# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2fa18cd-fdf9-5478-b30e-5f6f7547f46d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.10.2020 SK 2020 201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-201_2020-10-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 201

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Oktober 2020 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichterin Friederich Hörr, 
Oberrichter Studiger 
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Fahrlässige Tötung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 5. Februar 2020 (PEN 2019 530)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht; nachfolgend: Vor-
instanz) vom 5. Februar 2020 (pag. 197.1 ff.) wurde A.________ (nachfolgend: Be-
schuldigter) der fahrlässigen Tötung, begangen am 21. November 2018 in 
D.________, E.________ (Strasse), schuldig erklärt und zu einer Geldstrafe von 60 
Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 3'600.00 (unter Gewährung 
des bedingten Vollzugs und Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren), verurteilt. 
Gleichzeitig wurden ihm die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt 
CHF 10'635.50 zur Bezahlung auferlegt.

2. Berufung

Gegen das besagte Urteil meldete Fürsprecher B.________ namens und im Auf-
trag des Beschuldigten form- und fristgerecht Berufung an (pag. 199). Die schriftli-
che Urteilsbegründung wurde am 28. April 2020 erstellt (pag. 203 ff.) und dem Be-
schuldigten mit Verfügung vom 29. April 2020 zugestellt (pag. 233). Mit Eingabe 
vom 20. Mai 2020 erklärte der Beschuldigte sodann form- und fristgerecht die Beru-
fung (pag. 237 f.) und teilte mit, dass das Urteil der Vorinstanz vom 5. Februar 
2020 vollumfänglich angefochten werde. Mit Verfügung vom 25. Mai 2020 wurde 
der Generalstaatsanwaltschaft Gelegenheit geboten, innert Frist Anschlussberu-
fung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 
(pag. 240 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 5. Juni 2020 
mit, dass sie auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 243 
f.).

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 15. Oktober 2020 statt 
(pag. 261 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung vom 15. Oktober 2020 wur-
de über den Beschuldigten von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug, da-
tierend vom 1. Oktober 2020, eingeholt (pag. 259). 

Ferner wurden der Beschuldigte und der Zeuge C.________ in der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung ergänzend befragt (pag. 263 ff.). 

4. Anträge der Verteidigung

Die Verteidigung stellte im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
15. Oktober 2020 folgende Anträge (pag. 278; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________, von F.________, G.________ (Strasse), H.________, sei 

frei zu sprechen

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vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung, angeblich begangen am 21.11.2018 in D.________, zN von 
I.________, 

unter Ausrichtung einer Entschädigung für die angemessene Verteidigung sowie unter Auferle-
gung der Verfahrenskosten vor erster und zweiter Instanz an den Staat.

II.

Es seien die notwendigen Verfügungen zu treffen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich angefoch-
ten. Es ist damit gesamthaft durch die Kammer zu überprüfen.

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund 
der alleinigen Berufung des Beschuldigten ist sie allerdings an das Verschlechte-
rungsverbot (Verbot der sog. «reformatio in peius») gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten der beschuldigten Person 
abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vom 18. Juni 2019 (pag. 167 ff.) 
folgender Sachverhalt vorgeworfen:

fahrlässige Tötung (Art. 117 StGB)

begangen am 21.11.2018 in D.________, E.________(Strasse), z.N. von I.________, geb. 
.________, durch folgendes Vorgehen: 

