# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2740aa2d-9842-5aea-9057-ecb2cb33044f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.11.2010 UV 2009/112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-112_2010-11-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/112

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 11.11.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 11.11.2010
Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG: Prüfung des Anspruchs auf Unfallinvalidenrente. 
Abklärung der Frage der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens 
und der Parallelisierung der Einkommen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. November 2010, UV 
2009/112).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner 

und Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 11. November 2010

in Sachen

G.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

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betreffend

Invalidenrente

Sachverhalt:

A.       

A.a   G.___ war vom 1. November 1999 bis Ende Juni 2008 als Chauffeur bei der A.___ 

angestellt und dadurch bei der Suva unfallversichert. Am 9. Oktober 2007 übersah ein 

Gabelstaplerfahrer beim Aufladen von Waren in einer Lagerhalle den Versicherten und 

überfuhr dessen rechten Fuss (UV-act. 1). Im Operationsbericht des Spitals Herisau 

vom 10. Oktober 2007 wurde eine offene distale Unterschenkel-Trümmerfraktur links 

Typ Pilon diagnostiziert (UV-act. 6). Im Kantonsspital St. Gallen wurde am 22. Oktober 

2007 eine Osteosynthese mit einem lateralen Nagel am rechten Wadenbein und einer 

medialen Platte am rechten Schienbein vorgenommen. Am 30. Oktober 2007 erfolgte 

ein weiterer operativer Eingriff im Kantonsspital (UV-act. 12f). Am 5. September 2008 

entnahmen die Operateure das Osteosynthesematerial (UV-act. 46). Die Suva 

anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und 

Abklärungen teilte sie dem Versicherten mit Schreiben vom 22. Dezember 2008 mit, bis 

31. Dezember 2008 werde von einer vollen Arbeitsunfähigkeit und bis 31. Januar 2009 

von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Ab 1. Februar 2009 bestehe eine 

volle Arbeitsfähigkeit (UV-act. 63).

A.b   Mit Verfügung vom 6. Februar 2009 sprach die Suva dem Versicherten für die 

verbliebenen Beeinträchtigungen aus dem Unfall vom 9. Oktober 2007 eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5 % zu. Einen 

Rentenanspruch verneinte sie (UV-act. 70). Die von Rechtsanwalt Dr. iur. E. R. 

Pedergnana, St. Gallen, für den Versicherten gegen diese Verfügung erhobene 

Einsprache (UV-act. 71 und 81) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 15. 

Oktober 2009 ab (UV-act. 82).

B.       

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B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Pedergnana für den Versicherten 

mit Eingabe vom 16. November 2009 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei 

aufzuheben, und dem Beschwerdeführer sei eine UVG-Invalidenrente von 26.5 % 

zuzusprechen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die von 

der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Vergleichstätigkeiten würden die beim 

Beschwerdeführer tatsächlich bestehenden medizinischen Einschränkungen nicht 

beachten. Drei der fünf ausgewählten DAP-Arbeitsstellen würden der medizinischen 

Zumutbarkeitsbeurteilung nicht entsprechen. Wer nicht lange Strecken gehen könne 

aufgrund von Arthrosen, sei auch nicht in der Lage, längere Zeit zu stehen. Der 

Beschwerdeführer werde dies durch ein Privatgutachten von PD Dr. med. B.___, 

Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, belegen. Das 

hypothetisch anrechenbare Valideneinkommen von Fr. 55'200.-- sei 

unterdurchschnittlich. Der Beschwerdeführer habe rund 25 % weniger verdient als der 

Durchschnitt der Branche. Um 20 % dieser Differenz sei auch das Invalideneinkommen 

zu reduzieren. Der Beschwerdegegnerin seien beim Beizug der LSE-Tabellenlöhne zwei 

Fehler unterlaufen. Zum einen sei die falsche Tabelle verwendet worden. Zum anderen 

habe sie bei der Aufrechnung auf die betriebsüblichen Arbeitszeiten die Situation des 

Beschwerdeführers nicht berücksichtigt. Für das Valideneinkommen von Fr. 55'200.-- 

habe er 46 Stunden arbeiten müssen. Hätte der Beschwerdeführer an seiner letzten 

Arbeitsstelle nur 41.6 Stunden gearbeitet, so hätte er nicht Fr. 55'200.--, sondern nur 

Fr. 49'920.-- verdient. Beim Invalideneinkommen, für welches ebenfalls auf LSE-

Tabellen zurückgegriffen werden müsse, sei von einem leidensbedingten Abzug von 

mindestens 10 % auszugehen.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2009 beantragte Rechtsanwalt 

lic. iur. Reto Bachmann, Luzern, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der 

Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur Begründung verwies 

er auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die 

Auffassung des Beschwerdeführers, wonach die angestammte Tätigkeit als 

Lastwagenchauffeur nicht mehr zumutbar sei, lasse sich aus der kreisärztlichen 

Beurteilung nicht ableiten. Es sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit ausgewiesen, womit sich eine weitergehende Prüfung des 

Rentenanspruchs erübrige. Für die Kündigung des Arbeitsplatzes seien unfallfremde 

Gründe verantwortlich. Es sei den Akten nicht zu entnehmen, inwiefern der 

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Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen sei und sich um 

eine Neuanstellung bemüht habe. Der Kreisarzt habe sodann auch die Beurteilung des 

Integritätsschadens vorgenommen. Diese sei nicht angefochten worden, was als Indiz 

für eine korrekte Zumutbarkeitsbeurteilung zu werten sei. Das Zumutbarkeitsprofil 

formuliere entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keine Einschränkung 

betreffend stehende Tätigkeiten. Er habe nicht aus invaliditätsfremden Gründen wie 

beispielsweise fehlende Ausbildung unfreiwillig ein deutlich unterdurchschnittliches 

Einkommen bezogen, sondern aus freien Stücken zehn Jahre lang die Tätigkeit als 

Chauffeur ausgeübt, weshalb grundsätzlich von einer Parallelisierung der Einkommen 

abzusehen sei. Falls die Einkommen zu parallelisieren seien, sei das 

Invalideneinkommen (LSE 2008, TA 1, Zentralwert, Kategorie 3) in Anwendung der 

Rechtsprechung um 4.8 % (9.8 % abzüglich 5 %) zu reduzieren. Der Leidensabzug von 

5 % sei sachgerecht. Es liege kein zu einer UVG-Rente berechtigender Invaliditätsgrad 

vor.

B.c   Mit Replik vom 18. Januar 2010 reichte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers das Gutachten von PD Dr. B.___ vom 23. Dezember 2009 ein und 

bestätigte seine Anträge und Ausführungen (act. G 6). In der Duplik vom 29. Januar 

2010 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin an seinem Standpunkt fest 

(act. G 9).

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig ist, ob dem Beschwerdeführer für die Restfolgen des Unfallereignisses 

vom 9. Oktober 2007 Rentenleistungen auszurichten sind. Die Beschwerdegegnerin 

legte im angefochtenen Entscheid (Erwägungen 2b, 2d, 4a, 4b, 5) die rechtlichen 

Grundlagen der Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar; darauf kann 

verwiesen werden.

1.2    Im Bericht vom 24. Oktober 2008 hielten die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen 

unter anderem fest, insgesamt handle es sich um einen erfreulichen postoperativen 

Verlauf. Das Bewegungsausmass im OSG habe sich im Vergleich zu präoperativ 

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deutlich gebessert. Bei allerdings schon deutlich beginnender Arthrose im OSG sei mit 

einer mittelfristigen Verschlechterung im Sinne einer Schmerzexazerbation sowie 

Bewegungseinschränkung zu rechnen. Bei progredientem Leidensdruck müsste dann 

über eine OSG-Arthrodese oder OSG-Prothese diskutiert werden. Primär werde der 

Fall abgeschlossen (UV-act. 50). Die ärztliche Abschlussuntersuchung ergab gemäss 

Bericht von Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 11. Dezember 2008 unter 

anderem eine verbliebene Bewegungs- und Belastungseinschränkung bei beginnender 

OSG-Arthrose. Es stünden zur Zeit ausser den selbständigen Dehnungsübungen keine 

weiteren medizinischen Massnahmen zur Verfügung, die zu einer wesentlichen 

Verbesserung des Zustandes führen würden. Das Rückfallmelderecht bleibe beim 

erhöhten Risiko für frühzeitige Arthroseprogredienz gewahrt. Es bestehe eine 

Einschränkung für das langstreckige Gehen, für das Gehen in unebenem Gelände und 

repetitives Besteigen von Treppen und Leitern wie auch Heben und Tragen von 

schweren Gewichten. Zu vermeiden sei das Aussetzen an Vibrationen (UV-act. 57). Den 

Integritätsschaden schätzte Dr. C.___ unter Zugrundelegung einer beginnend mässigen 

OSG-Arthrose auf 5 % (UV-act. 58). Der Hausarzt Dr. med. D.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin FMH, hatte ab 8. Dezember 2008 eine 75 %ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt (UV-act. 62). Gegenüber dem Case Manager der Suva äusserte sich der 

Beschwerdeführer am 7. Januar 2009 dahingehend, dass bei einer adäquaten, 

vorwiegend sitzenden Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit durchaus denkbar sei. Er 

verspüre keine durchgehenden Beschwerden (UV-act. 64). Im Gutachten vom 23. 

Dezember 2009 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers kam PD Dr. 

B.___ zum Schluss, die im Gutachten von Dr. C.___ erhobenen Untersuchungsbefunde 

seien vollständig erhoben und in ihrer aktuellen Ausbildung quasi unverändert. Die 

Interpretation der Röntgenbilder sei korrekt. Die vom Patienten angegebenen 

subjektiven Beschwerden seien korrekt wiedergegeben worden und seien in ihrer 

Ausprägung unverändert. Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. C.___ sei noch etwas 

genauer zu formulieren, denn die Belastungseinschränkung gelte neben dem Gehen 

natürlich auch für das Stehen. Der Patient habe bei Dr. C.___ wie auch bei ihm 

angegeben, dass er etwa 1 km mit seinen Hunden ausgehen könne und dann wegen 

der Schmerzentstehung eine Pause machen müsse. Beim Beschwerdeführer sei von 

einer langsameren Gehgeschwindigkeit als bei einem Gesunden auszugehen, so dass 

seine maximale Belastungszeit, nach der eine Gehpause eingelegt werden müsse, 

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nach 20, spätestens nach 30 Minuten erreicht werde. Seines Erachtens würden 

Arbeitstätigkeiten im Stehen und Gehen von über 30 Minuten immer mit einer 

Beschwerdeprovokation einhergehen und so zu Arbeitsunterbrechungen führen. 

Arbeitstätigkeiten im Stehen von drei bis acht Stunden seien dem Beschwerdeführer 

nicht mehr zumutbar und illusorisch. Eine überwiegend sitzende Tätigkeit, die auch 

einen Wechselrhythmus zum Gehen und Stehen beinhalte, würde der 

Krankheitssituation des Patienten besser entsprechen. Angesichts der jetzt seit zwei 

Jahren bestehenden Symptomatik sollte mit dem Patienten auch ein versteifender 

Eingriff im Sprunggelenk diskutiert werden, weil hierdurch zwar die 

Sprunggelenksbeweglichkeit eingeschränkt, der Patient dafür aber in aller Regel 

vollständig beschwerdefrei werde (act. G 6.1/3).

2.        

2.1    Dr. C.___ umschrieb die beim Beschwerdeführer bestehenden Einschränkungen 

(rein qualitativ) für das langstreckige Gehen, das Gehen in unebenem Gelände und das 

repetitive Besteigen von Treppen und Leitern wie auch das Heben und Tragen von 

schweren Gewichten (UV-act. 57). Dr. B.___ stimmte dem grundsätzlich zu, ergänzte 

jedoch, dass die Bewegungseinschränkung auch im Stehen vorhanden sei. Er 

erachtete eine überwiegend sitzende Tätigkeit mit Wechselrhythmus zum Gehen und 

Stehen der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers angepasst (act. G 

6.1/3). Die Zumutbarkeitsbeurteilungen der Dres. C.___ und B.___ unterscheiden sich 

somit qualitativ im Wesentlichen hinsichtlich des Sitzanteils der zumutbaren Arbeit und 

im Einbezug des Stehens. Die Einschätzung von Dr. B.___ erscheint insofern 

nachvollziehbar, als ein grosser Sitzanteil zu einer Entlastung des rechten Fusses 

führen dürfte. Auch die Feststellung von Dr. B.___, dass bei Bejahung einer 

Einschränkung für das langstreckige Gehen auch eine solche für längeres Stehen 

angenommen werden muss, leuchtet ein, zumal der rechte Fuss auch beim längeren 

Stehen einer andauernden Belastung ausgesetzt ist. Beide Einschätzungen enthalten 

keine quantitive (zeitliche) Einschränkung bzw. gehen implizit von einer vollzeitlichen 

Einsetzbarkeit aus. Letztere wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. 

Was den Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin betrifft, dass keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Lastwagenchauffeur ausgewiesen sei (act. G 3 S. 4), ist festzuhalten, dass die 

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Chauffeurtätigkeit zum einen das Besteigen von Laderampen usw. sowie des 

Fahrzeugs (bei grösseren Lastwagen über eine kleine Leiter) beinhaltet. Zum anderen 

ist die eigentliche Chauffeurtätigkeit mit einer Dauerbelastung des rechten Fusses 

verbunden und es treten am gewöhnlichen Arbeitsplatz, d.h. im Lastwagen, zweifellos 

Vibrationen auf. Damit ist die Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit zumindest 

erheblich in Frage gestellt. Ausschlaggebend erscheint jedoch, dass der 

Beschwerdeführer an diesen (gekündigten) Arbeitsplatz nicht mehr zurückkehren kann. 

Nachstehend ist daher die vollzeitliche Zumutbarkeit einer überwiegend sitzenden 

Tätigkeit mit Möglichkeit zum zwischenzeitlichen Gehen und Stehen als gegeben zu 

erachten.

2.2    Bei der hier in Frage stehenden Zumutbarkeitsbeurteilung geht es um die 

gesundheitlichen Verhältnisse im Zeitraum ab Februar 2009, nachdem die 

Taggeldleistungen auf Ende Januar 2009 eingestellt wurden (UV-act. 63). 

Ärztlicherseits (UV-act. 50, 57; act. G 6.1/3) wurde ein beim Beschwerdeführer 

bestehendes Risiko zur frühzeitigen Arthroseprogredienz diskutiert. Im hier zur 

Diskussion stehenden Zeitraum von Februar bis 15. Oktober 2009 (Datum des 

Einspracheentscheids) wirkte sich die erwähnte Prognose nach Lage der Akten jedoch 

noch nicht dahingehend aus, dass die vollzeitliche Ausübung einer Tätigkeit im 

dargelegten Sinn verunmöglicht worden wäre. Sollten sich für den Zeitraum nach dem 

15. Oktober 2009 veränderte Verhältnisse ergeben haben, besteht die Möglichkeit des 

Rückfallmelderechts.

3.        

3.1    Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten 

Verdienstes (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung entscheidend, was die 

versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich 

verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der 

Teuerung und Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es 

empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Hat eine versicherte Person aus 

invaliditätsfremden Gründen wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, 

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mangelnde Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge 

Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem 

Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern 

keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem 

bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so genannte 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens 

durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohnes oder durch 

Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren 

Verdienstes durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes 

vorgenommen. (BGE 135 V 297 Erw. 5.1). Den Erheblichkeitsgrenzwert der 

Abweichung des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdienstes vom 

branchenüblichen LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen rechtfertigen kann, setzte das Bundesgericht auf 5 % fest (BGE 

135 V 297 Erw. 6.1.2). Zur Vermeidung eines willkürlich erscheinenden, erheblichen 

sprunghaften Anstiegs des Invaliditätsgrades gleich um mehrere Prozentpunkte bei im 

Grenzbereich des 5%igen Erheblichkeitswertes liegenden Abweichungen befand es - 

in Änderung der Rechtsprechung -, dass jeweils nur in dem Umfang zu parallelisieren 

sei, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von 5 % 

übersteige. Weil die Parallelisierung nur den Ausgleich einer deutlichen - also nicht 

jeder kleinsten - Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch 

bestimmten branchenüblichen Referenzlohn bezwecke, sei an der bisherigen Praxis, 

welche bei gegebenen Voraussetzungen - insbesondere einer ausreichend deutlichen 

Abweichung des Valideneinkommens vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn - die 

Parallelisierung jeweils im vollen Ausmass der ganzen prozentualen 

Unterdurchschnittlichkeit vornahm, nicht länger festzuhalten (BGE 135 V 297 

Erw. 6.1.3).

3.2    Für die Festlegung des Valideneinkommens 2009 von Fr. 55'200.-- ging die 

Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin aus (Monatslohn 

von Fr. 4'450.-- x 12 zuzüglich Gratifikation von Fr. 1'800.--; UV-act. 77). Sie erachtete 

dieses Einkommen - nach Durchführung eines Vergleichs mit dem Einkommen gemäss 

LSE-Tabelle TA1 für die Grossregion Ostschweiz, Position 60 (Landverkehr), 

Anforderungsniveau 3 - als unterdurchschnittlich und kam zum Schluss, dass das 

Invalideneinkommen unter Berücksichtigung des Erheblichkeitsgrenzwertes von 5 % 

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um 6.48 % herabzusetzen sei (Erw. 5a des angefochtenen Entscheids). Hierzu ist 

festzuhalten, dass für die Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen 

rechtsprechungsgemäss die Tabelle TA 13 (Bruttolohn nach Grossregionen) der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) nicht zugezogen werden darf (SZS 2007, 64 mit Hinweis 

auf Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 12. Oktober 2006 [U 75/03]). Als 

Folge davon ist die Frage der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens bzw. 

deren Umfang anhand der gesamtschweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des 

Bundesamtes für Statistik zu ermitteln. Zugrunde zu legen sind die Zahlen des Jahres 

2009. Der Beschwerdeführer, der über eine Ausbildung als Lebensmittelverkäufer 

verfügt, war seit 1999 als Chauffeur bei der A.___ tätig (UV-act. 44 S. 2). Die 

Beschwerdegegnerin stellte bei diesem Sachverhalt im angefochtenen Entscheid zu 

Recht auf die LSE-Position Landverkehr (Position 60) im Anforderungsniveau 3 ab, 

zumal sich der Beschwerdeführer in zehn Jahren Tätigkeit im Transportbereich 

zweifellos Berufs- und Fachkenntnisse erwerben konnte. Aus welchem Grund der 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin hier nunmehr lediglich noch das 

Anforderungsniveau 4 zur Anwendung bringen möchte (act. G 3 S. 6), lässt sich seinen 

Darlegungen nicht entnehmen. Aus der LSE 2008 TA 1 Position 60 Niveau 3 ist für 

Männer ein Monatssalär von Fr. 5'330.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär 

von Fr. 63'690.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche 

durchschnittliche branchenspezifische Arbeitszeit 2008, d.h. auf 42.7 Stunden, 

aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 68'277.-- ergibt. Zum Vorbringen des 

Beschwerdeführers, dass er effektiv 46 Stunden pro Woche gearbeitet habe und diese 

Arbeitszeit dementsprechend auch zu berücksichtigen sei (act. G 1 S. 3 und 5f), ist 

festzuhalten, dass bei Verwendung von Tabellenwerten auch die dazugehörige Tabelle 

der branchenspezifischen betriebsüblichen Arbeitszeiten anzuwenden ist. Ein Abstellen 

auf hiervon abweichende effektive Arbeitszeiten kommt nicht in Betracht, andernfalls 

statistische Grundlagen und Einzelfallwerte vermischt würden. Für 2009 resultiert unter 

Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung von 2.1 % ein Betrag von Fr. 69'711.--. 

Das effektiv bei der bisherigen Arbeitgeberin im Gesundheitsfall erzielte Einkommen 

von Fr. 55'200.-- liegt 20.8 % unter dem erwähnten Tabellenwert. Vor Antritt der Stelle 

bei der A.___ im Jahr 1999 war der Beschwerdeführer längere Zeit arbeitslos und hatte 

verschiedene Einsätze im Rahmen eines RAV-Programms absolviert (UV-act. 44 S. 2). 

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Der Umstand, dass er ab 1999 eine Chauffeur-Stelle mit unterdurchschnittlicher 

Entlöhnung ausübte, war überwiegend wahrscheinlich nicht darauf zurückzuführen, 

dass er sich freiwillig mit einem tieferen Lohn begnügen wollte, sondern dürfte 

invaliditätsfremde Ursachen (insbesondere eingeschränkte Arbeitsplatzauswahl auf 

dem damals für den Beschwerdeführer in Betracht kommenden Arbeitsmarkt; fehlende 

einschlägige Ausbildung im Transportbereich) gehabt haben, weshalb eine Para­

llelisierung geboten erscheint.

4.        

4.1    Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf DAP-Zahlen, 

d.h. die Arbeitsplätze Nr. 3286, 10978, 8819, 4786, 4146, mit Fr. 54'099.-- 

(Durchschnitt) fest. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und 

der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der 

Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu 

machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage 

kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie 

über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil 

entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen 

Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, 

gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-

Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil 

des EVG vom 28. August 2003 i/S C. [U 35/00] Erw. 4.2.2). Ausgehend vom 

dargelegten Zumutbarkeitsprofil (Erw. 2) sind die von der Beschwerdegegnerin 

ausgewählten DAP-Arbeitsplätze den behinderungsbedingten Einschränkungen des 

Beschwerdeführers nicht vollumfänglich angepasst. So beinhaltet die Tätigkeiten an 

den Arbeitsplätzen Nr. 8819 und 4146 überhaupt keinen Sitzanteil bzw. werden im 

Wesentlichen stehend ausgeübt (act. G 3.4). Die verbleibenden drei Arbeitsplätze 

reichen nicht aus, um als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens 

dienen zu können.

4.2    Als Folge davon ist das zumutbare Invalideneinkommen anhand der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf 

Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen. 

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Zugrunde zu legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2009. 

Der Beschwerdeführer ist zwar auf leichtere Hilfsarbeiten beschränkt, aber er wäre in 

der Lage, seine Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor 

Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom 

allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für 

Männer ein Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär 

von Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche 

durchschnittliche Arbeitszeit 2008, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich 

ein Betrag von Fr. 59'979.-- ergibt. Im Jahr 2009 stiegen die Nominallöhne um 2.1%, 

woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr. 61'239.-- resultiert. Aufgrund der 

Einkommensparallelisierung ist dieses Einkommen um 15.8 % (20.8 % abzüglich 5 %), 

d.h. auf einen Betrag von Fr. 51'563.-- herabzusetzen.

Im Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 hielt das Bundesgericht fest, dass bestimmte 

einkommensbeeinflussende Merkmale im Sinne von BGE 126 V 75 Erw. 5b/aa S. 79 

nicht mehr als ursächliche Faktoren für einen Leidensabzug berücksichtigt werden 

dürfen, wenn denselben invaliditätsfremden Aspekten bereits bei der Parallelisierung 

der Vergleichseinkommen Rechnung getragen worden ist. Der Abzug wird sich daher in 

der Regel auf rein leidensbedingte Aspekte beschränken und die maximal zulässigen 

25 % für sämtliche - invaliditätsfremden und invaliditätsbedingten - Merkmale nicht 

mehr voll ausschöpfen (BGE 135 V 297 Erw. 5.3 mit Hinweisen). Es ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Erwerbsfähigkeit auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen der unfallbedingten Einschränkungen im rechten 

Fuss insofern eingeschränkt verwerten kann, als für ihn - auch mit Blick auf die zur 

Diskussion stehende Arthroseprogredienz - lediglich eine mehrheitlich sitzende 

Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schwereren Gewichten in Betracht fällt. Im 

Übrigen ist jedoch die Verwertbarkeit einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepassten Tätigkeiten nicht in Frage gestellt. Die Beschwerdegegnerin hat 

diesbezüglich mit Hinweis auf ein Urteil des EVG i/S K. vom 14. September 2005 (U 

115/05, Erw. 2.5) einen Leidensabzug von 5 % zugestanden (Erw. 5b des 

angefochtenen Entscheids). Ein Anlass, diese Ermessensausübung zu korrigieren, liegt 

nicht vor, zumal es hier wie erwähnt vorab um leidensbedingte Aspekte geht und 

allfällige Auswirkungen des Alters ausser Betracht zu bleiben haben. Unter 

Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 5% ergibt sich ein Invalideneinkommen 

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von Fr. 48'985.--. Aus dem Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 55'200.-- 

ergibt sich ein IV-Grad von 11 % (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121).

5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 15. Oktober 2009 in dem Sinn gutzuheissen, dass die 

Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, dem Beschwerdeführer ab Februar 2009 eine 

Rente auf der Basis eines IV-Grades von 11 % auszurichten. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang hat der 

Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es 

rechtfertigt sich, diese auf pauschal Fr. 4'000.-- festzulegen (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 15. 

Oktober 2009 in dem Sinn gutgeheissen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet 

wird, dem Beschwerdeführer ab Februar 2009 eine Rente auf der Basis eines IV-

Grades von 11 % auszurichten.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin entschädigt den Beschwerdeführer mit Fr. 4'000.--.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.11.2010
	Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG: Prüfung des Anspruchs auf Unfallinvalidenrente. Abklärung der Frage der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens und der Parallelisierung der Einkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. November 2010, UV 2009/112).

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