# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78f297aa-67f2-595f-b5f5-f84219aa587f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-05
**Language:** de
**Title:** Konzession. Bauten auf Landanlagegebiet. Gewässerabstand.
**Docket/Reference:** BRKE I Nrn. 0224-0225/2010
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_I_0224-0225_2010_54.pdf

## Full Text

BRKE II Nrn. 0224 und 0225/2010 vom 5. Oktober 2010 in BEZ 2010 Nr. 52 

Gegenstand des Rekursverfahrens bildete die Erstellung eines Wohnhau-
ses auf Landanlagegebiet. Das vollständig unter dem gewachsenen Boden lie-
gende erste Untergeschoss sollte seeseitig durch Abgrabungen freigelegt wer-
den.  Dieser  Gebäudeteil  wies  zum  Seeufer einen  Abstand  von  14  -  18  m  auf. 
Zu  beurteilen  war,  ob  freigelegte  unterirdische  Gebäudeteile  den  Mindestge-
wässerabstand gemäss Ziffer I.2. der Richtlinien einzuhalten haben.  

Aus den Erwägungen: 

6.4 Ziffer I.2 der Richtlinie statuiert, dass neue Gebäude auf Konzessions-
land einen Gewässerabstand von mindestens 18 m einzuhalten haben. Ob sich 
diese  Abstandspflicht  auch  auf  unterirdische  Gebäude  bzw.  Gebäudeteile  er-
streckt, ist der Bestimmung nicht zu entnehmen. Zwar hält die Bestimmung wei-
ter fest, dass der Minimalabstand unter gewissen Voraussetzungen «bei maxi-
mal  zweigeschossigen  Gebäuden»  auf  8  m  reduziert  werden  kann.  Entgegen 
der  Auffassung  des  Rekurrenten  lässt  sich  daraus  jedoch  nicht  ableiten,  dass 
nur  «Hochbauten»  gewässerabstandspflichtig  sind.  Vielmehr  wird  dadurch  le-
diglich  verdeutlicht,  dass  für  Gebäude,  welche  mehr  als  zwei  Vollgeschosse 
aufweisen, die vorgesehene Erleichterung von vornherein ausser Betracht fällt.  

Der  Sinngehalt  der  fraglichen  Bestimmung  ist  somit  durch  Auslegung  zu 
ermitteln.  Dabei ist  vom  Sinn und  Zweck  der in  den  Richtlinien festgehaltenen 
Baubeschränkungen auszugehen. Diese haben insbesondere dem in § 2 WWG 
verankerten  Grundsatz  Rechnung  tragen,  wonach  im  Rahmen  konzessions-
rechtlicher Bewilligungen darauf zu achten ist, dass Uferlandschaften geschont 
und bauliche Veränderungen gut gestaltet werden. Die fraglichen Gebäudeteile 
liegen vollständig unter dem gewachsenen Boden und haben somit als unterir-
disch  zu  gelten.  Durch  die  Abgrabungen  treten  diese  Bauteile  jedoch  in  Er-
scheinung  und  vermögen  das  Landschaftsbild  nachhaltig  zu  beeinflussen.  An-
gesichts  der  erwähnten  Zielsetzungen  der  Richtlinien  ist  es  deshalb  sachge-
recht,  wenn  auch  freigelegte  unterirdische  Gebäudeteile  auf  Konzessionsland 
unter die fragliche Gewässerabstandspflicht fallen.