# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88fe6d85-f6bd-5492-b3c7-df362040ed34
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.01.2022 D-5496/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5496-2021_2022-01-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5496/2021  

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, 

Richterin Susanne Bolz; 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch Alexandre Mwanza, 

Migrant ARC-EN-CIEL, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Nichteintreten auf Mehrfachgesuch); 

Verfügung des SEM vom 6. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

 

D-5496/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-

scher Ethnie, suchte am 10. Februar 2016 in der Schweiz um Asyl nach. 

Mit Verfügung vom 6. Dezember 2018 stellte das SEM fest, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch 

ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Wegweisungsvollzug 

an. Auf die hiergegen erhobene Beschwerde vom 25. Januar 2019 trat das 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-462/2019 vom 30. Januar 2019 

nicht ein. 

A.b Mit Eingabe vom 4. Februar 2019 liess der Beschwerdeführer durch 

seinen vormaligen Rechtsvertreter beim SEM ein Mehrfachgesuch einrei-

chen. Das SEM stellte mit Verfügung vom 20. Februar 2019 erneut fest, 

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, lehnte 

sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Weg-

weisungsvollzug an. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde 

vom 22. März 2019 wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil  

D-1417/2019 vom 13. Mai 2019 ab.  

A.c Mit Eingabe vom 3. Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer beim SEM 

ein Wiedererwägungsgesuch ein. Dieses wies das SEM mit Verfügung vom 

12. Juli 2019 ab. Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

A.d In der Folge liess der Beschwerdeführer mit Eingabe eines neuen 

Rechtsvertreters vom 23. Juni 2021 ein "Qualifiziertes Wiedererwägungs-

gesuch eventualiter 2. Asylgesuch gemäss Art. 111c AsylG" einreichen. Mit 

Verfügung vom 19. Juli 2021 trat das SEM auf das Mehrfachgesuch nicht 

ein und ordnete die Wegweisung sowie den Wegweisungsvollzug an. Die-

se Verfügung erwuchs ebenfalls unangefochten in Rechtskraft. 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 1. Oktober 2021 liess der Beschwerdeführer durch 

den rubrizierten Rechtsvertreter beim SEM eine als "Demande d'asile mul-

tiple" bezeichnete weitere Eingabe einreichen. 

B.b Dabei liess er im Wesentlichen ausführen, er sei bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka aufgrund seiner exilpolitischen Tätigkeiten gefährdet. Na-

mentlich habe er eine Gedenkkundgebung, welche am (…) 2021 in 

B._______ stattgefunden habe, organisiert, an dieser teilgenommen und 

dort einen seit 2006 verschwundenen Kollegen vertreten. Er spiele eine 

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wichtige Rolle bei der Arbeit des (…), welches (…) werde. Aufgrund seines 

Engagements sei er ins (…) des (…) befördert worden und stehe dem (…) 

nahe. Mitläufer würden weder (…) aufgenommen noch dazu ausgewählt, 

eine verschwundene Person zu vertreten. Die sri-lankischen Behörden 

seien gut in der Lage, die Führungspersonen in weissen Hemden von ein-

fachen Mitläufern in der Menge zu unterscheiden. Im Weiteren seien seit 

den 1980er Jahren zahlreiche Personen in Sri Lanka Opfer von gewaltsa-

mem Verschwindenlassen durch die Behörden geworden. Bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka drohe ihm dasselbe Schicksal. Zudem sei er krank 

und seine Eltern seien alt und arm. Es gebe niemanden, der für seinen 

Lebensunterhalt und die medizinischen Behandlungen aufkommen würde. 

Der Wegweisungsvollzug sei deshalb unzumutbar. 

Der Eingabe lagen insbesondere diverse Beweismittel im Zusammenhang 

mit der exilpolitischen Tätigkeit des Beschwerdeführers, "(…)" vom (…) 

2021, ein USB-Stick mit zwei Videos sowie diverse Medienberichte bei. 

B.c Mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 – eröffnet am 15. Dezember 

2021 – trat das SEM auf das Mehrfachgesuch nicht ein, verfügte die Weg-

weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz, ordnete den Wegwei-

sungsvollzug an, wies das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten ab, 

erhob eine Gebühr in Höhe von CHF 600.– und lehnte den Antrag um wei-

tergehende Instruktionsmassnahmen, namentlich die Durchführung einer 

Anhörung und die Vornahme von Abklärungen über die Schweizerische 

Botschaft in Colombo, ab. 

C.  

Mit Eingabe vom 19. Dezember 2021 liess der Beschwerdeführer gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben 

und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das 

SEM sei anzuweisen, auf das Mehrfachgesuch einzutreten. In prozessua-

ler Hinsicht wurde beantragt, es sei festzustellen, dass der Beschwerde 

aufschiebende Wirkung zukomme, es sei die unentgeltliche Prozessfüh-

rung zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 20. Dezem-

ber 2021 den Eingang der Beschwerde. 

 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – 

in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 3 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerde-

führer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 

und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG hat die Eingabe von Asylgesuchen, die in-

nert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Asyl- und Wegweisungs-

entscheides eingereicht werden, schriftlich und begründet zu erfolgen. Der 

Beschwerdeführer hat am 10. Februar 2016 das erste Mal in der Schweiz 

um Asyl nachgesucht. Die Verfügung des SEM vom 6. Dezember 2018 er-

wuchs in Rechtskraft, nachdem das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil 

D-462/2019 vom 30. Januar 2019 auf die Beschwerde nicht eingetreten 

war. Die Eingabe vom 1. Oktober 2021 wurde vom SEM deshalb korrek-

terweise als Mehrfachgesuch entgegengenommen. 

4.  

Prüfungsgegenstand ist vorliegend die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht 

auf das neue Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Die 

Beschwerdeinstanz enthält sich – sofern sie den Nichteintretensentscheid 

als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung; sie 

hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu neuer Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 m.w.H.). 

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Seite 5 

5.  

Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel 

in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; Art. 21 

Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen Fällen 

auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 

AsylG). 

6.  

6.1 Asylgesuche, die innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des 

Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht werden, haben gemäss 

Art. 111c Abs. 1 AsylG schriftlich und begründet zu erfolgen. 

6.2 Kommt eine asylsuchende Person im Rahmen eines Mehrfachgesuchs 

ihrer Begründungspflicht offensichtlich nicht nach, hat die Behörde auch in 

Verfahren, in denen nicht ohnehin schon die speziellen Voraussetzungen 

der Art. 31a Abs. 1–3 AsylG vorliegen, die Möglichkeit, auf das Gesuch ge-

stützt auf Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht einzutre-

ten (vgl. BVGE 2014/39 E. 7.1). 

7.  

7.1 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung fest, Mehrfachgesuche 

müssten gehörig begründet sein, so dass die Behörde in der Lage sei, über 

das Gesuch entscheiden zu können, auch ohne dass sie die gesuchstel-

lende Person vorher anhöre. Sofern eine asylsuchende Person ihrer Be-

gründungspflicht nicht nachkomme, habe die Behörde gemäss Art. 111c 

Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG neben der formlosen Abschrei-

bung die Option, auf das Gesuch nicht einzutreten. Die Fotografien von der 

Teilnahme an der Gedenkkundgebung in B._______ und die Erläuterungen 

dazu würden nicht als Nachweis dafür taugen, dass der Beschwerdeführer 

ein hoher Exponent der sri-lankischen Diaspora sei, welcher von den hei-

matlichen Behörden als Gefahr für den Einheitsstaat Sri Lanka wahrge-

nommen werde. Bei näherer Betrachtung der Fotos sei nämlich festzustel-

len, dass das Engagement von allen darauf erkennbaren Personen als nie-

derschwellig zu bezeichnen sei. Dass der Beschwerdeführer effektiv Ver-

anstaltungen organisiert und in einer öffentlich wahrnehmbaren Weise Per-

sonen tamilischer Ethnie für Protestkundgebungen mobilisiert habe, gehe 

aus seiner umfassenden Eingabe hingegen nicht hervor. Es handle sich 

dabei um blosse Behauptungen. Letztlich vermöge er einzig nachzuwei-

sen, dass er an einer Veranstaltung präsent gewesen sei. Mitläufertätigkei-

ten von untergeordneter Bedeutung wie etwa das Tragen von Flaggen 

reichten für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht aus, da diese 

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Seite 6 

Tätigkeiten das Verfolgungsinteresse des tamilischen Staats nicht auszu-

lösen vermöchten. An dieser Feststellung vermöchten auch die weiter ein-

gereichten Internetauszüge mit Bildern und die aufgeführten Internetlinks 

nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer diese in keinen erkennba-

ren Zusammenhang mit seiner Person gestellt habe. Sodann würden die 

eingereichten Berichte zur aktuellen Situation in Sri Lanka und die einge-

reichte Namensliste keinen direkten Bezug zu ihm aufweisen. Dabei 

handle es sich nicht um neue Beweismittel, welche eine Neubeurteilung 

seiner konkreten Gefährdungslage rechtfertigen könnten. Zusammenfas-

send sei es ihm mit seiner Eingabe nicht gelungen, gehörig zu begründen, 

dass er aufgrund des Anlasses vom (…) 2021 in Sri Lanka als separatis-

tisch gesinnte Person, welche die LTTE im Ausland wiederzubeleben ver-

suche, gesucht werde. Weitere Instruktionsmassnahmen, wie die Durch-

führung einer Anhörung und die Vornahme weiterer Abklärungen über die 

schweizerische Botschaft in Colombo, seien angesichts der klaren Akten-

lage nicht angezeigt. Im Weiteren sei der Wegweisungsvollzug als zuläs-

sig, zumutbar und möglich zu erachten. Soweit der Beschwerdeführer da-

rauf verweise, er sei krank, seien seinem Gesuch keine weiteren Informa-

tionen zu seinem Gesundheitszustand und einer allfälligen medizinischen 

Behandlung zu entnehmen. 

7.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, im Mehrfachgesuch sei dar-

gelegt worden, dass der Beschwerdeführer an der Seite des (…) an einer 

grossen Gedenkkundgebung in B._______ teilgenommen habe. Fotos 

seien auf der (…) und auf Facebook veröffentlicht worden. Das Mehrfach-

gesuch sei begründet und das SEM habe den Sachverhalt unrichtig und 

unvollständig erstellt. Es stelle zu Unrecht auf das Profil des Beschwerde-

führers ab. Indem sich dieser mit in Sri Lanka ausgeschriebenen Personen 

gezeigt habe, habe er gegen das Dekret des sri-lankischen Verteidigungs-

ministeriums verstossen. Zudem habe er das Verbot der Gedenkveranstal-

tungen missachtet. Im Weiteren habe er vom (…) 2021 an Gedenktagen 

des (…) teilgenommen. Die Erwägungen des SEM seien unseriös. Es 

werde um einen Schriftenwechsel ersucht, damit das SEM seine bei der 

"näheren Betrachtung" angewandten Kriterien aufzeigen könne. Der Be-

schwerdeführer habe im Zusammenhang mit den Veranstaltungen mit 

C._______ zusammengearbeitet. Allein der Umstand, dass sich Letzterer 

mit dem Beschwerdeführer gezeigt habe, belege die Stellung, welche er 

(der Beschwerdeführer) innerhalb des (…) einnehme. Das SEM habe den 

Nichteintretensentscheid aufgrund einer unvollständigen Feststellung der 

relevanten Fakten getroffen. 

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Seite 7 

8.  

8.1 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung einleitend fest, unter 

welchen Umständen es ihm offenstehe, ein Mehrfachgesuch formlos ab-

zuschreiben oder auf ein solches nicht einzutreten. Im Anschluss zeigt es 

indessen hinsichtlich der exilpolitischen Tätigkeiten des Beschwerdefüh-

rers nicht auf, aus welchen Gründen es das vorliegende Gesuch als nicht 

ausreichend begründet erachtet. Vielmehr legt es im Rahmen einer rudi-

mentären materiellen Prüfung dar, weshalb es die neu vorgebrachten exil-

politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers als nicht flüchtlingsrechtlich 

relevant erachtet. 

8.2 Unter Hinweis auf die zusammengefasst wiedergegebenen Ausführun-

gen in der Eingabe vom 1. Oktober 2021 (vgl. Bst. B.b) ist das Mehrfach-

gesuch – zumindest – in Bezug auf die geltend gemachten exilpolitischen 

Tätigkeiten des Beschwerdeführers als gehörig begründet zu erachten. 

Davon scheint entgegen den Ausführungen in der angefochtenen Verfü-

gung auch das SEM ausgegangen zu sein, nachdem es sich in seinem 

Entscheid vom 6. Dezember 2021 materiell mit den diesbezüglichen Vor-

bringen des Beschwerdeführers auseinandersetzte. Damit bleibt kein 

Raum für einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG in 

Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG. 

9.  

Nach dem Gesagten ist das SEM zu Unrecht auf das Mehrfachgesuch vom 

1. Oktober 2021 nicht eingetreten und hat damit Bundesrecht verletzt 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Die angefoch-

tene Verfügung vom 6. Dezember 2021 ist aufzuheben und das SEM ist 

anzuweisen, auf das Mehrfachgesuch einzutreten und dieses – wie es dies 

in seinen Erwägungen im Ergebnis denn auch tut – auch formal materiell 

zu behandeln. 

10.  

Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in 

der Beschwerdeschrift einzugehen, weil sie Gegenstand des wiederaufzu-

nehmenden materiellen Verfahrens sein werden und das SEM sich damit 

zu befassen haben wird. 

11.  

Mit diesem Urteil sind die Anträge um Feststellung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses gegenstandslos geworden. 

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Seite 8 

12.  

12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gegen-

standslos geworden ist. 

12.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde 

keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendigen Partei-

kosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine 

VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine 

Parteientschädigung von Fr. 700.– (inkl. Auslagen) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 6. Dezember 2021 wird aufgehoben. Das 

SEM wird angewiesen, auf das Mehrfachgesuch vom 1. Oktober 2021 ein-

zutreten und dieses materiell zu behandeln. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 700.– auszurichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch 

 

 

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