# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cc401e0-576d-5a56-9146-29a5841fd52a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2018 E-2712/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2712-2018_2018-08-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2712/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter David R. Wenger,    

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Ruedy Bollack,  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 6. April 2018 / N (…). 

 

 

 

E-2712/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie 

mit letztem Wohnsitz in B._______, C._______/Provinz Jaffna, verliess ei-

genen Angaben zufolge sein Heimatland am 4. November 2017 und reiste 

über Malaysia, die Türkei und weitere Länder am 11. Februar 2018 in die 

Schweiz ein. Am 12. Februar 2018 ersuchte er im Empfangs- und Verfah-

renszentrum (EVZ) D._______ um Asyl nach. Die am 15. Februar 2018 

durchgeführte Handknochenanalyse ergab, dass der Beschwerdeführer, 

wie auch von ihm vorgebracht, 16 Jahre alt ist. Er wurde am 19. Februar 

2018 zu seinen Personalien (BzP) befragt und am 13. März 2018 im Bei-

sein einer Vertrauensperson eingehend zu den Asylgründen angehört.  

B.  

Das SEM wies den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 15. März 2018 

dem Kanton E._______ zu und informierte die zuständige kantonale Be-

hörde gleichzeitig, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen unbe-

gleiteten minderjährigen Asylsuchenden handle, weshalb entsprechende 

Schutzmassnahmen einzuleiten seien und gemäss Art. 17 Abs. 3 AsylG 

(SR 142.31) dem SEM sowie dem Beschwerdeführer nach Ernennung der 

gesetzlichen Vertretung deren Namen und Adresse mitzuteilen sei. Das 

Amt für soziale Sicherheit des Kantons E._______ setzte sodann bis zur 

Errichtung einer Beistandschaft beziehungsweise Vormundschaft oder bis 

zur Erreichung der Volljährigkeit des Beschwerdeführers Frau F._______ 

als dessen gesetzliche Vertretung (Vertrauensperson) ein.  

C.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, sein Vater sei für die Liberation Tigers of Tamil 

Eelam (LTTE) als Fahrer tätig gewesen. Nachdem in seinem Nachbardorf 

Personen, die mit den LTTE in einer ähnlichen Beziehung gestanden hät-

ten wie sein Vater, festgenommen worden seien, sei sein Vater im Septem-

ber 2017 untergetaucht. In der Folge seien Angehörige des Geheimdiensts 

sowie junge, bewaffnete Tamilen nachts mehrmals zu ihnen nach Hause 

gekommen und hätten sich nach dem Vater erkundigt. Sie hätten zudem 

seine Mutter eingeschüchtert und bedroht. Nachdem in den Nachbardör-

fern Kinder untergetauchter Personen vom Geheimdienst mitgenommen 

worden seien, sei er auf Wunsch seiner Mutter zunächst bei Verwandten 

in seinem Heimatdorf beziehungsweise in der Nähe seines Heimatdorfes 

untergekommen. Da aber auch dort nach ihm gesucht worden sei, habe 

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Seite 3 

seine Mutter beschlossen, ihn zunächst nach Colombo und von dort ins 

Ausland zu schicken.  

D.  

Mit Verfügung vom 6. April 2018 – eröffnet am 9. April 2018 – stellte die 

Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft 

nicht erfüllt, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz und den Vollzug der Wegweisung an.  

E.  

Gegen die vorinstanzliche Verfügung erhob der Beschwerdeführer – han-

delnd durch seinen mandatierten Rechtsvertreter – am 9. Mai 2018 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er liess beantragen, der 

vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und ihm sei in Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft Asyl in der Schweiz zu gewähren. Eventualiter sei 

wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die 

vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

In formeller Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um 

Einsetzung seines Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand ersucht. 

Mit der Beschwerde wurde eine Kopie der Geburtsurkunde des Beschwer-

deführers mit deutscher Übersetzung zu den Akten gereicht.  

F.  

Mit Eingabe vom 17. Mai 2018 wurde eine Fürsorgebestätigung vom 

14. Mai 2018 sowie eine Substitutionsvollmacht vom 13. April 2018 nach-

gereicht.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. Mai 2018 trat das Bundesverwaltungsge-

richt auf die Beschwerde ein und hiess das Gesuch um unentgeltliche Pro-

zessführung unter Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses gut. 

Gleichzeitig wurde antragsgemäss MLaw Ruedy Bollack als amtlicher 

Rechtbeistand eingesetzt und das SEM wurde eingeladen, sich im Rah-

men einer Vernehmlassung unter besonderer Berücksichtigung der ein-

schlägigen Rechtsprechung zum Wegweisungsvollzug eines unbegleiteten 

minderjährigen Asylsuchenden zu äussern. 

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Seite 4 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 5. Juni 2018 hielt die Vorinstanz mit ergänzenden 

Bemerkungen vollumfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die 

Abweisung der Beschwerde.  

I.  

Mit Schreiben vom 26. Juni 2018 wurde dem Beschwerdeführer Gelegen-

heit zur Einreichung einer Replik gegeben. Nach erfolgter Fristerstreckung 

liess der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. Juli 2018 unter Beilage 

einer Kostennote eine Replik einreichen. Auf den Inhalt der Vernehmlas-

sung und der Replik wird, soweit für das Urteil entscheidend, in den nach-

folgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt zu werden, sind nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur 

Annahme besteht, eine Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss ent-

fernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete 

Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der 

vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung als wahr-

scheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nach-

vollziehbar erscheinen lassen. Ob eine begründete Furcht vor künftiger 

Verfolgung vorliegt, ist aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu 

beurteilen. Es müssen hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Be-

drohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in der gleichen Lage 

Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht hervorrufen 

würden. Die objektive Betrachtungsweise ist durch das vom Betroffenen 

bereits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fäl-

len zu ergänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht 

(vgl. die vom Bundesverwaltungsgericht fortgeführte Rechtsprechung der 

[damaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in EMARK 

2004/1 E. 6a; BVGE 2008/4 E. 5.2; BVGE 2011/50 E. 3.1.1; BVGE 2011/51 

E. 6, je m.w.H.). 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Seite 6 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

4.  

4.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids führte die Vorinstanz 

im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe die Vorbringen seinen 

Vater betreffend nur vage und äusserst knapp schildern können. Zudem 

seien Widersprüche in seinen Aussagen auszumachen. So habe der Be-

schwerdeführer kaum etwas zur behaupteten Tätigkeit seines Vaters bei 

den LTTE zu erzählen gewusst. Seine Erklärung, er sei noch jung gewe-

sen, seine Mutter habe ihm zu seinem eigenen Schutz nichts erzählen wol-

len und er hätte sie auch nicht danach gefragt, überzeuge nicht und er-

scheine realitätsfern, zumal die Aktivitäten seines Vaters direkte Ursache 

für seine Flucht gewesen seien. Auch hinsichtlich der Umstände, unter wel-

chen der Vater verschwunden sei, habe der Beschwerdeführer keine sub-

stanziierten Aussagen treffen können. Vielmehr seien seine Schilderungen 

auffallend nüchtern und emotionslos ausgefallen. Hinzu kämen Unstimmig-

keiten in Bezug auf den zeitlichen Ablauf, wonach der Zeitpunkt des Ver-

schwindens seines Vaters nicht mit dem Zeitpunkt seines eigenen Verlas-

sens des Elternhauses übereinstimmen könne. Schliesslich seien auch die 

angeblichen Probleme mit dem Geheimdienst beziehungsweise mit der 

Gruppe junger Tamilen substanzlos und unlogisch dargelegt worden. Es 

sei aufgrund der zahlreichen Ungereimtheiten nicht glaubhaft, dass der Va-

ter des Beschwerdeführers vom Geheimdienst beziehungsweise den jun-

gen Tamilen gesucht worden und daher untergetaucht sei. Folglich sei 

auch auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer aus diesem Grund per-

sönliche Nachteile erlitten habe und den Heimatstaat habe verlassen müs-

sen. 

Den Wegweisungsvollzug erachtete die Vorinstanz auch vor dem Hinter-

grund, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen minderjährigen un-

begleiteten Asylsuchenden handelt, als möglich, zulässig und zumutbar. 

Insbesondere lebe seine weitgehend wohlhabende Familie noch in seinem 

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Heimatort B._______, wo er zeitlebens wohnhaft gewesen sei, womit der 

Beschwerdeführer über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz und 

weitgehende finanzielle Unterstützung verfüge.  

4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass ihm seine Unwissenheit die Tä-

tigkeiten seines Vaters bei den LTTE betreffend nicht zum Nachteil gerei-

chen könne. Es sei kulturell bedingt und diene auch dem Schutz der Kinder, 

dass die Eltern nichts von ihren Problemen erzählen würden. Zudem sei 

der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Unterstützung der LTTE durch 

seinen Vater noch sehr jung gewesen. Er habe später von den Problemen 

seines Vaters erfahren, als seine Familie vom Geheimdienst und von tami-

lischen jungen Männern während längerer Zeit aufgesucht worden sei. Die 

Mutter habe ihre Kinder lediglich nicht mit ihren Problemen belasten wol-

len. Es sei daher durchaus plausibel, dass der Beschwerdeführer keine 

näheren Angaben bezüglich der Probleme seines Vaters habe machen 

können. Ebenso habe er die Vorfälle rund um das Verschwinden seines 

Vaters lebensnah schildern können, was sich daran zeige, dass der Be-

schwerdeführer an der Anhörung geweint habe. Die Situation belaste ihn 

sehr. Er habe den Weggang seines Vaters lediglich nicht genau wiederge-

ben können, weil er das Ereignis an sich nicht mitbekommen habe. Sein 

Vater habe das Haus vor seinem Verschwinden im September 2017 bereits 

mehrmals verlassen. Daher seien die Aussagen des Beschwerdeführers 

auch in zeitlicher Hinsicht in sich stimmig und widerspruchsfrei. Sodann 

habe der Beschwerdeführer mithilfe seiner in der Schweiz lebenden Tante 

und seines Onkels Kontakt zu seiner Mutter aufnehmen können, um seine 

Identitätspapiere zu beschaffen. Es sei anzunehmen, dass die Mutter ihren 

Sohn in Anbetracht der langen Trennung voneinander und der psychisch 

belastenden Reise in die Schweiz weiterhin nicht mit den Problemen sei-

nes Vaters habe belasten wollen. Sie habe auch weiterhin keine näheren 

Informationen Preis gegeben. Über den Onkel sei jedoch in Erfahrung ge-

bracht worden, dass der Vater des Beschwerdeführers nicht nur als Chauf-

feur für die LTTE tätig gewesen sei, sondern auch Kontakte zum mittleren 

Kader der Bewegung gepflegt habe. Die sri-lankische Regierung erhoffe 

sich, durch ihn an Informationen über den Standort von Waffenlagern zu 

gelangen. Aus diesem Grund sei sowohl der Vater als auch der Beschwer-

deführer gefährdet. Es könne davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdeführer als Druckmittel gegen seinen Vater eingesetzt werden soll. 

Die Bedrohung durch den Geheimdienst und die tamilischen jungen Män-

ner sei unerträglich und die Flucht aus Sri Lanka die einzige Möglichkeit 

des Beschwerdeführers gewesen, sich den Bedrohungen, Tätlichkeiten 

und der befürchteten Festnahme zu entziehen.  

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Schliesslich sei der Wegweisungsvollzug ohnehin unzumutbar, da, der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts folgend, die individuellen 

Zumutbarkeitskriterien im vorliegenden Fall nicht gegeben seien. Ausser-

dem habe es die Vorinstanz unterlassen, notwendige Abklärungen zur per-

sönlichen Situation des noch minderjährigen Beschwerdeführers unter Be-

rücksichtigung des Kindeswohls vorzunehmen. Aufgrund des Erlebten sei 

nämlich nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zu seiner 

Mutter zurückkehren könne. Sein Vater sei geflüchtet und er hätte bei einer 

Rückkehr weiterhin eine Verfolgung durch die Regierung zu befürchten. 

Aufgrund dessen sei es zweifelhaft, dass bei einer Rückkehr ein tragfähi-

ges Beziehungsnetz vorhanden sei und eine kindgerechte Betreuung si-

chergestellt werden könne. Ferner habe der Beschwerdeführer bereits ein 

grosses Vertrauensverhältnis zu seinen in der Schweiz wohnhaften Ver-

wandten aufbauen können. Es sei ausserdem geplant, dass er bei seiner 

Tante und seinem Onkel in E._______ untergebracht werde, was ihm die 

notwendige Stabilität und Sicherheit bieten würde. 

In gesundheitlicher Hinsicht wurde in der Beschwerde zudem ausgeführt, 

dass der Beschwerdeführer, wie sich auch im Rahmen der Anhörung ge-

zeigt habe, sehr verschlossen und unnahbar sei, was auf eine mögliche 

Traumatisierung hinweisen könnte. Es sei vorgesehen, den psychischen 

Zustand des Beschwerdeführers in Kürze abklären zu lassen. Die Wegwei-

sung bei einer zu bejahenden Traumatisierung wäre in diesem Fall als klar 

unzumutbar zu qualifizieren.  

4.3 Die Vorinstanz hielt in der Vernehmlassung an ihren Erwägungen fest 

und ergänzte, dass die familiären und wirtschaftlichen Verhältnisse des Be-

schwerdeführers in seinem Heimatdorf eingehend geprüft und in der ange-

fochtenen Verfügung dargelegt worden seien. Seine Mutter, seine Gross-

mutter, seine Schwestern und weitere Verwandte seien in seinem 

Heimatort wohnhaft; ebenfalls sei aufgrund des nicht glaubhaft gemachten 

Verschwindens seines Vaters davon auszugehen, dass auch dieser sich 

noch dort aufhalte. Dem Kindeswohl sei somit bei der Prüfung des Weg-

weisungsvollzugs genügend Rechnung getragen worden. Ebenso sei an-

zunehmen, dass der Beschwerdeführer in Kontakt mit seinen Eltern stehe. 

Es lägen keine Hinweise vor, die gegen ein intaktes familiäres Verhältnis 

im Heimatstaat sprechen würden und eine Empfangnahme durch seine El-

tern in Frage stellen könnten. Bezüglich letzterem habe die Vorinstanz zur 

Sicherstellung der Übergabe an ein Familienmitglied, einen Vormund oder 

eine Aufnahmeeinrichtung vor Erlass der angefochtenen Verfügung die 

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Schweizerische Vertretung in Colombo per E-Mail um Unterstützung er-

sucht. Gemäss Schreiben vom 5. April 2018 habe sich die als Immigration 

Liaison Officer beauftragte Mitarbeiterin der Schweizerischen Vertretung 

bereit erklärt, den Beschwerdeführer in Empfang zu nehmen und den Ver-

wandten zu übergeben, sofern dies nicht die Internationale Organisation 

für Migration (IOM) übernehmen würde. Diese schriftliche Zusage sei irr-

tümlicherweise nicht zu den Akten gelegt worden und werde nun auf Ver-

nehmlassungsstufe nachträglich ediert. In Anbetracht des Alters des Be-

schwerdeführers, der an der Schwelle zur Adoleszenz stehe, und den er-

wiesenermassen gefestigten familiären Verhältnisse im Heimatstaat erüb-

rige sich eine Einzelfallabklärung vor Ort, zumal eine solche Abklärung 

nicht zu einem abweichenden Ergebnis führen würde.  

