# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42716a90-58aa-5431-9f22-bd2ee1434906
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-19
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 19.09.2023 BS 2023 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2023-20_2023-09-19.pdf

## Full Text

Beschluss Variante_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2023 20

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter M. Siegwart
Gerichtsschreiber F. Eller

Beschluss vom 19. September 2023

in Sachen

A.________, geb. tt.mm.1970 in B.________, von C.________, 
wohnhaft in D.________,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt E.________,
Beschwerdeführerin 1,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin G.________, 
Beschwerdegegnerin 1,

betreffend

Widerruf des bedingten Strafvollzuges

sowie

Rechtsanwalt E.________,
Beschwerdeführer 2,

gegen

Strafgericht des Kantons Zug, Kollegialgericht, Aabachstrasse 3, Postfach, 6301 Zug,
Beschwerdegegnerin 2,

betreffend 

Entschädigung des amtlichen Verteidigers

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Sachverhalt

1. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 1) wurde mit Urteil des Obergerichts des 
Kantons Zug vom 4. Mai 2017 (S 2016 24-29) wegen Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen 
Betrug und wegen mehrfacher Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung mit einer 
Freiheitsstrafe von 29 Monaten bestraft, wovon zwölf Monate (unter Anrechnung der Unter-
suchungshaft von 162 Tagen) zu vollziehen waren. Im Umfang von 17 Monaten wurde der 
Vollzug aufgeschoben und die Probezeit wurde auf vier Jahre festgesetzt (OG GD 19/1). Mit 
Urteil vom 13. Oktober 2017 (S 2016 53/54) bestrafte das Obergericht des Kantons Zug die 
Beschwerdeführerin 1 wegen Betrugs und Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug mit 
einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs für 
eine Probezeit von vier Jahren, als Zusatzstrafe zum vorerwähnten Urteil vom 4. Mai 2017 
(OG GD 19/2).

2. Das Amtsgericht Konstanz verurteilte die Beschwerdeführerin 1 am 4. Februar 2021 rechts-
kräftig wegen gewerbsmässiger Hehlerei in zwölf Fällen sowie wegen Betrugs in zwei Fällen, 
begangen im Zeitraum vom 27. Februar 2019 bis 22. August 2020, zu einer bedingten Ge-
samtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten (OG GD 10).

3. Das Strafgericht des Kantons Zug, Kollegialgericht (nachfolgend: Vorinstanz), widerrief mit 
Beschluss vom 24. Januar 2023 den bedingten Vollzug der vom Obergericht ausgesproche-
nen Freiheitsstrafen und ordnete den Vollzug im Umfang von 24 Monaten an. Weiter setzte 
es die Entschädigung des amtlichen Verteidigers auf CHF 9'000.00 (inkl. Auslagen, exkl. 
MWST) fest, verpflichtete die Beschwerdeführerin 1 zu deren Rückzahlung, sobald es ihre 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, und auferlegte der Beschwerdeführerin 1 die Verfah-
renskosten von total CHF 2'590.00.

4. Am 13. Februar 2023 erhob der amtliche Verteidiger Beschwerde und stellte folgende An-
träge:

1. Es seien die bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafen des Obergerichts des Kantons Zug vom 
4. Mai 2017 von 17 Monaten und vom 13. Oktober 2017 von 7 Monaten nicht zu widerrufen.

2. Es sei die Probezeit um weitere 2 Jahre zu verlängern.

3. Allenfalls sei der Beschwerdeführerin 1 für die Probezeit eine Bewährungshilfe/Bewährungsbei-
stand zur Seite zu stellen, bei welcher sich die Beschwerdeführerin 1 jährlich zu melden hat und 
worüber dem Gericht entsprechend Bericht zu erstatten sei.

4. Ausgangsgemäss sei über die Kostentragung zu befinden.

5. Es sei dem Unterzeichneten ein seinen erbrachten Leistungen tatsächlich entsprechendes Ho-
norar zuzusprechen und auszuzahlen.

5. Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz verzichteten auf eine Vernehmlassung.

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Erwägungen

1.
1.1 Gegen den Beschluss des erstinstanzlichen Gerichts im Verfahren bei selbständigen 

nachträglichen Entscheiden ist die Beschwerde zulässig (BGE 141 IV 396). Der amtliche 
Verteidiger kann gegen den Entschädigungsentscheid des erstinstanzlichen Gerichts Be-
schwerde bei der Beschwerdeinstanz erheben (Art. 135 Abs. 3 lit. a StPO). 

1.2 Legitimiert zur Erhebung eines Rechtsmittels ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes In-
teresse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die 
Festsetzung der Höhe der Entschädigung betrifft grundsätzlich nur die eigenen Interessen 
des amtlichen Verteidigers. Er ist demnach zur Beschwerde befugt (Art. 135 Abs. 3 StPO). 
Dagegen ist die amtlich verteidigte Partei durch eine behaupteter Weise zu tief angesetzte 
Entschädigung nicht in ihren eigenen Rechten betroffen, weshalb es ihr nach konstanter 
Rechtsprechung an einem rechtlich geschützten Interesse an der Erhöhung der Entschädi-
gung fehlt. Sie ist nicht zur Rüge legitimiert, das dem amtlichen Verteidiger zugesprochene 
Honorar sei zu niedrig bemessen (Urteil des Bundesgerichts 6B_336/2018 vom 12. Dezem-
ber 2018 E. 1.5 m.H.).

1.3 In Ziff. 5 des Rechtsbegehrens wird beantragt, dem amtlichen Verteidiger sei ein seinen er-
brachten Leistungen tatsächlich entsprechendes Honorar zuzusprechen und auszuzahlen. 
Es fragt sich, ob dieser Antrag vom amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt E.________, im Na-
men von A.________ oder im eigenen Namen gestellt wurde. Denn A.________ ist – wie 
ausgeführt – nicht legitimiert, eine höhere Entschädigung des amtlichen Verteidigers zu be-
antragen. Das Rubrum der Beschwerdeschrift nennt einzig A.________ als Beschwerdefüh-
rerin, was dafürspricht, dass nur in ihrem Namen Beschwerde erhoben wurde. Gleiches er-
gibt sich aus der Darstellung der einzelnen Anträge. Diese wurden in einem Block numme-
riert mit 1-5 aufgeführt. Wären nicht alle Anträge im Namen der gleichen Person gestellt wor-
den, wäre zu erwarten gewesen, dass sie entsprechend separat genannt würden. Aus dem 
Abschnitt "Eingrenzung des Beschwerdethemas" der Begründung lassen sich keine Rück-
schlüsse ziehen, in wessen Namen Antrag Ziff. 5 gestellt wurde. Der Titel des dritten Ab-
schnitts "Zur Honorarbeschwerde" lässt hingegen darauf schliessen, dass zwei Beschwerden 
erhoben wurden. Dies bestätigt sodann der Schlusssatz, wonach "sowohl die Beschwerde 
gegen den Beschluss des Strafgerichts Zug vom 24.01.2023 betreffend Widerruf des beding-
ten Strafvollzugs als auch die Honorarbeschwerde gegen den erwähnten Beschluss der Vor-
instanz gutzuheissen" seien. In der Gesamtbetrachtung ist davon auszugehen, dass Antrag 
Ziff. 5 vom amtlichen Verteidiger im eigenen Namen gestellt wurde, mithin inhaltlich zwei Be-
schwerden von zwei verschiedenen Beschwerdeführern in einer einzigen Beschwerdeschrift 
erhoben wurden. Da die Beschwerden in einer einzigen Beschwerdeschrift erhoben wurden, 
rechtfertigt es sich, diese auch in einem Entscheid zu behandeln.

2. Widerruf des bedingten Strafvollzugs

2.1 Die Vorinstanz begründete den Widerruf zusammengefasst wie folgt: Gemäss dem Urteil des 
Amtsgerichts Konstanz habe die Beschwerdeführerin 1 als Mittäterin in zwölf Fällen E-Bikes 
und Fahrräder im Gesamtwert von CHF 27'500.00 und EUR 2'840.00 gehehlt und einen 
zweifachen Betrug mit einer Deliktssumme von EUR 600.00 begangen, um damit zumindest 

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teilweise ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die recht hohe Deliktssumme und das arbeits-
teilige sowie planmässige Vorgehen fielen negativ auf. Gegen die Beschwerdeführerin 1 
spreche auch der recht lange Deliktszeitraum und dass sie nur knapp 14 Monate nach Eröff-
nung des Urteils vom 13. Oktober 2017 erneut Straftaten begangen habe. Negativ wirke sich 
aus, dass sämtliche Straftaten vollumfänglich in die Bewährungszeit von (gar) zwei Urteilen 
gefallen seien. Weiter sei zu berücksichtigen, dass selbst die Verbüssung des unbedingt voll-
ziehbaren Teils von zwölf Monaten der teilbedingten Strafe des Urteils vom 4. Mai 2017 
keine nachhaltige Wirkung gehabt habe. Ins Gewicht falle ausserdem, dass die Beschwerde-
führerin 1 drei Vorstrafen aus den Jahren 2014 und 2015 aufweise. Sie habe somit seit 2014 
delinquiert. Die von der Verteidigung vorgebrachte "abhängige Persönlichkeitsstörung" sei 
eine blosse Parteibehauptung, die durch nichts belegt sei. Selbst wenn diese angenommen 
würde, würde sich dies nicht zu Gunsten der Beschwerdeführerin 1 auswirken. Denn es 
bestünden hinreichende Gründe, wonach sie sich erneut in einem Abhängigkeitsverhältnis 
befinden könnte. Die Beschwerdeführerin 1 lebe zwar ansonsten in geordneten Verhältnis-
sen, gehe einer Arbeit nach und bestreite ihren Lebensunterhalt soweit ersichtlich selbst. 
Dies vermöge jedoch die gewichtigen negativen Aspekte nicht zu kompensieren. In einer Ge-
samtbetrachtung müsse ihr eine ungünstige Prognose attestiert werden, weshalb die beding-
ten Freiheitsstrafen zu widerrufen seien. 

2.2 Die Verteidigung bringt dagegen zusammengefasst vor, die Beschwerdeführerin 1 habe sich 
seit der Verurteilung durch das Amtsgericht Konstanz vom 4. Februar 2021 absolut wohl ver-
halten. Auch nach den Verurteilungen durch das Obergericht im Jahr 2017 habe sie sich 
während drei Jahren der insgesamt vierjährigen Probezeit bis zu ihrer Verhaftung am 22. Au-
gust 2020 wohl verhalten. Nach ihrer Untersuchungshaft von fünfeinhalb Monaten habe sich 
die Beschwerdeführerin 1 schnell aufgefangen und neue Wege aus ihrer desolaten Lebenssi-
tuation gefunden. Sie lebe nun in stabilen Verhältnissen. Seit dem 1. Januar 2022 habe sie 
eine feste Anstellung und bewähre sich am Arbeitsplatz bestens. Sie lebe mit Martin Steiner 
in einer stabilen Beziehung. Die Persönlichkeit und die Lebensumstände der Beschwerdefüh-
rerin 1 hätten sich somit seit der Haft positiv entwickelt bzw. verändert. Dies sei bei der Pro-
gnose positiv bzw. sehr positiv zu bewerten. Auch habe die Untersuchungshaft in einem der 
berüchtigtsten Frauengefängnisse Deutschlands sicherlich eine abschreckende Wirkung und 
eine erhebliche Warnungswirkung auf die Beschwerdeführerin 1 gehabt. Es brauche daher 
keiner weiteren Warnungswirkung, um die Bewährungsaussichten zu verbessern. Vorliegend 
sei nicht ernsthaft zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin 1 erneut Straftaten begehen 
werde, weshalb vom Widerruf abzusehen sei. Bei ihr würden – obwohl für einen Widerrufs-
verzicht nicht verlangt – besonders günstige Umstände vorliegen. Den Umständen angemes-
sen sei lediglich eine Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre und die Anordnung einer Be-
währungshilfe. 

2.3 Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Widerrufs sowie die Rechtsprechung und 
Literatur dazu zutreffend und umfassend dargelegt. Darauf kann gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO 
verwiesen werden (SG GD 22 E. 6 und 6.1). Ergänzend ist anzuführen, dass für den Verzicht 
auf den Widerruf – wie die Verteidigung zutreffend vorbringt – keine günstige Prognose erfor-
derlich ist, sondern es genügt, wenn keine ungünstige Prognose vorliegt (BGE 134 IV 140 
E. 4.3; Schneider/Garré, Basler Kommentar, 4. A. 2019, Art. 46 StGB N 41). 

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2.4 Dem Urteil des Amtsgerichts Konstanz vom 4. Februar 2021 lag zusammengefasst folgender 
Sachverhalt zu Grunde: Zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt vor dem 27. Februar 
2019 entschlossen sich die Beschwerdeführerin 1 und ihr Mittäter ihren Lebensunterhalt zu-
mindest teilweise durch den Ankauf und anschliessenden gewinnbringenden Verkauf von zu-
vor von unbekannter Täterschaft in der Nordschweiz und im Stadtgebiet Konstanz entwende-
ten hochwertigen Fahrrädern und E-Bikes zu erwirtschaften, wobei ihnen die deliktische Her-
kunft bewusst war. In Umsetzung dieses Tatplanes verbrachten die Beschwerdeführerin 1 
und ihr Mittäter im Zeitraum 27. Februar 2019 bis 22. August 2020 Fahrräder und E-Bikes in 
die von ihnen bewohnte Wohnung in D.________ oder in das von der Beschwerdeführerin 1 
in Winterthur angemietete Zimmer, um das Deliktsgut zur Vorbereitung des Weiterverkaufs 
insoweit zu verändern, dass seine deliktische Herkunft nicht mehr erkennbar war (OG GD 10 
S. 4). 

2.5 Wie die Vorinstanz zutreffend erkannte, liegt mit den Straftaten zwischen dem 27. Februar 
2019 und dem 22. August 2020, für welche die Beschwerdeführerin 1 vom Amtsgericht Kon-
stanz verurteilt wurde, ein Rückfall i.S.v. Art. 46 Abs. 1 StGB vor. Dies wird von der Verteidi-
gung im Beschwerdeverfahren nicht bestritten. Auch macht die Verteidigung nicht mehr gel-
tend, das Urteil des Amtsgerichts Konstanz verstosse gegen den schweizerischen Ordre pu-
blic. Darauf ist somit nicht weiter einzugehen und es kann diesbezüglich auf den vorinstanzli-
chen Beschluss verwiesen werden (SG GD 22 E. 6.2).

2.6
2.6.1 Die Beschwerdeführerin 1 hat sich zwar seit dem Urteil des Amtsgerichts Konstanz vom 

4. Februar 2021 wohl verhalten. Es sind weder neue Urteile noch neue Strafuntersuchungen 
bekannt (act. 5). Entgegen den nicht nachvollziehbaren Ausführungen der Verteidigung hat 
sie sich aber nach den Verurteilungen durch das Obergericht nicht während drei von vier 
Jahren Probezeit wohl verhalten. Denn sie wurde zwischen dem 27. Februar 2019 und dem 
22. August 2020 straffällig. Diese Taten bilden denn auch den Anlass für das vorliegende 
Widerrufsverfahren. Auch wenn ein Rückfall nicht automatisch zum Widerruf führt, spricht er 
vorliegend stark für eine ungünstige Prognose. Denn die Taten erfolgten bzw. begannen 
knapp 14 Monate nach der Eröffnung des Urteils vom 13. Oktober 2017 und knapp sechs 
Monate nachdem die Beschwerdeführerin 1 den vollziehbaren Teil der mit Urteil des Ober-
gerichts vom 4. Mai 2017 ausgesprochenen Freiheitsstrafe verbüsst hatte (Vollzug vom 
18. Januar 2018 bis 14. August 2018; act. 6). Die Verurteilungen und der Vollzug eines Teils 
der Freiheitsstrafe haben keine nachhaltigen Wirkungen auf die Beschwerdeführerin 1 ge-
habt. Hinzu kommt, dass sich die Delinquenz, welche Anlass für dieses Widerrufsverfahren 
gibt, über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren erstreckte. Es handelte sich also nicht um 
eine einmalige Tat. Bei diesen Taten ist sodann erneut eine hohe kriminelle Energie erkenn-
bar, da die Beschwerdeführerin 1 und ihr Mittäter planmässig und in arbeitsteiliger Weise 
vorgingen; so mietete sie extra ein Zimmer, um die Fahrräder dort unterzubringen und für 
den Weiterverkauf vorzubereiten. Auch die Deliktssumme war hoch. Die gehehlten E-Bikes 
und Fahrräder hatten einen Gesamtwert von CHF 27'500.00 und EUR 2'840.00. Beim Betrug 
lag die Deliktssumme bei EUR 600.00. Weiter erzielten die Beschwerdeführerin 1 und ihr Mit-
täter aus dem Verkauf weiterer gestohlener Fahrräder einen Deliktserlös von EUR 17'273.11. 
Es handelt sich mithin um eine schwere Straftat. Überdies wirkt sich negativ aus, dass die 
Beschwerdeführerin 1 zwei weitere Vorstrafen aufweist. Am 22. April 2014 wurde sie von der 
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl wegen einfachen Diebstahls, begangen am 8. August 2013, 

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mit einer Busse von CHF 300.00 und einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 
CHF 30.00 bestraft. Das Amtsgericht Konstanz verurteilte sie am 21. August 2015 zu einer 
unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu EUR 20.00. Die Beschwerdeführerin 1 wurde 
somit seit 2013 wiederholt straffällig. Die bisherigen Strafen schreckten sie offensichtlich 
nicht ab, was deutlich für eine Schlechtprognose spricht. 

2.6.2 Auf der anderen Seite spricht grundsätzlich für eine günstige Prognose, dass die Beschwer-
deführerin 1 einer festen Arbeit nachgeht und in einer stabilen Beziehung lebt sowie – wie er-
wähnt – sich seit dem Urteil des Amtsgerichts Konstanz vom 4. Februar 2021 wohl verhalten 
hat. Hierzu ist jedoch zu bemerken, dass es sich einerseits um eine relativ kurze Dauer des 
Wohlverhaltens handelt und andererseits die Probezeit der vom Amtsgericht Konstanz aus-
gesprochenen bedingten Freiheitsstrafe läuft, was die Beschwerdeführerin 1 aktuell verstärkt 
zu einem Wohlverhalten anhalten dürfte. Vor der Vorinstanz argumentierte die Verteidigung, 
die Beschwerdeführerin 1 sei aufgrund der abhängigen Persönlichkeitsstörung bzw. aufgrund 
eines Abhängigkeitsverhältnisses in der Vergangenheit straffällig geworden (SG GD 21/1 
S. 4 f.). Diese Persönlichkeitsstörung ist jedoch, wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, nicht 
belegt und die Verteidigung brachte im Beschwerdeverfahren diesbezüglich nichts (mehr) 
vor. Im Übrigen würde eine solche Diagnose im vorliegenden Fall auch nichts an der Legal-
prognose ändern, denn die Beschwerdeführerin 1 dürfte sich – wie die Vorinstanz zutreffend 
festgehalten hat – auch aktuell wieder in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden. Ihr neuer 
Partner ist sowohl ihr Arbeitgeber als auch ihr Vermieter. Sie erzielt ein monatliches Brutto-
einkommen von EUR 1'800.00 (SE GD 19; SE GD 21 S. 2-3) bzw. einen Nettoverdienst von 
EUR 1'329.07 (vgl. Lohnabrechnungen; SE GD 19). Gemäss ihrer Aussage ist dies für deut-
sche Verhältnisse ein relativ geringer Lohn (SE GD 21 S. 2). Sodann beträgt die Miete 
EUR 750.00 (SE GD 19). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die rund sechsmonatige 
Untersuchungshaft im deutschen Strafverfahren zwar einen gewissen Eindruck hinterlassen 
haben dürfte. Diesem Umstand darf aber nicht zu viel Gewicht beigemessen werden, da der 
Vollzug der – nach Anrechnung der Untersuchungshaft verbliebenen – fast sieben Monate 
Freiheitsstrafe im Jahr 2018 offenbar keine nachhaltige Wirkung hatte. Insgesamt liegen ent-
gegen der Ansicht der Verteidigung bei der Beschwerdeführerin 1 keine besonders günstigen 
Umstände vor.

2.6.3 Das Amtsgericht Konstanz gewährte der Beschwerdeführerin 1 den bedingten Strafvollzug 
und begründete dies wie folgt: Die Beschwerdeführerin 1 habe sich schuldeinsichtig gezeigt 
und durch ihr Geständnis, bei welchem sie weitere, in der Anklageschrift nicht vorgeworfene 
Taten zugegeben habe, habe sie gezeigt, dass eine günstige Entwicklungsfähigkeit durchaus 
noch gegeben sei. Sie habe sich nahezu sechs Monate in Untersuchungshaft befunden. Die-
ser Freiheitsentzug habe eine Nachreifung und Stabilisierung bewirkt und sie hinreichend be-
eindruckt sowie nachhaltig gewarnt. Angesichts der gezeigten Bereitschaft, ihre Defizite an-
zugehen, sei zu erwarten, dass sie sich künftig wohl verhalte (OG GD 10 S. 12). 

Diese Einschätzung des Amtsgerichts Konstanz rechtfertigt es noch nicht, im vorliegenden 
Fall auf den Widerruf zu verzichten. Das Amtsgericht Konstanz hatte zwar Kenntnis davon, 
dass die Beschwerdeführerin 1 in der Schweiz "strafrechtlich in Erscheinung getreten" war; 
die genauen Vorstrafen der Beschwerdeführerin 1 in der Schweiz waren ihm aber nicht be-
kannt (OG GD 10 S. 4). Dem Entscheid des Amtsgerichts Konstanz kann daher diesbezüg-
lich kein hohes Gewicht beigemessen werden.

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2.6.4 In der Gesamtbetrachtung ist – trotz der aktuell grundsätzlich geordneten Verhältnisse – 
namentlich aufgrund der schweren Straffälligkeit während der Probezeit und kurz nach Ent-
lassung aus dem Strafvollzug sowie der wiederholten Verurteilungen seit 2013 von einer un-
günstigen Prognose auszugehen. Um diese ungünstige Prognose zu verbessern, erscheint 
es aber nicht notwendig, beide bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafen zu widerrufen. Es 
ist zu erwarten, dass mit dem Widerruf der höheren Strafe, d.h. der Freiheitsstrafe von 
17 Monaten gemäss dem Urteil des Obergerichts vom 4. Mai 2017, die Legalprognose der 
Beschwerdeführerin 1 merklich verbessert werden kann. Auf den Widerruf der zweiten be-
dingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten gemäss Urteil des Obergerichts vom 13. Oktober 
2017 ist daher zu verzichten. Jedoch ist diesbezüglich die Probezeit um zwei Jahre zu ver-
längern.

2.7 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 teilweise gutzuheissen. 
Die Beschwerdeführerin unterliegt mit ihrem Hauptantrag, (vollumfänglich) auf den Widerruf 
zu verzichten. Sie obsiegt aber insoweit, als nur eine der bedingten Strafen widerrufen und 
bezüglich der anderen antragsgemäss auf den Widerruf verzichtet und die Probezeit verlän-
gert wird. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind daher zu drei Vierteln der Beschwer-
deführerin 1 aufzuerlegen. Im Restbetrag sind sie auf die Staatskasse zu nehmen. Die Kos-
ten des vorinstanzlichen Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 1 jedoch vollumfänglich zu 
tragen, da sie das entsprechende Verfahren mit ihrem Rückfall verursacht hat. Mithin ist der 
vorinstanzliche Kostenspruch zu bestätigen. 

2.8 Für seine Bemühungen im Beschwerdeverfahren ist der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt 
E.________, mit pauschal CHF 2'000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. Auch 
wenn die amtlich verteidigte Person ihren Wohnsitz im Ausland hat, ist die Mehrwertsteuer zu 
vergüten, da der Staat der Empfänger der Dienstleitung ist (BGE 141 IV 344 E. 3-5 m.H.). 
Die Beschwerdeführerin 1 hat dem Staat drei Viertel der Kosten ihrer amtlichen Verteidigung 
im Beschwerdeverfahren zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Die Kosten ihrer amtlichen Verteidigung im vorinstanzlichen 
Verfahren hat sie hingegen vollumfänglich zurückzuzahlen. 

3. Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das vorinstanzliche Verfahren

3.1 Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt E.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer 2), 
machte vor Vorinstanz einen Aufwand von CHF 19'802.60 (inkl. Auslagen; exkl. MWST) gel-
tend. Die Vorinstanz beurteilte den geltend gemachten Zeitaufwand von total 89.58 Stunden 
als viel zu hoch. Sie kürzte die Honorarnote auf einen Stundenaufwand von 39.8 Stunden 
und setzte die Entschädigung (inkl. Auslagen) auf CHF 9'000.00 fest. Die Kürzung begrün-
dete sie damit, dass in Anbetracht des Verfahrensumfangs, der sich im Kern lediglich auf die 
Frage des Widerrufs des bedingten Strafvollzugs beschränkt und keine Untersuchungshand-
lungen wie Einvernahmen beinhaltet habe, insbesondere viel zu viel Aufwand für Bespre-
chungen und Telefonate mit der Beschwerdeführerin 1 und Orientierungen derselben bein-
halte. Konkret nahm sie folgende Kürzungen vor (SG GD 22 E. 8):

Aufwandposition geltend gemacht Kürzung Begründung
Besprechungen und 
Telefonate mit Mandan-

1'035 Minuten 470 Minuten Soziale Betreuungszeit wird nicht 
entschädigt.

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tin, Orientierung dersel-
ben
Aktenstudium 1'740 Minuten 1'260 Minuten Detaillierte Kenntnisse aller Ein-

zelheiten der drei Urteile waren 
für das vorliegende Verfahren 
nicht erforderlich.

Inhaltlich einfache Ein-
gaben an Obergericht 
und Strafgericht sowie 
Kenntnisnahme von 
kurzen Verfügungen 
dieser Gerichte

1'330 Minuten 775 Minuten

Ausarbeitung Plädoyer 960 Minuten 480 Minuten Lediglich 15 Seiten in grosser 
Schrift mit grossem Zeilenab-
stand.

3.2 In seiner Beschwerde führt der Beschwerdeführer 2 aus, er akzeptiere die Kürzung von 470 
Minuten bei den Besprechungen und Telefonaten. Die Kürzung um 1'260 Minuten beim Ak-
tenstudium sei hingegen zu hoch ausgefallen. Zur getreuen Ausübung seines Berufes müsse 
der Anwalt die Akten kennen und ebenso seien Kenntnisse der Vorakten erforderlich, um 
eine seriöse und profunde Verteidigung zu gewährleisten. Dass er es mit dem Aktenstudium, 
speziell mit dem Studium der beiden Urteile des Obergerichts des Kantons Zug, zu genau 
und zu gründlich genommen und den Aufwand hierfür vollumfänglich in Rechnung gestellt 
habe, treffe zu und bedürfe einer teilweisen Reduktion. Angemessen sei aber nur eine Re-
duktion um 630 Minuten, da er zwar die Urteile nicht profund, aber doch in den Grundzügen 
habe studieren müssen. Die Reduktion von 775 Minuten bezüglich der Eingaben und der 
Entgegennahme von Verfügungen akzeptiere er. Für die Ausarbeitung des Plädoyers sei je-
doch keine Kürzung vorzunehmen. Entgegen der Darstellung der Vorinstanz habe das Plä-
doyer nicht lediglich 15 Seiten umfasst, sondern 17 Seiten. Mit den eingeschobenen Handno-
tizen seien es sicher 18 Seiten. Es sei auch keine grosse Schrift gewesen. Die Zweizeilen-
schaltung sei üblich und er benötige diese zum Ablesen. Zusammengefasst sei vom geltend 
gemachten Aufwand nur eine Reduktion um insgesamt 1'875 Minuten zu machen und seine 
Entschädigung entsprechend auf CHF 12'927.60 festzusetzen. 

3.3 Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich nach dem Anwaltstarif des Kan-
tons Zug (Art. 135 Abs. 1 StPO). Gestützt auf § 2 der Verordnung des Obergerichts über den 
Anwaltstarif (BGS 163.4; AnwT) sind die Honorare der Rechtsanwälte innerhalb der in die-
sem Tarif festgelegten Grenzen nach der Schwierigkeit des Falls sowie nach dem Umfang 
und der Art der angemessenen Bemühungen festzulegen. Für den Bereich der Strafsachen 
wird in § 15 AnwT präzisiert, dass sich das Honorar nach dem angemessenen Zeitaufwand 
des Rechtsanwalts bemisst (Abs. 1), wobei der Stundenansatz in der Regel CHF 220.00 be-
trägt (Abs. 2). Zum notwendigen Aufwand gehören namentlich das erforderliche Aktenstu-
dium, persönliche Gespräche im Vorfeld von wichtigen Einvernahmen, die Teilnahme an Ein-
vernahmen und Verhandlungen samt Wegzeit, notwendige Besuche im Gefängnis, erforderli-
che Eingaben und die Vorbereitung des Plädoyers (Lieber, in: Donatsch/Lieber/Summers/ 
Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 135 
StPO N 4). Das Gericht verfügt über einen weiten Ermessensspielraum bei der Bemessung 

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der Entschädigung des amtlichen Verteidigers (Urteil des Bundesgerichts 6B_866/2019 vom 
12. September 2019 E. 3.1 m.H.). Entschädigungspflichtig sind jene Aufwendungen, die in ei-
nem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen und 
notwendig sowie verhältnismässig sind. Als Massstab bei der Beantwortung der Frage, wel-
cher Aufwand für eine angemessene Verteidigung nötig ist, hat der erfahrene Anwalt zu gel-
ten, der im Bereich des materiellen Strafrechts und des Strafprozessrechts über fundierte 
Kenntnisse verfügt und deshalb seine Leistungen von Anfang an zielgerichtet und effizient 
erbringen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_264/2016 vom 8. Juni 2016 E. 2.4.1 m.H.; Lie-
ber, a.a.O., Art. 135 StPO N 6).

3.4 Umstritten ist einzig die Höhe des zu entschädigenden Aufwands für das Aktenstudium und 
die Vorbereitung des Plädoyers. 

3.4.1 Für das Aktenstudium stellte der Beschwerdeführer 2 in seiner Honorarnote vom 18. Januar 
2023 einen Zeitaufwand von 1'740 Minuten in Rechnung (SG GD 20). In seiner Beschwerde 
erklärt er sich mit einer Kürzung um 630 Minuten einverstanden. Mithin macht er noch einen 
Zeitaufwand von 1'110 Minuten (18,5 Stunden) geltend. Das Aktenstudium umfasste im We-
sentlichen die beiden Urteile des Obergerichts und das Urteil des Amtsgerichts Konstanz. 
Das Urteil des Obergerichts vom 4. Mai 2017 umfasst insgesamt 109 Seiten, betrifft aber fünf 
Beschuldigte und verschiedene Tatvorwürfe, wobei die Beschwerdeführerin 1 nicht bei allen 
beschuldigt war (OG GD 19/1). Das Urteil des Obergerichts vom 13. Oktober 2017 umfasst 
56 Seiten. Auch dieses betraf neben der Beschwerdeführerin 1 einen weiteren Beschuldigten 
(OG GD 19/2). Das Urteil des Amtsgerichts Konstanz umfasst sodann 13 Seiten (OG GD 10). 
Für das Widerrufsverfahren waren – wie die Vorinstanz zu Recht ausführte und der Be-
schwerdeführer 2 auch anerkennt – keine detaillierten Kenntnisse aller Einzelheiten der drei 
Urteile erforderlich. Ein Studium in den Grundzügen war jedoch notwendig. Dies rechtfertigte 
aber – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 2 – nicht einen Aufwand von 1'110 
Minuten (18,5 Stunden). Vielmehr ist der von der Vorinstanz in Ausübung ihres weiten Er-
messens festgelegte Zeitaufwand von 480 Minuten (8 Stunden) angemessen. Mit seiner pau-
schalen Begründung, dass er die Urteile zwar nicht profund, aber doch in den Grundzügen 
habe studieren müssen, vermag der Beschwerdeführer 2 somit keine Rechtsverletzung oder 
Unangemessenheit darzutun.

3.4.2 Für die Vorbereitung des Plädoyers machte der Beschwerdeführer 2 in seiner Honorarnote 
einen Zeitaufwand von insgesamt 960 Minuten (16 Stunden) geltend. Die Vorinstanz kürzte 
diese Position auf 480 Minuten (8 Stunden). Die bei der Vorinstanz eingereichten Plädoyer-
notizen umfassten rund 17 Seiten (inkl. Deckblatt), wobei drei Seiten nicht vollständig be-
schrieben waren. Mithin waren es rund 15 vollständig beschriebene Seiten, wovon die Vorin-
stanz offenbar ausging. Die Schriftgrösse war etwas grösser als bei einer schriftlichen Ein-
gabe (schätzungsweise Schriftgrösse 12). Das Dokument hatte einen doppelten Zeilenab-
stand. Bei Plädoyernotizen ist es – wie der Beschwerdeführer 2 vorbringt – üblich, eine grös-
sere Schrift und einen grösseren Zeilenabstand zu verwenden. Die Berücksichtigung dieser 
Aspekte ist erforderlich, um den Zeitaufwand namentlich im Vergleich mit einer schriftlichen 
Eingabe einzuschätzen. Deshalb machte die Vorinstanz auch die entsprechenden Aus-
führungen. Auch hier erscheint der von der Vorinstanz in Ausübung ihres weiten Ermessens 
festgelegte Zeitaufwand angemessen. Mit seiner pauschalen Rüge, dass es mehr als 15 Sei-
ten, keine grosse Schrift und ein üblicher Zeilenabstand gewesen seien, vermag der Be-

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schwerdeführer 2 hier ebenfalls nicht, eine Rechtsverletzung oder Unangemessenheit sub-
stanziiert zu begründen. 

3.4.3 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang trägt 
der Beschwerdeführer 2 die Verfahrenskosten (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

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Beschluss

I. Beschwerde von A.________

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

2.1 Der A.________ mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 4. Mai 2017 gewährte be-
dingte Vollzug der Freiheitsstrafe von 17 Monaten wird widerrufen und der Vollzug angeord-
net.

2.2 Der A.________ mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 13. Oktober 2017 ge-
währte bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe von 7 Monaten wird nicht widerrufen, jedoch wird 
die Probezeit um zwei Jahre verlängert.

3.1 Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 2'590.00 werden der Beschwerdefüh-
rerin 1 auferlegt.

3.2 Die Beschwerdeführerin 1 hat dem Staat die Kosten ihrer amtlichen Verteidigung im erstin-
stanzlichen Verfahren zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

4.1 Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 900.00 Gebühren
CHF 10.00 Auslagen
CHF 910.00 Total

und werden zu drei Vierteln (CHF 682.50) der Beschwerdeführerin 1 auferlegt und im 
Restbetrag (CHF 227.50) auf die Staatskasse genommen.

4.2 Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt E.________, wird für seine Bemühungen im Be-
schwerdeverfahren mit pauschal CHF 2'000.00 (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staats-
kasse entschädigt.

4.3 Die Beschwerdeführerin 1 hat dem Staat die Kosten ihrer amtlichen Verteidigung im Be-
schwerdeverfahren im Umfang von drei Vierteln (CHF 1'500.00) zurückzuzahlen, sobald es 
ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

5.1 Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und 
mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. 
Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

5.2 Der amtliche Verteidiger kann gegen die gerichtliche Festsetzung seiner Entschädigung 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b i.V.m. Art. 393 ff. StPO Beschwerde erheben. Eine solche ist in-
nert zehn Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beilage 
des Entscheids beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

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II. Beschwerde von Rechtsanwalt E.________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 600.00 Gebühren
CHF 10.00 Auslagen
CHF 610.00 Total

und werden dem Beschwerdeführer 2 auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b in Verbindung mit 
Art. 393 ff. StPO zulässig. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich und begründet sowie unter Beilage des Entscheids beim Bundesstrafgericht, Post-
fach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

III. Mitteilung

Mitteilung an:
- Rechtsanwalt E.________ (zweifach, für sich und zuhanden der Beschwerdeführerin 1)
- Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, Staatsanwältin G.________
- Strafgericht des Kantons Zug, Kollegialgericht (SG 2022 6)
- Vollzugs- und Bewährungsdienst des Kantons Zug (zur Vorinformation)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel 
an:
- Vollzugs- und Bewährungsdienst des Kantons Zug (gemäss § 1 JVV zum Vollzug)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer F. Eller
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

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