# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb11e970-c860-57c0-b02b-7cd9ef42f29f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2008 E-5613/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5613-2006_2008-08-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5613/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richterin Claudia Cotting-Schalch, Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

A._______, Nepal,
vertreten durch Karin Wiesner, Advokatin, Gysin & Roth,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Juni 
2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5613/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat am 29. Juni 2005 (15. Asadh 2062) und gelangte am 5. 
Juli  2005  in  die  Schweiz,  wo  er  noch  gleichentags  um  Asyl  nach-
suchte.  Am  12.  Juli  2005  fand  in  Basel  die  Empfangszentrums-
befragung statt, und am 25. Juli 2005 erfolgte die direkte Anhörung zu 
den  Asylgründen  durch  das  BFM. Im Wesentlichen  machte  der  Be-
schwerdeführer  dabei  geltend,  er  stamme  aus  B._______  (Distrikt 
Myagdi). Während Jahren seien Maoisten regelmässig in seinen Laden 
gekommen und hätten Geld und Lebensmittel verlangt. Die Familie sei 
deshalb  mehrmals  von  Sicherheitskräften  belästigt  und  geschlagen 
worden und sein Haus sei durchsucht worden. Am  20. März 2004 (7. 
Chaitra  2060)  sei  er  mit  vielen  anderen  Personen  zusammen  von 
Maoisten entführt und als Träger eingesetzt worden. Anlässlich eines 
längeren Gefechts  zwischen den Maoisten und Soldaten habe er  in 
derselben Nacht fliehen können. Er habe erfahren, dass der Vater seit 
dem  erwähnten  Gefecht  verschollen  sei  und  die  Armee  darüber 
informiert worden sei, dass er bei den Maoisten gewesen sei und man 
ihn deswegen erschiessen wolle. Er habe sich versteckt gehalten und 
dabei  erfahren,  dass sowohl  Soldaten als  auch Maoisten die Mutter 
belästigt hätten und ihn suchen würden. Aus diesen Gründen habe er 
in der Folge sein Heimatland verlassen. 

B.
Mit Verfügung vom 13. Juni 2006 stellte das BFM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asyl-
gesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 
und den Vollzug. 

C.
Mit  an die damals zuständige  Schweizerische Asylrekurskommission 
(ARK)  gerichteter Beschwerde vom 17. Juli 2006 liess der Beschwer-
deführer beantragen, die Verfügung des BFM vom 13. Juni 2006 sei 
vollumfänglich  aufzuheben,  und  das  Asylgesuch  sei  gutzuheissen. 
Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung bis auf 
weiteres weder zulässig noch zumutbar sei, und er sei vorläufig aufzu-
nehmen.  Es  sei  ihm  die  unentgeltliche  Prozessführung  und  Verbei-
ständung mit dem Unterzeichneten als Rechtsbeistand zu bewilligen. 
Auf die Erhebung eines Gerichtskostenvorschusses sei zu verzichten. 

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Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu 
bewilligen.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 24. Juli 2006 wies der damals zuständige 
Instruktionsrichter der ARK das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021)  ab  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses.

E.
Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 4. August 2006 
die Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden 
Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht  hat  am 1. Januar 2007 die Beur-
teilung  der  bei  der  ARK  hängigen  Rechtsmittel  übernommen.  Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 und 
52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da 
seine  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG nicht zu genügen vermöchten. Zur Begründung 
wurde im Wesentlichen ausgeführt,  die  Situation in  Nepal  habe sich 
seit  der Ausreise des Beschwerdeführers massgeblich verändert. Es 
sei davon auszugehen, dass für Personen, welche verdächtigt würden, 
die  Maoisten  unterstützt  zu  haben,  aufgrund  der  zwischenzeitlich 
eingetretenen politischen Lage keine begründete Furcht vor Verfolgung 
mehr  bestehe.  Sodann  bestehe  für  Personen,  welche  trotz  der 
veränderten  Situation  weiterhin  Bedrängungen  durch  die  Maoisten 
befürchten würden, die Möglichkeit, sich diesen durch Wohnsitznahme 
in  einem anderen Teil  Nepals  zu entziehen. Sie  seien nicht  auf  den 
Schutz durch die Schweiz angewiesen.

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4.2 Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung 
von  Bundesrecht,  indem  zu  Unrecht  auf  fehlende  Flüchtlingseigen-
schaft geschlossen und dem Beschwerdeführer fälschlicherweise kein 
Asyl gewährt worden sei. Die Ausführungen in der Beschwerde, worin 
im  Wesentlichen  -  unter  Beilegung  von  zwei  Internetauszügen  und 
eines  Zeitungsartikels  datierend vom Juni  2006 -  die Lage in  Nepal 
aufgezeigt und auf einer asylrelevanten Gefährdung des Beschwerde-
führers bei einer Rückkehr in das Heimatland beharrt wird, vermögen 
jedoch an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen des BFM nichts zu 
ändern. Das BFM stellte zutreffend fest, dass sich die allgemeine Lage 
in  Nepal  seit  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers  wesentlich  ver-
ändert  hat  und  gestützt  darauf  keine  begründete  Furcht  des 
Beschwerdeführers vor Verfolgung anzunehmen ist. Die als Vorgänger-
organisation des Bundesverwaltungsgerichts  tätige ARK beurteilte  in 
EMARK  2006  Nr.  31  die  allgemeine  Situation  in  Nepal  ausführlich. 
Seither  hat  sich  die  Lage  weiter  wesentlich  verbessert.  Am  21. 
November  2006  unterzeichneten  die  Regierung  und  die  kommunis-

tischen Rebellen (Maobaadi) ein Friedensabkommen. Gemäss diesem 

Vertrag  beteiligten  sich  die  Rebellen  am  Übergangsparlament  und 

stellten  73  der  330  Abgeordneten.  Im  Dezember  2006  wurde  die 

Interimsverfassung verabschiedet. Die Neubestellung des Parlaments 

zog sich indes in die Länge. Dies deshalb, weil  die Parteien und die 

Maobaadi übereingekommen waren,  die  Rebellen  erst  Einsitz  in  die 

Regierung nehmen zu lassen, nachdem deren Entwaffnung erfolgt sei. 

Am 15. Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflö-

sung  und  es  erfolgte  die  Neubestellung  des  interimistischen  Parla-

ments,  welchem 83 Abgeordnete der Maoistischen Kommunistischen 

Partei  und damit  nur gerade zwei weniger als der stärksten Fraktion 

(Nepal Congress) angehörten. Nach einigen Verzögerungen wurde am 

16. Januar 2007 mit der Entwaffnung der Rebellen begonnen. Am 10. 

April 2008 erfolgte die Wahl der verfassungsgebenden Versammlung. 

Dabei  errangen die ehemaligen Rebellen einen deutlichen Sieg.  Sie 

werden deshalb  sehr  wahrscheinlich  die  erste  Regierung der  neuen 

Republik stellen und ihren Führer Prachanda zum Ministerpräsidenten 

machen (vgl.  Die nepalesische Konstituante stark  von den Maoisten 

geprägt; NZZ Online, International, 15. April  2008). Am 28. Mai 2008 

kam  die  verfassungsgebende  Versammlung  zu  ihrer  ersten  Sitzung 

zusammen. Gleich zu Beginn der konstituierenden Sitzung schuf die 

Versammlung die fast 240 Jahre alte Monarchie ab und erklärte das 

Land zur Republik (vgl. Nepal schafft die Monarchie ab; NZZ Online, 

International, 29. Mai 2008). Am 11. Juni 2008 verliess der ehemalige 

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Monarch von Nepal das Regierungsgebäude (vgl. Nepals Ex-Monarch 

zieht  aus;  NZZ  Online,  International,  12.  Juni  2008).  In  Anbetracht 

dieser  vorstehend  dargelegten  Entwicklung geht  das  Bundesverwal-

tungsgericht  in  Übereinstimmung  mit  den  vorinstanzlichen  Erwä-

gungen davon aus, dass für den Beschwerdeführer im heutigen Zeit-

punkt keine begründete Furcht vor einer künftiger Verfolgung besteht. 

Es  kann darauf  verzichtet  werden,  auf  die Ausführungen in  der  Be-

schwerde im Einzelnen einzugehen, da sie am Ergebnis offensichtlich 

ebenso wenig zu ändern vermögen wie die zu den Akten gereichten 

Dokumente.  Die  erhobene  Rüge  erfolgte  nach  dem  Gesagten  zu 

Unrecht.

4.3 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 

keine Gründe nach Art.  3 AsylG glaubhaft  machen oder nachweisen 

konnte.  Die  Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers 

demnach zu Recht abgelehnt. 

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheits-
verhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

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So darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des  Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hin-
weisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 
2001,  Recueil  des  arrêts  et  décisions  2001-I,  S.  327  ff.).  Auch  die 

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allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  lässt  den  Weg-
weisungsvollzug  zum heutigen Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzu-
lässig  erscheinen. Nach  dem Gesagten ist  der  Vollzug  der  Wegwei-
sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.5 Wie bereits vorstehend unter Ziffer 4.2 ausführlich dargelegt, hat 
sich die allgemeine Lage in Nepal seit der Ausreise des Beschwerde-
führers wesentlich verändert.  Aktuell  ist  die Situation in Nepal  somit 
nicht dergestalt,  als dass von einer Situation allgemeiner Gewalt ge-

sprochen werden kann, weshalb die Rückkehr nach Nepal generell als 
zumutbar zu bezeichnen ist.

6.6 Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers 
sind keine Gründe ersichtlich,  die gegen die Zumutbarkeit  des Weg-

weisungsvollzugs  sprechen.  Es  ist  zwar  nicht  in  Abrede  zu  stellen, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Nepal aufgrund 

seiner dreijährigen Landesabwesenheit  mit  gewissen Schwierigkeiten 

konfrontiert werden könnte. Indes hat der - soweit den Akten zu ent-

nehmen  ist  -  gesunde  Beschwerdeführer  bis  zu  seiner  Ausreise  im 

Jahre 2005,  mithin  (...)  Jahre,  in  seinem Heimatstaat  gelebt  und ist 

dort  in  der  Landwirtschaft  und  als  Besitzer  eines  Gemischtwaren-

ladens tätig  gewesen.  Zudem lebt  - eigenen  Angaben  zufolge  - die 

Mutter des Beschwerdeführers in C._______. Bei dieser Sachlage ist 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in 

sein  Heimatland  nicht  auf  sich  allein  gestellt  ist,  was  ihm  eine 

Reintegration  erleichtern  kann.  Blosse  soziale  und  wirtschaftliche 

Schwierigkeiten,  von  denen  die  ansässige  Bevölkerung  im  All-

gemeinen betroffen ist, genügen zudem nicht, um eine Gefährdung im 

Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  darzustellen  (vgl.  die  weiterhin 

zutreffende Praxis der ARK in EMARK 1996 Nr. 2 S. 12 f. und 1994 Nr. 

19 E. 6b S. 148 f.). Sodann steht es dem Beschwerdeführer frei und 

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ist ihm auch zuzumuten, sich an einem anderen als seinem bisherigen 

Wohnort  niederzulassen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  des 

Beschwerdeführers nach Nepal erweist sich demnach als zumutbar.

6.7 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

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