# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 917a552a-f6e3-5389-a8fe-9ea534a472fc
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-19
**Language:** de
**Title:** Unfall mit Hyperflexion des rechten Knies. Vorbestehende Gonarthrose (krankhafter Vorzustand). Keine richtunggebende Verschlimmerung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde auf Antrag der Beschwerdegegnerin (Verpflichtung zur Übernahme von Kosten für die Einholung einer Zweitmeinung) Im Übrigen Abweisung der Beschwerde.
**Docket/Reference:** UV.2014.00096
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00096.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00096
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
19. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X.___
ist seit dem 21. April 1986 bei der
Firma Y.___
tätig. In der
aktuellen
Eigenschaft als
Vice
President
im höhe
ren Kader ist er bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA) gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 12
. März 2012 zog er sich während
einer Busfahrt in
Z.___
(UK)
eine Knieverletzung
rechts
zu (Urk. 8/A1).
Die AXA
trat auf den Schadenfall ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Ver
fügung vom 11. Dezember 2013 stellte sie die Leistungen rückwirkend per 31. März
2013 ein, verzichtete
jedoch auf eine Rückforderung
der darüber hin
aus erbrachten Leistungen (Urk. 8/A8). Die vom Versicherten am 14. Januar 2014
dagegen
er
hobene Einsprache (Urk. 8/A10) wies die AXA mit Einsprache
entscheid vom 21. März 2014 ab (Urk. 2 [= Urk. 8/A14]).
2.
Hiergeg
en erhob der Versicherte am 28. April 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben,
es seien die Kosten für die
Einho
lung einer
Zweitmeinung
Anfangs November 2013
zu übernehmen,
und es seien
ihm die gesetzlichen Leistungen
über den 31. März 2013 hinaus
zu ge
währen
(Urk. 1
S.
2 f.
).
Mit Beschwerdeantwort vom
16. Juni 2014 erklärte sich
die
Be
schwerdegegnerin
– ohne Anerkennung einer Rechtspflicht -
bereit, die
Kosten
für d
ie Einholung einer
Zweitmei
nung
als Abklärungskosten im Sinne von Art. 45 ATSG zu übernehmen. Sie
be
antragte,
insoweit sei die Beschwerde gut
zu
heissen;
im Übrigen sei
sie
abzuweisen (Urk. 7). Mit Verfügung vom 17. Juni 2014 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 9). In der Replik vom 15. August 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
und prä
zi
sierte seinen Antrag auf Kostenübernahme für die Einholun
g einer
Zweit
meinung
. Diese Kosten betrügen Fr. 322.75
(Urk. 11). Die
Beschwerdegeg
nerin
verzichtete mit Eingabe vom 15. September 2014 auf eine Duplik (Urk. 14), was dem Beschwerdeführer am 17. September 2014 angezeigt wurde (Urk. 15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem
Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
er
eig
nis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kau
sal
zu
sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tre
tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
men
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zu
sam
men mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiel
e (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt
erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht pub
li
ziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheits
scha
dens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45;
BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur
säch
licher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Un
fal
l
versicherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E.
3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und
Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der
Beweis
wür
digung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den
Beweis
wert
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten
versiche
rungs
in
terner
Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 4.7).
1.5
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten,
welche ein Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus,
dass die Versicherung, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Pro
zess
partei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Un
fallversicherung beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergeb
nissen
gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gut
achten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den 31. März 2013
hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin machte zusammengefasst geltend, der am 12. März 2012
erlittene Unfall habe bloss zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines
unfallf
remden Vorzustandes, welcher im MRI-Bericht vom 26. Oktober 1999 doku
mentiert worden sei,
geführt. Unfallbedingt seien keine Befunde er
sichtlich
beziehungsweise objektivierbar. Somit spreche dieser As
pekt gegen eine rich
tung
gebende Verschlimmerung des Vorzustandes am rechten Knie
(Urk. 2)
.
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, er könne seit dem Unfall seinen regelmässigen sportlichen Aktivitäten nicht mehr nachgehen.
Der Unfall habe einen direkten Zusammenhang mit seinen aktuellen Beschwerden, welche er erst seit dem Unfall habe.
Die Beschwerdegegnerin beziehe sich auf ein nicht mehr auffindbares MRI-Bild aus dem Jahre 199
9.
Damals sei ihm von
einem Arzt der
Klinik
A
.__
_
mitgeteilt worden, er müsse das Knie inner
halb
eines Jahres operieren, ansonsten er sich nur noch unter Schmerzen fort
be
wegen könne. Es habe bis heute keine Operation stattgefunden, stattdessen habe er
ohne irgendwelche
Beschwerden
während dreizehn Jahren
intensiv Sport
g
etrieben.
Zudem seien die Schmerzen, welche er damals beschrieben
hätte
, nicht
am selben Ort zu lokalisieren wie heute. D
er Befund von 1
999 habe sich
demzu
folge
als falsch erwiesen (Urk. 1)
.
2.4
Die Beschwerdegegnerin brachte
in der Beschwerdeantwort
vor,
unabhängig da
von, ob beziehungsweise in welchem Ausmass der Beschwerdeführer nach den Untersuchungen 1999 wieder Sport getrieben habe,
sei ein dege
nerativer
Vorzu
stand
im Bereich
des rechten Knies dokumentiert.
In Anbetracht dessen, dass die
bildgebenden Untersuchungen mehr als ein Jahr nach dem Unfall eine gegen
über dem kurz nach dem Unfall gemachten MRI unveränderte Situation gezeigt
h
ätt
e
n
, könne nicht von ei
ner richtunggebenden Verschlimmerung des besteh
en
den Vorzustandes ausge
gangen werden. Dies umso weniger, als sich
unfall
kau
sale
, auf das Ereignis vom 12. März 2012 zurückzuführende strukturelle Schädi
gungen nicht objektivieren liessen (Urk. 7 S. 3 f.).
2.5
Dem hielt der Beschwerdeführer in der
Replik
erneut entgegen, wä
hrend Jahren regelmässig Sport g
etrieben zu haben, was seit dem Unfall nicht mehr möglich sei. Auch leide er im täglichen Leben unter Schmerzen im Knie (Urk. 11).
3.
3.1
In der Unfallmeldung vom 2. April 2012 vermerkte der Beschwerdeführer, er habe sich am 12. März
2012 in einem Bus in
Z.___
auf einen Klappsitz gesetzt und sich dann wieder erhoben, um eine Zeitung zu greifen, wobei er die Füsse an Ort und Stelle belassen habe.
Dann habe e
r
sich wieder hinsetzen wol
len.
I
n der Zwischenzeit sei der Sitz aber wieder
hochgeklappt,
w
eshalb er mit voller Wucht auf dem Boden gelandet
sei. Dabei
sei
sein rechtes Knie verdreht
worden
(Urk. 8/A1).
3.2
Der erstbehandelnde Dr. med.
B.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Me
dizin, diagnostizierte im Rahmen der Konsultation
vom 2. April 2012 eine Ver
letzung des Innenmeniskus
sowie
eine aktivierte vorbestehende Arthrose. Der Beschwerdeführer habe seit 1999 Knieprobleme.
Nach Angaben des Beschwer
deführers
sei das rechte Knie
bei einem Sturz
hyperflektiert worden.
Ein Unfall komme als Ursache für die Verletzung in Frage
. Aktuell sei eine Schwellung vorhanden
,
und es bestehe ein Druckschmerz auf der Innenseite. Es liege ein stabiler Bandapparat vor, im Röntgenbild sei aber ein verschmälerter Gelenk
spalt medial erkennbar (Urk. 8/M1).
3.3
Das MRI des rechten Knies vom 2
6
. Oktober 1999
w
ar
von
Dr.
med.
C.___
, Spezialärztin FMH für Radiologie an der
Klinik
D.___
, wie folgt beurteilt
worden
: Es zeige sich
eine ausgedehnte
osteochondrale
Läsion am medi
alen
Femurkondylus
mit grösserem Knorpeldefekt in der Belastungszone und aus
gedehntem
subchondralem
Knochenmarksödem direkt über dem
Menis
cus
hin
ter
h
orn
. Eine
Meniscusrissbildung
sei nic
ht nachgewiesen (Urk. 8/M14
).
3.4
Dr.
B.___
überwies den Beschwerdeführer an
Dr.
med.
E.___
, Fach
arzt
FMH für Orthopädische Chirurgie. Dieser
diagnostizierte im Rahmen der Kon
sul
tation vom 10. Mai 2012 eine traumatisierte
Varusgonarthrose
mit Akti
vie
rung medial
,
einen
Zustand nach medialer Kapselbandläsion mit Beteili
gung VKB
(Vor
deres Kreuzband)
und
einen Zustand
nach Meniskusläs
i
on mit erhaltenem Re
generat. Im mitgebrachten MRI sehe man schon eine deutliche Zerstörung des medialen Kompartiments bezüglich Knorpel und auch Stresszeichen
intraossär
femoral
und
tibial
. Zudem sei ein Zustand nach media
l
er Seitenbandruptur mit hier möglichem
Chondrom
oder freiem Gelenkkörper erkennbar. Das VKB sei ebenfalls ve
rnarbt,
die
lateralen Verhältnisse
und
femoropatell
ä
r
seien
ruhig
. In der Vorgeschichte sei es bereits
im Jahr 1999
zu einer Abklärung ge
kommen
im
Spital
F.___
.
V
ia
Dr.
med.
G.___
sei
eine operative Behandlung vorgeschlagen worden wegen Knorpelschäden medial
(Urk. 8/M3).
3.
5
Am
22. Februar 2013
wurde am
Medizinisch Radiolo
gischen Institut
H.___
ein MRI des rechten Knies durchgeführt. Im Verg
leich zur Voruntersu
chung vom 4. April 2012
wurde das MRI-Bild wie folgt beurteilt: Es liege
ein
stationäres Ausmass der fortgeschrittenen, medialen Gonarthrose mit vollstän
dig
ausgedünntem Knorpelüberzug in einem grösseren zentralen Areal im medi
alen
Kompartiment
vor
. Aktuell bestünden
ein leicht geringeres Ausmass der
sub
cho
ndra
len
ossären
Signalveränderungen sowie ein leicht
regredienter
, ge
ringer Gelenkerguss. Vorbestehend seien
ein leicht extrudierter und degenerier
ter me
dia
ler Meniskus
sowie eine kleine Baker-Zyste mit kleinem
Chondrom
(Urk. 8/M6).
3.6
Dr.
med.
I.___
,
Facharzt FMH für Chirurgie und Leiter des Medizini
schen Dienstes der
Beschwerdegegnerin, hielt in seiner Stellungnahme vom 28. März
2013 fest, die Gesundheit des Beschwerdeführers sei bereits vor dem Unfall vom 12. März 2012 beeinträchtigt gewesen durch eine mediale Gon
ar
throse rechts. Der Unfall habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Verschlimmerung geführt, jedoch zu einer
bloss
vorübergehenden. Im MRI vom 22. Februa
r 2013 sei im Vergleich zum MRI
vom
4.
April 2012 ein stationäres
Ausmass einer fortgeschrittenen medialen Gonarthrose erkennbar. Damit sei eine
richtunggebende Verschlimmerung durch das Ereignis vom 12. März 2012 aus
ge
schlossen. Der Status quo sine sei nach spätestens sechs Monaten erreicht
. Bereits im Jahr 1999 habe eine Knieabklärung stattgefunden, wobei eine Opera
tion vorgeschlagen worden sei
(Urk. 8/M11).
3.7
Dr.
med.
J.___
, Chefarzt Orthopädie an der
Klinik
A.___
, diagnostizierte im Rahmen der Konsultation vom 21. November 2013 eine fortgeschrittene me
diale Gonarthrose Knie
rechts
. Gemäss Anamnese sei der Beschwerdeführer bis 1999 Fussballer in der
2.
Liga gewesen. Dazumal hätten zunehmende Be
schwer
den dazu geführt, dass er seinen Lieblingssport habe beenden müssen.
Vorope
rationen
seien keine durchgeführt worden. Bis anhin habe er selbständi
ges
Kraft
aufbautraining
durchgeführt und die Impactaktivitäten deutlich redu
ziert. Bis vor 1 ½ Jahren habe er noch Tennis gespielt, was in der jetzigen Situ
ation kaum noch möglich sei. Aktuell betreibe er vor allem Fitness und fahre Fahrrad. Er habe vor allem Schmerzen in der Innenseite, gelegentlich bestehe eine leichte
Schwellung. Er habe keine Ruheschmerzen und keinen
Anlauf
schmerz
mehr. Es
bestehe
aber eine Belastungsintoleranz
. Die MRI-Bilder vom Februar 2013 zeigten
eine fortgeschrittene mediale Gonarthrose mit grossflächi
gen K
n
orpeldefekten
femoral
wie auch
tibial
und
einen
noch recht gut
erhaltenen medialen Menis
kus. Es seien deutliche Entzündungszeichen der
subchondralen
Strukturen erkenn
bar. Ansonsten handle es sich um ein altersentsprechend un
auffälliges Gelenk. Im Röntgenbild vom 21. November 2013 sei
eine
medial de
r
Eminentia
entlang verlaufende
Belastungsachse in der Ganzbeinaufnahme
sowie
eine deut
liche Strukturalteration des Innenkompartimentes sichtbar. Es bestehe eine deut
liche Gelenksspaltverschmälerung insbesondere in der 30°-
Flexions
aufnahme
(Urk. 8/M12).
3.8
Dr.
med.
K.___
, Spezialarzt FMH für Chirurgie und beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, hi
elt
in seiner Stellungnahme vom 11. März 2014 fest,
die Beurteilung von
Dr.
I.___
vom 28. März 2013
sei
für
ihn
nachvoll
zieh
bar und schlüssig. Es bestehe ein massiver Vorzustand des rechten Kniegelenkes im Sinne einer weit fortgeschrittenen medialen Kompar
timents-Gonarthrose. Dieser Zustand sei bereits im Jahr 1999 erhoben worden und sei im Anschluss an das Ereignis vom 12. März 2012 sowohl mittels MRI vom 22. Februar 2013 als auch mittels MRI vom 4. April 2012 bestätigt worden. Unfallkausale, auf das
Ereignis vom 12. März 2012 zurückzuführende struktu
relle Schädigungen liessen
sich klar nicht objektivieren. Beim genannten Ereig
nis sei es zu einer
Knie
kontusion
gekommen, welche geeignet
gewesen
sei, den
Vorzu
stand
temporär zu aktivieren. Ausgehend von einer Kniekontusion und unter Würdigung eines verzögerten Heilungsverlaufs infolge des Vorzustandes sei sechs Monate nach dem Ereignis von einem Status quo sine auszugehen. Beim Fehlen objektivier
barer struktureller Schädigungen und dem Ausschluss einer radiologisch veri
fi
zierbaren Verschlimmerung im MRI vom 22. Februar 2013 sei eine richtung
gebende Verschlimmerung mit praktischer Sicherheit auszu
schliessen. Es handle sich um eine temporäre Verschlimmerung mit leicht ver
zögerter Abheilung der
Kontusions-/Distorsionsfolgen infolge Vorzustands während circa sechs Monaten
.
Weitere
Behandlungsbedürftigkeiten
gingen nicht mehr zu Lasten des Ereig
nisses vom 12. März 2012
(Urk. 8/M15).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in erster Linie auf die ärztliche
Aktenbeur
teilung
des Arztes
Dr.
I.___
des Medizinischen Dienstes
. Im
Einspracheverfahren
wurden die
vollständigen Akten sodann
dem beratenden Arzt
Dr.
K.___
zur Beurteilung vorgelegt. Den Berichten dieser Ärzte erkannte die
Beschwerdegeg
nerin
vollen Beweiswert zu. Dies ist nicht zu beanstanden, erfüllen doch die er
wähnten Berichte die von der Recht
sprechung aufgestellten Anforderungen an eine beweistaugliche und beweis
kräftige Expertise (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, vgl. E. 1.4).
4.2
4.2.1
Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Berichte
von
Dr.
I.___
(E. 3.6)
und Dr.
K.___
(E. 3.8)
sprechen, sind nicht gegeben.
Nicht nur
sie
, sondern auch sämtliche übrigen Ärzte wiesen auf den bereits bestehenden krankhaften Vorzustand des rechten Kniegelenkes hin (vgl. E. 3.2, E. 3.4 und E. 3.7),
welcher im MRI vom 27. Oktober 1999 (E. 3.2)
ausgewiesen
wurde
.
Die
Beschwerde
geg
nerin
bestritt nicht, dass das Ereignis vom 12. März 2012 zu einer Aktivierung des bestehenden Vorzustandes und damit zu einer Verschlimmerung geführt habe. Sie kam aber zum Schluss, dass es sich um eine
bloss
vorübergehende und nicht richtungsweisende Verschlimmerung des bestehenden Vorzustandes handle (Urk. 2 E. 2.3.9, vgl. auch Urk. 7 S. 4 Ziff. 2.4 und S. 5 Ziff. 2.7). Diese Schlussfolgerung überzeugt, zumal sowohl Dr.
I.___
als auch Dr.
K.___
über
ein
stimmend zum Schluss kamen, eine rich
tunggebende Verschlimmerung durch
das Ereignis vom 12. März 2012 sei prak
tisch ausgeschlossen, da bei einem Ver
gleich der MRI-Bilder vom 4. April 2012 und vom 22. Februar 2013 radio
lo
gisch
keine verifizierbare Verschlimmerung erkennbar sei.
Dr.
K.___
wies zudem auf das Fehlen objektivierbarer
unfallkausaler
,
auf das Ereignis vom 12. März 2013 zurückzuführender
struktu
reller Schädigungen hin (E. 3.8). Auch
Dr.
J.___
beschrieb in seinem Bericht vom 21. November 2013
- unter Berücksichtigung der MRI-Bilder vom Februar 2013 sowie der
gleichen
tags angefertigten Rönt
gen
bilder -
einen degenerativ bedingten Zustand des rechten Knies. Er diag
nos
tizierte eine fortgeschrittene mediale Gonarthrose rechts und hielt fest, das
Arthroseausmass
und auch die De
struktionen seien grossflächig
(Urk. 8/M12 S. 2). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkte, wurden in seinem Bericht keine unfallbedingten Befunde
aufgeführt
und das Ereignis vom 12. März 2012 nicht einmal erwähnt (Urk. 2 E. 2.3.6).
MRI-Befunde aus der Zeit kurz vor dem Ereignis vom
12. März 2012, welche zum Vergleich herangezogen werden könnten, liegen nicht vor.
Der Beschw
er
deführer gab denn auch an, nach den Problemen oberhalb der rechten Knie
scheibe im Jahr 1999 im Zusammenhang mit dem rechten Knie keinen Arzt mehr aufgesucht zu haben (Urk. 11).
Es ist daher auf die ärztlichen Beurteilun
gen der
gen
annten MRI-Bilder abzustellen.
4.2.2
Nach dem Gesagten ist m
it den
beratenden
Ärzten
der Beschwerdegegnerin
da
von auszugehen, dass die Kniebeschwerden
nach dem 31. März 2013
nicht
mehr
auf das Ereignis
vom
12. März 2012
zurückzuführen sind.
Dies gilt umso mehr, als es einer medizinischen Erfahrungstatsache entspricht, dass selbst im Fall vorbestehender, degenerativer, das heisst abnutzungsbedingter Erkrankungen eine traumatische Verschlimmerung in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr abgeschlossen ist (Urteil des Bundesgerichtes
8C_677/2010 vom 16. Dezember
2010 E.
4.6 mit Hinweisen). Eine allfällige rich
tungsgebende Verschlimmerung müsste bildgebend ausgewiesen sein (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom 8. August 2008 E. 4.2 mit Hinweisen).
4.3
Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen
daran nichts zu ändern.
4.
3
.1
Dafür, dass der Befund von 1999 falsch gewesen sein soll (vgl. das Vorbringen des Beschwerdeführers in Urk. 1 S. 2), bestehen keine Anhaltspunkte. Gemäss
Bericht
von
Dr.
Fr.
J.___
vom 21. November 2013
gab der Beschwerdeführer selbst an, bis 1999 Fussbal
ler in der 2. Liga gewesen zu sein. Aufgrund zu
neh
men
der Beschwerden habe er seinen Lieblingssport aufgeben müssen (Urk. 8/M12)
. Der Beschwerdeführer räumte sodann auch in seiner Beschwerde
schrift
und in der Replik
ein, damals Schmerzen im Knie gehabt zu haben
(Urk. 1
S. 2 und Urk. 11 S. 1)
. Dass diese dazumal an einem anderen Ort
auftraten
als heute (Urk. 1 S. 2),
kann nicht ausgeschlossen werden
,
verm
ag
jedoch we
der die Befunde von 1999 noch die Befunde nach dem Ereignis vom 12. März 2012
in Frage zu stellen. Es ist damit von einem krankhaften Vorzustand des re
chten Knies
(
fortgeschrittene mediale Gonarthrose
)
auszugehen (vgl. E. 3.3
, E. 3.6 und E. 3.8
).
4.3
.2
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt, lässt sich allein aus dem Um
stand, dass der Beschwerdeführer nach den Beschwerden von 1999 während 13 Jahren regelmässig Sport betrieb und dies
gemäss seinen Angaben
seit dem Unfall vom 12. März 2012 nicht mehr möglich
ist
, noch keine Unfallkausalität herleiten.
Die
Argu
mentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist
beweis
rechtlich
nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzu
sammen
hänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
4.
3
.3
Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, die Beschwerdegegnerin stütze sich im angefochtenen Entscheid auf Vermutungen, Annahmen und Wahrscheinlich
keiten (Urk. 11 S. 2), dann ist er auf das im Sozialversicherungsrecht geltende Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hinzuweisen (vgl. E. 1.1 f.).
4.
4
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin nach zutreffender Würdigung der
medizinischen Aktenlage im angefochtenen Entscheid zum
überzeugenden
Schluss
gelangt, dass über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. März 2013 hinaus fortdauernde Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus
geschlos
sen werden könne
n
, weshalb sie den Anspruch des Beschwerde
füh
rers auf wei
tere Leistungen zu Recht verneinte.
Dies würde an sich zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde führen.
4.5
Wie eingangs erwähnt, erklärte sich die Beschwerdegegnerin jedoch – ohne Aner
kennung einer Rechtspflicht – bereit, die im Rahmen der Untersuchung von An
fang November 2013 beim Kniespezialisten (Einholen einer Zweitmeinung) ange
fallenen Kosten von Fr. 322.75 (vgl. Urk. 8/A16 und Urk. 11) als
Abklä
rungs
kosten
im Sinne von Art. 45 ATSG zu übernehmen (Urk. 7 S. 2 und S. 5), und
ersuchte insoweit um teilweise Gutheissung der Beschwerde (Urk. 7 S. 2). Diesem
Antrag entsprechend ist die Beschwerdegegnerin in teilweiser Gutheissung der Beschwerde zu verpflichten,
die Kosten für die ärztliche Untersuchung von Anfang November 2013 im Umfang von Fr. 322.75 zu übernehmen.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Beschwerdegegnerin verpflichtet, die Kosten für die ärztliche Untersuchung von Anfang November 2013 im Umfang von Fr. 322.75 zu übernehmen. Im Übrigen
wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
AXA Versicherungen AG
-
Krankenkasse
Sanitas
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstMuraro