# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 871d3773-4f28-571a-be41-1bc21afbba9d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-29
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 29.01.2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_empfehlung-vom-29jan_2014-01-29.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB  

 

 Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 058 462 43 95, Fax 058 465 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 

 

Bern, 29. Januar 2014 
 
 
 

Empfehlung 
 
 

gemäss Art. 14 des 
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
 
 

zum Schlichtungsantrag von  
 
 

X 
(Antragsteller) 

 
 

gegen 
 
 

Kommission für Technologie und Innovation KTI 
 
 

 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 

1. Der Antragsteller (Journalist) hat mit E-Mail vom 22. Februar 2012 bei der Kommission für 
Technologie und Innovation KTI um Einsicht in folgende Unterlagen ersucht:  

a) „Liste sämtlicher bewilligter Projekte im Rahmen des Sonderprogramms zur 
Innovationsförderung 2011, inklusive Angaben der zuständigen Forschungsstelle sowie der 
beteiligten Projektpartner (exportorientierte Unternehmen)“ [nachfolgend: Liste A] 

b) „Liste sämtlicher eingereichten Projekte/Gesuche im Rahmen des Sonderprogramms zur 
Innovationsförderung 2011, inklusive Angaben der zuständigen Forschungsstelle sowie der 
beteiligten Projektpartner (exportorientierte Unternehmen)“ [nachfolgend: Liste B] 

2. Mit E-Mail vom 7. März 2012 nahm die KTI Stellung zum Gesuch und teilte dem Antragsteller 
mit, dass man zum Schluss gelangt sei, der Zugang könne zu einem Teil der gewünschten 
Dokumente nicht gewährt werden. 
Zur Liste A des Zugangsgesuches führte die KTI aus, die beantragte Liste sämtlicher bewilligter 
Projekte falle unter die Ausnahmebestimmung in Art. 7 Abs. 1 Bst. g BGÖ (Schutz von Berufs-, 
Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnissen). Demnach spreche die Nennung eines 
Unternehmens in Verbindung mit einem konkreten Projekttitel gegen einen Zugang, da damit 
Rückschlüsse auf geplante oder laufende Forschungsprojekte dieser Unternehmen möglich 
seien. Solche Daten würden dem Geschäftsgeheimnis unterliegen und seien von der KTI noch 
nie zugänglich gemacht worden. 

 

 

 

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Zur Liste B des Zugangsgesuches stellte sich die KTI auf den Standpunkt, dass an einer 
solchen kein überwiegendes öffentliches Interesse bestehe, da es sich dabei um nicht bewilligte 
Projekte handle. Hier stehe der Schutz der Privatsphäre der betroffenen Unternehmen gemäss 
Art. 7 Abs. 2 BGÖ im Vordergrund, weshalb die entsprechende Liste nicht zugänglich gemacht 
werden könne. 
Schliesslich teilte die KTI dem Antragsteller folgendes mit: 
„Zu den bewilligten Projekten und den beteiligten Hochschulen geben wir jederzeit und gern 
Auskunft. Die KTI bezahlt die Forschungsgelder ausschliesslich an die Hochschulen aus und 
macht hierzu öffentlich, welche Projekte während den Sondermassnahmen gefördert wurden. 
Sie finden die Daten (Projekttitel und Hochschulen) in der ARAMIS-Datenbank1  
http://www.aramis.admin.ch/Default.aspx?page=Projektsuche.2“ 

3. Am 21. März 2012 reichte der Antragsteller einen Schlichtungsantrag beim Eidgenössischen 
Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) ein. In Bezug auf die Begründung 
der Zugangsverweigerung zur Liste A seines Zugangsgesuches führte der Antragsteller aus, 
dass Art. 7 Abs. 1 BGÖ nicht eine vollständige Zugangsverweigerung vorsehe, sofern durch 
eine Zugänglichmachung Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisse offenbart werden 
könnten, sondern die Einsicht auch bloss eingeschränkt werden könne. Weiter gehe aus der 
Begründung der Zugangsverweigerung seitens der KTI nicht hervor, weshalb schon nur die 
Nennung eines Unternehmens in Verbindung mit einem Projekttitel das 
Geheimhaltungsinteresse eines Marktteilnehmers verletzen solle. Alleine die Tatsache, dass 
das Unternehmen X am Forschungsprojekt Y beteiligt sei, könne seiner Ansicht nach keine 
Verletzung des Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisses bedeuten. Darüber hinaus 
habe er – gerade um dem Schutz von Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnissen 
Rechnung zu tragen – in seinem Zugangsgesuch nicht um Zugang zu den detaillierten Projekt-
Dossiers, sondern lediglich um Einsicht in eine Liste mit der Übersicht der geförderten Projekte 
inklusive der beteiligten Projektpartner ersucht.  
Im Hinblick auf die Begründung der Zugangsverweigerung zur Liste B rügte der Antragsteller, 
die KTI habe keine Interessenabwägung vorgenommen und sei auf das seinerseits dargestellte 
öffentliche Interesse gar nicht erst eingegangen. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, 
dass die KTI von insgesamt 1064 eingereichten Gesuchen 519 Gesuche gar nicht erst 
bearbeitet und demnach also nicht geprüft habe. Aufgrund der im September 2011 vom 
Bundesrat der KTI zusätzlich zugesprochenen Fördermittel im Umfang von 100 Millionen 
Franken sowie der Anzahl berücksichtigter bzw. nicht berücksichtigter Unternehmen dränge 
sich die Frage auf, inwiefern die Auswahl der geförderten Projekte nach für alle Marktteilnehmer 
transparenten Kriterien getroffen worden sei. Um den Anschein behördlicher Willkür 
auszuräumen und dem erläuterten öffentlichen Interesse an Transparenz Nachachtung zu 
verschaffen, sei es erforderlich, im Rahmen einer solch wichtigen politischen und 
wirtschaftlichen Massnahme eine minimale Kontrolle der Abläufe innerhalb der KTI zu 
gewährleisten. 

4. Mit Schreiben vom 23. März 2012 bestätigte der Beauftragte gegenüber dem Antragsteller den 
Eingang seines Schlichtungsantrages und forderte zugleich die KTI auf, alle relevanten 
Dokumente sowie eine ausführliche Stellungnahme einzureichen.  

                                                      
1  Das Informationssystem ARAMIS beinhaltet Informationen zu Forschungs-, Entwicklungs- sowie Evaluationsprojekten der 

Schweizerischen Bundesverwaltung. Es soll, gestützt auf den Willen der Regierung und des Parlaments, den Interessierten 
Informationen über die vom Bund finanzierten oder durchgeführten Forschungsarbeiten liefern, die Koordination verbessern 
und Transparenz schaffen. Diese Webseite zur Suche relevanter Informationen ist Teil eines umfassenden 
Informationssystems der Bundesverwaltung (Zitat der Startseite von ARAMIS, www.aramis.admin.ch). 

2  Zuletzt besucht am 9.1.2014. 

http://www.aramis.admin.ch/Default.aspx?page=Projektsuche

 

 

 

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5. Am 5. April 2012 reichte die KTI eine Stellungnahme ein, welche sich inhaltlich im Wesentlichen 
mit jener an den Antragsteller vom 7. März 2012 (vgl. Ziffer 2) deckte.  

6. Nach einer telefonischen Besprechung mit der KTI vom 13. September 2013 forderte der 
Beauftragte die KTI gleichentags per E-Mail dazu auf, ihm die vom Antragsteller verlangten, bis 
anhin noch nicht zugestellten Listen zukommen zu lassen. 

7. Mit E-Mail vom 20. September 2013 bat die KTI den Beauftragten um Erläuterung der 
rechtlichen Grundlagen, auf denen seine Aufforderung zur Einreichung der verlangten Listen 
basiere. Entsprechende Erläuterungen liess er der KTI umgehend zukommen. 

8. Am 30. September 2013 wurden die verlangten Listen in elektronischer Form sowie eine 
ergänzende Stellungnahme, datiert vom 27. September 2013, von der KTI dem Beauftragten 
übergeben. 
In dieser Stellungnahme wies die KTI darauf hin, dass sie nach wie vor die Ansicht vertrete, die 
vom Antragsteller verlangten Listen würden unter die Ausnahmebestimmung in Art. 7 Abs. 1 
Bst. g BGÖ (Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisse) fallen, da die Nennung eines 
Unternehmens in Verbindung mit einem konkreten Projekttitel Rückschlüsse auf geplante oder 
laufende Forschungsprojekte ermögliche, was zu einer Wettbewerbsverzerrung zwischen den 
Marktteilnehmern führe. Weiter unterstrich die KTI die absolute Notwendigkeit zur Einhaltung 
der Vertraulichkeit in Bezug auf entsprechende Angaben der Innovationsförderung. Die 
Wirtschaftspartner müssten auf die absolute Vertraulichkeit ihrer geplanten Vorhaben und ihres 
Projektengagements vertrauen können, da andernfalls die Akzeptanz und Nutzung der 
Innovationsförderung der KTI massiv sinken würde und der volkswirtschaftliche Schaden sowie 
der Reputationsschaden für die KTI gravierend wären. Die Geheimhaltung entsprechender 
Vorhaben bilde folglich elementare Voraussetzung für Erfolge im Innovationswettbewerb. 
Ebenso wies die KTI darauf hin, dass sich die Sensitivität und Bedeutung von 
Geschäftsgeheimnissen im Bereich der Innovationsförderung auch daraus ergebe, dass Fragen 
speziell zum Schutz und zu den Rechten am geistigen Eigentum auf Verordnungsstufe 
ausführlich und gesondert geregelt seien. Schliesslich äusserte die KTI die Befürchtung, dass 
eine durch die Zugänglichmachung der verlangten Informationen erfolgende „Nennung von 
Einzelfirmen in einem öffentlichen Artikel – unabhängig davon, ob deren Gesuch bewilligt, 
abgelegt oder nicht behandelt wurde – gravierende Fragen zur Vertrauenswürdigkeit der KTI im 
Umgang mit Gesuchsdaten aufkommen liesse.“ 

9. Nach einer telefonischen Unterredung zwischen dem Beauftragten und der KTI vom 
3. Oktober 2013, in welcher er die KTI auf eine bereits ergangene Empfehlung zu einem 
vergleichbaren Sachverhalt aufmerksam gemacht hatte, reichte letztere mit E-Mail vom 17. 
Oktober 2013 eine weitere Stellungnahme ein. Darin bestätigte sie ihre bisherige Haltung 
vollumfänglich und äusserte sich zu ihrer Ansicht nach klar bestehenden Unterschieden 
zwischen dem vorliegenden Fall und jenem, welcher der Empfehlung des EDÖB vom 7. August 
2013: BLW / Empfängerlisten Verkäsungs- und Siloverzichtszulage zugrunde lag. Daraus 
ergebe sich, dass ein direkter Vergleich der beiden Fälle nicht möglich sei. 

10. Auf die weiteren Ausführungen des Antragsstellers und der KTI sowie auf die eingereichten 
Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/00890/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoB_gmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--
http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/00890/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoB_gmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

 

 

 

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II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

11. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten 
einreichen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt 
oder verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine 
Stellungnahme abgibt.  

12. Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur auf Grund eines schriftlichen 
Schlichtungsantrags tätig.3 Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Person, 
die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen hat. Für 
den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss hervorgehen, 
dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag muss innert 
20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht werden. 

13. Der Antragsteller hat ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ bei der KTI eingereicht und eine 
ablehnende Antwort erhalten. Als Teilnehmer an einem vorangegangenen Gesuchsverfahren ist 
er zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. Der Schlichtungsantrag wurde 
formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der 
Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht.  

14. Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens im 
Detail obliegt alleine dem Beauftragten.4 

15. Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche 
Lösung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der 
Angelegenheit eine Empfehlung abzugeben.  

B. Materielle Erwägungen  

16. Der Beauftragte prüft nach Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der 
Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ; SR 152.31) die Rechtmässigkeit und die 
Angemessenheit der Beurteilung des Zugangsgesuches durch die Behörde. Er prüft damit im 
Schlichtungsverfahren einerseits beispielsweise, ob die für das Zugangsgesuch zuständige 
Behörde den Begriff des amtlichen Dokumentes (Art. 5 BGÖ) sowie die in Art. 7 f. BGÖ 
vorgesehenen Ausnahmeklauseln oder die Bestimmungen in Bezug auf den Schutz der 
Personendaten (Art. 9 BGÖ) rechtmässig angewendet hat. Andererseits prüft er in jenen 
Bereichen, in denen das Öffentlichkeitsgesetz der Behörde bei der Bearbeitung eines 
Zugangsgesuches einen gewissen Ermessensspielraum verleiht (z.B. Art der Einsichtnahme in 
amtliche Dokumente), ob die von der Behörde gewählte Lösung auf die Umstände des 
jeweiligen Falls abgestimmt und angemessen ist. Dabei kann der Beauftragte entsprechende 
Vorschläge im Rahmen des Schlichtungsverfahrens machen (Art. 12 Abs. 2 VBGÖ) oder 
gegebenenfalls eine Empfehlung erlassen (Art. 14 BGÖ). 

17. Der Beauftragte prüft im Folgenden die Frage der Zugänglichkeit für die beiden vom 
Antragsteller verlangten Listen A und B gesondert (vgl. Ziffer 1). Dabei gilt es zu beachten, dass 

                                                      
3 BBl 2003 2023. 
4 BBl 2003 2024. 

 

 

 

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die Liste A (mit sämtlichen bewilligten Projekten) einen Teil der Liste B (mit sämtlichen 
eingereichten Projekten/Gesuchen) darstellt. Die Liste B umfasst demnach alle bewilligten 
Gesuche (= Liste A), alle abgelehnten Gesuche sowie schliesslich alle nicht behandelten 
Gesuche. Soweit im Folgenden von der Liste B gesprochen wird, sind damit – um 
Überschneidungen zu vermeiden – nur noch die in der Liste B enthaltenen abgelehnten bzw. 
nicht berücksichtigten Gesuche gemeint.  

18. Zur Zugänglichkeit der Liste A machte die KTI mit Blick auf den Ausnahmekatalog in Art. 7 BGÖ 
geltend, die Nennung von Firmennamen in Verbindung mit konkreten Projekttiteln lasse 
Rückschlüsse auf geplante oder laufende Forschungsprojekte dieser Unternehmen zu, weshalb 
entsprechende Informationen dem Geschäftsgeheimnis gemäss Art. 7 Abs. 1 Bst. g BGÖ 
unterliegen würden.  

19. Nach Art. 7 Abs. 1 Bst. g BGÖ ist der Zugang zu amtlichen Dokumenten einzuschränken, 
aufzuschieben oder zu verweigern, wenn durch seine Gewährung Berufs-, Geschäfts-.oder 
Fabrikationsgeheimnisse offenbart werden können. Nach der Botschaft darf das 
Öffentlichkeitsprinzip nicht dazu führen, dass solche Geheimnisse ausserhalb der Verwaltung 
stehender Dritter offenbart werden müssen.5 Fraglich ist, welche Unternehmensinformationen 
als Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnis einzustufen sind.  
Ein Geheimnis muss, damit ein Geschäftsgeheimnis vorliegt, nach dem Gegenstand beschränkt 
sein und eine geschäftlich relevante Information betreffen. Als Geschäftsgeheimnisse kommen 
all jene Tatsachen in Betracht, welche in irgendeiner Weise für die Organisation und die 
geschäftliche Tätigkeit eines Unternehmens von Bedeutung sind.6 Das Geschäftsgeheimnis 
betrifft Innen- sowie Aussenverhältnisse des Unternehmens, die für Konkurrenten wissenswert 
sind. Das Geschäftsgeheimnis hat folglich kaufmännische und betriebswirtschaftliche 
Tatsachen zum Gegenstand.7 Beispiele für Geschäftsgeheimnisse sind etwa Absatzmög-
lichkeiten, Preis- und Rabattpolitik, Kalkulationen, Informationen zur allgemeinen Geschäftslage 
sowie künftige geschäftliche Absichten, Planung zur Lancierung eines Produktes, Fehlschlag 
eines Projektes etc.8 

20. In der schweizerischen Gesetzgebung werden die Begriffe „Geschäfts- oder 
Fabrikationsgeheimnis“ nicht definiert. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche 
sich im Wesentlichen anhand von Art. 162 StGB9 und Art. 6 UWG10 herausgebildet hat, gelten 
„alle Tatsachen als Geheimnisse, die weder offenkundig noch allgemein zugänglich sind, wobei 
der Geheimnisherr an ihnen ein berechtigtes Interesse haben muss und sie tatsächlich geheim 
halten will“.11 Nicht die Tatsachen an und für sich bilden das Geheimnis, sondern das Wissen 
des betreffenden Geheimnisherrn um sie. Ein Geheimnis liegt somit dann vor, wenn kumulativ 
folgende drei Voraussetzungen gegeben sind: Die fraglichen Tatsachen sind relativ unbekannt, 
der Geheimnisherr hat ein berechtigtes Geheimhaltungsinteresse und es besteht ein 
Geheimniswille.12  

 

                                                      
5  BBl 2003 2011 f.   
6  CARL BAUDENBACHER/JOCHEN GLÖCKNER, in: Carl Baudenbacher, Lauterkeitsrecht, Kommentar zum Gesetz gegen den 

unlauteren Wettbewerb (UWG), Basel 2001, Art.6 N 34.  
7  RAMON MABILLARD, in: Peter Jung / Philipp Spitz (Hrsg.), Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz gegen den 

unlauteren Wettbewerb (UWG), Bern 2010, Art. 6 N 16. 
8  Vgl. BAUDENBACHER/GLÖCKNER, (a.a.O.), Art. 6 N 34; MABILLARD, (a.a.O.), Art. 6 N 16.   
9  Schweizerisches Strafgesetzbuch; SR 311.0. 
10  Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb; SR 241. 
11  BGE 80 IV 22 E. 2.a; 103 IV 283 E. 2.b; 109 Ib 47 E. 5.c; 118 Ib 547 E. 5. 
12  BSK-StGB II - MARC AMSTUTZ / MANI REINERT, Art.162 N 11. 

 

 

 

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21. Das erste Merkmal des Geheimnisses bedingt eine Tatsache, die relativ unbekannt ist, was 
gegeben ist, wenn diese nur einem engen Personenkreis geläufig ist.13 Nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts geht der Geheimnischarakter einer Tatsache verloren, 
sobald sie offenkundig wird oder allgemein zugänglich ist.14 Das zweite Merkmal des 
Geheimnisses besteht darin, dass die Nichtzugänglichkeit der betreffenden Information vom 
Geheimnisherrn gewollt ist. Der Geheimhaltungswille muss durch den Geheimnisherrn 
ausdrücklich bekundet oder aus den Umständen durch konkludentes Verhalten erkenntlich 
sein.15 Er kann sich jedoch nur auf jene Tatsachen beziehen, die weder offenkundig noch 
allgemein zugänglich sind. Das dritte Merkmal des Geheimnisses ist erfüllt, wenn für die 
Geheimhaltung der Tatsachen ein objektiv berechtigtes Interesse nachgewiesen werden kann. 
Im Öffentlichkeitsgesetz richtet sich das öffentliche Interesse wie im Lauterkeitsrecht auf die 
Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und damit auf die 
Unternehmenstätigkeit. Ein berechtigtes objektives Geheimhaltungsinteresse wird nur dann 
bejaht, wenn die geheim zu haltenden Informationen das Ergebnis wirtschaftlicher Vorgänge 
beeinflussen können. Das Geheimnis muss für das einzelne Unternehmen (d.h. nicht für einen 
Wirtschaftzweig) von wirtschaftlichem Wert und von Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit 
sein.16 Geheim sind nur wesentliche Daten, deren Kenntnisnahme durch die Konkurrenz 
Marktverzerrungen bewirken bzw. dazu führen würde, dass dem betroffenen Unternehmen ein 
Wettbewerbsvorteil genommen wird.17 Von einem berechtigten Geheimhaltungsinteresse kann 
dann nicht gesprochen werden, wenn diese Interessen im Widerspruch zur Rechtsordnung 
stehen.18 

22. Für die Frage, welche konkreten Informationen vorliegend allenfalls einen erhöhten 
Schutzbedarf aufweisen könnten und der Zugang zu ihnen demnach möglicherweise 
einzuschränken, aufzuschieben oder zu verweigern wäre, gilt es zunächst festzuhalten, welche 
Art von Informationen in den beiden von der KTI dem Beauftragten übergebenen Listen 
überhaupt vorhanden sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die KTI nicht exakt jene zwei 
Listen einreichte, welche der Antragsteller verlangt hatte (also eine Liste mit sämtlichen 
bewilligten Projekten, Liste A, und eine Liste mit allen eingereichten Projekten/Gesuchen, Liste 
B – vgl. Ziffer 1), sondern eine Liste mit allen behandelten Gesuchen (also den – z.T. unter 
Auflagen – bewilligten und den abgelehnten Gesuchen, nachfolgend: Liste 1) und eine Liste mit 
allen nicht behandelten Gesuchen (nachfolgend: Liste 2).  
Die Liste 1 besteht aus folgenden Spalten:  
Gesuchsnummer, Jahr, Status (= Entscheid), Forschungsstätte, Partnertyp, detaillierter Name 
des Partners und Projekttitel.  
Nicht angegeben wird in der an den Beauftragten ausgehändigten Liste 1 der jeweilige 
Förderbeitrag der KTI in CHF für die bewilligten Projekte. Darauf wird noch zurückzukommen 
sein (vgl. dazu hinten Ziffer 31).  
Die Liste 2 besteht aus folgenden Spalten:  
Projekttitel, federführender Forschungspartner und Hauptumsetzungspartner (Name Firma).  
Der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber wird im Folgenden weiterhin von den beiden Listen 
A und B gesprochen (vgl Ziffer 17). 

                                                      
13  BSK-StGB II - MARC AMSTUTZ / MANI REINERT, Art.162 N 12. 
14  BGE 80 IV 22; 88 II 319; ausführlich dazu BSK-StGB II, MARC AMSTUTZ / MANI REINERT, Art. 162 N 12; 

BAUDENBACHER/GLÖCKNER, (a.a.O.), Art. 6 N 6 ff.; MABILLARD, (a.a.O.), Art. 6 N 9 ff. 
15  BAUDENBACHER/GLÖCKNER, (a.a.O.), Art. 6 N 16 ff.; MABILLARD, (a.a.O.), Art. 6 N 12. 
16  BGE 109 Ib 47 E. 5.c; BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., Art. 6 N 25 ff.; MABILLARD, a.a.O., Art. 6 N 11.   
17  BERTIL COTTIER/RAINER J. SCHWEIZER/NINA WIDMER, in: Brunner/Mader (Hrsg.), Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 7, 

RZ 41. 
18  FRIEDRICH SCHOCH, Informationsfreiheitsgesetz, Kommentar, München 2009, § 6 RZ 50.   

 

 

 

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23. Für die Zugänglichkeit der Liste A gilt es zunächst klarzustellen, dass einige der in Liste A 
enthaltenen Informationen auf der bereits erwähnten Forschungs- und Entwicklungsplattform 
ARAMIS (vgl. Ziffer 2) veröffentlicht wurden. Es sind dies folgende Informationen betreffend die 
bewilligten Projekte: 
Projektnummer, Start- und Enddatum, Forschungsstätte inkl. Kontaktperson, Projekttitel sowie 
die bewilligten Gesamtkosten. Mit Blick auf die vom Antragsteller verlangte Liste A bedeutet 
dies, dass bis auf die Angabe des jeweils involvierten Unternehmens (Firmenname) bereits alle 
vom Antragsteller begehrten Informationen publiziert wurden. Für die vom Antragsteller 
verlangte Liste A bleibt für den Beauftragten mit Blick auf den Ausnahmekatalog in Art. 7 Abs. 1 
BGÖ folglich einzig zu prüfen, ob die über die bereits publizierten Informationen hinausgehende 
Nennung der an den bewilligten Projekten beteiligten Unternehmen und damit insbesondere die 
Kombination von Firmenname und konkretem Projekttitel eine Information darstellt, welche 
gemäss Art. 7 Abs. 1 Bst. g BGÖ (Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnis) eine 
Einschränkung, einen Aufschub oder eine Verweigerung des Zugangs zu rechtfertigen vermag.  

24. Bezug nehmend auf die bereits erörterten Tatbestandsmerkmale des Geschäftsgeheimnisses 
(vgl. Ziffer 21) stellt der Beauftragte fest, dass die Firmennamen jener Unternehmen, die in die 
geförderten Projekte involviert sind, kombiniert mit dem jeweiligen Projekttitel, vermutlich nicht 
allgemein bekannt sind. Immerhin ist der Kreis jener Personen, welche Kenntnis dieser 
kombinierten Information haben, als relativ umfangreich zu bezeichnen. Einerseits ist davon 
auszugehen, dass die Information über eine Teilnahme an einem von der KTI geförderten 
Projekt (inkl. Projekttitel) innerhalb des betroffenen Unternehmens selbst bereits zwangsläufig 
einer Mehrzahl von Personen bekannt ist. Andererseits dürfte die entsprechende Information 
(Name des Unternehmens und Projekttitel) auch bei dem am jeweiligen Projekt beteiligten 
Forschungsinstitut einem nicht unerheblichen Personenkreis bekannt sein. Schliesslich finden 
sich etwa auf dem Internet zahlreiche Medienberichte, in welchen Unternehmen freiwillig über 
eine Teilnahme an einem von der KTI geförderten Projekt inkl. Projekttitel und Projektbeschrieb 
informieren. Für den Beauftragten ist daher fraglich, ob im Rahmen der Prüfung des ersten 
Tatbestandsmerkmales noch von „relativer Unbekanntheit“ dieser Informationen oder einem 
„engem Personenkreis“, der über die entsprechende Information verfügt, gesprochen werden 
kann. Damit ist das erste Tatbestandsmerkmal des Geheimnisbegriffs zwar noch nicht ohne 
Weiteres zu verneinen, aber doch zumindest in Zweifel zu ziehen.  

25. Was den Geheimhaltungswillen des Geheimnisherrn (betroffene Unternehmen)19 anbelangt, so 
ist für den Beauftragten vorliegend nicht feststellbar, ob ein solcher bei allen betroffenen 
Unternehmen vorhanden ist und von allen ausdrücklich bekundet wurde. Eine entsprechende 
Überprüfung bzw. Rücksprache mit allen betroffenen Unternehmen durch die KTI erscheint mit 
Blick auf die grosse Zahl bewilligter Projekte (49020 bewilligte Gesuche gemäss Liste 1 der KTI) 
nach Ansicht des Beauftragten denn auch als unverhältnismässig und ist der KTI folglich nicht 
ohne Weiteres zumutbar. Im Übrigen stellt sich in Bezug auf jene Unternehmen, welche mit 
ihrem Gesuch (bzw. ihren Gesuchen) nicht berücksichtigt wurden oder einen negativen 
Entscheid erhielten, die Frage, ob es nicht sogar in deren Interesse wäre, wenn die KTI 
transparent darüber informieren müsste, welche Unternehmen (allenfalls regelmässig) in den 

                                                      
19  Als Geheimnisherr über die kombinierte Information von Firmenname und konkretem Projekttitel kommt vorliegend nur das 

jeweilige betroffene Unternehmen selbst in Betracht, nicht etwa die KTI als potenzielle Informationslieferantin. 
20  Gemäss Liste 1, welche die KTI dem Beauftragten anlässlich des Schlichtungsverfahrens einreichte, wurden im Rahmen des 

Sonderprogramms zur Innovationsförderung 2011 insgesamt 1090 Gesuche eingereicht, wovon 490 (teilweise mit und 
teilweise ohne Auflagen) bewilligt wurden. In der offiziellen Mitteilung auf der Website der KTI 
(http://www.kti.admin.ch/aktuell/00021/00150/00151/index.html?lang=de, zuletzt besucht am 21.1.2014) ist hingegen von 
total 1064 Gesuchen die Rede, wovon 246 bewilligt und 299 abgelehnt worden seien. Woraus sich diese erhebliche 
Differenz ergibt, ist für den Beauftragten alleine aus dem entsprechenden Dokument nicht nachvollziehbar. Für die Frage der 
Zugänglichkeit der verlangten Informationen ist die genaue Zahl der bewilligten Gesuche schliesslich irrelevant.  

http://www.kti.admin.ch/aktuell/00021/00150/00151/index.html?lang=de

 

 

 

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Genuss von staatlicher Förderung kommen und welche demgegenüber (allenfalls regelmässig) 
leer ausgehen oder nicht berücksichtigt werden. Ob das zweite Merkmal des Geheimnisbegriffs 
demnach gegeben ist, bleibt für den Beauftragten fraglich, kann vorliegend jedoch ohnehin 
offen bleiben, da sogleich auf das dritte Merkmal abgestellt werden kann. 

26. Was das dritte Merkmal, nämlich das objektiv berechtigte Geheimhaltungsinteresse, anbelangt, 
so ist der Beauftragte der Ansicht, dass es der KTI im Rahmen des Schlichtungsverfahrens 
nicht gelungen ist, nachvollziehbar darzulegen – geschweige denn zu beweisen21 –, dass die 
Bekanntgabe von Firmennamen in Kombination mit konkreten Projekttiteln tatsächlich zur 
Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen und damit zu einem Wettbewerbsnachteil für die 
betroffenen Unternehmen führen würde.  
In Bezug auf einen angeblichen Wettbewerbsnachteil gibt der Beauftragte zu bedenken, dass 
die von der KTI geförderten Unternehmen ja gerade nicht in einem klassischen 
Wettbewerbsverhältnis zu weiteren, in derselben Branche tätigen Unternehmen stehen. 
Vielmehr sind diese in einem bestimmten Bereich an einem Forschungsprojekt beteiligt, 
welches ohne staatliche Förderung vermutlich gar nicht erst durchgeführt werden könnte. Dabei 
ist insbesondere zu beachten, dass das jeweilige Projekt gerade nur mittels der 
Innovationsförderung durch den Bund realisierbar ist, da ansonsten eine gesetzliche 
Voraussetzung zur Vergabe von Fördermitteln fehlen würde (vgl. dazu Art. 19 Abs. 2 Bst. c des 
Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation [Forschungs- und 
Innovationsförderungsgesetz, FIFG; SR 420.1]). Dazu kommt, dass es nach Ansicht des 
Beauftragten einem nicht unerheblichen Wertungswiderspruch gleich käme, wenn die KTI 
selbst durch den Einsatz von finanziellen Fördermitteln bis zu einem gewissen Grad Einfluss 
auf den „Wettbewerb“ bzw. auf den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens an 
einem bestimmten Markt nimmt, zugleich jedoch die Information darüber, welche Unternehmen 
mit welchen Projekten in welchem Rahmen gefördert wurden, zu schützenswerten 
Geschäftsgeheimnissen erklärt, welche der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben werden 
dürfen. Zumindest dürfte hier nicht primär die Bekanntgabe der geförderten Unternehmen und 
der jeweiligen Projekttitel Marktverzerrungen provozieren, sondern doch eher der gezielte 
Einsatz von staatlichen Fördergeldern. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass 
grundsätzlich jedes Unternehmen die Möglichkeit hat, mit einem qualitativ überzeugenden 
Gesuch an die KTI zu gelangen und um Förderbeiträge zu ersuchen. Staatliche Förderung ist 
selbstverständlich begrenzt und kann niemals für alle interessierten Unternehmen in 
ausreichendem Masse bereitgestellt werden. Schliesslich weist der Beauftragte darauf hin, dass 
einem allenfalls bestehenden Geheimhaltungsinteresse der betroffenen Unternehmen aufgrund 
der Einführung des Öffentlichkeitsprinzips auf Bundesebene und dem mit dem 
Öffentlichkeitsgesetz verfolgten Zweck, die Transparenz über den Auftrag, die Organisation und 
die Tätigkeit der Verwaltung zu fördern, ein bedeutendes öffentliches Interesse am Zugang der 
verlangten Informationen entgegensteht. Die aus dem Öffentlichkeitsgesetz resultierende 
Vermutung des freien Zugangs zu grundsätzlich allen amtlichen Informationen kann einzig 
mittels des Gegenbeweises über das Vorhandensein eines im Gesetz selbst vorgesehenen 
Ausnahmetatbestandes umgestossen werden (vgl. FN 21). Dieser Beweis ist der KTI nach 
Ansicht des Beauftragten nicht gelungen. Seiner Ansicht nach lässt eine kombinierte 
Offenlegung von Firmennamen und Projekttiteln keine mit hoher Wahrscheinlichkeit 
marktverzerrenden Rückschlüsse auf konkrete Tätigkeiten der betroffenen Unternehmen zu. 
Darüber hinaus wurden die Projekttitel ohnehin bereits veröffentlicht. 

                                                      
21  Der Behörde obliegt die Beweislast zur Widerlegung der Vermutung des freien Zugangs zu amtlichen Dokumenten, welche 

das Öffentlichkeitsgesetz aufstellt. Vgl. dazu BVGE 2011/52 E. 6; BBl 2003 2002; PASCAL MAHON/OLIVIER GONIN, in: 
Brunner/Mader (Hrsg.), Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 6, RZ 11. 

 

 

 

 

9/15 
 

27. Der Beauftragte kommt zum Ergebnis, dass die kombinierte Bekanntgabe von Firmennamen 
und konkreten Projekttiteln im vorliegenden Fall keine Information darstellt, welche nach Art. 7 
Abs. 1 Bst. g BGÖ als schützenswert zu gelten hat und damit dem Recht auf Zugang entzogen 
werden dürfte. 

28. Weiter ist nach Ansicht des Beauftragten die Zugänglichkeit der in der Liste A vorhandenen 
Firmennamen und den dazugehörigen Projekttiteln ebenso mit Blick auf Art. 7 Abs. 2 i.V.m. Art. 
9 Abs. 1 und 2 BGÖ zu beurteilen. Nach Art. 7 Abs. 2 BGÖ ist der Zugang zu amtlichen 
Dokumenten einzuschränken, aufzuschieben oder zu verweigern, wenn durch seine 
Gewährung die Privatsphäre Dritter beeinträchtigt werden könnte, wobei das öffentliche 
Interesse am Zugang ausnahmsweise überwiegen kann. Art. 9 Abs. 1 BGÖ sieht weiter vor, 
dass amtliche Dokumente, welche Personendaten enthalten, nach Möglichkeit vor der 
Einsichtnahme zu anonymisieren sind. Die Anonymisierungspflicht ist dabei nicht als absolute, 
sondern bloss als relative Pflicht zu verstehen.22 Das bedeutet, dass eine Anonymisierung nicht 
in jedem Fall zwingend vorzunehmen ist, in dem sie theoretisch bzw. technisch zu 
bewerkstelligen wäre, sondern die Verpflichtung dazu sich nach den Umständen des jeweiligen 
Einzelfalles richtet und insbesondere dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz Rechnung tragen 
muss.23 Eine Anonymisierung fällt hingegen von vornherein ausser Betracht, wenn sich ein 
Zugangsgesuch auf Dokumente bezieht, welche bestimmte, namentlich genannte Personen 
betreffen24 bzw. wenn das Gesuch gerade die Offenlegung von Personendaten verlangt. In 
bestimmten Fällen kann die Vornahme einer Anonymisierung sogar eine unverhältnismässige 
Beschränkung des Zugangsrechts darstellen25 und demnach unzulässig sein. Dies wäre 
namentlich dann der Fall, wenn die Privatsphäre der betroffenen Person durch die Bekanntgabe 
ihrer Personendaten gar nicht beeinträchtigt würde und die Pflicht zur Anonymisierung daher 
von vornherein entfiele.26  
Da der Antragsteller mit seinem Zugangsgesuch gerade um Offenlegung der Namen jener 
Unternehmen ersuchte, welche anlässlich des Sonderprogramms zur Innovationsförderung 
2011 staatliche Unterstützung erhielten, fällt eine Anonymisierung nach Art. 9 Abs. 1 BGÖ von 
vornherein ausser Betracht. 

29. Nach Art. 9 Abs. 2 BGÖ sind Zugangsgesuche, die sich auf amtliche Dokumente beziehen, 
welche nicht anonymisiert werden können, nach Art. 19 des Datenschutzgesetzes27 zu 
beurteilen. Nach Art. 19 Abs. 1bis DSG dürfen Bundesorgane im Rahmen der behördlichen 
Information der Öffentlichkeit von Amtes wegen oder gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz 
Personendaten bekanntgeben, wenn diese im Zusammenhang mit der Erfüllung öffentlicher 
Aufgaben stehen und an deren Bekanntgabe ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht. 
Die erstgenannte Voraussetzung ist Ausfluss des datenschutzrechtlichen Zweckbindungsge-
botes und ergibt sich für das Öffentlichkeitsgesetz bereits aus der Definition des Begriffs 
„amtliches Dokument“ nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c BGÖ.28 Die zweite Voraussetzung verlangt im 
Einzelfall eine Güterabwägung zwischen dem privaten Interesse einer Person am Schutz ihrer 

                                                      
22  Vgl. dazu insb. EDÖB Empfehlung vom 12.11.2012, EFK/Prüfbericht Immobilien, Ziff. 40; siehe zur Anonymisierungspflicht 

auch FLÜCKIGER, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 9, RZ 20ff. 
23  Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 12.11.2012, EFK/Prüfbericht Immobilien, Ziff. 40. 
24  BBl 2003 2016; FLÜCKIGER, a.a.O., RZ 22. 
25  STEPHAN C. BRUNNER / ALEXANDRE FLÜCKIGER, Nochmals: Der Zugang zu amtlichen Dokumenten, die Personendaten 

enthalten, in: Jusletter 4. Oktober 2010, RZ 13. 
26  DAVID ROSENTHAL/YVONNE JÖHRI, Handkommentar DSG, Art. 19 Abs. 1bis, RZ 48, Zürich 2008; Bundesamt für Justiz, 

Gutachten über die Zugänglichkeit nach dem Öffentlichkeitsgesetz von Angaben über Beratungsmandate, 5. Juli 2012, S. 
17. 

27  Bundesgesetz über den Datenschutz, DSG; SR 235.1. 
28  Urteil des BVGer A-1135/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 7.1.1., m.w.H. 

 

 

 

10/15 
 

Privatsphäre und dem öffentlichen Interesse am Zugang zu amtlichen Dokumenten.29 Art. 6 
Abs. 2 VBGÖ liefert Anhaltspunkte, wann das öffentliche Interesse am Zugang überwiegen 
kann. Ein überwiegendes öffentliches Interesse ist namentlich denkbar, wenn die 
Zugänglichmachung einem besonderen Informationsinteresse der Öffentlichkeit dient, 
insbesondere aufgrund wichtiger Vorkommnisse (Art. 6 Abs. 2 Bst. a VBGÖ) oder wenn es um 
Dokumente geht, die im Zusammenhang mit der Gewährung namhafter wirtschaftlicher Vorteile 
an Einzelne stehen (Art. 6 Abs. 2 Bst. c VBGÖ). Unproblematisch ist zudem eine Publikation, 
bei welcher es nach den Umständen des jeweiligen Einzelfalls unwahrscheinlich ist, dass sie 
die Privatsphäre der betroffenen Person beeinträchtigt. Ob vorliegend ein überwiegendes 
öffentliches Interesse an der Herausgabe der Dokumente und insbesondere an den darin 
enthaltenen Personendaten besteht, gilt es nachfolgend zu prüfen.  

30. Dem Öffentlichkeitsgesetz ist per se ein bedeutendes öffentliches Interesse inhärent. Dies 
ergibt sich deutlich aus dem Zweckartikel des Gesetzes (Art. 1 BGÖ), wonach die Transparenz 
über den Auftrag, die Organisation und die Tätigkeit der Verwaltung gefördert werden soll. Sinn 
und Zweck des Öffentlichkeitsgesetzes ist es letztlich zu verhindern, dass innerhalb der 
Verwaltung Geheimbereiche mit einem erhöhten Missbrauchspotential entstehen können. 
Mangelnde Verwaltungsöffentlichkeit fördert Spekulationen darüber, ob die Verwaltung Einzelne 
ungebührlich benachteiligt oder privilegiert.30 Werden bedeutende finanzielle Vorteile gewährt, 
so ist die Gefahr von Ungleichbehandlungen zwischen den Bittstellern besonders gross und 
damit auch das öffentliche Interesse an Transparenz.31 
Eine solche Sonderbeziehung, wie sie in Art. 6 Abs. 2 Bst. c VBGÖ beschrieben wird, liegt nach 
Ansicht des Beauftragten zwischen den staatlich geförderten Unternehmen und der KTI ohne 
Zweifel vor. Im Zusammenhang mit Dokumenten betreffend solche Sonderbeziehungen 
verweist der Beauftragte auf seine bisherige Praxis etwa im Zusammenhang mit 
Subventionsempfängern32 oder Auftragnehmern bei öffentlichen Beschaffungen33. Diese 
Konstellationen sind durchaus vergleichbar und wurden vom Verordnungsgeber durch den 
Erlass von Art. 6 Abs. 2 Bst. c VBGÖ gesetzlich normiert bzw. die Interessenabwägung für Fälle 
solcher Sonderbeziehungen bereits teilweise vorweggenommen.  
Vorliegend spricht die Notwendigkeit nachvollziehen zu können, wie die genaue Verwendung 
und Aufteilung von Steuergeldern in der Höhe von 100 Millionen Franken durch die KTI erfolgte, 
klar für ein überaus gewichtiges öffentliches Interesse. Hingegen vermag ein allfälliges 
Geheimhaltungsinteresse der betroffenen Unternehmen an ihrem Firmennamen in Kombination 
mit dem entsprechenden Projekttitel das gewichtige öffentliche Interesse keinesfalls 
aufzuwiegen, sind doch die ohnehin bereits publizierten Projekttitel in einer Art und Weise 
formuliert, dass sich daraus kaum konkrete, einem Konkurrenten tatsächlich vorteilhafte 
Erkenntnisse ableiten lassen.  
Auch weil mit Blick auf die Anforderungen an Fördergesuche (vgl. Art. 19 Abs. 2 FIFG) trotz 
Erfüllung aller Kriterien kein Rechtsanspruch eines einzelnen Unternehmens auf Erhalt von 
Bundesfördermitteln besteht, erscheint eine minimale Kontrolle der Innovationsförderpraxis 
durch die KTI umso notwendiger. Nur damit kann im Ergebnis nachvollzogen werden, anhand 
welcher Kriterien die KTI das einzelne Gesuch beurteilt hat. Eine solche Kontrolle ist letztlich 

                                                      
29  Urteil des BVGer A-3609/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.4. und 5.4. 
30  BGE 136 II 399 E. 2.1; Urteile des BVGer A-3609/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1. und A-1135/2011 vom 7. Dezember 

2011 E. 3. 
31  STEPHAN C. BRUNNER, Öffentlichkeit der Verwaltung und informationelle Selbstbestimmung: Von Kollisionen und 

Verkehrsregeln, Sonderdruck aus: Selbstbestimmung und Recht, Festgabe für Rainer J. Schweizer zu 60. Geburtstag, 
Schulthess 2003, S. 52.   

32  Vgl. dazu insbesondere EDÖB Empfehlung vom 7.8.2013: BLW/Empfängerlisten Verkäsungs- und Siloverzichtszulage.  
33  Vgl. dazu insbesondere EDÖB Empfehlung vom 23.12.2013: BBL/Dokumente zur Auswertung bzw. Statistik des 

Beschaffungscontrollings 2011 für alle Departemente und die Bundeskanzlei.  

http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/00890/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoB_gmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--
http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/00890/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoF9fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--
http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/00890/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoF9fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

 

 

 

11/15 
 

nur durch die Offenlegung der verlangten Liste möglich. 
Was allenfalls bestehende Geheimhaltungsinteressen der betroffenen Unternehmen anbelangt, 
ist der Beauftragte der Ansicht, dass es kaum je möglich sein kann, ein überwiegendes privates 
Interesse an der Geheimhaltung eines gesamten Verwaltungszweiges, nämlich der 
Innovationsförderung durch die KTI, vernünftig zu begründen. Solange die KTI unter Hinweis 
auf die Geheimhaltungsinteressen von betroffenen Unternehmen unter Verschluss halten will, 
wessen Gesuch bewilligt und wessen Gesuch abgelehnt wurde, sowie wer im Zusammenhang 
mit welchem Projekt welchen Förderbeitrag erhalten hat, versucht sie, die ihr von Gesetzes 
wegen übertragene Aufgabe (vgl. Art. 21 ff. FIFG, insb. Art. 24 FIFG) mehr oder weniger 
gänzlich der mit dem Öffentlichkeitsgesetz eingeführten Verwaltungsöffentlichkeit zu entziehen. 
Dies dürfte letztlich sogar gegen den Zweckartikel des Forschungs- und Innovationsförderungs-
gesetzes selbst verstossen, wonach dieses Gesetz u.a. „die wirtschaftliche und wirksame 
Verwendung der Bundesmittel für die wissenschaftliche Forschung und die 
wissenschaftsbasierte Innovation sicherstellen“ soll (Art. 1 Bst. e FIFG). Ob diese Verwendung 
schlussendlich wirtschaftlich und wirksam ist, ist nicht zuletzt mittels einer minimalen Kontrolle 
der Förderpraxis der KTI durch die Öffentlichkeit sicherzustellen. 
Im Ergebnis kommt der Beauftragte zum Schluss, dass an einer Bekanntgabe der Namen der 
geförderten Unternehmen inkl. den entsprechenden Projekttiteln sowie den weiteren mittels 
Liste A heraus verlangten Informationen ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht.  

31. An dieser Stelle ist in aller Kürze auf den bereits angesprochenen (siehe Ziffer 22) Umstand 
einzugehen, dass in der von der KTI eingereichten Liste der bewilligten Projekte (Teil der 
Liste 1) die jeweiligen Förderbeiträge pro Unternehmen nicht enthalten sind. Der Beauftragte 
geht davon aus, dass der Antragsteller die entsprechenden Beträge genauso in Erfahrung 
bringen wollte, obgleich er dies in seinem Zugangsgesuch nicht explizit so formulierte. Nach der 
Formulierung des Antragstellers dürfte das Zugangsgesuch aber nach Treu und Glauben so 
auszulegen sein34, dass er nicht nur wissen wollte, welche Unternehmen mit welchen Projekten 
gefördert wurden, sondern auch, welche Förderbeiträge geflossen sind. Weiter ist davon 
auszugehen, dass es der KTI mit Blick auf Art. 5 Abs. 2 BGÖ (Erstellen eines amtlichen 
Dokuments durch einen einfachen elektronischen Vorgang) ohne besonderen Aufwand möglich 
ist, in der bereits erstellten Liste bei allen bewilligten Projekten den entsprechenden 
Förderbeitrag in einer weiteren Spalte einzusetzen, sofern nicht ohnehin bereits ein 
entsprechendes Originaldokument besteht, welches dem Antragsteller ausgehändigt werden 
kann. Dass ein entsprechendes Dokument ohnehin verfügbar sein sollte, ist bereits deshalb 
anzunehmen, weil es der KTI selbst zu jedem Zeitpunkt möglich sein muss, die Kontrolle über 
die Verteilung der im Rahmen des Sonderprogrammes zur Innovationsförderung 
bereitgestellten Fördergelder zu behalten. 

32. Zusammengefasst gelangt der Beauftragte damit zum Ergebnis, dass die KTI dem Antragsteller 
die Liste mit allen bewilligten Projekten im Rahmen des Sonderprogramms zur 
Innovationsförderung 2011, inklusive Angaben der zuständigen Forschungsstelle sowie der 
beteiligten Projektpartner (exportorientierte Unternehmen)“ (Liste A) und den entsprechenden 
Förderbeträgen, zugänglich machen muss.  

33. Weiter verlangte der Antragsteller in seinem Zugangsgesuch von der KTI auch eine Liste 
sämtlicher eingereichten Projekte/Gesuche im Rahmen des Sonderprogramms zur 
Innovationsförderung 2011 (Liste B, vgl. Ziffer 1) und damit auch die Herausgabe der 
Informationen, welche Gesuche von welchen Unternehmen abgelehnt bzw. gar nicht erst 
geprüft wurden. 

                                                      
34  Vgl. zur Problematik das Urteil des BVGer 4962/2012 vom 22. April 2013, E.3., m.w.H. 

 

 

 

12/15 
 

34. In Bezug auf die Liste B stellte sich die KTI auf den Standpunkt, an den entsprechenden 
Informationen bestehe gar kein öffentliches Interesse, da bei diesen beiden Kategorien von 
Gesuchen ja gerade keine staatlichen Fördermittel geflossen seien. Der Beauftragte hat 
demnach zu prüfen, ob diese Liste nach den Bestimmungen des Öffentlichkeitsgesetzes 
zugänglich zu machen ist oder nicht. Der Hinweis der KTI, wonach an einer entsprechenden 
Liste gar kein öffentliches Interesse bestehe, ist nach Ansicht des Beauftragten dahingehend zu 
deuten, dass mangels Möglichkeit zur Anonymisierung dieser Liste (da der Antragsteller u.a. ja 
gerade die Offenlegung dieser Firmennamen und Projekttitel verlangte) ein Zugang allenfalls 
gestützt auf Art. 9 Abs. 2 BGÖ i.V.m. Art. 19 Abs. 1 bis DSG in Betracht zu ziehen wäre, wobei 
die KTI davon ausgeht, dass die in Art. 19 Abs. 1bis Bst. b DSG geforderte Interessenabwä-
gung zugunsten des Schutzes der Privatsphäre der betroffenen Unternehmen und zulasten der 
Transparenz ausfallen müsste. Dieser Einschätzung widerspricht der Beauftragte. 

35. Alleine der Umstand, dass in der Liste B u.a. nur jene Unternehmen aufgelistet sind, deren 
Gesuch abgelehnt bzw. gar nicht erst behandelt wurde, vermag ein gewichtiges öffentliches 
Interesse an den entsprechenden Informationen noch nicht auszuschliessen. Vielmehr liegt es 
nach Ansicht des Beauftragten sehr wohl im öffentlichen Interesse die gesamte Innovations-
förderpraxis der KTI nachvollziehen zu können. Wenn es darum geht, durch die Schaffung von 
Transparenz Missbräuche zu verhindern oder ungebührliche Ungleichbehandlungen von Dritten 
zu vermeiden bzw. aufzudecken, so ist in Bezug auf die verlangte Liste B (mit sämtlichen 
abgelehnten sowie nicht berücksichtigten Gesuchen) zu berücksichtigen, dass eine solche 
Ungleichbehandlung nicht nur durch eine allenfalls nicht gerechtfertigte (und allenfalls 
wiederholte) Bewilligung eines Gesuches eines bestimmten Unternehmens, sondern ebenso 
durch eine unberechtigte (und allenfalls wiederholte) Ablehnung bzw. Nichtberücksichtigung 
eines Gesuches eines bestimmten Unternehmens erfolgen kann. 
Darüber hinaus geht Art. 6 Abs. 2 Bst. c VBGÖ nicht nur bei besonderen rechtlichen 
Beziehungen zwischen dem Staat und Privaten von einem überwiegenden öffentlichen 
Interesse aus, sondern auch bei bloss faktischen Beziehungen. Zwar kommen die in der Liste B 
genannten Unternehmen nicht in den Genuss staatlicher Förderung und damit bedeutender 
Vorteile, wie es der Wortlaut von Art. 6 Abs. 2 Bst. c VBGÖ vorsieht, dieser Entscheid wird 
jedoch erst im Rahmen des Verfahrens vor der KTI gefällt und ist zu Beginn des 
Gesuchsverfahrens noch völlig offen. Der Beauftragte geht folglich davon aus, dass vorliegend 
bereits aus dem Umstand, dass ein bestimmtes Unternehmen mit einem Gesuch an die KTI 
gelangt, um gerade solche besondere Vorteile zu erlangen, das Vorliegen einer gemäss Art. 6 
Abs. 2 Bst. c VBGÖ vorgesehenen Sonderbeziehung zu bejahen ist. Die Tatsache, dass ein 
bestimmtes Gesuch abgelehnt bzw. gar nicht erst behandelt wurde, erscheint im Ergebnis eher 
zufällig und rechtfertigt für sich alleine genommen noch nicht die Ablehnung eines öffentlichen 
Interesses an der Förderpraxis der KTI. Im Ergebnis erachtet der Beauftragte die gesamte 
Innovationsförderung im Rahmen des Sonderprogrammes 2011 als behördlichen Akt im 
Zusammenhang mit einer Vielzahl von Sonderbeziehungen zu Privaten, wobei gewisse 
Unternehmen nach Abschluss des Gesuchsverfahrens in den Genuss staatlicher Förderung 
gelangen, während andere leer ausgehen und wieder anderen ihre Gesuche gar nicht erst 
geprüft werden. Mit Blick auf Sinn und Zweck des Öffentlichkeitsgesetzes, nämlich der 
Schaffung von Transparenz über den Auftrag, die Organisation und die Tätigkeit der Verwaltung 
ebenso wie der Förderung des Vertrauens von Bürgerinnen und Bürger in staatliche 
Institutionen, deren Handeln und Funktionieren und nicht zuletzt der Stärkung einer wirksamen 
Kontrolle der staatlichen Behörden, rechtfertigt es sich nach Ansicht des Beauftragten ohne 
Zweifel, in vorliegendem Fall auch die Informationen über abgelehnte bzw. gar nicht erst 
behandelte Gesuche zugänglich zu machen. Nur so eröffnet sich dem Antragsteller – und jeder 
weiteren interessierten Person – die Möglichkeit, sich selbst ein aussagekräftiges Bild über die 

 

 

 

13/15 
 

getätigte Innovationsförderung der KTI zu machen und damit eine minimale Kontrolle ihrer 
Bewilligungspraxis vorzunehmen (vgl. Ausführungen in Ziffer 30). 

36. Schliesslich gibt der Beauftragte zu bedenken, dass die vorliegend zu beurteilenden 
Informationen (u.a. Firmennamen in Kombination mit Projekttiteln und damit Personendaten) in 
beiden Listen mit Blick auf ihre datenschutzrechtliche Qualität als eher unproblematisch zu 
qualifizieren sind. Einerseits ist durch eine entsprechende Bekanntgabe nach Ansicht des 
Beauftragten keine Beeinträchtigung der Privatsphäre der betroffenen Unternehmen zu 
befürchten, andererseits ist für den Beauftragten auch nicht nachvollziehbar, inwiefern 
Unternehmen, deren Gesuch abgelehnt oder gar nicht erst behandelt wurde, im Falle einer 
Offenlegung dieser Information in Zukunft mit negativen Konsequenzen zu rechnen hätten oder 
potentielle Gesuchsteller von der Einreichung eines Gesuches an die KTI abgehalten werden 
sollten. Auch erachtet der Beauftragte den Einwand der KTI als nicht genügend substantiiert, 
wonach die betroffenen Unternehmen durch eine Bekanntgabe der Liste B mit grosser 
Wahrscheinlichkeit wirtschaftliche Einbussen hinzunehmen hätten. Schliesslich äusserte die 
KTI die Befürchtung, eine Offenlegung der beiden Listen würde im Ergebnis auch deren eigene 
Geschäftstätigkeit torpedieren sowie zur Vereitelung der Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe 
führen, da potentielle Gesuchsteller von einer Gesuchseinreichung abgehalten werden könnten. 
Darüber hinaus würde durch eine Offenlegung der verlangten Informationen die Akzeptanz und 
Nutzung der Innovationsförderung durch die KTI massiv sinken und der daraus resultierende 
volkswirtschaftliche Schaden sowie der Reputationsschaden für die KTI wären gravierend.  
All diese Befürchtungen der KTI wurden nach Ansicht des Beauftragten ebenfalls unzureichend 
substantiiert vorgetragen. Sie erscheinen daher nicht nachvollziehbar, entbehren seiner Ansicht 
nach sogar jeder Grundlage. Weiter erinnert der Beauftragte daran, dass die KTI eine ihr 
gesetzlich übertragene Aufgabe zu erfüllen hat, und dabei seit Inkraftsetzung des 
Öffentlichkeitsgesetzes am 1. Juli 2006 grösstmöglicher Transparenz verpflichtet ist. 
Befürchtungen über allfällige Imageprobleme der eigenen Behörde oder Bedenken hinsichtlich 
eines nicht weiter begründeten volkswirtschaftlichen Schadens stehen im Rahmen der 
Ausnahmebestimmungen des Öffentlichkeitsgesetzes, welche abschliessend sind, nicht im 
Zentrum der rechtlichen Prüfung über die Zugänglichkeit der verlangten Informationen. In 
Bezug auf die vorgetragenen Befürchtungen in Bezug auf allfällige negative Konsequenzen für 
die betroffenen Unternehmen sei zudem daran erinnert, dass das vorliegend zur Diskussion 
stehende Projektbewilligungsverfahren freiwillig ist und jedes Unternehmen frei entscheiden 
kann, ob es sich mit einem entsprechenden Gesuch an die KTI wenden wolle.  

37. Im Zusammenhang mit all den von der KTI geäusserten Befürchtungen erinnert der Beauftragte 
abschliessend nochmals daran, dass zumindest die konkreten Projekttitel jener Gesuche, 
welche bewilligt wurden, in der ARAMIS-Datenbank öffentlich zugänglich gemacht wurden (vgl. 
Ziffer 23). In Ergänzung dieser bereits veröffentlichten Projekttitel ist bei jedem bewilligten 
Projekt in der Datenbank auch noch eine Kurzzusammenfassung (Abstract) über den 
Gegenstand des jeweiligen Projektes aufgeschaltet, aus welcher bereits deutlich präzisere 
Informationen entnommen werden können, als aus dem Projekttitel selbst. Weshalb nun die 
Bekanntgabe des Projekttitels in Kombination mit dem Namen des im jeweiligen Projekt 
involvierten Unternehmen zu all den negativen Konsequenzen führen sollte, welche von der KTI 
befürchtet und anlässlich des Schlichtungsverfahrens geäussert wurden, ist für den 
Beauftragten nicht nachvollziehbar. Dies gilt sowohl für die Liste A mit den bewilligten als auch 
für die Liste B mit den abgelehnten und nicht berücksichtigten Gesuchen. Einziger Unterschied 
zwischen diesen Listen ist im Kern, dass die in der Liste B erwähnten Unternehmen allesamt 
nicht in den Genuss staatlicher Förderung gekommen sind. Wie oben dargelegt (vgl. Ziffer 29 ff. 
und 34 ff.), besteht nach Ansicht des Beauftragten aber am Zugang zu beiden Listen ein 
überwiegendes öffentliches Interesse. 

 

 

 

14/15 
 

38. Der Vollständigkeit halber weist der Beauftragte darauf hin, dass die KTI in ihren 
Stellungnahmen anlässlich des Schlichtungsverfahrens mehrmals auf verschiedene 
Detailregelungen im FIFG sowie in der dazugehörigen Verordnung zum Bundesgesetz über die 
Förderung der Forschung und der Innovation (Forschungs- und 
Innovationsförderungsverordnung, V-FIFG; SR 420.11) verwiesen hat. Inwiefern diese 
Regelungen jedoch als Spezialbestimmungen dem Öffentlichkeitsgesetz gemäss dessen Art. 4 
vorgehen, wurde von der KTI nicht dargelegt. Für den Beauftragten sind keine solchen 
Spezialregelungen ersichtlich, welche besondere Geheimhaltungsvorschriften oder vom 
Öffentlichkeitsgesetz abweichende Voraussetzungen für den Zugang zu bestimmten 
behördlichen Informationen vorsehen würden. Die entsprechenden Vorbringen der KTI gehen 
ins Leere. 

39. Zusammengefasst gelangt der Beauftragte damit zum Ergebnis, dass die KTI dem Antragsteller 
die Liste mit allen eingereichten Projekten/Gesuchen im Rahmen des Sonderprogramms zur 
Innovationsförderung 2011 (Liste B) zugänglich machen muss, da auch an dieser Liste ein 
überwiegendes öffentliches Interesse besteht.  

III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und 
Öffentlichkeitsbeauftragte:  

40. Die Kommission für Technologie und Innovation KTI gewährt dem Antragsteller den Zugang zur 
„Liste sämtlicher bewilligter Projekte im Rahmen des Sonderprogramms zur 
Innovationsförderung 2011“, inklusive Angaben der zuständigen Forschungsstelle sowie der 
beteiligten Projektpartner (exportorientierte Unternehmen)“ und der jeweiligen Förderbeiträge. 

41. Die Kommission für Technologie und Innovation KTI gewährt dem Antragsteller den Zugang zur 
„Liste sämtlicher eingereichten Projekte/Gesuche im Rahmen des Sonderprogramms zur 
Innovationsförderung 2011, inklusive Angaben der zuständigen Forschungsstelle sowie der 
beteiligten Projektpartner (exportorientierte Unternehmen)“.  

42. Die Kommission für Technologie und Innovation KTI erlässt eine Verfügung nach Art. 5 des 
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), wenn es in Abweichung 
von Ziffer  40 f. den Zugang nicht gewähren will.  

43. Die Kommission für Technologie und Innovation KTI erlässt die Verfügung innert 20 Tagen 
nach Empfang dieser Empfehlung (Art. 15 Abs. 3 BGÖ). 

44. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung der Kommission 
für Technologie und Innovation KTI den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 VwVG verlangen, 
wenn er mit der Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 1 BGÖ). 

45. Gegen die Verfügung kann der Antragsteller beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
führen (Art. 16 BGÖ).  

46. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am 
Schlichtungsverfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers  anonymisiert (Art. 13 Abs. 
3 VBGÖ). 

 

 

 

 

 

 

 

15/15 
 

47. Die Empfehlung wird eröffnet: 

- X 
 
- Kommission für Technologie und Innovation KTI 

Effingerstrasse 27 
3003 Bern 

 
 
 
Hanspeter Thür 

	I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
	II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung:
	A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ
	B. Materielle Erwägungen

	III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte: