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**Case Identifier:** 05507538-4127-588c-9958-648a0f571d4b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.01.2013 IV 2011/16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-16_2013-01-10.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/16

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.01.2013

Entscheiddatum: 10.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 10.01.2013
Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Art. 8 IVG. Art. 17 IVG. Würdigung medizinisches 
Gutachten. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Bemessung des 
Invaliditätsgrads. Rückweisung zur Prüfung einer Umschulung (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Januar 2013, IV 
2011/16).

Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Gertrud Condamin-Voney und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Marc Giger

Entscheid vom 10. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Anwaltskanzlei schmuckipartner, 

Marktgasse 3, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich erstmals im August 1996 zum Bezug von Rentenleistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 40, 48). Wegen einer Innen-ohrschwerhörigkeit hatte 

sie bereits als Jugendliche Hörgeräte als Hilfsmittel seitens der IV zugesprochen 

erhalten (vgl. IV-act. 1). Dr. med. B.___, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, stellte in 

seinem Arztbericht vom 19. September 1996 zuhanden der IV-Stelle folgende 

Diagnosen: Diabetes mellitus Typ I seit 1977 mit diabetischer Nephropathie und 

nephrotischem Syndrom; renale Hypertonie, renale Anämie; diabetische Retinopathie, 

St. n. Laserkoagulation Nov. 1994; diabetisch autonome Neuropathie / Innen­

ohrschwerhörigkeit; reaktive Depression mit gelegentlichen Suizidgedanken. Seit dem 

1. August 1996 bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

als Verkäuferin (IV-act. 43). In einem weiteren Bericht vom 17. Juli 1997 berichtete 

Dr. B.___ von einem sich verschlechternden Gesundheitszustand der Versicherten. In 

der aktuellen Situation sei noch eine 25%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 49). Die 

IV-Stelle verfügte am 25. September 1997 die Zusprache einer ganzen Rente mit 

Wirkung ab 1. August 1997 (IV-act. 52). Im September 1999 wurde ein 

Rentenrevisionsverfahren eingeleitet. Dr. B.___ stellte mit Arztbericht vom 11. Februar 

2000 folgende Diagnosen: St. n. kombinierter Nieren-/Pankreastransplantation 

(Pancreato-Duodenoenterostomie) vom 30.03.98 bei Diabetes mellitus Typ I mit 

Insulinabhängigkeit seit 1977, Polyneuropathie, Retinopathie, terminaler 

Niereninsuffizienz, renale Anämie, renale Hypertonie; Innenohrschwerhörigkeit (IV-act. 

60). Das Universitätsspital Zürich führte in seinem Bericht vom 17. August 2000 als 

Diagnosen auf: St. n. Nieren- und Pankreastransplantation am 30.3.98 mit/bei 

diabetischer Nephropathie, aktuell gute Transplantatfunktion; Diabetes mellitus I mit/

bei Retinopathie, leichtgradige Polyneuropathie, aktuell euglykämische 

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Stoffwechsellage. Die Versicherte könne ihre gelernte Tätigkeit als Verkäuferin aus 

nephrologischer Sicht zu 100 % ausführen (IV-act. 70). Die IV-Stelle verfügte am 13. 

Oktober 2000 die Aufhebung der Invalidenrente (IV-act. 75).

A.b   Im April 2007 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (Berufsberatung, Umschulung, Rente) an (IV-act. 83). Dr. med. 

C.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte in seinem Arztbericht vom 10. Mai 

2007 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf: Langdauerndes, 

leicht- bis mittelgradiges depressives Zustandsbild im Sinn einer Anpassungsstörung 

bei St. n. Nieren- und Pankreas-Transplantation 1998, Persönlichkeit mit asthenischen 

Wesenszügen. Aufgrund des gesamten Krankheitsbildes sei die Arbeitsfähigkeit 

mindestens um 20 % reduziert (IV-act. 102). Dr. B.___ erwähnte am 30. Mai 2007 als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: St. n. kombinierter Nieren- und 

Pankreas-Allotransplantation 3/98 bei diabetischer Nephropathie; Diabetes mellitus 

Typ 1 mit Retinopathie; Innenohrschwerhörigkeit seit 1984, zunehmend schlechter; 

depressive Verstimmung (IV-act. 107). Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH für Ohren-, 

Nasen-, Halsheilkunde, hielt in seiner Beurteilung vom 19. Juni 2007 als Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: Hochgradige linksbetonte sensorineurale 

Schwerhörigkeit beidseits, bestehend mindestens seit 1980. Als Diagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er: Status nach Nierentransplantation und 

Transplantation der Bauchspeicheldrüse (Diabetes mellitus) im März 1998. Es bestehe 

eine Arbeitsunfähigkeit von 20 – 40 % seit mindestens einem Jahr (IV-act. 112).

A.c   Die IV-Stelle veranlasste am 12. Oktober 2007 gestützt auf eine Stellungnahme 

des Regionalen ärztlichen Dienstes (in der Folge: RAD) eine medizinische Abklärung 

durch das Medizinische Zentrum E.___. Die Versicherte wurde am 28. Oktober 2008 

einer polydisziplinären Begutachtung (internistischer Teil durch Frau med. pract. F.___; 

rheumatologischer Teil durch Dr. med. G.___, Fachärztin für physikalische Medizin und 

Rehabilitation; psychiatrischer Teil durch Dr. med. H.___, FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie) unterzogen. Das Gutachten vom 10. Februar 2009 gelangt zum 

Ergebnis, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin bzw. Allrounderin in einem 

Lebensmittelmarkt ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Für eine 

behinderungsangepasste, leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen 

und ohne mehr als gelegentliches Arbeiten über die Armhorizontale hinaus und ohne 

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Lärmexposition, bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (IV-

act. 121/39).

A.d   Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 8. Mai 2009 mit, sie habe Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 132). Trotz Unterstützung durch die 

Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle bzw. durch die von ihr beauftragte 

Organisation I.___ blieben die Bemühungen, die Versicherte in den Arbeitsmarkt zu 

integrieren, erfolglos. Am 2. Juni 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die 

Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen (IV-act. 155).

A.e   Mit Arztbericht vom 21. Juni 2010 stellte Dr. B.___ folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Chronisches, vor allem rechtsseitiges 

thorakolumbales Schmerzsyndrom mit ausgeprägtem Hohlrundrücken (zunehmend), 

skoliotische Fehlstatik; schwere Muskelinsuffizienz mit multiplen 

Insertionstendinopathien und Tendinosen; St. n. thorakalem und lumbalem Morbus 

Scheuermann mit Keilwirbel BWK 5; hochgradige linksbetonte sensorineurale 

Schwerhörigkeit bds. (seit 2000 apparativ versorgt). Als Nebendiagnosen werden 

genannt: St. n. kombinierter Nieren- und Pankreas-Allotransplantation 1998 bei 

Diabetes mellitus und diabetischer Nephropathie; Dauerbehandlung mit Prograf und 

Cellcept; depressive Entwicklung; Endometriose. Dr. B.___ führte sodann aus, dem 

Gutachten sei zu entnehmen, dass der Zustand nach Nieren- und Pankreas-

Transplantation nicht mehr auf der Liste der Diagnosen figuriere, welche zu einer 

Arbeitsunfähigkeit führten. Seit der Operation nehme die Versicherte Medikamente ein, 

die unabhängig voneinander sehr häufig zu Astenie, Rückenschmerzen, häufig auch zu 

Gelenks-, Nacken-, und Muskelschmerzen und myastenischen Beschwerden führten. 

Dies sei in der Begutachtung bis heute nicht beachtet worden. In Kombination mit der 

doch erheblichen rheumatologischen Erkrankung werde klar, weshalb die Versicherte 

nicht die Leistungsfähigkeit erreichen könne, die man von ihr erwartet hätte. Aufgrund 

der Medikamente komme es zu Nebenwirkungen. Daneben sei das rheumatologische 

Leiden progredient. Es komme zu einer unheilvollen Verquickung der Symptome: 

Einerseits eindeutige Zunahme der rheumatologischen Beschwerden in Folge der 

klaren rheumatologischen Befunde, andererseits Nebenwirkungen der beiden 

Immunsuppressiva, auf welche die Patientin existenziell angewiesen sei. Des Weiteren 

seien in den letzten Monaten Abdominalbeschwerden aufgetreten, welche öfters ein 

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Arbeiten unmöglich gemacht hätten. Als Ursache habe eine Endometriose 

diagnostiziert werden können. Im jetzigen Zeitpunkt könne eine 40%ige 

Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht 

realistisch (IV-act. 161).

A.f    Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 172). Dagegen erhob die Ver­

sicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Rufener, am 16. November 2010 

Einwand. Der Antrag lautete auf Aufhebung des Vorbescheids und Ausrichtung einer 

Invalidenrente. Die Versicherte liess ausführen, entgegen den Ausführungen im 

Gutachten sei davon auszugehen, dass die psychischen Beschwerden zu einer 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führen würden. Nicht nachvollziehbar sei sodann, 

dass die Nierenbeschwerden und die Diabetes keine Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit haben sollen. Die Versicherte sei aufgrund der Beschwerden auf die 

regelmässige Einnahme diverser Medikamente angewiesen, welche gemäss Hausarzt 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Die Einschätzung des Hausarztes sei 

nicht widerlegt worden, so dass darauf abzustellen sei. Des Weiteren sei nach all den 

gescheiterten Wiedereingliederungsversuchen davon auszugehen, dass es kaum mehr 

möglich sei, die Versicherte in einem substantiellen Pensum effektiv wieder 

einzugliedern. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sei zu beachten, dass die 

Versicherte nur ein Teilzeitpensum bewältigen könne, weshalb die Berechnungsgrösse 

um 10% zu reduzieren sei. Zudem sei wegen den psychischen Beschwerden ein 

Leidensabzug vorzunehmen, sofern diese nicht bereits bei der Frage der 

Erwerbsfähigkeit berücksichtigt würden (IV-act. 176).

A.g   Die IV-Stelle verfügte am 24. November 2010 im Sinn des Vorbescheids. Zu den 

Vorbringen der Versicherten äusserte sie sich dahingehend, der RAD habe das 

Gutachten als schlüssig und nachvollziehbar qualifiziert. Sodann seien die 

Stellensuchbemühungen nicht aus gesundheitlichen, sondern vor allem aus 

wirtschaftlichen Gründen gescheitert. Gemäss Rechtsprechung sei ein Teilzeitabzug 

bei Frauen nicht geschuldet. Ein Leidensabzug könne nicht gewährt werden, weil die 

Arbeitsleistung der Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit nicht aus 

gesundheitlichen Gründen eingeschränkt sei und auch kein unterdurchschnittliches 

Erwerbseinkommen aus diesem Grund zu erwarten sei (IV-act. 178).

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B.     

B.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich vorliegende Beschwerde der Versicherten, 

vertreten durch Rechtsanwalt Rufener, vom 14. Januar 2011. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge beantragt sie, die Verfügung vom 24. November 2010 sei 

aufzuheben und ihr sei eine Invalidenrente auszurichten. Zur Begründung lässt die 

Beschwerdeführerin ausführen, die Stellen, welche ihr die Beschwerdegegnerin im 

Rahmen der Arbeitsvermittlung empfohlen habe, erfüllten die von den Gutachtern 

formulierten einschränkenden Kriterien an eine Verweistätigkeit nicht. Die von den 

Ärzten beschriebenen Stellen, deren Ausübung der Versicherten zu 70 % zumutbar sei, 

würden auf dem realen Arbeitsmarkt schlicht nicht existieren. Vielmehr seien ihr 

ausschliesslich Stellen zur allfälligen Bewerbung und Annahme angeboten worden, für 

welche die Ärzte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit  attestiert hätten. In Bezug auf die 

Bestimmung des Invalideneinkommens könne nicht einfach auf die Zahlen der 

Lohnstrukturerhebung abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin müsste 

nachweisen, wo auf dem realen Arbeitsmarkt, losgelöst von der generellen 

Arbeitsmarktsituation, eine Tätigkeit zu einem 70%-Pensum möglich sei. Gesamthaft 

sei von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen und damit die 

Zusprache einer halben Rente gerechtfertigt (act. G 1).

B.b   Am 31. Januar 2011 stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung (act. G 4).

B.c   Am 14. März 2011 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort ein. 

Darin beantragt sie, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, bei 

den im Gutachten beschriebenen Verweistätigkeiten handle es sich nicht um solche, 

die der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne oder die nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich seien. 

Es sei davon auszugehen, dass es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend der 

Behinderung der Beschwerdeführerin angepasste Arbeitsgelegenheiten gebe. Insofern 

sei auf die Tabellenlöhne der einfachen und repetitiven Tätigkeiten in der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik abzustellen. In Bezug auf die 

gescheiterte Arbeitsvermittlung sei zu beachten, dass der Misserfolg nicht damit 

gleichgesetzt werden könne, dass die Beschwerdeführerin auf dem realen Arbeitsmarkt 

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mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen keine Anstellung finde. Dabei handle es 

sich um das soziale Risiko der Arbeitslosigkeit und dafür sei nicht die 

Invalidenversicherung zuständig (act. G 8).

B.d   Mit Präsidialverfügung vom 15. März 2011 wurde dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den 

Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch 

Rechtsanwalt Adrian Rufener) für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen 

(act. G 10).

B.e   Mit Replik vom 2. Mai 2011 macht die Beschwerdeführerin geltend, die von den 

Ärzten des E.___ vertretene Auffassung zur Frage der Arbeitsfähigkeit werde nicht 

begründet. Vielmehr sei eine Schätzung der möglichen Arbeitsfähigkeit erfolgt, welche 

jedoch die Gutachter nicht als absolut hätten verstehen wollen. Das Gutachten führe 

namentlich aus, zum heutigen Zeitpunkt könne nicht ausgeschlossen werden, dass in 

Zukunft die Arbeitsfähigkeit durch haltungsbedingte Spätfolgen am Bewegungsapparat 

weiter reduziert werden müsse. Aus der offenen, vagen Formulierung sei ersichtlich, 

dass die Gutachter nicht von einer fixen Grösse von 70 % ausgehen würden. Es wäre 

zumindest eine minimale Begründung der Schätzung der Arbeitsfähigkeit notwendig 

gewesen, zumal die Ärzte von einem Noonan-Syndrom ausgehen würden; aufgrund 

dieser Diagnose hätten wohl auch die kognitiven Fähigkeiten genauer abgeklärt werden 

müssen. Sodann könne dem Schlussbericht von I.___ entnommen werden, dass die 

Arbeitsbelastung mit einem Arbeitspensum von ca. 70 – 80 % zu hoch gewesen sei. 

Sie habe ein solch hohes Pensum während lediglich zwei Wochen innegehabt. Es sei 

demnach die Einschätzung der Gutachter widerlegt, dass sie in der Lage sein soll, einer 

(dauernden) Erwerbstätigkeit im Umfang von 70 % nachzugehen. Nachdem die 

Arbeitsvermittlungsbemühungen des I.___ alle fehlgeschlagen seien, genüge es auch 

nicht zu behaupten, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt würden leidensangepasste 

Stellen bestehen (act. G 13).

B.f    Mit Duplik vom 19. Mai 2011 teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie halte an ihren 

Ausführungen in der Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag vollumfänglich fest (act. 

G 15).

 

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Erwägungen:

1.      

1.1    Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin streitig.

1.2    Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 

1b), sind für den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die altrechtlichen, 

danach die bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden. 

Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene IV-Revision 6A ist für dieses Verfahren nicht 

von Bedeutung.

1.3    Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Nach aArt. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem 

die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. 

a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Nach der ab 1. Januar 2008 

geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach der zweiten Variante (Art. 28 

Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs Monaten seit Anmeldung 

bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG).

1.4    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

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zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Die 

Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar 

erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im 

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, 

die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 

351 E. 3b/bb).

1.5    Die Beschwerdegegnerin stützt ihren ablehnenden Entscheid auf das 

polydisziplinäre Gutachten vom 10. Februar 2009. Darin werden als Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt: Chronisches rechtsseitiges thorakolumbales 

Schmerzsyndrom mit/bei: ausgeprägter Fehlhaltung (Hohl-Rund-Rücken) und diskreter 

skoliotischer Fehlstatik (DD: im Rahmen einer kongenitalen Dysmorphie vom Typ 

Noonan Syndrom), hochgradiger myostatischer Insuffizienz mit multisegmentalen und 

Costotransversalgelenksfunktionsstörungen sowie Funktionsstörung des rechten ISG, 

multiplen Insertionstendinopathien bzw. Tendinosen, Status nach thorakalem und 

lumbalem Morbus Scheuermann mit Keilwirbelbildung BWK5; hochgradige 

linksbetonte sensorineurale Schwerhörigkeit beidseits mit/bei: seit 2000 apparativ 

versorgt, Status nach beidseitigem Hörsturz im Juni 2007. Unter den Diagnosen ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind aufgeführt: Diabetes mellitus Typ 1 mit/bei: 

Erstdiagnose 1977, diabetischer Nephropathie, diabetischer Retinopathie und Status 

nach beidseitiger panretinaler Laserkoagulation 1992, diabetischer peripherer sensibler 

und autonomer Polyneuropathie, Status nach kombinierter Nieren- und Pankreas-

Allotransplantation am 30.03.1998, seither stabiler Funktion des Nieren- und Pankreas-

Transplantates; kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden und 

abhängig asthenischen Persönlichkeitszügen (ICD-10: F61.0); rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD: F33.0). Aufgrund einer gestörten Statik und 

einer ausgeprägten Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule bestehe ein 

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Gesundheitsschaden, der eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke. Für die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin bzw. Allrounderin in einem 

Lebensmittelmarkt ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Für eine 

behinderungsangepasste, leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen 

und ohne mehr als gelegentliches Arbeiten über die Armhorizontale hinaus und ohne 

Lärmexposition, bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. 

Eine genaue Bestimmung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit sei nicht möglich, dieser 

werde deshalb auf das Datum der Begutachtung festgelegt. Es könne nicht 

ausgeschlossen werden, dass in Zukunft durch haltungsbedingte Spätfolgen am 

Bewegungsapparat eine weitere Reduktion der Arbeitsfähigkeit eintrete (IV-act. 121 – 

34f., 39f.).

1.6    In Bezug auf den Beweiswert des Gutachtens ist festzuhalten, dass dieses 

umfassend, schlüssig und nachvollziehbar erscheint. Es wird einleuchtend dargelegt, 

dass in der angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin zwar eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestehe, sie indes in der Lage sei, eine leidensangepasste Tätigkeit 

zu einem 70 %-Pensum auszuüben. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin gegen das 

Gutachten erscheinen nicht stichhaltig. Sie macht geltend, nachdem ein Noonan-

Syndrom seitens der Ärzte diagnostiziert worden sei, hätten wohl auch die kognitiven 

Fähigkeiten genauer abgeklärt werden müssen. Das Gutachten führt dazu aus, vom 

Phänotyp her lasse sich ein angeborenes Fehlbildungssyndrom vom Typ eines Noonan 

Syndroms vermuten. Diese Verdachtsdiagnose wäre nur mittels einer komplexen 

genetischen Analyse zu bestätigen, allerdings hätte dies weder therapeutische noch 

versicherungsmedizinische Konsequenzen (S. 37). Gemäss dieser Beurteilung 

erübrigen sich weitere Abklärungen im Zusammenhang mit einem Noonan-Syndrom. 

Im Übrigen hält das Gutachten auch fest, dass die kognitiven Funktionen intakt 

erschienen (S. 20); die Beschwerdeführerin hat denn auch eine zweijährige Ausbildung 

zur Lebensmittelverkäuferin abgeschlossen (vgl. S. 15). Dr. B.___ weist sodann in 

seinem Arztbericht vom 21. Juni 2010 darauf hin, die Gutachter hätten nicht 

berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin seit der Nieren- und Pankreas-

Transplantation Medikamente nehmen müsse, die sehr häufig zu Astenie, 

Rückenschmerzen, Gelenks,- Nacken,- und Muskelschmerzen sowie myastenischen 

Beschwerden führen würden. Dieser Auffassung kann ebenfalls nicht gefolgt werden. 

Das Gutachten erwähnt im Zusammenhang mit der internistischen Untersuchung die 

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immunsuppressive Behandlung, und es gelangt eben zum Ergebnis, dass sich auf rein 

internistischem Fachgebiet eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen 

lasse (S. 37). Ohnehin wird selbst von Dr. B.___ festgehalten, die Dauerbehandlung mit 

den Medikamenten sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; dasselbe gilt 

bezüglich der neu diagnostizierten Endometriose. Keine Rolle zu spielen vermag 

schliesslich der Umstand, dass gemäss dem Zwischenzeugnis für die Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin im J.___ das dort geleistete Arbeitspensum von 70 - 80 % über 

zwei Wochen für sie zu hoch gewesen sei (vgl. den Schlussbericht der Organisation 

I.___, IV-act. 151-2). Dabei handelte es sich um eine Verkaufstätigkeit, für welche 

gemäss Gutachten nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Rechtsprechungsgemäss 

kommt dem polydisziplinären Gutachten vorliegend voller Beweiswert zu. Es kann zur 

Beurteilung des Rentenanspruchs darauf abgestellt werden.

2.     

Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei davon auszugehen, dass auch auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Stelle vorhanden sei, welche ihren physischen 

Einschränkungen Rechnung trage oder zugleich eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 70 

% zulasse. Die gutachterlich attestierte medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit 

sei mithin nicht verwertbar. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit 

ist der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der 

Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, 

der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein 

bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach 

Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen 

Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür 

verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des 

körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, 

und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 

110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die 

Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den 

konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob 

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sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 

1998 S. 291). Bezüglich der im Gutachten beschriebenen Tätigkeiten (angestammt im 

Verkauf 50 %; leidensangepasst 70 %) ist nicht von realitätsfremden und in diesem 

Sinn unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Diese 

Tätigkeiten sind nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden können 

(ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Die Ausführungen der Beschwerdeführerin verkennen den 

grundsätzlich rein hypothetischen Charakter des ausgeglichenen Arbeitsmarktes, an 

dem festzuhalten ist, weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander 

abgegrenzt werden können. So geht es beim als ausgeglichen unterstellten 

Arbeitsmarkt nicht um offene Stellen, sondern um (gesundheitlich zumutbare) 

Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch 

abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Juli 2003 i/S C. [I 758/02]). Im Ergebnis 

erweist sich das Argument, die von den Gutachtern beschriebenen Stellen würden auf 

dem realen Arbeitsmarkt nicht existieren, als unbegründet

3.      

3.1    Damit bleibt zu prüfen, ob die Verwaltung den Invaliditätsgrad korrekt bestimmt 

hat. Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrads das Einkommen, 

das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2    Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom 

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letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung 

erzielt hat, auszugehen. Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, 

dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre 

(Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00). Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer 

abweisenden Rentenverfügung auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ab, auf das Total Privater Sektor, 

Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten). Die Beschwerdeführerin 

hatte ursprünglich eine 2-jährige Ausbildung zur Lebensmittelverkäuferin absolviert. Sie 

hatte anschliessend bis 1997 mit einem vollen Pensum als Verkäuferin gearbeitet, 

bevor sie die Stelle gesundheitsbedingt wegen ihres Nierenleidens aufgeben musste. 

Im Zeitpunkt der Aufhebung der ganzen IV-Rente Ende 2000 war die 

Beschwerdeführerin erneut im Verkauf tätig, bis 2002, zu unterschiedlichen 

Arbeitspensen. Anschliessend war die Beschwerdeführerin arbeitslos bzw. als 

Hausfrau tätig. Nach ihrer Scheidung hatte sie von Juni 2006 bis Mai 2007 ein 

einjähriges Beschäftigungsprogramm im kaufmännischen Bereich absolviert. In der 

Folge war sie nur noch vereinzelt in befristeten Anstellungsverhältnissen tätig gewesen. 

Betrachtet man die berufliche Laufbahn der Beschwerdeführerin, liegt damit der 

Schwerpunkt eindeutig beim Verkauf. Folglich ist auch bei der Bestimmung des 

Valideneinkommens auf eine entsprechende Tätigkeit abzustellen. Dabei ist zu 

beachten, dass die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit zu sehr unterschiedlichen 

Beschäftigungsgraden angestellt war. Ein Arbeitspensum von 100 % im freien Markt 

hatte sie zuletzt 2001 ausgeübt, und dies auch nur während eines Jahres. Die 

Einkommensbestimmung ist deshalb nicht anhand der bisherigen Einkünfte 

vorzunehmen, sondern es sind die LSE-Tabellen heranzuziehen. Um dem zumutbaren 

Resterwerbspotenzial gerecht zu werden, erscheint das Abstellen auf den 

Tätigkeitsbereich "Detailhandel u. Reparatur" der Tabelle TA1, Anforderungsniveau 3 

(Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) angemessen. Im Jahr 2008 lag der 

Durchschnittslohn für eine Frau bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden bei 

Fr. 4'256.--. Umgerechnet auf ein Jahr und unter Berücksichtigung der im Jahr 2008 

betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche ergibt dies ein 

Valideneinkommen von Fr. 53'114.--.

3.3   

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3.3.1           Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht oder 

stand. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich 

weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 

jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf 

Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person (nach zumutbarer 

Behandlung und allfälliger Eingliederung) angesichts ihrer Ausbildung und ihrer 

physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Bezüglich der Bestimmung 

der Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin ist nicht auf ihre angestammte 

Tätigkeit abzustellen, da sie als Verkäuferin die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit 

von 70 % nicht mehr erreichen kann. Ohne berufliche Massnahmen kommen für sie nur 

noch Hilfsarbeiten in Frage. Das Einkommen ist deshalb aufgrund der LSE-Tabellen zu 

bestimmen. Auf die der Beschwerdeführerin noch zumutbaren Tätigkeiten findet die 

LSE-Tabelle TA1, Privater Sektor, Total Anforderungsniveau 4, Anwendung. Im Jahr 

2008 lag der Durchschnittslohn für eine Frau bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 

Stunden bei Fr. 4'116.--. Umgerechnet auf ein Jahr und unter Berücksichtigung der im 

Jahr 2008 betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche ergibt dies ein 

Jahreseinkommen von Fr. 51'368.-- bzw. ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 

35'957.-- (0,7 x 51'368.--).

3.3.2           Zu prüfen ist sodann, ob das auf diese Weise bestimmte 

Invalideneinkommen allenfalls zu kürzen ist. Mit Abzügen vom Invalideneinkommen soll 

der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale 

einer versicherten Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, 

Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. LSE 

94 S. 51) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Der 

Abzug hat nicht automatisch, sondern dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer 

dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg 

verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ist nicht 

in der Weise vorzugehen, dass für jedes in Betracht fallende Merkmal separat eine 

Reduktion vorgenommen wird, weil damit Wechselwirkungen ausgeblendet würden. 

Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte 

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Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei ist der Abzug auf 

insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc). Im Sinn eines 

Leidensabzuges ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nur noch leichte 

Tätigkeiten ausüben kann. Als erhebliche Einschränkung ist ausserdem zu qualifizieren, 

dass sie Zwangshaltungen vermeiden muss, Arbeiten über die Armhorizontale hinaus 

nur gelegentlich ausführen kann sowie keinem Lärm exponiert sein darf. Ihre 

hochgradige Schwerhörigkeit verlangt besondere Rücksichtnahme seitens eines 

Arbeitgebers (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2008, 8C_791/2007, E. 

3.2). Daneben dürfte sich als lohnreduzierend auswirken, dass die Einnahme der 

Immunsupressiva, auf welche die Beschwerdeführerin angewiesen ist, mit zahlreichen 

gesundheitlichen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Dazu gehört insbesondere 

auch eine erhöhte Infektionsanfälligkeit. Aufgrund derselben könnten gelegentliche 

Arbeitsausfälle resultieren. Gesamthaft erscheint die Vornahme eines Leidensabzugs 

von 15 % gerechtfertigt.

3.4    Unter Berücksichtigung des Leidensabzuges errechnet sich ein 

Invalideneinkommen von Fr. 30'564.-- (Fr. 51'368.-- x 0.7 x 0,85). Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 53'114.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 30'564.-- 

resultiert ein Erwerbsausfall von Fr. 22'550.-- (Fr. 53'114.-- abzüglich Fr. 30'564.--) und 

ein Invaliditätsgrad von abgerundet 42 % ([Fr. 22'550.-- / Fr. 53'114.--] x 100).

4.      

4.1    Die Beschwerdegegnerin hatte die Beschwerdeführerin im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens bei der Stellensuche unterstützt. Sie hatte die 

Arbeitsvermittlung eingestellt, nachdem sämtliche Bemühungen, die 

Beschwerdeführerin in den freien Arbeitsmarkt zu integrieren, gescheitert waren. 

Weitere Eingliederungsmassnahmen wurden offenbar nicht geprüft. Nach Art. 8 Abs. 1 

IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 

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Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen u.a. in Massnahmen beruflicher Art: Berufsbe­

ratung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung sowie 

Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem 

jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber 

auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V 102 E. 

2). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im 

Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 110 E. 2a mit Hinweisen). 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue 

Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch 

die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann. 

Nach der Rechtsprechung liegt Invalidität im Sinn von Art. 17 IVG vor, wenn die ver­

sicherte Person wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens 

in den bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche Ausbildung 

offenstehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit 

dauernde Erwerbseinbusse von rund 20 % erleidet (ZAK 1984 91).

4.2    Die Beschwerdeführerin war in der Vergangenheit fast ausschliesslich als 

Verkäuferin tätig gewesen. Gemäss dem polydisziplinären Gutachten kann sie diese 

Arbeit nur noch zu 50 % ausüben, während für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine 

70%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wird. Invalidität im Sinn von Art. 17 IVG ist damit 

grundsätzlich gegeben. Bei der Frage nach der Notwendigkeit einer Umschulung fällt 

vor allem ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin erst 42 Jahre alt ist; sie bereits 

jetzt ausschliesslich auf eine Hilfstätigkeit zu verweisen, erscheint deshalb 

unangemessen. Sodann ist aufgrund der bei ihr bestehenden gesundheitlichen 

Einschränkungen eine erfolgreiche Umschulung auch nicht von vornherein 

ausgeschlossen. Inwieweit Umschulungsmöglichkeiten tatsächlich bestehen bzw. 

inwieweit sich dadurch eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit erreichen lässt, kann 

nur nach einer eingehenden Prüfung durch die Beschwerdegegnerin beurteilt werden. 

Gesamthaft ist es deshalb gerechtfertigt, die Sache zur Prüfung und allfälligen 

Durchführung einer Umschulung ins Verwaltungsverfahren zurückzuweisen.

5.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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5.1    Zusammenfassend ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente 

zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe sowie 

zur Prüfung und allfälligen Durchführung von Umschulungsmassnahmen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Bei diesem 

Verfahrensausgang ist die Beschwerdeführerin als vollständig obsiegend zu 

betrachten. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamten Verfahrenskosten zu 

tragen.

5.3    Die Beschwerdeführerin hat sodann Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der 

Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g 

ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer). Die Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung erübrigt sich bei diesem Prozessausgang.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

24. November 2010 aufgehoben.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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2.       Der Beschwerdeführerin wird im Sinn der Erwägungen eine Viertelsrente 

zugesprochen.

3.       Die Sache wird zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe sowie zur 

Prüfung und allfälligen Durchführung von Umschulungsmassnahmen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

4.     Die Beschwerdegegnerin trägt die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--.

5.     Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.01.2013
	Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Art. 8 IVG. Art. 17 IVG. Würdigung medizinisches Gutachten. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Bemessung des Invaliditätsgrads. Rückweisung zur Prüfung einer Umschulung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Januar 2013, IV 2011/16).

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