# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d70a6c26-09a4-5d48-889f-ce9435a93cea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2016 C-6971/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6971-2014_2016-09-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-6971/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richter Daniel Stufetti, Richter Christoph Rohrer,    

Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland),  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 IV, Invalidenrente (Höhe); Verfügung der IVSTA vom  

3. November 2014. 

 

 

 

C-6971/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______, geboren am (…) 1962 (nachfolgend: Versicherter oder Be-

schwerdeführer), ist in der Türkei geboren und besitzt seit dem (…) 2000 

die deutsche Staatsangehörigkeit. Er ist verheiratet und hat vier erwach-

sene Kinder. Er lebte und arbeitete von Oktober 1984 bis September 1986 

in der Schweiz und leistete Beiträge an die Schweizerische Alters-, Hinter-

lassenen- und Invalidenversicherung. Seit Juni 1998 lebte er in Deutsch-

land und arbeitete im Strassen- und Tiefbau, bis er nach einem Arbeitsun-

fall am 12. Oktober 2010 (Kreissägenverletzung lateraler distaler Ober-

schenkel links mit Verletzung des Nervus peronaeus) sowie im Nachgang 

zu einer Bandscheiben-Operation L5/S1 rechts im Januar 2008 auf Dauer 

arbeitsunfähig wurde (Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA 

[IV] 1-6, 9, 37, 52-54). 

A.b Der Versicherte reichte am 8. Oktober 2013 (IV 6.9) bei der Deutschen 

Rentenversicherung Y._______ einen Antrag auf Leistung einer Invaliden-

rente ein und verwies auf die in der Schweiz geleistete Beitragszeit (1, 6). 

A.c Mit Bescheid vom 28. Februar 2014 wurde der Antrag vom 8. Oktober 

2013 auf eine Invalidenrente aus der deutschen Rentenversicherung ab-

gelehnt (IV 8.3). 

A.d Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend auch:  

Vorinstanz) prüfte den Leistungsanspruch des Versicherten. Am 8. Juni 

2014 nahm Dr. B.________, FMH Allgemeine Medizin, vom medizinischen 

Dienst der IVSTA ein erstes Mal Stellung (IV 42). Mit Vorbescheid vom 

15. Juli 2014 stellte die Vorinstanz die Ausrichtung einer Dreiviertelsrente 

ab 1. April 2014 bei einem IV-Grad von 66 % in Aussicht. Mit Verfügung 

vom 3. November 2014 sprach die IVSTA dem Versicherten eine Dreivier-

telsrente à Fr. 51.– zuzüglich zwei Kinderrenten je à Fr. 21.–, laufend ab 

1. April 2014, gestützt auf einen IV-Grad von 66 % bei 28 Versicherungs-

jahren des Jahrgangs und einer Versicherungszeit von einem Jahr und 

acht Monaten bei Rentenskala zwei und einem massgebenden durch-

schnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 29‘484.–, zu (IV 56, 62). 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 14. November 2014 bei der IVSTA legte der Be-

schwerdeführer „Widerspruch gegen den Bescheid vom 3. November 

2014“ ein. Er begründete diesen damit, dass die errechnete Rente gestützt 

C-6971/2014 

Seite 3 

auf 20 Monate Tätigkeit in der Schweiz zu tief ausgefallen sei und bat um 

nochmalige Prüfung (Beschwerdeakten [B-act.] 1). 

B.b Die Vorinstanz leitete die Eingabe zuständigkeitshalber ans Bundes-

verwaltungsgericht weiter, welches sie als Beschwerde entgegennahm  

(B-act. 2).  

B.c Mit Eingabe vom 17. Dezember 2014 (Poststempel) ergänzte der Be-

schwerdeführer seine Beschwerde zu Handen des Bundesverwaltungsge-

richts in dem Sinne, dass er die Zusprache einer ganzen Rente beantragte. 

Gleichzeitig reichte er medizinische Unterlagen zu seinem Gesundheitszu-

stand ein (B-act. 5).  

 

Am 19. Dezember 2014 und am 16. Januar 2015 ging aufforderungsge-

mäss der auferlegte Kostenvorschuss von Fr. 398.63 und Fr. 2.03 ein  

(B-act. 4 und 7). 

B.d In ihrer Vernehmlassung vom 12. Mai 2015 verwies die Vorinstanz auf 

die eingeholten Stellungnahmen ihres IV-ärztlichen Dienstes und legte die 

Berechnungsgrundlagen der ermittelten IV-Rente dar. Darauf gestützt be-

antragte sie die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der an-

gefochtenen Verfügung (B-act. 12). 

B.e Replikweise verwies der Beschwerdeführer am 29. Juni 2015 auf seine 

Arbeitsunfähigkeit aufgrund andauernder gesundheitlicher Probleme und 

einen aktuellen Krankenhausaufenthalt. Er führte weiter aus, dass er da-

rauf angewiesen sei, eine ganze Rente zu erhalten (B-act. 15). 

B.f Die Vorinstanz holte nochmals eine Stellungnahme ihres medizini-

schen Dienstes ein und beantragte gestützt darauf am 18. August 2015 

duplikweise die Abweisung der Beschwerde (B-act. 17). 

B.g Mit Verfügung vom 31. August 2015 schloss der Instruktionsrichter den 

Schriftenwechsel ab (B-act. 18).  

B.h Mit Eingabe vom 23. September 2015 (Poststempel) reichte der Be-

schwerdeführer ein psychiatrisches Gutachten vom 7. September 2015 zu 

den Akten (B-act. 20). 

B.i Im wieder geöffneten Schriftenwechsel holte die Vorinstanz eine fach-

ärztliche Stellungnahme zum eingereichten Gutachten ein und beantragte 

C-6971/2014 

Seite 4 

gestützt darauf am 10. Dezember 2015 weiterhin die Abweisung der Be-

schwerde (B-act. 24). 

B.j Am 16. Dezember 2015 schloss der Instruktionsrichter den Schriften-

wechsel wiederum ab (B-act. 25). 

B.k Mit Eingabe vom 29. Dezember 2015 reichte der Beschwerdeführer 

die Niederschrift der mündlichen Verhandlung des Sozialgerichts 

X._______ (Deutschland), (…). Kammer, vom 14. Dezember 2015, ein, 

wonach ihm in Aufhebung des Bescheides vom 28. Februar 2014 in der 

Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 25. Juni 2014 ausgehend von 

einem Leistungsfall am 12. Oktober 2010 eine Rente wegen voller Er-

werbsminderung für die Zeit vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2016 

in gesetzlicher Höhe durch die Deutsche Rentenversicherung Y.________ 

zu gewähren sei (B-act. 26).  

 

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Januar 2016 übermittelte das Bun-

desverwaltungsgericht die Eingabe des Beschwerdeführers an die Vor-

instanz zur Kenntnisnahme und wies den Beschwerdeführer darauf hin, 

dass in der vorliegenden Beschwerdesache noch kein Urteil ergangen sei, 

weshalb sich sein Gesuch um Revision erübrige (B-act. 27). 

B.l Mit unaufgeforderter Eingabe vom 4. Juli 2016 reichte die IVSTA dem 

Bundesverwaltungsgericht den Rentengewährungsbescheid der Deut-

schen Rentenversicherung Y.________ vom 9. März 2016 ein und er-

gänzte die Akten mit mitgereichten medizinischen Akten (B-act. 30). 

B.m Mit prozessleitender Verfügung vom 9. August 2016 teilte der Instruk-

tionsrichter dem Beschwerdeführer mit, es sei beabsichtigt, die angefoch-

tene Verfügung vom 3. November 2014 aufzuheben und an die Vorinstanz 

zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung zurückzuweisen. Er räumte 

ihm dazu das rechtliche Gehör und die Gelegenheit ein, die Beschwerde 

zurückzuziehen. Gleichzeitig übermittelte er ihm die Eingabe der Vor-

instanz vom 4. Juli 2016 zur Kenntnis (B-act. 31). 

B.n Mit Eingabe vom 17. August 2016 teilte der Beschwerdeführer sinnge-

mäss mit, seine Depression sei noch schlimmer geworden und er habe 

sich von der Gesellschaft zurückgezogen. Die Begutachtung von 

Dr. C._______ habe sich als richtig erwiesen. Er halte demnach an seiner 

Beschwerde fest. 

C-6971/2014 

Seite 5 

B.o Am 9. September 2016 stellte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungs-

gericht Kopien des Rentenweitergewährungsentscheids der deutschen 

Rentenversicherung Y.________ vom 23. August 2016 sowie zwei Arztbe-

richte von Dr. D._______ vom 23. März 2016 sowie Dr. E._______ vom 31. 

März 2016 zu (B-act. 35). 

C.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie auf die eingereichten 

Unterlagen wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesver-

waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-

gen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwend-

bar ist. 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men; er ist durch die ihn betreffende Verfügung berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). 

1.4 Da die Beschwerde rechtzeitig und knapp formgerecht (Art. 60 ATSG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde und auch der vollständige 

Kostenvorschuss innert der auferlegten Fristen geleistet wurde (Art. 63 

Abs. 4 VwVG), ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher und türkischer Staatsangehöriger 

mit Wohnsitz in Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getre-

tene Freizügigkeitsabkommen (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist.  

C-6971/2014 

Seite 6 

2.1.1 Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbei-

teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II 

("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbin-

dung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien unter-

einander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 

14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Ar-

beitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die in-

nerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; nach-

folgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder 

gleichwertige Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Ver-

ordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher-

heit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchfüh-

rung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Sys-

teme der sozialen Sicherheit abgelöst worden. 

2.1.2 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004, haben Personen, für 

die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der 

Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses 

Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglied-

staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 

Abs. 2 Anhang II des FZA). 

2.1.3 Laut Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist eine vom 

Träger eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über den Grad der In-

validität eines Antragstellers für den Träger jedes anderen in Betracht kom-

menden Mitgliedstaats verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften die-

ser Mitgliedstaaten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität in 

Anhang VII dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind. Letz-

teres ist mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Deutschland und der 

Schweiz nicht der Fall. Eine entsprechende Regelung sah bereits Art. 40 

Abs. 4 und Anhang V der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 vor.  

 

Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage anwendbaren 

gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte demnach keine abweichenden Be-

stimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens – un-

ter Vorbehalt der beiden Grundsätze der Gleichwertigkeit sowie der Effek-

tivität – sowie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweize-

rischen Invalidenrente grundsätzlich nach der innerstaatlichen Rechtsord-

nung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vorliegend der 

C-6971/2014 

Seite 7 

Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversiche-

rung ausschliesslich nach dem innerstaatlichen schweizerischen Recht, 

insbesondere nach dem IVG, der IVV (SR 831.201), dem ATSG sowie der 

ATSV (SR 830.11). 

2.2 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts- 

sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zeit-

punkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 3. Novem-

ber 2014) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329 E. 6, 

129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).  

 

Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist auf die Fas-

sung gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen 

(5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen. Soweit ein 

Anspruch auf Rente ab dem 1. Januar 2012 zu prüfen ist, sind weiter die 

mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV-Revision zu diesem Zeitpunkt 

in Kraft getretenen Gesetzesänderungen zu beachten (IVG in der Fassung 

vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung vom 16. November 

2011 [AS 2011 5679]). Sofern sich die einschlägigen Bestimmungen ma-

teriell nicht verändert haben, werden im Folgenden – falls nichts Gegentei-

liges vermerkt – die Bestimmungen in der ab 1. Januar 2008 gültig gewe-

senen Fassung zitiert. 

3.  

3.1 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet der vorinstanzliche Entscheid. Das Anfechtungsobjekt bildet den 

Rahmen, welcher den möglichen Umfang des Streitgegenstandes be-

grenzt. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann nur sein, was Ge-

genstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Geset-

zesauslegung hätte sein sollen. Streitgegenstand ist in der nachträglichen 

Verwaltungsrechtspflege das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der ange-

fochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt. Fragen, über welche 

die erstinstanzliche Behörde nicht entschieden hat, darf auch die zweite 

Instanz nicht beurteilen, sonst würde in die funktionelle Zuständigkeit der 

ersten Instanz eingegriffen (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren 

vor Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.7 f., mit weiteren Hin-

weisen). 

C-6971/2014 

Seite 8 

3.2 Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerde eine höhere In-

validenrente. Er bezieht sich sinngemäss auf ihm bekannte Fälle, in wel-

chen trotz kurzer Beitragszeiten in der Schweiz höhere Renten ausgerich-

tet würden als diejenige, welche ihm zugesprochen worden sei. In einem 

dieser Fälle werde die (viel höhere) Rente nach einem Unfall ausgerichtet 

(vgl. B-act. 1 und 5). 

3.3 Die Vorinstanz hat sich in der angefochtenen Verfügung zur Gesetzge-

bung und Anspruchsermittlung aufgrund der ermittelten Invalidität des Be-

schwerdeführers sowie zu seinen an die AHV/IV geleisteten Beiträgen und 

zur Berechnung der IV-Rente anhand dieser Beiträge geäussert. Darauf 

gestützt hat sie den Anspruch des Beschwerdeführers festgelegt. Dem-

nach betrifft das Anfechtungsobjekt und damit der anfechtbare Streitgegen-

stand die Frage nach dem IV-Rentenanspruch des Beschwerdeführers ge-

stützt auf den ermittelten IV-Grad sowie die geleisteten Beiträge und die 

geleistete Beitragszeit in der Schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenversicherung. Falls der Beschwerdeführer darüber hinaus sinnge-

mäss Ansprüche aus anderen in der Schweiz geleisteten Sozialbeiträgen 

(insbesondere aus der Unfallversicherung und der beruflichen Vorsorge 

[zweite Säule] geltend zu machen scheint, sind diese Begehren nicht durch 

das Anfechtungsobjekt gedeckt, weshalb darauf nicht eingetreten wird (vgl. 

jedoch zur zweiten Säule hinten E. 6.2.3).  

4.  

4.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-

messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

4.2 Die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes hat nach dem 

Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen zu erfolgen (Art. 12 VwVG). 

Auch das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. 

BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht 

unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Par-

teien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinwei-

sen). 

C-6971/2014 

Seite 9 

4.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit  

eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es 

von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste wür-

digt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). Führen die 

von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das 

Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein be-

stimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 

und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Er-

gebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu 

verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das Verwaltungs-

verfahren in der Sozialversicherung, 1999, S. 212, Rz. 450; vgl. auch 

BGE 122 V 157 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b). Diese Praxis 

wurde vom Bundesgericht bestätigt (vgl. z.B. Urteil des BGer 9C_108/2010 

vom 15. Juni 2010 E. 4.2.2). 

4.4  

4.4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich 

im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). 

Nach Art. 4 IVG kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krank-

heit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die 

Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und 

Schwere erreicht hat (Abs. 2).  

4.4.2 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur 

vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; 

der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Abs. 2 hat den Begriff der Er-

werbsunfähigkeit nicht modifiziert [BGE 135 V 215 E. 7.3]). 

4.4.3 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193
http://links.weblaw.ch/BGE-122-V-157
http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-464
http://links.weblaw.ch/BGE-120-IB-224

C-6971/2014 

Seite 10 

4.5 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 

Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die zu-

sätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnitt-

lich zu mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und 

auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Bst. b und c). Als weitere Anspruchsbedingung muss eine versicherte 

Person beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen 

Mindestbeitragsdauer von drei (vollen) Jahren (vgl. Art. 36 Abs. 1 IVG) Bei-

träge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-

cherung (AHV/IV) geleistet haben. Ist in der Schweiz eine Beitragsdauer 

von mindestens einem Jahr erfüllt, jedoch nicht die dreijährige Beitrags-

dauer, so sind allfällige Versicherungszeiten in einem EU- oder EFTA-Staat 

anzurechnen (vgl. Rz. 2023.1 des Kreisschreibens über das Verfahren in 

der Invalidenversicherung vom 1. Januar 2010 [KSVI, Fassung gültig ab 

1. Januar 2014]). Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; 

fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt 

ist. 

4.6 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von min-

destens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Inva-

liditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente und bei 

einem solchen von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Ren-

ten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, werden 

jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die Wohnsitz und gewöhnlichen 

Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben (vgl. Art. 29 Abs. 4 IVG), 

was laut Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar-

stellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine – vorliegend zutreffende – Ausnah-

me von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und 

Staatsangehörige der Europäischen Gemeinschaft (EU), denen bereits ab 

einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in 

einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben. 

4.7  

4.7.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades von erwerbstätigen Per-

sonen wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-

tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 

und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-

C-6971/2014 

Seite 11 

keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung ge-

setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-

valid geworden wäre (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 

Art. 16 ATSG und Art. 28a Abs. 1 IVG). Dabei sind die Erwerbs- bezie-

hungsweise Arbeitsmöglichkeiten nicht nur im angestammten Beruf bezie-

hungsweise der bisherigen Tätigkeit, sondern – wenn erforderlich – auch 

in zumutbaren anderen, sogenannten Verweisungstätigkeiten zu prüfen 

(vgl. BGE 110 V 273). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 

ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt 

werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be-

stimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkom-

mensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Be-

ginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invaliden-

einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-

wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser-

lass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4).  

4.7.2 Für die Ermittlung des Einkommens, welches ein Versicherter ohne 

Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er 

im fraglichen Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein 

gültigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. 

BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen) als Gesunder tat-

sächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-

genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-

ten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre 

(vgl. BGE 134 V 322 E. 4.1 m.H.).  

 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-

kret steht. Ist – wie hier – kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

nach Eintritt der Invalidität mehr gegeben, namentlich weil die versicherte 

Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder zumindest keine 

zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind nach der Recht-

sprechung die gesamtschweizerischen Tabellenlöhne gemäss den vom 

BFS periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran-

zuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Massgebend sind dabei die mo-

natlichen Bruttolöhne (Zentralwerte) im jeweiligen Wirtschaftssektor. Für 

die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen bei 

Versicherten, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich noch 

C-6971/2014 

Seite 12 

leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist 

in der Regel vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn für Männer  

oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsni-

veau 4 des Arbeitsplatzes gemäss LSE) auszugehen. Dabei sind in erster 

Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massgebend (SVR 2002 UV 

Nr. 15 E. 3c cc). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 

herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschrän-

kung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäfti-

gungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkom-

men ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei 

der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 

129 V  472 E. 4.2.3, 126 V 75 E. 5b bb und cc; AHI 2002 S. 69 ff. E. 4b). 

4.8  

4.8.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 

(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt-

liche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheits-

zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 

ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 

die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zu-

gemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – ar-

beitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich 

dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen  

oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Im Vorder-

grund stehen dabei vor allem jene Funktionen, welche für die nach der Le-

benserfahrung im Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versi-

cherten Person wesentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, 

im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Las-

ten heben und tragen kann). Die Frage, welche konkreten beruflichen  

Tätigkeiten auf Grund der medizinischen Angaben und unter Berücksichti-

gung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage kommen, 

ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Ver-

waltung beziehungsweise von der Berufsberatung zu beantworten (vgl.  

Urteil des EVG I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, 

E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 20 E. 2b).  

C-6971/2014 

Seite 13 

4.8.2 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das 

heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Berichte oder Gutachten (vgl. dazu das Urteil 

des EVG I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 

V 351 E. 3.a). 

4.8.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Ex-

perten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und E. 3b/cc mit Hinwei-

sen). Die Rechtsprechung erachtet es als mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen 

(vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer 

I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwal-

tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche auf-

grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Ein-

sicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-

weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren 

Hinweisen). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter 

der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hin-

blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen.   

 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-

wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet so-

wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-

sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-

stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 

wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 

C-6971/2014 

Seite 14 

Erstellung von Gutachten beigezogen wird (RKUV 1999 U 332 S. 193 

E. 2a bb, SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-

kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverläs-

sigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellun-

gen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 122 V 157 E. 1d; vgl. auch BGE 125 V 351 

E. 3b/ee sowie UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 43 

Rz. 55). 

5.  

Vorliegend umstritten und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist der 

Grad der Invalidität des Beschwerdeführers sowie die Berechnung der In-

validenrente. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, er 

habe – da er nicht mehr arbeiten könne – Anspruch auf eine ganze Rente. 

Ausserdem sei die zugesprochene Rente gestützt auf die geleisteten Bei-

träge zu tief ausgefallen.  

5.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer während mehr als  

einem Jahr in der Schweiz (IV 2, 4) und während über 10 Jahren in 

Deutschland Beiträge geleistet hat (IV 37.6 ff.). Damit erfüllt er die Mindest-

beitragsdauer gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Rz. 2023.1 

KSVI ohne Weiteres (siehe oben E. 4.5). Damit bleibt zu prüfen, ob sein 

Rentenanspruch ab April 2014 korrekt berechnet wurde. Zunächst ist dem-

nach die Festlegung des IV-Grads (vgl. oben E. 4.4. ff.) zu überprüfen 

(E. 5.2 ff.). Anschliessend ist auf die Berechnung der Rentenhöhe gestützt 

auf die geleisteten Beiträge einzugehen (E. 6). 

