# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8176cc94-0272-5c59-895c-538beec72bba
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.06.2008 C-706/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-706-2006_2008-06-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-706/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

M._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
L._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-706/2006

Sachverhalt:

A.
Der  marokkanische  Staatsangehörige  L._______  (geboren  1985, 
nachfolgend: Gesuchsteller bzw. Eingeladener) beantragte am 11. No-
vember 2005 bei der Schweizerischen Botschaft in Rabat die Erteilung 
eines Einreisevisums für die Dauer von einem Monat. Als Zweck der 
beabsichtigten Reise gab er  an,  seine im Kanton Aargau wohnhafte 
Schwester  M._______  (nachfolgend:  Gastgeberin  bzw. Beschwerde-
führerin) und deren Familie besuchen zu wollen. 

B.
Die Gastgeberin  war  schon zuvor,  am 25. Oktober  2005,  mit  einem 
Einladungsschreiben  an  die  Schweizerische  Botschaft  in  Rabat  ge-
langt. Darin äusserte sie unter anderem, sie habe schon seit zwei Jah-
ren keine Gelegenheit mehr gehabt, ihre Familie zu besuchen, da ihr 
dreijähriger Sohn das Klima in Marokko, insbesondere aber die Diesel-
emissionen am Wohnort der Verwandten, nicht vertrage. Sie garantiere 
für  sämtliche Kosten im Zusammenhang mit  dem Besuchsaufenthalt 
ihres Bruders.

C.
Nach formloser Verweigerung übermittelte die Schweizerische Vertre-
tung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

D.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Aargau bei der Gastge-
berin ergänzende Auskünfte eingeholt  und mit ablehnender Stellung-
nahme an das BFM weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Ein-
reisegesuch mit  Verfügung vom 28. Dezember 2005 ab. Dies im We-
sentlichen mit  der Begründung, der Gesuchsteller stamme aus einer 
Region, aus welcher als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen 
und soziokulturellen Verhältnisse ein starker Zuwanderungsdruck fest-
zustellen  sei.  Viele  seiner  Landsleute  versuchten  –  einmal  in  der 
Schweiz – ihren Aufenthalt durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher 
Mittel zu verlängern, um sich so in Umgehung der bundesrätlichen Be-
grenzungsmassnahmen eine vermeintlich bessere Zukunft  aufzubau-
en. Dem Gesuchsteller oblägen im Heimatland weder zwingende be-
rufliche oder  gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre  Verant-
wortlichkeiten, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rück-
kehr bieten könnten.

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E.
Mit  Verwaltungsbeschwerde vom 9. Januar  2006 an das  damals  zu-
ständige Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) bean-
tragt die Gastgeberin sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen 
Verfügung  und  die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums. Zur 
Begründung  bringt  sie  im Wesentlichen  vor,  die  Vorinstanz  gehe  zu 
Unrecht davon aus, die Wiederausreise ihres Bruders nach einem Be-
suchsaufenthalt wäre nicht gesichert. Als Gastgeberin sei sie an seiner 
fristgemässen Rückreise interessiert, und sie garantiere auch persön-
lich dafür. Ihr und auch ihrem Bruder sei bekannt, dass Letzterer zur-
zeit keine Chance habe, hier arbeiten bzw. heiraten zu können. Bei der 
Interessenabwägung gelte es zu berücksichtigen, dass sie seit sieben 
Jahren keine Blutsverwandten mehr eingeladen habe.

F.
Auf  Einladung  der  Instruktionsbehörde  hin  äusserte  sich  die  Be-
schwerdeführerin in einer Eingabe vom 30. Januar 2006 ergänzend zu 
den familiären und schulischen Verhältnissen ihres Bruders und reich-
te eine ihn betreffende Schulbestätigung ("certificat scolaire") zu den 
Akten.

G.
In ihrer Vernehmlassung vom 17. Februar 2006 spricht sich die Vorin-
stanz für die Abweisung der Beschwerde aus.

H.
Mit  verfahrensleitender  Anordnung vom 24. Februar  2006 wurde der 
Beschwerdeführerin die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1  Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

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1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
bereits  beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom Bun-
desverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.4 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes sowie, sofern nicht eine kantonale Behörde 
als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt wer-
den  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl. 
E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publ. Urteils 2A. 451/2002 vom 
28. März 2003).

3.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, 

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zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und An-
meldung von Ausländerinnen  und Ausländern  (aVEA,  AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

4.
4.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu 
fällen (Art. 4  und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

4.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

5.
5.1 Der Gesuchsteller bedarf aufgrund seiner Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

5.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

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5.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht.

5.4 Mit  einem Pro-Kopf-Einkommen von 1460 Euro hat  Marokko die 
Struktur eines Entwicklungslandes. Obschon sich die nach den Wahlen 
im Jahre 2002 eingesetzte Regierung von Driss Jettou die Bekämp-
fung  der  Armut  durch  dauerhaftes  hohes  Wirtschaftswachstum  und 
Schaffung neuer Arbeitsplätze zum Ziel setzte und entsprechende Re-
formen  einleitete,  ist  Einschätzungen  zufolge  das  derzeitige  volatile 
Wirtschaftswachstum nicht ausreichend, um den Anteil der armen Be-
völkerung dauerhaft zu senken. Die hohe Arbeitslosigkeit und der hohe 
Anteil  von Unterschäftigten stellt ebenfalls weiterhin ein Problem dar. 
Von der  Arbeitslosigkeit  insbesondere  betroffen ist  die  junge urbane 
Bevölkerung, deren Arbeitslosigkeit auf 33 % geschätzt wird (Quellen: 
www.state.gov  ,  U.S. Department  of  State > Countries > Background 
Notes  >  Morocco  [Stand  Oktober  2007,  besucht  am  5. Juni  2008]; 
www.auswaertiges-amt.de  , Länder- und Reiseinformationen > Marok-
ko >  Wirtschaft  [Stand: Dezember  2007,  besucht  am 5. Juni  2008]; 
NZZ vom 2./3. Juni 2007 S. 31). Vor allem in der jüngeren Bevölkerung 
ist  aufgrund  der  ungünstigen  Lebensverhältnisse  ein  starker  Migra-
tionsdruck festzustellen. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland vieler 
Auswanderer im erwerbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren 
Lebensbedingungen eine neue Existenz aufbauen möchten. Der Trend 
zeigt sich erfahrungsgemäss dort  besonders stark, wo durch die An-
wesenheit  von  Verwandten  oder  Bekannten  bereits  ein  minimales 
soziales  Beziehungsnetz  im  Ausland  besteht.  Im  Falle  der  Schweiz 
führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten 
zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.

5.5 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch, wie bereits erwähnt, sämtliche 
Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt 
einem Gesuchsteller  oder  einer  Gesuchstellerin  im  Heimatstaat  bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 

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http://www.state.gov/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits muss bei An-
tragstellerinnen  und  Antragstellern,  die  in  der  Heimat  keine  der  er-
wähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigrati-
on abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risi-
ko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach be-
willigter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt wer-
den.

6.
6.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 23-jährigen, unver-
heirateten Mann. Er  lebt  in  einer  mittelgrossen und nahe der  algeri-
schen Grenze liegenden Stadt im östlichen Marokko in Hausgemein-
schaft mit Eltern und zwei Geschwistern. Aus dem blossen Umstand, 
dass er bei einer Ausreise seine Eltern und zwei Geschwister in der 
Heimat zurücklassen würde, kann die Beschwerdeführerin noch nichts 
für sich ableiten. Irgendwelche besonderen Verantwortlichkeiten oder 
Abhängigkeiten im Verhältnis zwischen dem Gesuchsteller und seinen 
Eltern  bzw. Geschwistern  werden  von  der  Beschwerdeführerin  nicht 
geltend gemacht. Schon rein altersmässig befindet sich der Gesuch-
steller in einer Lebensphase, in der man sich in aller Regel von den El-
tern  und Geschwistern löst  und eine selbständige Lebensplanung in 
Angriff nimmt. 

6.2 Der Gesuchsteller geht keiner Erwerbstätigkeit nach. Gemäss Dar-
legung der Beschwerdeführerin und einem dazu eingereichten Doku-
ment ("certificat scolaire" vom 23. Januar 2006) befindet er sich offen-
bar in Ausbildung. Die Beschwerdeführerin spricht von einem Studium, 
aus dem Beleg zu schliessen dürfte es sich allerdings um eine Mittel-
schule handeln. Zum aktuellen Stand der Ausbildung und dem konkre-
ten Berufsziel  ist  nichts bekannt. Entsprechend lässt sich auch nicht 
abschätzen, welche beruflichen und wirtschaftlichen Perspektiven der 
Gesuchsteller hat. Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Verhältnisse 
vor Ort versteht sich von selbst, dass allein die Tatsache einer laufen-
den  oder  gar  erst  beabsichtigten  Berufsbildung  nicht  schon  den 
Schluss auf intakte Zukunftsperspektiven im Heimatland und damit auf 
ein nicht vorhandenes Emigrationsrisiko zulässt. 

6.3 Im Weitern gilt es zu berücksichtigen, dass der Gesuchsteller mit 
der Gastgeberin und Beschwerdeführerin – seiner Schwester – bereits 
über eine wichtige Bezugsperson in der Schweiz verfügt. Der Gesuch-
steller  könnte  versucht  sein,  es  ihr  gleich  zu  tun. Im Übrigen  hegte 

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schon die Schweizerische Vertretung in Rabat, welche mit den Verhält-
nissen vor Ort gut vertraut ist und sich aus dem direkten Kontakt ein 
Bild von den Einreisewilligen machen kann, grosse Bedenken bezüg-
lich der anstandslosen Wiederausreise und verweigerte die Einreise-
bewilligung formlos.

6.4 Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz zu Recht 
davon ausgehen, für eine fristgerechte und anstandslose Wiederaus-
reise des Eingeladenen bestehe zu wenig Gewähr im Sinne der mass-
geblichen Bestimmungen. An der Richtigkeit dieser Einschätzung än-
dert auch die Tatsache nichts, dass die Beschwerdeführerin die recht-
zeitige Rückkehr des eingeladenen Bruders zugesichert hat; denn eine 
solche Garantie ist trotz bester und ehrlicher Absichten nicht möglich 
bzw. rechtlich nicht durchsetzbar. Gastgeber können zwar für gewisse 
finanzielle  Risiken  im  Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt, 
nicht aber für ein bestimmtes Verhalten ihrer Gäste garantieren (vgl. 
anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-2341/2006 
vom 7. August 2007 E. 6). Der Wunsch der Beschwerdeführerin, ihrem 
Bruder ihr Lebensumfeld in der Schweiz zeigen zu können, hat dem-
nach in den Hintergrund zu treten. Es ist nicht ernsthaft zu bezweifeln, 
dass die Beteiligten ihre familiäre Beziehung durch Besuche in Marok-
ko pflegen können. 

7.
Aus den dargelegten Gründen ist  somit  nicht  zu  beanstanden,  dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel-
tenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und dem Gesuchstel-
ler die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt kein 
Bundesrecht. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und voll-
ständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermes-
sen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). Die Be-
schwerde ist demzufolge abzuweisen.

8.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem am 23. Januar 2006 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt Kanton Aargau (Akten [...] retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Daniel Brand

Versand: 

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