# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ffcefc0-054f-5ba1-8612-972a72fe71ae
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 20.02.2024 A 2023 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2023-36_2024-02-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 23 36

4. Kammer 

Vorsitz Righetti

RichterIn Brun und Audétat

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 20. Februar 2024

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch MLaw Andreas Thoma, 

Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Einkommenssteuer (Besteuerung von Bonuszahlungen)

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I. Sachverhalt:

1. Die Steuererklärung von A._____ für die Steuerperiode 2019 ging am 

20. Mai 2021 bei der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden 

(nachfolgend: Steuerverwaltung) ein. Darin deklarierte er unter der 

Position "Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen" (Ziffer 6.3) 

eine Bonuszahlung in der Höhe von CHF 136'658.--. Zudem vermerkte er, 

dass die Bonuszahlung die Jahre 2014 bis 2018 betreffe, weshalb die 

Zahlung für das satzbestimmende Einkommen auf fünf Jahre aufzuteilen 

sei. 

2. Am 9. Mai 2023 erliess die Steuerverwaltung die definitiven 

Veranlagungsverfügungen betreffend Kantons- und Gemeindesteuer 

sowie direkte Bundessteuer 2019. Dabei wurde die Bonuszahlung nicht 

als Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen erachtet, sondern 

zusammen mit den übrigen Erwerbseinkünften besteuert (Ziffer 1.1). Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Anspruch auf den 

(Zusatz-)Bonus sei erst im Jahr 2019 entstanden, weshalb der gesamte 

Bonus in der Steuerperiode 2019 zu versteuern sei.

3. Dagegen erhob A._____ am 7. Juni 2023 Einsprache und beantragte 

insbesondere, die Bonus-Nachzahlung von CHF 136'658.-- für die Jahre 

2014 bis 2018 sei gemäss Deklaration satzbestimmend auf fünf Jahre zu 

verteilen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass der 

Rechtsanspruch bzw. die Berechenbarkeit der Leistung im Dezember der 

jeweiligen Jahre (2014 bis 2018) gegeben resp. vorhanden gewesen sei. 

4. Mit Einspracheentscheid vom 30. August 2023 betreffend Bundes-, 

Kantons- und Gemeindesteuern 2019 wies die Steuerverwaltung die 

Einsprache ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen festgehalten, 

dass es A._____ ohne Weiteres möglich gewesen wäre, nach Vorliegen 

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des Revisionsberichts den jeweiligen (Rest-)Bonus gegenüber der 

Arbeitgeberin geltend zu machen. Das vorgebrachte Argument, wonach 

es ihm während der Dauer des Arbeitsverhältnisses zu heikel gewesen 

sei, die Bonuszahlungen durchzusetzen, überzeuge nicht. Denn 

offensichtlich habe er diese Ansprüche im Juni 2019 geltend gemacht, als 

das Arbeitsverhältnis noch bis Ende Januar 2020 gedauert habe. Wenn er 

somit freiwillig auf die periodische Geltendmachung der ihm jeweils 

zustehenden Boni verzichtet habe, könne es nicht angehen, auf die in der 

Steuerperiode 2019 ausgerichtete Einmalzahlung der Arbeitgeberin den 

Rentensatz anzuwenden. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 

vom 28. September 2023 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden und beantragte, der Einspracheentscheid vom 

30. August 2023 sei aufzuheben und die Angelegenheit zur 

Neubeurteilung an die Steuerverwaltung zurückzuweisen. Letztere sei zu 

verpflichten, die Bonuszahlung von CHF 136'658.-- als Kapitalabfindung 

für wiederkehrende Leistungen im Sinne von Art. 37 DBG bzw. Art. 40 

Abs. 1 StG zu besteuern. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 

vorgebracht, es sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer für jedes Jahr 

seit 2009 einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Bonuszahlungen 

gehabt habe. Bei der besagten Zahlung handle es sich um eine 

Kapitalzahlung, mit welcher Ansprüche auf vergangene wiederkehrende 

Leistungen, nämlich die Bonuszahlungen der Jahre 2014 bis 2018, 

abgegolten worden seien. Es sei nicht in der Kompetenz des 

Beschwerdeführers gelegen, sich die Bonuszahlungen selbst zu 

bewilligen und auszuzahlen. Hierzu sei stets das Einverständnis des 

geschäftsführenden Gesellschafters notwendig gewesen. Das 

Unterlassen des Beschwerdeführers, seinen rechtlichen Anspruch 

umgehend gegenüber seiner Arbeitgeberin durchzusetzen, habe nicht am 

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mangelnden Rechtsanspruch gelegen, sondern an seinem Skrupel, die 

eigene Arbeitgeberin umgehend rechtlich zu belangen. Angesichts des 

laufenden Arbeitsverhältnisses sei dies ein nachvollziehbares Verhalten 

gewesen, was nicht zu seinem Nachteil ausgelegt werden dürfe.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2023 beantragte die 

Steuerverwaltung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass 

der Beschwerdeführer in Bezug auf die Geschäftsjahre 2014 bis 2018 

darauf verzichtet habe, die ihm gestützt auf die Vereinbarung vom 

18. Dezember 2009 klarerweise zustehenden (Rest-)Bonuszahlungen 

nach Vorliegen der Jahresrechnung – d.h. im jeweiligen Folgejahr – 

gegenüber der Arbeitgeberin geltend zu machen. Er habe sich erst im Juni 

2019 darum bemüht, die für die Geschäftsjahre 2014 bis 2018 

ausstehenden Boni zu erhalten. Eine plausible Erklärung, weshalb er die 

(Rest-)Bonuszahlungen nicht periodengerecht geltend gemacht habe, 

liefere er nicht. Weshalb die Geltendmachung dieser vertraglich klar 

zugesicherten Zahlungen gegenüber der langjährigen Arbeitgeberin beim 

Beschwerdeführer hätte Skrupel hervorrufen sollen, sei nicht 

nachvollziehbar. Somit hätte es der Beschwerdeführer in der Hand gehabt, 

die Auszahlung der einzelnen (Rest-)Bonuszahlungen für die 

Geschäftsjahre 2014 bis 2018 jeweils periodengerecht – d.h. in den 

Jahren 2015 bis 2019 – zu erwirken. Die Tatsache, dass deren 

Auszahlung erst im Jahr 2019 als kumulierte Einmalleistung erfolgt sei, sei 

daher unzweifelhaft auf das Verhalten des Beschwerdeführers 

zurückzuführen. Damit seien die Voraussetzungen für die Anwendung des 

Rentensatzes gemäss Art. 37 DBG bzw. Art. 40 Abs. 1 StG nicht erfüllt.

7. Am 31. Oktober 2023 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen 

Anträgen fest und führte zusammenfassend aus, dass die kumulierte 

Auszahlung der (Rest-)Bonuszahlungen im Jahr 2019 nicht auf sein 

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Verhalten zurückzuführen sei, sondern auf wirtschaftliche Umstände, die 

er nicht zu verantworten gehabt habe. Somit spreche vorliegend nichts 

gegen die Anwendung des Rentensatzes.

8. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 9. November 2023 

ebenfalls an ihren Anträgen fest und nahm zur Replik des 

Beschwerdeführers Stellung.

9. Am 17. November 2023 reichte der Beschwerdeführer seine Triplik ein. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 30. August 2023 betreffend Kantons- und 

Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2019. Solche Entscheide 

können gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer (DBG; SR 642.11) und Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 

Gemeinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes 

für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.000) bzw. Art. 29 Abs. 2 des 

Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) 

mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

angefochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen 

Gerichts ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG, BR 370.100), wonach das 

Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der 

kantonalen Verwaltung und von unselbstständigen Anstalten des 

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kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten 

Weiterzug vorsieht, was vorliegend – wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 

StG) – der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden 

Streitsache in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden. Der Beschwerdeführer ist als formeller und materieller 

Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (vgl. 

Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten.

1.2. Angesichts des vorliegend unbestrittenen Streitwerts von CHF 14'318.45 

(vgl. Vernehmlassung vom 24. Oktober 2023 S. 3) entscheidet das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden in ordentlicher 

Dreierbesetzung (vgl. Art. 43 Abs. 1 VRG).

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob bezüglich der von der Arbeitgeberin 

an den Beschwerdeführer im Jahr 2019 ausgerichteten (Rest-) 

Bonuszahlung in der Höhe von insgesamt CHF 136'658.-- Art. 37 DBG 

bzw. Art. 40 Abs. 1 StG anzuwenden ist. 

3.1. Steuerbar sind alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlich-

rechtlichem Arbeitsverhältnis mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie 

Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, 

Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, 

Tantiemen, geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen und andere 

geldwerte Vorteile (Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. Art. 17 Abs. 1 StG).

3.2. Art. 37 DBG (bzw. Art. 40 Abs. 1 StG) betrifft die ordentliche 

Einkommensbesteuerung. Gehören zu den Einkünften des 

Steuerpflichtigen Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen, so 

wird die Einkommenssteuer gemäss dieser Vorschrift unter 

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Berücksichtigung der übrigen Einkünfte zu dem Steuersatz berechnet, der 

sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen eine jährliche Leistung 

ausgerichtet worden wäre. Damit wird der wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen Rechnung getragen. Angesichts 

der progressiven Ausgestaltung der Tarife wäre es mit dem Grundsatz der 

Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht vereinbar, 

solche Kapitalabfindungen zur Ermittlung des Steuersatzes in ihrer vollen 

Höhe zu berücksichtigen. Der Steuerpflichtige verfügt zwar dank der 

Kapitalabfindung über ein höheres Einkommen, das aber durch die 

Kapitalabfindung künstlich erhöht und durch Einkommenseinbussen in 

anderen Perioden erkauft ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_158/2013, 

2C_159/2013 vom 26. August 2013 E.3.1 mit Hinweis; siehe auch 

BAUMGARTNER, in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, 4. Aufl., Basel 2022, Art. 37 Rz. 2; 

RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., 

Zürich 2016, Art. 37 Rz. 2). 

3.3. Mit der Regelung von Art. 37 DBG (bzw. Art. 40 Abs. 1 StG) soll verhindert 

werden, dass eine wiederkehrende und somit periodisch zu besteuernde 

Leistung im Fall, da sie mit einer einmaligen Kapitalleistung erbracht wird, 

aufgrund eines der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des 

Steuerpflichtigen nicht entsprechenden und insofern überhöhten 

Steuersatzes zu versteuern ist. Sie bewirkt, dass solche 

Kapitalabfindungen zwar vollumfänglich besteuert werden, jedoch nicht 

zum Steuersatz, der dem gesamten in der betreffenden Steuerperiode 

zugeflossenen Einkommen entsprechen würde, sondern zu demjenigen, 

der Anwendung fände, wenn anstelle der Kapitalabfindung einzelne 

Jahresbetreffnisse ausbezahlt würden. Eine Kapitalabfindung für 

wiederkehrende Leistungen kann in der Vergangenheit begründete 

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Ansprüche oder Anwartschaften abgelten oder künftig zu erbringende 

Leistungen vorwegnehmen. Bei der Abgeltung von in der Vergangenheit 

begründeten Ansprüchen oder Anwartschaften wird allerdings 

vorausgesetzt, dass mit der Kapitalleistung Leistungen abgegolten 

werden, für die ordentlicherweise eine periodische Ausrichtung 

vorgesehen gewesen wäre und dies aus nicht vom Steuerpflichtigen zu 

vertretenden Gründen unterblieben ist (vgl. Entscheid des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich SB.2011.00092 E.2.2 vom 

11. April 2012 mit Hinweisen; BGE 145 II 2 E.5.1; Urteil des 

Bundesgerichts 2C_285/2020 vom 20. September 2020 E.5.3).

3.4. Neben Rentenleistungen im Bereich der Sozialversicherungen könnte das 

etwa bei unbezahlt gebliebenen Unterhaltsbeiträgen (Art. 125 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) oder bei 

Lohnnachzahlungen, die sich auf Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) stützen, der Fall sein. 

Sind derart geschuldete Teilleistungen vorenthalten worden, so dass sie 

gar nicht periodengerecht versteuert werden konnten, wäre es unbillig, die 

nachträgliche Kapitalabfindung zusammen mit dem übrigen Einkommen 

zum vollen Satz zu besteuern und den berechtigten Empfänger dadurch 

steuerrechtlich zu "bestrafen". Demgegenüber wäre eine 

Steuersatzermässigung dort nicht gerechtfertigt und auch nicht 

sachgerecht, wo die Ausrichtung einer Kapitalabfindung anstelle 

periodischer Teilleistungen und der Auszahlungszeitpunkt von der Wahl 

der Beteiligten abhängen. Deshalb ist eine Anwendung von Art. 37 DBG 

(bzw. Art. 40 Abs. 1 StG) beispielsweise ausgeschlossen bei der 

Realisierung stiller Reserven, bei Entschädigungen für hingegebenes 

Kapital, unabhängig davon, ob diese einmalig, periodisch oder 

unregelmässig erfolgen, bei Abgangsentschädigungen (vgl. hierzu Art. 17 

Abs. 2 DBG) oder auch bei auf Vereinbarung beruhenden Lohnzahlungen 

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in einem langfristigen Arbeitsverhältnis (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2A.68/2000 vom 5. Oktober 2000 E.4c).

3.5. Im Entscheid des Steuergerichts Basel-Landschaft Nr. 99/2002 ging es um 

einen Arbeitnehmer, welcher eine Bonuszahlung für eine 

Leistungsperiode von drei Jahren erhalten hatte. Das Gericht erwog, dass 

der Arbeitnehmer zwar erst nach Ablauf von drei Jahren Anspruch auf die 

Bonuszahlung habe. Jedoch sehe das Reglement in Ausnahmefällen – 

etwa beim Tod des Berechtigten – eine Ausrichtung pro rata temporis vor. 

Folglich sei grundsätzlich eine periodische Ausrichtung des Bonus 

vorgesehen gewesen. Weil der Bonus indessen aus nicht vom 

Arbeitnehmer zu vertretenden Gründen als Kapitalleistung ausgerichtet 

worden sei, müsse er mit einem privilegierten Satz besteuert werden (vgl. 

Entscheid des Steuergerichts Basel-Landschaft Nr. 99/2002 vom 

1. November 2002 E.2b). Dieses Urteil wurde im Entscheid des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich SB.2011.00092 vom 11. April 

2012 kritisiert (vgl. dortige E.2.3.3).

4. Im konkreten Fall kann die Frage, ob es sich bei der "nachträglichen" 

Einmalzahlung des (Rest-)Bonus um eine Tilgung eines Anspruchs auf 

sonst wiederkehrende Leistungen handelt, welche grundsätzlich nach 

Art. 37 DBG (bzw. Art. 40 Abs. 1 StG) zu besteuern wären, oder um "auf 

Vereinbarung beruhende Lohnzahlungen in einem langfristigen 

Arbeitsverhältnis" handelt, was die Anwendung von Art. 37 DBG (bzw. 

Art. 40 Abs. 1 StG) ausschliessen würde, offen gelassen werden. Denn – 

wie nachfolgend aufgezeigt wird – ist vorliegend die zweite Voraussetzung 

für die Anwendung dieser Bestimmungen nicht erfüllt. Vor diesem 

Hintergrund ist auch auf die Frage nicht weiter einzugehen, ob es sich bei 

der Bonuszahlung für das Geschäftsjahr 2018 in der Höhe von netto 

CHF 24'645.22 um eine aperiodische oder eine periodengerechte 

Leistung handelt (vgl. Vernehmlassung vom 24. Oktober 2023 S. 7).

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5.1. Vorliegend trat der Beschwerdeführer seine Stelle als Geschäftsführer der 

B._____ GmbH per 1. Januar 2009 an (vgl. beschwerdegegnerische 

Akten [Bg-act.] 9). In der Folge schloss er mit seiner Arbeitgeberin am 

18. Dezember 2009 eine Zusatzvereinbarung zum Anstellungsvertrag 

vom 27. November 2008 ab. Darin wurde insbesondere Folgendes 

festgehalten (vgl. Bg-act. 6):

"Zusätzlich zu der im Anstellungsvertrag vom 27.11.2008 festgelegten Vergütung erhält 

Herr A._____ eine Erfolgsbeteiligung von 6 % bezogen auf das Jahresergebnis nach 

Steuern von C._____, erstmalig 2009. 

Voraussetzung hierfür ist, dass ein positives Jahresergebnis erzielt wird. […]

Die Erfolgsbeteiligung wird nach Vorlage des Revisionsberichtes des betreffenden 

Geschäftsjahres ermittelt, von D._____ abgezeichnet und anschliessend durch die Fibu 

C._____ ausbezahlt. Eine Akonto-Zahlung von 50 % der zu erwartenden Bonizahlung 

sollte oder kann per Ende Jahr des betreffenden Jahres mit dem Dezembergehalt 

ausbezahlt werden."

Gestützt auf die Zusatzvereinbarung vom 18. Dezember 2009 richtete die 

B._____ GmbH dem Beschwerdeführer in den Jahren 2010 bis 2014 für 

die Geschäftsjahre 2009 bis 2013 jeweils Erfolgsbeteiligungen bzw. 

Bonuszahlungen aus (vgl. Bg-act. 10). Ausserdem richtete die 

Arbeitgeberin dem Beschwerdeführer in den Geschäftsjahren 2014, 2016 

und 2017 gestützt auf die besagte Vereinbarung Erfolgsbeteiligungen in 

Form von Akontozahlungen aus, nämlich CHF 45'000.--, CHF 30'000.-- 

sowie CHF 65'000.-- (vgl. Bg-act. 3). Der (Rest-)Bonus betreffend die 

Geschäftsjahre 2014 bis 2018 in der Höhe von insgesamt CHF 136'658.-- 

wurde dem Beschwerdeführer schliesslich im Jahr 2019 ausbezahlt (vgl. 

Bg-act. 1, 2, 3 und 12). 

5.2. Vorliegend ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass die 

periodengerechte Auszahlung des (Rest-)Bonus aus vom 

Beschwerdeführer zu vertretenden Gründen unterblieben ist. Die in 

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diesem Zusammenhang vom Beschwerdeführer vorgebrachten 

Umstände, wonach für die Auszahlung jeweils die Genehmigung des 

geschäftsführenden Gesellschafters notwendig gewesen sei und seine 

Arbeitgeberin die Muttergesellschaft, welche von 2013 bis 2019 negative 

finanziellen Ergebnisse ausgewiesen habe, habe unterstützen müssen, 

sind nicht relevant. Spätestens nach Vorliegen der Jahresrechnung bzw. 

des Revisionsberichts hätte sich der Beschwerdeführer gegenüber seiner 

Arbeitgeberin für eine periodengerechte Auszahlung des ihm gestützt auf 

die Zusatzvereinbarung vom 18. Dezember 2009 klarerweise 

zustehenden (Rest-)Bonus einsetzen müssen, was ihm – als Vorsitzender 

der Geschäftsführung mit Einzelunterschrift (vgl. Bg-act. 8) – auch ohne 

Weiteres möglich gewesen wäre. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht 

darauf hinweist, hat die Arbeitgeberin dem Beschwerdeführer die 

Bonuszahlungen für die Geschäftsjahre 2009 bis 2013 denn auch 

anstandslos geleistet (vgl. Bg-act. 10). Massgebend für die Beurteilung der 

vorliegend strittigen Frage, ob die unterbliebene periodische Ausrichtung 

dem Beschwerdeführer zuzurechnen ist, ist einzig, ob Letzterer aus 

rechtlicher Sicht die Möglichkeit hatte, eine Forderung durchzusetzen. 

5.3. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ein Bonus 

Folgendes darstellen: (1) der – variable – Lohn, (2) Gratifikation, auf 

welche der Arbeitnehmer Anspruch hat und (3) Gratifikation, auf die er 

keinen Anspruch hat. Um variablen Lohn – Situation (1) – wie dies 

vorliegend der Fall ist (Erfolgsbeteiligung von 6 %, vgl. Bg. act. 6) – handelt 

es sich, wenn ein vereinbarter Bonus bestimmt ist oder aufgrund objektiver 

Kriterien wie dem Gewinn, dem Umsatz etc. bestimmbar ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 4A_155/2019 vom 18. Dezember 2019 E.3; siehe auch 

BGE 139 III 155 E.3.3). Wie für den vereinbarten Lohn für die Erbringung 

einer Arbeitsleistung besteht auch in Bezug auf einen Bonus ein Anspruch 

auf Auszahlung, sofern die Bedingungen – wie vorliegend – erfüllt sind. 

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Hätte der Beschwerdeführer ohne Erhebung von Einwendungen 

(gegenüber der Arbeitgeberin) auf eine periodische Auszahlung des 

üblichen Lohnes verzichtet, um später eine Einmalzahlung zu akzeptieren, 

wäre die Anwendung von Art. 37 DBG (bzw. Art. 40 Abs. 1 StG) 

ausgeschlossen. Weshalb es sich betreffend Boni, worauf der 

Beschwerdeführer einen Anspruch hat, anders verhalten sollte, ist nicht 

ersichtlich. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer darauf verzichtet hat, 

seinen Anspruch auf eine periodengerechte Auszahlung des (Rest-)Bonus 

geltend zu machen.

5.4. Der Fall dürfte erst dann anders zu beurteilen sein, wenn der 

Beschwerdeführer die ihm zustehenden (Rest-)Boniforderungen der 

Arbeitgeberin gegenüber geltend gemacht hätte und die Auszahlung trotz 

der Geltendmachung – zum Beispiel aus unternehmerischen Gründen – 

ausgeblieben wäre. Aus den Akten geht im konkreten Fall allerdings nicht 

hervor, dass der Beschwerdeführer – der ein formelles Organ der 

Gesellschaft war – versucht hätte, die periodische Auszahlung der (Rest-

)Boni zu erwirken. Der Beschwerdeführer bringt selbst vor, einen 

Rechtsanspruch auf Auszahlung der (Rest-)Boni gehabt zu haben. Dass 

dieser Anspruch nicht umgehend geltend gemacht worden sei, so der 

Beschwerdeführer weiter, liege daran, dass er der Arbeitgeberin 

gegenüber Skrupel gehabt habe. Dass es stossend sein könnte, die 

Bedürfnisse des Beschwerdeführers über jene seiner Arbeitgeberin zu 

stellen, ist aus steuerrechtlicher Hinsicht nicht relevant. Abgesehen davon 

ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer seinen Anspruch auf 

Auszahlung des (Rest-)Bonus gegenüber der Arbeitgeberin offenbar im 

Juni 2019 geltend machte (vgl. Bg-act. 12), während das Arbeitsverhältnis 

noch bis Ende Januar 2020 dauerte (vgl. Bg-act. 13). Selbst wenn man die 

vom Beschwerdeführer behaupteten finanziellen Schwierigkeiten der 

Muttergesellschaft berücksichtigen würde, wäre der Beschwerdegegnerin 

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darin beizupflichten, dass nicht die Muttergesellschaft – ihr gegenüber 

geht aus den Akten keine Treuepflicht seitens des Beschwerdeführers 

hervor –, sondern die B._____ GmbH die Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers war. Letztere erzielte in den Geschäftsjahren 2014 bis 

2018 einen Jahresgewinn nach Steuern in der Höhe von insgesamt etwa 

CHF 4 Mio. (vgl. Bg-act. 3), wovon gemäss den Angaben des 

Beschwerdeführers rund CHF 2.5 Mio. der Muttergesellschaft überwiesen 

worden sind. Somit ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, 

dass der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers noch genügend Geld zur 

Verfügung stand, um den (Rest-)Bonus periodengerecht auszuzahlen. 

6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in Bezug 

auf den Auszahlungszeitpunkt seines (Rest-)Bonus die Wahl hatte und 

damit freiwillig auf ein periodisches Einkommen verzichtet hat. Eine 

frühere, periodische Auszahlung wurde gemäss der Zusatzvereinbarung 

vom 18. Dezember 2009 nicht ausgeschlossen und wäre – wie dargelegt 

– möglich gewesen. Demnach ist das Unterbleiben der periodengerechten 

Auszahlung der (Rest-)Boni auf das Verhalten des Beschwerdeführers 

zurückzuführen bzw. ihm zuzuschreiben. Somit erweist sich der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 30. August 2023 als rechtens, 

weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

7. Auf die Parteibefragung des Beschwerdeführers kann in antizipierter 

Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 

E.5.3, 127 I 54 E.2b, 124 I 241 E.2 und 122 V 157 E.1d), nachdem nicht 

ersichtlich ist, inwiefern diese als geeignet erschiene, zur Klärung des 

Falles beizutragen. 

8.1. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die 

Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Verfahrenskosten bestehen 

aus der Staatsgebühr, den Gebühren für Ausfertigungen und Mitteilungen 

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des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG). Die 

Staatgebühr beträgt höchstens CHF 20'000.--; sie richtet sich nach dem 

Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und 

der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen (Art. 75 

Abs. 2 VRG). Vorliegend erscheint eine Staatsgebühr von CHF 2'000.-- 

als angemessen. Sie ist zusammen mit den Kanzleiauslagen dem 

unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

8.2. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung 

zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen 

(Art. 78 Abs. 2 VRG). Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass, 

weshalb der obsiegenden Beschwerdegegnerin keine 

Parteientschädigung zusteht. 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 302.--

zusammen CHF 2'302.--

gehen zulasten von A._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]