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**Case Identifier:** 28641dc3-476a-57c2-a003-3a34a5bf36eb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2019 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2019-5_0000-00-00.pdf

## Full Text

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

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Koordination der (Sach-)Leistungspflicht der obligatori- 
schen Krankenversicherung bei Geburtsgebrechen mit 
derjenigen der Invalidenversicherung für (Kinderspitex-) 
Pflegeleistungen.
– Anwendungsbereich der Vorleistungspflicht der obli- 

gatorischen Krankenversicherung gemäss Art. 70 ATSG 
bzw. Art. 113 KVV gegenüber der Invalidenversicherung bei 
strittigem Umfang der (Kinderspitex-)Pflegeleistun- gen als 
medizinische Massnahme nach Art. 13 f. IVG der 
Invalidenversicherung (E.4.2, 4.3).

– Vorliegend relevanter Leistungsumfang von medizini- 
schen Massnahmen der Invalidenversicherung im Sinne 
von Art. 13 f. IVG sowie die Leistungen der Invalidenver- 
sicherung zur Betreuung von hilflosen Minderjährigen in 
Hauspflege (E.4.4.1-4.5).

– Intersystemische Leistungskoordination gemäss Art. 63 ff. 
ATSG (E.4.6.1) sowie die Kongruenz von Leistungen 
gemäss Art. 7 Abs. 2 KLV mit Leistungen der Invaliden- 
versicherung bei Geburtsgebrechen unter Mitberück- 
sichtigung des Überentschädigungsverbots gemäss Art. 
69 ATSG (E.4.6.2–4.6.4); Ergebnis und Beurteilung der 
Vorleistungspflicht im konkreten Fall (E.4.7, 4.8); die 
Konsequenz der neuen Pflegefinanzierung auf das von der 
Beschwerdeführerin angestrebte Ziel einer (zumin- dest 
vorläufigen) vollständigen Kostenübernahme der 
obligatorischen Krankenversicherung für (Kinderspitex-) 
Pflegeleistungen (E.4.9).

– Subsidiäre/ergänzende Leistungspflicht der obligatori- 
schen Krankenversicherung mangels vollständiger Kon- 
gruenz zur bereits von der Invalidenversicherung zuge- 
sprochenen Hilflosenentschädigung immerhin bezüglich 
Grundpflegeleistungen nach Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV noch 
möglich; dies vorbehältlich einer Überentschädigung im 
Sinne von Art. 69 ATSG und Art. 122 KVV (E.6–6.3); Zu- 
sammenfassung des Urteils (E.7).

Coordinamento dell’obbligo di prestazione (materiale) 
dell’assicurazione obbligatoria per malattia in caso di in- 
fermità congenite con quello dell’assicurazione invalidità per 
prestazioni di cura (Cure pediatriche a domicilio per 
bambini).

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– Campo d’applicazione dell’obbligo di prestazione anti- 
cipata dell’assicuratore malattie giusta l’art. 70 LPGA e 
l’art. 113 OAMal rispetto all’assicurazione per invalidità in 
caso di controversia sull’ammontare delle prestazioni di 
cura (Cure pediatriche a domicilio per bambini) quali 
provvedimenti sanitari dell’assicurazione per invalidità 
giusta l’art. 13 seg. LAI (consid. 4.2, 4.3).

– Livello di prestazione nel caso concreto di provvedimenti 
sanitari dell’assicurazione per invalidità ai sensi dell’art. 13 
seg. LAI nonché delle prestazioni dell’assicurazione per 
invalidità per l’assistenza di minorenni bisognosi 
d’assistenza a domicilio (consid. 4.4.1–4.5).

– Coordinamento prestativo intersistematico secondo gli 
artt. 63 segg. LPGA (consid. 4.6.1) e congruenza del- le 
prestazioni giusta l’art. 7 cpv. 2 OPre con prestazio- ni 
dell’assicurazione per invalidità in caso di infermità 
congenite in considerazione del divieto di sovrainden- 
nizzo giusta l’art. 69 LPGA (consid. 4.6.2–4.6.4); risultato e 
valutazione dell’obbligo di prestazione anticipata nel caso 
concreto (consid. 4.7, 4.8); conseguenza del nuovo 
finanziamento delle cure sullo scopo auspicato dalla ri- 
corrente di completa assunzione dei costi (perlomeno 
temporanea) per prestazioni di cura (Cure pediatriche a 
domicilio per bambini) da parte dell’assicurazione obbli- 
gatoria per malattia (consid. 4.9).

– In mancanza di una congruenza completa con l’inden- 
nizzo per grandi invalidi già accordato dall’assicurazione per 
invalidità è ancora possibile un obbligo prestativo 
sussidiario/complementare dell’assicurazione obbli- 
gatoria per malattia almeno riguardo alle cure di base 
giusta l’art. 7 cpv. 2 lett. c OPre; ciò con riserva di un so- 
vraindennizzo ai sensi dell’art. 69 LPGA e art. 122 OAMal 
(consid. 6–6.3); riassunto della decisione (consid. 7).

Erwägungen:
3. Nachfolgend ist in materieller Hinsicht das Vorliegen ei- ner 

Vorleistungspflicht für Sachleistungen der Beschwerdegegne- rin im 
Sinne von Art. 70 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a ATSG bzw. Art. 113 KVV zu 
prüfen (Erwägungen 4.1 ff.). Die Frage, ob die Beschwerde- gegnerin 
eine subsidiäre/ergänzende Leistungspflicht ihrerseits zu Unrecht 
verneint hat, ist in den nachfolgenden Erwägungen 6 ff. zu behandeln.

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4.1. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 26. Sep- 
tember 2017 verneinte die Beschwerdegegnerin eine Vorleistungs- 
pflicht. Für die Zeit ab 1. Juli 2017 könne vorderhand noch nicht 
darüber befunden werden, ob und in welchem Umfang der Be- 
schwerdeführerin Leistungen nach KVG zustünden. Eine Vorleis- 
tungspflicht bestehe jedenfalls nur dann, wenn ein Versicherungs- fall 
Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen begründe bzw. wo eine 
Leistungspflicht eines Sozialversicherungszweiges grund- sätzlich in 
Frage komme. Die Vorleistungspflicht diene in jedem Fall nicht dazu, die 
Zeitspanne bis zur Vornahme zusätzlicher Abklärun- gen der IV-Stelle 
und/oder bis zur Vorlage rechtsgenüglicher Unter- lagen durch den 
Leistungserbringer zu überbrücken. Die Beschwer- deführerin stellt sich 
demgegenüber auf den Standpunkt, dass es der leistungserbringenden 
Spitexorganisation erlaubt sein müsse, in jedem Fall Rechnung zu 
stellen. Es gehe nicht an, dass ärztlich verordnete und geleistete Pflege 
nicht gedeckt werden könne, nur weil noch keine rechtsgültige 
Verfügung seitens des anderen Ver- sicherungsträgers, in casu der IV-
Stelle des Kantons Graubünden, vorliege. Das reine Vorliegen eines 
Geburtsgebrechens sage noch nicht abschliessend etwas darüber aus, 
welche KLV-Pflichtleistun- gen und in welchem Umfang solche letztlich 
vergütet würden.

4.2. Art. 70 Abs 1 ATSG bestimmt, dass bei einem
Versicherungsfall, der Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen 
begründet, bei dem aber Zweifel darüber bestehen, welche 
Sozialversicherung die Leistungen zu erbringen hat, die berechtigte 
Person Vorleistung verlangen kann. Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG erklärt die 
Krankenversicherung für Sachleistungen und Taggelder, deren 
Übernahme durch die Krankenversicherung, die Unfallversiche- rung, 
die Militärversicherung oder die Invalidenversicherung um- stritten 
sind, als vorleistungspflichtig. Damit werden Tatbestände geregelt, bei 
denen aufgrund der Aktenlage unbestritten ist, dass eine bestimmte 
Leistung erbracht werden muss, hingegen zwei- felhaft ist, welcher 
von zwei Versicherern diese Leistung schuldet (Urteil  des  
Bundesgerichts  8C_236/2008 vom  14. Oktober 2008
E.3.1  m.H.a.  BGE  131  V  78  E.2;  EugstEr,  Krankenversicherung,  in: 
MEyEr [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 
Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, S. 855 Rz. 1500; 
schlauri,  Die  zweigübergreifende  Verrechnung,  in:  schaffhausEr/ 
schlauri  (Hrsg.),  Sozialversicherungsrechtstagung  2004,  S.  173  f.; 
EugstEr, in stauffEr/cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundes- 
gerichts zum KVG, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2018, Art. 78 Rz. 20). 
Nichts anderes kann sich auch aus Art. 113 KVV ergeben (vgl. dazu

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Urteil des Bundesgerichts 9C_176/2017 vom 18. August 2017 E.3.2 
und 5.5, wo ebenfalls auf Art. 70 ATSG Bezug genommen wird und Art. 
113 KVV keine eigenständige Bedeutung zugemessen wird). Es bleibt 
darauf hinzuweisen, dass in Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG kei- ne 
generelle Vorleistungspflicht der obligatorischen Krankenver- 
sicherung statuiert wird (EugstEr, Krankenversicherung, in: MEyEr 
(Hrsg.), a.a.O., S. 855 Rz. 1500). Aus dem von der Beschwerdefüh- 
rerin zitierten Urteil des Bundesgerichts 9C_886/2010 vom 10. Juni 
2011 ergibt sich hinsichtlich einer Vorleistungspflicht der obligatori- 
schen Krankenversicherung nichts anderes. In diesem Urteil wurde im 
Wesentlichen festgehalten, dass Art. 27 KVG nicht ausschliesse, dass 
Krankenpflegeleistungen nach Art. 7 KLV auch an Personen erbracht 
werden können, welche Leistungen der Invalidenversiche- rung nach Art. 
13 und 14 IVG beziehen, weil die auf diese Bestim- mungen 
gestützten Leistungen gemäss Urteil des Bundesgerichts 8C_81/2010 
vom 7. Juli 2010 (BGE 136 V 209) den Pflegeaufwand nicht (in jedem 
Fall) abdeckten. Die Leistungskumulation stehe aber unter dem 
Vorbehalt einer durch die Hilflosenentschädigung bzw. den 
Intensivpflegezuschlag bewirkten Überentschädigung nach Art. 122 
KVV. Diese Äusserung im Urteil 9C_886/2010 erfolg- te insbesondere 
im Hinblick auf den Umstand, dass die Voraus- setzungen für die 
Hilflosenentschädigung und den Intensivpfle- gezuschlag gemäss Art. 
37 Abs. 3 lit. c bzw. Art. 39 Abs. 2 IVV weitestgehend mit den 
Leistungen der Behandlungs- und Grund- pflege im Sinne von Art. 7 
Abs. 2 lit. b und c KLV übereinstimmten (siehe Urteil des 
Bundesgerichts 9C_886/2010 vom 10. Juni 2011
E.4.4.4 f.). Dem beurteilten Fall im bundesgerichtlichen Verfahren
9C_886/2010 lag der Sachverhalt zugrunde, dass die Invalidenversi- 
cherung die beantragten Kinderspitexleistungen für Nachtwachen in 
einem früheren Verfahren (bundesgerichtliches Verfahren 
8C_81/2010) zu Recht abgelehnt hatte (vgl. dazu Urteile des 
Bundesgerichts 9C_886/2010 vom 10. Juni 2010 E.4.4.2, 8C_81/2010 
vom 7. Juli 2010 E.11.1 f.). Zudem ist noch zu berücksichtigen, dass im 
Urteil des Bundesgerichts 9C_886/2010 die per 1. Januar 2011 in 
Kraft getretene Neuregelung der Pflegefinanzierung (vgl. dazu 
insbesondere den auf diesen Zeitpunkt hin neu in Kraft gesetzten Art. 
25a KVG) nicht berücksichtigt wurde und die bis dahin gültigen 
Bestimmungen des KVG als anwendbar erklärt wurden. In diesem 
Zusammenhang wies das Bundesgericht auch noch explizit darauf hin, 
dass es sich «unter der bis zur neuen Pflegefinanzierung gel- tenden 
Rechtslage» im Sinne der Rechtskontinuität rechtfertige, die bisherige 
überentschädigungsrechtliche Rechtsprechung ge-

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mäss BGE 127 V 94 beizubehalten (vgl. zum Ganzen Urteil des Bun- 
desgerichts 9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 E.1.2 und 4.4 ff.).

4.3. Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt unterschei- det 
sich aber gerade in einem zentralen Punkt von den üblicherwei- se unter 
der Vorleistungspflicht nach Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG bzw. Art. 113 
KVV zu beurteilenden Konstellationen, wie beispielsweise eine 
(unbestritten) notwendige Heilbehandlung infolge eines Ge- 
sundheitsschadens, welcher aber nicht eindeutig und sofort als 
(adäquatkausale) Unfallfolge zu qualifizieren ist (vgl. dazu BGE 131 V 
78).

Vorliegend hatte die IV-Stelle die Leistungspflicht für me- 
dizinische Massnahmen hinsichtlich des Geburtsgebrechens Zif- fer 
212 bereits im Jahre 2015 dem Grundsatz nach anerkannt und 
Kostengutsprache für die Behandlung dieses und weiterer Ge- 
burtsgebrechen erteilt (Bg-act. IV 1 und IV-act. 32), und im Zeit- punkt 
des hier angefochtenen Einspracheentscheides hatte die IV-Stelle 
Kinderspitexleistungen im maximal zu vergütenden Um- fang von drei 
Stunden pro Monat für Beratung und Instruktion der Eltern sowie 39 
Stunden pro Woche für Untersuchung und Be- handlung 
zugesprochen (Bg-act. IV 17). Insofern war im Zeitpunkt des hier 
angefochtenen Einspracheentscheides nur der konkrete, von der IV-
Stelle zuzusprechende Umfang von Pflegeleistungen als medizinische 
Massnahmen bei Geburtsgebrechen nach Art. 13
f. IVG und Art. 2 Abs. 3 der Verordnung über Geburtsgebrechen 
(GgV; SR 831.232.21) strittig, nicht hingegen der Grundsatz, dass die 
IV-Stelle für die erforderlichen medizinischen Massnahmen im Sinne 
von Art. 13 f. IVG und Art. 2 Abs. 3 GgV, insbesondere Mass- nahmen 
der Abklärung und Beratung sowie Untersuchung und Behandlung 
aufkommt. Die Diskrepanz bestand im invalidenversi- 
cherungsrechtlichen Verfahren vornehmlich zwischen dem von der IV-
Stelle in Aussicht gestellten Umfang der von ihr zu übernehmen- den 
pflegerischen Leistung (vgl. IV-Verfügung vom 12. Juni 2017 [Bg-act IV 
15 – 17]) und den von der Beschwerdeführerin beantrag- ten 
Pflegeleistungen gestützt auf die ärztliche Verordnung  vom
10. Februar 2017 zu Handen der IV-Stelle (IV-act. 203).

4.4.1. Nachfolgend wird der vorliegend relevante Leistungs- 
umfang von medizinischen Massnahmen im Sinne von Art. 13 f. IVG 
dargestellt.

Der Umfang von medizinischen Massnahmen im Sinne von Art. 
13 f. IVG im Zusammenhang mit Leistungen der Kinderspitex, welche 
die IV-Stelle unter diesem Titel zu leisten hat, bestimmt sich gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung danach, ob die Vor-

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aussetzungen von Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG erfüllt 
sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 
13. Februar 2017 E.4.4 und 9C_46/2017 vom 6. Juni 2017 E.3.1 ff.). 
Im ersterwähnten Entscheid stützte das Bundesgericht im Ergeb- nis 
die vorinstanzliche Auffassung des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen IV 2012/12, IV 2015/89 vom 14. März 2016), wonach die im 
damaligen IV-Rundschreiben Nr. 308 des Bundesamtes für Sozial- 
versicherungen (BSV) vom 27. Februar 2012 vorgesehene Begren- 
zung des festgesetzten Pflegeaufwandes auf acht Stunden pro Tag für 
(medizinische) Massnahmen der Untersuchung und Behand- lung bei 
Situationen, in welchen während 24 Stunden pro Tag mit 
medizinischen Notfallinterventionen zu rechnen ist, nicht mit dem 
Wortlaut von Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG vereinbar sei. 
Denn weder in Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG noch der IVV 
werde eine zeitliche Höchstgrenze für die Vergütung von Leistungen 
der Kinderspitex festgelegt, soweit sie notwendige, auf Anordnung 
eines Arztes in Hauspflege vorgenommene medi- zinische 
Massnahmen bei Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13
f. IVG darstellten. In diesem Zusammenhang kann auch noch er- 
wähnt werden, dass das IV-Rundschreiben Nr. 308 vom 27. Febru- ar 
2012 im Nachgang zu BGE 136 V 209 erlassen wurde, welches die 
von der Invalidenversicherung gestützt auf Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 14 
Abs. 1 lit. a IVG und Art. 2 Abs. 3 GgV zu übernehmenden 
medizinischen Massnahmen bei Geburtsgebrechen bei Hauspfle- ge 
vom Anspruchsbereich der Hilflosenentschädigung sowie eines 
allfälligen Intensivpflegezuschlages abgrenzte. Gemäss BGE 136 V 209 
sind medizinische Massnahmen im Sinne der vorstehend er- 
wähnten Bestimmungen nur solche in Hauspflege vorgenommene 
Vorkehrungen, welche eine medizinische Berufsqualifikation erfor- 
dern. Andere in Hauspflege vorgenommene Vorkehrungen, deren 
Durchführung keine medizinische Berufsqualifikation erfordern, 
stellen hingegen keine medizinischen Massnahmen im Sinne der 
erwähnten Bestimmungen dar, sondern begründen allenfalls einen 
Anspruch auf Hilflosenentschädigung und (eventuell) auf einen In- 
tensivpflegezuschlag (BGE 136 V 209 E.7 und 10 ff.; vgl. auch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_229/2018 vom 28. Januar 2019 E.5.2.2). Be- 
reits im IV-Rundschreiben Nr. 308 vom 27. Februar 2012 wurden als 
medizinische Massnahmen im Sinne von Art. 13 f. IVG im Bereich der 
Kinderspitex einzig (medizinische) Massnahmen für Abklärung und 
Beratung sowie Untersuchung und Behandlung anerkannt (vgl. dazu 
auch die Umschreibung der Pflegeleistungen nach Art. 7

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Abs. 2 lit. a und b KLV). Nicht Gegenstand von medizinischen Mass- 
nahmen im Sinne von Art. 13 f. IVG waren in Übereinstimmung mit 
BGE 136 V 209 hingegen Kinderspitexleistungen der Grundpflege im 
Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV. Im Nachgang zum Urteil des 
Bundesgerichts 9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 13. Februar 2017 
wurde das IV-Rundschreiben Nr. 308 vom 27. Februar 2012 durch 
das aktuell gültige IV-Rundschreiben Nr. 362 vom 23. März 2017 
ersetzt und die zeitliche Begrenzung auf acht Stunden pro Tag bei 
dauernder Bereitschaft zur medizinischen Notfallintervention in 
Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils angepasst. Weiter- hin 
enthält das IV-Rundschreiben Nr. 362 vom 23. März 2017 aber die 
Begrenzung von medizinischen Massnahmen im Sinne von Art. 13 
f. IVG auf Massnahmen der Abklärung und Beratung sowie 
Untersuchung und Behandlung, welche grundsätzlich mit den Um- 
schreibungen gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. a und b KLV übereinstim- 
men.

4.4.2. Medizinische Massnahmen nach Art. 14 Abs. 1 lit. a 
IVG, welche nach Massgabe von Art. 13 Abs. 1 IVG von der Invali- 
denversicherung zu übernehmen sind, umfassen also die Behand- lung 
durch einen Arzt selbst oder auf dessen Anordnung hin durch 
medizinische Fachpersonen in Anstalts- oder Hauspflege. Damit deckt 
die Invalidenversicherung die therapeutische Behandlung ab (siehe BGE 
136 V 209 E.10 f.) und dafür hat die Invalidenversiche- rung im 
notwendigen und durch einen Arzt verordneten Umfang nach 
Massgabe von Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG (voll- ständig) 
aufzukommen (Urteile des Bundesgerichts 8C_229/2018 vom 28. 
Januar 2019 E.5.2.2, 9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 13. Fe- bruar 
2017 E.4.4 und 9C_46/2017 vom 6. Juni 2017 E.3.1 ff.).

4.5. Leistungen der Invalidenversicherung für die Betreu- ung 
hilfloser Minderjähriger sind seit der 4. IV-Revision bei gegebe- nen 
Voraussetzungen die Hilflosenentschädigung sowie der Inten- 
sivpflegezuschlag, denn gemäss klarer Absicht des Gesetzgebers 
sollen seit der 4. IV-Revision bei der Hauspflege ausschliesslich 
Vorkehrungen als medizinische Massnahmen gelten, die eine spe- 
zifische medizinische Qualifikation erfordern (BGE 136 V 209 E.10 ff., 
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_229/2018 vom 28. Ja- nuar 
2019 E.5.2.2). Die Grundpflege gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV kann 
hingegen nicht gestützt auf Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG 
durch die Invalidenversicherung finanziert werden (Urteil des 
Bundesgerichts 9C_370/2018 vom 21. September 2018 E.3.2.2).

4.6.1. Gemäss Art. 64 Abs. 1 ATSG gilt für gesetzlich um- 
schriebene Heilbehandlungen das absolute Prioritätsprinzip, wo-

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nach diese ausschliesslich von einer einzigen Sozialversicherung 
übernommen werden. Darunter können auch Pflegemassnahmen fallen  
(siehe  KiEsEr,  ATSG-Kommentar,  3.  Aufl.,  Bern/St.  Gallen/ Zürich 
2015, Art. 64 Rz. 10; vgl. dazu Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG und Art. 25a 
KVG). Die Leistungsreihenfolge richtet sich nach Art. 64 Abs. 2 
ATSG, wonach die Invalidenversicherung (lit. c) vor der 
Krankenversicherung (lit. d) ausschliesslich für Heilbehandlun- gen 
leistungspflichtig wird. Bei anderen Sachleistungen ausser- halb des 
Bereiches der Heilbehandlungen, namentlich Hilfsmitteln oder 
Eingliederungsmassnahmen, gehen diese nach den Bestim- mungen 
der jeweiligen Einzelgesetze und, soweit vorliegend von Interesse, 
prioritär ebenfalls zu Lasten der Invalidenversicherung (Art. 65 lit. b 
ATSG) und bloss ergänzende Sachleistungen gehen zu Lasten der 
Krankenversicherung (Art. 65 lit. c ATSG; vgl. zum Ganzen  KiEsEr,  
Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  So- 
zialversicherungsrechts [nachfolgend: ATSG], in: MEyEr [Hrsg.], 
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Sozi- 
ale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, S. 369 ff. Rz. 398 ff.). Eine Leis- 
tungspflicht der Invalidenversicherung betreffend medizinische 
Massnahmen gemäss Art. 13 f. IVG muss die Leistungspflicht der 
obligatorischen Krankenversicherung für gleichartige Leistungen 
gestützt auf Art. 64 Abs. 2 ATSG bzw. Art. 110 KVV aus koordina- 
tionsrechtlicher Sicht ausschliessen, womit keine subsidiäre Leis- 
tungspflicht der obligatorischen Krankenversicherung entstehen kann 
(siehe EugstEr, Krankenversicherung, in: MEyEr [Hrsg.], a.a.O.,
S. 504 f. Rz. 321 f.). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu
Art. 27 KVG, wonach diese Bestimmung nicht ausschliesse, dass 
Krankenpflegeleistungen nach Art. 7 KLV auch an Personen er- bracht 
würden, welche Leistungen nach Art. 13 f. IVG bezögen (vgl. dazu 
vorstehende Erwägung 4.2), kann nichts daran ändern, dass hinsichtlich 
gleichartiger, durch medizinische Fachpersonen vorge- nommene 
medizinisch-therapeutische (Spitex-) Massnahmen aus- schliesslich die 
Invalidenversicherung nach Massgabe von Art. 13
f. IVG aufzukommen hat. Dies gilt umso mehr, als dass das Bundes- 
gericht gemäss aktueller Rechtsprechung keine zeitliche Beschrän- 
kungen der medizinischen Massnahmen nach Art. 13 f. IVG (mehr) als 
zulässig erachtet (Urteil des Bundesgerichts 9C_46/2017 vom 6. Juni 
2017 E.3.1 m.H.a. 9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 13. Febru- ar 2017 
E.4.4) und Krankenpflegeleistungen nach Art. 7 KLV auch die 
Grundpflege nach Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV umfassen. Leistungen bei 
Geburtsgebrechen behandelt das Bundesgericht in koordina- 
tionsrechtlicher  Hinsicht  als  Anwendungsfall  von  Art.  64 ATSG,

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auch wenn sie aufgrund der Gesetzessystematik des IVG eigentlich 
Eingliederungsmassnahmen darstellten. Dies weil die Leistungen der 
Invalidenversicherung bei Geburtsgebrechen ungeachtet der 
Gesetzessystematik als eine Art Krankenversicherung zu betrach- ten 
seien (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 
E.4.3 m.H.a. BGE 134 V 1).

Wie für die Heilbehandlung in Art. 64 Abs. 1 ATSG wird in 
Art. 66 Abs. 3 ATSG für die Hilflosenentschädigung eine absolute 
Prioritätenordnung festgelegt, wobei aber zu beachten ist, dass das KVG 
gar keine solche Leistung vorsieht (vgl. KiEsEr, a.a.O., Art. 66 Rz. 32 
ff.).

Art. 63 ff. ATSG betreffen die intersystemische Leis- 
tungskoordination, welche durch das Kongruenzprinizip bestimmt wird. 
Demnach werden diejenigen Leistungen koordiniert, deren 
Ausrichtung auf dasselbe Ereignis zurückgeht, welche derselben 
anspruchsberechtigten Person gewährt werden und welche sach- lich 
und allenfalls zeitlich kongruent sind. In Nachachtung des Prin- zips der 
sachlichen Kongruenz sind Leistungen gleicher Art und Zwecks zu 
koordinieren. Diese Betrachtungsweise wird den Art. 64 bis 66 ATSG 
hinsichtlich Heilbehandlung, anderen Sachleistungen, Renten und 
Hilflosenentschädigungen zugrunde gelegt.

4.6.2. Im Geltungsbereich der bis zum 31. Dezember 2010 in 
Kraft stehenden Pflegefinanzierung stellte das Bundesgericht fest, 
dass Behandlungspflege nach Art. 7 Abs. 2 lit. b KLV nicht 
kongruent mit der Hilflosenentschädigung und dem Intensivpfle- 
gezuschlag sei (Urteil des Bundesgerichts 9C_43/2012 vom 12. Juli 
2012 E.2 und 4.1.2 m.H.a. 9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 E.4.4.4 
und BGE 125 V 297 E.5b). Bei diesem Urteil ist zu beachten, dass die 
dortigen Spitexpflegeleistungen («Behandlungspflege», «Nacht- 
wache») anscheinend im Einklang mit BGE 136 V 209 nicht von der 
Invalidenversicherung zu übernehmen waren. Mit dem Urteil des 
Bundesgerichts 9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 13. Febru- ar 
2017, wonach die Invalidenversicherung sämtliche Kinderspi- 
texleistungen zu übernehmen habe, wenn sie die Voraussetzungen nach 
Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG erfüllten (vgl. dazu BGE 136 
V 209) und Gesichtspunkte der Leistungskoordination, der 
Überentschädigung sowie Praktikabilitätsüberlegung zwar wichtig, 
aber nicht ausschlaggebend für eine zeitliche Begrenzung sein könnten 
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2016, 9C_299/2016 
vom 13. Februar 2017 E.4.4), hat sich hinsichtlich der 
Kongruenzbeurteilung nichts geändert.

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

75

4.6.3. In Art. 69 Abs. 1 ATSG wird grundsätzlich festgelegt, 
dass das Zusammentreffen von Leistungen verschiedener Sozial- 
versicherungen nicht zu einer Überentschädigung der berechtig- ten 
Person führen darf, wobei bei der Berechnung der Überent- 
schädigung nur Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung 
(Kongruenzprinzip) berücksichtigt werden. Abs. 2 hingegen lässt 
hinsichtlich der Überentschädigungsgrenze aber auch nicht kon- 
gruente Bereiche zusammenfallen (vgl. KiEsEr, a.a.O., Art. 69 Rz. 17 
ff.). Das Bundesgericht hielt für den Bereich der Krankenversiche- 
rung unter Verweis auf den Grundsatz von Art. 69 Abs. 1 ATSG und 
Art. 122 Abs. 1 lit. b KVV im Urteil 9C_43/2012 vom 12. Juli 2012 und 
unter der Geltung der altrechtlichen Pflegefinanzierung fest, dass eine 
Überentschädigung vorliege, wenn die Sozialver- 
sicherungsleistungen für denselben Gesundheitsschaden die ent- 
standenen Pflegekosten und andere ungedeckte Krankheitskosten 
überstiegen. Leistungen der Grundpflege gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV 
seien aber gegenüber der mit der Hilflosenentschädigung und dem 
Intensivpflegezuschlag abgegoltenen ständigen und beson- ders 
aufwendigen Pflege weitgehend gleichartig. Dem sei unter dem Titel 
der Überentschädigung Rechnung zu tragen (vgl. Ur- teil des 
Bundesgerichts 9C_43/2012 vom 12. Juli 2012 E.2 m.H.a. 
9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 E.4.4.4, wobei das Bundesgericht im 
letztgenannten Urteil eigentlich eine weitestgehende materielle 
Überschneidung der Hilflosenentschädigung und des Intensivpfle- 
gezuschlages mit Art. 7 Abs. 2 lit. b und c KLV festhielt). Im Urteil 
9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 ging das Bundesgericht aber nicht nur 
von einer Kongruenz zur ständigen und besonderen aufwendi- gen 
Pflege nach Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV aus, sondern erkannte auch eine 
Kongruenz zur Voraussetzung des Intensivpflegezuschlages nach Art. 
39 Abs. 2 IVV, wonach nur ein Mehrbedarf im Vergleich zu nicht 
behinderten Minderjährigen bei der Behandlungs- und Grundpflege 
anrechenbar ist.

4.6.4. Zumindest hinsichtlich der Grundpflege nach Art. 7
Abs. 2 lit. c KLV besteht somit eine weitgehende Gleichartigkeit zur 
Hilflosenentschädigung bzw. dem Intensivpflegezuschlag, welche zwar 
gemäss BGE 125 V 297 E.5b nicht zu einer vollen Anrechnung der 
Hilflosenentschädigung bzw. des Intensivpflegezuschlages be- rechtigt, 
aber doch unter dem Aspekt einer Überentschädigung zu 
berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_43/2012 vom 12. 
Juli 2012 E.2 m.H.a. 9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 E.4.4.4; vgl.
zur Koordination des Intensivpflegezuschlages mit  medizinischen

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

76

Massnahmen nach Art. 13 f. IVG: Art. 39 Abs. 2 IVV). Die Behand- 
lungspflege gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. b KLV sowie die Massnahmen 
nach Art. 7 Abs. 2 lit. a KLV erachtet das Bundesgericht hingegen nicht 
als kongruent zur Hilflosenentschädigung und dem Intensi- 
vpflegezuschlag, womit die Behandlungspflege mangels Kongru- enz 
nicht in die Überentschädigungsberechnung einzubeziehen ist (Urteil 
des Bundesgerichts 9C_43/2012 vom 12. Juli 2012 E.4.1.2; 
9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 E.4.4.3 m.H.a. BGE 125 V 297 E.5b).

4.7. Im Ergebnis kann vorliegend also für Massnahmen der 
Abklärung und Beratung sowie Massnahmen der Untersuchung und 
Behandlung (Behandlungspflege) kein Fall einer Vorleistungs- pflicht 
zulasten der Beschwerdegegnerin angenommen werden, weil die IV-
Stelle für die mit den medizinischen Massnahmen ge- mäss Art. 14 f. 
IVG fast deckungsgleichen Pflegemassnahmen nach Art. 7 Abs. 2 lit. 
a und b KLV im Bereich der Kinderspitex (vgl. dazu IV-Rundschreiben 
Nr. 362 vom 23. März 2017 S. 1–3), (zumin- dest) nach Massgabe des 
IV-Rundschreibens Nr. 362 vom 23. März 2017 im notwendigen 
Umfang aufzukommen hat (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 
9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 13. Februar 2017 E.4.4 und 
9C_46/2017 vom 6. Juni 2017 E.3.1 ff., wonach die Übernahme der 
einzelnen Kinderspitexleistungen durch die Inva- lidenversicherung 
sich an der Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 13 Abs. 1 und Art. 
14 Abs. 1 lit. a IVG messe, die betreffenden Kinderspitexleistungen 
also insbesondere medizinische Massnah- men im Sinne von BGE 136 
V 209 darstellen müssten).

Im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle den maximal zu ver- 
gütenden effektiven Zeitaufwand ab dem 1. Januar 2017 bis zum
30. Juni 2017 (siehe Bg-act. IV 17) bzw. vom 1. Juli 2017 bis zum
28. Februar 2018 denn auch zutreffend auf drei Stunden pro Mo- nat 
für Beratung und Instruktion der Eltern sowie 39 Stunden pro Woche 
für Untersuchung und Behandlung festgesetzt (siehe IV- act. 257 
sowie VGU S 17 161 vom 13. Februar 2018, bestätigt mit Ur- teil des 
Bundesgerichts 9C_370/2018 vom 21. September 2018). Seit jeher hat 
die IV-Stelle also den Anspruch der Beschwerdeführerin auf die 
notwendigen Massnahmen für Abklärung und Beratung so- wie 
Untersuchung und Behandlung im Sinne der IV-Rundschreiben Nr. 308 
und 362 nicht bestritten, sondern anerkannte bloss den in der 
ärztlichen Verordnung vom 10. Februar 2017 ab dem 1. Januar 2017 
geltend gemachten Pflegeaufwand des Vereins C. nicht im vollen 
Umfang (vgl. IV-act. 203). Daneben hatte die IV-Stelle der 
Beschwerdeführerin bereits mit Verfügung vom 5. September 2016 eine 
Hilflosenentschädigung mittleren Grades ab dem 1. Mai 2016

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

77

zugesprochen (IV-act. 174). Unter Anrechnung der externen medi- 
zinischen Pflege bestand hingegen kein Anspruch auf einen Inten- 

sivpflegezuschlag. Dies wurde mit IV-Mitteilung vom 11. Oktober 2017 
bis zum 1. Juli 2018 (Revisionszeitpunkt) bestätigt (IV-act. 250). Für 

Grundpflegeleistungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. c
KLV, für deren Erbringung keine spezifische medizinische Ausbil- 
dung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG und Art. 2 Abs. 3 GgV 
notwendigerweise vorausgesetzt wird (vgl. dazu BGE 136 V 209 E.7 
und 10 ff. m.H.a. BGE 121 V 8 E.5a), ist unter dem Titel einer Vor- 
leistungspflicht von der obligatorischen Krankenversicherung aber 
ebenfalls keine Kostengutsprache erhältlich. Solche Spitexleistun- gen 
sind von der Invalidenversicherung gerade nicht unter dem Titel der 
medizinischen Massnahmen gemäss Art. 13 f. IVG zu übernehmen 
(explizit Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2018 vom
21. September 2018 E.3.2.2; vgl. auch BGE 136 V 209 E.8 ff.), womit 
auch keine Streitigkeiten über die Zuständigkeit für diese (Sach-) 
Leistungen entstehen können und sich somit die Frage der Vorleis- 
tungspflicht der obligatorischen Krankenversicherung gegenüber der 
Invalidenversicherung nicht stellen kann. Die Hilflosenentschä- digung 
und der Intensivpflegezuschlag der Invalidenversicherung (vgl. Art. 42 
ff. IVG und Art. 36 ff. IVV) sind nach bundesgerichtli- cher 
Rechtsprechung zwar nicht vollständig, aber doch weitgehend kongruent 
zu Grundpflegeleistungen nach Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV bzw. setzen 
weitgehend gleichartige Betreuungsbedürfnisse der 
anspruchsberechtigten Person voraus (Urteil des Bundesgerichts 
9C_43/2012 vom 12. Juli 2012 E.2 m.H.a. 9C_886/2010 vom 10. Juni 
2011 E.4.4.4). Auch wenn die Hilflosenentschädigung sowie ein all- 
fälliger Intensivpflegezuschlag nicht vollständig an Krankenpflege- 
leistungen der obligatorischen Krankenversicherung angerechnet 
werden, sind entsprechende Leistungen zumindest im Rahmen einer 
Überentschädigungsberechnung zu berücksichtigen (vgl. Ur- teil des 
Bundesgerichts 9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 E.4.4.3 ff.
m.H.a. BGE 125 V 297 E.5b und BGE 127 V 94 E.3d). Damit fehlt es 
aber infolge der intersystemischen Koordination (vgl. dazu Art. 63 Abs. 
1 ATSG; KiEsEr, a.a.O., Art. 63 Rz. 14 und 42 ff.) im Ergebnis an 
einem Zuständigkeitskonflikt der für Sachleistungen in Art. 70 Abs. 2 
lit. a ATSG vorleistungspflichtig erklärten obligatorischen 
Krankenversicherung mit der Invalidenversicherung (vgl. dazu KiE- sEr,  
ATSG,  in:  MEyEr  [Hrsg.],  a.a.O.,  S.  374  Rz.  422;  KiEsEr,  a.a.O., Art. 
70 Rz. 2 ff.). Denn die vorliegend zu beurteilende Konstellati- on ist in 
tatsächlicher Hinsicht nicht vergleichbar mit derjenigen, wo die 
Kausalität eines Unfalles (vgl. dazu BGE 129 V 177 E.3) für

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

78

einen Gesundheitsschaden (als Leistungsvoraussetzung für die 
Unfallversicherung) umstritten ist und somit beispielsweise auch die 
Zuständigkeit für die Kostenübernahme von einer notwendigen und 
ihrem Umfang nach unbestrittenen Heilbehandlung zwischen mehreren 
in Frage kommenden Sozialversicherungsträgern im Sinne von Art. 
70 Abs. 1 ATSG strittig ist, um beim klassischen Anwendungsfall für 
die Vorleistungspflicht nach Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG zu bleiben (siehe 
KiEsEr, a.a.O., Art. 70 Rz. 6 m.H.a. BGE 131 V 78). Vorliegend ist 
unstreitig und von der IV-Stelle anerkannt, dass (unter anderem) das 
behandlungsbedürftige Geburtsgebre- chen Ziffer 212 vorliegt und 
sich die von der Beschwerdeführerin angeführten Zweifel bloss auf 
den Umfang der (Spitexpflege-) Leistungen beziehen und nicht auf die 
Frage der (grundsätzlichen) Leistungspflicht der IV-Stelle für die 
erforderlichen medizinischen Massnahmen im Sinne von Art. 13 f. 
IVG und Art. 2 Abs. 3 GgV.

4.8. Damit ist nach dem Gesagten (Erwägungen 4.1 ff.) 
zusammenfassend festzuhalten, dass die Invalidenversicherung bei 
Geburtsgebrechen die medizinisch-therapeutische Behand- lung(-
spflege) also grundsätzlich durch die Zusprache von not- wendigen, 
verordneten medizinischen Massnahmen im Sinne von Art. 13 f. IVG 
und Art. 2 Abs. 3 GgV, welche durch medizinisches Fachpersonal 
erbracht werden, abdeckt. Der (weitere) Betreuungs- bedarf wird seit der 
4. IV-Revision über die abgestufte Hilflosig- keitsentschädigung, 
allenfalls kombiniert mit einem Intensivpfle- gezuschlag, (zumindest 
teilweise) abgegolten (vgl. vorstehende Erwägungen 4.4.1 ff.; siehe 
auch BGE 136 V 209 E.10 ff.).

Die Vorleistungspflicht gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG 
(vgl. auch Art. 113 KVV) kann für die vorliegend zu beurteilende 
Konstellation jedenfalls nicht dazu führen, dass die Beschwerde- 
gegnerin (volle) Kostengutsprache für die Kinderspitexpflege im 
beantragten Umfang hätte gewähren müssen, weil nicht die Zu- 
ständigkeit für die Finanzierung von ambulanten Pflegemassnah- men 
an sich zweifelhaft war, sondern der Umfang der zuzuspre- chenden 
Kinderspitexleistungen zwischen der Beschwerdeführerin und der IV-
Stelle strittig war.

Die Beschwerdegegnerin konnte im Zeitpunkt des hier 
angefochtenen Einspracheentscheides also ohne weiteres eine 
Kostengutsprache für die (volle) Kostenübernahme unter dem Ti- tel 
der Vorleistungspflicht für die verordneten Kinderspitexleis- tungen 
nach Art. 7 Abs. 2 lit. a – c KLV verneinen. Dies aufgrund der 
vorstehend dargestellten Rechtsprechung (vgl. vorstehende 
Erwägungen 4.6.1 ff.), wonach die Invalidenversicherung für me-

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

79

dizinische Massnahmen durch medizinische Fachpersonen bei 
Geburtsgebrechen nach Art. 13 f. IVG ausschliesslich zuständig ist 
sowie den bisher durch die IV-Stelle in dieser Angelegenheit 
erlassenen Mitteilungen und Verfügungen mit Anerkennung einer 
grundsätzlichen und auch spezifisch festgelegten Leistungspflicht, 
welche der Beschwerdegegnerin im Wesentlichen bekannt waren (vgl. 
insb. Bg-act. IV 1, 5, 6, 8, 9, 10, 13, 14, 17). Schliesslich kommt noch 
dazu, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des ange- fochtenen 
Einspracheentscheides erst dreijährig war und somit auch Art. 13 Abs. 
1 IVG und Art. 27 KVG zu keiner Leistungspflicht der obligatorischen 
Krankenversicherung infolge Vollendung des
20. Altersjahres führen.

4.9. Die von der Beschwerdeführerin, unter Berufung auf 
eine Vorleistungspflicht der Beschwerdegegnerin, im Ergebnis an- 
gestrebte (zumindest vorläufige) Kostenübernahme für Kinderspi- 
texleistungen durch die Krankenversicherung kann auch aus wei- teren 
Gründen nicht den von ihr beabsichtigen Zweck erreichen, nämlich, 
dass die Kinderspitexorganisation die gestellten Rech- nungen durch 
die obligatorische Krankenversicherung (vollstän- dig) bezahlt erhält.

Denn gemäss Art. 71 ATSG erbringt ein vorleistungspflichti- 
ger Versicherungsträger Leistungen nach den für ihn geltenden Be- 
stimmungen (KiEsEr, ATSG, in: MEyEr [Hrsg.], a.a.O., S. 374 Rz. 423; 
KiEsEr, a.a.O., Art. 71 Rz. 3; BGE 143 V 312 E.3.2 m.H.a. BGE 131 V 78
E.2). Bei nicht durch die Invalidenversicherung gedeckten Geburts- 
gebrechen, übernimmt die obligatorische Krankenversicherung die 
Kosten für die gleichen Leistungen wie bei Krankheit (Art. 27 KVG) und 
nach Art. 52 Abs. 2 KVG werden für Geburtsgebrechen die zum 
Leistungskatalog der Invalidenversicherung gehörenden therapeu- 
tischen Massnahmen (Analysen und Arzneimittel, Mittel und Ge- 
genstände gemäss Überschrift von Art. 52 KVG) in die Erlasse und 
Listen nach Abs. 1 aufgenommen (vgl. auch Art. 35 KVV). Diese 
Bestimmungen bezwecken in erster Linie eine Regelung, wonach die 
obligatorische Krankenversicherung die Invalidenversicherung bei 
Geburtsgebrechen nach Art. 13 Abs. 2 IVG bzw. GgV ablöst, sobald 
die Invalidenversicherungen altersbedingt keine Leistun- gen mehr 
übernehmen, das fragliche Geburtsgebrechen aus der Liste der 
Geburtsgebrechen gemäss Anhang-GgV gestrichen wor- den ist oder 
die versicherte Person die versicherungsmässigen 
Voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 2 und Art. 9 Abs. 3 IVG nicht 
erfüllt. Art. 27 KVG führt aber nicht dazu, dass die obligatorische 
Krankenversicherung genau dieselben Leistungen wie die Invali-

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

80

denversicherung zu erbringen hat, sondern es ist der Leistungska- 
talog der obligatorischen Krankenversicherung massgebend (vgl. auch 
Art. 34 KVG). Das KVG privilegiert Geburtsgebrechen, mit der 
Ausnahme von Art. 52 Abs. 2 KVG hinsichtlich Analysen und Arz- 
neimittel, Mittel und Gegenstände, nicht (vgl. zum Ganzen EugstEr, 
Krankenversicherung, in: MEyEr [Hrsg.], a.a.O., S. 504 f. Rz. 321 f. und 
S. 632 Rz. 727 f.; siehe auch BGE 142 V 425 E.5 ff.). Dies bedeu- tet 
aber auch, dass die Beschwerdegegnerin seit der Neuordnung der 
Pflegefinanzierung per 1. Januar 2011 Pflegeleistungen im Sin- ne von 
Art. 7 KLV nur noch nach Massgabe von Art. 25a Abs. 1 KVG mit 
einem Beitrag unterstützt (vgl. auch zur Neuordnung der 
Pflegefinanzierung: BGE 144 V 280 E.3 ff.). Die Botschaft zum Bun- 
desgesetz über die Neuordnung der Pflegefinanzierung (BBl 2005 
2033 ff.) hält bezüglich der Ausgangslage hinsichtlich Heilbehand- 
lungen fest, dass bei Vollendung des 20. Lebensjahres die zur Be- 
handlung eines Geburtsgebrechens notwendigen medizinischen 
Massnahmen durch die obligatorische Krankenversicherung im 
Rahmen des KVG übernommen würden (BBl 2005 2044). Im Rah- 
men der Neuordnung der Pflegefinanzierung wurden hinsichtlich der 
therapeutischen Zwecken dienenden Mittel und Gegenstände gemäss 
Leistungskatalog des KVG bei Art. 52 Abs. 2 KVG weder 
Anpassungsbedarf erkannt bzw. Änderungen beabsichtigt noch 
beschlossen (vgl. BBl 2005 2044 f. und 2095 ff. und BBl 2008 3517 
ff.). Der Beitrag der obligatorischen Krankenversicherung an Pfle- 
geleistungen nach Art. 7 KLV beträgt gemäss Art. 7a Abs. 1 KLV für 
Leistungserbringer nach Art. 7 Abs. 1 lit. a und b KLV für Leistun- gen 
nach Art. 7 Abs. 2 KLV zwischen Fr. 54.60 pro Stunde (Mass- nahmen 
der Grundpflege) und Fr. 79.80 pro Stunde (Massnahmen für 
Abklärung, Beratung und Koordination). Die diesen Betrag 
übersteigenden Kosten sind anteilsmässig durch die versicherte 
Person nach Massgabe von Art. 25a Abs. 5 KVG bzw. dem kantona- len 
Ausführungsrecht sowie dem Gemeinwesen zu tragen, wobei sich dies 
ebenfalls nach dem kantonalen Ausführungsrecht rich- tet. Damit 
bestünde gegenüber der Beschwerdegegnerin in jedem Fall bloss ein 
allfälliger Anspruch auf einen (Teil-)Beitrag gemäss Art. 7a Abs. 1 KLV 
und nicht auch für die darüber hinausgehenden (ambulanten) 
Pflegekosten.

6. Aus den vorstehenden Erwägungen 4.4.1 ff. ergibt sich
hingegen, dass sich vorliegend die Frage nach einer subsidiären/ 
ergänzenden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels 
vollständiger Kongruenz zur Hilflosenentschädigung immerhin be- 
züglich Grundpflegeleistungen nach Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV stellen

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

81

kann (vgl. insbesondere vorstehende Erwägungen 4.6.1 ff.). Dies 
neben der durch die IV-Stelle seit 1. Mai 2016 zugesprochenen 
Hilflosenentschädigung mittleren Grades (siehe IV-act. 174). Diese 
Ansicht vertritt auch das BSV im IV-Rundschreiben Nr. 362 vom
23. März 2017 (siehe S. 4 des erwähnten Rundschreibens), wenn es 
ausführt, dass die Hilflosenentschädigung und der Intensivpflege- 
zuschlag unabhängig von Krankenkassenleistungen ausgerichtet 
würden und eine allfällige Überentschädigung durch die Kranken- kasse 
zu prüfen sei.

6.1. In der Verordnung des die Beschwerdeführerin behan- 
delnden Kinderarztes vom 12. Januar 2017 inkl. den dazugehörigen 
Leistungsplanungsblättern sind bezüglich Grundpflegeleistungen nach 
Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV verschiedene Leistungen für den Vor- mittag- 
und den Nachmittagseinsatz mehrmals pro Woche aufge- führt. In den 
Akten findet sich auch noch ein bezüglich Grundpflege ergänztes 
Leistungsplanungsblatt vom 13. März 2017 für Nachtein- sätze. Im 
Ergebnis liegt ein unbefristet verordneter Grundpflege- bedarf von 11 
Stunden pro Woche ab 1. Januar 2017 vor (siehe zum Ganzen Bg-act. 1). 
Als durch die Spitex auszuführende Leistungen werden im 
Wesentlichen Tätigkeiten umschrieben, welche gemäss Art. 37 IVV zu 
den alltäglichen Lebensverrichtungen gehören. Der Abklärungsbericht 
bzw. Antrag der Abklärungsperson betreffend Hilflosenentschädigung 
vom 13./14. Juli 2016, gestützt auf welchen die IV-Stelle der 
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 5. Sep- tember 2016 ab 1. 
Mai 2016 bis zur vorgesehenen Revision am
30. Juni 2017 neu eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades 
zusprach (siehe Bg-act. IV 12 und 13; IV-act. 169, 170 und 174), wies 
eine regelmässige und erhebliche Hilfe in den alltäglichen Lebens- 
bereichen Essen, Fortbewegung und Kontaktaufnahme, Aufste- 
hen/Absitzen/Abliegen  sowie  Bedarf  nach  persönlicher  Überwa- 
chung und medizinisch-pflegerischer Hilfe aus. Eine altersbedingte 
Hilfsbedürftigkeit wurde bei An- und Auskleiden, Körperpflege und 
Verrichtung der Notdurft festgestellt. Gemäss Abklärungsbe- richt bzw. 
dem Entscheid zum Abklärungsbericht betreffend Hilf- 
losenentschädigung vom 11./27. bzw. 27./29. September 2017 (IV- act. 
247 und 251) wurde nunmehr eine selbständige Ausführung der  
Lebensverrichtung  Aufstehen/Absitzen/Abliegen  per  Januar 2017 
beschrieben. Eine altersbedingte Hilfsbedürftigkeit bestand nur noch 
hinsichtlich der Körperpflege. Eine erhebliche und regel- mässige 
Hilfsbedürftigkeit wurde hingegen zusätzlich in Bezug auf An- und 
Auskleiden sowie Verrichtung der Notdurft (beide ab Juli 2017) 
angenommen, was im Ergebnis weiterhin zu einer Hilflose-

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

82

nentschädigung mittleren Grades berechtigte und mit Mitteilung vom 
11. Oktober 2017 von der IV-Stelle mit Revision per 1. Juli 2018 
entsprechend bestätigt wurde (siehe IV-act. 250).

6.2. Aufgrund der materiell weitgehend übereinstimmen- den 
Hilfestellungen bei alltäglichen Lebensverrichtungen zu Guns- ten der 
Beschwerdeführerin, welche ab dem 1. Mai 2016 Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung mittleren Grades ergaben und in der 
Verordnung von Dr. med. E. vom 12. Januar 2017 auch ge- genüber 
der Beschwerdegegnerin als Pflichtleistungen nach Art. 7 Abs. 2 lit. c 
KLV geltend gemacht wurden (Bg-act. 1), ist von weit- gehend 
kongruenten Leistungen auszugehen, welche nach Mass- gabe des 
Urteils des Bundesgerichts 9C_886/2010 vom 10. Juni 2011 unter 
dem Gesichtspunkt einer Überentschädigung gemäss Art. 69 ATSG 
und Art. 122 KVV durch die Beschwerdegegnerin zu prüfen sind (vgl. 
dazu auch BGE 127 V 94). In den vorstehenden Er- wägungen 4.4.1 f. 
wurde bereits dargelegt, welche Leistungen die IV-Stelle gestützt auf 
Art. 13 f. IVG als medizinische Massnahmen zu übernehmen hat. Der 
Ansicht der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt werden, soweit sie 
aus dem Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 
13. Februar 2017 ableitet, dass die IV-Stelle für die «vollumfängliche 
Vergütung sämtlicher notwendi- ger medizinischer Behandlungs- und 
Pflegekosten» aufzukommen habe, weil Art. 13 IVG den Zweck habe, 
sämtliche Pflegekosten ab- zudecken. In der fraglichen Textstelle im 
Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 13. 
Februar 2017 gab das Bundes- gericht nur die von der dortigen 
Vorinstanz vertretene Ansicht wie- der (siehe Urteil des Bundesgerichts 
9C_270/2016, 9C_299/2016 vom 13. Februar 2017 E.4.2). 
Streitgegenstand in jenem Verfahren war aber nur die Frage, ob die 
Begrenzung des maximal anrechen- baren Zeitaufwandes hinsichtlich 
einer als Massnahme der Unter- suchung und Behandlung zu 
qualifizierenden medizinischen Mass- nahme im Sinne von Art. 13 f. IVG 
(24-stündige Bereitschaft pro Tag zur Notfallintervention) gemäss IV-
Rundschreiben Nr. 308 zulässig sei oder nicht. Dass damit eine 
Abkehr von der Rechtsprechung gemäss BGE 136 V 209 erfolgen 
sollte, ergibt sich aber keineswegs aus dem erwähnten Urteil. Vielmehr 
wurde in einem ebenfalls die Beschwerdeführerin betreffenden Urteil 
bezüglich Leistungen der Invalidenversicherung nach Art. 13 f. IVG 
vom Bundesgericht ex- plizit festgehalten, dass die Grundpflege 
gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV nicht in Anwendung von Art. 13 und Art. 
14 Abs. 1 lit. a IVG durch die Invalidenversicherung vergütet werden 
könne (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2018 vom 21. September 
2018 E.3.2.2).

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

83

Insofern gehen die impliziten Ausführungen der Beschwerdegeg- nerin 
im angefochtenen Einspracheentscheid fehl, wonach die IV-Stelle 
auch für Grundpflegeleistungen nach Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV 
aufzukommen habe und die Beschwerdegegnerin somit auch keine 
subsidiäre/ergänzende Leistungspflicht treffe.

6.3. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin bezüglich der 
Grundpflege im Sinne von Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV zu prüfen, ob diese 
ab dem 1. Januar 2017 verordneten, pflegerischen Massnah- men den 
allgemeinen Voraussetzungen für Leistungen der obliga- torischen 
Krankenversicherung entsprechen (vgl. dazu etwa Art. 32 und 56 KVG). 
Bei grundsätzlich gegebenen Leistungsvoraussetzun- gen gemäss KVG 
wäre noch zu prüfen, ob nicht durch die Kumula- tion dieser Leistungen 
nach KVG mit denjenigen der Hilflosenent- schädigung mittleren 
Grades eine Überentschädigung im Sinne von Art. 69 ATSG und Art. 
122 KVV vorliegt. Dabei werden für den jeweils massgeblichen 
Zeitpunkt auch zwischenzeitliche Verände- rungen bei der 
Hilflosenentschädigung, ein allenfalls gewährter 
Intensivpflegezuschlag sowie unter Umständen auch Änderungen im 
Umfang der durch die IV-Stelle nach Massgabe von Art. 13 f. IVG 
zugesprochenen pflegerischen Massnahmen zu berücksichtigen sein. 
Die Angelegenheit ist zu diesem Zweck an die Beschwerde- gegnerin 
zurückzuweisen, damit sie die entsprechenden Abklärun- gen vornehme 
und hernach neu entscheide.

7. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass im 
vorliegenden Fall für Krankenpflegeleistungen nach Art. 7 Abs. 1 lit a und 
b KLV, also Massnahmen der Abklärung und Beratung sowie 
Massnahmen der Untersuchung und Behandlung, weder unter dem 
Titel der Vorleistungspflicht, noch unter demjenigen einer 
ergänzenden Leistungspflicht die Beschwerdegegnerin zu einer 
Kostengutsprache oder der Anerkennung einer Leistungspflicht für die 
ärztlich verordneten Kinderspitexpflegeleistungen verpflichtet war. 
Denn die IV-Stelle hatte der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des 
angefochtenen Einspracheentscheides bereits medizinische 
Massnahmen im Sinne von Art. 13 f. IVG im Umfang von drei Stun- den 
pro Monat für Abklärung und Beratung sowie 39 Stunden pro Woche 
für Untersuchung und Behandlung zugesprochen (vgl. IV- act. 228 und 
257; siehe dazu auch vorstehende Erwägungen 4.3 ff.). Dass 
zwischen der Beschwerdeführerin und der IV-Stelle der Umfang der zu 
gewährenden medizinischen (Pflege-)Massnahmen nach Art. 13 f. IVG 
umstritten war, führt zu keinem anderen Ergeb- nis.

4/5 Sozialversicherung PVG 2019

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Bezüglich Grundpflegeleistungen nach Art. 7 Abs. 2 lit. c KLV 
konnte sich die Frage einer Vorleistungspflicht der Beschwer- 
degegnerin ebenfalls nicht stellen, weil solche Leistungen nicht als 
medizinische Massnahmen im Sinne von Art. 13 f. IVG durch die 
Invalidenversicherung zu vergüten sind, womit diesbezügliche Zweifel 
über die Leistungspflicht im Sinne von Art. 70 Abs. 1 ATSG zwischen 
der IV-Stelle und der Beschwerdegegnerin ausgeschlos- sen sind. 
Daran ändert nichts, dass zwischen der Grundpflege im Sinne von Art. 
7 Abs. 2 lit. c KLV sowie den Voraussetzungen für die 
Hilflosenentschädigung sowie eines allfälligen Intensivpflegezu- 
schlages eine weitgehende materielle Übereinstimmung besteht. 
Diesem Umstand ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im 
Rahmen einer Überentschädigungsberechnung  Rechnung zu tragen. 
Damit ist aber auch gesagt, dass neben der durch die IV-Stelle ab dem 
1. Mai 2016 gewährten Hilflosenentschädigung mittleren Grades (vgl. 
IV-act. 174, 250) im Rahmen der erwähnten 
Überentschädigungsrechtsprechung allenfalls noch Raum für die 
ergänzende Gewährung von Grundpflegeleistungen gemäss Art. 7 Abs. 2 
lit. c KLV durch die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer 
gesetzlichen Leistungspflicht (vgl. dazu insbesondere Art. 25a Abs. 1 
KVG) verbleibt.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 26. Septem-
ber 2017 kann somit nicht vollumfänglich geschützt werden und die 
Beschwerde erweist sich im Ergebnis insoweit als berechtigt, soweit 
sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, dass vor 
einem (rechtskräftigen) Entscheid der IV-Stelle für den massgebenden 
Zeitraum auch keine teilweise Leistungspflicht der obligatorischen 
Krankenversicherung geprüft werden könne. Der Einspracheentscheid 
ist aufzuheben und die Angelegenheit zu wei- teren Abklärungen und 
neuem Entscheid im Sinne der Erwägun- gen 6.2 f. an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
S 17 146 Urteil vom 12. März 2019