# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e9f949b-18b9-5666-9574-39463f37a088
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2010 D-5695/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5695-2010_2010-08-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5695/2010
law/mah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A._________, geboren (...),
Afghanistan,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 3. August 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5695/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das BFM mit Verfügung vom 3. August 2010 in Anwendung von 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 18. Juni 
2010  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Norwegen  verfügte,  den 
Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unter-
lassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf 
der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  B.__________ 
verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte, 
eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung  habe 
keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem  Beschwerdeführer  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  am 11. August 
2010 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und sinnge-
mäss beantragte, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und auf sein 
Asylgesuch sei einzutreten, 

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung ge-
stützt auf Art. 56  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  mit  Verfügung  vom 
12. August 2010 vorsorglich aussetzte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 13. August 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht vollständig eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-

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schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG  und  Art. 52 
VwVG), 

dass  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  einzig  zu  prüfen  ist,  ob 
das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  zu  Recht  nicht  eingetreten  ist  und  infolge-
dessen die Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters respektive 
einer zweiten Richterin  entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und 
es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 
der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a 
Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass sich aus den Akten ergibt,  dass der Beschwerdeführer  in  Nor-
wegen am 2. Mai 2009 ein Asylgesuch einreichte und entsprechend in 
der EURODAC Datenbank erfasst worden ist,

dass das BFM bei dieser Sachlage aufgrund der gestützt auf Art.  16 
Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO erfolgten Anfrage an Norwegen vom 14. Juli 
2010  und  der  am  22.  Juli  von  Norwegen  erfolgten  Zustimmung  zu 
Recht  von  der  Zuständigkeit  Norwegens  für  die  Durchführung  des 
Asylverfahrens ausging,

dass das BFM zudem zu Recht festhielt, der im Rahmen des ihm ge-
währten rechtlichen Gehörs erfolgte Einwand des Beschwerdeführers, 
Norwegen  habe  viele  Leute  nach  Afghanistan  zurückgeschickt,  wo 
seine Probleme von neuem anfangen würden,  nichts an der Zustän-
digkeit Norwegens für die Durchführung des Asylverfahrens ändere,

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dass  in  der  Beschwerde  nichts  Stichhaltiges  geltend  gemacht  wird, 
das in Bezug auf die Zuständigkeit  Norwegens für  die Durchführung 
des Asylverfahrens zu einer anderen Beurteilung führen könnte, 

dass hinsichtlich des in der Beschwerde erneut erhobenen Einwandes, 
wonach  afghanische  Asylsuchende  von Norwegen nach Afghanistan 
zurückgeschickt worden seien, darauf hinzuweisen ist, dass Norwegen 
Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechts-
stellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) und des Übereinkommens vom 10. Dezem-
ber  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder 
erniedrigende Behandlung oder  Strafe (FoK,  SR 0.105)  ist,  und sich 
aus den Akten keine konkreten Hinweise ergeben, wonach Norwegen 
seine sich daraus ergebenden völkerrechtlichen Verpflichtungen gene-
rell oder in Bezug auf die Person des Beschwerdeführers nicht einhält,

dass aufgrund der Akten auch sonst keine Gründe zur Ausübung des 
Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz  (Art. 3  Abs. 2 Dublin-II-VO) ersicht-
lich sind,

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art.  34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2001 Nr. 21),  weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den 
gesetzlichen  Bestimmungen steht  und  demnach  vom Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren  in  den für  die  Prüfung des  Asylgesuches  zustän-
digen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmass-
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss,

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dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach  Norwegen  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  be-
zeichnet hat,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr.  N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

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