# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd1285e1-9916-5dee-b359-eb6906d70e6d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 15.11.2016 S 2016 80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2016-80_2016-11-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 80

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin Moser und Simmen als Aktuar

URTEIL

vom 15. November 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann,

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. Der im Jahr ____ geborene A._____ arbeitete zuletzt bei der 

B._____ AG. Am 30. November 2015 meldete er einen Anspruch auf Ar-

beitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab dem 1. De-

zember 2015 an. 

2. Am 25. Februar 2016 forderte das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit 

(KIGA) Graubünden A._____ zur Stellungnahme auf, nachdem er eine 

ihm angebotene Stelle als C._____ nicht angetreten habe. Mit Stellung-

nahme vom 7. März 2016 führte A._____ aus, dass er dem Temporär-

vermittler explizit gesagt habe, dass für ihn nur Einsätze in der näheren 

Umgebung von X._____ möglich seien, da sein Fahrzeug nicht fahrtüchtig 

sei und er auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sei. Es wäre für ihn 

unmöglich gewesen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln rechtzeitig um 

06:30 Uhr das Magazin in Y._____ zu erreichen. Zudem habe er ab April 

2016 einen längeren Arbeitsvertrag in Aussicht. Er besuche derzeit einen 

Deutschkurs, was im Hinblick auf die neue Stelle im April 2016 sehr wich-

tig sei. 

3. Mit Verfügung vom 14. März 2016 stellte das KIGA A._____ infolge Ab-

lehnung einer nicht amtlich zugewiesenen, zumutbaren Stelle für 37 Tage 

in der Anspruchsberechtigung ein. Die dagegen erhobene Einsprache 

vom 30. März 2016 mit Ergänzung vom 28. April 2016 hiess das KIGA mit 

Entscheid vom 19. Mai 2016 teilweise gut und reduzierte die Anzahl Ein-

stelltage von 37 auf 23, da A._____ per 4. April 2016 eine andere Stelle 

habe antreten können, was zu seiner Abmeldung vom Bezug von Arbeits-

losenentschädigung per 3. April 2016 geführt habe. 

4. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 20. Juni 

2016 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit folgenden Anträgen:

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"1. Der Entscheid des Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit vom 19. Mai 2016 
sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei die gesetzliche Leistung aus-
zurichten.

2. Eventuell sei [die] Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts 
und zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.

3. Der Unterzeichnende sei im hierseitigen Verfahren vor Verwaltungsgericht 
des Kantons Graubünden als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegne-
rin."

Begründend führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass er 

die Stelle in Y._____ nicht habe antreten können, weil es ihm im Zeitraum 

zwischen Stellenofferte und -antritt nicht möglich gewesen sei, eine Un-

terkunft in Y._____ oder Umgebung zu finden. Zudem sei er als Arbeitslo-

ser nicht in der Lage, für zwei Unterkünfte − sei dies auch nur für einen 

vorübergehenden Zeitraum − gleichzeitig aufzukommen. Der vorliegende 

Fall sei nicht vergleichbar mit dem vom KIGA erwähnten Entscheid des 

Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden S 09 104 vom 2. Dezem-

ber 2009. In jenem Entscheid sei die Anspruchsberechtigung wegen 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit eingestellt worden. Hier liege keine 

selbstverschuldete Arbeitslosigkeit vor. Zudem sei im erwähnten Ent-

scheid die Zumutbarkeit, sich zeitweilig eine Unterkunft am Arbeitsort zu 

suchen, deswegen bejaht worden, weil die Betroffene alle drei Wochen 

eine Frühschicht gehabt habe, welche sie mit dem öffentlichen Verkehr 

nicht zur vorgegebenen Zeit habe erreichen können. Hier könne der Be-

schwerdeführer die Arbeitsstelle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aber 

jeden Morgen nicht erreichen. Schliesslich leuchte auch nicht ein, wieso 

der Beschwerdeführer für eine Temporärstelle sofort gezwungen werde, 

seinen Wohnort zu wechseln, wenn er danach dem Risiko ausgesetzt sei, 

dass seine Stelle in der Probezeit gekündigt bzw. aufgrund der Natur des 

temporären Anstellungsverhältnisses nicht verlängert werde. 

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5. Das KIGA (nachfolgend Beschwerdegegner) beantragte am 4. Juli 2016 

die Abweisung der Beschwerde. Es sei unbestritten und werde vom Be-

schwerdeführer anerkannt, dass er eine ihm angebotene Stelle als 

C._____ in Y._____ abgelehnt habe. Dem Beschwerdeführer wäre es 

zumutbar gewesen, sich eine Unterkunft zu suchen, von welcher aus der 

mögliche Arbeitsplatz rechtzeitig auch mit den öffentlichen Verkehrsmit-

teln hätte erreicht werden können. Allfällige durch eine entsprechende 

Unterkunft anfallende zusätzliche Kosten begründeten keine Unzumut-

barkeit, selbst wenn diese das Existenzminimum tangierten. Es sei un-

problematisch, selbst innert Tagesfrist eine Unterkunft in der Umgebung 

von Y._____ zu finden. Selbst falls dies nicht möglich wäre, hätte der Be-

schwerdeführer gegenüber dem Arbeitgeber die ausdrückliche Bereit-

schaft äussern müssen, zugunsten eines Stellenantritts schnellstmöglich 

eine Unterkunft zu finden, was er unterlassen habe. Es sei zwar zutref-

fend, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden S 09 104 vom 2. Dezember 2009 einen Fall selbstverschul-

deter Arbeitslosigkeit betroffen habe und der Beschwerdeführer nicht auf-

grund selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit, sondern infolge Ablehnung ei-

ner zumutbaren Arbeit sanktioniert worden sei. Betreffend Zumutbarkeit 

einer Arbeit werde jedoch in beiden Fällen auf Art. 16 AVIG abgestellt. 

Die Ausführungen des Gerichtes seien hier demnach analog anwendbar. 

6. Am 5. Juli 2016 zog der Beschwerdeführer den Antrag auf unentgeltliche 

Prozessführung zurück.

7. Am 17. August 2016 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen 

Anträgen fest und vertiefte seine Argumentation. Dabei machte er insbe-

sondere noch geltend, dass der Beschwerdeführer die Stelle in Y._____ 

am 22. Februar 2016 nicht habe antreten können, weil er von der Stelle 

bis zum Stellenantrittsdatum nichts gewusst habe. 

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8. Der Beschwerdegegner verzichtete mit Schreiben vom 31. August 2016 

auf die Einreichung einer Duplik.

9. Am 31. August 2016 reichte der Beschwerdeführer noch eine Bestätigung 

ein, wonach er von Januar bis März 2016 einen Deutschkurs besucht ha-

be. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Absolvierung dieses Kurses 

für seine weitere berufliche Laufbahn von enormer Bedeutung gewesen 

sei. 

10. Am 13. September 2016 stellte der Beschwerdeführer dem streitberufe-

nen Gericht noch einen befristeten Arbeitsvertrag zwischen ihm und der 

D._____ vom 4. April 2016 zu. 

11. Der Beschwerdegegner verzichtete am 20. September 2016 auf eine wei-

tere Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. Mai 2016 wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 19. Mai 2016. Gegen Einspracheentschei-

de aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung kann gemäss Art. 1 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-

rung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 56 und 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG; SR 830.1) Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge-

richt eingereicht werden. Örtlich zuständig ist gemäss Art. 100 Abs. 3 

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AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und 

Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und die Insolvenzentschädigung (AVIV, SR 837.02) das Versicherungsge-

richt desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver-

fügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Da der Beschwerdeführer die 

Kontrollpflicht im Kanton Graubünden erfüllt, fällt die Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde demnach in die örtliche Zuständigkeit des angeru-

fenen Gerichtes. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes 

des Kantons Graubünden ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen Ein-

spracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf 

die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 

sowie Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.

b) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5‘000.-- nicht über-

schreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der versicherte 

Verdienst des Beschwerdeführers beträgt Fr. 4'875.-- und wird im Umfang 

von 70 % entschädigt (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). Dies 

entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG und Art. 40a AVIV einem Taggeld 

von 157.25 (= Fr. 4'875.-- : 21.7 Tage x 0.7). Mit Einspracheentscheid vom 

19. Mai 2016 wurde der Beschwerdeführer für 23 Tage in der Anspruchs-

berechtigung eingestellt, was einem Streitwert von Fr. 3'616.75 

(= Fr. 157.25 x 23 Tage) entspricht. Da der Streitwert somit unter 

Fr. 5‘000.-- liegt und gemäss Art. 43 Abs. 2 VRG keine Fünferbesetzung 

vorgeschrieben ist, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben. 

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2. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer infolge Ab-

lehnung einer nicht amtlich zugewiesenen zumutbaren Stelle zu Recht für 

23 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.

3. a) Gemäss Art. 17 AVIG muss der Versicherte, der Versicherungsleistungen 

beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles 

Zumutbare unternehmen, um seine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu 

verkürzen. Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls 

auch ausserhalb seines bisherigen Berufes, und er muss seine 

Bemühungen nachweisen können (Abs. 1). Er muss zudem eine ihm 

vermittelte zumutbare Arbeit annehmen (Abs. 3); tut er dies nicht, verur-

sacht er schuldhaft einen Schaden im Sinne des Sozialversicherungs-

rechts, was grundsätzlich gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG eine Ein-

stellung in der Anspruchsberechtigung zur Folge hat. Der Einstellungstat-

bestand der Nichtannahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit ist 

auch dann erfüllt, wenn eine versicherte Person die Arbeit zwar nicht 

ausdrücklich ablehnt, es durch ihr Verhalten aber in Kauf nimmt, dass die 

Stelle anderweitig besetzt wird (CHOPARD, Die Einstellung in der An-

spruchsberechtigung, Diss., Zürich 1998, S. 148; NUSSBAUMER, Arbeitslo-

senversicherung, in: MEYER (Hrsg.), Schweizerisches Bundesverwal-

tungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, S. 2519 f., 

Rz. 850). Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG erfasst neben der Nichtannahme einer 

von der zuständigen Amtsstelle zugewiesenen zumutbaren Arbeit auch 

die Nichtannahme einer selbst gefundenen oder von Dritten vermittelten 

oder angebotenen zumutbaren Stelle (vgl. Urteil des Bundesgerichtes C 

17/07 vom 22. Februar 2007 E.2.2 m.w.H.). Arbeitslose Versicherte ha-

ben bei den Verhandlungen mit dem künftigen Arbeitgeber klar und ein-

deutig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Be-

endigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (BGE 122 V 34 E.3b). 

Zwecks Schadensminderung hat ein Versicherter grundsätzlich jede Ar-

beit anzunehmen (Art. 16 Abs. 1 AVIG), es sei denn, die Arbeit sei aus 

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den in Art. 16 Abs. 2 AVIG abschliessend aufgeführten Gründen als un-

zumutbar zu qualifizieren und daher von der Annahmepflicht ausgenom-

men. 

b) Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die Schaden-

minderungspflicht der Versicherten durchzusetzen. Sie hat die Funktion 

einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die 

Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Als versiche-

rungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die angemessene Mitbeteiligung 

der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr Verhalten der Ar-

beitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich und adäquat kau-

sal verursacht hat. Als Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Ge-

setzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip be-

herrscht. Ein Selbstverschulden der versicherten Person liegt vor, wenn 

und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objek-

tiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönli-

chen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das 

die Versicherung die Haftung nicht übernimmt. In beweisrechtlicher Hin-

sicht muss der Einstellungstatbestand mit dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt 

sein (vgl. BGE 133 V 89 E.6.2.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimm-

ten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat 

vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögli-

chen Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. BGE 

125 V 193 E.2, 121 V 45 E.2a; Urteil des Bundesgerichtes 8C_38/2012 

vom 10. April 2012 E.3.4.1). Zwar ist das Sozialversicherungsrecht vom 

Untersuchungsgrundsatz beherrscht, was die Beweislast im Sinne einer 

Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst. Im Sozialversiche-

rungsprozess tragen die Parteien jedoch insofern eine Beweislast, als im 

Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus-

fällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

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wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund 

einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 

138 V 218 E.6). Eine Beweislosigkeit liegt namentlich erst dann vor, wenn 

auch von weiteren Beweismassnahmen, insbesondere von der Abnahme 

der von den Parteien angebotenen Beweise, keine Erkenntnisse zu er-

warten sind, aufgrund derer sich der rechtserhebliche Sachverhalt mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststellen lässt 

(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 

124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d sowie zum Ganzen Urteil des Bundesge-

richtes C 102/06 vom 30. Januar 2007 E.4.2.2).

4. a) Im vorliegenden Fall ist unbestritten und anhand der bei den Akten lie-

genden Unterlagen erstellt, dass der Beschwerdeführer eine ihm angebo-

tene Arbeitsstelle als C._____ in Y._____ mit Stellenantritt per 22. Febru-

ar 2016 nicht angetreten hat (vgl. das E-Mail des privaten Stellenvermitt-

lers vom 24. Februar 2016 [Bg-act. 5]). Dies hat grundsätzlich gemäss 

Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG − sofern es sich bei der dem Beschwerdeführer 

angebotene Stelle um eine zumutbare Arbeit gehandelt hat − die Einstel-

lung in der Anspruchsberechtigung zur Folge. Der Beschwerdeführer be-

ruft sich im Wesentlichen auf Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG und macht geltend, 

die ihm angebotene Stelle sei unzumutbar gewesen, weil sie von seinem 

Wohnort in X._____ aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht recht-

zeitig erreichbar gewesen sei. Zu prüfen ist deshalb, ob dem Beschwer-

deführer die Annahme der ihm angebotenen Arbeitsstelle als C._____ in 

Y._____ hätte zugemutet werden können. Dabei ist abzustellen auf 

Art. 16 AVIG, wonach grundsätzlich jede Arbeit zumutbar ist (Abs. 1), es 

sei denn, einer der in Abs. 2 lit. a - i abschliessend aufgezählten Ausnah-

metatbestände liege vor (BGE 124 V 62 E.3b). Sollte es sich um eine un-

zumutbare Arbeit gehandelt haben, wäre der Beschwerdeführer berech-

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tigt gewesen, die Stelle abzulehnen. Insofern ist der vorliegenden Fall − 

entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung − denn auch mit dem 

vom Beschwerdegegner erwähnten Entscheid des Verwaltungsgerichtes 

des Kantons Graubünden (VGU) S 09 104 vom 2. Dezember 2009 ver-

gleichbar. Es trifft zwar zu, dass der erwähnte Entscheid einen Fall 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit betraf und der Beschwerdeführer vor-

liegend nicht infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit, sondern auf-

grund Ablehnung einer zumutbaren Arbeit sanktioniert wurde. Betreffend 

die Zumutbarkeit einer Arbeit wird jedoch − wie der Beschwerdegegner in 

seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2016 zu Recht ausführt (vgl. S. 7) − in 

beiden Fällen auf Art. 16 AVIG abgestellt. 

b) Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG ist eine Arbeitsstelle unzumutbar, die 

einen Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden je für den Hin- und Rück-

weg notwendig macht und bei welcher für den Versicherten am Arbeitsort 

keine angemessene Unterkunft vorhanden ist oder er bei Vorhandensein 

einer entsprechenden Unterkunft seine Betreuungspflichten gegenüber 

den Angehörigen nicht ohne grössere Schwierigkeiten erfüllen kann. Die 

Dauer des als zumutbar erachteten Arbeitswegs wird folglich auf vier 

Stunden täglich fixiert. Vorliegend hat der Beschwerdeführer seinen 

Wohnsitz in X._____, während die ihm angebotene Arbeitsstelle als 

C._____ in Y._____ war. Der Arbeitsweg betrug unter Berücksichtigung 

eines Fussmarsches vom Wohnort des Beschwerdeführers zur Bushalte-

stelle X._____ beziehungsweise vom Bahnhof Y._____ zum Arbeitsort 

(genauer Standort unbekannt) rund die in Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG ge-

nannten zwei Stunden, doch bestand unbestrittenermassen die Schwie-

rigkeit, dass die Arbeitsstelle in Y._____ am Morgen mit den öffentlichen 

Verkehrsmitteln nicht rechtzeitig erreicht werden konnte. Arbeitsbeginn 

war nämlich um 06:30 Uhr, während der erste Zug nachweislich erst um 

07:42 Uhr in Y._____ ankommt (vgl. Beilagen des Beschwerdeführers [Bf-

act.] 3). Dies allein begründet indessen noch keine Unzumutbarkeit, geht 

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doch aus Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG klar hervor, dass ein zu langer Arbeits-

weg beziehungsweise ein mit öffentlichen Verkehrsmitteln unmöglich zu 

erreichender Arbeitsort eine Stelle nur dann unzumutbar macht, wenn am 

Arbeitsort keine angemessene Unterkunft vorhanden ist oder wenn der 

Versicherte bei Vorhandensein einer entsprechenden Unterkunft seine 

Betreuungspflicht gegenüber den Angehörigen nicht ohne grössere 

Schwierigkeiten erfüllen kann. Dementsprechend ist nachfolgend zu prü-

fen, ob es dem Beschwerdeführer hätte zugemutet werden können, im 

Hinblick auf den angebotenen Temporäreinsatz eine Unterkunft in 

Y._____ oder in der näheren Umgebung zu suchen. 

c) Der Beschwerdeführer ist jung, ledig und hat eingestandenermassen kei-

ne Betreuungspflichten gegenüber Angehörigen. Von ihm wird entspre-

chend der Schadenminderungspflicht und nach dem Wortlaut von Art. 16 

Abs. 2 lit. f AVIG die Bereitschaft zum Umzug an den vorgesehenen Ar-

beitsort oder zum Wochenaufenthalt verlangt (vgl. KUPFER/BUCHER, in: 

MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeits-

losenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Aufl., Zürich 2013, 

Art. 16 S. 99 f. m.w.H.; vgl. auch VGU S 12 92 vom 27. November 2012 

E.5b). Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der dem Beschwerde-

führer angebotenen Arbeitsstelle bloss um eine befristete Temporärstelle 

gehandelt hätte, wäre es dem Beschwerdeführer durchaus zumutbar ge-

wesen, sich als Wochenaufenthalter vorübergehend eine Unterkunft in 

Y._____ oder in der näheren Umgebung zu suchen. Allenfalls hätte sogar 

der Arbeitgeber für den Beschwerdeführer ein Zimmer zur Verfügung ge-

stellt oder ihm ein solches vermitteln können. Der Beschwerdeführer be-

streitet grundsätzlich denn auch nicht, dass die Möglichkeit, in Y._____ 

oder Umgebung eine Unterkunft zu mieten, bestanden hätte. Er macht 

aber geltend, dass es im kurzen Zeitraum zwischen Stellenofferte und -

antritt nicht möglich gewesen sei, eine entsprechende Unterkunft zu fin-

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den. Zudem sei es ihm als Arbeitslosen finanziell nicht möglich gewesen, 

zusätzlich zu seiner Wohnung in X._____ noch ein Zimmer in Y._____ 

oder Umgebung zu finanzieren. Diese Argumentation ist − wie nachfol-

gend dargestellt − nicht stichhaltig. 

d) Bezüglich des Einwands, wonach es dem Beschwerdeführer in der kurz-

en Zeit zwischen Stellenofferte und Stellenantritt nicht möglich gewesen 

sei, eine Unterkunft zu finden, gilt es zunächst festzuhalten, dass dem 

Beschwerdeführer gemäss Rückmeldung des privaten Stellenvermittlers 

vom 24. Februar 2016 (vgl. Bg-act. 5) bereits Ende Januar 2016 mitgeteilt 

wurde, dass er per 22. Februar 2016 mit der Arbeit in Y._____ beginnen 

und dort mit Sicherheit die ganze Saison arbeiten könne. Demgegenüber 

macht der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 17. August 2016 (vgl. 

S. 5 in fine) geltend, dass er bis zum Stellenantrittsdatum nichts von der 

ihm angebotenen Arbeitsstelle als C._____ in Y._____ gewusst habe. In 

der Beschwerdeschrift vom 20. Juni 2016 hingegen hat er noch erklärt, 

dass ihm die Temporärfirma, nachdem er sich im Dezember 2015 bei die-

ser angemeldet hatte, per 22. Februar 2016 eine Arbeitsstelle als 

C._____ in Y._____ vorgeschlagen habe. In der Folge habe er mehrfach 

versucht, den privaten Stellenvermittler zu erreichen. Schliesslich habe 

der Beschwerdeführer dem privaten Stellenvermittler telefonisch mitge-

teilt, dass er die Stelle in Y._____ nicht antreten könne. Die Angaben des 

Beschwerdeführers sind somit widersprüchlich. Insbesondere erscheint 

es vor dem Hintergrund des soeben Gesagten wenig glaubhaft, dass der 

Beschwerdeführer bis zum Stellenantritt nichts von der ihm angebotenen 

Arbeitsstelle in Y._____ gewusst haben soll. Wie nachfolgend ausgeführt 

wird, kann jedoch die Frage, wann der Beschwerdeführer von der ihm an-

gebotenen Stelle als C._____ in Y._____ genau Kenntnis erlangt hat, of-

fen gelassen werden. 

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e) Selbst wenn der Beschwerdeführer nämlich erst kurz vor dem 22. Februar 

2016 von der ihm angebotenen Arbeitsstelle Kenntnis erlangt hätte bzw. 

während der Zeitspanne zwischen Stellenofferte und Stellenantritt noch 

keine Unterkunft in Y._____ oder Umgebung hätte finden können, hätte er 

in der Übergangszeit, bis er eine angemessene Unterkunft gefunden hät-

te, ohne Weiteres in einem Hotel oder Bed & Breakfast übernachten kön-

nen. Entsprechende preiswerte Angebote finden sich sowohl in Y._____ 

als auch in der Umgebung von Y._____. So sind z.B. Einzelzimmer in 

Y._____ ab Fr. 39.-- pro Nacht verfügbar. Den Ausführungen des Be-

schwerdeführers, wonach es ihm als Arbeitslosen finanziell nicht möglich 

gewesen sei, zusätzlich zu seiner Wohnung in X._____ noch ein Zimmer 

in Y._____ zu finanzieren, ist zu entgegnen, dass in Art. 16 Abs. 2 lit. a - i 

AVIG die Unzumutbarkeitsgründe abschliessend aufgezählt werden (BGE 

124 V 62 E.3b). Die Unzumutbarkeit der Miete einer Unterkunft am Ar-

beitsort aufgrund finanzieller Schwierigkeiten figuriert nicht in dieser Auf-

zählung. Der in Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG verwendete Begriff „angemesse-

ne Unterkunft“ meint denn auch primär eine Unterkunft mit genügendem 

Komfort und nur sekundär die Angemessenheit der Kosten. Aufgrund der 

sozialversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht wird von einem 

Versicherten verlangt, dass er vorübergehend, mithin bis er eine andere 

Arbeitsstelle verbindlich zugesichert erhalten hat, eine Unterkunft am Ar-

beitsort bezieht, auch wenn dadurch Kosten entstehen, welche ihn allen-

falls in seiner Lebensführung einschränken (vgl. VGU S 12 92 vom 

27. November 2012 E.5d). Vorliegend wäre es dem Beschwerdeführer 

aufgrund des Einkommens, welches er als C._____ erzielt hätte, zuzüg-

lich allfälliger Entschädigungen, in finanzieller Hinsicht durchaus möglich 

und zumutbar gewesen, sich zumindest vorübergehend, bis er eine neue 

Arbeitsstelle in der Nähe seines Wohnorts X._____ gefunden hätte, eine 

bescheidene Bleibe in Y._____ oder in der näheren Umgebung zu orga-

nisieren, ohne dass dadurch sein Existenzminimum tangiert worden wäre. 

Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers in dessen Replik 

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vom 17. August 2016 (vgl. S. 4) hätte der Beschwerdeführer nämlich bei 

der Arbeitsstelle als C._____ in Y._____ nicht nur Fr. 3'500.-- pro Monat 

verdient; vielmehr hätte er einen Stundenlohn von brutto Fr. 32.-- (vgl. Bg-

act. 5) erzielt, woraus ein monatlicher Bruttolohn von rund Fr. 5'830.-- 

(8.4 Arbeitsstunden [entspricht einer 42-Stunden-Woche] à Fr. 32.-- x 

21.7 Arbeitstage pro Monat [vgl. Art. 40a AVIV]) resultiert. Dass es dem 

Beschwerdeführer bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von rund 

Fr. 5'830.-- in finanzieller Hinsicht ohne Weiteres möglich gewesen wäre, 

sich vorübergehend − bis er eine neue Arbeitsstelle in der Nähe seines 

Wohnorts X._____ gefunden hätte − für Fr. 39.-- pro Nacht eine Unter-

kunft zu finanzieren, ist notorisch und bedarf keiner weitergehenden Aus-

führungen (vgl. zum Ganzen VGU S 09 104 vom 2. Dezember 2009 E. 5). 

An diesem Ergebnis vermag weder die Tatsache, dass es sich bei der 

dem Beschwerdeführer angebotenen Arbeitsstelle in Y._____ um eine be-

fristete Temporärstelle gehandelt hat, noch der Umstand, dass der Be-

schwerdeführer im Februar 2016 offenbar bereits eine andere Stelle in 

Z._____ ab April 2016 bis Ende November 2016 respektive unter Um-

ständen sogar bis Dezember 2016 in Aussicht gehabt hat, etwas zu än-

dern. Einerseits hätte der Beschwerdeführer gemäss Rückmeldung des 

privaten Stellenvermittlers in Y._____ nämlich mit Sicherheit die ganze 

Saison, d.h. sicherlich bis im Herbst 2016, arbeiten können (vgl. Bg-

act. 5). Anderseits handelt es sich auch bei der Stelle in Z._____, welche 

der Beschwerdeführer offenbar bereits im Februar 2016 in Aussicht ge-

habt hat und per 4. April 2016 auch angetreten hat, nicht um eine unbe-

fristete Anstellung, sondern genauso um eine befristete Stelle (vgl. die 

entsprechenden Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Replik 

vom 17. August 2016 S. 4 sowie den befristeten Arbeitsvertrag zwischen 

dem Beschwerdeführer und der D._____ vom 4. April 2016 [Bf-act. 12]). 

Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer die ihm angebotene Temporär-

stelle als C._____ in Y._____ ohne Weiteres kündigen können, sobald er 

definitiv eine andere Arbeit in der Nähe seines Wohnorts X._____ gefun-

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den hätte. Dementsprechend erweisen sich aber die beschwerdeführeri-

schen Einwände als unbegründet und sind abzuweisen. 

f) Nichts an diesem Ergebnis zu ändern vermag sodann die Tatsache, dass 

der Beschwerdeführer von Januar bis März 2016 offenbar einen Deutsch-

kurs besucht hat. Der Nichtantritt einer angebotenen Arbeitsstelle kann 

nämlich nicht mit dem Besuch eines Deutschkurses entschuldigt werden. 

Vielmehr muss ein nicht von der Arbeitslosenversicherung angewiesener 

Kursbesuch so organisiert werden, dass der Versicherte dem Arbeits-

markt uneingeschränkt zur Verfügung steht (vgl. VGU S 15 131 vom 

23. Februar 2016 E.5b). Im Übrigen wurde vorliegend auch in keiner Wei-

se nachgewiesen, dass der Besuch des erwähnten Deutschkurses für die 

vom Beschwerdeführer ab dem 4. April 2016 ausgeübte Tätigkeit erfor-

derlich gewesen sein soll. 

g) Zusammenfassend lässt sich nach dem Gesagten festhalten, dass kein 

Unzumutbarkeitsgrund vorgelegen hat und dem Beschwerdeführer die 

Annahme der ihm angebotenen Arbeitsstelle als C._____ in Y._____ hät-

te zugemutet werden können. Indem er diese Stelle abgelehnt hat, hat er 

seine Schadenminderungspflicht nach Art. 17 AVIG verletzt. Die Einstel-

lung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG 

erfolgte damit zu Recht. 

5. Zu prüfen bleibt, ob die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechti-

gung angemessen ist.

a) Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung nach dem Grad des Verschuldens, welches sich 

die versicherte Person vorwerfen lassen muss. Die Einstellung dauert ein 

bis 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem 

Verschulden und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 

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Abs. 3 AVIV). Bei der Festsetzung der Einstelldauer handelt es sich um 

eine typische Ermessensfrage (Urteil des Bundesgerichtes 8C_22/2008 

vom 5. März 2008 E.3.1), weshalb bei der Überprüfung durch das Verwal-

tungsgericht Zurückhaltung geboten ist. Es darf sein Ermessen nicht ohne 

triftige Gründe an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern 

muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche 

eine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen 

lassen (BGE 123 V 150 E.2).

b) Im vorliegenden Fall wurden die Einstelltage im Rahmen des Einsprache-

verfahrens von ursprünglich 37 auf 23 Tage reduziert, da der Beschwer-

deführer per 4. April 2016 eine andere Stelle angetreten hat, was zu sei-

ner Abmeldung vom Bezug von Arbeitslosenentschädigung per 3. April 

2016 geführt hat (vgl. der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Mai 

2016 E.4). Damit bewegt sich die Einstelldauer im mittleren Bereich des 

mittelschweren Verschuldens. Gründe, welche eine weitere Reduktion der 

Einstelltage rechtfertigen würden, sind keine ersichtlich, zumal sich der 

Beschwerdeführer − wie gesehen − vorhalten lassen muss, dass er eine 

zumutbare, befristete Arbeit nicht angetreten hat, was gemäss Art. 45 

Abs. 4 AVIV ein schweres Verschulden darstellt, welches grundsätzlich 

eine Einstelldauer von 31 bis 60 Tagen rechtfertigt. Unter Berücksichti-

gung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer, nachdem er die vorlie-

gend zur Diskussion stehende Arbeitsstelle nicht angetreten hat, per 

4. April 2016 eine andere Stelle als Belagsarbeiter angetreten hat, was zu 

seiner Abmeldung vom Bezug von Arbeitslosenentschädigung per 3. April 

2016 geführt hat, ist eine Einstellung für 23 Tage − auch unter Berück-

sichtigung der AVIG-Praxis ALE Rz. D72 Ziff. 2.A (gültig ab 1. Januar 

2016) − als den Umständen angemessen zu betrachten. 

6. a) Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen erweist sich der an-

gefochtene Einspracheentscheid vom 19. Mai 2016 als rechtens, was zur 

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vollumfänglichen Bestätigung desselben und zur Abweisung der dagegen 

erhobenen Beschwerde führt.

b) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das Verfahren vor dem kanto-

nalen Versicherungsgericht – ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger 

Prozessführung – gemäss Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Der obsiegen-

de Beschwerdegegner hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]