# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ab443af-bf92-5f9f-9c1d-3dc5a7b46d73
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2010 C-6742/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6742-2009_2010-07-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6742/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Bernard Vaudan, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

J._______ und T._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
D._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6742/2009

Sachverhalt:

A.
Die  aus  Thailand  stammend  D._______  (geb.  1984,  nachfolgend: 
Gesuchstellerin bzw. Eingeladene) beantragte am 24. August 2009 bei 
der  Schweizerischen  Botschaft  in  Bangkok  die  Erteilung  eines 
Einreisevisums  für  die  Dauer  von  90  Tagen.  Als  Zweck  der  be-
absichtigten Reise gab sie an,  ihre  im Kanton St. Gallen  wohnhafte 
Schwester  T._______  und  deren  Ehemann  J._______  (nachfolgend: 
die Gastgeber bzw. die Beschwerdeführer) besuchen zu wollen. 

Nach Verweigerung der Visumserteilung in  eigener Kompetenz über-
mittelte  die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur  Prüfung und 
zum Entscheid an die Vorinstanz. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass 
die Eingeladene, welche im letzten Jahren während acht Monaten als 
Tänzerin  in  der  Schweiz  gearbeitet  habe,  im  Heimatland  keiner  Er-
werbstätigkeit nachgehe und von den Gastgebern finanziell unterstützt 
werde.  Diese  führten  seit  11  Jahren  im  Kanton  Zürich  ein  eigenes 
Thai-Restaurant mit vier Angestellten. Eine in der Schweiz verheiratete 
Tante der Gesuchstellerin arbeite als Köchin, die andere – ebenfalls 
verheiratet  –  sei  Besitzerin  eines  Restaurants.  Es  bestünden  daher 
begründete  Zweifel  am  Aufenthaltszweck  bzw. an  der  fristgerechten 
Wiederausreise,  zumal  eine  Eheschliessung  in  der  Schweiz  nicht 
ausgeschlossen werden könne.

B.
Nachdem  die  Migrationsbehörde  des  Kantons  St.  Gallen  bei  den 
Gastgebern ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weiter-
geleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit  Verfügung 
vom 14. Oktober 2009 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung,  
die  anstandslose  und  fristgerechte  Wiederausreise  nach  einem  Be-
suchsaufenthalt könne nicht als gesichert betrachtet werden. Die Ge-
suchstellerin  lebe  in  einer  Region,  aus  der  als  Folge  der  dort  
herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse ein anhaltend starker Zu-
wanderungsdruck  festzustellen  sei.  Der  Eingeladenen  –  jung,  ledig 
und ohne Erwerbstätigkeit – oblägen im Heimatland weder zwingende 
berufliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwortlichkeiten, die ge-
gebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom 24.  Oktober  2009  beantragen  die  Be-

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schwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung  und  die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums  an  die 
Gesuchstellerin. Zur Begründung bringen sie im Wesentlichen vor, die 
Vorinstanz gehe zu Unrecht  davon aus, die Wiederausreise der Ein-
geladenen  nach  einem  Besuchsaufenthalt  wäre  nicht  gesichert,  sei 
diese  doch  im  letzten  Jahr  fristgerecht  in  ihr  Heimatland  zurück-
gekehrt.  Da  sich  die  Gesuchstellerin  damals  zu  Erwerbszwecken  in 
der  Schweiz  aufgehalten  habe,  habe  sie  nicht  ausreichend  Zeit  ge-
funden,  ihre  um  14  Jahre  ältere  Schwester  genügend  kennen  zu 
lernen. Letzterer sei es wegen ihres Geschäftsbetriebes nicht möglich, 
für drei Monate nach Thailand zu verreisen.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezember 2009 spricht sich die Vor-
instanz unter  Erläuterung der  bereits  genannten Gründe für  die  Ab-
weisung  der  Beschwerde  aus.  Ergänzend  wird  ausgeführt,  die  Ein-
geladene sei im letzten Jahr zur Arbeitsaufnahme als Cabarettänzerin 
in die Schweiz eingereist, wo sie sich während der für diese Erwerbs-
gruppe  längstmöglichen  Dauer  von  acht  Monaten  hier  aufgehalten 
habe. Seit ihrer Rückkehr nach Thailand Ende November 2008 sei die 
Gesuchstellerin stellenlos und müsse daher von ihrer Schwester in der 
Schweiz finanziell  unterstützt  werden. Vor diesem Hintergrund könne 
nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die  Eingeladene  nach  erfolgter 
Einreise in die Schweiz ihrer vielbeschäftigten Schwester – Besitzerin 
eines Restaurants für thailändische Spezialitäten – ihre Unterstützung 
in Restaurant oder Haushalt anbieten würde, was mit dem beantragten 
(bewilligungsfreien)  Aufenthalt  zu  Besuchszwecken  nicht  vereinbar 
wäre.

E.
Mit verfahrensleitender Anordnung vom 21. Dezember 2009 respektive 
14. Mai 2010 wurde den Beschwerdeführern die Möglichkeit gewährt,  
zur  Vernehmlassung der  Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die  hierfür 
gesetzte Frist blieb ungenutzt.

F.
In  der  Folge zog das Bundesverwaltungsgericht  die  Akten des Aus-
länderamtes des Kantons St. Gallen sowie des Migrationsamtes des 
Kantons Zürich bei.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-

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wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 

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Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  Art. 2  Abs. 1  der 
Verordnung  vom  22. Oktober  2008  über  die  Einreise  und  die 
Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der 
Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des 
Rates  vom  15. März  2006  über  einen  Gemeinschaftskodex  für  das 
Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG). Namentlich müssen Ausländerinnen und Ausländer für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  bieten,  wenn  nur  ein  vorüber-
gehender  Aufenthalt  vorgesehen  ist  (Art. 5  Abs. 2  AuG,  vgl.  dazu 
BVGE  2009/27  E.  5.2  und  E.  5.3).  Hinsichtlich  der  in  Frage 
kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthaltszwecks 
verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie 
Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das  Einreise-
erfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 

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15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin als thailändische Staatsangehörige der Visumspflicht.

6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Be-
sucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von 
Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  bzw.  Regionen  mit  politisch 
oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können 
darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen  nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

6.3 Die  Gesuchstellerin  stammt  aus  Thailand. Die  Wirtschaft  dieses 
Landes ist nach Bewältigung der Asienkrise von 1997 zwar wieder zu 
neuem Wachstum gelangt. So betrug im Jahr  2007 das Wirtschafts-
wachstum immerhin 4.8%. Im Jahr 2008 wurde dagegen, verursacht 
insbesondere  durch die  internationale  Finanzkrise,  ein  Abwärtstrend 
spürbar. Das Wirtschaftswachstum belief sich nach einem guten Start 
(+ 6% im ersten Quartal)  und starken Einbrüchen im vierten Quartal 
(- 4.3%)  noch  auf  insgesamt  2.3%.  Die  grundsätzlich  ermutigenden 
wirtschaftlichen Entwicklungen seit  der Asienkrise können aber nicht 
über  die  Tatsache  hinwegtäuschen,  dass  nach  wie  vor  breite  Be-
völkerungsschichten  von  vergleichsweise  schwierigen  ökonomischen 
und sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Das Bruttoinlandpro-
dukt pro Kopf der Bevölkerung betrug im Jahr 2008 nur gerade 4'081 
USD, im Jahr 2009 noch 3'845 USD (vgl. zu den wirtschaftlichen Indi -
zes  die  Länder-  und  Reiseinformationen  auf  der  Website  des  Aus-
wärtigen Amtes,  Länder-  und Reiseinformationen > Thailand > Wirt-
schaft,  <http://www.auswaer      tiges-      amt.de      >,  Stand:  Oktober  2009,  be-
sucht im Juli 2010).

Vor  dem  Hintergrund  der  fortbestehenden  ungünstigen  Lebensver-
hältnisse  ist  –  vor  allem  in  der  jüngeren  Bevölkerung  –  ein  starker 
Migrationsdruck festzustellen. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland 
vieler  Auswanderer  im  erwerbsfähigen  Alter,  welche  sich  hier  unter 

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http://www.auswaer/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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besseren Lebensbedingungen eine (neue)  Existenz aufbauen möch-
ten.  Diese  Tendenz  zur  Auswanderung  wird  erfahrungsgemäss  dort 
noch begünstigt, wo bereits ein soziales Beziehungsnetz (Verwandte, 
Freunde)  im  Ausland  besteht.  Im  Falle  der  Schweiz  führt  dies 
angesichts der restriktiven Zulassungsregelung oftmals zur Umgehung 
ausländerrechtlicher Bestimmungen. Dabei wird nicht selten versucht, 
den Aufenthalt zu verlängern oder – beispielsweise durch Ausbildung 
oder  Heirat  –  auf  eine  andere  migrationsrechtliche  Grundlage  zu 
stellen.

6.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände  und  Erfahrungen,  sondern  –  wie  bereits  erwähnt  –  auch 
sämtliche  Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu  berück-
sichtigen. Obliegt  einer  gesuchstellenden Person im Heimatland bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose  Wiederausreise  begünstigen.  Umgekehrt  muss  bei 
Personen,  die  in  ihrer  Heimat  keine  besonderen  Verpflichtungen 
haben,  das  Risiko  für  ein  fremdenpolizeilich  nicht  regelkonformes 
Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch 
eingeschätzt werden.

7.
7.1 Die Gesuchstellerin ist knapp 26-jährig, unverheiratet und stammt 
aus Chiang Mai (Nordthailand). Über ihre Wohnverhältnisse wurde von 
den Beteiligten nichts ausgeführt. Es kann demnach nicht davon aus-
gegangen  werden,  im  persönlichen  oder  familiären  Umfeld  der  Ein-
geladenen seien Verpflichtungen oder gar Abhängigkeiten vorhanden, 
die  besondere  Gewähr  für  eine  Rückkehr  nach  Thailand  bieten 
könnten. Tritt hinzu, dass in Situationen angespannter wirtschaftlicher 
und/oder  politischer  Verhältnisse  selbst  zurückbleibende  nahe  An-
gehörige  regelmässig  nicht  verlässlich  davon  abhalten  können,  den 
Entscheid für eine Emigration zu fällen. 

Dass der Zuwanderungsdruck aus besagter Region anhält,  wird von 
den Beschwerdeführern nicht in Frage gestellt. Demgegenüber leben 
mit  ihrer  Schwester  und  zwei  Tanten  nahe  Verwandte  der  Gesuch-
stellerin seit Jahren (verheiratet) in der Schweiz, was einen gewissen 
Bezug schafft und bei der Eingeladenen den Wunsch auslösen könnte, 
es ihnen gleich zu tun.

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7.2 Entsprechend  grosse  Bedeutung  kommt  deshalb  den wirtschaft-
lichen Verhältnissen zu, in denen sich die Gesuchstellerin befindet. Im 
Zeitpunkt  der Gesuchseinreichung gab die Eingeladene an, nicht  er-
werbstätig  zu  sein  (vgl.  Ziff.  19  und  20  des  persönlichen  Einreise-
gesuches).  Gegenüber  der  kantonalen  Migrationsbehörde  haben  die 
Beschwerdeführer zwar darauf hingewiesen, die Gesuchstellerin sei im 
(nicht näher bezeichneten) Laden ihrer Eltern tätig. Für die Annahme, 
die Eingeladene – im Jahre 2008 während rund acht Monaten in der 
Schweiz als Cabarettänzerin beschäftigt – gehe in der Zwischenzeit im 
Heimatland einer geregelten Erwerbstätigkeit nach und sei nunmehr in 
der Arbeitswelt integriert, ergeben sich aus den Akten keine Anhalts-
punkte. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass sie weiterhin 
auf finanzielle Unterstützung durch die Beschwerdeführer angewiesen 
ist.  Von  einer  starken  (beruflichen)  Verwurzelung,  welche  die  Ein-
geladene verlässlich von einer Emigration abzuhalten vermöchte, kann 
demnach nicht ausgegangen werden. Vor diesem Hintergrund müssen 
die  Beteuerungen  auf  Beschwerdeebene,  wonach  genügend 
Garantien für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden seien, als 
nicht ausschlaggebend bezeichnet werden. Dies umso weniger, als die 
von der Schweizervertretung sowie der Vorinstanz in  ihrer  Vernehm-
lassung geäusserten  Zweifel  am Aufenthaltszweck,  die  von den  Be-
schwerdeführern im Verlaufe des Verfahrens nicht ausgeräumt werden 
konnten, als durchaus begründet erscheinen.

7.3 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz 
zu Recht davon ausgehen, die Wiederausreise der Gesuchstellerin sei 
im  Sinne  der  massgeblichen  Bestimmungen nicht  gesichert.  An  der 
Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass 
die  Beschwerdeführer  die  rechtzeitige  Rückkehr  der  eingeladenen 
Schwester bzw. Schwägerin zugesichert haben. Die Integrität der Be-
schwerdeführer in ihrer Eigenschaft als Gastgeber wird auch gar nicht 
in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer 
nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und 
die Absichten der Gastgeber, sondern in erster Linie das mögliche Ver-
halten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, 
hinreichend Gewähr für  eine fristgerechte  und anstandslose Wieder-
ausreise zu bieten. Die Gastgeber können – wie dies in casu mit der 
Unterzeichnung  des  Formulars  "Verpflichtungserklärung"  geschehen 
ist  –  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  (Lebensunterhaltskosten 
während  des  Besuchsaufenthaltes,  allfällige  Kosten  für  Unfall  und 
Krankheit  sowie  Rückreisekosten)  Garantie  leisten,  nicht  aber  – 

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mangels  rechtlicher  und  faktischer  Durchsetzbarkeit  –  für  ein  be-
stimmtes  Verhalten  des  Gastes  (vgl.  BVGE  2009/27  E.  9).  Den 
Beschwerdeführern steht – zu gegebener Zeit – die Möglichkeit offen, 
die Gesuchstellerin in deren Heimatland zu besuchen.

8.
Aus den dargelegten Gründen ist  daher nicht  zu beanstanden, dass 
die  Vorinstanz  das  öffentliche  Interesse  sowie  die  Beachtung  der 
geltenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuch-
stellerin  die  Einreise  verweigerte.  Die  angefochtene  Verfügung  ist 
somit  im Ergebnis  rechtmässig  (Art.  49  VwVG). Die  Beschwerde  ist 
demzufolge abzuweisen.

9.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  werden  die  unter-
liegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die 
Verfahrenskosten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 ff. des Regle-
ments  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

Dispositiv Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Sie werden mit dem am 12. November 2009 geleisteten Kos-
tenvorschuss gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- das Ausländeramt des Kantons St. Gallen

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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