5.2 Gemäss den vorliegenden Akten liegen folgende medizinischen Beur-

teilungen vor beziehungsweise werden darin erwähnt:  

– Dres. Prof. Dr. F._______, PD Dr. G._______, H._______, I.-Klinikum 

W.______ GmbH, Klinik für Neurologie, vom 12. Januar 2008 (stationäre 

Behandlung 31.12.2007 – 12.01.2008; IV 12 = B-act. 5 Beilage 9)  

– Dr. J._______, Kernspinntomographie LWS vom 7. März 2008 (Bericht 

vom 10. März 2008; IV 13) 

– Dr. K._______, Arzt für Anästhesiologie/spezielle Schmerztherapie, vom 

13. Mai 2008; IV 14) 

C-6971/2014 

Seite 15 

– Zwischenbericht I.-Klinikum W.________, Klinik für Unfall- und 

Wiederherstellungschirurgie, Dres. PD L._______, M._______, 

N.________, vom 18. Oktober 2010 (IV 15 = B-act. 5 B. 8) 

– Medizinischer Befundbericht des Instituts für Radiologie und 

Nuklearmedizin, I.-Klinikum, Prof. Dr. O.________, MRT Knie links, 

Bericht vom 18. November 2010 (erwähnt in IV 39 S. 3) 

– Neurologischer Befundbericht der Klinik für Neurologie, Prof. P._______, 

I.-Klinikum, W._______, vom 30. März 2011 (erwähnt in IV 39 S. 3) 

– Klinik für Neurochirurgie, Dr. Q._______, I.-Klinikum, W.________, vom 

12. April 2011 (IV 16 = B-act. 5 B. 7) 

– Zwischenbericht Dr. D.________, FA für Chirurgie, Unfallchirurgie und 

Orthopädie, Sportmedizin, vom 19. April 2011 (IV 20) 

– Zwischenbericht Dr. D.________, vom 29. September 2011 (IV 18) 

– Zwischenbericht Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik V.________  

(BG Klinik), Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungs-

chirurgie, Prof. Dr. R._______, Dr. S._______, Dr. T.________, FA für 

Plastische und Ästhetische Chirurgie, vom 27. Oktober 2011 (IV 17)  

– Zwischenbericht Dr. D.________ vom 28. November 2011 (IV 19) 

– Zwischenbericht BG Klinik, V._______-, Prof. Dr. R.________, 

Dr. S.________, Dr. T.________ vom 25. Januar 2012 (IV 21) 

– 1. Rentengutachten, Dr. U._______, FA Neurologie und Psychiatrie, vom 

16. März 2012 (zitiert in IV 28 S. 10 und 39 S. 5) 

– 1. Rentengutachten aus unfallchirurgischer Sicht, Dr. V.________, vom 

6. Mai 2012 (zitiert in IV 28 S. 11) 

– Zwischenbericht BG Klinik V.________, Prof. Dr. R.________, 

Dr. S.________, W.________ vom 8. Mai 2012 (IV 22) 

– Prof. X.________ Beratungsärztliche Stellungnahme des med. Begutach-

tungs-Instituts vom 9. Juni 2012 (zitiert in IV 28 S. 10 und S. 12 ff.)  

– Zwischenbericht Dr. D.________ vom 26. Juli 2012 (IV 23) 

– 1. Rentengutachten Neurologisches Gutachten vom 16. Oktober 2012, 

Dr. Y.________, Arzt für Neurologie/Psychiatrie/Psychotherapie (zitiert in 

IV 28 S. 11 f. und IV 39 S. 5) 

– Dr. Z.________, Computertomographie LWS vom 12. November 2012 

(IV 24) 

– Zwischenbericht Dr. D.________ vom 3. Dezember 2012, (IV 26) 

– Zwischenbericht BG Klinik, Unfallklinik V.________, Prof. Dr. R.________, 

Dr. T.________, Dr. AA._______ vom 9. Januar 2013 (IV 25) 

– BB. -Klinik, Abteilung Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, 

Krankenhaus U.________, Schmerztherapie vom 26. März 2013;  

Dr. CC.________, Dr. DD.________, stationärer Aufenthalt vom 

12.03.2013 – 26.03.2013 (IV 31 = B-act. 5 Beil. 6) 

C-6971/2014 

Seite 16 

– Zweites Rentengutachten der BB.-Klinik, Klinik für Unfallchirurgie und 

Orthopädie, T._______, Prof. EE.________, Dr. FF._______, vom 

13. Juni 2013 (IV 27) 

– Neurologisches Zusatzgutachten, Neurologische Universitätsklinik 

S._______, Prof. GG._________, Dr. HH._______ vom 11. September 

2013 (IV 28) 

– Dr. II.________, Radiologie, Kernspintomographie LWS vom 13. Dezem-

ber 2013 (IV 29)  

– Neurologisch-psychiatrisches Gutachten der BB.-Klinik,  

zu Handen Sozialgericht in X.________, PD Dr. JJ.________, Arzt für 

Neurologie und Psychiatrie, spezielle Schmerztherapie, Epileptologie und 

Klinische Geriatrie, vom 5. Februar 2014 (IV 39) 

– Dr. KK._______, FA für Chirurgie/Unfallchirurgie, Ärztliche Untersu-

chungsstelle Deutsche Rentenversicherung Y.________, X.________, 

E 213 vom 19. Februar 2014 (Untersuchung: 20.01.2014; IV 11) 

– LL.-Hospital gGmbH, R.______, Zentrum für Psychiatrie, Abteilung 

Neurologie, vorläufiger Entlassungsbericht, Dr. MM._______, 

Hr. NN.______, Stationsarzt, vom 25. März 2014 (B-act. 30.6)  

– LL.-Hospital gGmbH, R._______, Abteilung Neurologie,  

Hr. NN.________, Stationsarzt, vom 15. April 2014, Stationäre 

Behandlung vom 17.03.2014 – 26.03.2014 (B-act. 5 B. 2) 

– Medizinische Stellungnahme zu Handen der IVSTA, Dr. B.________, 

FMH Allgemeine Medizin, Zertifizierter RAD-Arzt, vom 8. Juni 2014 (IV 42) 

– LL.-Hospital gGmbH, R._________, Zentrum für Psychiatrie, Abteilung 

Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, 

Dr. OO.________, Hr. PP._______, Stationsarzt, vom 13. Juni 2014, 

Kurzbericht zum Austritt (B-act. 30.5, erwähnt in B-act. 20.1) 

– LL.-Hospital gGmbH, R._______, Abteilung Allgemeinpsychiatrie, 

Psychotherapie und Psychosomatik, Dr. OO._______, Hr. PP._______, 

vom 14. August 2014, zum stationären Aufenthalt vom 01.04.2014 – 

13.06.2014 (B-act. 5 B. 3) 

– Dr. D.________, Bericht vom 16. September 2014 (Verweis darauf in  

B-act. 20.1) 

– Dr. QQ.________, Internist, Diabetologe, Ernährungsmedizin, vom 30. 

September 2014, zu Handen Sozialgericht X._________ (B-act. 5 B. 4)  

– Dr. K._______, FA für Anästhesiologie/spez. Schmerztherapie vom 

14. Oktober 2014 (erwähnt in B-act. 20.1) 

– LL.- Hospital gGmbH, R.________, Psychiatrische Abteilung, 

Dr. RR.______, Hr. PP.________ vom 28. Oktober 2014 unter 

Bezugnahme auf die stationäre Behandlung im von April – Juni 2014  

(B-act. 5 B. 5) 

– BB.-Klinik U._______, Abteilung Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, 

Dr. SS._______, Chefarzt, Dr. TT._______, Ärztin für Anästhesie, 

C-6971/2014 

Seite 17 

Dr. UU.________, Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Arzt für 

Radiologie, Psychotherapie und Sozialmedizin vom 11. Dezember 2014 

zum stationären Aufenthalt vom 27.11.2014 – 11.12.2014 (B-act. 5 B. 1) 

– Nevenfachärztliches Gutachten, Dr. VV._______, Ärztin für Neurologie, 

Psychiatrie, Psychotherapie, Ärztliches Qualitätsmanagement, 

Verkehrsmedizin, zu Handen Sozialgericht Reutlingen, vom 16. März 2015 

(B-act. 30.3) 

– Stellungnahme Dr. B.________ zu Handen der IVSTA vom 2. April 2015 

(IV 72) 

– Stellungnahme Dr. WW.________, FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, zu Handen IVSTA vom 3. Mai 2015 (IV 74) 

– LL.-Hospital gGmbH, R._______, Psychiatrische Abteilung, 

Dr. XX.________, Hr. PP.________, Stationsarzt, vom 19. Juni 2015 

(Beilage zu B-act. 15) 

– Dr. WW.________ zu Handen der IVSTA vom 10. August 2015  

(B-act. 17.1) 

– Psychiatrisches Gutachten, Dr. C.________, FA Psychiatrie und 

Neurologie – Psychotherapie, zu Handen Sozialgericht X.________, vom 

7. September 2015 (B-act. 20.1, Seiten 1 – 18 [ohne Unterschrift]) mit 

Ergänzung vom 8. September 2015 (B-act. 30.4) 

– Stellungahme Dr. WW.________ vom 20. November 2015, zum 

Gutachten von Dr. C.________, zu Handen der IVSTA (B-act. 24.1). 

 

5.3  

5.3.1 Aus diesen Akten geht im Wesentlichen hervor, dass der Beschwer-

deführer sich am 6. Januar 2008 einer Operation eines Bandscheibenvor-

falls L5/S1 unterzog. Nach der Krankschreibung während vier Monaten 

kehrte er an seinen Arbeitsplatz im Tiefbau zurück (vgl. IV 11, 12 – 14, 28 

S. 17). Im November 2012 wurden eine konzentrische Protrusio, Spinalka-

nalenge, relativ enge neuroforaminale Verhältnisse beidseits bei L3/4 und 

L4/5 sowie in Höhe L5/S1 eine Osteochondrose rechts, ein medio-lateraler 

Bandscheibenvorfall und eine nachvollziehbare S1-Wurzelreizung rechts 

diagnostiziert (IV 24). Am 13. Dezember 2013 diagnostizierte 

Dr. Z._______ gestützt auf eine Kernspinntomographie LWS orthotope 

Bandscheiben und frei einsehbare Neuroforamina L1/2 und L2/3, je eine 

konzentrische Protrusio und Spinalkanalenge, bei frei einsehbaren Neuro-

foramina (L3/4 und L4/5) sowie eine Osteochondrose und ein kleiner me-

dio-lateraler Bandscheibenvorfall auf Höhe L5/S1 rechts (IV 29). 

5.3.2 Im Nachgang zum erlittenen Arbeitsunfall am 12. Oktober 2010 

(Kreissägenverletzung des lateralen distalen Oberschenkels links) wurde 

C-6971/2014 

Seite 18 

eine Defektwunde mit knöchernem Defekt am lateralen Femurkondylus 

und eine traumatische Irritation des Nervus peronaeus diagnostiziert und 

operiert (Wundrevision distaler Oberschenkel links lateral; IV 15). Im Nach-

gang dazu wurde die Diagnose einer Durchtrennung des N. peronaeus mit 

fehlender Kontinuität innerhalb des Narbenareals in der lateralen Knie-

kehle gestellt (vgl. Verweis auf den Befundbericht von Prof. 

Dr. O.________ vom 18. November 2010 in IV 39 S. 3) sowie am 30. März 

2011 eine Fuss- und Zehenparese links, eine deutliche Atrophie des Mus-

culus tibialis anterior und des Musculus extensor digitorum brevis bei sym-

metrisch auslösbaren Beineigenreflexen und im Bereich des peronealen 

Versogungsgebietes eine Dysästhesie links festgestellt. Es wurde ein Pe-

ronaeusschaden links bei dringendem Verdacht auf Axonotmesis und feh-

lender Reinnervation gestellt, sowie darüber hinaus ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom (vgl. Verweis auf den Befundbericht von Prof. 

P.________, Klinik für Neurologie, IV 39 S. 3 f.). Am 7. April 2011 wurde 

operativ ein Narbenneurom abgetragen und der Nerv transplantiert (Ner-

ventransplantation am N. peronaeus mit Interposition von Transplantaten 

aus dem linken N. suralis und Nervennaht; IV 16 = B-act. 5 B. 7). Weiteren 

Verlaufsberichten ist zu entnehmen, dass die Peronaeuslähmung links 

nicht behoben werden konnte und sich dazu Schmerzen im Bereich des 

linken Unterschenkels entwickelten. Der Versicherte blieb weiterhin ar-

beitsunfähig. Seine Rückkehr in den Strassenbau wurde ausgeschlossen 

(IV 17 – 23, 25 f.). 

5.3.3 Vom 12. März – 26. März 2013 wurde der Beschwerdeführer in der 

BB.-Klinik im Krankenhaus U.________, Abteilung Anästhesie, Intensiv- 

und Notfallmedizin, schmerztherapeutisch stationär wegen Rücken-

schmerzen, die ins rechte Bein ausstrahlten, und neuropathischen 

Schmerzen im Bereich des linken Unterschenkels wegen der Kreissägen-

verletzung behandelt und je ein psychosomatisches und ein neurologi-

sches Konsil durchgeführt. Die Schmerzsymptomatik konnte nur geringfü-

gig verbessert werden, es wurde aber eine stationäre Reha-Massnahme 

eingeleitet (IV 31). 

5.3.4 Gemäss den Akten wurde im März und Mai 2012 in Deutschland das 

erste Rentengutachten bestehend aus einem Gutachten aus neurologisch-

psychiatrischer Sicht vom 16. März 2012, aus unfallchirurgischer Sicht vom 

6. Mai 2012 und aus neurologischer Sicht vom 16. Oktober 2012 eingeholt 

(Gutachten nicht aktenkundig, Verweise darauf in IV 28 S. 10 ff. und 39 

S. 5). Zum Gutachten vom 16. März 2012 nahm das medizinische Begut-

C-6971/2014 

Seite 19 

achtungsinstitut Prof. Dr. X.________ (Fachrichtung unbekannt) als Bera-

tungsarzt des medizinischen Begutachtungsinstituts Stellung und rügte 

eine Unvollständigkeit des Gutachtens beziehungsweise die fehlende 

Nachvollziehbarkeit des ersten neurologisch-psychiatrischen Gutachtens 

(nicht aktenkundig, zitiert in IV 28 S. 10 ff.). In der Folge wurde erneut ein 

1. Rentengutachten auf neurologischem Fachgebiet, von Dr. Y._________, 

Arzt für Neurologie/Psychiatrie/Psychotherapie vom 16. Oktober 2012 ein-

geholt (nicht aktenkundig, zitiert in IV 28 S. 11 f. und 39 S. 5).  

 

Im zweiten Rentengutachten von Prof. Dr. EE.________, Chefarzt, 

Dr. FF.________, Oberarzt, der BB.-Klinik, T.________, Klinik für Unfall-

chirurgie und Orthopädie, vom 13. Juni 2013 (IV 27), wurden als noch be-

stehende Unfallfolgen die komplette traumatische Nervus Peronaeuspa-

rese links, die erloschene Fuss- und Zehenhebung links, die beschriebe-

nen Sensibilitätsstörungen am linken Unterschenkel, eine Muskelver-

schmächtigung am linken Unterschenkel, Nervenschmerzen am linken Un-

terschenkel und die beschriebene Narbe, sowie als unfallunabhängige 

krankhafte Veränderungen ein Diabetes mellitus Typ 2 und ein Bandschei-

benvorfall (operativ versorgt 2008) diagnostiziert. Die Gutachter stellten 

eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 30 % fest und gaben an, es sei 

keine Änderung zu erwarten und es seien derzeit keine weiteren Massnah-

men erforderlich. Im dieses Gutachten ergänzenden neurologischen Fach-

gutachten vom 11. September 2013 (IV 28) diagnostizierte Prof. 

Dr. GG._______, zertifizierter Gutachter der Deutschen Gesellschaft für 

Neurologie, Ärztlicher Direktor der neurologischen Universitätsklinik 

S._______ (Untersuchungen vom 17. und 29. Juli, am 5. September 2013 

durchgeführte elektrophysiologische Funktionsdiagnostik), eine traumati-

sche partielle Läsion des Nervus peronaeus communis links, eine musku-

läre Schwäche des linken Beines und Plegie der Fussheber, nicht neuro-

logisch erklärbarer Ätiologie, ein chronisches Schmerzsyndrom auf Basis 

der partiellen Peronaeusläsion bei Verdacht auf psychische Komorbidität 

und ein Diabetes mellitus, medikamentös behandelt. Er schätzte die Er-

werbsminderung aufgrund der Schädigung des N. peronaeus links auf 

17.5 % und führte aus, die Einschätzung der Einschränkung darüber hin-

aus durch das Schmerzsyndrom sei Aufgabe einer psychiatrischen oder 

psychosomatischen Begutachtung (IV 28).   

 

Im neurologisch-psychiatrischen Gutachten der BB.-Klinik T.________, 

von PD Dr. JJ._______, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, spezielle 

Schmerztherapie, Epileptologie und Klinische Geriatrie, vom 5. Februar 

C-6971/2014 

Seite 20 

2014 zu Handen des Sozialgerichts in X._______ (IV 39), finden sich ne-

ben den bekannten Diagnosen des Nervus peronaeus-Schadens links so-

wie des Bandscheibenvorfalls LWK 5/SWK 1 (operiert 2008) und des Dia-

betes mellitus Typ II die Diagnosen eines neuropathischen Schmerzsyn-

droms (DD: CRPS Typ II Kausalgie) sowie eine mittelgradige depressive 

Episode. Der Gutachter schätzte eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 

40 % und führte aus, es sei von keiner Besserung der Gesamtsymptomatik 

auszugehen (IV 39). 

5.3.5 Dr. KK._______, Fachärztin für Chirurgie und Unfallchirurgie der ärzt-

lichen Untersuchungsstelle, Deutsche Rentenversicherung, Y.________, 

X.________, diagnostizierte in ihrem ausführlichen ärztlichen Bericht 

(E 213) vom 19. Februar 2014 eine Fuss- und Zehenheberlähmung links 

nach operierter traumatischer Läsion des N. peronaeus links im Oktober 

2010 (Arbeitsunfall) sowie Revisions-OP mit Nerventransplantation im April 

2011 (T93.4), degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule mit klei-

nem Rezidivbandscheibenvorfall L5/S1 nach Bewegungseinschränkun-

gen, ohne Nervenwurzelzeichen, ohne wesentliches sensomotorisches 

Defizit (M51.2), Diabetes mellitus (ED ca. 2000), mit Tabletten behandelt, 

mit Schädigung der körperfernen Beinnerven (E11), chronisches Schmerz-

syndrom und depressive Störung, bisher unzureichend beziehungsweise 

nicht behandelt (F32, F45.4), sowie anamnestisch Herzinfarkt im April 

2001, in den letzten Jahren keine Diagnostik, keine Schmerzen, keine Zei-

chen der Herzmuskelschwäche (I25.22). Die Ärztin legte die bestehenden 

Gesundheitsschäden ausführlich dar. Sie stellte fest, dass die Behandlung 

zwischen Orthopädie und Schmerztherapeut nicht abgesprochen sei, der 

Versicherte erhalte unterschiedliche Medikamente mit praktisch gleicher 

Wirkungsweise. Der Serumspiegel sei negativ gewesen, die regelmässige 

Medikamenteneinnahme sei daher in Frage zu stellen. Insgesamt könnte 

die Schmerztherapie adäquater sein. Die Krankengymnastik sei zu inten-

sivieren, bezüglich dem Rücken sei sie in Eigenregie ausreichend, eine 

Rehabilitation nicht nötig. Sie stellte ausserdem fest, der Diabetes sei un-

zureichend eingestellt. Die Behandlung der Depression beziehungsweise 

des Schmerzsyndroms sei unzureichend. Eine Besserung sei durch kon-

sequente Therapie nach WHO-Stufenschema zu erwarten. Bisher sei kei-

ne Vorstellung beim Psychiater erfolgt und werde keine Psychotherapie 

durchgeführt. Die ambulanten Therapiemöglichkeiten seien noch nicht 

ausgeschöpft, sie empfahl, eine psychosomatische medizinische Rehabili-

tation mit einem muttersprachlichen Therapeuten in Erwägung zu ziehen. 

Sie verwies auf die im März 2013 erfolgte stationäre Behandlung in der 

Schmerztherapie der BB.-Klinik im Krankenhaus U._______, die nur zu  

C-6971/2014 

Seite 21 

einer geringfügigen Besserung geführt habe. Es sei bei der Begutachtung 

nicht zu erfahren gewesen, weshalb diese Rehabilitation nicht durchgeführt 

worden sei. Zum Leistungsvermögen führte sie aus, dieses sei gemindert, 

aber nicht aufgehoben. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auf dem all-

gemeinen Arbeitsmarkt seien möglich, überwiegend im Sitzen vollschich-

tig. Langes Stehen, Gehen sowie Treppensteigen, das Ersteigen von Lei-

tern und Gerüsten, Arbeiten im Knien und Hocken sei zu vermeiden, 

ebenso häufige Zwangshaltungen der Wirbelsäule. Die sozialmedizinisch 

relevanten Gehstrecken zum Erreichen eines Arbeitsplatzes seien dem 

Versicherten möglich und auch zumutbar, ebenso die Benutzung öffentli-

cher Verkehrsmittel und eines PKW. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Ar-

beiter im Strassenbau sei auf Dauer nicht mehr möglich. 

5.3.6 Im Nachgang zur versicherungsmedizinischen Untersuchung vom 

19. Februar 2014 in Deutschland wurde das diagnostizierte chronische 

Schmerzsyndrom, Stadium II nach Gerbershagen, sowie das neuropathi-

sche Schmerzsyndrom des linken Unterschenkels bei Peronaeusläsion 

links, im Rahmen einer stationären Behandlung vom 17. – 26. März 2014 

in der neurologischen Abteilung der LL.-Hospital gGmbH, R.______, be-

handelt (B-act. 5 B. 2, B-act. 30 B. 6). Der Verdacht auf eine Polyneuropa-

thie liess sich bestätigen. Aufgrund der laborchemischen Befunde wurde 

am ehesten eine diabetische Polyneuropathie angenommen (ED Diabetes 

mellitus Typ II im Jahr 2000; siehe IV 11 S. 9). Das chronische Schmerz-

syndrom mit der begleitenden Depression wurde in der Folge in der Abtei-

lung Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der LL.-

Hospital gGmbH ab 1. April bis 13. Juni 2014 weiter stationär behandelt  

B-act. 5 B. 3, B-act 30 B. 5). Bei Eintritt wurden aus psychiatrischer Sicht 

eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F32.2), 

eine chronische Schmerzstörung (F45.41) sowie die Diagnosen Verletzung 

des Nervus peronaeus in Unterschenkelhöhe (S84.1), Typ-2 Diabetes mel-

litus (E 11.90) und lumbaler Bandscheibenschaden mit Myelopathie 

(M51.0) gestellt. Der Patient wurde mit Remission der Depressionssymp-

tomatik bei weiterhin bestehender Schmerzsymptomatik bei fehlender  

Eigen- oder Fremdgefährdung nach Hause entlassen. 

5.3.7 Der Hausarzt Dr. QQ._______, Internist/Diabetologe, nahm am 

30. September 2014 zu Handen des Sozialgerichts X._______ als „sach-

verständiger Zeuge“ Stellung. Er stellte fest, es sei unter der verstärkten 

antidepressiven Therapie in der neurologischen Klinik in R._______ zu kei-

ner relevanten Besserung gekommen, beziehungsweise das Medikament 

habe wegen Unverträglichkeit abgesetzt werden müssen. Die Liste der 

C-6971/2014 

Seite 22 

psychotropen Medikamente/Analgetika sei aber weiterhin sehr lang und 

bedeute eine erhebliche Einschränkung der Vigilanz (Wachheit) und der 

Tatkraft. Für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit seien als Fachgebiete 

die Neurologie, die Orthopädie und die Psychologie/Psychiatrie massge-

bend, am besten neurologisch-psychiatrisch. Abschliessend gab der be-

handelnde Arzt an, er halte unter der Fülle der Medikation eine leichte Tä-

tigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für mindestens sechs Stunden für 

eine Zumutung. Die Konzentrationskraft sei mit Sicherheit erheblich einge-

schränkt, und aufgrund der Rücken- und Beinbeschwerden könne der Pa-

tient weder länger stehen noch länger sitzen (B-act. 5 B. 4). 

5.3.8 Eine weitere stationäre schmerztherapeutische Behandlung (Multi-

modale Schmerztherapie) wurde vom 27. November bis 11. Dezember 

2014 im Krankenhaus U._______ durchgeführt. Betreffend die Schmerz-

problematik wurden die Diagnosen chronisches Schmerzsyndrom III nach 

Gerbershagen, chronische Rückenschmerzen bei Lumbago, Nacken-

Schulter-Syndrom, Failed Back-Syndrom nach Laminektomieoperation 

L5/S1 2008, Radikulopathie Bein rechts, NP-Protrusion L3/4, L4/5, Spinal-

kanalstenose L3/4, L4/5, N. peronaeus-Läsion links (traumatisch 2010) mit 

Kausalgie/Neuropathie bei Zustand nach Nerventransplantation gestellt 

(vgl. B-act. 5 B. 1). Die stationäre Behandlung mittels Sakralblockade habe 

einen guten Erfolg gebracht und der Patient wurde mit stabilisiertem Allge-

meinzustand mit derzeit tolerablem Schmerzniveau entlassen.  

 

Der Beschwerdeführer unterzog sich ab dem 2. April 2015 nochmals einer 

mehrmonatigen stationären Behandlung in der Abteilung Allgemeinpsychi-

atrie, Psychotherapie und Psychosomatik der LL.-Hospital gGmbH, 

R._______ (vgl. Zwischenbericht vom 19. Juni 2015, B-act. 15). 

5.3.9 Im Rahmen des laufenden Gerichtsverfahrens in Deutschland wur-

den ab März 2015 weitere neurologisch-psychiatrische Gutachten zu Han-

den des Sozialgerichts X._______ eingeholt (vgl. B-act. 30 B. 3 und 4,  

B-act. 20.1). Im freien, nervenärztlichen Gutachten von Dr. VV.________, 

Ärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychiatrie vom 16. März 2015 

wurde ausgeführt, dem Beschwerdeführer zumutbar blieben leichte Tätig-

keiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg, überwiegend sitzend und 

mit der Möglichkeit zeitweiligen Stehens und Gehens, auch unter gleich-

förmiger Körperhaltung und gelegentlichen Bückens. Tätigkeiten unter 

Hitze, Kälte, Zugluft, Nässe, Lärm, Staub, Gas, Dämpfen und Reizstoffen 

sowie im Freien seien nicht zumutbar, auch keine Tätigkeiten mit besonde-

C-6971/2014 

Seite 23 

rer Verantwortung wegen der Medikamenteneinnahme. Unter diesen Ein-

schränkungen könne der Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten vollschich-

tig, das heisse sechs Stunden und mehr täglich verrichten. Die Zeiten der 

Arbeitsunfähigkeiten seien dokumentiert. Das festgestellte Leistungsver-

mögen gelte seit Jahren und bestehe auf Dauer (B-act. 30.3 S. 22 ff.).  

 

Der Psychiater, Neurologe und Psychotherapeut Dr. C._______ führte in 

seiner Begutachtung vom 1. September (Gutachten vom 7. September 

2015, mit Ergänzung vom 8. September 2015 [B-act. 20.1, Seiten 1-18 und  

B-act. 30.4]) zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus, dieser sei 

nicht mehr, auch nicht mehr unter erleichterten Bedingungen in der Lage, 

leichte Tätigkeiten von mehr als drei Stunden täglich auszuführen. Ein Ver-

such, ihn an einem seiner körperlichen Behinderung wohl einigermassen 

gerechten Arbeitsplatz einzugliedern, sei gescheitert; der Explorand sei 

mindestens seit Rentenantragstellung (in Deutschland) voll erwerbsunfä-

hig. Es sei keine Verbesserung zu erwarten. Es sei zu einer andauernden 

Persönlichkeitsstörung gekommen, die Schmerzsymptomatik habe sich 

trotz intensiver Behandlungsversuche nicht verbessert, sondern ver-

schlechtert (S. 16 f.).  

5.4 In den Akten finden sich weiter folgende für den vorliegend zu beurtei-

lenden Sachverhalt massgebende Beurteilungen des ärztlichen Dienstes 

der IVSTA, welche sich auf die ihm vorgelegten Akten stützen. 

5.4.1 Dr. B._______, FMH Allgemeine Medizin, zertifizierter RAD-Arzt, 

nahm am 8. Juni 2014 zu Handen der IVSTA Stellung (IV 42). Er diagnos-

tizierte im Wesentlichen eine Peronaeusparese nach Kreissägenverlet-

zung am 12. Oktober 2010, die sich nicht zurückgebildet habe, und stellte 

fest, dass sich neben der Muskelschwäche und der Zehenheberparese ein 

chronisches neuropathisches Schmerzsyndrom mit depressiven Anteilen 

entwickelt habe. Zudem sei im Jahr 2008 eine Diskushernienoperation 

durchgeführt worden und bestehe zusätzlich ein Diabetes mellitus Typ II. 

Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, als Bauarbeiter sei der Versicherte seit 

dem Unfall am 12. Oktober 2010 nicht mehr arbeitsfähig, in Verweistätig-

keiten stundenweise, das heisse 50 % ab 12. Oktober 2010, halbtags, sit-

zend, bei einem höchstens hebbaren Gewicht von 15 kg. Als mögliche Ver-

weistätigkeiten führte er folgende Tätigkeiten auf: Concierge, Park-/Muse-

umswächter, Magaziner/Lagerist, Reparaturen kleiner Apparate und Haus-

haltartikel, Billetverkäufer.  

 

C-6971/2014 

Seite 24 

Gestützt auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Ak-

ten betreffend den Zeitraum vom 26. März 2014 – 11. Dezember 2014 (vgl. 

B-act. 5, IV 71) ergänzte Dr. B.________ am 2. April 2015 zu Handen der 

IVSTA, es bestünden keine neuen körperlichen oder psychischen Ausfälle, 

im Zentrum stehe das chronische Schmerzsyndrom. Die objektivierbaren 

Funktionseinschränkungen hätten sich nicht verändert, der Beschwerde-

führer könne zu 50 % leichte angepasste Verweistätigkeiten ausführen, da-

ran änderten auch seine Wutausbrüche nichts. Es sei aber noch eine psy-

chiatrische Stellungnahme einzuholen und allenfalls zuvor das Dossier auf-

grund des deutschen Verfahrens zu vervollständigen (IV 72). 

5.4.2 Dr. WW._______, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom me-

dizinischen Dienst der IVSTA, führte am 3. Mai 2015 aus, die in den deut-

schen Akten diagnostizierte, aktuell schwere depressive Episode des Be-

schwerdeführers sei nicht begründet beziehungsweise nicht belegt. Aus-

serdem sei die vom Hausarzt beschriebene „ökonomische Notsituation“ 

naturgemäss IV-fremd. Im Übrigen sei die aufgeführte „chronische 

Schmerzstörung (ICD 45.41)“ eine sogenannte „Anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung“, welche nach den Schweizer IV-Bestimmungen keinen 

medizinischen Grund zur Arbeitsunfähigkeit darstelle. Aus psychiatrischer 

Sicht ändere sich nichts an der Stellungnahme von Dr. B.________ (IV 74). 

 

Zum Bericht der psychiatrischen Abteilung des LL.-Hospital gGmbH vom 

19. Juni 2015, gemäss welchem der Beschwerdeführer in einem zweiten 

stationären Aufenthalt seit 2. April 2015 wegen einer rezidivierenden de-

pressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode, und einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen behandelt 

wurde (vgl. Beilage zu B-act. 15), führte Dr. Zogg am 10. August 2015 zu 

Handen der IVSTA aus, die Befunde entsprächen nicht einer rezidivieren-

den depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode. Von den gefor-

derten mindestens acht Kriterien B und C würden zwei aus der Gruppe B 

erfüllt und aus der Gruppe C drei, also fünf der geforderten acht diagnosti-

schen Kriterien. Zudem werde von einer Besserung berichtet. Aus psychi-

atrischer Sicht bestehe kein Anlass auf Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit. 

Gestützt auf das vom Beschwerdeführer eingereichte psychiatrische Ge-

richtsgutachten zu Handen des Sozialgerichts X._______ vom 7. Septem-

ber 2015 von Dr. C._______ (siehe oben E. 5.2.9), in welchem eine rezidi-

vierende depressive Störung, gegenwärtig schwer, ohne psychische 

Symptome, und eine chronische Schmerzstörung bei Zustand nach Band-

scheiben-OP 2008, Verletzung des N. Peronaeus links 2010, Nerventrans-

plantation sowie eine andauernde Persönlichkeitsveränderung (ICD-10: 

C-6971/2014 

Seite 25 

F62.8) diagnostiziert wurde und der Gutachter in seiner Beurteilung (soweit 

dem Bundesverwaltungsgericht eingereicht) von einer vollen andauernden 

Erwerbsunfähigkeit ausging, führte Dr. WW.________ aus, das Gutachten 

sei widersprüchlich und es liege aufgrund der Befunde (je 3 Kriterien B und 

C) höchstens eine mittelschwere Depression vor. Die therapeutischen 

Möglichkeiten der Behandlung der Depression seien seines Erachtens 

noch nicht ausgeschöpft. Er verwies ausserdem auf die Beschreibung  

einer Aggravation bezüglich der Schmerzstörung, er bezweifle auch hier, 

dass alle therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Was die be-

schriebene Persönlichkeitsveränderung betreffe, sei diese kaum erklärt. 

Die angegebene Form (schwerer) Verstimmungen sei klinisch nicht hinrei-

chend bewiesen und die Aggressionen des Beschwerdeführers könnten 

nicht zwangsläufig auf die Depression zurückgeführt werden. Zusammen-

fassend gehe er weiterhin von einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, aus und einer chronischen Schmerz-

störung mit somatischen und psychischen Anteilen (mit Aggravationsten-

denz), welche eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

(Strassenbauer) rechtfertige, jedoch sei eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit in 

angepasster Verweistätigkeit zumutbar. Er führte jedoch an, dass das Dos-

sier noch aus somatischer Sicht beurteilt werden sollte (B-act. 24, Beilage).  

5.5  

5.5.1 Zu beurteilen ist vorliegend, wie bereits dargelegt, der Sachverhalt 

bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 4. November 2014 

(siehe oben E. 2.2). Demnach ist der Gesundheitszustand des Beschwer-

deführers und dessen verbleibende Arbeitsfähigkeit zum damaligen Zeit-

punkt zu beurteilen. Sofern sich sein Gesundheitszustand und damit seine 

verbleibende Arbeitsfähigkeit danach verändert haben sollte, ist dies in  

einem separaten Verfahren durch die Vorinstanz zu prüfen. Es ist daher 

nachfolgend nur auf die medizinischen Berichte abzustellen, die den Zeit-

raum bis November 2014 betreffen oder Aussagen für diesen Zeitraum ent-

halten, wobei die in diesem Zeitraum durchgeführte stationäre Schmerz-

therapie im Spital U._______ (B-act. 1 Beilage 1), die in diesen Zeitraum 

fällt und zu welcher der medizinische Dienst der IVSTA Stellung genommen 

hat, noch zu berücksichtigen ist. 

5.5.2 Aufgrund der Akten ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer im 

Nachgang zum Unfall vom 12. Oktober 2010 wegen der Einschränkungen 

im linken Bein und der damit verbundenen Schmerzsymptomatik, aber 

auch aufgrund der Rückenproblematik, nicht mehr im Strassenbau er-

werbstätig sein kann. Umstritten ist indessen, ob der Beschwerdeführer in 

C-6971/2014 

Seite 26 

einer leichten Verweistätigkeit, und wenn ja, in welchem Mass er im No-

vember/Dezember 2014, das heisst nach der stationären Schmerzthera-

pie, noch arbeitsfähig war.    

 

Dr. B._______, FMH allgemeine Medizin und zertifizierter RAD-Arzt, 

schätzte die Arbeitsfähigkeit in einer leichten Verweistätigkeit in somati-

scher Hinsicht auf 50 % stundenweise, halbtags sitzend. An dieser Ein-

schätzung hielt er in Berücksichtigung der medizinischen Behandlungen 

bis Dezember 2014 fest, verwies aber darauf, dass die Angelegenheit noch 

psychiatrisch zu beurteilen und allenfalls das Dossier anhand der Akten 

des Verfahrens in Deutschland zu vervollständigen sei (IV 42, 72). Der von 

der Vorinstanz beauftragte Psychiater Dr. WW.______ schloss sich bezüg-

lich der Einschränkungen aus psychischer Sicht der Einschätzung von 

Dr. B.________ an und blieb im Lauf des Verfahrens bei dieser Einschät-

zung (vgl. IV 74, B-act. 15 und 24). Gestützt auf den Entlassungsbericht 

der BB.-Klinik U.________, Abteilung Anästhesie, Intensiv- und Notfallme-

dizin, Schmerztherapie, vom 11. Dezember 2014, ist von einer etwas ver-

besserten (Schmerz)-Situation auszugehen („deutlich verbesserter Allge-

meinzustand“). Die Ärzte empfehlen die Fortführung des körperlichen Akti-

vierungstrainings, zur Arbeitsfähigkeit äussert sich der Bericht indessen 

nicht (B-act. 5 B. 1). Die Gutachterin Dr. VV.________ beurteilte im März 

2015 die berufliche Leistungsfähigkeit des Exploranden für eine leichte Tä-

tigkeit mit einfachen Anforderungen als vollschichtig möglich, das heisst für 

mindestens sechs Stunden täglich, unter den dargelegten qualitativen Ein-

schränkungen, dies seit Jahren. Der Gutachter Dr. C.________ hielt nach 

seiner Exploration im September 2015 fest, aus seiner Sicht sei der Explo-

rand seit der Rentenantragstellung voll erwerbsunfähig. Er habe am 

1. September 2015 (nach der dreimonatigen stationären Therapie) einen 

Exploranden in einer schweren depressiven Verfassung kennengelernt. Es 

bestehe keine Aussicht auf Besserung (B-act. 20.1 und 30.4). 

5.5.3 In Beurteilung der vorhandenen Akten ergibt sich ein unvollständiges 

und widersprüchliches Bild. Einerseits fehlen teilweise entscheidende Ak-

ten aus dem deutschen Rentenverfahren (bspw. neurologische Befunde 

vom November 2010 und März 2011 [vgl. IV 39 S.3] sowie das 1. Renten-

gutachten bestehend aus drei Gutachten von März bis Oktober 2012 in 

neurologisch-psychiatrischer, unfallchirurgischer und neurologischer Hin-

sicht [vgl. IV 28 S. 10 f. und 39 S. 5] sowie die beratungsärztliche Stellung-

nahme dazu von Juni 2012 [vgl. IV 28 S. 11 ff.]). Da diese Gutachten nicht 

aktenkundig sind, konnte der gesundheitliche Zustand und Verlauf – auch 

durch den medizinischen Dienst der IVSTA – nicht zuverlässig beurteilt 

C-6971/2014 

Seite 27 

werden. Anderseits widersprechen sich die beiden deutschen Gerichtsgut-

achten (nervenfachärztlich [B-act. 30.3] und psychiatrisch [B-act. 20], je-

weils von Fachärzten der Neurologie-Psychiatrie) zuhanden des Sozialge-

richts X.________ aus dem Jahr 2015 diametral, soweit sie aktenkundig 

sind und soweit sie den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum bis Novem-

ber/ Dezember 2014 betreffen (Dr. VV.________: vollschichtige Erwerbs-

fähigkeit im Rahmen der dargelegten Einschränkungen seit Jahren; 

Dr. C.________: volle Erwerbsunfähigkeit seit Rentenantragstellung). Das 

Gutachten von Dr. VV.________ konnte den Ärzten des medizinischen 

Dienstes nicht vorgelegt werden, da es erst später aktenkundig wurde, und 

das Gutachten von Dr. C.________ liegt nur teilweise vor (es fehlt der 

Schluss). Dr. B.________ empfahl der Vorinstanz bereits am 2. April 2015 

im Hinblick auf das in Deutschland laufende Gerichtsverfahren, das Dos-

sier zu vervollständigen. Entsprechende Vorkehrungen sind indes nicht er-

sichtlich. Zudem finden sich keine Hinweise dazu, dass die Angelegenheit 

einem Facharzt einer somatischen Disziplin des für die IVSTA zuständigen 

regionalärztlichen Dienstes (RAD) Rhône (vgl. http://www.aivs.ch/de/rad-

rhone/rad-rhone.html; abgerufen am 8. August 2016) – statt nur den bera-

tenden Ärzten im medizinischen Dienst der IVSTA (vgl. Art. 59 Abs. 2 und 

2bis IVG) – vorgelegt worden wäre, was sich bei der hier bestehenden chi-

rurgisch-orthopädischen Problematik mit neurologischer und psychischer 

Komponente als zwingend erwiesen hätte. Es fehlt auch eine Darlegung 

des Einflusses der medikamentösen Behandlung auf die Leistungsfähig-

keit des Beschwerdeführers. Soweit der Psychiater Dr. WW._______ vom 

5. Mai 2015 in seiner Stellungnahme entgegen den Beurteilungen der be-

handelnden Psychiater, Neurologen und Schmerzspezialisten ausführt, es 

könne keine aktuell schwere depressive Episode begründet werden, über-

zeugt seine Begründung insoweit nicht, als dass er auf die fehlende IV-

Relevanz nach schweizerischer Rechtspraxis hinweist (s. sogleich). Eine 

für das – nicht als Fachgericht ausgestaltete – Bundesverwaltungsgericht 

nachvollziehbare Darlegung, weshalb die Beurteilungen widersprüchlich 

seien und weshalb die „schwere depressive Episode ohne psychische 

Symptome (ICD F32.2)“ aus medizinischer Sicht nicht hinreichend belegt 

sei (IV 74 S. 2), findet sich in seinen Ausführungen nicht. Soweit er fest-

stellt, die „chronische Schmerzstörung (IDC F45.41)“ sei nach schweizeri-

schen IV-Bestimmungen kein Grund zu einer Arbeitsunfähigkeit, fehlt eine 

Auseinandersetzung mit dem – von Dr. B._______ festgestellten und im 

Wesentlichen unbestrittenen – somatischen (Teil-)Substrat der Schmerzen 

(Lumbalsyndrom nach Diskushernien-OP im Jahre 2008; neuropathisches 

Schmerzsyndrom bei Peronäus-Läsion nach Arbeitsunfall und diabetischer 

http://www.aivs.ch/de/rad-rhone/rad-rhone.html
http://www.aivs.ch/de/rad-rhone/rad-rhone.html

C-6971/2014 

Seite 28 

Polyneuropathie). Im Sinne der ständigen Rechtsprechung des Bundesge-

richts ist diesbezüglich auf die Aufgabe des Arztes zu verweisen, wonach 

dieser sich zur (verbleibenden) Arbeitsfähigkeit der versicherten Person zu 

äussern hat und rechtliche Beurteilungen, wonach gewisse Faktoren (in 

der Biografie einer versicherten Person) (k)einen Einfluss auf einen IV-An-

spruch hätten, in die Beurteilung der Verwaltung oder des Gerichts fallen. 

Darunter fällt auch die Frage der Massgeblichkeit einer Schmerzstörung im 

konkreten Fall in Berücksichtigung der von den Ärzten beschriebenen Si-

tuation (siehe oben E. 4.9.1 und unten E. 5.6).   

 

In den weiteren Stellungnahmen vom 10. August 2015 und vom 20. No-

vember 2015 begründet Dr. WW.________ zwar seine Einschätzung aus-

führlicher, weshalb aus seiner Sicht – entgegen den Einschätzungen der 

behandelnden Psychiater nach über zweimonatiger stationärer Behand-

lung beziehungsweise des begutachtenden Psychiaters Dr. C._______ – 

die jeweils gestellte Diagnose einer schweren Depression nicht mit den 

dazu notwendigen Befunden beziehungsweise Anzahl Kriterien versehen 

sei. Er zitiert indes nur einzelne verkürzte Ausschnitte des Berichts/des 

Gutachtens und erläutert nicht nachvollziehbar, welche Kriterien bezie-

hungsweise inwiefern deren Ausgeprägtheit für das vollständige Krank-

heitsbild einer schweren Depression fehle (vgl. DILLING/MOMBOUR/ 

SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 

10. Aufl. 2015, S. 169 ff. [F32 depressive Episode]). Er widerspricht auch 

der Auffassung des Dr. C.________, dass aus seiner Sicht die therapeuti-

sche Möglichkeit der Behandlung der Depression ausgeschöpft sei, ohne 

sich zu möglichen Behandlungsmassnahmen zu äussern (je Beilage zu  

B-act. 17 und 24). Zu ergänzen bleibt, dass Dr. WW.________, wie bereits 

gesagt, nicht vollständig dokumentiert war. Beispielsweise wurde ihm das 

Gutachten von Dr. VV.________ nicht vorgelegt, zudem hat er den Versi-

cherten – anders als die Spitalärzte und die beiden deutschen Gutachter – 

nicht selbst untersucht. Somit war es ihm auch nicht möglich, eine vollstän-

dige nachvollziehbare Beurteilung abzugeben.  

  

Was die Beurteilung von Dr. KK.________ durch die ärztliche Untersu-

chungsstelle der deutschen Rentenversicherung (E 213, IV 11) betrifft, 

stellte sie Auswirkungen durch den Diabetes fest (S. 9, 12), anders als der 

Hausarzt, der Diabetologe ist und der in seinem (späteren) Bericht keine 

Hinweise zu Einschränkungen wegen des Diabetes festhält (vgl. B-act. 5 

B. 4 S. 4). Bei der Beurteilung von Dr. KK._______ ist zu beachten, dass 

sie die Angelegenheit aus somatischer Sicht als Fachärztin für Chirurgie 

C-6971/2014 

Seite 29 

und Unfallversicherung beurteilte. Sie empfahl ergänzend eine psychiatri-

sche Behandlung (S. 12). Diese wurde in der Folge auch durchgeführt (vgl. 

B-act. 5 B. 2 und 3, B-act. 30 B. 5 und 6), aber – da diese erst von März 

bis Juni 2014 erfolgte – in ihrer Gesamtbetrachtung vom 19. Februar 2014 

fehlt. Letztere Behandlung ist indes für die vorliegende Beurteilung bedeut-

sam. Zu ergänzen bleibt, dass auch der Psychiater Dr. WW.________, im 

Zeitpunkt, als ihm ein Teil des psychiatrischen Gerichtsgutachtens von 

Dr. C.________ vom 7. September 2015 (Begutachtung nach dem vorlie-

gend relevanten Beurteilungszeitraum) vorgelegt wurde, zu Handen der  

IVSTA empfahl, das Dossier nochmals somatisch prüfen zu lassen (siehe 

Beilage zu B-act. 24). Dies unterblieb in der Folge. 

5.5.4 Zusammenfassend ist zu den in den Akten vorhandenen medizini-

schen Beurteilungen festzuhalten, dass grundsätzlich den beiden deut-

schen Gutachten in nervenfachärztlicher und psychiatrischer Hinsicht aus 

dem Jahr 2015, die je auf einer umfassenden Untersuchung des Be-

schwerdeführers beruhen und in sich nachvollziehbar sind, grundsätzlich 

eine hohe Beweiskraft zukommt, soweit sie den vorliegend zu beurteilen-

den Zeitraum bis November/Dezember 2014 betreffen, auch wenn sie sich 

in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers diametral 

widersprechen. Was die Stellungnahmen der beiden Ärzte des medizini-

schen Dienstes betrifft, beruhen sie nicht auf einer vollständigen Aktenlage. 

Zudem fehlt bei den Kurzstellungnahmen des Dr. B._______ aus somati-

scher Sicht die fachärztliche Beurteilung und die Auseinandersetzung mit 

der Schmerzproblematik in rheumatologisch-/orthopädischer und neurolo-

gischer Hinsicht. Auch die Stellungnahmen des Psychiaters 

Dr. WW._______ sind wie dargelegt nicht voll beweiskräftig, weshalb die 

Berichte des medizinischen Dienstes den strengen Anforderungen an die 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen nicht stand halten (siehe oben E. 4.8.3). 

5.6 Unter diesen Umständen ist nicht möglich, den Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers per November/Dezember 2014 mit dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festzustellen, was Grundlage 

für die Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers wäre. Die Angelegenheit ist demnach zur Vervollständigung der Akten 

und zur neuen Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Da anhand der vorhandenen Akten 

auch die Grundlagen des Erwerbsvergleichs nicht rechtskonform ermittelt 

werden können (siehe hiernach E. 6.1), bleibt kein Raum für die Erstellung 

eines Gerichtsgutachtens (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1). Nach Einholung 

C-6971/2014 

Seite 30 

des vollständigen Aktendossiers (siehe oben E. 5.5.3) ist die Sachverhalts-

abklärung mit einer interdisziplinären Begutachtung in der Schweiz in den 

Disziplinen Innere Medizin, Rheumatologie/Orthopädie und Psychiatrie un-

ter Beizug der Neurologie zu ergänzen. Alternativ besteht die Möglichkeit, 

dass der RAD Rhône nach Vervollständigung der umfangreichen Akten 

aus Deutschland die Aktenlage interdisziplinär, in Berücksichtigung des 

Verlaufs der Arbeitsfähigkeit und unter expliziter Würdigung der sich wider-

sprechenden Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen der deutschen 

Gutachter ergänzend prüft und Stellung zuhanden der Vorinstanz nimmt.  

5.7 Nach Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung ist der Rentenan-

spruch des Beschwerdeführers – je nach Diagnosenstellung (vgl. zur 

Schmerzstörung mit/ohne somatisches Substrat E. 5.5.3, 1. Abschnitt) –

allenfalls ergänzend nach den vom Bundesgericht in BGE 141 V 281 ff. 

aufgestellten Kriterien zu prüfen (vgl. auch PETRA FLEISCHANDERL, Aktuelle 

Urteile zu BGE 141 V 281, in: SZS 59/2015 S. 557). Zu ergänzen bleibt, 

dass der Gesundheitszustand des Versicherten sich aufgrund der vorlie-

genden Akten, die teilweise auch den Gesundheitszustand des Beschwer-

deführers nach November/Dezember 2014 beschreiben, verändert haben 

könnte. Die IVSTA wird demnach auch zu beurteilen haben, ob sich eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands ergeben hat, und wenn ja, ob 

diese bereits im Verfügungszeitpunkt vom 3. November 2014 bestanden 

hat oder erst später eingetreten ist, und ob dem Beschwerdeführer im letz-

teren Fall eine abgestufte Rente zuzusprechen wäre. Zu beachten ist im 

Übrigen, dass ab Ende 2013 immer wieder längere stationäre Spitalaufent-

halte des Beschwerdeführers dokumentiert sind, während welchen er als 

vollständig arbeitsunfähig zu beurteilen sein dürfte. 

