# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ce79433-5140-5a94-a471-f77c7e31568a
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-14
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 14.08.2023 V 2023 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2023-76_2023-08-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

DER HAFTRICHTER

V E R F Ü G U N G  [rechtskräftig]

 vom 14. August 2023

in Sachen

Amt für Migration des Kantons Zug
Antragsteller

gegen

A.________, zzt. Strafanstalt Zug, Abteilung Administrativhaft,
An der Aa 2, 6301 Zug 
Antragsgegner

betreffend

Überprüfung der Anordnung der Ausschaffungshaft
(Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG)

V 2023 76

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Haftrichterverfügung V 2023 76

A. Der Antragsgegner, geboren 1986, georgischer Staatsangehöriger, wurde mit 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug vom 11. August 2023 wegen mehrfachem Dieb-
stahl gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB etc. schuldig gesprochen und zu einer unbedingten 
Freiheitsstrafe unter Verlängerung der mit Strafbefehl des Ministère Public, République et 
Canton de Genève vom 16. Juli 2023 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe bestraft. Am 
11. August 2023, 14:40 Uhr, übernahm das Amt für Migration des Kantons Zug (AFM) das 
Haftregime. Mit am 11. August 2023 eröffneter Verfügung hat das AFM den Antragsgeg-
ner aus der Schweiz weggewiesen. Die Ausschaffungshaft wurde dem Antragsgegner 
formell am 14. August 2023 gestützt auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG des Bundesgeset-
zes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Inte-
grationsgesetz, AIG; SR 142.20, vormals AuG) eröffnet.

B. Die Haftanordnung vom 14. August 2023 wurde insbesondere damit begründet, 
dass der Antragsgegner bereits mehrfach strafrechtlich verurteilt und aus der Schweiz 
weggewiesen worden sei, weder über einen festen Wohnsitz noch über Beziehungen oder 
Familienangehörige in der Schweiz wie auch nicht über die notwendigen finanziellen Mittel 
verfüge, um für die gesicherte Wiederausreise Gewähr zu bieten. Sein Verhalten lasse 
darauf schliessen, dass er sich behördlichen Anweisungen entziehen würde. 

Da gemäss AFM der Vollzug der Ausschaffung voraussichtlich innert acht Tagen durchge-
führt werden kann, bestätigte der Antragsgegner im Rahmen der Haftanordnung unter-
schriftlich, dass er auf eine mündliche Verhandlung vor dem Haftrichter verzichte. 

C. Mit Eingabe vom 14. August 2023, abends, ersuchte das AFM das Verwaltungs-
gericht um Prüfung der gegenüber dem Antragsgegner angeordneten Administrativhaft 
nach Art. 76 AIG und um Bestätigung der Haft bis und mit 17. August 2023.

Der Haftrichter erwägt:

1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 AIG sind die Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der 
Haft spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde aufgrund einer mündli-
chen Verhandlung zu überprüfen, wobei die Frist nicht erst ab Haftanordnung läuft, son-
dern sich nach dem Zeitpunkt bemisst, in dem der Betroffene aus ausländerrechtlichen 

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Gründen tatsächlich festgehalten wurde (Andreas Zünd, in: Kommentar Migrationsrecht, 
4. Aufl. 2015, AuG 80 N 2 mit Hinweisen). Kantonale richterliche Behörde im Sinne des 
AIG ist das Verwaltungsgericht, welches aus seiner Mitte den Haftrichter bezeichnet (§ 5 
des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und 
zum Asylgesetz [EG AuG, BGS 122.5] i.V.m. § 56 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegege-
setzes [VRG, BGS 162.1] und § 3 Abs. 1 Ziff. 2 der Geschäftsordnung des Verwaltungsge-
richts [GO VG, BGS 162.11]).

Die richterliche Behörde kann gemäss Art. 80 Abs. 3 AIG auf eine mündliche Verhandlung 
verzichten, wenn die Ausschaffung voraussichtlich innerhalb von acht Tagen nach der 
Haftanordnung erfolgen wird und die betroffene Person sich damit schriftlich ein-
verstanden erklärt hat; kann die Ausschaffung nicht innerhalb dieser Frist durchgeführt 
werden, so ist eine mündliche Verhandlung spätestens zwölf Tage nach der Haftanord-
nung nachzuholen.

2. Der Antragsgegner wurde am 11. August 2023, 14:40 Uhr, vom AFM in Aus-
schaffungshaft genommen. Gemäss Akten ist für den 17. August 2023 ein Rückführungs-
flug in den Heimatstaat des Antragsgegners gebucht. Entsprechend ist davon auszuge-
hen, dass die Wegweisung innert 8 Tagen seit Haftanordnung vollzogen werden kann. 
Der Antragsgegner hat unterschriftlich bestätigt, dass er auf eine mündliche Verhandlung 
zur Haftprüfung verzichte. Da eine mündliche Verhandlung auch aufgrund der klaren Ak-
tenlage entbehrlich erscheint, wird die Haftprüfung im schriftlichen Verfahren durchge-
führt. Mit Mitteilung im Dispositiv am 14. August 2023, abends, und schriftlicher Eröff-
nung des vorliegenden Entscheides ist die Frist von 96 Stunden gemäss Art. 80 Abs. AIG 
eingehalten. 

3. Die zuständige Behörde kann einen Ausländer zur Sicherstellung des Vollzugs 
eines Weg- oder Ausweisungsentscheides in Ausschaffungshaft nehmen, soweit die 
Voraussetzungen von Art. 76 AIG erfüllt sind. Danach ist erforderlich, dass ein erstin-
stanzlicher, nicht notwendigerweise auch ein rechtskräftiger Weg- oder Ausweisungsent-
scheid vorliegt (vgl. BGE 122 II 148 E. 2b/bb), dessen Vollzug (z.B. wegen fehlender 
Reisepapiere, Unklarheiten bezüglich Identität usw.) noch nicht möglich, jedoch abseh-
bar ist. Zudem muss einer der in Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1–5 AIG genannten Haftgründe 
gegeben sein (BGE 124 II 1 E. 1). Sodann muss die Haft verhältnismässig und die Aus-
schaffung rechtlich und tatsächlich möglich sein (Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG; vgl. BGE 122 II 

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148 E. 3). Auf Seiten der Behörden sind die für den Vollzug der Wegweisung notwendi-
gen Vorkehrungen (wie Identitäts- und Herkunftsabklärungen, Papierbeschaffung) um-
gehend zu treffen (Art. 76 Abs. 4 AIG, Beschleunigungsgebot; vgl. BGE 124 II 49 E. 3). 
Schliesslich sind die gesetzlichen Anforderungen an die Haftbedingungen zu beachten 
(z.B. geeignete Räume, geeignete Beschäftigung; vgl. Art. 81 Abs. 2 AIG). Der Betroffe-
ne muss überdies hafterstehungsfähig sein.

4. Der Antragsgegner wurde vom AFM mit ordentlich eröffneter Verfügung vom 
11. August 2023 aus der Schweiz weggewiesen. Der erforderliche Wegweisungsent-
scheid im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG liegt vor.

5. Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG ist ein Haftgrund gegeben, wenn das bis-
herige Verhalten des Betroffenen darauf schliessen lässt, dass er sich behördlichen An-
ordnungen widersetzt.

Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Antragsgegner in der Schweiz bereits 2017 
wegen Hausfriedensbruch und Vermögensdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten 
ist und dafür verurteilt wurde. Am 16. Juli 2023 wurde der Antragsgegner von den Straf-
behörden im Kanton Genf wegen Vermögensdelikten und Täuschung der Behörden im 
Sinne von Art. 118 AIG belangt. Nicht einmal einen Monat später hat ihn die Staatsan-
waltschaft des Kantons Zug mit Strafbefehl vom 14. August 2023 des mehrfachen Dieb-
stahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB etc. – begangen am 9. August 2023 – verurteilt. Die-
ses aktenkundige Verhalten lässt ohne weiteres darauf schliessen, dass sich der An-
tragsgegner von behördlichen Weisungen und Anordnungen, insbesondere auch straf-
rechtlichen Verurteilungen, nicht beeindrucken lässt und sich bei einer Freilassung einer 
kontrollierten Ausreise entziehen würde. Zwar verfügt der Antragsgegner soweit ersicht-
lich über ein Ausweispapier, hingegen ist nichts bekannt über seine Aufenthaltsorte, noch 
weniger über einen Wohnort in seinem Heimatland. Der Antragsgegner erwähnte ledig-
lich, seine Familie sei in Frankreich, welche er alsbald wiedersehen wolle. Nachdem das 
Staatssekretariat für Migration (SEM) mit Verfügung vom 14. August 2023 gegenüber 
dem Antragsgegner ein zweijähriges Einreiseverbot für das gesamte Gebiet der Schen-
gen-Staaten ausgesprochen hat, erweist sich die Sicherstellung der kontrollierten Aus-
schaffung mittels Haft umso indizierter.

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6. Die Ausschaffungshaft stellt einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit 
des Betroffenen dar. Anordnung und Aufrechterhaltung sind daher nur zulässig, wenn sie 
dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit und Angemessenheit zu genügen vermögen. 
Der Antragsgegner hat keinerlei zu beachtende Beziehung zur Schweiz. Der Zweck sei-
ner Einreise lag offensichtlich einzig darin, hier zu delinquieren, womit der Antragsgegner 
eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellt. Der Antragsgegner ist hafterstehungs-
fähig und die Haftbedingungen werden von ihm auch nicht beanstandet. Die ärztliche Be-
treuung in der Strafanstalt Zug, Abt. Ausschaffungshaft, ist sichergestellt. Die Haftbedin-
gungen in der Abteilung Ausschaffungshaft der Strafanstalt Zug entsprechen zudem be-
kanntermassen den Vorgaben gemäss Art. 81 AIG. In Nachachtung der Beschleuni-
gungsgebotes wurde vom AFM bereits auf den 17. August 2023 ein Rückführungsflug in 
den Heimatstaat des Antragsgegners gebucht, welcher gemäss Akten bestätigt ist. Mil-
dere Massnahmen zur Sicherstellung der Wegweisung sind keine ersichtlich. In Berück-
sichtigung aller Aspekte und des gewichtigen Interesses der Schweiz an einer geordne-
ten und kontrollierten Ausreise erweist sich die Haft und deren beantragte Dauer bis und 
mit 17. August 2023 ohne weiteres als verhältnismässig. Da alle gesetzlichen Vorausset-
zungen erfüllt sind, wird die Ausschaffungshaft antragsgemäss bis und mit 17. August 
2023 bestätigt. 

7. Im Bereich der Zwangsmassnahmen werden gemäss § 14 Abs. 3 EG AuG in der 
Regel keine Verfahrenskosten erhoben.

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Der Haftrichter verfügt:
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1. Die vom Amt für Migration angeordnete Ausschaffungshaft wird bis und mit
17. August 2023 bestätigt.

2. Kosten werden für dieses Verfahren nicht erhoben.

3. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen seit der schriftlich begründeten Mit-
teilung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

4. Mitteilung in schriftlich begründeter Form an:

- A.________, c/o Strafanstalt Zug, Abteilung Ausschaffungshaft (Zustellung an 
die Direktion der Strafanstalt Zug zur Aushändigung und mit der Bitte um Rück-
sendung der separaten Empfangsbescheinigung)

- Direktion der Strafanstalt Zug (im Dispositiv)
- Amt für Migration des Kantons Zug, Aabachstrasse 1, 6301 Zug
- Staatssekretariat für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern.

Zug, 14. August 2023

Der Haftrichter

lic. iur. Adrian Willimann

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