# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ba1ecbd-fc7e-53fd-a8a3-6703c8d0630c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.10.2015 200 2015 369
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-369_2015-10-29.pdf

## Full Text

200 15 369 IV
KOJ/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1966 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Februar 2004 unter Hinweis auf massive 
bewegungsabhängige thorakale Schmerzen linksseitig auf der Höhe BWK 
5 - 7 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; 
act. IIA] 1). Die IVB nahm erste medizinische sowie erwerbliche Abklärun-
gen vor und gewährte ihm berufliche Massnahmen (Umschulung zum Aus-
bildner mit eidg. Fachausweis; act. IIA 26, 40). Diese Massnahmen wurden 
abgebrochen (act. IIA 48), woraufhin die IVB den Versicherten auf Empfeh-
lung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. IIA 51) bei den 
Dres. med. B.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, und 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, interdiszi-
plinär begutachten liess (Gutachten vom 21. September und 14. Oktober 
2007 inkl. interdisziplinärer Beurteilung; act. IIA 56 f.). Nach durchgeführ-
tem Vorbescheidverfahren, in welchem die IVB weitere medizinische Be-
richte einverlangte (act. IIA 72 f.) wie auch eine Nachbegutachtung durch 
die Dres. med. B.________ und C.________ veranlasste (act. IIA 74 f.), 
lehnte sie mit Verfügung vom 4. August 2008 (act. IIA 80) bei einem Invali-
ditätsgrad von 37 % einen Rentenanspruch des Versicherten ab. Auf Be-
schwerde hin (act. IIA 83 S. 3 ff.) hob das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern diese Verfügung mit Urteil vom 29. Januar 2009, VGE IV 69790 
(act. IIA 89), auf und wies die Sache zur umfassenden medizinischen 
(psychiatrischen und somatischen) Abklärung an die Verwaltung zurück.

B.

In Nachachtung des VGE IV 69790 (act. IIA 89) ordnete die IVB eine inter-
disziplinäre Begutachtung durch die D.________ an (Gutachten vom 
29. September 2009; act. IIA 97). Das erstellte Gutachten legte sie zur Be-
urteilung dem RAD vor, welcher eine Nachbegutachtung und eine stationä-
re Schmerztherapie empfahl (act. IIA 98 f.). Der Versicherte unterzog sich 

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zwischenzeitlich operativen Eingriffen und war u.a. vom 31. Januar bis 
4. Februar und vom 25. bis 31. Mai 2011 hospitalisiert (act. IIA 123, 142 
S. 7 f). Nachdem die IVB weitere medizinische Berichte beigezogen und 
erneut eine Stellungnahme des RAD eingeholt hatte (act. IIA 145), veran-
lasste sie eine polydisziplinäre Begutachtung durch die E.________ (Gut-
achten vom 25. September 2012; Akten der Invalidenversicherung 
[act. IIB] 173.1 - 7). Hierauf stellte sie nach Beurteilung des Gutachtens 
durch den RAD (act. IIB 179 f.) der E.________ eine Ergänzungsfrage 
(act. IIB 182 f., 186 f.), welche am 5. Juni 2014 beantwortet wurde 
(act. IIB 189). Mit Vorbescheid vom 14. August 2014 (act. IIB 190) stellte 
die IVB dem Versicherten bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 46 % 
die Zusprache einer Viertelsrente ab dem 1. Januar 2005 in Aussicht. Da-
mit zeigte sich dieser mit Einwand vom 13. bzw. 22. September 2014 
(act. IIB 193, 195) nicht einverstanden und liess einen medizinischen Be-
richt einreichen (act. IIB 196), woraufhin die IVB den RAD um erneute Stel-
lungnahme ersuchte (act. IIB 198). Am 13. März 2015 verfügte die IVB ent-
sprechend dem Vorbescheid (act. IIB 199 S. 2 ff.).

C.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 28. April 2015 Be-
schwerde. Er beantragt, die Verfügung der IV vom 13. März 2015 sei auf-
zuheben und es sei ihm mindestens eine halbe IV-Rente zuzusprechen. 
Zudem ersucht er um Gewährung des Rechts auf unentgeltliche Rechts-
pflege. 

Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, das Gutachten der 
D.________ vom 29. September 2009 komme zum Schluss, dass eine 
Leistungsminderung von 50 bis 75 % vorliege. Das Gutachten der 
E.________ vom 25. September 2012 gehe demgegenüber nur von einer 
Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 40 % aus. Es sei nicht korrekt, 
dass die Beschwerdegegnerin ein Gutachten einfach deshalb zurückweise, 
weil sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden sei. Die Beschwerdegegne-
rin hätte das Gutachten der D.________ akzeptieren und eine entspre-
chende Rente zusprechen müssen. Es gebe keine Gründe um dieses Gut-

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achten anzuzweifeln. Das Gutachten der E.________ basiere zudem auf 
unvollständigen Akten und es liege eine wesentliche Diskrepanz zwischen 
der im Haupt- und im psychiatrischen Teilgutachten bescheinigten Arbeits-
unfähigkeit vor. Weiter werde auf die These des Unfallmechanismus über-
haupt nicht mehr eingegangen und das urologische Problem nur oberfläch-
lich analysiert.

Mit prozessleitender Verfügung vom 29. April 2015 forderte der Instrukti-
onsrichter den Beschwerdeführer auf, das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege zu belegen, ansonsten dieses als zurückgezogen gelte.

Am 27. Mai 2015 zog der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung 
in Erwägung, dass die Frist zur Einreichung von Belegen betreffend Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege ungenutzt abgelaufen sei, womit das 
Gesuch als zurückgezogen gelte. Er setzte dem Beschwerdeführer Frist 
zur Bezahlung eines Kostenvorschusses.

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Zuschrift vom 27. Mai 2015 auf 
Ausführungen in Form einer Beschwerdeantwort. Sie verweist auf die bis-
herigen Akten und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Juni 2015 stellte der Instruktions-
richter fest, dass der Gerichtskostenvorschuss rechtzeitig geleistet worden 
ist. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

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die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. März 2015 
(act. IIB 199 S. 2 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-

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glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c; bis Ende 2007 vgl. aArt. 29 Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG 
besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person 
mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindes-
tens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % be-
steht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente (bis Ende 2007 vgl. 
aArt. 28 Abs. 1 IVG).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

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möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6

2.6.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.6.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

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kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.6.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abwei-
chende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu 
stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch 
mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beur-
teilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden 
kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende 
Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.

3.1 Den medizinischen Akten ist – soweit nicht bereits im VGE IV 69790 
E. 3.1 (act. IIA 89 S. 8 ff.) wiedergegeben – im Wesentlichen zu entnehmen 
was folgt:

3.1.1 Im Gutachten der D.________ vom 29. September 2009 
(act. IIA 97) diagnostizierten die Psychologin lic. phil. F.________, Dr. med. 
G.________, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, und Dr. med. 
H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, ein chronisch-
progressives und schweres neuropathisches Schmerz-Syndrom mit thera-
piebedingten sekundären Leistungsbeeinträchtigungen, auch auf geistigem 
Gebiet (ICD-10 G60.3) und eine rezidivierende depressive Störung ohne 
Rückkehr zu einer ausgeglichenen Affektivität im Intervall („Double depres-
sion“; [ICD-10 F33.1]; act. IIA 97 S. 23). Weiter führten die Gutachter aus, 

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die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … sei unter Berücksichtigung der Beein-
trächtigungen zwar über den Zeitraum eines ganzen Tages weiterhin 
durchführbar, dabei müssten aber längere Pausen eingehalten werden, so 
dass insgesamt im Durchschnitt nur eine stundenweise Tätigkeit resultiere, 
nachdem weiterhin mit vollständigen Arbeitsausfällen für ganze Tage ge-
rechnet werden müsse. Über den Verlauf eines Jahres – unter Berücksich-
tigung aller medizinischer Fakten – sei das Leistungsvermögen auf weniger 
als die Hälfte, aber mehr als ein Viertel abgefallen, womit also eine Leis-
tungsminderung zwischen 50 und 75 % vorliege (act. IIA 97 S. 22).

3.1.2 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für orthopädische 
Chirurgie FMH, hielt in der Stellungnahme vom 7. Januar 2010 (act. IIA 98 
S. 2 - 8) zum Gutachten der D.________ vom 29. September 2009 
(act. IIA 97) fest, aus orthopädischer Sicht müsse die Diagnose einer post-
traumatischen Schmerzsymptomatik nach BWK-Fraktur 5 – 7 in Frage ge-
stellt werden. Die radiologischen Veränderungen hätten schon vor dem 
Unfall von 1995 im Sinne eines Status nach Morbus Scheuermann bestan-
den. Dies würde die isolierten Veränderungen im Bereich der Deckplatten 
und die leichte Keilwirbelbildung der betroffenen Wirbelkörper erklären. Erst 
anlässlich der Behandlung im Jahr 2004 durch Dr. med. J.________, 
Facharzt für Neurochirurgie FMH, sei die Diagnose eines posttraumati-
schen invalidisierenden Schmerzsyndroms angegeben worden. Worauf 
sich diese Diagnose begründe, lasse sich aus den Akten nicht eruieren. Im 
weiteren Verlauf, insbesondere auch anlässlich der verschiedenen Begut-
achtungen, sei die Diagnose kritiklos übernommen worden. Die Differenzie-
rung zwischen unfall- und krankheitsbedingter Invalidität sei insofern wich-
tig, als dass im besagten Gutachten die Hypothese aufgestellt werde, dass 
es im Rahmen der „traumatischen“ Deckplatteneinbrüche zu pathoanato-
mischen Veränderungen gekommen sei, die zur Neuropathie in den thora-
kalen Segmenten mit Veränderungen der sympathicus-gesteuerten Regu-
lationsmechanismen geführt hätten. Diese Hypothese lasse sich nicht hal-
ten, da aufgrund der Tatsache, dass die bekannten Veränderungen im Be-
reich der Deckplatten BWK 5 – 7 mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht 
traumatischen Ursprungs seien, sondern auf einen Morbus Scheuermann 
zurückzuführen seien. In diesem Zusammenhang gelte es zu beanstanden, 
dass der Begutachter kritiklos die nicht haltbare Diagnose eines posttrau-

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matischen Schmerzsyndroms übernommen habe, ohne den Umstand zu 
würdigen, dass sich weder radiologisch noch klinisch je ein Korrelat für die 
Schmerzsymptomatik habe dokumentieren lassen. Bezüglich der relevan-
ten Pathologie im Bereich der Brustwirbelsäule sei weitgehend auf eine 
Befunderhebung verzichtet worden (act. IIA 98 S. 3 – 5). Der Versicherte 
mache geltend, dass er wegen einer Wirbelsäulenproblematik auf Höhe 
des fünften bis siebten Brustwirbels in seiner Erwerbsfähigkeit einge-
schränkt sei. Durch die Dres. med. H.________ und G.________ sei kein 
Lokalbefund bezüglich Einschränkungen respektive Pathologien im Bereich 
der Wirbelsäule erhoben worden. Es seien weder Beweglichkeitsprüfungen 
noch Schmerzprovokationsmanöver noch anderweitige funktionelle Tests 
durchgeführt worden. Es sei auch nicht dokumentiert, ob allenfalls lokale 
Schmerzen, ein paravertebraler Hartspann oder ähnliches bestehe. Es 
würden auch keine Achsdeviationen ausser einer leichten Skoliose korrekt 
dokumentiert (act. IIA 98 S. 6). Die urologische Problematik werde zwar 
erwähnt, im Weiteren dann aber nicht kommentiert oder in der Gesamtbe-
urteilung gewürdigt. Auch bezüglich der geltend gemachten neuropsycho-
logischen Einschränkungen erfolge keine konkrete Quantifizierung der 
Leistungsminderung. Die These, dass die geistigen Fähigkeiten solange 
dauerhaft beeinträchtigt seien, wie der Versicherte auf die Dauermedikation 
mit Opioiden angewiesen sei, hätte für den konkreten Fall explizit mittels 
neuropsychologischer Testung ermittelt/quantifiziert werden müssen 
(act. IIA 98 S. 7).

3.1.3 Im Bericht des Spitals K.________ vom 15. Januar 2010 
(act. IIA 136 S. 9 f.) führten Prof. Dr. med. L.________, Facharzt für Neuro-
chirurgie, und Dr. med. J.________, Facharzt für Neurochirurgie FMH, als 
Diagnose ein posttraumatisches Schmerzsyndrom paravertebral links auf 
Höhe LWK 5/6 mit/bei einem Status nach Implantation eines Rückenmark-
stimulators am 19. Januar 2004, einem Status nach Elektrodenwechsel am 
24. Januar 2005 und einem Status nach Batteriewechsel am 14. Dezember 
2006 auf. Insgesamt habe sich der Gesundheitszustand des Patienten über 
die letzten Jahre hinweg kontinuierlich verschlechtert. Als Ausdruck hiervon 
habe die Opiatmedikation immer wieder erhöht werden müssen. Aufgrund 
der Nebenwirkungen der Opiat-Medikation erscheine eine zielgerichtete, 
berufliche Tätigkeit momentan nicht mehr realistisch zu sein.

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3.1.4 Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 14. Mai 2011 (act. IIA 136 
S. 1 ff.) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein schweres chronisches 
Schmerzsyndrom des Rückens bei Status nach BWK-Fraktur 5 – 7, Mor-
phiummedikation sowie Rückenmarkstimulator (seit 1995), eine Anpas-
sungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion (anhaltend seit 1995) 
und eine Persönlichkeitsveränderung (entwickelt in den letzten Jahren). 
Der Patient sei nicht mehr arbeitsfähig und dies schon seit mehreren Jah-
ren; dieser müsse eine Rente erhalten (act. IIA 136 S. 2 ff.).

3.1.5 Dr. med. J.________ stellte am 19. September 2011 als Diagnose 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein posttraumatisches Schmerz-
syndrom paravertebral links auf Höhe BWK 5/6 mit/bei einem Sturz auf das 
Gesäss am 17. Juni 1995 mit leichten Kompressionsfrakturen BWK 5 – 7, 
einem Status nach multiplen Infiltrationen und Kryotherapien der thorakalen 
Fazettengelenke, einem Status nach Austestung multipler medikamentöser 
Therapieansätze, einem Status nach Implantation eines Rückenmarkstimu-
lators am 19. Januar 2004, einem Status nach Elektrodenwechsel am 
24. Januar 2005, einem Status nach Batteriewechsel am 14. Dezember 
2006 und 6. September 2010 und einem Status nach Implantation einer 
Medikamentenpumpe mit intrathekaler Medikamentenapplikation am 
26. Mai 2011 fest (act. IIA 142 S. 2). Obwohl die Nebenwirkungen der 
chronischen Opiatmedikation mit der Pumpe etwas hätten gelindert werden 
können, werde diese eine regelmässige berufliche Tätigkeit in einem ver-
nünftigen Rahmen nicht mehr ermöglichen (act. IIA 142 S. 4).

3.1.6 Im Bericht des RAD vom 12. Oktober 2011 (act. IIA 145 S. 3 f.) führ-
te med. pract. N.________, Fachärztin für Allgemeine Medizin, aus, nach 
der Implantation einer definitiven Schmerzmittelpumpe am 26. Mai 2011 
bestehe eine veränderte Situation, welche einer Neubeurteilung bedürfe. 
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. J.________ sei auf-
grund der sich widersprechenden Aussagen (deutliche Besserung der 
Schmerzen, Regredienz der Beinkrämpfe und deutliche Verminderung von 
Müdigkeit und Obstipation einerseits, andererseits würden Nebenwirkun-
gen weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit bedingen) nicht nachvollziehbar. 
Auch die Attestierung einer vollen Arbeitsunfähigkeit durch den behandeln-

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den Psychiater, Dr. med. M.________, könne, da sich dieser lediglich auf 
subjektive Äusserungen des Versicherten stütze, nicht überzeugen. Zur 
Abklärung von möglicherweise bestehenden kognitiven Einschränkungen 
als Folge der Analgetika-Nebenwirkungen sei eine neuropsychologische 
Untersuchung indiziert. Ebenso sollte eine urologische Abklärung erfolgen, 
deren Fehlen von Dr. med. B.________ (Juni 2008) zu Recht beanstandet 
worden sei.

3.1.7 Das Gutachten der E.________ vom 25. September 2012 
(act. IIB 173.1 – 7) basiert auf psychiatrischen, rheumatologischen, neuro-
logischen, neuropsychologischen und urologischen Untersuchungen. Es 
wurden darin die nachstehenden Diagnosen festgehalten (act. IIB 173.1 
S. 38 f. Ziff. 6):

Diagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)

1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 
Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F)
- unter spezifischer Psycho- und Psychopharmakotherapie
- ohne Intervalle mit Vollremission
- nach Anpassungsstörung 1995
- bestehend seit 2000

2. Störungen durch Opioide (ICD-10 F11.25)
- gegenwärtig unter rein ärztlicher Verschreibung
- Kriterien für Abhängigkeit erfüllt
- bestehend seit 1995

3. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
- bestehend seit ca. 2003

4. Minimale neuropsychologische Störung (Exekutivfunktionen, Reaktionskon-
stanz) bei Diagnose 1, 2 und 5

5. Chronisches thorakospondylogenes Schmerzsyndrom obere BWS Th 3 – 7 
(ICD-10 M54.2) mit/bei
- Status nach Sturz am 17. Juni 1995 mit

- Deckplatteneinbrüchen BWK 5 – 7
- Status nach Einlage eines Rückenmarkstimulators am 19. Januar 

2004
- Status nach Implantation einer intrathekalen Morphinpumpe am 

26. Mai 2011
- ohne Anhaltspunkte für eine radikuläre Reiz- oder sensomotorische 

Ausfallsymptomatik
6. Anhaltende Sensibilitätsstörung Ober- und Unterarmaussenseite, ulnare 

Handkante und Dig. IV und V links bei möglicher unterer Plexusaffektion 
(ICD-10 G54) bei
- Status nach proximaler Humerusfraktur links am 1. Februar 1999 nach 

Treppensturz
- Status nach arthroskopischer Arthrolyse Schulter links April 2000
- möglicher Frozen Shoulder links mit klinisch schmerzhaftem Bogen

Weitere Diagnosen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)

1. Mögliche Meralgia paraesthetica rechts (ICD-10 G57)
2. Anamnestisch obstruktive Miktionsbeschwerden bei

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 13

- Verdacht auf neurogene Blasenentleerungsstörung mit/bei
- Verdacht auf Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (ED Dezember 2007)

Die Gutachter hielten in der Gesamtbeurteilung fest, bei der rheumatologi-
schen Untersuchung sei das chronische thorako-spondylogene Schmerz-
syndrom in vergleichbarer Ausprägung wie bereits durch Dr. med. 
B.________ diagnostiziert worden, ohne dass aus rheumatologischer Sicht 
die beklagte Beschwerdesymptomatik und die Einschränkung im Alltag sich 
durch organische Ursachen in diesem Ausmass erklären liessen. In der 
Bildgebung hätten sich nur mässige degenerative BWS-Veränderungen mit 
Osteochondrosen nachweisen lassen, wonach dem Explorand zwar schwe-
re körperliche Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden könnten, für leichte 
bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten aber keine relevante Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könne. Auch bei der 
neurologischen Untersuchung seien keine Anhaltspunkte für eine radikulä-
re Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik im Bereich der BWS 
festzustellen gewesen. Es hätten keine Paresen nachgewiesen werden 
können und auch keine Muskelatrophien, die auf einen wesentlichen Nicht-
bzw. Mindergebrauch hinweisen würden. Bei fehlender funktioneller Ein-
schränkung im Alltag besitze die angegebene Sensibilitätsstörung im linken 
Arm derzeit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus rein somatischer 
Sicht sei die Fraktur im BWS-Bereich stabil abgeheilt und der Explorand 
müsste leistungsfähiger sein, als er dies selber einschätze. Zumindest so-
matisch sei die Indikation einer Morphinpumpe und zusätzlicher Gabe von 
Opioiden nicht begründbar (act. IIB 173.1 S. 44). Bei der neuropsychologi-
schen Untersuchung hätten die Befunde insgesamt einer minimalen neuro-
psychologischen Störung mit Einschränkungen in den Exekutivfunktionen 
und der Reaktionskonstanz in der Alertness entsprochen, was wahrschein-
lich in Zusammenhang mit der Schmerzproblematik gesehen werden müs-
se. Ein kausaler Zusammenhang der Defizite mit der langjährigen Opiat-
medikation sei möglich. Unter Berücksichtigung der Ressourcen und der 
Leistungsstärken des Exploranden, sei das Arbeitsleistungsvermögen im 
angestammten Beruf als … rein kognitiv nicht eingeschränkt. Eine gewisse 
qualitative Einschränkung wegen der Schmerzen sollte aber zugestanden 
werden. Bei der sehr hohen subjektiven Schmerzbelastung erstaune der 
gute Befund der neuropsychologischen Leistungstests, was als ein Hinweis 
auf die Anteile der subjektiven Bewertung der Schmerzen gegenüber der 
tatsächlichen Schmerzinterferenz mit Alltagsfunktionen spreche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 14

(act. IIB 173.1 S. 44 f.). Bei der psychiatrischen Untersuchung habe eine 
gegenwärtige mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom 
festgestellt werden können, wobei der Explorand derzeit Efexor einnehme, 
aber keine regelmässige psychiatrische Behandlung wahrnehme, sondern 
dort nur bedarfsweise hingehe. Es bestehe eine deutliche Frustrationsinto-
leranz, eine Kränkbarkeit, ein geringes Selbstvertrauen und Selbstwertge-
fühl sowie eine starke Libido-Verminderung. Subjektiv sei der Leidensdruck 
vor allem wegen der Schmerzen gross. Dazu komme die Ängstlichkeit, 
insbesondere auch die Existenzängste. Die Kriterien nach ICD-10 für eine 
depressive Episode seien erfüllt. Auch die Kriterien für ein somatisches 
Syndrom seien erfüllt, nicht jedoch für psychotische Symptome. Durch die-
se Symptomatik bestünden gewisse Schwierigkeiten, die beruflichen Akti-
vitäten fortzusetzen. Die parallel zur Depression vorhandene Schmerzsym-
ptomatik könne die Depressionssymptomatik noch zusätzlich verstärken. 
Eine autonome Suchterkrankung liege nicht vor. Die Opiate beeinflussten 
die Arbeitsfähigkeit und auch die kognitiven Funktionen, dies aber nur mi-
nimal. Somit könne als Hauptgrund für die reduzierte Arbeitsfähigkeit die 
affektive Störung angesehen werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe 
eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 40 %, da der Explorand für 
seine Arbeit eine gewisse Willensanstrengung vollbringen müsse und ra-
scher ermüde; ausserdem habe er einen vermehrten Pausenbedarf. Durch 
die erhebliche Frustrationstoleranz sei er eingeschränkt teamfähig und un-
ter Druck komme es zu einer raschen Überforderung. Wegen der verordne-
ten Opiatmedikation sollten jegliche Arbeiten, welche mit Autofahren, ge-
fährlichen Maschinen und Arbeiten über Boden einhergehen, vermieden 
werden (act. IIB 173.1 S. 45). Gesamtmedizinisch habe sich am Gesund-
heitszustand seit der Begutachtung durch Dr. med. B.________ somatisch 
nichts geändert. Bei der aktuellen Begutachtung hätten sich aus somati-
scher Sicht keine neuen Gesichtspunkte ergeben. Der Deckplatteneinbruch 
sei längst abgeheilt und es sei auch zu keinen neurologischen radikulären 
Ausstrahlungen gekommen. Obwohl der Explorand (über)maximal analge-
tisch behandelt werde und einen zusätzlichen Neurostimulator habe, klage 
er weiter über Schmerzen, die hauptsächlich im psychiatrischen Bereich 
begründet seien. Hier sei aber die Behandlung noch nicht suffizient, wes-
wegen eine gewisse Verbesserungsmöglichkeit des Gesundheitszustands 
und damit auch der Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich sei. In der zuletzt aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 15

geübten Tätigkeit als … sei er aufgrund der psychischen und neuropsycho-
logischen Einschränkungen (erhöhter Pausenbedarf) zu 60 % arbeitsfähig. 
Auch in einer leichten wechselbelastenden Verweistätigkeit sei er mit den 
genannten Einschränkungen zu 60 % arbeitsfähig. Schwere körperliche 
Tätigkeiten seien bleibend nicht mehr zumutbar. Für eine leichte Tätigkeit 
gälten folgende Einschränkungen: Der Explorand sollte keine Tätigkeiten 
mit anhaltender Zwangshaltung der BWS und keine repetitiven Rotations-
bewegungen des Rumpfes ausführen müssen. Zudem sei ihm kein Heben 
von Lasten über 15 kg und kein repetitives Heben von Lasten über 5 kg 
möglich. Vermieden werden sollte eine Arbeit, bei welcher ein hohes Mass 
an Teamarbeit oder ein hoher Anteil an Verkehr mit Kundenkontakt erfor-
derlich sei (act. IIB 173.1 S. 45 f.).

3.1.8  In seiner Aktenbeurteilung vom 15. Mai 2013 (act. IIB 179) erklärte 
der RAD-Arzt Dr. med. O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, er könne den psychiatrischen Diagnosen „Depression“ so-
wie „Anhaltende somatoforme Schmerzstörung“ vorbehaltlos zustimmen. 
Die sogenannten Foerster-Kriterien seien erfüllt. Von einer psychiatrischen 
Weiterbehandlung könnte die Erwerbsfähigkeit im angestammten Beruf als 
Programmierer (und in einer Verweistätigkeit) medizinisch-theoretisch ver-
bessert werden. Es handle sich hier aber um einen verfestigten, chronifi-
zierten und somatisierten Verlauf, so dass eine Verbesserung eher unrea-
listisch erscheine und wenn ja, dann Jahre benötige (act. IIB 179 S. 4 ff.).

3.1.9 Im Bericht des Spitals K.________ vom 24. September 2014 
(act. IIB 196) diagnostizierte Dr. med. P.________, Facharzt für Neurochir-
urgie, ein posttraumatisches Schmerzsyndrom paravertebral links auf Höhe 
BWK 5/6 mit/bei einem Status nach Implantation eines Rückenmarkstimu-
lators am 19.  Januar 2004, einem Status nach Elektrodenwechsel am 
24. Januar 2005, einem Status nach Batteriewechsel am 14. Dezember 
2006 und am 6. September 2010, einem Status nach Implantation einer 
Medikamentenpumpe mit intrathekaler Medikamentenapplikation am 
26. Mai 2011 und aktuell seit der Medikamentenpumpenimplantation einem 
lumboradikulären Schmerzsyndrom rechts mit sensomotorischen Ausfällen 
im rechten Bein. Im Verlauf habe sich ein zunehmender Bedarf an 
Schmerzmitteln bei invalidisierenden Beschwerden gezeigt. Erschwerend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 16

kämen die Nebenwirkungen der Morphinmedikation dazu, was die Arbeit 
als studierter … auf körperlicher und geistiger Ebene beeinträchtige. Da bis 
zum heutigen Datum noch keine optimale Schmerzeinstellung erreicht wor-
den sei, könne eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.

3.1.10 Die RAD-Ärztin med. pract. N.________ erklärte in ihrer Stellung-
nahme vom 28. Oktober 2014 (act. IIB 198), das neuropsychologische Un-
tersuchungsergebnis stehe den Angaben der behandelnden Ärzte des Spi-
tals K.________ in dem Sinne entgegen, dass keine die Arbeitsfähigkeit 
relevant einschränkenden kognitiven Einbussen hätten objektiviert werden 
können. Die Begründung der vollen Arbeitsunfähigkeit könne nicht über-
zeugen, da sie pauschal formuliert sei (erhöhter Schmerzmittelbedarf seit 
2001, Nebenwirkungen) und einer objektivierten Grundlage entbehre. Eine 
andere Beurteilung der gesundheitlichen Situation sei mit der attestierten 
100 %-igen Arbeitsunfähigkeit nicht objektiviert.

3.2 In Bezug auf das Gutachten der D.________ vom 29. September 
2009 (act. IIA 97) rügt der Beschwerdeführer vorab, es sei nicht korrekt, 
wenn die IVB ein Gutachten zurückweise, weil sie mit dem Ergebnis nicht 
einverstanden sei. Es sei auf dieses Gutachten abzustellen und eine ent-
sprechende Rente zuzusprechen (Beschwerde S. 1). Mit dieser Argumen-
tation macht der Beschwerdeführer sinngemäss die Einholung einer 
unzulässigen „second opinion“ geltend.

3.2.1 Das Einholen einer sog. „second opinion“ ist unzulässig, wenn es 
sich um eine Expertise handelt, welche der Versicherungsträger trotz eines 
bereits in einem Gutachten umfassend festgestellten Sachverhalts einholt, 
weil ihm die Schlussfolgerungen des Erstgutachtens nicht passen (vgl. 
SVR 2007 UV Nr. 33 S. 112 E. 4.2). Eine derartige Konstellation ist hier 
jedoch nicht gegeben.

3.2.2 Nach Vorlage des Gutachtens der D.________ vom 29. September 
2009 (act. IIA 97) ersuchte die Beschwerdegegnerin den RAD um Stel-
lungnahme, woraufhin Dr. med. I.________ (RAD) erhebliche Mängel mo-
nierte und das Gutachten im Wesentlichen als unbrauchbar bezeichnete 
(act. IIA 97). In seiner Schlussfolgerung erachtete er eine Nachbegutach-
tung hinsichtlich des Lokalstatus betreffend die thorakale Wirbelsäulenpro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 17

blematik und betreffend die linke Schulter, eine Untersuchung der klinisch 
dokumentierten Pathologie im Bereich des Nervus ulnaris links zur Verifi-
zierung und Quantifizierung, die Durchführung einer neurologischen Tes-
tung sowie eine Kommentierung und Quantifizierung der urologischen Pro-
blematik als notwendig (act. IIA 98 S. 8). Die Beschwerdegegnerin nahm in 
der Folge eine Nachbegutachtung in Aussicht (act. IIA 100), woraufhin die 
D.________ dafür hielt, es sei angesichts der eingehend fundierten Kritik 
des RAD-Arztes mit ergänzenden Abklärungen nicht getan und um einen 
neuen Begutachtungsauftrag ersuchte (act. IIA 110). Damit hat die 
D.________ selber die vom RAD-Arzt geäusserte Kritik an ihrem Gutach-
ten offensichtlich akzeptiert und an den gutachterlichen Schlüssen nicht 
festgehalten. Hinzu kommt, dass nach einer weiteren Anfrage der Be-
schwerdegegnerin die RAD-Ärztin med. pract. N.________ mit ärztlichem 
Bericht vom 12. Oktober 2011 (act. IIA 145 S. 3 f.) festhielt, es bestehe 
nach der Implantation einer definitiven Medikamentenpumpe am 26. Mai 
2011 eine veränderte Situation, weshalb es einer Neubeurteilung bedürfe. 

In Anbetracht dieser Gegebenheiten ist gestützt auf das Gutachten der 
D.________ vom 29. September 2009 (act. IIA 97) keine zuverlässige Be-
urteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglich, weshalb darauf nicht 
abgestellt werden kann. Da die Beschwerdegegnerin jedoch nach Massga-
be des Untersuchungsgrundsatzes gehalten ist, den Sachverhalt soweit zu 
ermitteln, um über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entscheiden zu können, war eine 
erneute Begutachtung indiziert und es kann nicht von einer unzulässigen 
„second opinion“ gesprochen werden. Die verfahrensmässige Vorgehens-
weise der Beschwerdegegnerin rund um die Anordnung des Gutachtens 
bei der E.________ ist nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer 
korrekt ins Verfahren miteinbezogen wurde. Er nahm denn auch die Mög-
lichkeit war, Zusatzfragen zu stellen (act. IIB 160 S. 1 - 4).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 13. März 2015 (act. IIB 199 S. 2 ff.) massgeblich auf das Gutach-
ten der E.________ vom 25. September 2012 (act. IIB 173.1 – 7) gestützt. 
Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 18

weiswert eines Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.6.2 f. hier-
vor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Es ist für die streitigen Be-
lange umfassend und überzeugt auch inhaltlich, indem die fachärztlichen 
Beurteilungen in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein-
leuchten und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet sind. Dar-
an vermögen auch die Einwendungen des Beschwerdeführers nichts zu 
ändern.

3.3.2 Es verfängt nicht, wenn der Beschwerdeführer vorbringt, das Gut-
achten der E.________ vom 25. September 2012 (act. IIB 173.1 – 7) basie-
re auf unvollständigen Akten (Beschwerde S. 3 lemma 1 und 2). Die von 
den Gutachtern der E.________ beigezogenen Akten wurden auf S. 3 ff. 
des Gutachtens aufgelistet und deren wesentlicher Inhalt wiedergegeben 
(act. IIB 173.1 S. 3 – 20). Die bisherigen medizinischen Unterlagen wurden 
in die Beurteilung miteinbezogen und es fand soweit notwendig eine kriti-
sche Auseinandersetzung damit statt. Es sind keine Anhaltspunkte ersicht-
lich, wonach nicht sämtliche zur Beurteilung des Gesundheitszustands be-
deutsamen Unterlagen miteinbezogen worden sind. Der Beschwerdeführer 
behauptet denn auch nicht, dass unter den auf seiner CD-ROM abgespei-
cherten Dokumenten weitere, das heisst im Gutachten nicht aufgelistete 
und darüber hinaus relevante medizinische Berichte seien. Die hier zur 
Beurteilung massgebenden medizinischen Akten wurden vollständig 
berücksichtigt.

3.3.3 Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, es bestehe eine wesentli-
che Diskrepanz zwischen der im Haupt- und im Teilgutachten bescheinig-
ten Arbeitsunfähigkeit (Beschwerde S. 3 lemma 3). Wenn aufgrund der 
konsensuell besprochenen Gesamtbeurteilung eine Arbeitsfähigkeit von 
60 % resultiert (act. IIB 173.1 S. 46 Ziff. 7.2 f.), welche der psychiatrisch 
bedingten Einschränkung entspricht, ist dies verglichen mit der im psychia-
trischen Teilgutachten noch erwähnten Arbeitsunfähigkeit (bzw. Arbeits-
fähigkeit) von 50 % (act. IIB 173.3 S. 16) keine erhebliche Differenz. Viel-
mehr handelt es sich hierbei um eine geringfügige Anpassung der Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 19

tungseinschätzung durch den psychiatrischen Gutachter gestützt auf den 
interdisziplinären Austausch. Eine solche Anpassung ist keineswegs aus-
geschlossen. Der Beweiswert des Gutachtens der E.________ als Ganzes 
wird dadurch nicht geschmälert, zumal die gesamtmedizinische Einschät-
zung hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und 
der daraus abzuleitenden Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit nachvollziehbar begründet und in seinen Schlussfolgerungen ein-
leuchtend ist.

3.3.4 Was die Vorbringen anbelangt, im Gutachten der E.________ vom 
25. September 2012 (act. IIB 173.1 – 7) werde auf die These von Dr. med. 
G.________ zum Unfallmechanismus nicht mehr eingegangen (Beschwer-
de S. 3 lemma 4) und das urologische Problem sei nur oberflächlich analy-
siert worden (Beschwerde S. 3 lemma 5), kann der Beschwerdeführer dar-
aus nichts für sich ableiten. Nach dem unter E. 3.2 hiervor Erwogenen kann 
auf das Gutachten der D.________ vom 29. September 2009 (act. IIA 97) 
nicht abgestellt werden (vgl. auch E. 3.1.2 hiervor). Es erübrigt sich deshalb 
eine Auseinandersetzung mit den darin aufgestellten Thesen. Hinsichtlich 
der Miktionsbeschwerden wurde in der gesamtmedizinischen Beurteilung 
ausgeführt, dass diese keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben 
(act. IIB 173.1 S. 44). Der Beschwerdeführer behauptet denn selber auch 
nicht, dass Harnwegsinfekte bzw. eine Prostatitis seine Leistungsfähigkeit 
dauerhaft einschränken würden.

3.3.5 Weiterungen zum invalidisierenden Charakter der somatoformen 
Schmerzstörung, namentlich auch unter dem Aspekt der mit BGE 141 V 
281 geänderten Rechtsprechung, können unterbleiben. Der somatoformen 
Schmerzstörung wurde zwar ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt 
und der RAD-Arzt Dr. med. O.________ hat im Rahmen seiner Aktenbeur-
teilung die Foerster-Kriterien (BGE 130 V 352) sinngemäss bejaht 
(act. IIB 179 S. 5). Indessen hat diese Schmerzstörung nur einen indirekten 
Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. So halten die Gutachter des 
E.________ ausdrücklich fest, dass der Hauptgrund für die eingeschränkte 
Arbeitsfähigkeit in der affektiven Störung, das heisst dem depressiven Ge-
schehen liegt, während die Schmerzsymptomatik lediglich die Depressi-
onssymptomatik verstärken könne (act. IIB 173.1 S. 45). Die Schmerzpro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 20

blematik hat demnach keine permanente Auswirkung auf die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit, was die Gutachter im Rahmen der Gesamtbeurteilung 
berücksichtigt haben.

3.3.6 Die anderslautenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte sind 
ebenfalls nicht geeignet, den Beweiswert des Gutachtens der E.________ 
vom 25. September 2012 (act. IIB 173.1 – 7) zu erschüttern. Dr. med. 
M.________ argumentierte im Arztbericht vom 14. Mai 2011 (act. IIA 136) 
zu Handen der IV offensichtlich ergebnisorientiert und als Interessenvertre-
ter des Beschwerdeführers, indem er wiederholt für eine Berentung des 
Beschwerdeführers plädierte (act. IIA 136 S. 4 Ziff. 1.8 und S. 6 Ziff. 4). 
Sich zum Rentenanspruch zu äussern fällt jedoch nicht in den Aufgabenbe-
reich eines Arztes, wird der Invaliditätsgrad doch nicht nur von medizini-
schen, sondern auch von erwerblichen Faktoren bestimmt (vgl. Art. 16 
ATSG). Im Zusammenhang mit der von Dr. med. P.________ am 24. Sep-
tember 2014 (act. IIB 196) bescheinigten vollen Arbeitsunfähigkeit hält der 
RAD in seiner Stellungnahme vom 22. Oktober 2014 (act. IIB 198) zu 
Recht fest, dass diese pauschal formuliert sei und einer objektiven Grund-
lage entbehre, zumal es dieser einer ausführlichen, überzeugenden und 
auf medizinischen Belegen basierenden Begründung fehlt. In Bezug auf 
Atteste von Hausärzten ist ebenfalls der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Dies gilt nicht nur für den allgemein prak-
tizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt 
und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem be-
sonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG]; heute: Bundesgericht [BGer] 
vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.3.7 Nach dem Dargelegten erweist sich der Sachverhalt durch die bis-
herigen umfangreichen Erhebungen sowohl in psychiatrischer als auch in 
somatischer Hinsicht als durch die Beschwerdegegnerin rechtsgenüglich 
abgeklärt. Von weiteren Beweismassnahmen sind keine entscheidwesentli-
chen Erkenntnisse mehr zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 21

122 V 157 E. 1d S. 162), weshalb von der vom Beschwerdeführer bean-
tragten Zeugenbefragung (Beschwerde S. 2) abgesehen werden kann. Es 
ist damit auf das im Gutachten der E.________ vom 25. September 2012 
(act. IIB 173.1 – 7) formulierte Zumutbarkeitsprofil, welches sowohl in der 
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … als auch in einer leichten wechselbelas-
tenden Verweistätigkeit von einer 60 %-igen Arbeitsfähigkeit ausgeht 
(act. IIB 173.1 S. 46), abzustellen und der Invaliditätsgrad gestützt darauf 
zu bestimmen (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG; heute: 
BGer vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 22

Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beein-
trächtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert 
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 
Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in wel-
chem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen 
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab 
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher 
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermes-
sen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 
25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

Der Rentenanspruch entsteht nach der hier massgebenden, bis Ende 2007 
gültig gewesenen Rechtslage nur, sofern die versicherte Person während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig gewesen ist (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Der Beschwer-
deführer meldete sich im Februar 2004 zum Leistungsbezug an (act. IIA 1), 
nachdem ihm im Januar desselben Jahres ein Rückenmarkstimulator ein-
gesetzt worden und er seither durchschnittlich zu mindestens 40 % arbeits-
unfähig war (act. IIA 12, act. IIB 173.1 S. 46). Der Zeitpunkt des frühest-
möglichen Rentenbeginns ist demnach der 1. Januar 2005 (aArt. 29 Abs. 2 
IVG), was im Übrigen unbestritten ist.

4.4 Die Beschwerdegegnerin hat den Einkommensvergleich dergestalt 
vorgenommen, als sie das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf 
der Grundlage des gleichen Tabellenlohns der LSE bestimmt hat 
(act. IIB 199 S. 7). Dies ist unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 23

Beschwerdeführer einerseits seine letzte vollzeitliche Arbeitsstelle bei der 
Q.________ aus wirtschaftlichen und nicht gesundheitlichen Gründen ver-
loren hatte (act. IIA 10 S. 1), danach arbeitslos war und noch im Rahmen 
einer Zwischenverdiensttätigkeit stundenweise arbeitete (act. IIA 8 S. 1 - 3) 
sowie andererseits nun seit mehreren Jahren keine Erwerbstätigkeit mehr 
aufgenommen hat, nicht zu beanstanden. Demgegenüber hätte die Be-
schwerdegegnerin aufgrund des frühestmöglichen Rentenbeginns vom 
1. Januar 2005 (vgl. E. 4.3 hiervor) den Einkommensvergleich ausgehend 
von den Einkommenszahlen des Jahres 2005 vornehmen müssen, und 
nicht aufgrund denjenigen des Jahres 2012. Dies ist aber letztlich unerheb-
lich, da beide Vergleichseinkommen anhand des gleichen Tabellenlohns 
berechnet werden und sich dadurch deren betragsmässige Ermittlung erüb-
rigt. Die Einschränkung im Erwerb entspricht dem Grad der Arbeitsunfähig-
keit bzw. Leistungseinschränkung unter Berücksichtigung eines allfälligen 
Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. Entscheid des BGer vom 9. März 2007, 
I 697/05, E. 5.4).

Die Beschwerdegegnerin liess einen Abzug vom Tabellenlohn für das Inva-
lideneinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1) von 10 % zu (vgl. act. IIB 199 
S. 7). Dieser gewährte Abzug gibt zu keinen Beanstandungen Anlass. Der 
bei der Verwertung der Resterwerbsfähigkeit zu erwartenden Lohnbenach-
teiligung hat sie damit hinreichend Rechnung getragen. Damit resultiert bei 
einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % und unter Berücksichtigung des leidens-
bedingten Abzugs von 10 % ein Invaliditätsgrad von 46 % (100 % - [60 % x 
0.9]). Dies führt zu einem Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 2.3 hier-
vor) ab dem 1. Januar 2005 (vgl. E. 4.3 hiervor). 

4.5 Nach dem Dargelegten erweist sich die Verfügung vom 13. März 
2015 (act. IIB 199 S. 1 ff.) im Ergebnis als rechtens. Die dagegen erhobene 
Beschwerde vom 28. April 2015 ist unbegründet und abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 24

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2015, IV/15/369, Seite 25

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.