# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16e80b72-b22c-57c6-b41e-9bf2ad2c8163
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-06-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Strafkammer und Anklagekammer 22.06.2005 ST.2005.5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_001_ST-2005-5_2005-06-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/3

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: ST.2005.5

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Strafkammer und Anklagekammer

Publikationsdatum: 22.06.2005

Entscheiddatum: 22.06.2005

Entscheid Kantonsgericht, 22.06.2005
Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB (SR 311.0). Bandenmässigkeit: Zwei Personen 
genügen, um eine Bande im Sinne der Gesetzgebung zu bilden, wenn 
gewisse Mindestansätze einer Organisation (etwa einer Rollen- oder 
Arbeitsteilung) und die Intensität des Zusammenwirkens ein derartiges 
Ausmass erreichten, dass von einem bis zu einem gewissen Grade fest 
verbundenen und stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn 
dieses allenfalls nur kurzlebig war (Kantonsgericht, Strafkammer, 22. Juni 
2005, ST.2005.5).

Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB (SR 311.0). "Bandenmässigkeit": Zwei Personen 

genügen, um eine Bande im Sinne der Gesetzgebung zu bilden, wenn gewisse 

Mindestansätze einer Organisation (etwa einer Rollen- oder Arbeitsteilung) und 

die Intensität des Zusammenwirkens ein derartiges Ausmass erreichten, dass von 

einem bis zu einem gewissen Grade fest verbundenen und stabilen Team 

gesprochen werden kann, auch wenn dieses allenfalls nur kurzlebig war

(Kantonsgericht, Strafkammer, 22. Juni 2005, ST.2005.5).

 

Sachverhalt:

Der Angeklagte ist zusammen mit einem Mittäter innert vier Wochen in zwei 

Verkaufsgeschäfte eingebrochen: Während sie in einem Elektronikgeschäft Ware im 

Wert von einigen zehntausend Franken erbeuteten, standen sie in einem 

Bijouteriegeschäft vor leeren Vitrinen. Dabei sind die Täter jeweils nach der selben 

Arbeitsteilung vorgegangen.

Aus den Erwägungen:

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2. b) Der Verteidiger macht unter Verweis auf NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar zum 

StGB, Art. 139 N 117, geltend, Bandenmässigkeit setze "nach überwiegender 

Lehrmeinung das Zusammenwirken von mindestens drei Personen voraus". Ob man 

hier tatsächlich von der überwiegenden Lehrmeinung sprechen kann (NIGGLI/RIEDO 

beziehen sich auf VON BÜREN, OTT sowie SCHUBARTH/ALBRECHT, während 

GERBER, TRECHSEL, STRATENWERTH und PRAGER die Ansicht vertreten, ein 

Zusammenschluss von nur zwei Personen reiche aus), kann offen bleiben. Denn 

unbestritten ist, dass sich das Bundesgericht mit dieser von Seiten der Lehre 

geäusserten Kritik auseinandergesetzt, aber an seiner Rechtsprechung festgehalten 

hat, wonach zwei Personen genügen können, um eine Bande im Sinne der 

Gesetzgebung zu bilden (vgl. insb. BGE 124 IV 86 sowie 286). Es besteht kein Anlass, 

von dieser Praxis abzuweichen.

c) Das Bundesgericht hält in Fällen, in welchen sich lediglich zwei Personen 

zusammengeschlossen haben, das Tatbestandsmerkmal der Bandenmässigkeit dann 

für möglich, wenn "gewisse Mindestansätze einer Organisation (etwa einer Rollen- oder 

Arbeitsteilung) und die Intensität des Zusammenwirkens ein derartiges Ausmass 

erreichten, dass von einem bis zu einem gewissen Grade fest verbundenen und 

stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses allenfalls nur kurzlebig 

war" (BGE 124 IV 89). Diese Voraussetzungen an Organisation und Intensität sind 

erfüllt, war doch der Angeklagte jeweils für den Einbruch im engeren Sinne (Betreten 

der Räumlichkeiten, Einschlagen von Vitrinen etc. und Behändigen des Beutegutes) 

verantwortlich, während sein Partner jeweils für die Auswahl des Objekts, die 

Beschaffung von Fahrzeugen und das Lenken des Fluchtfahrzeugs besorgt war.

d) Der Tatbestand verlangt den Willen "zur fortgesetzten Verübung" von Diebstahl, also 

den Willen, mehrere solche Delikte zu begehen. Das Bundesgericht (BGE 122 IV 267) 

und die herrschende Lehre lassen den Entschluss zu einer Anzahl von mehr als zwei 

Delikten genügen (vgl. NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 139 N 120 mit Hinweisen, wobei die 

beiden Autoren selbst eine unbestimmte, mindestens aber eine grössere Anzahl von 

Delikten fordern). Auf diesen Willen kann als innere Tatsache mangels Aussagen des 

Angeklagten und seines Komplizen nur aufgrund von Indizien geschlossen werden. 

Vorliegend wurde ein Diebstahl sowie ein Versuch dazu begangen, und es besteht kein 

Zweifel daran, dass das Delinquieren weiter gegangen wäre. Der Mutmassung der 

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Verteidigung, es sei mindestens ebenso wahrscheinlich, dass der Angeklagte die 

Schweiz nach dem Einbruchdiebstahl ins Bijouteriegeschäft wieder verlassen hätte, 

kann insbesondere angesichts der deliktischen Vergangenheit des Angeklagten nicht 

gefolgt werden: Er ist mehrfach einschlägig vorbestraft und wurde unter anderem im 

Jahre 2002 vom Bezirksgericht Zürich wegen vier Bijouterieeinbrüchen mit einem 

Deliktsbetrag von Fr. 370'000.-- verurteilt (...); die Deliktsserie wurde auch damals erst 

mit der Festnahme beendet. Dass vorliegend geplant gewesen wäre, nach zwei 

(geglückten) Einbrüchen mit der Delinquenz aufzuhören, wie der Verteidiger geltend 

macht, ist somit nicht nachvollziehbar. Dies auch deshalb, weil keinerlei konkrete 

Anzeichen für eine geplante Rückreise bestehen und auch der Angeklagte selbst nichts 

in dieser Hinsicht geltend machte.

e) Sind somit sowohl die objektiven als auch die subjektiven Tatbestandselemente von 

Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB erfüllt, hat sich der Angeklagte des bandenmässigen 

Diebstahls (und des Versuchs dazu; vgl. aber sogleich E.II.4) schuldig gemacht.

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	Entscheid Kantonsgericht, 22.06.2005
	Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB (SR 311.0). Bandenmässigkeit: Zwei Personen genügen, um eine Bande im Sinne der Gesetzgebung zu bilden, wenn gewisse Mindestansätze einer Organisation (etwa einer Rollen- oder Arbeitsteilung) und die Intensität des Zusammenwirkens ein derartiges Ausmass erreichten, dass von einem bis zu einem gewissen Grade fest verbundenen und stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses allenfalls nur kurzlebig war (Kantonsgericht, Strafkammer, 22. Juni 2005, ST.2005.5).

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