# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a56f75f-0b6b-5b7c-9aae-50a030019862
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.10.2014 B-650/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-650-2014_2014-10-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-650/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

 

Besetzung 

 
Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), 

Richter Marc Steiner,  

Richter David Aschmann, 

Gerichtsschreiber Urs Küpfer. 
 

 
 

Parteien 

 
X._______, 

Beschwerdeführer, 

 
 

 
gegen 

 

 
Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI, 

Zentralstelle, 

Malerweg 6, 3600 Thun, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Disziplinarmassnahme. 

 

 

B-650/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

X._______ (Beschwerdeführer) wurde mit Verfügung der Vollzugsstelle 

für den Zivildienst (Zentralstelle, Vorinstanz) am 4. Februar 2013 zum Zi-

vildienst zugelassen. Mit Schreiben vom 15. März 2013 bot ihn das Regi-

onalzentrum (Ort) (Regionalzentrum) zu einem Einführungskurs am 19. 

April 2013 auf. 

B.  

Am 19. April 2013 meldete sich der Beschwerdeführer telefonisch beim 

Regionalzentrum. Gemäss Aktennotiz teilte er diesem mit, dass er den 

Einführungskurs vergessen habe. Am 17. Mai 2013 besuchte er einen 

anderen Einführungskurs. 

C.  

Mit Schreiben vom 13. August 2013 teilte die Zentralstelle dem Be-

schwerdeführer mit, sie leite ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein und 

gebe ihm Gelegenheit, zu seiner Abwesenheit am Einführungskurs vom 

19. April 2013 und zu seinen finanziellen Verhältnissen schriftlich Stellung 

zu nehmen. Der Beschwerdeführer machte von dieser Möglichkeit keinen 

Gebrauch. 

D.  

Mit Verfügung vom 3. Februar 2014 auferlegte die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer eine Busse in der Höhe von Fr. 300.– wegen fahrlässigen 

Zivildienstversäumnisses (Dispositiv-Ziff. 1). Mangels Angaben zu den 

konkreten finanziellen Verhältnissen des Beschwerdeführers ging die Vor-

instanz bei der Bussenbemessung von einem mittleren Einkommen aus. 

E.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. Februar 

2014 und Beschwerdeergänzung vom 20. Februar 2014 beim Bundes-

verwaltungsgericht an. Er beantragt einen schriftlichen Verweis, eventua-

liter eine Reduktion der Busse auf Fr. 150.–. Zur Begründung macht er 

geltend, er habe am Einführungstag verschlafen. Im Telefongespräch mit 

dem Regionalzentrum habe er angeboten, mit 1.5 Stunden Verspätung 

am vorgesehenen Einführungskurs teilzunehmen, was abgelehnt worden 

sei. Eine Busse von Fr. 300.– stehe in keinem Verhältnis zum begange-

nen Fehler und zu seinem monatlichen Einkommen von Fr. 1'500.–. 

B-650/2014 

Seite 3 

F.  

Mit Verfügung vom 12. März 2014 widerrief die Vorinstanz Ziff. 1 des 

Dispositivs der Verfügung vom 3. Februar 2014 und auferlegte dem Be-

schwerdeführer neu eine Busse von Fr. 150.–. 

G.  

Mit Schreiben vom 19. März 2014 forderte das Bundesverwaltungsgericht 

den Beschwerdeführer auf, bis zum 7. April 2014 mitzuteilen, ob er die 

Beschwerde aufrechterhalten oder sie zurückziehen möchte. Gleichzeitig 

wies es darauf hin, dass das Verfahren nach unbenutztem Fristablauf 

fortgesetzt werde. Der Beschwerdeführer äusserte sich innerhalb der ge-

nannten Frist nicht. 

H.  

Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit sie 

für den Entscheid wesentlich sind, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die Verfügung der Vorinstanz vom 3. Februar 2014 kann nach Art. 63 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den zivilen Ersatzdienst vom 6. Oktober 

1995 (Zivildienstgesetz, ZDG, SR 824.0) im Rahmen der allgemeinen 

Bestimmungen über die Bundesverwaltungsrechtspflege mit Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden (Art. 5 Abs. 1 Bst. a 

und Art. 44 ff. des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 

1968 [VwVG, SR 172.021] i.V.m. Art. 31 ff. und Art. 37 ff. des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

Als Adressat ist der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung 

besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung. Er ist daher zur Beschwerde berechtigt (Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Die zehntägige Beschwerdefrist (Art. 66 Bst. a ZDG) wur-

de gewahrt. Ebenso sind die Anforderungen an Form und Inhalt der Be-

schwerdeschrift (Art. 52 Abs. 1 VwVG) erfüllt. Die übrigen Sachurteilsvor-

aussetzungen liegen ebenfalls vor (Art. 47 ff. VwVG). 

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

B-650/2014 

Seite 4 

2.  

Die Vorinstanz hat ihre Verfügung in Bezug auf die Höhe der Busse in 

Wiedererwägung gezogen und diesbezüglich neu verfügt. 

2.1 Grundsätzlich gilt, dass die Behandlung der Sache, die Gegenstand 

der mit Beschwerde angefochtenen Verfügung bildet, mit Einreichung der 

Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz übergeht (Art. 54 VwVG). Davon 

macht Art. 58 Abs. 1 VwVG insofern eine Ausnahme, als die Vorinstanz 

bis zu ihrer Vernehmlassung die angefochtene Verfügung in Wiedererwä-

gung ziehen und neu verfügen kann. Entspricht die Vorinstanz den Be-

gehren des Beschwerdeführers dabei nur teilweise, so ist das Beschwer-

deverfahren fortzusetzen. Die strittig gebliebenen Teile sind von der Be-

schwerdeinstanz zu beurteilen. Soweit die Vorinstanz die Begehren des 

Beschwerdeführers anerkannt hat, kann das Verfahren als gegenstands-

los geworden abgeschrieben werden (vgl. Art. 58 Abs. 3 VwVG; Urteile 

des BVGer A-1724/2012 vom 20. September 2012 E. 3.1, A-5998/2010 

vom 29. März 2012 E. 2, A-322/2009 vom 14. Juni 2011 E. 6.1; ANDREA 

PFLEIDERER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2009, Art. 58 N. 45 

u. N. 52; AUGUST MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar 

zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2008, Art. 58 N. 18). 

2.2 Vorliegend hat der Beschwerdeführer als Disziplinarmassnahme ei-

nen Verweis gemäss Art. 68 Bst. a ZDG beantragt, eventualiter eine Bus-

senreduktion auf Fr. 150.–. Die Vorinstanz hat die in Ziff. 1 des Dispositivs 

der Verfügung vom 3. Februar 2014 festgelegte Busse in der Höhe von 

Fr. 300.– widerrufen und in ihrer Verfügung vom 12. März 2014 eine re-

duzierte Busse in der Höhe von Fr. 150.– festgelegt. Damit hat sie dem 

Eventualbegehren des Beschwerdeführers entsprochen. In diesem Punkt 

ist das Beschwerdeverfahren damit als gegenstandslos geworden abzu-

schreiben. 

Nachfolgend ist lediglich der noch strittige Punkt zu beurteilen, ob die Vor-

instanz anstelle einer Busse einen schriftlichen Verweis als Disziplinar-

massnahme hätte verfügen müssen. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 9 Bst. a ZDG umfasst die Zivildienstpflicht die Pflicht zur 

Teilnahme an einem Einführungskurs der Vollzugsstelle. Die Zivildienst-

pflicht beginnt, sobald der Entscheid für die Zulassung zum Zivildienst 

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Seite 5 

rechtskräftig geworden ist; gleichzeitig erlischt die Militärdienstpflicht 

(Art. 10 ZDG). Als der Beschwerdeführer am 15. März 2013 zum Besuch 

eines Einführungskurses aufgeboten wurde, war der Entscheid über sei-

ne Zulassung vom 4. Februar 2013 in Rechtskraft erwachsen 

(Art. 63 Abs. 1 und Art. 66 ZDG). Er war damit zur Teilnahme am Einfüh-

rungskurs verpflichtet. 

3.2 Verletzt die zivildienstpflichtige Person vorsätzlich oder fahrlässig 

Pflichten, die ihr das Gesetz oder darauf gestützte Verordnungen auferle-

gen, so kann die Vollzugsstelle eine Disziplinarmassnahme verfügen; 

vorbehalten bleiben die Strafbestimmungen der Art. 72 - 78 ZDG 

(Art. 67 Abs. 1 ZDG). Als Disziplinarmassnahme kann die Vollzugsstelle 

einen schriftlichen Verweis oder eine Busse bis zu Fr. 2'000.– verfügen 

(Art. 68 ZDG). 

3.3 Disziplinarmassnahmen sind Sanktionen gegenüber Personen, die in 

einem Sonderstatusverhältnis (z.B. Beamte, Schüler) oder unter einer 

besonderen Aufsicht des Staates (z.B. Rechtsanwälte, Medizinalperso-

nen) stehen. Sie bezwecken die Aufrechterhaltung der Ordnung sowie die 

Wahrung des Ansehens und der Vertrauenswürdigkeit der Verwaltungs-

behörden. Disziplinarische Massnahmen sollen bewirken, dass Personen, 

welche der Disziplinargewalt unterliegen, ihre Pflichten erfüllen (vgl.  

ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Grundriss des Allgemei-

nen Verwaltungsrechts, 6. A., 2010, N. 1191 f.; PIERRE TSCHANNEN/  

ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. A., 

2009, § 32 N. 46 ff.). In einem Sonderstatusverhältnis und damit dem 

Disziplinarrecht unterworfen sind auch die zivildienstpflichtigen Personen 

(Art. 67 ff. ZDG; vgl. Urteile des BVGer B-582/2012 vom 25. Oktober 

2012 E. 2.3, B-5352/2011 vom 1. Februar 2012 E. 2.3 und  

B-2129/2006 vom 4. April 2007 E. 3). 

4.  

4.1 Nach Art. 71 Abs. 1 ZDG leitet die Vollzugsstelle ein Disziplinarverfah-

ren von Amtes wegen ein oder wenn der Einsatzbetrieb eine Pflichtverlet-

zung anzeigt. Sie teilt dies der betroffenen zivildienstpflichtigen Person 

schriftlich mit. Art. 71 Abs. 2 ZDG bestimmt, dass die Vollzugsstelle das 

Verfahren innert 30 Tagen durchführt und es mit einer Verfügung erledigt. 

Im vorliegenden Fall setzte die Vorinstanz den Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 13. August 2013 über die Einleitung eines Disziplinarver-

fahrens in Kenntnis. Sie verfügte am 3. Februar 2014 eine Disziplinar-

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Seite 6 

massnahme. Entsprechend führte sie das Verfahren nicht innerhalb der 

gesetzlich vorgegebenen Frist durch. 

4.2 Die in Art. 71 Abs. 2 ZDG statuierte Behandlungsfrist für Disziplinar-

verfahren ist eine Ordnungsfrist (Botschaft zur Änderung des Bundesge-

setzes über den zivilen Ersatzdienst vom 21. September 2001, BBl 2001 

6127, S. 6194). Sie soll einen geordneten Verfahrensgang gewährleisten, 

ohne an Verwirkungsfolgen gebunden zu sein. Verfahrenshandlungen 

können daher auch noch nach Fristablauf vorgenommen werden, soweit 

und solange der Verfahrensgang dies nicht ausschliesst (Urteil des 

BVGer B-582/2012 vom 25. Oktober 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 

4.3 Der Beschwerdeführer beanstandet die Überschreitung der 30-tä-

gigen Frist nicht. Es bestehen auch keine Indizien dafür, dass die Miss-

achtung dieser Frist den geordneten Verfahrensgang beeinträchtigt oder 

dem Beschwerdeführer zum Nachteil gereicht hätte. Die Nichteinhaltung 

der Frist bleibt deshalb unbeachtlich. 

5.  

Wie in E. 3.2 dargelegt, kann die Vollzugsstelle eine Disziplinarmass-

nahme verfügen, wenn ein Disziplinarfehler vorliegt. Nachfolgend ist zu 

prüfen, ob der Beschwerdeführer einen Disziplinarfehler gemäss 

Art. 67 ZDG begangen hat. 

5.1 Der Beschwerdeführer erklärt, die Ursache für sein Nichterscheinen 

und "Vergessen" sei, dass er verschlafen habe. Am Telefon habe er an-

geboten, mit 1.5 Stunden Verspätung am Einführungstag teilzunehmen, 

was jedoch abgelehnt worden sei. Durch sein Nichterscheinen seien, ab-

gesehen vom Telefonanruf, keinerlei direkte Umstände für weitere Perso-

nen entstanden. 

In der angefochtenen Verfügung vom 3. Februar 2014 hielt die Vorinstanz 

fest, der Beschwerdeführer habe den Einführungskurs gemäss seiner te-

lefonischen Stellungnahme vergessen. Sie wertete das Nichterscheinen 

des Beschwerdeführers am Einführungstag als pflichtwidrig unvorsichtig 

und damit als fahrlässiges Zivildienstversäumnis gemäss Art. 74 Abs. 1 

ZDG. Sie beurteilte die Pflichtverletzung als leichten Fall (Art. 74 Abs. 3 

ZDG), da es sich um das erste Aufgebot zum Einführungskurs handelte 

und der Beschwerdeführer in der Zwischenzeit einen Einführungskurs 

besucht hatte. Einen Rechtfertigungsgrund (vgl. Urteil des BVGer  

B-5352/2011 vom 1. Februar 2012 E. 5.2.1; WALTER HINTERBERGER, Dis-

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Seite 7 

ziplinarfehler und Disziplinarmassnahmen im Recht des öffentlichen 

Dienstes, 1986, S. 113 ff.) erkannte sie nicht. 

5.2 Diese juristische Würdigung des Verhaltens des Beschwerdeführers 

ist nicht zu beanstanden. Ob er den Einführungskurs vergass oder ver-

schlief, ändert an der Beurteilung nichts. Auch für den Fall des Verschla-

fens wäre sein Handeln als pflichtwidrig unvorsichtig einzustufen und der 

Tatbestand des fahrlässigen Zivildienstversäumnisses nach Art. 74 Abs. 1 

ZDG erfüllt. 

5.3 Der Beschwerdeführer hat demnach einen Disziplinarfehler began-

gen; die Voraussetzungen für die Verfügung einer Disziplinarmassnahme 

durch die Vorinstanz gestützt auf Art. 67 Abs. 1 ZDG sind erfüllt. 

6.  

Gemäss Art. 69 ZDG bestimmt die Vollzugsstelle die Disziplinarmass-

nahme nach dem Verschulden; sie berücksichtigt Beweggründe, Vorle-

ben, persönliche Verhältnisse und die bisherige Führung im Zivildienst. 

6.1 Bei der Wahl und namentlich bei der Bemessung der Sanktion steht 

der Disziplinarbehörde ein gewisser Spielraum offen, in den das Bundes-

gericht – und auch das Bundesverwaltungsgericht – nicht eingreift. Auf-

grund des Verhältnismässigkeitsprinzips ist die Behörde aber gehalten, 

das unterschiedliche Gewicht der verschiedenen Sanktionen und die dar-

in zum Ausdruck kommende Rangordnung zu beachten (vgl. BGE 106 Ia 

100 E. 13). Die Vorinstanz verfügt in der Verhängung von Disziplinar-

massnahmen sowohl über Auswahl- als auch über Entschliessungser-

messen (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungs-

verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. A., 2013, 

N. 1047); sie kann den zu Disziplinierenden schriftlich verweisen oder ei-

ne Busse bis Fr. 2'000.– verhängen (Art. 68 ZDG), aber auch – im Sinne 

des Opportunitätsprinzips – auf eine Disziplinarmassnahme verzichten, 

wenn Belehrung und Ermahnung ausreichen (Art. 67 Abs. 2 ZDG; Urteile 

des BVGer B-582/2012 vom 25. Oktober 2012 E. 5.4 und B-5352/2011 

vom 1. Februar 2012 E. 6.1; FRITZ GYGI, Verwaltungsrecht, Bern 1986, 

S. 335 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, N. 1205; HINTERBERGER, S. 351 ff.). 

Eingeschränkt wird das Ermessen durch die in Art. 69 ZDG vorgegebe-

nen Bemessungsfaktoren (Urteile des BVGer B-582/2012 vom 25. Okto-

ber 2012 E. 5.4 und B-5352/2011 vom 1. Februar 2012 E. 6.1;  

HINTERBERGER, S. 361). 

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Seite 8 

6.2 Ziff. 5 der angefochtenen Verfügung äussert sich zum Verschulden 

des Beschwerdeführers wie folgt:  

"Im Rahmen der Beurteilung Ihres Verschuldens wurde nicht nachvollzieh-

bar, warum Sie den Einführungskurs vergessen haben. So wäre es Ihnen 

ohne Weiteres zumutbar gewesen, dafür zu sorgen, dass Sie den Termin 

nicht vergessen. Zu Ihren Gunsten spricht, dass Sie in der Zwischenzeit ei-

nen Einführungskurs besucht haben. Zudem berücksichtigen wir, dass es 

sich hier um eine erstmalige Pflichtverletzung handelt. Ihr Verschulden ist im 

Lichte des Gesagten als leicht einzustufen. Da Sie zu Ihren finanziellen Ver-

hältnissen keine Angaben gemacht haben, gehen wir in freier Beweiswürdi-

gung von einem mittleren Einkommen aus, wonach ein Busse von Fr. 300.− 

als angemessen erscheint." 

Damit wurde das Verschulden des Beschwerdeführers als leicht gewertet. 

Beweggründe und Vorleben sind nicht aktenkundig. Die Vorinstanz be-

rücksichtigte als entlastenden Moment, dass der Beschwerdeführer zwi-

schenzeitlich einen Einführungskurs besuchte. Zu Gunsten des Be-

schwerdeführers wurde unter dem Aspekt der bisherigen Führung im Zi-

vildienst beachtet, dass es sich um eine erstmalige Pflichtverletzung han-

delte. In der neuen Verfügung vom 12. März 2014, mit welcher die Vorin-

stanz die Busse auf Fr. 150.– reduzierte, finden sich ebenfalls Ausführun-

gen zum Verschulden des Beschwerdeführers. Darin wird an der Qualifi-

zierung des leichten Verschuldens festgehalten. Das Verschulden könne 

nicht als sehr leicht eingestuft werden, weil sich der Beschwerdeführer 

von der Einleitung des Disziplinarverfahrens unbeeindruckt gezeigt und 

keine Stellungnahme bezüglich seines Nichterscheinens am Einfüh-

rungskurs eingereicht habe. Er zeige somit weder Einsicht noch Reue für 

sein pflichtwidriges Verhalten. 

6.3 Der Beschwerdeführer macht weder in seiner Beschwerde vom 

6. Februar 2014 noch in deren Ergänzung vom 20. Februar 2014 Gründe 

geltend, die den Schluss nahelegen würden, sein Verschulden sei sehr 

leicht. Er weist lediglich darauf hin, dass er verschlafen und angeboten 

habe, mit 1.5 Stunden Verspätung am Kurs teilzunehmen. Dies sei abge-

lehnt worden. Weiter seien, mit Ausnahme des Telefonanrufs, keinerlei di-

rekte Umstände für weitere Personen entstanden. 

6.4 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die Vorin-

stanz sämtliche gemäss Art. 69 ZDG für die Bemessung der Disziplinar-

massnahme relevanten Faktoren sorgfältig würdigte und gewichtete. Das 

Verschulden wurde zu Recht als leicht qualifiziert. Weiter sind keine An-

B-650/2014 

Seite 9 

haltspunkte ersichtlich, das Verschulden als noch geringfügiger, etwa als 

besonders leicht, einzustufen. 

7.  

7.1 Disziplinarmassnahmen müssen verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 

18. April 1999 [BV, SR 101]), d.h. in einer angemessenen Relation zu Art 

und Schwere der begangenen Pflichtwidrigkeit stehen, ohne über das hi-

nauszugehen, was erforderlich ist, um Störungen eines geordneten 

Dienstbetriebs zu verhindern (vgl. Urteile des BVGer B-582/2012 vom 

25. Oktober 2012 E. 6.1 und B-5352/2011 vom 1. Februar 2012 E. 6.1 mit 

weiteren Hinweisen; vgl. TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, § 32 N. 53). So-

wohl beim Entscheid, ob eine disziplinarische Sanktion zu verhängen ist, 

als auch bei ihrer Auswahl und Bemessung steht der spezialpräventive 

Zweck solcher Massnahmen im Vordergrund. Sie sollen bewirken, dass 

der Betroffene künftig seine dienstrechtlichen Pflichten beachtet (vgl.  

HINTERBERGER, S. 385 ff.). Dabei spielt auch dessen Massnahmenemp-

fänglichkeit eine Rolle (vgl. HINTERBERGER, S. 389 ff.). 

7.2 Unter den gegebenen Umständen lag es im Rahmen des der Vorin-

stanz zustehenden Ermessens, einen schriftlichen Verweis 

(Art. 68 Bst. a ZDG) für nicht ausreichend zu halten und dem Beschwer-

deführer eine Busse aufzuerlegen. Anlass hierfür bildete eine erstmalige, 

als leichter Fall qualifizierte Pflichtverletzung, bezüglich welcher dem Be-

schwerdeführer leichtes Verschulden vorzuwerfen ist. Mit Blick auf seine 

unzulängliche Mitwirkung im vorinstanzlichen Disziplinarverfahren scheint 

eine Busse erforderlich. Sie ist geeignet, ihn zu veranlassen, seinen 

dienstlichen Pflichten künftig mehr Beachtung zu schenken. Die ausge-

sprochene Busse ist angesichts der finanziellen Lage des Beschwerde-

führers zumutbar. Seinem Eventualbegehren, die Busse sei auf Fr. 150.– 

zu reduzieren, wurde mit neuer Verfügung der Vorinstanz vom 12. März 

2014 entsprochen (siehe E. 2.2). 

8.  

Zusammenfassend ist das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos ge-

worden abzuschreiben, soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Bus-

se sei auf Fr. 150.– zu reduzieren. Soweit sich die Beschwerde gegen 

den Entscheid der Vorinstanz richtet, eine Busse und nicht einen schriftli-

chen Verweis als Disziplinarmassnahme vorzusehen, ist die Beschwerde 

abzuweisen. 

B-650/2014 

Seite 10 

9.  

Gemäss Art. 65 Abs. 1 ZDG ist das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht kostenlos, sofern es sich nicht um mutwillige Beschwerde-

führung handelt; Parteientschädigungen werden keine ausgerichtet. Im 

vorliegenden Fall sind deshalb weder Kosten zu erheben noch Entschä-

digungen zuzusprechen. 

10.  

Gegen Entscheide auf dem Gebiet des Zivildienstes ist die Beschwerde 

an das Bundesgericht unzulässig, weshalb der vorliegende Entscheid 

endgültig ist (Art. 83 Bst. i des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [BGG, SR 173.110]). 

 
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Bezüglich des Antrags des Beschwerdeführers, die disziplinarische Busse 

sei auf Fr. 150.– zu reduzieren, wird das Beschwerdeverfahren als ge-

genstandslos geworden abgeschrieben. 

2.  

Der Antrag des Beschwerdeführers, als Disziplinarmassnahme sei ein 

Verweis statt einer Busse auszusprechen, wird abgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Parteient-

schädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben, Beilage zurück); 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. ZDP 67242; Einschreiben; Vorakte zurück). 

 

Die vorsitzende Richterin: 

 

Der Gerichtsschreiber: 

  

Maria Amgwerd Urs Küpfer 

Versand: 4. November 2014