# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a733b6a-df67-5a73-8419-1f7dc1a77d6d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.01.2012 D-6525/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6525-2011_2012-01-10.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6525/2011

U r t e i l   v om   1 0 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren am (…),
Eritrea, vertreten durch lic. iur. Dominique Wetli, 
c/o Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 1. November 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  liess,  vertreten  durch  seinen  in  der  Schweiz 
lebenden Cousin, erstmals mit Eingabe vom 28. April 2011 beim BFM ein 
schriftliches  Asylgesuch  aus  dem  Ausland  einreichen  und  um  Erteilung 
einer Einreisebewilligung in die Schweiz ersuchen.

B. 

B.a. Mit Zwischenverfügung vom 1. September 2011 teilte das BFM dem 
Vertreter des Beschwerdeführers mit, die Schweizer Vertretung  in Tunis 
sei  aufgrund  des  begrenzten  Personalbestandes  sowie  fehlender 
Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht 
in der Lage, Befragungen von Asylbewerbern durchzuführen. Im Weiteren 
erwäge es unter Berücksichtigung der konkreten Umstände – namentlich 
Fragen  der  Assimilationsmöglichkeiten,  aktuelle  Gefährdung  im 
Heimatstaat,  Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat, 
öffentliches  Interesse  der  Schweiz  –  und  aufgrund  der  vorliegenden 
Akten,  das Asylgesuch  abzulehnen  und  die Einreise  zu  verweigern. Da 
das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  aus  dem  Ausland  einige 
entscheidrelevante Fragen offen gelassen habe, wurde dessen Vertreter 
ersucht,  zur  Vervollständigung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  eine 
ergänzende  Stellungnahme  zu  verschiedenen  Punkten  bis  zum  6. 
Oktober 2011 einzureichen.

B.b.  Der  Vertreter  des  Beschwerdeführers  liess  sich  mit  Eingabe  vom 
8. September 2011 (Eingangstempel BFM) fristgerecht vernehmen. Dabei 
führte  er  unter  anderem  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  in  Eritrea 
ernstzunehmende  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen  Behörden 
gehabt.

C. 
Mit Verfügung vom 1. November 2011 – eröffnet am 2. November 2011 – 
lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und 
verweigerte dessen Einreise in die Schweiz.

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  der 
Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Bilen  römisch­katholischen Glaubens, 
sei  am  25. Dezember  2007  in  der  zehnten  Klasse  zwangsrekrutiert 
worden.  Kurz  danach  habe  er  desertiert  und  sei  am  2.  Februar  2008 
illegal  in  den  Sudan  gereist.  Über  Khartum  sei  er  nach  Libyen 

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weitergereist, wo er während mehrerer Monate inhaftiert worden sei. Auf 
Grund des Bürgerkrieges sei er schliesslich nach Tunesien geflüchtet und 
habe sich im Flüchtlingslager B._______ registrieren lassen, wo er keinen 
sicheren Unterhalt habe. Ausserdem besitze er keine Papiere.

Gemäss Art. 20 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
bewillige das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz zur 
Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden könne, 
im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein anderes Land 
auszureisen.  Art.  20  AsylG  halte  fest,  dass  einem  Gesuchsteller  die 
Einreise  bewilligt  werden  könne,  wenn  er  glaubhaft  mache,  dass  eine 
unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach 
Art 3 AsylG bestehe. 

Die  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  erfordere  vorliegend 
nicht  die  Anwesenheit  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz.  Wie 
nachfolgend  darzulegen  sei,  könne  aufgrund  des  vollständig  erstellten 
Sachverhalts  davon  ausgegangen  werden,  dass  keine  unmittelbare 
Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise des Beschwerdeführers 
als notwendig erscheinen liesse.

Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 20 Abs. 2 und 3  i.V.m. 
Art.  3  AsylG  sei  grundsätzlich  an  restriktive  Voraussetzungen  geknüpft. 
Den  Asylbehörden  komme  dabei  ein  weiter  Ermessensspielraum  zu. 
Neben der erforderlichen Gefährdung  im Sinne von Art. 3 AsylG sei mit 
Blick auf den Ausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG namentlich die 
Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche 
sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 
Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  sei 
mit  anderen Worten  die  Schutzbedürftigkeit  der  betreffenden Personen, 
d.h. die Beantwortung der Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 
AsylG  glaubhaft  erscheine  und  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die 
Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  könne, 
beziehungsweise ob den betreffenden Personen – ohne näherer Prüfung 
einer allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten sei, 
sich  in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen  (vgl. Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­1561/2008  unter  Hinweis  auf 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15  E. 2.f  S. 131  f.,  EMARK 

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2004 Nr. 20 E. 3 S. 130 F., EMARK 2004 Nr. 21 E. 2 S. 136 f.; EMARK 
2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 f.). 

Hielten  sich  Asylgesuchsteller  in  einem  Drittstaat  auf,  werde  im  Sinne 
einer Regelvermutung davon ausgegangen, dass die betreffende Person 
in diesem Drittstaat anderweitig Schutz gefunden habe, was in der Regel 
zur  Ablehnung  des  Asylgesuches  und  der  Verweigerung  der 
Einreisebewilligung  führe  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­
7996/2008 Vom 10. Dezember 2009 E. 2.2). Es seien jedoch die Kriterien 
zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  in  diesen  Drittstaat  als  zumutbar 
erscheinen liessen, und diese seien mit einer allfälligen Beziehungsnähe 
zur  Schweiz  abzuwägen.  Es  gelte  also  zu  prüfen,  ob  es  aufgrund  der 
gesamten Umstände geboten erscheine, dass es gerade die Schweiz sei, 
die einer Person den erforderlichen Schutz gewähren solle (vgl. EMARK 
2004 Nr. 21, E. 4, EMARK 1997 Nr. 15 E. 2.f).

Die  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  vom  8.  September  2011 
(Eingangsstempel  BFM)  liessen  darauf  schliessen,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  Eritrea  ernstzunehmende  Schwierigkeiten  mit  den 
heimatlichen Behörden gehabt habe.

Es  bleibe  demnach  im  Folgenden  zu  prüfen,  ob  einer  Asylgewährung 
durch  die  Schweiz  der  Ausschlussgrund  von  Art.  52  Abs.  2  AsylG 
entgegenstehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden, 
wenn es  ihr  zugemutet werden  könne,  sich  in einem anderen Staat  um 
Aufnahme zu bemühen. Der Beschwerdeführer habe sich seit mehreren 
Monaten  in  Tunesien  aufgehalten  und  sich  im  Flüchtlingscamp 
B._______ beim UNHCR registrieren  lassen. Die  tunesischen Behörden 
hätten ihm damit Schutz und Aufenthalt gewährt.

In der oben erwähnten Stellungnahme sei diesbezüglich lediglich geltend 
gemacht worden, der Beschwerdeführer habe im Flüchtlingslager keinen 
sicheren Unterhalt und verfüge über keine Papiere. 

Gemäss  gesicherten  Kenntnissen  des  BFM  befänden  sich  noch  immer 
zahlreiche Flüchtlinge in B._______ in Tunesien. Vor diesem Hintergrund 
sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort  für diese Menschen nicht 
einfach  sei.  Dennoch  bestünden  keine  konkreten  Anhaltspunkte  für  die 
Annahme,  ein  weiterer  Verbleib  in  Tunesien  sei  für  den 
Beschwerdeführer schlechterdings nicht zumutbar oder nicht möglich. 

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Nach  dem  Gesagten  benötige  der  Beschwerdeführer  den  zusätzlichen 
subsidiären Schutz der Schweiz nicht (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Vielmehr sei 
es ihm zuzumuten, vorderhand in Tunesien zu verbleiben. 

Wenn  die  Einreise  gestützt  auf  die  oben  erwähnten  Bestimmungen 
(Art. 20  AsylG  i.V.m.  Art.  3  AsylG  sowie  Art.  52  Abs.  2  AsylG)  nicht 
bewilligt  werde,  bleibe  gemäss  ständiger  Praxis  des  BFM  in  einem 
zweiten  Schritt  zu  prüfen,  ob  aufgrund  von  Beziehungen  zu  in  der 
Schweiz  lebenden  Familienangehörigen  allenfalls  die  Voraussetzungen 
für einen Familiennachzug erfüllt seien (Art. 51 AsylG). Eine Beurteilung 
des  vorliegenden  Gesuches  im  Rahmen  des  Familiennachzuges  führe 
indessen zu keinem anderen Ergebnis. 

Die Frage der Familienzusammenführung werde in erster Linie in Art. 51 
AsylG unter  der Rubrik  "Familienasyl"  geregelt. Dabei  richteten  sich die 
Voraussetzungen  zur  Gewährung  des  Familienasyls  nach  dem 
Aufenthaltsstatus  derjenigen  Person,  die  sich  bereits  in  der  Schweiz 
befänden.  Gemäss  Art.  51  Abs.  1  und  4  AsylG  sei  Ehegatten  und 
minderjährigen  Kindern  von  in  der  Schweiz  lebenden  Flüchtlingen  die 
Einreise zu bewilligen, sofern sie durch die Flucht voneinander getrennt 
worden seien und sich diese Familienangehörigen im Ausland befänden. 
Nach Art. 51. Abs. 2 AsylG könnten andere nahe Angehörige (als die  in 
Abs. 2 erwähnten Mitglieder der Kernfamilie) Familienasyl erhalten, wenn 
besondere Umstände für die Familienvereinigung sprechen würden. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung fielen unter den Begriff der 
"anderen  nahen  Angehörigen"  beispielsweise  die  Geschwister,  die 
Grosseltern und Pflegekinder  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
D­395/2009 vom 12. Mai 2009 S. 7).  Im zitierten Entscheid komme das 
Bundesverwaltungsgericht  ferner  zum  Schluss,  dass  auch  unter  nahen 
Verwandten  auf  das  zusätzliche  Erfordernis  der  "engen  Beziehungen" 
nicht  verzichtet  werden  könne  (a.a.O.  S.  16).  Innerhalb  der  Kernfamilie 
(Ehegatten,  eingetragene  Partnerinnen  oder  Partner  und  ihre 
minderjährigen Kinder) bestehe aufgrund er zwischen solchen Personen 
oftmals  vorhandenen  Abhängigkeiten  sowie  der  in  der  Regel 
beabsichtigten  Zweckgemeinschaft  die  Vermutung,  dass  eine  enge 
Beziehung  vorliege.  Besondere  Umstände  könnten  diese  Vermutung 
jedoch  beseitigen,  so  dass  auch  innerhalb  der  Kernfamilie  nicht  immer 
von  einer  engen Beziehung  auszugehen  sei. Dies  beispielsweise  dann, 
wenn Ehegatten seit Jahren getrennt lebten und kaum Kontakt pflegten.

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Ausserhalb  dieser  Kernfamilie,  so  auch  zwischen  den  übrigen  nahen 
Angehörigen, bestehe eine solche Vermutung jedoch nicht mehr, weil bei 
diesen Verhältnissen  in  der Regel  keine  Abhängigkeiten mehr  vorlägen 
und keine Zweckgemeinschaft beabsichtigt sei. In diesen Fällen müssten 
deshalb besondere Umstände gegeben sein, die dazu führten, dass von 
einer engen Beziehung zwischen der Asyl suchenden Person und der in 
der  Schweiz  lebenden  Person  auszugehen  sei.  Zu  denken  sei  dabei 
beispielsweise  an  eine  besondere  Abhängigkeit  einer  Person  aufgrund 
einer  schweren  Krankheit,  welche  die  Fürsorge  einer  anderen  Person 
erfordere beziehungsweise wünschbar mache, oder an nachgewiesenen 
regelmässigen  und  intensiven  Kontakten.  Ob  eine  solche  enge 
Beziehung vorliege,  sei aufgrund der konkreten Vorbringen  im Einzelfall 
zu prüfen (vgl. a.a.O. S. 17 f.). 

Gemäss  den  Ausführungen  gehöre  der  Beschwerdeführer  nicht  zur 
Kernfamilie  seines  in  der  Schweiz  lebenden  Cousins.  Aus  den  Akten 
seien  auch  keine  besonderen  Umstände  ersichtlich,  die  dazu  führen 
würden, dass ausnahmsweise von einer engen Beziehung zwischen dem 
Beschwerdeführer  und  seinem  Cousin  ausgegangen  werden  könne. 
Damit  seien  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  für  eine 
Familienzusammenführung gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG im vorliegenden 
Fall nicht erfüllt.

Nach  dem  Gesagten  sei  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die 
Schweiz zu verweigern und das Asylgesuch abzulehnen.

D. 
Mit  Beschwerde  vom  2.  Dezember  2011  liess  der  Beschwerdeführer 
beziehungsweise  dessen  Cousin  durch  den  neuen  Vertreter  die 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  beantragen.  Es  sei  die 
Vorinstanz  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die 
Schweiz zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft zu bewilligen. Es sei 
dem  Beschwerdeführer  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  bewilligen 
und es sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

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4. 
Vorab  wird  in  der  Beschwerde  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs 
gerügt. Den Erwägungen der Vorinstanz lasse sich keine praxiskonforme 
Prüfung  der Gründe  für  die  Bewilligung  der  Einreise  zur  Abklärung  des 
Sachverhalts  finden. Zudem liessen die Erwägungen zum Vorliegen des 
Asylausschlussgrundes gemäss Art.  52 Abs.  2 AsylG offen,  ob und wie 
es  dem  Beschwerdeführer  zuzumuten  sei,  sich  in  einem  Drittstaat  um 
Aufnahme zu bemühen. 

Die  erforderliche Begründungsdichte  richtet  sich  im Einzelfall  nach  dem 
Verfügungsgegenstand,  den  Verfahrensumständen  und  den  Interessen 
des Betroffenen. Je grösser der Spielraum, welcher der Behörde  infolge 
Ermessen und unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und je stärker 
ein Entscheid in die individuellen Rechts des Betroffenen eingreift, desto 
höhere  Anforderungen  sind  an  die  Begründung  einer  Verfügung  zu 
stellen.  Auch wenn  sich  die  verfügende  Behörde  nicht  ausdrücklich mit 
jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand 
auseinandersetzen  muss,  sondern  sich  auf  die  wesentlichen 
Gesichtspunkte  beschränken  darf  (vgl.  BGE  126  I  97  E.  2b),  hat  sie 
wenigstens kurz die Überlegungen zu nennen, von welchen sie sich leiten 
liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 
mit  Hinweisen).  Diesen  Anforderungen  hat  das  BFM  im  angefochtenen 
Entscheid Genüge getan. Dass das BFM eine andere Schlussfolgerung 
zog  als  der  Beschwerdeführer,  stellt  jedenfalls  keine  Verletzung  des 
rechtlichen  Gehörs  dar,  weshalb  die  entsprechende  Rüge  nicht  gehört 
werden kann.

5. 

5.1. Die Prüfung, ob ein Gesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft originär, 
aufgrund  einer  eigenen  persönlichen  Gefährdung,  erfüllt,  geht  der 
Prüfung  eines  allfälligen  derivativen  Anspruchs  auf  Anerkennung  als 
Flüchtling  vor.  Die  Prüfung  des  derivativen  Einbezugs  von 
Familienangehörigen  und  eingetragenen  Partnern  in  die  vorläufige 
Aufnahme von vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen erfolgt erst, wenn 
in Anwendung von Art. 5 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 
Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zuvor  festgestellt  wurde,  dass 
die  einzubeziehende  Person  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 

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selbstständig nach Art. 3 AsylG erfüllt (vgl. Art. 37 AsylV1, Art. 17 Abs. 2 
AsylG; vgl. hierzu auch BVGE 2007/19 E. 3). 

5.2.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

5.3.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  eingereichtes  Asylgesuch 
ablehnen, wenn die gesuchstellende Person keine Verfolgung glaubhaft 
machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Umgekehrt führt es (noch) 
nicht zur Anerkennung als Flüchtling und zur Gewährung von Asyl durch 
die  Schweiz,  wenn  die  bei  einer  Vertretung  im  Ausland  um  Asyl 
nachsuchende  Person  glaubhaft  zu  machen  vermag,  dass  für  sie  eine 
unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die Freiheit  aus einem 
Grund  nach  Art.  3  AsylG  besteht.  Diesfalls  kann  dem  Asylsuchenden 
lediglich  von  der  durch  das  Eidgenössische  Justiz­  und 
Polizeidepartement  (EJPD)  dazu  ermächtigten  schweizerischen 
Vertretung die Einreise  in die Schweiz  im Hinblick auf  die Zuerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft  und die Asylgewährung bewilligt werden  (Art. 
20 Abs. 3 AsylG). Die Einreise in die Schweiz wird einer  im Ausland um 
Asyl  nachsuchenden  Person  ausserdem  zur  Abklärung  des 
Sachverhaltes bewilligt, wobei die Bewilligung durch das Bundesamt und 
nur  unter  der  Bedingung  erteilt  wird,  dass  der  Person  nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein 
anderes Land auszureisen  (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Beim Entscheid über 
die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  sind  grundsätzlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 

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Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der 
Einreisebewilligung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen 
Personen, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung  im Sinne 
von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob eine effektive Möglichkeit 
anderweitiger Schutzsuche besteht, mithin der Verbleib am Aufenthaltsort 
für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  kann.  Im 
Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss einem völkerrechtlichen 
Grundsatz  eine  Person,  die  eine  Staatsangehörigkeit  besitzt,  die 
Flüchtlingseigenschaft nur dann erlangen kann, wenn sie sich ausserhalb 
des  Staates  aufhält,  dem  sie  angehört.  Befindet  sich  die  um  Asyl 
nachsuchende Person noch in ihrem Heimatstaat, stellt sich mit anderen 
Worten die Frage der  formellen Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
nicht.  Folgerichtig  ist  bei  einem  Verbleib  im  Heimatstaat  nicht  über  die 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl zu 
befinden,  auch  dann  nicht,  wenn  eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  glaubhaft  gemacht  ist  (vgl.  EMARK  2005 Nr.  19  E.  4  S.  174  ff., 
EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130  f. und Nr. 21 E. 2 S. 136  f., EMARK 
1997 Nr.  15 E.  2.e­g S.  130  ff., welcher  angesichts  bloss  redaktioneller 
Änderungen bei der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor 
Gültigkeit hat).

5.4. Hinsichtlich  des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im 
Ausland  sieht  Art. 10 Abs.  1  AsylV 1  vor,  dass  diese  mit  der 
asylsuchenden Person  in  der Regel  eine Befragung  durchführt.  Ist  dies 
nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  aufgefordert,  ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 AsylV 1;  vgl.  hierzu 
auch  BVGE  2007/30  E. 5.2).  Eine  Befragung  beziehungsweise  eine 
schriftliche  Sachverhaltsabklärung  kann  sich  auch  erübrigen,  wenn  der 
Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als 
entscheidreif  erstellt  scheint.  Bei  Anhörungsverzicht  ist  jedoch  das 
rechtliche  Gehör  zu  gewähren  (vgl.  BVGE  2007/30  E.  5.7),  was 
vorliegend erfolgt ist (vgl. Erwägung B.a vorstehend). Ausserdem hat das 
BFM den Verzicht auf eine Befragung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 
E. 5.6 f.), was das Bundesamt in casu getan hat.

5.5. Hält  sich  die Person,  die  ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt 
hat,  in  einem  Drittstaat  auf,  bedeutet  dies  nicht  zwingend,  dass  es  ihr 
auch  zuzumuten  ist,  sich  dort  um Aufnahme  zu  bemühen  (vgl.  EMARK 
2004  Nr.  21  E.  4).  In  einem  solchen  Falle  ist  aber  im  Sinne  einer 
Regelvermutung  davon  auszugehen,  die  betreffende  Person  habe  in 
diesem Drittstaat bereits anderweitig Schutz gefunden, was in der Regel 

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zur  Ablehnung  des  Asylgesuchs  und  der  Verweigerung  der 
Einreisebewilligung  führt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­
7996/2008  vom  10. Dezember  2009  E.  2.2).  In  jedem  Falle  sind  die 
Kriterien  zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  in  diesem  Drittstaat  als 
zumutbar  erscheinen  lassen,  und  diese  sind  mit  einer  allfälligen 
Beziehungsnähe  zur Schweiz  abzuwägen. Es gilt  also  zu prüfen,  ob es 
aufgrund der gesamten Umstände geboten erscheint, dass es gerade die 
Schweiz  ist,  die  einer  Person  den  erforderlichen  Schutz  gewähren  soll 
(vgl.  EMARK  2004  Nr.  21  E. 4;  EMARK  1997  Nr.  15  E.  2  f.  sowie  die 
vorstehenden Ausführungen unter Erwägung C. S. 4 oben).

6. 

6.1. Den Akten zufolge befindet sich der Beschwerdeführer seit mehreren 
Monaten  in  Tunesien  und  hat  sich  dort  im  Flüchtlingslager  B._______ 
beim UNHCR  registrieren  lassen. Die  tunesischen Behörden haben  ihm 
damit  Schutz  und Aufenthalt  gewährt  und  er  ist  demnach  nicht mit  den 
Schwierigkeiten illegaler Flüchtlinge konfrontiert und hat völkerrechtlichen 
Schutz  in  einem  Drittland  gefunden.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
verkennt zwar nicht, dass die Lebensumstände anerkannter Flüchtlinge in 
Tunesien  schwierig  sind,  indes  stellen  sie  die  Zufluchtnahme  in  diesem 
Drittstaat  nicht  grundsätzlich  in  Frage.  Somit  erscheint  der  weitere 
Aufenthalt des Beschwerdeführers in Tunesien als zumutbar.

6.2. Es ist somit dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine Verfolgung 
im Sinne  von  Art.  3   AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen.  Die  Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von 
Art.  20  i.V.m. Art.  3 AsylG  ist mithin  als  nicht  gegeben  zu  qualifizieren, 
und es liegen auch keine anderen Gründe vor, welche die Erteilung einer 
Einreisebewilligung  indizieren  würden.  Die  Vorinstanz  hat  folglich  das 
Auslandsgesuch im Ergebnis zu Recht abgewiesen.

7. 

7.1. Ehegatten, eingetragene Partnerinnen und Partner von Flüchtlingen 
und  ihre  minderjährigen  Kinder  werden  als  Flüchtlinge  anerkannt  und 
erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen (Art. 
51 Abs. 1 AsylG). Andere nahe Angehörige von in der Schweiz lebenden 
Flüchtlingen  können  in  das  Familienasyl  eingeschlossen  werden,  wenn 
besondere Gründe  für die Familienvereinigung sprechen  (Art. 51 Abs. 2 
AsylG). Andere nahe Angehörige im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG sind 

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insbesondere dann zu berücksichtigen, wenn sie behindert sind oder aus 
einem anderen Grund auf die Hilfe einer Person, die in der Schweiz lebt, 
angewiesen  sind  (Art.  38  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999 
über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Wurden  die 
anspruchsberechtigten Personen nach Art. 51 Abs. 1 und 2 AsylG durch 
die Flucht getrennt und befinden sie sich im Ausland, so ist ihre Einreise 
auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 Abs. 4 AsylG).

7.2. In allgemeiner Hinsicht wird bei der Gewährung von Familienasyl im 
Sinne  von  Art.  51  Abs.  2  AsylG  vorausgesetzt,  dass  die  betreffende 
Person mit  dem  in  der  Schweiz  anerkannten  Flüchtling  im Moment  der 
Flucht  in  einem  gemeinsamen  Haushalt  gelebt  hat,  eine 
Wiederherstellung  dieser  Gemeinschaft  unentbehrlich  ist  und  in  der 
Schweiz auch tatsächlich angestrebt wird (vgl. EMARK 2001 Nr. 24 E. 3 
S. 191, EMARK 2000 Nr. 11).

7.3. Besondere Gründe,  die  für  eine  Familienvereinigung  im  Sinne  von 
Art.  51  Abs.  2  AsylG  sprechen,  liegen  nach  der  Praxis  vor,  wenn  die 
einzubeziehenden  nahen  Angehörigen  einer  besonderen  Unterstützung 
im Sinne einer  persönlichen Fürsorge – nicht  lediglich einer  finanziellen 
Unterstützung  –  bedürfen,  die  nur  die  in  der  Schweiz  lebenden, 
asylberechtigten Familienangehörigen zu erbringen in der Lage sind (vgl. 
EMARK 2001 Nr. 24 E. 3, EMARK 2000 Nr. 27 E. 5 f., EMARK 2000 Nr. 
21 E. 6.c). Besondere Gründe können – in atypischen Einzelfällen – auch 
dann  vorliegen,  wenn  die  in  der  Schweiz  lebenden,  asylberechtigten 
Familienangehörigen  selbst  einer  solchen  persönlichen  Fürsorge  durch 
die einzubeziehende Person bedürfen (vgl. EMARK 2000 Nr. 4 S. 42).

8. 

8.1.  In  der  angefochtenen  Verfügung  führte  die  Vorinstanz  aus,  dass 
ausserhalb  der  Kernfamilie,  also  auch  zwischen  den  übrigen  nahen 
Angehörigen,  die  Vermutung,  dass  eine  enge  Beziehung  vorliegt,  nicht 
mehr  besteht,  weil  bei  diesen  Verhältnissen  in  der  Regel  keine 
Abhängigkeiten  mehr  vorliegen  und  keine  Zweckgemeinschaft 
beabsichtigt  ist.  In diesen Fällen müssten deshalb besondere Umstände 
gegeben  sein,  die  dazu  führten,  dass  von  einer  engen  Beziehung 
zwischen der Asyl  suchenden Person und der  in der Schweiz  lebenden 
Person auszugehen sei. Aus diesen Ausführungen gehe hervor, dass der 
Cousin des Beschwerdeführers nicht zu dessen Kernfamilie gehöre. Aus 
den Akten seien auch keine besonderen Umstände ersichtlich, die dazu 

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führen würden, dass ausnahmeweise von einer engen Bindung zwischen 
den  beiden  ausgegangen  werden  könne.  Dieser  Einschätzung  ist 
beizupflichten.  Auch  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingaben 
vermögen zu keiner anderen Beurteilung zu führen.

8.2. Aufgrund der geschilderten Lebensumstände des Beschwerdeführers 
in  seinem Heimatstaat  ergeben  sich  keine  besonderen Gründe,  welche 
für die Familienvereinigung im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG sprechen 
würden. 

9. 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder die Voraussetzungen für 
die Anerkennung als Flüchtling  im Sinne von Art.  3 AsylG noch  für den 
Einschluss  des  Beschwerdeführers  in  das  Familienasyl  gemäss  Art.  51 
Abs.  2  AsylG  erfüllt  sind.  Das  BFM  hat  somit  das  Asylgesuch  mit 
Verfügung vom 1. November 2011 zu Recht abgelehnt.

10. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art.  65  Abs.  1  VwVG  ist  abzuweisen,  da  die  Beschwerde  aufgrund 
vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erscheint.  Das  Gesuch  um 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusse  ist  angesichts  des 
Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos geworden.

12. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf Fr. 
600.– festzusetzen (Art. 1­3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
schweizerische Vertretung in Tunis.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: