# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aae177e8-e0cb-5e8f-8dc9-a9512fa93705
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2019 C-6956/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6956-2017_2019-05-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-6956/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  M a i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiberin Anna Wildt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Österreich),   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Revision und Einstellung der Rente, 

Verfügung IVSTA vom 20. November 2017. 

 

 

 

C-6956/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der 1964 geborene, heute in Österreich wohnende österreichische 

Staatsangehörige A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwer-

deführer) arbeitete von November 1997 bis November 2004 als Maschi-

nenschlosser für die B._______ AG in (…) und entrichtete Beiträge an die 

schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV; Vorakten 10 und 14). Zuletzt war er bis am 18. Oktober 2011 für 

einen Betrieb in Österreich im Maschinen- und Stahlbau erwerbstätig 

(Vorakten 15). Aufgrund von gesundheitlichen Problemen stellte er am 11. 

November 2011 über den österreichischen Versicherungsträger bei der IV-

Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend IVSTA) ein Gesuch zum Be-

zug von IV-Leistungen in der Schweiz (Formular E 204; Vorakten 1). 

A.b Mit Verfügung vom 20. Dezember 2012 sprach ihm die IVSTA ab 

1. Oktober 2012 eine ganze IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100% 

zu (Vorakten 52). Der Entscheid beruhte im Wesentlichen auf der medizi-

nischen Beurteilung von Dr. C._______, Fachärztin für Neurologie, vom 4. 

Januar 2012 (Ärztliches Gesamtgutachten, Vorakten 8). Sie führte die  

massgebliche Diagnose einer HIV-Encephalopathie mit Hirnnervenbefall 

an und schloss aus nervenärztlicher Sicht wegen Kopfschmerzen, Doppel-

bildern und der erhöhten cerebralen Ermüdbarkeit auf eine vollständige Ar-

beitsunfähigkeit des Versicherten. Diese Einschätzung übernahmen Dr. 

D._______, Fachärztin für Innere Medizin, im Ärztlichen Gesamtgutachten 

vom 5. Januar 2012 (Vorakten 7) und der medizinische Dienst der Vo-

rinstanz in der Stellungnahme vom 31. August 2012 (Vorakten 47). 

B.  

B.a Im Dezember 2016 leitete die IVSTA ein Revisionsverfahren ein 

(Vorakten 75) und holte unter anderem über den österreichischen Renten-

versicherer ein Ärztliches Gesamtgutachten vom 24. Januar 2017 zum ak-

tuellen Gesundheitszustand des Versicherten ein (Vorakten 82). Dr. 

E._______, Fachärztin für Innere Medizin, stellte darin die Diagnosen einer 

HIV-Infektion seit 2006 unter 4-fach Therapie (ICD 10: B24), Belastungsa-

temnot bei nodulären Läsionen im rechten (Lungen-)Oberlappen ohne Hin-

weis auf ein opportunistisches Erregermuster im CT 01/2017 (B23.8) sowie 

Übergewicht und Hypercholesterinämie (E66.9). Dem Versicherten seien 

vollschichtige Arbeiten bei eingeschränktem Leistungskalkül zumutbar, Ar-

beiten in exponierten Lagen seien zu vermeiden. Daraus schloss der me-

dizinische Dienst der Vorinstanz, Dr. F._______, Facharzt für Allgemeine 

C-6956/2017 

Seite 3 

Medizin, am 2. März 2017 (Vorakten 86) auf eine Verbesserung des Ge-

sundheitszustandes seit 20. Januar 2017, da Dr. E._______ die im Vorgut-

achten von Januar 2012 aufgeführten Einschränkungen nicht mehr ge-

nannt habe. Leichte Verweistätigkeiten mit Heben von Gewichten bis zu 

maximal 10 kg seien ganztags zumutbar.  

B.b Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2017 kündigte die IVSTA dem Versicher-

ten die Aufhebung der Rente bei einem IV-Grad von 21% an (Vorakten 88). 

Dabei stützte sie sich auf das Gutachten von Dr. E._______ vom 24. Ja-

nuar 2017 (Vorakten 82), das Lungen CT vom 5. Januar 2017 (Vorakten 

84), den Bericht des behandelnden Arztes Dr. G._______ vom 13. Oktober 

2016 (Vorakten 83) sowie auf die Stellungnahme des medizinischen Diens-

tes vom 2. März 2017 (Vorakten 86). Dagegen erhob der Versicherte am 

22. Mai 2017 Einwand (Vorakten 90) und legte weitere medizinische Un-

terlagen aus Österreich vor, darunter ein Sachverständigengutachten von 

Dr. H._______, Fachärztin für Allgemeine Medizin, vom 23. Oktober 2017 

(Vorakten 106), die wegen einer erhöhten Infektanfälligkeit und einer mit 

der HIV-Infektion zusammenhängenden Polyneuropathie eine 40%ige 

Funktionseinschränkung dokumentierte. Der medizinische Dienst nahm 

am 30. Juni und am 16. November 2017 Stellung (Vorakten 98 und 108) 

und hielt wegen eines unveränderten medizinischen Sachverhalts an sei-

ner ursprünglichen Einschätzung fest. Gestützt darauf hob die IVSTA mit 

Verfügung vom 20. November 2017 die bisher ausgerichtete ganze Rente 

per 1. Januar 2018 auf und entzog einer gegen diese Verfügung gerichte-

ten Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Vorakten 110). 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 6. Dezem-

ber 2017 (Datum: Poststempel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt und beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung und die weitere Ausrichtung einer Invalidenrente und legte weitere 

medizinische Dokumente vor (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer act.] 

1 samt Beilagen). 

D.  

Am 2. Februar 2018 bezahlte der Beschwerdeführer den eingeforderten 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– ein (BVGer act. 6). 

E.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 27. Februar 2018 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen 

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Seite 4 

Verfügung und stützte sich dabei auf eine weitere Stellungnahme ihres me-

dizinischen Dienstes vom 22. Februar 2018 (BVGer act. 8). 

F.  

Von der Gelegenheit zur Replik machte der Beschwerdeführer keinen Ge-

brauch (BVGer act. 9, 11). 

G.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen 

wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-

nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.   

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 20. November 2017, mit der die Vorinstanz die bisher aus-

gerichtete ganze Invalidenrente des Beschwerdeführers auf der Grundlage 

von Art. 17 Abs. 1 ATSG revisionsweise per Ende Dezember 2017 aufge-

hoben hat. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch ab 

dem 1. Januar 2018 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invali-

denversicherung hat. 

3.   

3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 

3.1). Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Er-

lass der Verfügung vom 20. November 2017 in Kraft standen; weiter aber 

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Seite 5 

auch Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten wa-

ren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungs-

ansprüche von Belang sind. 

3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 20. November 2017) eingetretenen Sachver-

halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

Die im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingegangenen medizinischen 

Unterlagen datieren vor dem massgebenden Stichtag, weshalb sie zu be-

rücksichtigen sind. 

4.  

Der Beschwerdeführer ist österreichischer Staatsangehöriger und wohnt in 

Österreich. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. 

Januar 2013 E. 4). 

5.    

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

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Seite 6 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

5.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). 

5.3 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 

50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-

zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch 

nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der 

Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 

VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1). 

5.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so 

wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent-

sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 

5.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-

sächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist 

die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes re-

vidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheits-

zustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbe-

reich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein 

Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 

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andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 

Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist. Hingegen ist die lediglich 

unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 

Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 

E. 2.3; 130 V 343 E. 3.5). 

5.4.2 Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenan-

spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu 

prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 

V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Ist dagegen eine anspruchserhebliche Änderung 

des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, 

bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen 

Rechtszustand (vgl. Urteil des BGer 9C_273/2014 vom 16. Juni 2014 

E. 3.1.1 mit Hinweis). 

5.4.3 Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum 

Abschluss eines Rentenrevisionsverfahrens eine anspruchsrelevante Än-

derung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte Beurteilung, 

welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechts-

konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und – bei Anhalts-

punkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen eines Ge-

sundheitsschadens – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht 

(BGE 133 V 108 E. 5.4; 130 V 343 E. 3.5.2). 

5.5 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung 

und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen 

und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen 

sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-

tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson 

muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des 

BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). 

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Seite 8 

5.6 Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-

holten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutach-

ten externer Spezialärzte darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, 

solange «nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit» der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). 

5.7 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht 

verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf Berichte versicherungs-

interner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In solchen Fällen 

sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne 

zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vor-

zunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V 157 E. 1d). Die 

Stellungnahmen des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) und des medi-

zinischen Dienstes der IVSTA sind als versicherungsinterne Berichte zu 

würdigen (vgl. betreffend RAD Urteile des BGer 9C_159/2016 vom 2. No-

vember 2016 E. 2.2 f.; 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4). 

6.  

Im Folgenden ist der massgebende zeitliche Referenzpunkt für die Prüfung 

der Frage, ob sich der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers in an-

spruchsrelevanter Weise verändert hat, festzustellen (vgl. E. 5.4.3 hiervor). 

6.1 Der Beschwerdeführer erhielt mit Verfügung vom 20. Dezember 2012 

ab 1. Oktober 2012 eine ganze IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 

100% zugesprochen (Vorakten 52). Diese ursprüngliche Rentenzusprache 

basierte im Wesentlichen auf der Arbeitsunfähigkeitsschätzung einer Fach-

ärztin für Neurologie im Ärztlichen Gesamtgutachten vom 4. Januar 2012 

(Vorakten 8). 

6.2 Bezüglich des Referenzzeitpunkts hält die Vorinstanz in der angefoch-

tenen Verfügung fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers seit dem 20. Januar 2017 verbessert habe (Vorakten 110). Damit 

kann aber offensichtlich nicht der massgebende Referenzzeitpunkt ge-

meint sein, da es sich dabei um das Datum der Untersuchung für die Er-

stellung des Ärztlichen Gesamtgutachtens von Dr. E._______ handelt. 

Sonstige Ausführungen zum massgeblichen Referenzzeitpunkt sind der 

angefochtenen Verfügung nicht zu entnehmen. In der Anfrage der IVSTA 

an die österreichische Rentenversicherung zwecks Untersuchung wurde 

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Seite 9 

ausdrücklich die Erstellung eines Berichts «über den heutigen Gesund-

heitszustand» verlangt. Die IVSTA hat keine Zusatzfrage in Bezug auf die 

Änderung der medizinischen Verhältnisse gestellt. 

6.3 Der Ausrichtung einer ganzen Rente aufgrund der Verfügung vom 

20. Dezember 2012 ging eine hinreichende materielle Prüfung der an-

spruchserheblichen Tatsachen voraus, insbesondere weil die eingeholten 

Gutachten auf den Untersuchungen von Fachärztinnen für Neurologie und 

der Inneren Medizin beruhten (Vorakten 8 und 7). Die Verfügung vom 20. 

Dezember 2012 bildet den zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung, ob 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung vom 20. November 2017 in anspruchsrelevanter 

Weise verändert hat.   

7.   

7.1 Zum Beweiswert des medizinischen Gutachtens im Zusammenhang 

mit der Rentenrevision ist im Weiteren festzuhalten, was folgt: 

7.1.1 Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens 

hängt wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema 

– erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich al-

lein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizini-

schen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren-

tenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am recht-

lich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abwei-

chende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, in-

wiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefun-

den hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die 

gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (BGer 9C_418/2010 

vom 29. August 2011 E. 4.2).  

7.1.2 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Be-

weisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen 

von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer-

den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind 

oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ih-

rem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung 

der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist 

als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Dif-

ferenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der 

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Seite 10 

früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen ge-

nügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, 

welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im 

Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung 

und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil 

des BGer 9C_418/2010 E. 4.3; ANDREAS TRAUB, Zum Beweiswert medizi-

nischer Gutachten im Zusammenhang mit der Rentenrevision, SZS 2012, 

S. 184 f.). 

7.1.3 Der ärztliche Sachverständige kann die betreffende Entwicklung re-

gelmässig nicht aus eigener Wahrnehmung beschreiben. Daher ist es er-

forderlich, dass er sich, soweit verfügbar, mit den Fakten fundiert ausei-

nandersetzt, wie sie sich aus den für den früheren Entscheid massgeben-

den medizinischen Vorakten ergeben. Dem Gutachten, welches die medi-

zinischen Vorakten unzureichend berücksichtigt, fehlt die erforderliche 

Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die Schlussfolgerun-

gen, welche auf der Grundlage der vom Sachverständigen selber erhobe-

nen Befundtatsachen gezogen worden sind, an sich einleuchten und vom 

Rechtsanwender prüfend nachvollzogen werden können (Urteil des BGer 

9C_418/2010 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen; TRAUB, a.a.O., S. 184 f.).  

7.2 Aus den Akten ergibt sich, dass das Ärztliche Gesamtgutachten von Dr. 

E._______ vom 24. Januar 2017 (Vorakten 82) den in der Rechtsprechung 

aufgestellten Anforderungen in mehrfacher Hinsicht nicht zu genügen ver-

mag. Dies liegt zum Teil auch an der Anfrage der IVSTA, die nur den aktu-

ellen Gesundheitszustand erheben liess (Vorakten 81). Die für die Beurtei-

lung der Veränderung des Gesundheitszustandes relevanten medizini-

schen Vorakten wurden darauf in dem Gutachten vom 24. Januar 2017 

nicht aufgeführt. Dr. E._______ bezog sich in der Anamnese auf ein Vor-

gutachten «I._______» vom September 2015, das jedoch nicht bei den Ak-

ten liegt. Unter dem Titel «Zusatzbefunde» führte sie zwei weitere Berichte 

an, nämlich ein Lungen CT vom 5. Januar 2017 (Vorakten 84) und den 

Bericht des behandelnden Arztes Dr. G._______ vom 13. Oktober 2016 

(Vorakten 83), der die Diagnosen HIV-Infektion (B2) und Periphere Poly-

neuropathie stellte. Das massgebliche nervenärztliche Vorgutachten vom 

4. Januar 2012, in dem die Spezialärztin Dr. C._______ die Diagnose einer 

HIV-Enzephalopathie mit Hirnnervenbefall (ICD-10: B22.0) festgehalten 

hat, findet keine Erwähnung. Hinzu kommt, dass die Gutachterin Dr. 

E._______ Allgemeinmedizinerin ist und somit nicht über die notwendige 

Facharztausbildung verfügt, um über die HIV-Infektion samt neurologischer 

Begleiterkrankungen, insbesondere die festgestellte HIV-Enzephalopathie 

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Seite 11 

samt Hirnnervenbefall und die Polyneuropathie im bisherigen Verlauf eine 

voll beweiskräftige Expertise abgeben zu können (vgl. E. 5.5, 5.6 und 

7.1.2).  

7.3 Bereits im nervenärztlichen Vorgutachten von 2012 wurden Hypästhe-

sien und Parästhesien im Bereich der unteren Extremitäten festgehalten. 

Trotz der von Dr. G._______ im Oktober 2016 im Weiteren diagnostizierten 

Polyneuropathie setzte sich Dr. E._______ im Gutachten vom 24. Januar 

2017 nicht mit den vom Beschwerdeführer im Rahmen der Untersuchung 

vom 20. Januar 2017 geklagten Beschwerden in der Hand auseinander 

und schloss auf fehlende neurologische Auffälligkeiten. Demgegenüber hat 

Dr. H._______ im Sachverständigengutachten vom 23. Oktober 2017 die 

vom Beschwerdeführer geltend gemachte Sensibilitätsstörung an den 

Händen der Polyneuropathie zugeordnet. Bereits aus diesem Grund leuch-

tet die Herleitung der Diagnosen durch Dr. E._______ aufgrund der – im 

Gegensatz zum übrigen medizinischen Dossier gezogenen – Schlussfol-

gerung, es lägen keine neurologischen Auffälligkeiten vor, nicht ein (vgl. E. 

5.5 hiervor). Im Weiteren bestehen auch erhebliche Zweifel an der Ein-

schätzung der Restarbeitsfähigkeit durch Dr. E._______, die auf eine voll-

schichtige Arbeitsfähigkeit bei eingeschränktem Leistungskalkül geschlos-

sen hat. Demgegenüber hat Dr. H._______ am 23. Oktober 2017 einen 

Gesamtgrad der Behinderung von 40% festgehalten (vgl. Vorakten 106/5: 

«GdB 40 v. H.»). Im objektiven Befund hielt sie im Bereich der Oberen Ext-

remitäten eine distal betonte Sensibilitätsstörung, eine Hypästhesie und 

eine Parästhesie sowie im Bereich der Unteren Extremitäten eine socken-

förmige Hypästhesie und Parästhesien fest. Die Feinkoordination sei un-

auffällig, Zehen- und Fersenstand seien möglich, das Gangbild sei frei und 

unbehindert. Auf Beschwerdeebene gelangte sodann die Begründung ihrer 

Einschätzung der Funktionsbeeinträchtigung zu den Akten (vgl. Beilage zu 

BVGer act. 1). Aus dieser geht hervor, dass die HIV-Infektion bei stabilen 

Blutwerten unter medikamentöser Therapie ohne opportunistische Infekti-

onen bei erhöhter Infektanfälligkeit unter Mitberücksichtigung der Polyneu-

ropathie, die der HIV-Infektion zuzuordnen sei (sensible Polyneuropathie), 

zu einer Funktionseinschränkung von 40% führe.  

7.4 Insoweit der Beschwerdeführer sinngemäss geltend macht, aus dem 

Sachverständigengutachten von Dr. H._______ ergebe sich sein Anspruch 

auf eine Weiterausrichtung der Rente, ist festzuhalten, dass auch jenem 

Gutachten die für die Rentenrevision erforderliche Herstellung einer Bezie-

hung zu den medizinischen Vorakten fehlt, insbesondere spricht sich auch 

Dr. H._______ nicht darüber aus, inwiefern sein Gesundheitszustand seit 

C-6956/2017 

Seite 12 

2012 gleichgeblieben sei oder eine effektive Veränderung stattgefunden 

habe. Es fehlt demzufolge eine Auseinandersetzung mit dem Verlauf, wel-

che eine Feststellung des revisionsrechtlich relevanten Sachverhalts erlau-

ben würde.  

7.5 Dr. F._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, hielt sodann für den me-

dizinischen Dienst der Vorinstanz in der Stellungnahme vom 22. Februar 

2018 (BVGer act. 8, Beilage) mit Blick auf die von Dr. H._______ darge-

legte Funktionsbeeinträchtigung fest, im Gutachten von Dr. E._______ 

seien grob neurologisch keine Auffälligkeiten gefunden worden. Bei der von 

Dr. H._______ festgestellten rein sensiblen Polyneuropathie ohne Vermin-

derung der Kraft an den Extremitäten sei eine angepasste leichte Arbeit 

ohne Weiteres zumutbar. Zuvor führte er in der Stellungnahme vom 2. März 

2017 (Vorakten 86) nach Vorlage des Gutachtens von Dr. E._______ aus, 

im Vorgutachten (Januar 2012) sei eine volle Arbeitsunfähigkeit aufgrund 

von Kopfschmerzen, rezidivierendem Schwindel, zeitweiligen Doppelbil-

dern und erhöhter cerebraler Ermüdbarkeit festgestellt worden, wobei im 

Gutachten vom Januar 2017 diese Einschränkungen nicht mehr genannt 

worden seien, weshalb eine körperlich leichte Arbeit zumutbar sei. Hierzu 

ist nochmals festzuhalten, dass sich sowohl Dr. E._______ als auch Dr. 

H._______ nicht mit dem Thema der Veränderung der Vorerkrankungen 

befasst hatten. Im Weiteren ist die Würdigung von Dr. F._______, dass die 

Einschränkungen, die sich im Vorgutachten gezeigt hätten, nicht mehr vor-

handen seien, auch angesichts der vorliegenden Anamnese und Befunde 

nicht überzeugend. Zum Beispiel hat Dr. E._______ in der Untersuchung 

vom 20. Januar 2017 festgehalten, der Versicherte habe leichte Kopf-

schmerzen, sich jedoch nicht zu deren Bedeutung in Bezug auf die von der 

nervenärztlichen Vorgutachterin im Jahr 2012 festgestellten Kopfschmer-

zen geäussert, was in einem gewissen Widerspruch zur Feststellung von 

Dr. F._______, der Beschwerdeführer sei im Gegensatz zu 2012 durch 

Kopfschmerzen nicht mehr beeinträchtigt, zu stehen scheint. Im Übrigen 

wurde – wie bereits erwähnt – von der Vorgutachterin im Jahr 2012 im ob-

jektiven Befund eine Hypästhesie beschrieben, die Dr. E._______ nicht er-

kannt hat. Schliesslich ist nochmals festzuhalten, dass im Gegensatz zur 

Vorgutachterin im Jahr 2012 jene Ärzte, die sich im Jahr 2017 als Experten 

oder in der versicherungsinternen Beurteilung mit dem Dossier befasst ha-

ben, nicht über einen Facharzttitel verfügen, der die differenzierte Be-

schreibung der Veränderung der Vorerkrankung und der Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit mit der für das Revisionsverfahren notwendigen Be-

weiskraft zulassen würde (HIV-Infektion samt Begleiterkrankungen mit 

neurologischen Auffälligkeiten). Da sich die Abweichung im Rahmen eines 

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Seite 13 

vorbestehenden Zustandes bewegt, hätte die vorausgesetzte erhebliche 

Wandlung der vorbestandenen Tatsachen in Beschaffenheit, Ausmass  

oder Tragweite eingehend diskutiert und nachgewiesen werden müssen 

(vgl. E. 7.1.2 und 7.1.3 hiervor). In den Akten finden sich zudem weitere 

Indizien, weshalb das eingehende Aufzeigen dieser Krankheitsentwicklung 

seit 2012 zwingend erforderlich erscheint. So ging der österreichische Ren-

tenversicherer aufgrund von medizinischen Gutachten, welche nicht bei 

den Akten liegen, noch am 27. Oktober 2014 von der folgenden massge-

blichen Diagnose aus: HIV bedingte Enzephalopathie, Tinnitus, Verdacht 

auf Polyneuropathie (Vorakten 72). Auf die versicherungsinterne Einschät-

zung kann mit Blick auf das Gesagte folglich nicht abgestellt werden und 

die Vorinstanz hätte weitere Abklärungen vornehmen lassen müssen.  

7.6 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der angefochtenen 

Verfügung in medizinischer Hinsicht ein nicht rechtsgenüglich abgeklärter 

Sachverhalt zugrunde liegt (vgl. Art. 12 und Art. 49 Bst. b VwVG sowie 

Art. 43 ATSG), weshalb hier über eine Rentenrevision gemäss Art. 17 

ATSG nicht entschieden werden kann und die angefochtene Verfügung 

aufzuheben ist. In den Akten fehlen umfassende, schlüssige und nachvoll-

ziehbare medizinische Angaben zur Frage, wie sich der Gesundheitszu-

stand und die Funktionseinschränkungen des Beschwerdeführers im Re-

ferenzzeitraum entwickelt haben. Hierzu sind weitere Erhebungen notwen-

dig und unter anderem auch das von Dr. E._______ (Vorakten 82) er-

wähnte Vorgutachten «I._______» von 2015 sowie die weiteren im Ent-

scheid des österreichischen Versicherungsträgers (Vorakten 72) erwähn-

ten ärztlichen Gutachten, die am 27. Oktober 2014 zur Feststellung einer 

HIV-bedingten Enzephalopathie, eines Tinnitus und eines Verdachts auf 

Polyneuropathie geführt haben, einzuholen. Erforderlich sind entspre-

chende medizinische Angaben zum Verlauf der Krankheit(en) und der da-

mit einhergehenden Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Zu diesem 

Zweck ist im Weiteren ein Gutachten bei einer Medizinischen Abklärungs-

stelle in der Schweiz einzuholen (BGE 137 V 210). Das neue Gutachten 

hat insbesondere aufzuzeigen, ob und allenfalls in welchem Umfang sich 

der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2012 verändert hat 

und wie sich die allfällige Veränderung auf seine Arbeitsunfähigkeit aus-

wirkt. Das neu zu erstellende Gutachten hat sich mit den für den Ver-

gleichszeitraum massgeblichen medizinischen Vorakten hinreichend aus-

einanderzusetzen und eine allfällige seit der früheren Beurteilung eingetre-

tene tatsächliche Änderung genügend zu untermauern. Aus dem vorliegen-

den Sachverhalt ergeben sich Hinweise darauf, dass für die Gutachtenser-

stellung neben der Neurologie zumindest noch die Fachdisziplinen der 

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Seite 14 

Pneumologie, der Orthopädie und/oder der Rheumatologie in Frage kom-

men könnten (vgl. Vorgutachten von Dr. C._______ [Vorakten 8] und Sach-

verständigengutachten von Dr. H._______, die die Funktionseinschränkun-

gen in einer detaillierten Liste aufführte [BVGer act. 1, Beilage]). Aufgrund 

der Lückenhaftigkeit des Sachverhalts und der fehlenden Abklärungen 

kann nicht zum Vorneherein festgestellt werden, welche Fachdisziplinen 

darüber hinaus relevant sein könnten, weshalb die IVSTA anzuweisen ist, 

nach Einholung der fehlenden medizinischen Akten die Fachdisziplinen für 

ein polydisziplinäres Gutachten von ihrem ärztlichen Dienst festlegen zu 

lassen.  

7.7  Die Sache ist folglich gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG zur weiteren 

Abklärung bzw. Vervollständigung der Akten in medizinischer Hinsicht so-

wie zur anschliessenden Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4; 141 V 281 E. 6.4), da in den vorliegen-

den Gutachten relevante Fragen bisher vollständig ungeklärt geblieben 

sind. Würde diese mangelhafte Sachverhaltsabklärung bzw. -würdigung 

durch Einholung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerdeverfahren korri-

giert, bestünde die Gefahr der unerwünschten Verlagerung der den 

Durchführungsorganen vom Gesetz übertragenen Pflicht, den rechtser-

heblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz abzuklären 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG), auf das Gericht.  

7.8 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dauert der Entzug 

der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde, welche gegen eine anpas-

sungsweise verfügte Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung erhoben 

wird, bei Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger auch für den 

Zeitraum des anschliessenden Abklärungsverfahrens bis zum Erlass einer 

neuen Verfügung an (BGE 129 V 370 E. 4 mit Hinweis auf BGE 106 V 18; 

UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 54 Rz. 14). Der mit der ange-

fochtenen Verfügung angeordnete Entzug der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde fällt daher gemäss der genannten Praxis des Bundesge-

richts mit der vorliegenden Rückweisung nicht dahin. Die streitige IV-Rente 

gelangt somit auch weiterhin nicht zur Auszahlung. 

7.9 Die übrigen Rügen des Beschwerdeführers vermögen zu keinem an-

deren Ergebnis zu führen. Dies gilt insbesondere für seine Argumentation, 

die verfügte Rentenaufhebung sei ungerecht, weil er in Österreich auf-

grund einer dauerhaften Invalidität für immer eine Rente beziehe und auch 

bisher seit Jahren eine schweizerische IV-Rente erhalten habe. Wie weiter 

oben erwogen (vgl. E. 4 hiervor), ist der damit geltend gemachte Anspruch 

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Seite 15 

auf die weitere Ausrichtung einer ganzen Rente in der Schweiz nach 

schweizerischem Recht zu beurteilen: Der Gesetzgeber hat in Art. 17 

ATSG die Anpassung der Rente bei einer erheblichen Änderung des Inva-

liditätsgrades vorgesehen (vgl. E. 5.4 hiervor). Die vom Beschwerdeführer 

beanstandete amtswegige Überprüfung des Invaliditätsgrades nach fünf 

Jahren des Rentenbezugs ist daher grundsätzlich rechtskonform und ent-

spricht der Verwaltungspraxis (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 17 Rz. 44 f.). Unter 

revisionsrechtlichen Gesichtspunkten kommt es dabei – wie weiter oben 

aufgezeigt und vom Beschwerdeführer zu Recht kritisiert – auf die Verän-

derung der tatsächlichen, gesundheitlichen Verhältnisse an, jedoch nicht 

auf eine unterschiedliche (rechtliche) Bewertung beziehungsweise Aus-

richtung einer Rente durch den österreichischen Rentenversicherer. 

8.   

8.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. 

Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei die Verfahrenskosten grundsätzlich der unterlie-

genden Partei auferlegt werden.  

Dem obsiegenden Beschwerdeführer sind keine Verfahrenskosten aufzu-

erlegen, weshalb ihm der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten ist. Der Vorinstanz 

sind ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

8.2 Dem nicht anwaltlich vertretenen obsiegenden Beschwerdeführer sind 

keine unverhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine 

Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 

7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-

gung aufgehoben wird und die Akten an die Vorinstanz zurückgewiesen 

werden, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen 

(vgl. E. 7.6) über die Rentenrevision neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– wird ihm nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: 

Formular Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Anna Wildt 

 

 

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Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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