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**Case Identifier:** 51a7aedb-a87b-516b-ab90-3bef8d2cc587
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 20.12.2023 VBE.2023.244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-244_2023-12-20.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.244 / sb / fi 
Art. 152 

 

 

Urteil vom 20. Dezember 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____  

vertreten durch MLaw Gabriel Hüni, Rechtsanwalt, Stadtturmstrasse 10, 

Postfach, 5401 Baden  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   GastroSocial Pensionskasse, Buchserstrasse 1, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 13. April 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1963 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 14. Dezember 

2019 bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Rente, be-

rufliche Massnahmen) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. 

Diese klärte daraufhin die gesundheitliche sowie erwerbliche Situation und 

die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich ab. 

Insbesondere holte sie die Akten der Krankentaggeldversicherung ein und 

liess die Beschwerdeführerin zudem nach Rücksprache mit ihrem internen 

Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) durch Dr. med. B._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachten. Gestützt auf 

das am 19. Juli 2022 erstattete Gutachten und den 

Haushaltabklärungsbericht vom 30. April 2021 stellte die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin nach neuerlicher 

Rücksprache mit dem RAD mit Vorbescheid vom 29. August 2022 die 

Abweisung des Leistungsbegehrens betreffend Invalidenrente in Aussicht. 

Nachdem die Beschwerdeführerin dagegen am 27. September 2022 

Einwände erhoben hatte, holte die Beschwerdegegnerin nach abermaliger 

Rücksprache mit ihrem RAD eine ergänzende gutachterliche 

Stellungnahme vom 18. März 2023 ein. In der Folge gewährte sie der 

Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör, ehe sie das Leistungsbegehren 

betreffend Invalidenrente mit Verfügung vom 13. April 2023 abwies.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 17. Mai 2023 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Die Verfügung vom 13. April 2023 sei aufzuheben und es sei der Be-
schwerdeführerin eine Rente der Invalidenversicherung in gesetzlicher 
Höhe zuzusprechen. 
 
2. 
Eventualiter sei die Verfügung vom 13. April 2023 aufzuheben und die 
Sache zu weiteren Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 27. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 3. Juli 2023 wurde die beruf-

liche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin zum Verfahren beigela-

den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese mit 

Eingabe vom 11. Juli 2023 verzichtete. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

In ihrer Verfügung vom 13. April 2023 geht die Beschwerdegegnerin im 

Wesentlichen gestützt auf das von ihr eingeholte psychiatrische Gutachten 

von Dr. med. B._____ vom 19. Juli 2022 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 74) und die ergänzende gutachterliche Stellungnahme vom 18. März 

2023 (VB 87) sowie den Haushaltsabklärungsbericht vom 30. April 2021 

(VB 53) zusammengefasst davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit als auch in jeder anderen 

angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig und im Haushaltsbereich zu 20 % 

in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Unter Anwendung der 

gemischten Methode der Invaliditätsbemessung mit einer Aufteilung von 

50 % Erwerbstätigkeit und 50 % Aufgabenbereich (Haushalt) resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 20 %, weshalb die Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente habe (VB 95).  

 

Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber zusammengefasst geltend, 

es könne nicht auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. B._____ 

abgestellt werden. Ferner sei der somatische Gesundheitszustand 

unzureichend abgeklärt worden. Bei richtiger Betrachtung habe sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente.  

 

Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente mit Verfü-

gung vom 13. April 2023 zu Recht verneint hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche An-

sprüche des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind 

daher nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Be-

stimmungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

 - 4 - 

 

 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_744/2022 vom 12. Mai 2023 E. 2.2). 

 

3. 

3.1. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zu-

mutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver-

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

3.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztli-

chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-

che Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können 

(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen). 

 

3.3. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-

 - 5 - 

 

 

gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a 

S. 352 und 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-

linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352). 

