# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed79936c-0c48-543b-8415-8becd68c4a02
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 07.08.2019 ZK1 2019 91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-91_2019-08-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Entscheid vom 7. August 2019

Referenz ZK1 19 91

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Brunner, Vorsitzender
Michael Dürst und Pritzi
Mehli, Aktuarin ad hoc

Parteien X._____, 
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty
Alexanderstrasse 8, Postfach 428, 7001 Chur 

Gegenstand Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung 
(Art. 394 f. ZGB)

Anfechtungsobj. Entscheid Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden 
vom 18.04.2019, mitgeteilt am 26.04.2019 

Mitteilung 12. August 2019

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I. Sachverhalt

A. Nach Mitteilung der Schulleitung O.1_____, dass X._____ seit über einem 
Monat den Schulbesuch verweigere, errichtete der Präsident der damaligen Vor-
mundschaftsbehörde Surselva am 27. März 2012 mittels Präsidialbeschluss eine 
Erziehungsbeistandschaft für den am 23. Mai 1996 geborenen X._____, hob die 
Obhut seiner Mutter für drei Monate auf und ordnete die Unterbringung in einer 
geeigneten Institution an. Dieser Beschluss wurde am 12. April 2012 durch die 
damalige Vormundschaftsbehörde Surselva zum Beschluss der Gesamtbehörde 
erhoben. 

B. Aus dem Bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfol-
gend: kjp Graubünden) vom 31. Mai 2012 zur Einschätzung der kognitiven Fähig-
keiten von X._____ wird ersichtlich, dass seine kognitiven Fähigkeiten einen Ge-
samt-Intelligenzquotient (IQ) von 109 Punkten ergaben, der im guten Durch-
schnittsbereich liege. 

C. Der Abklärungsbericht der kjp Graubünden vom 11. Juni 2012 über den 
stationären Aufenthalt von X._____ in deren jugendpsychiatrischen Station kommt 
zum Schluss, dass die Abklärungen auf ein gutes intellektuelles Potenzial mit ei-
nem überdurchschnittlich gut ausgeprägten Arbeitsgedächtnis hinweisen würden. 
Allerdings sei X._____ zurückhaltend, ratlos, inaktiv und seine Haltung wirke pas-
siv-verweigernd. Die baldige Wiederaufnahme der Schule und die Strukturierung 
der Freizeit mittels Einbezug in einen Verein seien wichtig und wurden empfohlen.

D. Mit Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde Surselva vom 12. Ju-
li 2012 wurde die Obhut der Mutter über X._____ wiederhergestellt, die bestehen-
de Beistandschaft jedoch beibehalten. 

E. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (nachfolgend: KESB) Sursel-
va ersuchte die KESB Nordbünden aufgrund des Wohnsitzwechsels von X._____ 
und dessen Mutter mit Gesuch vom 12. März 2013 um Übernahme der Kindes-
schutzmassnahme für X._____. Die KESB Nordbünden erklärte sich bereit, die 
Massnahme zu übernehmen, woraufhin die KESB Surselva mit Entscheid vom 30. 
Juli 2013 die Übertragung der Massnahme per 1. September 2013 verfügte. Mit 
Entscheid der Kollegialbehörde vom 20. August 2013 bestätigte die KESB Nord-
bünden die Übernahme der Erziehungsbeistandschaft per 1. September 2013 und 
ernannte A._____ (Berufsbeistandschaft Rhäzüns-Trins) als Beiständin von 
X._____. 

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F. Aus dem Schlussbericht des vorherigen Beistandes von X._____, E._____, 
vom 1. August 2013 wird ersichtlich, dass er die Zusammenarbeit mit X._____ als 
schwierig bis sehr schwierig beurteilte, da dieser nicht wirklich bereit gewesen sei, 
etwas an seiner Situation zu ändern und alle Hilfestellungen abgelehnt worden 
seien. Dessen Mutter habe die Vorschläge nicht mittragen können und im Novem-
ber 2012 den Kontakt zur Berufsbeistandschaft abgebrochen. 

G. Auch die Beiständin A._____ beurteilte in ihrem Schlussbericht vom 7. Mai 
2014 die Zusammenarbeit mit X._____ als sehr schwierig, da angebotene Hilfe-
stellungen nicht angenommen und Vereinbarungen nicht eingehalten worden sei-
en. Zudem hätten keine Rückmeldungen und Kontaktaufnahmen seinerseits statt-
gefunden. Seine Mutter sei nicht in der Lage gewesen, Empfehlungen und Lö-
sungsideen mitzutragen und umzusetzen. A._____ beantragte die Aufhebung der 
Massnahme infolge Volljährigkeit. Eine   Massnahme nach Erwachsenenschutz-
recht erachtete sie nur für sinnvoll, wenn X._____ zur Zusammenarbeit bereit sei. 
Wie sich in der Vergangenheit gezeigt habe, erfülle er diese Voraussetzung nicht. 

H. Mit Entscheid vom 30. September 2014 genehmigte die KESB Nordbünden 
den Schlussbericht der Beiständin und stellte fest, dass die Massnahme mit Eintritt 
der Volljährigkeit von X._____ am 23. Mai 2014 von Gesetzes wegen geendet ha-
be. 

I. Am 5. November 2018 ging bei der KESB Nordbünden eine Gefährdungs-
meldung von Dr. med. B._____, Psychiatrische Dienste Graubünden (nachfol-
gend: PDGR), betreffend X._____ ein. Dieser befinde sich seit dem 26. Juni 2018 
bei ihnen in ambulanter psychiatrischer Behandlung und es bestünden diverse 
behandlungsbedürftige Diagnosen. Aufgrund der psychiatrischen Erkrankungen 
würden Einschränkungen in mehreren Lebensbereichen bestehen. Zudem habe 
bis anhin keine regelmässige Behandlung etabliert werden können, weshalb eine 
Abklärung der Schutzbedürftigkeit und Aufgleisung allfälliger Massnahmen ange-
zeigt erscheine. 

J. Aufgrund dessen eröffnete die KESB Nordbünden am 13. November 2018 
ein Abklärungsverfahren. Am 21. November 2018 fand das diesbezügliche Erst-
gespräch mit X._____ und seiner Mutter statt. X._____ führte in diesem Gespräch 
aus, dass er die im August 2018 erhaltenen Antidepressiva seit ca. drei Wochen 
einnehme. Seine Mutter versicherte, dass die Behandlung bei der Psychologin 
C._____ aufgenommen werde. Im Gespräch äusserte X._____, dass er keine so-
zialen Beziehungen pflege. Sein Tagesablauf sehe so aus, dass er die Tage in 
seinem Zimmer vor dem Computer (Spiele, Chats) verbringe und keinen weiteren 

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Beschäftigungen nachgehe. Er habe keine Lebensziele, keinen regulären 
Schulabschluss und er habe auch keine Lehre absolviert. 

K. Aus der Kurzbeurteilung der PDGR vom 5. Dezember 2018 betreffend 
Schwächezustand bzw. Schutz- und Hilfsbedürftigkeit geht hervor, dass bei 
X._____ folgende behandlungsbedürftige Diagnosen nach ICD-10 bestünden: 

F42.1 Vorwiegend Zwangshandlungen 

F33.2 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode 
ohne psychotische Symptome 

R63.0 Anorexie mit/bei:

- E46 Nicht näher bezeichnete Energie- und Eiweissmange-
lernährung

F61  Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen 

- schizoide-, anankastische-, ängstliche-, abhängige Anteile

F40.1 Soziale Phobien 

F40.00 Agoraphobie: Ohne Angabe einer Panikstörung

H93.1 Tinnitus aurium 

Weiter wurde ausgeführt, dass X._____ in Bezug auf die selbständige und ver-
nunftgemässe Erledigung der eigenen Angelegenheiten stark beeinträchtigt sei. 
Es müsse mit einer Chronifizierung der psychischen Störungen gerechnet werden, 
sollten sie weiterhin unbehandelt bleiben. Es bestehe bei X._____ eine starke Ab-
hängigkeit von der Mutter, welche von der PDGR als aufrechterhaltender Faktor 
für die Krankheit erachtet wird. 

L. Die Besprechung bzw. der Hausbesuch der KESB Nordbünden bei 
X._____, seiner Mutter und deren Ehemann in O.1_____ vom 20. März 2019 zeig-
te eine unveränderte Situation. X._____s Mutter sei weiter überprotektiv und über-
lasse ihrem Sohn keine Entscheidungen. Seitens der KESB Nordbünden wurde 
darauf aufmerksam gemacht, dass eine IV-Anmeldung dringend notwendig sei. 

M. Mit Schreiben vom 11. April 2019 der KESB Nordbünden wurde X._____ 
darüber informiert, dass die Errichtung einer Beistandschaft in verschiedenen Le-
bensbereichen beabsichtigt werde. Den zur Wahrung des rechtlichen Gehörs ein-
geräumten Anhörungstermin vom 17. April 2019 nahm X._____ nicht wahr, wor-
aufhin ihm ein Hausbesuch abgestattet wurde. Bei diesem sei X._____ gemäss 
der KESB Nordbünden über die Absicht der Errichtung einer Vertretungsbeistand-
schaft inklusive der vorgesehenen Bereiche informiert und deren Wirkung erklärt 
worden. Es sei zudem in Aussicht gestellt worden, dass D._____ zu seinem Bei-
stand ernannt werde. X._____ habe diesem Vorhaben mit den Worten "Probieren 

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wir es einmal" zugestimmt. Seine Mutter habe hingegen verbittert und resigniert 
gewirkt, schnippische Antworten gegeben und Anklagen erhoben. 

N. Mit Entscheid vom 18. April 2019, mitgeteilt am 26. April 2019, errichtete die 
KESB Nordbünden für X._____ eine Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) in 
den Bereichen Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB), Wohnen, Medizin und Ge-
sundheit, Arbeit, Bildung und Beschäftigung, öffentliche Verwaltung, Versicherun-
gen sowie soziale Teilhabe. Zudem wurde ihm der Zugriff auf das durch die Be-
rufsbeistandschaft Imboden für ihn zu führende "Betriebskonto" entzogen (Art. 395 
Abs. 3 ZGB). D._____ von der Berufbeistandschaft Imboden wurde im Weiteren 
zum Beistand von X._____ ernannt. 

O. Gegen diesen Entscheid erhob X._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer), 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty, mit Eingabe vom 29. Mai 2019 
Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden und beantragte die Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheids, eventualiter dessen Rückweisung an die 
Vorinstanz zur Neubeurteilung. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, 
dass die durch die PDGR gestellten Diagnosen reine Vermutungen seien und die 
KESB aufgrund der Diskrepanzen zum früheren Bericht der kjp Graubünden eine 
exakte medizinische Abklärung hätte fordern müssen. Der Satz "Probieren wir es 
einmal" des Beschwerdeführers könne unmöglich als Einverständnis mit den 
Massnahmen gewertet werden und insbesondere die Beistandschaft in den Berei-
chen Finanzen und Wohnen sei obsolet. 

P. Die KESB Nordbünden beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juli 
2019 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wer-
den könne. Als Begründung wurde ausgeführt, dass die errichtete Beistandschaft 
als notwendig und geeignet erachtet werde, um eine Verbesserung der Lebenssi-
tuation des Beschwerdeführers zu erreichen. Weiter gebe es keine Anhaltspunkte, 
an den von der PDGR gestellten Diagnosen zu zweifeln, womit der Schwächezu-
stand im Sinne des Gesetzes zweifelsfrei gegeben sei. Aufgrund der Perspektivlo-
sigkeit der innerfamiliären Unterstützung sei erstellt, dass der Unterstützungs- und 
Vertretungsbedarf des Beschwerdeführers dringend durch eine neutrale Fachper-
son abgedeckt werden müsse. 

Q. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid 
und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen.

II. Erwägungen

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1.1. Gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde kann gestützt auf 
Art. 450 Abs. 1 ZGB beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. 
Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetz-
buch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz. Innerhalb des Kantonsgerichts ist die I. Zivilkam-
mer zuständig (vgl. Art. 6 der Verordnung über die Organisation des Kantonsge-
richts [KGV; BR 173.000]). Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 
Ziff. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die 
von der Anordnung der KESB direkt betroffene Person (vgl. Lorenz Droese/Daniel 
Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 
6. Aufl., Basel 2018, N 29 zu Art. 450 ZGB; Christoph Häfeli, Grundriss zum Kin-
des- und Erwachsenenschutz, 2. Aufl., Bern 2016, N 34.08). Der Beschwerdefüh-
rer ist unmittelbar Betroffener des Entscheids und somit offensichtlich zu dessen 
Anfechtung legitimiert.

1.2. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Mitteilung des Entscheids der 
KESB schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (vgl. 
Art. 450b Abs. 1 i.V.m. Art. 450 Abs. 3 ZGB), wobei in formeller Hinsicht keine ho-
hen Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 S. 7001 ff., S. 7085 [zit. Botschaft]); Lorenz 
Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). Am 29. Mai 2019 liess der 
Beschwerdeführer gegen den am 29. April 2019 zugestellten Entscheid der KESB 
Nordbünden frist- und formgerecht Beschwerde einreichen.

1.3. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Erwachsenen-
schutzbehörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts anderes verfügt 
(Art. 450c ZGB). Vorliegend hat das Rechtsmittel aufschiebende Wirkung, da die 
aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels weder durch die KESB Nordbünden 
entzogen wurde noch für die Beschwerdeinstanz ein Grund besteht, diese zu ent-
ziehen.

1.4. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die 
Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil 
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (vgl. 
Botschaft, S. 7085; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich 
2010, N 1 zu Art. 450a ZGB). Dennoch gilt das Rügeprinzip gemäss Art. 450a 
Abs. 1 ZGB, welches die gemäss Art. 446 ZGB geltende Untersuchungs- und Offi-

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zialmaxime insoweit einschränkt, als eine Überprüfung des erstinstanzlichen Ent-
scheids eine förmliche Beschwerde voraussetzt und die Beschwerdeinstanz sich 
folglich primär auf die geltend gemachten Rügen und Anträge konzentriert (vgl. 
Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 4 f. zu Art. 450a ZGB; Daniel Steck, in: 
Büchler et al. [Hrsg.], FamKommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 7 zu 
Art. 446 ZGB).

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Entscheid 
der KESB Nordbünden vom 18. April 2019, in welchem für den Beschwerdeführer 
eine Beistandschaft im Sinne einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) in 
den Bereichen Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB), Wohnen, Medizin und Ge-
sundheit, Arbeit, Bildung und Beschäftigung, öffentliche Verwaltung, Versicherun-
gen sowie soziale Teilhabe errichtet wurde. Die KESB Nordbünden war zum Er-
lass dieses Entscheids unbestritten sachlich und örtlich zuständig (Art. 442 Abs. 1 
ZGB und Art. 38 lit. c in Verbindung mit Art. 59 EGzZGB). Im Folgenden ist nun zu 
prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Vertretungsbeistandschaft in den von der 
KESB Nordbünden definierten Bereichen gegeben sind. 

2.1. Gemäss Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Erwachsenenschutzbehör-
de eine Beistandschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer geistigen Be-
hinderung, einer psychischen Störung oder eines ähnlichen in der Person liegen-
den Schwächezustands ihre Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht besor-
gen kann. Vom weiten Ausdruck eines "ähnlichen in der Person liegenden 
Schwächezustands" erfasst sind beispielsweise auch ausgeprägte Fälle von Uner-
fahrenheit, Abhängigkeit (Unfähigkeit dem eigenen Willen entsprechend zu han-
deln und Hilfe zu holen) oder Unwilligkeit. Bei jungen Erwachsenen kann sich ein 
solcher Schwächezustand auch in mangelnder psychischer und sozialer Reife 
manifestieren und eine Beistandschaft zur Förderung und Begleitung der Entwick-
lung angezeigt erscheinen lassen (Yvo Biderbost/Helmut Henkel, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 13 zu Art. 390 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde ordnet eine Mass-
nahme nur an, wenn die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person durch die Fa-
milie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentliche Dienste nicht 
ausreicht oder von vorneherein als ungenügend erscheint (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 
ZGB). Zudem kommen nur Massnahmen in Frage, die verhältnismässig, also er-
forderlich und geeignet sind (Art. 389 Abs. 2 ZGB; BGE 140 III 49 E. 4.3.1). 

Eine Vertretungsbeistandschaft wird gemäss Art. 394 Abs. 1 ZGB errichtet, wenn 
die hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und 
deshalb vertreten werden muss. Wenn zusätzlich eine Vertretungsbeistandschaft 

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für die Vermögensverwaltung  errichtet wird, bestimmt die  Erwachsenenschutz-
behörde die Vermögenswerte, die vom Beistand verwaltet werden sollen (Art. 395 
Abs. 1 ZGB). Zusätzlich zu den obgenannten generellen Voraussetzungen 
gemäss Art. 390 ZGB und der Einhaltung des Verhältnismässigkeits- und Subsi-
diaritätsprinzip (Art. 389 ZGB) müssen für eine Vertretungsbeistandschaft folglich 
Schwächezustand und Unvermögen der hilfsbedürftigen Person bewirken, dass 
sie bestimmte Angelegenheiten nicht oder nicht zweckmässig erledigen kann, ihr 
Wohl dadurch in relevanter Weise gefährdet ist und sie deshalb vertreten werden 
muss. Daher darf die Vertretungsbefugnis des Beistandes nur Geschäfte umfas-
sen, welche die betroffene Person selbst nicht hinreichend besorgen kann und es 
muss sich um relevante Angelegenheiten handeln, deren Erledigung notwendig 
ist. Auch ist eine Vertretungsbeistandschaft mit Rücksicht auf das Subsidiaritäts-
prinzip nur anzuordnen, wenn die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person durch 
die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentliche Dienste 
nicht ausreicht oder von vorneherein als ungenügend erscheint (Art. 389 Abs. 1 
ZGB). Letzteres kann beispielsweise deshalb der Fall sein, weil sich die hilfsbe-
dürftige Person infolge des Schwächezustands völlig passiv verhält, sich nicht 
genügend aktiv um Unterstützung bemüht und auch niemanden rechtsgenügend 
zur Vertretung in den fraglichen Belangen bevollmächtigen kann oder will, oder 
weil sie als Folge von Unzuverlässigkeit notwendige Besprechungstermine nicht 
oder nur ungenügend einhält etc. (Yvo Biderborst/Helmut Henkel, a.a.O., N 6 ff. zu 
Art. 394 ZGB). 

2.2. Beim Beschwerdeführer ist ein Schwächezustand im Sinne von Art. 390 
Abs. 1 Ziff. 1 ZGB ohne weiteres gegeben, wie sich aus den Berichten der PDGR 
vom 2. November 2018 und vom 5. Dezember 2018 (vgl. VI act. 2/13) ergibt. Der 
Beschwerdeführer kann aufgrund der diagnostizierten psychischen Störungen sei-
ne Angelegenheiten nicht selber besorgen. Selbst wenn keine psychische Störung 
vorliegen würde, wäre aufgrund seiner Abhängigkeit, Unwilligkeit und mangelnder 
psychischer und sozialer Reife jedenfalls der Auffangtatbestand des "ähnlichen in 
der Person liegenden Schwächezustands" erfüllt. Ein junger Erwachsener im Alter 
von 23 Jahren müsste in der Lage sein, seine Angelegenheiten zur Erlangung der 
Selbständigkeit zu besorgen, indem er sich um eine adäquate Ausbildung und An-
stellung kümmert und lernt, wie man die Belange des Alltags als verantwortungs-
bewusster Mensch bewältigt (Umgang mit Finanzen, soziale Strukturen etc.). 
Stattdessen verbringt der Beschwerdeführer praktisch die ganze Zeit in seinem 
Zimmer vor dem Computer, spielt Computerspiele und chattet. Kontakte nach 
aussen bestehen keine. Diese Lebensweise gilt es mit aller Kraft zu überwinden, 
da der Beschwerdeführer ansonsten niemals ein selbständiges Leben wird führen 

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können. Familieninterne Unterstützung ist kaum zu erwarten, zumal insbesondere 
die Mutter sich schützend vor ihn stellt und eigenartigerweise jegliche Hilfestellun-
gen der Behörden ablehnt. Die Voraussetzungen für die Errichtung einer Bei-
standschaft sind somit ohne weiteres gegeben. 

2.3. Bezüglich der Art der Beistandschaft fällt eine blosse Begleitbeistandschaft 
(Art. 393 ZGB) von vornherein ausser Betracht, da eine auf Freiwilligkeit beruhen-
de Massnahme angesichts der Verhaltensweise des Beschwerdeführers und der 
Haltung seiner Mutter augenscheinlich ungenügend wäre. Gemäss Beschwerde-
begehren wird denn auch keine andere (mildere) Massnahme beantragt, sondern 
es soll lediglich die angeordnete Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwal-
tung aufgehoben werden. Der Beschwerdeführer will somit offenbar, dass nichts 
unternommen wird, was darauf abzielt, den jetzigen Zustand zu verändern, was 
unverantwortlich erscheint. Vielmehr drängt sich eine Vertretungsbeistandschaft 
geradezu auf. Angesichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer praktisch 
um nichts kümmert, was zum gewöhnlichen Lebensinhalt einer erwachsenen Per-
son gehört und er in dieser Hinsicht von seinen Angehörigen auch nicht genügend 
unterstützt wird (Ausbildung, IV-Anmeldung, Behandlung der psychischen Störun-
gen, Vermeiden von Schulden etc.), blieb der KESB Nordbünden nichts anderes 
übrig, als eine Vertretungsbeistandschaft für sehr viele Bereiche zu errichten. Der 
Hilfs- und Unterstützungsbedarf des Beschwerdeführers beruht nachweislich auf 
einer langjährig bestehenden und schwerwiegenden Problematik. Die in der Be-
schwerde spezifisch geäusserte Kritik an der Beistandschaft in den Bereichen Fi-
nanzen und Wohnen ist unbegründet. Wie die offenen Rechnungen und Einträge 
im Betreibungsregister zeigen, ist der Beschwerdeführer nicht in der Lage, seine 
Finanzen zu verwalten, sodass eine Vertretung in diesem Bereich notwendig er-
scheint. Auch im Bereich des Wohnens ist eine Vertretung angezeigt, da die För-
derung der Selbständigkeit und Ablösung von der Mutter einen wichtigen Beitrag 
zur Verbesserung der aktuellen Situation leisten könnte (vgl. auch Bericht PDGR 
vom 5. Dezember 2018 [VI act. 13]). Mit der errichteten Vertretungsbeistandschaft 
mit Vermögensverwaltung sind im Übrigen grundsätzlich keine Einschränkungen 
der Handlungsfähigkeit verbunden, dem Beschwerdeführer wurde lediglich der 
Zugriff auf das für ihn zu führende Betriebskonto entzogen, so dass die errichtete 
Beistandschaft sich doch wesentlich von der in der Beschwerde vergleichsweise 
herangezogenen umfassenden Beistandschaft (Art. 398 ZGB) unterscheidet. 

Nach dem Gesagten erweist sich die errichtete Vertretungsbeistandschaft mit 
Vermögensverwaltung unter den gegebenen Umständen als verhältnismässig. 

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2.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für die Errich-
tung einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) in den Bereichen Vermö-
gensverwaltung (Art. 395 ZGB), Wohnen, Medizin und Gesundheit, Arbeit, Bildung 
und Beschäftigung, öffentliche Verwaltung, Versicherungen sowie soziale Teilhabe 
geradezu offensichtlich erfüllt sind und die Massnahme den Grundsätzen der Sub-
sidiarität und Verhältnismässigkeit entspricht. Die Errichtung der Vermögensbei-
standschaft in den genannten Bereichen durch die KESB Nordbünden erweist sich 
somit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdever-
fahrens, welche auf CHF 1'500.00 festgesetzt werden (vgl. Art. 10 der Verordnung 
über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren [VGZ; BR 320.210]), dem unterliegen-
den Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 60 Abs. 2 EGzZGB i.V.m. Art. 106 
Abs. 1 ZPO). Die Voraussetzungen für einen Verzicht auf die Erhebung von Ver-
fahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 3 EGzZGB sind nicht erfüllt, da die Beschwer-
de unter den gegebenen Umständen als völlig aussichtslos und somit als tröle-
risch zu betrachten ist. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
von X._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: