# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f902854-c3c2-563d-b9f9-56b808a62e16
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.05.2021 E-2092/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2092-2021_2021-05-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2092/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler; 

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch Rechtsanwalt Marc Richard,  

Rechtsschutz für Asylsuchende – Bundesasylzentrum  

Region B._______,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 9. April 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2092/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführer– ein Kurde mit letztem offiziellem Wohnsitz in 

C._______ – stellte am 15. Februar 2021 im Bundesasylzentrum 

B._______ ein Asylgesuch. Am 26. Februar 2021 fand die Personalienauf-

nahme und am 16. März 2021 eine Anhörung zu den Asylgründen nach 

Art. 29 AsylG (SR 142.31) statt.  

B.  

B.a Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer 

vor, er habe von (…) bis (…) den obligatorischen Militärdienst abgeleistet 

und sei dann in die Reserve eingeteilt worden. Im (…) oder (…) 2011 sei 

er nach Damaskus gezogen und habe dort während etwa eines Jahres als 

(…) und (…) gearbeitet. Nach Ausbruch der Revolution im März 2011 sei 

es zu zunehmend gewalttätigeren Unruhen gekommen. Einmal sei er nach 

einer Demonstration an der Universität für (…), von den Sicherheitskräften 

kurz als Auskunftsperson befragt worden. Eines Tages hätten Rebellen das 

(…) beschossen, welches er und zwei seiner Onkel gepachtet gehabt hät-

ten, weil sich eine Patrouille des Regimes jeweils dort versteckt habe. Er 

sei bei diesem Angriff leicht verletzt worden. In der Folge habe die Polizei 

alle von diesem Vorfall betroffenen Personen vorgeladen, weil sie vermutet 

habe, dass jemand den Angreifern den Aufenthaltsort der Patrouille verra-

ten habe. Auf Anraten des Eigentümers des (…) habe er der Vorladung 

nicht Folge geleistet, zumal er befürchtet habe, von den Sicherheitskräften 

im berüchtigten Gefängnis D._______ inhaftiert zu werden. Noch am glei-

chen Tag habe er einen Onkel um Hilfe gebeten, der ihn versteckt in einem 

Transportfahrzeug nach C._______ gebracht habe. Danach habe er sich 

etwa 15 bis 20 Tage lang in seinem Heimatdorf E._______ versteckt, wäh-

rend sein Vater seine Ausreise organisiert habe. Im Weiteren habe er wäh-

rend seines Aufenthalts in Damaskus ein Aufgebot für den Reservedienst 

erhalten, welches von seinem Vater in C._______ entgegengenommen 

worden sei. Dass er nicht in den Reservedienst habe einrücken wollen, sei 

ein weiterer Grund für seine Ausreise gewesen. Er sei Ende 2012 mithilfe 

eines Schleppers illegal in die Türkei ausgereist, wo er sich bis 2019 auf-

gehalten habe. Nach seiner Ausreise sei er zwei- oder dreimal von den 

Sicherheitskräften zu Hause gesucht worden, weil er dem Aufgebot zum 

Reservedienst keine Folge geleistet habe. Überdies habe er auch befürch-

tet, von den YPG (Yekîneyên Parastina Gel; Volksverteidigungseinheiten) 

zwangsweise rekrutiert zu werden. Drei seiner Verwandten seien im Kampf 

für diese ums Leben gekommen. Im Jahr 2015 habe er sich per Fernehe 

E-2092/2021 

Seite 3 

mit seiner Ehefrau vermählt und sie sei ihm in die Türkei nachgereist. Von 

dort seien sie 2019 gemeinsam nach Griechenland weitergezogen. Seine 

Ehefrau und ihre gemeinsame (im Jahr […] geborene) Tochter seien schon 

vor ihm in die Schweiz eingereist und hätten hier um Asyl nachgesucht.  

B.b Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer nebst 

Identitätspapieren (Identitätskarte, Familienbüchlein, ausgestellt am 12. 

Juli 2015, Führerschein, Reisepass seiner Ehefrau, alle in Kopie) ein Mili-

tärbüchlein, ausgestellt am (…), einen militärischen Einsatzbefehl, ausge-

stellt am (…), eine Bestätigung der Entlassung aus dem Militärdienst vom 

(…) und ein Aufgebot zum syrischen Reservedienst, ausgestellt am (…), 

alle im Original, zu den Akten. 

C.  

Mit Entscheid vom 18. März 2021 wurde der Beschwerdeführer ins erwei-

terte Verfahren zugewiesen. 

D.  

Mit Verfügung vom 9. April 2021 (eröffnet am gleichen Tag) stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Hin-

gegen verfügte es, dass der Vollzug dieser Wegweisung wegen Unzuläs-

sigkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben werde. 

E.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters an das Bundesverwaltungsgericht 

vom 4. Mai 2021 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die Ver-

fügung der Vorinstanz und beantragte, die Dispositiv-Ziffern 1–3 des Ent-

scheids seien aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei 

ihm Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Beiordnung seines 

Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand sowie um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

  

E-2092/2021 

Seite 4 

F.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

5. Mai 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG).  

Ihnen ist auch zu entnehmen, dass die Ehefrau und Tochter des Beschwer-

deführers im Januar 2020 in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hatten 

und das SEM mit Verfügung vom 24. März 2020 ihre vorläufige Aufnahme 

wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs angeordnet hatte (Ver-

fahrensnummer ebenfalls N […]). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

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Seite 5 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihrer Verfügung Folgendes aus: 

5.1.1 Zu dem vom Beschwerdeführer erwähnten Aufgebot zum Reserve-

dienst sei festzustellen, dass in seinem Fall keine Risikofaktoren vorliegen 

würden, die ein politisches Profil zu begründen vermöchten. Allfällige Straf-

massnahmen infolge seiner Wehrdienstverweigerung würden demnach 

praxisgemäss keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen.  

5.1.2 Die von ihm erwähnten Nachteile im Zusammenhang mit den geschil-

derten gewaltsamen Auseinandersetzungen in Damaskus seien haupt-

sächlich auf die schlechte damalige Sicherheitslage und die herrschende 

Gewalt in Syrien zurückzuführen. Seinen Aussagen seien keine Hinweise 

auf eine gezielte Verfolgung seiner Person zu entnehmen.  

E-2092/2021 

Seite 6 

5.1.3 Schliesslich seien auch die vom Beschwerdeführer geäusserten Be-

fürchtungen im Zusammenhang mit den YPG flüchtlingsrechtlich nicht re-

levant, da er gemäss seinen Angaben persönlich nie Probleme mit diesen 

gehabt habe und keine konkreten Hinweise vorliegen würden, dass er von 

dieser Seite eine Zwangsrekrutierung oder ernsthafte Nachteile im Sinne 

von Art. 3 AsylG zu befürchten habe. 

5.2  

5.2.1 In der Beschwerde wird moniert, die Vorinstanz habe in einem Satz 

pauschal festgestellt, dass beim Beschwerdeführer keine einzelfallspezifi-

schen Risikofaktoren vorliegen würden, welche zur Folge hätten, dass er 

vom Regime als Oppositioneller angesehen werde. Diese Einschätzung 

sei unzutreffend, zumal das SEM ja selber festhalte, dass dem Beschwer-

deführer bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine durch Art. 3 EMRK 

verboten Strafe oder Behandlung drohen würde.  

5.2.2 Das spezifische Risikoprofil ergebe sich beim Beschwerdeführer ei-

nerseits daraus, dass seine Personalien im Jahr 2011 im Rahmen einer 

regimekritischen Demonstration aufgenommen worden seien, was zur be-

hördlichen Assoziierung einer oppositionellen Haltung führen dürfte, auch 

wenn er selber gar nicht an der Kundgebung teilgenommen habe. Ande-

rerseits sei das Regime nach dem Angriff auf eine Patrouille des syrischen 

Militärs im (…), in dem der Beschwerdeführer gearbeitet habe, (wohl be-

rechtigterweise) davon ausgegangen, dass ein Angestellter des (…) den 

Oppositionellen mitgeteilt habe, dass die Patrouille sich oft spätnachts 

noch dort aufgehalte. Wäre der Beschwerdeführer der Vorladung aller Mit-

arbeitenden gefolgt, hätte ihn das Regime ins berüchtigte Gefängnis 

D._______ gebracht, von wo er voraussichtlich nicht zurückgekehrt wäre. 

Weil er der Vorladung nicht nachgekommen und aus dem Land geflüchtet 

sei, müsse davon ausgegangen werden, dass das Regime seinen Ver-

dacht, der Beschwerdeführer sei der Informant der Rebellen, bestätigt ge-

sehen habe. Schliesslich stamme der Beschwerdeführer von einer kurdi-

schen Grossfamilie ab, die nicht als regimetreu bekannt sei, zumal seine 

beiden volljährigen Brüder und mehrere Cousins ebenfalls aus Angst vor 

Verfolgung durch das Regime (teilweise nach der Desertion aus dem  

Militär- respektive Reservedienst) aus Syrien geflüchtet seien. 

5.3 Nach Auffassung des Gerichts ist die Einschätzung der Vorinstanz im 

Asylpunkt zu bestätigen; die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe ver-

mögen keine andere Einschätzung zu rechtfertigen: 

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Seite 7 

5.3.1 Im Rahmen eines Grundsatzentscheids (BVGE 2015/3 E. 5) stellte 

das Bundesverwaltungsgericht fest, dass auch nach der Einführung von 

Art. 3 Abs. 3 AsylG die bisherige Rechtspraxis in Bezug auf Personen, die 

ihr Asylgesuch mit einer Wehrdienstverweigerung oder Desertion im Hei-

matstaat begründen, weiterhin gültig bleibe. Demnach vermag eine Wehr-

dienstverweigerung oder Desertion nicht allein, sondern nur verbunden mit 

einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG die Flüchtlingseigen-

schaft zu begründen. Mit anderen Worten muss die betroffene Person aus 

einem in dieser Norm genannten Grund (Rasse, Religion, Nationalität,  

Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politische An-

schauungen) wegen ihrer Wehrdienstverweigerung oder Desertion eine 

Behandlung zu gewärtigen haben, die ernsthaften Nachteilen gemäss 

Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkommt.  

5.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Praxis davon aus, 

dass bei Wehrdienstverweigerung und Desertion im syrischen Kontext nur 

dann eine asylrechtlich relevante Strafe zu befürchten ist, wenn zusätzliche 

exponierende Faktoren gegeben sind, welche darauf schliessen lassen, 

dass eine Person als Regimegegner angesehen wird und damit aus politi-

schen Gründen eine unverhältnismässige Bestrafung zu gewärtigen hätte. 

Hingegen droht Wehrdienstverweigerern und Deserteuren, die nicht zu-

sätzlich politisch exponiert sind, nicht mit genügender Wahrscheinlichkeit 

eine Strafe, welche die Schwelle der Asylrelevanz erreichen würde (vgl. 

BVGE 2020 VI/4 E. 5 f., insbes. E. 6.2.4). 

5.3.3 Von einer solchen, flüchtlingsrechtlich relevanten Motivation für eine 

allfällige Bestrafung wegen Refraktion ist im Fall des Beschwerdeführers 

nicht auszugehen: Den Akten sind entgegen seiner Auffassung keine An-

haltspunkte dafür zu entnehmen, dass er den syrischen Sicherheitskräften 

als Person mit einer oppositionellen Gesinnung aufgefallen sein könnte 

und sich besonders exponiert hätte. Im Zusammenhang mit den Unruhen 

an der Universität für (…) wurde der Beschwerdeführer nach seinen Anga-

ben von den Sicherheitskräften nur als Auskunftsperson befragt und an-

schliessend "in Ruhe gelassen" (vgl. Protokoll Anhörung F125). Dass er im 

Zusammenhang mit dem Anschlag auf das (…), wo er arbeitete, vorgela-

den wurde, lässt nicht per se auf einen konkreten Verdacht der Sicherheits-

kräfte, er sei in die Tat verwickelt gewesen, schliessen. Und schliesslich 

gab er ausdrücklich zu Protokoll, dass weder er selber noch seine Familie 

politisch aktiv gewesen seien (vgl. Protokoll Anhörung F123 f.).  

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/3

E-2092/2021 

Seite 8 

5.3.4 Dem Beschwerdeführer respektive seinem Rechtvertreter ist jedoch 

darin beizupflichten, dass die vom SEM vorliegend getroffene Lösung  

– Bejahung des "real risk" einer gegen Art. 3 EMRK verstossenden Be-

handlung unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft – dogmatisch nicht  

begründbar ist: Sofern der Betroffene in Syrien wegen seiner glaubhaft ge-

machten Dienstverweigerung mit erheblicher Wahrscheinlichkeit (im Sinne 

eines "real risk") eine Behandlung gewärtigen müsste, die Folter gleich-

kommt, ist diese Strafe mit einem Politmalus behaftet; es liegt diesfalls eine 

asylrelevante Verfolgung vor und nicht nur ein völkerrechtliches Vollzugs-

hindernis im Sinne von Art. 3 EMRK (vgl. BVGE 2020 VI/4 E. 6).  

5.3.5 Nach den vorstehenden Ausführungen ist das SEM allerdings zu Un-

recht davon ausgegangen, beim Beschwerdeführer müsse das "real risk" 

einer Verletzung von Art. 3 EMRK bejaht werden. 

5.4 Auch einer Weigerung, sich den YPG anzuschliessen, kommt grund-

sätzlich keine asylrechtliche Relevanz zu, da sich nicht das Bild eines sys-

tematischen Vorgehens der YPG gegen Dienstverweigerer ergibt, welches 

die Schwelle zu ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG erreichen 

würde (vgl. Urteil des BVGer D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 E. 5.3  

[als Referenzurteil publiziert]). Diese Einschätzung ist als nach wie vor 

grundsätzlich zutreffend zu erachten (vgl. statt vieler Urteile des BVGer  

E-7316/2018 vom 15. Februar 2021 E. 6.2 oder E-3703/2018 vom 13. No-

vember 2020 E. 5.3). Im Übrigen ist festzustellen, dass der Beschwerde-

führer vor seiner Ausreise seitens der YPG eigenen Angaben gemäss kei-

nerlei Behelligungen erlitten hat. 

5.5 Der Vollständigkeit halber ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass sich 

auch den Ausführungen des Beschwerdeführers zum anhaltenden Bürger-

krieg und der daraus resultierenden allgemeinen Gewalt in Syrien – insbe-

sondere in Damaskus – keine spezifische Gefährdung im asylrechtlichen 

Sinne ableiten lässt. 

5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgungs-

gefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Das SEM hat folglich zu 

Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und sein Asylgesuch abge-

lehnt. 

  

E-2092/2021 

Seite 9 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

Das SEM hat in seiner Verfügung vom 9. April 2021 die vorläufige Auf-

nahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet. Die Dispositiv-

ziffern 4–7 dieser Verfügung blieben unangefochten. Angesichts der alter-

nativen Natur der Wegweisungsvollzugshindernisse (vgl. BVGE 2009/51 

E. 5.4 S. 748) enthält sich das Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss 

weiterer Ausführungen zur Durchführbarkeit des Vollzugs der Wegweisung 

(und demnach auch zur konkreten Begründung der vorläufigen Aufnahme 

des Beschwerdeführers).  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung und Verbeiständung sind abzuweisen, da die Be-

gehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – aussichtlos 

waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie 

Art. 102m Abs. 1 AsylG nicht erfüllt sind. Das Gesuch um Befreiung von 

der Kostenvorschusspflicht wird mit dem vorliegenden Entscheid in der Sa-

che gegenstandslos. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.− 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

E-2092/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ver-

beiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und aArt. 102m Abs. 1 AsylG 

werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von  Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

Versand: