# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 444b82bb-9c3e-5e44-b310-5a821edf0248
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 05.03.2024 U 2021 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2021-78_2024-03-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 21 78

1. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen Parolini und von Salis

Aktuarin ad hoc Eckstein

URTEIL

vom 5. März 2024

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Gemeinde A._____, 

Gemeinde B._____, 

Gemeinde C._____, 

Gemeinde D._____, 

Gemeinde E._____, 

Gemeinde F._____, 

Gemeinde G._____, 

Gemeinde H._____, 

Gemeinde I._____, 

Gemeinde J._____, und

Gemeinde K._____, 

- 2 -

alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fadri Ramming, 

Klägerinnen

gegen

L._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michelangelo Giovannini und 

Rechtsanwältin MLaw Michelle Mehli, 

Beklagte

betreffend Stromversorgung (Kostentragung für Netzanschlüsse)

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I. Sachverhalt:

1. Im Jahr 1954 haben die Gemeinden B._____, C._____, D._____, 

F._____, I._____, A._____, E._____, K._____, G._____, J._____ und 

H._____ bzw. deren Vorgängergemeinden der M._____ AG zuhanden der 

noch zu gründenden L._____ AG zwei Konzessionen zur Nutzung der 

Wasserkraft des N._____ verliehen, eine für die Gefällsstufe 

O._____/P._____ (nachfolgend: Wasserrechtsverleihung bzw. 

Konzession 1) und eine für die Gefällsstufe Q._____ (nachfolgend: 

Wasserrechtsverleihung bzw. Konzession 2). Diese zwei Konzessionen 

wurden im Jahr 1955 von der Regierung des Kantons Graubünden 

genehmigt. Eine weitere Konzession erteilte die Schweizerische 

Eidgenossenschaft, handelnd durch den Bundesrat, im Jahr 1955 der 

M._____ AG und der R._____ in Mailand zuhanden einer zu gründenden 

Aktiengesellschaft für die Nutzung der Wasserkraft des S._____ und des 

T._____ in einem Kraftwerk bei O._____ (nachfolgend: 

Wasserrechtsverleihung bzw. Konzession 3). Diese ist am 1. Februar 

1956 in Kraft getreten und ist mit einer weiteren, am 1. Juni 1993 in Kraft 

getretenen Konzession geändert worden.

2. Alle drei Kraftwerke wurden in der Folge auf die L._____ AG übertragen, 

welche heute in Ausübung dieser Konzessionen die Wasserkraftwerke 

D._____, U._____, V._____ sowie J._____ betreibt. Die 

Konzessionsgemeinden schlossen sich zur Gemeindekorporation 

W._____ zusammen.

3. Der Vollzug der Konzessionsbestimmungen wurde in der Folge 

konkretisiert durch den Energieversorgungsvertrag (nachfolgend: EVV) 

von 1964/1965 zwischen der Gemeindekorporation W._____ und der 

L._____ AG, welcher später vom EVV von 1978/1979 mitsamt einer 

Auslegungserklärung von 1981 abgelöst wurde. 2015 schlossen die 

Parteien einen neuen EVV, der den EVV 1978/79 sowie die Erklärung von 

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1981 ersetzte. Die Regierung des Kantons Graubünden genehmigte den 

neuen Vertrag mit Beschluss vom 22. Dezember 2015. Dieser EVV gilt bis 

heute.

4. In der Folge brach zwischen den Parteien eine Auseinandersetzung 

betreffend die Kostentragung der Netzanschlüsse innerhalb der Bauzone 

aus. Sie sind sich uneinig darüber, ob die Konzessionen auch die 

Kostentragung der Netzanschlüsse für die Ladestationen von 

Elektromobilität und energieintensiven Datenverarbeitungsanlagen 

innerhalb der Bauzonen durch die L._____ AG umfasst oder nicht (vgl. act. 

A.1, Rz. 24 ff.). Strittig ist die Auslegung und Anwendung von Art. 8 Abs. 

1 der Wasserrechtsverleihung 1 und 2 vom 13. März 1954 (vgl. act. KB [= 

Beilage der Klägerin] 1 und 2), welcher wie folgt lautet:

Energieabgabe

Der Beliehene erstellt, betreibt und unterhält auf eigene Kosten sämtliche 

Übertragungs- und Verteilanlagen (Hochspannungsleitungen, 

Transformatorenstationen, Niederspannungsleitungen und 

Strassenbeleuchtungen, exkl. Beleuchtungskörper) bis zu den 

Hausanschlüssen in den Gemeinden (exkl. X._____), exkl. 

Hausinstallationen und Verbrauchseinrichtungen. Soweit eine Gemeinde 

entsprechende Einrichtungen auf eigene Kosten erstellt hat und betreibt, 

sind sie ihr vom Beliehenen auf Verlangen der Gemeinde abzukaufen. Die 

Bestimmungen des Kaufpreises erfolgt durch im Benehmen mit den 

"Gemeinden" oder im Nichteinigungsfalle durch vom Kleinen Rat ernannte 

unabhängige Fachleute in verbindlicher und unweiterzüglicher Weise. 

(…).

Diese Bestimmung wurde in Art. 3 Abs. 1 der Vereinbarung zwischen den 

damaligen Gemeinden X._____, B._____ und O._____ sowie der 

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M._____ AG betreffend die Wasserrechtsverleihung 3 vom 13. März 1954 

übernommen (act. BB [= Beilage der Beklagten] 38).

5. Die L._____ AG vertritt die Auffassung, die Konzessionen 1 bis 3 erfassten 

die Kostentragung der Netzanschlüsse der Ladestationen für 

Elektromobilität (E-Mobilität) und energieintensive 

Datenverarbeitungsanlagen, wie Rechenzentren für Kryptowährungen 

(Krypto-Mining Rechenzentren), nicht. Sie regle diese Frage deshalb auf 

Basis der Stromversorgungsgesetzgebung von Bund und Kanton sowie 

auf Grundlage individueller Netzanschlussverträge mit den 

Netzanschlussnehmern (Endverbrauchern). Für Anschlüsse, welche der 

E-Mobilität dienten, sowie für weitere besondere Netzanschlüsse, stelle 

die L._____ AG dem Anschlussnehmer die darauf entfallenden 

Kostenanteile distanz- und leistungsbezogen in Rechnung und verlange 

Netzanschlusskosten, einen Netzkostenbeitrag und eine Grundgebühr 

(vgl. act. KB 14 und 15).

6. Die Gemeindekorporation W._____ stellt sich auf den Standpunkt, dass 

die L._____ AG mit diesem Vorgehen ihre Pflichten aus den 

Wasserrechtsverleihungen und dem EVV 2015 verletze. Zudem würden 

ihr Informationen vorliegen, dass die L._____ AG bereits ihrem 

Standpunkt entsprechend vorgehe. So habe diese bereits mehrere 

Verträge mit Anschlussnehmern abgeschlossen und diesen die 

Netzanschlusskosten der Ladestationen für E-Mobilität in Rechnung 

gestellt, bzw. stehe mit solchen in Vertragsverhandlungen, in welchen sie 

die Absicht kundgetan habe, ihnen die Kosten aufzuerlegen (vgl. act. A.1, 

Rz. 17; act. KB 16).

7. Im März 2019 unterbreitete die L._____ AG ihrem Verwaltungsrat, dem 

auch der Präsident der Gemeindekorporation W._____ angehört, einen 

Vorschlag, wonach die Direktion der Konzessionärin mit den 

Konzessionsgemeinden eine einvernehmliche Regelung in der 

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vorstehend dargelegten Streitigkeit verhandeln sollte. Daraufhin stellte die 

Konzessionärin der Gemeindekorporation W._____ ein Arbeitspapier mit 

Lösungsvorschlägen zu (vgl. act. KB 11). Mit Schreiben vom 25. Juni 2019 

teilte die Gemeindekorporation W._____ der L._____ AG mit, dass sie 

keine Notwendigkeit sehe, die Netzanschlusspflicht und die Frage der 

Kostentragung neu zu verhandeln (act. KB 12). Auch an einer 

Besprechung vom 5. November 2019 konnte keine Einigung erzielt 

werden.

8. Während dieser Zeit regelte die L._____ AG die Netzanschlüsse der 

Ladestationen für E-Mobilität mit deren Betreibern auf Grundlage 

individueller Vereinbarungen, welche bestimmten, dass die 

Netzanschlusskosten von den Anschlussnehmerinnen und -nehmern zu 

tragen seien (vgl. act. BB 27; act. KB 24.1). Ein Netzanschluss für eine 

energieintensive Datenverarbeitungsanlage wurde nicht erstellt.

9. Mit Schreiben vom 1. April 2021 unterbreitete die L._____ AG der 

Gemeindekorporation W._____ einen Vorschlag vor dem Hintergrund der 

folgenden Ausgangslage: Befinden sich Anschlussnehmer im 

Konzessionsgebiet der L._____ AG in der Grundversorgung, beziehen sie 

ihren Strom von den Konzessionsgemeinden, welche die 

Endkundenversorgung besorgen. Die dazu erforderliche Energiemenge 

beziehen die Konzessionsgemeinden von der Konzessionärin. Für 

Netzanschlüsse, die nicht in den Anwendungsbereich der Konzessionen 

fallen, hat die L._____ AG den Konzessionsgemeinden keine Energie zu 

Vorzugsbedingungen zu liefern. Da zwischen den Parteien umstritten ist, 

ob die Netzanschlüsse der Ladestationen für E-Mobilität und 

energieintensive Datenverarbeitungsanlagen in den Anwendungsbereich 

der Konzessionen fallen, schlug die Konzessionärin der 

Gemeindekorporation W._____ vor, die hierfür erforderliche Energie zu 

Marktbedingungen zu beschaffen und sie den Gemeinden zu den 

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Selbstkosten weiterzugeben (vgl. act. KB 13). Die Gemeindekorporation 

W._____ lehnte diesen Vorschlag indes ab (vgl. act. KB 16).

10. Die bisherigen Vergleichsverhandlungen fanden ausschliesslich zwischen 

der L._____ AG sowie der Gemeindekorporation W._____ statt. Mit E-Mail 

vom 26. Juli 2021 wandte sich die L._____ AG direkt an die 

Konzessionsgemeinden und lud sie zu einer Besprechung ein. Die 

Konzessionärin informierte auch die Gemeindekorporation W._____ (vgl. 

act. KB 19). Die Konzessionsgemeinden verzichteten auf die Teilnahme 

an dieser Besprechung und verwiesen in dieser Sache auf die 

Gemeindekorporation W._____ als Vertreterin der Gemeinden (vgl. 

act. BB 29).

11. Ein aussergerichtlicher Vergleich scheiterte (vgl. act. A.1, Rz. 13 ff.). Mit 

Eingabe vom 7. Oktober 2021 erhob daher die Gemeindekorporation 

W._____ (nachfolgend: Klägerin) beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden verwaltungsgerichtliche Klage und liess, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Fadri Ramming, folgende Rechtsbegehren stellen 

(act. A.1):

1. Hauptanträge
Die Beklagte sei zu verpflichten

a. Im gesamten Gebiet der in der Gemeindekorporation W._____ 

zusammengeschlossenen Konzessionsgemeinden die Kosten im 

Zusammenhang mit Netzanschlüssen für die Elektromobilität sowie für 

energieintensive Endverbraucher («besondere Netzanschlüsse») innerhalb 

der im Dezember 2015 rechtskräftig ausgeschiedenen Bauzonen (exklusive 

Bauzonenarten und Objekte, die nach den Bestimmungen der 

Raumplanungsgesetzgebung nicht erschliessungspflichtig sind oder für die 

spezialgesetzliche Regelungen gelten) zu übernehmen;

b. Vollständig offenzulegen, bei welchen realisierten Netzanschlüssen sie seit 

dem 1. Januar 2016 die Kosten dem Anschlussnehmer belastet hat;

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c. Bei den seit dem 1. Januar 2016 realisierten Netzanschlüssen, bei denen sie 

die Kosten dem Anschlussnehmer belastet hat, diese Kosten dem jeweiligen 

Anschlussnehmer zu erstatten.

2. Eventualantrag
Eventualiter sei festzustellen, dass die Beklagte verpflichtet ist, im gesamten 

Gebiet der in der Gemeindekorporation W._____ zusammengeschlossenen 

Konzessionsgemeinden die Kosten im Zusammenhang mit Netzanschlüssen für 

die Elektromobilität sowie für energieintensive Endverbraucher («besondere 

Netzanschlüsse») innerhalb der im Dezember 2015 rechtskräftig 

ausgeschiedenen Bauzonen (exklusive Bauzonenarten und Objekte, die nach 

den Bestimmungen der Raumplanungsgesetzgebung nicht 

erschliessungspflichtig sind oder für die spezialgesetzliche Regelungen gelten) 

zu übernehmen.

3. Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen
Die Beklagte sei unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB sowie unter 

Androhung von Schadenersatzfolgen vorsorglich zu verpflichten, ab sofort im 

gesamten Gebiet der in der Gemeindekorporation W._____ 

zusammengeschlossenen Konzessionsgemeinden die Kosten im 

Zusammenhang mit Netzanschlüssen für die Elektromobilität sowie für 

energieintensive Endverbraucher («besondere Netzanschlüsse») innerhalb der 

im Dezember 2015 rechtskräftig ausgeschiedenen Bauzonen (exklusive 

Bauzonenarten und Objekte, die nach den Bestimmungen der 

Raumplanungsgesetzgebung nicht erschliessungspflichtig sind oder für die 

spezialgesetzliche Regelungen gelten) zu übernehmen und in den 

entsprechenden Verträgen mit den Netzanschlussnehmern einen 

Nachforderungsvorbehalt aufzunehmen.

4. Antrag auf Koordination zweier Verfahren
Vorliegendes Klageverfahren sei mit dem zwischen der Klägerin und der 

Beklagten vor der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) hängigen 

Gesuchsverfahren betreffend Festlegung des Netzanschlusspunkts innerhalb 

der Bauzone zu koordinieren.

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5. Antrag zur Kosten- und Entschädigungsregelung
Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

12. Mit Stellungnahme vom 28. Oktober 2021 liess die L._____ AG 

(nachfolgend: Beklagte), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

Michelangelo Giovannini und Rechtsanwältin MLaw Michelle Mehli, 

beantragen, dass die Anträge der Klägerin auf Erlass vorsorglicher 

Massnahmen sowie auf Koordination der Verfahren abzuweisen seien 

(act. A.2).

13. Das Gesuch der Klägerin um vorsorgliche Massnahmen wurde vom 

Instruktionsrichter der zuständigen Kammer mit Verfügung vom 10. 

November 2021 abgewiesen. Der Antrag auf Koordination des 

Klageverfahrens mit dem damit zusammenhängenden Gesuchsverfahren 

vor der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (nachstehend: ElCom) 

wurde gutgeheissen. Bis zum rechtskräftigen Abschluss der Koordination 

zwischen der ElCom und des Verwaltungsgerichts wurde das vorliegende 

Verfahren sistiert (act. E.1).

14. Gleichentags wie die verwaltungsgerichtliche Klage, am 7. Oktober 2021, 

reichte die Klägerin bei der ElCom ein Gesuch betreffend Festlegung des 

Netzanschlusspunktes innerhalb der Bauzone ein. Nach erfolgtem 

Meinungsaustausch mit dem Instruktionsrichter der streitberufenen 

Kammer (vgl. act. D.2) trat die ElCom mit Verfügung vom 15. März 2022 

mangels Zuständigkeit auf das Gesuch nicht ein. Daraufhin nahm das 

Verwaltungsgericht das Klageverfahren wieder an die Hand (vgl. act. D.3). 

Der Schriftenwechsel wurde fortgeführt.

15. Mit Klageantwort vom 19. September 2022 liess die Beklagte beantragen, 

dass die Klage abzuweisen sei, soweit darauf eingetreten werden könne, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin (act. A.3).

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16. Am 22. November 2022 replizierte die Klägerin. An den klägerischen 

Anträgen Ziff. 1 (Hauptanträge), Ziff. 2 (Eventualantrag) und Ziff. 5 (Antrag 

zur Kosten- und Entschädigungsregelung) gemäss Klage vom 7. Oktober 

2021 hielt die Klägerin fest. Die klägerischen Anträge Ziff. 3 und Ziff. 4 

seien aufgrund der vorsorglichen Verfügung des Instruktionsrichters vom 

10. November 2021 sowie gestützt auf die Verfügung der ElCom vom 

15. März 2022 hinfällig geworden (act. A.4).

17. Am 21. Dezember 2022 reichten die Beklagte die Duplik (act. A.5) und am 

13. Februar 2023 die Klägerin die Triplik (act. A.6) hierorts ein. Am 17. 

April 2023 folgte die Quadruplik der Beklagten (act. A.7) und am 2. Juni 

2023 eine weitere Stellungnahme der Klägerin (act. A.8). An den gestellten 

Rechtsbegehren wurde unverändert festgehalten. Beide Parteien 

vertieften ihre jeweiligen Argumente.

18. Am 15. Juni 2023 und am 22. Juni 2023 reichten die Rechtsvertreter/-

innen der Parteien ihre Honorarnoten ein. Die Klägerin liess beantragen, 

dass der vom Rechtsvertreter der Beklagten geltend gemachte 

Stundenansatz von CHF 300.00 auf maximal CHF 270.00 zu kürzen sowie 

der Stundenaufwand auf ein nach richterlichem Ermessen vertretbares 

Mass zu reduzieren sei (act. F.2). Auf eine Stellungnahme seitens der 

Beklagten wurde verzichtet (vgl. act. F.1).

19. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2023 liess die Beklagte mitteilen, dass das 

Verteilnetz auf dem Gebiet der Fraktion X._____ an die Gemeinde 

C._____ (Y._____) verkauft worden sei. Die Eigentumsübertragung und 

der Besitzesantritt erfolge per 1. Januar 2024. Entsprechend sei die 

Gemeinde C._____ vom vorliegenden Klageverfahren nicht mehr 

betroffen und das Verfahren sei diesbezüglich abzuschreiben (act. A.9). 

Die Klägerin nahm dazu am 21. Dezember 2023 Stellung (act. A.10).

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20. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit und die weiteren 

Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen (vgl. Art. 4 Abs. 2 Gesetz 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]).

1.1.1. Gemäss Art. 21 der Wasserrechtsverleihungen 1 und 2 entscheidet über 

Streitigkeiten, die sich aus dem Verleihungsverhältnis für die Parteien 

ergebenden Rechte und Pflichten, soweit sich aus der eidgenössischen 

und kantonalen Gesetzgebung nicht die Zuständigkeit von 

Verwaltungsbehörden ergibt, in erster Instanz das Kantonsgericht, in 

zweiter Instanz das Bundesgericht als Staatsgerichtshof (act. KB 1 und 2). 

Dieselbe Bestimmung findet sich in Art. 5 der Vereinbarung betreffend die 

Wasserrechtsverleihung 3 (vgl. act. BB 38). Weiter verweist diese 

Bestimmung auf Art. 71 Bundesgesetz über die Nutzbarmachung der 

Wasserkräfte (Wasserrechtsgesetz; WRG; SR 721.80), welcher in der 

heute geltenden Fassung bestimmt, dass in erster Instanz die zuständige 

kantonale Gerichtsbehörde und in zweiter das Bundesgericht entscheidet, 

wo das WRG oder die Konzession nichts anderes bestimmt, wenn 

zwischen dem Konzessionär und der Verleihungsbehörde Streit über die 

sich aus dem Konzessionsverhältnis ergebenden Rechte und Pflichten 

entsteht. Im Zeitpunkt der Wasserrechtsverleihungen im Jahre 1954 galt 

das Kantonsgericht von Graubünden als "zuständige kantonale 

Gerichtsbehörde" im Sinne von Art. 71 Abs. 1 WRG, da das 

Verwaltungsgericht Graubünden erst auf den 1. Januar 1969 konstituiert 

worden ist. Seit Einführung der Verwaltungsgerichtsbarkeit im Bund wird 

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Art. 71 Abs. 1 WRG aber als Verweisung auf die 

Verwaltungsgerichtsbarkeit aufgefasst (BGE 126 II 171 E. 1b; 88 I 181 E. 

2; 78 I 375 E. I/1; 77 I 164 E. 1; vgl. auch PVG 2002 43 E. 2.a; siehe dazu 

MICHAEL MERKER/PHILIPP CONRADIN-TRIACA, Art. 71 WRG in: 

KRATZ/MERKER/TAMI/RECHSTEINER (Hrsg.), Kommentar zum Energierecht 

Band III, Bern 2020, Kommentar WRG, Art. 71 Rz. 8; ENRICO RIVA, 

Konzessionsverhältnis und Leistungsstörung, in: HÄNER/WALDMANN 

(Hrsg.), Die Konzession, Zürich/Basel/Genf 2011, S. 71), womit die 

öffentlich-rechtliche Gerichtsbarkeit im vorliegenden Verfahren ohne 

Weiteres erstellt ist.

1.1.2. Die Klägerin hat eine Klage beim streitberufenen Gericht anhängig 

gemacht (vgl. act. A.1). Das Bundesgericht bezeichnet die Konzession als 

einen gemischten Akt und unterscheidet zwischen einem 

verfügungsmässig und einem vertraglich begründeten Teil der Konzession 

(BGE 130 II 18 E. 3.1; Urteil BGer 2C_828/2013 vom 24. März 2014 E. 

2.1; Urteil BGer 2C_815/2012 vom 24. Juni 2013 E. 2.1). Zum 

Verfügungsteil gehören diejenigen Konzessionsbestimmungen, die durch 

das Gesetz weitgehend festgelegt sind und Pflichten des Konzessionärs 

regeln, an deren Erfüllung ein wesentliches öffentliches Interesse besteht. 

Vertraglich sind diejenigen Teile der Konzession, bei denen die 

Bestimmtheit der gesetzlichen Grundlage gering und damit der Spielraum 

für die Ausgestaltung des Konzessionsverhältnisses im einzelnen Fall 

gross ist (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 2720; auch 

BERNHARD WALDMANN, Die Konzession: Eine Einführung, in: 

HÄNER/WALDMANN (Hrsg.), Die Konzession, Zürich/Basel/Genf 2011, S. 18 

f.; vgl. Urteil BGer 2C_258/2011 vom 30. August 2012 E. 4.1). Das 

vorliegende Verfahren betrifft die Anwendung und Auslegung von Art. 8 

Abs. 1 der Wasserrechtsverleihungen 1 und 2 (vgl. act. KB 1 und 2) bzw. 

von Art. 3 der Wasserrechtsverleihung 3 (vgl. act. BB 38). Es handelt sich 

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hierbei um nichtzwingenden Konzessionsinhalt, weswegen das 

vertragliche Element im Vordergrund stehen dürfte (vgl. Art. 54 und 55 

WRG) – was im Übrigen zwischen den Parteien auch unbestritten ist.

1.1.3. Zu beachten ist, dass auch der vertraglich begründete Teil öffentlich-

rechtlicher Natur ist (BGE 109 II 76 E. 2 m.w.H.; Urteil BGer 2C_828/2013 

vom 24. März 2014 E. 2.1). Demzufolge sehen diverse Kantone bei 

Konzessionen ein verwaltungsrechtliches Klageverfahren ex lege vor (vgl. 

z.B. § 60 Abs. 1 lit. b Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des 

Kantons Aargau (VRPG/AG; SAR 271.200); Art. 57 Abs. 1 lit. c Gesetz 

über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Appenzell Ausserrhoden 

(VRPG/AR; bGS 143.1); § 50 Abs. 1 lit. a Gesetz über die Verfassungs- 

und Verwaltungsprozessordnung des Kantons Basel-Landschaft 

(VPO/BL; SGS 271); dazu WALDMANN, a.a.O., S. 19 Fn. 93); nicht so 

hingegen der Kanton Graubünden (vgl. die abschliessende Aufzählung in 

Art. 63 Abs. 1 VRG). Hierorts stützt sich das Klageverfahren bei 

Streitigkeiten aus Wasserrechtskonzessionen auf Art. 63 Abs. 1 lit. b VRG, 

wonach das Verwaltungsgericht unter anderem Streitigkeiten aus 

öffentlich-rechtlichen Verträgen im Klageverfahren beurteilt (vgl. Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 2019 77 vom 21. 

August 2021 E. 1.1; ferner MERKER/CONRADIN-TRIACA, a.a.O., Art. 71 Rz. 

5 ff.).

1.2.1. Das VRG bestimmt in Art. 65, dass die Bestimmungen über das 

Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht anwendbar sind, soweit der 

Abschnitt über die verwaltungsgerichtliche Klage keine Vorschriften 

enthält (Abs. 1). Kann dem VRG keine Vorschrift entnommen werden, 

finden die für das Zivilverfahren geltenden Bestimmungen sinngemäss 

Anwendung (Abs. 2).

1.2.2. Die prozessuale Zulässigkeit der Klage entscheidet sich wie im 

Zivilprozess anhand der Sachurteilsvoraussetzungen (vgl. Art. 60 der 

- 14 -

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]). Diese sind – gleich 

oder ähnlich wie bei der Beschwerde – sachliche und örtliche 

Zuständigkeit, zulässiger Rechtsweg (Klage-, nicht 

Beschwerdeverfahren), Partei- und Prozessfähigkeit, 

Rechtsschutzinteresse, ablehnende Stellungnahme der Beklagten, 

formrichtige Klageerhebung, keine bereits beurteilte Angelegenheit mit 

materieller Rechtskraft (res iudicata) sowie eine allfällige Kautionsleistung. 

Nur wenn sämtliche Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist die Klage 

zulässig und tritt das Verwaltungsgericht auf sie ein (TOBIAS JAAG, in: 

GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des 

Kantons Zürich [VRG], 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, § 83 Rz. 3).

1.3.1. Die Beklagte macht zunächst in prozessualer Hinsicht geltend, dass das 

angerufene Gericht nicht zuständig sei. Da die Klägerin keine eigenen 

Rechte aus dem Konzessionsvertrag geltend machen könne, fehle es 

bezüglich der eingereichten Klage an der Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichtes. Art. 71 WRG richte sich als Zuständigkeitsregelung 

an die Verleihungsbehörde – im Kanton Graubünden die (politische) 

Konzessionsgemeinde – und den Konzessionär. Die Klägerin sei weder 

noch. Art. 63 Abs. 1 lit. b VRG begründe eine Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts im Klageverfahren für Streitigkeiten aus öffentlich-

rechtlichen Verträgen und sei somit ebenfalls nur für die Vertragsparteien 

des Konzessionsverhältnisses anrufbar. Auf die Klage sei somit nicht 

einzutreten. Anders würde es sich bezüglich dieser Prozessvoraussetzung 

verhalten, wenn die Konzessionsgemeinden die verwaltungsrechtliche 

Klage anhängig machen würden (act. A.2, Rz. 19 f.). In derselben 

Rechtsschrift anerkennt die Beklagte hingegen ausdrücklich die 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts gestützt auf die durchgeführte 

Verständigung zwischen der ElCom und dem Verwaltungsgericht und 

bringt vor, dass sich entsprechend diesbezügliche Ausführungen 

erübrigen würden (vgl. act. A.2, Rz. 62). Insofern widerspricht sich die 

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Beklagte in derselben Rechtsschrift selbst. Bereits deswegen ist die Rüge 

der Unzuständigkeit der Beklagten unbeachtlich. Die Frage, ob die 

Klägerin eigene Rechte aus dem Konzessionsvertrag geltend macht oder 

nicht, beschlägt im Übrigen die Frage der Aktivlegitimation (vgl. auch infra 

E. 1.5.1) und nicht die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts 

und damit keine Eintretensvoraussetzung. Folglich ist an dieser Stelle auf 

die widersprüchliche Rüge der Beklagten betreffend die Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts nicht weiter einzugehen.

1.3.2. Die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ist für jede der drei 

Wasserrechtsverleihungen separat zu prüfen. Die Verleihungsbehörde 

der Konzession 1 besteht aus den Gemeinden A._____, E._____, 

G._____, V._____, J._____, K._____ bzw. deren Vorgängergemeinden 

(vgl. act. KB 1). Die Verleihungsbehörde der Konzession 2 besteht aus 

den Gemeinden A._____, D._____, F._____, I._____, E._____ bzw. deren 

Vorgängergemeinden (vgl. act. KB 2). Die sachliche Zuständigkeit des 

angerufenen Gerichts ist in Bezug auf die Wasserrechtsverleihungen 1 

und 2 gestützt auf Art. 21 der Konzessionsvereinbarungen sowie Art.2 

Abs. 1 und Art. 71 Abs. 1 WRG ohne Weiteres erstellt (vgl. supra E. 1.2.3).

1.3.3. Die Verleihungsbehörde der Konzession für die Gefällsstufe Z._____, 

verliehen am 16. Dezember 1955 und in Kraft getreten am 1. Februar 

1956, ist die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch den 

Bundesrat (vgl. act. KB 4). Denn der Bund ist für die Verleihung der Rechte 

bei internationalen Wasservorkommen umfassend zuständig. Er ist 

namentlich befugt, Staatsverträge abzuschliessend und Konzessionen zu 

erteilen (vgl. Art. 76 Abs. 5 Satz 1 BV; Art. 7 und Art. 38 Abs. 3 WRG; 

ARNOLD MARTI/PETER HETTICH, in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], Die 

schweizerische Bundesverfassung. St. Galler Kommentar, 4. Auflage, 

Zürich/St. Gallen 2023, Art. 76 Rz. 29; CORINA CALUORI/ALAIN GRIFFEL, in: 

WALDMANN/BELSER/EPINEY [Hrsg.], Schweizerische Bundesverfassung. 

Basler Kommentar, Basel 2015, Art. 76 Rz. 54; ferner Urteil BGer 

- 16 -

2C_338/2013 vom 21. August 2013 E. 2.2). Diese Konzession betrifft 

daher zwar die Gemeinden B._____, C._____ und D._____, bzw. deren 

Vorgängergemeinden. Sie können selbst allerdings nicht als 

Verleihungsbehörden qualifiziert werden. Trotz der umfassenden 

Bundeszuständigkeit im internationalen Verhältnis werden die Gewässer 

dadurch nicht zu Bundesgewässern; die kantonale Gewässerhoheit bleibt 

also unangetastet (CALUORI/GRIFFEL, a.a.O., Art. 76 Rz. 54). Die 

Verleihungsbehörde und der Träger der Gewässerhoheit fallen damit 

auseinander (vgl. Art. 76 Abs. 4 Satz 1 BV, welcher die Gewässerhoheit 

der Kantone auch bei internationalen Verhältnissen statuiert. Die 

Gewässerhoheit im Kanton Graubünden obliegt gemäss Art. 83 Abs. 2 der 

Verfassung des Kantons Graubünden [BR 110.100] den Gemeinden; vgl. 

dazu auch RAPHAEL KRAEMER/FADRI RAMMING, Die Konzession im Wasser- 

und Energierecht, in: HÄNER/WALDMANN (Hrsg.), Die Konzession, 

Zürich/Basel/Genf 2011, S. 123 ff. [S. 125]; PVG 2004 Nr. 29 E. 2b).

Weder der Konzessionsverleihung vom 16. Dezember 1955 noch der 

Änderung dieser Konzession vom 23. März 1988 kann die sachliche 

Zuständigkeit entnommen werden (vgl. act. KB 4 und 5). Die Vereinbarung 

zwischen den Gemeinden X._____, B._____ und O._____ und der 

M._____ AG vom 13. März 1954 enthält mit Art. 5 dieselbe Bestimmung 

wie die Wasserrechtsverleihungen 1 und 2 in Art. 21 (act. BB 38). In erster 

Instanz ist damit eine kantonale Gerichtsbehörde sachlich zuständig – 

dazumal das Kantonsgericht, heute das Verwaltungsgericht (vgl. supra E. 

1.2.1) –, vorbehältlich eidgenössischer oder kantonaler Gesetzgebung, 

aus welcher sich die sachliche Zuständigkeit von Verwaltungsbehörden 

ergibt. Gemäss Art. 71 Abs. 2 WRG erlässt das Departement im Streitfall 

über die sich aus dem Konzessionsverhältnis ergebenden Rechte und 

Pflichten eine Verfügung, wenn die Konzession von mehreren Kantonen, 

vom Bundesrat oder vom Departement erteilt worden ist. Gegen diese 

kann nach den allgemeinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege 

- 17 -

Beschwerde geführt werden. Da Art. 71 Abs. 2 WRG das Departement als 

sachlich zuständige Behörde bestimmt, geht diese Bestimmung der 

Regelung in Art. 5 der Vereinbarung zwischen den Gemeinden X._____, 

B._____ und O._____ und der M._____ AG vom 13. März 1954 vor. Auch 

der Genehmigungsbeschluss des Kleinen Rates des Kantons 

Graubündens vom 5. November 1955 betreffend Konzessionen 1 und 2 

vermag daran nichts zu ändern: die Bestimmungen in Art. 8 der 

Konzessionen 1 und 2 "berechtigen die Gemeinden X._____, B._____ und 

O._____ in gleicher Weise wie die anderen Gemeinden, wiewohl ihre 

Ansprüche (abgesehen von O._____) nur Wasserkraftanteilen an der 

obersten, zwischenstaatlich geordneten Gefällsstufe entspringen" (act. KB 

3, S. 3 f.). Daraus könnte sich wenn schon eine materiell-rechtliche 

Anspruchsgrundlage der drei von der Wasserrechtsverleihung 3 

betroffenen Gemeinden C._____, B._____ und D._____ ableiten lassen, 

wobei fraglich, aber an dieser Stelle nicht weiter zu beurteilen ist, ob es in 

der Kompetenz des Kleinen Rates lag, die Anwendung von Art. 8 der 

Konzessionen 1 und 2 auf diese Gemeinden auszudehnen und ob diese 

Genehmigung als Anspruchsgrundlage ausreichen würde. Eine sachliche 

Zuständigkeit lässt sich hingegen nicht erstellen. Zu Art. 21 der 

Konzessionen 1 und 2 äussert sich der Genehmigungsbeschluss nicht. 

Folglich bestimmt sich die sachliche Zuständigkeit in Bezug auf die 

Wasserrechtsverleihung 3 nach Art. 71 Abs. 2 WRG. Zuständig ist 

demnach das Departement.

Die Verfügungskompetenz steht dem Eidgenössischen Departement für 

Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (nachfolgend: UVEK) zu 

(vgl. statt vieler Urteil BVGer A-3037/2022 vom 25. August 2023 sowie A-

2712/2016 vom 25. August 2017; MERKER/CONRADIN-TRIACA, a.a.O., 

Art. 71 Rz. 39). So auch dann, wenn das Departement die Konzession 

erteilt und zu Gunsten der beteiligten Kantone und Gemeinden Rechte 

ausbedungen hat, die jene selbständig geltend machen könnten (vgl. 

- 18 -

MERKER/CONRADIN-TRIACA, a.a.O., Art. 71 Rz. 41). Die Verfügung des 

UVEK kann gestützt auf Art. 44 VwVG bzw. Art. 31 VGG beim 

Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Insofern kommt dem 

angerufenen Gericht im Geltungsbereich der Wasserrechtsverleihung für 

die Gefällsstufe Z._____, verliehen am 16. Dezember 1955 und in Kraft 

getreten am 1. Februar 1956, keine sachliche Zuständigkeit zu. In diesem 

Umfang ist auf die Klage nicht einzutreten.

1.3.4. Die Eingabe der Beklagten vom 14. Dezember 2023, mit welcher sie 

mitteilen liess, dass das Verteilnetz auf dem Gebiet der Fraktion X._____ 

an die Gemeinde C._____ (Y._____) verkauft worden sei (vgl. act. A.9), 

ist damit unbeachtlich, da es in den Geltungsbereich der 

Wasserrechtsverleihung 3 fällt, wofür dem angerufenen Gericht – wie 

dargelegt – die sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden 

Streitigkeit fehlt.

1.4.1. In formeller Hinsicht stellt sich namentlich im Zuge eines Klageverfahrens 

zunächst immer auch noch die Frage nach der Legitimation der Klägerin 

zur Klageerhebung vor Gericht (vgl. VGU U 2015 91 vom 13. Juni 2017 

E. 1d; VGU U 2014 3 vom 13. Mai 2014 E. 2a). Betreffend die Legitimation 

zur verwaltungsgerichtlichen Klage kann dem VRG keine Bestimmung 

entnommen werden (vgl. Art. 63 ff. VRG). Im verwaltungsgerichtlichen 

Klageverfahren sind die für das Zivilverfahren geltenden Bestimmungen 

sinngemäss anzuwenden, soweit der Abschnitt über die 

verwaltungsgerichtliche Klage keine Bestimmung enthält und sich 

insbesondere auch den Bestimmungen über die verwaltungsgerichtliche 

Beschwerde keine anwendbare Bestimmung entnehmen lässt (Art. 65 

VRG).

1.4.2. Hinsichtlich der Legitimation zur Klage kommen wegen der Nähe zum 

Zivilprozess die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung 

(ZPO; SR 272) sinngemäss zur Anwendung, und nicht Art. 50 VRG 

- 19 -

betreffend die Legitimation im verwaltungsgerichtlichen 

Beschwerdeverfahren (vgl. TOBIAS JAAG, in: GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar 

zum Verwaltungs-rechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. 

Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, § 83 Rz. 3 ff., wobei Art. 50 VRG § 21 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Zürich [VRG; LS 

175.2] entspricht). Den stärker parteimässigen Strukturen des 

verwaltungsgerichtlichen Klageverfahrens muss Rechnung getragen 

werden, denn es gleicht eher dem erstinstanzlichen Zivilprozess als dem 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren (vgl. TOBIAS JAAG, in: 

GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des 

Kantons Zürich [VRG], 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, § 86 Rz. 2). 

Abweichend vom Beschwerdeverfahren bzw. von der 

Beschwerdelegitimation ist der Begriff der Sachlegitimation (Aktiv- und 

Passivlegitimation) massgebend. Wer als Klägerin bzw. Beklagte auftreten 

muss, damit eine Klage durchdringen kann, ist eine Frage des materiellen 

Rechts. Mit anderen Worten: Die Sachlegitimation ist nicht 

Prozessvoraussetzung, sondern Bedingung der materiellen Begründetheit 

der Rechtsbehauptung. Sie ist mithin eine Frage des Bundesrechts in den 

von ihr beherrschten Rechtsbeziehungen (BGE 114 II 345 E. 3a; VGU U 

2014 3 vom 13. Mai 2014 E. 2b). Für die prozessuale Zulässigkeit der 

Klage ist es unerheblich, ob dem Kläger der behauptete Anspruch 

materiell zusteht oder nicht; die Sachlegitimation ist im 

verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren keine Sachurteilsvoraussetzung. 

Die fehlende Sachlegitimation bzw. der fehlende Rechtsanspruch führt 

nicht zu einem Prozessurteil. Der Parteibegriff im Klageverfahren 

entspricht daher dem Parteibegriff im Zivilprozess (vgl. JAAG, in: GRIFFEL 

[Hrsg.], a.a.O., § 83 N. 4; MICHAEL MERKER, Die verwaltungsrechtliche 

Klage, in: HÄNER/WALDMANN [Hrsg.], Brennpunkte im Verwaltungsprozess, 

Zürich/Basel/Genf 2013, S. 87 ff. [S. 105 f.]; BGE 139 III 504 E. 1.2; VGU 

U 2018 80 vom 3. Dezember 2019 E. 3.1).

- 20 -

1.4.3. Die Klägerin äussert sich in der Klageschrift zur Legitimation. Demgemäss 

sei legitimiert, wer besonders berührt sei und über ein schutzwürdiges 

Interesse verfüge (vgl. Art. 50 VRG). Dafür genüge allgemein nicht nur ein 

rechtliches, sondern auch ein bloss tatsächliches Interesse (act. A.1, 

Rz. 38). Die von der Klägerin zitierte Rechtsprechung (vgl. PVG 2002 

Nr. 43 E. 2a; BGE 123 II 413) bezieht sich allerdings auf 

Feststellungsklagen und das dafür erforderliche Feststellungsinteresse 

und ist damit nicht auf die hierorts gestellten Hauptanträge im 

verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren – auch nicht analog – 

anwendbar. Auf das Feststellungsinteresse geht die Klägerin jedoch nicht 

gesondert ein. Das Feststellungsinteresse für das Feststellungsbegehren 

im Eventualantrag wird nachstehend separat geprüft (siehe infra E. 1.4.9 

und 1.4.10).

1.4.4. Die Beklagte rügt, dass die Klägerin kein schutzwürdiges Interesse an der 

verwaltungsgerichtlichen Klage habe und damit auf die Haupt- und 

Eventualbegehren der Klage nicht einzutreten seien (vgl. act. A.2, Rz. 18; 

act. A.3, Rz. 10). Sie führt aus, dass die Klägerin kein unmittelbares und 

aktuelles Rechtsschutzinteresse habe. Die Klägerin sei nicht in ihren 

eigenen Rechten betroffen, sondern sie wolle nach ihren eigenen 

Ausführungen die den Konzessionsgemeinden aus den 

Wasserrechtsverleihungen zustehenden Rechte wahren. Die Klägerin sei 

somit weder Trägerin jener Rechte, die sie feststellen lassen wolle, noch 

selber Anschlussnehmerin (act. A.3, Rz. 9). Betreffend die Rückerstattung 

von Netzanschlusskosten im Falle eines Unterliegens der Beklagten 

hätten gegebenenfalls die einzelnen Anschlussnehmer ein 

Rechtsschutzinteresse, nicht jedoch die Klägerin. Zur Geltendmachung 

allfälliger Rückforderungsansprüche von Anschlussnehmern sei die 

Klägerin ebenfalls nicht legitimiert, zumal sie im Rechtsverhältnis 

zwischen Beklagter und Anschlussnehmer nicht Partei sei (act. A.3, Rz. 

7).

- 21 -

1.4.5. Soweit sich also sowohl Klägerin als auch Beklagte zur Klagelegitimation 

mit Verweis auf Art. 50 VRG äussern (vgl. act. A.1, Rz. 37 ff.; act. A.2, 

Rz. 18) oder Art. 50 VRG mit der Aktivlegitimation verwechseln (vgl. 

act. A.4, Rz. 16 ff.), ist darauf an dieser Stelle nicht weiter einzugehen (vgl. 

supra E. 1.4.2). Hingegen ist das Rechtsschutzinteresse der Klägerin 

analog dem Zivilprozess als Eintretensvoraussetzung zu prüfen, zumal die 

Beklagte das fehlende Rechtsschutzinteresse der Klägerin explizit rügt 

(vgl. act. A.2, Rz. 18; act. A.3, Rz. 9). Das Rechtsschutzinteresse gilt es 

aber von der Aktiv- und Passivlegitimation im verwaltungsgerichtlichen 

Klageverfahren klar zu trennen. Dem Ansatz der Klägerin, "die 

Legitimation bzw. Aktivlegitimation unabhängig der formell- oder 

materiellrechtlichen Natur der Einwendung gemeinsam zu behandeln" 

(vgl. act. A.4, Rz. 16), ist nicht zu folgen.

1.4.6. Zu unterscheiden ist zwischen dem Rechtsschutzinteresse für die 

Rechtsbegehren im Hauptpunkt (Ziff. 1 lit. a–c) und dem 

Feststellungsinteresse für das Rechtsbegehren im Eventualpunkt (Ziff. 2).

1.4.7. Die klagende Partei muss ein hinreichendes, persönliches und aktuelles 

Interesse am angehobenen Verfahren aufweisen, sodass der 

gutheissende Richterspruch die Lage der Partei konkret und 

nachvollziehbar verbessert. Bei Verfahren ohne individuell-konkreten 

Streithintergrund sowie bei missbräuchlichen oder nutzlosen Klagen fehlt 

es am schutzwürdigen Interesse. Das schutzwürdige Interesse kann 

rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein. Rechtlicher Natur ist das 

schutzwürdige Interesse, wenn die Verletzung, die Wahrung und/oder der 

Schutz einer individuell-konkreten Rechtsstellung Gegenstand des 

Verfahrens sind. Tatsächlicher Natur ist das Interesse, wenn – ohne dass 

eine individuell-konkrete Rechtsstellung verletzt oder bedroht sein müsste 

– die klagende Partei bei gutheissendem Richterspruch einen Vorteil 

praktischer und/oder finanzieller Natur erlangt (vgl. zum Ganzen ROGER 

MORF, in: GEHRI/JENT-SØRENSEN/SARBACH [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar 

- 22 -

zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2015, Art. 59 

Rz. 15 ff.; SIMON ZINGG, in: Berner Kommentar zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO]. Band I, Bern 2012, Art. 59 Rz. 35 ff.; Botschaft 

zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 

2006 7221, Rz. 7276 [zit. Botschaft ZPO]).

1.4.8. Das schutzwürdige Interesse der Klägerin am Verfahren ist ohne Weiteres 

gegeben. Die Auslegung von Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 1 und 2 

betrifft die Klägerin unmittelbar und sie würde bei gutheissendem Urteil 

zumindest einen praktischen Vorteil erlangen, indem die 

Auslegungsstreitigkeit zu ihren Gunsten beigelegt würde, ohne dass die 

Frage nach der Rechtsstellung der Klägerin und die Frage der 

Aktivlegitimation zur Rückerstattung der Netzanschlusskosten an dieser 

Stelle zu klären wären. Unlautere oder missbräuchliche Klageerhebung 

kann der Klägerin nicht zum Vorwurf gemacht werden. Ob die Klägerin in 

ihren eigenen Rechten betroffen ist oder nicht (vgl. Rügen der Beklagten 

in act. A.3, Rz. 9), ist eine materiell-rechtliche Frage und beschlägt nicht 

die Frage des Rechtsschutzinteresses. Insofern ist dieses Vorbringen der 

Beklagten unbehilflich und das Rechtsschutzinteresse erstellt.

1.4.9. Anders als bei einer Leistungs- oder Gestaltungsklage oder bei gesetzlich 

vorgesehenen besonderen Feststellungsklagen muss die Klägerin, wenn 

sie eine allgemeine Feststellungsklage erhebt, als Prozessvoraussetzung 

ein schutzwürdiges Interesse gemäss Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO, das 

sogenannte Feststellungsinteresse, gesondert nachweisen (Botschaft 

ZPO, a.a.O., Rz. 7288). Ein Feststellungsinteresse ist im Allgemeinen 

dann zu bejahen, wenn die Klägerin an der umgehenden Feststellung ein 

erhebliches, schutzwürdiges Interesse hat. Dieses Interesse ist 

insbesondere dann gegeben, wenn die Rechtsbeziehung zwischen den 

Parteien ungewiss ist, diese Ungewissheit die betroffene Partei in 

unzumutbarer Weise beeinträchtigt und diese Ungewissheit durch 

Sachentscheid behoben werden kann (MORF, in: GEHRI/JENT-

- 23 -

SØRENSEN/SARBACH [Hrsg.], Art. 59 Rz. 20; MYRIAM A. GEHRI, in: 

SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, Art. 59 Rz. 

8; BGE 120 II 20 E. 3a; BGE 133 III 282 E. 3.5).

1.4.10. Die Klägerin vermag in ihren Rechtsschriften den Nachweis des 

Feststellungsinteresses nicht zu erbringen. Mithin fehlt es am Vorbringen 

eines erheblichen, schutzwürdigen Interesses in Bezug auf den 

Eventualantrag. In ihrer Argumentation betreffend "Legitimation" geht sie 

durchwegs nur auf das schutzwürdige Interesse gemäss Art. 50 VRG ein, 

wobei auch in diesem Zusammenhang eine Abgrenzung zur Frage der 

Aktiv- und Passivlegitimation unterbleibt, ohne dass die Klägerin das 

Feststellungsinteresse gesondert prüfen würde (vgl. act. A.1, Rz. 37 ff.; 

act. A.4, Rz. 18 ff.). Zudem fehlt es ohnehin am rechtlichen 

Feststellungsinteresse, da die Klägerin offensichtlich in der Lage war, 

Leistungsbegehren zu stellen (vgl. Hauptanträge Ziff. 1 lit. a–c in act. A.1). 

Folglich ist auf den Eventualantrag mangels Feststellungsinteresse nicht 

einzutreten (vgl. BGE 124 III 382 E. 3b). Das Nichteintreten auf den 

Eventualantrag ist jedoch lediglich von Belang, wenn die klägerischen 

Hauptanträge Ziff. 1 lit. a–c in der Sache abgewiesen werden sollten (quod 

non).

1.5. Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass auf die Klage im 

Geltungsbereich der Wasserrechtsverleihung für die Gefällsstufe Z._____, 

verliehen am 16. Dezember 1955 und in Kraft getreten am 1. Februar 

1956, mangels sachlicher Zuständigkeit sowie auf den Eventualantrag 

mangels Nachweis des Feststellungsinteresses nicht einzutreten ist. Im 

Übrigen ist auf die Klage einzutreten.

- 24 -

2. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt es zunächst auf die Editionsbegehren 

und die beantragten Sachverständigengutachten der Parteien 

einzugehen.

2.1. Das angerufene Gericht ermittelt den Sachverhalt von Amtes wegen 

(Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 11 Abs. 1 VRG). Die Behörde erhebt die 

notwendigen Beweise, wobei sie an Begehren zur Ermittlung des 

Sachverhalts nicht gebunden ist (Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 11 Abs. 3 VRG). 

Hinsichtlich der anzuwendenden Verfahrensgrundsätze ist dem Wesen 

der verwaltungsgerichtlichen Klage als Institut der ursprünglichen 

Verwaltungsrechtspflege jedoch Rechnung zu tragen. Die das 

erstinstanzliche Verwaltungsverfahren und das Verfahren der 

nachträglichen Verwaltungsrechtspflege grundsätzlich beherrschende 

Untersuchungsmaxime mit Mitwirkungspflicht (Art. 11 VRG) wird im 

Klageverfahren insbesondere zu Gunsten der Verhandlungsmaxime (Art. 

55 Abs. 1 ZPO), welche grundsätzlich das Zivilverfahren beherrscht, 

zurückgedrängt. Dabei ist auch zu beachten, dass in streitigen 

Verwaltungsverfahren bzw. der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege 

mithin bereits eine eingeschränkte Untersuchungspflicht herrscht, weil die 

Parteien im Sinne einer Mitwirkungspflicht eine Begründungs- und 

Substantiierungspflicht trifft (vgl. KASPAR PLÜSS in: GRIFFEL [Hrsg.], 

Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich 

[VRG], 3. Auflage, Zürich 2014, § 7 Rz. 33 f.). Damit ist im 

verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren der Prozessstoff in besonderem 

Masse durch die Parteien beizubringen und darzulegen (vgl. dazu auch 

JAAG, in: GRIFFEL [Hrsg.], a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 81–86 Rz. 20 ff.; 

MICHAEL MERKER, Die verwaltungsrechtliche Klage, in: HÄNER/WALDMANN 

[Hrsg.], Brennpunkte im Verwaltungsprozess, Zürich/Basel/Genf 2013, 

S. 87 ff. [S. 104]).

2.2. Die Klägerin stellte replicando zwei Editionsbegehren. Sie ersuchte um 

Edition aus Händen der Beklagten der vollständigen Beilage 10, des 

- 25 -

Protokolls der Verwaltungsratssitzung der Beklagten vom 3. Dezember 

1953, welche die Beklagte mit Klageantwort nur partiell eingereicht habe 

(vgl. act. A.4, Rz. 8 sowie act. A.3, Rz. 20). Weiter ersuchte die Klägerin 

um Edition aus Händen der Beklagten des Protokolls der Sitzung des 

Verwaltungsrats der Beklagten vom 21. September 2021 (vgl. act. A.4, Rz. 

14). Mit Duplik ist die Beklagte den beiden Editionsbegehren 

nachgekommen (vgl. act. A.5, Rz. 3 und Rz. 11). Eine Beweisabnahme 

seitens des streitberufenen Gerichts erübrigt sich damit.

2.3.1. Die Parteien beantragen, dass ein Sachverständigengutachten über die 

Frage, ob eine grobe Äquivalenzstörung für die Anwendung der clausula 

rebus sic stantibus gegeben sei (act. A.4, Rz. 104; act. A.5, Rz. 50), 

eingeholt werde. Namentlich führt die Beklagte duplicando aus, dass für 

den Fall, dass das Gericht die Daten zur Feststellung der groben 

Äquivalenzstörung als ungenügend erachte, die Erstellung einer 

gerichtlichen Expertise beantragt werde. Diese müsse einerseits die zu 

erwartenden Kosten zu Lasten der Beklagten für die Erstellung von 

Netzanschlüssen für die Ladeinfrastruktur von E-Mobilität und 

energieintensive Endverbraucher sowie der dafür erforderlichen 

Verstärkung des elektrischen Verteilnetzes für die Restkonzessionsdauer 

aufzeigen. Andererseits müsse die Expertise die damit 

zusammenhängenden Mehrverbräuche ermitteln (ibid.).

2.3.2. Wie in den nachfolgenden Erwägungen aufzuzeigen sein wird, stellt sich 

im vorliegenden Verfahren die Frage betreffend Anwendung der clausula 

rebus sic stantibus aufgrund der fehlenden Eventualwiderklage nicht 

(siehe infra E. 5.4.1 ff.). Entsprechend erübrigt sich die Einholung des 

beantragten Sachverständigengutachtens. Im Übrigen könnte auch in 

Anwendung antizipierter Beweiswürdigung auf das 

Sachverständigengutachten verzichtet werden. Führen die Abklärungen 

des Gerichts bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein 

bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 

- 26 -

und weitere Beweismassnahmen könnten an diesem feststehenden 

Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu 

verzichten (BGE 131 I 157 E. 3, 124 V 94 E. 4b, 122 III 223 E. 3c). Es 

erübrigt sich jedoch, darauf näher einzugehen.

2.4. Die Beweisanträge sind demzufolge abzuweisen bzw. infolge 

Gegenstandslosigkeit abzuschreiben.

3.1. Wie bereits vorstehend dargelegt, ist die Aktivlegitimation der Klägerin 

umstritten (vgl. insbesondere supra E. 1.5.4). Die Aktivlegitimation der 

Klägerin für die Ansprüche aus der Konzession (Hauptantrag Ziff. 1 lit. a) 

und für die Offenlegung und Rückerstattung der Netzanschlusskosten 

(Hauptanträge Ziff. 1 lit. b und lit. c) sind separat zu prüfen.

3.2.1. Zunächst ist die Aktivlegitimation der Klägerin zu prüfen, soweit sie geltend 

macht, die Beklagte habe die Kosten der Netzanschlüsse der 

Ladestationen für E-Mobilität und energieintensive 

Datenverarbeitungsanlagen innerhalb der Bauzonen zu übernehmen 

(Hauptantrag Ziff. 1 lit. a).

3.2.2. Die Beklagte ist der Ansicht, dass die Klägerin nicht aktivlegitimiert sei. Sie 

bringt vor, dass die Klägerin mit der Klage nicht eigene 

konzessionsvertragliche Rechte geltend mache. Die 

konzessionsvertraglichen Rechte ständen den politischen Gemeinden, 

deren Wasserkräfte genutzt werden, als Verleihungsbehörden bzw. als 

Vertragsparteien des Konzessionsverhältnisses zu. Daran habe auch die 

Bildung einer Gemeindekorporation nichts geändert. Denn im 

Konzessionsgenehmigungsentscheid vom 5. November 1955 habe die 

Regierung – dazumal der Kleine Rat des Kantons Graubünden – 

ausdrücklich festgehalten, dass die Rechts- und Parteistellung der 

einzelnen Verleihungsgemeinden aus der Gebietshoheit und dem 

Verleihungsverhältnis durch die Bildung einer Korporation des öffentlichen 

- 27 -

Rechts nicht eingeschränkt würde, da diese Rechte nicht auf die 

Korporation übergehen könnten (vgl. act. KB 3). Erklärterweise wolle die 

Klägerin die den Konzessionsgemeinden aus den 

Wasserrechtsverleihungen zustehenden Rechte wahren. Dies sei jedoch 

in einem Gerichtsverfahren in eigenem Namen nicht möglich. Der Klägerin 

fehle es deshalb an der Aktivlegitimation zur Klage (act. A.2, Rz. 2; act 

A.3, Rz. 6).

Weiter führt die Beklagte aus, dass die Konzessionsgemeinden, mithin die 

politischen Gemeinden, deren Wasserkräfte genutzt werden, laut Art. 7 

des Wasserrechtsgesetzes des Kantons Graubünden (BWRG; 

BR 810.100) unzweifelhaft Vertragsparteien des 

Konzessionsverhältnisses und Trägerinnen der mit ihnen vereinbarten 

konzessionsvertraglichen Leistungen seien. Zurecht werde somit das 

vorliegende Klageverfahren in Anwendung von Art. 71 WRG instanziiert, 

zumal es eine Streitigkeit zwischen dem Konzessionär und der 

Verleihungsbehörde über die sich aus dem Konzessionsverhältnis 

ergebenden Rechte und Pflichten zu beurteilen gelte. 

Verleihungsbehörden seien jedoch die Konzessionsgemeinden und nicht 

die Klägerin. Letztere sei selber nicht Trägerin der geltend gemachten 

Rechte und auch nicht Partei im wasserrechtlichen Verhältnis zum 

Konzessionär (act. A.3, Rz. 66).

3.2.3. Die Klägerin vertritt hingegen den Standpunkt, dass sie aktivlegitimiert sei, 

da sich die politischen Gemeinden zur Wahrung ihrer zustehenden Rechte 

und gemeinsamen Interessen aus den Konzessionen von der Klägerin 

vertreten lassen. Dabei trete sie gemäss Art. 3 ihrer Statuten im Umfang 

ihrer Aufgaben an die Stelle der ihr angeschlossenen Gemeinden und 

habe deren Rechte und Pflichten zu wahren. Zudem halte Abs. 3 der 

"Einleitungen" in den Konzessionen 1 bis 3 fest, dass die Gemeinden zur 

Behandlung aller mit der Wasserrechtsverleihung zusammenhängenden 

Fragen eine Korporation des öffentlichen Rechts bilden, mit deren 

- 28 -

Organen der Beliehenen in Angelegenheiten dieser Verleihung 

ausschliesslich zu verkehren hat, sofern eine Angelegenheit nicht eine 

Gemeinde alleine betreffe. Die Beklagte habe somit ausschliesslich mit 

der Klägerin zu verkehren. Die Klägerin sei eine öffentlich-rechtliche 

Körperschaft in Form einer Gemeindeverbindung mit 

Rechtspersönlichkeit. Sie setze sich derzeit gemäss Art. 1 der Statuten 

der Klägerin aus den Gemeinden B._____, C._____, D._____, AA._____ 

(heute: Gemeinde F._____), I._____, A._____, E._____, K._____, 

G._____, J._____ und V._____ zusammen (act. A.1, Rz. 37 ff.; act. A.4, 

Rz. 29 ff.).

Die Beklagte sei der Ansicht, es handle sich vorliegend um keine 

konzessionsrechtliche Frage und somit auch um kein gemeinsames 

Interesse der Konzessionsgemeinden. Sie könne deshalb mit jeder 

Konzessionsgemeinde individuell und direkt verhandeln (act. A.4, Rz. 19). 

Demgegenüber habe die Klägerin nie einen Zweifel darüber 

offengelassen, dass es sich bei der vorliegend streitigen Frage um eine 

fundamentale konzessionsvertragliche Leistung und somit gleichzeitig 

auch um ein gemeinsames Interesse aller Konzessionsgemeinden handle 

(act. A.4, Rz. 20).

3.2.4. Schliesslich bringt die Klägerin aber vor, dass alle Konzessionsgemeinden 

dem unterzeichnenden Rechtsvertreter in Bezug auf das vorstehende 

Verfahren Vollmachten erteilt haben (vgl. KB 36.1–36.11), sofern die 

erkennende Kammer die Aktivlegitimation der Klägerin verneinen sollte. 

Sofern und soweit nötig wäre damit auch die Grundlage für eine 

Berichtigung der Parteibezeichnung gegeben (vgl. act. A.4, Rz. 34). Im 

Rahmen der Vollmachten erklären alle elf Gemeinden "vollständige 

Kenntnis vom (…) vor Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

hängigen Klageverfahren U 21 78" zu haben. Weiter erklären sich die 

Gemeinden mit einem Parteiwechsel einverstanden, sofern die Klägerin 

nicht aktivlegitimiert sein sollte. Der Parteiwechsel erfolge rückwirkend auf 

- 29 -

den Zeitpunkt der Klageeinreichung, somit auf den 7. Oktober 2021 (vgl. 

KB act. 36.1–36.11). Duplicando erklärt die Beklagte für die Korrektur der 

Parteibezeichnung oder einen Parteiwechsel Hand bieten zu wollen, 

insbesondere da die Klägerin die Vollmachten der Konzessionsgemeinden 

nachgereicht habe (act. A.5, Rz. 15). Somit gilt es zu prüfen, ob die 

Klägerin oder die Konzessionsgemeinden zur Klage aktivlegitimiert sind.

3.2.5. Die Klägerin hat im Jahr 2013 neue, mit Beschluss der Regierung des 

Kantons Graubünden genehmigte Statuten verabschiedet, womit die 

Statuten aus dem Jahr 1956 aufgehoben worden sind (vgl. act. KB 26). 

Gemäss Art. 1 der Statuten besteht unter dem Namen 

"Gemeindekorporation W._____" eine öffentlich-rechtliche Körperschaft in 

Form einer Gemeindeverbindung mit Rechtspersönlichkeit gemäss Art. 51 

ff. des Gemeindegesetzes des Kantons Graubünden (GG; BR 175.050). 

Art. 3 der Statuten bestimmt, dass die Klägerin im Umfang ihrer Aufgaben 

an die Stelle der ihr angeschlossenen Gemeinden tritt und in diesem 

Bereich deren Rechte und Pflichten zu wahren hat mit Einschluss der 

Befugnis, Gebühren und Beiträge zu erheben und die erforderlichen 

Gesetze, Verordnungen, Reglemente und Verfügungen zu erlassen sowie 

Verträge aller Art abzuschliessen. In Ausnahmefällen können einzelne 

Korporationsgemeinden eine ergänzende Aufgabenerfüllung vornehmen. 

Weiter definieren die Statuten in Art. 6 die Aufgaben der Klägerin. Darunter 

fallen die Wahrung der den Konzessionsgemeinden aus den 

Konzessionen zustehenden Rechte und gemeinsamen Interessen sowie 

die Erfüllung der den Gemeinden aus den Konzessionen erwachsenden 

Pflichten soweit diese alle Gemeinden gemeinsam betreffen (lit. a) sowie 

die Wahrung der Korporationsinteressen gegenüber Dritten, namentlich 

gegenüber der Konzessionärin, dem Kanton, dem Bund und vor Gerichten 

und entscheidbefugten Behörden (lit. e).

3.2.6. Im 2013, als die neuen Statuten der Klägerin in Kraft getreten sind, war 

noch das alte Gemeindegesetz des Kantons Graubünden in Kraft, welches 

- 30 -

per 1. Juli 2018 totalrevidiert worden ist. Die Schlussbestimmungen des 

totalrevidierten GG, Art. 109 ff. GG, äussern sich übergangsrechtlich nicht 

zu Gemeindeverbänden. Das ist vorliegend aber auch nicht weiter von 

Belang, da die hier relevanten Bestimmungen im alten und im 

totalrevidierten Gemeindegesetz inhaltlich übereinstimmen. Gemäss Art. 

51 GG (in der bis 1. Juli 2018 in Kraft gestandenen Fassung) sind 

Regional- und Gemeindeverbände öffentlich-rechtliche Körperschaften 

(Abs. 1). Sie erlangen die Rechtspersönlichkeit nach Annahme der 

Statuten durch die Mitgliedgemeinden mit der Genehmigung durch die 

Regierung, welcher auch jede nachträgliche Änderung bedarf. Der 

Entscheid der Regierung ist endgültig (Abs. 2). Diese Bestimmungen 

entsprechen Art. 55 Abs. 2 und 3 des totalrevidierten Gemeindegesetzes, 

wobei die Genehmigungspflicht der Statuten durch die Regierung des 

Kantons Graubünden unter dem totalrevidierten Gesetz entfällt.

Gemäss aArt. 54 Abs. 1 GG treten die Regional- und Gemeindeverbände 

im Umfang ihrer Aufgaben an die Stelle des Kantons oder des Kreises 

beziehungsweise der ihnen angeschlossenen Gemeinden und haben in 

diesem Bereich deren Rechte und Pflichten mit Einschluss des Rechtes, 

Gebühren und Beiträge zu erheben und allfällige Subventionen zu 

beanspruchen. Diese Bestimmung entspricht Art. 56 Abs. 1 des 

totalrevidierten Gemeindegesetzes. Entsprechend kann die Botschaft der 

Regierung an den Grossen Rat betreffend die Totalrevision des 

Gemeindegesetzes vom 27. Juni 2017 (Botschaft der Regierung an den 

Grossen Rat betreffend die Totalrevision des Gemeindegesetzes vom 27. 

Juni 2017, Heft Nr. 3 / 2017 – 2018, S. 187 ff. [nachfolgend: Botschaft 

Gemeindegesetz]) zur Auslegung dieser Bestimmungen ohne Weiteres 

beigezogen werden.

3.2.7. Zu Art. 55 Abs. 2 und 3 GG hält die Botschaft fest, dass als Körperschaft 

des öffentlichen Rechts im Sinne von Art. 52 ZGB der Gemeindeverband 

ebenso wie die Gemeinde sowohl im öffentlichen Recht als auch im 

- 31 -

Privatrecht juristische Persönlichkeit besitzt und daher über Vermögen 

verfügen, Verpflichtungen eingehen und in einem gerichtlichen Verfahren 

Partei sein kann. Die Statuten eines Gemeindeverbandes sind der 

Gemeindeverfassung grundsätzlich gleichgestellt. Sie stellen eine formell-

gesetzliche Grundlage für hoheitliches Handeln dar. Die bisherige 

Genehmigungspflicht der Statuten durch die Regierung wird aufgehoben. 

Folglich erlangt ein Gemeindeverband künftig seine Rechtspersönlichkeit 

bereits durch die Annahme der Statuten durch die Verbandsgemeinden 

und nicht wie bisher erst nach der konstitutiv wirkenden Genehmigung 

durch die Regierung (Botschaft Gemeindegesetz, S. 253). Weiter führt die 

Botschaft zu Art. 56 Abs. 1 GG aus, dass der Gemeindeverband eine Art 

"Spezialgemeinde" mit einem auf einen einzigen Zweck beschränkten 

Aufgabenkreis ist. Diesem Grundsatz entsprechend bestimmt Abs. 1, dass 

der Gemeindeverband im Umfang der ihm übertragenen Aufgabe an die 

Stelle der ihm angeschlossenen Gemeinden tritt. Da der 

Gemeindeverband nach dem Vorbild der Gemeinde körperschaftlich 

konzipiert ist, kommen auf diesen nach Art. 1 Abs. 1 die Bestimmungen 

des Gemeindegesetzes sinngemäss zur Anwendung (ibid.).

3.2.8. Das Verwaltungsgericht hat in seiner bisherigen Praxis die Legitimation 

von Gemeindeverbänden bzw. -korporationen mit Rechtspersönlichkeit 

wie der Klägerin – auch unter dem totalrevidierten GG – wiederholt bejaht 

bzw. nicht in Frage gestellt (vgl. z.B. VGU U 2019 124 vom 18. Oktober 

2022, insbesondere E. 1.5; VGU U 2016 62 vom 15. Dezember 2016). 

Auch das Bundesgericht hat die Legitimation von Gemeindeverbänden 

bzw. -korporationen im Allgemeinen anerkannt (vgl. Urteile BGer 

2C_815/2012 vom 24. Juni 2013, welches eine Streitigkeit betreffend 

Wasserrechtskonzession betraf [die Gemeindekorporation ist in diesem 

Fall aber das verfügungsberechtigte Gemeinwesen i.S.v. Art. 2 Abs. 1 

WRG]; 1C_360/2022 vom 06. März 2023; 2C_889/2016 vom 12. Juni 

2017; 2C_423/2014 vom 30. Juli 2015; 1A_135/2006 vom 20. Mai 2007).

- 32 -

3.2.9. Folglich kann die Klägerin anstelle der Korporationsgemeinden 

Parteistellung in einem Verfahren wie dem vorliegenden haben, sofern das 

Verfahren eine ihr übertragene Aufgabe betrifft und sie damit die 

gemeinsamen Interessen aller Gemeinden vertritt. Die Teilnahme der 

Gemeinden am Verfahren ist nicht erforderlich (vgl. Urteil BGer 

C_815/2012 vom 24. Juni 2013). Dies ist nicht der Fall, wenn 

Konzessionsgemeinden verschiedene Parteistandpunkte vertreten und 

daher im gerichtlichen Verfahren teils als Klägerinnen bzw. 

Beschwerdeführerinnen, teils als Beklagte bzw. Beschwerdegegnerinnen 

teilzunehmen haben. Dann ist eine Vertretung der Gemeinden durch die 

Korporation ausgeschlossen (vgl. VGU U 2019 124 vom 18. Oktober 

2022).

3.2.10. Angesichts der Tatsache, dass alle Korporationsgemeinden eine 

Vollmacht eingereicht haben (vgl. act. KB 36.1–36.11), scheint die 

Klägerin die gemeinsamen Interessen aller involvierten Gemeinden zu 

vertreten. Allerdings ist lediglich aktivlegitimiert, wer vom Geltungsbereich 

der Konzessionen 1 und 2 erfasst ist, da auf die Klage betreffend 

Konzession 3 mangels sachlicher Zuständigkeit nicht eingetreten werden 

kann. Die Gemeinden C._____ und B._____ gelten nicht als 

Verleihungsgemeinden der Konzessionen 1 und 2 und sind daher nicht 

involviert, obschon sie nebst den Verleihungsgemeinden der 

Konzessionen 1 und 2 eine Vollmacht eingereicht haben und damit ein 

gemeinsames Interesse zum Ausdruck bringen. So sehen auch die 

Statuten vor, dass die Wahrung der den Konzessionsgemeinden aus den 

Konzessionen zustehenden Rechte der Klägerin als Aufgabe übertragen 

wurde, "soweit diese alle Gemeinden gemeinsam betreffen" (Art. 6 lit. a). 

Dies ist vorliegend aber gerade nicht der Fall, da die Gemeinden B._____ 

und C._____ keine Verleihungsgemeinden der Konzessionen 1 und 2 

sind. Der Genehmigungsbeschluss des Kleinen Rates vom 5. November 

1955 erklärt in Bezug auf Art. 8 der Konzessionen 1 und 2, "die Gemeinden 

- 33 -

X._____, B._____ und O._____ in gleicher Weise wie die anderen 

Gemeinden" zu berechtigen (act. KB 3). Davon lässt sich aber kein 

Rechtsanspruch zu Gunsten der Gemeinden B._____ und C._____ 

ableiten. Entsprechend hält der Genehmigungsbeschluss nachfolgend 

auch fest, dass die von der Wasserrechtsverleihung 3 betroffenen 

Gemeinden berechtigt seien, "wiewohl ihre Ansprüche (abgesehen von 

O._____) nur Wasserkraftanteile an der obersten, zwischenstaatlich 

geordneten Gefällsstufe entspringen" (ibid.). Von eigentlichen 

Korporationsinteressen im Sinne von Art. 6 lit. e der Statuten kann in 

diesem Zusammenhang auch deswegen nicht gesprochen werden, da 

keine Rechte aus den Konzessionen selber auf die Klägerin 

übergegangen sind. Demzufolge ist die die Parteistellung der Klägerin zu 

verneinen. Aktivlegitimiert sind die Verleihungsgemeinden der 

Konzessionen 1 und 2, nämlich A._____, E._____, G._____, V._____, 

J._____, K._____, D._____, F._____ und I._____. Nicht aktivlegitimiert 

sind die Gemeinden B._____ und C._____. Aufgrund der fehlenden 

Aktivlegitimation der Klägerin müsste die Klage abgewiesen werden. Die 

Beklagte hat aber einem Parteiwechsel zugestimmt (vgl. supra E. 3.2.4). 

Darauf ist später zurückzukommen (vgl. infra E. 3.6.1 ff.).

3.3.1. Nun gilt es zu prüfen, ob die Klägerin (bzw. die Verleihungsgemeinden der 

Konzessionen 1 und 2) in Bezug auf die Offenlegung und Rückerstattung 

der Netzanschlusskosten (Hauptanträge Ziff. 1 lit. b und c) aktivlegitimiert 

ist.

3.3.2. Die Beklagte rügt, dass die Klägerin in Bezug auf die Offenlegung und 

Rückerstattung von Netzanschlusskosten im Falle eines Unterliegens der 

Beklagten nicht aktivlegitimiert sei. Auf die Offenlegung aller einzelnen 

Netzanschlüsse für E-Ladestationen und Krypto-Mining Rechenzentren 

habe die Klägerin keinen Anspruch. Zur Geltendmachung allfälliger 

Rückforderungsansprüche von Anschlussnehmern seien gegebenenfalls 

die einzelnen Anschlussnehmer, aber nicht die Klägerin legitimiert, zumal 

- 34 -

sie im Rechtsverhältnis zwischen Beklagter und Anschlussnehmer nicht 

Partei sei (act. A.3, Rz. 7 und 69).

3.3.3. Die Klägerin liess sich dazu nicht vernehmen.

3.3.4. Die Beklagte verkennt, dass es sich bei der Vertragsklausel in Art. 8 Abs. 1 

der Konzessionen 1 und 2 um eine Vertragsklausel zugunsten eines 

Dritten handelt und damit die Klägerin ohne Weiteres aktivlegitimiert ist, 

die Rückerstattung von Netzanschlusskosten zugunsten der 

Netzanschlussnehmerinnen und -nehmer und die Offenlegung aller 

einzelnen Netzanschlüsse für E-Mobilität und energieintensive 

Datenverarbeitungsanlagen zu fordern.

3.3.5. Beim Vertrag zugunsten eines Dritten verpflichtet sich die Versprechende 

(Promittentin) gegenüber dem Versprechensempfänger (Promissar), die 

geschuldete Leistung an einen Dritten zu erbringen, der nicht 

Vertragspartei ist. Der Gläubiger handelt dabei in eigenem Namen und auf 

eigene Rechnung, nicht etwa als Stellvertreter des Dritten. Der Dritte ist 

am Vertragsschluss nicht beteiligt und die Forderung entsteht auch ohne 

Wissen des Dritten (CLAIRE HUGUENIN, Obligationenrecht. Allgemeiner und 

Besonderer Teil, 3. Auflage, Zürich 2019, Rz. 1119 ff.; PETER GAUCH ET 

AL., Schweizerisches Obligationenrecht. Allgemeiner Teil, 11. Auflage, 

Zürich 2020, Rz. 3876). Es genügt, dass der Dritte im Fälligkeitszeitpunkt 

der Leistung objektiv bestimmbar ist. Dem Dritten kommt die 

Rechtsstellung eines (passiven) Leistungsempfängers zu (Urteil BGer 

5C_7/2004 vom 22. April 2004 E. 4.3). Der Vertrag zugunsten eines 

Dritten bildet keinen eigenen Vertragstypus, es handelt sich dabei um eine 

besondere Erfüllungsvereinbarung, nach der nicht der Vertragspartner des 

Leistungspflichtigen, sondern ein Dritter Leistungsempfänger ist (Urteil 

BGer 4A_724/2011 vom 05. März 2011 E. 4.2.1). Gegenstand des 

Vertrags zugunsten eines Dritten kann alles sein, was der Gegenpartei 

- 35 -

versprochen werden kann und nicht der Natur der Sache nach durch 

Leistung an sie selbst erfüllt werden muss (BGE 83 II 277 E. 2).

3.3.6. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Beklagten und den 

Netzanschlussnehmerinnen und -nehmern gründen auf den 

Konzessionsvereinbarungen, namentlich auf Art. 8 Abs. 1 der 

Wasserrechtsverleihungen 1 und 2, welcher bestimmt, dass die Beklagte 

auf eigene Kosten sämtliche Übertragungs- und Verteilanlagen 

(Hochspannungsleitungen, Transformatorenstationen, 

Niederspannungsleitungen und Strassenbeleuchtungen, exkl. 

Beleuchtungskörper) bis zu den Hausanschlüssen in den Gemeinden 

(exkl. X._____), exkl. Hausinstallationen und Verbrauchseinrichtungen, 

erstellt, betreibt und unterhält (vgl. KB 1 und 2). Vertragsparteien der 

Konzessionen sind die Beklagte und die Konzessionsgemeinden. Die 

Netzanschlussnehmerinnen und -nehmer sind nicht Parteien dieser 

Vereinbarungen, ihnen kommt aber die Rechtsstellung von 

Leistungsempfängern zu, da gemäss Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 1 

und 2 die Beklagte die Netzanschlusskosten bis zu den Hausanschlüssen 

trägt und damit die Netzanschlussnehmerinnen und -nehmer von einer 

Kostentragungspflicht im Grundsatz befreit sind (wobei der Umfang der 

Kostentragungspflicht im vorliegenden Verfahren umstritten ist). So hat 

auch bereits am 25. März 1964, anlässlich einer Besprechung zwischen 

den Verleihungsgemeinden und der Beklagten betreffend den 

Energieversorgungsvertrag, AB._____, ein Vertreter der Beklagten, zu 

Recht festhalten lassen, dass die Verpflichtung der Beklagten zur 

Erstellung, Betrieb und Unterhalt der Verteilanlagen bis zu den 

Hausanschlüssen in den Konzessionen enthalten sei. Es handle sich also 

um eine den Gemeinden und nicht den Privaten gegenüber eingegangene 

Verpflichtung. Die Privaten können daraus direkt keine Rechte ableiten 

(act. BB 22, S. 3). Demzufolge sind die Netzanschlussnehmerinnen und -

nehmer auch nicht aktivlegitimiert.

- 36 -

3.3.7. Es wird zwischen dem echten und dem unechten Vertrag zugunsten eines 

Dritten unterschieden. Bei ersterem kann der Dritte selbständig die 

Erfüllung fordern (vgl. Art. 112 Abs. 2 OR), bei zweiterem nicht (vgl. Art. 

112 Abs. 1 OR). Das Votum von AB._____ (vgl. act. BB 22, S. 3) indiziert 

einen unechten Vertrag zugunsten Dritten. Vorliegend geht es allerdings 

nicht um die Frage, ob die Netzanschlussnehmerinnen und -nehmer ein 

selbständiges Forderungsrecht gegenüber der Beklagten haben oder 

nicht, weswegen eine Differenzierung zwischen echtem und unechtem 

Vertrag zugunsten eines Dritten nicht erforderlich ist. Mithin lässt sich die 

Frage der Aktivlegitimation auch so beantworten.

3.3.8. Es kann somit festgehalten werden, dass die Klägerin (bzw. gemäss den 

Ausführungen in E. 3.2 die Verleihungsgemeinden der Konzessionen 1 

und 2) in Bezug auf die Offenlegung und Rückerstattung der 

Netzanschlusskosten (Hauptanträge Ziff. 1 lit. b und c) aktivlegitimiert ist. 

Die Rüge der Beklagten ist unbegründet.

3.4.1. Die Beklagte rügt ferner, dass die Gemeinde C._____ (ehem. X._____) 

bzw. die Klägerin in Vertretung der Gemeinde C._____ (ehem. X._____) 

nicht aktivlegitimiert sei. Sie führt im Einzelnen aus: In Bezug auf die 

ehemalige Gemeinde X._____ bzw. die heutige Gemeinde C._____ gelte 

darauf hinzuweisen, dass sich aus dem Genehmigungsbeschluss des 

Kleinen Rates vom 5. November 1955 (act. KB 3) nicht mit hinreichender 

Klarheit ergebe, ob X._____ nur bezüglich der Abgabe von Gratis-, 

Vorzugs- und Zusatzenergie den übrigen Gemeinden gleichgestellt 

werden sollte oder ob dies entgegen dem eindeutigen Wortlaut in Art. 8 

der Konzessionen 1 und 2 sowie in Art. 3 der Vereinbarung zwischen den 

Gemeinden X._____, B._____ und O._____ mit der M._____ AG vom 13. 

März 1954 ("exkl. X._____") auch für die Erstellung, den Betrieb und den 

Unterhalt des Verteilnetzes gelten sollte. Die Beklagte sei bisher davon 

ausgegangen, dass der Rechtstitel zur Erbringung von Leistungen im 

Verteilnetzbereich in X._____ privatrechtlicher Natur sei. Dies sei auch in 

- 37 -

Art. 1 lit. d der Präambel des EVV 2015 entsprechend festgehalten 

worden. Insofern fehle es der heutigen Gemeinde C._____ in 

Ermangelung eines konzessionsvertraglichen Anspruches im 

vorliegenden Verfahren an der Legitimation (act. A.5, Rz. 16; vgl. auch act. 

A.7, Rz. 12).

3.4.2. Die Klägerin bestreitet die Rügen der Beklagten betreffend die 

Legitimation der Gemeinde C._____. Die Vereinbarung vom 13. März 

1954 zwischen den Gemeinden X._____, B._____ und O._____ mit der 

M._____ AG bilde gemäss dem Willen der Parteien einen integrierenden 

Bestandteil der Bundesverleihung. Sie diene dazu, die in der 

Bundesverleihung nur grundsätzlich festgelegten Leistungen zu 

normieren. Grundlage der Vereinbarung bilde somit eine Konzession. Die 

Ansprüche der Gemeinde C._____, worunter auch die uneingeschränkte 

Kostentragungspflicht der Beklagten für Netzanschlüsse innerhalb der 

Bauzone falle, leiten sich somit aus den verliehenen Konzessionen ab. Die 

Beklagte nutze unbestrittenermassen Wasser auf Gebiet der Gemeinde 

C._____. Dieses Sondernutzungsrecht habe seit Inkraftsetzung des 

Bündnerischen Civilgesetzbuches per 1. September 1862 ausschliesslich 

durch Konzession erworben werden können, eine Bestimmung, die sich 

heute in Art. 120 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen 

Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) finde. Die Vereinbarung vom 

13. März 1954 sei untrennbar mit der Bundeskonzession verknüpft und 

bilde gemäss übereinstimmendem Parteiwillen integrierender Bestandteil 

der Bundesverleihung. Die Legitimation der Gemeinde C._____ sei 

vorliegend somit gegeben (act. A.6, Rz. 9).

3.4.3. Auf die Rüge der Beklagten ist insofern nicht weiter einzugehen, da bereits 

erstellt ist, dass nicht die Klägerin, sondern die Verleihungsgemeinden der 

Konzessionen 1 und 2 aktivlegitimiert sind. Die Gemeinde C._____, wie 

auch die Gemeinde B._____, sind nicht Verleihungsgemeinden der 

Konzessionen 1 und/oder 2. Entsprechend können sie keine Ansprüche 

- 38 -

aus den Konzessionen 1 und 2 gegenüber der Beklagten geltend machen 

und sind damit ohnehin nicht aktivlegitimiert. In diesem Zusammenhang 

gilt es daher auch auf die Eingabe der Beklagten vom 14. Dezember 2023 

(act. A.9) nicht weiter einzugehen.

3.5. Zusammenfassend lässt sich nach dem Gesagten festhalten, dass die 

Klägerin nicht aktivlegitimiert ist. Aktivlegitimiert sind die 

Verleihungsgemeinden der Konzessionen 1 und 2, nämlich A._____, 

E._____, G._____, V._____, J._____, K._____, D._____, F._____ und 

I._____. Nicht aktivlegitimiert sind die Gemeinden B._____ und C._____. 

Eine Vertretung der aktivlegitimierten Gemeinden durch die Klägerin ist 

nach dem Gesagten ausgeschlossen. Als Folge der fehlenden 

Aktivlegitimation der Klägerin müsste die Klage grundsätzlich abgewiesen 

werden. Die Beklagte hat aber explizit im Falle der Aktivlegitimation der 

Verleihungsgemeinden einem Parteiwechsel zugestimmt. Die Klägerin hat 

die entsprechenden Vertretungsvollmachten ins Recht gelegt (vgl. supra 

E. 3.2.4). Darauf ist nun näher einzugehen.

3.6.1. Nach Art. 65 Abs. 2 VRG i.V.m. Art. 221 Abs. 1 lit. a ZPO enthält die 

Klageschrift die Bezeichnung der Parteien und ihrer allfälligen Vertreter. 

Mit der Rechtshängigkeit wird der Prozess hinsichtlich des 

Streitgegenstands und auch hinsichtlich der Parteien fixiert, wobei 

Änderungen daran nur noch unter eingeschränkten, durch das Gesetz 

vorgesehenen Voraussetzungen möglich sind (BGE 142 III 782 E. 3.1.3.1; 

zudem DANIEL SCHWANDER, in: SUTTER-

SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, 

Rz. 4 zu Art. 83 ZPO). Da die Verleihungsgemeinden in der Klage nicht 

als Parteien aufgeführt waren, erlangten sie somit bei Eintritt der 

Rechtshängigkeit keine Parteistellung (vgl. zum Ganzen KGer GR ZK1 

2020 176 E. 4.3.2).

- 39 -

3.6.2. Als Parteiwechsel nennt man den prozessualen Vorgang, bei dem in 

einem hängigen Verfahren eine Hauptpartei ausscheidet und durch einen 

Dritten ersetzt wird. In der Durchbrechung der subjektiven Identität 

unterscheidet er sich von der Parteierweiterung durch Parteibeitritt, 

insbesondere zufolge Intervention, von der alternativen oder eventuellen 

subjektiven Klagehäufung wie auch von der blossen Berichtigung einer 

Parteibezeichnung (BGE 118 Ia 129 E. 2a; BGE 114 II 336 E. 3a). Eine 

Berichtigung der Parteibezeichnung ist bei einem bloss redaktionellen 

Versehen angezeigt, wenn sich die hier klagende Partei offensichtlich in 

der Bezeichnung vergriffen hat. Die Berichtigung hat dann von Amtes 

wegen zu erfolgen (vgl. Urteil BGer 4A_510/2016 vom 26. Januar 2017 E. 

2). Insofern geht die Klägerin selbst fehl, wenn sie lediglich von 

Berichtigung der Parteibezeichnung in diesem Zusammenhang spricht 

(vgl. act. A.4, Rz. 34), denn es steht die Frage eines Parteiwechsels im 

Raum (vgl. KGer GR ZK2 2018 20 E. 3.6). Ein bloss redaktionelles 

Versehen liegt nicht vor.

3.6.3. Art. 65 Abs. 2 VRG i.V.m. Art. 83 ZPO behandelt den Parteiwechsel im 

Verlauf des Verfahrens. Wird das Streitobjekt während des Prozesses 

veräussert, so kann die Erwerberin oder der Erwerber an Stelle der 

veräussernden Partei in den Prozess eintreten (Abs. 1). Die eintretende 

Partei haftet für die gesamten Prozesskosten. Für die bis zum 

Parteiwechsel aufgelaufenen Prozesskosten haftet die ausscheidende 

Partei solidarisch mit (Abs. 2). In begründeten Fällen hat die eintretende 

Partei auf Verlangen der Gegenpartei für die Vollstreckung des 

Entscheides Sicherheit zu leisten (Abs. 3). Ohne Veräusserung des 

Streitobjekts ist ein Parteiwechsel nur mit Zustimmung der Gegenpartei 

zulässig; besondere gesetzliche Bestimmungen über die Rechtsnachfolge 

bleiben vorbehalten (Abs. 4).

3.6.4. Abgesehen von den besonderen Gesetzesnormen, welche eine 

Rechtsnachfolge ex lege (oder eo ipso) anordnen, und der Veräusserung 

- 40 -

des Streitobjekts, ist ein Parteiwechsel nur mit Zustimmung der 

Gegenpartei gemäss Art. 83 Abs. 4 ZPO zulässig (sog. gewillkürter oder 

schlichter Parteiwechsel; BGE 142 III 782 E. 3.2.2; Urteile BGER 

4A_560/2015 vom 20. Mai 2015 E. 4.2; 4A_385/2014 vom 29. September 

2014 E. 4.1; ferner GRABER/FREI, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], 

Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, 

Basel 2017, Art. 83 N 33). Die Zustimmung erfolgt als einfache 

Prozesserklärung der zustimmenden Gegenpartei. Erklärt sich die 

Gegenpartei mit dem Parteiwechsel einverstanden, ist dieser vor 

kantonalen Instanzen jederzeit möglich, solange das Verfahren noch nicht 

abgeschlossen ist (vgl. IVO SCHWANDER, in: SUTTER-

SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER [Hrsg.], a.a.O., Art. 83 N 12). Zu prüfen 

ist, ob die Voraussetzungen eines Parteiwechsels mit Zustimmung der 

Gegenpartei nach Art. 83 Abs. 4 ZPO erfüllt sind.

3.6.5. Die Zustimmung der Beklagten zum Parteiwechsel ist ohne Weiteres als 

einfache Prozesserklärung zu werten (vgl. act. A.5, Rz. 15). Entsprechend 

erfolgt der beantragte Parteiwechsel auf klägerischer Seite. Infolgedessen 

sind nachfolgend die Gemeinden als "Klägerinnen" zu bezeichnen, die 

Klägerin als "Gemeindekorporation W._____". Das Rubrum des 

vorliegenden Entscheids ist an den Parteiwechsel angepasst. Unter die 

"Klägerinnen" fallen auch die beiden Gemeinden C._____ und B._____, 

da sie vom gewillkürten Parteiwechsel explizit mitumfasst sind, obschon 

sie keine Verleihungsgemeinden der Konzessionen 1 und 2 sind und 

daher deren Aktivlegitimation nicht erstellt ist.

4.1. In materiell-rechtlicher Hinsicht ist zwischen den Parteien die Anwendung 

und Auslegung von Art. 8 Abs. 1 der Wasserrechtsverleihungen 1 und 2 

vom 13. März 1954 umstritten. Die Parteien sind sich uneinig, ob diese 

Bestimmung auch die Kostentragungspflicht der Netzanschlüsse für die 

Ladestationen von E-Mobilität und energieintensiven 

Datenverarbeitungsanlagen zu Lasten der Beklagten umfasst. Dem 

- 41 -

besseren Verständnis halber wird der Wortlaut von Art. 8 der 

Konzessionen 1 und 2 an dieser Stelle rekapituliert:

Energieabgabe

Der Beliehene erstellt, betreibt und unterhält auf eigene Kosten sämtliche 

Übertragungs- und Verteilanlagen (Hochspannungsleitungen, 

Transformatorenstationen, Niederspannungsleitungen und 

Strassenbeleuchtungen, exkl. Beleuchtungskörper) bis zu den 

Hausanschlüssen in den Gemeinden (exkl. X._____), exkl. 

Hausinstallationen und Verbrauchseinrichtungen. Soweit eine Gemeinde 

entsprechende Einrichtungen auf eigene Kosten erstellt hat und betreibt, 

sind sie ihr vom Beliehenen auf Verlangen der Gemeinde abzukaufen. Die 

Bestimmungen des Kaufpreises erfolgt durch im Benehmen mit den 

"Gemeinden" oder im Nichteinigungsfalle durch vom Kleinen Rat ernannte 

unabhängige Fachleute in verbindlicher und unweiterzüglicher Weise. 

(…).

4.2.1. Die Klägerinnen vertreten den Standpunkt, dass die Kostentragung für den 

Netzanschluss zwischen den Parteien in den Konzessionen im Sinne einer 

vertraglich vereinbarten Vorzugsleistung klar zulasten der Beklagten 

vereinbart worden sei. Es bleibe kein Spielraum, um Unklarheiten in diese 

umfassende konzessionsvertragliche Vereinbarung hineininterpretieren 

zu wollen (act. A.1, Rz. 58). Schliesse das Gericht darauf, dass die 

Parteien eine uneingeschränkte Kostentragungspflicht für Netzanschlüsse 

innerhalb der Bauzonen der Konzessionsgemeinden vereinbart hätten, 

bestehe diese Kostentragungspflicht für sämtliche Netzanschlüsse 

innerhalb der Bauzonen der Konzessionsgemeinden und damit 

selbstredend auch für Netzanschlüsse in Sachen Elektromobilität und 

energieintensive Endverbraucher ("besondere Netzanschlüsse"). 

Entgegen der Ansicht der Beklagten sei somit kein Parteiwille mit 

spezifischem Bezug auf Netzanschlüsse für Elektromobilität und 

- 42 -

energieintensive Datenverarbeitungsanlagen (z.B. für Krypto-Mining 

Anlagen) zu prüfen (act. A.6, Rz. 3). 

Die Beklagte habe im Wissen um die mit Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 

1 und 2 verbundene Kostentragungspflicht bewusst darauf verzichtet, die 

Tragweite auf das damals "Vorstellbare" einzuschränken. Damit mangle 

es gleichzeitig auch dem Argument der "unerwarteten Mehrleistung", denn 

wenn die Beklagte im vollen Bewusstsein um das damit verbundene 

Kostenrisiko einer umfassenden, d.h. uneingeschränkten 

Kostentragungspflicht innerhalb der Bauzonen der 

Konzessionsgemeinden zugestimmt habe, können ihr per definitionem 

keine unerwarteten Mehrleistungen erwachsen. Entgegen der Auffassung 

der Beklagten habe die Beklagte bei Unterzeichnung der 

Konzessionsvereinbarungen deshalb auch im Lichte des objektiven 

Parteiwillens vernünftigerweise sehr wohl mit entsprechenden steigenden 

Kosten rechnen können und müssen, und zwar für sämtliche Arten von 

Netzanschlüssen innerhalb der Bauzonen (act. A.6, Rz. 14). Auf die 

Statuierung risikomindernder Vorbehalte sei bewusst verzichtet worden 

(act. A.6, Rz. 15).

4.2.2. Die Beklagte hält den Vorbringen der Klägerinnen entgegen, dass der 

Zweck dieser Regelung die Sicherstellung bzw. Verbesserung der 

elektrischen Grundversorgung der einheimischen Bevölkerung gewesen 

sei. Denn die Netze im Konzessionsgebiet seien grösstenteils in einem 

schlechten Zustand und andererseits sei die Situation im Hinterrheingebiet 

aufgrund der schwierigen topographischen und siedlungstechnischen 

Verhältnisse mit weit auseinandergezogenen Siedlungen speziell 

gewesen. Deswegen hätte eine "Normalkonzession" mit Energie-Abgabe 

ab einer Trafo-Station pro Gemeinde nicht zur gewünschten Verbesserung 

der elektrischen Versorgung der einheimischen Bevölkerung geführt, 

weshalb sich die Beklagte damals bereit erklärte habe, den hierzu 

- 43 -

erforderlichen (Aus-)Bau des Verteilnetzes zu übernehmen (act. A.3, Rz. 

78). 

Der Begriff des "Hausanschlusses" sei restriktiv, d.h. streng 

"gebäudebezogen" auszulegen (act. KB 11). Die Kostentragungspflicht 

bestimme sich auch durch die Art und Weise, wie der Endkonsument den 

bezogenen Strom nutze (ibid.) Es habe daher nicht dem 

übereinstimmenden, wirklichen Willen im Zeitpunkt des Vertragsschlusses 

entsprochen, dass auch Netzanschlüsse für E-Mobilität und 

energieintensive Datenverarbeitungsanlagen darunterfallen würden (vgl. 

act. A.3, Rz. 82 in fine). Auch die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip 

(objektive Auslegung) führe zum selben Schluss. Die Willenserklärungen 

der Parteien haben nicht so verstanden werden dürfen und müssen, dass 

die Beklagte durch Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen verpflichtet werde, 

Netzanschlüsse für die Ladeinfrastruktur der E-Mobilität sowie für 

energieintensive Datenverarbeitungsanlagen innerhalb der Bauzonen auf 

eigene Kosten und damit kostenfrei für die einzelnen Verbraucher zu 

erstellen (act. A.3, Rz. 87). Insbesondere habe die Gewährung von Gratis-

Anschlüssen selbstredend grosse Auswirkungen in Bezug auf die 

Energielieferung bzw. den Energieverbrauch und setzt entsprechende, in 

der heutigen Strommangellage sicherlich nicht erwünschte Anreize (act. 

A.5, Rz. 18). 

Es habe im Zeitpunkt des Konzessionsabschlusses unter 

Berücksichtigung der gesamten Umstände hinsichtlich der heutigen 

Streitfrage kein übereinstimmender wirklicher Parteiwille bestanden. Der 

Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 1 und 2 zugrundeliegende Parteiwille habe 

lediglich die Sicherstellung bzw. Verbesserung der elektrischen 

Grundversorgung der einheimischen Bevölkerung beinhaltet, u.a. durch 

Erstellung der damals im Rahmen des Vorstellbaren liegenden 

Netzanschlüsse auf Kosten der Beklagten. Netzanschlüsse für die 

Ladeinfrastruktur der E-Mobilität oder Krypto-Mining Rechenzentren und 

- 44 -

deren Dimensionen sowie Auswirkungen haben zum Zeitpunkt des 

Konzessionsabschlusses ausserhalb des Vorstellbaren gelegen (act. A.5, 

Rz. 19). Es habe nicht dem übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen im 

Zeitpunkt des Konzessionsabschlusses entsprochen, volkswirtschaftlich 

motivierte Anreize für eine Ansiedlung energieintensiver Unternehmungen 

im Konzessionsgebiet zu setzen und erst recht nicht für gewerbliche 

Prozesse mit einem sehr hohen Stromverbrauch ohne Wertschöpfung für 

die Region. Es würde dem Konstrukt der Beklagten grundlegend 

widersprechen, dass die kapitalgebenden Partner sämtliche Investitionen 

und damit zusammenhängenden Risiken für den Bau und Betrieb der 

Kraftwerksanlagen übernommen und gleichzeitig spätere, wesentliche 

und in der Höhe unlimitierte Schmälerungen ihrer Energiequoten an der 

Beklagten akzeptiert hätten (act. A.5 Rz. 19). 

Bei Abschluss des Konzessionsvertrags habe es keinen 

übereinstimmenden Parteiwillen gegeben, dass die Beklagte über den 

stationären Stromverbrauch hinaus auch Energie im Sinne von "Treibstoff" 

für die individuelle (überregionale) Mobilität zu liefern habe. In den 

Konzessionen finden sich laut der Beklagten keine Anhaltspunkte, wonach 

es dem Willen der Parteien entsprochen hätte, der Beklagten 

wirtschaftliche Leistungen zur Erreichung energiepolitischer 

Zielsetzungen, namentlich zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors als 

Klimaschutzmassnahme, aufzuerlegen (act. A.5, Rz. 19). 

Die Willenserklärungen der Parteien, so die Beklagte, hätten im Übrigen 

nicht in diesem Sinne verstanden werden dürfen und müssen. Mit der 

Pflicht zur Erstellung von Netzanschlüssen für die Ladeinfrastruktur der E-

Mobilität und für energieintensive Endverbraucher (insbesondere Krypto-

Mining-Rechenzentren) auf Kosten der Konzessionärin hätten die Parteien 

im Zeitpunkt des Konzessionsabschlusses vernünftigerweise nicht 

rechnen können und müssen (act. A.5, Rz. 19). Vorliegend entscheidend 

sei einerseits, dass im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses 

- 45 -

vernünftigerweise nicht damit habe gerechnet werden können oder gar 

müssen, dass dereinst Netzanschlüsse für die gesamte Ladeinfrastruktur 

für die E-Mobilität sowie für energieintensive Endverbraucher nachgefragt 

werden würden. Andererseits sei entscheidend, dass die Erstellung 

solcher Anschlüsse auf Kosten der Beklagten nach den Umständen im 

Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht dem Sinn und Zweck dieser 

Bestimmung entspreche. Folglich habe Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 

nicht in diesem Sinne verstanden werden dürfen und müssen (act. A.5, 

Rz. 35). Insofern sieht die Beklagte auch im Rahmen der objektiven 

Vertragsauslegung die Netzanschlusskosten für die Ladestationen von E-

Mobilität und energieintensive Datenverarbeitungsanlagen von Art. 8 Abs. 

1 der Konzessionen 1 und 2 nicht erfasst.

4.3.1. Konzessionen, insbesondere solche über die Verleihung von 

Wassernutzungen, weisen sowohl vertragliche als auch hoheitliche 

Elemente auf (BGE 130 II 18 E. 3.1; BGE 126 II 171 E. 4c/bb; BGE 109 II 

76 E. 2; vgl. auch BGE 127 II 69 E. 5). In Bezug auf die vertraglichen 

Elemente, so namentlich diejenigen Fragen, die von Gesetzes wegen 

unterschiedlich geregelt werden können, ist die Konzession wie ein 

öffentlich-rechtlicher Vertrag auszulegen (BGE 126 II 171 E. 4c/bb; BGer 

Urteil 2C_258/2011 vom 30. August 2012 E. 4.1). Die vorliegend streitige 

Pflicht zur Kostentragung der Netzanschlüsse für die Ladestationen von 

Elektromobilität und für energieintensive Datenverarbeitungsanlagen 

innerhalb der Bauzonen durch die Beklagte gehört nicht zu den gesetzlich 

zwingenden Konzessionsbestandteilen und hat daher vertraglichen 

Charakter (vgl. Art. 54 f. WRG; insbesondere auch supra E. 1.1.2). 

Insofern ist den Klägerinnen zuzustimmen, soweit sie ausführen, dass den 

Parteien bei Vertragsabschluss bewusst gewesen sei, dass die Regelung 

in Art. 8 der Konzessionen 1 und 2 von den "Normbestimmungen" 

abweicht (vgl. act. A.5, Rz. 20), was die Beklagte im Übrigen auch nicht 

bestreitet (vgl. act. A.3, Rz. 78).

- 46 -

4.3.2. Für die Auslegung verwaltungsrechtlicher Verträge ist wie bei einem 

privatrechtlichen Vertrag in erster Linie auf den übereinstimmenden 

wirklichen Willen der Parteien abzustellen (empirische oder subjektive 

Vertragsauslegung). Die Vorschriften des Bundesgesetzes betreffend die 

Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (Fünfter Teil: 

Obligationenrecht) vom 30. März 1911 (OR; SR 220) finden als 

subsidiäres öffentliches Recht analog Anwendung. Hier ist insbesondere 

Art. 18 Abs. 1 OR von Interesse. Die subjektive Vertragsauslegung bezieht 

sich auf den Willen der Vertragsparteien im Zeitpunkt des 

Vertragsschlusses. Nachträgliches Parteiverhalten kann berücksichtigt 

werden, wenn es Rückschlüsse auf den tatsächlichen Willen der Parteien 

im Zeitpunkt des Vertragsschlusses zulässt (BGE 132 III 626 E. 3.1; BGE 

129 III 675 E. 2.3). Lässt sich ein übereinstimmender Parteiwille nicht 

feststellen, ist der Vertrag so auszulegen, wie er nach dem 

Vertrauensgrundsatz verstanden werden durfte und musste (normative 

oder objektive Vertragsauslegung; BGE 137 III 145 E. 3.2.1; BGE 136 III 

186 E. 3.2.1; BGE 135 V 237 E. 3.6; BGE 133 III 406 E. 2.2; BGE 121 II 

81 E. 4a). Die objektive Vertragsauslegung ergibt sich nicht allein aus dem 

Wortlaut, sondern kann sich auch aus anderen Elementen ergeben wie 

aus dem verfolgten Ziel, der Interessenlage der Parteien oder aus den 

Gesamtumständen; von einem klaren Vertragswortlaut ist jedoch nur 

abzuweichen, wenn sich ernsthafte Anhaltspunkte dafür ergeben, dass 

dieser nicht dem Willen der Parteien entspricht (BGE 137 III 444 E. 4.2.4; 

BGE 136 III 186 E. 3.2.1; BGE 135 III 295 E. 5.2; BGE 133 III 406 E. 2.2; 

BGE 131 III 606E. 4.2). Im Zweifel und zur Füllung von Lücken in einem 

Vertrag sind die dispositiven Bestimmungen der einschlägigen Gesetze 

heranzuziehen, soweit sich nicht genügend klar aus dem Vertrag ergibt, 

dass davon abgewichen werden sollte (BGE 133 III 607 E. 2.2). Bei der 

Auslegung öffentlich-rechtlicher Verträge ist zudem in Zweifelsfällen zu 

vermuten, dass die Verwaltung nicht bereit ist, etwas anzuordnen oder zu 

vereinbaren, was mit den von ihr zu wahrenden öffentlichen Interessen 

- 47 -

und der einschlägigen Gesetzgebung im Widerspruch steht (BGE 135 V 

237 E. 3.6; BGE 122 I 328 E. 4e; BGE 121 II 81E. 4a; BGer Urteil 

2C_258/2011 vom 30. August 2012 E. 4.1). Indessen wäre es verfehlt, in 

allen Fällen der dem öffentlichen Interesse besser dienenden Auslegung 

den Vorzug zu geben. Die Wahrung des öffentlichen Interesses findet ihre 

Schranke vielmehr gerade im Vertrauensprinzip, d.h. sie darf nicht dazu 

führen, dass dem Vertragspartner des Gemeinwesens bei der 

Vertragsauslegung Auflagen gemacht werden, die er beim 

Vertragsschluss vernünftigerweise nicht voraussehen konnte (BGE 122 I 

328 E. 4e; BGE 103 Ia 505 E. 2b; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 

UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 

2020, Rz. 1342 ff.).

4.3.3. Was die Parteien beim Vertragsabschluss gewusst, gewollt oder 

tatsächlich verstanden haben, ist Tatfrage (BGE 133 III 675 E. 3.3; BGE 

131 III 606 E. 4.1); die tatsächliche Ermittlung dieses subjektiven 

Parteiwillens (subjektive Vertragsauslegung) beruht auf 

Beweiswürdigung, die dem Verwaltungsgericht umfassend zugänglich ist 

(Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 VRG; vgl. z.B. VGU U 2017 73 vom 28. Mai 

2020 E. 4.6). Die Vertragsauslegung nach dem Vertrauensgrundsatz 

(objektive Vertragsauslegung) ist demgegenüber Rechtsfrage (BGE 136 

III 186 E. 3.2.1; BGE 133 III 675 E. 3.3; BGE 132 III 626 E. 3.1; BGE 131 

III 606 E. 4.1). Die Auslegung von Wasserkraftkonzessionen nach 

Vertrauensprinzip prüft das Verwaltungsgericht gemäss Art. 65 Abs. 1 

i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. a VRG frei (vgl. auch zum Ganzen VGU U 2019 

77 vom 12. August 2021 E. 3).

4.3.4. Die subjektive Vertragsauslegung hat Vorrang vor der objektivierenden 

Vertragsauslegung (BGE 123 III 35 E. 2; BGE 121 III 118 E. 4.b/aa). 

Entsprechend wird zunächst auf die subjektive Vertragsauslegung im 

Einzelnen eingegangen.

- 48 -

4.3.5. Eine rechtsgeschäftliche Verpflichtung setzt unter anderem einen 

Rechtsfolgewillen voraus. Das Vorhandensein eines solchen Willens ist 

unabdingbare Voraussetzung für das Bestehen einer vertraglichen 

Verpflichtung. Ziel jeder Auslegung ist deshalb die Ermittlung des 

Parteiwillens. Dabei kann die Auslegung dazu führen, dass ein 

gemeinsamer Rechtsfolgewille feststellbar ist, dass mit Bezug auf die 

strittige Frage kein gemeinsamer Rechtsfolgewille bestand, da sich die 

Parteien die strittige Frage überhaupt nicht gestellt oder bewusst nicht 

geregelt haben, oder dass der Prozessstoff keine sichere Feststellung 

über das Vorhandensein eines bestimmten Rechtsfolgewillens erlaubt 

(CHRISTOPH MÜLLER, Berner Kommentar, Art. 1–18 OR. Allgemeine 

Bestimmungen mit allgemeiner Einleitung in das Schweizerische 

Obligationenrecht, Bern 2018, Rz. 18 f. zu Art. 18 OR; PETER JÄGGI/PETER 

GAUCH/STEPHAN HARTMANN, Zürcher Kommentar. Art. 18 OR, Auslegung, 

Ergänzung und Anpassung der Verträge; Simulation, 4. Auflage, Zürich 

2015, Rz. 323 ff.). Die subjektive Vertragsauslegung bezieht sich auf den 

Willen der Vertragsparteien im Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Was die 

Parteien beim Vertragsabschluss gewusst, gewollt oder tatsächlich 

verstanden haben, ist Tatfrage (statt vieler BGE 144 V 84 E. 6.2.1 f.).

4.3.6. Die Frage, wie und nach welchen Kriterien der wirkliche subjektive Wille 

zu ermitteln ist, überlässt der Gesetzgeber Lehre und Rechtsprechung 

(JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, in: KREN 

KOSTKIEWICZ/WOLF/AMSTUTZ/FANKHAUSER [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar 

zum Schweizerischen Obligationenrecht, Art. 18 N 9). Dabei ist an erster 

Stelle der Wortlaut des Vertragstextes massgebend (BGE 118 II 365 E. 1; 

BGE 117 II 273 E. 5a). Die Vertragsauslegung darf sich allerdings nicht 

auf eine "reine Wortauslegung" beschränken, auch dann nicht, wenn der 

Wortlaut auf den ersten Blick klar erscheint (BGE 129 III 702 E. 2.4.1; BGE 

127 III 444). Selbst bei "klarem Wortlaut" einer Vertragsklausel sind andere 

Auslegungsmethoden nicht von vornherein auszuschliessen. So kann es 

- 49 -

sich z.B. aus anderen Vertragsbestimmungen, dem von den Parteien 

verfolgten Zweck und weiteren Umständen ergeben, dass der Wortlaut 

einer strittigen Bestimmung nicht genau den Sinn einer Vereinbarung 

zwischen den Parteien wiedergibt (BGE 131 III 208 E. 3.1; BGE 128 III 

265 E. 3). Allerdings kann eine strikte Auslegung nach dem Wortlaut bei 

geschäftserfahrenen Personen angezeigt sein (BGE 129 III 702 E. 2.4; 

Urteil BGer 5C_21/2007 vom 20. April 2007 E. 3.1). Sofern die übrigen 

Auslegungselemente keinen anderen Schluss zulassen, bleibt es bei der 

grammatikalischen Auslegung (ibid.).

4.3.7. Da der "innere Wille" als rein psychologisches Phänomen nicht feststellbar 

ist, begnügen sich die herrschende Lehre und Rechtsprechung mit dem 

gegenüber der Aussenwelt geäusserten Willen (MÜLLER, a.a.O., Rz. 59 zu 

Art. 18 OR; WOLFGANG WIEGAND, in: WIDMER LÜCHINGER/OSER [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 7. Auflage, Basel 2020, Rz. 12 zu 

Art. 18 OR; JÄGGI/GAUCH/HARTMANN, a.a.O., Rz. 346; BGE 140 III 86 

E. 4.1). Dabei kann auch nachträgliches Parteiverhalten auf einen 

tatsächlichen Willen der Parteien schliessen lassen (statt vieler BGE 143 

III 157 E. 1.2.2 und BGE 142 III 239 E. 5.2.1). Allerdings sind solche 

Rückschlüsse nur mit Zurückhaltung zu ziehen, da sich Parteien falsche 

Vorstellungen von ihrem damaligen Willen machen können und das 

spätere Parteiverhalten auch auf anderen Gründen als der Vorstellung 

vom damals Vereinbarten oder einem Missverständnis beruhen kann. Das 

Verhalten nach Vertragsschluss ist nur insofern zu berücksichtigen, als 

daraus Rückschlüsse auf die Willenslage bei Vertragsschluss zu ziehen 

sind (WIEGAND, in: WIDMER LÜCHINGER/OSER [Hrsg.], a.a.O., Rz. 29 zu Art. 

18 OR; JÄGGI/GAUCH/HARTMANN, a.a.O., Rz. 396). Je näher das 

nachträgliche Verhalten der Parteien zeitlich beim Vertragsschluss liegt, 

umso wertvoller ist es als Indiz. Sobald zwischen den Parteien 

Spannungen auftreten und widersprüchliche Auslegungen ihres Vertrags 

zutage treten, verliert das Verhalten der Parteien nach Vertragsschluss als 

- 50 -

Auslegungsmittel an Bedeutung. Bahnt sich sogar bereits ein 

Auslegungsstreit an, so wird das nachträgliche Verhalten der Parteien als 

Auslegungsmittel völlig untauglich (MÜLLER, a.a.O., Rz. 166 zu Art. 18 

OR).

4.4. Zunächst ist zu prüfen, ob sich sachverhaltlich ein empirischer Parteiwillen 

im Zeitpunkt des Vertragsschlusses feststellen lässt.

4.4.1. Der Beklagten ist grundsätzlich zuzustimmen, insoweit sie geltend macht, 

dass die verschiedenen Energieversorgungsverträge (EVV 1964, 1978 

sowie 2015) nicht dazu geeignet seien, den übereinstimmenden wirklichen 

Willen im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wiederzugeben bzw. zu 

belegen, worauf sich die subjektive Vertragsauslegung gerade beziehe 

(vgl. act. A.3, Rz. 76). Die EVV 1964, 1978 und namentlich 2015 sind nur 

relevant, soweit sie sachdienliche Rückschlüsse auf einen gemeinsamen 

Parteiwillen zum Zeitpunkt der Wasserrechtsverleihung im Jahre 1954 

bezüglich Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 1 und 2 zulassen. Das gleiche 

gilt generell für das nachträgliche Parteiverhalten. Ausschlaggebend für 

die Vertragsinterpretation ist das Verhalten in zeitlicher Nähe mit dem 

Vertragsschluss. Es ist daher zu eruieren, auf was sich der gemeinsame 

wirkliche Parteiwille bezüglich Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 1 und 2 im 

Zeitpunkt der Unterzeichnung der betreffenden 

Wasserrechtsverleihungen bezog, welche vom 13. März 1954 datiert.

4.4.2. Gemäss Art. 8 Abs. 1 der Konzessionen 1 und 2 erstellt, betreibt und 

unterhält die Beklagte auf eigene Kosten sämtliche Übertragungs- und 

Verteilanlagen (Hochspannungsleitungen, Transformatorenstationen, 

Niederspannungsleitungen und Strassenbeleuchtungen, exkl. 

Beleuchtungskörper) bis zu den Hausanschlüssen in den Gemeinden 

(exkl. X._____), exkl. Hausinstallationen und Verbrauchseinrichtungen. 

Der Wortlaut von Art. 8 Abs. 1 stellt mit der Verwendung des Begriffs 

"sämtliche" im untechnischen Sinne klar, dass alle Netzanschlüsse von 

- 51 -

dieser Bestimmung erfasst sind, und damit wohl auch die Netzanschlüsse 

für E-Mobilität und energieintensive Datenverarbeitungsanlagen in den 

Anwendungsbereich dieser Bestimmung fallen. Weiter definiert der 

Vertragstext den "Hausanschluss" als Abgrenzungsmerkmal, ob die 

Kosten des Netzanschlusses durch die Beklagte oder die 

Netzanschlussnehmer bzw. die Gemeinden zu tragen sind. "Bis zu den 

Hausanschlüssen" (exkl. Beleuchtungskörper, Hausinstallationen sowie 

Verbrauchseinrichtungen) hat die Beklagte eine Kostentragungspflicht. 

Somit haben e contrario die Netzanschlussnehmer die Kosten "ab den 

Hausanschlüssen" zu tragen. Insofern besteht nach grammatikalischer 

Auslegung eine Pflicht zu Lasten der Beklagten, auch die 

Netzanschlusskosten der Ladestationen für E-Mobilität und 

energieintensive Datenverarbeitungsanlagen zu tragen. Dabei spielt es 

keine Rolle, dass es E-Ladestationen und energieintensive 

Datenverarbeitungsanlagen, wie beispielsweise Krypto-Mining-

Rechenzentren, zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses noch nicht gab. Im 

Übrigen bleibt anzumerken, dass die Beklagte – auch zum Zeitpunkt des 

Vertragsschlusses – den Klägerinnen mindestens ebenbürtig war und ist. 

Eine strikte Auslegung nach dem Wortlaut ist daher grundsätzlich 

angezeigt (vgl. supra E. 4.3.6).

4.4.3. Es ist unbestritten, dass die Versorgung der Haushalte und der Gewerbe 

und Industrieunternehmen mit Elektrizität Anlass für die Regelung in Art. 8 

Abs. 1 der Konzessionen 1 und 2 gab (vgl. act. A.2, Rz. 79 ff.; act. KB 12, 

S. 3). Allerdings hätte die Beklagte als durchaus geschäftserfahrene und 

der Gegenpartei ebenbürtige Vertragspartei darauf bestehen können, 

dass diese Einschränkung so im Vertragstext festgehalten wird. Darauf hat 

sie verzichtet; oder zumindest nicht darauf beharrt. Anlässlich einer 

Sitzung der Vertreter der Beklagten vor Vertragsschluss, welcher am 

13. März 1954 erfolgte, wurde explizit darauf hingewiesen, dass Art. 8 

Abs. 1 "ausserordentlich weit" gehe:

- 52 -

Das Protokoll der Sitzung "Konsortium L._____" hält zunächst ein Votum 

von AC._____ fest. Er bemerkt, dass die Bestimmung der 

Energiezuleitung bis zu den Hausanschlüssen in den Gemeinden 

ausserordentlich weit gehe. Seiner Meinung nach hätte man eine zentrale 

Abgabestelle in den Gemeinden bezeichnen sollen. Der Vorsitzende hat 

dazu angemerkt, dass letzteres infolge der besonderen 

Siedlungsverhältnisse im B._____ nicht möglich gewesen sei. Die 

Zuleitung bis zu den Hausanschlüssen habe auf Verlangen der 

Gemeinden zugestanden werden müssen und sei schon in den früheren, 

vom VPA seinerzeit behandelten Verleihungsentwürfen vorgesehen 

gewesen. Praktisch dürfte daraus keine übermässige Belastung 

erwachsen, weil alle Siedlungen mit Ausnahme von AD._____ im Zuge 

der ohnehin notwendigen Bauenergieleitungen liegen würden (act. BB 34, 

S. 3). Damit ist erstellt, dass der Beklagten bereits vor Vertragsschluss klar 

gewesen sein muss, dass diese Bestimmung in Art. 8 Abs. 1 

"ausserordentlich weit" geht. Dennoch hat sie vertraglich vereinbarten 

Kostenpflicht zugestimmt.

4.4.4. Entsprechend ändern die Vorbringen der Beklagten nichts daran, dass in 

der Konzession die Kostentragungspflicht von Netzanschlüssen in 

sachlicher Hinsicht nicht limitiert oder beispielsweise nicht in Relation zur 

Erschliessung der Grundstücke, sondern praktisch unlimitiert, ohne den 

bereits dazumal stark zunehmende Strombedarf berücksichtigend, 

vertraglich festgelegt worden ist (vgl. Urteil BGer 2C_825/2013 vom 24. 

März 2014 E. 6.3). Gerichtsnotorisch wurden und werden im Rahmen von 

Wasserkraftkonzessionen nicht selten Leistungen der Kraftwerke 

vereinbart, die nicht direkt einem Ausgleich anfallender Koste