# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bb21ee4-e810-5a91-94f7-0fc5c5998de9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.06.2018 S 2017 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-96_2018-06-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 96

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Audétat
Richter von Salis, Racioppi

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 26. Juni 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Simon Näscher,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. Mit Urteil 8C_104/2017 vom 13. Juni 2017 hiess das Bundesgericht die 

von A._____ (Beschwerdeführer) erhobene Beschwerde gegen das Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 15 114 vom 11. Ok-

tober 2016 teilweise gut und wies die Sache in Aufhebung des angefoch-

tenen Entscheids an das Verwaltungsgericht zurück, damit es weitere Ab-

klärungen treffe bzw. erforderlichenfalls ein psychiatrisches Gerichtsgut-

achten einhole. Das Bundesgericht führte aus, dass der offenkundige Wi-

derspruch zwischen den Einschätzungen von pract. med. B._____ vom 7. 

August 2013 und des RAD-Psychiaters Dr. med. C._____ vom 19. Juni 

2014 zumindest zu Rückfragen an den Administrativ-Gutachter hätte 

führen müssen. Zudem sei Dr. med. C._____ bekannt gewesen, dass 

sich der Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. 

D._____ befinde. Es wäre von Dr. med. C._____ zu erwarten gewesen, 

dass er bei Dr. med. D._____ fremdanamnestische Auskünfte eingeholt 

hätte. Mit zu berücksichtigen sei, dass Dr. med. D._____ im Bericht vom 

17. Dezember 2014 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F33.11), und eine schwere 

hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2) diagnostiziert habe. Weiter ha-

be er dargelegt, der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, einer Ar-

beitstätigkeit nachzugehen. Auch wenn dieser Bericht äusserst knapp be-

gründet sei, sei nicht auszuschliessen, dass sich bis zum massgebenden 

Zeitpunkt der Verfügung vom 13. August 2015 eine Verschlechterung des 

psychischen Gesundheitszustandes ergeben habe, zumal der Bericht von 

Dr. med. C._____ vom 19. Juni 2014 relativ lange zurückliege.

2. Nachdem den Parteien das rechtliche Gehör eingeräumt wurde, beauf-

tragte die Instruktionsrichterin des Verwaltungsgerichts mit Schreiben 

vom 7. Dezember 2017 Dr. med. E._____, ein psychiatrisches Obergut-

achten durchzuführen. Am 19. März 2018 erstattete Dr. med. E._____ 

dem Gericht sein Gutachten betreffend den Zeitraum vom 21. März 2011 

(letzte rechtskräftige IV-Verfügung) bis 13. August 2015 (angefochtene 

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IV-Verfügung), worin er dem Beschwerdeführer die Diagnose von akzen-

tuierten Persönlichkeitszügen (ängstlich-histrionische) sowie einer maxi-

mal leichtgradigen Depression stellte. Diese Diagnosen in Kombination 

mit den somatischen Einschränkungen ergäben für den genannten Zeit-

raum sowohl in der angestammten als auch in einer leidensangepassten 

Tätigkeit eine leichte Verminderung der Arbeitsfähigkeit von 30 %.

3. Mit Stellungnahme vom 26. März 2018 führte die Beschwerdegegnerin 

aus, dass das Gutachten von Dr. med. E._____ vom 19. März 2018 die 

von ihr vertretene Auffassung bestätige, wonach der Beschwerdeführer 

weiterhin (wie bereits anlässlich der letzten rechtskräftigen, rentenableh-

nenden Verfügung vom 21. März 2011) zu 70 % arbeitsfähig sei. Die an-

gefochtene Verfügung vom 13. August 2015 erweise sich im Ergebnis 

somit als rechtens.

4. Mit Schreiben vom 16. Mai 2018 verzichtete der Beschwerdeführer auf 

eine Stellungnahme zum Gutachten von Dr. med. E._____ vom 19. März 

2018.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Im forensisch-psychiatrischen Obergutachten vom 19. März 2018 führt Dr. 

med. E._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, 

dass der Beschwerdeführer im Zeitraum vom März 2011 bis Oktober 

2015 eine weitgehend remittierende, rezidivierende depressive Störung 

(ICD-10 F33.4) mit einzelnen Episoden der leichtgradigen depressiven 

Störung (ICD-10 F33.0) aufgewiesen habe. Begründend hält er dazu fest 

(vgl. Gutachten S. 28):

"Der Explorand zeigt gemäss seinen Angaben, und auch den vorliegenden Unterlagen, 

einen chronischen Verlust von Interesse oder Freude von Aktivitäten die normalerweise 

angenehm waren. Es zeigen sich wiederkehrende Gedanken an den Tod, ein verminder-

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ter Antrieb sowie Schlafstörungen. Eine depressive Stimmung in relevantem Ausmass 

wurde anlässlich des Gutachtens von Dr. C._____ aus gutachterlicher Sicht gut nach-

vollziehbar verneint. Der Explorand war stimmungsmässig ausgeglichen, zeigte eine an-

gemessene Mimik und Gestik, verneinte damals auch Suizidgedanken. 

Auch in den Unterlagen von Dr. D._____ finden sich für die weiter folgende Zeit bis Au-

gust 2015 keine Einträge die ein anderes Bild ergeben würden wie das Dr. C._____ an-

lässlich seiner Untersuchung feststellen konnte. 

Somit zeigt der Explorand aus gutachterlicher Sicht rezidivierende depressive Episoden, 

welche aber maximal ein leichtgradiges Ausmass annehmen. Ob der Explorand dabei 

tatsächlich Phasen der kompletten Remission aufweist muss aus gutachterlicher Sicht 

bezweifelt werden. Es handelt sich eher um ein chronisches Geschehen, welches durch 

die finanziellen Sorgen, die Sorgen um die Gesundheit des Sohnes, die Sorgen um die 

Zukunft der Tochter und ein fehlendes Selbstwertgefühl, aufgrund der für den Exploran-

den schwierigen Lebenssituation (normalpsychologisch nachvollziehbar) geprägt ist. 

Anhand der vorliegenden Unterlagen und der Angaben des Exploranden finden sich 

keine Hinweise darauf, dass der Explorand längerfristig unter einer mittelschweren Epi-

sode gelitten hätte. Es mag sein, dass es Phasen im Verlauf gegeben hat, in denen rein 

formal sechs der zehn Kriterien erfüllt waren und damit die Diagnose der mittelschweren 

Episode. Für den hier zu diskutierenden Zeitraum lässt sich dies aber weder durch die 

Befunde von Juni 2014, noch die Unterlagen von Dr. D._____ belegen." 

Dr. med. E._____ verneint zudem eine hypochondrische Störung und 

kommt zum Schluss, dass die Diagnose der akzentuierten Persönlich-

keitszüge (ängstlich-histrionische; ICD-10 Z73) am ehesten dem Gesamt-

bild entspreche. Nach Schilderung der betreffenden Kriterien gemäss 

ICD-10 führt er Folgendes aus (Gutachten S. 29 f.): 

"Betrachtet man diese Kriterien, so gehe ich mit Dr. C._____ einig, dass aus dem psych-

iatrischen Teilgutachten aus dem Jahre 2013 nicht ersichtlich ist in wie weit diese Kriteri-

en erfüllt gewesen sein sollten. Der Explorand habe zwar angegeben, dass er Angst vor 

einer schweren Erkrankung habe, es finden sich aber keine Hinweise darauf, dass er 

sich dauernd mit diesem Thema beschäftigt, quasi von einem Arzt zum anderen geht, 

oder medizinische Feststellungen nicht akzeptieren kann. Im Gegenteil, der Explorand 

gibt an, dass er selten zu Ärzten gegangen sei und gehe, weil das nur Geld koste und 

nichts bringe. Für die Diagnose einer hypochondrischen Störung bedarf es eine Einen-

gung des Denkens auf diese Störungen, was im Falle des Exploranden nicht der Fall ist. 

Wenn ihm gesagt wird, dass er eventuell Krebs habe, ist es nachvollziehbar, dass ihm 

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das Sorgen bereitet. Auch die Angst, dass er ähnlich wie zwei seiner Geschwister mit 

Anfang 60 sterben könnte gilt es nicht zu pathologisieren, sondern ernst zu nehmen. Der 

Explorand leidet unter einem Morbus Paget, welcher mit Komplikationen einhergehen 

kann. Er hat nach wie vor Schmerzen in diesem Bereich. Auch in den Unterlagen von Dr. 

D._____ finden sich zwar Aussagen, dass er Angst habe sterben zu können, Kopfweh 

habe, Angst vor einer Krebserkrankung thematisiert habe, das aber nur vereinzelt im 

Verlauf der ab Oktober 2013 nur noch sehr seltenen Konsultationen. 

Somit ist weder einer der beiden Punkte aus dem Kriterium 1. erfüllt, noch das Kriterium 

2. und auch nicht das Kriterium 3. Vielmehr kann es sich um ein Gedankenkreisen, im 

Sinne der teilweise als leichtgradig zu bezeichnenden depressiven Episode und den 

wiederholt diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszügen, lCD-10 Z73 subsumiert 

werden.

Anhand der mir vorliegenden Unterlagen zeigt sich, dass sich der Explorand viel mit phi-

losophischen Themen und entsprechender Literatur in seiner Muttersprache auseinan-

dersetzt. Sein Studium musste er abbrechen, da er sich an Studentenprotesten beteiligt 

hatte. Die von ihm beschriebenen Ängste sind wie bereits erwähnt aus gutachterlicher 

Sicht mehrheitlich normalpsychologisch nachvollziehbar. Es findet sich eine dysfunktio-

nale Krankheitsverarbeitung. Ob es sich hierbei eher um eine histrionisch-ängstliche 

Persönlichkeitsakzentuierung oder wie das im Gutachten der Klinik Valens im August 

2010 als histrionisch-ängstliche Symptom und Krankheitsbewältigungsstil bezeichnet 

wurde handelt ist aus gutachterlicher Sicht schwer feststellbar, vor allen Dingen für den 

relevanten Beobachtungszeitraum. Im Vorfeld hatte sich der Explorand gut an verschie-

dene Gegebenheiten anpassen können, wobei früh schon von einer ängstlichen Sym-

ptomatik gesprochen worden ist.

In der Gesamtschau der mir zur Verfügung stehenden Unterlagen scheint mir aber die 

im Vorgutachten gestellte Diagnose der akzentuierten Persönlichkeitszüge (ängstlich-

histrionische), lCD-10 Z73 am ehesten dem Gesamtbild zu entsprechen."

Dr. med. E._____ führt weiter aus, dass diese beiden Diagnosen in Kom-

bination mit den somatischen Einschränkungen für den Zeitraum vom 31. 

(recte: 21.) März 2011 bis 13. August 2015 eine leichte Verminderung der 

Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf von 30 % ergäben, basierend auf 

einer Verminderung der Stresstoleranz, eines gesteigerten Katastrophen-

denkens und dem mittlerweile stattgefundenen sozialen Kompetenzver-

lust. Aus gutachterlicher Sicht habe es sich wohl bei der letzten Tätigkeit 

des Beschwerdeführers um eine für seine somatischen Beschwerden 

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grundsätzlich gute, leidensangepasste Tätigkeit gehandelt. Insoweit finde 

sich hier keine Divergenz der anzunehmenden Arbeitsfähigkeit für den 

genannten Zeitraum zu jener im angestammten Beruf. Auch bei einer lei-

densangepassten Tätigkeit geht Dr. med. E._____ somit von einer Ver-

minderung der Arbeitsfähigkeit um rund 30 % aus. Zu den divergierenden 

ärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit führt Dr. med. E._____ ins-

besondere aus, die psychiatrische Symptomatik sei aus gutachterlicher 

Sicht nicht derart ausgeprägt, wie das im MEDAS-Gutachten von pract. 

med. B._____ vom 7. August 2013 festgestellt worden sei, so dass die 

dortige Einschränkung von 40 % aus gutachterlicher Sicht nicht ganz 

nachvollzogen werden könne.

1.2. Das Gericht weicht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe 

von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe 

es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, 

um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund 

zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüch-

lich ist (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/aa). 

1.3. Dr. med. E._____ hat mit dem Beschwerdeführer ein Gespräch geführt. 

Er hat seine geklagten Beschwerden und die Vorakten, insbesondere das 

interdisziplinäre Gutachten der Klinik Valens vom 31. August 2010 bzw. 

das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. F._____ vom 26. August 

2010 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 54 S. 1 ff. bzw. 57 ff.), das 

polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 27. September 2013 bzw. das 

Teilgutachten vom Psychiater Dr. med. B._____ vom 7. August 2013 (Bg-

act. 121 S. 1 ff. bzw. 40 ff.) und die monodisziplinäre RAD-Abklärung von 

Dr. med. C._____ vom 19. Juni 2014 berücksichtigt. Zudem hat Dr. med. 

E._____ die fremdanamnestischen Angaben (insbesondere den Bericht 

vom 17. Dezember 2014 [Bg-act. 143 S. 7]) des behandelnden Psychia-

ters Dr. med. D._____ in seiner Beurteilung miteinbezogen. Die Schluss-

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folgerungen von Dr. med. E._____ sind einleuchtend und nachvollziehbar. 

Nachdem der Beschwerdeführer gegen das Obergutachten von Dr. med. 

E._____ vom 19. März 2018 keine Einwände erhoben hat, kann auf die 

schlüssigen Einschätzungen des genannten Experten ohne Weiteres ab-

gestellt werden. 

1.4. Die Beschwerdegegnerin hatte mit Verfügung vom 21. März 2011 einen 

Anspruch auf IV-Leistungen gestützt auf das Gutachten der Klinik Valens 

vom 31. August 2010 – in dem beim Beschwerdeführer eine Leistungsre-

duktion von 30 % attestierte wurde (vgl. Bg-act. 54 S. 15 ff.) – verneint. 

Gestützt auf das Obergutachten vom 19. März 2018 – wonach beim Be-

schwerdeführer im Zeitpunkt vom 21. März 2011 bis 13. August 2015 eine 

Verminderung der Arbeitsfähigkeit von 30 % bestand – kann somit davon 

ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer-

deführers seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 21. März 2011 

bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 13. August 2015 

nicht verschlechtert hat. Die angefochtene Verfügung der Beschwerde-

gegnerin vom 13. August 2015 ist somit zu bestätigen und die vom Be-

schwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde vom 14. September 

2015 ist abzuweisen. 

2.1. Laut Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art. 

61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-

cherungsrechts (ATSG; SR 830.1) – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche-

rungsgericht kostenpflichtig. Die vorliegenden Kosten von Fr. 700.-- sind 

dem Verfahrensausgang entsprechend dem unterliegenden Beschwerde-

führer aufzuerlegen. Allerdings hat der Beschwerdeführer in seiner Be-

schwerde vom 14. September 2015 den prozessualen Antrag gestellt, es 

sei ihm für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die unentgeltliche 

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Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu bewilligen und es sei ihm in 

der Person des unterzeichnenden Rechtsanwalts ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand zu bestellen. Dieser Antrag ist folglich zu prüfen. 

2.2. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforderli-

chen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr 

Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ih-

rer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen 

Rechtsbeistand. Art. 61 lit. f ATSG wiederholt dieses Recht auf unentgelt-

liche Rechtspflege explizit. Laut diesen Bestimmungen sind die Voraus-

setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt, 

wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und 

die Verbeiständung durch einen Anwalt geboten erscheint (BGE 125 V 

201 E.4a mit weiteren Hinweisen). Bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f 

ATSG ist eine Partei, die zur Leistung der Parteikosten die Mittel zur De-

ckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie angreifen müsste. Da-

bei liegt die Grenze der Bedürftigkeit höher als diejenige des betreibungs-

rechtlichen Existenzminimums (SVR 2007 AHV Nr. 7 S. 20). Aussichtslos 

ist ein Prozess, dessen Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die 

Verlustgefahr und kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Hinge-

gen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn sich 

Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder je-

ne nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die 

über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 

Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf 

eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb an-

strengen können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 217 E.2.2.4, 129 I 129 

E.2.3.1, 122 I 267 E.2b). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten 

bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-201
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-201
http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-III-217
http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-I-129
http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-I-267

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Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der 

Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 138 III 217 E.2.2.4). 

2.3. Vorliegend erscheint der Rechtsstreit weder offensichtlich mutwillig noch 

von vornherein als aussichtslos. Auch ist die Vertretung durch einen An-

walt notwendig oder doch zumindest geboten, zumal es sich beim Be-

schwerdeführer um einen Laien handelt.

2.4. Fraglich ist, ob der Beschwerdeführer bedürftig ist. Die prozessuale Be-

dürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation des 

Rechtsuchenden. Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen Ver-

pflichtungen, andererseits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse. 

Bei der Ermittlung des notwenigen Lebensunterhaltes soll nicht schema-

tisch auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum abgestellt, sondern 

den individuellen Umständen Rechnung getragen werden. Die Grenze für 

die Annahme der Bedürftigkeit im Sinne der Regeln über die unentgeltli-

che Rechtspflege liegt jedoch höher als diejenige des betreibungsrechtli-

chen Existenzminimums. Ein allfälliger Überschuss zwischen dem zur 

Verfügung stehenden Einkommen und dem Zwangsbedarf der Gesuch 

stellenden Partei ist mit den für den konkreten Fall zu erwartenden Ge-

richts- und Anwaltskosten in Beziehung zu setzen, dabei sollte es der 

monatliche Überschuss ihr ermöglichen, die Prozesskosten bei weniger 

aufwendigen Prozessen innert einiger Monate bis rund eines Jahres, bei 

anderen aufwendigeren Prozessen innert zweier Jahre zu tilgen (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_234/2008 vom 4. August 2008 E.4; MEICHSS-

NER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], 

Basel 2008, S. 75 f., je mit Hinweisen).

2.5. Die Gegenüberstellung des monatlichen Einkommens (total Fr. 7'510.--) 

mit den monatlichen Ausgaben (total Fr. 6'931.--) des Beschwerdeführers 

ergibt anhand der von ihm beigelegten Unterlagen sowie des anhand des 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-III-217

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Kreisschreibens des Kantonsgerichts betreffend Richtlinien für die Be-

rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach 

Art. 93 SchKG vom 18. August 2009 errechneten Grundbedarfs (vgl. hier-

zu, insbesondere für die Berücksichtigung der laufenden Steuern, auch 

MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 

Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 74-95) für den Stichmonat September 2015 

einen Überschuss von Fr. 579.--. Dieser Betrag reicht aus, um die anfal-

lenden Anwaltskosten und Gerichtskosten innert eines Jahres zu beglei-

chen. Somit ist festzuhalten, dass die Voraussetzung der Bedürftigkeit 

nicht gegeben ist, weshalb dem Gesuch um unentgeltliche Prozess-

führung und Rechtsverbeiständung nicht stattgegeben werden kann.

3. Die obsiegende IV-Stelle hat keinen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

4. Zu ermitteln ist noch, wer die Kosten des vom Gericht in Auftrag gegebe-

nen Obergutachtens in der Höhe von Fr. 3'690.-- gemäss Rechnung vom 

19. März 2018 zu tragen hat. 

4.1. Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die 

Kosten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er 

keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, 

wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich 

waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden.

4.2. Im vom Bundesgericht aufgehobenen Urteil S 15 114 hatte das Verwal-

tungsgericht aufgezeigt, warum nicht auf das (Teil-)Gutachten von pract. 

med. B._____ vom 7. August 2013, sondern auf die RAD-Abklärung von 

Dr. med. C._____ vom 19. Juni 2014 abzustellen war und dass letzteres 

vom Kurzbericht des behandelnden Psychiaters, Dr. med. D._____, vom 

17. Dezember 2014 nicht erschüttert werde. Nach Auffassung des Bun-

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desgerichts hatte das Verwaltungsgericht jedoch weitere Abklärungen zu 

treffen bzw. erforderlichenfalls ein psychiatrisches Gerichtsgutachten ein-

zuholen, weshalb es die Sache an dieses zurückwies. Da Dr. med. 

C._____ das Teilgutachten von pract. med. B._____ in seiner Beurteilung 

miteinbezogen hatte, erachtete es das Gericht im Rahmen der Neubeur-

teilung der Sache nicht als zielführend, Rückfragen an Dr. med. C._____ 

bezüglich der Einschätzung von pract. med. B._____ zu stellen. Ebenso 

hielt es das Gericht für unzweckmässig, dass sich Dr. med. C._____ über 

den Kurzbericht des behandelnden Psychiaters vom 17. Dezember 2014 

äussere. Demzufolge zwang sich aus Sicht des Gerichts die Einholung 

eines Obergutachtens auf. Die Einholung eines Obergutachtens war da-

her eine für die Beurteilung des Falles unerlässliche Handlung. Dies kann 

für das vorinstanzliche Verfahren mutatis mutandis jedoch nicht bejaht 

werden: Die Vorinstanz wäre angesichts des Berichts des behandelnden 

Psychiaters vom 17. Dezember 2014 allenfalls dazu angehalten gewesen, 

den RAD-Arzt, Dr. med. C._____, aufzufordern, bei diesem Auskünfte 

einzuholen. Von der Vorinstanz durfte aber nicht etwa verlangt werden, 

dass sie ein weiteres externes MEDAS-Gutachten anordnete, nachdem 

bereits ein MEDAS-Gutachten und eine dieses widersprechende RAD-

Beurteilung vorlag. Die Kosten des Obergutachtens von Fr. 3'690.-- sind 

somit von der Gerichtskasse zu übernehmen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen und die Verfügung der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden vom 13. August 2015 wird bestätigt. 

2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.--  gehen zulasten von A._____ und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwal-

tung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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3. Die Kosten des Obergutachtens von Fr. 3'690.-- werden von der Gerichts-

kasse übernommen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]