# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47253cd3-b8cd-5010-9a18-2bd35ab4b696
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** HG230078-O10
**Docket/Reference:** HG230078-O10
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/HG230078-O10.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich

Geschäfts-Nr.: HG230078-O

U

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Stephan Mazan, Vizepräsident, Oberrichter Roland 

Schmid, Handelsrichterin Dr. Esther Nägeli, Handelsrichter Marius 

Hagger und Handelsrichter Stefan Vogler sowie Gerichtsschreiber 

Lukas Bügler

Beschluss und Urteil vom 16. April 2025

in Sachen

1.

2.

A._____, 

B._____, 

Kläger

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

C._____ AG, 

Beklagte

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 

betreffend URG / Forderung

  
- 2 -

Inhaltsverzeichnis

Rechtsbegehren ....................................................................................................4

Sachverhalt und Verfahren ..................................................................................5

A. Sachverhaltsübersicht ..................................................................................5

a. Parteien und ihre Stellung ............................................................................5

b. Prozessgegenstand......................................................................................5

B. Prozessverlauf ...............................................................................................6

Erwägungen...........................................................................................................7

1. Formelles ........................................................................................................7

1.1.

Zuständigkeit ............................................................................................7

1.2. Eingaben nach Aktenschluss....................................................................7

1.3. Unbezifferte Forderungsklage ..................................................................8

1.4. Vorbemerkung: Behauptungs-, Substantiierungs- und Bestreitungslast 10

2. Unbestrittener Sachverhalt und Überblick Parteistandpunkte................11

2.1. Unbestrittener Sachverhalt .....................................................................11

2.2. Parteistandpunkte...................................................................................11

2.2.1. Kläger ......................................................................................................11

2.2.2. Beklagte...................................................................................................13

3. Rechtliches zur Unterlassung der Verwertung .........................................14

3.1. Anwendbares Recht ...............................................................................14

3.2. Urheberrechtliche Grundlagen................................................................14

3.3. Kündigung der Verlagsverträge aus wichtigem Grund ...........................15

3.4. Grundsätze der Vertragsauslegung........................................................16

4. Kündigung vom 9. Dezember 2022 ............................................................17

4.1. Anmassung des Markenrechts ...............................................................18

4.2. Co-Verlagsnahme und Abrechnung für E._____....................................19

4.2.1. Parteistandpunkte....................................................................................19

4.2.2. Würdigung ...............................................................................................20

4.3. Verweigerung von Auskunft und Einsicht ...............................................24

4.3.1. Parteistandpunkte....................................................................................24

4.3.2. Umfang der Saldoklausel im Vergleich vom 9. Juli 2021 ........................27

- 3 -

4.3.3. Überblick über die Informations- und Abrechnungsrechte der Kläger.....30

4.3.4. Würdigung ...............................................................................................32

4.4. Verletzung Rechenschaftslegungsrecht .................................................37

4.4.1. Parteistandpunkte....................................................................................37

4.4.2. Würdigung ...............................................................................................41

4.5. Verletzung der Zahlungspflicht ...............................................................48

4.5.1. Parteistandpunkte....................................................................................48

4.5.2. Würdigung ...............................................................................................48

4.6. Gesamtwürdigung...................................................................................49

4.7.

Fazit ........................................................................................................52

5. Kündigung vom 24. Juli 2023 .....................................................................52

5.1. Parteistandpunkte...................................................................................52

5.1.1. Kläger ......................................................................................................52

5.1.2. Beklagte...................................................................................................53

5.2. Würdigung ..............................................................................................54

5.3.

Fazit ........................................................................................................55

6. Auskunfts- und Informationsbegehren......................................................56

6.1. Genügende Bestimmtheit .......................................................................56

6.1.1. Parteistandpunkte....................................................................................56

6.1.2. Würdigung ...............................................................................................57

6.2. Saldoklausel ...........................................................................................58

6.3. Vorlage Unterlagen sowie Offenlegung Kosten und Gewinn..................60

6.4. Erfüllung der Informationsansprüche......................................................61

6.4.1. Abrechnungen Musical und Musicalfilm ..................................................61

6.4.2. Abrechnung weitere Verwertungshandlungen.........................................62

6.5.

Fazit ........................................................................................................63

7. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen ........................................63

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen ..........................................................64

8.1. Streitwert.................................................................................................64

8.2. Gerichtskosten und Kostentragung ........................................................65

8.3. Parteientschädigungen ...........................................................................66

Dispositiv .............................................................................................................66

- 4 -

Rechtsbegehren:
(act. 1 S. 2 f.)

"1. Der  Beklagten  sei  unter  Androhung  einer  Ordnungsbusse  von 
CHF 500.00 pro Tag der Nichterfüllung nach Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO,  mindestens  aber  CHF  5'000.00  nach  Art.  343  Abs.  1  lit.  b 
ZPO, sowie der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB mit 
Busse  im  Widerhandlungsfall  zu  verbieten,  betreffend  die  von 
D._____  als  Komponist  oder  Textautor  geschaffenen  Werke  ge-
mäss  Werkliste  in  Anhang  A  Werkexemplare  wie  Druckerzeug-
nisse,  Ton-,  Tonbild-  oder  Datenträger  herzustellen;  Werkexem-
plare anzubieten, zu veräussern oder sonst wie zu verbreiten; die 
Werke (gemäss Werkliste in Anhang A) direkt oder mit irgendwel-
chen  Mitteln  vorzutragen,  aufzuführen,  vorzuführen,  anderswo 
wahrnehmbar oder so zugänglich zu machen, dass Personen von 
Orten und zu Zeiten ihrer Wahl Zugang haben; die Werke (gemäss 
Werkliste in Anhang A) zu senden oder weiterzusenden; zugäng-
lich  gemachte,  gesendete  oder  weitergesendete  Werke  (gemäss 
Werkliste in Anhang A) wahrnehmbar zu machen; oder die genann-
ten Handlungen von Dritten, inklusive der Verwertungsgesellschaf-
ten SUISA und GEMA, vornehmen zu lassen.

2.

Die  Beklagte  sei  unter  Androhung  der  Bestrafung  ihrer  Organe 
nach Art. 292 StGB mit Busse sowie der kostenpflichtigen Ersatz-
vornahme nach Art. 343 Abs. 1 lit. e ZPO im Widerhandlungsfall zu 
verpflichten, den Klägern innert 20 Tagen seit Rechtskraft des ent-
sprechenden  (Teil-)Urteils  vollständig  Auskunft  zu  erteilen  und 
nach anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung Rechnung 
zu legen über die bisherigen Verwertungshandlungen im Sinne von 
Rechtsbegehren Ziff. 1 betreffend die von D._____ geschaffenen 
Werke gemäss Werkliste in Anhang A, namentlich mit detaillierten 
Angaben über:

(i)

die  daraus  in  den  letzten  zehn  Jahren  erzielten  Bruttoum-
sätze, spezifiziert nach Werk bzw. Titel und Katalognummer, 
mit dokumentierten Nachweisen und Hinweisen zur Aufsch-
lüsselung  der  Einnahmen,  unter  Beilage  der  einschlägigen 
Verträge mit Dritten (Verträge mit der E._____ GmbH betref-
fend  Subverlag,  Co-Verlag  und  Verlagsadministration;  Ver-
träge mit Produzenten und Veranstaltern betreffend das Mu-
sical und den Musicalfilm «F._____» etc.); 

(ii)

die daraus in den letzten zehn Jahren erzielten Gewinne, un-
ter Gegenüberstellung der jeweils erzielten Umsatzerlöse und 
der tatsächlich bezahlten und zuordnenden Kosten, mit ent-
sprechend dokumentierten Nachweisen.

3.

Die  Beklagte  sei  zu  verpflichten,  den  Klägern  den  nach  erfolgter 
Auskunftserteilung  und  Rechnungslegung  gemäss  Rechtsbegeh-
ren Ziff. 2 zu beziffernden Betrag, mindestens aber EUR 72'578.95 

- 5 -

zuzüglich  Verzugszins  zu  5%  p.a.  seit  dem  anhand  der  erteilten 
Auskünfte festzusetzenden Schadensdatum, Bereicherungsdatum 
bzw. Datum der Gewinnerzielung zu bezahlen.

4.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten."

Sachverhalt und Verfahren

A.

a.

Sachverhaltsübersicht

Parteien und ihre Stellung

Die  Kläger  sind  natürliche  Personen  mit  Wohnsitz  in  G._____  bzw.  H._____, 

Deutschland. Sie sind die Kinder und Alleinerben des am tt.mm.2014 verstorbenen 

D._____.

Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in I._____. Sie bezweckt den Ver-

lag musikalischer und anderer künstlerischer Werke, die Produktion von Filmen und 

Tonträgern und die Durchführung von Bühnenauftritten, Fernseh- und Radiosen-

dungen sowie den Erwerb, die Registrierung, Verwaltung und Verwertung von Im-

materialgüterrechten und Lizenzen aller Art.

b.

Prozessgegenstand

D._____  übertrug  der  Beklagten  mittels  129  Verlagsverträgen  diverse  Urheber-

rechte. Zudem wurde der Beklagten in einer Vergleichsvereinbarung im Jahr 2021 

von den Klägern eine verlagsvertragliche Lizenz für weitere Urheberrechte einge-

räumt.  Am  9.  Dezember  2022  und  24.  Juli  2023  kündigten  die  Kläger  sämtliche 

Verlagsverträge aus wichtigem Grund fristlos. Mit der vorliegenden Klage verlan-

gen  sie  die  an  die  Beklagte  gerichtete  Anordnung,  die  Verwertung  der  Urheber-

rechte von D._____ zu unterlassen. Weiter klagen sie mit einer Stufenklage Ersatz-

forderungen aus der Verwendung der Urheberrechte ein, wobei sie vorab Auskunft 

und Rechnungslegung von der Beklagten verlangen. Die Beklagte schliesst auf Ab-

weisung der Klage, soweit überhaupt darauf einzutreten sei.

- 6 -

B.

Prozessverlauf

Am 29. März 2023 reichten die Kläger die Klage mit oben aufgeführten Rechtsbe-

gehren ein (act. 1–3/2–32). Nach Leistung des von den Klägern mit Verfügung vom 

30. März 2023 einverlangten Kostenvorschusses (act. 4; act. 6) wurde der Beklag-

ten am 6. April 2023 Frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt (act. 7). Innert 

angesetzter Nachfrist (act. 11) reichte die Beklagte am 10. Juli 2023 ihre Klageant-

wort ein (act. 13–15/1–53).

Nach Delegation des Verfahrens an den Instruktionsrichter (act. 16; act. 18), wurde 

von  den  Klägern  mit  Verfügung  vom  4.  Januar  2024  ein  zusätzlicher  Kostenvor-

schuss einverlangt und ihnen Frist zur Erstattung der Replik angesetzt (act. 19). 

Der Kostenvorschuss ging fristgerecht ein (act. 21). Am 11. März 2024 erstatten 

die Kläger fristgerecht ihre Replik (act. 22–23/33–43). In der Folge ging am 3. Juni 

2024 innert mit Verfügung vom 14. März 2024 angesetzter Frist (act. 24) die Duplik 

der Beklagten ein (act. 26–27/54–101). Mit Verfügung vom 7. Juni 2024 wurde fest-

gehalten, dass der Aktenschluss eingetreten ist und die Duplik den Klägern zuge-

stellt (act. 28). Die Kläger reichten daraufhin am 10. Juli 2024 eine als "Stellung-

nahme zur Duplik" bezeichnete Eingabe ein (act. 30–31/44–46). Die Beklagte liess 

sich dazu mit Eingabe vom 30. August 2024 vernehmen (act. 36), woraufhin die 

Kläger am 13. September 2024 eine weitere Eingabe einreichten (act. 38). Diese 

Eingabe wurde der Beklagten am 17. September 2024 zugestellt (Prot. S. 17).

Mit Verfügung vom 25. Februar 2025 wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, 

auf die Durchführung einer Hauptverhandlung zu verzichten (act. 40). Mit Eingabe 

vom 10. März 2025 teilten die Kläger mit, dass sie nicht auf die Durchführung der 

Hauptverhandlung  verzichten  (act.  43).  In  der  Folge  fand  am  16.  April  2025  die 

Hauptverhandlung statt, anlässlich welcher die Parteien ihre Parteivorträge erstat-

teten (Prot. S. 20 f.; act. 46; act. 47). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

- 7 -

Erwägungen

1.

Formelles

1.1.

Zuständigkeit

Die  internationale,  örtliche  und  sachliche  Zuständigkeit  des  Handelsgerichts  des 

Kantons Zürich ist gegeben (Art. 2 Ziff. 1 LugÜ i.V.m. Art. 109 Abs. 2 IPRG und 

Art. 112 Abs. 1 IPRG; act. 1 Rz. 2 ff.; act. 13 Rz. 315; Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. 

§ 44 lit. a GOG ZH; Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG ZH).

1.2. Eingaben nach Aktenschluss

Im ordentlichen Verfahren haben die Parteien zweimal unbeschränkt die Möglich-

keit,  sich  zur  Sache  zu  äussern  und  neue  Tatsachen  sowie  Beweismittel  in  den 

Prozess einzubringen (BGE 144 III 67 E. 2). Vorliegend ist der Aktenschluss nach 

Durchführung des zweiten Schriftenwechsels eingetreten (vgl. act. 28).

Nach  Aktenschluss  vorgebrachte  Tatsachen  und  Beweisofferten  in  Stellungnah-

men  sind  nur  insoweit  zu  beachten,  als  sie  die  Voraussetzungen  nach  Art. 229 

Abs. 1 aZPO erfüllen. Dies gilt insbesondere auch für die Entgegnung auf Duplik-

noven. Ist die klagende Partei zur Entgegnung der in der Duplik vorgetragenen und 

sich auf neue Tatsachen und Beweismittel stützenden Behauptungen auf echte No-

ven  (erst  nach  Abschluss  des  Schriftwechsels  entstandene  Tatsachen  oder  Be-

weismittel) angewiesen, dürfen diese gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. a aZPO ohne Wei-

teres  vorgebracht  werden.  Bei  unechten  Noven  ist  gemäss  Art. 229  Abs. 1  lit. b 

aZPO erforderlich, dass diese trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vorgebracht 

werden konnten. Damit der klagenden Partei dieser Sorgfaltsnachweis gelingt, ist 

unabdingbar, dass die Dupliknoven für diese Noveneingabe kausal sind. Erforder-

lich ist einerseits, dass (erst) die Dupliknoven das Vorbringen der unechten Noven 

veranlasst haben, andererseits, dass die unechten Noven in technischer bzw. the-

matischer Hinsicht als Reaktion auf die Dupliknoven aufzufassen sind (BGE 146 III 

55 E. 2.5). Die gleichen Voraussetzungen gelten für Noven in jeder weiteren Ein-

gabe und mündlichen Stellungnahmen nach Aktenschluss. Die Partei, die der Mei-

nung  ist,  sie  könne  sich  auf  neue  Tatsachen  und/oder  Beweismittel  (echte  oder 

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unechte Noven) stützen, hat diese zu bezeichnen und für jede einzelne neue Tat-

sache und jedes einzelne neue Beweismittel substantiiert darzutun, dass die Zu-

lässigkeitsvoraussetzungen  erfüllt  sind  (anstatt  vieler  zur  ständigen  Praxis  des 

Handelsgerichts des Kantons Zürich: ZR 113/2014 Nr. 54 S. 176 f. E. 3; vgl. auch 

KUKO ZPO-SOGO/NAEGELI, Art. 229 N 11d).

Die Kläger liessen sich nach Aktenschluss mit Eingaben vom 10. Juli 2024 und vom 

13. September 2024 vernehmen (act. 30; act. 38). Sie äussern sich zur Zulässigkeit 

ihrer dabei gemachten Vorbringen einzig dahingehend, dass sie als Reaktion auf 

neue  Darstellungen  in  der  Duplik  in  Übereinstimmung  mit  Art.  229  Abs.  1  aZPO 

neue  Tatsachen  und  Beweismittel  vorbringen  (act.  30  Rz.  5,  40,  53,  81  und  87; 

act. 38 Rz. 19, 28 und 31). Aus diesen Ausführungen ergibt sich nicht, ob die Kläger 

echte oder unechte Noven in den Prozess einbringen wollen. Es gelingt ihnen daher 

bereits aus diesem Grund nicht, die Zulässigkeitsvoraussetzungen rechtsgenügend 

aufzuzeigen. Dasselbe gilt auch für die von der Beklagten nach Aktenschluss in der 

Eingabe vom 30. August 2024 sowie die von den Parteien anlässlich der Hauptver-

handlung gemachten Ausführungen, zumal sie sich darin nicht zur Zulässigkeit ih-

rer Vorbringen äussern (act. 36; Prot. S. 20 f.; act. 46; act. 47). Die von den Parteien 

nach Aktenschluss gemachten Eingaben und Ausführungen sind daher für die Ent-

scheidfindung nicht zu berücksichtigen.

1.3. Unbezifferte Forderungsklage

Die Kläger erheben mit ihren Rechtsbegehren Ziffer 2 und 3 eine Stufenklage. Kon-

kret verlangen sie einerseits Auskunft und Rechnungslegung und verbinden dieses 

Begehren mit einer unbezifferten Forderungsklage, wobei sie die Zusprechung von 

mindestens EUR 72'578.95  begehren (act. 1 S. 2 f.). Nachfolgend ist die Zulässig-

keit der unbezifferten Forderungsklage zu prüfen:

Wer die Bezahlung eines Geldbetrages verlangt, hat diesen grundsätzlich zu bezif-

fern (Art. 84 Abs. 2 ZPO). Gemäss Art. 85 ZPO kann indes eine unbezifferte For-

derungsklage erhoben werden, sofern es der klagenden Partei zu Beginn des Pro-

zesses unmöglich oder unzumutbar ist, ihre Forderung zu beziffern (Art. 85 Abs. 1 

ZPO). Unmöglich ist die Bezifferung einer Forderung zu Prozessbeginn dann, wenn 

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die klagende Partei die Höhe ihres Anspruchs nicht kennen kann, da dieser von 

Informationen bzw. Tatsachen abhängig ist, über die sie nicht verfügt und die nicht 

in ihrem Einflussbereich liegen. Unzumutbar ist die Bezifferung, wenn sich die Höhe 

des Anspruchs nur unter Zuhilfenahme weiterer (vor)prozessualer Instrumente wie 

der vorsorglichen Beweisführung (Art. 158 ZPO) oder eines selbständigen Verfah-

rens auf Auskunft ermitteln liesse. Die unbezifferte Forderungsklage dient demnach 

auch  der  Prozessökonomie,  damit  die  klagende  Partei  nicht  gezwungen  ist,  vor 

dem  eigentlichen  Prozess  ein  anderes  Verfahren  zu  führen  (BSK  ZPO-DORSCH-

NER/BELL, Art. 85 N 8). Der eine unbezifferte Forderungsklage erhebenden Partei 

obliegt  der  Nachweis  der  Unmöglichkeit  oder  Unzumutbarkeit  der  Bezifferung 

(BGE 140 III 409 E. 4.3.2). Sie hat bereits in der Klageschrift konkret aufzuzeigen, 

dass und inwiefern eine Bezifferung aus objektiven Gründen unmöglich oder unzu-

mutbar  sein  soll.  Dabei  genügt  ein  blosser  Hinweis  auf  fehlende  Informationen 

nicht. Fehlt eine (genügende) Begründung der Unmöglichkeit bzw. Unzumutbarkeit, 

ist auf die unbezifferte Forderungsklage nicht einzutreten (BGE 148 III 322 E. 3 und 

4).

Den Klägern gelingt der Nachweis der Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der Be-

zifferung nicht. Zur Zulässigkeit der unbezifferten Forderungsklage führen sie in ih-

rer  Klageschrift  lediglich  aus,  der  finanzielle  Anspruch  bzw.  der  weiter  drohende 

Schaden hänge vom vergangenen und zukünftigen Verhalten der Beklagten ab und 

könne derzeit durch die Kläger nur schwer abgeschätzt werden. Die Kenntnis über 

die Höhe des klägerischen Anspruchs sei von Informationen und Tatsachen abhän-

gig, die im ausschliesslichen Einflussbereich der Beklagten lägen (act. 1 Rz. 10). 

Die Kläger verweisen damit für die Zulässigkeit der unbezifferten Forderungsklage 

lediglich pauschal auf fehlende Informationen, ohne dass sich daraus ergibt, wes-

halb ihnen eine Bezifferung konkret nicht möglich oder zumutbar sein soll. Entspre-

chend ist auf die von den Klägern erhobene unbezifferte Forderungsklage (Rechts-

begehren Ziffer 3) nicht einzutreten.

1.4. Vorbemerkung: Behauptungs-, Substantiierungs- und Bestreitungslast

In Verfahren, in denen – wie vorliegend – der Verhandlungsgrundsatz gilt, obliegt 

es den Parteien und nicht dem Gericht, die für die Beurteilung notwendigen Tatsa-

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chen zusammen zu tragen (Art. 55 Abs. 1 ZPO; BGE 144 III 519 E. 5.1 = Pra 108 

Nr. 87). Entsprechend trifft die Parteien die Behauptungs-, Substantiierungs- und 

Beweislast  sowie  die  Bestreitungslast.  Die  Behauptungslast  folgt  der  Beweislast 

(BGE 132 III 186 E. 4). Inwieweit Tatsachen zu behaupten und zu substantiieren 

sind, ergibt sich gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (statt vieler 

Urteil des Bundesgerichts 4A_350/2020 vom 12. März 2021, E. 6.2.) einerseits aus 

den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und anderseits aus dem pro-

zessualen  Verhalten  der  Gegenpartei  (BGE 144 III 519  E. 5;  BGE 127 III 365 

E. 2b). Eine Tatsachenbehauptung hat nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es ge-

nügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren stützenden Normen zu sub-

sumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in 

ihren  wesentlichen  Zügen  oder  Umrissen  behauptet  werden  (BGE 136 III 322 

E. 3.4.2). Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig be-

zeichnet,  da  er  bei  Unterstellung,  er  sei  wahr,  den  Schluss  auf  die  anbegehrte 

Rechtsfolge zulässt. Voraussetzung, dass ein Tatsachenvortrag schlüssig ist, sind 

dessen  Widerspruchsfreiheit  und  Vollständigkeit.  Nur  soweit  der  Prozessgegner 

den  schlüssigen  Tatsachenvortrag  der  behauptungsbelasteten  Partei  bestreitet, 

greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die Vor-

bringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zer-

gliedert  so  umfassend  und  klar  darzulegen,  dass  darüber  Beweis  abgenommen 

oder  dagegen  der  Gegenbeweis  angetreten  werden  kann  (BGE 144 III 519  E. 5; 

BGE 127 III 365 E. 2b).

Das  genügende  Behaupten  und  Bestreiten  der  rechtserheblichen  Tatsachen  ist 

eine prozessuale Last, deren Nichterfüllung prozessuale Nachteile für die betref-

fende Partei zur Folge haben kann. Bezüglich unsubstantiiert vorgetragener Sach-

verhalte besteht kein Anspruch auf Beweisführung. Der nicht substantiiert vorge-

tragene Sachverhalt ist somit dem nicht bewiesenen gleichgestellt (BGE 129 III 18 

E. 2.6 = Pra 92 Nr. 30).

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2.

Unbestrittener Sachverhalt und Überblick Parteistandpunkte

2.1. Unbestrittener Sachverhalt

D._____ übertrug der Beklagten für die Verwertung seiner künstlerischen Werke 

ab 1977 diverse Rechte. Zu diesem Zweck schloss er mit der Beklagten insgesamt 

129 Verlagsverträge über 372 Werke ab (act. 1 Rz. 14; act. 13 Rz. 9; act. 22 Rz. 

190 ff.). Am 9. Juli 2021 schlossen die Kläger als Erben und Rechtsnachfolger von 

D._____ und die Beklagte sowie weitere beteiligte Parteien einen Vergleichsvertrag 

ab. Im Zuge dieses Vergleichsvertrages wurden der Beklagten als Bestandteil der 

Verlagsverträge rückwirkend verlagsvertragliche Lizenzen für weitere Schutzrechte 

eingeräumt.  Gestützt  auf  diese  Verträge  ist  die  Beklagte  zur  Wahrnehmung  der 

Rechte gemäss Art. 10 Abs. 2 lit. a bis f URG berechtigt (act. 1 Rz. 14; act. 13 Rz. 

9 ff.; act. 22 Rz. 190 ff.). Den Klägern steht im Gegenzug eine Beteiligung von 40 

% an den durch die Beklagte erzielten individuellen Verwertungserlösen zu. Zudem 

sind sie an den Erlösen der kollektiven Verwertung beteiligt (act. 13 Rz. 21; act. 22 

Rz.  204).  Mit  Schreiben  vom  9.  Dezember  2022  kündigten  die  Kläger  sämtliche 

Verlagsverträge fristlos. Am 24. Juli 2023 kündigten die Kläger sämtliche Verlags-

verträge erneut mit sofortiger Wirkung (act. 1 Rz. 98 ff.; act. 22 Rz. 20).

2.2. Parteistandpunkte

2.2.1. Kläger

Die Kläger stellen sich auf den Standpunkt, die Beklagte habe ihre Auskunfts- und 

Rechenschaftsablegungspflicht verletzt. Sie habe den Klägern am 29. März 2022 

zwei Abrechnungen über das Musical "F._____" (nachfolgend: Musical) zugestellt. 

Diese  seien  offensichtlich  ungenügend  und  wiesen  diverse  Ungereimtheiten  auf. 

Die Kläger hätten daher mit E-Mails vom 6. April 2022, 16. Juni 2022, 18. August 

2022,  21. September 2022 und 22. November 2022 mehrfach um Auskunft und 

Vorlage von Unterlagen ersucht. Im Zuge dieser Konversation habe die Beklagte 

ihr  auch  am  15.  Juli  2022  erstmals  Abrechnungen  zum  Musicalfilm  "F._____" 

(nachfolgend:  Musicalfilm)  zugestellt.  Die  von  der  Beklagten  erteilten  Auskünfte 

seien ungenügend gewesen und sie habe sich geweigert, die verlangten Unterla-

gen offenzulegen. Zudem seien auch ausgewiesene Lizenzansprüche der Kläger 

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in der Höhe von EUR 51'000.– unbegründet unbezahlt geblieben. Am 1. Dezember 

2022 habe die Beklagte schliesslich reagiert und eine Kehrtwende hin zu einer voll-

ständigen Verweigerung der Kooperation und Rechenschaftsablegung vollzogen. 

Sie habe plötzlich das Auskunftsrecht der Kläger zum Musical und Musicalfilm ka-

tegorisch ausgeschlossen und verlauten lassen, dass sie die bereits abgerechne-

ten Lizenzen in der Höhe von EUR 51'000.– einbehalte sowie bezahlte Lizenzver-

gütungen von CHF 28'493.– zurückfordere. Dieses Schreiben habe eine drastische 

Zäsur dargestellt. Die Beklagte habe damit jegliche Brücken eingerissen und das 

Vertrauen der Kläger in ihren Verlag endgültig zerstört. Auch zur angeblichen Co-

Verlagsnahme  von  gewissen  Werken  mit  der  E._____  GmbH  (nachfolgend: 

E._____) habe ihr die Beklagte inhaltliche Erläuterungen und Unterlagen verwehrt. 

Hinzu komme, dass sich die Beklagte das Markenrecht "D._____" angemasst und 

hinter  dem  Rücken  der  Kläger  in  der  Schweiz,  in  Deutschland  und  in  Österreich 

verschiedene Wortmarken mit dem Bestandteil "D._____" hinterlegt habe. Vor die-

sem Hintergrund sei ihnen die Fortführung der Verlagsverträge mit der Beklagten 

nicht mehr zumutbar gewesen. Die fristlose Kündigung vom 9. Dezember 2022 sei 

daher gültig und die Verlagsverträge durch diese beendet. 

Nach der Kündigung vom 1. Dezember 2023 habe die Beklagte in einer panisch 

anmutenden  Abrechnungsflut  eine  Vielzahl  neuer  Abrechnungen  produziert,  die 

u.a. tatsächlich bis zu zehn Jahre zurück liegende Verwertungshandlungen beträ-

fen. Diese Abrechnungen hätten sich laufend inhaltlich widersprochen und gegen-

seitig "korrigiert". Diese neuen Abrechnungen bestätigten genau den Sachverhalt, 

den  die  Kläger  ihrer  Kündigung  vom  9.  Dezember  2022  zugrunde  gelegt  hätten, 

nämlich, dass die Beklagten ihnen Einnahmen Dritter vorenthalte und geschuldete 

Lizenzzahlungen  bewusst  nicht  abrechne  sowie  generell  mit  Abrechnungen  und 

Zahlungen gegenüber den Klägern in Verzug gewesen sei. Als ob es noch eines 

zusätzlichen Nachweises dafür bedurft hätte, dass die Beklagte böswillig gegen die 

wirtschaftlichen  Interessen  der  Kläger  agiere,  habe  sie  den  Klägern  am  21. Juli 

2023 ein Abmahnschreiben zukommen lassen, worin sie die J._____ AG, die zu 

100 % den Klägern gehöre, ultimativ aufgefordert habe, die Nutzung von zahlrei-

chen Liedtexten zu den Songs bzw. Kompositionen von D._____ auf der offiziellen 

Website des Künstlers einzustellen, ohne dass sie an diesen Texten berechtigt sei. 

- 13 -

Diese gegen die Kläger als einstige Verlaggeber gerichtete Aktion sei durchwegs 

schikanös. Die Beklagte führe infolge der selbstverschuldeten Kündigung einen Ra-

chefeldzug.  Ein  solch  illoyales  und  treuwidriges  Verhalten  stelle  eine  weitere 

schwere Vertragsverletzung dar, die eine Fortsetzung der Verlagsverträge offen-

sichtlich unzumutbar mache. Rein vorsorglich für den Fall, dass die Kündigung vom 

9. Dezember 2022 nicht gültig sein sollte, hätten sie daher mit Schreiben vom 24. 

Juli 2023 erneut sämtliche Verlagsverträge fristlos aus wichtigem Grund gekündigt. 

Aufgrund der erfolgten Kündigungen sei die Beklagte nicht mehr zur Verwertung 

der Urheberrechte berechtigt und habe diese zu unterlassen. Weiter verlangten sie 

Auskunft und Rechenschaftsablegung über die in den letzten zehn Jahren vor der 

Klageeinleitung  mit  der  Verwertung  erzielten  Umsätze  und  Gewinne  (act.  1; 

act. 22).

2.2.2. Beklagte

Die Beklagte macht demgegenüber geltend, die von den Klägern ausgesprochenen 

Kündigungen  seien  ungültig.  Anders  als  dies  von  den  Klägern  behauptet  werde, 

habe sie keine Pflichten aus den Verlagsverträgen verletzt. Die Kläger hätten ihre 

Abrechnungen,  die  stets  gleich  gestaltet  gewesen  seien,  währen  Jahren  klaglos 

akzeptiert. Zudem hätten die Parteien im Vergleich vom 9. Juli 2021 eine umfas-

sende  Saldoklausel  vereinbart,  weshalb  die  von  den  Klägern  behaupteten  Aus-

kunfts-, Informations- und Vergütungsansprüche untergegangen seien. Im Übrigen 

habe sie ohnehin auch ohne Bestehen einer Rechtspflicht stets sämtliche Fragen 

der Kläger beantwortet, die diese zu den Abrechnungen gestellt hätten. Sie habe 

den Klägern auch eine Besprechung dazu und zur gemeinsamen Erstellung eines 

neuen Abrechnungsformates angeboten. Dieses Angebot hätten die Kläger igno-

riert. Sie habe den Klägern zudem offeriert, die von ihnen verlangten Unterlagen 

durch einen unabhängigen Treuhänder einzusehen, wie es im Vergleich vom 9. Juli 

2021  vorgesehen  sei.  Auch  dies  hätten  die  Kläger  abgelehnt.  Selbst  wenn  aber 

entgegen dessen von Pflichtverletzungen auszugehen sei, sei zu berücksichtigen, 

dass es sich in der Gesamtbetrachtung lediglich um marginale Ansprüche handle. 

Diese beträfen bloss elf der insgesamt 129 Verträge. Eine Fortführung der Verträge 

sei für die Kläger ohne jeden Zweifel zumutbar. Die fristlose Kündigung der Ver-

- 14 -

lagsverträge sei vorliegend auch nicht ultima ratio. Die Kläger könnten, wie die vor-

liegende  Klage  belege,  ihre  behaupteten  Ansprüche  gerichtlich  durchsetzen. 

Schliesslich sei die Kündigung vom 9. Dezember 2022 ohnehin zu spät erfolgt. Das 

von den Klägern weiter gerügte Schreiben vom 21. Juli 2023 an die J._____ AG 

habe  einerseits  nicht  den  Klägern  gegolten  und  beinhalte  anderseits  auch  keine 

ultimative  Aufforderung,  die  Liedtexte  nicht  mehr  zu  verwenden.  Die  Verlagsver-

träge seien entsprechend nicht gültig gekündigt worden und bestünden weiter. Ent-

sprechend  sei  sie  zur  Verwertung  der  damit  eingeräumten  Rechte  weiterhin  be-

rechtigt. Die Klage sei abzuweisen (act. 13; act. 26). 

3.

Rechtliches zur Unterlassung der Verwertung

3.1. Anwendbares Recht

Für  die  urheberrechtlichen  Aspekte  gelangt  Schweizer  Recht  zur  Anwendung 

(Art. 110 Abs. 1 IPRG). Dasselbe gilt für die vertraglichen Regelungen, zumal die 

Parteien stets die Anwendbarkeit von Schweizer Recht vereinbart haben (Art. 116 

IPRG;  Art.  122  Abs.  2  IPRG;  act.  3/4–6;  act.  3/8),  wovon  –  unausgesprochen  – 

auch die Parteien ausgehen.

3.2. Urheberrechtliche Grundlagen

Der Urheber oder die Urheberin hat das ausschliessliche Recht zu bestimmen, ob, 

wann und wie das Werk verwendet wird (Art. 10 Abs. 1 URG). Nach Art. 62 Abs. 1 

lit.  a  und  b  URG  kann  der  Urheber  oder  die  Urheberin,  wenn  das  Urheberrecht 

verletzt oder gefährdet wird, vom Gericht u.a. die Beseitigung einer bestehenden 

Verletzung oder das Verbot einer drohenden Verletzung verlangen.

Das Urheberrecht ist übertragbar (Art. 16 Abs. 1 URG). Urheberrechtliche Befug-

nisse werden primär durch Verträge eingeräumt. In der Praxis existieren verschie-

dene Vertragsinhalte. Es ist dabei jeweils durch Auslegung zu ermitteln, was Ge-

genstand des entsprechenden Vertrages ist. Zu unterscheiden ist dabei nament-

lich, ob die Übertragung lediglich mit obligatorischer Wirkung erfolgt, oder ob das 

Urheberrecht als Ausschliesslichkeitsrecht übertragen wird und der Erwerber mit 

absoluter Wirkung die volle Rechtsstellung eines Rechteinhabers erlangt. In letzte-

- 15 -

rer  Hinsicht  gilt  der  Kausalitätsgrundsatz.  Damit  hängt  die  absolute  Übertragung 

des Urheberrechts stets vom Bestand des zugehörigen Vertrages ab. Entfällt die-

ser, fällt das Urheberrecht auf die übertragende Person zurück (OFK URG-REHBIN-

DER/HAAS/UHLIG,  Art.  16  N  11  ff.;  BARRELET/EGLOFF,  Das  neue  Urheberrecht, 

4. Aufl., Art. 16 N 15; HILTY, Urheberrecht, 2. Aufl., Rz. 556 ff.).

3.3. Kündigung der Verlagsverträge aus wichtigem Grund

Vor diesem Hintergrund ist im vorliegenden Verfahren im Kern strittig, ob die Kläger 

die von den Parteien übereinstimmend als Verlagsverträge bezeichneten Verein-

barungen mit Kündigungen vom 9. Dezember 2022 bzw. 24. Juli 2023 gültig aufge-

löst haben und damit die der Beklagten eingeräumten Rechte erloschen resp. auf 

die Kläger zurückgefallen sind. Für das vorliegende Verfahren braucht dabei nicht 

geklärt zu werden, ob es sich bei den Vereinbarungen in der heutigen Form voll-

umfänglich um Verlagsverträge im Sinne von Art. 380 ff. OR oder um gemischte 

Verträge mit innominatvertraglichen Bestimmungen handelt.

Es entspricht einem allgemeinen Grundsatz, dass Dauerschuldverhältnisse von ei-

ner Partei bei Vorliegen von wichtigen Gründen, welche die Vertragserfüllung für 

sie unzumutbar machen, vorzeitig gekündigt werden können. Ein wichtiger Grund 

zur Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses liegt nach der Rechtsprechung vor, 

wenn die Bindung an den Vertrag für die Partei wegen veränderter Umstände ganz 

allgemein unzumutbar geworden ist, also nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern 

auch unter anderen die Persönlichkeit berührenden Gesichtspunkten. Bei beson-

ders schweren Vertragsverletzungen ist ein wichtiger Grund regelmässig zu beja-

hen.  Auch  weniger  gravierende  Vertragsverletzungen  können  aber  eine  Fortset-

zung des Vertrags für die Gegenpartei unzumutbar machen, wenn sie trotz Verwar-

nung oder Abmahnung immer wieder vorgekommen sind, so dass nicht zu erwarten 

ist, weitere Verwarnungen würden den Vertragspartner von neuen Vertragsverlet-

zungen abhalten. Ob im Einzelfall ein wichtiger Grund vorliegt, ist vom Gericht auf-

grund einer objektiven Interessenabwägung unter Berücksichtigung sämtlicher re-

levanter Umstände zu beurteilen (BGE 138 III 304 E. 7; BGE 128 III 428 E. 4). 

- 16 -

Eine  Kündigung  aus  wichtigem  Grund  ist  sofort  nach  dem  Vorfall  des  wichtigen 

Grundes  auszusprechen.  Andernfalls  ist  das  Recht  auf  ausserordentliche  Kündi-

gung verwirkt. Die dabei zustehende Bedenkfrist ist nach Umständen des konkre-

ten Einzelfalles zu bemessen (VETTER/GUTZWILER, Voraussetzungen und Rechts-

folgen  der  ausserordentlichen  Beendigung  von  Dauerschuldverhältnissen,  AJP 

2010,  S.  705;  Urteil  des  Kantonsgerichts  Luzern  1B  16  2,  LGVE  2017  I  Nr.  13, 

E. 4.4.3.).

Wird eine fristlose Kündigung ausgesprochen, ohne dass ein wichtiger Grund er-

stellt ist, bleibt der Vertrag weiterhin in Kraft (BGE 133 III 360 E. 8.1 = Pra 97 Nr. 6).

3.4. Grundsätze der Vertragsauslegung

Soweit für die Beurteilung des vorliegenden Falles Vertragsbestimmungen auszu-

legen sind, ist in erster Linie der übereinstimmende wirkliche Parteiwillen bei Ver-

tragsschluss massgebend. Der wirkliche Wille der Parteien wird anhand der gängi-

gen Auslegungsmittel ermittelt (ZR 116/2017 Nr. 40 S. 134 f.). Bei der Ermittlung 

des wirklichen Willens sind alle Tatsachen und Faktoren zu berücksichtigen, aus 

denen auf die Willenslage bei Abgabe der Vertragserklärung geschlossen werden 

kann.  Eine  Hierarchie  der  Auslegungsmittel  besteht  nicht.  Grundlage  der  Ausle-

gung bildet der Wortlaut der von den Parteien abgegebenen Erklärungen oder des 

zustande gekommenen Vertrages. Die Auslegung darf aber selbst bei einem ein-

deutigen Wortlaut nicht sein Bewenden in einer reinen Wortlautauslegung haben 

und es ist zu prüfen, ob der ermittelte Wortsinn nicht durch andere Indizien in Frage 

gestellt oder ausgeschlossen wird. Als weiteres Auslegungsmittel kommt alles in 

Betracht, was geeignet ist, zur Feststellung des wirklichen Willens beizutragen. Be-

rücksichtigt werden können dabei insbesondere die Entstehungsgeschichte sowie 

die Begleitumstände des Vertrages und der Vertragszweck (BSK OR I-WIEGAND, 

Art. 18 N 18 ff.). Zu beachten ist weiter auch das nachvertragliche Parteiverhalten, 

sofern es Rückschlüsse auf den tatsächlichen Parteiwillen im Zeitpunkt des Ver-

tragsschlusses zulässt (BGE 143 III 157 E. 1.2.2). Das Gericht würdigt die vorste-

hend wiedergegebenen Beweismittel frei (Art. 157 ZPO).

- 17 -

Fehlt  ein  übereinstimmender  wirklicher  Wille  oder  kann  ein  solcher  nicht  erstellt 

werden,  sind  in  zweiter  Linie  zur  Ermittlung  des  mutmasslichen  Parteiwillens  die 

Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips auszulegen. Dabei ist 

vom Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern 

aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind. Auch in dieser Hinsicht 

darf es selbst bei einem klaren Wortlaut nicht bei einer reinen Wortauslegung sein 

Bewenden haben. Vielmehr sind die Erklärungen der Parteien so auszulegen, wie 

sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen ver-

standen werden durften und mussten. Das Gericht hat auch den vom Erklärenden 

verfolgten Regelungszweck zu beachten, wie ihn der Erklärungsempfänger in gu-

ten Treuen verstehen durfte und musste (BGE 148 III 57 E. 2.2.1 m.w.H). 

Werden  bei  der  Ermittlung  des  wirklichen  Willens  Umstände  berücksichtigt,  die 

auch bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip zu berücksichtigen sind, de-

cken sich die entsprechenden Auslegungselemente. Ein wirklicher Wille kann da-

her nur festgestellt werden, wenn Umstände vorliegen, die bei der Auslegung nach 

dem Vertrauensprinzip ausser Betracht fallen, wie namentlich das nachvertragliche 

Parteiverhalten  (Urteil  des  Bundesgerichts  4A_211/2023  vom  11. Januar  2024, 

E. 5.2.1.).

4.

Kündigung vom 9. Dezember 2022

Unbestritten ist, dass der Beklagten gestützt auf die abgeschlossenen Verträge die 

strittigen  Urheberrechte  eingeräumt  bzw.  Nutzungsrechte  daran  übertragen  wur-

den. Sollten die bestehenden Verträge – wie von den Klägern behauptet – gültig 

gekündigt worden sein, entfiele sowohl bei einer obligatorischen Nutzungsmöglich-

keit  als  auch  bei  einer  Übertragung  mit  absoluter  Wirkung  die  Berechtigung  der 

Beklagten zur Verwendung der Urheberrechte. Strittig ist zwischen den Parteien im 

Kern, ob diese Verträge gültig gekündigt wurden. Nachfolgend ist zunächst die Gül-

tigkeit der Kündigung vom 9. Dezember 2022 zu untersuchen. Die Kläger stützen 

sich für diese Kündigung auf nachfolgende Umstände:



Anmassung des Markenrechts "D._____";

- 18 -









Angebliche Co-Verlagsnahme wichtiger Werke und Abrechnungstätig-

keit der Beklagten für E._____;

Verweigerung von Auskunft und Einsicht;

Verletzung der Abrechnungspflicht beim Musical und Musicalfilm;

Verletzung der Zahlungspflicht beim Musical und Musicalfilm.

Die von den Klägern vorgebrachten Vertragsverletzungen sind zunächst einzeln zu 

beleuchten. Anschliessend ist unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände 

eine Gesamtwürdigung vorzunehmen.

4.1. Anmassung des Markenrechts

Die Kläger bringen für die Begründung ihrer Kündigung vom 9. Dezember 2022 vor, 

die Beklagte habe hinter ihrem Rücken in der Schweiz, in Deutschland und in Ös-

terreich verschiedene Wortmarken bestehend aus dem Namen "D._____" hinter-

legt  (act.  1  Rz.  32  ff.).  Diese  Streitigkeit  haben  die  Parteien  in  der  Folge  mittels 

Vereinbarung  vom  27.  April  2022  beigelegt  und  dabei  explizit  festgehalten,  dass 

den Klägern nach dem Vollzug der Vereinbarung – welcher unbestrittenermassen 

erfolgte (act. 22 Rz. 257) – kein Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund zusteht 

(act. 13 Rz. 114; act. 3/12 Ziff. 5). Die Kläger legen nicht dar, dass nach Abschluss 

der erwähnten Vereinbarung erneut eine Anmassung des Markenrechts erfolgt ist. 

Aufgrund der expliziten Vereinbarung, dass daraus kein Recht zur Kündigung aus 

wichtigem  Grund  abgeleitet  werden  kann,  hat  die  von  den  Klägern  vorgebrachte 

Anmassung des Markenrechts für die Beurteilung der Kündigung vom 9. Dezember 

2022 unbeachtet zu bleiben.

4.2. Co-Verlagsnahme und Abrechnung für E._____

4.2.1. Parteistandpunkte

4.2.1.1. Kläger

- 19 -

Die Kläger führen ins Feld, sie seien durch die ihnen am 29. März 2022 zugestellten 

Musicalabrechnungen  auf  einen  angeblichen  Co-Verlag  zwischen  der  Beklagten 

und  E._____  aufmerksam  geworden.  Anstelle  der  von  ihnen  geforderten  Aufklä-

rung, wie es ohne Zustimmung des Urhebers oder der Kläger zu einem Wechsel 

vom Alleinverlag durch E._____ zu einem Co-Verlag mit der Beklagten gekommen 

sei, habe die Beklagte ihnen bloss eine Liste der betreffenden Werke zukommen 

lassen. Sie hätten die Beklagte daher darauf hingewiesen, dass für einen Co-Verlag 

ein Parteiwechsel mit Rechtetransfer erforderlich gewesen wäre, was nur mit Zu-

stimmung des Urhebers oder von ihnen möglich gewesen wäre. Entsprechend sei 

die  Beklagte  um  Vorlage  solcher  Dokumente  ersucht  worden.  Die  Co-Verlags-

nahme führe zu einer Schlechterstellung ihrer Position. Als Bestandteil der von ih-

nen  mit  der  K._____  KG  (nachfolgend:  K._____)  bzw.  deren  Rechtsnachfolgerin 

E._____ abgeschlossenen Autorenverträge sei eine 10 %-Refundierungspflicht in 

dem Sinne vereinbart worden, dass dem Urheber D._____ eine Refundierung von 

10 % des Verlagsanteils gewährt werde. In den Co-Verlagsvereinbarungen mit der 

Beklagten  sei  aber  festgehalten,  dass  diese  Refundierungspflicht  sofort  beendet 

werde. Dies stelle einen unzulässigen Vertrag zu Lasten Dritter dar, der unwirksam 

sei. Entgegen der Sachdarstellung der Beklagten sei diese sodann auch nicht von 

E._____ mit der Vornahme der Abrechnungen und der Auszahlung der auf die Klä-

ger entfallenden Anteile beauftragt worden (act. 1 Rz. 73 ff.; act. 22 Rz. 76 ff. und 

215 ff.).

4.2.1.2. Beklagte

Die Beklagte macht demgegenüber geltend, sie habe mit K._____, der Rechtsvor-

gängerin von E._____, Anfang der 2000er-Jahre betreffend einiger Kompositionen 

und Texte von D._____ "Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit auf Co-Ver-

lagsbasis" abgeschlossen. Diese hätten jedoch zu keiner Übertragung der Urhe-

berrechte auf die Beklagte geführt. Es sei lediglich darum gegangen, dass sie an 

den Einkünften von E._____ beteiligt werde. Die in ihren Abrechnungen enthaltene 

Bezeichnung "co-verlag" möge daher nicht ganz geglückt erscheinen. Gegenüber 

den Klägern sei aber stets einzig K._____ bzw. heute E._____ Vertragspartnerin 

und  somit  zahlungs-  und  informationspflichtig.  Die  entsprechenden  Vereinbarun-

- 20 -

gen würden sich nur auf den Anteil, der E._____ zustehe, beziehen, auf den Urhe-

beranteil der Kläger hätten sie keinen Einfluss. Es sei ihr, der Beklagten, ohnehin 

nicht  möglich  gewesen,  auf  die  Refundierungspflicht  zwischen  den  Klägern  und 

E._____ Einfluss zu nehmen. Im Übrigen bestreite sie den Bestand der Refundie-

rungspflicht, diese sei vielmehr im Jahr 1995 ausgelaufen.

Um alle im Musical vorkommenden Werke aus einer Hand an die L._____ GmbH 

(nachfolgend:  L._____)  lizenzieren  zu  können,  habe  sie  sich  die  Bühnenauffüh-

rungsrechte an den bei E._____ verlegten Werken lizenzieren lassen. Das dafür an 

E._____ bezahlte Entgelt habe diese an D._____ bzw. die Kläger abführen müs-

sen. Die heutige E._____ und sie hätten im Jahr 2006 zum Schutz von D._____ 

vereinbart, dass die auf ihn entfallenden Verlagstantiemen direkt von der Beklagen 

ausbezahlt würden. Sie habe im Auftrag der heutigen E._____ nicht nur die Zah-

lungen direkt an D._____ ausgerichtet, sondern auch die Abrechnungen der von 

E._____ geschuldeten Tantiemen besorgt. Dies habe E._____ ihr gegenüber auch 

bestätigt und sei auch nach dem Ableben von D._____ weiter praktiziert worden. 

Diese Vereinbarung ändere aber nichts daran, dass in Bezug auf die bei E._____ 

verlegten Werke stets nur diese Schuldnerin der Kläger sei (act. 13 Rz. 47 ff. und 

411 ff.; act. 26 Rz. 49 ff., 214a ff. und 328 ff.).

4.2.2. Würdigung

Die Kläger bringen mit ihren Ausführungen zwei unterschiedliche Aspekte als Kün-

digungsgründe vor. Einerseits machen sie geltend, die "Co-Verlagsverträge" seien 

ungültig, da die Beklagte ohne ihre Zustimmung bzw. jene von D._____ zur Mitin-

haberin der "co-verlegten" Rechte geworden sei und zudem ein unzulässiger Ver-

trag zu Lasten Dritter vorliege. Andererseits führen sie an, die Beklagte rechne für 

E._____ ab, ohne von dieser beauftragt zu sein. Diese zwei Aspekte sind nachfol-

gend getrennt zu prüfen.

4.2.2.1. Co-Verlagsnahme

Es  ist  unbestritten,  dass  zwischen  D._____  und  K._____  Autorenverträge  abge-

schlossen wurden. Parteien dieser Verträge sind heute die Kläger als Erben von 

- 21 -

D._____ und E._____ als Rechtsnachfolgerin von K._____. Die Kläger, denen in 

dieser Hinsicht die Behauptungslast obliegt (E. 4.3.4.2.) und die zudem als einzige 

den Inhalt dieser Verträge kennen, äussern sich nicht zum Gegenstand, Inhalt und 

Umfang dieser Verträge und offerieren diese auch nicht zum Beweis. Mangels dies-

bezüglicher Angaben kann nicht beurteilt werden, ob für eine allfällige Übertragung 

die Zustimmung von D._____ notwendig war. Es ist jedenfalls denkbar, dass über-

tragene Urheberrechte gestützt auf entsprechende vertragliche Abreden auch ohne 

Zustimmung des Urhebers (teilweise) weiterübertragen werden können (für das in 

dieser Hinsicht anwendbare deutsche Urheberrecht vgl. Art. 34 Abs. 5 des deut-

schen Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte sowie OHLY, in: 

SCHRIcker/Loewenheim [Hrsg.], Uhreberrecht Kommentar, 6. Aufl, § 34 N 52 ff.; Art. 

122 Abs. 1 IPRG). Entsprechend ist für die Zwecke des vorliegenden Verfahrens 

davon auszugehen, dass keine Zustimmung erforderlich war. Bei dieser Sachlage 

kann offen gelassen werden, ob die von der Beklagten mit der heutigen E._____ 

abgeschlossenen Verträge zu einer Rechteübertragung geführt haben oder nicht. 

Die von der Beklagten vorgelegten "Co-Verlagsverträge" (act. 27/75–80) erweisen 

sich damit als gültig. Daran ändern auch die klägerischen Vorbringen zur Refundie-

rungspflicht nichts. Diese gründet auf den zwischen den Klägern und E._____ be-

stehenden Verträgen. Entsprechend hat eine Regelung in den "Co-Verlagsverträ-

gen"  zwischen  der  Beklagten  und  der  heutigen  E._____  –  wie  die  Kläger  richtig 

darlegen – keinen Einfluss darauf. Ob bzw. in welchem Umfang die Refundierungs-

pflicht besteht, haben die Kläger mit E._____ und nicht mit der Beklagten zu klären. 

Der Vollständigkeit halber ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass die Kläger trotz 

beklagtischer Bestreitung (act. 26 Rz. 222) keine weiteren Ausführungen zum Be-

stand der Refundierungspflicht von E._____ machen. Diese ist damit als unbewie-

sen  zu  betrachten.  Im  Übrigen  hätte  dies  selbst  im  Falle  eines  Bestandes  einer 

Refundierungspflicht  von  E._____  höchstens  die  Nichtigkeit  der  entsprechenden 

Klausel des "Co-Verlagsvertrags" zur Folge, nicht aber des gesamten Vertrages.

4.2.2.2. Abrechnungstätigkeit der Beklagten für E._____

Zur Abrechnungstätigkeit für E._____ stützt sich die Beklagte auf eine im Jahr 2006 

getroffene Vereinbarung. Die Parteien machen keine Ausführungen zum wirklichen 

- 22 -

Willen beim behaupteten Abschluss der Vereinbarung. Es ist demnach eine Ausle-

gung  nach  dem  Vertrauensprinzip  vorzunehmen.  In  diesem  Zusammenhang  ist 

daran zu erinnern, dass es sich bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip um 

eine Rechtsfrage handelt (BGE 138 III 659 E. 4.2.1). Als solche ist sie dem Beweis 

nicht  zugänglich  (vgl.  Art.  150  Abs.  1  ZPO;  KUKO  ZPO-BAUMGARTNER,  Art.  150 

N 1). Auf die Abnahme von Beweismitteln in dieser Hinsicht ist demnach zu ver-

zichten (vgl. act. 13 Rz. 51 ff. und 57; act. 22 Rz. 78; act. 26 Rz. 62 f., 66 f., 69a 

und 74 ff.).

Der Bestand der von der Beklagten vorgebrachten Abrechnungsvereinbarung ist in 

Bezug auf das Musical belegt: Die Beklagte hat ein vom 20. März 2006 datierendes 

Schreiben von K._____ eingereicht. Gemäss dessen Titel betrifft dieses das "Mu-

sical D._____; hier: Vertrag K._____-C._____ ". Darin schlägt K._____ der Beklag-

ten vor, dass diese bei ihr von L._____ zukommenden Zahlungen anstelle der Wei-

terleitung des vollen Betrags (bei Alleinverlag durch K._____) bzw. des Betrages 

nach  Abzug  des  Anteils  der  Beklagten  (bei  "co-verlag")  die  Urheberrechtsanteile 

von D._____ diesem direkt ausbezahlt und nur den auf K._____ entfallenden Be-

trag letzterer abliefert. Am 5. April 2006 wurde dieses Schreiben von M._____ mit 

"Einverstanden" quittiert und unterzeichnet (act. 27/83). Es besteht im Kontext die-

ses  Schreibens,  welches  im  Titel  explizit  die  Beklagte  nennt,  kein  Zweifel,  dass 

M._____  namens  der  Beklagten  sein  Einverständnis  erteilte.  Hinzu  kommt,  dass 

der gegenwärtige N._____ von E._____, O._____, mit Schreiben vom 2. Juni 2024 

den Bestand der Vereinbarung bestätigte (act. 27/82). In Anbetracht dieses klaren 

Auslegungsergebnisses  ändern  die  von  den  Klägern  eingeholten  Aussagen  der 

E._____ vom 25. Juli 2023 und vom 22. Januar 2024 nichts am dargelegten Be-

stand  der  Abrechnungsvereinbarung  zwischen  E._____  und  der  Beklagten  (act. 

23/37–38).

Die im Schreiben von K._____ vom 20. März 2006 enthaltenen Rechenbeispiele 

verdeutlichen darüber hinaus, dass die Beklagte nicht nur zur Ablieferung der ent-

sprechenden Anteile, sondern auch zu deren Abrechnung berechtigt ist. Die 2006-

Vereinbarung bezweckt – wie sich daraus explizit ergibt (act. 27/83) – eine Zeit- 

und Kostenersparnis. Um diesem Zweck nachzuleben, muss der Beklagten auch 

- 23 -

das Recht zur Abrechnung der eingehenden Zahlungen zukommen. Die Beklagte 

ist damit in Bezug auf das Musical berechtigt, für die heutige E._____ die einge-

henden Zahlungen abzurechnen und den auf die Kläger entfallenden Anteil direkt 

diesen abzuliefern.

Nicht belegt ist demgegenüber, dass die Beklagte gestützt auf diese Vereinbarung 

auch in Bezug auf den Musicalfilm zur Abrechnung und Ablieferung berechtigt war. 

Der Vertrag bezieht sich explizit nur auf das Musical und die Lizenzzahlungen von 

L._____. Hinzu kommt, dass die Vereinbarung mit der heutigen E._____ festhält, 

dass für die Herstellung von Bildtonträgern eine separate Vereinbarung notwendig 

ist (act. 27/83). Dies zeigt klar, dass sich der Anwendungsbereich der Vereinbarung 

auf das Musical beschränkt. Eine Berechtigung zur gleichartigen Abrechnung und 

Ablieferung der Einnahmen aus dem Musicalfilm bedürfte entsprechend einer ge-

sonderten  Vereinbarung.  Eine  solche  wird  von  der  Beklagten  indes  nicht  vorge-

bracht.

4.2.2.3. Keine Pflichten der Beklagten in Bezug auf bei E._____ verlegte Werke

Nach dem Gesagten besteht zwischen E._____ und der Beklagten eine gültige Ver-

einbarung über die Beteiligung an den Verwertungserlösen gewisser Werke. Zu-

dem ist die Beklagte für das Musical berechtigt, Abrechnungen für E._____ zu er-

stellen und in deren Namen Zahlungen an die Kläger vorzunehmen. Beim Musica-

lfilm ist die Beklagte demgegenüber nicht zu solchen Handlungen befugt. Der Um-

stand,  dass  die  Beklagte  auch  für  den  Musicalfilm  Abrechnungen  über  die  bei 

E._____ verlegten Werke Abrechnungen erstellt und den Klägern direkt Zahlungen 

ausgerichtet hat, wird im Rahmen der Gesamtwürdigung der Gültigkeit der Kündi-

gung zu berücksichtigen sein. 

Festzuhalten ist indessen, dass die Verwertung der bei E._____ verlegten Werke 

unbestrittenermassen auf dem zwischen den Klägern und E._____ bestehenden 

Verträgen gründet. Zwischen der Beklagten und den Klägern besteht in dieser Hin-

sicht  keinerlei  vertragliche  Beziehung.  Der  Beklagten  können  daher  für  diese 

Werke  gegenüber  den  Klägern  keine  vertraglichen  Informations-,  Abrechnungs- 

und Zahlungspflichten zukommen. Diese obliegen vielmehr einzig E._____ und die 

- 24 -

Kläger haben sich für diese Werke an E._____ und nicht an die Beklagte zu halten. 

Dies hat zur Konsequenz, dass – sowohl berechtigte als auch unberechtigte Hand-

lungen – der Beklagten für die bei E._____ verlegten Werke keine Verletzung von 

Informations-,  Abrechnungs-  und  Zahlungspflichten  begründen  können.  Entspre-

chend haben diese Handlungen im Rahmen der nachfolgenden Prüfung der von 

der  Beklagten  vorgebrachten  Verletzung  der  Auskunfts-,  Einsichts-  und  Rechen-

schaftsablegungs- sowie der Zahlungspflicht unbeachtet zu bleiben. 

4.3. Verweigerung von Auskunft und Einsicht

4.3.1. Parteistandpunkte

4.3.1.1. Kläger

Die Kläger bringen vor, die ihnen von der Beklagten am 29. März 2022 zugestellten 

Abrechnungen  über  das  Musical  seien  offensichtlich  ungenügend  gewesen  und 

hätten diverse Ungereimtheiten enthalten. Mit E-Mail vom 6. April 2022 hätten sie 

daher  insbesondere  Auskunft  darüber  verlangt,  weshalb  die  Abrechnungen  das 

Ausstellungsdatum 18. Dezember 2020 aufwiesen und die abgerechnete Zeitperi-

ode  offenbar  das  Jahr  2019  betreffe.  Die  Beklagte  habe  darauf  mit  E-Mail  vom 

10. Mai 2022 reagiert und geradezu die Befürchtungen bestätigt, dass die Abrech-

nungen bereits am 18. Dezember 2020 erstellt und den Klägern bewusst nicht zu-

gestellt worden seien. 

Nach weiterer Analyse der vorgelegten Abrechnungen hätten sie am 16. Juni 2022 

inhaltliche Erläuterungen zu den Abrechnungen verlangt. Konkret hätten sie die Be-

klagte gefragt, wie es zur Vereinbarung und Anwendung einer Royalty von bloss 2 

% habe kommen können, obwohl branchenüblich 10 % - 12 % seien. Zudem hätten 

sie wissen wollen, ob das in der Abrechnung ersichtliche "Recoupment" eine Vor-

auszahlung darstelle, oder, ob es sich um ein "Return on Investment" handle. Wei-

ter hätten sie Auskünfte darüber verlangt, ob der deklarierte "Anteil Merchandising" 

von CHF 0.– bedeute, dass mit der Veranstaltung generell keine Einkünfte aus Mer-

chandising erzielt worden seien, oder, ob nur die Kläger keinen Anteil zugute hät-

ten. Schliesslich hätten sie Auskunft darüber verlangt, ob es co-verlegte Werke mit 

- 25 -

der E._____ gebe. Zudem hätten sie um Vorlage der von der Beklagten im Zusam-

menhang mit dem Musical abgeschlossenen Verträge ersucht. Die Beklagte habe 

in der Folge auf Zeit gespielt. Mit E-Mail vom 15. Juli 2022 seien die Fragen der 

Kläger grösstenteils nicht beantwortet worden. So habe die Beklagte zu den Royal-

ties schlicht das Gegenteil behauptet, dass diese üblich seien. Bemerkenswert sei, 

dass die von der Beklagten mit dem erwähnten E-Mail erstmals zugestellten Ab-

rechnungen zum Musicalfilm die Zweifel an der Höhe der Royalties geradezu be-

stätigten, sähen diese doch für neue Werke einen Anteil von 20 % an den Einnah-

men voraus. Zu den co-verlegten Werken habe die Beklagte bestätigt, dass solche 

Werke existierten und weitere Abklärungen angekündigt. 

Nachdem  die  Beklagte  ihre  Hinhaltetaktik  weiter  fortgeführt  habe,  hätten  sie  die 

Beklagte am 18. August 2022 ultimativ aufgefordert, die zahlreichen offenen Fra-

gen zu den vorgelegten Abrechnungen zu klären und die einschlägigen Unterlagen 

offen-  und  vorzulegen.  Die  Beklagte  habe  daraufhin  mit  E-Mail  vom  22. August 

2022 einen abrupten Kurswechsel eingeleitet und von der bisher in Aussicht ge-

stellten Vorlage der für die Produktion und Veranstaltung des Musicals notwendi-

gen Verträge nichts mehr wissen wollen und sich neu auf den Standpunkt gestellt, 

die gewünschten Informationen seien nur einem unabhängigen Treuhänder oder 

Buchprüfer in den Geschäftsräumen der Beklagten offenzulegen. Mit Bezug auf die 

co-verlegten Werke habe die Beklagte mit gleichem E-Mail eine Liste der angeblich 

so verlegten Werke zugestellt. Unterlagen dazu, wie es zu diesem Co-Verlag ge-

kommen sei, hätten gänzlich gefehlt. Mit E-Mail vom 21. September 2022 hätten 

sie die Beklagte unmissverständlich wissen lassen, dass die bislang von der Be-

klagten gemachten Angaben absolut ungenügend seien und in keiner Weise die 

vertraglichen Pflichten erfüllten. Insbesondere sei dabei inakzeptabel, dass die Be-

klagte die gewünschte und begründete Einsichtnahme in die von der Beklagten im 

Zusammenhang mit der Produktion und Veranstaltung des Musicals und Musical-

films  abgeschlossenen  Verträge  schlicht  verweigert  habe.  Der  Verweis  auf  eine 

Einsicht durch einen unabhängigen Treuhänder oder Buchprüfer zeige vielmehr die 

wahre Absicht der Beklagten. Es gehe bei dieser verlangten Auskunft noch nicht 

um  eine  Prüfung  der  Bücher  der  Beklagten,  sondern  um  das  verlagsvertragliche 

Recht auf Information und Rechenschaftsablegung. Die Haltung der Beklagten wi-

- 26 -

derspreche  auch  der  Vergleichsvereinbarung.  Gemäss  dieser  sei  die  Einsicht-

nahme  keineswegs  durch  einen  externen  Dritten  vorzunehmen,  was  sich  bereits 

aus dem Wortlaut der Vergleichsvereinbarung ergebe. 

Mit  E-Mail  vom  21.  September  2022  sei  der  Beklagten  erneut  die  Frage  gestellt 

worden,  weshalb  sie  bei  den  im  Musical  eingesetzten  Werken  die  sehr  niedrige 

Lizenzbeteiligung (Royalty) von 2 % zur Anwendung gebracht habe. Zudem sei die 

Beklagte einmal mehr aufgefordert worden, vertragskonforme Abrechnungen zum 

Musical und Musicalfilm vorzulegen, spätestens bis 5. Oktober 2022. Die Beklagte 

habe diese Frist verstreichen und nichts  mehr von sich hören lassen. Mit E-Mail 

vom 22. November 2022 seien sie erneut an die Beklagte gelangt und hätten fest-

gehalten, dass diese ihre Zahlungspflichten verletze und EUR 51'000.– unbegrün-

det  unbezahlt  geblieben  seien.  Die  Reaktion  der  Beklagten  sei  schliesslich  mit 

Schreiben vom 1. Dezember 2022 gekommen, worin diese eine Kehrtwende hin zu 

einer  vollständigen  Verweigerung  der  Kooperation  und  Rechenschaftsablegung 

vollzog. Die Beklagte habe plötzlich das Auskunftsrecht der Kläger zu den Musical- 

und  Musicalfilmabrechnungen  kategorisch  ausgeschlossen  (act.  1  Rz. 39  ff.; 

act. 22 Rz. 161 ff.. und 237 ff.).

4.3.1.2. Beklagte

Die Beklagte hält dem entgegen, aufgrund der in der Vergleichsvereinbarung vom 

9. Juli 2021 enthaltenen Saldoklausel seien sämtliche Ansprüche der Kläger unter-

gegangen. Die nach Abschluss des Vergleichs bezahlten Tantiemen seien bloss 

irrtümlich geflossen und die erteilten Auskünfte nicht geschuldet gewesen. Sie habe 

die von den Klägern mit E-Mail vom 6. April 2022 gestellten Fragen mit E-Mail vom 

10. Mai 2022 vollumfänglich beantwortet. Fünf Wochen später, am 16. Juni 2022, 

hätten sich die Kläger in forderndem, nicht konziliantem Ton an sie gewandt und 

ihr  ungenügende  Abrechnungen  vorgeworfen,  weitere  Fragen  gestellt  sowie  die 

Vorlage der im Zusammenhang mit der Produktion und Veranstaltung des Musicals 

abgeschlossenen  Verträge  verlangt.  Nach  Abwesenheiten  habe  sie  mit  zwei  E-

Mails  vom  15.  Juli  2023  und  vom  22.  August  2023  sämtliche  neuen  Fragen  der 

Kläger beantwortet. Weiter habe sie die Abrechnungen zum Musicalfilm den Klä-

gern  zugesandt.  Zu  den  Musicalverträgen  habe  sie  einen  Kompromissvorschlag 

- 27 -

gemacht und den Klägern angeboten, einem unabhängigen Treuhänder Einsicht in 

diese  zu  gewähren.  Zudem  habe  sie  vorgeschlagen,  dass  die  Kläger  sich  mit 

R._____, der die Buchhaltung der Beklagten besorge, treffen könnten, um die Ab-

rechnungen im Einzelnen zu erläutern. Am 21. September 2022 hätten die Kläger 

mitgeteilt, dass sie mit der Beantwortung der Fragen nicht zufrieden seien und dass 

sie  eine  Einsichtnahme  durch  einen  Treuhänder  ablehnen  würden.  Stattdessen 

hätten sie der Beklagten eine "Frist" zur Vorlage der herausverlangten Verträge und 

Erstellung "korrekter Abrechnungen" angesetzt, ohne in letzterer Hinsicht zu spe-

zifizieren,  was  an  den  Abrechnungen  nicht  korrekt  sei.  Nachdem  ein  Telefonge-

spräch zwischen den beiden Rechtsvertretern ergebnislos verlaufen sei, habe sie 

sich entschieden, sich gemäss der Rechtslage zu verhalten und den Klägern mit 

Schreiben  vom  1.  Dezember  2022  mitgeteilt,  dass  sämtliche  Ansprüche  vor  Ab-

schluss  des  Vergleichs  aufgrund  der  Saldoklausel  untergegangen  seien  und  sie 

daher keine weiteren Auskünfte erteile (act. 13 Rz. 81 ff.; act. 26 Rz. 281 ff. und 

349 ff.).

4.3.2. Umfang der Saldoklausel im Vergleich vom 9. Juli 2021

Die Kläger gründen die von ihnen vorgebrachte Verletzung des Auskunfts- und Ein-

sichtsrechts durchwegs auf den Abrechnungen zum Musical und Musicalfilm. Strit-

tig zwischen den Parteien und vorab zu klären ist, ob allfällige Ansprüche von der 

Saldoklausel des Vergleiches vom 9. Juli 2021 erfasst sind.

Beide Parteien berufen sich primär auf den wirklichen übereinstimmenden Willen 

beim  Abschluss  des  Vergleichs.  Die  Kläger  machen  hierzu  im  Kern  geltend,  die 

Abrechnungen des Musicals und Musicalfilms seien gar nicht erst Gegenstand der 

Vereinbarung gewesen, was sich auch daran zeige, dass die Beklagte nach Ab-

schluss des Vergleichs Abrechnungen zugestellt und die Informationsrechte in die-

ser Hinsicht bis zum Schreiben vom 1. Dezember 2022 nicht prinzipiell in Frage 

gestellt habe. Im Übrigen handle es sich ohnehin um eine blosse Streitbeilegungs-

klausel  und  nicht  um  eine  Saldoklausel  wie  die  Beklagte  suggeriere  (act.  1 

Rz. 84 ff.;  act.  22  Rz.  242  ff.).  Die  Beklagte  ist  demgegenüber  der  Ansicht,  es 

handle sich um eine umfassende Saldoklausel. Der Wille der Parteien sei gewesen, 

die  Vergangenheit  hinter  sich  zu  lassen.  Dies  ergebe  sich  auch  daraus,  dass  in 

- 28 -

Ziffer 15 des Term Sheets, welches dem Vergleich zugrunde liege, von einer um-

fassenden Saldoklausel die Rede sei. In Bezug auf die Abrechnung der Musical-

aufführung und des Musicalfilms zeige sich der Wille der Parteien zudem daran, 

dass die entsprechenden Ansprüche in einem Entwurf noch als zu erfüllen vorge-

sehen seien, dies in die endgültige Version aber nicht eingeflossen sei (act. 13 Rz. 

81 ff. und 173 ff.).

Ziffer 17 des Vergleichs lautet wie folgt (act. 3/8):

"Mit dem Vollzug dieser Vereinbarung erklären sich die Parteien bezüglich sämtlicher 

Streitigkeiten um den Nachlass und das musikalische Erbe von D._____ auseinander-

gesetzt. Die Parteien verzichten insbesondere auf die Geltendmachung von Schaden-

ersatz-, Verantwortlichkeits-, Rückforderungs- (Art. 678, Art. 680 OR) und weiterer An-

sprüche sowie Strafanzeigen."

Zunächst ist zu prüfen, ob sich der wirkliche Wille der Parteien erstellen lässt. Nach 

dem  Wortlaut  von  Ziffer  17  des  Vergleichs  erklären  sich  die  Parteien  "bezüglich 

sämtlicher  Streitigkeiten  um  den  Nachlass  und  das  musikalische  Erbe  von 

D._____"  auseinandergesetzt  und  verzichten  auf  die  Geltendmachung  "weiterer 

Ansprüche". Der erwähnte Verzicht auf die Geltendmachung weiterer Ansprüche 

spricht dafür, dass ein umfassender Verzicht vorliegt und die Parteien auf die Gel-

tendmachung aller bis zum Vergleich entstandenen Ansprüche verzichten. Ein Ver-

gleichsvertrag beruht sodann auf gegenseitigen Zugeständnissen der Parteien und 

bezweckt die Beendigung einer Ungewissheit über ein Rechtsverhältnis und damit 

einhergehend die Schaffung von Rechtssicherheit (vgl. BGE 130 III 49 E. 1.2). Die-

ser Zweck zeigt sich auch im zwischen den Parteien abgeschlossenen Vergleichs-

vertrag, hält dieser doch einleitend fest, dass die Parteien damit sämtliche aktuellen 

Streitigkeiten zwischen ihnen beenden wollen (act. 3/8 S. 2). Ein umfassender Ver-

zicht auf die bis zum Abschluss des Vergleichs entstandenen Ansprüche entspricht 

damit auch dem Zweck der Vergleichsvereinbarung. Für diese Auslegung spricht 

weiter, dass in Ziffer 15 des Term Sheets, welches dem später abgeschlossenen 

Vergleichsvertrag zugrunde liegt, an gleicher Stelle, an der die strittige Klausel im 

abschliessenden  Vergleich  steht,  von  einer  umfassenden  Saldoklausel  die  Rede 

war (act. 15/27). 

- 29 -

Für die konkret strittigen Rechte und Pflichten in Bezug auf das Musical und den 

Musicalfilm zeichnet das nachvertragliche Verhalten der Parteien demgegenüber 

ein vom obigen Auslegungsergebnis abweichendes Bild. Zunächst zahlte die Be-

klagte im Dezember 2021 den Klägern Tantiemen aus den Musicaleinnahmen 2019 

aus  (act.  13  Rz.  105).  Weiter  stellte  die  Beklagte  den  Klägern  Ende  März  2022 

Abrechnungen über diese Zahlungen zu (act. 1 Rz. 39; act. 13 Rz. 361). Sodann 

ging sie im Rahmen der ab April 2022 von den Klägern gestellten Fragen und vor-

gebrachten Anliegen stets auf diese ein, ohne sich auf die Saldoklausel zu berufen, 

und  stellte  den  Klägern  auch  Abrechnungen  zum  Musicalfilm  zu.  Erstmals  mit 

Schreiben vom 1. Dezember 2022 berief sich die Beklagte darauf, dass die Ansprü-

che  zufolge  des  Vergleichs  untergegangen  seien  (act.  1  Rz.  39  ff.;  act.  13 

Rz. 116 ff.). Dieses Verhalten der Parteien zeigt klar, dass sie mit dem Abschluss 

der Vergleichsvereinbarung zumindest in Bezug auf die Rechte zum Musical und 

Musicalfilm nicht auf die bestehenden Ansprüche verzichten wollten.

Gesamthaft sprechen die objektiven Auslegungsmittel zwar für einen umfassenden 

Verzicht auf die bis zum Abschluss des Vergleichs entstandenen Ansprüche. Das 

nachvertragliche Verhalten der Parteien zeigt aber deutlich, dass zumindest in Be-

zug auf den Musicalfilm und das Musical kein Verzicht auf die bis zum Abschluss 

des Vergleichs entstandenen Ansprüche gelebt und damit gewollt war. In Bezug 

auf die hier strittigen Rechte und Pflichten aus dem Musical und dem Musicalfilm 

ist entsprechend der wirkliche Wille erstellt, dass kein Verzicht gewollt war. Damit 

kann sich die Beklagte für das Musical und den Musicalfilm nicht auf die Saldoklau-

sel berufen.

4.3.3. Überblick über die Informations- und Abrechnungsrechte der Kläger

Vor Prüfung der von den Klägern gerügten Vertragsverletzungen sind im Sinne ei-

nes Überblicks die klägerischen Informations- und Abrechnungsrechte darzustel-

len. Die Kläger berufen sich – ausgenommen in Bezug auf die Pflicht zur Abrech-

nung – einzig auf Vertragsverletzungen, die nach Abschluss des Vergleichsvertra-

ges erfolgt sein sollen. Im Vergleich vom 9. Juli 2022 haben die Parteien zu den 

Informations- und Abrechnungsrechten Folgendes vereinbart (act. 3/8):

- 30 -

"Den Erben stehen insbesondere folgende Informations- und Abrechnungsrechte zu:

-

-

-

-

-

-

C._____ rechnet jährlich innert drei Monaten nach Beendigung des vorangegan-

genen Kalenderjahres ab.

C._____ ist auf Anfrage der Erben zur Auskunft verpflichtet.

Die Abrechnung listet die Einkünfte der entsprechenden Abrechnungsperiode de-

tailliert auf.

C._____ zahlt den Erben die Vergütung innerhalb von 30 Tagen nach Zusendung 

der Abrechnung.

Einkünfte von Dritten sind in jene Abrechnungsperiode einzubeziehen, in der sie 

C._____ zugegangen sind.

Die Erben haben das Recht auf Einsichtnahme in die Bücher von C._____ und 

Mitnahme von Kopien daraus, soweit das zur Überprüfung der Abrechnungen er-

forderlich ist. Sie können dazu einen unabhängigen Treuhänder oder Buchprüfer 

beauftragen, der nach vorheriger Anmeldung die betreffenden Unterlagen in den 

Geschäftsräumen der C._____ einsehen darf."

Vorab ist festzustellen, dass die Parteien keine genügenden Behauptungen zum 

wirklichen Willen hinsichtlich der Informations- und Abrechnungsrechte beim Ab-

schluss des Vergleichs aufstellen. Es ist daher eine Auslegung nach dem Vertrau-

ensprinzip vorzunehmen.

Gemäss dem Vergleich steht den Klägern ein Recht auf Rechenschaftsablegung, 

ein Auskunfts- und ein Einsichtsrecht zu. Zweck sämtlicher dieser Rechte ist es, 

den Klägern zu ermöglichen, das ihnen zustehende Honorar zu überprüfen. Dies 

zeigt sich auch in systematischer Hinsicht im Vergleich, zumal darin die Informati-

ons-  und  Abrechnungsrechte  direkt  im  Anschluss  an  die  Aufteilung  der  Verwer-

tungserlöse geregelt sind (act. 3/8). Diesem Zweck dient in erster Linie das vorge-

sehene  Recht  auf  Rechenschaftslegung.  Die  Beklagte  ist  in  dieser  Hinsicht  ver-

pflichtet, jeweils bis Ende März die Abrechnung des Vorjahres vorzulegen und darin 

die Einkünfte detailliert aufzulisten. Das von den Parteien vorgesehene Recht zur 

Rechenschaftslegung erinnert an die nach Art. 389 Abs. 2 OR im Verlagsvertrag 

- 31 -

bestehende Rechenschaftslegungspflicht des Verlegers. In direktem Zusammen-

hang  damit  steht  das  weiter  vorgesehene  Recht  auf  Einsichtnahme  in  die  Ge-

schäftsbücher, denn auch dieses dient dazu, den Klägern die Prüfung der von der 

Beklagten abgerechneten Einkünfte zu ermöglichen (vgl. CHK OR-STREULI-YOUS-

SEF, Art. 389 N 3). Darüber hinaus räumt der Vergleich den Klägern ein Recht auf 

Auskunft ein. Es handelt sich dabei lediglich um eine passive Pflicht der Beklagten, 

denn der Wortlaut spricht unzweideutig davon, dass die Beklagte "auf Anfrage" der 

Kläger zur Auskunft verpflichtet ist.

Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Kläger sich für Einsicht in die von der Be-

klagten im Zusammenhang mit der Produktion und Durchführung des Musicals ab-

geschlossenen Verträge auf das Auskunftsrecht stützen können, oder, ob es sich 

um  einen  Anwendungsfall  des  Einsichtsrechts  handelt  (act. 1  Rz.  62  ff.;  act.  13 

Rz. 194 ff. und 396 ff.).

Das Auskunftsrecht verschafft den Klägern keine Möglichkeit, von der Beklagten 

Dokumente  herauszuverlagen.  Die  den  Klägern  zustehenden  Informationsrechte 

differenzieren bewusst zwischen dem Auskunfts- und Einsichtsrecht. Für das Aus-

kunftsrecht  bestehen  keine  weiteren  Voraussetzungen,  während  sich  das  Ein-

sichtsrecht auf die Bücher der Beklagten beschränkt und eine Einsichtnahme durch 

einen unabhängigen Treuhänder zu erfolgen hat (dazu sogleich E. 4.3.4.1.). Es ist 

mit dieser Unterscheidung und den unterschiedlichen Voraussetzungen nicht ver-

einbar, wenn die Kläger sich für die Vorlage von Dokumenten auch auf das Aus-

kunftsrecht berufen und so die für das Einsichtsrecht vorgesehenen Einschränkun-

gen und Modalitäten umgehen könnten. Entsprechend verpflichtet das Auskunfts-

recht die Beklagte einzig passiv zur Beantwortung der klägerischen Anfragen. So-

weit die Kläger die Vorlage von Dokumenten verlangen wollen, haben sie sich auf 

das Einsichtsrecht zu berufen.

Nachfolgend sind zunächst die von den Klägern vorgebrachten Verletzungen des 

Auskunfts- und Einsichtsrecht zu prüfen. Auf das Rechenschaftslegungsrecht wird 

später einzugehen sein.

4.3.4. Würdigung

- 32 -

4.3.4.1. Einsichtsrecht

Mit E-Mail vom 16. Juni 2022 ersuchten die Kläger die Beklagte um Vorlage der im 

Zusammenhang mit der Produktion und des Musicals abgeschlossenen Verträge 

(act. 1 Rz. 47; act. 13 Rz. 123). Die Beklagte offerierte den Klägern daraufhin am 

22. August 2022 eine Einsichtnahme durch einen unabhängigen Treuhänder (act. 1 

Rz. 59; act. 13 Rz. 127), was von den Klägern am 21. September 2022 abgelehnt 

wurde (act. 1 Rz. 62; act. 13 Rz. 130).

Zur Anwendung des Einsichtsrechts ist zwischen den Parteien einerseits umstrit-

ten, ob die von der Beklagten mit Dritten abgeschlossenen Verträge zu den einseh-

baren Geschäftsbüchern gehören, und andererseits, ob die Kläger selbst zur Ein-

sichtnahme berechtigt sind oder nur über einen unabhängigen Treuhänder (act. 1 

Rz. 62 f.; act. 13 Rz. 194 ff.; act. 22 Rz. 259 f.). 

Das Einsichtsrecht bezieht sich nach dem Wortlaut auf die "Bücher" der Beklagten 

und knüpft damit an den Begriff der Geschäftsbücher im Sinne von Art. 958f OR 

an.  Die  dortigen  Regelungen  beziehen  sich  nicht  nur  auf  die  eigentlichen  Ge-

schäftsbücher, sondern auch auf die Buchungsbelege. Zu letzteren gehören insbe-

sondere auch jene geschäftsrelevanten Verträge, die zur Nachvollziehung der Bu-

chungen notwendig sind (BÖCKLI, Neue OR-Rechnungslegung, N 98). Gleich muss 

es sich auch für das Einsichtsrecht in den zwischen den Parteien bestehenden Ver-

trägen verhalten. Ohne Einsicht in die den Geschäftsbüchern zugrunde liegenden 

Belege, wie insbesondere die relevanten Verträge, ist eine Prüfung der Einnahmen 

der Beklagten und folglich der Tantiemenansprüche nicht möglich. Das Einsichts-

recht umfasst daher die für die Nachvollziehbarkeit der Buchungen und der beklag-

tischen Einnahmen relevanten Verträge und weiteren Belege. Damit sind ist auch 

die von den Klägern beantragte Einsicht in die Musicalverträge vom Einsichtsrecht 

erfasst.

Zu  prüfen  bleibt  damit,  ob  die  Kläger  direkt  zur  Einsichtnahme  in  die  begehrten 

Verträge berechtigt sind. Der Vergleich hält dazu fest, dass die Kläger zur Einsicht-

nahme in die Bücher der Beklagten berechtigt sind und sie dazu einen unabhängi-

gen Treuhänder oder Buchprüfer beauftragen können. Der Wortlaut enthält zwar 

- 33 -

das Wort "können". Aus dem Gesamtzusammenhang wird aber klar, dass es sich 

dabei  nicht  um  eine  zusätzliche  Möglichkeit  nebst  einer  persönlichen  Einsicht-

nahme handelt, sondern vielmehr das Einsichtsrecht stets durch einen unabhängi-

gen Treuhänder oder Buchprüfer auszuüben ist. Gegen die blosse Aufnahme einer 

zusätzlichen Möglichkeit zur persönlichen Einsichtnahme durch die Kläger spricht 

weiter auch der Umstand, dass den Klägern – sollten sie selbst direkt zur Einsicht-

nahme berechtigt sein – ein solches Vorgehen ohnehin gestützt auf eine Vollmach-

terteilung möglich und eine Erwähnung im Vergleich entsprechend nicht notwendig 

wäre. Bei der Gewährung des Einsichtsrechts sind auch die unterschiedlichen In-

teressenlagen  der  Parteien  zu  berücksichtigen.  Eine  Einsichtnahme  durch  einen 

unabhängigen Dritten trägt dazu bei, das Interesse der Kläger an der Prüfung ihrer 

Ansprüche sowie jenes der Beklagten an der Geheimhaltung von Geschäftsinter-

essen in Einklang zu bringen. Damit wird auch dem Zweck des Einsichtsrechts am 

besten entsprochen und den Klägern werden weitgehende Einsichtsmöglichkeiten 

eröffnet.

Nach dem Gesagten ist das den Klägern zustehende Einsichtsrecht in die Bücher 

der Beklagten nach Treu und Glauben so zu verstehen, dass dieses einerseits auch 

die für die Nachvollziehbarkeit der Buchungen und der beklagtischen Einnahmen 

relevanten Verträge erfasst, andererseits aber nur durch einen unabhängigen Treu-

händer oder Buchprüfer ausgeübt werden kann.

Die Beklagte hat den Klägern folglich mit E-Mail vom 22. August 2022 vertragskon-

form eine Einsichtnahme in die in Bezug auf das Musical abgeschlossenen Ver-

träge durch einen unabhängigen Treuhänder angeboten. Nachdem die Kläger dies 

mit E-Mail vom 21. September 2022 explizit abgelehnt haben, liegt keine Vertrags-

verletzung  vor.  Ebenfalls  keine  Vertragsverletzung  liegt  entsprechend  vor,  wenn 

die Kläger mit E-Mail vom 21. September 2022 und vom 22. November 2022 um 

Vorlage der Musicalverträge an sie selbst ersucht haben und die Beklagte dieser 

Aufforderung nicht nach kam (act. 1 Rz. 68 ff.), zumal den Klägern kein solches 

Recht zusteht.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Klägern nicht gelingt, eine Verlet-

zung des Einsichtsrechts aufzuzeigen.

- 34 -

4.3.4.2. Auskunftsrecht

Der Prüfung der von den Klägern vorgebrachten Verletzung des Auskunftsrechts 

ist vorauszuschicken, dass die Behauptungs- und Beweislast für die behaupteten 

Vertragsverletzungen den Klägern obliegt (ZK ZGB-JUNGO, Art. 8 N 542 f.; vgl. aus 

dem  Arbeitsrecht  BGE  130  III  213  E.  3.2).  Es  ist  daher  an  den  Klägern,  konkret 

darzulegen, welche ihrer Anfragen die Beklagte nicht beantwortet hat bzw. inwie-

fern ihre Antworten nicht genügend waren.

a)

E-Mail vom 6. April 2022

Die Kläger haben der Beklagten mit E-Mail vom 6. April 2022 verschiedene Fragen 

zu den Abrechnungen des Musicals gestellt (act. 1 Rz. 40). Wie sich aus den über-

einstimmenden Ausführungen der Parteien ergibt, hat die Beklagte diese Fragen 

mit  E-Mail  vom  10.  Mai  2022  beantwortet  (act.  1  Rz.  42;  act.  1  Rz.  120  ff.).  Die 

Kläger legen weder dar, dass Fragen von der Beklagten nicht beantwortet wurden, 

noch inwiefern die erteilten Antworten ungenügend waren. Damit liegt keine Verlet-

zung der Auskunftspflicht vor.

b)

E-Mail vom 16. Juni 2022

Am 16. Juni 2022 stellten die Kläger der Beklagten folgende Fragen zu den Ab-

rechnungen des Musicals (act. 1 Rz. 45; act. 3/22 S. 6 f.):







Wie es zur – aus Sicht der Kläger – ungewöhnlich niedrigen Royalty von 

2 % – 3 % kommen konnte;

Ob es sich beim erwähnten Recoupment um ein solches im eigentlichen 

Sinne oder um einen Return on Investment handle;

Ob  der  deklarierte  Anteil  Merchandising  bedeute,  dass  mit  der  Veran-

staltung generell keine solchen Einkünfte erzielt worden sind.

Schliesslich hielten die Kläger fest, dass die Bezeichnung "C._____-K._____" irre-

führend erscheine. Die Beklagte beantwortete die klägerischen Fragen mit E-Mail 

vom 15. Juli 2022 dahingehend, dass die vereinbarten Royalties üblich seien, dass 

- 35 -

es sich beim Recoupment um ein solches im eigentlichen Sinne handle, dass keine 

Einnahmen aus dem Merchandising erzielt wurden und dass co-verlegte Komposi-

tionen mit K._____ seit 2003 existierten (act. 1 Rz. 49; act. 13 Rz. 127; act. 3/22 

S. 5; act. 16/30).

Zu diesen erhaltenen Antworten äussern sich die Kläger einzig zur Üblichkeit der 

Royalties.  Sie  sind  (weiterhin)  der  Auffassung,  dass  Royalties  von  10  %  -  12  % 

üblich seien. Soweit die Kläger in diesem Zusammenhang um Vorlage von Verträ-

gen ersuchen (act. 1 Rz. 50), sind sie auf das Einsichtsrecht und die dazu gemach-

ten Ausführungen zu verweisen. Inwiefern darüber hinaus die von der Beklagten 

erteilte Auskunft konkret nicht genügend sein soll, erhellt aus den klägerischen Aus-

führungen  nicht.  Offenkundig  haben  die  Parteien  unterschiedliche  Ansichten  zur 

üblichen Höhe der Royalties. Eine derartige Meinungsverschiedenheit begründet 

jedoch keine Verletzung des Auskunftsrechts. Eine solche wäre einzig dann anzu-

nehmen,  wenn  die  Beklagte  die  klägerischen  Fragen  nicht  oder  nicht  genügend 

beantwortet. Letzteres wurde von den Klägern nicht substantiiert behauptet, zumal 

sie lediglich ausführen, die Beklagte habe keine "nachvollziehbare Darlegung der 

konkreten Umstände" vorgenommen. Welche konkreten Umstände bzw. wie eine 

nachvollziehbare Darlegung konkret ausgestaltet sein müsste, geht aus ihren Aus-

führungen  aber  nicht  hervor.  Damit  können  sie  bei  der  Beantwortung  der  Frage 

nach den Royalties keine Verletzung des Auskunftsrechts aufzeigen. 

Der Vollständigkeit halber ist weiter darauf hinzuweisen, dass die Handlungen der 

Beklagten  in  Bezug  auf  die  Beantwortung  der  Frage  nach  den  mit  E._____  "co-

verlegten" Werken keine Verletzung der zwischen den Parteien abgeschlossenen 

Verträge  begründen,  denn  Vertragspartner  der  Kläger  ist  für  diese  Werke  einzig 

E._____ (vgl. dazu E. 4.2.2.3.). Entsprechend hat die Beklagte gegenüber den Klä-

gern  zu  diesen  Werken  keine  Auskunftspflicht.  Die  Kläger  haben  sich  dafür  viel-

mehr direkt an E._____ nach Massgabe der dortigen Verträge zu wenden.

c)

E-Mail vom 18. August 2022

Die  Kläger  tragen  weiter  vor,  sie  hätten  die  Beklagte  mit  E-Mail  vom  18.  August 

2022 aufgefordert, die zahlreichen offenen Fragen zu den vorgelegten Unterlagen 

- 36 -

zu klären (act. 1 Rz. 58). Am 22. August 2022 habe die Beklagte eine Liste der "co-

verlegten" Werke mit E._____ zugestellt (act. 1 Rz. 60). Aus diesen Ausführungen 

geht nicht hervor, inwiefern eine Verletzung des Auskunftsrechts vorliegen soll. Die 

Kläger unterlassen es bereits, darzulegen, welche Fragen sie gestellt haben. Aus 

dem E-Mail vom 18. August 2022 können sie daher keine Verletzung der Auskunfts-

pflicht ableiten.

d)

E-Mail vom 21. September 2022

Die  Kläger  stützen  sich  für  die  ins  Feld  geführte  Verletzung  der  Auskunftspflicht 

zudem auf ein E-Mail vom 21. September 2022. Mit diesem hätten sie unmissver-

ständlich wissen lassen, dass die bislang gemachten Angaben ungenügend seien 

(act. 1 Rz. 61). Die Kläger haben der Beklagten in Bezug auf die monierte äusserst 

niedrige Lizenzbeteiligung am Musical mitgeteilt, dass diese Darstellung nur dann 

zutreffe, wenn ein neues Musical in Auftrag gegeben werde. Die vorliegende Situa-

tion, wo ein Musicalproduzent vorbestehende Werke anlizenziere, sei völlig anders. 

Weiter haben die Kläger festgehalten, dass dies umso vordringlicher gelte, zumal 

für einige neue Werke beim Musicalfilm eine Lizenzbeteiligung von 20 % vereinbart 

worden sei; entsprechend haben sie die Beklagte um Erklärung dazu ersucht (act. 

1 Rz. 65 ff.; act. 3/22 S. 3).

Die Kläger haben nach dem Gesagten ihre bereits früher gestellte Frage zur Üb-

lichkeit der abgerechneten Royalties für das Musical konkretisiert und um Aufklä-

rung  darüber  ersucht,  weshalb  sich  die  Lizenzbeteiligungen  für  das  Musical  und 

den Musicalfilm stark unterscheiden. Auf diese Frage hat die Beklagte zunächst mit 

E-Mail vom 4. November 2022 eine sehr baldige Antwort in Aussicht gestellt (act. 1 

Rz. 69; act. 13 Rz. 408; act. 3/22 S. 2) und sich dann mit Schreiben vom 1. Dezem-

ber 2022 auf die Saldoklausel berufen (act. 1 Rz. 72; act. 13 Rz. 131 ff.). Die Be-

klagte  wäre  zumindest  verpflichtet  gewesen,  den  Klägern  den  Unterschied  zwi-

schen den Lizenzbeteiligungen im Musical und im Musicalfilm zu erläutern. Da sie 

die  entsprechende  Frage  nicht  beantwortet  und  sich  stattessen  auf  die  in  dieser 

Hinsicht nicht anwendbare Saldoklausel berufen hat, hat sie ihre Auskunftspflicht 

verletzt.

- 37 -

e)

Fazit zur Verletzung der Auskunftspflicht

Die  Beklagte  hat  in  Bezug  auf  die  mit  E-Mail  vom  21.  September  2022  gestellte 

Frage zum Unterschied zwischen der Lizenzbeteiligung im Musical und im Musica-

lfilm ihre Auskunftspflicht verletzt. Im Übrigen liegen keine Verletzungen der Aus-

kunftspflicht vor.

4.4. Verletzung Rechenschaftslegungsrecht

4.4.1. Parteistandpunkte

4.4.1.1. Kläger

Die  Kläger  stellen  sich  auf  den  Standpunkt,  die  ihnen  von  der  Beklagten  am 

29. März 2022 zugestellten Abrechnungen des Musicals seien offensichtlich unge-

nügend  und  enthielten  zahlreiche  Ungereimtheiten.  Die  Abrechnungen  seien  am 

18. Dezember 2020 erstellt worden und hätten die Periode 2019 betroffen. Die Ab-

rechnung des Jahres 2019 habe indes bis spätestens am 31. März 2020 zu erfolgen 

gehabt  und  sei  entsprechend  verspätet  gewesen.  Für  das  Jahr  2020  und  2021 

seien ihnen gar keine Abrechnungen zugestellt worden. Die Abrechnung zum Mu-

sicalfilm des Jahres 2020 sei ihnen erst am 15. Juli 2022 auf ihre Aufforderung hin 

zugestellt  worden.  Aus  den  Abrechnungen  ergebe  sich  weder  der  erzielte  Brut-

toumsatz noch die anteilsmässige prozentuale Höhe der angewandten Lizenzbe-

teiligung. Die Beklagte wolle mittels unzureichender Abrechnungen eine Überprü-

fung verhindern. Sie habe die Beklagte mehrfach aufgefordert, vertragskonforme 

Abrechnungen zum Musical und dem Musicalfilm vorzulegen. Dass die Abrechnun-

gen  der  Beklagten  falsch  seien,  zeige  sich  auch  daran,  dass  die  Beklagte  diese 

diverse Male korrigiert habe. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2022 habe die Be-

klagte sie über eine Korrektur zum Musicalfilm informiert und ihnen mitgeteilt, dass 

eine Zahlung von EUR 100'000.– von L._____ vom 18. Mai 2012 nicht berücksich-

tigt gewesen sei. Diese Zahlung hätte gemäss den Verlagsverträgen bis Ende 2012 

abgerechnet und die darauf entfallenden Tantiemen ausbezahlt werden müssen, 

was nicht geschehen sei. Am 31. März 2023 sei die Beklagte mit einem weiteren 

Schreiben und drei neuen Korrekturabrechnungen an sie gelangt und habe die Ab-

- 38 -

rechnung vom 1. Dezember 2022 plötzlich als provisorisch bezeichnet. Darin habe 

die  Beklagte  abermals  korrigierte  Zahlen  präsentiert  und  dazu  eine  neue  Ge-

schichte  erzählt,  nämlich  dass  vergessen  worden  sei,  dass  gewisse  Songs  bei 

E._____  co-verlegt  seien.  Die  Beklagte  habe  damit  sowohl  die  Abrechnung  zum 

Musicalfilm vom 1. Dezember 2022 als auch jene zum Musical aus dem Dezember 

2020 korrigiert. Dass die Beklagte nicht mehr gewusst haben wolle, welche Werke 

von D._____ alleinverlegt und welche co-verlegt gewesen seien und wo ein Pau-

schalkostenabzug zu machen sei, sei inakzeptabel. Die nächsten Korrekturen hät-

ten nicht lange auf sich warten lassen. Am 19. Mai 2023 seien erneut lange zurück-

liegende,  substantielle  Verwertungserlöse  erstmalig  offengelegt  worden,  konkret 

eine Zahlung der P._____ GmbH (nachfolgend: P._____) aus dem Jahr 2018 über 

EUR 250'000.–. Als Leistungsgrund habe die Beklagte die Gegenleistung für eine 

Lizenzierung von vier Songs im Musicalfilm, die im Musical selbst noch nicht vor-

gekommen  seien,  sowie  die  Absicherung  der  Soundtrackrechte  angegeben.  Sie 

habe  den  enormen  Verzug  im  Wesentlichen  damit  zu  begründen  versucht,  dass 

der Lizenzvertrag mit P._____ angeblich so kryptisch formuliert sein solle, dass es 

einer langwierigen Aufklärung zwischen der Beklagten und P._____ bedurft habe, 

um den Lizenzanteil der Werke festzustellen. Angeblich sollen EUR 200'000.– auf 

die Songlizenzen und EUR 50'000.– auf die Sicherung der Soundtrackrechte ent-

fallen.  Die  Zahlung  von  P._____  hätte  gemäss  den  Verlagsverträgen  bis  am  31. 

Dezember 2018 abgerechnet sein und die darauf entfallenden Tantiemen danach 

ausbezahlt werden müssen. Es sei naheliegend, dass die Beklagte zur Kaschie-

rung ihres Verzuges angebliche Abklärungen vorgebe. Die Darstellung der Beklag-

ten  sei  zudem  wohl  absichtlich  unpräzis.  Für  eine  Absicherung  der  Soundtrack-

rechte wäre Q._____ und nicht die Beklagte zuständig gewesen. Die Angelegenheit 

sei immer abstruser geworden. Mit einem weiteren Schreiben vom 10. Juli 2023 

habe die Beklagte den Klägern fünf neue Korrekturabrechnungen zugestellt, womit 

die  zuvor  am  31.  März  2023  und  am  19.  Mai  2023  zugesandten  Abrechnungen 

erneut korrigiert worden seien. Auch hier sei die Zuordnung zum Allein- und Co-

Verlag im Vordergrund gestanden. Diese Irrtümer, Unkorrektheiten und vergesse-

nen Umstände reihten sich schier endlos aneinander. Es dränge sich der Eindruck 

auf,  dass  die  Beklagte  nach  der  Kündigung  panisch  Abrechnungen  produziert 

- 39 -

habe, um zumindest einige Verfehlungen noch schnell selbst anzuzeigen und mit 

eigener Deutung zu versehen, bevor sie im Prozess aufgedeckt würden. Zentrales 

Element sei die Umstellung bestimmter Werke von ursprünglich 50/50 % Co-Verlag 

E._____/Beklagte  hin  zu  100  %  Musikverlagsrecht  E._____.  Die  abermals  neue 

Zuordnung erscheine höchst unglaubwürdig und willkürlich (act. 1 Rz. 39 ff. und 96 

f.; act. 22 Rz. 23 ff. und 246 ff.).

4.4.1.2. Beklagte

Die Beklagte bestreitet, dass sie ihre Rechenschaftsablegungspflicht verletzt hat. 

Seit der Uraufführung des Musicals habe die Beklagte in regelmässigen Abständen 

Abrechnungen über die D._____ bzw. den Klägern zustehenden Tantiemen erstellt. 

Diese seien stets gleich aufgebaut gewesen und von D._____ nie bemängelt wor-

den. Auch die Kläger hätten diese während sieben Jahren nie beanstandet. Dass 

die Abrechnungen keinen Lizenzsatz enthielten, gründe darin, dass sie Pauschal-

beträge vereinnahmt habe, was sich auch aus den Abrechnungen ohne Weiteres 

ergebe. Sie habe den Klägern auch mehrfach angeboten, gemeinsam ein neues 

Abrechnungsformat zu erarbeiten. Auf dieses Angebot seien sie jedoch nicht ein-

gegangen. Für den Musicalfilm habe sie von L._____, welcher neben den Bühnen-

aufführungsrechten auch die Rechte zur Verfilmung des Musicals eingeräumt wor-

den seien, ein pauschales Entgelt über insgesamt EUR 200'000.– erhalten, das in 

zwei Tranchen von je EUR 100'000.– im Jahr 2012 und 2022 ausbezahlt worden 

sei. Es sei ihr zudem im Jahr 2018 gelungen,  P._____ vier zusätzliche Werke à 

pauschal je EUR 50'000.– für den Musicalfilm zu lizenzieren. Zudem habe sie zur 

Absicherung der Soundtrackrechte für die im Musical verwendeten Werke ein zu-

sätzliches Entgelt von EUR 50'000.– erhalten. Diese Aufteilung hätten die P._____ 

und sie in einer Zusatzvereinbarung vom 8. Mai 2023 so bestätigt, sei von ihr aber 

bereits  in  der  den  Klägern  am  15.  Juli  2022  zugestellten  Abrechnung  antizipiert 

worden. Die Abrechnung für die Zahlung von L._____ aus dem Jahr 2022, welche 

am 10. November 2022 vereinnahmt worden sei, habe sie den Klägern in einer pro-

visorischen  Version  am  1.  Dezember  2022  bzw.  in  einer  definitiven  Version  am 

31. März 2023 zugestellt. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2022 habe sie die Kläger 

zudem darüber informiert, dass eine Vorschusszahlung von EUR 100'000.–, die sie 

- 40 -

am 18. Mai 2012 von L._____ erhalten habe, versehentlich nicht abgerechnet wor-

den sei. Dass die Abrechnung der Zahlung unterblieben sei, sei darauf zurückzu-

führen, dass im Jahr 2012 noch keine Abrechnung und Verteilung möglich gewesen 

sei. Es sei damals noch unklar gewesen, welche Werke genau im Musicalfilm ver-

wendet würden. Diese Unklarheit habe bis ins Jahr 2018 angehalten, als das defi-

nitive Drehbuch verabschiedet worden sei. Als dieses bekannt gewesen sei, habe 

sie übersehen, dass die Vorschusszahlung noch nicht abgerechnet worden sei. Sie 

bestreite im Übrigen, dass eine Abrechnung gemäss den Verlagsverträgen jeweils 

bis am 31. Dezember des entsprechenden Jahres zu erfolgen habe. Am 31. März 

2023  habe  sie  den  Klägern  ordnungsgemäss  die  Abrechnung  für  das  Jahr  2022 

zukommen lassen. Dabei habe sie darauf hingewiesen, dass gewisse Korrekturen 

nötig gewesen seien. Es sei dabei vergessen gegangen, dass gewisse Werke bei 

E._____ "co-verlegt" seien. Am 19. Mai 2023 und am 10. Juli 2023 habe sie den 

Klägern weitere angepasste Abrechnungen zugesandt, welche in Bezug auf die bei 

E._____ "co-verlegten" Werke Anpassungen enthalten hätten. Im Rahmen der Kor-

rekturen vom 31. März 2023, 19. Mai 2023 und 10. Juli 2023 sei bei den Abrech-

nungen  angepasst  worden,  dass  für  die  entsprechenden  Werke  kein  pauschaler 

Unkostenabzug abzuziehen sei. Zudem sei die Zuteilung an sie und E._____ rich-

tiggestellt worden. Von diesen Korrekturen seien jedoch nur bei E._____ "co-ver-

legte" Werke betroffen gewesen, für welche gegenüber den Klägern einzig E._____ 

abrechnungspflichtig sei. Die bei ihr abgerechneten Werke seien stets korrekt ab-

gerechnet gewesen (act. 13 Rz. 89 ff., 143 ff., 383 ff.; act. 26 Rz. 79 ff. und 149 ff.).

4.4.2. Würdigung

Die Kläger beanstanden mit ihren Ausführungen sowohl eine in mehrfacher Hin-

sicht verspätete Erstellung der Abrechnungen als auch eine inhaltlich ungenügende 

und falsche Erstellung der Abrechnungen.

4.4.2.1. Verspätete Erstellung der Abrechnungen

a)

Zahlung von L._____ über EUR 100'000.– aus dem Jahr 2012

- 41 -

Die Kläger stützen sich für eine verspätete Abrechnung zunächst auf die Abrech-

nung  der  ersten  Zahlung  von  L._____  für  den  Musicalfilm  über  EUR  100'000.–. 

Unbestritten ist zwischen den Parteien, dass diese Zahlung der Beklagten im Jahr 

2012 zuging und am 1. Dezember 2022 abgerechnet wurde (act. 1 Rz. 96; act. 13 

Rz. 137). Die Kläger behaupten, die Beklagte sei gestützt auf die Verlagsverträge 

verpflichtet gewesen, diese Zahlung jeweils bis am 31. Dezember jeden Jahres und 

damit per Ende 2012 abzurechnen (act. 22 Rz. 25). Dies wird von der Beklagten 

bestritten (act. 26 Rz. 151). Es obliegt daher den Klägern, für jedes betroffene Werk 

konkret darzulegen, woraus sich die behauptete vertragliche Vereinbarung ergeben 

soll.  Diese  Anforderungen  erfüllen  die  Kläger  nicht.  Sie  begnügen  sich  vielmehr 

damit, pauschal vorzubringen, diese Pflicht ergebe sich aus den standardisierten 

Verlagsverträgen (act. 22 Rz. 25). Daraus lässt sich aber nicht entnehmen, welches 

Werk welchem konkreten Vertrag zuzuordnen ist. Mangels genügender Substanti-

ierung ist die von den Klägern behauptete vertragliche Abrechnungspflicht jeweils 

per 31. Dezember eines jeden Jahres als unbewiesen zu betrachten.

Der Vollständigkeit halber ist weiter darauf hinzuweisen, dass sich die Pflicht zur 

Abrechnung der im Jahr 2012 an die Beklagte geleisteten Zahlung nicht nach dem 

Vergleich vom 9. Juli 2021 richten kann. Eine Rückwirkung dieses Vergleichs für 

die Pflicht zur Rechenschaftsablegung ist nicht behauptet, vielmehr gehen auch die 

Kläger  von  einer  Anwendbarkeit  der  ursprünglichen  Verlagsverträge  aus.  Diese 

sind als Verlagsverträge im Sinne von Art. 380 ff. OR zu qualifizieren. Die Abrech-

nungspflicht der Beklagten in Bezug auf diese Zahlung richtet sich entsprechend 

nach Art. 389 Abs. 2 OR. Beim vorliegend vereinbarten Umsatzhonorar ist die Ab-

rechnung nach dieser Bestimmung übungsgemäss vorzunehmen, mithin regelmäs-

sig  nach  der  zwischen  den  Parteien  gelebten  Praxis  (ZK  OR-HOCHREUTENER, 

Art. 389 N 11). Die für den vorgebrachten Kündigungsgrund behauptungspflichti-

gen Kläger äussern sich überhaupt nicht dazu, wie sich die übungsgemässe Ab-

rechnung der Parteien gestaltete. Vielmehr begnügen sie sich damit, die – ebenfalls 

unspezifischen – Ausführungen der Beklagten, dass diese regelmässig abgerech-

net haben will (act. 13 Rz. 90), zu bestreiten (act. 22 Rz. 246). Mangels Kenntnis 

der tatsächlichen Grundlagen der Abrechnungspraxis der Parteien ist – im Ergebnis 

wie von den Klägern behauptet – von der in der Praxis üblichen mindestens jährli-

- 42 -

chen Abrechnungspflicht auszugehen (ZK OR-HOCHREUTENER, Art. 389 N 11). Die 

Beklagte bestreitet nicht, dass das Drehbuch für den Musicalfilm erst im Jahr 2018 

definitiv  verabschiedet  wurde  (act. 13  Rz.  138;  act.  22  Rz.  266).  Damit  war  eine 

definitive  Abrechnung  der  (Vorschuss-)Zahlung  aus  dem  Jahr  2012  erst  im  Jahr 

2018 möglich (vgl. dazu auch unten E. 4.4.2.1.c). Entsprechend war diese Zahlung 

von der Beklagten mit der Abrechnung des Jahres 2018 vorzunehmen. Mit der Ab-

rechnung am 1. Dezember 2022 verletzte die Beklagte folglich ihre Rechenschafts-

pflicht.

b) Weitere Zahlung von L._____ über EUR 100'000.–

Nach  Sachdarstellung  der  Beklagten  erhielt  sie  von  L._____  für  den  Musicalfilm 

nebst der bereits erwähnten Zahlung aus dem Jahr 2012 am 10. November 2022 

eine weitere Pauschalzahlung von EUR 100'000.– (act. 13 Rz. 41 und 98). Es ge-

lingt  den  Klägern  in  dieser  Hinsicht  nicht,  eine  Vertragsverletzung  der  Beklagten 

aufzuzeigen.  Die  für  die  Vertragsverletzung  behauptungs-  und  beweispflichtigen 

Kläger begnügen sich damit, die beklagtische Sachdarstellung, wonach am 10. No-

vember 2022 eine Zahlung in der erwähnten Höhe eingegangen ist, zu bestreiten 

(act. 22 Rz. 264). Es trifft zwar zu, dass die Kläger nicht wissen können, wann wel-

che Zahlung bei der Beklagten eingegangen ist. Die Beklagte hat jedoch dargelegt, 

wann ihrer Ansicht nach die Zahlung von EUR 100'000.– bei ihr einging, nämlich 

am 10. November 2022. Damit ist sie der ihr in Bezug auf diese Zahlung obliegen-

den  qualifizierten  Bestreitungslast  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  4A_251/2020 

vom 29. September 2020, E. 3.7.1.) nachgekommen. Das Vorliegen einer qualifi-

zierten  Bestreitungslast  ändert  nichts  an  der  grundsätzlichen  Verteilung  der  Be-

hauptungs-  und  Beweislast,  diese  obliegt  (weiterhin)  den  Klägern  (BK-WALTER, 

Art. 8 ZGB N 196). Es ist damit Sache der Kläger, rechtsgenügend zu behaupten 

und zu beweisen, wann die Beklagte die zweite Zahlung über EUR 100'000.– ver-

einnahmt hat und wann diese entsprechend abzurechnen war. Die Kläger äussern 

sich – abgesehen von der erwähnten Bestreitung – indes gar nicht zum Zeitpunkt 

des Eingang der Zahlung von EUR 100'000.– sowie zum Zeitpunkt, in welchem die 

Abrechnung zu erstellen war. Damit erweisen sich ihre diesbezüglichen Behaup-

tungen  als  ungenügend  und  es  ist  nach  der  Sachdarstellung  der  Beklagten  von 

- 43 -

einem  Zahlungseingang  am  10. November  2022  auszugehen.  Die  Beklagte  hat 

diese Zahlung folglich fristgerecht am 31. März 2023 abgerechnet (act. 13 Rz. 41; 

act. 22 Rz. 208 ff.; act. 15/16).

c) 

Zahlung von P._____ aus dem Jahr 2018

Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass die Beklagte im Jahr 2018 

eine Zahlung von P._____ in der Höhe von EUR 250'000.– erhalten hat. Die Be-

klagte hat diese Zahlung den Klägern erstmals am 15. Juli 2022 abgerechnet. Bei 

den später am 19. Mai 2023 versandten neuerlichen Abrechnungen handelt es sich 

um eine Anpassung dieser Abrechnung (vgl. act. 3/18–21 und act. 15/19). Entge-

gen den Ausführungen der Beklagten kann die von ihr behaupteten Information im 

Rahmen der Vergleichsgespräche nicht mit einer Abrechnung gleichgestellt wer-

den. Diese erfolgte erst am 15. Juli 2022 (act. 13 Rz. 150 ff.; act. 22 Rz. 39 ff.; act. 

26 Rz. 46 ff.; act. 3/18–21). 

Die  Beklagte  war  bezüglich  der  Zahlung  der  P._____  zur  jährlichen  Abrechnung 

verpflichtet. Es kann dafür auf die Ausführungen zur Zahlung von L._____ aus dem 

Jahr  2012  verwiesen  werden.  Fraglich  ist  indes,  wann  diese  Abrechnungspflicht 

einsetzt,  namentlich  ob  sie  mit  dem  Zugang  der  Zahlung  oder  dem  Zeitpunkt,  in 

welchem die Aufteilung klar ist, vorzunehmen ist. Es handelt sich unbestrittener-

massen um Pauschalzahlungen der P._____ (act. 13 Rz. 99 und 384; act. 22 Rz. 

250 ff. und 287). Bei einer solchen ist einzig eine Abrechnung im Zeitpunkt, in dem 

sich die Aufteilung auf die unterschiedlichen Werke herauskristallisiert hat, sinnvoll. 

Zuvor sind höchstens Vorschusszahlungen und provisorische Abrechnungen mög-

lich. Die Beklagte belegt, dass sie sich mit P._____ in einer zweiten Ergänzungs-

vereinbarung  am  8.  Mai  2023  über  die  Aufteilung  der  Zahlung  geeinigt  hat  (act. 

27/94). Entsprechend entstand die beklagtische Abrechnungspflicht erst in diesem 

Zeitpunkt und es wäre demnach mit den Einnahmen des Jahres 2023 abzurechnen 

gewesen. Bei der von der Beklagten am 15. Juli 2022 versandten Abrechnung han-

delt es sich im Lichte dessen um eine provisorische Abrechnung. Diese wurde am 

19.  Mai  2023  korrigiert.  Damit  hat  die  Beklagte  noch  während  des  Jahres  2023 

abgerechnet,  weshalb  keine  Verletzung  der  Rechenschaftspflicht  der  Beklagten 

vorliegt.

- 44 -

d)

Abrechnung Musicaleinnahmen 2019

Die Abrechnung zur im Jahr 2019 erfolgten Aufführung des Musicals hat die Be-

klagte am 18. Dezember 2020 erstellt und den Klägern am 29. März 2022 zuge-

sandt (act. 1 Rz. 39; act. 13 Rz. 93 f. und 119). Anders als dies von der Beklagten 

dargestellt wird, kann auch zu dieser Abrechnung die behauptete Offenlegung in 

einem Vergleichsentwurf (act. 13 Rz. 93) nicht als Abrechnung verstanden werden, 

zumal darin einzig der Tantiemenanspruch der Kläger genannt ist, dessen Berech-

nung aber nicht hervor geht. Die Beklagte wäre damit zur jährlichen Abrechnung 

verpflichtet gewesen, es kann dafür auf die bereits zur Zahlung von L._____ aus 

dem Jahr 2012 gemachten Ausführungen verwiesen werden. Mit der erst am 29. 

März 2022 erfolgten Zustellung der Abrechnung des Jahres 2019 ist eine Vertrags-

verletzung der Beklagten ohne Weiteres erstellt.

e)

Abrechnungen des Jahres 2020 und 2021

Die Kläger rügen schliesslich das Fehlen der Abrechnungen für das Musical und 

des Musicalfilms der Jahre 2020 und 2021 (act. 1 Rz. 40). Es ist unbestritten, dass 

für diese Jahre keine Einnahmen aus dem Musical und dem Musicalfilm erzielt wur-

den (act. 13 Rz. 209, 248 und 364; act. 22 Rz. 287). Auch die Abrechnungspflicht 

für  das  Jahr  2020  richtet  sich  nach  den  ursprünglichen  Verlagsverträgen  (vgl. 

E. 4.4.2.1.a). Wie bereits dargelegt, ist die Abrechnung übungsgemäss vorzuneh-

men. Die Kläger bestreiten die beklagtischen Ausführungen nicht, dass praxisge-

mäss keine Nullabrechnungen erstellt werden (act. 13 Rz. 209; act. 22 Rz. 287). 

Entsprechend  bestand  für  das  Jahr  2020  auch  keine  Pflicht  der  Beklagten,  eine 

Abrechnung zu erstellen. Gleich verhält es sich auch für die Einnahmen des Jahres 

2021. Nach der angepassten Regelung im Vergleichsvertrag vom 9. Juli 2021 hat 

die Beklagte jeweils innert drei Monaten nach Beendigung des vorangegangenen 

Kalenderjahres abzurechnen, wobei Einkünfte in jene Abrechnungsperiode einzu-

beziehen  sind,  in  der  sie  der  Beklagten  zugegangen  sind  (act.  1  Rz.  40;  act.  13 

Rz. 196). Daraus folgt im Umkehrschluss, dass die Beklagte bei Fehlen von Ein-

nahmen keine Abrechnungen zu erstellen hat. Folglich kann auch keine Verletzung 

der Abrechnungspflichten der Beklagten für das Musical und den Musicalfilm der 

Jahre 2020 und 2021 vorliegen.

- 45 -

f) 

Zwischenfazit

Die Beklagte hat die von L._____ im Jahr 2012 erhaltene Zahlung sowie die Ein-

künfte aus der Musicalaufführung im Jahr 2019 zu spät abgerechnet. Im Übrigen 

hat sie ihre Abrechnungspflichten nicht verletzt.

4.4.2.2. Inhaltlich ungenügende und falsche Abrechnungen

Zu prüfen ist weiter, ob die Beklagte inhaltlich ungenügende oder falsche Abrech-

nungen erstellt hat.

a)

Inhaltlich ungenügende Abrechnungen

Zur inhaltlichen Gestaltung der Abrechnungen aus dem Musicalfilm bemängeln die 

Kläger, dass daraus weder der erzielte Bruttoumsatz noch die anteilsmässige pro-

zentuale Höhe der angewandten Lizenzbeteiligung zugunsten der Kläger angege-

ben werde (act. 1 Rz. 52 und 54). Die Beklagte bestreitet dies und stellt sich auf 

den Standpunkt, es handle sich um Pauschalbeträge, weshalb auch kein Lizenz-

satz ersichtlich sei (act. 13 Rz. 386).

Sowohl nach dem Vergleich vom 9. Juli 2021 (act. 3/8), der von einer detaillierten 

Auflistung  der  Einkünfte  spricht,  als  auch  nach  der  dispositiven  Regelung  von 

Art. 389 Abs. 2 OR genügt für die Abrechnung die Angabe des erzielten Umsatzes. 

Eine Pflicht zur Angabe der Lizenzhöhe besteht nicht. Die Beklagte hat in den von 

den Klägern beanstandeten Abrechnungen entgegen der Sachdarstellung der Klä-

ger die Höhe der Einnahmen mit EUR 50'000.– bzw. EUR 200'000.– angegeben 

(act. 3/18–21). Der Vollständigkeit halber ist darüber hinaus darauf hinzuweisen, 

dass, sollten die Kläger auch eine Unrichtigkeit der Abrechnung zum Musical rügen 

wollen, auch diese Abrechnung den erzielten Umsatz mit CHF 5'670'249.31 und 

zudem  die  Höhe  der  Tantiemenbeteiligung  der  Beklagten  von  2  %  ausweist 

(act. 3/14–15).  Der  klägerische  Vorwurf  der  fehlenden  Umsatzangabe  trifft  damit 

nicht zu. Die Beklagte hat folglich inhaltlich genügende Abrechnungen erstellt.

Soweit die Kläger im Übrigen verschiedentlich eine ungenügende Abrechnung mo-

nieren (act. 1 Rz. 40 f.; act. 22 Rz. 165, 180 und 265), spezifizieren sie nicht, welche 

- 46 -

Abrechnungen inwiefern ungenügend gestaltet sein sollen. Damit können sie keine 

inhaltlich ungenügende Rechnungsstellung aufzeigen.

b)

Falsche Abrechnungen

Die Kläger bringen weiter vor, die Beklagte habe falsche Abrechnungen erstellt. Sie 

führen dazu einerseits die von der Beklagten am 1. Dezember 2022, 31. März 2023, 

19. Mai 2023 und 10. Juli 2023 erstellten Korrekturabrechnungen und andererseits 

die Aufteilung der P._____ Zahlung über EUR 250'000.– ins Feld (act. 22 Rz. 23 

ff.). 

Der Beurteilung der von den Klägern vorgebrachten falschen Abrechnungen vor-

auszuschicken ist, dass diese zur verspätet erfolgten Abrechnung der Zahlung von 

L._____ aus dem Jahr 2012 (Korrekturabrechnung vom 1. Dezember 2022) und 

dem Musical 2019 nicht geltend machen, diese seien inhaltlich falsch. Eine weiter-

gehende Prüfung erübrigt sich damit. 

Die Beklagte hat die von P._____ erhaltene Lizenzzahlung über EUR 250'000.– im 

Betrag von EUR 200'000.– für die Lizenzierung von vier zusätzlichen Werken ab-

gerechnet und den Restbetrag von EUR 50'000.– den übrigen bereits im Musical 

vorkommenden Werken zugewiesen (act. 13 Rz. 99; act. 13/18–21). Einerseits le-

gen die Kläger nicht dar, wie ihrer Ansicht nach diese Zahlung richtigerweise hätte 

abgerechnet werden müssen. Sie begnügen sich vielmehr damit, auszuführen, die 

Verteilung  könnte  willkürlich  erfolgte  sein  (act.  22  Rz.  39  ff.).  Damit  kommen  sie 

ihrer Behauptungslast nicht nach. Andererseits ist die von der Beklagten vorgenom-

mene Aufteilung durch die eine zwischen ihr und P._____ abgeschlossene Zusatz-

vereinbarung vom 8. Mai 2023 belegt (act. 26 Rz. 170; act. 27/94). Eine Edition des 

Filmmusikvertrages zwischen der Beklagten und P._____ (act. 22 Rz. 64) würde 

sich entsprechend ohnehin erübrigen, zumal mit der Zusatzvereinbarung eine all-

fällig abweichende Regelung ersetzt worden wäre.

Zu den Abrechnungen vom 31. März 2023, 19. Mai 2023 und 10. Juli 2023 ist un-

bestritten, dass die dabei gemachten Korrekturen einzig die bei E._____ co-verleg-

ten Werke betreffen (act. 13 Rz. 145 f. und 151 f.; act. 22 Rz. 28 ff., 39 ff., 65 ff. und 

- 47 -

273 ff.; act. 26 Rz. 85, 88 und 96 ff.). Für diese Werke ist gegenüber den Klägern 

E._____ abrechnungspflichtig (E. 4.2.2.3.). Eine für das vorliegende Verfahren re-

levante Pflichtverletzung kann daher nicht vorliegen.

Gesamthaft ist festzuhalten, dass es den Klägern nicht gelingt, darzulegen, dass 

die Beklagte in Bezug auf die für das vorliegende Verfahren relevanten bei ihr direkt 

verlegten Werke falsche Abrechnungen erstellt hat.

c)

Fazit

Die Beklagte hat die von L._____ im Jahr 2012 erhaltene Zahlung sowie die Ein-

künfte aus der Musicalaufführung im Jahr 2019 zu spät abgerechnet. Im Übrigen 

hat sie ihre Abrechnungspflichten nicht verletzt.

4.5. Verletzung der Zahlungspflicht

4.5.1. Parteistandpunkte

Die  Kläger  bringen  weiter  vor,  die  Beklagte  habe  ihre  Zahlungspflichten  verletzt. 

Zunächst habe die Beklagte die Tantiemen in der Höhe von CHF 28'493.– für die 

mit der Musicalaufführung im Jahr 2019 erzielten Einnahmen über längere Zeit zu-

rückbehalten und ihnen diese erst im Dezember 2021 ausbezahlt. Mit Schreiben 

vom 1. Dezember 2022 habe die Beklagte mit Verweis auf die angebliche Saldok-

lausel die bereits ausbezahlte Tantieme zurückgefordert bzw. mit offenen klägeri-

schen Ansprüchen aus dem Musicalfilm im Betrag von EUR 21'587.95 verrechnet 

und abgerechnete Lizenzansprüche von EUR 72'578.95 einbehalten (act. 1 Rz. 40 

und 80 ff.; act. 22 Rz. 85 und 175).

Die  Beklagte  ist  der  Ansicht,  dass  die  vor  Abschluss  des  Vergleichs  vom  9.  Juli 

2021 entstandenen Ansprüche der Kläger aufgrund der Saldoklausel untergegan-

gen seien. Die Zahlung vom Dezember 2021 sei im Übrigen bloss irrtümlich erfolgt. 

Sie habe diese daher zu Recht zurückgefordert bzw. verrechnet. Die Kläger hätten 

aus diesem Grund auch keinen Zahlungsanspruch für die Erträge aus dem Musi-

calfilm, die im Jahr 2012 und 2018 angefallen seien (act. 13 Rz. 105 ff. und 131 ff.). 

4.5.2. Würdigung

- 48 -

Wie bereits erwogen, kann sich die Beklagte für Ansprüche aus dem Musical und 

dem Musicalfilm nicht auf die Saldoklausel berufen (E. 4.3.2.). Für das vorliegende 

Verfahren kann in Bezug auf die Zahlungspflicht bloss der Tantiemen-Anteil der bei 

der bei der Beklagten verlegten Werke massgebend sein, denn für die bei E._____ 

verlegten  Werke treffen  die Beklagte  keine  Zahlungspflichten gegen  der  Klägern 

(E. 4.2.2.3.). Die Beklagte stellt nicht in Abrede, dass die Zahlung der Musical-Tan-

tiemen des Jahres 2019 erst im Dezember 2021 erfolgte (act. 13 Rz. 105 und 121). 

Nach den unwidersprochenen Ausführungen der Beklagten entfallen aus der Zah-

lung vom Dezember 2021 CHF 13'608.60 auf die bei ihr verlegten Werke (act. 13 

Rz. 105; act. 22 Rz. 250 ff.). Der Rückbehalt dieser unbestrittenermassen beste-

henden Tantiemenansprüche während rund zwei Jahren stellt eine Vertragsverlet-

zung dar. Dasselbe gilt auch für die am 1. Dezember 2022 erklärte Rückforderung 

des erwähnten Betrages bzw. dessen Verrechnung und das Einbehalten der klä-

gerischen Vergütungsforderungen für den Musicalfilm. In Bezug auf letztere stellt 

die Beklagte wiederum nicht in Abrede, dass bei Nichtanwendbarkeit der Saldok-

lausel den Klägern Ansprüche zustehen. Die auf die bei der Beklagten direkt ver-

legten  Werke  entfallende  Vergütung  der  Kläger  beträgt  unbestrittenermassen 

EUR 26'000.–  für  die  Zahlung  von  P._____  aus  dem  Jahr  2018  und  je  EUR 

11'578.95 für die Zahlungen von L._____ aus den Jahren 2012 und 2022 (act. 13 

Rz. 101, 134 und 138; act. 22 Rz. 250 ff. und 262 ff.; act. 26 Rz. 46).

Zusammenfassend hat die Beklagte durch die verspätete Zahlung der Musicaltan-

tiemen des Jahres 2019, deren Rückforderung sowie die Einbehaltung von Vergü-

tungsansprüchen  aus  dem  Musicalfilm  in  der  Höhe  von  total  EUR  49'157.90 

(EUR 26'000.–  zzgl.  zwei  Mal  EUR  11'578.95)  ihre  Zahlungspflichten  gegenüber 

den Klägern verletzt.

4.6. Gesamtwürdigung

Nach dem Gesagten sind folgende Vertragsverletzungen bzw. Handlungen der Be-

klagten in die Gesamtwürdigung, ob die Fortführung der Verlagsverträge den Klä-

gern zumutbar ist, einzubeziehen:

- 49 -











Abrechnungstätigkeit  beim  Musicalfilm  für  die  bei  E._____  verlegten 

Werke;

Verspätete Abrechnung der Zahlung von L._____ aus dem Jahr 2012;

Verspätete Abrechnung und Auszahlung der klägerischen Lizenzbeteili-

gung aus dem Musical 2019;

Rückforderung der für die Musicalaufführung 2019 geleisteten Zahlung 

bzw.  Verrechnung  und  Einbehalt  der  klägerischen  Tantiemen  für  den 

Musicalfilm in der Höhe von EUR 49'157.90;

Verletzung Auskunftsrecht hinsichtlich der unterschiedlichen Lizenzbe-

teiligung im Musical und Musicalfilm.

Es ist damit zu beurteilen, ob den Klägern unter Berücksichtigung dessen sowie 

sämtlicher  weiterer  relevanten  Umstände  die  Fortführung  der  129  zwischen  den 

Parteien bestehenden Verträge zumutbar ist oder nicht. Die entsprechenden Ver-

träge wurden von D._____ ab 1977 mit der Beklagten abgeschlossen und sind bis 

zum  Ende  der  Schutzdauer  im  Jahr  2084  gültig  (Art.  29  Abs.  2  lit.  b  URG).  Sie 

weisen damit sowohl eine äusserst lange bereits verstrichene als auch zukünftige 

Dauer auf. Bei solch langen Verträgen, die zu einer entsprechend engen Verflech-

tung der Parteien führen, ist im Interesse des Vertrauensschutzes der Beklagten 

ein  überdurchschnittlich  strenger  Massstab  an  die  Anforderungen  an  den  Kündi-

gungsgrund anzulegen. Eine Kündigung rechtfertigt sich nicht bereits bei jeder – 

selbst  schwerwiegenden  –  Vertragsverletzung.  Die  Kündigung  aus  wichtigem 

Grund bildet die ultima ratio, die nur in Betracht kommt, wenn eine Bereinigung auf 

anderem  Weg  nicht  möglich  oder  zumutbar  ist.  Bei  Vertragsverletzungen  ist  der 

kündigenden Partei zumutbar, die Gegenpartei zunächst zur Erfüllung anzuhalten 

und sie auf die Folgen der Nichterfüllung ausdrücklich hinzuweisen. Zumutbar ist 

es der kündigenden Partei in diesem Zusammenhang regelmässig gar, bestehende 

Ansprüche gerichtlich geltend zu machen (OHLY, a.a.O., vor § 31 N 85 ff.; Urteil des 

Obergerichts des Kantons Zürich LK100001-O vom 27. August 2012, E. III. 9.2.; 

HILTY, Lizenzvertragsrecht, S. 978 ff.; vgl. auch das zu D._____ ergangene Urteil 

- 50 -

des  Deutschen  Bundesgerichtshofes  vom  2.  Oktober  1981,  GRUR  1982,  S. 45). 

Dies hat im vorliegenden Fall umso vordringlicher zu gelten, denn die Kläger wollen 

sämtliche bestehenden 129 Verträge gemeinsam kündigen, ordnen die Vertrags-

verletzungen indes keinen konkreten Verträgen zu.

Zur Abrechnungstätigkeit für E._____ beim Musicalfilm ist festzuhalten, dass nicht 

ersichtlich ist, inwiefern den Klägern daraus ein Nachteil entsteht. Diese Handlun-

gen sind für die Beurteilung der Unzumutbarkeit entsprechend nicht weiter von Be-

deutung. Die der Beklagten weiter vorzuhaltende rund zwei Jahre verspätete Ab-

rechnung und Auszahlung der Musicaleinnahmen 2019 sowie die rund vier Jahre 

verspätete Abrechnung der Zahlung von L._____ betreffen die Abrechnungspflicht 

der Beklagten. Diese hat eine zentrale Bedeutung in den strittigen Verträgen, zumal 

sie – nebst den Auskunfts- und Informationsrechten – Grundlage für die Überprü-

fung der klägerischen Vergütungsforderungen bilden. Die Beklagte hat diese Pflicht 

zwei Mal erheblich verletzt und erst zwei resp. vier Jahre verspätet abgerechnet. 

Relativierend ist jedoch festzuhalten, dass trotz zweimaliger mehrjährig verspäteter 

Abrechnung Anhaltspunkte fehlen, dass die Beklagte ihren Abrechnungspflichten 

in systematischer Weise nicht nachkommt oder zum Nachteil der Kläger handelt. 

Vielmehr hat die Beklagte die verspätete Abrechnung der Zahlung von L._____ vor 

der von den Klägern ausgesprochenen Kündigung am 1. Dezember 2022 von sich 

aus offengelegt (act. 1 Rz. 96). Dies zeigt, dass die Beklagte grundsätzlich gewillt 

und in der Lage ist, ihren Abrechnungspflichten nachzukommen. 

Die  der  Beklagten  schliesslich  anzulastenden  Verletzung  ihrer  Zahlungspflichten 

resp. der Auskunftspflicht zum Unterschied der Tantiemenbeteiligungen beim Mu-

sical  und  Musicalfilm  stehen  in  direktem  Zusammenhang  mit  den  Meinungsver-

schiedenheiten  zwischen  den  Parteien  über  den  Umfang  der  Saldoklausel,  was 

sich  bereits  daran  zeigt,  dass  die  Beklagte  ihre  Handlungen  in  Schreiben  vom 

1. Dezember 2022 gerade mit dieser erklärt (act. 1 Rz. 81). Es ist den Klägern in 

dieser Hinsicht ohne Weiteres zuzumuten, derartige Streitigkeiten auf gerichtlichem 

Wege zu klären. Es bestehen keinerlei Hinweise, dass die Beklagte nach einem für 

sie nachteiligen gerichtlichen Urteil künftig ihren Zahlungs- oder Auskunftspflichten 

- 51 -

nicht nachkommen würde. Diese Vertragsverletzung wiegt entsprechend weniger 

schwer als die verspätete Rechnungslegung.

Zusammenfassend liegt soweit relevant eine Verletzung der Rechenschaftspflicht 

sowie eine Verletzung der Zahlungs- und Auskunftspflicht der Beklagten vor. Dabei 

fehlen indes Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte ihre Abrechnungspflichten sys-

tematisch verletzt oder zum Nachteil der Kläger handelt bzw. allfälligen gerichtli-

chen Urteilen über Zahlungs- und Auskunftsansprüche nicht nachkommen würde. 

Dem steht entgegen, dass es sich einzig um Vertragsverletzungen handelt, die sich 

zwischen 2018 und 2022 zugetragen haben. Die streitgegenständlichen Verträge 

wurden jedoch bereits seit 1977 und damit bis zu den gerügten Vertragsverletzun-

gen während mehr als 40 Jahren ohne Beanstandung erfüllt. Zudem sehen die Ver-

träge – bezogen auf den Kündigungszeitpunkt – eine verbleibende Nutzungsdauer 

der von D._____ erschaffenen Werke von 61 Jahren vor. Im Lichte dieser bereits 

ausserordentlich lange andauernden Vertragsbeziehung sowie der noch längeren 

künftigen  Nutzungsdauer  der  Werke  erreichen  die  Vertragsverletzungen  der  Be-

klagten auch in ihrer Gesamtheit keine Schwere, die eine Fortführung der Verträge 

unzumutbar machen würden.

Zusammenfassend fehlt damit ein wichtiger Grund für die fristlose Kündigung der 

129 zwischen den Parteien bestehenden Verträge. Es kann daher offen bleiben, ob 

die Kündigung von den Klägern überhaupt rechtzeitig ausgesprochen wurde. Die 

Kündigung vom 9. Dezember 2022 erweist sich als ungültig.

4.7.

Fazit

Die von den Klägern am 9. Dezember 2022 ausgesprochene Kündigung ist ungül-

tig.

5.

Kündigung vom 24. Juli 2023

Im Eventualstandpunkt stützen sich die Kläger für den geltend gemachten Unter-

lassungsanspruch auf die von ihnen am 24. Juli 2023 ausgesprochene Kündigung. 

Die Gültigkeit dieser Kündigung ist nunmehr zu prüfen.

- 52 -

5.1. Parteistandpunkte

5.1.1. Kläger

Die Kläger bringen zur Gültigkeit der Kündigung vom 24. Juli 2023 vor, die Beklagte 

habe der J._____ AG am 21. Juli 2023 mittels eines Abmahnschreibens die Ver-

wendung  von  mehr  als  370  Liedtexten  auf  der  offiziellen  Website  des  Künstlers 

untersagt und damit eine weitere rote Linie überschritten. Das Schreiben sei osten-

tativ an die J._____ AG gerichtet gewesen, wohlwissend, dass diese zu 100 % im 

Besitz der Kläger sei und ein Verbot der Verwendung der Songtexte letztliche die 

Kläger treffen würde. Mit diesem formellen Kunstgriff habe die Beklagte mutmass-

lich von Gegenreaktionen abgeschirmt werden sollen. Es sei der Beklagten mit die-

ser  Aktion  darum  gegangen,  sie  unter  Druck  zu  setzen  und  ihnen  persönlich  zu 

schaden. Das schikanöse Verhalten der Beklagten sei gegen sie direkt gerichtet 

gewesen. Hinzu komme, dass die Beklagte wahrheitswidrig vorgegeben habe, über 

die betreffenden Rechte der Textautoren zu verfügen und in deren Namen die Ver-

wendung der Liedtexte zu verbieten. Die Textautoren zu den Songs von D._____ 

beanspruchten die betreffenden Rechte an ihren Werken jedoch selbst und erklär-

ten allesamt ihr ausdrückliches Einverständnis mit der Verwendung ihrer Texte auf 

der D._____-Website durch die J._____ AG. Die Beklagte masse sich daher offen-

sichtlich die Rechteinhaberschaft an und habe ihnen, den Klägern, die Nutzung der 

Liedtexte  aus  eigennützigen  Motiven  verboten.  Die  Beklagte  führe  einen  Rache-

feldzug gegen die Kläger. Ein solch illoyales und treuwidriges Verhalten stelle in 

einem Verlagsvertragsverhältnis eine schwere Vertrags- und Pflichtverletzung dar, 

was die Fortsetzung der Verlagsverträge offensichtlich unzumutbar mache. Hinzu 

komme das grob treuwidrige Verhalten der Beklagten nach der ersten Kündigung 

mittels selbst initiierter Medienberichterstattung zur Verbreitung einer falschen Dar-

stellung der vorliegenden Auseinandersetzung und reinen Stimmungsmache, die 

sie in der Öffentlichkeit absichtlich diffamiere. Sie habe daher mit Schreiben vom 

24. Juli 2023 die mit der Beklagten bestehenden Verlagsverträge gültig gekündigt 

(act. 22 Rz. 97 ff.).

5.1.2. Beklagte

- 53 -

Die Beklagte hält dem entgegen, seit der Neugestaltung der Website D._____.de 

werde in deren Impressum die J._____ AG als Verantwortliche für deren Inhalt auf-

geführt. Dementsprechend habe sie ihr Schreiben vom 21. Juli 2023 an diese ge-

richtet. Es könne keine Rede davon sein, dass das Schreiben eigentlich den Klä-

gern gegolten habe. Das Schreiben enthalte auch keine ultimative Aufforderung, 

die Nutzung der Liedtexte einzustellen. Sie habe die J._____ AG lediglich aufge-

fordert, ihr Nachweise beizubringen, aus denen die berechtigte Nutzung zur Ver-

wendung der Liedtexte hervorgehe und sie darauf hingewiesen, dass die Nutzung 

im Falle fehlender Berechtigung zu unterlassen sei. Wenn die Kläger vorbrächten, 

dass einige Textautoren mit der Nutzung einverstanden seien, sei damit noch nicht 

gesagt, dass diese Textautoren auch Rechteinhaber seien. Die J._____ AG sei vor 

dem  Abschluss  des  Vergleichs  im  Jahr  2021  nicht  Betreiberin  der  Website 

D._____.de und somit auch nicht verantwortlich für deren Inhalt gewesen. Daher 

sei sie auch nicht Lizenznehmerin der Liedtexte gewesen. Selbstverständlich ver-

füge sie, die Beklagte, über die nötigen Rechte, um die Nutzung der Liedtexte auf 

der Website zu lizenzieren. Auch wenn die Textautoren nicht verfügungsberechtigt 

seien, eine solche Nutzung zu erlauben, wolle sie deren Wunsch entsprechen und 

toleriere die Nutzung einstweilen. Sie bestreite zudem, die Medienberichterstattung 

zur Auseinandersetzung ausgelöst zu haben. Dies seien vielmehr die Kläger gewe-

sen (act. 26 Rz. 99 ff. und 233 ff.).

5.2. Würdigung

Die Kläger stützen sich für die Kündigung vom 24. Juli 2023 zusätzlich zu den be-

reits im Zusammenhang mit der Kündigung vom 9. Dezember 2022 abgehandelten 

Umständen auf ein an sie gerichtetes Verbot zur Verwendung der Liedtexte und 

eine Anmassung der diesbezüglichen Rechteinhaberschaft durch die Beklagte so-

wie von der Beklagten initiierte Medienberichterstattung über die vorliegende Aus-

einandersetzung.

Zum Verbot der Verwendung der Liedtexte auf der Website D._____.de ist festzu-

halten, dass die Beklagte bestreitet, dass das Schreiben vom 21. Juli 2023 an die 

Kläger gerichtet ist und dass sie damit die Verwendung der Liedtexte verboten hat 

(act. 26 Rz. 101). Die Kläger offerieren zum Nachweis ihrer diesbezüglichen Be-

- 54 -

hauptungen einzig das Schreiben der Beklagten vom 21. Juli 2023 (act. 22 Rz. 99 

f.). Daraus ergibt sich jedoch – was auch die Kläger in ihrer Sachdarstellung nicht 

in Abrede stellen – dass dieses an die J._____ AG adressiert ist (act. 23/33). Bei 

der J._____ AG handelt es sich um eine von den Klägern zu unterscheidende ei-

genständige juristische Person. Dass die Kläger deren einzige Aktionäre sind, kann 

alleine nicht genügen, um auf die Kläger durchzugreifen und ein an die J._____ AG 

adressiertes Schreiben als an die Kläger gerichtet zu betrachten. Zudem lässt sich 

dem  erwähnten  Schreiben  ohnehin  kein  ultimatives  Verbot  der  Verwendung  der 

Liedtexte entnehmen. Vielmehr fordert die Beklagte von der J._____ AG lediglich 

die Vorlage von Dokumenten, die sie zur Verwendung der Songtexte berechtigen, 

und hält fest, dass bei einer fehlenden Berechtigung die Verwendung der Songtexte 

sofort einzustellen sei (act. 23/33).

Weiter stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, sie sei Rechteinhaberin der auf 

der Website ersichtlichen Songtexte und bestreitet damit die klägerische Behaup-

tung,  dass  die  Beklagte  sich  die  Songtexte  anmasse  (act.  22  Rz.  103;  act.  26 

Rz. 108 und 238). Es ist demnach Sache der für Kündigungsgründe beweispflich-

tigen  Kläger,  substantiiert  zu  behaupten,  für  welche  konkreten  Songtexte  die 

Rechte bei den jeweiligen Textautoren und nicht bei der Beklagten liegen. Diese 

Anforderungen erfüllen die Kläger nicht. Sie begnügen sich mit der pauschalen Be-

hauptung, die Beklagte verfüge nicht über die betreffenden Rechte, ohne dabei die 

konkreten betroffenen Werke zu spezifizieren. Der klägerische Sachvortrag erweist 

sich damit als unsubstantiiert. Die Kläger können daher nicht aufzeigen, dass die 

Beklagte nicht Rechteinhaberin der Songtexte ist und sich diese anmasst. 

Gesamthaft  können  die  Kläger  nicht  darlegen,  dass  das  Schreiben  vom  21.  Juli 

2023 an sie gerichtet war und dass die Beklagte ihnen darin die Verwendung der 

Liedtexte verbot und sich die Rechte der Textautoren anmasste. Folglich kann in 

dieser Hinsicht auch keine Vertragsverletzung vorliegen.

Dasselbe gilt auch für die von den Klägern ins Feld geführte Medienberichterstat-

tung aus der vorliegenden Auseinandersetzung. Die Beklagte bestreitet, dass sie 

diese initiiert hat (act. 22 Rz. 108; act. 26 Rz. 243 f.). Auch hierzu stellen die Kläger 

keine weitergehenden Behauptungen auf, wann und wie die Beklagte die vorge-

- 55 -

brachte Medienberichterstattung konkret initiiert haben soll. Im Übrigen bleibt ohne-

hin im Dunkeln, welchen Inhalt die Medienberichterstattung hat und inwiefern diese 

die Auseinandersetzung falsch darstellen soll. Es gelingt den Klägern damit auch 

in dieser Hinsicht nicht, eine Vertragsverletzung der Beklagten aufzuzeigen.

5.3.

Fazit

Zusammenfassend  sind  keine  weitergehenden  Vertragsverletzungen  erstellt  als 

jene, die bereits für die am 9. Dezember 2022 ausgesprochene Kündigung berück-

sichtigt wurden. Entsprechend kann auch für die Kündigung vom 24. Juli 2023 kein 

wichtiger Grund vorliegen und auch diese erweist sich als ungültig. Gesamthaft ha-

ben die Kläger bis heute die mit der Beklagten bestehenden Verträge nicht gültig 

gekündigt. Diese Verträge bestehen folglich weiter und die Beklagte ist zur Nutzung 

der damit eingeräumten Rechte befugt. Rechtsbegehren Ziffer 1 ist daher abzuwei-

sen.

6.

Auskunfts- und Informationsbegehren

Die Kläger stellen mit Rechtsbegehren Ziffer 2 weiter ein Auskunfts- und Informati-

onsbegehren.  Die  Beklagte  rügt  vorab  eine  ungenügende  Bestimmtheit  des 

Rechtsbegehrens (act. 13 Rz. 165). Entsprechend ist nachfolgend zunächst zu prü-

fen, ob das klägerische Rechtsbegehren Ziffer 2 genügend bestimmt ist. Anschlies-

send sind die geltend gemachten Ansprüche – insoweit als sie genügend bestimmt 

sind – inhaltlich zu prüfen.

6.1. Genügende Bestimmtheit

6.1.1. Parteistandpunkte

Die Beklagte bemängelt das Rechtsbegehren der Kläger dahingehend, dass dieses 

zu den in den letzten zehn Jahren mit der Verwertung erzielten Bruttoumsatzerlöse 

"dokumentierte Nachweise und Hinweise zur Aufschlüsselung der Einnahmen" ver-

lange. Es sei dabei unklar, ob die Kläger mit "Einnahmen" den Bruttoumsatz mein-

ten. Zudem ergebe sich nicht, was unter "dokumentierten Nachweisen und Hinwei-

sen"  zu  verstehen  sei.  Weiter  verlangten  die  Kläger  in  diesem  Zusammenhang 

- 56 -

auch die Vorlage von "einschlägigen Verträgen mit Dritten", ohne dabei deutlich zu 

machen, was sie damit meinten. Schliesslich verlangten die Kläger im Ingress des 

Rechtsbegehrens auch zeitlich unbegrenzt "vollständige Auskunft" ohne zu spezi-

fizieren, was eine vollständige Auskunft sei. Dieses zeitlich unbeschränkte Rechts-

begehren widerspreche auch der im weiteren Teil des Rechtsbegehrens enthalte-

nen Einschränkung auf zehn Jahre und mache diese obsolet (act. 13 Rz. 165).

Die Kläger halten dem entgegen, es ergebe sich unzweideutig, dass die Beklagte 

die erzielten Bruttoumsatzerlöse anzugeben und diese mittels der dazugehörenden 

Verträge  zu  belegen  habe.  Im  Weiteren  habe  die  Beklagte  zu  diesen  Verwer-

tungserlösen  die  entsprechenden  tatsächlich  bezahlten  Kosten  anzugeben  und 

ebenfalls  mit den  dazugehörigen  Unterlagen  zu  dokumentieren.  Aus  der  Gegen-

überstellung der Bruttoumsatzerlöse und der Kosten folgten schliesslich die mit der 

Verwertung erzielten Gewinne. Die verlangten Auskünfte und Rechenschaftsable-

gung beziehe sich auf die letzten zehn Jahre vor Klageeinleitung, entsprechend der 

anwendbaren Verjährungsfrist (act. 22 Rz. 281 ff.).

6.1.2. Würdigung

Gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO hat die Klage ein Rechtsbegehren zu enthalten. 

Die hinreichende Bestimmtheit dieses Rechtsbegehrens stellt eine ungeschriebene 

Prozessvoraussetzung dar (vgl. KUKO ZPO-DOMEJ, Art. 59 N 29c). Die Anforde-

rungen an die Bestimmtheit von Auskunfts- und Informationsbegehren dürfen dabei 

nicht zu streng angesetzt werden. Da die klagende Partei oft noch gar nicht weiss, 

was genau der Inhalt der ihr zustehenden Informationen ist, kann von ihr nicht ver-

langt werden, jeden verlangten Beleg einzeln zu bezeichnen. Entsprechend muss 

es genügen, wenn die klagende Partei Klarheit darüber schafft, zu welchem Zweck 

sie worüber Auskunft verlangt. Ist das Informationsbegehren zwar klar, aber zu um-

fassend formuliert, führt dies nicht zu einem Nichteintreten, sondern zu einer (teil-

weisen) Abweisung des Begehrens (vgl. BGE 143 III 297 E. 8.2.5.4; Urteil des Bun-

desgerichts 4A_686/2014 vom 3. Juni 2015, E. 4.3.2.; Urteil des Handelsgerichts 

des Kantons Zürich HG190051-O vom 27.September 2021, E. 5.4.). Rechtsbegeh-

ren sind dabei neu Treu und Glauben im Lichte ihrer Begründung auszulegen (Urteil 

- 57 -

des Bundesgerichts 4A_555/2022 vom 11. April 2023, E. 2.8. mit Hinweis auf BGE 

137 III 617 E. 6.2.).

Rechtsbegehren Ziffer 2 der Kläger lautet wie folgt:

"2.

Die  Beklagte  sei  unter  Androhung  der  Bestrafung  ihrer  Organe  nach  Art.  292 

StGB mit Busse sowie der kostenpflichtigen Ersatzvornahme nach Art. 343 Abs. 1 

lit. e ZPO im Widerhandlungsfall zu verpflichten, den Klägern innert 20 Tagen seit 

Rechtskraft des entsprechenden (Teil-)Urteils vollständig Auskunft zu erteilen und 

nach anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung Rechnung zu legen über 

die bisherigen Verwertungshandlungen im Sinne von Rechtsbegehren Ziff. 1 be-

treffend die von D._____ geschaffenen Werke gemäss Werkliste in Anhang A, 

namentlich mit detaillierten Angaben über:

(i)

die daraus in den letzten zehn Jahren erzielten Bruttoumsätze, spezifiziert 

nach Werk bzw. Titel und Katalognummer, mit dokumentierten Nachweisen 

und Hinweisen zur Aufschlüsselung der Einnahmen, unter Beilage der ein-

schlägigen Verträge mit Dritten (Verträge mit der E._____ GmbH betref-

fend Subverlag, Co-Verlag und Verlagsadministration; Verträge mit Produ-

zenten  und  Veranstaltern  betreffend  das  Musical  und  den  Musicalfilm 

«F._____» etc.); 

(ii)

die daraus in den letzten zehn Jahren erzielten Gewinne, unter Gegenüber-

stellung der jeweils erzielten Umsatzerlöse und der tatsächlich bezahlten 

und zuordnenden Kosten, mit entsprechend dokumentierten Nachweisen."

Wie die Kläger in ihrer Replik klargestellt haben, bezieht sich das gesamte Rechts-

begehren Ziffer 2 einzig auf Informationen in den letzten zehn Jahren vor Klageein-

leitung  (act.  22  Rz.  286).  In  zeitlicher  Hinsicht  erweist  sich  das  Rechtsbegehren 

damit als genügend bestimmt. Auch in inhaltlicher Hinsicht haben die Kläger in der 

Replik klar dargelegt, was sie mit ihrem Rechtsbegehren begehren. Konkret ver-

langen sie von der Beklagten, dass diese die mit der Verwertung der streitgegen-

ständlichen Rechte erzielten Bruttoumsatzerlöse angibt und sie mit den diesen Ein-

nahmen  zugrunde  liegenden  Verträgen  dokumentiert.  Darüber  hinaus  wollen  die 

Kläger,  dass  die  Beklagte  die  zu  den  Verwertungserlösen  tatsächlich  bezahlten 

- 58 -

Kosten angibt und mit den zugrunde liegenden Unterlagen belegt, sowie dass die 

Beklagte mittels Gegenüberstellung der Umsätze und Kosten den erzielten Gewinn 

ausweist. Das klägerische Rechtsbegehren ist in diesem Sinne zu verstehen und 

erweist sich als genügend bestimmt.

6.2. Saldoklausel

Materiell bringt die Beklagte gegen die von den Klägern geltend gemachten Infor-

mationsbegehren zunächst vor, sämtliche bis zum 9. Juli 2021 entstandenen An-

sprüche seien aufgrund der im Vergleich vom selben Datum enthaltenen Saldok-

lausel untergegangen (act. 13 Rz. 173 ff.). Für die Wiedergabe der Parteivorbringen 

zur Saldoklausel kann auf die bereits gemachten Ausführungen verwiesen werden 

(E. 4.3.2.). Wie bereits dort erwogen, sind nach dem wirklichen Willen die Informa-

tionsansprüche für das Musical und den Musicalfilm nicht untergegangen. Es ver-

bleibt damit zu prüfen, ob mit der Saldoklausel auf Informationsansprüche für sämt-

liche anderen Verwertungshandlungen verzichtet wurde. 

In Bezug auf die über das Musical und den Musicalfilm hinausgehenden Verwer-

tungshandlungen bestehen – anders als für das Musical und den Musicalfilm selbst 

– keine Anhaltspunkte, anhand derer sich der wirkliche Wille der Parteien ermitteln 

lässt. Es ist daher nach dem Vertrauensprinzip zu beurteilen, ob die Parteien im 

Vergleich vom 9. Juli 2021 auf die Informationsansprüche zu den weiteren Verwer-

tungshandlungen verzichtet haben. Im Rahmen der objektiven Auslegung spricht 

sowohl der Wortlaut als auch der Zweck und die Entstehungsgeschichte für einen 

umfassenden Verzicht auf die bis zum Abschluss des Vergleichs entstandenen An-

sprüche. Es kann dazu auf die bereits gemachten Ausführungen verwiesen werden 

(E. 4.3.2.). Ergänzend ist festzuhalten, dass ein Anspruchsverzicht nach der Recht-

sprechung nur von Ansprüchen befreit, von denen die berechtigte Person Kenntnis 

hatte oder deren Erwerb sie zumindest für möglich hielt (BGE 100 II 42 E. 1; Urteil 

des Bundesgerichts 4A_523/2017 vom 12. Dezember 2017, E. 3.1.). Die Parteien 

gehen übereinstimmend davon aus, dass den Klägern bereits vor Abschluss des 

Vergleiches Informationsrechte zustanden und diese in der Vergleichsvereinbarung 

aufgenommen wurden, wobei die Auffassungen der Parteien darüber auseinander-

gehen, ob es sich im Vergleich um eine weitergehende Regelung als zuvor handelt, 

- 59 -

oder, ob dieser bloss eine Verschriftlichung der bisherigen Rechte darstellt (act. 13 

Rz. 188; act. 22 Rz. 160 und 240). Bei dieser Sachlage mussten es die Kläger zu-

mindest für möglich halten, dass ihnen aus der Zeit vor dem Abschluss des Ver-

gleichs Auskunfts- und Informationsrechte zustanden. Entsprechend ist die im Ver-

gleich vom 9. Juli 2021 vorgesehene Saldoklausel nach Treu und Glauben so zu 

verstehen,  dass  die  Kläger  –  ausgenommen  in  Bezug  auf  das  Musical  und  den 

Musicalfilm – auf ihre diesbezüglichen Auskunfts- und Informationsansprüche ver-

zichten. Den Klägern können folglich für den Zeitraum bis zum Abschluss des Ver-

gleichs am 9. Juli 2021 nur noch Auskunfts- und Informationsrechte in Bezug auf 

das Musical und den Musicalfilm zustehen. Im Übrigen ist Rechtsbegehren Ziffer 2 

abzuweisen.

6.3. Vorlage von Unterlagen sowie Offenlegung von Kosten und Gewinn

Die  Kläger  ersuchen  mit  ihren  Informationsbegehren  um  Auskunft  und  Rechen-

schaftslegung zu den mit der Verwertung der streitgegenständlichen Rechte erziel-

ten  Bruttoumsatzerlösen,  den  dafür  angefallenen  Kosten  und  resultierenden  Ge-

winnen. Zudem begehren sie die Herausgabe der zu diesen Zahlen zugehörigen 

Belege. Die Beklagte wendet dagegen u.a. ein, die Kläger hätten keinen Anspruch 

auf Kenntnis des Gewinnes und auf Vorlage von Unterlagen (act. 13 Rz. 200, 263 

und 269 f.).

Wie bereits erwogen, steht den Klägern nach dem Vergleich vom 9. Juli 2021 ein 

Auskunfts-, ein Rechnungslegungs- sowie ein Einsichtsrecht in die Bücher der Be-

klagten zu. Ein Recht auf Herausgabe von Verträgen oder Buchungsbelegen be-

steht nicht. Diese können vielmehr einzig mittel Einsichtnahme in die Geschäftsbü-

cher der Beklagten eingesehen werden (E. 4.3.3.). Dies gilt nach der dispositiven 

Regelung von Art. 389 Abs. 2 OR auch für die Zeit vor dem Abschluss des Ver-

gleichs (CHK OR-STREULI-YOUSSEF, Art. 389 N 3). Eine Einsichtnahme in die Bü-

cher wird von den anwaltlich vertretenen Klägern indes nicht beantragt, vielmehr 

lautet ihr Rechtsbegehren klar auf die Herausgabe bzw. Vorlage der begehrten Do-

kumente  durch  die  Beklagte.  Da  den  Klägern  kein  solches  Recht  zusteht,  ist  ihr 

Rechtsbegehren in diesem Umfang abzuweisen.

- 60 -

Dasselbe gilt auch für die ersuchte Rechenschaftslegung zum Gewinn und den an-

gefallenen Kosten. Gemäss dem klaren Wortlaut des Vergleichs vom 9. Juli 2019 

umfasst die beklagtische Rechenschaftsablagepflicht einzig die Einkünfte (act. 3/8). 

Es ist unbestritten, dass die streitgegenständlichen Verträge im Ergebnis eine klä-

gerische Umsatzbeteiligung von 40 % vorsehen (act. 13 Rz. 21; act. 22 Rz. 204). 

Entsprechend deckt sich die Regelung im Vergleich mit der dispositiven Regelung 

von Art. 389 Abs. 2 OR, wonach bei einem Umsatzhonorar nur eine Offenlegung 

der Berechnungsbasis für den Honoraranspruch und damit des Umsatzes notwen-

dig ist (ZK OR-Hochreutener, Art. 390 N 12; CHK OR-STREULI-YOUSSEF, Art. 389 

N 3).  Eine  Kenntnis  des  Gewinns  oder  der  dafür  angefallenen  Kosten  ist  für  die 

Berechnung  und  Nachprüfung  der  Tantiemenansprüche  der  Kläger  entbehrlich. 

Dies zeigt sich auch daran, dass bei der Berechnung der klägerischen Honorare 

für  die  Kosten  der  Beklagten  ein  pauschaler  Abzug  von  20  %  vorgesehen  ist 

(act. 13 Rz. 21; act. 22 Rz. 204). Die Kläger haben folglich keinen Anspruch auf 

Offenlegung der Kosten und des Gewinns der Beklagten. Rechtsbegehren Ziffer 2 

ist daher auch in dieser Hinsicht abzuweisen.

6.4. Erfüllung der Informationsansprüche

Es verbleibt damit zu prüfen, ob die Kläger Anspruch auf Rechenschaftsablegung 

der erzielten Bruttoerlöse für das Musical und den Musicalfilm sowie für alle Ver-

wertungshandlungen nach Abschluss des Vergleiches vom 9. Juli 2021 haben.

Dieser Beurteilung ist in zeitlicher Hinsicht vorauszuschicken, dass die Pflicht zur 

Rechenschaftsablage entgegen den Ausführungen der Beklagten der allgemeinen 

zehnjährigen  Verjährungsfrist  von  Art.  127  OR  untersteht  (BSK  OR  I-DÄPPEN, 

Art. 127 N 9 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 5C.305/2005 vom 18. April 

2006, E. 2.2.). Die Beklagte bringt gegen die klägerischen Informationsbegehren 

vor, sie habe ihre Pflicht zur Rechnungslegung bereits vollumfänglich erfüllt (act. 13 

Rz. 191 ff.; act. 26 Rz. 15 ff.). Es ist daher zu beurteilen, ob die Beklagte in Bezug 

auf  das  Musical  und  den  Musicalfilm  ihren  Abrechnungspflichten  zwischen  März 

2013 und der Klageeinleitung sowie in Bezug auf die übrigen Verwertungshandlun-

gen ab dem 10. Juli 2021 bis zur Klageeinleitung nachkam.

- 61 -

6.4.1. Abrechnungen Musical und Musicalfilm

Die Kläger haben die Abrechnungen aus dem Musical ab 2013 bis 2017 spätestens 

(vgl. dazu act. 26 Rz. 15 ff.) mit Erstattung der Klageantwort im vorliegenden Pro-

zess den Klägern zugestellt (act. 13 Rz. 90; act. 15/13). Die Behauptungs- und Be-

weislast für den eingeklagten Rechenschaftsablegungsanspruch obliegt den Klä-

gern (Art. 8 ZGB). Für den gegebenen Fall, dass eine Zustellung von Abrechnun-

gen erfolgt ist, haben diese entsprechend konkret darzulegen, inwiefern die zuge-

stellten  Abrechnungen  ungenügend  sind  resp.  welche  zusätzlichen  Angaben  zur 

korrekten Erfüllung ihres Anspruchs notwendig wären. Die Kläger begnügen sich 

jedoch damit, pauschal vorzubringen, die von der Beklagten eingereichten Abrech-

nungen  enthielten  nicht  alle  Abrechnungen,  ohne  dies  näher  zu  spezifizieren 

(act. 22 Rz. 247). Es ist daraus weder für das Gericht noch die Gegenpartei ersicht-

lich,  inwiefern  die  vorgelegten  Abrechnungen  nicht  vollständig  sein  sollen.  Es  ist 

damit  davon  auszugehen,  dass  die  Beklagte  die  Rechenschaftsablegungspflicht 

der Jahre 2013 spätestens mit der Zustellung im vorliegenden Prozess erfüllt hat. 

Entsprechend ist das klägerische Rechtsbegehren Ziffer 2 in Bezug auf die Musi-

calabrechnungen der Jahre 2013 bis 2017 als gegenstandslos geworden erledigt 

abzuschreiben  (Urteil  des  Handelsgerichts  des  Kantons  Zürich  HG190051-O,  E. 

6.2.).

Im Jahr 2018 wurden ab dem 29. März 2018 mit dem Musical unbestrittenermassen 

keine Einnahmen erzielt. Dass zuvor im Jahr 2018 Einnahmen erzielt wurden, wird 

von den Klägern nicht geltend gemacht. Es war deshalb für das Jahr 2018 keine 

Abrechnung zu erstellen (act. 13 Rz. 238;  act. 22 Rz. 287; E. 4.4.2.1.e). Für die 

Abrechnung der Musicaleinnahmen ab 2019 sowie jene zum Musicalfilm kann so-

dann auf die bereits gemachten Ausführungen verwiesen werden. Die Beklagte hat 

diesbezüglichen bereits korrekt abgerechnet (E. 4.4.2.2.). Die klägerischen Begeh-

ren zur Rechenschaftsablegung in Bezug auf das Musical ab 2018 und den Musi-

calfilm sind daher abzuweisen.

6.4.2. Abrechnung weitere Verwertungshandlungen

- 62 -

Zur Abrechnung weiterer Verwertungshandlungen ab dem 10. Juli 2021 bis zur Kla-

geeinleitung stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, sie habe sämtliche dahin-

gehenden Pflichten erfüllt. So habe sie den Klägern das Summary Statement July 

2021 to December 2021 sowie eine zugehörige Abrechnungsgutschrift, das Sum-

mary  Statement  January  2022  to  June  2022  und  das  Summary  Statement  July 

2022 to December 2022 zugestellt (act. 13 Rz. 207 und 212), was von den Klägern 

nicht bestritten wird (act. 22 Rz. 287). Die Kläger setzen sich mit diesen Dokumen-

ten nicht auseinander und legen nicht dar, inwiefern die entsprechenden Abrech-

nungen  ungenügend  sein  sollen.  Entsprechend  können  die  Kläger  auch  keinen 

noch offenen Rechenschaftsablegungsanspruch aufzeigen. Für das Jahr 2023 war 

sodann bis zur Klageeinleitung keine Abrechnung geschuldet. Diese war vielmehr 

nach dem Vergleich erst Ende März 2024 zu erstellen (act. 3/8; E. 4.3.3.). Die Klä-

ger machen nicht geltend, dass diese Abrechnung noch ausstehend ist. Rechtsbe-

gehren Ziffer 2 ist folglich auch in Bezug auf die weiteren Verwertungshandlungen 

nach Abschluss des Vergleichs abzuweisen.

Der Vollständigkeit halber ist abschliessend darauf hinzuweisen, dass für den Fall, 

dass entgegen den vorstehenden Erwägungen für die über das Musical und den 

Musicalfilm hinausgehenden Verwertungshandlungen nicht von einem Untergang 

der  Ansprüche  durch  die  Saldoklausel  ausgegangen  werden  könnte,  das  Aus-

kunfts- und Informationsbegehren zu solchen Verwertungshandlungen ohnehin ab-

zuweisen wäre. Denn die Kläger legen nicht dar, ob und inwiefern solche Handlun-

gen erfolgt sind und Abrechnungen von der Beklagten zu erstellen waren. Es kann 

daher auch nicht beurteilt werden, ob den Klägern in dieser Hinsicht Ansprüche auf 

Rechnungslegung zukommen bzw. ob solche noch offen sind. Zudem setzen sie 

sich auch mit den beklagtischen Ausführungen zu den seit 2018 erfolgten Abrech-

nungen nicht auseinander (act. 13 Rz. 233 ff.).

6.5.

Fazit

Die Auskunfts- und Informationsbegehren der Kläger sind abzuweisen, soweit sie 

sich nicht als gegenstandslos erweisen.

- 63 -

7.

Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen

Die von den Klägern ausgesprochenen Kündigungen der Verlagsverträge sind un-

gültig. Die entsprechenden Verträge sind daher weiterhin in Kraft und die Beklagte 

ist zur Verwertung der damit übertragenen bzw. eingeräumten Rechte befugt. Das 

Unterlassungsbegehren der Kläger ist daher abzuweisen. Das weiter gestellte Aus-

kunfts- und Informationsbegehren erweist sich in Bezug auf die Musicalabrechnun-

gen 2013 bis 2017 als gegenstandslos. Im Übrigen zeigen die Kläger keine ausste-

henden Ansprüche auf, weshalb dieses Begehren abzuweisen ist. Schliesslich ist 

auf  die  unbezifferte  Forderungsklage  mangels  rechtsgenügender  Darlegung  der 

Unzumutbarkeit resp. Unmöglichkeit der Bezifferung nicht einzutreten.

8.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.1. Streitwert

Die  Kläger  häufen  eine  Unterlassungsklage  (Rechtsbegehren  Ziffer  1)  mit  einer 

Auskunfts- und Informationsklage (Rechtsbegehren Ziffer 2) sowie einer unbezif-

ferten Forderungsklage (Rechtsbegehren Ziffer 3). Bei einer Klagenhäufung sind 

nach Art. 93 Abs. 1 ZPO die geltend gemachten Ansprüche zusammenzurechnen, 

sofern sie sich nicht gegenseitig ausschliessen. Vorliegend schliessen sich die von 

den Klägern eingeklagten Ansprüche nicht aus, weshalb deren Streitwerte zusam-

menzurechnen sind.

Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Lau-

tet das Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geldsumme, so setzt das Gericht 

den Streitwert fest, sofern sich die Parteien darüber nicht einigen oder ihre Angaben 

offensichtlich  unrichtig  sind  (Art.  91  Abs.  2  ZPO).  Die  Kläger  gehen  für  alle  von 

ihnen  gestellten  Begehren  von  einem  Gesamtstreitwert  von  CHF  500'000.–  aus 

(act. 1 Rz. 10; act. 22 Rz. 3 ff.), während die Beklagte von einem Gesamtstreitwert 

von CHF 2'000'000.– ausgeht (act. 13 Rz. 156 ff.). Die Angaben beider Parteien 

sind unzutreffend. Urheberrechtliche Unterlassungsklagen sind vermögensrechtli-

che Streitigkeiten. Für die Bestimmung des Streitwerts ist das monetäre Interesse 

der klagenden Partei an der Durchsetzung der Unterlassung massgebend. Dieses 

ist unter Berücksichtigung der noch verbleibenden Schutzdauer zu schätzen (Urteil 

- 64 -

des  Handelsgerichts  des  Kantons  Zürich  HG210019-O  vom  30. Januar  2024, 

E. 9.1.; SHK URG-MÜLLER, vor Art. 61 – 66a N 41 ff.; ZÜRCHER, Der Streitwert im 

Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, sic! 2002, S. 496 f.). Vorliegend werden 

die 

streitgegenständlichen  Urheberrechte 

sowohl 

kollektiv 

über 

die 

Verwertungsgesellschaften als auch individuell verwertet. Es ist unbestritten, dass 

alleine  der  auf  die  Beklagte  entfallende  Anteil  der  Erlöse  aus  der  kollektiven 

Verwertung zwischen 2008 und 2022 CHF 7'280'000.– betrug, wobei dieser Betrag 

– nach Sachdarstellung der Beklagten – auch Einnahmen aus der Verwertung der 

nicht  von  D._____  stammenden  Songtexte  beinhaltet  (act.  13  Rz.  25;  act.  22 

Rz. 202 ff.).  Der  in  den  letzten  15  Jahren  erzielte  Erlös  der  Beklagten  aus  der 

kollektiven  Verwertung  entspricht  damit 

jährlichen 

rund  CHF 485'000.– 

(CHF 7'280'000.– / 15 Jahre). Für den Streitwert des Unterlassungsbegehrens ist 

der Kapitalwert des klägerischen Interessens zu bestimmen (Art. 92 Abs. 1 ZPO). 

Im  Zeitpunkt  der  Klageeinleitung  im  März  2023  liefen  die  Urheberrechte  von 

D._____  noch  rund  61  Jahre.  Um  der  Reduktion  um  den  Erlös  aus  den  Text-

Rechten sowie der Unsicherheit über die Höhe der künftigen Erträge Rechnung zu 

tragen,  rechtfertigt  es  sich,  von  jährlichen  Einnahmen  von  CHF  200'000.– 

auszugehen.  Für  die  Kapitalisierung  ist  auf  die  Barwerttafeln  abzustellen  (BSK 

ZPO-HOFMANN/BAECKERT, Art. 92 N 4). Es ergibt sich demnach ein Kapitalwert von 

CHF 5'108'022.80 

(CHF 200'000.– 

x 

25.540114; 

STAUFFER/SCHAETZLE/SCHAETZLE/WEBER,  7.  Aufl.,  S.  397).  Der  Streitwert  von 

Rechtsbegehren Ziffer 1 ist entsprechend auf CHF 5'108'022.80 festzusetzen.

Der  Streitwert  der  unbezifferten  Forderungslage  ist  sodann  auf  den  von  den 

Klägern  angegebenen  Mindestbetrag  von  CHF  72'288.60 

(entsprechend 

EUR 72'578.95 am 29. März 2023) festzusetzen (Urteil des Handelsgerichts des 

Kantons Zürich vom 3. Oktober 2023, E. 8.1.). Der Streitwert eines Auskunfts- bzw. 

Informationsbegehrens ist ermessensweise auf einen Bruchteil zwischen 10 % und 

40 % des Hauptbegehrens zu bemessen (Urteil des Bundesgerichts 4A_542/2017 

vom 9. April 2018, E. 4.2.2.). Es rechtfertigt sich vorliegend, den Streitwert der klä-

gerischen  Auskunfts-  und  Informationsbegehrens  auf  20 %  des  Streitwertes  der 

(unbezifferten) Forderungsklage festzusetzen. Der Streitwert beträgt in dieser Hin-

sicht folglich CHF 14'457.72.

- 65 -

Gesamthaft  resultiert  ein  Streitwert  von  CHF  5'194'769.12  (CHF  5'108'022.80  + 

CHF 72'288.60 + CHF 14'457.72).

8.2. Gerichtskosten und Kostentragung

Die  Höhe  der  Gerichtskosten  bestimmt  sich  nach  der  Gebührenverordnung  des 

Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG; Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 

GOG ZH). Unter Berücksichtigung des Zeitaufwandes des Gerichts rechtfertigt es 

sich, die auf Basis des Streitwerts errechnete Grundgebühr von rund CHF 72'700.– 

auf  CHF  85'000.–  zu  erhöhen  (§ 2  Abs. 1  lit. a  und  § 4  Abs. 1  und  Abs.  2  GebV 

OG).

Ausgangsgemäss sind die Kosten vollumfänglich den Klägern unter solidarischer 

Haftung  aufzuerlegen  (Art.  106  Abs.  1  und  3  aZPO).  Hinzuweisen  ist  in  diesem 

Zusammenhang  darauf,  dass  der  Gegenstandslosigkeit  in  Bezug  auf  die 

Rechnungslegung 

für  das  Musical  der  Jahre  2013  bis  2017 

in  der 

Gesamtbetrachtung  eine  bloss  marginale  Bedeutung  zukommt,  sodass  auf  die 

Ermittlung  des  mutmasslichen  Obsiegens  und  Unterliegens  in  dieser  Hinsicht 

verzichtet  werden  kann  und  von  einem  vollumfänglichen  Unterliegen  der  Kläger 

auszugehen ist. Die Gerichtsgebühr ist soweit möglich aus den von den Klägern 

geleisteten Kostenvorschüssen zu beziehen (Art. 111 ZPO) und der Fehlbetrag von 

den Klägern unter solidarischer Haftung nachzufordern. 

8.3. Parteientschädigungen

Die Höhe der Parteientschädigung wird nach der Anwaltsgebührenverordnung vom 

8. September 2010 (AnwGebV) bestimmt. Sie setzt sich aus der Gebühr und den 

notwendigen Auslagen zusammen (§ 1 Abs. 2 AnwGebV). Die Grundgebühr ist mit 

der Begründung oder Beantwortung der Klage verdient; für jede weitere Rechts-

schrift oder Verhandlung ist ein Zuschlag zu gewähren (§ 11 Abs. 1 und 2 Anw-

GebV). 

Gestützt auf den Streitwert beträgt die Grundgebühr rund CHF 70'350.–. Die Be-

klagte hat nebst der Klageantwort eine Duplik eingereicht. Hierfür sind Zuschläge 

von  rund  25  %  zu  gewähren.  Die  Grundgebühr  ist  daher  auf  insgesamt 

- 66 -

CHF 88'000.–  zu  erhöhen.  Mangels  Antrags  ist  die  Parteientschädigung  ohne 

Mehrwertsteuerzuschlag zuzusprechen.

Das Handelsgericht beschliesst:

1.

Rechtsbegehren Ziffer 2 wird hinsichtlich der Musicalabrechnungen der Jahre 

2013 bis 2017 als gegenstandslos geworden erledigt abgeschrieben.

2.

3.

1.

2.

3.

Auf Rechtsbegehren Ziffer 3 wird nicht eingetreten.

Schriftliche Mitteilung, Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen so-

wie Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkenntnis.

Das Handelsgericht erkennt:

Die Klage wird im Übrigen abgewiesen.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 85'000.–.

Die Kosten werden den Klägern unter solidarischer Haftung auferlegt und so-

weit möglich aus den von ihnen geleisteten Kostenvorschüssen bezogen. Der 

Fehlbetrag wird von den Klägern unter solidarischer Haftung eingefordert.

4.

Die Kläger werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Beklagten eine 

Parteientschädigung von CHF 88'000.– zu bezahlen. 

5.

6.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien.

Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 

Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde 

richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (sub-

sidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bun-

desgesetzes  über  das  Bundesgericht  (BGG).  Der  Streitwert  beträgt 

CHF 5'194'769.12.

- 67 -

Zürich, 16. April 2025

Handelsgericht des Kantons Zürich

Der Vorsitzende:

Der Gerichtsschreiber:

Dr. Stephan Mazan

Lukas Bügler