# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f895757b-3387-58ee-836c-e75f0cc72349
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.05.2021 200 2021 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-62_2021-05-28.pdf

## Full Text

200 21 62 IV
ACT/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Mai 2021

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Dezember 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene A.________ ist gelernte ... und Mutter dreier in den Jahren 
1990 bis 1995 geborener Kinder; seit Juni 2008 arbeitete sie in einem Teil-
zeitpensum als ... bei der C.________ (Akten der IV-Stelle Bern [nachfol-
gend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 4; 37 S. 2). Im April 2014 
meldete sie sich unter Hinweis auf ein (operativ behandeltes) Schilddrüsen-
leiden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs-
bezug an (act. II 4). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen 
verneinte die IVB mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 12. 
März 2015 (act. II 26) einen Anspruch auf Leistungen der IV. 

A.b.

Im November 2017 meldete sich die bis zur Kündigung per Juni 2019 wei-
terhin bei der C.________ teilzeitlich angestellte Versicherte unter Hinweis 
auf Schulterbeschwerden ("Frozen Shoulder") erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (act. II 27; 37; 103 S. 6, Ziff. 3.2). Die IVB klärte den Sach-
verhalt ab und veranlasste bei der D.________ (nachfolgend MEDAS) eine 
bidisziplinäre Begutachtung (Expertise vom 17. März 2020 [act. II 101.1 ff.]) 
und durch ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb (act. II 103 S. 2 ff.). Mit Vorbescheid vom 17. August 2020 (act. 
II 104) stellte die IVB der Versicherten bei einem nach der gemischten Me-
thode ermittelten Invaliditätsgrad von 1% (ab 30. Mai 2018) bzw. 22% (ab 
30. Juli 2018) und 36% (ab 1. März 2020) die Verneinung eines Rentenan-
spruchs in Aussicht, wobei sie für die Zeit ab 30. Mai 2018 einen Status 
von 30% Erwerb/70% Haushalt und ab 1. März 2020 einen solchen von 
51% Erwerb/49% Haushalt zugrunde legte. Dagegen liess die Versicherte 
Einwand erheben (act. II 108), woraufhin die IVB mit Verfügung vom 11. 
Dezember 2020 (act. II 113) wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt ent-
schied. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 3

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 19. Januar 2021 Beschwerde erheben. Sie stellt die fol-
genden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 11. Dezember 2020 sei 
aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, der Beschwerdeführerin eine 
angemessene Invalidenrente auszurichten.

3. Der Beschwerdeführerin sei im vorliegenden Verfahren das Recht zur 
unentgeltlichen Rechtspflege, unter Beiordnung des Unterzeichnenden 
als amtlicher Anwalt, zu erteilen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Dezember 2020 
(act. II 113). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). 

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 5

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine Neuanmeldung nur geprüft, 
wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 
und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 
103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 
2.2.1).

2.3.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 6

2.3.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom November 2017 
(act. II 27) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die Verfügung vom 12. März 
2015 (act. II 26) – mit welcher ein Anspruch auf Leistungen der IV verneint 
worden war – und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 11. Dezem-
ber 2020 (act. II 113; vgl. E. 2.3.4 vorne).

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 12. März 2015 (act. II 26) stützte 
sich die Beschwerdegegnerin hauptsächlich auf die Angaben der behan-
delnden Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Me-
dizin. Diese hielt im undatierten, bei der Beschwerdegegnerin am 
24. September 2014 (act. II 16) eingegangenen Bericht als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen eine (mittels Thyreoi-
dektomie behandelte) Hyperthyreose, eine unklare linksseitige Symptoma-
tik mit Muskelschmerzen in Arm und Bein, eine leichte Gangunsicherheit, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 7

ein Halte- und Intentionstremor in der linken Hand sowie eine depressive 
Verstimmung fest (S. 1). Mit weiterem Bericht vom 9. Dezember 2014 (act. 
II 20) hielt Dr. med. E.________ fest, an der Diagnosestellung habe sich 
nichts geändert, jedoch habe sich der Gesundheitszustand gebessert (S. 
1).

3.3 Bis zum Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) – angefochtenen Verfügung vom 
11. Dezember 2020 (act. II 113) präsentierte sich die medizinische Akten-
lage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Mit Bericht vom 27. Dezember 2017 (act. II 41) hielt Dr. med. 
E.________ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im We-
sentlichen eine unklare Schmerzsymptomatik betreffend die linke Körper-
seite (mit fluktuierenden Nackenschulterschmerzen links, Beinschmerzen, 
leichter Gangunsicherheit und starken Schulterschmerzen mit einge-
schränkter Beweglichkeit) sowie eine Hyperthyreose fest (S. 2). Die Ar-
beitsunfähigkeit betrage ab 5. Juni 2017 bis auf Weiteres 100% (S. 3). 

3.3.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
sowie Rheumatologie, hielt im Bericht vom 11. Juni 2018 (act. II 50 S. 3 ff.) 
im Wesentlichen die folgenden Diagnosen fest (S. 3): 

• Chronische Schmerzkrankheit bei Verdacht auf somatoforme Schmerz-
störung 

• Leichte degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS) und 
Brustwirbelsäule (BWS) 

• Rezidivierende Hämatome unklarer Aetiologie seit 1/18 linke obere Ex-
tremität, DD Automutilation 

• Follikuläres Adenom der Schilddrüse mit Hyperthyreose 
• Depressiver Zustand 
• Arterielle Hypertonie 

In der Beurteilung hielt sie fest, die Beschwerdeführerin leide unter chroni-
schen Schmerzen der linken oberen Körperhälfte seit 2013, welche im Be-
reich der linken Schulter und des linken Oberarms begonnen und sich im 
Verlauf auf den linksseitigen Nacken und den ganzen linken Arm ausge-
dehnt hätten und welche zwischenzeitlich den ganzen Tagesablauf domi-
nierten sowie zu einer Arbeitsunfähigkeit seit einem Jahr führten. An 
objektiven pathologischen Abklärungsresultaten habe sich eine kurzfristig 
erhöhte CK (Creatin-Kinase) im Mai 2017 ergeben, welche sich schnell 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 8

normalisiert habe. Anschliessende Abklärungen der Neurologen inkl. MRI 
HWS und Plexus brachialis sowie Neurographien der Nervus medianus 
und ulnaris seien unergiebig geblieben wie auch eine Arthrographie der 
linken Schulter im Januar 2018. Die bekannten leichten degenerativen Ver-
änderungen der HWS hätten in den Röntgenbildern vom 4. April 2018 nicht 
zugenommen, sie stellten sich auch thorakal dar, nebst einer deutlichen 
BWS-Hyperkyphose. Diese Veränderungen erklärten die Beschwerden 
nicht. Auch von angiologischer Seite habe sich im Konsilium von Ende Mai 
2018 keine erklärende Pathologie an der linken oberen Extremität, respek-
tive den Hirngefässen links, finden lassen. Vom rheumatologischen Stand-
punkt aus beständen keine Hinweise für eine Erkrankung aus dem 
entzündlich-rheumatischen Formenkreis. Die Beschwerden entsprächen 
einer chronischen Schmerzkrankheit, wobei beim z. T. ausgeprägten de-
pressiven Zustandsbild der Verdacht auf eine somatoforme Schmerz-
störung in Betracht gezogen werde (S. 5).

3.3.3 Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, hielt im Bericht vom 6. November 2018 (act. II 65 S. 3-10) haupt-
sächlich die folgenden Diagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) 
fest (S. 6): 

• Verdacht auf Entwicklung einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10 F20.0)
• Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1)
• Dissoziative Störung (Konversionsstörungen), gemischt (ICD-10 F44.7) 
• Chronisches Schmerzsyndrom mit Generalisierungstendenz (ICD-10 

F45.5)
• Hinweise auf psychotische Symptome 
• St. n. verschiedenen Traumata

Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als ... (S. 7) 
und es sei (auch) keine (anderweitige) Arbeitstätigkeit zumutbar (S. 9). 

3.3.4 Vom … bis … 2019 war die Beschwerdeführerin in der psychiatri-
schen Klinik H.________ in stationärer psychiatrischer Behandlung. Im 
Austrittsbericht vom 31. Mai 2019 (act. II 78 S. 1-5) diagnostizierte die mit-
unterzeichnende leitende Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Psych-
iatrie und Psychotherapie, eine PTBS (ICD-10 F43.1), eine dissoziative 
Störung (ICD-10 F44.7) und sonstige somatoforme Störungen (ICD-10 
F45.8 [S. 1]). Die Beschwerdeführerin habe in gebessertem psychischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 9

Zustand am 21. Mai 2019 aus der Klinik austreten können. Für die Zeit vom 
… bis 7. Juni 2019 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4).

3.3.5 Dr. med. G.________ bestätigte mit Bericht vom 14. Oktober 2019 
(act. II 85 S. 2-5) ihre vormals gestellten Diagnosen (vgl. S. 2; act. II 65 
S. 6). Der Gesundheitszustand sei stationär (act. II 85 S. 2). Es bestehe 
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (S. 4). 

3.3.6 Im bidisziplinären, auf einer rheumatologischen und psychiatri-
schen Untersuchung basierenden MEDAS-Gutachten vom 17. März 2020 
(act. II 101.1 ff.) wurden interdisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt 
(act. II 101.1 S. 6): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)

1. Wahrscheinliche retraktile Kapsulitis der linken Schulter (partielle „frozen 
shoulder") 

2. Zerviko-vertebragenes Syndrom links bei diskreten degenerativen Verän-
derungen der Halswirbelsäule 

3. Dissoziative Störung gemischt (ICD-10 F44.7) 

4. Angstgefärbte, depressive Episode mittelschweren bis schweren Ausprä-
gungsgrades (ICD-10 F32.1/F32.2).

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)

1. Hypermotilitätssyndrom 

2. Status nach Thyreoidektomie bei Morbus Basedow 2013, Hypothyreose 

3. Gonarthrose links (anamnestisch) 

4. Femoropatelläres Syndrom beidseits

In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, durch die 
funktionelle Einschränkung der linken Schulter besonders für die seitliche 
Armhebung mit damit verbundener Schmerzsituation bestehe eine deutlich 
verminderte Einsatzfähigkeit für Tätigkeiten mit Hand-/Armbelastung, dies 
insbesondere auch, weil der linke Arm die dominante Seite darstelle. Durch 
die psychische Störung beständen deutliche Einschränkungen im Hinblick 
auf Proaktivität, Spontanaktivität, Widerstands- und Durchhaltefähigkeit; 
Selbstbehauptungsfähigkeit sowie auch Mobilität und Verkehrsfähigkeit 
wiesen vor dem Hintergrund der plastisch geschilderten Ängste leichte Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 10

schränkungen auf (S. 6). Es bestehe eine 30%ige Arbeitsfähigkeit (ca. 3 
Stunden pro Tag, Leistungsminderung 20%) sowohl für die bisherige Tätig-
keit (als ...) wie auch für eine leidensangepasste Tätigkeit (S. 8). 

Bestimmend für die gesamte Arbeitsunfähigkeit von 70% sei die psychiatri-
sche Beurteilung, die aufgrund verschiedener psychischer Aspekte nur 
noch eine Präsenzzeit von ca. 3 Std. täglich am Arbeitsplatz erlaube. Zu-
sätzlich führten Einschränkungen von Affektregulation und Konzentrations-
fähigkeit zu einer langsamen Arbeitsleistung, welche um 20% reduziert sei. 
Für die Restarbeitsfähigkeit von 30% in Frage kämen demzufolge Tätigkei-
ten einfacher bis durchschnittlicher geistiger Art mit einfachen bis max. 
durchschnittlichen Verantwortungsgraden, auszuführen ohne besonderen 
Zeitdruck und ohne spezielle Anforderungen an die Konfliktfähigkeit. Be-
sondere psychische Belastungsfaktoren wie hoher Zeitdruck und Nachtar-
beitsbedingungen seien zu vermeiden (S. 8). Integriert in diese Reduktion 
der Arbeitsfähigkeit auf 30% sei die rheumatologische Beurteilung, welche 
aufgrund der verlangten manuellen Arbeitsläufe in der bisherigen Tätigkeit 
(Ergreifen und Schieben der ..., teilweise Einsatz in der Ablage der ...) bei 
dargelegter körperlicher Problematik eine etwas geringere Arbeitsunfähig-
keit von 40-50% (Leistungsreduktion) aufweise (S. 9). 

Aus rheumatologischer Sicht setze die erfassbare Phase der Arbeitsun-
fähigkeit für die Tätigkeit als ... mit dem Fixpunkt der hausärztlichen Beur-
teilung ein, welche ab 5. Juni 2017 wegen starker Schulterschmerzen und 
Behinderung des linken Arms eine Arbeitsunfähigkeit von 100% begründe. 
Der heutige Beurteilungsgrad einer rheumatologisch bedingten Arbeitsun-
fähigkeit von 50-60% sei ab etwa Jan./Feb. 2018 anzunehmen. Aus psych-
iatrischer Sicht sei die Arbeitsunfähigkeit in der Grössenordnung von 70% 
seit Aufnahme der psychiatrischen Fachbehandlung im Jahre 2018 be-
gründet. Für weiter zurückliegende Zeiträume könne eine psychiatrisch 
gesicherte Arbeitsunfähigkeit mangels vorliegender fachärztlich-
psychiatrischer Befunde nicht seriös belegt werden (S. 8).

Die Problematik des linksseitigen Schulter-Armschmerzes mit funktioneller 
Behinderung sei erst im Verlauf des Jahres 2017 deutlicher eingetreten und 
sei heute noch vorhanden, die Situation habe sich somit im Referenzzeit-
raum klar verschlechtert. Ähnlich bestehe für die psychiatrische Symptoma-

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tologie eine längere, datenmässig nicht genau zu fassende Entwicklung, 
wobei das Jahr 2018 mit Beginn einer psychiatrischen Behandlung als Re-
ferenz genommen werden könne (S. 9).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 
Gutachten externer Spezialärzte, welche diesen Anforderungen entspre-
chen, kommt grundsätzlich (voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete 
Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 
470).

3.5

3.5.1 Das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 17. März 2020 (act. II 
101.1 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. 
E. 3.4.2 vorne) und erbringt vollen Beweis, was gleichermassen auch auf 
das rheumatologische (act. II 101.3) und das psychiatrische (act. II 101.4) 

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Teilgutachten zutrifft. Die befundmässige und diagnostische Einschätzung 
ist nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind überzeugend begrün-
det. Damit lassen sich gestützt auf die Expertise sämtliche vorliegend rele-
vanten Tat- und Rechtsfragen zuverlässig beantworten. Danach liegen 
sowohl somatische wie auch psychische, das funktionelle Leistungsvermö-
gen beeinflussende Gesundheitsbeeinträchtigungen vor, wobei die psychi-
sche Problematik in Form einer dissoziativen Störung gemischt sowie einer 
angstgefärbten depressiven Episode mittelschweren bis schweren Ausprä-
gungsgrades für die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit bestimmend 
ist und diese für sämtliche Tätigkeiten im Umfang von 70% einschränkt 
(Arbeitsfähigkeit 30% [act. II 101. 1 S. 8]). 

3.5.2 Soweit die Beschwerdeführerin die Einschätzung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit für "nicht nachvollziehbar" erachtet bzw. gel-
tend macht, es sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen 
(Beschwerde, S. 6, Art. 3), vermag sie dies nicht mittels einem ärztlichen, 
sich mit dem Gutachten auseinandersetzenden Bericht zu untermauern. 
Insbesondere datiert der von Dr. med. G.________ verfasste und von der 
Beschwerdeführerin für die Begründung ihres Standpunkts angeführte Be-
richt bereits vom 14. Oktober 2019 (act. II 85). Dieser lag den Gutachtern 
vor (act. II 101.2 S. 6 f.) und der psychiatrische Teilgutachter setzte sich mit 
der anderweitigen diagnostischen Einschätzung von Dr. med. G.________ 
auseinander, indem er festhielt, dass basierend auf den erhobenen Befun-
den weder eine paranoide Schizophrenie noch eine PTBS diagnostiziert 
werden könnten und auch keine psychotischen Symptome beständen (act. 
II 101.4 S. 14). Diese Einschätzung überzeugt, weshalb der auf diesen 
Diagnosen basierenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die be-
handelnde Psychiaterin der Boden entzogen ist. Zudem erfolgte die für 
sämtliche Tätigkeiten attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. II 
85 S. 4) pauschal und ohne jegliche Differenzierung hinsichtlich des funkti-
onellen Leistungsvermögens, weshalb schon allein deshalb auf die Beurtei-
lung von Dr. med. G.________ nicht abgestellt werden kann. Auch fällt auf, 
dass dieser Bericht in Bezug auf die Anamnese, die objektive Befundlage, 
die Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit nahezu wortwörtlich mit jenem vom 
6. November 2018 (act. II 65 S. 3-10) übereinstimmt, obwohl nach dem 
Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik H.________ vom … bis … 2019 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 13

eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes resultierte (act. 
II 78 S. 4), was die behandelnde Psychiaterin unerwähnt respektive un-
berücksichtigt liess, indem sie auch weiterhin eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit attestierte. Demnach enthält der Bericht vom 14. Oktober 2019 
(act. II 85 S. 2 ff.) von Dr. med. G.________ keine konkreten Indizien, die 
gegen den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens respektive des psychiatri-
schen Teilgutachtens sprechen (vgl. E. 3.4.2 vorne). 

Soweit die Beschwerdeführerin sodann geltend macht, auch die rheumato-
logischen Diagnosen wirkten sich (zusätzlich) negativ auf die Arbeitsfähig-
keit aus (Beschwerde, S. 6, Art. 3), ist ihr entgegen zu halten, dass die 
Gutachter in der bidisziplinären Gesamtbeurteilung ausdrücklich festhielten, 
die rheumatologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50-60% sei von der 
psychiatrisch attestierten höheren Arbeitsunfähigkeit von 70% miterfasst 
(act. II 101.1 S. 9). Weil die Frage nach dem Verhältnis verschiedener 
fachmedizinisch attestierter Teilarbeitsunfähigkeiten eine spezifisch medi-
zinische Problematik und Einschätzung darstellt, von der das Gericht 
grundsätzlich nicht abrückt (SVR 2020 IV Nr. 22 S. 76 E. 4.1), besteht ent-
gegen der Stossrichtung in der Beschwerde somit kein Anlass für eine – 
wie auch immer geartete – Addition der psychisch und rheumatologisch 
bedingten Arbeitsunfähigkeit. Ebenso wenig ist die Prognose (Beschwerde, 
S. 6, Art. 3) für die aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massgebend. 

3.5.3 Schliesslich kann offen bleiben, ob die vom psychiatrischen Gut-
achter attestierte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit auch in recht-
licher Hinsicht zu berücksichtigen ist respektive ob hier eine eigenständige 
Indikatorenprüfung durchzuführen ist: Einerseits kann aus einer Indikato-
renprüfung keine höhere Arbeitsunfähigkeit resultieren als die gutachterlich 
attestierte (Entscheid des BGer vom 22. April 2020, 8C_52/2020, E. 4.2.2), 
andererseits besteht, wie zu zeigen sein wird, selbst dann kein Anspruch 
auf eine Invalidenrente, wenn deren Ermittlung die gutachterlich beschei-
nigte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von 70% zugrunde gelegt 
wird. 

3.6 Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 17. März 2020 (act. II 
101.1 ff.) ergibt sich somit was folgt: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 14

3.6.1 Zunächst ist sowohl in somatischer, namentlich aber in 
psychischer Hinsicht eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
medizinischen Verhältnissen (vgl. E. 2.3.3 vorne) im Vergleich zur 
Verfügung vom 12. März 2015 (vgl. E. 3.1 vorne) erstellt (vgl. act. II 101.1 
S. 9), was denn auch unbestritten ist. Folglich ist der Rentenanspruch in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. E. 2.3.5 
vorne). 

3.6.2 Gemäss dem MEDAS-Gutachten besteht eine 30%ige 
Arbeitsfähigkeit (Arbeitsunfähigkeit: 70%) für Tätigkeiten einfacher bis 
durchschnittlicher geistiger Art mit einfachen bis maximal durchschnittlichen 
Verantwortungsgraden, auszuführen ohne besonderen Zeitdruck und ohne 
spezielle Anforderungen an die Konfliktfähigkeit. Besondere psychische 
Belastungsfaktoren wie hoher Zeitdruck und Nachtarbeitsbedingungen sind 
zu vermeiden (act. II 101.1 S. 8). Als Beginn der rheumatologisch beding-
ten Arbeitsunfähigkeit von 50-60% bzw. der psychisch bedingten Arbeitsun-
fähigkeit von 70% führten die MEDAS-Gutachter den Zeitraum 
Januar/Februar 2018 respektive die Aufnahme der psychiatrischen Fach-
behandlung im Juli 2018 (act. II 58; 65 S. 3) an (act. II 101.1 S. 8). Am Ver-
fahrensausgang ändert sich – wie zu zeigen ist – nichts, wenn betreffend 
die Ermittlung des Invaliditätsgrades zu Gunsten der Beschwerdeführerin 
für den im Hinblick auf die Rentenprüfung (vgl. E. 4 sogleich) gesamten 
massgebenden Beurteilungszeitraum eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit zu-
grunde gelegt wird.

4.

Der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns liegt mit Blick auf die 
im November 2017 (act. II 27 S. 7) erfolgte Neuanmeldung im Mai 2018 
(Art. 29 Abs. 1 IVG). Ob in diesem Zeitpunkt das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 
lit. b IVG; vgl. E. 2.2 vorne) mit Blick auf eine fraglich vorbestehende Ar-
beitsunfähigkeit von 50% (act. II 20 S. 2) erfüllt oder aber in Anbetracht der 
ab dem 5. Juni 2017 dokumentierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit (act. II 
39.2 S. 18) die Voraussetzung einer ein Jahr dauernden 40%igen Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 15

unfähigkeit nicht gegeben war, kann mit Blick auf das Ergebnis offen blei-
ben. 

5.

5.1 In der angefochtenen Verfügung vom 11. Dezember 2020 (act. II 
113) legte die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Invaliditätsgra-
des bis Ende Februar 2020 einen Status von 30% Erwerb und 70% Haus-
halt, für die Zeit ab März 2020 einen Status von 51% Erwerb und 49% 
Haushalt zugrunde (S. 2). Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei im 
Gesundheitsfall ab März 2020 von einem Status 80% Erwerb und 20% 
Haushalt auszugehen (Beschwerde, S. 6, Art. 2).

5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1). Zu berücksichtigen sind die 
persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso 
wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das 
Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 
persönlichen Neigungen und Begabungen. Dabei sind die konkrete 
Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der 
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 
V 194 E. 3b S. 195; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der 
Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische 
Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der 
im Sozialver-sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 16

Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV 
Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.3 Anlässlich der Erhebung zu den häuslichen Verhältnissen am 30. 
Juli 2020 (act. II 103 S. 2) gab die Beschwerdeführerin an, es sei in der 
letzten Zeit mit dem Partner sehr zermürbend gewesen. Aus diesem Grund 
sei sie im März 2020 ausgezogen. Sie seien ... Jahre im Haus des Partners 
zusammengewohnt. Es sei ein grosses Haus gewesen. Sie habe auch jetzt 
noch guten Kontakt mit ihrem Ex-Partner. ... beim Haus pflege sie immer 
noch, auch erledige sie noch die Bügelwäsche und ... für ihn. Im Gegenzug 
kaufe er für sie ein und staubsauge zwischendurch ihre Wohnung. Sie ge-
he täglich ins Haus. Am Abend würden sie meistens zusammen essen. Ein 
Paar seien sie aber nicht mehr. Sie habe allerdings noch ein kleines, eige-
nes Reich, wofür sie aber nichts zahlen müsse. Es sei wie ein kleines Ap-
partement mit ..., Schlafzimmer und Badezimmer. Etwa einmal pro Monat 
übernachte sie dort, sonst schlafe sie immer in ihrer eigenen Einzimmer-
wohnung. Diese habe sie selber gesucht. Es sei noch nicht ideal, dennoch 
tue ihr der Abstand gut. Später wolle sie sich eine kleine Wohnung suchen. 
Vorerst reiche aber diese Einzimmerwohnung. Sie werde nun vom Sozial-
dienst unterstützt. Vorher hätten sie im Konkubinat gelebt, daher habe der 
Sozialdienst nichts bezahlt (S. 2). Unter "Anmerkung der Abklärungsper-
son" wird im Abklärungsbericht weiter festgehalten, die Wohnung sei prak-
tisch leer. Die Beschwerdeführerin habe die "Kleider und Schuhe etc." alle 
noch im Haus. Sie koche in der Wohnung nicht, manchmal wärme sie sich 
etwas auf, das sei aber schon alles. Die Wäsche erledige sie ebenfalls 
nicht hier, sondern nach wie vor im Haus ihres Ex-Partners. Sie verbringe 
die Tage im Haus und am Abend koche man zusammen. Sie kehre zur 
Übernachtung in diese Wohnung zurück (S. 3). 

Auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschrän-
kung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, gab die Beschwerdeführerin 
gemäss Abklärungsbericht an, bis zum März 2020 hätte sie die ca. 30% 
beibehalten. Ab März 2020 wohne sie nun in der Einzimmerwohnung. Sie 
sei getrennt von ihrem Partner und obwohl sie noch täglich ins Haus gehe, 
so sei sie doch jetzt finanziell auf sich alleine gestellt. Sie müsste also mehr 
arbeiten als 30%. Beim C.________ in ... wäre aber ein höheres Pensum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 17

nicht möglich, daher würde sie sich eine neue Stelle irgendwo in einem 
anderen C.________ suchen. Sie würde wohl 80% arbeiten. Sie habe noch 
diverse Schulden. Sie habe aber schon verschiedentlich probiert, diese 
abzubezahlen, sie seien nicht neu. Sie ... gerne, zeitaufwendige Hobbies 
habe sie aber keine. Sie ... auch nicht regelmässig .... Der ... gebe aller-
dings viel zu tun, und den werde sie sicher beibehalten (S. 6).

Anlässlich der gutachterlichen Untersuchungen vom Februar 2020 in der 
MEDAS (act. II 101.1 S. 3) gab die Beschwerdeführerin an, sie erlebe die 
Partnerschaft als stabil (act. II 101.4 S. 7). Sie lebten im sechs Zimmer um-
fassenden Elternhaus des Partners, daneben bestehe für sie ein Studio als 
Rückzugsort, falls sie "ihn vorübergehend nicht ertrage." Der Haushalt wer-
de gemeinsam besorgt (act. II 101.3 S. 4). 

5.4

5.4.1 Im Lichte der hiervor dargelegten persönlichen, familiären, 
sozialen und erwerblichen Verhältnisse ist zu Recht unbestritten, dass die 
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bis und mit Februar 2020 als 
im Umfang von 30% im Erwerb und 70% im Haushalt Tätige eingestuft hat 
(vgl. act. II 113 S. 2). 

5.4.2 Im März 2020 hat sich die Beschwerdeführerin gemäss eigenen 
Angaben von ihrem Partner getrennt und bezog in der Folge eine Einzim-
merwohnung, was grundsätzlich eine Änderung in den persönlichen Ver-
hältnissen darstellt. Hierzu ist jedoch gestützt auf die – unbestritten 
gebliebenen – Angaben im Abklärungsbericht (vgl. E. 5.3 vorne) festzuhal-
ten, dass sich die Lebensweise der Beschwerdeführerin dadurch kaum 
verändert hat, verbringt sie die Tage doch weiterhin im Haus des Ex-
Partners und erbringen er und die Beschwerdeführerin sich auch weiterhin 
gegenseitig Dienstleistungen. Es wird nicht geltend gemacht und ist auf-
grund der Akten auch nicht ersichtlich, dass diese Änderung der Lebens-
umstände im Validitätsfall anders erfolgt wäre; insbesondere ist nicht 
erstellt, dass die Trennung im Gesundheitsfall deutlicher ausgefallen wäre 
und die Beschwerdeführerin in einer grösseren Wohnung lebte (vgl. Be-
schwerde, S. 5 unten). Abgesehen von der emotionalen Ebene liegt die 
einzige Änderung seit der Miete der kleinen Wohnung deshalb darin, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 18

die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben neu für ihre Einzimmer-
wohnung aufkommen muss und entsprechende finanzielle Mittel (Fr. 450.-- 
pro Monat, vgl. Beschwerde, S. 5, Art. 2 unten und act. II 103 S. 7) 
benötigt. Es wird insbesondere nicht ausgeführt, dass die Beschwerdefüh-
rerin ihrem ehemaligen Lebenspartner ab März 2020 einen (höheren) fi-
nanziellen Beitrag z.B. für Mahlzeiten o.Ä. bezahlen müsste. Ein Indiz 
gegen die Erhöhung des Erwerbspensums ist zudem, dass die Beschwer-
deführerin Zeit ihres Lebens – von einer kurzzeitigen Ausnahme im Jahr 
2007 abgesehen (act. II 36 S. 2) – allein tiefe Teilzeitpensen versah; insbe-
sondere suchte sie auch dann keine neue Beschäftigung, als sie gemäss 
eigenen Angaben nach einer Reorganisation bei C.________ ihr Pensum 
von rund 36% auf 30% reduzieren musste (act. II 103 S. 5); dies, obschon 
keine rechtlich relevanten Faktoren ersichtlich sind, wie etwa die Kinderbe-
treuung. Es ist deshalb nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 5.2 vorne) erstellt, dass die im Zeitpunkt der 
Trennung im März 2020 55jährige Beschwerdeführerin als Gesunde – wie 
von ihr gegenüber der Abklärungsperson geltend gemacht – ein 80%iges 
Erwerbspensum bekleidet hätte (act. II 103 S. 6, Ziff. 3.4). Damit ist es im 
Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der Berech-
nung des Invaliditätsgrades ab März 2020 ein Erwerbspensum von 51% 
zugrunde legte (act. II 113 S. 2), wobei offen bleiben kann, ob das Abstel-
len auf einen hypothetischen Finanzbedarf nach Massgabe der SKOS-
Richtlinien (vgl. act. II 103 S. 7) korrekt ist. Denn so oder anders fällt die 
Annahme eines hypothetischen Erwerbspensums von 51% mit Blick auf die 
Erwerbsbiographie bzw. die bisher ausgeübten Arbeitspensen sicher nicht 
zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus, da – wie dargelegt – der effek-
tive Finanzbedarf allein um die Kosten der Wohnung gestiegen ist und im 
Übrigen der wirtschaftlichen Notwendigkeit einer Erwerbstätigkeit alleine 
keine entscheidende Bedeutung für die Statusfrage zukommt (Entscheid 
des BGer vom 19. Februar 2020, 8C_29/2020, E. 5.3.3).

5.5 Zusammenfassend ist der Status mit der Beschwerdegegnerin für 
die Zeit bis Februar 2020 auf 30% Erwerb/70% Haushalt und – insoweit in 
Bejahung eines weiteren Revisionsgrundes (vgl. E. 2.3.3 vorne) – ab März 
2020 auf 51% Erwerb/49% Haushalt festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 19

6.

6.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
(Einkommensvergleichsmethode) festgelegt. Waren sie daneben auch im 
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf 
einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle 
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 
290 E. 4 S. 293).

6.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 20

Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf je-
doch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 
der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

6.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 
295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu berück-
sichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei 
leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh-
ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab-
zug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 
S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

6.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und 
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 
summiert (Art. 27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in 
Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind 
Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 21

Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale 
Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den 
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 
27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die 
Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der 
Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 
Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, 
ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 
27bis Abs. 4 IVV).

7.

Mit Bezug auf den Aufgabenbereich Haushalt (vgl. E. 6.3 vorne) wurde im 
Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 10. August 2020 (act. II 103 S. 2 
ff.) mittels Betätigungsvergleichs für die Zeit bis Februar 2020 eine Ein-
schränkung von ungewichtet 1.2% bzw. gewichtet 0.84% und für die Zeit 
ab März 2020 eine solche von ungewichtet bzw. gewichtet 0% ermittelt (S. 
20). 

Der Bericht vom 10. August 2020 (zu den Voraussetzungen an den Be-
weiswert von Abklärungsberichten, vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 
130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2) wurde vom spe-
zialisierten Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin aufgrund einer Er-
hebung am 30. Juli 2020 in der Wohnung der Beschwerdeführerin (act. II 
103 S. 2) verfasst und erfolgte in Kenntnis der medizinischen Situation und 
namentlich des bidisziplinären MEDAS-Gutachtens vom 17. März 2020 
(vgl. S. 3). Ferner stützt sich das Ergebnis auf die Angaben der Beschwer-
deführerin zu den sozialen und erwerblichen Verhältnissen und zum Haus-
halt. Der Abklärungsbericht enthält – entsprechend den per März 2020 
veränderten Wohnverhältnissen (vgl. E. 5.4.2 vorne) – zwei Haushaltsbe-
messungen, deren Umschreibung der Haushaltsaufgaben den Vorgaben 
der Rz. 3087 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung (KSIH) in der hier massgeblichen Fassung entspre-
chen. Die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann 
innerhalb der dort angegebenen Bandbreiten und wird weder beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 22

weise bestritten noch ist sie in Anbetracht der konkreten Umstände zu be-
anstanden. Klare Fehleinschätzungen der Abklärungsfachperson sind nicht 
ersichtlich. Auf den Abklärungsbericht vom 10. August 2020 respektive die 
darin festgehaltenen Einschränkungen kann somit abgestellt werden. Ge-
genteiliges macht denn auch die Beschwerdeführerin nicht geltend.

8.

8.1 Für den erwerblichen Bereich (vgl. E. 6.2 vorne) steht hinsichtlich 
des Valideneinkommens zunächst fest, dass die Beschwerdeführerin als 
Gesunde auch weiterhin als ... im Detailhandel tätig gewesen wäre, zumal 
keine Hinweise auf eine überwiegend wahrscheinlich anderweitige berufli-
che Entwicklung bestehen (Entscheid des BGer vom 29. März 2021, 
8C_745/2020, E. 6.1) und dergleichen auch nicht geltend gemacht wird. Im 
Weiteren ist zwar anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin im Validitäts-
fall bis und mit Februar 2020 auch ihre bisherige (im Juni 2019 krankheits-
bedingt gekündigte [act. II 103 S. 6, Ziff. 3.2]) Anstellung bei der 
C.________ weiterhin und im selben Umfang (vgl. E. 5.4.1 vorne) beibehal-
ten hätte (act. II 103 S. 6, Ziff. 3.4). Jedoch handelte es sich dabei nicht um 
ein fixes Pensum (S. 4 f., Ziff. 3.2), weshalb es sich rechtfertigt, für die Be-
stimmung des ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hypothetisch erziel-
baren Einkommens auf die Zahlen der LSE abzustellen (vgl. E. 6.2.1 
vorne). Dasselbe gilt für die Zeit ab März 2020 (vgl. E. 5.4.2 vorne), da an 
der angestammten Stelle keine Pensumerhöhung möglich gewesen wäre 
(S. 6, Ziff. 3.4). 

Entsprechend ist – mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. II 103 S. 10) – 
bei der Ermittlung des Valideneinkommens auf die LSE 2018, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 47 (Detailhandel), Frauen, abzustellen, wobei 
mangels entsprechender Ausbildung Kompetenzniveau 1 massgebend ist.

8.2 Indem die Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit mehr aus-
übt, ist dem Invalideneinkommen mit Blick auf das gutachterlich formulierte 
Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.6.2 vorne) eine Hilfsarbeitertätigkeit gemäss 
LSE 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Wert TOTAL, Frauen, Kompe-
tenzniveau 1, zugrunde zu legen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 23

9.

9.1 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 
11. Dezember 2020 zu Recht zwei Einkommensvergleiche durchgeführt 
(act. II 113 S. 2), was den sich ab März 2020 geänderten persönlichen 
Verhältnissen der Beschwerdeführerin im Sinne eines Revisionsgrundes 
(vgl. E. 5.5 vorne) geschuldet ist. 

9.2 Für die Zeit von Mai 2018 (vgl. E. 4 vorne) bis zur Trennung der 
Beschwerdeführerin von ihrem damaligen Lebenspartner im März 2020 
ergibt sich was folgt: 

9.2.1

9.2.1.1 Das Valideneinkommen ist basierend auf den LSE 2018, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 47 (Detailhandel), Frauen, Kompetenzniveau 1, 
zu ermitteln (vgl. E. 8.1 vorne). Unter Berücksichtigung der durchschnittli-
chen Wochenarbeitszeit von 41.8 Stunden (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b bb 
S. 77; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabel-
lenposition 47) beziffert sich das (auf ein Vollpensum hochgerechnete [vgl. 
E. 6.3 vorne]) jährliche Valideneinkommen pro Mai 2018 auf Fr. 55'489.50 
(Fr. 4'425.-- x 12 / 40 x 41.8).

9.2.1.2 Das Invalideneinkommen ist auf der Grundlage von 
TA1_tirage_skill_level, Wert TOTAL, Frauen, Kompetenzniveau 1, zu ermit-
teln (vgl. E. 8.2 vorne). Eines zusätzlichen leidensbedingten Abzugs bedarf 
es entgegen der Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 7, Art. 4) nicht: In 
psychiatrischer Hinsicht beinhaltet die 70%ige Arbeitsunfähigkeit auch das 
um 20% eingeschränkte Leistungsvermögen (vgl. act. II 101.4 S. 15). Aus-
drücklich in die 70%ige Arbeitsunfähigkeit "integriert" sind sodann auch die 
rheumatologischen Einschränkungen (vgl. E. 3.5.2 vorne; act. II 101.1 
S. 9). Folglich besteht für eine zusätzliche Berücksichtigung der funktionel-
len Beeinträchtigungen unter dem Aspekt des invaliditätsbedingten Kriteri-
ums der leidensbedingten Einschränkung kein Anlass (BGE 146 V 16 E. 
4.1 S. 20). Hinsichtlich der invaliditätsfremden Faktoren ist zu berücksichti-
gen, dass vorliegend sowohl Validen- wie auch Invalideneinkommen auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 24

grund statistischer Werte bestimmt werden und entsprechende Abzüge bei 
beiden Vergleichseinkommen zu berücksichtigen wären (Entscheid des 
BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Demnach besteht gesamt-
haft beurteilt für das Gericht kein triftiger Grund, sein Ermessen an die 
Stelle desjenigen der Verwaltung zu setzen (Entscheid des BGer vom 18. 
Januar 2018, 8C_552/2017, E. 4.3). 

Gestützt auf diese Grundlagen sowie unter Berücksichtigung der durch-
schnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, TOTAL) beziffert sich das (auf ein 
Vollpensum hochgerechnete) Invalideneinkommen bei einer Arbeitsun-
fähigkeit von 70% pro Mai 2018 auf Fr. 16'404.35 (Fr. 4'371.-- x 12 /40 x 
41.7 x 0.3).

9.2.1.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt sich 
somit ab Mai 2018 eine Erwerbseinbusse von Fr. 39‘085.15 (Fr. 55'489.50 
– Fr. 16'404.35) und damit bezogen auf den erwerblichen Bereich ein 
Invaliditätsgrad von 70.4% (Fr. 39‘085.15 / Fr. 55'489.50 x 100) bzw. 
gewichtet von 21.1% (70.4% x 0.3). 

9.2.2 In Bezug auf den Aufgabenbereich Haushalt ermittelte der 
Abklärungsdienst im Abklärungsbericht vom 10. August 2020 eine 
Einschränkung von (ungewichtet) 1.2% (act. II 103 S. 16), woraus 
gewichtet ein Invaliditätsgrad von 0.84% (1.2% x 0.7) resultiert. 

9.2.3 Damit beträgt der Invaliditätsgrad ab Mai 2018 gerundet (zur Run-
dung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123) und gewichtet (vgl. E. 6.3 vorne) 
maximal 22%.

9.3 Per März 2020 trennte sich die Beschwerdeführerin von ihrem 
ehemaligen Partner, womit der Status neu 51% Erwerb/ 49% Haushalt be-
trägt und der Invaliditätsgrad folglich neu zu bestimmen ist (vgl. E. 5.5 vor-
ne): 

9.3.1

9.3.1.1 Für das Jahr 2020 beziffert sich das (nominallohnindexbereinigte; 
vgl. BFS, T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, 2011-2020, Abschnitt G; vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 25

Entscheid des BGer vom 10. Mai 2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5) Validenein-
kommen unter Berücksichtigung der selben Bemessungsparameter (vgl. 
E. 9.2.1.1 vorne, wobei die Zahlen der betriebsüblichen Arbeitszeit für das 
Jahr 2020 noch nicht vorliegen) auf Fr. 56'462.10 (Fr. 4’425.-- x 12 /40 x 
41.8 /108.4 x 110.3).

9.3.1.2 Das (ebenfalls gemäss Nominallohnindex angepasste, im Übrigen 
nach Massgabe unveränderter Bemessungsparameter ermittelte, vgl. E. 
9.2.1.2 vorne) Invalideneinkommen beträgt Fr. 16'714.15 (Fr. 4'371.-- x 12 
/40 x 41.7 /105.9 x 107.9 x 0.3).

9.3.1.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies 
für das Jahr 2020 eine Erwerbseinbusse von Fr. 39‘747.95 (Fr. 56'462.10 – 
Fr. 16'714.15) und damit bezogen auf den erwerblichen Bereich einen 
Invaliditätsgrad von 70.4% bzw. gewichtet 35.9% (Fr. 39‘747.95 / 
Fr. 56'462.10 x 100 x 0.51).

9.3.2 Für den Aufgabenbereich Haushalt ermittelte der Abklärungsdienst 
im Abklärungsbericht vom 10. August 2020 eine Einschränkung von 
ungewichtet 0% (act. II 103 S. 19), womit insoweit keine Invalidität besteht.

9.3.3 Damit beträgt der Invaliditätsgrad ab März 2020 gerundet und ge-
wichtet maximal 36%.

9.4 Zusammenfassend liegt der Invaliditätsgrad bezogen auf den ge-
samten Beurteilungszeitraum unter 40%, womit kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente besteht (vgl. E. 2.2 vorne). Die angefochtene Verfügung vom 
11. Dezember 2020 erweist sich demnach als rechtens und die Beschwer-
de ist abzuweisen.

10.

Mit der Abweisung der Beschwerde ist die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend zu betrachten. Damit wird sie kostenpflichtig (Art. 108 VRPG), wes-
halb nachfolgend vorab das Gesuch um Erteilung des Rechts auf 
unentgeltliche Rechtspflege zu prüfen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 26

10.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der dokumentierten 
finanziellen Verhältnisse respektive ihrer Sozialhilfebedürftigkeit ausgewie-
sen (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 3). Im Weiteren ist die Be-
schwerde nicht als aussichtslos zu qualifizieren und die anwaltliche 
Verbeiständung ist geboten. Das Gesuch der Beschwerdeführerin ist somit 
gutzuheissen und es ist ihr Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
beizuordnen.

10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 10.1 hiervor) wird die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

10.3 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss] und Art. 108 Abs. 3 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ 
als amtlicher Anwalt bleibt dessen amtliches Honorar festzulegen.

10.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 27

tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWST) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der 
Stundenansatz Fr. 200.--.

10.3.2 Mit Kostennote vom 11. Mai 2021 macht Rechtsanwalt 
B.________ einen Aufwand von 11 Stunden geltend, was nicht zu bean-
standen ist. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikostenersatz auf total 
Fr. 3'048.55 festzusetzen (Honorar: Fr. 2'750.--; Auslagen: Fr. 80.60; 
MWST: Fr. 217.95 [7.7% auf Fr. 2'830.60]). Demnach ist Rechtsanwalt 
B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichts-
kasse ein amtliches Honorar von Fr. 2‘200.-- (11 Stunden x Fr. 200.--) zu-
züglich Auslagen von Fr. 80.60 und die MWST von 7.7% auf Fr. 2‘280.60, 
ausmachend Fr. 175.60, total somit eine Entschädigung von Fr. 2‘456.20, 
auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerde-
führerin gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen 
von Art. 123 ZPO.

10.4 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffentlichrechtliche 
Anstalt des Kantons Bern keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Art. 104 Abs. 3 VRPG; vgl. dazu auch BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2021, IV/21/62, Seite 28

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'048.55 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘456.20 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.