# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b367e232-87df-5e41-91a0-8c0d386a0528
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.09.2025 D-714/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-714-2025_2025-09-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-714/2025 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Deborah D'Aveni,  

Richterin Susanne Bolz-Reimann; 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Ukraine, 

vertreten durch MLaw Bülent Zengin,  

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Verweigerung vorübergehender Schutz; 

Verfügung des SEM vom 7. Januar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-714/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reiste am 14. November 2024 in die Schweiz 

ein und stellte beim SEM am 16. November 2024 ein Gesuch um Gewäh-

rung vorübergehenden Schutzes. Am 18. November 2024 bevollmächtigte 

er die ihm im Bundesasylzentrum der Region B._______ zugewiesene 

Rechtsvertretung. 

A.b Das SEM händigte dem Leistungserbringer Rechtsschutz zuhanden 

des Beschwerdeführers am 18. November 2024 eine mit «Rechtliches Ge-

hör» bezeichnete Zwischenverfügung aus. Es setzte ihn über die mit Be-

schluss des Bundesrates vom 11. März 2022 definierte Gruppe der schutz-

berechtigten Personen in Kenntnis und führte aus, im Rahmen der Prüfung 

seines Gesuchs habe sich herausgestellt, dass er die Voraussetzungen zur 

Gewährung des vorübergehenden Schutzes nicht erfülle, da er in Polen 

über eine Schutzalternative verfüge und daher nicht auf vorübergehenden 

Schutz in der Schweiz angewiesen sei. Das SEM gab ihm die Gelegenheit, 

sich zur beabsichtigten Ablehnung des Gesuchs um vorübergehenden 

Schutz und dem beabsichtigten Wegweisungsvollzug nach Polen ausführ-

lich und detailliert schriftlich zu äussern und gegebenenfalls Beweismittel 

einzureichen. 

A.c Der Beschwerdeführer liess über die zugewiesene Rechtsvertretung 

mitteilen, er sei mit dem beabsichtigten Entscheid des SEM nicht einver-

standen. Am 27. März 2022 sei er nach Polen geflohen und habe sich dort 

bis zum 14. November 2024 aufgehalten. Er wisse nicht, ob er dort einen 

Schutzstatus erhalten habe. Er sei noch minderjährig gewesen, als er mit 

der Familie seines Freundes nach Polen gereist sei. Er habe sich mit dieser 

Familie bei der polnischen Behörde angemeldet, habe aber nie ein Doku-

ment darüber erhalten und wisse nicht, ob es sich um einen Schutzstatus 

gehandelt habe. Sein Leben in Polen sei von seiner Mutter finanziert wor-

den. 

A.d Beim SEM gab der Beschwerdeführer mehrere Dokumente ab (seinen 

ukrainischen Reisepass [Nummer {…}], seine ukrainische Identitätskarte, 

seine ukrainische Steuerzahlernummer, seine Wohnsitzbestätigung aus 

der Ukraine und ein Gerichtsurteil bezüglich des Entzugs der elterlichen 

Rechte aus dem Jahr 2011). 

 

D-714/2025 

Seite 3 

B.  

Mit Verfügung vom 7. Januar 2025 – eröffnet am folgenden Tag – lehnte 

das SEM das Gesuch um vorübergehenden Schutz ab und verfügte die 

Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz. Es forderte ihn auf, 

die Schweiz bis zum 11. Februar 2025 zu verlassen, dies zur Rückreise 

nach Polen oder zur Weiterreise in einen Drittstaat, in dem er aufgenom-

men werde. Das SEM wies ihn dem Kanton C._______ zu und beauftragte 

diesen mit dem Vollzug der Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. Februar 2025 liess der Be-

schwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, dem Beschwerde-

führer vorübergehenden Schutz zu gewähren. Eventualiter sei die Verfü-

gung aufzuheben und die Sache zwecks vollständiger Abklärung des 

Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht wurde zudem beantragt, es sei dem Beschwerdeführer die unent-

geltliche Rechtspflege zu gewähren, ihm der unterzeichnende Jurist als 

amtlicher Rechtsbeistand beizuordnen und von der Erhebung eines Kos-

tenvorschusses sei abzusehen. 

Der Beschwerde lagen eine Vollmacht und eine Fürsorgebestätigung vom 

10. Januar 2025 sowie eine Honorarnote vom 3. Februar 2025 bei. 

D.  

Am 4. Februar 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31] 

i.V.m. Art. 31–38 VGG).  

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

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Seite 4 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 72 i.V.m. Art. 108 

Abs. 6 AsylG i.V.m Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel 

in der Besetzung mit drei Richterinnen oder Richtern (Spruchkörper; Art. 21 

Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen Fällen 

auf einen Schriftenwechsel verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).  

4.  

4.1 Gestützt auf Art. 4 AsylG kann die Schweiz Schutzbedürftigen für die 

Dauer einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während ei-

nes Kriegs oder Bürgerkriegs sowie in Situationen allgemeiner Gewalt, vor-

übergehenden Schutz gewähren. Der Bundesrat entscheidet, ob und nach 

welchen Kriterien Gruppen von Schutzbedürftigen vorübergehender 

Schutz gewährt wird (Art. 66 Abs. 1 AsylG). 

4.2 Am 11. März 2022 hat der Bundesrat gestützt auf Art. 66 Abs. 1 AsylG 

eine Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes 

im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine erlassen (BBI 2022 

586). Gemäss Ziff. I dieses Erlasses gilt der Schutzstatus für folgende Per-

sonenkategorien: 

a) schutzsuchende ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger und ihre 

Familienangehörigen (Partnerinnen und Partner, minderjährige Kinder 

und andere enge Verwandte, welche zum Zeitpunkt der Flucht ganz 

oder teilweise unterstützt wurden), welche vor dem 24. Februar 2022 

in der Ukraine wohnhaft waren; 

b) schutzsuchende Personen anderer Nationalität und Staatenlose sowie 

ihre Familienangehörigen gemäss Definition in Buchstabe a, welche 

vor dem 24. Februar 2022 einen internationalen oder nationalen 

Schutzstatus in der Ukraine hatten; 

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c) Schutzsuchende anderer Nationalität und Staatenlose sowie ihre Fa-

milienangehörigen gemäss Definition in Buchstabe a, welche mit einer 

gültigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen können, 

dass sie über eine gültige Aufenthaltsberechtigung in der Ukraine ver-

fügen und nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre Heimatländer zu-

rückkehren können. 

5.  

5.1 Das SEM führt zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, es 

lehne ein Gesuch um vorübergehenden Schutz ab, wenn die gesuchstel-

lende Person gestützt auf das Subsidiaritätsprinzip nicht auf den vorüber-

gehenden Schutz der Schweiz angewiesen sei. Das Bundesverwaltungs-

gericht habe das Subsidiaritätsprinzip im Schutzverfahren ausdrücklich für 

anwendbar erklärt. Der Beschwerdeführer habe bei seiner Registrierung 

explizit geltend gemacht, er habe in Polen über einen Schutzstatus verfügt. 

Im Rahmen des rechtlichen Gehörs habe er angegeben, er wisse nicht, ob 

er in Polen über einen Schutzstatus verfügt habe. Das SEM gehe aufgrund 

seiner Aussagen bei der Registrierung davon aus, dass er in Polen über 

einen Schutzstatus verfügt habe. Es sei unplausibel, dass er in Polen im 

Rahmen seines zweieinhalbjährigen Aufenthalts nicht über ein polnisches 

Aufenthaltsrecht verfügt habe. Aus den Akten gehe nicht hervor, dass er 

Polen unfreiwillig verlassen habe. Weil das Institut des vorübergehenden 

Schutzes im gesamten EU-Raum nach wie vor in Kraft sei, seien keine 

Gründe ersichtlich, weshalb Polen ihm nicht ein weiteres Mal vorüberge-

henden Schutz gewähren sollte. Das SEM sei der Ansicht, dass er prob-

lemlos wieder einen polnischen Schutztitel erlangen könne, falls dieser un-

terdessen abgelaufen sein sollte. Daher sei vorliegend eine gültige Schutz-

alternative zu bejahen. Zudem gebe es in den Akten keine Bestätigung, 

dass sein Schutztitel in Polen abgelaufen/erloschen sei. Bei aktenkundigen 

Nachweisen von bestehenden oder beendeten Schutztiteln in einem 

EU/EFTA+-Staat könne die Wegweisung in den jeweiligen Staat ohne des-

sen explizite Zustimmung erfolgen. Aus diesen Gründen sei das SEM der 

Ansicht, dass ein Rückübernahmeverfahren in Anwendung des Abkom-

mens vom 19. September 2005 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat 

und der Regierung der Republik Polen über die Übergabe und Rücküber-

nahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt (SR 0.142.116.499) im 

vorliegenden Fall nicht zwingend sei. 

5.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, gemäss der 

Medienmitteilung des Bundesrates vom 11. März 2022 und der Rechtspre-

chung erhielten Personen, die über einen gültigen Schutztitel in einem EU-

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Seite 6 

Staat verfügten oder deren Rückübernahme durch den betreffenden Staat 

zugestimmt worden sei, keinen Schutzstatus in der Schweiz. In den vorlie-

genden Akten finde sich weder ein polnisches Dokument noch eine be-

hördliche Bestätigung. Die Vorinstanz stütze ihre Verfügung ausschliess-

lich auf die unbestätigte Angabe des Beschwerdeführers und behaupte, 

dass er in Polen über ein Aufenthaltsrecht verfüge. In der Schweiz und in 

anderen europäischen Ländern lebe eine erhebliche Zahl von Personen 

ohne formellen Aufenthaltstitel. Deshalb sei es nicht «unplausibel», dass 

jemand ohne formelle Aufenthaltserlaubnis in einem Land lebe und arbeite. 

Das Paper «Displaced from Ukraine to Warsaw: A case study on journeys, 

living conditions, livelihoods and future intentions» des «Mixed Migration 

Centre» verweise auf die Bedenken der OECD, wonach eine erhebliche 

Zahl ukrainischer Arbeitskräfte in Polen «informell oder remote» tätig sei. 

Angesichts der damaligen Überlastung der polnischen Behörden sei nach-

vollziehbar, dass der Beschwerdeführer sich bei den polnischen Behörden 

gemeldet, jedoch kein Dokument erhalten habe. Es sei willkürlich, das Ge-

such des Beschwerdeführers allein aufgrund einer unbegründeten Mut-

massung über die Plausibilität eines Aufenthaltsrechts abzulehnen. Vorlie-

gend sei nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer in Polen über 

ein Aufenthaltsrecht verfüge. 

Der aktuelle Status des Beschwerdeführers in Polen sei weder belegt noch 

nachgewiesen. Es sei nicht klar, ob Polen ihn gemäss eigenen gesetzli-

chen Bestimmungen einreisen liesse und ob er dort einen Anspruch auf die 

Ausstellung eines Aufenthaltstitels hätte. Die Vorinstanz stütze sich auf die 

unbelegte Vermutung einer Schutzalternative in Polen und bediene sich 

standardisierter Textbausteine, womit sie ihrer Aufklärungs- und Begrün-

dungspflicht nicht nachkomme. Trotz mehrfacher gerichtlicher Hinweise 

halte sie an dieser Praxis fest und verstosse bewusst gegen das Legali-

tätsprinzip. Sie verletze grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien sowie zent-

rale Normen des Bundesrechts in eklatanter Weise. Die Vorinstanz verletze 

die ihr obliegende Begründungspflicht und habe es unterlassen, den 

rechtserheblichen Sachverhalt vollständig abzuklären. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer gab bei der «Schriftlichen Kurzbefragung Ukra-

ine» vom 25. April 2024 an, er sei ukrainischer Staatsangehöriger und be-

sitze keine andere Staatsangehörigkeit. Die Frage, ob er zur damaligen 

Zeit in der Schweiz oder einem Drittstaat über eine Aufenthaltsberechti-

gung verfügt habe, verneinte er. Er habe am 24. Februar 2022 seinen fes-

ten Wohnsitz in der Ukraine gehabt und verfüge aktuell (d.h. am 25. April 

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Seite 7 

2024) über einen Schutzstatus in Polen. Ausgereist aus der Ukraine sei er 

am 26. März 2022 (vgl. SEM-act. […]-5/25 S. 6 ff.). 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der ukrainische 

Reisepass des Beschwerdeführers ([…]) am (…) Januar 2023 ausgestellt 

wurde. Gemäss einem Einreisestempel der polnischen Behörden reiste er 

am 28. Januar 2023 beim Grenzübergang D._______ (und damit von der 

Ukraine her kommend) nach Polen ein. Weitere Stempel sind auf den ko-

pierten Passseiten nicht angebracht (vgl. SEM-act. […]-5/25 S. 19 f.). 

Ob und inwieweit die schriftlichen Angaben des Beschwerdeführers mit 

den vorstehend genannten «Passdaten» in Einklang stehen, wurde vom 

SEM nicht geklärt. 

6.2 Der Beschwerdeführer fällt als ukrainischer Staatsangehöriger, der vor 

dem 24. Februar 2022 in der Ukraine wohnhaft war, grundsätzlich unter die 

Personenkategorie von Ziff. I Bst. a der Allgemeinverfügung des Bundes-

rates vom 11. März 2022. Das SEM geht indessen davon aus, er falle nicht 

unter die vom Bundesrat definierte Gruppe der schutzberechtigten Perso-

nen, da er über eine Schutzalternative in Polen verfüge. Aufgrund des Sub-

sidiaritätsprinzips sei er nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. 

6.3 Praxisgemäss erhalten schutzsuchende Personen mit ukrainischer 

Staatsangehörigkeit in Anwendung des flüchtlingsrechtlichen Subsidiari-

tätsprinzips beim Vorliegen einer Doppelstaatsbürgerschaft im Falle einer 

weiteren Staatsangehörigkeit eines EU-/EFTA-Staates und von Australien, 

Neuseeland, Kanada, den USA oder des Vereinigten Königreichs keinen 

vorübergehenden Schutz in der Schweiz (siehe zur Praxis des SEM: Hand-

buch Asyl und Rückkehr, Artikel C10, Die Schutzbedürftigkeit und Gewäh-

rung vorübergehenden Schutzes, 2.2.2, S. 10 und 2.3.2.3, S. 14). Sie sind 

durch die Staatsangehörigkeit des zweiten Heimatstaats bereits wirksam 

vor der Situation in der Ukraine geschützt und deshalb nicht auf die zusätz-

liche Schutzgewährung in der Schweiz angewiesen (vom Bundesverwal-

tungsgericht bestätigt in BVGE 2022 VI/1 E. 6.3). 

6.4 Gemäss dem Subsidiaritätsprinzip wird der Schutzstatus S für eine 

Person grundsätzlich dann ausgeschlossen, wenn diese bereits in einem 

EU-Staat über einen Schutzstatus verfügt. Damit ist der vorübergehende 

Schutz nach der Richtlinie 2001/55/EG gemeint (vgl. Urteile des BVGer 

E-6452/2023 vom 8. Dezember 2023 E. 4.4, D-4466/2023 vom 13. Okto-

ber 2023 S. 7, D-3431/2023 vom 26. Juli 2023 E. 6.1, E-5383/2022 vom 

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Seite 8 

1. Dezember 2022 E. 6.2). Diese Rechtsprechung bezieht sich auf Perso-

nen, die über einen gültigen Schutztitel in einem EU-Staat verfügen bezie-

hungsweise auf Verfahren, in denen derjenige EU-Staat, welcher einen 

Schutztitel erteilt hat, der Überstellung der Person zugestimmt hat. Vorlie-

gend liegt keine solche Zustimmung (und auch keine entsprechende An-

frage) vor. Ausserdem ist nicht bekannt, dass ein dem Beschwerdeführer 

in Polen allenfalls erteilter Schutztitel (es liegen dazu keine Dokumente, 

sondern nur die Aussagen des Beschwerdeführers vor) nach wie vor Gül-

tigkeit hätte. 

6.5 In der Stellungnahme zum rechtlichen Gehör vom 9. Dezember 2024 

führte die Rechtsvertretung aus, der Beschwerdeführer sei am 27. März 

2022 nach Polen geflohen und er habe sich dort bis zum 14. November 

2024 aufgehalten. Der Beschwerdeführer wisse nicht, ob er einen Schutz-

status in Polen erhalten habe. Er sei noch minderjährig gewesen, als er mit 

der Familie seines Freundes nach Polen gereist sei. Er habe sich zwar mit 

der Familie bei der polnischen Behörde angemeldet, habe aber nie ein Do-

kument darüber erhalten und wisse nicht, ob es sich um einen Schutzstatus 

gehandelt habe.  

6.6 Es ist vor diesem Hintergrund zwar denkbar, dass der Beschwerdefüh-

rer vor seiner Reise in die Schweiz in Polen über einen Schutzstatus ver-

fügt haben könnte, indessen steht entgegen der vom SEM vertretenen An-

sicht nicht mit hinreichender Sicherheit fest, dass er in Polen tatsächlich 

einen Schutzstatus hatte und diesen vor Beendigung des Krieges in der 

Ukraine wiedererlangen könnte. Es ist auch nicht bekannt, ob die polni-

schen Behörden bereit wären, dem Beschwerdeführer wieder eine valable 

Schutzalternative zur Schweiz zu gewähren (zur Subsidiarität des Schut-

zes, vgl. BVGE 2022 VI/1 E. 6.3).  

6.7 Indem das SEM trotz der Angaben in der Stellungnahme zum rechtli-

chen Gehör vom 9. Dezember 2024 und ohne weitere Abklärungen zu täti-

gen allein gestützt auf die Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der 

Registrierung seines Gesuches davon ausgeht, dass er über einen polni-

schen Schutztitel verfügt(e) und er seinen allfällig erhaltenen, inzwischen 

nicht mehr gültigen Schutztitel wieder erhält, hat es in Verletzung des Un-

tersuchungsgrundsatzes den rechtserhebliche Sachverhalt in einem we-

sentlichen Punkt nicht hinreichend festgestellt (vgl. in diesem Sinne auch 

das Urteil des BVGer D-3541/2024 vom 18. Oktober 2024 E. 5.2.4). 

 

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Seite 9 

7.  

7.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5). 

7.2 Aufgrund der vorzunehmenden Abklärungen rechtfertigt es sich, die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur 

Neubeurteilung zurückzuweisen. Die Beschwerde ist in diesem Umfang 

gutzuheissen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird damit ebenso gegenstandslos wie dasjenige um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

9.  

9.1 Dem Beschwerdeführer ist angesichts des Ausgangs des Verfahren zu-

lasten der Vorinstanz eine Entschädigung für die ihm erwachsenen not-

wendigen Kosten gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG zuzusprechen. Damit wird 

auch das Gesuch um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands gegen-

standslos. 

9.2 In der eingereichten Kostennote vom 3. Februar 2025 werden ein Ar-

beitsaufwand von 5 Stunden und 15 Minuten, ausmachend Fr. 787.50 so-

wie Portokosten von Fr. 7.– ausgewiesen, was angemessen erscheint. Die 

dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschä-

digung ist unter Berücksichtigung der massgebenden Faktoren auf gerun-

det insgesamt Fr. 860.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag von 

8.1%, ausmachend Fr. 63.80) festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 und Art. 7 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 

2. 

Die Verfügung des SEM vom 7. Januar 2025 wird aufgehoben und die Sa-

che zwecks vollständiger Abklärung des Sachverhalts und Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3. 

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4. 

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 860.– 

auszurichten. 

5. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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