 

3.4. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten externer Spezialärzte, welche auf Grund eingehender Beo-

bachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-

lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 und 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 13. April 2023 

in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das von ihr eingeholte psy-

chiatrische Gutachten von Dr. med. B._____ vom 19. Juli 2022 (VB 74) 

inklusive ergänzender gutachterlicher Stellungnahme vom 18. März 2023 

(VB 87). Diesem sind als Diagnosen eine abhängige 

Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1) und sonstige Reaktionen auf 

schwere Belastung (ICD-10 F43.8) zu entnehmen (VB 74, S. 17). Eine 

namhafte Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

liege nicht vor. Daher sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit sowohl in der 

angestammten wie auch in jeder anderen angepassten Tätigkeit ab August 

2020 auszugehen (VB 74, S. 26). An dieser Einschätzung hielt der 

Gutachter mit ergänzender Stellungnahme vom 18. März 2023 im 

Wesentlichen fest (VB 87). Mit Stellungnahme vom 7. April 2023 empfahl 

zudem RAD-Arzt med. pract. C._____, Praktischer Arzt und Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, auf die Beurteilung von Dr. med. B._____ 

abzustellen (VB 93). 

 

4.2. 

In den Akten findet sich ferner ein von der Krankentaggeldversicherung ein-

geholtes bidisziplinäres rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten der 

Dres. med. D._____, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie für 

Rheumatologie, und E._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 2. September 2020. Aus rheumatologischer Sicht 

wurden ausschliesslich Diagnosen gestellt, die sich nicht auf die 

 - 6 - 

 

 

Arbeitsfähigkeit auswirkten, und dementsprechend eine volle 

Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert (VB 39.3, S. 11 und 

S. 14). Aus psychiatrischer Sicht wurden eine "[m]ittelschwere andauernde 

somatische Belastungsstörung mit überwiegendem Schmerz (F45.4)" 

sowie eine andere "näher bezeichnete Trauma- und belastungsbezogene 

Störung (F43.8)" diagnostiziert (VB 39.2, S. 12). In der angestammten 

Tätigkeit als Servicemitarbeiterin (die Einkäufe, Kundenbetreuung, Kasse 

und Reinigung umfasste) bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit und in einer 

angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (VB 39.2, S. 15 ff.).  

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe zu 

Unrecht lediglich eine psychiatrische Begutachtung durchführen lassen, 

bestünden doch zahlreiche somatische Beschwerden. Dem kann indes 

nicht gefolgt werden. So ist dem von der Beschwerdeführerin in diesem 

Zusammenhang angeführten rheumatologischen Teil des von der Kranken-

taggeldversicherung eingeholten bidisziplinären Gutachtens vom 2. Sep-

tember 2020 – unabhängig von dessen rechtlicher Qualifikation (vgl. dazu 

hinten E. 5.2.2.) – zweifelsfrei zu entnehmen, dass die subjektiv geklagten 

Beschwerden "nicht [hätten] konklusiv objektiviert werden" können 

(VB 39.3, S. 12), weshalb auch keine rheumatologisch bedingte Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (VB 39.3, S. 13 f.). Dieser Beur-

teilung schloss sich RAD-Arzt Dr. med. F._____, Facharzt vor 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in 

seiner Stellungnahme vom 13. Februar 2023 an (VB 84, S. 2). Sie erfolgte 

zudem bereits in Kenntnis der von der Beschwerdeführerin mit Verweis auf 

den Bericht des Zentrums G._____ vom 10. September 2021 (VB 59, 

S. 2 ff.) angeführten Osteochondrosen der LWS, welche gemäss der 

rheumatologischen Gutachterin Dr. med. D._____ aber nicht zu einer 

Bewegungseinschränkung oder zu reproduzierbaren Schmerzen geführt 

habe (vgl. VB 39.3, S. 12). Dem Bericht des Zentrums G._____ vom 

10. September 2021 sind denn auch keine von der Beurteilung von 

Dr. med. D._____ abweichenden Einschätzungen bezüglich der 

Objektivierbarkeit der Beschwerden beziehungsweise der Ursächlichkeit 

der fraglichen Osteochondrosen für die geklagten Beschwerden zu 

entnehmen. Im Gegenteil wird dort ausgeführt, die "hauptsächliche Arbeit 

um eine Verbesserung der Schmerzsituation zu erreichen sehen wir im 

Bereich der Psychologie" (VB 59, S. 7). Ähnliches gilt bezüglich des im 

Bericht des Zentrums G._____ vom 26. Februar 2021 aufgeführten 

Vorbefundes leicht dehydrierter Bandscheiben in den Segmenten LWK 1/2, 

LWK 2/3 und LWK 4/5 (VB 57, S. 6). Dieser Befund stützte sich auf eine 

MRI-Untersuchung vom 20. September 2019 (vgl. den entsprechenden 

Bericht gleichen Datums von Dr. med. H._____, Facharzt für Radiologie, 

Klinik I._____ , in VB 14.1, S. 6 f.), deren Ergebnisse Dr. med. D._____ 

ebenfalls bereits vorlagen (vgl. VB 39.3, S. 5), und führte ferner gemäss 

 - 7 - 

 

 

Bericht des Zentrums G._____ vom 10. September 2021 gerade nicht zur 

Diagnose eines objektivierten somatischen Gesundheitsschadens als 

Ursache der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden. Bei der 

von der Beschwerdeführerin ebenfalls angeführten im Bericht des 

Kantonsspitals J._____ vom 21. August 2019 aufgeführten möglichen 

Alteration der Nervenwurzel L5 (VB 52.1, S. 61) handelt es sich schliesslich 

zum einen um eine blosse (den Regelbeweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nicht erreichende; vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_701/2018 vom 28. Februar 2019 E. 6.1.2, 

8C_733/2017 vom 29. März 2018 E. 4.3.1, 9C_208/2017 vom 16. Juni 

2017 E. 2.4.1.1, 9C_79/2017 vom 21. April 2017 E. 3 und 9C_1026/2012 

vom 13. Februar 2013 E. 3.3) Vermutung. Im weiteren Aktenverlauf fehlen 

zum anderen weitere Hinweise auf einen solchen Gesundheitsschaden. 

Insgesamt ergibt sich aus der medizinische Aktenlage folglich kein Anhalt 

für ein sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkendes rheumatologisches 

Krankheitsbild beziehungsweise einen relevanten somatischen 

Gesundheitsschaden. Die Beschwerdegegnerin war daher berechtigt, auf 

somatische gutachterliche Abklärungen zu verzichten (vgl. SVR 2017 IV 

Nr. 20 S. 53, 8C_451/2016 E. 4.5, und Urteile des 

Bundesgerichts 9C_96/2018 vom 19. März 2018 E. 3.2.6 sowie 

9C_561/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 4.1), zumal RAD-Arzt 

Dr. med. F._____ am 13. Februar 2023 befand , dass betreffend die 

Arbeitsfähigkeit (aus somatischer Sicht) weiterhin auf das 

rheumatologische Teilgutachten von Dr. med. D._____ abgestellt werden 

könne (vgl. VB 84, S. 2), und auch der psychiatrische Gutachter 

Dr. med. B._____ den Beizug weiterer medizinischer Fachpersonen nicht 

als notwendig erachtete (vgl. hierzu Urteil des 

Bundesgerichts 8C_163/2022 vom 11. August 2022 E. 4.6 mit Verweis auf 

BGE 139 V 349 E. 3.2 ff. S. 352).  

 

5.2. 

5.2.1. 

Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des psychiatrischen Gutach-

tens vom 19. Juli 2022 von Dr. med. B._____ inklusive ergänzender 

gutachterlicher Stellungnahme vom 18. März 2023 fachärztlich umfassend 

und in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorakten (vgl. VB 74, S. 5 f. 

und S. 15 ff.) und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 

untersucht. Dabei beurteilte der Gutachter die medizinischen 

Zusammenhänge sowie die medizinische Situation einleuchtend und 

gelangte zu einer nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung. Dem 

Gutachten kommt damit grundsätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender 

Kriterien (vgl. E. 3.3 f.) zu.  

 

5.2.2. 

Soweit die Beschwerdeführerin dem psychiatrischen Gutachten von 

Dr. med. B._____ vom 19. Juli 2022 den psychiatrischen Teil des von der 

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Krankentaggeldversicherung eingeholten bidisziplinären Gutachtens vom 

2. September 2020 entgegenhält, ist auf Folgendes hinzuweisen: Nach 

Lage der Akten wurden die im Rahmen von Art. 44 ATSG geltenden 

Mitwirkungs- und Parteirechte der Beschwerdeführerin (vgl. hierzu statt 

vieler BGE 139 V 349) bei der Einholung des fraglichen Gutachtens durch 

die Krankentaggeldversicherung nicht gewahrt (vgl. insb. deren "Aufgebot" 

an die Beschwerdeführerin vom 11. August 2020 in VB 49, S. 85) . Dieses 

ist daher gleich zu werten wie eine versicherungsinterne Beurteilung, 

weshalb ihm rechtsprechungsgemäss die Beweiskraft eines 

versicherungsinternen Berichtes und nicht – wie dem psychiatrischen 

Gutachten von Dr. med. B._____ – diejenige eines verwaltungsexternen 

Gutachtens zukommt (vgl. zum Ganzen statt vieler SVR 2023 IV Nr. 12 

S. 36, 8C_23/2022 und 8C_51/2022 E. 4.2.2, sowie Urteile des Bundesge-

richts 9C_580/2018 vom 14. November 2018 E. 4.1 und 8C_682/2017 vom 

14. Februar 2018 E. 5). 

 

5.2.3. 

Inhaltlich macht die Beschwerdeführerin geltend, Dr. med. B._____ habe 

bei seiner Auseinandersetzung mit den Diagnosen der anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F 45.40) und der chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 

F 45.41) die klassifikatorischen Vorgaben unzutreffend angewandt, 

weshalb auf seine Beurteilung in ihrer Gesamtheit nicht abgestellt werden 

könne. Dabei übersieht die Beschwerdeführerin, dass 

invalidenversicherungsrechtlich nicht direkt von einer Diagnose auf die 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden kann und dass 

daher für die Beurteilung des Gesundheitszustandes respektive der 

Invalidität nicht die Diagnosen an sich, sondern die gesundheitsbedingten 

Beeinträchtigungen im Sinne der Auswirkungen eine Erkrankung auf die 

Arbeitsfähigkeit massgebend sind (vgl. statt vieler BGE 145 V 215 E. 6.1 

S. 227, 143 V 418 E. 6 S. 426 und 143 V 409 E. 4.2.1 S. 412 sowie Urteil 

des Bundesgerichts 8C_53/2022 vom 5. Juli 2022 E. 4.1.2). Vor diesem 

Hintergrund ist denn auch der Verzicht auf eine nähere 

differentialdiagnostische Einordnung im Sinne der Zuordnung eines 

Beschwerdebilds zu den nach den ICD-10 Kriterien zur Verfügung 

stehenden Definitionen F45.40 oder F45.41 nicht zu beanstanden, sind 

doch diese beiden Unterkategorien der anhaltenden Schmerzstörung nach 

ICD-10 F45.4 – welche sich als Ergänzung der sogenannten German 

Modification (GM) in der ICD-10-Klassifikation der World Health 

Organization (WHO) gar nicht finden – rechtlich gleichgestellt (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_433/2017 vom 12. September 2017 E. 3.4.1). 

Zudem enthält das psychiatrische Gutachten von Dr. med. B._____ 

umfangreiche anamnestische Erhebungen und objektive 

Befunderhebungen, welche sämtliche geklagten Beschwerden vollständig 

umfassen (vgl. VB 74, S. 7 ff.). Alle Befunde wurden ferner in 

nachvollziehbarer Weise diagnostisch verortet (vgl. VB 74, S. 14 ff., und 

 - 9 - 

 

 

VB 87, S. 4 ff.). Dabei zeigte Dr. med. B._____ vor dem Hintergrund der 

von ihm erhobenen Befunde und im Speziellen auch unter 

Berücksichtigung der Ergebnisse der ergänzenden (vgl. zur ergänzenden 

Funktion standardisierter klinischer Testverfahren bspw. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_728/2018 vom 21. März 2019 E. 3.3, 8C_55/2018 vom 

30. Mai 2018 E. 6.4.1 und 8C_820/2016 vom 27. September 2017 E. 5.2) 

funktionellen Leistungsprüfung mittels Mini-ICF-APP (vgl. VB 74, S. 22 ff.) 

in plausibler und überzeugender Weise auf, dass nicht vom Vorliegen einer 

anhaltenden Schmerzstörung nach ICD-10 F45.4 auszugehen ist (VB 74, 

S. 17 ff., und VB 87, S. 7 ff.). Er setzte sich zudem schlüssig mit der – auf 

im Wesentlichen vergleichbaren (subjektiven) Beschwerdeangaben der 

Beschwerdeführerin (vgl. die Anamnese in VB 39.2, S. 6 ff.) beruhenden – 

Beurteilung von Dr. med. E._____ auseinander und legte – insbesondere 

auch mit Blick auf die von ihm festgestellten Inkonsistenzen im Sinne einer 

fehlenden Korrelation von Beschwerdeschilderung und weitgehend 

unauffälligem klinischen Befund (vgl. insb. VB 74, S. 15 ff. und S. 21, sowie 

VB 87, S. 6 f.) sowie die im Wesentlichen auf 

(invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden; vgl. statt vieler 

BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 und MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 31 zu Art. 4 IVG mit 

Hinweisen) psychosozialen Belastungsfaktoren (Existenzängste infolge 

Pandemie; vgl. VB 74, S. 16, und VB 87, S. 9) zurückzuführenden Ängsten 

der Beschwerdeführerin – einleuchtend dar, weshalb er ab August 2020 

nicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging. Daran vermö-

gen auch die eigenen laienhaften medizinischen Würdigungen der Be-

schwerdeführerin mangels Relevanz (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 8C_806/2021 vom 5. Juli 2022 E. 5.2.3, 8C_794/2017 vom 27. März 

2018 E. 4.2.2 und 9C_283/2017 vom 29. August 2017 E. 4.1.2) nichts zu 

ändern, zumal es medizinischen Laien rechtsprechungsgemäss nicht mög-

lich sein dürfte, die entsprechenden Testresultate und Untersuchungser-

gebnisse schlüssig zu interpretieren (Urteil des Bundesge-

richts 8C_772/2016 vom 23. Januar 2017 E. 6.1). In diesem Zusammen-

hang ist ferner zu berücksichtigen, dass die psychiatrische Exploration von 

der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem 

medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen gewissen 

Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschiedene Interpretationen 

möglich, zulässig und im Rahmen einer Exploration lege artis zu 

respektieren sind (vgl. statt vieler SVR 2022 IV Nr. 53 S. 171, 8C_103/2022 

E. 4.3.1, und SVR 2018 IV Nr. 27 S. 86, 8C_260/2017 vom 1. Dezember 

2017 E. 5.2.2).  

 

5.3. 

Nach dem Dargelegten kommt dem psychiatrischen Gutachten von 

Dr. med. B._____ vom 19. Juli 2022 inklusive ergänzender gutachterlicher 

Stellungnahme vom 18. März 2023 Beweiswert im Sinne vorstehender 

 - 10 - 

 

 

Kriterien (vgl. E. 3.3 f.) zu. Es ist daher vom darin beschriebenen 

Gesundheitszustand sowie der dort attestierten Arbeitsfähigkeit 

auszugehen. Bei einer vollen Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten 

inklusive der angestammten Tätigkeit besteht bei Anwendung der 

gemischten Methode keine erwerbliche Einschränkung und damit – selbst 

unter Berücksichtigung einer (nach dem Dargelegten in medizinischer 

Hinsicht fraglichen) Einschränkung von 20 % im Aufgabenbereich Haushalt 

gemäss dem Bericht vom 30. April 2021 über eine Abklärung an Ort und 

Stelle vom 21. April 2021 (VB 53) – offenkundig kein Anspruch auf eine 

Invalidenrente. Zudem erübrigen sich infolge der vollen Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit Weiterungen zum von der Beschwerdeführerin 

geforderten leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkommen. Die 

Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 13. April 2023 erweist sich 

folglich im Ergebnis als rechtmässig. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

  

 - 11 - 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 20. Dezember 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Berner