# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0454aba1-1820-59aa-96e3-3827505e1f5f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.09.2010 S 2010 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-70_2010-09-28.pdf

## Full Text

S 10 70

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 28. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren 1953, meldete sich am 30. November 2007 bei der 

Invalidenversicherung unter Hinweis auf seit Jahren zunehmende 

Beschwerden zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons Graubünden (IV-Stelle) holte daraufhin den Arbeitgeberbericht vom 

10. Dezember 2007 sowie in den Folgemonaten bei verschiedenen Ärzten 

Berichte ein. Im Weiteren liess sie die Versicherte durch die Klinik … 

polydisziplinär begutachten. Ausgehend von den erhobenen Diagnosen (u.a. 

Periarthopathia genu links [ICD-10 M24.8]; Belastungsabhängige 

Handgelenkschmerzen links [ICD-10 M19.9]; chronisches 

lumbospondylogenes Syndrom [ICD-10 M54.4]; Morbide Adipositas mt 

metabolischem Syndrom [ICD-10 E66.8]; Dysthymie [ICD-10 F34.1]; 

Stuhlintoninenz [ICD-10 R15]; Belastungsabhängige 

Sprunggelenkschmerzen [ICD-10 M79.0]) attestierten die Ärzte in ihrem 

Gutachten vom 22. Juli 2009, dass der Versicherten die bisherige 

Arbeitstätigkeit (Service, Verkäuferin im …) nicht mehr zugemutet werden 

könne. Hingegen bestehe für eine behinderungsangepasste körperlich 

leichte, wechselbelastende Tätigkeit (vorwiegend sitzend mit selten 

maximalen Gewichtsbelastungen bis 10 kg, keine Tätigkeiten im Knien oder 

in Hockstellung, keine Zwangshaltungen) eine medizinisch-theoretisch 100%-

ige Arbeitsfähigkeit. Im Rahmen der Abklärung der beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten stellte sich die Versicherte auf den Standpunkt, 

dass sie zwar an der Unterstützung durch die IV interessiert sei, sich aber aus 

gesundheitlichen Gründen ausser Stande fühle, eine Arbeitsstelle zu suchen 

oder anzutreten. Mit Verfügung vom 3. Februar 2010 stellte die IV-Stelle fest, 

dass keine weiteren beruflichen Massnahmen zur Verbesserung der 

Eingliederungsfähigkeit angezeigt seien, und schloss das Verfahren 

betreffend berufliche Massnahmen ab. Gestützt auf die diversen ärztlichen 

Berichte und das polydisziplinäre Gutachten wies sie mit Vorbescheid vom 

15. Februar 2010 das Rentenbegehren ab, weil ein Invaliditätsgrad von 

lediglich 10% ausgewiesen sei. Auf entsprechenden Einwand der 

Versicherten hin bestätigte sie ihren ablehnenden Bescheid mit Verfügung 

vom 6. April 2010 und korrekter Rechtsmittelbelehrung.

2. Dagegen reichte … am 1. Mai 2010 bei der IV-Stelle Einsprache (recte: 

Beschwerde) ein, welche diese an das zur Beschwerdebehandlung 

zuständige Verwaltungsgericht Graubünden weiterleitete. Mit ihrer Eingabe 

verlangte sie sinngemäss die Aufhebung des abschlägigen 

Rentenbescheides sowie die Ausrichtung einer (Teil-)Rente ab dem 1. 

September 2006. Pauschal stellte sie die der angefochtenen Verfügung 

zugrunde liegende Beurteilung (Anforderungsniveau 4, Leistungsfähigkeit 

100%, Leidensabzug 10%, Invaliditätsgrad <40%) in Frage, da sie nicht 

vermittelbar sei. Die Beurteilung sei nur aufgrund der Akten, ohne Befragung 

oder Untersuchung, erfolgt, was ungenügend sei. Entsprechend verlange sie 

auch eine Reevaluation inklusive klinischer Beurteilung.

3.  Die IV-Stelle beantragte die Abweisung der Beschwerde. Von weiteren 

medizinischen Abklärungen wie auch der beantragten Reevaluation könne 

angesichts des sehr umfangreichen, objektiven, neutralen, schlüssigen und 

nachvollziehbaren polydiszipliären Gutachtens der Klinik … abgesehen 

werden. Die geklagte fehlende Vermittelbarkeit beinhalte auch 

invalitidätsfremde Faktoren (Alter, Ausbildung o.ä.), für welche die IV nicht 

einzustehen habe; die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit sei 

invaliditätsfremd. Auszugehen sei gemäss Gutachten von einer theoretisch-

medizinischen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit von 

100%, deren zumutbare Verwertbarkeit bejaht werden müsse. Unbestritten 

sei, dass die Versicherte im Jahr 2009 ein Valideneinkommen von Fr. 52'498.-

- hätte erzielen können. Die Gegenüberstellung mit dem gemäss den 

Tabellenlöhnen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) und unter 

Einbezug der in den Jahren 2007 - 2009 erfolgten Lohnentwicklung ermittelten 

Invalidenlohn von Fr. 47'248.75 zeige unschwer auf, dass eine 

Erwerbseinbusse von 10% resultiere, mit der Folge, dass kein 

Rentenanspruch bestehe.

4. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien die 

Gelegenheit, die von ihnen vertretenen Rechtsstandpunkte zu vertiefen und 

zu ergänzen. Die Beschwerdeführerin verlangte neu, dass das 

polydisziplinäre Gutachten der Klinik … zufolge Vorbefasstheit aus dem Recht 

zu weisen sei. Allenfalls sei die Angelegenheit an die Vorinstanz 

zurückzuweisen, damit diese nach weiteren Abklärungen über den Anspruch 

neu verfüge. Sie bemängelte die der Berechnung des Invalideneinkommens 

zugrunde liegenden Tabellenlöhne gemäss LSE und den gewähren 

Leidensabzug von 10%, welchen sie, da ihr keine einkommensrelevante 

berufliche Tätigkeit mehr möglich sei, als zu niedrig erachtete. Aufgrund ihrer 

gesundheitsbedingten, körperlichen Einschränkungen wie auch weiterer 

Faktoren (Alter; eingeschränkte Leistung) müsse der Leidensabzug vielmehr 

auf 25% erhöht werden. Die Beschwerdegegnerin bekräftigte demgegenüber 

ihre Auffassung, dass trotz langjähriger Arbeitsunfähigkeit im angestammten 

Beruf kein Rentenanspruch bestehe, da der Versicherten leichte Arbeiten in 

einer adaptierten Tätigkeit zugemutet werden dürften. Den gesundheitlichen 

Einschränkungen werde mit dem gewährten 10%-igen Leidensabzug 

hinreichend Rechnung getragen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. April 2010, mit welcher das 

Rentenbegehren (Rente ab 1. November 2006) der 1953 geborenen 

Beschwerdeführerin abgewiesen worden ist. Streitig und zu prüfen ist, ob die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente zu Recht abgewiesen hat.

2. Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten 

Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 

vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) 

vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die 

Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des 

Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen 

(NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht 

gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der 

Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich 

der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat 

(vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Aufgrund 

dessen, dass der Rechtsstreit jedoch eine Dauerleistung betrifft, über welche 

noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die 

damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen 

Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 

445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. Juni 2006 

in Sachen M., I 428/04, Erw. 1). Dies fällt materiellrechtlich jedoch nicht ins 

Gewicht, weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine 

substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung 

ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des 

Bundesgerichts in Sachen A. vom 19. Mai 2009, 8C_76/2009, Erw. 2). Im 

Folgenden werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen - soweit 

nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden 

Fassung zitiert.

3. a) Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). 

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise 

wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 

1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines 

psychischen Gesundheitsschadens und damit 

invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 

Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 

Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; 

das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. 

Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen 

Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt 

also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen 

werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der 

versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 

Erw. 1.2 mit Hinweisen). 

b) Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent 

Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Januar 

2004 in Kraft stehenden Fassung). Bei erwerbstätigen Versicherten ist der 

Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG 

(bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel 

in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 

ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt 

werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 

bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 

V 349 Erw. 3.4.2 mit Hinweisen).

c) Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten (LSE) ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert 

allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich 

berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit 

körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt 

einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche 

Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei 

Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem 

allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem 

Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche 

Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad 

Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber 

nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder 

mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-

)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung 

der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale 

auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des 

Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu 

beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im 

Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt 

werden dürfen (BGE 134 V 322 Erw. 5.2).

d) Das Versicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige 

Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf 

es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den 

Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 

die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 Erw. 2a). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze 

entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend 

ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in 

Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der 

Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob 

die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet 

sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, 

ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und 

Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder 

verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 Erw. 5.1; 

125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in 

der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das 

ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).

4. a) Vorab ist festzuhalten, dass das von der Beschwerdegegnerin eingeholte, 

ausführliche polydisziplinäre Gutachten vom 22. Juli 2009 den von der 

Rechtsprechung an eine beweiskräftige Expertise formulierten Anforderungen 

offensichtlich genügt. Es ist umfassend und beruht auf allseitigen 

fachärztlichen Untersuchungen. Die Experten der Klinik … berücksichtigten 

die geklagten Beschwerden, erstellten das Gutachten in Kenntnis und in 

Auseinandersetzung mit den Vorakten und begründeten ihre Schlüsse und 

Beurteilungen in nachvollziehbarer Weise. Den beigezogenen Experten stand 

für die Beurteilung des Rentenanspruches (ab 1. November 2006) auch ein 

früherer Austrittsbericht der Klinik … (datiert vom 6. Juni 2005) zur Verfügung. 

Darin ist im Übrigen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch 

kein Ausstandsgrund zu erblicken. Der Umstand, dass sich ein 

Sachverständiger schon einmal mit einer Person befasst hat, schliesst dessen 

späteren Beizug als Gutachter nicht zum Vornherein aus. Eine unzulässige 

Vorbefassung liegt auch dann nicht vor, wenn er zu (für eine Partei) 

ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt. Anderes gilt, wenn Umstände 

vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der 

Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermöchten, etwa wenn der 

Sachverständige seinen Bericht nicht neutral und sachlich abfasste (BGE 132 

V 92 E. 7.2.2. mit weiteren Hinweisen). Solches wird vorliegend aber nicht 

dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Die Tatsache, dass einer oder mehrere 

der beigezogenen Experten die Versicherte bereits im Frühjahr 2005 

untersucht haben, schliesst eine spätere erneute Verlaufskontrolle nicht aus. 

Ganz im Gegenteil erscheint es sinnvoll, einen oder mehrere bereits mit der 

Versicherten befassten Mediziner zur Entwicklung des Beschwerdebildes und 

der Arbeitsfähigkeit zu befragen. Mithin kann zur Entscheidfindung auf das bei 

der Klinik … eingeholte polydisziplinäre Gutachten vom 22. Juli 2009 

abgestellt werden.

b) Ausgehend von den im Gutachten erhobenen Diagnosen (u.a. 

Periarthopathia genu links [ICD-10 M24.8]; Belastungsabhängige 

Handgelenkschmerzen links [ICD-10 M19.9]; chronisches 

lumbospondylogenes Syndrom [ICD-10 M54.4]; Morbide Adipositas mt 

metabolischem Syndrom [ICD-10 E66.8]; Dysthymie [ICD-10 F34.1]; 

Stuhlintoninenz [ICD-10 R15]; Belastungsabhängige 

Sprunggelenkschmerzen [ICD-10 M79.0]) steht fest, dass der 

Beschwerdeführerin die bisherige Arbeitstätigkeit (Service, Verkäuferin im …) 

nicht mehr zugemutet werden kann, diesbezüglich mithin eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit besteht. Die Ärzte haben ihr aber für eine 

behinderungsangepasste körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit 

(vorwiegend sitzend mit selten maximalen Gewichtsbelastungen bis 10 kg, 

keine Tätigkeiten im Knien oder in Hockstellung, keine Zwangshaltungen) 

eine medizinisch-theoretisch 100%-ige, mithin volle  Arbeitsfähigkeit attestiert. 

Aufgrund der klaren Aktenlage und der Vorbringen ist keinerlei Grund 

ersichtlich, von der schlüssigen und nachvollziehbaren Einschätzung der 

Experten abzuweichen. Soweit damit Differenzen zur hausärztlichen 

Einschätzung betreffend die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

bestehen, lassen sich diese im Übrigen ohne weiteres durch die 

Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag zwanglos 

erklären, entspricht es doch einer Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und 

behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und 

Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc), einer Tatsache, welcher 

das Gericht Rechnung tragen darf und soll. Festzuhalten bleibt, dass für die 

verlangte Reevaluation keinerlei Grund oder Anlass besteht. Ebenso wenig 

braucht angesichts des von den Gutachtern formulierten Anforderungsprofils 

die Frage, welche berufliche Tätigkeit, die zudem marktgerecht bezahlt werde, 

der Beschwerdeführerin noch zumutbar sein soll, einer Beantwortung 

zugeführt zu werden. Wenn sie in Verletzung der ihr obliegenden 

Schadenminderungspflicht - welche ihr eigentlich gebieten würde, selbst alles 

Zumutbare zu ergreifen, um den geklagten Verlust der Erwerbsmöglichkeit 

möglichst gering zu halten - von einer Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit 

absehen möchte, so steht ihr dies frei. Doch muss sie sich solches entgegen 

halten lassen, weil ihr trotz der diagnostizierten, vielfältigen Leiden eine 

leidensangepasste (körperlich leichte, wechselbelastende) Tätigkeit im 

Umfang von 100% zugemutet werden könnte. Davon ist entsprechend 

auszugehen. 

5. a) Es bleibt zu prüfen, wie sich die auf eine leidensangepasste Tätigkeit 

eingeschränkte Leistungs- und Verwertungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Die Bestimmung des Invaliditätsgrades hat 

- wie oben ausgeführt - grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu 

erfolgen. Diesbezüglich ist unbestritten geblieben, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit im 2009 ein 

Valideneinkommen von Fr. 52'498.-- hätte erzielen können. Dieses ist der 

Invaliditätsbemessung denn auch zugrunde zu legen. 

b) Was das mutmassliche Invalideneinkommen betrifft, so ist auf die vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2006 (Tabelle TA1) für Arbeitnehmer 

des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten 

Sektor bei Frauen abzustellen. Darin ist ein Bruttomonatslohn von Fr. 4'016.-

- angegeben (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller 

Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger 

Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 

Wochenstunden). Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche 

Arbeitszeit von 41,6 Stunden, einer Lohnentwicklung von 1,6%, 2% und 1% 

in den Jahren 2007 bis 2009 sowie der umschriebenen Arbeitsfähigkeit von 

100% ergibt sich ein Monatslohn von Fr. 4'375.-- beziehungsweise ein 

Jahreslohn von Fr. 52'499.-- (4'019.-- x 12 : 40 x 41,6 x 1.016 x 1.02 x 1.01). 

c) Rechtsprechungsgemäss ist durch eine Herabsetzung des tabellarisch 

ermittelten Lohnes um maximal 25 % dem Umstand Rechnung zu tragen, 

dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer 

an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch 

erfahrungsgemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern 

lohnmässig benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der 

Berücksichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die 

sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Die 

Beschwerdegegnerin hat unter Berücksichtigung aller Umstände und ohne ihr 

Ermessen zu missbrauchen einen 10%-igen Leidensabzug zur Anwendung 

gebracht. Daraus resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 47'248.75 (BGE 

125 V 150 Erw. 2), was einem Invaliditätsgrad von 10 % entspricht (BGE 130 

V 121) und einen Rentenanspruch ausschliesst. 

d) Selbst wenn man den anwendbaren Leidensabzug im Sinne des Antrages der 

Beschwerdeführerin auf 25 % anheben würde, was allerdings einen viel zu 

hohen Abzug bedeuten würde und wofür auch kein Anlass besteht, resultierte 

daraus kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad. Das hypothetische 

Invalideneinkommen betrüge diesfalls Fr. 39'374.-- (4'019.-- x 12 : 40 x 41,6 x 

0,75 x 1.016 x 1.02 x 1.01), was einer Erwerbseinsbusse (= Invaliditätsgrad) 

von 25 % entspräche und ebenfalls zu keiner Rente berechtigen würde. - 

Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist daher 

abzuweisen.

6. Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen 

geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 

1bis IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des 

Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.