# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00983984-3ff2-5678-9963-52b98ede1eb4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.02.2021 ZK1 2021 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-10_2021-02-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 9. Februar 2021

Referenz ZK1 21 10

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Moses und Nydegger
Sigron, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____,
Beschwerdeführerin

Gegenstand Fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Ärztliche Einweisung vom 28. Januar 2021

Mitteilung 16. Februar 2021

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I. Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1951, wurde mit Verfügung vom 28. Januar 
2021 durch Dr. med. D._____, C.________, gestützt auf Art. 426 und Art. 429 f. 
ZGB für die Dauer von maximal sechs Wochen in der Klinik E.________, fürsorge-
risch untergebracht. Als Grund für die Einweisung von A._____ wurde akute Sui-
zidalität und Gewaltandrohung gegen Dritte bei vorbekannter Persönlichkeitss-
törung angeführt.

B. Mit Eingabe vom 29. Januar 2021 (Datum Poststempel) erhob A._____ 
(nachfolgend Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden und beantragte die sofortige Aufhebung der fürsorgerischen Unter-
bringung.

C. Mit Schreiben vom 1. Februar 2021 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden die Klinik E.________ unter Frist-
ansetzung bis zum 2. Februar 2021 um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, 
inwiefern die Voraussetzungen für eine weitere fürsorgerische Unterbringung aus 
ärztlicher Sicht gegeben seien. Weiter forderte er die wesentlichen Klinikakten 
über die Beschwerdeführerin an.

D. Am 2. Februar 2021 reichte die Klinik E.________ den angeforderten Be-
richt ein. In diesem wird ausgeführt, dass die Klinik arbeitsdiagnostisch von einer 
Anpassungsstörung bei vorbekannter Persönlichkeitsstörung der Beschwerdefüh-
rerin ausgegangen sei. Beim Eintritt habe die Beschwerdeführerin ihre suizidalen 
Äusserungen bagatellisiert. Im aktuellen Setting distanziere sie sich von akuten 
Suizid- und fremdaggressiven Gedanken. Hinsichtlich der bestehenden psychiatri-
schen Diagnosen sei keine Krankheitseinsicht vorhanden gewesen. Während des 
Klinikaufenthalts zeige sich die Beschwerdeführerin meist angepasst und bezüg-
lich der Selbstfürsorge selbständig. Da bei Patienten mit einer Persönlichkeitss-
törung in einem neuen Setting initial eine hohe Anpassungsleistung stattfinde, bis 
diese nicht mehr aufrechterhalten werden könne, sei jedoch eine längere Beob-
achtungs- und Behandlungszeit nötig. So könne der Grad der Persönlichkeitss-
törung eingeschätzt werden und die damit einhergehende Gefahr einer latenten 
Selbstgefährdung im Sinne einer Verwahrlosung sowie kognitive Einschränkungen 
mittels Diagnostik weiter differenziert und behandelt werden.

E. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden vom 3. Februar 2021 
wurde Dr. med. B._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ge-

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stützt auf Art. 439 Abs. 3 ZGB in Verbindung mit Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Be-
gutachtung der Beschwerdeführerin betraut.

F. Der Gutachter Dr. med. B._____ attestierte in seinem Kurzgutachten, datie-
rend vom 5. Februar 2021, die Exazerbation (d.h. Verschlimmerung) einer vorbe-
stehenden Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin nach Verlust des lang-
jährigen Lebenspartners. Zudem liege bei der Beschwerdeführerin ein dementieller 
Prozess oder Minderintelligenz, resp. eine Kombination davon vor, wobei diese ex-
akte Diagnose fehle und im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einer psychia-
trischen Klinik abgeklärt werden müsse. Die Weiterführung der fürsorgerischen Un-
terbringung zur genauen Klärung der Ursache ihrer Defizite sei für den weiteren 
Verlauf wichtig, da bei einer erneuten Dekompensation mit suizidalen oder fremd-
aggressiven Handlungen zu rechnen sei. Zur weiteren Therapie und Begleitung sei 
theoretisch ein ambulanter Rahmen denkbar, wobei unklar sei, wie gut die Stabili-
sierung ambulant gelingen könne. Die Beschwerdeführerin verfüge über keinerlei 
Krankheitseinsicht. Die Behandlungseinsicht sei zwar vorhanden, jedoch sei unklar, 
ob diese über die Zeit in der Klinik hinaus Bestand habe. Eine Behandlung ohne 
Zustimmung sei bezüglich der Diagnoseabklärungen notwendig.

G. Am 9. Februar 2021 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher die Beschwerde-
führerin persönlich teilnahm und befragt wurde. Nach durchgeführter Urteilsbera-
tung wurde der ärztlichen Leitung der Klinik E.________, auch zu Handen der Be-
schwerdeführerin sowie ihrer Beiständin, noch gleichentags das vorzeitige Ent-
scheiddispositiv zugestellt.

H. Auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Be-
fragung sowie auf die Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten 
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür 
einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB in Verbindung 
mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; 
BR 210.100]).

1.2. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine ärztlich angeordnete fürsorge-
rische Unterbringung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene 
oder eine ihr nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen 

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Gericht Beschwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist 
nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend 
handelt es sich um eine Beschwerde der betroffenen Person. Die Beschwerdefrist 
wurde mit Eingabe vom 29. Januar 2021 gewahrt (act. 01). Daher ist auf die frist- 
und formgerechte Beschwerde einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsät-
ze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor 
der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 
Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach 
dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 
Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfra-
gen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen 
volle Kognition zukommt.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss 
(BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 5. Februar 2021 von Dr. med. B._____, Fach-

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arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher die Beschwerdeführerin 
persönlich untersucht hat, wurde dieser Vorschrift Genüge getan (act. 08).

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 9. Februar 2021 wur-
de diese Vorgabe umgesetzt (Prot. S. 1 ff.).

3.1. Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde können gemäss 
Art. 429 Abs. 1 ZGB auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärz-
te eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen 
nicht überschreiten darf, anordnen. Dabei hat der einweisende Arzt die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören (vgl. Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr 
anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen 
Angaben auszuhändigen (vgl. Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Dies bedeutet, dass die 
Untersuchung dem Einweisungsentscheid unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. 
Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 429/430 ZGB). Der 
einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische Untersuchung und soweit 
möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Person eine Meinung bilden 
(vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, Fam-
Kommentar, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Dr. med. D._____ ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin in 
C.________. Damit war er gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a EGzZGB in Verbindung mit 
Art. 22 der Verordnung zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (KESV; BR 
215.010) als im Kanton zur selbstständigen Berufsausübung zugelassener Arzt 
der Grundversorgung zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung legiti-
miert. Die ärztliche Untersuchung fand am 28. Januar 2021 statt. Zudem enthält 
die Verfügung vom 28. Januar 2021 die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschrie-
benen Minimalangaben (act. 04.1).

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-

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lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
a.a.O., N 6 vor Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur 
Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Perso-
nenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zitiert: 
Botschaft]). Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme 
ist einer der drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische 
Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist so-
dann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behand-
lung beziehungsweise Betreuung. Weitere Voraussetzung ist, dass der Person die 
nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einwei-
sung beziehungsweise Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden 
kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 5A_228/2016 vom 11. Juli 2016 E. 3.1). Die genannten Vor-
aussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang 
verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbrin-
gung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit 
einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die frei-
heitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck 
der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann 
(Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck 
auch tauglich ist (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 
ZGB).

4.2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwen-
dig macht. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der 
Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar 
oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des 
Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist 
aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der WHO 
(ICD; International Classification of Disturbances [vgl. Thomas Geiser/Mario Et-
zensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB]).

Dr. med. B._____ kam in seinem Kurzgutachten vom 5. Februar 2021 aufgrund der 
Vorakten, den Unterlagen der Klinik E.________ und einem Gespräch mit der zu-
ständigen Stationsärztin Dr. F.________ sowie seinen eigenen Beobachtungen an-
lässlich der psychiatrischen Untersuchung zum Schluss, dass bei der Beschwerde-
führerin eine Exazerbation (d.h. Verschlimmerung) einer vorbestehenden Persön-

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lichkeitsstörung vorliege. Zudem sei ein dementieller Prozess, Minderintelligenz 
oder allenfalls eine Kombination davon ersichtlich (act. 08). 

4.2.2. Damit von einer psychischen Störung gesprochen werden kann, muss nicht 
nur ein Krankheitsbild vorliegen (vgl. BGE 140 III 106 E. 2.4.). Dieses muss zudem 
erhebliche Auswirkungen auf das soziale Funktionieren des Patienten haben. Ent-
scheidend ist insbesondere, ob die betroffene Person ihre Entscheidungsfreiheit 
bewahrt hat und am sozialen Leben teilhaben kann (vgl. Thomas Geiser/Mario Et-
zensberger, a.a.O., N 15 zu Art. 426 ZGB). Ob vor diesem Hintergrund die eher va-
ge Diagnose des Gutachters genügt, um bei der Beschwerdeführerin ein gemäss 
Art. 426 Abs. 1 ZGB für die fürsorgerische Unterbringung erforderlicher Schwäche-
zustand als gegeben zu erachten, kann aufgrund nachfolgender Erwägungen offen-
gelassen werden.

4.3. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung bzw. Betreuung.

In seinem Kurzgutachten vom 5. Februar 2021 hält Dr. med. B._____ fest, dass 
ein stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik zurzeit gerechtfertigt und 
wichtig sei, um die Ursache der Defizite der Beschwerdeführerin in den Bereichen 
Selbstorientierung, Gedächtnisstörung und kognitive Fähigkeiten genau abzu-
klären. Unterbleibe die Behandlung, sei bei einer erneuten Dekompensation mit 
suizidalen oder fremdaggressiven Handlungen zu rechnen (act. 08). Die Klinik 
E.________ führte in ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2021 aus, dass eine 
längere Beobachtungs- und Behandlungszeit nötig sei, um den Grad der Persön-
lichkeitsstörung einschätzen zu können und die damit einhergehende Gefahr einer 
latenten Selbstgefährdung im Sinne einer potentiell letalen Verwahrlosung (durch 
Ablehnung jeglicher Hilfe) sowie die kognitiven Einschränkungen mittels Diagnos-
tik weiter zu differenzieren und zu behandeln (act. 04). Angesichts des Gutach-
tens, der Stellungnahme der Klinik E.________ und der Vorakten scheint die Be-
handlungsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin ausgewiesen und kann daher 
grundsätzlich als gegeben betrachtet werden. Dennoch stellt sich die Frage, ob 
die fürsorgerische Unterbringung angesichts des schweren Eingriffs in die persön-
liche Freiheit der Betroffenen im konkreten Fall noch als verhältnismässig er-
scheint.

4.4. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische 
Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit 
einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu 

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rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung 
des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten 
Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Drit-
ten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krank-
heit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 140 
III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 5A_312/2007 vom 
10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 E. 5.3). Gemäss Art. 426 
Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Un-
terbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Ge-
setzgeber eine im Vergleich zum alten Recht restriktivere Regelung der Entlas-
sungsvoraussetzungen, welche der sog. Drehtürpsychiatrie entgegenwirken sollte 
(vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist stets an-
hand des Zustandes der betroffenen Person im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen 
(vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist 
eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unter-
bringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverant-
wortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit ergibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder Betreu-
ung nicht anders erfolgen können darf als mit der Einweisung in eine Einrichtung. 
Mit anderen Worten muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, 
den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger 
einschneidende Massnahme genügen würde (vgl. dazu Thomas Geiser/Mario Et-
zensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB und Olivier Guillod, a.a.O., N 64 f. zu 
Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwach-
senenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., 
S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambulanten Massnahmen und der 
Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu 
(Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB).

4.4.1. Eingewiesen wurde die Beschwerdeführerin aufgrund akuter Suizidalität 
und Androhung von Gewalt bei Exazerbation einer bekannten Persönlichkeitss-
törung nach dem Tod ihres Lebenspartners (act. 04.1). Aus dem Eintrittsbericht 
der Klinik E.________ ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin es abstritt, die 
suizidalen Drohungen tatsächlich ausführen zu wollen. Gemäss einweisendem 
Hausarzt seien entsprechende Aussagen zu suizidalen und fremdgefährdenden 
Absichten eher als ein Ringen um Aufmerksamkeit zu werten, sie seien jedoch im 
Kontext der Gesamtsituation mit ein Grund für die Einweisung gewesen. Im Psy-
chostatus bei Eintritt in die Klinik wurde vermerkt, dass kein Hinweis auf akute 
Selbst- oder Fremdgefährdung vorliege und die Beschwerdeführerin sich von Sui-

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zidgedanken distanziere. Im Rahmen des Klinikaufenthalts wird die Beschwerde-
führerin als anpassungsfähig, eigenständig und kommunikativ beschrieben (act. 
04.2 und 04.4). Aussagen zu konkreten Selbst- oder Fremdgefährdungen sind der 
Stellungnahme sowie den dazugehörigen Akten nicht zu entnehmen.

4.4.2. Gemäss Kurzgutachten von Dr. med. B._____ sei die Aufmerksamkeit und 
das Gedächtnis der Beschwerdeführerin während der Untersuchung deutlich ge-
stört gewesen. Dies betreffe insbesondere ihre Auffassungsgabe bei Erklärungen 
und das Kurzzeitgedächtnis. Zum formalen Gedankengang weist der Gutachter 
auf deutliche Perseverationen zu den die Beschwerdeführerin beschäftigenden 
Inhalten hin. Die Beschwerdeführerin weise eine Orientierungsstörung bezüglich 
des Zeitgefühls und der eigenen Person auf. Sie habe sich während des Ge-
sprächs redundant als gesund und völlig selbständig beschrieben, ohne dabei ei-
ne Verbindung zu den regelmässigen Unterstützungsleistungen durch die Bei-
ständin oder die Spitex zu machen. Die Beschwerdeführerin zeige keine Krank-
heitseinsicht. Trotzdem habe sie den Wunsch nach Medikamenten für die Nerven 
und eine Begleitung durch einen Psychiater geäussert. Medikamente für die Psy-
che würde sie auf keinen Fall nehmen.

Bei der Beschwerdeführerin liege eine komplexe Situation vor. Sie habe Gedächt-
nisdefizite, Auffassungsstörungen und eine Orientierungsstörung bezüglich der 
eigenen Person. Dies sei entweder im Rahmen eines dementiellen Prozesses, im 
Rahmen einer Minderintelligenz oder durch eine Kombination davon zu verstehen.  
Weil wegen dieser fehlenden Diagnose keine Orientierungshilfe bestehe, sei der 
alltägliche Umgang mit ihr für Hilfspersonen nicht einfach. Die Haltung der Be-
schwerdeführerin gegen eine vermeintliche Bevormundung könne man als Aus-
druck der Trauer über den Verlust und als Reaktion auf die Überforderung mit der 
Situation verstehen. 

Die Beschwerdeführerin befinde sich nicht mehr in einem akuten, aber noch in 
einem labilen Zustand. Gemäss Gutachter sei zur Abklärung der Diagnose ein 
stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik gerechtfertigt, da diese nicht 
in einem ambulanten Rahmen erfolgen könne. Eine klare Diagnose sei für das 
weitere Vorgehen sowohl von ärztlich-therapeutischer Seite als auch von behördli-
cher Seite von Bedeutung für einen adäquaten Umgang mit der Beschwerdeführe-
rin. Die Rückkehr in die bestehende Wohnsituation sei nach erfolgter Abklärung 
möglich, wenn ein entsprechendes Hilfs-Netz installiert sei (Beiständin, ambulante 
psychiatrische Therapie etc.). Es sei jedoch nicht klar, wie gut die Stabilisierung im 
ambulanten Rahmen gelingen würde, da bei der Beschwerdeführerin die Krank-
heitseinsicht fehle.

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4.4.3. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Verhandlung vom 9. Februar 2021 konnte sich die Beschwerdeinstanz ein Bild 
von der Beschwerdeführerin machen. Diese erschien in einem gepflegten, be-
wusstseinsklaren und mehrheitlich orientierten Zustand. Sie machte einen ruhigen 
und kontrollierten Eindruck. Die ihr gestellten Fragen konnte sie adäquat und in 
einer gepflegten Sprache beantworten. Insgesamt war die Beschwerdeführerin – 
soweit die Beschwerdeinstanz dies beurteilen kann – in einem guten, stabilen All-
gemeinzustand. Suizidale Absichten verneinte sie in der Befragung glaubwürdig. 

Entsprechende Äusserungen seien in angespannten Situationen erfolgt, wie dies 
halt vorkommen könne. Sie bestreite ihren Alltag grundsätzlich eigenständig, wo-
bei die Beiständin ihre Rechnungen erledige und die Spitex für die Bereitlegung 
der Medikamente zuständig gewesen sei. Die Beschwerdeführerin gibt an, sich 
künftig im Alltag helfen lassen zu wollen, wobei sie diesbezüglich bereits mit der 
Spitex in Chur im Gespräch sei (Prot. S. 1 ff.).

Bei dieser Ausgangslage kann die geforderte konkrete, unmittelbare und erhebli-
che Fremd- bzw. Selbstgefährdung nicht erkannt werden. Eine lediglich hypotheti-
sche Selbstgefährdung aufgrund eines neuerlichen psychotischen Zustandes, ba-
sierend auf einem erhöhten Stressniveau wegen des Verlusts des langjährigen 
Lebenspartners genügt im Rahmen einer FU unter dem Gesichtspunkt der Ver-
hältnismässigkeit nicht. Gleiches gilt für die Fremdgefährdung, welche nicht näher 
beschrieben ist und welche nicht allein in einem schwierigen Umgang begründet 
sein kann. Insbesondere reicht im konkreten Fall allein der Umstand, die Be-
schwerdeführerin zur Eruierung einer genaueren Diagnose in der Klinik 
E.________ zu behalten, für eine fürsorgerische Unterbringung nicht aus, wenn 
die Beschwerdeführerin sich, wie der Gutachter in der Antwort zu Frage I auf S. 4 
des Gutachtens ausführt, nicht mehr in einem akuten Zustand befindet und die 
Behandlung auch ambulant erfolgen kann. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die im 
Behandlungsplan aufgeführten Therapien und Massnahmen über die Diagnose 
hinaus in einem stationären Rahmen erfolgen müssten.

4.4.4. Auch wenn sich die Beschwerdeführerin als behandlungsbedürftig erweist, 
rechtfertigt dieser Umstand für sich alleine noch keine fürsorgerische Unterbrin-
gung. Dies gilt umso mehr, als kein eigentliches Behandlungsziel erkennbar ist 
und in der Stellungnahme vom 2. Februar 2021 recht vage von einer drei bis vier 
Wochen dauernden Behandlungsbedürftigkeit ausgegangen wird. Eine Unterbrin-
gung darf indessen nur gestützt auf ein hinreichend klares Gutachten und nur als 
ultima ratio in Betracht fallen. Da vorliegend keine hinreichend konkrete, unmittel-

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bare und erhebliche Selbst- oder Fremdgefährdung besteht und sich die Be-
schwerdeführerin an der Hauptverhandlung in einer guten Verfassung gezeigt hat, 
erweist sich eine fürsorgerische Unterbringung als nicht verhältnismässig.

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB im Zeitpunkt der Beurteilung 
nicht mehr vorliegen. Daher ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die 
fürsorgerische Unterbringung aufzuheben. 

6. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Antrag auf Aufhebung der fürsor-
gerischen Unterbringung in der Klinik E.________ umfassend durchgedrungen. 
Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
insgesamt CHF 3'458.00 (CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'958.00 Gut-
achterkosten) zu Lasten des Kantons Graubünden. Ausseramtliche Entschädi-
gungen sind keine zu sprechen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Die ärztliche Leitung der Klinik E.________ wird angewiesen, die Beistän-
din G.________, Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos, umgehend über die 
Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung zu informieren.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'458.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'958.00 Gutachterkosten) gehen 
zu Lasten des Kantons Graubünden.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: