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**Case Identifier:** 13e32228-86f7-5623-8b36-ad489caae6f9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.11.2022 200 2022 265
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-265_2022-11-08.pdf

## Full Text

200 22 265 UV und
200 22 323 UV (2)
JAP/REL/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. November 2022

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin 1

und 

AXA Versicherungen AG 
Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357,
8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin 2

betreffend Einspracheentscheide der Suva vom 17. März 2022 (Schaden-
Nr. 26.11904.16.1) und der AXA Versicherungen AG vom 8. April 2022 
(Ref.: UVGOB 44.132.674/159)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin 1) gegen die Folgen von Berufs- 
und Nichtberufsunfällen versichert, als sie gemäss Schadenmeldung (Ak-
ten der Suva, Antwortbeilage im Verfahren UV/2022/232 [act. II] 2) am 
23. August 2016 als Fahrerin eines Motorrades in einen Verkehrsunfall 
verwickelt wurde und sich eine Luxation der rechten Schulter, einen Bruch 
der Mittelhand sowie unklare Schmerzen im Kniegelenk rechts zuzog 
(act. II 9 und act. II 10). Die Suva gewährte bezüglich dieses Ereignisses 
Heilbehandlung (vgl. act. II 3). Per 1. März 2017 nahm die Versicherte ihre 
Arbeit wieder auf (act. II 68). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2019 
(act. II 86) sprach die Suva der Versicherten Taggeldleistungen für die Zeit 
vom 23. August 2016 bis zum 28. Februar 2017 mit einer Kürzung von 
30 % infolge grobfahrlässiger Verursachung des Unfalls zu. 

Im Rahmen einer neuen Anstellung in einer psychiatrischen Klinik war die 
Versicherte seit Juni 2018 neu bei der AXA Versicherungen AG (AXA bzw. 
Beschwerdegegnerin 2) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsun-
fällen versichert. Am 10. Juli 2020 zog sie sich bei der Fixierung einer Pati-
entin gemäss Schadenmeldung eine erneute Verletzung der rechten Schul-
ter zu (Akten der AXA [act. IIA] A1]). Nach Einholen der medizinischen Un-
terlagen und deren Vorlage an den Orthopäden ihres medizinischen Diens-
tes (act. IIA M18), stellte die AXA mit Verfügung vom 29. Juni 2021 
(act. IIA A34) die bisher erbrachten Leistungen mangels Kausalzusam-
menhangs der fortbestehenden Beschwerden zum geltend gemachten Un-
fallereignis auf den 31. Oktober 2020 ein. Gegen diese Verfügung erhob 
die Versicherte Einsprache (act. IIA A49).

Bereits am 25. Juni 2021 hatte die Arbeitslosenkasse mit einer weiteren 
Schadenmeldung der Suva einen Rückfall zum Ereignis vom 23. August 
2016 in Form von Schulterbeschwerden, welche am 25. Mai 2021 operativ 
versorgt werden mussten (vgl. act. II 96), gemeldet (act. II 92). Nach Vorla-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 3

ge der neuesten medizinischen Berichte an ihren versicherungsmedizini-
schen Dienst (act. II 106) verneinte die Suva am 17. Juli 2021 das Vorlie-
gen eines Unfalls oder einer unfallähnlichen Körperschädigung und stellte 
ihre Versicherungsleistungen per sofort ein (act. II 113), wogegen die Ver-
sicherte ebenfalls opponierte (act. II 116). Nach Einholen einer kreisärztli-
chen Beurteilung (act. II 123) stellte die Suva mit Verfügung vom 10. De-
zember 2021 die Versicherungsleistungen per 1. August 2021 ein, da we-
der ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege 
(act. II 127). Dagegen erhoben sowohl die AXA (act. II 131 und act. II 133) 
wie auch die Versicherte (act. II 137) Einsprache, welche beide – nach er-
neuter ärztlicher Beurteilung durch die Versicherungsmedizin der Suva 
(act. II 149) – mit Einspracheentscheid vom 17. März 2022 (act. II 152) ab-
gewiesen wurden. Mit Einspracheentscheid vom 8. April 2022 (act. IIA A85) 
wies auch die AXA die Einsprache der Versicherten (act. IIA A49) gegen 
die ihrerseits erlassene Verfügung vom 29. Juni 2021 (act. IIA A34) ab. 

B.

Mit Eingabe vom 2. Mai 2022 erhob die Versicherte – vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________ – Beschwerde gegen den Einspracheentscheid 
der Suva vom 17. März 2022 (act. II 152) und beantragte dessen Aufhe-
bung betreffend die Einstellung der Versicherungsleistungen per 1. August 
2021 sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen der obligatori-
schen Unfallversicherung ab dem 1. November 2020, insbesondere der 
Taggelder rückwirkend vom 25. Mai 2021 bis 17. April 2022. Eventualiter 
sei der Entscheid aufzuheben und die Sache zur Einholung eines Gutach-
tens sowie zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 1 zurückzuwei-
sen (Verfahren UV/2022/265).

Mit Eingabe vom 23. Mai 2022 erhob die Beschwerdeführerin – vertreten 
durch denselben Rechtsanwalt – ebenfalls Beschwerde gegen den Ein-
spracheentscheid der AXA vom 8. April 2022 (act. IIA 85) und beantragte 
dessen Aufhebung sowie die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen der 
obligatorischen Unfallversicherung, insbesondere der Taggelder rückwir-
kend per 25. Mai 2021 bis 17. April 2022. Eventualiter sei der Einspra-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 4

cheentscheid aufzuheben und die Sache zur Einholung eines Gutachtens 
sowie zur Neubeurteilung der gesetzlichen Ansprüche nach UVG an die 
Beschwerdegegnerin 2 zurückzuweisen (Verfahren UV/2022/323). 

Nach Eingang der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin 1 vom 
11. Mai 2022 sowie der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin 2 
vom 12. Juli 2022, in welchen jeweils die Abweisung der beiden Beschwer-
den beantragt wurde, vereinigte der Instruktionsrichter mit prozessleitender 
Verfügung vom 3. August 2022 die beiden Verfahren und gab den Be-
schwerdegegnerinnen Gelegenheit, zu den Rechtsschriften im jeweils an-
deren Verfahren Stellung zu nehmen.

Mit Eingaben vom 8. August 2022 bzw. vom 19. August 2022 verzichteten 
die beiden Beschwerdegegnerinnen auf eine ausführliche Stellungnahme 
und hielten an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit ihren An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantona-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 5

len Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerden einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekte bilden einerseits der Einspracheentscheid der 
Beschwerdegegnerin 1 vom 17. März 2022 im Verfahren UV/2022/265 
(act. II 153) und andererseits der Einspracheentscheid der Beschwerde-
gegnerin 2 vom 8. April 2022 im Verfahren UV/2022/323 (act. IIA A85). 

1.2.1 Im Verfahren UV/2022/265 strittig und zu prüfen ist der Anspruch 
auf die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen im Zusammengang mit 
dem Ereignis vom 23. August 2016 und dabei insbesondere, ob die Be-
schwerdegegnerin 1 eine Rückfallkausalität betreffend die am 25. Juni 
2021 gemeldeten rechtsseitigen Schulterbeschwerden zu Recht verneinte.

1.2.2 Im Verfahren UV/2022/323 strittig und zu prüfen ist der Anspruch 
auf die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit 
dem Ereignis vom 10. Juli 2020 und dabei insbesondere, ob die Beschwer-
degegnerin 2 die vorübergehenden Leistungen zulässigerweise per 31. Ok-
tober 2020 terminierte bzw. den Anspruch auf weitere Unfallversicherungs-
leistungen verneinte.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin zunächst eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Dabei beanstandet sie, dass 
sowohl die Beschwerdegegnerin 1 in Erwägung 4 des angefochtenen Ein-
spracheentscheids vom 17. März 2022 (Beschwerde im Verfahren 
UV/2022/265 S. 9 Ziff. III Art. 3) als auch die Beschwerdegegnerin 2 in Er-
wägung 2.3.10 des ebenfalls angefochtenen Einspracheentscheids vom 
8. April 2022 (Beschwerde im Verfahren UV/2022/323 S. 12 Ziff. III Art. 3) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 6

jeweils den Antrag auf Einholung eines Gutachtens mit Verweis auf eine 
antizipierte Beweiswürdigung abgewiesen und damit ihr Recht auf Mitwir-
kung bei der Beweiserhebung als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs verletzt 
hätten. 

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, 
die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-
einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs-
recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 
143 V 71 E. 4.1 S. 72; SVR 2021 AHV Nr. 17 S. 53 E. 2.1).

Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende 
Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus-
sern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. 
Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 
137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2021 IV Nr. 43 
S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1). Von einer Rückweisung 
der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im 
Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit die Rückwei-
sung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-
rungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interes-
se der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 
nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2021 IV 
Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

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2.3 Die Beschwerdegegnerin 1 qualifizierte die Aktenbeurteilung ihrer 
Abteilung Versicherungsmedizin vom 16. Februar 2022 (act. II 149) als 
beweiskräftig und verzichtete in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere 
Sachverhaltserhebungen, womit sie insbesondere auch den Beweisantrag 
auf eine verwaltungsexterne Begutachtung implizit abwies. Die Beschwer-
deführerin erblickt darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Ob der 
Schluss der Beschwerdegegnerin 1 zutreffend war, beschlägt primär die 
materielle Frage der Beweiswürdigung (vgl. dazu E. 4.4 nachfolgend) und 
nicht die formelle Frage der Teilhabe am Beweisverfahren. Des Weiteren 
wurde auch die Begründungspflicht als Teilaspekt des rechtlichen Gehörs 
durch die Beschwerdegegnerin 1 nicht verletzt, setzte sich diese bzw. der 
Facharzt der Suva-Versicherungsmedizin Mitte, PD Dr. med. C.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung 
vom 16. Februar 2022 (act. II 149) doch auch mit der divergierenden 
Einschätzung des Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 17. Januar 
2022 zu Handen der Beschwerdegegnerin 2 (act. IIA M24) auseinander. Im 
Übrigen gälte eine diesbezügliche Verletzung des rechtlichen Gehörs – die 
nicht schwer wöge – angesichts der Kognition des angerufenen Gerichts 
ohnehin als geheilt. Der Beschwerdegegnerin 1 ist damit keine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs vorzuwerfen.

Ob die Beschwerdegegnerin 2 das rechtliche Gehör der 
Beschwerdeführerin verletzt hat, wie diese in der Beschwerde vom 23. Mai 
2022 im Verfahren UV/2022/323 (S. 12 ff. Ziff. Ill Art. 3) darlegt, kann 
letztlich offen bleiben, da der Einspracheentscheid aus anderen Gründen 
ohnehin aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an die 
Verwaltung zurückzuweisen ist (vgl. E. 4.6 hiernach).

3.

3.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 8

den Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 
210 E. 4.3.1 S. 213). Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. Sep-
tember 2015 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversi-
cherung (UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der 
Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; 
SR 832.202) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 
vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG 
ereignet haben – wie vorliegend das Ereignis vom 23. August 2016 –, und 
für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, wer-
den nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen 
zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Hingegen sind bezüg-
lich des Ereignisses vom 10. Juli 2020 die neuen, seit 1. Januar 2017 gel-
tenden Bestimmungen massgeblich. Diese intertemporalrechtliche Aus-
gangslage wirkt sich jedoch vorliegend nicht entscheidwesentlich aus.

3.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver-
sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).

3.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 9

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163). 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

3.3.2 Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer 
vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, 
möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfol-
gen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer 
Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem an-
ders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 
S. 254, 118 V 293 E. 2c S. 296).

Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
im Sinne von Art. 11 UVV des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen 
den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versi-
cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dabei kann der Unfallversiche-
rer nicht auf der Anerkennung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall 
oder einem früheren Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c 
S. 296; RKUV 1994 U 206 S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; SVR 2016 UV 
Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen und Spätfol-
gen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen 
Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem 
Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche 
Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Be-
einträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrschein-
lichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Be-
weislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 10

(SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 E. 2.2.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 19. Dezember 2016, 8C_61/2016, E. 3.2).

3.3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163).

Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht aus ärztlicher 
Sicht fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je 
wieder erreicht werden können, so liegt eine richtunggebende Verschlim-
merung vor (SVR 2019 IV Nr. 9 S. 27 E. 3.2; Entscheid des BGer vom 
21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56). 

3.3.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 11

Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

3.4 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heil-
behandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc 
et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwä-
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzusch-
liessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei rich-
tiger Betrachtungsweise – gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin-
sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge-
sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz 
vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen 
und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen 
einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset-
zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384).

3.5 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 12

benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (BGE 140 V 193 E. 3.2 
S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.

4.1 Das gemeldete und während der Versicherungsdeckung bei der 
Beschwerdegegnerin 1 stattgehabte Ereignis vom 23. August 2016 
(act. II 2) erfüllt die kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen des Unfall-
begriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hiervor), was zu Recht unbe-
stritten ist.

Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. Juli 2020 (act. IIA A1) holte 
die Beschwerdegegnerin 2 Unterlagen ein und hielt dann mit Verfügung 
vom 29. Juni 2021 fest, dass kein Zusammenhang zwischen den geltend 
gemachten Beschwerden und dem Ereignis vom 10. Juli 2020 (mehr) vor-
liege, weshalb die Leistungen per 31. Oktober 2020 eingestellt wurden 
(act. IIA A34). Im Einspracheentscheid vom 8. April 2022 verneinte sie 
dann ihre Leistungspflicht integral mit dem Argument, bei richtiger Betrach-
tungsweise liege weder ein Unfall im Rechtssinne noch eine unfallähnliche 
Körperschädigung vor (act. IIA A85 S. 10 f. E. 2.3.11 f.) und bestätigte dies 
im Beschwerdeverfahren (Beschwerdeantwort im Verfahren UV/2022/323 
S. 3 f. Ziff. II Ziff. 1 f.). Zwar ist der exakte (biomechanische) Hergang des 
Ereignisses vom 10. Juli 2020 tatsächlich nur rudimentär dokumentiert, es 
ist jedoch aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin des 
… in der … zusammen mit einem anderen … eine Patientin fixieren muss-
te, die sich stark wehrte und tätlich wurde (act. IIA A1). Es kam zu einem 
"Handgemenge" bzw. zu einer "körperlichen Auseinandersetzung", wobei 
sich die Beschwerdeführerin die rechte Schulter verdrehte (act. IIA M1 
Ziff. 2 lit. a und act. IIA M2 S. 2). Aufgrund dieser Schilderung sind die ku-
mulativen Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legal-
definition (vgl. E. 2.1 hiervor) – insbesondere auch der ungewöhnliche äus-
sere Faktor – zu bejahen und die Tatbestandsvoraussetzungen des Unfall-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 13

begriffs erfüllt. Zum einen ist einem "Handgemenge" bzw. einer "körperli-
chen Auseinandersetzung" per definitionem eine physische Einwirkung auf 
den Körper inhärent, die das Mass alltäglicher exogener Vorgänge über-
schreitet. Zum anderen ist notorisch, dass es in derartigen Konstellationen 
auch zu brüsken und unkontrollierten Abwehrbewegungen der oberen Ex-
tremitäten kommt. Das Geschehen spielte sich allemal in einer allgemein 
gesteigerten Gefahrenlage ab, welcher ohne weiteres ein erhöhtes Gefähr-
dungspotential innewohnte (vgl. dazu auch Beschwerde im Verfahren 
UV/2022/323 S. 10 f. Ziff. III Art. 2). Es liegt damit bei beiden Ereignissen 
jeweils ein Unfall im Rechtssinne vor (vgl. E. 3.2 vorstehend).

4.2 Weiter stellt sich die Frage nach der Verteilung der Beweislast in 
den beiden Beschwerdeverfahren. 

4.2.1 Im Verfahren UV/2022/265 schloss die Beschwerdegegnerin 1 den 
Fall bezüglich des Ereignisses vom 23. August 2016 nach dem 
Behandlungsabschluss durch Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Mitte 
Februar 2017 und der Arbeitsaufnahme per 1. März 2017 (act. II 68 und 
act. II 70) faktisch ab (vgl. act. II 86). Nach eigenen Angaben war die 
Beschwerdeführerin bis zum Ereignis vom 10. Juli 2020 an der rechten 
Schulter beschwerdefrei (act. IIA A14 und act. IIA M2 S. 2). Es ist in diesem 
Verfahren somit unter dem Aspekt des Rückfalls zu prüfen, ob die erneut 
aufgetretenen und am 25. Mai 2021 operativ versorgten (act. IIA M15) 
rechtsseitigen Schulterbeschwerden auf den Motorradsturz vom 23. August 
2016 zurückzuführen waren. Die Taggeldausrichtung ab 25. Mai 2021 bis 
zur Terminierung per 1. August 2021 (act. II 127) erfolgte explizit im 
Rahmen des negativen Kompetenzkonflikts, indem die 
Beschwerdegegnerin 1 die gesetzlichen Versicherungsleistungen im Sinne 
von Vorleistungen erbrachte (act. II 104). Wenngleich eine solche 
intrasystemische Vorleistung nach Art. 102a UVV grundsätzlich einen 
feststehenden Leistungsanspruch 
voraussetzt (vgl. Ziff. 4.2 der Empfehlung der Ad-Hoc-Kommission 
Schaden UVG Nr. 01/2017 "Verhältnis zu anderen UVG-Versicherern" [ab-
rufbar unter www.svv.ch]), ist darin keine die Beweislastumkehr bewirkende 
Leistungsanerkennung der Beschwerdegegnerin 1 zu erblicken und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 14

Beweislast des natürlichen Kausalzusammenhangs liegt bei der 
Beschwerdeführerin (vgl. E. 3.3.2 hiervor).

4.2.2 Die Beschwerdegegnerin 2 anerkannte im Verfahren UV/2022/323 
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. Juli 2020 zunächst ihre initia-
le Leistungspflicht bis zur Leistungseinstellung per 31. Oktober 2020 
(act. IIA A34). Zwar ging es der Beschwerdeführerin im November 2020 
wieder besser und wurde die ärztliche Behandlung vorläufig abgeschlossen 
(act. IIA A11 und act. IIA M4), doch persistierten die Schulterbeschwerden 
trotz der weitergeführten Physiotherapie und verstärkten sich im April 2021, 
so dass die Wiederaufnahme der Behandlung bei Dr. med. E.________ 
erfolgte (act. IIA A12 und act. IIA M7; vgl. auch Schadenmeldung im Ver-
fahren UV/2022/265 [act. II 92 S. 2]). Angesichts des relativ kurzen 
Zeitintervalls zwischen dem Abklingen und Wiederaufflammen der Be-
schwerden und den eindeutigen Brückensymptomen sind die mit Operation 
vom 25. Mai 2021 behandelten Beschwerden im Verfahren UV/2022/323 – 
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 2 im angefochtenen Ein-
spracheentscheid vom 8. April 2022 (act. IIA A85 S. 8 f. E. 2.3.9) – nicht 
unter dem Gesichtspunkt eines Rückfalls zu prüfen, wobei die 
Beschwerdeführerin die Beweislast zu tragen hätte (vgl. statt vieler: 
Entscheid des BGer vom 14. April 2020, 8C_58/2020, E. 4 sowie E. 3.3.2 
hiervor). Vielmehr ist unter dem Aspekt des Grundfalls im Zusammenhang 
mit dem Ereignis vom 10. Juli 2020 zu ermitteln, ob – bzw. wenn ja, in 
welchem Zeitpunkt – der Status quo sine vel ante eingetreten ist. 
Diesbezüglich liegt die Beweislast bei der Beschwerdegegnerin 2 (vgl. 
E. 3.3.3 hiervor).

4.3 Zum natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den weiterhin 
bestehenden Beschwerden an der rechten Schulter und den beiden Un-
fallereignissen zeigen die medizinischen Unterlagen das folgende Bild:

4.3.1 Im Operationsbericht vom 6. Dezember 2016 (act. II 47) nannte 
Dr. med. E.________ die Diagnose einer SLAP-Läsion II mit Labrumriss 
von 11 bis 2 Uhr und instabilem Bizepsanker Schulter rechts bei Status 
nach Sturz mit dem Motorrad mit Zuzug einer posterioren Schulterluxation 
und reversed Hill Sachs vom 23. August 2016. Nach initial konservativer 
Behandlung und bei persistierenden Beschwerden im Bereich des Bizep-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 15

ses trotz intensiver Physiotherapie und eingeschränkter Belastbarkeit sei 
die Indikation zur Schulterarthroskopie und eventuell Tenodese/Tenotomie 
der langen Bizepssehne gestellt.

Im Bericht vom 16. Februar 2017 (act. II 70) diagnostizierte Dr. med. 
E.________ einen Status nach Schulterarthroskopie, Entfernung freier Ge-
lenkskörper, Tenodese der langen Bizepssehne im Sulcus Schulter rechts 
bei SLAP-Läsion II sowie einen Status nach posteriorer Schulterluxation 
vom 23. August 2016. Es bestehe noch ein leichtes Kraftdefizit, die Beweg-
lichkeit sei jedoch gut, es beständen kaum Schmerzen, lediglich bei end-
gradigen Bewegungen. Bei weiterhin regelrechtem Heilverlauf werde die 
Arbeitstätigkeit am 1. März 2017 wieder aufgenommen und die Behandlung 
seinerseits sei abgeschlossen. 

4.3.2 Anlässlich der ersten MRI-Bildgebung nach dem Ereignis im Juli 
2020 hielt Dr. med. F.________, Facharzt für Nuklearmedizin und Facharzt 
für Radiologie, im Bericht vom 15. Juli 2020 (act. IIA M3) einen Status nach 
Tenodese der langen Bizepssehne sowie einen Verdacht auf variante An-
lage des intraartikulären Segments der langen Bizepssehne mit zweigeteil-
tem intraartikulären Segment und persistierendem, von der Unterseite der 
Supraspinatussehne entspringendem Anteil. Ein weiterer Faszikel, der we-
nige Millimeter weiter medial ebenfalls von der anterioren Gelenkskapsel 
auf die Unterseite der Supraspinatussehne zulaufe, entspreche möglicher-
weise einer varianten Adhäsion, zeige sich ausgefasert und sei möglicher-
weise im Rahmen des aktuellen Traumas rupturiert (S. 2).

4.3.3 Dr. med. E.________ nannte im Bericht vom 28. August 2020 
(act. IIA M2) als Diagnose einen Verdacht auf Status nach Subluxation pos-
terior bei bekannter posteriorer Instabilität, Status nach Schulterarthrosko-
pie, Entfernung freier Gelenkskörper, Tenodese der langen Bizepssehne im 
Sulcus Schulter rechts bei SLAP-II-Läsion vom 5. Dezember 2016. Zwi-
schenzeitlich sei es mit der Schulter rechts gut gegangen und die Be-
schwerdeführerin habe voll arbeiten können (S. 2). Bei einem Handgemen-
ge mit einer Patientin am 10. Juli 2020 habe sie einen einschiessenden 
Schmerz über die Schulter rechts gespürt, weshalb bei persistierenden 
Schmerzen eine weitere Abklärung mittels Arthro-MRI erfolgt sei. Dieses 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 16

zeige einen Status nach Tenodese der langen Bizepssehne, keine Locke-
rung und keinen sekundären Abriss der Sehne.

Im Operationsbericht vom 25. Mai 2021 (act. IIA M15) hielt Dr. med. 
E.________ eine MR-tomographisch nach einem Handgemenge bei der 
Arbeit neu festgestellte gelenksseitige Läsion (PASTA) der anterioren Su-
praspinatussehne der Schulter rechts sowie ein Down-Slope Acromion an-
terolateral der Schulter rechts fest. Bei persistierenden Schmerzen werde 
die Indikation zur arthroskopischen Beurteilung, Naht der Supraspinatus-
sehne und Acromioplastik gestellt.

4.3.4 In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 25. Juni 2021 
zu Handen der Beschwerdegegnerin 2 (act. IIA M18) führte Dr. med. 
G.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, aus, die geklagten Beschwerden ständen nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit in natürlichem Zusammenhang mit dem 
gemeldeten Ereignis vom 10. Juli 2020 (S. 3). Zur Begründung legte er dar, 
dass eine instabile Schulter mit Status nach Bizepstenodese nach posterio-
rer Luxation im Jahr 2016 bestehe. Bei der Traumatisierung des Gelenkes 
am 10. Juli 2020 seien keine neuen fassbaren Schäden entstanden, im 
Oktober 2020 sei der Vorzustand wieder erreicht gewesen. Der Beschwer-
deschub im Jahr 2021 und die für das Lebensalter früh aufgetretene PAS-
TA-Läsion erklärten sich durch die Vorschädigung. Die Gesundheit der 
Beschwerdeführerin sei schon vor dem Ereignis durch die instabile Schulter 
mit Status nach Bizepstenodese nach posteriorer Luxation im Jahr 2016 
beeinträchtigt gewesen. Das Ereignis habe nur zu einer vorübergehenden 
Verschlimmerung geführt.

4.3.5 Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin 1, med. pract. H.________, 
Facharzt für Chirurgie, hielt in seinem Bericht vom 9. Juli 2021 (act. II 106) 
fest, dass die nun geltend gemachten Beschwerden nicht auf das Ereignis 
vom 23. August 2016 zurückzuführen seien und verwies hierfür auf die Be-
gründung des Operateurs in seiner Operationsindikation (act. IIA M15).

In der Aktenbeurteilung vom 29. November 2021 (act. II 123) führte 
med. pract. H.________ zu Handen der Beschwerdegegnerin 1 aus, dass 
nach beiden Unfallereignissen anhand klinischer, MR-radiologischer, aber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 17

vor allem intraoperativer Befunde frische strukturelle und auf die jeweiligen 
Unfälle zurückzuführende Läsionen hätten befundet werden können (S. 6). 
Gemäss den Vergleichsuntersuchungen seien die intraoperativ anhand der 
zweiten Operation vorgefundenen Befunde, die in der ersten Operation 
nicht vorgelegen hätten, eindeutig auf das zweite Unfallereignis zurückzu-
führen. Der zweite Unfall habe also zu einer richtunggebenden Verschlim-
merung des voroperierten, ebenfalls auf einen Unfall zurückzuführenden 
Vorzustandes im Bereich der rechten Schulter geführt. Die aktuell geltend 
gemachten Beschwerden im Bereich der rechten Schulter seien nicht mit 
dem rechtlich geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit auf das Ereignis vom 23. August 2016 zurückzuführen, sondern auf 
den später aufgetretenen Zweitunfall im Juli 2020.

4.3.6 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in der versicherungsmedi-
zinischen Beurteilung vom 7. Januar 2022 (act. IIA M24) zu Handen der 
Beschwerdegegnerin 2 nach Einsicht in die vorliegenden medizinischen 
Akten aus, dass die geltend gemachte Symptomatik an der rechten Schul-
ter in der Phase der ersten drei Monate mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit im natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 10. Juli 2020 
gestanden habe (S. 11 Ziff. III Ziff. 1). Es sei gut denkbar, dass durch das 
Handgemenge die vorgeschädigte Schulter wieder Beschwerden gemacht 
habe. In der Phase ab April 2021 stehe die Symptomatik aber mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nicht in natürlichem Kausalzusammenhang mit 
diesem Ereignis, da der Status quo sine Ende September 2020 erreicht 
gewesen sei und danach eine symptomfreie Brücke von sieben Monaten 
dokumentiert sei. Die klinischen und radiologischen Veränderungen ab 
April 2021 bezögen sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den 
Vorzustand ab 2016. Letztlich sei ein asymptomatischer MRI-Befund ope-
riert worden, der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit dem Ereignis 
vom 17. Juli 2020 nichts und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit 
dem Ereignis vom 23. August 2016 relevant zu tun habe (S. 12). In den 
ersten drei Monaten sei durch das forcierte Belasten der rechten, vorge-
schädigten Schulter eine Schmerzsymptomatik aufgeflammt, die sich mit 
den Vorveränderungen und den fehlenden Zeichen einer frischen Zusatz-
verletzung im Juli 2020 gut in Einklang bringen lasse (Ziff. 2). Die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 18

schwerden ab April 2021 liessen sich jedoch nur mit den Unfallfolgen aus 
dem Jahr 2016 in Einklang bringen. Das Verhalten von Dr. med. 
E.________ nach dem MRI vom 30. April 2021 sei nicht nachvollziehbar 
was vor allem die Operationsindikation betreffe (Ziff. 5). Man finde keinen 
Hinweis auf die Sicherung der Diagnose einer offenbar "relevanten" Rotato-
renmanschetten-Ruptur aus klinischer Sicht und auch keine Diskussion 
über eine konservative Therapie. Auch die Argumente des Kreisarztes der 
Beschwerdegegnerin 1 seien nicht logisch begründet und nicht nachvoll-
ziehbar. Es beständen Inkongruenzen und Diskrepanzen in der Resultat-
bewertung, so dass eine Mitbeurteilung der psychosozialen Resistenzlage 
sinnvoll wäre. Die Prognose bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit sei noch ungewiss, der Endzustand sei noch nicht er-
reicht (S. 13 Ziff. 6). Rein strukturell sei wegen der Schulterschädigung aus 
dem Jahr 2016 – im Gegensatz zu derjenigen 2020 – mit einer andauern-
den Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit zu rechnen, die 
aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch schulterferne Faktoren 
mitgeprägt seien.

4.3.7 In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 16. Februar 
2022 zu Handen der Beschwerdegegnerin 1 (act. II 149) fasste PD 
Dr. med. C.________ die vorliegenden medizinischen Akten zusammen 
und hielt fest, dass der Operateur Dr. med. E.________ im Bericht vom 
6. Dezember 2016 intraoperativ eine intakte Rotatorenmanschette festge-
halten hatte (S. 4). Zusammenfassend seien unter Berücksichtigung der 
Literatur die am 25. Mai 2021 operativ behandelten Schulterbeschwerden 
rechts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 
23. August 2016 zurückzuführen (S. 6). Vielmehr benenne auch Dr. med. 
E.________ ein Ereignis vom 10. Juli 2020 als auslösend ursächliches Ge-
schehen für die von ihm chirurgisch am 25. Mai 2021 adressierten Schul-
terbeschwerden und ziehe diese als Indikation heran (S. 7). 

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 19

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; Entscheid des 
BGer vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3). Trotz dieser grundsätzli-
chen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizini-
scher Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie ei-
nem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versiche-
rungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll 
ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie-
den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der 
versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Be-
richt eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pau-
schale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 20

E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 
65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; Entscheid des 
BGer vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3). Beratende Ärzte eines 
Versicherungsträgers sind, was den Beweiswert ihrer ärztlichen Beurteilung 
angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (Entscheid des BGer 
vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3).

4.4.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3).

4.5 Die Beschwerdegegnerin 1 stützt sich im Einspracheentscheid vom 
17. März 2022 (act. II 152) in medizinischer Hinsicht auf die Aktenbeurtei-
lung des PD Dr. med. C.________ von 16. Februar 2022 (act. II 149), mit 
welcher eine Rückfallkausalität zwischen dem Motorradunfall vom 23. Au-
gust 2016 und den in der Schadenmeldung vom 25. Juni 2021 (act. II 92) 
gemeldeten rechtsseitigen Schulterbeschwerden verneint wurde. Diese 
Beurteilung erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 4.4 hiervor). Dass es sich bei diesem Bericht um einen Aktenbericht 
handelt und PD Dr. med. C.________ keine eigene Untersuchung durchge-
führt hat, mindert dessen Beweiskraft nicht, denn der Facharzt konnte sich 
aufgrund der vorliegenden Akten ein gesamthaft lückenloses und absch-
liessendes Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtige Situation ma-
chen (vgl. E. 4.4.3 hiervor). Der Orthopäde hatte insbesondere Kenntnis 
von der früheren Einschätzung des Dr. med. G.________ (act. IIA M18) 
und berücksichtigte die intraoperativen Befunde anlässlich der Operation 
vom 5. Dezember 2016 (act. II 47) sowie die verschiedenen bildgebenden 
(Verlaufs-)Untersuchungen (act. II 20, act. II 24, act. II 105 und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 21

act. IIA M13). Er setzte sich differenziert mit den empirischen medizinwis-
senschaftlichen Erkenntnissen (act. II 149 S. 5 und S. 8 f.) sowie den 
divergierenden Ausführungen des Dr. med. D.________ (act. IIA M24) 
auseinander (act. II 149 S. 6). Er gelangte – wie im Übrigen bereits der 
Suva-Kreisarzt med. pract. H.________ in seinen Beurteilungen vom 9. Juli 
2021 (act. II 106) bzw. vom 29. November 2021 (act. II 123) – zum 
Schluss, dass das Ereignis vom 23. August 2016 zu keiner strukturellen 
Verletzung der Supraspinatussehne geführt hatte und die PASTA-Läsion 
der Supraspinatussehne, welche von Dr. med. E.________ als Indikation 
für die Operation vom 25. Mai 2021 (act. IIA M15) gestellt wurde, nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit durch eine allenfalls nach dem Eingriff 
vom 5. Dezember 2016 durch Dr. med. E.________ (act. Il 47) 
zurückgebliebene Schulterinstabilität verursacht worden war. Diese 
Beurteilung ist nachvollziehbar und überzeugt. Weitere 
Sachverhaltserhebungen, insbesondere in Form eines 
Administrativgutachtens nach Art. 44 ATSG – wie es die Beschwerdeführe-
rin in der Beschwerde im Verfahren UV/2022/265 S. 2 Ziff. I Ziff. 1 bean-
tragt –, erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu auch 
Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin 1 S. 11 Ziff. III Ziff. 9).

4.6 Die Beschwerdegegnerin 2 stützt sich in ihrem Einspracheentscheid 
vom 8. April 2022 (act. IIA A85) in medizinischer Hinsicht auf die Aktenbe-
urteilung von Dr. med. D.________ vom 7. Januar 2022 (act. IIA M24). 
Diese vermag den von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Be-
weiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 4.4 hiervor) nicht zu genügen, da zumindest geringe Zweifel an der Ein-
schätzung des internen medizinischen Beratungsdienstes der Generaldi-
rektion bestehen. Vorab erklärte Dr. med. D.________ im Zusammenhang 
mit dem Schadenmechanismus, ein "Unfall im eigentlichen Sinn" sei nicht 
beschrieben worden (act. IIA M24 S. 9), womit er über einen rechtlichen 
Aspekt mutmasste, was ausserhalb seiner Kompetenz liegt. Sodann ging 
er von einer vorübergehenden Verschlimmerung des (asymptomatischen) 
Vorzustandes an der rechten Schulter aus und bejahte damit – zumindest 
für die "Phase der ersten drei Monate" – den leistungsbegründenden natür-
lichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 10. Juli 2020 
und den erneuten Schulterbeschwerden (act. IIA M24 S. 11 Ziff. III Ziff. 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 22

Den postulierten Eintritt des Status quo sine per Ende September 2020 
begründete er jedoch nicht nachvollziehbar. Zwar verwies er auf eine an-
geblich dokumentierte symptomfreie Brücke von sieben Monaten, indes 
wurde bereits etabliert, dass nach dem vorläufigen Behandlungsabschluss 
im November 2020 (act. IIA A11 und act. IIA M4) trotz der weitergeführten 
Physiotherapie sehr wohl Schulterbeschwerden persistierten (vgl. E. 4.2.2 
vorstehend). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung des inkriminierten 
Ereignisses per Ende September 2020 – wofür die Beschwerdegegnerin 2 
die objektive Beweislast trägt (vgl. E. 4.2.2 hiervor) – ist damit nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen. Zwar hat die Beschwerde-
gegnerin 2 in der Stellungnahme vom 8. August 2022 zutreffend darauf 
hingewiesen, dass PD Dr. med. C.________ in seiner Beurteilung vom 
16. Februar 2022 (act. II 149) keine Aussagen zur Kausalität zwischen den 
am 25. Mai 2021 operativ behandelten Schulterbeschwerden und dem Er-
eignis vom 10. Juli 2020 gemacht hat, jedoch hatte der Kreisarzt 
med. pract. H.________ zuvor in seiner Beurteilung vom 29. November 
2021 (act. II 123 S. 6) nicht nur angenommen, die PASTA-Läsion der Su-
praspinatussehne sei auf den zweiten Unfall zurückzuführen, sondern 
auch, dass dieses Ereignis vom 10. Juli 2020 gar zu einer richtunggeben-
den Verschlimmerung des voroperierten, ebenfalls auf einen Unfall zurück-
zuführenden Vorzustandes geführt habe. Mit der diesbezüglichen Aktenbe-
urteilung setzte sich Dr. med. D.________ nicht vertieft auseinander 
(act. IIA M24 S. 12 Ziff. 5). Wenngleich der Umstand, dass die eigentliche 
Läsion der Supraspinatussehne nicht bereits anlässlich der initialen Bildge-
bung am 15. Juli 2020 (act. IIA M3), sondern erst im Arthro-MRI vom 
30. April 2021 (act. IIA M13) bzw. intraoperativ (act. IIA M15) klar befundet 
wurde, grundsätzlich gegen die Unfallkausalität dieser spezifischen struktu-
rellen Verletzung sprechen mag, wäre damit dennoch nicht ausgewiesen, 
dass per Ende September 2020 ein Zustand erreicht war, wie er sich nach 
schicksalsmässigem Verlauf des Vorzustandes auch ohne die tätliche Aus-
einandersetzung vom 10. Juli 2020 eingestellt hätte. Nach dem Gesagten 
erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. 
Die Beschwerdegegnerin 2 hat deshalb eine verwaltungsexterne Begutach-
tung zur Klärung der Frage, wie es sich mit der Kausalität zwischen dem 
Ereignis vom 10. Juli 2020 und den am 25. Mai 2021 operierten Beschwer-
den an der Schulter rechts verhält, nachzuholen und hiernach erneut über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 23

den Anspruch auf die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen über den 
31. Oktober 2020 hinaus zu entscheiden.

5.

Nach dem Dargelegten (vgl. E. 4.5 hiervor) erweist sich der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 17. März 2022 der Beschwerdegegnerin 1 
(act. II 152) als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde im Ver-
fahren UV/2022/265 ist abzuweisen. Hingegen ist in Gutheissung der Be-
schwerde im Verfahren UV/2022/323 der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 8. April 2022 (act. IIA A85) aufzuheben und die Sache zur Vor-
nahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessen-
dem Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin 2 zurück-
zuweisen (vgl. E. 4.6 hiervor).

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang im Beschwerdeverfahren UV/2022/265 hat die 
unterliegende Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

6.3 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Im Beschwerdeverfahren UV/2022/323 
macht Rechtsanwalt B.________ mit Kostennote vom 29. August 2022 
einen Aufwand von 22 Stunden, entsprechend einem Honorar von 
Fr. 6'569.70 (inkl. Auslagen und MWST), geltend. Der veranschlagte zeitli-
che Aufwand erscheint mit Blick auf die sich vorliegend stellenden, lediglich 
durchschnittlich komplexen tatsächlichen und rechtlichen Fragen, der we-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 24

nig umfangreichen einschlägigen, in beiden Verfahren relevanten medizini-
schen Akten und dem Umstand, dass Rechtsanwalt B.________ die Be-
schwerdeführerin in beiden hier vereinigten Verfahren vertrat, sowie insbe-
sondere auch im Vergleich zu gleich bzw. ähnlich gelagerten Fällen als zu 
hoch. Mit Blick auf die gesamten Umstände und unter Berücksichtigung 
des erfolgten einfachen Schriftenwechsels sowie der Tatsache, dass die 
medizinischen Akten in den beiden hier vereinigten Verfahren jeweils 
wechselseitig massgebend waren, wird vorliegend eine Parteientschädi-
gung von insgesamt pauschal Fr. 4'000.– (inkl. Auslagen und MWST) fest-
gesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin 2 der Beschwerdefüh-
rerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde vom 2. Mai 2022 im Verfahren UV/2022/265 wird ab-
gewiesen.

2. In Gutheissung der Beschwerde vom 23. Mai 2022 im Verfahren 
UV/2022/323 wird der angefochtene Einspracheentscheid der AXA 
Versicherungen AG vom 8. April 2022 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin 2 zurückgewiesen, damit sie – nach Vornah-
me der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. Im Beschwerdeverfahren UV/2022/265 wird keine Parteientschädigung 
zugesprochen. Im Beschwerdeverfahren UV/2022/323 hat die 
Beschwerdegegnerin 2 der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'000.–, zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2022, UV/22/265, Seite 25

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva
- AXA Versicherungen AG, Generaldirektion 
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.