# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9424a627-4b30-5f42-94cd-c2d153fcd55e
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-30
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 30.11.2018 93/2018/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_93-2018-15_2018-11-30.pdf

## Full Text

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Neuschätzung einer Liegenschaft – Art. 9 Abs. 2 VZG; Art. 242 ZPO. 

Bei der Neuschätzung handelt es sich nicht um ein eigentliches Beschwerdever-

fahren, sondern um eine "normale" amtliche Tätigkeit eines Vollstreckungsorgans. 

Das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde im Schuldbetreibungs- und Konkurswe-

sen richtet sich gleichwohl – mit Ausnahme der Kostenfreiheit – nach den Grund-

sätzen des Beschwerdeverfahrens (E. 1.2). 

Wird die Beschwerde gegen eine amtliche Schätzung des gepfändeten Grund-

stücks gutgeheissen, erweist sich die Neuschätzung durch die Aufsichtsbehörde 

als gegenstandslos (E. 1.3).  

OGE 93/2018/15 vom 30. November 2018 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht 

Aus den Erwägungen 

1. Nach Art. 99 Abs. 2 i.V.m. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung des Bundesge-

richts über die Zwangsverwertung von Grundstücken vom 23. April 1920 (VZG, 

SR 281.42) ist jeder Beteiligte berechtigt, innerhalb der Beschwerdefrist nach 

Art. 17 Abs. 2 SchKG und gegen Vorschuss der Kosten eine neue Schätzung 

durch Sachverständige zu verlangen.  

1.1. Mit Eingabe vom 22. März 2018 verlangte Gesuchsteller fristgerecht eine 

Neuschätzung des Grundstücks GB […] Nr. […]. 

1.2. Der Anspruch auf Neuschätzung durch Sachverständige dient nicht der 

Nachprüfung einer betreibungsamtlichen Schätzung (vgl. BGE 110 III 69 E. 3 

S. 71 f.); er trägt vielmehr dem Umstand Rechnung, dass die Ansichten über den 

Verkaufswert eines Grundstücks – selbst unter Sachverständigen – nicht selten 

erheblich auseinander liegen können (vgl. BGE 120 III 79 E. 2b S. 81 f.). Bei der 

Neuschätzung nach Art. 9 Abs. 2 VZG handelt es sich somit nicht um ein eigentli-

ches Beschwerdeverfahren im Sinne von Art. 17 ff. SchKG, sondern um eine "nor-

male" amtliche Tätigkeit eines Vollstreckungsorgans (Verwaltungshandlung), führt 

sie doch nicht zur Aufhebung oder Abänderung einer gesetzeswidrigen oder unan-

gemessenen Verfügung (vgl. BGE 131 III 136 E. 3.2.1 S. 139 mit Hinweisen). 

Gleichwohl richtet sich das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde im Schuldbetrei-

bungs- und Konkurswesen – mit Ausnahme der Kostenfreiheit (Art. 20a Abs. 2 

Ziff. 5 SchKG; vgl. BGE 131 III 136, E. 3.2.2 f. S. 139 f.) – nach den Grundsätzen 

von Art. 20a SchKG. Damit sind die Vorschriften der ZPO sinngemäss anwendbar 

(Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. Art. 49 Abs. 3 des Justizgesetzes vom 9. November 

2009 [JG, SHR 173.200] i.V.m. Art. 50 Abs. 1 des Gesetzes über den Rechts-

schutz in Verwaltungssachen vom 20. September 1971 [VRG, SHR 172.200]). 

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1.3. In teilweiser Gutheissung der betreibungsrechtlichen Beschwerde gegen 

die Pfändung wurde das Betreibungsamt Schaffhausen angewiesen, unter Auf-

rechterhaltung der am 11. April 2018 revidierten Pfändung, das Grundstück GB 

[…] Nr. […], nötigenfalls unter Zuziehung von Sachverständigen, neu zu schätzen 

(vgl. OGE 93/2018/7 vom 30. November 2018). Mit der betreibungsamtlichen 

Schätzung ist die Grundlage für eine Neuschätzung entfallen. Das Gesuch um 

Neuschätzung erweist sich als gegenstandslos und ist demgemäss abzuschreiben 

(Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. Art. 49 Abs. 3 JG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VRG i.V.m. 

Art. 242 ZPO).