# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ac0d4bb-e019-5fb6-8fa2-dc623403bc0a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.10.2020 725 20 145/244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-145-244_2020-10-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 15. Oktober 2020 (725 20 145 / 244) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Unfallversicherung 
 
 
Keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch punktuelle kreisärztliche Abklä-
rungen im Einsprache- und Beschwerdeverfahren zur Beurteilung später beigebrachter 
Berichte behandelnder Ärzte. 
Wurde eine prinzipiell bildgebend nachweisbare Verletzung in einer bildgebenden Unter-
suchung nicht nachgewiesen, so kann eine hiervon divergierende in Aktenbeurteilung 
ergangene Verdachtsdiagnose keine auch nur geringen Zweifel hieran wecken. 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Stefan A. Buchwalder 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A.1 Die 1960 geborene A.____ war seit dem 1. November 1997 als Abteilungsleiterin Ver-
kauf/Marketing bei der Stiftung B.____ in W.____ tätig. In dieser Eigenschaft war sie bei der 

 

 
 
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Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Be-
rufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 11. Mai 2018 befand sie sich in X.____, auf dem 
Autobahn-Pannenstreifen, als ein Lastkraftwagen in ihren Anhänger prallte und A.____ zwischen 
Anhänger und Leitplanke eingeklemmt wurde. Dabei zog sie sich Kontusionen im Bereich des 
Abdomens und im Bereich des unteren linken Beines zu; schwere Verletzungen konnten jedoch 
am folgenden Tag in der Erstuntersuchung im Krankenhaus von Y.____, ausgeschlossen wer-
den. Die Suva erbrachte für die Folgen dieses Unfallereignisses die gesetzlichen Versicherungs-
leistungen (Taggelder und Heilbehandlungskosten). 
 
A.2 Mit Schreiben vom 22. Januar 2019 teilte die Suva A.____ unter Hinweis auf die Errei-
chung des status quo sine spätestens am 31. Dezember 2018 sowie den hieraus ergebenden 
fehlenden natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang hinsichtlich der verbleibenden Be-
schwerden mit, dass sie ihre Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung auf den 
22. Januar 2019 hin einstellen würde. Hiergegen erhob A.____ am 14. Februar 2019 Einwand. 
Nach diversen Aktenbeurteilungen und einer kreisärztlichen Untersuchung erklärte die Suva 
A.____ mit Verfügung vom 11. Juni 2019 die Einstellung der Leistungen per selbigem 11. Juni 
2019. 
 
A.3 Dagegen erhob A.____, vertreten durch lic.iur. Alain Blum, Assista Rechtsschutz AG, 
mit Schreiben vom 11. Juli 2019 Einsprache gegen die Verfügung und beantragte die weitere 
Ausrichtung von Versicherungsleistungen in Form von Heilungs- und Therapiekosten sowie even-
tualiter die Einholung eines versicherungsexternen fachmedizinischen Gutachtens. Sie begrün-
dete dies damit, dass die noch bestehenden Leiden als Folge des Unfalls anzusehen seien, wes-
halb ihr die gesetzlichen Leistungen auch weiterhin auszurichten seien. An der kreisärztlichen 
Beurteilung ihres Zustandes würden durch die beigebrachten Berichte der behandelnden Ärzte 
Zweifel geweckt, weshalb der Suva der Beweis für den Wegfall des ursächlichen Kausalzusam-
menhangs nicht gelungen sei. Mit Entscheid vom 18. März 2020 wies die Suva die Einsprache 
unter erneutem Hinweis auf den fehlenden Kausalzusammenhang sowie auf die Stellungnahmen 
von Dr. med. C.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, Kreisarzt Suva Basel, ab. 
 
B. Gegen den Einspracheentscheid der Suva erhob A.____, vertreten durch lic.iur. Jan Her-
mann, Advokat, am 14. April 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte die über das Einstellungsdatum hin-
ausgehende Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung. Eventualiter 
sei durch das Kantonsgericht ein orthopädisch-manualtherapeutisches Gerichtsgutachten anzu-
ordnen und neu über den Leistungsanspruch zu urteilen. Darüber hinaus sei die Beschwerde-
gegnerin zu verpflichten, ihr die vorprozessual eingeholte medizinische Expertise mit Kosten im 
Umfang von Fr. 562.06 zu erstatten; dies unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Mai 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin, unter 
Hinweis auf die ausführliche Stellungnahme von PD Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädische 

 

 
 
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Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Fachgruppe Chirurgie Suva, die Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
D. Mit Replik vom 12. Juni 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in Z.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde ist dem-
nach einzutreten. 
 
2. Materiell streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den 
11. Juni 2019 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Das 
Sozialversicherungsgericht stellt dabei auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Ein-
spracheentscheids eingetretenen Sachverhalt ab; vorliegend also auf den 18. März 2020 (BGE 
143 V 411 E. 2.1, 134 V 397 E. 6, 116 V 248 E. 1a). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 
144 V 213 E. 4.3.1, 130 V 140 E. 2.1, BGE 117 V 293 E. 4). Sie sind nur insoweit zu berücksich-
tigen, als sie mit dem Streitgegenstand in einem engen Sachzusammenhang stehen und geeig-
net sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts vom 18. September 2015, 9C_341/2015, E. 3.3, vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, 
E. 2.3.1 und vom 12. Juni 2007, 9C_101/2007, E. 3.1). 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Die Leistungspflicht eines Unfallversiche-
rers gemäss UVG setzt dabei voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem einge-

 

 
 
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tretenen Schaden (Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzu-
sammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
10. März 2020, 8C_627/2019, E. 3.2). 
 
3.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Es genügt, 
wenn das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall also nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 438 E. 1, 129 V 
181 E. 3.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2018, 8C_813/2017, E. 3.2, in SVR 
2018 UV Nr. 42 S. 151). Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs ist eine Tat-
frage und muss daher mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden (BGE 119 V 338 E. 1; vgl. auch Urteil des 
Bundesgerichts vom 21. Januar 2020, 8C_623/2019, E. 2.1.2). Hierfür reicht es jedoch nicht aus, 
wenn – im Sinne der Formel “post hoc ergo propter hoc“ – die Schädigung schon dann als durch 
einen Unfall verursacht angesehen würde, weil sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 
E. 2b/bb; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 29. Mai 2020, 8C_241/2020, E. 3, vom 
21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1, in: SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 und vom 9. November 
2009, 8C_626/2009, E. 3.2, in: SVR 2010 UV Nr. 10 S. 41). 
 
3.3 Als adäquate Ursache eines Erfolgs gilt ein Ereignis dann, wenn es nach dem gewöhn-
lichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg 
von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis 
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 V 461 E. 5a; vgl. auch Urteil des 
Bundesgerichts vom 21. Januar 2020, 8C_623/2019, E. 2.2). Die Adäquanz als rechtliche Ein-
grenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfall-
versicherers spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine 
Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 138 V 250 
E. 4, 134 V 111 E. 2, 127 V 103 E. 5b/bb; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 
2020, 8C_518/2019, E. 3, in: SVR 2020 UV Nr. 27 S. 111). Objektivierbar sind Untersuchungser-
gebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des 
Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst 
dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärun-
gen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich 
anerkannt sind (BGE 138 V 251 E. 5.1; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 17. März 2020, 
8C_106/2020, E. 3, vom 10. März 2020, 8C_627/2019, E. 3.2, vom 21. Januar 2020, 
8C_623/2019, E. 2.2, und vom 9. Mai 2019, 8C_53/2019, E. 2.2, in: SVR 2019 UV Nr. 40 S. 150). 
 
3.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und 
adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzter nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund-

 

 
 
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heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derje-
nige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Selbiges gilt dann, wenn durch 
einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest wird. Die 
versicherte Person hat bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante deshalb Anspruch auf eine 
zweckgemässe Behandlung und allenfalls Taggelder (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 
20. Juni 2020, 8C_956/2011, E. 4.2, vom 29. Januar 2020, 8C_614/2019, E. 5.2, in: SVR 2020 
UV Nr. 24 S. 97 und vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.1.1, in: SVR 2016 Nr. 18 S. 57). 
Die Beweislast für den – ebenfalls dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit un-
terliegenden – Wegfall der Kausalität liegt beim Unfallversicherer (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom 29. Mai 2020, 8C_241/2020, E. 3, vom 19. März 2019, 8C_834/2018, E. 3 und vom 28. Au-
gust 2018, 8C_421/2018, E. 3.2, in: SVR 2019 IV Nr. 9 S. 27). Der Beweis des Wegfalls des 
Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht wer-
den. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, 
dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesund-
heit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kau-
sale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 
14. Februar 2020, 8C_840/2019, E. 3.2, vom 10. Januar 2020, 8C_548/2019, E. 3.2, und vom 
5. Dezember 2018, 8C_276/2018, E. 2.3, je mit Hinweisen). 
 
3.5 Die vorübergehenden Leistungen, wie Taggelder und Heilbehandlung, hat der Unfallver-
sicherer nach Art. 19 Abs. 1 UVG nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden 
kann, mithin also der medizinisch-therapeutische Endzustand noch nicht erreicht ist (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 4. April 2017, 8C_786/2016, E. 2.2). Ob eine namhafte Besserung noch 
möglich ist, bestimmt sich insbesondere – jedoch nicht ausschliesslich (vgl. Urteile des Bundes-
gerichts vom 29. Januar 2020, 8C_615/2019, E. 5.3 und vom 10. Juli 2014, 8C_354/2014, E. 3.2) 
– nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, 
soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei muss die durch weitere (zweckmässige) Heil-
behandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen (BGE 134 V 
115 E. 4.3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2010, 8C_537/2009, E. 6, in: SVR 
2010 UV Nr. 30 S. 122). In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher-
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 2020, 8C_614/2019, E. 5.2, in: SVR 2020 UV 
Nr. 24 S. 96 und vom 20. Dezember 2019, 8C_377/2019, E. 3.2, je mit Hinweisen). 
 
4.1 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung und 
im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen 
weiteren Hinweisen). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 
105 V 158 E. 1 in fine). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 

 

 
 
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können (BGE 132 V 99 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenau-
igkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität 
in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wes-
halb es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1; vgl. auch ALFRED BÜHLER, Versicherungsinterne Gutachten und Privatgutachten, in: 
Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversi-
cherung, St. Gallen 1997, S. 179 ff.). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich so-
mit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auf-
trag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 157 
E. 1c). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der 
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach al-
leine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Berich-
ten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-
geholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind 
aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfol-
gerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 13. Mai 
2020, 8C_224/2020, E. 4.3 und vom 17. März 2020, 8C_106/2020, E. 4.1). In Bezug auf Berichte 
von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 
dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Ein von 
einer Partei eingeholtes Gutachten hat in beweisrechtlicher Hinsicht nicht den gleichen Rang wie 
ein vom Gericht oder von einem Unfallversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht ein-

 

 
 
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geholtes Gutachten. Es verpflichtet indessen das Gericht, den von der Rechtsprechung aufge-
stellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in den rechtserheblichen 
Fragen die Auffassung und Schlussfolgerungen der entgegenstehenden Berichte derart zu er-
schüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 354 E. 3c; vgl. auch Urteil des Bun-
desgerichts vom 4. Mai 2018, 8C_725/2017, E. 3.4). 
 
5. Der strittigen Angelegenheit liegen diverse ärztliche Unterlagen zu Grunde. Im Folgen-
den sollen jedoch lediglich diejenigen Berichte und Stellungnahmen wiedergegeben werden, wel-
che sich für den Entscheid als zentral erweisen. 
 
5.1 In seinem Bericht vom 12. Mai 2018 erklärte MD E.____, Krankenhaus von Y.____, dass 
die Patientin nach ihrem Unfall vom 12. Mai 2018 [recte: 11. Mai 2018] untersucht und wegen 
leichter Verletzungen im chirurgischen Notfall behandelt wurde. Der Unfall habe dabei lediglich 
Kontusionen des Abdomens und des unteren linken Beines verursacht. Schwere Verletzungen 
konnten durch eine sonographische sowie eine computertomographische (CT) Untersuchung 
ausgeschlossen werden. 
 
5.2 Mit Zeugnis vom 23. Juli 2018 sowie ärztlichem Zwischenbericht vom 17. August 2018 
diagnostizierte Dr. med. F.____, FMH Innere Medizin, eine grosse prätibiale Wunde links, aus-
geprägte Hämatome am linken Fuss und am Unterschenkel links, persistierende Verhärtungen 
der Hämatome in der Wadenmuskulatur und Unterschenkelödeme, eine Schwellung des oberen 
Sprunggelenks links mit leichter Instabilität sowie eine Thoraxkontusion rechts. Sie berichtete von 
keinen unfallfremden Krankheiten, Gebrechen oder Folgen früherer Unfälle. Prognostisch stellte 
sie fest, dass sich die Hämatome nur langsam resorbieren würden und noch deutliche, dolente 
Verhärtung palpabel seien. Sie empfehle der Patientin deshalb eine Therapie durch Schonen und 
Hochlagern; hinzu komme Physiotherapie und Lymphdrainage. 
 
5.3 Am 12. Dezember 2018 stellte Dr. med. G.____, Facharzt für Nuklearmedizin, Spital 
H.____, mittels röntgendiagnostischer Untersuchung des oberen Sprunggelenks anterior-poste-
rior, des Fusses links dorso-plantar und lateral sowie mit Saltzman-Aufnahmen fest, dass die 
Patientin eine normale Stellung der Malleolengabel und regelrechte Gelenkspaltweiten aufweise. 
Es sei kein Erguss sichtbar, der Talus werde intakt dargestellt und das untere Sprunggelenk sei 
frei einsehbar. Ein kleiner plantarer Fersensporn sowie ein deutlicher Hallux valgus beider 
Grosszehengrundgelenke von 335 Grad seien erkennbar; zudem bestände eine geringgradige 
Arthrose im Grosszehengrundgelenk. Die Metatarsalia 1-5 sei intakt, ebenso die navicu-
locuneiformen Gelenke. Das talonaviculare Gelenk sei glatt und scharf begrenzt. In der Saltz-
mann-Aufnahme habe sich zudem ein Varus von 3 Grad gezeigt. 
 
5.4 Mit Sprechstundenbericht vom 14. Dezember 2018 diagnostizierte Dr. med. I.____, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital 
H.____, bei der Patientin hinsichtlich des Fusses links den Verdacht auf eine traumatische Ruptur 
der Tibialis posterior-Sehne bei Insuffizienz Grad III, konsekutivem Pes planovalgus – links mehr 
als rechts – nach schwerem Distorsionstrauma des oberen Sprunggelenks. Auch eine Chondro-
pathie im oberen Sprunggelenk oder Vernarbungen nach schwerem Distorsionstraumata kämen 

 

 
 
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als Ursache der Bewegungseinschränkung in Frage. Anamnestisch seien persistierende und im 
Verlauf progrediente Sprunggelenksschmerzen, Beschwerden entlang des medialen Fussrandes 
sowie ein vermehrtes Einknicken und Absenken erhoben worden. In seiner Erhebung des klini-
schen Befundes verzeichnete Dr. I.____ ein intaktes Integument am Fuss links, eine Varikosis, 
keine Hämatome sowie lediglich diskrete Knöchelödeme beidseits. Er machte einen links akzen-
tuierten Pes planovalgus sowie eine leichte Druckdolenz in Projektion auf die distale Tibialis 
posterior-Sehne aus; letztere sei abgeschwächt gegen Widerstand aktivierbar. Die Beweglichkeit 
des oberen Sprunggelenks sei eingeschränkt im Seitenvergleich 0-0-20 Grad. Der Silfverskjöld-
Test sei negativ ausgefallen; der Einbeinzehenspitzstand (Single-Heel-Rise-Test) sei hingegen 
pathologisch. 
 
5.5 Am 9. Januar 2019 teilte Dr. F.____ als Diagnosen einen Status nach grosser prätibialer 
Wunde links, einen Status nach ausgeprägten Hämatomen am linken Fuss und Oberschenkel 
bei persistierenden Verhärtungen im Bereich der Hämatome, Wadenmuskulatur und Unterschen-
kel, einen Status nach Thoraxkontusion, sowie die Distorsion des oberen Sprunggelenks mit 
möglicher Ruptur der Tibilialis posertior-Sehne, Chondropathie im oberen Sprunggelenk oder 
Vernarbungen mit. Das obere Sprunggelenk links sei weiterhin geschwollen und schmerze vent-
ral sowie dorsal und sei in der Extension stark eingeschränkt. Es fände sich eine Druckdolenz 
über dem ventralen Gelenkspalt, wobei das Abrollen erschwert sei. Die Behandlung sei weiterhin 
als Physiotherapie mit Ultraschall und Lymphdrainage ausgestaltet. 
 
5.6 Anlässlich seiner magnetresonanztomographischen (MRT) Untersuchung vom 15. Ja-
nuar 2019 stellte Dr. med. J.____, Facharzt für Radiologie, Spital H.____, fest, dass typische 
geringe Kaliberschwankungen und Signalinhomogenität der insertionsnahen Tibialis posterior-
Sehne mit möglichen mukoiden/degenerativen Umbauten, jedoch ohne Ruptur, vorliegen wür-
den. Es gäbe keinen Anhalt für frische ossäre Läsionen und die Syndesmosebänder sowie das 
Ligamentum fibulotalare anterius seien intakt. Er habe ein intaktes, nur minimal heterogenes 
Pfannenband/“spring ligament“ und keine relevanten Knorpeldefekte oder Ergüsse im oberen 
Sprunggelenk aufgefunden. Es bestehe jedoch eine geringe Lisfranc-Gelenks-Arthrose, fortge-
schrittene Arthrose zwischen Os cuboideum und Os cuneiforme laterale mit deutlichem angren-
zendem Knochenödem sowie eine heilende respektive geheilte Teilläsion in der tiefen Deltaband-
Schicht. Eine Demaskierung einer okkulten Fraktur sei nicht aufgefallen. 
 
5.7 Mit versicherungsmedizinischer Stellungnahme vom 21. Januar 2019 stellte Dr. C.____, 
in Beurteilung der vorliegenden Akten fest, dass die Gesundheit der Patientin am linken Fussge-
lenk und Unterschenkel mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall vom 11. Mai 
2018 durch die Lisfranc-Arthrose und die Degeneration der Tibialis posterior-Sehne beeinträchtigt 
gewesen sei. Einzig die Hämatome am Unterschenkel und am Fuss links seien durch den Unfall 
verursacht worden, wobei diese seit Dezember 2018 abgeheilt seien. Der Vorgang habe zudem 
nicht zu zusätzlichen objektivierbaren strukturellen Läsionen geführt. 
 
5.8 Am 23. Januar 2019 verzeichnete Dr. med. K.____, Fachärztin Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital H.____, als Diagnosen hinsichtlich des obe-

 

 
 
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ren Sprunggelenks links eine Syndesmosen-Instabilität und persistierende Schmerzen bei Insuf-
fizienz Grad III der Tibialis posterior-Sehne, Pes planovalgus beidseits links mehr als rechts, so-
wie Status nach schwerem Distorsionstrauma des oberen Sprunggelenks ohne Ruhigstellung. 
Hinzu komme der Verdacht einer Insuffizienz des Ligamentum fibulotalare anterius und des Li-
gamentum bifurcatum. In der klinischen Befunderhebung hätten sich eine leichtgradige Schwel-
lung im oberen Sprunggelenk im Seitenvergleich, eine Druckdolenz über dem anterolateralen 
Gutter und der distalen Syndesmose sowie ein positiver Squeeze-Test über dem Lisfranc-Gelenk 
gezeigt. Die Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks in Dorsalextension/Plantarflexion liege bei 
0-0-20 Grad, wobei der Einbeinzehenspitzstand nicht möglich und der Rotationstest schmerzhaft 
gewesen seien. Eine am 21. Januar 2019 durchgeführte röntgendiagnostische Untersuchung des 
Knies anterior-posterior und lateral mit Patella-Queraufnahme links hätten eine milde, medial 
deutliche Verschmälerung ohne Zeichen einer höhergradigen Arthrose zu Tage gefördert. Es lä-
gen keine frischen Frakturen und kein grösserer suprapatellarer Gelenkerguss bei unauffälligem 
retropatellaren Gleitlager beidseits vor. Sie empfehle der Patientin deshalb die Durchführung ei-
ner Arthroskopie des oberen Sprunggelenks mit Bandrekonstruktion medial beziehungsweise la-
teral sowie eine Syndesmosenrekonstruktion gegebenenfalls mit TightRope. 
 
5.9 Mit versicherungsmedizinischer Stellungnahme vom 18. Februar 2019 begründete 
Dr. C.____ seine Beurteilung vom 21. Januar 2019 in ausführlicher Form. Die Gesundheit der 
Patientin am linken Fussgelenk und Unterschenkel sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
schon vor dem Unfall vom 11. Mai 2018 beeinträchtigt gewesen. In den MRT-Befunden und -
Bildern vom 15. Januar 2019 seien eine geringe Lisfranc-Gelenkarthrose und eine Arthrose zwi-
schen Os cuboideum und Os cuneiforme erkennbar. Diese Veränderungen seien eindeutig un-
fallfremd und hätten bereits vor dem Ereignis vom 11. Mai 2018 bestanden. Zusätzlich bestehe 
der Nachweis einer unfallfremd vorbestehenden mukoid degenerativ veränderten Tibialis poste-
rior-Sehne ohne Hinweise für eine linksseitige Ruptur. Durch den Unfall vom 11. Mai 2018 habe 
die Patientin eine Quetschung im Bereich der unteren Extremitäten mit einer prätibialen Wunde 
links und Hämatombildung am linken Fuss und Unterschenkel sowie im Bereich der Wadenmus-
kulatur links erlitten. Hinzu komme eine Thoraxkontusion rechts. Diese Gesundheitsschäden wür-
den vorübergehende Verschlimmerungen darstellen, welche jedoch nicht richtunggebend seien. 
Im Bericht vom 9. Januar 2019 habe Dr. F.____ bestätigt, dass die prätibiale Wunde bereits ver-
heilt sei, von den grösseren Hämatomen jedoch noch sichtbare Schwellungen und tastbare Ver-
härtungen der medialen Tibia und der Wadenmuskulatur links sowie am rechten medialen Ober-
schenkel vorhanden seien; auch sei das obere Sprunggelenk links noch geschwollen. Zwar sei 
davon auszugehen, dass die beschriebenen Hämatome noch nicht vollständig abgeheilt seien, 
jedoch sei in der Tendenz mit einer zunehmenden Heilung und positiver Entwicklung bis Ende 
März 2019 zu rechnen. Hinsichtlich der Frage, ob der Unfall zu zusätzlichen, objektivierbaren 
strukturellen Läsionen geführt habe, führte Dr. C.____ aus, dass keine derartigen Läsionen aus 
der Röntgendiagnostik vom 5. Juni 2018 und aus der MRT-Untersuchung vom 11. Januar 2019 
hervorgehen würden. Eine Ruptur beziehungsweise Kontinuitätsunterbrechung respektive eine 
traumatische Verletzung der Tibialis posterior-Sehne werde eindeutig in der vorgenannten MRT-
Untersuchung von Dr. J.____ ausgeschlossen. Auch seien eine intakte Syndesmose sowie ein 
intaktes Ligamentum fibulotalare anterius bestätigt worden. Die im Bericht von Dr. K.____ ange-
sprochene Insuffizienz der Syndesmose im Bereich des oberen Sprunggelenkes links sowie die 

 

 
 
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Instabilität des oberen Sprunggelenkes bezüglich Innen- und Aussenband liessen sich anhand 
der anlässlich der MRT-Untersuchung von Dr. J.____ erhobenen Befunde zudem nicht nachvoll-
ziehen. 
 
5.10 Am 9. Mai 2019 teilte Dr. F.____ mit, dass bei der Patientin weiterhin persistierende 
Schmerzen im linken oberen Sprunggelenk vorliegen würden. Sie sehe bei der Patientin diag-
nostisch bei Status nach Distorsion des oberen Sprunggelenks links eine Syndesmoseninstabili-
tät und persistierende Schmerzen mit Tibialis posterior-Sehneninsuffizienz Grad III und Pes pla-
novalgus beidseits, links mehr als rechts. Derzeit werde die Patientin weiterhin konservativ durch 
Physiotherapie, Ultraschall und Lymphdrainage behandelt, eine Operation sei jedoch eventuell 
vorgesehen. 
 
5.11 Mit Bericht vom 6. Juni 2019 rapportierte Dr. C.____ seine kreisärztliche Untersuchung 
der Patientin vom gleichen Tag. Anamnestisch gab diese an, zeitweise noch Beschwerden im 
Sitzen beziehungsweise Liegen mit Schmerzen im linken oberen Sprunggelenk zu haben. Das 
Treppensteigen sei aufgrund des linken Beines noch schwierig und im Liegen käme es noch zu 
ziehenden und ausstrahlenden Beschwerden vom linken Unterschenkel in den linken Oberschen-
kel. In der klinischen Befunderhebung zeige sich bei der Patientin ein flüssiges Gangbild mit re-
gelrechter Abrollfunktion im Bereich beider Füsse, wobei der Zehenspitzstand und der Fersen-
stand beidseits gelingen würden. Während dieses Vorganges stütze sich die Patientin mit einer 
Hand an der Wand ab. Inspektorisch seien unfallfremd Senk-/ Spreizfüsse und Hallux valgus-
Fehlstellungen beidseits auffällig. Es seien keine Hinweise auf eine Schwellungsproblematik oder 
Ergussbildung im Bereich des linken oberen beziehungsweise unteren Sprunggelenkes oder des 
linken Unterschenkels auszumachen. Unfallfremd seien Varizenbildungen und Varikosis im Be-
reich beides Unterschenkel feststellbar. Hingegen gäbe es keinen Anhalt für eine Kapselbandin-
stabilität im Bereich des linken oberen und unteren Sprunggelenks; auch die Achillessehne sei 
intakt und der Thompson-Test sei beidseits negativ ausgefallen. Schliesslich lägen auch kein 
Talusvorschub linksseitig oder Druckschmerzen im Bereich der proximalen Fibula beidseits vor. 
Die leicht indurierte Narbe am ventralen Unterschenkel links sei reizlos abgeheilt ohne Anhalt für 
Infekt. Als Diagnosen stellte Dr. C.____ deshalb bei der Patientin einen Status nach Quetschung 
im Bereich des oberen Sprunggelenks links mit Hämatombildung linker Fuss und linker Unter-
schenkel sowie mit grosser prätibialer Wunde links und einer Thoraxkontusion rechts fest. In sei-
ner versicherungsmedizinischen Beurteilung legte er dar, dass im Rahmen der zu früherem Zeit-
punkt erhobenen MRT- und röntgendiagnostischen Befunde keine strukturell objektivierbaren Lä-
sionen infolge des Ereignisses vom 11. Mai 2018 im Bereich des linken oberen und unteren 
Sprunggelenks, des linken Fusses und des linken Unterschenkels feststellbar seien. Die durch 
Fotodokumentation vom 13. Mai 2018 festgehaltenen unfallbedingten Hämatome seien anläss-
lich der kreisärztlichen Untersuchung vollständig abgeklungen gewesen. Auch die Quetschungs-
problematik linker Unterschenkel und linkes oberes Sprunggelenk sowie linker Fuss seien voll-
ständig abgeheilt. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit würden deshalb Unfallfolgen seit dem 
Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung in den Bereichen des linken Unterschenkels, des lin-
ken oberen und unteren Sprunggelenkes, des linken Fusses sowie des Thorax keine Rolle mehr 
spielen. 
 

 

 
 
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5.12 Anlässlich seiner radiologischen Untersuchung vom 20. Juni 2019 beobachtete Dr. med. 
L.____, FMH Radiologie, bei der Patientin eine regelrechte Darstellung der distalen Tibia, der 
distalen Fibula und des unteren Sprunggelenks. Es habe sich ein plantarer Fersensporn bei er-
haltenem Fussgewölbe, normaler Artikulation der Fusswurzelknochen untereinander sowie er-
haltenen Lisfranc’schen Gelenkreihen gezeigt. Zudem sei keine Gefügestörung, jedoch ein Hallux 
valgus mit einem Winkel von 30 Grad zu verzeichnen. Der Intermetatarsale-Winkel Dig. I/II be-
trage 14 Grad. Es lägen zudem eine lateralisierte Ossa sesamoldea und eine geringfügige Weich-
teilschwellung über dem Köpfchen Os metatarsale Dig. I vor. 
 
5.13 Am 8. Juli 2019 stellte Dr. med. M.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, die Diagnose von Restbeschwerden im oberen Sprunggelenk 
links, differentialdiagnostisch einer Arthrofibrose sowie einer Läsion des distalen Tibiofibularge-
lenks nach Quetschtrauma des Unterschenkels links. Anamnestisch seien die Beschwerden da-
bei am oberen Sprunggelenk links anterolateral Richtung anteriore Syndesmose, aber auch diffus 
im oberen Sprunggelenk anteriore Gelenkslinie links zu lokalisieren. Im klinischen Befund habe 
sich eine normale Rückfussachse ohne Fussdeformität mit Ausnahme eines Hallux valgus erge-
ben. Fersen- und Zehenspitzengang seien – mit Varisierung der Ferse in letzterem – zögerlich 
und mit etwas Beschwerden durchführbar. Die Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks in Fle-
xion/Extension sei aktiv 15-10 Grad und passiv 30-20 Grad; die Beweglichkeit des unteren 
Sprunggelenks hingegen sei passiv frei und aktiv verzögert. Die Koordination der extrinsischen 
Fussmuskeln sei nicht vorhanden, wobei die extrinsischen Fussmuskelfunktionen aktiv, jedoch 
abgeschwächt und zögerlich seien. Druckdolenz würden sich an der anterioren Gelenkslinie des 
oberen Sprunggelenks mit punctum maximum anterior auf Höhe Syndesmose sowie etwas auch 
retromalleolar ergeben. Keine Druckdolenz läge hingegen beim medialen/lateralen Malleolus, 
beim Ligamentum deltoideum, beim Ligamentum fibulocalcaneare, beim Ligamentum fibulotalare 
anterius sowie im Mittel- und Vorfussbereich vor. Der Tibia fibula-Kompressionstest, der Aussen-
rorationstest, der Cotton-Test und der Talar Tilt-Test seien allesamt negativ ausgefallen. Hieraus 
folgerte Dr. M.____ in seiner Beurteilung, dass die Beschwerden der Patientin durchaus mit dem 
distalen Tibiofibulargelenk einhergehen können würden, wobei es sich auch um eine Arthro-
fibrose und noch funktionelle Restbeschwerden durch die Entlastung nach Quetschtrauma und 
ungenügender Mobilisation des oberen und unteren Sprunggelenks initial handeln könne. Die 
degenerativen Veränderungen im Bereich des lateralen Os cuneiforme zum Os cuboideum stän-
den jedoch nicht im Vordergrund; vielmehr seien die Hauptbeschwerden weiterhin proximal auf 
Höhe des oberen Sprunggelenks und der anterioren Syndesmose zu sehen. Er empfehle deshalb 
einen weiteren Belastungsaufbau mit physiotherapeutischen Kräftigungs- und Stabilisierungsü-
bungen, da die Unfallfolgen und Beschwerden noch nicht abgeschlossen und die Funktionen 
noch nicht vollständig wiedererlangt seien. Sollten sich die Beschwerden auch weiterhin nicht 
bessern, empfehle er zudem eine Infiltration des oberen Sprunggelenks und allenfalls eine Arth-
roskopie desselbigen. Zum jetzigen Zeitpunkt gäbe es jedoch keine Indikation für eine Rekon-
struktion der Syndesmose oder eine laterale Bandrekonstruktion. 
5.14 Mit Bericht vom 26. September 2019 rapportierte Dr. med. N.____, FMH Radiologie, 
dass sich in der weichteilsonographischen Untersuchung der unteren Extremität eine von ventral 
unauffällige Darstellung der tibiotalaren Artikulation gezeigt habe. Die Extensor digitorum-Sehne 

 

 
 
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mit habe ein homogenes hyperechogenes Sygnal aufgewiesen. Im Bereich des Retinaculum ex-
tensorum zeige sich eine Retinakulum-Verdickung mit lokal minimal Flüssigkeit im Bereich der 
Sehnenscheide. Lateral seien die Poronaeus longus et brevis-Sehne und -Sehnenscheide un-
aufällig. Das Ligamentum fibulotalare anterius et posterius sei intakt und dorsal sei kein abgrenz-
bares Ganglion auszumachen. In der MRT-Untersuchung seien ein normales Knochenmarksig-
nal, ein kleiner plantarer Fersensporn und subchondrale Geröllzysten mit Gelenkspaltverschmä-
lerung cuboidocuneiform lateral zu beobachten gewesen; hinzu käme ausgehend vom anterioren 
unteren Sprunggelenk ein plantares Ganglion. Sowohl das Ligamentum tibiofibulare anterius et 
posterius als auch das Ligamentum fibulotalare anterius et posterius, das Ligamentum fibulokal-
kaneare, das Ligamentum interosseus, das Ligamentum talokalkaneare, der mediale Bandappa-
rat und die Plantarfaszie seien intakt. Die Peronaeus longus et brevis-Sehne sei bei intaktem 
Retinakulum ebenso unauffällig wie die Flexorensehnen. Auffällig seien einzig die akzessorische 
Retinakulum-Schlinge sowie das lokale leichte Weichteilödem der Extensor digitorum longus-
Sehne sowie das subkutane diffuse leichte Unterschenkelödem supramalleolär. Insgesamt sah 
Dr. N.____ in ihrer Beurteilung eine intakte Syndesmose sowie einen intakten medialen und la-
teralen Bandapparat, keine signifikaten degenerativen Veränderungen des oberen und unteren 
Sprunggelenks, mässiggradige cuboidocuneiforme laterale Arthrose mit subchondralen Geröll-
zysten, ein akzessorisches dorsales Extensorenretinakulum um die Extensor digitorum longus-
Sehne mit leichter Verdickung und lokal diskretem Weichteilödem sowie das vom anterioren un-
teren Sprunggelenk plantaris ausgehenden Ganglion. 
 
5.15 In seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 16. Oktober 2019 erklärte 
Dr. C.____, dass zwischen seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 6. Juni 2019 und der im 
Bericht vom 8. Juli 2019 festgehaltenen Untersuchung durch Dr. M.____ Unterschiede in der Er-
hebung der Beweglichkeit des linken oberen Sprunggelenks vorlägen. Dies aufgrund der Tatsa-
che, dass Dr. C.____ selber keine Beweglichkeitseinschränkung der oberen Sprunggelenke beid-
seits festgestellt habe, während Dr. M.____ eine aktive Beweglichkeit des linken oberen Sprung-
gelenks mit Flexion/Extension von 15-0-10 Grad und eine passive Beweglichkeit des linken obe-
ren Sprunggelenks von 30-0-20 Grad beschreibe. Während Dr. M.____ aus seiner Untersuchung 
den Verdacht auf eine Arthrofibrose ableite, könne dies aufgrund der kreisärztlichen Untersu-
chungsergebnisse nicht nachvollzogen werden. Unter Berücksichtigung der vorliegenden medi-
zinischen Berichte verbleibe deshalb die Beurteilung anlässich der kreisärztlichen Untersuchung 
vom 6. Juni 2020 unverändert bestehen. 
 
5.16 Mit Bericht vom 25. Februar 2020 präzisierte Dr. M.____, dass das in der MRT-
Untersuchung vom 15. Januar 2019 dargestellte Knochenmarksödem in der Synchondrose zwi-
schen Os cuboideum und Os cuneiforme laterale mit Zystenbildungen im Sinne einer Gelenkslä-
sion normalerweise nicht von einer degenerativen Veränderung herrühren könne. Die Synchond-
rose weise praktisch keine Bewegungen ausser Wackelbewegungen zwischen dem os cuboi-
deum und dem Os cuneiforme laterale auf. Bei einem Quetschtrauma des Rück- und Mittelfusses 
würde dieses Gelenk jedoch einen starken Schlag abbekommen, weshalb diese Läsion sehr 
wahrscheinlich kausal mit dem Unfall in Zusammenhang zu bringen sei. In der klinischen Unter-
suchung habe sich die Lokalisation insofern bestätigt, als beim Stressen des III. gegenüber dem 

 

 
 
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IV. Strahl die bekannten Beschwerden im dorsolateralen Mittelfuss ausgelöst hätten werden kön-
nen. Eine definitive Bestätigung des Schmerzursprungs könne allenfalls mit einer durchleuch-
tungskontrollierten Injektion des Gelenks zwischen Os cuboideum und Os cuneiforme laterale 
bestätigt werden. 
 
5.17 Am 16. März 2020 bestätigte Dr. C.____ in seinem Bericht, dass aus der MRT-
Untersuchung vom 15. Januar 2019 ein Knochenmarksödem zwischen Os cuboideum und Os 
cuneiforme laterale hervorgehe. Dieses sei jedoch bis zur MRT-Untersuchung vom 26. Septem-
ber 2019 vollständig abgeklungen. Hingegen seien mässiggradige arthrotische Veränderungen 
zwischen Os cuboideum und Os cuneiforme laterale mit subchondralen Geröllzysten auszu-
machen gewesen. Bis zum Bericht vom 25. Februar 2020 würden sich keine anamnestischen 
Klagen über Beschwerden im Bereich Os cuboideum und Os cuneiforme laterale, sondern viel-
mehr lediglich im Bereich des linken oberen Sprunggelenkes finden. So sei insbesondere im vor-
gehenden Bericht von Dr. M.____ vom 20. Juni 2019 dokumentiert worden, dass keine Druckdo-
lenzen im Bereich des Mittel- und Vorfusses bestehen würden. Es sei deshalb überwiegend wahr-
scheinlich, dass es im Bereich des Vor- und Mittelfusses durch das Ereignis vom 11. Mai 2018 
zu keinen strukturell objektivierbaren Läsionen gekommen sei. 
 
5.18 In ihrer (akten-)gutachterlichen Stellungnahme vom 9. April 2020 erklärt Dr. med. 
Dr. h.c. O.____, geprüfte Gutachterin der BDC Akademie, Abteilung Unfallchirurgie und Orthopä-
die der Klinik P.____, dass die durch das Ereignis vom 11. Mai 2018 entstandenen Ödeme und 
Hämatome die Versorgungswege zwischen Blutgefässen und Gewebe erheblich verlängern wür-
den, weshalb der Stoffausaustausch und damit auch die Heilung sich verzögern würden. Bei ei-
weissreichen Ödemen komme es durch eine Mesenchymreaktion zu einer Fibrosierung mit mög-
licher überschiessenden Narbenbildung, wodurch es nach Abheilung der Grunderkrankung zu 
bleibenden Funktionseinschränkungen kommen könne. Denkbar sei jedoch beim vorliegenden 
Unfallmechanismus auch eine Verletzung von Syndesmose und Deltaband, welche nicht direkt 
nach dem Trauma nachgewiesen wurden und acht Monate nach dem Ereignis wohl auch nicht 
mehr nachgewiesen werden könne. Weiter denkbar sei eine hohe Knöchelverstauchung in Kom-
bination mit einer schweren Knöchelverstauchung. Jedenfalls seien die von Dr. M.____ geschil-
derten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine verzögerte Hämatomauflö-
sung und damit verbundene Residuen in Form von Verklebungen der Faszien und des Bindege-
webes zurückzuführen. Dass ausschliesslich unfallfremde Faktoren zum verbleibenden Be-
schwerdebild geführt hätten, erscheine höchst unwahrscheinlich. Durch eine Arthroskopie wäre 
eine Diagnose intraartikulärer Unfallfolgen möglich, wobei durchaus auch die Möglichkeit be-
stehe, dass die bereits chronifizierten Beschwerden keiner operativen Therapie mehr zugänglich 
wären. Diesfalls wäre eine Weiterführung der bisherigen konservativen Therapie angezeigt. 
 
5.19 Mit Bericht vom 15. Mai 2020 stellte PD Dr. D.____ zu Handen der Suva fest, dass die 
von Dr. I.____ am 14. Dezember 2018 gestellte Verdachtsdiagnose einer traumatischen Ruptur 
der Tibialis posterior-Sehne, die von Dr. K.____ am 21. Januar 2019 dokumentierte Syndesmo-
seninstabilität und die von Dr. M.____ am 20. Juni 2019 erkannte Differentialdiagnose einer 
Arthrofibrose sowie einer Läsion des distalen Tibiofibulargelenks zwar aufgrund der anamnesti-
schen Angaben der Patientin nachvollziehbar seien, jedoch anhand der bildgebenden Diagnostik 

 

 
 
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ihren Ausschluss fänden. Dabei verwies er insbesondere darauf, dass anlässlich der MRT-
Untersuchung durch Dr. J.____ vom 15. Januar 2019 die “Tibialis posterior-Sehne ohne erkenn-
bare Diskontinuität“ und “intakte Syndesmosebänder“ zur Darstellung gelangt seien. Hinsichtlich 
des gemäss Dr. M.____ beeinträchtigten distalen Tibiofibulargelenks habe dieser ein negatives 
Ergebnis des Tibiafibula-Kompressionstests postuliert, was eine Schmerzentstehung durch die-
ses Gelenk unwahrscheinlich erscheinen lasse. Auch die hernach von Dr. N.____ durchgeführte 
MRT-Untersuchung vom 26. September 2019 habe, bis auf geringe degenerative Veränderun-
gen, einen Normalbefund und insbesondere eine intakte Syndesmose sowie einen intakten in-
nen- und aussenseitigen Bandapparat zu Tage gefördert. Die Tibilialis posterior Sehneninsuffizi-
enz Grad III bei Pes planovalgus sei vielmehr überwiegend wahrscheinlich als unfallfremd im 
Rahmen der vorbestehend pathologischen Fussstatik zu werten. Des Weiteren legte PD 
Dr. D.____ dar, dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb Dr. M.____ in seinem Bericht vom 
25. Februar 2020 einen Zusammenhang der von der Patientin geklagten Beschwerden mit dem 
am 15. Januar 2019 von Dr. J.____ festgestellten – und hernach abgeheilten – Knochenmarks-
ödem in der Synchondrose zwischen Os cuboideum und Os cuneiforme laterale erkenne. So 
habe Dr. M.____ noch am 8. Juli 2019 die Lokalisation der Schmerzen am oberen Sprunggelenk 
links anterolateral Richtung anteriore Syndesmose verzeichnet, was in anatomischer Ferne zum 
Os cuboideum und zum Os cuneiforme laterale sei. Auch habe dieser im gleichen Bericht darge-
legt, dass die degenerativen Veränderungen im Bereich des Os cuboideum und des Os 
cuneiforme laterale nicht im Vordergrund stehen würden; dies aber stehe im diametralen Wider-
spruch zur Feststellung vom 25. Februar 2020. Schliesslich stellte PD Dr. D.____ fest, dass es 
nicht überzeugend sei, dass Dr. O.____ ohne persönliche Untersuchung der Patientin mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit eine organische Unfallfolge diagnostizieren könne, während dies 
den involvierten Spezialisten trotz persönlicher Untersuchungen und weiteren diagnostischen 
Vorkehrungen entgangen sein solle. Insbesondere lägen auch bildgebend keine Befunde vor, die 
einer überschiessenden Narbenbildung – wie von Dr. O.____ vorgebracht – entsprechen würden. 
Ohnehin stelle Dr. O.____ lediglich theoretische Möglichkeiten in den Raum, ohne dass sich hie-
raus überwiegend wahrscheinliche Unfallfolgen überzeugend ableiten lassen würden. Die Diag-
nose einer verletzten Syndesmose überzeuge nicht, da zwar am 23. Januar 2019 durch 
Dr. K.____ eine Druckdolenz über dem anterolateralen Gutter und der distalen Syndesmose und 
ein schmerzhafter Rotationstest beschrieben worden seien, die Bildgebung von MD E.____ vom 
12. Mai 2018 und von Dr. J.____ vom 15. Januar 2019 jedoch bis auf unregelmässige tiefe Del-
taband-Anteile den Ausschluss erlittener Verletzungen erbracht habe. Auch habe Dr. M.____ am 
8. Juli 2019 eine symmetrisch unauffällige Stabilität dokumentiert, da der Talusvorschub etwa 
seitengleich zur Gegenseite sei und ein negativer Talar Tilt-Test vorliege. Diesbezüglich seien 
die weiteren von Dr. M.____ erhobenen Befunde unspezifisch und nicht geeignet, mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit die von Dr. O.____ postulierte Residuenbildung bei verzögerter Hä-
matomauflösung in Form von Verklebungen von Faszien und des Bindegewebes. PD Dr. D.____ 
erklärte deshalb, dass durch den Unfall vom 11. Mai 2018 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
keine Verletzungen eingetreten seien, welche die über den 11. Juni 2019 hinaus beklagten Be-
schwerden erklären könnten. 
 

 

 
 
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6.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin in sinngemässer 
Ausführung vorab, es seien die im Rahmen der Einsprache- und Beschwerdeverfahren eingehol-
ten orthopädischen Beurteilungen von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ aus dem Recht zu weisen, 
weil die Beschwerdegegnerin damit in unzulässiger Weise den Untersuchungsgrundsatz sowie 
das Prinzip der Waffengleichheit der Parteien missachtet habe. 
 
6.2 Die Abklärung des Sachverhaltes ist gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren gel-
tenden Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen vorzunehmen. Danach hat der Versiche-
rungsträger von sich aus und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richtige und vollstän-
dige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen, indem er die vorgebrachten Begehren prüft, die 
notwendigen Abklärungen vornimmt und die erforderlichen Auskünfte einholt (Art. 43 Abs. 1 
ATSG; BGE 136 V 377 E. 4.1.1; vgl. auch THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des 
Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, § 70 Rz. 2 f.). Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 8. April 2020, 
8C_641/2019, E. 3.3.1 und vom 28. Februar 2019, 8C_701/2018, E. 4.1). Die Verwaltung darf die 
für die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts notwendigen Abklärungen nicht in das 
Einspracheverfahren verschieben (BGE 132 V 374 E. 5; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
11. Februar 2019, 8C_755/2018, E. 4.2.1). Im Einspracheverfahren soll der Versicherungsträger 
jedoch als ungenügend erkannte Abklärungen, Fehlbeurteilungen oder Missverständnisse kos-
tenlos und weitgehend formfrei ausräumen können, ohne dass ein Gericht angerufen werden 
muss (BGE 132 V 375 E. 6.1, 131 V 412 E. 2.1.2.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
3. November 2009, 8C_528/2009, E. 4.1). Der Versicherungsträger kann zudem Verfügungen 
oder Einspracheentscheide, gegen welche Einsprache oder Beschwerde erhoben wurde, so 
lange in Wiedererwägung ziehen, bis er im Beschwerdeverfahren gegenüber der Beschwer-
deinstanz Stellung nimmt (Art. 53 Abs. 3 ATSG; THOMAS FLÜCKIGER, in: Steiger-Sackmann/Mo-
simann [Hrsg.], Recht der sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 4.297). Diesbezüglich kann der 
Versicherungsträger deshalb sogar im sozialversicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren – im 
Sinne des durch die Wiedererwägungsmöglichkeit relativierten Devolutiveffekts (vgl. ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zü-
rich/St. Gallen 2016, Rz. 1168) – noch punktuelle Abklärungen wie das Einholen von Arztzeug-
nissen oder Rückfragen bei Ärzten vornehmen (BGE 136 V 6 E. 2.7, 127 V 233 E. 2b/bb; THOMAS 
FLÜCKIGER, Basler Kommentar ATSG, Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basel 2020, 
Art. 53, Rz. 101). 
 
6.3 Zu den punktuellen Abklärungen, welche selbst im Beschwerdeverfahren noch zulässig 
sind, gehört insbesondere die Einholung neuerlicher versicherungsinterner ärztlicher Aktenbeur-
teilungen hinsichtlich erstmals im Beschwerdeverfahren beigebrachter Berichte behandelnder 
Ärzte (BGE 136 V 6 E. 2.7, vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 2. März 2017, 8C_81/2017, 
E. 6.3 und vom 15. Januar 2014, 8C_410/2013, E. 5.5). Dies gilt umso mehr im vorgelagerten 
Einspracheverfahren, welches wie erwähnt der Ausmerzung von Mängeln des Vorverfahrens 
dient. Die verschiedenen Berichte von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ sind denn auch offensicht-
lich mit dieser Rechtsprechung vereinbar. Im Vorverfahren hatte Dr. C.____ den Gesundheitszu-
stand der Patientin mit zwei Stellungnahmen vom 21. Januar 2019 und vom 18. Februar 2019 

 

 
 
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sowie mit Untersuchungsbericht vom 6. Juni 2019 ausführlich rapportiert. Die Suva durfte in der 
Folge – dem Grundsatz entsprechend, wonach die Verwaltung eine Tatsache nur als bewiesen 
annehmen darf, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt ist (BGE 144 V 429 E. 3.2) – sich zu 
Recht auf diese Beurteilungen verlassen und hierauf gestützt die Verfügung vom 11. Juni 2019 
erlassen. In der Folge wurden die Dienste von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ lediglich zur Beur-
teilung neu beigebrachter Berichte behandelnder Ärzte in Anspruch genommen: Auf die im Ein-
spracheverfahren von der Patientin eingereichten Berichte der Dres. L.____ und M.____ vom 
20. Juni 2019 respektive vom 8. Juli 2019 hin erging die Beurteilung von Dr. C.____ vom 16. Ok-
tober 2019. Auch die Stellungnahme von Dr. C.____ vom 16. März 2020 diente einzig der Beur-
teilung des von der Patientin in selbigem Einspracheverfahren eingereichten zweiten Berichts 
von Dr. M.____ vom 25. Februar 2020. Der ausführliche Bericht von PD Dr. D.____ erging 
schliesslich als Antwort auf die im Beschwerdeverfahren eingereichte gutachterliche Stellung-
nahme von Dr. O.____. Diese Berichterstattung der beiden Versicherungsmediziner – welche 
notabene nicht der Mitwirkung der versicherten Person bedurfte (siehe hierzu BGE 136 V 6 E. 2.7, 
127 V 232 E. 2b/aa) – stellt denn auch keine zuvor zu Unrecht unterlassenen Abklärung, sondern 
vielmehr einen zulässigen und fachmedizinisch gebotenen Beizug zur Einordnung und Einschät-
zung der beigebrachten neuen Unterlagen dar. Eine Verfahrensverzögerung oder ein anderer 
prozessualer Nachteil sind der Beschwerdeführerin hierdurch nicht entstanden. Aus diesen Grün-
den geht die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach die Beschwerdegegnerin die entscheidrele-
vanten Abklärungen erst im Einsprache- respektive Beschwerdeverfahren getätigt habe, fehl. Die 
Stellungnahmen und Berichte von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ sind somit nicht aus dem Recht 
zu weisen. 
 
7.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 11. Mai 2018 einen Unfall 
auf dem Autobahn-Pannenstreifen erlitt, als ein Lastkraftwagen in ihren Anhänger prallte und sie 
zwischen ihrem Anhänger und der Leitplanke einklemmte. Streitig ist hingegen, ob die über den 
11. Juni 2019 noch bestehenden Beschwerden durch diesen Unfall verursacht wurden und des-
halb als Unfallfolgen weiterhin einen Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen aus der obligato-
rischen Unfallversicherung begründen. Die Beschwerdegegnerin stützt sich zur Beurteilung der 
Unfallkausalität in ihrem Einspracheentscheid im Wesentlichen auf die Stellungnahmen und Un-
tersuchung ihres Kreisarztes Dr. C.____, wonach die verbleibenden Beschwerden mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auf unfallfremde degenerative Veränderungen des Fusses zurückzu-
führen seien und unfallbedingte Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zum Zeit-
punkt des Erlasses der Verfügung ausgeschlossen werden könnten. Die Beschwerdeführerin 
wendet hiergegen ein, dass den kreisärztlichen Berichten die Einschätzungen von Dr. M.____ 
und Dr. O.____ diametral gegenüberstehen würden, wonach die heutigen Beschwerden sehr 
wahrscheinlich respektive mit hoher Wahrscheinlichkeit kausal auf das Unfallereignis vom 
11. Mai 2018 zurückzuführen seien. Selbst wenn die Berichte von Dr. M.____ und Dr. O.____ 
nicht geeignet wären, die unfallkausale Ursache der Beschwerden mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit festzustellen, würden sie zu zumindest geringen Zweifeln an den versicherungsin-
ternen Einschätzungen führen, welche damit jedoch ihrer Beweiskraft beraubt würden. 
 
7.2 Das Gericht prüft frei, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 
streitigen Rechtsanspruchs gestatten (siehe Erwägung 4.2 hiervor). Rechtsprechungsgemäss 

 

 
 
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sind dabei an versicherungsinterne Beurteilungen – wie die vorliegenden Berichte von Dr. C.____ 
und PD Dr. D.____ – strenge Anforderungen zu stellen und bereits bei geringen Zweifeln an de-
ren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergänzende Abklärungen vorzunehmen (siehe Erwägung 
4.3 hiervor). Solche Zweifel liegen indessen nicht vor. Sowohl die versicherungsmedizinischen 
Stellungnahmen von Dr. C.____ wie auch insbesondere sein aufgrund eigener Untersuchung der 
Beschwerdeführerin erstellter Bericht erweisen sich als überzeugend und decken sich mit der 
bildgebenden Diagnostik im vorliegenden Fall. Die grosse prätibiale Wunde links sowie die aus-
geprägten Hämatome am linken Fuss sowie am Unter- und Oberschenkel links hatten sich bereits 
anlässlich des Berichts von Dr. I.____ vom 14. Dezember 2018 als abgeheilt erwiesen. Die 
röntendiagnostischen, MRT- und CT-Untersuchungen der Dres. G.____, J.____ und N.____ vom 
12. Dezember 2018, vom 15. Januar 2019 und vom 26. September 2019 haben ergeben, dass 
grundsätzlich keine Ergüsse, keine Ruptur der Syndesmosebänder und der (allerdings degene-
rativ belasteten) Tibialis posterior-Sehne und keine relevanten Knorpeldefekte sichtbar seien. Die 
Ligamenta fibulotalare anterius et posterius, tibiofibulare anterius et posterius, fibulokalkaneare, 
talokalkaneare und interosseus seien allesamt – wie auch der mediale Bandapparat und die 
Plantarfaszie – intakt. Allerdings konnten ein deutlicher Hallux valgus, eine geringgradige Arth-
rose im Grosszehengrundgelenk, eine geringe Lisfranc-Gelenks-Arthrose, eine fortgeschrittene 
Arthrose zwischen Os cuboideum und Os cuneiforme laterale respektive eine mässiggradige 
cuboidocuneiforme laterale Arhtrose mit subchondralen Geröllzysten nachgewiesen werden. Da-
mit liegen in apparativer Hinsicht keine auf das Ereignis vom 11. Mai 2018 zurückzuführende 
strukturell objektivierbaren Läsionen des Tibiofibulargelenks und der Syndesmose sowie keine 
Hinweise auf eine Arthrofibrose vor. Auch klinisch konnte eine verbleibende Verletzung der Syn-
desmose bei seitengleichem Talusvorschub und negativem Talar Tilt-Test sowie (nach anfängli-
cher Pathologie) negativem Einbeinzehenspitzstand festgestellt werden. Zu Recht weist 
PD Dr. D.____ zudem darauf hin, dass sich die Berichte von Dr. M.____ vom 8. Juli 2019 und 
vom 25. Februar 2020 widersprechen, als die Beschwerden in ersterem hauptsächlich in der Syn-
desmose verortet werden, während sie in letzterem nunmehr ihren Ursprung im Gelenk zwischen 
Os cuboideum und Os cuneiforme laterale fänden. Dr. C.____ setzt sich in seinen Stellungnah-
men und Berichten ausführlich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen die 
verschiedenen behandelnden Ärzte auseinander, geht auf die objektivierten wie auch der subjek-
tiven Beschwerden der Beschwerdeführerin ein und vermittelt so ein umfassendes Bild über de-
ren Gesundheitszustand. Die Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ist ausführlich be-
gründet und leuchtet ein. 
 
7.3.1 Die “gutacherliche“ Stellungnahme von Dr. O.____ vom 9. April 2020 erfüllt die formalen 
Anforderungen an ein orthopädisches Gutachten nicht. So folgt es weder formell noch materiell 
dem gängigen Aufbau eines solchen Gutachtens (vgl. Leitlinien für die orthopädische Begutach-
tung der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie, S. 5 ff., Ziff. 3.4) und 
eine Diskussion der ihrer Beurteilung – teilweise oder vollständig – widersprechenden Berichte 
findet nicht statt. Insbesondere fehlt es an einer eingängigen Befassung mit den Stellungnahmen 
und Berichten von Dr. C.____, wobei aus der summarischen Zusammenfassung der Vorakten 
auch nicht hervorgeht, ob diese vollständig an Dr. O.____ übersandt wurden. In diesem Sinne ist 
die Aktenbeurteilung von Dr. O.____ – unabhängig von der Betitelung des Dokuments – vielmehr 
auf der Stufe des Berichtes eines behandelnden Arztes denn eines Parteigutachtens im engeren 

 

 
 
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Sinne anzusiedeln. Die diesbezüglich geltenden Beweisrichtlinien (siehe Erwägung 4.3 hiervor) 
haben deshalb vorliegend Anwendung zu finden. 
 
7.3.2 Offen bleiben kann, ob Dr. O.____ überhaupt die notwendige Qualifikation zur gutachter-
lichen Berichterstattung aufgewiesen hätte. Anzumerken ist hierzu immerhin, dass eine begut-
achtende Person zwar nicht zwingend über eine FMH-Ausbildung verfügen muss; auch eine im 
Ausland erworbene gleichwertige Fachausbildung genügt rechtsprechungsgemäss (BGE 137 V 
245 E. 3.3.2). Allerdings obliegt es der begutachtenden Person, sich die durch die schweizerische 
Rechtsprechung gebildeten besonderen versicherungsrechtlichen und versicherungsmedizini-
schen Termini anzueignen (vgl. CHRISTIAN A. LUDWIG, Anforderungen an Gutachten – Anforde-
rungen an Gutachter, in: SAEZ 2006, S. 1035; MARCO WEISS, Der Arzt als Gutachter, in: SAEZ 
2018, S. 1464; JACQUES OLIVIER PIGUET, Commentaire romand ATSG, Dupont/Moser-Szelless 
[Hrsg.], Basel 2018, Art. 44, Rz. 13). So hat die begutachtende Person zumindest diejenigen 
Rechtsbegriffe und Verfahrensregeln zu kennen, welche für die Verwertbarkeit des Gutachtens 
entscheidend sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 8C_767/2019, E. 3.3.3, be-
sprochen in: ANDREAS TRAUB, Fachliche Qualifikationen von ärztlichen IV-Gutachtern aus dem 
In- und Ausland, in: SZS 2020, S. 198 ff.; FRANZISKA MÜLLER ET AL., Evaluation der medizinischen 
Begutachtung in der Invalidenversicherung, Bericht vom 10. August 2020 zu Handen des Gene-
ralsekretariats des Eidgenössischen Departements des Innern, S. 56). Aus der Zertifizierung in 
einem ausländischen versicherungsrechtlichen und versicherungsmedizinischen Lehrgang – wie 
vorliegend dem Zertifikat einer geprüften Gutachterin der BDC Akademie – könnte jedenfalls nicht 
ohne Weiteres eine genügende Kenntnis der hiesigen Versicherungsmedizin abgeleitet werden. 
Da jedoch nach dem Gesagten beim Bericht von Dr. O.____ vom 9. April 2020 ohnehin nicht von 
einem (Partei-)Gutachten im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts ausgegangen wer-
den kann, erübrigen sich Weiterungen zu dieser Frage. 
 
7.3.3 Auch die Rüge, wonach der Arztbericht von Dr. O.____ nachvollziehbar und schlüssig 
aufzeige, dass eine Unfallkausalität fortbestehe und damit zumindest geringe Zweifel an der Be-
richterstattung durch Dr. C.____ entstanden seien, überzeugt nicht. Vielmehr ist der Beschwer-
degegnerin und insbesondere PD Dr. D.____ dahingehend zu folgen, wonach es höchst unwahr-
scheinlich ist, dass Dr. O.____ ohne persönliche Untersuchung der Patientin eine organische 
Unfallfolge nachweisen habe können, während dies den involvierten Spezialisten trotz stattge-
fundener Untersuchungen und weiteren diagnostischen Vorkehrungen entgangen sein soll. Auch 
äussert sich Dr. O.____ lediglich in theoretischen Möglichkeiten, wonach eine Funktionsein-
schränkung durch Fibrosierung entstehen könne, eine Syndesmoseverletzung durch Verdrehung 
des Unterschenkels denkbar sei, oder eine Knöchelverstauchung auftreten könne. Damit bewegt 
sie sich jedoch höchstens im Bereich von Verdachtsdiagnosen, was für die Anerkennung einer 
Unfallfolge mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht aus-
reicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2013, 8C_454/2013, E. 6.3; vgl. auch 
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 24. November 2016, S 2016 62, E. 3.1.4, 
in: GVP 2016 S. 54). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass – nebst den im Zusammenhang 
mit Dr. M.____ bereits besprochenen Diagnosen – auch für eine überschiessende Narbenbildung 
keine bildgebenden Befunde vorliegen, welche diese bestätigen könnten. Die von Dr. O.____ 
postulierte Residuenbildung bei verzögerter Hämatomauflösung in Form von Verklebungen der 

 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Bindegewebs-Faszien erscheint unter diesem Blickwinkel ebenfalls nicht geeignet, auch nur ge-
ringe Zweifel an der Beurteilung von Dr. C.____ zu erwecken. 
 
7.4 Nach dem Gesagten ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge-
hen, dass das Ereignis vom 11. Mai 2018 lediglich zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung 
des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin geführt hat. Diese vorübergehenden Beein-
trächtigungen waren spätestens ab dem 11. Juni 2019 wieder abgeklungen, weshalb der status 
quo sine vel ante spätestens im genannten Zeitpunkt wieder erreicht war. Mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit sind somit durch das Ereignis vom 11. Mai 2018 keine Verletzungen einge-
treten, welche über den 11. Juni 2019 hinaus bestehen bleiben. 
 
8. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des 
massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so besteht kein Anlass, dem in der Beschwerde 
vom 14. April 2020 gestellten Verfahrensantrag der Versicherten zu entsprechen, wonach ein 
unabhängiges medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen sei. Der Anspruch auf rechtliches 
Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der 
Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs 
indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheb-
lich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die 
vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhalts ergeben und dieser 
demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die 
damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Recht-
sprechung zulässig (BGE 144 II 435 E. 3.1.3, 141 I 64 E. 3.3). 
 
9.1 Soweit die Beschwerdeführerin die Formel bemüht, wonach aus einer fehlenden Objek-
tivierbarkeit von Beschwerden noch nicht ohne Weiteres geschlossen werden könne, dass kein 
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis bestehe, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ab-
leiten. Die von der Beschwerdeführerin zitierte Rechtsprechung statuiert zwar tatsächlich, dass 
in gewissen Fällen trotz fehlender Objektivierbarkeit der Beschwerden eine Leistungspflicht des 
Unfallversicherers bestehen kann. Allerdings wurden in diesen Fällen die Diagnosen eines my-
ofaszialen Schmerzsyndroms (ICD-10 M79.19; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2020, 
8C_689/2019, E. 5.3) respektive eines neuropathischen autonom unterhaltenen Schmerzsyn-
droms (ICD-10 F45.4 oder R52.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2020, 
8C_254/2020, E. 4.2.2) gestellt, welche sich rechtsprechungsgemäss nicht organisch nachwei-
sen lassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 11. März 2011, 8C_918/2010, E. 4.2, respektive 
vom 16. Januar 2019, 8C_647/2018, E. 4.3.2). Für diese Fälle war deshalb der Beweis der feh-
lenden natürlichen Kausalität aufgrund fehlender Objektivierbarkeit der besagten Beschwerden 
nicht zulässig. Vielmehr war eine spezielle Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach 
den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Grundsätzen angezeigt 
(BGE 115 V 138 E. 6, 140 V 358 E. 3.2, 138 V 251 E. 4, 134 V 111 E. 2.1). Die vorliegend von 
der Beschwerdeführerin geltend gemachten Verdachts- respektive Differentialdiagnosen einer 
Syndesmoseverletzung (vgl. GWENDOLYN GOLD, Diagnostik traumatischer isolierter Syndesmo-
senverletzungen des oberen Sprunggelenks, Diss. Hamburg 2016, S. 10 ff.; STEFAN 
RAMMELT/ELISABETH MANKE, Syndesmosenverletzungen, in: Der Unfallchirurg 2018/121, S. 695 

 

 
 
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ff.), einer Arthrofibrose des Fussgelenks (vgl. JAMES M. LINKLATER/CHRIS K. FESSA, Imaging Fin-
dings in Arthrofibrosis of the Ankle and Foot, in: Seminars in Musculoskeletal Radiology 2012/16-
3, S. 188 ff.) sowie der Beeinträchtigung des distalen Tibiofibulargelenks (vgl. PAPUNA 
TSIREKIDZE, Relevanz der intraoperativen 3D-Bildgebung zur Rekonstruktion des distalen Tibio-
fibulargelenks (TFB) bei oberen Sprunggelenksverletzungen, Diss. Halle [Saale] 2019, S. 16 ff.) 
wären jedoch grundsätzlich organisch nachweisbar. Nach Distorsion des oberen Sprunggelenks 
sind bei nicht zeitgerechtem Rückgang der Beschwerden ohnehin regelmässig MRT- respektive 
CT-Untersuchungen zum Nachweis unfallkausaler Verletzungen angezeigt (vgl. ULRICH C. 
LIENER, Distorsion des oberen Sprunggelenkes, in: Trauma und Berufskrankheit 2018/20, S. 153 
ff.). Ferner sind keine Hinweise aus den medizinischen Unterlagen ersichtlich, wonach die ge-
klagten Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin allenfalls psychischer Genese wären; selbi-
ges wird auch von der Beschwerdeführerin selber nicht geltend gemacht. Vielmehr sind vorlie-
gend mässiggradige arthrotische Veränderungen zwischen Os cuboideum und Os cuneiforme 
laterale mit subchondralen Geröllzysten als (unfallfremde) Ursache für die bestehenden Be-
schwerden diagnostiziert worden, während im Grundsatzurteil, auf welches sich die oben ge-
nannte neueste Rechtsprechung stützt (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute Bundesgericht] vom 1. März 2006, U 334/2005, E. 2.3), gerade eben keine organi-
sche Ursache für die geklagten Leiden gefunden werden konnte. Damit unterscheidet sich der 
vorliegende Sachverhalt grundsätzlich von den in den angeführten Urteilen zugrundeliegenden 
Umständen, weshalb die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge fehl geht. 
 
9.2.1 Selbst wenn die spezielle Adäquanzprüfung im Zusammenhang mit psychischen Fehl-
entwicklungen vorgenommen würde, würde sich an der Situation der Beschwerdeführerin nichts 
ändern. Der Unfall der Beschwerdeführerin wäre – nach Massgabe des augenfälligen Gesche-
hensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften und im Hinblick auf die bundesgerichtliche 
Praxis (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 21. August 2019, 8C_212/2019, E. 4.2.1 und vom 
6. November 2012, 8C_398/2012, E. 5.2, in: SVR 2013 UV Nr. 3 S. 8) – höchstens im mittleren 
Bereich im engeren Sinne einzustufen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2013, 
8C_258/2013, E. 4.4.1 und vom 24. September 2013, 8C_546/2013, E. 3.2 und die dortige Ka-
suistik). Die Adäquanz eines Kausalzusammenhangs wäre somit dann zu bejahen, wenn drei der 
massgeblichen Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in ausgeprägter Weise erfüllt wären (vgl. Ur-
teile des Bundesgerichts vom 10. März 2020, 8C_627/2019, E. 5.4, vom 19. Februar 2020, 
8C_518/2019, E. 4.2, in: SVR 2020 UV Nr. 27 S. 111, und vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, 
E. 8.3, in: SVR 2019 UV Nr. 41 S. 158). 
 
9.2.2. Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit wäre 
ohne weiteres zu verneinen, da die Beschwerdeführerin bereits am 19. Juli 2018 ihre Arbeit wie-
der vollständig aufnehmen konnte. Hinsichtlich der Kriterien des schwierigen Heilungsverlaufs mit 
erheblichen Komplikationen und der ärztlichen Fehlbehandlung mit erheblicher Verschlimmerung 
der Unfallfolgen (vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_803/2017, E. 3.6 
und vom 24. Mai 2013, 8C_15/2013, E. 10) lassen sich den Akten keine Hinweise entnehmen, 
dass diese vorliegend erfüllt wären. Auch eine ungewöhnlich lange Dauer der physisch bedingten 
ärztlichen Behandlung, welche sowohl zeitlich als auch nach der Intensität dieser Behandlungen 
zu beurteilen ist (vgl. vom 19. Februar 2020, 8C_518/2019, E. 4.4.4, in: SVR 2020 UV Nr. 27 

 

 
 
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S. 112 und vom 11. November 2019, 8C_473/2019, E. 5.4), ist vorliegend nicht gegeben. Beson-
ders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls – wobei je-
dem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche noch nicht 
für die Bejahung des Kriteriums ausreicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 10. März 2020, 
8C_627/2019, E. 5.4.1 und vom 14. September 2015, 8C_134/2015, E. 5.3.2, in: SVR 2016 UV 
Nr. 21 S. 69) – lagen anamnestisch ebenfalls nicht vor. Die erlittenen Verletzungen in Form einer 
grösseren prätibialen Wunde sowie diversen Hämatomen sind denn auch nicht sonderlich schwer 
oder besonderer Art, dass sie erfahrungsgemäss geeignet wären, psychische Fehlentwicklungen 
auszulösen (vgl. die Kasuistik in BGE 140 V 360 E. 5.5.1). Auch die echtzeitliche Untersuchung 
im Krankenhaus von Y.____ ergab, dass der Unfall keine schweren Verletzungen gezeitigt hätte. 
Schliesslich wäre auch das verbleibende Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht oder 
zumindest nicht in ausgeprägter Weise als erfüllt zu betrachten, treten doch die Beschwerden 
nach den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin vor allem bei andauernder Belas-
tung wie Treppensteigen oder Bergaufgehen auf. Gerade belastungsabhängige Schmerzen gel-
ten jedoch nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung regelmässig nicht als körperliche Dauer-
schmerzen im Sinne des Adäquanzkriteriums (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. März 2018, 
8C_720/2017, E. 4.4). Wäre aber wie vorliegend kein Kriterium in der geforderten Art und Weise 
erfüllt, wäre auch im Rahmen der speziellen Adäquanzprüfung im Zusammenhang mit psychi-
schen Fehlentwicklungen eine verbleibende unfallbezogene Kausalität der verbleibenden Be-
schwerden zu verneinen. 
 
10. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin den adä-
quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 11. Mai 2018 und den über den 
11. Juni 2019 hinaus geklagten Beschwerden zu Recht verneint und deshalb die Versicherungs-
leistungen eingestellt hat. Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. März 
2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 
 
11.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Dies gilt insbesondere auch für das Verfahren betreffend Leistungen 
der obligatorischen Unfallversicherung. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kos-
ten zu erheben. 
 
11.2.1 Dem Prozessausgang entsprechend wird der Beschwerdeführerin keine Parteientschä-
digung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zugesprochen. Soweit die Beschwerdeführerin vor 
Kantonsgericht das Rechtsbegehren stellt, dass die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ihr 
die Kosten der medizinischen Expertise bei Dr. O.____ zu erstatten, dringt sie nicht durch. Grund-
sätzlich sind die Kosten für Privatgutachten im weiteren Sinne innerhalb der Parteikosten unter 
den Auslagen zu subsumieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2010, 9C_178/2010, 
E. 2, in: SVR 2011 IV Nr. 13 S. 36). Die Kosten eines Privatgutachtens im weiteren Sinne sind zu 
ersetzen, soweit dieses wesentliche sachdienliche Angaben enthält, mithin also zur Beurteilung 
der Sache von erheblichem Einfluss respektive für die Entscheidfindung unerlässlich war und 
insbesondere dem Gericht den Beizug eines gerichtlichen Gutachtens ersparte (BGE 115 V 63 
E. 5d; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2016, 9C_671/2015, E. 5 sowie Urteile des EVG 
vom 24. April 2007, I 1008/06, E. 3.1 und vom 15. Dezember 2006, I 591/06, E. 5.1; vgl. auch 

 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

SUSANNE LEUZINGER-NAEF, Bundesrechtliche Verfahrensanforderungen betreffend Verfahrens-
kosten, Parteientschädigung und unentgeltlichen Rechtsbeistand im Sozialversicherungsrecht, 
in: SZS 1991 S. 183). Dies gilt unter Umständen auch dann, wenn die versicherte Person in der 
Sache selbst unterliegt, sofern sich der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt erst aufgrund 
des Privatgutachtens schlüssig feststellen lässt und dem Unfallversicherer insoweit eine Verlet-
zung der Untersuchungspflicht vorzuwerfen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 
2013, 8C_1005/2012, E. 5.2; vgl. auch Urteile des EVG vom 14. März 2005, U 85/2004, E. 2.1, 
in: RKUV 2005 Nr. U 547 S. 221 und vom 21. Oktober 2003, U 282/2000, E. 5.1, in: RKUV 2004 
Nr. U 503 S. 186). Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahren ausdrücklich in Art. 45 
Abs. 1 ATSG festgehalten (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 
2020, Art. 45, Rz. 32). Ob ein Parteigutachten für die Entscheidfindung unerlässlich ist, liegt dabei 
im Ermessen des Gerichts (vgl. CRISTINA SCHIAVI, Basler Kommentar ATSG, Frésard-Fel-
lay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basel 2020, Art. 45, Rz. 6). 
 
11.2.2 Die “gutachterliche“ Stellungnahme von Dr. O.____ hat vorliegend keine neuen, uner-
lässlichen Angaben enthalten, welche dem Gericht den Beizug eines gerichtlichen Gutachtens 
erspart hätten. Grundsätzlich hat Dr. O.____ lediglich mehrere Hypothesen dargelegt, welche 
mangels persönlicher Untersuchung der Patientin oder entsprechender bildgebender Diagnostik 
nicht von ihr verifiziert wurden. Auch das reine Referenzieren ausgewählter früherer Rapporte 
und Diagnosen von Berufskolleginnen und -kollegen ohne Diskussion der entgegenstehenden 
Berichte erfüllt offensichtlich nicht die Anforderung an die massgebende Bedeutung, die einem 
Arztbericht zukommen muss, um als unerlässlich für die Entscheidfindung angesehen zu werden. 
Damit wären der Beschwerdeführerin im Falle des Obsiegens keine Erstattung der hierdurch ent-
standenen Kosten zuzusprechen gewesen. Auch die Zusprache einer Entschädigung im Falle 
des Unterliegens ist vorliegend nicht angezeigt, da der Sachverhalt sich auch ohne den Bericht 
von Dr. O.____ schlüssig darstellt und der Beschwerdegegnerin gerade keine Verletzung der 
Untersuchungspflicht vorgeworfen werden kann (siehe Erwägungen 6.3 und 8 hiervor). Das Be-
gehren der Beschwerdeführerin auf Ersatz der aus dem Parteigutachten entstandenen Kosten ist 
deshalb abzuweisen.  

 

 
 
Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht