# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba7bf72f-ef57-5f85-aa00-c62f48eda468
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 07.07.2020 IV 2018/203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-203_2020-07-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/203

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2021

Entscheiddatum: 07.07.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 07.07.2020
Beweiswürdigung hinsichtlich eines sich über lange Zeit erstreckenden 
medizinischen Sachverhalts mit unter anderem vier (davon zwei 
polydisziplinären) Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 7. Juli 2020, IV 2018/203).

Entscheid vom 7. Juli 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2018/203

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1, 

Postfach 152, 9016 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ wurde am 19. Oktober 2011 wegen einer psychisch bedingten 

Arbeitsunfähigkeit seit dem 25. Juli 2011 durch die Krankentaggeldversicherung zur 

Früherfassung bei der Invalidenversicherung gemeldet (IV-act. 1). Dr. med. B.___, 

Innere Medizin FMH, hatte der Versicherung am 15. September 2011 (Fremd-act. 2-17) 

von einer chronischen Angst- und Panikstörung, depressiven Episoden, Adipositas, 

chronischer Hyperventilation und Tachykardie der Versicherten berichtet. Schon ca. 

2008 seien bei einer Stresssituation ähnliche Probleme aufgetreten. Die Versicherte sei 

im März/April 2011 arbeitsunfähig gewesen (teilweise und ganz). - Gemäss dem IV-

Gesprächsprotokoll vom 10./11. November 2011 (IV-act. 3) gab die Versicherte an, die 

seit September 2009 innegehabte Stelle im ___ sei ihr auf Oktober 2011 gekündigt 

worden. Seit März 2011 könne sie nicht atmen, liege ein Stein auf ihrer Brust, habe sie 

jede Sekunde Angst vor einem Herzinfarkt und schlafe sie schlecht. Sie habe ein 

schwieriges Leben hinter sich. Es sei alles zu viel geworden. Sie könne sich bei der 

Arbeit nicht konzentrieren, habe überall Schmerzen (an allen Knochen, am Herzen, 

geschwollene Knie) und keine Lust aufzustehen. Eine Person in ihr sage dies, eine 

andere das; sie wisse dann nicht, was sie jetzt tun solle. Sie brauche Therapie und Zeit. 

Die Medikamente (Cipralex, Troxan, Trimipramin) würden ihr bereits helfen. - Auf 

Anraten der IV meldete sich die Versicherte am 17./18. November 2011 (IV-act. 5) zum 

Bezug von Leistungen an. Sie habe in der Heimat eine Ausbildung als ___ gemacht, sei 

seit 1996 in der Schweiz, geschieden und Mutter eines Kindes. Im November 2011 sei 

Vormundschaft für sie beantragt worden. - Die Arbeitgeberin gab in ihrer 

Bescheinigung vom 28. November 2011 (IV-act. 12) an, die Versicherte sei bis Ende 

Oktober 2011 (bei vollzeitlichem Pensum) angestellt gewesen und im Stundenlohn 

entlöhnt worden. Es sei ihr gekündigt worden, weil sie für die Unternehmung nicht 

A.a. 

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mehr tragbar gewesen sei. Sie habe nicht mehr arbeiten wollen. Andernfalls hätte sie 

immer noch eine Stelle. - Gemäss IK-Auszug (IV-act. 11; vgl. Lebenslauf, IV-act. 6) 

hatte die Versicherte (vor der oben erwähnten Stelle) längere Anstellungen bei einem 

Arbeitgeber (___) von Oktober 2000 bis September 2001 sowie von April 2008 bis 

September 2009, bei einer Arbeitgeberin (als ___) von März 2002 bis April 2005 und bei 

einer weiteren Arbeitgeberin (___) von Januar 2006 bis März 2007 gehabt. - Das 

Psychiatrische Zentrum C.___ (Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie) gab 

dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung am 8. Dezember 

2011 (IV-act. 13, 22) an, es bestünden bei der Versicherten ein V. a. akzentuierte 

Persönlichkeitszüge (DD emotional instabile Persönlichkeit) vor dem Hintergrund lang 

anhaltender Gewalterfahrung und eine depressiv geprägte Störung in noch instabiler 

Remission, aktuell unter Schonbedingungen leichtgradig. Die Behandlung habe am 

14. April 2011 begonnen, die Arbeitsunfähigkeit am 25. Juli 2011. In einem ruhigen, klar 

strukturierten, wertschätzenden Umfeld sei das Störungsbild mittlerweile funktionell 

weniger einschränkend. Ein Pensum von 50 % - während einer halbtägigen 

Anwesenheit - ohne weitere Leistungseinschränkung könne versuchsweise befürwortet 

werden. Auch ein höheres zeitliches Pensum bei verminderter Leistung sei je nach 

Arbeitsplatzgestaltung eventuell möglich. Eine schrittweise Steigerung auf 80 bis 

100 % Arbeitsfähigkeit sei innerhalb eines Jahres zu erhoffen. - Die IV-

Eingliederungsverantwortliche hielt am 13. Januar 2012 (IV-act. 26) fest, die Versicherte 

mache einen gesundheitlich etwas besseren Eindruck, spreche jedoch von Stimmen, 

die sie höre. Sie halte sich für nicht arbeitsfähig. - In einem IV-Arztbericht vom 2. Mai 

2012 (IV-act. 33) gab die Psychiatrische Tagesklinik (Dr. med. E.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie) an, es bestünden bei der seit 27. Februar 2012 teilstationär 

behandelten Versicherten rezidivierende mittelgradig depressive Episoden vor dem 

Hintergrund einer episodisch paroxysmalen Angst und einer 

Persönlichkeitsakzentuierung mit vorwiegend dependenten und histrionen Zügen, ein 

V.a. PTSB [wohl: PTBS, posttraumatische Belastungsstörung] sowie eine 

Sensibilitätsstörung und eingeschränkte Beweglichkeit Dig. IV und V sowie der 

angrenzenden Handinnenfläche li. mit V.a. Nervus ulnaris-Syndrom. Die Versicherte 

habe von bereits in der Kindheit bzw. Jugendzeit vorhandenen psychischen Problemen 

berichtet (Überforderung durch Verantwortung, Adoleszenzkrise) mit SMVen und zwei 

psychiatrischen Hospitalisationen (einmal zwei Monate, einmal drei Tage). Trotz 

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deutlicher Verbesserung des depressiven Zustandsbildes bestehe eine deutlich 

verminderte Belastbarkeit. Druck und Stress seien ihr derzeit wegen der Gefahr einer 

erneuten Dekompensation nicht zumutbar. Ab Eintritt einer Stabilisierung könne mit 

einer Wiederaufnahme der Tätigkeit zu 20 bis 30 % gerechnet werden. Am 18. Juni 

2012 rechnete die behandelnde Ärztin (Dr. E.___) mit einer Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten von 50 % ab dem Lauf von August (IV-act. 35-2), im Austrittsbericht vom 

3. Juli 2012 (Austrittstag, auch angegeben 29. Juni 2012; IV-act. 39) attestierte sie ihr 

dann eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % ab 3. August 2012. Diagnostiziert waren 

rezidivierende mittel- bis schwergradig depressive Episoden, derzeit leichtgradige 

Episode, eine Panikstörung mit agoraphobischen Ängsten DD Depression und Angst 

gemischt, vor dem Hintergrund akzentuierter Persönlichkeitszüge mit vorwiegend 

Anteilen vom Cluster B, ein chronischer Nikotinabusus und eine Binge-Eating-Disorder.

Weil die Tätigkeit im ___ nicht mehr zumutbar und es der Wunsch der Versicherten 

sei, in der Pflege zu arbeiten (vgl. IV-act. 47), sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten am 24. September 2012 (IV-act. 49) als 

Integrationsmassnahme ein Aufbautraining in einer Institution für die Dauer vom 

12. September 2012 bis 11. März 2013 zu. Diese erstattete diverse Zwischenberichte 

(IV-act. 54, 57, 60 f., 63, 71, 75, 80).

A.b. 

Dr. med. F.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hatte in seinem für die 

Krankentaggeldversicherung erstellten, der IV im November 2012 bekannt gewordenen 

psychiatrischen Gutachten vom 12. Juni 2012 (Fremd-act. 11-38 ff.) eine rezidivierende 

depressive Störung, mittelgradige depressive Episode ab Frühjahr 2011, inzwischen 

teilremittiert, in leicht- bis mittelgradiger Ausprägung, sowie eine Panikstörung mit 

agoraphobischen Ängsten, inzwischen teilremittiert, diagnostiziert, daneben - ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - akzentuierte Persönlichkeitszüge mit 

histrionischen und emotional-instabilen Anteilen, eine Binge-Eating-Disorder und 

Adipositas. Die Versicherte sei seit Juli 2011 voll arbeitsunfähig gewesen, und sei seit 

Ende Mai 2012 zu ca. 70 % arbeitsunfähig, angesichts der andauernden 

tagesklinischen Behandlung bis voraussichtlich Ende Juni 2012 definitionsgemäss aber 

noch zu 100 %, ab Anfang Juli 2012 zu ca. 70 % mit schrittweiser Besserungstendenz. 

Eine Tätigkeit im geschützten Rahmen sei nicht erforderlich (Fremd-act. 11-49 f.). 

Voraussichtlich spätestens ab Juli oder August 2012 sei mit einem möglichen 

A.c. 

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Arbeitspensum von ca. 50 % zu rechnen (Fremd-act. 11-50) bzw. nach Abschluss der 

tagesklinischen Behandlung [voraussichtlich Ende Juni 2012] mit einer 

Arbeitsunfähigkeit von 40 bis 50 % mit weiterer kurzfristiger Besserungstendenz 

(Fremd-act. 11-51 f.), innerhalb der nächsten drei bis vier Monate mit einer 

Arbeitsfähigkeit ohne wesentliche Einschränkung (IV-act. 11-52). - In einem (zweiten) 

psychiatrischen Gutachten vom 5. November 2012 (Fremd-act. 11-1 bis 15) gab 

Dr. F.___ als (Haupt-) Diagnose (verkürzt wiedergegeben) einzig eine rezidivierende 

depressive Störung, noch leichte depressive Episode, an. Die Arbeitsunfähigkeit habe 

ab Beginn von Juli 2012 ca. 70 % und ab August 2012 50 % betragen. Seit Oktober 

2012 mache die Arbeitsunfähigkeit noch ca. 20 % aus (Fremd-act. 11-12). Die 

Restarbeitsfähigkeit sei eindeutig in der freien Wirtschaft realisierbar. Eine weitere 

Verbesserung im Bereich von ca. 10 bis 20 % sei bei Behandlung voraussichtlich in 

den nächsten zwei bis drei Monaten zu erwarten (Fremd-act. 11-13). Die Versicherte 

schätze ihre Arbeitsunfähigkeit etwas zu hoch ein. Die behandelnden Ärzte und 

Therapeuten sollten die Versicherte realistisch unterstützen, ihr etwas zutrauen und sie 

nicht erneut verunsichern (Fremd-act. 11-14). - Auf Vorlage (vgl. IV-act. 56) dieser 

beiden Gutachten von Dr. F.___ vom 12. Juni 2012 und vom 5. November 2012 hin 

hielt der RAD am 26. November 2012 (IV-act. 58) dafür, es scheine wegen der weiterhin 

bestehenden erhöhten Vulnerabilität der Versicherten und Rückfallgefahr nicht 

zweckmässig, die laufende abgestufte Integration(-smassnahme) abzubrechen oder 

wesentlich zu beschleunigen. 

Die IV-Eingliederungsverantwortliche beantragte am 25. Februar 2013 eine 

Verlängerung der Integrationsmassnahme. Die Versicherte sei zurzeit sehr instabil und 

mache eher Rückschritte (vgl. IV-act. 64, 66). Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

verfügte daraufhin eine Verlängerung bis 11. Juni 2013 (IV-act. 67). Aufgrund eines 

Berichts der Institution vom 13. März 2013 (IV-act. 71) wurde in einem Strategie-

Protokoll festgehalten, der Gesundheitszustand der Versicherten sei instabil, es sei zu 

Absenzen gekommen, private Probleme raubten der Versicherten Energien, sie 

besuche den Deutschkurs nicht mehr und an eine Arbeitsfähigkeit im ersten 

Arbeitsmarkt sei nicht zu denken, weshalb abgeklärt werden sollte, ob ein stationärer 

oder teilstationärer Aufenthalt erforderlich sei (IV-act. 76). - In einem Schlussbericht 

Verlängerung-AT vom 10. Juni 2013 (IV-act. 81) gab die Institution bekannt, auch eine 

A.d. 

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Teilanstellung im allgemeinen Arbeitsmarkt wäre zurzeit eine Überforderung der 

Versicherten. Sie bedürfe einer Begleitung am Arbeitsplatz (IV-act. 81-4). - Am 30. Juli 

2013 (IV-act. 85) erfolgte der Abschluss der beruflichen IV-Massnahmen, weil die Ziele 

nicht hätten erreicht werden können. Die Versicherte werde wahrscheinlich an einem 

Einsatzprogramm des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) teilnehmen 

können.

In einem IV-Arztbericht vom 20. Januar 2014 (IV-act. 93) gab Dr. med. G.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnosen der Versicherten 

rezidivierende depressive Episoden, aktuell remittiert, eine entzündliche ZNS-

Erkrankung, eine Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional-instabilen Zügen und eine 

Panikstörung an. Die Behandlung finde seit November 2012 statt. Die Stimmung der 

Versicherten sei labil, die Berichterstattung erfolge klagsam, es bestünden eine 

Grübelneigung, Ängste und ein Vermeidungsverhalten. Bei einer Konfrontation mit 

angstauslösenden Situationen erfolge eine Vermeidung oder eine 

Symptomverschlechterung. Die Befunde bewirkten eine Leistungsreduktion um ca. 

30 %. Adaptiert sei eine gut strukturierte Tätigkeit ohne besondere Herausforderungen 

bei der Entscheidungsfähigkeit und bei sozialen Anforderungen. Längerfristig sei eine 

Steigerung von 70 % auf 80 % Arbeitsfähigkeit möglich. Gemäss einem beigelegten 

Bericht der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 9. Januar 2014 (IV-

act. 93-9 ff) waren dort eine entzündliche ZNS-Erkrankung, eine Migräne ohne Aura, 

rezidivierende linksseitige Thoraxschmerzen und anamnestisch rezidivierende 

Panikattacken diagnostiziert worden. - Dr. B.___ hatte am 3. Februar 2014 (IV-act. 94) 

unter Beilage von Berichten der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 

20. Dezember 2013, vom 9. und vom 16. Januar 2014 über neue Diagnosen informiert. 

- Am 11. März 2014 (IV-act. 96) wurde festgehalten, aufgrund der von den 

behandelnden Stellen beschriebenen deutlichen Verbesserung des 

Gesundheitszustands würden die beruflichen Massnahmen wieder aufgenommen. - In 

einem Bericht vom 24. März 2014 (IV-act. 100) gab die Klinik für Neurologie am 

Kantonsspital St. Gallen als bei der Versicherten vorliegende Diagnose in erster Linie 

ein klinisch isoliertes Syndrom (ICD-10: G35.0 [Multiple Sklerose, Encephalomyelitis 

disseminata]) an. - Im ___ 2014 (IV-act. 101) überprüfte das Migrationsamt das 

Aufenthaltsverhältnis der Versicherten (durch Anfrage beim RAV).

A.e. 

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Der RAD nahm aufgrund der Berichte und des eindrücklichen sozialpraktischen 

Befunds (Bericht der IV-Eingliederungsverantwortlichen) keine Arbeitsfähigkeit an (IV-

act. 102-2). Die IV-Eingliederungsverantwortliche berichtete am 23. Juni 2014 (IV-

act. 106), die Versicherte sei nicht in der Lage, auf dem ersten Arbeitsmarkt einer Arbeit 

nachzugehen. Sie habe oft abwesend gewirkt. Zur schwierigen gesundheitlichen 

Situation kämen erschwerende psychosoziale Faktoren wie Schulden, Probleme mit 

dem Kind, drohende Aussteuerung, Anmeldung auf dem Sozialamt.

A.f. 

Nach einer psychologischen Untersuchung berichtete die Psychologin der Klinik 

für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen am 18. Juni 2014 (IV-act. 109), es hätten 

sich "vordergründig" eine schwankende Anstrengungsbereitschaft und eine gestörte 

Antriebs- und Aufmerksamkeitsaktivierung objektiviert. In einem Verfahren zur 

Symptomvalidierung hätten sich Hinweise auf eine reduzierte Anstrengungsbereitschaft 

der Versicherten ergeben. Es sei in den durchgeführten Testverfahren zu vielen schwer 

verminderten Resultaten gekommen. Einzig im Lesen und Schreiben und in der Figur-

Grundwahrnehmung hätten sich keine Einschränkungen gezeigt. Es hätten sich 

Hinweise auf eine deutlich ausgeprägte Fatigue und eine reduzierte psychophysische 

Belastbarkeit ergeben. In der Verhaltensbeobachtung hätten sich Hinweise auf eine 

depressive Symptomatik ergeben. Die kognitiven Funktionsstörungen und die 

schwankende Anstrengungsbereitschaft würden "vordergründig" auf die psychiatrische 

Erkrankung zurückgeführt. Die Minderung der Anstrengungsbereitschaft, des Antriebs 

und der Aufmerksamkeitsaktivierung dürfte die Arbeitsfähigkeit deutlich einschränken. - 

Dr. G.___ teilte am 8. August 2014 (IV-act. 113) mit, im Lauf des Jahres 2013 hätten die 

depressive Symptomatik, der ängstliche Rückzug und die affektive Labilität 

abgenommen. Seit ca. zu Beginn des Jahres 2014, zeitlich zusammenhängend mit der 

ZNS-Diagnose, sei eine Verschlechterung der psychischen Befindlichkeit zu 

beobachten. Es entstehe der Eindruck, die psychischen Kompensationsmechanismen 

seien unzureichend wirksam, und es bestünden zunehmende Ratlosigkeit und 

psychische Destabilisierung. - Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen 

berichtete am 7. August 2014 (IV-act. 115) von seit Juni 2014 bestehenden 

psychogenen hyperkinetischen Bewegungsstörungen. Grund dafür könnte die 

bestehende psychosoziale Belastungssituation (finanzielle Probleme, Ängste in Bezug 

auf das Kind, bisher nicht erfolgte Krankheitsverarbeitung) sein. Die Versicherte hatte 

A.g. 

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erklärt, die Unruhe sei klar abhängig von Stress. Zuhause verschwinde sie zum Teil 

sogar ganz, insbesondere wenn sie allein sei und abschalten könne. - Der RAD hielt am 

25. August 2014 (IV-act. 117) dafür, die Versicherte sei seit Juli 2011 nicht arbeitsfähig. 

Von einem Gutachten sei kein besser begründetes Resultat zu erwarten. Die Sozialver­

sicherungsanstalt/IV-Stelle gab am 24. September 2014 (IV-act. 119) bekannt, 

berufliche Eingliederungsmassnahmen seien nicht (mehr) möglich.

Nachdem der Versicherten am 23. April 2015 (IV-act. 126) mitgeteilt worden war, 

es habe eine polydisziplinäre Begutachtung zu erfolgen, ersuchte sie am 1. Mai 2015 

(IV-act. 128) darum, einen Gutachter in der örtlichen Nähe zu wählen, da sie grosse 

Schwierigkeiten mit langen Anfahrten habe. Ausserdem werde sie Ende Juli ihre Familie 

in der Heimat besuchen. Beauftragt wurde in der Folge die asim Begutachtung am 

Universitätsspital Basel (fortan kurz: asim; IV-act. 135).

A.h. 

Die asim gab in ihrem Gutachten vom 19. November 2015 (IV-act. 147) als bei der 

Versicherten vorhandene Diagnosen (verkürzt wiedergegeben) an: eine 

demyelinisierende ZNS-Erkrankung (aktuell ohne immunmodulierende Therapie; St. n. 

immunmodulatorischer Therapie von 01/2014 bis 02/2014, abgesetzt wegen 

Spritzenangst und dermalen Nebenwirkungen), chronische Kopfschmerzen vom 

Spannungstyp (aktuell zusätzlich V. a. Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch), 

eine episodische Migräne mit Aura und eine hyperkinetische Bewegungsstörung 

unklarer Ätiologie. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine depressive Episode, 

gegenwärtig remittiert, eine Agoraphobie und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit 

emotional instabilen und histrionen Anteilen. Die Versicherte sei in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit wie in körperlich leichten und mittelschweren angepassten 

Verweisungstätigkeiten zu 70 % arbeitsfähig. Die Einschränkung sei durch einen 

erhöhten Pausenbedarf aufgrund der neurologischen Diagnosen begründet. Aus 

psychiatrischer Sicht sei die Versicherte voll arbeitsfähig. Berufliche Massnahmen seien 

sofort zumutbar.

A.i. 

Am 22. Februar 2016 (IV-act. 150) teilte die Rechtsvertreterin der Versicherten unter 

Beilage eines Berichts der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 

3. Februar 2016 (IV-act. 151) mit, deren Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. 

Im Bericht war die Diagnose einer multiplen Sklerose, schubförmiger Verlauf, ED 

A.j. 

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01/2016 (ICD 10: G 35.1), gestellt und es war eine Therapie mit Gilenya in Aussicht 

genommen worden (nach ophthalmologischer und dermatologischer Abklärung). Am 

20. Juni 2016 (IV-act. 157) reichte die Rechtsvertreterin einen Verlaufsbericht der 

erwähnten Klinik vom 10. Juni 2016 (IV-act. 158) ein. Diese (die Klinik für Neurologie am 

Kantonsspital St. Gallen) gab ferner in einem IV-Arztbericht vom 11. August 2016 

(Eingangsdatum, IV-act. 164; letzte Verlaufskontrolle noch vor dem augenärztlichen 

Bericht vom 12. Juli 2016, nachfolgend) unter anderem an, aufgrund der stark 

psychogen überlagerten Symptomatik sei die Arbeitsfähigkeit schwer beurteilbar. Eine 

Krankschreibung durch die Klinik sei nicht erfolgt. Die Versicherte sei glaubhaft im 

Visus beidseits (wahrscheinlich liege ein St. n. Retrobulbärneuritis vor) und durch eine 

Gangstörung eingeschränkt. Der Gang sei möglicherweise leicht ataktisch, aber 

deutlich durch die funktionelle Gangstörung überlagert. Paresen, die die Gehfähigkeit 

einschränken könnten, bestünden nicht. Aus neurologischer Sicht sei die Versicherte 

für angepasste Tätigkeiten (ohne lange Geh- und Stehbelastung, ohne Erfordernisse 

eines sehr guten Visus) voll arbeitsfähig. Aufgrund der Kopfschmerzen könnte ein 

vermehrter Pausenbedarf bestehen. Die psychogene Einschränkung sei von einem 

entsprechenden Spezialisten zu beurteilen. - Von ophthalmologischer Seite hatte sich 

am 13. Juni 2016 (vgl. Bericht vom 12. Juli 2016, IV-act. 161) keine Arbeitsunfähigkeit 

ergeben, dermatologisch gesehen im Februar 2016 (vgl. IV-act. 160) ebenfalls nicht. - 

Dr. B.___ teilte im IV-Arztbericht vom 11. August 2016 (IV-act. 165) mit, die Versicherte 

sei seit mehr als zwei Jahren zu rund 60 % arbeitsunfähig. Sie leide immer wieder an 

starken Schwindelanfällen und könne dann das Haus nicht verlassen. Teilweise lägen 

auch Ängste und ein sozialer Rückzug vor. Höchstens eine Teilzeitarbeit von 40 bis 

50 % im geschützten Rahmen sei denkbar. - Der RAD befürwortete am 16. August 

2016 (IV-act. 166) eine erneute MEDAS-Begutachtung. Das asim-Gutachten sei als 

Momentaufnahme in damals instabilem Gesundheitszustand der Versicherten zu 

sehen, inzwischen sei die Diagnose einer multiplen Sklerose formal bestätigt worden 

und schon im asim-Gutachten sei eine neuropsychologische Verlaufsdiagnostik 

diskutiert worden. - Mit Schreiben vom 3. Oktober 2016 (IV-act. 170) liess die 

Versicherte einen Verlaufsbericht der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen 

vom 23. September 2016 (IV-act. 171) einreichen. Es gehe ihr körperlich und psychisch 

sehr schlecht. Im Bericht war festgehalten worden, diagnostisch sei der Zustand 

gemäss dem letzten MRI vom 23. August 2016 stationär ohne Krankheitsmanifestation. 

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- Dr. G.___ gab in einem IV-Verlaufsbericht vom 14. Oktober 2016 (IV-act. 173) an, der 

Verlauf gestalte sich schwierig; zurzeit bestehe eine geringe Behandlungskontinuität. 

Es zeichne sich ein Wechsel zwischen Antriebsarmut und einem gesteigerten Antrieb 

ab. Die Stimmung sei wechselhaft von deprimiert bis reizbar. Es bestünden eine 

wechselhafte Aufmerksamkeit, Vergesslichkeit, ein sprunghafter, ausweichender 

formaler Gedankengang, Hinweise für Pseudohalluzinationen, Wahnideen, 

anamnestisch ein sozialer Rückzug und Streitbarkeit. Seit ca. 2014 seien keine 

(ausreichende) psychische Stabilität und kein verwertbares berufliches 

Leistungsvermögen vorhanden. - Am 27. Januar 2017 (IV-act. 184) reichte die 

Rechtsvertreterin der Versicherten einen audio-neurootologischen Bericht von Dr. med. 

H.___, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 

28. November 2016 (IV-act. 185) ein, am 2. Mai 2017 (IV-act. 190) einen 

Operationsbericht (Septumrekonstruktion, submuköse Turbinoplastik beidseits) der 

Hals-Nasen-Ohrenklinik am Kantonsspital St. Gallen vom 7. März 2017 (IV-act. 191) 

und einen Verlaufsbericht der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 

9. März 2017 (IV-act. 192), am 22. Mai 2017 (IV-act. 198) ausserdem ein ärztliches 

Zeugnis von Dr. B.___ vom 3. Mai 2017 (IV-act. 199-1) und ein Schreiben von Dr. G.___ 

vom 12. Mai 2017 (IV-act. 199-2). In Letzterem hatte die Psychiaterin erklärt, 

anzustreben sei eine Tätigkeit der Versicherten im geschützten Arbeitsmarkt, 

beginnend mit ca. 20 % mit Steigerung auf maximal 40 %. Das wäre für die psychische 

Gesundheit vorteilhaft.

Das Swiss Medical Assessment- and Business-Center SMAB erhob gemäss dem 

Gutachten vom 28. Juli 2017 (IV-act. 209) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits­

fähigkeit eine Encephalomyelitis disseminata, schubförmiger Verlauf, Erstmanifestation 

2013. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Verdacht auf klassische 

Migräne und ein solcher auf Spannungskopfschmerzen, ausserdem rezidivierende 

Depressionen, zurzeit remittiert, episodisch paroxysmale Angst (Panikstörung), eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung, eine dissoziative Bewegungsstörung, eine 

Bronchitis und eine Hyperurikämie. Die Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 

70 % arbeitsfähig, in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 80 %.

A.k. 

Nachdem der RAD die Arbeitsunfähigkeit von 20 % als trotz der beschriebenen 

Inkonsistenzen ausreichend objektiviert betrachtet hatte (IV-act. 210), stellte die 

A.l. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/30

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Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten am 

14. August 2017 (IV-act. 213) eine Abweisung des Rentenanspruchs bei einem 

Invaliditätsgrad von 20 % in Aussicht. - Ihre Rechtsvertreterin beantragte dagegen am 

15. Dezember 2017 (IV-act. 219), es seien der Versicherten die gesetzlichen Leistungen 

und (als Verfahrensantrag) ein vor der Rentenprüfung noch zu prüfender Anspruch auf 

berufliche Massnahmen zuzusprechen. Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung 

habe mit ihrer effektiven Leistungsfähigkeit nichts zu tun und widerspreche diametral 

der Beurteilung der Psychiaterin und des Hausarztes. In Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes seien nach der Verschlechterung des Gesundheitszustands 

mit gesicherter MS-Diagnose im Januar 2016 keine beruflichen Massnahmen mehr 

geprüft worden. Erforderlich seien dringend ein Aufbau- und dann ein 

Belastbarkeitstraining, allenfalls mit einer EFL- bzw. BEFAS-Abklärung über mehrere 

Wochen hinweg. - Am 1. Februar 2018 (IV-act. 223) teilte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle unter Eröffnung einer neuerlichen Stellungnahme 

des RAD vom 18. Januar 2018 (IV-act. 222) mit, sie halte am vorgesehenen Entscheid 

fest. - In ihrem Einwand vom 2. März 2018 (IV-act. 229) rügte die Rechtsvertreterin der 

Versicherten, die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle sei auf den Einwand, namentlich 

den Antrag betreffend den Grundsatz Eingliederung vor Rente, in Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör mit keinem Wort eingegangen. Die RAD-

Stellungnahme gehe an der Sache vorbei. Eine Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf 

dem ersten Arbeitsmarkt von 80 % anzunehmen, sei absurd. Das Aufbautraining 

2012/2013 habe gezeigt, dass eine Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht 

realistisch sei. Auch der RAD habe damals die Auffassung der Notwendigkeit einer 

Tagesstruktur im geschützten Rahmen geteilt. Seither sei die MS-Erkrankung 

dazugekommen und der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich noch 

verschlechtert. Neu stelle Dr. G.___ gemäss dem beigelegten Bericht vom 28. Februar 

2018 (IV-act. 228) die Diagnose einer dissoziativen Störung. Das SMAB-Gutachten 

werde darin als falsch bestritten. Es seien die neuesten MS-Sprechstundenberichte 

einzuholen. - Dr. G.___ hatte im erwähnten Schreiben berichtet, als neue Diagnose sei 

anamnestisch seit ca. dem 30. Lebensjahr der Versicherten von einer nicht näher 

bezeichneten dissoziativen Störung auszugehen. Sie beschrieb die Ergebnisse eines 

Strukturierten Klinischen Interviews für DSM-IV, dissoziative Störungen, und erklärte, 

das dissoziative Störungsbild könne erheblich zum Verständnis der klinisch über die 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/30

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B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Ch. Rempfler für die 

Betroffene am 14. Juni 2018 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin beantragt, 

die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin die 

gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, eventualiter sei durch das Gericht bei einer 

Spezialistin für dissoziative Störungen ein neues Gutachten zu den Fragen von 

Diagnose, Arbeitsfähigkeit und Plausibilität der bisherigen Testergebnisse einzuholen. 

Ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu 

bewilligen. Strittig sei der Anspruch auf eine Rente, während berufliche Massnahmen 

aufgrund des schlechten Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin nicht 

umsetzbar seien. Die aktuelle Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70 % werde bestritten; 

sie habe mit der Realität leider nichts zu tun. Die behandelnden Ärzte und früher 

teilweise auch der RAD hätten für die Notwendigkeit eines geschützten Arbeitsplatzes 

plädiert. Aus der Stellungnahme des RAD vom 14. Mai 2018 lasse sich herauslesen, 

dass er und Dr. G.___ sich darüber einig seien, dass die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit mit der Diagnose (der dissoziativen Störung) äusserst komplex sei. Wie 

Jahre zu beobachtenden Verschlechterung der psychischen Befindlichkeit beitragen. 

Eine therapeutische Arbeit sei wegen Abwehr und Verdrängung, Amnesien, 

Ambivalenzen, Schwankungen der Stimmung und der Leistungsfähigkeit nach ihrer 

Erfahrung kaum möglich. - Gemäss einem eingeholten Bericht der Klinik für Neurologie 

am Kantonsspital St. Gallen vom 28. Februar 2018 (IV-act. 231-2 ff.) waren dort keine 

wesentlichen Anhaltspunkte für relevant veränderte Befunde erhoben worden. - Der 

RAD hielt am 14. Mai 2018 (IV-act. 232) fest, die aktuell vorgelegten Berichte enthielten 

keine neuen Aspekte. Unterschiedliche Bewertungen der diagnostischen Einordnung 

und der Arbeitsfähigkeit würden nicht automatisch auf fachliche Mängel oder Irrtümer 

der einen oder anderen Seite hindeuten.

Mit Verfügung vom 14. Mai 2018 (IV-act. 233) wies die Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch der Versicherten ab 

(Valideneinkommen Fr. 51'444.--, Invalideneinkommen Fr. 41'155.--). Einerseits werde 

beschrieben, es bestehe kein verwertbares berufliches Leistungsvermögen, anderseits 

werde um berufliche Massnahmen ersucht. Der Forderung könne bei diesem 

Widerspruch nicht gefolgt werden. Die RAD-Stellungnahme vom 14. Mai 2018 bilde 

Bestandteil der Verfügung.

A.m. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/30

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der RAD-Arzt zu Recht festhalte, sei die Qualität der gutachterlichen Bewertung davon 

abhängig, in wie weit es gelinge, dass sich die Probandin im gutachterlichen Kontakt 

seelisch öffne. Das dürfe der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil gereichen. Bei ihr 

gehe es nicht darum, dass sie nicht wolle, sondern es liege ein krankhaftes Nicht-

Können vor. Die angeblichen Inkonsistenzen, Diskrepanzen, Verdeutlichungstendenzen 

und eine Aggravation würden daher bestritten. Dr. G.___, welche die 

Beschwerdeführerin seit Jahren bestens kenne, habe eingeräumt, die Schwere der 

dissoziativen Störung anfänglich unterschätzt zu haben. Das sei auch im SMAB-

Gutachten geschehen. Das betreffende Krankheitsbild entziehe sich jeder Logik. Die 

Beschwerdeführerin habe ihr (der Rechtsvertreterin) mitgeteilt, dass sie anfangs Juni 

2018 wegen eines vermuteten neuen MS-Schubs ein MRI machen lassen müsse. - Am 

17. August 2018 ergänzt die Rechtsvertreterin die Anträge durch den 

Subeventualantrag, es sei eine mehrwöchige BEFAS-Abklärung anzuordnen. Die 

stetige Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin sei für sie, 

welche sie schon vor der eingetretenen Arbeitsunfähigkeit gekannt habe, erkenntlich 

gewesen. Obwohl der entsprechende Bedarf bereits nach den ersten IV-Abklärungen 

bekannt gewesen sei, sei der Beschwerdeführerin nie eine Tätigkeit im geschützten 

Rahmen zugewiesen worden. Am 25. August 2014 habe der RAD festgehalten, eine 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für den ersten Arbeitsmarkt bestehe nicht und 

es sei zurzeit nicht wahrscheinlich, dass ein erneutes Gutachten ein besser 

begründetes Resultat ergäbe. Trotzdem sei die Beschwerdeführerin in der Folge im 

Auftrag der Beschwerdegegnerin zweimal begutachtet worden. Die Ergebnisse seien 

mehrfach bestritten worden. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin auf sich allein 

gestellt und isoliert, verbringe teilweise bis zu 48 Stunden im Bett und fühle sich enorm 

müde. Diesbezüglich sei auf den beigelegten Bericht des Lungenzentrums (Klinik für 

Pneumologie und Schlafmedizin) am Kantonsspital St. Gallen vom 24. Juli 2018 

hinzuweisen, wo noch Abklärungen pendent seien. Die Beschwerdeführerin sei wegen 

der fehlenden Kraft in den Beinen sehr unsicher und habe mit ihren grossen 

psychischen Problemen zu kämpfen. Die Beschwerdegegnerin verkenne deren 

Tragweite und Schweregrad. Es sei nicht ersichtlich, wie ohne jede Unterstützung 

durch die IV und bei Hinzukommen der neuen Diagnose einer MS seit der RAD-

Beurteilung vom August 2014 (keine Arbeitsfähigkeit) eine Verbesserung zu einer 

Arbeitsfähigkeit von 70 % eingetreten sein sollte. Dr. G.___ habe am 14. Oktober 2016 

erklärt, es sei seit ca. 2014 kein verwertbares berufliches Leistungsvermögen der 

Beschwerdeführerin zu erkennen. Eingereicht würden zudem Berichte über ein MRI 

vom 1. Juni 2018, über eine MS-Sprechstunde vom 8. Mai 2018 (Bericht vom 5. Juni 

2018), ein Arztzeugnis von Dr. B.___ vom 4. Juni 2018 (richtig: Medikamentenblatt mit 

Diagnose vom 16. Juni 2018) und ein Arztzeugnis von Dr. G.___ vom 25. Juli 2018. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/30

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Spätestens eine BEFAS-Abklärung würde offensichtlich belegen, dass der 

Beschwerdeführerin eine verwertbare Leistungsfähigkeit fehle. - Im erwähnten Bericht 

der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 24. Juli 

2018 (IV-act. 242-6 ff.) war in erster Linie ein hochgradiger V. a. Asthma bronchiale, 

GINA Stufe 3, diagnostiziert worden. Bei eingeschränkter Mitarbeit habe die Diagnose 

nicht definitiv gesichert werden können, doch habe sich nach Bronchodilatation eine 

deutliche Besserung der FEV1 - wenn auch die Grenze von 12 % nicht erreichend - 

gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe über ausgeprägte Tagesmüdigkeit und schwere 

Einschränkung im Alltag geklagt, weswegen sie den Haushalt nicht mehr machen 

könne. - Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen hatte am 5. Juni 2018 

(IV-act. 242-13 ff.) unter anderem erklärt, ein MRI-Neurokranium mit HWS habe einen 

stationären Befund, also keine neuen demyelinisierenden Läsionen, gezeigt. Die wegen 

der bei der Kontrolle erhobenen deutlichen Visusverschlechterung und subjektiven 

Angabe einer entsprechenden Minderung veranlasste augenärztliche Untersuchung 

habe keine relevante Pathologie aufgezeigt. - Dr. G.___ hatte der Versicherten am 

25. Juli 2018 (IV-act. 242-19) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert.

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. September 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es gebe keine Hinweise darauf, 

dass das SMAB die geltend gemachten Leiden nicht umfassend und kompetent 

abgeklärt habe. Im Gutachten sei auch zum Schweregrad ausreichend Stellung 

genommen worden. Aus den objektiven Befunden ergebe sich, dass es sich nicht um 

ein schweres Leiden handle. Es sei ausserdem darauf hingewiesen worden, dass keine 

gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in den vergleichbaren 

Lebensbereichen bestehe. Es finde keine medikamentöse antidepressive Therapie statt 

und die Eingliederungsanamnese sei leer. Bei dieser Sachlage mit den Inkonsistenzen 

sei eine BEFAS-Abklärung nicht zielführend. Die Frage der zumutbaren 

Arbeitsleistungen sei ausserdem in erster Linie durch Ärzte (und nicht durch 

Eingliederungsfachleute) zu beantworten. Bei seiner Beurteilung vom August 2014 

habe sich der RAD auf die Berichte der behandelnden Ärzte gestützt und die 

Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht. Im SMAB-Gutachten seien die 

anderslautenden ärztlichen Einschätzungen hinreichend gewürdigt worden. Die im 

Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichte seien dem RAD zur Stellungnahme 

vorgelegt worden. Er habe am 14. September 2018 festgehalten, diese änderten nichts 

an der bisherigen Einschätzung. Auf das Gutachten könne abgestellt werden; weitere 

Abklärungen seien nicht angezeigt.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/30

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D.

Am 4. Oktober 2018 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) entsprochen worden.

E.

Mit Replik vom 21. Januar 2019 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

vor, aus einem beigelegten Bericht der Klinik für Neurologie am Kantonsspital 

St. Gallen vom 5. November 2018 gehe hervor, dass nicht abschliessend beurteilt 

werden könne, inwiefern eine Verschlechterung der Gehfähigkeit der 

Beschwerdeführerin vorliege, weshalb im Februar 2019 eine weitere MRI-Untersuchung 

durchzuführen sei. Deren Ergebnis müsse aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes 

zwingend abgewartet werden. Ausserdem werde ein Bericht von Dr. G.___ vom 

10. Dezember 2018 eingereicht. Die Psychiaterin könne das sehr komplexe 

Krankheitsbild sicherlich besser einschätzen, als eine Gutachterstelle dies in kurzer Zeit 

(in einer bis zwei Stunden) an einem Tag vermöge. Der Sachverhalt sei zulasten der 

Beschwerdeführerin rechtswidrig nicht genügend abgeklärt. Die Angabe, es seien 

erhebliche Ressourcen vorhanden, werde als falsch zurückgewiesen. Die 

Beschwerdeführerin sei am Vortag der Begutachtung mit dem Zug angereist, um diese 

durchstehen zu können. Sie lebe sehr zurückgezogen und allein. - Die Klinik für 

Neurologie am Kantonsspital St. Gallen hatte im erwähnten Bericht vom 5. November 

2018 erklärt, Hinweise auf ein eindeutiges Schubereignis hätten sich nicht finden 

lassen. Inwiefern eine Verschlechterung der Gehfähigkeit vorliege, könne nicht 

abschliessend beurteilt werden. - Dr. G.___ hatte am 10. Dezember 2018 berichtet, aus 

ihrer Kenntnis der Beschwerdeführerin und der medizinischen Befunde widerspreche 

sie der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 20 %. In den letzten Jahren sei zunehmend zum 

Vorschein gekommen, dass eine dissoziative Symptomatik das Krankheitsbild 

entscheidend präge. Die Dissoziation habe mit einer Simulation nichts zu tun. So 

gesehen seien die mehrfach erwähnten Inkonsistenzen medizinisch begründbar. Die 

endgültige Einschätzung der Leistungsfähigkeit erfordere eine Beurteilung durch eine 

auf die Behandlung dissoziativer Störungen spezialisierte Fachperson. Bis anhin seien 

die Symptome der Beschwerdeführerin zu ihrem Nachteil ausgelegt worden.

F.        

Die Beschwerdegegnerin hat von der ihr gebotenen Gelegenheit zur Einreichung einer 

Duplik keinen Gebrauch gemacht.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/30

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Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 14. Mai 2018, mit welcher die Beschwerdegegnerin 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abwies. Diese lässt im 

Hauptstandpunkt eine Zusprache der gesetzlichen Rentenleistungen (nicht aber von 

beruflichen Massnahmen) beantragen.

2.  

3.

Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.1. 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 

ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 

Sicht nicht überwindbar ist (vgl. auch BGE 102 V 165). - Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind grundsätzlich (bei Ausnahmen nach 

dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche psychischen Erkrankungen einem 

strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Für die Beurteilung 

des funktionellen Leistungsvermögens sind danach in der Regel diverse 

Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich 

einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der 

Konsistenz. Denn die diagnostische Einordnung einer psychischen Störung allein legt 

das (dennoch) objektiv bestehende tatsächliche Leistungsvermögen nicht fest (vgl. 

BGE 143 V 418 E. 4.1.2).

2.2. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im Weiteren 

eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 f. E. 4, vgl. BGE 

141 V 281 E. 5.2.1).

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/30

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Im Lauf des vorliegend (aufgrund der IV-Anmeldung vom 17./18. November 2011) zu 

beurteilenden langen Zeitraums (bis zum 14. Mai 2018) wurden zahlreiche ärztliche 

Berichte abgegeben. Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin wurden insbesondere mehrfach begutachtet. Die 

Beurteilungsgrundlage in medizinischer Hinsicht stellt sich danach wie folgt dar:

4.  

Das jüngste Gutachten, jenes des SMAB vom 28. Juli 2017, basiert auf 

polydisziplinären Abklärungen. Es fanden Expertisen in psychiatrischer und 

neurologischer Disziplin (vom selben Gutachter; mit separater neuropsychologischer 

Beurteilung durch eine gutachterliche Fachpsychologin) und in internistischer 

Fachrichtung statt. Die Gutachter erfassten die Vorakten (vgl. IV-act. 209-3 bis 18) und 

erfragten die Anamnese und die beklagten Leiden. Die Beschwerdeführerin berichtete 

beim einen Gutachter von Kopfschmerzen, Seh- und Blasenstörungen und überall 

vorhandenen Schmerzen (vgl. IV-act. 209-34), beim andern von Schmerzen im Sinn 

eines Ganzkörperschmerzes (vor allem an Kopf und Beinen, ganzer Muskulatur, 

Thorax, Wirbelsäule), ausgeprägter Müdigkeit und Nervosität (vgl. IV-act. 209-55 f.).

4.1. 

Nach der internistischen Befunderhebung wurde keine Erkrankung mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit vorgefunden (vgl. IV-act. 209-58 ff.).

4.2. 

Auch neurologisch wurden gutachterlich die Befunde erhoben (vgl. IV-

act. 209-37 f.). Es wurden dabei auch die neuropsychologischen Ergebnisse 

berücksichtigt (vgl. IV-act. 209-38). Dort hatte sich ergeben, dass die 

Beschwerdeführerin keine ausreichende Anstrengungsbereitschaft aufgewiesen habe, 

was sich in mehreren, stark auffälligen Symptomvalidierungstests gezeigt habe. Die 

gezeigten Leistungen hätten in allen geprüften Funktionsbereichen im schwer 

beeinträchtigten Bereich gelegen. Mit den gezeigten Alltagsleistungen (z.B. 

selbständiges Aufsuchen der Abklärungsstelle, unauffälliges Instruktionsverständnis 

und ebensolches Gesprächsverhalten) habe das nicht übereingestimmt. Die Befunde 

seien somit nicht aussagekräftig. Über das kognitive Funktionsniveau hätten 

(wiederum) keine validen Informationen erhoben werden können (vgl. IV-act. 209-65). 

Der Gutachter hielt fest, angesichts der bekannten Diagnose einer multiplen Sklerose 

seien manche der vorgetragenen Symptome nachvollziehbar, andere wieder nicht bzw. 

sie seien psychisch so sehr überlagert, dass sie nicht mehr beurteilbar seien, wie etwa 

die generalisierten multilokulären Schmerzen und der Kräftemangel in allen 

Extremitäten. Die Mitarbeit bei der neurologischen Untersuchung sei nicht immer aus­

reichend gewesen. Zum Teil habe sich der Eindruck geradezu aufgedrängt, dass die 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/30

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Beschwerdeführerin gezielt falsch reagiert habe (z.B. im Finger-Nase-Versuch). Auch 

das Ergebnis im Romberg-Test (nach Ablenkung unauffällig) sei in diesem 

Zusammenhang erwähnenswert (vgl. IV-act. 209-39). Es sei der Eindruck einer 

Aggravation entstanden (vgl. IV-act. 209-38). Eine zur Gänze aussagekräftige 

neurologische Untersuchung sei auch angesichts der vielen Inkonsistenzen, 

Diskrepanzen und Verdeutlichungstendenzen nicht möglich gewesen. Es könne aber 

zumindest festgestellt werden, dass die grobe Kraft und die Feinmotorik nicht in dem 

Ausmass betroffen sein könnten, wie es die Beschwerdeführerin vorgebe. Sie habe 

ausserdem für ein Fatigue-Syndrom typische Beschwerden beklagt, eine Erschöpfung 

sei aber im Rahmen der neurologischen Untersuchung am frühen Nachmittag nicht 

aufgefallen. Es könne zumindest die Einschätzung abgegeben werden, dass langes 

Stehen und Gehen nicht günstig wäre. Eine Einschränkung der Gehstrecke wäre 

vorstellbar. Ausserdem dürften die körperliche und psychomentale Dauerbelastbarkeit 

vermindert sein, was betriebsunübliche Pausen bedinge. Denn eine MS in diesem 

Stadium gehe meist mit einem Fatigue-Syndrom - wenn auch einem leichten - einher 

(vgl. IV-act. 209-39). Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und 

Verweistätigkeiten (sc. mit motorischer Belastung) betrage deshalb 70 %. Bei einer 

leidensadaptierten Tätigkeit (ohne körperliche Belastung im engeren Sinn) ergebe sich 

eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (dort nur verringerte psychomentale Belastbarkeit und 

Fatigue relevant). Die Einschätzung des Vorgutachtens vom November 2015 sei 

retrospektiv nachvollziehbar, allerdings ergebe sich spätestens ab jenem Gutachten 

eine Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von 80 % (vgl. IV-act. 209-39 f.).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/30

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Nach der Befunderhebung in psychiatrischer Hinsicht (vgl. IV-act. 209-47 f.) stellte 

der Gutachter die diesbezüglichen Diagnosen (allesamt ohne Einfluss auf die Arbeits­

fähigkeit) und hielt dafür, es habe sich ein mannigfaltiges Bild mit diversen Symptomen 

gezeigt. Dabei komme es diagnostisch wahrscheinlich auch zu Überlappungen; es 

könnte sich bei dem einen oder anderen Syndrom um einen Teilbereich des andern 

handeln. So könnten etwa die dissoziativ anmutenden (psychogenen) Zuckungen auch 

Teil der histrionischen Persönlichkeitsstörung sein. Eine Depression im engeren Sinn 

liege nicht vor. Die affektiven Einbrüche seien vielmehr vor dem Hintergrund der 

Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin zu interpretieren. Wie auch immer er 

definiert und benannt werde, so sei relevant, dass der psychiatrische Gesamtkomplex 

schon seit Jahrzehnten bestehe. Neu - seit 2014 vorliegend - sei lediglich die 

hyperkinetische Bewegungsstörung, die aber im Alltag kein Handicap darstelle und 

weder die Arbeitsfähigkeit noch das Belastungsprofil einschränke. Die 

Beschwerdeführerin habe dennoch mit Ausnahme depressiver Phasen bis vor einigen 

Jahren vollzeitlich gearbeitet (vgl. IV-act. 209-49).

4.4. 

Der Gutachter befasste sich im psychiatrischen Teil auch mit dem Schweregrad 

der Befunde. Diese seien mässig ausgeprägt und ohne Hinweis für eine (relevante) 

Zunahme. Dass die beschriebenen Symptome trotz der seit Jahren sehr 

hochfrequenten Behandlung vorlägen, lasse darauf schliessen, dass entweder eine 

Behandlungsresistenz bestehe oder der Behandlungsansatz nicht mehr geeignet sei. In 

den Komplexen Realitätsprüfung, Urteilsbildung, Beziehungsfähigkeit, 

Kontaktgestaltung, Interaktionskompetenz, Selbstwertregulation, Regressionsfähigkeit 

und Intentionalität zeige die Beschwerdeführerin Defizite. Der Antrieb sei ausreichend 

vorhanden und sie sei in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren. Es bestehe ein 

gewisser Rückzug aus sozialen Bereichen; das unmittelbare soziale Umfeld sei sehr 

begrenzt. Psychosoziale Faktoren seien ausgeschlossen worden. Die 

psychotherapeutischen Behandlungseinheiten nehme die Beschwerdeführerin offenbar 

wahr. Das langjährig eingenommene Neuroleptikum wolle sie reduzieren und absetzen, 

eine antidepressive medikamentöse Therapie finde nicht statt (vgl. IV-act. 209-50 ff.).

4.4.1. 

Der Gutachter folgerte, rein psychiatrisch betrachtet sei die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt (vgl. IV-act. 209-49). Tätigkeiten mit hohem 

Stresspegel und hoher Verantwortung, Multitasking und Teamarbeit sowie Tätigkeiten 

in engen Räumen und grösseren Gruppen seien jedoch ungeeignet (vgl. IV-

act. 209-52).

4.4.2. 

Polydisziplinär wurde festgehalten, durch die Persönlichkeitsstörung komme es zu 

einer psychischen Überlagerung der neurologischen und neuropsychologischen 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/30

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5.  

Befunde, die dann entweder nicht verwertbar seien oder deutlicher in Erscheinung 

träten. Ausserdem werde die MS mit Sicherheit Auswirkungen auf die kognitiven und 

psychischen Funktionen haben. Die Wechselwirkungen führten zu Überlappungen oder 

Verstärkungen, aber auch zu Inkonsistenzen hinsichtlich der funktionellen 

Auswirkungen in allen Lebensbereichen. Der Beschwerdeführerin sei etwa das 

Aufsuchen der Abklärungsstelle mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich gewesen und 

sie habe danach drei Begutachtungen an einem Tag durchstehen können (vgl. IV-

act. 209-26). Es hätten eindeutige Hinweise unter anderem auf Verdeutlichungstendenz 

und Aggravation in einer Ausprägung bestanden, die eine Beurteilung erschwert habe 

(vgl. IV-act. 209-23).

Auch beim Vorgutachten der asim vom 19. November 2015 handelt es sich um ein 

polydisziplinäres Gutachten internistischer, psychiatrischer und neurologischer 

Fachrichtung. Auch damals waren die Vorakten zur Kenntnis genommen (vgl. IV-

act. 147-2 bis 14) und die anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin 

aufgenommen worden (vgl. IV-act. 147-15 bis 18). Die Beschwerdeführerin hatte 

damals ebenfalls (u.a.) über psychische Störungen und Panikattacken, Müdigkeit, 

Nervosität, Kopfschmerzen, Seh-, Schlaf- und Bewegungsstörungen geklagt (vgl. IV-

act. 147-15 f.).

5.1. 

Bei der internmedizinischen Untersuchung war gemäss dem Gutachten ein 

unauffälliger Befund erhoben worden. Die angegebenen Analgetika- und Neuroleptika-

Spiegel hätten bei der Messung nicht im therapeutischen Bereich gelegen (vgl. IV-

act. 147-18 f. und -30).

5.2. 

Nach der gutachterlichen neurologischen Befundaufnahme (vgl. IV-act. 147-56 f.) 

war unter anderem dargelegt worden, man habe bei der Untersuchung die seit ca. 

2006 geschilderten verschiedenen, episodisch auftretenden neurologischen Symptome 

nur bedingt nachvollziehen können (vgl. IV-act. 147-59). Bei Anstrengungen und 

unangenehmen Fragen habe eine deutliche Zunahme der Hyperkinesien beobachtet 

werden können, bei Ablenkung sei es zu einem deutlichen Nachlassen gekommen. Die 

Beschwerdeführerin habe angegeben, allein in Ruhe keinen Leidensdruck zu 

verspüren. Nur in grossen Menschenansammlungen bei Anspannung komme es zu 

deutlicher Bewegungszunahme. Feinmotorische Tätigkeiten wie z.B. Stricken seien 

problemlos möglich (vgl. IV-act. 147-59 f.). Die gutachterlich attestierte neurologisch 

bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % war mit der Fatigue-

Symptomatik mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen begründet worden, 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/30

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die durch die demyelinisierende ZNS-Erkrankung mitbedingt seien. Die chronischen 

Kopfschmerzen für sich allein bewirkten eine Einschränkung von maximal 20 % und es 

sei nach einem Analgetikaentzug eine relevante Besserung zu erwarten (vgl. IV-

act. 147-61). Die Gutachterin der Neurologie schilderte - offenbar gemäss den 

angegebenen Dosen (vgl. IV-act. 147-54) - einen regelmässigen Analgetikakonsum der 

Beschwerdeführerin, dessen Ausmass zu einem analgetika-induzierten Kopfschmerz 

führen könnte. Polydisziplinär wurde diesbezüglich erklärend darauf hingewiesen, dass 

die gemessenen Analgetikaspiegel nicht im Wirkbereich gewesen seien, dass aber die 

kurze Halbwertszeit zu berücksichtigen sei, da die Laboruntersuchung erst am 

Nachmittag stattgefunden habe (IV-act. 147-29).

Der Gutachter der Psychiatrie hatte ebenfalls fachärztlich den Befund 

aufgenommen (vgl. IV-act. 147-45 f.). Anhaltspunkte für eine schwerwiegende 

Persönlichkeitspathologie seien nicht vorhanden gewesen. Die Beschwerdeführerin 

habe ein Bild mit oberflächlichen, stark wechselhaften Affekten geboten und sich mit 

Aufmerksamkeit suchendem Verhalten, mittelgradig ausgeprägter Theatralik und 

leichter Suggestibilität präsentiert. Inwiefern das bewusstseinsnah gewesen sei, könne 

nicht abschliessend beurteilt werden. Die Explorierbarkeit sei - ohne direkte 

Anhaltspunkte für Malingering - stark eingeschränkt gewesen. Es sei eine starke 

Identifizierung der Beschwerdeführerin mit der Krankenrolle anzunehmen, obwohl sie 

auch von einem Anreiz berichtet habe, IV-Leistungen zu beziehen, weil die abgelaufene 

Aufenthaltsbewilligung sonst nicht verlängert werde (vgl. IV-act. 147-46). Die Angaben 

seien zudem stark pauschal und defizitorientiert gewesen. Die Angabe eines starken 

sozialen Rückzugs sei nicht präzisierbar und wenig konklusiv gewesen. Das 

Erscheinungsbild lasse eine um einiges aktivere Tagesgestaltung vermuten, als die 

Beschwerdeführerin es geschildert habe. In den Bereichen Psychomotorik, Hedonie 

und Affektivität habe die Beschwerdeführerin zwar gravierende Defizite beklagt, sei 

aber lediglich von den Affekten her leichtgradig labil gewesen. Es falle auch eine 

erhebliche Diskrepanz zwischen der Intensität der beklagten Symptome und der 

Intensität der Fachhilfe auf (auch kein Antidepressivum; vgl. IV-act. 147-47). Die 

beklagte Fatigue habe im psychopathologischen Befund keine Entsprechung 

gefunden. Die im neuropsychologischen Bericht von Juni 2014 beschriebene reduzierte 

psychophysische Belastbarkeit sei allenfalls teilweise zum Vorschein gekommen, doch 

sei die Beschwerdeführerin durchgehend imstand gewesen, an der Exploration 

mitzuwirken, und habe nach Abklingen der jeweiligen Affektpräsentationen keine 

solchen Hinweise gezeigt. Es sei zu vermuten, dass zwar eine demyelinisierende 

Erkrankung bestehe, dass die dadurch bewirkte Belastung aber zu gering sei, als dass 

sie klinisch zum Vorschein käme (vgl. IV-act. 147-48). Zusammenfassend hätten sich 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/30

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6.  

keine psychiatrischen Defizite gezeigt, die einer vollschichtigen Tätigkeit 

entgegenstünden (vgl. IV-act. 147-49). Die Beschwerdeführerin sei diesbezüglich voll 

arbeitsfähig.

Polydisziplinär war die attestierte Arbeitsunfähigkeit (von 30 %) mit den objektiv 

vorgefundenen Defiziten begründet worden, die eine Fatigue-Symptomatik mit 

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen bewirkten (vgl. IV-act. 147-30 f.). Es 

sei auch möglich, dass eine ZNS-Erkrankung und hysteriforme Momente 

zusammenfielen (vgl. IV-act. 147-30). Persönlichkeitsaspekte seien ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Es war eine Selbstlimitierung 

beschrieben worden, aber ohne Zeichen einer Aggravation (vgl. IV-act. 147-31).

5.5. 

Im Mai 2012 und im Oktober 2012 hatten bereits (monodisziplinäre) psychiatrische 

Begutachtungen durch Dr. F.___ (für die Krankentaggeldversicherung) stattgefunden 

(Gutachten vom 12. Juni 2012 und vom 5. November 2012). - Auch dieser Psychiater 

hatte im ersten Gutachten die damals vorhandenen Vorberichte der behandelnden 

Ärzteschaft erfasst, die Anamnese und die geklagten Beschwerden der 

Beschwerdeführerin aufgenommen (vgl. Fremd-act. 11-39 bis 45) und den Befund 

erhoben (vgl. Fremd-act. 11-46). Zur Begutachtungszeit (Mai 2012) hätten noch leichte 

bis allenfalls punktuell mittelgradige Einschränkungen der Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit bestanden, die durch leichtgradige Einschränkungen der 

Aufmerksamkeit, der Ausdauer und der Konzentrationsfähigkeit bedingt seien. 

Ausserdem hätten eine verminderte Stress- und Frustrationstoleranz, leichte Defizite 

der sozialen Kompetenzen und eine leicht verminderte Konflikt- und 

Abgrenzungsfähigkeit bestanden (vgl. Fremd-act. 11-48). Die Beschwerdeführerin 

schätze sich selbst als noch deutlich eingeschränkt arbeitsfähig ein. Es bestünden 

ausserdem ein sekundärer Krankheitsgewinn, ein teilweise dysfunktionales Schon- und 

Krankheitsverhalten und eine ganze Reihe von psychosozialen Belastungsfaktoren (vgl. 

Fremd-act. 11-50). Bei guten Ressourcen sei eine weitere Besserung des psychischen 

Zustands zu erwarten (vgl. Fremd-act. 11-48). Der Gutachter hatte die 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zur Begutachtungszeit mit 70 % beurteilt 

(infolge der damals noch andauernden teilstationären Behandlung sei ihr 

definitionsgemäss aber eine solche von 100 % zu attestieren) und in drei bis vier 

Monaten bei Beachtung der gutachterlichen Empfehlungen mit voller Arbeitsfähigkeit 

gerechnet. Retrospektiv habe seit Juli 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

bestanden (vgl. Fremd-act. 11-49, -51). So hätten die behandelnden Psychiater die 

Arbeitsunfähigkeit eingeschätzt (vgl. Fremd-act. 11-51). Um eine Invalidität, also eine 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/30

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7.  

andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen, gehe es bei 

der Beschwerdeführerin aber nicht (vgl. Fremd-act. 11-51).

Im Gutachten vom 5. November 2012 hatte der Gutachter der Psychiatrie eine 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin (ab Juli 2012 von 70 %, ab August 2012 

von 50 % und) ab Oktober 2012 von noch etwa 20 % mit schrittweiser weiterer 

Besserungstendenz angenommen (vgl. Fremd-act. 11-12).

6.2. 

Nach dem Dargelegten ist davon auszugehen, dass (nebst den monodisziplinär 

psychiatrischen Gutachten von Dr. F.___) zwei polydisziplinäre Begutachtungen 

verschiedener Stelle erfolgt sind, bezüglich deren Abstützung auf die jeweilige 

Aktenkenntnis oder auf die fachärztlichen Abklärungen sich kein Anhaltspunkt für eine 

Unvollständigkeit oder für ein Ungenügen zeigt.

7.1. 

Beide genannten polydisziplinären Begutachtungen gelangten zu einem 

weitgehend übereinstimmenden Ergebnis. Das gibt diesem beweismässig ein 

erhebliches, vorliegend insgesamt ein ausschlaggebendes Gewicht. Die dagegen 

erhobenen Einwände halten nicht stand:

7.2. 

Die Beschwerdeführerin lässt vorbringen, es liege bei ihr eine im Schweregrad 

unterschätzte dissoziative Störung vor. Dr. G.___ geht diagnostisch von einer solchen 

Störung aus und datiert deren Eintritt auf das 30. Altersjahr der Beschwerdeführerin. Im 

SMAB-Gutachten wurde dargelegt, es scheine im Sinn einer "dissoziativen Störung" zu 

einem teilweisen Verlust der normalen Integration in Form einer teilweisen 

Entkoppelung von körperlichen Funktionen zu kommen, die sich auf die Kontrolle von 

Körperbewegungen beziehe (vgl. IV-act. 209-50). Die dissoziativ anmutenden 

(psychogenen) Zuckungen könnten auch Teil der histrionischen Persönlichkeitsstörung 

sein (vgl. IV-act. 209-49). Dieser Aspekt wurde demnach gutachterlich erfasst, was 

angesichts der gesamten Aktenlage als ausreichend zu betrachten ist.

7.3. 

Diagnostische (bzw. diagnostisch klassifikatorische) Unterschiede sind bei dem 

mannigfaltigen Bild mit diversen, wahrscheinlich sich überlappenden Symptomen (vgl. 

IV-act. 209-49) der Beschwerdeführerin möglich. Auch wenn (zumindest ehemals) 

grundsätzlich zusätzliche Abklärungen noch weitere seltenere neurologische 

Erkrankungen hätten ausschliessen lassen können (vgl. IV-act. 147-60), so ist von 

weiteren medizinischen Untersuchungen (oder einer allfälligen BEFAS, deren 

Beurteilung nur - aber immerhin - unter gewissen Voraussetzungen ernsthafte Zweifel 

7.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/30

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an einer medizinischen Beurteilung der Leistungsfähigkeit zu begründen vermöchten, 

vgl. Bundesgerichtsurteil vom 27. Juni 2018, 8C_48/2018 E. 4.3.1) nach der Aktenlage 

nun keine relevante zusätzliche Erkenntnis mehr zu erwarten. Vielmehr erscheint, wenn 

auch nicht der Beweisgrad der Sicherheit, so doch jener der massgeblichen 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit bezüglich des medizinischen Sachverhalts erreicht. 

Wesentlicher als die Bezeichnung der zutreffenden Diagnose ist 

invalidenversicherungsrechtlich betrachtet, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf 

die Arbeitsfähigkeit hat, also welcher psychopathologische Befund und welcher 

Schweregrad der Symptomatik vorliegt (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 15. März 

2016, 9C_634/2015/9C_665/2015 E. 6.1). Diese Auswirkungen wurden in den 

Gutachten anhand der jeweiligen erhobenen Befunde gewürdigt und beurteilt. 

Angemerkt werden kann diesbezüglich auch, dass psychiatrische Untersuchungen von 

der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen können und praktisch immer 

einen gewissen Spielraum eröffnen, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-

psychiatrische Interpretationen möglich und zulässig und zu respektieren sind, sofern 

der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 5. April 

2019, 9C_668/2018 E. 3.5). Von Letzterem kann für die erfolgten Begutachtungen 

ebenfalls ausgegangen werden. Die neurologischen und psychiatrischen Auswirkungen 

mit ihren Überlappungen wurden insgesamt je in polydisziplinären Gesamtwürdigungen 

beurteilt (vgl. oben E. 4.5 und 5.5). Psychiatrisch gesehen wurden sowohl das Leiden 

wie Aggravationsaspekte (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 19. Mai 2020, 9C_18/2020) 

berücksichtigt.

Wenn vorgebracht wird, die behandelnde Psychiaterin könne das sehr komplexe 

Krankheitsbild der Beschwerdeführerin sicherlich besser einschätzen, als dies bei einer 

Begutachtung möglich sei, so ist bei der Beweiswürdigung tatsächlich zu 

berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte die (vorteilhafte) Möglichkeit einer längeren 

Beobachtungszeit (vgl. dazu Bundesgerichtsentscheid vom 21. Dezember 2005, 4P.

254/2005 E. 4.2) haben. Sie haben aber auch einen therapeutischen Auftrag (vgl. 

Bundesgerichtsentscheid vom 25. Mai 2007, I 514/2006) und befinden sich zudem in 

einer Vertrauensstellung zu ihren Patienten (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 

27. August 2008, 8C_588/2007; BGE 125 V 353 E. 3b/cc), so dass es nicht ihre Sache 

sein kann, deren Arbeitsfähigkeit objektiv einschätzen zu müssen (vgl. 

Bundesgerichtsentscheid vom 22. April 2014, 9C_184/2014). Gegen den Beweiswert 

des polydisziplinären SMAB-Gutachtens vermag die abweichende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G.___ nicht anzukommen.

7.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/30

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In Zusammenhang mit der Beurteilung behandelnder Ärzte ist betreffend den 

neurologischen Aspekt auch darauf hinzuweisen, dass die Klinik für Neurologie am 

Kantonsspital St. Gallen die Beschwerdeführerin am 11. August 2016 (IV-act. 164), also 

nach bereits erhobener neurologischer Diagnose einer MS, für eine adaptierte Tätigkeit 

(neurologisch gesehen) als voll arbeitsfähig betrachtete (selbst bei Annahme auch 

visueller Störungen, wobei sich eine diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit später nicht 

bestätigte). Aufgrund der Kopfschmerzen könnte ein vermehrter Pausenbedarf 

bestehen. Dem Verdacht auf Migräne und Spannungskopfschmerz wurde im SMAB-

Gutachten schliesslich kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen.

7.3.3. 

Was ferner die Objektivierung der psychischen Beeinträchtigungen anhand der 

Standardindikatoren betrifft, befasste sich das SMAB-Gutachten wie oben dargelegt 

mit diesen Kennzeichen gemäss BGE 141 V 281. Es wurden die vorgefundenen 

psychischen Defizite beschrieben und die psychiatrischen Befunde als mässig 

ausgeprägt beurteilt. Seit Jahren finde eine Behandlung in hoher Frequenz statt. 

Berücksichtigt wurde namentlich das (erschwerende) Zusammenfallen von Leiden, 

nämlich dass es durch die Persönlichkeitsstörung zu einer Überlagerung der 

neurologischen und neuropsychologischen Befunde komme, und dass das 

neurologische Leiden (die MS) sicherlich Auswirkungen auf die kognitiven und 

psychischen Faktoren habe. Auch auf die Bedeutung der psychosozialen 

Belastungsfaktoren wurde Augenmerk gelegt. Des Weiteren wurde beachtet, dass ein 

gewisser Rückzug aus den sozialen Bereichen stattfinde und das unmittelbare soziale 

Umfeld sehr begrenzt sei. Schliesslich wurde festgehalten, das Aktivitätsniveau sei 

nicht in allen (sc. mit einer Arbeitstätigkeit vergleichbaren) Lebensbereichen der 

Beschwerdeführerin gleichmässig eingeschränkt; vielmehr bestünden Diskrepanzen 

zwischen (wohl: Diskrepanzen des Niveaus für eine Arbeitstätigkeit zum Niveau in) den 

Bereichen Haushalt, Freizeitgestaltung, Benutzung von Verkehrsmitteln und Führungs- 

und Kontrollfunktionen (vgl. IV-act. 209-51). - Zum Zeitpunkt der asim-Begutachtung 

(Juli 2015; und erst recht der Begutachtungen durch Dr. F.___ vom Mai und Oktober 

2012) war BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015; Publikationsdatum nicht bekannt) noch 

nicht etabliert gewesen. Früher waren gemäss BGE 130 V 352 (vom 12. März 2004) für 

pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder ohne nachweisbare 

organische Grundlage - nicht aber für eine schwerwiegende (selbständige) depressive 

Symptomatik (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 24. Juni 2014, 8C_278/2014 E. 5.2) - die 

sogenannten Foerster'schen Kriterien zur Prüfung der Unzumutbarkeit einer 

willentlichen Schmerzüberwindung zu beachten gewesen. Ein solches Beschwerdebild 

hatte der Gutachter der Psychiatrie der asim allerdings nicht diagnostiziert, weshalb 

keine Auseinandersetzung mit den Kriterien stattgefunden hatte. Vor BGE 141 V 281 

7.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/30

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erstattete medizinische Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht per se (vgl. 

BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Bundesgerichtsurteil vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016). Dem 

Gutachten der asim (wie jenem von Dr. F.___) lassen sich Angaben zu den 

massgeblichen Aspekten entnehmen. Bei der asim-Begutachtung waren die Angaben 

der Beschwerdeführerin zu einem sozialen Rückzug wenig konklusiv gewesen. Es war 

damals eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Intensität der beklagten Symptome 

und derjenigen der Fachhilfe aufgefallen. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass 

auch damals bereits festgehalten wurde, das Erscheinungsbild der Beschwerdeführerin 

lasse eine um einiges aktivere Tagesgestaltung vermuten, als sie sie geschildert habe. 

Auch unter diesem Gesichtspunkt (der der Objektivierung dienenden 

Standardindikatoren) spricht nichts gegen die Stichhaltigkeit der polydisziplinären 

Gutachten.

Die Beschwerdeführerin lässt jedoch insbesondere geltend machen, die 

festgestellten Inkonsistenzen seien mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen erklärbar. 

Im Lauf des langen Verfahrens und der mehrfachen Abklärungen wurden (wie gezeigt) 

immer wieder verschiedene Diskrepanzen beschrieben. So erwähnte etwa schon 

Dr. F.___, es bestehe ein deutliches dysfunktionales Schon-, Krankheits- und 

Vermeidungsverhalten der Beschwerdeführerin. Auch die Gutachter der asim hielten 

fest, deren neurologischen Symptome könnten nur bedingt nachvollzogen werden (vgl. 

IV-act. 147-59), und sie wiesen auf die Fähigkeit zu feinmotorischen Tätigkeiten (vgl. IV-

act. 147-60) hin. Bei Ablenkung habe die Beschwerdeführerin in normalem Tempo und 

sicher gehen können (vgl. IV-act. 147-57). Im psychopathologischen Befund hatte für 

die beklagte Fatigue keine Entsprechung gefunden werden können. Die 

psychophysische Belastbarkeitsverminderung sei allenfalls teilweise zu beobachten 

gewesen, die Beschwerdeführerin habe aber nach Abklingen von Affektpräsentationen 

keine Hinweise darauf gezeigt (vgl. IV-act. 147-48). Aufgrund der Abklärungen durch 

das SMAB wurde auch in jenem Gutachten festgehalten, manche der vorgetragenen 

Symptome seien nicht nachvollziehbar gewesen. Es wurde unter anderem auf das 

Ergebnis des Romberg-Tests und auf eine besser als angegeben erhalten gebliebene 

Kraft und Feinmotorik hingewiesen sowie von einer nicht immer genügenden 

Mitwirkung der Beschwerdeführerin und wie erwähnt einem Eindruck teilweise gezielt 

unrichtiger Reaktion von ihrer Seite berichtet. - Die behandelnde Klinik für Neurologie 

am Kantonsspital St. Gallen berichtete am 10. Juni 2016 (IV-act. 158), dass eine 

schwere Dysphagie angegeben worden sei, jedoch eher einem Widerstand gegen das 

Abschlucken als einem Verschlucken entsprechend, und dass Doppelbilder beim Blick 

nach links aufgetreten seien ohne nachvollziehbare Augenmuskelparese. Am 9. März 

2017 (IV-act. 192) gab sie an, die Befunderhebung sei insgesamt deutlich erschwert 

7.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 27/30

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8.  

gewesen, und erwähnte eine nicht reproduzierbare Fallneigung im Romberg-

Stehversuch nach hinten. Der Befund sei nur eingeschränkt verwertbar. - Bei der 

diesbezüglichen Beweiswürdigung ist insbesondere von Bedeutung, dass bei den 

polydisziplinären Begutachtungen jeweils Vergleiche mit den Alltagsaktivitäten der 

Beschwerdeführerin gezogen wurden (vgl. auch E. 7.3.3). Auch die diesbezüglich durch 

das SMAB vorgenommene Einschätzung erscheint, auch wenn die Beschwerdeführerin 

bereits am Vortag zu jener Begutachtung angereist war, nicht unzutreffend (vgl. dazu 

ausserdem den Hinweis auf eine Diskrepanz zwischen der angenommenen und der 

vorhandenen Reisefähigkeit bei IV-act. 128; vgl. IV-act. 78 und 79). Da sich mehrere 

Gutachter mit der Frage der relevanten medizinischen Zumutbarkeit einer 

Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin befasst haben und die Ergebnisse der beiden 

polydisziplinären Begutachtungen weitgehend (Arbeitsunfähigkeit 30 % und 20 %) 

übereinstimmen, kann das Vorbringen, es handle sich bei den festgestellten 

Inkonsistenzen und Diskrepanzen - in einem über das von den Gutachtern 

berücksichtigten Mass - um Nicht-Können (vgl. zu dieser Frage bei dissoziativen 

Störungen und Inkonsistenzen Bundesgerichtsurteil vom 22. Oktober 2019, 

9C_520/2019, E. 7.4.2 und E. 7.5 e contrario), zwar nicht sicher, aber mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Die abweichenden ärztlichen Berichte vermögen an der Stichhaltigkeit der 

Ergebnisse der beiden polydisziplinären Begutachtungen demnach wie erwähnt nichts 

zu ändern. Das gilt nach dem oben Dargelegten namentlich auch, obwohl der RAD in 

seiner Beurteilung vom 25. August 2014 (vgl. IV-act. 117) noch angenommen hatte, 

unter dem Einfluss der bestehenden neurologischen Diagnose einer multiplen Sklerose 

(bei diagnostiziertem klinisch isoliertem Syndrom [mit Codierung MS], aber damals 

noch Feststellung, dass die Kriterien für eine multiple Sklerose weiterhin nicht erfüllt 

seien, IV-act. 100-1 f.) bestehe eine Arbeitsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt nicht.

7.6. 

Zusammenfassend liegen keine Hinweise darauf vor, dass in den Gutachten des 

SMAB und der asim wesentliche Gesichtspunkte unberücksichtigt geblieben sein 

könnten, so dass diesbezüglich keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertisen sprechen (vgl. hierzu Bundesgerichtsurteil vom 14. Dezember 2017, 

8C_616/2017 E. 6.2.2; BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 1.3.4). Auf die polydisziplinären 

gutachterlichen Ergebnisse kann abgestellt werden. 

7.7. 

Zur Retrospektive wurde im SMAB-Gutachten festgehalten, aufgrund der 

inkonsistenten Angaben der Beschwerdeführerin mit verdeutlichenden und 

8.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 28/30

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aggravierenden Tendenzen seien anamnestisch zum retrospektiven Verlauf keine 

brauchbaren Rückschlüsse möglich. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Vorgutachten 

vom November 2015 (asim) sei retrospektiv nachvollziehbar. Eine länger dauernde 

Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht wäre allenfalls infolge der mehrmonatigen 

Depression für die Zeit vom Beginn im Frühjahr 2011 bis zur wesentlichen Besserung in 

der ersten Hälfte des Folgejahres anzunehmen. - Im asim-Gutachten war retrospektiv 

darauf hingewiesen worden, dass die entzündliche ZNS-Erkrankung erst nach der 

Begutachtung durch Dr. F.___ bekannt geworden sei. Es habe sich unter der 

psychiatrischen Behandlung eine Stabilisierung ergeben; diesbezüglich könne keine 

Arbeitsunfähigkeit mehr begründet werden (vgl. IV-act. 147-32). Dr. F.___ selbst hatte 

der Beschwerdeführerin bei seinen monodisziplinären Begutachtungen vom Mai 2012 

und Oktober 2012 nach einer vollen Arbeitsunfähigkeit für die Zeit von Juli 2011 bis Mai 

2012 bzw. wegen der teilstationären Behandlung bis Juni 2012 für Juli 2012 noch eine 

Arbeitsunfähigkeit von 70 % und für August und September 2012 von 50 % attestiert, 

somit Arbeitsunfähigkeiten, die im Vergleich zu den unter sich nicht weit 

auseinanderfallenden Ergebnissen der späteren beiden polydisziplinären Gutachten (30 

bzw. 20 % Arbeitsunfähigkeit) erheblich höher waren. Schon im Mai 2012 hatte auch er 

aber wiederholt die Besserungstendenz betont und (innert drei bis vier Monaten) mit 

dem Wiedererreichen voller Arbeitsfähigkeit gerechnet. Ab Oktober 2012 war er dann 

ebenfalls von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % ausgegangen. Ein Vergleich der 

Beschreibung der Befunde durch Dr. F.___ mit den Befundbeschreibungen durch die 

polydisziplinären Gutachten deutet jedoch eher auf einen damals geringen 

Schweregrad der psychischen Einschränkungen der Beschwerdeführerin hin. Es 

wurden keine schweren Befunde beschrieben. Auch hinsichtlich dieser frühesten 

Begutachtung sind allgemein alle Aspekte einer Objektivierung (Standardindikatoren) 

zu berücksichtigen, welche angesichts der Hinweise auf die guten Ressourcen und den 

sekundären Krankheitsgewinn (vgl. dazu Bundesgerichtsurteil vom 17. Januar 2013, 

9C_521/2012 E. 4.4, BGE 130 V 352 E. 3.3.2) gegen eine damals längerdauernde 

erhebliche Arbeitsunfähigkeit sprechen. Beim retrospektiven Attest einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2011 hatte sich Dr. F.___ nach der Aktenlage zudem an den 

Angaben der behandelnden Ärzteschaft orientiert. Schliesslich hatte Dr. F.___ wie 

erwähnt ausdrücklich festgehalten, um eine andauernde Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen gehe es bei der Beschwerdeführerin nicht. 

Aufgrund der gesamten Aktenlage rechtfertigt es sich demnach nicht, rückblickend 

eine für eine allfällige, ein Jahr andauernde Wartezeit mit anschliessender 

rentenerheblicher Invalidität relevante Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 

anzunehmen.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 29/30

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9.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit von nicht mehr als 30 % ergibt sich kein Invaliditätsgrad, 

der Anspruch auf eine Rente begründen würde (sondern höchstens ein solcher von 

37 %). Denn das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin ist mangels konkreterer 

Bestimmbarkeit anhand von statistischen Werten festzusetzen. Die Verwertbarkeit der 

verbleibenden Restarbeitsfähigkeit auf dem massgeblichen ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt ist nicht als unrealistisch zu betrachten. Und ein Abzug von mehr als 

10 % vom Tabellenlohn - wie er schon für das Valideneinkommen gewählt wird - ist bei 

der Bemessung des Invalideneinkommens jedenfalls nicht erforderlich, da die 

bestehenden Einschränkungen in der medizinischen Arbeitsunfähigkeitsschätzung 

berücksichtigt sind und vollzeitliche Präsenz bei erforderlichem vermehrtem 

Pausenbedarf nicht ausgeschlossen ist. Die angefochtene Verfügung erweist sich 

demnach als rechtmässig.

10.  

Betreffend die Zeit nach der jüngsten Begutachtung kann darauf hingewiesen 

werden, dass die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen noch gemäss dem 

Bericht vom 5. Juni 2018 einen stationären Befund erhoben hatte. Für die (richterliche) 

Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse massgebend, wie sie sich 

bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung entwickelt haben (BGE 

121 V 362 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c). Nach dem Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung vom 14. Mai 2018 erhobene Befunde sind für die 

vorliegende Beurteilung somit lediglich noch insofern von Bedeutung, als sie einen 

vorbestehenden Zustand beschreiben bzw. als sie mit dem Streitgegenstand in engem 

Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses zu beeinflussen (zu Letzterem vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. 

Oktober 2016, 8C_357/2016 E. 3.2; vgl. BGE 99 V 102). Ob weitere Abklärungen 

infolge des Berichts der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 

5. November 2018 eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustands nach dem 

Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung aufgezeigt haben könnten, ist hier demnach 

offen zu lassen.

8.2. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.10.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das IV-Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

10.2. bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 30/30

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird im Sinn der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten von Fr. 600.-- befreit.

3.

Der Staat hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die 

Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der 

Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen 

Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung; zu Letzterer unten) vom 4. Oktober 2018 ist sie jedoch von 

deren Bezahlung zu befreien.

Der Staat ist aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, 

für die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der 

Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 

963.70) um einen Fünftel auf Fr. 2'800.-- zu reduzieren.

10.3. 

Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten, kann die Beschwerde­

führerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung 

verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).

10.4. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.07.2020
	Beweiswürdigung hinsichtlich eines sich über lange Zeit erstreckenden medizinischen Sachverhalts mit unter anderem vier (davon zwei polydisziplinären) Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juli 2020, IV 2018/203).

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		2024-05-27T01:16:34+0200
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