# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a9a1842-448d-5ecd-ab29-9be211630848
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 22.05.2024 810 24 54 (810 2024 54)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-24-54_2024-05-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 22. Mai 2024 (810 24 54) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Prüfung von Kindesschutzmassnahmen / vorsorgliche Anordnungen zu den Kontakten 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiberin Julia 

Kempfert 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Christoph Dumartheray, 
Advokat 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 
C.____, Beschwerdegegner, vertreten durch Dr. Sabine Aeschlimann, 
Advokatin 
 

 D.____, Beigeladener, vertreten durch Simon Berger, Advokat 
 

  
 

Betreff Prüfung von Kindesschutzmassnahmen / vorsorgliche Anordnungen zu 
den Kontakten  
(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
16. Februar 2024) 

 
 

 

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A. A.____ und C.____ sind die nicht miteinander verheirateten und getrenntlebenden El-
tern des am 22. Mai 2020 geborenen D.____. Die Kindseltern verfügen über die gemeinsame 
elterliche Sorge. 
 
B. Nach Eingang einer Gefährdungsmeldung der Eltern des Kindsvaters vom 30. August 
2020 eröffnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) ein Verfahren auf 
Prüfung von Kindesschutzmassnahmen. 
 
C. Mit vorsorglichem Entscheid der KESB vom 24. Januar 2021 (bzw. Rektifikat vom 30. 
März 2021) wurden die Kindseltern gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, mit der sozi-
alpädagogischen Familienbegleiterin zusammen zu arbeiten. 
 
D. Mit Entscheid vom 1. September 2021 wies die KESB die Kindseltern gestützt auf 
Art. 307 Abs. 3 ZGB vorsorglich an, an einer kindfokussierten Konfliktberatung teilzunehmen. 
Den Eltern wurden gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB diverse Weisungen im Zusammenhang mit 
der kindfokussierten Konfliktberatung erteilt. Die Kontakte sowie die Betreuungszeit inklusive 
Übernachtungen wurden vorsorglich geregelt. Aufgrund der verhärteten Haltungen der Kindsel-
tern wurde die Konfliktberatung am 20. Juni 2022 beendet. 
 
E. Gegen den Entscheid der KESB vom 1. September 2021 erhob A.____, damals vertre-
ten durch Dominique Anwander, Advokatin, mit Eingabe vom 13. September 2021 Beschwerde 
beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Mit Urteil 
vom 17. November 2021 wurde die Beschwerde abgewiesen. 
 
F. Mit Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West 
vom 2. Mai 2023 wurde die Vereinbarung zwischen D.____, vertreten durch A.____, und 
C.____ betreffend Obhut, Unterhalt und Kontaktrecht genehmigt. 
 
G. Mit Schreiben vom 30. November 2023 teilte A.____, nachfolgend vertreten durch 
Christoph Dumartheray, Advokat, der KESB mit, dass sie gegen C.____ wegen des Verdachts 
auf sexuelle Übergriffe zum Nachteil von D.____ eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft 
Basel-Landschaft erstattet habe. Gleichzeitig beantragte A.____ ein Kontaktverbot für C.____. 
 
H. Die KESB errichtete mit Entscheid vom 30. Januar 2024 (bzw. Rektifikat vom 
8. Februar 2024) für D.____ vorsorglich eine Vertretungsbeistandschaft für das Strafverfahren 
und setzte Simon Berger, Anwalt, als Beistand ein. Für die vorsorgliche Verfahrensvertretung 
von D.____ im Kindesschutzverfahren wurde ebenfalls Simon Berger als Beistand eingesetzt. 
 
I. Mit Entscheid vom 16. Februar 2024 verfügte die KESB, dass die Kontakte zwischen 
D.____ und seinem Vater gestützt auf Art. 273 i.V.m. Art. 274 ZGB vorsorglich begleitet im 
Rahmen der Begleiteten Besuchstage (BBT) Baselland stattfinden würden (Ziff. 1) und der erste 
Kontakt am Sonntag, 25. Februar 2024, von 10.00-14.00 Uhr auf dem Robinsonspielplatz in 
Birsfelden stattfinde (Ziff. 1.1.). Die weiteren Kontakte würden im 14-täglichen Rhythmus res-
pektive gemäss dem Plan der Organisation BBT stattfinden (Ziff. 1.2.). Die Mutter wurde ge-

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mäss Art. 273 Abs. 2 ZGB vorsorglich angewiesen, D.____ jeweils um 9.30 Uhr zum Robinson-
spielplatz zu bringen und ihn um 14.15 Uhr wieder abzuholen (Ziff. 1.3.) und der Vater wurde 
gemäss Art. 273 Abs. 2 ZG0 vorsorglich angewiesen, D.____ von 10.00-14.00 Uhr auf dem 
Robinsonspielplatz zu betreuen (Ziff. 1.4.). Bei Widerhandlung gegen die obigen Anordnungen 
(Ziff. 1 bis 1.3), wurde der Mutter die Bestrafung nach Art. 292 des Schweizerischen Strafge-
setzbuches angedroht (Ziff. 2.). Im Weiteren wurde festgehalten, dass die KESB eine subsidiäre 
Kostengutsprache für vorläufig drei Monate von Fr. 820.-- leiste und die Dauer der begleiteten 
Kontakte abhängig von den weiteren Erkenntnissen im Strafverfahren sei (Ziff. 3.). Einer allfälli-
gen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Ziff. 4.). Über die Verlegung der 
Kosten werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden (Ziff. 5.). Zur Begründung wurde im 
Wesentlichen ausgeführt, dass die Vorwürfe der Mutter gegen den Vater, sexuelle Handlungen 
am Kind begangen zu haben, vorläufig vor dem Hintergrund hochstrittiger, jahrelanger Ausei-
nandersetzungen der Eltern einzuordnen seien. Es würden keine Gründe vorliegen, dem Vater 
den Kontakt zu seinem Sohn vorzuenthalten, zumal die Eltern das Kind alternierend betreut 
hätten und D.____ zum Vater eine ebenso enge Beziehung habe wie zur Mutter. Den persönli-
chen Kontakt komplett zu unterbinden, sei sowohl aus Sicht des Kindes als auch aus Sicht des 
andern Elternteils nicht gerechtfertigt und es gebe keine Gründe, dem Vater und D.____ die 
begleiteten Kontakte zu verwehren. Die BBT sei genau für solche Fälle vorgesehen. Das Ver-
weigern der begleiteten Kontakte durch die Mutter deute somit eher auf eine zunehmende Bin-
dungsintoleranz ihrerseits hin und auf ein beginnendes Unvermögen, die Interessen des Kindes 
im Blick zu behalten. Insbesondere aufgrund der Interessen von D.____ erachte es die KESB 
für notwendig, von Anfang an Vollstreckungsmassnahmen anzuordnen. Ein vollständiger Un-
terbruch des Kontakts, einseitig herbeigeführt durch die Kindsmutter, ohne dass ein behördli-
cher Entscheid oder eine elterliche Vereinbarung dies erlauben würde, müsse so rasch wie 
möglich überwunden werden. Bei einem Kind in so jungem Alter habe der Zeitfaktor eine grosse 
Bedeutung und das Wohl von D.____ sei bei einem Unterbruch des Kontaktes zum Vater ge-
fährdet. 
 
J. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vom 23. Februar 2024 Beschwerde 
beim Kantonsgericht. Die Beschwerdeführerin beantragte, der Entscheid vom 16. Februar 2024 
sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, bis zur Klärung der strafrechtlichen Vorwür-
fe gegen den Vater keine persönlichen Kontakte des Vaters zu D.____ zuzulassen und auf die 
Anordnung und die Durchführung von begleiteten Besuchstagen zu verzichten (Ziff. 1). Unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz (Ziff. 2). In verfahrensrechtlicher 
Hinsicht wurde beantragt, es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustel-
len. 
 
K. Mit Vernehmlassung vom 14. März 2024 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der 
Beschwerde und verwies im Wesentlichen auf den angefochtenen Entscheid. 
 
L. In seiner Vernehmlassung vom 18. März 2024 beantragte der Beschwerdegegner, 
nachfolgend vertreten durch Dr. Sabine Aeschlimann, Advokatin, ebenfalls die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde und des Verfahrensantrags. 
 

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M. Mit Eingabe vom 18. April 2024 nahm der Kindsvertreter vom beigeladenen D.____ 
Stellung und beantragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 
 
N. Mit Verfügung vom 24. April 2024 wurde festgehalten, dass das Urteil schriftlich eröff-
net werde. 
 
O. Die KESB reichte mit Eingabe vom 16. April 2024 ein Schreiben des Beschwerdegeg-
ners vom 15. März 2024 mit neuen Anträgen zur Kenntnisnahme ein. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 445 Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 
10. Dezember 1907 in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde über vorsorgliche Massnahmen Beschwerde beim zuständi-
gen Gericht erhoben werden. Nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilge-
setzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen 
Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde das Kantonsgericht, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht, zuständig. Über Beschwerden gegen Zwischenverfügungen be-
treffend vorsorgliche Massnahmen entscheidet die präsidierende Person (§ 1 Abs. 3 lit. f in 
Verbindung mit § 43 Abs. 2bis lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Da sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt 
sind, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 
 
2. Mit rechtskräftigem Entscheid der KESB vom 30. Januar 2024 (bzw. Rektifikat vom 
8. Februar 2024) wurde für D.____ im Kindesschutzverfahren vorsorglich eine Verfahrensver-
tretung errichtet und Simon Berger als Beistand eingesetzt. Begründet wurde dies mit dem 
grossen elterlichen Konflikt und der daraus resultierenden Unfähigkeit der Eltern, die Interessen 
ihres 4-jährigen Sohnes im Verfahren wahrzunehmen. Mit Verfügung vom 28. März 2024 wurde 
D.____ als Beigeladener, vertreten durch Simon Berger als Verfahrensbeistand, ins Rubrum 
aufgenommen. D.____ wird somit im vorliegenden Verfahren durch seinen Beistand und nicht 
durch seine Mutter bzw. deren Anwalt vertreten. 
 
3. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen 
(Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un-
angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
4.1 Die Beschwerdeführerin macht in der Sache zusammengefasst geltend, solange die 
strafrechtrechtlichen Vorwürfe gegen den Beschwerdegegner nicht geklärt seien, sei jeglicher 
Kontakt zwischen ihm und D.____ zu vermeiden. Sollten die Vorwürfe des sexuellen Miss-
brauchs zutreffen, würde D.____ durch Kontakte zum Beschwerdegegner erneut traumatisiert 
werden. Bis zur Klärung der strafrechtlichen Vorwürfe seien persönliche Kontakte auch deshalb 
zu vermeiden, weil Kontakte die Wahrheitsfindung in der Strafuntersuchung in einem sehr er-

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heblichen Mass beeinträchtigen würden. Da D.____ noch nicht befragt worden sei, seien sämt-
liche Einflüsse zu vermeiden, welche die Qualität seiner Aussagen beeinträchtigen könnten. 
Der Unterbruch der persönlichen Kontakte des Vaters zu seinem Sohn während einiger Monate 
stelle keine schwere Beeinträchtigung der Interessen des Vaters dar. Der Opferschutz und das 
Interesse an der Wahrheitsfindung würden überwiegen, weshalb der vorläufige Aufschub des 
Kontakts auch verhältnismässig sei. 
 
4.2 Der Beschwerdegegner führt dagegen aus, dass die Beschwerdeführerin jeglichen 
Kontakt zwischen Vater und Sohn von einem Tag auf den anderen abgebrochen habe. Seither 
habe der Beschwerdegegner seinen Sohn nicht mehr gesehen. Die Beschwerdeführerin habe 
ihr Vorgehen von langer Hand geplant und vorbereitet. Trotz gemeinsamer elterlicher Sorge 
und alternierender Obhut habe sie im Alleingang entschieden, mit D.____ aus E.____ wegzu-
ziehen. Nachdem sie für den Umzug alles vorbereitet gehabt habe, habe sie am 23. November 
2023 die Strafanzeige eingereicht und sei untergetaucht. Über Wochen habe sie den Be-
schwerdegegner bezüglich des Aufenthaltsortes von D.____ im Dunkeln gelassen. Der Be-
schwerdegegner sei seit der Geburt des Sohnes sehr präsent in dessen Leben gewesen. Die-
sen Kontakt habe die Beschwerdeführerin von einem Tag auf den anderen komplett unterbun-
den, verweigere die Kooperation mit den Behörden und halte sich nicht an Anordnungen. Die 
von der Beschwerdeführerin erhobenen Vorwürfe seien völlig aus der Luft gegriffen und als wei-
teren Ausfluss der jahrelangen hochstrittigen elterlichen Auseinandersetzungen zu sehen. Der 
Beschwerdegegner sei mit den angeordneten begleiteten Kontakten keineswegs glücklich; er 
nehme diese Massnahme jedoch in Kauf, um seinen Sohn überhaupt sehen zu können. Eine 
Verweigerung auch dieser begleiteten Kontakte erscheine dagegen klarerweise unverhältnis-
mässig. 
 
4.3 Der Kindsvertreter macht in seiner Stellungnahme geltend, dass ihm seitens der Be-
schwerdeführerin ein persönlicher Kontakt zu D.____ verweigert worden sei, sodass es nicht 
möglich gewesen sei, D.____ zu sehen und mit diesem altersgerecht zu kommunizieren. Diese 
Verweigerung des Kontakts sei ein Statement und es wirke so, als ob die Beschwerdeführerin 
verhindern wolle, dass D.____ zu Wort komme. Die Staatsanwaltschaft habe in der Zwischen-
zeit die Einstellung des Strafverfahrens in Aussicht gestellt. 
 
5.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde die 
geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und 
die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind. Vorsorgliche 
Massnahmen müssen unumgänglich, d.h. so dringlich sein, dass der ordentliche, spätere Ent-
scheid nicht abgewartet werden kann, ohne einen erheblichen Nachteil für die betroffene Per-
son in Kauf zu nehmen (vgl. CHRISTOPH HÄFELI, Grundriss zum Erwachsenenschutzrecht, 
2. Auflage, Bern 2016, N 33.10). 
 
5.2 Grundsätzlich haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und 
das minderjährige Kind Anspruch auf persönliche, direkte und private Kontakte (Art. 273 Abs. 1 
ZGB). Bei dessen Ausgestaltung steht das Kindeswohl im Vordergrund; allfällige Interessen der 
Eltern haben zurückzustehen. Welche Ordnung des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und 

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Kindern angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt umschreiben, sondern entschei-
det sich im konkreten Einzelfall (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_288/2019 vom 16. August 
2019 E. 5.2). Zweck des Besuchsrechts ist es, den Aufbau einer lebendigen Eltern-
Kindesbeziehung zu ermöglichen. Für das Kind ist es wichtig, zu beiden Eltern Kontakt zu ha-
ben, was bei seiner Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen kann (vgl. BGE 130 III 
585 E. 2.2.2). Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, kann ihnen 
das Recht auf persönlichen Verkehr verweigert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). 
Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit wie auch der Sinn und Zweck des persönlichen Ver-
kehrs verbieten indes dessen gänzliche Unterbindung, wenn die befürchteten nachteiligen 
Auswirkungen des persönlichen Verkehrs für das Kind durch die Anwesenheit einer Drittperson 
(sog. begleitetes Besuchsrecht) in Grenzen gehalten werden können (Urteile des Bundesge-
richts 5A_401/2014 vom 18. August 2014 E. 3.2.2; 5A_381/2011 vom 10. November 2011 
E. 4.2.1; 5A_699/2007 vom 26. Februar 2008 E. 2.1). Das begleitete Besuchsrecht bezweckt, 
der Gefährdung des Kindes wirksam zu begegnen, Krisensituationen zu entschärfen und Ängs-
te abzubauen sowie Hilfestellungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind und un-
ter den Eltern zu vermitteln (INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, in: Geiser/Fountoulakis 
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 7. Auflage, Basel 2022, N 26 zu Art. 273 ZGB) 
 
5.3.1 Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass die Kindseltern in der Vereinbarung vom 
2. Mai 2023 sowohl die gemeinsame elterliche Sorge als auch die alternierende Obhut für 
D.____ vereinbart haben. Unbestritten ist, dass die darin festgesetzte Betreuungsregelung bis 
Ende November 2023 grundsätzlich vereinbarungsgemäss umgesetzt wurde. Am 
24. November 2023 meldete der Beschwerdegegner der KESB, dass sein Sohn und die Be-
schwerdeführerin nicht mehr erreichbar seien und er sein Besuchsrecht nicht ausüben könne. 
Aus den Akten gehen keine Hinweise darauf hervor, dass der Beschwerdegegner seither Kon-
takt zu seinem Sohn gehabt hätte. Zu den angeordneten begleiteten Besuchen wurde D.____ 
von der Beschwerdeführerin nicht hingebracht, und es kam zu keinen begleiteten Treffen zwi-
schen dem Beschwerdegegner und seinem Sohn. Die Beschwerdeführerin begründet ihr bzw. 
D.____s Fernbleiben damit, dass sie gegen den Beschwerdegegner eine Strafanzeige wegen 
des Verdachts auf sexuellen Missbrauch zum Nachteil von D.____ eingereicht habe und, so-
lange die strafrechtrechtlichen Vorwürfe gegen den Beschwerdegegner nicht geklärt seien, jeg-
licher Kontakt zwischen ihm und D.____ zu vermeiden sei. Die Beschwerdeführerin verwehrt 
auch dem Kindsvertreter den Kontakt zu D.____, weshalb bisher kein Gespräch zwischen 
D.____ und seinem Beistand geführt werden konnte. 
 
5.3.2 Im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht des Beschwerdegegners ist unter anderem 
auf das Urteil vom 17. November 2021 zu verweisen, in welchem festgehalten wurde, dass der 
damals strittigen Erweiterung der Betreuung von D.____ durch den Beschwerdegegner ein län-
gerer Prozess vorausgegangen war, welcher von der eingesetzten Familienbegleiterin und der 
Vorinstanz begleitet worden war. Die Familienbegleiterin hat D.____ und die Kindseltern damals 
über Monate beobachten und sich dadurch einen vertieften Einblick in deren Verhältnisse und 
Erziehungsfähigkeit verschaffen können. Aus ihren Einschätzungen haben sich keinerlei An-
haltspunkte ergeben, welche die Erziehungsfähigkeit des Beschwerdegegners in Frage gestellt 
hätten (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE 

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VV], vom 17. November 2021 [810 21 261] E. 4.2.5). Das Urteil liegt rund 2,5 Jahre zurück und 
zwischenzeitlich ist ein von der Beschwerdeführerin gegen den Beschwerdegegner eingeleite-
tes Strafverfahren hängig und nicht formell abgeschlossen. Zudem reichte die Beschwerdefüh-
rerin im vorliegenden Verfahren mit Schreiben vom 7. Mai 2024 ein ärztliches Zeugnis von 
Dr. med. F.____, Kinder- und Jugendmedizin FMH, vom 3. Mai 2024 ein, worin eine Abklärung 
der von der Beschwerdeführerin erhobenen Vorwürfe dringend empfohlen wird. Vor diesem 
Hintergrund kann eine Gefährdung von D.____ nicht ausgeschlossen werden, was die von der 
Vorinstanz verfügte Einschränkung des Besuchsrechts des Beschwerdeführers rechtfertigt. 
Hingegen ist nicht ersichtlich, dass eine Begleitung der Besuche zwischen D.____ und seinem 
Vater im Rahmen der BBT nicht dem Kindswohl entsprechen und einer allfälligen Gefährdung 
von D.____ nicht genügend Rechnung tragen würde. Ein Kontaktabbruch bzw. ein Entzug des 
Besuchsrechts für den Beschwerdegegner erwiese sich somit zum jetzigen Zeitpunkt als unver-
hältnismässig. Die Begleitung der Besuche als Alternative zum Entzug des Besuchsrechts ist 
hingegen zum Wohl von D.____ geboten und bezweckt, einer Gefährdung von D.____ wirksam 
zu begegnen und die Ängste der Beschwerdeführerin abzubauen. Die vorsorgliche Anordnung 
eines begleiteten Besuchsrechts ist demzufolge recht- sowie verhältnismässig und die Be-
schwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. Inwieweit die Erziehungsfähigkeit der Beschwerde-
führerin abzuklären sei und ein anderes Übergabesetting sowie der Beizug weiterer Fachperso-
nen zu prüfen sei, ist nicht im vorliegenden Verfahren zu klären. Vielmehr hat über diese Anträ-
ge des Beschwerdegegners (vgl. Schreiben des Beschwerdegegners vom 15. März 2024 an die 
KESB) die KESB erstinstanzlich zu befinden. 
 
6.1 Die Beschwerdeführerin rügt, dass es nicht zulässig sei, sie unter Strafandrohung zu 
verpflichten, den Kontakt des Beschwerdegegners zu D.____ zuzulassen. 
 
6.2 Die KESB führt dagegen aus, dass aufgrund der langen Vorgeschichte davon ausge-
gangen werden müsse, dass die Beschwerdeführerin auch diesen massiv eingeschränkten 
Kontakt sabotieren werde. Die Strafandrohung sei eine Möglichkeit, mit Nachdruck darauf hin-
zuweisen, dass die genannte Anweisung umzusetzen sei und werde angewandt, wenn die Ge-
fahr der Nichtumsetzung aufgrund der Akten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit anzuneh-
men sei. Vorliegend sei dies der Fall, da die Beschwerdeführerin auch die für D.____ geschütz-
te und schützende Umgebung der BBT nicht als ausreichend akzeptieren könne. 
 
6.3 Staatliches Handeln muss nach Art. 5 Abs. 2 BV im öffentlichen Interesse liegen und 
verhältnismässig sein. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit erfordert, dass die Verwal-
tungsmassnahmen zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet 
und notwendig sind. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis 
zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt werden (ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich 2020, N 514). 
 
6.4 Das Untertauchen der Beschwerdeführerin mit D.____ und ihre fehlende Kooperation in 
Bezug auf das angeordnete begleitete Besuchsrecht sowie das Verweigern des Kontakts zwi-
schen dem Kindsvertreter und D.____ steht im Einklang mit der in der Vernehmlassung vorge-
brachten Einschätzung der Vorinstanz. Mit der Vorinstanz ist demzufolge davon auszugehen, 

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dass die Beschwerdeführerin sich allenfalls unter Strafandrohung dazu bewegen lässt, der An-
ordnung der Vorinstanz und damit den angeordneten begleiteten Besuchen zum Wohl von 
D.____ nachzukommen. Die Androhung ist somit geeignet und geboten, einen tauglichen Bei-
trag zur Erreichung des erklärten Ziels zu leisten. Nach dem Gesagten ist die Strafandrohung 
als verhältnismässig zu qualifizieren und die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen. 
 
7. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen erweisen sich die strittigen vorsorglichen 
Anordnungen zu den Kontakten als geboten und verhältnismässig, was zur vollständigen Ab-
weisung der Beschwerde führt. Das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um Erteilung 
der aufschiebenden Wirkung wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 
die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten in der Höhe 
von Fr. 800.-- entsprechend dem Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu verrechnen. 
 
8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdegegner eine Partei-
entschädigung zulasten der Beschwerdeführerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des ob-
siegenden Beschwerdegegners macht in der Honorarnote vom 18. März 2024 einen Aufwand 
von 3 Stunden und 30 Minuten à Fr. 300.-- geltend. Der Stundenaufwand scheint angemessen, 
jedoch ist praxisgemäss der Stundenansatz auf Fr. 250.-- zu reduzieren. Die Parteientschädi-
gung ist demzufolge auf Fr. 1'013.-- (inkl. Auslagen und 8.1% MWST) festzusetzen. Die übrigen 
Parteikosten sind wettzuschlagen. 
 
8.3 Simon Berger wurde von der Vorinstanz mit Entscheid vom 30. Januar 2024 
(bzw. Rektifikat vom 8. Februar 2024) als Kindsvertreter gemäss Art. 314abis ZGB eingesetzt, 
weshalb er seine Mandatsentschädigung, welche auch die Bemühungen im Rahmen des vor-
liegenden Beschwerdeverfahrens mitumfasst, bei der Vorinstanz geltend zu machen hat (KGE 
VV vom 11. Januar 2023 [810 22 150] E. 6.6; KGE VV vom 12. Mai 2021 [810 21 1] E. 8.1; 
KGE VV vom 7. August 2020 [810 20 111] E. 7.1).  
 
 
 
 
 
 
 
 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-

deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

   
 3. Dem Beschwerdegegner wird eine Parteientschädigung in der Höhe von 

Fr. 1'013.-- (inkl. Auslagen und 8.1 % MWST) zulasten der Beschwerde-
führerin zugesprochen. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschla-
gen. 

   
 4. Eine Kopie der Eingabe (inkl. Beilagen) der Beschwerdeführerin vom 

7. Mai 2024 wird den übrigen Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme 
zugestellt. 

 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 

 
Gerichtsschreiberin