# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7ab1ca4-aa15-5700-81c4-f70c402ac326
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 31.10.2023 ST.2023.122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2023-122_2023-10-31.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2023.122 
 
 
 
 

Entscheid 
 
 

 31. Oktober 2023 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Christina Hefti, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichte-
rin Barbara Collet und Gerichtsschreiberin Angela Schorno 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. A,   

 
2. B,   

 
 Rekurrenten,  
vertreten durch Wenger Vieli AG,  
Dufourstrasse 56, Postfach, 8034 Zürich,  

 
 
 

gegen 
 
 
 
Kanton Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2019 

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1 ST.2023.122 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. Per 1. Januar 2019 meldeten sich die seit 1982 im selben Einfamilienhaus 

in der zürcherischen Gemeinde C wohnhaften A und B (nachfolgend der bzw. die 

Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) in die bündnerische Gemeinde D an die Adresse 

des 2000 selbst erbauten Ferienhauses ab. Seit 2018 ist die Pflichtige zusätzlich Ei-

gentümerin einer weiteren Ferienliegenschaft in der bündnerische Gemeinde D, die die 

Pflichtigen an Dritte vermieten.  

 

 Beruflich ist der Pflichtige als selbstständiger Unternehmensberater tätig, wo-

bei die Pflichtige ebenfalls in dessen Betrieb arbeitet und administrative Aufgaben erle-

digt. Der Geschäftsort der selbstständigen Erwerbstätigkeit wurde per 14. Februar 

2019 ebenfalls von der zürcherischen Gemeinde C in die bündnerische Gemeinde D 

an die Meldeadresse der Pflichtigen verlegt. 

 

 Für die Steuerperiode 2019 reichten die Pflichtigen ihre Steuererklärung im 

Kanton Graubünden ein, und liessen dem Kanton Zürich aufgrund Steuerpflicht wegen 

Liegenschaftsbesitzes eine Kopie davon zukommen.  

 

 Mit Auflage vom 1. Februar 2022 ersuchte die Steuerkommissärin die Pflichti-

gen um folgende Unterlagen/Auskünfte: 

 

• Zur selbstständigen Erwerbstätigkeit: 

o Jahresrechnung 2019 

o Kontoauszüge Raumaufwand, Unterhalt und Reparaturen mobile Sach-

anlagen, Verwaltungs- und Informatikaufwand, Werbeaufwand 

o Chronologisch geordnete Belege zu Konto Reise- und Repräsentations-

spesen und Kommunikation 

• Sie machen ab 1.1.2019 den Wohnsitz in der bündnerischen Gemeinde D gel-

tend. Die Liegenschaft in der zürcherischen Gemeinde C wird gemäss Dekla-

ration nicht vermietet. Zur Abklärung der unbeschränkten Steuerpflicht bitten 

wir um: 

o Substanziierte Sachdarstellung und Nachweis des Wegzugs in die 

bündnerische Gemeinde D per 1.1.2019 anhand von beweiskräftigen 

Unterlagen (z.B. Rechnung Umzugsfirma) 

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1 ST.2023.122 

o Vollständige, detaillierte Abrechnungen der Kreditkarte für die Zeit 1.1.-

31.12.2019 sowie detaillierte, monatliche Bankauszüge für die Zeit 1.1.-

31.12.2019 des Kontos, über welches der private Lebensaufwand finan-

ziert wurde als Nachweis, wo die Einkäufe getätigt wurden und wo die 

für die Bestreitung des Lebensunterhalts verwendeten finanziellen  

(Bar-)Mittel bezogen wurden 

o Beschreibung und Nachweis der Wohnsituation in der bündnerischen 

Gemeinde D und in der zürcherischen Gemeinde C, inklusive Grund-

risspläne der jeweiligen Wohnstätten sowie Angaben zur Einrichtung 

o Kopien der Strom-, Wasser- und Telefonfestnetz-Rechnungen der 

selbstgenutzten Liegenschaften in der bündnerischen Gemeinde D und 

der zürcherischen Gemeinde C 

o Angaben und Nachweis, wo soziale Beziehungen gepflegt werden und 

wo am gesellschaftlichen Leben teilgenommen wird (z.B. Vereinstätig-

keit, persönliche Beziehungen, politisches Engagement etc.). 

 

 Die Pflichtigen reichten die geforderten Unterlagen ein.  

 

 Am 5. September 2022 schätzte das kantonale Steueramt die Pflichtigen mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 1'839'900.- (satzbestimmend Fr. 1'896'300.-) 

und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 12'849'000.- (satzbestimmend 

Fr. 15'252'000.-) ein. Entgegen der Deklaration ging es von einer unbeschränkten 

Steuerpflicht im Kanton Zürich bzw. in der zürcherischen Gemeinde C aus, welche sich 

auch auf die selbstständige Erwerbstätigkeit des Pflichtigen erstreckt.   

 

 

 B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 4. Oktober 2022 Einsprache mit dem 

Antrag, der geltend gemachte Wohnsitz in der bündnerischen Gemeinde D sei anzuer-

kennen.  

 

 Am 7. Februar 2023 folgte eine weitere Auflage des kantonalen Steueramts, 

mit welcher es um folgende Belege betreffend selbstständige Erwerbstätigkeit des 

Pflichtigen ersuchte: 

 

o Chronologisch geordnete Belege zu Konto 6130, 6500 und 6503 

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1 ST.2023.122 

o Zu Konto 6510: Kopien der Swisscom Rechnungen sowie der Rechnung "Post 

Umleitung" 

o Kopien der ausgestellten Honorarrechnungen an die E AG. 

Die Auflage wurde am 9. März 2023 beantwortet.  

 

Mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 2023 wurde die Einschätzung bestätigt. 

 

 

 C. Mit Rekurs vom 13. Juni 2023 beantragten die Pflichtigen die Aufhebung 

des Einspracheentscheids bzw. der Einschätzungsverfügung sowie die Anerkennung 

des Wohnsitzes in der bündnerischen Gemeinde D unter Vornahme einer Steueraus-

scheidung gemäss der Veranlagungsverfügung 2019 des Kantons Graubünden. Zu-

dem ersuchten sie um Zusprechung einer Parteientschädigung. Das kantonale Steuer-

amt schloss am 7. Juli 2023 auf Abweisung des Rekurses. In einer Stellungnahme 

dazu hielten die Pflichtigen an ihrem Standpunkt fest.  

 

 Auf die weiteren Parteivorbringen wird, sofern rechtserheblich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) § 3 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) bestimmt, dass 

natürliche Personen aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig sind, wenn sie 

ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen steuerrecht-

lichen Wohnsitz im Kanton hat eine Person, wenn sie sich hier mit der Absicht des 

dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht einen besonderen ge-

setzlichen Wohnsitz zuweist (vgl. § 3 Abs. 2 StG). Diese kantonale Bestimmung lautet 

gleich wie Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) und 

Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 

14. Dezember 1990 (DBG) betreffend die Steuerpflicht natürlicher Personen aufgrund 

persönlicher Zugehörigkeit. Die Bestimmungen sind somit gleich auszulegen  

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(BGr, 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 3; BGr, 17. Juli 2019, 2C_87/2019, mit weiteren 

Hinweisen, auch zum Folgenden). 

 

 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt der steuerrechtliche 

Wohnsitz einer Person am Ort, an dem sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen 

befindet. Dieser Ort bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Um-

stände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen. Der steuerrechtliche Wohn-

sitz kann demnach nicht frei bezeichnet werden. Der Ort, an welchem die Schriften 

hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden, spielt nicht eine ent-

scheidende Rolle. Als äussere Merkmale können sie ein Indiz für den steuerrechtlichen 

Wohnsitz bilden, falls auch das übrige Verhalten der Person dafürspricht.  

