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**Case Identifier:** 1790b260-5c54-5fd6-8299-8deb543a803e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.01.2022 100 2021 299
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-299_2022-01-06.pdf

## Full Text

100.2021.299U
BUC/LIJ/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 6. Januar 2022

Verwaltungsrichter Bürki
Gerichtsschreiberin Liniger

A.________

Beschwerdeführerin

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2019 (Entscheid 
der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 9. September 2021; 
100 21 197)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.01.2022, Nr. 100.2021.299U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ersuchte am 26. Februar 2021 um Erlass der ausstehenden 
Kantons- und Gemeindesteuern 2019 von Fr. 1'263.75 (inkl. Verzugszins). 
Mit auf den 20. Mai 2021 vordatiertem Entscheid wies die Steuerverwaltung 
der Einwohnergemeinde (EG) Bern – eröffnet durch die Steuerverwaltung 
des Kantons Bern – das Erlassgesuch ab.

B.

Am 11. Mai 2021 erhob A.________ dagegen Rekurs bei der 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche das Rechtsmittel 
mit Entscheid vom 9. September 2021 abwies.

C.

Hiergegen hat A.________ am 8. Oktober 2021 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt sinngemäss, der Entscheid der 
StRK sei aufzuheben und die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 seien zu 
erlassen. Am 19. Oktober 2021 hat sie um unentgeltliche Rechtspflege er-
sucht.

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Beschwerdevernehm-
lassung vom 1. November 2021 bzw. Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 
2021 je auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.01.2022, Nr. 100.2021.299U, 
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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 
[StG; BSG 661.11]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Ver-
fahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG). Die Bestim-
mungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 151 StG i.V.m. Art. 81 
Abs. 1 und Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Für den Erlass der Kantonssteuern ist grundsätzlich die kantonale 
Steuerverwaltung zuständig (vgl. Art. 240 Abs. 3 StG). Die Finanzdirektion 
kann die entsprechende Entscheidbefugnis jedoch einer Gemeinde übertra-
gen (Art. 240 Abs. 3 Bst. b StG). So wurde bezüglich der EG Bern verfahren, 
der die Erlasskompetenz für die auf ihrem Territorium erhobenen Kantons- 
und Bundessteuern zukommt und die deshalb für den erstinstanzlichen Er-
lassentscheid verantwortlich zeichnet (vgl. vorne Bst. A). Die einschlägige 
Vereinbarung sieht aber offenbar vor, dass in einem allfälligen Rechtsmittel-
verfahren die kantonale Steuerverwaltung ihre Rechte selber wahrt.

1.3 Neben dem Erlass der Kantonssteuer ist auch jener der Gemeinde-
steuer streitig. Für den diesbezüglichen Entscheid ist die Gemeinde zustän-
dig, wobei sie ihre Erlasskompetenz der für den Erlass der Kantonssteuern 
zuständigen kantonalen Behörde übertragen kann (Art. 240 Abs. 4 StG). Die 
EG Bern hat mit vom 20. Mai 2021 datiertem Entscheid den anbegehrten 
Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2019 abgelehnt und damit erst-
instanzlich selber über den Erlass ihrer Steuerforderung befunden (vgl. 
vorne Bst. A). Am 28. Februar 2013 hat sie mit Generaldelegation ihre 
«Kompetenz zur Wahrung der Gemeindeinteressen in den Steuerjustizver-
fahren» an die Steuerverwaltung abgetreten bzw. delegiert. Aufgrund dieser 
steuergesetzlich ausdrücklich vorgesehenen «Kompetenzdelegation» (so 
Erläuterungen zum Steuergesetz 2001, S. 303) ist die Steuerverwaltung be-

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fugt, anstelle der materiell berechtigten EG Bern das Rechtsmittelverfahren 
in eigenem Namen (auch) hinsichtlich des Erlasses der Gemeindesteuer zu 
führen (vgl. BVR 2018 S. 376 [VGE 2017/209 vom 17.5.2018] nicht publ. 
E. 1.3, 2014 S. 197 [VGE 2013/184/185 vom 29.1.2014] nicht publ. E. 1.3 
mit Hinweisen). Damit erübrigt es sich, die EG Bern als notwendige Partei in 
das Verfahren einzubeziehen.

1.4 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt sicher, 
dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen wirtschaft-
lichen Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 Abs. 1 der 
Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch Art. 127 Abs. 2 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb grundsätzlich davon aus-
zugehen, dass den Steuerpflichtigen die Bezahlung der veranlagten Steuern 
sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch können gemäss Art. 240 
Abs. 1 StG rechtskräftig festgesetzte Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteu-
ern sowie Zinsen, Gebühren und allenfalls (gewisse) Bussen ganz oder teil-
weise erlassen werden, wenn ihre Zahlung in Ausnahmefällen mit einer er-
heblichen bzw. grossen Härte verbunden wäre. Bei solchen Gegebenheiten 
soll ein Steuererlass zur langfristigen bzw. dauerhaften Sanierung der wirt-
schaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person beitragen (vgl. Art. 240a 
Abs. 1 StG; BVR 2018 S. 376 E. 2.1, 2016 S. 261 E. 2.1, 2014 S. 197 
E. 2.1).

2.2 Sind die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt das kantonale 
Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen Rechtsanspruch auf Steu-
ererlass ein. Allerdings kann die Gewährung des Steuererlasses an Bedin-
gungen wie Abzahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft wer-

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den (Art. 240 Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen Ausschlussgründe 
gemäss Art. 240c Abs. 1 StG kommt es nicht darauf an, weshalb die steuer-
pflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. Art. 35 
Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und die Ver-
zinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen Forderungen, 
über Zahlungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen infolge Unein-
bringlichkeit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733]). Ob ein Härtefall im 
Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG vorliegt, beurteilt sich mit Blick auf die gesam-
ten wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Person, wie sie sich 
im Entscheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den Zukunftsaussichten 
Rechnung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG). Wäre der steuerpflich-
tigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine fristgerechte Zahlung möglich 
gewesen, so ist dies beim Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 240a 
Abs. 2 Satz 2; BVR 2018 S. 376 E. 2.2, 2014 S. 197 E. 2.2).

2.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von Art. 240 
Abs. 1 StG ist, ob Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zu-
mutbar sind, was grundsätzlich immer dann der Fall ist, wenn die verfüg-
baren Mittel der steuerpflichtigen Person deren betreibungsrechtliches Exis-
tenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 
1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) übersteigen 
(Art. 240a Abs. 3 StG). Dementsprechend ist das Bestehen einer finanziellen 
Notlage gesetzlich umschrieben: Gemäss Art. 240b Abs. 1 Bst. b StG setzt 
eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in einem Missverhältnis zur 
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht, sodass 
diese den geschuldeten Betrag trotz Beschränkung der Lebenshaltungskos-
ten auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum in absehbarer Zeit nicht 
vollständig begleichen kann (BVR 2018 S. 376 E. 2.3, 2014 S. 197 E. 2.3).

2.4 Allerdings ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise von 
einem Steuererlass abzusehen, wenn einer der in Art. 240c Abs. 1 StG auf-
gezählten gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (vgl. BVR 2018 
S. 376 E. 2.4, 2014 S. 197 E. 2.4; vgl. auch BGer 2D_45/2020 vom 
10.6.2021, in BVR 2021 S. 386 E. 3.3 ff. [betreffend VGE 2019/430/431 vom 
9.9.2020]).

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3.

3.1 Die StRK hat ihren abschlägigen Entscheid damit begründet, dass 
die Bezahlung der Steuerschulden für die Beschwerdeführerin nicht mit einer 
erheblichen Härte verbunden sei. Den monatlichen Einkünften von 
Fr. 5'242.75 stehe ein betreibungsrechtlicher Zwangsbedarf von Fr. 5'058.85 
gegenüber, womit die Beschwerdeführerin über eine freie Einkommensquote 
von Fr. 183.90 pro Monat verfüge. Dieser Betrag erlaube es ihr, die aus-
stehenden Kantons- und Gemeindesteuern 2019 von Fr. 1'263.75 (inkl. Ver-
zugszins) innert rund sieben Monaten und damit in absehbarer Frist zu 
begleichen (angefochtener Entscheid E. 4.12). – Die Beschwerdeführerin 
wendet dagegen ein, die StRK habe bei der Berechnung ihres Zwangsbe-
darfs zu Unrecht die monatlichen Kosten für den Privatschulbesuch ihrer 
Tochter (zzgl. auswärtige Verpflegung) nicht berücksichtigt. 

3.2 Es ist anhand einer Gegenüberstellung von Einkünften und Lebens-
haltungskosten zu beurteilen, ob die Tilgung einer offenen Steuerschuld aus 
wirtschaftlichen Gründen mit einer erheblichen Härte im Sinn von Art. 240b 
Abs. 1 Bst. b StG verbunden wäre. Eine entsprechende Notlage besteht, 
wenn es der steuerpflichtigen Person trotz gebotener Einschränkung ihrer 
Lebenshaltung nicht möglich ist, den ausstehenden Steuerbetrag innert ab-
sehbarer Zeit zu begleichen. Als massgebende Grösse für die zumutbare 
Einschränkung bezeichnen Art. 240a Abs. 3 bzw. Art. 240b Abs. 1 Bst. b 
StG das betreibungsrechtliche Existenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 
SchKG (vgl. vorne E. 2.3). Dieses ist aufgrund des Kreisschreibens Nr. B1 
der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton 
Bern vom 1. Januar 2011 (nachfolgend: KS B1) zu ermitteln, das inhaltlich 
den Richtlinien entspricht, welche die Konferenz der Betreibungs- und Kon-
kursbeamten der Schweiz am 1. Juli 2009 beschlossen hat (KS B1 Bei-
lage 1), sowie aufgrund der zugehörigen Ergänzungen und Präzisierungen 
der kantonalen Aufsichtsbehörde (KS B1 Beilage 2; alles einsehbar unter: 
<www.justice.be.ch>, Rubriken «Verwaltungsgerichtsbarkeit/Kosten/Unent-
geltliche Rechtspflege»). – Davon ist auch die Vorinstanz ausgegangen. Sie 
hat das betreibungsrechtliche Existenzminimum der Beschwerdeführerin im 
Einzelnen wie folgt berechnet (angefochtener Entscheid E. 4.1 ff., 4.12):

Einkünfte monatlich: 

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Nettoeinkommen Fr. 4'377.90
Anteil 13. Monatslohn Fr. 364.85
Alimente Fr. 500.00

------------------
Total Einkünfte Fr. 5'242.75

Ausgaben monatlich:
Grundbetrag für eine alleinerziehende Person Fr. 1'350.00
Grundbetrag für jedes Kind über 10 Jahre Fr. 1'200.00
Nettomietzins (inkl. Nebenkosten Akonto) Fr. 1'630.00
Heiz- und Betriebskostenabrechnung Fr. 10.00
Krankenkasse KVG Beschwerdeführerin Fr. 304.15
Krankenkasse KVG Kinder Fr. 51.70
Mietkosten Autoeinstellplatz Fr. 100.00
Auswärtige Verpflegung Fr. 160.00
Kinderbetreuung Sohn Fr. 253.00

------------------
Zwangsbedarf Fr. 5'058.85

Freier Betrag Fr. 183.90

3.3 Massgebend sind grundsätzlich die wirtschaftlichen Verhältnisse im 
Entscheidzeitpunkt (vgl. vorne E. 2.2). Die Beschwerdeführerin ist als … 
tätig. Gestützt auf die aktuellsten aktenkundigen Lohnabrechnungen und 
Kontoauszüge erzielte sie in den Monaten Januar bis Mai und Juli bis 
September 2021 ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 4'394.55 
([3 x Fr. 4'409.90 + Fr. 4'299.90 + Fr. 4'359.90 + Fr. 4'339.90 + Fr. 4'359.90 
+ Fr. 6'917.20 - Fr. 2'350.--] / 8; vgl. Kontoauszüge von Januar bis Mai 2021, 
Vorakten StRK [act. 6A] pag. 70, 76, 84, 90 und 93; Lohnabrechnungen vom 
22.7., 26.8. und 23.9.2021 [act. 4A]). Den Lohnabrechnungen ist zudem zu 
entnehmen, dass die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin Weiterbildungs-
kosten von Fr. 2'350.-- pro Semester vorgeschossen und anschliessend je-
weils in monatlichen Raten von Fr. 390.-- vom Lohn abgezogen hat. Wie die 
Steuerverwaltung zu Recht ausführt, ist dieser Betrag (wieder) zum Lohn 
dazuzurechnen, ansonsten die Weiterbildungskosten – obschon sie im 
Zwangsbedarf nicht berücksichtigt werden können (vgl. dazu hinten E. 3.4.4) 

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– dennoch die verfügbare Quote der Beschwerdeführerin schmälern würden. 
Zu addieren ist weiter ein anteilsmässiger 13. Monatslohn von rund 
Fr. 398.70 ([Fr. 4'394.55 + Fr. 390.--] / 12; vgl. Angabe der Beschwerdefüh-
rerin in der Berechnung des Monatsbudgets der Schuldenberatung vom 
26.2.2021, Vorakten StV [act. 6B] pag. 35). Hingegen sind die Kinderali-
mente von monatlich Fr. 500.-- (vgl. dazu Trennungsvereinbarung vom 
2.12.2010, Vorakten StV [act. 6B] pag. 30-32 und etwa Kontoauszug vom 
September 2021, Gutschrift vom 30.9.2021 [act. 4A]) und die im Lohn ent-
haltenen Kinderzulagen von monatlich Fr. 530.-- (vgl. Lohnabrechnungen 
von Juli bis September 2021 [act. 4A]) nicht als Einkommen der Beschwer-
deführerin anzurechnen. Denn aus dem Kinderunterhaltsbeitrag, welcher 
(grundsätzlich) dem Kind – und nicht dem obhutsberechtigten Elternteil – zu-
steht (Art. 289 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; 
SR 210]), und der Kinderzulage ist der Lebensbedarf des Kindes zu decken 
(vgl. BGE 115 IA 325 E. 3a; BGer 5A_661/2013 vom 15.1.2014 E. 4.3, 
7B.35/2005 vom 24.3.2005 E. 4.2; VGE 2011/50/51 vom 18.1.2012 E. 4.2; 
Georges Vonder Mühll, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, Art. 93 SchKG 
N. 35, auch zum Folgenden). Im Gegenzug ist bei der Berechnung des 
Zwangsbedarfs des obhutsberechtigten Elternteils der durch den Unterhalts-
beitrag und die Kinderzulage gedeckte Aufwand des Kindes nicht zu berück-
sichtigen (BGer 5A_661/2013 vom 15.1.2014 E. 4.3; vgl. auch Frank Emmel, 
in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, Art. 117 N. 6; Rüegg/
Rüegg, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2017, Art. 117 ZPO N. 10). Nach dem 
Gesagten ist von monatlichen Einkünften von Fr. 4'653.25 auszugehen 
(Fr. 4'394.55 + Fr. 390.-- + Fr. 398.70 - Fr. 530.--).

3.4 Zum Zwangsbedarf ergibt sich sodann Folgendes:

3.4.1 Anzurechnen ist zunächst der Grundbetrag für alleinerziehende Per-
sonen von Fr. 1'350.-- (KS B1 Beilage 1 Ziff. I/2). Die Grundbeträge für die 
beiden Kinder der Beschwerdeführerin von je Fr. 600.-- (gemäss KS B1 Bei-
lage 1 Ziff. I/4 für Kinder über zehn Jahre) sind um den durch den Unterhalts-
beitrag von Fr. 500.-- und die Kinderzulage von Fr. 530.-- gedeckten Anteil 
zu kürzen und somit nur im Umfang von insgesamt Fr. 170.-- (Fr. 1'200.-- - 
Fr. 1'030.--) zu berücksichtigen (vorne E. 3.3). 

https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F210%2F289%2F1
https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F210%2F289%2F1
https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F272

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3.4.2 Die Beschwerdeführerin bezahlt für ihre Wohnung einen monatlichen 
Mietzins von Fr. 1'630.-- (Rechnung vom September 2021 [act. 4A]). Die 
Prämien für die obligatorische Krankenversicherung belaufen sich gemäss 
aktuellster Prämienrechnung auf Fr. 304.15 für die Beschwerdeführerin und 
insgesamt Fr. 51.70 für ihre beiden Kinder (inkl. Prämienverbilligungen, vgl. 
Rechnung vom 30.8.2021 [act. 4A]). 

3.4.3 Als Berufsauslagen zu berücksichtigen sind zunächst die Kosten für 
den Autoeinstellplatz von monatlich Fr. 100.-- (Rechnung vom September 
2021 [act. 4A]), den die teilweise im Aussendienst tätige Beschwerdeführerin 
für das Geschäftsfahrzeug benötigt (vgl. Lohnausweis 2020, Vorakten StV 
[act. 6B] pag. 46; angefochtener Entscheid E. 4.5; jeweils auch zum Folgen-
den; KS B1 Beilage 1 Ziff. II/4 Bst. d; Georges Vonder Mühll, a.a.O., Art. 93 
SchKG N. 26). Für die übrigen mit dem Fahrzeug bzw. dem Arbeitsweg zu-
sammenhängenden Auslagen kommt unstreitig die Arbeitgeberin auf. Nicht 
zu beanstanden sind ferner die von der Vorinstanz angerechneten rund 
Fr. 160.-- als Mehrkosten für auswärtige Verpflegung bei einem Arbeitspen-
sum von 80 % ([220 Arbeitstage x Fr. 11.-- / 12 Monate] : 100 x 80; vgl. 
KS B1 Beilage 1 Ziff. II/4 Bst. b; angefochtener Entscheid E. 4.6). Ferner hat 
die StRK einen monatlichen Zuschlag für die Fremdbetreuung des Sohnes 
als unumgängliche Berufsauslagen anerkannt (angefochtener Entscheid 
E. 4.7), was mit Blick auf die Arbeitsabwesenheit der alleinerziehenden Be-
schwerdeführerin während vier Tagen in der Woche gerechtfertigt ist (vgl. 
Georges Vonder Mühll, a.a.O., Art. 93 SchKG N. 30a). Damit ist ein Betrag 
von Fr. 252.60 zu berücksichtigen (vgl. Rechnung Tagi vom 3.5.2021, Vorak-
ten StRK [act. 6A] pag. 55).

3.4.4 Die Beschwerdeführerin bezahlt weiter Fr. 2'350.-- pro Semester 
bzw. rund Fr. 390.-- pro Monat für ihre Weiterbildung (HF …, Ver-
tiefungsrichtung …, vgl. Rechnung vom 17.8.2021 [act. 4A]), wobei ihr die 
Arbeitgeberin die Semestergebühren jeweils vorschiesst und anschliessend 
ratenweise vom Lohn abzieht (vgl. vorne E. 3.3). Weiterbildungskosten 
können in angemessenem Rahmen berücksichtigt werden, wenn die 
Weiterbildung beruflich notwendig ist, insbesondere der Erhaltung oder 
Erreichung eines existenzsichernden Einkommens dient 
(VGE 2011/312/313 vom 14.6.2012 E. 4.1.3; Georges Vonder Mühll, a.a.O., 

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Art. 93 SchKG N. 28). Inwiefern dies hier der Fall ist, legt die Beschwerde-
führerin auch vor Verwaltungsgericht nicht ansatzweise dar und ist zudem 
nicht ersichtlich. Mangels Nachweises der beruflichen Notwendigkeit können 
die Kosten damit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (angefochtener Ent-
scheid E. 4.9) nicht angerechnet werden. 

3.4.5 Umstritten ist schliesslich die Anrechenbarkeit der Auslagen für die 
Privatschule …, welche die Tochter der Beschwerdeführerin besucht. Die 
Kosten betrugen im Jahr 2020 Fr. 11'766.70 bzw. Fr. 980.55 monatlich, 
wobei auch Verpflegungskosten im Umfang von insgesamt Fr. 1'340.40 
inbegriffen waren (vgl. Steuerbescheinigung 2020 vom 27.5.2021 [act. 4A]). 
Hinzu kommen die aufgrund des Schulwegs von rund 7.5 km anfallenden 
Auslagen für das Libero-Abonnement der Tochter von monatlich Fr. 60.-- 
(vgl. Kaufquittung vom 20.10.2021 [act. 4A] und <www.maps.google.ch>). 
Es gilt insoweit der Grundsatz, dass die Kosten einer Privatschule nicht 
berücksichtigt werden können, wenn dem Kind der Besuch einer 
unentgeltlichen, öffentlichen Schule möglich und zumutbar ist. Gewichtige 
pädagogische, gesundheitliche oder andere zwingende Gründe können 
jedoch für die Berücksichtigung von Privatschulkosten sprechen. Besonders 
gute oder auch schwache Schulleistungen allein bilden aber keinen 
zwingenden Grund (vgl. BGE 119 III 70 E. 3b; BGer 7B.155/2002 vom 
6.11.2002 E. 4.4; Georges Vonder Mühll, a.a.O., Art. 93 SchKG N. 30). – Die 
Beschwerdeführerin bringt vor, ihre Tochter befinde sich in einer «instabilen 
Lage» und die Situation werde auf einen «stationären Aufenthalt mit Schul-
besuch» hinauslaufen. Es liege daher ein «triftiger Grund» vor, dass die 
Tochter nicht auf eine andere Schule wechseln und aus ihrem «stabilen 
Umfeld» gerissen werden könne. Sie hat vor Verwaltungsgericht eine 
(fach-)ärztliche Bestätigung vom 23. September 2021 (act. 1C) eingereicht. 
Dieser ist zu entnehmen, dass der «Wechsel auf eine Privatschule […] aus 
gesundheitlichen Gründen nach einer belastenden Mobbingsituation in der 
öffentlichen Schule unumgänglich» geworden sei. Das Attest zeigt somit die 
(damalige) Notwendigkeit eines Schulwechsels auf, wie die Steuerverwal-
tung indes zutreffend ausführt, geht daraus nicht hinreichend hervor, wes-
halb der Mobbing-Situation an der alten Schule nicht auch durch einen 
Wechsel in eine andere öffentliche Schule hätte begegnet werden können. 
Auch zur gegenwärtigen gesundheitlichen Situation der Tochter lässt sich 

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der Bestätigung nichts entnehmen. Sollte sie sich tatsächlich in einer insta-
bilen psychischen Verfassung befinden, wie es die Beschwerdeführerin vor-
bringt, würde dies zumindest zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Zumutbarkeit 
eines (erneuten) Schulwechsels sprechen. Wie es sich damit verhält, 
braucht mit Blick auf die nachfolgende Erwägung jedoch nicht abschliessend 
entschieden zu werden:

3.4.6 Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist auch den Zu-
kunftsaussichten Rechnung zu tragen (vgl. bereits vorne E. 2.2). Aufgrund 
der Akten ist davon auszugehen, dass die 14-jährige Tochter der Beschwer-
deführerin derzeit die 8. Klasse besucht (vgl. Steuererklärungen 2019 und 
2020, Vorakten StRK [act. 6A] pag. 10 sowie Vorakten StV [act. 6B] 
pag. 53). Es ist somit anzunehmen, dass sie die obligatorische Schulzeit im 
Juli 2023 abschliessen wird, was mit den Angaben der Beschwerdeführerin 
übereinstimmt (vgl. Rekurs vom 11.5.2021, Vorakten StRK [act. 6A] pag. 2, 
wonach die Tochter die Schule noch für weitere zwei Jahre besuchen 
werde). Auch wenn das Schulgeld bis dahin in den Zwangsbedarf vollum-
fänglich einzubeziehen wäre, würde sich die freie Quote ab August 2023 um 
Fr. 1'040.55 erhöhen (Fr. 980.55 + Fr. 60.--, E. 3.4.5 hiervor). Bei monatli-
chen Einkünften von Fr. 4'653.25 (vorne E. 3.3) und einem Zwangsbedarf 
von Fr. 4'018.45 (Grundbetrag von Fr. 1'350.--, Rest Grundbeträge Kinder 
von Fr. 170.--, Miete von Fr. 1'630.--, Krankenkassenprämien Beschwerde-
führerin und Kinder von Fr. 304.15 bzw. Fr. 51.70, Auslagen Parkplatz von 
Fr. 100.--, auswärtige Verpflegung Beschwerdeführerin von Fr. 160.--, Kos-
ten Fremdbetreuung Sohn von Fr. 252.60) ergibt sich ab August 2023 eine 
freie Quote von Fr. 634.80. Ab diesem Zeitpunkt ist es der Beschwerdefüh-
rerin damit grundsätzlich möglich, die unbezahlt gebliebene Steuerforderung 
2019 von Fr. 1'263.75 (vorne Bst. A) innert rund zwei Monaten abzutragen. 
Würden somit die Kosten für die Privatschule noch für den verbleibenden 
Zeitraum im Zwangsbedarf berücksichtigt, ergäbe sich eine Abzahlungs-
dauer von insgesamt rund 21 Monaten. Da nach der Praxis gar ein Zeitraum 
von zwei Jahren noch als zumutbar erachtet werden kann (vgl. BVR 2018 
S. 376 E. 4.1 mit Hinweisen), wäre dies noch als «absehbare Zeit» für die 
Begleichung der Steuerschulden anzusehen (vgl. vorne E. 2.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.01.2022, Nr. 100.2021.299U, 
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3.5 Es liegt folglich kein wirtschaftlicher Härtefall im Sinn von Art. 240 
Abs. 1 StG vor. Ob mit der Steuerverwaltung ein Steuererlass auch deshalb 
zu verweigern wäre, weil der Ausschlussgrund von Art. 240c Abs. 1 Bst. d 
StG erfüllt ist, kann unter diesen Umständen dahingestellt bleiben. Im Übri-
gen kann der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin allenfalls durch 
die Gewährung von Zahlungserleichterungen in Form einer Erstreckung der 
Zahlungsfristen und/oder von Ratenzahlungen Rechnung getragen werden 
(vgl. Art. 239 StG und Art. 27 ff. BEZV; vgl. angefochtener Entscheid E. 4.12 
sowie bereits Erlassentscheid vom 20.5.2021, Vorakten StV [act. 6B] 
pag. 42), was jedoch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet. 
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin 
grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Er-
satzfähige Parteikosten sind keine entstanden (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 
Abs. 3 und Art. 104 VRPG). Sie hat jedoch um unentgeltliche Rechtspflege 
ersucht.

4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 
und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; 
vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den gleichen Vo-
raussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein Anwalt 
beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es 
rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, 
wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst, wenn Ge-
winnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder 
jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind nach der bun-
desgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei 
denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefah-
ren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massge-
bend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.01.2022, Nr. 100.2021.299U, 
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vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon 
absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung 
und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie 
nichts kostet (BGE 142 III 138 E. 5.1; BVR 2019 S. 128 E. 4.1, 2016 S. 369 
E. 3.1, 2015 S. 487 E. 7.1).

4.3 Bedürftig ist eine Person, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht 
aufzubringen vermag, ohne Mittel anzugreifen, die sie zur Deckung des not-
wendigen Lebensunterhalts für sich und die Familie bedarf. Für die Feststel-
lung der Einkommensarmut ist vom betreibungsrechtlichen Existenzmini-
mum auszugehen, welches nach dem Kreisschreiben Nr. 1 der Zivilabteilung 
des Obergerichts und des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 
25. Januar 2011 über die Ermittlung und den Nachweis der Prozessarmut im 
Sinn von Art. 117 Bst. a ZPO und Art. 111 Abs. 1 VRPG (nachfolgend: KS 1, 
einsehbar unter: <www.justice.be.ch>, Rubriken «Verwaltungsgerichtsbar-
keit/Kosten/Unentgeltliche Rechtspflege») zu ermitteln ist. Die unentgeltliche 
Rechtspflege ist – vorbehältlich der materiellen Voraussetzung – zu gewäh-
ren, wenn das Einkommen geringer ist als der zivilprozessuale Zwangsbe-
darf oder ihn gerade erreicht bzw. bloss geringfügig übersteigt. Bei einem 
Überschuss sind Prozesskosten praxisgemäss bei weniger kostspieligen 
Verfahren innert Jahresfrist, bei anderen innert zwei Jahren zu tilgen (KS 1 
Bst. E). Der Nachweis der Prozessbedürftigkeit obliegt der gesuchstellenden 
Person; diese hat ihre wirtschaftlichen Verhältnisse umfassend darzustellen 
und soweit möglich zu belegen (vgl. BVR 2016 S. 65 E. 3.2.4, 2016 S. 369 
E. 4.3.2; siehe auch Art. 20 Abs. 1 VRPG; Lucie von Büren, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], zum Ganzen Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 111 N. 19 ff.).

4.4 Die Beschwerdeführerin gilt als bedürftig: Kommen zu den um 30 % 
erhöhten Grundbeträgen von Fr. 1ʹ976.-- (vgl. vorne E. 3.4.1; KS 1 Bst. A 
und C Ziff. 1) die Zuschläge gemäss der Berechnung des betreibungsrecht-
lichen Existenzminimums (vgl. vorne E. 3.4.2 f.) hinzu, resultiert ein Betrag 
von Fr. 4ʹ474.45. Zudem sind – anders als im Geltungsbereich des KS B1 
(Beilage 1 Ziff. III; vgl. vorne E. 3.2) – zur Ermittlung des zivilprozessualen 
Zwangsbedarfs auch die laufenden Steuern von rund Fr. 117.80 monatlich 
(Basis Steuerveranlagung 2020 [act. 4A]) zu berücksichtigen (KS 1 Bst. C 

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Ziff. 2g). So resultiert ein zivilprozessualer Zwangsbedarf, der mit 
Fr. 4'592.25 nur geringfügig tiefer ist als das Einkommen der Beschwerde-
führerin von Fr. 4'653.25 (vorne E. 3.3). Der Beschwerdeführerin ist es damit 
nicht möglich bzw. zumutbar, die Verfahrenskosten innert angemessener 
Frist (vgl. E. 4.3 hiervor) zu bezahlen. Ihre Prozessbedürftigkeit ist zu beja-
hen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann zudem in Anbetracht der 
gesamten Umstände nicht als geradezu aussichtslos bezeichnet werden. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzuheissen und die 
Verfahrenskosten sind unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht der 
Beschwerdeführerin vorläufig vom Kanton Bern zu tragen (Art. 113 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 800.--, werden der Beschwerdeführerin auf-
erlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegnerin
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- Eidgenössische Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; 
SR 173.110) oder, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt 
oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall handelt, 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 
90 ff. BGG geführt werden. Gegebenenfalls ist in der Begründung auszuführen, wa-
rum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder es sich aus 
anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall handelt.