# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5132ad35-26d2-5c61-a4ed-df9338a94818
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.06.2017 200 2017 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-56_2017-06-07.pdf

## Full Text

200 17 56 IV
FUR/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Juni 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Dezember 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2017, IV/17/56, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nachdem der 1973 geborene und seit 1992 bzw. 1994 als Hausmann täti-
ge A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Beschwerdeführer) von der 
behandelnden Psychiaterin im März 2012 unter Hinweis auf ein seit ca. 
Ende Dezember 2011 bestehendes psychisches Leiden bei der Invaliden-
versicherung (IV) zur Früherfassung angemeldet worden war, meldete er 
sich im Juni 2012 unter Hinweis auf entsprechende Beeinträchtigungen 
selber zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 5). Nach Abklärungen 
erwerblicher und medizinischer Art (AB 10, 15, 19, 22, 24, 33, 44, 53, 59, 
77) ordnete die IVB ein Belastbarkeitstraining ab 4. November 2013 an, 
welches am 2. Dezember 2013 vorzeitig beendet wurde (AB 48); am 
3. März 2014 verfügte sie den Fallabschluss im Eingliederungsmanage-
ment (AB 52). Hinsichtlich weiterer Leistungen veranlasste die IVB auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 61) eine poly-
disziplinäre Begutachtung (Gutachten vom 18. März 2015; AB 72.1). Das 
psychiatrische Teilgutachten (AB 72.4) war für den RAD insbesondere be-
züglich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht ohne wei-
teres nachvollziehbar (AB 75), weshalb nochmals eine psychiatrische Be-
gutachtung durchgeführt wurde (psychiatrisches Gutachten vom 11. März 
2016; AB 86.1). Mit Vorbescheid vom 31. Mai 2016 (AB 88) stellte die IVB 
mangels Invalidität die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht 
(AB 88). Auf Einwand (AB 95, 98) und Stellungnahme des RAD (AB 100) 
hin verfügte die IVB am 5. Dezember 2016 wie im Vorbescheid in Aussicht 
gestellt (AB 101).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte Beschwerde und beantragte die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und die Vornahme weiterer Abklärun-
gen. Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2017, IV/17/56, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2017 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. Dezember 2016 
(AB 101). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob der rechtserhebliche 
Sachverhalt genügend abgeklärt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit 
(BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 

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der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entneh-
men:

3.1.1 Die Hausärztin Dr. med. B.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, diagnostizierte im Schreiben vom 23. Januar 2012 (AB 2) 
eine Überlastungssituation nach Trennung einer langjährigen Beziehung. 
Nach 20 Jahren habe die Lebenspartnerin die Beziehung an Neujahr über-
raschend beendet. Diese habe in den letzten Jahren den Lebensunterhalt 
für beide verdient, während der Beschwerdeführer immer als Hausmann zu 
Hause gearbeitet habe. Direkt nach der Trennung sei es zu übermässigem 
Alkoholkonsum gekommen.

3.1.2 Seit der Trennung ist es zu wiederholten Krisen mit Suizidalität und 
auch Alkoholkonsum mit der Folge mehrerer Hospitalisationen in 
C.________ gekommen (AB 15/7 ff., 22/4 ff.).

3.1.3 Vom 10. September bis 7. Dezember 2012 war der Beschwerdefüh-
rer in stationärer Behandlung in der Klinik D.________ in … (AB 19/2 
Ziff. 1.3). Diagnostiziert wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und mit stark 
suizidalen Stimmungseinbrüchen bei psychosozialen Belastungsfaktoren 
(ICD-10 F32.3) seit Dezember 2011, ein Status nach lebensbedrohlicher 
körperlicher Erkrankung im Jahr 1994 mit Rhabdomyolyse, Nierenversagen 
mit Dialyse, Kompartimentssyndrom der Oberschenkel beidseits, Ganzkör-
persepsis mit drohendem Multiorganversagen, Lähmung des linken Hand-
gelenkes, des rechten Schulterbereichs und des rechten Armes sowie 
Lähmungen im Beckenbereich mit Einbezug der Beine beidseits über meh-

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rere Monate, sodann eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 
F43.1), weiter eine Polyneuropathie inklusive Schmerzsyndrom und 
schliesslich eine hirnorganische Wesensveränderung mit verminderter Be-
lastbarkeit und Frustrationstoleranz (AB 19/2 Ziff. 1.1). Im Jahr 1991 (rich-
tig: 1994) habe der Beschwerdeführer im Rahmen einer an sich nicht le-
bensbedrohlichen Intoxikation mit Drogen somatische Komplikationen ent-
wickelt, die zu einer Critical Illness-Polyneuropathie, einer Enzephalopathie 
und zu einem Multiorganversagen geführt hätten, dies im Rahmen einer 
schweren Sepsis. Er habe neurologische Schädigungen sowie andere 
Organschädigungen erlitten. Dieses Ereignis bilde einen Knick in seiner 
Lebenslinie: Bis dahin habe er als … gearbeitet; seither sei er in kein aus-
serhäusliches Berufsleben zurückgekehrt. Er habe sich als Hausmann 
betätigt, sei mit einer …, die er im … kennengelernt habe, zusammengezo-
gen und habe mit ihr bis 2010 eine enge Beziehung gepflegt. Als sie sich 
plötzlich Ende 2011 von ihm getrennt habe, habe er diesen Halt verloren. 
So sei er in eine existenzielle Krise gestürzt; es sei zu wiederholten Alko-
holintoxikationen mit suizidalem Charakter gekommen (AB 19/3 Ziff. 1.4; 
vgl. auch AB 22/7 ff.).

3.1.4 Die behandelnde Psychiaterin med. pract. E.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 19. April 
2013 eine schwere depressive Episode nach Verlust der Partnerin bei post-
traumatischer Belastungsstörung nach 1994 erlittener lebensbedrohlicher 
körperlicher Erkrankung verbunden mit einer hirnorganischen Wesensver-
änderung mit verminderter Belastbarkeit und Frustrationstoleranz (ICD-10 
F32.2, F43.1, F07.8) sowie neuropathische Beinschmerzen unter Belas-
tung länger als 30 Minuten (AB 22/1 Ziff. 2; vgl. auch AB 44/10 f.). Infolge 
dessen bestehe seit Ende Dezember 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit 
(AB 22/2 Ziff. 5). Es bestehe eine starke Konzentrations- und Gedächtni-
seinschränkung; der Beschwerdeführer sei bei der Arbeit zusätzlich ver-
langsamt, zudem sei er aufgrund der körperlichen Symptomatik (Bein-
schmerzen) eingeschränkt (AB 22/3 Ziff. 1).

3.1.5 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte mit 
Berichten vom 20. November 2013 (AB 44) und 20. Juni 2014 (AB 59) mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Critical Illness-

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Polyneuropathie mit/bei Multiorganversagen im Rahmen einer Drogeninto-
xikation und neuropathischen und myopathischen residuellen Schmerzen 
sowie eine depressive Episode bei posttraumatischer Belastungsstörung 
und hirnorganischer Wesensveränderung (AB 44/2 Ziff. 1.1). Die Befunde 
würden zu Residuen einer schweren, axonal und sensibel betonten Poly-
neuropathie passen, wie sie im Rahmen einer Critical Illness auftreten kön-
ne. Es handle sich am ehesten um eine Spätfolge der Critical Illness-
Erkrankung (AB 44/3 Ziff. 1.4 i.V.m. AB 44/8). Wegen der Schmerzen 
benötige er Pausen und wechselnde Arbeitspositionen, wodurch er ver-
langsamt werde. Grundsätzlich sei eine Tätigkeit im …-Bereich oder in ei-
ner Tätigkeit mit einer geringen körperlichen Belastung zumutbar (AB 44/4 
Ziff. 1.7). Das Ausmass der vollständigen Arbeitsunfähigkeit könne durch 
die neurologischen Diagnosen nicht befriedigend erklärt werden; es beste-
he eine erhebliche Psychopathologie, die es in der Beurteilung der Arbeits-
unfähigkeit zu berücksichtigen gelte (AB 59/2 Ziff. 5).

3.1.6 Die Gutachter der G.________ (MEDAS) diagnostizierten im poly-
disziplinären Gutachten vom 18. März 2015 (AB 72.1) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Multiorganversagen 1994 im Rah-
men einer ätiologisch unklaren, schweren und akuten Systemerkrankung, 
rezidivierende depressive Störungen, derzeit leicht bis mittelgradige 
Störung (ICD-10 F33.1) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung 
(ICD-10 F43.1), und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Poly-
neuropathie an den unteren Extremitäten nach Critical Illness (Sepsis und 
Nierenversagen) 1994, fuss- und rechtsbetont, sowie eine kardiovaskuläre 
Risikokonstellation (S. 13 lit. F). Die Systemerkrankung sei nach einer vier 
Monate dauernden Rekonvaleszenz und Rehabilitation in eine Art Defekt-
zustand übergegangen mit vorerst tolerablen und kompensierten psychi-
schen Symptomen (Ängsten) und körperlichen Beschwerden (neurologi-
sche und möglicherweise neuropsychologische Ausfälle). Dieses relative 
Gleichgewicht sei durch die Trennung von der langjährigen Lebenspartne-
rin Ende 2011 akut gestört worden. Zunächst habe eine schwere psychi-
sche Symptomatik mit immobilisierenden Ängsten und Suizidalität domi-
niert; später seien auch vermehrte Schmerzen im Bereich der unteren Ex-
tremitäten dazugekommen. Eigentliche intermedizinische Leiden seien da-
gegen nicht (oder nicht mehr) zu eruieren; so habe sich insbesondere die 

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1994 schwer gestörte Nierenfunktion wieder völlig normalisiert. Der vor 
allem 2012 stattgehabte Alkoholüberkonsum sei jedenfalls für die aktuelle 
Einschätzung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit nicht mehr von Belang. 
Zusammenfassend ergäben sich derzeit keine Hinweise auf ein die Leis-
tungs- und Arbeitsfähigkeit einschränkendes internistisches Leiden. Aller-
dings werde der Status nach der schweren Erkrankung 1994 unter Diagno-
sen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt, weil ohne diese mit 
grösster Wahrscheinlichkeit keine Arbeitsunfähigkeit entstanden wäre. 
Trotz deutlicher neurologischer Befunde seien diese nicht der Hauptgrund 
für die fehlende auswärtige Tätigkeit; von neurologischer Seite her wäre 
durchaus eine Aufnahme einer Tätigkeit im …-Bereich möglich, sitzende 
Arbeit wäre von Seiten der Arme her völlig ungestört, auch eine Tätigkeit, 
wo die Position gewechselt werden könne, wäre im …-Bereich durchaus 
vorstellbar. Aus rein neuropsychologischer Sicht sei aus den Befunden 
keine kognitiv bedingte Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit 
einer den beruflichen Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit abzuleiten (S. 
14 f. lit. G).

Entsprechend den Angaben des Beschwerdeführers stünden auch für den 
begutachtenden Psychiater die psychischen Probleme im Vordergrund. Die 
schwere Erkrankung habe vor mehr als 20 Jahren eine posttraumatische 
Belastungsstörung und depressive Symptomatik ausgelöst mit zunehmen-
der Rückzugstendenz und verschiedenen Ängsten bei offenbar dependen-
ter und ängstlicher Persönlichkeitsstruktur. Dieses System sei durch die 
abrupte Trennung zusammengebrochen. Trotz mehrfacher Kriseninterven-
tion in verschiedenen psychiatrischen Kliniken sei es aber zu keiner dauer-
haften Besserung gekommen; die stetige ambulante psychiatrische Be-
handlung habe immerhin zu einer gewissen Stabilisierung und Minderung 
der Suizidalität geführt. Aktuell ergebe sich das Bild einer leichten bis mit-
telgradigen depressiven Störung mit generalisierten Ängsten und ausge-
prägtem Vermeidungsverhalten. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit werde 
durch das psychische Leiden dominiert: Für die frühere Tätigkeit als … 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0 %, da der Beschwerdeführer dem be-
gutachtenden Psychiater zufolge nicht in der Lage sei, die hierfür notwen-
dige Verantwortung und Kommunikationsfähigkeit aufzubringen. Für den 
Psychiater ergebe sich in einer leidensadaptierten Tätigkeit (Heimarbeit) 

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seit 1994 im Anschluss an die Rehabilitation der Hinweis für eine Belast-
barkeit von ca. fünf Stunden am Tag, seit 2012 (nach dem Auszug der 
Partnerin aus der gemeinsamen Wohnung) betrage die Arbeitsfähigkeit für 
die leidensadaptierte Tätigkeit zwei Stunden am Tag bzw. 25 % (S. 15 ff. 
lit. G).

3.1.7 RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, erachtete im Bericht vom 6. Juli 2015 (AB 75) die Diagnose 
einer rezidivierenden depressiven Störung mit leichter bis (seiner Ansicht 
nach maximal) mittelgradiger depressiver Episode einigermassen nachvoll-
ziehbar, hingegen die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung 
unter Heranziehung der Kriterien gemäss ICD-10 einerseits und den Anga-
ben im psychiatrischen Befund andererseits als nicht eindeutig ausgewie-
sen. Nicht nachvollziehbar sei die psychiatrische Beurteilung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit. Erstens bestehe Erklärungsbedarf zwischen der 
Angabe einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (Heim-
arbeit) von ca. fünf Stunden pro Tag seit 1994 einerseits und andererseits 
den Auszügen aus dem Individuellen Konto (IK) bis 1997 (AB 10, 24), wo-
nach der Beschwerdeführer von Januar 1994 bis Oktober 1997 noch ein 
Jahreseinkommen zwischen ca. Fr. 35'700.-- und knapp Fr. 50'200.-- er-
wirtschaftet habe. Zweitens sei nicht nachvollziehbar, warum die Trennung 
von der früheren Lebenspartnerin per 2012 eine so relevante und anhal-
tende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich gezogen 
haben solle, dass dem Beschwerdeführer nunmehr eine leidensangepasste 
Tätigkeit (Heimarbeit) nur noch zwei Stunden pro Tag zumutbar sein sollte.

3.1.8 Im psychiatrischen Gutachten vom 11. März 2016 verneinte 
Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine 
eigenständige primär psychische Störung. Ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit äusserte er den Verdacht auf die Lebenszeitdiagnose Ab-
hängigkeitsstörung von psychotropen Substanzen, ohne dass diese Dia-
gnose zu bestätigen wäre, erwähnte deskriptiv aktuell Agoraphobie mit 
Soziophobie, jedoch nicht als spezifische Angststörung gemäss ICD-10 
diagnostiziert, und wies auf allenfalls unklare psychische Belastungsfakto-
ren hin, was indessen diskussionsbedürftig sei. Ebenfalls diskussionsbe-
dürftig seien alle Vordiagnosen. So lägen zum Ereignis von 1994 kaum und 

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die nachfolgende Zeit bis Ende 2011 keine Dokumente über die Inan-
spruchnahme hausärztlicher, psychiatrischer oder psychotherapeutischer 
Leistungen vor. Aus gutachterlicher Sicht lasse sich weder aus den Anga-
ben zu Jugend und jungem Erwachsenenalter bis 1994 noch eigentlich zu 
den Jahren zwischen 1994 und 2012 die Aussage treffen, dass der Be-
schwerdeführer an einer psychischen Erkrankung gelitten oder Symptome 
einer primär psychischen Störung aufgewiesen hätte. Aus der versiche-
rungspsychiatrischen Einschätzung heraus seien die Diagnosestellungen 
ab 2011 zumindest ungenau, auf jeden Fall hätten sich keine Hinweise auf 
frühere depressive Episoden ergeben, abgesehen von der Zeit psychischer 
Erkrankung der Monate 2012 sei keine Episode dokumentiert worden, zu 
der sich der Beschwerdeführer in Behandlung befunden habe, eine typi-
sche manische oder depressive Symptomatik durchgemacht habe, Medi-
kamente eingenommen habe oder gar eine Phasenprophylaxe durchge-
führt habe. Aus versicherungsmedizinischer Sicht inklusive der aktuellen 
Untersuchung werde jedenfalls die Aussage getroffen, dass die Evidenz für 
das Vorliegen einer affektiven Störung, womöglich einer rezidivierenden 
depressiven Erkrankung, nicht erbracht sei. Zusätzlich liege aktuell kein 
depressives Syndrom vor, das einer derartigen Störung zugeordnet werden 
könne. Der Beschwerdeführer habe zweifelsohne 1994 erhebliche Trauma-
tisierungen erlitten, hierauf aber nicht kompetente Hilfe in Anspruch ge-
nommen. Er schildere nicht die einschlägige Symptomatik, sondern be-
schreibe vielmehr zum Beispiel, dass er sich zu Hause neben der Tätigkeit 
als Hausmann etwa mit der Ernährung, Studien oder Diätfragen beschäftigt 
und zum Thema Muskelaufbau und gesunde Ernährung viele Sportler bera-
ten habe. Es sei nicht nachvollziehbar, warum der Beschwerdeführer bei 
der Diagnosestellung einer womöglich posttraumatisch bedingten ängstli-
chen Symptomatik oder auch einer spezifischen Angsterkrankung seine 
frühere Tätigkeit nicht mehr ausüben könnte. Insoweit sei das Gutachten 
vom 18. März 2015 (vgl. E. 3.1.6 hiervor) nicht nachvollziehbar. Es sei noch 
ein zweiter Aspekt anzufügen, der aus der aktuellen persönlichen Untersu-
chung beschrieben werden müsse. Der Beschwerdeführer habe über eine 
lange Zeit der persönlichen Untersuchung deskriptiv als ängstlich und sozi-
al zurückgezogen gegolten, obwohl hierfür ad hoc keine gute Erklärung 
habe gegeben werden können. Er habe alsdann spontan auf die Bitte, ei-
ner Haaranalyse zuzustimmen, bejahend reagiert. Als ihm dann allerdings 

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erklärt worden sei, es könne eine Haarprobe entnommen werden, die über 
drei, in seinem Fall auch bis zu sechs Monaten eine Aussage treffen wür-
de, seine angegebene Abstinenz nachzuweisen, habe sich bei ihm ein 
deutlicher Wandel ergeben, er habe das Einverständnis zurückgezogen, 
habe davon gesprochen, dies sei ihm zu intim und persönlich, ausserdem 
sei ja gerade das Thema des unterstellten Konsums psychotroper Sub-
stanzen das Traumatisierende, das Zugrundeliegende seiner posttraumati-
schen Belastungsstörung. Ihm wäre durchaus zumutbar, sein Einverständ-
nis zu geben, seine Abstinenz psychotroper Substanzen nachzuweisen. 
Wolle er dies nicht tun, bleibe unklar, worunter er eigentlich leide. Werde 
argumentiert, es sei eine posttraumatische Belastungsstörung auf dieses 
Thema hin, so wäre auch daraus keine andauernde Arbeitsunfähigkeit ab-
leitbar, zumal der Beschwerdeführer in der aktuellen Untersuchung andere 
Inhalte der ehemaligen Traumatisierung angegeben habe. Es werde des-
halb angenommen, dass er arbeitsfähig wäre, würde er eine anhaltende 
Abstinenz nachweisen und eine optimierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen (AB 86.1/18 ff.).

3.1.9 Im Rahmen des Einwandverfahrens erachtete die behandelnde 
Psychiaterin das erste Gutachten (vgl. E. 3.1.6 hiervor) als zutreffend, die 
Schlussfolgerungen des zweiten Gutachtens (vgl. E. 3.1.8 hiervor) indes-
sen nicht, wobei sie unter anderem auf die bei der damaligen Lebenspart-
nerin des Beschwerdeführers eingeholte Auskünfte abstellte (AB 98/6). Da 
sich der Beschwerdeführer wortkarg und wenig informativ gezeigt habe, ein 
unterliegend, tiefgreifendes Problem indessen spürbar vorhanden gewesen 
sei, seien diverse (Arbeits-)Diagnosen gestellt worden. Hauptproblematik 
der komplexen Traumafolgestörung seien die zwischenmenschlichen Ver-
letzungen mit Vertrauens- und Beziehungsverlusten. Die im zweiten Gut-
achten vorgeschlagene Haaranalyse habe der Beschwerdeführer katego-
risch abgelehnt; dies habe wie ein "Trigger" gewirkt, nicht zuletzt, da er 
nicht nur durch die Ärzte im Spital, sondern auch von den einflussreichen 
Eltern seiner Freunde und seiner eigenen Familie als "Drögeler" stigmati-
siert worden sei. Hiermit sei 1994 nach Empfinden des Beschwerdeführers 
eine soziale Ausgrenzung eingeleitet worden (AB 98).

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3.1.10 Mit Stellungnahme vom 5. September 2016 verneinte der RAD-Arzt 
neue relevante Erkenntnisse seitens der behandelnden Psychiaterin. Die 
Begründung, warum der Beschwerdeführer die Haaranalyse abgelehnt 
habe, erscheine nicht plausibel (AB 100).

3.2

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die 
Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu 
erschüttern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweis-
würdigung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die fach-
liche Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser 
Acht zu lassen (Entscheid des BGer vom 26. Juli 2011, 8C_278/2011, 
E. 5.3). In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll jedoch das Ge-
richt der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein 
praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezial-
arzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem 
besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des EVG vom 
20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2017, IV/17/56, Seite 14

3.2.3 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 
15 S. 44 E. 2.2.1).

3.3 Aktenmässig erstellt und denn auch unbestritten ist, dass die psy-
chischen Beschwerden im Vordergrund stehen. Bei Erlass der angefochte-
nen Verfügung vom 5. Dezember 2016 (AB 101) stützte sich die Be-
schwerdegegnerin im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von 
Dr. med. H.________ vom 11. März 2016 (vgl. E. 3.1.8 hiervor). Dieses 
Gutachten erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen 
(vgl. E. 3.2.1 hiervor; vgl. auch Stellungnahme des RAD vom 5. September 
2016 [AB 100]) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb 
S. 353). Nachvollziehbar wird aufgezeigt, warum nicht auf das psychiatri-
sche Teilgutachten der MEDAS (vgl. E. 3.1.6 hiervor) abgestellt werden 
kann (vgl. auch die Stellungnahme des RAD vom 6. Juli 2015 [AB 75]). 
Unter Heranziehung der Kriterien gemäss ICD-10 und des psychiatrischen 
Befundes kann entsprechend dem RAD-Arzt Dr. med. I.________ (vgl. 
E. 3.1.7 hiervor) und dem psychiatrischen Gutachter Dr. med. H.________ 
(vgl. E. 3.1.9 hiervor) nicht auf eine posttraumatische Belastungsstörung 
geschlossen werden, nahm der Beschwerdeführer doch keine kompetente 
fachliche Unterstützung in Anspruch und auch eine Psychopathologie über 
viele Jahre lässt sich nicht ableiten (AB 86.1/24 f.). Soweit die behandelnde 
Psychiaterin die Re-Traumatisierung im zwischenmenschlichen Bereich 
durch den Vertrauensbruch seiner einzigen Vertrauensperson, die sich 
ohne Vorwarnung von ihm trennte, erblickt (AB 98/5), ist dem entgegenzu-
halten, dass eine Re-Traumatisierung grundsätzlich im gleichen oder ver-
gleichbaren Bereich passieren sollte und vorgängig zwischenmenschliche 
Verletzungen mit Vertrauens- und Beziehungsverlusten (so nunmehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2017, IV/17/56, Seite 15

AB 98/2) eigentlich nie Thema waren (vgl. dazu insbesondere die Berichte 
der behandelnden Psychiaterin vom 20. Oktober 2012 [AB 15/2 ff.] und 
19. April 2013 [AB 22/1 ff.]). In Bezug auf die von der MEDAS ebenfalls 
diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störungen, derzeit leicht bis 
mittelgradige Störung (ICD-10 F33.1; vgl. E. 3.1.6 hiervor), gilt festzuhalten, 
dass der RAD-Arzt diese Diagnose noch einigermassen nachvollziehbar 
erachtete, selber aber von maximal einer mittelgradigen depressiven Epi-
sode ausging (vgl. E. 3.1.7 hiervor). Dr. med. H.________ verneint nun 
aber aus sozialversicherungspsychiatrischer Einschätzung in nachvollzieh-
barer Weise die Evidenz für das Vorliegen einer affektiven Störung, 
womöglich einer rezidivierenden depressiven Erkrankung, zumal sich keine 
Hinweise auf frühere depressive Episoden (abgesehen von der Zeit psychi-
scher Erkrankung der Monate 2012) ergeben hätten, in denen sich der Be-
schwerdeführer in Behandlung befunden habe, eine typische manische 
oder depressive Symptomatik durchgemacht habe, Medikamente einge-
nommen habe oder eine Phasenprophylaxe (AB 86.1/23). Einer 
leichtgradigen depressiven Episode ist ohnehin der invalidisierende 
Charakter abzusprechen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Dr. med. 
H.________ setzt sich somit in überzeugender Weise mit den diversen 
Diagnosestellungen und dem psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS 
(vgl. E. 3.1.6 hiervor) auseinander. Unter den gesamten Umständen, auch 
hinsichtlich der Weigerung des Beschwerdeführers, seine Abstinenz zu 
belegen, kommt er zum ausführlich begründeten und nachvollziehbaren 
Schluss, dass beim Beschwerdeführer keine eigenständige primär 
psychische Störung vorliegt. Entsprechend erweist sich die Beurteilung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch den psychiatrischen Gutachter der 
MEDAS (0 % als … und fünf bzw. nach Auszug der Partnerin zwei Stunden 
in einer angepassten Tätigkeit; vgl. E. 3.1.6 hiervor) in keiner Weise als 
nachvollziehbar. Die Kritik der behandelnden Psychiaterin (vgl. E. 3.1.9 
hiervor) vermag das schlüssige Gutachten von Dr. med. H.________ nicht 
in Zweifel zu ziehen (vgl. dazu auch die Stellungnahme des RAD vom 5. 
September 2016 [AB 100]), wobei auch auf die beweisrechtlich 
bedeutsame Verschiedenheit von Behandlungs-/Therapieauftrag einerseits 
und Begutachtungsauftrag andererseits (vgl. E. 3.2.2 f. hiervor) 
hinzuweisen ist.

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2017, IV/17/56, Seite 16

3.4 Zusammenfassend ist vorliegend von dem von Dr. med. 
H.________ formulierten Zumutbarkeitsprofil (AB 86.1) auszugehen, wo-
nach der Beschwerdeführer im Aufgabenbereich Hausmann als auch bei 
Annahme einer Erwerbstätigkeit nicht anspruchsrelevant beeinträchtigt ist. 
Der Sachverhalt ist somit hinreichend erstellt, weshalb – entgegen der Be-
schwerde – auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist (antizipierte 
Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.5 Die angefochtene Verfügung erweist sich nach dem Dargelegten als 
rechtens. Die Beschwerde ist unbegründet und abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Angesichts seines Unterliegens hat 
der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 800.--, grundsätzlich zu tragen (vgl. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Indessen 
hat der nicht vertretene Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege ersucht.

Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die 
Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 
VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Prozessarmut ist ausgewiesen. Zudem kann das Verfahren nicht als 
von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Entsprechend ist dem Be-
schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und er ist 
unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, 
ZPO; SR 272) von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2017, IV/17/56, Seite 17

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung 
mit Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen

2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2017, IV/17/56, Seite 18

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.