# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f7a55a2-9e72-5648-8db7-ac5674f9f260
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2008 B-8752/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-8752-2007_2008-09-15.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-8752/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Frank Seethaler (Vorsitz), 
Richter Francesco Brentani, Richter Jean-Luc Baechler, 
Gerichtsschreiber Michael Barnikol.

A._______, 
vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Matthys Hausherr, 
Alpenstrasse 7, 6304 Zug,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Gesundheit (BAG),
Geschäftsstelle MEBEKO, Ressort Ausbildung, 
Schwarzenburgstrasse 161, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Zulassung zum Staatsexamen in Veterinärmedizin.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-8752/2007

Sachverhalt:

A.
A._______ (Beschwerdeführerin)  studiert  seit  dem Jahr  2000 Veteri-
närmedizin  an der  Universität  Zürich. Sie bestand die  erste  und die 
zweite  Vorprüfung  und  die  Prüfungen  nach  dem dritten  Studienjahr. 
Die Absolvierung des ersten Teils des Staatsexamens musste sie aus 
gesundheitlichen Gründen verschieben. Im Sommer 2007 unternahm 
sie einen Prüfungsversuch, den sie jedoch nicht bestand.

B.
Am 1. September 2006 fusionierten die veterinärmedizinischen Fakul-
täten  der  Universitäten  Bern  und  Zürich  zu  einer  Fakultät,  die  sich 
"Vetsuisse-Fakultät  Schweiz"  nennt.  Gleichzeitig  wurde  der  Studien-
gang der Veterinärmedizin reformiert und ein neues, bolognakompati- 
bles Curriculum eingeführt.  

C.
Am 7. Juli 2007 teilte die Präsidentin der Prüfungskommission Vet Zü-
rich der Beschwerdeführerin mit,  sie müsse nun ein Gesuch für  den 
Übertritt  in  das neue Curriculum stellen. Am 24. Juli 2007 stellte  die 
Beschwerdeführerin  ein  solches  Gesuch  beim  Leitenden  Ausschuss 
für eidgenössische Medizinalprüfungen.

D.
Mit Verfügung vom 30. November 2007 entschied die Medizinalberufe-
kommission MEBEKO (Vorinstanz), die in der Zwischenzeit die Aufga-
ben des Leitenden Ausschusses übernommen hatte, dass die Prüfung 
des ersten Studienjahres des Vetsuisse-Studiengangs erlassen werde. 
Ferner  werde  die  Einzelprüfung  7  (Biochemie)  in  der  Prüfung  des 
zweiten Studienjahres und die Einzelprüfung 12 (Parasitologie) in der 
Prüfung des dritten  Studienjahres  erlassen. Alle  weiteren  Prüfungen 
des  Veterinärmedizinstudiengangs,  so  auch  die  Leistungskontrollen 
des  zweiten  und  dritten  Studienjahres  des  Vetsuisse-Studiengangs, 
seien vollumfänglich nach der neuen Ordnung zu absolvieren und zu 
bestehen. 

Zur Begründung führte die Vorinstanz an, gemäss Art. 18 Abs. 3 Bst. b 
der  Verordnung  über  die  Erprobung  eines  besonderen  Ausbildungs- 
und Prüfungsmodells für Veterinärmedizin vom 21. Oktober 2004 wer-
de  der  erste  Teil  der  Schlussprüfung  für  Tierärzte  nach  bisherigem 
Recht letztmals 2007 durchgeführt. Für den Übertritt der Beschwerde-

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führerin  vom  alten  zum  neuen  Studiengang  sei  zu  berücksichtigen, 
dass bestimmte Inhalte von Prüfungen, in denen sie genügende Noten 
erhalten  habe,  im neuen Curriculum keine eigenen Einzelprüfungen, 
sondern Bestandteile von Einzelprüfungen darstellten. Deshalb könn-
ten ihr die Einzelprüfungen in Radiologie, Isotopenlehre, Pharmakolo-
gie  und  Toxikologie,  Tierzucht  und  Genetik  sowie  Anästhesiologie, 
nicht angerechnet werden. 

E.
Gegen diesen  Entscheid  erhebt  die  Beschwerdeführerin  am 28. De-
zember 2007 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-
tragt, der Entscheid der Vorinstanz vom 30. November 2007 sei aufzu-
heben. Ferner beantragt sie, sie sei zum Studienabschluss nach bis-
herigem  Recht  zuzulassen.  Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend, 
gemäss den vor  der  Einführung  des neuen Studiengangs geltenden 
Vorschriften  sei  sie  berechtigt  gewesen,  den  nicht  bestandenen  Teil 
der  Schlussprüfung  zu wiederholen. Daran  vermöge auch  die  Über-
gangsregelung des Art. 18 Abs. 3 Bst. b der Verordnung über die Er-
probung eines besonderen Ausbildungs- und Prüfungsmodells für Ve-
terinärmedizin  vom 21. Oktober 2004  nichts  zu  ändern. Die  zeitliche 
Begrenzung der Möglichkeit, die Prüfung nach altem Recht zu absol-
vieren, schränke in unzulässiger Weise die Regelung nach bisherigem 
Recht ein. Die Beschwerdeführerin sei im Übrigen bei keiner der Ter-
minverschiebungen  darauf  hingewiesen  worden,  dass  der  erste  Teil 
der  Schlussprüfung  nach  bisherigem  Recht  letztmalig  im  Sommer 
2007 abgelegt werden könne. Es dürfe auch nicht davon ausgegangen 
werden,  dass die Beschwerdeführerin mit  dem ihr  nahegelegten An-
trag auf einen Übertritt ins neue Curriculum freiwillig auf einen weite-
ren Prüfungsversuch nach altem Recht verzichtet habe. Vielmehr sei 
sie davon ausgegangen, es handele sich bei diesem Übertritt um eine 
reine Formsache. Es seien zudem keine sachlichen Gründe dafür er-
sichtlich, ihr die Wiederholung der Prüfung nach altem Recht zu ver-
weigern. Da die meisten Prüfungsexperten schon Prüfungen nach al-
tem Recht abgenommen hätten und ein reicher Fundus an Prüfungs-
fragen  vorliege,  entstehe  hierdurch  kein  unverhältnismässiger  Auf-
wand. Es sei zudem unverhältnismässig, sie gleichsam in das zweite 
Studienjahr zurückzuversetzen, nachdem sie vier Studienjahre erfolg-
reich absolviert habe.

F.
Die Vorinstanz lässt sich am 8. Februar 2008 zur Streitsache verneh-
men und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 
führt sie an, die Beschwerdeführerin könne nicht nachweisen, dass sie 

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ausserordentliche Gründe daran gehindert  hätten, die Examina nach 
bisherigem Recht während der Übergangsfrist  abzulegen und zu be-
stehen. Ein in den unterschiedlichen Lehr- und Prüfungsinhalten wohl 
begründeter  Entscheid  über  den  Wechsel  in  einen  neu  geordneten 
Studiengang könne trotz aller Konsequenzen nicht als ausserordentli-
cher  Hinderungsgrund  betrachtet  werden.  Wegen  des  Ablaufs  der 
Übergangsfristen müsse die Beschwerdeführerin  auf  den neuen Vet- 
suisse-Studiengang  wechseln.  Diejenigen  Studierenden,  die  ihr  Stu- 
dium  nach  bisherigem  Recht  begonnen  hätten,  hätten  eine  ausrei-
chende und rechtsgenügliche Chance gehabt, das Studium nach bis-
herigem Recht abzuschliessen. Ferner könne es den  Ausbildungsin- 
stitutionen nicht zugemutet werden, über die Übergangsfristen hinaus 
parallel  sowohl  Prüfungen  nach  bisherigem  als  auch  nach  neuem 
Recht  durchzuführen. Des weitern  sei  zu  berücksichtigen,  dass  sich 
das 4. Studienjahr des Vetsuisse Studiengangs wesentlich vom 4. Stu-
dienjahr des bisherigen  Ausbildungsgangs unterscheide (wird näher 
ausgeführt). 