  

 Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die 

Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie 

die stärkeren Beziehungen hat. Diese Frage ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der 

Umstände des Einzelfalls zu beurteilen (vgl. BGE 138 II 300 E. 3.2; 132 I 29 E. 4; 125 I 

54 E. 2; BGr, 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 4.1; BGr, 16. Juli 2018, 2C_546/2017, 

E. 2.3; BGr, 16. März 2018, 2C_580/2017, E. 4.1; BGr, 3. August 2017, 2C_1045/2016, 

E. 3.3). Massgebend sind die Verhältnisse am Ende der betroffenen Steuerperiode 

(Art. 4b Abs. 1 StHG).  

 

 b) Die Umstände, die die allgemeine Steuerpflicht begründen, sind steuerbe-

gründende Tatsachen und deshalb von den Steuerbehörden zu beweisen (Oester-

helt/Seiler, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

Harmonisierung der direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden, 4. A., 2022, Art. 3 

N 82 StHG). Dies gilt auch dann, wenn sich der steuerrechtliche Wohnsitz bis anhin im 

Kanton Zürich befand und streitig ist, ob er aufgegeben worden ist bzw. sich an einen 

ausserkantonalen Ort verlagert hat. Von daher ist der bisherige steuerrechtliche Wohn-

sitz für die Verteilung der Beweislast nicht von Bedeutung (VGr, 26. März 1997, 

StE 1997 B 11.1 Nr. 15 = ZStP 1997, 269). Immerhin kann der steuerpflichtigen Person 

der Gegenbeweis für die Aufgabe des bisherigen Wohnsitzes oder das Vorliegen eines 

ausserkantonalen Wohnsitzes auferlegt werden, wenn die von der Einschätzungsbe-

hörde behauptete subjektive Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich gilt (BGr, 

1. März 2012, 2C_785/2011, E. 2.3). Dies trifft vor allem zu, wenn die bisherige Woh-

nung im Kanton (ohne Fremdvermietung) weiterhin beibehalten wird; dies ist ein Indiz 

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dafür, dass der bisherige Lebensmittelpunkt im Kanton nicht definitiv aufgegeben wor-

den ist.  

 

 Die praktische Bedeutung dieser Beweislastverteilung ist jedoch insofern 

überschaubar, als das Bundesgericht verschiedene tatsächliche Vermutungen aner-

kannt hat, welche den Zustand der Beweislosigkeit gar nicht erst eintreten lassen (BGr, 

20. Dezember 2019, 2C_415/2019, E. 5.3; BGr, 3. Juni 2019, 2C_73/2018, E. 3.3, mit 

weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden). Solche auf allgemeinen Erfahrungssätzen 

aufbauende tatsächliche Vermutungen lassen es zu, aufgrund bewiesener, für die kon-

krete Frage nicht unmittelbar erheblicher Tatsachen auf das Vorliegen ansonsten un-

bewiesener, erheblicher Tatsachen zu schliessen. War aufgrund bestimmter familiärer 

Verhältnisse während mehrerer Steuerperioden vom Lebensmittelpunkt an einem be-

stimmten Ort auszugehen und stösst die Steuerbehörde bei ihrer Untersuchung nicht 

auf gegenteilige Hinweise (Vermutungsbasis), ist darauf zu schliessen, dass sich an 

den massgebenden Verhältnissen nichts geändert hat (Vermutungsfolge) und sich der 

Mittelpunkt der Lebensinteressen für die darauffolgende Steuerperiode weiterhin am 

besagten Ort befindet. Sind die Voraussetzungen dieser Tatsachenvermutung gege-

ben, muss die abgabepflichtige Person den Gegenbeweis antreten und nachweisen, 

dass Vermutungsbasis oder Vermutungsfolge nicht zutreffen. Sie kann einerseits dar-

legen, bereits in den Vorperioden sei der Lebensmittelpunkt falsch festgelegt worden. 

Anderseits kann sie vorbringen, dass sich die Verhältnisse in der massgeblichen Zeit 

geändert hätten. 

 

 In Bezug auf die Beweisführung über die Aufgabe des Wohnsitzes wendet 

somit das Bundesgericht zumindest im Resultat die Beweislastregel zuungunsten des 

Steuerpflichtigen an. Mit der herrschenden Lehre ist nämlich davon auszugehen, dass 

die Steuerpflicht nicht mit jeder Steuerperiode neu beginnt. In der Regel wird der Steu-

erbehörde der Beweis gelingen, dass der Steuerpflichtige in den Vorperioden seinen 

Wohnsitz im Kanton und somit die Steuerpflicht zumindest zu Beginn der Steuerperio-

de bestanden hatte. Es ist dann nach der Normentheorie (Art. 8 ZGB) am Steuerpflich-

tigen, den Wegfall seiner Steuerpflicht als steuermindernde Tatsache zu beweisen  

(Oesterhelt/Seiler, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, Art. 3 N 67 DBG). 

  

 

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 2. Zur Beweislast ist zunächst festzuhalten, dass sich die Pflichtigen das Ein-

familienhaus in der zürcherischen Gemeinde C 2019 weiterhin zur Verfügung hielten, 

ohne es zu vermieten. Daran vermag der Umstand, dass sie zu einem nicht genannten 

Zeitpunkt nach eigener Aussage das nackte Eigentum daran auf ihre Kinder übertra-

gen haben, nichts zu ändern, haben sie sich doch von Letzteren ein Nutzniessungs-

recht einräumen lassen. Bereits allein deswegen erscheint das Weiterbestehen des 

Wohnsitzes der Pflichtigen im Kanton Zürich bzw. in der zürcherischen Gemeinde C 

pro 2019 als sehr wahrscheinlich, weswegen es ihnen obliegt, den Gegenbeweis des 

Wohnsitzes in der bündnerischen Gemeinde D zu erbringen.  

 

 

 3. a) Das kantonale Steueramt führt aus, die Pflichtigen verfügten sowohl in 

der zürcherischen Gemeinde C als auch in der bündnerischen Gemeinde D über 

grosszügige Wohnmöglichkeiten. Jedoch hätten sie nach eigener Schilderung 2019 

lediglich rund 90 Nächte gemeinsam in der bündnerische Gemeinde D verbracht. 

Selbst unter Berücksichtigung der Ferienreisen ins Ausland (ca. 40 Nächte), der Auf-

enthalte in Italien (für die Verwaltungsratstätigkeit des Pflichtigen bei einem italieni-

schen Unternehmen) und der Besuche der Kinder in der Region Basel und im Tessin 

dürfe es als erstellt betrachtet werden, dass die Mehrzahl der Nächte nach wie vor in 

der zürcherischen Gemeinde C verbracht worden sei.  

 

 Die Pflichtigen hätten einige freundschaftliche Beziehungen in der bündneri-

sche Gemeinde D erwähnt, zu denen in Zürich jedoch nichts ausgeführt, obschon da-

von auszugehen sei, dass solche existierten. Von den 22 dokumentierten Bargeldbe-

zügen im Jahr 2019 seien 18 in der zürcherischen Gemeinde C oder in einer 

Nachbargemeinde erfolgt. Lediglich dreimal sei in der bündnerische Gemeinde D Bar-

geld abgehoben worden und einmal im Tessin. Kleider, Schuhe und Pharmazieproduk-

te seien im Kanton Zürich besorgt worden und auch Optiker und Coiffeur seien hier 

aufgesucht worden. Aufgrund der Kreditkartenbezüge und Bankbelastungen verdeutli-

che sich, dass die Pflichtigen an ihren alten Gewohnheiten festhielten und sich der 

Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen (noch) nicht in den Kanton Graubünden verlagert 

habe. 

 

 Beruflich sei der Pflichtige im Rahmen seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit 

für die E AG und für die italienische F-Gruppe tätig. Die E AG habe ihren Sitz in der 

Nähe des Flughafens Zürich, wobei der Pflichtige sein Büro dort Ende Juni 2019 ge-

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räumt habe. 2019 sei der Pflichtige im Rahmen eines reduzierten Arbeitspensums von 

20% bzw. ab August 2019 von einem Tag pro Monat tätig gewesen. Mangels eines 

Büro am Domizil der E AG dürfte die Tätigkeit zumindest in der zweiten Jahreshälfte im 

Wesentlichen aus dem Homeoffice ausgeübt worden sein. Während aufgrund des Bü-

ros am Domizil der E AG in der ersten Hälfte des Jahres 2019 davon auszugehen sei, 

dass der Arbeitsweg von der zürcherischen Gemeinde C aus angetreten worden sei, 

lasse sich für die Tätigkeit aus dem Homeoffice kein Schluss betreffend Wohnsitz her-

leiten. Die Reisen nach Italien seien zu gleichen Teilen von der bündnerischen Ge-

meinde D und von der zürcherischen Gemeinde C aus erfolgt. Aus den eingereichten 

Kontoblättern ergebe sich indes, dass sich die geschäftliche Tätigkeit in der zürcheri-

schen Gemeinde C abgespielt habe. So seien die Internetkosten in der zürcherischen 

Gemeinde C, nicht jedoch diejenigen in der bündnerische Gemeinde D verbucht wor-

den. Als Telefonkosten sei ein Mobiltelefon-Abonnement verbucht worden, welches auf 

die Adresse in der zürcherischen Gemeinde C laute. Einkäufe für geschäftliche Zwecke 

seien allesamt im Kanton Zürich erfolgt (Papeterie, IT-Material, Blumen) und auch 

Briefmarken, Stempel und Visitenkarten seien in die zürcherische Gemeinde C bestellt 

und geliefert worden. Schliesslich zeigten auch die abonnierten Zeitungen (NZZ, Zü-

richseezeitung), dass sich die Interessen am täglichen Wirtschaftsgeschehen auf den 

Kanton Zürich zentrierten. Dass die Zeitungen allesamt in die zürcherische Gemeinde 

C zugestellt würden, verdeutliche, dass sich die Pflichtigen mehrheitlich in der zürche-

rischen Gemeinde C aufhielten und auch die Geschäftstätigkeit im Homeoffice dort 

ausgeübt werde. Sollten die Zeitungen nur digital gelesen werden, sei nicht nachvoll-

ziehbar, weswegen ein Print-Abonnement abgeschlossen worden sei.  

 

 Aus den eingereichten Rechnungen der Post ergebe sich, dass die Briefpost 

von der zürcherischen Gemeinde C während zwei Wochen im Oktober und vom 20. 

Juli bis 23. August 2019 in die bündnerische Gemeinde D umgeleitet worden sei. Zu-

dem sei sie in der Zeit vom 5. bis 15. Juni 2019 und 1. bis 15. Juli 2019 in der zürcheri-

schen Gemeinde C zurückbehalten worden. Dass Postumleitung und Zurückbehaltung 

nur dann gewesen sein sollten, als die Reinigungsangestellte ferienabwesend gewe-

sen sei, wie von den Pflichtigen behauptet, sei weder glaubhaft noch nachgewiesen. 

Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich die Pflichtigen in den Sommermonaten so-

wie im Herbst (während der Umleitung der Post) mehrere Wochen in der bündneri-

schen Gemeinde D aufgehalten hätten. Dies decke sich auch mit den Belastungen der 

Kreditkarten, welche Aufenthalte in der bündnerischen Gemeinde D vom 23. Juli bis 7. 

August 2019, vom 10. August bis zum 25. August 2019 und vom 4. Oktober bis zum 

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21. Oktober 2019 belegten. Bei einer – wenn überhaupt – nur sporadischen, vorüber-

gehenden Ausübung der Geschäftstätigkeit in der bündnerische Gemeinde D ver-

schiebe sich der Mittelpunkt des geschäftlichen Betriebs nicht. Entsprechend könne 

von einer Verlegung des Geschäftsorts in den Kanton Graubünden nicht die Rede sein. 

Ausgehend von der Feststellung, dass sich der Geschäftsort 2019 in der zürcherischen 

Gemeinde C befunden habe, komme als Wohnort ebenfalls nur der Kanton Zürich in 

Frage. Nach der herrschenden Rechtsprechung sei nämlich nur zurückhaltend anzu-

nehmen, die Beziehungen zum Wochenendaufenthaltsort seien stärker als jene zum 

Arbeitsort.  

 

 Selbst wenn der Steuerpflichtige, wie vorgebracht, in der strittigen Steuerperi-

ode seine Arbeitstätigkeit massgeblich reduziert haben sollte, sei zu bedenken, dass 

bei Personen, die im Zuge ihrer Pensionierung wegziehen würden, der steuerrechtliche 

Wohnsitz regelmässig am Wegzugsort verbleibe, wenn sie sich weiterhin während län-

gerer Zeit jährlich im langjährig bewohnten Haus aufhielten. Von einem vollzogenen 

Wechsel des Wohnsitzes sei denn auch erst dann auszugehen, wenn sich der Mittel-

punkt der Lebensinteressen an den neuen Ort verlagert habe. Dies sei vorliegend nicht 

erfolgt. Darauf deute auch, dass die Pflichtigen im Telefonverzeichnis, neben der Ad-

resse in der bündnerischen Gemeinde D, nach wie vor mit der Adresse in der zürcheri-

schen Gemeinde C eingetragen seien.  

 

 b) Die Pflichtigen führen aus, mit der Beendigung der beruflichen Tätigkeit des 

Pflichtigen für die E AG Ende 2018 bzw. Anfang 2019 und der entsprechenden Aufga-

be der wirtschaftlichen Interessen im Kanton Zürich hätten sie sich entschlossen, per 1. 

Januar 2019 in die bündnerische Gemeinde D zu ziehen. Die Eltern der Pflichtigen 

hätten seit 1963 über ein grosses Ferienhaus in der bündnerischen Gemeinde D ver-

fügt, weswegen im Laufe der Zeit eine enge Verknüpfung zu diesem Ort aufgebaut 

worden sei. Aufgrund dessen habe die Pflichtige bereits 2000 einen Grundstücksteil 

der elterlichen Liegenschaft als Erbvorbezug erhalten, welchen sie für den Bau eines 

grossen 6-Zimmer Hauses benutzt habe. Nachdem die Mutter der Pflichtigen 2017 

verstorben sei, habe diese das elterliche Ferienhaus übernommen, um es zu sanieren 

und zu vermieten.  

 

 In der Jahren 2018 - 2021 sei in Eigenregie und unter Einsatz signifikanter 

Arbeit die Renovation des letzeren Hauses durchgeführt worden. Die Vermietung bzw. 

Verwaltung erfolge heute durch die Pflichtigen selbst, inklusive Übergabe der Liegen-

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schaft an die Mieter und Rücknahme. Lediglich die Endreinigung werde durch eine 

externe Firma durchgeführt.  

 

 Mit dem Ziel, das Haus in der zürcherischen Gemeinde C für den Sohn bzw. 

die Tochter der Pflichtigen zu erhalten, sei es nach dem Umzug renoviert worden. Vor 

diesem Hintergrund sei die Liegenschaft bereits an die beiden Nachkommen übertra-

gen worden. Bis sie von den Nachkommen genutzt werde, werde sie von den Pflichti-

gen als Feriendomizil gebraucht. Aufgrund von umfassenden Sanierungsarbeiten 2019 

sei das Haus in der zürcherischen Gemeinde C nur beschränkt bewohnbar gewesen. 

Die Hauspflege in der zürcherischen Gemeinde C werde durch eine Reinigungsange-

stellte an zwei Halbtagen pro Woche und die Gartenarbeiten sporadisch durch ein Gar-

tenbauunternehmen durchgeführt. Aufgrund der reduzierten Präsenz sei der Stromver-

brauch in der zürcherischen Gemeinde C 2019 im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 

80% gesunken.  

 

 Gesamthaft hätten die Pflichtigen 2019 106 Mal in der bündnerischen Ge-

meinde D übernachtet und damit zahlreiche Tage über diese 106 Nächte dort ver-

bracht. Zudem hätten sie in der streitigen Steuerperiode viel Zeit auf Reisen verbracht, 

z.B. bei der Tochter im Tessin, beim Sohn in der Region Basel, bei der Familie in der 

Toskana, bei der Ausübung der Arbeitstätigkeit des Pflichtigen für ein italienisches Un-

ternehmen und der Region Emilia-Romagna, im Rahmen einer Antarktis- und Süd-

amerikareise im Januar und Februar 2019 für knapp vier Wochen und für ca. zwei Wo-

chen im Oktober und November in Bangladesch und Thailand.  

 

 Eine Mehrzahl der Nächte sei 2019 noch in der zürcherischen Gemeinde C 

verbracht worden. Davon seien 47 Nächte auf die Überwachung von Bauarbeiten ent-

fallen, wobei die Pflichtigen auf einer Baustelle mit stark eingeschränkter Lebensquali-

tät übernachtet hätten. Zudem seien 34 Nächte deswegen in der zürcherischen Ge-

meinde C verbracht worden, weil von dort aus der Sitz der E AG für die finalen 

Geschäftstreffen bis im Mai 2019 einfacher zu erreichen gewesen sei. Schliesslich sei-

en gewisse Nächte in der zürcherischen Gemeinde C verbracht worden, weil der Flug-

hafen und sonstige Destinationen von dort aus einfacher zu erreichen seien. Die Tage, 

die sie nicht in der bündnerische Gemeinde D verbracht hätten, hätten sich auf die 

Tourismus-Nebensaison konzentriert, in welcher zahlreiche Restaurants und Läden 

geschlossen seien.  

 

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 2019 seien in der bündnerischen Gemeinde D insgesamt 61 Personen an 53 

Tagen beherbergt worden (Anmerkung: gemäss Auflageantwort waren es 12 Famili-

enmitglieder über 2 bis 3 Tage während Weihnachten/Neujahr). Ferner hätten die 

Pflichtigen zehnmal zum Essen eingeladen und seien sechzehnmal eingeladen wor-

den. In der zürcherischen Gemeinde C seien dagegen nur vereinzelt Familienmitglie-

der und Übernachtungsgäste empfangen worden, insgesamt 24 Personen während 40 

Tagen. Zum Essen hätten die Pflichtigen neunmal eingeladen; selbst seien sie zwölf-

mal eingeladen worden. Aus den Zahlen sei die stärkere Verbundenheit zur bündneri-

schen Gemeinde D ersichtlich.  

 

 Die einzige Vereinsmitgliedschaft des Pflichtigen sei beim HSG Alumni Club, 

welcher sich viermal pro Jahr treffe. 

 

 Im Rahmen seiner Erwerbstätigkeit berate der Pflichtige Unternehmen und 

nehme in deren Verwaltungsrat Einsitz. Die beruflichen Aktivitäten seien 2019 im We-

sentlichen von der bündnerische Gemeinde D aus wahrgenommen worden, wo sich 

seit Februar 2019 der Sitz der Einzelunternehmung befinde.  

 

 Bis Ende 2018 habe der Pflichtige als Delegierter des Verwaltungsrats und 

CEO der E AG mit Sitz in der Nähe des Flughafen Zürich gearbeitet und habe von De-

zember 2018 bis Ende Juli 2019 erfolgreich sämtliche Aktiven bzw. Geschäftseinheiten 

der Firma veräussert. Für diese Liquidationshandlungen habe er eine Erfolgsprämie 

gemäss Honorarrechnungen vom 25. Juni 2019 und 24. Oktober 2019 erhalten. Nach 

der Veräusserung sei der Pflichtige kaum noch dort anwesend gewesen. Insgesamt 

habe er sich 2019 lediglich an 36 Tagen an den Sitz der E AG begeben. Seit dem En-

de des ersten Quartals 2019 sei der Pflichtige somit nicht mehr physisch am Sitz der E 

AG tätig und habe seine Tätigkeit für das Unternehmen nahezu vollständig beendet. 

Ab Ende des 1. Quartals bzw. den Vertragsabschlüssen zum Verkauf der Geschäfts-

einheiten der E AG habe sich der Pflichtige nur noch mit einem Rechtsfall betreffend 

die E AG in einem Staat im nahen Osten befasst und arbeite seit August 2019 nur 

noch während einem Tag pro Monat. Diese Tätigkeit führe der Pflichtige ausschliess-

lich von der bündnerische Gemeinde D aus.  

 

 Der Pflichtige sei seit mehr als 25 Jahren Verwaltungsratsmitglied einer italie-

nischen Unternehmensgruppe. Seit 2019 sei dies das einzige Mandat seiner selbst-

ständigen Erwerbstätigkeit. In der streitigen Steuerperiode sei der Pflichtige achtmal in 

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Italien gewesen, wobei er viermal von der bündnerischen Gemeinde D aus dorthin oder 

zum Flughafen gefahren sei. Während der restlichen Zeit sei die Tätigkeit von der 

bündnerischen Gemeinde D aus erfolgt. Aufgrund der kürzeren Distanz habe die 

bündnerische Gemeinde D als Ausgangspunkt für die Tätigkeit für die italienischen 

Unternehmensgruppe gedient.  

 

 Mit dem Argument, dass Einkäufe betreffend Güter des Lebensbedarfs, Klei-

der, Schuhe und Pharmazieprodukte hauptsächlich im Kanton Zürich stattgefunden 

hätten, ignoriere das Steueramt den Umstand, dass diese im Rahmen von Baustellen-

besuchen und weiteren Terminen in Zürich getätigt worden seien und dass gerade in 

Bezug auf Kleider Zürich das deutlich bessere Angebot habe. Auch der Umstand, dass 

langjährige Vertrauensärzte, Coiffeur etc. im Kanton Zürich beibehalten würden, weil 

es sich aufgrund der geringen Distanz zwischen Zürich und Graubünden nicht lohne, 

neue Spezialisten zu suchen, die in der bündnerischen Gemeinde D ohnehin nicht zu 

finden wären, spreche nicht für einen Wohnsitz in der zürcherischen Gemeinde C.  

 

 Betreffend die Internet-Abonnemente der Pflichtigen sei richtigzustellen, dass 

sie 2019 sowohl in der zürcherischen Gemeinde C als auch in der bündnerischen Ge-

meinde D über solche der Swisscom verfügt hätten. In der Buchhaltung der selbststän-

digen Erwerbstätigkeit seien jedoch lediglich die Kosten für die Handy-Abonnemente 

(d.h. keine Internetkosten) verbucht worden. Aus den Zeitungsabonnementen lasse 

sich nichts ableiten. Ferner hätten die Pflichtigen in der bündnerische Gemeinde D 

auch die Lokalzeitung abonniert.  

 

 Betreffend die Post- und Zeitungsumleitungen sei festzuhalten, dass die pri-

vate Post der Pflichtigen und diejenige der selbstständigen Erwerbstätigkeit seit der 

Wohnsitzverlegung mehrheitlich in die bündnerische Gemeinde D zugestellt würden. 

An die Adresse in der zürcherischen Gemeinde C seien lediglich Werbungen, Spen-

denaufrufe, Swisscom-Rechnungen sowie gewisse weitere Rechnungen von Dienst-

leistern, bei welchen die Adresse noch nicht angepasst worden sei, gesendet worden. 

Die Reinigungsangestellte übernehme das Leeren des Briefkastens und Bündeln der 

Zeitungen zwecks Entsorgung. Während der ferienbedingten Abwesenheiten der Rei-

nigungsangestellten würden die Zeitungsaus- und Postzustellungen unterbrochen bzw. 

in die bündnerische Gemeinde D umgeleitet. Auf eine vollständige Umstellung der Zu-

stelladresse für Zeitungen hätten die Pflichtigen vorerst verzichtet, da sie für sämtliche 

Medien auch über einen Online-Zugriff verfügten.  

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1 ST.2023.122 

 

 c) In der Rekursantwort ergänzte das kantonale Steueramt, in der Liegen-

schaft in der zürcherischen Gemeinde C seien 2019 im Wesentlichen Malerarbeiten 

getätigt und die Teppiche ersetzt worden. Entsprechend sei es schwer vorstellbar, 

dass diese Arbeiten zahlreiche Übernachtungen zur Bauüberwachung bedingt 

und/oder die Wohnqualität während längerer Zeit beeinträchtigt hätten.  

 

 In der Buchhaltung der selbstständigen Erwerbstätigkeit sei unter Konto 6510 

eine Rechnung der "green.ch" verbucht worden, welche das Internet-Abo in der zür-

cherischen Gemeinde C sowie das Webhosting der einschlägigen Geschäftswebsite 

samt Mailadresse beinhalte.  

 

 d) Die Pflichtigen hielten der Rekursantwort entgegen, sie hätten 2019 in der 

zürcherischen Gemeinde C und in der bündnerische Gemeinde D über private Internet-

Abonnemente der Swisscom verfügt. Die im Rahmen der selbstständigen Erwerbstä-

tigkeit verbuchten Kosten von "green.ch" hätten vor allem Webhosting sowie einen 

Internetanschluss betroffen, der im Abo enthalten gewesen sei. Aufgrund der durch die 

"green.ch" verwendeten Rechnungsadresse, welche aus administrativer Bequemlich-

keit nicht angepasst worden sei, könne kein Schluss zu Wohnsitz bzw. Sitz gezogen 

werden.  

 

 

 4. a) Zunächst sind die Wohnmöglichkeiten in der zürcherischen Gemeinde C 

und der bündnerischen Gemeinde D zu durchleuchten. In der zürcherischen Gemeinde 

C steht den Pflichtigen ein grosses Einfamilienhaus auf drei Etagen (UG: Waschküche, 

Bastelraum, Werkstatt und Keller; EG: Wohn-/Esszimmer, Küche, 1 Schlafzimmer, 1 

WC; Dachgeschoss: 4 Schlafzimmer, 3 Bäder, Abstellraum und Utility) zur Verfügung; 

in der bündnerische Gemeinde D sind die Verhältnisse vergleichbar bzw. das Haus gar 

etwas grösser (UG: Waschküche, Keller, Ruheraum, Sauna, Dusche/WC und Spiel-

zimmer; EG: 3 Schlafzimmer, Küche/Wohnraum, Leseraum, 3 Badzimmer; Dachge-

schoss: 2 Schlafzimmer und 2 Badezimmer). Beide Liegenschaften sind gemäss den 

zu den Akten gereichten Fotos möbliert und für einen Daueraufenthalt des Ehepaars 

samt Besuchen der erweiterten Familie geeignet.  

 

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1 ST.2023.122 

 b) aa) Die Anwesenheit der Pflichtigen in der zürcherischen Gemeinde C und 

der bündnerische Gemeinde D ist teilweise mittels Belegen dokumentiert und stellt sich 

folgendermassen dar: 

 

 

Monat in 2019 Zürcherische Gemeinde C 

und Umgebung 

Bündnerische Gemein-

de D und Umgebung 

Januar 1.01; 7.01; 8.01; 9.01; 

11.01; 12.01 

3.01 

Februar  6.02; 22.02; 28.02 11.02; 15.02; 16.02; 

18.02; 19.02; 20.02; 

21.02; 22.02; 23.02 

März 1.03; 5.03; 6.03; 7.03; 8.03 

11.03; 12.03; 13.03; 14.03; 

15.03; 16.03; 17.03; 18.03; 

19.03; 20.03; 26.03; 27.03; 

28.03; 29.03 

3.03 

April 1.04; 3.04; 4.04; 9.04; 

10.04; 11.04; 12.04; 15.04; 

16.04; 17.04; 18.04; 20.04;  

23.04; 25.04; 26.04; 30.04 

 

Mai 3.05; 4.05; 5.05; 6.05; 8.05; 

9.05; 10.05; 15.05; 17.05; 

20.05; 21.05; 23.05; 24.05; 

25.05; 29.05; 31.05 

 

Juni  3.06; 4.06; 17.06; 18.06; 

20.06; 21.06; 23.06; 25.06; 

26.06; 28.06; 29.06 

23.06 

Juli  1.07; 16.07; 22.07 23.07; 24.07; 25.07; 

26.07; 29.07; 31.07 

August  8.08; 26.08; 27.08; 28.08; 

30.08; 31.08 

3.08; 5.08; 7.08; 10.08; 

13.08; 14.08; 16.08; 

17.08; 19.08; 23.08; 

30.08 

September  2.09; 4.09; 5.09; 14.09;  

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1 ST.2023.122 

17.09; 18.09; 19.09; 20.09; 

23.09; 24.09; 25.09; 26.09; 

28.09; 29.09; 30.09 

Oktober 3.10; 18.10; 22.10; 23.10; 

24.10; 25.10 

5.10; 7.10; 8.10; 9.10; 

10.10; 11.10; 14.10; 

17.10; 19.10 

November 11.11; 12.11; 13.11; 14.11; 

18.11; 19.11; 21.11; 25.11; 

26.11; 28.11; 29.11; 30.11 

15.11 

Dezember 2.12; 3.12; 4.12; 6.12; 7.12; 

8.12; 9.12; 11.12; 12.12; 

13.12; 16.12; 17.12; 18.12; 

19.12; 20.12 

5.12; 9.12; 14.12; 23.12; 

24.12; 26.12; 30.12 

 

 Der tabellarischen Darstellung lässt sich entnehmen, dass sich die Pflichtigen 

etwa 2 Wochen im Februar, 1 Woche im Juli, 3 Wochen im August, 2 Wochen im Ok-

tober und 1 Woche im Dezember (zuzüglich einzelner Tage in verschiedenen Mona-

ten) mutmasslich am Stück in der bündnerische Gemeinde D aufgehalten haben, so-

dass ihre Angabe, sie hätten 2019 106 Nächte dort verbracht, grosszügig zu ihren 

eigenen Gunsten aufgerundet scheint.  

 

 Entsprechend des überwiegenden Aufenthalts in der zürcherischen Gemeinde 

C ist nachvollziehbar, dass die Pflichtigen dort eine Reinigungsangestellte an zwei 

Halbtagen pro Woche beschäftigen. Dies wäre kaum nötig, wenn sie sich nur spora-

disch dort aufhielten. In der bündnerischen Gemeinde D wird kein Reinigungspersonal 

beschäftigt, weil sämtliche Hausarbeit persönlich verrichtet werde. 

 

 bb) Nicht nur überwiegt die Anwesenheit der Pflichtigen in der zürcherischen 

Gemeinde C weitaus, sondern sind auch der Grossteil der Restaurant-

/Veranstaltungsbesuche im Raum Zürich und Umgebung zu verorten, während für die 

bündnerische Gemeinde D nur wenig Belege zum Sozialleben der Pflichtigen existie-

ren. 

 

 So fand am 1. Juli 2019 ein Treffen der HSG Alumni in einem Zürcher Restau-

rant statt. Am 8. März 2019 besuchten die Pflichtigen das Restaurant Conti in Zürich, 

- 16 - 
 
 
 

1 ST.2023.122 

am 19. März 2019 das Maag-Areal, am 4. April 2019 das Restaurant Falken in Küs-

nacht, am 9. April 2019 die Trattoria Blumenau in Zürich, am 15. April 2019 den Gast-

hof Hirschen in Meilen, am 4. Mai 2019 das Opernhaus Zürich (oder es wurden Karten 

für selbiges gekauft), am 5. Mai 2019 das Restaurant Pflugstein in Erlenbach, am 23. 

Mai 2019 die Trattoria Blumenau in Zürich, am 25. Mai 2019 die Wirtschaft Degenried 

Zürich, am 28. Juni 2019 die Wirtschaft zur Burg Meilen, am 28. September 2019 das 

Restaurant Positano in Zürich, am 29. September 2019 das Restaurant Totò in Zürich, 

am 28. November 2019 das Restaurant dei venti in Küsnacht, am 6. Dezember 2019 

das Restaurant Bernerhof in Zürich und am 8. Dezember 2019 das Restaurant Ochsen 

in Küsnacht.  

 

 In der weiteren Umgebung der bündnerischen Gemeinde D besuchten die 

Pflichtigen am 20. Februar 2019 das Hotel Schiferalp Klosters, am 21. Februar 2019 

ein Restaurant in der bündnerischen Gemeinde D, am 3. März 2019, 23. Juni 2019 und 

am 31. Juli 2019 verschiedenen Hotels in einer benachbarten Gemeinde und am 9. 

Oktober 2019 ein Hotel in der bündnerischen Gemeinde D.  

 

 Es ist demgemäss erstellt, dass das Sozialleben der Pflichtigen, zumindest 

soweit es sich ausserhalb der eigenen vier Wänden abspielt bzw. soweit es überhaupt 

belegt ist, weit überwiegend in der Umgebung der zürcherischen Gemeinde C stattfin-

det. 

 

 cc) Die Einkäufe für den täglichen Bedarf sind grossmehrheitlich ebenfalls in 

der zürcherischen Gemeinde C und Umgebung erfolgt. Coiffeurbesuche haben nur im 

Raum Zürich stattgefunden. Angesichts der im Raum Zürich abgehobenen Bargeldbe-

träge – namentlich 18 von insgesamt 22 Bezügen im Jahr 2019, insgesamt Fr. 18'037.- 

– ist ferner von einer grösseren Anzahl nicht belegter Ausgaben in der zürcherischen 

Gemeinde C und Umgebung auszugehen. Das Argument der Pflichtigen, es lohne sich 

aufgrund der geringen Distanz zwischen der bündnerischen Gemeinde D und Zürich 

nicht, den Coiffeur zu wechseln, überzeugt nicht, da auch in der bündnerische Ge-

meinde D ein breites Angebot an Haarstylisten zu finden ist. Hingegen wäre dieses 

Argument bei Spezialärzten nachvollziehbar. 

 

 c) Als Querschläger im Rahmen der allgemeinen Beweislage präsentiert sich 

die Stromrechnung der Pflichtigen für die zürcherischen Gemeinde C pro 2019, da sie 

den übrigen Beweismitteln diametral entgegensteht. Namentlich zahlten die Pflichtigen 

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1 ST.2023.122 

2018 Fr. 1'703.20, 2019 Fr. 356.05, 2020 Fr. 1'312.70 und 2021 Fr. 2'590.80. Dies, 

obschon die Wasser-/Abwasserrechnung in der zürcherischen Gemeinde C zwischen 

2018 und 2019 von Fr. 884.15 auf Fr. 1'678.25 gestiegen ist, sich also in etwa verdop-

pelt hat, und die Stromrechnungen für die selbstgenutze Liegenschaftin der bündneri-

schen Gemeinde D in der Zeit 2018 - 2020 in etwa gleichgeblieben sind bzw. nicht auf 

eine häufigere Anwesenheit der Pflichtigen hindeuten. Letztere führen dazu aus, sie 

seien erstaunt über die grossen unlogischen Veränderungen, da betreffend Strom und 

Wasser gegenläufig, gewesen. Bezüglich des tiefen Verbrauchs gebe es ihres Erach-

tens keine Erklärung, ausser ihrer starken Abwesenheit, da sie den Eindruck der stän-

digen Anwesenheit mittels Zeitschaltuhren zu erwecken versucht hätten.  

 

 Diese Erklärung, aufgrund reduzierter Präsenz sei der Stromverbrauch in der 

zürcherischen Gemeinde C im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 80% gesunken, 

überzeugt in Anbetracht der belegten Anwesenheiten der Pflichtigen in der zürcheri-

schen Gemeinde C von mehr als 6 Monaten nicht. In der Annahme, die Pflichtigen hät-

ten sich 2018 das ganze Jahr über in der zürcherischen Gemeinde C aufgehalten, 

würde die Stromrechnung für 2019 eine Anwesenheit von weniger als 2 1/2 Monaten 

im Kanton Zürich bedeuten, obschon die Zahlungsbelege eine vielfach intensivere Prä-

senz belegen. Auch lassen sich die Stromrechnungen der Folgejahre nicht erklären. 

Schliesslich müsste die Stromrechnung in der bündnerische Gemeinde D wesentlich 

höher als im Vorjahr sein, indes ist sie in etwa gleich hoch. Entweder existiert somit 

mehr als eine Stromrechnung für die zürcherischen Gemeinde C pro 2019, oder die 

Rechnung ist fehlerhaft. Letztlich ist eine Überprüfung durch das Steuerrekursgericht 

gar nicht möglich, da es die Pflichtigen unterlassen haben, den massgebenden Teil der 

jeweiligen Rechnungen, namentlich Seite 2 mit den Angaben zum Verbrauch, einzu-

reichen.  

 

 d) Betreffend die Post der Pflichtigen ist zunächst festzustellen, dass pro 2019 

kein Nachsendeauftrag errichtet wurde, wie bei Umzügen üblich, sondern diese nur 

punktuell in die bündnerische Gemeinde D weitergeleitet oder in der zürcherischen 

Gemeinde C zurückbehalten wurde. Nach Aussage der Pflichtigen sei dies insbeson-

dere der Fall gewesen, wenn die Reinigungsangestellte in den Ferien gewesen sei. 

 

 Aktenkundig wurde die Post vom 5. bis 15. Juni 2019 und vom 1. bis 15. Juli 

2019 in der Poststelle der zürcherischen Gemeinde C zurückbehalten. Vom 20. Juli 

2019 bis 23. August 2019 und für weitere zwei Wochen in einem unbestimmten Zeit-

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1 ST.2023.122 

raum (Rechnung vom Oktober 2019) wurde die Post von der zürcherischen Gemeinde 

C in die bündnerische Gemeinde D umgeleitet. Die punktuellen Umleitun-

gen/Rückbehaltungen der Post von der zürcherischen Gemeinde C bzw. in der zürche-

rischen Gemeinde C bestätigen den Eindruck, dass sich die Pflichtigen jeweils nur feri-

enhalber in der bündnerische Gemeinde D aufhielten und mindestens die Post-

Umleitung im Sommer mit einem längeren Ferienaufenthalt zusammenhängt. Wenn 

nämlich tatsächlich die Post mehrheitlich in die bündnerische Gemeinde D geschickt 

würde (und in der zürcherischen Gemeinde C lediglich Werbungen, Spendenaufrufe, 

Swisscom Rechnungen sowie gewisse weitere Rechnungen von Dienstleistern, bei 

welchen die Adresse noch nicht angepasst wurde, ankämen), wäre eine Umleitung in 

die bündnerische Gemeinde D nicht nötig. 

 

 e) Die Kinder (und Enkelkinder) der Pflichtigen leben im Tessin und in der 

Region Basel. Nach Angaben der Pflichtigen besuchen sie ihre Kinder an deren 

Wohnorten. Ferner würden seit jeher die Ferien und die Weihnachtsfeiertage im Kreis 

der erweiterten Familie in der bündnerischen Gemeinde D verbracht. Familienangehö-

rige seien aber auch gelegentlich zu Besuch in der zürcherischen Gemeinde C.  

 

 Keine dieser Aussagen der Pflichtigen ist belegt, abgesehen von einigen Aus-

gaben, die im Tessin stattfanden, sodass es sich nicht beurteilen lässt, wo das Zent-

rum der erweiterten familiären Beziehungen, namentlich zu den Kindern und Enkelkin-

dern, zu verorten ist. 

 

 Die Pflichtigen bringen sodann vor, sie hätten in der bündnerischen Gemeinde 

D einen Freundeskreis aufgebaut, und nennen konkret zwei Personen, welche die 

Freundschaft bestätigen. Dass diese Freundschaften während ihren Aufenthalten in 

der bündnerischen Gemeinde D gepflegt werden, ist daher zwar anzunehmen, sind 

doch beispielsweise auch Restaurant-Besuche in der bündnerischen Gemeinde D ver-

zeichnet. Schliesslich erscheint aber sehr wahrscheinlich, dass die Pflichtigen auch 

ihre privaten und sozialen Beziehungen in Zürich nach dem 1. Januar 2019 weiter ge-

pflegt haben, zumal sie auch regelmässig im Raum Zürich ausgehen und der Pflichtige 

seine Kontakte zum Zürcher HSG Alumni Club pflegt. Insoweit kann kein Übergewicht 

an sozialen Kontakten in der bündnerischen Gemeinde D erkannt werden. 

 

- 19 - 
 
 
 

1 ST.2023.122 

 Insgesamt betrachtet muss eine Verlagerung des Schwerpunkts der erweiter-

ten familiären und/oder freundschaftlichen Beziehungen in die bündnerische Gemeinde 

D mangels stichhaltiger diesbezüglicher Beweise verneint werden.  

 

 f) Was die Pflichtigen im Übrigen zugunsten einer Verlegung ihres Wohnsitzes 

in die bündnerische Gemeinde D vorbringen, ist unbelegt, wäre aber ohnehin nicht 

geeignet, die durch zahlreiche Beweise untermauerte natürliche Vermutung eines Wei-

terbestehens des Wohnsitzes in der zürcherischen Gemeinde C umzustossen. So fin-

det zum Beispiel die Behauptung der Pflichtigen, der Pflichtige habe sich 2019 teilwei-

se vom beruflichen Leben zurückgezogen und die wirtschaftlichen Interessen im 

Kanton Zürich aufgegeben, keinen Niederschlag in den Akten. Unbelegt sind ferner 

unter anderem die Aussagen, die Post sei nur während der Abwesenheiten der Reini-

gungskraft umgeleitet oder zurückbehalten worden, die Angaben zu den Einladungen 

(Essen, Übernachtungen) in der bündnerischen Gemeinde D, die Auskunft, in der 

bündnerischen Gemeinde D sei die Lokalzeitung abonniert worden und die Aussage, 

die private Post der Pflichtigen und der selbstständigen Erwerbstätigkeit werde seit 

dem 1.1.2019 mehrheitlich in die bündnerische Gemeinde D zugestellt. 

 

 g) Von einem steuerrechtlich vollzogenen Wechsel des Wohnsitzes ist erst 

auszugehen, wenn sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen von aussen wahrnehm-

bar an den neuen Ort verlagert hat. Das Entstehen neuer Interessen (z.B. Wandern) 

oder das Weiterführen einzelner Freizeitbeschäftigungen am neuen Ort erweisen sich 

als unzureichend. Tendenziell lässt sich sagen, dass der Lebensmittelpunkt älterer 

oder betagter Personen weniger mobil ist als jener der jüngeren Bevölkerung (BGr, 

17. August 2012, 2C_92/2012, E. 5.3). 

 

 Die Pflichtigen machen zwar geltend, beschlossen zu haben, ihren Lebensmit-

telpunkt in die bündnerisch Gemeinde D zu verlegen. Damit haben sie aber entgegen 

ihrer Auffassung (noch) nicht objektiv feststellbar ihren steuerrechtlichen Wohnsitz ver-

legt und erweisen sich die Anknüpfungspunkte für einen Schwerpunkt der Lebensinte-

ressen der Pflichtigen im Jahr 2019 im Kanton Zürich bzw. in der zürcherischen Ge-

meinde C als gewichtiger, sodass die für die bündnerische Gemeinde D sprechenden 

Umstände die natürliche Vermutung nicht umstossen können. Deshalb befindet sich 

der Lebensmittelpunkt der Pflichtigen unverändert in der zürcherischen Gemeinde C. 

Die Verlegung des steuerlichen Wohnsitzes auf den 1. Januar 2019 mutet sodann 

künstlich an, wobei die Begründung dafür nicht überzeugt.  

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1 ST.2023.122 

 

 Der Umstand allein, dass sich die Pflichtigen von ihren Kindern ein Nutznies-

sungsrecht an der Liegenschaft in der zürcherischen Gemeinde C haben einräumen 

lassen, legt nahe, dass sie keinesfalls bereit sind, auf deren Gebrauch zu verzichten 

oder diesen auf Ferienzeiten zu reduzieren, ansonsten sie keinen gegenüber ihren 

Nachkommen durchsetzbaren Titel bräuchten, sondern sich einfach gelegentlich im 

Rahmen von Besuchen bei ihnen in der zürcherischen Gemeinde C aufhalten könnten, 

wie sie es nach eigener Aussage bereits jetzt im Tessin und in der Region Basel tun. 

Letztlich machen die Pflichtigen selbst implizit geltend, ihre Interessen im Kanton Zü-

rich – namentlich Überwachung der Arbeiten am Haus, Tätigkeiten für die E AG, Kauf 

von Kleidern, Besuch von Coiffeur etc. – würden oft ihre Anwesenheit erfordern und sie 

hielten sich hauptsächlich in der Tourismus-Saison in der bündnerischen Gemeinde D 

auf, weil in der Nebensaison zahlreiche Restaurants und Läden geschlossen seien. 

Eine Absicht der Pflichtigen, dauernd in der bündnerische Gemeinde D zu verbleiben, 

ist jedenfalls beim jetzigen Aktenstand nicht auszumachen.  

 

 Damit ist festzustellen, dass die Pflichtigen 2019 ihren steuerlichen Wohnsitz 

in der zürcherischen Gemeinde C hatten. Es bleibt zu klären, wo der Geschäftsbetrieb 

der selbstständigen Erwerbstätigkeit zu verorten ist.  

 

 

 5. Natürliche Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflich-

tig, wenn sie ihren Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben; indessen erstreckt sich 

die im Übrigen unbeschränkte Steuerpflicht nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstät-

ten und Grundstücke ausserhalb des Kantons. Diesbezüglich erfolgt die Ausscheidung 

im Verhältnis zu anderen Kantonen nach den Grundsätzen des Bundesrechts über das 

Verbot der Doppelbesteuerung (§§ 3 Abs. 1 und 5 Abs. 1 und 3 StG). 

 

 a) Im interkantonalen Verhältnis stellt der Geschäftsbetrieb ein Nebensteu-

erdomizil dar (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 5 N 9 StG, auch zum Folgenden). Die 

steuerpflichtige Person, welche ausserhalb ihres Wohnsitzkantons in ständigen Ge-

schäftseinrichtungen eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, begründet am Ort 

der Geschäftsniederlassung ein Spezialsteuerdomizil, indem das im Geschäft investier-

te Kapital und das daraus fliessende Einkommen dort steuerpflichtig sind. 

 

- 21 - 
 
 
 

1 ST.2023.122 

 Geschäftsbetriebe sind Personenunternehmen. Ihr Sitz befindet sich in der 

Regel am Ort der zentralen Geschäftsführung, wobei meist der Handelsregistersitz 

massgebend ist (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 4 N 6 ff., auch zum Folgenden). Die 

Steuerbehörden können von Letzterem abweichen, wenn der eingetragene bzw. statu-

tarische Sitz nicht den wirklichen Verhältnissen entspricht, z.B. wenn dort weder Ein-

richtungen oder Infrastrukturen vorhanden sind, noch Geschäftshandlungen durchge-

führt werden. Selbst wenn eine Infrastruktur vorhanden ist, ist auf einen solchen Ort 

nicht abzustellen, wenn sich in dieser Infrastruktur keine relevante Tätigkeit abspielt 

(sogenanntes Briefkastendomizil), was zum Beispiel daran gemessen werden kann, 

dass sich die (Spesen-)Aufwendungen nicht auf diese Adresse beziehen oder die Kun-

den aus einem anderen Raum stammen, wo auch die Besprechungen mit diesen statt-

finden. Bei geschäftlichen Tätigkeiten, die ihrer Natur nach nur teilweise von ständigen 

Anlagen aus erbracht werden, mehrheitlich aber dezentral an den Kundenstandorten, 

geht es um den Mittelpunkt des geschäftlichen Betriebs. 

 

 Beim Spezialsteuerdomizil des Geschäftsortes geht es darum, wo sich der 

Mittelpunkt eines geschäftlichen Betriebs befindet. Nur wenn kein solcher zu lokalisie-

ren ist, sind Erwerbseinkommen und -vermögen am Hauptsteuerdomizil steuerbar. 

Dienstleistungstätigkeiten werden bisweilen nur teilweise in den an sich vorhandenen 

ständigen Anlagen erbracht und zum anderen Teil dezentral bei verschiedenen Kun-

den. In diesem Fall genügt es, wenn die übrigen Tätigkeiten (z. B. Vorbereitungs- und 

administrative Arbeiten) vorwiegend am Geschäftsort ausgeübt werden.  

 

 b) Die selbstständige Erwerbstätigkeit des Pflichtigen ist ein Einzelunterneh-

men; insofern fällt der Mittelpunkt des Geschäftsbetriebs mit der Tätigkeit des Pflichti-

gen zusammen, der dieser nach eigener Aussage primär im Homeoffice nachgeht. 

Aufgrund der belegten Anwesenheiten in der zürcherischen Gemeinde C ist offenkun-

dig, dass der Pflichtige seine Beratungstätigkeit – sofern sie nicht beim Kunden statt-

findet – überwiegend im Kanton Zürich ausführt. Ferner fällt auch auf, dass sämtliche 

Belege für Spesenaufwendungen dem Raum der zürcherischen Gemeinde C und Um-

gebung zuzuordnen sind. Auch die über die Firma abonnierten Zeitungen (NZZ, Zü-

richseezeitung, Sonntagszeitung) laufen über die zürcherischen Gemeinde C. Die 

diesbezügliche Aussage der Pflichtigen, sie würden die digitale Version lesen, er-

scheint als blosse Schutzbehauptung, denn diesfalls wäre das Print-Abonnement fi-

nanziell und ökologisch wenig sinnvoll. Erfahrungsgemäss schliessen nur Personen ein 

Print-Abonnement ab, die tatsächlich ihre Zeitungen in Papierform lesen möchten. Die 

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1 ST.2023.122 

Pflichtigen hätten die Zeitungen in die bündnerische Gemeinde D zustellen bzw. umlei-

ten lassen, wenn sie tatsächlich dort leben und arbeiten würden.  

 

 Selbst wenn somit der Pflichtige die Fahrt nach Italien von der bündnerischen 

Gemeinde D aus antreten sollte, was zwar behauptet aber nicht belegt wurde, vermag 

dies keinen Sitz im Kanton Graubünden zu begründen. Mangels Nachweises jeglicher 

beruflichen Tätigkeit in der bündnerische Gemeinde D, geschweige denn eines qualita-

tiv und quantitativ wesentlichen Teils der Arbeit, ist auch das Vorliegen einer Betriebs-

stätte im Kanton Graubünden zu verneinen, sodass die aus der Beratung fliessenden 

Einkünfte und das Kapital vollumfänglich im Kanton Zürich zu versteuern sind.  

 

 

 6. a) Abschliessend machen die Pflichtigen geltend, das potenzielle Besteue-

rungsrecht des Kantons Zürich sei infolge ungebührlich langen Zuwartens verwirkt. 

 

 b) Die Verwirkung des Besteuerungsrechts eines Kantons bezweckt, den die 

Einrede erhebenden Kanton davor zu bewahren, schon bezogene Steuern aufgrund 

eines an sich vorrangigen, aber erst ungebührlich spät erhobenen Steueranspruches 

des anderen Kantons zurückerstatten zu müssen. Deshalb kann die Verwirkung auch 

nur durch den anderen Kanton und nicht durch die steuerpflichtige Person geltend ge-

macht werden (BGr, 19. Januar 2021, 2C_428/2020. E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). 

Somit erübrigt es sich auf das Vorbringen der Pflichtigen näher einzugehen. 

 

 

 7. Aufgrund dieser Erwägungen ist der Rekurs abzuweisen. Ausgangsgemäss 

sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG) und ist die-

sen keine Parteientschädigung zuzusprechen (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

 

 

 

- 23 - 
 
 
 

1 ST.2023.122 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…]