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**Case Identifier:** 39a797f7-ebad-5a33-b785-dad24a6e581f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.10.2020 200 2020 364
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-364_2020-10-05.pdf

## Full Text

200 20 364 IV
JAP/COC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Oktober 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juli 2015 unter Hinweis auf Rücken- und Nackenschmer-
zen, Schlafprobleme, Albträume, Wiedererinnerungen, Ängste, Reizbarkeit 
sowie Nervosität bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV; Antwortbeilage [AB] 7). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen 
durch. Dabei veranlasste sie insbesondere eine interdisziplinäre (internisti-
sche, psychiatrische, orthopädische) Begutachtung durch die Fachärzte der 
C.________ (MEDAS; Gutachten vom 26. April 2017; AB 32.1). Nach 
mehrfacher Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; 
AB 34, 48, 65, 72, 86, 96, 101) stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 12. Februar 2020 (AB 107) bei einem ermittelten Invaliditäts-
grad (IV-Grad) von 20% die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. 
Damit zeigte sich der Versicherte nicht einverstanden und erhob Einwand 
(AB 110). Am 24. März 2020 verfügte die IVB wie im Vorbescheid an-
gekündigt und wies das Rentenbegehren ab (AB 112).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 19. Mai 2020 Beschwerde. Er beantragte die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache der gesetzlichen Leis-
tungen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2020 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 5. bzw. 6. August 2020 nahmen die Parteien zu den unpräjudiziellen 
Überlegungen des Instruktionsrichters in Bezug auf die versicherungsmäs-
sigen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs (vgl. prozessleitende Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 3

fügung vom 7. Juli 2020) Stellung, wobei der Beschwerdeführer zusätzliche 
Unterlagen ins Recht legte (Beschwerdebeilage [BB] 4 f.). 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. März 2020 
(AB 112). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerde-
führers. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429). Die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-Grades 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest-

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gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1). 

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2.6

2.6.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

2.6.2 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 
S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.

3.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 7

3.1.1 Dr. med. D.________, Praktische Ärztin, E.________, diagnostizier-
te im Bericht vom 31. August 2015 (AB 14) mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine Traumafolgestörung mit/bei Posttraumatischer Belastungs-
störung (PTBS) nach Folterungen und Gefangenschaft im … (ICD-10 
F43.1), mit Angst und depressiver Störung gemischt (ICD-10 F41.2) sowie 
mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) und einen 
Status nach Rückenoperationen (S. 2 Ziff. 1.1). Ferner attestierte sie vom 
14. bis 20. November 2014 eine 100%-ige, vom 16. Januar 2015 für vier 
Wochen eine 50%-ige, vom 1. März 2015 für acht Wochen eine 20%-ige 
und ab dem 26. Juni 2015 bis auf weiteres eine 40%-ige Arbeitsunfähigkeit 
(S. 4 Ziff. 1.6). Der Beschwerdeführer beklage Rückenschmerzen, 
Schlafstörungen, Müdigkeit, Vergesslichkeit, Konzentrationsmangel, Reiz-
barkeit, Misstrauen und Ängste. Er habe viele Wiedererinnerungen an die 
Vergangenheit und sei oft in Gedanken versunken (S. 3 Ziff. 1.4). Aufgrund 
der körperlichen Beschwerden könne er keine schweren Arbeiten aus-
führen. Die Leistung des Beschwerdeführers sei durch Konzentrations-
schwierigkeiten, Müdigkeit und Vergesslichkeit vermindert. Seine Überer-
regung mit erhöhter Verletzlichkeit sowie Misstrauen könne ihn bei den 
zwischenmenschlichen Beziehungen am Arbeitsplatz beeinträchtigen (S. 4 
Ziff. 1.7).

Im Verlaufsbericht vom 21. Oktober 2016 (AB 27) bestätigte Dr. med. 
D.________ die zuvor gestellten Diagnosen und bezeichnete den Gesund-
heitszustand als stationär (S. 2). Ferner attestierte sie ab April 2016 eine 
50%-ige Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer benötige wegen den 
Rückenschmerzen einige Zwischenpausen bei der Arbeit. Die 
Schlafstörungen und die Müdigkeit schränkten die Aufmerksamkeit und die 
Konzentrationsfähigkeit ein. Aufgrund der PTBS reagiere der Beschwerde-
führer in Situationen, bei welchen er einen Druck verspüre, oft mit Angst 
und nachfolgend mit Wut, was sich in zwischenmenschlichen Beziehungen 
negativ auswirken und zu Konflikten am Arbeitsplatz führen könne (S. 3).

3.1.2 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 26. April 2017 
(AB 32.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine PTBS (ICD-
10 F43.1), ein chronisches Lumbovertebralsyndrom und eine geringe Cox-
arthrose beidseits diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 8

führten die Gutachter einen Diabetes mellitus Typ II, eine arterielle Hyper-
tonie und eine Leberwerterhöhung unklarer Ätiologie an (S. 10 Ziff. 5). 

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei 
durch den langjährigen Gefängnisaufenthalt mit Folter belastet und trauma-
tisiert worden. Er habe sich sozial zurückgezogen. Es träten wiederholt 
Gefühle von Depressivität, Leere, Suizidgedanken und Bedrohtheit auf. Es 
bestünden zudem ängstliche und misstrauisch-paranoide Persönlichkeits-
züge. Der Beschwerdeführer leide unter massiven Durchschlafstörungen 
mit Albträumen. Die beschriebene Persönlichkeitsänderung sei als Folge 
dieser Extrembelastung zu werten. Entgegen Dr. med. D.________ könne 
die Diagnose einer Angst und depressiven Störung gemischt nicht gestellt 
werden, da die depressive und Angstsymptomatik im Zusammenhang mit 
der PTBS zu sehen sei und somit keine eigenständige Diagnose bilde. 
Auch die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung kön-
ne nicht gestellt werden. Vielmehr liege den Schmerzen eine somatische 
Ursache zugrunde (AB 32.1 S. 11 Ziff. 6.1). Aufgrund der PTBS habe der 
Beschwerdeführer Mühe, über einen längeren Zeitraum zwischenmenschli-
che Kontakte in angemessener Weise aufrechtzuerhalten. Es bestehe eine 
mindestens mittelgradige, teilweise schwergradige Einschränkung der 
Selbstbehauptungs-, Kontakt- und Gruppenfähigkeit. Bei nicht vertrauten 
zwischenmenschlichen Kontakten oder im Alltags- und Berufsleben müsse 
er eine erhebliche psychische Energie aufbringen, um traumaassoziierte 
Ängste kontrollieren zu können. Die Durchhaltefähigkeit, Flexibilität und 
Umstellungsfähigkeit seien mindestens mittelgradig beeinträchtigt. Zudem 
bestünden eine herabgesetzte Stresstoleranz, ein rasch aktivierbares Miss-
trauen sowie eine erhöhte Kränkbarkeit und Reizbarkeit (S. 12 Ziff. 6.2). 
Die von Dr. med. D.________ attestierten Arbeitsunfähigkeiten seien plau-
sibel. Aktuell bestehe in der aktuellen und einer angepassten Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 50% (AB 32.2 S. 13 Ziff. 6.7). Die Prognose hinsicht-
lich einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei bei der komplexen und 
schweren PTBS mit Hinweisen auf Persönlichkeitsänderung nach jahrelan-
ger Inhaftierung und Folter mit grosser Skepsis zu stellen (S. 14 Ziff. 6.8). 

Aus somatischer resp. orthopädischer Sicht bestünden ein chronisches 
Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 9

eine beginnende Coxarthrose beidseits. Die muskuloskelettale Belastbar-
keit sei durch die degenerativen Veränderungen mit dazu passenden sub-
jektiven Beschwerden reduziert (AB 32.1 S. 11 Ziff. 6.1). Der Beschwerde-
führer könne nicht mehr dauerhaft vornübergebeugt verharren, keine 
Zwangspositionen über längere Zeit einnehmen und keine langen Weg-
strecken (gesamthaft 5 km) zurücklegen. Zudem sei es ihm nicht mehr zu-
zumuten, nur sitzend, stehend oder gehend zu arbeiten oder Gewichte 
über 10 kg zu tragen (AB 32.1 S. 12 Ziff. 6.2; AB 32.3 S. 7 Ziff. 6.2). Leichte 
körperliche Arbeiten seien dem Beschwerdeführer hingegen zumutbar. Zur 
Vermeidung der Exazerbation der Beschwerden im Bereich der Lendenwir-
belsäule und des Iliosakralgelenks/der Hüfte bestehe dabei ein vermehrter 
Pausenbedarf über den Tag. Für eine solche leichte adaptierte körperliche 
Tätigkeit, worunter auch die angestammte Tätigkeit als … falle, bestehe 
eine Arbeitsfähigkeit von 80% (AB 32.3 S. 8 Ziff. 6.6.1). 

Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass in der 
aktuell ausgeübten Tätigkeit als … namentlich aufgrund der bestehenden 
PTBS eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe. In einer angepass-
ten Tätigkeit (mit interaktionell einfachem Arbeitsumfeld ohne traumaasso-
ziierte Reize, mit der Möglichkeit, Konflikte am Arbeitsplatz weitgehend zu 
vermeiden, ohne schwere und mittelschwere körperliche Arbeiten, ohne die 
Notwendigkeit, Lasten über 10 kg zu tragen oder zu heben, ohne die Not-
wendigkeit, dauerhaft vorübergebeugt in einer Zwangsposition zu arbeiten, 
mit vermehrtem Pausenbedarf über den Tag) bestehe ebenfalls eine Ar-
beitsfähigkeit von 50% (AB 32.1 S. 13 Ziff. 6.6).

3.1.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ (nach eigenen Angaben 
Fachärztin für Neuropsychiatrie; weder im Medizinalberuferegister noch im 
FMH-Index verzeichnet) bestätigte im Bericht vom 17. Juli 2017 (AB 34) die 
im Gutachten gestellte Diagnose einer PTBS. Gestützt auf die bestehenden 
schweren und kaum reversiblen psychischen Störungen sei die attestierte 
50%-ige Arbeitsfähigkeit schlüssig und nachvollziehbar (S. 4). 

3.1.4 Dr. med. D.________ bezeichnete den Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers im Verlaufsbericht vom 3. Januar 2018 (AB 46) weiter-
hin als stationär. Dabei bestätigte sie weitestgehend die zuvor gestellten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 10

Diagnosen, die festgestellten Einschränkungen sowie die seit April 2016 
attestierte 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 und S. 4).

Im Verlaufsbericht vom 24. September 2018 (AB 55) attestierte Dr. med. 
D.________ eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wobei sich 
in der Diagnosestellung keine Änderung ergeben habe. Atemschwierigkei-
ten hätten zu einer notfallmässigen Hospitalisation geführt (S. 2). Bezüglich 
den bestehenden psychischen Einschränkungen wiederholte die Ärztin die 
bisherigen Angaben. Die körperlichen Beschwerden hätten zugenommen. 
Dem Beschwerdeführer sei höchstens ein Arbeitspensum von 50% zumut-
bar (S. 4).

3.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. J.________, Fachärztin für Neurologie und 
für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 3. De-
zember 2018 (AB 65) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine andau-
ernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) mit 
Status nach PTBS (ICD-10 F43.1) sowie ein chronisches Lumbovertebral-
syndrom. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie namentlich 
psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide, aktuell Substitution 
durch Subutex (ICD-10 F11.2), einen Status nach Laryngopharyngitis und 
einen Status nach hyperaktivem Delir multifaktorieller Genese auf (S. 6). 
An einer Traumatisierung des Beschwerdeführers durch Inhaftierung und 
Folterungen im …, an einer folgenden PTBS und der zunehmend imponie-
renden andauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung werde 
nicht gezweifelt. Hinweise für eine Aggravation oder gar Simulation ergä-
ben sich nicht. Die angestammte Tätigkeit als … sei dem Beschwerdefüh-
rer keinesfalls zumutbar. Das im MEDAS-Gutachten von April 2017 formu-
lierte Zumutbarkeitsprofil gelte weiterhin. Zusätzlich bestünden folgende 
psychiatrisch bedingten Einschränkungen: kein Zeitdruck, keine häufig 
wechselnden Arbeitszeiten, keine Verantwortung für Personen, kein An-
spruch an die Konfliktfähigkeit, kein Anspruch an die Umstellungs- und An-
passungsfähigkeit, keine Tätigkeit mit repräsentativen Aufgaben, keine 
Tätigkeit mit der Notwendigkeit der ununterbrochenen sozialen Kontakt-
fähigkeit, mit der Möglichkeit zur ausreichenden selbstgewählten Pausen 
(S. 7).

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3.1.6 Nachdem beim Beschwerdeführer bereits am 7. November 2018 
eine diagnostische glenohumerale Infiltration Schulter links durchgeführt 
worden war (AB 81 S. 6), fand am 27. Februar 2019 aufgrund einer dia-
gnostizierten symptomatischen SLAP-Läsion Typ II links eine Schulter-
arthroskopie links mit intraartikulärem Débridement, eine Tenotomie der 
langen Bizepssehne und Refixation des superioren Labrums links statt 
(AB 84 S. 1; 88 S. 2). Im Bericht des Ambulatoriums der Orthopädie Son-
nenhof vom 15. April 2019 (AB 88 S. 2) wurde bezüglich der klinischen 
Verlaufskontrolle sechs Wochen postoperativ festgehalten, der Beschwer-
deführer berichte noch über relevante Restbeschwerden im Bereich der 
gesamten Schulter. Es bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bei ins-
gesamt 20%-iger Arbeitstätigkeit.

Im weiteren Verlauf wurde im Bericht vom 13. Juni 2019 (AB 93 S. 2) fest-
gehalten, dreieinhalb Monate postoperativ zeige sich eine symmetrische 
Schulterbeweglichkeit mit noch gewissen Restbeschwerden, welche ver-
mutlich auf eine subakromiale Reizung zurückzuführen sei. Die präoperativ 
bestandenen Schmerzen seien jedoch gemäss Angaben des Beschwerde-
führers weg. Es wurde eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert. 

3.1.7 Im Bericht des Spitals G.________ vom 11. August 2019 (99 S. 3 f.) 
wurden eine Kniekontusion rechts mit Bursahämatom und eine Hüftkontu-
sion rechts mit Hämatom gluteal diagnostiziert. Der Beschwerdeführer sei 
im Seilpark vom Seil gerutscht und auf das rechte Knie und die rechte Hüf-
te/Gesäss gestürzt aus ca. Körperhöhe. Er leide nun an Schmerzen über 
dem rechten Knie und im Gesäss rechts (S. 3). Es wurde vom 12. bis am 
18. August 2019 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (S. 4). 

3.1.8 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im 
Bericht vom 15. November 2019 (AB 101) chronisch wiederkehrende Lum-
balgien und Lumboischialgien linksbetont, eine beginnende Coxarthrose 
beidseits, einen Status nach Schulterprellung links mit AC (Akromioklaviku-
largelenk) Arthropathie und SLAP-Läsion Typ II arthroskopisch saniert im 
Februar 2019 sowie einen Status nach Hüft- und Knieprellung rechts im 
August 2019. Das orthopädische Gutachten von April 2017 sei schlüssig 
und in seinen Einschätzungen nachvollziehbar. Die Verletzung der linken 

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Schulter sei ausgeheilt. Die in diesem Zusammenhang attestierte Arbeits-
unfähigkeit sei nachvollziehbar. Am 13. Juni 2016 sei betreffend die linke 
Schulter wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit erreicht worden. Dauerhaft 
resultiere diesbezüglich keine zusätzliche leistungsmindernde Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes im versicherungsmedizinischen Sinn. 
Gleiches gelte für die Prellung von Hüfte und Knie im Augst 2019. Das Zu-
mutbarkeitsprofil, welches im orthopädischen Gutachten von April 2017 
formuliert worden sei, habe weiterhin Bestand (S. 3). 

3.1.9 Im Bericht des Spitals I.________ vom 28. Februar 2020 (AB 113 
S. 3 f.) wurde ein Malum perforans Fuss beidseits bei diabetischer Poly-
neuropathie diagnostiziert. Der Beschwerdeführer leide seit einiger Zeit an 
Schmerzen an beiden Fusssohlen. Hier hätten sich ausgeprägte Hyperke-
ratosen entwickelt. Es wurden eine podologische Behandlung und varisie-
rende Einlagen verordnet (S. 3)

3.1.10 Im – im Beschwerdeverfahren eingereichten – Bericht vom 15. Mai 
2020 (BB 3) führte Dr. med. D.________ aus, ihre psychiatrische Beurtei-
lung der Störung (PTBS) sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus 
psychischen Gründen (50%) sei im psychiatrischen Fachgutachten der 
MEDAS bestätigt worden. Aufgrund der verschiedenen Beschwerden und 
Schmerzen halte sie zudem an der ursprünglichen Diagnose einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) fest. Es gelte jedoch anzumerken, dass der Beschwerdeführer seit 
seiner Rückenoperation ständig wegen Schmerzen unter Behandlung mit 
Opiaten (Tramadol) gestanden habe und die Schmerzproblematik dadurch 
stark gedämpft worden sei. Das Schmerzerleben des Beschwerdeführers 
sei gestört, was mit den Folgen seiner Folterungen und dissoziativen Zu-
ständen in Verbindung stehe (S. 2). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 13

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die MEDAS-Gutachter haben sich in ihren ärztlichen Beurteilungen 
in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen 
Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchun-
gen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 
zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das in-
terdisziplinäre Gutachten vom 26. April 2017 (AB 32.1) – samt den diesbe-
züglichen Teilgutachten – die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderun-
gen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (BGE 125 
V 351 E. 3b bb S. 353). Auf dieses Gutachten ist – wie nachfolgend darge-
legt wird – prinzipiell abzustellen (vgl. aber E. 3.5.3 hiernach).

3.4 In somatischer Hinsicht haben die MEDAS-Gutachter einlässlich 
begründet, dass der Beschwerdeführer aufgrund des bestehenden chroni-
schen Lumbovertebralsyndroms und der geringen Coxarthrose beidseits 
sowohl in der bisherigen Tätigkeit als … als auch in einer angepassten 
Tätigkeit (ohne schwere und mittelschwere körperliche Arbeiten, ohne die 
Notwendigkeit, Lasten über 10 kg zu tragen oder zu heben, ohne die Not-
wendigkeit, dauerhaft vorübergebeugt in einer Zwangsposition zu arbeiten, 
mit vermehrtem Pausenbedarf über den Tag) zu 80% arbeitsfähig ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 14

(AB 32.1 S. 10 Ziff. 5.1 und S. 13 Ziff. 6.6 f., 32.3 S. 6 Ziff. 5 und S. 8 f. 
Ziff. 6.6). Diese Beurteilung ist nicht nur in sich nachvollziehbar und über-
zeugend, sondern sie wurde im weiteren Verlauf durch den RAD-Arzt 
Dr. med. H.________ bestätigt (Bericht vom 15. November 2019; AB 101 
S. 3). Darauf ist abzustellen. Eine davon divergierende medizinische (so-
matische) Beurteilung findet sich nicht.

Hinsichtlich des Verlaufs des somatischen Gesundheitszustandes geht aus 
den Akten hervor, dass sich der Beschwerdeführer nach der Begutachtung 
diversen operativen Eingriffen unterzogen hat (12. September 2018: 
Pharyngolaryngoskopie mit Abszessspaltung Vallecula links [AB 99 S. 9 f.]; 
7. November 2018: diagnostische glenohumerale Infiltration Schulter links 
[AB 81 S. 6], 27. Februar 2019: Schulterarthroskopie links mit intraarti-
kulärem Débridement, Tenotomie der langen Bizepssehne und Refixation 
des superioren Labrums links [AB 84 S. 1, 88 S. 2, 113 S. 9 f.]; 7. Mai 
2019: Nasenseptumplastik, inferiore Thermoconchotomie [AB 99 S. 5 f.]). 
Der RAD-Arzt Dr. med. H.________ hat sich im Bericht vom 15. November 
2019 (AB 101 S. 3) mit diesen Eingriffen auseinandergesetzt und schlüssig 
dargelegt, dass einzig die erfolgte Schulteroperation während der Rekonva-
leszenz vom 27. Februar bis 12. Juni 2019 zu einer vorübergehenden 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit führte. Ab dem 13. Juni 2019 attestierte er 
diesbezüglich wiederum eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Diese Be-
urteilung steht im Einklang mit derjenigen im Bericht der Orthopädie Son-
nenhof vom 13. Juni 2019 (AB 93 S. 2), in welchem ab diesem Zeitpunkt 
ebenfalls eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Eine anderweitige 
wesentliche Veränderung des somatischen Gesundheitszustandes ist nicht 
ausgewiesen. Im Zusammenhang mit der Prellung von Hüfte und Knie im 
August 2018 (AB 99 S. 3 f.) verneinte der RAD-Arzt Dr. med. H.________ 
eine relevante Leistungsminderung (AB 101 S. 3). Zudem führen die im 
Rahmen einer diabetischen Polyneuropathie aufgetretenen Fussprobleme 
(Malum performs beidseits; AB 113 S. 3 f.) unbestrittenermassen höchs-
tens insoweit zu einer qualitativen Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils, 
als längeres Stehen vermieden werden sollte (vgl. AB 110 S. 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 15

3.5

3.5.1 Aus psychiatrischer Sicht wurde im Gutachten unter Beizug der 
klassifikatorischen Vorgaben der ICD-10 (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285 f.) 
– namentlich auch in Bezug auf das Belastungskriterium (AB 32.2 S. 5; 
S. 10 Ziff. 6.1; vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Januar 
2020, 9C_548/2019, E. 6.3.1) – einlässlich begründet, dass der Beschwer-
deführer an einer PTBS leidet und dass in der bisherigen wie auch in einer 
angepassten Tätigkeit (mit interaktionell einfachem Arbeitsumfeld ohne 
traumaassoziierte Reize, mit der Möglichkeit Konflikte am Arbeitsplatz 
weitgehend zu vermeiden) eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit besteht (AB 32.2 
S. 9 Ziff. 5.1 und S. 13 f. Ziff. 6.7; 32.1 S. 13 Ziff. 6.7). Diese Beurteilung ist 
nicht nur nachvollziehbar und überzeugend, sondern sie steht auch im Ein-
klang mit derjenigen der behandelnden Dr. med. D.________ (AB 14, 27, 
46, 55; BB 3) und wurde im weiteren Verlauf durch die RAD-Ärztin Dr. med. 
F.________ bestätigt (AB 34 S. 4). Darauf ist – zumindest aus diagnosti-
scher Sicht – abzustellen. Daran ändert nichts, dass Dr. med. D.________ 
– neben der PTBS – eine Angst und depressive Störung gemischt und eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert hat (AB 14 S. 2 
Ziff. 1.1, 27 S. 2 Ziff. 3). Denn die MEDAS-Psychiaterin hat sich in ihrer 
Beurteilung mit diesen beiden Diagnosen auseinandergesetzt und einläss-
lich dargelegt, weshalb diese nicht zu erheben sind (AB 32.1 S. 11 Ziff. 6.1, 
32.2 S. 13 Ziff. 6.6). Soweit die RAD-Ärztin Dr. med. J.________ in ihrem 
Bericht vom 3.  Dezember 2018 (AB 65) ausführte, dass die PTBS mittler-
weile in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung 
übergegangen und die angestammte Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar 
sei, vermag dies die Beurteilung der MEDAS-Psychiaterin ebenfalls nicht in 
Zweifel zu ziehen, da bereits Letztere diese Entwicklung des psychischen 
Gesundheitszustandes differentialdiagnostisch in Betracht gezogen hatte 
(AB 32.2 S. 9 Ziff. 5.1). Darüber hinaus erachtete die RAD-Ärztin Dr. med. 
J.________ das im MEDAS-Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil nach 
wie vor als massgebend, wobei sie es um zusätzliche spezifische Anforde-
rungen ergänzte (AB 65 S. 7). 

3.5.2 Bezüglich der diagnostizierten PTBS sind vorab die – von den Par-
teien unbestrittenen (vgl. Eingaben vom 5. und 6. August 2020; BB 4) – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 16

versicherungsmässigen Voraussetzungen (vgl. Art. 6 IVG und Rz. 1040 ff. 
des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] 
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) zu 
prüfen, zumal aufgrund der Akten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der 
Beschwerdeführer im Juni 2009 mit der PTBS-Symptomatik in die Schweiz 
einreiste und der Versicherungsfall damals bereits eingetreten war (vgl. 
diesbezüglich bereits die Ausführungen in der prozessleitenden Verfügung 
vom 7. Juli 2020). Diesbezüglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, 
dass der Beschwerdeführer selbst in seiner Ausbildung zum … nur teilzeit-
lich tätig war (inkl. Schule; AB 50 S. 5) und damit nie in einem Rahmen 
gearbeitet hat, der vollschichtig war. Dies spricht für ein Eintreten der 
PTBS-Symptomatik vor der Einreise in die Schweiz. Dr. med. D.________ 
hat denn auch im Bericht vom 15. Mai 2020 (BB 3) ausgeführt, den Be-
schwerdeführer sehr früh nach der ersten Arbeitsaufnahme behandelt zu 
haben. Der Ausbruch der PTBS legte sie dabei auf den Zeitpunkt des Ge-
fängnisaufenthalts (S. 8). In der Stellungnahme vom 20. Juli 2020 änderte 
die Ärztin ihre diesbezügliche Haltung und sprach von einem verzögerten 
Ausbruch der PTBS (BB 4 S. 1). 

Letztlich muss die Frage, ob die PTBS-Symptomatik bei der Einreise in die 
Schweiz im Juni 2009 bereits vorbestanden hat, nicht abschliessend beur-
teilt werden, da selbst bei Bejahung der versicherungsmässigen Voraus-
setzungen kein Rentenanspruch besteht (vgl. E. 3.6 hiernach).

3.5.3 Soweit die MEDAS-Psychiaterin aufgrund der bestehenden PTBS 
sowohl in der bisherigen Tätigkeit als … wie auch in einer angepassten 
Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert hat 
(AB 32.2 S. 9 Ziff. 5.1 und S. 13 f. Ziff. 6.7; 32.1 S. 13 Ziff. 6.7), ist deren 
rechtliche Ausgewiesenheit nach Massgabe der einschlägigen Indikatoren 
zu prüfen (vgl. E. 2.2 hiervor): 

Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass hier keine Ausschlussgründe in 
Sinne der höchstrichterlicher Rechtsprechung vorliegen (BGE 141 V 281 
E. 2.2 S. 287 f. unter Hinweis auf BGE 131 V 49). Insbesondere finden sich 
in den Akten keine Hinweise für eine Aggravation oder Simulation (AB 32.1 
S. 12 Ziff. 6.5, 32.2 S. 12 Ziff. 6.5, 32.3 S. 8 Ziff. 6.5, 65 S. 7). Im Rahmen 
der Kategorie "funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 17

ist zunächst der Komplex "Gesundheitsschädigung" zu beurteilen (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Zum Indikator Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde und Symptome ist festzuhalten, dass die Fle-
xibilität und Umstellfähigkeit sowie die Durchhaltefähigkeit mindestens mit-
telgradig und sämtliche interaktions-assoziierten Fähigkeiten (zur Selbst-
behauptung, zum Kontakt mit Dritten, zu Tätigkeiten in Gruppen) mindes-
tens mittelgradig, bis unter schwierigen Bedingungen schwergradig gestört 
sind. Insgesamt sind die Stress- und Frustrationstoleranz krankheitsbedingt 
erheblich herabgesetzt (AB 32.2 S. 12 Ziff. 6.2; vgl. auch AB 46 S. 4 und S. 
10 f.). Unter Berücksichtigung dieser Befunde ist die psychische Störung 
gemäss der Gutachterin als mittel- bis zuweilen schwergradig zu qualifizie-
ren (AB 32.2 S. 11 Ziff. 6.1 unten). Dabei ist berücksichtigt, dass es dem 
Beschwerdeführer während seiner Ausbildung zum … möglich war, mit den 
öffentlichen Verkehrsmitteln nach … zu pendeln, ist doch insbesondere 
nicht ersichtlich, dass bzw. inwiefern hierzu ein Überwinden seiner Men-
schenscheue erforderlich war. Zudem wären interpersonelle Kontakte im 
Zug oder Bus – die im Übrigen auch vermieden werden könnten – nach 
gutachterlicher Einschätzung tolerabel, solange sie keinerlei Assoziationen 
zum Trauma, keinen Stress und keinen Widerstand hervorrufen (AB 32.2 
S. 12 Ziff. 6.2). Dem Beschwerdeführer kann im Zusammenhang mit der 
nunmehr knapp bestandenen Ausbildung zum … (AB 110 S. 1; BB 3 S. 6) 
durchaus ein gewisser Durchhaltewillen attestiert werden (Beschwerdeant-
wort S. 3 Ziff. 6). Betreffend den Indikator „Behandlungs- und 
Eingliederungserfolg oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) 
ist zu bemerken, dass die seit 2013 etablierte Behandlung im Ambulatorium 
E.________ gutachterlicherseits als angemessen bezeichnet wurde 
(AB 32.2 S. 14 Ziff. 6.8). Ferner wurde trotz Therapieadhärenz eine eher 
negative Prognose gestellt (AB 32.1 S. 14 Ziff. 6.8, 32.2 S. 14 Ziff. 6.8). 
Damit liegen weder eine Behandlungs- noch eine Eingliederungsresistenz 
vor. Als massgebende somatische Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.) bestehen ein chronisches Lumbovertebralsyndrom, eine beidsei-
tige Coxarthrose sowie neu hinzugetretene Fussbeschwerden, die sich 
ressourcenhemmend auswirken (AB 32.1 S. 10 Ziff. 5.1, 113 S. 3). Die 
MEDAS-Psychiaterin zeigte zudem auf, dass die bestehende Schmerz-
symptomatik weitgehend durch die orthopädische Problematik zu erklären 
ist und lediglich allfällig nicht begründbare Restsymptome unter die (kom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 18

plexe) PTBS zu subsumieren sind (AB 32.2 S. 13 Ziff. 6.6). Vor diesem 
Hintergrund liegen nicht bloss als diagnostisch unterschiedlich erfasste 
Varianten derselben Entität mit identischen Symptomen vor, was eine Ko-
morbidität ausschlösse (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 301). Vielmehr ist 
das Bestehen einer psychischen Komorbidität zu bejahen. 

Betreffend den Komplex "Persönlichkeit" (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
ist festzuhalten, dass anlässlich der Exploration kein Anhalt für Störungen 
des inhaltlichen Denkens, der Wahrnehmung oder des Ich-Erlebens be-
stand. Zudem waren Phobien oder Zwänge im psychopathologischen Sin-
ne nicht eruierbar (AB 32.2 S. 8 Ziff. 4.1). Jedoch besteht seit der achtjähri-
gen Haft und Folter in … Gefängnissen eine Persönlichkeit mit ängstlichen 
und misstrauisch-paranoiden Persönlichkeitszügen (AB 32.1 S. 11 Ziff. 6.1, 
32.2 S. 9 Ziff. 4.1 und S. 12 Ziff. 6.4). Die PTBS ist zudem gemäss der Ein-
schätzung der MEDAS-Psychiaterin (differentialdiagnostisch; AB 32.2 S. 9 
Ziff. 5.1) und der RAD-Ärztin Dr. med. J.________ (AB 65 S. 6 f.) in eine 
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung übergegan-
gen, was per definitionem spezifische Persönlichkeitsauffälligkeiten vor-
aussetzt (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifika-
tion psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische 
Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 286 f.).

Bettreffend den Komplex "sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303) geht aus dem MEDAS-Gutachten hervor, dass sich der Lebensstil 
des Beschwerdeführers seit seiner Inhaftierung gewandelt habe. So sei er 
vorher ein ausgesprochen sozial aktiver, geselliger und initiativer Student 
gewesen (AB 32.2 S. 9 Ziff. 4.1). Nunmehr pflegt er zu seinen Nachbarn 
keinen engen Kontakt. Jedoch hat er Kontakt zu anderen Personen 
(AB 32.1 S. 5 Ziff. 3.1). Die Familie verfügt über Freunde, die sie treffen, 
darüber hinaus war der Beschwerdeführer – zumindest noch im Explorati-
onszeitpunkt (vgl. aber Beschwerde S. 6 oben) – in einer Gruppe von Men-
schenrechtsaktivisten tätig, wobei man sich in einer Kirche im Quartier traf 
und auch ab und zu zusammen kochte (AB 32.2 S. 6 Ziff. 3.4). Auch durch 
sein Engagement im Sportverein ergaben sich Beziehungen (AB 61 S. 4). 
Bei der Arbeit als … soll er meist alleine sein (BB 3 S. 8). Insbesondere 
durch das familiäre Umfeld hält der Lebenskontext des Beschwerdeführers 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 19

gewisse (mobilisierbare) Ressourcen bereit, er bekundet aber deutliche 
Mühe, zwischenmenschliche Kontakte über einen längeren Zeitraum in 
angemessener Weise aufrecht zu halten; es besteht eine Tendenz zur 
Vermeidung von emotionaler Nähe und sozialem Rückzug (AB 32.1 S. 8 
Ziff. 4.2, 32.2 S. 9 Ziff. 4.1).  

In der Kategorie "Konsistenz" in Bezug auf die Einschränkung des Akti-
vitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) sind hingegen deutliche Ungleichmässigkeiten ersichtlich. Zwar 
kam die MEDAS-Psychiaterin zum Schluss, dass das Aktivitäts- und Leis-
tungsniveau in allen vergleichbaren Lebensbereichen (Alltag, Freizeit, Be-
ruf) gleichmässig reduziert sei (AB 32.2 S. 12 Ziff. 6.5). Aus dem MEDAS-
Gutachten geht jedoch hervor, dass der Beschwerdeführer diverse Frei-
zeitaktivitäten ausübt. So liest er Bücher, malt, hört gerne Musik, spielt ge-
legentlich … und geht gerne spazieren. Ferner hilft er der Ehefrau den 
Haushalt zu erledigen (AB 32.1 S. 5 Ziff. 3.1, 32.2 S. 7 Ziff. 3.4). Er war 
auch schon in einem … (AB 99 S. 3 f.) und engagierte sich in einem Sport-
verein (AB 61 S. 4). Zudem besteht eine erhebliche Verkehrsfähigkeit (Zu-
greisen; vgl. hierzu bereits E. 3.5.3 vorstehend). Darüber hinaus war der 
Beschwerdeführer in der Lage, seine Ausbildung zu 50% während dreier 
aufeinander folgender Tage (Montag bis Mittwoch) zu absolvieren (AB 32.2 
S. 2 lit. d). Der dokumentierte Tagesablauf (AB 32.1 S. 7 Ziff. 3.2.1, 32.2 
S. 7 Ziff. 3.4) und das geschilderte Aktivitätsniveau sind somit mit der attes-
tierten Teilarbeitsfähigkeit von 50% nicht vereinbar. Diesbezüglich ist dar-
auf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer selber angegeben hat, er 
könne sich vorstellen, auch mehr als die aktuellen 50% zu arbeiten. Dass 
er so reduziert arbeite, hänge mit dem Pendeln zusammen (AB 32.1 S. 8 
Ziff. 3.4). Mit der Aufnahme seiner Tätigkeit als … Mitte April 2017 zu ei-
nem Pensum von 20% (AB 64 S. 2), welche er damit während einer be-
schränkten Zeit parallel zur seiner Ausbildung zum … ausübte, hat der Be-
schwerdeführer im Übrigen den Tatbeweis erbracht, dass er über ein höhe-
res Leistungsvermögen als die attestierte Teilarbeitsfähigkeit von 50% ver-
fügt. Daran ändert nichts, dass ihm diese kirchliche Tätigkeit aus Wohlwol-
len angeboten wurde (AB 120 S. 28). Schliesslich bleibt festzuhalten, dass 
sich die MEDAS-Psychiaterin bei der attestierten 50%-igen Arbeitsunfähig-
keit auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt hat 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 20

("plausibel berichtet, dass er mit seinem aktuellen 50%-Pensum […] an die 
Grenzen seiner Konzentrations- und Durchhaltefähigkeit gelangt"; AB 32.2 
S. 13 Ziff. 6.6), welche aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht jedoch 
nicht massgebend sind. Ebenfalls berücksichtigte Dr. med. D.________ bei 
der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit invaliditätsfremde Aspekte ("wir ha-
ben dem Patienten immer 50% Arbeitsfähigkeit attestiert, auch um seine 
Ambitionen und den Nachholbedarf der durch Gefängnisaufenthalt ver-
passten Jugendjahre zu ermöglichen"; BB 4 S. 3). 

Demnach lassen die zu berücksichtigenden Indikatoren nicht den Schluss 
auf invalidisierende Funktionseinbussen im rechtlichen Sinne zu. Zwar 
sprechen einige Standardindikatoren in der Kategorie "funktioneller Schwe-
regrad" für eine gewisse Ressourcenhemmung, die auffälligen Unregel-
mässigkeiten in der Kategorie "Konsistenz" mit dem mit der attestierten 
Restarbeitsfähigkeit unvereinbaren Aktivitäts- und Leistungsniveau, der 
normalen Verkehrsfähigkeit und der divergierenden Selbsteinschätzung 
des Beschwerdeführers, überwiegen in der Gesamtbetrachtung jedoch 
deutlich. In der Folge ist die von der MEDAS-Psychiaterin attestierte Ar-
beitsunfähigkeit von 50% in der angestammten und in einer angepassten 
Tätigkeit als rechtlich nicht massgebend zu beurteilen, ohne dass das Ad-
ministrativgutachten aus medizinischer Sicht dadurch seinen Beweiswert 
verliert (vgl. Entscheid des BGer vom 26. November 2018, 8C_480/2018, 
E. 5.2.2 mit Hinweis auf BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 53 f.).

3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in 
der bisherigen Tätigkeit als … und in einer angepassten Tätigkeit (ohne 
schwere und mittelschwere körperliche Arbeiten, ohne die Notwendigkeit, 
Lasten über 10 kg zu tragen oder zu heben, ohne die Notwendigkeit, daue-
rhaft vorübergebeugt in einer Zwangsposition zu arbeiten, mit vermehrtem 
Pausenbedarf über den Tag) zu 80% arbeitsfähig ist. Somit war er nicht im 
Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG während eines Jahres ohne wesentli-
chen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig, wes-
halb das Wartejahr nicht erfüllt ist und vorerst kein Rentenspruch entstehen 
konnte (vgl. E. 2.2 hiervor). Durch die ab 27. Februar 2019 zwischenzeitlich 
eingetretene 100%-ige Arbeitsunfähigkeit erfüllte der Beschwerdeführer die 
Wartezeit am 26. Mai 2019 (276 Tage à 20% arbeitsunfähig und 89 Tage à 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 21

100% arbeitsunfähig; vgl. zur Berechnung Rz. 2017 f. sowie Anhang 2 
KSIH) und war danach noch bis 12. Juni 2019 in jeder Tätigkeit vollständig 
arbeitsunfähig. Dass die durchgehende 20%-ige Arbeitsunfähigkeit und die 
vorübergehende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit auf unterschiedlichen Leiden 
beruhte, ist dabei ohne Belang (vgl. Rz. 2010.1 KSIH). Damit besteht ab 
1. Mai 2019 zunächst Anspruch auf eine Viertelsrente und vom 1. August 
bis 30. September 2019 Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. Art. 28 Abs. 1 
lit. b IVG; Art. 88a Abs. 1 bzw. Abs. 2 IVV; BGE 121 V 264 E. 6b dd und 
E. 7 S. 275; Rz. 4001 f. KSIH; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, Art. 28 N. 36 und Art. 29 N. 6). 

3.7 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, 
die angefochtene Verfügung vom 24. März 2020 aufzuheben und dem Be-
schwerdeführer vom 1. Mai bis 31. Juli 2019 eine Viertelsrente bzw. vom 
1. August bis 30. September 2019 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. 
Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

3.8 Anzufügen bleibt, dass der Beschwerdeführer nach dem Erhalt der 
Arbeitsbewilligung bei seinem kurzen Arbeitseinsatz in einer Bäckerei so-
wie in den nachfolgenden Tätigkeiten als Praktikant bzw. Lernender nie 
den Mindestjahreslohn (Eintrittsschwelle) nach Art. 7 des Bundesgesetzes 
vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invali-
denvorsorge (BVG; SR 831.40) erreichte (vgl. AB 9, 50, 59; IV-Protokoll 
S. 4 [in den Gerichtsakten]). Es besteht keine Vorsorgeeinrichtung, welcher 
die angefochtene Verfügung hätte eröffnet bzw. welche im Beschwerdever-
fahren hätte beigeladen werden können (vgl. dazu SVR 2007 IV Nr. 8 
S. 27).

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 22

Der Beschwerdeführer obsiegt in einem geringfügigen Teil, insofern als ihm 
nunmehr – entgegen der angefochtenen Verfügung – eine befristete Vier-
telsrente während drei Monaten bzw. eine ganze Rente während zwei Mo-
naten zugesprochen wird. Es rechtfertigt sich, von einem Obsiegen im Um-
fang von einem Achtel auszugehen. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf 
Fr. 800.--, sind deshalb zu sieben Achtel vom Beschwerdeführer und zu 
einem Achtel von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Die vom Beschwer-
deführer zu tragenden Verfahrenskosten von Fr. 700.-- (Art. 108 Abs. 1 
VRPG) werden dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Der zu viel 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 100.-- ist ihm nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten. Die restlichen Verfahrenskosten von Fr. 
100.-- sind von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; 
BVR 2009 S. 186 E. 4).

4.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S.  57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Mit Kostennote vom 5. August 2020 macht Rechtsanwalt B.________ ei-
nen Gesamtaufwand von Fr. 5'291.60 (inkl. Auslagen und MWSt.) geltend. 
Die Parteientschädigung ist somit auf Fr. 661.45 (1/8 von Fr. 5'291.60) inkl. 
Auslagen und MWSt. festzusetzen. Diesen Betrag hat die Beschwerdegeg-
nerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 24. März 2020 aufgehoben und dem 
Beschwerdeführer vom 1. Mai bis 31. Juli 2019 eine Viertelsrente und 
vom 1. August bis 30. September 2019 eine ganze IV-Rente zuge-
sprochen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, IV/20/364, Seite 23

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 800.-- bestimmt und dem Be-
schwerdeführer in der Höhe von Fr. 700.-- zur Bezahlung auferlegt so-
wie dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Der vom Be-
schwerdeführer zu viel geleistete Kostenvorschuss von Fr. 100.-- wird 
ihm nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. Die restlichen Verfah-
renskosten von Fr. 100.-- werden der Beschwerdegegnerin zur Bezah-
lung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 661.45 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.