# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df294836-2f34-5a74-811e-4809392a7a15
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-10-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 22.10.2003 VB 2003 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_VB-2003-8_2003-10-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 22. Oktober 2003 Schriftlich mitgeteilt am:
VB 03 8 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichterin Heinz-Bommer und Kantonsrichter 
Rehli, Aktuar Blöchlinger.

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In der verwaltungs(straf)rechtlichen Berufung

des A., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, 
Postfach 519, Quaderstrasse 5, 7001 Chur,

gegen

die Verfügung des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartements Graubünden vom 
7. Juli 2003, mitgeteilt am 9. Juli 2003, in Sachen des Berufungsklägers,

betreffend Versetzung in den offenen Vollzug,

hat sich ergeben:

A. 1. Mit Urteil vom 25. Juni 1984 sprach das Kantonsgericht Graubünden 
A. schuldig des Mordes gemäss Art. 112 StGB, des Raubes gemäss Art. 139 Ziff. 

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3 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der Störung des 
Totenfriedens gemäss Art. 262 Ziff. 1 StGB, der Veruntreuung gemäss Art. 140 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der fortgesetzten Widerhandlung gegen Art. 145 Ziff. 1, 
3 und 4 VZV und bestrafte ihn dafür mit 10 Jahren Zuchthaus. Der Vollzug der 
Strafe wurde aufgeschoben und gegenüber dem Verurteilten die Verwahrung 
nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB angeordnet.

2. A. befindet sich seit dem 25. Juni 1984 in diesem Massnahmevollzug. 
Derzeit ist er in der Strafanstalt Pöschwies untergebracht. Bei den periodisch 
erfolgten Massnahmeüberprüfungen kamen die Behörden jeweils zum Schluss, 
dass der gerichtlich verfügte Massnahmevollzug bis auf weiteres aufrecht zu 
erhalten sei.

B. 1. Mit Verfügung vom 14. Juni 2002 lehnte das Bau-, Verkehrs- und 
Forstdepartement Graubünden im Rahmen der jährlichen Massnahmeüberprü-
fung das seitens von A. gestellte Gesuch um probeweise Entlassung in eine 
geschützte Wohn- und Arbeitsstätte ab und bestätigte erneut die Fortsetzung des 
Massnahmevollzugs. Die Behörde erklärte sich jedoch bereit, eine psychiatrische 
Fachstelle mit der Ausfertigung eines Gutachtens zu beauftragen und die 
Vollzugssituation und Zukunftsperspektiven von A. abklären zu lassen und 
anschliessend erneut die Fragen der Entlassung von A. oder allenfalls seiner 
Versetzung in eine geeignete geschützte Wohn- und Arbeitsstätte zu prüfen.

2. Am 5. Juli 2002 gab das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Grau-
bünden bei Dr. med. B., Oberarzt Forensik des Psychiatriezentrums C., eine 
entsprechende Expertise in Auftrag. 

C. Die ihm konkret unterbreiteten Fragen beantwortete der Experte in 
seinem Gutachten vom 16. Dezember 2002 wie folgt: 

• Besteht bei A. im gegenwärtigen Zeitpunkt eine Gemein-
gefährlichkeit?

Zum heutigen Zeitpunkt, da der Explorand sich in einer geschlossenen 
Institution befindet, stellt er weder eine Gefahr für die Mitinsassen noch 
für die ihn betreuenden Personen dar;

• Unter welchen Voraussetzungen besteht ein Rückfallrisiko und wie 
hoch ist es einzuschätzen?

Aus der Vorgeschichte, aber auch aus dem bisherigen Verlauf lässt sich 
schliessen, dass der Explorand mit einer selbständigen Lebensplanung 
und -führung überfordert wäre. Es ist anzunehmen, dass er die ihm zur 
Verfügung stehenden Geldmittel nicht einteilen könnte und sich dieselben 

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durch Diebstahl und/oder Einbruch zu verschaffen versuchen würde. 
Dabei wäre eine ähnliche Konstellation, wie diejenige welche zum 
Anlassdelikt geführt hat, nicht auszuschliessen. Konkrete Hinweise für die 
Gefahr eines gewaltsamen sexuellen Übergriffes bestehen hingegen 
nicht;

• Muss die Sicherheitsverwahrung gegenüber A. bis auf weiteres 
bestehen bleiben oder kann er, allenfalls unter welchen Bedingungen, 
in einem offeneren Vollzugsregime untergebracht werden?

Das bisherige Verhalten von A. zeigt, dass er in einem strukturierten 
Rahmen zu führen ist und ein gewisses Mass an Eigenverantwortung 
übernehmen kann. Die Verlegung beispielsweise in die offene Strafanstalt 
Saxerriet, welche über Erfahrung mit der Behandlung geistig behinderter 
Straftäter sowie über geschlossene Plätze verfügt, kann deshalb aus 
forensisch-psychiatrischer Sicht verantwortet werden. Zweifellos bedarf 
der Explorand im Vergleich zu anderen Straftätern einer intensiven, aber 
nicht notwendigerweise einer intensiven ärztlichen Betreuung;

• Kommt allenfalls im gegenwärtigen Zeitpunkt eine bedingte Entlas-
sung von A. in Frage, wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Der Explorand hat 18 Jahre im geschlossenen Vollzug verbracht. Die 
Folgen einer bedingten Entlassung, welche ja mit einem vollständigen 
Verlust der bisherigen relativ engen Struktur verbunden wäre, wären für 
das künftige Verhalten von A. zum heutigen Zeitpunkt nicht absehbar. 
Diese Frage muss mit Nein beantwortet werden.

• Lässt sich aufgrund der Persönlichkeitsstruktur von A. eine Prognose 
bezüglich der weiteren Entwicklung und möglichen Veränderungen 
des psychischen Gesundheitszustandes stellen?

Die seit der Geburt bestehende geistige Behinderung A. drückt sich vor 
allen Dingen in einer verminderten Fähigkeit, sich sprachlich ausdrücken 
zu können, aus. Neben einer gewissen sozialen Kompetenz zeigte sich 
mit beginnendem Erwachsenenalter aber offensichtlich eine Unfähigkeit, 
sich beschäftigen oder vorausschauend planen zu können; es bestand 
die Gefahr der Verwahrlosung, der man ja mit der Einweisung in eine 
Arbeitserziehungsanstalt begegnen wollte.

Unter den Bedingungen der Verwahrung in einem geschlossenen Rah-
men wird er seit Jahren als freundlich, pflichtbewusst, aber leicht beein-
flussbar und unselbständig, d.h. aber auch leicht lenkbar beschrieben. Die 
an sich günstige Entwicklung, die A. durchgemacht hat, spricht aus 
forensisch-psychiatrischer Sicht dafür, ihn in eine Institution, die zwar 
feste Strukturen aufweist, die aber nicht über speziell gesicherte 
Einrichtungen verfügen muss und die ihm die notwendige Aufsicht 
gewährleisten kann, wie dies bei einer offenen Strafanstalt der Fall ist, zu 
versetzen.

Eine weitere Konsolidierung des bisher Erreichten sowie die Verlegung 
von A. in eine zwar betreute, aber noch offenere Institution erscheint aus 
forensisch-psychiatrischer Sicht nicht unrealistisch.

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D. 1. Nach Kenntnisnahme des vorerwähnten Gutachtens stellte der 
Rechtsvertreter von A. in seiner Vernehmlassung vom 9. Januar 2003 folgende 
Anträge: 

1. A. sei unverzüglich in die offene Strafanstalt Saxerriet zu verlegen.

2. Es sei von der günstigen Entwicklung, welche A. durchgemacht 
habe, Kenntnis zu nehmen.

3. Es sei die vom Gutachter als realistisch eingeschätzte weitere Kon-
solidierung des bisher Erreichten und die Verlegung in eine noch 
offenere Institution periodisch in kurzen Abständen durch den Gut-
achter Dr. med. B. überprüfen zu lassen.

4. Es sei für die weitere Überprüfung und die Verlegung in das von A. 
bevorzugte Männerwohnheim in G. ein verbindlicher Zeitplan zu 
erstellen.

5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. 

2. Die Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordates ge-
langt in ihrer Stellungnahme vom 3. März 2003 zum Schluss, dass dem Ge-
suchsteller unter dem Gesichtspunkt der Gemeingefährlichkeit weder die Ver-
setzung in die Strafanstalt Saxerriet oder in eine andere derartige Anstalt noch 
die probeweise Entlassung gewährt werden sollte. In der Begründung verwies 
die Fachkommission auf die beiden Gutachten von Dr. med. E. vom 10. März 
1983 und Dr. med. F. vom 26. Januar 1984. Beide psychiatrischen Experten - so 
die Fachkommission - attestieren A. eine Imbezillität und bezeichneten seinen 
Schwachsinn als nicht behandelbar. Da eine Besserung seines psychischen 
Zustandes nicht erwartet werden könne und eine Rückfallgefahr in ein gleiches 
oder ähnliches Delikt bestehe, sei er in einer geeigneten Anstalt auf unbestimm-
te Zeit zu verwahren. In der Gesamtbeurteilung aller prognostisch relevanten 
Faktoren, insbesondere unter Berücksichtigung der absolut unverständlichen 
und grausamen Anlasstat, der zwar medikamentös stabilisierten schweren 
Verhaltensstörung in Kombination mit einer Intelligenzminderung, der nur sehr 
eingeschränkten Ressourcen bezüglich adäquater Reaktionen in komplexen 
Situationen und des ungenügend tragfähigen sozialen Umfeldes, könne dem 
Gesuchsteller zum heutigen Zeitpunkt keine günstige Prognose hinsichtlich einer 
gemeinverträglichen und deliktfreien Zukunft gestellt werden. Da sich der 
Gesuchsteller bis heute in einem äusserst eng strukturierten Rahmen 
aufgehalten habe und bereits bei kleinsten Veränderungen Mühe bekunde und 
kaum fähig sei, selbständig zu handeln, wäre er bei einer Versetzung in die 
Strafanstalt Saxerriet - oder eine ähnliche, weniger streng strukturiert geführte 
Anstalt - überfordert und würde vermutlich bald scheitern. Dies nicht zuletzt auch 

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deshalb, weil der Gesuchsteller in einer solchen Anstalt auch problemlos mit 
Alkohol und Drogen in Kontakt kommen könnte, was wiederum eine erhöhte 
Gefahr der Enthemmung mit sich bringen würde. Vor der Gewährung derartiger 
Vollzugslockerungen empfehle es sich vielmehr, dem Gesuchsteller die Chance 
zu geben, sich in kleineren Schritten zu bewähren, indem er zum Beispiel in der 
Strafanstalt Pöschwies von der stark strukturierten und intensiv betreuten Inte-
grationsgruppe in den Normalvollzug bzw. in die Abteilung für Langstrafige 
wechsle oder mehr als bloss einen begleiteten Urlaub jährlich absolviere. 

3. Die ebenfalls zur Stellungnahme aufgefordert kantonale Massnahme-
vollzugsstelle sprach sich in ihrem Bericht vom 10. März 2003 unter Hinweis auf 
die Ausführungen der Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkor-
dates ebenfalls gegen eine Verlegung von A. in den offenen Vollzug aus. 

4. Der Rechtsvertreter von A. hielt in seiner ergänzenden Stellungnahme 
vom 16. Mai 2003 an den bereits gestellten Anträgen fest. 

5. Vom Vormund von A. ging innert angesetzter Frist keine Stellungnahme 
zur Frage einer Entlassung bzw. Versetzung ein. 

E. Mit Verfügung vom 9. Juli 2003 erkannte das per 1. Januar 2003 für die 
Vollzugsbelange wieder zuständig erklärte Justiz-, Polizei- und Sanitätsde-
partement Graubünden: 

1. Das Gesuch von A. um Versetzung in die offene Strafanstalt Saxer-
riet wird im Sinne der Erwägungen abgelehnt.

2. Die weiteren Anträge von A., nämlich

- die vom Gutachter Dr. med. B. als realistisch eingeschätzte 
weitere Konsolidierung des bisher Erreichten und die Verlegung 
von A. in eine noch offenere Institution sei periodisch in kurzen 
Abständen durch den Gutachter Dr. med. B. überprüfen zu lassen,

- für die weitere Überprüfung der Massnahme und für die Verlegung 
von A. in das von ihm bevorzugte Männerwohnheim in G. sei ein 
verbindlicher Zeitplan zu erstellen,

werden abgelehnt. 

3. Der gegenüber A. am 25. Juni 1984 gerichtlich verfügte Massnah-
menvollzug nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB wird im Sinne der 
Erwägungen weitergeführt.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung).

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Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, A. könne zwar eine 
erfreuliche und konstante Entwicklung bescheinigt werden. Es dürfe aber 
keinesfalls übersehen werden, dass dieses günstige Erscheinungsbild nur in 
einem eng strukturierten und auf Sicherheitsbelange abgestellten Rahmen unter 
konsequenter Medikation habe verwirklicht werden können. Auch unter 
Berücksichtigung der Deliktvorgeschichte und der nicht behandelbaren geistigen 
Behinderung erscheine es nicht verantwortbar, im gegenwärtigen Zeitpunkt diese 
speziellen Vollzugsbedingungen zu ändern. Es müsse immer noch ein 
unverändert erhöhtes strukturelles Rückfallrisiko angenommen werden, wenn A. 
Verhältnisse antreffen würde, mit denen er aufgrund seiner geistigen 
Behinderung und der damit verbundenen deutlichen Defizite seiner sozialen 
Kompetenz nicht umzugehen wisse. Mit der zudem grundsätzlichen Gefahr, 
unter Alkoholeinfluss oder anderen Drogen mit Enthemmung zu reagieren, könne 
es - beim Wunsch auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung - bei ihm in einer neuen 
Umgebung zu einem unkontrollierten und enthemmten Verhalten mit 
unabsehbaren Folgen kommen. Zudem könne sich daraus ein erhebliches 
Entweichungsrisiko ergeben. Diese Zurückhaltung gegenüber einer Versetzung 
in den offenen Vollzug habe zweifellos ihre Berechtigung, nachdem der 
spezialärztliche Dienst der Strafanstalt Pöschwies und die Aufsichts- und Be-
treuungsorgane A. bis heute weitergehende Vollzugslockerungen verweigert 
hätten. Die Strafanstalt Saxerriet sei überdies im Falle von A. nicht für den 
Vollzug geeignet. 

F. 1. Gegen diese Verfügung liess A. am 29. Juli 2003 Berufung an den 
Kantonsgerichtsauschuss Graubünden erheben mit folgenden Anträgen: 

1. Die angefochtene Departementsverfügung vom 7./9. Juli 2003 sei 
vollumfänglich aufzuheben.

2. Es sei eine mündliche Berufungsverhandlung durchzuführen.

3. Es sei A. entsprechend den Empfehlungen im Gutachten von Dr. B. 
vom 16. Dezember 2002 in die offene Strafanstalt Saxerriet zu 
verlegen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

In der Begründung brachte der Rechtsvertreter von A. im Wesentlichen 
vor, der Entscheid des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartements Graubünden 
übergehe vollständig das fundierte Gutachten sowie die zahllosen, für seinen 
Mandanten sprechenden Berichte. Diese würden belegen, dass bei A. eine 
Veränderung zum Guten eingetreten sei. Indem sie die Lockerung gleichwohl 

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ablehne, setze sich die Vorinstanz zu ihren eigenen Erkenntnissen und zum 
Gutachten in einen nicht hinnehmbaren Widerspruch. Die Feststellung der 
Vorinstanz, bei A. bestehe immer noch ein erhöhtes strukturelles Rückfallrisiko 
sei falsch und aktenwidrig. Darüber helfe auch der Hinweis auf die Berichte des 
spezialärztlichen Diensts in der Strafanstalt Pöschwies nicht hinweg. Gerade 
dieser Dienst habe sich, abgesehen von der Medikamentenabgabe, nicht 
besonders um A. gekümmert. Die Behauptung, eine Unterbringung, bzw. 
Verlegung von A. in die Anstalt Saxerriet sei nicht durchführbar, widerspreche 
den Abklärungen und Empfehlungen des Gutachters. Die von der Vorinstanz 
vorgebrachten Einwendungen seien aktenmässig nicht belegt und stellten reine 
Vermutungen dar. Allgemeine Mutmassungen über künftigen Alkoholkonsum 
oder Drogenkontakt in Saxerriet seien sicher nicht geeignet, das Gutachten von 
Dr. B. auszuhebeln, weil dieser Risikofaktor im Rahmen der Begutachtung auch 
berücksichtigt worden sei. 

2. Das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden schloss in 
seiner Vernehmlassung vom 14. August 2003 auf Abweisung der Beschwerde. 

3. In seiner Stellungnahme vom 19. September 2003 zog der Rechtsver-
treter von A. seinen Antrag auf Durchführung einer mündlichen Be-
rufungsverhandlung zurück. Im Übrigen hielt er an den gestellten Berufungsan-
trägen fest. 

Auf die weitere Begründung der gestellten Anträge und die vorstehend nur 
zusammenfassend wiedergegebenen Ausführungen in der angefochtenen 
Verfügung wird - soweit erforderlich - in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers hat die vollumfängliche 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt. In Ziffer B.1. seiner Eingabe 
hält er fest, der Berufungskläger wehre sich dagegen, dass sein Gesuch um 
probeweise Entlassung aus der Massnahme gemäss Art. 43 Ziff. 4 Abs. 2 und 3 
StGB und Art. 45 StGB abgelehnt worden sei. Bei einer probeweisen Entlassung 
im Sinne von Art. 43 Ziff. 4 Abs. 2 StGB wird der Verwahrte auf Zusehen hin aus 
der Massnahme entlassen und in Freiheit versetzt (vgl. Marianne Heer, Basler 
Kommentar zum StGB, Band I, 2003, N. 249 zu Art. 43 StGB). Wie aus der Be-

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rufungsbegründung folgt, wehrt sich der Berufungskläger jedoch einzig gegen die 
verweigerte Verlegung in eine offene Anstalt. Diese Frage hat mit der 
probeweisen Entlassung indessen nichts zu tun. Es geht lediglich darum, in 
welcher Form die mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 25. Juni 1984 
angeordnete Verwahrungsmassnahme nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 
fortzuführen ist. Gegenstand der Berufung bildet damit einzig Ziffer 1, nicht 
hingegen Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung. Eine bedingte Entlassung fiele 
im Übrigen - nachdem die diesbezüglichen Voraussetzungen offenkundig nicht 
gegeben sind - schlicht ausser Betracht. 

2. Der Berufungskläger befindet sich seit dem Jahre 1984 in der richterlich 
angeordneten Verwahrung. Vollzogen wird die Verwahrungsmassnahme - wie in 
der Praxis üblich - in einer Strafanstalt, womit sie faktisch einer Freiheitsstrafe 
auf unbestimmte Dauer gleichkommt. Hinsichtlich des Vollzugs bestehen jedoch 
erhebliche Unterschiede. Im Gegensatz zum ordentlichen Strafvollzug hat bei der 
Verwahrung der fortschreitende Zeitablauf keine stufenweisen Voll-
zugslockerungen zur Folge. Massgebend sind hier vielmehr die beim Verwahr-
ten eingetretenen Veränderungen und die damit verbundene Einschätzung des 
Gefährdungspotentials. Den Vollzugslockerungen kommen deswegen bei der 
Verwahrung ungleich grössere Bedeutung zu. Beim Strafvollzug ändert die 
Verweigerung von Vollzugslockerungen letztlich nichts daran, dass der Gefan-
gene spätestens nach Ablauf der Strafdauer freigelassen wird. Beim Verwah-
rungsvollzug ist demgegenüber die Bewährung in einer Phase mit geringen 
Vollzugslockerungen Voraussetzung dafür, dass dem Verwahrten weiterge-
hende Freiheiten gewährt werden. Einerseits geht es folglich mit den Voll-
zugslockerungen darum, dem Betroffenen in Beachtung des Verhältnismässig-
keitsprinzips ein vertretbares Mass an Freiheit zu gewähren. Anderseits ist eine 
gewährte und in ihrem Verlauf erfolgreiche Vollzugslockerung immer auch 
Voraussetzung für die nächste, weitergehende Erleichterung. Angesichts dieser 
Bedeutung haben die Behörden regelmässig zu prüfen, inwiefern Änderungen im 
Vollzug der Massnahme zweckmässig und vertretbar erscheinen. Desgleichen 
ist selbst bei der Verwahrung ein Vollzugsplan zu erstellen und auf diesen 
stufenweisen Vollzug hinzuarbeiten (vgl. M. Heer, a.a.O., N. 76 zu Art. 43). 
Vollzugslockerungen haben jedoch stets auf einer eingehenden Risikoab-
schätzung zu beruhen. Ähnlich wie bei der Frage der bedingten Entlassung ist 
für die Beurteilung einer Vollzugslockerung eine Gesamtwürdigung durchzu-
führen, um eine möglichst zuverlässige Grundlage für die Prognose zu erhalten. 
Der Entscheid hierüber ist durch den Beizug von Berichten des Vollzugs-

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personals und von weiteren Fachleuten, eventuell auch von forensisch-psychi-
atrischen Gutachtern auf einer möglichst tragfähigen Grundlage zu treffen. Je 
grösser die Vollzugslockerung dabei ist, desto sorgfältiger und umfassender hat 
auch die diesbezügliche Prüfung zu erfolgen. Neben einer für die konkrete 
Fragestellung spezifischen Analyse der Anlasstat sowie der Persönlichkeit bzw. 
psychischen Störung ist das Verhalten während des Aufenthalts in der Anstalt 
und die Bewährung bei bereits zugestandenen Vollzugslockerungen zu 
würdigen. Dabei hängt die Gewährung einer Vollzugslockerung nicht nur davon 
ab, wie wahrscheinlich ein Fehlverhalten ist, sondern auch von der Bedeutung 
des eventuell bedrohten Rechtsgutes. Je hochwertiger dieses ist und je weiter 
ein Eingriff möglicherweise gehen kann, desto geringer darf das Risiko sein, das 
mit der Vollzugslockerung verbunden ist. Bei Würdigung der Erfolgsaussichten 
ist freilich allgemein ein vernünftiges Mittelmass zu halten in dem Sinne, dass 
nicht jede noch so entfernte Gefahr einer Nichtbewährung eine Verweigerung der 
Vollzugslockerung zu begründen vermag. Anderseits darf - namentlich wenn es 
um hochwertige Rechtsgüter geht - die Vollzugslockerung aber auch nicht 
planlos, gewissermassen rein experimentell erfolgen (vgl. zum Ganzen M. Heer, 
a.a.O., N. 245 zu Art. 43 StGB mit Hinweisen; Matthias Brunner, Straf- und 
Massnahmevollzug, in: Strafverteidigung, Handbücher für die Anwaltspraxis, 
Band VII, S. 260 ff.). 

3. Wie dem in den relevanten Punkten wiedergegebenen Gutachten vom 
16. Dezember 2002 zu entnehmen ist, kam Dr. med. B., Oberarzt Forensik des 
Psychiatriezentrums im Kantonsspital D. zum Schluss, dass aus forensisch-
psychiatrischer Sicht die Verlegung von A. in eine offene Strafanstalt, welche 
über Erfahrung mit der Behandlung geistig behinderter Straftäter sowie über 
geschlossene Plätze verfügt, gerechtfertigt ist. Eine weitere Konsolidierung des 
bisher Erreichten sowie die Verlegung von A. in eine zwar betreute, aber noch 
offenere Institution erscheine - so der Experte - nicht unrealistisch.

Die Vorinstanz hat die Versetzung in eine offene Strafanstalt dennoch 
verweigert. Auf die vom Berufungskläger vorgebrachte Rüge, der angefochtene 
Entscheid übergehe ohne wirkliche Begründung die gutachterlichen Erkennt-
nisse von Dr. med. B., wendet die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme zur Berufung 
ein, bei der Prognosestellung sei eine Gesamtwürdigung von verschiedenen 
Faktoren vorzunehmen. Es dürfe nicht alleine auf das Gutachten abgestellt 
werden. Die Stellungnahmen und Berichte der mit A. in Kontakt stehenden 
Fachärzte, der zuständigen Strafanstalt und der Schutzaufsicht sowie die 

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Stellungnahme der Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats 
seien ebenso in die Gesamtbeurteilung miteinzubeziehen. Diese sprächen sich 
klar gegen eine Versetzung von A. in den offenen Vollzug aus. In den ärztlichen 
Berichten werde in nachvollziehbarer Weise ein Bezug zu früheren, auch älteren 
Begutachtungen hergestellt. Lasse sich keine Änderung feststellen, bleibe 
jeweils der Referenzwert, das heisst die seinerzeitige Beurteilung, die zur 
Verwahrung geführt habe, massgebend. 

a) Mit der dargelegten Argumentation der Vorinstanz lässt sich ein Ab-
weichen von den gutachterlichen Feststellungen und Empfehlungen nicht 
rechtfertigen. Das Gutachten von Dr. med. B. wurde eigens im Zusammenhang 
mit der Frage einer bedingten Entlassung von A. aus der Verwahrung und im 
Hinblick auf die eventualiter beantragte Versetzung in eine offene Anstalt im 
Sinne einer Vollzugslockerung in Auftrag gegeben. Der Gutachter hat sich 
eingehend mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Grundlage des 
Gutachtens bildeten dabei auch sämtliche Berichte der Strafvollzugsbehörden, 
der behandelnden Ärzte und der Schutzaufsicht bis Herbst 2002. Damit 
beinhaltet die vom Experten vorgenommene Risikobeurteilung und seine 
Empfehlungen für den weiteren Vollzug gleichfalls auch eine Würdigung dieser 
früher verfassten Berichte. Letztlich geht das Ergebnis aber über diese Würdi-
gung hinaus. Nachdem die bei der Frage einer Vollzugslockerung wesentlichen 
Aspekte umfassend Eingang in das Gutachten gefunden haben, liegt eine für die 
konkrete Fragestellung spezifische Gesamtanalyse vor. Wohl ist es nun möglich, 
dass darüber hinaus weitere Umstände in die von der Vorinstanz erwähnte 
Gesamtprognose einzubeziehen sind. Soweit die Behörde dabei jedoch 
Drittmeinungen, die im Gutachten Berücksichtigung fanden, als besondere 
Elemente in ihre Gesamtprognose aufnimmt und gestützt darauf zu einem an-
deren Ergebnis als der Gutachter gelangt, beruht dieser Entscheid nicht auf der 
Berücksichtigung weiterer Umstände, sondern nur auf einer anderen Gewichtung 
der Grundlagen der Expertise. Dabei sind die Behörden, welche über die 
beantragten Vollzugserleichterungen zu befinden haben, von Rechts wegen zwar 
nicht an die gutachterliche Analyse gebunden. Eine Abweichung rechtfertigt sich 
nach der Praxis des Bundesgerichts jedoch nur dann, wenn wirklich gewichtige, 
zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien deren Überzeugungskraft 
ernstlich erschüttern (Felix Bommer, Basler Kommentar zum StGB, Band I, 2003, 
N. 27 zu Art. 13 StGB; St. Trechsel, Kurzkommentar zum Schweizerischen 
Strafgesetzbuch, 1997, N. 8 zu Art. 13 StGB, jeweils mit Hinweisen auf die 
bundesgerichtliche Praxis). Die Behörde kann demnach nicht einfach eine 

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eigene, von derjenigen des Gutachters abweichende Auffassung vertreten. Sie 
muss vielmehr ihre gegenteilige Auffassung darlegen, was letztlich eine 
inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gutachten verlangt. Ebensowenig kann 
sich die Behörde darauf beschränken, ihre gegenteilige Auffassung mit dem 
pauschalen Hinweis auf abweichende Drittmeinungen zu begründen. Sie hat 
auch in diesem Zusammenhang darzulegen, aufgrund welcher gewichtiger 
Tatsachen diesen Drittmeinungen und nicht den gutachterlichen Feststellungen 
der Vorzug zu geben ist. Vertritt die Behörde die Auffassung, das eingeholte 
Gutachten sei unvollständig und/oder mangelhaft, besteht schliesslich die 
Möglichkeit, ein Ergänzungs- oder Obergutachten einzuholen. 

b) Eine solche eingehende Würdigung der konkreten Verhältnisse unter 
Darlegung, welche gewichtiger begründeten Tatsachen oder Indizien ein Ab-
weichen vom Gutachten rechtfertigen, hat die Vorinstanz offenkundig nicht ge-
macht. Ebensowenig stellt sie sich auf den Standpunkt, das eingeholte Gut-
achten sei unvollständig oder mangelhaft. Die Verweigerung der Vollzugslocke-
rung begründet die Vorinstanz zum einen unter Hinweis auf die Berichte des 
spezialärztlichen Diensts in der Strafanstalt Pöschwies und jene der Aufsichts- 
und Betreuungsorgane. Wohl wurde in diesen Stellungnahmen stets die Auffas-
sung vertreten, eine Vollzugslockerung lasse sich nicht rechtfertigen. Die Be-
richte stammen jedoch allesamt aus der Zeit vor Erstellung des Gutachtens. Sie 
wurden - wie dargelegt wurde - vom Experten demnach bei der Ausfertigung des 
Gutachtens berücksichtigt. Damit hat die Vollzugsbehörde mit dem Einbezug 
dieser Berichte bei der Prognosestellung nicht eine umfassendere, sondern 
lediglich eine andere Gesamtbeurteilung als der Experte vorgenommen. Als 
weitere Grundlagen ihres Entscheids nennt die Vorinstanz sodann die Stellung-
nahmen der Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats vom 3. 
März 2003 und der Schutzaufsicht Graubünden vom 10. März 2003. Diese 
Stellungnahmen wurden erst im Frühjahr 2003 eingeholt und stellen insofern 
zusätzliche, bei der Ausfertigung des Gutachtens nicht berücksichtigte Elemente 
dar. Inhaltlich lassen sich aber - mit Ausnahme einer Stellungnahme zur 
spezifischen Frage eines offenen Vollzugs in der Strafanstalt Saxerriet (vgl. 
nachstehend Ziff. 4. c) der Erwägungen) - keine Elemente und Argumentationen 
finden, die dem Gutachter nicht bereits aus früheren Stellungnahmen bekannt 
gewesen wären und in seiner Expertise Eingang gefunden hätten. Insbesondere 
beinhalten sie aber auch keine Feststellungen, welche als wirklich gewichtige 
zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des 
Gutachtens zu erschüttern vermöchten. Eine eigentliche Auseinandersetzung mit 

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dem Gutachten erfolgt nicht. So würdigt die Fachkommission des Ostschweizer 
Strafvollzugskonkordats - ohne allerdings eine eigene Exploration vorgenommen 
zu haben - lediglich die auch vom Gutachter mit einbezogenen Prognosefaktoren 
und kommt gestützt darauf auf eine andere Gesamtbeurteilung, wobei aber nicht 
konkret dargelegt wird, weshalb sich die gutachterlichen Feststellungen nicht als 
schlüssig erweisen und ihnen nicht gefolgt werden kann. Der Einwand des 
Berufungsklägers, die Vorinstanz habe mit ihrem Entscheid letztlich ohne 
plausible Gründe das eigens zur Frage einer Vollzugserleichterung erstellte 
Gutachten übergangen, erweist sich insofern als zutreffend. 

4. Auch bei näherer Prüfung der von der Vorinstanz für die Verweigerung 
der Versetzung in den offenen Vollzug vorgebrachten Begründung lasen sich 
keine stichhaltigen Argumente finden, welche ein Abweichen von den gutach-
terlichen Feststellungen rechtfertigen würden.

a) Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung in Anlehnung an 
die von der Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats ver-
tretene Auffassung aus, A. habe sich in den vergangenen Jahren zwar durch ein 
anständiges und korrektes Verhalten im Vollzug ausgezeichnet. Positiv zu 
vermerken sei auch sein gleichmütiges, genügsames, angenehmes und 
pflegeleichtes Wesen sowie seine gewissenhafte Arbeitseinstellung. Es könne 
ihm insofern eine erfreuliche und konstante Entwicklung bescheinigt werden. Es 
dürfe aber keinesfalls übersehen werden, dass dieses günstige Erscheinungs-
bild nur in einem eng strukturierten und auf Sicherheitsbelange abgestellten 
Rahmen unter konsequenter Medikation habe verwirklicht werden können. Es 
müsse immer noch ein unverändert erhöhtes strukturelles Rückfallrisiko ange-
nommen werden, wenn A. Verhältnisse antreffen würde, mit denen er aufgrund 
seiner geistigen Behinderung und der damit verbundenen deutlichen Defizite 
seiner sozialen Kompetenz nicht umzugehen wisse. In einer freier geführten 
Anstalt sei insbesondere der Zugang zu Alkohol und Drogen, unter deren 
Einwirkung eine erhöhte Gefahr der Enthemmung bestehe, leichter. Auch unter 
Berücksichtigung der Deliktsvorgeschichte erscheine es nicht verantwortbar, die 
bestehenden Vollzugsbedinungen zu ändern. 

Dass die erfreuliche Entwicklung von A. enge Strukturen sowie eine 
konsequente Medikation bedingte und auch zukünftig bedingen wird, hat der 
Experte keineswegs unberücksichtigt gelassen. Desgleichen vertritt auch er die 
Meinung, dass A. mit einer selbständigen Lebensplanung und -führung 

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überfordert wäre, die ihm zur Verfügung stehenden Geldmittel nicht einteilen 
könnte und sich dieselben dann durch Diebstahl und/oder Einbruch zu 
verschaffen versuchen könnte, wobei eine ähnliche Konstellation, wie diejenige 
welche zum Anlassdelikt geführt hat, möglich wäre. Die besondere Gefährdung 
durch Alkohol und andere, die Bewusstseinstätigkeit beeinflussende Substanzen 
fand als mittelschwer ausgeprägter negativer Faktor in seine Risikobeurteilung 
Eingang. Der Gutachter hat demnach den von der Vorinstanz geäusserten 
Bedenken, namentlich der Deliktsvorgeschichte, der Anlasstat und der Alkohol- 
bzw. Drogenproblematik, durchaus Rechnung getragen. Der Experte weist 
jedoch darauf hin, dass seiner Auffassung nach diejenigen Faktoren, welche für 
das Begehen erneuter Gewalttaten bei einer Lockerung des Vollzugsrahmens 
sprächen, sich aus der psychischen Störung und dem Anlassdelikt ergäben und 
somit hauptsächlich „historisch" seien. Dagegen sei eine grössere Anzahl der 
veränderbaren Faktoren, nämlich Einsicht, Verhalten, Ansprechen auf die 
Behandlung, Compliance usw. als günstig zu werten. Gerade das günstige 
Ansprechen auf Neuroleptika und die Compliance, die der Explorand bei dieser 
Behandlung gezeigt habe, sprächen dafür, dass impulsive, nicht voraussagbare 
Gewalttaten auch in einem weniger strukturierten Rahmen nicht zu erwarten 
seien. Der Experte hat demnach die für und gegen eine Vollzugslockerung 
sprechenden Aspekte abgewogen und ist im Rahmen einer umfassenden und 
nachvollziehbaren Risikobeurteilung zum Schluss gelangt, eine Versetzung von 
A. in eine offene Vollzugsanstalt lasse sich vertreten. Nach Auffassung des 
Kantonsgerichtsausschusses besteht deshalb auch kein Anlass, von dieser 
Risikobeurteilung des Experten abzuweichen. Gestützt auf die vom Gutachter 
vorgenommene Analyse darf demnach davon ausgegangen werden, dass das 
Risiko eines Fehlverhaltens nicht gegen eine stufenweise Vollzugslockerung in 
einem strukturierten Rahmen spricht. 

b) In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, in den ärztlichen 
Anstaltsberichten werde ein nachvollziehbarer Bezug zu früheren, auch älteren 
Begutachtungen hergestellt. Liessen sich keine Entwicklungen oder Änderungen 
feststellen, bleibe jeweils der Referenzwert, das heisst die seinerzeitige 
Beurteilung, die zur Verwahrung geführt habe, bestehen. Bei A. habe sich in 
Bezug auf die Diagnose der mittelgradigen Intelligenzminderung (Imbezillität), 
verbunden mit einer Beeinträchtigung sozialer, kognitiver und emotionaler 
Fähigkeiten, beziehungsweise einer leichten Intelligenzminderung (Debilität) mit 
schweren Verhaltensstörungen keine wesentliche Abweichung ergeben. 
Einigkeit bestehe weiter darüber, dass sich diese Diagnose mangels 

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Behandelbarkeit nicht ändern werde und der Berufungskläger auch in Zukunft 
infolge der vorhandenen Defizite auf Hilfe und Betreuung angewiesen sei. Ent-
sprechend seien auch Begutachtungen älteren Datums und eine Bezugnahme 
darauf durchaus zulässig.

Zutreffend ist, dass sich die Aussagekraft eines Gutachtens nicht nach 
dem Alter, sondern nach dessen Aktualität beurteilt. Massgebend ist mithin, ob 
sich die Verhältnisse seit dessen Erstellung verändert haben (BGE 128 IV 241 
ff.; Bger KassH. 23.11.2000, 6S 55/2000). Bei dieser Prüfung hat das Alter eines 
Gutachtens als rein formaler Aspekt allerdings durchaus seine Bedeutung. So 
erscheint namentlich bei Gutachten, die schon mehrere Jahre alt sind, eine 
gewisse Zurückhaltung angebracht. Denn je älter ein Gutachten ist, desto mehr 
spricht dafür, dass sich Veränderungen ergeben haben können und umso mehr 
Zweifel an der Aktualität sind insofern auch gerechtfertigt. Nachdem die im 
vorliegenden Fall von der Vorinstanz erwähnten Gutachten vor 20 und mehr 
Jahre erstellt wurden, sind in Bezug auf die Bejahung der Aktualität dieser als 
entscheidrelevant bezeichneten Unterlagen deshalb doch ernstliche Zweifel 
angebracht. Wie es sich in Bezug auf das Alter der Gutachten als rein formalem 
Aspekt genau verhält, kann aber letztlich offen bleiben. Der Gutachter hat sich 
eingehend mit diesen älteren Fachberichten auseinandergesetzt. Er hält fest, 
dass ein forensisch-psychiatrischer Bericht von eineinhalb Seiten betreffend 
einem derart schwerwiegenden Delikt aus heutiger Sicht absolut ungenügend 
sei. Die Persönlichkeit des Exploranden sei pauschal abgehandelt worden. Eine 
genauere Analyse der Tatanlaufzeit sowie der Tat selbst fehlten. Der Gutachter 
spreche lediglich von der Primitivreaktion eines Schwachsinnigen. Immerhin sei 
A. jedoch auch damals fähig gewesen, eigene Wünsche und Bedürfnisse 
angemessen zu äussern. Die Erfahrungen während des 18-jährigen 
Verwahrungsvollzugs würden jedenfalls die pessimistischen Einschätzungen, 
welche der damalige Gutachter gemacht habe, widerlegen. 

Diese von Dr. med. B. geäusserte Kritik an den früheren Expertenbe-
richten ändert zwar nichts daran, dass die Gutachten weiterhin in der Gesamt-
beurteilung Berücksichtigung finden müssen, was der Experte denn auch getan 
hat. Liegt aber ein neues Gutachten vor, das sich eingehend und nachvollzieh-
bar mit der Persönlichkeit, dem Zustand und der Gefährlichkeit von A. 
auseinandersetzt, und äussert der Experte dabei erhebliche Zweifel an der 
Aussagekraft der früheren Berichte, so können letztere zweifellos nicht mehr als 
aktuelle und massgebliche Referenzwerte verstanden werden, die es 

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rechtfertigen würden, ohne triftige Gründe über die neueren gutachterlichen 
Feststellungen hinwegzusehen. Solche gewichtigen Tatsachen werden von der 
Vorinstanz jedoch nicht geltend gemacht. Ebensowenig vermag der Kantonsge-
richtsausschuss von sich aus derartige Gründe zu erkennen. Fraglos ist dem-
nach immer noch davon auszugehen, dass A. geistig behindert ist und eine 
schwere Beeinträchtigung der sozialen, kognitiven und emotionalen Fähigkeiten 
vorliegt. A. kann aber nicht jegliche soziale Kompetenz oder Reflexionsfähigkeit 
abgesprochen werden. In einem strukturierten Rahmen ist er gut zu führen und 
er kann durchaus ein gewisses Mass an Eigenverantwortung übernehmen. In 
Übereinstimmung mit dem Gutachter gilt demnach festzustellen, dass die an sich 
günstige persönliche Entwicklung im Massnahmevollzug auch unter 
Berücksichtigung der älteren Fachberichte ebenfalls für eine Vollzugslockerung 
spricht. 

c) Im angefochtenen Entscheid wird ausgeführt, die vom psychiatrischen 
Experten befürwortete Versetzung in eine nicht speziell gesicherte Einrichtung 
mit festen Strukturen stelle einen einschneidenden Lockerungsschritt dar, der A. 
völlig unvorbereitet treffen und deshalb überfordern würde. Die Strafanstalt 
Saxerriet verfüge zwar über feste Strukturen, nicht aber über gesicherte 
Einrichtungen. Die geschlossene Abteilung könne nur über einen kurzen 
Zeitraum den notwendigen gesicherten Rahmen gewährleisten, da die Aufent-
haltsdauer in dieser Abteilung auf wenige Wochen begrenzt sei. Die Strafanstalt 
Saxerriet biete im Übrigen keine Vollzugsplätze für Personen im Massnahme-
vollzug nach Art. 43 StGB an. Die Entlassungsbehörde stehe einer Verlegung 
von A. in eine freiheitlicher geführte Anstalt im Übrigen nicht grundsätzlich 
ablehnend gegenüber. Die verantwortlichen ärztlichen Fachpersonen sowie die 
Aufsichts- und Betreuungsorgane in der Strafanstalt Pöschwies würden zuerst 
die Gewährung kleinerer Lockerungsschritte, wie vermehrte Urlaube und die 
Verlegung von der Integrationsabteilung in den Normalvollzug prüfen, bevor eine 
weitergehende Vollzugsöffnung in Betracht zu ziehen sei. 

Im Gutachten wird diesbezüglich ausgeführt, die an sich günstige Ent-
wicklung, die A. durchgemacht habe, spreche aus forensisch-psychiatrischer 
Sicht dafür, A. in eine Institution wie eine offene Anstalt zu versetzen, die zwar 
feste Strukturen aufweise, nicht aber über speziell gesicherte Einrichtungen 
verfügen müsse und die ihm die notwendige Aufsicht gewährleisten könne. In 
Betracht falle beispielsweise die Strafanstalt Saxerriet, welche Erfahrung mit der 
Behandlung geistig behinderter Straftäter sowie über geschlossene Plätze 

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verfüge. In dem vom Rechtsvertreter des Berufungsklägers eingeholten 
Zusatzbericht vom 1. September 2003 hält Dr. med. B. schliesslich fest, dass er 
seinen Vorschlag, A. in die offene Strafanstalt Saxerriet einzuweisen, mit dem 
Direktor der Anstalt, G., abgesprochen haben. Er habe in einem ähnlich 
gelagerten Fall gute Erfahrungen mit der Strafanstalt Saxerriet gemacht und er 
würde ohne eine vorgängige Absprache nie einen konkreten gutachterlichen 
Vorschlag bezüglich der Unterbringung machen. In einem am 25. August 2003 
geführten Telefongespräch habe G. nochmals mündlich bestätigt, dass seine 
Anstalt zwar von Rechts wegen nicht für den Vollzug einer Massnahme nach Art. 
43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vorgesehen sei. Tatsächlich habe man sich jedoch schon 
wiederholt in einem schwierigen Fall zu einer Aufnahme bereit erklärt. Als 
Experte wolle er sich im Übrigen auch nicht auf die Anstalt Saxerriet festlegen. In 
Betracht falle auch eine andere geeignete Anstalt, die eine gute Betreuung 
gewährleiste und aus der eine stufenweise Vollzugslockerung möglich sei. Er 
denke dabei etwa an die Anstalten St. Johannsen in Le Landeron oder "Im 
Schache" in Deitingen, welche beide über eine gesicherte Abteilung verfügten. 
Gänzlich unrealistisch erscheine ihm hingegen der Vorschlag, A. erst nach dem 
Versetzen in den Normalvollzug in Pöschwies eine Lockerung zu gewähren. A. 
sei im psychiatrischen Sinn schwer behindert und bedürfe wohl einer lebensla-
genen Betreuung, die im Normalvollzug eines Hochsicherheitsgefängnisses 
zweifellos nicht gewährleistet werden könne. 

Wie sich dem Gutachten und dem Zusatzbericht entnehmen lässt, vertritt 
der Experte demnach keineswegs die Auffassung, der Berufungskläger sei un-
verzüglich und stufenlos vom geschlossenen in den offenen Vollzug zu verset-
zen. Er stellt vielmehr gewisse Voraussetzungen an die Unterbringung und das 
praktische Vorgehen. Als geeignet bezeichnet er eine Anstalt, welche über Er-
fahrung mit der Behandlung geistig behinderter Straftäter hat sowie über ge-
schlossene Plätze verfügt. Daraus folgt, dass die Vollzugslockerungen aus einem 
geschlossenen Rahmen heraus schrittweise zu erfolgen haben. 

In Bezug auf die von der Vorinstanz erhobenen Einwände gegenüber der 
Strafanstalt Saxerriet gilt einerseits darauf hinzuweisen, dass der Experte diese 
Anstalt nur beispielhaft erwähnt hat. Möglich erscheint auch die Verlegung in eine 
andere geeignete Anstalt. Anderseits aber darf aufgrund der vom Experten bei 
Ausfertigung des Gutachtens getätigten Abklärungen, die durch eine weitere 
Anfrage nachträglich nochmals bestätigt wurden, auch ohne Weiteres davon 
ausgegangen werden, dass die Strafanstalt Saxerriet grundsätzlich in der Lage 

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ist, A. aufzunehmen, wobei eine stufenweise Vollzugslockerung dort 
gewährleistet und - sofern erforderlich - auch ein mehr als sechswöchiger Auf-
enthalt im geschlossenen Bereich möglich ist. Unter diesen Umständen ist auch 
nicht einzusehen, weshalb für die grundsätzlich auch nach Auffassung der 
Vorinstanz gerechtfertigte schrittweise Vollzugslockerung nur der Normalvollzug 
bzw. die Abteilung für Langstrafige in der Strafanstalt Pöschwies in Betracht fällt. 
Durch die vorläufige Unterbringung in einem geschlossenen Bereich wird dem 
Sicherheitsaspekt Rechnung getragen und es versteht sich von selbst, dass A. 
nur schrittweise Vollzugslockerungen gewährt werden können. Erst deren Erfolg 
rechtfertigen schlussendlich die definitive Versetzung in den offenen Vollzug. 
Nebst der vom Gutachter erwähnten Frage der besseren Betreuung hat der 
Anstaltswechsel aber den Vorteil, dass A. am neuen Ort im Bewährungsfall auch 
in die letzte, vom Gutachter eigentlich empfohlene Vollzugsstufe - den offenen 
Vollzug - wechseln kann. Auch diesbezüglich erweist sich die Verweigerung einer 
Versetzung in eine offene Anstalt demnach als unbegründet. 

5. Stellt zusammenfassend das eigens eingeholte Gutachten eine tragfä-
hige Grundlage für den Entscheid über die anbegehrte Vollzugslockerung dar 
und kommt der Experte darin nach einer nachvollziehbaren, umfassenden, alle 
wesentlichen Aspekte berücksichtigenden Gesamtanalyse zum Schluss, eine 
stufenweise Versetzung von A. in den offenen Vollzug sei gerechtfertigt, besteht 
nach Auffassung des Kantonsgerichtsausschusses auch kein Grund, dem 
Berufungskläger diese Erleichterung zu verweigern. Die Berufung ist demnach 
im Sinne der Erwägungen gutzuheissen und A. in eine den Empfehlungen des 
Experten entsprechende offene Anstalt zu versetzen, wo er schrittweise auf den 
offenen Vollzug vorzubereiten und - sofern er sich dabei bewährt - definitiv in den 
offenen Vollzug zu versetzen ist. 

6. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Verfahrens in Höhe von Fr. 
800.-- zu Lasten des Kantons Graubünden (Art. 160 StPO). 

7. Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers hat im Berufungsverfahren 
um seine Einsetzung als amtlicher Verteidigung ersucht. 

a) Gestützt auf Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 
StPO ist dem Betroffenen, der keinen privaten Verteidiger beizieht, unter ande-
rem dann ein amtlicher Verteidiger zu bestellen, wenn die tatsächliche oder 
rechtliche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt. Der beurteilende Richter hat 

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dabei die Schwierigkeit aus der Sicht des Angeschuldigten zu beurteilen. Er darf 
nicht den Massstab eines Rechtskundigen ansetzen. 

b) Der Berufungskläger wäre nicht in der Lage gewesen, sich ohne rechtli-
chen Beistand gegen den Entscheid der Vorinstanz zur Wehr zu setzen. Die 
Voraussetzungen für die Bestellung einer amtlichen Verteidigung sind demnach 
zu bejahen. Entsprechend ist ihm für das Berufungsverfahren sein Rechtsver-
treter als amtliche Verteidiger zu bestellen. Eine Honorarnote wurde nicht 
eingereicht. Unter Berücksichtigung des in der Sache erforderlichen Aufwands 
erscheint eine Entschädigung von Fr. 2'000.-- inklusive Mehrwertsteuer ange-
messen.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Berufung wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen und Ziffer 1 der 
angefochtenen Verfügung des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartements 
Graubünden vom 7. Juli 2003 aufgehoben. 

2. Die Vollzugsbehörde wird angewiesen, A. in eine offene Vollzugsanstalt, 
wie sie von Dr. med. B. in seinem Gutachten vom 16. Dezember 2002 und 
in seiner Stellungnahme vom 1. September 2003 empfohlen wurde, zu 
versetzen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden, der überdies die Kosten der amtlichen Verteidigung 
von Fr. 2'000.-- zu bezahlen hat.

4. Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit erhaltener schriftlicher Mit-
teilung beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss Art. 
97 ff. OG eingereicht werden. 

5. Mitteilung an:

——————

Für den Kantonsgerichtsausschuss von  Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar