# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a24a0696-4ab5-5bc1-bb68-a97d57f23858
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2007 D-4273/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4273-2006_2007-05-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4273/2006
spn/mal
{T 0/2}

Urteil vom 14. Mai 2007  

Mitwirkung: Richterin Spälti Giannakitsas, Richter Galliker, Richter Scherrer,
Gerichtsschreiber Mauerhofer

A._______, geboren _______, Serbien, 
_______
vertreten durch Dr. iur. Alex Hediger, Advokat, 
_______,

Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 14. April 2005 i.S. Asyl und Wegweisung / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Der  Beschwerdeführer  –  gemäss  eigenen  Angaben  ein  Staatsangehöriger  von 
Serbien (vormals Serbien und Montenegro) mit letztem Wohnsitz in Mazedonien – 
ersuchte am 25. Mai 2003 um Asyl in der Schweiz. Am 28. Mai 2003 wurde er vom 
BFF kurz befragt und am 3. Juni 2003 vom BFF direkt zu den Gründen für sein 
Asylgesuch angehört. 

Zur Begründung seines Gesuches machte der Beschwerdeführer zur Hauptsache 
geltend, er sei ein Angehöriger der ethnischen Minderheit der Ashkali aus der Ort-
schaft  B._______ in der Gemeinde Gjakovë/Djakovica (Provinz Kosovo) und als 
Ashkali  wäre er im Kosovo Nachstellungen von Seiten der albanischen Bevölke-
rungsmehrheit ausgesetzt. Dabei führte er aus, er habe den Kosovo im Juni 1999, 
unmittelbar  vor  dem Einmarsch der Nato-Truppen,  zusammen mit  einer  grossen 
Gruppe von anderen Leuten – Ashkali,  Gabel,  Roma, Serben sowie Albaner, die 
mit den Serben zusammengearbeitet hätten – in Richtung Mazedonien verlassen, 
da sie sich vor der Rache der Albaner gefürchtet hätten. An jenem Tag habe ein 
Offizier der jugoslawischen Armee vor dem Gemeindehaus in Gjakovë die Leute 
zusammengerufen und ihnen zur  Flucht  geraten,  falls  sie  Anlass  zur Furcht  vor 
den Albanern und der UÇK hätten. Die Leute, die sich vor der Rückkehr der Alba-
ner gefürchtet hätten, seien daraufhin mit Autos und Traktoren nach Mazedonien 
geflüchtet. Er sei an diesem Tag mit drei Freunden zufällig in der Stadt gewesen 
und  sie  hätten  sich  diesen  Leuten  angeschlossen,  ohne  zuvor  nochmals  nach 
Hause zurückzukehren. Vor seiner Ausreise habe er in seiner Heimat nie Proble-
me gehabt, weder mit den Behörden noch sonst jemandem. Sein Vater,  welcher 
schon sehr alt sei, habe damals auf dem Polizeiposten von C._______ bei der ser-
bischen Polizei als Kurier und Saubermann gearbeitet. Seit seiner Ausreise habe 
er von seinen Eltern, welche in B._______ geblieben seien, nichts mehr gehört. Im 
Kosovo habe er ansonsten einzig einen Onkel, zu welchem der Kontakt aber eben-
falls abgerissen sei. 

Betreffend seinen Aufenthalt im Mazedonien führte er aus, er und seine Freunde 
hätten sich während der ersten drei  Tage in einem Flüchtlingslager in der Nähe 
von D._______ aufgehalten. Da es dort  nicht zum Aushalten gewesen sei, seien 
sie in die Stadt  gegangen, um dort  zu arbeiten.  Er sei  Gelegenheitsarbeiten als 
Lastenträger und Hilfsarbeiter nachgegangen und er habe von seinem Chef eine 
Unterkunft  erhalten.  Ende  Mai  2003  habe  er  Mazedonien  verlassen,  weil  die 
Flüchtlinge zum Gehen aufgefordert worden seien und weil er nach Europa gewollt 
habe. In diesem Zusammenhang erklärte er auf Nachfrage (vgl. act. A 8, S. 9 Mit-
te), dass er mit seinem damaligen Chef abgemacht habe nach Europa zu gehen, 
um dort etwas mehr zu verdienen, damit er später vielleicht in den Kosovo zurück-
gehen und dort  ein Haus bauen könne.  Dabei  habe ihm sein Chef zugesagt,  er 
dürfe wieder zurückkommen, wenn sein Vorhaben scheitern sollte. 

B. Mit Verfügung vom 11. Juni 2003 – eröffnet am gleichen Tag – wies das BFF das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und und ordnete dessen Wegweisung aus 

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der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Gegen diesen Entscheid reichte 
der Beschwerdeführer am 12. Juni 2003 bei der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission  (ARK)  Beschwerde  ein.  Die  Beschwerde  wurde von der  ARK mit  Urteil 
vom 3. Oktober 2003 insofern gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung auf-
gehoben und das Verfahren zwecks vollständiger Feststellung des rechtserhebli-
chen  Sachverhalts,  namentlich  der  Durchführung  einer  Einzelfallabklärung,  und 
anschliessender Neubeurteilung der Sache an das BFF zurückgewiesen wurde. 

C. Am 29. Oktober 2004 beauftrage das BFF das Schweizer Verbindungsbüro in Pris-
tina mit Abklärungen vor Ort betreffend den Beschwerdeführer. Eine entsprechen-
de Antwort ging am 30. November 2004 ein. 

Am 8.  Februar  2005 wurde der Beschwerdeführer  vom BFM über  den wesentli-
chen  Inhalt  des  Abklärungsberichts  in  Kenntnis  gesetzt.  Dabei  führte  das  BFM 
aus, die Abklärungen vor Ort hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer und sei-
ne Familie in B._______ nicht bekannt seien. Dies erstaune sehr, da er eigenen 
Angaben zufolge bis Juni 1999 dort  gelebt  habe und seine Eltern weiterhin dort 
wohnhaft  gewesen sein sollen. Zudem habe er auch keine näheren Angaben zu 
seinem Onkel  machen  können.  Somit  komme  der  Verdacht  auf,  dass  er  nie  in 
B._______ wohnhaft gewesen sei und falsche Angaben zu seiner Person gemacht 
habe. 

In seiner Stellungnahme vom 28. Februar 2005 hielt der Beschwerdeführer an der 
geltend gemachten Herkunft  aus B._______ fest,  wobei er ergänzende Angaben 
machte. Er nannte den Namen seines Onkels und führte aus, seine Familie habe 
kein Haus besessen, sondern habe in einem Zelt auf dem öffentlichen Gemeinde-
gebiet  gewohnt.  Zur  albanischen  Bevölkerung  hätten  sie  kaum Kontakt  gehabt. 
Kontakte hätten, wenn überhaupt, nur zur serbischen Bevölkerung bestanden, wel-
che nicht mehr in B._______ lebe. In B._______ habe er vier Jahre die öffentliche 
Primarschule besucht und später habe er auf den Märkten in der Region von Gja-
kovë als Taglöhner gearbeitet und Waren mit Handkarren transportiert. 

D. Mit Verfügung vom 14. April  2005 – eröffnet am folgenden Tag – wies das BFM 
das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab,  verbunden  mit  der  Anordnung  der 
Wegweisung des Beschwerdeführers und des Wegweisungsvollzuges. 

Dabei führte das BFM zur Hauptsache aus, die vom Beschwerdeführer geltend ge-
machte Furcht vor den Albanern sei flüchtlingsrechtlich nicht relevant, da sie ob-
jektiv nicht hinreichend begründet sei; aufgrund der Akten lasse sich nicht auf eine 
konkrete Bedrohungslage schliessen. Zwar sei es in der Vergangenheit zu teilwei-
se schwerwiegenden Übergriffen auf Angehörige der ethnischen Minderheiten, na-
mentlich der Ashkali gekommen. Ein systematisches Vorgehen zur Vertreibung der 
ethnischen  Minderheiten  aus  dem  Kosovo  sei  jedoch  nicht  festgestellt  worden. 
Aufgrund der Entwicklung und Verbesserung sei zudem vom Schutzwillen und der 
weitgehenden Schutzfähigkeit  der Sicherheitskräfte im Kosovo auszugehen. Den 
Vollzug der Wegweisung in den Kosovo erkannte das BFM als zulässig, zumutbar 
und möglich.  Dabei hielt  es unter  anderem fest,  dass der Beschwerdeführer mit 
grosser Wahrscheinlichkeit keine korrekten Angaben zu seiner Identität und seiner 

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Herkunft  gemacht  habe,  was der  Abklärungspflicht  der  Behörde  Grenzen  setze. 
Daneben ging das BFM von der grundsätzlichen Zumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzuges  in  den  Kosovo  aus,  da  eine  konkrete  Gefährdung  der 
albanischsprachigen Minderheiten der Roma, Ashkali und Ägypter alleine aufgrund 
ihrer Ethnie im Kosovo – mit Ausnahme einiger Dörfer – auszuschliessen sei.  

E. Gegen diesen Entscheid reichte der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen 
Rechtsanwalt – am 10. Mai 2005 bei der ARK Beschwerde ein. Dabei beantragte 
er  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Asyl, 
eventualiter die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz zufolge Un-
zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. 

In seiner Eingabe hielt er an seinen Angaben zu seiner Person und an seinen Ge-
suchsvorbringen fest, wobei er die Ergebnisse der Botschaftsabklärung respektive 
deren Aussagekraft sinngemäss in Zweifel zog. In seinen weiteren Ausführungen 
machte er geltend, eine Rückkehr in den Kosovo wäre für ihn nicht zumutbar, da 
er aufgrund seiner mangelhaften Ausbildung keine Aussicht auf eine ausreichende 
wirtschaftliche Lebensgrundlage habe.  Da er über kein verwandtschaftliches Be-
ziehungesnetz verfüge, wäre er im Falle einer Rückkehr völlig auf sich alleine ge-
stellt. Zudem wäre er aufgrund seiner Herkunft klarerweise der Gefahr willkürlicher 
Übergriffe ausgesetzt. 

F. Mit Zwischenverfügung vom 26. Mai 2005 wurde seitens der ARK auf das Erheben 
eines Kostenvorschusses verzichtet,  verbunden mit  einem Hinweis auf das Kos-
tenrisiko  respektive  die  Kostentragungspflicht  bei  einem  allfällig  negativen  Aus-
gang des Verfahrens (vgl. dazu unten, Erw. 7).

G. In seiner Vernehmlassung vom 13. Juni 2005 beantragte das BFM die Abweisung 
der Beschwerde, wobei es auf weitere Ausführungen zur Sache verzichtete. 

Die  vorinstanzliche  Vernehmlassung  wurde  dem Beschwerdeführer  am 16.  Juni 
2005 zur Kenntnis gebracht. 

H. Im November 2006 wurde der Beschwerdeführer von der ARK davon in Kenntnis 
gesetzt, dass für die Behandlung seiner Beschwerde ab dem 1. Januar 2007 das 
Bundesverwaltungsgericht zuständig sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls (Art. 105 des Asylgesetzes vom 

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26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht  übernimmt die Beurteilung der am 31. Dezember 
2006 bei der ARK hängig gewesenen Rechtsmittel. Dabei gelangt das neue Ver-
fahrensrecht zur Anwendung (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die  Verletzung  von 
Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserhebli-
chen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs.  1 
AsylG).

1.4 Der Beschwerdeführer ist legitimiert, weshalb auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. 
des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG,  SR  172. 
021]).

1.5 Auf  Beschwerdeebene  werden  keine  wesentlichen  neuen  Sachverhaltsmomente 
eingebracht und aufgrund der Akten ist der entscheidrelevante Sachverhalt als er-
stellt zu erachten; mithin besteht kein Bedarf an der vom Beschwerdeführer ange-
botenen Parteibefragung (Art. 33 VwVG).  

2.

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. 
Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu einer  bestimmten sozialen Gruppe oder  wegen ihrer  politi-
schen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gel-
ten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, 
die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumin-
dest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr Vor-
handensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gegeben hält.  Unglaubhaft 
sind insbesondere  Vorbringen,  die in  wesentlichen Punkten zu wenig  begründet 
oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend macht, im Kosovo wäre er aufgrund seiner 
Zugehörigkeit  zur  ethnischen  Minderheit  der  Ashkali  Nachstellungen  von  Seiten 
der  albanischen  Bevölkerungsmehrheit  ausgesetzt.  Nachdem  er  in  seiner  Be-
schwerdeeingabe um die Gewährung von Asyl ersucht, ist davon auszugehen, er 
messe diesem Vorbringen flüchtlingsrechtliche Relevanz zu. 

3.2 In diesem Zusammenhang ist vorauszuschicken, dass der Beschwerdeführer we-

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der seine Herkunft aus dem Kosovo noch seine Zugehörigkeit zu den Ashkali zu 
belegen vermochte. Er hat diesbezüglich weder Dokumente abgegeben noch kon-
krete Angaben gemacht. Anlässlich der ersten Befragung führte er vielmehr aus, 
er  wisse nicht,  was einen Ashkali  von einem Albaner  unterscheide,  er  habe vor 
dem Krieg nicht einmal gewusst, dass es einen Unterschied gebe. Die Abklärun-
gen vor Ort haben ergeben, dass der Beschwerdeführer über seine Herkunft aus 
B._______ offenbar falsche Angaben gemacht hat (vgl. dazu auch E 5.3.3). Dies 
lässt gewisse Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich seiner 
Identität aufkommen. Nachdem die Vorinstanz die Zugehörigkeit des Beschwerde-
führers zur Minderheit der Ashkali  jedoch nicht weiter hinterfragte, ist im Folgen-
den ebenfalls von diesem Sachverhalt auszugehen. 

3.3 Gemäss geltender Praxis der Asylbehörden ist nicht von einer Kollektivverfolgung 
der Minderheiten im Kosovo auszugehen. Dies würde erfordern, dass jede oder je-
der Angehörige einer Minderheit im Kosovo angesichts der gegen das Kollektiv ge-
richteten Repressionen genügend Anlass hätte,  auch individuell  eine Verfolgung 
befürchten zu müssen (vgl. die noch geltende Praxis in Entscheide und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 21). Eine sol-
che Situation zielgerichteter asylrechtlich relevanter Verfolgung liegt in Würdigung 
der einschlägigen Quellen indes nicht vor, zumal sich zunehmend auch Verbesse-
rungen in der Sicherheitslage einstellen. Die in diesem Zusammenhang erwähnte 
allgemeine  Diskriminierung  ethnischer  Minderheiten  und insbesondere  auch von 
Ashkali kann insgesamt auch mangels der für die Asylgewährung erforderliche In-
tensität nicht als asylrelevante (Kollektiv-) Verfolgung qualifiziert werden (vgl. dazu 
Amnesty International,  Kosovo (under UNSCR 1244) 2006 Progress Report,  No-
vember 2006; Humanitarian Law Center, Ethnic Communities in Kosovo, Februar 
2007; SFH, Kosovo: Sicherheit und Gerechtigkeit für die Minderheiten, September 
2006; UNHCR, UNHCR's Position on the Continued International Protection Needs 
of Individuals from Kosovo, Juni 2006). Nachdem der Beschwerdeführer über die 
blosse Zugehörigkeit zur ethnischen Minderheit der Ashkali hinaus keine weiterge-
henden persönlichen Gründe für eine Asylgewährung geltend macht - vielmehr an-
gibt, mit den Albanern immer in Eintracht gelebt zu haben - und solche auch auf-
grund der Akten und insbesondere der Abklärungen vor Ort nicht ersichtlich wur-
den, hat die Vorinstanz zu Recht das Bestehen einer begründeten Furcht vor Ver-
folgung beziehungsweise der Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch 
abgelehnt. 

4.

4.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in 
der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist 
der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar, 
so regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmun-
gen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 14a 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
[ANAG; SR 142.20]). 

4.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in 

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den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Aus-
länders in seinen Heimat-,  Herkunfts-  oder einen Drittstaat  entgegenstehen.  Der 
Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine 
konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

4.3 Niemand darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in 
dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG gefährdet sind oder in dem die Gefahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 
solches Land gezwungen wird (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

4.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember  1984 gegen Folter  und andere  grausame,  unmenschliche oder  erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 
1950 (EMRK; SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernied-
rigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.

5.1 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbe-
willigung noch hat er einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Anordnung 
der Wegweisung ist demnach zu bestätigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 
Nr. 21). 

5.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG ver-
ankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-refoulements im vorliegenden Ver-
fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in seinen 
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus 
den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall  einer Ausschaffung in seine 
Heimat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder 
Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt  wäre.  Gemäss Praxis 
des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 
m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation sowohl in Serbien respektive im 
Kosovo lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzuläs-
sig  erscheinen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  ist  demnach  sowohl  im Sinne  der 
asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.3

5.3.1 Aus  humanitären  Gründen,  nicht  in  Erfüllung  völkerrechtlicher  Pflichten  der 
Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung verzichtet, wenn die Rückkehr in 
den Heimatstaat für den Betroffenen eine konkrete Gefährdung darstellt. Eine sol-
che  Gefährdung  kann  angesichts  der  im  Heimatland  herrschenden  allgemeinen 

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politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge-
meiner Gewalt  kennzeichnet,  oder aufgrund anderer Gefahrenmomente,  wie bei-
spielsweise einer notwendigen medizinischen Behandlung, angenommen werden 
(vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, 
BBl 1990 II 668). 

5.3.2 Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang geltend, als Ashkali habe 
er im Kosovo Nachteile und Diskriminierungen von Seiten der albanischen Bevöl-
kerungsmehrheit zu fürchten. Zudem sei er nicht in der Lage, sich im Kosovo eine 
tragfähige Existenz aufzubauen, da er über keine hinreichende Ausbildung verfüge 
und auch kein verwandtschaftliches Beziehungsnetz mehr vorhanden sei. Im an-
gefochtenen Entscheid  hegt  demgegenüber  das BFM erhebliche Zweifel  an den 
Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Herkunft und es geht im Resultat von 
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges aus. 

5.3.3 Aufgrund der Akten ist wie bereits erwähnt festzustellen, dass die Angaben und 
Ausführungen  des Beschwerdeführers  betreffend  seine  angebliche  Herkunft  aus 
B._______ und den angeblichen Verlust jeglicher Kontakte zu seiner Heimat nicht 
überzeugen können: Im Urteil der ARK vom 3. Oktober 2003 wurde das BFM an-
gehalten, betreffend den Beschwerdeführer eine Einzelfallabklärung vorzunehmen. 
Das Schweizer Verbindungsbüro im Kosovo führte in der Folge am 25. November 
2004 Abklärungen in B._______ durch, welche jedoch betreffend den Beschwerde-
führer keine Resultate erbrachten (act. A21; Abklärungsbericht). Dabei ist festzu-
halten, dass die diesbezüglichen Vorbehalte des Beschwerdeführers unbegründet 
sind; gemäss dem aktenkundigen Abklärungsbericht - dessen Resultate dem Be-
schwerdeführer  im Wesentlichen offengelegt  wurde -  wurden vor Ort  seit  langer 
Zeit ansässige Ashkali  und Roma aufgesucht,  darunter auch Ladenbesitzer,  wel-
che jedoch weder den Beschwerdeführer noch dessen angebliche Familie kann-
ten.  Diese Feststellung ist  mit  den Angaben des Beschwerdeführers,  wonach er 
seit seiner Geburt immer in B._______ gelebt und dort während 8 Jahren (act. A8, 
S. 3 unten) beziehungsweise 4 Jahren (Stellungnahme vom 28. Februar 2005 [act. 
A24]) die Schule besucht haben will, nicht zu vereinbaren. Die entsprechenden wi-
dersprüchlichen  Aussagen  zur  Dauer  des  Schulbesuches  werfen  dabei  weitere 
Fragen auf. Das Vorbringen in der Stellungnahme vom 28. Februar 2005, er habe 
vor dem Krieg in einem Zelt gelebt und er habe, wenn überhaupt,  nur zur serbi-
schen  Bevölkerung  Kontakte  gehabt,  kann  aufgrund  der  Akten  ebenfalls  nicht 
überzeugen. Eigenen Angaben zufolge ist der Beschwerdeführer albanischer Mut-
tersprache und hatte bis zum Krieg mit niemandem Probleme.  Für ihn habe die 
Unterscheidung in Ashkali und Albaner keinerlei Rolle gespielt (vgl. act. A1, insb. 
S.  5 Mitte).  Über prekäre Wohn- und Lebensverhältnisse am Rande der Gesell-
schaft hat er dabei nichts ausgeführt; die anders lautenden Angaben in der Stel-
lungnahme vom 28. Februar 2005 müssen demnach als Schutzbehauptungen qua-
lifiziert  werden.  Schliesslich  sind  auch  die  Angaben  und  Ausführungen  des  Be-
schwerdeführers zu seiner Ausreise nach Mazedonien im Juni 1999 und seinem 
dortigen Aufenthalt bis zu seiner Einreise in die Schweiz im Mai 2003 nicht nach-
vollziehbar. Eigenen Angaben zufolge hat er den Kosovo im Juni 1999 aus einem 
Impuls heraus verlassen; anlässlich eines Spaziergangs in Gjakovë mit  Kollegen 
will er sich mit diesen spontan zur Ausreise entschlossen haben. Er will ohne wei-
teres  ausgereist  sein,  namentlich  ohne  nochmals  nach  Hause  zurückzukehren, 

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also ohne sich von seinen betagten Eltern zu verabschieden, deren einziger Sohn 
er sei. In der Folge will er den Kontakt zu seinen Eltern verloren haben; auch zu 
anderen  Verwandten  habe  er  keinen  Kontakt  beziehungsweise  gebe  es  solche 
nicht. Auch diese Vorbringen erscheinen  tatsachenwidrig und konstruiert und kön-
nen nicht  mit  den gesellschaftlichen  Begebenheiten im Kosovo in  Übereinstim-
mung gebracht werden. Die Vorinstanz ging demnach zu Recht davon aus, der Be-
schwerdeführer verschleiere seine wahre Herkunft und allfällige bestehende Fami-
lienbeziehungen.

5.3.4 Angesichts  der  jüngeren Entwicklungen im Kosovo,  namentlich  einer  Verbesse-
rung der allgemeinen Lage für  Angehörige der ethnischen Minderheiten,  ist zum 
heutigen Zeitpunkt der Vollzug der Wegweisung von albanischsprachigen Roma, 
Ashkali und Ägyptern in den Kosovo grundsätzlich zumutbar, sofern aufgrund einer 
Einzelfallabklärung (insbesondere durch Untersuchungen vor Ort) feststeht,  dass 
bestimmte Reintegrationskriterien – namentlich die berufliche Ausbildung, der Ge-
sundheitszustand, das Alter, die Frage nach einer ausreichenden wirtschaftlichen 
Lebensgrundlage und das Bestehen eines Beziehungsnetzes im Kosovo – erfüllt 
sind (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 10 E. 5.4 S. 107 f.). Vorliegend hat die Einzelfall-
abklärung kein verwertbares Resultat  erbracht,  was aber – vor dem Hintergrund 
der vorstehenden Feststellungen – vom Beschwerdeführer selbst zu vertreten ist. 

Aufgrund der vorliegenden Akten ist festzustellen, dass es sich beim Beschwerde-
führer um einen jungen, gesunden Mann handelt, welcher keine spezifischen per-
sönlichen Umstände erkennen lässt, aufgrund welcher auf eine Gefährdung im Ko-
sovo zu schliessen wäre (vgl. oben, Erw. 3.1). Aufgrund seiner Angaben und Aus-
führungen ist  davon auszugehen,  er  habe sich ehemals  problemlos  in  die alba-
nisch dominierte Gesellschaft eingefügt; eigenen Angaben zufolge hat für ihn die 
Unterscheidung nach ethnischer Herkunft nie eine Rolle gespielt. Zwar verfügt der 
Beschwerdeführer  angeblich  über  keine  nennenswerte  Ausbildung.  Seine  Be-
schreibungen lassen jedoch darauf schliessen, dass er durchaus über Erfahrungen 
als Arbeiter verfügt und in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei 
dieser Sachlage, sowie vor dem Hintergrund der vorstehenden Feststellungen, ist 
– nach der allgemeinen Regel betreffend die Frage der Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzuges von Ashkali – der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu erken-
nen.

5.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung 
seines Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu be-
schaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als 
möglich zu bezeichnen ist.

5.5 Nach den vorstehenden Erwägungen sind die Anordnungen des BFM betreffend 
Wegweisung  und  deren  Vollzug  zu  bestätigen.  Eine  Anordnung  der  vorläufigen 
Aufnahme fällt demnach ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 ANAG).

6. Aus diesen Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundes-
recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest-
stellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesag-
ten abzuweisen.

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7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1. 2 und 3 des Reglements über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 
[VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf Fr. 600.--, werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt.  Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichtskasse zu über-
weisen.

3. Dieses Urteil geht an:

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  2  Expl.  (eingeschrieben;  Beila-
gen: angefochtene Verfügung im Original, Einzahlungsschein)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  zu  den  Akten 
(Ref.-Nr. N _______)

- _______

Die Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

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