# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 512a40b1-c3e4-5918-ad2e-c03b78dd57f3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.08.2008 IV 2007/143
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-143_2008-08-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/143

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 20.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2008
Art. 6 ATSG, Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung 
Natur und Bemessung der Arbeitsunfähigkeit, die der Bestimmung des 
zumutbaren Invalideneinkommens zugrunde liegt. Ausführungen zum 
fälschlicherweise so genannten "Leidensabzug" (zum 
Arbeitsunfähigkeitsgrad hinzutretender Abzug vom Tabellenlohn) (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2008, IV 
2007/143). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_807/2008.

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug 

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 20. August 2008

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

M.___ meldete sich am 23. Oktober 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an. Im 

Gesuchsformular gab er u.a. an, er habe in seinem Herkunftsland acht Jahre die 

Grundschule besucht und dann den Maurerberuf (mit Fähigkeitsausweis) erlernt. Dr. 

med. A.___ berichtete der IV-Stelle am 6. November 2003, der Versicherte leide an 

einem chronischen, therapieresistenten lumbovertebralen Syndrom, an einer 

chronischen produktiven Bronchitis, an einem Schlafapnoesyndrom, an einer 

Gonarthrose links, an einem St. n. Meniskusoperation und - ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit - an einer arteriellen Hypertonie. Als Maurer sei der Versicherte seit 

dem 13. Januar 2003 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Eine leichtere Arbeit in 

geschützten Räumen wäre theoretisch möglich. Der Zustand sei stationär bis sich 

verschlechternd. Die Bauunternehmung B.___ teilte der IV-Stelle am 10. November 

2003 mit, sie beschäftige den Versicherten seit dem 17. März 1983 als Bauarbeiter. Die 

wöchentliche Arbeitszeit betrage im Jahresdurchschnitt 40,5 Std. Der Bruttolohn des 

Versicherten belaufe sich auf Fr. 60'840.-. Die IV-Stelle gab eine polydisziplinäre 

Abklärung in Auftrag. Das ZMB Basel berichtete in seinem Gutachten vom 22. Februar 

2005, der Versicherte habe angegeben, er habe in Bosnien eine zweijährige 

Maurerlehre absolviert und ein Diplom erworben. Anschliessend sei er sein ganzes 

Leben lang als Bauarbeiter tätig gewesen. Die Hauptbeschwerden seien die 

Rückenschmerzen, die trotz Medikation täglich vorhanden seien und in der Nacht 

exazerbierten. Ausserdem bestünden tägliche Kniebeschwerden sowie ein chronischer 

Husten. Die Gutachter stellten gestützt auf eine internistische, eine rheumatologische, 

eine neurologische und eine psychiatrische Abklärung folgende Diagnosen: 

chronisches Lumbovertebralsyndrom bei Discopathie L4/5 und degenerativen 

Veränderungen der LWS sowie möglicher radikulärer Irritation L5 links, Gonarthrose 

links mehr als rechts bei St. n. medialer Teilmeniskektomie links mit Shaving (2000), 

chronische Bronchitis bei leichter bis mittelschwerer bronchialer Hyperreaktivität, 

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arterielle Hypertonie bei beginnender hypertensiver Herzkrankheit, anamnestisch V. a. 

Bronchialdeformationen/Bronchiektasen, Adipositas (BMI 31), Hypakusis bds., 

Neuropathie des N. cutaneus femoris lateralis rechts, unklare Dermatose beider 

Fussrücken. Nach der Einschätzung der Gutachter beeinträchtigte nur das chronische 

Lumbovertebralsyndrom die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Die Gutachter gingen 

davon aus, dass der Versicherte aufgrund der Erkrankungen im Bewegungsapparat 

und im internistischen Bereich nicht mehr in der Lage war, einer körperlich 

anstrengenden Arbeit nachzugehen. Seine Arbeitsfähigkeit als Maurer wurde deshalb 

mit 20% beziffert. Für eine körperlich leichte Tätigkeit mit der Möglichkeit, die 

Körperpositionen häufig zu wechseln, ohne Heben und Tragen von Lasten, ohne 

Arbeiten in vornübergeneigter Haltung und ohne Luftnoxen betrachteten sie den 

Versicherten als fähig, zweimal drei Stunden täglich zu arbeiten. Sie gaben an, die 

Reduktion der Arbeitsfähigkeit beruhe hier auf den Schmerzen im Bewegungsapparat. 

Ausgehend von dem für 2003 angegebenen Bruttolohn bei der B.___ ermittelte die IV-

Stelle ein Valideneinkommen von Fr. 62'740.-. Dem stellte sie ein statistisches 

Durchschnittseinkommen von Fr. 58'800.-, unter Berücksichtigung einer 

Arbeitsunfähigkeit von 25% reduziert auf Fr. 44'100.- und bei einem zusätzlichen 

Abzug von 20% von Fr. 35'280.- gegenüber. Mit einer Verfügung vom 28. Juli 2005 

sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab Januar 2004 eine Viertelsrente 

bei einem Invaliditätsgrad von 43% zu.

B.  

Der Versicherte erhob am 26. August 2005 Einsprache gegen diese Verfügung. Er 

machte am 7. Oktober 2005 geltend, es seien zusätzliche Beeinträchtigungen an der 

linken Schulter aufgetreten. Ein MRI zeige eine Partialruptur der Supra- und der Sub­

scapularissehne und eine leichte AC-Gelenksarthrose. Gemäss dem beigelegten 

Zeugnis von Dr. med. A.___ vom 28. September 2005 litt der Versicherte an einem 

Impingementsyndrom der linken Schulter. Am 25. November 2005 reichte der 

Versicherte der IV-Stelle verschiedene medizinische Unterlagen ein, u.a. einen Bericht 

der Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 27. Oktober 

2005, laut dem der Versicherte über Schmerzen in der linken Schulter insbesondere mit 

Nachtschmerzen und Schmerzen bei Abduktion bzw. Elevation des Armes geklagt 

hatte. Die Untersuchung hatte gezeigt, dass keine Muskelatrophie bestanden hatte. 

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Der Bewegungsumfang hatte in Abduktion 50° aktiv und 100° passiv, in Flexion 120° 

betragen. Der Schürzengriff war bis L5 möglich gewesen. Der Nackengriff hatte 

uneingeschränkt ausgeführt werden können. Schmerzbedingt war bei Aussen-/

Innenrotation und Abduktion eine Kraftminderung im Vergleich zur Gegenseite 

aufgetreten. Dr. med. C.___ berichtete der IV-Stelle am 20. Dezember 2005, es liege ein 

Impingement Schulter links mit Partialruptur Supra- und Subscapularissehne vor. 

Dieser Zustand sei stationär, die Behandlung noch nicht abgeschlossen. Es sei bereits 

zweimal eine subacromiale Infiltration erfolgt. Eventuell müsse operiert werden. Der 

Versicherte könne einige Stunden pro Tag arbeiten. Überkopfarbeiten seien ungünstig. 

Am 21. Februar 2006 widerrief die IV-Stelle die einspracheweise angefochtene 

Rentenverfügung, um weitere Abklärungen vorzunehmen. Sie schrieb das 

Einsprachverfahren als gegenstandslos ab. Am 24. Februar 2006 beauftragte sie Dr. 

med. D.___ mit einer Begutachtung des Schulterleidens. In seinem Gutachten vom 14. 

Juli 2006 führte Dr. med. D.___ aus, der Versicherte leide an konstanten brennenden 

Schmerzen in der linken Schulter, die sich bis in sämtliche Finger fortsetzten und den 

Nachtschlaf störten. Das Heben von Lasten sowie das Arbeiten über der Horizontalen 

seien dolent. Der Versicherte sei Rechtshänder. Schmerzmittel nehme er nur bei Bedarf 

ein. Lähmungen oder Gefühlsstörungen in den oberen Extremitäten habe der 

Versicherte verneint. Dr. med. D.___ gab folgende Diagnose betreffend die linke 

Schulter an: V. a. Impingement bei leichter hypertropher 

Acromioclaviculargelenksarthrose der Supraspinatussehne und höhergradiger 

interstitieller Partialruptur sowie mässige Ansatztendinose der Subscapularissehne und 

mässiger Tendinose der langen Bicepssehne links. Diese Diagnose beruhte u.a. auf 

einer klinischen Untersuchung, die folgendes ergeben hatte: Elevation der Schulter 

rechts bis 180°, links bis 90°, Aussenrotation bds. bis 45°, Innenrotation rechts bis ca. 

Th9, links bis c. S1, kein painful arc links und rechts, dolenter horizontaler Bogen links, 

rechts indolent, indolenter Hawkinstest rechts und links, dolenter Supraspinatus- und 

Subscapularissehnentest links, indolent rechts, indolenter Yergasontest links und 

rechts, keine vordere oder hintere Schublade rechts, Stabilität der linken Schulter 

schmerzbedingt nicht beurteilbar. Dr. med. D.___ ging wie die Gutachter des ZMB von 

einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Erwerbstätigkeit als 

Bauarbeiter von 20% aus. Für eine körperlich leichte Arbeit, die in temperierten 

Räumen, abwechselnd sitzend oder stehend ausgeübt werden könne, bei der nur 

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selten unphysiologische, insbesondere gebückte Körperhaltungen eingenommen 

werden müssten, bei der keine Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen 

werden müssten und die nicht regelmässige Tätigkeiten über der Horizontalen 

beinhalte, ging Dr. med. D.___ von einer zumutbaren Arbeitsleistung von zweimal drei 

Stunden täglich aus. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

entsprach also seiner Auffassung nach derjenigen, die bereits von den Gutachtern des 

ZMB ermittelt worden war.

C.  

Mit einem Vorbescheid vom 13. November 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass er bei einem Invaliditätsgrad von 44% mit Wirkung ab Januar 2004 einen 

Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Der Versicherte wandte am 13. Dezember 2006 

sinngemäss ein, Dr. med. D.___ habe nur regelmässige Tätigkeiten über der 

Horizontalen ausgeschlossen, obwohl er gleichzeitig angegeben habe, bei der linken 

Schulter sei eine Elevation nur bis 90° möglich. Effektiv könne der linke Arm überhaupt 

nicht über der Horizontalen eingesetzt werden. Die IV-Stelle sei stillschweigend davon 

ausgegangen, dass es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend adaptierte 

Arbeitsplätze gebe. Tatsächlich hätte sie aber eine ausreichende Zahl konkreter 

adaptierter Arbeitsplätze nachweisen müssen. Die krankheitsbedingten 

Einschränkungen könnten durch einen maximalen Abzug von 25% vom 

Durchschnittseinkommen Gesunder nicht erfasst werden, denn es seien ja noch 

weitere Faktoren (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität) zu 

berücksichtigen. Er müsste also quantitativ und qualitativ wie eine gesunde Person 

arbeiten können. Irgendwelche Abzüge diesbezüglich könnten mit dem 

Tabellenlohnabzug gar nicht erfasst werden. Deshalb gebe es nicht in genügender 

Anzahl adaptierte Arbeitsstellen. In einer internen Notiz vom 18. Januar 2007 hielt der 

zuständige Fachmitarbeiter der IV-Stelle fest, angesichts der Schulterbeschwerden 

rechtfertige sich ein "Leidensabzug" von 15%, der zusammen mit dem Teilzeitnachteil 

von 10% einen maximalen Abzug von 25% ergebe. Für den Versicherten kämen etwa 

die Feingerätemontage oder die Kunststoffmontage in Frage. Diese Tätigkeiten würden 

i.d.R. sitzend oder stehend ausgeübt. Es sei keine Fliessbandarbeit. Einem 

Valideneinkommen von Fr. 63'367.- stehe somit ein zumutbares Invalideneinkommen 

von Fr. 32'805.- gegenüber. Die IV-Stelle sprach dem Versicherten rückwirkend ab 1. 

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Januar 2004 eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 48% zu. Die beiden 

Verfügungsformulare trugen das Datum 15. Februar 2007.

D.  

Der Versicherte erhob am 30. März 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er 

beantragte die Zusprache einer ganzen Rente und die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung (was am 25. Mai 2007 bewilligt wurde). Er führte aus, die beiden mit 

dem Datum 15. Februar 2007 versehenen Verfügungsformulare seien seinem 

Rechtsvertreter erst am 28. Februar 2007 zugegangen. Die Beschwerdefrist ende 

deshalb am 30. März 2007. Dass Verfügungen erst knapp zwei Wochen nach ihrem 

Datum zugestellt würden, sei aussergewöhnlich, aber zutreffend. Zur Begründung 

seines Beschwerdebegehrens führte der Versicherte sinngemäss aus, er könne seinen 

linken Arm tatsächlich nur bis knapp unter die Horizontale heben. Dr. med. D.___ habe 

trotz dieser zusätzlichen Einschränkung eine Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter von 20% 

bestätigt. Dabei habe Dr. med. D.___ seine eigene Feststellung, dass Arbeiten oberhalb 

der Horizontalen nicht möglich seien, nicht berücksichtigt. "Hinter die Arbeitsweise der 

Arbeitsfähigkeit-Taxierung durch diesen Gutachter" sei deshalb ein Fragezeichen zu 

setzen (Beschwerde S. 4). Dr. med. D.___ habe die vom ZMB aufgestellte Liste der 

Limitationen erweitert. Trotzdem habe er weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von zweimal 

drei Stunden täglich angegeben. Er habe damit eine Methode befolgt, bei der sich die 

Arbeitsfähigkeit auch dann nicht ändern würde, wenn der linke Arm amputiert werden 

müsste. Auch dann würde Dr. med. D.___ noch von einer Arbeitsfähigkeit von zweimal 

drei Stunden täglich ausgehen. Dabei wäre gar nicht mehr interessant, was für eine 

Arbeit das wäre. Der Versicherte machte weiter geltend, es dürfe nicht von der von den 

medizinischen Sachverständigen angegebenen maximalen Präsenzzeit direkt auf die 

Arbeitsunfähigkeitsquote geschlossen werden. Über die von der IV-Stelle angegebenen 

möglichen Arbeitsplätze sei zuwenig bekannt, so dass nicht belegt sei, was er dort 

leisten könnte. Zudem dürfe bei einem derart eng umgrenzten Tätigkeitsspektrum nicht 

mehr auf "LSE-Werte" abgestellt werden. Deshalb müsse anhand konkreter 

Einsatzmöglichkeiten ein konkret erzielbarer Verdienst ermittelt werden. Sollte die 

Bemessung des Invalideneinkommens doch anhand von Durchschnittswerten erfolgen, 

müsse berücksichtigt werden, dass die Leistung einer behinderten Person geringer sei 

als diejenige einer gesunden Person. Dies hätte bei der Taxation seiner Arbeitsfähigkeit 

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berücksichtigt werden müssen. Hole man dies nach, so resultiere eine 

Erwerbsunfähigkeit von über 70%. Der Beschwerde lagen u.a. die beiden 

Verfügungsformulare vom 15. Februar 2007 bei. Das eine trug den Eingangsstempel 

des Rechtsvertreters des Versicherten vom 28. Februar 2007. Ebenfalls zu den 

Beilagen der Beschwerdeschrift gehörte ein Schreiben des Rechtsvertreters des 

Versicherten vom 7. März 2007, mit dem er die IV-Stelle darüber informierte, dass er 

die Verfügungen vom 15. Februar 2007 erst am 28. Februar 2007 erhalten habe.

E.  

Die IV-Stelle beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2007 die Abweisung 

der Beschwerde, soweit auf sie eingetreten werden könne. Sie führte aus, sie versende 

Verfügungen praxisgemäss nicht mit eingeschriebener Post. Deshalb könne sie keinen 

Beweis für das Datum der Postaufgabe erbringen, d.h. nicht nachweisen, dass die 

Verfügungen tatsächlich am 15. Februar 2007 das Haus verlassen hätten. Der 

Versicherte habe nicht bewiesen, dass er die Verfügungen erst am 28. Februar 2007 in 

Empfang genommen habe. Der interne Datumsstempel des Advokaturbüros reiche 

nicht zum Beweis. In bezug auf die materielle Streitfrage führte die IV-Stelle aus, an der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. D.___ sei nicht zu zweifeln, denn dieser Arzt 

sei ein ausgewiesener Fachmann und seine Einschätzung beruhe auf einer 

umfassenden Kenntnis des Sachverhalts. Das Gutachten erfülle im übrigen alle 

Anforderungen, so dass ohne weiteres auf es abgestellt werden könne. Der Versicherte 

habe keine neuen medizinischen Akten und Unterlagen eingereicht, welche die 

Ergebnisse der beiden Begutachtungen als unkorrekt erscheinen liessen. Dr. med. 

D.___ habe schlüssig dargelegt, wie und weshalb es zu seiner Einschätzung 

gekommen sei. Überwachungsaufgaben seien dem Versicherten weitgehend zumutbar. 

Dazu sei keine Ausbildung notwendig. Rechtsprechungsgemäss sei auf Tabellenlöhne 

abzustellen. Da der Versicherte zeitlich im Umfang von 75% arbeiten könne, seien 75% 

des Tabellenlohnes als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens zu 

verwenden. Zusätzlich sei ein Maximalabzug von 25% zu gewähren. Es resultiere ein 

zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 32'805.- und damit ein Invaliditätsgrad von 

48%.

F.   

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In seiner Replik machte der Versicherte am 5. September 2007 geltend, beide Parteien 

stellten übereinstimmend auf die vorliegenden ärztlichen Gutachten und 

Stellungnahmen ab. Strittig sei, was aus diesen ärztlichen Feststellungen bezüglich 

Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden könne. Die unzutreffende Angabe einer 

Arbeitsfähigkeit von 75% stamme nicht von den Ärzten, sondern von der IV-Stelle. 

Arbeitsgelegenheiten, die für ihn geeignet seien, gebe es keine. Mit dem Verweis auf 

Überwachungsaufgaben sei das Gegenteil nicht belegt. Angesichts der langen Liste 

von Limitationen dürfe nicht von realitätsfremden, unmöglichen oder unzumutbaren 

Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Sein Alter sei durchaus als 

beeinträchtigender Faktor zu werten. Wenn es Einsatzmöglichkeiten gäbe, wäre noch 

die Frage zu beantworten, welche Leistung in den zweimal drei Stunden täglich 

erbracht werden könne. Zu Unrecht habe die IV-Stelle angenommen, während der 

Präsenzzeit wäre eine volle Leistung möglich. Die Feststellungen über die 

Arbeitsfähigkeit seien deshalb lückenhaft. Diese Lücke dürfe nicht durch den 

"Leidensabzug" kompensiert werden. Tatsächlich sei die Arbeitsunfähigkeit so hoch, 

dass ein Invaliditätsgrad von mindestens 70% resultiere. Falls doch davon 

ausgegangen werden sollte, dass er zweimal drei Stunden mit voller Leistung arbeiten 

könne, müsse berücksichtigt werden, dass dies nur dann einer Arbeitsfähigkeit von 

75% entspreche, wenn die Wochenarbeitszeit 40 Std. betrage. Der Tabellenwert dürfe 

deshalb nicht auf 41,7 Wochenstunden hochgerechnet werden. Andernfalls würde auf 

jeden Fall ein Invaliditätsgrad von 50% resultieren.

G.   

Die IV-Stelle verzichtete am 11. September 2007 auf eine Stellungnahme zur Replik.

Erwägungen:

1.   

Eine Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der Verfügung 

einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Die Beschwerde gegen die Verfügungen vom 15. 

Februar 2007 ist am 30. März 2007 eingereicht worden. Damit ist die dreissigtägige 

Beschwerdefrist nur gewahrt, wenn die Verfügungen erst am 28. Februar 2007 dem 

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Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zugestellt worden sind. Da die 

Beschwerdegegnerin diese beiden Verfügungen nicht mit eingeschriebener Post 

versandt hat, lässt sich der Zustelltag nicht bei der Post erfragen. Wäre der Umschlag, 

in dem die beiden Verfügungen spediert worden sind, noch vorhanden, könnte daraus 

zwar der Aufgabetag, nicht aber der einzig relevante Zustelltag ersehen werden. Das 

Datum, das die beiden Verfügungen tragen, hat keinerlei Beweiswert, denn selbst wenn 

die Verfügungen an diesem Tag der Post übergeben worden sein sollten, könnten sie 

doch lange bei der Post liegen geblieben sein. Die einzigen beiden Indizien für den 

Zustell- bzw. Eröffnungszeitpunkt sind der Eingangsstempel des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers vom 28. Februar 2007 und das Schreiben an die 

Beschwerdegegnerin vom 7. März 2007. Nach der Bundesgerichtspraxis gilt auch für 

den Nachweis der Zustellung von Verfügungen der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit und nicht derjenige des vollen Beweises. Das Bundesgericht geht 

aber davon aus, dass i.d.R. nur die Zustellung mittels eingeschriebenem Brief den 

Eröffnungstag mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen vermöge (vgl. AHI-

Praxis 2006 S. 132 ff. Erw. 3b). Im entsprechenden Urteil hatte das Bundesgericht die 

Frage zu beantworten, ob eine Ausgleichskasse ihre mit normaler Post spedierte 

Beitragsverfügung dem Beitragspflichtigen noch rechtzeitig innerhalb der 

Verwirkungsfrist eröffnet habe. Der Beitragspflichtige hatte angegeben, er habe nie eine 

solche Beitragsverfügung erhalten. Unter diesen Umständen war es sinnvoll, trotz des 

reduzierten Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für den 

Zustellungsnachweis einen Versand mit eingeschriebener Post zu verlangen, denn die 

Ausgleichskasse konnte aufgrund des Versands mit normaler Post nur vorbringen, 

nach dem üblichen administrativen Ablauf sei von einer erfolgreichen, d.h. rechtzeitigen 

Zustellung auszugehen. Beweisthema war die Zustellung selbst, während es im 

vorliegenden Fall nur um den Nachweis des Zustellungstages geht. Zudem liegen - 

anders als in dem vom Bundesgericht beurteilten Sachverhalt - gewisse Indizien 

betreffend die Zustellung vor. Dies rechtfertigt es, entsprechend der vom 

Bundesgericht im genannten Urteil eingeräumten Möglichkeit, ausnahmsweise auch 

bei einem Versand mit normaler Post den Zustellnachweis mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit führen zu können, anhand der vorliegenden Indizien zu prüfen, ob 

die beiden Verfügungen vom 15. Februar 2007 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erst am 28. Februar 2007 dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zugestellt 

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worden sind. Eine der beiden Verfügungen trägt den Eingangsstempel des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 28. Februar 2007. Am 7. März 2007 hat 

der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der Beschwerdegegnerin mitgeteilt, dass 

er die Verfügungen erst am 28. Februar 2007 erhalten habe. Wäre weder das Datum 

des Eingangsstempels noch der Inhalt der brieflichen Mitteilung vom 7. März 2007 

richtig, läge möglicherweise eine strafbare Haltung des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers vor. Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers so vorgegangen wäre, nur um zur Einreichung der Beschwerde 

knapp zwei Wochen mehr zur Verfügung zu haben, zumal ihm sicherlich bekannt war, 

dass die Möglichkeit einer Nachfristansetzung zur Nachreichung einer ausführlich 

begründeten Beschwerde bestand. Unter diesen Umständen ist anhand des 

Eingangsstempels und des Briefes vom 7. März 2007 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Verfügungen vom 15. Februar 2007 erst am 

28. Februar 2007 eröffnet worden sind. Die Beschwerde ist somit rechtzeitig erhoben 

worden. Auf sie ist einzutreten.

2.   

Gemäss Art. 16 ATSG kann der Einkommensvergleich zur Ermittlung des 

Invaliditätsgrades erst erfolgen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen 

durchgeführt worden sind bzw. wenn aufgrund der Sachverhaltsabklärungen feststeht, 

dass keine Eingliederungsmassnahme in Frage kommt. Diese Gesetzesbestimmung 

setzt also die Geltung des Grundsatzes der 'Eingliederung vor Rente' voraus (vgl. U. 

Kieser, ATSG-Kommentar, N. 15 zu Art. 16 und N. 11 zu Art. 7). Dieser Grundsatz folgt 

aus der allgemeinen Schadenminderungspflicht (vgl. U. Kieser, a.a.O., 

Vorbemerkungen N. 33) in ihrer Ausprägung als Pflicht, die Invalidität zu vermeiden 

oder wenigstens so tief wie möglich zu halten. Spricht eine IV-Stelle einer versicherten 

Person eine Invalidenrente zu, ohne die Eingliederungspflicht geprüft und 

gegebenenfalls durchgesetzt zu haben, ist die entsprechende Verfügung als 

rechtswidrig zu qualifizieren und aufzuheben und die Sache ist zur Prüfung und 

allenfalls zur Durchsetzung der Eingliederungspflicht an die IV-Stelle zurückzuweisen. 

Die Verfügungen vom 15. Februar 2007 erwähnen die Eingliederungspflicht nicht. 

Trotzdem ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin gleichzeitig mit der 

Zusprache einer Invalidenrente stillschweigend jede Eingliederungsmöglichkeit verneint 

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hat. Andernfalls wären die Verfügungen vom 15. Februar 2007 nämlich in jedem Fall als 

rechtswidrig zu qualifizieren und ohne weiteres aufzuheben. Dies ist der 

Beschwerdegegnerin zweifellos bewusst gewesen. Gehört die Verneinung einer 

beruflichen Eingliederungsmöglichkeit zum Gegenstand der angefochtenen 

Verfügungen, so muss sie wegen des Grundsatzes der 'Eingliederung vor Rente' 

notwendigerweise auch Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bilden, denn die 

Verneinung jeder (weiteren) Eingliederungsmöglichkeit ist eine zwingend zu erfüllende 

Bedingung der Zusprache einer Invalidenrente. Die Prüfung der 

Eingliederungsmöglichkeit im Beschwerdeverfahren setzt also keine Anfechtung des 

entsprechenden Teils einer Rentenverfügung voraus. Eine berufliche 

Eingliederungsmassnahme, die es dem Beschwerdeführer erlauben würde, trotz der 

krankheitsbedingten Leistungseinbusse ein Invalideneinkommen zu erzielen, das einen 

Invaliditätsgrad von jedenfalls weniger als 40% zur Folge hätte, könnte nur eine 

qualifizierte Berufsausbildung sein. Angesichts des Alters des Beschwerdeführers wäre 

eine solche Eingliederungsmassnahme selbst dann unverhältnismässig, wenn der 

Beschwerdeführer über die sprachlichen und schulischen Voraussetzungen verfügen 

würde, um sofort mit der eigentlichen Berufsausbildung beginnen zu können. Die nach 

dem Abschluss einer derartigen Ausbildung verbleibende erwerbliche Aktivitätsphase 

wäre nämlich in jedem Fall zu kurz, um eine aufwendige Eingliederungsmassnahme zu 

rechtfertigen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht jede 

Eingliederungsmöglichkeit verneint. Da der Beschwerdeführer nicht mehr als Maurer/

Bauarbeiter tätig sein und da er keinen neuen Beruf erlernen kann, ist seine 

Invalidenkarriere diejenige eines Hilfsarbeiters.

3.   

3.1  Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 

ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element des Einkommensvergleiches 

ist in aller Regel der Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die in Art. 6 ATSG 

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enthaltene Definition der Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nur auf den bisherigen Beruf 

einer versicherten Person. Im vorliegenden Fall sind die Gutachter zwar auch nach 

dieser Arbeitsunfähigkeit gefragt worden. Sie haben geantwortet, als Maurer/

Bauarbeiter sei der Beschwerdeführer noch zu 20% arbeitsfähig. Aber die für die 

Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG relevanten Fragen waren nicht diejenige 

nach der Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf, sondern diejenigen nach der Art der 

einer Behinderung bestmöglich Rechnung tragenden Art von Erwerbstätigkeit und nach 

der Arbeitsfähigkeit in einer solchen, sogenannt adaptierten Erwerbstätigkeit. Diese 

Arbeitsunfähigkeit, die nicht unter Art. 6 ATSG subsumiert werden kann, besteht also 

aus zwei Komponenten, einer qualitativen und einer quantitativen. Die qualitative 

Komponente besteht in der Umschreibung der Art von Tätigkeiten, in denen sich die 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht oder möglichst wenig auswirkt, die quantitative 

Komponente in der Bezifferung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch 

vorhandenen Leistungsfähigkeit in einer solchen adaptierten Erwerbstätigkeit. 

Zwischen der qualitativen und der quantitativen Komponente der Arbeitsunfähigkeit 

besteht keine direkte Abhängigkeit. Es kann also entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers nicht davon ausgegangen werden, dass eine Mehrzahl von 

Gesundheitsbeeinträchtigungen immer eine tiefere Leistungsfähigkeit in einer 

adaptierten Erwerbstätigkeit zur Folge haben müsse als eine einzige 

Gesundheitsbeeinträchtigung. Auch wenn dem Beschwerdeführer der linke Arm hätte 

amputiert werden müssen, wäre er in einer Erwerbstätigkeit für sechs Stunden täglich 

arbeitsfähig, wenn die Erwerbstätigkeit so ausgestaltet wäre, dass ein Einsatz des 

linken Arms gar nicht nötig wäre. Aus diesem Grund ist es ohne weiteres möglich, dass 

eine Gesundheitsbeeinträchtigung, die zu einer vorbestehenden, in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit bereits eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit bewirkenden 

Gesundheitsbeeinträchtigung hinzutritt, zwar die Art der adaptierten Erwerbstätigkeit 

verändert, den Arbeitsfähigkeitsgrad aber nicht beeinflusst. Genau dies ist im 

vorliegenden Fall eingetreten. Die Schulterbeschwerden links haben sich gemäss den 

überzeugenden Ausführungen von Dr. med. D.___ nur auf die qualitative Komponente 

der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgewirkt. Zusätzlich nicht mehr möglich 

sind dem Beschwerdeführer nun Arbeiten, bei denen regelmässig Gewichte über 10 kg 

(bisher 15 kg) gehoben oder getragen und bei denen regelmässig Verrichtungen über 

der Horizontalen ausgeführt werden müssen. Damit hat sich zwar der Ausschnitt aus 

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dem Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiten, der die als adaptiert zu qualifizierenden Tätigkeiten 

umfasst, weiter verengt. In einer entsprechenden adaptierten Tätigkeit ist der 

Beschwerdeführer aber immer noch fähig, zweimal drei Stunden täglich zu arbeiten.

3.2  Die Angaben von Dr. med. D.___ zum Ausmass der Schulterbeschwerden links 

sind entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht widersprüchlich. Dr. med. 

D.___ hat zwar als Befund eine Elevation der linken Schulter nur noch bis 90° 

angegeben. Das bedeutet aber nicht, dass eine Elevation über 90° unmöglich wäre. 

Gemeint ist nur, dass ab 90° Schmerzen auftreten. Dr. med. D.___ ist davon 

ausgegangen, dass es dem Beschwerdeführer zumutbar sei, gelegentlich diese 

Schmerzen in Kauf zu nehmen, um den linken Arm über der Horizontalen einzusetzen. 

Im übrigen ist die Antwort auf die Frage, wie hoch der linke Arm eingesetzt werden 

kann, nicht ausschlaggebend, denn es ist gerichtsnotorisch, dass es auf dem 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt für Hilfskräfte durchaus Arbeitsstellen 

gibt, an denen der Arbeitnehmer den (nicht dominanten) linken Arm nie über der 

Horizontalen einsetzen muss. Es ist deshalb mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit drei Stunden am Vormittag und drei Stunden am Nachmittag arbeiten 

kann. Die Gutachter des ZMB haben für die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als 

Maurer/Bauarbeiter eine Prozentzahl, für die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit aber eine bestimmte Zahl von Arbeitsstunden pro Tag angegeben. Die 

Qualität dieser Angaben ist identisch, d.h. die Gutachter sind davon ausgegangen, 

dass der Beschwerdeführer sowohl bei einem 20%igen Einsatz als Maurer/Bauarbeiter 

als auch bei einem sechsstündigen Einsatz in einer adaptierten Erwerbstätigkeit voll, 

d.h. wie ein gesunder Arbeitnehmer leistungsfähig sei. Würde das, wie der 

Beschwerdeführer behauptet, auf die Angabe einer sechsstündigen Arbeit in einer 

adaptierten Erwerbstätigkeit nicht zutreffen, wäre die entscheidende Frage nach der 

Arbeitsfähigkeit gar nicht beantwortet worden. Wenn die erfahrenen Gutachter des 

ZMB festgestellt hätten, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit während sechs Stunden pro Tag, aber nur mit einem reduzierten 

Rendement arbeiten könne, dann hätten sie das ausdrücklich angegeben. Es ist also 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer während den sechs Arbeitsstunden 

voll leistungsfähig ist, wenn er diese Arbeitszeit hälftig auf den Vormittag und den 

Nachmittag aufteilen kann. Nun hat der Beschwerdeführer aber zu Recht darauf 

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hingewiesen, dass sich weder dem ZMB-Gutachten noch dem Gutachten von Dr. med. 

D.___ entnehmen lasse, was die Normalarbeitszeit sei. Das zu bestimmen war auch 

nicht die Aufgabe der Gutachter. Sie wussten zwar aufgrund des Berichts des letzten 

Arbeitgebers, dass die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit des 

Beschwerdeführers am letzten Arbeitsplatz 40,5 Std. betragen hatte, weshalb sie die 

Arbeitsfähigkeit in einer Prozentzahl angeben konnten. Für eine adaptierte 

Erwerbstätigkeit fehlte aber eine Durchschnittsarbeitszeit, weshalb die Gutachter die 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur in der Form der behinderungsbedingt 

noch möglichen Tagesarbeitszeit angeben konnten. Die durchschnittliche Arbeitszeit 

für adaptierte Erwerbstätigkeiten ist also ausschlaggebend für die Bemessung der 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und damit für die Höhe des zumutbaren 

Invalideneinkommens. Da adaptierte Hilfsarbeiten (vorwiegend sitzend oder stehend, 

ohne regelmässiges Heben oder Tragen von Lasten über 10 kg, ohne regelmässiges 

Arbeiten über der Horizontalen, ohne vornüber geneigtes Arbeiten, ohne Luftnoxen) im 

Sektor Produktion und im Sektor Dienstleistungen und dort praktisch in allen Branchen 

nachgefragt werden, aber die durchschnittliche Arbeitszeit in diesen beiden Sektoren 

zusammen nicht bekannt ist, muss auf den schweizerischen Durchschnitt aller drei 

Sektoren (inklusive Landwirtschaft) von 41,6 Wochenstunden (2004) abgestellt werden. 

Der Einbezug des Landwirtschaftssektors hat keine relevante Verzerrung zur Folge, 

denn dieser Sektor weist nur eine geringe Zahl von Arbeitnehmenden auf. Bei einer 

durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Std. entspricht die dem 

Beschwerdeführer mögliche und zumutbare Arbeitszeit von 30 Std. einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 28%.

3.3  Das Durchschnittseinkommen der männlichen Hilfsarbeiter aller Sektoren und 

Branchen betrug im Jahr 2004 Fr. 4588.-, umgerechnet von 40 auf 41,6 

Wochenarbeitsstunden Fr. 4771.50 bzw. Fr. 57'258.- (vgl. die Lohnstrukturerhebung 

2004 des Bundesamtes für Statistik, Resultate auf nationaler Ebene, Anhang Tabelle 

TA1). Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 72% resultiert ein Einkommen von Fr. 

41'226.-. Die Beschwerdegegnerin hat zunächst einen zusätzlichen Abzug von 20% 

vorgenommen. Sie hat dies mit dem statistisch ausgewiesenen Teilzeitnachteil von ca. 

10% (vgl. die Lohnstrukturerhebung 2004, S. 25 Tabelle T6*) und mit der unüblichen 

Aufteilung der Tagesarbeitszeit auf drei Stunden am Vormittag und drei Stunden am 

Nachmittag begründet. Später hat sie den zusätzlichen Abzug auf 25% erhöht, um 

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auch den funktionellen Beschwerden an der linken Schulter Rechnung zu tragen. Der 

Beschwerdeführer hätte tatsächlich einen Nachteil bei Teilzeitbeschäftigung von ca. 

10% in Kauf zu nehmen. Hierin unterscheidet sich seine Situation nicht von derjenigen 

eines gesunden zu 72% beschäftigten Hilfsarbeiters. Anders als der gesunde 

Hilfsarbeiter benötigt der Beschwerdeführer aber krankheitsbedingt die Möglichkeit, 

seine Arbeitszeiten ausschliesslich nach seinen gesundheitlichen Bedürfnissen 

ausrichten und regelmässig drei Stunden am Vormittag und drei Stunden am 

Nachmittag arbeiten zu können. Dies führt entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin nicht zu einem Konkurrenznachteil gegenüber einem gesunden 

Hilfsarbeiter, denn die Notwendigkeit der hälftigen Aufteilung der Tagesarbeitszeit von 

sechs Stunden auf den Vormittag und den Nachmittag bildet Teil der qualitativen 

Komponente der Arbeitsfähigkeit. Das bedeutet, dass eine adaptierte Erwerbstätigkeit 

nicht nur den Einschränkungen wie etwa der Begrenzung der Hebe- und Trageleistung 

auf 10 kg, sondern auch der Einschränkung in bezug auf die Gestaltung der 

Arbeitszeiten Rechnung trägt. Eine adaptierte Erwerbstätigkeit beinhaltet also die 

Möglichkeit, die täglichen Arbeitszeiten in der erforderlichen Form selbst zu 

bestimmen. In einer solcherart adaptierten Erwerbstätigkeit resultiert aus der Aufteilung 

der Tagesleistung auf den Vormittag und den Nachmittag kein Konkurrenznachteil 

gegenüber dem gesunden zu 72% beschäftigten Hilfsarbeiter, weil beide ihre täglichen 

Arbeitszeiten einigermassen frei gestalten können. Die funktionellen Beschwerden an 

der linken Schulter rechtfertigen keinen zusätzlichen Abzug, denn in bezug auf die aus 

ihnen resultierende Leistungseinbusse ist diesen Beschwerden mit der ärztlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung und der ärztlichen Einschränkung der in Frage kommenden 

Erwerbstätigkeiten abschliessend Rechnung getragen. In einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit, die keinen unzumutbaren Einsatz des linken Arms erfordert, entsteht 

auch kein Nachteil im Sinne eines Konkurrenznachteils gegenüber einem gesunden 

Arbeitnehmer. Das bedeutet nicht, dass der Beschwerdeführer nur einen statistisch 

ausgewiesenen Lohnnachteil von ca. 10% bei Teilzeitarbeit erleiden würde. Er weist 

nämlich gegenüber gesunden zu 72% beschäftigten Hilfsarbeitern eine Reihe von 

Konkurrenznachteilen auf: Er stellt für einen potentiellen Arbeitgeber ein deutlich 

höheres Risiko krankheitsbedingter Absenzen dar; er ist erheblich weniger flexibel, weil 

er nicht ohne weiteres vorübergehend an einem anderen, nicht adaptierten Arbeitsplatz 

eingesetzt werden und weil er nicht bei Bedarf den Beschäftigungsgrad vorübergehend 

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erhöhen oder sogar Überstunden leisten kann, und er benötigt erheblich mehr 

Rücksichtnahme seitens der Arbeitskollegen und Vorgesetzten als ein gesunder 

Hilfsarbeiter in derselben adaptierten Tätigkeit (beispielsweise wenn ausnahmsweise 

einmal ein Maschinendefekt selbst behoben werden muss, was eine länger dauernde 

vornüber geneigte Arbeitshaltung erfordert). Diesen Konkurrenznachteil gegenüber 

dem gesunden zu 72% beschäftigten Hilfsarbeiter muss der Beschwerdeführer durch 

einen unterdurchschnittlichen Lohn kompensieren, damit ein potentieller Arbeitgeber 

nicht zum vornherein einen der gesunden Konkurrenten für einen adaptierten 

Arbeitsplatz auswählt. Der konkrete Konkurrenznachteil rechtfertigt aber entgegen der 

Auffassung der Beschwerdegegnerin keine Ausnützung der maximal zulässigen 

Abzugsmöglichkeit von 25%. Es handelt sich nämlich um einen Nachteil, der in dieser 

Form und in diesem Ausmass bei den meisten Hilfsarbeitern auftritt, die nur noch 

leichte, wechselbelastende, keine Zwangshaltungen erfordernde Tätigkeiten mit einem 

reduzierten Beschäftigungsgrad ausführen können. Praxisgemäss ist in diesen Fällen 

ein Abzug von insgesamt 15% vorzunehmen. Damit resultiert im vorliegenden Fall ein 

zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 35'042.-. Die Bauunternehmung B.___ hat am 

10. November 2003 ein Jahreseinkommen 2003 des Beschwerdeführers ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung von Fr. 60'840.- angegeben. Die Nominallohnentwicklung 

(vgl. die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnentwicklung 2005, Tabelle 

T1.93 Baugewerbe) lässt das Einkommen für 2004 auf Fr. 61'057.- ansteigen. Im 

Einkommensvergleich ist somit von einem Valideneinkommen in dieser Höhe 

auszugehen. Bei einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 35'042.- resultiert 

eine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 26'015.-, was einem 

Invaliditätsgrad von knapp 43% entspricht. Die Beschwerdegegnerin hat dem 

Beschwerdeführer also im Ergebnis zu Recht eine Viertelsrente zugesprochen.

4.   

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens trägt grundsätzlich die unterliegende Partei die 

Verfahrenskosten. Diese betragen zwischen Fr. 200.- und Fr. 1000.-. Bemessen 

werden sie nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1  IVG). Dieser rechtfertigt im 

vorliegenden Fall eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Da dem Beschwerdeführer die 

unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, ist ihm diese Gerichtsgebühr zwar 

bis

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aufzuerlegen, aber er wird von der Bezahlung befreit. Der Beschwerdeführer ist jedoch 

zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet, wenn seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse dies später gestatten sollten. Dasselbe gilt für die als Folge der 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung vom Staat zu übernehmenden 

Parteikosten. Diese bemessen sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Entsprechend der durchschnittlichen 

Schwierigkeit des Prozesses rechtfertigt es sich, die Parteikosten auf Fr. 3500.- 

festzusetzen. Die Entschädigung dieser Parteikosten beläuft sich gemäss Art. 31 Abs. 3 

des st. gallischen Anwaltsgesetzes auf 80%. Der Staat hat den Rechtsbeistand des 

Beschwerdeführers also mit Fr. 2800.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten von Fr. 600.- befreit.

3.  Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 2800.-.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2008
	Art. 6 ATSG, Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung Natur und Bemessung der Arbeitsunfähigkeit, die der Bestimmung des zumutbaren Invalideneinkommens zugrunde liegt. Ausführungen zum fälschlicherweise so genannten "Leidensabzug" (zum Arbeitsunfähigkeitsgrad hinzutretender Abzug vom Tabellenlohn) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2008, IV 2007/143). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_807/2008.

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