# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bc5fba6-5c07-5717-ba6c-aaa8744c3908
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.06.2017 D-4759/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4759-2015_2017-06-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4759/2015 / D-6948/2015  

plo 

 

 
bun 

  U r t e i l  v o m  9 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter François Badoud, Richter Hans Schürch, 

Gerichtsschreiberin Constance Leisinger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

F._______, geboren am (…), 

G._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

c/o schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka, 

c/o schweizerische Vertretung in Kuala Lumpur, Malaysia, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM); 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügungen des SEM vom 12. Juni 2015 / N (…). 

 

 

D-4759/2015 / D-6948/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger, ersuchte mit 

englisch-sprachiger Eingabe vom 29. August 2009 (Eingang 31. August 

2009) bei der schweizerischen Botschaft Colombo um Bewilligung der Ein-

reise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl.  

B.  

Die Botschaft forderte ihn am 7. September 2009 schriftlich auf, das Ge-

such mit detaillierten Angaben zu den geltend gemachten Asylgründen zu 

ergänzen sowie Beweismittel und Identitätspapiere einzureichen. 

C.  

Mit Eingabe vom 13. September 2009 führte der Beschwerdeführer zu sei-

nen Asylgründen im Wesentlichen aus, er sei tamilischer Ethnie und 

stamme aus H._______ im Distrikt I._______. Mit Schreiben der Liberation 

Tigers of Tamil Eelam (LTTE) vom 3. Oktober 2001 sei er dazu aufgefordert 

worden, für diese zu arbeiten. Weitere Einladungen, sich im zuständigen 

Büro der LTTE einzufinden, seien schriftlich am 9. und 15. Oktober 2001 

erfolgt. Er sei dieser Einladung nachgekommen und vor Ort von Angehöri-

gen der LTTE zur Mitarbeit gedrängt worden. Zunächst habe er abgelehnt, 

später jedoch eingewilligt, nachdem man ihn für mehrere Tage eingesperrt 

und bedroht habe. Zum genauen Hilfsbeitrag führte der Beschwerdeführer 

in der Eingabe nichts aus. Er machte sodann im Weiteren geltend, nach 

der Spaltung der LTTE seien Unbekannte zu seinem Haus gekommen und 

hätten nach ihm gesucht. Sein Sohn C._______ sei zudem entführt und 

nach einer Stunde wieder freigelassen worden. Weil man nicht von ihm 

abgelassen habe, sei er im April 2008 mit seinem Sohn C._______ nach 

J._______ ausgereist. Da sie in J._______ nur schwer ein Einkommen hät-

ten erzielen können, seien sie wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt. Am 

30. Mai 2008 habe er sich allein nach K._______ begeben, habe aber auch 

von dort aufgrund der schwierigen Erwerbssituation wieder zurückkehren 

müssen. Seit seiner Rückkehr nach Sri Lanka halte er sich permanent ver-

steckt, da er als Mitglied der LTTE gelte und deshalb Angst vor den Regie-

rungskräften habe.  

Der Beschwerdeführer reichte verschiede Beweismittel zu den Akten. Auf 

diese wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen Bezug 

genommen. 

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Seite 3 

D.  

Mit Eingaben vom 24. Oktober, 1. November, 16. November, 23. Novem-

ber, 30. November, 10. Dezember und 24. Dezember 2009 sowie vom 

11. Februar und 16. März 2010 ergänzte der Beschwerdeführer das Asyl-

gesuch und machte unter anderem mit Eingabe vom 11. Februar 2010 gel-

tend, er sei nach wie vor im Visier der Regierungstruppen. Am 12. Februar 

2010 hätten Beamte des Criminal Investigation Department (CID) im Hei-

matdorf nach ihm gesucht. Er und seine Familie hätten sich zu diesem Zeit-

punkt bei Verwandten aufgehalten.  

E.  

Mit einer an die Migrationsbehörden der Schweiz adressierten Eingabe 

vom 16. März 2010 ersuchte der Beschwerdeführer um prioritäre Behand-

lung seines Gesuchs. 

F.  

Mit Eingabe vom 20. April 2010 teilte der Beschwerdeführer mit, dass die 

Sicherheitsbeamten des CID am 12. April 2010 östlich seines Heimatortes 

eine ausgedehnte Operation durchgeführt hätten. 

G.  

Mit Schreiben vom 21. April 2010 teilte die Vorinstanz dem Beschwerde-

führer mit, dass sie beabsichtige, sein Asylgesuch abzuweisen und ihm die 

Einreise in die Schweiz zu verweigern und setzte ihm Frist zur Stellung-

nahme und zur allfälligen Geltendmachung weiterer Umstände.  

H.  

Mit Eingabe vom 3. Juli 2010 führte der Beschwerdeführer aus, er sei nach 

wie vor gefährdet und müsse sich im Heimatstaat versteckt halten, weshalb 

er weder einer geregelten Arbeit nachgehen, noch seine Frau und die ge-

meinsamen Kinder sehen könne. Er habe vom CID am 30. April, 16. Mai 

und 8. Juni 2010 Vorladungen erhalten. Auch die anderen Familienmitglie-

der sowie seine Mutter würden vom CID seinetwegen bedroht. Zur Unter-

mauerung reichte der Beschwerdeführer unter anderem Kopien von 

Schreiben ein, bei welchen es sich um an seine Person gerichtete Vorla-

dungen des CID handeln soll. 

I.  

Mit Eingabe vom 7. August 2010 teilte der Beschwerdeführer mit, dass die 

Familie Anrufe erhalten habe. Die Anrufer hätten sich als Police-Officer der 

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CID zu erkennen gegeben und seiner Ehefrau gegenüber gedroht, ihn um-

zubringen. Er führte überdies aus, vom CID eine vom 26. Juli 2010 datie-

rende Vorladung erhalten zu haben, welcher er keine Folge geleistet habe. 

Eingereicht wurde sodann unter anderem die Kopie eines Schreibens, bei 

welchem es sich um die entsprechende Vorladung handeln soll. 

J.  

Mit Eingabe vom 5. September 2010 ersuchte der Beschwerdeführer noch-

mals um baldige Behandlung seines Gesuchs. 

K.  

Mit Eingabe vom 18. Juni 2014 teilte der Beschwerdeführer mit, dass sich 

sein ältester Sohn E._______ zwischenzeitlich nach K._______ begeben 

habe. Er selbst sei zwischenzeitlich mit dem Rest der Familie nach Malay-

sia geflüchtet. Aufgrund ihres illegalen Status in Malaysia und der damit 

einhergehenden Probleme sei die Ehefrau mit drei Kindern jedoch wieder 

nach Sri Lanka zurückgekehrt. Er halte sich nunmehr noch allein mit dem 

zweitältesten Sohn D._______ in Malaysia auf. 

L.  

Mit Eingabe vom 4. August 2014 führte der Beschwerdeführer aus, seine 

in Sri Lanka lebende Ehefrau und die Kinder seien nach ihrer Rückkehr 

verschiedenen Behelligungen seitens des CID ausgesetzt gewesen. Einer 

seiner Söhne sei auf dem Weg zur Schule entführt und misshandelt wor-

den; nach vier Stunden habe man ihn wieder frei gelassen. Er und sein 

Sohn D._______ würden sich weiterhin illegal in Malaysia aufhalten und es 

sei zu befürchten, dass sie von den malaysischen Migrationsbehörden in 

den Heimatstaat überstellt würden.  

M.  

Mit einer an die schweizerische Botschaft in Sri Lanka gerichteten Eingabe 

vom 1. September 2014 informierte der Beschwerdeführer über einen in 

Sri Lanka erfolgten Übergriff auf seinen Neffen durch unbekannte bewaff-

nete Männer am 27. Juli 2014 und eine in Folge dieser Behelligung not-

wendige Beinamputation bei diesem. In diesem Zusammenhang wurden 

verschiedene ärztliche Berichte eingereicht.  

N.  

Am 6. Oktober 2014 wurden die Beschwerdeführerin sowie der Sohn 

C._______ in der schweizerischen Botschaft in Colombo zu ihren Asyl-

gründen befragt.  

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Seite 5 

Die Beschwerdeführerin bestätigte in ihrer Anhörung die bereits schriftlich 

geltend gemachten Asylgründe und führte in Ergänzung hierzu aus, ihr 

Ehemann habe, nachdem er im beschriebenen Sinn dazu gedrängt worden 

sei, ab dem Jahr 2001 für zwei Jahre als Klempner und Elektriker im 

Dienste der LTTE gestanden, wofür er monatlich entlohnt worden sei. Nach 

der Spaltung der LTTE im Jahr 2004 sei der Ehemann und die gesamte 

Familie von der Karuna-Fraktion dazu aufgefordert worden, sich dieser 

Fraktion zu unterstellen. Man habe sie etwa 20 Mal in diesem Zusammen-

hang vorgeladen und regelmässig bedroht. Der Sohn C._______ sei – wie 

bereits schriftlich geltend gemacht – während einer Stunde gekidnappt 

worden. Da ihr Ehemann der Aufforderung, sich der Karuna-Fraktion anzu-

schliessen, nicht nachgekommen sei, habe er aus Furcht vor Behelligun-

gen nicht bei der Familie leben können, sondern sich jeweils bei Verwand-

ten aufgehalten. 

Im Januar 2012 hätten sie den Sohn C._______ nach K._______ ge-

schickt; von dort sei dieser im Oktober 2013 nach Sri Lanka zurückgekehrt, 

nachdem er in K._______ keiner Arbeit mehr habe nachgehen können. Sie 

selbst habe sich mit dem Ehemann und den anderen Kindern im Mai 2013 

nach Malaysia begeben. Dort hätten sie jedoch in sehr unsicheren Verhält-

nissen gelebt und weder ein Einkommen erzielt, noch hätten die Kinder die 

Schule besuchen können, weshalb sie und die Kinder wieder nach Sri 

Lanka zurückgekehrt seien. Ihr Ehemann und der Sohn D._______ seien 

aus Furcht vor Verfolgung in Malaysia geblieben. Auch nach der Rückkehr 

in den Heimatstaat hätten die Behelligungen nicht aufgehört. Karuna-An-

hänger im Dienst der Regierungstruppen seien regelmässig, etwa zwei Mal 

monatlich zum Haus gekommen und hätten sich nach dem Verbleib des 

Ehemannes erkundigt. Andere Familienmitglieder, welche ihnen geholfen 

hätten, seien ebenfalls Bedrohungen und Misshandlungen ausgesetzt ge-

wesen, so beispielsweise ihr Neffe, welcher am 27. Juli 2014 Opfer eines 

Übergriffs geworden sei, in dessen Folge er ein Bein verloren habe. Der 

Sohn C._______ sei nach seiner Rückkehr aus K._______ am 10. Juli 

2014 ebenfalls Opfer von Behelligungen geworden.  

Der Sohn C._______ führte zu den von ihm persönlich in jüngerer Zeit er-

fahrenen Behelligungen aus, er sei am 10. Juli 2014 in H._______ auf dem 

Weg nach Hause von einem unbekannten Mann in einer Seitenstrasse an-

gesprochen worden. Der Unbekannte habe ihn zunächst nach dem Ver-

bleib des Vaters befragt und ihn dann dazu aufgefordert, in einen Van zu 

steigen. Mit dem Van sei er an den Strand gebracht worden, etwa 700 m 

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von seinem Zuhause entfernt. Dort hätten Angehörige des CID ihn verprü-

gelt und ihm gedroht, man werde ihn und den Vater töten. Er halte sich seit 

seiner Rückkehr aus K._______ im November 2013 jeweils abwechselnd 

bei Verwandten auf. Seit dem genannten Ereignis im Juli 2014 habe er 

keine Behelligungen mehr erfahren.  

O.  

Am 11. November 2014 wurde der Beschwerdeführer in der Schweizeri-

schen Botschaft in Kuala Lumpur befragt.  

Im Wesentlichen bestätigte er seine bereits schriftlich vorgetragenen Asyl-

gründe. Er räumte ein, seinerzeit für die LTTE als Installateur und Elektriker 

gearbeitet zu haben. Dem habe er damals zugestimmt, nachdem er mehr-

fach zur Mitarbeit angehalten und für mehrere Tage von den LTTE einge-

sperrt und bedroht worden sei. Nach der Teilung der LTTE habe die 

Gruppe, welche sich der Regierung angeschlossen habe, Namen von 

LTTE-Mitgliedern weitergegeben. Er werde als LTTE-Mitglied geführt und 

stehe mithin im Fokus des CID. Die Regierungstruppen hätten zweimal 

versucht, ihn zu ermorden, so beispielweise am 21. Juli 2012, als zwei un-

bekannte Männer auf ihn geschossen hätten, ihm sei aber die Flucht ge-

lungen. Der Beschwerdeführer wies sodann nochmals auf die bereits im 

Verfahren geltend gemachten Entführungen seines Sohnes C._______ so-

wie die Verfolgung seines Neffen durch Unbekannte hin. Hinsichtlich sei-

nes Aufenthalts in Malaysia gab der Beschwerdeführer an, dass er von der 

malaysischen Polizei bisher drei Mal festgenommen worden sei. Anlässlich 

der dritten Festnahme habe die Polizei ihm erklärt, dass sein in Malaysia 

durch United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) ausge-

stellter Flüchtlingsausweis keine Gültigkeit habe. Nur durch die Zahlung 

einer Summe von MYR 400 sei er freigekommen. In Malaysia halte er sich 

illegal auf, da sein Touristenvisum abgelaufen sei. Er könne mithin keiner 

Beschäftigung nachgehen und hänge vollständig von der Unterstützung 

seines in L._______ lebenden Bruders ab.  

P.  

Mit Eingabe vom 24. November 2014 teilte der Beschwerdeführer mit, am 

20. November 2014 seien drei Beamte des CID gewaltsam in das Haus 

seiner Familie in Sri Lanka eingedrungen und hätten Frau und Kinder miss-

handelt. Aus Angst sei die Ehefrau mit den Kindern zum Schwager geflüch-

tet. Sein ältester Sohn halte sich zwischenzeitlich im Haus seines Bruders 

auf, er selbst halte sich weiterhin mit dem Sohn D._______ in Malaysia auf. 

Die Familie sei aufgrund der Bedrohungen völlig auseinandergerissen.  

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Seite 7 

Q.  

Mit einer an die schweizerische Botschaft in Kuala Lumpur gerichteten Ein-

gabe vom 5. Dezember 2014 teilte der Beschwerdeführer mit, er sei in Ma-

laysia Opfer eines polizeilichen Übergriffs geworden und ersuche um prio-

ritäre Behandlung seines Gesuchs. Ein weiteres Gesuch um prioritäre Be-

handlung datiert vom 4. Februar 2015. 

R.  

Am 12. Mai 2015 wurde der mittlerweile volljährige Sohn D._______, wel-

cher sich mit dem Beschwerdeführer in Malaysia aufhält, in der schweize-

rischen Botschaft in Kuala Lumpur zu den Asylgründen befragt.  

Ergänzend zu den bereits geltend gemachten Asylgründen führte er zu sei-

nen persönlich erlittenen Behelligungen vor der Ausreise nach Malaysia im 

Mai 2013 aus, er sei im Jahr 2012 auf dem Weg von der Schule nach 

Hause von Unbekannten abgepasst worden. Diese hätten ihn nach dem 

Aufenthalt des Vaters befragt und ihn konkret bedroht.  

S.  

Mit einer an den Beschwerdeführer und seinen Sohn D._______ gerichte-

ten Verfügung vom 12. Juni 2015 lehnte die Vorinstanz deren Asylgesuche 

ab und verweigerte ihnen die Einreise in die Schweiz. Die Verfügung wurde 

den Beschwerdeführern entsprechend der bei den Akten befindlichen 

Empfangsbestätigung am 24. Juli 2015 durch die schweizerische Botschaft 

in Kuala Lumpur ausgehändigt.  

Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, gestützt auf 

den Sachverhalt, von dessen vollständiger Erstellung auszugehen sei, 

könne darauf geschlossen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung 

vorliege, welche die sofortige Einreise der Beschwerdeführer in die 

Schweiz als notwendig erscheinen lasse. Es sei im Sinne einer Regelver-

mutung davon auszugehen, dass die beiden Beschwerdeführer in einem 

Drittstaat bereits anderweitig Schutz gefunden hätten. Auch scheine es 

aufgrund der gesamten Umstände nicht geboten, dass es gerade an der 

Schweiz sei, den erforderlichen Schutz zu gewähren. Aus den Akten wür-

den sich sodann keine konkreten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka ernstzuneh-

mende Schwierigkeiten im Sinne von Art. 3 AsylG gehabt habe oder ihm 

solche gedroht hätten. Zwar mache er geltend, in seinem Heimatstaat ge-

sucht worden zu sein, jedoch sei den Akten nicht eindeutig zu entnehmen, 

dass er seinen Heimatstaat verlassen habe, um Schutz vor Verfolgung zu 

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suchen. Ebenfalls könne den Akten nicht entnommen werden, dass der 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise ernsthafte Nachteile erlit-

ten habe oder solche hätte befürchten müssen. Er habe denn auch nicht 

geltend gemacht, bei der Ausreise aus dem Heimatstaat Vorsichtmassnah-

men getroffen oder konkrete Nachteile seitens der heimatlichen Behörden 

befürchtet zu haben. Vielmehr sei er ins Ausland gereist, um eine neue 

Arbeit zu finden und wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt, als das Einkom-

men im Ausland nicht mehr angemessen gewesen sei. Auch wenn der Be-

schwerdeführer in Sri Lanka von Sicherheitskräften befragt worden sei, 

würden sich daraus keine konkreten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass 

seitens der heimatlichen Behörden ein ernsthaftes Verfolgungsinteresse 

bestünde, insbesondere lasse sich daraus nicht per se auf eine ernsthafte 

Verfolgungsabsicht schliessen. Auch der Sohn D._______ mache, abge-

sehen von wenigen Konfrontationen nicht geltend, jemals ernsthafte Prob-

leme mit den heimatlichen Behörden gehabt zu haben. Was den Aufenthalt 

in Malaysia betreffe, sei festzustellen, dass es in jüngster Zeit zu Rück-

schiebungen aus Malaysia nach Sri Lanka gekommen sei. Bei den Be-

troffenen handle es sich jedoch um mutmassliche hochrangige ehemalige 

Kadermitglieder der LTTE. Überdies würden sich der Beschwerdeführer 

und sein Sohn seit über zwei Jahren in Malaysia aufhalten und über gültige 

Flüchtlingsausweise des UNHCR verfügen. Es sei bekannt, dass die ma-

laysischen Behörden in der Regel mit UNHCR kooperieren würden. Zwar 

sei auch registrierten Flüchtlingen in Malaysia die Erwerbstätigkeit nicht 

erlaubt, die Behörden würden jedoch nicht intervenieren, wenn Betroffene 

einer Gelegenheitsbeschäftigung nachgehen würden. Es sei daher davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführer und sein Sohn sich eine wirt-

schaftliche Existenzgrundlage schaffen könnten und ihnen ein Verbleib in 

Malaysia zumutbar sei.  

T.  

Mit einer separaten an die Beschwerdeführerin und die mit ihr im Heimat-

staat lebenden Kinder gerichteten Verfügung, welche ebenfalls vom 

12. Juni 2015 datiert, lehnte die Vorinstanz deren Asylgesuche ab und ver-

weigerte ihnen die Einreise in die Schweiz. Eine Empfangsbestätigung der 

Übermittlung findet sich nicht in den Akten.  

Im Wesentlichen wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin mache eine 

Reflexverfolgung geltend. Bei den vorgetragenen Übergriffen handle es 

sich jedoch um solche unbekannter Dritter. Die Beschwerdeführerin lebe 

überdies nach wie vor in derselben Region und scheine ihren Alltag prob-

lemlos zu bewältigen. Selbst bei unterstellter Glaubhaftigkeit der geltend 

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gemachten Ereignisse, welche im Übrigen nur rudimentär beschrieben 

worden und nicht belegt seien, komme diesen aufgrund mangelnder Inten-

sität kein Verfolgungscharakter zu. Es treffe zwar durchaus zu, das die sri-

lankischen Behörden auch nach dem Ende der kriegerischen Auseinander-

setzungen alles daran setzen würden, ein Wiedererstarken der LTTE zu 

verhindern und deshalb nach wie vor gegen ehemalige Führungspersön-

lichkeiten der LTTE vorgehen würden. Es sei daher nicht auszuschliessen, 

dass der Ehemann der Beschwerdeführerin auch nach Ende des Bürger-

krieges unter Beobachtung der sri-lankischen Behörden stünde. Derartigen 

Massnahmen, welche im Zusammenhang mit der allgemeinen Bekämp-

fung des Terrorismus der LTTE durch die sri-lankischen Behörden zu se-

hen seien, komme indessen ebenfalls aufgrund mangelnder Intensität kein 

Verfolgungscharakter zu. Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder seien 

daher nicht schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes.  

U.  

Gegen diese Verfügung reichten der Beschwerdeführer und der Sohn 

D._______ am 20. August 2015 (Eingangsstempel: 24. August 2015) bei 

der schweizerischen Botschaft in Kuala Lumpur eine in englischer Sprache 

verfasste Beschwerde und deren französische Übersetzung ein. Parallel 

dazu reichte die Beschwerdeführerin für sich und ihre Kinder am 28. Juli 

2015 (Eingangsstempel: 28. Juli 2015) ebenfalls eine in englischer Spra-

che verfasste Beschwerde und deren deutsche Übersetzung bei der 

schweizerischen Botschaft in Colombo ein. Die Beschwerdeführenden be-

antragen die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Bewilli-

gung der Einreise in die Schweiz sowie die Gewährung von Asyl.  

Im Wesentlichen machten Sie geltend, dass die Vorinstanz gestützt auf die 

von ihnen bisher geltend gemachten Schwierigkeiten falsche Schlüsse ge-

zogen habe sie vielmehr weiterhin seitens des CID behelligt würden.  

V.  

Mit Eingaben vom 27. Februar und 16. März 2016 machten die Beschwer-

deführenden geltend, der CID habe am 15. Dezember 2015 im Hause der 

Schwester der Beschwerdeführerin nach den Beschwerdeführenden ge-

fragt. Am 17. Dezember 2015 habe man sich auch bei der Beschwerdefüh-

rerin nach dem Beschwerdeführer erkundigt und eine Photokopie des Pas-

ses des Beschwerdeführers sichergestellt. Die Beschwerdeführerin, die 

Mutter des Beschwerdeführers sowie der Sohn C._______ seien in die Po-

lizeistation L._______ vorgeladen worden, wo man sie am 18. Dezember 

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2015 während eines Tages befragt und auch bedroht habe. Beigefügt wa-

ren der Eingabe verschiedene Kopien von Zeitungsberichten und Internet-

auszüge zur politischen Situation im Land.  

W.  

Mit Eingabe vom 4. April 2016 reichten die Beschwerdeführenden ver-

schiedene Zeitungsartikel mit englischer Übersetzung ein, welche die an-

haltenden Verfolgungshandlungen seitens der Regierung an Tamilen auf-

zeigen würden. 

X.  

Mit Eingaben vom 14. Juni und 19. November 2016 machte der Beschwer-

deführer nochmals auf seine schwierige und ungeregelte Situation in Ma-

laysia aufmerksam und reichte zwei Artikel malaysischer Zeitschriften zur 

Situation von sich in Malaysia aufhaltenden Flüchtlingen samt englischer 

Übersetzung ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das SEM gehört zu den Behör-

den nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwal-

tungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, 

SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht 

endgültig entscheidet. 

1.2 Mit dringlicher Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359, in Kraft seit 29. September 2012), wurden unter anderem 

die Bestimmungen zur Asylgesuchstellung aus dem Ausland aufgehoben. 

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Seite 11 

Die Übergangsregelungen halten jedoch fest, dass für die vor dem Inkraft-

treten der Änderung im Ausland gestellten Gesuche die massgeblichen Ar-

tikel (aArt. 12, aArt. 19, aArt. 20, aArt. 41 Abs. 2, aArt. 52 und aArt. 68 

AsylG) in der bisherigen Fassung nach wie vor anwendbar sind. Demnach 

sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen Bestimmungen betreffend 

das Auslandverfahren anzuwenden. Im Übrigen richtet sich das Verfahren 

nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts ande-

res bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeverfahren D-4759/2015 und D-6948/2015 werden auf-

grund des engen persönlichen und sachlichen Zusammenhangs vereinigt 

behandelt. 

1.4 Die Beschwerden sind in englischer Sprache jeweils übersetzt in eine 

Amtssprache des Bundes form- und auch fristgerecht eingereicht. Weiter 

nachfolgende Beschwerdeeingaben erfolgten in englischer Übersetzung, 

mithin nicht in einer Amtssprache. Eine Aufforderung zur Beschwerdever-

besserung (Übersetzung in eine Amtssprache) kann jedoch aus prozess-

ökonomischen Gründen unterbleiben, da die Rechtsmitteleingaben ver-

ständlich begründet sind und über diese befunden werden kann. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt und 

haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerden legitimiert 

(Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG); 

auf diese ist einzutreten. 

1.5 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

1.6 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

2.  

2.1 Das Bundesamt bewilligt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz 

zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden 

kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen anderen 

Staat auszureisen (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein Verbleib na-

mentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig ist. Schutz-

bedürftig im Sinne des Gesetzes sind Personen, die in ihrem Heimatstaat 

oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

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Seite 12 

Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-

gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-

den. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, 

Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychi-

schen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG). Die erlittenen bezie-

hungsweise drohenden Nachteile müssen nachgewiesen oder zumindest 

glaubhaft gemacht werden (Art. 7 AsylG). 

2.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu an-

deren Staaten, die praktische und objektive Zumutbarkeit zur anderweiti-

gen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungsmöglichkei-

ten in der Schweiz in Betracht zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126). 

2.3 Kann sodann einer asylsuchenden Person, die sich im Ausland befin-

det, zugemutet werden, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu be-

mühen, stellt dies einen Asylausschlussgrund dar (aArt. 52 Abs. 2 AsylG). 

Hält sich eine asylsuchende Person bereits in einem Drittstaat auf, ist im 

Sinne einer Vermutung davon auszugehen, dass sie in diesem bereits 

Schutz vor Verfolgung gefunden oder ihn dort erlangen kann. Hieraus re-

sultiert die Annahme, dass es der Person zuzumuten ist, im Drittstaat zu 

verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese 

Vermutung kann sich sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung durch den 

Drittstaat als auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schut-

zes im Drittstaat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob 

die asylsuchende Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat 

oder erlangen kann. 

3.  

3.1 Im vorliegenden Fall präsentiert sich die Ausgangslage dergestalt, dass 

der Beschwerdeführer zusammen mit seinem ältesten, mittlerweile 20-jäh-

rigen Sohn D._______ in Malaysia lebt; die Beschwerdeführerin lebt mit 

den weiteren Kindern C._______, E._______, und F._______ im Heimat-

staat. 

3.2 Hinsichtlich der vorinstanzlichen Verfügung, welche die sich in Malay-

sia aufhaltenden beiden Beschwerdeführer betrifft ist zunächst festzustel-

len, dass sich die Begründung im Detail als schwierig für eine sachgerechte 

D-4759/2015 / D-6948/2015 

Seite 13 

Beurteilung und Anfechtung erweist. Stark vermischt die Vorinstanz näm-

lich die Erwägungen zur Frage, ob zum Zeitpunkt der Ausreise aus dem 

Heimatstaat eine asylrelevante Gefährdung beider Beschwerdeführer be-

stand mit denen zur Frage, ob von vornherein davon auszugehen ist, dass 

den Beschwerdeführern durch ihren aktuellen Aufenthaltsstaat Malaysia 

ein adäquater Schutz zu Teil wird. Ungeachtet dessen leidet die Verfügung 

aber aus den nachfolgenden Gründen an weiteren inhaltlichen Unzuläng-

lichkeiten: 

3.3  

3.3.1 Die Vorinstanz erachtet einen Verbleib der Beschwerdeführer in Ma-

laysia – im Sinne einer ausreichenden Schutzgewährung – als zumutbar 

und möglich. Dabei stützt sie sich zunächst auf den Umstand, dass den 

Beschwerdeführern am 23. Juni 2014 durch das in Malaysia ansässige 

UNHCR-Büro Flüchtlingsausweise ausgestellt wurden. In diesem Zusam-

menhang hält die Vorinstanz unter Berufung auf ein Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts (D-4173/2013 vom 20. Januar 2014) sodann fest, dass 

die Beschwerdeführer nicht zu befürchten hätten, in den Heimatstaat zu-

rückgeführt zu werden, da sich die Anstrengungen der malaysischen Be-

hörden gegen Illegale und Flüchtlinge vor allem auf burmesische und phi-

lippinische Einwanderer konzentrieren würden. Sofern Razzien gegen ille-

gale Migranten durchgeführt würden, lasse man Flüchtlinge, welche im Be-

sitz von UNHCR Ausweisen seien, aufgrund dieser Dokumente wieder frei. 

Trotz Arbeitsverbot würden die Behörden sodann nicht intervenieren, wenn 

betroffene Personen Gelegenheitsbeschäftigungen nachgehen würden.  

3.3.2 Wie bereits ausgeführt, kann im Falle asylsuchender Personen, wel-

che sich in einem Drittstaat aufhalten, zwar im Sinne einer Vermutung da-

von ausgegangen werden, dass die Personen im Drittstaat bereits den er-

forderlichen Schutz gefunden haben, was in der Regel zur Verweigerung 

der Einreisebewilligung und zur Ablehnung des Asylgesuchs führt. Diese 

Vermutung muss sich jedoch sowohl auf die Schutzgewährung durch den 

Drittstaat als auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schut-

zes im Drittstaat beziehen. Liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die an-

derweitige Schutzgewährung durch den Drittstaat allenfalls praktisch un-

möglich oder objektiv unzumutbar ist, ist eine entsprechende Prüfung der 

Gründe, welche gegen die Vermutungsregel sprechen können, erforder-

lich.  

Der Beschwerdeführer und sein Sohn halten sich in Malaysia auf, mithin in 

einem Land mit einer relativ bedeutenden oppositionell gesinnten Diaspora 

D-4759/2015 / D-6948/2015 

Seite 14 

aus Sri Lanka. Gemäss Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts er-

weist sich die Lebenssituation für Flüchtlinge in Malaysia im Allgemeinen 

als schwierig, da Malaysia kein Unterzeichnerstaat des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) 

sowie anderer internationaler flüchtlingsrechtlich relevanter Abkommen, 

beispielweise der Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) ist. Rück-

führungen von Personen, welche in Malaysia seitens UNHCR als Flücht-

ling registriert wurden, sind für das Jahr 2014 auch im Falle Sri Lankas 

bekannt. Sie betrafen angebliche ehemalige LTTE-Kader (vgl. Human 

Rights Watch [HRW], Sri Lanka: Refugees Returned From Malaysia at 

Grave Risk, 28. Mai 2014, http://www.hrw.org/news/2014/05/27/sri-lanka-

refugees-returned-malaysia-grave-risk, abgerufen am 16. Mai 2017; Inter 

Press Service [IPS], Ghost of the LTTE Flickers in Malaysia, 12. Juni 2014, 

http://www.ipsnews.net/2014/06/ghost-of-the-ltte-flickers-in-malaysia/, ab-

gerufen am 16. Mai 2017). Zwar dürfte nicht davon auszugehen sein, dass 

sri-lankischen Flüchtlinge, mit oder ohne Registrationskarten des UNHCR 

generell einer Inhaftierungs- oder gar einer Deportationsgefahr nach Sri 

Lanka ausgesetzt sind. Liegen aber, konkrete Hinweise dafür vor, dass 

Schutzsuchenden aufgrund ihrer individuellen Vorbringen in Malaysia eine 

aktuelle und konkrete Gefahr der zwangsweisen Rückschaffung nach Sri 

Lanka drohen könnte, kann die Vermutungsregel allein nicht greifen und 

hat eine weitergehende Auseinandersetzung zu erfolgen. Zutreffend führt 

die Vorinstanz sodann aus, dass auch den von UNHCR registrierten 

Flüchtlingen die Erwerbstätigkeit in Malaysia von Gesetzes wegen nicht 

erlaubt ist. Vielmehr halten sich auch diese Personen ohne Statusrechte in 

Malaysia auf (vgl. United States Department of State, 2016 Trafficking in 

Persons Report - Malaysia, 30. Juni 2016, http://www.refworld.org 

/docid/577f95 db15.html [abgerufen am 16. Mai 2017]; Amnesty Interna-

tional, Abused and Abandoned: Refugees Denied Rights in Malaysia, 

16. Juni 2010, ASA 28/010/2010, http://www.refworld.org/docid/4c19d1 

aa2.html [abgerufen am 16. Mai 2017]). Die Beschwerdeführer halten sich 

seit gut drei Jahren in Malaysia auf. Sie sind von UNHCR als Flüchtlinge 

registriert. Im Zusammenhang mit ihrem Aufenthaltsstatus machen sie gel-

tend, trotz UNHCR-Registrierung mehrfach in den Fokus der malaysischen 

Behörden geraten zu sein. Sie äussern zudem die Befürchtung der Rück-

schaffung in den Heimatstaat. Die Beschwerdeführenden machen sodann 

geltend, dass die Ehefrau und die weiteren Kinder sich aufgrund der widri-

gen Umstände in Malaysia wieder in den Heimatstaat begeben hätten. Ins-

besondere weisen sie darauf hin, dass sie im Jahre 2013 mit einem Tou-

ristenvisum nach Malaysia gereist seien und sich seit Ablauf des Visums 

illegal und ohne ausreichendes Einkommen dort aufgehalten hätten. Ein 

D-4759/2015 / D-6948/2015 

Seite 15 

weiterer Verbleib der Beschwerdeführerin und der Kinder in Malaysia sei 

nicht möglich gewesen. Es werden mithin konkret individuelle Umstände 

vorgetragen, welche eine weitergehende Prüfung der Vorinstanz erforder-

lich machen, ob die Inanspruchnahme des Schutzes im Drittstaat praktisch 

unmöglich oder objektiv unzumutbar ist. In diesem Zusammenhang hat 

sich die Vorinstanz auch mit dem Umstand zu befassen, dass die Kernfa-

milie seit Jahren getrennt in Malaysia und Sri Lanka lebt. Das von der Vo-

rinstanz zitierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist – ungeachtet der 

Frage seiner Aktualität – bereits insofern nicht auf den vorliegenden Fall 

übertragbar, als die Beschwerdeführenden in besagtem Verfahren gerade 

keine Gründe zum Aufenthalt in Malaysia vorgebracht hatten, aus welchen 

auf eine Umkehr der Vermutungsregel geschlossen werden kann (vgl. Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts D-4173/2013 vom 20. Januar 2014 

E. 5.2).  

3.3.3 Die Vorinstanz äusserte sich in ihrer Begründung sodann auch zur 

Gefährdungslage der Beschwerdeführer im Heimatstaat und verneinte 

eine solche. Dabei stellte sie die Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht in 

Frage (vgl. vorinstanzliche Verfügung Ziffer 6), sah jedoch keine konkreten 

Anhaltspunkte als gegeben dafür, dass die Beschwerdeführer zum Zeit-

punkt ihrer Ausreise aus dem Heimatstaat ernsthaften Nachteilen im Sinne 

von Art. 3 Abs. 1 AsylG ausgesetzt gewesen seien oder eine objektiv be-

gründete Furcht zu bejahen sei, dass sie solchen Nachteilen ausgesetzt 

werden. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, es könne den Akten 

nicht eindeutig entnommen werden, dass die Beschwerdeführer den Hei-

matstaat verlassen hätten, um Schutz vor Verfolgung zu suchen. Insbeson-

dere hätten sie nicht geltend gemacht, dass sie bei der Ausreise aus dem 

Heimatstaat Vorsichtsmassnahmen hätten treffen müssen oder konkrete 

Nachteile befürchtet hätten. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Aus-

reise erfolgt sei, um in Malaysia einer Arbeit nachzugehen. Festzustellen 

ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass sich die Beschwerdeführenden 

zum Zeitpunkt der Asylgesuchstellung im Jahr 2009 noch in ihrem Heimat-

staat aufhielten. Im Zeitraum von September 2009 bis September 2010 

machten sie mit siebzehn nachfolgenden Eingaben auf aktuelle Behelli-

gungen seitens des CID aufmerksam. Dabei ging es namentlich auch um 

Behelligungen, welche sie und die Familie konkret betroffen haben sollen. 

Die Beschwerdeführer gaben denn auch an, sich vor der erfolgten Ausreise 

aus dem Heimatstaat mehrheitlich versteckt gehalten zu haben. Einge-

reicht wurden sodann auch Beweismittel, unter anderem Dokumente, bei 

welchen es sich um Vorladungen des CID handeln soll. Erst mit Schreiben 

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Seite 16 

vom 18. Juni 2014 teilten die Beschwerdeführer mit, dass sie sich zwi-

schenzeitlich nach Malaysia begeben hätten. Weitere Schilderungen erleb-

ter Behelligungen und subjektiver Verfolgungsfurcht ergeben sich aus der 

Asylbegründung der Beschwerdeführer anlässlich der direkten Anhörung 

in der schweizerischen Botschaft Kuala Lumpur. Wenn nun die Vorinstanz 

einerseits den von den Beschwerdeführern eingereichten Dokumenten und 

ihren Vorbringen die Glaubhaftigkeit zuerkennt (vgl. vorinstanzliche Verfü-

gung des Beschwerdeführers Ziffer 6), sich aber andererseits einer Prü-

fung der Gefährdungslage der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Aus-

reise verschliesst – anders können die vorgenannten Erwägungen nicht 

verstanden werden – verletzt sie ihre Begründungspflicht. 

3.3.4 Keine Auseinandersetzung erfolgte in der vorinstanzlichen Verfügung 

sodann mit dem Tatbeitrag des Beschwerdeführers A._______ für die LTTE 

und die rechtliche Einordnung dieses Beitrags im flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Kontext beziehungsweise hinsichtlich des Bestehens allfälliger 

Asylausschlussgründe. So machte der Beschwerdeführer geltend, vor sei-

ner Ausreise aus dem Heimatstaat konkret im Fokus des CID gestanden 

zu haben und auch nach der Ausreise noch zu stehen. Die Aussagen zu 

seinem eigenen Tatbeitrag erweisen sich diesbezüglich als wenig aussa-

gekräftig, ebenso wie die Aussagen der übrigen Familienmitglieder zum 

Tatbeitrag des Ehemannes und Vaters. Der Frage kommt aber insofern Ge-

wicht zu, als der angegebene Tatbeitrag, nämlich eine zweijährige Tätigkeit 

als Klempner und Elektriker im Verhältnis zur vorgebrachten behördlichen 

Suche über mehrerer Jahre zu klären ist, insbesondere im Hinblick auf das 

Gefährdungsprofil des Beschwerdeführers. Der rechtserhebliche Sachver-

halt ist diesbezüglich nicht vollständig festgestellt.  

3.4 Auch die Verfügung, welche die im Heimatstaat verbliebene bezie-

hungsweise die in den Heimatstaat zurückgekehrte Beschwerdeführerin 

und ihre Kinder betrifft, erweist sich aus den nachfolgenden Gründen in 

verschiedener Hinsicht als mangelhaft.  

Die Vorinstanz verneint eine konkrete Gefährdungslage der Beschwerde-

führerin und ihrer Kinder. Sie begründet dies damit, dass es sich bei den 

geschilderten Behelligungen und Übergriffen um solche von „unbekannten 

Dritten“ handle. Derartigen Vorfällen würde aufgrund mangelnder Intensität 

nach Art. 3 AsylG sodann kein Verfolgungscharakter zukommen. Diese Er-

wägungen sind vor dem Hintergrund des konkreten Vorbringens der Be-

schwerdeführenden, welche insbesondere die „Verfolger“ und geschilder-

D-4759/2015 / D-6948/2015 

Seite 17 

ten Verfolgungshandlungen dem Sicherheitsdienst der Regierung zuord-

nen, nicht haltbar. Es bedurfte vorliegend deshalb einer Auseinanderset-

zung mit der Frage der Glaubhaftmachung der Vorbringen und ihrer recht-

lichen Einordnung in den Kontext einer „konkreten Gefährdung“ der Be-

schwerdeführerin und ihrer Kinder. Diese Prüfung hängt aber nicht zuletzt 

auch von der Funktion des Beschwerdeführers bei der LTTE, seinem Tat-

beitrag und Gefährdungsprofil ab. Die Vorinstanz äusserte sich sodann 

auch in diesem Verfahren nicht zu der seit Jahren andauernden Trennung 

der Kernfamilie. Insgesamt hat die Vorinstanz auch diesbezüglich ihrer Be-

gründungspflicht nicht genüge getan. 

3.5 Die in beiden angefochtenen Verfügungen festgestellten Mängel kön-

nen in diesem Umfang auf Beschwerdeebene nicht geheilt werden. Die 

Verfügungen sind daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und 

die Verfahren sind an die Vorinstanz zur erneuten Beurteilung zurückzu-

weisen. Die Vorinstanz ist angehalten, für die vollständige Feststellung des 

Sachverhalts durch zusätzliche Abklärungen zu sorgen, insbesondere was 

den Tatbeitrag des Beschwerdeführers für die LTTE anbelangt, und die 

Verfahren sind im Rahmen eines neuen beschwerdefähigen Entscheides 

einer rechtlichen Würdigung zu unterziehen. 

4.  

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

4.2 Ganz oder teilweise obsiegende Parteien haben grundsätzlich An-

spruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen im Beschwerdeverfah-

ren erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Indes sind den vor dem Gericht nicht ver-

tretenen Beschwerdeführenden keine Vertretungskosten erwachsen und 

auch sonst dürften keine verhältnismässig hohe Kosten entstanden sein, 

weshalb ihnen trotz Obsiegens keine Parteientschädigung zuzusprechen 

ist.  

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-4759/2015 / D-6948/2015 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die angefochtenen Verfügungen werden aufgehoben. Die Verfahren wer-

den zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen sowie 

zum neuen Entscheid an das SEM zurückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die schwei-

zerischen Vertretungen in Colombo und Kuala Lumpur. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Constance Leisinger 

 

 

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