4.4 In der Replik liess der Beschwerdeführer ausführen, dass trotz der Zu-

sicherung der Schweizerischen Vertretung in Colombo eine konkrete Ein-

zelfallabklärung durch die Vorinstanz weiterhin fehle. So sei es praxisge-

mäss erforderlich, abzuklären, ob das betreffende Kind tatsächlich in sein 

familiäres Umfeld zurückgeführt beziehungsweise anderweitig unterge-

bracht werden könne, und ob die Eltern gewillt und in der Lage wären, den 

Bedürfnissen des Kindes zu entsprechen. Ausserdem habe die Vorinstanz 

ausser Acht gelassen, dass auch in der Schweiz Verwandte des Beschwer-

deführers wohnhaft seien, die sich um ihn kümmern könnten und zu denen 

er bereits eine Beziehung habe aufbauen können.  

5.  

Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgewiesen hat. 

5.1 Zunächst ist der Vorinstanz dahingehend zuzustimmen, dass es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrelevante Verfolgung zum 

Zeitpunkt seiner Ausreise glaubhaft zu machen.  

5.2 Seine Vorbringen sind über weite Teile unsubstanziiert, in wesentlichen 

Aspekten des Vorbringens widersprüchlich und in sich nicht schlüssig aus-

gefallen. So vermochte der Beschwerdeführer zunächst in keiner Weise 

die geltend gemachte frühere Tätigkeit seines Vaters als Fahrer für die 

LTTE näher auszuführen (vgl. act. A14/23 F60 f., F99, F101 ff.). Selbst bei 

Berücksichtigung seines damals jungen Alters und der angeblich kulturell 

bedingten Verschwiegenheit seiner Mutter wäre zu erwarten gewesen, 

dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt seiner Asylgesuchseinreichung 

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über mehr Informationen seinen Vater betreffend verfügt. Immerhin soll der 

Vater bereits vor seinem Verschwinden monatelang regelmässig behelligt 

worden sein. Dies und der sehr weitreichende Entschluss seiner Mutter, 

den Beschwerdeführer zum eigenen Schutz ausser Landes zu bringen, 

hätten nach Ansicht des Gerichts geradezu eine Auseinandersetzung des 

Beschwerdeführers mit dem Beitrag seines Vaters für die LTTE erfordert. 

In diesem Zusammenhang ist sodann festzustellen, dass der Beschwerde-

führer angab, bis September 2017 überhaupt keine Kenntnisse davon ge-

habt zu haben, dass sein Vater überhaupt je für die LTTE tätig gewesen ist 

(act. A14/23 F113), was sich nicht mit der späteren Aussage deckt, dass 

die Behelligungen sechs bis sieben Monate vor dem Untertauchen des Va-

ters im September 2017 begonnen hätten. Seine pauschale Begründung, 

aufgrund seines Alters wisse er nichts Konkretes (act. A14/23 F101), rela-

tiviert sich im Übrigen durch den Umstand, dass der Beschwerdeführer 

zum Zeitpunkt seiner Ausreise bereits 16 Jahre alt war und mittlerweile  

17-jährig ist. 

Auch die Beschwerde enthielt keine substanziellen Ergänzungen. Das 

erstmals auf Beschwerdeebene dargelegte Vorbringen, sein Vater habe 

Kontakte zum mittleren Kader der LTTE gehabt und wisse aufgrund seiner 

Fahrertätigkeit, wo sich die Waffenlager der LTTE befinden würden (Be-

schwerde Ziff. 15), ist ebenfalls knapp und unbegründet, und muss vor dem 

Hintergrund der übrigen Aussagen des Beschwerdeführers als nachge-

schoben erachtet werden.  

5.3 Wie bereits von der Vorinstanz festgestellt, erweisen sich die Ausfüh-

rungen des Beschwerdeführers zur Situation in den Wochen vor seiner 

Ausreise, welche massgeblich für den Ausreiseentschluss gewesen sein 

soll, ebenfalls als in wesentlichen Punkten widersprüchlich und unplausi-

bel. So bringt er einerseits vor, sein Vater sei Mitte September 2017 von zu 

Hause weggegangen (act. A14/23 F54 f.; act. A6/11 F7.02), führt demge-

genüber aber später aus, er selbst habe aufgrund des Verschwindens sei-

nes Vaters seit Ende August 2017 nicht mehr zu Hause gewohnt 

(act. A14/23 F35, F78 ff.). Auf diese Diskrepanz angesprochen korrigierte 

er seine Aussage nur wenig überzeugend (act. A14/23 F147). Was die Um-

stände des Verschwindens seines Vaters anbelangt, vermochte der Be-

schwerdeführer, trotz mehrfachen Nachfragens, keine klaren Aussagen 

treffen und wich den Fragen stattdessen mit pauschalen Hinweisen auf die 

Probleme des Vater aus (act. A14/23 F118 ff.). Zutreffend hielt die 

Vorinstanz diesbezüglich sodann fest, dass der Beschwerdeführer keiner-

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Seite 11 

lei Emotionen, Ängste, Gedanken wiedergeben konnte, die darauf schlies-

sen lassen, dass er das Vorgebrachte tatsächlich erlebt hat (act. A14/23 

120 ff.).  

5.4 Schliesslich gelang es dem Beschwerdeführer auch nicht, in Bezug auf 

die vorgebrachten Behelligungen durch die jungen Tamilen und die Ange-

hörige des sri-lankischen Geheimdiensts schlüssige und nachvollziehbare 

Ausführungen zu machen. Es bleibt unklar, wieso eine Gruppe junger ta-

milischer Männer überhaupt ein Interesse am Vater des Beschwerdefüh-

rers bekundeten, insbesondere in dem von ihm beschriebenen Ausmass 

(act. A14/23 F175 ff.). Die Schilderungen der angeblichen Besuche der 

Gruppe konnte der Beschwerdeführer sodann auch auf Nachfrage hin nicht 

konkretisieren (act. A14/23 F100, F164 ff.). Sodann sind seine Schilderun-

gen die Besuche von Angehörigen des Geheimdiensts betreffend, insbe-

sondere in Bezug auf den Umstand, ob er persönlich mit ihnen gesprochen 

habe oder nicht, unstimmig (act. A14/23 F151 f.). Die Aussagen des Be-

schwerdeführers zu seinem Aufenthalt im Heimatstaat vor seiner Ausreise 

erweisen sich ebenfalls als widersprüchlich. Der Beschwerdeführer 

brachte zunächst vor, dass er seit September 2017 nicht mehr zu Hause 

übernachtet habe (act. A14/23 F36). Demgegenüber führte er zu seinem 

weiteren Aufenthalt konkretisierend aus, er habe sich zunächst im August 

2017 für eine Woche bei einer Tante mütterlicherseits aufgehalten, an-

schliessend während einer weiteren Woche bei einer anderen Tante müt-

terlicherseits und dann für etwa zwei Wochen beim Onkel väterlicherseits 

in G._______ (act. A14/23 F37 ff.). Nachdem er auch an diesen Orten be-

helligt worden sei, habe er sich nach Colombo begeben. Die Reise nach 

Colombo legte er jedoch auf Mitte Oktober (act. A14/23 F48), was sich zeit-

lich nicht mit seinen vorangegangenen Aussagen in Einklang bringen lässt. 

Auf Vorhalt dieser Widersprüche vermochte der Beschwerdeführer diese 

nicht plausibel aufzulösen (act. A14/23 F147). Auch das Vorbringen, wo-

nach sein Vater, welcher sich noch in Sri Lanka aufhalten soll, nach seinem 

Untertauchen keinen Kontakt zu seiner Familie aufgenommen haben soll 

und es dem Beschwerdeführer daher nicht möglich sei, über den Verbleib 

des Vaters zu berichten (act. A14/23 F57), scheint im gesamten Kontext 

nicht nachvollziehbar. Dies ebenso wenig wie das Vorbringen, dass er 

nichts unternommen habe, etwas über den Verbleib seines Vaters zu er-

fahren und er auch nicht angeben könne, ob seine Mutter Entsprechendes 

getan habe (act. A14/23 F59 ff.).  

E-2712/2018 

Seite 12 

5.5 Insgesamt sind seine Darstellungen, abgesehen von den ausgemach-

ten Widersprüchen, äusserst knapp ausgefallen und lassen Realkennzei-

chen sowie persönliche Aspekte vermissen. Von sich aus vermochte der 

Beschwerdeführer kaum Ausführungen zu machen und auch auf vermehr-

tes Nachfragen hin blieben seine Schilderungen unsubstanziiert und kaum 

aussagekräftig.  

5.6 Anders verhält es sich hingegen bei der Schilderung seines Reisewe-

ges. Der Beschwerdeführer hat diesen eigenen Angaben gemäss über Ma-

laysia, die Türkei und schliesslich das Mittelmeer bestritten. Die Schilde-

rungen seiner Reise sind detailliert und weisen einen hohen Grad an Re-

alkennzeichen auf. Sofern in der Beschwerde denn auch bei der Frage der 

Glaubhaftmachung auf emotionale Reaktionen des Beschwerdeführers 

verwiesen wird und darauf, dass er während der Anhörung geweint habe, 

standen diese emotionalen Ausbrüche jeweils im Zusammenhang mit der 

Schilderung seines Reiseweges (act. A6/11 F5.02; act. A14/23 F190). 

5.7 Nach dem Gesagten scheint das Vorbringen des Beschwerdeführers 

zu seinen Fluchtgründen konstruiert zu sein und hält den Anforderungen 

der Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG nicht stand. Es kann daher auf 

Ausführungen zur Asylrelevanz verzichtet werden. 

6.  

Es ist sodann aus den nachfolgenden Gründen auch nicht davon auszuge-

hen, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland 

wegen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie oder aus anderen Grün-

den ernsthafte Nachteile drohen. 

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Beurtei-

lung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form 

von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risikofaktoren 

identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene 

Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der „Stop List“ und die Teilnahme 

an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobe-

gründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten 

Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begrün-

deten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentli-

cher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine 

E-2712/2018 

Seite 13 

gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegrün-

dende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden 

Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden be-

strebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen und so 

den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten Ri-

sikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Namen 

in der am Flughafen in Colombo abrufbaren "Stop-List" vermerkt seien und 

der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen Straf-

registereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten 

Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri-lankische 

Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt hätten (vgl. 

a.a.O. E. 8). Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ändert 

der Ausgang der Kommunalwahlen vom 10. Februar 2018 an der eben dar-

gelegten Einschätzung der Verfolgungssituation nach Sri Lanka zurück-

kehrender Tamilen nichts. Insofern ist an der Lageeinschätzung im Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 festzuhal-

ten. 

6.2 Der Beschwerdeführer war kein Mitglied der LTTE. Die Mitgliedschaft 

oder blosse Tätigkeit seines Vaters bei den beziehungsweise für die LTTE 

konnte er nicht glaubhaft darlegen. Zudem wurde der Beschwerdeführer 

weder verhaftet noch einer Straftat angeklagt oder gar verurteilt und verfügt 

somit auch nicht über einen Strafeintrag. Er hat Sri Lanka mit seinem eige-

nen Pass legal verlassen (act. A14/23 F83 f.), und es ergeben sich aus den 

Akten auch keine Hinweise auf andere bestehende Risikofaktoren. Auch 

aus der tamilischen Ethnie und der äusserst kurzen Landesabwesenheit 

kann keine Gefährdung abgeleitet werden. Unter Würdigung aller Um-

stände ist somit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer von der sri-lan-

kischen Regierung nicht zu jener kleinen Gruppe gezählt wird, die bestrebt 

ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so eine 

Gefahr für den sri-lankischen Einheitsstaat darstellt. Es ist nicht davon aus-

zugehen, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka 

ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden.  

6.3 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, 

asylrechtlich relevante Fluchtgründe nachzuweisen oder solche zumindest 

glaubhaft zu machen. Das SEM hat sein Asylgesuch folglich zu Recht ab-

gelehnt. Angesichts der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich eben-

E-2712/2018 

Seite 14 

falls, auf die weiteren Ausführungen in den Beschwerdeeingaben einzuge-

hen, da sie an der Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermö-

gen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

7.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen 

(vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht an-

geordnet. 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

8.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.3 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen.  

8.4 Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlingseigen-

schaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwendbar. 

Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen 

verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst 

E-2712/2018 

Seite 15 

(vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be-

schwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, 

Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 

17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichts-

hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren-

den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im 

Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für 

die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be-

fragung ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen 

durch die vom Gericht identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind (vgl. 

EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., §94) – in Betracht gezogen werden, 

wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass diese 

einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicher-

weise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen Wür-

digung erreichen könnten.  

Nachdem der Beschwerdeführer, wie bereits ausgeführt, nicht darlegen 

konnte, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die 

Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich 

relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhalts-

punkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswid-

rige Behandlung in Sri Lanka drohen. 

8.5  

8.5.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Nach einer eingehenden Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri 

Lanka ist das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass 

der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz (mit Ausnahme des Vanni-Ge-

biets) zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri-

terien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen 

Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und 

Wohnsituation) bejaht werden kann (Urteil des BVGer E-1866/2015 

E. 13.2). In seinem neusten als Referenzurteil publizierten Entscheid er-

achtet das Bundesverwaltungsgericht auch den Wegweisungsvollzug ins 

Vanni-Gebiet als zumutbar (Urteil des BVGer D-3619/2016 vom 16. Okto-

ber 2017 E. 9.5). Der Beschwerdeführer stammt ohnehin aus B._______ 

E-2712/2018 

Seite 16 

in der Nordprovinz. Somit sprechen weder die aktuelle politische Lage noch 

andere allgemeine Gründe gegen die Zumutbarkeit einer Rückführung 

nach Sri Lanka. 

8.5.2 Der Wortlaut von Art. 83 Abs. 4 AuG bringt zum Ausdruck, dass aus 

humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der 

Schweiz, auf den Vollzug der Wegweisung zu verzichten ist, wenn die 

Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat für die betroffene Person 

eine konkrete Gefährdung darstellt oder wenn andere Umstände vorliegen, 

die den Vollzug der Wegweisung als nicht zumutbar erscheinen lassen. Bei 

der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges haben auch 

Überlegungen einzufliessen, die sich unter dem Aspekt des nach Art. 3 

Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des 

Kindes (KRK, SR 0.107) zu beachtenden Kindeswohls ergeben können. 

Der Minderjährigkeit kommt eine zentrale Bedeutung zu, da nach geltender 

Praxis im Falle von unbegleiteten Minderjährigen das Kindeswohl im Rah-

men der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit zu be-

rücksichtigen ist (vgl. BVGE 2015/30 E. 7.3; BVGE 2009/51 E. 5.6; BVGE 

2009/28 E. 9.3.2; Urteil des BVGer D-4884/2011 vom 4. Mai 2012 E. 6.3.3). 

Daraus ergibt sich grundsätzlich die Verpflichtung, von Amtes wegen die 

spezifisch mit der Minderjährigkeit verbundenen Aspekte des Wegwei-

sungsvollzuges zu berücksichtigen. 

Konkret müssen die Asylbehörden folglich vorab feststellen, welche Situa-

tion eine unbegleitete minderjährige Person im Fall einer Heimkehr tat-

sächlich vorfinden könnte. Es ist deshalb nicht nur der Frage nachzugehen, 

ob eine minderjährige Person im Fall der Rückkehr in den Heimat- oder 

Herkunftsstaat im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AuG konkret gefährdet wäre, 

sondern auch, ob sie zu ihren Eltern oder anderen Angehörigen zurückge-

führt werden kann, und ob diese in der Lage wären, die Bedürfnisse der 

minderjährigen Person abzudecken. Können keine Angehörigen ausfindig 

gemacht werden oder ergibt sich, dass die Rückkehr zu diesen dem Kin-

deswohl nicht entspricht, ist weiter zu beantworten, ob die minderjährige 

Person in der Heimat allenfalls in einer geeigneten Institution oder bei Dritt-

personen untergebracht werden kann. Der bloss pauschale Verweis da-

rauf, dass im Heimatstaat die Eltern oder andere Angehörige leben, genügt 

nicht. 

Das SEM hat sodann im Hinblick auf die Anordnung des Vollzugs der Weg-

weisung vorgängig geeignete Massnahmen zu treffen, damit die minder-

jährige Person bei ihrer Rückkehr von ihren Angehörigen oder von einer 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/51
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28

E-2712/2018 

Seite 17 

Behörde beziehungsweise einer Institution, die in der Lage ist, weiterzu-

helfen, in Empfang genommen wird (vgl. in diesem Sinn das Amt des Ho-

hen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen [UNHCR], Guidelines 

on Policies and Procedures in Dealing with Unaccompanied Children See-

king Asylum, Genf, Februar 1997, S. 11, N 9.4), wo dies in Anbetracht des 

Alters der betroffenen Person und damit in ihrem Interesse erforderlich er-

scheint. Demgegenüber können die Rückreisemodalitäten (Begleitung der 

minderjährigen Person, Ort und Zeit der Übergabe nach der Ankunft im 

Heimatland etc.) erst im unmittelbaren Vorfeld der Rückkehr geregelt wer-

den (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e.bb S. 100).  

8.5.3 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung festgehalten, dass der Be-

schwerdeführer in Sri Lanka über ein tragfähiges, soziales und insbeson-

dere familiäres Beziehungsnetz verfüge. So würden seine Mutter, seine 

beiden Schwestern und die Grossmutter im Elternhaus in B._______ le-

ben. Zudem seien zahlreiche Onkel und Tanten im Heimatort des Be-

schwerdeführers beziehungsweise im Distrikt Jaffna wohnhaft. Bis zu sei-

ner Ausreise habe der Beschwerdeführer im Elternhaus gelebt. Seine Fa-

milie müsse als unterstützungsfähig und -willig bezeichnet werden, zumal 

sie die Ausreise des Beschwerdeführers finanziert habe. Er habe zu seinen 

Verwandten ein gutes Verhältnis und werde bei seiner Rückkehr auf deren 

Unterstützung zählen können. In Bezug auf das Kindswohl hielt die 

Vorinstanz ferner fest, dass die wichtigsten Bezugspersonen des Be-

schwerdeführers, seine Eltern, nicht in der Schweiz, sondern im Heimat-

staat leben würden – zumal das Verschwinden des Vaters als nicht glaub-

haft erachtet worden sei. Eine Wegweisung nach Sri Lanka sei somit nicht 

nur zumutbar, sondern gar erstrebenswert, auch unter dem Gesichtspunkt, 

dass sich der Beschwerdeführer noch nicht besonders lange in der 

Schweiz aufhalte. Schliesslich sei die Familie des Beschwerdeführers auch 

finanziell in der Lage, für ihn zu sorgen, da sie über Grundeigentum und 

Land verfüge, von der Landwirtschaft gut leben könne und daher über ei-

nen gewissen Wohlstand verfüge. Die auf Vernehmlassungsebene zu den 

Akten gereichte Abklärung bei der Schweizerischen Vertretung vor Ort  

belege zudem, dass dem Beschwerdeführer bei der Rückkehr nach Sri 

Lanka eine Abholung durch die zuständige Immigration Liaison Officer Frau 

H._______ beziehungsweise durch die IOM garantiert sei.  

Weitere Abklärungen hat das SEM nicht getroffen. Es kann im vorliegenden 

Fall aber auf solche verzichtet werden, da klare Anhaltspunkte für das Vor-

handensein eines tragfähigen familiären Netzes bestehen und davon aus-

E-2712/2018 

Seite 18 

gegangen werden kann, dass der Beschwerdeführer wieder in das ihm ver-

traute Umfeld seiner Familie zurückkehren kann. Diesbezüglich kann auf 

die Ausführungen des SEM verwiesen werden. Der mittlerweile 17-jährige 

Beschwerdeführer verfügt über zahlreiche Verwandte in seinem Heimatort 

und kann auf deren Unterstützung zählen. Seine nächsten Verwandten, 

insbesondere seine Mutter, seine Geschwister und seine Grossmutter, le-

ben im Elternhaus (act. A14/23 F8) in offensichtlich geordneten und wohl-

habenden Verhältnissen (vgl. act. A14/23 F68 ff.; act. A6/11 F7.02). So be-

sitzen die Eltern nicht nur ein Haus, sondern auch Land, Plantagen, land-

wirtschaftliche Fahrzeuge und Mitarbeitende für ihren Landwirtschaftsbe-

trieb. Zudem steht der Beschwerdeführer mit seiner Familie in Kontakt (Be-

schwerde Ziff. 14). Er hat in seinem Heimatort bis kurz vor Absolvierens 

des O-Levels (10. Klasse) die Schule besucht (act. A14/23 F78) und hat in 

seiner Freizeit im Landwirtschaftsbetrieb seiner Familie mitgeholfen 

(act. A14/23 F73). Beim Beschwerdeführer handelt es sich demzufolge um 

einen gesunden Teenager, der bei der Rückkehr in den Heimatstaat auf 

intakte familiäre Strukturen treffen wird. Die Tatsache, dass in der Schweiz 

eine Tante und ein Onkel von ihm leben, ändert an dieser Einschätzung 

nichts.  

8.5.4 Die in der Beschwerde erhobene Rüge, die Vorinstanz sei seiner Ab-

klärungspflicht nicht nachgekommen, dringt damit nicht durch. Es ist jedoch 

an dieser Stelle bereits festzuhalten, dass die mit dem Vollzug der Weg-

weisung beauftragten Behörden im Zeitpunkt der Ausreise die erforderli-

chen Massnahmen zu treffen haben, damit der Beschwerdeführer unter-

stützt nach Sri Lanka zurückreisen und dort von seiner Familie in Empfang 

genommen werden kann. Entsprechende Abklärungen wurden über die 

Schweizerische Botschaft in Sri Lanka bereits getroffen.  

8.5.5 In Bezug auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist 

den Akten nichts zu entnehmen, was gegen einen Wegweisungsvollzug 

sprechen würde. Die in der Beschwerde geltend gemachte potenzielle 

Traumatisierung und damit einhergehende psychische Angeschlagenheit 

des Beschwerdeführers (Beschwerde Ziff. 23) bleibt unbelegt und ändert 

an der Einschätzung, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen ge-

sunden jungen Mann handelt, nichts.  

8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

E-2712/2018 

Seite 19 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenver-

fügung vom 11. Juni 2018 hiess die Instruktionsrichterin das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG 

jedoch gut. Aufgrund der Akten ist heute nicht von einer Veränderung in 

den finanziellen Verhältnisses des Beschwerdeführers auszugehen, wes-

halb von der Erhebung der Verfahrenskosten abzusehen ist. 

10.2 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter dem Beschwerdeführer als 

amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet worden ist (vgl. Art. 110a Abs. 1 

i.V.m. Art. 110a Abs. 3 AsylG), ist er im Weiteren für seinen Aufwand unbe-

sehen des Ausgangs des Verfahrens zu entschädigen, soweit dieser sach-

lich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die mit der Replik eingereichte 

Kostennote weist einen Aufwand von 8.25 Stunden zu einem Stundenan-

satz von Fr. 250.– sowie Barauslagen in der Höhe von Fr. 13.60 auf, mithin 

einen Betrag von Fr. 2‘076.10. Zwar erscheint der zeitliche Aufwand als 

angemessen, jedoch wird bei amtlicher Verbeiständung in der Regel von 

einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Ver-

treterinnen und Vertreter ausgegangen (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 

VGKE). Es wird nur der notwendige Aufwand entschädigt (vgl. Art. 8 Abs. 2 

VGKE). Pauschalen werden nicht vergütet. 

Entsprechend ist die amtliche Entschädigung auf Fr. 1‘237.50 festzuset-

zen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-2712/2018 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse ein Hono-

rar von Fr. 1‘237.50 zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili