# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46289e32-bcf1-500e-8918-b4d34b1f64fe
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.03.2013 UV 2012/38, UV 2012/37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-38--UV-2012-_2013-03-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/38, UV 2012/37

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.12.2020

Entscheiddatum: 18.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2013
Art. 4 ATSG. Frage des Vorliegens eines Unfallereignisses als Auslöser/
Ursache eines lumboradikulären Schmerzsyndroms (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. März 2013, UV 
2012/37+38).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 18. März 2013

in Sachen

SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beschwerdeführerin,

und

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1,

9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war als Gesellschafter und Geschäftsführer der B.___ GmbH bei der Suva 

unfallversichert, als er gemäss Schadenmeldung vom 9. November 2011 am 19. 

September 2011 beim Abladen von Benzin vom Tank-Lastwagen einen ca. 50kg 

schweren Deckel anhob und dabei Schmerzen im unteren Bereich des Rückens 

verspürte (UV-act. 1). Dr. med. C.___, FMH für Allgemeine Medizin, bei welchem die 

Erstbehandlung am 20. September 2011 stattgefunden hatte, diagnostizierte im Bericht 

vom 18. November 2011 ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom links (UV-act. 13). 

Nach Befragung des Versicherten zum Unfallhergang (UV-act. 19) und Durchführung 

von ärztlichen Behandlungen eröffnete ihm die Suva mit Verfügung vom 7. Februar 

2012, ein Anspruch auf Versicherungsleistungen für die gemeldeten 

Rückenbeschwerden sei nicht gegeben. Es liege weder ein Unfall noch eine 

unfallähnliche Körperschädigung vor. Aufgrund der medizinischen Unterlagen stünden 

vielmehr krankhafte Veränderungen im Vordergrund, welche für die Beschwerden 

verantwortlich seien (UV-act. 28).

A.b   Gegen diese Verfügung erhoben die Swica Krankenversicherung AG am 5. März 

2012 (UV-act. 34) und Rechtsanwalt lic. oec. HSG F. Dahinden, St. Gallen, für den 

Versicherten am 7. März 2012 Einsprachen (UV-act. 37, 41). Mit Entscheid vom 19. 

März 2012 wies die Suva die Einsprachen ab.

B.       

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Swica Krankenversicherung AG am 

2. Mai 2012 Beschwerde (UV 2012/37) mit den Rechtsbegehren, in Aufhebung des 

Entscheids und der Verfügung vom 7. Februar 2012 sei die Beschwerdegegnerin zu 

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verpflichten, die gesetzlichen Leistungen aus UVG - insbesondere Heilkosten - zu 

erbringen. Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer 

Abklärungen und zum Neuentscheid zurückzuweisen. Zur Begründung legte die 

Beschwerdeführerin unter anderem dar, die Beschwerdegegnerin vernachlässige 

erstens, dass der Versicherte mit der linken Hand nicht irgendeinen, sondern einen sehr 

schweren Schachtdeckel (ca. 50kg wiegend) angehoben habe. Ebenso vernachlässige 

sie, dass das gleichzeitige Tasten nach einem unter dem Boden situierten Metallhaken 

mit der rechten Hand eine ergonomisch sehr ungünstige Körperposition zur Folge 

gehabt habe. Es habe ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den Körper des 

Versicherten eingewirkt. Das von hinten mit quietschenden Reifen herannahende 

Fahrzeug sowie die wirbelsäulenbelastende Körperposition hätten in ihrer Kombination 

eine gesundheitliche Schädigung bewirkt, welche überwiegend wahrscheinlich nicht 

auf eine krankheitsbedingte Ursache zurückgeführt werden könne. Es erscheine wenig 

wahrscheinlich, dass der doppelte Bandscheibenprolaps mit gravierendster 

Komplikation in Form eines Cauda equina Syndroms durch degenerative Vorzustände 

verursacht worden sei. Für vorbestehende Beschwerden gebe es keine Anhaltspunkte. 

Sie habe die Akten ihrem Vertrauensarzt PD Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie, 

vorgelegt (Bericht vom 1. Mai 2012; act. G 1.4). Gegen den Einspracheentscheid vom 

19. März 2012 erhob sodann Rechtsanwalt Dahinden für den Versicherten am 3. Mai 

2012 Beschwerde (UV 2012/38) mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei 

aufzuheben, und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen - 

Heilbehandlung, Taggeld, Rente, Integritätsentschädigung - zu gewähren. Eventuell 

seien weitere Abklärungen zum Unfallhergang zu tätigen und/oder eine medizinische 

Expertise durchzuführen. Es sei die Streitsache zur Festlegung der 

Leistungsansprüche, eventualiter zur Durchführung von Abklärungen und/oder einer 

Expertise, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sei eine mündliche 

Verhandlung mit Parteibefragung, eventualiter auch mit Zeugenbefragungen, 

durchzuführen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, 

nachdem der Beschwerdeführer den Tankdeckel angehoben habe, habe sich ihm ein 

anderes Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit und quietschenden Bremsen genähert, 

so dass er geglaubt habe, dass es zu einem Aufprall kommen werde. Er habe sich 

ruck- und reflexartig herumgedreht und sich dabei das Verhebe-Trauma zugezogen. 

Das herannahende Fahrzeug sei auch vom Tankstellenleiter an der Kasse und einer 

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weiteren Person vor dem Kiosk-Eingang wahrgenommen worden (act. G 1.5, 1.6). Das 

mit hoher Geschwindigkeit heranbrausende und den Beschwerdeführer gefährdende 

Motorfahrzeug erweise sich als offensichtlich aussergewöhnlich und nicht zum 

Berufsalltag gehörend. Die daraus resultierende Abwehrbewegung des 

Beschwerdeführers vermöge das Kriterium der Ungewöhnlichkeit zu erfüllen. Der 

Nachweis eines Unfalls lasse sich auch über die medizinischen Fakten erbringen. Die 

Abwehrbewegung habe unmittelbar zu massiven Schmerzen und Einschränkungen 

geführt. Der Beschwerdeführer habe durchgehend medizinische Behandlung in 

Anspruch nehmen müssen. Die nach dem Ereignis vom 19. September 2011 

aufgetretenen Beschwerden und Einschränkungen seien derart massiv gewesen, dass 

zwingend auf eine schwere vorgängige Einwirkung habe geschlossen werden müssen. 

Der Beschwerdeführer sei vor dem Schadenereignis völlig beschwerdefrei und voll 

leistungsfähig gewesen. Sodann erscheine als offensichtlich, dass derart schwere 

Schädigungen ohne eine äussere Einwirkung gar nicht eintreten könnten. Zur 

Begründung eines Leistungsanspruchs genüge bereits eine Teilursächlichkeit des 

Schadenereignisses.

B.b   In den Beschwerdeantworten vom 4. Juni 2012 (UV 2012/37 und 2012/38) 

beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerden und Bestätigung 

des angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung verwies sie auf die 

Ausführungen im Einspracheentscheid. Sie hielt unter anderem fest, dass die vom 

Beschwerdeführer beschriebene Tankdeckelentfernung (UV-act. 19), welche gemäss 

Unfallmeldung starke Rückenschmerzen bewirkt habe, den Unfallbegriff nicht erfülle. 

Es liege kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor. Auf die späteren, von der 

Unfallmeldung wesentlich abweichenden Angaben des Beschwerdeführers (UV-act. 19) 

könne nicht abgestellt werden. Auch aus den vom Beschwerdeführer aufgelegten 

Zeugenbescheinigungen könne nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Selbst bei 

Annahme einer schreckbedingten, reflexartigen Drehbewegung im Sinn der 

nachträglichen Angaben des Beschwerdeführers könne nicht von einem Unfall im 

Rechtssinn ausgegangen werden. Die Beschwerdegegnerin wäre sogar bei Annahme 

eines Unfalls nicht leistungspflichtig, weil die Leistungsvoraussetzung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen diesem und den Diskushernien fehle. Im Weiteren sei 

bemerkt, dass die Leistungspflicht auch einen sofortigen Eintritt der Diskushernien-

Symptome unmittelbar nach dem Unfall voraussetzen würde. Vorliegend sei diese 

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Voraussetzung nicht erfüllt. Neurologische Auffälligkeiten seien erst einige Wochen 

nach dem Ereignis am 31. Oktober 2011 aufgetreten. Schliesslich sei darauf 

hinzuweisen, dass eine richtunggebende unfallbedingte Verschlimmerung einer 

degenerativen Erkrankung der Wirbelsäule nur als nachgewiesen gelten könnte, wenn 

ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern 

von Verletzungen radiologisch erstellt wären (UV-act. 24 und 10). Vorliegend wären 

diese höchstrichtlichen Vorgaben (Urteil des Bundesgerichts vom 29. November 2010, 

8C_416/2010, E. 3.1) nicht erfüllt. Der von der Beschwerdeführerin aufgelegte Bericht 

ihres Vertrauensarztes vom 1. Mai 2012 widerspreche medizinischen 

Erfahrungstatsachen, welche nach der Rechtsprechung zwingend als Massstab für die 

Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit gelten müssten.

B.c   Mit Replik vom 16. August 2012 (UV 2012/37) bestätigte die Beschwerdeführerin 

ihren Standpunkt und reichte eine weitere Stellungnahme des Vertrauensarztes Dr. 

D.___ vom 16. Juli 2012 (act. G 8.1) ein. Mit Replik vom 27. August 2012 (UV 2012/38) 

reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weitere medizinische Unterlagen 

ein (act. G 9.1-9.5) und bestätigte seine Anträge und Ausführungen (act. G 9).

B.d   In den Dupliken vom 5. September 2012 (UV 2012/37 und 2012/38) hielt die 

Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest.

Erwägungen:

1.      

Die Beschwerdegegnerin beantragte die Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren 

UV 2012/37 und UV 2012/38. Da beiden Verfahren derselbe Sachverhalt zu Grunde 

liegt und sich dieselbe Rechtsfrage stellt, rechtfertigt es sich, die Verfahren zu 

vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. BGE 128 V 124 E. 1 und 128 V 

192 E. 1, je mit Hinweisen).

2.        

2.1    Zu prüfen ist, ob hinsichtlich des Ereignisses vom 19. September 2011 von einem 

Unfall auszugehen ist. - Art. 4 ATSG umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht 

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beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper. Gemäss Unfallmeldung verspürte der Beschwerdeführer am 19. 

September 2011 beim Abladen von Benzin vom Tank-Lastwagen Schmerzen im 

lumbalen Rücken, nachdem er für den Ablad zuvor einen ca. 50kg schweren Deckel 

angehoben hatte. Danach habe er sich ca. eine halbe Stunde lang nicht bewegen 

können (UV-act. 1). Der erstbehandelnde Arzt hielt diesbezüglich fest, dass es 

anscheinend zu einem Verhebetrauma gekommen sei (UV-act. 13). Die Ärzte des 

Spitals Grabs stellten am 11. November 2011 die Diagnosen eines akuten Cauda 

equina Syndroms bei Massenprolaps L4/5 links mit grosser Diskushernie und 

deutlicher Einengung der Cauda equina sowie im Verlauf progredienten neurologischen 

Ausfällen mit beginnender Urin- und Stuhlinkontinenz (UV-act. 10). Anlässlich einer 

Besprechung vom 16. Dezember 2011 legte der Beschwerdeführer unter anderem dar, 

am 19. September 2011 habe er seinen Tank-Lastwagen neben den in den Boden 

eingelassenen, mit Schachtdeckeln von ca. einem Meter Durchmesser und ca. 50kg 

Gewicht verschlossenen Tänken einer Tankstelle platziert. In der Mitte eines 

Schachtdeckels befinde sich ein versenkter Griff, den er mit der linken Hand bzw. den 

Fingern gefasst und ca. 20cm in die Höhe gehoben habe. Mit der rechten Hand habe er 

unter dem Deckel einen Feststellhaken gelöst. Dies sei alles gut gelungen. In diesem 

Moment sei aber rechts von ihm ein Auto herangebraust. Immer noch in halb kniender/

gebückter Stellung habe er sich abrupt und reflexartig nach rechts umgedreht, den 

Schachtdeckel immer noch mit der linken Hand haltend. Sein Gefühl, dass das Auto zu 

spät bremse, habe sich nicht bewahrheitet. In dieser abgedrehten Stellung habe ihn 

jedoch eine Art Kältegefühl durchzuckt und er habe einen schmerzhaften Stich im 

Rücken und ein Ziehen in das linke Bein verspürt. Er habe den Schachtdeckel 

schmerzbedingt nicht mehr halten können und ihn zu Boden fallen lassen. Circa 20 

Minuten habe er sich nicht mehr bewegen können und sei in der halb kniend/

gebückten Stellung verharrt. Langsam habe er dann auf die Knie absinken können. Ein 

Passant habe ihm geholfen, die Schläuche zu versorgen. Er habe sich nur noch 

behutsam und vorsichtig bewegen können. Mühsam habe er sich in die Fahrerkabine 

bewegen können. Er sei eher hineingekrochen wie gestiegen. Er sei dann mit dem 

Lastwagen nach Hause gefahren. Seine Frau habe bereits am Parkplatz gewartet und 

ihm beim Aussteigen aus der Kabine geholfen. Am nächsten Tag (20. September 2011) 

sei die Situation leicht besser gewesen, weshalb er zur Arbeit gegangen sei. Nach zwei 

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Abladungen hätten sich jedoch zu starke Beschwerden gezeigt. Vor dem Ereignis vom 

19. September 2011 sei er am Rücken beschwerdefrei gewesen. Er habe oft und 

regelmässig Sport betrieben und sei in den letzten 6-7 Jahren nie krankheits- oder 

unfallbedingt ausgefallen (UV-act. 19).

2.2    Nachdem beim Beschwerdeführer am 3. November 2011 im Kantonsspital St. 

Gallen eine Diskushernien-Operation durchgeführt worden war (UV-act. 24), hielt er 

sich vom 9. November bis 29. Dezember 2011 in der Rehaklinik Walenstadtberg auf. Im 

Austrittsbericht der Rehaklinik wurde festgehalten, der Patient habe in gebessertem 

Zustand nach Hause entlassen werden können. Die Physio- und Ergotherapie sei 

fortzusetzen. Bis Ende Januar 2012 bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit. Die 

weitere Beurteilung habe durch den Hausarzt zu erfolgen (UV-act. 21). Die Ärzte des 

Kantonsspitals St. Gallen diagnostizierten am 3. Januar 2012 einen Zustand nach 

lumbaler Diskushernien-Operation L4/5 am 3. November 2011 bei bestehender Cauda-

Symptomatik. Es zeige sich nach der Operation ein erfreulicher Verlauf, wobei dem 

Beschwerdeführer hinsichtlich der Wiederaufnahme der Tätigkeit empfohlen worden 

sei, zunächst die Verordnungen zur Physiotherapie und Ergotherapie auszuschöpfen 

(UV-act. 23). Im Schreiben vom 23. Februar 2012 schilderte der Inhaber der Tankstelle, 

bei welcher der Beschwerdeführer am 19. September 2011 Benzin abgeladen hatte, 

den Hergang des Ereignisses. Beim Schliessen des Bodendeckels habe sich ein 

Fahrzeug dem Beschwerdeführer von hinten genähert. Wegen des starken 

Bremsmanövers hätten dessen Bremsen gequietscht und der Beschwerdeführer habe 

sich erschreckt dem Fahrzeug zugewendet. Der Deckel sei auf den Boden geknallt. 

Durch das Gewicht des Metalldeckels von ca. 40-50kg habe der Beschwerdeführer 

zusätzlich das Gleichgewicht verloren und sei seitlich auf das Knie gefallen. Er habe 

sich aufgerappelt und sich hingesetzt. Ein junger Mann habe danach den Deckel 

geschlossen und den grossen Benzinschlauch des Lastwagens versorgt. Der 

Beschwerdeführer sei rund zwanzig bis dreissig Minuten sitzen geblieben und sei 

danach weggefahren (UV-act. 36).

3.        

3.1    Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände des als Unfall 

gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Unvollständige, ungenaue oder 

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widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der 

Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im Streitfall hat das 

Sozialversicherungsgericht zu entscheiden, ob die einzelnen Merkmale des 

Unfallbegriffs, insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben 

sind. Hierzu hat es im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die notwendigen 

Beweise zu erheben. Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt nicht wenigstens mit 

Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale - die blosse 

Möglichkeit genügt nicht -, ist ein Unfall im Rechtssinn zu verneinen (Urteil des 

Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] 

vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1).

3.2   

3.2.1           Vorab ist festzuhalten, dass die Schilderung des Ereignisses durch den 

Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall (UV-act. 1) in wesentlichen Einzelheiten 

von seinen späteren Schilderungen (UV-act. 19, 50 [Aktuelle Anamnese]) abweicht bzw. 

durch letztere ergänzt wurde. In der Unfallmeldung (UV-act. 1: "… musste ich einen ca. 

50kg schweren Deckel aufheben. Dabei spürte ich etwas im unteren Rücken, einen 

sehr starken und stechenden Schmerz …") und im Bericht des erstbehandelnden 

Arztes (UV-act. 13) fehlt vorab ein Hinweis auf ein Schreckereignis mit reflexartiger 

Drehbewegung, wie es vom Beschwerdeführer erstmals am 16. Dezember 2011 

erwähnt wurde (UV-act. 19). Immerhin lässt sich die Sachverhaltsschilderung des 

Tankstelleninhabers (UV-act. 36 S. 6; UV 2012/38, act. G 1.5) mit den nachträglich 

ergänzten Angaben des Beschwerdeführers grundsätzlich vereinbaren, wobei der 

Tankstelleninhaber allerdings nach seinen Angaben die Kasse hüten musste und damit 

den Vorgang nicht aus unmittelbarer Nähe beobachtet haben dürfte. Im Weiteren ist 

nicht ersichtlich, inwiefern die nur sinngemäss verständliche Bestätigung von M.L. vom 

Februar 2012 (UV 2012/38, act. G 1.6) etwas zusätzlich Beweisbildendes zum 

vorliegenden Sachverhalt beitragen könnte.

3.2.2           Erhebliche Zweifel an der nachträglichen Sachverhaltsergänzung ergeben 

sich durch die gegenüber Dr. med. E.___, Klinik Valens, im Rahmen eines 

psychiatrischen Konsiliums abgegebene Unfallschilderung vom 8. Dezember 2011. 

Dort legte der Beschwerdeführer den Unfallhergang inhaltlich übereinstimmend mit der 

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ursprünglichen Unfallmeldung dar, indem er festhielt, dass er einen Gullideckel 

einhändig gehoben, gleichzeitig den Abfüllschlauch gezogen habe, wobei es zu einem 

plötzlich einschiessenden Schmerz "wie ein Kältefühl die Beine abwärts" gekommen 

sei. Er sei zu Boden gefallen und habe rund eine halbe Stunde gebraucht, bis er sich in 

die Fahrerkabine zurückgequält und weitergearbeitet habe. Zuhause habe die 

Ehepartnerin auf einen Arztbesuch gedrängt. Die Beschwerden seien in den 

Folgewochen nicht besser, sondern eher schlechter geworden Schliesslich habe er am 

31. Oktober 2011 notfallmässig das Spital Grabs aufgesucht (UV 2012/38, act. G 9.1). 

Von einem Schreckereignis mit einem heranbrausenden Auto ist hier nicht die Rede. 

Eine Ergänzung in diesem Sinn schilderte der Beschwerdeführer gegenüber Dr. E.___ 

erst am 15. Dezember 2011 wie folgt: Er habe wie immer seine Arbeit erledigt, doch 

plötzlich sei ein PKW von hinten relativ forsch auf ihn zugefahren, habe abrupt 

gebremst und sei rund zwei Meter von ihm entfernt mit quietschenden Reifen zum 

Stillstand gekommen. Er sei erschrocken und habe eine ruckartige Bewegung 

gemacht; genau in diesem Augenblick sei der Unfall geschehen. Dr. E.___ bekundete 

seine Überraschung über diese Sachverhaltsentwicklung und empfahl dem 

Beschwerdeführer, anlässlich des für den Folgetag vorgesehenen Besuchs des 

Casemanagers der Beschwerdegegnerin bei der Unfallschilderung den 

"Schreckensmoment" nicht zu vergessen (act. G 9.2). Wie dargelegt beinhaltet der 

hierauf verfasste Suva-Bericht die Unfallschilderung den "Schreckensmoment" (vgl. 

UV-act. 19). Ob dies die Folge der Empfehlung von Dr. E.___ war oder nicht, braucht 

nicht untersucht zu werden. 

3.2.3           Auch wenn es unter diesen Umständen nicht gänzlich ausgeschlossen ist, 

dass der nachträglich ergänzte Sachverhalt zutrifft, erscheint diesbezüglich eine 

überwiegende Wahrscheinlichkeit nicht ausgewiesen. Andernfalls wäre der Sachverhalt 

einschliesslich Ergänzung spätestens gegenüber dem Psychiater Dr. E.___ am 8. 

Dezember 2011 spontan geschildert worden. Aber selbst wenn die 

Sachverhaltsergänzung zuträfe, spräche die Tatsache, dass der Beschwerdeführer den 

"Schreckensmoment" sowohl in der Unfallmeldung als auch in der Schilderung 

gegenüber dem Psychiater am 8. Dezember 2011 "vergass", dafür, dass der Schreck 

für den Verlauf des Ereignisses vom 19. September 2012 überhaupt keine Bedeutung 

hatte bzw. der für das Ereignis wesentliche Verlauf so war, wie er ihn gegenüber Dr. 

E.___ am 8. Dezember 2011 (UV 2012/38, act. G 9.1) geschildert hatte. Ein 

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Kausalzusammenhang zwischen einer schreckbedingten Reflexbewegung und dem 

Schmerzeintritt wäre diesfalls nicht überwiegend wahrscheinlich. Wie es sich damit im 

Einzelnen tatsächlich verhielt, kann jedoch offenbleiben, denn es steht fest, dass der 

Beschwerdeführer beim fraglichen Ereignis weder gestürzt oder ausgerutscht noch 

angestossen oder gestolpert ist. Auch eine Abwehrbewegung zur Verhinderung eines 

Sturzes oder Ausgleitens steht nicht zur Diskussion. Das vom Beschwerdeführer erst 

nachträglich geschilderte Herannahen eines anderen Fahrzeugs mit quietschenden 

Bremsen löste nach seiner Schilderung Angstgefühle aus und veranlasste ihn, sich 

reflexartig dem Fahrzeug zuzuwenden mit der Folge, dass er im Rücken einen 

schmerzhaften Stich verspürte und den Bodendeckel bedingt durch diesen Schmerz 

fallen liess (UV-act. 19 und 36 S. 6). Im Tankstellenbereich, wo der Beschwerdeführer 

seine berufliche Tätigkeit unter anderem ausübt, muss jedoch stets mit zu- und 

wegfahrenden Fahrzeugen und allenfalls quietschenden Bremsen gerechnet werden. 

Was die mit der linken Hand ausgeübte Ziehbewegung des Beschwerdeführers bei der 

Anhebung des nach Lage der Akten 40-50kg schweren Schachtdeckels betrifft, so ist 

festzuhalten, dass diese Bewegung in Verbindung mit dem rechtshändigen Lösen des 

Feststellhakens (vgl. UV-act. 19) im Alltag eines Tanklastwagenchauffeurs auch vom 

Kraftaufwand her für sich allein nichts Ungewöhnliches oder "Programmwidriges" 

darstellt (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts vom 15. Januar 2003, U 421/01 

[Pflegehilfe bettet Patientin um], vom 13. Dezember 2002, U 65/02 [Jurist hebt 

Lautsprecherbox], vom 14. Oktober 2002, U 403/01 [Polizeieinsatz], und vom 30. 

August 2001, U 277/99 [Ablad auf der Baustelle]). Von der Rechtsprechung wurde eine 

den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung nur bei Lasten von mehr als 100 kg 

bejaht (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 3.3 mit 

Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). In Fällen, in welchen eine 

den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung verneint wurde, waren die zu hebenden 

Lasten zwischen 50 und 100 kg schwer (Urteil U 360/02, a.a.O., E. 3.4 mit Hinweisen; 

vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1, und 

vom 25. August 2011, 8C_246/2011, E. 4.4).

3.2.4           Der geschilderte Hergang (E. 3.2.3) spricht gegen das Vorliegen eines 

ungewöhnlichen Ereignisses, wie es in den vom Beschwerdeführer angeführten 

Entscheiden für die jeweilige Tätigkeit bejaht worden war (RKUV 1993 U 162, 53: 

Bauarbeiter gleitet aus, während er versucht, eine schwere, auf nassem und leicht 

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geneigtem Boden ins Rutschen geratene Schachtröhre aufzuhalten; RKUV 1994 U 185, 

79: Krankenschwester bewahrt einen schwergewichtigen Patienten mit übermässigem 

Kraftaufwand vor einem unvermuteten Sturz; Urteil vom 28. Juli 2009, 8C_333/2009: 

Versicherter rutscht beim Tragen einer 15kg schweren Fräse auf einer Öllache aus und 

stürzt beinahe). Auch das vom Vertrauensarzt Dr. D.___ angeführte Beispiel (RKUV 

1994 U 180, 37) erscheint schon aufgrund des dort in Frage stehenden Gewichts von 

150kg, welches der Betroffene gehoben hatte, hier nicht einschlägig. Zu beachten ist in 

diesem Zusammenhang auch, dass der Beschwerdeführer nach dem 19. September 

2011 wieder mehrere Wochen in seiner angestammten Tätigkeit gearbeitet hatte (dazu 

im Einzelnen nachstehende E. 3.3.2). Das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors ist auch nicht bereits deshalb zu bejahen, weil die Bewegung reflexartig 

ausgeführt wurde (Urteil des EVG vom 23. Mai 2006 [reflexartiges Hochreissen eines 

Oleanders], U 144/06, E. 2.2 mit vielen Hinweisen). Weitere Abklärungen zum 

Unfallhergang würden überwiegend wahrscheinlich nicht zu neuen Erkenntnissen 

führen, zumal die in Betracht kommenden Personen bereits befragt wurden (E. 3.2.1) 

und kein Zeuge zur Verfügung steht, der den Ablauf aus nächster Nähe im Detail 

beobachten konnte; auch liegt das Ereignis im heutigen Zeitpunkt eineinhalb Jahre 

zurück.

3.3   

3.3.1           Nach der Rechtsprechung kann unter Umständen aufgrund des 

medizinischen Befunds erstellt sein, dass eine Schädigung auf eine ungewöhnliche 

äussere Einwirkung und somit auf einen Unfall zurückzuführen ist. Der mangelnde 

Nachweis lässt sich zwar nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese 

dienen mitunter aber als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen eines Unfalles 

(Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2012, 8C_50/2012, E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 

134 V 72 E. 4.3.2.2). Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer 

medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen 

degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur 

ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in 

Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, 

wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung 

der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales 

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oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten 

(Urteile des Bundesgerichts vom 3. Januar 2005, U 332/03, E. 1 mit Hinweisen, und 

vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2; zur Berücksichtigung medizinischer 

Erfahrungssätze vgl. BGE 126 V 189 E. 4c). - Der Vertrauensarzt Dr. D.___ hielt im 

Bericht vom 1. Mai 2012 zuhanden der Beschwerdeführerin fest, das bei der Operation 

vom 3. November 2011 gefundene Verletzungsbild sei vereinbar mit dem 

Unfallmechanismus. Den Kausalzusammenhang von Verletzungsfolgen und 

Unfallmechanismus erachte er als überwiegend wahrscheinlich. Die Drehung der 

Wirbelsäule nach rechts unter massiver muskulärer Spannung (infolge Belastung durch 

den schweren Tankdeckel) habe zur Sprengung des anulus Fibrosus der Bandscheibe 

L4/5 geführt, welche sofort zum Massenprolaps und dadurch zur Neurokompression 

geführt habe. Trotz des Intervalles von knapp sechs Wochen zwischen Unfallereignis 

und Operationsdatum könne seines Erachtens nicht von einem Diskushernienschub 

gesprochen werden, sondern die traumatische Bandscheibenschädigung habe zu einer 

sofortigen Symptomatik geführt, welche sich während des Zeitintervalls bis zur 

Operation kontinuierlich verschlimmert habe (UV-act. 51).

3.3.2           Nachdem der Beschwerdeführer am Folgetag des hier in Frage stehenden 

Ereignisses, d.h. am 20. September 2011, aufgrund einer leicht besseren Situation 

wieder zur Arbeit gegangen war, hierdurch jedoch Beschwerden auftraten (vgl. UV-act. 

19 S. 2), suchte er Dr. C.___ auf. Dieser bestätigte ein lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom, wobei er neurologische Auffälligkeiten verneinte (UV-act. 13). 

Danach arbeitete der Beschwerdeführer offenbar wieder, denn er gab der 

Beschwerdegegnerin zu Protokoll, dass ihm das Arbeiten mehr und mehr Mühe 

gemacht habe, er jedoch nicht so schnell habe aufgeben wollen, weil er einen eigenen 

Betrieb habe. Die weitere Zeit habe er Schmerzmittel eingenommen und habe so 

einigermassen arbeiten können. Am Morgen des 1. November 2011 habe er beim 

Aufstehen sehr starke Rückenschmerzen verspürt (UV-act. 19 S. 2). Ein MRI der 

Wirbelsäule vom 2. November 2011 (UV-act. 9) ergab in den Bereichen LWK4/5 und 

LWK5/SWK1 das Vorliegen einer Dehydratation und Höhenminderung der 

Bandscheibe bzw. einen Bandscheibenprolaps mit Nervenwurzelaffektion (Bereich 

LWK4/5) bzw. ohne Nervenwurzelaffektion (Bereich LWK5/SWK1). Prof. Dr. med. F.___, 

Facharzt FMH für Neurologie, berichtete am 4. November 2011, dass sich in der 

klinisch-neurologischen Untersuchung ein höhergradiges motorisches und sensibles 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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Defizit der Wurzeln L5 und S1 beidseits gezeigt habe und Hinweise auf eine 

beginnende Harn- und Stuhlinkontinenz vorlägen (UV-act. 18). Bei dem von diesem 

Arzt bestätigten akuten Cauda equina-Syndrom (UV-act. 18) handelt es sich um eine 

Folgeerscheinung der Diskushernie und eine (seltene) Notfallsituation (A.M. Debrunner, 

Orthopädie/Orthopädische Chirurgie, 4. A. 2002, S. 879 und 885). 

3.3.3           Der medizinische Sachverhalt mit der Diagnose eines lumboradikulären 

Schmerzsyndroms, welches eine Diskushernien-Operation erforderlich machte (UV-act. 

24), kann mit Blick auf den geschilderten Hergang nicht als Indiz für die Einwirkung 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf die Wirbelsäule und damit ein 

Unfallereignis im Rechtssinn gelten. Insbesondere kann nicht ein Unfallereignis von 

besonderer Schwere, welches geeignet gewesen wäre, eine Schädigung der 

Bandscheibe herbeizuführen, angenommen werden, zumal der Beschwerdeführer wie 

dargelegt nach dem 19. September 2011 - wenn auch unter Schmerzmitteleinahme 

und mehrmaliger chiropraktischer Behandlung und kurzen ärztlichen Kontrollen (act. G 

1.8-1.10) - noch über einen Monat gearbeitet hatte und eine sofortige 

Arbeitsunfähigkeit (vgl. dazu E. 2.3.1) somit nicht dargetan ist. Freilich war dieser 

Arbeitseinsatz auch erwerblich motiviert (selbständige Erwerbstätigkeit). Dass ein 

solcher Einsatz überhaupt möglich war, spricht jedoch klar gegen das Vorliegen eines 

Unfallereignisses von besonderer Schwere. Dr. C.___ hatte denn auch erst ab 1. 

November 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (UV-act. 13). Wenn Dr. D.___ 

festhielt, dass trotz des Intervalles von knapp sechs Wochen zwischen Unfall und 

Operationsdatum seines Erachtens von einer sofortigen Symptomatik der 

traumatischen Bandscheibenschädigung auszugehen sei (UV-act. 51), so vermag diese 

Auffassung an der Tatsache des über einmonatigen Arbeitseinsatzes im Rahmen der 

angestammten Tätigkeit, welche auch weiterhin das Anheben von schweren 

Bodendeckeln, das Ein- und Aussteigen aus dem Lastwagen und das Versorgen des 

relativ schweren Schlauches umfasste, nichts zu ändern. In der weiteren 

Stellungnahme vom 16. Juli 2012 räumte Dr. D.___ überdies ein, dass ein Cauda 

equina Syndrom im Zusammenhang mit einem schweren Bandscheibenprolaps im 

Rahmen eines degenerativen Prozesses auftreten könne. Die Schädigung müsse nicht 

zwingend Folge einer ungewöhnlichen äusseren Einwirkung sein (act. G 8.1). 

Angesichts dieser Umstände ist festzuhalten, dass beim Ereignis vom 19. September 

2011 überwiegend wahrscheinlich eine degenerative innere Ursache in Verbindung mit 

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einer alltäglichen Körperbewegung die Rückenschmerzen manifest werden liess, zumal 

es wie dargelegt an "besonders sinnfälligen Umständen", z.B. einem Ausgleiten oder 

einem Schlag, fehlte (vgl. dazu die bereits erwähnten Urteile des Bundesgerichts U 

144/06 E. 2.2, U 360/02 E. 3.4, 8C_1029/2009 E. 2.1 und U 277/99 E. 3c). Die 

nachträglich behauptete Drehbewegung allein hätte keine Bandscheibenverletzung zu 

bewirken vermocht (Urteil des EVG vom 6. September 2006, U 3/06, E. 1.2; vgl. dazu 

auch RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Hierbei ist überdies zu beachten, dass für eine 

allfällige Verschlimmerung eines degenerativen Gesundheitsschadens dieselben 

(vorliegend nicht erfüllten) Kriterien gelten würden (Urteil U 3/06, a.a.O., E. 1.2). 

Angesichts dieser Umstände lässt auch der Gesundheitsschaden als solcher keinen 

Rückschluss auf einen ungewöhnlichen Geschehensablauf zu. 

4.        

Eine unfallähnliche Körperschädigung steht nicht (mehr) zur Diskussion (act. G 1 S. 3 

Ziff. 4). Den Akten lässt sich denn auch keine der in Art. 9 Abs. 2 UVV aufgeführten 

Schädigungen, etwa eine Muskelzerrung (Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV), entnehmen. Nach der 

Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2009, 8C_1000/2008, 

E. 2.3 mit Hinweisen) erfasst Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV nur eigentliche 

Gelenksverrenkungen (Luxationen), nicht aber unvollständige Verrenkungen 

(Subluxationen) oder Torsionen (Verdrehungen) und Distorsionstraumen 

(Verstauchungen). Eine Luxation läge nur vor, wenn die durch ein Gelenk verbundenen 

Knochenenden verschoben sind, was konkret nach Lage der medizinischen Akten nicht 

der Fall ist. Bandscheiben zwischen den Wirbelsäulenkörpern erfüllen keine 

Gelenksfunktion. Ebenfalls sind Schädigungen der Bandscheiben im Bereich der 

Rückenwirbel nicht von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV (Bandläsionen) erfasst (vgl. Urteil 

8C_1029/2009, a.a.O., E. 2.2.1).

5.        

Nach dem Gesagten sind die Beschwerden unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 19. März 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerden werden abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2013
	Art. 4 ATSG. Frage des Vorliegens eines Unfallereignisses als Auslöser/Ursache eines lumboradikulären Schmerzsyndroms (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. März 2013, UV 2012/37+38).

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