# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e33d7db7-c637-575c-b285-d458975658f7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Zwangsmassnahmengericht 24.07.2014 350 14 333 (350 2014 333)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_ZMG_001_350-14-333_2014-07-24.pdf

## Full Text

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg 

 

24. Juli 2014 

 

Geheime Überwachung 

Rück-ID von Drittpersonen: Änderung der Rechtsprechung 

 

Die Überwachung von Drittanschlüssen ist zulässig, wenn der Beschuldigte auf diesen 

Anschluss anruft, soweit für einen solchen Anruf hinreichende Anhaltspunkte bestehen. 

 

Erwägungen 

(…) 

2.2   

2.2.1 Gemäss Art. 270 lit. b StPO darf der Fernmeldeanschluss von Drittpersonen 

überwacht werden, wenn auf Grund bestimmter Tatsachen angenommen werden muss, 

dass die beschuldigte Person den Fernmeldeanschluss der Drittperson benutzt oder die 

Drittperson für die beschuldigte Person bestimmte Mitteilungen entgegennimmt oder von 

dieser stammende Mitteilungen an eine weitere Person weiterleitet.  

Das Bundesgericht hat im Entscheid 138 IV 232 erkannt, dass Art. 270 lit. b Ziff. 1 StPO 

auch die Überwachung von Drittanschlüssen erlaube, auf die der Beschuldigte anruft, soweit 

für einen solchen Anruf hinreichende Anhaltspunkte bestehen. Die Verhältnismässigkeit 

einer entsprechenden Massnahme bedürfe jedoch stets der besonders genauen Prüfung 

aufgrund der konkreten Verhältnisse (E. 6.3). Diese Bundesgerichtspraxis zur aktiven 

(inhaltlichen) Gesprächsüberwachung gilt auch für die rückwirkende Erhebung von 

Telefonie-Randdaten (1B_251/2013, E. 5.6), dies jedenfalls dann, wenn es um die 

Aufklärung schwerwiegender Delikte (im Entscheid 1B_251/2013 ging es um die Telefonie-

Randdaten eines getöteten Opfers) geht. Das dem Art. 270 lit. b StPO zugrunde liegende 

gesetzgeberische Motiv, die Privatsphäre von Dritten möglichst zu schützen, kann hier der 

verfügten Untersuchungsmassnahme grundsätzlich nicht entgegengehalten werden. Gerade 

bei Opfern von Schwerverbrechen kann die Randdatenerhebung (etwa von Mobiltelefon-

Standorten des Opfers oder betreffend Empfänger und Absender von Nachrichten und 

Anrufen) sogar von grosser Wichtigkeit für die Fahndung und Verbrechensaufklärung sein 

(Entscheid des Bundesgerichts 1B_251/2013 vom 30.08.2013 E. 5.6).  

An der bisherigen Rechtsprechung des Zwangsmassnahmengerichts (vgl. Entscheid vom 

26. Juli 2011 i.S. J.W.) kann im Hinblick auf diese neuesten höchstrichterlichen Entscheide 

nicht mehr festgehalten werden. 

 

2.2.2 Vorliegend bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass über die rückwirkende 

Randdatenerhebung auf den Telefonanschluss der Gemeinde A.___ die bislang unbekannte 

Täterschaft betreffend die Bombendrohung ermittelt werden kann. Es ist davon auszugehen, 

dass die unbekannte Täterschaft auf den Festnetzanschluss der Gemeinde angerufen hat. 

Insbesondere angesichts der Schwere des Delikts bzw. der von der Täterschaft 

ausgehenden Gefahr für die Allgemeinheit - möglicherweise sind Menschenleben in Gefahr - 

sind die Voraussetzungen der Überwachung einer Drittperson gemäss Art. 270 lit. b StPO 

gegeben. 

(…) 

 

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 24. Juli 2014 (350 14 333)