# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59aa9898-1975-5a2e-a457-309b9f76bc7c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-02-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 15.02.2005 BK 2005 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2005-24_2005-02-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 15. Februar 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 05 24

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli und Vital 
Aktuar Crameri

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer, vertreten durch D., Quadra 139R, 7412 Scharans,

gegen

die Einstellungs- und Abtretungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 4. Januar 2005, mitgeteilt am 6. Januar 2005, in Sachen gegen Z., Be-
schwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Jürg Tarnutzer, 
Hartbertstrasse 1, 7002 Chur, 

betreffend fahrlässige Körperverletzung etc.,

hat sich ergeben:

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A. Am 27. Januar 2004, um 16.40, geriet bei der Posthaltestelle in A. 
der Schüler X. mit seinem rechten Fuss unter das rechte Vorderrad des von Z. 
gelenkten Postautos mit dem Kennzeichen GR B,. Der Schüler erlitt eine massive 
Quetschung des Vorfusses mit Zehenfrakturen, was einen zweiwöchigen Spital-
aufenthalt zur Folge hatte. 

Über den Unfall wurden Z., der Schüler C. und der Verunfallte von der 
Polizei einvernommen. Z. gab am 28. Januar 2004 zu Protokoll, einige Schüler 
seien vom Trottoir nach rechts auf die Strasse gesprungen und hätten sich, ein-
ander schubsend, seinem Fahrzeug genähert, als er in die Haltestelle eingefah-
ren sei und noch nicht angehalten habe. An der rechten Seite der Haltestelle sei 
die Strasse mit einem Streifen Schnee bedeckt gewesen. Darauf sei X. mögli-
cherweise ausgerutscht und mit dem Fuss unters Rad gelangt. C. sagte am 31. 
Januar 2004 aus, er und seine Schulkameraden hätten sich auf die Strasse be-
geben, als das Postauto in die Haltestelle eingefahren sei. Dort habe sich zu je-
nem Zeitpunkt bereits das Postauto nach G. befunden, so dass der Postauto-
chauffeur beim Einfahren zuerst gegen das Trottoir habe ausholen und danach 
nach rechts gegen die Strasse zurückschwenken müssen. Er und seine Kollegen 
hätten sich zu weit in der Haltestelle befunden und hätten deshalb etwas zurück-
weichen müssen. Sie seien aber nicht schnell genug gewesen. Er habe vom 
Postauto einen kleinen Stoss an der linken Schulter bekommen. Gleichzeitig sei 
der Fuss von X. unters Rad geraten. Dies habe er jedoch nicht sehen können. X. 
gab am 9. Februar 2004 an, das Postauto habe im letzten Moment noch eine 
kleine Bewegung in Richtung auf ihn und seine Kameraden gemacht, als sie sich 
ihm genähert hätten. Dabei sei er mit dem rechten Fuss unters Rad gekommen. 
Vorher habe er vom Fahrzeug noch einen kleinen Stoss erhalten. 

B. Am 9. Februar 2004 stellte D., der Vater des verunfallten Schülers, 
Strafantrag wegen Körperverletzung. Mit Verfügung vom 2. März 2004 eröffnete 
die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger 
Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB und Verletzung von Verkehrsre-
geln gegen Z..

Z., C. und X. wurden auch vom Untersuchungsrichter über den Unfall be-
fragt. Im Weiteren wurde E., die damals auf dem vordersten rechten Sitz im 
Postauto sass, einvernommen. Am 24. Mai 2004 erklärte Z. als Angeschuldigter, 
er sei von F. kommend auf die linkerseits sich befindende Haltestelle zugefahren. 
Zur selben Zeit habe sich der kleine Bus des Kurses nach G. in der Haltestelle 

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befunden. Im gleichen Moment seien die Schüler vom Trottoir über die Strasse 
auf das gegenüberliegende Trottoir gesprungen. Er sei dann in kurzem Winkel in 
die Haltestelle eingefahren. Am Ende des Manövers seien die vorderen Fahr-
zeugräder leicht nach rechts abgedreht gewesen. Als er gerade im Begriffe ge-
wesen sei, dieses Manöver zu beenden, seien die Schüler vom rechten Trottoir 
über die Strasse gegen die vordere Türe des Postautos gerannt. Jeder Schüler 
habe zuerst einsteigen wollen. Gleichzeitig hätten sich auch Schüler vom linken 
Trottoir zu seinem Fahrzeug begeben. Da sich auf der Strasse neben der Halte-
stelle Schnee befunden habe, sei X. unter das Rad seines Fahrzeuges gerutscht. 
C. gab am 7. September 2004 als Zeuge zu Protokoll, sie seien bei der Posthal-
testelle dort gestanden, wo sie immer gewartet hätten. Dies sei nämlich im vor-
deren Bereich der Haltestelle in Richtung H. gesehen. Sie seien dabei dort auf 
der Fahrbahn und im Bereich der Haltestelle gestanden. Der Postwagenchauf-
feur habe am Schluss seines Manövers das Fahrzeug stark nach rechts gezogen 
und in der Folge sei er X. über den Fuss gefahren. Gleichzeitig sei er (C.) vom 
Postauto am Rücken berührt worden. Er habe sich gedreht, um vom Fahrzeug 
wegzulaufen. Sie seien nicht gegen das Fahrzeug gerannt, als es noch in Bewe-
gung gewesen sei. Auch sei X. nicht gegen das Postauto gestossen worden. Er 
und die anderen Schüler hätten sich zu weit in der Haltestelle befunden und dem-
zufolge wahrscheinlich den Abstand zum Fahrzeug nicht eingehalten. Ebenfalls 
am 7. September 2004 bezeugte X., dass er sich im vorderen Bereich der Post-
haltestelle bzw. auf der dortigen angrenzenden Fahrbahn befunden habe. Er und 
seine Mitschüler hätten sich mehr auf der Fahrbahn als auf der Haltestelle auf-
gehalten. Er sei gestanden, als das Postauto gegen ihn gefahren sei. Er sei nicht 
gegen das Fahrzeug gerannt. Auch sei er weder gestossen worden noch ausge-
rutscht. Er sei unter das Rad geraten, als er habe weglaufen wollen. E. sagte am 
11. November 2004 als Zeugin aus, sie habe gesehen wie Schüler vom Postge-
bäude sowie vom rechten Trottoir auf das Postauto zugelaufen seien, als dieses 
eingefahren sei. Sie seien dabei sehr nahe ans Fahrzeug gekommen, bevor es 
zum Stillstand gekommen sei. Jeder der Schüler habe als Erster einsteigen wol-
len. Beim Öffnen der Türe seien sie davon berührt worden. Ob sich die Schüler 
dabei gestossen hätten, könne sie nicht angeben. Sie habe auch nicht mitbekom-
men, dass ein Schüler mit dem Fuss unter das rechte vordere Rad des Postautos 
geraten sei. Die Schüler kämen auch sonst immer sehr nahe an das Postauto 
heran.

C. Mit Verfügung vom 4. Januar 2005, mitgeteilt am 6. Januar 2005, 
stellte der Untersuchungsrichter die Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Kör-

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perverletzung gegen Z. ein und trat das Verfahren an den Kreispräsidenten I. für 
die Verfolgung des Angeschuldigten wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall 
(Art. 51 Abs. 2 SVG und Art. 56 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG 
) ab. 

D. Mit strafrechtlicher Beschwerde vom 24. Januar 2005 an die Be-
schwerdekammer des Kantonsgerichtes von Graubünden stellt D., der Vater des 
Verunfallten, den Antrag, die Einstellungsverfügung sei unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zu Lasten des Kantons Graubünden aufzuheben und die Sa-
che zur Ergänzung der Untersuchung an den Untersuchungsrichter zurückzuwei-
sen. 

Z. beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 138 StPO kann gegen die vom Staatsanwalt geneh-
migten Amtshandlungen von Untersuchungsorganen wegen Rechtswidrigkeit 
oder Unangemessenheit bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes Be-
schwerde geführt werden. Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch den 
angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner 
Aufhebung oder Änderung geltend macht. Insbesondere kann sich der Geschä-
digte gegen Einstellungsverfügungen beschweren (Art. 139 Abs. 1 StPO). Die 
Beschwerde ist innert 20 Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Ent-
scheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen (Art. 139 Abs. 2 StPO). Sie 
ist kurz zu begründen und soweit der Beschwerdeführer über Beweismittel ver-
fügt, sind diese beizulegen (Art. 20 VVG).

Als mit strafprozessualen Mitwirkungsrechten ausgestatteter Geschädig-
ter wird nach vorherrschender Auffassung anerkannt, wem durch eine straf- und 
verfolgbare Handlung unmittelbar ein ideeller oder materieller Nachteil zugefügt 
wurde oder zu erwachsen drohte. Geschädigter im Sinne des Strafprozessrech-
tes ist damit der tatbeständlich Verletzte, d.h. der Träger des durch die Straf-
rechtsordnung geschützten Rechtes oder Rechtsgutes, gegen das sich die Straf-
tat ihrem Begriff nach richtete. Berechtigt zur Beschwerdeführung sind nach kon-
stanter Praxis der Beschwerdekammer auch die Erben des Direktgeschädigten 
(Entscheid vom 31. März 1992 i.S. K., BK 20/92), die Mutter der minderjährigen 

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Verletzten (Entscheid vom 5. April 1978 i.S. R., BK 13/78) und die Angehörigen 
des tödlich Verunglückten (Entscheid vom 12. November 1979 i.S. M., BK 64/79). 

Die Beschwerde richtet sich gegen die vom Staatsanwalt genehmigte Ein-
stellungsverfügung des Untersuchungsrichteramtes F. vom 4. Januar 2005, mit-
geteilt am 6. Januar 2005. Die Abtretungsverfügung ist nicht angefochten wor-
den. Gerügt wird, dass die gegen Z. durchgeführte Untersuchung wegen fahrläs-
siger Körperverletzung zu Unrecht eingestellt worden sei. Die Beschwerdelegiti-
mation des D. ist nach dem Gesagten gegeben, da er der gesetzliche Vertreter 
des Direktgeschädigten ist. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen er-
füllt sind (Art. 139 Abs. 2 StPO, 20 VVG), ist auf die Beschwerde einzutreten.

2. Gemäss Art. 82 Abs. 1 StPO erlässt der Untersuchungsrichter eine 
begründete Einstellungsverfügung, wenn er auf Grund seiner Erhebungen zum 
Schluss gelangt, dass das Vorliegen eines Straftatbestandes nicht genügend 
dargetan ist. Voraussetzung der Einstellung einer Strafuntersuchung ist somit, 
dass für das Vorliegen eines Straftatbestandes ein rechtsgenüglicher Beweis 
fehlt, dem Verzeigten also kein Straftatbestand zur Last gelegt werden kann. Mit 
dem Resultat der Untersuchung hat sich der Untersuchungsrichter in zweifacher 
Hinsicht auseinanderzusetzen. Zum einen hat er die erhobenen Beweise zu wer-
ten, d.h. ihr Aussagegehalt auf seine Glaubhaftigkeit zu überprüfen. Nur wenn 
eine Gesamtwürdigung der Beweise zur nachvollziehbaren Schlussfolgerung 
führt, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist, somit ein Freispruch erwartet 
werden müsste, erscheint die Einstellung gerechtfertigt. Als zweites kumulativ 
notwendiges Element setzt die Einstellung voraus, dass die Verfügung überhaupt 
auf einem entscheidungsreifen Beweisergebnis beruht, also keine konkret zu er-
hebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen 
Sinn beeinflussen könnten (Padrutt, Kommentar zur StPO, 2. Aufl., Chur 1996, 
Ziff. 3.3 zu Art. 82). 

3. a) Nach Art. 125 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder mit 
Busse bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesund-
heit schädigt. Fahrlässig begeht jemand eine Tat, wenn sie darauf zurückzu-
führen ist, dass der Täter die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvor-
sichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat. Pflichtwidrig 
ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beobachtet hat, zu der 
er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet 
ist (Art. 18 Abs. 3 StGB). Dabei muss für ihn voraussehbar gewesen sein, dass 

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durch sein sorgfaltswidriges Verhalten der tatbestandsmässige Erfolg eintreten 
könnte (Rehberg, Strafrecht I, 6. Auflage, Zürich 1996, S. 247f.). Bei der Beurtei-
lung, welches Mass an Sorgfalt im Einzelfall geboten ist, wird grundsätzlich davon 
ausgegangen, was ein gewissenhafter und besonnener Mensch in der Situation, 
in der sich der Täter befand, getan hätte (Trechsel/Noll, Schweizerisches Straf-
recht, Allgemeiner Teil I, 4. Auflage, Zürich 1994, S. 239f.). 

b) In der angefochtenen Einstellungsverfügung hält der Untersu-
chungsrichter im Wesentlichen fest, es sei ihm nicht gelungen, den genauen Ab-
lauf des Unfalls abzuklären. Die Aussagen des Postautochauffeurs und des ver-
unfallten Schülers sowie der sie begleitenden Personen wichen in wesentlichen 
Punkten voneinander entscheidend ab. Es stehe nicht fest, ob der Geschädigte 
noch in Bewegung gewesen oder bereits stillgestanden sei, als er mit seinem 
Fuss unter das Vorderrad des Postautos geraten sei. Da es sich bei C. um einen 
guten Schulkollegen des Verunfallten handle, sei sein Zeugnis mit Zurückhaltung 
zu würdigen. Ebenso wenig könne E. als völlig unbefangene Zeugin gelten, da 
sie während Jahren diesen Postautokurs benutzt und sich gelegentlich mit dem 
Chauffeur unterhalten habe. Es sei folglich nicht möglich, Z. rechtsgenüglich 
nachzuweisen, dass er X. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit verletzt habe. Der 
Umstand, wonach sich der Verunfallte sowie weitere Schüler zu weit in der Hal-
testelle bzw. zu nahe am anhaltenden Postauto befunden hätten, spreche viel-
mehr gegen die Annahme, der Postautolenker habe keinen ausreichenden Ab-
stand gegenüber diesen Schülern eingehalten und somit schuldhaft gehandelt. 

c) Gemäss der Aussage des Zeugen C. begaben sich die Schüler, wie 
immer, auch am Nachmittag des 27. Januar 2004 vom Trottoir auf die Strasse 
und sie standen teils auf der Strasse, teils auf der Posthaltestelle, als das 
Postauto in diese einfuhr (act. 29, S. 2). Diese Sachverhaltsdarstellung deckt sich 
mit derjenigen des X., der zudem noch bezeugte, dass er im vorderen Bereich 
der Haltestelle bzw. auf der angrenzenden Fahrbahn gestanden sei, als das 
Postauto auf ihn zugefahren sei (act. 28, S. 2). Der Angeschuldigte gab hingegen 
zu Protokoll, dass die Schüler vom linken Trottoir nach rechts auf die Strasse 
gesprungen seien und sich einander schubsend dem Postauto genähert hätten 
(act. 8), bzw. vom rechten Trottoir über die Strasse auf das Postauto zugerannt 
seien (act. 23, S. 2). Dass sie wie immer sehr nahe am Postauto gekommen 
seien, bestätigte auch die Zeugin E. (act. 30, S. 3). Demnach war es nichts Aus-
sergewöhnliches, wenn auch am besagten Tag die Schüler nicht bis zum Anhal-
ten des Postautos auf dem Trottoir warteten, sondern sich zum Einsteigen auf 

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die Strasse begaben. Dies ist aufgrund des Umstandes, dass an der Posthalte-
stelle in A. von der Strassenseite her ins Postauto eingestiegen werden muss, 
nachvollziehbar. Konnte aber der Postautochauffeur wahrnehmen, dass die 
Schüler vom linken Trottoir her auf der Strasse auf das Postauto zukamen und 
gemäss seiner Sachverhaltsversion zudem unter ihnen noch ein Gerangel bzw. 
vom rechten Trottoir ein Rennen um die Plätze stattfand (act. 8, act. 23, S. 2), 
war er zu erhöhter Vorsicht verpflichtet. Es stellt sich folglich die Frage, weshalb 
er der sich anbahnenden Gefährdung der Schüler nicht rechtzeitig durch Betäti-
gen des Signalhorns oder sogar durch Anhalten reagierte.

C. bezeugte im Weiteren, dass sich auf der Haltestelle bereits der Bus 
nach G. befunden habe und Z. folglich nicht wie üblich die Haltestelle habe an-
fahren können. Am Schluss seines Manövers habe er das Postauto stark nach 
rechts gezogen. Dadurch sei er X. über den Fuss gefahren. Der Zeuge will vom 
Postauto am Rücken berührt worden sein, als er zurückgelaufen sei (act. 29, S. 
2). Dass das Postauto vor dem Anhalten nach rechts gelenkt worden sei, bekun-
dete auch der verunfallte Schüler (act. 28, S. 2). Selbst der Postautochauffeur 
sagte aus, er habe das Postauto „in kurzem Winkel“ in die Haltestelle gefahren 
und am Ende des Manövers seien die vorderen Räder leicht nach rechts abge-
dreht gewesen (act. 23, S. 2). Es erscheint folglich glaubwürdig, dass das 
Postauto bei der Einfahrt in die Haltestelle zuerst nach links gegen das Trottoir 
und danach nach rechts gegen die Strasse gelenkt wurde, wie C. angab (act. 9; 
act. 29, S. 2). Dass dem so gewesen sein dürfte, folgt schon daraus, dass an-
dernfalls das Postauto nicht parallel zur Strasse hätte angehalten werden kön-
nen. Dadurch kam aber das rechte Vorderrad näher an die Strasse zu stehen.

d) Es ergibt sich somit, dass bezüglich der unmittelbar Betroffenen 
(Postautochauffeur und verunfallter Schüler) Aussage gegen Aussage steht, 
dass aber eine gewichtige Zeugenaussage zu Gunsten des Verunfallten spricht. 
Eine zurückhaltende Würdigung des Zeugnisses des C. allein mit der Begrün-
dung, es handle sich bei ihm um einen guten Schulkollegen des Geschädigten, 
ist fragwürdig. Er sagte als Zeuge aus und nichts lässt den Schluss zu, seine 
Aussage sei wahrheitswidrig. Jedenfalls ist dieser Aussage ein höheres Gewicht 
beizumessen als derjenigen der Zeugin E., zumal sie über den Standort und das 
Verhalten der Schüler und insbesondere des Verunfallten nichts Konkretes aus-
zusagen vermochte. Unter diesen Umständen führt eine Würdigung der zur Zeit 
vorliegenden Beweise nicht zur Schlussfolgerung, dass bei einer Anklage eine 
Verurteilung des Angeschuldigten unwahrscheinlich ist, somit mit einem Frei-

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spruch gerechnet werden muss. Dabei gilt es in diesem Zusammenhang insbe-
sondere zu beachten, dass es für einen Schuldspruch gereichen dürfte, wenn 
Kinder beim Einfahren des Postautos in die Haltestelle für den Postchauffeur er-
kennbar herum sprangen wie auch, wenn sie zu diesem Zeitpunkt bereits still 
standen. Anders verhielte es sich, wenn die Kinder erst im letzten Moment auf 
die Strasse sprangen und der Postchauffeur daher nicht mehr in der Lage war, 
rechtzeitig zu reagieren. Derartiges ergibt sich jedoch aus den Aussagen aller 
befragten Personen nicht. Die Staatsanwaltschaft durfte somit aus den von ihr 
dargelegten Gründen das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung nicht 
einstellen.

e) Wie bereits erwähnt, setzt die Einstellung einer Untersuchung zu-
sätzlich voraus, dass die Verfügung auf einem entscheidungsreifen Beweiser-
gebnis beruht. Dies ist dann der Fall, wenn keine konkret zu erhebenden Beweis-
mittel mehr zu erkennen sind, die das Resultat beeinflussen könnten. Erst die 
fehlende Möglichkeit einer Ergänzung der Untersuchung rechtfertigt die Einstel-
lung des Verfahrens. Solange aber noch konkret zu erhebende Beweismittel er-
kennbar sind, liegt ein entscheidungsreifes Beweisergebnis nicht vor. Bei umstrit-
tener Sachlage, wie im konkreten Falle, ist vielmehr zu prüfen, ob die Abnahme 
weiterer Beweismittel möglich wäre und ob diese zur Erhellung des massgebli-
chen Sachverhaltes geeignet wären.

Erachtete der Untersuchungsrichter eine zurückhaltende Würdigung der 
Zeugenaussage des C. aufgrund der offenbar guter Kollegialität der beiden Schü-
ler als angezeigt, fragt es sich, ob nicht zweckdienlich gewesen wäre, weitere 
Zeugen, insbesondere die vom Vater des Verunfallten genannte Schülerin J., zu 
befragen. Der Umstand, dass sich der Unfall schon vor zehn Monaten ereignet 
hatte, schloss eine Einvernahme nicht aus, zumal solche aussergewöhnliche Er-
eignisse wie vorliegend nach allgemeiner Erfahrung durchaus im Gedächtnis haf-
ten bleiben.

f) Demnach ist festzuhalten, dass sich einerseits gestützt auf das be-
reits vorliegende Beweisergebnis ein strafrechtlich relevantes Verhalten des Be-
schwerdegegners keineswegs ausschliessen lässt und anderseits auch noch 
weitere Beweismittel ersichtlich sind, die das Beweisergebnis noch zu beeinflus-
sen vermögen. Der Untersuchungsrichter wird somit zu prüfen haben, ob weitere 
Zeugenbefragungen zu tätigen sind. Sollte er davon absehen und die bereits ge-

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machten Aussagen im Wesentlichen bestätigen, dürfte sich eine erneute Einstel-
lung des Verfahrens kaum rechtfertigen.

Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfügung auf-
zuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft 
zurückzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
zu Lasten des Kantons Graubünden (Art. 160 Abs. 3 StPO). Von einer Entschä-
digung zu Gunsten des Beschwerdeführers ist mangels gesetzlicher Grundlage 
abzusehen.

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfü-
gung aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Staats-
anwaltschaft Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden.

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar