# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcdc4a27-8854-5e54-92a2-3aa02e95849a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2012 E-5691/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5691-2011_2012-12-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5691/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  D e z e m b e r  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiberin Stella Boleki. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Emil Robert Meier, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 

14. September 2011 / N (…). 

 

 

E-5691/2011 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus B._______ (Distrikt Jaffna), ver-

liess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge am 27. April 2009 und 

gelangte per Schiff über Südindien, anschliessend per Flugzeug über Du-

bai nach Italien und in einem Personenwagen in die Schweiz, wo er am 

19. Mai 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in Kreuzlingen 

um Asyl nachsuchte.  

B.  

Am 25. Mai 2009 wurde der Beschwerdeführer summarisch befragt und 

am 2. Juni 2009 eingehend zu seinen Asylgründen angehört. Dabei 

brachte er im Wesentlichen vor, er sei ab dem Jahr 2004 Mitglied einer 

Studentenorganisation gewesen, die gegen den sich in der Nähe befin-

denden Armeestützpunkt protestiert habe. Oft sei er deswegen auf dem 

Weg zur Schule kontrolliert worden. Anlässlich von Feierlichkeiten der 

tamilischen Gemeinschaft und von Gedenktagen der Opfer der Liberation 

of Tamil Tigers Eelam (LTTE) habe er mit anderen Gleichgesinnten 

Transparente aufgehängt und Säle dekoriert. Im August 2006 seien er 

und sein Bruder S. P. in Colombo wegen Verdachts, zur LTTE zu gehö-

ren, für fünf Tage festgehalten, geschlagen und dann gegen Kaution frei-

gelassen worden. Im Mai 2008 hätten er und sein Bruder zwei Personen 

während zehn Tagen bei sich beherbergt. Danach seien Armeeleute ge-

kommen und hätten diese Personen gesucht und dabei in der Nähe ver-

steckte Waffen gefunden. Er und sein Bruder seien festgenommen wor-

den und nach zwei Tagen dank ihrer Grossmutter und mit der Auflage, 

täglich ihre Unterschrift zu leisten, freigelassen worden. Im Juni 2008 sei 

sein Bruder sodann ausgereist; der Beschwerdeführer wisse, dass er ak-

tuell in Genf lebe (Verfahrensnummern N […]). Nach der Ausreise seines 

Bruders habe er die Auflage nicht mehr erfüllt, worauf ihn Soldaten auf-

gesucht und nach seinem Bruder gefragt hätten. Daraufhin habe er sich 

bei einer Tante und deren Verwandten in C._______ und D._______ ver-

steckt. Von seiner Grossmutter habe er erfahren, dass Soldaten im Sep-

tember 2008 anlässlich eines Besuchs bzw. einer Hausdurchsuchung 

seinen Reisepass mitgenommen hätten. Im März 2009 habe er sich ent-

schlossen, aus Sri Lanka auszureisen.  

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer seine srilankische Identitäts-

karte, einen Haftbefehl vom 16. August 2006 und einen Entlassungsbe-

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Seite 3 

fehl vom 24. August 2006 in singhalesischer Schrift und teilweise in Eng-

lisch zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 14. September 2011 – eröffnet am 17. September 

2011 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-

eigenschaft nicht, weshalb es das Asylgesuch ablehne. Gleichzeitig ver-

fügte es seine Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug.  

 

D.  

Am 21. September 2011 reichte der Beschwerdeführer durch seinen 

Rechtsvertreter beim BFM per Telefax ein Gesuch um Akteneinsicht ein, 

worauf das BFM ihm dieses Recht – vorbehältlich der nicht dem Akten-

einsichtsrecht unterstehenden internen Akten – gewährte.  

E.  

Mit Eingabe vom 14. Oktober 2011 beim Bundesverwaltungsgericht focht 

der Rechtsvertreter namens des Beschwerdeführers die vorinstanzliche 

Verfügung an und beantragte, dass der vorinstanzliche Entscheid vom 

14. September 2011 aufzuheben und dem Beschwerdeführer Asyl zu ge-

währen sei; eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegwei-

sung unzulässig sei, und es sei die Vorinstanz anzuweisen, die vorläufige 

Aufnahme in der Schweiz zu verfügen.  

F.  

Mit verfahrensleitender Zwischenverfügung vom 21. Oktober 2011 erhob 

die Instruktionsrichterin zur Deckung der mutmasslichen Kosten einen 

Vorschuss in der Höhe von Fr. 600.-, der vom Beschwerdeführer fristge-

recht bezahlt wurde.  

G.  

Mit an das BFM adressiertem Schreiben vom 25. September 2012 er-

suchte der Beschwerdeführer um einen raschen Entscheid, worauf das 

BFM ihm am 2. Oktober 2012 schriftlich mitteilte, dass seine Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht anhängig sei und das BFM auf deren 

Verfahrensdauer keinen Einfluss habe.  

 

 

  

E-5691/2011 

Seite 4 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-

lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende 

Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

[AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne 

von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

E-5691/2011 

Seite 5 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Begründete Furcht vor künftiger Verfolgung liegt vor, wenn konkreter 

Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeit-

punkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zeit verwirklicht und werde sich – auch noch aus heutiger Sicht – mit 

ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine 

bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen 

konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus 

einem der vom Gesetz abschliessend aufgezählten Motive erfolgenden - 

Benachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht da-

vor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. Entschei-

dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9, m.w.H.; WALTER KÄLIN, Grundriss des 

Asylverfahrens, Basel/Frankfurt am Main, 1990, S. 143 ff.). Begründete 

Furcht vor Verfolgung enthält eine subjektive und eine objektive Kompo-

nente (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Die subjektive Furcht vor Verfolgung 

muss auch objektiv begründet sein, d.h. sie muss angesichts der tatsäch-

lichen Situation gerechtfertigt erscheinen. Massgebend für die Bestim-

mung der begründeten Furcht ist allerdings nicht allein, was ein normal 

empfindender Mensch angesichts der geschehenen oder drohenden Ver-

folgungsmassnahmen zu Recht empfunden hätte. Diese rein objektive 

Betrachtungsweise ist zusätzlich durch das vom Betroffenen bereits Er-

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/57

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lebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu er-

gänzen (vgl. BVGE 2010/9E. 5.2). Dabei hat derjenige, der bereits früher  

Verfolgung ausgesetzt war, objektive Gründe für eine ausgeprägtere sub-

jektive Furcht als jemand, der erstmals ernsthafte Nachteile erlebt (vgl. 

EMARK 1993 Nr. 11 E. 4c S. 71 f.; EMARK 2000 Nr. 9 E. 5a S. 78). 

5.2 Das BFM kam in der angefochtenen Verfügung hinsichtlich der Vor-

bringen des Beschwerdeführers, wonach er auch nach Ende der kriegeri-

schen Auseinandersetzungen von den srilankischen Behörden Verfol-

gungsmassnahmen zu befürchten habe, zur Auffassung, dass die Furcht 

vor künftiger Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes nicht objektiv be-

gründet sei. Zum einen hätte die srilankische Armee ihn im August 2006 

nicht per Gerichtsentscheid aus der Haft entlassen, wenn sie ihn tatsäch-

lich politischer Aktivitäten zugunsten der LTTE verdächtigt hätte. Seine 

damalige Freilassung spreche dafür, dass die srilankische Armee ihn kei-

nes nennenswerten Engagements für die LTTE verdächtigt habe. Dies 

gelte ebenfalls für die vorübergehende Festnahme im Jahr 2008. Zwar 

sei ihm nach der Freilassung im Mai 2008 eine Meldepflicht auferlegt 

worden, der er nach vier Monaten nicht mehr gefolgt sei. Derartigen 

Massnahmen kämen indessen bereits auf Grund ihrer Intensität in der 

Regel kein Verfolgungscharakter zu. Solche Personenkontrollen würden 

einzig darauf abzielen, die Infiltrierung von LTTE-Kämpfern in die Zivilge-

sellschaft zu unterbinden, was in asylrechtlicher Hinsicht keine asylrele-

vante Verfolgungssituation darstelle. Darüber hinaus gebe es aus den Ak-

ten keine Hinweise darauf, dass das Ausbleiben des Unterschriftleistens 

konkrete Verfolgungsmassnahmen nach sich gezogen habe. Nicht zuletzt 

müsse die geltend gemachte Meldepflicht vom Mai 2008 im zeitlichen 

Kontext betrachtet werden, denn zum damaligen Zeitpunkt sei der Krieg 

durch die Waffenstillstandsvereinbarung im Januar 2008 neu entfacht 

worden.  

Die Situation in Sri Lanka habe sich in der Zwischenzeit aber grundle-

gend geändert. Der Krieg sei im Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu 

Ende gegangen. Damit befinde sich das gesamte Land erstmals seit 

1983 wieder unter Regierungskontrolle. Die im Krieg vorgenommenen 

massiven Übergriffe durch die LTTE, die Sicherheitskräfte und weitere 

Dritte seien stark zurückgegangen. Auch wenn nach wie vor zum Teil 

recht scharfe Kontrollen durchgeführt würden, bestehe für die Sicher-

heitskräfte Sri Lankas kein Anlass mehr, flächendeckend nach LTTE-

Mitgliedern oder Sympathisanten zu suchen, da diese Organisation zer-

schlagen und eine Vielzahl von Kadern getötet, inhaftiert worden oder 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/9
http://links.weblaw.ch/EMARK-1993/11
http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/9

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Seite 7 

ausser Landes geflüchtet sei. Dem sei anzufügen, dass der Beschwerde-

führer nicht über ein Profil verfüge, das ihn zum heutigen Zeitpunkt ge-

genüber den srilankischen Sicherheitsbehörden noch verdächtig mache. 

Der Beschwerdeführer sei eigenen Angaben zufolge zu keinem Zeitpunkt 

Mitglied der LTTE gewesen. Seine Aktivitäten für die Bewegung lägen zu-

dem über sechs Jahre zurück, seien im Rahmen von Schüleraktivitäten 

erfolgt (Festdekorationen, Plakate aufhängen) und hätten sich auf einen 

lokal begrenzten Raum beschränkt.  

Der Beschwerdeführer mache ferner geltend, während seiner Haft im Au-

gust 2006 sowie im Mai 2008 geschlagen worden zu sein. Im vorliegen-

den Fall könnten die Vorfälle aber mangels Intensität nicht als erheblicher 

Nachteil im Sinne des Asylgesetzes eingestuft werden. Zudem würden in 

der Vergangenheit erlebte physische und psychische Beeinträchtigungen 

nur dann beachtlich, wenn konkrete Hinweise auf zukünftige Verfolgung 

bestünden. Dies sei jedoch – wie dargelegt – zu verneinen.  

5.3 Der Beschwerdeführer hält durch seinen Rechtsvertreter der vor-

instanzlichen Argumentation in seiner Rechtsmittelschrift entgegen, er 

habe sehr wohl begründete Furcht vor künftigen staatlichen Verfolgungs-

massnahmen, weil es infolge seiner Inhaftierungen eine Akte über ihn 

gebe, aus der hervorgehe, dass er (und auch sein Bruder) Kontakt zu 

LTTE-Mitgliedern gehabt hätten. Die Verletzung der Meldepflicht im Sep-

tember 2008 habe – entgegen der Vorinstanz – Konsequenzen gehabt. 

Sein bei der Grossmutter deponierter Reisepass sei beschlagnahmt wor-

den, und auch die Flucht seines Bruders habe dazu geführt, dass die Ar-

mee ihn regelmässig nach dessen Verbleib befragt habe. Weitere Konse-

quenzen habe er vermieden, indem er nach C._______ gegangen sei. 

Dem BFM sei zwar beizupflichten, dass er das klassische Verfolgungs-

profil nicht erfülle, doch eine Würdigung sämtlicher Sachverhaltselemente 

(Plakate aufhängen, Festsäle dekorieren, kurzfristige Festnahme wegen 

Beherbergung von mutmasslichen LTTE-Mitgliedern und Waffenfundes in 

der Nähe des Hauses, Verletzung der Meldepflicht und Nichtlieferung von 

Informationen sowie die Flucht des Bruders des Beschwerdeführers und 

von diesem selbst just im kritischen Zeitpunkt der letzten Phase des Bür-

gerkriegs) führe dazu, dass eine Verfolgung durch die srilankischen Si-

cherheitskräfte mehr als wahrscheinlich sei. Hinzu komme, dass sein Va-

ter von der Schweiz aus die tamilische Bewegung mit Geldleistungen un-

terstütze und sein Bruder sich bei Demonstrationen hervorgetan habe, 

wodurch sich das Verfolgungsrisiko für den Beschwerdeführer erhöht ha-

be. Bei richtiger Betrachtungsweise erfülle der Beschwerdeführer die 

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Flüchtlingseigenschaft, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei. Zur Stützung 

seiner Vorbringen reicht er eine Faxkopie eines mit 10.10.2011 datierten 

Schreibens eines Priesters aus Jaffna ein, aus welchem hauptsächlich 

hervorgeht, dass der Beschwerdeführer und sein Bruder seit der Ausreise 

der Eltern im Jahr 2006 alleine in B._______ gelebt hätten und im Mai 

2008 festgenommen worden seien, wobei sie nach zwei Tagen, nachdem 

er interveniert habe, freigelassen worden seien.  

5.4  

5.4.1 Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, ist seit Beendigung des mili-

tärischen Konflikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE im 

Mai 2009 von einer verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militä-

risch gelten die LTTE als vernichtet. Die Sicherheitslage hat sich in be-

deutender Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in ei-

nem Entwicklungsprozess befindet. Die Menschenrechtslage hat sich al-

lerdings namentlich hinsichtlich der Meinungsäusserungs- und der Pres-

sefreiheit verschlechtert. Politisch Oppositionelle jeglicher Couleur wer-

den seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit 

entsprechenden Verfolgungsmassnahmen rechnen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 7).  

Gewisse Personenkreise unterliegen in Sri Lanka einer erhöhten Verfol-

gungsgefahr. Dabei handelt es sich um Personen, die auch nach Beendi-

gung des Bürgerkrieges verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung 

zu stehen bzw. gestanden zu sein, um politische Dissidenten und Opposi-

tionspolitiker, die den Machtanspruch des Rajapakse-Regimes in Frage 

stellen (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.1), um kritisch auftretende Journalisten 

und Medienschaffende, um Menschenrechtsaktivisten und regimekriti-

sche NGO-Vertreter (vgl. BVGE a.a.O., E. 8.2) oder um Personen, die 

Opfer und Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse waren oder dies-

bezüglich juristische Schritte einleiten (vgl. BVGE a.a.O., E. 8.3). Unter 

Umständen sind auch Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontak-

te zu LTTE-Kadern unterstellt werden, sowie Personen mit beträchtlichen 

finanziellen Mitteln einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt 

(vgl. BVGE a.a.O., E. 8.4 und 8.5). Letztere deshalb, weil auch heute 

noch Entführungen insbesondere lokaler Geschäftsleute stattfinden sol-

len, vor denen sie durch die staatlichen Behörden im Norden und Osten 

des Landes nur limitiert respektive ineffizient geschützt werden (BVGE 

vgl. a.a.O., E. 8.5). 

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5.4.2 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, er sei verdächtigt 

worden, für die LTTE tätig zu sein, und sei deshalb durch srilankische Si-

cherheitskräfte festgenommen, geschlagen, und nach fünf Tagen gegen 

Bezahlung und mit einer täglichen Meldeauflage aus der Haft entlassen 

worden. Entgegen seinen Ausführungen und in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz ist zu erwägen, dass er – wäre er ernsthaft verdächtigt wor-

den, sich in einem erheblichen Masse für die LTTE zu engagieren – nicht 

aus der Haft entlassen worden wäre. Diese Einschätzung wird auch da-

durch bestätigt, dass der Beschwerdeführer nach seinem Gefängnisauf-

enthalt im Jahr 2006 an den Checkpoints zwar darauf angesprochen, 

aber deswegen nie festgenommen worden sei (vgl. A8 F 50 – F 64). Ins-

gesamt sind die geltend gemachten staatlichen Verfolgungsmassnahmen 

(häufige Kontrollen bei Checkpoints, Meldepflicht, zweitägige Inhaftnah-

me wegen Beherbergung von zwei verdächtigen Personen bei sich zu 

Hause und wegen eines Waffenfundes in der Nähe des Hauses) vor dem 

Hintergrund des sich damals im Gange befindenden Bürgerkrieges als 

gängige staatliche Sicherheitsmassnahmen zu verstehen. Aus heutiger 

Sicht besteht für den Beschwerdeführer keine Gefahr vor staatlichen asyl-

relevanten Repressalien. Seinen Angaben zufolge war er nie Mitglied der 

LTTE gewesen und kennt demzufolge die internen Abläufe dieser inzwi-

schen zerschlagenen Organisation nicht. Seine konkreten Aktivitäten be-

standen darin, Transparente aufzuhängen und Räumlichkeiten für tamili-

sche Feste zu dekorieren, die damals im Rahmen der Studentenvereini-

gung erfolgten und inzwischen sechs Jahre zurückliegen. Die vom Be-

schwerdeführer dagegen gehaltene Argumentation, er sei infolge seiner 

damaligen Festnahmen sicher registriert worden, und auch die Beschlag-

nahmung seines Passes spreche für eine Gefährdung, vermag nicht zu 

einer anderen Einschätzung zu führen. Eigenen Angaben zufolge liegt 

kein gegen ihn gerichtetes Gerichtsverfahren vor, vielmehr gab er einen 

Freilassungsbefehl des High Court of Sri Lanka zu den Akten. Das Inte-

resse der srilankischen Behörden am Beschwerdeführer dürfte aufgrund 

der vorgenannten Faktoren gering sein, so dass er mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit weder der Risikogruppe der Oppositionellen noch ei-

ner anderen Risikogruppe angehört. Als abgewiesener nach Sri Lanka 

zurückkehrender Asylsuchender wäre er in seiner Heimat nur einem er-

höhten Risiko ausgesetzt, wenn er in der Schweiz Kontakte zu hochran-

gigen LTTE-Mitgliedern gehabt hätte, oder wenn er über beträchtliche fi-

nanzielle Mittel verfügen würde. Beides ist vorliegend nicht gegeben. 

Zwar macht der Beschwerdeführer geltend, sein Vater unterstütze die 

LTTE finanziell und sein Bruder engagiere sich in der Schweiz exilpoli-

tisch, doch daraus vermag der Beschwerdeführer keine asylrelevante 

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Seite 10 

Verfolgung abzuleiten. Beide Aktivitäten der Familienmitglieder sind nicht 

einer Verbindung zu hochrangigen LTTE-Kadern gleichzusetzen, um eine 

aus diesem Grund ausgehende Verfolgungsgefahr annehmen zu müs-

sen. Ferner gehen aus den Akten keine Hinweise hervor, der Beschwer-

deführer würde über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen, weshalb ihm 

auch deswegen keine Verfolgungsgefahr droht. Anderweitige Gründe 

macht er keine geltend.  

Die auf Beschwerdeebene eingereichte Bestätigung des Priesters E. A. 

aus E._______ ändert nichts an dieser Einschätzung. Zudem weicht der 

Inhalt des als Parteischreiben zu qualifizierenden Schreibens teilweise 

von den eigenen Aussagen des Beschwerdeführers ab (Freilassung mit 

Hilfe des Priesters statt durch die Grossmutter vgl. A8 F 14). 

5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Asylvorbringen (Fest-

nahme und Schläge, Freilassung unter Auflage einer täglichen Melde-

pflicht und allfällige Beschlagnahmung des Passes) den Anforderungen 

an Art. 3 AsylG (insbesondere hinsichtlich der Intensität der Verfolgungs-

vorbringen) nicht zu genügen vermögen, um zum heutigen Zeitpunkt an-

nehmen zu müssen, der Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka einer asylrelevanten Gefährdung ausgesetzt sein. Das 

BFM hat demnach zu Recht dessen Flüchtlingseigenschaft verneint und 

das Asylgesuch abgelehnt.  

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

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Seite 11 

16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, 

SR 142.20]). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 

1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar-

auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 

Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von 

Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

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Seite 12 

schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse 

Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemei-

ne Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug 

zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Die 

vom Beschwerdeführer in der Rechtsmittelschrift erwähnten Berichte (US 

Departement of State; Country Report on Human Rights Practises 2010, 

8. april 2011 oder Amnesty International Report 2010) lagen der vom 

Bundesverwaltungsgericht vorgenommenen Lageanalyse bereits zugrun-

de (vgl. BVGE 2011/24 E. 6.2), weshalb diese keine bisher nicht bekann-

ten Entwicklungen hervorbringen, die zu einer anderen Einschätzung zu 

führen vermögen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung 

sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig, und hat er – entgegen seiner Argumentation – in Sri Lanka kei-

ne gegen Art. 3 EMRK und Art. 3 FoK verstossende Behandlung zu be-

fürchten.  

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.4.1 Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, die Bewe-

gungsfreiheit sei praktisch im ganzen Land gewährleistet. In der Ostpro-

vinz sei der bewaffnete Konflikt bereits 2007 zu Ende gegangen und die 

Lebensumstände hätten sich seither kontinuierlich verbessert. Im Norden 

seien die Lebensbedingungen sehr unterschiedlich. In den Gebieten, die 

bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stünden, zum Beispiel 

auf der Halbinsel von Jaffna oder in den südlichen Teilen der Distrikte Va-

vuniya und Mannar herrsche weitgehend ein normales Arbeitsleben. Im 

ehemals von der LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet hingegen seien die Le-

bensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen.  

E-5691/2011 

Seite 13 

Eine Wegweisung des Beschwerdeführers sei zumutbar, da er aus dem 

Distrikt Jaffna stamme, über eine gute Schulbildung verfüge und von Ge-

burt bis im September 2008 bei seiner Grossmutter väterlicherseits in 

B._______ (Bezirk Jaffna) gewohnt habe. Zwischen September 2008 und 

Mai 2009 habe er sodann bei einer entfernten Tante väterlicherseits und 

deren Verwandten in C._______ und D._______ (Ortschaften bei Point 

Pedro, Jaffna Distrikt) gelebt. Er könne somit auf eine gesicherte Wohnsi-

tuation in der Herkunftsregion zurückgreifen. An dieser Einschätzung än-

dere auch nichts, dass die Eltern und ein Bruder über eine Aufenthalts-

bewilligung in der Schweiz verfügen würden. 

7.4.2 Diesen Ausführungen hielt der Beschwerdeführer entgegen, seine 

78-jährige Grossmutter sei im Jahre 2009 gestorben. Die anderen Famili-

enmitglieder (Vater, Mutter und Geschwister) seien emigriert. Somit habe 

er die einzige in Sri Lanka lebende Bezugsperson verloren. Zudem weise 

er lediglich einen schlechten höheren Schulabschluss auf, der ihn zum 

Studium nicht berechtige. Er habe in seinem Heimatland weder eine Be-

rufsausbildung absolviert noch habe er sich dort Berufserfahrung aneig-

nen können. Der Besitz der Familie dürfte mittlerweile in andere Hände 

übergegangen sein, womit er keine Unterkunft mehr aufweise. Er habe 

sowohl aus sozialer wie aus wirtschaftlicher Sicht schlechte Ausgangsbe-

dingungen, um in Sri Lanka wieder Fuss fassen zu können. Da seine 

Kernfamilie in der Schweiz lebe und bestens integriert sei, dränge sich 

vielmehr auf, dass er in der Schweiz vorläufig aufgenommen werde.  

7.4.3 Wie die Vorinstanz zu Recht in ihrer angefochtenen Verfügung aus-

führte, hat sich die Situation in den seit längerer Zeit unter Regierungs-

kontrolle stehenden Gebieten (Halbinsel Jaffna und südliche Teile der 

Distrikte Vavuniya und Mannar) entspannt und der Alltag scheint wieder 

eingekehrt zu sein. Diese Einschätzung wird gemäss aktualisierter Lage-

analyse auch vom Bundesverwaltungsgericht geteilt (BVGE 2011/24 E. 

13.2.1 f). In diesen Gebieten herrscht unter Ausschluss des sogenannten 

"Vanni-Gebietes" (vgl. hierzu BVGE a.a.O. E. 13.2.2) keine Situation all-

gemeiner Gewalt und die dortige politische Lage ist nicht dermassen an-

gespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft 

werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Be-

reich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvoll-

zug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der in-

dividuellen Zumutbarkeitskriterien auf. Daneben ist dem zeitlichen Ele-

ment gebührend Rechnung zu tragen. Liegt der letzte Aufenthalt der 

betreffenden Person in der Nordprovinz längere Zeit – d.h. vor Beendi-

E-5691/2011 

Seite 14 

gung des Bürgerkrieges im Mai 2009 – zurück, oder gehen konkrete Um-

stände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände 

seit der Ausreise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell 

vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig zu prüfen. In die-

sem Zusammenhang massgeblich sind namentlich die Existenz eines 

tragfähigen Beziehungsnetzes und konkrete Möglichkeiten der Sicherung 

des Existenzminimums und der Wohnsituation (vgl. BVGE a.a.O 

E.13.2.1).  

7.4.4 Die persönliche Situation des Beschwerdeführers zeigt, dass er 

kurz vor Ende des Bürgerkriegs aus der Heimatregion (Distrikt Jaffna) 

ausgereist ist, mithin bis zu seinem 22. Lebensjahr dort gelebt hat. Zwar 

ist seinen Angaben zufolge die Grossmutter väterlicherseits, bei der er bis 

zu seinem 21. Lebensjahr gewohnt hat nach seiner Ausreise im Jahre 

2009 gestorben, womit er bei einer Rückkehr nicht wieder die bisherige 

Situation vorfinden wird. Eine Veränderung in Bezug auf die Wohnsituati-

on alleine vermag indessen noch nicht zu einer Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs zu führen. Der Beschwerdeführer verfügt nach wie 

vor über ein verwandtschaftliches (vgl. A8 F 18 – F 21) und vermutungs-

weise ein ausserfamiliäres Beziehungsnetz, welches ihm bei einer Rück-

kehr – zumindest zu Beginn der Wiedereingliederung – behilflich sein 

dürfte, zumal er bereits vor seiner Ausreise bei seiner Tante und deren 

Verwandten im Distrikt Jaffna gewohnt hat. Wie von der Vorinstanz zu 

Recht ausgeführt verfügt er über eine solide Schulbildung. Dass er mit 

seinem Schulabschluss nicht zum Studium zugelassen wird, bedeutet 

nicht, dass er in Sri Lanka nicht befähigt sein würde, sich eine Existenz-

grundlage aufbauen zu können. Der Beschwerdeführer ist gebildet, jung 

und gesund, verfügt über ein tragfähiges Beziehungsnetz, weshalb ihm 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Wiedereingliederung in die 

srilankische Gesellschaft in absehbarer Zeit gelingen wird. Ferner ist zu 

erwähnen, dass seine Schwester (…) mit am 24. November 2011 in 

Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 9. November 2011 aus der 

Schweiz weggewiesen wurde und die Beschwerde seines Bruders (…) 

vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 5. Dezember 2012 eben-

falls abgewiesen wurde. Der Beschwerdeführer wird somit weitere Fami-

lienmitglieder in seiner Heimat vorfinden. Die von ihm vorgebrachte gute 

Integration in der Schweiz und der Verbleib bei seinen hiesigen Familien-

angehörigen kann vorliegend nicht gehört werden. Integrationsbemühun-

gen werden gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG durch die kantonalen Be-

hörden im Rahmen eines Gesuchs um Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-

gung geprüft und finden beim vorliegenden Beschwerdeverfahren keinen 

E-5691/2011 

Seite 15 

Eingang in den Entscheid. Was die Familieneinheit betrifft, kann sich der 

Beschwerdeführer infolge seiner Volljährigkeit nicht darauf berufen.  

7.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar.  

7.6 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über eine sri-lankische 

Identitätskarte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 

fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1 – 4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer-

de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser bezahlte 

am 26. Oktober 2011 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-. 

Die Verfahrenskosten in derselben Höhe werden deshalb mit dem bereits 

bezahlten Kostenvorschuss verrechnet. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5691/2011 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag wird mit dem bereits bezahlten Kostenvorschuss in 

derselben Höhe verrechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Stella Boleki 

 

 

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