# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a8d3f03-0a50-5331-902f-705f5efa2063
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2023 E-2144/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2144-2020_2023-10-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2144/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richterin Constance Leisinger, Richter David R. Wenger,    

Gerichtsschreiberin Mara Urbani. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Idris Hajo,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. März 2020 / N (…). 

 

 

 

E-2144/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…) Mai 2017 in der Schweiz um Asyl 

nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 8. Mai 2017 und der 

Anhörung vom 14. Oktober 2019 machte er im Wesentlichen Folgendes 

geltend: 

Er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und sei in 

B._______ geboren und aufgewachsen. Im Jahr 2008 habe er Sri Lanka 

zum ersten Mal verlassen und sei nach England gereist. Dort habe er je-

weils am Märtyrertag teilgenommen und seinem (…), welcher diesen mit-

organisiert habe, geholfen. Im Jahr 2015 habe er England aufgrund des 

Ablaufs seines Visums wieder verlassen müssen. In Colombo angekom-

men, sei er am Flughafen während mehrerer Stunden angehalten und ins-

besondere zu einer allfälligen Unterstützung der Liberation Tigers of Tamil 

Eelam (LTTE) in England befragt worden. Es seien ihm Fotos vom Märty-

rertag in England gezeigt worden, auf welchen er abgebildet gewesen sei. 

Nachdem die Beamten ihn gehenlassen hätten, habe er einige Monate un-

behelligt bei seinen Eltern in B._______ gelebt. Dort habe er in der (…) 

seines Vaters, welche sich im selben Hof wie das Wohnhaus der Familie 

befunden habe, mitgeholfen. Er habe jeden Abend mit seinen Freunden 

Volleyball gespielt. An einem Abend im März 2016 sei er aber mit seinem 

Bruder an ein Geburtstagsfest gegangen und habe das Volleyballspiel ver-

passt. Am nächsten Tag habe er von seinem Freund erfahren, dass unbe-

kannte Personen auf Motorrädern beim Sportplatz aufgetaucht seien und 

nach C._______ gefragt hätten, welcher von Grossbritannien zurückge-

kehrt sei. Aus Furcht, sie könnten in der darauffolgenden Nacht wieder 

kommen, habe er sich dann zu seiner Tante nach D._______ begeben. 

Dort habe er sich mit Unterbrüchen, während denen er bei Freunden ge-

wesen sei, bis im September 2016 aufgehalten. Er habe danach weiterhin 

seinem Vater in der (…) geholfen, aber nicht mehr dort geschlafen. Am 

4. September 2016 sei er von der Polizei festgenommen worden. Auf der 

Polizeistation hätten die zwei Polizisten ihn geschlagen, beschimpft und 

gefragt, wieso er nicht zurück nach England gegangen sei. Dann hätten sie 

Geld von ihm verlangt. Nachdem seine Mutter das Geld bezahlt habe, sei 

er entlassen worden. Sie hätten ihn darauf hingewiesen, dass sie ihn für 

weitere Befragungen vorladen würden. Danach habe er nicht mehr bei sei-

ner Tante wohnen wollen und deshalb bis zu seiner Ausreise im Januar 

2017 in E._______ gelebt. In diesem Zeitraum habe er von seinen Freun-

den erneut erfahren, dass er gesucht worden sei. Zweimal seien einige 

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Seite 3 

Leute zu seinen Eltern gekommen, hätten nach ihm gefragt und erneut 

Geld verlangt. Beim ersten Mal sei er bei seiner Tante gewesen und beim 

zweiten Mal habe er sich in E._______ aufgehalten. Danach sei er auf Rat 

seiner Mutter ausgereist. Zwei Monate nach seiner Ausreise seien erneut 

Beamte zum Haus seiner Eltern gekommen.  

Als Beweismittel reichte er ein Schreiben eines Priesters vom 8. Oktober 

2019 ein, in welchem dieser die geltend gemachte Gefährdungslage des 

Beschwerdeführers bestätigt. Als Identitätsnachweise legte er die Kopie 

seiner Identitätskarte sowie ein Geburtszertifikat ins Recht. Weiter reichte 

er einen Boarding Pass betreffend seine Reise von England nach Sri Lanka 

vom (…) 2015 und die Kopie eines Arbeitszeugnisses vom 11. Oktober 

2019 zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 23. März 2020 – eröffnet am 25. März 2020 – verneinte 

die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte 

sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie deren Vollzug an. 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 22. April 2020 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Gewährung von Asyl. Even-

tualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu 

gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Feststellung der auf-

schiebenden Wirkung der Beschwerde, um unentgeltliche Prozessführung 

unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiord-

nung seiner damaligen Rechtsvertreterin Cora Dubach als amtliche 

Rechtsbeiständin.  

Der Beschwerde legte er das Bild einer Überwachungskamera aus dem 

Haus seiner Eltern, Lohnblätter für den Zeitraum von Januar 2020 bis März 

2020 und eine Kostennote bei. 

D.  

Mit Instruktionsverfügung vom 1. Mai 2020 forderte das Gericht den Be-

schwerdeführer dazu auf, das Formular «Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege» auszufüllen. Gleichzeitig lud es die Vorinstanz zur Vernehm-

lassung ein.  

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Seite 4 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 8. Mai 2020 hielt die Vorinstanz mit ergänzenden 

Ausführungen an ihrer Verfügung fest.  

F.  

Gestützt auf die vom Beschwerdeführer gemachten Angaben im Formular 

«Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und amtliche Rechtsverbei-

ständung mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2020 ab und forderte ihn zur 

Zahlung eines Kostenvorschusses auf. Dieser wurde am 2. Juni 2020 ge-

leistet. 

G.   

Mit Replik vom 25. Juni 2020 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehm-

lassung der Vorinstanz Stellung.  

H.  

Am 30. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer eine CD-ROM mit Videos 

und Fotos von den Überwachungskameras ein, welche im Hof des Famili-

enhauses seiner Eltern installiert seien.  

I.  

Mit Eingabe vom 22. Februar 2023 erkundigte sich der rubrizierte Rechts-

vertreter nach dem Stand des Beschwerdeverfahrens.  

J.  

Mit Schreiben vom 24. Februar 2023 teilte die Instruktionsrichterin dem Be-

schwerdeführer mit, dass das Verfahren in Bearbeitung sei, aber keine ver-

bindlichen Angaben über die voraussichtliche Dauer bis zum Urteilszeit-

punkt gemacht werden könnten. Gleichzeitig bat sie um Mitteilung, ob der 

Beschwerdeführer künftig nur vom rubrizierten Rechtsvertreter vertreten 

werde oder ob seine frühere Rechtsvertretung weiterhin mandatiert sei.  

K.  

Mit Eingabe vom 7. März 2023 teilte der Beschwerdeführer dem Gericht 

mit, dass er im Beschwerdeverfahren fortan ausschliesslich vom neuen 

(rubrizierten) Rechtsvertreter vertreten werde. 

L.  

Am 18. Juli 2023 liess das Unternehmen, in welchem der Beschwerdefüh-

rer arbeitet, dem SEM ein ihn betreffendes Empfehlungsschreiben per 

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E-Mail zukommen. Das SEM leitete das E-Mail am 20. Juli 2023 dem Bun-

desverwaltungsgericht weiter.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu diesem Zeit-

punkt gültige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-

rung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

1.5 Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung 

zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG), welche die Vorinstanz nicht entzogen hat. Auf 

den Antrag, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei wiederherzu-

stellen, ist somit nicht weiter einzugehen.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).  

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründet den ablehnenden Asylentscheid im Wesent-

lichen mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. 

Die behauptete Festnahme im September 2016, die Freilassung gegen Be-

stechung sowie den darauffolgenden Aufenthalt in E._______ habe er in 

der BzP nicht erwähnt. Dasselbe gelte für die Befürchtung, von der Grup-

pierung Aava (Anmerkung des Gerichts: eine von Singhalesen geführte, 

bewaffnete Motorrad-Gang) gegen Gelderpressung verschleppt zu wer-

den. Hingegen habe er die in der BzP geltend gemachte Furcht, von den 

Behörden angeklagt zu werden, weil er in England für die Bewegung gear-

beitet habe, in der Anhörung nicht mehr vorgebracht. Während er in der 

BzP angegeben habe, die Behörden hätten bei seinen Eltern nach ihm ge-

fragt und mit Haft gedroht, habe er in der Anhörung zu Protokoll gegeben, 

dass die Behörden nach ihm gefragt und Geld verlangt hätten. Weder die 

Suche nach ihm noch die Festnahme oder die Freilassung habe er sub-

stanziiert geschildert. Das Schreiben des Priesters sei allgemein gehalten 

und als Gefälligkeitsschreiben zu werten. Seine Teilnahmen an den 

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Märtyrertagen in Grossbritannien lägen lange zurück und hätten lediglich 

eine kurze Befragung bei seiner Ankunft zur Folge gehabt. Der Wegwei-

sungsvollzug erweise sich als möglich, zulässig und zumutbar. Seine gel-

tend gemachten Aufenthalte in D._______ und E._______ seien nicht 

glaubhaft, weshalb davon auszugehen sei, dass er dauerhaft in Jaffna ge-

wohnt habe, wo er über ein ausreichendes Beziehungsnetz verfüge.  

4.2 Dem entgegnet der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde, die Vor-

instanz habe ihre Einschätzung der fehlenden Glaubhaftigkeit auf einige 

Kleinigkeiten gestützt. In der BzP habe er sowohl die Suche nach ihm als 

auch die Drohung gegenüber seinen Eltern und das Verlangen von Geld 

durch die Behörden erwähnt. Er habe lediglich vergessen, die Festnahme 

als Auslöser für die Geldforderung zu beschreiben. Die Befragungen durch 

die Polizei habe er nicht in der BzP erwähnt, weil er bei der Frage nach 

einem allfälligen Behördenkontakt an das Criminal Investigation Depart-

ment (CID) gedacht habe, zumal er die Frage dem Kontext der Befragung 

am Flughafen zugeschrieben habe. Die Frage nach einer allfälligen Inhaf-

tierung habe er verneint, weil er nur einen Tag lang auf der Polizeistation 

festgehalten worden sei. Den Aufenthalt in E._______ habe er nicht er-

wähnt, weil dieser nicht asylrelevant sei. Entgegen der Behauptung der 

Vorinstanz habe er in der Anhörung sehr wohl erwähnt, dass von den Eltern 

Geld verlangt worden sei. Diese Erpressung sei offensichtlich auch eine 

Bedrohung. Er habe in der Anhörung geschildert, wie er bei der Organisa-

tion der Märtyrertage mitgeholfen habe. Dass die Lösegelderpressung das 

Motiv für die Festnahme gewesen sein könnte, sei lediglich eine Vermutung 

des Beschwerdeführers und kein Fakt. Seine Ausführungen seien zwar 

nicht wortreich, aber er habe alle wesentlichen Situationen schildern und 

auf Nachfrage auch Details nennen können. Der Staat sei nicht fähig, ihn 

vor der Gruppierung Aava zu schützen. Als Tamile aus Jaffna, der zweimal 

in Europa ein Asylgesuch gestellt habe und weggewiesen worden sei, sei 

er besonders gefährdet, der Unterstützung der LTTE verdächtigt zu wer-

den. Der Wegweisungsvollzug sei insbesondere wegen der Ausbreitung 

des Coronavirus weder möglich noch zumutbar.  

4.3 In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, der viermonatige Auf-

enthalt in E._______ sei sehr wohl wesentlich, zumal dieser gemäss sei-

nen Aussagen in der Anhörung eine direkte Folge seiner Festnahme ge-

wesen sei. Die Bedeutung seiner Tätigkeiten in Bezug auf den Märtyrertag 

habe er in der BzP und in der Anhörung unterschiedlich dargestellt. Wäh-

rend er in der BzP angegeben habe, die Märtyrertage zusammen mit sei-

nem (…) organisiert zu haben, habe er in der Anhörung zu Protokoll 

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gegeben, der (…) habe die Märtyrertage organisiert und er selbst habe le-

diglich geholfen. Entgegen der Behauptung in der Beschwerde sei die 

Glaubhaftigkeit nicht gestützt darauf verneint worden, dass er keine über-

zeugende Begründung für die Motive der Behörden für seine Verfolgung 

habe nennen können. Das eingereichte Foto zeige lediglich zwei Polizisten 

in einer Strasse, wobei die weiteren Umstände unklar blieben. Die blosse 

Möglichkeit einer Ansteckung mit dem Coronavirus stehe der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs nicht entgegen. Die Beurteilung der Möglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht sinnvoll. Diese 

sei gegebenenfalls zum Zeitpunkt des Urteils des Bundesverwaltungsge-

richts vorzunehmen. Allfälligen Einschränkungen könne zudem mit der An-

setzung einer verlängerten Ausreisefrist Rechnung getragen werden.  

4.4 Darauf repliziert der Beschwerdeführer, aus seiner Sicht stelle der Auf-

enthalt in E._______ keine wesentliche Information für sein Asylgesuch 

dar. In der BzP habe er sich nur auf die Schilderung der wichtigsten Ereig-

nisse beschränkt, welche zur Ausreise geführt hätten. Der Beschwerdefüh-

rer habe sich bezüglich seiner Unterstützung an den Märtyrertagen nicht 

widersprochen. Es sei nicht verständlich, welchen Unterschied die Vo-

rinstanz zwischen «zusammen organisieren» und «mitorganisieren» sehe.  

5.  

5.1 Die Vorinstanz ist zur zutreffenden Einschätzung gelangt, dass der 

Beschwerdeführer keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung 

glaubhaft machen konnte. Mit den nachfolgenden Erwägungen kann daher 

zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung (dort S. 3 f.) und die obige 

Zusammenfassung (E. 4.1 und E. 4.3) verwiesen werden.  

5.2 Der Beschwerdeführer vermag auf Beschwerdeebene seine wider-

sprüchlichen Angaben in den wesentlichen Sachverhaltspunkten nicht auf-

zulösen. Zwar kommt rechtsprechungsgemäss den Aussagen in der BzP 

für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein beschränkter Beweiswert zu 

(vgl. statt vieler: E-3776/2020 vom 12. Mai 2023 E. 6.2 m.w.H. sowie be-

reits EMARK 1993 Nr. 3). Es darf aber erwartet werden, dass bestimmte 

Ereignisse oder Befürchtungen, die später als zentrale Asylgründe genannt 

werden, bereits anlässlich der ersten Befragung zumindest ansatzweise 

erwähnt werden. Im vorliegenden Fall weisen die BzP und die Anhörung 

wesentliche Unstimmigkeiten auf, die der Beschwerdeführer auch auf 

Nachfrage nicht klären konnte.  

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5.3 Insbesondere hat er in der BzP mit keinem Wort die angebliche Fest-

nahme im September 2016 erwähnt. Seine Erklärung, er habe die Frage 

nach einem erneuten Behördenkontakt nach der Flughafenbefragung in 

Colombo verneint, weil er dabei nicht an die Polizei, sondern an das CID 

gedacht habe, ist nicht nachvollziehbar. Es wäre zu erwarten gewesen, 

dass er die Festnahme durch die Polizei an der BzP zumindest erwähnt, 

zumal diese angeblich ausschlaggebend für seine Ausreise gewesen sei. 

Spätestens, als er danach gefragt wurde, weshalb nicht er, sondern nur 

seine Freunde befragt worden seien, oder was er befürchtete, wenn die 

Behörden ihn befragt hätten, wäre es an ihm gelegen, die Festnahme und 

Befragung durch die Polizei zu schildern (SEM act. A8/12 Ziffer 7.02).  

Auch der Aufenthalt in E._______ blieb – wie die Vorinstanz zutreffend fest-

stellt – in der BzP unerwähnt. Das Argument in der Beschwerde, er habe 

diesen nicht angegeben, weil er ihn für nicht asylrelevant betrachtete, über-

zeugt nicht. Es leuchtet nicht ein, weshalb er bei der Frage, wo er in Sri 

Lanka gewohnt habe, den viermonatigen Aufenthalt in Colombo als nen-

nenswert, hingegen den viermonatigen Aufenthalt in E._______ als irrele-

vant ansehen sollte (SEM act. A8/12 Ziffer 2.01). 

Es gelang ihm insgesamt nicht, die angeblichen behördlichen Suchen nach 

ihm zu substantiieren. In der BzP brachte er vor, über Hörensagen erfahren 

zu haben, dass die «unbekannten Personen» gedroht hätten, ihn wegen 

seiner alten Sachen nochmals anzuklagen und ins Gefängnis zu stecken, 

würden sie ihn nochmals erwischen (SEM act. A8/12 Ziffer 7.01). Demge-

genüber gab er in der Anhörung an, im September 2016 festgenommen 

und gegen ein Bestechungsgeld wieder freigelassen worden zu sein (SEM 

act. A23/20 F103 ff.). Von einer früheren oder aktuellen Anklage sprach er 

hingegen im weiteren vorinstanzlichen Verfahren nicht mehr. Auf Be-

schwerdeebene wird die vorgebrachte Drohung, ihn «anklagen zu lassen» 

zwar nochmals erwähnt (Beschwerde S. 6 und 10). Auch hier wird diese 

drohende Anklage aber nicht konkretisiert; von einer früheren Anklage ist 

keine Rede mehr. Bis zum Schluss konnte er nicht schildern, was ihm kon-

kret vorgeworfen worden sei, sondern äusserte bloss Vermutungen (SEM 

act. A23/20 F161). Angesichts der über sechsstündigen Haft, während der 

ihm viele Fragen dazu gestellt worden seien, was er nach seiner Rückkehr 

aus Grossbritannien mache, wäre zu erwarten gewesen, dass er genauer 

darüber berichten würde, was ihm vorgeworfen wird (a.a.O. F138). Abge-

sehen davon, dass der Polizist ihn gefragt habe, wieso er nicht zurück nach 

England gegangen sei, machte er aber im vorinstanzlichen Verfahren keine 

weiteren Angaben zum Inhalt dieser Befragung (a.a.O. F97). 

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Auch das Verhalten des Beschwerdeführers nach der ersten behördlichen 

Suche nach ihm erscheint nicht nachvollziehbar. Hätte er tatsächlich wei-

tere Behelligungen befürchtet, wäre zu erwarten gewesen, dass er sich 

nicht – auch nicht unregelmässig – in der (…) seines Vaters aufgehalten 

hätte, wo die Familie gewohnt habe (SEM act. A23/20 F78 f.). Realitäts-

fremd erscheint auch die Behauptung, sein Bekannter habe gedacht, bei 

den Männern auf den Motorrädern handle es sich um seine Freunde 

(a.a.O. F129).  

An der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen vermögen auch die eingereichten 

Fotos und Videos nichts zu ändern, zumal der Kontext, in welchem diese 

aufgenommen wurden, nicht erstellt ist. Der Umstand, dass Polizisten sich 

vor dem Wohnhaus der Eltern des Beschwerdeführers aufgehalten haben, 

vermag keine behördliche Suche nach ihm zu belegen.  

5.4 Zum von der Vorinstanz erwähnten Widerspruch betreffend seine be-

hauptete Mithilfe an den Märtyrertagen in England ist Folgendes festzuhal-

ten: Zwischen den Begriffen «mithelfen» und «mitorganisieren» besteht 

zwar unter Umständen kein wesentlicher Widerspruch. Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens erweckt aber der Umstand, dass der 

Beschwerdeführer in der Anhörung zweimal zu Protokoll gab, nur an den 

Märtyrertagen teilgenommen zu haben, bevor er mit dem Widerspruch zu 

seinen Aussagen an der BzP konfrontiert wurde und dann wiederum an-

gab, mitgeholfen zu haben (SEM act. A23/20 F103 ff.; vgl. SEM act. A8/12 

Ziffer 7.02). Die Frage nach der Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens muss 

jedoch nicht abschliessend beantwortet werden. Gemäss seinen Angaben 

hatten die Behörden ihn bereits bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka im 

Jahr 2015 zu seinem exilpolitischen Engagement in England befragt. Dabei 

hätten sie Fotos von ihm an den Märtyrertagen vorgelegt und ihn zu seinem 

(…) befragt, über dessen LTTE-Mitgliedschaft er sie informiert habe (SEM 

act. A8/12 Ziffer 7.02; Beschwerde S. 5). Seither hat er sich weder in Sri 

Lanka noch in der Schweiz (exil-)politisch betätigt. Weshalb er bei einer 

erneuten Rückkehr Massnahmen zu befürchten hätte, welche über eine 

Befragung am Flughafen hinausgehen sollten, ist daher nicht ersichtlich.  

5.5 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, für 

den Zeitpunkt der Ausreise im Mai 2017 eine begründete Furcht vor Verfol-

gung darzutun. Eine Gefährdung aufgrund der im Referenzurteil  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 zitierten und nach wie vor gültigen Risiko-

faktoren (a.a.O. E. 8.4) ist ebenfalls zu verneinen. Der Beschwerdeführer 

weist kein politisches Profil, insbesondere kein LTTE-Profil auf, welches bei 

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Seite 11 

den sri-lankischen Behörden zu der Einschätzung führen könnte, dass er 

den tamilischen Separatismus wiederaufleben lassen und so den sri-lanki-

schen Einheitsstaat gefährden könnte. Gefährdet sind in erster Linie jene 

Rückkehrer, deren Namen in der am Flughafen in Colombo abrufbaren 

"Stop-List" vermerkt sind und deren Eintrag den Hinweis auf eine Verhaf-

tung beziehungsweise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit 

einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE enthält. Ent-

sprechendes gilt auch für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Aus-

land regimekritisch betätigt haben. Beide Risikofaktoren sind nach dem 

oben Gesagten zu verneinen. Alleine aus der tamilischen Ethnie, dem 

zweimaligen mehrjährigen Auslandaufenthalt und der Verwandtschaft mit 

seinem (…) kann der Beschwerdeführer – entgegen seiner Auffassung – 

ebenfalls keine Gefährdung ableiten. 

5.6 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was 

geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat daher sein Asylgesuch zu Recht 

abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

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Seite 12 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.2.3 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts – an wel-

cher weiterhin festzuhalten ist – lassen weder die Zugehörigkeit zur tamili-

schen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka 

den Wegweisungsvollzug unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteile des 

BVGer E‑737/2020 vom 27. Februar 2023 E. 10.1.1 ff., E‑1866/2015 vom 

15. Juli 2016 E. 12.2 f., Urteil des BVGer E-3280/2019 vom 5. Juni 2023 

E. 9.2.3). Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

E-2144/2020 

Seite 13 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.).  

Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst 

(vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be-

schwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 

2011, Beschwerde Nr. 41178/08; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Ja-

nuar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 

20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, 

Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07; Rechtsprechung zu-

letzt bestätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Be-

schwerde Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in 

genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe 

eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beur-

teilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung 

habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Inte-

resse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen durch die im Re-

ferenzurteil E-1866/2015 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind (vgl. 

EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94; EGMR, E.G. gegen Grossbri-

tannien, a.a.O., § 13 und 69) – in Betracht gezogen werden. Dabei sei dem 

Umstand gebührend Beachtung zu tragen, dass diese einzelnen Aspekte, 

auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein "real risk" 

darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen 

könnten.  

Der Beschwerdeführer hat nicht glaubhaft gemacht, dass er befürchten 

muss, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lanki-

schen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich 

zu ziehen. Sodann besteht kein Grund zur Annahme, dass sich die jüngs-

ten politischen Entwicklungen in Sri Lanka konkret auf den Beschwerde-

führer auswirken könnten. Es bestehen demnach keine Anhaltspunkte da-

für, ihm würde eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka dro-

hen.  

7.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

 

 

E-2144/2020 

Seite 14 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. An dieser Einschät-

zung vermag die zurzeit in weiten Teilen Sri Lankas herrschende ange-

spannte Lage (Regierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrise sowie teilweise 

gewaltsame Proteste gegen steigende Preise für Verbrauchsgüter und ge-

gen Engpässe vorab bei der Treibstoffversorgung) grundsätzlich nichts zu 

ändern, zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung betrifft (vgl. 

statt vieler Urteil des BVGer E-730/2020 vom 31. Mai 2023 E. 7.3.2 

m.w.H.).  

Auch erweist sich gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung der Weg-

weisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz weiterhin als zumutbar, sofern 

das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Exis-

tenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie 

Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht 

werden können (vgl. Referenzurteile des BVGer D-3619/2016 vom 16. Ok-

tober 2017 E. 9.5 und E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2).  

7.3.3 In Bezug auf das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland über ein 

tragfähiges familiäres Beziehungsnetz verfügt. Seine Eltern, eine Schwes-

ter und ein Bruder wohnen offenbar nach wie vor in Sri Lanka. Es ist davon 

auszugehen, dass er nach seiner Rückkehr im eigenen Haus der Eltern 

wohnen könnte. Zudem handelt es sich bei ihm um einen jungen und ar-

beitsfähigen Mann, der den Grossteil seines Lebens – insbesondere die 

prägenden Jugendjahre – in Sri Lanka verbracht hat und dort sozialisiert 

wurde. Er verfügt über einen Schulabschluss und hat Arbeitserfahrungen 

als (…) sowie als (…) beziehungsweise (…). Vor diesem Hintergrund ist 

davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka für sich 

eine tragfähige Existenz aufbauen kann und nicht in eine Notlage geraten 

wird.  

E-2144/2020 

Seite 15 

7.3.4 Das Referenzschreiben vom 18. Juli 2023 sowie der Umstand, dass 

der Beschwerdeführer seit fast fünf Jahren an der gleichen Arbeitsstelle 

tätig ist, deuten zwar auf eine gelungene Integration in der Schweiz hin. 

Jedoch sind diese für die Einschätzung der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs unbeachtlich.  

7.3.5 Die in der Beschwerde vom 22. April 2020 geltend gemachte Corona-

Pandemie steht dem Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

mehr entgegen.  

7.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Dabei ist zur Begleichung der Verfahrenskosten 

der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2144/2020 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Zur Begleichung wird der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss 

verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Mara Urbani 

 

 

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