# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3bdafac-5010-55a5-8a78-809886a517fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2010 C-2807/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2807-2009_2010-03-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2807/2009/mes
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, 
Richterin Madeleine Hirsig, 
Gerichtsschreiberin Ingrid Künzli.

B._______
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Vonesch, 
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügung vom 9. April 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2807/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer am 27. April 2009 bzw. am 8./15. Mai 2009 
die  Verfügung  der  Eidgenössischen  Invalidenversicherung  (IV),  IV-
Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA), vom 9. April 2009 betreffend 
revisionsweise  Aufhebung  des  Invalidenrentenanspruchs beim  Bun-
desverwaltungsgericht angefochten hat,

dass  das  Gericht gemäss  Art.  31  VGG  zur  Beurteilung  von  Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG 
zuständig ist, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die  IVSTA  als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten 
hat,  und  vorliegend  keine  Ausnahme  von  der  Zuständigkeit  aus-
zumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 
19. Juni  1959  über  die  Invalidenversicherung  [IVG],  SR 831.20),  so 
dass  das  Gericht  zur  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zu-
ständig ist,

dass  die  Vorinstanz  am  23.  Februar  2010  ihre  Vernehmlassung 
vorgelegt  hat  und  beantragt,  die  Beschwerde  sei  gutzuheissen,  die 
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei im Sinne 
der Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes vom 18. Februar 2010 an 
die Verwaltung zurückzuweisen,

dass  der  ärztliche  Dienst  (Dr.  med.  C._______)  in  seiner 
Stellungnahme  festhält,  aus  medizinischer  Sicht  sei  eine 
polydisziplinäre  Begutachtung  in  der  Schweiz  durch  einen 
Rheumatologen  und  einen  Wirbelsäulenorthopäden  angezeigt  (act. 
153),

dass  auch  der  Beschwerdeführer  bereits  in  seiner  Eingabe  vom 
15. Mai  2009 festgehalten hatte, es sei  eine erneute polydisziplinäre 
medizinische Abklärung vorzunehmen,

dass damit nach übereinstimmender Auffassung der Parteien, welcher 
sich das Bundesverwaltungsgericht anschliessen kann, feststeht, dass 
die angefochtene Verfügung vom 9. April 2009 auf einer mangelhaft er-
mittelten tatbeständlichen Grundlage beruht,

Seite 2

C-2807/2009

dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) die  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  ausdrücklich  als 
Beschwerdegrund nennt,

dass die Beschwerde demnach teilweise gutzuheissen und die Sache 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 
1 VwVG) mit der Anweisung, die erforderliche polydisziplinäre Begut-
achtung in der Schweiz durch einen Rheumatologen und einen Wirbel-
säulenorthopäden  durchführen  zu  lassen  und  neu  in  der  Sache  zu 
verfügen,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu 
erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer eine von der Vor-
instanz zu entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 
Abs. 1 und 2 VwVG), 

dass die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) aufgrund der Akten 
zu bestimmen ist,

dass das zu entschädigende Anwaltshonorar (einschliesslich Auslagen 
und allfälliger  Mehrwertsteuer)  in Anwendung von Art. 9 und Art. 10 
VGKE pauschal auf Fr. 2'000.- festzusetzen ist,

dass unter diesen Umständen das Gesuch des Beschwerdeführers um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung eines 
Anwaltes als gegenstandslos abzuschreiben ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass die 
angefochtene Verfügung vom 9. April 2009 aufgehoben und die Sache 
mit  der  Weisung  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  wird,  die  erfor-
derliche  polydisziplinäre  Begutachtung  in  der  Schweiz  durch  einen 
Rheumatologen  und  einen  Wirbelsäulenorthopäden  durchführen  zu 
lassen und neu in der Sache zu verfügen.

Seite 3

C-2807/2009

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'000.- zugesprochen, die von der 
Vorinstanz zu leisten ist. 

4.
Das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Gewährung  der  unentgelt-
lichen Rechtspflege unter Beiordnung eines Anwaltes wird als gegen-
standslos geworden abgeschrieben.

5.
Ein Doppel der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 23. Februar 2010 
samt  Stellungnahme des  ärztlichen  Dienstes  vom 18. Februar  2010 
geht zur Kenntnisnahme an den Beschwerdeführer.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Vernehmlassung 
vom 23. Februar 2010 samt Stellungnahme vom 18. Februar 2010 
[act. 153])

- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stefan Mesmer Ingrid Künzli

Seite 4

C-2807/2009

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR  173.110) 
gegeben sind. Die Rechtsschrift  ist in einer Amtssprache abzufassen 
und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 
und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 5