A.________ befuhr mit einem schweren Lastwagen-Anhängerzug (Lastwagen J.________ mit den 
Kontrollschildern .________ und Sachentransportanhänger K.________ mit den Kontrollschildern 
.________) der L.________ (Firma) von M.________ herkommend die N.________ Richtung 
D.________ mit einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h. In der Absicht, links auf das Gelände der 
Firma O.________ einzubiegen, tätigte er auf dessen Höhe den linken Richtungsblinker, verlangsam-
te seine Fahrt auf ca. 15 km/h und liess vorerst die auf der Gegenfahrbahn sich nähernden Fahrzeu-
ge, die nach links in Richtung Bahnhof D.________ abbiegen wollten, passieren. Darauf holte er nach 
rechts aus, um mit seinem Anhängerzug die dortige Mittelinsel mit genügend Abstand umfahren zu 
können. Nach beidseitig getätigten Kontrollblicken setzte er seine Fahrt mit ca. 13 km/h in Richtung 
Firmengelände fort. Als er die Gegenfahrbahn überquerte und mit der Lenkachse das angrenzende 
Trottoir befuhr, erfasste er I.________, welche mit ihrem Fahrrad P.________ von ihrem Domizil am 
Q.________ (Weg) herkommend auf dem Trottoir Richtung D.________ fuhr. Durch die Kollision kam 
I.________ zu Fall, geriet unter die zweite Lenkachse des Lastwagens und wurde einige Meter mitge-
schleift. A.________ bremste bis zum Stillstand ab, stieg aus der Führerkabine aus, hielt Nachschau 
und setzte anschliessend seinen Lastwagen etwas zurück, um die Radfahrerin befreien zu können. 
Aufgrund der erlittenen Verletzungen verstarb I.________ noch auf der Unfallstelle.

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In pflichtwidriger Unvorsichtigkeit beachtete der Beschuldigte die ihm obliegende Sorgfaltspflicht der 
vorschriftsgemässen Ausrüstung seines Anhängerzuges nicht, indem er den an der fahrerseitigen 
Seitenscheibe angebrachten Vorhang zu weit nach vorne gezogen hatte. Dadurch verletzte er die Be-
stimmungen, dass er bei einer Augenhöhe von 0,75m über der Sitzfläche, ausserhalb eines Halbkrei-
ses von 12,0m Radius die Fahrbahn frei überblicken können muss sowie dass an, vor oder hinter den 
Scheiben, die für die Sicht des Führers nötig sind, keine Gegenstände angebracht werden dürfen, 
welche die Sicht des Führers beeinträchtigen können (Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS). Dies schränkte 
sein Sichtfeld insbesondere in die Richtung, von welcher I.________ herkam, ein. Ausserdem brachte 
der ortskundige Beschuldigte beim Überqueren des Trottoirs nicht die gebotene Aufmerksamkeit auf. 
Dies alles führte dazu, dass er während seines Abbiegemanövers die auf dem Trottoir fahrende Fahr-
radfahrerin nicht resp. nicht rechtzeitig wahrnahm.

7. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zu folgendem Schluss 
(S. 16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 218 f.):

A.________ befuhr am 21.11.2018 mit dem Lastwagen .________ inkl. Anhänger von M.________ 
herkommend die N.________ Richtung D.________ mit einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h. Die 
Strasse hat an der entscheidenden Stelle ein Gefälle von 5 %. Er fuhr dabei am Q.________ vorbei, 
aus welchem das spätere Unfallopfer, †I.________, ebenfalls auf die N.________ einbog, wo sie in 
der Folge, zeitlich etwas versetzt, in gleicher Richtung wie der Lastwagen auf dem linken Trottoir mit 
dem Fahrrad relativ zügig (genaue Geschwindigkeit steht nicht fest) Richtung Kreisel fuhr. 
A.________ seinerseits verlangsamte in der Anfahrt auf die O.________-Einfahrt seine Geschwindig-
keit. Auf der Höhe des Firmengeländes der O.________ AG betätigte A.________ den linken Rich-
tungsblinker, verlangsamte seine Fahrt auf ca. 15-13 km/h und liess vorerst die sich auf der Gegen-
fahrbahn nähernden Fahrzeuge, die nach links in Richtung Bahnhof D.________ abbiegen wollten, 
passieren, weil er die dortige Verkehrsfläche für sein Abbiegemanöver brauchte. Anschliessend be-
gann er, nach rechts auszuholen, damit er die Mittelinsel ohne diese zu touchieren umfahren bzw. in 
die O.________-Einfahrt einfahren konnte. A.________ tätigte mehrere Kontrollblicke, zuerst in den 
rechten Seitenspiegel, dann durch das rechte Seitenfenster, Innenspiegel, Blick auf den Gegenver-
kehr sowie in den linken Seitenspiegel und auch durch das linke Seitenfenster. Es ist durchaus glaub-
haft, dass er mehrere Kontrollblicke machte. Schliesslich, als die Gegenfahrbahn frei war, begann er 
ohne anzuhalten das eigentliche Abbiegemanöver. Dabei konzentrierte er sich darauf, die Mittelinsel 
nicht zu touchieren und die Einfahrt korrekt zu befahren. Mit Sicherheit hat er, wie er geltend machte, 
weitere Kontrollblicke getätigt. Nie aber hat er in seinen Aussagen einen „letzten“ Seitenblick vor dem 
Befahren des Trottoirs erwähnt. Erst als er sich bereits im Bereich des Einfahrtstores befand, folgte 
wieder ein Blick in den linken Seitenspiegel, wo er dann das bereits am Boden liegende Mädchen und 
dessen Fahrrad feststellte. 

Beim Überqueren des Trottoirs kollidierte A.________ mit †I.________, welche, nach der Kollision im 
Bereich der ersten Lenkachse, stürzte und von der zweiten Lenkachse überfahren und ein kurzes 
Stück mitgeschleift wurde. †I.________ verstarb auf Grund der beim Unfall erlittenen schweren Kopf-
verletzungen noch vor Ort. A.________ begann das konkrete Abbiegemanöver bei einer Geschwin-
digkeit von ca. 13 km/h; im Kollisionszeitpunkt betrug die Geschwindigkeit seines Lastwagens noch 
ca. 8 km/h. †I.________ dürfte angesichts der Aussagen des Zeugen C.________ mit recht zügiger 
Geschwindigkeit mit dem Fahrrad auf dem Trottoir unterwegs gewesen sein. 

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Das Beweisverfahren hat bestätigt, dass am Lastwagen von A.________ auf der linken Seite, der 
Fahrerseite, ein Vorhang montiert war. Dieser war nach hinten geschoben und von hinten gesehen, 
bei 20cm fixiert (pag. 69). Das Gericht geht gestützt auf seine Ortskenntnisse (Linkskurve am fragli-
chen Ort) sowie mit Blick auf die Fotos von pag. 65 davon aus, dass A.________ in der entscheiden-
den Phase, d.h. beim Beginn des eigentlichen Abbiegemanövers (nach seinen Worten), mithin vor 
dem Befahren der Gegenfahrbahn, das Trottoir links von ihm genügend weit nach hinten mit seinem 
Weitwinkelspiegel überblicken konnte, sogar noch in beinahe aufrechter Position. Nachdem nun aber 
zusätzlich der bei der Ausfahrt T.________(Strasse) wartende Zeuge C.________ das sich von oben 
nähernde Mädchen auf dem Velo unter dem Lastwagen hindurch unmittelbar vor der Kollision sehen 
konnte, muss das auch für A.________ bei einem (weiteren) Blick durch das linke Seitenfenster vor 
dem eigentlichen Befahren des Trottoirs möglich gewesen sein. D.h. für das Gericht, dass 
†I.________ für A.________ in der entscheidenden Phase mit einem Kontrollblick durch das linke 
Seitenfenster sichtbar gewesen wäre. Einen solchen Blick hat er in keiner seinen Aussagen erwähnt. 
Ein solcher Seitenblick blieb offensichtlich aus. 

Da sich gemäss UTD nicht abschliessend klären lässt, ob der effektiv vorhandene Seitenvorhang die 
Sicht und Wahrnehmung von A.________ allenfalls verändert haben könnte, wird diese Frage hier 
offen gelassen. Dass der Vorhang den Rundumblick leicht einschränken kann, ist offensichtlich; dass 
dies hier entscheidend war, lässt sich mit dem vorliegenden Beweisergebnis aber nicht nachweisen.

8. Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung

Vorab ist anzumerken, dass die Verteidigung im Rahmen der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung überwiegend rechtliche Ausführungen machte. Dennoch sind ih-
re Vorbringen, der besseren Übersicht halber, bereits an dieser Stelle aufzuführen 
und später (vgl. Ziff. 12 hiernach) darauf zu verweisen.

Fürsprecher B.________ führte im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung im Wesentlichen aus, dass der Sachverhalt bis auf ein paar juristische Würdi-
gungen unbestritten sei. Heikel sei der Punkt, ob der Beschuldigte bei dem Abbie-
gemanöver die gebotene Aufmerksamkeit aufgewendet habe oder nicht. Sorgfalts-
widrig sei eine Handlung dann, wenn die beschuldigte Person aufgrund der Um-
stände, ihrer Kenntnisse sowie Fähigkeiten die Gefährdung hätte erkennen können 
und müssen. Hinzu komme, dass die Grenze des erlaubten Risikos überschritten 
sein müsse. Der Taterfolg müsse sodann auch vermeidbar gewesen sein, wobei 
ein hoher Grad an Wahrscheinlichkeit genüge, dass der Erfolg ausgeblieben wäre. 
Ein erster Punkt sei der Vorhang in der Fahrerkabine. Es müsse in dubio davon 
ausgegangen werden, dass die Sichtverhältnisse des Beschuldigten nicht einge-
schränkt gewesen seien. Entscheidend sei heute die allfällige Sorgfaltspflichtverlet-
zung beim Abbiegen. Es stelle sich die Frage, ob der Beschuldigte die Fahrradfah-
rerin hätte sehen können und müssen. In der vorliegenden Animation sei ersicht-
lich, dass die Fahrradfahrerin von hinten her angefahren gekommen und jeweils im 
toten Winkel gewesen sei, so dass der Beschuldigte sie nicht habe sehen können. 
Bei 3.946 Sekunden sehe man den Anfang vom Abbiegemanöver. Dabei seien das 
Trottoir, die zu befahrende Spur, die linke Spur der O.________-Einfahrt und auch 
der Fussgängerstreifen frei gewesen. Im Weitwinkelspiegel hätte man vermutlich 
das Fahrrad erkennen können. Dieser Spiegel diene aber vor allem der Erkennung 
von Gegenständen, welche sich nah am Fahrzeug befinden würden. In die Ferne 

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verzerre das Bild extrem. Wichtig sei, auf was der Beschuldigte habe achten müs-
sen. Er habe zunächst zwei Fahrzeuge auf der Gegenfahrbahn passieren lassen, 
weil sein Fahrzeug diesen Platz für das Abbiegen benötigt habe. Dann habe er 
nach links und rechts geschaut, ob niemand um das Fahrzeug herum sei. Unfälle 
mit Lastwagen würden sich bekanntlich häufig deshalb ereignen, weil Fahrzeuge 
oder Fussgänger zu nah an den Lastwagen seien. Darauf sei folglich besondere 
Aufmerksamkeit zu richten. Dann hätten die normalen Kontrollblicke gefolgt. Der 
Beschuldigte habe auch auf den Zeugen C.________ achten müssen, zumal sich 
dieser verkehrsregelwidrig hätte verhalten können. Sodann habe er ein besonderes 
Augenmerk auf die Einfahrt der O.________, auf den Gegenverkehr, auf das Trot-
toir und die Umfahrung der Insel richten müssen. Der Beschuldigte habe die Kreu-
zung vorsichtig mit ca. 13 km/h befahren. Im Kollisionszeitpunkt seien dies noch 
etwa 8 km/h gewesen. Die Fahrradfahrerin habe sich, wie der Zeuge C.________ 
ausgesagt habe, hingegen rasch bewegt. Sie sei für ihre Grösse und ihr Alter wirk-
lich sehr schnell unterwegs gewesen. Es sei eine Rechtsfrage, ob der Beschuldigte 
noch darauf hätte achten müssen, ob von oben her bzw. von links auf dem Trottoir 
ein sich rasch näherndes Fahrrad komme. Es sei physikalisch völlig unbestritten, 
dass solches auch für den Beschuldigten möglich gewesen wäre. Es sei logisch, 
dass auch er, wenn er im entscheidenden Moment aus dem Fenster gesehen hät-
te, das Mädchen hätte sehen können. Die Frage sei aber, ob von ihm erwartet 
werden dürfe, dass er dorthin hätte sehen müssen. Das Bundesgericht habe zwei 
ähnliche Fälle beurteilt (BGE 122 IV 225, BGE 127 IV 34). Es habe festgehalten, 
dass einem Fahrzeugführer für bestimmte Vorgänge eine geringere Aufmerksam-
keit abverlangt werden könne. So müsse gerade der Fahrer eines schweren Sattel-
schleppers seine Aufmerksamkeit auf den Querverkehr richten und könne das ver-
kehrswidrige Verhalten eines Dritten nur beschränkt wahrnehmen. Wesentlich sei, 
dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit darauf richte, ob sich in seinem Fahrbereich 
ein Hindernis befinde. Das Bundesgericht habe sodann noch auf den Vertrauens-
grundsatz verwiesen und festgehalten, dass der damalige Beschwerdeführer die 
Kreuzung langsam befahren habe. Es sei nicht zulässig, daraus zu schliessen, 
dass der Fehler eines anderen frühzeitiger hätte erkannt werden können. Dies 
bringe auch die vorliegende Problematik auf den Punkt. Natürlich hätte der Be-
schuldigte die Fahrradfahrerin sehen können. Er sei aber in einem grossen Last-
wagen unterwegs gewesen. Aufgrund des Gewichts und der Länge habe er auf 
den Querverkehr schauen müssen und sei langsam gefahren. Nach Auffassung 
der Verteidigung sei er nicht verpflichtet gewesen, noch zu prüfen, ob sich auf dem 
Trottoir ein Fahrrad nähere. Schliesslich seien Fussgänger im Schritttempo unter-
wegs und auch ein anderes fahrbares Gerät von Kindern wäre nicht so schnell un-
terwegs gewesen. Es sei damit sehr wohl wesentlich, dass das Fahrrad zügig und 
verbotenerweise auf dem Trottoir gefahren sei, zumal alles andere für den Be-
schuldigten erkennbar gewesen wäre. Der letzte Blick aus dem linken Seitenfenster 
habe nicht gefehlt, er sei einfach nicht dorthin, wo die Vorinstanz ihn hätte haben 
wollen (pag. 274 ff.).

