# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b15a180-285c-5b2c-a2cd-6a18375fc954
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-15
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 15.06.2017 VG.2017.00023 (VG.2017.533)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2017-00023_2017-06-15.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 15. Juni 2017

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2017.00023

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin 

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  IV-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], stellte am 20. Juni 2013
  bei der IV-Stelle Glarus ein Gesuch um Leistungen der Invalidenversicherung.
  Mit Vorbescheid vom 14. Juni 2016 stellte die IV-Stelle eine befristete
  Invalidenrente vom 1. Oktober 2014 bis 31. Oktober 2015 in Aussicht, da
  A.______ in dieser Zeitperiode in allen Tätigkeiten zu 100% eingeschränkt
  gewesen sei. Da sie aber ab dem 23. Oktober 2015 in einer adaptierten Tätigkeit
  wieder zu 100% arbeitsfähig gewesen sei, habe sie ab dem 1. November 2015 keine
  Invalidenrente mehr zugute. Dagegen erhob A.______ am 6. Juli 2016 Einwand,
  den sie in ihren Schreiben vom 11. August 2016 und 6. Oktober 2016
  begründete. Mit Verfügung vom 2. März 2017 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid
  vom 14. Juni 2016 fest und wies das Leistungsbegehren von A.______ ab. 

  
	
   

  
	
  1.2 Am 16. März 2017 ersetzte die IV-Stelle die
  Verfügung vom 2. März 2017 und berechnete die monatlichen
  Rentenleistungen neu. Sie berücksichtigte neu den Anspruch von C.______ auf
  eine Kinderrente.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Gegen die Verfügung vom
  16. März 2017 erhob A.______ am 3. April 2017 Beschwerde beim
  Verwaltungsgericht. Sie beantragte, dass die Verfügung vom 16. März 2017
  dahingehend abzuändern sei, dass ihr ab Dezember 2013 eine unbefristete
  Invalidenrente zugesprochen werde. Ebenfalls seien ihr Eingliederungsmassnahmen
  zuzugestehen. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und an die IV-Stelle
  zur ergänzenden Abklärung zurückzuweisen oder es seien durch das
  Verwaltungsgericht selber ergänzende Abklärungen vorzunehmen; alles unter Kosten-
  und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle.

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle schloss am
  24. April 2017 auf Abweisung der Beschwerde. Am 5. Mai 2017 nahm
  A.______ Stellung zur Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 24. April 2017
  und hielt an ihren Anträgen vom 3. April 2017 fest. Am 15. Mai 2017 nahm die
  IV-Stelle Stellung zur Stellungnahme vom 5. Mai 2017 und hielt ihrerseits an
  ihren Anträgen vom 24. April 2017 fest. 

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69
  Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom
  19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
  die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1
  Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
  des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist Invalidität die
  voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
  Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch Beeinträchtigung
  der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
  zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
  Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
  Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Ist der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
  nicht auf die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückzuführen,
  liegt keine Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 7 Abs. 1 ATSG vor
  (Art 7 Abs. 2 ATSG e contrario). Die Erwerbsunfähigkeit
  kann daher nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich
  einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (BGE 141 V 281
  E. 2.1) und nicht beispielsweise von belastenden psychosozialen oder
  soziokulturellen Faktoren herrührt (BGE 127 V 294
  E. 5a). 

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG liegt zudem eine
  Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
  ist. Es ist daher zu fragen, ob es der versicherten Person trotz des ärztlich
  diagnostizierten Leidens zumutbar ist, einer angepassten Arbeit ganz oder
  teilweise nachzugehen (BGE 141 V 281 E. 3.7.3). Es sind dabei nicht nur die
  Funktionseinschränkungen zu berücksichtigen, sondern auch schadensmindernde
  Faktoren wie die Ressourcen der versicherten Person (BGE 141 V 281 E.
  3.4.2.1).

  
	
   

  
	
  2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei
  einem solchen von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf
  eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70% auf eine ganze Rente.

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Nach dem
  für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren
  geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
  Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Entscheidungsprozess nicht
  erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
  anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
  abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). 

  
	
   

  
	
  3.2 Der
  Beweiswert eines medizinischen Gutachtens für die sozialversicherungsrechtliche
  Würdigung hängt entscheidend davon ab, ob es für die Beantwortung der
  gestellten Fragen umfassend ist und in diesem Rahmen auf den erforderlichen
  allseitigen Abklärungen beruht, es die geklagten Beschwerden wiedergibt und
  sich damit kritisch auseinandersetzt, es in Kenntnis der und gegebenenfalls
  in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, es in der
  Darstellung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet, die
  Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind,
  dass der Rechtsanwender sie kritisch nachvollziehen kann und der medizinische
  Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihm die
  Beantwortung der gestellten Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls
  deutlich macht. Ausschlaggebend für den
  Beweiswert ist somit grundsätzlich weder Herkunft eines Beweismittels noch
  die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
  Bericht oder Gutachten,
  sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a; Ulrich Meyer,
  Verfahrensfragen / Die Beweiswürdigung im Sozialversicherungsrecht, in Thomas
  Gächter [Hrsg.], Ulrich Meyer – Ausgewählte Schriften, Zürich/Basel/Genf
  2013, S. 369, Rz. 16 f.).

  
	
   

  
	
  3.3 Dennoch
  hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
  vereinbar erachtet, bezüglich bestimmten medizinischen Berichten und Gutachten
  Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
  ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete
  Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210
  E. 1.3.4). Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der Gutachter aber
  durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel
  gezogen, genügt weder der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung
  noch dass der ärztliche Bericht nicht den Anforderungen an Gutachten genüge,
  um solche Zweifel auszuräumen (BGE 135 V 465 E. 4.6).

  
	
   

  
	
  3.4 Die
  Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – der Richter dürfen
  eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
  überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen
  Entscheid – sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad
  der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG ist die
  Beschwerdegegnerin verpflichtet, die Begehren zu prüfen, die notwendigen
  Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte
  einzuholen. Für die Abklärung des Sachverhalts kann die Beschwerdegegnerin
  nach Art. 44 ATSG und Art. 59 Abs. 3 IVG Gutachten von unabhängigen
  Sachverständigen einholen. Im Vordergrund stehen dabei medizinische Gutachten
  von Fachärzten.

  
	
   

  
	
  4.2 Medizinische Gutachten, die von den
  Sozialversicherungen eingeholt werden und an denen drei und mehr
  Fachdisziplinen beteiligt sind (sog. polydisziplinäre Gutachten), haben
  gemäss Art. 72bis Abs. 1 Verordnung über die Invalidenversicherung
  vom 17. Januar 1961 (IVV) bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher
  das Bundesamt (Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV]) eine Vereinbarung
  getroffen hat. Gemäss Art. 72bis Abs. 2 IVV erfolgt die Vergabe
  der Aufträge nach dem Zufallsprinzip. Gutachten an denen weniger als drei
  Fachdisziplinen (sog. mono- und bidisziplinäre Gutachten) beteiligt sind,
  müssen nicht zwingend von diesen Gutachterstellen erfolgen. Sie können von
  allen qualifizierten Gutachtern erfolgen; es gilt kein Numerus clausus. Schon
  rein praktisch kann daher das Zufallsprinzip nicht gelten (BGE 139
  V 349 E. 2.2).

  
	
   

   

  
	
  4.3 

  
	
  4.3.1 Die Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip
  neutralisiert generelle, aus den Rahmenbedingungen des Gutachterwesens
  fliessende Abhängigkeits- und Befangenheitsbefürchtungen. Nicht
  einzelfallbezogene Bedenken werden gegenstandlos (BGE 139 V 349 E.
  5.2.2.1). Bei den mono- und bidisziplinären Begutachtungen verbleiben demnach
  nicht einzelfallbezogene Bedenken; aus diesem Grund erhält die Obliegenheit,
  eine einvernehmliche Gutachterbestellung durch Beschwerdegegnerin und
  versicherte Person anzustreben, besondere Bedeutung. Die Beschwerdegegnerin
  hat daher die versicherte Person über die vorgesehenen Fachdisziplinen,
  Gutachterfragen und Gutachter zu informieren. Macht die versicherte Person
  triftige Gründe im Sinn von Art. 44 ATSG geltend, hat die
  Beschwerdegegnerin ein Einigungsverfahren einzuleiten. Als triftige Gründe
  gelten materielle Einwendungen gegen die Begutachtung an sich, gegen Art oder
  Umfang der Begutachtung (unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen)
  oder personenbezogene Einwendungen zu den vorgesehenen Gutachtern (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2; siehe auch BGE 142 V
  551 E. 7.3.4). Keine triftige Gründe sind einzelfallunabhängige Einwendungen
  (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1). Ebenfalls führt der regelmässige Beizug eines
  Gutachters durch die Beschwerdegegnerin sowie die daraus resultierenden
  Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand (BGE 137 V 210
  E. 1.3.3).

  
	
   

  
	
  Kann im Einigungsverfahren keine Einigung erzielt werden,
  hat die Beschwerdegegnerin eine (einheitliche) Zwischenverfügung über die
  Wahl der Art des Gutachtens (mono-, bi- oder polydisziplinär), der
  ausgewählten Fachdisziplinen, der Gutachter (Namen der Sachverständigen und
  jeweiligen Facharzttitel) und der zu behandelnden Frage durch die Gutachter
  zu erlassen (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1 ff.). 

  
	
   

  
	
  4.3.2 Mit dem Einigungsverfahren und der
  allfälligen Beschwerdemöglichkeit soll die versicherte Person die Möglichkeit
  haben, bei der Auftragsvergabe mitzuwirken. Mitwirken muss sie aber nicht;
  sie kann die Einwendungen auch im Rahmen der Beschwerde gegen die
  Endverfügung vor dem Versicherungsgericht erheben, soweit sie sich auf den
  Inhalt der Endverfügung auswirken (vgl. dazu Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art.
  46 Abs. 2 Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968
  [VwVG]).

  
	
   

  
	
  4.4 Ob nun im Einzelfall ein polydisziplinäres
  Gutachten oder eine mono- oder bidisziplinäre Begutachtung angezeigt ist,
  kann nicht anhand von festen Kriterien entschieden werden. Die grosse
  Vielfalt von Begutachtungssituationen erfordert Flexibilität. Die umfassende
  administrative Erstbegutachtung ist jedoch regelmässig polydisziplinär und
  damit zufallsbasiert anzulegen; eine direkte Auftragserteilung soll die
  Ausnahme bleiben. In begründeten Fällen kann von einer polydisziplinären
  Begutachtung abgewichen und eine mono- oder bidisziplinäre Begutachtung
  durchgeführt werden, sofern die medizinische Situation offenkundig
  ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt. Dabei dürfen weder
  interdisziplinäre Bezüge notwendig sein noch darf ein besonderer arbeitsmedizinischer
  bzw. eingliederungsbezogener Klärungsbedarf bestehen (BGE 139 V 349 E.
  3.2).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, dass
  das von der Beschwerdegegnerin
  beauftragte Gutachten von Dr. med. D.______, Innere Medizin FMH, Spezialisierung
  Rheumaerkrankungen, zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, nicht zu
  überzeugen vermöge. So zeige das Gutachten von Dr. med. E.______, FMH Anästhesiologie/Intensivmedizin,
  FA Sachkunde für Dosisintensives Röntgen, FA Interventionelle Schmerztherapie
  SSIP, dass Dr. D.______ wichtige Tatsachen nicht berücksichtigt habe,
  beispielsweise habe die Neurostimulation nur wenig Einfluss auf die belastungsabhängigen
  Schmerzen. Auch könne ihr keine Tätigkeit zugemutet werden, welche Schmerzen
  verursache und die Einnahme von Medikamenten erfordere, deren Wirksamkeit in
  Frage gestellt sei und unvertretbare Nebenwirkungen bewirken könnten. Die
  Einschätzung von Dr. D.______ zur Arbeitsfähigkeit sei daher zu optimistisch.
  Richtigerweise sei davon auszugehen, dass sie nur für leichte Tätigkeiten in
  wechselnden Positionen in einem 50%igen Pensum zu 50% arbeitsfähig sei. Es
  sei ihr daher nicht möglich, einer Tätigkeit wie bei der F.______ AG
  nachzugehen. Neben den inhaltlichen Fehlern beruhten die Einschätzungen von
  Dr. D.______ nicht auf allseitigen Abklärungen, namentlich hätten die
  Untersuchungen nur zwei Stunden gedauert und die anwesende Übersetzerin habe
  die deutsche Sprache nur mangelhaft beherrscht. Das Teilgutachten von Dr.
  med. G.______, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer
  Gutachter SIM, sei formell nicht korrekt zu Stande gekommen. Ihr sei keine Möglichkeit
  gegeben worden, Einwände gegen Dr. G.______ zu erheben. Aufgrund der Zweifel
  bezüglich der Gutachten von Dr. D.______ und Dr. G.______ sei auf das
  schlüssige Gutachten von Dr. E.______ abzustellen. Eventualiter sei ein polydisziplinäres
  Gutachten mit den Disziplinen Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie
  anzuordnen. 

  
	
   

  
	
  5.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, sie habe sämtliche
  ihr obliegenden Abklärungspflichten sorgfalts- und pflichtgemäss
  wahrgenommen. Die Gutachten von Dr. D.______
  und Dr. G.______ erfüllten die vorgegebenen Anforderungen, insbesondere
  hielten sie die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin eindeutig
  und zweifelsfrei fest. Die Beschwerdeführerin habe die Möglichkeit gehabt,
  sich gegen die zur Begutachtung vorgesehenen Ärzte zu äussern, habe dies aber
  unterlassen. Aus diesen Gründen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2014 bis 31.
  Oktober 2015 vollumfänglich invalidisiert gewesen sei; danach sei ihr aber
  eine angepasste Arbeitsfähigkeit in einem Pensum von 100% zumutbar gewesen.

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  6.1 

  
	
  6.1.1 Die Beschwerdegegnerin hat bei der Wahl von Gutachtern für mono- und bidisziplinäre
  Abklärungen einen grossen Ermessensspielraum. Sie ist aber nicht völlig frei
  und hat beispielsweise den Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung zu
  beachten. Die Beschwerdegegnerin gibt
  mono- und bidisziplinäre Abklärungen in Auftrag, wenn der Gesundheitszustand
  der versicherten Person unklar ist. Entscheidend für die Wahl der Gutachter
  ist daher der medizinische Sachverstand der Gutachter. 

  
	
   

  
	
  Sowohl Dr. D.______ wie
  auch Dr. G.______ haben den notwendigen medizinischen Sachverstand. Dr.
  D.______ ist Fachärztin für Innere Medizin mit Spezialisierung auf
  Rheumaerkrankungen; Dr. G.______ ist Facharzt für Psychiatrie und
  Psychotherapie. Beide sind auch zertifizierte Gutachter der Swiss Insurance Medicine (SIM).
  Die Beschwerdeführerin zweifelt daher richtigerweise nicht den medizinischen
  Sachverstand der beiden Gutachter an. 

  
	
   

  
	
  6.1.2 Bei bidisziplinären Abklärungen müssen die
  Ergebnisse der beiden Gutachten zusammengefasst und gesamtheitlich gewürdigt
  werden. Ebenfalls sind Befunde, die für Wechselwirkungen zwischen den
  festgestellten Diagnosen in den beiden Gutachten sprechen, darzulegen. Die
  beiden Gutachter haben sich daher über ihre Ergebnisse auszutauschen und
  allfällige Wechselwirkungen zu besprechen. Um diesen Austausch
  sicherzustellen, kann die Beschwerdegegnerin
  einen Gutachter mit dem bidisziplinären Gutachten beauftragen, im Wissen,
  dass dieser einen zweiten kompetenten Gutachter vorschlagen wird. Dieses
  Vorgehen hat den grossen Vorteil, dass den Gutachtern bewusster wird, dass
  sie nicht nur für ihre Teilgutachten, sondern für das ganze bidisziplinäre
  Gutachten verantwortlich sind. Das Vorgehen ist an das Vorgehen bei einem polydisziplinären
  Gutachten angelehnt; bei polydisziplinären Gutachten beauftragt die Beschwerdegegnerin eine Gutachterstelle und nicht die einzelnen
  Gutachter. Wie diese Gutachterstelle organisiert ist und wie sie den
  Austausch zwischen den unterschiedlichen Gutachter sichergestellt, ist der
  Gutachterstelle überlassen. Die Beschwerdegegnerin hat nur sicherzustellen, dass sie von den
  beauftragten Gutachtern alle entscheidungserheblichen Angaben in der
  erforderlichen Qualität erhält (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.2).

  
	
   

  
	
  Gemäss den in den Akten
  liegenden Berichten der behandelnden Ärzte überwiegen die somatischen
  Beschwerden der Beschwerdeführerin. Es erscheint daher sachgerecht, dass die
  Beschwerdegegnerin Dr. D.______ mit dem bidisziplinären Gutachten beauftragte
  und es ihr überliess, einen psychiatrischen Gutachter vorzuschlagen. Hingegen
  überliess die Beschwerdegegnerin entgegen der Behauptung der
  Beschwerdeführerin Dr. D.______ nicht den Entscheid darüber, was zu tun bzw.
  abzuklären sei. Die Beschwerdegegnerin gab durch die beigelegten Fragen den
  Inhalt des bidisziplinären Gutachtens hinreichend vor. 

  
	
   

  
	
  6.1.3 Es geht aber nicht an, dass der erste Gutachter
  direkt den zweiten Gutachter beauftragt, ohne der versicherten Person die
  Möglichkeit zu geben, personenbezogene Einwände gegen diesen Gutachter zu
  erheben. Die Beschwerdegegnerin hat
  daher die Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin verletzt, indem sie der Beschwerdeführerin
  im Schreiben vom 21. Dezember 2015 nicht darauf hingewiesen hatte, dass sie
  die Möglichkeit habe, Dr. G.______ aufgrund personenbezogener Einwände
  abzulehnen und ihm allenfalls noch Fragen stellen zu lassen. Das Wissen ihres
  derzeitigen Rechtsvertreters kann ihr nämlich nicht angerechnet werden. Die
  dazugehörige Vertretungsvollmacht ist nämlich erst auf den 19. Juni 2016 datiert.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeführerin
  legt ausführlich dar, dass ihre Mitwirkungsrechte verletzt worden seien.
  Konkrete negative Auswirkungen führt sie aber nicht an, namentlich macht sie
  keine personenbezogenen Einwände gegen Dr. G.______ geltend. Auch führt sie
  keine Fragen an, die sie gerne von Dr. G.______ beantwortet gehabt hätte noch
  zeigt sie auf, weshalb die Ergebnisse des Teilgutachtens nicht richtig oder
  unvollständig seien. Insofern führt allein die Verletzung der
  Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin nicht zur Aufhebung des
  vorinstanzlichen Entscheids. 

  
	
   

  
	
  6.2 

  
	
  6.2.1 Am 7. Oktober 2012 hielt Dr. med. H.______, Facharzt
  für allgemeine Medizin, fest, dass die Beschwerdeführerin seit spätestens
  2012 an starken Rückenschmerzen im unteren Lendenwirbelbereich leide. Sie
  leide auch an Parästhesien, die bis in den rechten Fuss ausstrahlten, sowie
  an einer subjektiven Kraftminderung im rechten Bein. Die segmentale Zuordnung
  dieser Schmerzen sei aber nicht eindeutig möglich. Aus radiologischer Sicht
  würde man eher vom Segment L5/S1 ausgehen; nach der neurologischen Zuordnung
  hingegen müsste es sich eher um das Segment L4/5 handeln. So fand Dr.
  H.______ bei der Bandscheibe L4/5 eine breitbasige Protrusion. Die Beschwerdeführerin
  wurde daraufhin mit verschiedenen konservativen Therapien behandelt,
  einschliesslich einer periradikulären Infiltration. Diese Therapiebemühungen
  blieben letztlich erfolglos. 

  
	
   

  
	
  Daraufhin entschieden sich
  die Beschwerdeführerin und Dr. I.______, Facharzt für Neurochirurgie, zu
  einer Sequesterentfernung und Nukleotomie L5/S1, welche am 2. Oktober
  2012 durchgeführt wurde. Dieser Eingriff bewirkte aber nur eine kurzfristige
  Besserung. Am 12. November 2013 führte Dr. I.______ eine Dekompression
  L5/S1 translaminär transartikulär von rechts und eine Fusion mit
  Zwischenwirbelinterponat und beidseitiger transpedikulärer Verschraubung
  durch. Doch auch diese Operation verbesserte die Beschwerden nur wenig.

  
	
   

  
	
  Am 20. Oktober 2014 führte
  PD. Dr. med. J.______, Fachärztin FMH für Neurologie/Neurophysiologie,
  eine neurophysiologische Abklärung durch. Dabei stellte sie eine aktive
  Radikulopathie am L5 fest. Die Ursache für diese Radikulopathie konnte aber
  nicht festgestellt werden. Mit diagnostischer Absicht nahmen daher K.______,
  Oberarzt für Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie, und L.______,
  Assistenzärztin Wirbelsäulenchirurgie, am 9. Februar 2015 eine
  Facettengelenksinfiltration L5/S1 und eine Wurzelinfiltration L5 vor. In der
  Nachkontrolle vom 25. Februar 2015 stellten sie fest, dass die Infiltrationen
  keine Verbesserungen gezeigt hätten. Aus radiologischer Sicht fanden sie auch
  kein Korrelat für die klinische Symptomatik. Sie empfahlen daher eine
  multimodale Schmerztherapie mit gegebenenfalls psychologischer Begleitung zur
  Schmerzverarbeitung.

  
	
   

  
	
  Am 6. August 2015
  informierte Dr. E.______ Dr. H.______ über den Therapieverlauf bei der
  Beschwerdeführerin. Am 14. Juli 2015 seien zwei epidural eingelegte Stimulationselektroden
  zur Probestimulation implantiert worden. Diese Elektroden hätten die gewünschten
  Reaktionen gezeigt. Die Rückenbeschwerden seien verschwunden; auch die
  Beschwerden am rechten Bein seien um ca. 80% reduziert. Daraufhin wurde am
  22. Juli 2015 ein Impulsgenerator
  implantiert. Anlässlich der Nachkontrolle vom 6. August 2015 habe sich mit
  einer Schmerzreduktion von ca. 80% ein hervorragendes Therapieresultat
  gezeigt. Im Ruhezustand seien die Rückenbeschwerden und die ursprüngliche
  Ausstrahlung in das rechte Bein verschwunden, das Kribbeln im Unterschenkel
  sei aber noch persistent. Ein Beweis der optimalen Wirkung des
  Rückenmarkstimulators zeige sich in der Tatsache, dass bei ausgeschalteter
  oder erschöpfter Batterie die Schmerzen sofort wieder auftreten würden. Beim
  Laufen habe sie immer noch schwere Beine und intermittierend eine "Blockierung"
  im Rücken.

  
	
   

  
	
  6.2.2 Am 22. Juli 2015 empfahl RAD-Arzt Dr. med. M.______,
  Facharzt FMH für Rheumatologie, Facharzt FMH und UEMS für Physikalische
  Medizin und Rehabilitation, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, bei
  Dr. D.______ ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten, inkl. EFL
  einzuholen. Die geklagten Beschwerden und die absolute Resistenz gegenüber
  den durchgeführten Infiltrationen könnten nicht erklärt werden. Gestützt auf diesen
  Vorschlag beauftragte die Beschwerdegegnerin am 9. Dezember 2015
  Dr. D.______ mit einem bidisziplinären, rheumatologisch-psychiatrischen
  Gutachten.

  
	
   

  
	
  6.3 Demnach stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der
  Entscheidung, ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten einzuholen,
  hauptsächlich auf den Vorschlag von Dr. M.______. Seine Beweggründe sind aber
  nicht nachvollziehbar. So hatte Dr. J.______ nach einer neurophysiologischen
  Abklärung eine aktive Radikulopathie am L5 bei der Beschwerdeführerin festgestellt.
  Auch verschwanden mit den eingesetzten Elektroden und dem Impulsgenerator die
  Rückenschmerzen im Ruhezustand. Ein neurologisches Teilgutachten war daher
  angezeigt, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass im Normalfall bei einer
  administrativen Erstbegutachtung ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen
  ist (vgl. E. II/4.4). Dieses neurologische Teilgutachten hätte beispielsweise
  zu beantworten gehabt, inwiefern sich der Impulsgenerator auf belastungsabhängige
  Schmerzen auswirkt und ob diese Schmerzen allenfalls mit einer medikamentösen
  Schmerztherapie zu behandeln wären.

  
	
   

  
	
  Weshalb Dr. M.______ kein
  neurologisches Teilgutachten vorschlug, ergibt sich aus den vorliegenden
  Akten nicht. Weder Dr. M.______ noch die Beschwerdegegnerin setzten sich mit
  dieser Frage auseinander. Nach dem Dargelegten hätte die Beschwerdegegnerin
  ein polydisziplinäres Gutachten mit mindestens den Disziplinen Rheumatologie,
  Neurologie und Psychiatrie einholen müssen. 

  
	
   

  
	
  6.4 Doch auch wenn man annimmt, dass kein neurologisches
  Gutachten einzuholen gewesen wäre und Dr. D.______ über die notwendige
  Fachkompetenz verfügen würde, genügt das bidisziplinäre Gutachten den
  bundesrechtlichen Anforderungen nicht. 

  
	
   

  
	
  6.4.1 Dr. D.______ folgte der Diagnose von Dr. J.______,
  dass die Beschwerdeführerin an einer neurophysiologischen L5-Radikulopahie
  leide und ihre Arbeitsfähigkeit daher einschränkt sei. Sie folgte auch der
  Feststellung von Dr. E.______, dass sich seit der Implantation des
  Impulsgenerators die Rückenschmerzen verbessert hätten. Sie gab zudem die
  Aussage der Beschwerdeführerin wieder, dass sie nur wenig lumbale Beschwerden
  mehr verspüre, die Beschwerden aber belastungsabhängig seien.

  
	
   

  
	
  Ob die letzte Aussage
  tatsächlich zutrifft, überprüfte sie nicht. Sie wies einfach daraufhin, dass
  eine medikamentöse Schmerztherapie noch grosses Optimierungspotential
  aufweise. Auch könne sich die Beschwerdeführerin wieder physiotherapeutisch betreuen
  lassen oder ihr Gewicht normalisieren, sofern die Beschwerden weiterhin bestünden.
  Dies vermag nicht zu überzeugen, da nur für festgestellte Beschwerden Behandlungsmethoden
  vorgeschlagen werden können.

  
	
   

  
	
  Zusätzlich setzte sie sich
  auch nicht mit der Frage auseinander, ob bei der Beschwerdeführerin eine
  medikamentöse Schmerztherapie anschlagen würde (vgl. dazu Stellungnahme
  von Dr. H.______). So wirkten bei der Beschwerdeführerin die Infiltrationen
  nur für kurze Zeit. Dr. M.______ hielt sogar fest, dass die Beschwerdeführerin
  eine absolute Resistenz gegenüber den durchgeführten Infiltrationen habe.
  Diese und andere frustranen konservativen Therapien waren denn auch der Grund
  für die verschiedenen Operationen.

  
	
   

  
	
  Ebenfalls ist es wenig
  überzeugend, wenn Dr. D.______ einerseits festhielt, dass die
  Beschwerdeführerin eine erfreulich grosse Muskelmasse zeige, was wohl auf ihr
  tägliches gymnastisches Heimprogramm zurückzuführen sei, anderseits ihr aber
  vorwarf, dass sie sich nicht physiotherapeutisch behandeln lasse.

  
	
   

  
	
  6.4.2 Dr. D.______ hielt in ihrem Gutachten fest, dass die
  Beschwerdeführerin vermutlich die angestammte Tätigkeit bei der F.______AG uneingeschränkt
  ausüben könne. Ein Vergleich dieser Tätigkeit mit der funktionellen
  Leistungsfähigkeit fehlt aber.

  
	
   

  
	
  Gemäss dem
  Zumutbarkeitsprofil der N.______AG kann die Beschwerdeführerin nur noch leichte
  bis mittelschwere Tätigkeiten ausüben. Sie sollte wiederholt vorkommende
  Aktivitäten mit Arbeitspositionen im Stehen mit vorgeneigten Rumpf und
  gleichzeitigem Handling von Gewichten vermeiden. Weshalb ihr nun zumutbar
  sein soll, Schuhe auszupacken und auf die Regale zu versorgen, ist auf den
  ersten Blick nicht nachvollziehbar. 

  
	
   

  
	
  6.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann
  allein aufgrund der Berichte von Dr. E.______ jedoch nicht mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit auf eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% geschlossen
  werden. Dieser setzte sich nämlich nicht eingehend mit der Frage auseinander,
  inwiefern die Beschwerdeführerin an belastungsabhängigen Schmerzen leidet.
  Auch würdigte er die Aussagen der Beschwerdeführerin nicht kritisch.
  Beispielsweise gibt es wenige objektive Hinweise, dass die Beschwerdeführerin
  nach der zweitägigen EFL über mehrere Tage an starken lumbalen Schmerzen
  gelitten hat. Schliesslich umschreibt er auch nicht hinreichend das zumutbare
  Leistungsprofil für angepasste Tätigkeiten, die der Beschwerdeführerin noch
  möglich seien. Es erweist sich daher ein polydisziplinäres Gutachten als
  notwendig.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ist
  festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht nur ein bidisziplinäres
  Gutachten eingeholt hatte. Insofern stellte sie den Sachverhalt nur ungenügend
  fest. Sie hat daher ein polydisziplinäres Gutachten mit mindestens den
  Disziplinen Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie einzuholen. Da sie bisher
  keine medizinische Gesamtbeurteilung in Auftrag gab, erweist sich die Rückweisung
  der Sache an die Beschwerdegegnerin auch unter Berücksichtigung der aktuellen
  Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) als zulässig,
  wie dies auch die Beschwerdeführerin eventualiter beantragt.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur teilweisen
  Gutheissung der Beschwerde. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 16.
  März 2017 ist aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an diese
  zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Eine
  Rückweisung zu erneutem Entscheid mit offenem Ausgang in der Hauptsache gilt
  für die Verteilung der Kosten und Entschädigungen als Obsiegen. Die pauschale
  Gerichtsgebühr von Fr. 600.- ist ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
  (Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 134 Abs. 1 lit. c des Gesetzes
  über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]). Der
  Beschwerdeführerin ist der bereits geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von
  Fr. 600.- zurückzuerstatten. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die
  obsiegende und berufsmässig vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss
  Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG
  Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der
  Beschwerdegegnerin. Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
  Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen und
  vorliegend auf Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) festzulegen. 

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  Gegen
  den vorliegenden Zwischenentscheid steht die Beschwerde in
  öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den
  Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni
  2005 (BGG) offen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin
    vom 16. März 2017 wird
    aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an diese zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.
    Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss in der
    Höhe von Fr. 600.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    in der Höhe von Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]