# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f5aeb25-8b87-56dc-85bc-6d0d89a09912
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.02.2025 E-6701/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6701-2023_2025-02-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6701/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von William Waeber;   

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Irak,   

vertreten durch Idris Hajo,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 6. November 2023 / N (…). 

 

 

 

E-6701/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 7. August 2023 in der Schweiz um Asyl 

ersuchten, 

dass sie am 10. August 2023 die ihnen zugewiesene Rechtsvertretung be-

vollmächtigten und am 14. August 2023 die Personalienaufnahme statt-

fand, 

dass sie am 26. beziehungsweise 27. Oktober 2023 vertieft zu ihren Flucht-

gründen angehört wurden, 

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, er sei Kurde, 

habe zuletzt in C._______ (Nähe D._______) gelebt und als (…) gearbei-

tet, 

dass er am 2. Juli 2023 Waren (Decken, Schuhe, Matratzen, etc.) an einen 

Händler in E._______ geliefert habe, welche dieser – ohne sein Wissen – 

an Mitglieder der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) weitergegeben habe, 

dass der Händler danach festgenommen worden sei und den Behörden 

seinen Namen preisgegeben habe, 

dass ihm etwa am 24. Juli 2023 ein Verwandter, der Polizist sei, telefonisch 

mitgeteilt habe, der Händler sei verhaftet und gegen ihn sei am 22. Juli 

2023 ein Haftbefehl ausgestellt worden, wobei der Verwandte erwähnt 

habe, in ähnlichen Fällen seien Personen spurlos verschwunden, 

dass er und die Beschwerdeführerin deshalb kurz darauf, am 25. Juli 2023, 

das Land verlassen hätten, wobei ein oder zwei Tage danach bei Nachbarn 

und Verwandten nach ihm gesucht worden sei, 

dass er zuvor keine Probleme, weder mit Behörden noch mit Privaten, ge-

habt und sich auch nicht politisch engagiert habe, 

dass die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend machte, der Be-

schwerdeführer sei eines Tages, nachdem er eine Lieferung nach 

E._______ ausgeführt habe, bleich nach Hause gekommen und habe ihr 

gesagt, sie müssten schnell ihre Sachen packen, 

dass ihm ein Kollege gesagt habe, dass er gesucht werde, 

E-6701/2023 

Seite 3 

dass sie erfahren hätten, dass sie nach ihrer Ausreise gesucht und die 

Nachbarn befragt worden seien,  

dass die Beschwerdeführenden als Beweismittel ihre Identitätskarten und 

Heiratsurkunde je im Original, Kopien aus ihren Reisepässen, die Kopie 

eines Festnahmebefehls sowie eine Fotografie zu den Akten gaben, 

dass die Rechtsvertretung am 2. November 2023 Stellung zum Enscheid-

entwurf der Vorinstanz nahm, 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 6. November 2023 feststellte, die 

Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, ihre Asyl-

gesuche ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz anordnete und den 

zuständigen Kanton mit dem Vollzug beauftragte, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung am 6. November 2023 der Vor-

instanz die Beendigung des Mandatsverhältnisses anzeigte, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 2. Dezember 2023 gegen 

die Verfügung des SEM Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht er-

hoben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 

ihnen Asyl zu gewähren, eventualiter sei ihnen die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und sie seien als Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen, sube-

ventualiter sei die vorläufige Aufnahme aufgrund der Unzumutbarkeit be-

ziehungsweise der Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges zu gewäh-

ren, wobei der Wegweisungsvollzug einstweilen zu stoppen sei, 

dass sie schliesslich die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung – 

unter Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses – beantragen, 

dass die Beschwerdeführenden ein übersetztes Schreiben sowie eine Vi-

deoaufnahme betreffend Verfolgungsgefahr im Heimatland als Beweismit-

tel zu den Akten gaben, 

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 

2023 auf das Gesuch um einstweilige Aussetzung des Wegweisungsvoll-

zuges nicht eintrat, das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung abwies und die Beschwerdeführenden aufforderte, innert Frist 

einen Kostenvorschuss zu leisten, 

dass der Kostenvorschuss am 11. Dezember 2023 fristgerecht beim Ge-

richt einging, 

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dass die Instruktionsrichterin die Beschwerdeführerin beziehungsweise 

den Rechtsvertreter mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 2025 auffor-

derte, eine gültige Vertretungsvollmacht einzureichen und diese mit Schrei-

ben vom 27. Januar 2023 beim Gericht zu den Akten gegeben wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass gemäss Art. 31 VGG das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig ist und 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig 

entscheidet (Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG), die Beschwerdeführenden als Verfügungsadressaten zur Be-

schwerdeführung legitimiert sind (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 AsylG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG),   

dass die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG richten (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und, wie 

nachstehend aufgezeigt, es sich vorliegend um eine solche handelt, wes-

halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass Personen, welche glaubhaft machen, dass sie die Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG erfüllen, in der Schweiz Asyl 

gewährt wird (vgl. Art. 2 und Art. 7 AsylG), 

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung festhält, die Flucht-

vorbringen des Beschwerdeführers seien in den wesentlichen Punkten auf-

fallend oberflächlich sowie detailarm geblieben und er habe auch auf Nach-

frage hin nicht den Eindruck vermitteln können, die geschilderten Ereig-

nisse persönlich erlebt zu haben, seine Darlegungen bisweilen konstruiert 

wirken würden und er seine Aussagen ferner auf Informationen sowie das 

Schicksal Dritter stütze,  

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Seite 5 

dass er namentlich das Telefongespräch mit dem verwandten Polizisten 

nicht lebensnah zu schildern vermocht und relevante Punkte des Ge-

sprächs oftmals erst im Nachhinein auf Nachfrage vorgebracht habe, 

dass die Erklärung konstruiert wirke, er habe sich nicht nach dem Verfah-

rensstand erkundigt, weil ihm der verwandte Polizist gesagt habe, dass er 

ihn gegenüber niemandem erwähnen dürfe, was gleichermassen für das 

Vorbringen, nach der Ausreise sei nach ihm gesucht worden, festzustellen 

sei,  

dass die Aussagen der Beschwerdeführenden sodann nicht in allen Punk-

ten übereinstimmen würden, 

dass vor dem Hintergrund des einschlägigen Länderkontextes den einge-

reichten Beweismitteln kein relevanter Beweiswert attestiert werden könne 

und diese an der Einschätzung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen nichts 

zu ändern vermögen würden, 

dass die Beschwerdeführerenden in der Rechtsmitteleingabe sinngemäss 

rügen, die Vorinstanz habe den Massstab des Glaubhaftmachens nicht 

richtig angewendet und damit Bundesrecht verletzt, 

dass festzustellen ist, dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid eingehend 

die Inkonsistenzen und Widersprüche darlegt hat, aufgrund welcher sie die 

geltend gemachten Fluchtgründe als nicht glaubhaft erachtet, 

dass die Hinweise in der Beschwerde auf kulturelle Unterschiede und die 

eheliche Rollenverteilung alleine nicht zu erklären vermögen, weshalb die 

Aussagen der Beschwerdeführenden in wesentlichen Punkten (insbeson-

dere zur Person des verwandten Polizisten und zum Vorliegen eines Haft-

befehls) nicht deckungsgleich ausfielen, 

dass namentlich auffällt, dass die Schilderung der Geschehnisse durch die 

Beschwerdeführerin auch insofern von derjenigen des Beschwerdeführers 

abweicht, als ihre Darstellung den Eindruck vermittelt, die Ereignisse – Lie-

ferung an den Händler, die Warnung durch den verwandten Polizisten und 

der Entschluss zur Ausreise – hätten sich am gleichen Tag ereignet (vgl. 

SEM Akten 34/16, F81 ff.), 

dass – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – sodann die Erklärung des 

Beschwerdeführers, er habe sich nie nach dem Verfahrensstand erkundigt, 

weil nicht habe bekannt werden dürfen, dass er den verwandten Polizisten 

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Seite 6 

kenne, insofern nicht restlos zu überzeugen vermag, als unter anderem 

nicht ausgeschlossen scheint, dass er von diesem persönlich, allenfalls 

mittels einer seiner zahlreichen Angehörigen im Heimatland, entspre-

chende Informationen hätte beschaffen können, ohne dass die Behörden 

davon erfahren, 

dass sich die Beschwerdeführenden in der Rechtsmitteleingabe im Übri-

gen nicht substantiiert mit den Argumenten der Vorinstanz auseinanderset-

zen und sie auch aus den allgemeinen Hinweisen auf ihren Bildungsgrad 

oder auf nicht näher substantiierte Angst- sowie psychische Belastungszu-

stände nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermögen, 

dass ferner festzustellen ist, dass die Beschwerdeführenden wesentliche 

Elemente ihrer Fluchtgründe – insbesondere das behördliche Interesse am 

Beschwerdeführer – im Prinzip nur vom Hörensagen kennen, 

dass die Vorinstanz sodann zutreffend festgehalten hat, der Kopie des 

Festnahmebefehls könne bereits vor dem Hintergrund des einschlägigen 

Länderkontextes nur eine untergeordnete Beweiskraft attestiert werden, 

dass auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel, eine Fo-

tografie des Beschwerdeführers vor einem Lastwagen, ein Video einer un-

bekannten beziehungsweise nicht identifizierbaren Person, welche den 

Beschwerdeführenden vor der Rückkehr ins Heimatland abraten soll sowie 

ein inhaltlich gleichgelagertes Schreiben einer Drittperson, keine erhebli-

che Aussagekraft aufweisen, 

dass bei dieser Ausgangslage nicht vertieft darauf einzugehen ist, ob auf-

grund des blossen Umstands, dass gegen den Beschwerdeführer ein Haft-

befehl ausgestellt worden sein könnte, bei Wahrunterstellung von einer 

flüchtlingsrechtlich relevanten Gefahr auszugehen wäre, 

dass die in äusserst knapper Form erhobene Rüge der Verletzung der Ge-

währung des rechtlichen Gehörs in der Rechtsmitteleingabe nicht weiter 

substantiiert wird und demgemäss nicht vertieft darauf einzugehen ist, 

dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden 

im Ergebnis zu Recht verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt hat, 

dass im Falle der Ablehnung des Asylgesuchs in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie der Vollzug anzuordnen sind (Art. 44 AsylG), 

sofern nicht wegen Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit 

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Seite 7 

des Wegweisungsvollzuges die vorläufige Aufnahme anzuordnen ist 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG [SR 142.20]), 

dass die Vorinstanz unter Beachtung der Lage in der Heimatregion, der 

darauf gestützten Praxis – welche inzwischen mit Referenzurteil                     

D-913/2021 vom 19. März 2024 bestätig wurde (a.a.O. E. 14) – sowie unter 

eingehender Berücksichtigung der individuellen Situation der Beschwerde-

führenden zur Auffassung gelangte, dass keine Wegeweisungsvollzugs-

hindernisse vorliegen würden,  

dass die Rechtsmitteleingabe keine substantiierten Ausführungen zu allfäl-

ligen Wegweisungsvollzugshindernissen enthält, weshalb diesbezüglich 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden kann, 

und ergänzend festzuhalten ist, dass es sich bei den Beschwerdeführen-

den um ein gesundes Ehepaar handelt, welches jahrelang im Nordirak ge-

lebt hat, dort über ein bestehendes Beziehungsnetz und erfolgreich gear-

beitet hat (vgl. Referenzurteil a.a.O.), 

dass die Vorinstanz nach dem Gesagten den Wegweisungsvollzug zu 

Recht angeordnet hat, 

dass die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 750.– 

festzusetzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE; SR 173.320.2]), wobei der am 11. Dezember 2023 geleistete Kos-

tenvorschuss in gleicher Höhe zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden ist.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezah-

lung verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor 

 

 

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