# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5b584df-21d7-59a8-87b0-30a97b33e59b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-30
**Language:** de
**Title:** Rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten beweiskräftig
**Docket/Reference:** IV.2019.00412
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00412.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00412
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Reiber
Urteil
vom
3
0.
April 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Stéphanie Baur
Baur
Imkamp
& Partner, Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 55, 8600 Dübendorf
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1979,
absolvierte eine Berufsausbildung als
Damen
coif
feuse
. Zusätzlich erwarb sie später ein Bürofachdiplom an einer Handelsschule und bildete sich im Bereich Finanzbuchhaltung aus (
Urk.
7/2/4,
Urk.
7/37/11
f.). Sie war in verschiedenen Branchen berufst
ä
tig (
Urk.
7/12). Zuletzt
war
sie ab dem
1. September 2014 bis
zum
30. April 2015 bei der Stiftung
Y.___
als Pflegehilfe
angestellt
, wobei der letzte Arbeitstag
der
1
5.
Februar 2015 war (Urk. 7/13/1 f.).
Hernach war die Versicherte krankgeschrieben (vgl.
Urk.
6/13/9) und sie bezog Leistungen ihrer Krankentaggeldversicherung, der Helsana Versi
cherungen AG (vgl.
Urk.
6/13/3,
Urk.
6/14).
Unter Hinweis auf Schmerzen
im linken Bein
bis in den unteren Rücken beim Sitzen, Laufen und Stehen meldete sich die Versicherte am 1
4.
August 2015
bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die
medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Insbesondere
holte
sie
ein
bidisziplinäres
Gutachten ein
. Das
rheumatologisch
e
Teilgutachten datiert
vom 1
3.
April
und
das
psychiatrisch
e vom 2
2.
April 201
7.
Die Konsensbespre
chung
trägt das Datum des 2
0.
April 2017
(Urk. 7/37-39).
Sodann
gewährte
die IV-Stelle
der Versicherten im Rahmen von beruflichen Massnahmen Kostengut
sprache für ein Arbeitstraining (Urk. 7/53). Dieses
wurde
mit Mitteilung vom 18. Juli 2018 abgeschl
ossen und
die Versicherte
trat
eine
Teilzeit-
Festanstellung beim Einsatz
betrieb
i
hres Arbeitstrainings
, der Primarschule
Z.___
,
an
(Urk. 7/67
,
Urk.
6/70
).
Im Weiteren holte die IV-Stelle
mehrere
Stellungnahme
n
des Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (RAD
)
vom
7. Februar und 9. Mai 2017,
vom
3. Dezember 2018 sowie
vom
26. April 2019
ein
(
Urk. 7/71/3 f.; Urk. 7/71/4 ff., Urk. 7/90/3 f.; Urk. 7/90/6
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/72-80 und Urk. 7/85-90
) ver
neinte die IV-St
elle mit Verfügung vom 14. Mai 2019 einen Rentena
nspruch
(
Urk.
7/91 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 7. Juni 2019 Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 14. Mai 2019 und beantragte,
diese sei aufzuheben und ihr
sei
eine halbe IV-Rente zu gewähren
. Weiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung unter Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin zu gewähren
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle
beantragte
mit Beschwerdeantwort vom 19. August 2019
die
Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 22. August 2019 zur Kenntnis gebracht und ihr zudem antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
bewilligt
(Urk. 8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose
und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erl
e
digen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
also
entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
die medizinische Beurteilung habe ergeben, dass die Beschwerde
füh
rerin ihre frühere Tätigkeit im Büro – allenfalls mit Hilfsmitteln - weiterhin zu
100 % ausüben könne (
Urk.
2
S. 1). Die Eingliederungsmassnahmen hätten erfolg
reich abgeschlossen werden können. Es liege keine längerdauernde Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in der gelernten Bürotätigkeit vor, weshalb kein An
spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung bestehe (
Urk.
2
S. 1 f.).
Auf das
Gutachten von Dr. med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. med.
B.___
, Facharzt für Rheumato
logie und Innere Medizin, vom 13. bzw. 22. April 2017
könne abgestellt werden. Weitere Abklärungen seien nicht angezeigt (
Urk.
1
S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
sie arbeite nun als Assi
stentin Betreuung und verfüge damit über eine
bestmöglich angepasste Tätigkeit. Dennoch sei eine Arbeitstätigkeit über 50 % schlicht nicht möglich
und führe immer wieder zu Schmerzen
, weshalb sie sich erneut habe abklären lassen
(
Urk.
1
S. 5).
Aus dem
Bericht vom 3. Oktober 2018
von
Dr. med. univ.
C.___
, leitender Arzt, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie,
Universitätsspital
D.___
,
sei ersichtlich
, dass
ihre
Rückenbeschwerden durchaus bildgebend nachvollzogen werden könnten
(
Urk.
1
S. 5 f.).
Das Gut
achten sowie die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med.
E.___
, Fach
arzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, seien aufgrund des vorge
nannten Berichts des
D.___
sowie der Einschätzung von Dr. med.
F.___
, Fachärztin für Rheumatologie, überholt (
Urk.
1
S. 6 f.).
Die Gutachter hätten zudem unzulässigerweise auf eine Konsensus-Stellungnahme verzichtet und sich überdies nicht in genügender Weise mit den Diagnosen Fibromyalgie und soma
toforme Schmerzstörung auseinandergesetzt
(
Urk.
1
S. 8 f.).
Insgesamt sei ihr Ge
sundheitszustand ungenügend abgeklärt worden und sie sei auf eine halbe Inva
lidenrente
klar
angewiesen (
Urk.
1
S. 10).
2.3
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Innere Medizin
und Rheumatologie,
er
klärte in seinem Bericht vom 16. November 2015 zuhanden der Krankentag
geld
versicherung (Urk. 7/40/15-19), die Beschwerdeführerin beschreibe ein limitie
rendes Schmerzsyndrom lumbosakral links mit Ausdehnung pan-paravertebral links und in die linke untere Extremität, wobei die Ausstrahlung in der Beschrei
bung unterschiedlich angegeben
worden sei
. Die
Angaben und die
Untersu
chung
sbefunde
sei
en
diskrepant. Es
sei
eine Schwäche im linken Bein vorgeführt
worden
, unbeobachtet
aber sei diese
weitgehend
nicht mehr vorhanden gewesen
.
Bei der aktiven Prüfung der
Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) sei in allen Richtungen ein
diffuser
Schmerz angegeben
worden
. Beim Anziehen jedoch
sei die
Beweglichkeit der LWS
unbeeinträchtigt gewesen und es habe eine
maxi
male Flexion
beobachtet werden können
, zum Beispiel beim
Binden der
Schuhe
. D
ie
Weichteiluntersuch
ung
sei unauffällig
gewesen
.
P
aralumbale
r
Hartspann- oder
Triggerpunktbildungen
seien nicht festzustellen gewesen
,
ebenso wenig pathologische Befunde
perip
h
er
-
neurologisch
er
Art.
Zusammenfassend
liege
ein
nicht näher spezifizierbares
,
limitierend beschriebenes und vorgeführtes Schmerz
syndrom ohne somatisches Korrelat
vor
,
das
weder klinisch noch radiologisch
nach
weisbar sei
. Eine solche Problematik
weise
in
die
Richtung einer somato
formen Schmerzstörung
(Urk. 7/40/17).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
G.___
fest, a
ufgrund rheumato
lo
gisch-somatischer Kriterien sei die Beschwerdeführerin für sämtliche Tätigkeiten, auch
die
angestammte, zu 100 % arbeitsfähig. Ob aus anderen Gründen, bei
spielsweise
aus
psychiatrischen, eine Arbeitsunfähigkeit gegeben sei, bedinge eine differenzierte Beurteilung im Rahmen einer multimodalen stationären Reha
bilitation und Exploration (Urk. 7/40/18).
3.2
Dem
Austrittsbericht der Rehak
lini
k
H.___
vom 28. März
2016
(Urk. 7/23/25)
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 29. Februar bis 26. März 2016 an einem stationären Behandlungsprogramm für Patienten mit chronischen Schmerzen
teilgenommen habe
.
Dr. med.
I.___
, Oberärztin, prakt. med.
J.___
, Abteilungsärztin, und
lic.
phil.
K.___
, Leitung Schmerzzen
trum/Psychosomatik
, stellten
folgende Diagnosen
(Urk. 7/23/2)
:
-
Chronisches
zervikobrachiales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
b
eginnende Bandscheibenprotrusionen im Segment C5/C6 und C6/C7
sow
ie beginnende Iliosakralgelenk (ISG)-Arthrose link
sbetont (MRI der
Halswirbelsäule [HWS] und Lendenwirbelsäule [LWS] vom 4. März
2015
)
-
Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung
-
Chronischer Nikotinkonsum
Dazu führten sie aus, die Schmerzsymptomatik habe sich unter den Therapien gebessert. Aufgrund der noch insuffizienten paravertebralen Muskulatur habe ihr das Sitzen grosse Mühe bereitet. Sie habe im Verlauf frei
,
aber auch mit zwei Unterarmgehstöcken in einem harmonisierten Gangbild längere Strecken gehen können
und sei in leicht gebessertem Zustand nach Hause entlassen worden
(Urk. 7/23/3).
Seit dem
29. Februar bis
zum
3. April 2016
sei die Beschwer
de
führerin
zu 100 % arbeitsunfähig. Danach betrage die Arbeitsfähigkeit 30 % für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten f
ür weitere vier Wochen. G
egebenenfalls könne die Arbeitsfähigkeit alle zwei Wochen um 10 % durch den weiter betreu
enden Arzt gesteigert werden (Urk. 7/23/4).
3.
3
Dr. med.
L.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
und
Hausärztin der Beschwerdeführerin, stellte in ihrem Bericht
zuhanden der Be
schwerdegegnerin
(
am
3.
Juni 2016 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen;
Urk. 7/25)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
7/25/1):
-
c
hronisches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom
-
c
hronisches
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Zudem stellte sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 7/25/1):
-
c
hronischer Nikotinkonsum
-
Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung
Dazu erklärte sie, die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Bei einer Tätigkeit mit leichter Belastung und wechselnden Positionen sei bei zunehmendem Belastungsaufbau eine
Arbeitsfähigkeit
bis 100 % möglich. Aktuell sei die Beschwerdeführerin zu 30 % arbeitsfähig, je nach Verlauf stei
gernd (Urk. 7/25/3).
3.
4
Dr. med.
M.___
, Facharzt für Rheumatologie, nannte in seinem Bericht vom 9. August 2016 (Urk. 7/28/4-5) folgende Diagnosen (Urk. 7/28/4):
-
d
eutlicher Vitamin D3-Mangel
(25 OH-
Vit
. D 12
ug
/l vom 06/16)
-
Karpaltunnelsyndrom links
-
Epik
ondylopathia
humeri
lateralis
beidseits
-
Fibromyalgie
-
18/18 positive Tenderpoints, zwei positive Kontrollpunkte
-
CRP 0mg/l, BSR 4mm/h, keine RF, anti-CCP-AK, ANA. Hepatitis B und C negativ. Normale Eiweiss-Elektrophorese (Labor 6/16)
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom links
-
Fehlhaltung bei Haltungsinsuffizienz
-
MRI LWS 03/15, Verdacht auf ISG-Arthrose linksbetont
-
Tendovaginitis von M.
flexor
carpi
ulnaris
links (
peritendinös
e
Infi
l
tration am 9. August 2016
)
-
MRI HWS 03/15: Bandscheibenprotrusionen C5/6 und C6/7
Dazu erklärte Dr.
M.___
,
die Fibromyalgie sei weiterhin vorbestehend ohne medi
kamentöse Verbesserung wegen Unverträglichkeit auf die eingesetzte schmerzdi
stan
zierende Medikation. Klinisch und anamnestisch präsen
tiere sich eine rück
läufige
Epik
ondylopathie
und ein rückläufiges Karpaltunnelsyndrom
.
Aktuell be
stehe eine Tendovaginitis
des
Muscul
us
flexor
carpi
ulnaris
links (U
rk. 7/28/4).
3.5
Im Verlaufsbericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 25. Januar
2017
(Urk. 7/28/1-3)
hielt Dr.
L.___
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest,
alle
bestehend seit 2015 (Urk. 7/28/1):
-
Fibromyalgie
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Karpaltunnelsyndrom links
-
Epik
ondylopathia
humeri
beidseits
-
HWS-Bandscheibenprotrusionen
Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt sie fest, die bisherige Tätigkeit als Kranken
pflegerin sei nicht ausübbar. Leichte körperliche Tätigkeiten
mit
wechselnden Positionen seien
während
vier Stunden pro Tag
möglich,
mit steigernder Belast
barkeit (Urk. 7/28/1).
Zudem gab sie an, die Leistungsfähigkeit aufgrund der körperlichen Schmerzen sei um 60 % reduziert (Urk. 7/28/2).
3.
6
3.
6
.1
Dem
bidisziplinären
rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten vom
13. April 2017 (
Dr. med.
B.___
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie,
rheuma
tol
ogischer Teil
, Urk. 7/38
)
und vom
2
2.
April 2017 (
Dr.
A.___
,
psychiatri
scher Teil
, Urk. 7/37
) ist zu entnehmen, dass
der psychiatrische Gutachter
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellte
. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt
er
F
olgende
s
fest (Urk. 7/37/17):
-
d
ysfunktionale Beschwerdebewältigung (ICD-10 Z73.3
[Belastung, nicht andernorts klassifiziert
]
)
-
r
iskanter Konsum von Cannabinoiden (ICD-10 Z72.2)
Der rheumatologische Gutachter hielt
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/38/34):
-
c
hronifizierte, unspezifische Rückenschmerzen bei Symptomausweitung und Fehlhaltung sowie Haltungsinsuffizienz
-
l
eichtes Karpaltunnelsyndrom links
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt
er
folgende fest (Urk. 7/38/34):
-
Adipositas Grad I (Body Mass Index
[BMI]
von
32.5 kg/m
2
-
s
chädigender
Substanzenkonsum
von Cannabis und Nikotin
-
r
ezidivierende Bronchitiden anamnestisch
-
Refluxbeschwerden
und Colon irritable anamnestisch
-
d
iverse Allergien anamnestisch
3.
6
.2
Der rheumatologische Gutachter führte aus
,
neurologisch zeigten sich mit einem minimalen Tinel-Phänomen und einem leicht positiven Handgelenk-Kompres
sionsschmerz Hinweise auf das beschriebene Karpaltunnelsyndrom links. Moto
rische und sensible Ausfälle seien keine vorhanden
(Urk. 7/38/41).
Die Beschwerdeführerin zeige im Weiteren eine schlaffe Haltung der Wirbelsäule mit tieflumbal betonter
Lordosierung
und
lasse
eine spontane Stabilisation des Rumpfes vermissen. Klinisch zeigten sich Hinweise auf segmentale Funktions
störungen im Bereiche der unteren HWS links und der unteren LWS rechts, wobei bei den Bewegungsprüfungen meist ein kontralateraler Dehnschmerz angegeben worden sei. Bei eher überdurchschnittlicher Bewegli
chkeit des Achsenskelettes zeig
e sich keine relevante Einschränkung der Bewegung auf irgendeiner Etage. So habe die
Beschwerdeführerin unbeobachtet denn auch ein absolut freies Bewe
gungsverhalten gezeigt. Dabei sei die Untersuchung unverdächtig auf ein radi
kuläres oder
spondylogenes
Syndrom gewesen (Urk. 7/38/41 f.).
Die Beschwerde
führerin habe eine ungenügende Rumpfstabilisation gezeigt, was für unspezi
fische, panvertebrale Rückenschmerzen bei Fehlhaltung un
d Haltungs
insuffizienz spreche
(Urk. 7/38/42)
.
Trotz Schmerzen im Bereich des linken Armes liesse
n
sich
aktuell
weder die anamnestisch beschriebene
Epikondylopathie
noch eine
Periarthropathia
hume
ro
scapularis
(PHS)
, sondern
lediglich
multiple
tendomyotische
Druckpunkte im Bereich des linken oberen Quadranten nachweisen
. Nicht provozieren liessen sich ausserdem die angegebenen Kiefer-, Ohr- und linksseitig
en
okzipital
en
Schme
r
zen. Dabei seien
auffallenderw
eise
die muskulären Insertionen okzi
pital wie auch die Kopfgelenke absolut schmerzlos gewesen.
Es
ver
blieben somit unspezifische muskuläre Beschwerden im Bereiche der linken oberen Extremität im Sinne eines myofaszialen Syndroms, ohne dass ein Auslöser dafür hätte in Erfahrung ge
bracht werden können (Urk. 7/38/42).
Die
Beschwerdeführerin
habe
von einer generellen Schmerzhaftigkeit ihrer Weich
teile
berichtet
. Das Schmerzsyndrom imponiere jedoch nicht so ausgeweitet, dass von einem Ganzkörperschmerzsyndrom im Sinne einer Fibromyalgie gesprochen werden könne. Die Ausweitung des Beschwerdebildes ohne klare diagnostische Einordnung spreche wohl für eine Symptomausweitung, welche ausschliesslich
auf der Verhaltensebene ablaufe.
In der Untersuchung hätten sich sodann diverse Diskrepanzen gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe sich immer wieder selbst limitiert, was durch die somatische Problematik alleine nicht erklärt werden könne.
Die Diskrepanzen zwischen den angegebenen Beschwerden, Limitierungen und den unspezifischen, nicht einmal sicher pathologischen klinischen, aber auch apparativen Untersuchungen würden am besten zu einer somatoformen Schmerz
störung passen
. Zusammenfassend könne von keinem ausgeprägten Gesundheits
schaden gesprochen werden
(Urk. 7/38/43).
Insgesamt müsse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin den Anforderungen in der Pflege körperlich nie gewachsen gewesen sei. Da sie auf
grund ihres fehlenden ergonomischen Verständnisses und ihrer muskulären Defi
zite nicht rücken- und gelenkschonend arbeiten könne, sei ihr eine Tätigkeit in der Pflege nicht zumutbar. Angepasst seien körperlich leichte, am besten wechsel
belastende Tätigkeiten ohne ungünstige, vor allem vornüber geneigte Arbeitspo
si
tionen oder Tätigkeiten in der Höhe, die nur selten möglich seien. Unein
ge
schränkt möglich seien die frühere Bürotätigkeit der Beschwerdeführerin, vor allem mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch
(Urk. 7/38/36). Für eine ange
passte, körperlich (sehr) leichte und wechselbelastende Tätigkeit habe daher nie eine längere Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 7/38/44).
3.
6
.3
Gegenüber
dem psychiatrischen Gutachter
berichtete die Beschwerdeführerin, dass es körperlich auf und ab gehe. Die Schmerzen
seien sehr unterschiedlich und sie nehme eine starke Wetterabhängigkeit wahr. Durch die durchgeführten Thera
pien käme es zu einer Schmerzlinderung, aber abends nach der Durchführung des Schmerztherapie-Programmes seien die Schmerzen wieder da und am höchsten (Urk. 7/37/5).
Der psychiatrische Gutachter führte aus, i
m Zuge der Exploration
zeigten sich weder in Bezug auf die Aufmerksamkeit noch die Konzentration oder die Orien
tierung Auffälligkeiten. Im formalen Denken sei die Beschwerdeführerin geordnet und der Gedankengang sei flüssig. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Ein
schränkung der Auffassung und Intelligenz. Der affektive Rapport sei gut her
stellbar, die affektive Schwingungsfähigkeit sei erhalten. Der Antrieb im Gespräch sei nicht vermindert. Die Beschwerdeführerin verneine Antriebsstörungen,
einen
soziale
n
Rückzug, Aggressivität, Suizidgedanken, Schlaf- und
Vigilanzstörungen
,
oder
Appetenzstörungen
(Urk. 7/37/14).
Im Querschnittsbild sei sie sehr umgäng
lich, wirke offen für neue Erfahrungen
und
das Selbstvertrauen zeige sich nicht sehr eingeschränkt. Im Bereich der psychischen Stabilität seien leichte Beein
trächtigungen wahrnehmbar. Dort wirke sie auch leicht reizbar und insgesamt leicht launisch. Insgesamt scheine die Persönlichkeitsstruktur auf einem gut integrierten Niveau (Urk. 7/37/15).
Die Beschwerdeführerin
berichte
über keine psychischen Beschwerden
, weder aktuell noch seit dem Vorfall mit der Auslösung der Körperbeschwerden im Januar 201
5.
Es bestünden auch keine Hinweise auf psychische Störungen, deren Symptome aktiv erfragt werden müssten.
Die in der psychiatrischen Exploration gemachten Aussagen seien konsistent mit den An
gaben in der rheumatologischen Exploration.
Aus psychiatrischer Sicht würden sich gewisse Inkonsistenzen zeigen. So habe
der
angebotene weichere Stuhl nicht z
u einem veränderten Verhalten
geführt
, o
bwohl die Beschwerdeführerin dies als hilfreich und aus ihrer Erfahrung entlastend begrüsst habe.
Das
Verhalten
und der Schmerzausdruck seien u
n
verändert geblieben,
mit regelmässigem Aufstehen.
Auffallen
d
sei auch die Schonhaltung des linken Armes gewesen, welche an
gesichts des rheumatologischen Teilgutachtens nicht nachvollz
iehbar
sei
(
Urk. 7/37/17).
Hinsichtlich der diagnostischen Einordnung führte der psychiatrische Gutachter aus, b
ei der Beschwerdeführerin bestünde
n
keine psychische
n
Störung
en
mit Krankheitswert, sondern «nur» Schmerzen, bezüglich denen laut aktuellem rheu
matologischen Gutachten sehr geringe bis keine objektivierbaren Befunde zu erheben seien. Aus
psychiatrischer Sicht handle es sich um eine dysfunktionale Beschwerdebewältigung
, welche sich in Selbstlimitierung und eher passivem Ver
halten sowie
in einer
Schonhaltung äussere
(Urk. 7/37/18)
. Des Weiteren könne
trotz einigen Hinweisen keine somatoforme Schmerzstörung dia
gnostiziert werden
.
So fehle die oft anzutreffende Komorbidität mit einer depressiven Störung und/oder
einer Angststörung. Der ebenfalls wichtige Aspekt der
multisomatoformen
Prä
sentationsweise sei unklar: Anamnestisch bestehe ein Colon irritable, welche
s
die Beschwerdeführerin allerdings nur in der psychiatrischen Begutachtung beklagt habe
(Urk. 7/37/18 f.)
.
Die Arbeitsfähigkeit betrage
aktuell und retrospektive
in angestammter sowie angepasster Tätigkeit
100
%
(Urk. 7/37/21).
3.
6
.4
Am 20. April 2017 hielten die Gutachter unter Hinweis auf ihre Konsensus-Besprechung vom 10. April 2017 fest, es habe aus rheumatologischer Sicht eine Gesundheitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden können. Aus psychiatrischer Sicht habe keine solche Gesundheitsstörung nachge
wiesen werden können. Die Beschwerdeführerin sei durch ihr Schmerzleiden auch nicht in allen Belangen gleichsam eingeschränkt.
Für eine dem Leistungsniveau angepasste, körperlich leichte Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/39/1 f.).
3.
7
Dem MRI-Bericht vom 3. Oktober 2018 von Dr.
C.___
(Urk. 7/77)
,
lässt sich entnehmen, dass
anlässlich der gleichentags durchgeführten Untersuchung
eine
diskrete
subchondrale
Mehrsklerosierung
sowie ödematöse Veränderungen und Kontrastanreicherungen subkortikal im kranialen ISG links
festgestellt werden konnten
. Diese seien möglicherweise entzündlich. Im Übrigen bestünden keine Hinweise auf entzündliche Veränderungen im
kontralaterialen
ISG b
ezieh
ungsweise
an der gesamten Neuroachse.
Des Weiteren bestünden
breitbasige
Diskusruptionen
der
Lendenwirbelkörper (
LWK
)
4/5 mit bilateral mässiggradiger
rezessaler
Enge und möglicher Reizung der deszendierenden Nervenwurzel L5 beidseits (Urk. 7/77/1).
3.
8
In ihrem Bericht vom 6. November 2018 (Urk. 7/79)
nannte
Dr.
F.___
folgende Diagnosen (Urk. 7/79/1):
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom links,
Erstmanifestation (EM)
zirka
Oktober 2015
-
c
hronisch
es
zervikospondylog
e
nes
Syndrom l
inks,
EM
Oktober 2015
-
a
namnestisch leichtes Karpaltunnelsyndrom links
-
Fibromyalgie
-
Status nach Gastritis
-
Adipositas
BMI
33 kg/m
2
Dazu führte sie aus,
die Beschwerdeführerin leide seit drei Jahren an einem chronischen
lumbospondylogenen
Syndrom links.
Betreffend die MR-tomo
graphischen Befunde
ver
wies sie auf den Bericht vo
m
3. Oktober 2018 von Dr.
C.___
(
vgl. vorstehende
E. 3.
7
).
Weiter fügte sie an, sie denke nicht, dass die Beschwerdeführerin an einer axialen Spondylarthritis leide. Der wech
selnde Schmerzcharakter sei teils entzündlich, teils mechanisch anmutend.
Die Beschwerdeführerin
habe nur ein gewisses Teilansprechen auf NSAR
(nicht
ste
roidale Antirheumatika)
.
Differentialdiagnostisch könne das Ödem im Rahmen einer Dysfunktion oder einer Spondyloarthritis
bestehen
. Der Schmerzverlauf im linken Bein passe zum Dermatom L5 (Urk. 7/79/3). Des Weiteren bestehe ein chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom links. Klinisch
bestünden
eine diffuse
Druckdolenz
und
eine
verminderte Kraft im gesamten linken Arm. Es bestehe zudem der Verdac
ht auf ein sekundäres Thoracic-outlet-
Syndrom (TOS). Bei den Fibromyalgie ACR-Kriterien 2010 weise die Beschwerdeführerin einen
widespread
-
pain
-index (WPI) von 15/19 Punkten auf, wobei das Beschwerdebild ab 7 Punkten zu einer Fibromyalgie passe (Urk. 7/79/4).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit erklärte Dr.
F.___
, sie denke, die Beschwerde
führerin sei derzeit zu 50 % arbeitsfähig in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit. Dies aufgrund
deren
Schilderungen (Urk. 7/79/4).
3.
9
RAD-Arzt Dr.
E.___
erklärte in seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 2018,
die geringfügigen MR-tomographischen Befunde würden die subjektiven Beschwer
den der Beschwerdeführerin nicht erklären. Angesichts der letzten Endes
unver
änderte
n
objektive
n und klinischen Befund
e würden die im Bericht von Dr.
F.___
(E. 3.
8
) gestellten Diagnosen des chronischen
lumbospondylogenen
sowie
zervi
kospondylogenen
Syndroms links lediglich eine andere Bezeichnung für
den
selben, im rheumatologischen Gutachten mit chronifizierten, unspezifischen Rückenschmerzen bezeichneten
Beschwerdekomplex darstellen.
Derzeit liege kein Befund vor, welcher eine wesentlich andere Beurteilung des Gesundheits
zu
stan
des erfordere.
Die Verdachtsdiagnose eines sek
undären funktionellen TOS sei jedoch
angiologisch
abzuklären
(Urk. 7/90/4).
Dr. med.
N.___
, Facharzt für Angio
logie und Allgemeine Innere Medizin, schloss in seinem Bericht vom 29. März 2019 (Urk. 7/87/9-10) ein TOS aus (Urk. 7/87/10).
In seiner ab
schliessenden Stellungnahme vom 26. April 2019 erklärte RAD-Arzt Dr.
E.___
sodann
,
es würden keine
neue
n
medizinische
n
Tatsachen seit der letzten Stellung
nahme
(E. 3.
9
)
vorliegen. Es sei auf das Gutachten vom 13.
bzw
. 22. April 2017 abzustellen (Urk. 7/90/6).
4.
4.1
Die Beschwerde
gegnerin
stützt sich in der
leistungsabweisenden Verfügung
auf das rheumatologisch-psychiatrische
Gutachten
vom
1
3.
und
22. April 2017
mit der Konse
n
sbeurteilung vom 2
0.
April 2017
(Urk. 7/37-39
)
, welches sie als beweiskräftig erachtet (Urk. 2 S. 2).
Die Beschwerdeführerin vertritt dagegen die Auffassung, dass auf die Beurteilung der beiden Gutachter nicht abgestellt werden könne
(Urk. 1 S. 10)
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin macht
im Hinblick auf das rheumato
logische G
utachten
geltend, ihre Rückenbeschwerden seien bi
ldgebend nachweisbar. Dazu
verweist
sie
auf den MRI-Bericht
von
Dr.
C.___
vom 3. Oktober 2018
(
Urk.
7/77
)
und hält fest, im kranialen ISG links bestünden ödematöse Veränderungen, welche
möglicherweise entzündlich seien. Ferner bestünde eine
breitbasige
Diskuspro
t
rusion
LWK4/5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 beidseits. Dr.
F.___
habe in ihrem Bericht
vom
6.
November 2018
(
Urk.
7/79
)
festgehalten, das Ödem könne im Rahmen einer Dysfunktion oder einer Spondyloarthritis bestehen. Zudem passe der Schmerzverlauf im linken Bein gemäss Dr.
F.___
zum Dermatom L
5.
Es
werde
eine mässige
rezessale
Enge auf der Höhe L4/5 mit möglicher Reizung der deszendierenden Nervenwurzel L5 beschrieben
.
Zudem bestehe der Verdacht auf ein T
horacic-o
utlet
-
Syndrom (Urk. 1 S. 5 f.).
Der
MRI-Bericht
von
Dr.
C.___
vom 3. Oktober 2018 sowie der Bericht von Dr.
F.___
vom
6.
November 2018
lagen zum Zeitpunkt der rheumato
lo
gischen Begutachtung noch nicht vor, weshalb es
dem Gutachter
nicht möglich war, diese zu berücksichtigen.
Allerdings lässt sich auch dem Bericht von Dr.
F.___
keine genaue diagnostische Einschätzung entnehmen. So erklärt
e
sie, sie denke nicht, dass die Beschwerdeführerin an einer axialen Spondylarthritis leide
.
Zudem
konnte
auch Dr.
F.___
das bestehende Ödem nicht zweifelsfrei auf eine
konkrete
Ursache zurückführen, handelt es sich doch bei der Einordnung um eine Differentialdiagnose (Urk. 7/79/3)
. Was den Verdacht auf ein
TOS
anbelangt, so konnte diese
s
durch Dr.
N.___
gemäss seinem Bericht vom 29. März 2019 ausgeschlossen werden (Urk. 7/87/
10
)
.
Insgesamt vermögen die Einwendungen der Beschwerdeführerin die Einschät
zung
des rheumatologischen Gutachters
, wonach das
geklagte
Beschwerdebild diagnostisch nicht klar eingeordnet werden
könne
und damit vordergründig nicht objektivierbar sei (Urk. 7/38/43)
,
nicht in Frage zu stellen.
Damit erübrigen sich auch weitere diesbezügliche Abklärungen (Urk. 1 S. 6
u
nd
S. 10
).
4.
2.
2
Die Beschwerdeführerin bringt
im Weiteren vor,
der rheumatologische G
utachter habe sich zu wenig mit der Diagnose Fibromyalgie auseinandergesetzt, welche von anderen Ärzten bejaht
worden sei
.
Insbesondere
für Dr.
F.___
sei eine Fibro
myalgie ausgewiesen (Urk. 1 S. 8).
G
emäss bundesgerichtlicher Praxis
ist
nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens e
ntscheidend, sondern dessen
konkrete
Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (BGE 143 V 418 E. 6, Urteil des Bundesge
richts 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis)
.
Der rheumatolo
gische Gutachter
schloss das Vorliegen einer Fibromyalgie nach ausführlicher Untersuchung aus (Urk. 7/38/42 f.).
Den Gesundheitsschaden hat
er
sodann
aus
führlich beschrieben und ist zum Schluss gekommen, dass ihm aus somatischer Sicht für eine angepasste, körperlich (sehr) leichte und wechselbelastende Tätig
keit keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen werden
könne
(Urk. 7/38/44). Dies in Übereinstimmung mit Dr.
G.___
, welcher gar eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
attestiert hatte
(Urk. 7/40/18).
Die
anderslautende
Einschätzung von Dr.
F.___
, wonach
die Beschwerdeführerin
aufgrund deren Schilderungen
derzeit
in einer leichten, wechselbelastenden Tätig
keit
zu 50 %
arbeitsfähig sei (Urk. 7/79/4), vermag daran nichts zu ändern
.
Denn damit
stellt Dr.
F.___
bei ihrer Beurteilung letztendlich auf die Selbst
einschätzung der Beschwerdeführerin ab. Eine medizinische Begründung für
ihre anderslautende
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit geht aus ihrem Bericht nicht hervor.
Dr.
F.___
empfahl insbesondere auch keine sofortigen medizinischen Massnahmen. So hielt sie einzig fest, sie habe der Beschwerdeführerin empfohlen, eine Steroidinfiltration ins linke ISG durchführen zu lassen, was diese sich überlegen werde (Urk. 7/79/3). Dass die Beschwerdeführerin diese Massnahme mittlerweile hätte durchführen lassen, geht aus den Akten nicht hervor. Auch bei der schmerzmodulierenden Therapie mittels Venlafaxin handelt es sich lediglich um eine Empfehlung von Dr.
F.___
(Urk. 7/79/4).
Eine abweichende Beurteilung der Leistungsfähigkeit gab
en
ferner die Hausärztin
Dr.
L.___
(
Urk.
7/28/1-3
) sowie die behandelnden Ärzte und
Therapie
kräfte
der Rehak
lini
k
H.___
(
Urk.
7/23/2-5
) a
b
.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Entsprechend sind deren Darlegungen zu würdigen. Bei den Ärzten d
er Rehak
lini
k
H.___
bezieht sich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
im Übrigen nur auf die Dauer des
Klinikaufenthaltes (2
9.
Februar bis
3.
April 2016) sowie auf die ersten Wochen danach (
Urk.
7/23/4). Die Hausärztin
Dr.
L.___
sodann begründete ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht näher. Allerdings ging auch sie von einer im Verlauf steigerbaren Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, körperlich nicht belastenden Tätigkeit aus (
Urk.
7/28/1).
4.
2
.
3
Insgesamt ist bezüg
lich des rheumatologischen G
utachtens festzuhalten, dass weder die Ausführungen der Beschwerdeführerin noch die übrigen medizinischen Akten dessen Beweiswert
massgeblich
zu mindern vermögen. Wie dargelegt, stellte
der rheumatologische Gutachter
den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar. Das Gutachten basiert auf den
Vorakten
und den eigenen klinischen Untersuchungen. Es erfüllt die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen
(E. 1.5)
, so dass darauf abgestellt werden kann. Entsprechend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdefü
hrerin aus somatischer Sicht
mit Bezug auf eine
angepasste Tätigkeit
in
ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.
4.
3
4.3.1
Ferner übte die Beschwerdeführerin
Kritik am psychiatrischen G
utachten
.
Die Auseinandersetzung mit der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung sei ungenügend erfolgt. Eine somatoforme Schmerzstörung sei einzig deshalb ver
neint worden, weil
sie
nicht komorbid an einer Depression leide. Dabei handle es sich um eine Fehleinschätzung des Gutachters.
Auch das Kriterium der
multi
somatoforme
n
Präsentationsweise sei entgegen dem Gutachten gegeben.
S
ie leide
unter Verdauungsproblemen, Müdigkeit, Erschöpfung, Rückenschmerzen, Schmer
zen
in den Armen, und so weiter
(Urk. 1 S. 9)
.
4
.3
.
2
Der psychiatrische Gutachter
stellte anlässlich seiner Untersuchung die Diagnose der dysfunktionalen Beschwerdebewältigung (ICD-10 Z73.3 [Belastung, nicht andernorts klassifiziert]). Eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) ver
neinte er
(Urk. 7/37/17 f.)
. Dazu führte er aus, bei der Beschwerdeführerin be
stünden Schmerzen, jedoch keine psychische Störung mit Krankheitswert
. Die dysfunktionalen Verarbeitungsmuster würden sich in Selbstlimitierungen mit eher passivem Verhalten und Schonhaltungen zeigen. Es finde sich ein
intero
zeptiver
und auch amplifizierender, teil gar «
katastrophisierender
» Wahrneh
mungsstil
(Urk. 7/37/
18).
Diese Schlussfolgerung erweist sich als nachvollziehbar. Insbesondere wies der rheumatologische Gutachter darauf hin, dass die Beschwerdeführerin sich
wieder
holt
selbst
limitiert habe (Urk. 7/38/43)
. So sei sie während der zweistündigen Untersuchung immer wieder kurz aufgestanden, habe jedoch keine entlastenden Schm
erzreaktionen gezeigt (U
rk. 7/38/33)
. Ihre Beschwerden habe sie zudem auf
fallend diffus geschildert, sodass konkrete Limitierungen respektive
Belas
tungs
limiten
nur schwer
hätten
in Erfahrung gebracht werden können (Urk. 7/38/32)
. Zudem habe sie unbeobachtet ein absolut freies Bewegungsverhalten gezeigt (Urk. 7/38/41).
Ferner habe sie sich spontan harmonisch bewegt, wenn sie ihre Übungen demonstriert oder sich auf der Liege gedreht habe
. Während der Unter
suchung sei kein grösserer Leidensdruck ersichtlich geworden
(Urk. 7/38/33).
Hinzu kommt, dass gemäss Angaben der Beschwerdeführerin zum Tagesablauf davon auszugehen ist, dass sie trotz Schmerzen in der Lage
sei
, Erledigungen im
Haushalt zu machen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen (Urk. 7
/37/11).
Sodann hielt der Gutachter fest, eine ausgewiesene Pathogenese der Beschwerden im Sinne einer etappenweisen Herausbildung der Symptomatik in enger zeitlicher Verbindung mit Belastungen und Konfliktsituationen liege bei der Beschwerde
führerin nicht vor. Damit fehle es an der diagnoserelevanten Verbindung der geklagten
körperlichen Beschwerden mit emotionalen Konflikten oder psychoso
zialen Belastungen. Ferner fehle bei der Beschwerdeführerin die häufig zu beo
bachten
d
e Komorbidität mit einer depressi
v
en Störung und/oder einer Angst
stö
rung. Der ebenfalls wichtige Aspekt der
mu
l
tisomatoformen
Präsentations
weise sei unklar. Anamnestisch bestehe
ein Colon irritabile, allerdings h
abe die Be
schwerdeführerin nur in der psychiatrischen Untersuchung ü
ber gastro-inte
stinale Prob
leme geklagt. Insgesamt betrachtet lasse sich trotz gewisser Hinweise keine anhaltende somatofo
r
me Schmerzstörung diagnos
ti
zieren (
Urk.
7/37/18 f.).
Damit hat
der psychiatrische Gutachter
ausführlich und nachvollziehbar
dar
ge
legt
, dass die diagnostischen Kriterien für eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung
nicht erfüllt
sind
und damit aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt
.
Darauf ist abzustellen.
Damit erübrigt sich die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens
(BGE 143 V 417 E. 4.5.3)
.
4.4
.
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es sei unzulässigerweise auf eine Konsensus-Stellungnahme verzichtet worden (Urk. 1 S. 8)
.
Dem ist zu entgegnen, dass die Gutachter
eine solche, datierend
vom 20. April 2017
, mit kurzer Begrün
dung
vorlegten
(Urk. 7/39/1).
Da
aus psychiatrischer Sicht kein
Leiden
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festzustellen war
,
wären auch
von einer
ausfüh
r
licheren
Konsensbesprechung keine weitergehenden Erkenntnisse zu erwarten
gewesen
.
Die massgebenden Limitierungen ergeben sich aus den Darlegungen des rheumatologischen Experten.
4.5
Zusammenfassend
i
st
mit Blick
auf die
Ausführungen
im rheumatologischen Gutachten (vgl. vorstehende E. 4.2)
der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass
für
eine angepasste, körperlich leichte
bis sehr leichte
und wechsel
belastende
Tätigkeit (
Urk. 7/38/44
)
eine
uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit ausge
wiesen ist.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in
erwerblicher
Hinsicht auswirkt.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 2
8 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind
,
und
ist
anzunehmen, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
5
.
2
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf einen Einkommensvergleich und
erklärte in der angefochtenen Verfügung, es bestehe keine längerdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der gelernten Bürotätigkeit (Urk. 2 S. 2). Implizit stellte sie damit
auf
die
Bürotätigkeit
als angestammt
e
und angepasst
e
Tätigkeit ab.
Da die
Beschwerdeführerin
jedoch
zuletzt bei der Stiftung
Y.___
als Pflegehilfe tätig
war
(
vgl.
Sachverhalt
Ziff.
1),
ist
v
or dem Hintergrund der dargelegten Rechtsprechung (
vgl. vorstehende
E.
5
.2) auf den zuletzt erzielten Verdienst
als Pflegehelferin abzustellen. Denn es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da
von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
die im Septem
ber 2014
bei der Stiftung
Y.___
aufgenommene Tätigkeit
weiterhin ausgeübt hätte
.
Gemäss den Angaben der Arbeitgeberin lag die Festsetzung des
Arbeitspensums
von 80
%
im Umsta
n
d begründet, dass die Beschwerdeführerin zuvor noch nie in der Pflege tätig gewesen war
(vgl.
Urk.
7/11 S. 2)
.
Es rechtfertigt sich daher
davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin mit zunehmender Erfahrung
und ohne den Eintritt des Gesundheitsschadens voraussichtlich
ein Voll
pensum ausgeübt hätte.
Dies entspricht
auch
der üblichen Arbeitszeit im Be
trieb (
Urk.
7/13/2
;
vgl.
auch
Kreisschreiben
des Bunde
samtes für Sozialver
siche
rungen
über Invalidität und Hilflosigkeit in der I
nvalidenversicherung [KSIH],
Rz
3042.2)
.
Ausgehend von den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin im Bericht vom 7. September 2015 hätte
die Beschwerdeführerin
im Jahr 2015 ein Bruttojahreseinkommen von
Fr. 44'523.05
erzielt
(Urk. 7/13/2)
, was einem Ein
kommen von Fr. 55'653.80 für ein 100 %-Pensum entspricht
.
Angepasst an die
Nominallohnentwicklung
bis
2016 (frühestmöglicher Rentenbeginn
sechs Monate
nach der Anmeldung
zum Leistungsbezug
im August 2015 [Art. 29 Abs. 1 IVG
;
Urk.
7/2
]
bei gleichzeitigem Ablauf des Wartejahres nach krankheitsbedingter Niederlegung der Arbeitstätigkeit
als
Pflegehilfe
am 1
5.
Februar 2015 [
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG;
Urk.
7/13/9; vgl. auch
Urk.
7/38/36]
)
resultiert somit ein
Valideneinkommen
von Fr.
56'130.40
(Indexstand
2686
[
2015
] auf
2709
[
2016];
vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik
(BFS)
, T39,
Frauen
).
5
.3
Die Beschwerdeführerin arbeitet
seit August 2018
als Assistentin Betreuung an der Primarschule
Z.___
, nachdem sie dort ein mehrmonatiges Arbeits
training durchlaufen hatte
(Urk. 7/
69-
70)
. E
s ist
weder ersichtlich noch geltend gemacht,
dass es sich dabei
nicht
um ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis handel
n würde
. Wie sie selbst festhält (Urk. 1 S. 5), handelt es sich
zudem
um eine ihrem Belastungsprofil angepasste Tätigkeit.
Allerdings
schöpft
sie
dami
t die ihr
aus medizinischer Sicht
verbliebene zumutbare
Erwer
bsfähigkeit
pensums
mässig
nicht
aus
(E. 4.5)
, weshalb das von ihr erzielte Einkommen nicht als Inva
lideneinkommen angerechnet werden kann.
Daher sind die Tabellenlöhne gemäss den vom
BFS
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
heran
zuziehen
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1).
Nachdem der Beschwerdeführerin gemäss Gutachten insbesondere ihre frühere
,
Bürotätigkeit zumutbar ist
, aber auch andere leichte oder sehr leichte Tätigkeiten ausüben kann,
wobei der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von leichten
Tätigkeiten
umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom
8.
Oktober 2019 E. 4.3.2)
,
rechtfertigt sich
auf den
entsprechenden
statistischen
Durchschnittslohn von Frauen
gemäss LSE 2016
abzustellen (TA1_tirage
_skill_level, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau
1
)
, welcher bei einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden monatlich Fr.
3’900
.
—
be
trug. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr
2016
(vgl. BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen
,
Total) resultiert für das Jahr
2016
ein
Invalideneinkommen
von Fr.
48’789
(Fr.
3’900
.-- x 12 / 40 x 41.7) bei einem zumutbaren Vollzeitpensum.
5
.
4
B
ei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 56'130.40
u
nd einem Invalideneinkommen von
Fr.
48'789.--
resultiert
eine
Erwerbseinbusse
von Fr. 7’341.40 beziehungs
weise ein Invaliditätsgrad von 13
%
, der
die
Erhebli
chkeitsgrenze
von 40 %
nicht erreicht
(vgl.
vorstehende
E.
1.2).
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch
der
Be
schwerdeführer
in
in der angefochtenen Verfügung vom 14. Mai 2019 (Urk. 2) zu Recht
verneint
. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
7
.
7
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.--
anzusetzen. Die Kosten sind
der
unterlie
gen
den Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, infolge der
ihr
gewährten unentgeltlichen Prozessführung (vgl. Urk.
8
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.
2
Die mit Verfügung vom 22. August 2019 (Urk.
8) bestellte unentgeltliche
Rechts
vertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stéphanie Baur, machte mit
Honorarnote
vom
6. September
2019
(Urk. 1
0)
einen Gesamtaufwand von
12.3
Stunden
à
F
r. 220.-- sowie Barauslagen von
Fr.
58.80
geltend.
Nach
§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Der
Stundenaufwand für die Aufwendungen vom 29. März bis 22. Mai 2019
von total 1.5 Stunden
betraf das invalidenversicherungsrechtliche Verwaltungsver
fahren und ist daher
nicht zu entschädigen.
Im Übrigen erweist sich der geltend gemachte Aufwand von 10.8 Stunden (12.3 Stunden – 1.5 Stunden) jedoch als angemessen.
Unter
Berücksichtigung des gerichtsüblichen
Stundenansatzes
von Fr. 220.
--
ergibt dies
ein Honorar
von
Fr.
2’376
.--. Rechtsanwältin S
téphanie Baur ist daher mit
Fr.
2'62
2.30
(
Fr.
2’376
.-- plus
Barauslagen
von Fr. 58.80
und Mehrwertsteuer
von 7.7 %
)
aus der Gerichtskasse zu entschädigen
.
7
.3
Die
Beschwerdeführer
in
ist abschliessend auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der E
ntschädigung für die
unentgeltliche Rechtsvertretung verpflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stéphanie
Baur, Dübendorf,
wird mit
Fr.
2’622
.30
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stéphanie Baur
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrReiber