# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1c893fc-44c5-5e78-ab11-1a5aa8866659
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.04.2025 CA.2024.39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2024-39_2025-04-16.pdf

## Full Text

Urteil vom 16. April 2025 
Berufungskammer 

Besetzung  Richterinnen Brigitte Stump Wendt, Vorsitzende, 
Marcia Stucki und Petra Venetz 
Gerichtsschreiber Luzius Kaufmann  

Parteien  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Chantal 
Bugnon, 
 

Berufungsführer / Beschuldigter 

 
gegen 

  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch den Leitenden 
Staatsanwalt des Bundes Nils Eckmann, 

Berufungsgegnerin / Anklagebehörde 
und 
 
1. POST CH AG,  
2. B.,  
3. C. AG, 

Privatklägerinnen 

Gegenstand 
 

Berufung (teilweise) vom 30. Dezember 2024 gegen das 
Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2024.9 vom 19. Juni 2024 
 
Gewerbsmässiger Diebstahl; mehrfache Verletzung des 
Post- und Fernmeldegeheimnisses (teilweise versucht 
begangen) 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2024.39 

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Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil (evtl. materieller Sachver-
halt) 

A.1 Am 12. März 2021 erstattete F. Strafanzeige bei der Kantonspolizei Zürich gegen 
unbekannt wegen Diebstahls und Verletzung des Post- und Fernmeldegeheim-
nisses. Sie habe am 8. März 2021 bei der B. Bargeld in der Höhe von Fr. 
15'000.00 bestellt. Nachdem sie am 10. März 2021 eine Abholungseinladung im 
Briefkasten vorgefunden habe, sei sie am 12. März 2021 die Sendung abholen 
gegangen. Der entgegengenommene Briefumschlag sei leer gewesen (Fall 1; BA 
pag.10-01-001 f.). 

A.2 Am 22. März 2021 erstattete F. (erneut) Strafanzeige bei der Kantonspolizei Zü-
rich gegen unbekannt wegen Diebstahls und Verletzung des Post- und Fernmel-
degeheimnisses. Sie habe am 18. März 2021 (erneut) Fr. 15'000.00 bestellt. Am 
19. März sei die Abholungseinladung in ihrem Briefkasten gewesen. Als sie am 
22. März 2021 die Postsendung abgeholt habe, sei der Briefumschlag wieder leer 
gewesen (Fall 2; BA pag. 10-01-0006 ff.). 

A.3 Am 10. Mai 2021 erstatteten H. und Q. Strafanzeige bei der Kantonspolizei Zürich 
gegen unbekannt wegen Diebstahls und Verletzung des Post- und Fernmelde-
geheimnisses. Sie hätten am 5. Mai 2021 € 10'000.00 bei der B. bestellt. Am 7. 
Mai 2021 sei die Abholungseinladung im Briefkasten gewesen und sie hätten 
noch am selben Tag die eingeschriebene Postsendung in der Postfiliale U. ab-
geholt. Diese sei leer gewesen (Fall 3; BA pag. 10-01-0046 ff.). 

A.4 Am 19. Juli 2021 erstattete K. (telefonisch) Anzeige bei der Kantonspolizei Zürich 
gegen unbekannt wegen Diebstahls und Verletzung des Post- und Fernmelde-
geheimnisses. Er habe € 4'200.00 bestellt und habe am 1. Juli 2021 eine Abho-
lungseinladung im Briefkasten gehabt. Als er am nächsten Tag die Sendung in 
V. abgeholt habe, sei die Sendung leer gewesen (Fall 4; BA pag. 10-02-0118).  

A.5 Am 6. Juli 2021 wurde dem Täter eine Falle gestellt, indem ein mit Silbernitrat 
präpariertes Bargeldcouvert in der Poststelle U. in den Postkreislauf einge-
schleust wurde. An den Händen des Beschuldigten wurden daraufhin anlässlich 
der Überprüfung der Mitarbeitenden Spuren der Täterfalle gefunden (Fall 5; BA 
pag. 10-01-0100). 

A.6 Am 6. Juli 2021 erliess die Staatsanwaltschaft See/Oberland, einen Hausdurch-
suchungs- und Durchsuchungsbefehl für den Wohnort des Beschuldigten (BA 
pag. 08-00-0001 ff.) sowie den Wohnort seiner Freundin (BA pag. 08-00-0051 

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ff.). Dabei stellte die Kantonspolizei Zürich unter anderem ein Mobiltelefon, di-
verse Datenträger und Quittungen sowie eine Rolex Uhr sicher (BA pag. 08-00-
0117 f.). Gleichentags erliess die Staatsanwaltschaft See/Oberland einen Vor-
führungsbefehl, welcher von der Kantonspolizei Zürich zeitnah, um 18:30 Uhr, 
vollzogen worden war (BA pag. 06-00-0001 ff.). Nachdem der Beschuldigte am 
7. Juli 2021 polizeilich befragt (vgl. II.1) wurde, wurde er gleichentags um 17:30 
Uhr, wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen (BA pag. 06-00-0010 f.). Mit 
Verfügung vom 12. Juli 2021 wurde eine anlässlich der Hausdurchsuchung vom 
6. Juli 2021 sichergestellte Rolex durch die Staatsanwaltschaft See/Oberland be-
schlagnahmt (BA pag. 08-00-0075 f.; bestätigt mit Beschlagnahmebefehl der 
Bundesanwaltschaft vom 15. Juni 2022: BA pag. 08-00-0110 f.). Am 11. Mai 
2023 beschlagnahmte die Bundesanwaltschaft weitere Gegenstände, unter an-
derem diverse Unterlagen und Belege (BA pag. 08-00-0115 ff.).  

A.7 Mit Schreiben vom 12. Juli 2021 ersuchte die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
die Bundesanwaltschaft um Verfahrensübernahme (BA pag. 02-00-0001). Nach 
Rückzug des Siegelungsantrags durch den Beschuldigten (BA pag. 02-00-
0007 ff.) übernahm die Bundesanwaltschaft das Verfahren am 24. August 2021 
(BA pag. 02-00-0011 f.). Am 25. August 2021 erliess die Staatsanwaltschaft 
See/Oberland die entsprechende Abtretungsverfügung (BA pag. 02-00-0014). 
Mit Verfügung vom 4. September 2023 vereinigte die Bundesanwaltschaft ge-
stützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO sämtliche Tatvorwürfe gegen den Beschuldigten in 
der Hand der Bundesanwaltschaft (BA pag. 02-00-0019 f.). 

A.8 Am 8. Februar 2024 erhob die Bundesanwaltschaft beim Bundesstrafgericht An-
klage gegen den Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Diebstahls, teilweise 
versucht begangen (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 [a]StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB), und mehrfacher Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnis-
ses (Art. 321ter StGB) (TPF pag. 4.100.001 ff.). 

A.9 Am 22. Mai 2024 fand die Hauptverhandlung vor dem Einzelrichter der Strafkam-
mer des Bundesstrafgerichts in Anwesenheit der Bundesanwaltschaft, des Be-
schuldigten und seiner Verteidigerin statt; die Privatklägerinnen verzichteten auf 
eine Teilnahme. Nachdem die Parteien anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung auf eine mündliche Urteilseröffnung verzichtet hatten (TPF pag. 
4.720.009), wurde das Dispositiv des Urteils vom 19. Juni 2024 noch am selben 
Tag an die Parteien versandt (TPF pag. 4.930.001 ff.).  

A.10 Die Strafkammer des Bundesstrafgerichts sprach den Beschuldigten mit Aus-
nahme von Fall 4 (TPF pag. 4.930.069, Ziff. 1 [vgl. oben E. A.4]) des gewerbs-
mässigen Diebstahls und der mehrfachen Verletzung des Post- und Fernmelde-
geheimnisses schuldig (bezüglich Fall 5 [vgl. oben E. A.5] lediglich wegen eines 
Versuchs) (TPF pag. 4.930.069, Ziff. 2). Dabei wurde der Beschuldigte zu einer 

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Freiheitsstrafe von 12 Monaten und einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 
Fr. 200.00, jeweils bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren, verur-
teilt. Die Polizeihaft von zwei Tagen rechnete die Vorinstanz auf die Strafe an 
(TPF pag. 4.930.069, Ziff. 3). Die Vorinstanz beliess diverse beschlagnahmte 
Gegenstände als Beweismittel bei den Akten (TPF pag. 4.930.069, Ziff. 4.1) und 
zog die beschlagnahmte Rolex Armbanduhr des Beschuldigten zur Deckung der 
Verfahrenskosten und der Kosten der amtlichen Verteidigung ein (TPF 
pag. 4.930.069, Ziff. 4.2 f.). Die Zivilforderung der Post CH AG verwies die Vo-
rinstanz auf den Zivilweg (TPF pag. 4.930.069, Ziff. 5.1). Die Zivilforderungen der 
B. und der C. AG hiess die Vorinstanz im Umfang von Fr. 21'010.00 bzw. 
Fr. 20'210.00 gut (TPF pag. 4.930.070, Ziff. 5.2 und 5.3). Die Kosten des Vorver-
fahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens von insgesamt 
Fr. 10'884.75 wurden dem Beschuldigten auferlegt (TPF pag. 4.930.070, Ziff. 6). 
Die Entschädigungsforderung des Beschuldigten wies die Vorinstanz ab (TPF 
pag. 4.930.070, Ziff. 7). Die Vorinstanz stellte die (bereits erfolgte) Entschädi-
gung des früheren amtlichen Verteidigers des Beschuldigten, RA D., im Umfang 
von Fr. 16'584.10 fest (TPF pag. 4.930.070, Ziff. 8.1) und entschädigte die aktu-
elle amtliche Verteidigerin des Beschuldigten, RA Bugnon, mit Fr. 12'812.05 
(TPF pag. 4.930.070, Ziff. 8.2). Die Kosten der amtlichen Verteidigung von 
Fr. 29'396.15 wurden dem Beschuldigten auferlegt und er wurde zu deren Rück-
zahlung verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben wür-
den (TPF pag. 4.930.070, Ziff. 8.3).  

A.11 Der Beschuldigte meldete am 26. Juni 2024 Berufung an (TPF pag. 4.940.001). 
Das begründete Urteil (TPF pag. 4.930.012 ff.) wurde am 9. Dezember 2024 ver-
sendet (TPF pag. 4.930.072). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Am 9. Dezember 2024 leitete die Strafkammer das begründete Urteil vom 
19. Juni 2024 und die Verfahrensakten inklusive Berufungsanmeldung an die Be-
rufungskammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskammer) wei-
ter (CAR pag. 1.100.003 und 1.100.023). 

B.2 Mit Schreiben vom 30. Dezember 2024 erklärte der Beschuldigte (mit Ausnahme 
des Freispruchs jeweils betreffend FaIl 4 der Anklagepunkte 1.1.1. und 1.2 sowie 
Dispo-Ziff. 8.1 und 8.2 betreffend die Höhe des Honorars der amtlichen Verteidi-
gung) Berufung gegen das restliche Urteil. In seiner Berufungserklärung vom 
30. Dezember 2024 beantragte der Beschuldigte (CAR pag. 1.100.073 f.): 
 

a) einen Freispruch wegen gewerbsmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 
i.V.m. Ziff. 2 StGB [in der bis am 30. Juni 2023 geltenden Fassung]) betr. 

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Anklagepunkte 1.1.1 und 1.1.2 Fälle 1, 2, 3 und 5; der mehrfachen Verlet-
zung des Post- und Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter Abs. 1 StGB) betr. 
Anklagepunkt 1.2, Fälle 1, 2 und 3; der versuchten Verletzung des Post- 
und Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) 
betr. Anklagepunkt 1.2, FaIl 5. 

b) Herausgabe der beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte ge-
mäss Anklageschrift Ziff. 4 an Herrn A. (Dispo-Ziff. 4). 

c) vollumfängliche Abweisung der Zivilforderung der Privatklägerinnen (Scha-
denersatz) (Dispo-Ziff. 5).  

d) Kostenfolge (Verfahrenskosten nach Ziff. 6, Kosten der amtlichen Verteidi-
gung nach Ziff. 8.3) zu Lasten des Staates (Dispo-Ziff. 12); 

e) Entschädigung für die Polizeihaft von 2 Tagen à je CHF 150.- (Dispo-
Ziff. 3). 

 
Beweisanträge wurden keine gestellt. 

B.3 Mit Verfügung vom 9. Februar 2025 wurde die Berufungserklärung des Beschul-
digten in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO und Art. 401 StPO den 
anderen Parteien zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben 
oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (CAR pag. 1.400.001). Wäh-
rend die Bundesanwaltschaft explizit auf eine Anschlussberufung und Beweisan-
träge verzichtete (CAR pag. 1.400.003), liessen sich die Privatklägerinnen nicht 
vernehmen.  

B.4 Mit Schreiben vom 12. Februar 2025 forderte die Vorsitzende die Parteien auf, 
allfällige Beweisanträge zu stellen, und gab den Privatklägerinnen gleichzeitig 
Gelegenheit zur Begründung und Bezifferung ihrer Zivilforderungen. Weiter er-
kundigte sie sich nach Vorfragen und dispensierte die Privatklägerinnen von der 
persönlichen Anwesenheit an der Hauptverhandlung. Zudem wurde mitgeteilt, 
dass von Amtes wegen ein Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister, ein 
aktueller Betreibungsregisterauszug sowie die letzte Steuererklärung und letzte 
Veranlagungsverfügung über den Beschuldigten eingeholt würden. Es wurde 
dem Beschuldigten sodann das Formular betreffend die persönliche und finanzi-
elle Situation mit Einladung zur ausgefüllten Retournierung spätestens bis zur 
Hauptverhandlung übermittelt (CAR pag. 4.200.001).  

B.5 Mit Eingabe vom 6. Februar 2025 an die Strafkammer des Bundesstrafgerichts, 
welche diese brevi manu an die Berufungskammer weiterleitete, verlangte die 
amtliche Verteidigerin eine Auszahlung des Resthonorars für die amtliche Ver-
teidigung des Beschuldigten im Untersuchungs- und erstinstanzlichen Gerichts-

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verfahren (CAR pag. 10.150.001 ff.). Da die erstinstanzlich festgesetzte Entschä-
digung der amtlichen Verteidigung unangefochten blieb (vgl. E. B.2 f.), entsprach 
die Vorsitzende am 12. Februar 2025 diesem Antrag (CAR pag. 10.150.007 f.).  

B.6 Am 5. März 2025 wurde der Beschuldigte, seine Verteidigerin und der Staatsan-
walt des Bundes zur Berufungsverhandlung vorgeladen. Den Privatklägerinnen 
wurde das Erscheinen an der Berufungsverhandlung freigestellt. Die Vorladun-
gen konnten allen Beteiligten zugestellt werden (CAR pag. 4.301.001 ff.). Die 
Berufungsverhandlung fand am 15. April 2025 am Sitz des Bundesstrafgerichts 
in Bellinzona vor der Berufungskammer in Anwesenheit des Beschuldigten, sei-
ner Verteidigerin und dem Staatsanwalt des Bundes statt. Dabei wurde der Be-
schuldigte sowohl zur Sache als auch zur Person befragt (CAR pag. 5.100.001 ff. 
sowie 5.300.001 ff.).  

B.7 Der Beschuldigte liess im Rahmen der Parteivorträge anlässlich der Berufungs-
verhandlung vom 15. April 2025 durch seine Verteidigung die nachfolgenden An-
träge stellen (CAR pag. 5.100.005): 
 

a) Freispruch wegen gewerbsmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff 
2 StGB [in der bis am 30. Juni 2023 geltenden Fassung]) betr. Anklage-
punkte 1.1.1 und 1.1.2 Fälle 1, 2, 3 und 5; der mehrfachen Verletzung des 
Post- und Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter Abs. i StGB) betr. Anklage-
punkt 1.2, Falle 1, 2 und 3; der versuchten Verletzung des Post- und Fern-
meldegeheimnisses (Art. 321ter Abs. i i.V.m. Art. 22 Abs. i StGB) betr. An-
klagepunkt 1.2, Fall 5; 

b) Herausgabe der beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte ge-
mäss Anklageschrift Ziff 4 an Herrn A.; 

c) vollumfängliche Abweisung der Zivilforderungen der Privatklägerinnen 
(Schadenersatz); 

d) Kostenfolge (Verfahrenskosten, Kosten der amtlichen Verteidigung) zu 
Lasten des Staates; 

e) Entschädigung für die Polizeihaft von 2 Tagen à je CHF 150.-. 

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B.8 Der Staatsanwalt des Bundes stellte im Rahmen der Parteivorträge anlässlich 
der Berufungsverhandlung vom 15. April 2025 die folgenden Anträge (CAR 
pag. 5.100.006): 
 

1.  Es sei die Rechtskraft des vorinstanzlichen Freispruchs im Sinne der Zif-
fer 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs vom 22. Mai 2024 festzustel-
len. 

2. A. sei entsprechend der Ziffern 2-3 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs 
vom 22. Mai 2024 schuldig zu erklären und zu bestrafen. 

3. Die Neben- und Kostenfolgen (Verfügung über die beschlagnahmten Ge-
genstände und Vermögenswerte / Zivilklagen / erstinstanzliche Verfah-
renskosten / Entschädigung / Amtliche Verteidigung) seien entsprechend 
der Ziffern 4-8 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs zu entscheiden. 

4. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien A. aufzuerlegen, unter 
Festlegung und Ausrichtung der Kosten für die amtliche Verteidigung 
(inkl. Rückerstattungspflicht von A.). 

B.9 Nachdem die Parteien anlässlich der Berufungsverhandlung vom 15. April 2025 
auf eine mündliche Urteilseröffnung verzichteten (CAR pag. 5.100.008), wurde 
das am 16. April 2025 gefällte Urteil am 22. April 2025 schriftlich im Dispositiv an 
die Parteien versendet (CAR pag. 9.100.001 ff.). 

 
  

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Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Prozessvoraussetzungen 

1.1 Im vorliegenden Fall wurde der Beschuldigte des gewerbsmässigen, teilweise 
versuchten Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 aStGB, teilweise i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB) und der mehrfachen Verletzung des Post- und Fernmeldegeheim-
nisses (Art. 321ter StGB) angeklagt (TPF pag. 4.100.001). Der Beschuldigte war 
von 2015 bis 2021 bei der Post CH AG angestellt. Er war am Schalter als Kun-
denberater für Postschaltergeschäfte tätig und leitete zudem stellvertretend die 
Poststelle. Aufgrund der ihm zur Last gelegten Taten wurde er im Juli 2021 frei-
gestellt (TPF pag. 4.731.003). 

1.2 Gemäss Art. 22 StPO sind für die Verfolgung und Beurteilung strafbarer Hand-
lungen, soweit sie nicht der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen, grundsätzlich die 
Kantone zuständig. Ist für eine Strafsache sowohl die Bundesgerichtsbarkeit als 
auch die kantonale Gerichtsbarkeit gegeben, so kann die Bundesanwaltschaft 
die Vereinigung der Verfahren bei den Bundesbehörden oder bei den kantonalen 
Behörden anordnen (Art. 26 Abs. 2 StPO). Der Bundesgerichtsbarkeit unterste-
hen unter anderem die Straftaten des achtzehnten Titels, sofern sie von einem 
Behördenmitglied oder Angestellten des Bundes oder gegen den Bund began-
gen worden sind (Art. 23 Abs. 1 lit. j StPO). Angestellte der Post CH AG, die im 
Monopolbereich tätig sind, gelten als Angestellte des Bundes (SCHLEGEL, in: Do-
natsch et al. (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, Art. 23 StPO, N. 13). Im Übrigen wird zu dieser The-
matik auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-
sen (TPF pag. 4.930.018 E. 1.1).  

1.3 Die Voraussetzungen der Bundesgerichtsbarkeit gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. j StPO 
sind somit erfüllt. 

1.4 Die in kantonale Zuständigkeit fallende Untersuchung wegen (mehrfachen) Dieb-
stahls und die Untersuchung wegen mehrfacher Verletzung des Post- und Fern-
meldegeheimnisses wurden mit Vereinigungsverfügung der Bundesanwaltschaft 
vom 4. September 2023 gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO (BA pag. 02-00-0019 f.) 
in die Zuständigkeit der Bundesbehörden überführt. Damit ist die sachliche Zu-
ständigkeit des Bundesstrafgerichts für alle Anklagepunkte gegeben. 

1.5 Die Zuständigkeit der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts in Dreierbeset-
zung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 38a des Bundesgesetzes 

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über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (Straf-
behördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71). 

1.6 Die Vorinstanz hat überzeugend dargelegt, weshalb es keiner Ermächtigung zur 
Strafverfolgung gegen den Beschuldigten bedarf, worauf verwiesen wird 
(TPF pag. 4.930.019 E. 1.2). Gemäss Art. 11 Abs. 2 POG ist das Verantwortlich-
keitsgesetz vom 14. März 1958 (integral) auf Postangestellte nicht anwendbar, 
weshalb auch keine Ermächtigung zur Strafverfolgung des Beschuldigten im 
Sinne von Art. 15 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 2 VG einzuholen ist. 

1.7 Die Berufungsanmeldung und die Berufungserklärung des Beschuldigten erfolg-
ten jeweils form- und fristgerecht (Art. 399 Abs. 1-3 StPO und Art. 401 Abs. 1 
StPO). Die Berufung richtet sich gegen das verfahrensabschliessende Urteil der 
Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2024.9 vom 19. Juni 2024 (Art. 398 
Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ist im Umfang seiner Berufungsanträge be-
schwert und hat in diesem Umfang ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung des angefochtenen Urteils. Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen 
geben keinen Anlass zu Bemerkungen. Auf die Berufung ist einzutreten. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition 

2.1 Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-
bende Wirkung und die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird entsprechend 
gehemmt. Im vorliegenden Fall hat nur der Beschuldigte gegen das Urteil der 
Strafkammer vom 19. Juni 2024 Berufung erhoben (vgl. E. B.2 f.). Der Freispruch 
im Fall 4 und die Entschädigung der amtlichen Verteidigung sind unangefochten 
geblieben und folglich in Rechtskraft erwachsen (vgl. E. B.2 f.). Es ist daher vorab 
festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil SK.2024.9 vom 19. Juni 2024 wie 
folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. A. wird in Bezug auf die Anklagepunkte 1.1.1 und 1.2, jeweils betr. Fall 4, von den 
Vorwürfen des gewerbsmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB [in 
der bis am 30. Juni 2023 geltenden Fassung]) sowie der Verletzung des Post- und 
Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter Abs. 1 StGB) freigesprochen. 

8. Amtliche Verteidigung 

8.1 Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt D. für die amtliche Verteidigung von A. von 
der Eidgenossenschaft mit Fr. 16'584.10 (inkl. MWST) vollständig entschädigt 
wurde. 

8.2 Rechtsanwältin Chantal Bugnon wird für die amtliche Verteidigung von A. von der 
Eidgenossenschaft mit Fr. 12'812.05 (inkl. MWST) entschädigt. 

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2.2 Die Berufung nach Art. 398 ff. StPO ist im Umfang der angefochtenen Punkte 
des erstinstanzlichen Urteils ein reformatorisches Rechtsmittel. Das Berufungs-
gericht verfügt insoweit über eine umfassende Kognition in tatsächlicher und 
rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO) und erlässt, soweit es auf die 
Berufung eintritt, ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (Art. 408 
StPO; BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_658/2018 vom 
19. Dezember 2019 E. 3.3; 6B_853/2016 vom 18. Oktober 2017 E. 2.1).  

2.3 Das Berufungsgericht ist, ausser wenn es Zivilklagen beurteilt, nicht an die An-
träge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 lit. b StPO). Dieser Grundsatz wird 
in zweifacher Hinsicht eingeschränkt: Einerseits hat das Berufungsgericht nur die 
angefochtenen Punkte des erstinstanzlichen Urteils zu überprüfen (Art. 404 
Abs. 1 StPO), anderseits hat es das in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerte Verbot 
der reformatio in peius zu beachten. Danach darf die Rechtsmittelinstanz Ent-
scheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Person abändern, 
wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 2 
Satz 1 StPO). Vorbehalten bleibt eine strengere Bestrafung aufgrund von Tatsa-
chen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten (Art. 391 Abs. 
2 Satz 2 StPO). Massgeblich für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in 
peius vorliegt, ist das Dispositiv (Urteil des Bundesgerichts 6B_199/2011 vom 10. 
April 2012 E. 8.3.2). Das Verbot soll im Strafrecht nämlich sicherstellen, dass die 
angeklagte oder verurteilte Person ihr Rechtsmittelrecht ausüben kann, ohne Ge-
fahr zu laufen, dass das Urteil über die Straf- oder Zivilklage zu ihrem Nachteil 
geändert wird (Urteile des Bundesgerichts 1B_188/2021 vom 18. Mai 2021 E. 3; 
1B_189/2016 vom 13. Juni 2016 E. 3; je mit Hinweisen zum Meinungsstand in 
der Lehre). Entscheidend ist, dass sich dies im Dispositiv nicht in einem schärfe-
ren Schuldspruch niederschlägt und auch nicht zu einer härteren Strafe führt, 
wenn ausschliesslich die beschuldigte Person ein Rechtsmittel ergriff (BGE 139 
IV 282 E. 2.6).  Das Berufungsgericht verletzt mit der Erhöhung des Tagessatzes 
angesichts der von ihm festgestellten und nach dem erstinstanzlichen Urteil ver-
besserten finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten das Verschlechterungs-
verbot nicht (BGE 144 IV 198 E. 5.4). 

2.4 Die Berufungsinstanz ist aufgrund des Verschlechterungsverbots an die Qualifi-
kation des Falles 5 als lediglich versuchte Verletzung des Post- und Fernmelde-
geheimnisses gebunden. Die von der Berufungsinstanz auszufällende Freiheits-
strafe darf zudem eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten und eine Geldstrafe von 
40 Tagessätzen, jeweils bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, 
nicht übersteigen. Hingegen ist das Berufungsgericht nicht an die Höhe der Ta-
gessätze gebunden, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldig-
ten seit dem erstinstanzlichen Urteil geändert haben. Ferner ist das Berufungs-
gericht aufgrund der im Zivilrecht geltenden Dispositionsmaxime an die (maxi-

- 11 - 

male) Höhe der erstinstanzlich zuerkannten zivilrechtlichen Ansprüche der Pri-
vatklägerschaft gebunden. Auch die übrigen Punkte (Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen sowie Einziehung) können nur zugunsten des Beschuldigten abge-
ändert werden.  

II. Prozessuales 

2. Eröffnung der Untersuchung und notwendige Verteidigung 

2.1 Die Verteidigerin rügt in der Eingabe vom 31. März 2025 (CAR pag. 4.200.012 
ff.), auf welche sie anlässlich der Berufungsverhandlung vom 15. April 2025 ver-
wies (CAR pag. 5.100.003), eine verspätete Eröffnung der Strafuntersuchung ge-
gen den Beschuldigten. Sie verweist darauf, dass spätestens ab dem 6. Juli 2021 
die Untersuchung als eröffnet gegolten habe. Ab diesem Zeitpunkt hätte die not-
wendige Verteidigung sichergestellt werden müssen. Da der Beschuldigte im 
Zeitpunkt der polizeilichen Einvernahme vom 7. Juli 2021 nicht verteidigt gewe-
sen sei, sei diese nicht verwertbar (CAR pag. 4.200.013 ff., Ziff. 3 ff.). 

2.2 Die Bundesanwaltschaft anerkannte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 
15. April 2025, dass die Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten wegen 
mehrfachen Diebstahls und Verletzung des Postgeheimnisses ab dem 6. Juli 
2021 als eröffnet gelte. Allerdings sei die Ausdehnung auf den gewerbsmässigen 
Diebstahl erst per 20. September 2021 erfolgt. Das habe seinen Grund darin, 
dass im Gegensatz zum Zeitpunkt vom 6. Juli 2021 ein zusätzlicher Fall (Fall 4) 
zur Anzeige gebracht worden sei. Insgesamt sei die Vorinstanz zu Recht davon 
ausgegangen, dass erst ab dem 20. September 2021 die notwendige Verteidi-
gung des Beschuldigten sicherzustellen gewesen sei (CAR pag. 5.100.003 und 
5.200.001 ff.). 

2.3 Die Vorinstanz hat zunächst den Untersuchungsablauf korrekt dargestellt. Auf 
diese Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden (TPF pag. 4.930.020 
ff. E. 1.3). In der Sache kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass im Zeitpunkt 
der polizeilichen Einvernahme vom 7. Juli 2021 eine Freiheitsstrafe von mehr als 
einem Jahr noch nicht absehbar gewesen sei, weshalb kein Fall der notwendigen 
Verteidigung vorgelegen habe (TPF pag. 4.930.027 ff. E. 1.6).  

2.4 Art. 130 und 131 StPO regeln die notwendige Verteidigung. Gemäss Art. 130 
lit. b StPO besteht insbesondere dann ein gesetzlicher Anspruch auf notwendige 
Verteidigung, wenn der beschuldigten Person eine Freiheitsstrafe von mehr als 
einem Jahr, eine freiheitsentziehende Massnahme oder eine Landesverweisung 
droht (Art. 130 lit. b StPO). Die notwendige Verteidigung dient dem Zweck, der 
beschuldigten Person einen fairen Prozess zu sichern, und garantiert das Prinzip 
der Waffengleichheit. Liegt ein Fall notwendiger Verteidigung vor, so achtet die 

- 12 - 

Verfahrensleitung darauf, dass unverzüglich eine Verteidigung bestellt wird (Art. 
131 Abs. 1 StPO; BGE 145 IV 407 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Sie hat von Amtes 
wegen die Voraussetzungen zu prüfen und über die notwendige Verteidigung zu 
entscheiden. Notwendige Verteidigung im strafprozessualen Sinn bedeutet, dass 
der Betroffene in Anbetracht der rechtlichen und tatsächlichen Umstände in den 
verschiedenen Stadien des Strafverfahrens zwingend und ohne entsprechendes 
Ersuchen vertreten sein muss und dass er darauf auch mit einer persönlichen 
Verteidigung durch ihn selbst nicht verzichten kann (BGE 143 I 164 E. 2.2; 131 I 
350 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 1B_413/2020 vom 21. Ja-
nuar 2021 E. 4.5; 1B_418/2018 vom 6. Dezember 2018 E. 2.1; 6B_826/2018 vom 
7. November 2018 E. 3.2). Sind die Voraussetzungen der notwendigen Verteidi-
gung bei Einleitung des Verfahrens erfüllt, so ist die Verteidigung nach der ersten 
Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft, jedenfalls aber vor Eröffnung der Un-
tersuchung sicherzustellen (Art. 131 Abs. 2 StPO). In Fällen, in denen die Vertei-
digung erkennbar notwendig gewesen wäre und bei denen Beweise erhoben 
wurden, bevor eine Verteidigerin oder ein Verteidiger bestellt worden ist, gilt die 
Beweiserhebung nur als gültig, wenn die beschuldigte Person auf ihre Wieder-
holung verzichtet (Art. 131 Abs. 3 StPO). Bei notwendiger Verteidigung ordnet 
die Verfahrensleitung unter anderem eine amtliche Verteidigung an, wenn die 
beschuldigte Person trotz Aufforderung der Verfahrensleitung keine Wahlvertei-
digung bestimmt (Art. 132 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 StPO). 

2.5 Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Untersu-
chung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Straf-
anzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht 
ergibt (lit. a), sie Zwangsmassnahmen anordnet (lit. b) oder sie im Sinne von Art. 
307 Abs. 1 durch die Polizei informiert worden ist (lit. c). Die notwendige Vertei-
digung (gemäss Art. 130 lit. b StPO) muss spätestens im Zeitpunkt der Untersu-
chungseröffnung im Sinne von Art. 309 StPO sichergestellt sein (Urteile 
6B_990/2017 vom 18. April 2018 E. 2.3.2; 6B_178/2017 vom 25. Oktober 2017 
E. 2.2.1; 6B_883/2013 vom 17. Februar 2014 E. 2.1.2; je mit Hinweisen auf die 
Lehre). Entscheidend ist dabei nicht die formelle Eröffnung der Strafuntersu-
chung, sondern wann eine solche hätte eröffnet werden müssen. Wird die Unter-
suchung verspätet eröffnet und die erkennbar notwendige Verteidigung zu spät 
sichergestellt, unterliegen die nach dem für die Untersuchungseröffnung relevan-
ten Zeitpunkt erhobenen Beweise der Beweisverwertungseinschränkung von Art. 
131 Abs. 3 StPO (Urteile des Bundesgerichts 6B_990/2017 vom 18. April 2018 
E. 2.3.2; 6B_178/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 2.6). Die Frage der Erkennbar-
keit betreffend die notwendige Verteidigung orientiert sich an objektiven Mass-
stäben (Urteil 6B_178/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 2.6; OBERHOLZER, 
Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, N. 438). Schreitet die Staats-
anwaltschaft nach Erhalt der polizeilichen Einvernahme zur Eröffnung der Unter-
suchung, hat dies zur Folge, dass die notwendige Verteidigung sicherzustellen 

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- 13 - 

ist und damit nicht bis zur Durchführung der ersten Einvernahme zugewartet wer-
den kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_178/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 2.6 
f.; 6B_883/2013 vom 17. Februar 2014 E. 2.3; 1B_445/2013 vom 14. Februar 
2014 E. 2.3; RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-
ordnung, 3. Aufl., 2020, N. 7 zu Art. 131 StPO).  

2.6 Sind die Voraussetzungen einer notwendigen Verteidigung erfüllt, ist entschei-
dend, dass der Beschuldigte verteidigt werden muss. Art. 130 StPO statuiert ei-
nen Verteidigungszwang und eine Fürsorgepflicht des Staates. Die notwendige 
Verteidigung steht nicht im Belieben der beschuldigten Person. Diese hat sich 
der notwendigen Verteidigung auch gegen ihren Willen zu unterzuziehen (vgl. 
Urteile des Bundesgerichts 6B_178/2017 und 6B_191/2017 vom 25. Oktober 
2017 E. 2.7; 1B_699/2012 vom 30. April 2013 E. 2.7).  

2.7 Im vorliegenden Fall ordnete die Staatsanwältin – wie die Verteidigerin richtig 
festhält – am 6. Juli 2021 eine Hausdurchsuchung beim Beschuldigten an (BA 
pag. 08-00-0001 ff.). Diese wurde noch am selben Tag durch die Kantonspolizei 
Zürich durchgeführt, wobei diverse Gegenstände sichergestellt wurden (BA pag. 
08-0005 ff.). Bei der Hausdurchsuchung handelt es sich unzweifelhaft um eine 
Zwangsmassnahme, die auch die Eröffnung einer Untersuchung nach sich zieht. 
Hinzu kam, dass sich aufgrund der an den Händen des Beschuldigten gefunde-
nen Silbernitratspuren (BA pag. 11-01-0047 ff.) der Tatverdacht gegen ihn derart 
verdichtete, dass nicht mehr nur von einem vagen Verdacht gesprochen werden 
konnte. Am 6. Juli 2021 hätte daher eine Untersuchung eröffnet werden müssen. 
Dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich zu diesem Zeitpunkt noch keine 
formelle Untersuchung eröffnet hatte, ändert daran nichts. Vielmehr kann die Si-
cherstellung der notwendigen Verteidigung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr durch 
eine polizeiliche Einvernahme nach Art. 131 Abs. 2 StPO umgangen werden. Da 
vor der polizeilichen Einvernahme vom 7. Juli 2021 die Untersuchung gegen den 
Beschuldigten zu eröffnen gewesen wäre, ist als nächstes zu prüfen, ob zu die-
sem Zeitpunkt bereits absehbar war, dass dem Beschuldigten eine Freiheits-
strafe von mehr als einem Jahr drohen könnte.  

2.8 Im Zeitpunkt der polizeilichen Einvernahme vom 7. Juli 2021 waren die Vorfälle 
1-3 und 5 bereits aktenkundig und wurden dem Beschuldigten zum Vorwurf ge-
macht. Zudem hatte die Kantonspolizei Zürich dem Beschuldigten bereits die 
Tatvariante des gewerbsmässigen Diebstahls (BA pag. 13-00-0001 ff., insbeson-
dere BA pag. 13-00-0008, Fragen 56 und 60) vorgehalten. Darüber hinaus war 
der Beschuldigte mehrfach – allerdings nicht einschlägig – vorbestraft (BA pag. 
17-00-0001 f.). Entgegen der Argumentation der Bundesanwaltschaft stand so-
mit im Zeitpunkt der ersten Einvernahme des Beschuldigten am 7. Juli 2021 ein 
gewerbsmässiger Diebstahl mit einem Deliktsbetrag von rund Fr. 40’000.00 (in-
klusive Versuchsdelikt rund Fr. 45'000.00) in vier Fällen sowie eine mehrfache 

- 14 - 

Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses im Raum. Allein schon der 
(damals anwendbare) Strafrahmen für gewerbsmässigen Diebstahl von 90 Ta-
gessätzen oder Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren hätte vermuten lassen können, 
dass eine Freiheitsstrafe von über einem Jahr hätte drohen können. Dies bestä-
tigt ein Blick in die zürcherische Rechtsprechung (Ort der Verhaftung), der zeigt, 
dass beispielsweise ein gewerbsmässiger Ladendieb bei einer Deliktsumme von 
Fr. 20'000.00 allein für den Diebstahl zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten 
verurteilt wurde (Urteil Obergericht Zürich SB190185 vom 11. Oktober 2019 
E. II.4). Ebenso erachtete das Obergericht Zürich bei einem gewerbsmässigen 
Einbrecher, der einen Deliktsbetrag von Fr. 40'000.00 erbeutet hatte, eine Frei-
heitsstrafe von 30 Monaten allein für den gewerbsmässigen Diebstahl als ange-
messen (Urteil Obergericht Zürich SB200349 vom 28. Januar 2021 E. IV.4.1). 
Auch das Obergericht des Kantons Aargau hat gegen gewerbsmässige Diebe 
bereits bei geringeren Deliktssummen Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr 
ausgesprochen (vgl. z.B. Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau 
SST.2023.294 vom 18. März 2024 [Deliktssumme Fr. 2'000.00]). Für die Kan-
tonspolizei Zürich hätte aufgrund dieser Rechtsprechung klar sein müssen, dass 
es sich bei einem gewerbsmässigen Diebstahl mit einer Deliktsumme von rund 
Fr. 45'000.00 um ein Delikt handelt, das eine empfindliche Sanktion nach sich 
ziehen kann und ohne Weiteres mit einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr 
geahndet werden könnte. Dies gilt umso mehr, als die Vorinstanz selbst für die 
Fälle 1-3 und 5 eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten ausgesprochen (TPF 
pag. 4.930.003) bzw. die Bundesanwaltschaft für alle angeklagten Fälle eine sol-
che von 14 Monaten beantragt (TPF pag. 4.721.037) hatte. Auch wenn die Vo-
rinstanz den Beschuldigten zu einer Strafe verurteilte, bei der gerade noch keine 
notwendige Verteidigung sicherzustellen gewesen wäre, lag es am 7. Juli 2021 
im Bereich des Denkbaren, dass der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 
mehr als 12 Monaten verurteilt werden könnte. Insgesamt ist daher davon aus-
zugehen, dass dem Beschuldigten bereits zum Zeitpunkt der polizeilichen Ein-
vernahme eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr drohte, auch wenn sich 
dies letztlich nicht realisiert hat. Damit lag bereits zum Zeitpunkt der ersten poli-
zeilichen Vernehmung (nach erfolgter Hausdurchsuchung als Zwangsmass-
nahme und somit eröffneter Untersuchung) ein Fall notwendiger Verteidigung 
vor. 

2.9 Der Beschuldigte wurde am 7. Juli 2021, 09:08 Uhr, einvernommen (BA pag. 13-
00-0002). Die Verteidigung des Beschuldigten durch RA D. erfolgte erst am 7. 
Juli 2021, 10:37 Uhr (BA pag. 16-00-0001). Eine anderweitige Verteidigung geht 
aus dem nämlichen Einvernahmeprotokoll nicht hervor (BA pag. 13-00-0002, ins-
besondere Frage 1, wo der Beschuldigte den Beizug eines Anwalts ablehnte). 
Der Beschuldigte war daher zum Zeitpunkt der beanstandeten polizeilichen Ein-
vernahme vom 7. Juli 2021 nicht verteidigt. Da der Beschuldigte bei der polizeili-
chen Einvernahme vom 7. Juli 2021, obwohl ein Fall erkennbarer notwendiger 

- 15 - 

Verteidigung vorlag, nicht verteidigt war und er nicht auf eine Wiederholung der 
Beweisaufnahme verzichtet hat, ist die polizeiliche Einvernahme gemäss Art. 131 
Abs. 3 StPO nicht verwertbar. In der Konsequenz wurde die polizeiliche Einver-
nahme des Beschuldigten vom 7. Juli 2021 (BA pag. 13-00-0001 bis 13-00-0011) 
gemäss Art. 141 Abs. 5 StPO nach Behandlung der Vorfragen an der Hauptver-
handlung vom 15. April 2025 aus den Akten entfernt. Sie wird bis zum rechtskräf-
tigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss gehalten und da-
nach vernichtet (CAR pag. 5.100.004). 

3. Chemische Täterfalle 

3.1 Die Vorinstanz machte auf erstinstanzliche Rüge der Verteidigerin hin Ausfüh-
rungen zur Zulässigkeit der chemischen Täterfalle (vgl. TPF pag. 4.930.024 ff., 
E. 1.4). Diesen Ausführungen ist was folgt hinzuzufügen: 

3.2 Bei der vorliegenden chemischen Täterfalle wurde durch das Forensische Institut 
Zürich (nachfolgend: FOR) ein (mit Bargeld gefülltes; vgl. dazu BA pag. 10-01-
0100 und die dazugehörigen Fotodokumentationen 7984937 1 und 2) Innencou-
vert mit Silbernitrat präpariert (BA pag. 11-01-0026). Dieses Innencouvert ist mit 
dem Logo der B. bedruckt (Foto 80616508_1593809). Das präparierte Innencou-
vert wurde in ein neutrales Aussencouvert gelegt (Foto 80616508_1593805). 
Das verwendete Aussencouvert und die verwendete Adressetikette entsprechen 
den Etiketten und Couverts, mit denen die B. auch in den Fällen 1-3 das Geld 
versandte (vgl. BA pag. 12-04-0009, Zeilen 29 ff.; vgl. zum Vergleich die Fotos, 
welche in den Fällen 1-3 von der B. verwendet wurden: Foto 79849437_1556065 
[Fall 1]; Fotodokumentation 79908057 [Fall 2]; Fotodokumentation 80220071 
[Fall 3]). Am 6. Juli 2021, ca. 13:30 Uhr, wurde das präparierte Couvert in der 
Postfiliale U. durch L., damals Filialleiter der Poststelle U., in die Kiste mit den 
durch die Postboten nicht zugestellten eingeschriebenen Sendungen (Fristkiste; 
zur Erklärung: BA pag. 12.05.0010, Zeilen 15 ff.) gelegt (BA pag. 12.05.0008, 
Zeilen 25 ff.). Öffnet eine Person das Couvert und kommt sie dabei mit dem prä-
parierten Silbernitrat in Kontakt, wird das Silbernitrat in die Haut eingebaut und 
die Spuren sind dermatologisch nachweisbar (BA pag. 11-01-0047 ff.). An den 
Händen des Beschuldigten wurden gleichentags durch das Forensische Institut 
Zürich Silbernitratspuren festgestellt (BA pag. 11.01.0085).  

3.3 Gemäss Art. 139 Abs. 1 StPO setzen die Strafbehörden zur Wahrheitsfindung 
alle nach dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel, 
die rechtlich zulässig sind, ein. Es ist nachfolgend zu klären, ob eine chemische 
Täterfalle ein strafprozessual (un)zulässiges Beweismittel darstellt. 

- 16 - 

3.4 Chemische Täterfalle als «erlaubte List»? 

3.4.1 Als erstes stellt sich die Frage, ob es sich bei der chemischen Täterfalle um eine 
unerlaubte Täuschung oder um eine «erlaubte List» handelt. Als Täuschung gilt 
jedes Verhalten, das bei einem anderen durch irgendein Kommunikationsmittel 
eine Vorstellung hervorruft, die von der Wirklichkeit abweicht. Die Täuschung 
kann sowohl durch eine ausdrückliche als auch durch eine konkludente Erklärung 
erfolgen. Unbestritten als Täuschung erfasst sind z.B. die bewusst unwahre Be-
hauptung, ein Mitbeschuldigter habe gestanden, die Tat sei bereits erwiesen, 
oder die Darstellung einer nicht feststehenden Tatsache sei erwiesen (WOHLERS, 
in: Donatsch et al. (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, Art. 140 StPO, N. 10). Erlaubt ist hingegen die 
Überlistung des Beschuldigten unter Ausnützung eines beim Beschuldigten vor-
handenen, nicht von den Strafverfolgungsbehörden herbeigeführten Irrtums. Die 
Abgrenzung zwischen verbotener Täuschung und noch zulässiger List ist aller-
dings nicht immer einfach. Die Grenze ist nach den Umständen des Einzelfalles 
zu beurteilen, insbesondere unter Berücksichtigung des Einflusses der verwen-
deten List auf die Willensfreiheit des Betroffenen sowie der Anforderungen an 
Treu und Glauben und die Loyalität, die von den Behörden erwartet werden kön-
nen (BGE 144 IV 23 E. 4.2). 

3.4.2 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Rechtsprechung bereits mehrfach (che-
mische) Täterfallen zu beurteilen hatte und diese nicht beanstandet hat (zu einem 
ähnlichen Fall vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_178/2017 und 6B_191/2017 
vom 25. Oktober 2017 E. 3.1; zu anderen Täterfallen vgl. 6B_141/2011 vom 23. 
August 2011 E. 2; Urteil des Obergerichts Aargau vom 20. Januar 2010 in: AGVE 
2010 S. 2 ff. E. 2; Urteil des Obergerichts Aargau vom 20. Januar 2010, in: AGVE 
2010 S. 46 ff.; Urteil des Obergerichts Bern SK 16 232 vom 20. Januar 2017 E. 
8 ff.).  

3.4.3 Gegen eine (verbotene) Täuschung durch eine chemische Täterfalle, wie sie im 
vorliegenden Fall verwendet wurde (vgl. E. II.2), spricht vorab, dass zwischen 
dem Öffnenden und der Polizei keine Kommunikation stattfand, welche die Wil-
lensfreiheit des Öffnenden beeinträchtigte. Der das präparierte Couvert Öffnende 
behändigte und öffnete das Couvert nur aus eigenem Antrieb, ohne dass er dazu 
veranlasst worden wäre oder die Polizei auf ihn eingewirkt hätte. Seine Willens-
bildung war daher stets unbeeinflusst und unverfälscht. Schon deshalb scheidet 
eine (verbotene) Täuschung aus.  

3.4.4 Gegen eine verbotene Täuschung spricht vorliegend ferner, dass die präparierte 
Sendung mit einem neutralen, aber von der B. stammenden Briefumschlag und 
Adressetikett versendet wurde (vgl. oben E. II.2.2). Nur eine kundige Person, 
welche das äussere Erscheinungsbild von Sendungen der B. kennt, kann sich 

- 17 - 

ohne Weiteres in der irrigen Annahme befunden haben, dass die fragliche Sen-
dung von der B. (und nicht wie vorliegenden Fall von der Kantonspolizei Zürich) 
stammt. Andere Personen haben keine Anhaltspunkte für den Absender der prä-
parierten Sendung, weshalb solche überhaupt nicht getäuscht werden könnten. 
Davon ausgehend, dass der Beschuldigte die präparierte Postsendung öffnete 
(vgl. insbes. E. III.4.4), befand er sich bezüglich des Absenders der präparierten 
Postsendung in einem (subjektiven) Irrtum. Aufgrund des neutralen Erschei-
nungsbildes der präparierten Sendung wurde dieser Irrtum aber nicht durch die 
Kantonspolizei Zürich hervorgerufen, sondern – wie unter E. III.10 zu zeigen sein 
wird – durch das vorangegangene deliktische Verhalten in den Fällen 1-3. Auch 
unter diesem Aspekt ist eine verbotene Täuschung durch die Kantonspolizei Zü-
rich zu verneinen. 

3.4.5 Darüber hinaus haben sich Lehre und Rechtsprechung bereits mit der Frage aus-
einandergesetzt, ob Diebesfallen oder chemische Täterfallen als besondere ver-
deckte Überwachungsmassnahmen anzusehen sind. Darauf ist sogleich einzu-
gehen: 

3.5 Verdeckte technische Überwachung? 

3.5.1 Das Bundesgericht hat in einem Urteil festgehalten, dass eine chemische Täter-
falle keine Überwachung mit technischen Überwachungsgeräten im Sinne von 
Art. 280 ff. StPO sei, weshalb der Einsatz einer chemischen Täterfalle nach 
Art. 281 Abs. 4 i.V.m. Art. 272 Abs. 1 StPO nicht genehmigungspflichtig sei (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_178/2017 und 6B_191/2017 vom 25. Oktober 2017 
E. 3.1.3).  

3.5.2 Da nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine chemische Täterfalle 
nicht als geheime technische Überwachung gilt, bestand im vorliegenden Fall 
auch keine Genehmigungspflicht nach Art. 281 Abs. 4 i.V.m. Art. 272 Abs. 1 
StPO. 

3.6 Verdeckte Ermittlung?  

3.6.1 Eine verdeckte Ermittlung liegt vor, wenn Angehörige der Polizei oder Personen, 
die vorübergehend für polizeiliche Aufgaben eingesetzt werden, unter Verwen-
dung einer urkundlich nachgewiesenen falschen Identität (Legende) durch täu-
schendes Verhalten Kontakte zu Personen mit dem Ziel herstellen, ein Vertrau-
ensverhältnis aufzubauen und in ein kriminelles Milieu einzudringen, um beson-
ders schwere Straftaten aufzuklären (Art. 285a StPO). In der Literatur wird die 
chemische Täterfalle nicht als verdeckte Ermittlung im Sinne von Art. 285a ff. 
StPO qualifiziert, da nicht aktiv auf den Täter eingewirkt wird (OBERHOLZER, 
Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl., Bern 2020, N. 1635). 

- 18 - 

3.6.2 Auch im vorliegenden Fall wurde keine verdeckte Ermittlung durchgeführt. Durch 
den Versand eines präparierten (neutralen) Briefumschlags wurde zunächst 
überhaupt keine falsche Identität (mit Hilfe einer Legende) hergestellt. Dem Öff-
nenden wurde weder die Identität des Absenders mitgeteilt, noch wurde er durch 
Dokumente über die Identität des Absenders getäuscht. Darüber hinaus wurde 
im vorliegenden Fall auch nicht aktiv auf den Öffnenden eingewirkt, sondern die 
Polizei verhielt sich im vorliegenden Fall rein passiv, indem sie den präparierten 
Brief der Post übergab und den normalen postinternen Prozess durchlaufen liess 
(vgl. E. II.2.2 ff.). 

3.7 Verdeckte Fahndung? 

3.7.1 Gemäss Art. 298a Abs. 1 StPO liegt eine verdeckte Fahndung vor, wenn Ange-
hörige der Polizei im Rahmen von kurzfristigen Einsätzen in einer Weise, die ihre 
wahre Identität und Funktion nicht erkennen lässt, versuchen, Verbrechen und 
Vergehen aufzuklären, insbesondere indem sie Scheingeschäfte abschliessen 
oder den Willen dazu vortäuschen. Eine Diebesfalle (z.B. das Auslegen von prä-
pariertem Geld) ist nicht als verdeckte Ermittlung zu qualifizieren, da mangels 
Angabe der Herkunft des Geldes keine Täuschung vorliegt. Es findet auch keine 
Kommunikation darüber statt (HANSJAKOB/PAJAROLA, in: Donatsch et al. [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl., Zürich 
2020, Art. 298a StPO, N. 4; JOSITSCH/SCHMID, Strafprozessordnung, Praxiskom-
mentar, 4. Aufl., Zürich 2023, Art. 298a StPO, N. 8). 

3.7.2 Wie bereits oben ausgeführt (vgl. E. II.2.7.1), war die Identität bzw. Herkunft der 
präparierten Sendung (von aussen) überhaupt nicht erkennbar. Da dem Öffnen-
den auch kein Hinweis auf die Herkunft des Briefes (z.B. durch Angabe einer 
Absenderin) gegeben wurde, kann auch keine Täuschung über die Identität der 
Absenderin vorliegen. Vielmehr hat der Täter eine Postsendung einer nach aus-
sen hin völlig unbekannten Absenderin geöffnet. Eine Täuschung läge nur dann 
vor, wenn die Absenderin nach aussen sichtbar deklariert worden wäre, etwa 
durch Verwendung eines Briefumschlags mit Logo oder Aufdruck der Adresse 
der Absenderin. Der vorliegende Fall verhält sich vielmehr wie eine herkömmli-
che Diebesfalle, in der markiertes Geld (z.B. in einem Portemonnaie) deponiert 
wird. Denn in beiden Fällen wird Geld ohne Herkunftsangabe abgelegt und der 
Täter nimmt das Geld an sich, ohne zu wissen, von wem es stammt. Im vorlie-
genden Fall fand auch – wie bei einer Diebesfalle – keine Kommunikation mit 
dem Öffnenden statt, sondern die Ermittlungsbehörden verhielten sich passiv 
und liessen den Dingen ihren Lauf, ohne einzugreifen. Die Versendung einer prä-
parierten Postsendung stellt daher auch keine verdeckte Fahndung dar.  

3.8 Observation? 

- 19 - 

Die Verteidigerin machte erstinstanzlich eine analoge Anwendung von Art. 282 
ff. StPO (Observation) auf eine chemische Täterfalle geltend (TPF pag. 
4.930.024, E. 1.4.1). Eine Observation, bei der ein Geschehen verdeckt beo-
bachtet wird, ist in keiner Weise mit dem Versenden eines präparierten Briefum-
schlages vergleichbar. So findet bei einer Observation eine permanente Be-
obachtung durch Dritte statt, während bei der chemischen Präparation eines 
Couverts lediglich am Ende geprüft wird, ob jemand kontaminierte Hände hat. 
Die Vorgänge dazwischen bleiben der Polizei verborgen und werden nicht auf-
gezeichnet. Der Eingriff in die Privatsphäre ist daher bei der Observation ungleich 
schwerer.  

4. Ermittlungsdienst der Post 

4.1 Die Vorinstanz machte auf erstinstanzliche Rüge der Verteidigerin hin Ausfüh-
rungen zur rechtlichen Einordnung des Ermittlungsdienstes der Post (vgl. TPF 
pag. 4.930.026 ff., E. 1.5). Diesen Ausführungen ist was folgt hinzuzufügen: 

4.2 Gemäss Art. 2 StPO steht die Strafrechtspflege einzig den vom Gesetz bestimm-
ten Behörden zu. Dieses staatliche Straf- und Justizmonopol ist Ausdruck des 
Gewaltmonopols des Staates. Das hat zur Konsequenz, dass der Staat die Er-
mittlungen nicht Privaten übertragen darf (STRAUB/WELTERT, in: Niggli et al. 
(Hrsg.), Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Band I, 
3. Aufl., Basel 2023, Art. 2 StPO, N. 3 ff.).  

4.3 Zunächst ist es unbedenklich, dass G., der im Ermittlungsdienst der Post CH AG 
arbeitet (vgl. III.4.3.3.1), den Ermittlungen der Polizei beiwohnte und er der Poli-
zei weitere mögliche Ermittlungsansätze mitteilte. So kommt der Post CH AG als 
Privatklägerin ohnehin das Recht zu, Beweisanträge zu stellen und Akteneinsicht 
zu nehmen (Art. 104 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. a und e StPO). Ent-
scheidend ist, dass sämtliche Untersuchungshandlungen von der Polizei getra-
gen und angeordnet wurden. So geht etwa aus dem Bericht des FOR hervor, 
dass der Auftrag zur dermatologischen Untersuchung der Hände der Postmitar-
beitenden von einer Polizistin in Auftrag gegeben wurde, und nicht etwa von G. 
(BA pag. 11-01-0035). Zudem war die Kantonspolizei Zürich für die Anordnung 
der Täterfalle zuständig und nicht die Post (BA pag. 11-01-0100). Auch diesbe-
züglich ist keine Rechtsverletzung ersichtlich. 

5. Fazit 

Im Ergebnis ist die polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 7. Juli 2021 
nicht verwertbar und in Anwendung von Art. 141 Abs. 5 StPO aus den Akten zu 
entfernen und bis zur rechtskräftigen Erledigung des Falles unter Verschluss zu 

- 20 - 

halten. Die übrigen Beweismittel sind rechtmässig erhoben worden und sind 
demzufolge verwertbar. 

III. Tatsächliches 

1. Überblick 

Vorliegend wurden die folgenden fünf Fälle angeklagt, wobei der Freispruch be-
treffend Fall 4 von keiner Partei angefochten wurde und demnach nicht mehr 
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist (Anklageschrift, S. 3 und 5; 
TPF pag. 4.100.003, 4.100.005).  

Fall Sendung Deliktssumme Absender Empfänger Tatzeit 

1 Postsen-
dung / Nr. 1 

Fr. 15'000.00 
(14x1’000er 
Note, 10x100er 
Note) 

B. in X. F. in U. 8.-12. 
März 
2021 

2 Postsen-
dung / Nr. 2 

Fr. 15'000.00 
(12x1’000er 
Note, 10x200er 
Note, 10x100er 
Note) 

B. in X. F. in U. 19.-22. 
März 
2021 

3 Postsen-
dung / Nr. 3 

EUR 10'000.00 
(2x500er Note, 
50x100er Note, 
80x50er Note) 

B. in X. H. in U. 5.-7. 
Mai 
2021 

4 Postsen-
dung / Nr. 4 

EUR 4'200.00 
(10x10er Note, 
20x20er Note, 
20x50er Note, 
15x100er Note, 
6x200er Note) 

J. AG in W. 
 

K. in V. 1.-2. 
Juli 
2021 

5 Postsen-
dung / Nr. 5 

Fr. 3'010.00 
(20x50er Note, 
100x20er Note, 
1x10er Note) 

B. in X. H. in U. 6. Juli 
2021 

2. Beweisergebnis der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtet es als erwiesen, dass der Beschuldigte am 6. Juli 2021 
(Fall 5) in der Postfiliale U. das von der Kantonspolizei Zürich präparierte und 
Fr. 3'010.00 enthaltende Bargeldcouvert, das sich in einem korrekt verschlosse-
nen Briefumschlag befunden habe, behändigt, geöffnet und nach dessen Inhalt 
geforscht habe. Der Beschuldigte soll dies mit der Absicht getan haben, sich das 
darin befindliche Bargeld anzueignen (TPF pag. 4.930.042, E. 2.3.2.16 und 
2.3.3). Die Vorinstanz kommt ausgehend davon weiter zum Schluss, dass die 
Täterschaft des Beschuldigten in den Fällen 1–3 erwiesen werden könne (TPF 

- 21 - 

pag. 4.930.042 ff., E. 2.3.4). Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Taten (TPF 
pag. TPF pag. 4.930.036 ff., E. 2.3). 

3. Grundsätze der Beweiswürdigung  

3.1 Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren 
gewonnen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es berücksichtigt die im Vorver-
fahren und im Hauptverfahren erhobenen Beweise (Art. 350 Abs. 2 StPO). Als 
Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich das 
Strafgericht nicht von der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünstigen 
Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebli-
che und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so 
verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a mit Hinweisen). Eine einfache Wahrschein-
lichkeit genügt für die Annahme der Schuld des Beschuldigten nicht. Auf der an-
deren Seite kann auch keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und 
theoretische Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (Urteile des Bundesge-
richts 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 13.1; nicht publ. in: BGE 143 IV 
214; BGE 138 V 74 E. 7). Der Grundsatz "in dubio pro reo" als Entscheidregel 
verlangt nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf 
den für den Beschuldigten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidre-
gel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung im Gan-
zen relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des Bun-
desgerichts 6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.2.2; 6B_910/2019 vom 
15. Juni 2020 E. 2.3.3; 6B_1395/2019 vom 3. Juni 2020 E. 1.1; je mit Hinweisen). 

3.2 Wird mangels eigener Fachkenntnis eine sachverständige Person beigezogen, 
ist das Gericht bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei. Ob das Ge-
richt die in einem Gutachten enthaltenen Erörterungen für überzeugend hält oder 
nicht und ob es dementsprechend den Schlussfolgerungen der Experten folgen 
will, ist mithin eine Frage der Beweiswürdigung. Die Beweiswürdigung und die 
Beantwortung der sich stellenden Rechtsfragen ist Aufgabe des Richters. Dieser 
hat zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der 
Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Dar-
legungen aufdrängen. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung ent-
scheiden die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweisregeln und nur nach 
ihrer persönlichen Ansicht aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber, ob sie eine 
Tatsache für erwiesen halten (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht ist somit 
nicht an den Befund oder die Stellungnahme des Sachverständigen gebunden. 
Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der 
Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gut-
achterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch wenn das gerichtlich eingeholte 
Gutachten grundsätzlich der freien Beweiswürdigung unterliegt, darf das Gericht 

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- 22 - 

in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von ihm abrücken und muss Abweichun-
gen begründen. Auf der anderen Seite kann das Abstellen auf eine nicht schlüs-
sige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebun-
gen gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV) verstossen 
(BGE 136 II 539 E. 3.2; BGE 133 II 384 E. 4.2.3; BGE 132 II 257 E. 4.4.1; BGE 
130 I 337 E. 5.4.2; BGE 129 I 49 E. 4; BGE 128 I 81 E. 2).  

3.3 Weiter ist zu ergänzen, dass das Gericht bei einem engen Konnex der verschie-
denen Taten im Rahmen der Beweiswürdigung auf eine einheitliche Täterschaft 
schliessen darf (Urteil des Bundesgerichts 6B_689/2021 vom 8. Dezember 2021 
E. 1.2.2 und 1.3.2). Die Art der Tatausführung, auch wenn diese auf viele Taten 
passen dürfte, darf angesichts der jeweils sehr ähnlichen Vorgehensweise den-
noch als Indiz für die gleiche Täterschaft gewertet werden (Urteil des Bundesge-
richts 6B_198/2021 vom 17. November 2021 E. 3.2). Ebenso ist es in der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung akzeptiert, dass ausgehend von einer Verur-
teilung des Beschuldigten wegen eines Anklagesachverhalts auf die Täterschaft 
in einem anderen Anklagesachverhalt geschlossen wird. Dies ist dann zulässig, 
wenn mehr oder weniger ausgeschlossen ist, dass in derselben Zeit von einer 
unabhängigen Täterschaft nach derselben Vorgehensweise weitere gleichgela-
gerte Straftaten begangen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_282/2018 vom 
24. August 2018 E. 1.4).  

4. Fall 5  

4.1 Anklagesachverhalt (Ziff. 1.1.2 der Anklageschrift) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, am 
6. Juli 2021 während seiner Arbeitszeit versucht zu haben, den Bargeldinhalt ei-
ner avisierten Briefpostsendung im Wert von Fr. 3'010.00 aus einer Sendung der 
Post CH AG auf der Poststelle U. zu entwenden, um sich damit unrechtmässig 
zu bereichern. Dazu soll er die Postsendung geöffnet haben. Letztlich sei es nicht 
zu einem Diebstahl gekommen, da die Banknoten in der fraglichen Sendung prä-
pariert gewesen seien und der Beschuldigte die chemische Täterfalle beim Öff-
nen bemerkt habe (vgl. TPF pag. 4.100.001.002, Ziff. 1.1.2). 

4.2 Beweismittel 

Es liegen insbesondere die folgenden Beweismittel vor, welche das Gericht an-
schliessend würdigt: 

- Bundesanwaltschaftliche Einvernahme des Beschuldigten vom 9. September 
2022 (BA pag. 13-00-0014 ff.) 

- 23 - 

- Erstinstanzliche Einvernahme des Beschuldigten vom 22. Mai 2024 (TPF 
pag. 4.731.001 ff.) 

- Einvernahme des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vom 
15. April 2025 (CAR pag. 5.300.001 ff.) 

- Spurenbericht chemische Täterfalle vom 20. Juli 2021 des FOR samt dazuge-
hörigen Fotos (BA pag. 11.01.0034 ff.)  

- Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich vom 14. Juli 2021 (BA 
pag. 10.01.099) 

- Gutachten Diebesfalle: Elementanalyse und Spurenbild-Beurteilung 
vom 29. September 2021 des FOR (BA pag.  11.01.0045) 

- Bundesanwaltschaftliche Zeugeneinvernahme von G. vom 8. Dezember 2022 
(BA pag. 12-04-006 ff.).  

- Bundesanwaltschaftliche Zeugeneinvernahme von L. vom 25. Januar 2025 
(BA pag. 12-05-006 ff.) 

- Bundesanwaltschaftliche Einvernahme von M. als Auskunftsperson vom 
8. Dezember 2022 (BA pag.12-06-003 ff.).  

- Bundesanwaltschaftliche Einvernahme von I. als Auskunftsperson vom 8. De-
zember 2022 (BA pag.12-07-009 ff.).  

4.3 Beweiswürdigung 

4.3.1 Einvernahmen des Beschuldigten 

4.3.1.1 In der Einvernahme der Bundesanwaltschaft vom 9. September 2022 verwei-
gerte der Beschuldigte in Anwesenheit seines damaligen Verteidigers, RA D., die 
Aussage (BA pag. 13-00-0014 ff.). 

4.3.1.2 In der Einvernahme des Beschuldigten vom 22. Mai 2024 im Rahmen der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung (TPF pag. 4.731.001 ff.), die in Anwesenheit der 
neuen Verteidigerin des Beschuldigten, RA Bugnon, und des Staatsanwalts des 
Bundes, Eckmann, stattfand, verweigerte dieser zunächst die Aussage zu den 
angeklagten Vorwürfen (TPF pag. 4.731.0014, Zeilen 1 ff.). Später führte er aus, 
dass er nicht ins [präparierte] Couvert hineingegriffen habe, sondern dieses be-
reits leicht geöffnet gewesen sei (a.a.O., Zeilen 43 ff.). In allgemeiner Weise 
könne er aber sagen, dass dies überall der Fall sei, wenn etwas geöffnet an-
komme, dass man schnell reinschaue und es wieder verschliesse. Zum konkre-
ten Fall könne er aber nichts sagen (a.a.O., Zeilen 10 ff.).  

- 24 - 

4.3.1.3 Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 15. April 2025 verweigerte der Be-
schuldigte in Anwesenheit der Bundesanwaltschaft und seiner Verteidigerin die 
Aussage betreffend Fall 5 (CAR pag. 5.300.006 

4.3.1.4 Die einzige Aussage des Beschuldigten zu Fall 5 anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung fällt dadurch auf, dass der Beschuldigte im Wesentlichen an-
gibt zu wissen, dass die streitgegenständliche Postsendung leicht geöffnet ge-
wesen sei und es allgemein üblich sei, in offene Postsendungen zu schauen. 
Dabei fallen der geringe Detaillierungsgrad der Aussage und die Tendenz, sich 
nicht festlegen zu wollen, auf. Seine Aussage erweist sich bereits deshalb als 
eher unglaubhaft. 

4.3.2 Täterfalle 

4.3.2.1 Am 6. Juli 2021 wurde eine Täterfalle gestellt. Dazu wurde ein mit Bargeld gefüll-
ter Innenumschlag vom FOR mit Silbernitrat präpariert, in einem Aussenum-
schlag platziert und von L. in die Fristkiste gelegt (zur Täterfalle vgl. E. II.2.2). Auf 
den vom FOR angefertigten Fotos, die dem Untersuchungsbericht vom 20. Juli 
2021 (BA pag. 11.01.0034) beigelegt sind, ist ersichtlich, dass das fragliche Cou-
vert oben rechts und links mit einem dünnen Klebestreifen an der Lasche zuge-
klebt ist. Es lassen sich keine Falten am Umschlag oder ein sonstiges unsaube-
res Zukleben feststellen (Aufnahme FOR 80616508_1593806). 

4.3.2.2 H., an welche die präparierte Sendung adressiert war, holte diese um 17:14 Uhr 
bei der Poststelle U. ab. Gemäss dem Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich 
vom 14. Juli 2021 (BA pag. 10-01-0099 ff.) bemerkte sie, dass die präparierte 
Postsendung geöffnet, das Bargeld jedoch nicht entwendet worden war. Nach 
der Schliessung der Poststelle U. am 6. Juli 2021 wurden die drei anwesenden 
Schalterangestellten der Poststelle U. durch die Kantonspolizei Zürich angehal-
ten und unmittelbar kontrolliert (BA pag. 10-01-0100). Dem Untersuchungsbe-
richt „Chemische Täterfalle” des FOR vom 20. Juli 2021 (BA pag. 11-01-0034 ff.) 
ist zu entnehmen, dass ein Mitarbeiter des FOR am gleichen Abend ab ca. 18:42 
Uhr die Hände des am 6. Juli 2021 anwesenden Schalterpersonals der Poststelle 
U. mit Fotoentwicklerflüssigkeit überprüft hatte. Beim Bestreichen der Hände des 
Beschuldigten wiesen diese vereinzelte, punktförmige, schwarze Verfärbungen 
an den Fingerkuppen bzw. Fingergliedern (Aussenseiten) auf (positive Reaktion 
auf das Fangmittel). Im selben Untersuchungsbericht ist nichts über Spuren auf 
den Händen der anderen Schalterangestellten der Poststelle U. vermerkt (BA 
pag. 11-01-0037). 

4.3.2.3 Das auf den obigen Feststellungen (vgl. E. III.4.3.2.1 ff.) basierende Gutachten 
des FOR vom 29. September 2021 (BA pag. 11.01.0045 ff.) ergab, dass das che-
mische Material des präparierten Umschlags mit demjenigen an den Fingern des 

- 25 - 

Beschuldigten übereinstimmt. Die Verfärbungen könnten jedoch auch durch in-
direkten Kontakt oder eine Kontamination mit Silbernitrat in der Morphologie ana-
log zur Diebesfalle entstanden sein. Denkbar wäre, dass der präparierte Brief-
umschlag nicht direkt mit den Händen, sondern mit Werkzeugen und/oder Hand-
schuhen geöffnet worden sei. Insbesondere die Anhäufung von Partikeln an der 
Innenseite des rechten Handgelenks könnte durch das Ausziehen kontaminierter 
Handschuhe verursacht worden sein (BA pag. 11-01-0050).  

4.3.2.4 Der Beschuldigte lässt das soeben zitierte Gutachten des FOR vom 29. Septem-
ber 2021 anlässlich der Berufungsverhandlung vom 15. April 2025 in methodi-
scher Hinsicht mehrfach kritisieren. 

a) Er rügt unter Hinweis auf BA pag. 11-01-0046 und 11-01-0050 zunächst, dass 
das Gutachten explizit auf der Annahme beruhe, dass er die Tat gestanden habe, 
weshalb das Gutachten auf einem nicht verwertbaren Beweis beruhe (CAR pag. 
5.200.012, Ziff. 5 f.).  

 Zwar hat die Verteidigerin zu Recht darauf hingewiesen, dass das Gutachten an 
den von ihr erwähnten Stellen von einem Geständnis des Beschuldigten ausgeht. 
Dieses Geständnis ist allerdings weder für die Erstellung des Gutachtens noch 
für die darin enthaltenen Feststellungen ausschlaggebend (vgl. E. III.4.3.2.3). 
Das Gutachten basiert im Wesentlichen auf den Resultaten des Spurenberichts 
des FOR vom 20. Juli 2021 samt den dazugehörigen Fotos sowie der spektro-
skopischen Auswertung der Hautproben des Beschuldigten. Zudem zeigen die 
gutachterliche Diskussion der Ergebnisse und die Befundbewertung, dass die 
unverwertbare polizeiliche Vernehmung des Beschuldigten vom 7. Juli 2021 nicht 
massgeblich für das Gutachten war (BA pag. 11-01-0047 ff., Ziff. 7-9). Der Tat-
verdacht gegen den Beschuldigten entstand zudem nicht, wie von der Verteidi-
gerin suggeriert, aufgrund seines (unverwertbaren) Geständnisses, sondern auf-
grund der am 6. Juli 2021 auf seinen Händen gefundenen Spuren von Silbernitrat 
(vgl. E. III.4.3.2.2). Die erste von der Verteidigerin zitierte Stelle im Gutachten 
(BA pag. 11-01-0046) ist lediglich eine Wiedergabe der Verfahrensakten. Die 
zweite von der Verteidigerin zitierte Stelle (BA pag. 10-01-0050, Ziff. 10, Frage 
3) erwähnt einzig, dass die gutachterlichen Befunde keinen Widerspruch zum 
Geständnis des Beschuldigten darstellen. Es kann daher keine Rede davon sein, 
dass das Gutachten auf nicht verwertbaren Beweisen beruhe. 

b) Die Verteidigerin macht ausserdem geltend, dass das Gutachten die Material-
qualität bzw. die mangelnde Beurteilbarkeit der fotografischen Aufnahmen der 
Spurensicherung kritisiere. Aufgrund von Stempelfarbe und Pigmentierungen auf 
den Händen des Beschuldigten sei anhand der Bilder nicht erkennbar, welche 
Verfärbungen durch Silbernitrat verursacht worden seien. Diese visuellen Unsi-

- 26 - 

cherheiten beträfen sämtliche in der Poststelle und im Spital erstellten Fotogra-
fien, insbesondere auch jene der anderen Mitarbeitenden (CAR pag. 5.200.013, 
Ziff. 7). Zudem seien die Hände der beiden anderen Postmitarbeitenden eben-
falls voller Stempelfarbe und Pigmentflecken. Die Verfärbungen an den Händen 
der übrigen Mitarbeitenden seien optisch nicht von den Verfärbungen an den 
Händen des Beschuldigten zu unterscheiden. Da von den anderen Mitarbeiten-
den keine Hautprobe genommen worden sei, sei eine objektive Überprüfung der 
Ergebnisse ausgeschlossen (CAR pag 5.200.013, Ziff. 8).  

Die Rüge der Verteidigerin blendet aus, dass aus dem Untersuchungsbericht des 
FOR vom 20. Juli 2021 zunächst hervorgeht, dass der zuständige Forensiker alle 
Schalterangestellten, die am 6. Juli 2021 in der Poststelle U. gearbeitet hatten, 
mithilfe eines Fangmittels auf Silbernitratspuren getestet hatte. Dabei war der 
Beschuldigte der einzige, bei dem Silbernitratspuren an den Fingerkuppen und -
gliedern festgestellt werden konnten (BA pag. 11-01-0037). Zwar wiesen auch 
andere Angestellte schwarze Verfärbungen an den Händen auf (BA pag. 11-01-
0037, beigelegte Fotos), doch war der geschulte Kriminaltechniker unter Zuhilfe-
nahme des Fangmittels ohne Weiteres in der Lage, Silbernitratspuren von einfa-
chen Verfärbungen zu unterscheiden. 

4.3.2.5 Insgesamt sind die gutachterlichen Schlussfolgerungen nachvollziehbar und 
plausibel, weshalb darauf abgestellt werden kann. Das Gutachten äussert sich 
unter Frage drei (weitere Bemerkungen) allerdings dazu, wie sich eine mögliche 
Tat zugetragen haben könnte (BA pag. 11-01-0050). Damit begibt der Gutachter 
sich auf Spekulationen, die den gutachterlichen Auftrag übersteigen. 

4.3.3 Aussagen von Dritten 

4.3.3.1 Zeuge G., Fachspezialist Ermittlungen bei der Post CH AG, wurde von der Bun-
desanwaltschaft am 8. Dezember 2022 in Anwesenheit des damaligen amtlichen 
Verteidigers des Beschuldigten, RA D., als Zeuge befragt (BA pag. 12-04-006 
ff.). Er schilderte, wie er nach den ersten beiden Vorfällen, welche dieselbe Emp-
fängerin in U. hatten, mit den Ermittlungen begonnen habe. Das Briefzentrum 
Zürich-Mühlingen schliesse er aus, da dort zu viele Briefe durchgingen, um ge-
zielt zwei Sendungen von derselben Absenderin an dieselbe Empfängerin zu ent-
wenden (BA pag. 12-04-0008, Zeilen 17 ff.). Auch den LKW-Transport von Zü-
rich-Mühlingen nach U. zur Zustellung schliesse er aus, da die Briefe für den 
LKW-Transport in Briefkisten geladen würden. Diese Briefkisten würden dann in 
Rollboxen aufgeschichtet und ein LKW-Fahrer müsste irgendwo auf der Strecke 
anhalten und beginnen, die Briefkisten zu durchsuchen, um die beiden Briefe der 
B. an F. entwenden zu können (BA pag. 12-04-0008, Zeilen 18 ff. und pag. 12-
04-0009, Zeilen 1 ff.). Folglich sei er bei der Postfiliale U. gelandet. Dort sei im 
Erdgeschoss die Postfiliale und im Obergeschoss die Zustellstelle. Die Zusteller 

- 27 - 

würden morgens um ca. 05:00 Uhr die Sendungen entgegennehmen, sortieren 
und schlussendlich zustellen. Das sei eine Möglichkeit gewesen, die Sendungen 
zu entwenden. Er habe dann eine Anwesenheitsliste an den fraglichen Tagen 
gemacht. Währenddessen sei in einem dritten Vorfall eine dritte Bargeldsendung 
der B. abhandengekommen. Das Resultat der Anwesenheitsliste sei gewesen, 
dass es doch mehrere Personen gegeben habe, die alle drei Tatzeiten abgedeckt 
hätten. Da die drei Fälle aber verschiedene Zustelltouren (und -boten) betroffen 
hätten, habe er sich gedacht, er müsse einen Schritt weiter gehen und den ge-
meinsamen Nenner finden (a.a.O., Zeilen 6 ff.). Er habe dann für die Postfiliale 
eine Anwesenheitsliste gemacht. I. und A. seien die einzigen Personen gewesen, 
welche alle drei Tatzeiten abgedeckt hätten (a.a.O., Zeilen 19 ff.). Mit diesem 
Ergebnis sei er dann an die Kantonspolizei getreten und habe vorgeschlagen, 
eine Sendung zu präparieren, einzuschleusen und zu überwachen. Dabei seien 
Herr I. und Herr A. die Zielpersonen gewesen. Dazu habe die Polizei einen Ori-
ginalumschlag bei der B. organisiert. Er (G.) habe den Umschlag zum FOR ZH 
gebracht, welches den entsprechenden Umschlag chemisch präpariert habe. Da-
nach habe er den Umschlag wieder mitgenommen (a.a.O., Zeilen 23 ff.). Er habe 
den Umschlag L. übergeben, welcher Teamleiter in U. gewesen sei (BA pag. 12-
04-0010, Zeilen 1 f.). Diesem (L.) habe er (G.) den Auftrag gegeben, den präpa-
rierten Brief am 23. Juni 2021 in eine Briefkiste zu legen, in welcher avisierte 
Sendungen mit Zustellort U. gewesen seien. Avisierte Sendungen seien Brief-
postsendungen, die eingeschrieben seien und dem Empfänger nicht direkt hätten 
zugestellt werden können, der Empfänger dann eine Abholungseinladung im 
Briefkasten erhalte und der Empfänger die Briefsendung dann mit der Abho-
lungseinladung auf der Postfiliale abholen könne (a.a.O., Zeilen 5 ff.). Nach dem 
Mittag, wenn die Briefträger von ihrer Tour zurückkämen, würden die Mitarbei-
tenden von der Poststelle (im Erdgeschoss) in den ersten Stock gehen, um die 
avisierten Briefe aus dem Behältnis zu nehmen und mit ins Erdgeschoss in die 
Postfiliale zu nehmen. Dort würden Sendungen elektronisch erfasst und in einem 
Behältnis deponiert, bis der Kunde den Brief abholen komme. Am fraglichen 23. 
Juni 2021 sei der präparierte Brief von einem unbekannten Mitarbeiter abgeholt 
worden und am Nachmittag habe die rechtmässige Empfängerin den Brief unge-
öffnet abgeholt (a.a.O., Zeilen 15 ff.). Die Aktion sei am 6. Juli 2021 wiederholt 
worden. Daraufhin habe sich die (vorinformierte) Kundin bei der Polizei gemeldet. 
Die Kundin sei dann zusammen mit dem Brief abgeholt worden. Auf der Polizei-
station habe er (G.) dann gesehen, dass der Brief geöffnet und wieder verschlos-
sen worden sei. Das habe er der hinteren Lasche angesehen. Danach habe die 
Polizei den Umschlag geöffnet und festgestellt, dass das Geld noch vorhanden 
gewesen sei. Danach sei das FOR aufgeboten worden und alle drei Mitarbei-
tende seien kriminaltechnisch untersucht worden (a.a.O., Zeilen 23 ff.). Irgend-
wann sei noch eine vierte Verlustmeldung gekommen und er habe wieder eine 
Anwesenheitsliste erstellt, und wiederum seien während dem vierten Vorfall die 
Herren A. und I. anwesend gewesen (BA pag. 12-04-0011, Zeilen 12 ff.). Er wisse 

- 28 - 

nicht, wer während der ersten Aktion gearbeitet habe, Herr A. sei jedenfalls an-
wesend gewesen (a.a.O., Zeilen 27 f.). Er sei sich sicher, dass die zweite Sen-
dung richtig verschlossen gewesen sei. Er habe zwar nur ein Foto von der Vor-
derseite des Briefs gemacht, er sei sich aber trotzdem ganz sicher, dass die Sen-
dung verschlossen gewesen sei. Er habe dann Herrn L. angerufen, der das veri-
fiziert habe. Auch überprüfe er selbst immer, ob die Sendung richtig verschlossen 
sei, damit er selbst nicht kontaminiert werde (a.a.O., Zeilen 30 ff.). Die zweite 
Aktion sei gegen Herrn A. gerichtet gewesen. Es sei dem Zufall geschuldet, dass 
Herr I. auch anwesend gewesen sei (BA pag. 12-04-0012, Zeilen 10 f.). Es sei 
nicht fix, wer die Sendungen von der Zustellung im OG nach unten bringe. Auch 
erfasse nicht immer die Person, welche die Briefe runtertrage, diese elektronisch. 
Das hänge davon ab, wer gerade Zeit habe (a.a.O., Zeilen 15 ff.). Weiter führte 
Zeuge G. aus, dass er überzeugt sei, dass das Couvert verschlossen gewesen 
sei. Doch selbst wenn es bereits etwas geöffnet gewesen wäre, und auch wenn 
es so gewesen wäre, hätte der Beschuldigte es nicht öffnen dürfen. Da Herr L. 
die Vertrauensperson gewesen sei, schliesse er aus, dass dieser das Couvert 
geöffnet habe. Letzterer wäre wohl nicht so dreist, in Kenntnis des präparierten 
Couverts ein solches zu öffnen. Er könne allerdings nicht sagen, wer genau die 
Kiste mit den avisierten Sendungen nach unten getragen habe (a.a.O., Zeilen 27 
ff.). Er halte es zudem für unwahrscheinlich, dass die Sendung zwischen der 
Übergabe an Herrn L. und der Deponierung in der Kiste durch diesen geöffnet 
worden sei. Herr L. habe ihm bestätigt, dass er die präparierte Sendung unter 
Verschluss gehalten habe (BA pag. 12-04-0013, Zeilen 15 ff.). Den Umstand, 
dass der Beschuldigte das Geld in der präparierten Sendung nicht entwendet 
habe, erkläre er sich damit, dass der Beschuldigte die Präparierung bemerkt 
habe. Das Silbernitrat sehe ähnlich wie Puderzucker aus und sei auf dem Haf-
tungsmittel sichtbar (BA pag. 12-04-0014, Zeilen 4 ff.). Bei der polizeilichen An-
haltung habe sich der Beschuldigte kooperativ verhalten und nach Auffinden der 
Spuren habe der Beschuldigte gesagt, dass er nichts gemacht habe. Auf Nach-
frage bestätigte er, dass der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt nicht gesagt habe, 
dass er das Couvert geöffnet und reingeschaut habe. Vielmehr habe er angege-
ben nicht zu wissen, was es mit den Spuren auf sich habe (a.a.O., Zeilen 12 ff.). 
Der Beschuldigte sei bisher noch nie (strafrechtlich) negativ aufgefallen (a.a.O., 
Zeilen 24 ff.). Abgesehen von den vier Vorfällen (die Gegenstand der streitge-
genständlichen Anklageschrift sind), sei es in U. noch nie zu Beanstandungen 
gekommen (BA pag. 12-04-0015, Zeilen 1 ff.). Anschliessend erklärte Zeuge G. 
die Mitarbeiterpläne (vgl. dazu sogleich; a.a.O., Zeilen 11 ff.). Insgesamt würden 
35-40 Personen im fraglichen Gebäude arbeiten. Es handle sich allesamt um 
Mitarbeitende der Post (BA pag. 12-04-0017, Zeilen 22 ff.). Über die genauen 
Räumlichkeiten und das Sicherheitsdispositiv konnte Zeuge G. keine sachdienli-
chen Aussagen machen (BA pag. 12-04-0017 ff.). Von wem die Briefe von Zürich 
Mühlingen nach U. transportiert würden, wisse er nicht (BA pag. 12-04-0019, Zei-
len 3 ff.). Dazu würden Metallrollboxen verwendet. In jeder dieser Boxen würden 

- 29 - 

sich Plastikkisten mit Briefen befinden. Diese hätten keine Deckel und es würden 
ungefähr 60 Kisten pro Box in 5-6 Reihen, jeweils aufeinandergestapelt, trans-
portiert. Weder Behälter noch Briefboxen seien verschlossen oder plombiert 
(a.a.O., Fragen 11 ff.). Auf seiner Anwesenheitsliste habe er sämtliches Personal 
erfasst, das am fraglichen Tag anwesend gewesen sei (BA pag. 12-04-0020, 
Zeile 9). Bei Ankunft würden die Kisten vom Fahrer ins 1. Obergeschoss beför-
dert, wo die Zustellboten bereitstünden, um die Sendungen zu verarbeiten 
(a.a.O., Zeilen 13 ff.). Weder er selbst noch Herr L. seien auf Silbernitratrück-
stände überprüft worden (BA pag. 12-04-0021, Zeilen 1 ff.). Auch wenn Sendun-
gen in Zürich-Mühlingen verschwinden würden, würde aber nicht nur der Inhalt 
eines Briefes verschwinden, sondern die ganze Sendung (a.a.O., Zeilen 16 ff.). 
In V. seien keine Abklärungen vorgenommen worden, da der Modus Operandi 
immer derselbe gewesen sei und deshalb davon habe ausgegangen werden kön-
nen, dass der Inhaltsabgang in U. stattgefunden habe (a.a.O., Zeilen 22 ff.). 

Die Aussagen des Zeugen G. erweisen sich als glaubhaft. Er schildert die Ereig-
nisse stringent und detailliert. Seine Aussagen sind zudem überaus sachlich und 
beschränken sich auf das, was er selbst wahrgenommen hat, ohne den Beschul-
digten übermässig oder in unsachlicher Weise zu belasten. Zudem legt er mehr-
fach Wissenslücken offen. Da Zeuge G. beruflich im Ermittlungsdienst der Post 
arbeitet, ist davon auszugehen, dass er sich bereits zum Zeitpunkt des Stellens 
der Täterfalle am 6. Juli 2021 der Bedeutung seiner Zeugenaussage bewusst 
war. Deshalb hat er die massgeblichen Sachverhalte genau beobachtet und nicht 
im Nachhinein versucht, das Geschehene einzuordnen. Auf seine Aussage ist 
daher abzustellen. 

4.3.3.2 Am 25. Januar 2023 wurde L., Sachbearbeiter Logistik, Post CH AG, als Zeuge 
in Gegenwart des damaligen Verteidigers des Beschuldigten, Rechtsanwalt D., 
bei der Bundesanwaltschaft einvernommen (BA pag. 12-05-0006 ff.). Zeuge L. 
erklärte, er sei bis im August 2021 Teamleiter in der Poststelle U. gewesen. Dabei 
sei er nur für die Briefträger zuständig gewesen, allerdings nicht für das Personal 
am Schalter (BA pag. 12-05-0008, Zeile 2 f.). Am fraglichen 6. Juli 2021 habe 
ihm Herr G. am Vormittag einen eingeschriebenen Brief übergeben und ihm ent-
sprechende Anweisungen gegeben. Danach sei er zu seinem Arbeitsplatz ge-
gangen und er habe den Brief mit einem Avis verknüpft und einen Streifen auf 
dem Umschlag angebracht und anschliessend den Brief in seiner Schublade ver-
schlossen. Zu dieser Schublade habe nur er einen Schlüssel gehabt. Um ca. 
13:00 Uhr habe er den Brief mit «Weiterleitung» gescannt, wieder in der Schub-
lade versorgt und schliesslich um 13:30 Uhr in die Fristkiste gelegt. Um ca. 14:00 
Uhr sei der Beschuldigte mit einem Rollwagen gekommen und habe die Kiste mit 
den eingeschriebenen Postsendungen mit dem Lift abtransportiert. Wohin er ge-
fahren sei, wisse er nicht, er könne aber nur nach unten gefahren sein. Um ca. 
15:00 Uhr habe er den Avis Herrn G. gebracht. Den Beschuldigten habe er nicht 

- 30 - 

mehr gesehen (a.a.O., Zeilen 18 ff.). Es würden über 20 Briefträger und das 
Schalterpersonal im Haus arbeiten. Dabei hätten alle Zugang zur Fristkiste. Er 
sei am fraglichen Tag aber immer am Schreibtisch gesessen, so dass niemand 
anders den Brief aus der Kiste habe nehmen können (BA pag. 12-05-0010, Zei-
len 6 ff.). Wenn ein Brief vom Postboten nicht direkt zugestellt werden könne, 
avisiere dieser den Brief und scanne diesen entsprechend. Nach Beendigung 
seiner Zustelltour komme der Bote wieder zur Poststelle, scanne den Brief zur 
Weiterleitung und lege ihn in die Fristkiste. Dann kämen die Schaltermitarbeiten-
den am Nachmittag hoch und nähmen die Fristsendungen nach unten, um diese 
zu scannen. Die Briefträger hätten keinen Zugang zur Schalterhalle (a.a.O., Zei-
len 16 ff.). Er wisse nicht, wer für die Verarbeitung der Sendungen am Schalter 
zuständig sei (a.a.O., Zeilen 29 ff.). Die Fristkiste habe sich gleich hinter seinem 
Arbeitsplatz befunden (a.a.O., Zeile 8). Er habe gesehen, wie der Beschuldigte 
am fraglichen Tag die Fristkiste abgeholt habe. Wohin er damit gegangen sei, 
wisse er nicht (a.a.O., Zeilen 12 f.). Zeuge L. bestätigte, dass der Brief sauber 
und geschlossen gewesen sei, als er diesen in die Fristkiste gelegt habe, da sei 
er sich sicher (BA pag. 12-05-0012, Zeilen 8 ff.). Es sei nicht möglich, dass sich 
das Couvert zwischen der Übergabe durch G. und der Deponierung durch ihn in 
der Fristkiste geöffnet habe (a.a.O., Zeile 15). Wenn ein Brief offen oder halboffen 
sei, müsse ein Postmitarbeiter die Sendung verschliessen, ein Kleber mit «be-
schädigte Sendung» kleben und in einen Plastiksack tun (a.a.O., S. 17 ff.). Wei-
ter führte Zeuge L. aus, dass offene oder halboffene Sendungen nicht aufge-
macht werden dürften, diese würden dem Postgeheimnis unterstehen (a.a.O., N. 
22 ff.). Über die präparierte Sendung habe er mit niemandem gesprochen (BA 
pag. 12-05-0013., Zeile 10). Die Kisten mit den Briefen kämen vom Postzentrum 
in Zürich-Mühlingen. Am Morgen komme ein Lastwagen und bringe diese. An-
schliessend würden die Kisten in U. abgeladen und triagiert. Anschliessend wür-
den die Kisten zu den Postboten hinaufgenommen, welche diese auf ihre Tour 
mitnähmen. Die Kisten mit den Tourennummern würden jeweils direkt zum Bo-
tenplatz gestellt (BA pag. 12-05-0014, Zeilen 27 ff.). Am Morgen würde der Last-
wagen die Sammelbehälter im Erdgeschoss abladen. Danach würde triagiert. 
Die Kisten mit Tourennummern würden aufeinander gestapelt auf den Rolli gela-
den, nach oben gebracht und auf den entsprechenden Botenplatz gestellt. Die 
Kisten ohne Tourennummern würden noch vorsortiert. Der Lastwagenchauffeur 
lade die Kisten nur ab, würde aber nicht nach oben kommen (BA pag. 12-05-
0015, Zeilen 2 ff.). Dabei hätten alle Personen Zugang zum Anlieferungsplatz, 
die auch Zugang zum Gebäude hätten (a.a.O., Zeilen 20 f.). Es habe auch einen 
Pausenraum, wo Zustellmitarbeitende und auch Schaltermitarbeitende Pause 
machen würden (a.a.O., Zeilen 28 ff.). Sehr selten kämen Leute von der Paket-
zustellung in den Pausenraum, um einen Kaffee zu trinken. Öfters würden sie 
jedoch auf die Toilette gehen, dafür müssten sie aber einen Mitarbeiter fragen, 
da sie keine Schlüssel hätten (BA pag. 12-05-0016, Zeilen 3 ff.). 

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Zeuge L. schildert die Ereignisse stringent und detailliert. Seine Aussage ist zu-
dem überaus sachlich und beschränkt sich auf das Wahrgenommene, ohne den 
Beschuldigten übermässig oder in unsachlicher Weise zu belasten. Zudem legt 
er mehrfach Wissenslücken offen. Hinzu kommt, dass das Deponieren einer prä-
parierten Postsendung für Zeuge L. nicht alltäglich war und er am 6. Juli 2021 
von vornherein besondere Aufmerksamkeit auf die Situation legte. Auf seine Aus-
sage ist daher in allen wesentlichen Zügen abzustellen. 

4.3.3.3 Am 8. Dezember 2022 wurde M., Sekretärin und Postmitarbeiterin, als Auskunfts-
person in Anwesenheit des ehemaligen Verteidigers des Beschuldigten, Rechts-
anwalt D., durch die Bundesanwaltschaft einvernommen (BA pag.12-06-003 ff.). 
In U. hätten sie (die Schalterangestellten) jeweils von oben die avisierten Sen-
dungen geholt. Unten seien diese Sendungen jeweils als «Ankunft» gescannt 
worden. Das habe diejenige Person gemacht, die gerade Zeit gehabt habe (BA 
pag. 12-06-0004, Zeilen 12 ff.). Am 6. Juli 2021 seien neben ihr noch die Herren 
A. und I. anwesend gewesen (BA pag. 12-06-0005, Zeilen 12 f.). Am nämlichen 
Tag habe sie die Kiste nicht nach unten geholt. Die Briefsendungen seien bereits 
unten gelegen und zum Teil ausgebreitet beim äussersten Schalter gelegen, der 
vom Beschuldigten bedient worden sei. Sie habe um 17:00 Uhr Zeit gehabt und 
die in der Kiste verbliebenen Sendungen herausgenommen und gescannt. Dazu 
habe sie die Kiste zu ihrem Schalter genommen. Die Sendungen, die bereits 
beim Schalter des Beschuldigten ausgebreitet gewesen seien, habe sie dort be-
lassen. Sie wisse nicht, wer die Sendungen dort ausgebreitet habe. Normaler-
weise würden alle Briefsendungen zusammen eingescannt. Die ausgebreiteten 
Sendungen seien mutmasslich bereits sortiert und gescannt gewesen (a.a.O., 
Zeilen 17 ff.). Sie habe die Kiste mit den Briefen zu ihrem Schalter genommen. 
Allerdings habe sie die beim Schalter ausgebreiteten Briefe dort gelassen 
(a.a.O., Zeilen 21 ff.). Wenn eine offene oder halboffene Sendung eintreffe, 
werde der Chef gefragt, wie damit zu verfahren sei. Ihr sei das aber noch nie 
passiert (BA pag. 12-06-0007, Zeilen 13 ff.). Auskunftsperson M. führte aus, dass 
es nur eine einzige Stelle in der Post gäbe, welche Briefe öffnen dürfe (a.a.O., 
Zeilen 18 ff.). Es könne gut sein, dass ihre Fingerabdrücke auf einer Sendung 
seien, die sie weder gescannt noch herausgenommen habe. Denn beim Heraus-
geben der Sendung durchsuche man alle Sendungen (BA pag. 12-06-0008, Zeile 
28).   

Die Aussage der Auskunftsperson M. ist in den wesentlichen Zügen glaubhaft. 
Sie gibt eine stringente und detaillierte Beschreibung der Ereignisse. Ihre Aus-
sage ist sachlich und fokussiert sich auf das Wahrgenommene. Sie enthält keine 
übermässige oder unsachliche Belastung des Beschuldigten. Die Auskunftsper-
son M. legt zudem Wissenslücken offen. Ihre Aussage ist mit einer gewissen 
Zurückhaltung zu würdigen, da sie als Auskunftsperson befragt wurde und in die-
ser Funktion nicht zur Wahrheit verpflichtet war. 

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4.3.3.4 I., Kundenberater auf der Poststelle U., wurde am 8. Dezember 2022 in Anwe-
senheit des damaligen amtlichen Verteidigers des Beschuldigten, D., von der 
Bundesanwaltschaft als Auskunftsperson einvernommen (BA pag. 12-07-0004 
ff.). Auskunftsperson I. schilderte dabei, dass wenn eine Postsendung durch den 
Postboten nicht zugestellt werden könne, dem Empfänger eine Abholungseinla-
dung hinterlassen werde. Dann bringe der Postbote die Sendungen zurück und 
gebe sie den Kundenberatern. Sie müssten diese jeweils im 1. Stock abholen. 
Anschliessend scanne er sie mit «Ankunft» ein. Nachher würde die Sendung 
nach dem Fristdatum einsortiert (BA pag. 12-07-0004 f., Zeilen 11 ff.). Das Scan-
nen der Sendungen sei nicht fix zugeteilt (BA pag. 12-07-0005, Zeilen 5 ff.). Am 
fraglichen 6. Juli (2021) habe der Beschuldigte, Frau M. und er gearbeitet (a.a.O., 
Zeilen 15 ff.). Er wisse nicht, wer an diesem Tag die Sendungen eingescannt 
habe, er sei es nicht gewesen (a.a.O., Zeilen 20 ff.). Wenn ein Couvert schon 
offen sei, müsse man diese wieder zukleben (BA pag. 12-07-0006, Zeilen 2 ff.). 
Wenn Sendungen offen oder halboffen einträfen, dürften sie selbst nicht rein-
schauen (BA pag. 12-07-0007, Zeilen 1 ff.). Er bestritt, mit dem entwendeten 
Geld in Zusammenhang zu stehen (BA pag. 12-07-0007, Zeilen 21 ff.). Seine 
Luxusuhr, die etwa Fr. 3'500.00 gekostet habe, habe er sich mit Ersparnissen 
finanziert (BA pag. 12-07-0008, Zeilen 5 ff. und 12-07-0009, Zeilen 9 ff.).  

Die Aussage der Auskunftsperson I. erweist sich in den wesentlichen Zügen als 
glaubhaft. Er beschreibt die Ereignisse kohärent und detailliert. Die Aussage ist 
zudem sachlich und beschränkt sich auf das Wahrgenommene, ohne den Be-
schuldigten zu stark oder nicht sachgerecht zu belasten. Des Weiteren werden 
von ihm Wissenslücken offengelegt. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass er in 
seiner Funktion als Auskunftsperson befragt wurde und folglich keiner Wahrheits-
pflicht unterlag. 

4.4 Gesamtwürdigung und Beweisergebnis 

4.4.1 Unbestrittener Sachverhalt 

Es ist unbestritten und ergibt sich insbesondere anhand der glaubhaften Aussa-
gen von Zeuge L. (E. III.4.3.3.2), dass der Beschuldigte am 6. Juli 2021 gegen 
14:00 Uhr in der Poststelle U. die Kiste mit den avisierten Briefen vom 1. Stock 
zum Schalterbereich im Erdgeschoss an sich genommen hatte. Ebenso blieb un-
bestritten und wird durch Auskunftsperson M. (vgl. E. III.4.3.3.3) bestätigt, dass 
der Beschuldigte damit begann, die avisierten Briefe mit „Ankunft” zu scannen. 
Die übrigen Briefe, die vom Beschuldigten nicht gescannt wurden, wurden ab 
17:00 Uhr von Auskunftsperson M. mit „Ankunft” gescannt. 

- 33 - 

4.4.2 Geschlossener Zustand des Couverts 

4.4.2.1 Zunächst stellt sich die Frage, ob das (präparierte) Couvert von L. vollständig 
verschlossen in die Fristkiste gelegt wurde. Der Beschuldigte behauptet nämlich 
(vgl. E. III.4.3.1.2), das Couvert sei bereits (teilweise) geöffnet gewesen.  

4.4.2.2 Das Gericht geht grundsätzlich davon aus, dass das FOR als fachkundige Stelle 
sorgfältig arbeitet und die Täterfalle (vgl. E. III.4.3.2) korrekt präpariert hatte. 
Dazu gehört auch, dass das FOR die präparierten Umschläge sorgfältig und kor-
rekt verschliesst. Dies wird durch die vom FOR angefertigten Fotos bestätigt, 
welche die Umschläge – abgesehen von den Spuren einer Öffnung – korrekt 
verschlossen zeigen (vgl. E. III.4.3.2.1). 

4.4.2.3 Zeuge G. schildert weiter (vgl. E. III.4.3.3.1), dass er den Verschluss des Um-
schlags überprüft habe, um eine Selbstkontamination zu vermeiden. Diese Aus-
sage erscheint glaubhaft und in sich schlüssig, da Zeuge G. als Fachmann darauf 
bedacht ist, nicht in Verdacht zu geraten, und an einer erfolgreichen Operation 
ein Interesse hatte. 

4.4.2.4 Der eingeweihte Zeuge L. schildert überdies (vgl. E. III.4.3.3.2), dass er den Um-
schlag den ganzen Tag über – mit Ausnahme der postalischen Erfassung – ver-
schlossen in seinem Büro aufbewahrt und dann unversehrt in die Kiste mit den 
avisierten Sendungen gelegt habe. Diese Schilderungen erscheinen insbeson-
dere deshalb glaubhaft, weil der Vorgang des Einschleusens eines präparierten 
Couverts für Zeuge L. kein alltäglicher Vorgang war und er dementsprechend 
genau darauf achtete, was er tat und dass das Couvert verschlossen blieb. Zu-
dem erscheint seine Aussage, er habe das Couvert verschlossen in seinem Büro 
aufbewahrt und dann verschlossen in die Kiste mit den avisierten Postsendungen 
gelegt, in sich schlüssig. So war sich Zeuge L. aufgrund der Besonderheit des 
Falles bewusst, dass er das Couvert sicher verwahren musste, so dass es von 
aussen nicht einsehbar war und nicht beschädigt werden konnte. 

4.4.2.5 Darüber hinaus ist es ausgeschlossen, dass der Umschlag in der Kiste mit den 
avisierten Postsendungen selbst beschädigt wurde. In dieser Kiste befinden sich 
ausschliesslich andere Umschläge und es sind keine spitzen oder kantigen Ge-
genstände vorhanden, die den Umschlag hätten beschädigen können. 

4.4.2.6 Insgesamt gelangt das Gericht zu der Überzeugung, dass Zeuge L. das Couvert 
verschlossen in die Kiste gelegt hat, wodurch es an den Arbeitsplatz des Be-
schuldigten gelangte. Die Aussage des Beschuldigten, die dem entgegensteht, 
erweist sich als Schutzbehauptung. 

4.4.3 Öffnen des Couverts  

- 34 - 

4.4.3.1 Als Nächstes stellt sich die Frage, wer die fragliche Postsendung am 6. Juli 2021 
auf der Poststelle U. geöffnet hat. Der Beschuldigte bestreitet diesen Vorwurf 
(vgl. oben E. III.4.3.1).  

4.4.3.2 Zunächst ist festzuhalten, dass das Gutachten des FOR vom 29. September 
2021 (BA pag. 11.01.0045 ff.) zum Schluss kommt, dass das chemische Material 
des präparierten Umschlags mit demjenigen an den Fingern des Beschuldigten 
übereinstimmt. Die Verfärbungen könnten jedoch auch durch indirekten Kontakt 
oder eine Kontamination mit Silbernitrat in der Morphologie analog zur Diebes-
falle entstanden sein. Menge und Verteilung der Verfärbungen würden eher zu 
einem indirekten Kontakt passen (BA pag. 11-01-0050).  

4.4.3.3 Überdies ist zu würdigen, dass von den drei anwesenden Schalterangestellten 
lediglich der Beschuldigte Silbernitratspuren an den Händen hatte (vgl. E. 
4.3.2.2). Hätte einer der beiden anderen Schalterangestellten den Umschlag ge-
öffnet, hätte auch er sich mit Silbernitrat kontaminieren müssen. Denn wie die 
beim Beschuldigten aufgefundenen Kontaminationen zeigen, können selbst 
kleine Mengen von Silbernitrat nachgewiesen werden. Das Öffnen des Um-
schlags und die Beseitigung des Silbernitrats, das die Konsistenz von Puderzu-
cker hat, hätten beim Öffnenden zwingend Spuren hinterlassen, selbst wenn die-
ser Handschuhe getragen hätte. Denn spätestens beim Ausziehen der Hand-
schuhe wäre zu erwarten gewesen, dass sich der Öffnende zumindest geringfü-
gig kontaminiert. Weiter ist zu erwähnen, dass sich der präparierte Geldumschlag 
innerhalb eines anderen Umschlags befand, sodass eine Übertragung der Sil-
bernitratspuren nicht durch blosses Berühren des äusseren Umschlags erfolgen 
konnte. 

4.4.3.4 Das Gericht würdigt weiter, dass es gemäss den übereinstimmenden Aussagen 
von den Zeugen G. und L. sowie der Auskunftspersonen M. und I. (vgl. E. 
III.4.3.3) höchst ungewöhnlich und betriebsintern ausdrücklich untersagt ist, of-
fene oder halb offene Sendungen zu öffnen. Die diesbezügliche Aussage des 
Beschuldigten, dies sei überall (auch auf der Post) Praxis, ist daher nicht glaub-
haft. Es wird zudem festgestellt, dass es – entgegen den Aussagen des Beschul-
digten – im Arbeitsalltag gänzlich unüblich ist, in fremde (halb-)geöffnete Um-
schläge zu schauen. Diese bewusste Falschaussage des Beschuldigten muss 
so interpretiert werden, dass er versucht, die Silbernitratspuren an seinen Hän-
den zu rechtfertigen. 

4.4.3.5 Ebenso ist der Verbleib der Täterfalle keineswegs ungeklärt, entgegen der Be-
hauptung der Verteidigerin (CAR pag. 5.200.014, Ziff. 14 ff.). So geht aus den 
Aussagen des Zeugen L. hervor, dass der Beschuldigte um ca. 14:00 Uhr die 
Fristkiste mit der präparierten Postsendung vom oberen Stock in die Schalter-
halle nahm. Auskunftsperson M. schilderte, dass die Briefe auf der Arbeitsfläche 

- 35 - 

des Beschuldigten ausgebreitet wurden (was vom Beschuldigten nicht in Abrede 
gestellt und von der Verteidigerin in CAR pag. 5.200.015, Ziff. 15 übernommen 
wird). Zudem geht aus den Aussagen der Auskunftsperson M. hervor, dass sie 
die Fristkiste mit den übrigen avisierten Briefsendungen um ca. 17:00 Uhr an 
ihren Arbeitsplatz nahm. Selbst die Verteidigerin geht davon aus, dass sich die 
Täterfalle zu diesem Zeitpunkt immer noch auf dem Arbeitsplatz des Beschuldig-
ten befand und nicht durch die Auskunftsperson M. entnommen wurde (CAR pag. 
5.200.015, Ziff. 15). Um 17:14 Uhr wurde die fragliche Sendung durch H. abge-
holt (BA pag. 10–01–0100). Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich die Täterfalle 
im Herrschaftsbereich des Beschuldigten. Somit hatte in erster Linie er Gelegen-
heit, die Täterfalle zu behändigen und zu öffnen. Es ist nicht bekannt und wird 
auch nicht geltend gemacht, dass eine andere Person die avisierten Postsen-
dungen bearbeitete bzw. diese behändigte. 

4.4.3.6 Des Weiteren überzeugt die von der Verteidigerin ins Spiel gebrachte Variante 
einer kontaminierten Oberfläche, welche der Beschuldigte versehentlich berührt 
habe (CAR pag. 5.200.013, Ziff. 13), nicht. Zunächst wäre bei einer solchen 
These zu erwarten gewesen, dass sich auch ein anderer Mitarbeiter kontaminiert 
hätte, was jedoch nicht der Fall war. Schliesslich kann sich die Verteidigung we-
der auf eine Aktenstelle noch auf eine Aussage des Beschuldigten stützen. Viel-
mehr wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschuldigte einen Kontakt mit einer 
puderzuckerähnlichen Substanz wahrgenommen und entsprechende Aussagen 
getätigt hätte (CAR pag. 5.300.007, Zeilen 16 ff.; zur Berücksichtigung der Aus-
sageverweigerung eines Beschuldigten bei erklärungsbedürftigen und belasten-
den Beweiselementen vgl. z. B. Urteil des Bundesgerichts 6B_1205/2022 vom 
22. März 2023, E. 2.4.1 m. H.). 

4.4.3.7 Das soeben Dargestellte legt die Täterschaft des Beschuldigten in Fall 5 nahe. 
Die von der Verteidigerin dagegen aufgeführten Argumente überzeugen nicht: 

a) Die Verteidigerin stört sich daran, dass das Gutachten zwar von einem indirekten 
Kontakt des Täters mit der Täterfalle ausgehe und spekuliere, dass der Täter 
Handschuhe getragen oder Werkzeug benutzt habe, allerdings hätten sich keine 
Handschuhe oder Werkzeuge sicherstellen lassen. Zudem seien auf der Täter-
falle keine Spuren von Handschuhen oder Werkzeugen gefunden worden (CAR 
pag. 52.200.014, Ziff. 11). Die Bemerkung der Verteidigerin ist insofern zutref-
fend, als die geltend gemachten Gegenstände und Spuren tatsächlich nicht ge-
funden wurden. Entscheidend ist jedoch, dass das Gutachten Silbernitrat auf den 
Händen des Beschuldigten feststellte. Die gutachterliche Hypothese, wie das Sil-
bernitrat auf die Hände des Beschuldigten gelangte, ist ein möglicher Erklärungs-
versuch für die aufgefundenen Spuren. Für den vorliegenden Fall ist jedoch ein-

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zig die Frage massgeblich, ob der Beschuldigte den mit Bargeld gefüllten Um-
schlag geöffnet hat. Diese Frage wird im Rahmen einer Gesamtwürdigung (vgl. 
sogleich) zu klären sein. 

b) Die Verteidigerin geht davon aus, dass der Beschuldigte die Täterfalle am 6. Juli 
2021 zur Fristkiste (im ersten Obergeschoss) zurückgelegt habe und diese an-
schliessend durch R. (erneut) in den Schalterbereich im Erdgeschoss genommen 
worden sei (CAR pag. 5.200.016, insbes. Ziff. 19). Dabei stützt sie sich wohl auf 
BA pag. 12-05-0009, Zeilen 8 ff., wo Zeuge L. das von der Verteidigerin geschil-
derte Vorgehen beschreibt. Zeuge L. bezog sich dabei jedoch auf die erste, vo-
rangehende und erfolglose Täterfalle. Deshalb sind die diesbezüglichen Ausfüh-
rungen der Verteidigerin nicht weiter zu erörtern. 

4.4.3.8 Betrachtet man sämtliche aufgeführten Beweise in ihrer Gesamtheit, so sind 
diese nur so zu deuten, dass der Beschuldigte die Täterfalle geöffnet und sich 
dabei mit Silbernitrat kontaminiert hat. Aufgrund der Fülle der gegen den Be-
schuldigten sprechenden Indizien verbleiben dabei keine Restzweifel an seiner 
Täterschaft. 

4.4.4 Zum Motiv des Öffnens des Couverts 

4.4.4.1 Es bleibt das Motiv des Beschuldigten zu klären, wieso er das nämliche Couvert 
öffnete.  

4.4.4.2 Der Beschuldigte gab vor Vorinstanz an, dass er im Allgemeinen halboffene Cou-
verts aus Neugierde öffne, ohne sich allerdings zum konkreten Fall zu äussern 
(vgl. E. III.4.3.1.2). Wie oben unter E. III.4.4.2 gezeigt, gelangte das präparierte 
Couvert vollständig verschlossen an den Arbeitsplatz des Beschuldigten. Da der 
Beschuldigte (angeblich) nur offene oder halboffene Couverts aus Neugierde öff-
net und die präparierte Sendung vollständig verschlossen war, scheidet das Mo-
tiv der Neugierde selbst nach den Aussagen des Beschuldigten aus. 

4.4.4.3 Zur Klärung der Motivlage des Beschuldigten würdigt das Gericht, dass es sich 
bei der Sendung um einen an H. adressierten Brief in einem Umschlag der B. 
handelte, in dem das mit Bargeld gefüllte Innencouvert fühlbar war (vgl. insbe-
sondere E. II.2.2). Das Gericht ist überzeugt, dass der Beschuldigte davon aus-
ging oder die starke Vermutung hatte, dass sich Bargeld in diesem Couvert be-
fand. Wird eine mit Bargeld gefüllte Sendung durch eine unberechtigte Person 
geöffnet, ist keine andere nachvollziehbare Erklärung denkbar, als dass diese 
das Geld aus der Sendung entwenden wollte. Dies gilt umso mehr, als – wie noch 
zu zeigen sein wird – in den vergangenen Sendungen 1–3 ebenfalls das Bargeld 
entwendet wurde (vgl. E. III.5 ff.) und nicht ersichtlich ist, wieso der Täter im Fall 

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5 anders verfahren sollte, zumal dieser mit den Fällen 1–3 zusammenhängt (vgl. 
E. III.10.1). 

4.5 Fazit 

Insgesamt lässt sich das folgende Fazit ziehen: Am 6. Juli 2021 wurde ein an H. 
adressiertes und mit Bargeld gefülltes Innencouvert der B. von der FOR mit Sil-
bernitrat präpariert. Anschliessend wurde es vom Zeugen L. vollständig ver-
schlossen in die Kiste für avisierte Postsendungen gelegt. Diese wurde daraufhin 
vom Beschuldigten in den Schalterbereich gebracht. Er öffn