# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42f31f01-0853-5f90-b385-f4cb89f8d4cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 E-5182/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5182-2009_2012-01-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5182/2009

U r t e i l   v om   2 7 .   J a nua r   2 0 1 2  

Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz),
Richter Kurt Gysi, Richterin Gabriela Freihofer,   
Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis.

Parteien A._______ und ihre Kinder B._______, C._______ und 
D._______, Sri Lanka, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 3. Juli 2009 / N_______.

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Sachverhalt:

A.  
Die  Beschwerdeführerin  gelangte mit  Schreiben  vom  25.  April  2008  an 
die Schweizerische Botschaft in Colombo und suchte für sich und ihre drei 
Kinder um Asyl nach. Sie  führte dazu aus,  ihr Ehemann habe das Land 
zwei Jahre zuvor verlassen müssen; er habe als  (…) gearbeitet und sei 
aufgrund  der  zunehmenden  Gewalt  an  Leib  und  Leben  gefährdet 
gewesen. Sie machte weiter geltend, am (…) 2008 hätten Polizisten sie 
zu Hause aufgesucht und nach ihrem Ehemann gefragt. Sie hätten ihn im 
Zusammenhang  mit  einer  Person  namens  E._______  befragen  wollen, 
die unter dem  "Prevention of Terrorism Act"  festgenommen worden sei. 
An seiner Stelle hätten sie  zunächst die Beschwerdeführerin als Zeugin 
ins  (…) Camp mitnehmen wollen,  dann  aber  davon  abgesehen,  als  sie 
ihnen  gesagt  habe,  dass  sie  nichts  über  E._______  wisse  und  ihr 
Ehemann zwei Jahre zuvor in die Schweiz ausgereist sei. Ihrem Gesuch 
legte  sie  ein  fremdsprachiges  Dokument  in  Kopie  bei  –  gemäss  der 
ebenfalls eingereichten Übersetzung ins Englische eine Vorladung der Sri 
Lanka Police, (…), datierend vom (…) 2008 und lautend auf F._______, 
der am (…) 2008 um 9 Uhr zur Zeugenaussage in der Sache E._______ 
im (…) Camp zu erscheinen habe.

B. 
B.a Mit Schreiben vom 7. Mai 2008 forderte die Schweizerische Botschaft 
in Colombo die Beschwerdeführerin auf, detailliert zu begründen, weshalb 
sie Sri Lanka verlassen wolle.

B.b  In  ihrer  Eingabe  vom  17.  Mai  2008  führte  die  Beschwerdeführerin 
aus,  sie  sei  bereits  vor  dem  Ereignis  vom  (…)  2008  von  Polizisten 
belästigt worden, nämlich am (…) und  (…) 2006 sowie am (…) und am 
(…) 2007, jeweils wegen ihres Ehemannes, der für eine NGO gearbeitet 
und aufgrund seiner Gefährdung das Land verlassen habe. Sie habe sich 
infolge der Bedrohungen an die Human Rights Commission of Sri Lanka 
(HRC)  und  das  Internationale  Komitee  für  das  Rote  Kreuz  gewandt. 
Aufgrund  ihrer  tamilischen  Ethnie  und  Herkunft  aus  dem  Osten  Sri 
Lankas seien sie und ihre Kinder im ganzen Land gefährdet. Schliesslich 
fügte sie an,  im Jahre 1989 durch Schüsse verletzt worden zu sein. Mit 
der Eingabe wurden diverse Identitätsdokumente und die Bestätigung der 
Registrierung einer Klage seitens der HRC vom (…) 2008, alles in Kopie, 
eingereicht.

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C. 
Mit  Notiz  vom  24.  Juni  2008  überwies  die  Schweizerische  Botschaft  in 
Colombo die Eingaben der Beschwerdeführerin dem BFM zur Prüfung.

D. 
In  ihren  Schreiben  an  die  Botschaft  vom  24.  Juli,  7.  Oktober  und  22. 
Dezember  2008  suchte  die Beschwerdeführerin  um  rasche Behandlung 
ihres Gesuches  nach;  Entführungen  und  Tötungen  in  G._______  seien 
häufig, man  fordere Geld von  ihr und sie werde bedroht.  Inzwischen sei 
ihr  Ehemann  in  der  Schweiz  vorläufig  aufgenommen  worden,  und  sie 
ersuche darum, mit ihren Kindern möglichst rasch zu ihm in die Schweiz 
reisen zu können.  Ihren Eingaben  legte sie ein Unterstützungsschreiben 
eines  Rechtsanwalts  aus  G._______  vom  16.  Juli  2008  und  ein 
Bestätigungsschreiben der HRC vom 27. November 2008 bei.

In  einem  weiteren  Schreiben  vom  18.  März  2009  führte  die 
Beschwerdeführerin  aus,  am  11.  Februar  2009  habe  sich  eine 
unbekannte Person  telefonisch nach  ihrem Ehemann erkundigt und von 
ihr  Geld  gefordert.  Für  den  Fall,  dass  sie  der  Forderung  nicht 
nachkomme,  habe  man  ihr  mit  einem  Bombenattentat  und  Entführung 
gedroht.  Am  25.  Februar  2009  habe  sie  erneut  einen  solchen  Anruf 
erhalten, und nachdem sie geantwortet habe, dass sie nicht so viel Geld 
besitze, sei sie beschimpft und mit weiteren Anrufen bedroht worden. Sie 
befürchte das Schlimmste, zumal drei Tage zuvor in G._______ ein Kind 
entführt  und,  als  die  Eltern  den  Geldforderungen  nicht  nachgekommen 
seien, umgebracht worden sei.

E. 
Mit  Schreiben  vom  22.  April  2009  gab  das  BFM  der  Schweizerischen 
Botschaft  in  Colombo  Einsicht  in  die  Akten  des  Ehemannes  der 
Beschwerdeführerin und bat, diese zu befragen.

F. 
Am  (…)  2009  wurde  die  Beschwerdeführerin  auf  der  Schweizerischen 
Vertretung  in  Colombo  zu  ihren  Ausreisegründen  angehört  (Protokoll: 
B13).  Sie  machte  geltend,  1989  sei  ihre  Mutter  von  Mitgliedern  der  
Eelam  People's  Democratic  Party  (EPDP)  erschossen  und  sie  selbst 
durch  Schüsse  verletzt  worden.  Seit  2006  werde  sie  von  Angehörigen 
unbekannter  Gruppierungen  bedroht.  Im  Oktober  2007  seien  zwei 
unbekannte Personen zu ihr nach Hause gekommen, hätten nach ihrem 
Ehemann gefragt und das Haus durchsucht;  sie hätten sie angewiesen, 

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niemandem von ihrem Kommen zu erzählen. Aufgrund der Geschehnisse 
von  1989  gehe  sie  davon  aus,  dass  die Urheber wiederum Angehörige 
der  EPDP  gewesen  seien, möglicherweise  auch Anhänger  der  Karuna­
Gruppe,  jedenfalls  arbeiteten  sie  mit  der  sri­lankischen  Regierung 
zusammen. Im Februar 2009 hätten unbekannte Personen sie telefonisch 
aufgefordert, eine Summe von – umgerechnet – Fr. 3000.− zu zahlen. Für 
den  Fall,  dass  sie  der  Forderung  nicht  nachkomme,  habe  man  ihr 
gedroht, eine Bombe zu legen oder sie und ihre Kinder zu entführen. Sie 
habe  der  Person  gesagt,  dass  sie  nicht  über  einen  solchen  Betrag 
verfüge; später sei sie nochmals auf die gleiche Weise bedroht worden.

Die  Beschwerdeführerin  machte  weiter  geltend,  auch  von  srilankischen 
Sicherheitskräften  belästigt  worden  zu  sein.  Am  (…)  2008  hätten 
Angehörige der  (…) Police Station sie aufgesucht und sie anstelle  ihres 
Ehegatten  als  Zeugin  ins  (…)  Camp  mitnehmen  wollen.  Sie  habe  sich 
geweigert mitzugehen und sich an das HRC in G._______ gewandt, das 
gegenüber  den  Polizisten  bestätigt  habe,  dass  sie  nichts  mit  den 
Häftlingen  zu  tun  habe,  in  deren  Zusammenhang  ihr  Ehemann  hätte 
befragt werden sollen. Einen Monat  später  seien wieder  zwei Polizisten 
zu  ihr nach Hause gekommen, hätten sich als Angehörige des Criminal 
Investigation  Department  (CID)  ausgewiesen  und  ihr  auf  grobe  Art  und 
Weise Vorwürfe gemacht, weil sie sich ans HRC gewandt habe. 

Zu ihren Lebensverhältnissen führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei 
in  H._______  geboren,  wo  sich  noch  ihr  Vater,  ein  Bruder  und  eine 
Schwester  mit  ihren  Familien  aufhielten.  In  Jaffna  wohnten  weitere 
Verwandte; und sie selbst  lebe seit 14 Jahren in G._______, zusammen 
mit  ihren  drei  Kindern,  ihrer  Neffen  und  Nichten  und  ihrer 
Schwiegermutter.  Ebenfalls  in  G._______  lebe  eine  weitere  Schwester 
mit  ihrer  Familie.  Sie  gehe  keiner  Erwerbstätigkeit  nach,  sondern 
bestreite den Lebensunterhalt aus der Unterstützung, die ihr Ehemann ihr 
aus der Schweiz zukommen lasse.

F.a Mit Begleitschreiben, in welchem sich die Verfasserin abschätzig über 
die Erscheinung und das Verhalten der Beschwerdeführerin äusserte und 
sie  namentlich  als  unglaubwürdig  bezeichnete,  überwies  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo das Protokoll der Befragung vom 4. 
Juni 2009 am selben Tag dem BFM zur abschliessenden Beurteilung.

G. 
Mit  Schreiben  vom  5.  Juni  2009  stellte  die  Beschwerdeführerin  der 

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Schweizerischen  Vertretung  in  Colombo  eine  Kopie  des  Reisepasses 
ihres Ehemannes zu und bat um förderliche Behandlung ihres Gesuches.

H. 
Mit  Verfügung  vom  3. Juli  2009  lehnte  das  BFM  die  Gesuche  der 
Beschwerdeführerin um Einreise  in die Schweiz und um Asylgewährung 
ab.

Zur Begründung führte es aus, behördliche Nachforschungen, wie sie die 
Beschwerdeführerin  für  den  (…)  2008  geltend mache,  stellten  aufgrund 
der geringen Eingriffsintensität keine ernsthaften Nachteile  im Sinne des 
Asylgesetzes dar. Aus den Akten gehe zudem hervor, dass sie seit über 
einem Jahr von Seiten der sri­lankischen Behörden keine Schwierigkeiten 
mehr  gehabt  habe;  ausserdem  sei  sie  am  3.  Juni  2009  problemlos mit 
dem Zug  von G._______  nach Colombo  gelangt,  was  zweifellos  gegen 
ein  Verfolgungsinteresse  der  Behörden  an  ihr  spreche.  Demzufolge 
bestehe  auch  kein  Grund  zur  Annahme,  sie  werde  in  Zukunft 
behördlicherseits  von  Schwierigkeiten  betroffen  sein,  die  für  die 
Bewilligung  einer  Einreise  in  die  Schweiz  relevant  sein  könnten.  Die 
geltend  gemachten  Belästigungen  seitens  unbekannter  Gruppierungen 
beziehungsweise der EPDP in den Jahren 2006 und 2007 stellten keine 
ernsthaften Nachteile dar, zumal die Ereignisse weit zurücklägen. Ebenso 
wenig bedinge der Telefonanruf eines Unbekannten im Frühjahr 2009 die 
Schutzgewährung  durch  die  Schweiz;  die  Beschwerdeführerin  habe 
vielmehr  die  Möglichkeit,  sich  in  ihrem  Heimatland  gegen  derartige 
Belästigungen  zur  Wehr  zu  setzen.  Die  eingereichten  Unterlagen 
vermöchten nichts daran zu ändern, dass ihre Vorbringen keine Relevanz 
hinsichtlich  einer  allfälligen  Einreisebewilligung  besässen,  weshalb  die 
Frage  der  Glaubhaftigkeit  offen  gelassen  werden  könne.  Im  Übrigen 
berechtige der Status ihres Ehemannes (vorläufige Aufnahme) nicht zum 
Familiennachzug, weshalb die Einreise  in die Schweiz auch aus diesem 
Grund zu verweigern sei.

Die  Schweizerische  Vertretung  in  Colombo  leitete  diese  Verfügung  mit 
Begleitschreiben vom 17. Juli 2009 an die Beschwerdeführerin weiter.

I. 
I.a.  Mit Eingabe vom 7. August 2009 gelangte die Beschwerdeführerin an 
die Schweizerische Botschaft in Colombo und rekurrierte gegen die BFM­
Verfügung  vom  3.  Juli  2009;  sie  beantragte  sinngemäss  deren 
Aufhebung,  die  Bewilligung  zur  Einreise  in  die  Schweiz  und  die 

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Asylerteilung. Zur Begründung machte  sie  im Wesentlichen geltend,  sie 
habe sich wegen der Drohungen zeitweise bei Verwandten und Freunden 
aufgehalten,  auch wenn  sie  die Eingaben an die Schweizer Botschaft – 
der  Erreichbarkeit  wegen  –  stets  mit  dem  gleichen  Absender  versehen 
habe.  Sie  sei  absichtlich  mit  dem  Zug  nach  Colombo  gereist,  weil  sie 
davon  ausgegangen  sei,  wegen  der  vielen  Passagiere  viel  weniger 
gefährdet  zu  sein  als  in  einem  kleinen  Bus.  Im  Übrigen  würden  die 
Belästigungen  andauern;  nach  ihrer  Rückkehr  aus  Colombo  habe  sie 
erneut  nächtliche  Telefonanrufe  erhalten.  Man  habe  sie  nach  dem 
Aufenthaltsort  ihres  Ehegatten  gefragt  und  Geld  von  ihr  gefordert.  Ihr 
Sohn  E._______  sei  am  27.  Juni  2009  von  unbekannten  Personen 
entführt,  nach  seinem  Vater  gefragt  und  nach  einigen  Stunden 
freigelassen worden. 

I.b.  Die  Botschaft  überwies  die  Beschwerde  mit  Schreiben  vom  18. 
August  2009  an  das  Bundesverwaltungsgericht.  Dieses  bestätigte  mit 
Zwischenverfügung vom 26. August 2009 den Eingang der Beschwerde.

J. 
Mit Eingaben vom 10. Oktober 2010 und vom 27. August 2011 teilte die 
Beschwerdeführerin  mit,  sie  habe  mit  ihrer  Familie  den  Aufenthaltsort 
gewechselt  wegen  der  ständigen  Belästigungen.  Unbekannte  Personen 
würden Minderheiten,  insbesondere Frauen, angreifen. Die Situation sei 
für  sie  als  alleinstehende  Mutter  sehr  schwierig,  weshalb  sie  bitte,  mit 
ihrem Mann in der Schweiz zusammenleben zu können.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört  zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG  liegt nicht 
vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des 
Asylrechts  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  (Art. 105  des 

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Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.2  Die  angefochtene  Verfügung  wurde  der  Beschwerdeführerin 
frühestens  am  17.  Juli  2009  (vgl.  so  datiertes  Begleitschreiben) 
weitergeleitet.  Die  Beschwerde  vom  7.  August  2009  ging  dann  laut 
entsprechendem  Eingangsstempel  am  11.  August  2009  bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Colombo ein. Damit ist die Beschwerdefrist 
offensichtlich  gewahrt;  die  Rechtsmitteleingabe  entspricht  auch  den 
einschlägigen  Formvorschriften  (Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 37  VGG 
i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene 
Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an 
deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  sie  ist  daher  zur 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 
die Beschwerde wird einzutreten.

Das  BFM  hat  die  angefochtene  Verfügung  einzig  an  die 
Beschwerdeführerin adressiert. Diese hat  jedoch  ihre – damals alle noch 
minderjährigen – Kinder von Beginn an in ihr Asylgesuch eingeschlossen. 
Diese  sind  mithin,  soweit  im  Zeitpunkt  des  Beschwerdeentscheides 
immer  noch  minderjährig,  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren 
ebenfalls legitimiert. 

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1  Wird  im  Ausland  ein  Asylgesuch  gestellt,  so  überweist  die 
schweizerische  Vertretung  das  Asylgesuch  mit  einem  Bericht  dem 
Bundesamt. Dieses bewilligt Asylsuchenden die Einreise  in die Schweiz 
zur  Abklärung  des  Sachverhalts,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, am Wohnsitz­ oder Aufenthaltsort zu bleiben oder in einen anderen 
Staat auszureisen (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein Verbleib am 
Wohnsitz­  oder Aufenthaltsort  namentlich  dann, wenn die  asylsuchende 
Person  schutzbedürftig  ist.  Schutzbedürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes 
sind  Personen,  die  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  gefährdet  sind,  also  in 

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ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie wohnen, wegen ihrer Rasse, 
Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 
oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen 
ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen 
ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die 
Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen.

3.2  Die  Einreisebewilligung  kann  einer  gesuchstellenden  Person 
entweder  im  Hinblick  auf  eine  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
und  die  Asylgewährung  oder  im  Hinblick  auf  die  Abklärung  des 
Sachverhaltes erteilt werden. Wird die Erteilung einer Einreisebewilligung 
verweigert, weil die gesuchstellende Person keine Gefährdung  im Sinne 
von Art. 3 und  7  AsylG  darzutun  vermochte  oder  ihr  zugemutet  werden 
kann,  einen  Drittstaat  um  Schutz  zu  ersuchen,  kann  das  BFM  mit  der 
Verweigerung der Einreisebewilligung das Asylgesuch materiell ablehnen 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 12 E. 7 mit Hinweis).

3.3    Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit 
der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe 
zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen 
Eingliederungsmöglichkeiten  in  der  Schweiz  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl. 
BVGE 2011/10 E. 3.3 mit Hinweisen).

4. 
4.1.   Ausschlaggebend  für die Erteilung der Einreisebewilligung  ist nach 
dem Gesagten zunächst die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Person, 
mithin  die  Prüfung  der  Frage,  ob  eine Gefährdung  im Sinne  von  Art.  3 
AsylG glaubhaft gemacht wurde (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3). 

Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  erfüllt  eine  asylsuchende  Person  die 
Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG – beziehungsweise  ist, 
wenn  sie  sich  im  Ausland  aufhält,  in  diesem  Sinne  schutzbedürftig  –, 
wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und  in absehbarer Zukunft 
mit  gutem Grund  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  befürchten muss, 

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die  ihr  gezielt  und  aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive  zugefügt  zu 
werden  drohen  und  vor  denen  sie  keinen  ausreichenden  staatlichen 
Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f., 2008/4 E. 5.2 jeweils 
mit weiteren Hinweisen).

4.2.  Das  BFM  hat  die  Frage  der  Glaubhaftigkeit  der  von  der 
Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  Vorbringen  offengelassen. 
Tatsächlich  erübrigt  sich  aufgrund  der  nachfolgenden Erwägungen  eine 
abschliessende Prüfung.  In Anbetracht  von  im Befragungsprotokoll  vom 
4.  Juni  2009  (B13)  enthaltenen  unnötigen  und  zynischen Bemerkungen 
seitens der befragenden Person und dem  in ebensolcher Art  verfassten 
Bericht vom selben Datum, den die Schweizerische Botschaft in Colombo 
ans  BFM  überwies,  wird  der  guten  Ordnung  halber  hier  festgehalten, 
dass  das Bundesverwaltungsgericht  seinerseits  keinen Anlass  sieht,  an 
der  persönlichen  Glaubwürdigkeit  der  Beschwerdeführerin  zu  zweifeln, 
zumal sie ihre und die Identität ihrer Kinder offengelegt hat, ihre Angaben 
weitgehend  stimmig  ausgefallen  sind  und  ihre  Ausführungen  sich  ohne 
Weiteres mit  jenen ihres Ehegatten in seinem Asylverfahren vereinbaren 
lassen  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­6079/2006 vom 21. 
Dezember 2011).

4.3.  Das  BFM  erachtete  in  der  angefochtenen  Verfügung  die 
Schutzbedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  im  Sinne  der 
massgeblichen  Bestimmung  nicht  als  gegeben.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  kommt  aus  folgenden  Gründen  zum  selben 
Schluss: 

4.3.1. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Belästigungen 
und Drohungen sind zwar nicht zu verniedlichen, das BFM qualifiziert sie 
aber zutreffend mangels Intensität nicht als ernsthafte Nachteile im Sinne 
von  Art.3  AsylG.  Das  gilt  ebenso  für  die  auf  Beschwerdestufe  geltend 
gemachten  weiteren  Übergriffe  wie  etwa  die  anonymen  Telefonanrufe, 
mit  welchen  man  von  der  Beschwerdeführerin  unter  Drohungen  Geld 
gefordert habe, und für die Entführung von D._______. Diesbezüglich ist 
festzuhalten, dass dessen Entführung nur einige Stunden gedauert habe 
und  offenbar  nicht  mit  Misshandlungen  verbunden  gewesen  ist.  Die 
geltend gemachten Belästigungen gereichen schliesslich auch insgesamt 
nicht zur Annahme eines "unerträglichen psychischen Druckes" im Sinne 
von Art. 3 Abs. 2 AsylG. Die Anforderungen an einen solchen Druck sind 
hoch; er  ist erst dann anzunehmen, wenn die Betroffenen aus objektiver 
Sicht aufgrund der Benachteiligungen einem so starken Druck ausgesetzt 

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sind,  dass  ein  menschenwürdiges  Leben  verunmöglicht  oder  in 
unzumutbarer  Weise  erschwert  wird  und  eine  derart  unerträgliche 
psychische Belastung darstellt, dass sie sich nur durch Flucht ins Ausland 
entziehen  können  (vgl.  BVGE  2010/28  E.  3.3.1.1 mit  Hinweisen).  Auch 
wenn  die  Beschwerdeführenden  sich  laut  ihren  Angaben  zeitweise  bei 
Verwandten  oder  Freunden  aufgehalten  haben  –  laut  zwei  im  Rahmen 
des  Beschwerdeverfahrens  des  Ehemannes  eingereichten 
Bestätigungsschreiben vom November 2011 leben sie nun wieder an der 
ursprünglichen  Adresse  –,  lag  und  liegt  hier  eine  solchermassen 
umschriebene Situation nicht vor. Dazu  fehlt es sowohl an der Schwere 
der einzelnen Eingriffe als auch an deren Häufigkeit. Bezeichnenderweise 
scheinen  die  Kinder,  Neffen  und  Nichten  der  Beschwerdeführerin  auch 
ihre  Ausbildung  wahrnehmen  zu  können  (jedenfalls  im  Zeitpunkt  der 
Befragung, (…) 2009, B13 S. 8).

Die  von  der  Beschwerdeführerin  erwähnten  Ereignisse  aus  dem  Jahr 
1989  fallen  im Hinblick  auf  eine  aktuelle  Schutzbedürftigkeit  nicht mehr 
ins  Gewicht.  Die  Beschwerdeführerin  selbst  leitet  daraus  nichts 
Entscheidendes ab, sondern zieht sie nur heran, um zu erklären, weshalb 
sie annahm, bei den unbekannten Personen, die sie belästigten, hätte es 
sich  um  Angehörige  der  damals  verantwortlichen  EPDP  gehandelt.  Im 
Übrigen  führt  sie  alle  Belästigungen,  die  sie  und  ihre  Familie  seit  der 
Ausreise des Ehemannes und Vaters betroffen hätten – abgesehen von 
der  nicht  weiter  präzisierten  Bemerkung  in  der  jüngsten  Eingabe,  die 
Minderheiten,  darunter  insbesondere  die  Frauen,  würden  von 
unbekannten Personen angegriffen – auf die Nachforschungen nach ihm 
zurück.

4.3.2.  Nachdem  die  Beschwerdeführenden  ihre  eigene  Gefährdung  im 
Wesentlichen  auf  jene  ihres  Ehemannes  beziehungsweise  Vaters 
zurückführen, fällt schliesslich entscheidend gegen ihre geltend gemachte 
Schutzbedürftigkeit  ins  Gewicht,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in 
Bezug auf den Ehemann jüngst zum Schluss gekommen ist, dieser sei im 
heutigen  Zeitpunkt  in  Sri  Lanka  nicht  in  asylrechtlich  relevanter  Weise 
gefährdet (vgl. E. 7.4.1 und 7.4.2 seines Urteils). Seit der Beendigung des 
militärischen Konflikts zwischen der sri­lankischen Armee und den LTTE 
ist  abschliessend  ganz  allgemein  auf  die  erheblich  verbesserte  Lage  in 
Sri Lanka hinzuweisen, wobei nicht übersehen wird, dass sich das Land 
noch  in  einem  Entwicklungsprozess  befindet.  Zu  diesem  Schluss  kam 
das Bundesverwaltungsgericht in einer umfassenden Analyse der Lage in 
Sri  Lanka,  die  es  im  vergangenen  Herbst  im  Rahmen  eines  Urteils 

http://www.ark-cra.ch/emark/2000/17.htm#158

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vorgenommen hat;  insbesondere die Sicherheitslage habe sich nach der 
militärischen  Vernichtung  der  LTTE  im  Frühjahr  2009  in  bedeutsamer 
Weise stabilisiert (BVGE E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011). 

4.3.3.  Insgesamt  erfüllen  die  Beschwerdeführenden  die  Anforderungen 
an  die  Schutzbedürftigkeit  im  Sinne  der  massgeblichen  Bestimmungen 
bereits deshalb nicht, weil sie weder bisher ernsthafte Nachteile im Sinne 
von Art. 3 AsylG erlitten, noch solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
und  in absehbarer Zukunft zu befürchten haben. Damit erübrigt es sich, 
auf die weiteren Ausführungen  in den Eingaben der Beschwerdeführerin 
und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen. 

4.4. Das BFM erwog  in der angefochtenen Verfügung schliesslich, auch 
unter  dem  Aspekt  einer  Familienzusammenführung  könne  der 
Beschwerdeführerin  keine  Einreisebewilligung  erteilt  werden,  da  sein 
Aufenthalt  mit  dem  Status  eines  vorläufig  Aufgenommenen  nicht  zu 
einem Familiennachzug berechtige. 

Diesbezüglich  ist  allerdings  ausdrücklich  festzuhalten,  dass  entgegen 
dieser Erwägung der Status des Ehemannes der Beschwerdeführerin als 
vorläufig  aufgenommene Person  nach Schweizer Recht  unter  gewissen 
Voraussetzungen  sehr  wohl  einen  Familiennachzug  des  Ehegatten  und 
der  ledigen  Kinder  unter  18  ermöglicht  (vgl.  Art.  85  Abs.  7  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer  [AuG,  SR  142.20]),  wobei  namentlich  eine  dreijährige 
Aufenthaltsdauer  nach  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  gegeben 
sein  muss.  Nachdem  dieses  Zeiterfordernis  mittlerweile  erfüllt  ist  –  der 
Ehemann  der  Beschwerdeführerin  wurde  am  18.  März  2008  vorläufig 
aufgenommen  –  wäre  ein  allenfalls  von  ihm  einzureichendes 
entsprechendes Gesuch vom BFM unter diesem Aspekt zu prüfen. 

4.5. Zusammenfassend  hat  das BFM  zu Recht  der  Beschwerdeführerin 
die Bewilligung der Einreise in die Schweiz verweigert und ihr Asylgesuch 
abgewiesen. 

5. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

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6. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die zu erhebenden Kosten  im 
Umfang von Fr. 600.−  (Art. 1  ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.− werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  die  Schweizerische 
Vertretung in Colombo und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Stöckli Esther Karpathakis

Versand:

 

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Zustellung erfolgt an:

– die  Beschwerdeführenden,  durch  Vermittlung  der  Schweizerischen 
Vertretung  in  Colombo,  Srik  Lanka  (per  EDA­Kurier;  Beilage: 
Einzahlungsschein)

– die Schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka mit der Bitte um 
Eröffnung  des  Urteils  an  die  Beschwerdeführenden  und  um 
Zustellung  der  beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das 
Bundesverwaltungsgericht (Ref.­Nr. 131.41 COF/KTS 8128 (in Kopie)

– das BFM, Asyl und Rückkehr, Zentrale Verfahren und Rückkehr, mit 
den Akten N_______ (in Kopie)