5.8 Aufgrund der Beschränkung des zu überprüfenden Sachverhalts bis 

zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 3. November 2014 (vgl. 

E. 2.2, Abschnitt 1) sind die im vorliegenden Verfahren mit Eingabe vom 

9. September 2016 aktenkundig gemachte Erkrankung am 23. März 2016 

an einem Herpes Zoster (Hautausschlag infolge Viruserkrankung) und  

einer Paronychie (Entzündung des Nagelfalzes) am rechten Daumen (Arzt-

bericht Dr. D.________ vom 23. März 2016, B-act. 35 Beilage 2) sowie des 

mit Kernspintomographie vom 31. März 2016 festgestellten Rezidivprolaps 

des Wirbelkörpers im Segment L5/S1 mit leichter Irritation der Wurzel von 

S1 rechts, der gering aktivierten Osteochondrose in dieser Etage, sowie 

der unverändert geringen Bandscheibenprotrusion L3/4 und L4/5 (Bericht 

von Dr. E.________ vom 31. März 2016, B-act. 35 Beilage 3) vorliegend 

nicht zu beachten. 

C-6971/2014 

Seite 31 

6.  

Ergänzend bleibt antragsgemäss auf den von der Vorinstanz errechneten 

IV-Grad sowie auf die Höhe der ermittelten IV-Rente von Fr. 51.– (Dreivier-

telsrente) einzugehen. 

6.1 Zum von der Vorinstanz ermittelten Erwerbsvergleich (IV 43) bleibt fol-

gendes anzumerken. Gestützt auf die ständige Rechtsprechung des Bun-

desgerichts ist beim Valideneinkommen grundsätzlich auf den letzten er-

zielten Lohn der versicherten Person abzustellen (oben E. 4.7.2). Aus den 

Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer zuletzt (vor seinem Unfall) 

einen Stundenlohn von Euro 15.59 erzielte und am 16. April 2014 (Datum 

der Stellungnahme des ehemaligen Arbeitgebers) ohne Unfall zirka Euro 

16.90 erzielen würde. Der Beschwerdeführer gibt an, er habe zuletzt vom 

1. November – 30. November 2010 (d.h. nach seinem Unfall am 12. Okto-

ber 2010) einen Bruttolohn von Euro 2‘774.87 erzielt, wobei er ab 24. No-

vember 2010 Krankengeld bezogen habe. Er habe zuletzt im Sommer 9,5 

Stunden und im Winter 8,5 Stunden gearbeitet (IV 37 S. 3 und 7). Gestützt 

auf diese Angaben erweist es sich als unmöglich, das Valideneinkommen 

des Beschwerdeführers zu bestimmen, da verlässliche Unterlagen zu den 

bezahlten (Jahres-)Löhnen vor dem Unfall im Oktober 2010, sei es als 

Lohnauszüge des Arbeitgebers oder gestützt auf die bezahlten Beiträge an 

den deutschen Versicherungsträger, fehlen. Die Vorinstanz wird demnach 

auch hierzu die Akten zu vervollständigen haben.  

 

Zum von der Vorinstanz ermittelten Invalideneinkommen des Beschwerde-

führers (vgl. IV 43 S. 1) ist zu ergänzen, dass in Anwendung der ständigen 

Rechtsprechung des Bundesgerichts auf die Zentrallöhne, und nicht auf 

(zufällig ausgewählte) statistische Berufsgruppen abzustellen ist (siehe 

oben E. 4.7.2 sowie SUSANNE LEUZINGER-NAEF, Der Einkommensvergleich 

– Rückblick und Ausblick, in: Ueli Kieser, Validen- und Invalideneinkom-

men, St. Gallen 2013, S. 37 f., und 46), weshalb auch der von der Vor-

instanz ermittelte Invalidenlohn sich nicht als rechtskonform ermittelt er-

weist. 

6.2 Der Beschwerdeführer rügt, die von der IV-Stelle zugesprochene Rente 

von Fr. 51.– sei viel zu tief und nochmals zu prüfen. 

6.2.1 Gemäss den Akten arbeitete der Beschwerdeführer von Dezember 

1984 bis August 1986 in der Schweiz und leistete in dieser Zeit AHV/IV-

Beiträge. Es sind ihm demnach AHV/IV-Beiträge von einem Jahr und acht 

C-6971/2014 

Seite 32 

Monaten anzurechnen, dies bei einem durchschnittlichen Jahreseinkom-

men von Fr. 29‘484.– (vgl. IV 1-4, 62 f.). Dies bestreitet der Beschwerde-

führer nicht.  

6.2.2 Die Vorinstanz hat die Rechtslage zur Berechnung und die genaue 

Berechnung der Rente in ihrer Vernehmlassung vom 12. Mai 2015 korrekt 

dargelegt, darauf kann verwiesen werden (vgl. B-act. 12 S. 1 f.). Gemäss 

den Einträgen in den individuellen Beitragskonten (IK) in den Jahren 1984 

– 1986 ergibt sich ein Einkommen von Fr. 45‘673.– (IV 4). Das aufgewer-

tete Einkommen beträgt Fr. 47‘363.– (Aufwertungsfaktor 1.037 im Jahr 

2011; vgl. Rententabellen AHV/IV des Bundesamtes für Sozialversicherun-

gen, 2011, S. 15; http://www.bsv.admin.ch/vollzug/documents/view/365/-

lang:deu/category:23; abgerufen am 19. Juli 2016). Dieser Betrag geteilt 

durch die anrechenbare Beitragsdauer von einem Jahr und acht Monaten 

ergibt ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 28‘418.– bezie-

hungsweise als nächsthöhere Bestimmungsgrösse der BSV-Rententabel-

len 2011 von Fr. 29‘232.–. Die anwendbare Rentenskala errechnet sich fol-

gendermassen: Der Beschwerdeführer ist im Jahr 1962 geboren. Der Ver-

sicherungsfall ist im Jahr 2011 eingetreten. Daraus ergeben sich 28 Jahre 

des Jahrgangs (vgl. Rententabellen AHV/IV 2011, S. 8). Nach dem Skalen-

wähler ist bei einem vollen Beitragsjahr bei 28 Jahren des Jahrgangs die 

Rentenskala 2 anwendbar (vgl. Rententabellen AHV/IV 2011 S. 10, Skala 

2: S. 102 f.). Der Rentenanspruch wurde im Jahr 2014 verfügt, weshalb die 

Vorinstanz auf die letzte angepasste Rententabelle 2013 abstellte. Das an 

die Preisentwicklung angepasste anwendbare massgebende Einkommen 

nach der Rententabelle 2013 beträgt Fr. 29‘484.– Die darauf gestützte 

ganze Invalidenrente der Rentenskala 2 beträgt demnach Fr. 68.– bezie-

hungsweise Fr. 51.– für eine Dreiviertelsrente (vgl. Rententabellen 2013 

S. 102 f.). Die Ermittlung der Rentenskala durch Vorinstanz erweist sich 

demnach als korrekt. Die Rente fällt deshalb so tief aus, weil dem Be-

schwerdeführer in der Schweiz nur ein massgebendes Beitragsjahr ange-

rechnet werden kann. 

6.2.3 Soweit der Beschwerdeführer darüber hinaus beanstandet, die zuge-

sprochene Rente erweise sich als zu tief, und Vergleiche zu anderen ihm 

bekannten Fällen zieht, ist er darauf hinzuweisen, dass nur der Anspruch 

der schweizerischen Invalidenversicherung (1. Säule) Anfechtungsobjekt 

der vorliegend angefochtenen Verfügung bildet (oben E. 3.2). Was ein all-

fälliger Rentenanspruch aus beruflicher Vorsorge (2. Säule) betrifft, bleibt 

es dem Beschwerdeführer unbenommen, bei seinen ehemaligen Arbeitge-

bern in der Schweiz oder bei der Zentralstelle 2. Säule, Verbindungsstelle 

http://www.bsv.admin.ch/vollzug/documents/view/365/lang:deu/category:23
http://www.bsv.admin.ch/vollzug/documents/view/365/lang:deu/category:23

C-6971/2014 

Seite 33 

Sicherheitsfonds BVG (Meldung von kontaktlosen und vergessenen Gut-

haben [vgl. http://www.sfbvg.ch/xml_2/internet/de/application/d354/-

f366.cfm], abgerufen am 19. Juli 2016) einen allfälligen Leistungsanspruch 

abzuklären. 

7.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer betreffend 

seine Beschwerde, sein Rentenanspruch sei nicht korrekt abgeklärt wor-

den, durchdringt. Die Verfügung vom 3. November 2014 wird deshalb auf-

gehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese im 

Sinne der Erwägungen den Sachverhalt ergänzend abkläre (siehe hiervor 

E. 5.5 und 6.1). Im Nachgang dazu hat sie den IV-Grad des Beschwerde-

führers neu zu ermitteln und anschliessend neu über den Leistungsan-

spruch des Beschwerdeführers zu verfügen. Soweit der Beschwerdeführer 

über seinen Anspruch aus der Invalidenversicherung hinaus beanstandet, 

die Rente sei zu tief ausgefallen, ist nicht auf das Begehren einzutreten.  

8.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine Rück-

weisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei 

(BGE 132 V 215 E. 6), sodass dieser keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 

sind. Der am 19. Dezember 2014 und am 16. Januar 2015 geleistete Kos-

tenvorschuss von Fr. 400.66 (B-act. 4 und 7) ist dem Beschwerdeführer 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihm anzugebendes 

Konto zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten 

auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

Dem nicht-anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sind keine notwen-

digen und verhältnismässig hohen Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 

VwVG entstanden, weshalb ihm keine Parteientschädgung zuzusprechen 

ist. Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Parteient-

schädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

  

http://www.sfbvg.ch/xml_2/internet/de/application/d354/f366.cfm
http://www.sfbvg.ch/xml_2/internet/de/application/d354/f366.cfm

C-6971/2014 

Seite 34 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  

Die Verfügung vom 3. November 2014 wird aufgehoben und die Angele-

genheit an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwä-

gungen den Sachverhalt abkläre, den Leistungsanspruch des Beschwer-

deführers prüfe und anschliessend neu darüber verfüge.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bezahlte Kostenvor-

schuss von Fr. 400.66 wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

4.  

Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilagen: 

Formular Zahladresse, Kopie der Eingabe vom 9.9.2016) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Beat Weber Susanne Flückiger 

 

 

 

C-6971/2014 

Seite 35 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

Versand: