# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b83374ef-f4da-5e8e-aee9-aa0f4d87272b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2024 F-3849/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3849-2022_2024-05-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3849/2022, F-6362/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner,  

Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,   

vertreten durch Lisa Rudin, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot und Suspension;  

Verfügungen des SEM vom 4. Juli 2022  

und vom 17. Oktober 2023. 

 

 

 

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der kosovarische Staatsangehörige A._______ (geboren 1983) reiste am 

1. Juli 1998 in die Schweiz ein, wo er eine Niederlassungsbewilligung er-

hielt. Er ist mit B._______ (geboren 1985) verheiratet. Aus der Ehe gingen 

vier Kinder (geboren 2008, 2009, 2014 und 2018) hervor. Ehefrau und Kin-

der leben in der Schweiz und wurden vor Kurzem in das Schweizer Bür-

gerrecht aufgenommen. 

B.  

Während seines Aufenthaltes in der Schweiz trat A._______ immer wieder 

strafrechtlich in Erscheinung: 

- Strafbefehl Bezirksamt Baden vom 18. November 2003: 14 Tage Ge-

fängnis, bedingt vollziehbar (Probezeit zwei Jahre), wegen Angriffs; 

- Strafbefehl Untersuchungsrichteramt Emmental-Oberaargau vom 

10. Juni 2010: Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 60.–, bedingt 

vollziehbar (Probezeit drei Jahre), sowie Busse von Fr. 600.– wegen 

grober Verletzung der Verkehrsregeln; 

- Urteil Bezirksgericht Zürich vom 27. Juni 2012: Freiheitsstrafe von 

21 Monaten, bedingt vollziehbar (Probezeit drei Jahre), wegen Verbre-

chens gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121); 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 7. September 2012: 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 150.–, bedingt vollziehbar 

(Probezeit zwei Jahre), sowie Busse von Fr. 1'100.– wegen Geldwä-

scherei; 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Kanton Freiburg vom 12. Dezember 

2018: Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 100.–, bedingt vollzieh-

bar (Probezeit zwei Jahre), sowie Busse von Fr. 600.– wegen wieder-

holter Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewil-

ligung;  

- Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 14. März 2019: Frei-

heitsstrafe von 28 Monaten, davon 18 Monate bedingt vollziehbar (Pro-

bezeit vier Jahre), wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Be-

täubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 Bst. c und d BetmG, 

teilweise in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG; 

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 3 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 19. Februar 

2020: Geldstrafe von sechs Tagessätzen zu je Fr. 110.– wegen Fahrens 

ohne Berechtigung; 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Solothurn vom 17. März 2020: Busse 

von Fr. 200.– wegen Vornahme einer Verrichtung, welche die Bedie-

nung eines Fahrzeugs erschwert; 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Baden vom 25. Mai 2020: Busse von 

Fr. 100.– wegen Verwendens eines Mobiltelefons ohne Freisprechein-

richtung während der Fahrt; 

- Strafbefehl Staatsanwaltschaft Solothurn vom 22. November 2022: 

Busse Fr. 40.– wegen Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwin-

digkeit innerorts (Halterhaftung). 

C.  

A._______ wurde am 7. Januar 2004, am 4. August 2015 und am 22. Ja-

nuar 2018 aufgrund der Straffälligkeit und Schuldenwirtschaft ausländer-

rechtlich verwarnt. Das Migrationsamt des Kantons Zürich widerrief am 

11. August 2020 die Niederlassungsbewilligung und wies ihn aus der 

Schweiz weg. Dagegen erhobene Rechtsmittel wiesen die Sicherheitsdi-

rektion des Kantons Zürich mit Entscheid vom 26. Februar 2021, das Ver-

waltungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil VB.2021.00257 vom 16. 

September 2021 und schliesslich das Bundesgericht mit Urteil 

2C_831/2021 vom 16. März 2022 allesamt ab. 

D.  

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs am 30. Juni 2022 verfügte das 

Staatssekretariat für Migration SEM am 4. Juli 2022 gegenüber A._______ 

ein ab dem 1. August 2022 geltendes, vierjähriges Einreiseverbot. Einer 

allfälligen Beschwerde dagegen entzog das SEM die aufschiebende Wir-

kung.  

E.  

Ende Juli 2022 nahm A._______ Wohnsitz in Frankreich. Per 16. August 

2022 zog er eigenen Angaben zufolge nach Slowenien. 

F.  

Am 5. September 2022 gelangte A._______ gegen das Einreiseverbot mit 

einer Rechtsmitteleingabe an das Bundesverwaltungsgericht  

(F-3849/2022). Er ersuchte darum, die Verfügung vom 4. Juli 2022 

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Seite 4 

aufzuheben, eventualiter das Einreiseverbot auf ein Jahr bis Ende Juli 

2023 zu beschränken. 

G.  

Mit Vernehmlassung vom 13. Oktober 2022 schloss die Vorinstanz auf Ab-

weisung der Beschwerde. 

H.  

Die Vorinstanz wies am 13. September 2023 formlos und am 17. Oktober 

2023 mittels formeller Verfügung die Gesuche des Beschwerdeführers vom 

12. Juli 2022 beziehungsweise vom 2. Oktober 2023 auf Suspension des 

Einreiseverbots für die Dauer von 14 Tagen zwecks Familienbesuch ab.  

I.  

Gegen die Suspensionsverweigerung vom 17. Oktober 2023 erhob der Be-

schwerdeführer am 17. November 2023 Beschwerde an das Bundesver-

waltungsgericht (F-6362/2023). Er beantragte, die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und das Suspensionsgesuch in dem Sinne gutzuheis-

sen, dass das Einreiseverbot für zwei Wochen über die Weihnachtsfeier-

tage, eventualiter auf den nächsten Termin, zu suspendieren sei.  

J.  

Die Vorinstanz liess sich am 19. Dezember 2023 zur Beschwerde betref-

fend die Suspendierung des Einreiseverbots vernehmen und beantragte 

die Abweisung. 

K.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im Verfahren F-3849/2022 im März 

2023 der vorsitzende Richter im Spruchkörper aufgenommen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Aufgrund des engen persönlichen und sachlichen Zusammenhangs recht-

fertigt es sich vorliegend aus prozessökonomischen Gründen, die Verfah-

ren F-3849/2022 und F-6362/2023 zu vereinigen und in einem Urteil dar-

über zu befinden. 

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 5 

2.  

2.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot nach Art. 67 AIG 

(SR 142.20) oder die Suspendierung eines Einreiseverbots zum Gegen-

stand haben, unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

2.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert, zumal er im Verfahren F-6362/2023 die Suspension des 

Einreiseverbots auf den nächstmöglichen Termin zwecks Familienbesuch 

in der Schweiz beantragt (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

3.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von 

Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermes-

sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

senheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG). Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheidzeitpunkt 

(vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2; 2014/1 E. 2). 

4.  

4.1 Das SEM kann Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlas-

sen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder 

im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a 

AIG, in der hier anwendbaren, bis am 21. November 2022 gültig gewese-

nen Fassung vom 18. Juni 2010 [AS 2010 5925]). Ein Verstoss liegt unter 

anderem vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen 

missachtet werden (Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 

2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, 

SR 142.201]). Von einer Gefährdung ist auszugehen, wenn konkrete An-

haltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt der betroffenen Person in 

der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einer Nichtbeachtung 

der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führt (Art. 77a Abs. 2 VZAE). 

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Seite 6 

4.2 Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten, 

sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öf-

fentlichen Sicherheit und Ordnung (BVGE 2017 VII/2 E. 4.4; 2008/24 

E. 4.2). 

4.2.1 Soweit Art. 67 Abs. 2 aBst. a AIG mit dem Verstoss gegen die öffent-

liche Sicherheit und Ordnung unmittelbar an vergangenes Verhalten des 

Betroffenen anknüpft, steht die Gefahrenabwehr durch Generalprävention 

im Sinne der Einwirkung auf das Verhalten anderer Rechtsgenossen im 

Vordergrund (zur Generalprävention im Ausländerrecht vgl. etwa Urteil des 

BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 m.H.). 

4.2.2 Die Spezialprävention im Sinne der Einwirkung auf das Verhalten des 

Betroffenen selbst kommt zum Tragen, soweit Art. 67 Abs. 2 aBst. a AIG 

als alternativen Fernhaltegrund die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 

und Ordnung durch den Betroffenen selbst nennt. Ob eine solche Gefähr-

dung vorliegt, ist gestützt auf die gesamten Umstände des Einzelfalles im 

Sinne einer Prognose zu beurteilen, die sich in erster Linie auf das vergan-

gene Verhalten des Betroffenen abstützen muss (vgl. BVGE 2017 VII/2 

E. 4.4). 

4.3 Ein Einreiseverbot wird grundsätzlich für eine Dauer von höchstens fünf 

Jahren verfügt (Art. 67 Abs. 3 erster Satz AIG). Die Anordnung eines Ein-

reiseverbots von mehr als fünf Jahren Dauer ist zulässig, wenn von der 

ausländischen Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung ausgeht (Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG). 

5.  

Mit Verfügung vom 4. Juli 2022 verhängte die Vorinstanz gegenüber dem 

Beschwerdeführer ein bis zum 31. Juli 2026 geltendes, vierjähriges Einrei-

severbot. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, die ihm zur Last gelegten 

Straftaten begangen und insoweit den Fernhaltegrund von Art. 67 Abs. 2 

aBst. a AIG gesetzt zu haben. Angesichts der seit Tatbegehung verstriche-

nen Zeit, der ihm attestierten Legalprognose sowie der familiären Bindun-

gen in der Schweiz fordert er jedoch die Aufhebung der Fernhaltemass-

nahme, eventualiter deren Befristung auf ein Jahr. Nachfolgend ist daher 

zu prüfen, ob das angefochtene Einreiseverbot vor dem Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit standhält. 

5.1 Den Entscheid über die Anordnung und die zeitliche Bemessung eines 

Einreiseverbots legen Art. 67 aAbs. 2 und Abs. 3 AIG in das pflichtgemässe 

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Ermessen der Behörde. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit zu. Erforderlich ist eine einzelfallbezogene Inte-

ressenabwägung unter Berücksichtigung sämtlicher wesentlicher Um-

stände. Ausgangspunkt der Überlegungen bilden die Stellung der verletz-

ten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidri-

gen Verhaltens, die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers und 

das von ihm ausgehende zukünftige Gefährdungspotenzial (vgl. Art. 5 

Abs. 2 BV; Art. 96 AIG; BGE 139 II 121 E. 6.5.1; BVGE 2017 VII/2 E. 4.5; 

2016/33 E. 9; 2014/20 E. 8.1). 

5.2 Während seiner rund 24-jährigen Anwesenheit in der Schweiz wurde 

der Beschwerdeführer rund zehn Mal strafrechtlich verurteilt (siehe hierzu 

Bst. B hiervor). Am stärksten ins Gewicht fallen dabei die beiden Strafer-

kenntnisse wegen Betäubungsmittelhandel: 

5.2.1 Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte den Beschwerdeführer am 

27. Juni 2012 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten wegen 

qualifizierter, bandenmässiger Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz. Der Beschwerdeführer stieg im Frühjahr 2010 zusammen mit ei-

ner weiteren Person in den Heroinhandel ein. Er verpackte das vom Kom-

plizen beschaffte Heroingemisch – insgesamt 1'475 Gramm – in Portionen 

und verkaufte es im Zeitraum von Mai bis September 2010.  

5.2.2 Von Mitte bis Ende August 2015 erwarb der Beschwerdeführer im 

Gegenwert für die Übergabe seines Personenwagens insgesamt rund zwei 

Kilogramm Kokaingemisch (bzw. rund 400 Gramm reines Kokain) sowie 

zwei Kilogramm Haschisch und liess die Betäubungsmittel von einem Ku-

rier in den Kosovo transportieren. Dort verkaufte er die Drogen gegen Ent-

gelt. Das Obergericht Zürich verhängte gegen ihn deshalb eine Freiheits-

strafe von 28 Monaten, wovon zehn Monate zu vollziehen waren.  

5.3 Der Beschwerdeführer war somit im Abstand von fünf Jahren mehrmals 

im Betäubungsmittelhandel aktiv, wobei ihm ein grenzüberschreitendes 

Handeln, teilweise als Mitglied einer Bande, sowie finanzielle Motive für die 

Tatbegehung anzulasten sind. Qualifizierte Widerhandlungen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz führen nach dem seit 1. Oktober 2016 geltenden 

Recht zum Verlust eines jeden Aufenthaltsrechts sowie zu einer obligatori-

schen Landesverweisung von 5 bis 15 Jahren Dauer (vgl. Art. 121 Abs. 3 

Bst. a und Abs. 4 BV; Art. 66a Abs. 1 Bst. o StGB). Dieser Wertung ist in 

den Schranken des Verfassungs- und Völkerrechts vorliegend Rechnung 

zu tragen, obwohl die neue Regelung für Straftaten, die – wie hier – vor 

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Seite 8 

ihrem Inkrafttreten begangen wurden, noch nicht gilt (vgl. Urteil 

2C_831/2021 E. 3.3.1; Urteil des BVGer F-3577/2020 vom 3. Februar 2023 

E. 4.3.1 m.w.H.). Bereits aufgrund der besonderen Wichtigkeit der invol-

vierten Rechtsgüter würden die vom Beschwerdeführer begangenen qua-

lifizierten Betäubungsmittelverstösse daher die Annahme einer schwerwie-

genden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu begründen 

vermögen.  

5.4 Im Zusammenhang mit den im Sommer 2015 begangenen Betäu-

bungsmitteldelikten hielt das Zürcher Obergericht dem Beschwerdeführer 

mit Urteil vom 14. März 2019 zugute, über einen Kollegen in die Drogen-

geschäfte hineingerutscht zu sein und durch sein Verhalten eine geringe 

kriminelle Energie offenbart zu haben. Er sei aus eigener Initiative aus dem 

Drogengeschäft ausgestiegen und habe weitere Kontaktversuche von Lie-

feranten abgeblockt. Mit den Strafverfolgungsbehörden habe er sich ko-

operativ gezeigt. Beim Beschwerdeführer liege eine tatsächliche Einsicht 

in das Unrecht der Tat und Reue vor. Seit der Tat im Sommer 2015 habe 

er sich wohlverhalten. Er gehe einer regelmässigen beruflichen Tätigkeit 

nach und sei Inhaber einer gut laufenden Unternehmung mit sieben Ange-

stellten. Er lebe in intakten familiären Verhältnissen, sei Vater von vier Kin-

dern und scheine in der Schweiz gut integriert zu sein. Besagtem Urteil ist 

hingegen ebenfalls zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer sehr 

bewusst für Drogengeschäfte entschieden habe. Er sei nicht süchtig gewe-

sen und habe sich nicht in einer finanziellen Notlage befunden. Letztlich 

sei es ihm darum gegangen, schnell und einfach einen möglichst hohen 

Gewinn herauszuschlagen. Das Vorstrafenregister demonstriere, dass er 

scheinbar nichts aus seinen Strafen gelernt habe. Sein Tatverschulden sei 

als nicht mehr leicht zu qualifizieren.  

5.5  

5.5.1 Dem Beschwerdeführer kann keine gute Gefährdungsprognose at-

testiert werden. Anlässlich der Bestätigung des Widerrufs der Niederlas-

sungsbewilligung erachtete das Bundesgericht eine «gewisse Rückfall-

wahrscheinlichkeit» als gegeben (vgl. Urteil 2C_831/2021 E. 3.3.1). Auch 

das Zürcher Obergericht ging aufgrund der Straffälligkeit des Beschwerde-

führers von einer getrübten Legalprognose aus. Der Beschwerdeführer 

wurde unbesehen bereits verhängter Strafen, laufender Probezeiten und 

drei ausländerrechtlicher Verwarnungen (vgl. Bst. C hiervor) immer wieder 

straffällig. Bei schweren Straftaten, wie etwa Drogendelikten aus rein finan-

ziellen Motiven, ist selbst ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht 

in Kauf zu nehmen (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.5; 125 II 521 E. 4a/aa; Urteil 

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Seite 9 

2C_831/2021 E. 3.3.1). Bezüglich der gewährten Halbgefangenschaft im 

Strafvollzug wies bereits das Bundesgericht mit Urteil vom 16. März 2022 

darauf hin, dass hinsichtlich des noch hinzunehmenden Risikos keine Bin-

dungswirkung der Ausländerbehörde an die Risikoeinschätzung der Straf-

behörden besteht (Urteil 2C_831/2021 E. 3.3.3). Vielmehr ist bei auslän-

derrechtlichen Massnahmen ein im Vergleich zum Strafrecht strengerer 

Beurteilungsmassstab angezeigt (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 m.H.; 120 Ib 129 

E. 5b).  

5.5.2 Dem Wohlverhalten einer Person im Straf- oder Massnahmenvoll-

zug, während strafrechtlicher Probezeiten oder unter dem Druck eines hän-

gigen ausländerrechtlichen Verfahrens kommt als Basis für die Beurteilung 

der Rückfallgefahr keine signifikante Aussagekraft zu (vgl. 139 II 121 

E. 5.5.2; 137 II 233 E. 5.2.2; Urteil des BGer 2C_159/2023 vom 6. Februar 

2024 E. 5.3; BVGE 2014/20 E. 5.4). Vorliegend trat der Beschwerdeführer 

den zehnmonatigen Strafvollzug am 4. August 2020 an. Das Obergericht 

des Kantons Zürich ordnete mit Urteil vom 14. März 2019 eine vierjährige 

Probezeit an. Das ausländerrechtliche Verfahren betreffend Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung und Wegweisung wurde erst mit Urteil des 

BGer am 16. März 2022 abgeschlossen. Zwischen der Ausfällung des Ur-

teils des Zürcher Obergerichts am 14. März 2019 und dem Strafantritt im 

August 2020, aber auch noch im April 2022 sind dem Beschwerdeführer 

mehrere, in der Summe bemerkenswerte Strassenverkehrsdelikte anzu-

lasten. Selbst wenn zu seinen Gunsten von einem Wohlverhalten seit sei-

ner Haftentlassung ausgegangen würde, erweist sich der seither verstri-

chene Zeitraum mit Blick auf die laufende Probezeit und im Vergleich zur 

bisherigen Delinquenz als zu kurz, um annehmen zu können, er werde sich 

inskünftig an die Schweizerische Rechtsordnung halten. Entsprechend 

kann er aus dem Führungszeugnis der Republik Slowenien vom 6. Sep-

tember 2023 nichts für sich ableiten. Lediglich am Rande sei noch ver-

merkt, dass die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Untersuchung ge-

gen den Beschwerdeführer wegen Diebstahls eines Personenwagens im 

Februar 2022 nicht an die Hand nahm. Die Nichtanhandnahmeverfügung 

vom 9. Dezember 2022 erging aufgrund einer Desinteresseerklärung der 

betroffenen Person, nachdem der Beschwerdeführer die nachträgliche Be-

zahlung eines Betrages von Fr. 30'000.– zugesichert haben soll (vgl. hierzu 

den Polizeirapport vom 1. November 2022; ferner die Einstellungsverfü-

gungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 2. und vom 4. Juli 2012 

betreffend Hehlerei bzw. Betrug und Veruntreuung). 

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Seite 10 

5.6 Vom Beschwerdeführer geht nach dem Gesagten eine als erheblich 

einzustufende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Bereich 

hochwertiger Rechtsgüter aus. Nach wie vor ist ein grosses öffentliches 

Fernhalteinteresse anzunehmen (vgl. BVGE 2013/4 E. 7.2). Das Einreise-

verbot soll weiteren Straftaten des Beschwerdeführers entgegenwirken 

und ihn dazu anhalten, bei einer allfälligen Wiedereinreise in die Schweiz 

zu Besuchszwecken nach Ablauf der Dauer des Einreiseverbots keine wei-

teren Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu begehen. 

Ins Gewicht fällt überdies das generalpräventiv motivierte Interesse, die öf-

fentliche Sicherheit und Ordnung durch eine konsequente Massnahmen-

praxis zu schützen (vgl. BVGE 2014/20 E. 8.2 m.H.). 

5.7 Den vorstehenden öffentlichen Interessen an einem Einreiseverbot 

stellt der Beschwerdeführer sein privates Interesse an möglichst ungehin-

derten Einreisen in die Schweiz entgegen. Er macht geltend, von Kindsal-

ter an in der Schweiz gelebt zu haben, wo sich auch seine Ehefrau, die vier 

gemeinsamen Kinder, Eltern und Geschwister befänden. Er habe damit ein 

grosses Interesse daran, besuchsweise in die Schweiz kommen zu kön-

nen, um seine Kinder regelmässig zu sehen. 

5.7.1 Die Beziehung des Beschwerdeführers zur Ehefrau und den vier min-

derjährigen Kindern in der Schweiz fällt in den Schutzbereich des Rechts 

auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 

EMRK (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; 135 I 143 E. 3.1). Der Garantie des Fami-

lienlebens kommt bei der vorliegenden Beurteilung aber nur so weit Be-

deutung zu, als das Einreiseverbot das durch das fehlende Aufenthalts-

recht – die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers wurde wi-

derrufen – ohnehin auf kurzzeitige Besuche beschränkte Familienleben zu-

sätzlich erschwert (BVGE 2013/4 E. 7.4.1).   

5.7.2 Der Beschwerdeführer hat das bestehende Einreiseverbot durch 

seine teils schweren Straftaten über einen längeren Zeitraum hinweg be-

wusst und selbstverschuldet in Kauf genommen. Er musste davon ausge-

hen, dass sein Verhalten weitreichende und langfristige Konsequenzen für 

sich und seine Familie haben wird. Offensichtlich vermochte ihn selbst das 

intakte Familienleben nicht davon abzuhalten, immer wieder straffällig zu 

werden (vgl. Urteil des BVGer F-1419/2022 vom 13. Februar 2023 

E. 6.3.3).  

5.7.3 Durch das Einreiseverbot sind dem Beschwerdeführer Besuchsauf-

enthalte bei seiner Familie in der Schweiz nicht schlichtweg untersagt. 

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Seite 11 

Diese erschwert das Einreiseverbot nur insoweit, als der Beschwerdefüh-

rer mit kosovarischer Staatsangehörigkeit für Besuchsaufenthalte inskünf-

tig für die Dauer des Einreiseverbots eine Suspension beantragen muss 

(vgl. BVGE 2013/4 E. 7.4.3; Urteile des BVGer F-1421/2022 vom 13. Sep-

tember 2023 E. 8.3.3; F-4666/2021 vom 10. Mai 2023 E. 6.3.1;  

F-3577/2020 E. 5.3.2; siehe dazu auch E. 6 hiernach). Eigenen Angaben 

zufolge lebt er seit dem 16. August 2022 in Slowenien. Dort verfügt er über 

einen Aufenthaltstitel und arbeitet als Maurer. Ihm und seiner Familie ist es 

daher zumutbar, das ohnehin auf kurzzeitige Besuche beschränkte Fami-

lienleben vorübergehend im nahen Ausland, in Slowenien oder im Kosovo 

zu leben. Eine Ausschreibung des Einreiseverbots im Schengener Infor-

mationssystem (SIS II) erfolgte nicht. Somit ist die mit dem Einreiseverbot 

erfolgte Beeinträchtigung des Rechts auf Achtung des Familienlebens er-

heblich zu relativieren, soweit der Schutzbereich von Art. 8 EMRK mit dem 

Einreiseverbot überhaupt zusätzlich tangiert wird (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; 

135 I 143 E. 3.1).  

5.7.4 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass ein regelmässi-

ger persönlicher Kontakt mit dem Beschwerdeführer für die Entwicklung 

der Kinder wichtig ist (vgl. Art. 3 und Art. 9 Abs. 3 des Übereinkommens 

vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes [Kinderrechtskonven-

tion, KRK, SR 0.107]; Urteil F-1421/2022 E. 8.3.5). In der Interessenabwä-

gung nach Art. 8 EMRK ist das Kindeswohl jedoch nicht alleine ausschlag-

gebend (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5). In Anbetracht der vom Beschwerdefüh-

rer ausgehenden erheblichen Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung sowie der gegebenen Möglichkeit von Besuchen im grenznahen Aus-

land ist die mit dem Einreiseverbot einhergehende Einschränkung des Fa-

milienlebens hinzunehmen (vgl. Art. 8 Ziff. 2 EMRK; BGE 142 II 35 E. 6.1; 

139 I 330 E. 2.2). Für die Pflege der weiteren sozialen Beziehungen in der 

Schweiz ist dem Beschwerdeführer eine elektronische Kommunikation zu-

mutbar.  

5.8 Zusammenfassend vermögen die familiären Beziehungen sowie die 

enge Bindung des Beschwerdeführers zur Schweiz das gewichtige öffent-

liche Interesse an einer Fernhaltemassnahme nicht aufzuwiegen. Nach wie 

vor geht vom Beschwerdeführer eine erhebliche Rückfallgefahr für hoch-

wertige Rechtsgüter aus. Eine wertende Gewichtung der vorliegend invol-

vierten Interessen ergibt daher, dass das von der Vorinstanz auf vier Jahre 

befristete Einreiseverbot sowohl im Grundsatz als auch in Bezug auf die 

Dauer eine verhältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutz 

der öffentlichen Sicherheit und Ordnung der Schweiz darstellt.  

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 12 

6.  

Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz das Suspensionsgesuch des Beschwer-

deführers mit Verfügung vom 17. Oktober 2023 zu Recht abgelehnt hat. 

6.1  

6.1.1 Die Vorinstanz kann ausnahmsweise aus humanitären oder anderen 

wichtigen Gründen ein Einreiseverbot vorübergehend aussetzen (Art. 67 

Abs. 5 AIG). Der Entscheid über die Suspension eines Einreiseverbots hat 

in pflichtgemässer Ausübung des Ermessens zu ergehen und vor dem 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit standzuhalten. Dabei sind namentlich 

die Gründe, die zum Einreiseverbot geführt haben und das daraus abzu-

leitende öffentliche Interesse an der Fernhaltung der betroffenen Person 

und deren private Interessen an einer zeitweisen Ausserkraftsetzung der 

Massnahme gegeneinander abzuwägen (vgl. Art. 67 Abs. 5 AIG). 

6.1.2 Eine Suspension darf nicht leichthin gewährt werden. Dagegen 

spricht nicht nur das öffentliche Interesse am Schutz der öffentlichen Si-

cherheit und Ordnung, auf dem das Einreiseverbot beruht und das aus An-

lass der Suspension nicht in Frage gestellt werden kann, sondern auch das 

general- und spezialpräventiv motivierte Interesse, mehrjährige Einreise-

verbote nicht schon vergleichsweise kurze Zeit nach erfolgter Ausreise 

zeitlich befristet auszusetzen. Ganz allgemein gilt, dass die Wirkung von 

Einreiseverboten nicht mittels Suspensionen ausgehöhlt werden darf 

(BVGE 2013/4 E. 7.4.3; Urteil des BVGer F-2155/2022 vom 13. Dezember 

2023 E. 3.2 m.w.H.). 

6.1.3 In Beachtung dieser Grundsätze ist die Verwaltungspraxis bei Sus-

pensionen aus familiären und privaten Gründen während der ersten drei 

Jahre nach der Ausreise aus der Schweiz zurückhaltend. Die Suspensions-

gründe müssen besonders gewichtig sein (z.B. Todesfall oder schwere Er-

krankung innerhalb der Familie). Zudem werden umso höhere Anforderun-

gen an einen Suspensionsgrund gestellt, je schwerer die Umstände wie-

gen, die zum Einreiseverbot geführt haben (BVGE 2011/48 E. 6.2). An-

sonsten gelten als wichtiger Grund etwa eine gerichtliche Vorladung, der 

Todesfall eines in der Schweiz lebenden Familienmitglieds oder der Be-

such von nahen Familienangehörigen an hohen Feiertagen oder bei be-

deutenden Familienanlässen, wie Hochzeiten oder Taufen (vgl. zum Gan-

zen Weisungen AIG des SEM vom Oktober 2013 [Stand 1. April 2024] 

Ziff. 8.10.1.4, < www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > Weisun-

gen und Kreisschreiben > I. Ausländerbereich, abgerufen am 29.04.2024). 

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 13 

6.2 Der Beschwerdeführer beantragt eine zweiwöchige Suspension 

zwecks Besuchs bei seiner Familie auf den nächstmöglichen Termin. Zur 

Begründung führt er an, ihm sei bereits im Strafverfahren sowie im Straf-

vollzug (Verbüssung der Strafe in Form von Halbgefangenschaft) eine po-

sitive Prognose gestellt worden. Der intrinsische Antrieb und eigeninitiierte 

Ausstieg aus dem Drogengeschäft sowie die Fähigkeit, die Taten reuig ein-

zugestehen, belegten eine verminderte Rückfallgefahr. Nach der Haftent-

lassung habe er sich denn auch wohlverhalten. Die der Wegweisung zu-

grunde liegende Tat habe sich bereits vor acht Jahren zugetragen. Seit der 

Haftentlassung habe er sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Die 

gerichtlich angesetzte Probezeit von vier Jahren sei mittlerweile abgelau-

fen. In Slowenien lebe er in geregelten Verhältnissen und gehe einer Er-

werbstätigkeit nach. Die von ihm ausgehende Gefahr für die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung sei keineswegs derart gewichtig, als dass ihm erst 

nach drei Jahren der Besuch bei seinen Kindern ermöglicht werden könne. 

Er halte sich an die Anordnungen der Behörden und habe im Hinblick auf 

eine zukünftige Wiedervereinigung mit seiner Familie kein Interesse daran, 

sich diesen zu widersetzen. 

6.3 Zutreffend ist, dass Suspensionen bereits im ersten Jahr nach Anord-

nung einer Fernhaltemassnahme zu prüfen sind, wenn Besuche von min-

derjährigen Kindern in der Schweiz anbegehrt werden. Jedoch setzt auch 

in diesem Fall der Entscheid über eine zeitweise Suspension eine umfas-

sende Interessenabwägung voraus (vgl. Urteile des BVGer F-1551/2022 

vom 5. Oktober 2023 E. 3.5 f.; F-5568/2022 vom 4. Juli 2023 E. 5.1 f.). Das 

Recht auf Familienleben gilt denn auch nicht absolut, wobei das Kindes-

wohl in der Interessenabwägung nicht alleine ausschlaggebend ist (vgl. 

Art. 8 Ziff. 2 EMRK; BGE 143 I 21 E. 5.1; 135 I 143 E. 2.1; Urteil 

2C_831/2021 E. 3.4.4 m.w.H.; BVGE 2011/48 E. 6.3.3). 

6.4 Vorliegend ist nicht in Abrede zu stellen, dass Kontakte des Beschwer-

deführers mittels elektronischer Kommunikationsmittel zu seiner Familie, 

die persönlichen Besuche in deren Umfeld (Kindergarten, Schule etc.) nicht 

ersetzen können. Allerdings sind persönliche Treffen der Familie im grenz-

nahen Ausland, in Slowenien oder im Kosovo durchaus jederzeit und ohne 

administrativen Zusatzaufwand möglich und zumutbar. Die Kinder sind in 

einem reisefähigen Alter. Die Kosten für Fahrten mit dem Personenwagen 

oder mit dem Bus, beispielsweise nach Österreich, sind tragbar, selbst 

wenn die finanziellen Verhältnisse der Familie knapp sein sollten. Anläss-

lich des rechtlichen Gehörs am 2. März 2020 erklärten der 

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 14 

Beschwerdeführer und seine Ehefrau, jährlich bis zu drei Wochen Ferien 

im Kosovo zu verbringen. Insofern ist ein gewisser persönlicher Umgang 

sichergestellt. 

6.5 Nach wie vor geht vom Beschwerdeführer eine erhebliche Gefahr für 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Bereich hochwertiger Rechtsgü-

ter aus (vgl. E. 5.6 hiervor). Im Bereich des Drogenhandels aus finanziellen 

Motiven ist selbst ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht in Kauf 

zu nehmen (vgl. E. 5.5.1 hiervor). Der Beschwerdeführer liess sich durch 

diverse Verwarnungen, bedingt ausgesprochene Strafen, laufende Probe-

zeiten, Gerichtsverfahren oder durch sein Familienleben in der Schweiz 

nicht von der Begehung von Straftaten abhalten (vgl. E. 5.5.1 hiervor). Da-

mit steht einer Suspension der Fernhaltemassnahme vor allem das spezi-

alpräventive Interesse entgegen. Der Beschwerdeführer soll aufgrund sei-

nes bisher wenig einsichtigen Verhaltens dazu angehalten werden, bei ei-

ner allfälligen Wiedereinreise in die Schweiz keine weiteren Verstösse ge-

gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu begehen. Die entspre-

chende Massnahmewirkung würde erheblich entkräftet, würde ihm zum jet-

zigen Zeitpunkt, das heisst etwas weniger als zwei Jahre nach Erlass des 

Einreiseverbots, bereits eine Suspension gewährt (vgl. E. 6.1.2 hiervor). 

6.6 Aufgrund der jederzeitigen Besuchsmöglichkeiten im nahen Ausland, 

in Slowenien oder im Kosovo überwiegen derzeit die Interessen an einer 

Verweigerung der Suspension die entgegenstehenden privaten Interessen 

des Beschwerdeführers. Besonders gewichtige familiäre Gründe für eine 

Suspension führt er nicht an (vgl. Urteil F-2155/2022 E. 5.3). Eine wertende 

Gewichtung der involvierten Interessen ergibt somit, dass die Vorinstanz 

das Gesuch vom 2. Oktober 2023 um Suspendierung des Einreiseverbots 

zu Recht abgewiesen hat. Die Interessenabwägung der Vorinstanz ist nicht 

zu beanstanden. Die angefochtene Verfügung verletzt Bundesrecht nicht 

(Art. 49 VwVG).  

7.  

Im Ergebnis sind die Beschwerden vom 5. September 2022 und vom 

17. November 2023 abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 2'200.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 15 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch 

die in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschüsse gedeckt.  

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

F-3849/2022, F-6362/2023 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren F-3849/2022 und F-6362/2023 werden verei-

nigt. 

2.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'200.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch die in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schüsse gedeckt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Mathias Lanz 

 

 

 

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