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**Case Identifier:** bec41955-77d3-5bec-a2b5-73c371574c0b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.08.2023 200 2023 230
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-230_2023-08-04.pdf

## Full Text

200 23 230 IV
JAP/BRO/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. August 2023

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. März 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborenen A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurden aufgrund eines Geburtsgebrechens (Epilepsie) von der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV) medizinische Massnahmen zugespro-
chen (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II, act. 
IIA] act. II 1.1 S. 19, S. 27, S. 37 und S. 45). 

Im Februar 2009 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf ein Morton 
Neurom erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (act. II 8). Nach diversen 
Abklärungen und durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 32 f., 36) 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 1. Februar 2010 (act. II 44) einen An-
spruch auf Leistungen der IV. Im April 2020 meldete sich die Versicherte 
ein weiteres Mal zum Leistungsbezug an und machte eine Erschöpfung 
geltend (act. II 56). Nachdem die Versicherte ihre Arbeit wieder aufgenom-
men hatte, wies die IVB das erneute Leistungsbegehren mit Verfügung 
vom 6. Januar 2021 (act. II 77) ab. 

Im September 2021 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine 
massive Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Sensibilitätsstörung 
sowie diverse Symptome einer Schmerzerkrankung) abermals bei der IVB 
zum Leistungsbezug an (act. II 78 S. 1). Die IVB tätigte erwerbliche sowie 
medizinische Abklärungen, insbesondere veranlasste sie eine polydiszi-
plinäre (neurologische, internistische, rheumatologische, psychiatrische, 
neuropsychologische) Begutachtung durch die MEDAS C.________ (ME-
DAS-Gutachten vom 7. Dezember 2022 [act. IIA 157.1 ff.]). Gestützt darauf 
stellte sie mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2022 (act. IIA 159) die Ab-
weisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 17 % in Aus-
sicht, wogegen die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
Einwand erhob (act. IIA 166, 168). Nach Einholen einer Stellungnahme 
beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. IIA 170 S. 3 ff.) verfügte die 
IVB am 13. März 2023 dem Vorbescheid entsprechend (act. IIA 171). 

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B.

Hiergegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 31. März 2023 Beschwerde. Er beantragt, 
die angefochtene Verfügung vom 13. März 2023 sei aufzuheben und es sei 
die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Einholung eines psych-
iatrischen „Verlaufsgutachtens“ und neuer Verfügung zurückzuweisen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2023 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. März 2023 
(act. IIA 171). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenren-
te.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere der Verord-
nung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201] und des ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher 
Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-
gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213). Vorliegend erfolgte die Neuanmeldung im September 
2021 (act. II 78). Demnach liegt gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG der 
frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenbeginns 
nach dem 1. Januar 2022, womit das seit diesem Zeitpunkt geltende Recht 
zur Anwendung gelangt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. Mai 
2023, 8C_674/2022, E. 2.1 mit Hinweis). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-

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reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invali-
ditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht 
Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invali-
ditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine 
Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine 
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

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den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom September 
2021 (act. II 78) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft. Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht 
zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Ob im Vergleich zum Refe-
renzzeitpunkt im Januar 2021 (act. II 77) in revisionsrechtlicher Hinsicht 
eine relevante Gesundheitsveränderung eingetreten ist (vgl. dazu etwa 
act. IIA 157.1 S. 9 f. Ziff. 4.9/2, 157.5 S. 12 Ziff. 8.4/1; vgl. hierzu E. 2.4.2 f. 
hiervor), kann offen gelassen werden, da ein Rentenanspruch – wie nach-
folgend aufzuzeigen sein wird – auch bei in tatsächlicher und rechtlicher 
Hinsicht umfassender (freier) Prüfung (vgl. hierzu E. 2.4.2 in fine hiervor) zu 
verneinen ist.

3.2 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit finden sich in den Akten insbesondere folgen-
de Angaben:

3.2.1 Die Beschwerdeführerin war vom 29. März bis 19. April 2021 in sta-
tionärer psychosomatischer Rehabilitation im Spital D.________. Im Aus-
trittsbericht vom 25. Mai 2021 (act. II 78 S. 8 ff.) diagnostizierten die Ärzte 
des Spitals D.________ insbesondere eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Anteilen, eine Angst und depressive 
Störung, gemischt (ICD-10 F41.2), sowie eine Epilepsie unklarer Ätiologie 
(ES 1965 ED 1966 [S. 8]). Beim Klinikeintritt habe die Patientin über diffuse 
bis ins Gesicht ziehende Kopfschmerzen berichtet. Diese Symptome hätten 
vor drei Jahren begonnen und seien seither ständig vorhanden. Der Beginn 
der Symptomatik stehe in zeitlichem Zusammenhang mit dem Wechsel der 
antiepileptischen Medikation. Epilepsieanfälle habe die Patientin zuletzt vor 
vierzehn Jahren gehabt. Die Schmerzen würden als brennend und variabel 
mit einer Intensität von 3-10/10 beschrieben und würden am Abend und in 
der Nacht zunehmen. Als Begleitsymptome würden eine Licht- und Lärm-
empfindlichkeit sowie Medikamenten- und Nahrungsmittelunverträglichkei-
ten beschrieben. Die Schmerzen würden sich durch das Waschen der Haa-
re, bei starkem Licht sowie beim Tragen von Kopfhörern verschlechtern. 
Durch Ablenkung würden sich die Symptome verbessern. Die Patientin 
habe verschiedene Analgetika (inkl. Tramal) ausprobiert, die keine Verbes-

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serung gebracht hätten. Zudem berichte sie von Stimmungsschwankungen, 
Reizbarkeit sowie höherer Stressanfälligkeit (S. 9). Formell sei die Diagno-
se einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Anteilen im Sinne einer somatischen Belastungsstörung zu stellen. Die 
Patientin zeige ein äusserst heterogenes, über bekannte strukturell-
degenerative Veränderungen hinausgehendes und von der Tendenz zur 
Reizamplifizierung auf somatosensorischer wie limbisch-affektiver Ebene 
charakterisiertes Beschwerdebild. Leitsymptome seien eine stressmodulier-
te, zephal betonte Schmerzstörung, eine ausgeprägte viszerale Hypersen-
sibilität, neurokognitive Einschränkungen sowie eine deutliche Verminde-
rung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Rahmen persistierender Er-
schöpfung bei nicht erholsamem Schlaf. Reaktiv bestehe ausserdem eine 
klinisch relevante anxio-depressive Entwicklung vor dem Hintergrund hoher 
Eigenansprüche und Kontrollbedürftigkeit. Aus psychosomatischer Sicht sei 
die genannte Entwicklung im Rahmen stressinduzierter Hypersensibilisie-
rungsprozesse zu verstehen, wobei psychobiographisch entsprechende 
Vulnerabilitätsfaktoren imponierten. Klammeralgometrisch lasse sich pas-
send dazu eine Hyperalgesie objektivieren. Klinisch fielen zudem funktio-
nelle, nicht dermatomgebundene somatosensorische Defizite auf, ein bei 
zentralen Schmerzstörungen häufig zu beobachtendes Epiphänomen 
(S. 10). 

Nach einem stationären Aufenthalt in der Klinik E.________ vom 5. Mai bis 
1. Juni 2021 (act. II 87 S. 18 ff.) war die Beschwerdeführerin vom 9. Juli bis 
29. Oktober 2021 (act. II 94 S. 2 ff.) und vom 9. Februar bis 19. Mai 2022 in 
teilstationärer Behandlung im Spital D.________. Im Austrittsbericht vom 5. 
Juli 2022 (act. II 126 S. 1 ff.) legten die Ärzte des Spitals D.________ ins-
besondere dar, die Patientin sei während des Aufenthalts weiterhin stark 
belastet durch die Schmerzsymptomatik wahrgenommen worden, welche 
sich auch stressmoduliert variabel während der verschiedenen Tage ge-
zeigt habe. Insbesondere auffallend seien neurokognitive Einschränkungen 
(Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen) sowie eine Schmer-
zausweitung im Sinne einer sensiblen Hemisymptomatik linksseitig mit 
Veränderung des Hautkolorits (vegetative Blutungs- und Regulierungs-
störung) sowie verminderter Hauttemperatur linksseitig gewesen. Eine Ar-
beitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt werde eher kritisch gesehen. Grund 

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dafür seien die deutlichen Einschränkungen im Alltag. Längeres Sitzen von 
mehr als zehn Minuten sei aufgrund der Schmerzsymptomatik nicht mög-
lich. Auch längeres Stehen führe zu einer Aggravation der Beschwerden. 
Zudem bestünden neurokognitive Einschränkung, welche zumindest teil-
weise im Rahmen der zentralen Hypersensibilisierung erklärbar seien, wel-
che sich im Arbeitsalltag mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörun-
gen sowie einer erhöhten Fehleranfälligkeit manifestieren könnten (S. 3 
unten). 

3.2.2 Im MEDAS-Gutachten vom 7. Dezember 2022 (act. IIA 157.1 ff.) 
stellten die Experten in interdisziplinärer Gesamtbeurteilung die folgenden 
Diagnosen (act. IIA 157.1 S. 7 Ziff. 4.3.1 f.): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-

ren (ICD-10 F45.41) mit
- Unspezifischem chronischem Schmerzsyndrom der linken Körpersei-

te, zervikozephal, lumbal sowie periartikulär am rechten Knie und 
rechten Vorfuss, einhergehend mit vielen vegetativen Begleitbe-
schwerden. 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
- primär generalisierte Epilepsie, aktuell ohne Medikation anfallsfrei
- Kombinationskopfschmerz (ICD-10 G44.8) mit

- muskulären und psychosomatischen Spannungskopfschmerzen 
(ICD-10 G44.2) und 

- Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz (ICD-10 G44.4)
- Insomnie, vermutlich psychophysiologisch und bei obstruktivem 

Schlafapnoesyndrom 
- neuropathische Schmerzen und Hyperästhesie im Interdigitalnervenbe-

reich der rechten Grosszehe bei Status nach CRPS am rechten Fuss 
nach Mortonscher Neurom-Operation

- Hypästhesie im Zehenbereich D2-4 rechts bei Status nach CRPS am 
rechten Fuss nach Mortonscher Neurom-Operation

- Akten- und eigenanamnestisch Asthma bronchiale (ICD-10 J45.0)
- Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (ICD-10 G47.3)
- 1994 ED Endometriose 
- 1994 Entfernung einer Ovarialzyste rechts
- 2004 Entfernung einer benignen Raumforderung aus der linken Mam-

ma
- Saisonale Rhinokonjunktivitis; bekannte Sensibilisierung gegenüber 

Eschen- und Olivenbaumpollen
- Bekannte Hämorrhoiden
- 2019 bildgebend Zeichen der Sinusitis maxillaris beidseits
- 06/2019 laparoskopische Hysterektomie 
- Laktose-, Histamin-Unverträglichkeit 
- 08/2021 Keratokonjunktivitis sicca beidseits; S.n. Blepharitis beidseits
- 02/2022 ED Neurodermitis

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- 06/2022 COVID19-Erkrankung

In Bezug auf die Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit führten sie sodann aus, 
Einschränkungen entstünden durch die chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren und einer affektiven Labilisierung, 
die zu einer leicht verminderten Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und 
einer leicht verminderten Widerstands- und Durchhaltefähigkeit führe. Da-
her bestehe keine Belastbarkeit für häufig wechselnde und wenig struktu-
rierte Tätigkeiten, Tätigkeiten unter besonderem Zeitdruck und mit erhöhten 
Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit. Weiter bestehe durch die 
Schmerz- und Hyperpathie-Symptomatik am rechten Fuss bzw. rechten 
Bein eine Einschränkung für langes Stehen und Gehen, dem Bewegen 
mittelschwerer oder schwerer Lasten sowie dem Überwinden von Höhen-
differenzen (Treppen in geringem Umfang seien ausgenommen). Tätigkei-
ten im Sitzen seien aber bei flexiblem Bewegungswechsel zum kürzeren 
Stehen und Gehen möglich. Wegen der Luftwegserkrankung solle regel-
mässige Exposition gegenüber Kälte, Nässe und Zugluft sowie gegenüber 
atemwegsreizender Stoffe vermieden werden. Durch die Epilepsie, die (ak-
tuell ohne Medikation) noch in Heilungsbewährung sei, und das noch nicht 
behandelte Schlafapnoesyndrom entfielen Tätigkeiten mit Eigen- und 
Fremdgefährdung, Überwachungsfunktionen und auch erwerbliche Fahr-, 
Steuer- und Regelungstätigkeiten. Eine Ressource sei, dass Arbeiten ohne 
Einschränkung der zeitlichen Präsenz allerdings bei geringer Leistungs-
minderung noch möglich sei. Gut adaptiert sei eine vorstrukturierte Tätig-
keit, ohne besonderen Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die 
emotionale Belastbarkeit, welche vorwiegend im Sitzen mit selbstbestimm-
barem Bewegungswechsel ohne Überwinden von Höhendifferenzen und in 
lufthygienisch einwandfreier Umgebung sowie ohne spezielle Gefährdun-
gen erbracht werden könne (S. 8 Ziff. 4.4). Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit ergäben sich letztlich nur auf psychiatrischem Gebiet, sodass die 
psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch der Arbeitsfähigkeit 
insgesamt entspreche (S. 8 Ziff. 4.5). Die Arbeitsfähigkeit betrage sowohl in 
der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit (empfohlene Anpas-
sungen: gut strukturierte Tätigkeit mit ausreichend Zeitlimit, nur geringe 
Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit, vorwiegend sitzende 
Tätigkeiten mit selbstbestimmbarem Bewegungswechsel zum kürzeren 

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Stehen und Gehen, kein Überwinden von Höhendifferenzen [Treppen in 
geringem Umfang ausgenommen], lufthygienisch einwandfreie Umgebung, 
kein Bewegen von Lasten, keine Tätigkeiten mit Eigen- und Fremdgefähr-
dung oder Überwachungsfunktion, keine erwerbliche Fahr-, Steuer- und 
Regelungstätigkeiten) 90 %. Dabei bestehe keine eingeschränkte zeitliche 
Präsenz, jedoch eine Leistungsminderung von 10 %. Ab Beginn der Hospi-
talisation vom 17. März 2021 bis zum Klinikaustritt am 29. Oktober 2021 
habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Danach sei die Ar-
beitsfähigkeit stufenweise angestiegen und habe entweder schon vor oder 
zumindest aber zum Begutachtungszeitpunkt 90 % betragen (S. 8 f. Ziff. 
4.6 f.). 

Dipl.-Psych. F.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, leg-
te im neuropsychologischen Teilgutachten vom 11. November 2022 
(act. IIA 157.7) dar, aus neuropsychologischer Sicht ergäben sich aus der 
Zusammenschau der Verhaltensbeobachtung, des Testprofils und der auf-
fälligen Ergebnisse in der Beschwerdenvalidierung konvergent deutliche 
Hinweise für eine unzureichende Leistungsbereitschaft in der Testung so-
wie für eine nicht authentische Beschwerdenschilderung (S. 8).

Im neurologischen Teilgutachten vom 8. November 2022 (act. IIA 157.2) 
legte Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, insbesondere dar, die 
Beschwerdeschilderung sei sehr dramatisch, teilweise begleitet von Wei-
nen bis hin zu einem längeren Weinkrampf gewesen. Teilweise sei mono-
logartig gesprochen worden, wobei immer sehr weit ausgeholt und wenig 
detailliert, sondern mehr vage, aber redundant berichtet worden sei, selbst 
bei einfach zu beantwortenden Fragen. Die Darstellung der Symptome sei 
wenig fassbar und atypisch für eine somatische Beschwerdeverursachung. 
Dementsprechend hätten die berichteten Symptome nur partiell somati-
schen Störungsmustern zugeordnet werden können. Allerdings gebe es 
keine Abweichungen zum Dossier und es zeigten sich Einschränkungen 
nicht nur im beruflichen, sondern identisch auch im privaten Bereich. 
Während der ganzen Untersuchung sei ein deutliches Schonverhalten de-
monstriert worden mit vorsichtigen Bewegungen, Aufstehen und Absitzen 
im häufigen Wechsel und Dauerschonung des linken Armes. Dieser sei 
ständig adduziert und meist gestützt vom rechten Arm bewegungslos an 

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den Körper angepresst gehalten worden. Es seien jedoch keine Muskel-
atrophien zu sehen gewesen. Im Seitenvergleich habe sich am linken Arm 
eine etwas stärkere venöse Verfärbung gezeigt. Der Arm sei allerdings 
während der gesamten Untersuchung nicht bewegt worden, sondern sei 
nach unten positioniert gewesen, sodass dieses Phänomen am ehesten 
durch mangelnde Zirkulation und hydrostatisch bedingt sei. Bei auf Zufalls-
niveau liegenden Befunden, Verhaltensauffälligkeiten in der Testung und 
starken Auffälligkeiten im SRSI zur Validierung der Beschwerdenschilde-
rung, sei von nicht authentischen neuropsychologischen Befunden und 
auch nicht von einer authentischen Beschwerdendarstellung auszugehen. 
Ausserdem sei die Voruntersuchung versicherungsmedizinisch nicht ver-
wertbar. Die Medikation mit Escitalopram zeige einen Wirkspiegel des 
Präparates selbst und dessen Metaboliten im untersten therapeutischen 
Bereich (S. 7 Ziff. 6.2). Medizintheoretisch seien unter Berücksichtigung der 
neurologischen Funktionen die Fähigkeiten der Explorandin nicht einge-
schränkt. Insbesondere lägen keine Sinnesbehinderungen und keine hirn-
bedingten neurokognitiven Funktionseinschränkungen vor. Die Kraft und 
Koordination der Extremitäten sei nicht dauerhaft neurologisch im Sinne 
von Paresen bzw. einer Ataxie gestört. Auch sei die Rumpfsicherheit regel-
recht. Die Kopfschmerzsymptomatik sei behandelbar. Aufgrund der CRPS-
Folgen am rechten Fuss mit teils schmerzhaften Sensibilitätsstörungen und 
einer Minderbeweglichkeit der mittleren 3 Zehen ergäben sich Einschrän-
kungen für Tätigkeiten mit häufigem Gehen und Stehen, die rheumatolo-
gisch zu definieren seien. Weitere Einschränkungen ergäben sich aus neu-
rologischer Sicht nicht. Aktuell empfehle sich allerdings in der Situation der 
abgesetzten antikonvulsiven Medikation für die Dauer eines Jahres auf 
Tätigkeiten mit Eigen- und Fremdgefährdung sowie auf das Führen eines 
Fahrzeuges zu verzichten (S. 10 Ziff. 7.2). 

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 8. November 2022 (act. IIA 157.5) 
erläuterte die psychiatrische Expertin, die Explorandin stelle ihre Be-
schwerden dramatisch dar, wobei die Beschwerden teilweise nicht 
vollständig nachvollzogen werden könnten. Beispielsweise sei es nicht 
nachvollziehbar, dass sie aufgrund von Konzentrationsstörungen nicht 
zeichnen, aber – wenn auch nur für kurze Strecken – Autofahren könne. 
Während der Begutachtung sei das Zustandsbild deutlich geschwankt, je 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 13

nachdem welches Thema gerade besprochen worden sei. Hinsichtlich der 
von ihr geäusserten Konzentrationsstörungen entstehe der Eindruck, die 
Explorandin präsentiere zwar punktuell beispielsweise Wortfindungsstörun-
gen, könne aber über weite Strecken des Gespräches sehr flüssig und de-
tailliert berichten, weshalb nicht der Eindruck einer objektivierbaren Kon-
zentrationsstörung bestehe. Dieser Eindruck werde durch die auffälligen 
Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung bestätigt. Es scheine 
sicher zu sein, dass die Explorandin unter Schmerzen leide und diese psy-
chisch belastend für sie seien. Wie gross das Ausmass des Leidens und 
die daraus entstehenden Einschränkungen seien, könne allerdings unter 
den gegebenen Umständen nicht exakt ermittelt werden (S. 8 Ziff. 6.2). 
Auch wenn die Explorandin im Rahmen der neuropsychologischen Unter-
suchung auffällige Werte bei der Beschwerdenvalidierung erziele, weshalb 
die angegebenen Konzentrationsstörungen nicht hätten objektiviert werden 
können, werde das Vorliegen einer chronischen Schmerzstörung mit soma-
tischen und psychischen Faktoren anhand des präsentierten klinischen 
Bildes und anhand der Anamnese und der vorliegenden Berichte für über-
wiegend wahrscheinlich gehalten. Die Explorandin verfüge zwar über ein 
weitgehend normales soziales Umfeld, im Hinblick auf die finanzielle Situa-
tion sei jedoch ein deutlicher Leidensdruck nachvollziehbar. So habe sie 
bei diesem Thema jedes Mal bitterlich zu weinen begonnen und sich belas-
tet gezeigt. Es sei daher von einem Einfluss der finanziellen Situation auf 
den Verlauf der Schmerzen auszugehen. Die Diagnose einer chronischen 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren werde wie 
vordiagnostiziert bestätigt. Zusätzlich berichte die Explorandin von Angst 
vor den eigenen Körperreaktionen, weshalb sie teilweise auch Panikge-
fühle verspüre. In den Akten finde sich ein Hinweis auf eine Panikattacke 
im März 2022, weshalb die Explorandin in die Rettungsstelle gegangen sei. 
In diesem Zusammenhang habe sie ebenfalls von ihren körperlichen Be-
schwerden berichtet und es sei nicht von einer eigenständigen Diagnose 
aus dem Bereich Angst und Panik auszugehen, sondern von einer affekti-
ven Labilisierung im Rahmen der chronischen Schmerzstörung. Affektive 
Schwankungen und Schwankungen des Antriebs würden ebenfalls im 
Rahmen dieser Diagnose eingeordnet, weshalb die Diagnose Angst und 
depressive Reaktion, gemischt, aktuell nicht vergeben werde. Dass die 
Explorandin ihre Beschwerden auf eine dramatische Weise berichte, könn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 14

te für eine histrionische Persönlichkeitsakzentuierung sprechen. Die aktuel-
le Situation im Rahmen der Begutachtung werde aber als aussergewöhnli-
che und belastende Situation gewertet, weshalb das leicht hysterische Ver-
halten der Explorandin nicht im Rahmen einer Persönlichkeitsakzentuie-
rung gewertet werde. Persönlichkeitszüge seien dauerhaft und träten nicht 
nur unter bestimmten Bedingungen auf. In den Akten fänden sich ebenfalls 
keine Hinweise auf eine Akzentuierung der Persönlichkeit (S. 9 f. Ziff. 
6.3.1). 

Weder der internistische noch der rheumatologische Gutachter attestierte 
eine Arbeitsunfähigkeit (act. IIA 157.3 S. 8 Ziff. 8.1 f., 157.4 S. 6 Ziff. 8.1 f.). 

3.2.3 Im Bericht vom 2. Februar 2023 (act. IIA 168 S. 3 f.) erläuterten die 
Behandler der Klinik H.________, im psychiatrischen Gutachten sei die 
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren richtigerweise bestätigt worden. Auch sei die Persönlichkeit 
der Patientin, welche im Gutachten als „dramatisch“ und „hysterisch“ be-
zeichnet worden sei, gewürdigt und in dessen Pathologie richtig erkannt 
worden. Im Gegensatz zur gutachterlichen Einschätzung, wonach dieses 
Verhalten nicht im Rahmen einer Persönlichkeitsakzentuierung zu werten, 
sondern nur im Rahmen des Gutachtens zu beobachten sei, werde die 
Ansicht vertreten, dass dieses Verhalten in persistenter Weise seit Beginn 
der Behandlung und in verschiedenen Situationen in sehr rigider Art und 
Weise Bestand habe. Die Patientin imponiere in ihrer dramatisch anmuten-
den Selbstdarstellung und der Darstellung ihrer Schmerzen und ihres Lei-
densdruckes in annähernd sämtlichen Therapiesitzungen mit dem Referen-
ten, was als Ausdruck der Defizite in der emotionalen Regulation der Pati-
entin gesehen werde. Diese strukturelle Pathologie zeige sich auch im All-
tag in Interaktionen mit dem Ehemann, Familienmitgliedern und ausserhalb 
des Systems, was häufig zu interaktionellen Konflikten führe, besonders 
dann, wenn die Patientin sich nicht gesehen fühle. Die Verstärkung solcher 
Verhaltensweisen werde als Ausdruck einer Dekompensation im Rahmen 
des Arbeitsplatzverlustes und zunehmenden äusserlichen Alterserschei-
nungen gesehen, was der Patientin grosse Mühe bereite. Die Patientin 
habe bereits in frühester Kindheit bis zum fünften Lebensjahr andauernde 
Hospitalisationen erlebt. Durch die damit zusammenhängenden Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 15

den und die daraus entstandene Rolle innerhalb des Systems habe sie 
weitgehend dysfunktionale Prägungen erworben. In der Rolle des „kranken 
Kindes“ hätten emotionale Bedürfnisse, insbesondere nach Autonomie, 
nicht adäquat befriedigt werden können, was zu dauerhaften strukturellen 
Störungen geführt habe. Erschwerend zu diesen Bindungstraumata werde 
die frühe Beziehung zum aktuellen Ehemann interpretiert. Dieser habe die 
Rolle des fürsorglichen Behüters des „kranken Kindes“ nahtlos übernom-
men. Die Patientin habe aufgrund dieser Entwicklung keine adäquate Au-
tonomie entwickeln und entsprechend selbstwirksame Erfahrungen ma-
chen können. Diese Defizite habe sie lange durch übermässige Beschäfti-
gung äusserlich attraktiv und jugendlich zu wirken, sowie durch Überleis-
tung am Arbeitsplatz und damit zusammenhängenden positiven Verstär-
kungen seitens Vorgesetzten und Mitarbeitenden kompensiert. Diese Über-
leistung habe auf Dauer zu körperlichen und psychischen Beschwerden 
und schliesslich zu einer Dekompensation im März 2021 geführt. Die aus-
geprägte Reaktion auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses werde als 
starke Kränkung interpretiert und zeige das Ausmass der Kompensation 
während all den Jahren der Arbeitsfähigkeit. Die im Gutachten genannten 
raschen Affektschwankungen zeichneten die Interaktionen entsprechend 
häufig aus und würden als eines der Symptome einer histrionischen Per-
sönlichkeitsstörung nach ICD-10 F60.4 interpretiert. Aufgrund dieser Per-
sönlichkeitsstörung und der daraus resultierenden Symptomatik werde die 
Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit von 90 % als nicht nachvollzieh-
bar eingeschätzt. Eine erneute Beurteilung mit besonderem Augenmerk auf 
Achse-II-Störungen sei indiziert. Es werde einerseits eine psychodiagnosti-
sche Abklärung einer Achse-II-Störung und engmaschige Massnahmen zur 
Wiedereingliederung und zur Objektivierung der Einschätzung der effekti-
ven Arbeitsfähigkeit empfohlen. 

3.2.4 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in der Stellungnahme vom 9. März 
2023 (act. IIA 170 S. 3 ff.) fest, die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung 
gemäss ICD-10 seien nicht erfüllt. Gemäss ICD-10 begännen Persönlich-
keitsstörungen immer in der Kindheit und Jugend, manifestierten sich auf 
Dauer im Erwachsenenalter, zeigten ein andauerndes und gleichförmiges 
Verhaltensmuster und seien meist mit deutlichen Einschränkungen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 16

beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit verbunden, wofür es unter an-
derem unter Berücksichtigung der beruflichen Ausbildung und Laufbahn 
keine Hinweise gebe. Eine histrionische Persönlichkeitsstörung gemäss 
ICD-10 sei nicht nur durch Dramatisierung und theatralisches Verhalten 
gekennzeichnet, sondern unter anderem auch durch Suggestibilität/leichte 
Beeinflussbarkeit, oberflächliche und labile Affektivität sowie ein ständiges 
Verlangen nach aufregenden Erlebnissen und Aktivitäten, in denen die be-
treffenden Personen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stünden. Zudem 
seien die betroffenen Personen unangemessen verführerisch in Erschei-
nung und Verhalten und hätten ein übermässiges Interesse an körperlicher 
Attraktivität. Für diese Merkmale seien in den Akten keine Hinweise aus-
zumachen. Insgesamt erschienen die Kriterien für eine histrionische Per-
sönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4) nicht ausreichend ausgewiesen. Es 
könne weiterhin auf das Gutachten abgestellt werden (S. 5 Ziff. V). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 17

3.3.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten Per-
son befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des 
Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten ei-
nes Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Ge-
richtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.3.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2).

3.4 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in 
der angefochtenen Verfügung vom 13. März 2023 (act. IIA 171) auf das 
MEDAS-Gutachten vom 7. Dezember 2022 (act. IIA 157.1 ff.). Dieses erfüllt 
die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringt 
vollen Beweis (vgl. E. 3.3.1 f. hiervor). Die Beurteilungen der Gutachter 
sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf einlässlichen Explo-
rationen und wurden in Berücksichtigung der geklagten Beschwerden vor-
genommen. Sie überzeugen inhaltlich, indem die darin enthaltenen Darle-
gungen der medizinischen Zusammenhänge sowie die Beurteilungen der 
medizinischen Situation einleuchten und die Schlussfolgerungen nachvoll-
ziehbar begründet sind. Ebenso flossen die Teilgutachten – soweit erfor-
derlich – in die interdisziplinäre Beurteilung ein.

Schlüssig ist namentlich, dass der neurologische Gutachter bei jahrelanger 
Anfallsfreiheit ohne anfallsunterdrückende Medikation (vgl. beispielsweise 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 18

act. II 87 S. 30 oben; act. IIA 157.1 S. 5 Ziff. 4.1, 157.2 S. 8 Ziff. 6.3.1) der 
seit der Kindheit bestehenden Epilepsie keinen massgebenden Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit beimass (act. IIA 157.2 S. 9 Ziff. 6.3.2 f.), was denn 
auch nicht bestritten wird. Insbesondere wurden während der im Frühjahr 
2021 durchgeführten 72stündigen Telemetrie zur Abklärung von möglichen 
subklinisch verlaufenden epileptischen Anfällen als Ursache der von der 
Beschwerdeführerin geschilderten Schmerzen keine anfallsverdächtigen 
Ereignisse aufgezeigt (act. II 87 S. 30). Ausserdem konnte der neurologi-
sche Gutachter keine anderweitige neurologische Ursache für das geschil-
derte Schmerzgeschehen ausmachen (act. IIA 157.2 S. 8 Ziff. 6.3.1). 
Ebenso wenig fanden der internistische (act. IIA 157.3) sowie rheumatolo-
gische (act. IIA 157.4) Gutachter ein hinreichendes klinisches Korrelat bzw. 
bildgebender Befund für die geschilderten Schmerzen. Eine hiervon abwei-
chende Beurteilung findet sich nicht in den Akten. Folglich überzeugt, dass 
die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in ihrer bisherigen Tätigkeit 
in ihrer Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist (vgl. act. IIA 157.1 S. 8 
Ziff. 4.5). Zu Recht stellt sie die Beweiskraft der somatischen Gutachten 
denn auch nicht in Abrede, sondern richtet ihre Kritik einzig gegen das 
psychiatrische Teilgutachten (act. IIA 157.5; Beschwerde S. 3 Ziff. 9 und S. 
7 f. Ziff. 23 ff.). In Bezug auf dieses ist vorab zu betonen, dass die Herlei-
tung und Diskussion der von der psychiatrischen Gutachterin gestellten 
Diagnose (chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren [ICD-10 F45.41]; act. IIA 157.5 S. 8 ff. Ziff. 6.3.1 f.) überzeugt und 
auch die behandelnden Ärzte des Spitals D.________ sowie der Klinik 
E.________ die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Anteilen stellten (act. II 78 S. 8, 87 S. 18). Die von 
der Beschwerdeführerin einzig vorgebrachte Kritik, wonach mit Blick auf die 
Stellungnahme der Klinik H.________ vom 2. Februar 2023 (act. IIA 168 
S. 3 f.) eine allfällige Persönlichkeitsstörung nicht hinreichend abgeklärt 
(Beschwerde S. 8 Ziff. 24) und daher ihre Leistungsfähigkeit zu hoch ein-
geschätzt worden sei (Beschwerde S. 3 Ziff. 9), verfängt nicht. Mit dieser 
divergierenden medizinischen Beurteilung der Behandler der Klinik 
H.________ setzte sich der RAD-Arzt Dr. med. I.________ in seiner Stel-
lungnahme vom 9. März 2023 (act. IIA 170 S. 3 ff.) auseinander und zeigte 
schlüssig auf, dass insbesondere mit Blick auf die berufliche Ausbildung 
der Beschwerdeführerin sowie ihrer Laufbahn die Kriterien für eine Persön-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 19

lichkeitsstörung gemäss ICD-10 nicht erfüllt seien, zumal eine solche 
Störung immer in der Kindheit oder Jugend beginne und sich auf Dauer im 
Erwachsenenalter manifestiere. Betroffene zeigten ein andauerndes und 
gleichförmiges Verhaltensmuster und seien meist in der beruflichen und 
sozialen Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt (vgl. hierzu DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 276 f.). Zudem sei eine histrionische Persönlichkeitsstörung 
gemäss ICD-10 nicht nur durch Dramatisierung und theatralisches Verhal-
ten gekennzeichnet, sondern unter anderem auch durch Suggestibi-
lität/leichte Beeinflussbarkeit, oberflächliche und labile Affektivität, sowie 
ein ständiges Verlangen nach aufregenden Erlebnissen und Aktivitäten, in 
denen die betreffende Person im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehe. 
Ausserdem seien die betreffenden Personen unangemessen verführerisch 
in Erscheinung und Verhalten und hätten ein übermässiges Interesse an 
körperlicher Attraktivität (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 280 f.). 
Auch diese Kriterien seien bei der Beschwerdeführerin nicht erfüllt (act. IIA 
170 S. 5 Ziff. V). Im Übrigen ist zu betonen, dass vor der Begutachtung im 
November 2022 (act. IIA 157.1 ff.) eine Persönlichkeitsstörung nicht zur 
Diskussion stand. Insbesondere war eine histrionische Persönlichkeitss-
törung während den stationären Aufenthalten im Spital D.________ bzw. 
der Klinik E.________ vom 29. März bis 19. April bzw. vom 5. Mai bis 
1. Juni 2021 offenbar kein Thema (vgl. act. II  78 S. 8 ff., 87 S. 18 ff.). Des 
Weiteren lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
therapeutisch tätigen Facharztes einerseits und Begutachtungsauftrag des 
amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein Ad-
ministrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu anderslautenden Ein-
schätzungen gelangen (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 
S. 117 E. 3). So werden in der Stellungnahme der Klinik H.________ vom 
2. Februar 2023 (act. IIA 168 S. 3 f.) keine wichtigen Aspekte genannt, die 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Überdies ist zu beachten, dass 
die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermes-
sensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater bzw. 
der begutachtenden Psychiaterin daher praktisch immer einen gewissen 
Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische In-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 20

terpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Ex-
perte – wie hier der Fall – lege artis vorgegangen ist (SVR 2020 IV Nr. 69 
S. 241 E. 4.1, 2018 IV Nr. 77 S. 255 E. 6.3). Letztlich ist zu betonen, dass 
es für die Belange der Invalidenversicherung nicht auf die Diagnose an-
kommt, sondern einzig darauf, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf 
die Arbeitsfähigkeit hat (Entscheid des BGer vom 17. August 2022, 
8C_287/2022, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Hinweise, dass die psychiatrische 
Gutachterin die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht lege artis 
beurteilte, liegen nicht vor. 

3.5 Dem Vorstehenden zufolge bildet das MEDAS-Gutachten vom 
7. Dezember 2022 (act. IIA 157.1 ff.) eine zuverlässige Grundlage für die 
Beurteilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhalts. Dieser 
ist somit hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Beweisvorkehrungen, 
insbesondere das beantragte psychiatrische „Verlaufsgutachten“ (Be-
schwerde S. 2 Rechtsbegehren), verzichtet werden kann (antizipierte Be-
weiswürdigung: BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

Gestützt auf die Expertise liegt somit sowohl in der angestammten als auch 
in einer leidensadaptierten Tätigkeit spätestens im Explorationszeitpunkt im 
November 2022 (act. IIA 157.1 S. 8 Ziff. 4.6) eine rein psychisch begründe-
te Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10 % vor (act. IIA 157.1 S. 7 
Ziff. 4.3.1 und S. 8 Ziff. 4.5 f.). Im Übrigen ist zu beachten, dass aus einer 
Indikatorenprüfung (vgl. BGE 141 V 281) keine höhere Arbeitsunfähigkeit 
resultieren kann als die gutachterlich attestierte (Entscheid des BGer vom 
23. September 2022, 8C_230/2022, E. 5.2.3.2 mit Hinweisen). Vor diesem 
Hintergrund erübrigt sich deshalb vorliegend eine Prüfung anhand der Indi-
katoren, ist doch ein Rentenanspruch selbst dann zu verneinen, wenn des-
sen Prüfung die gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 10 % 
zugrunde gelegt wird (vgl. E. 3.6 hiernach; vgl. auch BGE 145 V 215 E. 7 
S. 228, wonach aus Gründen der Verhältnismässigkeit dort von einem 
strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden kann, wo es nicht nötig 
oder geeignet ist).

3.6 Weder das von der Beschwerdegegnerin herangezogene Validen-
einkommen noch der herangezogene lohnstatistische Wert beim Invaliden-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 21

einkommen werden von der Beschwerdeführerin beanstandet. Der gestützt 
hierauf vorgenommene Einkommensvergleich mit einem rentenausschlies-
senden (vgl. E. 2.3 hiervor) Invaliditätsgrad von 17 % (act. IIA 171 S. 1 f.) 
gibt denn auch zu keinen Bemerkungen Anlass. 

4.

Nach dem Dargelegten ist die Verfügung vom 13. März 2023 nicht zu be-
anstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem der Beschwerdefüh-
rerin zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Aug. 2023, IV/23/230, Seite 22

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

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Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.