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**Case Identifier:** 6338346d-ef34-5b6d-b97d-f68b6525861e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.03.2013 IV 2010/417
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-417_2013-03-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/417

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.03.2013

Entscheiddatum: 12.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 12.03.2013
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gerichtsgutachten. Bestimmung 
Vergleichseinkommen. Rentenbeginn (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St.Gallen vom 12. März 2013, IV 2010/417).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

 

Entscheid vom 12. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___ meldete sich im Oktober 2007 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an. Vom 5. März bis 6. Juli 2007 habe sie zuletzt bei der 

Schulgemeinde D.___ als Primarlehrerin gearbeitet. Als Nebenbeschäftigung arbeite sie 

ca. drei Stunden pro Monat als Kursleiterin für Z.___. Seit 7. Juli 2007 sei sie arbeitslos 

(IV-act. 4).

A.b   Im Arztbericht vom 13. November 2007 diagnostizierte Dr. med. B.___, Neurologie 

FMH, St. Gallen, eine Epilepsie mit generalisierten Anfällen, neuropsychologische 

Defizite und einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung. Es sei zu vermuten, dass 

in der jetzigen Tätigkeit eine bleibende Einschränkung von mindestens 20% bestehe 

(IV-act. 15).

A.c   Am 14. Mai 2008 erfolgte eine arbeitsmedizinische Untersuchung durch den 

Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung. Im Bericht vom 26. Mai 

2008 stellte Dr. med. C.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, die Diagnosen 

selbstunsichere, ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) und idiopathische 

Epilepsie (ICD-10: G40.3). In der angestammten Tätigkeit als Primarlehrerin sei die 

Versicherte dauerhaft zu mindestens 50% eingeschränkt. Aus arbeitsmedizinischer 

Sicht seien jegliche Kontaktberufe, sei es nun mit Patienten, Klienten, Kunden oder 

Kindern, dauerhaft nicht geeignet. In einer überwiegenden Alleinarbeit, zum Beispiel im 

Backoffice eines Büros oder in der Dokumentation von Informationen oder 

Schriftstücken sei der Versicherten eine uneingeschränkte Leistungsaufnahme 

zuzumuten (IV-act. 31).

A.d   Vom 25. August bis 19. September 2008 befand sich die Versicherte in der 

BEFAS Appisberg. Gemäss Schlussbericht vom 6. Oktober 2008 habe keine Tätigkeit 

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gefunden werden können, welche die Versicherte in der freien Wirtschaft ausüben 

könnte (IV-act. 45).

A.e   Mit Schreiben vom 23. März 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten den 

Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (IV-act. 63).

A.f    Im Vorbescheid vom 23. März 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 14% keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente habe. Eine leidensadaptierte Tätigkeit auf dem freien 1. Arbeitsmarkt sei 

zu 100% zumutbar (IV-act. 65). Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 

8. Mai 2009 Einwand erheben (IV-act. 74). Aufgrund des Einwandes veranlasste die IV-

Stelle eine interdisziplinäre Abklärung in der MEDAS Zentralschweiz (IV-act. 78).

A.g   Im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 6. Januar 2010 wurden im Wesent­

lichen eine "sonstige näher bezeichnete organische psychische Störung" aufgrund 

einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit 

(ICD-10: F06.8) bzw. eine epileptische Wesensveränderung bei Epilepsie unklarer 

Ätiologie, Verdacht auf kryptogene Epilepsie, bei neuropsychischer Funktionsstörung, 

eine Migräne ohne Aura sowie eine mediane Gonarthrose linksbetont und eine initiale 

Femoropatellararthrose beidseits bei Patellalateralisation beidseits diagnostiziert. Die 

angestammte Tätigkeit als Primarlehrerin sei der Versicherten noch zu 55% zumutbar. 

Bezüglich der Tätigkeit als Schmuckverkäuferin sei die Arbeitsfähigkeit auf 65% 

festzulegen. Auch jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, ohne 

übermässige Anforderungen an Aufmerksamkeitsleistungen und an die 

Strukturierungsfähigkeit (kognitive Defizite), ohne Schichtbetrieb, gefährliche 

Maschinen und ohne stundenlange PC-Arbeiten (Epilepsie/Migräne) und ohne erhöhte 

Anforderungen an die psychische Belastbarkeit oder an besondere Fähigkeiten 

(epileptische Wesensveränderung), sei der Versicherten zu 65% zumutbar (IV-act. 81).

A.h   Mit Vorbescheid vom 26. April 2010 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass sie 

bei einem Invaliditätsgrad von 45% ab 1. Januar 2008 einen Anspruch auf eine 

Viertelsrente habe (IV-act. 89). Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte am 21. Mai 

2010 Einwand erheben und machte geltend, dass sie Anspruch auf eine ganze Rente 

habe (IV-act. 90). Mit Verfügung vom 12. Oktober 2010 eröffnete die IV-Stelle der 

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Versicherten wie angekündigt, dass sie ab 1. Januar 2008 Anspruch auf eine 

Viertelsrente habe (IV-act. 93 und 94).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 28. Oktober 2010 mit 

den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei ab 1. Oktober 2006 eine ganze Invalidenrente auszurichten; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das Valideneinkommen betrage 

unbestrittenermassen Fr. 110'000.--. Ab 4. Januar 2010 habe die Beschwerdeführerin 

bei einem Pensum von 32% ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 2'628.40 erzielt, 

was einem Jahresgehalt von Fr. 31'540.80 entsprechen würde, woraus ein 

Invaliditätsgrad von 71.3% resultiere. Die berufliche Abklärung an der BEFAS 

Appisberg, die Einschätzung des RAD-Arztes Dr. C.___ und die Beurteilung des 

Eingliederungsfachmanns der Beschwerdegegnerin würden gegen eine Verwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sprechen. Dies gelte auch für 

den Unterricht in einer Kleinklasse, da dieser mindestens so fordernd sei wie der in 

einer Regelklasse. Selbst bei einem Arbeitspensum von 55% als Kleinklassenlehrerin 

bestünde ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Mit der Erteilung von 

Nachhilfestunden komme die Beschwerdeführerin unmöglich auf ein Arbeitspensum 

von 55%. Die Erkrankung bestehe schon viel länger als seit Januar 2007, weshalb die 

Beschwerdeführerein ab Oktober 2006 Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G 

1).

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2010 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei vom 

5. März bis 6. Juli 2007 als stellvertretende Primarlehrerin in D.___ tätig gewesen und 

habe einen Monat lang 28 Lektionen und ab 23. April 2007 19 Lektionen pro Woche 

gearbeitet. Die allgemeine Arbeitszeit im Betrieb betrage 30 Lektionen pro Woche. Der 

Beschwerdeführerin sei es somit nach Eintritt der reduzierten Arbeitsfähigkeit möglich 

gewesen, ihrer angestammten Tätigkeit nachzugehen. Vom 4. Januar bis 2. Juli 2010 

sei die Beschwerdeführerin als Primarlehrerin für Kleinklassen angestellt gewesen und 

habe 10 Lektionen pro Woche unterrichtet. Damit dürfte widerlegt sein, dass sie ihre 

Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft nicht verwerten könne. Bei der Ermittlung des 

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Invalideneinkommens sei daher auf die 55%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit abzustellen. Gemäss Gutachten der MEDAS Zentralschweiz sei der 

mutmassliche Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit auf Januar 2007 festzulegen. Ob 

bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Einschränkung bestanden habe, sei der 

Aktenlage nicht zu entnehmen (act. G 4).

B.c   Mit Replik vom 4. Februar 2011 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten 

Anträgen fest (act. G 9).

B.d   Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 

11).

B.e   An der Sitzung vom 15. Februar 2012 beschloss das Versicherungsgericht, ein 

interdisziplinäres Gerichtsgutachten bei der MEDAS Ostschweiz einzuholen (act. G 15; 

vgl. zu den Stellungnahmen der Parteien act. G 16 und G 18). Am 12. März 2012 

beauftragte das Versicherungsgericht die MEDAS Ostschweiz mit der Erstellung des 

Gerichtsgutachtens (act. G 17; vgl. auch act. G 24).

B.f    Am 3., 9. und 11. Juli 2012 wurde die Beschwerdeführerin in der MEDAS 

Ostschweiz interdisziplinär (neurologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) 

untersucht. Im Gerichtsgutachten vom 23. August 2012 diagnostizieren die Experten 

mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine epileptische 

Wesensveränderung im Sinn einer Organstörung aufgrund einer Schädigung oder 

Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit (ICD-10: F06.8) bei 

seit dem 13. Lebensjahr bestehender sekundär generalisierter Epilepsie mit tonisch-

klonischen, fraglich myoklonischen Aufwachanfällen vermutlich kryptogener Genese; 

vermutlich unter antiepileptischer Therapie nicht anfallsfrei (act. G 27, S. 38). Aus 

polydisziplinärer Sicht würden auf die berufliche Leistungsfähigkeit nicht nur die 

neuropsychologischen Fähigkeitsstörungen einwirken, sondern es handle sich vielmehr 

um ein komplexes Geschehen, wobei auch IV-fremde Anteile mitwirkten. Qualitativ 

seien Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, im Wasser (z.B. Tauchen) oder solche, die 

das Führen eines Autos notwendig machen würden nicht zumutbar. Als Primarlehrerin 

sei die Arbeitsfähigkeit um ca. 40 bis 50% reduziert. Als Verkäuferin sei die 

Einschränkung auf 50 bis 60% einzuschätzen. Mit Schwankungen in der beruflichen 

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Leistungsfähigkeit sei im Langzeitverlauf zu rechnen. Möglicherweise könne eine 

Tätigkeit in der Heilpädagogik der Beschwerdeführerin entgegenkommen, wobei davon 

auszugehen sei, dass sie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit auch in einer adaptierten 

Tätigkeit wohl nicht erlangen können werde. Die Beurteilung des Umfangs einer 

Einschränkung in diesem Bereich sei aus jetziger Sicht schwierig. Sie dürfte jedoch 

unterhalb der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Primarlehrerin liegen (act. G 27, 

S. 43).

B.g   Die Beschwerdeführerin rügt am Gerichtsgutachten, dass in der 

Gesamtbeurteilung die vom psychiatrischen Gutachter beschriebenen qualitativen 

Einschränkungen (Reduktion der administrativen Tätigkeiten, keine Eltern- und 

Behördengespräche) nicht übernommen worden seien. Ferner sei nicht 

nachvollziehbar, dass die Einschränkung in einer Verkaufstätigkeit höher sein soll als im 

angestammten Beruf. Schliesslich sei die Auffassung nicht richtig, dass die 

Beschwerdeführerin in den letzten zwei bis drei Jahren jeweils ein Pensum von 50 bis 

75% verrichtet habe. Das tatsächliche Pensum habe bedeutend weniger betragen, wie 

sich aus der eingereichten Zusammenstellung ergebe. Die Einschränkung dürfte allein 

bezogen auf das Unterrichtspensum mindestens 70% betragen. Hinzu kämen die 

Dispensation von Zusatzbelastungen und die qualitative Einschränkung. Des Weiteren 

macht sie Ausführungen zur Höhe der Vergleichseinkommen (Stellungnahme vom 

12. September 2012, act. G 29 und G 29.7).

B.h   In der von der Beschwerdegegnerin eingereichten Stellungnahme vom 5. Oktober 

2012 hält der RAD das Gerichtsgutachten für beweiskräftig (act. G 32). Auf 

Aufforderung des Versicherungsgerichts hin reicht die Beschwerdeführerin am 

23. November 2012 eine ergänzte Tabelle betreffend die von ihr bis zum 1. Halbjahr 

2012 geleisteten Unterrichtspensen ein (act. G 36; vgl. auch noch die weitere 

Ergänzung im Schreiben vom 6. Dezember 2012, act. G 38, in der die 

Beschwerdeführerin zusätzlich auf verschlechterte EEG-Ergebnisse hinweist).

B.i     Mit Schreiben vom 12. Dezember 2012 fordert die Verfahrensleitung des 

Versicherungsgerichts die Gerichtsgutachter auf, zur Frage Stellung zu nehmen, ob die 

von der Beschwerdeführerin geltend gemachten (tieferen) Arbeitspensen zu einer 

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Änderung der bisherigen psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu führen 

vermögen (act. G 39).

B.j     Hierzu nimmt die MEDAS Ostschweiz am 4. Januar 2013 Stellung. Die erwähnte 

Korrektur des Sachverhalts habe keinen Einfluss auf die psychiatrische Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit. Die Angaben der Beschwerdeführerin würden sich auf ein 

arithmetisches Mittel über das ganze Jahr beziehen. Die Einschränkungen seien zum 

einen mit fehlenden Angeboten von Stunden, zum anderen aber auch mit den 

Arbeitsbedingungen (sehr langer Arbeitsweg) zu erklären. Es zeige sich anhand der 

Tabelle, dass die Beschwerdeführerin jeweils 2011 und auch 2012 über ein halbes Jahr 

eine Arbeitsleistung von 60 bis 70% habe erbringen können, wobei die 

Beschwerdeführerin bei einer Leistung von 72% an ihr Limit komme. Deshalb werde an 

der im Gerichtsgutachten vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung unverändert 

festgehalten. Es sei des Weiteren nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin mit 

einer 72%igen Leistung überfordert sei (act. G 40). Bezüglich der von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten verschlechterten EEG-Ergebnissen hielt der 

neurologische Gerichtsgutachter am 4. Januar 2013 fest, dass sich daraus kein Anlass 

für ein Abweichen von seiner bisherigen Einschätzung ergebe (act. G 41).

B.k   Während die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme zu den gutachterlichen 

Ergänzungen verzichtet, äussert sich die Beschwerdeführerin hierzu im Schreiben vom 

25. Januar 2013. Sie legt zunächst einen Bericht des behandelnden Neurologen ins 

Recht (Bericht vom 7. Dezember 2012, act. G 43.1, und EEG-Bericht vom 16. 

November 2012, act. G 43.2). Des Weiteren rügt sie am Hauptgutachten, der 

neurologische und der psychiatrische Gutachter hätten aufgrund ihrer 

Konsensbesprechung behauptet, dass am Ergebnis der neuropsychologischen 

Abklärung, welche die neuropsychologische Gutachterin gemacht habe, Korrekturen im 

Sinn einer Leistungsverbesserung zu machen seien. Dies sei allein schon deshalb nicht 

zulässig, weil die neuropsychologische Gutachterin dazu nicht angehört worden sei 

und damit, ohne ihren Konsens, in ihre Würdigung eingegriffen worden sei. Auch 

inhaltlich seien die Korrekturen verfehlt. Schliesslich bringt sie weitere Einwände gegen 

das Hauptgutachten und die ergänzenden Stellungnahmen der Gerichtsgutachter vor 

(act. G 43).

 

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Erwägungen:

1.      

Streitig und zu prüfen ist vorliegend der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.1    Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass 

der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den 

materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 

E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 

12. Oktober 2010, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der 

revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher 

ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 

31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt 

auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 

V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). 

Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und 

IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen 

verwiesen wird.

1.2    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für 

einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG 

durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die 

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versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

1.3    Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.

1.4    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Bezüglich Gerichtsgutachten hat 

die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche "nicht ohne zwingende Gründe" 

von den Einschätzungen des medizinischen Experten ab. Auch der Europäische 

Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von 

einem Gericht ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise 

hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).

2.        

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2.1    Zu prüfen ist vorab, ob das Gerichtsgutachten vom 23. August 2012 eine rechts­

genügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die 

Beschwerdegegnerin hält dieses für beweiskräftig (act. G 32.1), währenddem die 

Beschwerdeführerin verschiedene Einwände gegen die darin vorgenommene 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung erhebt.

2.2    Zunächst bringt sie vor, dass die vom psychiatrischen Experten für die Tätigkeit 

als Primarlehrerin genannten qualitativen Einschränkungen (Reduktion der 

administrativen Tätigkeiten, keine Eltern- und Behördengespräche) in der 

Konsensbeurteilung nicht übernommen worden seien (act. G 29, S. 2). Hierzu ist zu 

bemerken, dass die genannten Einschränkungen in Ziff. 7.1.1, 2. Absatz 

("psychiatrische Sicht"), ausdrücklich aufgeführt (act. G 27, S. 43) und anerkannt sind. 

Wenn sie dann im unmittelbar folgenden Absatz "polydisziplinäre Sicht" nicht erwähnt 

werden, so handelt es sich hierbei - wenn überhaupt - höchstens um ein formelles 

Versehen. Entscheidend ist, dass die ausgewiesenen qualitativen Einschränkungen im 

Gerichtsgutachten nicht in Abrede gestellt werden und letztlich bei der Bemessung der 

Resterwerbsfähigkeit zu beachten sind (vgl. nachstehende E. 3.5).

2.3    Für die Beschwerdeführerin ist weiter nicht nachvollziehbar, dass die 

Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf höher sein soll als in einer Verkaufstätigkeit 

(act. G 29, S. 3). Ob die von den Gerichtsgutachtern für eine Verkaufstätigkeit 

bescheinigte Arbeitsfähigkeit zutreffend ist oder nicht, spielt vorliegend keine Rolle. 

Denn es geht aus dem Gerichtsgutachten hervor - worauf die Beschwerdeführerin 

zutreffend hinweist (act. G 29, S. 8) -, dass die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit 

zumutbarerweise am besten im Rahmen der Primarlehrertätigkeit erfolgt (act. G 27, 

S. 43). Hinzu kommt, dass die Gutachter die niedrigere Arbeitsfähigkeit für 

Verkaufstätigkeiten an sich plausibel begründet haben ("da die Berufsbedingungen mit 

vor allem höheren exekutiven Anforderungen sowie Zeitdruck versehen sind", act. 

G 27, S. 43). Die Sichtweise der Gerichtsgutachter wird zudem dadurch bekräftigt, als 

die Aufgabe der letzten Verkaufstätigkeit im Stundenlohn u.a. mit der Begründung 

erfolgte, "Umgang mit Kunden fällt ihr schwer" (IV-act. 54-2). Zudem sei sie bereits bei 

einfachen Buchhaltungsübungen an ihre Grenzen gekommen (IV-act. G 45-7).

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2.4    Nach der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die psychiatrische Beurteilung 

der Leistungsfähigkeit als Primarlehrerin zu korrigieren. Denn der psychiatrische 

Experte gehe davon aus, dass die Beschwerdeführerin in den letzten zwei bis drei 

Jahren jeweils ein Pensum von 50 bis 75% verrichtet und diesbezüglich keine 

ungenügende Leistung erbracht habe. Indessen habe das von ihr geleistete Pensum 

bedeutend weniger betragen (act. G 29, S. 3 ff., G 36 und G 38.1; vgl. auch die Kritik in 

act. G 43, S. 4 f.).

2.4.1           Gestützt auf die Akten und Angaben der Beschwerdeführerin ist für den 

Zeitraum von 2007 bis zum 1. Halbjahr 2012 von folgenden tatsächlich geleisteten 

Lektionen auszugehen:

Jahr

Arbeitsort und 

Anzahl Lektionen

Total

100%Pensum

(30L x 40 Wochen)

Anteil Beschwerdeführerin

2007: 1.Halbjahr

D.___:

349L

349L

600L

58%

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2007: 2.Halbjahr

-

-

-

-

2007 total

349L

1200L

29%

2008

-

-

-

-

2009: 1.Halbjahr

E.___:

8L

F.___:

40L

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G.___:

30L

78L

600L

13%

2009: 2.Halbjahr

H.___:

10.7L/Wo =214L

I.___:

30L

244L

600L

41%

2009 total

322L

1200L

27%

2010: 1. Halbjahr

H.___:

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10.7L/Wo =214L

214L

600L

36%

2010: 2. Halbjahr

H.___:

6.4L/Wo = 128L

128L

600L

21%

2010 total

342L

1200L

29%

2011: 1.Halbjahr

H.___:

6.4L/Wo = 128L

K.___

72L + 24L

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G.___:

147L

371L

600L

62%

 

2011: 2. Halbjahr

H.___:

5.4L/Wo = 108L

H.___:

8L

116

600

19%

 

2011 total

487L

1200L

41%

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2012: 1.Halbjahr

H.___:

5.4L/Wo = 108L

H.___:

43L

J.___:

14L/Wo = 280L

431L

600L

72%

2.4.2           Der psychiatrische Gerichtsgutachter berichtete, "aufgrund der aktuellen 

Situation gehe ich davon aus, dass die Versicherte in den letzen 2-3 Jahren jeweils ein 

Pensum von 50-75% verrichtete" (act. G 27, S. 36). Mit Blick auf die tatsächlich in den 

letzten Jahren geleisteten Lektionen (vgl. vorstehende E. 2.4.1) erscheint diese 

Annahme in der Tat fraglich. Vorweg ist indessen darauf hinzuweisen, dass die 

Beschwerdeführerin zumindest im unmittelbaren Zeitpunkt vor der Begutachtung (Juli 

2012), mithin im 1. Halbjahr 2012 tatsächlich ein Pensum von 72% ausgeübt hat (vgl. 

vorstehende E. 2.4.1). Der anlässlich der Begutachtung geschilderte Tagesablauf und 

die zusätzlichen Wochenendeinsätze (vgl. act. G 27, S. 21 f.) erwecken des Weiteren 

den Eindruck, als hätte die Beschwerdeführerin überdurchschnittlich viel Vor- und 

Nachbereitungsaufwand für die gehaltenen Lektionen betrieben, weshalb der Schluss 

von den gehaltenen Lektionen auf den tatsächlich geleisteten Arbeitseinsatz mit 

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überwiegender Wahrscheinlichkeit ein eher zu niedriges Ergebnis zeitigt. Dem 

entspricht auch die Eigenbeschreibung der Beschwerdeführerin, wonach sie von eher 

bedächtigem und langsamem Wesen sei (act. G 27, S. 24 und 25). Die 

Beschwerdeführerin hat sich ferner bereits als Kind (prämorbid) als eine Person 

beschrieben, die eher gemütlich und langsam gewesen sei. Diese 

Persönlichkeitscharakteristika hätten sich mit dem Auftreten der Epilepsie verstärkt und 

seien in den Jahren mit der Epilepsieerkrankung immer stärker geworden (act. G 27, 

S. 25). Es stellt keinen Mangel an der gutachterlichen Beurteilung dar, wenn die 

Experten diesen gesundheitsfremden Umstand bei der Bestimmung des 

Arbeitsfähigkeitsgrads mitberücksichtigten.

2.4.3           Der Vollständigkeit halber ist schliesslich zu bemerken, dass die damalige 

Überlastung der Beschwerdeführerin - wie der psychiatrische Gerichtsgutachter im 

Ergänzungsschreiben vom 4. Januar 2013 anmerkte (act. G 40) - mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auch durch die langen Arbeitswege und das Arbeiten an drei 

verschiedenen Arbeitsstellen mitgeprägt war. Entscheidend ist ferner, dass die 

Experten die Arbeitsfähigkeit nicht entsprechend des angenommenen Pensums 

(50-75%) einschätzten, sondern davon abweichend eine Arbeitsfähigkeit von 50-60% 

bescheinigten, wobei sie keinen expliziten Bezug auf das effektive Pensum herstellten 

(act. G 27, S. 36, Abschnitt 5.6.1). Vor diesem Hintergrund besteht zumindest kein 

erheblicher Mangel an der psychiatrischen Beurteilung, zumal auch die früheren 

Gutachter der MEDAS Zentralschweiz eine damit korrespondierende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung vornahmen (55%ige Arbeitsfähigkeit für die angestammte 

Tätigkeit; IV-act. G 81-18).

2.5    Die BEFAS-Beurteilung, worin eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit im ersten 

Arbeitsmarkt verneint wurde (IV-act. 45-11), steht der Bejahung der Beweiskraft des 

Gerichtsgutachtens nicht entgegen. Zunächst steht dieser Beurteilung die 

Eigeneinschätzung der Beschwerdeführerin ("in ihrem Beruf mit einem Pensum von 

etwa 30% durchaus gut leisten könne", act. G 27, S. 25) und die seit der BEFAS-

Abklärung geleistete Erwerbstätigkeit (vgl. vorstehende E. 2.4.1) entgegen. Ins Gewicht 

fällt weiter, dass die BEFAS-Beurteilung im Rahmen der Gerichtsbegutachtung nicht 

ausser Acht gelassen wurde, sondern sich der psychiatrische Experte damit würdigend 

auseinandersetzte (act. G 27, S. 36 und 37).

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2.6    Die Beschwerdeführerin bemängelt auch, der neurologische und psychiatrische 

Gerichtsgutachter seien im Rahmen der gesamtgutachterlichen Beurteilung von der 

neuropsychologischen Einschätzung abgewichen, ohne dass die neuropsychologische 

Expertin angehört worden sei. Zudem seien die Korrekturen auch inhaltlich nicht 

gerechtfertigt (act. G 43, S. 2).

2.6.1           In der Tat hinterfragte der psychiatrische Gerichtsgutachter die von der 

neuropsychologischen Gerichtsgutachterin für die Primarlehrertätigkeit bescheinigte 

50%ige Arbeitsunfähigkeit ohne überzeugende Gründe und einzig mit dem Hinweis auf 

die in den "letzten Jahren mehr" geleistete Arbeit (act. G 27, S. 35 und 42). Aus dem 

Gesamtgutachten - das von der neuropsychologischen Expertin nicht mitunterzeichnet 

wurde - und den übrigen Akten ergibt sich nicht, dass der neuropsychologischen 

Expertin Gelegenheit gegeben wurde, zur kritischen Würdigung durch den 

psychiatrischen Gutachter Stellung zu nehmen.

2.6.2           Ein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf ist aber zu verneinen. Denn 

mit Blick darauf, dass im neuropsychologischen Teilgutachten vom 12. Juli 2012 

"praktisch" eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% plausibel 

bescheinigt wurde (act. G 27.1, S. 8), erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass 

die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin am oberen Ende der 

gesamtgutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeitsspanne und damit bei 50% liegt. 

Damit wird der neuropsychologischen Einschätzung Rechnung getragen.

2.7    Demnach ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die 

Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Primarlehrerin zu 50% eingeschränkt ist.

2.8    Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, der behandelnde Neurologe, 

der die Beschwerdeführerin am 16. November 2012 gesehen habe, hätte eine 

gesundheitliche Verschlechterung festgestellt (act. G 38 und G 43, S 1 f.). Da 

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens grundsätzlich einzig der bis zum 

Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 12. Oktober 2010 eingetretene 

Sachverhalt ist (BGE 131 V 412 E. 2.1.2.1 und 129 V 4 E. 1.2), erübrigen sich 

Weiterungen hierzu.

3.      

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Gestützt auf das Gerichtsgutachten ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin für die Tätigkeit als Primarlehrerin über eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit verfügt, wobei zusätzlich qualitative Einschränkungen zu beachten 

sind. Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen.

3.1    Bei der Bestimmung des Valideneinkommens ist dem Umstand Rechnung zu 

tragen, dass die Beschwerdeführerin seit jeher sehr schwankende Jahreseinkommen 

erzielte (vgl. die IK-Auszüge in act. G 14.1). Es rechtfertigt sich daher, bei der 

Bestimmung des Valideneinkommens auf die durchschnittlichen Löhne für 

Primarlehrerinnen abzustellen.

3.2    Da der tatsächlich erzielte Verdienst sowie die tatsächlich geleisteten 

Unterrichtspensen der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren stark schwankten und 

immer wieder durch Perioden der Arbeitslosigkeit abgelöst wurden, ist auch bei der 

Bestimmung des Invalideneinkommens auf eine theoretische Grundlage abzustellen. 

Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt (act. G 29, S. 8) und sich auch aus 

dem Gerichtsgutachten ergibt, ist eine qualitativ gleichwertige Umschulung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen (zu einem eher bescheidenen 

Umschulungserfolg vgl. die gerichtsgutachterliche Einschätzung: "die Versicherte Mühe 

haben wird, in einen anderen Beruf umgeschult zu werden" und sie "sollte im 

Lehrerberuf bleiben", act. G 27, S. 37). Insbesondere die Umschulung zur 

Heilpädagogin verspricht keinen überwiegend wahrscheinlichen Erfolg (die 

Gerichtsgutachter sprechen lediglich von "möglicherweise" und vermögen hierfür keine 

schlüssige Arbeitsfähigkeitsschätzung [50% bis 100%] abzugeben, act. G 27, S. 37 

und 43; vgl. auch die RAD-Stellungnahme vom 5. Oktober 2012, act. G 32). Damit geht 

einher, dass im neuropsychologischen Teilgutachten vom 12. Juli 2012 hierfür - 

zusätzlich zu den für eine Primarlehrertätigkeit zu beachtenden Einschränkungen - 

erhebliche Beeinträchtigungen bestehen (keine Betreuung von stark 

verhaltensauffälligen und "psychiatrisch" kranken Kindern, keine Tätigkeit als 

Logopädin, act. G 27.1 S. 9), weshalb selbst bei erfolgreicher Umschulung eine 

verwertbare höhere Restarbeitsfähigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint. 

Es drängt sich daher auf, auch der Bestimmung des Invalideneinkommens die 

durchschnittlichen Löhne für eine Tätigkeit als Primarlehrerin zu Grunde zu legen.

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3.3    In Fällen, wo zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe 

Vergleichsgrösse herangezogen wird, kann ein sogenannter Prozentvergleich 

vorgenommen werden. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). In Anwendung eines 

Prozentvergleichs bleibt zur Bestimmung des Invalideneinkommens nachfolgend noch 

die Höhe des Abzuges vom Tabellenlohn zu prüfen.

3.4    Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U 242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung 

hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden 

Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige 

Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des sogenannten 

Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und 

BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

3.5    Bei der Verwertung der Restarbeitsfähigkeit als Primarlehrerin besteht nicht bloss 

eine quantitative, sondern auch eine erhebliche qualitative Beeinträchtigung 

("Handicaps im sprachlich-episodischen Lern- und Arbeitsgedächtnis", act. G 27, 

S. 43, Ziff. 7.2.1, Reduktion der administrativen Tätigkeiten, keine Eltern- und 

Behördengespräche, act. G 27, S. 43, Ziff. 7.1.1). Wie die Beschwerdeführerin plausibel 

darlegt, kann sie wegen den qualitativen Einschränkungen auch keine 

Klassenverantwortung übernehmen (act. G 29, S. 8). Unbestrittenermassen ist sie als 

Primarlehrerein weitgehend auf Stellvertretungen und Teilpensen beschränkt. Diese 

Umstände führen zu Lohneinbussen. Gemäss unbestrittener Darstellung war die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2010 in der Lohnstufe C 4 eingestuft (vgl. act. G 1.3), 

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während sie altersentsprechend als voll leistungsfähige Primarlehrerin in D 3 eingestuft 

sein müsste. Auch kann sie wegen der gesundheitlichen Einschränkung keine Zulage 

generieren (vgl. Art. 4  f. des kantonalen Gesetzes über den Lohn der Volksschullehrer 

[sGS 213.51] und act. G 29.1). Des Weiteren wirken sich die nicht vorhersehbaren 

Beschwerdeschübe und deren Behandlungen ("vermutlich unter antiepileptischer 

Therapie nicht anfallsfrei", act. G 27, S. 38, und "mit Schwankungen in der beruflichen 

Leistungsfähigkeit ist im Langzeitverlauf zu rechnen", act. G 27, S. 43) abzugserhöhend 

aus (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 7.3.2, wo eine 

Epilepsie zu beurteilen war; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 

2010, 9C_728/2009, E. 4.3.1 mit Hinweis). Weitere lohnmindernde Gründe bestehen 

keine. Im Licht dieser Umstände erscheint ein Tabellenlohnabzug von (maximal) 15% 

angemessen.

3.6    Bei einem 15%igen Abzug resultiert unter Berücksichtigung einer 50%igen 

Restleistungsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 58% (100% - [50% x 0.85]). 

Die Beschwerdeführerin hat damit einen Anspruch auf eine halbe Rente.

4.      

Zu prüfen verbleibt damit noch der Rentenbeginn. Die Beschwerdegegnerin setzte 

diesen auf den 1. Januar 2008 fest (IV-act. 93 f.). Sowohl die Gerichtsgutachter (act. 

G 27, S.43) als auch die MEDAS-Gutachter (IV-act. 81-19) gingen davon aus, dass die 

jeweils bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ab 2007 bestehe. Dass bereits zuvor eine 

relevante, andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, ist nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit dargetan. Dies umso weniger als Dr. B.___ bezüglich der Jahre 

2005/2006 festhielt, "da die Anfälle fast ausschliesslich nachts erfolgen, ist die 

Patientin dadurch im Alltag relativ wenig beeinträchtigt" (Bericht vom 30. Januar 2007, 

IV-act. 1-1). Zu präzisieren ist allerdings, dass die Gerichtsgutachter bei der 

Festsetzung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf den neuropsychologischen Bericht 

vom 3. Januar 2007 abstellten (act. G 27, S. 43). Grundlage dieses Berichts bildet der 

am 18. Dezember 2006 explorierte Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (IV-

act. 1), weshalb der Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei korrekter Lesart des 

Gesamtgutachtens auf Dezember 2006 festzusetzen ist, worauf auch Dr. B.___ im 

Schreiben vom 1. Dezember 2008 hinwies (IV-act. 53). Daher hat die 

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Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung des Wartejahres bereits ab 1. Dezember 

2007 einen Anspruch auf eine halbe Rente.

5.      

5.1    Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 12. Oktober 2010 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 

1. Dezember 2007 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit aufgrund der zahlreichen 

medizinischen und erwerblichen Beweisvorkehren als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.). Der von der 

Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

5.3    In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die 

Beschwerdegegnerin die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von 

Fr. 10'763.65.-- (Gutachten- und Laborkosten, act. G 27.3) zu tragen (BGE 137 V 265 f. 

E. 4.4.2).

5.4    Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf den mehrfachen Schriftenwechsel, die 

bis

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medizinischen und erwerblichen Beweiserhebungen eine Parteientschädigung von 

Fr. 7'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 12. Oktober 

2010 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Dezember 2007 eine 

halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von 

Fr. 10'763.65.-- zu bezahlen.

4.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 7'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.03.2013
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gerichtsgutachten. Bestimmung Vergleichseinkommen. Rentenbeginn (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 12. März 2013, IV 2010/417).

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		2025-07-19T10:53:59+0200
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