# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba8de520-5fed-57fc-9e06-9a5602186735
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2014 D-4481/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4481-2014_2014-08-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-4481/2014/pjn 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter Robert Galliker, Richter Gérald Bovier,    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

B._______, geboren (…), 

C._______, geboren (…), 

D._______, geboren (…), 

alle Eritrea,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland; 

Verfügung des BFM vom 25. Juni 2014 / N (…). 

 

 

D-4481/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer teilte mit einem undatierten Schreiben, welches 

am 20. Februar 2012 bei der schweizerischen Vertretung in E._______ 

einging, mit, er sei eritreischer Staatsangehöriger aus F._______, wo er 

geboren, aufgewachsen und seine Ausbildung genossen habe. Im Jahr 

1983 habe er die Technische Schule abgeschlossen. Anschliessend habe 

er bis 1999 für die Regierung gearbeitet, ab dem Jahr 1995 in führender 

Position im G._______. Er habe sein Heimatland aus politischen Gründen 

verlassen. Der Workshop, in welchem er seinen Dienst verrichtet habe, 

sei zugehörig zur einzigen Partei, der Eritrean People for Democracy and 

Justice (EPDJ), gewesen. Er sei – wie alle Mitarbeiter – vom Manager 

aufgefordert worden, die Politik und Prinzipien der EPDJ positiv zu sehen 

und zu kommentieren. Anlässlich eines Meetings am 13. Februar 1999 

habe er indessen die Partei kritisiert, worauf der Manager die Sicherheits-

kräfte gerufen habe, welche ihn auf Befehl des Managers in Haft genom-

men hätten. Bis am 18. Mai 2000 sei er inhaftiert gewesen. Aufgrund der 

damaligen Situation – Eritrea sei mit Äthiopien im Krieg gewesen, was zu 

Landverlusten des eritreischen Staates und zu einer Konzentration der 

Kraftreserven des Landes auf die Kriegsführung geführt habe – sei die 

Kontrolle im Gefängnis nachlassend geworden. Ein Wächter habe ihm 

geraten, die Situation für die Flucht zu nutzen, worauf er am 18. Mai 2000 

aus dem Gefängnis habe fliehen können. Er sei direkt H._______ gegan-

gen, wo er am 28. Mai 2000 angekommen sei. Am 30. Mai 2000 habe er 

sich in E._______ beim Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nati-

onen (UNHCR) und beim Commission for Refugees (COR) registrieren 

lassen, worauf ihm Asyl gewährt worden sei und er eine Identitätskarte für 

Flüchtlinge erhalten habe. Weil es H._______ für Flüchtlinge aus Eritrea 

sehr gefährlich sei und sich sein Leben ständig in Gefahr befinde, ersu-

che er um politisches Asyl in der Schweiz.  

B.  

Mit Schreiben vom 22. Oktober 2013 stellte das BFM fest, der Beschwer-

deführer habe mit seiner Eingabe vom 20. Februar 2012 ein Asyl- und 

Einreisegesuch für die Schweiz eingereicht. Praxisgemäss handle es sich 

bei der Erhebung eines Asylgesuchs um ein höchtspersönliches Recht, 

welches selbständig auszuüben sei. Vorliegend seien den Akten keine zu-

rechenbaren Willensäusserungen zu entnehmen, mit welchen eine allfäl-

lige Ehefrau oder volljährige Kinder die Schweiz aufgrund einer asylrele-

vanten Verfolgung um Schutz durch Asyl ersuchen würden. Damit würden 

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für diese Personen keine zulässig gestellten Asylgesuche vorliegen. Die-

ser Mangel könne dadurch geheilt werden, dass die betroffenen Perso-

nen eine unterzeichnete Willensäusserung und eine umfassende Begrün-

dung ihres Asylgesuches anhand der untenstehenden Fragen einreichen 

und unterzeichnen würden. Zudem seien Personen anlässlich eines im 

Ausland gestellten Asylgesuchs anzuhören, wobei eine Anhörung unter-

bleiben könne, wenn die Voraussetzungen für die Einreise in die Schweiz 

aufgrund des schriftlich eingereichten Asylgesuchs erfüllt seien, wenn 

aufgrund der Akten der Sachverhalt genügend erstellt sei oder wenn aus 

organisatorischen Gründen – mangels vorhandener Kapazitäten – keine 

Anhörung durchgeführt werden könne. In diesem Fall müssten die betrof-

fenen Personen einige konkrete Fragen schriftlich beantworten und den 

Behörden zu erkennen geben, dass sie kollaborierten, indem sie ihre 

Asylgründe schriftlich darlegen würden. Mit Schreiben vom 23. März 

2010, das beigelegt werde, habe die schweizerische Vertretung in 

E._______ mitgeteilt, dass die Arbeitslast seit dem Sommer 2009 als Fol-

ge der vielen Asylgesuche stark zugenommen habe, während das Perso-

nal beschränkt geblieben sei und weder die nötigen Sicherheitsmass-

nahmen noch die für eine Anhörung benötigten Lokalitäten sichergestellt 

würden. Dies habe zur Folge, dass zur Zeit keine Anhörungen durchge-

führt würden, auch nicht im Fall des Beschwerdeführers und allfälliger 

Angehöriger. Indessen könne der Sachverhalt mittels Beantwortung ver-

schiedener Fragen betreffend Person, Aufenthalt in Eritrea, Familie und 

Angehörige in Drittstaaten, Asylgründe, Situation H._______ und Be-

weismitteln ergänzt werden. Dem Beschwerdeführer wurde Gelegenheit 

gewährt, innert Frist die gestellten Fragen zu beantworten und eine Stel-

lungnahme zu einem allfällig negativen Entscheid des BFM abzugeben. 

Im Unterlassungsfall werde das Asylgesuch abgeschrieben.  

C.  

Mit Eingabe vom 29. April 2014 – am folgenden Tag bei der schweizeri-

schen Vertretung eingegangen – beantwortete der Beschwerdeführer die 

ihm gestellten Fragen und reichte eine Kopie der Anerkennung als Flücht-

ling H._______ durch das UNHCR vom 5. November 2003, ein fremd-

sprachiges Schreiben sowie Kopien mehrere schweizerischer Ausweis-

papiere anderer Personen zu den Akten. Aus seinen Angaben ergibt sich 

folgender Sachverhalt: Der Beschwerdeführer habe nach Abschluss der 

Ausbildung den nationalen Dienst in Eritrea zwischen dem 1. Februar 

1996 und dem 29. August 2000 absolviert. Bis der Krieg zwischen Eritrea 

und Äthiopien ausgebrochen sei, habe er als Elektriker-Techniker in 

I._______ gearbeitet. Danach habe er Öfen und militärische Einrichtun-

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gen reparieren müssen. Am 1. Mai 2000 sei er nach J._______ in West-

eritrea geschickt worden, wo er seinen Dienst aufgenommen habe. Am 

30. August 2000 habe ihn der Colonel, mit welchem er zusammen gear-

beitet habe, mit falschen Anschuldigungen angezeigt. Er sei zusammen 

mit anderen Personen bei den Sicherheitskräften inhaftiert worden unter 

dem Vorwurf, gegen die Regierung und ein Spion zu sein. Er sei indessen 

unschuldig und habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Während der Haft sei 

er drei Mal pro Tag geschlagen worden, bis er die falschen Anschuldigun-

gen akzeptiert habe. Er habe im Gefängnis eine schreckliche und un-

menschliche Behandlung erfahren. Nach einem Monat sei seine rechte 

Hand gebrochen worden, und aufgrund der Folter habe er am ganzen 

Körper Schmerzen gehabt. Glücklicherweise sei er ins Spital von 

J._______ Stadt gebracht worden, wo er den Befragungen nicht mehr 

ausgesetzt gewesen sei. Während seines Spitalaufenthaltes habe sein 

Bruder, ein Soldat in der eritreischen Armee, seine Flucht vorbereitet. Am 

7. Oktober 2000 habe er mit Hilfe der Krankenschwester, die ihn gepflegt 

habe, und des Soldaten, der ihn bewacht habe, aus dem Spital fliehen 

können und sei mit dem Soldaten in ein Auto von Schmugglern, das vor 

dem Eingang auf ihn gewartet habe, eingestiegen. Man habe ihn auf di-

rektem Weg illegal H._______ gebracht, wo er am folgenden Tag ange-

kommen sei. H._______ sei er vom UNHCR als Flüchtling anerkannt 

worden und habe dort seine aus Eritrea stammende und in der Stadt 

K._______ lebende Ehefrau geheiratet. Später hätten sie zwei Kinder be-

kommen. Auch seine Familienangehörigen seien vom UNHCR anerkann-

te Flüchtlinge H._______. Sie seien nie einem Flüchtlingslager zugewie-

sen worden und hätten folglich nie in einem solchen gelebt. Bis ins Jahr 

2009 hätten sie sich in E._______ sicher gefühlt. Dann hätten Abkommen 

zwischen dem Sudan und Eritrea dazu geführt, dass eritreische Flüchtlin-

ge deportiert worden seien. Er befürchte, anlässlich der stattfindenden 

Roundups durch eritreische Geheimdienstagenten, welche sich 

H._______ frei bewegen könnten, entdeckt, entführt und deportiert oder 

getötet zu werden. Er könne nicht mit dem Schutz der (...) Behörden 

rechnen, was sich auch daran zeige, dass die Polizei nicht einmal er-

schienen sei, als er sie vor zwei Jahren gerufen habe, nachdem Gegner 

eines anti-islamischen Films und sudanesische Teenager Steine in sein 

Haus geschossen hätten. Er habe Angst, als Christ und Ausländer 

H._______ getötet zu werden. Am 21. März 2014 sei er ferner bei einer 

Razzia der (...) Polizei festgenommen und zur Polizeistation gebracht 

worden. Dort sei ihm alles mitgeführte Geld abgenommen worden. Zu-

dem müssten er und seine Familie ohne jegliche Unterstützung 

H._______ leben. Einzig die in der Schweiz lebende Verwandte seiner 

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Ehefrau leiste monatliche Unterstützungsleistungen. Ferner verdienten er 

– ohne Arbeitserlaubnis der (...) Behörden – mit Gelegenheitsarbeiten 

und seine Ehefrau mit Hausarbeiten den Lebensunterhalt. Deshalb ersu-

che er für sich und seine Familie um Schutz und Aufenthalt in der 

Schweiz, zumal er nicht freiwillig nach Eritrea zurückkehren könne, da 

seine damalige illegale Ausreise als Verbrechen gesehen werde. Er kön-

ne aber auch nicht länger H._______ verbleiben. Er werde keine Schwie-

rigkeiten haben, sich in der Schweiz zu integrieren und seine Ehefrau ha-

be in diesem Land Angehörige, wie den beigelegten Kopien der schwei-

zerischen Ausweisschriften entnommen werden könne. Der Eingabe la-

gen zudem Kopien von zwei Geburtsurkunden, von zwei Ausweisen und 

diejenige einer Eheurkunde bei.  

D.  

Mit Verfügung vom 25. Juni 2014 – eröffnet am 15. Juli 2014 – verweiger-

te das BFM dem Beschwerdeführer und seiner Familie die Einreise in die 

Schweiz und lehnte die Asylgesuche ab. Zur Begründung wurde im We-

sentlichen ausgeführt, die Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 

erfordere die Anwesenheit der Beschwerdeführenden in der Schweiz 

nicht. Gestützt auf den vollständig erstellten Sachverhalt sei davon aus-

zugehen, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, welche die Ein-

reise in die Schweiz als notwendig erscheinen lasse. Ausschlaggebend 

für die Erteilung einer Einreisebewilligung sei die Schutzbedürftigkeit der 

betreffenden Person(en), mithin die Frage, ob eine Gefährdung im Sinne 

des Gesetzes glaubhaft erscheine oder ob den betroffenen Personen zu-

gemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu 

bemühen. Im Fall eines Aufenthaltes in einem Drittstaat sei im Sinne ei-

ner Regelvermutung davon auszugehen, dass die betroffenen Personen 

bereits dort Schutz gefunden hätten, was in der Regel zur Ablehnung des 

Asylgesuches und zur Verweigerung der Einreise in die Schweiz führe. 

Dabei sei indessen die Beziehungsnähe zur Schweiz gegen die Zumut-

barkeit der Zufluchtnahme im Drittstaat abzuwägen. Vorliegend sei auf-

grund der Schilderungen des Beschwerdeführers in seinem Gesuch vom 

20. Februar 2012 und in seiner Eingabe vom 30. April 2014 nicht mit hin-

reichender Sicherheit auszuschliessen, dass er aufgrund der geltend ge-

machten Inhaftierung im Fall einer Rückkehr nach Eritrea ernstzuneh-

mende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden habe. Im Folgen-

den sei zu prüfen, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der Asyl-

ausschlussgrund von alt Art. 52 Abs. 2 AsylG entgegenstehe, wonach ei-

ner Person das Asyl verweigert werden könne, wenn ihr zugemutet wer-

den könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Der 

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Beschwerdeführer habe sich eigenen Angaben zufolge beim UNHCR 

H._______ registrieren lassen, den Flüchtlingsstatus erhalten, aber nie in 

einem Flüchtlingslager gelebt. Das Gleiche gelte auch für die Ehefrau und 

die Kinder. Er habe keine Arbeitserlaubnis und fürchte eine Entführung 

durch die eritreische Regierung. Die zahlreichen Flüchtlinge H._______ 

verfügten nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land, son-

dern würden nach ihrer Registrierung einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo 

sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhielten. Es sei 

dem Beschwerdeführer und seiner Familie praxisgemäss zuzumuten, 

sich beim UNHCR zu melden, sollte die Situation kritisch sein. Im Weite-

ren erachte das BFM die vom Beschwerdeführer geäusserte Befürchtung, 

nach Eritrea verschleppt zu werden, als unbegründet, weil gemäss gesi-

cherten Erkenntnissen des BFM das Risiko einer Deportation oder Ver-

schleppung für Eritreer, die H._______ vom UNHCR als Flüchtlinge aner-

kannt worden seien, gering sei. Vorliegend seien auch keine konkreten 

Anhaltspunkte ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer eine Rückführung 

nach Eritrea drohe. Insbesondere verfüge er nicht über ein geeignetes Ri-

sikoprofil und habe auch nicht glaubhaft darlegen können, persönlich fak-

tisch und unmittelbar bedroht zu sein, unter Verletzung des Non-Refoule-

ment-Prinzips nach Eritrea zurückgeschafft zu werden. Da er den Flücht-

lingsstatus durch das UNHCR erhalten habe oder diesen erwerben kön-

ne, habe er jederzeit die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung des 

UNHCR H._______ zu melden. Das UNHCR habe H._______ an seine 

internationalen Verpflichtungen erinnert und dieser habe die Flüchtlings-

konvention vom 28. Juli 1951 (SR 0.142.30) unterzeichnet. Die geltend 

gemachten Nachstellungen durch Jugendliche im Jahr 2012 und die 

Festnahme vom 21. März 2014 könnten mangels Intensität der Nachteile 

nicht als einreiserelevant im Sinne des Gesetzes gelten. Auch wenn das 

Leben für eritreische Flüchtlinge in E._______ nicht einfach sei, könnten 

die Hürden für eine zumutbare Existenz in dieser Stadt vorliegend aus 

objektiver Sicht nicht als unüberwindbar betrachtet werden, weil der Be-

schwerdeführer auf dem Bau und seine Ehefrau als Hausangestellte ar-

beiten würden, sie zudem von der Verwandten der Ehefrau aus der 

Schweiz unterstützt würden und bereits seit einigen Jahren (seit 2000) 

H._______ ohne einreiserelevante Nachteile lebten. Allein eine schwieri-

ge Lebenssituation und humanitäre Überlegungen würden keinen Grund 

für die Bewilligung der Einreise in die Schweiz darstellen. Die dafür not-

wendige, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehende akute Ge-

fährdung liege im Fall der Beschwerdeführenden nicht vor. Überdies lebe 

H._______ eine grosse eritreische Diaspora, die für in Not geratene 

Landsleute bereit stehe und weitgehend Unterstützung biete. Hinsichtlich 

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der Beziehungsnähe zur Schweiz stelle die Tatsache, dass sich eine 

Cousine der Ehefrau hier befinde, keine genügend enge Bindung zur 

Schweiz im Sinne des Gesetzes dar. Nach dem Gesagten benötigten der 

Beschwerdeführer und seine Angehörigen den zusätzlichen subsidiären 

Schutz der Schweiz gemäss alt Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht und es sei ihn 

zuzumuten, H._______ zu verbleiben. 

E.  

Am 2. August 2014 ging bei der schweizerischen Vertretung in E._______ 

das gleichentags datierte Schreiben des Beschwerdeführers ein. Dieses 

wurde dem Bundesverwaltungsgericht übermittelt, wo es am 12. August 

2014 eintraf. Der Beschwerdeführer wiederholte im Wesentlichen den be-

reits geltend gemachten Sachverhalt und ergänzte ihn damit, dass die 

(...) Behörden seit dem 4. Januar 2014 Flüchtlinge aus Eritrea auf der 

Strasse festnähmen und sie entgegen den humanitären Rechten behan-

delten. Sie würden ins Heimatland abgeschoben. Er befinde sich deshalb 

in ernsthafter Gefahr. Was er vorbringe, sei nicht übertrieben.  

Der Eingabe lagen erneut Kopien der bereits eingereichten Heiratsurkun-

de, der Geburtsscheine, weiterer Ausweise und der Anerkennung als 

Flüchtling durch das UNHCR bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

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Seite 8 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. 

Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indes-

sen praxisgemäss verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Be-

schwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und 

deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befun-

den werden kann. 

1.4 Zudem fehlt der Beschwerde die Unterschrift der Ehefrau des Be-

schwerdeführers. Angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Asylge-

such aus dem Ausland handelt, ist davon auszugehen, dass auch die 

Ehefrau des Beschwerdeführers, gegen welche sich die angefochtene 

Verfügung ebenfalls richtet, Beschwerde erheben wollte. Insbesondere 

lässt sich diese Annahme mit der Eingabe des Beschwerdeführers vom 

3. August 2014 vereinbaren, da er dort seine Ehefrau und seine Kinder 

mehrmals erwähnt. Zwar leidet die Eingabe vom 3. August 2014 auch in-

sofern an einem Formmangel; indessen kann vorliegend auf den Erlass 

einer Zwischenverfügung mit dem Ziel, eine von der Ehefrau des Be-

schwerdeführers unterzeichnete Beschwerde zu erhalten, im Sinne einer 

Ausnahme ohne jeden präjudiziellen Charakter verzichtet werden, zumal 

dieser Verfahrensschritt angesichts der Tatsache, dass es sich um ein 

Gesuch aus dem Ausland handelt, nur umständlich über die Eröffnung 

durch die schweizerische Vertretung in E._______ vorgenommen werden 

könnte. Angesichts der klaren Sachlage – wie in den nachfolgenden Er-

wägungen aufzuzeichnen sein wird – lässt sich diese Ausnahme vorlie-

gend rechtfertigen.  

1.5 Die Beschwerde ist somit – mit Ausnahme der verwendeten Sprache 

(vgl. Ziff. 1.3) und der fehlenden Unterschrift der Ehefrau des Beschwer-

deführers (vgl. Ziff. 1.4) – unter Berücksichtigung, dass es sich um eine 

Laienbeschwerde handelt und sich die Anträge sinngemäss aus der Ein-

gabe vom 3. August 2014 entnehmen lassen – frist- und formgerecht ein-

gereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorin-

stanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-

ziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwer-

de legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 9 

1.6 Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vor-

liegende Entscheid in deutscher Sprache. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung 

mit drei Richtern oder drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet werden. 

4.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel 

(Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen 

Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 

5.  

5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 

die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder 

ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 und 

Art. 7 AsylG sowie alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss alt Art. 20 Abs. 2 

AsylG bewilligt das BFM einer asylsuchenden Person die Einreise zur Ab-

klärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im 

Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land aus-

zureisen. Gestützt auf alt Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 

Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen er-

mächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft ma-

chen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Frei-

heit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

 

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Seite 10 

5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das BFM überweist (alt Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens 

bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht alt Art. 10 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt (alt Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht mög-

lich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe 

schriftlich festzuhalten (alt Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung bezie-

hungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, 

wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs 

als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber 

diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich 

zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu 

äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 

5.3 Die Beschwerdeführenden wurden nicht zu ihren Asylgesuchen be-

fragt. Sie legten ihre Vorbringen jedoch einerseits im Asylgesuch vom 

20. Februar 2012 und andererseits in ihrer Eingabe vom 29. April 2014 

schriftlich dar, nachdem sie mit Schreiben des BFM vom 22. Oktober 

2013 unter Beilage eines explizit aufgelisteten Fragekatalogs gebeten 

wurden, für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachver-

halts die entsprechenden Fragen vollständig und präzise zu beantworten. 

Der entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftli-

chen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheidrele-

vanten Elemente vorliegen. Das BFM gewährte ihnen zudem mit besag-

tem Schreiben das rechtliche Gehör zu einem allfällig negativen Ent-

scheid.  

5.4 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, die Beschwer-

deführenden vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische 

Vertretung zusätzlich persönlich befragen zu lassen. Das BFM hat den 

verfahrensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 

5.5 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

D-4481/2014 

Seite 11 

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlag-

gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbe-

dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob ei-

ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob 

der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung 

zugemutet werden kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälli-

gen Schutzbedürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vor-

liegen (vgl. BVGE 2011/10). 

6.  

6.1 Hält sich die asylsuchende Person – wie im vorliegenden Fall – in ei-

nem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihr auch 

zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen 

Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffen-

de Person habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz ge-

funden, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuches und der Ver-

weigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien 

zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar er-

scheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur 

Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10). 

 

6.2 Es ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde mehrheitlich auf eine 

Wiederholung der bisherigen Vorbringen beschränkt und mithin keine 

neuen wesentlichen Sachverhaltselemente geltend gemacht werden. Die 

Überprüfung der Akten ergibt sodann, dass sich die diesbezüglichen Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. Das 

Bundesverwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit dem BFM 

zum Schluss, es sei nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer 

mit den heimatlichen Behörden ernstzunehmende Schwierigkeiten hatte. 

Ob er und seine Familie im Fall einer Rückkehr nach Eritrea einer flücht-

lingsrechtlich relevanten Gefährdung ausgesetzt sein könnten, kann vor-

liegend dennoch offengelassen werden, da sie den Schutz der Schweiz 

gemäss alt Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötigen, weil es ihnen – wie im 

Nachfolgenden aufzuzeigen sein wird – trotz der zugestandenermassen 

nicht einfachen Bedingungen für eritreische Flüchtlinge H._______ zu-

zumuten ist, im Zufluchtsland unter dem Schutz des UNHCR zu verblei-

ben.  

6.3 Die Beschwerdeführenden befinden sich gestützt auf die Aussagen 

des Beschwerdeführers seit dem Jahr 2000 – mithin seit mehr als vier-

zehn Jahren – H._______. Ihre Kinder sind dort geboren. Gemäss den 

D-4481/2014 

Seite 12 

Aussagen des Beschwerdeführers sind sie vom UNHCR anerkannte 

Flüchtlinge. 

6.3.1 Die vom UNHCR registrierten Flüchtlinge sind grundsätzlich gehal-

ten, sich in einem UNHCR-Flüchtlingslager aufzuhalten und verfügen 

H._______ nicht über ein freies Aufenthaltsrecht. Auch die Ausübung ei-

ner Arbeit ist in aller Regel nur mittels entsprechender Bewilligung zu-

gänglich (vgl. US Department of State, Country Reports on Human Rights 

Practices for 2013: Sudan, Section 2. Respect for Civil Liberties, Includ-

ing: d. Freedom of Movement, Internally Displaced Persons, Protection of 

Refugees, and Stateless Persons, aufgesucht am 29. April 2014). Viele 

Flüchtlinge, so auch die Beschwerdeführenden, halten sich nicht in 

Flüchtlingslagern, sondern illegal in E._______ auf, wo sie versuchen, ei-

ner Arbeit nachzugehen, was ihnen – wie vorliegend – oft auch gelingt. In 

der Vergangenheit kam es dort in vereinzelten Fällen zu Entführungen 

von Flüchtlingen beziehungsweise zu deren Deportation ins Heimatland. 

Gemäss gesicherten Erkenntnissen ist indessen das Risiko einer Depor-

tation oder Verschleppung für Flüchtlinge, die im Sudan vom UNHCR an-

erkannt sind, gering (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-

1885/2014 vom 4. Juli 2014 E. 6.3.1, D-6478/2013 vom 24. Dezember 

2013 E. 5.3; E-1452/2012 vom 15. Juni 2012 m.w.H.; vgl. United Nations 

Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, Sudan: Combating hu-

man trafficking in the east, 19. Dezember 2013, gefunden auf 

http://www.unocha.org/top-stories/all-stories/sudan-combating-human-

trafficking-east, aufgesucht am 8. Mai 2014). Im vorliegenden Fall beste-

hen keine konkreten Hinweise auf eine drohende Deportation der Be-

schwerdeführenden in ihr Heimatland, da sich aus ihren Angaben nicht 

ergibt, sie hätten regimekritische Tätigkeiten ausgeübt oder würden ein 

erhöhtes Risikoprofil aufweisen. Die Beschwerdeführenden bringen denn 

auch keine konkreten Vorfälle zur Sprache, gestützt auf welche von einer 

konkreten und drohenden Gefährdung ihrer Person auszugehen wäre. 

Sie machen geltend, mit ihren Kindern in E._______ zu leben und dort 

auf dem Bau (Beschwerdeführer) und als Hausangestellte (Beschwerde-

führerin) zu arbeiten. Auch wenn sich die Situation für sie als Angehörige 

des christlichen Glaubens in E._______ als schwierig erweisen mag, 

lässt sich aus ihren Angaben schliessen, dass sie dort bisher keinen 

ernsthaften konkreten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt waren. Ihre 

Vorbringen, wonach sie solche befürchten würden, vermag an dieser Ein-

schätzung nichts zu ändern, weil allein eine nicht näher konkretisierte po-

tentiell mögliche Verfolgungshandlung – insbesondere angesichts der 

bisher bereits mehr als vierzehn Jahre dauernden verfolgungsfreien Zeit 

http://www.unocha.org/top-stories/all-stories/sudan-combating-human-trafficking-east
http://www.unocha.org/top-stories/all-stories/sudan-combating-human-trafficking-east

D-4481/2014 

Seite 13 

H._______ – nicht genügt, um von gezielten und unmittelbar bevorste-

henden Nachteilen im Sinne des Gesetzes ausgehen zu können. 

6.3.2 An dieser Einschätzung vermögen die Vorbringen des Beschwerde-

führers, jugendliche Sudanesen hätten im Zusammenhang mit einem 

amerikanischen Film gegen den Islam Steine in sein Haus geworfen, und 

die (...) Behörden hätten ihn am 21. März 2014 anlässlich eines Roun-

dups festgenommen, auf den Polizeiposten gebracht und ihm das Geld 

abgenommen, nichts zu ändern, auch wenn die bedauerlichen Vorfälle 

die Spannungen H._______ zum Ausdruck bringen. Insbesondere macht 

der Beschwerdeführer keine auf diesen Ereignissen basierenden weite-

ren Nachteile geltend. Zudem vermögen sie aufgrund ihrer Art und Inten-

sität den Anforderungen an die im Gesetz aufgeführten Verfolgungshand-

lungen nicht zu genügen.  

6.3.3 Wie dem Sachverhalt auch entnommen werden kann, wurden die 

Beschwerdeführenden von Angehörigen der Beschwerdeführerin in der 

Schweiz unterstützt, womit davon ausgegangen werden darf, dass sie 

auch weiterhin mit Unterstützungsleistungen rechnen dürfen. Ferner sol-

len der Beschwerdeführer und seine Ehefrau einer Arbeitstätigkeit nach-

gehen. Unter diesen Umständen kann ihre Existenzsicherung als gege-

ben gelten. Ihre diesbezüglichen Angaben lassen sich denn auch verein-

baren mit der allgemeinen Erkenntnis, dass H._______ – insbesondere in 

E._______ – eine grosse eritreische Diaspora lebt, die sich gegenseitig 

hilft. Zudem steht es ihnen offen, wie das BFM zutreffend feststellte, sich 

beim UNHCR um einen Platz in einem Flüchtlingslager zu bemühen, wo 

ihnen der existenzielle Grundbedarf zuteil kommt. Einer allfälligen Ver-

sorgungsnotlage in E._______ könnten sie mit diesem Schritt entgehen. 

Folglich kann im Fall der Beschwerdeführenden nicht von einer existen-

ziellen und lebensbedrohlichen Notlage ausgegangen werden. 

6.3.4 An dieser Einschätzung vermag auch ihr christlicher Glaube nichts 

zu ändern. Gemäss den Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ist 

H._______ die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert, und es wird 

keine Gruppenverfolgung der Christen betrieben. Wie das BFM ebenfalls 

zutreffend feststellte, sind die christlichen Gemeinschaften H._______ 

grundsätzlich anerkannt und dürfen sich in verschiedenen Bereichen wie 

Seelsorge, Ausbildung, Schule und anderen sozialen Einrichtungen frei 

betätigen. Auch wenn vereinzelte Diskriminierungen von Christen 

H._______ nicht auszuschliessen sind, kann vorliegend nicht von einer 

unmittelbar drohenden Gefahr für die Beschwerdeführenden und ihre 

D-4481/2014 

Seite 14 

Kinder ausgegangen werden. Aus den Akten ergeben sich zudem keine 

konkreten und ihre Person betreffenden diesbezüglichen Verfolgungs-

massnahmen. Im Übrigen können sie sich auch allfälligen Diskriminierun-

gen aufgrund ihres Glaubens durch den Aufenthalt in einem Lager ent-

ziehen oder sich an die christliche Kirche in E._______ wenden, um in 

den Genuss von Unterstützungsleistungen zu gelangen und ihren Glau-

ben ausüben zu können (vgl. dazu Swedish Migration Board, Marriage for 

the Eritrean and Ethiopian Diaspora in Khartoum, 08.07.2010, 

http://lifos.migrationsverket. se/dokument?documentAttachmentId=35113, 

abgerufen am 8. Mai. 2014). 

6.4 Gestützt auf die Aktenlage weisen die Beschwerdeführenden ferner 

keine enge Bindung zur Schweiz auf, auch wenn sich die Cousine der 

Beschwerdeführerin hier aufhält. Wie das BFM zutreffend festhielt, kann 

aus dem Aufenthalt der Cousine in der Schweiz nicht auf eine enge Ver-

bindung der Beschwerdeführenden mit dieser Cousine und damit auf eine 

enge Verbindung zur Schweiz geschlossen werden. Damit bestehen in ih-

rem Fall keine Anknüpfungspunkte zur Schweiz, weshalb eine Bezie-

hungsnähe zur Schweiz zu verneinen ist.  

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführen-

den seit vierzehn Jahren H._______ aufhalten und die Möglichkeit haben, 

sich unter den Schutz des UNHCR zu stellen, indem sie sich dort melden, 

um einen Platz in einem Flüchtlingslager zu erhalten und in den Genuss 

der existenzsichernden Unterstützung zu gelangen, sofern sie den weite-

ren Aufenthalt in E._______ nicht mehr in Betracht ziehen. Damit würden 

sie auch weitgehend Schutz vor einer Abschiebung ins Heimatland sowie 

vor Verfolgung geniessen. Mit der offiziellen Registrierung durch das 

UNHCR können sie sich zudem H._______ rechtmässig aufhalten. Der 

Verbleib H._______ ist als zumutbar zu betrachten. An dieser Einschät-

zung vermögen die Einwände in der Beschwerde nichts zu ändern, zumal 

sie nicht stichhaltig sind. Demgegenüber bestehen keine genügenden An-

knüpfungspunkte zur Schweiz, weshalb die Beziehungsnähe zu diesem 

Land zu verneinen ist. Die Beschwerdeführenden benötigen folglich ins-

gesamt den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss alt Art. 52 Abs. 2 

AsylG nicht. Das BFM hat ihnen zu Recht die Einreise in die Schweiz ver-

weigert und ihre Asylgesuche abgelehnt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

D-4481/2014 

Seite 15 

tig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

nach dem Gesagten abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4481/2014 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die zu-

ständige schweizerische Vertretung. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

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