# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef82e5d5-b453-5470-be4f-8d4ac776dcc2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 07.09.2009 ZK1 2009 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2009-20_2009-09-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 07. September 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 09 20

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Brunner und Schlenker
Redaktion Aktuar ad hoc Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

des B., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Victor Benovici, Goldgasse 11, 7002 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 20. März 2009, mitgeteilt am 30. April 
2009, in Sachen A., Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. Ursula Herold, Quaderstrasse 8, 7002 Chur,

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung

hat sich ergeben:

Seite  2 — 26

I. Sachverhalt

A. A., , Bürgerin von Z., und B., , Bürger von Y., heirateten am 4. Mai 1979 vor 
dem Zivilstandsamt in X.. Aus der Ehe ging die gemeinsame Tochter C., , hervor. 
Seit dem Jahre 2004 leben die beiden Ehegatten getrennt.

B. Nachdem das gemeinsame Scheidungsbegehren der Ehegatten vom 5./18. 
Oktober 2007 am 5. November 2007 beim Bezirksgericht Plessur eingegangen 
war, wurden die beiden Parteien im Beisein ihrer Rechtsvertreter am 18. 
Dezember 2007 jeweils getrennt und gemeinsam angehört. Die Ehefrau reichte 
am 5. November 2007 beim Bezirksgerichtspräsidenten Plessur zudem ein 
Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen ein. Mit Verfügung vom 19. 
Dezember 2007, mitgeteilt am 20. Dezember 2007, setzte der 
Bezirksgerichtspräsident Plessur den Ehegatten eine Bedenkfrist bis am 18. 
Februar 2008, um eine umfassende Ehescheidungskonvention einzureichen, und 
verpflichtete den Ehemann gleichzeitig, an den Unterhalt der Ehefrau rückwirkend 
ab dem 1. Juli 2007 einen monatlichen Beitrag von Fr. 2'932.— zu bezahlen.

Nachdem die zweimonatige Bedenkfrist gemäss Art. 111 Abs. 2 ZGB 
verstrichen war, ohne dass zwischen den Parteien eine Einigung erzielt werden 
konnte, wurde A. eine Frist gesetzt, um ihre Anträge betreffend die Nebenfolgen 
der Scheidung zu stellen, zu begründen und die Beweismittel zu nennen.

C. Mit frist- und formgerecht eingereichter Prozesseingabe vom 9. Juli 2008 
(Poststempel) stellte die Ehefrau beim Bezirksgericht Plessur folgende Anträge:

 „1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, bis zum Erreichen seines ordentlichen 
Pensionsalters seiner Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von 
Fr. 2'700.--, zahlbar pränumerando, zu entrichten. Die Klägerin behält 
sich vor, den Unterhaltsbeitrag zu erhöhen, sollte sich aufgrund des 
Beweisergebnisses ergeben, dass der Beklagte bei der I. mehr als 
netto Fr. 8'000.-- monatlich incl. 13. Monatslohn verdient.

3. Der durch das Gericht festgesetzte Unterhaltsbeitrag an die Ehefrau 
sei mit der gerichtsüblichen Indexklausel zu versehen.

4. Die während der Dauer der Ehe geäufneten Vorsorgeguthaben beider 
Ehegatten seien hälftig unter den Parteien aufzuteilen.

5. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei gemäss Gesetz 
vorzunehmen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Seite  3 — 26

D. Mit frist- und formgerecht eingereichter Prozessantwort vom 18. August 
2008 stellte B. folgende Anträge:

„1. Scheidung der Ehe der Parteien.

2. Abweisung irgendwelcher Rentenforderungen der Ehefrau.

3. Teilung der Vorsorgeguthaben beider Ehegatten.

4. Güterrechtliche Auseinandersetzung.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Ehefrau.“

E. Mit Replik vom 29. September 2008 und Duplik vom 16. Oktober 2008 
hielten beide Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.

F. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Plessur vom 20. März 
2009 bestätigte die Rechtsvertreterin der Klägerin das Scheidungsbegehren. 
Sämtliche Nebenfolgen seien ungeregelt geblieben, weshalb diese vom Gereicht 
zu beurteilen seien. Im Grundsatz hielt sie auch an den gestellten Anträgen 
gemäss Prozesseingabe fest, stellte aber folgendes differenziertes 
Rechtsbegehren:

„1. B. sei zu einem monatlich an seine Ehefrau zu leistenden 
Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 3'470.-- zu verpflichten bis zu 
dessen Erreichen des ordentlichen AHV-Alters.

2. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei wie folgt vorzunehmen:

unbewegliches Vermögen:

- Zustimmende Kenntnisnahme Ihres Gerichtes zur Aufhebung des 
Miteigentums durch Verkauf der Liegenschaft im Tessin gemäss 
Kaufvertrag aufgrund übereinstimmender Willensäusserungen der 
Ehegatten unter hälftiger Teilung des Erlöses.

- Feststellung der Weiterführung des hälftigen Miteigentums an der 
Liegenschaft im Engadin incl. Mobiliar unter Aufteilung der 
Kosten/Lasten und des Ertrages je hälftig ab Scheidungsdatum.

bewegliches Vermögen:

- Kenntnisnahme von der Aufteilung des Hausrates unter den Parteien, 
vorbehältlich desjenigen im Haus W..

- Verpflichtung des Ehemannes zur Leistung einer güterrechtlichen 
Ausgleichszahlung an seine Ehefrau aus den Konti Wert Zeitpunkt des 
Scheidungsbegehrens vom 18.10.2007 bzw. 30.6.2007, gemäss 
Prozesseingabe S. 13/14 in der Höhe von Fr. 1'439.45.

3. Gegenseitige hälftige Aufteilung des BVG-Guthabens unter 
Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche (Stichtag 20.3.09) und 
richterlicher Anweisung an die Pensionskasse des Ehemannes.

4. Verpflichtung zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens durch 
den Ehemann unter Ausrichtung einer ausseramtlichen Entschädigung 
an seine Ehefrau nach Massgabe der richterlichen Beurteilung.“

Seite  4 — 26

Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, dass aufgrund der 
mangelnden Kooperation des Beklagten in der Prozesseingabe auf ein 
mutmasslich mögliches Einkommen habe abgestellt werden müssen. Da nunmehr 
aber sein Einkommen in der Höhe von netto Fr. 9'535.50 feststehe, sei der 
geforderte Unterhaltsbeitrag entsprechend dem in der Prozesseingabe 
angebrachten Vorbehalt angehoben worden.

Auch der Rechtsvertreter des Beklagten bestätigte den Scheidungswillen 
seines Mandanten. Hinsichtlich der Rentenforderung der Klägerin gehe Art. 125 
ZGB jedoch davon aus, dass jeder Ehegatte für sich selbst aufkommen müsse. 
Ein Entscheid des Bundesgerichts widerspreche nämlich der Meinung, dass die 
Ehegatten ungeachtet der Scheidung in finanzieller Hinsicht lebenslänglich 
gleichgestellt bleiben müssten. Im Übrigen sei der Bedarf der Klägerin mit einem 
Einkommen in der Höhe von Fr. 4'794.15 vollumfänglich gedeckt, dies erst recht, 
wenn berücksichtigt werde, dass sie diesen Verdienst auf einer Basis von 65 % 
erziele. 

G. Mit Urteil vom 20. März 2009, mitgeteilt am 30. April 2009, erkannte das 
Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.

2. Die während der Ehe geäufneten Austrittsleistungen der beruflichen 
Vorsorge werden mit Stichtag 31. März 2009 hälftig geteilt.

Die Vorsorgeeinrichtung von B., die D., wird angewiesen CHF 
166'021.00 auf das für A. geführte Vorsorgekonto bei der E., zu 
überweisen.

3.a) Die Liegenschaft in V.  wird gemäss dem bei den Akten liegenden 
Kaufvertrag verkauft und der Nettoerlös ist unter den Ehegatten hälftig 
aufzuteilen.

Kann die Liegenschaft nicht verkauft werden, verbleibt sie im 
Miteigentum der Parteien und die Ehegatten sind je zur Hälfte an 
Kosten und Ertrag beteiligt.

b) Das Haus in W. verbleibt im Miteigentum der Parteien und die 
Ehegatten sind je zur Hälfte an Kosten und Ertrag beteiligt.

c) Jeder Ehegatte behält die Stücke des Mobiliars, die er zum Zeitpunkt 
des Scheidungsurteils besitzt.

d) Beide Ehegatten behalten die auf ihren Namen lautenden Konti. Als 
Ausgleich schuldet B. A. CHF 1'205.60. Der Saldo des gemeinsamen 
Kontos ist per 18. Oktober 2007 hälftig aufzuteilen, womit jedem 
Ehegatten CHF 233.90 zustehen.

Die Parteien sind damit per Saldo aller Ansprüche aus Güterrecht 
auseinandergesetzt.

Seite  5 — 26

4. B. ist verpflichtet, bis zu seinem Eintritt ins gesetzliche Pensionsalter 
im Jahre 2016, A. einen monatlich im Voraus zahlbaren 
Unterhaltsbeitrag von CHF 2'500.00 zu leisten.

Der nacheheliche Unterhaltsbeitrag beruht auf dem Landesindex der 
schweizerischen Konsumentenpreise, Stand 1. März 2009, d.h. 102.4 
Punkte (Basis Dezember 2005 = 100 Punkte), und ist jährlich per 1. 
Januar nach folgender Formel an den Indexstand vom November des 
Vorjahres anzupassen, sofern und soweit das Einkommen des 
Ehemannes eine entsprechende Anpassung erfahren hat:

neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index

                                                                            102.4

5. Die Kosten des Bezirksgerichtes Plessur von CHF 5'266.80 
(Gerichtsgebühren CHF 4'000.00, Schreibgebühren CHF 865.00, 
Bargebühren CHF 401.80) gehen in der Höhe von CHF 3'950.10 (¾) 
zu Lasten von B. und in der Höhe von CHF 1'316.70 (¼) zu Lasten von 
A.. Die Kosten werden mit den geleisteten Kostenvorschüssen 
verrechnet.

B. hat A. ausseramtlich mit CHF 8'500.00 (inkl. Barauslagen) zuzüglich 
7.6 % MWST zu entschädigen.

6. (Mitteilung).“

H. Gegen dieses Urteil erhob B. mit Eingabe vom 18. Mai 2009 Berufung an 
das Kantonsgericht von Graubünden mit folgenden Anträgen:

„1. Ziff. 3 des Urteils sei in folgenden Punkten aufzuheben und zu 
ergänzen:

a) Vom Nettoerlös aus dem Verkauf der Liegenschaft in V. in der 
Höhe von Fr. 210'250.00 seien dem Ehemann vor hälftiger Teilung 
vorweg gutzuschreiben Fr. 14'105.50 aus Mobiliarersatz, gemäss 
Ziffer 8 Prozessantwort, sowie aus eingebrachtem Gut Fr. 
64'298.70, in Abänderung von Ziffer 3 c) und d) des Urteils.

c) Gegen die Verteilung des Mobiliars wird nichts eingewendet.

2. Ziff. 4 des Urteils sei aufzuheben und jegliche Gegenforderung der 
Ehefrau abzuweisen.

3. Ziff. 5 sei aufzuheben und die Kosten der Vorinstanz allein der Ehefrau 
aufzuerlegen, welche ihren Ehemann für das vorinstanzliche Verfahren 
ausseramtlich mit Fr. 12'000.-- entschädigen soll.

4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Gegenpartei.“

Mit der Berufungserklärung liess B. verschiedene neue Urkunden 
einreichen. Weiter verlangte er die Edition des Belegs über den Zahlungseingang 
von Fr. 105'125.— aus dem Liegenschaftsverkauf Tessin aus Händen der 
Berufungsbeklagten sowie die richterliche Befragung der Berufungsbeklagten 
bezüglich des vom Berufungskläger in die Ehe eingebrachten Eigenguts in Höhe 

Seite  6 — 26

von Fr. 64'298.70. Das Editionsbegehren lehnte die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden nach Einholung einer Stellungnahme der 
Berufungsbeklagten mit Beweisverfügung vom 17. Juli 2009 zufolge Anerkennung 
des damit zu beweisenden Zahlungseingangs ab. Über die richterliche Befragung 
der Berufungsbeklagten werde sodann im Rahmen der Berufungsverhandlung 
entschieden.

I. Am 7. September 2009 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht Graubünden statt. Anwesend waren die beiden Rechtsvertreter 
sowie die Parteien. Einleitend verlas die Vorsitzende die Anträge der Berufung. 
Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts 
wurden nicht erhoben, woraufhin die Vorsitzende das Gericht für legitimiert 
erklärte. Im Rahmen der Bereinigung des Beweisverfahrens schlug die 
Vorsitzende für den Fall des Festhaltens an der beantragten richterlichen 
Befragung vor, dass sich die Parteivertreter im Rahmen der Plädoyers dazu 
äussern, womit sich diese einverstanden erklärten. Folglich konnte das 
Beweisverfahren unter dem erwähnten Vorbehalt geschlossen werden. Im 
Anschluss nahmen die Rechtsvertreter der Parteien in ihren Plädoyers zur 
Berufung Stellung. Rechtsanwalt Benovici hielt in seinem Parteivortrag an den 
Anträgen gemäss Berufungserklärung vom 18. Mai 2009 - inklusive dem 
Beweisantrag auf richterliche Befragung der Berufungsbeklagten - fest. 
Rechtsanwältin Herold beantragte die kostenfällige Abweisung der Berufung. 
Nachdem die Vorsitzende die Berufungsbeklagte in der Folge formfrei befragt und 
diese wiederholt ausgesagt hatte, sie könne über die güterrechtliche Situation 
bzw. über das eingebrachte Gut des Berufungsklägers keine Angaben machen, da 
sie sich daran nicht mehr erinnern könne, wurde die Verhandlung kurz 
unterbrochen, um über den Beweisantrag des Berufungsklägers zu entscheiden. 
Entsprechend den nachstehend in den Erwägungen dargelegten Ausführungen 
wurde der Antrag auf Beweisaussage abgewiesen. Danach erhielten die 
Rechtsvertreter die Gelegenheit zur Replik bzw. Duplik, wovon beide Gebrauch 
machten. Beide Rechtsvertreter gaben je eine Abschrift ihrer mündlichen 
Plädoyers zu Handen des Aktuars ab. Die Rechtsvertreterin der 
Berufungsbeklagten reichte ausserdem ihre Honorarnote ein.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen 
der Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich der 
Berufungsverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 
Erwägungen eingegangen. 

Seite  7 — 26

II. Erwägungen

1. a) Prozesserledigende Sachurteile der Bezirksgerichte bei Teileinigung oder 
Scheidung auf Klage können beim Kantonsgericht mit Berufung gemäss Art. 218 
ff. ZPO angefochten werden (Art. 5h EGzZGB). Beim angefochtenen Urteil des 
Bezirksgerichts Plessur handelt es sich um ein prozesserledigendes Sachurteil in 
einem Scheidungsverfahren mit Teileinigung. Die Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache als 
Berufungsinstanz ist damit gegeben.

b) Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der 
schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge auf 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, 
soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). Die 
vorliegende Berufung wurde sowohl form- als auch fristgerecht eingereicht, so 
dass darauf eingetreten werden kann.

2. a) Nachdem der Berufungskläger an der mit der Berufungserklärung 
beantragten richterlichen Befragung der Berufungsbeklagten festgehalten hat, ist 
vorweg auf die an der Berufungsverhandlung mündlich eröffnete Abweisung 
dieses Beweisantrags einzugehen. Wie aus dem angefochtenen Urteil (S. 7 f.) 
hervorgeht, hat der Berufungskläger denselben Antrag bereits im erstinstanzlichen 
Verfahren gestellt. Es handelt sich daher nicht um einen neuen Antrag im Sinne 
von Art. 138 Abs. 1 ZGB bzw. Art. 5d EGzZGB, sondern um einen von der 
Vorinstanz abgewiesenen Beweisantrag, der gemäss Art. 226 Abs. 1 ZPO im 
Berufungsverfahren erneuert werden kann. Der Sache nach hat die Vorinstanz ein 
noch während der Hauptverhandlung mündlich eröffnetes Beiurteil gefällt, welches 
indessen weder im Dispositiv noch in einem anderen eigenständigen Schriftstück 
Niederschlag gefunden hat. Mit der Erneuerung seines Beweisantrages richtet 
sich der Berufungskläger demnach gegen ein formal in das Haupturteil integriertes 
Beiurteil, dessen Anfechtung sich aus der vorliegenden Berufungsschrift mit 
hinreichender Deutlichkeit entnehmen lässt, auch wenn die Aufhebung des 
Beiurteils selbst nicht explizit in die Berufungsanträge aufgenommen wurde (vgl. 
PKG 2000 Nr. 8 E. 1.a, 1991 Nr. 11 E. 1.b). Das Beiurteil gilt daher als von der 
Anfechtung des Haupturteils mitumfasst, so dass auf das entsprechende 
Begehren grundsätzlich eingetreten werden kann.

b) Soweit die Vorinstanz die Ablehnung der beantragten Parteibefragung 
sinngemäss mit dem Fehlen der Voraussetzungen von Art. 138 ZGB begründet 

Seite  8 — 26

hat (vgl. Urteil S. 10), ist dies nicht nachvollziehbar. Tatsächlich hat der 
Berufungskläger den Antrag auf Befragung der Parteien zur Investition von 
Eigengut in die gemeinsamen Liegenschaften bereits in den Rechtsschriften 
gestellt (vgl. Prozessantwort S. 5 sowie Duplik S. 4). Folglich hatte die Vorinstanz 
über einen form- und fristgerecht gestellten, in der Beweisverfügung vom 5. 
November 2008 unberücksichtigt gebliebenen und an der Hauptverhandlung auch 
gestützt auf Art. 98 Ziff. 3 ZPO zulässigen Antrag zu entscheiden, der überhaupt 
nicht unter dem Aspekt von Art. 138 ZGB zu prüfen war. Im Übrigen lässt sich aus 
Art. 138 ZGB entgegen der vorinstanzlichen Auffassung keine Beschränkung auf 
echte Noven ableiten (vgl. PKG 2004 Nr. 1 E. 4.a). Dass die Begründung für die 
Ablehnung des Beweisantrages nicht zu überzeugen vermag, ändert allerdings 
nichts daran, dass der Antrag – wie sogleich dargelegt wird – im Ergebnis zu 
Recht abgelehnt wurde. 

c) Nicht ganz klar ist zunächst, ob der Berufungskläger mit seinem Antrag auf 
Parteibefragung auf eine formfreie richterliche Befragung im Sinne von Art. 112 
ZPO oder eine Beweisaussage im Sinne von Art. 201 ZPO abzielt. Soweit ersteres 
zutreffen sollte, wäre dem Ersuchen des Berufungsklägers mit der formfreien 
Befragung im Rahmen der Berufungsverhandlung bereits entsprochen worden. Da 
es sich jedoch bei der richterlichen Befragung gemäss Art. 112 ZPO nicht um ein 
eigentliches Beweismittel, sondern um eine richterliche Befugnis zur Abklärung 
und Vervollständigung unklarer, unvollständiger oder unbestimmter 
Parteivorbringen handelt (vgl. PKG 1990 Nr. 13), muss der in den vorinstanzlichen 
Rechtsschriften unter dem Titel „Beweismittel“ gestellte Antrag auf Befragung der 
Parteien wohl als Antrag auf Beweisaussage verstanden werden. In dieselbe 
Richtung deutet nun auch die mit der Berufungserklärung erfolgte Einlegung eines 
Fragethemas (vgl. act. 01/7). Bei der Beweisaussage handelt es sich nach 
ständiger Praxis des Kantonsgerichts insofern um ein bloss subsidiäres 
Beweismittel, als dieses nur dann zur Anwendung gelangt, wenn dies nach dem 
Ergebnis der formfreien richterlichen Befragung und dem übrigen Beweisverfahren 
geboten scheint und die zu befragende Person unverdächtig erscheint. Die 
Beweisaussage dient nicht dazu, ungenügende Parteivorbringen zu 
vervollständigen, sondern kommt lediglich zur Abwendung eines unverschuldeten 
Beweisnotstands in Frage (vgl. PKG 1988 Nr. 15; ZF 08 82 E. 2.a). In der 
Berufungserklärung wird der Antrag auf richterliche Befragung der 
Berufungsbeklagten zwar mit einem solchen Beweisnotstand (Unerhältlichkeit von 
über 10-jährigen Bankunterlagen) begründet. Zumindest für die erst in den Jahren 
2000 und 2002 erhaltenen Erbschaften geht diese Begründung offensichtlich fehl. 

Seite  9 — 26

Hinzu kommt, dass in den Rechtsschriften des Berufungsklägers keinerlei 
Angaben dazu gemacht werden, wann und in welcher Form er diese Erbschaften 
in die Liegenschaft im Tessin investiert haben soll. Insofern fehlt es bereits an der 
erforderlichen Substanziierung, welche Voraussetzung für eine Beweisabnahme 
wäre. Hinsichtlich der Investition von Eigengut in die gemäss act. 01/4 im Jahre 
1986 erworbene Liegenschaft in W. könnte ein gewisser Beweisnotstand dagegen 
vorliegen. Nachdem die Berufungsbeklagte jedoch gemäss Stellungnahme zu den 
Beweisanträgen vom 28. Juni 2009 sowie ihren Aussagen im Rahmen der 
formfreien richterlichen Befragung nicht in der Lage ist, Angaben dazu zu machen, 
inwieweit Eigengut der Parteien in die Liegenschaft in W. investiert worden ist, ist 
davon auszugehen, dass auch eine Befragung im Rahmen einer Beweisaussage 
keine neuen relevanten Hinweise hervorbringen würde, sodass der Antrag in 
antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen ist. Von einer unakzeptablen 
Auskunftsverweigerung seitens der Berufungsbeklagten kann unter den 
gegebenen Umständen, insbesondere in Anbetracht der seit dem Erwerb der 
Liegenschaft verstrichenen Zeit, keine Rede sein. 

3. Mit Schreiben vom 18. August 2009 hat der Rechtsvertreter des 
Berufungsklägers den am 13. August 2009 abgeschlossenen Kaufvertrag über die 
gemäss Ziffer 3.b des Dispositivs des angefochtenen Urteils im Miteigentum der 
Parteien verbleibende Liegenschaft in W. eingereicht (vgl. act. 14/2). Um die 
Möglichkeit hierfür hatte er unter Verweis auf die laufenden 
Verkaufsverhandlungen bereits in seiner Berufungsschrift ersucht. Da die 
Berufungsbeklagte hiergegen weder in ihrer Stellungnahme vom 28. Juni 2009 
noch anlässlich der Berufungsverhandlung einen Einwand erhoben hat, kann der 
nachgereichte Kaufvertrag in Anwendung von Art. 108 Abs. 2 ZPO in Verbindung 
mit Art. 223 ZPO zu den Akten genommen werden. Keine Auswirkungen hat der 
nunmehr nachgewiesene Verkauf der Liegenschaft in W. dagegen auf die 
erwähnte Ziffer des vorinstanzlichen Urteilsspruchs, welche gemäss 
Berufungserklärung nicht angefochten wurde und demnach bereits in Rechtskraft 
erwachsen ist.

4. a) Mit Ziffer 1 seines Berufungsbegehrens richtet sich der Berufungskläger 
gegen die von der Vorinstanz vorgenommene güterrechtliche 
Auseinandersetzung. Wörtlich genommen verlangt er dabei eine andere Teilung 
des Nettoerlöses aus dem Verkauf der Liegenschaft in V., welcher gemäss Ziffer 
3.a des Dispositivs des angefochtenen Urteils je hälftig unter den Parteien 
aufzuteilen ist. Nachdem nun aber aufgrund der vom Berufungskläger selbst 
eingereichten neuen Urkunden feststeht, dass der Verkauf dieser Liegenschaft 

Seite  10 — 26

mittlerweile zustande gekommen (vgl. act. 01/2) und auch die hälftige Teilung des 
Erlöses grösstenteils bereits erfolgt ist (vgl. act. 01/3), macht der erste Teil des 
Berufungsbegehrens keinen Sinn mehr. Nicht nachvollziehbar ist sodann, wieso 
eine Abänderung von Ziffer 3.c des Dispositivs des angefochtenen Urteils 
beantragt wird, wenn zugleich explizit festgehalten wird, dass gegen die Verteilung 
des Mobiliars nichts eingewendet wird. Eine Auslegung der Berufungsbegehren in 
Verbindung mit den Ausführungen zu den Beweisanträgen macht indessen 
halbwegs klar, dass es dem Berufungskläger um die Zusprechung zweier 
Ersatzforderungen, nämlich für die seiner Meinung nach ungleichmässig erfolgte 
Teilung des Mobiliars der ehelichen Wohnung samt Personenwagen einerseits 
und für das in die Liegenschaften investierte Eigengut anderseits, geht. Im Kern 
wird somit eine Änderung der in Ziffer 3.d des Dispositivs des angefochtenen 
Urteils geregelten güterrechtlichen Ausgleichszahlung zwischen den Parteien 
beantragt.

b) Zur Begründung der Ersatzforderung für das Mobiliar und den 
Personenwagen in Höhe von Fr. 14'105.50 wird in der Berufungserklärung auf 
Ziffer 8 der Prozessantwort (S. 4) verwiesen und ausgeführt, dass im 
angefochtenen Urteil übergangen worden sei, dass der Berufungskläger zwar mit 
der Verteilung des Mobiliars einverstanden sei, nicht aber ohne Gutheissung einer 
sich daraus ergebenden Forderung. So habe die Berufungsbeklagte eine 
Stereoanlage (Fr. 10'000.—), einen antiken Tisch (Fr. 6'000.—), einen 
Fotoapparat (rund Fr. 3'000.—) sowie ein Auto (Eurotaxwert von Fr. 9'211.—) mit 
einem Gesamtwert von Fr. 28'211.— behalten, wovon ihm die Hälfte zustehe. 
Sinngemäss wird damit gerügt, dass die Vorinstanz zu Unrecht eine 
einvernehmliche Teilung des Mobiliars festgestellt habe (vgl. Urteil S. 16). 

Nach der Darstellung der Berufungsbeklagten haben sich die Parteien über 
die reale Aufteilung des Mobiliars inklusive der Fahrzeuge anlässlich eines 
gemeinsamen Gesprächs vom 18. Oktober 2007 verständigt (vgl. Prozesseingabe 
S. 14), was seitens des Berufungsklägers grundsätzlich nicht bestritten wurde. 
Von der Berufungsbeklagten unbestritten geblieben ist sodann, dass die in der 
Prozessantwort aufgeführten Gegenstände ihr überlassen wurden. Bestritten hat 
sie hingegen deren Bewertung sowie die Behauptung des Berufungsklägers, er 
sei „praktisch mit nix in die Wüste geschickt worden“ (vgl. Replik S. 4). Der 
Berufungskläger seinerseits machte geltend (vgl. Duplik S. 3), dass die ihm 
überlassenen Gegenstände nur „Brockenhauswert“ gehabt hätten, womit er aber 
immerhin zugestanden hat, dass auch er gewisse Teile des Mobiliars 
übernommen hat. Einen Beweisantrag für die angeblich ungleichmässige 

Seite  11 — 26

Verteilung des Mobiliars und die sich daraus zu seinen Gunsten ergebende 
Ersatzforderung hat er jedoch - abgesehen vom (mit der Berufungserklärung in 
diesem Punkt nicht mehr erneuerten) Antrag auf richterliche Befragung der 
Parteien - nicht gestellt. Da nach Art. 8 ZGB der Berufungskläger die Beweislast 
für den Bestand der geltend gemachten Ersatzforderung trägt, hätte er den 
Beweis erbringen müssen, dass die Berufungsbeklagte hinsichtlich der 
güterrechtlichen Auseinandersetzung wertmässig mehr erhalten hat als er selbst. 
Mangels Erbringung eines derartigen Beweises hat der Berufungskläger denn 
auch die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen, weshalb sich sein Einwand als 
unbegründet erweist und seine Ersatzforderung von der Vorinstanz zu Recht 
abgewiesen wurde.

c) Weiter macht der Berufungskläger eine die gemeinsame Errungenschaft 
belastende Ersatzforderung zu seinen Gunsten in Höhe von Fr. 64'298.70 geltend. 
Aufgrund der mit der Duplik eingereichten Urkunden (bekl. act. 5, 6 und 7) ist zwar 
ausgewiesen, dass der Berufungskläger im Jahr 1981 eine Schenkung seiner 
Eltern im Wert von Fr. 10'000.— erhalten hat und ihm aus den Nachlässen seines 
Göttis und einer Tante in den Jahren 2000 und 2002 Beträge über Fr. 10'000.— 
bzw. Fr. 15'798.70  zugeflossen sind. Diese Mittel würden, soweit sie heute noch 
vorhanden sind, offensichtlich Eigengut im Sinne von Art. 198 Ziff. 2 ZGB 
darstellen. Was die Zinsen auf den von den Eltern geschenkten Obligationen 
betrifft, fielen diese dagegen von Gesetzes wegen in die Errungenschaft (Art. 197 
Abs. 2 Ziff. 4 ZGB). Einen Beweis für die - von der Berufungsbeklagten 
zulässigerweise mit Nichtwissen bestrittene - Verwendung der vorgenannten Mittel 
zum Erwerb der Liegenschaften in W. und V. konnte der Berufungskläger dagegen 
auch im Berufungsverfahren nicht erbringen, weshalb die behauptete 
Ersatzforderung abzuweisen ist. Was sodann die angeblich in die Ehe 
eingebrachten Ersparnisse in Höhe von Fr. 25'000.— anbelangt, fehlt es nach 
Ansicht des Gerichts bereits an einem Beweis dafür, dass es sich dabei um 
Ersparnisse des Berufungsklägers gehandelt hat. So handelt es sich bei der innert 
der Frist von Art. 98 ZPO nachgereichten Steuererklärung 1979-1980 (vgl. bekl. 
act. 12) offensichtlich um ein erst nach der Eheschliessung und Geburt der 
gemeinsamen Tochter erstelltes Dokument, in welchem Einkommen und 
Vermögen beider Ehegatten erfasst wurden. Darüber hinaus ist unklar, auf 
welchen Stichtag das steuerbare Vermögen von Fr. 25'000.— bestanden haben 
soll. Dass der Berufungskläger allein Ersparnisse von Fr. 25'000.— in die Ehe 
eingebracht hätte, geht aus dieser Steuererklärung jedenfalls nicht hervor. Ebenso 
fehlt es hinsichtlich der eingebrachten Ersparnisse auch an einem Beweis dafür, 

Seite  12 — 26

dass diese während des von 1980 bis 1984 dauernden Studiums des 
Berufungsklägers, als der Lebensunterhalt der Familie vorwiegend aus den 
Einkünften der zu 60% als Krankenschwester arbeitenden Berufungsbeklagten 
bestritten werden musste, erhalten geblieben und im Jahre 1986 für den Kauf der 
Liegenschaft in W. verwendet worden sind. Die Vorinstanz hat somit auch diese 
vom Berufungskläger geltend gemachte Ersatzforderung unter Hinweis auf Art. 
200 Abs. 3 ZGB, wonach in Ermangelung erbrachter Beweise für jegliches 
Vermögen der Parteien die Vermutung der Errungenschaft spiele und hälftig 
aufgeteilt werde, zu Recht abgewiesen.

5. a) Mit der Berufung angefochten wird sodann der nacheheliche Unterhalt in 
Höhe von monatlich Fr. 2'500.—, welchen die Vorinstanz der Berufungsbeklagten 
bis zum Eintritt des Berufungsklägers ins gesetzliche Pensionsalter zugesprochen 
hat. Diesbezüglich rügt der Berufungskläger, dass die Vorinstanz in ihrem Urteil 
von falschen Zahlen ausgegangen sei, Vermögen und Ertrag übergangen habe 
sowie Art. 125 ZGB falsch angewandt habe.

b) Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht Anspruch auf nachehelichen 
Unterhalt, soweit einem Ehegatten nicht zuzumuten ist, für den ihm gebührenden 
Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst 
aufzukommen. Art. 125 Abs. 2 ZGB führt die wichtigsten Gesichtspunkte auf, die 
das Gericht beim Entscheid in Erwägung zu ziehen hat, ob und gegebenenfalls in 
welcher Höhe und Dauer ein Unterhaltsbeitrag zuzusprechen ist. Die Bestimmung 
ist zum einen Ausdruck des Prinzips der nach Beendigung der Ehe beiden Gatten 
obliegenden Eigenversorgung („clean break“); zum andern konkretisiert sie den 
Gedanken der nachehelichen Solidarität, der namentlich dann Bedeutung erlangt, 
wenn es einem Ehegatten beispielsweise durch eine ehebedingte 
Beeinträchtigung seiner wirtschaftlichen Selbständigkeit nicht zumutbar ist, nach 
Auflösung der Ehe selbst für seinen Unterhalt aufzukommen (vgl. BGE 127 III 291 
E. 2. a/aa; Urteil des Bundesgerichts 5C.32/2001 vom 19. April 2001 E. 3.a; 
Gloor/Spycher, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 3. Aufl., Basel 2006, N 2 und 
N 6 zu Art. 125 ZGB). Zur Beantwortung der Frage, ob ein Unterhaltsbeitrag 
festzusetzen ist, hat das Gericht die massgebenden Lebensverhältnisse der zu 
scheidenden Ehegatten abzuklären. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
basiert dabei auf der Unterscheidung, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht. 
Bei fehlender Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, 
während die Partner bei der lebensprägenden Ehe Anspruch auf Fortführung der 
ehelichen Lebenshaltung haben. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Vertrauen 
des ansprechenden Ehegatten auf Fortführung der Ehe und den Weiterbestand 

Seite  13 — 26

der bisherigen, frei vereinbarten Aufgabenteilung objektiv schutzwürdig ist. Bei 
einer Kurzehe von weniger als fünf Jahren wird vermutet, dass keine 
Lebensprägung vorliegt, während eine Ehe, die mehr als zehn Jahre gedauert hat, 
vermutungsweise lebensprägend war. Unabhängig von der Dauer gilt die Ehe in 
der Regel als lebensprägend, wenn aus ihr gemeinsame Kinder hervorgegangen 
sind (vgl. zum Ganzen BGE 135 III 61 E. 4.1. mit Hinweisen; Gloor/Spycher, 
a.a.O., N 25 zu Art. 125 ZGB). Dass vorliegend eine lebensprägende Ehe 
gegeben ist, hat die Vorinstanz gestützt auf die entsprechenden tatsächlichen 
Feststellungen - mehr als 20 Jahre dauernde Ehe, aus der ein Kind 
hervorgegangen ist; grundsätzlich klassische Rollenverteilung mit Haushaltführung 
und Kinderbetreuung durch die Berufungsbeklagte, welche zuletzt wieder im 
Umfang von 60 % als Krankenschwester erwerbstätig war - richtig erkannt; auf 
deren Erwägungen (vgl. Urteil S. 19 f.) kann an dieser Stelle grundsätzlich 
verwiesen werden  (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Dass die Ehe der Parteien 
lebensprägenden Charakter hatte, blieb im Berufungsverfahren im Übrigen zu 
Recht unbestritten.

c) Hauptstreitpunkt im vorliegenden Verfahren bildet die Frage, nach welcher 
Methode der nacheheliche Unterhalt zu bemessen ist. Während der 
Berufungskläger das Clean-Break-Prinzip in den Vordergrund stellt und unter 
Berufung auf    BGE 134 III 145 jeglichen Rentenanspruch der 
Berufungsbeklagten bestreitet, da diese den im Massnahmeverfahren 
berechneten Mindestbedarf ohne weiteres mit ihrem eigenen Einkommen decken 
könne, hält die Berufungsbeklagte an ihrem Anspruch auf den hälftigen 
Überschussanteil fest. Die Vorinstanz hat in ihren allgemeinen Erwägungen zur 
Bemessung des nachehelichen Unterhalts zwar zunächst ebenfalls auf BGE 134 
III 145 Bezug genommen (vgl. Urteil S. 17 ff.), hat dann aber den ehelichen 
Lebensstandard mittels einer hypothetischen Bedarfsberechnung mit 
Überschussteilung ermittelt (vgl. Urteil S. 20) und letztlich den gebührenden 
Unterhalt ebenfalls mittels Überschussteilung bestimmt (vgl. Urteil S. 22 f.). Im 
Ergebnis hat sie damit beiden Ehegatten die Hälfte des gemeinsamen 
Erwerbseinkommens von rund Fr. 14'000.— als gebührenden Unterhalt zuerkannt.

d) Was die Ausführungen der Berufungsbeklagten zur Überschussteilung 
betrifft (vgl. Plädoyer RA Herold S. 9), ist ihr insoweit zuzustimmen, als das 
Bundesgericht mit BGE 134 III 577 den zuvor ergangenen BGE 134 III 145 
erheblich relativiert und festgestellt hat, dass die Methode der hälftigen 
Überschussteilung zur zahlenmässigen Konkretisierung des gebührenden 
Unterhalts und des allfällig geschuldeten nachehelichen Unterhaltsbeitrages nicht 

Seite  14 — 26

von vornherein ausgeschlossen werden dürfe. Gemäss den Erwägungen des 
Bundesgerichts ist indessen deren Anwendungsbereich regelmässig auf lange, 
von klassischer Rollenteilung geprägte Ehen im mittleren Einkommensbereich 
beschränkt (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 5A_288/2008 vom 27. 
August 2008 E. 5.4, wo von mittleren Einkommen bis ca. Fr. 8'000.-- oder Fr. 
9'000.— die Rede ist). Im vorliegenden Fall beträgt das Gesamteinkommen der 
beiden Parteien rund Fr. 14'000.--, weshalb gemäss der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung nicht mehr von einem Einkommen im mittleren 
Einkommensbereich gesprochen werden kann. In Übereinstimmung mit der Praxis 
des Kantonsgerichtes, welches in seiner jüngsten Rechtsprechung in strittigen 
Fällen der konkreten Bemessung des gebührenden Unterhalts den Vorzug 
gegeben hat (vgl. ZF 2008 31, ZF 2008 51/52, ZF 2008 85/86 und ZK1 09 3), ist 
daher auch vorliegend der gebührende Unterhalt der Berufungsbeklagten konkret 
zu ermitteln. 

e) Bei einer lebensprägenden Ehe bemisst sich der gebührende Unterhalt an 
dem in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standard (zuzüglich 
scheidungsbedingter Mehrkosten), auf dessen Fortführung bei genügenden 
Mitteln beide Teile Anspruch haben, der aber gleichzeitig auch die Obergrenze 
des gebührenden Unterhalts bildet (vgl. BGE 134 III 146 E. 4 mit Verweis auf BGE 
132 III 593 E. 3.2, BGE 129 III 7 E.3.1.1 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 8. 
Juni 2006, 5C.43/2006, E. 2.2). Daraus folgt einerseits, dass ein Anspruch auf 
gleiche bzw. vergleichbare Lebenshaltung für die nacheheliche Zeit nur im 
Rahmen des letzten ehelichen Standards besteht und Art. 125 ZGB eben keine 
lebenslängliche Gleichstellung der Ehegatten in finanzieller Hinsicht garantiert. Auf 
der anderen Seite kann bei guten wirtschaftlichen Verhältnissen der gebührende 
Unterhalt nicht auf den familienrechtlichen Notbedarf oder gar auf das 
Existenzminimum beschränkt sein. Der Unterhaltsberechtigte hat als Folge der 
durch die lebensprägende Ehe erworbenen Vertrauensposition vielmehr auch 
nach der Scheidung Anteil am den verfügbaren Mitteln entsprechenden höheren 
Lebensstandard. Das Existenzminimum bildet nur einen Ausgangspunkt, welchen 
das Gericht in Würdigung des festgestellten ehelichen Lebensstandards 
angemessen erhöhen kann (Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2008, 
5A_288/2008, E. 5.4; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 
2007, 5A_257/2007, E. 3.3). In jedem Fall sind daher die relevanten 
Lebensverhältnisse der Parteien festzustellen (vgl. BGE 134 III 577 E. 3 am 
Ende).

Seite  15 — 26

f) Im vorliegenden Fall bereitet die Ermittlung des letzten gemeinsam 
gelebten Lebensstandards gewisse Schwierigkeiten, da die Parteien kaum 
Angaben zu ihren wirtschaftlichen Verhältnissen im Zeitpunkt der Trennung 
(Januar 2004) gemacht haben und sich auch den Akten hierzu nichts bzw. nur 
sehr wenig entnehmen lässt. Kann somit die letzte gemeinsame Lebenshaltung 
nicht einigermassen zuverlässig bestimmt werden, bleibt nur ein Abstellen auf den 
während der Trennung gelebten Lebensstandard, der an sich nur bei langjähriger 
Trennungszeit als Grundlage für die Bemessung des nachehelichen Unterhalts 
dient (vgl. BGE 130 III 539 E. 2.2), aber in vielen Fällen - zumindest bei 
ausreichenden finanziellen Mitteln - weitgehend dem ehelichen Lebensstandard 
entspricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5C.43/2006 vom 8. Juni 2006 E. 1). 
Vorliegend rechtfertigt sich ein Abstellen auf die Lebenshaltung während der Zeit 
der Trennung umso mehr, als die Parteien bis im Sommer 2007 ihre 
wirtschaftliche Gemeinschaft trotz getrennter Wohnsitze weitergeführt haben. Wie 
sich nämlich aus den Akten des Massnahmeverfahrens (Proz. Nr. 130-2007-311) 
ergibt, bestritten die Ehegatten ihren jeweiligen Lebensunterhalt bis zu jenem 
Zeitpunkt über ein gemeinsames Konto, welches mit den Einkünften beider 
Ehegatten gespiesen wurde.

g) Angaben zur Lebenshaltung während der Trennung liefern nebst der 
Massnahmeverfügung vom 19. Dezember 2007 die Veranlagungsverfügung 2006 
(vgl. kläg. act. 13) sowie die weiteren im Scheidungsverfahren eingereichten 
Unterlagen zu den geltend gemachten Bedarfspositionen, soweit daraus 
Rückschlüsse auf die Vorjahre gezogen werden können. Demzufolge erzielten die 
Parteien im Jahre 2006 ein Erwerbseinkommen von Fr. 97'634.— bzw. Fr. 
52'521.—, was einem monatlichen Einkommen von Fr. 8'136.— für den 
Berufungskläger bzw. Fr.  4'377.— für die Berufungsbeklagte entspricht. Dazu 
kamen die Einnahmen aus der Vermietung der Liegenschaft in W., welche sich 
gemäss Steuerveranlagung 2006 auf brutto Fr. 13'440.— bzw. Fr. 1'120.— pro 
Monat beliefen. Gesamthaft standen den Ehegatten somit Einkünfte von monatlich 
Fr. 13'633.— zur Verfügung. Zu ergänzen bleibt, dass der Berufungskläger seine 
langjährige Stelle als Mittelschullehrer am F. in U. im Jahre 2004 aufgegeben 
hatte und während der anschliessenden einjährigen Weiterbildung an der I. in T. 
nur teilzeitlich erwerbstätig gewesen war. Erst mit der Aufnahme seiner 
Lehrtätigkeit an der I. in X. erreichte er daher das zuvor genannte Einkommen. 

h) Den Einkünften der Ehegatten ist sodann der monatliche Bedarf 
gegenüberzustellen, wobei dieser, sofern nicht aktenmässig ausgewiesen, 
aufgrund von Erfahrungswerten zu ermitteln ist. Die Grundbeträge belaufen sich 

Seite  16 — 26

zufolge der getrennten Haushalte auf je Fr. 1'100.—. Die Wohnkosten sind durch 
die jeweiligen Mietverträge (kläg. act. 11) mit Fr. 2'250.— für die 
Berufungsbeklagte (allerdings erst ab April 2007) und Fr. 1'198.— für den 
Berufungskläger ausgewiesen. Mit Fr. 877.— schlugen im Jahre 2006 die 
Krankenversicherungsprämien zu Buche (kläg. act. 13). Für Versicherungen 
(Hausrat und Haftpflicht) wird ein Betrag von Fr. 100.— angenommen, 
währenddem für Berufsauslagen die Beträge gemäss Steuerveranlagung 2006 
(kläg. act. 13) bzw. gemäss Steuererklärung 2007 (beklagt. act. 8), d.h. Fr. 182.— 
und Fr. 542.—, eingesetzt werden (die in der Steuerveranlagung 2006 für den 
Ehemann anerkannten Wochenaufenthaltskosten müssen vorliegend ausser 
Betracht bleiben). Die Steuerbelastung belief sich für das Jahr 2006, in welchem 
die Parteien letztmals gemeinsam veranlagt wurden, auf rund Fr. 1'400.— für 
Bund, Kanton und Gemeinde S. (kläg. act. 13); unter Einbezug des in X., W. und 
V. zu versteuernden Einkommens und Vermögens ist unter diesem Titel ein 
Betrag von rund Fr. 1'700.— einzusetzen. Aus den mit der Prozesseingabe 
eingereichten Urkunden (insbesondere kläg. act. 10) ergibt sich sodann, dass die 
Ehegatten Halter zweier Fahrzeuge waren, für deren Betrieb 
(Strassenverkehrssteuern, Versicherung, Service und Reparaturen, Benzin) 
erfahrungsgemäss mit Kosten von monatlich rund Fr. 1'000.— zu rechnen ist. Für 
die im Eigentum der Ehegatten stehenden Liegenschaften in W. und V. fielen 
schliesslich Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten von Fr. 973.— bzw. Fr. 
453.— an (kläg. act. 13). Somit ergibt sich folgende Aufstellung:

Grundbetrag Ehegatten Fr. 2'200.00
Wohnkosten Ehefrau Fr. 2’250.00
Wohnkosten Ehemann Fr. 1’198.00
Krankenversicherung Fr. 877.00
Versicherungen Fr. 100.00
Berufsauslagen Ehefrau Fr.  182.00
Berufsauslagen Ehemann Fr. 542.00
Steuern Fr. 1'700.00
Betriebskosten Autos Fr. 1'000.00
Hypothekarzinsen Fr. 973.00
Unterhalt Liegenschaften Fr. 453.00
Total Fr. 11'475.00

Verglichen mit dem zuvor festgestellten Einkommen von Fr. 13'633.— 
verblieb den Ehegatten demnach ein Überschuss von aufgerundet Fr. 2'200.— pro 
Monat. Zu berücksichtigen ist nun allerdings, dass die Ehegatten gemäss den 
Angaben in der Steuererklärung 2006 (kläg. act. 7) bis zu diesem Zeitpunkt ihre 

Seite  17 — 26

Tochter C., welche an der Universität Zürich ein Medizinstudium absolvierte, 
unterstützt haben. Dadurch dürfte sich nach der allgemeinen Lebenserfahrung der 
den Ehegatten verbleibende Einkommensüberschuss um mindestens Fr. 1'000.— 
pro Monat reduziert haben. Geht man davon aus, dass beide Ehegatten 
gleichmässig am verbleibenden Überschuss partizipiert haben (eine Sparquote 
wurde weder behauptet noch ergibt sich eine solche für den in Frage stehenden 
Zeitraum aus den Akten), hat somit jeder Ehegatte mit rund Fr. 600.— an der den 
errechneten Bedarf übersteigenden Lebenshaltung teilgenommen.

i) Aufgrund dieser Feststellungen zum massgeblichen Lebensstandard der 
Ehegatten ist nunmehr der gebührende Unterhalt der Berufungsbeklagten zu 
ermitteln. Dieser umfasst – wie oben dargelegt wurde – im Idealfall, d.h. bei 
ausreichenden finanziellen Mitteln, sämtliche Kosten für die Weiterführung des 
ehelichen Lebensstandards unter Einschluss der scheidungsbedingten 
Mehrkosten. Demzufolge ist zunächst der dem ehelichen Standard entsprechende 
nacheheliche Grundbedarf der Berufungsbeklagten (samt scheidungsbedingter 
Mehrkosten) festzustellen, der sodann um den soeben ermittelten Anteil an der 
ehelichen Lebenshaltung zu erhöhen ist. Was die Wohnkosten der 
Berufungsbeklagten betrifft, hat deren Rechtsvertreterin bereits im 
vorinstanzlichen Verfahren zugestanden, dass diese in der Bedarfsberechnung 
auf Fr. 1'800.— herabzusetzen sind (vgl. act. 03/1, Plädoyer RA Herold S. 7). Auf 
diesem Zugeständnis ist sie zu behaften. Zwar trifft es zu, dass der 
Berufungskläger dem Abschluss des gegenwärtigen Mietverhältnisses zugestimmt 
und er sogar den Mietvertrag auf seinen Namen abgeschlossen hat (kläg. act. 11). 
Dennoch wäre es unbillig, der Berufungsbeklagten für die gesamte Dauer der 
nachehelichen Unterhaltspflicht fast doppelt so hohe Wohnkosten anzurechnen 
wie dem Berufungskläger. Auf der anderen Seite ist durchaus zu berücksichtigen, 
dass die Wohnungsmieten im Engadin bekanntermassen erheblich höher sind als 
beispielsweise in X.. Unter diesen Umständen erscheint dem Gericht der Betrag 
von Fr. 1'800.— als angemessen. Dem ehelichen Standard entsprechend sind 
sodann die mit der Prozesseingabe ausgewiesenen Krankenkassenprämien von 
aufgerundet Fr. 400.— (kläg. act. 9) sowie ein Betrag von Fr. 50.— für sonstige 
Versicherungen in den Bedarf aufzunehmen. Hinzu kommen die Berufsauslagen, 
für welche in Anbetracht des wegen des Umzugs nach K. längeren Arbeitswegs 
ein Betrag von Fr. 300.— eingesetzt wird. Die künftige Steuerbelastung wurde von 
der Berufungsbeklagten im Massnahmeverfahren, auf welches in der 
Prozesseingabe (S. 9) verwiesen wurde, auf Fr. 600.— geschätzt. Dabei scheint 
sie ausser Acht gelassen zu haben, dass sie nicht bloss ihr eigenes 

Seite  18 — 26

Erwerbseinkommen, sondern auch die nachehelichen Unterhaltsbeiträge und das 
ihr aus der güterrechtlichen Auseinandersetzung zufliessenden Vermögen (unter 
Einschluss der darauf erzielten Erträge) zu versteuern haben wird. Gemäss 
Online-Berechnung der Kantonalen Steuerverwaltung ist daher mit einer 
monatlichen Steuerbelastung von rund Fr. 1'000.— zu rechnen. Unabhängig 
davon, ob die Berufungsbeklagte beruflich auf ein Auto angewiesen ist oder nicht, 
sind sodann dem ehelichen Standard entsprechend die Kosten für Unterhalt und 
Betrieb eines Motorfahrzeuges in Höhe von Fr. 500.— in die Bedarfsberechnung 
aufzunehmen. Ebenfalls zuzugestehen ist der Berufungsbeklagten ein gewisser 
Betrag für Ferien, zumal sich die Ehegatten bis zur Scheidung eine eigene 
Ferienwohnung im Tessin geleistet haben, welche ebenfalls  Kosten von monatlich 
rund Fr. 500.— (Hypothekarzins und Unterhalt) verursacht hatte. Der von der 
Berufungsbeklagten unter diesem Titel geltend gemachte Betrag von Fr. 250.— 
(vgl. Prozesseingabe S. 9 unten) ist daher als angemessen zu bezeichnen. Damit 
ergibt sich folgender der ehelichen Lebenshaltung entsprechende Bedarf:

Grundbetrag Ehefrau Fr. 1'100.00
Wohnkosten Fr. 1'800.00
Krankenversicherung Fr. 400.00
Versicherungen Fr. 50.00
Berufsauslagen Fr. 300.00
Steuern Fr. 1'000.00
Betriebskosten Auto Fr. 500.00
Ferien Fr. 250.00
Anteil ehelicher Lebensstandard Fr. 600.00
Total Fr. 6'000.00

j) Im vorgenannten Betrag noch nicht berücksichtigt ist der sog. 
Vorsorgeunterhalt, der gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB ebenfalls zum gebührenden 
Unterhalt gehört. Ein solcher wurde zwar von der Berufungsbeklagten - als Folge 
der von ihr postulierten Bemessungsmethode der Überschussteilung - nie 
thematisiert, ist aber bei einer konkreten Berechnung des gebührenden Unterhalts 
von Gesetzes wegen zu berücksichtigen, soweit das eigene Einkommen der 
Unterhaltsberechtigten unter der massgeblichen ehelichen Lebenshaltung bleibt 
und damit offenkundig eine nacheheliche Lücke im Aufbau der Altersvorsorge 
entstehen wird (vgl. BGE 135 III 159 E. 4.1). Die Argumentation des 
Berufungsklägers, dass das Kriterium der angemessenen Altersvorsorge zufolge 
der Pensionskassenteilung übergangen werden könne, geht offensichtlich fehl, da 
mit der Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge und dem AHV-
Splitting nur die bis zur Scheidung entstandenen Vorsorgelücken ausgeglichen 

Seite  19 — 26

werden. Berechnet man den Vorsorgeunterhalt nach Vorgabe der jüngsten 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 125 III 160 E. 4.4), d.h. auf der Basis 
eines der massgeblichen Lebenshaltung entsprechenden fiktiven 
Bruttoeinkommens, von dem das eigene rentenbildende Bruttoeinkommen der 
Berufungsbeklagten in Abzug zu bringen ist, ist zusätzlich eine Betrag von rund Fr. 
500.—  pro Monat in die Unterhaltsberechnung aufzunehmen, womit sich ein 
massgeblicher gebührender Unterhalt der Berufungsbeklagten von insgesamt Fr. 
6'500.— ergibt (vgl. zum Ganzen auch Gloor/ Spycher, a.a.O., N 4 zu Art. 125 
ZGB sowie Heinz Hausheer/Annette Spycher, ZBJV 2/2009, S. 131 ff.). 

6. a) Steht der gebührende Unterhalt der Berufungsbeklagten fest, ist in einem 
zweiten Schritt zur prüfen, inwiefern sie diesen aus eigenen Mitteln bestreiten 
kann. Der Vorrang der Eigenversorgung ergibt sich direkt aus dem Wortlaut von 
Art. 125 Abs. 1 ZGB. Ist diese einem Ehegatten vorübergehend oder dauerhaft 
nicht möglich bzw. zumutbar, so dass er auf Unterhaltsleistungen des anderen 
angewiesen ist, muss anschliessend in einem dritten Schritt dessen 
Leistungsfähigkeit ermittelt und ein angemessener Unterhaltsbeitrag festgesetzt 
werden, welcher auf dem Prinzip der nachehelichen Solidarität beruht (vgl. BGE 
134 III 146 E. 4; Tuor/Schnyder/Rumo-Jungo, Das Schweizerische 
Zivilgesetzbuch, 13. Aufl., Zürich 2009, § 24 N 36). Ob es dem berechtigten 
Ehegatten unmöglich oder unzumutbar ist, für seinen gebührenden Unterhalt 
selbst zu sorgen, beurteilt sich nach verschiedenen objektiven Kriterien. 
Massgebend ist vorab das tatsächlich erzielte oder erzielbare 
Nettoerwerbseinkommen aus zumutbarer beruflicher Tätigkeit. Bei Verweigerung 
der Aufnahme einer entsprechenden Arbeit ist auf das hypothetische 
Erwerbseinkommen abzustellen. Weitere Kriterien sind das Alter und die 
Gesundheit der berechtigten Person, die gelebte Ehedauer, die 
Aufgabenverteilung während der Ehe, der jeweilige Ausbildungsstand sowie 
allfällig noch zu leistende Kinderbetreuungspflichten (vgl. Gloor/Spycher, a.a.O., N 
6 ff. zu Art. 125 ZGB). Neben dem Alter kann namentlich eine verminderte 
Gesundheit zu einer nur beschränkten oder gar gänzlich entfallenden 
Eigenversorgungskapazität führen (vgl. BGE 127 III 291 E. 2.a/aa). Dabei kommt 
es bei lebensprägenden Ehen nicht darauf an, ob die Beeinträchtigung des 
Gesundheitszustandes ehebedingt ist oder nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_103/2008 vom 5. Mai 2008, E. 2.2.2; 5A_288/2008 vom 27. August 2008, E. 
4.3; 5C.169/2006 vom 13. September 2006, E. 2.6).

b) Die Vorinstanz hat der Berufungsbeklagten - ausgehend von den im Recht 
liegenden Lohnabrechnungen für das Jahr 2008 (vgl. kläg. act. 28 und 29), dem in 

Seite  20 — 26

der Prozesseingabe zugestandenen leicht höheren Nettolohn und einem aus 
gesundheitlichen Gründen nicht zu steigernden Arbeitspensum von 60 % - ein 
zumutbares Einkommen in der Höhe von Fr. 4'457.— netto pro Monat 
angerechnet (vgl. Urteil S. 21 f.). Der Berufungskläger rügt diesbezüglich, dass 
aufgrund des Lohnausweises für das Jahr 2007 richtigerweise von einem 
Nettoeinkommen von Fr. 4'794.15 hätte ausgegangen werden müssen. Zudem 
erfülle die Berufungsbeklagte entgegen ihren Angaben, wonach sie lediglich zu 60 
% arbeite, tatsächlich ein Arbeitspensum von 65 %.

c)  Vorliegend ist ausgewiesen, dass das vertraglich vereinbarte 
Arbeitspensum der Berufungsbeklagten im G. seit dem 1. Januar 2004 60 % 
beträgt (vgl. kläg. act. 4). Dieses Pensum ist auch im Lohnausweis für das Jahr 
2008 aufgeführt (vgl. kläg. act. 35, wo unter Bemerkungen „Teilzeitbeschäftigung 
60 %“ festgehalten ist). Durch ein Arztzeugnis von Dr. med. H. vom 3. Juli 2008 
(vgl. kläg. act. 7) ist weiter belegt, dass die Berufungsbeklagte aufgrund von 
chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates nicht in der Lage ist, als 
Krankenschwester ein Arbeitspensum von mehr als 60 % zu bewältigen. Unter 
diesen Umständen hat die Vorinstanz zu Recht erkannt, dass der - heute 56-
jährigen - Berufungsbeklagten eine dauernde Erhöhung ihres Arbeitspensums 
nicht mehr zumutbar ist. Dass sie im Jahre 2007 vorübergehend ein höheres 
Arbeitspensum erfüllt hat - so ist im Lohnausweis für das Jahr 2007 tatsächlich ein 
Pensum von 65 % vermerkt (vgl. kläg. act. 6), was in der Prozesseingabe (S. 8) 
mit einer temporären Anhebung des Arbeitspensums um 20 % aufgrund einer 
personellen Notsituation erklärt wurde - kann ihr in Anbetracht der ausgewiesenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht entgegengehalten werden. Ebenso 
wenig kann aus dem Umstand, dass die Berufungsbeklagte in der Vergangenheit 
zahlreiche Überstunden geleistet hat, welche ihr im September 2008 ausbezahlt 
wurden (vgl. kläg. act. 28), auf eine dauerhaft höhere Leistungsfähigkeit der 
Berufungsbeklagten geschlossen werden. Einerseits fehlt die Gewissheit, dass sie 
auch in Zukunft Überstunden zu leisten hat und sich solche auszahlen lassen 
kann, anderseits dürfte eine Verpflichtung zur Leistung von Überstunden in 
grösserem Ausmass auch an der ärztlich attestierten Beschränkung der 
Arbeitsfähigkeit der Berufungsbeklagten scheitern. Die Vorinstanz hat somit zu 
Recht auf das effektive Einkommen der Berufungsbeklagten aus ihrer 60 %-igen 
Anstellung als Krankenschwester in der auch von dieser selbst zugestandenen 
Höhe von Fr. 4'457.— pro Monat abgestellt. Der Einwand des Berufungsklägers 
erweist sich demnach als unbegründet.

Seite  21 — 26

d) Von der Vorinstanz nicht geprüft wurde hingegen, inwiefern die 
Eigenversorgungskapazität der Berufungsbeklagten durch das Ergebnis der 
güterrechtlichen Auseinandersetzung beeinflusst wird. Dies obwohl der 
Rechtsvertreter des Berufungsklägers an der Hauptverhandlung ausdrücklich 
geltend gemacht hat, dass die Vermögenserträge bei der Bemessung des 
nachehelichen Unterhalts zu berücksichtigen seien (vgl. Plädoyer RA Benovici S. 
2). Die Rechtsvertreterin der Berufungsbeklagten hat in diesem Zusammenhang 
ausgeführt, dass sie bei ihrer Unterhaltsberechnung auf die Berücksichtigung 
eines möglichen Vermögensertrags bewusst verzichtet habe, da das aus dem 
Verkauf der Liegenschaft im Tessin resultierende Vermögen bei beiden Parteien in 
gleicher Höhe anfallen würde, so dass sich allfällige Erträge neutralisieren würden 
(vgl. Plädoyer RA Herold S. 10). Dieser für die Bemessungsmethode der 
Überschussteilung zutreffenden Auffassung scheint sich die Vorinstanz 
stillschweigend angeschlossen zu haben. Soweit der nacheheliche Unterhalt aber 
- wie dies vorliegend der Fall ist - anhand einer konkreten Bedarfs- und 
Einkommensberechnung zu bemessen ist, sind auch allfällige Erträge aus dem 
Vermögen, über welches die unterhaltsberechtigte Partei nach Durchführung der 
güterrechtlichen Auseinandersetzung verfügt, bei der Beurteilung ihrer 
Eigenversorgungskapazität zu berücksichtigen und dem Einkommen 
hinzuzurechnen (vgl. Gloor/Spycher, a.a.O., N 9 zu Art. 125 ZGB). 

e) Vorliegend steht aufgrund des im Berufungsverfahren eingereichten 
Kaufvertrags fest, dass nunmehr auch die im Miteigentum der beiden Parteien 
verbliebene Liegenschaft in W. zu einem Preis von Fr. 700'000.— hat verkauft 
werden können. Nach Abzug der Grundpfandschulden (Fr. 300'000.—), der 
Kosten für die Ablösung einer Dienstbarkeit (Fr. 20'000.—) sowie der mit dem 
Verkauf verbundenen Kosten und Steuern, welche vom Berufungskläger auf ca. 
Fr. 46'000.—geschätzt wurden (vgl. Plädoyer RA Benovici S. 2), dürfte den 
Parteien ein Nettoerlös von je rund Fr. 165'000.— verbleiben; von einem 
Nettoerlös in Höhe von je ca. Fr. 160'000.— ist sodann auch die Rechtsvertreterin 
der Berufungsbeklagten ausgegangen (vgl. Plädoyer RA Herold S. 10). Hinzu 
kommt der Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaft im Tessin in Höhe von je Fr. 
105'125.—, dessen Zahlungseingang die Berufungsbeklagte im 
Berufungsverfahren anerkannt hat. Insgesamt verfügt die Berufungsbeklagte somit 
über ein Gesamtvermögen von mindestens Fr. 265'000.—, so dass es sich 
rechtfertigt, ihr auf der Basis einer bei vorsichtiger Vermögensanlage erzielbaren 
durchschnittlichen Rendite von 2 - 3 % einen Ertrag von rund Fr. 500.— pro Monat 
als Einkommen anzurechnen (vgl. auch Gloor/Spycher, a.a.O., N 9 zu Art. 125 

Seite  22 — 26

ZGB). Die Anrechnung eines Vermögensertrags von Fr. 1'000.—, wie vom 
Berufungskläger verlangt, ist in Anbetracht des derzeit erheblich tieferen 
Zinsniveaus und der Unzumutbarkeit einer risikobehafteten Anlagestrategie 
hingegen ausgeschlossen. Ebenso wenig steht bei den gegebenen 
wirtschaftlichen Verhältnissen die Anrechnung eines Vermögensverzehrs zur 
Diskussion, zumal die Berufungsbeklagte nach dem Wegfall des nachehelichen 
Unterhalts bzw. nach ihrer eigenen Pensionierung trotz Teilung des BVG-Kapitals 
und noch möglichem Ausbau der Altersvorsorge auf ihr Vermögen wird 
zurückgreifen müssen, um den bisherigen Lebensstandard weiterhin aufrecht 
erhalten zu können.

f) Nach dem Gesagten steht einem Gesamtbedarf der Berufungsbeklagten 
von Fr. 6'500.— ein Einkommen von aufgerundet Fr. 5'000.— (Einkommen Fr. 
4'457.—, Vermögensertrag ca. Fr. 500.—) gegenüber, woraus eine Unterdeckung 
von Fr. 1'500.— resultiert. Da die Berufungsbeklagte allein kraft Eigenversorgung 
nicht am ehelichen Lebensstandard anzuknüpfen vermag, hat sie im Rahmen des 
Fehlbetrags Anspruch auf nachehelichen Unterhalt. 

7. a) Zu prüfen bleibt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers. 
Dabei ist aufgrund der Lohnabrechnungen des Jahres 2008 von einem 
Nettoeinkommen von Fr. 9'539.60 (vgl. bekl. act. 9, inkl. 13 Monatslohn) 
auszugehen. Anzumerken bleibt, dass der Berufungskläger als Dozent an der I. in 
X. angestellt ist und gemäss dem von der Berufungsbeklagten eingelegten 
Arbeitsvertrag (kläg. act. 6) lediglich ein Pensum von 75 % garantiert ist. Laut 
Aussagen des Zeugen Dr. J., der seit drei Jahren Rektor der I. ist, war der 
Berufungskläger im Schuljahr 2008/09 indessen zu 90 % angestellt. Das 
Arbeitspensum der Dozenten werde je nach Arbeitsanfall fixiert und in 
gegenseitiger Absprache vereinbart, wobei versucht werde, das Pensum 
möglichst stabil zu halten; kleinere Pensen in einem Jahr würden in einem 
späteren Schuljahr mit einem Mehraufwand kompensiert. Unter diesen 
Umständen darf ohne weiteres angenommen werden, dass der Berufungskläger 
auch in Zukunft ein dem im Jahre 2008 erzielten Lohn entsprechendes 
Einkommen beziehen wird. Geht man sodann davon aus, dass sich sein eigener 
gebührender Unterhalt in etwa derselben Grössenordnung bewegen dürfte wie 
derjenige der Berufungsbeklagten (unter Ausschluss des Vorsorgeunterhaltes, 
welcher beim Berufungskläger ja über sein Arbeitsverhältnis gewährleistet ist), 
verbleibt ihm demnach ein Überschuss von über Fr. 3'500.— pro Monat, so dass 
er ohne weiteres in der Lage ist, der Berufungsbeklagten eine angemessene 
Unterhaltsrente von monatlich Fr. 1'500.— zu leisten. 

Seite  23 — 26

b) Im Sinne der vorangegangenen Erwägungen ist die Berufung somit 
teilweise gutzuheissen und der von der Vorinstanz festgesetzte Unterhaltsbeitrag 
von Fr. 2'500.— pro Monat auf Fr. 1'500.— pro Monat herabzusetzen. In 
Anbetracht dessen, dass der nacheheliche Unterhalt tiefer ausfällt als der mit 
Massnahmeverfügung vom 19. Dezember 2007 zugesprochene vorsorgliche 
Unterhalt, ist der Beginn der nachehelichen Unterhaltspflicht praxisgemäss auf 
den Zeitpunkt der Rechtskraft des Berufungsurteils festzusetzen. Die vom 
Rechtsvertreter des Berufungsklägers im vorinstanzlichen Verfahren sinngemäss 
beantragte Verpflichtung der Berufungsbeklagten zur Verrechnung des zu viel 
bezahlten vorsorglichen Unterhalts (vgl. Plädoyer RA Benovici S. 1) ist nach 
geltendem Recht ausgeschlossen (vgl. BGE 128 III 123 E. 3.c.bb). Was die 
Befristung der nachehelichen Unterhaltspflicht bis zur ordentlichen Pensionierung 
des Berufungsklägers anbelangt, kann schliesslich auf die zutreffenden 
Ausführungen im angefochtenen Urteil (S. 23) verwiesen werden (Art. 229 Abs. 3 
ZPO). Dasselbe gilt hinsichtlich der Indexierung des Unterhaltsbeitrages.

8. a) Des weitern verlangt der Berufungskläger, die vorinstanzliche Kosten- und 
Entschädigungsfolge sei aufzuheben und sämtliche Kosten des vorinstanzlichen 
Verfahrens seien der Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Zudem habe diese ihn für 
das vorinstanzliche Verfahren mit Fr. 12‘000.— ausseramtlich zu entschädigen. 
Dem kann nicht gefolgt werden.

b) Nach Art. 122 Abs. 1 ZPO wird die unterliegende Partei in der Regel zur 
Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Hat keine Partei 
vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt werden. Darüber 
hinaus wird die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden alle 
ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt 
das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die 
aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen 
verteilt werden (Art. 122 Abs. 2 ZPO). 

c) Der Berufungskläger beantragte im vorinstanzlichen Verfahren die 
Abweisung jeglicher Rentenforderungen der Gegenpartei, während die 
Berufungsbeklagte einen Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 3'470.— geltend 
machte. Mit dem nunmehr auf Fr. 1'500.— festgesetzten Unterhaltsbeitrag ist die 
Berufungsbeklagte demnach rein rechnerisch zu etwas über 40 % 
durchgedrungen. Auf der anderen Seite ist der Berufungskläger mit seinen 
Begehren zur güterrechtlichen Auseinandersetzung vollständig unterlegen, so 
dass es sich vorliegend rechtfertigt, den Parteien je die Hälfte der vorinstanzlichen 

Seite  24 — 26

Kosten aufzuerlegen. Im gleichen Verhältnis sind die aussergerichtlichen Kosten 
zu verteilen. Nachdem der Rechtsvertreter des Berufungsklägers für das 
vorinstanzliche Verfahren eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 12'000.— 
geltend macht und für die Berufungsbeklagte mangels Anfechtung von dem von 
der Vorinstanz auf Fr. 17'000.— (zuzüglich 7,6% MWSt) gekürzten 
Honoraranspruch auszugehen ist, welcher auch dem Kantonsgericht als 
angemessen erscheint, ergibt sich nach Verrechnung der gegenseitigen 
Ansprüche eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 3'000.— (inkl. 7,6 
% MWSt) zugunsten der Berufungsbeklagten. 

d) Im vorliegenden Berufungsverfahren vermochte der Berufungskläger mit 
seinem Rechtsbegehren hinsichtlich des nachehelichen Unterhaltsanspruchs 
teilweise durchzudringen, unterlag jedoch in der Streitfrage des güterrechtlichen 
Unterhalts. Insgesamt rechtfertigt es sich deshalb, dem Berufungskläger 2/3 und 
der Berufungsbeklagten 1/3 der Kosten des vorliegenden Verfahrens 
aufzuerlegen. Die von Rechtsanwältin Herold eingereichte Honorarnote von Fr. 
3'903.50 erscheint angesichts des vorliegenden Aufwands als angemessen. Da 
Rechtsanwalt Benovici dem Gericht keine Honorarnote vorgelegt hat, jedoch 
davon auszugehen ist, dass sein Aufwand in etwa mit demjenigen der 
Rechtsvertreterin der Gegenpartei vergleichbar war, ist für die aussergerichtliche 
Kostenzuteilung auch auf Seiten des Berufungsklägers auf einen Betrag von Fr. 
3'900.— abzustellen. Auch diesbezüglich gehen 2/3 zu Lasten des 
Berufungsklägers und 1/3 zu Lasten der Berufungsbeklagten. Infolge Verrechnung 
hat der Berufungskläger die Berufungsbeklagte mit Fr. 1'300.— (inkl. 7,6 % MWSt) 
aussergerichtlich zu entschädigen.

Seite  25 — 26

III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 4 und 5 des 
angefochtenen Urteils werden aufgehoben.

2. B. wird verpflichtet, an den Unterhalt von A. mit Wirkung ab Rechtskraft des 
vorliegenden Urteils bis zu seinem Eintritt ins gesetzliche Pensionsalter 
einen monatlich im Voraus zahlbaren und auf den Ersten fälligen 
Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'500.— zu bezahlen.

3. Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 2 basiert auf dem Landesindex der 
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Ende August 2009 
von 103.1 Punkten (Basis Dezember 2005 = 100 Punkte). Er ist jährlich auf 
den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2009, nach Massgabe des 
Indexstandes per November des Vorjahres anzupassen, es sei denn, B. 
beweise, dass sein Einkommen nicht im gleichen Verhältnis angestiegen 
ist. Die Anpassung des Unterhaltsbeitrages erfolgt nach folgender Formel:

neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
                                                                               103.1

Bei einer geringeren Lohnerhöhung werden die Unterhaltsbeiträge in 
entsprechend tieferem Masse angepasst, während bei unverändertem Lohn 
eine Anpassung entfällt.

4. Die Kosten des Bezirksgerichts Plessur gehen je zur Hälfte zulasten von A. 
und von B., welcher A. ausseramtlich mit Fr. 3'000.—  (inkl. 7,6 % MWSt) 
zu entschädigen hat.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 6'000.— zuzüglich 
Schreibgebühren von Fr. 416. —, total somit Fr. 6’416.—, gehen zu 1/3 
zulasten von A. und zu 2/3 zulasten von B., welcher A. ausseramtlich mit 
Fr. 1'300.— (inkl. 7,6 % MWSt) zu entschädigen hat.

6. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 

Seite  26 — 26

die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an: