# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aea8dcbd-5e60-5471-bca0-789c6a43571a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.07.2009 A-5798/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5798-2007_2009-07-06.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-5798/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Markus Metz (Vorsitz), Michael Beusch, Richterin 
Salome Zimmermann
Gerichtsschreiber Johannes Schöpf.

X._______, ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Sektion Rechtsdienst, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nachträgliche Abfertigung zum Präferenzzollansatz bzw. 
Wiedereinsetzung in die Frist.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-5798/2007

Sachverhalt:

A.
Die X._______ meldete  als  Spediteurin  am  28.  Juni  2006  dem 
Zollinspektorat Y._______ im EDV-Verfahren "e-dec Import" unter der 
Nr.  ...  eine  Sendung  Bettwäsche  aus  ...  zur  provisorischen 
Einfuhrverzollung  an.  Sie  beantragte  die  provisorische  Abfertigung 
aufgrund  des  fehlenden  Ursprungsnachweises.  Als  Importeurin  und 
Empfängerin der Ware wurde ... genannt.

Am  1.  Juli  2006  erliess  das  Zollinspektorat  Y._______  zwei 
provisorische Veranlagungsverfügungen betreffend die Zollabgaben im 
Betrag von Fr. ... sowie die Mehrwertsteuer von Fr. ... und gewährte der 
Spediteurin eine Frist bis zum 28. August 2006, um die erforderlichen 
Begleitdokumente  bei  der  zuständigen  Zollstelle  einzureichen.  Die 
Verwaltung wies darauf hin, dass bei unbenutztem Ablaufen der Frist 
die  provisorische  Veranlagung  definitiv  würde  und  eine  allfällige 
Fristverlängerung vor Ablauf der Frist schriftlich zu beantragen sei. Die 
beiden Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.

B.
Mit Faxmitteilung vom 29. August 2006 an das Zollamt Y._______ bat 
die  X._______,  die  provisorische  Einfuhrzollabfertigung  ...  in  eine 
definitive  Zollanmeldung  umzuwandeln  und  legte  eine  Kopie  des 
Ursprungsnachweises EUR.1 (Warenverkehrsbescheinigung / WVB Nr. 
...)  vom 23. Juni 2006 bei. Am 31. August 2006 gab die Spediteurin 
den Antrag auf definitive Abfertigung zum Präferenzzollansatz und die 
WVB im Original am Schalter des Zollamtes Y._______ ab.

Mit  Entscheid  vom  9.  Oktober  2006  trat  die  zuständige 
Zollkreisdirektion  unter  Auferlegung  der  Verfahrenskosten  von  Fr. ... 
wegen  Fristversäumnis  auf  das  Gesuch  nicht  ein,  wogegen  die 
X._______  am  25.  Oktober  2006  an  die  Eidgenössische  Oberzoll-
direktion (OZD) Beschwerde erhob.

C.
Mit  Entscheid  vom 4.  Juli  2007  wies  die  OZD  die  Beschwerde  der 
X._______ ab. Mit Eingabe vom 26. August 2007 erhob die X._______ 
(Beschwerdeführerin)  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, das Verlegen 
des Fristbeginns  vom Ausstellungsdatum des Zollausweises  auf  das 

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Annahmedatum der  Zolldeklaration  unter  gegebenen Umständen als 
gesetzwidrig  zu  betrachten  und  zu  widerrufen  sowie  den  Zollbetrag 
von Fr. ... und die Verfahrenskosten von Fr. ... der Beschwerdeführerin 
gutzuschreiben.

D.
Mit der Vernehmlassung vom 26. November 2007 schloss die OZD auf 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.

E.
Auf  die  entscheidrelevanten  Begründungen  der  Verfahrensparteien 
wird im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), so-
fern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt 
nicht vor und die OZD ist eine Behörde im Sinn von Art. 33 VGG. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde zuständig. Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, 
richtet sich gemäss dessen Art. 37 das Verfahren nach dem VwVG.

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in  vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerde-
führer können neben der Verletzung von Bundesrecht  (Art. 49 Bst. a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 
der  Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149).

1.3 Am  1.  Mai  2007  sind  das  Zollgesetz  vom  18.  März  2005  (ZG, 
SR 631.0) sowie die dazugehörige Verordnung vom 1. November 2006 
(ZV, SR 631.01) in Kraft  getreten. Zollveranlagungsverfahren,  die zu 

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diesem Zeitpunkt  hängig waren,  werden nach dem bisherigen Recht 
und  innerhalb  der  nach  diesem  gewährten  Frist  abgeschlossen 
(Art. 132 Abs. 1 ZG). Die vorliegend in Frage stehende Einfuhr erfolgte 
im Juni 2006. Es sind deshalb noch die Vorschriften des (alten) Zoll-
gesetzes vom 1. Oktober 1925 (aZG, BS 6 465) und der Verordnung 
vom 10. Juli 1926 zum (alten) Zollgesetz (aZV, BS 6 514) anwendbar.

Auf  das  Verfahren  der  Zollabfertigung  findet  das  VwVG  keine  An-
wendung (Art. 3 Bst. e VwVG in der im Jahr 2006 geltenden Fassung 
[AS 1969 737]). Die Zollabfertigung unterliegt  den durch das Selbst-
deklarationsprinzip  getragenen  spezialgesetzlichen  Verfahrens-
vorschriften  des  Zollrechts  (Art.  29  ff  aZG),  welche dem VwVG vor-
gehen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-4617/2007  vom 
14. Januar 2009 E. 1.2 und A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 1.3).

1.4 Im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  bildet  der  vor-
instanzliche Beschwerdeentscheid das Anfechtungsobjekt. Vorliegend 
trat  die OZD auf  das Gesuch um Rückerstattung der  Abgaben nicht 
ein.  Mit  einer  Beschwerde  gegen  einen  solchen  Nichteintretens-
entscheid kann nur geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe zu 
Unrecht das Bestehen der Eintretensvoraussetzungen verneint. Damit 
wird das Anfechtungsobjekt auf die Eintretensfrage beschränkt, deren 
Verneinung  als  Verletzung  von  Bundesrecht  mit  Beschwerde  gerügt 
werden kann. Die beschwerdeführende Partei kann entsprechend nur 
die Anhandnahme beantragen, nicht aber die Aufhebung oder Ände-
rung der Verfügung verlangen; auf materielle Begehren kann nicht ein-
getreten werden (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5104/2007 
vom  19.  Januar  2009  E.  1.3,  A-1471/2006  und  A-1472/2006  vom 
3. März  2008 E. 1.2,  1.4; Entscheid der  Eidgenössischen Zollrekurs-
kommission  [ZRK]  1998-026  vom  23. August  1999  E. 1b;  vgl. 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.164).

Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  demnach  im  vorliegenden  Fall 
einzig  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  auf  die  Beschwerde hätte  eintreten 
müssen. Insofern  die  Beschwerdeführerin  allenfalls  sinngemäss eine 
materielle Überprüfung der nachträglich eingereichten Ursprungsnach-
weise  verlangen  sollte,  kann  nicht  auf  die  Beschwerde  eingetreten 
werden.

2.

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2.1 Der Zollmeldepflicht  unterliegt  nach Art. 9 Abs. 1 aZG, wer eine 
Ware über die Grenze bringt, sowie der Auftraggeber. Auftraggeberin 
ist  zunächst  die  Vertragspartei,  welche  mit  dem  Warenführer  den 
Frachtvertrag (Art. 440 ff. des Obligationenrechts vom 30. März 1911 
[OR, SR 220]) abschliesst oder den Spediteur mit  der Warenversen-
dung betraut (Art. 439 OR). Ausserdem gilt als Auftraggeber jede Per-
son,  welche  den  Warentransport  tatsächlich  veranlasst  (Urteile  des 
Bundesgerichts 2A.580/2003 vom 10. Mai 2004 E. 3.3.2, 2A.233/1999 
vom 2.  Dezember  1999  E.  4;  BGE 107  Ib  198  E. 6b).  Zollzahlungs-
pflichtig  sind  nach  Art.  13  Abs. 1  aZG insbesondere  die  Zollmelde-
pflichtigen  (vgl.  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht 
A-4351/2008 vom 13. Januar 2009 E. 2.1 mit Hinweisen).

2.2 Das  Zollverfahren  ist  vom  Selbstdeklarationsprinzip  bestimmt 
(Art. 24  aZG).  Dem  Zollpflichtigen  obliegt  die  Verantwortung  für  die 
rechtmässige  und  richtige  Deklaration  seiner  grenzüberschreitenden 
Warenbewegungen.  Er  ist  verpflichtet,  den  vorschriftsgemässen  Ab-
fertigungsantrag zu stellen (Art. 31 Abs. 1 aZG). Damit überbindet das 
Zollgesetz  dem Zollmeldepflichtigen  die  volle  Verantwortung  für  den 
eingereichten  Abfertigungsantrag  und  stellt  hohe  Anforderungen  an 
seine Sorgfaltspflicht; namentlich wird von ihm eine vollständige und 
richtige Deklaration der Ware verlangt (vgl. statt vieler Urteil des Bun-
desgerichts vom 7. Februar 2001, veröffentlicht in Archiv für Schweize-
risches Abgaberecht [ASA]  70 S. 334 E. 2c mit Hinweisen; Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1765/2006 vom 30. März 2009 E. 2.2.2; 
Entscheid  der  ZRK vom 18. November  2003  [ZRK 2003-027]  E.  3a, 
bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 2A.1/2004 vom 31. März 2004 
E. 2.1; Entscheid der ZRK vom 15. November  2005,  veröffentlicht  in 
Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.55 E. 2a).

2.3 Zur Überführung in den freien Warenverkehr bestimmte ausländi-
sche  Waren,  deren  endgültige  Abfertigung  im  Zeitpunkt  der  An-
meldung zur  Einfuhr  nicht  tunlich  erscheint,  werden gemäss Art. 40 
Abs. 1 aZG provisorisch verzollt. Insbesondere gilt dies in Fällen des 
Fehlens gewisser Nachweise (z. B. des Ursprungszeugnisses) für die 
Gewährung der Präferenzbehandlung (REMO ARPAGAUS, Das schweizeri-
sche Zollrecht, in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli  [Hrsg.],  Das schwei-
zerische Bundesverwaltungsrecht,  Basel  1999,  Rz. 172). Im Fall  von 
Präferenzansprüchen ist die provisorische Verzollung besonders wich-
tig, da das Zollgesetz die nachträgliche Präferenzverzollung für Waren 
nicht  zulässt,  welche bereits  aus  der  Zollkontrolle  entlassen worden 

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sind  (vgl.  Art.  49  Abs. 2  aZV; Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1883/2007 vom 4. September 2007 E. 2.5).

2.4 Das  zuständige  Zollamt  überprüft  die  vom  Zollmeldepflichtigen 
gemäss Art. 31 Abs. 1 aZG abzugebende Zolldeklaration lediglich auf 
ihre formelle Richtigkeit, Vollständigkeit und auf ihre Übereinstimmung 
mit den Begleitpapieren (Art. 34 Abs. 2 aZG). Die angenommene Zoll-
deklaration  ist  für  den  Aussteller  verbindlich  und  bildet  vorbehältlich 
der Revisionsergebnisse die Grundlage für die Festsetzung des Zolls 
und der weiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 aZG). Sie darf nur ersetzt, 
ergänzt,  berichtigt  oder  vernichtet  werden,  wenn vor  Anordnung der 
Revision  und  vor  Ausstellung  der  Zollausweise  darum  nachgesucht 
wird  (Art.  49  Abs.  2  aZV; vgl. zum  Ganzen  Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-1765/2006  vom  30.  März  2009  E. 2.2.3, 
A-4617/2007  vom  14.  Januar  2009  E.  2.3.1  und  A-2631/2007  vom 
11. August 2008 E. 2.3 mit  Hinweisen). Dieselben Grundsätze gelten 
bei  Erfassung  der  Deklaration  im  elektronischen  Verfahren  aufgrund 
von Art. 16 f. der Verordnung vom 3. Februar 1999 über die Zollabferti-
gung mit elektronischer Datenübermittlung (ZEDV; AS 1999 1300; vgl. 
Art. 142 aZG). Der  Zollcomputer führt  gemäss Art. 17 Abs. 1 und 2 
ZEDV eine erweiterte Plausibilitätsprüfung durch und weist Deklaratio-
nen zurück, sofern er Fehler feststellt. Deklarationen hingegen, die der 
Zollcomputer ohne Beanstandung übernimmt, gelten analog den phy-
sischen Zolldeklarationen als angenommen im Sinne von Art. 35 aZG. 
Sie sind für den Zollbeteiligten auch bei allfälligen Widersprüchen zu 
den Begleitpapieren verbindlich (Art. 17 Abs. 3 ZEDV; vgl. Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A-2631/2007 vom 11. August 2008 E. 2.3, 
A-1883/2007 vom 4. September 2007 E. 2.3; zum Ganzen Entscheid 
der ZRK vom 15. November 2005, veröffentlicht in VPB 70.55 E. 2a/bb 
und cc).

2.5 Findet  eine  provisorische  Verzollung  statt,  weil  die  für  die  Ge-
währung einer Zollbefreiung vorgesehenen Erfordernisse zur Zeit der 
Abfertigung  noch  nicht  erfüllt  sind,  so  wird  vom Zollamt  eine  ange-
messene  Frist  zur  Erfüllung  jener  Erfordernisse  festgesetzt.  Werden 
innerhalb  der  gesetzten  Frist  die  Erfordernisse  einer  Zollbefreiung 
nicht  erfüllt,  so  wird  die  vorgenommene  Verzollung  eine  endgültige 
(Art. 40 Abs. 4 aZG, Art. 68 Abs. 2 aZV). Bei der für die Erfüllung der 
Erfordernisse  einer  Zollbefreiung  angesetzten  Frist  handelt  es  sich 
gemäss der Rechtsprechung um eine Verwirkungsfrist (Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1715/20066 vom 9. November 2007 E. 2.4).

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2.6 Fristen bilden abgegrenzte rechtserhebliche Zeiträume, bei denen 
die blosse Tatsache des Zeitablaufs rechtliche Wirkungen zu entfalten 
vermag.  Im  Verfahrensrecht  führt  das  Verstreichen  der  Frist  regel-
mässig zu einer Sperrwirkung, welche Rechtshandlungen nach diesem 
Zeitpunkt  nicht  mehr  zulässt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-6002/2008  vom  18.  Dezember  2008  E. 5;  STEFAN VOGEL, in:  Kom-
mentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren, 
Auer/Müller/Schindler  (Hrsg.),  Zürich/St.  Gallen  2008,  Rz. 2  zu 
Art. 50).  Eine  behördlich  angesetzte  Frist  kann  aus  zureichenden 
Gründen erstreckt werden, wenn die Partei vor Ablauf der Frist darum 
nachsucht  (analog  anwendbare  Bestimmung  von  Art. 22  Abs.  2 
VwVG).

2.7 Gemäss der analog anwendbaren Bestimmung von Art. 24 VwVG 
(in  der  Fassung  vom 20. Dezember  1968,  AS 1996  737)  kann  eine 
Frist wiederhergestellt werden, wenn ein Gesuchsteller oder sein Ver-
treter  unverschuldeterweise  davon  abgehalten  wurde,  binnen  einer 
Frist  zu  handeln.  Wer  eine  Frist  wiederhergestellt  haben  möchte, 
musste innert zehn Tagen nach Wegfall des Hindernisses ein begrün-
detes Begehren um Wiederherstellung einreichen und die versäumte 
Rechtshandlung  nachholen.  Die  Wiederherstellung  der  versäumten 
Frist ist somit sowohl an formelle wie materielle Voraussetzungen ge-
knüpft; sind Erstere gegeben, ist auf ein entsprechendes Gesuch ein-
zutreten (VOGEL, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 24).

Die Rechtsprechung zur Wiederherstellung der Frist ist allgemein sehr 
restriktiv  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-7284/2008  vom 
20. November  2008  E. 2;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.139 
mit Hinweisen auf die Praxis). Als unverschuldete Hindernisse gelten 
etwa obligatorischer Militärdienst, plötzliche schwere Erkrankung, nicht 
aber organisatorische Unzulänglichkeiten, Arbeitsüberlastung, Ferien-
abwesenheit  oder  Unkenntnis  der  gesetzlichen  Vorschriften.  Ist  die 
Verspätung durch den Vertreter verschuldet, muss sich der Vertretene 
das  Verschulden  desselben  anrechnen  lassen.  Dasselbe  gilt,  wenn 
eine Hilfsperson beigezogen wurde (vgl. BGE 114 Ib 67 E. 2 und 3; Ur-
teile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5104/2007  vom  19. Januar 
2009 E. 2.4, A-6799/2007 vom 4. Dezember 2007 E. 4.1). Im Interesse 
der  Rechtssicherheit  und  eines  geordneten  Verfahrens  darf  ein  Hin-
derungsgrund nicht leichthin angenommen werden. Als unverschuldet 
im Sinn von Art. 24 VwVG kann ein Versäumnis nur dann gelten, wenn 
dafür objektive Gründe vorliegen und der Partei beziehungsweise der 

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Vertretung keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann. Als erheb-
lich sind mit anderen Worten nur solche Gründe zu betrachten, die der 
Partei  auch bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt  die Wahrung ihrer 
Interessen  (innert  Frist)  verunmöglicht  oder  unzumutbar  erschwert 
hätten (vgl. zum Ganzen: MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.140 ff. 
mit zahlreichen Hinweisen auf die Praxis).

3.

3.1 Im vorliegenden Fall erliess die Zollbehörde am 1. Juli 2006 zwei 
provisorische Veranlagungsverfügungen (betreffend Zollabgaben bzw. 
Mehrwertsteuer) und gewährte der Beschwerdeführerin Frist bis zum 
Montag, 28. August 2006, um die erforderlichen Begleitdokumente bei 
der  zuständigen  Zollstelle  einzureichen.  Die  Verwaltung  wies  darauf 
hin, dass bei unbenutztem Ablaufen der Frist die provisorische Veran-
lagung definitiv würde und eine allfällige Fristverlängerung vor Ablauf 
der Frist  schriftlich zu beantragen sei. Erst  am Dienstag,  29. August 
2006, gegen Abend gelangte die Beschwerdeführerin per Fax an das 
Zollamt  und  begehrte  die  Zollbefreiung;  am  Donnerstag,  31. August 
2006, reichte die Spediteurin die Unterlagen im Original nach. Diese 
Eingabe erfolgte mithin verspätet, die angesetzte Frist war damit ver-
passt  und  die  provisorische  Veranlagung  war  schon  mit  Ablauf  des 
28. August 2006 in eine definitive umgewandelt worden.

Die  Beschwerdeführerin  behauptet  nicht,  sie  habe  die  Frist  einge-
halten, sondern stellte in ihrem Schreiben vom 25. Oktober 2006 ein 
Gesuch um Wiederherstellung der Frist mit der Begründung, sie habe 
das Original des Ursprungszeugnisses EUR.1 am 22. August 2006 er-
halten  und  der  Erledigungsantrag  hätte  an  diesem Tag gestellt  und 
eingereicht  werden  können.  Das  zuständige  Zollamt  Y._______ 
bestehe aber darauf, dass mit dem Erledigungsgesuch auch die provi-
sorischen Zoll- und Mehrwertsteuerausweise eingereicht würden. Erst 
in der letzten Woche vor dem Ablaufen der Frist habe ihr Kunde die 
Veranlagungsverfügungen  gefunden  und  diese  der  Beschwerde-
führerin zukommen lassen. Durch Verzögerung bei der Post habe der 
Sachbearbeiter  der  Kundin die  Unterlagen der  Zollabteilung der  Be-
schwerdeführerin am 29. August 2006 kurz vor Feierabend überbracht, 
worauf  die  Spediteurin  sofort  einen Korrekturantrag und ein  Gesuch 
erstellt habe, das sie vorab per Fax an das Zollamt gesandt habe, da 
dieses bereits geschlossen gewesen sei.

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3.2 Die von der Beschwerdeführerin angeführten Gründe des Fristver-
säumnisses sind nicht geeignet, eine Wiederherstellung der Frist her-
beizuführen.  Die  Spediteurin  war  sich  offensichtlich  des  Fristenlaufs 
bewusst.  Organisatorische  Unzulänglichkeiten  bei  ihr  bzw. bei  ihrem 
Kunden  führten  dazu,  dass  das  Original  des  Ursprungszeugnisses 
EUR.1,  obwohl  schon am 22. August  2006 vorhanden,  nicht  fristge-
recht beim Zollamt eingereicht wurde. Aufgrund der hohen Anforderun-
gen an die Selbstdeklaration (E. 2.2) war die Beschwerdeführerin ge-
halten,  die  geforderten  Unterlagen  bis  zum  28. August  2006  vorzu-
legen. Wenn sie meinte, dies nicht innerhalb der Frist tun zu können, 
da sie weitere Unterlagen beschaffen wollte, hätte sie ohne weiteres 
bis spätestens am 28. August 2006 ein Gesuch um eine Fristverlänge-
rung  stellen  können  (E.  2.5),  wie  ihr  dies  in  den  Verfügungen  vom 
1. Juli 2006 unter den angedrohten Folgen, dass die provisorische Ver-
anlagung  bei  Fristversäumnis  definitiv  würde,  ausdrücklich  mitgeteilt 
worden war. Die Einreichung eines Gesuchs um die Verlängerung der 
Frist am 28. August 2006 wäre der Beschwerdeführerin möglich und 
zumutbar  gewesen.  Für  die  Fristversäumnis  lagen  keine  objektiven 
Gründe vor,  diese ist  deshalb  nicht  unverschuldet;  der  Beschwerde-
führerin ist vielmehr Nachlässigkeit vorzuwerfen (E. 2.6).

3.3 Was die Beschwerdeführerin hinsichtlich des Beginns des Fristen-
laufs  (Art.  34  Abs.  1  VwVG; recte:  Art.  20  Abs.  1  VwVG)  und  des 
Fristenstillstands (Art. 22a VwVG) geltend macht,  ist  ebenfalls  unbe-
helflich. Die Beschwerdefrist von 60 Tagen nach Art. 109 Abs. 2 aZG 
und der Fristenstillstand galten für die Anfechtung der zwei provisori-
schen Veranlagungsverfügungen vom 1. Juli  2006 an sich,  hingegen 
nicht für die Beibringung des Ursprungszeugnisses EUR.1 für die end-
gültige Zollbefreiung. Die beiden Verfügungen vom 1. Juli 2006 hat die 
Beschwerdeführerin  nie  angefochten.  Aus  diesem  Grund  war  der 
Fristenlauf bis zum 28. August 2006 für sie verbindlich.

3.4 Es spielt  sodann auch keine Rolle,  ob der Fristbeginn vom Aus-
stellungsdatum oder vom Annahmedatum der Zolldeklaration gerech-
net wurde und ob darin eine Praxisänderung der Zollbehörde vorlag. 
Das zuständige Zollamt  hat  der  Beschwerdeführerin  gemäss Art. 40 
Abs. 4 aZG und Art. 68 Abs. 2 aZV eine angemessene Frist bis zum 
28. August  2006 gesetzt,  um das Original  des Ursprungszeugnisses 
EUR.1  zu  beschaffen.  Die  Beschwerdeführerin  hat  diese  Frist  nicht 
eingehalten und auch nicht begründet, die Dauer der Frist sei nicht an-
gemessen gewesen (insbesondere nachdem sie schon am 22. August 

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2006 im Besitze des Originals des Ursprungszeugnisses war). Es ist 
auch nicht  einzusehen,  weshalb eine solche zweimonatige  Frist  (mit 
der Möglichkeit  der  Verlängerung)  nicht  angemessen sein sollte. Ein 
Verstoss gegen Treu und Glauben kann damit bei diesem zu Recht auf 
ein bestimmtes Datum festgesetzten Fristablauf von Vornherein nicht 
erblickt  werden.  Was  schliesslich  die  Vorbringen  der  Beschwerde-
führerin  betreffend  Kundenorientierung  und  Höflichkeit  angeht,  ver-
mögen diese am rechtlichen Ergebnis  nichts  zu ändern; es  ist  nicht 
Sache des Bundesverwaltungsgerichts, sich hierzu zu äussern. Ange-
merkt sei lediglich, dass sich die Zollverwaltung mehrfach entschuldigt 
hat.

4.
Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 
Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. ...  sind  der  Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem ge-
leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. ...  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. ... 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

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A-5798/2007

Markus Metz Johannes Schöpf

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift  zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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