# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcf48432-4171-5203-89b5-830dafaa5228
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 E-1435/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1435-2011_2011-11-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­1435/2011

U r t e i l   v om   2 5 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Markus König (Vorsitz),
Richterin Christa Luterbacher, Richter Bruno Huber,
Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

Parteien A._______,

B._______,
C._______,

Eritrea,

alle vertreten durch Samuel Häberli, Freiplatzaktion (…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 2. Februar 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Mit  Verfügung  vom  25.  März  2010  stellte  das  BFM  fest,  D._______ 
– Ehemann  respektive  Vater  der  Beschwerdeführenden  –  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998  (AsylG,  SR  142.31),  und  ordnete  wegen  Unzulässigkeit  des 
Wegweisungsvollzugs seine vorläufige Aufnahme als Flüchtling an. Diese 
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B. 
Am  18.  Juni  2010  liessen  die  Beschwerdeführenden  durch  ihre 
Rechtsvertretung  ein  Asylgesuch  einreichen  und  beantragen,  ihnen  sei 
die Einreise  in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens zu 
bewilligen (Art. 20 AsylG).

B.a  Zur  Begründung  des  Asylgesuchs  wurde  im  Wesentlichen  geltend 
gemacht, die Beschwerdeführerin sei nach der Ausreise ihres Ehemanns 
wiederholt  verhaftet  worden,  man  habe  sie  belästigt  und  unter  Druck 
gesetzt  und  auch  immer  wieder  nach  dem  Verbleib  des  Ehemanns 
gefragt und dessen Auslieferung verlangt. Die Beschwerdeführerin habe 
deshalb mit den Kindern  in den Sudan  fliehen müssen und befinde sich 
im Flüchtlingscamp E._______; durch das  illegale Verlassen Eritreas  im 
militärfähigen Alter sei sie einer zusätzlichen Gefährdung ausgesetzt und 
erfülle jedenfalls die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft. 

Der Sudan stelle keinen zumutbaren dauerhaften Aufenthaltsort dar. Die 
Beschwerdeführerin  habe  als  alleinstehende  Frau  mit  zwei 
minderjährigen Kindern keine Beziehungen  in Sudan, hingegen sei eine 
persönliche  respektive  familiäre  Affinität  zur  Schweiz  gegeben,  wo  sich 
der  Ehemann  als  anerkannter  Flüchtling  aufhalte.  Es  sei  bekannt,  dass 
die sudanesische Regierung in letzter Zeit mit der Rückschaffung von im 
Sudan  lebenden  Personen  eritreischer  Volkszugehörigkeit  begonnen 
habe  und  diese  Vertreibungspolitik  vorantreibe.  Dies  werde  durch 
entsprechende  Berichte  von  amnesty  international  und  des  Hohen 
Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) bestätigt. 

B.b  Sodann  machten  die  Beschwerdeführenden  geltend,  es  bestehe 
gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG ein Anspruch auf Einbezug in die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Ehemanns  beziehungsweise  Vaters.  In 
Anbetracht  der  schwierigen  Lebensumstände  und  Familiensituation  der 
Beschwerdeführenden  und  im  Licht  der  verfassungs­  und 

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menschenrechtlichen  Normen  zum  Schutz  des  Familienlebens  und  des 
Kindswohls  seien  sie  vorliegend  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihres 
Ehemanns/Vaters einzubeziehen.

C. 
Mit  Verfügung  vom  23.  Juni  2010  stellte  das  BFM  fest,  das 
Mandatsverhältnis mit der Beschwerdeführerin sei nicht mittels einer von 
ihr  unterzeichneten  Vollmacht,  sondern  nur  mittels  Vollmacht  ihres 
Ehemanns  angezeigt  worden,  und  setzte  eine  Frist  an  zum  Einreichen 
einer  rechtsgültigen,  von  der  Beschwerdeführerin  unterzeichneten 
Vollmachtsurkunde.

Die von der Beschwerdeführerin unterzeichnete Originalvollmacht wurde 
am 13. Juli 2010 fristgerecht zu den Akten gereicht. 

D. 
Mit Schreiben  vom 23. Dezember 2010  teilte  das BFM – unter Verweis 
auf  ein  Schreiben  der  Schweizer  Botschaft  in  Khartum  vom  23.  März 
2010  –  mit,  dass  aus  kapazitätsmässigen  und  sicherheitstechnischen 
Gründen  eine  persönliche  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  nicht 
möglich  sei.  Das  vorliegende  Asylgesuch  lasse  jedoch  noch  einige 
entscheidrelevante  Fragen  offen,  die  im  Rahmen  der 
Sachverhaltsabklärung daher schriftlich zu beantworten seien. Das BFM 
forderte  die  Beschwerdeführerin  deshalb  unter  Fristsetzung  dazu  auf, 
ergänzende  Angaben  (insbesondere  zum  Aufenthalt  in  Eritrea,  zu 
Familienangehörigen  und  Verwandten  in  Drittstaaten,  zu  den  zum 
Verlassen  der  Heimat  führenden  Ereignissen,  zur  Ausreise  aus  Eritrea 
und zum Aufenthalt in Sudan) zu den Akten zu reichen.

Die  Beschwerdeführenden  liessen  am  26.  Januar  2011  durch  ihren 
Rechtsvertreter ihre Stellungnahme zu den einzelnen Fragen einreichen. 

E. 
Mit  Verfügung  vom  2.  Februar  2011  verweigerte  das  BFM  die  Einreise 
der Beschwerdeführenden in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch aus 
dem Ausland ab.

F. 
Mit Eingabe vom 3. März 2011  liessen die Beschwerdeführenden durch 
ihren  Rechtsvertreter  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erheben  und  beantragen  inhaltlich,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  sei 
aufzuheben  und  Ihnen  sei  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  2  und  3  AsylG  die 

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Einreise  in  die  Schweiz  zwecks  Durchführung  des  Asylverfahrens  zu 
bewilligen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  der  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  der  Erlass  der  Verfahrenskosten 
sowie  die  Ausrichtung  einer  angemessenen  Parteientschädigung 
beantragt. 

G. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  14.  März  2011  verzichtete  der 
Instruktionsrichter auf die Erhebung des Kostenvorschusses und verwies 
den  Entscheid  bezüglich  des  Gesuchs  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen  späteren  Zeitpunkt.  Mit  gleicher 
Verfügung lud er die Vorinstanz ein, sich zur Beschwerde vernehmen zu 
lassen. 

H. 
Das BFM hielt  in der Stellungnahme vom 24. März 2011 vollumfänglich 
an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest und beantragte 
die Abweisung der Beschwerde.

Die Vernehmlassung wurde dem Vertreter der Beschwerdeführenden am 
28. März 2011 zur Kenntnis gebracht.

I. 
Am  2.  Mai  2011  liessen  die  Beschwerdeführenden  ein  sudanesisches 
Gerichtsdokument  –  im  Original  und  mit  einer  deutschsprachigen 
Übersetzung  –  zu  den  Akten  reichen.  Aus  diesem  gehe  hervor,  dass 
gegen die Beschwerdeführerin ein Verfahren wegen illegalen Aufenthalts 
eröffnet worden sei und sie sich deswegen innert Frist beim zuständigen 
Gericht zu melden habe. Dem ebenfalls eingereichten Schreiben der (…) 
Kirchgemeinde (…) vom 31. März 2011 sei in diesem Zusammenhang zu 
entnehmen,  dass  diese  gerichtliche  Aufforderung  mit  einer 
Untersuchungshaft  verknüpft  worden  und  die  Beschwerdeführerin 
vorübergehend  ((…))  inhaftiert  gewesen  sei.  Ihr  Ehemann  sei  daher 
kurzfristig in den Sudan gefahren und habe sich fast einen Monat lang um 
die Familie gekümmert, zumal seine Angehörigen krank gewesen seien. 
Zum  Beleg  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin  und 
des  jüngeren  Kinds  wurden  die  Originale  zweier  englischsprachiger 
Arztzeugnisse  der  (…)  Clinic  in  F._______  vom  16. März  2011  zu  den 
Akten gereicht.

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J. 
Mit  Schreiben  vom  15.  August  2011  ersuchte  der  Rechtsvertreter  der 
Beschwerdeführenden  das  Bundesverwaltungsgericht  um  prioritäre 
Behandlung  der  Beschwerde.  Die  Beschwerdeführerin  und  die  Kinder 
seien  bei  schlechter  Gesundheit  und  die  familiäre  Situation  sei  für  alle 
Mitglieder der Kernfamilie sehr belastend.

Mit Eingabe vom 25. August 2011 liessen die Beschwerdeführenden ein 
Schreiben  der  Evangelisch­reformierten  Landeskirche  des  Kantons 
G._______ vom 24. August 2011 einreichen. 

Am  19.  September  2011  erkundigten  sich  der  Rechtsvertreter  und  am 
20. Oktober  2011  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  sowie  ein 
Bekannter telefonisch nach dem Stand des Verfahrens und ersuchten um 
dessen baldigen Abschluss. 

K. 
Am  26.  Oktober  2011  liessen  die  Beschwerdeführenden  eine  Meldung 
des UNHCR vom 18. Oktober 2011 einreichen. Dieser sei zu entnehmen, 
dass  300  eritreische  Flüchtlinge  –  Asylsuchende  und  anerkannte 
Flüchtlinge  –  von  den  sudanesischen  Behörden  nach  Eritrea  deportiert 
worden  seien.  Diese  Meldung  zeige  erneut  und  mit  aller  Deutlichkeit, 
dass  Sudan  nicht  als  sicherer  Drittstaat  für  asylsuchende  Personen 
betrachtet werden könne. Es werde auch aus diesem Grund um prioritäre 
Behandlung und rasche Entscheidfindung ersucht. 

Mit  Schreiben  vom  3.  November  2011  liess  die  Beschwerdeführerin 
mitteilen, dass sie schwanger sei und der voraussichtliche Geburtstermin 
auf (…) fallen werde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  über  das 
Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021). 
Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und  ist daher eine 
Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet 
betreffende  Ausnahme  im  Sinn  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 

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vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG  und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1. 
Vorab  ist  festzustellen,  dass  die  (dokumentierte)  Ehe  zwischen  der 
Beschwerdeführerin  mit  dem  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  vorläufig 
aufgenommenen  D._______  vom  BFM  nicht  bestritten  wurde.  Aus  den 
Akten  ergibt  sich  ferner,  dass  D._______  sowohl  anlässlich  seines 
Asylverfahrens  als  auch  im  Rahmen  des  vorliegenden  Verfahrens 
übereinstimmende  Aussagen  zu  Anzahl,  Namen  und  Alter  der 
Beschwerdeführenden machte.  Damit  beurteilt  auch  das  Gericht  es  als 
erstellt, dass es sich bei den Beschwerdeführenden um die Ehefrau und 
die  zwei  minderjährigen  Kinder  von  D._______  handelt.  Somit  ist 
D._______ befugt, für seine Kinder als gesetzlicher Vertreter zu handeln. 
Mit Bezug auf die Beschwerdeführerin ist aufgrund der Bevollmächtigung 
des  Rechtsvertreters  sowie  den  in  seinen  Eingaben  klar  formulierten 
Rechtsbegehren  ebenfalls  von  der  Einreichung  eines  Asylgesuchs  und 
eines Gesuchs um Bewilligung der Einreise auszugehen.

3.2.  Die  Tatsache,  dass  die  Gesuche  nicht  bei  einer  schweizerischen 
Vertretung  im Ausland, sondern direkt beim BFM eingereicht wurden,  ist 
nach  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  relevant  (vgl.  BVGE 
2007/19 E. 3.3 S. 226).

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4. 
Wird  von  Angehörigen  im  Ausland  eine  konkrete  Gefährdung  geltend 
gemacht,  geht  die  Prüfung  der  originären  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art. 3  AsylG  derjenigen  eines  Anspruchs  auf  Nachzug  von 
Familienangehörigen eines vorläufig aufgenommenen Flüchtlings gestützt 
auf Art. 85 Abs. 7 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) vor (Art. 74 Abs. 5 der 
Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und 
Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201] i.V.m. Art. 37 der Asylverordnung 1 
vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Die 
Frage,  ob  allenfalls  die  Voraussetzungen  eines  derivativen  Einbezugs 
von  Familienangehörigen  und  eingetragenen  Partnern  in  die  vorläufige 
Aufnahme  von  vorläufig  aufgenommenen  Flüchtlingen  vorliegen,  kann 
mithin  erst  dann  einer  Prüfung  unterzogen  werden,  wenn  zuvor 
festgestellt  wurde,  dass  die  einzubeziehende  Person  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  selbstständig  nach  Art. 3  AsylG  erfüllt  (vgl. 
BVGE 2007/19). 

Demnach  ist  im  Folgenden  zunächst  zu  prüfen,  ob  die 
Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  selbstständig  erfüllen, 
beziehungsweise ob ihnen gemäss den Kriterien von Art. 20 Abs. 2 und 3 
AsylG die Einreise in die Schweiz zu bewilligen ist. 

5. 
5.1. 
Ein  Asylgesuch  kann  gemäss  Art.  19  AsylG  im  Ausland  bei  einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 
das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Hinsichtlich  des 
Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung  im Ausland sieht Art. 10 
AsylV 1 vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine 
Befragung  durchführt.  Davon  kann  nur  abgewichen  werden,  wenn  eine 
Befragung  faktisch oder aus organisatorischen oder  kapazitätsmässigen 
Gründen unmöglich  ist, oder wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des 
eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint (vgl. BVGE 
2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Ist eine Befragung im Ausland nicht möglich, ist 
die  asylsuchende  Person  aufzufordern,  ihre  Asylgründe  schriftlich 
festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das BFM hat den Verzicht auf eine 
Befragung  im  Ausland  in  der  Verfügung  zu  begründen  (vgl.  BVGE 
2007/30 E. 5.8 S. 368). 

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5.2. Vorliegend sah sich die Botschaft in Khartum nicht in der Lage, eine 
persönliche  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  zu  ihrem  Asylgesuch 
durchzuführen.  Das  BFM  begründete  in  der  Verfügung  vom  23. 
Dezember  2010  diesen  Verzicht  mit  dem  begrenzten  Personalbestand 
der Botschaft und fehlenden Voraussetzungen im sicherheitstechnischen 
und räumlichen Bereich. Der Vertreter der Beschwerdeführenden nahm in 
der Folge mit Eingabe vom 26. Januar 2011 ausführlich zu den gestellten 
Fragen  Stellung.  Vorliegend  erhielten  die  Beschwerdeführenden  somit 
rechtsgenügend  Gelegenheit,  ihre  Asylgründe  darzulegen  und  bei  der 
Erhebung und Ergänzung des massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. 

6. 
6.1. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG  ist die Einreise  in die Schweiz zu 
bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr  für  Leib,  Leben oder Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht wird, das 
heisst  im  Hinblick  auf  die  Anerkennung  als  Flüchtling  und  die 
Asylgewährung,  oder  aber  wenn  für  die  Dauer  der  näheren  Abklärung 
des  Sachverhalts  ein  weiterer  Aufenthalt  im  Wohnsitz­  oder 
Aufenthaltsstaat  oder  die  Ausreise  in  einen  Drittstaat  nicht  zumutbar 
erscheint (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.2 S. 224). Nach Art. 52 [Abs. 2] AsylG 
kann  einer  Person,  die  sich  im  Ausland  befindet,  das  Asyl  verweigert 
werden,  wenn  es  ihr  zugemutet  werden  kann,  sich  in  einem  anderen 
Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der Anwendung von Art. 52 [Abs. 2] 
AsylG  ist  in  einer Gesamtschau  zu  prüfen,  ob  es  aufgrund  der  ganzen 
Umstände  geboten  erscheint,  dass  es  gerade  die  Schweiz  ist,  die  den 
angesichts der bestehenden Gefährdung erforderlichen Schutz gewähren 
soll  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 21  E.  4a  S.  139).  Bei  dieser 
Beurteilung sind namentlich die persönliche Beziehung zur Schweiz, die 
Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Qualität 
allfälliger  Beziehungen  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit 
und  objektive  Zumutbarkeit  der  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht zu ziehen (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 insbesondere E. 2.f S. 131 
ff.). Damit Art. 52 [Abs. 2] AsylG zur Anwendung kommen kann, muss als 
Grundvoraussetzung  eine  Gefährdung  im  Sinn  von  Art. 3  AsylG 
vorliegen.  Nur  dann  ist  es  gerechtfertigt,  dass  überhaupt  die 
Ausschlussklausel von Art. 52 [Abs. 2] AsylG angewendet wird.

6.2. Das BFM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, 
das Gesuch vom 18. Juni 2010 sei als eigenständiges Asylersuchen aus 

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dem  Ausland  beurteilen.  Die  Abklärung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts erfordere die Anwesenheit der Beschwerdeführenden in der 
Schweiz nicht. 

Die  Beschwerdeführenden  hätten  zwar  offensichtlich  ernstzunehmende 
Schwierigkeiten  mit  den  eritreischen  Behörden  gehabt.  Es  sei  ihnen 
indessen  zuzumuten,  in  ihrem  aktuellen  Aufenthaltsstaat  Sudan  zu 
verbleiben;  den  subsidiären  Schutz  der  Schweiz  würden  sie  nicht 
benötigen. Um die nötige Versorgung zu erhalten, könnten sie allenfalls in 
das  ihnen  zugewiesene  Flüchtlingslager  zurückkehren.  In  diesem  Sinn 
habe  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  entschieden,  dass  für 
somalische  Flüchtlinge  der  Aufenthalt  in  äthiopischen  Flüchtlingslagern 
grundsätzlich  zumutbar  sei. Diese Schlussfolgerung müsse auch  für die 
Flüchtlinge  in Sudan gelten, weil diese den gleichen Aufenthaltspflichten 
unterstehen würden wie die Flüchtlinge in Äthiopien. Die Furcht vor einer 
Rückschaffung  durch  die  sudanesischen  Behörden  nach  Eritrea  sei  als 
klar unbegründet zu bezeichnen.

Zu  keinem  anderen  Ergebnis  führe  die  Beurteilung  des  Gesuchs  im 
Rahmen des Familiennachzugs. Bei vorläufig aufgenommenen Personen 
richte  sich  der  Familiennachzug  nach  Art. 85  Abs. 7  AuG.  Danach 
könnten  Ehegatten  und  minderjährige  Kinder  solcher  Personen 
frühestens  drei  Jahre  nach  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme 
nachgezogen  und  in  diese  eingeschlossen  werden.  Der  Ehemann 
beziehungsweise Vater der Beschwerdeführenden sei am 25. März 2010 
vorläufig aufgenommen worden, womit diese minimale Wartefrist von drei 
Jahren nicht erfüllt sei.

6.3. Auf  Beschwerdeebene  wird  festgehalten,  das  BFM  habe  in  seiner 
Verfügung nicht in Frage gestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Bezug 
auf Eritrea die Flüchtlingseigenschaft erfülle und eine enge Beziehung zur 
Schweiz bestehe. Hinsichtlich der Zumutbarkeit des weiteren Verbleibs in 
Sudan  habe  die  Beschwerdeführerin  stets  dargelegt,  dort  unter  sehr 
prekären  Bedingungen  zu  leben.  Das  Leben  im  Flüchtlingscamp 
E._______  sei  für  sie  und  ihre  Kinder  unerträglich  und  zunehmend 
gefährlich  geworden,  zumal  sie  als  alleinstehende  Frau  ständigen 
Bedrohungen durch Männer ausgesetzt gewesen sei; ausserdem sei die 
medizinische Versorgung der ständig kranken Kinder nicht gewährleistet. 
Aus  diesen  Gründen  sei  sie  nach  F._______  ausgewichen,  wo  sie  bei 
einer Bekannten behelfsmässig und vorübergehend Unterkunft gefunden 
habe. Auch  in F._______ sei es zu polizeilichen Übergriffen gekommen. 

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Es  sei  ihr  auch  mehrmals  mit  der  Deportation  nach  Eritrea  gedroht 
worden;  in  diesem  Zusammenhang  sei  sie  in  Untersuchungshaft 
genommen  worden  und  hätte  wegen  illegalen  Aufenthalts  vor  Gericht 
erscheinen müssen. Durch diese schwierige Situation sei sie mittlerweile 
psychisch  sehr  angeschlagen  und  nehme  entsprechende  Medikamente 
zu  sich.  Insgesamt  sei  daher  ein  weiteres  Verbleiben  im  Sudan  für  sie 
und  die  Kinder  nicht  zumutbar.  Die  spezifische  Situation  der 
Beschwerdeführenden sei vom BFM nicht ausreichend gewürdigt worden. 
Bei  ihnen  handle  es  sich  um  verletzliche  Personen,  die  sich  in 
existentieller Not befinden würden; eine weitere Schutzbeanspruchung in 
Sudan sei ihnen daher nicht zuzumuten.

7. 
7.1. Das BFM hatte es  in der Verfügung vom 25. März 2010 als erstellt 
erachtet,  dass  D._______  seinen  Heimatstaat  illegal  und  im 
militärdienstpflichtigen  Alter  verlassen  habe.  Weiter  hat  es  ausgeführt, 
dass  die  eritreischen  Behörden  solchen  Personen  grundsätzlich  eine 
regierungsfeindliche  Haltung  unterstellen  und  diese  bei  einer  Rückkehr 
sehr  streng  bestrafen  und  sich  die  Strafmassnahmen  durch  ein  hohes 
Mass  an  Brutalität  auszeichnen  würden.  Damit  habe  er  begründete 
Furcht,  bei  einer  Rückkehr  nach  Eritrea  ernsthaften Nachteilen  im Sinn 
von  Art.  3  AsylG  ausgesetzt  zu  werden,  womit  er  die 
Fluchtlingseigenschaft erfülle.

7.2. Gemäss verschiedenen Lageberichten zu Eritrea werden Angehörige 
von  im  Ausland  lebenden  Dissidenten,  Wehrdienstpflichtigen  und 
Deserteuren  oder  Personen,  welche  die  vorn  Eritreern  im  Ausland 
erhobene  zweiprozentige  Einkommenssteuer  nicht  bezahlt  haben,  von 
den  Sicherheitsorganen  befragt  und  häufig  inhaftiert,  damit  sie  den 
Aufenthaltsort der gesuchten Person preisgeben (vgl. US DEPARTMENT OF 
STATE,  2010  Human  Rights  Report  /  Eritrea,  8.  April  2011,  Section  1f; 
UNHCR.  Eligibility  Guidelines  for  Assessing  the  International  Protection 
Needs of Asylumseekers from Eritrea, 20. April 2011, S. 17 f.; ALEXANDRA 
GEISER  [Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  SFH],  Eritrea  Update  vom 
Februar 2010, 8. Februar 2010, S. 14). Vor diesem Hintergrund erscheint 
es  als  plausibel,  dass  die  eritreischen  Behörden  ein  Interesse  daran 
haben, den Verbleib von D._______ in Erfahrung zu bringen, weshalb die 
von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten 
Verfolgungsmassnahmen als nachvollziehbar bezeichnet werden können. 
Wie  bereits  erwähnt,  kommt  auch  das  BFM  in  der  Verfügung  vom  2. 
Februar 2011 (S. 3 Ziff. 3) zum Schluss, die Beschwerdeführenden hätten 

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Seite 11

in  Eritrea  "ernsthafte  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen  Behörden" 
gehabt. 

7.3.  Vor  diesem  Hintergrund  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  in 
Übereinstimmung  mit  dem  BFM  zur  Überzeugung,  dass  konkrete 
Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer 
Heimat  landesweit einer asylrechtlich relevanten Verfolgung im Sinn von 
Art. 3  AsylG  ausgesetzt  sind  respektive waren. Die  Beschwerdeführerin 
hat  zudem  ihren  Angaben  zufolge  Eritrea  im  Januar  2010  im 
wehrdienstpflichtigen  Alter  und  ohne  behördliches  Ausreisevisum  illegal 
verlassen,  was  schon  für  sich  allein  ein  nicht  unbeachtliches  Risiko 
schafft,  in  Zukunft  ernsthaften  Nachteilen  im  Sinn  des  Asylgesetzes 
ausgesetzt zu werden. 

8. 
8.1.  Gemäss  Art.  52  [Abs.  2]  AsylG  kann  einer  Person,  die  sich  im 
Ausland  befindet,  das  Asyl  verweigert  werden,  wenn  es  ihr  zugemutet 
werden  kann,  sich  in  einem  andern  Staat  um  Aufnahme  zu  bemühen. 
Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt hat, in 
einem  Drittstaat  auf,  ist  zwar  im  Sinn  einer  Vermutung  davon 
auszugehen,  die  betreffende  Person  habe  dort  bereits  Schutz  vor 
Verfolgung  gefunden  oder  könne  ihn  dort  erlangen,  weshalb  weiter 
anzunehmen  ist,  es  sei  ihr  zuzumuten,  dort  zu  verbleiben 
beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung 
ist  jedoch  widerlegbar  und  kann  sich  insbesondere  mit  Bezug  auf  die 
Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 
176  f.)  oder  auch  auf  die  Zumutbarkeit  der  Inanspruchnahme  dieses 
Schutzes als unzutreffend erweisen. 

Vor  diesem  Hintergrund  sind  praxisgemäss  zunächst  die  gängigen 
individuellen  Kriterien  zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  im 
betreffenden  Drittstaat  als  zumutbar  erscheinen  lassen,  und  diese  in 
einem  zweiten  Schritt  mit  der  Intensität  und  Qualität  einer  allfälligen 
persönlichen Beziehung zur Schweiz in Bezug zu setzen (vgl. etwa Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  E­8127/2008  vom  12. Mai  2011  E.  5.1; 
EMARK 2004 Nr. 21 E. 4).

8.2.  Das  BFM  führt  in  diesem  Zusammenhang  in  der  Verfügung  vom 
2. Februar  2011 aus,  es  liege ein Ausschlussgrund  im Sinn  von Art.  52 
[Abs.  2] AsylG vor, weil  die Beschwerdeführerenden  sich  seit  dem Jahr 
2010 in Sudan befänden, dort vom UNHCR registriert worden seien und 

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über einen entsprechenden Flüchtlingsausweis verfügen würden. Es sei 
ihnen  daher  zumutbar,  vorderhand  in  Sudan  zu  bleiben.  Um  die 
notwendige  Versorgung  zu  erhalten,  könnten  sie  wieder  in  das  ihnen 
zugeteilte  Flüchtlingslager  zurückkehren.  Soweit  eine  Rückschaffung 
nach Eritrea befürchtet werde, sei diese Angst unbegründet.

8.3.  Den  Akten  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden  in 
Sudan  nicht  über  ein  tragfähiges  soziales  Netz  verfügen  und  sie  mit 
diesem  Staat  auch  keine  besondere  kulturelle  oder  sprachliche  Nähe 
verbindet.  Sie  haben  zwar  in  F._______  bei  einer  Bekannten 
Unterschlupf gefunden, überleben aber offenbar hauptsächlich dank der 
Unterstützungsleistungen  des  Ehemanns  aus  der  Schweiz.  Zudem 
handelt  es  sich  bei  der  momentanen  Wohnsituation  offenbar  nicht  um 
eine dauerhafte Lösung. Demgegenüber besteht zur Schweiz eine enge 
persönliche  Beziehung:  Hier  lebt  seit  September  2008  der  Ehemann 
respektive Vater der Beschwerdeführenden, der mit Verfügung des BFM 
vom  25.  März  2010  als  Flüchtling  aufgenommen  worden  ist.  Dieser 
persönliche  Konnex  ist  von  der  Vorinstanz  bei  der  Behandlung  des 
vorliegenden Asylgesuchs            – soweit aufgrund der Begründung ihrer 
Verfügung feststellbar – nicht berücksichtigt worden.

8.4. Nach Auffassung  des Gerichts  ist  es  vorliegend  nicht  geboten,  die 
Beschwerdeführerin,  eine  alleinstehende  Frau  mit  zwei  Kleinkindern, 
gestützt  auf  Art.  52  [Abs.  2]  AsylG  auf  einen  vorab  theoretischen,  sich 
fernab  von  der  nächsten  Bezugsperson  entfaltenden  Schutz  durch  die 
sudanesischen  Behörden  zu  verweisen.  In  diesem  Zusammenhang  ist 
festzuhalten,  dass  Sudan  zwar  das  Abkommen  vom  28. Juli  1951  über 
die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) unterzeichnet hat, in 
der  Praxis  aber  keinen  zuverlässigen  Schutz  vor  Rückschiebung  in 
Verfolgerstaaten  gewährt  und  Flüchtlinge  in  vielfacher  Hinsicht 
diskriminiert  (vgl.  UNCHR,  Brief  Background  Note  on  the  Situation  of 
Eritrean  Asylum­Seekers  and  Refugees  in  Sudan;  U.S.  Department  of 
State, 2010 Country Reports on Human Rights Practices / Sudan, Section 
2 d,  11. April  2011). Angesichts  der  nahen persönlichen Beziehung der 
Beschwerdeführenden  zur  Schweiz  ist  es  angezeigt,  ihnen  die  Einreise 
zu ihrem in der Schweiz lebenden Ehemann und Vater zu bewilligen und 
zu ermöglichen. 

8.5. Den  Beschwerdeführenden  ist  deshalb  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  2 
AsylG  die  Einreise  in  die  Schweiz  zur  Durchführung  des  ordentlichen 
Asylverfahrens zu bewilligen.

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9. 
Da die Beschwerdeführenden bereits aufgrund ihrer eigenen Gefährdung 
in  Eritrea  sowie  der  Aufenthaltssituation  in  Sudan  die  Voraussetzungen 
für  eine  Bewilligung  der  Einreise  nach  Art.  20  Abs.  2  AsylG  erfüllen, 
erübrigen  sich  vorliegend  nähere  Ausführungen  zur  Ableitung  der 
Flüchtlingseigenschaft  beziehungsweise  zum Einbezug  in  die  vorläufige 
Aufnahme des Ehemanns und Vaters im Sinn von 85 Abs. 7 AuG.

10. 
Nach dem Gesagten  ist die Beschwerde vom 3. März 2011  im Sinn der 
vorstehenden  Erwägungen  gutzuheissen.  Die  Verfügung  des  BFM  vom 
2. Februar  2011  ist  aufzuheben und die Vorinstanz  ist  anzuweisen,  den 
Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und hier 
das ordentliche Asylverfahren fortzusetzen respektive durchzuführen.

11. 
11.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Kosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

11.2. Den obsiegenden,  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  vertretenen 
Beschwerdeführenden  ist  in Anwendung von Art. 64 VwVG sowie Art. 7 
Abs.  1  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2)  eine  Entschädigung  für  die  ihnen  entstandenen 
notwendigerweise entstandenen Parteikosten zuzusprechen.

Ihr  Rechtsvertreter  hat  am  2.  Mai  2011  eine  Kostennote  in  Höhe  von 
Fr. 840.–  zu  den  Akten  gereicht.  Diese  erscheint  angesichts  der 
Aktenlage  als  angemessen.  Die  nach  Einreichung  der  Kostenübersicht 
vorgenommenen  aktenkundigen  Vertretungshandlungen  (namentlich 
wiederholte Gesuche um prioritäre Behandlung und die Weiterleitung von 
Unterstützungsschreiben  und  Länderberichten)  sind  nicht  vollumfänglich 
als  notwendig  im Sinn  der Bestimmung  zu  beurteilen. Unter Würdigung 
aller  Umstände  und  der  massgebenden  Bemessungsfaktoren  wird  die 
von  der  Vorinstanz  auszurichtende  Parteientschädigung  auf  insgesamt 
Fr. 1000.– (inkl. aller Auslagen) festgesetzt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird im Sinn der Erwägungen gutgeheissen.

2. 
Die Verfügung des BFM vom 2. Februar 2011 wird aufgehoben.

3. 
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden die Einreise in die 
Schweiz zwecks Durchführung der Asylverfahren zu bewilligen.

4. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

5. 
Die  Vorinstanz  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  für  das 
Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung 
in Höhe von Fr. 1000.– zu entrichten.

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
kantonale Migrationsbehörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

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