# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f357c13-79c7-5850-801a-acbcea7d9547
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-02-05
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2006 und Direkte Bundessteuer 2006
**Docket/Reference:** ST.2008.397
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2008_397_fq.pdf

## Full Text

2 ST.2008.397 
2 DB.2008.247 

A,    

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

Entscheid 

5. Februar 2009 

Mitwirkend: 

Einzelrichter R. Oesch und Sekretär H. Knüsli 

In Sachen 

gegen 

Rekurrent 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2006 und Direkte Bundessteuer 2006 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  ist  Geschäftsleiter,  Mehrheitsaktionär  und 

Verwaltungsratspräsident  der  B  in  C.  Dort  ist  er  zu  50%  beschäftigt  und  bezog  2006 

einen Nettolohn (II) von Fr. 36'000.-; daneben richtete ihm die Arbeitgeberin pauschale 

Reisespesenvergütungen  von  monatlich  Fr. 1'000.-,  mithin  von  Fr. 12'000.-  im  Jahr 

aus.  In  der  Steuererklärung  2006  deklarierte  er  nebst  anderen – hier  nicht  interessie-

renden – Einkünften den erwähnten Lohn und machte Berufsauslagen von Fr. 14'036.- 

geltend, darunter Fr. 8'736.- für die Kosten der Fahrten zwischen dem Wohnort (D) und 

dem Dienstort (C). Dergestalt ergab sich ein steuerbares Einkommen von Fr. 22'685.-. 

In  Abweichung  davon  schätzte  das  kantonale  Steueramt  ihn  mit  Entscheid  vom 

22. April 2008 für die Staats- und Gemeindesteuern 2006 mit einem steuerbaren Ein-

kommen von Fr. 39'700.- ein; das steuerbare Vermögen setzte es auf Fr. 91'000.- fest. 

Nebst anderen Korrekturen rechnete es dabei von den Pauschalspesen Fr. 7'200.- als 

steuerbare  Einkünfte  auf  und  kürzte  die  zulässigen  berufsbedingten  Fahrtkosten  um 

Fr. 4'992.- auf Fr. 3'744.-. Die nämlichen Anpassungen führten dazu, dass sich für die 

entsprechende  Bundessteuerperiode  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 40'400.-  er-

gab.  Die  formelle  Eröffnung  dieser  Veranlagung  erfolgte  mit  Rechnung  vom  16. Mai 

2008. 

B. Am 19. Mai 2008 erhob der Pflichtige gegen diese Taxationen Einsprache, 

indem  er  sich  gegen  die  genannten  beiden  Aufrechnungen  zur  Wehr  setzte.  Hierauf 

forderte das kantonale Steueramt ihn am 16. Juli 2008 auf, mittels Belegen nachzuwei-

sen,  dass  den  pauschalen  Spesenvergütungen  von  Fr. 12'000.-  sowie  den  bean-

spruchten  Pauschalabzügen  für  allgemeine  Berufsauslagen  von  Fr. 1'900.-  sowie  für 

Weiterbildungskosten  von  Fr. 400.-  tatsächlich  erwachsene  berufsbedingte  Kosten 

gegenübergestanden  haben;  sodann  sei  anhand  eines  Fahrtenbuchs  nachzuweisen, 

dass er für den Arbeitsweg und private Fahrten kein Geschäftsfahrzeug der Arbeitge-

berin benutzt habe. Hierauf liess der Pflichtige das Amt wissen, Kleinspesen habe die 

B nicht im Einzelnen entschädigt. Sodann habe die Arbeitgeberin jeweils für drei Jahre 

Autos  geleast,  mit  einer  Lauflimite  von  100'000 km.  Um  diese  nicht  zu überschreiten, 

habe  er  sich  ein  privates  Fahrzeug  zulegen  müssen.  Für  die  Führung  eines  Fahrten-

buchs fehle die Zeit. Hierauf teilte der Steuerkommissär dem Pflichtigen am 27. August 

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2008  mit,  er  erachte  die  Auflage  als  nicht  erfüllt,  weshalb  er  diese – aus  formellen 

Gründen – mahne. 

Mit getrennten Entscheiden vom 7. November 2008 wies das kantonale Steu-

eramt die Einsprachen ab.  

C. Mit Rekurs- und Beschwerdeeingabe vom 5. Dezember 2008 erneuerte der 

Pflichtige seine Einspracheanträge. 

Mit  Rekurs-/Beschwerdeantwort  vom  15. Januar  2009  schloss  das  kantonale 

Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidg. Steuerverwaltung verzichtete auf 

eine Vernehmlassung. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 

(StG)  unterliegen  alle  wiederkehrenden  und  einmaligen  Einkünfte  der  Einkommens-

steuer.  Steuerbar  sind  laut  Art. 20  Abs. 1  DBG  und  § 20  Abs. 1  StG  namentlich  die 

Einkünfte aus beweglichem Vermögen. Dazu gehören u.a. Dividenden, Gewinnanteile 

und  geldwerte  Vorteile  aus  Beteiligungen  aller  Art  (je  lit. c  Satz  1).  Als  Gewinnanteile 

gelten alle geldwerten Leistungen der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft an Be-

teiligten oder diesen nahestehende Personen, welche ihren Grund im Beteiligungsver-

hältnis haben und keine Kapitalrückzahlung beinhalten. Das Motiv für die Ausrichtung 

von Gewinnanteilen liegt nicht in geschäftlichen Gründen, sondern im Beteiligungsver-

hältnis.  Die  handelnden  Organe  kommen  mit  der  Leistung  keiner  geschäftlichen  Ver-

pflichtung  nach,  sondern  verwenden  den  Gewinn  oder  die  Reserven  der  Gesellschaft 

im  Interesse  der  Beteiligten  (Markus  Reich,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen 

Steuerrecht,  Bd.  I/2a,  2.A.,  2008,  Art. 20  N 41  DBG;  derselbe,  Verdeckte  Vorteilszu-

wendungen zwischen verbundenen Unternehmen, ASA 54, 621 f.). Einem unabhängi-

gen Dritten würde die Leistung nicht oder nicht in dieser Weise erbracht. Im Ausmass, 

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in welchem die Zuwendung an einen solchen nicht erfolgt wäre, erhält der Empfänger 

einen Sondervorteil, dessen Ursprung im Beteiligungsverhältnis zur Gesellschaft liegt.  

Als  verdeckte  Gewinnausschüttungen  gelten  Leistungen  der  Gesellschaft  an 

die Anteilseigner, welchen keine oder keine ausreichenden Leistungen gegenüberste-

hen und die einem an der Gesellschaft nicht beteiligten Dritten nicht oder in wesentlich 

geringerem Umfang erbracht worden wären (StE 2004 B 24.4 Nr. 71). Die Vorzugsbe-

handlung muss dem Leistungserbringer bewusst sein.  Hinzu kommt, dass die Gesell-

schaft  sie  nicht  ordnungsgemäss  als  Gewinnverwendung  verbucht  hat  (Reich,  Art. 20 

N 46  DBG).  Erscheinungsformen  sind  der  Ausweis  übersetzter  Aufwendungen  oder 

aber ein Gewinnverzicht. Steuerbar ist der objektive Wert jeglicher geldwerten (d.h. in 

Geld  messbaren)  Leistung,  welche  der  Inhaber  von  Beteiligungsrechten  dank  seiner 

Beteiligung an der Gesellschaft unter irgendeinem Titel erhält (StE 2004 B 24.4 Nr. 33). 

Zu hohe Salärzahlungen an  mitarbeitende Aktionäre werden dazu gezählt und führen 

bei der zahlenden Gesellschaft zu einer entsprechenden (Gewinn-)Aufrechnung; beim 

Aktionär bildet der übersetzte Saläranteil steuerbaren Vermögensertrag, der sich steu-

erlich indes darum nicht auswirkt, weil er bereits im deklarierten Einkommen enthalten 

ist.  Anders  hingegen  verhält  es  sich  mit  übersetzten  Spesenentschädigungen  an  sol-

che Personen; auch sie bilden im überschiessenden Teil steuerbaren Vermögensertrag 

(StE 2004 Nr. 24.4 Nr. 33; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, Art. 110 

N 110 und 188). Diesfalls fehlt es indes insoweit an einer entsprechenden Deklaration, 

weshalb eine Aufrechnung unumgänglich ist. 

b) Bei einer verdeckten Gewinnausschüttung handelt es sich um eine steuer-

erhöhende Tatsache, die nach der allgemeinen Beweislastregel von den Steuerbehör-

den darzutun ist (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 3 N 60). Diese 

haben  somit  nachzuweisen,  dass  überhaupt  eine  geldwerte  Leistung  vorliegt.  Wird 

dieser Nachweis erbracht, trägt der an ihr beteiligte Leistungsempfänger die Beweislast 

dafür,  dass  er  für  diese  Leistung  eine  Gegenleistung  erbracht  hat.  Gelingt  ihm  dieser 

Nachweis,  obliegt  es  der  Steuerbehörde,  ein  Missverhältnis  zwischen  Leistung  und 

Gegenleistung  darzutun,  worauf  dem  Steuerpflichtigen  wiederum  der  Nachweis  offen 

steht, dass trotz Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung keine verdeckte 

Gewinnausschüttung anzunehmen ist (vgl. StRK II, 26. Mai 1999, 2 ST.1999.194). 

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Spricht für das Vorhandensein einer Tatsache eine natürliche Vermutung, gilt 

ein Beweis als vorläufig erbracht und wird endgültig, wenn nicht ein Gegenbeweis dies 

verhindert  (Daniel  Schär,  Grundsätze  der  Beweislastverteilung  im  Steuerrecht,  1998, 

S. 253  f.  mit  Hinweis).  Der  Steuerbehörde  obliegt  damit  grundsätzlich  der  Nachweis 

derjenigen  Tatsachen,  welche  das  infrage  stehende  Geschäft  als  eine  verdeckte  Ge-

winnausschüttung  erscheinen  lassen.  Besteht  eine  ausreichende  Tatsachenbasis  für 

die  Annahme  einer  verdeckten  Gewinnausschüttung,  so  steht  dem  Steuerpflichtigen 

noch die Möglichkeit des Gegenbeweises offen. 

c) Bei der Leistung an einen mitarbeitenden Aktionär stellt sich die Frage, ob 

eine Entschädigung der Kapitalgesellschaft qua Arbeitsverhältnis oder aber qua Betei-

ligungsrecht fliesst. Geschäftsmässig begründet ist sie bloss dann, wenn sie zu Recht 

im Zusammenhang mit der Arbeitsleistung ergeht; andernfalls ist eine geldwerte Leis-

tung  gegeben,  welche  den  steuerbaren  Gewinn  der  Arbeitgeberin  nicht  zu  schmälern 

vermag; insofern liegt eine Gewinnverwendung vor.  Unter solchen Umständen obliegt 

es  der  Gesellschaft,  darzutun  und  nachzuweisen,  dass  die  Leistung  ihrem  Interesse 

dient  und  damit  geschäftsmässig  begründet  ist.  Dabei  greift  die  Kontrolle  ungeachtet 

dessen,  ob  die  Leistung  als  Lohn,  als  Spesenersatz  oder  unter  irgendeinem  anderen 

Titel erfolgt. Massgeblich ist bei alledem der Drittvergleich. Nur wenn – und insoweit –

die Aktiengesellschaft die nämliche Vergütung unter gleichen Umständen auch einem 

mitarbeitenden unabhängigen Dritten erbracht hätte, liegt Aufwand vor; andernfalls ist 

auf eine verdeckte Gewinnausschüttung zu schliessen (Locher, II. Teil, Art. 58 N 118). 

Dies  gilt  namentlich  für  übersetzte  Spesenvergütungen  (StE 1993  B 24.4  Nr. 33), 

gleichgültig  ob  sie  fallbezogen  oder  pauschal  erfolgen.  Massgeblich  ist  sodann  die 

konkrete  Verbuchung.  Die  Kapitalgesellschaft  ist  an  die  eingereichte  Jahresrechnung 

gebunden  und  die  Steuerbehörden  dürfen  sich  auf  die  eingereichte  Erfolgsrechnung 

und  Bilanz  samt  Anhang  verlassen  (Locher,  II.  Teil,  Art. 58  N 69).  Es  gilt  das  Prinzip 

der  Einzel-  und  nicht  der  Gesamtbetrachtung;  jede  einzelne  Bilanzposition  ist  vom 

Grundsatz  der  Massgeblichkeit  der  Handelsbilanz  erfasst  (Locher,  II.  Teil,  Art. 58 

N 66). Darum geht es nicht an, Aufwandpositionen, welche steuerlich nicht anerkannt 

werden, umzuqualifizieren, mit dem Zweck, das Gesamtresultat nicht zu verändern und 

Aufrechnungen  zu  vermeiden.  Solche  Vorkehren  bzw.  Manipulationen  sind  (ertrags- 

bzw. einkommens)steuerlich unbeachtlich. Deshalb ist es nicht statthaft, Spesenvergü-

tungen  an  den  mitarbeitenden  Aktionär  (oder  eine  nahestehende  Person),  welchen 

steuerlich kein Aufwandcharakter zuzumessen ist, in Lohn umzuwandeln. 

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d)  Die  steueramtliche  Würdigung  von  Leistungen  auf  der  Ebene  der  Gesell-

schaft ist für die Einschätzung des Aktionärs nicht verbindlich. Diese logisch zunächst 

zu  erfolgende  Beurteilung  kann  nicht  unbesehen  übernommen  werden  (StE 2002 

B 23.2 Nr. 25). 

2. Der  Pflichtige  ist  Geschäftsleiter,  Verwaltungsratspräsident  und  Mehrheits-

aktionär  der  B.  Sein  Arbeitspensum  für  die  AG  hat  im  Jahr  2006  50%  betragen.  Die 

Arbeitgeberin hat ihm dafür einen Nettolohn von Fr. 36'000.- ausbezahlt. Zudem hat sie 

eine  pauschale  (Reise-)Spesenvergütung  von  monatlich  Fr. 1'000.-  und  damit 

Fr. 12'000.- im Jahr ausgerichtet. 

a) Bei solcher Lage stellt sich die Frage, ob der Pflichtige in der Funktion als 

Aktionärsdirektor von der Gesellschaft Leistungen empfangen hat, welche diese einem 

unabhängigen  Dritten  nicht  erbracht  hätte.  Dabei  geht  es  in  concreto  nicht  um  die 

Lohnbezüge,  sondern  die  pauschalen  Spesenvergütungen.  Zu  Recht  behauptet  das 

Steueramt  nämlich  nicht,  der  eigentliche  Lohnbezug  sei  übersetzt.  Vielmehr  hat  es 

Zweifel  gehegt,  ob  diese  Spesenvergütung  angemessen  gewesen  sei  und  in  vollem 

Umfang  der  Abgeltung  im  Interesse  der  AG  erfolgter  Aufwendungen  des  Pflichtigen 

gedient habe. In der Folge hat es entsprechende Untersuchungen vorgenommen. 

Diese Frage hat die Steuerrekurskommission II mit heutigem Entscheid für die 

B  negativ  beantwortet.  Weil  sich  dieses  Ergebnis,  wie  gesehen,  nicht  unbesehen  auf 

den  Pflichtigen  als  Aktionärsdirektor  übertragen  lässt,  ist  eine  erneute,  davon  unab-

hängige  Würdigung  unumgänglich.  Dabei  soll  allerdings  nicht  verhehlt  werden,  dass 

ein Abweichen vom bei der AG gezogenen Schluss nur unter besonderen Umständen 

zu  rechtfertigen  ist.  Zu denken  ist dabei  an  Konstellationen  wie  Falschbeurteilung  bei 

der  AG,  fehlende  Überprüfung  ihrer  Einschätzung  im  Rechtsmittelverfahren  oder  die 

Darlegung weiterer und insofern neuer Tatsachen im Einschätzungsverfahren des Ak-

tionärs.  

b) Der Pflichtige hält dafür, er sei geschäftlich oft und lange unterwegs. Dabei 

müsse er im Interesse der Kunden rasch reagieren und binnen nützlicher Frist für sie 

vor Ort Probleme lösen. Im Schnitt lege er dabei mit dem Auto jährlich zwischen 35'000 

und 40'000 km zurück. Dabei fielen geschäftlich bedingte Kleinspesen an, welche die 

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Arbeitgeberin  ihm  nicht  direkt  und  im  Einzelnen  vergüte;  vielmehr  dienten  dazu  die 

empfangenen  pauschalen  Vergütungen  für  Reisespesen.  Dabei  handle  es  sich  um 

Kosten  wie  Autobahn-  und  Parkplatzgebühren,  Aufwendungen  für  Wagenreinigung, 

Kleinmaterial,  Zwischenverpflegungen,  Getränke  im  Restaurant  (meist  zusammen  mit 

Kunden)  und  andere  kleinere  Kosten,  welche  zur  Geschäftstätigkeit  eines  KMU-

Betriebs gehörten.  Die beiliegende Zusammenstellung  solle zeigen, dass  er 2006 na-

mentlich  in  der  Schweiz,  jedoch  auch  im  benachbarten  Ausland  mit  dem  Geschäfts-

Personenwagen  Kunden  besucht  habe  und  die  Fahrten  sich  dabei  auf  knapp  20'000 

km  summiert  hätten.  Nicht  berücksichtigt  sollen dabei  die  Fahrten  zwecks  Akquisition 

sein. Die AG halte zwei Pw. Das eine Auto weise eine jährliche km-Leistung von rund 

37'000 auf und werde europaweit für Geschäftsfahrten eingesetzt; das zweite diene vor 

allem Kurierdiensten sowie der Beförderung von Paketen und Kunden und lege dabei 

eine Gesamtstrecke von ca. 11'000 km zurück. Dem Geschäft würden rund Fr. 8'700.- 

an Benzinkosten belastet. Unter diesen Umständen sei es praktisch nicht möglich, pri-

vate Benzinkosten über die AG abzurechnen. Hinzu komme, dass er, der Pflichtige, ein 

privates Fahrzeug halte und darum kein Geschäftsauto zu privaten Zwecken einsetze. 

c)  All  das  genügt  indes  nicht,  um  schlüssig  darzutun,  dass  die  pauschalen 

Spesenvergütungen  2006  tatsächliche  Aufwendungen  in  entsprechender  Höhe  abge-

deckt haben. Der Pflichtige macht zwar geltend, im Zusammenhang mit seiner berufli-

chen Reisetätigkeit seien ihm in erheblichem Umfang Unkosten angefallen, welche im 

Interesse  der  B  entstanden  seien.  Diese  habe  ihm  diese  Auslagen  nicht  separat  ent-

schädigt,  sondern  pauschal  vergütet.  Insofern  hätten  die  pauschalen  Zahlungen  die 

tatsächlichen  Unkosten  gerade  gedeckt.  Doch  hat  er  es  versäumt,  eine  Aufstellung 

über die konkret angefallenen Kosten vorzulegen. Vielmehr hat er sich auf allgemeine 

Ausführungen  über  die  Art  angefallener  Kosten  beschränkt.  Damit  fehlt  es  bereits  an 

einer  hinreichend  substanziierten  Sachdarstellung,  weshalb  es  von  vornherein  an  der 

notwendigen  Grundlage  für  die  Überprüfung  der  Darstellung  des  Pflichtigen  mangelt. 

Auf  seine  blosse  Behauptung  kann  nicht  abgestellt  werden.  Immerhin  ist  mit  dem 

Steueramt davon auszugehen, dass mit seiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsleiter 

und  im  Aussendienst  in – allerdings  nicht  genau – bestimmtem  Umfang  tatsächlich 

Aufwand  entstanden  ist,  welchen  die  Arbeitgeberin  zu  tragen,  jedoch  nicht  im  Einzel-

nen erstattet hatte. Daher war das kantonale Steueramt nicht nur befugt, sondern ge-

radezu  gehalten,  diesbezüglich  eine  Schätzung  zu  treffen.  Dabei  ist  es  davon  ausge-

gangen,  den  Pauschalspesenvergütungen  von 

total  Fr. 12'000.-  seien 

lediglich 

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ungedeckte  Kosten  des  Pflichtigen  von  Fr. 4'800.-  gegenübergestanden.  Diese  Kür-

zung ist realistisch und umso weniger zu beanstanden, als der Pflichtige mit der B auch 

in tatsächlicher Höhe Reisespesen abgerechnet hat und dabei sogar Kleinbeträge Be-

achtung gefunden haben. 

Es  liegt  auf  der  Hand,  dass  die,  wie  gesehen,  übersetzten  pauschalen  Spe-

senvergütungen  darauf  zurückzuführen  sind,  dass  der  Pflichtige  als  deren  Mehrheits-

aktionär  bei  B  in  leitender  Stellung  beschäftigt  ist.  Jedenfalls  wird  weder  behauptet, 

noch ist dargetan, dass eine unabhängige Drittperson ebenfalls in den Genuss solcher 

Leistungen  gekommen  sei.  Im  Übrigen  konnte  die  Vorzugsbehandlung  der  AG  nicht 

verborgen bleiben. 

d)  Das  kantonale  Steueramt  hat  diese  Aufrechnung  allerdings  nicht  als  ver-

deckte Gewinnausschüttung gewürdigt, sondern als Lohnbestandteil des Pflichtigen in 

seiner  Stellung  als  Lohnempfänger  der  B.  Demnach  hat  es  bei  seiner  Korrektur  nicht 

auf dessen Eigenschaft als Aktionär, sondern einzig auf die Funktion als unselbststän-

dig  erwerbender  Mitarbeiter  abgestellt  und  ihn  insofern  einem  "gewöhnlichen"  Lohn-

empfänger gleichgestellt. Das aber ändert am Ergebnis letztlich nichts (siehe E. 3 c). 

3. a) Nach Art. 17 Abs. 2 DBG und § 17 Abs. 1 StG sind sämtliche Einkünfte 

aus privat- oder öffentlichrechtlichem Arbeitsverhältnis mit Einschluss aller Nebenleis-

tungen  wie  Zulagen  und  andere  geldwerte  Vorteile  als  Einkommen  steuerbar.  Dazu 

gehören namentlich pauschale Spesenvergütungen,  jedoch nur insoweit, als sie nicht 

der  Abdeckung  tatsächlich  entstandener  Berufsauslagen  dienen.  Denn  der  Auslagen-

ersatz (Art. 327a OR) stellt ein Entgelt dafür dar, dass der Arbeitnehmer aus eigenen 

Mitteln Auslagen für Rechnung seines Arbeitgebers tätigt; insoweit besteht Steuerneut-

ralität.  Auf  die  Bezeichnung  der  Leistung  kommt  nichts  an  (Locher,  I.  Teil,  Art. 17 

N 20). Pauschalspesenvergütungen müssen auf ihre Begründetheit hin überprüft wer-

den können, da Leistungen, welche die tatsächlichen Kosten des Arbeitnehmers über-

steigen, als Lohnbestandteile steuerbar sind (Locher, I. Teil, Art. 17 N 25). Nur dort, wo 

ein  behördlich  genehmigtes  Spesenregelement  vorliegt,  wird  auf  die  Prüfung  verzich-

tet. Auf  der  andern Seite sind  laut  Art. 26  DBG und  § 26  StG die Berufsauslagen un-

selbstständig  erwerbender  Steuerpflichtigen  von  den  steuerbaren  Einkünften  absetz-

bar.  Dazu  gehören  die  notwendigen  Kosten  für  Fahrten  zwischen  Wohn-  und 

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Arbeitsstätte  (je  Abs. 1  lit. a).  Sofern  er  nicht  die  entsprechenden  Pauschalansätze  in 

Anspruch  nehmen  will,  muss  der  Steuerpflichtige  die  höheren  tatsächlichen  Kosten 

nachweisen (je Abs. 2). Abgesehen von den Pauschalansätzen (so namentlich für die 

übrigen  in  Ausübung  des  Berufs  erforderlichen  Kosten,  den  Autokilometeransatz)  ob-

liegt  der  Nachweis  der  Berufsauslagen  als  steuermindernder  Aufwand  gemäss  der 

allgemeinen Beweislastregel dem Steuerpflichtigen (Locher, I. Teil, Art. 3 N 60). 

b) Das Steueramt hat die vom Pflichtigen geltend gemachten berufsbedingten 

Fahrtkosten gekürzt. Damit konnte sich der Pflichtige indes nicht einverstanden erklä-

ren und focht die Herabsetzung dieser Autospesen an, freilich ohne Erfolg.  

Unbestritten  ist,  dass  er  für  seinen  Arbeitsweg  auf  ein  Auto  angewiesen  ist. 

Sodann trifft es zu, dass er 2006 ein privates Motorfahrzeug, einen Jeep, hielt. Damit 

ist  indes  nicht  dargetan,  dass  er  stets  dieses  Fahrzeug  verwendet  hat,  um  den  Ar-

beitsweg zwischen D und C (und in der Gegenrichtung) zurückzulegen. Seine Begrün-

dung, weshalb dies im Interesse der Arbeitgeberin unumgänglich gewesen sei, nämlich 

um  die  Geschäftsfahrzeuge  zu  schonen,  welche  die  in  den  Leasingverträgen  verein-

barte zulässige Höchstkilometerleistung nicht überschreiten sollten, ist wenig plausibel 

und  überzeugt  nicht.  Allein  schon  darum,  weil  er  vor  Ort  oft  Kunden  hat  aufsuchen 

müssen, ist es unglaubhaft,  dass  er ohne Ausnahme zunächst mit seinem Privatfahr-

zeug an den Dienstort C gefahren ist, um dort auf das Firmenauto umzusteigen; spie-

gelbildlich  umgekehrt  soll  es  sich  jeweils  bei  der  Rückfahrt  verhalten  haben.  Solches 

Gebaren  widerspräche  nicht  nur  ökonomischen  und  ökologischen  Überlegungen;  es 

stünde  auch  im  Gegensatz  zur  allgemeinen  Lebenserfahrung.  Dies  umso  mehr,  als 

nicht auszuschliessen ist, dass auf diese Weise je nach Konstellation mitunter gar kei-

ne  Einsparung  an  Kilometerleistungen  des  vom  Pflichtigen  benutzten  Geschäftsfahr-

zeugs  zu  erzielen  war.  Mangels  einschlägiger  Unterlagen  wie  z.B.  eines  Fahrtenkon-

trollhefts kann auf die Aussage des Pflichtigen nicht abgestellt werden; es bleibt eben 

bei seiner  blossen  Behauptung. Namentlich ist auch nicht dargetan, dass  nie ein Ge-

schäftsfahrzeug  zwecks  Bewältigung  des  Arbeitswegs  eingesetzt  worden  bzw.  die 

Notwendigkeit  der  Zurücklegung  des  Arbeitswegs  mit  dem  eigenen  (privaten)  Auto 

nicht zuweilen entfallen sei.  

Nichts  zu  seinen  Gunsten  vermag  der  Pflichtige  daraus  abzuleiten,  dass  die 

Geschäftsfahrzeuge der B eine jährliche Fahrleistung von rund 48'000 km aufgewiesen 

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und die ihr belasteten Benzinkosten ca.  Fr. 8'500.- betragen haben sollen. Dieser Be-

trag entspricht einer Literzahl von rund 6'500. Daraus ergäbe sich nach den Angaben 

des  Pflichtigen  ein  durchschnittlicher  Verbrauch  von  etwa  13,5  l/100  km,  was  in  der 

heutigen Zeit als hoch zu bezeichnen ist. Jedenfalls lässt sich damit die Aussage, die 

ausgewiesenen Kosten liessen keinen privaten Benzinbezug zu, nicht erhärten. In die-

sem  Licht  muss  der  Nachweis  des  Pflichtigen  als  gescheitert  gelten, er  habe  den  Ar-

beitsweg ausschliesslich mit seinem Privatauto zurückgelegt. Es gelang ihm nicht dar-

zutun,  dass  die  von  ihm  zu  tragenden  Kosten  für  die  berufsbedingten  Autofahrten 

zwischen  dem  Wohn-  und  Arbeitsort  sich  auf  Fr. 8'736.-  belaufen  haben,  da  er  wäh-

rend 240 Arbeitstagen eine Wegstrecke von insgesamt (240 x 2 x 28 km =) 13'340 km 

zurückgelegt habe. Wenn das kantonale Steueramt unter solchen Umständen zu einer 

Kürzung der beanspruchten beruflich bedingten Autokilometer des Pflichtigen geschrit-

ten  ist,  kann  darin  nichts  Rechtsverletzendes  erblickt  werden.  Dabei  hat  es  die  Stre-

ckenlänge richtigerweise pro Fahrt um vier km auf die tatsächliche Länge gekürzt und 

nur jede zweite geltend gemachte Fahrt berücksichtigt. Angesichts der jeder Schätzung 

innewohnenden Ungenauigkeit muss die Reduktion um Fr. 4'992.- hingenommen wer-

den. 

Richtigerweise  hat  die  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  auszuschliessende  zeit-

weilige  unentgeltliche  Überlassung  eines  Geschäftsfahrzeugs  zwecks  Zurücklegung 

des Arbeitswegs keine Erhöhung der steuerbaren Einkünfte nach sich gezogen. Denn 

eine  entsprechende  Leistung  würde  durch  die  Möglichkeit  des  Abzugs  der  damit  ver-

bundenen Berufsauslage vollumfänglich kompensiert. 

c)  Schliesslich  sei  kurz  auf  die  steueramtliche  Argumentation  bezüglich  der 

pauschalen Spesenvergütung eingegangen. 

Die  B  kommt  bzw.  kam  nicht  in  den  Genuss  eines  behördlich  genehmigten 

Spesenreglements.  Somit  war  eine  konkrete  Überprüfung  dieser  Leistung  nicht  ent-

behrlich bzw. ausgeschlossen. Der unselbstständig erwerbende Pflichtige hat im Rah-

men  der  Kontrolle  trotz  Aufforderung  und  Mahnung  nicht  substanziiert  dargetan,  ge-

schweige denn bewiesen, dass die empfangene pauschale Vergütung für Reisespesen 

vollumfänglich  der  Deckung  tatsächlich  entstandener  Berufsauslagen  gedient  hat.  Ist 

die von ihm vorzutragende detaillierte Sachdarstellung unterblieben und der ihm oblie-

gende  Nachweis  misslungen,  ist  das  Steueramt  mit  gutem  Grund  zu  einer  entspre-

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chenden Schätzung geschritten. Dass deren quantitative Bemessung in Anbetracht der 

konkreten Umstände nicht zu beanstanden ist, hat das Gericht bereits ausgeführt. 

Das zeigt, dass die Aufrechnung auch unter diesem Titel haltbar wäre. Aller-

dings besteht aus Sicht der Steuerrekurskommission II ein Widerspruch darin, dieselbe 

Leistung  bei  völlig  identischer  Sach-  und  Rechtslage  bei  der  AG  als  Arbeitgeberin  im 

Rechtsmittelverfahren  als  verdeckte  Gewinnausschüttung,  beim  Pflichtigen,  ihrem 

Mehrheitsaktionär und Mitarbeiter, hingegen als Lohnbestandteil zu würdigen. 

4. a) Anzumerken ist, dass offen bleiben mag, welcher Natur die steueramtli-

chen Schätzungen sind. Denn die Steuerbehörden haben im Einspracheverfahren die 

Voraussetzungen  für  eine  Ermesseneinschätzung  geschaffen.  Daher  können  die 

Schätzungen  auf  gewöhnlicher  Grundlage  (vgl.  z.B.  VGr,  12. Dezember  2007, 

SB.2007.00050)  oder  nach  pflichtgemässem  Ermessen  (Art. 130  Abs. 2  DBG;  § 139 

Abs. 2  StG)  ergangen  sein.  Eine  Umqualifikation  der  aufgerechneten  Beträge  in  zu-

sätzliche Lohnzahlungen macht der Pflichtige sodann zu Recht nicht (eventualiter) gel-

tend;  denn  wie  erwähnt,  liesse  das  Steuerrecht  eine  solch  nachträgliche  Umdeutung 

nicht  zu.  Abgesehen  davon  wäre  für  ihn  damit  einkommenssteuerlich,  wie  erwähnt, 

nichts gewonnen. 

b) Nach alldem sind der Rekurs und die Beschwerde abzuweisen.  

Bei diesem Ausgang des Verfahren sind die Kosten dem Pflichtigen aufzuer-

legen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

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