G.
Mit Replik vom 31. März 2008 und Duplik vom 6. Mai 2008 halten Be-
scherdeführerin und Vorinstanz an ihren bisherigen Vorbringen fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 30. November 2007 stellt eine Ver-
fügung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) dar. Verfügungen der Vorinstanz unterliegen der Beschwerde 
an das Bundesverwaltungsgericht  (Art. 31 und 33 Bst. d des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]  i. V. m. 
Art. 5 und 44 VwVG). Die Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  der 
angefochtenen  Verfügung  durch  diese  berührt  und  hat  daher  ein 
schutzwürdiges Interesse an ihrer  Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Sie ist somit zur Beschwerdeführung legitimiert. Die Eingabefrist sowie 
die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift sind ge-
wahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde frist-
gemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvor-
aussetzungen liegen vor. Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten.

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2.
Beim Beruf des Tierarztes handelt es sich um einen universitären Me-
dizinalberuf im Sinne des Bundesgesetzes über die universitären Me-
dizinalberufe  vom  23. Juni 2006  (Medizinalberufegesetz,  MedBG, 
SR 811.11), für den ein eidgenössischer Diplomtitel erteilt wird (Art. 2 
Abs. 1 Bst. e i. V. m. Art. 5 Abs. 1 MedBG). Die universitäre Ausbildung 
vermittelt die Grundlagen zur Ausübung dieses Medizinalberufs (Art. 3 
Abs. 2 MedBG). Die Studenten erwerben während des Studiums be-
stimmte Kenntnisse und Fähigkeiten (vgl. Art. 6 f. und Art. 10 MedBG). 
Die  Ausbildung wird  mit  einer  eidgenössischen  Prüfung abgeschlos-
sen, in der insbesondere abgeklärt wird, ob die Studierenden über die 
fachlichen  Kenntnisse,  Fertigkeiten  und  Fähigkeiten  sowie  über  die 
Verhaltensweisen  und  die  soziale  Kompetenz  verfügen,  die  sie  zur 
Ausübung  des  entsprechenden  Medizinalberufes  benötigen  (Art. 14 
MedBG).  Zur Prüfung ist zuzulassen, wer eine eidgenössische oder 
eine  eidgenössisch anerkannte  Matura oder  einen  Studienabschluss 
einer  kantonalen  Universität,  einer  Eidgenössischen  Technischen 
Hochschule oder einer Fachhochschule erworben und einen nach dem 
MedBG  akkreditierten  Studiengang  absolviert  hat  (Art. 12  Abs. 1 
MedBG). 

2.1. Näher geregelt ist das Prüfungsverfahren in der Verordnung über 
die Prüfung von Tierärzten vom 19. November 1980 (Prüfungsverord-
nung für Tierärzte, SR 811.112.4) und der Allgemeinen Medizinalprü-
fungsverordnung  vom 19. November 1980  (AMV, SR 811.112.1).  Ge-
mäss den Vorschriften der Prüfungsverordnung für  Tierärzte gliedern 
sich die tierärztlichen Prüfungen in eine erste Vorprüfung, eine zweite 
Vorprüfung und eine Schlussprüfung mit zwei Teilen (Art. 2 Prüfungs-
verordnung für  Tierärzte). Der  erste Teil  der  Schlussprüfung umfasst 
theoretische  Einzelprüfungen  in  sieben  verschiedenen  Fächern 
(Art. 10 Abs. 3 und 4 Prüfungsverordnung für Tierärzte).
 
2.2. Nach  Art. 46a  Abs. 1  AMV können  Fakultäten  und  Institute  der 
Universitäten  ermächtigt  werden,  besondere  Ausbildungs-  und  Prü-
fungsmodelle zu erproben. Gestützt auf diese Bestimmung wurde die 
Verordnung des EDI über die Erprobung eines besonderen ärztlichen 
Ausbildungs- und Prüfungsmodells für Veterinärmedizin vom 21. Okto-
ber  2004  (neue  Prüfungsverordnung,  SR 811.112.41)  erlassen,  die 
das Ausbildungs- und Prüfungsmodell des gemeinsamen fünfjährigen 
veterinärmedizinischen Studiengangs (Vetsuisse-Studiengang) an den 
veterinärmedizinischen Fakultäten der Universitäten von Bern und Zü-
rich (Vetsuisse-Fakultäten) festlegt (Art. 1 Abs. 1 neue Prüfungsverord-
nung). In dieser Verordnung ist insbesondere geregelt, dass das Stu- 

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dium an den Vetsuisse-Fakultäten modular aufgebaut ist und der Fort-
schritt der Studierenden mit einem Kreditpunktesystem bewertet wird, 
das dem Europäischen Kreditpunktesystem (ECTS) entspricht (Art. 8 
neue Prüfungsverordnung). Das Verhältnis der neuen Prüfungsverord-
nung zur AMV ist  in Art. 1 Abs. 2 der Verordnung geregelt. Hiernach 
kommen, sofern diese Verordnung nichts anderes regelt, die Vorschrif-
ten der AMV subsidiär zur Anwendung.

2.3. Im Hinblick auf die allgemeine Umschreibung der Lehrinhalte un-
terscheiden sich die Vorschriften der neuen Prüfungsverordnung, so-
weit hier interessierend, nicht wesentlich von den Bestimmungen der 
Verordnung über die Prüfung von Tierärzten. Abweichungen bestehen, 
soweit ersichtlich, vor allem in Bezug auf den Aufbau und die Abfolge 
der einzelnen Lehrgänge und die Art und Weise, wie die während des 
Studiums vermittelten  Kenntnisse und Fähigkeiten  anhand  von Leis-
tungskontrollen überprüft werden.

2.4. Wie es sich verhält, wenn ein Kandidat eine Prüfung nicht besteht, 
ist sowohl in Art. 38 AMV als auch in Art. 12 der neuen Prüfungsver-
ordnung  soweit  hier  interessierend  übereinstimmend  dahin  geregelt, 
dass der Studierende das Recht hat, die Prüfung zu wiederholen. Im 
Einzelnen bestimmt Art. 38 Abs. 1 AMV dass sich,  wer eine Prüfung 
nicht bestanden hat, für die nächste Prüfungssession anmelden kann. 
Erst nach zweimaligem Nichtbestehen der Schlussprüfung oder eines 
Teils davon hat der Kandidat ein weiteres Studienjahr in der Schweiz 
nachzuweisen,  bevor  er  ein  drittes  Mal  antritt  (Art. 38  Abs. 3  AMV). 
Gemäss Art. 12  Abs. 1  der  neuen  Prüfungsverordnung können  Leis-
tungskontrollen ab dem zweiten Studienjahr zweimal wiederholt  wer-
den.

2.5. Übergangsrechtlich bestimmt Art. 18 Abs. 1 Bst. d der neuen Prü-
fungsverordnung, dass der Vetsuisse-Studiengang für Studierende des 
fünften  Studienjahres  ab 2007/2008 gilt.  Studierende,  die die  zweite 
Vorprüfung  bestanden  haben,  schliessen  das  Studium nach  bisheri-
gem Recht ab (Art. 18 Abs. 3 Bst. b Satz 1 neue Prüfungsverordnung). 
Der erste Teil  der  Schlussprüfung nach bisherigem Recht  wird letzt-
mals 2007, der zweite Teil letztmals 2008 durchgeführt (Art. 18 Abs. 3 
Bst. b Satz 2 neue Prüfungsverordnung).

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3. 
Die Beschwerdeführerin hat die Lehrgänge und Prüfungen des Studi-
ums  der  Veterinärmedizin  nach  den  bisher  geltenden  Prüfungsvor-
schriften absolviert. Den ersten Teil der Schlussprüfung hat sie nicht 
bestanden und möchte die Prüfung deshalb wiederholen. Unbestritten 
ist, dass sich die Beschwerdeführerin rechtzeitig im Jahr 2007 und da-
mit vor Ablauf der Übergangsfrist zum ersten Teil der Schlussprüfung 
angemeldet  hat  und zugelassen wurde. Eine  Wiederholung der  Prü-
fung  sowie die Ablegung des zweiten Prüfungsteils ist aber innerhalb 
der Übergangsfrist nicht mehr möglich.

Die Vorinstanz vertritt deshalb die Ansicht, dass die Beschwerdeführe-
rin nicht zur Wiederholung der Prüfung nach bisherigem Recht zuge-
lassen werden könne. Vielmehr  müsse sie  weite  Teile des  Studiums 
und die entsprechenden Prüfungen nach den Vorschriften des neuen 
Vetsuisse-Studiengangs wiederholen. Die Beschwerdeführerin wendet 
ein, es sei nicht sachgerecht und unverhältnismässig, wenn sie gleich-
sam in das zweite Studienjahr zurückversetzt werde, obwohl sie das 
Studium bis zur ersten Schlussprüfung erfolgreich absolviert habe. Es 
sei  unzumutbar,  sie  nicht  zur  Wiederholung  der  nicht  bestandenen 
Prüfung  zuzulassen.  Sie  habe  in  schutzwürdiger  Weise  darauf  ver- 
trauen  dürfen,  dass  eine  Möglichkeit  zur  Wiederholung  der  Prüfung 
nach altem Recht bestehe, wenn sie innerhalb der Übergangsfrist zur 
ersten Prüfung angetreten sei.

4.
Es ist zu untersuchen, wie es sich damit verhält.

4.1. Wie eingangs ausgeführt,  ist zu einer Medizinalprüfung zuzulas-
sen, wer – soweit hier interessierend - eine eidgenössische oder eine 
eidgenössisch  anerkannte  Matura  erworben  und   einen  nach  dem 
MedBG  akkreditierten  Studiengang  absolviert  hat  (Art. 12  Abs. 1 
MedBG und vorne E. 2). Nicht bestandene Prüfungen oder Leistungs-
kontrollen  können  grundsätzlich  zweimal  wiederholt  werden  (vgl. 
Art. 38  AMV  und  Art. 12  neue  Prüfungsverordnung  sowie  vorne 
E. 2.4).

Dieser Ordnung liegt der Gedanke zu Grunde, dass ein  Prüfungsab-
schluss  grundsätzlich  nach  Massgabe  der  diesem  vorangehenden 
Ausbildung möglich sein muss, und dass eine nicht bestandene Prü-
fung (nach Massgabe der vorangehenden Ausbildung) auch wiederholt 
werden  darf.  Dieser  Anspruch  bleibt  innerhalb  vernünftiger  Grenzen 
auch  bei  einer  Änderung  eines  Ausbildungsganges  im  Verlaufe  der 

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Ausbildung weiter bestehen, wobei der zeitliche Rahmen im Interesse 
der  Rechtssicherheit  beziehungsweise  gemäss  dem  Grundsatz  von 
Treu und Glauben im Sinne einer Übergangsregelung klar zu definie-
ren und bekannt zu machen ist.

4.2. Die neue Prüfungsverordnung trat am 1. November 2004 in Kraft 
und regelt  in  Art. 18 Abs. 3 Bst. b,  dass  Studierende,  die die zweite 
Vorprüfung (nach bisherigem Recht)  bestanden haben,  das  Studium 
nach bisherigem Recht abschliessen, wobei der erste Teil der Schluss-
prüfung  nach  bisherigem  Recht  letztmals  2007  und  der  zweite  Teil 
letztmals  2008  durchgeführt  wird.  Diese  Vorschrift  stellt  zwar  eine 
Übergangsordnung auf. Freilich fällt  auf, dass sich gemäss Art. 4 der 
Prüfungsverordnung  für Tierärzte das bisherige Studium in zwei Jahre 
vorklinische Ausbildung und in drei Jahre klinische Ausbildung glieder-
te,  wobei  die  zweite Vorprüfung nach dem zweiten Jahr vorklinische 
Ausbildung abzulegen war. Es fragt sich daher, ob für einen Studieren-
den, der beim Inkrafttreten der neuen Prüfungsverordnung am  1. No-
vember 2004 die zweite Vorprüfung gerade erst bestanden und nach 
dem Gesagten  noch  drei  Jahre  klinische  Ausbildung  zu  absolvieren 
hatte, genügend Zeit bis zum ersten Teil der Schlussprüfung im Jahr 
2007 blieb. Zieht man die zur Vorbereitung des Schluss- beziehungs-
weise Staatsexamens  notwendige Zeit in Betracht, ist dies zu bezwei-
feln. Die Frage ist hier jedoch nicht Verfahrensgegenstand und braucht 
daher nicht abschliessend beantwortet zu werden.

Indessen fehlt  offensichtlich eine Regelung darüber, was zu gesche-
hen hat, wenn ein Kandidat  innerhalb der gesetzten Frist die Prüfung 
ablegt, aber nicht besteht. Darin ist eine Lücke zu erblicken. Geht man 
vom  vorne  dargestellten,  in  den  übergeordneten  Vorschriften  des 
MedBG und der AMV klar geregelten Anspruch der Kandidaten aus, 
grundsätzlich nach Massgabe der absolvierten Ausbildung geprüft zu 
werden und eine missglückte Prüfung wiederholen zu dürfen, verstie-
sse es gegen die genannten Bestimmungen und damit gegen Bundes-
recht, wenn ein Kandidat die erste Teilprüfung nach bisherigem Recht 
auch im Falle eines Prüfungsmisserfolgs nach 2007 nicht mehr wieder-
holen beziehungsweise die zweite Teilprüfung nach 2008 nicht  mehr 
ablegen dürfte. So verhält es sich aber im vorliegenden Fall. Das hat 
die Vorinstanz übersehen. Indem sie die besagte Lücke in der neuen 
Prüfungsverordnung entgegen den klaren Vorschriften des übergeord-
neten Rechts füllte und der Beschwerdeführerin die Wiederholung der 
2007 abgelegten, aber nicht bestandenen ersten Teilprüfung verwehr-
te, beging sie demnach einen Rechtsfehler. Bereits aus diesem Grund 
ist die Beschwerde gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzu-

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heben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  die  Beschwerdeführerin  zur 
Wiederholung innert  angemessener Frist  der ersten Teilprüfung nach 
bisherigem Recht sowie zur Ablegung der zweiten Teilprüfung zuzulas-
sen.

4.3. Damit erübrigt es sich, den weiteren Rügen der Beschwerdeführe-
rin nachzugehen, der angefochtene Entscheid sei unverhältnismässig 
und verstosse gegen Treu und Glauben. Indessen vermag der Einwand 
der Vorinstanz nicht zu überzeugen, die Zulassung der Beschwerde-
führerin während angemessener Frist zur Ablegung der beiden Teilprü-
fungen des Schlussexamens nach 2007 beziehungsweise nach 2008 
bewirke einen unzumutbaren Aufwand für  die Prüfungsorgane. Denn 
die Examinatoren haben bisher immer Prüfungen nach dem aufgeho-
benen Studiengang abgenommen, so dass dies auch im jetzigen Zeit-
punkt  noch  als  zumutbar  erscheint. Doch wäre  nach dem Gesagten 
auch ein namhafter Mehraufwand, welcher sich aus der richtigen An-
wendung der gesetzlichen Ordnung ergäbe, hinzunehmen.

5. 
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens gilt  die  Beschwerdeführerin  als 
obsiegende Partei. Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der un-
terliegenden Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfah-
renskosten werden Vorinstanzen auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). 
Somit sind keine Verfahrenskosten zu erheben. Der von der Beschwer-
deführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.- ist ihr zurückzuer-
statten.

6. 
Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung 
für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 des Re-
glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Partei-
entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige wei-
tere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Beschwerde-
führerin  ist  im  vorliegenden  Verfahren  anwaltlich  vertreten.  Der  Be-
schwerdeführerin  ist  daher  eine  Parteientschädigung  für  die  ihr  ent-
standenen notwendigen Kosten zuzusprechen. Da der Rechtsvertreter 
keine Kostennote eingereicht hat, ist die Parteientschädigung aufgrund 
der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3'000.- (inkl. MWST und Auslagen) er-
scheint als angemessen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen und die Verfügung der Vorinstanz 
vom 30. November 2007 wird aufgehoben. Die Vorinstanz wird ange-
wiesen, die Beschwerdeführerin zur Wiederholung des nicht bestande-
nen ersten Teils und zur Ablegung des zweiten Teils der Schlussprü-
fung in Tiermedizin innert angemessener Frist nach 2007 beziehungs-
weise nach 2008 zuzulassen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 
Fr. 500.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet,  sobald dieses 
Urteil in Rechtskraft erwachsen ist.

3.
Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.- 
zu Lasten des Bundesamts für Gesundheit (Medizinalberufekommissi-
on) zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Formular  Zahlungsad-
resse)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. (...); Gerichtsurkunde)
- das  Generalsekretariat  des  Eidgenössischen  Departements  des 

Innern (Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die folgende Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Frank Seethaler Michael Barnikol

Seite 10

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14 Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 18. September 2008

Seite 11