# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cc2c709-3108-5ff1-82b6-a659a313f411
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-17
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 17.10.2023 BK 2023 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-152_2023-10-17.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Schriftliche Begründung des 
Beschlusses vom 17. Okto-
ber 2023
BK 23 152

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. November 2023

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Neuenschwander

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin Dr. B.________

Verurteilter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Bewährungs- und Vollzugsdienste des Kantons Bern, Süd-
bahnhofstrasse 14d, 3001 Bern
v.d. Fürsprecher C.________

Partei gemäss Art. 104 Abs. 2 StPO

Gegenstand Aufhebung einer stationären Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB 
und Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB

Beschwerde gegen den Beschluss des Regionalgerichts Bern-
Mittelland, Kollegialgericht in Fünferbesetzung, vom 23. März 
2023 (PEN 22 864)

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Erwägungen:

I. Formelles 

1. Vorbemerkungen zur Aktenführung und Zitierwese 

Gestützt auf den Antrag der Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justiz-
vollzug des Kantons Bern (nachfolgend: BVD) auf Aufhebung der Massnahme 
nach Art. 60 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) und An-
ordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB vom 23. September 2022 
eröffnete das Regionalgericht Bern-Mittelland mit Verfügung vom 10. Oktober 2022 
das nachträgliche Verfahren PEN 22 864 (Paginierung beginnend bei 1). Gegen 
den in diesem Verfahren ergangenen Beschluss vom 23. März 2023 erhob 
A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer oder Verurteilter), amtlich vertreten 
durch Rechtsanwältin Dr. B.________, am 12. April 2023 Beschwerde, woraufhin 
mit Verfügung vom 13. April 2023 unter der Dossiernummer BK 23 152 ein Be-
schwerdeverfahren eröffnet wurde (Paginierung beginnend bei 1). Daneben liegen 
die amtlichen Akten des Straf- und Massnahmenvollzugs Nr. 1409/19 Band 1-4 
(Paginierung beginnend bei 1), die Strafakten PEN 20 699 Band 1 bis 7 (Paginie-
rung beginnend bei 1) sowie Kopien der Akten der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde vor. 

Nachfolgend werden die Fundstellen aus den Vollzugsakten mit «pag. BVD/XX», 
aus dem vorinstanzlichen Verfahren mit «pag. PEN II/XX» und aus den Strafakten 
mit «pag. PEN I/XX» sowie aus dem Hauptdossier BK 22 152 mit «pag. BK/XX» zi-
tiert. 

2. Prozessgeschichte 

2.1 Mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (nachfolgend: Regionalge-
richt/Vorinstanz) vom 30. April 2021 wurde der Beschwerdeführer wegen versuch-
ter eventualvorsätzlicher Tötung, Schändung, Raufhandels, Gewalt und Drohung 
gegen Behörden und Beamte und Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz durch Konsum von Amphetamin, Kokain, THC, Benzodiazepin und Me-
thamphetamin schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren 8 Monaten 
und 21 Tagen (unter Anrechnung der Polizei-, Untersuchungshaft von 323 Tagen) 
und einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 (bei einer Ersatzfreiheitsstrafe von 2 
Tagen) verurteilt. Gleichzeitig wurde eine stationäre Suchtbehandlung angeordnet 
und festgestellt, dass die Massnahme am 5. November 2019 vorzeitig angetreten 
worden sei (pag. PEN I/1996 ff.). Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zugunsten 
des Massnahmenvollzugs aufgeschoben (pag. BVD/588 ff.). Am 23. März 2023 be-
schloss die Vorinstanz die Aufhebung der mit Urteil vom 30. April 2021 angeordne-
ten Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB und ordnete stattdessen gestützt auf 
Art. 62c Abs. 6 StGB eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB an, welche sie 
bis zum 31. Dezember 2025 befristete (pag. PEN II/218). Die Begründung des Be-
schlusses datiert vom 31. März 2023 (pag. PEN II/236 ff.). In seiner Beschwerde 
vom 12. April 2023 beantragte der Beschwerdeführer (pag. BK/1 ff.): 

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I. Rechtsbegehren 

1. Es sei der Beschluss vom 23. März 2023 des Regionalgerichts Bern-Mittelland betreffend 
nachträgliches Verfahren im Strafverfahren gegen A.________ (PEN 22 864) aufzuheben. 

2. Es sei die stationäre Suchttherapie gemäss Art. 60 StGB um ein Jahr, d.h. bis zum 4. November 
2023, zu verlängern. 

3. Eventualiter sei zusätzlich eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB anzuordnen mit der 
Weisung, es sei eine delikts- und störungsorientierte Therapie durchzuführen. 

4. Eventualiter zu Ziff. 1 bis 3 sei der Beschluss vom 23. März 2023 des Regionalgerichts Bern-
Mittelland betreffend nachträgliches Verfahren im Strafverfahren gegen A.________ (PEN 22 
864) aufzuheben und das Verfahren zur erneuten Beurteilung an das Regionalgerichts Bern-
Mittelland zurückzuweisen. 

5. Die Verfahrenskosten des Beschwerdeverfahrens sowie des erstinstanzlichen Verfahrens seien 
dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

6. Dem Beschwerdeführer sei das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu gewähren, unter Bei-
ordnung der unterzeichneten Rechtsanwältin. 

7. Allfällige weitere Verfügung seien von Amtes wegen zu erlassen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

2.2 Die Verfahrensleitung der Beschwerdekammer eröffnete am 13. April 2023 ein Be-
schwerdeverfahren. Sie stellte fest, dass seitens des Beschwerdeführers eine 
mündliche Verhandlung beantragt worden und von der Beschwerdekammer beab-
sichtigt sei, den Verfahrensantrag des Beschwerdeführers auf Durchführung einer 
mündlichen Verhandlung gutzuheissen. Zudem räumte sie der Generalstaatsan-
waltschaft und den BVD Gelegenheit ein, zu den weiteren Beweis- und Verfah-
rensanträgen des Beschwerdeführers Stellung zu nehmen sowie eigene Verfah-
rens- und Beweisanträge zu stellen. Die Vorinstanz erhielt Gelegenheit, eine Stel-
lungnahme zur Beschwerde einzureichen, verzichtete aber darauf (pag. BK/193 ff.; 
BK/237). Weiter ordnete die Verfahrensleitung die Sicherheitshaft superproviso-
risch an. Schliesslich stellte sie fest, dass die amtliche Verteidigung auch im Be-
schwerdeverfahren gilt (pag. BK/193 ff.). Am 19. April 2023 stellte die Verfahrens-
leitung der Beschwerdekammer dem Berufungsgericht den Antrag auf Anordnung 
bzw. Verlängerung der Sicherheitshaft für die vorläufige Dauer von sechs Monaten 
bis zum 18. Oktober 2023, welcher mit Verfügung des Berufungsgerichts vom 
26. April 2023 gutgeheissen wurde (pag. BK/241 ff. und BK/261 ff.). Am 17. April 
2023 beantragte der Beschwerdeführer in Ergänzung zu seiner Beschwerde, die 
Verfügung der BVD vom 12. April 2023 und das Protokoll der vernetzten Vollzugs-
planungssitzung (nachfolgend: VVP) vom 3. April 2023 seien zu den Akten zu er-
kennen (pag. BK/209 f.). Am 21. April 2023 teilte die Generalstaatsanwaltschaft 
mit, dass der Verfahrensantrag auf mündliche Verhandlung gutzuheissen sei. Im 
Weiteren beantragte sie die Abweisung des Antrags auf Erstellung eines Obergut-
achtens; dagegen seien Dr. med. D.________ zur mündlichen Verhandlung vorzu-
laden und aktuelle Vollzugs- und Therapieberichte einzuholen (pag. BK/257 f.). Die 
BVD teilten am 8. Mai 2023 zu den Anträgen des Beschwerdeführers mit, dass 
dessen Anträge auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung und auf zu den 

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Akten erkennen der mit Eingabe vom 17. April 20223 eingereichten Unterlagen 
gutzuheissen seien; dagegen sei der Antrag auf Erstellen eines Obergutachtens 
abzuweisen. Sie selbst beantragten die Einvernahme von Dr. med. D.________ als 
Sachverständigen. Weiter seien die Vollzugsakten der BVD verhandlungsnah bei 
den BVD zu verlangen (pag. BK/185 ff.). Mit Verfügung vom 10. Mai 2023 ordnete 
die Verfahrensleitung die Durchführung einer mündlichen Verhandlung an und 
hiess die Beweisanträge der Generalstaatsanwaltschaft und der BVD auf Befra-
gung von Dr. med. D.________ als Sachverständigen sowie auf Einholung aktuel-
ler Vollzugs- und Therapieberichte gut (pag. BK/295 ff.). Dagegen wies sie den 
Beweisantrag des Beschwerdeführers auf Erstellung eines Obergutachtens ab. Der 
am 27. September 2023 eingegangene Vollzugs- und Therapiebericht wurde den 
Parteien gleichentags zugestellt (pag. BK/441 ff.). Der am 16. Oktober 2023 einge-
gangene Vollzugsbericht des Massnahmenzentrums E.________ (nachfolgend: MZ 
E.________) vom 10. Oktober 2023 und das Protokoll zur VVP vom 12. Oktober 
2023 wurden Parteien am 17. Oktober 2023 vor der Verhandlung ausgehändigt. 

2.3 Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand am 17. Oktober 2023 statt. Rechts-
anwältin Dr. B.________ stellte und begründete namens des Beschwerdeführers 
folgende Anträge: 

I.

1. Der Antrag der BVD auf Aufhebung der Massnahme nach Art. 60 StGB und Anordnung einer 
stationären Massnahme nach Art. 59 StGB (Art. 62c Abs. 6 StGB) sei abzuweisen; 

2. Die stationäre Suchtbehandlung gemäss Art. 60 StGB sei um ein Jahr, d.h. bis zum 4. Novem-
ber 2023, zu verlängern;

3. Eventualiter sei zusätzlich eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB anzuordnen mit der 
Weisung, es sei eine delikts- und störungsorientierte Therapie durchzuführen;

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschä-
digung für die Parteikosten gemäss eingereichter Honorarnote. 

II.
Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

Die BVD stellten und begründeten schliesslich folgende Anträge:

1. Die Beschwerde von A.________ vom 12. April 2023 gegen den Beschluss des Regionalge-
richts Bern-Mittelland vom 23. März 2023, begründet am 31. März 2023, sei vollumfänglich ab-
zuweisen. 

2. Bis zur Rechtskraft des Urteils sei die Sicherheitshaft in der Vollzugsform des aktuellen Mass-
nahmenvollzugssettings aufrecht zu erhalten und deren Ausgestaltung den Bewährungs- und 
Vollzugsdiensten (BVD) zu übertragen. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

4. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen. 

5. Die erforderlichen weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

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Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete ihrerseits die folgenden An-
träge: 

1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 

2. Die Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD) seien dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen. 

3. Die Entschädigung für die amtliche Vertretung sei gerichtlich festzulegen. 

4. Die gegenüber A.________ angeordnete Sicherheitshaft, welche am 18.10.2023 abläuft, sei bis 
zum Vorliegen eines rechtskräftigen Beschlusses der Beschwerdekammer resp. bis zur Erhe-
bung einer allfälligen Beschwerde beim Bundesgericht zu verlängern. 

3. Zuständigkeit und Eintreten 

Der angefochtene Beschluss vom 23. März 2023 erging im Verfahren der selbst-
ständigen nachträglichen Entscheide gemäss Art. 363 ff. der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0). Das Rechtsmittel gegen derartige Ent-
scheide ist die Beschwerde (BGE 141 IV 396 E. 4.7). Zur Beurteilung der Be-
schwerde ist die Beschwerdekammer in Strafsachen zuständig (Art. 35 des Geset-
zes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des 
Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit der 
Zustellung des schriftlich begründeten Entscheides einzureichen (Art. 396 Abs. 1 
StPO i.V.m. 384 Bst. b StPO). Der Beschwerdeführer ist durch die Aufhebung der 
angeordneten stationären Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB unter gleichzeitiger 
Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB unmittelbar in seinen 
rechtlich geschützten Interessen betroffen und damit zur Beschwerde legitimiert 
(Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten. 

4. Beweisantrag

Der Beschwerdeführer wiederholte im Anschluss an die Einvernahmen seinen An-
trag, wonach ein weiteres psychiatrisches Gutachten (Obergutachten) einzuholen 
sei. Zur Begründung verwies er auf seine Ausführungen in der Beschwerde vom 
12. April 2023 (vgl. pag. BK/35 f.). 

Die Spruchbehörde wies den Antrag ab. Zur Begründung verwies sie zunächst auf 
die Ausführungen in der Verfügung vom 10. Mai 2023, mit welcher derselbe Bewei-
santrag abgewiesen worden war (vgl. BK/297): 

Gutachten unterliegen wie alle Beweise der freien richterlichen Beweiswürdigung (vgl. auch Art. 10 
Abs. 2 StPO). Erweist sich ein Gutachten als unvollständig oder unklar, weichen mehrere Sachver-
ständige in ihren Ergebnissen erheblich voneinander ab oder bestehen Zweifel an der Richtigkeit des 
Gutachtens, lässt die Verfahrensleitung das Gutachten durch die gleiche sachverständige Person er-
gänzen oder verbessern oder bestimmt weitere Sachverständige (Art. 189 StPO). 

Der Verurteilte/Beschwerdeführer macht in der Sache insbesondere geltend, die aktenkundigen Gut-
achten differierten hinsichtlich der Frage, ob bei ihm aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine Persön-

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lichkeitsstörung vorliege. Die Frage, ob und inwiefern er an einer Persönlichkeitsstörung leide, sei für 
die Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 StGB entscheidend. 

Dem ist grundsätzlich zwar zuzustimmen. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass die aktenkun-
digen Gutachten zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt erstellt worden sind, weshalb differierende 
Gutachten nicht zwingend dazu führen, dass ein Obergutachten erstellt werden muss. Mit Blick auf Ef-
fizienz, Kosten und die zeitliche Komponente ist in erster Linie eine Ergänzung durch dieselbe sach-
verständige Person angezeigt (BSK StPO-HEER, 2. Auflage, Art. 189 N 16), mithin durch den aktuell 
mit der Sache betrauten Gutachter. Dies ist vorliegend nicht anders zu handhaben. Zur Klärung allfäl-
liger Widersprüchlichkeiten / Ergänzungen wird Dr. med. D.________ an der Verhandlung vor der Be-
schwerdekammer in Strafsachen teilnehmen. Sollte es sich dereinst – unter Berücksichtigung der ge-
samten Akten – für die Beschwerdekammer in Strafsachen als notwendig erweisen, eine weitere 
sachverständige Person mit der Begutachtung des Verurteilten/Beschwerdeführers zu betrauen, wird 
sie dies von Amtes wegen in die Wege leiten. 

Ergänzend ist festzuhalten, dass sich Diagnosen im Verlauf der Zeit anpassen 
können. Die Würdigung der Gutachten sei Sache des Gerichts. Wie nachfolgend 
aufzuzeigen sein wird, liegt kein relevanter Widerspruch zwischen den Ausführun-
gen von med. pract. F.________ und Dr. med. D.________ vor, weshalb es keiner 
Oberexpertise bedarf. 

II. Sachverhalt 

5. Grundlagen der Beurteilung 

Hinsichtlich des Massnahmenvollzugs und der Entwicklung des Beschwerdeführers 
seit dem Urteil der Vorinstanz vom 30. April 2021 kann auf die detaillierten Aus-
führungen der BVD in ihrem Antrag auf Aufhebung der stationären Suchtbehand-
lung und Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB (pag. PEN 
II/1 ff.) sowie die Ausführungen der Vorinstanz (pag. PEN II/236 ff.) verwiesen wer-
den. Sie haben sich – wie nachfolgend im Einzelnen aufzuzeigen sein wird – 
vollständig mit den Gutachten, Berichten und Verfügungen auseinandergesetzt. Die 
Vorinstanz stellte in ihrem Beschluss vom 23. März 2023 neben den Ausführungen 
zum Sachverhalt insbesondere auf die Gutachten von med. pract. F.________ vom 
15. August 2019 (inkl. Ergänzung vom 9. September 2019; pag. PEN II/262 f.) und 
von Dr. med. D.________ vom 1. Oktober 2021 (inkl. Ergänzung vom 15. August 
2022 und ergänzender Stellungnahme vom 27. Oktober 2022; pag. PEN II/263 ff.) 
sowie auf die Vollzugsberichte des MZ E.________ (pag. PEN II/274 ff.) ab. 

Der Beschwerdeführer und der Sachverständige Dr. med. D.________ wurden 
oberinstanzlich anlässlich der Verhandlung vom 17. Oktober 2023 befragt. Weiter 
sind die aufgelaufenen Vollzugsakten der BVD (pag. BVD/2292 ff.), die aktuellen 
Vollzugs- und Therapiebericht des MZ E.________ vom 28. September 2023 und 
vom 10. Oktober 2023 sowie das Protokoll zur VVP vom 12. Oktober 2023 zu 
berücksichtigen. 

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6. Vollzugsverlauf 

Der Beschwerdeführer befand sich vom 16. Dezember 2018 an zunächst in Poli-
zeihaft (pag. PEN I/18 ff.). Am 18. Dezember 2018 wurde er festgenommen und in 
Untersuchungshaft versetzt, bis er am 5. November 2019 die mit Urteil vom 30. 
April 2021 angeordnete stationäre Suchtbehandlung vorzeitig antrat (pag. PEN 
I/235 ff.). 

In der Fallkonzeption des MZ E.________ vom 24./25. Februar 2020 wurde im Sin-
ne eines vorläufigen Vollzugsplans festgehalten, den Beschwerdeführer nach vier 
Monaten in den offenen Vollzug übertreten zu lassen. Mangels Vorliegens der An-
klageschrift und der geplanten Risikoabklärung war der Übertritt noch nicht gesi-
chert (pag. BVD/194). Gemäss Vollzugsplan vom 18. Februar 2020 hatte der Be-
schwerdeführer keine Mühe, sich in die Eingewiesenengruppe auf der Beobach-
tungs- und Triageabteilung (nachfolgend: BeoT) einzufügen. Er habe schnell An-
schluss gefunden und pflege mit allen einen kollegialen Umgang. Im Alltag sei auch 
immer wieder eine gewisse Empathie anderen gegenüber spürbar. Auch in Bezug 
auf das Opfer G.________ sei immer mehr Mitgefühl spürbar. Zwar bagatellisiere 
der Beschwerdeführer teilweise seine Tat, indem ihn das Opfer mit dem Diebstahl 
seines Geldes gereizt habe. Gleichzeitig räume er ein, dass das in keinem Fall eine 
Rechtfertigung für die übermässige Gewaltanwendung seinerseits sei. In der Zu-
sammenarbeit mit seiner Bezugsperson zeige er sich offen und kooperativ. Seine 
Zuverlässigkeit habe sich im Laufe der Zeit verbessert. Der Beschwerdeführer ha-
be von Anfang an geäussert, dass er die Zeit in der Massnahme nutzen wolle. Er 
wolle an sich arbeiten und sein Ziel sei es, ein drogenfreies Leben zu führen und 
einer Arbeit nachzugehen. Im Bereich Arbeit wurde ausgeführt, dass mit ihm die 
Themen Pünktlichkeit und das Einhalten von Regeln und Abmachungen hätten 
geübt werden müssen. Er lasse sich von seiner Umgebung schnell ablenken. Ein 
weiteres Thema, das bearbeitet werden müsse, sei sein Durchhaltewillen, wenn er 
eine Arbeit erledigen müsse, an der er nach einiger Zeit das Interesse verliere. Po-
sitiv zu werten sei, dass der Beschwerdeführer bereit sei, auch schwierige Themen 
zu bearbeiten. Er wisse, dass er berufsbezogene Defizite aufweise und möchte die 
Zeit im Vollzug nutzen, diese aufzuarbeiten. Bisher hätten 11 psychotherapeutische 
Einzelsitzungen bei Frau H.________ stattgefunden. Zudem habe der Beschwer-
deführer an der deliktsunspezifischen Gruppentherapie teilgenommen. Der Be-
schwerdeführer wolle den Lehrabschluss seiner kaufmännischen Lehre nachholen. 
Er habe wieder Kontakt zu seinem Vater aufgenommen, der ihn zusammen mit 
seinen beiden Stiefgeschwistern im MZ E.________ besucht habe. Auch mit seiner 
Mutter und deren Partner sowie mit einem Freund aus seiner Jugendzeit und sei-
ner Ex-Freundin habe er Kontakt. Es entstehe der Eindruck, dem Beschwerdefüh-
rer sei bewusst, dass er ein prosoziales Umfeld aufbauen müsse. Schliesslich wur-
de empfohlen, den Beschwerdeführer nach vier Monaten in den offenen Vollzug 
übertreten zu lassen (pag. BVD/201 ff.). 

Mit Verfügung vom 2. März 2020 wurde der Beschwerdeführer in den offenen Be-
reich des MZ E.________ versetzt (pag. BVD/217 f.). Die Auswertung des Voll-
zugsplans ergab, dass die Teilziele im Bereich Gesundheit nicht erreicht worden 
waren, da es in den letzten Monaten zu mehreren Konsumrückfällen und einer 

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Entweichung mit Konsumrückfall gekommen war (pag. BVD/247; pag. BVD/220 ff.; 
pag. BVD/229 ff.). Einem entsprechenden Schreiben des MZ E.________ vom 
14. Mai 2020 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer wiederholt seine feh-
lende Motivation, eine Therapie im MZ E.________ zu machen, geäussert habe. 
Seiner Ansicht nach sei das MZ E.________ für eine Drogentherapie nicht geeig-
net, da es so viele Eingewiesene mit einer Massnahme gemäss Art. 59 StGB habe 
und dies für ihn nicht zusammenpasse. Auch die Tatsache, dass er auf der offenen 
Abteilung sei, aber nicht raus könne, mache ihm zu schaffen. Seit seinem Übertritt 
auf die offene Abteilung habe er zwei Konsumrückfälle gehabt. Dabei habe der Be-
schwerdeführer seinen Konsum damit begründet, dass er sich mal etwas habe 
gönnen wollen, um von dem Ganzen hier abzuschalten (pag. BVD/223 f.). Auch 
das Teilziel Forensische Therapie konnte nur als teilweise erreicht beurteilt werden, 
da der Beschwerdeführer mehrfach geäussert habe, dass ihm die Therapie nichts 
bringe und er sich nicht am richtigen Ort fühle. In den Sitzungen habe er sich eher 
passiv gezeigt und vieles habe erfragt werden müssen. Seit seinem Übertritt in die 
offene Abteilung habe der Beschwerdeführer zudem mehrfach Termine verpasst 
oder sei zu spät gekommen. Er sei auch hinsichtlich eines Konsumrückfalls einmal 
nicht ehrlich gegenüber der Referentin gewesen. Der Beschwerdeführer sei zwar in 
der Lage, den vorliegenden Suchtdruck anzumelden. Jedoch sei es ihm nicht in je-
dem Fall gelungen, Rückfällen mit den vorhandenen Strategien zu begegnen 
(pag. BVD/250). Gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers im Vollzugs-
plan vom 24. August 2020 habe die Flucht im Frühling nichts gebracht und die 
Drogen seien schlecht eingefahren. Seit seiner Flucht habe er keine positive Urin-
probe mehr abgegeben (mit Ausnahme des Vorfalls mit dem Stechapfeltee, bei 
dem es sich gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers um ein Versehen 
gehandelt habe; pag. BVD/261). Er habe anlässlich seines 21. Geburtstags be-
schlossen, keine Drogen mehr zu nehmen. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, 
dass der Beschwerdeführer das Einnehmen von Xanax nicht als Drogenkonsum 
verstehe, da dieses legal erhältlich sei. Jedoch scheine trotzdem ein Bewusstsein 
vorhanden zu sein, dass diesbezüglich ein Suchtproblem vorliege (pag. BVD/261). 
Die Auswertung dieses Vollzugsplans ergab, dass sämtliche Teilziele – mit Aus-
nahme der Arbeit – als erreicht einzustufen waren. Insbesondere im Hinblick auf 
die forensische Therapie zeige sich der Beschwerdeführer grundsätzlich kooperativ 
und beteilige sich inzwischen vermehrt aktiv an den Sitzungen, wobei er auch offen 
seinen Unmut äussere und mitteile, was er denke. Er betrachte die Therapie wei-
terhin nicht als gewinnbringend. Zwischenzeitlich gelinge es ihm, sein Suchtverlan-
gen anzusprechen. Es sei ihm gelungen, seine Emotionen ohne Substanzkonsum 
zu regulieren und auch in schwierigen Situationen auszuhalten und beispielsweise 
durch Gespräche zu klären (pag. BVD/508 f.). Seitens des MZ E.________ wurde 
den BVD am 16. Oktober 2020 mitgeteilt, dass sich der Beschwerdeführer mittler-
weile äusserst umgänglich und motiviert zeige; Öffnungen würden grundsätzlich 
befürwortet. Deshalb sei in einem nächsten Schritt geplant, dem Beschwerdeführer 
in Begleitung seiner Familienmitglieder Vollzugsöffnungen zu gewähren. Es wurde 
dagegen als problematisch erachtet, dass der Beschwerdeführer in der Regel auf 
ältere und teilweise verfestigt dissoziale Personen treffe. Er scheine mehr und 
mehr eine «Gefangenen-Identität» anzunehmen. Trotzdem nehme er an den Akti-

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vitäten teil. Die Therapie könne nur eingeschränkt deliktspezifisch durchgeführt 
werden, da noch keine Verurteilung erfolgt sei. Die drogenspezifische Therapie be-
ginne im Januar/Februar 2021 (pag. BVD/335). 

Am 24. September 2020 resp. am 21. Oktober 2020 wurde im Auftrag der BVD ei-
ne Risikoabklärung erstellt (pag. BVD/410 ff.). Bezüglich der verschiedenen Tests 
wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer auf der PCL-R einen Summenwert 
von 23 (von möglichen 40) Punkten erreicht habe. Der Kennwert des Beschwerde-
führers liege – unter Berücksichtigung des Standardmessfehlers von 3,35 – in ei-
nem mittelgradigen bis hohen Bereich. Angesichts dieses Standardmessfehlers sei 
davon auszugehen, dass der wahre Wert des Beschwerdeführers mit einer Wahr-
scheinlichkeit von 68% zwischen 26,35 und 19,65 Punkten liege (pag. BVD/424). 
Bei der Anwendung des VRAG-R habe der Beschwerdeführer einen korrigierten 
Summenwert von 14 Punkten (von 46 möglichen Punkten) erzielt. Dieser Sum-
menwert entspreche der Risikokategorie 7 von 9 Risikokategorien. Das Rückfallri-
siko für erneute Anklagen und Verurteilungen für sexuell und nicht-sexuell motivier-
te Gewaltdelikte liege bei der Gruppe von Straftätern, die diesen Gesamtwert er-
reichten, innerhalb von 5 Jahren bei 45% und innerhalb von 12 Jahren bei 69%. 
Der Beschwerdeführer habe einen Prozentrang von 73,6 erreicht. Das bedeute, 
dass 26,4% der Gewalt- und Sexualstraftäter der Entwicklungsstichprobe einen 
höheren Wert erzielt hätten als der Beschwerdeführer und 73,6% einen niedrigeren 
oder gleich hohen Wert (pag. BVD/425). Unter dem Titel des HCR-20 seien sämtli-
che Historischen-Items und Risiko-Items sowie im klinischen Bereich das Item C1 
(gegenwärtige Probleme im Bereich Einsicht) erfüllt. Das Risiko werde besonders 
durch die Historischen-Items und die Risiko-Items, also die zukünftigen Rahmen-
bedingungen belastet. Das klinische Bild sei zurzeit weitgehend unauffällig. Die 
wichtigsten Interventionspunkte seien das Item C1 und die Risiko-Items. Die Histo-
rischen-Items könnten als problematische Ausgangslage und Fehlen von Ressour-
cen angesehen werden. Die schlechte Behandelbarkeit der Suchtproblematik habe 
in der Vergangenheit zu einer erhöhten Bereitschaft für erneutes delinquentes Ver-
halten geführt, bei gleichzeitig fehlenden Strategien bei Stress, Frustrationen und 
längerfristigen Anforderungen und Belastungen umzugehen (Item R5). Motivatoren, 
sein Verhalten aufrecht zu erhalten, seien die fehlende Perspektive und wenig 
Möglichkeiten, seinen sozialen Status zu stabilisieren. Der Beschwerdeführer be-
wege sich seit vielen Jahren im Drogenmilieu und habe sich eine gewisse Stellung, 
Anerkennung und Prestige erarbeitet. Zudem stelle der Suchtdruck einen starken 
(Motivations-)Faktor dar. Destabilisatoren ergäben sich aus seiner langjährigen 
Suchterkrankung und der unklaren Lebensperspektive. Disinhabitoren seien der 
Einfluss von psychotropen Substanzen (Kokain, Benzodiazepine), das fehlende 
Ansprechen auf die bisherigen ambulanten Behandlungsmassnahmen und man-
gelnde Problemeinsicht. Bezüglich der zu erwartenden Szenarien scheine das 
Wiederholungsszenario am wahrscheinlichsten. Bei fehlender Unterstützung und 
externer Kontrolle müsse auch zukünftig mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit 
damit gerechnet werden, dass der Beschwerdeführer wieder anfange, Drogen zu 
konsumieren, wodurch neue Straftaten wie die, welche ihm vorgeworfen würden, 
zu befürchten seien (pag. BVD/425). Beim FOTRES habe der Beschwerdeführer 
einen Basis-Risikowert von 3.0 erreicht, was eher hoch bzw. eindeutig kritisch sei. 

10

In Freiheit sei zwingend ein Monitoring erforderlich. Die Chancen für einen positi-
ven Verlauf stünden eher schlecht. Die Basis-Beeinflussbarkeit falle mit 2.0 mode-
rat aus. Es bestünden relevante Erfolgsaussichten für eine risikosenkende Thera-
pie. Chancen und Hemmnisse hielten sich die Waage. Bei entsprechender Konstel-
lation sollte eine Therapie empfohlen werden (pag. BVD/425 f.). Zusammenfassend 
wird im Risikoprofil gestützt auf FOTRES und VRAG-R von einem mittel bis hohen 
Delinquenzrisiko für schwerwiegende und leichtgradige Gewaltstraftaten ausge-
gangen. Die angeklagte Schändung bzw. leichte Körperverletzung werde als Ge-
waltdelikt mit dem Motiv der Erniedrigung im sexuellen Kontext und nicht zur Be-
friedigung sexueller Bedürfnisse quantifiziert. Aufgrund der damit intendierten psy-
chischen Opferschädigung werde dieses Deliktsverhalten im Schweregrad als mit-
telgradig eingestuft. Diese Einschätzungen seien stark durch die oben aufgeführte, 
seit mehreren Jahren bestehende risikorelevante Alkohol- und Drogenproblematik 
beeinflusst, die aufgrund erfolgloser und fehlender Bearbeitung unverändert vorlie-
ge. Aufgrund der ausgeprägten Suchtmittelabhängigkeit würden mit hoher Wahr-
scheinlichkeit erneute Delikte, die mit dem Erwerb und Konsum von illegalen Dro-
gen in Zusammenhang stehen, erwartet. Beim Beschwerdeführer seien zudem 
psychopathische Persönlichkeitseigenschaften mittelgradig bis hoch ausgeprägt. 
Dass es beim Beschwerdeführer trotz langjährigen Konsums nicht zu vielen akten-
kundigen Gewaltstraftaten gekommen sei, lasse die Vermutung zu, dass er über 
einige wenige Kontrollstrategien für entsprechende Handlungsimpulse verfüge. In-
wieweit er eine stabile Motivation habe aufbauen können, um diese Strategien zu 
erweitern, sei aufgrund des bisher schwankenden Verlaufs kritisch zu betrachten. 
In den bisher erfolglosen Behandlungsversuchen habe sich gezeigt, dass der Be-
schwerdeführer seine Veränderungsmotivation nicht kontinuierlich aufrechterhalten 
könne und nach wie vor über eine geringe Frustrationstoleranz mit Schwierigkeiten 
zum Bedürfnisaufschub verfüge. Dies bilde sich auch im aktuellen Verlauf des MZ 
E.________ ab, wobei deutliche Parallelen zum Aufenthalt in der I.________ er-
kennbar seien und eine Entwicklungsstagnation im suchtrelevanten Bereich seit 
2016 vermuten lasse. Die risikorelevante Beeinflussbarkeit werde daher als eher 
ungünstig eingestuft (pag. BVD/431 f.). 

Gemäss Vollzugsbericht des MZ E.________ vom 4. Dezember 2020 könne das 
Verhalten des Beschwerdeführers im Vollzugsalltag als gut bezeichnet werden. Er 
habe sich zunehmend auf die Massnahme einlassen können und zeige sich in allen 
drei Säulen (Soziotherapie, Psychotherapie, Arbeitsagogik) absprachefähig und 
zuverlässig, trotz anfänglicher Anlaufschwierigkeiten (pag. BVD/340). Seit dem 
Übertritt des Beschwerdeführers auf die offene Abteilung E habe er insgesamt 49 
Urinproben abgeben müssen. Davon hätten zwei ein positives Resultat aufgewie-
sen; am 29. März 2020 positiv auf THC und am 25. April 2020 positiv auf THC, Ko-
kain und Benzodiazepine, weshalb der Beschwerdeführer mit Arrest diszipliniert 
worden sei. Ein weiteres positives Resultat habe nach seiner Entweichung am 
3. Mai 2020 festgestellt werden können. Er sei positiv auf Kokain und ein Abbau-
produkt von Alkohol getestet worden. Ein weiterer kritischer Vorfall habe am 22. Ju-
li 2020 verzeichnet werden können, als der Beschwerdeführer nachweislich Stech-
apfel konsumiert habe. Eine Konsumabsicht habe ihm diesbezüglich aber nicht 
nachgewiesen werden können (pag. BVD/341). Der Beschwerdeführer stelle sich 

11

sein zukünftiges Leben ohne illegale Drogen oder verschriebene Medikamente vor. 
Er wolle auch versuchen, seinen Lehrabschluss im kaufmännischen Bereich nach-
zuholen (pag. BVD/346). Auf der Grundstufe könne der Beschwerdeführer vollbe-
gleitete externe Urlaube beziehen. Das MZ E.________ sei der Meinung, dass der 
Beschwerdeführer weitere Übungsfelder ausserhalb der Institution brauche, um zu 
belegen, wie ernst es ihm mit der Motivation zur Massnahme sei und wie gut es 
ihm gelinge, sich an Abmachungen und Vorgaben zu halten (pag. BVD/347). Der 
psychiatrisch-psychologische Dienst des MZ E.________ erklärte, dass der Be-
schwerdeführer im Behandlungszeitraum an insgesamt 37 psychotherapeutischen 
Sitzungen teilgenommen habe. Die Behandlung sei deliktsorientiert und habe auf 
den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie basiert. Daneben habe er auf der 
BeoT an insgesamt 13 psychotherapeutischen Gruppensitzungen teilgenommen. 
Der Beschwerdeführer habe sich über den gesamten Behandlungszeitraum 
schwankend formal zuverlässig gezeigt und sei mehrfach verspätet oder nicht 
selbständig zu den vereinbarten Terminen gekommen. Diesbezüglich sei es in der 
aktuellsten Vollzugsplanperiode bereits zu einer Verbesserung gekommen 
(pag. BVD/352). Daneben sei der Beschwerdeführer 2020 zu zwei psychiatrischen 
Konsultationen aufgeboten worden, da er sich in einer depressiven Phase mit viel 
Unsicherheit, innerer Unruhe, Schlafstörungen, erhöhtem Stress und Lärmunver-
träglichkeit befunden habe. Aufgrund einer schlechten Erfahrung mit Substanzen 
chemischen Ursprungs habe es der Beschwerdeführer bevorzugt, eine natürliche 
Alternative auszuprobieren. Es sei beschlossen worden, Lavendelöl in Kapselform 
auszuprobieren, welches vom Beschwerdeführer eigenverantwortlich eingenom-
men werde. Nachdem sich der Beschwerdeführer zunächst motiviert gezeigt habe, 
habe seine Motivation nach seinem Übertritt auf die offene Abteilung E und den 
damit einhergehenden Einschränkungen aufgrund der kritischen Zwischenfälle 
merklich abgenommen und der Beschwerdeführer sei zur Haltung gelangt, im MZ 
E.________ deplatziert zu sein und in einer anderen Institution möglicherweise 
schneller voranzukommen (pag. BVD/354). Die Vollzugsziele wurden als teilweise 
erreicht beurteilt. Der Beschwerdeführer scheine die psychotherapeutischen Ein-
zelsitzungen (noch) nicht als ausreichend unterstützend zu erleben und habe das 
freiwillige Angebot während der Covid-19-Pandemie nicht eigeninitiativ genutzt. 
Zwar habe er vorliegendes Suchtverlangen gemeldet, es sei ihm aber nicht in je-
dem Fall gelungen, Rückfällen mit den vorhandenen Strategien zu begegnen 
(pag. BVD/355). Zusammenfassend wurde festgehalten, dass mit der Deliktsarbeit 
noch nicht habe begonnen werden können, weshalb die risikorelevante Beeinfluss-
barkeit nicht eingeschätzt werden könne. In Bezug auf die Suchtproblematik sei 
von einer moderaten Ansprechbarkeit auszugehen. Aufgrund mehrerer interner 
Rückfälle könne davon ausgegangen werden, dass ein allenfalls vorhandenes Risi-
komanagement noch keine ausreichende Wirkung im Veränderungsbedarf entfaltet 
habe (pag. BVD/358). Am 1. März 2021 beurteilte die Konkordatliche Fachkommis-
sion (nachfolgend: KoFako) erstmals den Fall des Beschwerdeführers. Sie erachte-
te die beschriebe Vollzugsplanung bis hin zur Progressionsstufe B (unbegleitete 
Tagesurlaube ohne Übernachtung) für möglich, sofern der Beschwerdeführer die 
therapeutische Behandlung fortsetze, sich absprachefähig und transparent zeige, 
seine Abstinenz aufrecht erhalte und sich weiterhin bewähre (pag. BVD/397). In der 

12

VVP vom 15. März 2021 wurde u.a. die weitere Vollzugsplanung besprochen. 
Diesbezüglich wurde festgehalten, dass in einem ersten Schritt die Versetzung in 
die Progressionsstufe A erfolgen solle. Bei weiterem gutem Verlauf sei geplant, den 
Beschwerdeführer im Sommer 2021 in die Progressionsstufe B zu versetzen, damit 
er in die Lehre einsteigen könne. Ferner seien sie (das MZ E.________) der An-
sicht, dass bei weiterem gutem Verlauf mit dem Beantragen der Progressionsstufe 
C nach der Implementierung der Progressionsstufe B nicht allzu lange zugewartet 
werden solle (pag. BVD/402 f.). 

Mit Verfügung vom 19. März 2021 hiessen die BVD den Antrag des MZ 
E.________ gut und verfügten die Versetzung des Beschwerdeführers in die Pro-
gressionsstufe A (pag. BVD/446 ff.). Gemäss Führungsbericht vom 16. März 2021 
habe sich der Beschwerdeführer seit Sommer 2020 Mühe gegeben, sich besser 
auf die Massnahme einzulassen, und habe die meisten seiner Vollzugsziele er-
reicht. Die Zusammenarbeit mit der Bezugsperson funktioniere gut. Er halte sich an 
die Gesprächstermine und bringe sich aktiv in diese ein. Im Erledigen von Adminis-
trativaufgaben sei ein gewisses Manko festzustellen, weshalb dort Verbesserungs-
potential gesehen werde. Insgesamt sei trotz der kritischen Vorfälle im Frühling 
2020 von einem bisher positiven Vollzugsverlauf auszugehen. Die geplanten Öff-
nungen im Rahmen der Vollzugsstufe A sollten dem Beschwerdeführer weitere 
Übungsfelder bieten, in welchen er die bisher erzielten Fortschritte weiter festigen 
und sich für weitergehende Öffnungen bewähren könne (pag. BVD/470). Gemäss 
Vollzugsplan vom 24. Februar 2021 sei dem Beschwerdeführer der Zusammen-
hang zwischen seinem Drogenkonsum und seinem Delikt bewusst (pag. BVD/519). 
Der Beschwerdeführer pflege einen kollegialen Umgang mit den anderen Mitein-
gewiesenen. Er habe aber die Tendenz, sich von anderen – nicht immer zu seinem 
Vorteil – beeinflussen zu lassen und klage manchmal selber, dass er sich zu wenig 
abgrenzen könne (auch akustisch). Öfters schimpfe er darüber, dass er im MZ 
E.________ am falschen Platz sei und keine genügende Suchttherapie erhalte 
(pag. BVD/520). Er sei weiterhin motiviert, seinen Lehrabschluss nachzuholen. Bei 
gutem Verlauf wäre ab Sommer 2021 die Weiterführung seiner KV-Lehre möglich 
(pag. BVD/524). Nachdem der Beschwerdeführer mit Urteil des Regionalgerichts 
vom 30. April 2021 rechtskräftig verurteilt worden war, wurde er mit Verfügung vom 
28. Mai 2021 [offiziell] in den Massnahmenvollzug eingewiesen. Die relative 
Höchstdauer der Massnahme wurde auf den 4. November 2022, die absolute auf 
den 4. November 2023 festgelegt (pag. BVD/588). Der Beschwerdeführer habe be-
schlossen, anstelle der KV-Lehre eine Ausbildung zum Maurer zu absolvieren, was 
seitens des MZ E.________ begrüsst werde. Weiter informierte das MZ 
E.________ die BVD darüber, dass die Progressionsstufe A fast ausgeschöpft sei. 
Bisher seien die Vollzugsöffnungen gut verlaufen. Es sei daher geplant, ca. Anfang 
Juli 2021 einen Antrag auf Versetzung des Beschwerdeführers in die Progressi-
onsstufe B zu stellen (pag. BVD/598). Vom 12. bis 15. Juli 2021 absolvierte der 
Beschwerdeführer einen Schnuppereinsatz als Maurer bei der J.________ AG in 
K.________ (pag. BVD/656 ff.). Die Schnupperwoche sei gut verlaufen und dem 
Beschwerdeführer sei ein Lehrvertrag angeboten worden (pag. BVD/680). 

Mit Verfügung vom 21. Juli 2021 hiessen die BVD den Antrag des MZ E.________ 
auf Versetzung des Beschwerdeführers in die Progressionsstufe B mit schrittweiser 

13

Ausdehnung der unbegleiteten Zeitfenster gut. Weiter wurde in Kombination mit der 
Gewährung der Progressionsstufe B auf den Zeitpunkt des Antritts der Lehre eine 
Arbeitserprobung bei der J.________ AG für die Dauer von drei Monaten gewährt 
(pag. BVD/681 ff.). Entsprechend wurden mit der O.________ eine Vereinbarung 
betreffend den Schulbesuch während der Lehre und eine Vereinbarung mit der 
J.________ AG betreffend die Arbeitserprobung abgeschlossen. Der Lehrbeginn 
wurde auf den 9. August 2021 festgelegt (pag. BVD/737 ff.; pag. BVD/743 ff.). 
Gemäss Vollzugsbericht vom 6. September 2021 sei das letzte halbe Jahr von sehr 
einschneidenden Ereignissen und Entscheidungen (wie der Gerichtsverhandlung) 
geprägt gewesen. Dementsprechend sei die Stimmung des Beschwerdeführers 
grossen Schwankungen unterlegen – von euphorisch zu kindisch, pubertär, provo-
zierend, aber auch wütend und traurig. Dies habe die Zusammenarbeit in der So-
ziotherapie nicht einfach gemacht. Durch sein Verhalten habe er hin und wieder 
seine eigentlich positive Entwicklung in Gefahr gebracht und zeitweise eine kon-
struktive Zusammenarbeit verhindert. Ein kritischer Zwischenfall habe sich just in 
dem Moment ereignet, als er die Zusage für die Lehrstelle erhalten habe und die 
Progressionsstufe B verfügt worden sei. Er habe seinen Geburtstag mit mehreren 
Gläsern Wodka gefeiert, was ihm vier Tage Arrest eingebracht habe 
(pag. BVD/747). Hierzu erklärte der Beschwerdeführer in einem Schreiben an die 
BVD, dass er wie ein freier Mensch habe feiern wollen. Er habe sich für ein paar 
Stunden nicht unter Zwang und Kontrolle fühlen und sich ein wenig gehen lassen 
wollen. Er habe den Alkohol mit Bedacht getrunken und keine harten Drogen kon-
sumiert. Es sei ihm auch nicht um den Suchtdruck gegangen. Vielmehr habe er 
sich wieder wie ein Teil der normalen Gesellschaft fühlen wollen (pag. BVD/730). 
Der Beschwerdeführer habe unumwunden zugegeben, den Konsum von Alkohol in 
dem Sinne zu bagatellisieren, als dass er diesen alleine für sich selbst als nicht kri-
tisch empfinde. Kritisch werde es aus seiner Sicht dann, wenn er dazu weitere (ille-
gale) Substanzen konsumiere, was er dieses Mal erfolgreich vermieden habe und 
früher so wohl nicht möglich gewesen wäre. In der Deliktsarbeit stelle sich heraus, 
dass der Beschwerdeführer als Bedürfnis hinter seinem Konsum die Steigerung 
seines eigenen Wohlbefindens und überwiegend das sich Ablenken von der eige-
nen Trauer und Enttäuschung darüber, von den für ihn zuständigen Bezugsperso-
nen enttäuscht worden zu sein, beschreibe. Auch unter dem alleinigen Einfluss von 
Benzodiazepinen beschreibe der Beschwerdeführer eine positive Wirkung im 
Dämpfen negativer Gefühle wie Angst oder Enttäuschung und das Erreichen einer 
gewissen Gleichgültigkeit. In diesem Zusammenhang habe erarbeitet werden kön-
nen, dass der Beschwerdeführer in seinem Leben kaum die Chance gehabt habe, 
die Regulation von Gefühlen ohne die Hilfe von Substanzen zu erlernen, und dass 
der Aufbau diesbezüglicher Fähigkeiten zentral sei, um künftig abstinent und damit 
langfristig deliktfrei leben zu können (pag. BVD/758). Im Vollzugsbericht vom 
6. September 2021 wird erwähnt, dass der Beschwerdeführer trotz aller Ungeduld 
betreffend Öffnungen und seines provozierenden Verhaltens in der Soziotherapie 
an seiner Motivation festgehalten habe, in der Massnahme voranzukommen. Er sei 
absprachefähig geblieben. Es sei ihm gelungen, trotz seiner immer wieder aufbrau-
senden Wut auf die Institution seine Selbstkontrolle einigermassen aufrecht zu er-
halten. Die Lehre habe er mit grosser Motivation begonnen (pag. BVD/747). Er 

14

müsse morgens um 04.45 Uhr aus dem Haus und komme abends um 19.30 Uhr 
wieder zurück. Die langen Arbeitszeiten setzten ihm sichtlich zu. Er reagiere oft 
unwirsch, was eine Zusammenarbeit zurzeit schwierig mache. Immer wieder erklä-
re er, er habe jetzt keine Zeit, sich um seine Angelegenheiten zu kümmern, und er-
kenne nicht, dass es um ihn gehe. Die Wochenenden verbringe er mit Beziehungs-
urlauben, Ausgängen und externen Besuchen. Seit der letzten Berichterstattung 
habe er 9 Urinproben und 16 Atemlufttests abgegeben. Mit Ausnahme desjenigen 
vom 25. Juli 2021 seien alle negativ gewesen. Sein Verhältnis zu Medikamenten 
dagegen sei ambivalent. Er habe öfters Angstzustände und es gehe ihm dann psy-
chisch nicht gut. Er sehe nicht ein, sich gar nie mehr entsprechende Medikamente 
verschreiben zu lassen. Die Vorstellung, ohne Medikamente glücklich sein zu kön-
nen, sei nicht sehr ausgeprägt. Von harten Drogen habe er sich klar distanziert 
(pag. BVD/748). Weiter seien die unbegleiteten Zeitfenster in den Beziehungsur-
lauben auf 12 Stunden erhöht worden. Zusammenfassend wurde festgehalten, 
dass der Beschwerdeführer noch mit Vielem überfordert sei, sich aber motiviert 
zeige, seinen Weg in eine positive Richtung zu gehen (pag. BVD/751 f.). 

Mit Gutachten vom 1. Oktober 2021 stellte Dr. med. D.________ für die Tatzeit und 
«aktuell» die folgenden Diagnosen bzw. deliktrelevante Problembereiche 
(pag. BVD/857):

Tatzeitnah (18.12.2018): Psychische und Verhaltensstörungen durchmultiplen Substanzgebrauch mit 
im Tatzeitraum Abhängigkeitsyndrom und Mischintoxikation (ICD-10 F19). Deliktrelevante Persönlich-
keitsstörung mit dissozialen und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 F60). Zumindest mittelgradige 
psychopathy-Ausprägung (sensu Hare; dimensionale Sichtweise). 

Aktuell: Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch, derzeit in einer be-
schützten Umgebung von Kokain und Xanax® sowie weiteren psychotropen Substanzen meist absti-
nent (ICD-10 F19). Deliktrelevante Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und emotional-instabilen 
Anteilen (ICD-10 F60). Zumindest mittelgradige psychopathy-Ausprägung (sensu-Hare; dimensionale 
Sichtweise). 

Gemäss Dr. med. D.________ seien sowohl die ausgeprägte Suchterkrankung als 
auch die dissozialen und emotional-instabilen Persönlichkeitsanteile deliktsrelevant 
bzw. insbesondere deren Zusammenspiel. Als gewalttriggernd könnten insbeson-
dere die Stimulanzien (wie Amphetamine und Kokain) und Alkohol angesehen wer-
den. Alprazolam (Xanax®) könne allenfalls die Hemmschwelle noch etwas gesenkt 
haben, da der Beschwerdeführer diese Substanzklasse seit langem zur Bekämp-
fung von Ängsten und zur Selbstwertregulation eingesetzt habe und entsprechende 
Enthemmungseffekte auch aus der wissenschaftlichen Literatur und der gängigen 
klinischen Erfahrung bekannt seien. Dem Cannabiskonsum werde aus gutachterli-
cher Sicht keine wesentliche zusätzliche Wirkung in Richtung Gewaltbereitschaft 
zugestanden (pag. BVD/858). Zusammengefasst hält Dr. med. D.________ fest, 
dass insbesondere für die Anlassdelikte im Tatzeitraum die risikorelevante Alkohol- 
und Drogenproblematik als zentrale Eigenschaft des «Deliktsmechanismus» be-
nannt werden könne. Vorhanden seien jedoch zusätzlich dissoziale (überdauernde) 
Verhaltensbereitschaften, die auch in abstinenten Phasen erkennbar seien. Das 
Zusammenspiel dieser zwei Problembereiche könne – wie im Tatzeitraum – zu ei-
ner deutlichen Eskalation mit markanten Delikten führen (pag. BVD/861). Dr. med. 

15

D.________ gelangte aufgrund des Alkoholkonsums und den Ausführungen des 
Beschwerdeführers hierzu zum Schluss, dass dieses Verhalten darauf hinweise, 
wonach (möglicher) Substanzkonsum für den Beschwerdeführer nach wie vor eine 
wesentliche Möglichkeit zur Emotionsregelung darstelle. Keinesfalls könne die 
Suchterkrankung des Beschwerdeführers als überwunden angesehen werden, 
auch wenn erste wesentliche Schritte für deren Überwindung im aktuell beschüt-
zenden Setting erkennbar seien. Damit bedürfe der Beschwerdeführer noch über 
Jahre eine – mehr oder weniger engmaschige – Betreuung auf verschiedenen 
Ebenen. Dies widerspiegle sich auch in den verschiedenen Prognoseinstrumenten. 
Offensichtlich sei, dass sich der Beschwerdeführer auf affektiver Ebene noch ver-
mehrt stabilisieren müsse, um seine Legalprognose langfristig zu verbessern (pag. 
BVD/863). Dr. med. D.________ schätzte die Legalprognose sowohl tatzeitnah als 
auch zum Zeitpunkt des Gutachtens als deutlich belastet ein (pag. BVD/867). Aus 
gutachterlicher Sicht sei zum Zeitpunkt des Gutachtens davon auszugehen, dass 
bei zunehmend gelockertem bzw. freiheitlicherem Setting und weniger Kontrollen 
der Risikofaktoren auch wesentliche Gefährdungssituationen wahrscheinlicher 
würden (pag. BVD/869). Es sei mit weiteren Konsumrückfällen zu rechnen. Zudem 
seien die deliktsrelevanten Persönlichkeitsanteile nach wie vor vorhanden. Wie aus 
den angewandten Prognoseinstrumenten hervorgehe, sei beim Beschwerdeführer 
von einem relativ hohen Basisrisiko auszugehen. Es sei jedoch (noch) nicht davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer zur Gruppe der Hochrisikotäter gehöre. 
Unter anderem könne nach wie vor von einer gewissen (therapeutischen) Beein-
flussbarkeit ausgegangen werden (pag. BVD/871). 

Mit Disziplinarverfügung vom 8. Oktober 2021 verhängte das MZ E.________ eine 
Arreststrafe von 4 Tagen aufgrund der Einnahme von anabolen Steroiden (Trenbo-
lon und Nandrolon). Der Beschwerdeführer räumte den Konsum ein und erklärte, er 
habe mit der Einnahme den strengen Alltag besser bewältigen wollen 
(pag. BVD/915 ff.). Am 3. November 2021 bestätigten die BVD die Versetzung des 
Beschwerdeführers in die Vollzugsstufe des Arbeitsexternats (AEX). Mittels Urin-
probe war der Beschwerdeführer sodann positiv auf Kokain getestet und am 8. No-
vember 2021 mit Arrest bestraft worden (pag. BVD/938 f.). Aus einer Aktennotiz 
vom 17. November 2021 geht hervor, der Beschwerdeführer sei überrascht gewe-
sen, dass die Urinprobe erst jetzt positiv ausgefallen sei. Er habe angegeben, in 
letzter Zeit täglich «Benzos» und gelegentlich Kokain konsumiert zu haben. Nach-
dem er mit den Anabolika aufgehört habe, seien Entzugserscheinungen aufgetre-
ten. Im Gespräch mit dem Beschwerdeführer habe sich herausgestellt, dass sich 
dieser offenbar «mit allem» überfordert gefühlt habe (pag. BVD/941). Am 17. No-
vember 2021 beurteilte die KoFako erneut den Fall des Beschwerdeführers. Sie 
hielt die Gewährung von weiteren Vollzugsöffnungen (Progressionsstufe C – Über-
nachtungsurlaube, WEP, WAEX, bedingte Entlassung) für deutlich verfrüht (pag. 
BVD/956 f.). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2021 widerriefen die BVD aufgrund 
der Vorkommnisse (Konsum) die Progressionsstufen A und B sowie die Vollzugs-
stufe des Arbeitsexternats. Der Beschwerdeführer wurde in die Grundstufe zurück-
versetzt (pag. BVD/982 ff.). Aufgrund der Rückversetzung musste er seine Lehre 
abbrechen (pag. BVD/1212). Eine gegen die Verfügung der BVD erhobene Be-
schwerde wies die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID) mit Entscheid vom 

16

7. April 2022 ab (pag. BVD/1185 ff.). Im Vollzugsbericht vom 10. Februar 2022 
wurde festgehalten, dass der Aufenthalt in der BeoT eine stabilisierende Wirkung 
auf den Beschwerdeführer habe. Dennoch erachteten sie eine zeitnahe Rückver-
setzung in den offenen Vollzug als zielführend (pag. BVD/1056). Mit Verfügung 
vom 16. Februar 2022 wurde die angeordnete besondere Sicherheitsmassnahme 
wieder aufgehoben (pag. BVD/1083 ff.). Aus dem Vollzugsplan vom 22. Februar 
2022 geht hervor, dass während des Jahres 2021 mehrere Rückfälle mit verschie-
denen Substanzen zu verzeichnen gewesen waren. Laut eigener Angabe sei sein 
Bedürfnis zu konsumieren in Momenten des Drucks entstanden (pag. BVD/1173). 
Zum Zeitpunkt des Eintritts in die BeoT sei die Haltung des Beschwerdeführers vor 
allem von Unverständnis, Frustration, Perspektivenlosigkeit, Verzweiflung und Mo-
tivationslosigkeit geprägt gewesen. Dies habe sich vor allem dadurch gezeigt, dass 
er sich als «Opfer» gesehen und sich auch so verhalten habe. Die körperliche An-
strengung an der frischen Luft (Paletten demontieren) hätten eine positive Wirkung 
auf das Verhalten des Beschwerdeführers gehabt. Es sei ihm zunehmend gelun-
gen, auch seine Anteile der Rückversetzung zu sehen, und er sei ruhiger und aus-
geglichener geworden. Vermehrt sei auch wieder seine humorvolle Art, welche sie 
von seinem ersten Aufenthalt gekannt hätten, sichtbar geworden (pag. BVD/1175). 
Mit Schreiben vom 4. März 2022 wurde der Beschwerdeführer seitens der BVD 
verwarnt. Diese waren mit E-Mail vom 26. Februar 2022 darüber in Kenntnis ge-
setzt worden, dass er wegen Cannabiskonsums resp. einer positiven Urinprobe ar-
restiert worden war (3 Tage). Zudem kann der Disziplinarverfügung vom 28. Fe-
bruar 2022 entnommen werden, dass in seinem Zimmer 5g Cannabis gefunden 
worden waren. Der Beschwerdeführer wurde neuerlich nachdrücklich an die Aufla-
ge der Totalabstinenz von illegalen Drogen, nicht verordneten Medikamenten, 
natürlichen Rauschmitteln und Alkohol erinnert (pag. BVD/1138). Dem Vollzugsbe-
richt vom 14. April 2022 ist zu entnehmen, dass die Zeit seit der letzten Berichter-
stattung von Konsumrückfällen und einem grossen Rückschritt im Vollzugsverlauf 
geprägt gewesen sei (pag. BVD/1209). Grosser Veränderungsbedarf bestehe nach 
wie vor bei der risikorelevanten Alkohol- und Drogenproblematik des Beschwerde-
führers. Die daran anlehnenden Vollzugsziele, ausschliesslich negative Urinproben 
abzugeben und Konsumverlangen zu kommunizieren, habe der Beschwerdeführer 
bisher nicht erreichen können. Unter dem Titel «soziale Kompetenzen» wurde fest-
gehalten, dass der Beschwerdeführer den Raum verlasse, wenn er sich provoziert 
fühle. Dies um zu vermeiden, dass er die Beherrschung verliere. Das Verhältnis zur 
Bezugsperson sei von Misstrauen geprägt. Nach seiner Rückstufung in die Grunds-
tufe und dem damit einhergehenden Abbruch der Lehre habe sich der Beschwer-
deführer überlegt, die Massnahme abzubrechen. Es sei jedoch gelungen, die Be-
ziehung aufrecht zu erhalten und den Beschwerdeführer zur Weiterführung der 
Massnahme zu bewegen. Der Beschwerdeführer sei eigentlich imstande, seinen 
Anteil an der Entwicklung zu erkennen (pag. BVD/1211). Aufgrund der Rückverset-
zung habe er seine Lehre abbrechen müssen. Ziel sei aber nach wie vor, dass er 
diese Lehre nochmals beginne. Sein Lehrbetrieb zeige hierfür eine gewisse Bereit-
schaft, zumal der Beschwerdeführer stets positive Rückmeldungen betreffend sei-
ne Arbeitsleistung erhalten habe (pag. BVD/1212). Schliesslich ist festgehalten, 
dass sich der Beschwerdeführer seit dem 14. Februar 2022 wieder auf der offenen 

17

Abteilung befinde. Es werde empfohlen, nach Ablauf der sechs Monate Vollbeglei-
tung wieder mit dem Aufbau der Progressionsstufe A zu beginnen und diese recht 
rasch auf die maximal möglichen fünf Stunden unbegleitete Zeit auszuschöpfen. 
Daneben sollten dem Beschwerdeführer wieder externe Besuche auf dem Rayon 
ermöglicht werden. Bei gutem Verlauf sollte anschliessend die Progressionsstufe B 
wiederaufgebaut werden, damit eine Arbeitserprobung möglich werde 
(pag. BVD/1214). Der psychiatrisch-psychologische Dienst des MZ E.________ 
hielt schliesslich zusammenfassend fest, dass sich der Beschwerdeführer weitest-
gehend gut auf die formalen Rahmenbedingungen des stationären Settings habe 
einlassen können; er sei – bis auf wenige Ausnahmen – jeweils pünktlich zu den 
psychotherapeutischen Einzelsitzungen erschienen. Mit dem Freiheitsentzug ha-
dernd falle es dem Beschwerdeführer anhaltend schwer, seine Veränderungsmoti-
vation und sein Durchhaltevermögen konstant aufrecht zu erhalten. Wiederholt an-
tizipiere er, dass Vorschläge der Referentin oder therapeutische Interventionen oh-
nehin nicht funktionierten. Seit seinem Aufenthalt in der BeoT und seinem erneuten 
Übertritt auf die offen geführte Abteilung E zeige sich eine leichte Tendenz zur zu-
nehmenden Verantwortungsübernahme und Lösungsorientierung. Es bleibe abzu-
warten, inwiefern der Beschwerdeführer dieses Verhalten aufrechtzuerhalten ver-
möge. In Bezug auf die Suchtmittelproblematik werde grundsätzlich von einer risi-
korelevanten Beeinflussbarkeit ausgegangen (pag. BVD/1222). Einer Aktennotiz zu 
einem Telefongespräch zwischen den BVD und dem MZ E.________ vom 16. Mai 
2022 kann entnommen werden, dass der Verlauf des Vollzugs seit drei Monaten 
sehr gut sei. Dem Beschwerdeführer scheine bewusst zu sein, dass nichts mehr 
passieren dürfe. Den Ernst der Lage habe er letztes Jahr noch nicht verstanden 
gehabt. Die Lehre sei ihm sehr wichtig (pag. BVD/1236). Aus dem Protokoll zur 
Vorbesprechung des Vollzugsverlaufs vom 27. Mai 2022 geht hervor, dass sich der 
Beschwerdeführer mittlerweile in der Therapie authentisch, spürbar und offen zei-
ge. Er äussere sich zum Suchtdruck, benenne entsprechende Strategien und weise 
keine «Anti-Haltung» mehr auf. Er sei zum Islam konvertiert und es scheine, als 
würde er als Folge hiervon eine positive Haltung resp. ein positives Menschenbild 
erhalten. Eine echtere Therapiearbeit scheine möglich. Auch in der Bezugsperso-
nenarbeit laufe es besser. Die positive Entwicklung dauere nun seit ca. anderthalb 
Monaten an. Der Beschwerdeführer sei ferner in der Lage, die emotional-instabilen 
Persönlichkeitsanteile und die damit eng in Verbindung stehende Suchtproblematik 
zu erkennen. Er habe den Wunsch geäussert, an dieser Problematik zu arbeiten. 
Dagegen könnten die dissozialen Persönlichkeitsanteile im Rahmen des Vollzugs 
nicht erkannt werden (pag. BVD/1271). Es wurde sodann erneut festgehalten, dass 
der Beschwerdeführer beeinflussbar sei. Aktuell habe er eine Freundin, die ihr Le-
ben im Griff habe (pag. BVD/1272). Im anschliessenden Gespräch mit dem Be-
schwerdeführer vom 27. Mai 2022 zum weiteren Vorgehen führte dieser aus, dass 
er bereit sei, motiviert weiterzumachen. Ihm sei bewusst, dass er Fehler gemacht 
habe. Er wolle ein drogenfreies Leben führen und sich besser organisieren. Er ar-
beite mit und sei offen und transparent. Insbesondere äussere er mittlerweile 
Suchtdruck und gebe entsprechende Copingstrategien an. Auch könne er die Hilfe, 
die ihm geboten werde, besser annehmen. Er habe seine diesbezügliche Einstel-
lung geändert (pag. BVD/1279). Gemäss forensisch-toxikologischem Gutachten 

18

vom 1. Juni 2022 repräsentiere die analysierte Haarprobe ca. eine Zeitspanne von 
Anfang Januar 2022 bis Anfang April 2022. Für diese Zeitspanne sei kein Konsum 
nachweisbar (pag. BVD/1293 ff.). 

Mit Verfügung der BVD vom 14. Juni 2022 wurde der Antrag des MZ E.________ 
auf Versetzung des Beschwerdeführers in die Progressionsstufe A gutgeheissen 
(pag. BVD/1300 ff.). Nach der Rückversetzung des Beschwerdeführers sei ein po-
sitiver Verlauf festzustellen, auch wenn diese Entwicklung noch jung und fragil sei 
(pag. BVD/1310). Mit Stellungnahme betreffend den Lehrbeginn vom 22. Juni 2022 
hielt das MZ E.________ fest, dass der Beschwerdeführer sein grosses Ziel, die 
Lehre wieder aufzunehmen, nicht aus den Augen verloren habe. Dieses Ziel sei ein 
wichtiger Motivator, sich um einen positiven Vollzugsverlauf zu bemühen 
(pag. BVD/1326). Seit dem 14. April 2022 habe er insgesamt 16 ausschliesslich 
negative Urinproben und drei negative Atem-Alkoholtests abgegeben. Eine Haar-
probe, welche die Zeitspanne von Januar bis April 2022 abbilde, sei ebenfalls ne-
gativ gewesen, trotz einer Ende Februar abgegebenen auf THC positiven Urinpro-
be. Suchtdruck verspüre der Beschwerdeführer nach wie vor, könne diesen aber 
mittlerweile gegenüber Mitarbeitenden der Soziotherapie und der Therapeutin be-
nennen und habe es geschafft, diesen bis zum Zeitpunkt der Stellungnahme aus-
zuhalten (pag. BVD/1327). Im April 2022 habe beim Beschwerdeführer ein Film mit 
legalem pornographischem Inhalt gefunden werden können. Da es sich um nicht 
erlaubte Ware im MZ E.________ handle, sei der Beschwerdeführer mit einem 
Monat Fernsehentzug sanktioniert worden. Weiter wurde seitens des MZ 
E.________ festgehalten, dass der Beschwerdeführer seit einigen Monaten eine 
Freundin habe, die er während seiner Zeit in der Lehre kennengelernt habe. Sie 
habe ihn auch während seiner Zeit auf der BeoT besucht und sei als Bezugsperson 
aus zwei gemeinsam verbrachten Urlauben bekannt. Sie telefonierten sehr oft, was 
einen positiven Einfluss auf die allgemeine Befindlichkeit des Beschwerdeführers 
habe. Mit seinem Vater und dessen Familie pflege er nach wie vor eine gute Be-
ziehung. Auch zu seiner Mutter pflege er eine liebevolle Beziehung, mache sich al-
lerdings auch grosse Sorgen um sie, da sie nach der Scheidung im November 
2021 etwas einsam sei und ausserdem gesundheitliche Probleme habe. Bei gutem 
Verlauf empfehle das MZ E.________ eine baldige Versetzung in die Progressi-
onsstufe B. Dagegen werde derzeit die Art von Urlauben ohne konkrete Planung 
wie im letzten Sommer nicht mehr bewilligt (pag. BVD/1327). Seitens des psychia-
trisch-psychologischen Diensts wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer 
den Eindruck erwecke, sich nun bewusster darüber zu sein, was für ihn auf dem 
Spiel stehe, sollte er erneut mit einem Substanzkonsum rückfällig werden bzw. ei-
nen solchen gegenüber seinen Fallbeteiligten verschweigen. Er sei inzwischen in 
der Lage, Suchtverhalten gegenüber Mitarbeitenden anzusprechen, was als Forts-
chritt gewertet werde. Eigeninitiativ habe der Beschwerdeführer erklärt, dass er die 
Planung und Strukturierung seiner externen Aufenthalte (im Gegensatz zum ersten 
Mal) überdenken müsse (pag. BVD/1333). Einer Aktennotiz zu einem Telefonge-
spräch zwischen dem MZ E.________ und den BVD vom 1. Juli 2022 kann ent-
nommen werden, dass der Beschwerdeführer seine Lehre bei der J.________ AG 
am 8. August 2022 wieder aufnehmen könne. Die Überführung in ein AEX erfolge 
nach Beendigung der Probezeit (also nach 3 Monaten); dies analog zum Vorgehen 

19

im letzten Jahr (pag. BVD/1338). Anlässlich eines Telefongesprächs vom 1. Juli 
2022 äusserte sich Dr. med. D.________ dahingehend, dass er gestützt auf die 
Schilderungen der BVD über den jüngsten Vollzugsverlauf und das zu etablierende 
Risikomanagement bei Versetzung in eine AEP wenig Bedenken hinsichtlich des 
Antritts der Lehre habe (pag. BVD/1340). Mit Verfügung vom 4. Juli 2022 hiessen 
die BVD den Antrag der MZ E.________ dahingehend gut, als dem Beschwerde-
führer auf den Zeitpunkt des Antritts der Lehre eine Arbeitserprobung bei der 
J.________ AG in Kombination mit der Progressionsstufe A für die Dauer von drei 
Monaten gewährt werde. Einen positiven Verlauf der AEP vorausgesetzt, werde 
der Beschwerdeführer nach Absolvierung der AEP in ein Arbeitsexternat versetzt 
(pag. BVD/1358). Gemäss Lehrvertrag wurde der Lehrbeginn auf den 1. August 
2022 festgesetzt (bis 31. Juli 2025; pag. BVD/1540 ff.). 

Mit Ergänzungsgutachten vom 15. August 2022 hielt Dr. med. D.________ im We-
sentlichen an der bisherigen diagnostischen Einschätzung gemäss Gutachten vom 
1. Oktober 2021 fest. Er ergänzte, dass der PCL-R-Summerwert mittlerweile etwas 
höher anzusiedeln sei (PCL-R-Summenwert von 26). Daraus lasse sich eine be-
reits hochgradige Ausprägung von psychopathy (sensu Hare) beim Beschwerde-
führer ableiten, was in Bezug auf die therapeutische Beeinflussbarkeit sowie die 
Legalprognose grundsätzlich als ungünstiger Umstand zu erwähnen sei 
(pag. BVD/1404). Der Beschwerdeführer sei relativ geschickt darin, sozial ge-
wünschte Antworten zu geben. Diese wirkten teilweise wie antrainierte Angaben 
aus den Therapiesitzungen. Schlussendlich werde es entscheidend sein, was der 
Beschwerdeführer im Alltag umsetzen könne und sich somit in seinem künftigen 
Verhalten zeige. Dementsprechend werde zur Evaluation von künftigen Fortschrit-
ten empfohlen, sich weniger an den Worten und verbal geäusserten Zielen des Be-
schwerdeführers zu orientieren, sondern mehr am konkret gezeigten Verhalten 
(pag. BVD/1405). Festzuhalten sei, dass der Beschwerdeführer gelernt habe, das 
«System», das er im Wesentlichen gegen sich gerichtet sehe, zu täuschen. Des-
halb könne nach wie vor nicht davon ausgegangen werden, dass er sich künftig 
gänzlich offen und transparent zeigen werde (pag. BVD/1406). Aus gutachterlicher 
Sicht werde davon ausgegangen, dass sich der Beschwerdeführer nach wie vor 
erst am Anfang eines notwendigen und noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen-
den Veränderungsprozesses stehe. Die Massnahme gemäss Art. 60 StGB er-
scheine aus gutachterlicher Sicht nur noch ansatzweise geeignet, der vom Be-
schwerdeführer ausgehenden Rückfallgefahr zu begegnen. Aus aktueller Sicht sei 
klar, dass eine Massnahme nach Art. 61 StGB oder eine kombinierte Massnahme 
(Art. 61 StGB / Art. 59 StGB) erfolgsversprechender (gewesen) wäre, zumal auch 
der Beschwerdeführer betone, dass ihm eine abgeschlossene Ausbildung ein gros-
ses Anliegen sei (pag. BVD/1407). Mit einer Massnahme gemäss Art. 59 StGB 
oder einer kombinierten Massnahme (Art. 61 StGB / Art. 59 StGB) könnte der Be-
schwerdeführer während der Ausbildungszeit und allenfalls über die noch abzusch-
liessende Ausbildung hinaus relativ intensiv therapeutisch begleitet werden. Der 
noch notwendige (prosoziale) Nachreifungsprozess könnte hierdurch wesentlich 
unterstützt werden. Der Beschwerdeführer sollte dabei die mittlerweile wieder be-
gonnene Ausbildung abschliessen können, gleichzeitig aber auch in der (prosozia-
len) Reifung seiner Persönlichkeit unterstützt werden. Insgesamt erscheine eine 

20

Massnahme nach Art. 59 StGB oder eine kombinierte Massnahme (Art. 61 StGB / 
Art. 59 StGB) mit dem für den Beschwerdeführer wichtigen Fokus auf eine abzu-
schliessende Ausbildung zur Zweckerreichung als offensichtlich geeigneter als die 
sich bald dem Ende zuneigende stationäre Suchtmassnahme (pag. BVD/1408). 
Der engen Verzahnung von Suchtproblematik und deliktsrelevanten Persönlich-
keitsanteilen könnte man mit einer Anpassung der Massnahme dementsprechend 
deutlich gerechter werden als mit einer alleinigen Suchtmassnahme 
(pag. BVD/1409). Auch bezüglich der Beurteilung der Legalprognose hielt Dr. med. 
D.________ im Wesentlichen an seinen Ausführungen im Gutachten vom 1. Okto-
ber 2021 fest. Er meldete aufgrund des bisherigen Massnahmenverlaufs klar Zwei-
fel an, inwiefern beim Beschwerdeführer bereits genügend (innerliche) Distanz zum 
drogenkonsumierenden und kriminellen Milieu habe aufgebaut werden können, 
damit diesbezüglich von einem bereits wesentlichen Fortschritt ausgegangen wer-
den könne. Schlussendlich sei der Beschwerdeführer mit dem erneuten Beginn der 
Lehre gewissermassen auf Feld 1 eines noch länger zu begleitenden Verände-
rungsprozesses, in dem eine abgeschlossene Lehre ein wesentlicher Pfeiler dar-
stellen könne. Es habe sich im weiteren Massnahmenverlauf eine weitere Neigung 
zum Konsum von Drogen gezeigt und seine deliktsrelevante Suchterkrankung kön-
ne nach wie vor nicht als überwunden angesehen werden. Mit dem mittlerweile 
noch etwas höher anzusiedelnden PCL-R-Summenwert und der hierdurch beim 
Beschwerdeführer zu benennenden hochgradigen Ausprägung von psychopathy 
(sensu Hare) werde die legalprognostische Einschätzung für den Beschwerdefüh-
rer grundsätzlich nicht besser (pag. BVD/1409). Dr. med. D.________ empfiehlt 
daher, den Massnahmenverlauf und die Legalprognose in rund einem Jahr erneut 
gutachterlich evaluieren zu lassen (pag. BVD/1410). Gemäss Protokoll vom 24. 
August 2022 betreffend das weitere Vorgehen (Antrag an das Gericht nach Ein-
gang des Ergänzungsgutachtens) hielt das MZ E.________ fest, dass die Ansicht 
von Dr. med. D.________, wonach der Beschwerdeführer strategisch manipulativ 
vorgehen könne, nicht geteilt werde. Dagegen stimmten sie grundsätzlich zu, dass 
auch bei einer Verlängerung der Massnahme nach Art. 60 StGB die Erprobungszeit 
zu kurz wäre. Die BVD unterbreiteten anlässlich dieser Sitzung, dass beabsichtigt 
sei, dem Gericht einen Antrag auf Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 StGB 
zu stellen (pag. BVD/1428 f.). Aus dem Protokoll der VVP vom 31. August 2022 
geht hervor, dass der Beschwerdeführer gut in die Lehre gestartet sei. Gestresst 
oder überfordert fühle er sich nicht. Er sprach sich gegen eine Massnahme nach 
Art. 61 StGB aus. Die Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 StGB nehme ihm 
die Perspektive, da er bei der Anordnung dieser Massnahme lange im Vollzug blei-
ben müsse (pag. BVD/1441). Die BVD versetzten den Beschwerdeführer mit Ver-
fügung vom 7. September 2022 in die Progressionsstufe B (pag. 1451 ff.). Am 22. 
September 2022 reichten sie beim Regionalgericht den Antrag auf Aufhebung der 
angeordneten stationären Suchtbehandlung und Anordnung einer stationären the-
rapeutischen Massnahme ein (pag. PEN II/1 ff.).

Am 27. Oktober 2022 reichte Dr. med. D.________ eine gutachterliche Stellung-
nahme zu den vorwiegend von juristischer Seite her betonten «Differenzen» in der 
diagnostischen Einschätzung beim Beschwerdeführer ein. Diskutiert wird darin, ob 
eher auf die emotional-instabilen (impulsiven) oder die dissozialen Anteile der Per-

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sönlichkeitsstörung der Schwerpunkt zu setzen ist. Dr. med. D.________ hielt fest, 
dass in den bisherigen gutachterlichen Stellungnahmen primär geschaut worden 
sei, ob die allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung beim Beschwerde-
führer erfüllt seien, was sowohl von gutachterlicher Seite als auch der aktuellen 
Behandlungsstelle klar bejaht werde. Von gutachterlicher Seite her seien die Fein-
kriterien gemäss ICD-10 zwar durchgesehen, aber nicht im Detail verschriftlicht 
worden. Es zeige sich jedoch nach wie vor, dass beim Beschwerdeführer auch 
nach schriftlicher Prüfung der spezifischen Kriterien sowohl emotional-instabile 
(impulsive) als auch dissoziale Persönlichkeitsanteile vorhanden seien. Dr. med. 
D.________ hielt fest, dass es etliche Kriterien-Überlappungen bei diesen beiden 
(spezifischen) Persönlichkeitsstörungen gebe, was einer der Hauptgründe für allfäl-
lige Missverständnisse in der diagnostischen (kategorialen) Sichtweise von ver-
schiedenen Fachpersonen darstellen könne und die aktualisierten Fassungen der 
gängigen Klassifikationssysteme (DSM-5 / ICD-10) dazu veranlasst habe, von der 
kategorialen Sichtweise zunehmend wegzukommen und mehr einen dimensionalen 
(und weiterhin beschreibenden) Ansatz zu wählen (pag. BVD/1611). Die Angaben 
des MZ E.________ in den Behandlungsberichten und die vom Gutachter vorge-
nommene Prüfung der Kriterien widersprächen sich nicht per se. Die beim Be-
schwerdeführer von verschiedenen Fachpersonen gesehenen Denk- und Verhal-
tensmuster würden voraussichtlich nur mit einem anderen «Label» versehen (pag. 
BVD/1612). Die PCL-R sei vor allem aus kriminalprognostischen Gründen berück-
sichtigt worden. Zudem sei zu betonen, dass bei der Durchführung der PCL-R bei 
einer Person sowohl dissoziale als auch emotional instabile Persönlichkeitsanteile 
abgecheckt würden. Auch hier zeigten sich beim Beschwerdeführer beide Anteile. 
Für die sechs allgemeinen Eingangskriterien verwies Dr. med. D.________ auf sein 
Gutachten vom 1. Oktober 2021 (S. 73 ff.). Dass diese Eingangskriterien erfüllt sei-
en, werde sowohl aus gutachterlicher Sicht als auch von Seiten der aktuellen Be-
handlungsstelle bejaht. Damit sei das Wesentliche bereits gesagt, da für die Dia-
gnose einer Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 entscheidend sei, ob diese 
Schwelle überschritten sei oder nicht (pag. BVD/1613). Nachdem er auf die spezifi-
schen Anteile der Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers nochmals etwas 
näher eingegangen war, gelangte er zum Schluss, dass keine massgeblichen Diffe-
renzen hinsichtlich der diagnostischen Einschätzung der Therapiestelle bestünden 
bzw. diese lösten sich voraussichtlich rasch auf, wenn der verwendete Bezugsrah-
men der gleiche wäre. Es sei zudem zu betonen, dass sowohl die aktuelle Thera-
piestelle als auch der Gutachter eine weiterbestehende und behandlungsbedürftige 
Persönlichkeitsstörung diagnostizierten (pag. BVD/1618). 

Am 3. November 2022 beantragte das MZ E.________ die Umsetzung des Voll-
zugsmoduls Arbeitsexternat und die Progressionsstufe C. Es wurde festgehalten, 
dass das letzte halbe Jahr sehr ereignisreich gewesen sei. Es sei einerseits ge-
prägt gewesen vom Aufbau der nötigen Öffnungen, die für einen erneuten Lehrbe-
ginn nötig gewesen seien, und andererseits von einem schwankenden Gemütszu-
stand des Beschwerdeführers. Die erneute Begutachtung und die daraus erfolgte 
Empfehlung, die bisherige Massnahme nach Art. 60 StGB in eine Massnahme 
nach Art. 59 StGB umzuwandeln, habe bei ihm grosse Verunsicherung ausgelöst. 
Anders als in den vergangenen Vollzugsperioden habe er jedoch seine Motivation 

22

für eine positive Entwicklung aufrecht erhalten können. Er habe es geschafft, absti-
nent zu bleiben, und sei mit grosser Motivation wieder in seine Maurerlehre gestar-
tet. Diese Ziele seien somit erreicht und könnten nun als Erhaltensziele weiterge-
führt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer sei nach wie vor 
nicht einfach, aber möglich. Er scheine erkannt zu haben, dass er auf Hilfe ange-
wiesen sei, und sei sich bewusst, was auf dem Spiel stehe, wenn er nicht selber 
aktiv an der Erreichung seiner Vollzugsziele mitarbeite. Er zeige sich einigermas-
sen absprachefähig, am meisten bei der Arbeit, etwas weniger in der Institution. 
Mittlerweise schaffe er es, seinen Suchtdruck mitzuteilen und sich diesbezüglich 
Unterstützung zu holen. Zu wirklich kritischen Vorfällen sei es nicht gekommen 
(pag. BVD/1633). 

Am 9. November 2022 bestätigten die BVD die Bewilligung des Vollzugsmoduls 
des AEX per sofort (pag. BVD/1657). Am 18. November 2022 kam es zu einem 
neuerlichen Zwischenfall. Der Beschwerdeführer habe am Geschäftsessen seines 
Lehrbetriebs teilgenommen und nach seiner Rückkehr eine positive Urinprobe 
(THC) und ein positives Resultat bei der Atemluftkontrolle (0.44 Promille) abgeben. 
Hierzu erklärte der Beschwerdeführer, dass er es in diesem Kontext nicht geschafft 
habe, der Bedienung zu sagen, dass er nicht trinke, bzw. den Wein stehen zu las-
sen. Er habe zwei Gläser getrunken. Er müsse den Umgang mit solchen Situatio-
nen unbedingt üben. Dagegen verneinte er den Konsum von Cannabis. Er habe in 
K.________ am Bahnhof zwei Kollegen getroffen, die ein Joint geraucht hätten. Er 
habe die Einladung zum Konsum abgelehnt, sei aber bei ihnen geblieben, um sich 
mit ihnen zu unterhalten. Er könne sich einzig den passiven Konsum vorstellen 
(pag. BVD/1687 ff.). Am 23. November 2022 informierte das MZ E.________ die 
BVD dahingehend, dass der Beschwerdeführer offenbar gegenüber einem Mitar-
beiter des MZ E.________ eingeräumt habe, innerhalb der Institution an einem 
Joint gezogen zu haben. Dies erkläre auch das positive Resultat der Urinprobe, da 
ein positives Resultat wegen Passivrauchens im Aussenraum kaum realistisch sei. 
Es wäre günstiger gewesen, wenn der Beschwerdeführer den jeweiligen Konsum 
von sich aus gemeldet hätte. Seitens des MZ E.________ wurde erklärt, dass der 
Beschwerdeführer wohl selbst nicht damit gerechnet habe, dass der Konsum von 
Alkohol angezeigt werde, da er nur zu Beginn des Essens etwas getrunken habe 
(pag. BVD/1693). In einer E-Mail vom 5. November 2022 wurde hierzu seitens des 
MZ E.________ festgehalten, dass der Konsum von Wein anlässlich des Geschäft-
sessens ein bewusster Entscheid des Beschwerdeführers gewesen zu sein schei-
ne. Dieser sei aus seinem Autonomiebedürfnis heraus entstanden, das ihn immer 
wieder dazu verleite, sich unüberlegt kleine Freiheiten herauszunehmen, ohne allzu 
viel über die Konsequenzen nachzudenken. In diesem Moment seien das MZ 
E.________ und der Vollzug weit weg gewesen. Dass er zwei Stunden vor der 
Rückkehr in das MZ E.________ mit dem Konsum aufgehört habe, werde als be-
rechnend angesehen (pag. BVD/1708). Am 7. Dezember 2022 erstellten die BVD 
eine weitere Risikoabklärung. Es wurde in Übereinstimmung mit der Einschätzung 
des MZ E.________ und dem Gutachter eine verstärkte therapeutische Fokussie-
rung auf die deliktsrelevante Persönlichkeitsstörung bzw. Dissozialität unter Mitein-
bezug der ausgeprägten und langjährigen Abhängigkeitserkrankung empfohlen. 
Dabei solle im Behandlungsverlauf an dissozialen Denk- und Verhaltensmustern, 

23

Einsicht und Verantwortungsübernahme für seine Handlungen, Problemlösungs-
strategien, Umgang mit Frustrationen, Anforderungen und Stressoren sowie 
adäquaten Strategien zur Emotionsregulation gearbeitet werden. Insgesamt bleibe 
der Beschwerdeführer in einem mittelgradig bis hohen Bereich hinsichtlich der 
Ausprägung psychopathischer Eigenschaften (Gesamtwert von 60; 
pag. BVD/1751). Am 12. Dezember 2022 beurteilte die KoFako erneut den Fall des 
Beschwerdeführers und gelangte zum Schluss, dass weitergehende Vollzugsöff-
nungen aus legalprognostischer Sicht als verfrüht erachtet würden (pag. BV/1724 
f.). Gemäss forensisch-toxikologischem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 
vom 17. Januar 2023 ergab die analysierte Haarprobe für eine Zeitspanne von En-
de August 2022 bis Mitte Dezember 2022 keinen Konsum der geprüften Drogen 
und Medikamentenwirkstoffe und keinen regelmässigen oder übermässigen Alko-
holkonsum (pag. BVD/1782 ff.). Im Vollzugsbericht der BVD vom 6. März 2023 
wurde festgehalten, dass die Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer in den 
letzten Monaten merklich besser geworden sei. Die Stimmungsschwankungen und 
die Beziehungsabbrüche seien weniger geworden. Sowohl zu den Psychotherapie- 
als auch zu den Bezugspersonengesprächen in der Soziotherapie erscheine er re-
gelmässig und beteilige sich aktiv an diesen, was der therapeutischen Zusammen-
arbeit dienlich sei. Mit grosser Motivation bestreite er seine Ausbildung zum Mau-
rer. Zur Gesundheit (inkl. Sucht) wurde seitens der BVD festgehalten, dass die 
Tendenz zur Selbstmedikation im Herbst 2022 noch auffällig gewesen sei, indem 
der Beschwerdeführer immer wieder davon gesprochen habe, welche Medikamen-
te er eigentlich benötige. Auch habe er die Idee gehabt, einen Termin bei einem ex-
ternen Psychiater wahrzunehmen, um von diesem eine Medikation nach seinen 
Vorstellungen zu erhalten. Im Dezember 2022 habe er die einmalige Einnahme von 
Ritalin im August 2022 gestanden, da er sich zu Beginn seiner Ausbildung dem 
Druck nicht gewachsen gefühlt habe. Schliesslich sei er doch zum institutionseige-
nen Psychiater gegangen, der ihm ein leichtes Antidepressivum verschrieben habe. 
Seither wirke der Beschwerdeführer viel ausgeglichener (pag. PEN II/114). Weiter 
habe sich seine Absprachefähigkeit in den letzten Monaten markant verbessert. Er 
erscheine zu vereinbarten Terminen und kümmere sich um seine Angelegenheiten, 
so gut es gehe. Er öffne seine Post und lese neuerdings auch die amtlichen 
Schreiben (pag. PEN II/116). Über die Weihnachtsfeiertage habe der Beschwerde-
führer viel Zeit mit seiner Familie verbracht. Sowohl zum Vater als auch zur Mutter 
pflege er nach wie vor eine gute Beziehung. Die meiste Zeit verbringe er mit seiner 
Freundin. Sie begleite ihn auch zu seiner Familie oder nehme den Beschwerdefüh-
rer mit zu ihren Eltern (pag. PEN II/118). 

Mit Beschluss vom 23. März 2023 hob das Regionalgericht die mit Urteil vom 
30. April 2021 angeordnete stationäre Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB auf und 
ordnete an deren Stelle eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB an, die es 
bis am 31. Dezember 2025 befristete (pag. PEN II/218). Anlässlich der VVP vom 
3. April 2023 wurde festgehalten, dass das Regionalgericht anlässlich der Verhand-
lung zum Schluss gekommen sei, dem Beschwerdeführer Vollzugsöffnungen zu 
gewähren. Insbesondere die jüngste Beurteilung durch die KoFako sei vom Regio-
nalgericht kritisch betrachtet worden. Seitens des MZ E.________ wurde festgehal-
ten, dass perspektivisch womöglich die Verlegung des Beschwerdeführers in ein 

24

betreutes Wohnheim sinnvoll wäre. In einem ersten Schritt sollten nun allerdings 
die Übernachtungsurlaube implementiert und bis zu 72 Stunden ausgebaut wer-
den. Je nach Verlauf könne die Verlegung in ein betreutes Wohnen in Betracht ge-
zogen werden (pag. BVD/2005). 

Mit Verfügung vom 12. April 2023 wurde dem Beschwerdeführer die Progressions-
stufe C bewilligt (pag. BVD/2027). Die Auswertung des Vollzugsplans für die Zeit 
vom 31. August 2022 bis 3. April 2023 ergibt, dass der Beschwerdeführer – mit 
Ausnahme des Teilziels Gesundheit – sämtliche Teilziele erreicht hat. Das Teilziel 
Gesundheit (inkl. Sucht) wurde als teilweise erreicht eingestuft. Zur Begründung 
wurde festgehalten, dass es dem Beschwerdeführer inzwischen gelinge, seinen 
Konsumdruck zu kommunizieren. Dennoch schaffe er es nicht, die Abstinenz auf-
recht zu erhalten. So habe er zu Beginn der Lehre zwecks Selbstmedikation Ritalin 
konsumiert und zwischendurch einmal ein Bier getrunken und einen Joint geraucht. 
Anlässlich des Firmenessens habe er Wein getrunken, um – laut seiner Aussage – 
normal, wie die anderen zu sein (pag. BVD/2222). Gemäss forensisch-
toxikologischem Gutachten vom 26. Mai 2023 repräsentiere die analysierte Haar-
probe ca. eine Zeitspanne von Anfang Dezember 2022 bis Anfang April 2023. Für 
diese Zeitspanne sei kein Konsum nachweisbar (pag. BVD/2260 ff.). Am 25. Juli 
2023 informierte das MZ E.________ die BVD über einen Konsumrückfall des Be-
schwerdeführers. Dieser sei am 24. Juli 2023 nach der Rückkehr von der Arbeit 
positiv auf Alkohol getestet und deswegen gleich in den Arrest geführt worden. Es 
handle sich um einen leichten Arrest, da die Lehrstelle nicht gefährdet werden solle 
(pag. BVD/2292). Aus einer Aktennotiz vom 26. Juli 2023 geht sodann hervor, dass 
der Beschwerdeführer einen internen Amphetaminkonsum während des Wochen-
endes eingeräumt habe. Am Folgetag (25. Juli 2023) sei die nach seiner Rückkehr 
in das MZ E.________ abgenommene Urinprobe negativ auf sämtliche Substanzen 
ausgefallen (pag. BVD/2297). Der Beschwerdeführer habe sich bezüglich der bei-
den Konsumrückfälle externalisierend gezeigt. Er habe aber auch thematisiert, 
dass er sich frage, weshalb er immer wieder alles vermassle. Dabei habe er passi-
ve Äusserungen zu Suizid getätigt, sich unterdessen aber wieder klar davon di-
stanziert. Zum Konsum habe der Beschwerdeführer ausgeführt, dass er nach der 
Einnahme des Amphetamins, das er von einem Mitinsassen angeboten bekommen 
habe, Suchtdruck verspürt und deswegen am Montagnachmittag Alkohol gekauft 
und konsumiert habe. Gemäss den Berechnungen des MZ E.________ sei anzu-
nehmen, dass der Beschwerdeführer ca. 1 Promille intus gehabt haben müsse, da 
sich abends noch ein Atemalkoholwert von 0.28 Promille ergeben habe 
(pag. BVD/2306). Aus einer E-Mail vom 17. August 2023 geht hervor, dass die 
Aufarbeitung des Konsumrückfalls noch nicht abgeschlossen sei. Der Beschwerde-
führer habe eigenständig und in Zusammenarbeit mit der Psychotherapie aktiv an 
der Auseinandersetzung des Vorfalls gearbeitet, indem er eine Notfallkarte als 
zukünftige Unterstützung erstellt habe. Noch immer falle es dem Beschwerdeführer 
schwer, innerpsychische (kritische) Prozesse und Entwicklungen im Vorfeld wahr-
zunehmen und entsprechend zu handeln. Während eines darauffolgenden Bezie-
hungsurlaubs inklusive Übernachtung habe er die Kontrollmassnahmen strikt ein-
gehalten. Sie hätten den Eindruck gewonnen, dass er durchaus den Willen besitze, 
positive Veränderungen in seinem Leben herbeizuführen. Er agiere weiterhin in ei-

25

nem prosozialen Umfeld. Seine Bereitschaft, die festgelegten Auflagen zu erfüllen, 
zeuge von seiner grundsätzlichen Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen und 
sich an die vorgegeben Strukturen und Richtlinien zu halten. Dies werde als ent-
scheidender Schritt auf dem Weg zu persönlicher Weiterentwicklung und zur Ver-
meidung von Rückfällen angesehen (pag. BVD/2334 f.). Am 4. September 2023 
kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Die am 5. September 2023 abgegebene 
Urinprobe ergab ein positives Resultat auf THC. Bereits vor Vorliegen des Testre-
sultats habe der Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er am Vortag einige Züge eines 
ihm von einem Arbeitskollegen angebotenen Joints genommen habe (pag. 
BVD/2359 ff.; pag. BK/427). Mit E-Mail vom 15. September 2023 informierte das 
MZ E.________ die BVD in Bezug auf diesen Konsumrückfall dahingehend, dass 
der Beschwerdeführer in den letzten Tagen und Wochen sehr viel Stress und 
Druck verspürt habe. Hinzugekommen sei die schwierige Arbeitssituation in den 
letzten Wochen, die ihn sehr belaste. Es habe sich viel angestaut, so dass der Be-
schwerdeführer das Gefühl gehabt habe, dem Druck nicht mehr Stand halten zu 
können. Eine Situation am Arbeitsplatz sei schliesslich der Auslöser für den Kon-
sumrückfall gewesen. Die Situation am Arbeitsplatz werde vom Beschwerdeführer 
als sehr belastend empfunden, was seitens des MZ E.________ ernst genommen 
werde. Daher werde zeitnah ein Austausch mit dem Arbeitgeber mit dem Ziel ge-
sucht, die Situation zu klären und allenfalls zu verbessern/ändern. In dieser Woche 
sei der Beschwerdeführer psychosomatisch bedingt krankgeschrieben worden und 
die gesamte Woche im MZ E.________ geblieben. Anschliessend würde ein 3-
wöchiger überbetrieblicher Kurs beginnen, an dem der Beschwerdeführer gerne 
teilnehmen möchte. Durch die Krankheitsabwesenheit und den Kurs könne aus 
Sicht des MZ E.________ für eine kurze Zeit eine gewisse Distanz zum Arbeits-
platz hergestellt werden, was in dieser Situation als dienlich eingestuft werde 
(pag. BVD/2369). Zu einem letzten Zwischenfall kam es am 15. September 2023, 
als der Beschwerdeführer die Abgabe einer Urinprobe verpasste (pag. BVD/2379 
ff.). Am 21. September 2023 äusserten sich die BVD gegenüber dem MZ 
E.________ dahingehend, dass die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz bedenklich 
seien. Der Konsum, der damals zur Rückversetzung geführt habe, sei gemäss den 
Ausführungen des Beschwerdeführers insbesondere auch auf eine Überforderung 
am Arbeitsplatz zurückzuführen gewesen. Deshalb sei es wichtig, an diesem The-
ma dranzubleiben (pag. BVD/2383). 

Im Vollzugsbericht vom 28. September 2023 wurde festgehalten, dass sich die Be-
richtsperiode durch Gegensätzlichkeit auszeichne. So stünden sich in verschiede-
nen Bereichen Pole gegenüber, die für ein Auf und Ab gesorgt hätten. Im Vollzug 
stünden die Progressionsstufe C und das empfohlene Wohn- und Arbeitsexternat 
der Umwandlung der Massnahme und den damit zusammenhängenden Gerichts-
terminen gegenüber. Intern seien die positiven Berührungspunkte mit den Mitarbei-
tenden der Soziotherapie und die Arbeitsbeziehung mit der Bezugsperson einer-
seits festzuhalten, während das Misstrauen und die Ablehnung gegen den Vollzug 
auch hier den Gegenpart bilde. Auch die Sucht- und Abstinenzthematik könne als 
bipolar bezeichnet werden: So schaffe es der Beschwerdeführer, langfristig mit 
dem Suchtdruck erfolgreich umzugehen und den behördlichen Anforderungen zu 
entsprechen, was mit 44 negativen Urinproben, den fast ausschliesslich negativen 

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Atemlufttests und einem negativen Laborbericht belegt werden könne. Auf der an-
deren Seite lägen drei Zwischenfälle vor, die in Anbetracht dessen, was dadurch 
durch den Beschwerdeführer gefährdet werde, schwer wögen. Diese Polarität auf-
brechend sei aber festzuhalten, dass eine Entwicklung in die richtige Richtung 
stattgefunden habe. So belegten die Zwischenauswertungen von ROS- und Voll-
zugszielen ein im Schnitt positives Resultat. Als nächstes solle das Vollzugsmodul 
Wohn- und Arbeitsexternat (WAEX) richtungsweisend zur extramuralen Normalität 
wirken, in dem ein betreutes Wohnsetting, eine enge Begleitung und ein engma-
schiges Kontrollnetz den Beschwerdeführer auf dem weiteren Weg zu seinem 
Lehrabschluss und zu einem selbstbestimmten und deliktfreien Leben unterstützen. 
Dem Kontrollbedarf gemäss ROS-Fallübersicht habe bis auf die kritischen Zwi-
schenfälle entsprochen werden können. Am Veränderungsbedarf habe weitergear-
beitet werden können, insbesondere bezüglich Aufbau eines prosozialen Umfelds, 
der Absolvierung einer Lehre, der Emotionsregulation und dem Umgang mit Frust 
(pag. BK/432). Der psychiatrisch-psychologische Dienst hält im Vollzugsbericht so-
dann fest, dass der Beschwerdeführer das formale Setting im Berichtszeitraum wei-
testgehend zuverlässig eingehalten habe und meist pünktlich zu den vereinbarten 
Psychotherapieterminen erschienen sei. Die inzwischen stattgefundene Gerichts-
verhandlung habe für den Beschwerdeführer eine hohe emotionale Belastung be-
deutet, mit der er unmittelbar nach dem Urteil situationsadäquat und angemessen 
umgegangen sei. Die relativ rasche Umsetzung der Progressionsstufe C nach der 
Gerichtsverhandlung habe den Beschwerdeführer gefreut. Insgesamt habe sich 
gezeigt, dass sich der Beschwerdeführer während der Sitzungen themenbezogen 
durchaus aufnahmefähig und reflektiert präsentiert habe, ihm der Transfer in den 
Alltag aber wiederholt nicht zu gelingen scheine bzw. er sich nicht mehr an Inhalte 
aus der vorangehenden Sitzung erinnert habe oder diese habe benennen können. 
Der Beschwerdeführer habe angegeben, sich nach Beendigung der jeweiligen Sit-
zungen tatsächlich keine weiteren Gedanken mehr zu besprochenen Inhalten zu 
machen und die Therapie im Grunde als «notwendiges Übel» betrachte, wobei er 
mit seinem restlichen Alltag bereits sehr belastet sei. Insgesamt falle diesbezüglich 
auf, dass der Beschwerdeführer noch immer wenig Verständnis für innerpsychi-
sche Prozesse zu haben scheine. So führe er sein Verhalten regelmässig auf äus-
sere Umstände und nicht auf sein eigenes Funktionieren oder seine Persönlichkeit 
zurück und könne nur selten beschreiben, wie genau sich sein Befinden ver-
schlechtert habe. Eine angemessene Emotionsregelung werde weiterhin als 
Schlüssel in der Aufrechterhaltung seiner Abstinenz eingeschätzt. In diesem Zu-
sammenhang könne auch der kritische Vorfall im Sinne eines Substanzkonsum-
rückfalls gesehen werden. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Be-
schwerdeführer werde weiterhin von einer risikorelevanten Beeinflussbarkeit aus-
gegangen, welche aber in ihrem Ausmass auch an die Mitwirkung des Beschwer-
deführers geknüpft sei. Eine Anpassung des Kontroll- und Veränderungsbedarf sei 
bisher nicht angezeigt. Als weiterer Schritt im Vollzugsverlauf seien auch im Sinne 
einer Entlastung im Alltag eine unbestimmte Anzahl unterschiedlich langer und be-
fristeter Probewohnen zwecks perspektivischer Umsetzung eines WAEX ange-
dacht (pag. BK/437 f.). 

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Im Vollzugsbericht des MZ E.________ vom 10. Oktober 2023 wurde darauf hin-
gewiesen, dass der Beschwerdeführer regelmässig in der Soziotherapie erscheine 
und sich aktiv daran beteilige, was der therapeutischen Zusammenarbeit dienlich 
sei. Es zeige sich aber auch, dass der Beschwerdeführer um eine transparente 
Mitarbeit bemüht, jedoch gegenüber dem Rapport- und Berichtswesen misstrauisch 
eingestellt sei. So befürchte er bei vollkommener Transparenz eher negative Kon-
sequenzen. Der Beschwerdeführer habe die Tendenz, in eine Abwärtsspirale zu 
geraten, wodurch die aktuellen Umstände erdrückend wirkten und die Lage aus-
sichtslos erscheine. Im Bereich Gesundheit (inkl. Sucht) sei es seit dem letzten 
Vollzugsbericht zu einem weiteren kritischen Ereignis gekommen. Der Beschwer-
deführer habe am 26. September 2023 zeitverzögert einen Suizidversuch gestan-
den. Während des Arrestaufenthalts sei der ganze Druck und der Frust über ihn 
hereingebrochen. Er habe sich nutzlos gefühlt und mit einem Gegenstand sein 
Handgelenk längs aufgeschnitten, habe seine verordneten Medikamente einge-
nommen und sich schlafen gelegt. Er habe das Ziel verfolgt, nicht mehr aufzuwa-
chen und so all den Herausforderungen zu entkommen. Am nächsten Morgen sei 
er aufgewacht und sei erschrocken über die Tatsache, dass er noch lebe. Der Be-
schwerdeführer habe sich glaubhaft von weiteren Suizidversuchen distanzieren 
können und sei dazu motivierend angehalten worden, sich unbedingt zu melden. 
Im Bereich Aus- und Weiterbildung wurde seitens des MZ E.________ festgehal-
ten, dass der Beschwerdeführer in den ersten Wochen des zweiten Lehrjahrs und 
rund um die kritischen Zwischenfälle eine für ihn nicht auszuhaltende Situation be-
schrieben habe. Dass die Lehre und der Versuch, alle Lebensbereiche in diesem 
Setting unter einen Hut zu bringen, von Beginn weg für den Beschwerdeführer eine 
Herausforderung gewesen sei, sei bekannt und nach wie vor nachvollziehbar. Er 
habe mehreren Mitarbeitenden der Soziotherapie eröffnet, dass die Situation am 
Arbeitsplatz nicht mehr tragbar sei. Er bemängle, dass auf der Baustelle versteckt 
Alkohol und selten auch illegale Substanzen konsumiert würden. Dabei sei dies 
das kleinere Übel, könne er sich von diesem Konsum grundsätzlich distanzieren. 
Weitaus belastender sei die Tatsache, dass er regelmässig durch Mitarbeitende am 
Arbeitsplatz verbal angegangen werde. Dabei falle durch den Beschwerdeführer 
auch das Wort «Mobbing». Der Beschwerdeführer habe in einem Bezugsperso-
nengespräch aber angegeben, dass er die Lehre fortsetzen und solche Äusserun-
gen ignorieren wolle. Kurze Zeit später habe der Beschwerdeführer der dienstha-
benden Betreuung am 2. Oktober 2023 eröffnet, die Lehre abbrechen zu wollen 
und hierfür bereits seinen Lehrmeister schriftlich informiert zu haben. Der Be-
schwerdeführer habe angeben, dass er es nicht mehr aushalte und weitere Kon-
sumrückfälle nicht ausschliessen könne. Zu Gunsten des Vollzugs müsse er die 
Konsequenzen ziehen. Sodann werde festgehalten, dass sich der Beschwerdefüh-
rer im Rahmen der Progressionsstufe C mit einem hohen Grad an Selbständigkeit 
und Freiheit zu bewegen wisse. Er habe die gestellten Anforderungen erfüllt. Auch 
im Rahmen des Vollzugsmoduls AEX habe er Erfolge verbuchen können: er habe 
gute schulische Leistungen erzielt und das erste Lehrjahr erfolgreich abgeschlos-
sen. Überschattet würden seine Fortschritte durch die in relativ kurzer Zeit erfolgten 
Zwischenfälle und vom Abbruch der Lehre. Als nächstes sollten die Vollzugsmodu-
le richtungsweisend zur extramuralen Normalität wirken, indem ein betreutes 

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Wohnsetting, eine enge Begleitung und ein engmaschiges Kontrollnetz den Be-
schwerdeführer auf dem weiteren Weg zu einem selbstbestimmten und deliktfreien 
Leben unterstützten (pag. BK/491 ff.). 

Anlässlich der VVP vom 12. Oktober 2023 wurde festgehalten, dass sich das all-
gemeine Misstrauen gegenüber dem «System» eigentlich durch den ganzen Voll-
zug ziehe. Der Beschwerdeführer zeige eine passive Weigerungshaltung. Punktuell 
sei auch eine gewisse Hilflosigkeit feststellbar, indem der Beschwerdeführer sich 
bspw. dahingehend äussere, dass er nicht wisse, wieso er sich manchmal selbst im 
Weg stehe. Der Abbruch des AEX werde als unreif-impulsive Handlung gewertet, 
zumal er nicht ordentlich, sondern per Whatsapp gekündigt habe. Er sei dabei ge-
blieben, dass er während seines Aufenthalts im MZ E.________ keiner externen 
Arbeit mehr nachgehen werde. Bis auf Weiteres werde er nun intern beschäftigt. 
Der Beschwerdeführer sei grundsätzlich in der Lage, Leistung zu erbringen. 
Grundsätzlich wäre es für die Zukunft wünschenswert, wenn er eine Lehre absch-
liessen würde. Aktuell sei dies aber kein Thema. Nun müsse in einem ersten Schritt 
die Aufarbeitung vorangetrieben werden. Sodann sei ein externes Wohnen zu im-
plementieren. Die BVD bestätigten anlässlich der Sitzung, den Antrag auf WEP, 
WEX bzw. WAEX erhalten zu haben. Es gelte, den Antrag genau zu prüfen, zumal 
der jüngste Verlauf von Instabilität geprägt gewesen sei (pag. BK/511 ff.).  

III. Rechtliche Beurteilung 

7. Vorbringen des Beschwerdeführers

Der Beschwerdeführer rügt den Missbrauch des Ermessens. Zwar habe die Vorin-
stanz im Rahmen des ihr eingeräumten Ermessens gehandelt, dabei aber den 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt. Zusammengefasst bringt er vor, dass 
sich die Gutachten von med. pract. F.________ und Dr. med. D.________ insbe-
sondere bei der Frage widersprächen, ob der Beschwerdeführer unter einer delikts-
relevanten Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und emotional-instabilen Antei-
len, zumindest mittelgradige psychopathy, leide. Während Dr. med. D.________ 
eine solche in beiden Gutachten, seiner ergänzenden Stellungnahme und auch im 
Rahmen seiner Befragung anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung an-
genommen habe, habe med. pract. F.________ festgehalten, dass sich beim Be-
schwerdeführer lediglich Hinweise für eine dissoziale Persönlichkeitsakzentuierung 
finden liessen. Die zwei zentralsten Gutachten unterschieden sich demnach in ei-
nem sehr wesentlichen Punkt. Aus den Berichten des MZ E.________ vom 6. Sep-
tember 2021 und vom 14. April 2022 ergebe sich unmissverständlich, dass die dia-
gnostische Einschätzung von Dr. med. D.________ von den Vollzugsbehörden 
nicht geteilt werde. Mit diesem Widerspruch sei Dr. med. D.________ konfrontiert 
worden und er habe ausgeführt, dass es sich diagnostisch gesehen eigentlich nicht 
per se um Widersprüchlichkeiten handle. Es gebe viele Überlappungen zwischen 
diesen beiden Persönlichkeitsstörungsbereichen. Im Ergebnis stehe fest, dass so-
wohl Differenzen zwischen den Einschätzungen der zwei Gutachter aber auch der 
Auffassung des MZ E.________ in den Vollzugsberichten bestünden. Ferner weist 
der Beschwerdeführer daraufhin, dass in der Risikoabklärung vom 18. Januar 2023 

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Fehler enthalten seien. Dr. med. D.________ und der ROS-Bericht würfen dem 
Beschwerdeführer vor, er sei manipulativ. Hinweise für ein solchen Verhalten fän-
den sich weder in den Akten noch in den Berichten zum Massnahmenvollzug; so 
werde der Beschwerdeführer auch nicht als manipulativ oder betrügerisch be-
schrieben. Schliesslich sei auch der persönliche Eindruck zu berücksichtigen, wel-
cher gemäss den Ausführungen der Vorinstanz durchwegs positiv ausgefallen sei. 
Bei dieser Ausgangslage könne – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – mithin 
nicht zweifelsfrei davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer leide (zusätz-
lich) unter einer Persönlichkeitsstörung und es bestehe eine sogenannte Doppel-
diagnose. Med. pract. F.________ habe dem Beschwerdeführer eine ausgeprägte 
Abhängigkeitserkrankung diagnostiziert. Neben der Suchterkrankung seien beim 
Beschwerdeführer zusätzlich akzentuierte, impulsive und dissoziale Persönlich-
keitszüge festgestellt worden. Akzentuierte Persönlichkeitszüge erreichten keine 
ICD-Klassifizierung. Sie alleine vermöchten somit nicht, eine schwere psychische 
Störung anzunehmen. Aus den Akten ergebe sich, dass der Beschwerdeführer nie 
mehr gewalttätig geworden sei. Schliesslich sei er in der Lage, über den Sucht-
druck zu sprechen und könne immer besser damit umgehen. Es sei daher vor die-
sem Hintergrund nicht ersichtlich, weshalb beim Beschwerdeführer von einer 
schweren psychischen Störung ausgegangen werde. Aufgrund der fehlenden psy-
chischen Störung dürfe keine Massnahme gemäss Art. 59 StGB angeordnet wer-
den. In Bezug auf die Verhältnismässigkeit räumt der Beschwerdeführer ein, dass 
er nach wie vor behandlungsbedürftig sei und seine Suchterkrankung noch nicht 
vollständig überwunden habe. Jedoch könne der Auffassung des Regionalgerichts, 
wonach eine Massnahme gemäss Art. 59 StGB insbesondere aufgrund der neu 
diagnostizierten Persönlichkeitsstörung notwendig sei, nicht gefolgt werden. Denn 
es könne – wie dargelegt – nicht zweifelsfrei von einer Persönlichkeitsstörung aus-
gegangen werden, weshalb die Notwendigkeit einer Massnahme nach Art. 59 StGB 
bereits zweifelhaft sei. Den Ausführungen des Regionalgerichts und von Dr. med. 
D.________ zur Geeignetheit der Massnahme hält der Beschwerdeführer entge-
gen, dass das MZ E.________ im Vollzugsbericht vom 14. April 2022 festgehalten 
habe, die Fortsetzung der stationären Massnahme nach Art. 60 StGB zur Verbes-
serung der Legalprognose werde als sinnvoll und vertretbar angesehen. Ferner 
würden dem Beschwerdeführer in sämtlichen Berichten grosse Fortschritte attes-
tiert, was auch seitens des Regionalgerichts und von Dr. med. D.________ aner-
kannt werde. Zudem könnte nach Ablauf der Massnahmendauer eine ambulante 
Massnahme gemäss Art. 63 StGB angeordnet werden. Mit diesem Setting könne 
der Beschwerdeführer weiterhin therapiert werden und sich im freien Alltag be-
währen. Eine Entlassung im Herbst 2023 kombiniert mit einer ambulanten Mass-
nahme wäre entgegen der Ansicht der Vorinstanz insgesamt nicht zu früh, nicht zu 
unsicher und nicht mit vielen Risikofaktoren belastet, sondern eine Chance für den 
Beschwerdeführer. Mit der Verlängerung der Massnahme bis im Herbst 2023 und 
der Anordnung einer ambulanten Therapie gemäss Art. 63 StGB könne der Be-
schwerdeführer ebenso gut begleitet werden und immer mehr in die vollständige 
Selbständigkeit entlassen werden, wie im Rahmen einer stationären Massnahme 
nach Art. 59 StGB mit diversen Vollzugslockerungen, weshalb die Anordnung einer 
Massnahme gemäss Art. 59 StGB zum jetzigen Zeitpunkt nicht verhältnismässig 

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erscheine. Schliesslich erinnert der Beschwerdeführer nochmals daran, dass in der 
Regel ein Austausch von Massnahmen an ein Scheitern der ersten Massnahme 
gebunden sei. Es sei offensichtlich, dass die erste Massnahme nicht gescheitert 
sei. Ebenfalls kein Grund für das Ändern der Massnahme sei das baldige zeitliche 
Ende der Massnahme. Art. 62c Abs. 6 StGB sei vom Regionalgericht falsch ange-
wendet worden. Eine offensichtlich bessere Eignung der Massnahme gemäss Art. 
59 StGB sei zu verneinen (pag. BK/1 ff.). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung lässt der Beschwerdeführer ergän-
zen, dass er sein erstes Lehrjahr bravurös gemeistert und Überdurchschnittliches 
geleistet habe. Ein zweites Lehrjahr sei ihm nicht gelungen. Er selbst habe ein-
geräumt, dass es mit der vorhanden gewesenen Belastung nicht mehr habe wei-
tergehen können. Durch dieses Verhalten habe der Beschwerdeführer Reife ge-
zeigt, er habe sich etwas überlegt und eine Schwäche eingestanden. Es müsse 
ihm hoch angerechnet werden, dass er es geschafft habe zu sagen, er werde es 
nicht schaffen, andernfalls er in alte Muster zurückfallen werde. Weder die Rückfäl-
le noch der Lehrabbruch stellten Gründe für die Anordnung einer Massnahme 
gemäss Art. 59 StGB dar. Der Sachverhalt sei fälschlicherweise unter eine schwere 
psychische Störung subsumiert worden. Anlässlich der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung wird nochmals auf die Widersprüche in den Gutachten von med. pract. 
F.______