# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d47ce915-aa4d-5e53-925a-f75544d94025
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 06.09.2023 SBK.2023.247
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2023-247_2023-09-06.pdf

## Full Text

Obergericht
Beschwerdekammer in Strafsachen

SBK.2023.247
(HA.2023.381)
Art. 277

Entscheid vom 6. September 2023

Besetzung Oberrichter Richli, Präsident
Oberrichter Lindner
Oberrichter Giese
Gerichtsschreiber Burkhard

Beschwerde-
führer

A._____,
[…]
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dominik Brändli,
[…]

Beschwerde-
gegnerin

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,
Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg

Anfechtungs-
gegenstand

Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom
16. August 2023 betreffend Abweisung Haftentlassungsgesuch

in der Strafsache gegen A._____

- 2 -

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:

1.
1.1.
Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führt gegen den Beschwerdefüh-
rer eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf versuchte schwere
Körperverletzung, ev. einfache Körperverletzung mit einem gefährlichen
Gegenstand. Er soll am 30. Juni 2023 seiner ehemaligen Freundin B. im
Rahmen einer Auseinandersetzung beim Bahnhof C. mit einem Messer
eine 5 cm lange, bis ins Subkutangewebe reichende und eine bleibende
Narbe hinterlassende Schnittverletzung im rechten Wangenbereich zuge-
fügt haben. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau liess den Beschwer-
deführer deswegen gleichentags festnehmen.

1.2.
Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau beantragte am 2. Juli 2023 beim
Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau die Anordnung von Un-
tersuchungshaft einstweilen bis zum 29. September 2023. Der Beschwer-
deführer beantragte anlässlich der Haftverhandlung vom 3. Juli 2023 die
Abweisung des Haftantrags und seine umgehende Haftentlassung, even-
tualiter unter Anordnung von auf einen Monat zu befristenden Ersatz-
massnahmen (Kontaktverbot zu B.; Auflage einer Betäubungsmittelabsti-
nenz). Subeventualiter sei wegen Kollusionsgefahr für längstens 10 Tage
Untersuchungshaft anzuordnen.

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau ordnete mit Verfü-
gung vom 3. Juli 2023 einstweilen längstens bis zum 30. September 2023
Untersuchungshaft an.

2.
2.1.
Der Beschwerdeführer stellte am 10. August 2023 ein Gesuch um Haftent-
lassung unter Anordnung von Ersatzmassnahmen (Auflage einer vollstän-
digen Alkohol- und Betäubungsmittelabstinenz; Auflage, sich einer fach-
psychiatrischen Behandlung samt Psychopharmakotherapie zu unterzie-
hen; Kontaktverbot betreffend B.). Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau
überwies das Haftentlassungsgesuch verbunden mit dem Antrag auf Ab-
weisung am 11. August 2023 dem Zwangsmassnahmengericht des Kan-
tons Aargau zur Beurteilung. Der Beschwerdeführer hielt mit Stellung-
nahme vom 15. August 2023 an seinem Haftentlassungsgesuch fest.

2.2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau wies das Haftentlas-
sungsgesuch mit Verfügung vom 16. August 2023 ab.

- 3 -

3.
3.1.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diese ihm am 18. August 2023 zuge-
stellte Verfügung mit Eingabe vom 21. August 2023 wie folgt Beschwerde:

" 1.
Es sei die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 16. August
2023 (HA.2023.381) aufzuheben und der Beschuldigte sei aus der Haft zu
entlassen.

2.
Stattdessen seien einstweilen auf drei Monate befristet folgende Ersatz-
massnahmen anzuordnen:

a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, vollkommen abstinent von Alkohol
und Betäubungsmitteln zu leben und die Abstinenz regelmässig auf
Aufforderung nachzuweisen. Der Nachweis ist im Rahmen eines Call-
Back-Verfahrens zu erbringen und hat durch Atemluft- und Hautwisch-
tests, mindestens zwei Mal wöchentlich, zu erfolgen;

b) der Beschuldigte wird verpflichtet, sich durch einen Facharzt / eine
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie einer Psychopharma-
katherapie des ADS zu unterziehen;

c) der Beschuldigte wird verpflichtet, sich durch einen Facharzt / eine
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie oder eidgenössisch
zertifizierten Psychotherapeuten / Psychotherapeutin wöchentlich be-
züglich der Suchtproblematik und der Impulsproblematik sowie ADS
zu behandeln;

d) dem Beschuldigten wird verboten, mit B. auf irgendeine Weise in Kon-
takt zu treten oder sich ihr bewusst näher als 100 m zu nähern;

e) der Beschuldigte hat eine elektronische Fussfessel mit GPS-Überwa-
chung zu tragen, wobei das Bewegungsfeld durch die Vollzugsdienste
auf den Wohnort oder künftigen Aufenthaltsort (inkl. Umkreis von 100
m), den Arbeitsort ([…] und/oder […]) und die Verkehrswege dazwi-
schen zu beschränken sind.

3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

3.2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau teilte mit Eingabe
datiert vom 24. August 2023 (Postaufgabe am 25. August 2023) mit, unter
Hinweis auf die Begründung des angefochtenen Entscheids auf eine Ver-
nehmlassung zu verzichten.

3.3.
Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau beantragte mit Beschwerdeant-
wort vom 28. August 2023 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten-
folgen.

- 4 -

3.4.
Der Beschwerdeführer erstattete am 4. September 2023 eine Stellung-
nahme. An den gestellten Anträgen hielt er fest.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1.
Als verhaftete Person ist der Beschwerdeführer berechtigt, die Abweisung
seines Haftentlassungsgesuchs mit Beschwerde anzufechten (Art. 222
Satz 1 StPO; Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO). Auf die frist- (Art. 396 Abs. 1 StPO)
und formgerecht (Art. 385 Abs.1 StPO) erhobene und von einem hinrei-
chenden Rechtsschutzinteresse (Art. 382 Abs. 1 StPO) getragene Be-
schwerde ist einzutreten.

2.
Untersuchungshaft nach Art. 221 Abs. 1 StPO setzt einen dringenden Tat-
verdacht auf ein stattgefundenes Verbrechen oder Vergehen sowie einen
besonderen Haftgrund in Form von Flucht- (lit. a), Kollusions- (lit. b) oder
Wiederholungsgefahr (lit. c) voraus. Gemäss Art. 221 Abs. 2 StPO ist Haft
wegen Ausführungsgefahr auch zulässig, wenn ernsthaft zu befürchten ist,
eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen,
wahrmachen. Bei (Untersuchungs-)Haft als prozessualer Zwangsmass-
nahme zu berücksichtigen ist zudem der auch in verschiedenen Strafpro-
zessbestimmungen gesetzlich verankerte Grundsatz der Verhältnismässig-
keit. So sind etwa nach Art. 212 Abs. 2 lit. c StPO und Art. 237 Abs. 1 StPO
anstelle von (Untersuchungs-)Haft mildere Ersatzmassnahmen anzuord-
nen, wenn diese zum gleichen Ziel führen.

3.
3.1.
Der Beschwerdeführer bestritt mit Beschwerde das Vorliegen eines drin-
genden Tatverdachts auf versuchte schwere Körperverletzung, ev. einfa-
che Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, sowie das Vor-
liegen von Wiederholungs- und Ausführungsgefahr, wie von der Staatsan-
waltschaft Lenzburg-Aarau geltend gemacht und vom Zwangsmassnah-
mengericht des Kantons Aargau bejaht, nicht. Er bestritt aber das Vorliegen
einer rechtserheblichen Kollusionsgefahr, wie von der Staatsanwaltschaft
Lenzburg-Aarau geltend gemacht und vom Zwangsmassnahmengericht
des Kantons Aargau bejaht. Weiter machte er geltend, dass das Zwangs-
massnahmengericht des Kantons Aargau verkannt habe, dass sich der be-
stehenden Wiederholungs- bzw. Ausführungsgefahr mit den von ihm bean-
tragten Ersatzmassnahmen hinreichend Rechnung tragen lasse (Be-
schwerde Rz. 9).

- 5 -

3.2.
Was den (vom Beschwerdeführer nicht bestrittenen) dringenden Tatver-
dacht anbelangt, kann vollumfänglich auf die nach wie vor aktuellen Aus-
führungen des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau mit Ver-
fügung vom 3. Juli 2023 (E. 3.1) verwiesen werden.

Was die besonderen Haftgründe anbelangt, steht die Befürchtung im Vor-
dergrund, dass der Beschwerdeführer erneut Gewaltstraftaten, wie am
12. Oktober 2019 und 27. Juni 2020 begangen (jeweils Raub in Mittäter-
schaft; vgl. hierzu Entscheid der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau
vom 1. Dezember 2021 [HA.2023.381, act. 8 ff.]) und am 30. Juni 2023
mutmasslich begangen (versuchte schwere Körperverletzung; ev. einfache
Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand), begehen könnte.
Damit geht es hauptsächlich um die vom Beschwerdeführer an sich nicht
bestrittene und vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau mit
Verfügung vom 16. August 2023 in E. 6.3 mit nach wie vor aktueller Be-
gründung bejahte Wiederholungsgefahr i.S.v. Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO
bzw. konkret die Frage, ob dieser Wiederholungsgefahr mit Ersatz-
massnahmen, wie vom Beschwerdeführer beantragt, hinreichend Rech-
nung getragen werden kann.

3.3.
Am 28. Juli 2023 wurde von D., Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie (FMH), […], ein psychiatrisches Gutachten betreffend den Beschwer-
deführer erstattet (HA.2023.381; act. 20 ff.).

Sowohl das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau als auch der
Beschwerdeführer begründeten ihre gegensätzlichen Standpunkte betref-
fend Ersatzmassnahmen unter Bezugnahme auf die Ausführungen des
psychiatrischen Gutachters zur Frage (S. 26/Frage 5), unter welchen Auf-
lagen allenfalls eine Entlassung des Beschwerdeführers aus der Untersu-
chungshaft erfolgen könne:

- Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau verstand die ent-
sprechenden Ausführungen im psychiatrischen Gutachten nicht als
Vorschläge konkreter Ersatzmassnahmen, sondern lediglich als Hin-
weise auf "medizinisch begründete Prädikatoren". Der psychiatrische
Gutachter habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er sich als me-
dizinischer Experte nur eingeschränkt bezüglich einer Entlassung auf-
grund von Faktoren "ausserhalb der medizinischen Evaluation" äussern
könne. Die vorgeschlagene Abstinenzkontrolle erscheine aufwändig
und kaum praktikabel. Im psychiatrischen Gutachten sei ausgeführt
worden, dass bei erneuter Einnahme von Alkohol, Kokain, Benzodiaze-
pinen oder anderen psychotropen Substanzen eine unmittelbare und
erhöhte Wahrscheinlichkeit von erneuter Delinquenz bestehe. Ein ein-

- 6 -

ziger "Rückfall" könne somit bereits schwerwiegende Folgen insbeson-
dere für B. haben. Die im psychiatrischen Gutachten vorgeschlagenen
"Prädiktoren" seien deshalb nicht ausreichend, um die Wiederholungs-
und Ausführungsgefahr zu bannen (angefochtene Verfügung E. 7).

- Der Beschwerdeführer interpretierte das psychiatrische Gutachten der-
art, dass bei ihm ohne Massnahmen insgesamt eine mittelgradige
Wahrscheinlichkeit neuerlicher Delinquenz bestehe, die aber mit den
von ihm (bzw. dem psychiatrischen Gutachter) vorgeschlagenen
Massnahmen "massgebend" und innert nützlicher Frist reduziert wer-
den könne. Dabei komme der medizinischen Beurteilung die "entschei-
denste" Rolle zu, wenngleich auch weitere aus der Strafuntersuchung
gewonnene Erkenntnisse zu berücksichtigen seien (Beschwerde
Rz. 25 f.). Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau habe
sich nicht dazu geäussert, gestützt auf welche "weiteren Faktoren" es
zum Schluss gekommen sei, dass die im psychiatrischen Gutachten
aufgeführten "Prädiktoren" insgesamt nicht genügend seien. Dies er-
staune nicht, seien dem psychiatrischen Gutachter doch alle wesentli-
chen Erkenntnisse aus der Strafuntersuchung bekannt gewesen (Be-
schwerde Rz. 27).  Der psychiatrische Gutachter sei ausdrücklich da-
nach gefragt worden, unter Anordnung welcher Ersatzmassnahmen er
(der Beschwerdeführer) aus der Untersuchungshaft entlassen werden
könne (Beschwerde Rz. 28), und habe Ersatzmassnahmen vorgeschla-
gen, die in Beachtung seiner weiteren Ausführungen mit entsprechen-
der Wahrscheinlichkeit innert nützlicher Frist einen andauernden Erfolg
erwirken könnten. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aar-
gau habe dies völlig ausser Acht gelassen (Beschwerde Rz. 29). Die
Umsetzung der Therapieempfehlungen (einschliesslich des mittels
Electronic monitoring zu überwachenden Kontaktverbots) dürfte entge-
gen den nicht näher begründeten Ausführungen des Zwangsmassnah-
mengerichts des Kantons Aargau, wonach dies nicht praktikabel sei,
problemlos möglich sein, zumal er für die Dauer des Verfahrens auch
zu einem Wohnortwechsel (weg von C., wo auch B. wohnt) bereit sei
(Beschwerde Rz. 30 ff.).

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau schloss sich mit Beschwerdeant-
wort im Wesentlichen den Erwägungen des Zwangsmassnahmengerichts
des Kantons Aargau an. Der Beschwerdeführer habe B. mehrfach konkret
gedroht (sie sei "voll am Arsch" und er würde niemals akzeptieren, dass sie
jemand anderes habe). Die beantragten Ersatzmassnahmen beruhten ein-
zig auf der zweifelhaften "subjektiven Befolgungsbereitschaft" des Be-
schwerdeführers. Eine "intrinsische Motivation" des Beschwerdeführers,
die eigenen Probleme in den Griff zu bekommen, bestehe nicht. Es sei
wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in Freiheit "zur Beruhigung" er-
neut zu Drogen und Alkohol greife. Die damit einhergehende Enthemmung

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könnte zu schweren Delikten führen. Eine nachträglich durchgeführte Ab-
stinenzkontrolle könnte den Beschwerdeführer nicht davon abhalten, in ei-
nem "wahnhaften, emotional getriebenen und konsumbedingten Zwang"
mit B. in Kontakt zu treten. Die für Ersatzmassnahmen erforderliche Bereit-
schaft zu Selbstdisziplin und Selbstreflexion sei beim Beschwerdeführer
sehr gering. Zudem sei damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer auch
gegenüber Dritten (wiederum mit einem Messer) tätlich werden könnte, zu-
mal er auch am 30. Juni 2023 das damals verwendete Messer absichtlich
mit sich geführt haben dürfte.

Der Beschwerdeführer äusserte sich mit Stellungnahme vom 4. September
2023 zu den Ausführungen der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau mit Be-
schwerdeantwort dahingehend, dass der Sinn der (von ihm als Ersatz-
massnahme beantragten) Therapie ja mitunter auch gerade darin liege,
seine Problemeinsicht und Therapiemotivation "herauszuschälen". Dass
bei ihm eine nicht nur oberflächliche Therapiebereitschaft bestehe, zeige
sich darin, dass er bereits das eingeschränkte Therapieangebot im Zentral-
gefängnis nutze. Gemäss psychiatrischem Gutachter seien die bisherigen
Therapieversuche nur bedingt erfolgsversprechend gewesen und bestehe
bei ihm ein ungenutztes Potential, welches nunmehr in der vom psychiatri-
schen Gutachter vorgezeichneten Weise zu nutzen sei (Rz. 7). Zu seiner
Therapiemotivation trage auch bei, dass ein Therapieabbruch eine Wie-
derinhaftierung zur Folge hätte (Rz. 8). Auf die Aussagen von B. sei nicht
ohne Weiteres abzustellen, weil sie ihm nicht zwingend wohlgesinnt sei und
ihre ihn betreffenden (einzig aus einer nicht langjährigen Jugendbeziehung
stammenden) Kenntnisse eher oberflächlicher Natur seien (Rz. 9). Für die
Behauptung eines "wahnhaften Zwangs" finde sich in den Akten keine Be-
legstelle. Gemäss psychiatrischem Gutachter liege bei ihm gerade kein
Wahn vor. Ihm sei keine Kokainsucht, sondern "lediglich" ein schädlicher
Gebrauch von Kokain attestiert worden. Infolge der Haft lebe er nunmehr
seit zwei Monaten abstinent. Die Weiterführung der Abstinenz dürfte ihm
unter therapeutischer Begleitung und stetigen, unerwarteten Kontrollen
leichter fallen, als wenn er erst abstinent werden müsste (Rz. 11). Sowohl
aus Angst vor einer Rückversetzung in Untersuchungshaft als auch aus
Angst vor der Familie von B. (bzw. deren Vater) würde er sich hüten, B. zu
kontaktieren (Rz. 12). Wegen des Electronic monitoring wäre er auch je-
derzeit verort- und damit greifbar (Rz. 13).

3.4.
Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte beim Beschwerdeführer einen
schädlichen Gebrauch von Kokain (ICD-10: F14.1; S. 13) und eine Auf-
merksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ICD-10: F98.8; S. 15). Bei der
Aufmerksamkeitsstörung handle es sich um eine Erkrankung, die spezi-
fisch mit einer höheren Problematik bezüglich Impulskontrolle einhergehe
(S. 19). Eine fachärztliche Abklärung psychopharmakologischer Behand-
lungsoptionen sei indiziert. Weil "hier" bei gleichzeitiger Zufuhr von Kokain

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eine Kontraindikation zu konstatieren sei, sei dringend ein vollständiges
Konzept einer Behandlung "mit Psychopharmakotherapie und Psychothe-
rapie" indiziert. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts sei dringend (auch)
eine ambulante Suchttherapie indiziert (S. 21).

In der Gesamtbewertung sprach der psychiatrische Gutachter von einer
"gemäss der statistischen Evaluation" mittelgradigen Wahrscheinlichkeit
allgemeiner (auch mit Gewalttaten verbundener) Delinquenz und einer sta-
tistisch sehr hohen Wahrscheinlichkeit erneuter Beziehungsdelinquenz "bei
erneuter Interaktion" (S. 23 ff., Fragen 1, 2 und 3).

Zur Verringerung der Gefahr weiterer Gewalttaten sei eine absolute Absti-
nenz indiziert. Diesbezüglich bestehe eine bis anhin noch nicht genutzte
"therapeutische Möglichkeit". Weil sich der Beschwerdeführer (nur) unter
strikter Kontrolle an Absprachen und Strukturen zu halten scheine, sei eine
strikte Kontrolle erforderlich. Idealerweise müsste sich der Beschwerdefüh-
rer "jederzeit kontrolliert" fühlen (S. 25). Zur Frage 5, unter welchen Aufla-
gen eine Entlassung des Beschwerdeführers aus der Untersuchungshaft
erfolgen könne, wies der psychiatrische Gutachter einleitend darauf hin,
dass er ausschliesslich medizinisch begründete Vorschläge machen und
sich nur eingeschränkt zu einer Entlassung des Beschwerdeführers "auf-
grund von Faktoren ausserhalb der medizinischen Evaluation" äussern
könne. Sodann schlug er im Wesentlichen folgende Ersatzmassnahmen
vor:

- Fachärztliche Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung mittels
Psychopharmakotherapie

- Mindestens wöchentliche fachärztliche oder fachpsychologische
Behandlung der Sucht- und Impulskontrollproblematik sowie der
Aufmerksamkeitsstörung

- Absolute Abstinenz "mit dem dauerhaften Gefühl einer unmittelbaren
Überwachung" bezüglich Alkohol, Kokain, Benzodiazepinen und
anderen psychotropen Substanzen

- Absolutes und mittels Electronic monitoring überwachtes Kontaktverbot
zu B.

Bei erneuter Einnahme der besagten Substanzen sei von einer unmittelba-
ren und erhöhten Wahrscheinlichkeit erneuter Delinquenz auszugehen.
Weil sich der Beschwerdeführer bisher an Auflagen gehalten habe, bestehe
eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass trotz der dissozialen Strukturen
"dies" aufrechterhalten werde. Eine Alternative bestehe nicht. Bei erneutem
Kontakt mit B. bestehe eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von erneuter De-
linquenz (S. 26).

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3.5.
Mit dem psychiatrischen Gutachten (S. 22 oben) ist derzeit davon auszu-
gehen, dass der Beschwerdeführer sich mangels Krankheitseinsicht nicht
aus einer intrinsischen Motivation heraus an allfällige Ersatzmassnahmen
hielte, sondern höchstens wegen der Befürchtung, im Falle der Widerhand-
lung in Untersuchungshaft rückversetzt zu werden. Dieser Umstand ist na-
mentlich im Hinblick auf die vom psychiatrischen Gutachter empfohlene
psychiatrische bzw. fachpsychologische Behandlung problematisch, die
zunächst wohl darauf abzielen müsste, beim Beschwerdeführer erst noch
das für eine erfolgreiche Behandlung notwendige Mass an Krankheitsein-
sicht herzustellen.

Insofern ist von der vom psychiatrischen Gutachter zwar empfohlenen,
aber erst grob umrissenen Behandlung (auf S. 21 ist lediglich von einer
Indikation zur fachärztlichen Abklärung psychopharmakologischer Behand-
lungsoptionen die Rede) kurzfristig noch kein nennenswerter Beitrag zur
Minimierung der bestehenden Wiederholungsgefahr auf ein vertretbares
Mass zu erwarten. Es müsste deshalb auf andere Art und Weise ausrei-
chend Gewähr geschaffen werden, dass sich der Beschwerdeführer zumin-
dest an das zur Vermeidung weiterer Gewaltstraftaten essentielle Verbot,
Alkohol, Kokain, Benzodiazepine oder andere psychotrope Substanzen zu
konsumieren, hielte. Ausserhalb von Untersuchungshaft liesse sich dies
wohl höchstens auf die vom psychiatrischen Gutachter angeregte Weise
erreichen, d.h. man müsste versuchen, beim Beschwerdeführer mittels en-
ger Kontrollmassnahmen die Befürchtung zur Gewissheit werden zu las-
sen, bei jeglichem Verstoss gegen die Abstinenzauflage wieder in Untersu-
chungshaft versetzt zu werden, und müsste darauf hoffen, dass dies ge-
nügt, um den Beschwerdeführer zuverlässig von jeglichem weiteren Kon-
sum schädlicher Substanzen abzuhalten. Diesbezüglich bestehen aber er-
hebliche Bedenken:

- An sich musste der Beschwerdeführer schon bei Begehung der Straf-
taten vom 12. Oktober 2019 und 27. Juni 2020 (jeweils Raub in Mittä-
terschaft) damit rechnen, strafrechtlich belangt und sanktioniert zu wer-
den. Dies gilt, nachdem er wegen der besagten Straftaten mit Entscheid
der Jugendanwaltschaft vom 1. Dezember 2021 sanktioniert wurde,
umso mehr auch für die von ihm mutmasslich am 30. Juni 2023 began-
gene Straftat zum Nachteil von B.. Obwohl sich der Beschwerdeführer
bei seiner Einvernahme vor der Jugendanwaltschaft am 3. Juli 2020
offenbar einsichtig zeigte und selbst auf den Konsum von Kokain als
Ursache der Raubdelikte verwies, war die Angst des Beschwerdefüh-
rers vor einem neuen Strafverfahren in der Folge aber offenbar doch
nicht ausreichend hoch, um ihn von weiterem Konsum schädlicher Sub-
stanzen abzuhalten, obwohl die Jugendanwaltschaft für ihn damals
auch Besuche bei einer Suchtberatungsstelle und eine persönliche Be-

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treuung im Hinblick auf den Bereich "Sucht und Ausbildung" organi-
sierte (vgl. hierzu Entscheid der Jugendanwaltschaft vom 1. Dezember
2021, S. 3 Ziff. II/1, 2 und 4).

- Wenngleich sich jeglicher weitere Konsum schädlicher Substanzen
durch hinreichend engmaschige Kontrollen wohl mit an Sicherheit gren-
zender Wahrscheinlichkeit (nachträglich) feststellen liesse, ist doch
fraglich, inwieweit sich der Beschwerdeführer dieses Umstandes auch
tatsächlich jederzeit bewusst wäre und inwieweit er sich durch eine ent-
sprechende Einsicht zuverlässig vom Konsum schädlicher Substanzen,
nach denen er ein ausgeprägtes Bedürfnis zu haben scheint, abhalten
liesse. Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte diesbezüglich zwar
keine Abhängigkeitserkrankung, sprach aber doch von einem "Wunsch
oder Zwang" des Beschwerdeführers, Kokain zu konsumieren (S. 13),
und stellte die Indikation zur fachärztlichen/fachpsychologischen Be-
handlung der Diagnose "schädlicher Gebrauch von Kokain" (S. 21). Zu-
dem deutete er zumindest an, dass der Kokainkonsum durch die Auf-
merksamkeitsstörung mitverursacht sein könnte. So erwähnte er etwa
Aussagen des Beschwerdeführers, wonach er bei Konsum von Kokain
eine deutliche Besserung seiner kognitiven Kompetenzen in Bezug auf
Aufmerksamkeit erlebe, weshalb "zu diskutieren" sei, ob der Kokain-
konsum teilweise als subjektiv empfundene Selbstmedikation zu inter-
pretieren sei (S. 15). An anderer Stelle führte der psychiatrische Gut-
achter ähnlich aus, dass es – wenn die eigene Steuerung nicht mehr
möglich sei – ein typisches Verhalten sei, (wie der Beschwerdeführer)
zunächst Kokain und dann Benzodiazepine einzunehmen (S. 21). Dies
legt nahe, dass der Beschwerdeführer Kokain und auch die anderen
schädigenden Substanzen nicht bloss in leichtsinniger aber nichtsdes-
totrotz noch von ihm vollständig kontrollierter Weise sozusagen bloss
zu Genusszwecken konsumiert, sondern auch aus anderen, von ihm
selbst nicht mehr ohne Weiteres zu kontrollierenden Gründen, denen
objektiv betrachtet bereits Krankheitswert zukommt.

- Inwieweit eine (allfällige) Gewissheit des Beschwerdeführers, bei er-
neutem Konsum schädlicher Substanzen wieder in Untersuchungshaft
versetzt zu werden, seinem offenbar starken Drang nach Konsum sol-
cher Substanzen verlässlich Einhalt gebieten könnte, ist darüber hinaus
auch deshalb fraglich, weil beim Beschwerdeführer nach gutachterli-
cher Feststellung zusätzlich eine Impulskontrollstörung vorliegt.

- Die dargelegten Zweifel, ob der Beschwerdeführer einzig aus Angst vor
erneuter Untersuchungshaft auf jeglichen Konsum schädlicher Sub-
stanzen verzichten könnte, werden schliesslich auch nicht dadurch
massgeblich relativiert, dass sich der Beschwerdeführer vom
3. – 15. Juli 2020 offenbar beanstandungslos einem mittels Electronic

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Monitoring überwachten Hausarrest unterzog (vgl. hierzu Entscheid der
Jugendanwaltschaft vom 1. Dezember 2021, Ziff. II/2).

3.6.
Ob dem Beschwerdeführer unter diesen Umständen die Chance einzuräu-
men ist, zu zeigen, dass ihn (entgegen der soeben dargelegten Befürch-
tung) inskünftig nur schon die Angst vor weiterer Untersuchungshaft ver-
lässlich vom Konsum schädlicher Substanzen abzuhalten vermag, hängt
auch wesentlich davon ab, mit was für Gewalttaten im Falle eines erneuten
(auch nur einmaligen) Konsums schädlicher Substanzen zu rechnen ist.

Nachdem der Beschwerdeführer bereits beim Raub vom 12. Oktober 2019
einem damaligen Opfer mit einem vor das Gesicht gehaltenen Teppich-
messer gedroht hatte (Entscheid der Jugendanwaltschaft vom 1. Dezem-
ber 2021 Ziff. I/1) und er auch beim Vorfall vom 30. Juni 2023 B. gerade mit
einem solchen Messer im Gesicht erheblich verletzt zu haben scheint,
muss befürchtet werden, dass der Beschwerdeführer bei einer erneuten
Gewalttat (sei es zum Nachteil von B. oder auch einer anderer Person), mit
welcher bei Einnahme schädigender Substanzen ohne Weiteres zu rech-
nen ist, wiederum in besagter Weise ein Messer einsetzen könnte. Für die
von einer solchen Gewalttat betroffene Person bestünde sowohl in psychi-
scher als auch in physischer Hinsicht eine beträchtliche Gefahr, was ge-
rade der (mutmassliche) Vorfall vom 30. Juni 2023 zeigt, von welchem B.
eine bleibende Narbe im rechten Wangenbereich davontragen dürfte. Es
ist wohl einzig glücklichen Umständen zu verdanken, dass es nicht auch
noch zu einer Verletzung des Nervus facialis und damit zu einer Lähmung
der Gesichtsmuskulatur (vgl. hierzu den Bericht der E. vom 10. Juli 2023
[HA.2023.381, act. 16 ff./Frage 9]) oder gar zu noch gravierenderen Verlet-
zungen kam, zumal – wie vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons
Aargau bereits mit Verfügung vom 3. Juli 2023 in E. 3.1.4 mit überzeugen-
der Begründung festgestellt –  angesichts des dynamischen Tatablaufs
nicht davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer den Schnitt "sau-
ber" hätte platzieren können. Insofern ist ohne Weiteres damit zu rechnen,
dass es auch bei einer nur einmaligen erneuten Einnahme schädlicher
Substanzen zu einer ähnlich schweren oder gar noch schwereren Körper-
verletzung von B. oder auch von einer anderen Person kommen könnte,
zumal der Beschwerdeführer sich diesfalls auch kaum mehr an ein Kon-
taktverbot oder eine örtliche Eingrenzung halten dürfte.

Ist damit aber mit hoher Wahrscheinlichkeit mit schweren Gewalttaten des
Beschwerdeführers gegenüber B. oder anderen Personen zu rechnen,
wenn er unter dem Einfluss schädlicher Substanzen steht, schliesst die in
E. 3.5 dargelegte Befürchtung, dass der Beschwerdeführer im Falle seiner
Haftentlassung trotz strikter Kontrollen erneut schädliche Substanzen kon-
sumieren könnte, eine Haftentlassung unter Ersatzmassnahmen aus.

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3.7.
Der Beschwerdeführer vermag denn auch nicht überzeugend darzulegen,
warum er entgegen dem Gesagten – im blossen Vertrauen auf seine kaum
unterlegte Behauptung, dass er sich wegen der ihm ansonsten drohenden
Rückversetzung in Untersuchungshaft an umfangreiche und strikt zu kon-
trollierende Ersatzmassnahmen, wie im psychiatrischen Gutachten emp-
fohlen, halten werde – aus der Untersuchungshaft zu entlassen wäre.

Zwar legt das psychiatrische Gutachten (durchaus im Sinne des Beschwer-
deführers) nahe, dass eine ambulante Behandlung aus medizinischer Sicht
ausreichend sein könnte, um der festgestellten allgemeinen Gefährlichkeit
des Beschwerdeführers bei gegebenen Rahmenbedingungen wirksam zu
begegnen. Auch die Vorteile einer solchen Vorgehensweise stehen ausser
Frage, liesse sich so doch nicht nur die Untersuchungshaft beenden, son-
dern könnte auch die mutmasslich notwendige ambulante Behandlung des
Beschwerdeführers frühzeitig und im Rahmen eines derzeit noch günstigen
sozialen Empfangsraums (vgl. hierzu psychiatrisches Gutachten, S. 22) be-
ginnen. Die im psychiatrischen Gutachten skizzierte Vorgehensweise trägt
aber den dargelegten Sicherheitsbedenken nicht hinreichend Rechnung.
Zumindest kurzfristig kann von der erst in den Grundzügen angedachten
ambulanten Behandlung kein positiver Einfluss auf die festgestellte allge-
meine Gefährlichkeit des Beschwerdeführers erwartet werden. Die gerade
deshalb zwingend notwendigen Kontrollmassnahmen wären umfangreich
und auch für den Beschwerdeführer einschneidend und belastend, böten
aber letztlich dennoch zumindest kurzfristig nicht ausreichend Gewähr,
dass der Beschwerdeführer in Bezug auf schädliche Substanzen abstinent
bliebe.

Insofern sind die Voraussetzungen für eine Entlassung des Beschwerde-
führers aus der Untersuchungshaft unter Ersatzmassnahmen derzeit nicht
erfüllt, sondern liegt vielmehr eine Konstellation vor, in der sich die Frage
aufdrängt, ob die ambulante Behandlung zwecks Herstellung der therapeu-
tischen Ansprechbarkeit des Beschwerdeführers stationär einzuleiten ist.
Solch eine stationäre Einleitungsphase kann aber (weil freiheitsentziehend)
nicht als Ersatzmassnahme angeordnet werden. Vielmehr ist es am Sach-
gericht, gegebenenfalls darüber zu befinden (vgl. hierzu Art. 63 Abs. 3
StGB). Dem Beschwerdeführer steht es an sich aber auch frei, gestützt auf
Art. 236 Abs. 1 StPO ein Gesuch um Versetzung in den vorzeitigen
Massnahmenvollzug zu stellen, um so möglichst rasch die Voraussetzun-
gen für eine Entlassung aus der Untersuchungshaft unter Ersatzmassnah-
men zu schaffen (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 1B_294/2015 vom
23. September 2015 E. 2.2). Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ist
zudem mit dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau (vgl. an-
gefochtene Verfügung E. 7 in fine) anzuhalten, den dargelegten (gewichti-
gen) Interessen des Beschwerdeführers durch eine weiterhin beförderliche
Verfahrensführung bestmöglich Rechnung zu tragen.

- 13 -

3.8.
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.

4.
4.1.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem mit sei-
ner Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428
Abs. 1 StPO).

4.2.
Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschwerdeführers ist
am Ende des Strafverfahrens von der dannzumal zuständigen Instanz fest-
zulegen (Art. 135 Abs. 2 StPO).

Die Beschwerdekammer entscheidet:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 68.00, zusammen
Fr. 1'068.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Zustellung an:
[…]

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG)

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-
lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-
sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde
(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte elek-
tronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, in-
wiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf die

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sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend.

Aarau, 6. September 2023

Obergericht des Kantons Aargau
Beschwerdekammer in Strafsachen
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Richli Burkhard