# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebc52cef-3646-5b80-b9fc-96a1cff771dd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 28.11.2023 R 2022 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2022-76_2023-11-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 22 73 und R 22 76
mia

5. Kammer 

Vorsitz Brun

RichterIn Audétat und Pedretti

Aktuar Gross  

URTEIL

vom 28. November 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B._____ und/oder Rechtsanwältin 

MLaw Corina Caluori, Caviezel Partner, Masanserstrasse 136, 7000 Chur,

Beschwerdeführerin im Verfahren R 22 73

und

C._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. D._____ und/oder Rechtsanwalt 

MLaw Luca Curdin Conrad, Hartbertstrasse 1, 7001 Chur,

Beschwerdeführerin im Verfahren R 22 76

gegen

E._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. F._____,

Beschwerdegegnerin

und

G._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. H._____,

Beigeladene

betreffend Ortsplanungsrevision (Gesuch um Einleitung)

I. Sachverhalt:

1. Im vereinigten Urteil des Bundesgerichts 1C_47/2020, 1C_48/2020, 

1C_49/2020, 1C_53/2020, 1C_54/2020 vom 17. Juni 2021 wurden der 

massgebende Sachverhalt und die bisherige Prozessgeschichte zwischen 

der A._____ AG (Eigentümerin Parzelle 219) und der C._____ (Eigentü-

merin Parzelle 1694) sowie der E._____ und der G._____ AG (Eigentü-

merin Bauparzelle 1808) in der Spezialzone Serletta Nord/Süd wie folgt 

festgehalten:

1.1. Die Teilgebiete Serletta Nord und Süd in St. Moritz sind der Spezialzone 

Serletta zugewiesen und werden räumlich durch die Via Serlas voneinan-

der getrennt. Das Teilgebiet Serletta Nord befindet sich bergseitig, im Nor-

den oberhalb der Via Serlas und ist teilweise überbaut (so Parzellen Nr. 

1482, 1480, 1915, 1716 und 1694), teilweise aber unüberbaut (so Parzel-

len Nr. 183, 1715, 926, 1665 sowie Südhang-/Freihalteflächen von Par-

zelle Nr. 1694). Im Teilgebiet Serletta Süd liegt die Parzelle Nr. 1808. Auf 

deren Nordwestteil befindet sich heute ein Postgebäude, wogegen der 

West- und Südwestteil unterhalb der Via Serlas noch unüberbaut ist. 

1.2. Im Jahr 2000 erwarb die G._____ AG die Parzelle Nr. 1808 im Ausmass 

von 13'428 m2 sowie die südlich angrenzende Parzelle Nr. 2354 im Aus-

mass von 12'846 m2, die sich talwärts bis zur Via Grevas, der Seestrasse 

beim St. Moritzersee, erstreckt. Die Parzelle 2354 ist heute mit dem unter-

irdischen Parkhaus Serletta See und der sich darüber befindenden Resi-

denza Rosatsch mit zahlreichen Wohnungen überbaut. Das der Spezial-

zone Serletta Süd zugewiesene Areal wird südlich durch die Via Grevas, 

im Süd-Osten und im Norden durch die Via Serlas eingegrenzt. Zeitlich vor 

dem heutigen Postgebäude befand sich auf Parzelle Nr. 1808 das Grand 

Hotel, das im Jahre 1944 abbrannte. Westlich davon steht das Badrutt's 

Palace Hotel auf Parzelle Nr. 219, erbaut im Jahre 1896. Im Norden, rund 

90 m entfernt und weiter bergwärts, befindet sich das Kulm Hotel. Der Ho-

telhalbkreis um den Serlettahang (mit Grünraum und Freiflächen im Nord- 

wie im Südteil) wird in Richtung Nordosten und Osten durch die etwas ent-

fernter gelegenen Hotels Carlton und La Margna vervollständigt. 

1.3. Am 18. Oktober 2015 beschloss die Stimmbevölkerung von St. Moritz im 

Verhältnis 63.6 % Ja- gegen 36.4 % Nein-Stimmen eine Teilrevision der 

Ortsplanung in Bezug auf das Teilgebiet Serletta Süd, womit die frühere 

Totalrevision vom 14. März 1999 auf die seither veränderten Verhältnisse 

im Teilgebiet Serlettahang angepasst werden sollte. Diese Änderung um-

fasste folgende Planungsmittel: Teilrevision Baugesetz, Art. 80 Abs. 1 

(Spezialzone Serletta), Genereller Gestaltungsplan (GGP) Serletta Süd 

1:1000 (umfassend die Parzellen Nr. 1102, 1808, 2354, 2395 und 2396), 

Genereller Erschliessungsplan (GEP) Serletta Süd 1:1000 Teilplan Ver-

kehr, Genereller Erschliessungsplan (GEP) Serletta Süd 1:1000 Teilplan 

Entsorgung sowie die Bau- und Erschliessungsvorschriften Serletta Süd. 

Laut beschlossener Revisionsvorlage sollen mit den Baubereichen I-VII, 

die unter anderem eine flächenmässige Verkleinerung des Baubereichs I 

für oberirdische Bauten, jedoch zwei zusätzliche Baubereiche für ein Kli-

nikgebäude (Baubereich II) und einen Verbindungstrakt (Baubereich III) 

vorsieht, im Vergleich zur rechtskräftigen Nutzungsplanung vom 22./23. 

Oktober 2002 (NUP 2002; RB Nr. 1475) erheblich grössere Gebäu-

dehöhen ermöglicht werden. Zudem besteht die Möglichkeit, das Postge-

bäude auf Parzelle Nr. 1808 abzubrechen.

1.4. Gegen die am 18. Oktober 2015 beschlossene und am 5. November 2015 

amtlich publizierte Teilrevision der Ortsplanung durch die Gemeinde erho-

ben X. (Streitsache PB 21/15), Y. (PB 22/15), die C._____ (PB 25/15) und 

die A._____ AG (PB 26/15) je eine Planungsbeschwerde an die Regie-

rung. Im Wesentlichen beantragten sie, die in der Urnenabstimmung von 

den Stimmberechtigten beschlossene Teilrevision der Ortsplanung Ser-

letta Süd aufzuheben und dieser Planung mit allen ihren Bestandteilen die 

Genehmigung zu verweigern.

1.5. Nachdem sie am 17. November 2016 einen Augenschein durchgeführt 

hatte, genehmigte die Regierung mit Entscheid vom 25. April 2017 die am 

18. Oktober 2015 beschlossene Teilrevision der Ortsplanung, welche die 

neue Nutzungsplanung für das Gebiet Serletta Süd beinhaltet, mit zusätz-

lichen Nutzungsauflagen sowie Vorgaben, Hinweisen und Empfehlungen 

für das Baubewilligungsverfahren. In den Streitsachen PB 21/15, 

PB 22/15, PB 25/15 und PB 26/15 entschied sie gleichentags in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerden, dass diese Genehmigung der Nutzungs-

planung Serletta Süd mit neuen Auflagen verbunden werde. 

1.6. Gegen den Genehmigungsentscheid und die jeweiligen Beschwerdeent-

scheide, allesamt von der Regierung am 25. April 2017 gefasst, erhoben 

X. (Verfahren R 17 45), Y. (Verfahren R 17 46), C._____ (Verfahren R 17 

44), die A._____ AG (Verfahren R 17 50) am 2. Juni 2017 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Dieses vereinigte die 

Verfahren R 17 44, R 17 45, R 17 46, R 17 50 mit Verfügung vom 3. Juli 

2017 und führte am 29. März 2019 einen Augenschein durch. Am 2. De-

zember 2019 wies es die Beschwerden in separaten Urteilen (R 17 44, R 

17 45, R 17 46, R 17 48, R 17 50) ab, soweit es darauf eintrat. 

1.7. Im einleitend zitierten Urteil (Ziff.1) hielt das Bundesgericht im Dispositiv 

unter Ziff. 2 [S. 27] fest: "Die Beschwerden in den bundesgerichtlichen Ver-

fahren 1C_47/2020, 1C_48/2020, 1C_53/2020 und 1C_54/2020 werden 

abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist." Unter Ziff. 3.1. wurde festge-

halten: "Die Beschwerde im bundesgerichtlichen Verfahren 1C_49/2020 

wird teilweise gutgeheissen. Die Ziff. 2 des Dispositivs des Urteils des Ver-

waltungsgerichts R 17 48 vom 2. Dezember 2019 wird aufgehoben und 

die Ziff. 1 des Dispositivs wie folgt geändert": "Die Beschwerde (R 17 48) 

wird in der Hauptsache abgewiesen. Die zusätzlichen Auflagen Ziff. 1.a) 

und 1.b) betreffend Nutzung des Gebäudes im Baubereich I im angefoch-

tenen Genehmigungsentscheid der Regierung vom 25. April/3. Mai 2017 

werden geschützt." Unter Ziff. 4 [S. 28] wurde bestimmt: "Die Gerichtskos-

ten von Fr. 10'000.-- für die bundesgerichtlichen Verfahren 1C_47/2020, 

1C_48/2020, 1C_53/2020 und 1C_54/2020 werden den Beschwerdefüh-

rern zu gleichen Teilen, ausmachend je Fr. 2'500.--, auferlegt. Die Ge-

richtskosten von Fr. 2'000.-- für das bundesgerichtliche Verfahren 1C_49/ 

2020 werden der privaten Beschwerdegegnerin G._____ AG auferlegt."

1.8. Bereits am 29. April 2020 hatte die G._____ AG ein revidiertes Baugesuch 

für den Neubau einer Klinik auf der Parzelle Nr. 1808 (Baubereiche II/1 

und II/2) eingereicht. Das Baugesuch für das Hotel (Baubereich I) sollte 

später nachgereicht werden. Gegen das vom 14. Mai bis 3. Juni 2020 pu-

blizierte Baugesuch für den Klinikneubau gingen 25 Einsprachen ein. Der 

Gemeindevorstand ordnete darauf die Sistierung des Verfahrens bis zum 

Vorliegen des noch hängigen Bundesgerichtsurteils an.

1.9. Ebenfalls noch vor Mitteilung des Bundesgerichtsurteils (Eingangsstempel 

28. Juli 2021) stellten die A._____ AG am 29. Juni 2021 und C._____ am 

2. Juli 2021 den Antrag, die von den Stimmbürgern von St. Moritz am 18. 

Oktober 2015 verabschiedete projektbezogene Nutzungsplanung Serletta 

Süd zu überprüfen und eine Anpassung dieser Teilrevision gemäss Art. 21 

Abs. 2 RPG vorzunehmen.

1.10. Mit Schreiben vom 30. Juli 2021 hielt die G._____ AG dazu fest, dass sich 

nach der Mitteilung des Bundesgerichtsurteils und dessen (klaren) Inhalts 

die Einleitung eines neuen Planungsverfahrens erübrige.

1.11. Mit Eingaben vom 16. August 2021 und 31. August 2021 äusserten sich 

die A._____ AG und C._____ gegenüber dem Gemeindevorstand St. Mo-

ritz dahingehend, dass das zitierte Bundesgerichtsurteil viel eher für ein 

Zurückkommen auf die projektbezogene Nutzungsplanung aus dem Jahre 

2015 spreche.

1.12. Am 20. September 2021 beantragte die G._____ AG die Abweisung der 

Gesuche um Einleitung eines neuen Planungsverfahrens mit Verweis auf 

das allgemein zu beachtende Gebot der Planbeständigkeit.

1.13. In der Folge wurde die Angelegenheit bis anfangs Sommer 2022 sistiert.

1.14. Am 21. Juli 2022 und 22. Juli 2022 hielten die A._____ AG und C._____ 

jeweils am Antrag in ihren Gesuchen fest, ein neues Planungsverfahren 

für das Gebiet Serletta (Süd und Nord) wegen inzwischen erheblicher Ver-

änderung der Verhältnisse im Sinne von Art. 21 Abs. 2 RPG (seit der 

Volksabstimmung im Jahre 2015) einzuleiten. 

2. Mit Entscheid vom 8. August, mitgeteilt am 15. August 2022, erkannte der 

Gemeindevorstand St. Moritz was folgt (III. Entscheid/Dispositiv Ziff. 1-5): 

1. Die Gesuche von Kulm und Palace, die Teilrevision Ortsplanung Serletta Süd zu 

überprüfen und nötigenfalls anzupassen, werden abgewiesen.

2. Das Gesuch von Kulm und Palace, im Bereich Serletta Nord die bestehende Nut-

zungsplanung zu überprüfen und nötigenfalls anzupassen, wird im Sinne der Erwä-

gungen gutgeheissen.

3. Auf die Erhebung von Kosten für die Beurteilung der Gesuche von Kulm und Palace 

wird verzichtet.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Mitteilung Beschwerde ans Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden erhoben werden.

5. Mitteilung: (An die Rechtsvertreter von Kulm und Palace)

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Gesuche 

am Gebot der Planbeständigkeit scheiterten. Nach Art. 26 Abs. 3 KRG sei 

ein Nutzungsplan verbindlich, wenn er von der kantonalen Behörde rechts-

kräftig genehmigt worden sei. Zwar habe die I._____ die Teilrevision der 

Ortsplanung Serletta Süd bereits anlässlich ihrer Sitzung vom 25. April 

2017 genehmigt, Gebrauch gemacht werden konnte von diesem Pla-

nungsinstrument indessen erst nach dem Vorliegen des bundesgerichtli-

chen Urteils vom 17. Juni 2021. Dieses sei erst Ende Juli 2021 mitgeteilt 

worden. Selbst wenn auf den Genehmigungsbeschluss der Regierung ab-

gestellt würde, ergäbe sich kein anderes Ergebnis, denn auch dann würde 

es sich um einen Nutzungsplan jüngsten Datums handeln (vgl. Entscheid, 

Rz. 4, S. 6 f.). Bei der Abwägung, ob eine Anpassung des Nutzungsplans 

zulässig sei, spiele eine entscheidende Rolle, dass die Interessen der 

Chris Silber sehr stark tangiert würden, falls der projektbezogene Sonder-

nutzungsplan Serletta Süd dahinfiele, da sich ihre Projekte, für welche be-

reits Baugesuche gestellt worden seien, nicht mehr realisieren liessen (Rz. 

5). Es treffe zwar zu, dass im Vorfeld der Abstimmung vom Oktober 2015 

die Schaffung eines Standorts für die Klinik Gut im Vordergrund gestanden 

habe, eine Konkretisierung in diese Richtung lasse sich der Vorlage aber 

nicht entnehmen. Vielmehr sei gemäss den Bau- und Erschliessungsvor-

schriften zur Teilrevision Ortsplanung Serletta Süd der Baubereich II nur 

abstrakt bestimmt worden. Das angestrebte Nutzungsziel könne daher 

auch mit anderen Klinikbetrieben erreicht werden. Im Baubereich I sei von 

Anfang an völlig offengeblieben, welche Art von Hotel realisiert werden 

sollte. Laut Ziff. 1 der Bau- und Erschliessungsvorschriften seien sogar 

öffentliche und gewerbliche Nutzungen sowie Dienstleistungsbetriebe 

zulässig und letztlich auch Wohnnutzungen nach Massgabe des jeweils 

geltenden eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Rechts, letztere 

allerdings nur bis zu einer Höhenkote von 1'820 m.ü.M. (Rz. 6). Im Übrigen 

habe sich das Bundesgericht auch bereits zum Thema "veränderte Ver-

hältnisse" geäussert. In Erwägung 5.1.4 habe es festgehalten: Der Son-

dernutzungsplan ermögliche den Umzug der Klinik Gut in den Baubereich 

II, schaffe aber keine entsprechende Verpflichtung. Mit Blick auf das öf-

fentliche Interesse an der Planänderung falle dieser Umstand nicht ins Ge-

wicht, da sich das öffentliche Interesse der Gemeinde auf eine Stärkung 

von St. Moritz als Hotelleriestandort richte. Dieser solle davon profitieren 

können, dass in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Hotels und dem 

geplanten Hotel an zentraler Lage eine Klinik bestehe und die Vorausset-

zungen für einen verstärkten Gesundheitstourismus dadurch verbessert 

würden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer sei das öffentliche 

Interesse auch nicht deshalb zu verneinen, weil der Sondernutzungsplan 

im Baubereich I nicht bloss den Bau eines Gesundheitshotels zulasse, 

sondern ein beliebiges Hotel. Bereits für ein solches bestehe ein öffentli-

ches Interesse. An diesen Feststellungen des Bundesgerichts habe sich 

bis heute nichts geändert, weshalb es auch aus dieser Sicht keinen Grund 

gebe, auf die Teilrevision Ortsplanung Serletta Süd zurückzukommen. In-

soweit seien die Gesuche von Kulm und Palace also in jedem Fall abzu-

weisen (Rz. 7). Im Bereich Serletta Nord lägen die Verhältnisse anders, 

weshalb sich die Gemeinde auch bereit erklärt habe, diese Nutzungspla-

nung zu überprüfen und anzupassen, was vernünftigerweise aber im Rah-

men der bereits in Angriff genommenen Gesamtrevision der Ortsplanung 

zu geschehen habe (Rz. 8).         

3.1. In ihrer Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

vom 14. September 2022 stellte die A._____ AG (Beschwerdeführerin im 

Verfahren R 22 73) folgende Anträge:

1. Der angefochtene Entscheid des Gemeindevorstands St. Moritz vom 8./15. August 

2022 sei aufzuheben und die Streitsache sei zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.

2. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid des Gemeindevorstands St. Moritz vom 

8./15. August 2022 aufzuheben und die Gemeinde sei aufzufordern, ein Planungs-

verfahren zur Anpassung der Ortsplanung Serletta Süd einzuleiten.

3. Verfahrensantrag: Das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren sei zu sistie-

ren, bis im zeitgleich bei der Regierung anhängig gemachten Beschwerdeverfahren 

rechtskräftig über die Zuständigkeit der Regierung entschieden worden ist.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass nach dem 

im einschlägigen kantonalen Raumplanungsgesetz vorgesehenen Instan-

zenzug vorliegend die Regierung (Art. 101 KRG) nicht das erst subsidiär 

zum Zuge kommende Verwaltungsgericht (Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG) zur 

Behandlung der Beschwerde zuständig sei. Weil das Verwaltungsgericht 

bisher auf Beschwerden gegen Entscheide gestützt auf Art. 21 RPG ein-

getreten sei, sei der Antrag gestellt worden, dass verwaltungsgerichtliche 

Verfahren zu sistieren, bis rechtskräftig feststehe, ob die Regierung in der 

Sache zuständig sei (Beschwerde Rz. 17, S. 5). Materiell bestehe ein An-

spruch auf Überprüfung der projektbezogenen Nutzungsplanung. Hätten 

sich die Verhältnisse geändert, so würden solche Pläne überprüft und nöti-

genfalls angepasst (Art. 21 Abs. 2 RPG). In einem dreistufigen Verfahren 

(1. Erheblich veränderte Verhältnisse; 2. Nur nötigenfalls Plananpassung; 

3. Interessensabwägung [ob überwiegendes Interesse an Planänderung]; 

Rz. 21). Der 1. Schritt sei Eintretensvoraussetzung. Da die Beschwerde-

gegnerin ihr Gesuch abgelehnt habe, sei sie darauf eingetreten und somit 

sei diese Voraussetzung erfüllt worden (Rz. 23). Die Veränderungen seien 

sowohl faktischer (vgl. Rzn. 25-29) als auch rechtlicher Natur (Rzn. 30-34). 

Es lägen daher offensichtlich veränderte Verhältnisse vor, weshalb die Be-

schwerdegegnerin auch zu Recht darauf eingetreten sei. Die anderslau-

tenden, nicht weiter begründeten Ausführungen in Ziff. II/6 a.E. des ange-

fochtenen Entscheids seien nicht nachvollziehbar (Zwischenfazit: Rz. 35). 

Zur Überprüfung der Anpassungsbedürftigkeit (2. Schritt) wurde angeführt: 

Die Haltung der Beschwerdegegnerin, dass sie es ablehne, die Nutzungs-

planung einer Überprüfung zu unterziehen, sei nicht nur rechtswidrig, sie 

erstaune auch vor dem Hintergrund der Vorgeschichte: Die Planungsvor-

lage sei ausdrücklich und einzig mit dem Neubau der Klinik Gut und einem 

damit in Verbindung stehenden Gesundheitshotel begründet worden. So-

wohl das Bundesgericht als auch die Beschwerdegegnerin selbst hätten 

zu einem früheren Zeitpunkt ausgeführt, dass bei geänderten Nutzungs-

absichten eine Überprüfung der Ortsplanung erfolgen müsse und eine In-

teressensabwägung nachzuholen sei (Rz. 38). Ein öffentliches Interesse 

an einer anderen als der der Sondernutzungsplanung zugrundeliegenden 

Nutzungsabsicht bestehe offensichtlich nicht. Es sei nicht ersichtlich, wes-

halb in einer Gemeinde mit überdimensionierter WMZ-Fläche im Bereich 

des ortsbildprägenden Freihaltebereichs eine weit über dem ortsüblichen 

hinausgehende WMZ-Reserve auf Vorrat geschaffen werden sollte. Auf-

grund der geänderten Verhältnisse bestehe kein Bedarf mehr an einer sol-

chen Planung. Im Übrigen stehe die Planung im Widerspruch zum zwi-

schenzeitlich revidierten kantonalen Richtplan. Ein Anpassungsbedarf in-

folge veränderter Verhältnisse sei in jedem Fall zu bejahen (Rz. 39). Auch 

bestehe ein überwiegendes Interesse an der Planänderung (3. Schritt). 

Die Vorinstanz habe es im angefochtenen Entscheid unterlassen, eine 

ausreichende, den bundesrechtlichen Anforderungen genügende Interes-

senabwägung vorzunehmen. Sie führe zwar rudimentär aus, dass das Ge-

such um Überprüfung der Planung an der Planbeständigkeit scheitere und 

die Interessen der betroffenen Grundeigentümerin erheblich tangiert wür-

den. Diese Ausführungen seien jedoch weder substantiiert noch überzeu-

gend (Rz. 42). Den Interessen der Grundeigentümerin könne von vornher-

ein nur im Rahmen des Ermessensspielraums Rechnung getragen wer-

den. Das öffentliche Interesse gehe den privaten Interessen an der Plan-

beständigkeit auf jeden Fall vor. Das Argument von Treu und Glauben (Art. 

9 BV) sei nur unter den strengen Voraussetzungen des Vertrauensschut-

zes beachtlich (Rz. 44). Zudem falle ins Gewicht, dass die Grundeigentü-

merin mit dem 2011 von ihr ausgearbeiteten Überbauungskonzept den Er-

lass der jetzt zur Revision beantragten, strittigen Planung selbst beantragt 

und begründet habe. Dass sich diese Nutzungsabsichten verändert hät-

ten, und folglich die extra geschaffene Sondernutzungsplanung wieder zu 

überprüfen sei, habe die Grundeigentümerin zu verantworten. In dem Fall 

seien keine privaten Interessen gegen die Planrevision ersichtlich (Rz. 45).         

3.2. Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden vom 

15. September 2022 stellte C._____ (Beschwerdeführerin im Verfahren R 

22 76) folgende Anträge: 

1. Der angefochtene Entscheid des Gemeindevorstands St. Moritz vom 8./15. August 

2022 sei aufzuheben und die Streitsache sei zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.

2. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid des Gemeindevorstands St. Moritz vom 

8./15. August 2022 aufzuheben und die Gemeinde sei aufzufordern, ein Planungs-

verfahren zur Anpassung der Ortsplanung in Serletta Süd und Nord einzuleiten.

3. Verfahrensantrag: Das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren sei zu sistie-

ren, bis im zeitgleich bei der Regierung anhängig gemachten Beschwerdeverfahren 

rechtskräftig über die Zuständigkeit der Regierung entschieden worden ist.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der E._____ respektive der Be-

schwerdegegner. 

Begründend wurden zur Hauptsache die genau gleichen Argumente an-

geführt, wie sie bereits im Parallelverfahren R 22 73 bezüglich Zuständig-

keit der Regierung zur Fallbehandlung gestützt auf Art. 47 Abs. 2 und Art. 

101 KRG (nicht Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG infolge Subsidiarität des Verwal-

tungsgerichts) (vgl. Beschwerde Rzn. 2-6, S. 3), Legitimation und Fristein-

haltung zur Beschwerdeerhebung (Rzn. 7-8) geltend gemacht wurden. In 

materieller Hinsicht wurde im Sachverhalt als Fazit festgehalten: Im Rah-

men der Interessenabwägung der Teilrevision der Ortsplanung im Berei-

che Serletta Süd sei die Erstellung eines Neubaus für die Klinik Gut das 

wesentlichste, wenn nicht gar das entscheidende Kriterium der Vorlage 

(Botschaft, Seite 15; Planungs- und Mitwirkungsbericht, S. 23 und 29 ff.) 

gewesen (Rz. 12, S. 5). In rechtlicher Hinsicht werden zuerst die Stufen 

der Anpassung einer Nutzungsplanung (Rzn. 23-24) und die Erheblichkeit 

der veränderten Verhältnisse im Detail aufgezeigt und erörtert (Rz. 25 ff.). 

Resümiert wird: Auf die Planänderung sei einzutreten, da wesentlich ver-

änderte Verhältnisse vorlägen. Es bestehe ein Anspruch auf Überprüfung 

der Nutzungsplanung (Rz. 34). Das Revisionsbedürfnis der Ortsplanung 

beziehe sich auf das gesamte Gebiet Serletta (also Nord und Süd; Rz. 35).

4. Mit Schreiben vom 22. September 2022 ersuchte die E._____ das Gericht 

um Beiladung der G._____ AG zur Teilnahme am Beschwerdeverfahren 

gestützt auf Art. 40 VRG.

5. Mit Stellungnahme vom 26. September 2022 äusserte sich die E._____ 

formell zu der von den Beschwerdeführerinnen aufgeworfenen Zuständig-

keitsfrage (Verwaltungsgericht oder Regierung), zur Sistierung und zur 

Vereinigung der Verfahren. Aus ihrer Sicht sei die Zuständigkeit des Ver-

waltungsgerichts gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG gegeben, gehe es in 

dieser Phase doch nur um eine Verfügung, in der die Voraussetzungen für 

die Durchführung einer Ortsplanungsrevision durch die Exekutive zu prü-

fen seien. Weder stünden Beschlüsse des Gemeindesouveräns über den 

Erlass der Grundordnung noch Beschlüsse des Gemeindevorstands be-

treffend Erlass oder Verlängerung von Planungszonen im Sinne von Art. 

101 KRG zur Diskussion. Damit sei auch schon gesagt, dass es keinen 

Grund gebe, die Verfahren vor Verwaltungsgericht zu sistieren. In materi-

eller Hinsicht werde auf die Angaben im angefochtenen Entscheid sowie 

das einschlägige Bundesgerichtsurteil 1C_470/2018 (als Präjudiz) verwie-

sen (Rz. 23-28). Das Argument der überdimensionierten WMZ sei eben-

falls unbegründet, da es sich bei dieser neu ausgeschiedenen Zone Ser-

letta Süd gar nicht um eine WMZ handle. Diese sei nämlich für die Hotel- 

und Kliniknutzung vorgesehen und nicht für eine Wohnnutzung (Rz. 29). 

Die Festlegung betreffend WMZ im kantonalen Richtplan Siedlung (KRIP-

S [2018]) sei zudem schon lange vor dem Bundesgerichtsurteil vom 17. 

Juni 2021 erfolgt und könne deshalb nicht unter dem Aspekt von verän-

derten Verhältnissen berücksichtigt werden (Rz. 30). Dasselbe gelte für 

die RPG-Revision 2012/2014, welche noch vor der Verabschiedung der 

projektbezogenen Nutzungsplanung Serletta Süd im Jahre 2015 stattge-

funden habe. Auch insoweit lägen daher keine veränderten Verhältnisse 

vor (Rz. 31, S. 10). Die Beschwerden seien daher kostenfällig abzuweisen.           

6. Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Oktober 2022 (R 22 73a und R 22 

76a) des damals zuständigen Instruktionsrichters wurden die Verfahren 

R 22 73 und R 22 76 im Sinne von Art. 6 VRG vereinigt (vgl. Dispositiv Ziff. 

1, S. 11). Weiter wurde verfügt: Die G._____ AG wird zu den vereinigten 

Verfahren R 22 73 und R 22 76 im Sinne von Art. 40 VRG beigeladen. Ihr 

werden Kopien der Beschwerden R 22 73 vom 14. und R 22 76 vom 15. 

September 2022 sowie das Schreiben der E._____ vom 22. September 

2022 sowie die Vernehmlassung der E._____ vom 26. September 2022 

zur Vernehmlassung bis 28. Oktober 2022 zugestellt (Ziff. 2). Die Anträge 

der Beschwerdeführerinnen auf Sistierung der vereinigten Verfahren R 22 

73 und R 22 76 werden abgewiesen. Die vereinigten Verfahren R 22 73 

und R 22 76 werden – im Benehmen mit der Regierung – durch das Ver-

waltungsgericht weitergeführt. Den Beschwerdeführerinnen wird später 

Frist zur Einreichung ihrer Replik angesetzt werden (Ziff. 3). Die Kosten-

regelung bleibt dem Entscheid in der Hauptsache vorbehalten (Ziff. 4). Ge-

gen diese Verfügung kann innert 10 Tagen seit Zustellung beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden Prozessbeschwerde gemäss Art. 

42 und 52 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) geführt werden (Ziff. 5). Mitteilung an: [Adressverteiler an 

Rechtsvertreter der Parteien] (Ziff. 6).

7.1. Mit Prozessbeschwerden R 22 86 vom 6. Oktober 2022 (Beschwerdefüh-

rerin im Verfahren R 22 73) und R 22 95 vom 13. Oktober 2022 (Beschwer-

deführerin im Verfahren R 22 76) beantragten die Beschwerdeführerinnen 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Sistierung des ver-

waltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens R 22 73 und R 22 76 bis 

zum abschliessenden Entscheid über die Zuständigkeitsfrage. 

7.2. Mit Urteil vom 19. Januar 2023 wies das Verwaltungsgericht die vereinig-

ten Prozessbeschwerden R 22 86 und R 22 95 ab, soweit es darauf eintrat 

(Dispositiv Ziff. 1, S. 9). In den Erwägungen (E.2.2., S. 8) wurde dazu fest-

gehalten: Das Thema der Zuständigkeit (Regierung oder Verwaltungsge-

richt) sei im Hauptverfahren (Einleitung Ortplanungsrevision) zu klären. 

8. In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. April 2023 stellte die G._____ AG 

(Beigeladene) im Hauptverfahren folgende Rechtsbegehren: 

1. Es seien die Rechtsbegehren Ziffn. 1, 2 und 4 in den Verfahren R 22 73 und R 22 76 

abzuweisen;

2. es sei auf das Rechtsbegehren Ziff. 3 der beiden Beschwerden infolge Gegenstands-

losigkeit nicht einzutreten;

3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerinnen. 

Zur Begründung brachte die Beigeladene vor, dass die Zuständigkeit zur 

Streitbeurteilung bereits mit Urteil vom 19. Januar 2023 geklärt worden sei, 

womit auf die dortige Begründung (E.2.2) verwiesen werden könne (Rz. 2). 

Dasselbe gelte betreffend Sistierungsantrag, der damit gegenstandslos 

geworden sei (Rz. 3). Die Vereinigung der Verfahren R 22 73 und R 22 76 

sei sinnvoll und aus prozessökonomischen Gründen angezeigt (Rz. 4). In 

materieller Hinsicht wurde festgehalten, dass die Vorschriften des Gestal-

tungsplans Serletta Süd (Ziff. 1.1./Nutzweise) zwar eine Kliniknutzung, 

nicht aber einen konkreten Hinweis auf die Klinik Gut genannt hätten. Es 

sei daher nicht so, dass diese Vorschriften geändert werden müssten, weil 

die Klinik Gut dort keine Klinik realisieren werde; [dafür bereits rechtskräf-

tige Baubewilligung in St. Moritz Bad erteilt]. Dieser Ansicht sei auch das 

Bundesgericht in seinem Urteil vom 17. Juni 2021, worin es explizit fest-

halte: "Der Sondernutzungsplan ermöglicht den Umzug der Klinik Gut in 

den Baubereich II, schafft aber keine entsprechende Verpflichtung" (Rz. 

8). Das Bundesgericht habe auch schon die Frage des öffentlichen Inter-

esses beantwortet, indem es festhielt, dass sich das Interesse der Ge-

meinde auf eine Stärkung von St. Moritz als Hotelleriestandort richte. Ein 

öffentliches Interesse sei auch deshalb nicht zu verneinen, weil der Son-

dernutzungsplan im Baubereich I nicht nur den Bau eines Gesundheitsho-

tels zulasse, sondern ein beliebiges Hotel (Rz. 11). Die Berufung auf eine 

Änderung der Rechtslage (mit 'Überprüfung WMZ-Reserven') sei ebenfalls 

unbegründet. Der Gestaltungsplan Serletta Süd stelle eine projektbezo-

gene Sondernutzungsplanung dar. M.a.W. seien die öffentlichen Interes-

sen an der zulässigen Bauzonenkapazität bereits rechtskräftig entschie-

den worden. Dieser Sondernutzungsplan falle ohnehin nicht unter die 

WMZ-Zonen (Rz. 14). Im Zeitpunkt der rechtskräftigen Bestätigung des 

Gestaltungsplans Serletta Süd durch die Regierung (2017) sei die Richt-

plananpassung (2018/2019) bereits bekannt gewesen. Sie stelle deshalb 

ebenfalls keinen Grund für eine Revision des betreffenden Gestaltungs-

plans dar (Rz. 15). Auch die nach Art. 21 Abs. 2 RPG vorausgesetzten 

überwiegenden Interessen an einer Planänderung seien nicht gegeben 

(Rz. 18). Das Prinzip der Planbeständigkeit im Sinne von Art. 15 RPG 

knüpfe u.a. an die Gültigkeitsdauer der zu ändernden Planung an. Der Ge-

staltungsplan Serletta Süd sei vor weniger als zwei Jahren rechtskräftig 

geworden. Die Planbeständigkeit sei je höher zu gewichten, als die Pla-

nung jung sei. Vorliegend sei ihr somit offenkundig grosses Gewicht bei-

zumessen. Dazu komme, dass die Beigeladene bereits seit längerer Zeit 

ein Baugesuch eingereicht und damit ihren Bauwillen bekundet habe. Es 

sei evident, dass die Beigeladene – neben den genannten öffentlichen In-

teressen – ein sehr erhebliches privates Interesse an der Planbeständig-

keit habe. Es gebe nur ein einziges gegenläufiges Interesse und das sei 

dasjenige der Beschwerdeführerinnen, welche eine Beschränkung der 

Aussicht und eine Hotel-Konkurrenz befürchteten. Dass diese Interessen 

nicht überwögen, müsse nicht weiter kommentiert werden (Rz. 19). Aus 

den genannten Gründen seien die Beschwerden abzuweisen, soweit dar-

auf eingetreten werden könne (Rz. 20).            

9. Mit gleichdatierten Repliken vom 13. Juni 2023 vertieften, bekräftigten und 

ergänzten die Beschwerdeführerinnen (im Verfahren R 22 73 und R 22 76) 

nochmals ihre früheren Stellungnahmen vom 14. September 2022 und 

vom 15. September 2022 (vgl. im Sachverhalt E.3.1 und E.3.2, hiervor).   

10. Am 20. Juni 2023 erklärte die E._____ (Beschwerdegegnerin) ihren Ver-

zicht auf die Einreichung einer Duplik. Zur Vervollständigung des Sachver-

halts ergänzte sie, dass die Beigeladene bereits im Juni 2022 zwei neue 

Baugesuche eingereicht habe, nämlich eines für das Grand Hotel Serletta 

und eines für den Neubau Klinik Serletta, je mit Gewerbeflächen inkl. Zu-

fahrtsstrasse. Auch dagegen seien Einsprachen eingegangen.  

11. Mit Duplik vom 23. Juni 2023 liess sich auch die Beigeladene (G._____ 

AG) – in Anknüpfung und Ergänzung ihrer Beschwerdeantwort vom 28. 

April 2023 (vgl. Ziff. 8, hiervor) – nochmals zur Sache vernehmen. 

12. Mit Verfügung vom 10. Juli 2023 stellte das Gericht den Parteien und der 

Beigeladenen die Honorarnote der Rechtsvertretung der Beschwerdefüh-

rerin (im Verfahren R 22 73) [CHF 9'456.86] inkl. Begleitschreiben sowie 

Honorarvereinbarung, jeweils vom 3. Juli 2023, zur Kenntnisnahme zu.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und der Beigeladenen in ihren 

Rechtsschriften, die dazu eingereichten Beweismittel sowie den angefoch-

tenen Entscheid vom 8./15. August 2022 der Beschwerdegegnerin wird, 

soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Zum Anfechtungsobjekt, der Beschwerdelegitimation und zur Zuständig-

keit des Verwaltungsgerichts zur Fallbeurteilung gilt es vorab festzuhalten:

1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid des Gemeindevorstands 

der Beschwerdegegnerin vom 8./15. August 2022, worin die Gesuche der 

Beschwerdeführerinnen in den vereinigten Verfahren R 22 73 und R 22 76 

um Überprüfung der Teilrevision Ortsplanung Serletta Süd mit nötigenfalls 

Anpassung derselben abgewiesen (Ziff. 1) bzw. deren Gesuche um Über-

prüfung der bestehenden Nutzungsplanung im Bereich Serletta Nord mit 

nötigenfalls Anpassung derselben im Sinne der Erwägungen gutgeheis-

sen wurden (Ziff. 2). Auf die Erhebung von Kosten für die Behandlung der 

Gesuche wurde verzichtet (Ziff. 3) sowie als Rechtsmittel die Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angeführt (Ziff. 4). 

Uneins sind sich die Parteien zunächst über die Zuständigkeit der Fallbe-

urteilung und damit den einzuschlagenden Instanzenzug geblieben. 

Während die Beschwerdeführerinnen die Auffassung vertreten, dass für 

die Behandlung ihrer Gesuche um Einleitung eines (neuen) Ortsplanungs-

verfahrens im Gebiet Serletta nach dem Entscheid der Beschwerdegeg-

nerin vorrangig die Regierung gestützt auf Art. 101 ff. des Raumplanungs-

gesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) zuständig sei, 

sind die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) und die Beigeladene (G._____ 

AG) der Meinung, dass dafür das in der Rechtsmittelbelehrung bezeich-

nete Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zuständig sei und die-

ses somit über die Gesuchabweisung (Ziff. 1) zu befinden habe. 

1.2. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössi-

schem Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid vom 8./15. Au-

gust 2022 ist unbestritten nicht abschliessend; bestritten wird jedoch, ob 

er vorab nicht bei der Regierung mittels Planungsbeschwerde angefoch-

ten werden kann bzw. muss, bevor das Verwaltungsgericht nach Art. 102 

Abs. 1 KRG darüber befinden darf. Würde die direkte Anfechtung vor dem 

Verwaltungsgericht bejaht, läge ein taugliches Anfechtungsobjekt vor. Die 

Beschwerdeführerinnen sind als Grundeigentümerinnen der Parzelle 219, 

welche unmittelbar im Westen an die Bauparzelle 1808 der Beigeladenen 

angrenzt, sowie der Parzelle 1694, welche im Norden hangseitig in einer 

Raum- und Sichtdistanz von weniger als 100 m zur Bauparzelle 1808 liegt,  

als formelle und materielle Adressatinnen des angefochtenen Entscheids 

(Ziff. 1) berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Über-

prüfung, weshalb sie – vorbehältlich der Zuständigkeit des Gerichts (vgl. 

dazu nachfolgend E.1.3) – auch zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind 

(Art. 50 VRG). Eine Anpassung der Nutzungsordnung kann nämlich auch 

in Bezug auf benachbarte Grundstücke verlangt werden, deren Überbau-

ung die Nutzung der eigenen Liegenschaft (rechtlich oder tatsächlich) be-

einträchtigen könnte (Urteil des Bundesgerichts 1C_598/2013 vom 6. De-

zember 2013 E.2 m.H. auf BGE 120 Ia 227 E.2c und BGE 127 I 13 E.6b). 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 52 Abs. 1 i.V.m. Art. 38 Abs. 

1 VRG) eingereichten Beschwerden vom 14. September 2022 im Verfah-

ren R 22 73 bzw. 15. September 2022 (R 22 76) kann somit, nach ansch-

liessender gerichtlicher Klärung der Zuständigkeit, eingetreten werden.

1.3. Zur von den Beschwerdeführerinnen aufgeworfenen Vorfrage der Zustän-

digkeit der Regierung oder des Verwaltungsgerichts gilt es klarzustellen: 

Nach Art. 47 KRG orientieren die Gemeinden die Fachstelle vor dem Be-

schluss über die Einleitung von Verfahren für den Erlass oder die Ände-

rung der Grundordnung (Abs. 1). Über Anträge von Grundeigentümerin-

nen oder Grundeigentümern auf Einleitung des Verfahrens entscheidet 

der Gemeindevorstand (Abs. 2). Strittig ist hier die Weiterzugsmöglichkeit 

dieses kommunalen Vorstandsentscheids vorab an die Regierung mittels 

Planungsbeschwerde (Art. 101 KRG) oder andernfalls direkt ans Verwal-

tungsgericht (Art. 49 lit. a VRG) mittels verwaltungsexterner Beschwerde. 

Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 26. September 

2022 (siehe Sachverhalt Ziff. 5) bereits zu Recht ausführte, handelt es sich 

in dieser Planungsphase nur um eine Verfügung bzw. einen Entscheid der 

Baubehörde, in welcher die Voraussetzungen für die Durchführung einer 

Ortsplanungsrevision durch die kommunale Exekutive zu prüfen sind. Es 

stehen dabei jedoch weder Beschlüsse des Gemeindesouveräns mit Um-

setzung des an der Urne ermittelten Volkswillens der Stimmbürger-/innen 

über den Erlass der Grundordnung (Art. 26 ff. KRG) noch Beschlüsse des 

Gemeindevorstands betreffend Erlass oder Verlängerung von Planungs-

zonen i.S.v. Art. 101 Abs. 1 KRG zur Diskussion. Soweit die Beschwerde-

führerinnen einen Kompetenzkonflikt beklagen, gilt es klarzustellen, dass 

sie einen solchen selbst herbeiführten, indem sie gleichzeitig zwei Rechts-

mittel einreichten, obschon in der Rechtsmittelbelehrung des angefochte-

nen Entscheids (Ziff. 4) unmissverständlich auf das Verwaltungsgericht als 

zuständige Beschwerdeinstanz verwiesen wurde. Abgesehen davon ha-

ben sich das streitberufene Gericht und die Bündner Regierung bereits 

selbst untereinander koordiniert, indem Letztere dem Gericht als auch den 

Parteien mit Schreiben vom 19. Oktober 2022 anzeigte, dass sie in den 

bei ihr hängigen Verfahren vorderhand keine Vernehmlassungen einfor-

dere. Von einem unstatthaften oder rechtswidrigen Kompetenzkonflikt zu-

lasten der Beschwerdeführerinnen kann umso weniger die Rede sein, als 

die Regierung in ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2022 zur Sistie-

rung noch explizit darauf hinwies, dass das hier gewählte Vorgehen auch 

der konstanten Rechtsprechung entspreche, wonach Beschlüsse des Ge-

meindevorstands über Anträge von Grundeigentümern und Grundeigentü-

merinnen direkt beim Verwaltungsgericht angefochten werden könnten. 

Die örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit des Verwaltungsge-

richts zur Streitbeurteilung ist daher gegeben, weshalb auf die eingereich-

ten Beschwerden (vgl. E.1.1./E.1.2, hiervor) vorbehaltlos eingetreten wird. 

2. In materieller Hinsicht gilt es vorab die Bedeutung und Anwendbarkeit von 

Art. 21 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) in Be-

zug auf die Gesuche um Einleitung eines neuen Ortsplanungsverfahrens 

im Teilgebiet Serletta zu prüfen. Gemäss Abs. 1 dieser Bestimmung sind 

Nutzungspläne für jedermann verbindlich. Art. 21 Abs. 2 RPG schreibt vor: 

"Haben sich die Verhältnisse erheblich geändert, so werden die Nutzungs-

pläne überprüft und nötigenfalls angepasst". Diese Bundesvorschrift gilt 

für alle Arten von Nutzungsplänen, also nebst den generellen Zonen- und 

spezifizierten Quartierplänen auch für die diversen Sondernutzungspläne, 

zu denen hier auch die 'projektbezogene Nutzungsplanung Serletta' zählt 

(siehe WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar, RPG, Bern 2006, Art. 21 N 3; 

Urteil des Bundesgerichts 1C_494/2018 vom 13. Juni 2019 E.3.2 mit Hin-

weis auf AEMISEGGER/KISSLING, in: Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskom-

mentar RPG; Nutzungspläne, Zürich/Basel/Genf 2016, Vorbemerkungen 

zur Nutzungsplanung, Rz. 59 ff.). Wie die Raumplanung im Allgemeinen 

bildet auch die Nutzungsplanung eine ständige und durchgehende Auf-

gabe, die eine Veränderung der Verhältnisse und neue Erkenntnisse zu 

berücksichtigen hat. Eine Planung gilt nur als sachgerecht, wenn sie bei 

Bedarf mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung gebracht wird. Das gilt 

nicht nur für Bauzonen, die nach dem jeweiligen Bedürfnis nach Bauland 

(so Art. 15 Abs. 4 lit. b RPG mit Planungshorizont 15 Jahre) auszurichten 

sind, sondern für die gesamte Nutzungsplanung schlechthin. Das Ge-

genstück des sachgerechten Anpassungsbedarfs zeitlich überholter Nut-

zungspläne bildet allerdings der Grundsatz der Planbeständigkeit rechts-

kräftiger Nutzungs- und Quartierpläne. Das Erfordernis der Notwendigkeit 

der Plananpassung – wie auch das Kriterium der Erheblichkeit der verän-

derten Verhältnisse – gemäss Art. 21 Abs. 2 RPG verlangt mit anderen 

Worten eine Güterabwägung zwischen dem Gebot der Rechtssicherheit 

und dem Vertrauensschutz einerseits sowie dem öffentlichen Interesse am 

Erhalt des bisherigen Zustands gegenüber privaten gegenläufigen Inter-

essen für eine Ortsplanungsrevision andererseits. Ein zentrales Kriterium 

in der Interessensabwägung bildet dabei das Alter des zu revidierenden 

Nutzungsplans: Je neuer dieser Plan ist, umso mehr darf mit seiner 

Beständigkeit gerechnet werden und desto schwieriger wird es sein, die 

Vermutung der Gültigkeit und Verbindlichkeit der für jedermann rechtskräf-

tigen Planung zu widerlegen. Als Anpassungsgrund kommt z.B. die Ent-

deckung eines schwerwiegenden Fehlers bei früheren Planungen infrage. 

Dies trifft dann zu, wenn man annehmen kann, das Gemeinwesen hätte 

anders entschieden, wenn es im Zeitpunkt der damaligen Entscheidung 

mit den gegenwärtigen Verhältnissen konfrontiert wäre (FRITZ-

SCHE/BÖSCH/WIPF/ KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Bd. 1, 6. Aufl., 

Wädenswil 2019, S. 121; WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 21 N 18-20; AEMI-

SEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 21 Rz. 53-58; Urteil des Bundesgerichts 

1C_534/2019 vom 20. Oktober 2020 E.5.3 m.H. auf BGE 111 Ia 67 E.3d, 

S. 70). In Übereinstimmung mit und Anwendung von Art. 21 Abs. 2 RPG 

gilt es nachfolgend zu prüfen, ob sich die Verhältnisse in Serletta seit Er-

lass der korrekt durchgeführten Teilrevision im Jahre 2015, mit Plange-

nehmigung der Regierung im Jahre 2017, mit Bestätigung durch das Ver-

waltungsgericht im Jahre 2019 und definitiver Beurteilung durch das Bun-

desgericht im Jahre 2021 (Mitteilung mittels Postzustellung an alle Par-

teien und das Gericht am 28. Juli 2021) wirklich so geändert haben, dass 

sie als erheblich eingestuft werden können und kumulativ eine Plananpas-

sung nötig erscheint (WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 21 N 14; AEMISEG-

GER/KISSLING, a.a.O., Art. 21 Rz. 33-37). Weiter müsste eine Plananpas-

sung im überwiegenden öffentlichen Interesse stehen und gegenteilige pri-

vate Interessen bei weitem überwiegen.

2.1. Zum Erfordernis der faktisch tatsächlich veränderten Verhältnisse bringen 

die Beschwerdeführerinnen zur Hauptsache vor, dass die geplante Klinik 

Gut nun definitiv nicht am Standort Serletta Süd realisiert werde und sich 

damit die planerischen Grundlagen seit der Volksabstimmung 2015 geän-

dert hätten. In rechtlicher Hinsicht sei seit der Festsetzung im kantonalen 

Richtplan Siedlung (KRIP-S) erstellt, dass die Beschwerdegegnerin schon 

über überdimensionierte Wohn-, Misch- und Zentrumszonen (WMZ) ver-

füge und ihre Kapazitätsreserven daher gesamthaft zu reduzieren seien. 

In tatsächlicher Hinsicht übersehen die Beschwerdeführerinnen offenkun-

dig, dass die Beigeladene bereits am 29. April 2020 ein revidiertes Bauge-

such für den Neubau einer Klinik auf Parzelle 1808 einreichte und damit 

klar zu erkennen gab, dass sie an ihrer bisherigen Planungsabsicht betref-

fend Erstellung und Betrieb einer Klinik – wenn auch nicht ausdrücklich in 

Zusammenarbeit mit der Klinik Gut – unbeirrt festhalten möchte. Auch ist 

laut den Bau- und Erschliessungsvorschriften zur Teilrevision Ortsplanung 

Serletta Süd der Baubereich II nur abstrakt (Klinik Neubau) und nicht indi-

vidualisiert (Klinik Gut) bestimmt worden. Nichts Gegenteiliges hat auch 

das Bundesgericht im Urteil vom 17. Juni 2021 (Proz.-Nrn. 1C_47/2020, 

1C_48/2020, 1C_49/2020, 1C_53/2020, 1C_54/2020) festgehalten, wo-

nach der projektbezogene Sondernutzungsplan den Umzug der Klinik Gut 

in den Baubereich II zwar ermögliche, jedoch keine entsprechende Ver-

pflichtung schaffe. Daraus ergibt sich eindeutig, dass auch eine andere 

Klinik in Serletta Süd denkbar und erlaubt wäre. Wie der aktuellsten Er-

klärung der Beschwerdegegnerin vom 20. Juni 2023 zu entnehmen ist, 

reichte die Beigeladene bereits im Juni 2022 zwei neue Baugesuche ein; 

nämlich eines für das Grand Hotel Serletta und eines für den Neubau Klinik 

Serletta, je mit Gewerbeflächen einschliesslich Zufahrtsstrasse (vgl. Sach-

verhalt Ziff.10). Was das Argument der überdimensionierten WMZ betrifft, 

gilt es klarerweise festzuhalten, dass es sich bei der neu ausgeschiedenen 

Zone Serletta Süd um keine WMZ handelt, sondern dort Hotel- und Klinik-

bauten im öffentlichen Interesse der angestrebten Gesundheitshotellerie 

erstellt werden sollen. Von rechtlich veränderten Verhältnissen seit der 

Volksabstimmung im Jahre 2015 kann vorliegend auch deshalb keine 

Rede sein, weil die RPG-Revision bereits 2012/2014 und damit zeitlich 

davor stattfand und die Plangenehmigung der Regierung 2017 erfolgte, 

also noch ehe der KRIP-S von 2018 festgelegt wurde. Daran ändert natür-

lich auch nichts, dass das zugehörige Urteil des Verwaltungsgerichts (erst) 

im Jahre 2019 und dessen überwiegende Bestätigung durch das Bundes-

gericht danach im Jahre 2021 erfolgten, da die korrekte Rechtsüberprü-

fung stets vorgeht. Von erheblich veränderten Verhältnissen im Sinne von 

Art. 21 Abs. 2 RPG kann keine Rede sein, da bestehende Vorgaben bloss 

umgesetzt werden.

2.2. Zur Frage der Notwendigkeit der Plananpassung fällt hier besonders ins 

Gewicht, dass die für alle Grundeigentümer verbindliche Teilrevision der 

Ortsplanung grundsätzlich erst mit der Genehmigung der Regierung im 

Jahre 2017 erfolgte und somit seit den beiden Gesuchanträgen der Be-

schwerdeführerinnen vom 21./22. Juli 2022 (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.14) um 

Einleitung einer neuen Ortsplanung im Gebiet Serletta lediglich fünf Jahre 

verstrichen sind. Da das Durchlaufen der gesetzlich vorgesehenen Instan-

zenzüge seit 2017 weitere vier Jahre dauerte und die angefochtene Teil-

revision von 2015/2017 folglich erst mit dem Bundesgerichtsurteil vom 17. 

Juni 2021 definitiv und allgemein verbindlich wurde, sind objektiv nur zwei 

Jahre seit dem Inkrafttreten der letzten Teilrevision vergangen. Von dem 

üblicherweise einzuhaltenden Planungshorizont von 15 Jahre für eine 

neuerliche Überprüfung der bestehenden Ortsplanung 2015/2017 sind die 

Beschwerdeführerinnen bei lediglich fünf bzw. sogar nur zwei Jahren seit 

Rechtskraft der letzten gültigen Teilrevision somit (sehr) weit entfernt. Der 

Grundsatz der Planbeständigkeit würde bei Einleitung einer erneuten Orts-

planung damit seiner wichtigen und elementaren Funktion der Rechtssi-

cherheit bzw. des Vertrauensschutzes beraubt und künftig bedeutungslos. 

Hinzu kommt, dass eine projektbezogene Sondernutzungsplanung infrage 

steht, die bereits in detaillierter Weise die baulichen Möglichkeiten definiert 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_470/2018 vom 4. März 2029 E.5.3,   

1C_391/2021 vom 8. Juli 2022 E.4.2, 1C_530/2021 vom 23. August 2022 

E.5.3; BGE 148 II 417 E.3.2, 140 II 25 E.5 [zur Planbeständigkeit und zum 

Vertrauensschutz in rechtskräftige Zonen-, Nutzungs- und Quartierpläne]).

2.3. Für die Beurteilung, ob ein genügendes öffentliches Interesse an einer 

Planänderung besteht, bedarf es einer Interessenabwägung unter Berück-

sichtigung namentlich der Geltungsdauer des anzupassenden Nutzungs-

plans (E. 2.2, hiervor), seines Inhalts, des Ausmasses der beabsichtigten 

Änderung und deren Begründung (so Urteil 1C_470/2018 E.5.2; BGE 140 

II 25 E.3.1, 132 II 408 E.4.2; FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, a.a.O., S. 121). 

Zunächst gilt es dazu festzuhalten, dass der Gestaltungsplan Serletta Süd 

schon eine projektbezogene Sondernutzung darstellt und damit die öffent-

lichen Interessen an der erforderlichen Baukapazität für die Hotellerie und 

Klinikbauten bereits rechtskräftig bejaht wurden. Auch das Bundesgericht 

hielt in seinem Urteil fest, dass sich das Interesse der Beschwerdegegne-

rin auf die Stärkung der Gemeinde als Hotellerie- [und Kur]standort richte. 

Zudem stellte es klar, dass der betreffende Sondernutzungsplan im Bau-

bereich I nicht einzig den Bau eines Gesundheitshotels zulasse, sondern 

auch den Bau eines traditionellen [Grand] Hotels resp. beliebigen Hotels 

gestatten würde. Von hohem öffentlichen Interessen dürften wirtschaftlich 

auch die dadurch neu geschaffenen Arbeitsstellen und Verdienstmöglich-

keit für die Bevölkerung im betreffenden alpinen Hochtal mit Weltruf sein. 

Hinzu kommt, dass die privaten Interessen der Eigentümer und künftigen 

Bauherrschaft auf Parzelle 1808 im Umfang von 13'428 m2 an der jetzigen 

Planbeständigkeit durchaus als sehr beträchtlich eingestuft werden kön-

nen, da sie sich seit Jahren um eine entsprechende Baubewilligung für ihr 

zukunftsträchtiges Hotel- und Gesundheitsprojekt bemüht haben und ihren 

Willen zur Projektrealisation nochmals explizit im Juni 2022 bekräftigten. 

Das Bauvolumen wurde bereits früher im dreistelligen Millionenbereich an-

gesiedelt. Die privaten Interessen der beiden Beschwerdeführerinnen, die 

ebenfalls in der gehobenen Gäste- und Hotelleriebranche tätig sind, ver-

mögen dagegen sachlich keine stichhaltigen Argumente vorzubringen, 

welche zwingend eine Revision der Ortsplanung im Teilgebiet Serletta Süd 

im Interesse der öffentlichen Hand erforderlich machen sollten. 

2.4. Im Übrigen ist auf den Eventualantrag der Beschwerdeführerin im Verfah-

ren R 22 76 (vgl. im Sachverhalt Ziff. 3.2; Eventualantrag Ziff. 2) auf Pla-

nanpassung im Teilgebiet Serletta Nord nicht einzutreten, weil Streitge-

genstand vorliegend einzig (noch) das Teilgebiet Serletta Süd ist. 

2.5. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Voraussetzungen für eine Anpas-

sung der Ortsplanung nicht erfüllt sind, weil dafür weder eine erhebliche 

Veränderung der Verhältnisse noch ein überwiegendes öffentliches Inter-

esse vorliegt, was materiell zur Abweisung der Beschwerden führt. 

3. Über die Kosten- und Entschädigungsfolge ist damit wie folgt zu befinden:

3.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG anteilsmässig (zu je ½) den beiden Beschwerdeführe-

rinnen aufzuerlegen. Nach Art. 75 Abs. 1 VRG bestehen die Verfahrens-

kosten aus der Staatsgebühr, welche für die Beanspruchung der Behörde 

erhoben wird (lit. a); den Gebühren für die Ausfertigung und Mitteilung des 

Entscheids (lit. b) und den Barauslagen (lit. c). Die Staatsgebühr beträgt 

dabei gemäss Art. 75 Abs. 2 VRG höchstens 20'000 Franken. Sie richtet 

sich nach dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem 

Interesse und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichti-

gen. Vorliegend erachtet das streitberufene Verwaltungsgericht ermes-

sensweise eine Staatsgebühr von insgesamt CHF 4'000.-- (zzgl. Kanzlei-

auslagen) für angemessen. Darin mitenthalten sind die Kosten für die pro-

zessleitende Verfügung vom 3. Oktober 2022 (R 22 73a sowie R 22 76a), 

deren Regelung damals dem Entscheid in der Hauptsache vorbehalten 

wurde (Ziff. 4).

3.2. Der Beschwerdegegnerin (Gemeinde) steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

keine Parteientschädigung zu, da sie lediglich im Rahmen ihres amtlichen 

Wirkungskreises obsiegt hat.

3.3. Der anwaltlich vertretenen Beigeladenen (G._____ AG) sind dagegen aus-

sergerichtlich gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG noch die durch den Rechts-

streit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Mangels Vorliegens 

einer entsprechenden Honorarnote des Rechtsvertreters der Beigelade-

nen legt das streitberufene Gericht ermessensweise die Parteientschädi-

gung selber fest, wobei es das Schreiben der Beigeladenen vom 8. No-

vember 2022, deren Beschwerdeantwort vom 28. April 2023 und die Du-

plik vom 23. Juni 2023 gebührend berücksichtigt. Gestützt darauf wird der 

Beigeladenen pauschal eine aussergerichtliche Entschädigung von total 

CHF 3'000.-- zugesprochen. Da die Beigeladene gemäss UID-Register 

mehrwertsteuerpflichtig und damit vorsteuerabzugsberichtigt ist, ist diese 

Entschädigung vorliegend ohne Mehrwertsteuer zuzusprechen (vgl. Lei-

turteil PVG 2015 Nr. 19). Die Beschwerdeführerinnen haben die Beigela-

dene somit jeweils mit CHF 1'500.-- pro Partei, insgesamt also im Umfang 

von CHF 3'000.-- (exkl. MWST) zu entschädigen.  

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerden in den Verfahren R 22 73 und R 22 76 werden abgewie-

sen, soweit darauf einzutreten ist.   

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF        4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 624.--

zusammen CHF 4'624.--

gehen je zur Hälfte zulasten der A._____ AG und der C._____. 

3. Die A._____ AG und die C._____ haben die G._____ AG aussergerichtlich 

pauschal mit insgesamt CHF 3'000.-- (exkl. MWST), je hälftig CHF 1'500.--

, zu entschädigen.   

4. Gegen dieses Urteil kann gemäss Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das 

Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110) Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ge-

führt werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 

Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen 

seit Eröffnung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise ein-

zureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren 

Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 

ff., 82 ff. und 90 ff. BGG.   

5. Mitteilung an:

- Rechtsanwalt Dr. iur. B._____ und/oder Rechtsanwältin MLaw Corina 

Caluori, Caviezel Partner, Masanserstrasse 136, 7000 Chur, 

- Rechtsanwalt Dr. iur. D._____ und/oder MLaw Luca Curdin Conrad, Hart-

bertstrasse 1, 7001 Chur,

- Rechtsanwalt Dr. iur. F._____,

- Rechtsanwalt Dr. iur. H._____, 

- Bundesamt für Raumentwicklung ARE, 3003 Bern,

- Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Schwarzenburgstrasse 165, 3003 

Bern.

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

5. Kammer

Die Vorsitzende Der Aktuar

Brun Gross