# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0194f9eb-8daf-5e80-bef4-dbe03c60fc7a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.05.2021 UV 2019/23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-23_2021-05-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/23

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 10.11.2021

Entscheiddatum: 05.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2021
Art. 18 Abs. 1, 19 Abs. 1 und Art. 24 UVG; Art. 7, 8 und 16 ATSG: 
Rechtmässigkeit der Einstellung der vorübergehenden Leistungen 
(Heilbehandlung und Taggeld) bejaht. Die Ansprüche auf Rente und 
Integritätsentschädigung sind mangels einer rentenbegründenden Invalidität 
(Beweiskraft eines IV-Gutachtens bejaht, wonach eine 100%ige 
Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten besteht) bzw. eines 
dauerhaften psychischen Integritätsschadens zu verneinen. Damit erübrigen 
sich weitere Ausführungen zur Unfallkausalität. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 
2021, UV 2019/23).

Entscheid vom 5. Mai 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2019/23

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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St.Galler Gerichte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Zogg, rechtsanwälte.og42, 

Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Lischer, Zemp & Partner, 

Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

Gegenstand

Versicherungsleistungen (Einstellung)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B.___ AG als Verkäuferin in einem 

Pensum von 60 % angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert. Am 29. August 2013 erstattete die 

Arbeitgeberin eine Unfallmeldung, wonach die Versicherte am .___ 2013 früh am 

Morgen in der Tankstelle Z.___ von zwei Tätern überfallen und gefesselt worden sei. 

Erst eine Stunde nach der Tat sei sie von ihrer Arbeitskollegin gefunden worden (Suva-

act. 1). Noch am Tag des Überfalls war die Versicherte notfallmässig ins Spital 

eingeliefert worden, wo die behandelnden Ärzte Fesselspuren an den Hand- und 

Fussgelenken festgestellt und die Diagnose einer akuten Belastungsreaktion bei 

Raubüberfall am .___ 2013 gestellt hatten (Suva-act. 12). Am 21. August 2013 war die 

Versicherte dem Psychiatrischen Zentrum Y.___ zugewiesen worden, wo sie bis zum 4. 

Oktober 2013 stationär behandelt wurde. Gemäss Austrittsbericht wurde sie in einem 

seelischen Ausnahmezustand eingeliefert. Völlig erschöpft und wie betäubt, unfähig 

das Geschehene in irgendeiner Form zu erfassen oder gar zu beschreiben, habe die 

A.a. 

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Versicherte innerhalb von Sekunden von Teilnahmslosigkeit zu heftigen 

Gefühlsausdrücken und sogar Selbstvorwürfen, am Geschehenen Verantwortung zu 

tragen, gewechselt. Unter Tränen habe sie von Spannungszuständen, Ängsten, 

Intrusionen, Konzentrationsstörungen und massiven Schlafstörungen erzählt. Weiter 

habe die Versicherte berichtet, vor ca. zehn Jahren als Mitarbeiterin eines Kiosks schon 

einen ähnlichen Vorfall erlebt zu haben, ohne dabei jedoch einen persönlichen Schaden 

erlitten zu haben. Bereits vor dem Überfall vom .___ 2013 sei es ihr psychisch nicht gut 

gegangen. Sie habe sich überfordert und erschöpft gefühlt, da sie für alles in der 

Familie zuständig gewesen sei. Ihr Ehemann sei Kriegsveteran und durch 

Kampfhandlungen traumatisiert. Durch seine affektive Labilität sei der Alltag manchmal 

schwierig. Anamnestisch habe die Versicherte zudem eine schwierige Kindheit erlebt. 

Der Vater sei alkoholkrank und im Rausch jeweils gewalttätig gewesen. In den ersten 

vier bis fünf Wochen der Hospitalisation habe es den Anschein gemacht, als würde 

sich die Versicherte durch enge Bezugspflege und täglich geführte therapeutische 

Gespräche stabilisieren. Getriggert durch einen Termin bei der Opferhilfe habe sie sich 

in der Folge jedoch immer öfter zurückgezogen und selbst die Patientengemeinschaft, 

die ihr zuvor noch als grosse Stütze erschienen sei, habe sie plötzlich als extrem 

belastend erlebt. Beim Versuch, die Versicherte in ein störungsspezifisches, 

multimodales, interdisziplinäres Behandlungssetting einzubringen, seien erneut heftige 

Symptome aufgetreten. Gequält von traumatischen Bildern des Überfalls, welche 

zunehmend in den Therapiealltag eingedrungen seien, habe die Versicherte ein 

ausgeprägtes Vermeidungsverhalten entwickelt, was eine konsequente Teilnahme am 

Therapieprogramm verunmöglicht habe. Auch habe die Versicherte die vorgesehene 

stufenweise Reduktion der Lorazepam-Dosierung, die zuvor unproblematisch gewesen 

sei, nicht mehr toleriert. Um den bisherigen Therapieerfolg nicht weiter zu gefährden, 

habe man sich dazu entschieden, die begonnene Therapie zu unterbrechen und die 

Versicherte vorerst in das von ihr als sehr unterstützend erlebte, häusliche Umfeld zu 

entlassen. Als Diagnosen stellten die behandelnden Ärzte eine akute 

Belastungsreaktion im Übergang zur posttraumatischen Belastungsstörung vor dem 

Hintergrund einer mittelgradigen depressiven Episode im Vorfeld, früherer Traumata in 

der Anamnese sowie des Verdachts auf eine Persönlichkeitsakzentuierung mit 

vorwiegend ängstlich-vermeidenden und abhängigen Zügen. Weiter attestierten sie bei 

Austritt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 20).

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Am 22. Oktober 2013 berichtete Dr. med. C.___, Fachärztin Innere Medizin, dass 

sich der Schlaf und der Appetit der Versicherten verbessert hätten. Sie wirke agiler. Am 

21. Oktober 2013 habe sie einen deutlich besseren Eindruck gemacht (Suva-act. 21). In 

einem Bericht vom 28. Oktober 2013 erklärte Dr. C.___, dass sie die Versicherte schon 

seit Jahren behandle. Es sei immer um eine Eisenmangelanämie gegangen. Im 

September 2011 habe sie ihr wegen einer Erschöpfungsdepression vorübergehend 

Deanxit und Citalopram verordnet. Allerdings habe ihr die Versicherte mitgeteilt, dass 

sie lediglich Deanxit kurzfristig eingenommen habe. Bei der Kontrolluntersuchung vom 

27. Oktober 2011 habe sich die Versicherte bereits besser gefühlt. Ein drohendes 

Burnout-Snydrom sei damals als abgewendet erschienen. Zwischenzeitlich sei es zu 

keinen depressiven Episoden mehr gekommen (Suva-act. 23).

A.b. 

Am 2. Dezember 2013 berichtete Dr. med. D.___, Psychiatrische Dienste X.___, 

dass bei der Versicherten psychopathologisch-diagnostisch eine akute, durch eine 

gewisse Aggravationstendenz nunmehr prolongierte Belastungsreaktion vorliege. 

Angesichts der Tatsache, dass sich die Versicherte recht enttäuscht und gekränkt über 

die fehlende Zuwendung ihrer Arbeitgeberin und der Ämter gezeigt habe und sie ihr 

Leiden deutlich zur Schau stelle, erachte er eine spezifische traumafokussierende 

Behandlung als nicht geeignet. Die Unterscheidung zwischen einer posttraumatischen 

Belastungsstörung und einer Anpassungsstörung sei in der kurzen Zeit der Behandlung 

und angesichts der inkonsistenten und teilweise auch widersprüchlichen Berichte der 

Versicherten kaum möglich gewesen. Gewisse Elemente einer posttraumatischen 

Störung würden wohl bereits zum Vorschein zu kommen. Zudem erscheine die 

Versicherte gegenüber einer solchen Entwicklung biographisch durch Ereignisse 

während ihrer Kindheit und Jugend sowie einen Einbruch an einer früheren Arbeitsstelle 

in gewisser Hinsicht disponiert. Die Versicherte habe ihn, Dr. D.___, in drei 

aufeinanderfolgenden Wochen konsultiert, wobei sich rasch gezeigt habe, dass sie eine 

idiosynkratische Vorstellung von Wiedergutmachung und Entlastung vertrete, in der 

sein psychiatrisch-psychotherapeutisches Angebot nicht enthalten zu sein scheine. Die 

Versicherte habe sich genötigt gefühlt, ihn aufzusuchen, und wäre lieber zu Dr. med. 

E.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie - welchen sie bereits zuvor 

aufgesucht gehabt habe - gegangen. Am Anfang der dritten Sitzung habe sie, verärgert 

durch eine kurze Wartezeit, ihre Mitarbeit aufgekündigt. Er würde aktuell eine stationäre 

A.c. 

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Abklärung und Behandlung der Versicherten in der Psychiatrischen Klinik W.___ 

empfehlen (Suva-act. 29).

Am 24. Januar 2014 berichtete Dr. C.___, dass die Versicherte einen 

Hausarztwechsel vorgenommen habe und nicht mehr zu ihr komme (Suva-act. 41).

A.d. 

In einem Bericht vom 25. Februar 2014 nannte Dr. E.___ als Diagnosen eine 

posttraumatische Belastungsstörung, eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung 

sowie eine mittel- bis schwergradige depressive Episode. Weiter hielt er fest, dass in 

der nunmehr dreimonatigen Behandlungsphase intensive Ängste im Vordergrund 

gestanden hätten. Die Versicherte sei immer sehr angespannt, klage über zwanghafte 

Erinnerungen an den erlebten Überfall und äussere Angst, an ihre bisherige 

Arbeitsstelle zurückzukehren, zumal sie bereits vor sieben Jahren einen ähnlichen 

Überfall erlebt habe. In der bisherigen Therapie seien nur kleine Schritte erreicht 

worden. Die Versicherte sei tagsüber noch immer auf die Anwesenheit einer Drittperson 

angewiesen. In der Nacht werde sie von Albträumen heimgesucht. Ihr erscheine häufig, 

dass jemand an die Türe oder die Fenster klopfe, was bei ihr Panik auslöse. Die 

Versicherte habe Angst vor Kontakten mit Personen. Sie lebe seit dem Überfall sozial 

ganz isoliert. Schon in ihrer Kindheit habe sie eine Reaktion auf die erlebte Aggression 

ihres Vaters gezeigt. Man könne aber annehmen, dass auch der Überfall, der vor 

einigen Jahren stattgefunden habe, eine wichtige Rolle in der Art und Weise der 

aktuellen Reaktion spiele. Es sei von einer Retraumatisierung auszugehen (Suva-

act. 52). Am 12. Juli 2014 berichtete Dr. E.___, dass die Versicherte sehr 

niedergeschlagen, äusserst ängstlich, lustlos und im Antrieb stark vermindert sei. Die 

Symptome eines starken sozialen Rückzugs seien noch immer vorhanden. Die 

Versicherte habe Angst, die Wohnung zu verlassen und gehe meist nur in Begleitung 

fort. Immer habe sie auch Angst, dass jemand ins Haus einbrechen könnte, 

insbesondere finde sie in der Nacht diesbezüglich keine Ruhe. Trotz ihrer Müdigkeit 

könne sie nicht ruhig schlafen. Sie werde häufig von Albträumen heimgesucht und 

erwache dann in grosser Angst, schweissgebadet und mit starkem Herzklopfen. Um 

die Versicherte mehr von zu Hause wegzubringen, sei eine Anmeldung in der 

Tagesklinik Y.___ getätigt worden. Von psychiatrischer Seite sei ihr auch empfohlen 

worden, einen Aufenthalt in einer Rehaklinik zu machen. Er, Dr. E.___, erwarte davon 

A.e. 

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eine Linderung der Beschwerden, weshalb er um Bewilligung des Aufenthaltes bitte 

(Suva-act. 71).

In einem Bericht vom 18. Juli 2014 zum Vorgespräch vom 16. Juli 2014 nannte Dr. 

med. F.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Tagesklinik, Psychiatrisches 

Zentrum Y.___, dass die Versicherte im Gespräch sehr aufgewühlt und ängstlich 

gewesen sei und eine Panikattcke bekommen habe, sodass nur wenige Informationen 

eingeholt worden seien, um sie nicht noch mehr zu destabilisieren. Über den Vorfall 

vom .___ 2013 habe die Versicherte nicht berichten können. Sie habe zu 

hyperventilieren begonnen. Sie zeige eine Symptomatik einer komplexen 

posttraumatischen Belastungsstörung, die am ehesten einer stationären Behandlung 

bedürfte. Die Versicherte sei gegenüber einer solchen jedoch sehr ablehnend, da sie 

sich nicht von ihrem Mann und vor allem den Kindern trennen wolle, die sie abends 

sehr vermissen würde. Aus diesem Grund wolle sie in die Tagesklinik eintreten, sodass 

sie abends zusammen mit ihrer Familie sein könne. Der Wunsch werde aufgenommen, 

jedoch mit erheblichen Zweifeln, dass die Versicherte das Wochenprogramm besuchen 

könne (Suva-act. 75). Vom 18. August bis 24. Oktober 2014 wurde die Versicherte in 

der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums Y.___ behandelt. Im Austrittsbericht 

wurden als Diagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine 

schwergradige depressive Episode ohne psychotische Symptome genannt. Weiter 

hiess es, eine Teilnahme an Gruppenaktivitäten sei für die Versicherte kaum aushaltbar 

gewesen. Sie habe anschliessend längere Pausen im Ruheraum benötigt. An der 

Kochgruppe habe sie stets mit Freude teilgenommen und habe sich manchmal auch 

kreativ einbringen können. Einzelgespräche seien nie länger als 15 Minuten möglich 

gewesen. Die Versicherte habe sich rasch überfordert und ängstlich gefühlt und sei 

deutlich leidend gewesen. Aufgrund der Überforderung habe man eine Pause vom 

teilstationären Rahmen beschlossen. Der Versicherten sei auch der Vorschlag einer 

psychiatrischen Spitex unterbreitet worden, was diese aber zunächst mit Dr. E.___ 

habe besprechen wollen. Die Versicherte werde in einem leicht verschlechterten 

Zustand in die alten Verhältnisse entlassen mit der Empfehlung einer stationären 

Behandlung in einer traumaspezifischen Klinik (Suva-act. 95).

A.f. 

Am 24. März 2015 berichtete Dr. E.___, dass seit der Entlassung aus der 

Tagesklinik die Therapie bei ihm fortgesetzt worden sei. Die Beschwerden hätten nichts 

A.g. 

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an ihrer Intensität verloren. Die therapeutische Arbeit mit der Versicherten bestehe 

aktuell zum Teil auch darin, zu erreichen, dass diese einen stationären Aufenthalt in 

einer Traumaabteilung akzeptieren könne. Die Versicherte werde demnächst 

überwiesen (Suva-act. 108).

Vom 3. bis 11. Februar 2016 nahm die Versicherte an einer stationären 

Traumatherapie in der Klinik G.___ teil. Im Austrittsbericht vom 24. Februar 2016 hiess 

es, dass bei der Versicherten zu Beginn der Behandlung erhebliche Schwierigkeiten 

bestanden hätten, sich befriedigend ins Alltagsleben einzubringen. Ängste, emotionale 

Labilität, seelische Leere sowie schädigende Kompensationsformen hätten im 

Vordergrund gestanden. Die Versicherte sei im stationären Rahmen kaum fähig 

gewesen, neue Anpassungsstrategien zu nutzen. Sie habe sich wenig in die 

Stationskultur eingelebt, sondern habe sich nach eigenen Angaben vorwiegend in 

ihrem Zimmer aufgehalten und auf den Besuch der Familie gewartet, der morgens und 

abends stattgefunden habe. Die Versicherte sei der Therapie gegenüber ambivalent 

eingestellt gewesen, habe äussere Gegebenheiten verleugnet und die 

Auseinandersetzung mit kritischen Themen vermieden. Die ausbleibende 

Kostengutsprache habe die Versicherte durcheinander gebracht, da sie angenommen 

habe, diesbezüglich sei alles bereits bei Eintritt geregelt gewesen. Sie habe andere 

gebeten, die ungeklärten Angelegenheiten zu regeln. Die Versicherte habe eine 

Therapeutin, die nach einer Woche einmalig um Klärung der Kostengutsprache 

gebeten habe, als in hohem Masse strafend und verfolgend erlebt. Infolgedessen habe 

sich die Versicherte einen Therapeutenwechsel gewünscht. Da dies im aktuellen 

Setting nicht möglich gewesen sei, habe die Versicherte den Aufenthalt auf eigenen 

Wunsch vorzeitig beendet. Sie wolle die ambulante Therapie bei Dr. E.___ weiterführen. 

Als notwendige Bedingungen für einen erneuten Eintritt würden das Beibehalten einer 

Tagesstruktur sowie die Bereitschaft, sich in einem Mindestmass in eine bestehende 

Gruppe einzuleben, sowie die regelmässige ambulante Psychotherapie gesehen. Bei 

Bedarf und entsprechender Vorbereitung könne sich die Versicherte zu einem erneuten 

Vorgespräch anmelden (Suva-act. 135; zum Einweisungsschreiben von Dr. E.___ vgl. 

Suva-act. 136).

A.h. 

Am 13. Mai 2016 nannte Dr. E.___ als Diagnosen eine posttraumatische 

Belastungsstörung nach einem Überfall im .___ 2013, eine ängstliche 

A.i. 

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Persönlichkeitsstörung sowie eine depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis 

schwergradige Episode. Weiter berichtete er, dass die Versicherte in der stationären 

Behandlung überfordert gewesen sei. Um die von der G.___ definierten Ziele zu 

erreichen, werde die Therapie bei ihm weitergeführt. Die Versicherte übe, im 

alltäglichen Leben aktiver zu sein, mit ihrer Familie nach draussen zu gehen und 

zeitweise Kontakt mit Mitmenschen aufzunehmen. Sobald die Tagesstruktur besser 

aufgebaut sei, sei die erneute Einweisung in die Klinik geplant (Suva-act. 150). Am 16. 

Januar 2017 erwähnte Dr. E.___ neu eine schwere depressive Episode ohne 

psychotische Symptome. Sodann berichtete er, dass trotz gewisser Fortschritte die 

Notwendigkeit für eine intensivere Behandlung bestehe, um eine weitere psychische 

Stabilität zu erreichen. Deswegen werde die Versicherte in die Tagesklinik V.___ 

überwiesen, um an ihrer Selbstständigkeit und Gruppenfähigkeit zu arbeiten. Es sei zu 

hoffen, dass sie durch diese Behandlung für die Fortsetzung der Traumatherapie 

vorbereitet werde (Suva-act. 174). Mit Schreiben vom 13. Februar 2017 informierte die 

Tagesklinik V.___ die Suva darüber, dass die Versicherte vom 16. bis 31. Januar 2017 

dort behandelt worden sei. Die Behandlung sei von der Versicherten abgebrochen 

worden. Die Behandler gingen von einer Überforderung der Versicherten durch das 

Behandlungssetting aus (Suva-act. 183).

In seiner Aktenbeurteilung vom 25. August 2017 hielt Dr. med. H.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, Konsiliarpsychiater der Suva, fest, dass in den 

vergangenen vier Jahren eine Reihe von Behandlungen durchgeführt worden sei, auf 

welche sich die Versicherte nur zum Teil habe einlassen können und welche von ihr 

immer wieder vorzeitig abgebrochen worden seien. Die Gründe für die 

Behandlungsabbrüche dürften einerseits schon in einer Überforderung der Versicherten 

zu suchen sein, andererseits aber auch in ihrer Ambivalenz gegenüber den 

angebotenen Behandlungsmassnahmen. Nach nun knapp vier Jahren zeige die 

Versicherte keinen nachhaltigen Rückgang der Symptome und keine nachhaltige 

Besserung der psychischen Situation. Sie ziehe sich in die Familie zurück und könne 

sich nicht auf teilstationäre und stationäre Behandlungen einlassen, da sie dann ihre 

Familie vermissen würde. Deshalb habe auch trotz umfangreicher Vorbereitung keine 

Traumatherapie umgesetzt werden können. Demnach könne mit grosser 

Wahrscheinlichkeit nicht die gesamte Symptomatik auf das Erleben des Überfalls 

A.j. 

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B.  

C.  

bezogen werden, jedoch sei davon auszugehen, dass ein erheblicher Anteil im Sinne 

einer natürlichen Kausalität auf dieses Überfallereignis zu beziehen sei. Als Hinweise 

dafür dürften die bis in die aktuelle Zeit hinein reichenden Zwangserinnerungen, die 

nächtlichen Albträume sowie der soziale Rückzug angesehen werden. Nachdem durch 

die in den vergangen vier Jahren durchgeführten Therapien keine Besserung der 

Symptome erreicht worden sei, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass durch die weitere Behandlung keine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei (Suva-act. 198).

Mit Verfügung vom 28. November 2017 stellte die Suva die bisher erbrachten 

Versicherungsleistungen per 30. November 2017 ein, da die Adäquanz der noch 

geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden zu verneinen sei. 

Zudem verneinte die Suva mangels adäquater Unfallfolgen einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung (Suva-act. 205).

A.k. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 

iur. T. Zogg, St. Gallen, am 22. Dezember 2017 Einsprache (Suva-act. 211).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 30. Januar 2019 wies die Suva die Einsprache ab 

und entzog einer allfälligen dagegen erhobenen Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung (Suva-act. 218)

B.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Zogg 

vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 1. März 2019 

Beschwerde. Sie beantragte, der Einspracheentscheid vom 30. Januar 2019 sei 

aufzuheben und ihr seien die gesetzlichen Versicherungsleistungen, insbesondere die 

Kosten der notwendigen Heilbehandlung sowie die Unfalltaggelder, rückwirkend ab 

dem 1. Dezember 2017 auszurichten. Eventualiter, für den Fall, dass vom Erreichen des 

medizinischen Endzustands ausgegangen werde, seien ihr rückwirkend ab dem 1. 

Dezember 2017 eine ganze Invalidenrente sowie eine angemessene 

Integritätsentschädigung zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

In formeller Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Wiederherstellung 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die von ihr 

ausgerichteten Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) per 30. 

November 2017 eingestellt und die Ansprüche auf Invalidenrente sowie 

Integritätsentschädigung verneint hat.

aufschiebenden Wirkung (act. G 1). Zudem stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht 

(act. G 1 und 4).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. April 2019 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Bachmann, Luzern, die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

C.b. 

Am 24. April 2019 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvebeiständung für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 8).

C.c. 

In ihrer Replik vom 19. August 2019 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen vollumfänglich fest (act. G 14).

C.d. 

Mit Entscheid vom 14. Oktober 2019 wies das Versicherungsgericht das Gesuch 

um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab (act. G 16).

C.e. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf die Erstattung einer 

Duplik (act. G 17).

C.f. 

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2020 informierte das Versicherungsgericht die 

Parteien über den Beizug der Akten der Invalidenversicherung (IV) des Kantons St. 

Gallen aus einem bereits beim Gericht hängigen Beschwerdeverfahren (act. G 18 und 

26). Zu den beigezogenen Akten nahm die Beschwerdegegnerin am 5. November 2020 

(act. G 22) und die Beschwerdeführerin am 18. Januar 2021 Stellung (act. G 25).

C.g. 

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2.  

3.  

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte, 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Ist die versicherte Person infolge 

des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein 

Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige 

Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).

2.1. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so 

hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch 

entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden 

kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind. Mit dem 

Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 

1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie zudem 

Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die 

Entschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch 

besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 IVG).

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat den Vorfall vom .___ 2013 als Unfall im Sinne eines 

Schreckereignisses anerkannt und zunächst Versicherungsleistungen in Form von 

Heilbehandlung und Taggeld erbracht, diese jedoch per 30. November 2017 eingestellt 

(vgl. Suva-act. 205 und 218).

3.1. 

Die Leistungseinstellung der vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heil­

behandlung und Taggeld) per 30. November 2017 ist nicht zu beanstanden. Dr. H.___ 

hat in seiner Beurteilung vom 25. August 2017 überzeugend dargelegt, dass aus 

psychiatrischer Sicht von einer Fortsetzung der medizinischen Behandlung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei (Suva-act. 198). Angesichts der 

langjährigen ambulanten und der seitens der Beschwerdeführerin mehrfach 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/24

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4.  

5.  

abgebrochenen teilstationären und stationären Behandlungen, die allesamt zu keiner 

namhaften Besserung des Beschwerdebildes geführt haben, leuchtet die Annahme des 

medizinischen Endzustandes ein. Auch die Beschwerdeführerin geht von einem 

solchen aus. In ihrer Beschwerde vom 1. März 2019 hat sie zwar in ihrem Hauptantrag 

die Weiterausrichtung von Taggeld und Heilbehandlung verlangt (vgl. act. G 1 S. 2), in 

ihrer Replik vom 19. August 2019 ist sie demgegenüber selber von einem nicht mehr 

verbesserungsfähigen Gesundheitsschaden ausgegangen und hat die Ansprüche auf 

Rente und Integritätsentschädigung in den Vordergrund gestellt (vgl. act. G 14 S. 7). Da 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 

also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und seitens der Invalidenversicherung 

keine Eingliederungsmassnahmen zu erwarten gewesen sind (vgl. Suva-act. 63 und 

102), hat die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Versicherungsleistungen zu 

Recht eingestellt (Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. E. 2.1 f.).

Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der über den 30. 

November 2017 hinaus bestehenden psychischen Beschwerden Ansprüche auf eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung hat. Die Beschwerdegegnerin hat 

diese Ansprüche mangels Adäquanz verneint (vgl. Suva-act. 221).

4.1. 

Bei Schreckereignissen, die nicht mit einer körperlichen Beeinträchtigung einher­

gehen bzw. bei welchen die somatischen Beeinträchtigungen der versicherten Person, 

wie im vorliegenden Fall, von untergeordneter Bedeutung sind, beurteilt sich der 

adäquate Kausalzusammenhang nach der allgemeinen Adäquanzformel (BGE 129 V 

184 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 8C_168/2011, E. 3.2). Nach 

dieser hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es 

nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an 

sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt 

dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 

461 f. E. 5a mit Hinweisen).

4.2. 

Im Folgenden ist zunächst festzustellen, welcher Schaden, d.h. welche 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der Beschwerdeführerin über den 30. 

November 2017 hinaus überhaupt noch Bestand haben und namentlich für die 

Rentenprüfung, welche Arbeitsunfähigkeit noch gegeben ist.

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/24

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Den Gesundheitszustand einer versicherten Person zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist, ist Aufgabe von medizinischen Fachpersonen. Die 

Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - ist somit auf Unterlagen angewiesen, 

die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben 

(BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweis).

5.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat zwar Dr. H.___ danach gefragt, ob von der 

Fortsetzung der medizinischen Behandlung noch eine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes erwartet werden könne (Suva-act. 198). Auf eine eingehende 

Abklärung des Gesundheitszustandes und der funktionellen Auswirkungen allfälliger 

gesundheitlicher Beeinträchtigungen hat die Beschwerdegegnerin jedoch verzichtet.

5.3. 

Demgegenüber hat die IV-Stelle im Rahmen des IV-Verfahrens ein psychiatrisches 

Gutachten in Auftrag gegeben. Med. pract. I.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

hat dieses am 2. November 2019 erstattet (IV-act. 96) und darin folgende Diagnosen 

festgehalten: eine depressive Episode, gegenwärtig leicht bis allenfalls zeitweilig 

mittelgradig, eine posttraumatische Belastungsstörung, gegenwärtig weitgehend 

remittiert, sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und 

abhängigen Persönlichkeitszügen (IV-act. 96-39). Sodann ist med. pract. I.___ im 

Gutachten zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin die bisherige 

Tätigkeit noch ca. 5 bis 5.5 Stunden pro Tag ausüben könne bei einer 

Leistungsminderung von ca. 10 %. Gesamthaft betrage die Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit bezogen auf ein Pensum von 100 % ca. 50 %. Im Haushalt liessen 

sich bei einer freien Zeiteinteilung keine Einschränkungen feststellen. Die der 

Beschwerdeführerin ab August 2013 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit lasse sich 

aus gutachterlicher Sicht bis Oktober 2013 gut nachvollziehen. Vermutlich seit Oktober 

2013, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Oktober 2014 und mit Sicherheit 

spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung, also ab Oktober 2019, liege eine ca. 

50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vor. In einer optimal 

leidensangepassten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit auf 100 % zu schätzen. 

Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Stresstoleranz, die emotionale 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/24

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6.  

Belastbarkeit und die selbständige Strukturierung der Arbeitsabläufe seien nicht zu 

empfehlen. Auch Nachtschichten seien ungeeignet (IV-act. 96-55).

In einer Stellungnahme vom 13. November 2019 hat der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) das Gutachten als umfassend und einleuchtend bezeichnet. Die festgestellten 

psychischen Einschränkungen entsprächen in ihrer Ausprägung nicht den von der 

Beschwerdeführerin angegebenen Beeinträchtigungen. Die Einschätzung von med. 

pract. I.___, wonach es sich um ein eigenwilliges, subjektives Krankheitskonzept mit 

einem daraus resultierenden maladaptiven Krankheits-, Schon- und 

Vermeidungsverhalten bei einem hohen sekundären Krankheitsgewinn handle, werde 

vom RAD geteilt. Es fänden sich sowohl in den Aussagen als auch im Verhalten der 

Beschwerdeführerin zahlreiche Inkonsistenzen und Widersprüche, die von med. pract. 

I.___ beschrieben worden seien. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. I.___ 

sei plausibel. In der angestammten Tätigkeit sei von einer 50%igen und in einer 

angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Diese 

Arbeitsfähigkeiten würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Oktober 2014 

und mit Sicherheit seit Oktober 2019 gelten (IV-act. 97-5 f.).

5.5. 

Die Beschwerdeführerin erachtet das Gutachten von med. pract. I.___ aus 

verschiedenen Gründen als nicht beweiskräftig und hat diesbezüglich auch auf ihre 

Eingaben im Beschwerdeverfahren IV 2020/55 vor Versicherungsgericht gegen die 

ablehnende Rentenverfügung der IV-Stelle vom 7. Februar 2020 verwiesen (act. G 25 

und 25.1-25.3).

6.1. 

 6.2. 

Zunächst bemängelt die Beschwerdeführerin das Gutachten von med. pract. 

I.___ dahingehend, dass es Inkonsistenzen enthalte. So habe med. pract. I.___ 

einerseits ausgeführt, dass sie, die Beschwerdeführerin, in ihren Antworten auf 

konkrete Fragen zu den geltend gemachten Beschwerden trotz wiederholter 

Nachfragen wenig konkret und stereotyp geblieben sei. Andererseits habe med. pract. 

I.___ festgehalten, dass die Angaben bei konkreten Nachfragen wiederholt 

inkonsistent, punktuell auch widersprüchlich gewesen seien. Diese Schlussfolgerungen 

seien nicht nachvollziehbar. Wenn Antworten stereotyp seien, könnten sie nicht 

gleichzeitig inkonsistent sein. Des Weiteren habe med. pract. I.___ ausgeführt, dass 

viele ihrer Fragen nicht beantwortet worden seien, da sie, die Beschwerdeführerin, eine 

fehlende Erinnerung bzw. massive Gedächtnisstörungen seit dem Überfall geltend 

6.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/24

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gemacht habe. Im Widerspruch dazu habe die Gutachterin dann aber festgehalten, 

dass bei der Konfrontation mit den in den Akten beschriebenen Ereignissen ein gutes 

Erinnerungsvermögen vorgelegen habe (act. G 25.1 S. 8 f.).

Dass die Beschwerdeführerin teilweise angegeben hat, sich nicht erinnern zu 

können, sich andererseits aber an gewisse Ereignisse sehr gut hat erinnern können, ist 

tatsächlich widersprüchlich. Diese Widersprüchlichkeit hat aber nicht die Gutachterin, 

sondern die Beschwerdeführerin zu verantworten. Med. pract. I.___ weist insofern 

plausibel auf dieses widersprüchliche Erinnerungsvermögen hin, als es eben gerade 

Zweifel an den geltend gemachten Erinnerungslücken aufkommen lässt. Was den 

Einwand der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Antwortverhaltens betrifft, ist 

anzumerken, dass Antworten durchaus oberflächlich, also in gewisser Weise stereotyp, 

und gleichzeitig inkonsistent sein können. Dies zeigt sich in der im Gutachten 

enthaltenen detaillierten Dokumentation der gegebenen Antworten (vgl. IV-act. 96-26 

ff.).

6.2.2. 

 6.3. 

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass das psychiatrische 

Gutachten nicht überzeuge, da sich med. pract. I.___ nicht rechtsgenügend mit 

anderslautenden fachärztlichen Beurteilungen auseinandergesetzt habe. Ihre 

Einschätzung stehe im Widerspruch zur Beurteilung des behandelnden Psychiaters Dr. 

E.___, welcher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätigkeiten attestiert 

habe. Auch der Hausarzt Dr. med. J.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, sei in 

seinem Bericht vom 28. März 2018 von einer schweren Depression ausgegangen und 

habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit attestiert. Dr. 

med. K.___, praktischer Arzt, sei in seinem Bericht vom 27. April 2015 ebenfalls von 

einer akuten Belastungsreaktion ausgegangen. Schliesslich stehe das Gutachten von 

med. pract. I.___ auch in einem Widerspruch zum Bericht des Psychiatrischen 

Zentrums Y.___ vom 13. Januar 2014 und demjenigen der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums V.___ vom 23. Mai 2017, in welchen die Arbeitsunfähigkeit 

ebenfalls auf 100 % geschätzt worden sei. Weiter widerspreche das Gutachten auch 

der Stellungnahme von Dr. H.___ vom August 2017. Dieser sei davon ausgegangen, 

dass ein überwiegender Teil der Symptomatik ohne den Überfall vom .___ 2013 nicht 

vorhanden wäre und dass sämtliche zur Verfügung stehenden 

Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien, weshalb von der weiteren Behandlung 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung mehr erwartet 

werden könne (act. G 25 S. 2 ff. und 25.1 S. 9 ff.).

6.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/24

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Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hat sich med. pract. I.___ 

ausreichend mit den teils divergierenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte 

auseinandergesetzt. Die Herleitung der von ihr gestellten Diagnosen hat sie im 

Gutachten detailliert beschrieben und dabei auf die von anderen Ärzten gestellten 

Diagnosen ausreichend Bezug genommen. Sie hat ausführlich begründet, weshalb eine 

allenfalls früher vorhandene schwere depressive Episode sowie eine posttraumatische 

Belastungsstörung als weitgehend remittiert anzusehen seien (vgl. IV-act. 96-39 ff.). Im 

Weiteren hat sie bezüglich der Diagnosestellung auch auf Inkonsistenzen in den 

Berichten der behandelnden Ärzte hingewiesen. So hat sie beispielsweise festgehalten, 

dass im Austrittsbericht der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums Y.___ vom 13. 

Januar 2014 (vgl. IV-act. 26) die Diagnose einer schweren depressiven Episode gestellt 

worden sei, eine solche aber nicht zu den im Bericht enthaltenen Beschreibungen, 

wonach die Beschwerdeführerin stets mit Freude an einer Kochgruppe teilgenommen 

habe und sich dabei kreativ habe einbringen können, passe (IV-act. 96-49). Auch hat 

med. pract. I.___ den zeitlichen Verlauf der Erkrankung unter Würdigung der Berichte 

der behandelnden Ärzte dargelegt. Dabei hat sie namentlich darauf hingewiesen, dass 

die ärztlicherseits kurz nach dem Überfall vom .___ 2013 erfolgte diagnostische 

Einschätzung einer akuten Belastungsreaktion ebenso wie die im Austrittsbericht des 

Psychiatrischen Zentrums Y.___ vom 3. Oktober 2013 erwähnte posttraumatische 

Belastungsstörung überzeugend seien. Retrospektiv sei auch die damals 

diagnostizierte schwere depressive Episode nachvollziehbar. Dr. D.___ habe dann 

allerdings in seinem Bericht vom Dezember 2013 (Suva-act. 29) bereits Inkonsistenzen 

und Widersprüche in der Beschwerdeschilderung der Beschwerdeführerin 

beschrieben, die gerade auch vor dem Hintergrund der hausärztlichen Berichte von Dr. 

C.___ (vgl. Suva-act. 22, 28 und 41) sowie vor dem Hintergrund des Austrittsberichts 

des Psychiatrischen Zentrums Y.___ vom 4. Oktober 2013 (IV-act. 37-6 ff.) 

einleuchtend seien (IV-act. 96-48 ff.). In der Tat erscheint es fragwürdig, wenn sich der 

Zustand der Beschwerdeführerin in den ersten Wochen des stationären Aufenthaltes 

im Psychiatrischen Zentrum Y.___ stark verbessert hat, während sich gegen Ende des 

Aufenthaltes - angeblich ausgelöst durch einen Termin bei der Opferberatung - 

plötzlich ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten eingestellt hat, welches eine 

konsequente Teilnahme am Therapieprogramm verunmöglicht hat (vgl. IV-act. 37-6 ff.). 

Auch im Rahmen der im Jahr 2014 begonnenen tagesklinischen Behandlung im 

Psychiatrischen Zentrum Y.___ ist gegen Ende des Aufenthaltes - wiederum angeblich 

ausgelöst durch einen Kontakt mit einer anderen Institution - eine Dekompensation 

bzw. eine Verschlechterung der Beschwerden eingetreten (vgl. IV-act. 26). Aus 

psychiatrischer Sicht hat med. pract. I.___ keinen nachvollziehbaren Zusammenhang 

6.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/24

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zwischen den Dekompensationen und der Problematik der posttraumatischen 

Belastungsstörung erkannt (IV-act. 96-53). Auch die nachfolgenden Versuche einer 

stationären oder teilstationären Behandlung sind gescheitert. Der Aufenthalt in einer 

speziell auf Opfer von Traumata ausgerichteten Station der G.___ im Februar 2016 ist 

seitens der Beschwerdeführerin nach wenigen Tagen abgebrochen worden, da ihrem 

Wunsch nach einem Wechsel der Therapeutin nicht nachgekommen worden ist. 

Gemäss Austrittsbericht der G.___ vom 24. Februar 2016 hat sich die 

Beschwerdeführerin kaum in die Patientengruppe eingefügt, sondern morgens und 

abends auf den Besuch der Familie gewartet. Die behandelnden Ärzte der G.___ haben 

für einen allfälligen erneuten Aufenthalt die Bedingung formuliert, dass die 

Beschwerdeführerin die Bereitschaft mitbringen müsste, sich in einem Mindestmass in 

eine bestehende Gruppe einzuleben sowie an einer regelmässigen Psychotherapie 

teilzunehmen (IV-act. 71). Auch die Teilnahme am Programm der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums V.___ anfangs 2017 ist von der Beschwerdeführerin vorzeitig 

beendet worden (IV-act. 66-2 f.). Schon Dr. H.___ hat in seiner Beurteilung vom August 

2017, auf die sich die Beschwerdeführerin unter anderem beruft (vgl. act. G 25 und 

25.1-3), bezweifelt, dass die zahlreichen Therapieabbrüche einzig aufgrund eines 

Überforderungsgefühls erfolgt seien. Als mögliche Ursache für die 

Behandlungsabbrüche hat er auch die Ambivalenz der Beschwerdeführerin gegenüber 

den angebotenen Therapien erwähnt (vgl. Suva-act. 198). Weiter hat der RAD in seiner 

Stellungnahme vom 2. August 2018 darauf hingewiesen, dass die Anspruchshaltung 

der Beschwerdeführerin (z.B. der dezidierte Wunsch nach einem Therapeutenwechsel 

oder der Abbruch der ambulanten Behandlung bei Dr. D.___ aufgrund einer kurzen 

Wartezeit) nicht unbedingt auf einen Leidensdruck hindeuten würden. Diese 

Anspruchshaltung passe auch nicht zu einer ängstlich-abhängigen Persönlichkeit (IV-

act- 75-5). Damit übereinstimmend hat med. pract. I.___ retrospektiv lediglich 

hinsichtlich der ersten stationären psychiatrischen Behandlung im Zeitraum von August 

bis Oktober 2013 eine gute Motivation der Beschwerdeführerin erkannt, während sie 

die Motivation hinsichtlich der von August bis Oktober 2014 erfolgten tagesklinischen 

Behandlung vor dem Hintergrund eines sekundären Krankheitsgewinns zumindest als 

ambivalent gewertet hat. Eine tragfähige Motivation zu einer Trauma-spezifischen 

Behandlung in der G.___ im Februar 2016 oder zur tagesklinischen Behandlung in 

V.___ anfangs 2017 ist für die Gutachterin nicht erkennbar gewesen (IV-act. 96-50). 

Diese Einschätzung von med. pract. I.___ wird durch die im Rahmen der Begutachtung 

durchgeführte Messung der Spiegel der verordneten Medikamente gestützt. Der 

Serumspiegel des Medikaments Temesta (Wirkstoff Lorazepam) hat nämlich unterhalb 

des therapeutischen Bereichs gelegen und jener des schlafanstossenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/24

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Antidepressivums Trimipramin ist überhaupt nicht nachweisbar gewesen (IV-act. 96-50 

f.). Darüber hinaus sind med. pract. I.___ im Rahmen der Begutachtung weitere 

Inkonsistenzen im Verhalten und in den seitens der Beschwerdeführerin geltend 

gemachten Erinnerungslücken aufgefallen (vgl. IV-act. 96; vgl. auch E. 5.5). Auch das 

von der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung durch die 

Beschwerdegegnerin gezeigte Verhalten, das bereits den RAD irritiert hatte (die 

Beschwerdeführerin hat die ganze Zeit auf der Polstergruppe gelegen und keine 

Auskunftsbereitschaft gezeigt; vgl. IV-act. 82), hat sich med. pract. I.___ medizinisch 

nicht hinreichend erklären können (vgl. IV-act. 96-54). Gerade vor diesem Hintergrund 

ist es nicht zu beanstanden, dass med. pract. I.___ nicht unbesehen auf die von den 

behandelnden Ärzten attestierten Diagnosen und bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten 

abgestellt, sondern diese kritisch hinterfragt hat, zumal die behandelnden Ärzte wegen 

ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung geneigt sein können, eher zugunsten ihrer 

Patienten auszusagen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts vom 29. 

Oktober 2014, 8C_677/2014, E. 7.2). Med. pract. I.___ hat denn auch einleuchtend 

dargelegt, dass Dr. E.___ sich als behandelnder Arzt nicht mit den bereits von Dr. D.___ 

beschriebenen Inkonsistenzen befasst, sondern in seinen Berichten zu grossen Teilen 

auch auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt habe (vgl. IV-act. 

96-52). Sodann seien in den Austrittsberichten der G.___ (IV-act. 67-5 ff.) und der 

Psychiatrischen Tagesklinik V.___ (IV-act. 66-2 f.) Diagnosen unkritisch übernommen 

worden und die in den Berichten erwähnten psychopathologischen Befunde stellten 

eine Vermischung von subjektiven Beschwerden und tatsächlich festgestellten 

psychischen Symptomen dar. Deshalb könne aus gutachterlicher Sicht auf diese 

Berichte nicht abgestellt werden könne (vgl. IV-act. 96-53). Soweit die 

Beschwerdeführerin sich auf den Bericht von Dr. J.___ vom 28. März 2018 beruft, ist 

auf die darin enthaltenen Ausführungen zu verweisen, wonach sie diesen Hausarzt 

nach November 2012 lediglich im Oktober 2017 einmalig wegen thorakaler Schmerzen 

aufgesucht habe und am 6. März 2018 erneut vorstellig geworden sei, um über die 

letzten fünf Jahre zu berichten. Dementsprechend hat Dr. J.___ bezüglich Diagnosen 

und Arbeitsunfähigkeiten auf die Einschätzung von Dr. E.___ abgestellt und die 

Beschwerdegegnerin für weitere Angaben an ihn verwiesen (vgl. IV-act. 67-1 ff.). Auch 

Dr. K.___ hat in seinem Bericht vom 27. April 2015 im Wesentlichen auf weitere 

Berichte verwiesen (vgl. IV-act. 37-2 ff.). Zusammenfassend erscheint die Einschätzung 

von med. pract. I.___, wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit lediglich bis Oktober 

2013 gut nachvollziehbar sei, während vermutlich schon danach und mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Oktober 2014 in der angestammten Tätigkeit 

eine 50%ige und einer leidensangepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/24

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vorliege (vgl. IV-act. 96-55), einleuchtend. An diesem Ergebnis vermag auch der im 

Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von Dr. E.___ vom 4. März 2020 nichts zu 

ändern (vgl. act. G 25.3). Ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten ist 

nämlich nicht stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen 

gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. 

Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 

die behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai 

2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2 mit weiterem Hinweis). Solche im Rahmen der 

Begutachtung unberücksichtigt gebliebenen Aspekte sind dem Bericht vom 4. März 

2020 nicht zu entnehmen.

 6.4. 

Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin die Dauer der Begutachtung. Es liege 

auf der Hand, dass die aus einem knapp dreistündigen Gespräch gezogenen Schlüsse 

nicht vergleichbar seien mit der Diagnose und der Einschätzung von Dr. E.___, der sie 

über längere Zeit regelmässig fachärztlich betreut habe. Insbesondere bei psychischen 

Problemen erscheine eine einmalige Begutachtung nicht ausreichend, um eine 

verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vornehmen und die Berichte der 

behandelnden Fachärzte in Frage stellen zu können (vgl. act. G 25.1 S. 7).

6.4.1. 

Dass sich eine psychiatrische Begutachtung nicht auf einen gleich langen 

Beobachtungszeitraum wie Berichte behandelnder Fachleute stützen kann, liegt in der 

Natur der Sache. Dieser Umstand allein vermag den Beweiswert einer Expertise jedoch 

nicht zu schmälern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2012, 

9C_671/2012, E. 4.5). Med. pract. I.___ hat die Beschwerdeführerin sorgfältig und in 

Kenntnis der Vorakten exploriert. Vorliegend sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, 

dass die Dauer der Untersuchung keine seriöse Beurteilung der Beschwerdeführerin 

erlaubt hätte.

6.4.2. 

Die von der Beschwerdeführerin gegen das Gutachten von med. pract. I.___ 

vorgebrachten Einwände erweisen sich nach dem Gesagten als nicht stichhaltig. 

Vielmehr leuchten die von med. pract. I.___ gestellten Diagnosen und die von ihr 

bescheinigte Arbeitsfähigkeit in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 

in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht 

berücksichtigt worden wären. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. I.___ 

6.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/24

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7.  

kann somit abgestellt werden. Folglich ist bis September 2014 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Ab Oktober 2014 ist in der angestammten Tätigkeit als 

Verkäuferin von einer 50%igen und in optimal leidensangepassten Tätigkeiten von 

einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 96-55 und 97-6). Ob sämtliche 

gutachterlich attestierten Diagnosen und die damit einhergehenden funktionellen 

Einschränkungen auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, kann für die 

Rentenprüfung demnach offenbleiben, zumal die im Gutachten festgehaltenen 

qualitativen Einschränkungen vorliegend auch keinen Tabellenlohnabzug erfordern (vgl. 

dazu die nachfolgende Erwägung 7).

Für die Prüfung des Rentenanspruchs gilt es in einem nächsten Schritt die 

erwerblichen Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung festzustellen. Anspruch 

auf eine unfallversicherungsrechtliche Invalidenrente besteht, wenn die versicherte 

Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als 

Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei vor dem Unfall 

Teilzeitbeschäftigten erfolgt die Invaliditätsbemessung dergestalt, dass das 

Valideneinkommen auf eine hypothetische Vollzeitbeschäftigung hochgerechnet wird 

(vgl. Marc Hürzeler/Claudia Caderas, N 19 ff. zu Art. 18, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser 

(Hrsg.), Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG], mit Hinweisen).

7.1. 

Gemäss den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin 

im Jahr 2014 als Gesunde ein Jahreseinkommen von Fr. 30'160.-- verdient (IV-

act. 15-2 ff.). Hochgerechnet auf ein Pensum von 100 % kann von einem 

Valideneinkommen von gerundet Fr. 50'267.-- (Fr. 30'160.-- / 60 x 100; vgl. dazu IV-

act. 15-2 und 18-2; vgl. ferner auch IV-act. 107) und nominallohnbereinigt bis zum Jahr 

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/24

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2017 (Jahr des potentiellen Rentenbeginns) von Fr. 51'132.-- (Fr. 50'267.-- / 2673 x 

2719; vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der 

Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018) ausgegangen werden.

Für die Ermittlung des Invalideneinkommens könnte grundsätzlich auf den 

Medianlohn der schweizerischen Lohstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 

Statistik für die im Kompetenzniveau 1 beschäftigten Frauen abgestellt werden. Den 

LSE-Werten folgend ergäbe sich für das Jahr 2017 für ein Pensum von 100 % (bei 

einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden) ein 

Jahreseinkommen von Fr. 54'783.-- (vgl. Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/

IV herausgegebenen Gesetzesausgabe "Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des 

Sozialversicherungsrechts", Ausgabe 2019). Bei LSE-Daten handelt es sich allerdings 

lediglich um statistische Durchschnittswerte, was sich daran zeigt, dass die 

Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall als Gesunde in einem Pensum von 100 % ein 

unter dem LSE-Wert für Hilfsarbeitertätigkeiten liegendes Einkommen erzielt hat. Da 

die Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür liefern, dass die Beschwerdeführerin freiwillig 

auf ein höheres Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, dass die 

Unterdurchschnittlichkeit ihres Validenlohns auf die für die Invaliditätsbemessung nicht 

zu berücksichtigenden Zwänge des realen Arbeitsmarktes zurückzuführen ist. Folglich 

rechtfertigt es sich vorliegend, das Valideneinkommen auf das Invalideneinkommen 

anzuheben, wie dies auch die IV-Stelle getan hat (vgl. IV-act. 107-2).

7.3. 

Da somit sowohl hinsichtlich des Validen- als auch hinsichtlich des 

Invalideneinkommens von derselben Lohnbasis auszugehen ist, kann der 

Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen 

werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, 

allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75 

und 114 V 313 E. 3a je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2019, 

9C_492/2018, E. 4.3.1 f. mit Hinweisen). Gründe, die einen weiteren Abzug auf Seiten 

des Invalideneinkommens rechtfertigen würden, sind vorliegend nicht ersichtlich und 

werden auch nicht geltend gemacht.

7.4. 

Für die Zeit ab Oktober 2014, in welcher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

angepassten Tätigkeiten auszugehen ist, resultiert demnach ein Invaliditätsgrad von 0 

%. Folglich hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu 

Recht abgelehnt.

7.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/24

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8.  

Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Gemäss Art. 24 

Abs. 1 UVG besteht ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, wenn die 

versicherte Person durch den Unfall eine dauernde und erhebliche Schädigung ihrer 

körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Als dauernd gilt ein 

Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in 

gleichem Umfang bestehen bleibt, und als erheblich, wenn die körperliche, geistige 

oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark 

beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; 

SR 832.202]).

8.1. 

In Anlehnung an die Gerichtspraxis zur Adäquanz bei psychischen Unfallfolgen ist 

gemäss Bundesgericht der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung für psychische 

Leiden bei banalen bzw. leichten Unfällen regelmässig zu verneinen. Auch bei Unfällen 

im mittleren Bereich ist die Dauerhaftigkeit eines psychischen Integritätsschadens 

gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung in der Regel nicht gegeben, ohne 

dass in jedem Fall eine nähere Abklärung der Art und der Dauerhaftigkeit des 

psychischen Schadens vorzunehmen wäre. Etwas anderes gilt gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur ausnahmsweise bei Unfällen im Grenzbereich 

zu den schweren Unfällen, wenn sich aufgrund der Aktenlage erhebliche Anhaltspunkte 

für eine besonders schwerwiegende Beeinträchtigung der psychischen Integrität 

ergeben, die einer Besserung nicht mehr zugänglich zu sein scheint. Solche Indizien 

können in den unfallbezogenen Kriterien, wie sie bei der Adäquanzbeurteilung zu 

berücksichtigen sind, erblickt werden, sofern sie besonders ausgeprägt und gehäuft 

gegeben sind und die Annahme nahelegen, dass sie als Stressoren eine lebenslang 

chronifizierende Auswirkung begünstigt haben. Bei schweren Unfällen schliesslich ist 

die Dauerhaftigkeit des Integritätsschadens gemäss Bundesgericht stets zu prüfen und 

falls notwendig durch ein psychiatrisches Gutachten abklären zu lassen, sofern sie 

nicht bereits aufgrund der Aktenlage als eindeutig ausgewiesen betrachtet werden 

kann (zum Ganzen BGE 124 V 44 f. E. 5 c/bb; KOSS UVG-Frei, N 18 f. zu Art. 24; je mit 

Hinweisen).

8.2. 

Dem Unfallereignis vom .___ 2013, bei dem die Beschwerdeführerin über einen 

längeren Zeitraum an Händen und Füssen gefesselt worden war, ist eine besondere 

Eindrücklichkeit nicht abzusprechen und es ist gut nachvollziehbar, dass es für die 

Beschwerdeführerin einschneidend gewesen ist. Indessen handelt es sich nicht um ein 

Unfallereignis vom Ausmass einer eigentlichen Katastrophe oder ausserordentlicher 

Schwere, sodass es unter die schweren Unfälle zu subsumieren wäre. Vielmehr ist es 

8.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/24

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9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Ansprüche auf Rente und 

Integritätsentschädigung mangels einer rentenbegründenden Invalidität bzw. eines 

dauerhaften psychischen Integritätsschadens zu verneinen sind. Damit erübrigen sich 

weitere Ausführungen zur Unfallkausalität.

10.  

bei den mittelschweren Unfallereignissen, maximal im Grenzbereich zu den schweren 

Unfallereignissen einzustufen. Wird es als mittelschweres Unfallereignis betrachtet, fällt 

eine Integritätsentschädigung gemäss der oben dargelegten Rechtsprechung 

grundsätzlich ohnehin ausser Betracht. Selbst bei der Einstufung des Unfallereignisses 

im Grenzbereich zu den schweren Unfällen muss die Dauerhaftigkeit eines psychischen 

Integritätsschadens im Sinne einer lebenslangen Einschränkung vorliegend verneint 

werden, deutet doch die Aktenlage nicht auf eine besonders schwerwiegende 

Beeinträchtigung der psychischen Integrität hin. Vielmehr ist die posttraumatische 

Belastungsstörung gemäss med. pract. I.___ im Zeitpunkt der Begutachtung bereits als 

weitgehend remittiert zu betrachten gewesen und die noch bestehende depressive 

Episode hat sie als gegenwärtig leicht bis allenfalls zeitweilig mittelgradig eingestuft (IV-

act. 96-39). Was die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung betrifft, ist auf die 

Ausführungen von med. pract. I.___ hinzuweisen, wonach bei der Beschwerdeführerin 

keine Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung vorliege. Die bei der 

Beschwerdeführerin seit der Jugend bestehenden Persönlichkeitseigenschaften hätten 

keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gehabt. Bei einer guten Motivation sei es 

der Beschwerdeführerin möglich gewesen, über Jahre hinweg einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen (IV-act. 96-41; zu den bereits vorbestehenden ängstlichen 

Persönlichkeitszügen vgl. ferner Suva-act. 20, 52 und 135). Folglich lassen sich auch 

aus der Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und 

abhängigen Persönlichkeitszügen (IV-act. 96-39) keine Anhaltspunkte für eine 

besonders schwerwiegende unfallkausale Beeinträchtigung der psychischen Integrität 

ableiten. Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung zu Recht verneint.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.10.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. 

Dezember 2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

10.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht als mit öffentlich-rechtlichen 

Aufgaben betrauter Institution keine Parteientschädigung zu (vgl. BGE 128 V 133 f. E. 

5b).

10.3. 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Angemessen ist mit Blick auf vergleichbare Fälle 

eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.--, wobei diese um einen Fünftel zu 

kürzen ist (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der 

Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit pauschal Fr. 3'200.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

10.4. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

10.5. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2021
	Art. 18 Abs. 1, 19 Abs. 1 und Art. 24 UVG; Art. 7, 8 und 16 ATSG: Rechtmässigkeit der Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) bejaht. Die Ansprüche auf Rente und Integritätsentschädigung sind mangels einer rentenbegründenden Invalidität (Beweiskraft eines IV-Gutachtens bejaht, wonach eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten besteht) bzw. eines dauerhaften psychischen Integritätsschadens zu verneinen. Damit erübrigen sich weitere Ausführungen zur Unfallkausalität. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2021, UV 2019/23).

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