# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fea4169-c599-55df-84dd-3682c185b3d7
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-31
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 31.10.2018 II 2018 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-77_2018-10-31.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2018 77

Entscheid vom 31. Oktober 2018 

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
Monica Huber-Landolt, Richterin
MLaw Stefan Getzmann, Gerichtsschreiber

Parteien A+B.________,
Gesuchsteller, 

gegen

Kantonale Steuerkommission/Kantonale Verwaltung für die 
direkte Bundessteuer, Bahnhofstrasse 15, Postfach 1232, 
6431 Schwyz,
Gesuchsgegner,

Gegenstand Nachsteuern 2006-2011 und Steuerstrafen 2006-2011: 
Wiedererwägung von VGE II 2017 82 + 83 sowie 
VGE II 2017 84 + 85, beide vom 9. Januar 2018

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Sachverhalt:

A. A.________ wurde von der kantonalen Steuerverwaltung (StV)/Verwal-tung 
für die direkte Bundessteuer (VdBSt) für die kantonalen Steuern (Einkommen 
und Vermögen) sowie die direkte Bundessteuer (Einkommen) mit Veranlagungs-
verfügungen 2006 und 2007 gemeinsam mit seiner Ehefrau B.________ (Tarif 
verheiratet) und mit Veranlagungsverfügungen 2008 bis 2011 getrennt von seiner 
Ehefrau (Tarif alleinstehend) veranlagt. Ebenso ergingen Veranlagungsverfügun-
gen für die gleichen Steuerperioden (d.h. 2008 bis 2011) gegenüber der Ehefrau 
von A.________. 

B. Am 18. September 2014 leitete die StV/VdBSt gegen A.________ ein 
Nachsteuerverfahren sowie ein Steuerstrafverfahren wegen vollendeter Steuer-
hinterziehung im Sinne von § 202 StG und Art. 175 DBG ein. Gegenüber der 
Ehefrau von A.________ wurde am 22. September 2014 ebenfalls ein Nachsteu-
erverfahren sowie Steuerstrafverfahren eingeleitet. 

Mit Nachsteuer- und Steuerstrafverfügung vom 3. September 2015 wurde 
A.________ der vollendeten Steuerhinterziehung in den Steuerperioden 2006 bis 
2011 schuldig gesprochen. Auf den für die Steuerperioden 2006 bis 2011 zur 
Nachbesteuerung gebrachten, aus nichtdeklarierten Anlagen stammenden Erträ-
gen wurden Nachsteuern und Steuerbussen erhoben. Ebenso wurde 
B.________ mit einer Nachsteuer- und Steuerstrafverfügung vom 3. September 
2015 der vollendeten Steuerhinterziehung in den Steuerperioden 2006 bis 2011 
schuldig gesprochen, und es wurden von ihr ebenfalls Nachsteuern sowie Bus-
sen erhoben. 

C. Gegen die am 3. September 2015 mit A-Post Plus der damaligen Vertrete-
rin von A+B.________ zugestellten (je separaten) Nachsteuer- und Hinterzie-
hungsverfügungen erhoben A.________ und B.________ mit einer gemeinsa-
men Eingabe bei der kantonalen Steuerkommission (StK) Einsprache mit dem 
sinngemässen Antrag auf Aufhebung der Verfügungen. 

Mit Entscheid Nr. 66/2015 vom 21. August 2017 wies die StK/VdBSt die von 
A+B.________ am 3. September 2015 erhobene Einsprache gegen die Nach-
steuerverfügung vom 3. September 2015 ab. Die Einsprache gegen die Steuer-
strafverfügung vom 3. September 2015 wurde im Sinne der Erwägungen teilwei-
se gutgeheissen, indem die Busse von 80% auf 50% der Regelstrafe reduziert 
wurde. Bezüglich B.________ war die Einsprache mit Entscheid Nr. 67/2015 vom 
27. Juli 2017 analog entschieden worden. 

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D. Gegen diese beiden am Freitag, 25. August 2017, mit A-Post Plus versand-
ten Einspracheentscheide (Nrn. 66/2015 und 67/2015) erhoben A.________ und 
B.________ mit einer gemeinsamen Eingabe vom Mittwoch, 27. Sep-tember 
2017 (Postaufgabe am gleichen Tag), Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Schwyz. 

Das Verwaltungsgericht nahm diese Eingabe zum einen als Beschwerde von 
A.________ betreffend die kantonale Nachsteuer sowie die direkte Bundessteuer 
(Nachsteuer und Steuerbusse; Verfahren II 2017 82) und als Gesuch um gericht-
liche Beurteilung betreffend die kantonale Steuerbusse (Verfahren II 2017 83) 
und zum andern als Beschwerde von B.________ betreffend die kantonale 
Nachsteuer sowie die direkte Bundessteuer (Nachsteuer und Steuerbusse; Ver-
fahren II 2017 84) und als Gesuch um gerichtliche Beurteilung betreffend die 
kantonale Steuerbusse (Verfahren II 2017 85) entgegen. 

Mit VGE II 2017 82 + 83 vom 9. Januar 2018 trat das Verwaltungsgericht infolge 
Fristversäumnisses auf die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid 
Nr. 66/2015 vom 21. August 2017 betreffend die kantonale Nachsteuer sowie die 
direkte Bundessteuer (Nachsteuer und Steuerbusse; Verfahren II 2017 82) und 
das Gesuch um gerichtliche Beurteilung betreffend die kantonale Steuerbusse 
(Verfahren II 2017 83) im Sinne der Erwägungen nicht ein. Mit VGE II 2017 84 + 
85 vom gleichen Tag (9.1.2018) fällte das Verwaltungsgericht betreffend die Be-
schwerde und das Gesuch um gerichtliche Beurteilung von B.________ den ana-
logen Entscheid. 

Diese Entscheide sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

E. Mit Schreiben vom 2. August 2018 (Postaufgabe am gleichen Tag) reichen 
A+B.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz ein "Wiedererwä-
gungs-Gesuch zur Wiederherstellung der Beschwerdefrist betreffend dem VG-
Entscheid II 2017 82/83 aufgrund von aktuell neuen Erkenntnissen durch den 
BGE 144 IV 57 ff. vom 21.02.2018" ein mit den folgenden Anträgen:

1. Die Beschwerdefristen für die vorinstanzlichen Einsprache-Entscheide vom 
27.07.2017 (B.________) und vom 21.08.2017 (A.________), beide mit 
Versand am 25.08.2017 mittels A-POST PLUS, seien neu anzusetzen oder 
einzuleiten, analog einer korrekten und den Anforderungen von StPO 85 
Abs. 2 erfolgten Zustellung gegen Empfangsbestätigung (per 
EINSCHREIBEN), wie wir es sinngemäss bereits mit unserer REPLIK vom 
07.12.2017 ausführlich begründet beantragt hatten.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. 

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F. Mit Vernehmlassung vom 22. August 2018 beantragt die StK/VdBSt, auf 
das Gesuch um Wiedererwägung sei nicht einzutreten, unter Kostenfolge zu Las-
ten der Gesuchsteller. 

G. Mit Replik vom 13. September 2018 stellen die Gesuchsteller folgende Zu-
satzanträge:

3. Die angebliche Zulässigkeit zur Verhängung von Sanktionen ausserhalb der 
Strafprozess-Ordnung (Strafsteuern nach Ermessen der Verwaltung sogar mit 
"Stufen-Rabatten") sei in Bezug auf deren korrekten Rechtsgrundlagen und 
Rechtsanwendung zu prüfen und diese Praxis im Sinne der Rechtssicherheit, 
Rechtsgleichheit, Willkürverbot und weiteren Grundrechten, sowie  unter  
Berücksichtigung der Kollisionsregeln, allenfalls  zu korrigieren.

4. In dieser Hinsicht seien auch die Grundsätze gemäss Art. 7 EMRK zu 
berücksichtigen, wonach "keine Strafe ohne Gesetz" - ergo ohne Recht 
und/oder ohne zweifelsfrei erwiesene Schuld - verhängt werden darf (Sanktion 
= Strafe = Strafprozessordnung = Gewaltenteilung) .

5. Allenfalls sei ein Ermessensspielraum des Verwaltungsgerichts zu nutzen, um 
das bekannte Defizit bei der faktischen Gewaltenteilung im Kanton Schwyz zu 
mindern und diese auch im eigenen institutionellen Interesse (Vertrauen  in 
den Rechtsstaat)  zu gewährleisten.

6. "In dubio pro reo" sei die Beweis-Erbringung für unsere angebliche Schuld in 
der Prozess- Fortsetzung der Vorinstanz anzulasten. Wir sind faktisch und 
auch formell NICHT SCHULDIG!

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Das Verwaltungsgericht hat die Nichteintretensentscheide VGE II 2017 82 
+ 83 sowie VGE II 2017 84 + 85, beide vom 9. Januar 2018, mit Fristversäumnis 
begründet. Aus dem von den Vorinstanzen ins Recht gelegten Auszug aus der 
Sendungsverfolgung der Post war hervorgegangen, dass die per A-Post Plus 
versandten angefochtenen Einspracheentscheide am Freitag, 25. August 2017 in 
Schwyz der Post übergeben und am Samstag, 26. August 2017 (11.13 Uhr) zu-
gestellt worden waren. Da die 30-tägige Beschwerdefrist am der Zustellung fol-
genden Tag (d.h. am Sonntag, 27.8.2017) zu laufen begonnen und am Montag, 
25. September 2017 geendet hatte, erfolgte die Beschwerdeerhebung am Mitt-
woch, 27. September 2017 verspätet. Dabei stellte das Verwaltungsgericht auf 
die bundesgerichtliche Rechtsprechung ab, wonach die Zustellung per A-Post 
Plus mit der Einlage direkt in den Briefkasten oder ins Postfach grundsätzlich als 
erfolgt gilt (Erw. 2.1.1 mit Hinweisen u.a. auf die Bundesgerichtsurteile 
2C_875/2015 vom 2.10.2015 [betreffend ein Steuerverfahren] Erw. 2.2.1; 
2C_430/2009 vom 14.1.2010 Erw. 2.5; 2C_855/2015 vom 1.10.2015 [betreffend 
ein Grundstückgewinnsteuerverfahren] Erw. 1.1; 8C_573/2014 vom 26.11.2014 

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[Einlage ins Postfach an einem Samstag] Erw. 2.2.2). Hinweise auf einen Fehler 
bei der Postzustellung, was nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit liegt, be-
standen keine (Erw. 2.1.2, 2.2.1 ff.). Die geltend gemachte Bettlägerigkeit des 
Beschwerdeführers (bzw. vorliegend Gesuchsteller) infolge einer starken 
Erkältung mit medikamentöser Behandlung wie auch die Auslandabwesenheit 
der Ehefrau im Zeitpunkt der Zustellung wurden nicht als 
Fristwiederherstellungsgrund beurteilt. 

1.2 Die Gesuchsteller begründen ihr Wiedererwägungsgesuch und den Antrag 
auf Fristwiederherstellung mit dem publizierten Bundesgerichtsurteil BGE 144 IV 
57 ff. Demgemäss genüge die Zustellung per A-Post Plus den Anforderungen 
des Strafprozessrechts nicht. In der Replik führen sie unter anderem zudem aus, 
bei der Bestreitung der Rechtmässigkeit der Zulässigkeit des Versandes mittels 
A-Post Plus seien sie weniger von einer unzutreffenden Rechtslage 
ausgegangen, als vielmehr von einer eingeschlichenen amtlichen Praxis ohne 
verbindlich legitimierte Rechtsgrundlage. Die Frist von 30 Tagen sei bei einem 
effektiven Eröffnungstag des Einspracheentscheides am Montag, 28. August 
2017, nach ihrer Rechtsauffassung in Strafsachen korrekt eingehalten worden. 
Mit dem neuen BGE 144 IV 57 ff. sei auch die vorgängige Konstanz der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung offensichtlich korrigiert worden. Sanktionen 
nach Ermessen der Verwaltung müssten zwangsläufig unter die Schweizerische 
Strafprozessordnung (Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0) vom 5. Oktober 
2007 fallen. 

1.3 Mit dem BGE 144 IV 57 ff. hatte das Bundesgericht die Rechtzeitigkeit 
einer Zustellung im Sinne von Art. 85 Abs. 2 StPO zu prüfen. Gemäss Art. 85 
Abs. 2 StPO erfolgt die Zustellung durch eingeschriebene Postsendung oder auf 
andere Weise gegen Empfangsbestätigung, insbesondere durch die Polizei. Das 
Bundesgericht hat entschieden, dass eine Zustellung mit A-Post Plus den 
gesetzlichen Anforderungen von Art. 85 Abs. 2 StPO grundsätzlich nicht genügt. 
Die Zustellung könne ungeachtet der Verletzung von Art. 85 Abs. 2 StPO gültig 
sein, wenn die Kenntnisnahme des Empfängers auf andere Weise bewiesen 
werden könne und die zu schützenden Interessen des Empfängers 
(Informationsrecht) gewahrt werden. Bestünden besondere Zustellvorschriften, 
wie etwa die in Art. 85 Abs. 2 StPO vorgesehene Zustellung gegen 
Empfangsbestätigung, genüge es jedoch nicht, dass die Sendung in den 
Machtbereich des Empfängers gelange. Massgebend sei vielmehr die 
tatsächliche Kenntnisnahme durch den Adressaten (vgl. Regeste).

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1.4 Vom Wiedererwägungsgesuch ist entgegen dem Betreff auch der VGE II 
2017 84 + 84 miterfasst, wie aus dem (Haupt-)Antrag Ziff. 1 hervorgeht.

2.1 Auf das Steuerverfahren sind die Bestimmungen des Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 1974 anwendbar, 
soweit nicht das kantonale Steuergesetz (StG; SRSZ 172.200) vom 9. Februar 
2000 oder dessen Ausführungsbestimmungen davon abweichen (§ 128 StG). Die 
Vorschriften des kantonalen Rechts finden sinngemäss Anwendung auf die Or-
ganisation und das Verfahren bei der direkten Bundessteuer, soweit sich keine 
bundesrechtlichen Regelungen finden (vgl. § 3 der Kantonalen Vollzugsverord-
nung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [VVzDBG; 
SRSZ 171.111] vom 20.12.1994).  

2.2 Formelle Rechtskraft und damit Rechtsbeständigkeit einer Verfügung bzw. 
eines Entscheides bedeutet nicht, dass die Anordnung in jedem Fall nicht mehr 
abänderbar ist. Verschiedene Rechtsinstitute erlauben es grundsätzlich, auf eine 
formell rechtskräftige Anordnung zurückzukommen. In Frage kommt neben der 
Wiedererwägung bzw. dem Widerruf (vgl. § 34 VRP) das ausserordentliche 
Rechtsmittel der Revision (§ 61 ff. VRP). 

2.3 Das StG regelt die Revision in den §§ 169 ff., das Bundesgesetz über die 
direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) vom 14. Dezember 1990 in den 
Art. 147 ff. 

Ein rechtskräftiger Entscheid kann auf Antrag oder von Amtes wegen zugunsten 
des Steuerpflichtigen revidiert werden, wenn erhebliche Tatsachen oder 
entscheidende Beweismittel entdeckt werden (Art. 147 Abs. 1 lit. a DBG; § 169 
Abs. 1 lit. a StG), wenn die erkennende Behörde erhebliche Tatsachen oder 
entscheidende Beweismittel, die ihr bekannt waren oder bekannt sein mussten, 
ausser Acht gelassen oder in anderer Weise wesentliche Verfahrensgrundsätze 
verletzt hat (lit. b; § 169 Abs. 1 lit. b StG) oder wenn ein Verbrechen oder ein 
Vergehen die Verfügung oder den Entscheid beeinflusst hat (lit. c; § 169 Abs. 1 
lit. c StG). Die Revision ist ausgeschlossen, wenn der Antragsteller als Revi-
sionsgrund vorbringt, was er bei der ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordent-
lichen Verfahren hätte geltend machen können (Abs. 2; § 169 Abs. 2 StG).

Art. 147 DBG (wie auch § 169 StG) bezwecken die Berichtigung prozessualer 
Mängel bzw. tatsächlicher Unrichtigkeiten und nicht die Durchsetzung eines 
anderen Rechtsstandpunktes. Eine neue rechtliche Würdigung eines 
Sachverhaltes, eine neue Rechtsprechung oder auch die Änderung einer 
bestehenden Rechtsprechung bilden keinen Revisionsgrund (Locher, 
Kommentar zum DBG, III. Teil Art. 102-222 DBG, Therwil/Basel 2015, Art. 147 

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N 13). Die unrichtige Rechtsanwendung berechtigt ebenso wenig zur Revision 
(Locher, a.a.O., Art. 147 N 39; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum 
Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl., Zürich 2013, § 155 N 28). 

Die Gesuchsteller machen mithin (zu Recht) keinen Revisionsgrund geltend. Da 
eine neue und/oder eine Änderung der Rechtsprechung wie auch eine unrichtige 
Rechtsanwendung keinen Revisionsgrund abgeben können, muss dies 
zwangsläufig auch für den BGE 144 IV 57 gelten. Ebenso wenig ist ein 
Revisionsgrund in den übrigen Vorbringen der Gesuchsteller erkennbar, noch ist 
ein solcher anderweitig erkennbar. Die mit ihrem Gesuch und ihrer Replik 
vorgebrachten Argumente hätten die Gesuchsteller ohne weiteres bereits innert 
der Rechtsmittelfrist (vgl. die Rechtsmittelbelehrung der vom 
Wiedererwägungsgesuch betroffenen Entscheide) vorbringen können und 
müssen. Ebenso hätten sie die vom Verwaltungsgericht - gestützt auf die 
erwähnte bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Zustellung mittels A-Post Plus 
- vorgenommene Fristberechnung und Bejahung eines Fristversäumnisses mit 
rechtzeitig erhobener Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 
Bundesgericht überprüfen lassen können (wie dies auch der Beschwerdeführer 
im Verfahren BGE 144 V 57 getan hat). 

2.4 Von der Revision zu unterscheiden ist die Wiedererwägung (vgl. 
vorstehend Erw. 2.2). Neben Einsprache und Revision hat die (einfache oder 
unqualifizierte) Wiedererwägung im Steuerrecht keine Berechtigung. Es ist davon 
auszugehen, dass die steuergesetzlichen Bestimmungen über die Revision lex 
specialis gegenüber den allgemeinen Bestimmungen über die 
Verwaltungsrechtspflege darstellen, welche die (einfache) Wiedererwägung zu 
lassen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 155 N 7; Looser, in: 
Zweifel/Beusch (Hrsg.), Art. 147 DBG N 4; vgl. Steuerpraxis [StP] Kanton 
Thurgau § 179a Nr. 1 Ziff. 3; Luzerner Steuerbuch, Bd. 2, Weisungen StG: 
Verfahren, § 161/168 ff. Nr. 1 Ziff. 2.3). Jedenfalls hat dies insoweit zu gelten, als 
ein Zurückkommen auf formell rechtskräftige Einschätzungsentscheide oder 
Rechtsmittelentscheide in Frage steht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 
§ 155 N 7). 

Bei dieser Rechtslage ist auf das Wiedererwägungsgesuch nicht einzutreten. 

2.5.1 Selbst wenn von der Zulässigkeit der Wiedererwägung formell 
rechtskräftiger Rechtsmittelentscheide in Steuerangelegenheiten im Sinne von 
§ 34 VRP auszugehen wäre, könnte auf das Wiedererwägungsgesuch nicht 
eingetreten werden. 

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2.5.2 Gemäss § 34 Abs. 1 VRP können Verfügungen auf Gesuch einer Partei 
oder von Amtes wegen von der erlassenden Behörde oder der Aufsichtsbehörde 
ausserhalb eines Revisionsverfahrens abgeändert oder aufgehoben werden, 
wenn sich die Verhältnisse geändert haben oder erhebliche öffentliche Interes-
sen es erfordern und dabei der Grundsatz von Treu und Glauben nicht verletzt 
wird. Gemäss § 34 Abs. 2 VRP ist die Behörde nicht verpflichtet, auf das Wieder-
erwägungsgesuch einzutreten. 

Allerdings besteht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aufgrund von 
Art. 29 BV unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf Wiedererwä-
gung. Danach besteht eine behördliche Pflicht, auf ein entsprechendes Gesuch 
einzutreten, wenn die Umstände sich seit dem ersten Entscheid wesentlich 
geändert haben oder wenn der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen und 
Beweismittel namhaft macht, die ihm im früheren Verfahren nicht bekannt waren 
oder die schon damals geltend zu machen für ihn rechtlich oder tatsächlich 
unmöglich war oder keine Veranlassung bestand (BGE 136 II 177 Erw. 2.1; 124 
II 1 Erw. 3a; 120 Ib 42 Erw. 2b S. 46 f. je mit Hinweisen). Die erste dieser 
Voraussetzungen betrifft die nachträgliche Fehlerhaftigkeit einer Verfügung. Bei 
der zweiten Vor-aussetzung geht es um einen ursprünglichen Fehler der 
Verfügung; hier besteht kein grundsätzlicher Unterschied mehr zwischen 
Revisionsbegehren und Wiedererwägungsgesuch (Urteil Bundesgericht 
8C_264/2009 vom 19.5.2009 Erw. 3.2 mit Hinweisen). Die Wiedererwägung von 
Verwaltungsentscheiden, die in Rechtskraft erwachsen sind, ist allerdings nicht 
beliebig zulässig. Sie darf namentlich nicht bloss dazu dienen, rechtskräftige 
Verwaltungsentscheide immer wieder infrage zu stellen oder die Fristen für die 
Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (BGE 136 II 177 Erw. 2.1; BGE 120 Ib 
42 Erw. 2b mit Hinweisen).

Die wesentliche Änderung der tatsächlichen oder rechtlichen Umstände seit dem 
ersten Entscheid als Wiedererwägungsgrund kommt nur bei Dauerverfügungen 
in Betracht (vgl. Wiederkehr/Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, 
Band I, Rz. 2650), weshalb ein Anspruch auf Wiedererwägung im vorliegenden 
Fall (mit abgeschlossenem Sachverhalt und einmaliger, unabänderlicher 
Rechtsfolge; vgl. Wiederkehr/Richli, a.a.O., Rz. 2651) wegen wesentlicher 
Änderung der tatsächlichen oder rechtlichen Umständen seit den ersten 
Entscheiden (VGE II 2017 82 + 83 sowie VGE II 2017 84 + 85) nicht in Frage 
kommt. 

2.5.3 Ein Anspruch könnte auch nicht aus dem BGE 144 IV 57 abgeleitet 
werden, selbst wenn davon auszugehen wäre, dass diese Rechtsprechung auch 

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auf Konstellationen, wie sie den vom Wiedererwägungsgesuch betroffenen 
Entscheiden zu Grunde liegen, anzuwenden wäre, was keinesfalls erstellt ist. 

Eine unrichtige Rechtsanwendung ist, wie vorstehend erwähnt (Erw. 2.3 i.f.), 
grundsätzlich im Anschluss an die Verfügung (bzw. einen Entscheid) durch 
Ergreifen von ordentlichen Rechtsmitteln geltend zu machen. Ein 
wiedererwägungsweises Öffnen einer Verfügung wegen ursprünglich unrichtiger 
Rechtsanwendung wird in der Rechtsprechung daher nur ausnahmsweise 
angenommen; eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben. 
Insbesondere ist selbst eine ursprünglich fehlerhafte, aber nicht angefochtene 
Verfügung nicht schon deswegen nachträglich abzuändern, weil sich durch 
Gerichtsurteile in Parallelverfahren ergeben hat, dass eine andere Rechtslage 
gilt, als von der verfügenden bzw. entscheidenden Behörde (ursprünglich) 
angenommen wurde. Auch eine nachträgliche Praxis- oder 
Rechtsprechungsänderung ist kein Grund für einen Widerruf rechtskräftiger 
Verfügungen bzw. Entscheide (Bundesgerichtsurteile 2C_114/2011 vom 
26.8.2011 Erw. 2.2 m.H.; 2C_519/2011 vom 24.2.2012 Erw. 3.3; 8C_588/2017 
vom 22.12.2017 Erw. 4.2.1; Wiederkehr/Richli, a.a.O, Rz. 2684). 

2.6 Betreffend das Bundesgerichtsurteil 2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 
(vgl. vorstehend Erw. 1.1), auf welches in den VGE II 2017 82 + 83 sowie VGE II 
2017 84 + 85 verwiesen wurde (jeweils Erw. 2.1.1), ist ergänzend zu präzisieren, 
dass jener Fall die einspracheweise Anfechtung einer - im Verbund mit einer 
Nachsteuer auferlegten - Busse betraf. Mithin ist - wie vorstehend angesprochen 
(Erw. 2.5.3) und entgegen der Auffassung der Gesuchsteller - sehr fraglich, ob 
die Rechtsprechung gemäss BGE 144 IV 57 unbesehen auch auf die Zustellung 
von Entscheiden in Steuerangelegenheiten übertragen werden kann, selbst wenn 
eine Steuerbusse betroffen ist. Die Gesuchsgegner weisen vernehmlassend 
überdies zutreffend darauf hin, dass auf die Zustellung von Steuerentscheiden, 
auf die Zustellungsmodalitäten und auf die Fristen in Steuersachen nicht die Be-
stimmungen der StPO zur Anwendung kommen. 

2.7 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist auf das 
Wiedererwägungsgesuch der Gesuchsteller somit nicht einzutreten. Damit ist 
auch nicht weiter auf die Vorbringen materieller Natur der Gesuchsteller 
einzugehen, zumal diese, was bereits erwähnt wurde, ohne weiteres mit dem 
ordentlichen Rechtsmittel der Beschwerde beim Bundesgericht hätten geltend 
gemacht werden können.

3. Dem Verfahrensausgang entsprechend (§ 128 StG i.V.m. § 72 Abs. 2 VRP 
bzw. Art. 144 Abs. 1 DBG) sind die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzlei-

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kosten und Barauslagen) im Betrag von Fr. 800.-- den Gesuchstellern aufzuerle-
gen. Parteientschädigungen sind ebenfalls dem Verfahrensausgang entspre-
chend den (überdies unbeanwalteten) Gesuchstellern keine zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Auf das Wiedererwägungsgesuch wird nicht eingetreten.

2. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 800.-- (Gerichtsgebühr, 
Kanzleikosten und Barauslagen) werden den Gesuchstellern unter solidari-
scher Haftbarkeit auferlegt. Sie haben am 13. August 2018 einen Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe geleistet, so dass die Rechnung ausgeglichen ist. 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde*  
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lausan-
ne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht, BGG, SR 173.110).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

4. Zustellung an:

- die Gesuchsteller (2/R)
- die Gesuchsgegner (2)
- den Gemeinderat Altendorf (A; im Dispositiv)
- und die Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung direkte Bun-

dessteuer, Bern (A). 

Schwyz, 31. Oktober 2018

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 6. November 2018

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