# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61f7ea1f-c999-55dc-bdb2-9a584ec537e0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.09.2018 SB180205
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180205_2018-09-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB180205-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichterin lic. iur. Keller sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. Samokec 

 

Urteil vom 14. September 2018 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

betreffend Widerhandlung gegen das Ausländergesetz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Strafsachen, vom 
22. Januar 2018 (GB170020) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 31. Mai 2017 

(Urk. 6) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 32) 

1. Der Beschuldigte A._____ (alias A1._____, geboren am tt. Mai 1994) ist 

schuldig des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b 

AuG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

je Fr. 10.– (entspricht Fr. 1'200.–), wovon 1 Tag durch Haft erstanden ist. 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

4. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

vom 6. Juni 2016 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 90 Tagessätzen 

zu je Fr. 30.– (entspricht Fr. 2'700.–), wird verzichtet, hingegen wird die Pro-

bezeit von 2 Jahren um 1 Jahr verlängert. 

5. Die Entschädigung von Rechtsanwalt MLaw X._____ für die amtliche Ver-

teidigung des Beschuldigten wird auf Fr. 2'734.80 festgesetzt, nämlich Fr. 

1'100.– für den Aufwand und die Auslagen 2017, zuzüglich 8% Mehrwert-

steuer (Fr. 88.–), und für Fr. 1'436.20 für den Aufwand und die Auslagen 

2018, zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (Fr. 110.60). 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'200.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 800.–   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 2'734.80   Kosten für die amtliche Verteidigung 
Fr. 4'734.80   Total  
 
 

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Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-

sigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 800.–. 

7. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden 

dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

 (Urk. 33 S. 2 und Urk. 45 S. 1; sinngemäss) 

 1. Der Beschuldigte A._____ (alias A1._____) sei in Abänderung der Zif-

fer 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 22. 

Januar 2018 mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten zu bestrafen. 

 2. Diese Freiheitsstrafe sei in grundsätzlicher Bestätigung von Ziffer 3 des 

Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 22. Januar 

2018 zu vollziehen. 

 3. Dem Beschuldigten seien in Bestätigung von Ziffer 7 des Dispositivs 

des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 22. Januar 2018 die Kos-

ten des Vorverfahrens und der gerichtlichen Verfahren aufzuerlegen, 

die Kosten der amtlichen Verteidigung seien jedoch auf die Gerichts-

kasse zu nehmen, unter Vorbehalt des Nachforderungsrechts gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

b) Der amtlichen Verteidigung: 

 (Urk. 35 S. 1 und 47 S. 1; sinngemäss) 

 1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen. 

 2. Ziffer 3 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 

22. Januar 2018 sei aufzuheben. 

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 3. Der Vollzug der gegen den Beschuldigten ausgesprochenen Geldstrafe 

sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. 

 4. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse. 

________________________ 

Erwägungen: 

I. Formelles 

 1. Verfahrensgang 

 1.1. Gegen das eingangs erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf 

vom 22. Januar 2018 (Urk. 32), welches den Parteien am 25. Januar 2018 schrift-

lich im Dispositiv eröffnet wurde (vgl. Urk. 26/1-2), meldeten sowohl die Staats-

anwaltschaft, als auch der Beschuldigte mit Eingaben vom 30. Januar 2018 bzw. 

2. Februar 2018 fristgerecht die Berufung an (vgl. Urk. 28 und 29). 

 1.2. Nach der Zustellung des begründeten Urteils der Vorinstanz an die 

Parteien am 9. Mai 2018 (Urk. 31/1-2) reichten diese jeweils fristgerecht ihre Be-

rufungserklärungen ein (Urk. 33 und 35). Mit Präsidialverfügung vom 31. Mai 

2018 (Urk. 36) wurden die Berufungserklärungen der jeweils anderen Partei zu-

gestellt und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder ein begrün-

detes Nichteintretensgesuch zu stellen. Mit Eingabe vom 6. Juni 2018 erklärte die 

Staatsanwaltschaft auf die Erhebung einer Anschlussberufung zu verzichten und 

beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils in den vom Beschuldigten 

angefochtenen Punkten (Urk. 38). Der Beschuldigte erklärte mit Eingabe vom 

25. Juni 2018 den Verzicht auf Anschlussberufung (Urk. 39). 

 1.3. Mit Vorladung vom 6. Juli 2018 wurde die Berufungsverhandlung auf 

den 14. September 2018 festgesetzt (Urk. 41), zu welcher Staatsanwalt lic. iur. 

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Andreas Wicky für die Staatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte in Begleitung 

seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw X._____ erschienen (Prot. II 

S. 3). Nach der Durchführung der Berufungsverhandlung erweist sich das Verfah-

ren als spruchreif. 

 2. Teilrechtskraft 

 2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dem-

entsprechend gehemmt. Auch wenn das Berufungsgericht das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten neu beurteilt (Art. 404 Abs. 1 StPO), fällt 

es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzuge-

ben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 

244 E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016 

E. 4.2 mit Hinweisen). 

 2.2. Die Staatsanwaltschaft fordert mit ihrer Berufung die Bestrafung des 

Beschuldigten mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 4 Monaten (Urk. 33 S. 2; 

Urk. 45 S. 1), womit der Sanktionspunkt als Ganzes als angefochten gilt (vgl. 

Schmid/Jositsch, in: StPO Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 399 StPO N 20).  

 2.3. Der Beschuldigte verlangt mit seiner Berufung den Aufschub der vor-

instanzlich ausgefällten Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jah-

ren (Urk. 35 S. 1 f.; Urk. 47 S. 1), womit ebenfalls der gesamte Sanktionspunkt als 

angefochten gilt (vgl. Schmid/Jositsch, a.a.O., Art. 399 StPO N 20). An der An-

fechtung der vorinstanzlichen Kostenauflage (Dispositivziffer 7) hielt der Beschul-

digte nicht fest (Urk. 45 S. 1). 

 2.4. Demzufolge ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes 

Dielsdorf vom 22. Januar 2018 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 5 

(Entschädigung amtliche Verteidigung) sowie 6 und 7 (Kostendispositiv) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

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II. Sanktion 

 1. Vorbemerkungen 

 1.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer unbedingten 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 10.– (Urk. 32 S. 22). 

 1.2. Die Staatsanwaltschaft verlangt mit ihrer Berufung die Bestrafung des 

Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten (Urk. 33 S. 2 und 47 S. 2 

ff.). Der Beschuldigte liess dagegen die Abweisung der Berufung der Staatsan-

waltschaft und damit die Bestätigung der vorinstanzlich ausgesprochenen Geld-

strafe beantragen. Letztere sei jedoch unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jah-

ren aufzuschieben (Urk. 35 S. 1 und 47 S. 1). 

 1.3. Aus den vorgenannten Berufungsanträgen erhellt, dass die Höhe der 

vorinstanzlich ausgesprochenen Strafe unbestritten geblieben ist und grundsätz-

lich nur noch die Sanktionsart und der Strafvollzug Thema des vorliegenden Ver-

fahrens bilden. In Anbetracht dessen, dass die Vorinstanz die von ihr ausgefällte 

Strafe festlegte, ohne sich in relevantem Mass zu den allgemeinen Regeln und 

Grundsätzen der Strafzumessung zu äussern und ohne das Verschulden des Be-

schuldigten nach diesen Kriterien konkret zu gewichten (Urk. 32 S. 14), ist dies im 

Folgenden, trotz Einigkeit der Parteien betreffend die Strafhöhe, nachzuholen. 

 2. Strafzumessungsregeln 

 2.1. Vorab ist festzuhalten, dass die Bundesversammlung am 19. Juni 2015 

diverse Änderungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches beschloss (AS 

2016 1249 ff.), welche auf den 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt wurden. Die da-

durch erfolgte Revision des Sanktionenrechts hat Auswirkungen auf die Sank-

tionsandrohung von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG und die damit einhergehende Mög-

lichkeit der Ausfällung einer Geldstrafe. Denn da die mit der Revision vorgenom-

menen Änderungen primär den Anwendungsbereich der Geldstrafe betreffen bzw. 

einschränken (Wegfall des teilbedingten Vollzugs, Verkürzung der maximalen An-

zahl Tagessätze auf 180, Festlegung einer Tagessatzuntergrenze) bzw. die Wie-

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dereinführung der kurzen Freiheitsstrafen (bis sechs Monate) mit sich bringen, 

was gegenüber dem bisherigen Recht nicht als mildere Massnahmen qualifiziert 

werden kann (vgl. Art. 2 Abs. 2 StGB), ist im Folgenden das bisherige mildere 

Sanktionenrecht auszuwenden. 

 Das alte Recht ist namentlich auch in Bezug auf die Voraussetzungen zur 

Ausfällung einer Freiheitsstrafe statt einer Geldstrafe (Art. 41 StGB) milder als das 

neue Recht. Nachdem die Staatsanwaltschaft den Sanktionspunkt anfocht 

(Urk. 33 S. 1 f.), gilt das Verbot der reformatio in peius nicht, weshalb nachfolgend 

grundsätzlich sowohl eine Geld-, als auch eine Freiheitsstrafe ausgesprochen 

werden kann.  

 2.2. Das Gericht bemisst die Strafe innerhalb des festgelegten Strafrah-

mens nach dem Verschulden des Täters. Es berücksichtigt das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzu-

messung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. 

Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des 

deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-

sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters. 

 2.3. Schliesslich gilt es zu beachten, dass das andauernde und ununterbro-

chene rechtswidrige Verweilen im Lande ein Dauerdelikt darstellt. Fehlt es nach 

einem ersten Schuldspruch für eine zweite Verurteilung an einem neuen Tatent-

schluss, ist bei der Strafzumessung darauf zu achten, dass die Summe der we-

gen des Dauerdelikts ausgesprochenen Strafen dem Gesamtverschulden ange-

messen ist und die im Gesetz angedrohte Höchststrafe nicht überschreitet (Urteil 

des Bundesgerichtes 6B_118/2017 vom 14. Juli 2017 E. 5.3.2. mit Hinweisen). 

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 3. Konkrete Strafzumessung 

 3.1. Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG sieht die Bestrafung mit Freiheitsstrafe bis zu 

einem Jahr oder Geldstrafe vor. Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe 

sind vorliegend keine ersichtlich. 

 3.1.1. Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte 

während eines knappen Jahres ohne gültige Aufenthaltsbewilligung in der 

Schweiz aufhielt. Mit seinem Verhalten demonstrierte er seine Gleichgültigkeit 

und Ignoranz gegenüber der ihm auferlegten Ausreisepflicht. Es ist ihm jedoch 

immerhin zu Gute zu halten, dass er sich nicht aktiv dem Zugriff der Behörden 

entzog, indem er beispielsweise untertauchte. Sein Verschulden wiegt in objek-

tiver Hinsicht noch leicht. 

 3.1.2. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Als 

Motiv für seinen illegalen Verbleib in der Schweiz gab er an, dass er nicht ge-

wusst habe, wohin er hätte gehen sollen. In seiner Heimat habe er so viel Leid 

erlebt, weshalb er nicht mehr dorthin zurückkehren wolle. Er habe immer die 

Hoffnung gehabt, doch noch in der Schweiz bleiben zu können und hier eine 

Chance zu erhalten (Urk. 22 S. 9 f.; Prot. II S. 12). Die subjektive Tatschwere 

vermag die objektive nicht zu relativieren, weshalb das Verschulden insgesamt 

als noch leicht zu qualifizieren ist. 

 3.1.3. Insgesamt erweist sich eine Einsatzstrafe von 90 Tagessätzen Geld-

strafe bzw. 3 Monaten Freiheitsstrafe als dem Verschulden des Beschuldigten 

angemessen. 

 3.2. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ist bekannt, dass er am tt. November 1995 [recte: am tt. Mai 1994] in B._____ im 

Bezirk C._____ in Äthiopien geboren und aufgewachsen ist, dort 8 Jahre lang die 

Schule besucht und danach zwei Jahre lang eine Ausbildung gemacht hat. Eine 

abgeschlossene Berufsausbildung habe er jedoch nicht. Auch sei er nach 

Abschluss seiner schulischen Ausbildung keiner Arbeitstätigkeit nachgegangen. 

Ungefähr Ende des Jahres 2010 habe er Äthiopien verlassen und sei über den 

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Sudan, Libyen und Italien nicht geplant, sondern zufälligerweise, in die Schweiz 

eingereist. Hier habe er sodann ein Asylgesuch gestellt und zwischenzeitlich ein 

sechsmonatiges Hauswartpraktikum absolviert und für eine gewisse Zeit einen 

Sprachkurs besucht, wobei er aber nach dem Erhalt des negativen Asylent-

scheids vom 7. November 2014 nicht mehr an diesem habe teilnehmen dürfen. 

Der Beschuldigte ist ledig und hat keine Kinder. Seine Eltern lebten noch in 

Äthiopien, wobei er keinen Kontakt zu diesen habe. Zudem habe er noch drei 

Geschwister. Seine zwei Schwestern hätten Äthiopien ebenfalls verlassen, wobei 

er aber nicht wisse, wo sich diese zurzeit aufhalten würden. Sein Bruder sei 

geistig behindert und lebe in einem Kloster in Äthiopien (Urk. 2 S. 1 ff; Urk. 22 

S. 1 ff.; Prot. II S. 6 ff.). 

 3.2.1. Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Be-

schuldigten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von 

Bedeutung wären. 

 3.2.2. Bedeutsam ist hingegen, dass der Beschuldigte mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 6. Juni 2016 wegen rechtswidrigen 

Aufenthalts zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.–, unter 

Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt wurde (Urk. 43). Diese ein-

schlägige Vorstrafe ist straferhöhend zu gewichten. Ebenfalls fällt erschwerend 

ins Gewicht, dass der Beschuldigte während laufender Probezeit delinquierte.  

 3.2.3. Zum Nachtatverhalten des Beschuldigten ist festzuhalten, dass dieser 

eingestand, sich während des anklagegegenständlichen Zeitraums illegal in der 

Schweiz aufgehalten zu haben, wobei sich dieser Umstand auch ohne Weiteres 

aus den Verfahrensakten ergibt. Das Geständnis des Beschuldigten ist leicht 

strafmindernd zu gewichten. Einsicht oder Reue zeigte er dagegen keine. 

 3.2.4. Im Ergebnis wirkt sich die Täterkomponente spürbar straferhöhend 

auf die Einsatzstrafe aus, weshalb diese um 30 Tagessätze Geldstrafe bzw. 1 

Monat Freiheitsstrafe zu erhöhen ist. 

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 3.3. In Würdigung der massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich 

eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen bzw. eine Freiheitsstrafe von 4 Monaten als 

dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. Angesichts der aktuellen 

finanziellen Verhältnisse (nachstehend, Ziff. 4.6.) wäre für den Fall der Ausfällung 

einer Geldstrafe die Tagessatzhöhe mit Fr. 10.– zu beziffern.  

 4. Sanktionsart 

 4.1. Bei der Wahl der Sanktionsart ist Art. 41 Abs. 1 StGB zu beachten, wie 

bereits erwähnt in der Fassung, bevor das neue Sanktionenrecht am 1. Januar 

2018 in Kraft trat. Für den Beschuldigten ist das alte Recht wegen der Untergren-

ze von weniger als sechs Monaten und da die Hürde zur Ausfällung einer Frei-

heitsstrafe statt einer Geldstrafe nach neuem Recht tiefer als nach altem Recht 

ist, milder (Art. 2 Abs. 2 StGB). 

 4.2. Der Gesetzgeber hatte für Strafen von bis zu sechs Monaten zwar eine 

gesetzliche Prioritätsordnung zugunsten nicht freiheitsentziehender Sanktionen 

eingeführt (BGer 6B_204/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3.2), wonach eine unbedingte 

Freiheitsstrafe von unter sechs Monaten nach der altrechtlichen Regelung nur 

ausnahmsweise in Frage kommt. Eine solche Freiheitsstrafe ist indessen möglich, 

wenn die Voraussetzungen für eine bedingte Strafe im Sinne von Art. 42 aStGB 

nicht gegeben sind und gleichzeitig zu erwarten ist, dass eine Geldstrafe oder 

gemeinnützige Arbeit nicht vollzogen werden könnten (BGE 134 IV 97 E. 6.3.3.2; 

BGE 134 IV 60 E. 3.1). Das Gesetz verlangt nach altem Recht also eine doppelte 

negative Prognose, zum einen hinsichtlich künftiger Legalbewährung und zum 

anderen hinsichtlich der Vollstreckbarkeit alternativer Strafen (BSK StGB 

I- Mazzucchelli, 3. Aufl. 2013, Art. 41 StGB N 15). 

 Die Ausfällung einer kurzen Freiheitsstrafe ist nach der Rechtsprechung in 

den Fällen gerechtfertigt, in denen gewährleistet werden muss, dass der Staat 

seinen Strafanspruch durchsetzen kann (BGE 137 IV 312 E.2.4.; Urteil des Bun-

desgerichtes 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.2.). Im Übrigen ist bei der 

Wahl der Strafart als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten 

Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

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präventive Effizienz, zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2). Nach dem Prin-

zip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und hin-

sichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige 

gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen ein-

greift (BGE 138 IV 120 E.5.2.; Urteil des Bundesgerichtes 6B_210/2017 vom 

25. September 2017 E.2.2.2.). 

 4.3. Die Staatsanwaltschaft verneint sowohl das Vorliegen einer günstigen 

Legalprognose, wie auch die Vollstreckbarkeit der Geldstrafe. Der Beschuldigte, 

welcher sich in seinem ersten Asylverfahren wahrheitswidrig als eritreischer 

Kriegsdienstverweigerer ausgegeben habe, um sich als anerkannter Flüchtling ein 

Bleiberecht in der Schweiz zu erschleichen, hätte bereits im Januar 2015 die 

Schweiz verlassen müssen, halte sich aber nach wie vor hier auf, ohne irgend-

welche Anstalten zu machen, das Land zu verlassen. Sein aktueller Aufenthalts-

status sei nur wegen des neu anhängig gemachten Asylverfahrens legal. Der 

Beschuldigte weise bereits eine einschlägige Vorstrafe wegen rechtswidrigen 

Aufenthaltes auf, welche ihn aber nicht zu beeindrucken und zur Ausreise zu 

bewegen vermochte. Er habe im Verlauf des vorliegenden Strafverfahrens 

sodann durchwegs klar zum Ausdruck gebracht, dass er wegen früherer (völlig 

unbelegter) oppositionspolitischer Aktivitäten Probleme mit den Behörden seines 

Heimatlandes Äthiopien habe und deshalb nicht dorthin zurückkehren könne. Er 

könne auch keine Reisepapiere beschaffen, da er Angst davor habe, auf die 

äthiopische Botschaft zu gehen. Die Chancen, dass sich der Beschuldigte in 

Zukunft wohlverhalten, d.h. die Schweiz bei einem erneuten ablehnenden Asyl-

entscheid aus eigenem Antrieb und zeitnah verlassen werde, seien denkbar 

schlecht (Urk. 33 S. 2; Urk. 45 S. 3 ff.). 

 Der Beschuldigte lebe sodann von der gesetzlichen Nothilfe, welche mit 

Fr. 10.– pro Tag derart tief angesetzt sei, dass sie nur die absolut notwendigen 

Lebenshaltungskosten zu decken vermöge. Der Beschuldigte sei nicht in der 

Lage, die vom Bezirksgericht ausgefällte unbedingte Geldstrafe aus eigener 

Anstrengung zu bezahlen. Dass der Beschuldigte die Ausfällung einer Bewäh-

rungsstrafe beantrage, sei ebenfalls ein Indiz dafür, dass er nicht in der Lage sei, 

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eine unbedingte Geldstrafe innert nützlicher Frist zu bezahlen (Urk. 33 S. 2; 

Urk. 45 S. 4; Prot. II S. 20). 

 4.4. Die Verteidigung macht, wie vor Vorinstanz (Urk. 23 S. 2 f.), geltend, 

dass der Beschuldigte zwar mit Strafbefehl vom 6. Juni 2016 wegen rechtswid-

rigen Aufenthaltes zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt 

worden sei, aus Art. 42 Abs. 2 aStGB jedoch folge, dass eine frühere Verurteilung 

zu einer Freiheitsstrafe von weniger als sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe 

von weniger als 180 Tagessätzen den bedingten Strafvollzug nicht von Gesetzes 

wegen ausschliesse. Vielmehr sei auch in einem solchen Fall die günstige Pro-

gnose grundsätzlich zu vermuten. Nachdem der Beschuldigte am 26. Juni 2017 

ein neues Asylgesuch gestellt habe, das nun seit über einem Jahr pendent sei – 

weshalb entgegen der Behauptung der Staatsanwaltschaft auch nicht davon 

ausgegangen werden kann, dass es sich um ein aussichtsloses Asylgesuch 

handle – halte er sich nun bis auf weiteres legal in der Schweiz auf. Seine Aufent-

haltsbewilligung sei inzwischen erneut um sechs Monate bis zum 2. Januar 2019 

verlängert worden. Der Beschuldigte könne sich demnach bis auf Weiteres auch 

nicht wegen rechtswidrigen Aufenthaltes schuldig machen. Da er sich auch nicht 

wegen anderen Straftaten schuldig gemacht habe, lägen keinerlei Anhaltspunkte 

dafür vor, dass er sich künftig strafbar machen werde. Es sei deshalb nicht er-

sichtlich, inwiefern der Vollzug der Strafe vorliegend notwendig wäre, um den 

Beschuldigten von der Begehung weiterer Vergehen oder Verbrechen abzuhalten 

(Urk. 47 S. 3 f.). 

 Weiter könne vorliegend nicht zum Vornhinein davon ausgegangen werden, 

dass eine Geldstrafe beim Beschuldigten nicht vollzogen werden könnte. Das 

Bundesgericht habe in BGE 134 IV 97 E. 5.2.3. festgehalten, dass die Geldstrafe 

auch bei Straftätern mit geringem, unter dem Existenzminimum liegendem, Ein-

kommen ausgesprochen werden können soll. Der Beschuldigte sei sodann gewillt 

und in der Lage, eine ihm auferlegte Geldstrafe – in Raten – zu bezahlen. Er er-

halte Nothilfe von Fr. 10.– pro Tag. Darüber hinaus könne er Unterhaltsarbeiten 

für die Gemeinde entrichten, welche mit Fr. 30.– pro Tag entlöhnt werden. Der 

Beschuldigte werde drei bis vier Mal im Monat berücksichtigt, wodurch er sein 

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"Einkommen" durchschnittlich um rund Fr. 100.– im Monat aufbessern könne 

(Urk. 47 S. 4 f.). 

 4.5. Mit Entscheid des Bundesamtes für Migration (BFM) vom 7. November 

2014 wurde das vom Beschuldigten am 18. September 2012 gestellte Asylgesuch 

abgewiesen und dessen Wegweisung aus der Schweiz per 5. Januar 2015 ver-

fügt (Urk. 20/1). Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Entscheid des 

Bundesverwaltungsgerichtes vom 19. Januar 2015 abgewiesen, womit der Ent-

scheid vom 7. November 2014 rechtskräftig wurde (Urk. 20/2). Nichtsdestotrotz 

hielt sich der Beschuldigte, im vollen Bewusstsein der Illegalität seines Handelns 

(vgl. Urk. 22 S. 9 f.; Prot. II S. 9 f. und 12), weiterhin in der Schweiz auf, ohne der 

ihm auferlegten Ausreisepflicht in irgendeiner Weise nachzukommen. Dies führte 

schliesslich dazu, dass er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

vom 6. Juni 2016 wegen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer Geldstrafe von 90 

Tagessätzen zu Fr. 30.–, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt 

wurde (Urk. 43). Auch dieser Strafbefehl vermochte nichts am Verhalten des 

Beschuldigten zu ändern, welcher sich weiterhin weigerte, die Schweiz zu 

verlassen, wobei ein knappes Jahr später wiederum ein Strafbefehlsverfahren 

gegen den Beschuldigten wegen rechtswidrigen Aufenthaltes eröffnet wurde, was 

schliesslich zu einer Verurteilung durch das Bezirksgericht Dielsdorf wegen 

rechtswidrigen Aufenthaltes (Urk. 32) und zum vorliegenden Berufungsverfahren 

führte. 

 Anhand des vorstehend geschilderten Verhaltens des Beschuldigten erhellt, 

dass es diesem schlicht egal war, dass er die Schweiz zu verlassen hatte. Die 

rechtskräftige Wegweisungsverfügung vom 7. November 2014 sowie die damit 

zusammenhängende Verurteilung wegen rechtswidrigen Aufenthaltes im Juni 

2016 wurden von ihm einfach ignoriert, obwohl es ihm völlig bewusst war, dass er 

sich illegal in der Schweiz aufhielt und diese zu verlassen hatte (Urk. 22 S. 9 f.; 

Prot. II S. 9). Anlässlich der Berufungsverhandlung räumte er zudem ein, dass er 

während dieser Zeit keinerlei Ausreisebemühungen unternommen und insbeson-

dere auch nicht versucht habe, gültige Reisepapiere zu beschaffen (Prot. II S. 12). 

Gleichzeitig war es ihm offenbar aber ohne Weiteres möglich über hiesige Freun-

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de sowie Bekannte in Äthiopien seine Geburtsurkunde im Original erhältlich zu 

machen (Prot. II S. 11 f.), welche er dafür benutze, um im Rahmen des nun zwei-

ten anhängig gemachten Asylverfahrens seine wahre Identität zu belegen und 

damit günstigere Voraussetzungen für einen positiven Asylentscheid zu schaffen 

(Urk. 24/1 S. 3). Als Grund für seine fehlenden Ausreisebemühungen gab der Be-

schuldigte unumwunden an, dass er nicht in seine Heimat zurückkehren wolle, 

weil er dort so viel Leid erlebt habe. Er habe stets die Hoffnung gehabt, doch noch 

in der Schweiz verbleiben zu können und hier eine Chance zu erhalten. Er hoffe 

nach wie vor auf einen positiven Asylentscheid. Wenn dieser jedoch negativ aus-

fallen sollte, wisse er nicht, was er tun werde (Urk. 22 S. 9; Prot. II S. 12 f.). Diese 

Aussagen hinterlassen den Eindruck, als würde der Beschuldigte bewusst auf Zeit 

spielen und versuchen, seine Ausreisepflicht so lange auszusitzen, bis sich die 

Lage durch irgendeinen Zufall doch noch zu seinen Gunsten wenden würde und 

er in der Schweiz verbleiben könnte. Im Übrigen wird sowohl aus dem Verhalten 

als auch aus den Aussagen des Beschuldigten klar, dass er, ungeachtet jedweder 

behördlichen Anordnung, die Schweiz nicht verlassen und in seine Heimat zu-

rückkehren wird. Hinzu kommt, dass er sich trotz des Bewusstseins, sich geset-

zeswidrig verhalten zu haben, keinerlei Reue oder Einsicht in sein Fehlverhalten 

zeigte. Vor dem Hintergrund der einschlägigen Vorstrafe und der erneuten Delin-

quenz während der Probezeit sowie des offenkundig renitenten und uneinsichti-

gen Verhaltens des Beschuldigten ist von einer ungünstigen Legalprognose aus-

zugehen. 

 Daran vermag auch die von der Verteidigung vorgebrachte Tatsache nichts 

zu ändern, dass sich der Beschuldigte aufgrund des noch hängigen, zweiten Asyl-

verfahrens zurzeit und bis auf Weiteres legal in der Schweiz aufhält und seine be-

fristete Aufenthaltsgenehmigung bis 2. Januar 2019 verlängert wurde (Urk. 47 

S. 3 und Urk. 48/1). Der Ausgang jenes Verfahrens ist nach wie vor völlig offen. 

Die abstrakte Möglichkeit der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vermag je-

denfalls nichts daran zu ändern, dass sich der Beschuldigte grundsätzlich bereits 

seit Januar 2015 illegal in der Schweiz aufhält, eine einschlägige Vorstrafe wegen 

rechtswidrigen Aufenthaltes aufweist und sich seither offenkundig weigert, die 

-   15   - 

Schweiz zu verlassen. Damit bleibt es bei der zu stellenden ungünstigen Legal-

prognose.  

 4.6. Was die Vollziehbarkeit der Geldstrafe betrifft, ist grundsätzlich danach 

zu fragen, ob diese im Notfall auf dem Betreibungswege erfolgreich vollstreckt 

werden könnte (vgl. Art. 35 Abs. 3 i.V.m. Art. 36 Abs. 1 StGB). Hierbei ist zu be-

rücksichtigen, dass auch bei einem sehr geringen Einkommen nicht ohne Weite-

res die Unvollziehbarkeit einer Geldstrafe angenommen werden kann. Der Mittel-

losigkeit ist vielmehr mit einem entsprechend tiefen Tagessatz Rechnung zu tra-

gen (BGE 134 IV 60 E. 8.4.) Somit bleibt die mögliche Konstellation eines Be-

schuldigten, der keinen Wohnsitz und kein Vermögen in der Schweiz hat, bei wel-

chem kein oder nicht genug Geld beschlagnahmt werden kann und welcher auch 

nicht bereit oder imstande ist, sofort genügende Sicherheit zu leisten (Mazzuc-

chelli, a.a.O., Art. 41 StGB N 46). 

 Aufgrund seines Status als Asylsuchender besteht die einzige gesicherte 

Einnahmequelle des Beschuldigten aus der ihm ausgerichteten Nothilfe in der 

Höhe von Fr. 10.– pro Tag. Hinzu kommen durchschnittlich Fr. 100.– pro Monat 

aufgrund der Leistung von Arbeitseinsätzen, welche von der Gemeinde und dem 

Migrationsamt organisiert und mit Fr. 30.– pro Einsatz entlöhnt werden (Urk. 47 

S. 4; Prot. II S. 10 und 18). Es scheint jedoch keine Garantie dafür zu bestehen, 

dass der Beschuldigte effektiv jeden Monat drei bis vier Einsätze leisten kann 

(Urk. 47 S. 4; Prot. II S. 10). Vermögen besitzt er keines (Prot. II S. 11). 

 In Anbetracht der bescheidenen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten, 

besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Geldstrafe in der Höhe von 

120 Tagessätzen zu Fr. 10.– (entsprechend Fr. 1'200.–), nicht vollzogen werden 

könnte. Selbst wenn die Vollzugsprognose vorliegend günstig lauten würde, wäre 

aufgrund der fehlenden präventiven Effizienz einer erneuten Geldstrafe stattdes-

sen eine Freiheitsstrafe auszusprechen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.5. mit Hinweis auf die Urteile des Bundes-

gerichtes 6B_341/2017 vom 23. Januar 2018 E. 1.5. und 6B_372/2017 vom 

15. November 2017 E 1.3.). Dies ergibt sich aus dem Umstand, dass sich der Be-

schuldigte weder vom Wegweisungsentscheid vom 7. November 2014 noch von 

-   16   - 

der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Juni 2016 be-

dingt ausgefällten Geldstrafe beeindrucken liess, sondern diese bewusst ignorier-

te und damit bekräftigte, ungeachtet gegenteiliger behördlicher Anordnungen, in 

der Schweiz verbleiben zu wollen. Wie bereits erwähnt, bestätigte der Beschuldig-

te auch anlässlich der Berufungsverhandlung, dass er die Schweiz nicht verlas-

sen wolle. Unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorstrafe des Beschuldigten, 

dessen offenkundiger Renitenz sowie der fehlenden Einsicht und Reue verspricht 

einzig eine Freiheitsstrafe beim Beschuldigten die nötige präventive Wirkung zu 

zeitigen. Eine Freiheitsstrafe lässt sich zudem auch mit den Auswirkungen auf 

den Beschuldigten und sein soziales Umfeld vereinbaren, da er – bedingt durch 

seinen aktuellen Aufenthaltsstatus – insbesondere keiner geregelten Arbeitstätig-

keit nachgeht. 

 4.7. Der Beschuldigte ist daher mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten zu 

bestrafen, wobei 1 Tag als durch Haft erstanden gilt (Art. 51 StGB; Haft vom 

30. bis 31. Mai 2017 [vgl. Urk. 4/3]). 

 5. Vollzug 

 5.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger 

Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens 

zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig er-

scheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen ab-

zuhalten (Art. 42 Abs. 1 aStGB). Im Rahmen von Art. 42 Abs. 1 aStGB genügt für 

den bedingten Vollzug das Fehlen einer ungünstigen Prognose. Das Gericht hat 

eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. Ein relevan-

tes Prognosekriterium ist insbesondere die strafrechtliche Vorbelastung (BGE 134 

IV 1 E. 4.2.1.). 

 5.2. Vorliegend kann hinsichtlich der einschlägigen strafrechtlichen Vorbe-

lastung des Beschuldigten auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen werden 

(Ziff. II.3.2.2.). Aufgrund des Fehlens von Einsicht und Reue sowie vor dem Hin-

tergrund des offensichtlich renitenten Verhaltens des Beschuldigten (vorstehend, 

-   17   - 

Ziff. II.4.5.) ist von einer ungünstigen Prognose auszugehen und der Strafauf-

schub zu verweigern. Mithin ist die ausgefällte Freiheitsstrafe zu vollziehen. 

 6. Widerruf 

 Die Vorinstanz verzichtete auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Juni 2016 bedingt ausgesprochenen Geldstra-

fe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 30.– und verlängerte stattdessen die zweijährige 

Probezeit um ein weiteres Jahr (Urk. 32 S. 23). Sowohl die Staatsanwaltschaft, 

als auch die amtliche Verteidigung fochten zwar den Sanktionspunkt als Ganzes 

an (vorstehend, Ziff. I.2.2. f.), stellten aber keinerlei Anträge zum Widerruf der 

vorstehend erwähnten Geldstrafe (Urk. 33, 35, 45 und 47). In Anbetracht dieser 

Umstände ist die vorinstanzliche Regelung betreffend den Widerruf zu bestätigen, 

zumal zugunsten des Beschuldigten davon ausgegangen werden kann, dass ihn 

eine vollziehbare Freiheitsstrafe von weiterer Delinquenz abhalten wird (Art. 46 

Abs. 2 aStGB).  

III. Kostenfolgen 

 1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet 

sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Bei diesem Verfahrensausgang – der Beschuldigte wird verurteilt – 

sind dem Beschuldigten die Kosten des Vorverfahrens und des Gerichtsverfah-

rens vor erster Instanz, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, 

dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter dem Vorbehalt 

des Rückforderungsrechts gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

 2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mas-

sgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsge-

mäss – der Beschuldigte unterliegt vollumfänglich – sind die Kosten des Beru-

fungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, dem Be-

schuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Ge-

-   18   - 

richtskasse zu nehmen, wiederum unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

 3. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt MLaw 

X._____, macht für das Berufungsverfahren Aufwendungen im Betrag von 

Fr. 2'993.95 (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 48/2). Diese erweisen sich als angemes-

sen und entsprechen den Vorschriften der Anwaltsgebührenverordnung (§ 2 Abs. 

1 lit. b, § 3 und § 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV). Da die Berufungs-

verhandlung eine knappe Stunde länger gedauert hat, als von der amtlichen Ver-

teidigung antizipiert wurde (Urk. 48/2 S. 2 und Prot. II S. 3 und 23), ist der geltend 

gemachte zeitliche Aufwand von 12,55 Stunden auf 13,55 Stunden zu erhöhen. 

Unter Berücksichtigung dieser leichten Erhöhung ist Rechtsanwalt MLaw X._____ 

mit gerundet Fr. 3'300.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 

22. Januar 2018 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 

5 (Entschädigung amtliche Verteidigung) sowie 6 und 7 (Kostendispositiv) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ (alias A1._____, geb. tt. Mai 1994) wird bestraft 

mit 4 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 1 Tag durch Untersuchungshaft er-

standen ist. 

2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

3. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

vom 6. Juni 2016 bedingt ausgefällten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

-   19   - 

Fr. 30.– wird verzichtet. Die darin angesetzte Probezeit wird stattdessen um 

ein Jahr verlängert. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'300.–   amtliche Verteidigung. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt vorbehalten. 

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben); 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben); 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten; 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland; 
− das Staatssekretariat für Migration, Postfach, 3003 Bern; 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz; 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste; 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich; 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B; 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten; 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in die Akten Nr. TRSP/A-
AST3/2016/10018912 hinsichtlich Dispositivziffer 3. 

-   20   - 

7. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 14. September 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. Samokec 
 

 

-   21   - 

Zur Beachtung: 

Der Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der heute verlängerten Probezeit 

aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 
 
 

 

	Urteil vom 14. September 2018
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 32)
	Berufungsanträge:
	________________________
	Erwägungen:
	I. Formelles
	II. Sanktion
	III. Kostenfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 22. Januar 2018 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 5 (Entschädigung amtliche Verteidigung) sowie 6 und 7 (Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ (alias A1._____, geb. tt. Mai 1994) wird bestraft mit 4 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 1 Tag durch Untersuchungshaft erstanden ist.
	2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	3. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Juni 2016 bedingt ausgefällten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird verzichtet. Die darin angesetzte Probezeit wird stattdessen um ein Jahr verlängert.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleib...
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben);
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben);
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten;
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland;
	 das Staatssekretariat für Migration, Postfach, 3003 Bern;
	 die Vorinstanz;
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste;
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich;
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B;
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten;
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in die Akten Nr. TRSP/A-AST3/2016/10018912 hinsichtlich Dispositivziffer 3.

	7. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.