# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfd46211-345e-5f8b-ada8-7092c4bc11dc
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-13
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 13.01.2022 VG.2021.00051 (VG.2022.1102)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2021-00051_2022-01-13.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 13. Januar 2022

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichterin Sally Leuzinger,
  Verwaltungsrichter Patrik Noser und Gerichtsschreiberin MLaw Leonora Muji

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2021.00051

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Kläger

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Prof.
    Dr. Hardy Landolt, Rechtsanwalt

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Previs Vorsorge

    	
    Beklagte

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Dr.
    iur. Isabelle Vetter-Schreiber,

    
	
    Rechtsanwältin

    
	
     

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    BVG-Sammelstiftung Swiss Life

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente aus BVG

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], beantragte am 16. Juni
  2013 unter Hinweis auf psychische Beschwerden sowie eine Erkrankung des
  Bewegungsapparats Leistungen der Invalidenversicherung. Die IV-Stelle Glarus
  wies das Leistungsbegehren am 8. September 2014 ab.

  
	
   

  
	
  1.2 Am 18. Dezember 2015 gelangte A.______ erneut an
  die IV-Stelle und ersuchte wegen psychischen und somatischen Beschwerden um
  Zusprache von Leistungen der Invalidenversicherung. Mit Vorbescheid vom
  18. November 2020 stellte ihm die IV-Stelle ab dem 1. Dezember 2016 bis
  zum 30. April 2017 eine Dreiviertelsrente sowie ab dem 1. Dezember 2019
  eine ganze Rente in Aussicht, woran sie mit Verfügung vom 8. März 2021
  festhielt. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 A.______ reichte am 29. Juni 2021 beim
  Verwaltungsgericht Klage gegen die Previs Vorsorge (vormalige Comunitas) und
  gegen die BVG-Sammelstiftung Swiss Life (nachfolgend: Swiss Life) ein. Er
  beantragte, die Previs Vorsorge, eventuell die Swiss Life, sei zu
  verpflichten, ihm mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2016 bis zum 30. April
  2017 eine Dreiviertelsrente sowie ab dem 1. Dezember 2019 eine ganze
  Invalidenrente gemäss dem massgeblichen Vorsorgeausweis auszurichten,
  zuzüglich Verzugszinsen für die geschuldeten Rentenguthaben von 5 % bei
  mittlerem Verfall; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
  Previs Vorsorge und der Swiss Life sowie unter Gewährung der unentgeltlichen
  Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Am 7. Juli 2021
  zog er seine Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie
  der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zurück.

  
	
   

  
	
  2.2 Am 28. September 2021 beantragte die Previs
  Vorsorge die Abweisung der gegen sie erhobenen Klage; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten von A.______. Am 30. September 2021 liess sich
  die Swiss Life vernehmen und beantragte ebenso, dass die Klage gegen sie
  abzuweisen sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von
  A.______.

  
	
   

  
	
  2.3 Das Verwaltungsgericht forderte am 14. Dezember 2021
  bei der IV-Stelle Glarus die invalidenversicherungsrechtlichen Akten ein.
  Diese wurden am 21. Dezember 2021 zugestellt.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 109 lit. e des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4.
  Mai 1986 (VRG) i.V.m. Art. 73 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die
  berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni
  1982 (BVG) zur Behandlung der vorliegenden Klage zuständig. Da auch die
  übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Klage einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die obligatorische berufliche Vorsorge
  umfasst alle Massnahmen auf kollektiver Basis, die den Invaliden bei Eintritt
  des Versicherungsfalls (Alter, Tod oder Invalidität) zusammen mit den
  Leistungen der eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
  (AHV/IV) die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise
  erlauben (Art. 1 Abs. 1 BVG). Die
  obligatorische Versicherung beginnt mit Stellenantritt und endet
  grundsätzlich im Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses (Art. 10
  Abs. 1 und Abs. 2 lit. b BVG). Für das Risiko der Invalidität bleibt der
  Arbeitnehmer aber noch zusätzlich während eines Monats nach Auflösung des
  Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert,
  sofern nicht vorher ein neues Vorsorgeverhältnis begründet wird (Art. 10 Abs.
  3 BVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Anspruch auf Invalidenleistungen der obligatorischen
  beruflichen Vorsorge haben Versicherte, die im Sinne der IV zu mindestens
  40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
  zur Invalidität geführt hat, versichert waren (Art. 23 lit. a
  BVG). Versicherte sind in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, wenn sie ihr
  funktionelles Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
  eingebüsst haben. Kann vom
  einzelnen Versicherten vernünftigerweise verlangt werden, dass er die ihm
  verbliebene Arbeitsfähigkeit in einem anderen Berufszweig verwertet, ist er
  unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage und gegebenenfalls nach einer
  bestimmten Anpassungszeit nach der beruflichen Tätigkeit zu beurteilen, die
  er bei gutem Willen ausüben könnte (BGE 134 V 20
  E. 3.2.2, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  2.3 In berufsvorsorgerechtlicher Hinsicht ist
  die Arbeitsunfähigkeit relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt und
  sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es
  muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass der Versicherte an
  Leistungsvermögen eingebüsst hat (BGer-Urteil 9C_91/2013, 9C_110/2013 vom
  17. Juni 2013 E. 4.1.2, mit Hinweisen). Dabei sind die gesamten
  Umstände des konkreten Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Art des
  Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch die Ärzte sowie
  die Beweggründe, welche den Versicherten zur Wiederaufnahme oder
  Nichtwiederaufnahme einer Arbeit veranlasst haben (BGer-Urteil 9C_420/2015 vom 26. Januar 2016 E. 4.1).

  
	
   

  
	
  2.4 Der Zeitpunkt des Eintritts der
  berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
  Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (BGer-Urteil 9C_91/2013, 9C_110/2013 vom
  17. Juni 2013 E. 4.1.2, mit Hinweisen). Dabei gilt der Grundsatz der
  freien Beweiswürdigung, d.h. die Beweise sind frei, ohne Bindung an
  förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss vom Gericht zu
  würdigen (vgl. dazu BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  2.5 Der Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen
  Vorsorge setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen
  der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses (einschliesslich der
  Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestandenen
  Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität
  voraus. Der Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, muss
  daher von der Art her im Wesentlichen derselbe sein, der der
  Erwerbsunfähigkeit zu Grunde liegt (BGE 134 V 20 E. 3.2).

   

  
	
  2.6 Ein Entscheid einer IV-Stelle ist für eine
  Einrichtung der beruflichen Vorsorge verbindlich, sofern sie in das
  invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen wurde, die konkrete
  Fragestellung für die Beurteilung des Rentenanspruchs gegenüber der
  Invalidenversicherung entscheidend war und sich die
  invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer
  gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erweist.
  Die Bindungswirkung vermag sich indessen nicht auf Feststellungen zu
  erstrecken, welche für die Festlegung des Anspruchs auf eine Rente der
  Invalidenversicherung nicht entscheidend waren. Eine Bindungswirkung entfällt
  unter anderem dann, wenn die Rente der Invalidenversicherung aufgrund einer
  verspäteten Anmeldung ausgerichtet wird. Diesfalls besteht kein Anlass für
  die IV-Stelle, den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit vor dem Zeitpunkt der
  Anmeldung zu prüfen, womit hinsichtlich weiter zurückliegender Zeiten eine
  Verbindlichkeit allfälliger Feststellungen und Beurteilungen der IV-Stelle
  für die Vorsorgeeinrichtung von vornherein ausser Betracht fällt (BGer-Urteil
  9C_464/2015 vom 31. Mai 2016 E. 2.4.1 f., mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Kläger bringt vor, es sei nicht nachvollziehbar,
  dass keine der Vorsorgeeinrichtungen leistungspflichtig sei. Er habe im
  Zusammenhang mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der
  Stiftung B.______ den letzten entscheidenden Schritt zur
  Erwerbsunfähigkeit gemacht, weshalb die Beklagte 1 leistungspflichtig
  sei. Soweit die im Jahr 2013 vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
  nicht ursächlich für seine Erwerbsunfähigkeit seien, habe er demgegenüber
  einen Anspruch gegen die Beklagte 2. Er habe seit spätestens 2009
  gesundheitliche Beschwerden zu beklagen, welche laufend zugenommen und sich
  auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätten. Dabei sei er zwischen 1997 und
  2011 lediglich einzelne Tage krankheitsbedingt der Arbeit ferngeblieben,
  weshalb mit Blick auf diese Periode keine sachliche und zeitliche Konnexität
  vorliege. Ab 2012 bis 2019 hätten sich seine psychischen und somatischen
  Beschwerden jedoch zunehmend auf das Privat- und Berufsleben ausgewirkt,
  wobei zu berücksichtigen sei, dass sämtliche Tätigkeiten als
  Wiedereingliederungsmassnahmen zu qualifizieren seien und auf dem zweiten
  Arbeitsmarkt stattgefunden hätten. Eine Ausnahme hiervon sei die Anstellung
  bei Dr. med. C.______, Fachärztin für Psychiatrie und
  Psychotherapie FMH, vom 16. Oktober 2015 bis zum 8. Dezember 2015.
  Diese sei jedoch lediglich als Arbeitsversuch anzusehen. Sodann könne den im
  Recht liegenden medizinischen Berichten entnommen werden, dass ab 2013
  rentenbegründende gesundheitliche Beschwerden, namentlich Müdigkeit,
  Erschöpfung sowie Rückenbeschwerden, vorgelegen hätten. Aufgrund dessen sei
  er ab dem 18. Februar 2013 bis zum 22. Juni 2013 denn auch für mehrere Monate
  arbeitsunfähig gewesen. Im Ergebnis sei er bereits während der Anstellung bei
  der Stiftung B.______ zu 20 % arbeitsunfähig gewesen, wofür auch
  der Umstand spreche, dass sein diesbezügliches Arbeitspensum nur 80 %
  betragen habe.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beklagte 1 stellt sich auf den Standpunkt, der
  Kläger sei vom 18. Februar 2013 bis zum 23. Mai 2013 zu
  unterschiedlichen Graden arbeitsunfähig gewesen. Dies sei durch psychische
  Beschwerden bedingt gewesen, welche im Zusammenhang mit der Situation am
  Arbeitsplatz entstanden seien. Diese seien jedoch nicht als Grund für die
  Invalidität des Klägers anzusehen und seien nicht massgebend für die
  Festlegung des Beginns der relevanten und dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. Vielmehr
  sei die Invalidität durch somatische Beschwerden bedingt, welche jedoch nicht
  während des Vorsorgeverhältnisses zwischen ihr und dem Kläger eingetreten
  seien. Dementsprechend bestehe keine Leistungspflicht ihrerseits. Soweit ihre
  Leistungspflicht dennoch bejaht würde, finde das Vorsorgereglement in der
  Fassung vom 1. Januar 2016 Anwendung. Demgemäss bestehe ausschliesslich
  der darin festgehaltene Anspruch und dies erst nach Ablauf der vollen
  Lohnfortzahlung oder den Gehaltsersatzleistungen sowie unter dem Vorbehalt
  einer Überentschädigung. Schliesslich habe der Kläger für den Fall ihrer
  Leistungspflicht höchstens einen Anspruch auf Verzugszins ab Klageeinleitung
  und dies nur in der Höhe des BVG-Mindestzinssatzes.

  
	
   

  
	
  3.3 Die Beklagte 2 führt aus, der Kläger leide seit
  2012 an gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche schliesslich zur
  Invalidität geführt hätten. Dementsprechend habe eine Arbeitsunfähigkeit von
  20 % bereits lange vor dem Vorsorgeverhältnis mit ihr bestanden. Er habe
  seit 2012 denn auch nie mehr in einem Vollpensum auf dem ersten Arbeitsmarkt
  arbeiten können, sondern habe ausschliesslich an
  Wiedereingliederungsmassnahmen teilgenommen. Die Tätigkeit bei
  Dr. C.______ stelle dabei lediglich einen Arbeitsversuch von
  1,5 Monaten in einem reduzierten Pensum dar, welcher letztlich
  gescheitert sei. Dieser sei nicht geeignet, die zeitliche Konnexität zu
  unterbrechen, weshalb ihre Leistungspflicht ausser Betracht falle. Selbst
  wenn davon ausgegangen werde, dass der Beginn der invaliditätsbedingten Arbeitsunfähigkeit
  von mindestens 20 % während des Arbeitsverhältnisses mit
  Dr. C.______ eingetreten sei, bestünde für die Teilinvalidität bis zum
  16. Oktober 2019 kein Leistungsanspruch. So sei die Teilinvalidisierung
  psychisch und die darauffolgende Erhöhung des Invaliditätsgrads ab dem
  17. Oktober 2019 rheumatologisch begründet gewesen. Folglich bestehe
  keine sachliche Konnexität. Selbst wenn eine Leistungspflicht für die
  Erhöhung des IV-Grads angenommen werden würde, seien lediglich
  BVG-Minimalleistungen zu erbringen, da der Leistungsanspruch erst später
  entstanden worden wäre.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Kläger absolvierte zwischen dem 2. August 2011
  und dem 31. Dezember 2011 bei der Stiftung B.______ ein Sozialpraktikum
  mit einem Pensum von 100 % und war anschliessend für diese bis am 31.
  August 2013 zu 80 % als Betreuer tätig. Während dieser Zeit war er bei
  der Beklagten 1 vorsorgeversichert. Nachdem er vom 1. September
  2013 bis zum 30. November 2013 und vom 11. August 2014 bis zum
  6. Februar 2015 zwei Kurse in Agogik/Büro sowie Didaktik besucht hatte,
  arbeitete er vom 16. Oktober 2015 bis zum 8. Dezember 2015 als
  Sachbearbeiter für Dr. C.______ mit einem Pensum von 50 %, wobei er
  in dieser Eigenschaft bei der Beklagten 2 vorsorgeversichert war.

  
	
   

  
	
  4.2 Vorliegend wird zu Recht weder der Bestand der
  vorgenannten Arbeitsverhältnisse noch die Tatsache bestritten, dass der
  Kläger aufgrund der Tätigkeiten bei der Stiftung B.______ sowie bei
  Dr. C.______ bei den Beklagten vorsorgeversichert war. Streitig und zu
  prüfen ist hingegen, ob er gegenüber der Beklagten 1 oder der
  Beklagten 2 einen Anspruch auf eine Invalidenrente aus BVG hat, indem er
  bei einer dieser Vorsorgeeinrichtung bei Eintritt seiner Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur
  Invalidität geführt hat, versichert war.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Dr. med. D.______, Arzt für
  Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte beim Kläger am 24. April 2013
  eine depressive Episode. Eine solche Symptomatik habe bereits zu Beginn der
  Behandlung am 15. Februar 2013 vorgelegen, wobei Auslöser vor allem die
  Problematik am Arbeitsplatz mit Dauerstress, genereller Unzufriedenheit sowie
  ständiger Überforderung gewesen sei. Im März 2013 habe sich die Symptomatik
  deutlich gebessert. Die Arbeitsunfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit bei der
  Stiftung B.______ betrage 50 % bzw. 40 % bei einem
  Arbeitspensum von 80 %. In einer angepassten Tätigkeit, beispielsweise
  in einer Bürotätigkeit mit regelmässigen Arbeitszeiten, könne die
  Arbeitsfähigkeit gar 80 % betragen. Eine volle Arbeitsaufnahme werde auf
  den Mai 2013 prognostiziert.

  
	
   

  
	
  5.2 Dem Arbeitszeugnis vom 4.
  Dezember 2015 lässt sich entnehmen, dass Dr. D.______ dem Kläger ab dem
  30. November 2015 eine durchgehende volle Arbeitsunfähigkeit bis zum
  25. Februar 2016 attestierte.

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Am 15. Januar 2016 berichtete Dr. D.______, der
  Kläger sei seit dem 4. Dezember 2015 bei ihm wegen psychiatrischen
  Beschwerden in Behandlung. Aktuell bestehe eine schwere depressive Episode,
  wobei die Symptomatik im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Sekretär bei
  seiner letzten Anstellung stehe. Daneben bestehe die Symptomatik eines
  Fibromyalgiesyndroms. Diesbezüglich werde er an den Rheumatologen
  Dr. med. E.______, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, verwiesen.
  Es bestehe eine generalisierte Schmerzsymptomatik mit belastungsabhängigen
  Schmerzen. Aufgrund der beiden Beschwerden liege seit dem 4. Dezember
  2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit vor.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Am 27. Februar 2016 nahm
  Dr. med. F.______, Facharzt FMH für Psychiatrie, Psychotherapie und
  Pharmazeutische Medizin, zum Gesundheitszustand des Klägers Stellung. Er
  hielt fest, dass aus psychiatrischer Sicht ein Normalbefund vorliege und sich
  keine Zeichen einer Depression, einer Psychose oder einer
  Persönlichkeitsstörung finden liessen. Das vom Kläger vorgebrachte
  Wirbelsäulenleiden sei aus seiner Sicht unspezifisch und könne nicht
  zugeordnet werden. Eine Behandlung aus psychiatrischer Sicht sei nicht
  erforderlich und die rheumatologische Therapie solle durch Dr. E.______
  koordiniert werden. Aktuell bestehe aus psychiatrischer Sicht kein Anlass,
  dem Kläger einen Arbeitsdispens auszustellen, da keine Einschränkungen
  beruflicher Aktivität bestünden.

  
	
   

  
	
  5.3.3 Dr. med. G.______, Psychiatrie und Psychotherapie
  FMH, stellte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsunfähigkeit am 10.
  März 2016 eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion seit
  Oktober/November 2015 sowie den Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung. Er
  könne keine Prognose stellen und empfehle Psychotherapie. Die reaktive,
  affektive Störung und möglicherweise die schwierigen Persönlichkeitsanteile
  sowie die somatischen Beschwerden seien einschränkend. Dies wirke sich im
  Sinne einer verminderten Anpassungsfähigkeit bei der Arbeit aus. Eine
  angepasste Tätigkeit sei dem Kläger bis zu 100 % zumutbar, wobei keine
  verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Ab Januar 2016 sei er mindestens zu
  50 % arbeitsfähig. Er empfehle eine multidisziplinäre Begutachtung.

  
	
   

  
	
  5.3.4 Vom 20. April 2016 bis zum 3. Mai 2016 befand sich
  der Kläger in stationärer Behandlung im Rehabilitationszentrum H.______.

  
	
   

  
	
  Im Bericht vom 28. April
  2016 gelangte der behandelnde Neurologe der Kliniken H.______ zum Schluss,
  der klinisch neurologische Untersuchungsbefund sei unauffällig. Er finde
  weder Hinweise für eine zentral- oder peripherneurologische Ursache des
  angegebenen Schwankschwindels noch solche für relevante neuropsychologische
  Defizite. 

  
	
   

  
	
  Dem physiotherapeutischen
  Austrittsbericht vom 3. Mai 2016 lässt sich sodann entnehmen, dass während
  des stationären Aufenthalts nur leichte Verbesserungen erzielt werden
  konnten. Der Kläger werde weiterhin durch Schmerzen im lumbalen Bereich, im
  Halswirbelbereich sowie beidseitig in den Knien limitiert. Inwiefern
  allenfalls andere, nicht somatische Faktoren die Belastbarkeit beeinflussten,
  könne anhand der rein somatischen Testungen nicht beurteilt werden.

   

  
	
  Im Austrittsbericht vom 4.
  Mai 2016 berichtete der leitende Arzt Psychosomatik der Kliniken H.______,
  dass bei der Erstkonsultation keine Diagnose fassbar gewesen sei und als
  psychiatrische Austrittsdiagnose lediglich Verdachtsfälle hätten beobachtet
  werden können. Zurzeit bestehe keine manifeste psychische Störung. Die
  Arbeitsfähigkeit sei aus fachpsychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt und
  dem Kläger werde empfohlen, sich weiterhin ausreichend zu bewegen und von
  körpermedizinischen rekonditionierenden Massnahmen zu profitieren.

  
	
   

  
	
  Gemäss den Berichten vom
  30. April 2016 und vom 13. Mai 2016 sei der Kläger schliesslich aus rein
  rheumatologischer Sicht ab dem 4. Mai 2016 für eine leichte,
  wechselbelastende Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig. In einer angepassten
  Tätigkeit, bei welcher der Kläger wechselbelastend gehen, stehen und sitzen
  könne, sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit noch gesteigert werden
  könne. Es seien berufliche Massnahmen seitens der Invalidenversicherung zu
  empfehlen.

  
	
   

  
	
  5.3.5 Am 1. Juli 2016 berichtete Dr. E.______, dass vor
  allem die Beschwerden der Lendenwirbelsäule im Vordergrund stünden und die
  Rehabilitation in […] leider nicht den gewünschten Effekt gehabt habe. Es
  erscheine wichtig, dass die berufliche Eingliederung vonseiten der
  Invalidenversicherung vorangehe. Der Kläger benötige eine wechselbelastende
  und körperlich leichte Tätigkeit ohne repetitives Heben von Lasten, ohne
  längeres Stehen oder Sitzen am Stück und ohne häufige Zwangshaltungen der
  Wirbelsäule. In einer solchen Tätigkeit bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit
  von mindestens 50 % mit einer rein strukturellen Steigerungsmöglichkeit.
  Schwer zu beurteilen sei die psychische Belastbarkeit des Klägers. Diese habe
  allenfalls einen Einfluss auf die längerfristige Arbeitsfähigkeit.

  
	
   

  
	
  5.4

  
	
  5.4.1 Am 9. September 2016 beauftragte die IV-Stelle die
  Abklärungsstelle PMEDA mit einer polydisziplinären Begutachtung des Klägers.
  Das Gutachten wurde am 26. Januar 2017 erstattet.

  
	
   

  
	
  Im internistischen
  Teilgutachten kam Dr. med. I.______ zum Schluss, der Kläger leide
  möglicherweise an einer Hypertonie sowie an Adipositas Grad I. Es
  bestehe von internistischer Seite her jedoch keine Einschränkung der
  Arbeitsfähigkeit.

  
	
   

  
	
  Dem neurologischen
  Teilgutachten von Dr. med. J.______ lässt sich sodann entnehmen,
  dass keine Hinweise für eine neurologische Erkrankung mit Einfluss auf die
  Arbeitsfähigkeit zu finden seien.

  
	
   

  
	
  Die orthopädische
  Begutachtung durch Dr. med. K.______ ergab ferner die Diagnose eines
  teilfixierten Rundrückens nach thorakaler Spondylodese. Der Kläger sei
  aufgrund der erhobenen Befunde mit hinreichender biologischer Plausibilität
  in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit dauerhaft
  qualitativ limitiert. Er könne nur noch eine überwiegend leichte körperliche
  Arbeit mit wechselnder Körperhaltung ausführen. Dabei seien repetitive
  Rumpfzwanghaltungen, Arbeiten mit Kraftaufwand im Armvorhalt,
  Reklinationsbelastungen des Rumpfes sowie das Heben und Tragen von Gewichten
  über zehn Kilogramm zu vermeiden. In einer solchen Tätigkeit sei eine volle
  Arbeitsfähigkeit gegeben mit einem Rendement von ebenfalls 100 %. Für
  die angestammte und zuletzt ausgeübte Tätigkeit als kaufmännischer
  Angestellter bestehe dementsprechend eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit.

  
	
   

  
	
  Im psychiatrischen
  Teilgutachten nannte Dr. med. L.______ eine teilremittierte
  depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung und
  zugrundeliegender Zwangserkrankung mit Zwangshandlungen. Eine invalidisierende
  psychiatrische Erkrankung sei aktenkundig nicht mit der hinreichenden
  Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Jedoch bestehe zum Untersuchungszeitpunkt
  eine auf 50 % herabgesetzte Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die
  diesbezügliche Prognose sei übereinstimmend mit Dr. G.______ jedoch als
  günstig zu qualifizieren und es sei mit einem Wiedererlangen der vollen
  Arbeitsfähigkeit frühestens in sechs Monaten zu rechnen.

  
	
   

  
	
  Die neuropsychologische
  Beurteilung durch Mag. rer. nat. M.______ ergab schliesslich
  keinen ausreichenden Anhalt für eine kognitive Störung mit Auswirkung auf die
  Arbeitsfähigkeit.

   

  
	
  Letztlich kamen die
  Gutachter in der Konsensbeurteilung zum Schluss, dass vorrangig eine
  mittelgradig ausgeprägte depressive Episode bei rezidivierender depressiver
  Störung und zugrundeliegender Zwangserkrankung mit vorwiegend
  Zwangshandlungen und nebenbefundlich eine Hypertonie und eine Adipositas
  bestehe. Aufgrund der psychischen Beschwerden bestehe in der zuletzt
  ausgeübten Tätigkeit sowie in angepassten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit
  von 50 % bei einem Rendement von 100 %. Die qualitative Limitierung
  ergebe sich aus dem postoperativen spinalen Status. Die Prognose sei günstig
  hinsichtlich der psychischen Beschwerden. Soweit die Arbeitsfähigkeit wider
  Erwarten nicht innert sechs Monaten wiedererlangt würde, sei eine nochmalige
  Vorstellung sinnvoll.

  
	
   

  
	
  5.4.2 Am 8. Februar 2017 nahm Dr. med. N.______, Arzt
  des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stelle (RAD), zum Gutachten der
  PMEDA Stellung. Er führte aus, dass das Gutachten den Mangel aufweise,
  bisherige Integrationsbemühungen und das diesbezügliche Verhalten des Klägers
  nicht berücksichtigt zu haben. Ansonsten könne dem Gutachten aus
  versicherungsmedizinischer Sicht gefolgt werden. Es könne von einer
  Arbeitsunfähigkeit von 50 % für die zuletzt ausgeübte sowie auch für
  sämtliche angepassten und vergleichbaren Tätigkeiten seit mindestens anfangs
  2016 ausgegangen werden. In Anlehnung an das Gutachten mache es Sinn, eine
  Reevaluation in 12 bis 18 Monaten durchzuführen.

  
	
   

  
	
  5.4.3 Im Kurzbericht vom 30. Mai 2017 führte
  Dr. med. O.______, Facharzt für Rheumatologie und Physikalische
  Medizin FMH, aus, dass trotz der durchgeführten Therapien bezüglich des
  cervico- und lumbospondylogenen Syndroms keine wesentliche Besserung des Gesundheitszustands
  habe erzielt und die Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht habe erhöht werden
  können. Immerhin habe die bisherige Arbeitsfähigkeit von 50 %
  beibehalten und zur vorübergehenden Besserung des Leidens beigetragen werden
  können.

  
	
   

  
	
  5.5

  
	
  5.5.1 Dr. D.______ gab in seinem Arztbericht vom
  12. Juni 2019 gegenüber der IV-Stelle als Diagnosen mit Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit ein panvertebrales Schmerzsyndrom, chronische
  Fussschmerzen und rezidivierende depressive Episoden mit einem aktuell stabilen
  Verlauf an. Es sei längerfristig von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
  auszugehen. Sodann bestehe ein IV-Integrationsprogramm in einem geschützten
  Arbeitsumfeld mit einer Arbeitsbelastung von 50 % bis am 22. August
  2019. Früher habe der Kläger mehrfach eine Tätigkeit als Sekretär wegen
  chronischer somatischer, teilweise auch psychischer Überbelastung
  abgebrochen. Aktuell bestehe vor allem unter Belastung eine vermehrte
  Schmerzhaftigkeit im Sinne eines panvertebralen Schmerzsyndroms. Insgesamt
  liege eine verminderte Belastbarkeit vor.

  
	
   

  
	
  5.5.2 Im Sprechstundenbericht vom 17. Oktober 2019
  stellte Dr. med. P.______, Facharzt für orthopädische Chirurgie und
  Traumatologie des Bewegungsapparats, als Diagnosen den Verdacht auf eine
  Nervenwurzelreizsymptomatik L4 beidseits, chronische Beschwerden im
  mittleren Bereich der Brustwirbelsäule (BWS), den Verdacht auf Pseudoarthrose
  und ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich des Nackens. Die vorbestehenden
  Schmerzen, ausgehend von den Nervenwurzeln L5 beidseits, hätten sich
  hochgradig gebessert. Die Situation sei jedoch äusserst schwierig, da das
  Segment L4/L5 ansonsten eigentlich gesund sei. Es sei in den nächsten
  Tagen eine Infiltration der Nervenwurzel L4 rechts geplant.

  
	
   

  
	
  5.5.3 Am 7. November 2019 hielt Dr. P.______ fest,
  dass die Zusprache einer Invalidenrente dringendst empfohlen werde. Weitere
  Operationen, damit der Kläger wieder arbeiten könne, seien sinnlos, zumal
  mindestens drei grosse Eingriffe durchgeführt werden müssten und die
  Wahrscheinlichkeit einer Wiedereingliederung extrem klein sei. Den Haushalt
  könne der Kläger künftig selbst erledigen, wobei lediglich leichtere
  Tätigkeiten zumutbar seien. Er sollte mit Physiotherapie und ab und zu mit
  Schmerzmitteleinnahmen zurechtkommen.

  
	
   

  
	
  5.6

  
	
  5.6.1 Dr. D.______ attestierte dem Kläger am 24. April 202
  eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 17. Oktober 2019 bis auf
  Weiteres für sämtliche Tätigkeiten. Die Prognose sei schlecht und aufgrund
  der schweren Erkrankung sowie gestützt auf die fachärztliche Beurteilung von
  Dr.  P.______ sei ein weiteres operatives Vorgehen nicht sinnvoll.

  
	
   

  
	
  5.6.2 Am 2. Mai 2020 führte Dr. med. Q.______,
  Facharzt FMH für Jugendpsychiatrie, aus, es bestünden keine psychiatrischen
  Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit sei der Status nach rezidivierenden leichten depressiven
  Störungen zu nennen. Die Prognose sei stationär ungünstig aufgrund der
  somatischen Beschwerden und Befunde. Die Funktionseinschränkungen seien
  somatisch bedingt und aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen würden ihm
  seine psychischen Ressourcen zur Eingliederung nicht helfen.

  
	
   

  
	
  5.6.3 RAD-Ärztin dipl. med. R.______ nahm am 12. Juni 2020
  zum Gesundheitszustand des Klägers Stellung. Als Diagnosen mit dauerhafter
  Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen teilfixierten
  Rundrücken, eine Nervenwurzelreizsymptomatik L4 beidseits, den Verdacht auf
  eine Pseudoarthrose und ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom. Keine
  dauerhaften Auswirkungen habe demgegenüber der Hypertonus, die Adipositas,
  das obstruktive Schlafapnoesyndrom, die rezidivierende depressive Störung
  (teilremittiert) sowie die Zwangserkrankung. Sowohl in der angestammten als
  auch in angepassten Tätigkeiten sei er ab 2016 zu 50 % und ab dem
  17. Oktober 2019 zu 100 % arbeitsunfähig. Die Prognose sei
  ungünstig und es liege ein Gesundheitsschaden vor, welcher sich längerfristig
  auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bürosachbearbeiter auswirke. Im
  Vordergrund hätten immer somatische Beschwerden gestanden. Nachdem er ab 2016
  zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, habe sich die Situation nach einer
  Wirbelsäulenoperation im Jahr 2019 verschlechtert. Diesbezüglich hätten die
  behandelnden Ärzte übereinstimmend festgehalten, dass ab dem 17. Oktober
  2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit mit ungünstiger Prognose bezüglich
  der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit vorliege.

  
	
   

  
	
  5.7 Am 8. März 2021 sprach die IV-Stelle dem Kläger vom
  1. Dezember 2016 bis zum 30. April 2017 eine Dreiviertelsrente und
  ab dem 1. Dezember 2019 eine ganze IV-Rente zu. Vom 24. April 2017 bis
  zum 25. Dezember 2019 sei ein IV-Taggeld ausgerichtet worden, weshalb für
  diese Zeit kein Rentenanspruch bestehe. Die Einschränkungen in Bezug auf die
  bisherige Tätigkeit lägen in der chronifizierten schweren panvertebralen
  Schmerzsymptomatik mit Müdigkeit, rascher Erschöpfung, subjektiv empfundener
  Konzentrationsstörung, diffusem Schwankschwindel und chronischen
  Fussbeschwerden. Nach einer Wirbelsäulenoperation im Jahr 2019 habe sich die
  Situation verschlechtert. Der Beginn des Wartejahres sei auf den
  4. Dezember 2015 festzusetzen, da ab diesem Zeitpunkt Taggelder der
  Krankentaggeldversicherung ausbezahlt worden seien.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1

  
	
  6.1.1 Vorliegend ergibt sich aus den im Recht liegenden
  Akten, dass der Gesundheitsschaden des Klägers, welcher letztlich zur
  Zusprache einer Invalidenrente der Invalidenversicherung bzw. zur
  invaliditätsrelevanten Arbeitsunfähigkeit geführt hat, in somatischen
  Beschwerden begründet ist. Insbesondere Dr. K.______ hielt diesbezüglich
  im Gutachten der PMEDA fest, dass der Kläger aus orthopädischer Sicht mit
  hinreichender biologischer Plausibilität in seiner körperlichen
  Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit dauerhaft qualitativ limitiert sei.
  Dies stimmt mit den schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen der
  Kliniken H.______ sowie denjenigen von Dr. O.______ überein, wonach
  der Kläger aus rheumatologischer Sicht ab dem 4. Mai 2016 für eine
  angepasste Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei.

  
	
   

  
	
  6.1.2 Demgegenüber kann der Beklagten 2 nicht darin
  gefolgt werden, dass die Zusprache der Dreiviertelsrente der
  Invalidenversicherung zunächst psychisch und die darauffolgende Erhöhung des
  Invaliditätsgrads ab dem 17. Oktober 2019 rheumatologisch begründet war.
  Vielmehr weisen die ärztlichen Berichte darauf hin, dass die psychischen
  Erkrankungen lediglich vorübergehender Natur waren und als Diagnosen ohne
  dauerhafte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu qualifizieren sind. So
  wies Dr. D.______ bereits im Januar 2016 darauf hin, dass es sich um
  eine depressive Episode und somit nicht um eine dauerhafte depressive Störung
  handle, wobei Dr. F.______ im Februar 2016 aus rein psychiatrischer
  Sicht bereits einen Normalbefund stellte und keinen Anlass für die
  Ausstellung eines Arbeitsdispenses sah. Sodann lässt sich dem Austrittbericht
  der Kliniken H.______ vom 4. Mai 2016 entnehmen, dass beim Kläger
  keine manifeste psychische Störung bestehe und dieser aus fachpsychiatrischer
  Sicht nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Ferner wies
  Dr. L.______ im PMEDA-Gutachten darauf hin, dass aktenkundig eine
  invalidisierende psychische Erkrankung nicht mit hinreichender
  Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden könne. In diesem Lichte ist auch der
  Bericht von Dr. E.______ vom 1. Juli 2016 zu würdigen, wonach die
  Beschwerden bei der Lendenwirbelsäule (LWS) im Vordergrund stünden.
  Schliesslich berichteten sowohl Dr. D.______ am 12. Juni 2019 als
  auch Dr. Q.______ am 2. Mai 2020 von einem stabilen Verlauf der
  psychischen Erkrankung bzw. davon, dass keine psychiatrischen Diagnosen
  mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorhanden seien. Im Übrigen
  gelangte dipl. med. R.______ am 12. Juni 2020 zum Ergebnis,
  dass die psychischen Erkrankungen keine dauerhaften Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit zeitigen würden und stets somatische Beschwerden im
  Vordergrund gestanden hätten. Daran ändert im Übrigen nichts, dass in der
  Konsensbeurteilung des PMEDA-Gutachtens auf eine vordergründige
  psychiatrische Erkrankung hingewiesen und eine Arbeitsunfähigkeit mit
  ebendiesem Gesundheitsschaden begründet wurde. Einerseits wird im
  fachpsychiatrischen Teilgutachten die Erkrankung als teilremittiert
  beschrieben, womit sie offenbar lediglich noch begrenzt Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit hatte. Andererseits wird darin explizit auf eine mangelnde
  Invalidisierung dieser Erkrankung hingewiesen, womit sie mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit keine Ursache der invaliditätsbedingten Arbeitsunfähigkeit
  darstellt. Schliesslich wird in der Konsensbeurteilung darauf hingewiesen,
  dass hinsichtlich der psychischen Erkrankung eine günstige Prognose vorliege
  und diese somit nicht dauerhaften Charakters sei. Dem schloss sich in der
  Folge auch RAD-Arzt Dr. N.______ an.

  
	
   

  
	
  6.1.3 Aus dem Gesagten folgt, dass die ursprüngliche Zusprache
  der Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung wie auch die Erhöhung auf
  eine ganze Invalidenrente mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in derselben
  somatischen Erkrankung des Klägers gründen. Entsprechend beruhte die Erhöhung
  der Invalidenrente der Invalidenversicherung denn auch auf einer
  Verschlimmerung der vorbestandenen somatischen Beschwerden und ist nicht auf
  neue gesundheitliche Beschwerden zurückzuführen. Diesbezüglich weisen die
  behandelnden Ärzte sowie die IV-Stelle selbst darauf hin, dass die Anhebung
  der Rente der schlecht verlaufenen operativen Massnahme am Rücken des Klägers
  geschuldet sei.

  
	
   

  
	
  6.2 Soweit der Kläger geltend macht, die
  invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit von 20 % sei während des
  Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 1 entstanden, ist ihm nicht zu
  folgen. Zwar ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Kläger bereits
  während des Arbeitsverhältnisses mit der Stiftung B.______ bzw. bereits
  davor somatische Beschwerden hatte. Indessen wurde die Arbeitsunfähigkeit
  zwischen dem 2. August 2011 und dem 31. August 2013 lediglich mit
  psychischen Beschwerden begründet. Diese waren nach dem oben Dargelegten
  (vgl. vorstehende E. II/6.1.2) nur vorübergehender Natur, worauf im Übrigen
  auch die damalige Arbeitgeberin hinwies und worauf der Umstand hindeutet,
  dass die IV-Stelle den Kläger mit Verfügung vom 8. September 2014 per 1.
  Juli 2013 zu 100 % arbeitsfähig taxierte. Die damals vorgelegenen
  psychischen Beschwerden stellen somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  die Ursache für die Invalidität des Klägers dar. Folglich mangelt es mit
  Blick auf die Leistungspflicht der Beklagten 1 an einem sachlichen
  Zusammenhang, weshalb diese zu verneinen ist.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Entgegen der Ansicht des Klägers lässt sich sodann
  aber auch keine Leistungspflicht der Beklagten 2 begründen. So kann mit
  Blick auf die im Recht liegenden medizinischen Akten zumindest nicht mit
  überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass die invaliditätsrelevante und somatisch
  begründete Arbeitsunfähigkeit des Klägers von mindestens 20 % zu der
  Zeit in Erscheinung getreten ist, als dieser bei der Beklagten 2
  vorsorgeversichert war. Zwar kam Dr. D.______ im Januar 2016 zum
  Schluss, der Kläger sei seit dem 4. Dezember 2015 und damit während des Arbeitsverhältnisses
  bei Dr. C.______ zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Dies jedoch
  hauptsächlich aufgrund vorübergehender psychischer Beschwerden im
  Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei Dr. C.______ als Sekretär. Davon
  konnte er sich gemäss Dr. F.______, Dr. G.______, den behandelnden
  Ärzten der Kliniken H.______ sowie Dr. L.______ in der Folge
  erholen, indem die diesbezüglichen Beschwerden als remittiert erachtet
  wurden. Dementsprechend ist nicht von einem invalidenrelevanten
  Gesundheitsschaden auszugehen bzw. es mangelt an einem sachlichen
  Zusammenhang. 

  
	
   

  
	
  Soweit
  Dr. D.______ weiter ausführt, die Arbeitsunfähigkeit ab Dezember 2015
  sei daneben noch somatisch bedingt, ist ihm schliesslich nicht zu folgen. Zum
  einen erwähnt er damit lediglich in pauschaler Weise bereits früher
  festgestellte physische Beschwerden. Zum anderen legt er nicht dar, inwieweit
  der Kläger neben dem vorübergehenden psychischen Leiden durch somatische
  Beschwerden zusätzlich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Erst
  Dr. E.______ führte hierzu aus, dass der Kläger ab dem 11. Februar
  2016 zu 50 % aus somatischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit
  eingeschränkt sei, wobei er hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit ab Dezember
  2015 bis Februar 2016 ohne nähere Begründung auf die Ausführungen von
  Dr. D.______ verwies. Unter Berücksichtigung, dass es sich bei
  Dr. D.______ um den behandelnden Hausarzt handelt, womit seine Berichte
  mit Blick auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung eher zugunsten des
  Klägers formuliert sein dürften, erscheint es nicht überwiegend
  wahrscheinlich, dass eine berufsvorsorgerechtlich relevante
  Arbeitsunfähigkeit bereits im Dezember 2015 und damit während des
  Arbeitsverhältnisses bei Dr. C.______ bzw. währenddessen er bei der
  Beklagten 2 vorsorgeversichert war in Erscheinung getreten ist. Davon
  gehen im Übrigen auch die behandelnden Ärzte der Kliniken H.______ sowie die
  RAD-Ärzte aus, indem sie den Beginn der somatisch begründeten
  Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbarer und begründeter Weise nach dem
  Versicherungsverhältnis mit der Beklagten 2 datierten. Ferner weisen
  sowohl Dr. F.______ als auch der Kläger selbst darauf hin, dass die
  Tätigkeit bei Dr. C.______ wegen einer psychischen Erschöpfung, welche
  durch einen Arbeitsplatzkonflikt verursacht worden sei, habe unterbrochen
  werden müssen. Es erscheint damit plausibel, dass die somatisch bedingte
  Arbeitsunfähigkeit erst nach dem Arbeitsverhältnis bei Dr. C.______
  bzw. nach dem Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten 2 eintrat.
  Hieran ändert im Übrigen nichts, dass die IV-Stelle den Beginn des Wartejahrs
  auf Dezember 2015 ansetzte. Dies hängt vielmehr mit dem Zeitpunkt der
  Wiederanmeldung des Klägers und mit dem Beginn der Ausrichtung der
  Krankentaggelder zusammen. Es kann jedoch gestützt darauf nicht unbesehen
  davon ausgegangen werden, dass die relevante Arbeitsunfähigkeit von 20 %
  bereits im Dezember 2015 bestand. Vielmehr ergibt sich aus dem oben
  Dargelegten, dass die berufsvorsorgerechtlich relevante und somatisch
  bedingte Arbeitsunfähigkeit nach dem Vorsorgeverhältnis mit der
  Beklagten 2 entstand und die Invalidenversicherung die während dem
  Arbeitsverhältnis mit Dr. C.______ festgestellte psychische
  Arbeitsunfähigkeit mitberücksichtigte.

  
	
   

  
	
  6.3.2 Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass
  die invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit vor oder während dem
  Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten 2 die Schwelle von 20 %
  erreicht hatte, wäre Letztere jedoch nicht leistungspflichtig. So bringt sie
  diesbezüglich zu Recht vor, dass das als Arbeitsversuch zu qualifizierende
  und mit einem Pensum von 50 % eingegangene Arbeitsverhältnis von nur
  1,5 Monaten nicht geeignet wäre, die zeitliche Konnexität zu
  unterbrechen (vgl. dazu BGer-Urteil B 88/03 vom 28. Mai 2004
  E. 3.3). Indem der Kläger zudem selbst darauf hindeutet, dass das Arbeitsverhältnis
  bei Dr. C.______ als Arbeitsversuch zu qualifizieren ist, impliziert er
  überdies selbst, dass nicht während, sondern bereits vor Stellenantritt ein
  invalidisierender Gesundheitszustand vorgelegen hat und er beabsichtigte, in
  diesem Rahmen seine noch restlich verbliebene Erwerbsfähigkeit zu verwerten.
  Folglich fällt auch bei dieser Annahme eine Konnexität ausser Betracht, womit
  es an dieser Stelle sein Bewenden hat.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ist mit
  überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
  invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit des Klägers somatisch begründet ist
  und die psychischen Beschwerden lediglich als Diagnosen zu werten sind,
  welche keine länger andauernden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
  zeitigten. Da der Kläger während dem Vorsorgeverhältnis mit der
  Beklagten 1 lediglich aus psychischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit
  eingeschränkt war und diese in der Folge wiedererlangte, besteht keine
  Leistungspflicht der Beklagten 1. Sodann ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  erstellt, dass die invaliditätsrelevante
  Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % während des Vorsorgeverhältnisses
  mit der Beklagten 2 eintrat, weshalb auch die Beklagte 2 keine
  Leistungspflicht trifft.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur
  Abweisung der Klagen gegen die Beklagte 1 und gegen die Beklagte 2.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Der Kläger hat die von ihm
  gestellten Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der
  unentgeltlichen Rechtsverbeiständung am 7. Juli 2021 zurückgezogen,
  weshalb diese als erledigt abzuschreiben sind.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Gerichtskosten sind von Gesetzes wegen auf die
  Staatskasse zu nehmen (Art. 73 Abs. 2 BVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Mangels Obsiegens steht dem Kläger keine
  Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 2 VRG). Eine solche
  steht auch den Beklagten 1 und 2 nicht zu, da weder die Art des
  Prozesses eine solche rechtfertigt noch im vorliegenden Fall eine mutwillige
  Prozessführung vorliegt (vgl. dazu Marc Hürzeler/Barbara Bättig-Lischer
  in Marc Hürzeler/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Basler Kommentar Berufliche Vorsorge, 2021,
  Art. 73 N. 72 f., mit Hinweisen).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  Die Gesuche des Klägers um
  Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen
  Rechtsverbeiständung werden als durch Rückzug erledigt abgeschrieben.

  
	
  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Klage gegen die Beklagte 1 wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Klage gegen die Beklagte 2 wird abgewiesen.

    
	
    3.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    4.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    5.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]