freizusprechen sei. Ziff. 3 (Verurteilung), 
Ziff. 8 (Zivilbegehren) und Ziff. 12 (Gerichtskosten) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs seien 
entsprechend abzuändern und Ziff. 4 (Sanktion) sei aufzuheben. Ihm sei im Berufungsverfahren 
eine Entschädigung zuzusprechen und die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Staat 
Freiburg aufzuerlegen. 

E. Mit Eingabe vom 5. Juli 2015 (recte: 5. August 2016) erklärte die Staatsanwaltschaft 
(nachfolgend: die Berufungsgegnerin), dass sie weder Nichteintreten beantrage noch 
Anschlussberufung erkläre. Die Privatkläger liessen sich hierzu nicht vernehmen.

Kantonsgericht KG

Seite 3 von 17

F. Anlässlich der Verhandlung vom 21. November 2016 erschienen der Berufungsführer, 
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Meyer, Rechtspraktikantin Laura Dingas als Substitutin von 
Rechtsanwalt André Clerc als Vertreter von C.________ und B.________ (nachfolgend: die 
Privatklägerin und der Privatkläger) sowie Staatsanwältin G.________. Nach der Einvernahme des 
Berufungsführers erteilte der Vorsitzende des Strafappellationshofs Rechtsanwalt Meyer und 
Staatsanwältin G.________ sowie Rechtspraktikantin Dingas das Wort zum Parteivortrag. 

Rechtsanwalt Meyer beantragte, die Berufung sei gutzuheissen, das erstinstanzliche Urteil sei 
insofern aufzuheben, als der Berufungsführer vom Vorwurf des qualifizierten Raubs freizusprechen 
sei, Ziff. 3 (Verurteilung), Ziff. 8 (Zivilbegehren) und Ziff. 12 (Gerichtskosten) seien entsprechend 
abzuändern und Ziff. 4.a (Sanktion) sei aufzuheben. Dem Berufungsführer sei im 
Berufungsverfahren eine Entschädigung zuzusprechen und die Kosten des Berufungsverfahrens 
seien dem Staat Freiburg aufzuerlegen. Auf Nachfrage des Vorsitzenden hin bestätigte 
Rechtsanwalt Meyer, dass die Zivilbegehren, gleich wie die erstinstanzliche Kostenverteilung, nur 
als Folge des beantragten Freispruchs aufzuheben seien und nicht separat angefochten wurden.

Staatsanwältin G.________ und Rechtspraktikantin Dingas beantragten, die Berufung kostenfällig 
abzuweisen und das Urteil des Strafgerichts des Saanebezirks vom 31. März 2015 zu bestätigen. 

Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie im Rahmen ihrer Plädoyers an 
der Verhandlung vom 21. November 2016 wird – soweit erforderlich – nachfolgend eingegangen. 
Im Übrigen wird auf die Akten verwiesen. 

Erwägungen

1. Als beschuldigte und erstinstanzlich auch verurteilte Person besitzt der Berufungsführer ein 
rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids i.S.v. Art. 382 
Abs. 1 StPO und ist somit zur Berufung legitimiert. Die Berufung erfolgte frist- und formgerecht und 
entspricht den gesetzlichen Anforderungen, folglich ist darauf einzutreten. 

2. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten 
(Art. 404 Abs. 1 StPO). Der Berufungsführer ficht das erstinstanzliche Urteil mit Ausnahme des 
Nichteintretens auf den Anklagepunkt betreffend die Widerhandlung gegen das Bundesgesetz 
über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG; SR 142.20) gemäss Ziff. 1 in 
sämtlichen (ihn betreffenden) Punkten an. Das erstinstanzliche Urteil ist somit in den Ziff. 3, 4.a, 
7.a, 8.a-8.e, 9, 10, 11.a und 12.a-12.b zu überprüfen. Ziff. 8.a-8.e (Zivilforderungen) sowie 
Ziff. 12.a-12.b (Gerichtskosten) wurden einzig als Konsequenz des beantragten Freispruchs 
angefochten; sie sind daher lediglich zu überprüfen, wenn der Gerichtshof im Schuldpunkt zu 
einem anderen Ergebnis kommt. In den übrigen Punkten ist das erstinstanzliche Urteil in 
Rechtskraft erwachsen. 

Der Strafappellationshof verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Teile des 
erstinstanzlichen Urteils über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO) und ist aufgrund der alleinigen 
Berufung des Berufungsführers an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden. 

3. Von Amtes wegen wurde über den Berufungsführer ein aktueller Strafregisterauszug, 
datierend vom 10. Mai 2016, eingeholt. Zudem wurde er anlässlich der Berufungsverhandlung kurz 

Kantonsgericht KG

Seite 4 von 17

zur Sache und zu seinen persönlichen Verhältnissen einvernommen. Im Übrigen stützt sich das 
Berufungsverfahren auf die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhobenen 
Beweismittel (vgl. Art. 389 Abs. 1 StPO).

2. Der Berufungsführer beanstandet die dem Schuldspruch wegen qualifizierten Raubs 
zugrunde liegende Sachverhaltsfeststellung. Er wendet ein, er sei an dem Überfall nicht beteiligt 
gewesen und habe nichts mit dieser Tat zu tun. 

Bevor näher auf die Vorbringen des Berufungsführers eingegangen wird, ist vorab auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach der Anspruch der Parteien auf 
rechtliches Gehör das Gericht nicht verpflichtet, sich mit allen Parteistandpunkten, Beweismitteln 
und Rügen einlässlich auseinanderzusetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu 
widerlegen. Das Gericht kann sich vielmehr auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte 
beschränken. Die Begründung muss dabei so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die 
Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere 
Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 
werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 
134 I 83 E. 4.1 m.w.H.; bestätigt in BGE 139 IV 179 E. 2.2).

a) Bezüglich der Tatbeteiligung des Berufungsführers äusserte sich das Strafgericht des 
Saanebezirks in seinem Urteil vom 31. März 2015 wie folgt: 

„A.________ bestreitet jegliche Beteiligung an den Geschehnissen vom 17. Dezember 2013, obwohl er 
zugibt, mit F.________ und E.________ am 16. Dezember 2013 vor dem Haus der Eheleute B.________ 
und C.________ gewesen zu sein. So behauptet er nicht zu wissen, wie F.________ und E.________ am 
17. Dezember 2013 von H.________ nach Freiburg gefahren seien. Er gab an, seine Mitbeschuldigten erst 
um ca. 02.00 oder 03.00 Uhr Nachmittags bei E.________ in H.________ wieder gesehen zu haben (act. 
3045, Z. 165 ff.). Dies vermag nicht zu überzeugen. Erstens hat C.________ A.________ eindeutig als einen 
der Täter erkannt und zwar als den gewalttätigsten. Das Gericht ist der Überzeugung, dass die Identifikation 
von A.________ durch C.________ als einen ihrer Angreifer nicht auf einem Irrtum beruhen kann. 
C.________ hat ihn nur kurz nach dem Überfall – d. h. am 7. Januar 2014, mithin drei Wochen nach dem 
Überfall, auf einem ihr präsentierten Fotobogen eindeutig erkannt (act. 2073 ff.). Anlässlich dieser 
Identifikation konnte C.________ dem Täter A.________ seine spezifische Rolle bei der Tatausführung 
zuordnen und ihn als den gewalttätigsten Täter bezeichnen (act. 2073). Die Zuverlässigkeit dieser klaren 
Identifikation wertet das Gericht als gross, zumal sie kurze Zeit nach dem Überfall stattfand und sich das 
Opfer demzufolge das Gesicht ihres Angreifers sicherlich noch gut vergegenwärtigen konnte, musste sie 
doch in seiner Gegenwart 30 bis 40 Minuten das Haus nach Wertgegenständen durchsuchen. Dass 
C.________ A.________ am Tag zuvor vom Küchenfenster aus gesehen hätte und ihn in der Folge mit dem 
Täter eines auf sie ausgeübten Verbrechens verwechselt hätte, ist vor dem Hintergrund der 30 bis 40-
minütigen gemeinsamen Hausdurchsuchung völlig auszuschliessen. […] I.________ hat das Auto von 
A.________ am Tag des Überfalles in unmittelbarer Nähe des Tatortes gesehen (act. 2060). Auch dies stellt 
ein weiteres gewichtiges Indiz der Beteiligung von A.________ an den Geschehnissen vom 17. Dezember 
2013 in D.________ dar. Daran vermag A.________s Behauptung, sein Auto habe an diesem Tag am Tatort 
nicht gesehen werden können (act. 3076, Z. 153 ff.), nichts zu ändern. Auch äusserst unglaubwürdig ist die 
Behauptung der Verteidigung, das Autokennzeichen sei möglicherweise von F.________ und E.________ 
entwendet und von diesen auf einen anderen Wagen – der gleichen Marke und Farbe – angebracht worden, 
um zum Tatort zu fahren. Genauso wenig überzeugt der geltend gemachte Vorwand, es wäre nicht 
intelligent gewesen, mit dem eigenen Wagen zu einem Raubüberfall zu fahren. Der Umstand, eine 
Entscheidung habe sich rückblickend als ungünstig erwiesen, bedeutet noch lange nicht, dass sie nicht so 
getroffen wurde. Ausserdem hat A.________ den Wagen am 17. Dezember 2013 hinter einer Hecke am 

Kantonsgericht KG

Seite 5 von 17

Rand eines unscheinbaren und sehr schlecht einsehbaren Feldweges abgestellt – und nicht vor dem Haus 
der Opfer. Es lässt sich weiter auch nicht erklären, wie I.________ die Autofarbe und -marke sowie die 
Buchstaben des Kennzeichens von A.________ frei hätte erfinden können (act. 2060). Zudem ist 
auszuschliessen, dass I.________ das Fahrzeug am 16. und nicht am 17. Dezember 2013 gesehen hätte. 
Nicht nur hat I.________ gleichentags diese Beobachtung bei der Polizei gemeldet – die Zuordnung von 
Ereignissen vom selben Tag werden erfahrungsgemäss nicht verwechselt – auch ist ihm die Flucht der drei 
Insassen zum Auto aufgefallen sowie der Umstand, dass einer von ihnen älter war und einen eher 
rundlichen Kopf hatte. Sodann konnte I.________ E.________ als einer der Flüchtenden erkennen 
(act. 2076 ff. und act: 3085, Z. 46), so dass I.________ zweifelsohne am Tag des Überfalles den Wagen von 
A.________ in D.________ beobachtet hat. Schliesslich gilt es anzumerken, dass A.________ auch von den 
zwei anderen Tätern belastet wird (F.________: u. a. act. 3012, Z. 127-131; E.________: act. 13011[recte: 
13111]), auch wenn deren Aussagen mit äusserster Vorsicht zu geniessen sind. Das Gericht gelangt daher 
zur Überzeugung, dass A.________ mit F.________ und E.________ den Raubüberfall vom 17. Dezember 
2013 zum Nachteil der Eheleute B.________ und C.________ verübt hat. A.________s diesbezüglichen 
Aussagen sind als reine Schutzbehauptungen zu qualifizieren.“

b) Der Berufungsführer macht geltend, entgegen der Ausführungen der Vorinstanz habe 
die Privatklägerin ihn nicht eindeutig identifiziert. Sie habe ihn auf den Fotobogen mit dem 
Beschuldigten 1 verwechselt.

Zwei Tage nach dem Vorfall, am 19. Dezember 2013, wurde der Privatklägerin erstmals eine 
Fotopräsentation vorgelegt, wobei sie keinen der Täter erkannte (act. 2065 ff.). Die Auswahl der in 
der Präsentation enthaltenen Fotos wurde gestützt auf die Täterbeschreibung der Privatklägerin 
getroffen (act. 2007); die Fotos der drei Beschuldigten befanden sich nicht in der Präsentation. Am 
7. Januar 2014 wurde der Privatklägerin erneut eine Fotopräsentation gezeigt; diesmal waren die 
Fotografien des Berufungsführers (Nr. 12) und des Beschuldigten 2 (Nr. 2) mitenthalten. Die 
Privatklägerin gab an, die Nr. 12 gleiche stark („rassemble fortement“) demjenigen Täter, welcher 
sie geschlagen habe und am gewalttätigsten gewesen sei. Die Nr. 2 gleiche stark demjenigen 
Täter, welcher der am wenigste gewalttätige der drei gewesen sei (act. 2073). Am 21. Januar 2014 
wurde der Privatklägerin eine weitere Fotopräsentation vorgelegt, wobei sich von den drei 
Beschuldigten nur der Beschuldigte 1 unter den abgebildeten Personen fand. Die Privatklägerin 
war nicht in der Lage, jemanden zu identifizieren und gab an, sie habe vor allem zwei der Täter 
gesehen, der dritte habe ihren Mann gehalten (act. 2078). Anlässlich der staatsanwaltlichen 
Einvernahme vom
7. Oktober 2014 wurde die Privatklägerin befragt, ob sie bestätigen könne, dass es sich bei diesen 
beiden Männern (Anm.: den beiden Männern, die mit ihr durchs Haus gegangen sind) um die 
Nummern 2 und 12 der Fotopräsentation handle. Die Privatklägerin antwortete, sie könne das nicht 
genau sagen, die Nr. 2 habe ihr nichts gemacht. Er sei mit ihr durchs Haus gekommen. Betreffend 
Nr. 12 und Nr. 8 sei sie sich nicht so sicher. Sie hätte jetzt spontan gesagt, dass die Nr. 12 bei 
ihrem Mann geblieben sei. Sie hätten ja auch eine Kopfbedeckung angehabt. Betreffend die Nr. 12 
sei sie sich sicher, dass dieser mit ihrem Mann gewesen und am Vortag bei ihr läuten gekommen 
sei (act. 3054 f.).

Die Einwände der Verteidigung sind nicht stichhaltig. Die Privatklägerin erkannte nur knapp drei 
Wochen nach dem Vorfall den Berufungsführer und den Beschuldigten 2 auf dem ihr gezeigten 
Fotoprotokoll. Zwar gab sie dabei nicht an, die beiden Beschuldigten ausdrücklich erkannt zu 
haben, sondern beschränkte sich auf die (vorsichtige) Aussage, die Personen auf den Fotos 
würden den Tätern stark gleichen. Da sie es aber nicht bei dieser Feststellung beliess, sondern 
zusätzlich ergänzte, welcher der beiden welche Rolle innegehabt hat, kommt ihrer Identifikation ein 
hoher Beweiswert zu. Die Tatsache, dass sie rund 10 Monate später die konkrete Rollenverteilung 

Kantonsgericht KG

Seite 6 von 17

der Beschuldigten verwechselte, schmälert diesen Wert nicht. Es ist allgemein bekannt, dass die 
Erinnerung (insbesondere bei älteren Leuten) mit der Zeit nachlässt und die Privatklägerin gab am 
7. Oktober 2014 selber an, es (d.h. ob die Nr. 2 und 12 der Fotopräsentation, die beiden Männer 
sind, die mit ihr durchs Haus gingen) nicht mehr genau sagen zu können. Dies ist bei der Wertung 
ihrer kurz darauf erfolgten Aussagen zur Rollenverteilung der Beschuldigten zu berücksichtigen. 
Am 7. Januar 2014 hingegen war ihre Erinnerung noch frisch, der erste Schock über die Tat 
jedoch bereits abgeklungen. Ihre Aussagen bzw. ihre Identifizierung vom 7. Januar 2014 sind bzw. 
ist daher glaubhafter als ihre späteren Aussagen zur Rollenverteilung der Beschuldigten. Im 
Übrigen ist festzuhalten, dass die Privatklägerin den Berufungsführer anlässlich der Einvernahme 
vom 7. Oktober 2014 nur hinsichtlich seiner konkreten Rolle mit dem Beschuldigten 1 
verwechselte, hinsichtlich seiner Tatbeteiligung enthalten ihre Aussagen keinerlei Unsicherheiten. 

Der Gerichtshof ist daher nicht nur davon überzeugt, dass der Berufungsführer an dem Raub auf 
die Privatkläger beteiligt war, sondern auch davon, dass er es war, welcher (zusammen mit dem 
Beschuldigten 2) mit der Privatklägerin durchs Haus ging und sie während dieser Zeit mehrfach 
schlug.

c) Der Berufungsführer bringt weiter vor, die Aussagen des Zeugen I.________ seien 
mangels Parteiöffentlichkeit nicht verwertbar. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine belastende Zeugenaussage 
grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigten den Belastungszeugen wenigstens einmal 
während des Verfahrens in direkter Konfrontation befragen konnte, entweder zum Zeitpunkt, in 
dem der Belastungszeuge seine Aussage machte, oder in einem späteren Verfahrensstadium. Zur 
Wahrung der Verteidigungsrechte ist erforderlich, dass die Gelegenheit der Befragung 
angemessen und ausreichend ist, so dass die Befragung tatsächlich wirksam ausgeübt werden 
kann. Der Beschuldigte muss namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage 
prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage stellen zu 
können (SCHLEIMINGER METTLER, in Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. 
Aufl. 2014, Art. 147 N. 29 f.). 

Der Zeuge I.________ wurde erstmals am 17. Dezember 2013 um 13.40 Uhr von der Polizei 
befragt (act. 2059 ff.). Diese Einvernahme fand unmittelbar nach dem Überfall statt und war 
dementsprechend nicht parteiöffentlich. Im Rahmen der Untersuchung wurde er jedoch am 21. 
November 2014 ein zweites Mal einvernommen (act. 3084 ff.). Diese Einvernahme wurde durch 
die Staatsanwaltschaft in Anwesenheit der Verteidigung durchgeführt. Anlässlich dieser Befragung 
bestätigte und präzisierte der Zeuge seine bisherigen Aussagen. Die Verteidigung erhielt 
Gelegenheit, dem Zeugen Ergänzungsfragen zu stellen, was sie jedoch nicht tat (act. 3086). Die 
Verteidigungsrechte des Berufungsführers wurden demnach gewahrt und die Aussagen von 
I.________ sind verwertbar.

d) Auch die weiteren Vorbringen des Berufungsführers sind nicht stichhaltig: Aus der 
Tatsache, dass der Beschuldigte 2 den Beschuldigten 1 als Anführer bezeichnete und diesem die 
Idee für den Raubüberfall anlastete (act. 3050 und 13109 f.), kann der Berufungsführer nichts zu 
seinen Gunsten ableiten. Erstens sind die Aussagen des Beschuldigten 2 gesamthaft äusserst 
unglaubhaft (vgl. hierzu die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz, act. 13267 f.). Zweitens 
handelt es sich beim Beschuldigten 2 um einen Kollegen des Berufungsführers. Aus der in 
Deutschland erhobenen Autoinnenraumüberwachung geht hervor, dass der Berufungsführer und 
der Beschuldigte 2 im März 2014 in Deutschland zusammen unterwegs waren (act. 207 ff. der 
Akten betr. das Auslieferungs- und Rechtshilfeersuchen der Schweiz). Es ist daher naheliegend, 

Kantonsgericht KG

Seite 7 von 17

dass der Beschuldigte 2 tendenziell eher den Beschuldigten 1 belastete als den Berufungsführer. 
Letztlich wird der Berufungsführer aber auch durch den Beschuldigten 2 klar als einer der Täter 
bezeichnet, indem dieser festhielt, im Auto und beim Einbruch seien immer dieselben Personen 
gewesen (act. 13111). Die Aussagen des Beschuldigten 1 sind gegenüber den Aussagen des 
Beschuldigten 2 deutlich glaubhafter, selbst wenn auch dieser insbesondere seinen eigenen 
Tatbeitrag bagatellisierte. Die Aussagen des Beschuldigten 1 stehen in weiten Teilen im Einklang 
mit den überzeugenden Aussagen der Privatkläger. Hinsichtlich der Frage, wer der eigentliche 
Anführer und Kopf der drei Beschuldigten gewesen ist, ist daher auf die Aussagen des 
Beschuldigten 1 abzustellen. Demzufolge hatte der Berufungsführer die Idee zum Raubüberfall, 
und er war es auch, welcher von Dritten den Tipp dazu erhalten hatte (vgl. hierzu act. 3015, 3018 
und 3021). Seine Aussage, wonach er zwar am Vortag am Tatort gewesen, aber an der Tat am 
nächsten Tag nicht beteiligt gewesen sei, ist – wie die Vorinstanz zutreffend feststellte – als reine 
Schutzbehauptung zu werten. 

Ohne Belang ist des Weiteren die Tatsache, dass am Tatort keine eigentlichen Spuren des 
Berufungsführers festgestellt worden sind. Die Abwesenheit von Spuren ist kein Beweis dafür, 
dass sich die betreffende Person nicht am Tatort aufgehalten hat. Da grundsätzlich keine 
Schuhspuren gesucht und/oder aufgefunden wurden – jedenfalls geht Solches nicht aus dem 
Polizeirapport hervor (vgl. act. 2006) – lässt sich auch nichts daraus ableiten, dass keine 
Schuhspuren in der vom Berufungsführer getragenen Grösse 47 vorgefunden wurden. Irrelevant 
ist denn auch das Argument, wonach es eigenartig sei, dass lediglich zwei der drei Täter 
Handschuhe getragen hätten. In diesem Zusammenhang ist der Verteidigung lediglich insofern zu 
zustimmen, als die Vorgehensweise der Beschuldigten entgegen der Ansicht der Vorinstanz 
insgesamt nicht als besonders professionell bezeichnet werden kann. Das auffällige Verhalten der 
Beschuldigten bei der Rekognoszierung, das Hinterlassen von Fingerabdrücken und DNA sowie 
der misslungene Versuch, die Privatklägerin zu knebeln, muten eher dilettantisch an. Dass die 
Beschuldigten ihr Fahrzeug an einem unauffälligen, vom Wohnhaus der Privatkläger nicht 
sichtbaren Ort abgestellt haben, deutet ebenfalls nicht zwingend auf eine seriöse 
Auskundschaftung hin; angesichts des gewählten Vorgehens – Vorspiegelung einer 
Paketzustellung – konnten die Beschuldigten ihr den Privatklägern bereits bekanntes Auto 
schwerlich erneut vor deren Haustüre abstellen. Das gewählte Vorgehen mit der Vorspiegelung 
einer Paketzustellung hingegen wurde von der Vorinstanz zu Recht als listig betrachtet. Insgesamt 
zeugt das Vorgehen der Beschuldigten somit zwar nicht von besonderer Professionalität, jedoch 
von grosser Kaltschnäuzigkeit und Unverfrorenheit.

e) Unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen (Ziff. 4.f) ist zusammenfassend 
festzuhalten, dass die Beweismittel von der Vorinstanz umfassend und korrekt gewürdigt wurden. 
Der Berufungsführer wird insbesondere durch die Aussagen der Privatklägerin und des Zeugen 
I.________ stark belastet. Anlässlich des Überfalls musste die Privatklägerin den Berufungsführer 
und den Beschuldigten 2 während 30-40 Minuten durch das ganze Haus begleiten, ihnen 
Schränke und Schubladen öffnen sowie Wertgegenstände herausgeben. Drei Wochen nach der 
Tat wurde der Berufungsführer von der Privatklägerin auf einem ihr präsentierten Fotobogen 
erkannt und sie bezeichnete ihn als den gewalttätigsten der drei Täter (act. 2073 f.). Der Zeuge 
I.________ sah das Auto des Berufungsführers am Tag des Überfalls in unmittelbarer Nähe des 
Tatorts (act. 2060). Er merkte sich die Marke, die Farbe und das Kennzeichen des Fahrzeugs 
(lediglich Vertauschung des 2. und 3. Buchstabens) und meldete diese Beobachtung noch 
gleichentags der Polizei. Weiter beobachtete er, wie sich die drei Täter mit dem Fahrzeug vom 
Tatort entfernten und ihm fiel auf, dass einer von ihnen älter war und einen rundlichen Kopf hatte. 
Ausserdem konnte er den Beschuldigten 2 auf dem Fotobogen erkennen (act. 2076 ff. und act. 

Kantonsgericht KG

Seite 8 von 17

3085). Hinzu kommen die belastenden Aussagen der beiden anderen Beschuldigten (act. 3015, 
3018, 3021 und 13111). Die Vorinstanz ist daher zu Recht zum Schluss gekommen, dass der 
Berufungsführer an dem ihm vorgeworfenen Raub beteiligt war. Folglich ist die Berufung in diesem 
Punkt abzuweisen. 

f) Nicht zuzustimmen ist der Vorinstanz demgegenüber hinsichtlich der Höhe des 
Deliktsbetrags. Gemäss Anzeigemeldung vom 18. Dezember 2013, basierend auf den Angaben 
der Privatkläger, wurde beim Raub durch die Beschuldigten Folgendes gestohlen (act. 2026 f.): 

Schmuck
1 Armband und Fingerring aus Gold € 17400.00
1 Uhr RADO (keine weiteren Einzelheiten) ~CHF 1200.00
1 Uhr RADO aus Gold (keine weiteren Einzelheiten) ~CHF 1600.00
1 Fingerring aus Gold mit Perle ~CHF 350.00
1 Fingerring, Halskette und Ohrringe ~CHF 1200.00
1 Fingerring aus Gold Wert unbekannt (Geschenk)
1 Siegelring für Mann Wert unbekannt (Geschenk)
1 Ehering Wert unbekannt (Geschenk)

Diverses
1 Mobiltelefon NOKIA (IMEI 357589002197720) ~CHF 600.00
1 Mobiltelefon SAMSUNG (IMEI 359275044818000) ~CHF 800.00
1 grüne Winterjacke für Mann ~CHF 200.00
1 Digitale Fotoreflexkamera Canon ~CHF 1800.00
1 Schlüsselbund (Haus-, Garagenschlüssel. usw.)
~13 Goldvreneli à CHF 20.00 ~CHF 2600.00
~25 Gedenkmünzen à CHF 5.00
Autobahnvignetten 1986 à 2012
Umschlag mit UBS-Bankchecks
Bargeld CHF 45650.00; EURO 1500.00

Im Rahmen der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 7. Oktober 2014 erklärte die Privatklägerin 
auf konkrete Frage, in der grauen Kassette in ihrem Schreibtisch sei Geld bzw. seien Schweizer 
Franken drin gewesen. Das Geld habe ihrem Mann gehört. Es seien ungefähr CHF 10‘000.- 
gewesen (act. 3056). Im Anschluss daran wurde der Privatklägerin die Auflistung gemäss 
Anzeigemeldung vorgehalten, wobei der Wert der 25 Gedenkmünzen à CHF 5.- mit ca. CHF 125.- 
und neu ein Bargeldbetrag von € 10‘500.- aufgeführt wurde. Die Privatklägerin äusserte sich nicht 
zu der Auflistung (act. 3056 f.). Der Privatkläger seinerseits erklärte gleichentags auf Vorhalt 
derselben Deliktsgutliste, es sei möglich, dass sich darin (= in der grauen Kassette) CHF 45‘650.- 
und € 10‘500.- befunden hätten (act. 3060 f.). Die Frage, ob er das (= die Deliktsgutliste) 
bestätigen könne, beantwortete er mit ja. Am 21. November 2014 wurde der Privatkläger erneut 
staatsanwaltlich befragt. Er zeigte der Staatsanwältin eine Broschüre mit einer Geld- und 
Wertsachenkassette, welche von den Tätern mitgenommen worden sei. Dort seien alle von ihm 
gesammelten Vignetten der Autobahn, seine Spezialfünffrankenstücke und Bargeld in der Höhe 
von ca. CHF 35‘000.- drin gewesen (act. 3094 Z. 39 ff.). Die CHF 35‘000.- seien vielleicht schon 4-
5 Jahre bei ihm und für Autokäufe gewesen, Es habe immer einen Grundstock gehabt. Das habe 
nicht einmal seine Frau gewusst (act. 3094 Z. 50 ff.). Weitere Beweismittel, wie z.B. Hausrat- oder 
Wertsachenversicherungspolicen, Bestätigungen von Bijouterien über ursprünglich gekauften 
Schmuck oder Dokumente betreffend allfällige Zahlungen von Versicherungen, liegen nicht vor. 

Kantonsgericht KG

Seite 9 von 17

Hinsichtlich der Höhe des Deliktsbetrags ist die Beweislage dürftig. Die Privatkläger haben im 
Verlaufe der Einvernahmen unterschiedliche Angaben zur Höhe des erbeuteten Bargeldbetrags 
gemacht. Bei der Differenz zwischen dem in der abgedruckten Deliktsliste des Protokolls der 
staatsanwaltlichen Einvernahme aufgeführten Euro-Betrag und demjenigen in der 
Anzeigemeldung scheint es sich offensichtlich um einen Verschrieb (€ 10‘500.- statt € 1‘500.-) zu 
handeln; jedenfalls geht die erstmalige Erwähnung bzw. Auflistung des versiebenfachten Euro-
Betrags von € 10‘500.- nicht auf eine konkrete Aussage der Privatkläger sondern auf einen ihnen 
gemachten Vorhalt zurück. Auch was den Bargeldbetrag in Schweizer Franken anbelangt, ist die 
Beweislage unklar. Der Privatkläger sprach bei der Anzeigeerstattung offensichtlich von einem 
Betrag von CHF 45‘650.-, später jedoch nur noch von CHF 35‘000.-. Dennoch bestätigte er die 
Deliktsliste – u.a. mit den aufgeführten Beträgen von CHF 45‘650.- und € 10‘500.- – als richtig. In 
Bezug auf den gestohlenen Schmuck liegen schliesslich abgesehen von den Aussagen der 
Privatkläger keine weiteren Beweise vor; dessen von den Privatklägern angegebener Wert 
beschränkt sich auf Schätzungen. 

Der Grundsatz „in dubio pro reo“ gilt als Beweiswürdigungsregel auch bei Zweifelsfragen in Bezug 
auf den Sacherhalt (RIKLIN, StPO Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N.10). Nach dem bisher 
Gesagten kann nicht als zweifellos erstellt werden, dass die Beschuldigten bei dem Raubüberfall 
auf die Privatkläger tatsächlich Bargeld und Wertgegenstände in der Höhe von CHF 86‘082.05 
erbeuteten. Zugunsten des Berufungsführers ist daher davon auszugehen, dass die Beschuldigten 
Wertgegenstände und Bargeld in der Höhe von „nur“ mehreren zehntausend Franken erbeuteten.

5. Die Verteidigung hat in ihrem Plädoyer keine Ausführungen zur rechtlichen Würdigung des 
Sachverhalts gemacht, sondern sich im Wesentlichen auf die Beweiswürdigung, die 
Sachverhaltsfeststellung und die Strafzumessung beschränkt. Nachdem der Gerichtshof bei der 
Beweiswürdigung zu keinem anderen Beweisergebnis gelangt ist als die Vorinstanz, kann 
hinsichtlich der rechtlichen Subsumtion auf deren zutreffende Ausführungen verwiesen werden 
(act. 13270 ff.). Der Schuldspruch wegen Raubs unter Offenbarung besonderer Gefährlichkeit 
gemäss Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB ist zu bestätigen. 

6. a) Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters 
zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 
Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 
Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den 
inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. 
Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponente zu unterscheiden. Die 
Tatkomponente umfasst das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der 
Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Beweggründe des Täters. Zur Täterkomponente 
sind die persönlichen Verhältnisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten 
nach der Tat und im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und -
erhöhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht in der Urteilsbegründung die für 
die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung zu begründen. Diese 
Bestimmung nimmt die von der Rechtsprechung unter der Geltung des alten Rechts aufgestellten 
Anforderungen auf. Danach hat das Gericht in seinem Urteil die Überlegungen, die es bei der 
Bemessung der Strafe angestellt hat, in den Grundzügen darzustellen. Es muss in der Regel die 
wesentlichen schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern, dass festgestellt werden 
kann, ob alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte Berücksichtigung fanden und wie sie 
gewichtet wurden. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte Strafe rechtfertigen, d.h. 
das Strafmass muss als plausibel erscheinen (vgl. BGE 134 IV 17 E. 2.1). Ausgehend von der 

Kantonsgericht KG

Seite 10 von 17

objektiven Tatschwere hat das Gericht das Verschulden zu bewerten. Es hat im Urteil darzutun, 
welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall 
gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (vgl. BGE 
136 IV 55 E. 5.5). 

Weiter ist darauf hinzuweisen, dass der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder 
Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert wird, worauf dann innerhalb dieses neuen 
Rahmens die Strafe nach den üblichen Zumessungskriterien festzusetzen wäre (vgl. das Urteil 
6S.73/2006 vom 5. Februar 2007 E. 3.2). Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn 
aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im 
konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8).

b) Gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB beträgt der Strafrahmen des Tatbestands des 
qualifizierten Raubs Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren. Es liegen keine aussergewöhnlichen 
Umstände vor und die angedrohte Strafe erscheint auch weder zu hart noch zu milde, weshalb es 
beim erwähnten, ordentlichen Strafrahmen von Freiheitsstrafe nicht unter 2 Jahren bleibt (vgl. BGE 
136 IV 55 E. 5.8).

c) In Bezug auf die Schwere der Verletzung bzw. Gefährdung des geschützten Rechtsguts 
ist anzumerken, dass die Privatkläger durch den Überfall verschiedene, teilweise nicht 
unerhebliche Verletzungen erlitten (Privatkläger: grössere Schwellungen am linken Ellenbogen, 
sowie lumbale und thorakale Prellungen; Privatklägerin: Schürfung sowie Hämatome an der 
oberen Lippe und am linken Arm; Entfernung zweier Zähne) und regelrecht traumatisiert wurden. 
Körperlich trugen sie zwar keine besonders schweren Verletzungen davon, ihr Leiden war jedoch 
subjektiv erheblich. Sie ängstigten sich während der Tat sehr und die psychischen Folgen der Tat 
sind beträchtlich. Sie litten aufgrund des Raubüberfalls an erheblichen Angst-, Wut- und 
Schuldgefühlen und grossem Stress. An der erstinstanzlichen Verhandlung erklärte der 
Privatkläger, dass er infolge des Raubüberfalls immer noch unter Schlafstörungen leide 
(act. 13188), und die Privatklägerin sagte aus, sie leide unter Angstzuständen, welche sich auf ihr 
Sozialleben und ihren Alltag auswirken (act. 13190). Sie habe sogar Selbstmordgedanken, der 
Raub habe ihr Leben zerstört (act. 13191). Die Beschuldigten verschwendeten offensichtlich 
keinen Gedanken daran, in welche Angst ein gewalttätiger Überfall in den eigenen vier Wänden 
die Betroffenen versetzt und darüber hinaus traumatisiert. Die Tatintensität eines Raubs wie des 
vorliegenden wiegt daher massiv schwerer als ein Raubüberfall auf offener Strasse. 

Der Deliktsbetrag ist mit mehreren zehntausend Franken als bedeutend zu qualifizieren. 

Im Rahmen der objektiven Tatschwere gilt es weiter zu berücksichtigen, dass sich der 
Berufungsführer gezielt ältere Leute als Opfer ausgesucht hatte. Ältere Menschen und Kinder 
gehören zu den schwächsten Gliedern der Gesellschaft und verdienen besonderen Schutz; das 
Verhalten der Beschuldigten ist daher als besonders verwerflich zu bezeichnen. Zudem legte er 
ein hinterlistiges Vorgehen an den Tag, um die Privatkläger zum Öffnen der Eingangstüre zu 
bewegen. Die perfide Art und Weise des Vorgehens ist straferhöhend zu gewichten. 

Der Berufungsführer behandelte die Privatkläger brutal. Die von ihm angewandte Gewalt ging – 
auch innerhalb des bereits qualifizierten Tatbestands – weit über das Mass hinaus, das zur 
Verwirklichung des Raubs erforderlich war, um den Widerstand der betagten Eheleute zu brechen. 
Die Tatsache, dass der Berufungsführer nicht alleine, sondern zusammen mit den Beschuldigten 1 
und 2 handelte, ist nicht zusätzlich straferhöhend zu berücksichtigen; sie führte bereits zur 
Anwendung des qualifizierten Tatbestands. 

Kantonsgericht KG

Seite 11 von 17

Das Verhalten des Berufungsführers zeugt von einer beträchtlichen kriminellen Energie. Die 
Auswahl betagter Personen als Opfer, die hinterlistige Vorgehensweise und die 
unverhältnismässige Gewaltanwendung sind als besonders verwerflich zu qualifizieren. Aufgrund 
der unverhältnismässigen Gewaltanwendung gegenüber der betagten Privatkläger und deren 
physischen und psychischen Folgen sowie des bedeutenden Deliktsbetrags ist der Unrechts- und 
Schuldgehalt und damit die objektive Tatschwere insgesamt als schwer zu qualifizieren.

Der Berufungsführer handelte direktvorsätzlich und aus rein materiellen und damit egoistischen 
Beweggründen. Die Beweggründe des Berufungsführers sind jedoch nicht straferhöhend, sondern 
neutral zu gewichten; pekuniäre Motive sind bei Vermögensdelikten tatbestandsimmanent. Der 
direkte Vorsatz ist demgegenüber in mittlerer Weise straferhöhend zu gewichten; der 
Berufungsführer entschied sich bewusst für die Delinquenz, als er aufgrund eines Tipps von 
Deutschland aus mehrere hundert Kilometer in die Schweiz reiste, um die Straf- und Zivilkläger 
auszurauben. Neutral zu gewichten ist das beim Berufungsführer vorhandene, unbeeinträchtigte 
Mass an Entscheidungsfreiheit für oder gegen die Rechtsgutverletzung.

Das erhebliche objektive Verschulden wird durch das subjektive nicht relativiert. Insgesamt wiegt 
das Tatverschulden des Berufungsführers somit schwer. 

d) Bezüglich der Täterkomponenten ist vorab auf die Erwägungen der Vorinstanz zu den 
persönlichen Verhältnissen des Berufungsführers zu verweisen (act. 13277). Was die Vorstrafen 
betrifft, ist jedoch anzumerken, dass im Strafregister eingetragene Urteile je nach Strafart und 
-dauer nach zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren (nach Ablauf der Strafdauer) zu entfernen sind 
(Art. 369 Abs. 1-3 StGB). Gemäss Art. 369 Abs. 7 StGB dürfen zudem aus dem Strafregister 
entfernte Urteile dem Betroffenen nicht mehr entgegen gehalten werden. Diese Regel hat gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch in Bezug auf ausländische Vorstrafen zu gelten (Urteil 
BGer 1B_88/2015 vom 7. April 2015 E. 2.2.1). Die deutschen Verurteilungen aus den Jahren 1993 
bis 1998 wären – wären sie denn im schweizerischen Strafregister eingetragen worden – mit 
Ausnahme der Verurteilung vom 2. Dezember 1998 bereits wieder daraus entfernt worden. Sie 
können somit dem Berufungsführer als Vorstrafen nicht mehr entgegengehalten werden und sind 
bei der Strafzumessung nicht zu berücksichtigen.

Zu berücksichtigen sind demnach noch die Verurteilungen vom 2. Dezember 1998 und 9. März 
2001 durch das Amtsgericht Hattingen und das Landgericht Wuppertal vom 7. Juli 2015. Das 
Amtsgericht Hattingen bildete am 2. Dezember 1998 aus vier früheren Urteilen der Amtsgerichte 
Wuppertal, Hattingen, Schwelm und Dortmund eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier 
Monaten (vgl. S. 8 des Urteils des Landgerichts Wuppertal vom 7. Juli 2015). In diesen Urteilen 
war der Berufungsführer wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, vorsätzlichen Fahrens trotz 
Fahrverbot in 12 Fällen sowie vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in drei bzw. zwei Fällen 
und unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig erklärt worden. Bei der Verurteilung vom 9. 
März 2001 handelte es sich um eine nachträglich aus verschiedenen Urteilen der Amtsgerichte 
Hattingen, Wuppertal, Mettmann, Bielefeld, Limburg/Lahn und Witten gebildete 
Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr. Dieser Strafe lagen folgende Delikte zugrunde: 
Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis in zwei Fällen, Diebstahl, gemeinschaftlich versuchter 
schwerer Diebstahl, versuchter Computerbetrug, Unterschlagung und versuchter Betrug sowie 
gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall. Das Landgericht Wuppertal 
schliesslich verurteilte den Berufungsführer am 7. Juli 2015 wegen Raubes zu einer Freiheitsstrafe 
von 6 Jahren und 2 Monaten. Den Akten zufolge wurde der Berufungsführer zudem in den Jahren 
2003 und 2004 im Kosovo wegen Betrugs (2003), illegalen Waffenbesitzes (2003) und Einbruchs 
(2004) verurteilt (act. 1012 f.). Der Urteilsbegründung des Urteils des Landgerichts Wuppertal lässt 

Kantonsgericht KG

Seite 12 von 17

sich diesbezüglich entnehmen, dass der Berufungsführer im Kosovo wegen „Raubdiebstahls“ vom 
11. Dezember 2004 bis zum 10. Oktober 2010 im Gefängnis gewesen sei. Im schweizerischen 
Strafregister ist der Berufungsführer nicht verzeichnet. Die vorgenannten ausländischen Vorstrafen 
sind in die Strafzumessung einzubeziehen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Berufungsführer einschlägig vorbestraft ist und trotz 
mehrfachen Verurteilungen weiter delinquierte, wobei die Schwere seiner Straftaten über die Jahre 
zunahm. Diese Tendenz wird durch das vorliegende Verfahren bestätigt; der Berufungsführer ist 
offensichtlich nicht bereit, sein Leben deliktsfrei zu gestalten. Seine bisherigen Verurteilungen sind 
daher in mittlerer Weise straferhöhend zu berücksichtigen; sie zeugen deutlich von mangelndem 
Respekt vor der hiesigen Rechtsordnung, regelrechter Unbelehrbarkeit und hartnäckiger 
Rechtsfeindlichkeit. Ansonsten sind die persönlichen Verhältnisse des Berufungsführers neutral zu 
gewichten. 

Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist der Berufungsführer nicht erhöht strafempfindlich. 
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei 
aussergewöhnlichen Umständen bejaht werden, weil die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jede 
arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit Härten verbunden ist (Urteil 
BGer E. 2 mit Verweis auf das Urteil BGer 6B_605/2013 vom 13. Januar 2014, E. 2.4.3 m.w.H.). 
Zwar ist der Berufungsführer Vater von vier Kindern; gemäss eigenen Aussagen sind diese jedoch 
bereits erwachsen und selbstständig (act. 3041). Zudem ist zu berücksichtigen, dass sein 
Familienleben offensichtlich bisher auch keine positive Wirkung auf sein Verhalten gehabt hat. Im 
Gegenteil ist angesichts der langen Dauer bereits verbüsster Freiheitsstrafen, der offensichtlichen 
Unbelehrbarkeit des Berufungsführers sowie der Tatsache, dass dem Berufungsführer das 
Gefängnisleben nicht zu missfallen scheint (vgl. act. 13192) eher von einer geringen bis 
inexistenten Strafempfindlichkeit auszugehen. 

Der Berufungsführer hat sich im Strafverfahren grundsätzlich wohl verhalten; er war als 
Beschuldigter nicht verpflichtet, im gegen ihn geführten Strafverfahren zu kooperieren. Die 
Tatsache, dass er die Tat bis zuletzt abgestritten hat, darf ihm nicht negativ angelastet werden. Da 
er jedoch weder geständig war noch echte Reue oder Einsicht zeigte, kann ihm sein Verhalten im 
Strafverfahren auch nicht positiv angerechnet werden; es ist neutral zu werten.

Insgesamt sind die Täterkomponenten daher in mittlerer Weise straferhöhend zu gewichten. 

e) In Anbetracht des schweren Tatverschuldens und der in mittlerer Weise straferhöhend 
zu gewichtenden Täterkomponenten erachtet der Strafappellationshof eine Strafe von 6 ½ Jahren 
Freiheitsstrafe als angezeigt. Es kommt von Gesetzes wegen nur eine Freiheitsstrafe in Betracht 
(vgl. Art. 34, 37 und 40 StGB) und der bedingte oder teilbedingte Vollzug der Strafe ist 
ausgeschlossen (Art. 43 und 43 StGB e contrario). 

Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist die Strafe nicht als Zusatzstrafe zur Verurteilung 
vom 7. Juli 2015 durch das Landgericht Wuppertal auszufällen. Gemäss neuster 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine Zusatzstrafe nur zu inländischen Urteilen 
ausgesprochen werden (vgl. das Urteil BGer 6B_466/2015 vom 28. September 2016, E.1.4.1, zur 
Publikation vorgesehen). 

Die Berufung ist somit abzuweisen.

8. Die Zivilforderungen wurden vom Berufungsführer einzig als Konsequenz des beantragten 
Freispruchs angefochten. Im Rahmen des Plädoyers wurden hierzu auch keine eigentlichen 

Kantonsgericht KG

Seite 13 von 17

Ausführungen gemacht. Angesichts der geltenden Dispositionsmaxime hat der Gerichtshof unter 
diesem Umständen keine Überprüfung der Zivilforderungen vorzunehmen; es kann auf die 
entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 13285 ff.). 

9. a) Die erstinstanzliche Kostenverteilung wurde vom Berufungsführer nur als Folge des 
beantragten Freispruchs angefochten. Da der Schuldspruch nun bestätigt wurde, ist die 
erstinstanzliche Kostenverteilung somit nicht mehr zu überprüfen. Angesichts des klaren Wortlauts 
von Art. 426 StPO ist denn auch nicht zu beanstanden, dass die auf das gegen ihn geführte 
Strafverfahren entfallenden Kosten dem Berufungsführer auferlegt wurden. 

Für das Berufungsverfahren gilt, dass die Parteien die Verfahrenskosten nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens zu tragen haben (Art. 428 StPO). Die Verfahrenskosten umfassen 
die Gerichtsgebühren und die Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 StPO i.V.m. Art. 33 ff. des 
Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]). In Anwendung dieser 
Bestimmungen werden die Gerichtskosten auf CHF 3‘300.- festgesetzt (Gebühren: CHF 3‘000.-; 
Auslagen: CHF 300.-). 

Der Berufungsführer ist im Berufungsverfahren vollständig unterlegen und hat daher die Kosten 
des Berufungsverfahrens vollumfänglich zu tragen. 

b) Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf 
angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt oder 
die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist (Art. 433 Abs. 1 StPO). Die 
von Rechtsanwalt Clerc bzw. Rechtspraktikantin Dingas eingereichte Kostenliste enthält nicht nur 
die Aufwendungen für das Verfahren gegen den Berufungsführer, sondern auch für seine 
Aufwendungen in den gegen die beiden Mitbeschuldigten geführten Strafverfahren. So wurde er 
im gegen den Beschuldigten 1 geführten Verfahren 501 2015 85, in welchem er im Zivilpunkt zur 
Hälfte unterlegen ist, bereits mit CHF 921.40 entschädigt. Im Folgenden ist daher zwischen 
gemeinschaftlich angefallenem und teilweise bereits entschädigtem Aufwand sowie neuem, 
lediglich im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren entstandenen Aufwand zu 
differenzieren. Zu berücksichtigen ist weiter, dass ein Teil des Aufwands von einer 
Rechtspraktikantin erbracht worden ist. Vorliegend werden somit lediglich 7.5 Stunden der 
Rechtspraktikantin (Verhandlung: 1 Std., Vorbereitung 5.5 Std., nachträgliche Arbeit: 1 Std.) à CHF 
120.- berücksichtigt, zuzüglich eines Saldos von CHF 360.50 für die bis am 24. Mai 2016 
aufgelaufenen Kosten. Dazu kommen CHF 30.- Reiseentschädigung und CHF 63.- Auslagen (5 % 
von CHF 1‘260.50). 

Unter der Berücksichtigung dieser Umstände erachtet der Strafappellationshof für die notwendigen 
Aufwendungen der Privatkläger im Berufungsverfahren CHF 1‘461.80 (inkl. Auslagen, 
Reiseentschädigung und MwSt.; letztere beträgt CHF 108.30) als angemessen. 

c) Die amtliche Verteidigung wird nach dem Anwaltstarif des Bundes oder desjenigen 
Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Gemäss 
Art. 57 JR wird die angemessene Entschädigung der amtlichen Verteidigung in Zivil- und 
Strafsachen im Kanton Freiburg auf Grund des Arbeitsaufwands sowie der Wichtigkeit und des 
Schwierigkeitsgrads der Angelegenheit festgesetzt. Es ist zulässig, dass der Stundenansatz des 
amtlichen unter jenem des gewählten Rechtsbeistandes liegt (BGE 139 IV 216 E. 2.2.1, bestätigt 
im Urteil BGer 6B_586/2013 vom 1. Mai 2014, E. 3.3); nach geltendem Recht wird eine Stunde mit 
CHF 180.- entgolten (Art. 57 Abs. 2 JR).

Kantonsgericht KG

Seite 14 von 17

Gemäss Art. 58 Abs. 1 JR werden die für die Führung des Prozesses notwendigen Auslagen zum 
Selbstkostenpreis verrechnet. Die Behörde legt die Kosten für Kopien, Portos und Telefonate 
pauschal auf 5 % der Grundentschädigung fest (Abs. 2). Zusätzlich hat die amtliche Verteidigung 
Anspruch auf eine Reiseentschädigung für Verrichtungen ausserhalb der Ortschaft, in der sie ihr 
Büro hat. Für Reisen innerhalb des Kantons beträgt die Entschädigung CHF 2.50 je Kilometer 
(Art. 76 Abs. 1 und Art. 77 Abs. 1 JR). 

Rechtsanwalt Meyer veranschlagt für das Berufungsverfahren vor dem Kantonsgericht einen 
Zeitaufwand von insgesamt 15.5 Stunden (inkl. des geschätzten Aufwands für die 
Berufungsverhandlung und Nachbearbeitung). Er hatte das erstinstanzliche Urteil zu prüfen, die 
Akten zu studieren, mit seinem Klienten das weitere Vorgehen zu besprechen, Rechtsabklärungen 
vorzunehmen, die Berufungserklärung zu verfassen, das Plädoyer vorzubereiten sowie der 
Berufungsverhandlung beizuwohnen. 

Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände sowie der Tatsache, dass die Berufungsverhandlung 
lediglich 65 Minuten dauerte, erscheint ein Aufwand von total 14.5 Stunden, ausmachend 
CHF 2‘610.-, als angemessen. Die Entschädigung für die Auslagen wird auf 5 % der 
Grundentschädigung, d.h. auf CHF 130.50.-, festgesetzt. Dem Gesagten zu Folge ist Rechtsanwalt 
Meyer bei einem Zeitaufwand von insgesamt 14.5 Stunden zu CHF 180.- (CHF 2‘610.-), den 
Auslagen von CHF 130.50.- und einer Reiseentschädigung von CHF 60.-, zuzüglich 8 % 
Mehrwertsteuer von CHF 224.05.-, eine angemessene Pauschalentschädigung von 
CHF 3‘024.55.- zu entrichten. Für die Kosten der amtlichen Verteidigung bleibt die 
Rückzahlungspflicht des Berufungsführers gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO vorbehalten.

Angesichts seiner amtlichen Verteidigung verfügt der Berufungsführer über keinen Anspruch auf 
Parteientschädigung; sein Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung im 
Berufungsverfahren ist abzuweisen.

Der Hof erkennt:

I. Die Berufung von A.________ wird abgewiesen.

Das Urteil des Strafgerichts vom Saanebezirk wird bestätigt. Es hat folgenden Wortlaut:

1. […].

2. […]

3. A.________, F.________ und E.________ werden des qualifizierten Raubes i. S. v. Art. 
140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen.

4.

a. A.________ wird zu 6 ½ Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (Art. 40 und 47 StGB).

b. […].

c. […].

5.

[…]

Kantonsgericht KG

Seite 15 von 17

6.

[…]

7.

a. Die beschlagnahmten Mobiletelefone (2), SIM-Karten (2) und Handschuhe werden 
eingezogen und vernichtet (Art. 69 StGB).

b. […]

8.

a. A.________, F.________ und E.________ werden zur Bezahlung von CHF 2‘000.00 
zuzüglich Zins zu 5% ab dem 17. Januar 2014 an C.________ und B.________ 
verurteilt, unter solidarischer Haftung (Haushaltführungsschaden).

b. A.________, F.________ und E.________ werden zur Bezahlung von CHF 125.80 an 
C.________ und B.________ verurteilt, unter solidarischer Haftung 
(Krankenwagenkosten).

A.________, F.________ und E.________ werden zur Bezahlung von CHF 129.30 
zuzüglich 5 % Zins ab dem 1. Mai 2014 an C.________ und B.________ verurteilt, 
unter solidarischer Haftung (Hausarztkosten bei Dr. med. J.________).

A.________, F.________ und E.________ werden zur Bezahlung von CHF 81.70 
zuzüglich 5 % Zins ab dem 23. Dezember 2014 an C.________ und B.________ 
verurteilt, unter solidarischer Haftung (Zahnarztkosten).

Die weiteren geltend gemachten Behandlungskosten bzw. Zinsen werden dem 
Grundsatz nach anerkannt und im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 3 
StPO).

c. A.________, F.________ und E.________ werden zur Bezahlung einer Genugtuung 
an C.________ von CHF 10‘000.00 mit 5% Zins ab dem 17. Dezember 2013 verurteilt, 
unter solidarischer Haftung.

A.________, F.________ und E.________ werden zur Bezahlung einer Genugtuung 
an B.________ von CHF 10‘000.00 mit 5% Zins ab dem 17. Dezember 2013 verurteilt, 
unter solidarischer Haftung.

d. A.________ und E.________ werden zur Bezahlung von CHF 86‘082.05 
(CHF 56‘175.00 + CHF 29‘907.05 [EUR 27‘900.00 zum Umrechnungskurs von 1,0576 
am 23. März 2015]) mit 5% Zins ab dem 17. Dezember 2013 verurteilt, unter 
solidarischer Haftung (Deliktsschaden).

Den weiteren geltend gemachten Deliktsschaden bzw. die entsprechenden Zinsen 
werden dem Grundsatz nach anerkannt und im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen 
(Art. 126 Abs. 3 StPO

e. Der im Zusammenhang mit der Einrichtung und dem Abonnement eines 
Überwachungssystems geltend gemachte Betrag im Umfang vom CHF 5‘000.00 wird 
auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO).

f. […]

g. […] 

Kantonsgericht KG

Seite 16 von 17

9. A.________, F.________ und E.________ werden zur Bezahlung einer 
Entschädigungsforderung von CHF 11‘830.75 (inkl. MwSt) an C.________ und 
B.________ verurteilt (Art. 433 StPO), unter solidarischer Haftung.

10. A.________, F.________ und E.________ wird keine Entschädigung zugesprochen.

11.

a. Die Kostenliste von RA Dr. Thomas Meyer, amtlicher Verteidiger, wird auf 
CHF 7‘857.00 (inkl. MwSt) festgesetzt und vom Staat vorgeschossen (Art. 426 Abs. 1 
StPO i. V. m. Art. 135 Abs. 4 StPO). Sollte A.________ in Sinne von Art. 135 Abs. 4 lit. 
a StPO zu neuem Vermögen kommen, hat er dem Staat vorerwähnte Entschädigung 
zurückzuzahlen.

b. […]

c. […]

12.

a. Die Gerichtsgebühren in der Höhe von CHF 10‘000.00 werden A.________, 
F.________ und E.________ auferlegt (Art. 426 StPO), unter solidarischer Haftung 
(Art. 418 Abs. 2 StPO).

b. Die Auslagen in der Höhe von CHF 17‘420.05 (CHF 9‘563.05 
[Zwangsmassnahmengericht: CHF 450.00; Staatsanwaltschaft: CHF 8‘989.70; 
Aktenführungskosten: CHF 123.35] + CHF 7‘857.00 [Kosten der amtlichen 
Verteidigung]) werden A.________ auferlegt.

c. […]

[…]

II. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Strafgerichts des Saanebezirks vom 31. März 2015 
in Ziffer 1 in Rechtskraft erwachsen ist. Sie lautet wie folgt:

1. Auf den A.________ und E.________ vorgeworfenen Anklagepunkt bezüglich 
Widerhandlung gegen das AuG (Ziff. 1.2 der Anklageschriften vom 18. Dezember 2014) 
wird nicht eingetreten (Art. 339 StPO).

III. Die sofortige Rückführung von A.________ an die deutschen Strafvollzugsbehörden wird 
angeordnet.

IV. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 2‘200.- festgesetzt (Gebühr: 
CHF 2‘000.-; Auslagen: CHF 200.-) und A.________ auferlegt.

V. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt Meyer im 
Berufungsverfahren werden auf CHF 3‘024.55 festgesetzt (inkl. MwSt. von 8 %: 
CHF 224.05). 

VI. Der Antrag von A.________ auf Parteientschädigung im Berufungsverfahren wird 
abgewiesen. 

VII. A.________ wird zur Bezahlung einer Parteikostenentschädigung von CHF 1‘461.80 (inkl. 
CHF 108.30 MwSt.) an C.________ und B.________ verurteilt.

VIII. Zustellung.

Kantonsgericht KG

Seite 17 von 17

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 21. November 2016/mbr

Vizepräsident Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin