# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3684d16-0038-5332-b51c-394dbb10033e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 09.12.2010 I/1-2009/209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2009-209_2010-12-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2009/209

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 09.12.2010

Entscheiddatum: 09.12.2010

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 09.12.2010
26/1/a DBG (SR 642.ll): Wenn die Voraussetzungen für die Benutzung des 
privaten Fahrzeuges für den Arbeitsweg gegeben sind, so kommt die 
Pauschale zur Anwendung auch wenn die effektiven Aufwendungen tiefer 
sind (Verwaltungskommission Abteilung I/1, 9. Dezember 2010, I/1-2009/209)

Präsident Nicolaus Voigt, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus Frei; 

Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter

X, Beschwerdeführer

vertreten durch Treuhand- und Revisionsgesellschaft Mattig-Suter und Partner, 

Bahnhofstrasse 28, Postfach 556, 6431 Schwyz,

gegen

Kantonales Steueramt,Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz

und

Eidgenössische Steuerverwaltung,Hauptabteilung Direkte Bundessteuer,Abteilung 

Rechtswesen, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte

betreffend

Direkte Bundessteuer (Nachsteuer 1999 - 2007)

Sachverhalt:

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A.- X und Y Z sind seit 29. September 2000 verheiratet und wohnen in A. X arbeitet seit 

1996 bei der B AG in D. Y ist ebenfalls unselbständig erwerbstätig. In den 

Steuererklärungen der Jahre 1999 bis 2007 machte X bei den Berufskosten jeweils 

einen Abzug für die Zurücklegung des Arbeitswegs mit dem Privatauto geltend (11'500 

km pro Jahr). Dieser Abzug wurde ihm in den Veranlagungen für die Jahre 1999 bis 

2007 gewährt. Sämtliche Veranlagungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.

B.- Am 7. Juli 2008 übermittelte die Steuerverwaltung des Kantons C dem kantonalen 

Steueramt ein Schreiben, woraus hervorgeht, dass X für den Arbeitsweg seit Jahren an 

einer Mitfahrgemeinschaft beteiligt ist und dieser monatlich Fr. 100.-- bezahlt.

C.- Mit Schreiben vom 5. September 2008 veranlasste der zuständige 

Steuerkommissär bei der Abteilung Nachsteuern des kantonalen Steueramtes die 

Einleitung eines Nachsteuerverfahrens gegen X und Y Z. Daraufhin wurde mit 

Schreiben vom 13. Juli 2009 wegen zu hoher Abzüge bei den Fahrkosten in den Jahren 

1997 bis 2007 ein Nachsteuerverfahren gegen das Ehepaar Z eingeleitet. Nach 

Einreichung weiterer Unterlagen wurden mit Schreiben vom 7. September 2009 

folgende nachsteuerpflichtigen Einkünfte in Aussicht gestellt:

                                                                                     Einkommen        Vermögen

01.01.1999 - 31.12.2000                                         Fr. 5'000.--           Fr. 0.--

01.01.2001 - 31.12.2001                                         Fr. 3'300.--           Fr. 0.--

01.01.2002 - 31.12.2002                                         Fr. 3'300.--           Fr. 0.--

01.01.2003 - 31.12.2003                                         Fr. 3'300.--           Fr. 0.--

01.01.2004 - 31.12.2004                                         Fr. 3'300.--           Fr. 0.--

01.01.2005 - 31.12.2005                                         Fr. 3'300.--           Fr. 0.--

01.01.2006 - 31.12.2006                                         Fr. 3'300.--           Fr. 0.--

01.01.2007 - 31.12.2007                                         Fr. 3'300.--           Fr. 0.--

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Mit Nachsteuerverfügung vom 25. September 2009 wurden X und Y Z für die direkte 

Bundessteuer 1999 bis 2007 mit einer Nachsteuer von Fr. 1'564.50 veranlagt. Die 

dagegen mit Schreiben ihrer Vertreterin vom 15. Oktober 2009 erhobene Einsprache 

wies das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 28. Oktober 2009 ab.

D.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben X und Y Z mit Eingabe ihrer 

Vertreterin vom 16. November 2009 (Datum Poststempel: 20. November 2009) 

Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der angefochtene 

Einsprache-Entscheid sei aufzuheben und es sei in den Jahren 1999 bis 2007 von einer 

Nachsteuer abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 15. Dezember 2009 die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte verzichtete 

stillschweigend auf eine Vernehmlassung.

Auf die Ausführungen der Parteien zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, 

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 16. November 2009 (Datum 

Poststempel: 20. November 2009) ist rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in 

formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der 

Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h 

Ziff. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.- Umstritten ist vorliegend die Erhebung einer Nachsteuer für die Steuerjahre 1999 

bis 2007 im Zusammenhang mit angeblich unrechtmässigen Abzügen für Berufskosten.

a) Die Beschwerdeführer machen geltend, nach Art. 26 Abs. 1 lit. a DBG würden die 

notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort als Berufskosten vom 

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steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht. Als notwendige Kosten könnten die 

Kosten des privaten Fahrzeugs gemäss den Pauschalen abgezogen werden. Der 

Nachweis höherer berufsbedingter Kosten bleibe vorbehalten. Ein Abweichen von 

diesen Grundsätzen nach unten sei jedoch nicht vorgesehen. Damit habe der 

Steuerpflichtige das Recht, die Kosten des privaten Fahrzeugs gemäss der Pauschale 

geltend zu machen, unabhängig von der individuellen Kostensituation wie Benützung 

eines Fahrzeugs mit sehr tiefem Verbrauch oder Kostenbeteiligung von Mitfahrenden 

ohne Gewinnzuschlag. Dadurch werde der Administrationsaufwand der 

Steuerverwaltung wie auch des Steuerpflichtigen in erträglichem Rahmen gehalten. Der 

gesetzliche Verweis auf die notwendigen Kosten diene nur der Herstellung des 

Zusammenhangs zwischen den angefallenen Kosten und der Einkommenserzielung. Es 

sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer aufgrund des frühmorgendlichen 

Arbeitsbeginns sowie der Distanz zu seinem Wohnort auf die Benützung des privaten 

Fahrzeugs angewiesen sei. Der Pauschalabzug dafür stehe ihm daher zu. Hinzu 

komme, dass keine neue Tatsache vorliege, die zur Erhebung einer Nachsteuer 

berechtige. Wenn die Veranlagung aufgrund einer Bewertung, hier des 

Fahrkostenabzugs, unvollständig sei, liege keine neue Tatsache vor.

Die Vorinstanz hält dem entgegen, mit steueramtlicher Meldung vom 7. Juli 2008 sei 

dem Gemeindesteueramt zur Kenntnis gebracht worden, dass der Beschwerdeführer 

einer Fahrgemeinschaft mit eigenem Bus angehöre. Seit Aufnahme der 

unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der B AG im Jahr 1997 seien die vollen Kosten für 

die Benützung des Privatfahrzeugs für den Arbeitsweg geltend gemacht worden. Die 

Fahrgemeinschaft sei seitens des Beschwerdeführers mit Fr. 100.-- pro Monat zu 

entschädigen gewesen. Seit 1997 seien daher überhöhte Abzüge für den Arbeitsweg 

gewährt worden. Während der Sommermonate habe der Beschwerdeführer angeblich 

zu 40 - 50% das Privatauto benützt, in den Wintermonaten das Angebot des 

Gemeinschaftsbuses bevorzugt. Anhand dieser Informationen seien die 

vollumfänglichen Kosten für den Bus von Fr. 1'200.-- pro Jahr sowie ab dem Jahr 2001 

der Abzug für das Privatfahrzeug für vier Monate pro Jahr gewährt worden. Abziehbar 

nach Art. 26 Abs. 1 lit. a DBG seien die effektiv angefallenen Kosten. Es bestehe kein 

Anspruch auf allenfalls höhere Pauschalabzüge. Dies beruhe auf der Überlegung, dass 

die Fahrkosten nur soweit für die Gewinnung des Einkommens erforderlich seien, als 

der Arbeitsort nicht auf eine andere zumutbare Weise mit geringeren Auslagen erreicht 

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werden könne. Aufwendungen, die nur der Bequemlichkeit des Steuerpflichtigen 

dienten, seien daher nicht abzugsfähig. Es liege nahe, dass eine Fahrgemeinschaft aus 

ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll sei. Effektiv angefallen seien beim 

Beschwerdeführer somit die Kosten für die Benützung des Gemeinschaftsbusses. Mit 

der Gewährung der Kosten des privaten Fahrzeugs für vier Monate pro Jahr sei einer 

zeitweise höheren Flexibilität Rechnung getragen worden, im Sinn eines 

ausserordentlichen Entgegenkommens. Die Tatsache, dass für den Arbeitsweg eine 

Fahrgemeinschaft bestand, sei der Vorinstanz erst mit Meldung vom 7. Juli 2008 zur 

Kenntnis gebracht worden, als die Veranlagung für das Steuerjahr 2007 bereits 

rechtskräftig gewesen sei.

b) Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht 

bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine 

rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist oder eine unterbliebene oder 

unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die 

Steuerbehörde zurückzuführen ist, wird gestützt auf Art. 151 Abs. 1 DBG die nicht 

erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. Dabei geht es um die 

Nachforderung einer Steuer, die zu Unrecht nicht erfasst worden ist. Für die Einleitung 

eines Nachsteuerverfahrens ist es nicht notwendig, dass den Steuerpflichtigen ein 

Verschulden trifft (Vallender/Looser, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, N 5 zu Art. 151 DBG; Blumenstein/Locher, System des 

schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl. 2002, S. 342). Grundvoraussetzung für die 

Erhebung eine Nachsteuer ist somit eine zu Unrecht unterbliebene oder unvollständige 

rechtskräftige Veranlagung (vgl. auch Art. 199 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, 

abgekürzt: StG).

aa) Der Abzug der Berufskosten ist in Art. 26 DBG geregelt. Da diese Bestimmung mit 

Art. 39 StG identisch ist, rechtfertigt es sich, zur Auslegung auch die Rechtsprechung 

und Literatur zum St. Galler Steuergesetz heranzuziehen. Entsprechend dem 

Grundsatz der Gesamtreineinkommensbesteuerung können die für die Ausübung einer 

unselbständigen Erwerbstätigkeit notwendigen Aufwendungen steuerlich in Abzug 

gebracht werden, soweit sie vom Arbeitnehmer selber getragen werden. Allgemeine 

Voraussetzung für die Anerkennung von Berufsauslagen als abzugsfähige 

Aufwendungen (Gewinnungskosten) ist deren Notwendigkeit. Als notwendig gelten 

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grundsätzlich alle Aufwendungen, deren Vermeidung dem Steuerpflichtigen nicht 

zugemutet werden kann (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. 

gallische Steuerrecht, 6. Auflage 1999, S. 40 f.). Darunter sind jene Kosten zu 

verstehen, welche unmittelbar für die Erzielung des Einkommens aufgewendet werden 

und die in einem direkten kausalen Zusammenhang dazu stehen (ASA 53 S. 102; Höhn/

Waldburger, Steuerrecht Band 1, 9. Auflage 2001, S. 344).

Gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a - c DBG können als Berufskosten die notwendigen Kosten 

für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, die notwendigen Mehrkosten für 

Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei Schichtarbeit und die übrigen für die 

Berufsausübung erforderlichen Kosten abgezogen werden. Für diese Berufskosten 

werden Pauschalansätze festgelegt, dem Steuerpflichtigen steht der Nachweis höherer 

Kosten offen (Abs. 2). Die Pauschalansätze sind im Anhang zur Verordnung des EFD 

über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der 

direkten Bundessteuer (SR 642.118.1, abgekürzt: BerufskostenV) geregelt.

Als notwendige Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte können bei 

Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel die tatsächlich entstehenden Auslagen 

abgezogen werden (Art. 5 Abs. 1 BerufskostenV). Bei Benützung privater Fahrzeuge 

sind als notwendige Kosten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der öffentlichen 

Verkehrsmittel anfallen würden (Art. 5 Abs. 2 BerufskostenV). Das Gesetz stellt hier 

nicht auf die effektiven, sondern auf fiktive Kosten ab. Nach Art. 5 BerufskostenV 

können die Kosten eines privaten Fahrzeuges abgezogen werden, wenn kein 

öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder insoweit dessen Benützung dem 

Steuerpflichtigen nicht zugemutet werden kann. Der Nachweis höherer 

berufsnotwendiger Kosten bleibt vorbehalten. Der Kanton St. Gallen hat über die Frage 

der Zumutbarkeit Weisungen erlassen (SG-StB 39 Nr. 5 Ziff. 3.3). Darin wird auf die 

Regelung bei den Tagespendlern verwiesen (SG-StB 39 Nr. 3), womit unter anderem 

die 90-Minuten-Regel Anwendung findet. Danach gilt die Benützung des öffentlichen 

Verkehrsmittels in der Regel als unzumutbar, wenn der zeitliche Mehraufwand bei 

einmaliger Hin- und Rückfahrt mehr als 90 Minuten ausmacht. Neben dem zeitlichen 

Mehrbedarf müssen zur Beurteilung der Unzumutbarkeit auch Kriterien wie ungünstige 

Verbindungen, lange Fusswege, häufiges Umsteigen und Relation von Reisezeit und 

Zeitersparnis berücksichtigt werden (vgl. SGE 2006 Nr. 27). Ist die Notwendigkeit der 

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Fahrt mit einem privaten Fahrzeug ausgewiesen, so werden die Kosten gemäss den 

massgebenden Pauschalansätzen abgezogen. Die Steuerbehörde kann eine Abstufung 

der Fahrtkostenpauschale nach Art. 3 BerufskostenV im Verhältnis zur Fahrleistung 

anordnen (Art. 5 Abs. 4 Satz 1 BerufskostenV). Die pauschalen Kosten betragen bei 

einer jährlichen Fahrleistung zwischen 10'000 und 12'500 km Fr. 0.54 (Jahre 1999 und 

2000) bzw. Fr. 0.59 (Jahre 2001 bis 2007) pro Fahrkilometer (SG-StB 39 Nr. 3, Fassung 

vom 1. Juli 2000).

Nach den im Steuerrecht allgemein gültigen Beweisregeln hat der Pflichtige 

grundsätzlich sowohl Notwendigkeit aus auch Umfang von anrechenbaren 

Aufwendungen nachzuweisen. Die Beweispflicht entfällt jedoch, wenn das Gesetz 

Pauschalabzüge vorsieht oder Unkostenpauschalen gemäss Ermächtigung von der 

Regierung festgesetzt worden sind. Die Beweispflicht der steuerpflichtigen Person 

besteht daher im Zusammenhang mit Fahrkosten nur hinsichtlich der Notwendigkeit 

der Kosten sowie – mit Einschränkungen – der gefahrenen Strecke (SGE 2003 Nr. 24 

mit Hinweisen; P. Locher, Kommentar zum DBG, Therwil/Basel 2001, N 70 f. zu Art. 26 

DBG). Pauschalen haben insofern Normcharakter, als die entsprechenden Beiträge 

zum Abzug zuzulassen sind, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Die 

Pauschalierungen dienen der administrativen Vereinfachung und sollen den Aufwand 

für die Veranlagung der steuerpflichtigen Person in vertretbarem Rahmen halten, wobei 

sich die Vereinfachung sowohl für die steuerpflichtige Person, weil sie entsprechende 

Kleinbelege nicht beschaffen und aufbewahren muss, als auch für die 

Veranlagungsbehörden auszahlt, weil sie entsprechende Kleinbelege nicht einfordern 

und kontrollieren muss. Die Pauschalen dienen der Beweiserleichterung (M. Reich, 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. Aufl. 2002, N 16 zu Art. 9 des 

Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 

Gemeinden, SR 642.14, abgekürzt: StHG). Die steuerpflichtige Person kann stets den 

entsprechenden Pauschalbetrag geltend machen, auch wenn sie keine oder nur 

geringere Auslagen gehabt hat, wobei vorausgesetzt wird, dass die steuerpflichtige 

Person einen Anspruch auf die Geltendmachung der entsprechenden Kosten hat (StE 

1999 B 22.3 Nr. 68). Ob sie tatsächlich jedoch gratis mit einer anderen Person 

mitfahren kann, ist dagegen unerheblich. Es besteht ein Anspruch auf den 

Pauschalbetrag. Die Wahl der Pauschale anstelle der Geltendmachung effektiver 

Kosten begründet eine unwiderlegbare Vermutung, die Pauschale entspreche den in 

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der Bemessungsperiode tatsächlich entstandenen Kosten (StE 2000 B 25.6 Nr. 39, StE 

1992 B 22.3 Nr. 45; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, N 116 und 125 zu Art. 26 DBG; 

SGE 2003 Nr. 24 und 2001 Nr. 18). Es kann daher nicht angehen, von der 

steuerpflichtigen Person den Nachweis der effektiven tieferen Kosten zu verlangen, da 

diese dadurch genötigt wird, zu ihrem Nachteil Beweis zu führen (SGE 2003 Nr. 24 und 

2001 Nr. 18).

bb) Der Beschwerdeführer wohnt in A und arbeitet seit Jahren in D. Im 

Fleischverarbeitungsbetrieb B AG muss er sehr früh mit der Arbeit beginnen. Dafür 

stehen ihm keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung. Die zeitliche Einsparung 

mit dem Privatauto gegenüber dem öffentlichen Verkehr ist zudem erheblich. Es ist 

unbestritten, dass ihm in den fraglichen Jahren für die Bewältigung des Arbeitsweges 

die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht zumutbar war. Sowohl die 

Notwendigkeit der Benützung eines Privatfahrzeugs als auch die zu fahrende Strecke 

von täglich 50 km (A-D-A) sind nachgewiesen. Die Vorinstanz hat ihm daher in den 

Jahren 1999 bis 2007 jeweils den pauschalierten Abzug für die Benützung des privaten 

Fahrzeugs zu Recht zugestanden. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer, wie 

mittlerweile bekannt wurde, den Arbeitsweg manchmal gemeinsam mit anderen 

Mitarbeitern zurückgelegt hat, wodurch die effektiven Kosten insgesamt tiefer 

ausgefallen sind, ändert nichts an der Rechtmässigkeit des Abzugs. Von Gesetzes 

wegen ist und war er nicht verpflichtet, den Arbeitsweg möglichst kostengünstig zu 

gestalten. Der Bustransport wurde ferner nicht von der Arbeitgeberin (mit)finanziert. Der 

Beschwerdeführer hatte daher Anspruch auf den Pauschalabzug. Die Veranlagungen 

der Jahre 1999 - 2007 erweisen sich daher als vollständig und rechtmässig, weshalb 

keine Nachsteuer zu erheben ist.

Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob eine neue Tatsache oder ein neues 

Beweismittel im Sinn von Art. 151 Abs. 1 DBG vorliegen.

c) Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid 

der Vorinstanz vom 28. Oktober 2009 sowie die diesem zugrundeliegende 

Nachsteuerverfügung für die direkte Bundessteuer 1999 bis 2007 vom 25. September 

2009 sind ersatzlos aufzuheben.

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3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens dem Staat 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist 

angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 13 Ziff. 522 des 

Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, den 

Beschwerdeführern den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

Gemäss Art. 144 Abs. 4 DBG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über das Verwaltungsverfahren (SR 172.021, abgekürzt: VwVG) kann die 

Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder 

auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zusprechen. Wie das Ergebnis zeigt, stellen sich bei der Zulässigkeit von 

Fahrkosten komplexe Fragen sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht, 

weshalb die Vertretung im Beschwerdeverfahren als notwendig erscheint. Die 

Rechtsvertretung hat auch verhältnismässig hohe Kosten zur Folge. Mangels 

Kostennote ist die Parteientschädigung von Amtes wegen und nach Ermessen auf 

Fr. 800.-- zuzüglich Fr. 60.80 Mehrwertsteuer festzusetzen (vgl. Art. 8 der Verordnung 

über Kosten und Entschädigungen im Verwaltungsverfahren, SR 172.041.0; Urteil des 

Bundesgerichts 2A.468/2005 vom 7. April 2006, E. 3). Dabei ist auch zu 

berücksichtigen, dass sich im Verfahren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 

(Proz.Nr. I/1-2009/208) dieselben Rechtsfragen stellen und dort ebenfalls eine 

Entschädigung zugesprochen wird.

Entscheid:

1.    Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-

       Entscheid des kantonalen Steueramtes vom 28. Oktober 2009 sowie die

       diesem zugrunde liegende Nachsteuerverfügung für die direkte Bundessteuer

       1999 bis 2007 vom 25. September 2009 werden aufgehoben.

2.    Der Staat trägt die Verfahrenskosten von Fr. 800.--

3.    Die Finanzverwaltung wird angewiesen, den Beschwerdeführern den

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        Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

4.    Der Staat (kantonales Steueramt) hat die Beschwerdeführer mit Fr. 860.80

       (davon Mehrwertsteuer Fr. 60.80) zu entschädigen.

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