# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4f18976-e663-595a-a5d9-03df7638eba4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 09.04.2024 S 2023 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-49_2024-04-09.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 49

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterInnen von Salis und Righetti

Aktuarin ad hoc Donatsch

URTEIL

vom 9. April 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Daniel P. Candrian, 

Beschwerdeführer

gegen

B._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1984, wohnhaft in C._____, arbeitet als Pfleger in der 

D._____ in E._____ und ist dadurch über seine Arbeitgeberin bei der 

B._____ AG (fortan B._____) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen 

versichert.

2. Gemäss Schadenmeldung vom 19. September 2022 rutschte der 

Versicherte bei der Pflege einer Bewohnerin des Seniorenzentrums am 6. 

September 2022 (Schadensdatum unpräzis) in der Dusche aus und zog 

sich dabei einen Riss am rechten Hüftknochen zu. Telefonisch präzisierte 

A._____ am 2. November 2022 gegenüber der B._____, er sei zuerst auf 

die rechte Gesässhälfte und dann auf das rechte Knie gefallen.

3. Die Erstbehandlung fand am 6. September 2022 beim Hausarzt 

Dr. F._____ statt, der die nachfolgenden MRI beim Radiologen Dr. 

G._____ veranlasste, mit folgender Beurteilung:

- MRI Beckenweichteile/Oberschenkel rechts vom 16. September 2022: 

Veränderungen beider ISG rechts > links subchondral Os ischiadicum 

betont. Die Befunde sind aber unspezifisch und nicht typisch traumatisch 

(DD: Vermutlich degenerativ, evtl. entzündlich?). Im Bereich des Beckens 

sowie am Oberschenkel rechts keine eindeutige traumatische knöcherne 

oder muskuläre Läsion nachweisbar.

- MRI Knie rechts vom 20. September 2022: Leichte Zerrung der 

Semimembranosus-Insertion und minim auch des medialen 

Kollateralbandes. Eine Signalstörung am Hinterhorn des Innenmeniskus 

am Übergang in die Pars intermedia ist morphologisch gut vereinbar mit 

St. n. Kontusion oder Quetschung. Chondropathie Grad II femoropatellär 

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mit leicht irregulärer Knorpelkontur und subchondralem 

Knochenmarködem patellaseitig.

- MRI LWS vom 13. Oktober 2022: Die Bandscheiben weitgehend ohne 

signifikante Degeneration. Keine Höhenminderung. Keine Protusion oder 

Hernie. Die Intervertebralgelenke sind ebenfalls nur sehr diskret 

degeneriert vor alle im Segment L5/S1. Allenfalls wäre ein spondylogenes 

Syndrom erklärbar. Jedoch keine Hernie, keine 

Nervenwurzelkompression.

4. Mit Bericht vom 21. September 2022 diagnostizierte der Hausarzt Dr. 

F._____ eine Beckenkontusion rechts 6. September 2022, Kniedistorsion 

rechts mit Zerrung Innenband und Semimembranosussehne, neu 

Lumbovertebralsyndrom und befundete einen sehr protrahierten Verlauf. 

5. Mit Bericht vom 26. September 2022 diagnostizierte Dr. H._____ 

(Ferienvertretung Hausarzt) einen Status nach Kontusion Gesäss rechts, 

Distorsion Knie rechts/Zerrung medial mit protrahiertem Verlauf bei 

allgemeiner Anspannung und ängstlichem Patienten und verordnete 

Stockentlastung sowie Medikamente. 

6. Mit Bericht vom 14. Oktober 2022 diagnostizierte der Hausarzt Dr. 

F._____ unter Ausschluss ossärer Läsionen (Röntgenbefund 6. 

September 2022) eine Becken/Glutealmuskulatur-Kontusion rechts, ein 

Lumbovertebralsyndrom, eine Zerrung des medialen Seitenbandes, 

Semimembranosussehne, Kontusion Innenmeniskushinterhorn rechts 

und verordnete Analgesie, Stockentlastung sowie Physiotherapie. Der 

Hausarzt attestierte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% 

vom 7. September 2022 an bis zum 6. November 2022, eine solche von 

70% ab 7. November 2022, von 50% ab dem 1. Dezember 2022 und volle 

Arbeitsfähigkeit ab 9. Januar 2023.

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7. Mit Aktenbeurteilung vom 17. November 2022 bejahte der beratende 

Vertrauensarzt (VA) Dr. I._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparats, das Entfallen des 

natürlichen Kausalzusammenhangs. Der Sturz am 6. September 2022 

habe mit im weiterem Verlauf bildgebendem Nachweis eine Sehnen- und 

Innenbandzerrung rechtes Kniegelenk ergeben; diese heile 

erfahrungsgemäss binnen sechs Wochen folgenlos aus. LWS, Becken 

und Oberschenkel/Hüfte rechts sei ohne Nachweis typischer Trauma-

assoziierter bildgebender Pathologie. Sowohl im rechten Kniegelenk als 

auch in den ISG seien unfallunabhängige degenerative Pathologien 

bildgebend ausgewiesen. Eine Trauma-assoziierte Plausibilität für die 

reklamierten anhaltenden Beschwerden nach Ereignis vom 6. September 

2022 bestehe überwiegend wahrscheinlich nicht. Neben der eingetretenen 

Kniegelenk-Zerrung rechts und Prellungsfolgen seien vorübergehende 

Aktivierungen der degenerativen Vorschädigungen Kniegelenk rechts und 

ISG bds. für einen Zeitraum von sechs Wochen als möglich zu erachten. 

Der Status quo sine sei am 18. Oktober 2022 eingetreten. 

8. Mit formlosem Schreiben vom 22. November 2022 teilte die B._____ dem 

Versicherten die Leistungseinstellung ab 19. Oktober 2022 mit. Dagegen 

liess dieser am 9. Dezember 2022 Widerspruch einreichen und verlangte 

den Erlass einer einsprachefähigen Verfügung. Dem Schreiben wurde ein 

Überweisungsschreiben von Dr. F._____ an Dr. J._____ Chirurgie, 

Orthopädie und Traumatologie des K._____, vom 28. November 2022 

beigefügt. 

9. In seinem Konsiliarbericht vom 20. Dezember 2022 diagnostizierte 

Dr. J._____ nach gleichentags erfolgter Untersuchung des Versicherten 

persistierende Restbeschwerden infolge ausgeprägter glutealer Kontusion 

und eine MCL Läsion am rechten Knie nach Sturz, auch wenn diese 

bereits deutlich regredient sei. Es habe sich aufgrund der 

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Schmerzsymptomatik ein sehr unruhiges Gangbild mit einem gewissen 

funktionellen Defizit und klinisch dezenter Verkürzung der 

Wadenmuskulatur auf der rechten Seite entwickelt. Die Fortsetzung der 

Therapie werde empfohlen. Bezüglich des Knies zeigten sich lediglich eine 

niedergradige Zerrung des MCLs und kaum mehr Beschwerden; das 

Kniegelenk sei stabil und auch in der Bewegung nicht eingeschränkt. Eine 

Regredienz entwickle sich nach mehreren Wochen. Es handle sich um ein 

klar unfallbedingtes Ereignis vom 6. September 2022 mit noch 

persistierenden Restbeschwerden, die auf keiner Krankheitsveränderung 

basieren würden.

10. Mit Aktenbeurteilung vom 9. Januar 2023 nahm der beratende VA 

Dr. I._____ zu den zwischenzeitlich eingegangenen medizinischen 

Berichten Stellung und schloss, dass Dr. J._____ als Diagnose 

Restbeschwerden angebe, die weder in der ausführlichen Anamnese noch 

Befundung und Beurteilung einer lädierten patho-anatomischen Struktur 

ätiologisch zugeordnet werden könnten und als unscharfe 

Diagnosestellung bewertet werden müssten. Mithin stimme Dr. J._____ 

der hier erstellten ersten Stellungnahme hinsichtlich Kausalität faktisch zu 

und stelle ausschliesslich auf reklamierte Beschwerden des Versicherten 

ab. Eventuell seien die unklaren Beschwerden neurologisch zu evaluieren. 

Eine Änderung der Einschätzung sei angesichts des nachgereichten 

Vortrags nicht begründet. 

11. Mit Verfügung vom 26. Januar 2023 bestätigte die B._____ die 

Leistungseinstellung per 18. Oktober 2022.

12. Dagegen liess der Versicherte am 14. Februar 2023 Einsprache erheben 

und beantragte die Aufhebung der Verfügung sowie die die Ausrichtung 

der Versicherungsleistungen nach Mitte Oktober 2022; eventualiter die 

Einholung eines Gutachtens.

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13. Mit Einspracheentscheid vom 8. März 2023 wies die B._____ die 

Einsprache ab. Im Wesentlichen begründet die B._____ ihren Entscheid 

mit dem Eintritt des Status quo sine und stützt sich auf die Beurteilung des 

beratenden Dr. I._____, wonach eine Kniegelenk-Zerrung und 

Prellungsfolgen ebenso wie die vorübergehenden Aktivierungen der 

degenerativen Vorschädigungen spätestens nach sechs Wochen 

ausgeheilt seien. Andere unfallbedingte Verletzungen hätten die bildhaften 

Untersuchungen nicht ergeben, welche die klare und nachvollziehbare 

Beurteilung von Dr. I._____ bestätigten.

14. Dagegen liess der Versicherte (fortan Beschwerdeführer) am 3. April 2023 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben 

mit den folgenden Rechtsbegehren: 

1. "Der Einspracheentscheid vom 8.3.2023 bzw. die Verfügung vom 26.1.2023 
betreffend die Einstellung der Versicherungsleistungen gemäss UVG per 18.10.2023 
[recte: 18.10.2022] seien aufzuheben.

2. Es seien dem Versicherten bezüglich des Ereignisses vom 6.9.2022 von der 
B._____ Unfallversicherung auch nach Mitte Oktober 2022 Leistungen gemäss UVG 
zu erbringen. Die Unfallkausalität der bis vor kurzem noch zur vollen bzw. teilweisen 
Arbeitsfähigkeit führenden Beschwerden und gleichwohl der noch notwendigen 
medizinischen Behandlungen sei anzuerkennen.

3. Sofern das Verwaltungsgericht es zur Klärung der Kausalitätsfrage als notwendig 
erachtet sei diese durch ein Gutachten bei einem ausgewiesenen Traumatologen 
bzw. Hüftspezialisten klären zu lassen, dies unter Kostenpflicht zulasten der 
Unfallversicherung B._____. Vom Versicherten wird beantragt, dass die 
Begutachtung durch Prof. Dr. L._____, M._____, N._____ vorgenommen wird.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss noch nachzureichender 
Honorarnote."

In prozessualer Hinsicht liess er eine mündliche Verhandlung beantragen, 

sofern die Glaubwürdigkeit und Rechtschaffenheit des Beschwerdeführers 

in Zweifel gezogen werden sollten, damit sich das Gericht ein Bild über 

den Gesundheitszustand machen könne.

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Zur Begründung liess der Beschwerdeführer anführen, er könne den 

Bescheid der B._____ (fortan Beschwerdegegnerin) nicht akzeptieren, da 

er bei der Krankenversicherung einen Selbstbehalt von CHF 5'000.00 

(Anmerkung Gericht: wohl CHF 2'500.00 per annum) habe, und damit 

nicht gewillt sei, ab Mitte Oktober 2022 sämtlich Wiederherstellungskosten 

bis zur vollen Arbeitsfähigkeit über die Krankenversicherung abrechnen zu 

lassen. Dr. J._____ komme klar zum Schluss, dass es sich hier um ein 

klar unfallbedingtes Ereignis mit noch persistierenden Restbeschwerden 

handle, die auf keiner Krankheitsveränderung basieren würden. Der 

Schluss des Vertrauensarztes sei schleierhaft, wonach er die 

Unfallkausalität der heutigen Beschwerden, welche eine weitere 

medizinische Behandlung notwendig machen würden, in Abrede stelle. 

Auch sei nicht ersichtlich, wie vorliegend auf eine Abnützung oder 

Degeneration bei einem noch jungen Patienten geschlossen werden 

könne; dies ohne einen einzigen aktenkundigen früheren Vorfall. Auch die 

Stellungnahme vom 9. Januar 2023 vermöge nicht zu genügen, die 

adäquate Kausalität des Unfallereignisses mit den heutigen Beschwerden 

zu beenden. Selbst wenn degenerative Veränderungen vorbestanden 

hätten, ändere dies nichts an der Tatsache, dass der Unfall im Sinne einer 

konstitutionellen Prädisposition dieses hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 

problemlosen Vorzustands nun bis vor kurzem noch andauernde 

gesundheitliche Beschwerden verursacht habe. Der behandelnde 

Physiotherapeut komme in seinem Bericht vom 13. Dezember 2022 zum 

Schluss, der Versicherte bedürfe nach wie vor wegen der 

Beckenkontusion ärztlicher bzw. therapeutischer Behandlung. Fakt sei, 

dass der Beschwerdeführer vor dem Ereignis niemals an Erkrankungen 

bzw. Schmerzen im Hüft- und Kniebereich gelitten habe. Die Arbeitgeberin 

des Beschwerdeführers habe vor dem Ereignis auch nie 

gesundheitsbedingte Ausfälle des Beschwerdeführers "infolge Krankheit 

oder Unfall, welche auf eine Beeinträchtigung des Bewegungsapparats 

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(Knie und Hüfte) zurückzuführen" seien, verzeichnen können. Bezüglich 

der Adäquanz habe auch ein allenfalls bestehender leicht beeinträchtigter, 

aber stabiler Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit 100% 

Arbeitsfähigkeit durch den Unfall zeitlich zu deren befristeten 

Einschränkung geführt. Dr. J._____ halte an seiner Ansicht fest, dass die 

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eben 

etwas länger dauere als sechs Wochen, was medizinisch begründet sei. 

Diese Feststellung eines erfahrenen Orthopäden sei nicht so einfach 

umzustossen. Der Beschwerdeführer reichte mit der Beschwerde ein 

Schreiben von Dr. J._____, datierend vom 27. März 2023, ein. 

15. In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2023 schloss die 

Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde und vertiefte ihre 

bereits im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. März 2023 

angeführte Begründung anhand der beschwerdeführerischen Vorbringen.

16. Der Beschwerdeführer replizierte am 12. Juni 2023 bei unveränderten 

Rechtsbegehren und wiederholte seinen Standpunkt.

17. In ihrer Duplik vom 21. Juni 2023 hielt die Beschwerdegegnerin 

unverändert an ihren Anträgen fest und vertiefte ihren Standpunkt. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 8. März 2023, nicht jedoch gegen die 

Verfügung vom 26. Januar 2023, welche Anfechtungsobjekt des 

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vorinstanzlichen Einspracheverfahrens bildete. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

kann gegen einen Einspracheentscheid Beschwerde an das 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem 

die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren 

Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton Graubünden, 

womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich 

aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im 

Einspracheverfahren materiell unterlegener, formeller und materieller 

Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer überdies berührt und weist ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) 

ist unter Berücksichtigung der nachfolgenden Ausführungen einzutreten, 

jedoch nur soweit den Einspracheentscheid vom 8. März 2023 betreffend. 

Auf das Begehren um Aufhebung der Verfügung vom 26. Januar 2023 wird 

nicht eingetreten. Ebenfalls nicht eingetreten wird auf den zweiten Satz 

des zweiten Rechtsbegehrens betreffend die Anerkennung der 

Unfallkausalität und der Notwendigkeit der medizinischen Behandlungen, 

welches als Feststellungsbegehren formuliert ist, und dem 

Leistungsbegehren im ersten Satz in subsidiärer Weise nachgeht.

2. Streitgegenstand bildet somit die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu 

Recht per 18. Oktober 2022 ihre Leistungen mangels Unfallkausalität 

eingestellt und den Fall abgeschlossen hat. Die für die Dauer vom 6.Juni 

2022 bis 18. Oktober 2022 erbrachten Leistungen sind unbestritten. Mit 

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anderen Worten wird der Unfall selbst nicht bestritten; streitig ist vielmehr, 

ob der Unfall kausal zu den über dieses Datum hinaus bestehenden 

Beschwerden ist und die Beschwerdegegnerin auch für diese nach Art. 6 

Abs. 1 UVG leistungspflichtig ist. 

3. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer, es sei 

eine mündliche Verhandlung durchzuführen und er sei mündlich zu 

befragen, sofern dies im Rahmen der richterlichen Entscheidfindung 

dienlich sei. Begründet wird dieser Antrag in erster Linie damit, um die 

Unverhältnismässigkeit der notwendigen Massnahmen zur Beseitigung 

des Entscheids der Beschwerdegegnerin auf die Spitze zu treiben. In 

zweiter Linie begründet der Beschwerdeführer seinen Antrag damit, dass 

das Gericht sich durch Befragung des Beschwerdeführers ein Bild über 

dessen Gesundheitszustand resp. Glaubwürdigkeit und Rechtschaffenheit 

machen könne. 

3.1. Dass der Beschwerdeführer mit seinem verfahrensrechtlichen Antrag 

betreffend die mündliche Verhandlung vorliegend allerdings kein Anspruch 

auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung erwächst, zeigen 

nachfolgende Ausführungen.

Der Art. 6 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) garantiert jedermann das Recht, dass 

seine Sache öffentlich verhandelt wird (Urteil 8C_964/2012 vom 16. 

September 2013 E.3.2; BGE 136 I 279 E.3, 122 V 47 3b/ee m.w.H). Die 

Pflicht zur Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von 

Art. 6 Abs. 1 EMRK, die das Recht des Einzelnen beinhaltet, seine Sache 

selbst oder durch einen Anwalt vorzutragen (Urteil 5A_1062/2019 vom 16. 

April 2020 E.4.2 und Verweise), setzt jedoch einen klar und unzweifelhaft 

formulierten Antrag der Prozesspartei voraus; einfache Beweisanträge wie 

Anträge auf persönliches Erscheinen oder Vernehmung, Befragung der 

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Parteien, Zeugeneinvernahme oder Augenschein reichen nicht aus, um 

eine solche Verpflichtung zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 

9C_335/2021 vom 9. Februar 2022 E.3.2; BGE 136 I 279 E.1). Das 

Bundesgericht hat namentlich im Urteil 9C_335/2021 vom 9. Februar 2022 

festgehalten, dass das besagte Gesuch – formuliert durch einen 

professionellen Rechtsvertreter – lediglich einen einfachen Antrag auf 

persönliches Erscheinen oder Befragung dargestellt hätte, welcher einzig 

darauf abgezielt habe, dass sich das Gericht selbst ein Bild vom Ausmass 

der Unfallfolgen hätte machen sollen. Dieser verfahrensrechtliche Antrag 

stelle ein Aspekt der Beweisführung dar und begründe gerade keinen 

Anspruch auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne 

von Art. 6 EMRK (Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2021 vom 9. Februar 

2022 E.3.2). Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer vorliegend 

eine mündliche Verhandlung (Hervorhebung durch das Gericht) 

beantragte, welche – wie im eingangs zitierten Urteil 9C_335/2021 – einzig 

dazu dienen sollte, dass sich das Gericht über den Gesundheitszustand 

bzw. die Unfallfolgen sowie die Rechtschaffenheit und Glaubwürdigkeit 

des Beschwerdeführers ein besseres Bild verschaffen könne, stellt 

rechtsprechungsgemäss gerade keinen klaren und unmissverständlich 

formulierten Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung dar. 

Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer den Antrag mit dem 

Vorbehalt versah bzw. an eine Bedingung knüpfte, dass die mündliche 

Verhandlung nur durchzuführen sei, "sofern" das Gericht dies für die 

Entscheidfindung als dienlich erachten würde, unterstreicht den Mangel 

an Explizitheit und Unmissverständlichkeit des Antrags, welcher für die 

Durchführung einer öffentlichen Verhandlung tatsächlich vorausgesetzt 

würde. Im Ergebnis betrifft der verfahrensrechtliche (einfache) Antrag 

einer mündlichen Verhandlung und mündlichen Befragung des 

Beschwerdeführers also lediglich den Aspekt der Beweisführung bzw. ist 

als Beweisantrag zu qualifizieren. Aufgrund dessen kann nicht gleichzeitig 

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auf den Wunsch auf Durchführung einer konventionskonformen 

öffentlichen Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit i.S.v. 

Art. 6 Abs. 1 EMRK geschlossen werden.

3.2. Nachdem das Gericht den beschwerdeführerischen Antrag auf mündliche 

Verhandlung und mündlichen Befragung des Beschwerdeführers als 

Beweisantrag qualifiziert hat, ist zu prüfen, ob diesem im Lichte von Art. 29 

Abs. 2 BV zu entsprechen ist.

Verfahrensbeteiligte besitzen aufgrund des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör das Recht, an der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken und 

insbesondere auch neue Beweisanträge zu stellen (vgl. Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 

101]). Allerdings sind Beweise im Rahmen des verfassungsmässigen 

Anspruchs auf rechtliches Gehör nur über jene Tatsachen abzunehmen, 

die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind und somit zur 

Erhärtung der behaupteten Tatsache beitragen. Ein Beweismittel ist 

namentlich dann erheblich, wenn es den Entscheid der Behörde zu 

beeinflussen vermag. Auf die Einholung weiterer Beweismittel darf dann 

verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, 

nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden 

soll, wenn zum Voraus gewiss ist, dass der offerierte Beweis keine 

wesentliche Aufklärung herbeizuführen vermag oder falls die verfügende 

Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde ausreichend 

würdigen kann (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 146 V 240 E.8.2, 

144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3 m.w.H.). 

Vorliegend zielen die beantragte mündliche Verhandlung und mündliche 

Befragung des Beschwerdeführers darauf ab, dass sich das Gericht von 

der Glaubwürdigkeit bzw. Rechtschaffenheit des Beschwerdeführers ein 

Bild machen solle, was nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens 

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bildet und demzufolge auch nicht rechtserheblich ist. Weiter zielt der 

beschwerdeführerische Antrag darauf ab, dass das Gericht einen 

besseren Eindruck über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

erhalten solle. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist kein Erkenntniswert aus 

dem jetzigen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers für die 

Beurteilung des im relevanten Zeitraum massgebenden 

Gesundheitszustands, der sich im Herbst/Winter 2022/2023 manifestierte, 

zu erwarten. Weitere Gründe, welche die Notwendigkeit der Durchführung 

einer mündlichen Verhandlung und mündlichen Befragung stützen, führt 

der Beschwerdeführer nicht an. Zudem wird das Gericht keine mündliche 

Verhandlung durchführen, um eine behauptete Unverhältnismässigkeit 

des vorinstanzlichen Verfahrens "auf die Spitze zu treiben". Ein solches 

Ansinnen verdient keinen Schutz. Zusammenfassend ist der Antrag auf 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung und mündlichen Befragung 

des Beschwerdeführers in Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung 

abzuweisen.

4. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. In diesen Fällen hat 

die versicherte Person im Sinne von sogenannt kurzfristigen 

Versicherungsleistungen u.a. Anspruch auf zweckmässige Behandlung 

der Unfallfolgen (Art. 10 UVG; Heilbehandlung) und Taggelder, die den 

durch die gesundheitliche Beeinträchtigung erlittenen Erwerbsausfall 

ausgleichen sollen (Art. 16 UVG).

4.1. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers setzt eine 

Kausalität zwischen dem Unfall und der Gesundheitsschädigung sowie 

deren Folgen voraus (Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, 

Integritätseinbusse, Hilflosigkeit), wobei es sich um einen natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhang handeln muss (BGE 147 V 161 E.3.1, 

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129 V 177 E.3.1; HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das 

schweizerische Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und 

Rz. 249 ff.; HOFER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler 

Kommentar zum UVG, Basel 2019, Art. 6 Rz. 8 und 63 ff.). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 

deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 

nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann (statt vieler: BGE 147 V 161 E.3.2). Entsprechend 

dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass das Unfallereignis die 

alleinige oder unmittelbare Ursache der gesundheitlichen Störungen und 

Beschwerden ist; vielmehr genügt es, dass das Unfallereignis eine 

Teilursache des Gesundheitsschadens ist (HÜRZELER/USINGER-EGGER, 

a.a.O., Rz. 252; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER, Kommentar zum UVG, 

Bern 2018, Art. 6 Rz. 52), d.h. dass der Unfall nicht weggedacht werden 

kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

(BGE 147 V 161 E.3.2, 129 V 177 E.3.1).

4.2. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 

dar, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden 

Person nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher 

besteht, den Beweisanforderungen nicht genügt (BGE 146 V 51 E.5.1, 129 

V 177 E.3.1; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; HOFER, a.a.O., 

Art. 6 Rz. 65).

4.3. Entfällt der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis 

und dem Gesundheitsschaden gänzlich, so besteht keine Leistungspflicht 

des Unfallversicherers mehr (HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 261; 

HOFER, a.a.O., Art. 6 Rz. 71). Klingt der Gesundheitsschaden infolge eines 

Vorzustandes nicht ab, so kann sich der Unfallversicherer nur von einer 

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Leistungspflicht befreien, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 

adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (BGE 147 V 161 E.3.3 

mit Hinweisen; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 261). Dies trifft zu, 

wenn entweder der "Status quo ante" – der Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat –, oder aber der "Status quo 

sine", – der Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines 

krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 

hätte –, erreicht ist (BGE 147 V 161 E.3.3 mit Hinweisen; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_7/2022 vom 22. April 2022 E.5.1; HÜRZELER/USINGER-

EGGER, a.a.O., Rz. 262 f.; HOFER, a.a.O., Art. 6 Rz. 71).

4.4. Der Beweis, dass der einmal erstellte natürliche Kausalzusammenhang 

weggefallen ist, obliegt dem Unfallversicherer (HÜRZELER/USINGER-EGGER, 

a.a.O., Rz. 264). Der Beweis ist hauptsächlich mit Angaben medizinischer 

Fachpersonen zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_287/2020 vom 

27. April 2021 E.3.1 in fine); es gilt der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 147 V 161 E.3.2 und E.5.2.5; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2, 8C_331/2015 vom 

21. August 2015 E.2.2.3.1; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 264). 

Dabei hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde 

Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen 

oder degenerative Veränderungen) ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, 

ist an sich unerheblich; entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 

haben, also dahingefallen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_80/2021 

vom 7. Juli 2021 E.2.2 und 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2 mit 

Hinweis auf RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E.3b). Ebenso wenig muss der 

Unfallversicherer den negativen Beweis erbringen, dass kein 

Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun 

- 16 -

bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts 8C_80/2021 vom 

7. Juli 2021 E.2.2, 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2 und 

8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2).

4.5. Ist der Unfall nur teilweise ursächlich für den Gesundheitsschaden, so 

führt die Regelung von Art. 36 Abs. 1 UVG dazu, dass der 

Unfallversicherer dennoch die ungekürzten sogenannt kurzfristigen 

Leistungen schuldet (HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 261 und 292 

[Durchbrechung des Kausalitätsprinzips bei diesen Leistungen]). 

Demnach hat die versicherte Person bis zum Erreichen des "Status quo 

sine vel ante" auch Anspruch auf eine zweckgemässe Behandlung, die 

auch operative Eingriffe umfassen kann (Urteil des Bundesgerichts 

8C_715/2016 vom 6. März 2017 E.4.3).

5. Streitig und zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin die 

Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer noch geklagten Beschwerden 

zu Recht verneint hat. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

(BGE 125 V 351 E.3) prüft das Gericht vorliegend die Tatfrage der 

natürlichen Kausalität objektiv anhand der nachfolgenden Beweismittel.

5.1. Die Beschwerdegegnerin stützt sich zur Begründung ihres Entscheids auf 

die Beurteilungen ihres VA Dr. I._____ vom 17. November 2022 und 9. 

Januar 2023 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 21 und 30), 

welcher erwägt: Sturz vom 6. September 2022 mit im weiteren Verlauf 

bildgebendem Nachweis Sehnen- und Innenbandzerrung rechts 

Kniegelenk. LWS, Becken und Oberschenkel/Hüfte rechts ohne Nachweis 

typischer trauma-assoziierter bildgebender Pathologien. Sowohl im 

rechten Kniegelenk als auch in den ISG sind mögliche unfallunabhängige 

Pathologien bildgebend ausgewiesen. Eine stattgehabte 

Kniegelenkzerrung heilt erfahrungsgemäss binnen sechs Wochen 

folgenlos aus. Der Vertrauensarzt gelangt zum Schluss, es seien 

- 17 -

aktenkundig keine neuen Erkrankungen ausgewiesen, jedoch sei eine 

Trauma-assoziierte Plausibilität für die reklamierten anhaltenden 

Beschwerden nach Ereignis vom 6. September 2022 als nicht 

überwiegend wahrscheinlich vorliegend. Neben der eingetretenen 

Kniegelenk-Zerrung rechts und Prellfolgen seien vorübergehende 

Aktivierungen der degenerativen Vorschädigung Kniegelenk rechts und 

ISG bds. für einen Zeitraum von sechs Wochen als möglich zu erachten. 

Der Status quo sine sei per 18. Oktober 2022 zu terminieren. Zum 

nachgereichten Bericht von Dr. J._____ vom 20. Dezember 2022 hält der 

Vertrauensarzt fest, es würden als Diagnose "Restbeschwerden" 

formuliert, die weder in der ausführlichen Anamnese noch Befundung und 

Beurteilung einer lädierten patho-anatomischen Struktur ätiologisch 

zugeordnet werden können und als "unscharfe Diagnosestellung" 

bewertet werden müssten. Mithin stimme Dr. J._____ hinsichtlich der 

Kausalität faktisch zu und stelle ausschliesslich auf reklamierte 

Beschwerden des Versicherten ab, was versicherungsmedizinisch nicht 

ausreichend valide sei. 

5.2. Der Beschwerdeführer beruft sich zur Begründung der Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin über Mitte Oktober 2022 hinaus auf die 

Einschätzungen von Dr. J._____ vom 20. Dezember 2022 (Bg-act. 28) und 

27. März 2023 (Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 7), wonach die 

Einschätzung der Beschwerdegegnerin und ihres Vertrauensarztes 

schlichtweg falsch sei. In dessen vorgenommenen und wohlbegründeten 

Analyse zum Gesundheitszustand per 20. Dezember 2022 stelle er fest, 

es würden deutliche Restbeschwerden gluteal vorliegen, begleitet von 

einer MCL-Distorsion (MCL=Innenband des Knie). Die Ablehnung der 

Beschwerdegegnerin, dies als Unfall zu akzeptieren bzw. die weiteren 

Kosten zu übernehmen, sei schleierhaft. Es handle sich um ein klar 

unfallbedingtes Ereignis vom 6. September 2022 mit noch persistierenden 

- 18 -

Restbeschwerden, die auf keiner Krankheitsveränderung basieren 

würden. Selbst der Hausarzt Dr. F._____ habe in seinem 

Überweisungsschreiben vom 28. November 2022 deutlich zum Ausdruck 

gebracht, dass es sich beim vorliegenden Ereignis zweifelsfrei um einen 

Unfall gehandelt habe. Zudem habe der Vertrauensarzt der 

Beschwerdegegnerin allein aufgrund der Akten entschieden, ohne den 

Versicherten jemals gesehen zu haben. Seine medizinischen Schlüsse 

seien denn auch nicht nachvollziehbar und nicht schlüssig. 

6.1. Den Beurteilungen des beratenden VA Dr. I._____ kommt der Beweiswert 

versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 4.2.2). Es ist deshalb 

zu prüfen, ob mindestens geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit bestehen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139 V 

225 E.5.2, 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 8C_11/2022 vom 

18. März 2022 E.4.1, 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.3.2, 

8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.5.2.2 und 5.3).

6.1.1. Grundsätzlich beschränkt sich der gerichtliche Überprüfungszeitraum auf 

den Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

bzw. des Einspracheentscheids – in casu am 8. März 2023 – verwirklicht 

hat (BGE 143 V 409 E.2.1). Das Sozialversicherungsgericht hat aber 

spätere Berichte und Dokumente in die Beurteilung miteinzubeziehen, 

soweit sie Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des 

Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (vgl. BGE 131 V 242 

E.2.1 und 121 V 362 E.1b; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 

8C_37/2023 vom 12. Oktober 2023 E.4.2.2, 8C_503/2021 vom 18. 

November 2021 E.4.1 m.w.H., 8C_557/2020 vom 28. Oktober 2020 E.4.4). 

6.1.2. Vorliegend spricht nichts gegen die Berücksichtigung des Berichts von 

Dr. J._____ vom 27. März 2023 (Bf-act. 7), da dieser Rückschlüsse auf 

- 19 -

die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene 

Situation erlauben. Im besagten Schreiben bezieht sich Dr. J._____ auf 

die Sprechstunde vom 20. Dezember 2022, anlässlich welcher sich der 

Patient deutlich schmerzgeplagt gezeigt habe. Die radiologischen 

Abklärungen hätten die im Sprechstundenbericht vom 20. Dezember 2022 

beschriebenen Veränderungen gezeigt. Vor dem Unfallereignis vom 6. 

September 2022 habe der Patient glaubhaft über keinerlei Beschwerden 

berichtet, in der vertrauensärztlichen Beurteilung werde wohl attestiert, 

dass die angegebenen Beschwerden für einen Zeitraum für sechs 

Wochen plausibel seien, danach jedoch nicht mehr mit Einstellung der 

Versicherungsleistung vom 18. Oktober 2022. Die Distorsions- und 

Kontusionsbeschwerden nun a priori in jedem Fall auf maximal sechs 

Wochen zu limitieren, werde wohl zum Streitpunkt werden. Genauso gut 

könne argumentiert werden, dass die Normalverteilung auch in solchen 

Fällen spielen werde und es in den Grenzbereichen Überschreitungen der 

Dauer geben könne, dies vor allem hinsichtlich der offenbar wieder 

sukzessiv aufgenommenen Arbeitstätigkeit bis zur vollständigen 

Integration. 

6.2. Es ist zu prüfen, ob die Beurteilungen von Dr. J._____ wenn auch nur 

geringe Zweifel an den Aktengutachten von VA Dr. I._____ zu begründen 

vermögen.

6.2.1. Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines 

an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2020 vom 09. Juli 2020 E.3; bestätigt 

in den Urteilen des Bundesgerichts 8C_373/2023 vom 09. Januar 2024 

E.3, 8C_448/2022 vom 23. November 2022 E.4.3.3, 9C_154/2021 vom 

10. März 2022 E.2.1). 

- 20 -

6.2.2. Vorliegend waren die beklagten "Restbeschwerden" des 

Beschwerdeführers gemäss Bericht von Dr. J._____ vom 20. Dezember 

2022 klinisch aufgrund des Gangbildes feststellbar, während die 

Kniebeschwerden als "in Wohlgefallen aufgelöst" bezeichnet wurden; eine 

objektivierbare pathologische gluteale Schmerzstörung lag offenbar nicht 

vor, weshalb für den Vertrauensarzt kein Anlass bestand, den 

Beschwerdeführer persönlich zu untersuchen, weder im Rahmen der 

Aktenbeurteilung vom 17. November 2022 als auch jener vom 9. Januar 

2023. Letztere erfolgte insbesondere in Kenntnis der durch Dr. J._____ 

am 20. Dezember 2022 festgestellten "Restbeschwerden". Augenfällig ist 

indes, dass der VA Dr. I._____ in seinem Bericht vom 17. November 2022 

wohl die bildgebenden medizinischen Akten (MRI Berichte vom 16. 

September 2022, 20. September 2022, 13. Oktober 2022) erwähnt, jedoch 

nicht die Berichte des Hausarztes Dr. F._____ resp. dessen 

Ferienvertretung Dr. H._____. Dem Vertrauensarzt sind die Diagnosen der 

Kniegelenks-Zerrung sowie Prellung (medizinisch: Kontusion) bekannt, 

was sich aus seinen Antworten im Bericht vom 17. November 2022 zu den 

Fragen 4, 5 und 7 ergibt, und mit der gestellten Diagnose der 

behandelnden Hausärzte Dr. F._____ vom 21. September 2022 (Bg-

act. 16) und 14. Oktober 2022 (Bg-act. 15) resp. Dr. H._____ vom 26. 

September 2022 (Bg-act. 14) übereinstimmt. Zudem kann die Aktenlage 

als bekannt vorausgesetzt werden, da dem Vertrauensarzt bezüglich des 

Berichts vom 9. Januar 2023 auch die Einschätzung von Dr. J._____ vom 

20. Dezember 2022 vorlag. In dieser Hinsicht kann das Aktengutachten 

des Vertrauensarztes nicht beanstandet werden.

6.2.3. Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden 

grundsätzlich eine unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht 

verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. 

Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der 

- 21 -

untersuchenden Person und den Angaben des Patienten bzw. der 

Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen 

organisch-strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die 

erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten – 

apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, MRT, CT, 

Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E.5.1 mit Hinweisen, 

Urteil des Bundesgerichts 8C_139/2015 vom 3. Juli 2015 E.4.1.1 mit 

Hinweisen).

6.2.4. VA Dr. I._____ schliesst in seinem Bericht vom 17. November 2022 

gestützt auf das MRI vom 16. September 2022 (Becken/OS) und jenem 

vom 20. September 2022 (Knie), dass sowohl im rechten Kniegelenk als 

auch in den ISG unfallunabhängige degenerative Pathologien bildgebend 

ausgewiesen seien. Die Prellfolgen seien als vorübergehende 

Aktivierungen der degenerativen Vorschädigung des Kniegelenks und der 

ISG zu erachten. Was der MRI Bericht vom 16. September 2022 

anbelangt, so macht der Beschwerdeführer geltend (Replik S. 4), dieser 

sei ein Schnellschuss, welcher zur Unfallkausalität der vorgefundenen 

Schädigung nur zurückhaltende Aussagekraft habe. Dem kann nicht 

gefolgt werden. Selbst Dr. J._____ stellte in seinem Bericht vom 20. 

Dezember 2022 auf den entsprechenden MRI-Befund ohne derartige 

Feststellungen ab. Dr. J._____ hält bezüglich der MRI des Beckens und 

der LWS fest, die Darstellung sei regelrecht und der Befund unauffällig 

ohne Nervenkompression, ohne Frakturen und ohne grösserer 

Hämatome. Es erhellt, dass Dr. J._____ grundsätzlich keine unfallkausale 

strukturelle Läsion bzw. keine schlecht verheilte strukturelle Läsion im 

Beckenbereich als objektivierbares Korrelat zu den beklagten 

Restbeschwerden fand. Er begründet diese Restbeschwerden mit einer 

ausgeprägten glutealen Kontusion, was sich aus seinem Befund so nicht 

erschliesst. Dr. J._____ befundete eine Druckdolenz zentral im Gluteus 

- 22 -

maximus jedoch nicht direkt über dem ISG und auch nicht über der 

posterioren Soina iliaca superior. Die Inklination sei annähernd 

schmerzlos mit nur leichtem Ziehen gluteal auf der rechten Seite. Weiter 

führt er aus: "Keine Druckdolenzen am lateralen Fuss rechts, am ehesten 

dem peronealen Anteil des Nervus ischiadicus entsprechend bzw. am 

dorsalen Oberschenkel, jedoch keine klare Dermatom abhängige 

Hypästhesie. Die grobe Kraft für die Myotome L3-S1 zeigt einen Kraftgrad 

von M5 von 5. Faber-Zeichen negativ, Gaenslen negativ. Kein 

Beckendistraktions- oder Kompressionsschmerz. Passiv sind die 

Hüftgelenke schmerzlos ohne höhergradige Einschränkung beweglich. 

Lasègue beidseits negativ." In seiner Beurteilung hielt er sodann fest, dass 

bezüglich des Knies sich eine niedergradige Zerrung zeige und dass sich 

heute kaum mehr Beschwerden finden liessen. Das unruhige Gangbild 

beurteilte er aufgrund einer klinisch dezenten Verkürzung der 

Wadenmuskulatur, was vor dem Hintergrund der durch die behandelnden 

Hausärzte diagnostizierte glutealen Kontusion resp. Kniegelenkszerrung 

nicht als unfallkausales Korrelat qualifiziert werden kann. Dass Dr. 

J._____ dennoch von einem klar unfallbedingten Ereignis mit 

persistierenden Restbeschwerden ausgeht, ist damit nicht überzeugend 

und vermag keine auch nur geringen Zweifel an den Feststellungen des 

Vertrauensarztes zu begründen. Auch die im Schreiben von Dr. J._____ 

vom 27. März 2023 gemachten Ausführungen ändern nichts an dieser 

Einschätzung. Vielmehr belegt dieses Schreiben die Erfahrungstatsache, 

dass behandelnde Ärzte (seien dies Hausärzte oder spezialärztlich 

behandelnde Medizinalpersonen) im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer 

Patienten aussagen (Urteile des Bundesgerichts 8C_317/2019 vom 30. 

September 2019 E.4.2.3; 8C_420/2018 vom 13. März 2019 E.6.5; 

8C_609/2017 vom 27. März 2018 E.4.3.3; je mit Hinweisen). Das Gesagte 

gilt auch für das Überweisungsschreiben von Dr. F._____ vom 28. 

- 23 -

November 2022 an Dr. J._____, aus dem sich keine Feststellungen zur 

Unfallkausalität herleiten lassen.

6.2.5. Die Kritik des Beschwerdeführers, es sei nicht darauf eingegangen 

worden, wie denn eine solche Abnutzung oder Degeneration bei einem 

jungen Patienten möglich sei, der vorher keinerlei Beschwerden gehabt 

habe (Beschwerde, II.B.3.1.c und 3.3), ist unbehelflich. Dies ist weder 

Aufgabe des Vertrauensarztes noch der Beschwerdegegnerin als 

Unfallversicherer. Letztere hat nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen 

zu erbringen. Welche Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen oder 

degenerative Veränderungen) ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist 

an sich unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 

haben, resp. dahingefallen sind. Ebenso wenig muss der Unfallversicherer 

den negativen Beweis erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr 

vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2; 

8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2; 8C_523/2018 vom 5. 

November 2018 E.3.2). Es ist nicht Aufgabe des 

Versicherungsmediziners, darauf einzugehen, wie der Schaden denn 

hätte passieren können. Er hat lediglich darzulegen, weshalb der Unfall 

überwiegend wahrscheinlich nicht Ursache der Schäden sein kann. 

6.2.6. Nicht tauglich für den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs ist 

sodann das seitens des Beschwerdeführers mehrfach vorgebrachte 

Argument, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien erst nach dem 

Unfall aufgetreten und deshalb auf das Unfallereignis zurückzuführen. Die 

Beweismaxime "post hoc, ergo propter hoc" ist praxisgemäss unzulässig 

(BGE 119 V 335 E.2b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_181/2022 vom 

6. September 2022 E.3.2.1, 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E.3; 

HÜRZELER USINGER-EGGER, Rz. 253; HOFER, Art. 6 Rz. 67). Die 

- 24 -

Feststellung von Dr. J._____ in seinem Schreiben vom 27. März 2023 (Bf-

act. 7), wonach vor dem Unfallereignis keinerlei Beschwerden vorgelegen 

hätten, fallen in diese Kategorie. Vor diesem Hintergrund sind auch die 

nicht medizinischen Feststellungen der Arbeitgeberin in ihrer Bestätigung 

vom (Bf-act. 4a) irrelevant.

6.2.7. Soweit der Beschwerdeführer implizit die Fachlichkeit von Dr. I._____ 

bezweifelt, ist festzustellen, dass bezüglich der Fachlichkeit eines 

Versicherungsmediziners des RVK es an einer zu den Suva Kreisärzten 

(heute: VMD) vergleichbaren bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_59/2020 vom 14. April 2020 E.5.2) fehlt. 

Vorliegend sind die folgenden Eckdaten bekannt: 

Der RVK wurde im Jahr 1932 gegründet. Laut Geschäftsbericht des RVK 

vom Jahr 2022 besteht der Verband aus 22 Mitgliedern kleiner bis mittlerer 

Krankenversicherer (Stand 25. April 2024: 19 Mitglieder). Der Verband 

betreibt ein versicherungsmedizinisches Kompetenzzentrum, unter 

anderem im Bereich des Vertrauensärztlichen und 

Versicherungsmedizinischen Diensts (VAD). Gemäss Homepage 

(https://www.rvk.ch, [zuletzt aufgerufen am 7. Februar 2024]) beurteilen 60 

anerkannte Vertrauens- und Versicherungsärzte die Fälle für den RVK. 

Dass die Beschwerdegegnerin den RVK im Verbund mit anderen 

Dienstleistern (Diagnosezentren, Rechtsanwälten etc.) selbst betreiben 

würde – so wie vom Beschwerdeführer in seiner Replik behauptet (S.4) – 

ist demgegenüber nicht belegt.

Dr. I._____ ist Facharzt der Orthopädischen Chirurgie und Traumatologie 

des Beschwerdeapparates. Er verfügt über einen Fähigkeitsausweis der 

Schweizerischen Gesellschaft der Vertrauens- und Versicherungsärzte 

(SGV). Überdies figuriert er in der öffentlichen Liste über beauftragte 

Sachverständige und Gutachterstellen in der Invalidenversicherung 

https://www.rvk.ch/dienstleistungen/versicherungsmedizin/versicherungsmedizinische-beratung

- 25 -

(Stand 28. Februar 2024) sowie in der Liste der Sachverständigen-

Zweierteams, welche über einen Vertrag mit dem Bundesamt für 

Sozialversicherungen (BSV) nach Artikel 72bis Absatz 1bis der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) für die Erstellung 

bidisziplinärer Gutachten verfügen (Stand 7. Februar 2024). 

Aufgrund dieser Eckdaten bestehen aus Sicht des Gerichts keine 

Anhaltspunkte dafür, dass VA Dr. I._____ nicht über die nötigen 

orthopädische sowie traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen 

verfügt. 

6.2.8. Sodann führt der Beschwerdeführer den Verlaufsbericht des 

Physiotherapeuten vom 8. Dezember 2022 (Bf-act. 6) zur Untermauerung 

der Unfallkausalität an. Erfahrungsgemäss sagen behandelnde Ärzte bzw. 

Therapiekräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 

im Zweifelsfall mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aus. Dies gilt für 

den allgemein praktizierenden Hausarzt wie für den behandelnden 

Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit 

seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, von den 

geklagten Schmerzen zunächst bedingungslos auszugehen (Urteil 

8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.5.2.2). 

6.2.9. Schliesslich macht der Beschwerdeführer in nicht substantiierter Weise 

eine konstitutionelle Prädisposition geltend. Die "konstitutionelle 

Prädisposition" ist insbesondere eine Rechtsfigur des Haftpflichtrechts, 

welche entweder im Rahmen der Schadensberechnung (Art. 42 des 

Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR; SR 220]) oder der 

Herabsetzungsgründe (Art. 44 OR) berücksichtigt werden kann (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 4A_558/2020 vom 18. Mai 2021; Urteilsbesprechung 

auf: https://swissblawg.ch/2021/06/4a_558-2020-natuerlicher-

https://swissblawg.ch/2021/06/4a_558-2020-natuerlicher-kausalzusammenhang-im-haftpflichtrecht.html

- 26 -

kausalzusammenhang-im-haftpflichtrecht.html [zuletzt aufgerufen am 9. 

April 2024]). Im Gegensatz zum Haftpflichtrecht, wo solche Mitursachen 

im Rahmen der Schadenersatzbemessung über Billigkeitsabzüge also 

tatsächlich einbezogen werden können, ist dies beim weniger 

geschmeidigen UVG nur sehr begrenzt möglich 

(https://www.regress.admin.ch/fileadmin/redaktion/Dienstleistungen/Ausb

ildung/d/Bt_Kausalitaet_d_2013.pdf [vgl. Ziff. 4, S. 6 f.; zuletzt aufgerufen 

am 23. April 2024]). So wird einer allfälligen konstitutionellen 

Prädisposition spezifisch bei der Adäquanzprüfung von 

Schreckereignissen Rechnung getragen (vgl. statt vieler Urteil des 

Bundesgerichts 8C_412/2015 vom 5. November 2015). Im übrigen UVG 

wird einer allfälligen Prädisposition mit der richtungsgebenden 

Verschlimmerung eines vorbestehenden Zustandes Rechnung getragen. 

Ein solcher Vorzustand, wie bspw. ein bereits vor dem Ereignis vom 

6. September 2022 stattgefundenes Ereignis, ist indes nicht aktenkundig. 

Selbst wenn dem so wäre, hätte die beim Sturz vom 6. September 2022 

erlittene Kontusion lediglich eine vorübergehende, nicht aber 

richtunggebende Verschlimmerung dieses Vorzustandes bewirken 

können. Trotzdem ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass der 

Verweis der Beschwerdegegnerin (Duplik S. 5) auf die Gelegenheits- oder 

Zufallsursache bei labilen, prekären Vorzuständen, welche keine 

leistungsbegründenden schadensauslösenden traumatischen 

Einwirkungen darstellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 

25. März 2020 E.4.1 f.), aber an der Sache vorbei geht, weil dieser nicht 

mit dem vorliegenden Fall vergleichbar ist (in jenem Fall ging es um eine 

weibliche Versicherte, bei welcher bildgebend eine Gonarthrose sowie 

eine Retropatellararthrose vorlag, demnach ein degenerativer Vorzustand, 

der durch eine frühere Verletzung oder altersbedingt hervorgerufen wird). 

https://swissblawg.ch/2021/06/4a_558-2020-natuerlicher-kausalzusammenhang-im-haftpflichtrecht.html
https://www.regress.admin.ch/fileadmin/redaktion/Dienstleistungen/Ausbildung/d/Bt_Kausalitaet_d_2013.pdf
https://www.regress.admin.ch/fileadmin/redaktion/Dienstleistungen/Ausbildung/d/Bt_Kausalitaet_d_2013.pdf

- 27 -

6.2.10. Dr. J._____ ist in seinem Bericht vom 20. Dezember 2022 der Auffassung, 

es handle sich klar um ein unfallbedingtes Ereignis mit noch 

persistierenden Restbeschwerden. VA Dr. I._____ stellt in seinem Bericht 

vom 9. Januar 2023 fest, die seitens Dr. J._____ formulierte Diagnose 

"Restbeschwerden" könne weder in der ausführlichen Anamnese noch 

Befundung und Beurteilung einer lädierten patho-anatomischen Struktur 

ätiologisch zugeordnet werden und müsse als "unscharfe 

Diagnosestellung" bewertet werden. Die Kausalitätsfrage bezüglich der 

durch den Beschwerdeführer beklagten Beschwerden, die nur auf dessen 

Angaben fussen, kann medizinisch nicht bejaht werden. Eine andere 

Schlussfolgerung lässt auch das Schreiben von Dr. J._____ vom 27. März 

2023 nicht zu, zumal er die über sechs Wochen hinaus bestehenden 

Distorsions- und Kontusionsbeschwerden auf nicht näher beschriebene 

Veränderungen bezieht, die sich aktenmässig nicht belegen lassen. Die 

Schlussfolgerung von VA Dr. I._____, eine Änderung der Einschätzung sei 

angesichts der nachgereichten Unterlagen zur Sprechstunde vom 20. 

Dezember 2022 nicht begründet, ist somit schlüssig und nachvollziehbar. 

6.3. Vorliegend begründen die Einschätzungen von Dr. J._____ keine geringen 

Zweifel an den Beurteilungen des VA Dr. I._____. Dr. J._____ vermag die 

nach sechs Wochen beklagten Beschwerden nicht einleuchtend und 

nachvollziehbar darzulegen. Hingegen führt VA Dr. I._____ insbesondere 

gestützt auf das MRI, wonach im rechten Knie und im ISG 

unfallunabhängige degenerative Pathologien bildgebend ausgewiesen 

sind, schlüssig aus, dass eine Trauma-assoziierte Plausibilität für die 

reklamierten anhaltenden Beschwerden nach dem Ereignis vom 6. 

September 2022 als nicht überwiegend wahrscheinlich zu erachten sind, 

und dass neben der eingetreten Zerrung am Knie rechts und der 

Prellungsfolge (gluteal) die vorübergehende Aktivierung der 

degenerativen Vorschädigungen Kniegelenk und ISG bds. für einen 

- 28 -

Zeitraum von sechs Wochen als möglich erscheinen lassen. Der Eintritt 

des Status quo sine per 18. Oktober 2022 ist damit nachvollziehbar 

begründet und widerspruchsfrei. 

7. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige 

Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes zu, so ist 

dem Eventualantrag des Beschwerdeführers, wonach ein gerichtliches 

Gutachten einzuholen sei, abzuweisen. Der Anspruch auf rechtliches 

Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und die Pflicht 

der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses 

verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen 

abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. 

Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 

Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild 

des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend 

abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die 

damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 E.3.3; 136 I 

229 E.5.3). Entsprechend ist der Antrag des Beschwerdeführers, ein 

gerichtliches Gutachten einzuholen, abzuweisen.

8. Auf die Aktenbeurteilungen von VA Dr. I._____ ist abzustellen, sodass 

vorliegend zwischen dem Ereignis vom 6. September 2022 und den nach 

dem 18. Oktober 2022 beklagten Beschwerden kein natürlicher 

Kausalzusammenhang mehr vorliegt, weshalb sich die Prüfung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs erübrigt. Die Leistungseinstellung per 

18. Oktober 2022 ist nicht zu beanstanden und der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 8. März 2023 erweist sich als rechtens. Die 

Beschwerde ist, soweit darauf einzutreten ist, abzuweisen. 

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9. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 105 ff. 

UVG sehen keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel weiterhin kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage 

infolge mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG 

i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG), was in casu nicht zutrifft. Somit sind für 

das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Ein 

Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin gemäss 

Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]