# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f0f1223-ca27-56d2-b8ce-dd786ca754d4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 17.05.2016 R 2015 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2015-67_2016-05-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 15 67

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
RichterIn Audétat, Moser 

Aktuar ad hoc Braunschweiler

URTEIL

vom 17. Mai 2016

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp,

Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Jeannette Fischer, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

- 2 -

1. A._____ ist Eigentümerin des Maiensässes auf Parzelle 1733 auf der 

"B._____" in der Gemeinde X._____. Die Parzelle liegt in der Landwirt-

schaftszone, nicht aber in einer Erhaltungszone.

2. Am 11. August 2014 fragte A._____s Ehemann den Baufachchef der 

Gemeinde X._____, C._____, an, ob eine Neueindeckung des Maiensäs-

ses mit einem Prefa-Dach, im Farbton angepasst, möglich sei. C._____ 

antwortete am 12. August 2014, dass die Gemeinde Tonziegel anstelle 

eines Prefa-Daches bevorzugen würde. In der Vergangenheit seien in der 

Gemeinde keine Prefa-Dächer bewilligt worden.

3. Am 18. August 2014 reichte A._____ bei der Gemeinde ein Baugesuch im 

Zusammenhang mit der Neueindeckung ihres Maiensässes auf Parzelle 

1733 ein. Mit Schreiben vom 29. August 2014 bestätigte C._____, dass 

ein Prefa-Dach nicht bewilligt werden könne. Mit Hinblick auf eine optima-

le Integration der ebenfalls geplanten Solarkollektoren empfehle die Ge-

meinde eine Neueindeckung mit einem anthrazitfarbenen Eternitdach. 

Das Baugesuch sei unvollständig und könne nicht beurteilt werden, wes-

halb es zur Bereinigung und Vervollständigung retourniert wurde.

4. A._____ reichte am 7. April 2015 bei der Gemeinde ein Baugesuch be-

treffend die Neueindeckung ihrer Maiensässbaute und den Aufbau eines 

Solarpanels ein. Das bestehende rote Ziegeldach soll durch ein Alumini-

umdach in der Farbe steingrau (Prefa-Dach) ersetzt werden. Die Gesuch-

stellerin führte aus, dass ihr die Gemeinde zwar mit Schreiben vom 

29. August 2014 bereits mitgeteilt habe, dass sie bis anhin keine Prefa-

Dächer bewilligt habe; dies entspreche aber nicht der Realität. Zudem 

verwies A._____ auf diverse Vorteile, die ein Prefa-Dach bieten würde. 

Auf einer Höhe von 1'500 m.ü.M., auf welcher ihr Maiensäss liege, wäre 

das Prefa-Dach einem Eternitdach überlegen. Das Baugesuch wurde vom 

17. April bis 7. Mai 2015 öffentlich aufgelegt.

- 3 -

5. Das Amt für Raumentwicklung (ARE) bestätigte mit Schreiben vom 

18. Juni 2015 gegenüber dem Gemeindevorstand, wie bereits mit E-Mail 

vom 28. April 2015 angekündigt, die Retournierung der Gesuchsunterla-

gen. Für das Bauvorhaben sei keine Bewilligung für das Bauen ausser-

halb der Bauzone (BAB) notwendig. Es genüge das kommunale Melde-

verfahren.

6. Am 30. Juni, mitgeteilt am 3. Juli 2015, bewilligte der Gemeindevorstand 

das Bauvorhaben. Indessen verfügte er unter Ziffer 5 der Baubewilligung, 

dass die Dacheindeckung keine Blendungen verursachen dürfe. Es seien 

Ziegel oder Eternitplatten zu verwenden, wobei ein Prefa-Dach nicht be-

willigt werde. Unter Ziffer 6 der Baubewilligung wurde zudem festgehal-

ten, dass die Dachfarbe dunkel sein müsse und keine hellroten Ziegel 

verwendet werden dürften.

7. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 27. Juli 

2015 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte unter anderem die Aufhebung von Ziffer 5 der Verfügung 

vom 3. Juli 2015 und die Bewilligung eines Prefa-Daches gemäss Bauge-

such vom 7. April 2015. Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen aus, dass auf dem Gemeindegebiet (auf "D._____" und 

"E._____") bereits Prefa-Dächer erstellt worden seien, welche die Bau-

behörde wohl auch bewilligt habe. Zudem verletze die Gemeinde mit ihrer 

rudimentären Begründung das rechtliche Gehör. Weiter verletze Ziffer 5 

der Baubewilligung das Verhältnismässigkeitsgebot sowie das Willkürver-

bot und das Gleichbehandlungsgebot, da der Unterschied zwischen Prefa 

und Eternit kaum auszumachen sei und keine Gründe für die Unterschei-

dung dieser Baumaterialien vorlägen. Durch das mangelnde öffentliche 

Interesse an dieser Auslegung des kommunalen Baurechts durch die 

Gemeinde und der fehlenden Verhältnismässigkeit werde zudem die Ei-

gentumsgarantie in unzulässiger Weise eingeschränkt.

- 4 -

8. In ihrer Vernehmlassung vom 21. September 2015 beantragte die Ge-

meinde (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Be-

schwerde. Gemäss ihren Ausführungen habe sie kein Baugesuch bewil-

ligt, welches die Erstellung eines Prefa-Daches zum Gegenstand gehabt 

hätte. Die Prefa-Dächer auf "D._____" seien ohne Baubewilligung erstellt 

worden. Nachdem die Beschwerdegegnerin den fehlbaren Bauherren 

darauf hingewiesen habe, habe dieser das Prefa-Dach durch Ziegel er-

setzt. Von einem Prefa-Dach auf "E._____" habe die Beschwerdegegne-

rin vor dem Beschwerdeverfahren nichts gewusst. Auch liessen sich bei 

ihr keine Unterlagen betreffend eine neue Dacheindeckung auf "E._____" 

finden. Aufgrund seiner "technischen" Wirkung würde ein Prefa-Dach 

nicht in die Umgebung passen. Betreffend das rechtliche Gehör führte die 

Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass sie bereits vor Baube-

willigungserteilung explizit zum Ausdruck gebracht habe, dass sie Prefa-

Dächer nicht als ortsüblich betrachte und dementsprechend auch nicht 

bewilligen werde. So seien auch die Denkmalpflege des Kantons 

Graubünden (nachfolgend Denkmalpflege) am 19. August 2015 und der 

Bauberater der Gemeinde X._____ am 21. August 2015 zum Schluss ge-

langt, dass ein Prefa-Dach am fraglichen Ort die falsche Wahl darstellen 

würde. Ferner sei die Eigentumsgarantie nicht verletzt, da eine rechtliche 

Grundlage vorliege und das öffentliche Interesse wie auch die Verhält-

nismässigkeit eingehalten worden seien.

9. In ihrer Replik vom 29. Oktober 2015 hielt die Beschwerdeführerin an 

ihren Anträgen fest. Betreffend das Prefa-Dach der Maiensässbaute auf 

"E._____" präzisiert sie, dass deren Eigentümer, F._____, ein solches 

bewilligt worden sei. Die Bauabnahme sei 2004 durch den heutigen Bau-

fachchef, C._____, erfolgt. Die Ausführungen des Bauberaters und der 

Denkmalpflege, wonach ein Prefa-Dach künstlich und "technisch" wirken 

würde, seien unzutreffend. Das Gericht könne sich im Rahmen eines Au-

genscheines davon überzeugen, dass sich ein Prefa-Dach sehr gut in die 

Umgebung einfügen würde.

- 5 -

10. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 25. November 2015 an 

ihren Anträgen fest. Der heutige Baufachchef habe im Jahr 2004 kein 

Prefa-Dach auf "E._____" abgenommen. Er sei damals gar nicht Mitglied 

der Baukommission gewesen. Die Einschätzungen des Bauberaters und 

der Denkmalpflege seien zu Recht in die Würdigung des Bauprojektes 

einbezogen worden.

11. Am 2. Dezember 2015 hielt die Beschwerdeführerin triplicando an ihren 

Anträgen fest. Sie führte aus, dass sich F._____ im Datum geirrt habe. Im 

Jahr 2004 habe er das Gesuch für die Neueindeckung seines Maiensäs-

ses gestellt, die Abnahme habe aber erst am 20. Oktober 2007 stattge-

funden, wobei das Dach nicht beanstandet worden sei.

12. Mit Schreiben vom 14. Dezember 2015 stellte die Beschwerdegegnerin 

fest, dass C._____ als Baufachchef zwar am 20. Oktober 2007 die Bau-

abnahme durchgeführt habe, das Prefa-Dach aber nicht abgenommen 

worden sei. Wie den bewilligten Baugesuchsakten entnommen werden 

könne, habe F._____ lediglich die Bewilligung einer Solarzelle und eines 

Parabolspiegels nachgesucht.

13. Am 7. Januar 2016 beantrage das zur Vernehmlassung aufgeforderte 

ARE die Abweisung der Beschwerde. Das rechtliche Gehör sei nicht ver-

letzt worden. Das Baugesuch für das Prefa-Dach sei aufgrund von Ver-

stössen gegen die Ästhetikvorschriften zu Recht abgewiesen worden. Die 

beschichteten Prefa-Dächer höben sich aufgrund ihrer Materialisierung 

und somit aufgrund ihres Erscheinungsbildes deutlich von den im betref-

fenden Gebiet herkömmlichen Dacheindeckungen ab. 

14. Die Beschwerdeführerin hielt am 4. Februar 2016 in der freigestellten 

Quadruplik an ihren Anträgen fest. Betreffend die Bauabnahme bei 

F._____' Maiensäss führte sie aus, dass die Baukommission das neue 

Dach hätte bemerken müssen, auch wenn dieses nicht Gegenstand des 

- 6 -

Baugesuchs gewesen sei. Entgegen der Auffassung des ARE seien auf 

dem Gemeindegebiet beschichtete Metalldächer ortsüblich und auch be-

reits bewilligt worden.

15. Am 12. Mai 2016 führte eine Delegation des Verwaltungsgerichts 

(5. Kammer) einen Augenschein durch, an welchem die Beschwerdefüh-

rerin persönlich in Begleitung ihres Ehemannes und ihres Rechtsvertre-

ters anwesend war. Vonseiten der Beschwerdegegnerin nahmen deren 

Baufachchef, Bauberater sowie die Rechtsvertreterin teil. Die Denkmal-

pflege war als Beigeladene mit einem Mitarbeiter vertreten. Während des 

Augenscheins wurden das Maiensäss der Beschwerdeführerin auf der 

"B._____", die oberhalb der "B._____" gelegene Maiensässsiedlung 

"Berg" sowie die mit Prefa-Dächern versehenen Maiensässbauten von 

F._____ auf "E._____" besichtigt. Allen Anwesenden wurde dabei vor Ort 

die Möglichkeit geboten, sich mündlich zum bisherigen Verfahrenslauf 

und zur Eingliederung eines Prefa-Daches in die Umgebung zu äussern. 

Das Gericht konnte sich im Rahmen des Augenscheins ein Bild von den 

ortsüblichen Dächern und der visuellen Wirkung der Prefa-Platten ma-

chen. Vonseiten des Gerichts wurden hierzu sieben Farbfotos erstellt und 

dem Augenscheinprotokoll beigelegt.

16. Am 14. Mai 2016 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

seine Honorarnote in der Höhe von Fr. 5'863.30 (inkl. dem Aufwand für 

den Augenschein und die MWST) beim Gericht ein. Das Gericht stellte 

die erwähnte Honorarnote am 17. Mai 2016 der Beschwerdegegnerin zur 

Kenntnisnahme zu.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im 

Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingetreten.

- 7 -

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt bildet Ziffer 5 der Baubewilligung der Beschwerdegeg-

nerin vom 30. Juni, mitgeteilt am 3. Juli 2015, worin sie verfügt, dass die 

Dacheindeckung keine Blendung verursachen darf und Ziegel oder Eter-

nitplatten zu verwenden seien. Ein Prefa-Dach werde hingegen nicht be-

willigt. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei ei-

ner anderen Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem 

oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Um einen derartigen Ent-

scheid handelt es sich hier, weswegen er ein taugliches Anfechtungsob-

jekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den darstellt.

b) Nach Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den ange-

fochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an sei-

ner Aufhebung oder Änderung hat. Gemäss Art. 51 Abs. 1 VRG können 

mit der Beschwerde geltend gemacht werden: a) Rechtsverletzungen ein-

schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens; b) unrichti-

ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. 

Nach Art. 52 Abs. 1 VRG ist die Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen 

seit Mitteilung des angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht 

einzureichen. Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Be-

schwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung auf. Sie rügt insbesondere eine Rechtsverletzung sowie 

eine Überschreitung des Ermessens. Auf die im Übrigen frist- und formge-

recht eingegangene Beschwerde ist deshalb einzutreten.

2. a) Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht geltend, dass ihr An-

spruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verletzt worden sei, 

- 8 -

indem die Beschwerdegegnerin das Verbot von Prefa-Dächern lediglich 

damit begründet habe, dass diese in der Vergangenheit auf dem Ge-

meindegebiet nicht bewilligt worden seien. Diese rudimentäre Begrün-

dung widerspreche der Pflicht der Behörden, ihren Entscheid derart zu 

eröffnen, dass die betroffene Person denselben nachvollziehen könne. Es 

fehle der Hinweis auf eine gesetzliche Grundlage sowie eine detaillierte 

Begründung, weshalb Prefa-Dächer nicht zugelassen werden.

Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass aus Ziffer 5 der ange-

fochtenen Verfügung ausdrücklich hervorgehe, dass das Prefa-Dach nicht 

bewilligt werde, weil andere Materialien wie Ziegel oder Eternitplatten für 

die Dacheindeckung zu verwenden seien. Bereits aufgrund der dem Bau-

gesuch vom 7. April 2015 vorausgehenden Korrespondenz sei es für die 

Beschwerdeführerin offensichtlich gewesen, dass die Beschwerdegegne-

rin ein Prefa-Dach nicht als ortsüblich betrachte und somit auch praxis-

gemäss nicht bewilligen würde. Wie die eingereichte Beschwerde zeige, 

sei es der Beschwerdeführerin ohne Weiteres möglich gewesen, den 

Bauentscheid nachzuvollziehen und sachgerecht anzufechten. 

b) Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV ist das zentrale Mitwir-

kungsrecht des Privaten im Verwaltungsverfahren. Es dient einerseits der 

Sachaufklärung und stellt andererseits zugleich ein persönlichkeitsbezo-

genes Mitwirkungsrecht der Parteien dar (BGE 140 I 99 E.3.4). Die 

Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes Individual-

recht, hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechts (HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. 

Gallen 2016, Rz. 1001 ff.; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-

4566/2014 vom 9. Juni 2015 E.2.1). Aus dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör fliesst auch ein Mindestanspruch auf Begründung der erlassenen 

Verfügung. Die Begründung entspricht den Anforderungen von Art. 29 

Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die 

Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der 

- 9 -

Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber 

nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-

punkte beschränken. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Über-

legungen sich die Behörde leiten liess (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1070 f.). Sofern die entscheidrelevanten Gründe aus der Korrespon-

denz zwischen der Partei und der Behörde hervorgehen, müssen die 

Gründe, welche zum negativen Entscheid geführt haben, nicht explizit in 

der Verfügung aufgeführt werden, wenn trotzdem eine sachgerechte An-

fechtung möglich ist (WIEDERKEHR, Die Begründungspflicht nach Art. 29 

Abs. 2 BV und die Heilung bei Verletzung, in ZBl 9/2010, S. 481, S. 492).

c) Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 

bereits mit E-Mail vom 12. August 2014 darüber in Kenntnis gesetzt, dass 

sie Tonziegel anstelle eines Prefa-Daches bevorzugen würde und bis an-

hin auf dem Gemeindegebiet keine Prefa-Dächer bewilligt wurden. Damit 

hat die Beschwerdegegnerin implizit zum Ausdruck gebracht, dass sie 

Prefa-Dächer nicht als ortsüblich betrachtet und diese aus ästhetischen 

Gründen nicht bewilligen will. So wurde auch das erste Baugesuch der 

Beschwerdeführerin vom 18. August 2014 abgewiesen und zur Verbesse-

rung retourniert, weil das geplante Prefa-Dach nicht bewilligungsfähig 

war. Es mag zutreffen, dass die Begründung der Beschwerdegegnerin für 

die Ablehnung des Prefa-Daches nicht sehr ausführlich formuliert wurde. 

Im vorliegenden Fall reicht sie jedoch aus, da die Beschwerdeführerin 

daraus implizit auf die ästhetischen Vorbehalte der Beschwerdegegnerin 

schliessen konnte. Die Beschwerdeführerin hat denn auch mit der Einrei-

chung ihres zweiten Baugesuchs vom 7. April 2015 begründet, weswegen 

sie trotz der Bedenken der Beschwerdegegnerin ein Prefa-Dach zur Er-

stellung beantragte. Deshalb konnte die Beschwerdeführerin auch sach-

gerecht Beschwerde gegen den angefochtenen Entscheid erheben. Das 

rechtliche Gehör wurde folglich nicht verletzt.

- 10 -

3. a) Zentraler Streitpunkt der vorliegenden Beschwerde bildet die Ablehnung 

des geplanten Prefa-Daches aufgrund ästhetischer Bedenken. Die Be-

schwerdegegnerin hat die Neueindeckung der Maiensässbaute bewilligt, 

verfügte jedoch, dass hierzu Ziegel oder Eternitplatten zu verwenden sei-

en und ein Prefa-Dach nicht bewilligt werde. Die relevante Bestimmung 

betreffend die Baugestaltung befindet sich in Art. 73 Abs. 1 des Raumpla-

nungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100), welcher 

wie folgt lautet:

Art. 73 (Gestaltung, Siedlung und Landschaft)

1 Siedlungen, Bauten und Anlagen sind nach den Regeln der Baukunst so 

zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Landschaft 

eine gute Gesamtwirkung entsteht.

2 (…)

3 (…)

Bezüglich der Dachgestaltung präzisiert das Baugesetz der Gemeinde 

X._____ vom 29. April 2011 (nachfolgend BG) in Art. 49 Abs. 1 die kanto-

nale Generalklausel wie folgt:

Art. 49 (Dächer)

1 Bei der Dachgestaltung ist auf die ortsüblichen Formen, Farben und Mate-

rialien Bezug zu nehmen. Bei geneigten Dächern, die unmittelbar am Stras-

senrand liegen, sind Schneefänge anzubringen.

2 – 7(…)

Als strengere kommunale Vorschrift geht Art. 49 BG der kantonalen Be-

stimmung in Art. 73 Abs. 1 KRG vor (Art. 107 Abs. 2 KRG), weshalb sie 

zur Beurteilung der Dachgestaltung primär zur Anwendung kommt. Art. 49 

Abs. 1 BG verlangt zur Wahrung einer harmonischen, ästhetischen Ge-

samtwirkung unter anderem ausdrücklich, dass eine ortsübliche Materiali-

- 11 -

sierung der Dacheindeckung verwendet wird. Nach konstanter Recht-

sprechung des streitberufenen Verwaltungsgerichts kommt den Gemein-

den bei der Auslegung von Ästhetikfragen bzw. bei der Prüfung der Frage 

der Eingliederung von Bauten in eine bestehende Umgebung ein ge-

schützter (weiter) Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen 

das Gericht nur eingreift, wenn die Gemeinde diesen Ermessensspiel-

raum missbraucht oder überschritten hat (statt vieler: Urteile des Verwal-

tungsgerichts Graubünden R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b). 

b) Die Beschwerdeführerin hebt in ihrem Baugesuch vom 7. April 2015 so-

wie in ihrer Beschwerdeschrift vom 27. Juli 2015 die Vorteile des Prefa-

Daches gegenüber den von der Gemeinde bevorzugten Dacheinde-

ckungsmaterialien hervor. So sei das Prefa-Dach ein Aluminiumdach, 

welches unter anderem nicht spiegle, farbbeständig und rostfrei sei und 

auf welchem sich kein Moos bilden könne. Mit der von der Beschwerde-

führerin gewählten Farbe "steingrau" würde sich das Dach optimal in die 

Umgebung einpassen. Aus ästhetischer Sicht sei das Prefa-Dach ge-

genüber Blech-, Ziegel- oder Eternitdächer mindestens ebenbürtig und 

der Unterschied kaum auszumachen. In ihrer Replik führt die Beschwer-

deführerin sodann aus, dass die Oberfläche des Prefa-Daches nicht glatt 

und glänzend, sondern matt wirken würde und leichte Einbuchtungen 

aufweise. Im Laufe der Jahre würde sich auch ein Prefa-Dach verändern 

und eine Patina bilden. Als Aluminiumdach falle es zudem in die Katego-

rie der Blechdächer, welche bereits mehrfach auf dem Gemeindegebiet 

bewilligt und erstellt worden seien. Das Verbot von "Prefa" als Dachein-

deckungsmaterial sei deshalb als willkürlich zu qualifizieren.

Dagegen ist die Beschwerdegegnerin der Auffassung, dass zwischen 

Blechdächern und Prefa-Dächern ein wesentlicher Unterschied bestehe. 

So wiesen erstere eine natürliche Erscheinung und Patina auf, während 

die beschichteten Prefa-Dächer immer "technisch" und unnatürlich wirken 

würden und sich darauf keine Patina, kein Moos oder Rost bilden würde. 

- 12 -

Das Material "Prefa" sei weder für die Maiensässe am G._____ noch für 

die Bauten im Dorf X._____ ortsüblich. Der Bauberater der Gemeinde 

führt in seinem Bericht vom 21. August 2015 aus, dass die Oberfläche 

des Prefa-Daches durch die Einbrennlackierung extrem glatt, unnatürlich 

und viel zu perfekt erscheine. Aufgrund dieser Eigenschaften könne sich 

darauf keine Patina einstellen, weshalb sich ein solches Dach nicht in die 

Umgebung einpassen könne. Zwar seien auch die Alternativen Eternit, 

Zinkblech und Ton keine natürlichen Baumaterialien, jedoch nähmen die-

se mit der Zeit eine Patina an und wirkten dadurch natürlich. Gemäss den 

Ansichten des Bauberaters wäre die Erstellung eines Schindeldaches die 

erste Wahl, gefolgt von der Erhaltung des bestehenden Ziegeldaches. Die 

Denkmalpflege kommt in ihrer Stellungnahme vom 19. August 2015 zum 

Schluss, dass das Prefa-Dach aufgrund der fehlenden Patina als Fremd-

körper wahrgenommen werde. Auch könnten Nachahmungen von natürli-

chen Materialien nicht mit den gesetzlichen Vorgaben in Einklang ge-

bracht werden. Das ARE führt in seiner Vernehmlassung vom 7. Januar 

2016 zudem aus, dass sich Prefa-Dächer wegen ihrer Materialisierung 

und somit ihres Erscheinungsbildes deutlich von den herkömmlichen und 

im betreffenden Gebiet vorherrschenden Ziegel-, Eternit- und den übrigen 

unbeschichteten Metalldächer abhöben. Diese Unterschiede manifestier-

ten sich insbesondere auch aufgrund der Verwitterungsneigung dieser 

Materialien.

c) Es ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin bezüglich der Auflage in 

Ziffer 5 des angefochtenen Bauentscheides den ihr in Gestaltungsfragen 

zustehende Ermessensspielraum überschritten oder missbraucht hat re-

sp. ob ihre Auslegung der vorliegend relevanten gesetzlichen Bestim-

mung gegen das Willkürverbot verstösst. Das Willkürverbot verbietet qua-

lifizierte Verstösse gegen Regeln, welche für das Funktionieren der 

Rechtsordnung konstitutiv sind. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung wird ein Entscheid nur aufgehoben, wenn nicht bloss die Begrün-

dung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Willkürliche Rechtsan-

- 13 -

wendung wird unter anderem bei einer offensichtlichen Gesetzesverlet-

zung sowie bei groben Ermessensfehlern angenommen. Im Gegensatz 

zum Gebot der rechtsgleichen Behandlung werden beim Willkürverbot 

nicht verschiedene Rechtsanwendungsakte miteinander verglichen, son-

dern es wird nur das Verhältnis zwischen dem angewandten Rechtssatz 

und dem betreffenden Anwendungsakt untersucht (HÄFELIN/MÜLLER/UHL-

MANN, a.a.O., Rz. 605 ff.) Der vorliegend anwendbare Art. 49 Abs. 1 BG 

schreibt vor, dass bei der Dachgestaltung auf die ortsüblichen Materialien 

Bezug zu nehmen ist. Ortsüblich ist das Prefa-Dach nicht, weil es in der 

Gemeinde noch nie bewilligt wurde. Diese Tatsache kann alleine aber 

noch nicht entscheidend sein. Die Beschwerdeführerin versucht – zu 

Recht – darzustellen, dass das verwendete Material ortsüblich ist, da es, 

entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin, nicht "technisch" wir-

ke resp. der Unterschied zu den ortsüblich verwendeten Materialien nicht 

feststellbar sei. Im Rahmen des Augenscheins am 12. Mai 2016 konnte 

sich das Gericht selbst ein Bild von den ortsüblichen Dacheindeckungs-

materialien auf "B._____", "Berg" und "E._____" machen. Dabei stellte 

sich heraus, dass die Maiensässbauten und Ställe sowohl mit Ziegel-, als 

auch mit Blech- oder Eternitdächern versehen waren. Auf "E._____" 

konnten schliesslich drei Bauten mit roten Prefa-Dächern besichtigt wer-

den. Anhand der von den Parteien und Experten eingebrachten Vorbrin-

gen sowie der Begehung vor Ort kam das Gericht zum Schluss, dass die 

Ansichten der Gemeinde durchaus vertretbar sind, wenn sich diese auf 

den Standpunkt stellt, dass Prefa-Dächer unnatürlich und "technisch" wir-

ken und folglich als Fremdkörper wahrgenommen werden. Es ist nach-

vollziehbar, dass sich auf den beschichteten Prefa-Dächern aufgrund der 

Einbrennlackierung keine Patina und kein Moos bilden werden und sie 

sich deswegen auch nicht optimal in die Umgebung der Maiensässbauten 

eingliedern werden. Die Beschwerdegegnerin hat, unterstützt durch die 

beiden Experten und das ARE, explizit zu verstehen gegeben, dass sie 

unter ortsüblichen Materialien für die Dacheindeckung im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 BG solche versteht, welche durch natürliche Witterungsein-

- 14 -

flüsse altern und auf denen sich dadurch eine Patina bildet. Für das Ge-

richt sind demnach keine Gründe ersichtlich, weshalb die Beschwerde-

gegnerin mit dieser Auslegung von Art. 49 Abs. 1 BG ihren Ermessens-

spielraum überschritten oder missbraucht resp. gegen das Willkürverbot 

verstossen haben soll. 

4. a) Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin mit der Verweigerung der 

Baubewilligung für ein Prefa-Dach gegen das Gebot der rechtsgleichen 

Behandlung gemäss Art. 8 Abs. 1 BV verstossen hat. So bringt die Be-

schwerdeführerin vor, dass auf "D._____" und "E._____" bereits Prefa-

Dächer bewilligt und erstellt worden seien. Die Maiensässbauten von 

F._____ auf "E._____" seien von der Baukommission, in welcher der heu-

tige Baufachchef bereits Einsitz gehabt habe, am 20. Oktober 2007 abge-

nommen worden. Somit habe die Beschwerdegegnerin bereits Kenntnis 

über die Existenz von Prefa-Dächern auf ihrem Gemeindegebiet gehabt. 

Sollten diese nicht bewilligt worden sein, so habe sie die Beschwerde-

gegnerin zumindest geduldet. Im Sinne einer rechtsgleichen Behandlung 

fordert die Beschwerdeführerin deshalb, dass auch ihr geplantes Prefa-

Dach bewilligt werde. 

Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass sie nie ein Prefa-Dach 

bewilligt habe. Dass die Maiensässbauten von F._____ auf "E._____" mit 

Prefa eingedeckt worden seien, habe sie vor Einleitung des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens nicht gewusst. Die Baukommission habe bei den 

Bauten von F._____ lediglich die Solarzelle sowie ein Parabolspiegel ab-

genommen. Die Neueindeckung der Dächer sei dagegen nicht Bestand-

teil des Baugesuchs gewesen und wurde folglich auch nicht geprüft. Ein 

Prefa-Dach sei aber F._____ nie bewilligt worden. Diese formell und ma-

teriell baurechtswidrige Dacheindeckung werde jedoch nicht ohne Konse-

quenzen bleiben. Ebenfalls sei das ohne Baubewilligung erstellte Prefa-

Dach auf einem Maiensässanbau auf "D._____" nach einer Baukontrolle 

vom fehlbaren Bauherren entfernt und durch ein Ziegeldach ersetzt wor-

- 15 -

den. Im damaligen Bauentscheid sei ebenfalls explizit die Auflage enthal-

ten gewesen, dass kein Prefa-Dach erstellt werden dürfe. Die Beschwer-

degegnerin halte an ihrer langjährigen Praxis fest, wonach Materialien, 

welche sich nach ihrer Auffassung nicht in die Umgebung einfügen, un-

tersagt seien. 

b) Lässt ein Rechtssatz durch das Verwenden unbestimmter Rechtsbegriffe 

oder das Einräumen von Ermessen einen Spielraum offen, so hat die 

rechtsanwendende Behörde davon in allen gleich gelagerten Fällen glei-

chen Gebrauch zu machen. Eine rechtsanwendende Behörde verletzt 

dann den Gleichheitssatz, wenn sie zwei gleiche tatsächlich Situationen 

ohne sachlichen Grund unterschiedlich beurteilt (HÄFELIN/MÜLLER/UHL-

MANN, a.a.O., Rz. 587 m.w.H.; BGE 136 I 345 E.5). Das Gebot der 

rechtsgleichen Rechtsanwendung ist allerdings nur verletzt, wenn die un-

gleiche Behandlung gleichartiger Verhältnisse von derselben Behörde 

ausgeht (BGE 121 I 49 E.3c). Der Grundsatz der Gesetzesmässigkeit der 

Verwaltung (Art. 5 Abs. 1 BV) geht dem Rechtsgleichheitsprinzip im Kon-

fliktfall in der Regel vor. Wenn eine Behörde in einem Fall eine vom Ge-

setz abweichende Entscheidung getroffen hat, gibt das den Privaten, die 

sich in der gleichen Lage befinden, grundsätzlich keinen Anspruch darauf, 

ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu werden. Somit besteht 

grundsätzlich kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht. Dies gilt 

allerdings nur dann, wenn die abweichende Behandlung lediglich in einem 

einzigen oder in einigen wenigen Fällen erfolgt ist. Weicht die Behörde 

dagegen in ständiger Praxis vom Gesetz ab und gibt sie zu erkennen, 

dass sie auch in Zukunft nicht von dieser gesetzeswidrigen Praxis abwei-

chen wird, so können Private verlangen, dass die widerrechtliche Begüns-

tigung auch ihnen gewährt wird (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 599; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

4. Aufl., Bern 2014, §23 Rz. 19; BGE 136 I 65 E.5.6).

- 16 -

c) Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Fall ausdrücklich festgehal-

ten, dass sie nicht daran denke, ihre langjährige Praxis bezüglich geeig-

neter Dacheindeckungsmaterialien aufzugeben. Das Material "Prefa" fügt 

sich nach ihrer Auffassung nicht in die Umgebung ein und wird deshalb 

nicht bewilligt. So hat die Beschwerdegegnerin auf ihrem Gemeindegebiet 

auch keine Bewilligungen für die Erstellung von Prefa-Dächern erteilt. Die 

Beschwerdeführerin kann sich somit nicht auf eine rechtsgleiche Behand-

lung berufen, wenn ihr die Errichtung eines Prefa-Daches verweigert wur-

de. Auch die Prefa-Dächer auf den Maiensässbauten von F._____ wur-

den nicht bewilligt; im fraglichen Baugesuch wurde lediglich die Errichtung 

einer Solarzelle und eines Parabolspiegels nachgesucht und bei der Ab-

nahme folglich auch nur diese Bauarbeiten abgenommen. Dass der Be-

schwerdegegnerin bei dieser Bauabnahme die widerrechtlich erstellten, 

rot leuchtenden Prefa-Dächer nicht aufgefallen sind, mag merkwürdig er-

scheinen, ist aber aufgrund der von ihr diesbezüglich angekündigten Kon-

sequenzen nicht weiter relevant. Diese Konsequenzen werden, möchte 

die Beschwerdegegnerin glaubhaft erscheinen, die Durchführung eines 

nachträglichen Baugesuchverfahrens und die Ersetzung des rechtswidri-

gen Prefa-Daches mit einem Ziegel-, Eternit- oder Blechdach umfassen. 

Eine gesetzwidrige Praxis der Beschwerdegegnerin, welche ausnahms-

weise eine Gleichbehandlung im Unrecht rechtfertigten würde, ist demzu-

folge nicht erkennbar. Somit liegen keine Gründe vor, weshalb die Be-

schwerdegegnerin das Rechtsgleichheitsgebot gemäss Art. 8 BV verletzt 

haben soll.

d) Auch der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Rüge der Verlet-

zung der Eigentumsgarantie im Sinne von Art. 26 BV kann nicht gefolgt 

werden. So verfügt die Beschwerdegegnerin mit Art. 73 Abs. 1 sowie 

Art. 107 Abs. 2 KRG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 BG über eine genügende ge-

setzliche Grundlage für die Einschränkung der Eigentumsrechte (vgl. Art. 

36 BV). Das öffentliche Interesse an dieser Einschränkung ist zweifellos 

vorhanden und liegt in einer möglichst guten Eingliederung eines Bauvor-

- 17 -

habens in die Umgebung, wodurch dieses nicht als Fremdkörper wahrge-

nommen wird. Zudem ist das Verbot von Prefa-Dächern für die Errei-

chung dieses Schutzzieles geeignet, gemäss den vorliegenden Experten-

berichten auch erforderlich und für die Beschwerdeführerin aufgrund der 

zahlreichen Alternativen auch zumutbar.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten gemäss Art. 73 Abs. 1 

VRG zulasten der Beschwerdeführerin. Angesichts der eher einfachen 

Sachlage und unter Beachtung des durchgeführten Augenscheins er-

scheint eine Staatsgebühr von Fr. 2'000.-- angemessen. Bund, Kanton 

und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Or-

ganisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Partei-

entschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegen. Davon abzuweichen, besteht vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 424.--

zusammen Fr. 2'424.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]