# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7961c76-b4a5-5419-8ebb-cb1c094a5b4c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.09.2023 D-2063/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2063-2020_2023-09-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2063/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter William Waeber,  

Richterin Susanne Bolz-Reimann, 

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Vanessa Koenig,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 16. März 2020 / N (…). 

 

 

 

D-2063/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 30. Oktober 2017 in der Schweiz um 

Asyl nach. Im damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

B._______ wurde er am 9. November 2017 zu seinen Personalien und zu 

seinem Reiseweg sowie summarisch zu seinen Fluchtgründen befragt (Be-

fragung zur Person [BzP]). Am 28. Februar 2020 wurde er durch einen Mit-

arbeiter des SEM vertieft angehört.  

 

A.b Anlässlich der BzP und der Anhörung führte er im Wesentlichen aus, 

er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie mit letztem offi-

ziellem Wohnsitz in C._______ (Distrikt D._______, Nordprovinz) und habe 

nach seinem Schulabschluss beziehungsweise im Alter von 20 Jahren 

während eines Jahres bei Verwandten väterlicherseits in E._______ gelebt 

und – wieder zurück in Sri Lanka – als (…) gearbeitet. Sein Vater sei Mit-

glied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen, doch wisse er 

kaum etwas über dessen Tätigkeiten. Im Juni 2016 seien Militärangehörige 

beziehungsweise Angehörige der Sicherheitskräfte zu seinem Elternhaus 

gekommen und hätten seiner Mutter ausgerichtet, ihr Mann müsse sich im 

(…) in D._______ melden. Da sein Vater dieser Aufforderung nicht nach-

gekommen sei, seien am 31. August 2016 erneut Sicherheitskräfte gekom-

men und hätten seine Mutter über ihren Ehemann befragt. Während dieser 

Zeit habe ihm sein Vater bei einem Treffen an einer Busstation aufgetra-

gen, bei der Mutter zu bleiben; seither wisse er nichts mehr über dessen 

Verbleib. 

 

Am 20. Februar 2017 beziehungsweise am 26. Februar 2017 hätten 

nachts fünf Sicherheitskräfte die Tür seines Elternhauses eingeschlagen 

und von seiner Mutter den Aufenthaltsort ihres Mannes erfahren wollen. Er 

selber sei gefesselt und in einem Fahrzeug zu einem unbewohnten Haus 

gefahren worden, wo er weiter geschlagen und zu seinem Vater befragt 

worden sei. Dabei habe er erfahren, dass sein Vater ein wichtiges LTTE-

Mitglied gewesen sei und Personen sowie Waffen geschmuggelt habe. Ob-

wohl er versichert habe, davon keine Kenntnisse gehabt zu haben, sei er 

weiter geschlagen sowie an den Genitalien gezogen worden. Nach einem 

Schlag auf den Kopf habe er das Bewusstsein verloren. Als er wieder zu 

sich gekommen sei, habe er sich allein im Zimmer befunden beziehungs-

weise ein Soldat habe sich ebenfalls darin aufgehalten. Er habe den Sol-

daten dann um Wasser gebeten, woraufhin dieser das Zimmer verlassen 

und er aus einem Fenster habe fliehen können. Nachdem er durch einen 

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Seite 3 

Wald gelaufen sei, habe er in F._______ (Distrikt G._______, Nordprovinz) 

einen Bus bestiegen und sei via H._______ (Distrikt H._______, Nordpro-

vinz) nach I._______ (vermutlich: J._______, Distrikt J._______, Ostpro-

vinz) gefahren. Dort habe er während einiger Monate bei einer Tante ge-

wohnt und die durch die Übergriffe der Sicherheitskräfte erlittenen Verlet-

zungen medizinisch behandeln lassen. Später habe er sich nach 

K._______ begeben, wo er sich drei Monate lang aufgehalten haben, wäh-

rend seine Mutter mit der Unterstützung eines Priesters einen Schlepper 

gesucht und seine Ausreise organisiert habe. Seine Mutter und sein jünge-

rer Bruder lebten nach wie vor in K._______. Der Aufenthaltsort des zwei-

ten Bruders sei ihm nicht bekannt. 

 

Am 23. Oktober 2017 habe er Sri Lanka auf dem Luftweg verlassen und 

sei von K._______ aus via E._______, L._______ und M._______ in ein 

ihm nicht namentlich bekanntes europäisches Land geflogen und schliess-

lich am 28. Oktober 2017 mit dem Zug unter Umgehung der Grenzkontrol-

len in die Schweiz eingereist. Während er mit seinem eigenen Pass nach 

E._______ gelangt sei, habe er von dort aus die Reise mit einem ihm nicht 

zustehenden (…) Pass fortgesetzt. 

 

A.c Im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschwerde-

führer seine Identitätskarte, eine beglaubigte Kopie seines Geburtsregis-

terauszugs, einen sri-lankischen Zeitungsbericht, drei Fotos, einen ärztli-

chen Bericht des (…) vom 21. Februar 2020 sowie eine Kopie einer Ein-

stellungsverfügung der (…) vom 29. August 2019 zu den Akten. Seinen sri-

lankischen Reisepass habe er in E._______ einer Schlepperin aushändi-

gen müssen, welche das Dokument vor seinen Augen zerrissen habe. 

 

B.  

Mit Verfügung vom 16. März 2020 – eröffnet am 19. März 2020 – stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

C.  

Mit Eingaben vom 16. April 2020 (Anträge) und vom 23. April 2019 (recte 

23. April 2020; Beschwerdebegründung) erhob der Beschwerdeführer ge-

gen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und be-

antragte – unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung – die Zuerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des Asyls, eventuali-

ter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzulässigkeit oder 

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Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, subeventualiter die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses. 

Zur Untermauerung der Anträge – auf deren Begründung, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen 

wird – reichte der Beschwerdeführer ein am 18. Dezember 2016 erstelltes 

Themenpapier der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) mit dem Titel 

"Sri Lanka: Situation im Vanni-Gebiet" ein.  

 

D.  

D.a Die Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts hielt mit Zwi-

schenverfügung vom 11. Mai 2020 fest, der Beschwerdeführer dürfe den 

Abschluss des Verfahrens gestützt auf Art. 42 AsylG (SR 142.31) in der 

Schweiz abwarten. Sodann wies sie die Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses mit der Begründung der nicht ausgewiesenen Bedürftigkeit 

ab und forderte den Beschwerdeführer – unter Androhung des Nichteintre-

tens im Unterlassungsfall – auf, bis zum 26. Mai 2020 einen Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 750.– zugunsten der Gerichtskasse zu über-

weisen. 

 

D.b Der Beschwerdeführer ersuchte mit Eingabe vom 26. Mai 2020 erneut 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses, eventualiter um Erstreckung der 

Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses, und gab gleichzeitig eine Mu-

tationsmeldung des (…) vom 13. Mai 2020 zu den Akten. 

 

E.  

E.a Die Instruktionsrichterin erachtete die eingereichte Mutationsmeldung 

des (…) als Beleg für die Fürsorgeabhängigkeit des Beschwerdeführers 

und verzichtete mit Verfügung vom 29. Mai 2020 auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses, verschob indes den Entscheid über die Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung auf einen späteren Zeitpunkt. Gleich-

zeitig übermittelte sie die Akten an das SEM und lud dieses zur Einreichung 

einer Vernehmlassung ein. 

 

E.b Mit Vernehmlassung vom 9. Juni 2020 beantragte das SEM sinnge-

mäss die Abweisung der Beschwerde. 

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Seite 5 

 

E.c Das Bundesverwaltungsgericht liess dem Beschwerdeführer am 

12. Juni 2020 das Doppel der Vernehmlassung zukommen und gab ihm 

Gelegenheit, eine Replik sowie entsprechende Beweismittel einzureichen. 

 

E.d Der Beschwerdeführer äusserte sich am 29. Juni 2020 zu den Ausfüh-

rungen in der Vernehmlassung und stellte die Einreichung eines Berichts 

des ihn behandelnden Psychiaters in Aussicht. Am 8. Juli 2020 ging beim 

Bundesverwaltungsgericht ein am 1. Juli 2020 erstellter ärztlicher Verlaufs-

bericht des (…) ein. 

 

F.  

F.a Am 17. November 2021 informierte die rubrizierte Rechtsvertreterin 

das Bundesverwaltungsgericht über ihre Mandatierung durch den Be-

schwerdeführer und ersuchte um Einsetzung als amtliche Rechtbeiständin 

für das vorliegende Beschwerdeverfahren. Gleichzeitig gab sie einen wei-

teren, am 16. Juli 2021 erstellten Bericht des (…) zu den Akten und stellte 

die Einreichung eines Berichts des (…) in Aussicht. 

 

F.b Der in Aussicht gestellte Bericht der (…) (nachfolgend als […] bezeich-

net) vom 11. März 2022 ging am 12. April 2022 beim Bundesverwaltungs-

gericht ein. 

 

F.c Am 17. August 2022 wurden zwei Austrittsberichte des (…) vom 9. Au-

gust 2022 und des (…) vom 22. Juli 2022 sowie vier weitere ärztliche Be-

richte betreffend Aufnahmen beziehungsweise Aufenthalte im (…) ([…] und 

[…]) in den Jahren 2018 und 2019 eingereicht. 

 

G.  

G.a Die Instruktionsrichterin setzte dem SEM am 7. September 2022 Frist 

zur Einreichung einer zweiten Vernehmlassung (Duplik) an und lud dieses 

ein, sich zu sämtlichen Aspekten der geltend gemachten gesundheitlichen 

Probleme (allfälliger Einfluss auf die Würdigung der Aussagen wie auch auf 

die Beurteilung von Vollzugshindernissen) zu äussern. 

 

G.b Das SEM beantragte am 6. Oktober 2022 erneut die Abweisung der 

Beschwerde, wobei es sich einlässlich zu den geltend gemachten gesund-

heitlichen Problemen des Beschwerdeführers und den Behandlungsmög-

lichkeiten in Sri Lanka äusserte. 

 

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Seite 6 

G.c Der Beschwerdeführer nahm durch seine Rechtsvertreterin innert ver-

längerter Frist am 7. November 2022 zu den Ausführungen in der Duplik 

Stellung (Triplik) und reichte gleichzeitig einen weiteren Bericht bezie-

hungsweise einen ausgefüllten Fragebogen des (…) vom 1. November 

2022 sowie einen auf den 22. September 2022 datierten Bericht der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) zur Lage der psychiatrischen Ver-

sorgung in Sri Lanka zu den Akten. 

 

H.  

Mit Schreiben vom 21. September 2023 erkundigte sich der Beschwerde-

führer durch seine Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht nach 

dem Stand seines Verfahrens. 

 

 
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015).  

 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VwVG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden 

(aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der  

Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung beson-

ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-

ziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 

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legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz gelangte in ihrer angefochtenen Verfügung zum 

Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten weder den 

Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjeni-

gen an die Asylrelevanz im Sinne von Art. 3 AsylG zu genügen. 

 

3.1.1 An den Vorbringen des Beschwerdeführers, wegen der früheren 

LTTE-Mitgliedschaft seines Vaters im Februar 2017 von Sicherheitskräften 

mitgenommen, verhört und geschlagen worden zu sein und deshalb bei 

einer Rückkehr weitere staatliche Repressionsmassnahmen zu befürch-

ten, seien Zweifel anzubringen. So wecke es erhebliches Erstaunen, dass 

der Beschwerdeführer von der Mitgliedschaft und den Tätigkeiten seines 

Vaters keinerlei Kenntnisse gehabt haben wolle, zumal die LTTE während 

des Bürgerkriegs in der tamilischen Bevölkerung Unterstützung genossen 

habe und die Tätigkeiten mehrheitlich nicht im Geheimen stattgefunden 

hätten. Es sei deshalb schwer vorstellbar, dass sein Vater seit 1991 im vor-

gebrachten Ausmass engagiert gewesen sein solle, der Beschwerdeführer 

davon aber nichts mitbekommen habe. Darauf angesprochen, habe der 

Beschwerdeführer angegeben, er habe in einem von der sri-lankischen Ar-

mee kontrollierten Gebiet gelebt und sich nicht frei bewegen können. Diese 

Erklärung sei jedoch nicht überzeugend und teilweise gar tatsachenwidrig, 

habe die LTTE doch phasenweise die ganze Nordprovinz kontrolliert und 

autonom einen De-facto-Staat geführt. 

Die Vorbehalte würden durch die weiteren Schilderungen des Beschwer-

deführers erhärtet. So sei nicht nachvollziehbar, weshalb sein Vater aus-

gerechnet im Juni 2016 in der vorgebrachten Weise hätte gesucht worden 

sein sollen, zumal der Bürgerkrieg zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehre-

ren Jahren beendet gewesen sei und der Beschwerdeführer sich in diesem 

Zusammenhang auch widersprüchlich geäussert habe. So habe er anläss-

lich der BzP gesagt, jemand habe seinen Vater an das Militär verraten, 

während er dann in der Bundesanhörung zu Protokoll gegeben habe, er 

wisse nicht, weshalb sein Vater sieben Jahre nach Ende des Bürgerkriegs 

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plötzlich gesucht worden sei; die Sicherheitskräfte hätten ihm gesagt, sein 

Vater habe LTTE-Mitglieder auf dem Seeweg transportiert, was aber eine 

blosse Vermutung sei.  

 

Des Weiteren sei auch die Darstellung der Ereignisse im Februar 2017 we-

nig plausibel. Vor dem von ihm geltend gemachten Hintergrund (keine 

Kenntnisse der Aktivitäten des Vaters, wenig Kontakt zu ihm, persönlich 

nicht vorbelastet) sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer un-

ter den vorgebrachten Umständen mitten in der Nacht in seinem Haus fest- 

und mitgenommen worden wäre. Sodann erschienen sowohl der Zeitpunkt 

von fünf Monaten nach der letzten Vorladung an den Vater als auch die 

Personenauswahl (der Beschwerdeführer und nicht seine Mutter) fragwür-

dig, zumal nichts am Profil des Beschwerdeführers und an seinen Aussa-

gen darauf hindeute, dass die Sicherheitskräfte ihn als Träger von relevan-

ten Informationen betrachtet hätten. Die Tatsache, dass sich der Beschwer-

deführer zum Datum und zum Zeitpunkt der Festnahme widersprüchlich 

geäussert habe, trage weiter zu den Vorbehalten bei. 

 

Ferner weise auch die Schilderung der Befragung im unbewohnten Haus 

nicht die Qualität auf, welche von einer Person, die das Ereignis unter den 

geltend gemachten Umständen tatsächlich erlebt habe, hätte erwartet wer-

den können. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien in erster Linie 

eine blosse Wiedergabe von Handlungsabläufen und wiesen wenig Real-

kennzeichen sowie praktisch keine subjektiven Empfindungen auf. Obwohl 

wiederholt zu ausführlichen Beschreibungen aufgefordert, sei der Be-

schwerdeführer ausserstande gewesen, einen persönlichen Eindruck des 

Erlebten zu vermitteln, wobei die widersprüchliche Darstellung des ent-

scheidenden Vorgangs (die angebliche Flucht aus dem Fenster) ebenfalls 

bezeichnend sei. Die Vermutung, dass der Beschwerdeführer seine Hei-

mat aus anderen Gründen und unter anderen Umständen verlassen habe 

als von ihm angegeben, werde dadurch erhärtet, dass zwischen der an-

geblichen Flucht im Februar 2017 und der Ausreise im Oktober 2017 acht 

Monate vergangen seien, ohne dass es in dieser Zeit zu weiteren Vorfällen 

gekommen wäre; insbesondere habe der Beschwerdeführer zu keinem 

Zeitpunkt geltend gemacht, dass seine Familie in C._______ nochmals von 

den Sicherheitskräften kontaktiert oder dass gar nach ihm gefragt worden 

wäre. 

 

3.1.2 Auch eine Prüfung anhand der durch die Rechtsprechung des Bun-

desverwaltungsgerichts definierten Risikofaktoren (Referenzurteil 

E-1886/2015 E. 8, 9.1) lasse nicht auf eine begründete Furcht vor 

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asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen im Falle einer Rückkehr nach Sri 

Lanka schliessen. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, 

vor seiner Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt 

gewesen zu sein. Vielmehr sei er bis Oktober 2017 in Sri Lanka wohnhaft 

gewesen, habe also nach Kriegsende noch über acht Jahre in seinem Hei-

matstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofak-

toren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen 

Behörden auslösen können. Es sei daher nicht ersichtlich, weshalb er bei 

seiner Rückkehr nach Sri Lanka in den Fokus der Behörden geraten und 

in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Die Befragung am Flugha-

fen nach einer Rückkehr sowie das allfällige Eröffnen eines Strafverfahrens 

wegen illegaler Ausreise würden keine flüchtlingsrechtlich relevanten Mas-

snahmen darstellen. Auch die Kontrollmassnahmen am Herkunftsort näh-

men grundsätzlich kein flüchtlingsrechtlich relevantes Ausmass an.  

Desgleichen vermöge die Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 

zu keiner anderen Einschätzung zu führen. Voraussetzung der Annahme 

einer Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschaftswahl sei ein persön-

licher Bezug der asylsuchenden Person zu diesem Ereignis beziehungs-

weise dessen Folgen. Der Beschwerdeführer habe weder die Präsident-

schaftswahl beziehungsweise deren Folgen als Gefährdungselement vor-

gebracht, noch seien den Akten Hinweise auf eine Verschärfung seiner 

persönlichen Situation aufgrund dieses Ereignisses zu entnehmen. 

3.2 In der Beschwerdebegründung (vgl. S. 4 ff.) wird – unter Wiederholung 

des in der BzP und anlässlich der Befragung vorgebrachten Sachverhalts 

sowie insbesondere der Erwägungen der Vorinstanz, und mit Hinweisen 

auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in Bezug auf sri-

lankische Asylsuchende – gerügt, das SEM habe völlig ausser Acht gelas-

sen, dass die Beschreibung der erlittenen Folter und der Flucht sehr wohl 

diverse Realkennzeichen aufweise. So habe der Beschwerdeführer etwa 

von sich aus angegeben, dass von den fünf Männern, die zu seinem Haus 

gekommen seien, nur einer Tamilisch gesprochen habe. Auch habe er die 

Misshandlungen je nach ihrer Art unterschiedlich detailliert beschrieben; 

die – im Gegensatz etwa zur Schilderung der Fusstritte ins Gesicht oder 

der Schläge mit einer Eisenstange (…) – zurückhaltende und zunächst nur 

abstrakte Beschreibung sexueller Misshandlungen spreche dafür, dass er 

das Erzählte auch tatsächlich erlebt habe. Was die unterschiedliche Nen-

nung des Datums der Festnahme betreffe, so könnten solche Unstimmig-

keiten beim natürlichen Erzählen – und insbesondere in der erhöhten 

Stresssituation einer Befragung – durchaus auftreten. Die Vorinstanz habe 

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indes nicht nur blosse Spekulationen über die Nachvollziehbarkeit der ge-

schilderten Ereignisse angestellt, sondern auch vermeintliche Widersprü-

che aufgelistet, die aber entweder hätten aufgelöst werden können oder 

für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit gar nicht beachtlich seien. Die be-

schriebene Verhaftung und Folter wegen der LTTE-Tätigkeit seines Vaters 

genüge für sich bereits für die Annahme begründeter Furcht vor weiterer 

Verfolgung. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer sehr wohl ein er-

höhtes Risikoprofil im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung auf-

weise, wobei das SEM es jedoch völlig unterlassen habe, auf die vom Bun-

desverwaltungsgericht genannten Risikofaktoren einzugehen und zu prü-

fen, ob solche beim Beschwerdeführer vorliegen würden oder nicht (vgl. 

insbesondere Beschwerdebegründung S. 7 und 12).  

3.3 In seiner Vernehmlassung führt das SEM aus, in der angefochtenen 

Verfügung sei nie die Auffassung vertreten worden, die sri-lankischen Beör-

den hätten kein Interesse mehr an der Aufspürung ehemaliger LTTE-Mit-

glieder; die in der Beschwerdeschrift zitierten Berichte seien bekannt. Dem 

Beschwerdeführer sei es allerdings nicht gelungen, in seinem individuellen 

Fall glaubhaft zu machen, dass er beziehungsweise sein Vater von diesen 

Massnahmen betroffen gewesen sei. Sodann sei nach wie vor nicht erstellt, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr mit asylrechtlich relevanten 

Verfolgungsmassnahmen zu rechnen hätte, weise er doch insbesondere 

kein Profil auf, das eine Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden 

wahrscheinlich erscheinen lasse. Die in der Beschwerdeschrift vorge-

brachte Furcht vor einer Verhaftung bei der Einreise sei denn auch wenig 

plausibel und die Mutmassungen betreffend Verfolgung, Vergewaltigung 

und willkürlicher Tötung schienen stark übertrieben und stellten unfundierte 

Parteibehauptungen dar. Die übrigen Ausführungen beschränkten sich auf 

die Wiedergabe der allgemeinen Lage und jüngsten politischen Entwick-

lungen in Sri Lanka, denen das SEM indes bereits in seinem angefochte-

nen Entscheid Rechnung getragen habe.  

3.4 Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik an der Glaubhaftigkeit sei-

ner Vorbringen fest und rügt, das SEM habe unter anderem verkannt, dass 

er früher bereits einmal nach E._______ habe fliehen müssen und auch 

dadurch ein höheres Risikoprofil aufweise. Was die von der Vorinstanz als 

angeblich gross befundene Zeitspanne zwischen Verfolgungshandlungen 

beziehungsweise Fluchtgrund und Ausreise betreffe, so könne die tole-

rierte Zeitspanne nicht allgemein definiert werden, sondern hänge von den 

gegebenen Umständen im Einzelfall ab. Da es ihm aufgrund der erlittenen 

Folter psychisch und physisch schlecht gegangen sei, habe er sich 

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zunächst ärztlich behandeln lassen müssen und einige Zeit gebraucht, um 

überhaupt wieder in der Lage zu sein, sich um seine Ausreise zu kümmern. 

Des Weiteren habe das SEM den von ihm geltend gemachten und mittels 

eines psychiatrischen Berichts belegten schlechten Gesundheitszustand 

bei der Prüfung seiner Glaubhaftigkeit überhaupt nicht berücksichtigt. Auch 

habe die Vorinstanz – da dies von ihm selber aufgrund seines Gesund-

heitszustandes nicht erwartet werden könne – nicht einmal abgeklärt, ob 

seine Familie nach seiner Ausreise weiterhin von den Behörden bedroht 

worden sei. 

3.5 Im Begleitschreiben zum ärztlichen Verlaufsbericht des (…) vom 1. Juli 

2020 wird erneut beanstandet, das SEM habe bei der Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers den medizinischen 

Sachverhalt nicht ausreichend berücksichtigt und damit nachweislich den 

Untersuchungsgrundsatz sowie seine Sachverhaltsabklärungspflicht ver-

letzt. 

3.6 Das SEM weist in seiner Duplik darauf hin, mit einem ärztlichen Zeug-

nis könne grundsätzlich nicht die Ursache einer geltend gemachten psy-

chischen Krankheit bewiesen werden. Aufgrund der fachärztlichen Fest-

stellung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) dürfte praxis-

gemäss einzig glaubhaft gemacht sein, dass der Beschwerdeführer ein 

traumatisierendes Ereignis erlebt habe. Die Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

von Vorbringen Asylsuchender in einem Asylverfahren sei hingegen eine 

Rechtsfrage, deren Beantwortung – wie die Beweiswürdigung – Aufgabe 

der Asylbehörden und nicht der Ärzte sei. Vorliegend ergebe sich gestützt 

auf diese Glaubhaftigkeitsprüfung und Beweiswürdigung nach wie vor der 

Schluss, dass auch mit der nachträglichen Abgabe der ärztlichen Berichte 

keine asylrechtlich relevante Verfolgung in Sri Lanka glaubhaft gemacht 

werden könne.  

3.7 Dagegen wird in der Triplik (vgl. S. 2 f.) eingewendet, das SEM ver-

kenne, dass die Feststellung des medizinischen Sachverhaltes und die Di-

agnostik ausschliesslich Sache der Ärzte sei, und habe – unabhängig von 

deren Ursache – die Diagnose des (…) nicht genügend beziehungsweise 

falsch gewürdigt. Sodann habe es versäumt, eine differenzierte Auseinan-

dersetzung mit der klaren Diagnose einer (…), von (…) sowie von einer 

(…) in Bezug auf die Aussagen des Beschwerdeführers vorzunehmen und 

zu prüfen, wie sich der medizinische Umstand dieser Diagnosen auf das 

Aussageverhalten des Beschwerdeführers ausgewirkt hätten. 

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Seite 12 

4.  

4.1 Bei den Vorwürfen, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sach-

verhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt und sich nicht mit sämtlichen 

Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und damit seinen 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, sodann habe das SEM den medi-

zinischen Sachverhalt nicht ausreichend berücksichtigt und damit nach-

weislich den ihm obliegenden Untersuchungsgrundsatz sowie seine Sach-

verhaltsabklärungspflicht verletzt, handelt es sich um formelle Rügen, wel-

che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa-

tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

 

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; 

BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der 

Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. 

BGE 143 III 65 E. 5.2). 

 

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen 

Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-

haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-

verhalt zugrunde gelegt wird oder wenn die Vorinstanz nicht alle entscheid-

wesentlichen Gesichtspunkte des Sachverhalts prüfte – etwa weil sie die 

Rechtserheblichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneinte oder Beweise 

falsch gewürdigt wurden; unvollständig ist sie, wenn nicht über alle für den 

Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände Beweis erhoben wurde (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1043).  

4.3 Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung hat die 

Vorinstanz dem Beschwerdeführer anlässlich der BzP und der Anhörung 

ausreichend Gelegenheit zur Darlegung seiner Fluchtgründe gegeben und 

ihm auch vertiefende Fragen gestellt. Aus der angefochtenen Verfügung 

geht auch hervor, dass sich das SEM mit den wesentlichen Vorbringen und 

den eingereichten Beweismitteln auseinandergesetzt, die aktuelle Lage in 

Sri Lanka berücksichtigt und insbesondere auch den bereits damals 

D-2063/2020 

Seite 13 

bekannten psychischen Problemen Beachtung geschenkt hat (vgl. die ent-

sprechenden Rügen im Begleitschreiben zum ärztlichen Verlaufsbericht 

des (…) vom 1. Juli 2020). Des Weiteren ist es auch – entgegen der in der 

Beschwerdebegründung (vgl. insbesondere S. 7 und 12) vertretenen Auf-

fassung – auf die vom Bundesverwaltungsgericht genannten Risikofakto-

ren eingegangen und hat, unter Berücksichtigung der als unglaubhaft er-

achteten Vorverfolgung, geprüft, ob solche beim Beschwerdeführer vorlie-

gen oder nicht. Allein der Umstand, dass die Vorinstanz die Vorbringen des 

Beschwerdeführers und dessen Gesundheitszustand nicht so beurteilt und 

berücksichtigt wie von ihm gewünscht, lässt weder auf eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs noch auf eine unrichtige oder unvollständige Sachver-

haltsfeststellung schliessen. Vielmehr handelt es sich dabei um eine mate-

rielle Frage, welche nachfolgend zu prüfen ist. 

4.4 Die formellen Rügen erweisen sich demzufolge als unbegründet, wes-

halb keine Veranlassung besteht, die angefochtene Verfügung aus formel-

len Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 

D-2063/2020 

Seite 14 

 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach eingehender Prüfung der 

Akten und insbesondere auch unter Berücksichtigung der vorstehenden 

Einwendungen zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers im Ergebnis zu Recht abgelehnt hat. 

6.2  

6.2.1 Der Beschwerdeführer gab in der BzP – auf allfällige gesundheitliche 

Beeinträchtigungen angesprochen – an, wegen erlittener Folterungen 

Schmerzen im (…) zu haben; im Februar 2017 sei ihm in I._______ ein (…) 

worden; psychische Probleme brachte er in dieser Befragung keine vor 

(vgl. SEM-Akte A7 Ziff. 8.02). In der Anhörung machte er dann geltend, Me-

dikamente ("Sequase" und "Mirtazepin") gegen Depressionen und Schlaf-

störungen einzunehmen; zudem habe er als Kind unter (…) gelitten. So-

dann erklärte er, der (…) sei eine Folge eines Angriffs mit einer Eisen-

stange, und machte geltend, Narben am Hinterkopf zu haben und wegen 

(…) in Physiotherapie zu sein. Auch habe er Probleme mit dem Gedächtnis 

und bei der Vorstellung, nach Sri Lanka zurück zu müssen, manchmal Su-

izidgedanken (vgl. A21 Antworten zu F2, F15, F28, F71, F81, F89). Der in 

der Anhörung anwesende Hilfswerkvertreter bemerkte – unter Hinweis auf 

den ärztlichen Bericht des (…) vom 21. Februar 2020 –, es sei nicht aus-

zuschliessen, dass sich die psychischen Probleme des Beschwerdeführers 

auf die Sachverhaltsabklärung in der Anhörung sowie der BzP ausgewirkt 

hätten.  

6.2.2 Die von Fachpersonen diagnostizierten Krankheiten, insbesondere 

die psychischen Probleme, werden auch vom Bundesverwaltungsgericht 

nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Wie das SEM in seiner Duplik (vgl. 

S. 2) jedoch zutreffend bemerkt, muss nicht jedes ärztlich festgestellte Er-

scheinungsbild einer seelischen Traumatisierung auf Folter und damit ver-

bunden auf eine im Herkunftsstaat erlittene menschenrechtswidrige Be-

handlung in einem Verfolgungskontext beruhen; vielmehr kann es für das 

Vorliegen entsprechender Symptome auch diverse andere Ursachen wie 

Unfälle, Naturkatastrophen, Entwurzelungsprozesse oder innerfamiliäre 

Spannungen (beispielsweise schwere Erkrankungen oder der Tod von Fa-

milienmitgliedern) geben. Vorliegend ist darauf hinzuweisen, dass der Be-

schwerdeführer am 2. August 2018 ein erstes Mal und am 29. Januar 2019 

ein zweites Mal in tätliche Auseinandersetzungen verwickelt war und dabei 

schwere Verletzungen unter anderem am Kopf erlitt. Es ist daher nicht aus-

zuschliessen dass die beiden Vorfälle in der Schweiz (welche sich nach 

D-2063/2020 

Seite 15 

der BzP, aber vor der Anhörung ereignet hatten) Einfluss auf den psychi-

schen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gehabt haben, zumal 

in den ärztlichen Berichten des (…) vom 21. Februar 2020 und vom 16. Juli 

2021 die festgestellte PTBS und die "mittelgradige depressive Episode" 

implizit in Zusammenhang mit dem im Januar 2020 (recte wohl: Januar 

2019) erlittenen "Schädelhirntrauma mit Brillenhämatom" gesetzt werden 

und im Bericht des (…) vom 11. März 2022 festgehalten wird, der Be-

schwerdeführer habe gemäss seinen Angaben seit dem Übergriff von 2019 

psychisch starke Beschwerden entwickelt. 

Die vom Beschwerdeführer in der BzP und in der Anhörung gemachten 

Aussagen lassen jedoch in ihrer Gesamtheit betrachtet nicht darauf 

schliessen, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch auf sein 

Aussageverhalten einen derart gewichtigen Einfluss gehabt haben könn-

ten, dass sich damit ein Grossteil der festgestellten Ungereimtheiten erklä-

ren liessen. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer Fragen zu sei-

nen Personalien und allgemein zu seinen persönlichen Verhältnissen oder 

zu seinem Reiseweg sehr wohl ausführlich und stimmig beantworten 

konnte. Überdies wurden ihm die beiden in der BzP und der Anhörung er-

stellten Protokolle in seine Muttersprache rückübersetzt, woraufhin er die 

Vollständigkeit und Richtigkeit der darin enthaltenen Aussagen unterschrift-

lich bestätigte.  

6.2.3 Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass es der von der Vorin-

stanz in der angefochtenen Verfügung vorgenommenen umfangreichen 

Auflistung von Widersprüchen, Ungereimtheiten sowie von mangelnder 

Plausibilität und fehlender Erlebnisbasiertheit etwas an Übersicht fehlt und 

nicht alle aufgelisteten Punkte vollumfänglich überzeugen. Dies betrifft 

etwa die Feststellung, es sei fragwürdig, weshalb der Beschwerdeführer, 

nicht aber seine Mutter, verhaftet und mitgenommen worden sei (vgl. SEM-

Verfügung S. 4). Auch erscheint es – wie in der Beschwerdebegründung 

(vgl. S. 5) bemerkt wurde – grundsätzlich nachvollziehbar, sexuelle Miss-

handlungen aufgrund der damit verbundenen Scham zunächst zurückhal-

tender vorzubringen und erst im späteren Verlauf der Anhörung diesbezüg-

lich detailliertere Angaben zu machen. Diese Umstände vermögen jedoch 

nichts daran zu ändern, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers in ih-

rer Gesamtheit betrachtet nicht glaubhaft erscheinen. Zur Vermeidung von 

Wiederholungen kann dabei auf die einlässlichen Erwägungen in der an-

gefochtenen Verfügung und insbesondere auch in den Anmerkungen in der 

Vernehmlassung und in der Duplik sowie auf die entsprechenden Zusam-

menfassungen unter E. 3.1, 3.3 und 3.6 verwiesen werden. Dabei fallen 

D-2063/2020 

Seite 16 

die Ungereimtheiten und fehlenden Realkennzeichen bezüglich seiner 

Festnahme und insbesondere bezüglich der Flucht aus dem unbewohnten 

Haus, aber auch die nicht nachvollziehbar erscheinenden Vorbringen des 

Beschwerdeführers, er habe keine Kenntnisse über die Aktivitäten seines 

Vaters gehabt und seine Familie sei zwischen seiner – des Beschwerde-

führers – Flucht aus dem Gefängnis im Februar 2017 und seiner Ausreise 

im Oktober 2017 nie von Sicherheitskräften kontaktiert worden, besonders 

ins Gewicht. Die in diesem Zusammenhang in der Beschwerdebegrün-

dung, in der Replik und in der Triplik enthaltenen Ausführungen sind eben-

falls nicht geeignet, eine andere Beurteilung des Sachverhalts herbeizu-

führen. Insbesondere bestehen auch – entgegen der in der Beschwer-

debegründung (vgl. S. 6) vertretenen Auffassung – keine glaubhaften An-

haltspunkte für die Annahme einer Reflexverfolgung beziehungsweise ei-

ner entsprechenden Verfolgungsgefahr im Zusammenhang mit der angeb-

lichen, viele Jahre zurückliegenden LTTE-Mitgliedschaft des Vaters des 

Beschwerdeführers. Als Indiz gegen die behauptete Flucht aus dem Ge-

wahrsam der Sicherheitskräfte und deren Verfolgungsinteresse spricht 

überdies die mehrere Monate später erfolgte legale Ausreise über den 

Flughafen K._______. 

6.2.4 Schliesslich sind auch die weiteren sich bei den Akten befindenden 

Unterlagen und Beweismittel nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Verfolgungssituation zu führen. 

So stehen der sri-lankische Zeitungsbericht und das Themenpapier der 

SFH in keinem direkten, persönlichen Zusammenhang mit den Asylvorbrin-

gen des Beschwerdeführers, und die drei Fotos betreffen – wie die Einstel-

lungsverfügung der (…) – einen Streit unter Asylsuchenden in der Schweiz. 

6.3 Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer trotz fehlender Vorver-

folgung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka wegen des Bestehens eines 

Risikoprofils aus anderen Gründen ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG drohen.  

6.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-

fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Zur Beurteilung des Risi-

kos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaf-

tung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risikofaktoren identifi-

ziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Ver-

bindung zu den LTTE, ein Eintrag in der "Stop-List" und die Teilnahme an 

D-2063/2020 

Seite 17 

exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobegrün-

dende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten Um-

ständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begründe-

ten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher 

Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine ge-

wisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegrün-

dende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden 

Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden be-

strebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so 

den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten Ri-

sikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Namen 

in der am Flughafen in K._______ abrufbaren "Stop-List" vermerkt seien 

und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen 

Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder ver-

muteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri-

lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt 

hätten.  

6.3.2 Der Beschwerdeführer war nach eigenen Angaben nie Mitglied der 

LTTE. Er hat sich nach Kriegsende im Mai 2009 noch mehrere Jahre im 

Heimatland aufgehalten. Wie die Vorinstanz bereits zutreffend festgestellt 

hat, stellt eine allfällige Befragung am Flughafen zum Hintergrund des Be-

schwerdeführers keine asylrelevante Verfolgungsmassnahme dar. Mit der 

Eröffnung eines Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise ist nicht zu rech-

nen, nachdem der Beschwerdeführer legal ausgereist ist. Auch weitere 

Kontrollmassnahmen von Rückkehrenden am Herkunftsort zwecks Regist-

rierung, Erfassung der Identität bis hin zur Überwachung der Aktivitäten 

nähmen grundsätzlich kein asylrelevantes Ausmass an. Die schwach risi-

kobegründenden Faktoren des Vorhandenseins von Narben am Hinterkopf 

und einer Verletzung am (…) ([…]) in Verbindung mit seiner tamilischen 

Ethnie, seiner mehrjährigen Landesabwesenheit und fehlender gültiger 

Reispapiere lassen nicht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in 

den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt wer-

den sollte. Hinsichtlich allfälliger Verbindungen des Beschwerdeführers zu 

den LTTE ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer selber erklärt hatte, 

kaum etwas über die angeblichen, viele Jahre zurückliegenden Tätigkeiten 

seines Vaters für diese Organisation gewusst zu haben; weder er noch 

seine Mutter hätten ein gutes Verhältnis zum Vater gehabt (vgl. 

D-2063/2020 

Seite 18 

Beschwerdebegründung S. 2). Sodann machte der Beschwerdeführer 

keine exilpolitischen Aktivitäten geltend. Schliesslich verliefen sowohl seine 

etwa 2014 erfolgte Rückkehr aus E._______ (er sei nach E._______ ge-

reist, weil das sri-lankische Militär damals Schulkinder entführt habe, und 

habe dort während rund eines Jahres bei Verwandten gelebt [vgl. SEM-

Akten A7 Ziff. 2.04]; beziehungsweise er sei ausgereist, nachdem ein 

Schulkamerad eine Granate gegen den Checkpoint der Armee geworfen 

habe [vgl. SEM-Akten A21 F22]) als auch die legale (mit dem eigenen Rei-

sepass über den Flughafen K._______ erfolgte) erneute Ausreise nach 

E._______ im Oktober 2017 offenbar ohne Probleme. 

6.3.3 In Bezug auf eine allgemeine Gefährdungslage für nach Sri Lanka 

zurückkehrende tamilische Asylsuchende ist unter Berücksichtigung des 

Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 weiterhin festzuhalten, 

dass aufgrund der Wahl von Gotabaya Rajapaksa als Präsident am 16. No-

vember 2019 und die anschliessende Ernennung seines Bruders Mahinda 

Rajapaksa zum Premierminister für den Beschwerdeführer keine individu-

elle Gefahr vor einer Verfolgung abzuleiten ist. Dasselbe gilt auch bezüg-

lich des Vorfalls rund um die Mitarbeiterin der Schweizerischen Botschaft 

in Sri Lanka (vgl. NZZ, Sri-lankische Behörden verhaften Schweizer Bot-

schaftsangestellte – wegen angeblicher Falschaussagen, 16.12.2019, 

<https://www.nzz.ch/schweiz/angestellte-von-schweizer-botschaft-in-sri-

lanka-verhaftet-sie-soll-falsche-beweise-fabriziert-haben-ld.1528907>, ab-

gerufen am 28.9.2023). Seit der Beschwerdeerhebung des Beschwerde-

führers im Februar 2020 ergaben sich zudem weitere Veränderungen in Sri 

Lanka: Am 5. August 2020 erfolgte eine Parlamentswahl, die zu einer Zwei-

drittelmehrheit im Parlament zugunsten der Regierungspartei Sri Lanka 

Podujana Peramura (SLPP) führte (Stiftung Wissenschaft und Politik, Po-

litischer Umbruch in Sri Lanka, 4.9.2020, <https://www.swp-ber-

lin.org/10.18449/2020A69/>, abgerufen am 28.9.2023). Eine darauffol-

gende Verfassungsänderung im Oktober 2020 erweiterte die präsidialen 

und exekutiven Befugnisse (Report of the Office of the High Commissioner 

for Human Rights, Geneva, 27.01.2021, <https://www.ohchr.org/en/press- 

releases/2021/01/sri-lanka-alarming-path-towards-recurrence-grave-hu-

man-rights-violations-un>, abgerufen am 28.9.2023). Im Jahr 2021 bahnte 

sich angesichts der Covid-19-Pandemie eine ökonomische Krise mit Nah-

rungsmittel- und Medikamentenknappheit an (Deutsche Welle [DW], CO-

VID, economic crisis cause Sri Lanka food shortages, 

<https://www.dw.com/en/sri-lanka-covid-economic-crisis-cause-food-shor-

tages/a-59078406>, abgerufen am 28.9.2023). Im Jahr 2022 kam es zu 

schweren Unruhen. Weiterhin bestehen starke politische und soziale 

D-2063/2020 

Seite 19 

Spannungen, Engpässe bei der Versorgung, regelmässige Streiks (Har-

tals) und Demonstrationen, Strassenblockaden sowie eine schwere Wirt-

schafts- und Finanzkrise (vgl. Eidgenössisches Departement für auswär-

tige Angelegenheiten [EDA], Reisehinweise für Sri Lanka, 9.5.2023, 

<https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/vertretungen-und-reisehin-

weise/sri-lanka/reisehinweise-fuersrilanka.html>, abgerufen am 

28.9.2023). Präsident Rajapaksa trat zurück und am 20. Juli 2022 wählte 

das Parlament Ranil Wickremesinghe zum neuen (Übergangs-)Präsiden-

ten – dieser ist umstritten und Protestierende fordern seinen Rücktritt (vgl. 

Bundeszentrale für politische Bildung, Regierungskrise in Sri Lanka, 

15.8.2022, <https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktu-

ell/511831/regierungskrise-in-sri-lanka/>; SRF, Ranil Wickremesinghe – Sri 

Lanka hat ein neues Staatsoberhaupt, <https://www.srf.ch/news/internati-

onal/ranil-wickremesinghe-sri-lanka-hat-ein-neues-staatsoberhaupt>, 

beide abgerufen am 28.9.2023). Gegenwärtig sieht sich Sri Lanka mit einer 

schweren Wirtschafts-, Schulden- und Finanzkrise konfrontiert, was – ne-

ben politischen Anpassungen – unter anderem weiterhin zu Versorgungs-

engpässen bei Nahrungsmitteln, Gütern des täglichen Bedarfs, Treibstof-

fen und Elektrizität führt (vgl. Referenz-Urteil des BVGer E-737/2020 vom 

27. Februar 2023, E. 10.2.5.1). Das Bundesverwaltungsgericht ist sich der 

politischen Veränderungen in Sri Lanka seit der Machtübernahme des 

Rajapaksa-Clans im November 2019, der im August 2020 erfolgen Parla-

mentswahlen, welche die Macht des Rajapaksa-Clans weiter ausweiteten, 

und der Wahl von Ranil Wichremesinghe am 20. Juli 2022 zum Nachfolger 

des abgetretenen Gotabaya Rajapaksa als neuen Staatspräsidenten be-

wusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt 

diese bei seiner Entscheidfindung. Beim derzeitigen Kenntnisstand ist nicht 

von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage gegenüber der 

Zeit vor dem erneuten Machtwechsel auszugehen, der Personen mit einem 

bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind beziehungsweise bereits vorher 

ausgesetzt waren. Auch wenn die aktuelle Lage in Sri Lanka weiterhin als 

volatil zu bezeichnen ist, gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur 

Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungs-

gruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen 

Umständen ist weiterhin im Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug 

der asylsuchenden Personen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 

2019 und den seitherigen politischen Umwälzungen respektive deren Fol-

gen besteht. Ein solcher Bezug ist, wie sich aus den obenstehenden Erwä-

gungen ergibt, vorliegend nicht gegeben. Der Beschwerdeführer ist zu kei-

ner dieser Risikogruppen zu zählen. Das eingereichte Themenpapier der 

SFH vermag auch an dieser Feststellung nichts zu ändern. 

D-2063/2020 

Seite 20 

6.3.4 Eine Gesamtwürdigung aller Umstände lässt vorliegend nicht darauf 

schliessen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

einem erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt wäre und ernsthafte Nach-

teile im Sinn von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu befürchten hätte. Das SEM hat 

demnach auch diesbezüglich zutreffend festgestellt, dass er die Flücht-

lingseigenschaft nicht erfüllt. 

6.4 Nach dem Gesagten hat das SEM das Asylgesuch des Beschwerde-

führers zu Recht abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

D-2063/2020 

Seite 21 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri 

Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

 

8.2.3 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts – an 

welcher weiterhin festzuhalten ist – lassen weder die Zugehörigkeit zur ta-

milischen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri 

Lanka den Wegweisungsvollzug unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil 

E-1866/2015 E. 12.2 f.). Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen 

des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er 

für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-

Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Ge-

fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). 

Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst 

(vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be-

schwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 

2011, Beschwerde Nr. 41178/08; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Ja-

nuar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 

20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, 

Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07; Rechtsprechung zu-

letzt bestätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, 

D-2063/2020 

Seite 22 

Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht 

in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen 

drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der 

Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürch-

tung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein 

Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen durch die im 

Referenzurteil E-1866/2015 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind 

(vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94; EGMR, E.G. gegen 

Grossbritannien, a.a.O., § 13 und 69) – in Betracht gezogen werden. Dabei 

sei dem Umstand gebührend Beachtung zu tragen, dass diese einzelnen 

Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein 

"real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung er-

reichen könnten. 

Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft machen konnte, dass er 

befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit 

der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus-

mass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte für eine ihm 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka. 

Aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts besteht kein Grund zur An-

nahme, dass sich die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka kon-

kret auf den Beschwerdeführer auswirken könnten (vgl. Urteil des BVGer 

D-1208/2020 vom 15. Mai 2023 E. 10.3.3 m.w.H.). Die allgemeine Men-

schenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heu-

tigen Zeitpunkt nicht als generell unzulässig erscheinen. 

8.2.4 In Bezug auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist mit 

Blick auf Art. 3 EMRK festzuhalten, dass eine zwangsweise Wegweisung 

von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise 

einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann. Dies ist insbesondere 

dann der Fall, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen 

oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, 

nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen müsste und dabei 

keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7, 

mit Hinweisen auf die damalige Praxis des EGMR). Eine weitere vom 

EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch die Ab-

schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-

staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen 

und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands 

ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen 

D-2063/2020 

Seite 23 

Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Pa-

poshvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

41738/10, §§ 180-193 m.w.H., und zum Ganzen auch BVGE 2017 VI/7 

E. 6).  

 

Eine solche Situation ist vorliegend aufgrund der geltend gemachten ge-

sundheitlichen Beschwerden nicht gegeben. Der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers vermag eine Unzulässigkeit des Wegweisungsvoll-

zugs im Sinn der restriktiven Rechtsprechung nicht zu rechtfertigen. Was 

die vom Beschwerdeführer in der Anhörung vorgebrachten zeitweiligen 

"Suizidgedanken" (vgl. SEM-Akten A21 zu F89) beziehungsweise die in 

verschiedenen der eingereichten ärztlichen Berichte attestierte Suizidalität, 

insbesondere im Falle einer Ankündigung oder Durchführung einer Rück-

führung (vgl. Berichte des […] vom 21. Februar 2020, 1. Juli 2020 und 

9. August 2022 sowie Berichte des […] vom 11. März 2022, 22. Juli 2022 

und 1. November 2022) betrifft, ist festzuhalten, dass der wegweisende 

Staat gemäss Praxis des EGMR nicht verpflichtet ist, vom Vollzug der Weg-

weisung Abstand zu nehmen, falls Ausländer oder Ausländerinnen mit Su-

izid drohen. Die Überstellung vermag nicht gegen Art. 3 EMRK zu verstos-

sen, wenn der wegweisende Staat Massnahmen ergreift, um die Umset-

zung einer entsprechenden Suiziddrohung zu verhindern (vgl. den Unzu-

lässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. D. und andere 

gegen Deutschland, 33743/03, angeführt in EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 [S. 

212]). Einer allfälligen Suizidalität ist jedoch Rechnung zu tragen, zumal 

die Überstellung nur bei Reisefähigkeit erfolgen kann und unter Einbezug 

der gegenwärtigen ärztlichen Betreuung sorgfältig vorzubereiten ist. Der 

Beschwerdeführer ist bei der Rückführung wenn nötig ärztlich zu begleiten 

und es ist ihm medizinische Rückkehrhilfe zu gewähren. 

 

8.2.5 Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zulässig im Sinne von 

Art. 83 Abs. 3 AIG zu erachten. 

 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

 

D-2063/2020 

Seite 24 

8.3.2 Gemäss der Rechtsprechung ist der Vollzug von Wegweisungen in 

die Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen 

Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil  

E-1866/2015 E. 13.2).  

8.3.3 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. An dieser Einschät-

zung vermag die zurzeit in weiten Teilen Sri Lankas herrschende ange-

spannte Lage (Regierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrise sowie teilweise 

gewaltsame Proteste gegen steigende Preise für Verbrauchsgüter und ge-

gen Engpässe vorab bei der Treibstoffversorgung) grundsätzlich nichts zu 

ändern, zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung betrifft (vgl. 

etwa das Urteil des BVGer D-3616/2020 vom 17. März 2023 E. 10.3.3 

m.w.H.). Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Wegwei-

sungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz weiterhin zumutbar, wenn das 

Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz 

eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aus-

sichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht wer-

den kann (vgl. Referenzurteile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2 und 

D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 

8.3.4 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Distrikt D._______, hat aber 

als Kind während einiger Jahre im Distrikt G._______ gelebt. Er ist ledig, 

kinderlos, hat die Schule im (…) abgeschlossen, ein Jahr lang in 

E._______ gelebt und nach der Rückkehr nach Sri Lanka als Taglöhner 

beziehungsweise als Hilfsmaurer gearbeitet. Gemäss seinen Angaben 

wohnen seine Mutter, sein jüngerer Bruder sowie weitere Verwandte nach 

wie vor in Sri Lanka. Es ist davon auszugehen, dass er bei der Rückkehr 

nicht in eine existenzielle Notlage geraten wird. 

8.3.5  

8.3.5.1 Aus den sich bei den Akten befindenden medizinischen Unterlagen 

ergibt sich, dass der Beschwerdeführer unter verschiedenen gesundheitli-

chen Beeinträchtigungen litt oder immer noch leidet. Gemäss seinen An-

gaben hatte er als Kind (…), und er hat – vermutlich als Folge der (…) 

Schmerzen am (…) beziehungsweise (…) (vgl. SEM-Akten A21 zu F15). 

Nach tätlichen Auseinandersetzungen mit anderen Asylsuchenden an-

fangs August 2018 und Ende Januar 2019 wurde beim Beschwerdeführer 

jeweils ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert; die damit verbundenen 

Schmerzen wurden mit "Dafalgan 1 g" sowie "Novalgin 500 mg" behandelt. 

D-2063/2020 

Seite 25 

In der Anhörung vom 28. Februar 2020 machte er Depressionen, Schlaf-

störungen, zeitweilige Suizidgedanken sowie Probleme mit Landsleuten in 

der Unterkunft geltend (vgl. SEM-Akten A21 zu F2, F71, F73 und F89). 

Gemäss Bericht des (…) vom 21. Februar 2020 befindet sich der Be-

schwerdeführer seit dem 16. April 2019 in ambulanter psychiatrisch-psy-

chotherapeutischer Behandlung, wobei er am 7./8. September 2019 im 

Rahmen einer suizidalen Krise stationär behandelt wurde. Dabei wurden 

eine mittelgradige depressive Episode sowie ein Verdacht auf eine PTBS 

nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma mit Brillenhämatom diagnostiziert; zur 

Behandlung wurden "Sequase 50 mg" und "Mirtazepin 45 mg" verschrie-

ben. Gemäss dem ärztlichen Verlaufsbericht des (…) vom 1. Juli 2020 hat 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers trotz regelmässiger 

Gespräche und psychopharmakologischer Behandlung mit einem zusätz-

lichen Antidepressivum ("Brintellix 10 mg") mit Ausnahme der Schlafquali-

tät nicht substanziell verbessert; es fehle eine regelmässige Tagesstruktur, 

und der negative Asylentscheid habe zu einer deutlichen Verschlechterung 

geführt. In einem weiteren Bericht des (…) vom 16. Juli 2021 wurde fest-

gehalten, der Beschwerdeführer sei aufgrund der bestehenden Sprachbar-

rieren sowie kognitiver Defizite nur bedingt therapiefähig. Zur Behandlung 

wurden ihm nunmehr nebst "Brintellix 20 mg" "Quetiapin 50 mg / 100 mg" 

sowie das Schlafmittel "Zolpidem 10 mg" verschrieben. Im (…), wohin der 

Beschwerdeführer vom (…) überwiesen wurde, wurden gemäss Bericht 

vom 11. März 2022 eine schwere depressive Episode ohne psychotische 

Symptome diagnostiziert, welche sich in Schlaf-, Konzentrations- und Ge-

dächtnisstörungen beziehungsweise Zeitgitterstörungen sowie intermittie-

renden Suizidgedanken äussere. Eine Sistierung des (zuvor schädlich ho-

hen) Alkoholkonsums habe zu einer gewissen Stabilisierung geführt. Das 

Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer verlegte den Beschwerdeführer 

am 22. Juli 2022 ins (…) (vgl. Austrittsbericht des […] vom 22. Juli 2022), 

wo er in der Folge bis zum 2. August 2022 stationär behandelt wurde. Ge-

mäss Austrittsbericht des (…9 vom 9. August 2022 wurde nunmehr die 

Hauptdiagnose einer schweren depressiven Episode mit psychotischen 

Symptomen bei Stimmenhören (DD [Doppeldiagnose] bei psychotischen 

Komponenten im Rahmen der Depression, DD im Rahmen der PTBS) so-

wie die Nebendiagnosen PTBS und absichtliche Selbstbeschädigung ge-

stellt. Dabei wurden der unsichere Aufenthaltsstatus und die schwierige Si-

tuation in der Unterkunft in den Vordergrund gestellt. Beim Austritt wurde 

die Weiterführung der ambulanten psychiatrischen Behandlung sowie der 

medikamentösen Therapie mit "Risperidon 2 mg", "Sertralin 100 mg" und 

– in Reserve – "Quetiapin 25 mg" empfohlen. Im letzten sich bei den Akten 

befindenden ärztlichen Bericht, einem ausgefüllten Fragebogen des 

D-2063/2020 

Seite 26 

Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer vom 1. November 2022, werden 

die bereits bekannten psychischen Probleme wiederholt und es wird weiter 

ausgeführt, nebst der Medikation mit antidepressiven und antipsychoti-

schen Wirkstoffen sei eine weitergehende engmaschige psychiatrisch-psy-

chotherapeutische Behandlung indiziert. Bei nur medikamentöser Behand-

lung sei von einer weiteren Verschlechterung und fortgesetzter Chronifizie-

rung auszugehen.  

8.3.5.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Referenzurteil 

E-737/2020 vom 27. Februar 2023 eingehend mit der schwierigen wirt-

schaftlichen Situation in Sri Lanka und insbesondere mit deren Auswirkun-

gen auf die gesundheitliche Versorgungslage im Land befasst (vgl. 

E. 10.2.5). Auch unter Berücksichtigung der darin ausgeführten Einschrän-

kungen im Gesundheitssektor gelangt das Gericht zum Schluss, dass die 

vorstehend erwähnten gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Be-

schwerdeführers – namentlich eine PTBS (ICD-10 F43.1) sowie eine 

schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 

F32.3), welche aktuell mit "Risperidon" und "Sertralin" beziehungsweise 

mit "Quepatin"(als Reservemedikament) behandelt werden –  eine Rück-

kehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka unter Berücksichtigung der 

besonderen Umstände des vorliegenden Falles (vgl. nachfolgend) nicht als 

unzumutbar erscheinen lassen. Gemäss der National Medicines Regula-

tory Authority (NMRA) sind alle drei ihm zuletzt verabreichten Medikamente 

in Sri Lanka zugelassen und auch erhältlich. "Risperidon" wird in der benö-

tigten Dosierung (2 mg) aus Indien importiert (vgl. NMRA Sri Lanka, Regis-

tered Medicines: Risperidon, < https://www.nmra.gov.lk/index.php?op-

tion=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=Risperidon&manufac-

turer=&importer=&country=&lang=en >, abgerufen am 28.9.2023), wäh-

rend "Sertralin 50 mg" in Sri Lanka hergestellt und "Sertralin 100 mg" aus 

Indien importiert wird (vgl. NMRA Sri Lanka, Registered Medicines: Sertra-

lin, < https://www.nmra.gov.lk/index.php?op-

tion=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=sertralin&manufactu-

rer=&importer=&country=&lang=en >, abgerufen am 28.9.2023). Zwei Pro-

dukte mit unterschiedlichen Dosierungen des Wirkstoffs "Quetiapin" wer-

den in Si Lanka hergestellt, die Übrigen werden aus Pakistan und Indien 

importiert (vgl. NMRA Sri Lanka, Registered Medicines: Quetiapin, 

< https://nmra.gov.lk/index.php?option=com_drugs&view=drugs&Itemid-

=221&limit=20&search=Quetiapin&manufacturer=&importer=&country=-

&lang=en >, abgerufen am 28.9.2023). Die genannten Medikamente oder 

entsprechende Generika sind zu erschwinglichen Personen auch über ver-

schiedene Online-Apotheken (etwa "Mycare.lk" oder "buymedicine.lk") 

https://www.nmra.gov.lk/index.php?option=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=Risperidon&manufacturer=&importer=&country=&lang=en
https://www.nmra.gov.lk/index.php?option=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=Risperidon&manufacturer=&importer=&country=&lang=en
https://www.nmra.gov.lk/index.php?option=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=Risperidon&manufacturer=&importer=&country=&lang=en
https://www.nmra.gov.lk/index.php?option=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=sertralin&manufacturer=&importer=&country=&lang=en
https://www.nmra.gov.lk/index.php?option=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=sertralin&manufacturer=&importer=&country=&lang=en
https://www.nmra.gov.lk/index.php?option=com_drugs&view=drugs&Itemid=221&search=sertralin&manufacturer=&importer=&country=&lang=en

D-2063/2020 

Seite 27 

erhältlich. Auch aufgrund der wiederholten Medikamentenspenden ver-

schiedener Organisationen – so hat etwa die US-amerikanische Hilfsorga-

nisation "Heart to Heart" zwischen Juli 2022 und März 2023 dringend be-

nötigte Medikamente und medizinisches Material im Wert von über 23 Mil-

lionen US-Dollar an Sri Lanka gespendet (vgl. < https://reliefweb.int/re-

port/sri-lanka/sri-lankan-embassy-washington-dc-facilitates-approxi-

mately-usd-27-million-medical-aid >, abgerufen am 28.9.2023) – hat sich 

in den vergangenen Monaten die medizinische Versorgungslage im Land 

verbessert, wobei eine Infrastruktur für die Behandlung psychischer Be-

schwerden nicht nur in der Hauptstadt K._______ (wo offenbar die […] des 

Beschwerdeführers lebt), sondern grundsätzlich auch im Norden Sri Lan-

kas vorhanden ist (vgl. Urteil des BVGer E-737/2020 E. 10.2.5.4). Sodann 

ist festzuhalten, dass die in der Schweiz durchgeführten psychiatrischen 

beziehungsweise psychotherapeutischen Therapien offenbar – unter an-

derem aufgrund sprachlicher Probleme – kaum Wirkung gezeigt haben. 

Wie den eingereichten ärztlichen Berichten entnommen werden kann, ist 

der Beschwerdeführer in der Schweiz sehr einsam beziehungsweise auch 

nach fünfeinhalbjährigem Aufenthalt nicht sozial integriert. Es ist deshalb 

davon auszugehen, dass eine Rückkehr nach Sri Lanka und damit in ein 

ihm vertrauteres familiäres und soziales Umfeld nicht zu einer Verschlech-

terung, sondern vielmehr zu einer Verbesserung seines psychischen Zu-

standes führen könnte, zumal notwendige Therapien dort auch in seiner 

Muttersprache durchgeführt werden könnten. Im Übrigen kann – wie schon 

in der angefochtenen Verfügung (vgl. S. 9) und in der Duplik (vgl. S. 4) zu-

treffend ausgeführt wurde – allfälligen gesundheitlichen Bedürfnissen im 

Rahmen der medizinischen Rückkehrhilfe Rechnung getragen werden. In-

sofern sind die diesbezüglich auf Beschwerdeebene gemachten Vorbrin-

gen und eingereichten Unterlagen nicht geeignet, die festgestellte Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs in einem anderen Licht erscheinen zu 

lassen. Schliesslich vermag nach gefestigter Rechtsprechung auch eine 

allfällige Suizidalität den Vollzug der Wegweisung nicht als unzumutbar er-

scheinen lassen. Wie bereits bei der Frage der Zulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs bemerkt wurde (vgl. oben E.8.2.4), wäre einer solchen im 

Rahmen der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen. 

8.3.6 Nach dem Gesagtem erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

https://reliefweb.int/report/sri-lanka/sri-lankan-embassy-washington-dc-facilitates-approximately-usd-27-million-medical-aid
https://reliefweb.int/report/sri-lanka/sri-lankan-embassy-washington-dc-facilitates-approximately-usd-27-million-medical-aid
https://reliefweb.int/report/sri-lanka/sri-lankan-embassy-washington-dc-facilitates-approximately-usd-27-million-medical-aid

D-2063/2020 

Seite 28 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdefüh-

rer beantragte indessen in seiner Eingabe vom 16. April 2020 die Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dieses bis 

anhin nicht behandelte Gesuch ist gutzuheissen, da die Begehren nicht 

zum Vornherein aussichtslos waren und angesichts der Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer in der Schweiz nie eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, 

nach wie vor von dessen prozessualer Bedürftigkeit auszugehen ist. Von 

einer Kostenerhebung ist abzusehen. 

10.2 Die im Verlauf des Beschwerdeverfahrens mandatierte Rechtsvertre-

terin ersuchte in ihrer Eingabe vom 17. November 2021 um Einsetzung als 

amtliche Rechtsbeiständin (aArt. 110a Abs. 1 und 3 AsylG). Auch dieses 

Gesuch ist mit Wirkung ab Gesuchseinreichung gutzuheissen, und es ist 

MLaw Vanessa Koenig ein amtliches Honorar auszurichten. 

Gemäss Praxis wird bei amtlicher Vertretung in der Regel von einem Stun-

denansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nichtanwaltliche Vertreterinnen 

und Vertreter ausgegangen (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und nur der not-

wendige Aufwand entschädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Die 

Rechtsvertreterin reichte keine Kostennote ein. Auf die Nachforderung ei-

ner solchen kann indessen verzichtet werden, da im vorliegenden Verfah-

ren der Aufwand für den Beschwerdeführer seit dem 17. November 2021 

zuverlässig abgeschätzt werden kann (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Demnach ist 

der amtlichen Rechtsbeiständin ein angemessen erscheinendes Honorar 

D-2063/2020 

Seite 29 

in der Höhe von Fr. 1'200.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuerzu-

schlag) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 30 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. Das Gesuch und um Beiordnung von MLaw Vanessa Koenig 

als amtliche Rechtsbeiständin wird mit Wirkung ab 17. November 2021 gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

MLaw Vanessa Koenig wird zulasten der Gerichtskasse ein amtliches Ho-

norar von Fr. 1'200.– zugesprochen.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

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