# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad9ec00b-f7e6-5a83-b2a9-5ff0e8ae81d7
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-12
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 12.03.2014 VG.2013.00082 (VG.2014.93)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00082_2014-03-12.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 12. März 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00082

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    
	
     

    	
     

    
	
    vertreten durch Rechtsanwältin B.______

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Suva Rechtsabteilung

    	
    Beschwerdegegnerin  

    

  

  
	
   

   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Die bei der Suva versicherte A.______ erlitt am
  20. September 2012 eine Heckkollision. Gemäss Rapport der Kantonspolizei
  St. Gallen vom 15. November 2012 brachte sie ihr Fahrzeug vor einem
  Fussgängerstreifen in Uznach zum Stillstand, als ein Lenker mit seinem Fahrzeug
  in den hinter ihr positionierten Lieferwagen prallte, wodurch dieser mit
  ihrem Fahrzeug zusammenstiess. Sie erlitt ein Schleudertrauma und es stellten
  sich bei ihr diverse Beschwerden ein.

  
	
   

  
	
  1.2 A.______ war seit 1. Juli 2012 bei der
  Arbeitslosenkasse des Kantons Glarus gemeldet. Zuvor arbeitete die gelernte
  Pflegeassistentin mit einem Pensum von 40 % im Restaurant […] im Hausdienst.
  Ihr Hausarzt schrieb sie ab dem 21. September 2012 zu 100 %
  arbeitsunfähig. Dennoch führte sie ab Mitte Juli 2012 bis anfangs März 2013
  in einem Pensum von zwei Stunden pro Woche Reinigungsarbeiten in einem
  Privathaushalt durch. Nach dem Unfallereignis übernahm die Suva die Kosten
  für die Heilbehandlung und richtete A.______ ab 23. September 2012 Taggelder
  in der Höhe von Fr. 35.35 aus. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 22. Mai 2013
  stellte die Suva die Versicherungsleistungen per 20. Juni 2013 ein. Zur
  Begründung führte sie im Wesentlichen an, es lägen keine adäquaten Unfallfolgen
  mehr vor. Dagegen erhob A.______ am 21. Juni 2013 Einsprache. Die Suva
  wies die Einsprache am 22. Juli 2013 ab. 

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  A.______ gelangte am 16.
  September 2013 mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Sie beantragte die
  Aufhebung des Einspracheentscheids mitsamt der ihm zugrunde liegenden Verfügung
  sowie die Weitergewährung von Heilungskosten und Taggeldleistungen.
  Eventualiter sei ihr eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
  zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
  Beschwerdegegnerin. Zur Beschwerde sowie zu den von A.______ am
  18. Oktober 2013 nachgereichten medizinischen Unterlagen liess sich die
  Suva am 14. November 2013 vernehmen. Sie schloss auf Abweisung der
  Beschwerde. Am 18. November 2013 legte A.______ einen weiteren
  Arztbericht ins Recht, wozu die Suva am 25. November 2013 Stellung nahm.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom
  20. März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom
  6. Oktober 2000 (ATSG) sowie Art. 1 des (kantonalen) Einführungsgesetzes
  zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden bei Unfällen die
  gesetzlichen Leistungen aus obligatorischer Unfallversicherung gewährt. Ist
  ein Versicherter nach einem Unfall voll oder teilweise arbeitsunfähig, hat er
  nach Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch auf Übernahme der Kosten der zweckmässigen
  Behandlung der Unfallfolgen. Überdies besteht zunächst Anspruch auf ein
  Taggeld (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG). Ist die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch
  auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
  UVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Der Rentenanspruch entsteht,
  wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung
  des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und
  allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen
  sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggelder
  dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Ausserdem fallen Heilbehandlung und
  Taggelder dahin, wenn zwar die Voraussetzungen für eine Invalidenrente gemäss
  UVG nicht erfüllt sind, jedoch von der Fortsetzung der
  ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des
  Versicherten mehr erwartet werden kann (vgl. BGE 133 V 57 E. 6.6.2).

  
	
   

  
	
  2.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers
  setzt zunächst voraus, dass zwischen dem (versicherten) Unfallereignis und
  dem eingetretenen Schaden (Ge­sundheitsschädigung, Invalidität, Tod) ein
  natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
  Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
  eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
  bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre­chend
  dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen­hangs
  nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache
  ge­sundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen
  mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten
  be­einträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden
  kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE
  117 V 359 E. 4a).

  
	
   

  
	
  Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer
  gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine
  Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter im Rahmen
  der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht
  üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr­scheinlichkeit zu befinden hat.
  Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
  Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Es ist daher
  unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von der ver­sicherten
  Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern medizinisch einer
  fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und
  diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem
  ursäch­lichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht (BGE 119
  V 335 E. 2b f.). Entscheidend ist dabei die Würdigung der in den Akten
  liegenden medi­zinischen Berichte, wobei der
  Richter bei der Beurteilung des natürlichen Kausalzu­sammenhanges nicht ohne
  zwingenden Grund von der Einschätzung der medizini­schen Experten abweicht
  (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  2.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand
  verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des
  Unfallversicherers, wenn entweder der Zustand, wie er unmittelbar vor dem
  Unfall bestanden hat, oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem
  schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den
  Unfall früher oder später eingestellt hätte, erreicht ist. Der
  Unfallversicherer muss dabei nicht den negativen Beweis erbringen, dass kein
  Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei
  voller Gesundheit sei (BGer-Urteil U 354/04 vom 11. April 2005 E. 1.2).

  
	
   

  
	
  2.5 Ein Unfall mit Schleudertrauma kann in der
  charakteristischen Erscheinungsform einer Häufung von typischen Beschwerden
  eine Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit verursachen, auch wenn die
  festgestellten Funktionsausfälle organisch nicht nachweisbar sind (vgl. BGE
  117 V 359 E. 5d/aa). Liegen diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
  Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen,
  Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderungen etc. vor und
  sind diese Beschwerden innert maximal 72 Stunden seit dem Versicherungsereignis
  aufgetreten, so gilt der natürliche Kausalzusammenhang als erstellt (vgl.
  dazu BGE 117 V 359 E. 4b; Ueli Kieser,
  ATSG-Kommentar, 2. A., Zürich 2009, Art. 4 N. 59, mit weiteren Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Es ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen
  einer Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand der
  versicherten Person zu beurteilen und gege­benenfalls dazu Stellung zu
  nehmen, bezüglich welchen konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie arbeitsunfähig
  bzw. in ihrer körperlichen und geistigen Integrität beeinträchtigt ist. Nach
  dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts­beschwerdeverfahren
  geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Ver­sicherungsträger und
  Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
  Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter alle Beweismittel,
  unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden
  hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
  streitigen Rechts­anspruchs gestatten.

  
	
   

  
	
  3.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
  entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
  allseitigen Untersuchungen beruht, die ge­klagten Beschwerden berücksichtigt,
  in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung
  der medizinischen Zusammenhänge und Situation des Patienten einleuchtet und
  ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlagge­bend für den Beweiswert
  ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit­tels noch die
  Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung­nahme als
  Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
  Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnis­sen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
  (BGE 137 V 210 E. 1.3.4). Demgegenüber entspricht es
  einer allgemeinen Erfahrung, dass
  Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
  eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts
  zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invaliden­versicherung,
  2. A., Zürich/Basel/Genf 2010, S. 353). Auch Parteigutachten besitzen nicht
  den gleichen Beweiswert wie ein vom Gericht oder von einer Unfallversicherung
  nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten (BGE 125 V 351
  E. 3b-c).

  
	
   

  
	
  3.4 Weil die Suva in beweisrechtlicher Hinsicht
  ein zur Objektivität verpflichtetes geset­zesvollziehendes Organ ist, kann
  auch den Berichten und Gutachten versicherungs­interner Ärzte Beweiswert
  beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
  begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien ge­gen ihre
  Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Kreisarzt in
  einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt jedenfalls
  nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Bestehen aber auch nur geringe Zweifel an der
  Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
  Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E.
  3b/ee, 122 V 157 E. 1c).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Strittig ist zunächst, ob die Beschwerdeführerin
  weiterhin Anspruch auf Heilbehandlung und Taggelder hat. Die
  Beschwerdeführerin macht unter anderem geltend, der Fallabschluss sei zu früh
  erfolgt. Die Leistungen seien eingestellt worden, obwohl sie nach wie vor an
  unfallbedingten körperlichen Beeinträchtigungen leide und insofern von der
  Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung ihres Gesundheitszustands
  zu erwarten sei. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits anerkennt, dass die
  typischen Schleudertrauma-Beschwerden vom Unfall her stammen. Sie bestreitet
  indessen, dass diese eine am Körper nachweisbare Ursache haben und von
  Relevanz für die Ausschöpfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der
  Beschwerdeführerin sind.

  
	
   

  
	
  4.2 Zu prüfen ist deshalb vorab, ob bei der
  Beschwerdeführerin organisch nachweisbare Beschwerden vorhanden sind, die mit
  überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom
  20. September 2012 zurückgeführt werden können. Steht eine solche
  körperliche Beeinträchtigung in leistungsbegründendem Ausmass fest, ist
  sodann der Frage nachzugehen, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht per
  20. Juni 2013 abgeschlossen hat und gegebenenfalls ist eine Renten- und
  Integritätsentschädigungsprüfung vorzunehmen. Sind hingegen keine
  Beeinträchtigungen der Gesundheit mit körperlichem Substrat auszumachen, ist
  die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis
  zu beurteilen. Ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den noch
  geklagten Beschwerden und dem Unfall nicht gegeben, können die Leistungen in
  der Regel ohne Einholung eines inter- bzw. polydisziplinären Gutachtens
  eingestellt werden (vgl. BGer-Urteil 8C_797/2008 vom 19. März 2009
  E. 4).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Unmittelbar nach dem Unfall gab die
  Beschwerdeführerin der Kantonspolizei St. Gallen gegenüber zu Protokoll,
  sie leide an Nackenschmerzen (vgl. Polizeirapport vom 15. November
  2012). Am 21. September 2012, 15.40 Uhr, begab sie sich erstmals in ärztliche
  Behandlung bei Hausarzt Dr. med. C.______, FMH Allgemeinmedizin. Im
  Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem
  Beschleunigungstrauma vom 21. September 2012 hielt dieser fest, dass die
  Beschwerdeführerin den Kopf während des Unfalls nicht angeschlagen habe. Vor
  dem Unfall habe sie an keinen behandlungsbedürftigen Beschwerden gelitten.
  Seit dem Unfall klage sie über Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und
  Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich. Dr. C.______ diagnostizierte
  Nackenbeschwerden und muskuloskelettale Befunde im Sinne einer verminderten
  Beweglichkeit und punktuellen Druckschmerzhaftigkeit im Schultergürtel- und
  Nackenbereich. Parästhesien oder Sensibilitätsdefizite stellte er keine fest.
  

  
	
   

  
	
  Im Erhebungsblatt für die
  Abklärung von Halswirbelsäulen-Fällen vom 24. Oktober 2012 gab die
  Beschwerdeführerin an, sie sei anlässlich des Unfalls weder mit dem Kopf noch
  mit einem anderen Körperteil irgendwo angeprallt. Auf den Unfall sei sie
  nicht gefasst gewesen. Innert Stunden nach dem Unfall hätten sich Atembeschwerden,
  Oberkörperschmerzen, Schlafprobleme, Schulterschmerzen, Schmerzen an der
  Hals- und Lendenwirbelsäule, Kopfschmerzen, Schwindel und Nackenstarre eingestellt.
  Vor dem Unfall habe sie an migräneartigen Kopfschmerzen gelitten.

  
	
   

  
	
  Am 26. Oktober 2012
  führte die Beschwerdeführerin anlässlich eines Standortgespräches gegenüber
  der Beschwerdegegnerin aus, sie habe Schmerzen im Rücken, von der Lenden- bis
  zur Halswirbelsäule. Zudem habe sie Probleme beim Drehen des Kopfes, könne
  nicht lange schmerzfrei sitzen und beim Bücken und Aufrichten werde es ihr
  schwindlig. 

  
	
   

  
	
  In einem ambulanten
  Assessment in der Klinik D.______ am 7. November 2012 klagte die Beschwerdeführerin
  unter anderem über Dauerschmerzen im Schulterbereich und über ein Einschlafgefühl
  bezüglich der vertebralen Muskulatur im thorakolumbalen Übergangsbereich.
  Überdies berichtete sie von einem Kopfanprall am Lenkrad. Der Assistenzarzt
  und der stellvertretende Medizinische Leiter zogen den Schluss, dass die
  rechte Schulter einer kernspintomographischen Abklärung zu unterziehen sei.
  Bei etwas auffälligem Schmerzverhalten und mässiger Leistungsbereitschaft
  spreche nach Absolvierung einer Therapie nichts gegen die baldige Suche einer
  neuen Arbeit.

  
	
   

  
	
  Dr. C.______ führte am 27.
  November 2012 aus, bei der Beschwerdeführerin zeigten sich zunehmend
  persistierende Schmerzen in der Schulter rechts. Sie weigere sich standhaft
  die Arbeit aufzunehmen, bevor die rechte Schulter nicht abgeklärt worden sei.
  Das in der Folge im Spital E.______ am 7. Dezember 2012 angefertigte MRI
  der rechten Schulter zeigte eine Tendinopathie am Ansatz der Supraspinatussehne
  im Bereich des Tuberculum majus. 

  
	
   

  
	
  5.2 Am 7. Januar 2013 nahm Suva-Kreisarzt Dr. med.
  F.______, FMH Chirurgie, eine Untersuchung vor. Er diagnostizierte ein
  zervikobrachiales Schmerzsyndrom mit einer Tendinopathie der
  Supraspinatussehne und ausgeprägten Myogelosen. Seiner Auffassung zufolge sei
  aufgrund des Unfallmechanismus eine strukturelle Läsion der rechten Schulter
  nicht überwiegend wahrscheinlich zu erwarten. Passend dazu finde sich im
  MRI-Bericht eine Tendinopathie der Supraspinatussehne. Es seien keine
  Hinweise auf eine Schulterschleimbeutelentzündung erkennbar. Mit den
  degenerativen Veränderungen könnten die beklagten, teilweise nuchal und in
  die Hand ausstrahlenden Beschwerden nicht ausreichend erklärt werden. Am
  ehesten seien die Schmerzen weichteilbedingt zu erklären. Unter
  Intensivierung der therapeutischen Massnahmen sollte bis anfangs Februar
  mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu erreichen sein. Bis Ende April
  2013 sei von einem stabilen Zustand auszugehen.

  
	
   

  
	
  5.3 Dr. C.______ berichtete am 15. Februar 2013
  gegenüber Dr. F.______, die Beschwerdeführerin klage immer noch über sehr
  starke Schmerzen im Bereich der oberen zervikalen Areale, über ein
  Einschlafgefühl über dem Schulterblatt und über eine Schmerzausstrahlung in
  den rechten Oberarm. Er habe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
  verordnet, weil sich die Beschwerdeführerin subjektiv in keiner Weise
  arbeitsfähig fühle.

  
	
   

  
	
  Im MRI der Halswirbelsäule
  vom 7. März 2013 konnte eine breitbasige Diskushernie C5/C6 mit möglicher
  beidseitiger C6-Tangierung festgestellt werden. Diese Diagnose stellte im
  Wesentlichen auch die Oberärztin der Neurologischen Praxis der Klinik G.______,
  Dr. med. H.______, FMH Neurologie, am 11. März 2013.

  
	
   

  
	
  Am 2. April 2013 nahm
  Dr. F.______ erneut eine ärztliche Beurteilung vor. Zusammenfassend gab er
  an, dass durch die ihm vorliegenden Akten eine strukturelle Unfallfolge bis
  anhin nicht habe bestätigt werden können. Die von der Neurologin beschriebene
  radikuläre, also die Nervenwurzel betreffende, Symptomatik sei nicht weiter
  abgeklärt worden. Das späte Auftreten der Symptomatik spreche überwiegend
  wahrscheinlich gegen eine unfallkausale Pathologie.

  
	
   

  
	
  5.4 Die Beschwerdeführerin begab sich am 11. und am 19.
  April sowie am 13. Mai 2013 in Behandlung in der Klinik I.______. Dort
  wurde eine breitbasige, rechtsbetonte Diskushernie C5/C6 bei Status nach
  kraniozervikalem Beschleunigungstrauma am 20. September 2012, eine
  Zervikozephalgie sowie eine Zervikobrachialgie rechts, vereinbar mit einem
  C6-Reizsyndrom diagnostiziert. Radiologisch zeige sich eine deutliche
  Diskushernie C5/C6 mit Einengung der Nervenwurzel C6 beidseits. Die von der
  Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden seien mit einem radikulären
  Reizsyndrom C6 rechts vereinbar. Elektrophysiologisch seien die Neurographien
  an den Armen normal, ebenso die Kurz-Elektromyografie für die Kennmuskulatur
  C5-C7.

  
	
   

  
	
  5.5 In der Folge nahm Dr. F.______ am 30. April
  2013 eine abschliessende Beurteilung vor. Er verneinte einen Zusammenhang der
  von der Diskushernie herstammenden Nervenwurzelbeschwerden mit dem Unfall und
  fügte an, dass insgesamt eine namhafte Verbesserung aufgrund der Unfallfolgen
  nicht mehr überwiegend wahrscheinlich zu erwarten sei.

  
	
   

  
	
  5.6 Am 13. Mai 2013 hielt der Assistenzarzt der
  Orthopädie der Klinik I.______ fest, von Seiten der Schulter könne
  strukturell lediglich eine Alteration im Sinne einer chronischen Schulterschleimbeutelentzündung
  festgestellt werden. Die übrigen Strukturen stellten sich intakt dar. Die
  ausgeprägten Beschwerden liessen sich dadurch nicht erklären. Nach einer
  Infiltration seien die Beschwerden unverändert gewesen, was zusätzlich für
  eine Pathologie ausserhalb des Schultergelenkes als Schmerzursache spreche.
  Hierzu führte Dr. F.______ am 25. Juni 2013 aus, dass auch dieser Bericht
  keine strukturellen Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweise.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Vor allem gestützt auf die kreisärztlichen
  Beurteilungen folgerte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid,
  dass bei der Beschwerdeführerin keine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  nachweisbaren, unfallkausalen, strukturellen Läsionen vorhanden seien. Da
  keine widersprechenden medizinischen Einschätzungen bei den Akten lägen,
  stehe ausser Frage, dass sich bildgebend oder mit anderweitigen apparativen
  medizinischen Methoden eine relevante, unfallbedingte, objektivierbare Gesundheitsschädigung
  mit dem notwendigen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen
  lasse. Daraufhin verneinte die Beschwerdegegnerin einen adäquaten,
  rechtserheblichen Zusammenhang der heute noch geklagten Beschwerden (ohne
  organisches Korrelat) mit dem Verkehrsunfall der Beschwerdeführerin.

  
	
   

  
	
  6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die von einer
  Diskushernie herstammende radikuläre Symptomatik beim Wirbelkörper C6 habe
  ihre Ursache im Unfallereignis vom 20. September 2012. Hierzu nahm Dr.
  F.______ als einziger Mediziner Stellung. Am 2. April 2013 führt er aus,
  gemäss Dr. H.______ bestehe rechts eine Sensibilitätsveränderung im Bereich
  C6. Die Diskushernie sei jedoch eher linksbetont. Eine Empfindungsstörung
  habe zuvor nicht bestätigt werden können. Weder in der kreisärztlichen
  Untersuchung noch während des ambulanten Assessments hätten sich Hinweise auf
  eine radikuläre Symptomatik gefunden. Im Dokumentationsbogen für
  Erstkonsultationen seien keine Sensibilitätsstörungen dokumentiert. Bei einer
  richtungsweisenden Verschlimmerung einer Diskopathie müsste die Radikulopathie,
  welche durch eine Kompression verursacht werde, innerhalb weniger Stunden auftreten.
  Des Weitern finde sich keine motorische Auffälligkeit. Am 30. April 2013
  fügte er ergänzend an, elektrophysiologisch habe keine strukturelle Läsion
  nachgewiesen werden können. Auch die Neurochirurgen der Klinik I.______ seien
  bezüglich eines radikulären Syndroms zurückhaltend und beurteilten den
  Zusammenhang der Diskushernie als fraglich. Aufgrund des Verlaufs mit den
  anfänglich unauffälligen klinischen Befunden sowohl im Dokumentationsbogen
  wie auch während des Assessments sei eine richtungsweisende Verschlimmerung
  einer vorbestehend degenerativ veränderten Halswirbelsäule nicht überwiegend
  wahrscheinlich anzunehmen.

  
	
   

  
	
  6.3 Soweit die Beschwerdeführerin gegen diese in sich
  stimmige und schlüssige Beurteilung des Kreisarztes vorbringt, ein
  rezidivierendes Einschlaf- und Einklemmgefühl im Bereich des thorakolumbalen
  Übergangs rechts habe bereits beim Assessment in der Klinik D.______ Eingang
  in den medizinischen Bericht gefunden, so ist sie darauf hinzuweisen, dass
  als medizinische Erfahrungstatsache gilt, dass praktisch alle Diskushernien
  bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein
  Unfallereignis nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache davon in Betracht
  fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie nur betrachtet
  werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine
  Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen und die Symptome der Diskushernie
  unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (statt vieler: BGer-Urteil
  8C_467/2007 vom 25. Oktober 2007 E. 3.2; U 354/04 vom 11. April
  2005 E. 1.2). Vorliegend war das Unfallereignis weder besonders schwer
  noch war es geeignet, eine Diskushernie zu verursachen (siehe dazu die
  biomechanische Kurzbeurteilung vom 7. März 2013). Medizinisch
  ausgewiesen sind die Symptome der Diskushernie unbestrittenermassen nicht
  unverzüglich nach dem Unfall, sondern frühestens im Assessment der Klinik
  D.______, also rund eineinhalb Monate nach dem Unfallereignis. Es kann
  deshalb auch nicht davon ausgegangen werden, das Unfallereignis habe eine
  bereits bestehende Diskushernie nur ausgelöst, aber nicht verursacht (vgl.
  BGer-Urteil 8C_902/2011 vom 10. Februar 2012 E. 2.1). Entsprechend
  ist irrelevant, ob Dr. F.______ die Diagnose der Sensibilitätsstörung am 2.
  April 2013 als neu erachten durfte oder nicht.

  
	
   

  
	
  6.4 An der Beurteilung durch Dr. F.______, wonach die
  Beschwerden aufgrund eines radikulären Symptoms nicht unfallbedingt sind,
  bestehen daher keine Zweifel und es ist darauf abzustellen. Gegenteilige
  medizinische Auffassungen wurden nicht geäussert. Die Einholung eines
  Gutachtens zur Beschwerdesymptomatik C6 würde somit keine neuen
  rechtserheblichen Tatsachen zu Tage fördern, weshalb in antizipierter
  Beweiswürdigung darauf zu verzichten ist.

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  Was die Beschwerden an der
  rechten Schulter anbetrifft, so erscheint in Würdigung der dargestellten
  medizinischen Berichte und Stellungnahmen (vgl. oben E. II/5) zunächst
  als fraglich, ob die Schmerzen der Beschwerdeführerin auf einem organischen
  Korrelat beruhen, das auf das Unfallereignis vom 20. September 2012 zurückgeführt
  werden kann. 

  
	
   

  
	
  7.1 Nach Anhebung der Beschwerde wurde nun aber am
  24. September 2013 in einem MRI im Spital J.______ festgestellt, dass
  die Supraspinatussehne der rechten Schulter gelenkseitig teilweise verletzt
  ist. Zudem zeigte sich im subacromialen Raum zwischen Schulterdach und Rotatorenmanschette
  ein ausgedehntes, teils entzündliches, teils vernarbtes Bursagewebe. Oberarzt
  Dr. med. K.______ äussert sich dazu in seinem Bericht vom 14.
  November 2013 dahingehend, dass die vormals klinisch festgestellte,
  subacromiale Reizsymptomatik von der Sehnenläsion hergerührt habe. Aufgrund
  der anhaltenden Beschwerdesymptomatik und der erhobenen Befunde sei ein
  operativer Eingriff erforderlich.

  
	
   

  
	
  Bezüglich der Ursache der
  Sehnenverletzung sowie der Beschwerden in der rechten Schulter führte Dr. K.______
  aus, dass es rückwirkend schwierig sei zu beurteilen, ob diese Pathologien
  auf den Unfall im September 2012 zurückgeführt werden können. Zumindest gebe
  es in der medizinischen Literatur Publikationen zu Untersuchungen, wonach
  gewisse Traumamechanismen Ursache einer traumatischen Rotatorenmanschettenläsion
  sein können. Beim Auffahrereignis am 20. September 2012 sei davon auszugehen,
  dass die Krafteinwirkung auf die rechte Schulter passiv erfolgt sei. Der
  Unfall sei deshalb durchaus geeignet gewesen, die Schulterverletzung der
  Beschwerdeführerin zu verursachen. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin
  vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei. Es sei zwar möglich, dass die Sehnenverletzung
  bereits vor dem Unfall bestanden habe, sie aber asymptomatisch gewesen sei.
  Er tendiere jedoch dahin, dass die Schulterverletzung mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 20. September 2012
  zurückzuführen sei. 

  
	
   

  
	
  7.2 Mit der Beschwerdeführerin ist einig zu gehen, dass
  mit den Erkenntnissen aus dem letzten MRI der rechten Schulter und der
  medizinischen Beurteilung durch Dr. K.______ der angefochtene Entscheid
  mitsamt der Einschätzung des Kreisarztes in einem neuen Licht erscheint. Bei
  den neuesten Befunden handelt es sich deshalb um Tatsachen, die zwar erst
  nach dem Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids
  aufgetaucht, für den vorliegenden Entscheid aber dennoch zu berücksichtigen
  sind (vgl. dazu BGE 99 V 98 E. 4).

  
	
   

  
	
  Im Gegensatz zu Kreisarzt
  Dr. F.______ geht Dr. K.______ vom Vorliegen einer unfallbedingten Läsion der
  Schultersehne aus. Das Bestehen einer Sehnenverletzung an sich wird von der
  Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt. Hingegen bestreitet sie, dass
  die Beschwerdeführerin sich die Läsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  bei der Heckkollision im September 2012 zugezogen hat. Dabei verkennt die
  Beschwerdegegnerin, dass Dr. K.______ die Sehnenverletzung nicht nur als mögliche
  Folge des Unfalles sieht, sondern als die überwiegend wahrscheinliche. Der
  Arzt hält es lediglich für "durchaus möglich", dass die
  Partialläsion bereits vor dem Unfall vorhanden gewesen sei. Dennoch
  bezeichnet er den Unfall als die (überwiegend) wahrscheinlichste aller in
  Betracht kommenden Ursachen (zum im Sozialversicherungsrecht geltenden
  Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vgl. BGE 115 V 133 E. 8b).
  Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin beruht die Beurteilung durch
  Dr. K.______ nicht nur auf dem Argument, die Beschwerdeführerin habe vor dem
  Unfall keinerlei Beschwerden gehabt (vgl. Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
  Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
  Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. A., Zürich/Basel/Genf 2012, S.
  55). Immerhin zieht er zur Begründung auch die Krafteinwirkung anlässlich des
  Unfalls, die gesamte medizinische Aktenlage sowie die medizinische Literatur
  heran. Da Dr. K.______ ausserdem von einer passiven Krafteinwirkung auf
  die rechte Schulter ausging, tut nichts zur Sache, ob die Beschwerdeführerin
  beim Unfall die Schulter anschlug oder nicht.

  
	
   

  
	
  7.3 Auch wenn die Untersuchung im Spital J.______ und
  die Einschätzung durch Dr. K.______ von der Beschwerdeführerin selbst in
  Auftrag gegeben wurden, kommen dadurch Zweifel an der Richtigkeit der
  Stellungnahme von Dr. F.______ auf. Die neuesten Erkenntnisse lagen ihm
  anlässlich seiner letzten Berichterstattung am 13. Mai 2013 denn auch nicht
  vor. Es kann deshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
  werden, die Beschwerdeführerin leide nicht mehr an einer unfallbedingten,
  organischen Gesundheitsbeeinträchtigung. Sind an den Feststellungen eines
  versicherungsinternen Arztes auch nur geringe Zweifel auszumachen, sind
  ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Dies wird die Beschwerdegegnerin
  nachholen, indem sie medizinisch untersuchen lässt, ob die Partialläsion der
  Supraspinatussehne eine Unfallfolge ist. Einer interdisziplinären
  Begutachtung bedarf es vorliegend (vorerst) jedoch nicht, zumal sich bei der
  Klärung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten
  Unfallereignis und den übrigen Beschwerden bislang keine besonderen
  Schwierigkeiten ergeben haben (vgl. BGer-Urteil 8C_797/2008 vom 19. März
  2009 E. 4).

  
	
   

  
	
  7.4 Liegen bei der Beschwerdeführerin allenfalls noch
  körperlich nachweisbare und auf den Unfall zurückführbare Gesundheitsmängel
  vor, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich bei ihr noch eine namhafte
  Verbesserung ihres Gesundheitszustands einstellt. In diesem Sinne hat die
  Beschwerdegegnerin den Fall zu früh abgeschlossen und es sind der
  Beschwerdeführerin weiterhin die Kosten der Heilbehandlung und Taggelder
  auszurichten. 

  
	
   

  
	
  8. 

  
	
  8.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die radikuläre
  Beschwerdesymptomatik des Halswirbelsäulenbereichs nicht unfallkausal ist.
  Hingegen sind bezüglich der rechten Schulter aufgrund der im MRI des Spitals J.______
  erhobenen Befunde sowie der Stellungnahme von Dr. K.______ Zweifel an der
  Einschätzung von Dr. F.______ angebracht. Die Beschwerdegegnerin wird deshalb
  abklären, inwieweit die diagnostizierte Schultersehnenverletzung auf das Unfallereignis
  vom 20. September 2012 zurückgeführt werden kann. Allenfalls wird sie hierzu
  ein Gutachten einholen. Danach wird sie erneut prüfen, ob der Fall
  abgeschlossen werden kann und anschliessend den Anspruch auf Rente und
  Integritätsentschädigung beurteilen. 

  
	
   

  
	
  8.2 Die Beschwerde ist gutzuheissen. Der
  Einspracheentscheid vom 22. Juli 2013 mitsamt der Verfügung vom 22. Mai 2013
  sind aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im
  Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1. 

  
	
  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens sind von
  Gesetzes wegen (Art. 61 lit. a ATSG in Verbindung mit
  Art. 1 UVG, ferner Art. 135a Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]) auf die Staatskasse zu nehmen.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf
  eine Parteientschädigung. Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
  der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu
  bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Die Beschwerdegegnerin ist daher zu
  verpflichten, der Beschwerdeführerin innert 30 Tagen nach Rechtskraft
  dieses Entscheids eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.- (inkl.
  Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

  
	
   

  
	
  2.2 Die ausnahmsweise Zusprechung einer
  Parteientschädigung für das Einspracheverfahren gemäss Art. 52 Abs. 3 ATSG
  setzt voraus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Mittellosigkeit im
  Falle des Unterliegens im vorinstanzlichen Verfahren zur Bezahlung der Anwaltskosten
  die unentgeltliche Rechtsverbeiständung hätte beanspruchen können (vgl. BGE 130 V 570 E. 2.2).
  Für das Einspracheverfahren war die Beschwerdeführerin aber
  rechtsschutzversichert. Ihr Antrag auf Zusprechung einer Parteientschädigung
  für das Einspracheverfahren ist daher infolge fehlender Mittellosigkeit ohne
  Weiterungen abzuweisen. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 22. Juli
    2013 und die Verfügung vom 22. Mai 2013 werden aufgehoben. Die Sache wird
    im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse ge­nommen.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert 30
    Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von
    Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]