# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f01a963-d103-5ad2-873c-bbbd7bb18860
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.12.2011 IV 2009/484
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-484_2011-12-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/484

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.11.2019

Entscheiddatum: 05.12.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 05.12.2011
Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels 
Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 5. Dezember 2011, IV 2009/484).

Entscheid Versicherungsgericht, 05.12.2011

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 5. Dezember 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

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A.     

A.a   A.___ meldete sich am 18. Oktober 1990 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 

1). Dr. med. B.___, Innere Medizin FMH, berichtete am 30. Dezember 1990 (IV-act. 6), 

der Versicherte sei durch einen Messerstich transnasal bis in die Orbita verletzt 

worden. Die Läsion des Nervus opticus habe einen wahrscheinlich definitiven 

Visusverlust im rechten Auge (Amaurose) zur Folge. Die Arbeit als Bauhilfsarbeiter 

wurde dem Versicherten wegen des Unfallrisikos gekündigt (IV-act. 7). Da der 

Versicherte eine Arbeitsstelle als Fabrikarbeiter fand, bei der er einen nur geringfügig 

tieferen Lohn als an der früheren Arbeitsstelle erzielte, wies die zuständige 

Ausgleichskasse sein Rentenbegehren am 21. Oktober 1991 ab (IV-act. 18). Am 10. 

März 2003 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-

act. 36). Dr. med. C.___ berichtete am 25. März 2003 (IV-act. 38), der Versicherte leide 

an einer Hyperpathie im Bereich einer Rissquetschwunde am rechten Handrücken. Die 

Schmerzen hätten auch nach der Wundheilung persistiert. Weitere Abklärungen mittels 

MRI und spezialärztlichen Untersuchungen hätten keine Ursache ergeben. Der 

Versicherte sei noch zu 25% arbeitsfähig. Dr. med. D.___, Augenarzt FMH, gab am 

16. Juni 2003 an (IV-act. 44), die Erblindung des rechten Auges sei definitiv. Der 

Versicherte sei an einem adaptierten Arbeitsplatz ohne Gefährdung des gesunden 

linken Auges zu 100% arbeitsfähig. Dr. med. E.___ berichtete in seinem Gutachten vom 

19. August 2003 (IV-act. 47), angesichts der fokalen Infiltrate am Handrücken mit 

Suffusionen verschiedenen Alters könnte allenfalls ein artifizielles Klopfödem vorliegen. 

Der Versicherte sollte diesbezüglich stationär abgeklärt werden. Die Klinik Valens hielt 

in ihrem multidisziplinären Gutachten vom 29. Dezember 2003 fest (IV-act. 52), es 

bestehe ein St. n. Schnittverletzung am rechten Handrücken (mit/bei leichter 

Weichteilschwellung im Bereich der Narbe am Handrücken, Weichteilschwellung 

radiodorsal zwischen Cutis und Extensorensehnenloge, fehlender Hinweis auf 

knöcherne oder Sehnenläsion, Funktionsstörung des rechten Arms bei Schonverhalten, 

kein Hinweis auf artifizielles Klopfödem oder Algodystrophie) und St. n. 

Messerstichverletzung am rechten Auge mit Amaurose rechts. Für eine leichte, 

wechselbelastende Arbeit mit seltenen Gewichtsbelastungen bis maximal 10 kg, ohne 

Tätigkeiten, die ein gutes Gleichgewicht oder manuelle Fertigkeiten (Handkoordination) 

verlangten und die einäugig durchgeführt werden könnten, bestehe eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit 

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nicht eingeschränkt. Das Leistungsbegehren des Versicherten wurde mit einer 

Verfügung vom 13. September 2004 abgewiesen (IV-act. 88). Ein dagegen erhobenes 

Rechtsmittel wurde am 17. August 2005 letztinstanzlich abgewiesen (IV-act. 97).

A.b   Im September 2005 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 34). Die F.___AG gab am 25. Oktober 2005 an (IV-act. 99), sie 

habe den Versicherten vom 1. Mai 2004 bis zum 30. Oktober 2005 als Montagearbeiter 

zu 50% beschäftigt. Der Lohn habe Fr. 2'200.-- betragen. Dr. C.___ berichtete am 24. 

November 2005 (IV-act. 105), der Versicherte leide an einer Handkontusion mit 

Rissquetschwunde rechts und - ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - an einer 

posttraumatischen Amaurose rechts. Alle Gelenke des rechten Arms bis zur Schulter 

seien bewegungsdolent. Trotz umfangreicher Abklärungen sei die Ursache nicht 

bekannt. Ambulante und stationäre Rehabilitationen hätten nichts genützt. Für ganz 

leichte, mit einer Hand auszuführende Arbeiten könne der Versicherte ganztags 

eingesetzt werden. Dr. med. G.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete dem 

zuständigen Sozialamt am 15. Mai 2006 (IV-act. 115), der Versicherte sei in einer 

wechselseitigen Arbeit (sitzend, stehend, gehend) ohne einseitige repetitive 

Arbeitsgänge und ohne Gewichtseinsätze über 10 kg sowie unter der Horizontalen 

(Höhe Unterarm) voll arbeitsfähig. In einer internen Notiz der IV-Stelle wurde am 14. 

August 2006 festgehalten (IV-act. 119), das Valideneinkommen stütze sich auf die 

Angaben der H.___AG, aufgerechnet auf das Jahr 2006. Das zumutbare 

Invalideneinkommen beruhe auf der Grundlage des statistischen Durchschnittslohns. 

Der Invaliditätsgrad belaufe sich auf 10%. Am 9. Oktober 2006 wies die IV-Stelle 

sowohl das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen als auch das 

Rentenbegehren ab (IV-act. 125, 126).

A.c   Der Versicherte meldete sich am 13. November 2007 erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 134). Die IV-Stelle forderte ihn am 4. Dezember 2007 auf, eine 

nach dem 9. Oktober 2006 eingetretene leistungserhebliche Sachverhaltsveränderung 

glaubhaft zu machen (IV-act. 137). Dr. D.___ teilte der IV-Stelle am 12. Dezember 2007 

mit (IV-act. 138), der Augenbefund sei unverändert. Der Versicherte sei auf eine Arbeit 

angewiesen, die kein stereotypes Sehen erfordere. Er empfehle die Einleitung 

entsprechender beruflicher Massnahmen. Dr. C.___ gab in einem Zeugnis vom 19. 

Dezember 2007 an (IV-act. 140), die Handschmerzen rechts seien stärker geworden. 

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Der Versicherte müsse deswegen mehr und stärkere Medikamente einnehmen. Klinisch 

bestehe eine zunehmende Schwellung, Druckdolenz und Funktionseinschränkung mit 

Einschränkung der Beweglichkeit und endgradigen starken Schmerzen. Dr. med. I.___ 

vom RAD hielt am 24. Januar 2008 fest (IV-act. 142), es sei keine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands eingetreten. Die IV-Stelle eröffnete ein Verfahren betreffend 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 143). Sie holte einen Bericht von Dr. E.___ ein. Dr. E.___ gab 

am 3. April 2008 (IV-act. 150) an, es bestehe ein Status nach einer Schnittverletzung 

der rechten Hand mit einem persistierenden chronischen Schmerzsyndrom. 

Inspektorisch bestehe nach wie vor eine unauffällige rechte Hand mit normaler Trophik, 

höchstens angedeuteter leichter livider Verfärbung und vermehrter Behaarung. Es liege 

eine Diskrepanz zwischen den subjektiv geklagten Beschwerden und den objektiven 

Befunden vor. Bei Arbeiten mit leichtem manuellem Einsatz (Heben bis 1 kg, keine 

Kraftanwendung der rechten Hand) könnte unter Umständen eine Arbeitsfähigkeit von 

80% erreicht werden. Zusätzlich seien die Erblindung des rechten Auges und die 

geistige und psychische Belastbarkeit zu beachten. Dr. I.___ vom RAD vertrat am 15. 

April 2008 die Auffassung (IV-act. 151), dass keine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands plausibel gemacht sei. Die Psychiatrie-Dienste Süd gaben dem 

zuständigen RAV am 23. Januar 2009 an (IV-act. 156), der Versicherte sei in einem 

geschützten Rahmen für leichteste Arbeiten zu 60-80% einsetzbar. Die Ärzte der 

psychiatrischen Klinik St. Pirminsberg berichteten der IV-Stelle am 9. Februar 2009 (IV-

act. 158), der Versicherte leide an einem St. n. Schnittverletzung mit einem 

persistierenden chronischen Schmerzsyndrom und einem funktionellen Ausschluss des 

rechten Arms mit relativer Muskelatrophie, schmerzbedingter 

Bewegungseinschränkung des Arms in der rechten Schulter und episodischen 

Dysästhesien im rechten Handrücken, Unter- und Oberarm. Ausserdem bestehe eine 

mittelgradige depressive Episode, die aber keine Arbeitsunfähigkeit bewirke. Weite 

Teile des Problems wären durch eine geregelte Arbeit mit entsprechender Entlöhnung 

lösbar. Die geistige und psychische Belastbarkeit des Versicherten sei durch die 

sozialen Gegebenheiten und durch die rigiden prämorbiden Persönlichkeitszüge 

eingeschränkt. In einer belastungsadaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit 

von 60-80%. Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle empfahl am 19. März 2009 eine 

Überprüfung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 160). Am 25. März 2009 wurde die 

Arbeitsvermittlung eingestellt (IV-act. 164). Das Psychiatrie-Zentrum Werdenberg-

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Sarganserland berichtete im Juni 2009 (IV-act. 168), es gebe keine Veränderungen zum 

Vorbericht. Der Versicherte sei nach der Behandlung vom 6. Mai 2009 nicht mehr 

erschienen. Dr. I.___ vom RAD hielt am 10. Juli 2009 fest (IV-act. 169), da keine 

relevante und behandlungsbedürftige psychiatrische Störung vorherrsche, könne von 

einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer ideal adaptierten Tätigkeit ausgegangen 

werden, wenn mit der Hand nur Gewichte bis max. 1 kg gehoben und wenn mit der 

Hand keine Kraft angewendet werden müsse. Ausserdem müsse der praktischen 

Einäugigkeit Rechnung getragen sein. Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen 

2008 als Metallarbeiter von Fr. 57'719.-- mit einem anhand des statistischen 

Durchschnittseinkommens bei einem Beschäftigungsgrad von 80% erzielbaren 

Einkommen von Fr. 48'484.-- und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 16% (IV-act. 

170). Mit einem Vorbescheid vom 14. September 2009 orientierte die IV-Stelle den 

Versicherten darüber, dass sie beabsichtige, sein Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 

174). Am 30. November 2009 verfügte sie die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 

185). Der Versicherte stellte der IV-Stelle ein an das Sozialamt gerichtetes Schreiben 

von Dr. G.___ vom 31. August 2009 zu (IV-act. 186). Dieser hatte darin ausgeführt, eine 

50%ige Arbeitsleistung sei von der somatischen wie von der psychiatrischen Seite her 

möglich.

B.       

B.a   Der Versicherte erhob am 24. Dezember 2009 Einsprache (richtig: Beschwerde) 

mit dem Begehren, die Verfügung vom 30. November 2009 sei aufzuheben und der 

Anspruch auf eine Invalidenrente sei gemäss dem Bericht von Dr. G.___ neu 

festzulegen (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. März 2010 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 8). Sie machte geltend, die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit 

als Folge der Beschwerden an der rechten Hand und der Erblindung des rechten 

Auges sei auf 20% geschätzt worden. Da keine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands ausgewiesen sei, könne ohne weiteres auf diese Einschätzung 

abgestellt werden. Auch bei einem "Höchstabzug" von 25% vom Tabellenlohn liege 

der Invaliditätsgrad unter 40%.

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B.c   Die Gerichtsleitung bewilligte am 4. März 2010 die unentgeltliche Rechtspflege 

(act. G 10).

B.d   Der Beschwerdeführer machte am 19. März 2010 geltend (act. G 11), er suche 

seit Monaten vergeblich eine Arbeitsstelle. Aufgrund seines Gesundheitszustands 

könne er aber nichts finden. Gemäss den Angaben des Hausarztes sei er zu 100% 

arbeitsunfähig.

B.e   Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. April 2010 auf eine Stellungnahme 

(act. G 13).

Erwägungen:

1.      

Ist eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrads verweigert worden, so wird 

eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn glaubhaft gemacht ist, dass sich der 

Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe (Art. 87 

Abs. 4 IVV). Gestützt auf diese Bestimmung hat die Beschwerdegegnerin den 

Beschwerdeführer am 4. Dezember 2007 aufgefordert, ausführliche Arztberichte, 

Lohnausweise usw. einzureichen, ansonsten er mit einem Nichteintretensentscheid 

rechnen müsse. Die Beschwerdegegnerin hat also ein Verwaltungsverfahren eröffnet, 

das ausschliesslich der Prüfung der Frage gedient hat, ob sie auf die Neuanmeldung 

vom 13. November 2007 einzutreten habe. Der Beschwerdeführer hat fristgerecht 

verschiedene Arztberichte eingereicht, aber Dr. I.___ hat am 24. Januar 2008 gestützt 

auf diese Berichte die Auffassung vertreten, es sei keine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands eingetreten. Die Beschwerdegegnerin hat daraufhin weder den 

angekündigten Nichteintretensentscheid erlassen noch dem Beschwerdeführer erneut 

eine Frist zur Einreichung weiterer Arztberichte etc. angesetzt. Sie hat vielmehr selbst 

den Versuch unternommen, für den Beschwerdeführer eine leistungserhebliche 

Sachverhaltsveränderung glaubhaft zu machen, indem sie einen Bericht von Dr. E.___ 

eingeholt und gleichzeitig ein Verfahren zur Arbeitsvermittlung eröffnet hat, obwohl Dr. 

I.___ am 15. April 2008 im Bericht von Dr. E.___ keinen Hinweis auf eine Veränderung 

des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers hat entdecken können. Die 

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Beschwerdegegnerin hat auch dies nicht zum Anlass genommen, gestützt auf Art. 87 

Abs. 4 IVV einen Nichteintretensentscheid in Bezug auf die Neuanmeldung zum 

Rentenbezug zu erlassen. Vielmehr hat sie das Verfahren pendent gehalten, bis sie am 

20. Oktober 2008 von der Klinik St. Pirminsberg telefonisch erfahren hat, dass der 

Beschwerdeführer wegen einer schweren depressiven Störung hospitalisiert worden 

sei. Im entsprechenden Bericht der Klinik St. Pirminsberg ist dann eine Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers von noch 60-80% angegeben worden. Damit ist nach der 

Auffassung der Beschwerdegegnerin eine relevante Veränderung des Invaliditätsgrades 

glaubhaft gemacht gewesen, so dass auch in Bezug auf die Neuanmeldung zum 

Rentenbezug ein Verwaltungsverfahren hat eröffnet werden können. Die 

Beschwerdegegnerin ist dabei dem Vorschlag von Dr. I.___ vom 23. April 2009, weitere 

Arztberichte zur Überprüfung des Arbeitsfähigkeitsgrades des Beschwerdeführers 

einzuholen, nachgekommen. Grundsätzlich liegt die "Glaubhaftmachungslast" gemäss 

Art. 87 Abs. 4 IVV bei der versicherten Person, die sich neu zum Leistungsbezug 

anmeldet. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch zunächst diese 

"Glaubhaftmachungslast" erläutert und einen Nichteintretensentscheid angedroht für 

den Fall, dass innert einer bestimmten Frist keine Belege eingehen sollten, die eine 

relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft machen würden. Wie die Berichte von Dr. 

I.___ vom 24. Januar und vom 15. April 2008 zeigen, hat der Beschwerdeführer weder 

innert der ihm angesetzten Frist noch später Belege eingereicht, die eine erhebliche 

Veränderung seines Invaliditätsgrads glaubhaft gemacht hätten. Trotzdem ist entgegen 

der Abmahnung nie ein Nichteintretensentscheid ergangen. Stattdessen hat die 

Beschwerdegegnerin begonnen, selbst nach Indizien für einen Anstieg des 

Invaliditätsgrades zu suchen, was ihr schliesslich mit dem Bericht der Klinik 

St. Pirminsberg gelungen ist, so dass sie - konkludent - auf die Neuanmeldung zum 

Rentenbezug hat eintreten können. Nach der Rechtsprechung des angerufenen 

Gerichts (vgl. den Entscheid vom 26. Februar 1998 i.S. M.C.-S.) kann die 

Beschwerdegegnerin die sich neu anmeldende Person bei der Glaubhaftmachung 

eines erheblichen Anstiegs des Invaliditätsgrads unterstützen. Dies gilt für jene Fälle, in 

denen eine komplexe medizinische Situation vorliegt und/oder in denen die versicherte 

Person mit der Glaubhaftmachung einer invaliditätsrelevanten 

Sachverhaltsveränderung überfordert ist. Bei der Prüfung eines Anspruchs auf Hilfe bei 

der "Glaubhaftmachung" ist der Beschwerdegegnerin ein grosses Ermessen 

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einzuräumen, das allerdings durch die Pflicht zur Gleichbehandlung aller versicherten 

Personen beschränkt ist: Es kann nicht sein, dass die Beschwerdegegnerin einer 

versicherten Person dadurch hilft, dass sie ganz auf die "Glaubhaftmachung" verzichtet 

und voraussetzungslos, d.h. unter Umgehung von Art. 87 Abs. 4 IVV auf eine 

Neuanmeldung eintritt. Auch wenn die Beschwerdegegnerin gegenüber dem 

Beschwerdeführer äusserst grosszügig bei der Hilfe zur "Glaubhaftmachung" einer 

erheblichen Veränderung gewesen ist, indem sie einfach zugewartet hat, bis 

schliesslich eine (lange nach der Neuanmeldung eingetretene) Verminderung des 

Arbeitsfähigkeitsgrads glaubhaft gewesen ist, hat sie nach dem oben Ausgeführten ihr 

Ermessen nicht missbraucht. Sie ist deshalb schliesslich zu Recht auf die 

Neuanmeldung vom 13. November 2007 eingetreten und hat die Rentenberechtigung 

des Beschwerdeführers anhand des aktuellen Sachverhalts neu geprüft.

2.      

Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt 

der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen).

2.1    Grundlage der Bemessung des Valideneinkommens bildet jene erwerbliche 

Situation, in der sich die versicherte Person befinden würde bzw. befinden könnte, 

wenn sie nicht krank geworden wäre. Diese hypothetische erwerbliche Situation wird 

als Validenkarriere bezeichnet. Ausgehend von dieser Validenkarriere wird das 

Valideneinkommen ermittelt. Der Beschwerdeführer hat gemäss seinen eigenen 

Angaben im Herkunftsland eine Ausbildung als Maurer absolviert. Der Arbeitgeber, bei 

dem er tätig gewesen ist, als er durch den Messerstich im rechten Auge blind 

geworden ist, hat ihn als Bauarbeiter/Handlanger bezeichnet. Das zwingt zur Annahme, 

dass die beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten nicht denjenigen eines in der Schweiz 

ausgebildeten Maurers entsprochen haben, dass der Beschwerdeführer also 

Bauhilfsarbeiter gewesen ist. Diese Tätigkeit hat er wegen der mit der Einäugigkeit 

verbundenen Unfallgefahr nicht mehr ausüben können. Er hat damals eine Stelle als 

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Hilfsarbeiter in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb gefunden. Die 

Beschwerdegegnerin hat deshalb ein Valideneinkommen als Bauhilfsarbeiter einem 

zumutbaren Invalideneinkommen als Hilfsarbeiter in der kunststoffverarbeitenden 

Industrie gegenübergestellt und einen Invaliditätsgrad von aufgerundet 10% ermittelt. 

Bei der Bemessung des Valideneinkommens für den aktuellen Einkommensvergleich 

hat die Beschwerdegegnerin nicht mehr auf die Karriere als Bauhilfsarbeiter abgestellt. 

Sie hat den Beschwerdeführer als Metallarbeiter bezeichnet. Das dürfte auf den 

Umstand zurückzuführen sein, dass der Beschwerdeführer in dem Zeitpunkt, in dem er 

sich am rechten Handrücken verletzt hat, gemäss den Angaben des Arbeitsgebers 

tatsächlich als ungelernter Metallarbeiter betätigt hat. Damit hat die 

Beschwerdegegnerin ausgeblendet, dass der Beschwerdeführer bereits 1990 durch 

eine Gesundheitsbeeinträchtigung beruflich "aus der Bahn geworfen worden ist", d.h. 

dass er bereits seit 1990 (allerdings nicht in einem zu einer Rente berechtigenden 

Ausmass) invalid ist. Die Folgen der Beschwerden an der rechten Hand haben deshalb 

nur eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands und damit der 

Arbeitsfähigkeit bewirken können. Wäre bereits aufgrund des Verlusts der Sehkraft am 

rechten Auge eine Invalidität von 40% oder mehr und damit ein Rentenanspruch 

entstanden, so wäre in dem aufgrund der Handverletzung notwendigen 

Revisionsverfahren gar nicht daran gedacht worden, die Validenkarriere auszuwechseln 

(Metallarbeiter statt Bauhilfsarbeiter). Das zeigt, dass die Validenkarriere auch im 

aktuellen Einkommensvergleich diejenige des Bauhilfsarbeiters sein muss. Allerdings 

liegt diese Beschäftigung sehr lange zurück, so dass der damals effektiv erzielte Lohn 

nicht die Grundlage der Ermittlung des Valideneinkommens bilden kann. Abzustellen ist 

deshalb auf den Durchschnittslohn, den ein Bauhilfsarbeiter im Jahr 2008 erzielen 

würde. Als Grundlage kommt in erster Linie der im massgebenden 

Gesamtarbeitsvertrag vorgesehene Lohn in Frage, da sich die Löhne im Baugewerbe 

erfahrungsgemäss eng an den dort vorgesehenen Lohn anlehnen. Als Alternative 

kommt der Durchschnittslohn der Bauhilfsarbeiter in der Region Ostschweiz gemäss 

der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2008 in Frage.

2.2    Der Beschwerdeführer geht keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Seine 

Invalidenkarriere kann deshalb nur hypothetisch bestimmt werden. Es muss sich um 

eine Hilfsarbeit handeln, bei der seine Einäugigkeit kein Nachteil wäre. Dr. I.___ vom 

RAD hat am 10. Juli 2009 als weitere qualitative Anforderungen eine Beschränkung auf 

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einen leichten manuellen Einsatz der rechten Hand mit Verzicht auf Kraftanwendung 

und ein Hebelimit von 1 kg angegeben. Er hat sich dabei wohl auf die Angaben von Dr. 

E.___ gestützt, der aber nach wie vor keine Ursache für die geklagten Schmerzen 

gefunden und auf die Differenz zwischen den geklagten Beschwerden und den 

objektiven Befunden hingewiesen hat. Angesichts des von Dr. E.___ früher geäusserten 

Verdachts auf ein artifizielles Klopfödem, der nie bestätigt, aber auch nicht definitiv 

widerlegt worden ist, angesichts des Umstands, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

nicht eindeutig auf die Folgen der Beschwerden an der rechten Hand beschränkt 

geblieben ist, sondern möglicherweise die nachteilige soziale Situation einbezogen hat 

(wie es ausgeprägt bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die Klinik St. Pirminsberg 

geschehen ist), sowie angesichts des Umstands, dass die zur Definition der 

Arbeitsfähigkeit gehörende Pflicht des Beschwerdeführers, die aus der 

Schmerzempfindung resultierenden subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung durch 

eine zumutbare Willensanstrengung zu überwinden und trotz der Schmerzen zu 

arbeiten, bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung wohl keine Berücksichtigung gefunden 

hat, erweisen sich weder die Umschreibung der adaptierten Tätigkeit noch die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E.___ als überwiegend wahrscheinlich richtig. Das 

muss erst recht für die Einschätzung der Klinik St. Pirminsberg gelten. Für diesen Teil 

des massgebenden Sachverhalts fehlt also der überzeugende Nachweis, was die 

Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens und damit des Invaliditätsgrads 

ausschliesst. Die Sache ist deshalb zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

3.      

Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache ist zur weiteren Abklärung 

und zur anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem 

vollständigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Dieser hat deshalb 

zulasten der Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. 

Deren Höhe bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Unter Berücksichtigung dieser beiden 

Kriterien erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) als angemessen. Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist 

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grundsätzlich kostenpflichtig. Die Höhe der Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem 

Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1  IVG). Dieser ist als durchschnittlich zu werten und 

rechtfertigt deshalb praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Diese Gebühr ist 

der vollumfänglich unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die angefochtene 

Verfügung aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden 

neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

bis

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