# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb754344-d46b-5e85-b65c-7f876bdfb179
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.08.2019 200 2017 1015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-1015_2019-08-28.pdf

## Full Text

200 17 1015 IV
FUR/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. August 2019

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. Oktober 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Dezember 2012 unter Hinweis auf eine Erschöpfungsde-
pression (Ersterkrankung 2005, Dekompensation am 9. Februar 2011), 
weswegen er schon seit 2007 nur noch zu 70 % arbeitstätig war und eine 
Invalidenrente der beruflichen Vorsorge im Umfang von 30 % bezog, bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 2; vgl. auch AB 8/4 Ziff. 3). Nach er-
werblichen und medizinischen Abklärungen, in deren Rahmen der Versi-
cherte psychiatrisch begutachtet wurde (Expertise vom 11. März 2013 
[AB 31.1]), wies die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Ver-
fügung vom 18. Juni 2013 das Leistungsbegehren ab, da IV-fremde Fakto-
ren zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten (AB 43). Diese Verfügung blieb 
unangefochten.

Am 6. Mai 2014 machte der Versicherte eine Verschlechterung seines Ge-
sundheitszustandes geltend (AB 49). Nach Konsultation des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 51/2 f.) wies die IVB mit unangefochten ge-
bliebener Verfügung vom 28. Juli 2014 (AB 58) auch dieses Leistungsbe-
gehren mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens ab.

B.

Am 2. Juni 2015 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen zwi-
schenzeitlich erfolgten Klinikeintritt erneut zum Leistungsbezug an (AB 62). 
In der Folge veranlasste die IVB unter anderem eine polydisziplinäre Be-
gutachtung (Expertise vom 24. Januar 2017 [AB 111.1] mitsamt Nachtrag 
vom 10. April 2017 [AB 116]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 126, 130) lehnte sie mit Verfügung vom 24. Oktober 2017 einen An-
spruch auf Leistungen der IV ab, da keine revisionsrelevante Veränderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen, sondern lediglich eine andere Beurtei-
lung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts vorliege (AB 132). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 3

C.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 16. November 2017 Beschwerde erheben 
und was folgt beantragen:

1. Die Beschwerde des Beschwerdeführers sei gutzuheissen, die Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2017 aufzuheben und dem Beschwer-
deführer sei eine volle IV-Rente, eventualiter eine 50%-ige IV-Rente nach 
Massgabe des Leistungsgesuches vom 3. (richtig: 2.) Juni 2015 auszurichten.

2. Eventualiter sei die Beschwerde des Beschwerdeführers gutzuheissen, die 
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2017 aufzuheben und 
der Fall an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Anweisung, das 
Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom 3. (richtig: 2.) Juni 2015 neu zu 
beurteilen und weitere Abklärungen in Bezug auf die Themen der Therapiere-
sistenz und/oder der konsequenten Depressionstherapie vorzunehmen.

3. [Zusatzfragen an die Gutachter]
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Januar 2018 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. Oktober 2017 
(AB 132). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der IV, 
insbesondere auf eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs geltend, da er im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin 
(vgl. AB 114; vgl. auch AB 116) nicht die Möglichkeit gehabt habe, Ergän-
zungsfragen zum Gutachten der MEDAS vom 24. Januar 2017 (AB 111.1) 
zu stellen.

2.1 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) garantier-
te Anspruch auf rechtliches Gehör räumt dem Betroffenen das persönlich-
keitsbezogene Mitwirkungsrecht ein, sich vor Erlass eines Entscheides zur 
Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten 
zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 
Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest 
zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid 
zu beeinflussen (BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72). Dem Mitwirkungsrecht ent-
spricht die Pflicht der Behörden, die Argumente und Verfahrensanträge der 
Parteien entgegenzunehmen und zu prüfen, sowie die ihr rechtzeitig und 

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formrichtig angebotenen Beweismittel abzunehmen (BGE 138 V 125 E. 2.1 
S. 127; SVR 2016 BVG Nr. 6 S. 23 6.1.1). Beweise sind im Rahmen dieses 
verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzu-
nehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Auf ein 
beantragtes Beweismittel kann verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, 
den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Fest-
stehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der 
angebotene Beweis keine Abklärungen herbeizuführen vermag, oder wenn 
die Behörde den Sachverhalt gestützt auf ihre eigene Sachkenntnis bzw. 
jene ihrer fachkundigen Beamten selber zu würdigen vermag (BGE 122 V 
157 E. 1d S. 162).

2.2 Die Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungs-
pflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 
Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von 
unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die 
Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, 
wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich 
über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sin-
ne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 
sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung 
stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder 
tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander-
setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 
180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.3 Der Beschwerdeführer hatte zum Zeitpunkt seines Einwandes 
Kenntnis sowohl von den von der Beschwerdegegnerin veranlassten Rück-
fragen zum polydisziplinären Gutachten als auch den entsprechenden Ant-
worten der Gutachter (vgl. AB 130/7 Ziff. 8, 130/10 Ziff. 11.d). In diesem 
Verfahrensstadium liess er denn auch seinerseits Ergänzungsfragen stellen 
(AB 130/2 Ziff. 2). Insofern wurden ihm die Mitwirkungsrechte vor Erlass 
der nunmehr angefochtenen Verfügung (AB 132) nicht verwehrt. Die Be-
schwerdegegnerin hat in der Folge davon abgesehen, die Ergänzungsfra-

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gen des Beschwerdeführers den Gutachtern zu unterbreiten. Indessen er-
weist sich die angefochtene Verfügung als hinlänglich begründet. Der Ver-
fügung lassen sich die wesentlichen Überlegungen entnehmen, die zur 
Abweisung des Leistungsbegehrens führten. Sinngemäss erachtete die 
Beschwerdegegnerin den Sachverhalt als umfassend abgeklärt (vgl. Be-
schwerdeantwort, S. 3 Ziff. 11; vgl. dazu auch Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 18. Juli 2014, 8C_834/2013, E. 5.1 und 5.2.2). Die Er-
gänzungsfragen des Beschwerdeführers wurden im Gutachten denn auch 
– zumindest sinngemäss – bereits hinlänglich beantwortet oder beziehen 
sich (mit Ausnahme der ersten Frage) nicht auf den massgeblichen Be-
weisgegenstand (wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes). 
Jedenfalls bildet die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Bewei-
serhebung und -würdigung Gegenstand der nachfolgenden materiell-
rechtlichen Beurteilung. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs 
erweist sich somit als unbegründet.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.2

3.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

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ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

3.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

3.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). 

3.2.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 8

Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

3.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue 
Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist 
(Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

3.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 9

obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 2. Juni 
2015 (AB 62) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft, 
womit die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 
108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeit-
raum zwischen der letzten (leistungsabweisenden) Verfügung und der vor-
liegend angefochtenen Verfügung vom 24. Oktober 2017 (AB 132) eine 
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeig-
net ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen 
Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Ob dabei die Verfügung vom 
18. Juni 2013 (AB 43) oder vom 28. Juli 2014 (AB 58) Vergleichsbasis bil-
det, kann vorliegend – auch mit Blick auf den kurzen Zeitabstand zwischen 
dem Erlass der beiden Verfügungen – letztlich offen bleiben.

4.2 Den rechtskräftigen Verfügungen vom 18. Juni 2013 (AB 43) und 
28. Juli 2014 (AB 58), mit welchen ein invalidenversicherungsrechtlich rele-
vanter Gesundheitsschaden verneint wurde, lagen in medizinischer Hin-
sicht im Wesentlichen folgende ärztliche Einschätzungen zugrunde:

4.2.1 In der Expertise vom 11. März 2013 stellte Dr. med. J.________, 
Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, keine Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 31.1/12 unten); ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine Persönlichkeit mit ak-
zentuierten emotional unreifen, instabilen und impulsiven Zügen (ICD-10 

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Z73.0), Angst und Depression gemischt in überwiegend leichter Ausprä-
gung (ICD-10 F41.2) sowie Cannabisabusus (ICD-10 F12.1; AB 31.1/13 
oben). Der Beschwerdeführer beklage das erstmalige Auftreten anxiode-
pressiver Symptome im Anschluss an den im Jahr 2005 erlittenen Herzin-
farkt; bis heute habe er Probleme, seine verminderte körperliche Leistungs-
fähigkeit anzuerkennen und seinen Lebensstil entsprechend anzupassen. 
So habe er ab 1. Mai 2007 konstant in einem Pensum von 70 % gearbeitet. 
Er schildere seine erneute Dekompensation im Februar 2011 vor dem Hin-
tergrund veränderter und gestiegener beruflicher Anforderungen und vor 
allem einem grossen Konflikt mit seinem damaligen Vorgesetzten. Im Hin-
blick auf das primär reaktive Auftreten der beklagten anxiodepressiven 
Symptomatik im Anschluss an den Herzinfarkt (2005) und hinsichtlich der 
zunehmend konfliktuellen Situation am Arbeitsplatz (2011) wäre zunächst 
die Diagnose einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43) zu stellen gewesen, 
welche jedoch in der Regel innerhalb von sechs Monaten ausheile resp. 
spätestens nach zwei Jahren selbst eine längere depressive Reaktion ab-
geklungen sein sollte (AB 31.1/13 f.). Bezüglich der individuell zur Verfü-
gung stehenden Abwehrmechanismen und Copingstrategien im Rahmen 
einer Anpassungssituation komme der Primärpersönlichkeit des Betroffe-
nen stets eine entscheidende Bedeutung zu; eine intakte Primärpersönlich-
keit verfüge definitionsgemäss über überwiegend reife Abwehrmechanis-
men und sollte damit schneller eine geforderte Anpassung bewältigen kön-
nen. Schaue man sich unter diesem Aspekt die Primärpersönlichkeit des 
Beschwerdeführers an, bestehe kein Anhalt dafür, dass eine echte Persön-
lichkeitsstörung im Sinne der ICD-10 vorliege, zumal er sich als gut inte-
grierter Mensch mit einer stetigen und durchaus erfolgreich und mit Be-
geisterung ausgeübten Berufstätigkeit in verschiedenen Anstellungen und 
einer seit Jahren konstanten und harmonischen Partnerbeziehung be-
schreibe, der bis zu seinem Herzinfarkt im Jahr 2005 keinerlei psychischen 
Leidensdruck verspürt und niemals einen Psychiater konsultiert habe. Es 
zeigten sich hingegen gewisse akzentuierte, einerseits recht emotional un-
reife und impulsive, andererseits auch narzisstische Persönlichkeitszüge. 
So berichte der Beschwerdeführer, er sei immer schon ein sehr tempera-
mentvoller Mensch gewesen, der Ungerechtigkeiten nicht habe ertragen 
können und stets seine Meinung gesagt habe; er sei dabei auch häufiger 
mit Leuten in Streit geraten und scheue die Auseinandersetzung nicht. Die-

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se akzentuierten Persönlichkeitszüge hätten es dem Beschwerdeführer 
nach Meinung des Gutachters bis heute erschwert, seine Situation zu ak-
zeptieren und damit auch seine anxiodepressiven Symptome zu überwin-
den, und diese erklärten das weiterhin offenbar regelmässige Auftreten 
gewisser anxiodepressiver Symptome im Anschluss an stärkere psychoso-
ziale Belastungen. Die im Jahr 2005 und zuletzt im Jahr 2011 reaktiv auf-
getretenen anxiodepressiven Symptome seien mittlerweile bereits lange als 
weitgehend remittiert anzusehen. Die Situation des Beschwerdeführers 
werde dabei vor allem und ganz überwiegend durch seine akzentuierten 
Persönlichkeitszüge sowie auch eine eindeutig nicht krankheitsbedingte 
(Fehl-)Einstellung beeinflusst. Da das Zeitkriterium für die Diagnose einer 
Anpassungsstörung mittlerweile lange überschritten sei, sei die residuale, 
unterschiedlich ausgeprägte Symptomatik mittlerweile allenfalls noch als 
Angst und Depression gemischt (ICD-10 F41.2) neu zu definieren; keines-
wegs sei von einer echten rezidivierenden depressiven Störung gemäss 
Definition der ICD-10 F33 oder F32 auszugehen. Auch wenn der behan-
delnde Psychiater eine solche Diagnose postuliere (vgl. AB 7/2 Ziff. 1.1, 
13/2 Ziff. 1.1), bestätige er selber den überwiegend reaktiven Charakter der 
aufgetretenen anxiodepressiven Symptomatik mit schneller Rückbildung 
und den grossen Einfluss der akzentuierten Persönlichkeitszüge 
(AB 31.1/15 f.). Neben einem zweifelsohne vorhandenen Leidensdruck 
liessen sich beim Beschwerdeführer auch immer wieder eindeutige Drama-
tisations- und Aggravationstendenzen sowohl in seinen Schilderungen als 
auch in seiner Mimik und Gestik feststellen. Er gebe permanent unmissver-
ständlich seiner persönlichen Einschätzung Ausdruck, er sei nur noch zu 
maximal 50 % arbeitsfähig, und formuliere sein Rentenbegehren als ein 
ihm seiner Meinung nach zustehendes Recht (AB 31.1/17 unten). Die ak-
zentuierten Persönlichkeitszüge seien bei einer zumutbaren Willensan-
strengung und ehrlicher Motivation ausreichend zu kontrollieren, handle es 
sich doch nicht um eine echte Persönlichkeitsstörung. So sei ihm jede sei-
nem Alter, seinem Ausbildungsstand und seinen körperlichen Beeinträchti-
gungen angepasste Arbeit grundsätzlich vollzeitig zumutbar, wobei allen-
falls eine Leistungsminderung von maximal 10 % anzuerkennen sei. Darü-
ber hinaus werde die Situation des Beschwerdeführers stark von krank-
heitsfremden Faktoren (v.a. psychosoziale Faktoren sowie die Umstände 
und Bedingungen am aktuellen Arbeitsplatz, finanzielle Unsicherheiten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 12

narzisstische Kränkungen und der Wunsch nach Anerkennung) beeinflusst. 
Die psychiatrische Behandlung sei als adäquat und durchaus erfolgreich 
anzusehen. Die medikamentöse Compliance erscheine in Anbetracht des 
erniedrigten Plasmaspiegels des Antidepressivums zweifelhaft. Zudem sei 
eine strikte Cannabiskarenz zu empfehlen und dem Beschwerdeführer im 
Rahmen seiner Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht auch vollum-
fänglich zumutbar (AB 31.1/18 f.).

4.2.2 Die RAD-Ärztin med. pract. C.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, wies in der Stellungnahme vom 11. Juni 
2013 darauf hin, dass die von der Pensionskasse des Beschwerdeführers 
anerkannte Leistungsminderung von 30 % (vgl. AB 2/3 Ziff. 4.4 i.V.m. 2/4 
Ziff. 5.4, 8/4 Ziff. 3) allein psychologisch/psychiatrisch und nicht kardial oder 
rheumatologisch begründet worden sei, weshalb aus medizinischer Sicht 
somatisch eine kardiologische/rheumatologische Begutachtung nicht ange-
zeigt sei (AB 42/2 f.).

4.2.3 Nachdem der behandelnde Psychiater Dr. med. D.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine deutliche Verschlechterung 
des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers attestiert und eine rezi-
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit so-
matischem Syndrom (ICD-10 F33.11) diagnostiziert hatte (AB 49/2), wies 
RAD-Ärztin E.________ (nach eigenen Angaben Fachärztin für Neuro-
psychiatrie; im Medizinalberuferegister jedoch nicht und im FMH-Index oh-
ne in der Schweiz anerkannten Facharzttitel verzeichnet) in der Stellung-
nahme vom 12. Mai 2014 darauf hin, dass diese Diagnose zwar zu wieder-
holter Arbeitsunfähigkeit führen könne, in der Regel jedoch keine erhebli-
che Gefährdung der Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben bewirke. Insofern 
stelle sie im versicherungspsychiatrischen Sinne nicht eine wesentliche 
Verschlechterung des Gesundheitszustands dar. Es handle sich um eine 
z.B. verhaltenstherapeutisch und medikamentös gut behandelbare Störung. 
Bei guter Compliance sei die Krankheit überwindbar und eine Stabilisierung 
erreichbar. Die diagnostizierte depressive Störung, gegenwärtig mittelgra-
dige Episode, stelle keine versicherungspsychiatrisch krankheitswertige 
Störung dar (AB 51/3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 13

4.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügungen vom 18. Juni 2013 (AB 43) und 28. Juli 2014 (AB 58) 
wurde der Beschwerdeführer psychiatrisch ambulant (durch den behan-
delnden Psychiater; AB 78, 84), stationär (vom 23. April bis 9. Juli 2015 in 
der Privatklinik F.________; AB 62/2, 65) und teilstationär (in der Tageskli-
nik der psychiatrischen Dienste G.________ vom 15. Juli bis 25. Septem-
ber 2015; AB 77) behandelt, wobei den entsprechenden Berichten alte, 
neue und modifizierte Diagnosen – unter anderem auch der Verdacht auf 
eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0; AB 
65/2 Ziff. 1.1) bzw. ADHS (ICD-10 F90; AB 77/1 Ziff. 1.1) und dementspre-
chend unterschiedliche Beurteilungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
zu entnehmen sind (vgl. AB 89/4 unten). Aufgrund einerseits dieser psych-
iatrischen Problematik und andererseits mit Blick auf körperliche Krankhei-
ten empfahl die RAD-Ärztin E.________ eine polydisziplinäre Begutach-
tung (AB 89/5).

4.3.1 Im polydisziplinären Gutachten der H.________ (MEDAS) vom 
24. Januar 2017 (AB 111.1) diagnostizierten die Gutachter mit Einschrän-
kung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine kombi-
nierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen bzw. impulsiven, nar-
zisstischen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0), chronische lumbo-
vertebragene Schmerzen bei bilateraler Spondylolyse LWK 3, eine fortge-
schrittene Diskopathie L3/4, relativ rezessale Enge LWK 3 rechts, und eine 
koronare Herzkrankheit, aktuell klinisch beschwerdefrei mit eingeschränkter 
Belastbarkeit (AB 111.1/43 f. Ziff. 7.1.1). Aus kardialer Sicht habe sich der 
Beschwerdeführer von seinem Myokardinfarkt im August 2005 und der 
nachfolgenden Bypass-Operation gut erholt; er sei seither kardial subjektiv 
beschwerdefrei und die kardiale medikamentöse Therapie sei adäquat. Die 
Leistungsfähigkeit sei aus kardiologischer Sicht aufgrund der Residuen des 
Myokardinfarkts 2005 leicht vermindert sowohl angestammt wie adaptiert. 
Die nur leichtgradigen Funktionseinschränkungen im Bereich der Lenden-
wirbelsäule schränkten den Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit im 
angestammten Beruf als … nicht wesentlich ein, ebenso wenig die leicht-
gradigen lumbalen Funktionsstörungen ohne radikuläre Nervenkompressi-
onszeichen. Aus Sicht aller Teilgutachter stehe die psychiatrische Erkran-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 14

kung im Vordergrund. Die bisherige Diagnose eines ADHS könne weder 
bestätigt noch widerlegt werden. Es bestünden Hinweise in der Vorge-
schichte, aber es gebe in der neuropsychologischen Testung keine diesbe-
züglich auffälligen Befunde. Die gefundenen kognitiven Störungen würden 
am ehesten im Rahmen der Depression gesehen. Bei positivem Drogen-
screening bestehe entgegen der Angaben des Beschwerdeführers ein fort-
gesetzter Cannabiskonsum; aus psychiatrischer Sicht handle es sich um 
eine Selbstbehandlung im Sinne eines schädlichen Gebrauchs. Aufgrund 
der Akten und der gestellten Diagnose sei im Längsverlauf davon auszu-
gehen, dass die Persönlichkeitsebene relevanter sei, als bisher im Sinne 
einer akzentuierten Persönlichkeit angenommen worden sei. Immer wieder 
komme es zu Konflikten mit dem Umfeld, die auch zu längeren depressiven 
Episoden geführt hätten aufgrund der Persönlichkeitsproblematik. Aus rein 
psychiatrischer Sicht stünden zurzeit die Funktionseinschränkungen, wel-
che auf diese Gesundheitsschädigung zurückzuführen seien, im Vorder-
grund. Daneben gebe es aber auch nicht versicherte Faktoren wie Arbeits-
losigkeit sowie schwierige wirtschaftliche Lage. Aus rein psychiatrischer 
Sicht sei der Beschwerdeführer als … aufgrund der Persönlichkeitsstörung 
wie aber auch der depressiven Symptomatik nicht arbeitsfähig. In einer 
adaptierten Tätigkeit, welche er selbst einteilen und die er selbst bestim-
men könne, werde von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 
(AB 111.1/45 ff. Ziff. 7.2.3). Im Somatischen sei der Beschwerdeführer so-
wohl in der zuletzt ausgeübten als auch in einer adaptieren Tätigkeit aus 
rein kardiologischer Sicht seit dem Myokardinfarkt 2005 zu 70 % arbeits-
fähig; aus allgemein-internistischer und orthopädischer Sicht ergäben sich 
nur qualitative Einschränkungen. Polydisziplinär bestehe seit dem 25. Au-
gust 2005 sowohl in der bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 70 % aufgrund der verminderten Belastbarkeit nach 
Herzinfarkt sowie ab März 2015 in der bisherigen Tätigkeit von 0 % bzw. in 
einer adaptierten Tätigkeit von 50 % aufgrund der Persönlichkeitsstörung 
und der mittelgradigen depressiven Episode (AB 111.1/48 f. Ziff. 8.1 f.). 
Zurzeit bestehe psychiatrisch keine Therapie lege artis. Der Psychiater sei 
zurzeit abwesend. Auch bezüglich der medikamentösen Therapie stellten 
sich Fragen (AB 111.1/49 Ziff. 8.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 15

4.3.2 Im Nachtrag vom 10. April 2017 ging der psychiatrische Gutachter, 
med. prakt. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, da-
von aus, dass im Rahmen der vorgeschlagenen Optimierung der medika-
mentösen antidepressiven Therapie die Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer 
selbstständigen Tätigkeit verbessert werden könne. Inwieweit der Be-
schwerdeführer aber aufgrund seiner Persönlichkeitsproblematik sich dar-
auf einlassen könne, sei jetzt noch nicht absehbar und sollte nach einem 
Therapieversuch über die nächsten zwölf Monate neu beurteilt werden 
(AB 116).

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gut-
achten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beob-
achtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 16

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353).

4.4.2 Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den Ge-
sundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Unter-
suchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte 
nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 
hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine 
Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich be-
gründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage 
für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per-
son noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der 
medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren 
Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und 
Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195; SVR 2017 IV 
Nr. 75 S. 231 E. 4.1.1).

4.5 Der Beschwerdeführer wurde erstmals im vorliegenden Verfahren 
somatisch begutachtet. In somatischer Hinsicht diagnostizierten die Gut-
achter der MEDAS mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1.) chronische 
lumbovertebragene Schmerzen bei bilateraler Spondylolyse LWK 3, (2.) 
eine fortgeschrittene Diskopathie L3/4, relativ rezessale Enge LWK 3 
rechts, und (3.) eine koronare Herzkrankheit, aktuell klinisch beschwerde-
frei mit eingeschränkter Belastbarkeit (AB 111.1/43 Ziff. 7.1.1).

4.5.1 Aufgrund der beiden erstgenannten (orthopädischen) Diagnosen ist 
den Gutachtern zufolge eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit im angestammten Beruf als … nicht feststellbar; leichte wechselbelas-
tende Tätigkeiten ohne schweres Heben und Tragen von Lasten von ma-
ximal 10 kg und ohne einseitige Zwangshaltungen, ohne überwiegendes 
Stehen und Gehen, gegebenenfalls mit vermehrten Pausen, seien in einem 
vollen Pensum möglich (AB 111.1/47 oben). Entsprechend attestieren die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 17

Gutachter aus orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit, dies (höchs-
tens) mit (vorliegend unbeachtlichen) qualitativen Einschränkungen 
(AB 111.1/48 f. Ziff. 8.1.1 und 8.2.1). Insoweit ist auf das Gutachten der 
MEDAS abzustellen (vgl. E. 4.4 hiervor).

4.5.2 Aus kardiologischer Sicht ist dem Gutachten der MEDAS zufolge 
die Leistungsfähigkeit aufgrund der Residuen des Myokardinfarkts im Au-
gust 2005 (knapp normale Auswurfsfraktion links und dilatierter rechtsseiti-
gen Herzhöhlen im Herzecho, verminderter Belastbarkeit in der Ergomatrie) 
sowohl angestammt als auch adaptiert leicht vermindert (AB 111.1/46 un-
ten); die Arbeitsfähigkeit betrage seit dem Myokardinfarkt 2005 noch 70 % 
(AB 111.1/48 f. Ziff. 8.1.1 und 8.2.1). Den Gutachtern zufolge besteht diese 
Einschränkung somit bereits seit 2005, weshalb eine revisionsrelevante 
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit 2013 (AB 43) bzw. 
2014 (AB 58) nicht ausgewiesen ist. Der behandelnde Psychiater hat schon 
damals auf kardiologische Probleme hingewiesen (AB 40/4 unten). Ent-
sprechend forderte der Beschwerdeführer noch im Vorbescheidverfahren 
zusätzlich eine somatische Begutachtung (AB 40/1), liess dann aber die 
ohne solche ergangene Verfügung vom 18. Juni 2013 (AB 43) unangefoch-
ten in Rechtskraft erwachsen. Es ist davon auszugehen, dass er selber 
nicht von einer zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus kardia-
len Gründen ausgegangen ist, zumal deshalb nie eine Arbeitsunfähigkeit 
attestiert worden ist (vgl. AB 42/2 f.). Die Gutachter der MEDAS hielten 
denn auch fest, der Beschwerdeführer habe sich vom Myokardinfarkt im 
August 2005 und der nachfolgenden Bypass-Operation gut erholt und er 
sei seither kardial subjektiv beschwerdefrei, auch wenn die Leistungsfähig-
keit angestammt wie auch adaptiert leicht vermindert sei (AB 111.1/46 ff. 
Ziff. 7.2.3); gestützt auf diese bloss leicht verminderte Leistungsfähigkeit 
attestierten die Gutachter dann aber eine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit von doch beachtlichen 30 % (AB 111.1/48 f. Ziff. 8.1.1 und 8.2.1), ohne 
dies näher zu begründen. Da diese Einschätzung klar in Widerspruch zu 
den tatsächlichen Gegebenheiten – abgesehen von der allein psychiatrisch 
begründeten Arbeitsunfähigkeit war der Kläger während seiner Berufstätig-
keit voll arbeits- und leistungsfähig – steht, kann vorliegend nicht von einer 
seit den letzten (leistungsabweisenden) Verfügungen vom 18. Juni 2013 
(AB 43) bzw. 28. Juli 2014 (AB 58) eingetretenen Verschlechterung ausge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 18

gangen werden. Zudem vermag – für sich allein betrachtet – selbst eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % keine Rente zu begründen 
(vgl. E. 3.3 hiervor).

4.6 Im Vordergrund steht vielmehr das psychiatrische Leidensbild des 
Beschwerdeführers (vgl. AB 111.1/47 Mitte). Soweit vorliegend relevant 
diagnostizierte Dr. med. J.________ im Gutachten vom 11. März 2013 eine 
bereits seit der Adoleszenz bestehende Persönlichkeit mit akzentuierten 
emotional unreifen, instabilen und impulsiven Zügen (ICD-10 Z73.0) sowie 
Angst und Depression gemischt in überwiegend leichter Ausprägung (ICD-
10 F41.2; diese Störung bestehe mindestens seit dem Jahr 2007, zuvor sei 
im Jahr 2005 und nochmals im Jahr 2011 von einer Anpassungsstörung 
auszugehen), dies jeweils ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, 
während der psychiatrische Gutachter der MEDAS im Gutachten vom 
24. Januar 2017 den von ihm gestellten Diagnosen einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), 
und einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen 
bzw. impulsiven, narzisstischen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0) 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beimass (AB 111.1/34 Mitte).

4.6.1 Dr. med. J.________ zufolge handelt es sich bei der Diagnose von 
"Angst und Depression gemischt" (ICD-10 F41.2) definitionsgemäss um 
viele Kombinationsmöglichkeiten relativ leichter Symptome; keineswegs sei 
von einer echten rezidivierenden depressiven Störung gemäss der Definiti-
on der ICD-10 F33 oder F32 im Sinne einer wirklichen "affektiven Psycho-
se" auszugehen (AB 31.1/16 unten). Zu diesem Schluss gelangte Dr. med. 
J.________ in Kenntnis der vom behandelnden Psychiater gestellten Dia-
gnose einer Erschöpfungsdepression, aktuell noch leichte Episode (Rezi-
div) mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01; AB 7/2 Ziff. 1.1, 13/2 Ziff. 
1.1), wobei alle Symptome einer leichten depressiven Episode nach psy-
chosozialer Überforderung mit vorübergehender mittelschwerer bis schwe-
rer Depression vorlägen (AB 7/3 Ziff. 1.4, 13/3 Ziff. 1.4). Dies begründet er 
damit, dass der behandelnde Psychiater selber den überwiegend reaktiven 
Charakter der aufgetretenen anxiodepressiven Symptomatik mit schneller 
Rückbildung und den grossen Einfluss der akzentuierten Persönlichkeits-
züge bestätigt habe (AB 31.1/16 unten).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 19

Dennoch konzentrierten sich in der Folge die Diagnosen der mit dem Be-
schwerdeführer befassten Ärzte (wie schon zuvor vom behandelnden 
Psychiater; AB 7/2 Ziff. 1.1, 13/2 Ziff. 1.1) auf die Klassifikationen F33 bzw. 
F32 (Dr. med. D.________ am 6. Mai 2014 und 18. Dezember 2015: 
F33.11 [AB 49/2, 78/2 Ziff. 1.1]; Privatklinik F.________ am 19. Juni 2015: 
F32.1 [AB 65/2 Ziff. 1.1]; Tagesklinik G.________ am 10. November 2015: 
F33.1 [AB 77/1 Ziff. 1.1]; Dr. med. D.________ am 22. April 2016: F33.2 
[AB 84/2 Ziff. 2 f.]), dies bei entsprechendem Befundbild einer depressiven 
Verstimmung (vgl. AB 84/3 Ziff. 6). Inwieweit dabei krankheitsfremde (v.a. 
psychosoziale) Faktoren die Diagnosestellung beeinflusst haben, geht aus 
den Akten indessen nicht hervor. Auch med. prakt. I.________ befand im 
Gutachten der MEDAS eine mittelgradige depressive Symptomatik. Da es 
in der Vorgeschichte verschiedene Episoden mit depressiven Symptomen 
gegeben habe, sei heute von einer rezidivierenden depressiven Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), auszugehen 
(AB 111.1/33 Mitte).

4.6.2 Diese unterschiedliche Beurteilung führte med. prakt. I.________ 
darauf zurück, dass rückblickend im Längsverlauf wahrscheinlich eine deut-
lich stärkere Persönlichkeitsproblematik vorhanden sei als anfänglich an-
genommen (AB 111.1/32 Mitte, 111.1/33 unten). Diesbezüglich äusserte 
sich Dr. med. J.________ seinerzeit dahingehend, dass nach allen zur Ver-
fügung stehenden, sowohl eigen- als auch fremdanamnestischen Informa-
tionen kein Anhalt dafür bestehe, dass beim Beschwerdeführer eine echte 
Persönlichkeitsstörung im Sinne der ICD-10 vorliege. Der Beschwerdefüh-
rer beschreibe sich als sozial gut integrierten Menschen mit einer stetigen 
und durchaus erfolgreich und mit Begeisterung ausgeübten Berufstätigkeit 
in verschiedenen Anstellungen, zuletzt über 15 Jahre in der …branche, und 
einer seit Jahren konstanten und harmonischen Partnerbeziehung. Darüber 
hinaus unterhalte er diverse Kontakte zu Freunden und Bekannten. Bis zu 
seinem Herzinfarkt im Jahr 2005, also im Alter von 40 Jahren, habe er kei-
nerlei psychischen Leidensdruck verspürt und niemals einen Psychiater 
konsultiert. Entsprechend seien die Kriterien einer echten Persönlichkeitss-
törung sicher nicht erfüllt; eine solche Diagnose sei denn auch vom behan-
delnden Psychiater bisher nie gestellt worden (AB 31.1/15 oben). Bezug-
nehmend darauf und zusätzlich unter Hinweis auf doch deutliche Auffällig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 20

keiten mit Konflikten und Ausrastern ging med. prakt. I.________ von einer 
wahrscheinlich deutlich stärkeren Persönlichkeitsproblematik aus 
(AB 111.1/32 Mitte). Dabei spielten heute aus psychiatrischer Sicht Züge 
einer emotional instabilen Persönlichkeit sowie auch narzisstische und 
histrionische Anteile eine relevante Rolle. Es zeigten sich doch deutlich 
wechselnde instabile Stimmungen mit zum Teil impulsiven Ausbrüchen, 
aber auch Hinweise, dass der Beschwerdeführer zur Dramatisierung neige, 
ein Verlangen nach Anerkennung habe und auch selbstbezogene Züge 
zeige. Im Rahmen dieser Persönlichkeitsproblematik habe es immer wieder 
Konflikte mit dem Umfeld gegeben, die auch zu längeren depressiven Epi-
soden geführt hätten (AB 111.1/33 unten).

4.6.3 Indem med. prakt. I.________ rückblickend im Längsverlauf von 
einer deutlich stärkeren Persönlichkeitsproblematik (Persönlichkeitsstörung 
statt bloss akzentuierte Persönlichkeit) ausgeht, liegt – wie bereits anläss-
lich des Neuanmeldungsverfahrens gemäss Verfügung vom Verfügung 
vom 28. Juli 2014 (AB 58) – eine bloss andere Beurteilung eines im We-
sentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes vor, welche nach stän-
diger Rechtsprechung unter revisions- und neuanmeldungsrechtlichem 
Gesichtswinkel unerheblich ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2014 UV 
Nr. 7 S. 22 E. 2.2). Der Gutachter erwähnt denn auch mit keinem Wort eine 
allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustands. Zudem vermag die 
von med. prakt. I.________ gestellte Diagnose einer kombinierten Persön-
lichkeitsstörung und die damit begründete volle Arbeitsunfähigkeit als … 
(AB 111.1/48 Ziff. 8.1.1) nicht zu überzeugen. Denn med. prakt. I.________ 
geht von denselben Befunden wie der Vorgutachter, namentlich einer seit 
der Kindheit bzw. Adoleszenz bestehenden ADHS-Problematik 
(AB 111.1/33 Mitte, 111.1/34 oben) resp. akzentuierten Persönlichkeitszü-
gen (AB 31.1/13 Ziff. 4.2) aus und lässt völlig undiskutiert, weshalb es dem 
Beschwerdeführer bis zum im Jahr 2005 erlittenen Herzinfarkt dennoch 
möglich war, erfolgreich als … tätig zu sein und seit Jahren in einer kon-
stanten und harmonischen Partnerbeziehung zu leben. Wie die Beschwer-
degegnerin zu Recht ausführt (Beschwerdeantwort, S. 3 Ziff. 7 f.), treten 
Persönlichkeitsstörungen den diagnostischen Leitlinien (DILLING/MOM-
BOUR/SCHMIDT [HRSG.], Internationale Klassifikation psychischer Störun-
gen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 21

S. 276) zufolge nämlich häufig erstmals in der Kindheit oder in der Adoles-
zenz in Erscheinung und manifestieren sich endgültig im Erwachsenenal-
ter. Dies hat Dr. med. J.________ seinerzeit eingehend berücksichtigt und 
entsprechend nachvollziehbar die Diagnose einer krankheitswertigen Per-
sönlichkeitsstörung verneint (AB 31.1/15 oben).

In Bezug auf die depressive Symptomatik (aktuelle Diagnose: rezidivieren-
de depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode [ICD-10 F33.1]; 
frühere Diagnose: Angst und Depression gemischt [ICD-10 F41.2]) gilt es 
festzuhalten, dass sich schon Dr. med. J.________ mit einer echten rezidi-
vierenden depressiven Störung gemäss Definition der ICD-10 F33 oder 
F32 auseinandergesetzt hat (AB 31.1/16 unten), zumal schon damals der 
behandelnde Psychiater eine Erschöpfungsdepression, aktuell noch leichte 
Episode (Rezidiv) mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01; AB 7/2 
Ziff. 1.1, 13/2 Ziff. 1.1) diagnostiziert hatte. Dr. med. J.________ anerkann-
te die wiederholte Ausbildung einer anxiodepressiven Symptomatik 
(AB 31.1/14 unten), stellte aber eine echte rezidivierende depressive 
Störung wegen des überwiegend reaktiven Charakters dieser Symptomatik 
in Abrede (AB 31.1/16 unten). Nachdem der behandelnde Psychiater in der 
Folge eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustands attestiert 
und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi-
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), diagnostiziert hatte 
(AB 49/2), wies RAD-Ärztin E.________ in der Stellungnahme vom 12. Mai 
2014 darauf hin, dass diese Diagnose zwar zu wiederholter Arbeitsunfähig-
keit führen könne, in der Regel jedoch keine erhebliche Gefährdung der 
Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben bewirke, weshalb unter versicherungs-
psychiatrischen Gesichtspunkten keine wesentliche Verschlechterung des 
Gesundheitszustands vorliege (AB 51/3). Die gestützt darauf ergangene 
Verfügung vom 28. Juli 2014 (AB 58) blieb unangefochten.

4.6.4 Nach dem vorstehend Dargelegten erweist sich der medizinische 
Sachverhalt als rechtsgenüglich abgeklärt (vgl. auch E. 2.3 hiervor) und es 
ist erstellt, dass im Vergleich zu den Referenzzeitpunkten im Juni 2013 
(AB 43) bzw. Juli 2014 (AB 58) in den medizinischen Verhältnissen keine 
erhebliche Änderung eingetreten ist, die geeignet wäre, den Invaliditätsgrad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ein Neuanmeldungsgrund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 22

liegt damit auch hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustands nicht 
vor. 

4.7 Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer von einem Neuanmel-
dungsgrund ausgegangen würde, führte die Indikatorenprüfung (vgl. E. 3.2 
hiervor) – wie nachfolgend dargelegt – zur Abweisung der Beschwerde. 
Anzumerken ist dabei, dass gemäss BGE 143 V 418 grundsätzlich sämtli-
che psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch 
leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 
141 V 281 zu unterziehen sind (Änderung der Rechtsprechung). Speziell 
mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das 
Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisände-
rung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische 
Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden 
Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspra-
xis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 196 f.; Entscheid des BGer 
vom 14. April 2016, 9C_13/2016, E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven 
Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berück-
sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das 
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 
E. 2 S. 285 ff., E. 3.4 - 3.6 S. 291 ff. und 4.1 S. 296 ff.). Die Therapierbar-
keit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweis-
würdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2 S. 413; vgl. Ent-
scheid des BGer vom 7. März 2018, 8C_449/2017, E. 4.2.1). Diese Recht-
sprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledig-
ten Fälle anzuwenden (Entscheid des BGer vom 16. Januar 2018, 
9C_580/2017, E. 3.1).

4.7.1 Während Dr. med. J.________ im Gutachten vom 11. März 2013 
noch von eindeutigen Dramatisations- und Aggravationstendenzen sowohl 
in den Schilderungen als auch in Mimik und Gestik ausging (AB 31.1/17 
unten), verneinte med. prakt. I.________ im Gutachten vom 24. Januar 
2017 zwar Hinweise auf Aggravation (AB 111.1/34 oben), erwähnte aber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 23

auch, dass der Beschwerdeführer zur Dramatisierung neige (AB 111.1/33 
Mitte). Da bloss verdeutlichendes Verhalten nicht per se auf Aggravation 
hinweist (BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 288), ist vorliegend nicht von einem 
Ausschlussgrund auszugehen.

4.7.2 Damit sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie funktio-
neller Schweregrad zu prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.7.3 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

4.7.4 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Dr. med. J.________ zufolge wurde und wird die Situation des 
Beschwerdeführers vor allem und ganz überwiegend durch seine akzentu-
ierten Persönlichkeitszüge sowie auch einige eindeutig nicht krankheitsbe-
dingte (Fehl-)Einstellungen beeinflusst; erstere seien hingegen bei einer 
zumutbaren Willensanstrengung und ehrlicher Motivation ausreichend zu 
kontrollieren (AB 31.1/18 oben). Selbst wenn man mit med. prakt. 
I.________ aufgrund seiner Diagnosen einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), und einer 
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen bzw. impulsi-
ven, narzisstischen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0; AB 111.1/35 
Ziff. 5.5.1) medizinisch betrachtet insgesamt eine mittelgradige Beeinträch-
tigung des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit annehmen 
würde (AB 111.1/35 Ziff. 5.6.1), wäre den krankheitsfremden Belastungs-
faktoren (Arbeitslosigkeit, schwierige wirtschaftliche Lage [AB 111.1/33 
unten]; zusätzlich gemäss Dr. med. J.________: Wunsch nach Anerken-
nung der bisherigen Lebensleistung mit Überwindung des Herzinfarkts und 
der Bypassoperation, Sorge um Sohn mit phasenweiser Drogenabhängig-
keit und Delinquenz, zunehmender Druck am Arbeitsplatz [AB 31.1/17 un-
ten]) gebührend Rechnung zu tragen. Diese unterhalten das Krankheits-
empfinden des Beschwerdeführers in doch ausgeprägter Weise. In Bezug 
auf den funktionellen Schweregrad erweist sich der Indikator der diagnose-
relevanten Befunde damit nicht als erheblich ausgeprägt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 24

4.7.5 Sodann ist auf Verlauf und Ausgang von Therapien (und damit auf 
Behandlungserfolg bzw. -resistenz) als wichtige Indikatoren für den funktio-
nellen Schweregrad einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Bei 
der Begutachtung anlässlich der Erstanmeldung (psychiatrische Explorati-
on im März 2013) führte der Beschwerdeführer aus, den behandelnden 
Psychiater einmal monatlich zu konsultieren, bei Bedarf mehr (AB 31.1/8 
unten). Diese psychiatrische Behandlung erachtete Dr. med. J.________ 
als adäquat, doch zweifelte er die medikamentöse Compliance in Anbe-
tracht des erniedrigten Plasmaspiegels des Antidepressivums trotz relativ 
hoher Dosierung an; er empfahl weitere Kontrollen und gegebenenfalls 
eine Dosisanpassung (AB 31.1/18 Mitte). Trotz bereits im Mai 2014 geltend 
gemachter Verschlechterung des Gesundheitszustands (AB 49/2) und zwi-
schenzeitlich stationärer (23. April bis 9. Juli 2015; AB 62/2, 65) und teilsta-
tionärer Behandlung (15. Juli bis 25. September 2015; AB 77) bescheinigte 
der behandelnde Psychiater im Bericht vom 18. Dezember 2015 eine bloss 
niedrigfrequentierte ambulante sozial-psychiatrische Begleitung mit inter-
mittierendem Kontakterhalten zur Krisenintervention und antidepressiver 
Medikation (AB 78/3 Ziff. 1.5); gemäss weiterem Bericht vom 22. April 2016 
sei die Behandlung vom Versicherten infolge des resignativen Zustands nur 
noch in akuten Krisenzeiten in Anspruch genommen worden (AB 84/3 
Ziff. 7). Gegenüber den Gutachtern der MEDAS führte der Beschwerdefüh-
rer aus, seinen Hausarzt alle drei Monate für Blutentnahmen zu konsultie-
ren. Mit dem Psychiater sei er so verblieben, dass er sich melden würde, 
was er dann im Juni 2016, als es ihm sehr schlecht gegangen sei, gemacht 
habe, doch habe er den Psychiater telefonisch nicht erreichen können. Per 
E-Mail sei dann eine Benachrichtigung gekommen, dass der Psychiater bis 
Oktober abwesend sei. Nach Meinung des Beschwerdeführers habe der 
Psychiater die Sprechstunden "runtergefahren", sei wohl pensioniert. Er 
habe dann selbstständig seine Tabletten "hochgeschraubt". Er wisse, dass 
er jederzeit ins Spital G.________ könne, doch wolle er dies nicht, da auch 
das nichts bringe (AB 111.1/22 Ziff. 2.4.2). Zurzeit habe er keine Beglei-
tung. Die Frau gebe ihm die Antidepressiva, da er sie selbst nicht nehmen 
würde (AB 111.1/27 oben). Gestützt darauf verneinte med. prakt. 
I.________ eine Therapie lege artis, da der behandelnde Psychiater abwe-
send und ein nächster Termin erst im Oktober 2016 wieder möglich sei. 
Auch bezüglich der medikamentösen Therapie stellten sich Fragen; insbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 25

sondere falle auf, dass der Beschwerdeführer relativ hoch dosiert Cymbalta 
nehme und gleichzeitig einen relativ tiefen Blutspiegel habe (AB 111.1/34 
unten). Auch wenn der behandelnde Psychiater nachträglich eine kontinu-
ierliche ambulante psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung des 
Beschwerdeführers ohne Therapieunterbruch während seines Auslandauf-
enthalts von Anfang Juli bis Ende September 2016 bestätigt hat, wobei der 
Beschwerdeführer vertretungsweise im Bedarfsfall seinen Hausarzt 
und/oder den Psychiatrischen Dienst am Spital G.________ habe in An-
spruch nehmen können (AB 130/13), stellt sich die Frage, warum der Be-
schwerdeführer vorgängig weder über den längeren Auslandaufenthalt sei-
nes behandelnden Psychiaters informiert noch eine Stellvertretung sicher-
gestellt worden war. Vielmehr ist aufgrund obiger Ausführungen davon 
auszugehen, dass sich die psychiatrische Behandlung auf Bedarfskonsulta-
tionen (Kriseninterventionen) und die Medikamentenverschreibung be-
schränkte. In Bezug auf die Medikamenteneinnahme verhält sich der Be-
schwerdeführer insofern widersprüchlich, als er zwar angab, die Dosierung 
eigenmächtig erhöht zu haben, die Medikamente aber nur auf Aufforderung 
seiner Frau einzunehmen; jedenfalls erscheint die medikamentöse Compli-
ance in Anbetracht des Blutspiegels zweifelhaft. Angesichts all dessen 
kann nicht von einer Behandlungsresistenz ausgegangen werden, zumal 
gewisse therapeutische Fortschritte erreicht werden konnten (AB 77/3 
Ziff. 1.4) und mittels ambulant durchgeführter psychiatrischer sowie psy-
chotherapeutischer Behandlung mehr Stabilität hätte erreicht werden sollen 
(vgl. AB 65/4 Ziff. 1.8).

4.7.6 Die bisherigen Kriterien der "psychiatrischen Komorbidität" und 
"körperlichen Begleiterkrankung" wurden zu einem einheitlichen Indikator 
zusammengefasst. Relevant ist die Gesamtbetrachtung der 
Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens 
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.3 S. 301). Als Komorbiditäten zu berücksichtigende 
krankheitswertige Störungen sind mit den somatischen 
Gesundheitsschäden (vgl. E. 4.5 hiervor) ausgewiesen. Allerdings zeitigen 
die orthopädischen Befunde höchstens qualitative Einschränkungen bei 
voller Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.5.1 hiervor). Aus kardiologischer Sicht wird 
die Arbeitsfähigkeit im Gutachten der MEDAS als leicht vermindert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 26

beschrieben (Arbeitsunfähigkeit von maximal 30 %), dies bei subjektiver 
Beschwerdefreiheit und ohne vorgängig attestierter Arbeitsunfähigkeit aus 
kardiologischen Gründen (vgl. E. 4.5.2 hiervor). Daher erscheinen diese 
Störungen nicht ausgeprägt.

4.7.7 Mit Bezug auf den Komplex "Persönlichkeit" (BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302) vermag die von den Gutachtern der MEDAS gestellte 
Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional 
instabilen bzw. impulsiven, narzisstischen und histrionischen Anteilen (ICD-
10 F61.0; AB 111.1/43 Ziff. 7.1.1) nicht zu überzeugen (vgl. E. 4.6.3 
hiervor), denn trotz dieser nun diagnostizierten Persönlichkeitsstörung 
(AB 116/2 Ziff. 4) war der Beschwerdeführer über viele Jahre hinweg 
uneingeschränkt erwerbstätig und konnte im Übrigen auch eine stabile 
Ehebeziehung eingehen und führen. Sodann konnte er sich neuerdings 
zumindest teilweise selbst eingliedern, indem er sich um den eigenen 
kleinen …betrieb kümmert (AB 111.1/36 Ziff. 5.8). Diese Umstände 
sprechen gegen erhebliche ressourcenhemmende Eigenheiten im Rahmen 
der Persönlichkeit. Vielmehr ist mit Dr. med. J.________ davon 
auszugehen, dass diese Eigenheiten bei einer zumutbaren 
Willensanstrengung und ehrlicher Motivation ausreichend zu kontrollieren 
sind (AB 31.1/18 oben).

4.7.8 Der Komplex sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
zeigt, dass der Beschwerdeführer über eine familiär stabile Situation (Frau 
[verheiratet seit 2008], Sohn und Mutter) verfügt; seit dem Klinikaufenthalt 
hat er eigenen Ausführungen zufolge aber keine weiteren sozialen Kontak-
te mehr (AB 111.1/26 oben), obschon er sich in der Tagesklinik gut in die 
Gruppe integriert hatte (AB 77/2 unten). Nachmittags kümmert er sich je-
weils um die Tiere (…): Er füttert sie, mistet den Stall, mäht die Wiese und 
erledigt alle notwendigen Arbeiten (AB 111.1/26 oben). Damit ist kein aus-
geprägter sozialer Rückzug erkennbar und das soziale Umfeld hält doch 
zumindest gewisse sich potenziell günstig auswirkende Ressourcen bereit.

4.7.9 Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 27

Bezüglich des Indikators gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsni-
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist festzustellen, dass der 
Beschwerdeführer sich selbst als vollkommen arbeitsunfähig betrachtet und 
erst auf entsprechende Nachfrage des med. prakt. I.________ hin ein-
räumt, zu Hause Tätigkeiten auf dem kleinen … nachzugehen; der Gutach-
ter konstatierte, dass die Hände des Beschwerdeführers deutliche Arbeits-
spuren aufwiesen (verschiedene Kratzer und dunkel umrundete Nägel); 
daraus folgerte er, dass der Beschwerdeführer in einer selbst bestimmten 
und selbst einzuteilenden Tätigkeit eine Arbeitsleistung erbringen könne 
(AB 111.1/26 oben, 111.1/34 unten). Im Rahmen einer solchen weitestge-
hend selbstbestimmten Tätigkeit geht denn auch der psychiatrische Gut-
achter bei Optimierung der medikamentösen Therapie davon aus, dass 
wahrscheinlich die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne (AB 116/1 
Ziff. 1).

Im Rahmen des Indikators "ausgewiesener Leidensdruck" fällt auf, dass 
der Beschwerdeführer niederfrequentiert bzw. gar nur im Bedarfsfall (Kri-
senintervention) in ambulanter psychiatrischer Behandlung steht und die 
medikamentöse antidepressive Therapie dringend hätte angepasst werden 
müssen (vgl. AB 111.1/36 Ziff. 5.7). Von einem ausgewiesenen Leidens-
druck kann in Anbetracht dieser geringen Behandlungsintensität nicht ge-
sprochen werden.

4.8 Die gesamthafte Betrachtung der rechtserheblichen Indikatoren 
führt somit zum Schluss, dass ein gewisser Leidensdruck besteht, jedoch 
nur wenig ausgeprägte Einschränkungen ausgewiesen sind. Die 
Indikatoren, aus welchen sich durchaus mobilisierende Ressourcen 
ergeben, lassen nicht auf einen rechtsgenüglichen Bezug zwischen den 
gestellten Diagnosen und deren funktionellen Auswirkungen im Sinne einer 
erheblich (hälftig) eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, wie sie im Gutachten 
der MEDAS vom 24. Januar 2017 attestiert worden ist, aus psychiatrischer 
Sicht schliessen.

4.9 Zusammenfassend ist nach einer Würdigung sämtlicher Umstände 
nicht von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen. Die 
angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens und die dagegen erho-
bene Beschwerde ist abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang ist denn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 28

auch die Pensionskasse für die K.________, die im Invaliditätsfall ebenfalls 
Leistungen zugunsten des Beschwerdeführers zu erbringen hätte (vgl. da-
zu das heutige Urteil im Verfahren BV/2016/399), nicht beschwert, weshalb 
sich deren Beiladung zum vorliegenden Verfahren erübrigt.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2019, IV/17/1015, Seite 29

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Zur Kenntnis:
- Pensionskasse K.________

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.