# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abc31a5a-2fab-5837-b416-3b9b097d08b9
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.07.2018 RR.2018.203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2018-203_2018-07-05.pdf

## Full Text

Entscheid vom 5. Juli 2018 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

 

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Charles Poncet,  

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an  

Russland 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2018.203 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Bundesanwaltschaft (nachfolgend „BA“) gestützt auf eine Mitteilung der 

Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) seit 30. April 2013 unter anderem 

gegen A. wegen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei eine Straf-

untersuchung führt;  

 

- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) das Rechtshilfeersuchen der 

Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation vom 18. August 2014 

der BA zum Vollzug übertrug (act. 1.1, S. 2), welchem die BA am 10. Februar 

2014 entsprach (act. 1.6); 

 

- die ersuchende Behörde am 4. Mai 2016 ein ergänzendes Ersuchen an die 

Schweiz stellte, worin sie im Hinblick auf die Sicherstellung und Beschlag-

nahme von Vermögenswerten von A. um die Übermittlung einer Liste der 

anlässlich der Hausdurchsuchung vom 24. März 2015 in der Liegenschaft 

von A. in Z./BE sichergestellten Gegenstände ersuchte; 

 

- die BA mit Eintretens- und Schlussverfügung vom 31. Mai 2018 dem ergän-

zenden Rechtshilfeersuchen entsprach und die Herausgabe des Verzeich-

nisses der sichergestellten Gegenstände an die russischen Behörden anord-

nete (act. 1.1);  

 

- A., vertreten durch Rechtsanwalt Charles Poncet, hiergegen mit Beschwerde 

vom 2. Juli 2018 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ge-

langt und die kostenfällige Aufhebung der Verfügung beantragt (act. 1). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Russland das Europäische 

Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen 

(EUeR; SR 0.351.1) und das Übereinkommen vom 8. November 1990 über 

die Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von 

Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) zur Anwendung gelangen;  

 

- soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend re-

gelt, das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe 

in Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und dazugehörige Ver-

ordnung vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) 

- 3 - 

 

 

zur Anwendung gelangen; das innerstaatliche Recht nach dem Günstigkeits-

prinzip auch dann zur Anwendung gelangt, wenn dieses geringere Anforde-

rungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; TPF 2011 131 E. 1; je 

m.w.H.); die Wahrung der Menschenrechte vorbehalten bleibt (BGE 135 IV 

212 E. 2.3; TPF 2008 24 E. 1.1; je m.w.H.); auf Beschwerdeverfahren in in-

ternationalen Rechtshilfeangelegenheiten zudem die Bestimmungen des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

(Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar sind (Art. 39 

Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG); 

 

- die Verfügung der ausführenden Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfe-

verfahren abgeschlossen wird, zusammen mit den vorangehenden Zwi-

schenverfügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts unterliegt (Art. 80e Abs. 1 IRSG); die Beschwerdefrist gegen 

Schlussverfügungen 30 Tage beträgt (Art. 80k IRSG);  

 

- zur Beschwerdeführung berechtigt ist, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG);  

 

- die rechtshilfeweise Herausgabe von Beweismitteln, die sich im Zeitpunkt 

des Rechtshilfeersuchens bereits im Besitz der schweizerischen Untersu-

chungsbehörden befinden, keine Zwangsmassnahme darstellt (BGE 126 II 

462 E. 4b S. 464 f.; Urteile des Bundesgerichts 1C_624/2014 vom 18. Feb-

ruar 2015 E. 1.2 und 1A.89/2005 vom 15. Juli 2005 E. 4.2; je mit Hinweisen; 

TPF 2007 79; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2014.217-221 vom 

3. März 2015 E. 3.2 und RR.2011.178 vom 30. Januar 2012 E. 3.2);  

 

- im Falle, dass um Herausgabe von Unterlagen ersucht wird, die im Rahmen 

des nationalen Strafverfahrens erstellt wurden, Personen, gegen die sich 

das betreffende schweizerische Strafverfahren richtet, zur Beschwerdefüh-

rung grundsätzlich nicht berechtigt sind (vgl. Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2012.206 vom 19. Dezember 2012 E. 2.3); die Legitimation eines 

Eigentümers oder Mieters allenfalls dann bejaht werden kann, wenn die 

rechtshilfeweise Herausgabe Unterlagen betrifft, die im Rahmen eines nati-

onalen Strafverfahrens beschlagnahmt wurden (Entscheide des Bun-

desstrafgerichts RR.2015.284 vom 9. März 2016 vom 9. März 2016 E. 1.3.2; 

RR.2013.228 vom 25. Februar 2014 E. 2.2.2; RR.2009.242 vom 17. Juni 

2010 E. 2.2; RR.2007.112 vom 19. Dezember 2012 E. 2.5);  

 

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- dass die hier angefochtene Schlussverfügung lediglich die Herausgabe 

des Verzeichnisses der anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestell-

ten Gegenstände betrifft, welches im Rahmen des gegen die Beschwer-

deführerin geführten nationalen Strafverfahrens erstellt wurde (act. 1.1);  

 

- die Beschwerdeführerin im Sinne der oben zitierten Rechtsprechung von der 

rechtshilfeweise Herausgabe des Verzeichnisses nicht unmittelbar berührt 

und damit nicht beschwerdeberechtigt ist, weshalb auf die Beschwerde ohne 

Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario) 

nicht einzutreten ist; 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG); die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]); 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 5. Juli 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Charles Poncet 

- Bundesanwaltschaft, unter Beilage der Beschwerde 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe, unter Beilage der Be-

schwerde 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).