9. Unbestrittener / Bestrittener Sachverhalt

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Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, wird der äussere Sachverhalt 
vom Beschuldigten im Wesentlichen nicht bestritten. Hierfür kann auf die korrekten 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 5 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 207 f.). Es ist schliesslich auch nicht (mehr) bestritten, dass 
der Beschuldigte, hätte er im entscheidenden Moment aus dem linken Seitenfens-
ter geschaut, das Mädchen hätte sehen können.

Bestritten und daher (auch) im oberinstanzlichen Verfahren zu überprüfen ist, ob 
der Vorhang im Lastwagen die Sicht des Beschuldigten nach links eingeschränkt 
und damit eine Auswirkung auf das Unfallgeschehen hatte sowie, ob der Beschul-
digte beim Abbiegemanöver, namentlich beim Überqueren des Trottoirs, die nötige 
Aufmerksamkeit aufgewendet hat.

10. Beweismittel

10.1 Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel korrekt ins Verfahren eingebracht 
und gab diese richtig zusammengefasst wieder. Darauf kann vorweg verwiesen 
werden (S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 208 ff.). Die vorlie-
genden objektiven Beweismittel werden dennoch kurz aufgeführt und, soweit not-
wendig, bereits an dieser Stelle gewürdigt. 

Der Kammer liegen zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts folgende objek-
tive Beweismittel vor:

Anzeigerapport vom 17. Januar 2019 (pag. 2 ff.):

Dem Beschuldigten wird durch die Polizei eine fahrlässige Tötung, evtl. das Führen 
eines nicht vorschriftsgemäss ausgerüsteten Anhängerzuges durch Sichtfeldein-
schränkung durch die Seitenscheibe (Vorhang links nach vorne gezogen) und un-
genügende Aufmerksamkeit auf den übrigen Verkehr (Fahrrad auf Trottoir) beim 
Linksabbiegen als Lenker eines schweren Anhängerzuges, begangen am 21. No-
vember 2018 um ca. 13.45 Uhr in D.________, E.________(Strasse), vorgeworfen. 
Die Unfallstelle befindet sich gemäss Unfallaufnahmeprotokoll auf dem Trottoir 
(pag. 5). Das Verkehrsaufkommen war normal, die Witterung bedeckt, der Stras-
senzustand trocken. Dem Unfallaufnahmeprotokoll kann zum kritischen Moment 
u.a. folgendes entnommen werden (pag. 6): B (der Beschuldigte) habe nach den 
beidseitig getätigten Kontrollblicken in den Seitenspiegeln die Fahrt mit ca. 13 km/h 
in Richtung Firmengelände fortgesetzt. Dabei habe B die Gegenfahrbahn passiert 
und sei mit der ersten Lenkachse auf das Trottoir gefahren. Die auf dem Trottoir 
herannahende Radfahrerin sei in der Folge frontal im Bereich der Lenkachsen ge-
gen die linke Fahrzeugseite von B geprallt. Durch diesen Zusammenprall sei die 
Radfahrerin zu Boden gestürzt und unter das Rad der zweiten Lenkachse geraten. 
G (die Radfahrerin) sei vom Anhängerzug noch wenige Meter mitgeschleift worden. 
B habe durch einen erneuten Blick in den linken Seitenspiegel bemerkt, dass sich 
G im Bereich des Anhängerzugs befunden habe und habe umgehend eine Voll-
bremsung bis zum Stillstand eingeleitet. Die Fahrradfahrerin befand sich laut Un-
fallaufnahmeprotokoll auf einer Freizeit/Einkaufsfahrt (pag. 11). Die Schilderungen 

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im Anzeigerapport geben den äusseren Ablauf des Unfalls wieder und sind 
grundsätzlich unbestritten.

Berichtsrapport vom 5. Dezember 2019 (pag. 28 ff.):

Im Berichtsrapport wird der technische Zustand des Lastwagens und des Anhän-
gers beurteilt. Es wird festgehalten, dass beim Lastwagen fahrerseitig der Seiten-
vorhang nach vorne gezogen und fixiert worden ist. Dadurch sei der Sichtwinkel für 
den Chauffeur eingeschränkt. Gemäss Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS müsse der Fahr-
zeuglenker bei einer Augenhöhe von 0.75m über der Sitzfläche ausserhalb eines 
Halbkreises (180 Grad) von 12.00 m Radius die Fahrbahn frei überblicken können. 
Dies sei vorliegend nicht der Fall gewesen. Abgesehen von der Sichtfeldeinschrän-
kung durch die Seitenvorhänge habe sich der Anhängerzug in vorschriftsgemäs-
sem und betriebssicheren Zustand befunden. Wie weit der ca. 20 cm nach vorne 
gezogene Seitenvorhang die Sicht des Fahrers beeinflusst und somit direkten Ein-
fluss auf das Unfallgeschehen gehabt habe, könne nicht beurteilt werden.

Der Auswertung des Fahrtenschreibers ist sodann zu entnehmen, dass die Ge-
schwindigkeit des Lastwagens bei Beginn des Abbiegemanövers 13 km/h, diejeni-
ge im Kollisionszeitpunkt 8 km/h betragen haben dürfte (pag. 32). Die Geschwin-
digkeit des Lastwagens und die Position des Vorhangs werden vom Beschuldigten 
nicht bestritten. Bestritten ist demgegenüber, dass der Beschuldigte aufgrund des 
Vorhangs in seiner Sicht eingeschränkt gewesen ist (vgl. S. 17 hiernach).

Dokumentation des Unfalltechnischen Dienstes (UTD) vom 21. November 2018 
(pag. 36 ff.):

Der UTD hat den Unfall mit dem betroffenen Lastwagen in nachvollziehbarer Weise 
nachgestellt und zahlreiche Fotos erstellt. In der Dokumentation wird festgehalten, 
dass eine technische Ursache oder andere äussere Einflüsse, welche zum Unfal-
lereignis geführt haben könnten, nach dem Ermessen der Experten ausgeschlos-
sen werden könnten. Aufgrund des Unfallablaufs stelle sich die Frage, weshalb 
†I.________ nicht verzögert gebremst habe, um die Kollision zu verhindern, zumal 
der Anhängerzug aus ihrer Fahrtrichtung immer sichtbar gewesen sei. Inwiefern 
der ca. 20 cm vorgezogene Vorhang in der Fahrerkabine einen Einfluss auf das 
Unfallgeschehen gehabt habe, könne nicht abschliessend beurteilt werden. 
Die polizeilichen Vermessungen und Nachstellungen sowie die umfangreiche Foto-
dokumentation ergeben ein klares Bild der Örtlichkeiten und des erfolgten Abbie-
gemanövers. So ist etwa auf dem Orthofoto/Kartenausschnitt auf pag. 37 klar ein-
gezeichnet, wo der Beschuldigte (a) sein Abbiegemanöver startete, wo es genau 
zur Kollision gekommen ist und wo das Mädchen auf die N.________ gelangte (vgl. 
auch pag. 38 und 45, auf welchen das nur 125 m vom Unfallort entfernte Domizil 
des Mädchens [k] abgebildet ist). Deutlich erkennbar ist etwa auf pag. 39, dass die 
N.________ im Bereich der Einfahrt bzw. kurz vorher eine Kurve nach links macht. 
Am Ende dieser Kurve befindet sich die vom Beschuldigten umfahrene Mittelinsel 
(pag. 40 ff.). Die Fotos auf pag. 46 und 47 zeigen, was das Mädchen in seiner An-
fahrt auf dem Trottoir sehen konnte; der Lastwagen wäre kaum zu übersehen. Pag. 
42, 49 und 50 zeigen sodann die Endposition des Lastwagens, wobei die Kollision 
(c) bereits auf dem Trottoir-Abschnitt stattgefunden hat (pag. 41 f.). Im Rahmen der 
Erklärungen zu Beginn der Dokumentation wird u.a. ausgeführt, dass das Mädchen 

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mit dem ersten Rad der linksseitigen ersten Lenkachse des Lastwagens kollidiert, 
unter das zweite Rad geraten und infolgedessen einige Meter mitgeschleift worden 
sei. Auf pag. 43 und 44 ist eine blutige Schleifspur zu erkennen. Sodann sind am 
linken Vorderrad der ersten Lenkachse Kontaktspuren vom Vorderrad des Fahrra-
des von †I.________ zu erkennen (pag. 53). Auf dem Hinterrad der vorderen 
Lenkachse fanden sich demgegenüber biologische Spuren (Blut und Gewebe; pag. 
52). Auf den Fotos pag. 55 ff. sind verschiedene Aufnahmen des besagten Fahrra-
des und der Bekleidung des Mädchens zu sehen. Die Fotos auf pag. 65 zeigen die 
Sichtverhältnisse des Beschuldigten bei der Anfahrt bzw. Umfahrung der besagten 
Mittelinsel, pag. 64 zeigt den Blick in den Seitenspiegel bei Endposition des Last-
wagens. Das Foto auf pag. 67 wiederum zeigt, welcher Bereich für den Beschuldig-
ten mit einem Blick aus dem linken Seitenfenster – trotz Kurve – sichtbar gewesen 
wäre, als er mit einem Teil der Fahrerkabine bereits über dem Rand des Trottoirs 
war. Hier ist erkennbar, dass mit einem Blick aus dem linken Seitenfenster fast die 
ganze Strecke bis zur Kurve sichtbar ist. Schliesslich zeigen die Fotos auf pag. 69 
und 70 den zur Diskussion stehenden Vorhang beim linken Seitenfenster sowie die 
Sichtverhältnisse des Chauffeurs je nach angenommener Sitzposition (nachge-
stellt).

Berichtsrapport vom 28. November 2018 (pag. 71 f.):

Dem Berichtsrapport vom 28. November 2018 ist zusammengefasst zu entnehmen, 
dass sich das Fahrzeug des Mädchens zum Unfallzeitpunkt in einem betriebssiche-
ren, aber nicht vorschriftsgemässen Zustand (fehlende Rückstrahler an den Peda-
len) befand.

Der Situationsplan auf pag. 73 zeigt den Unfallort aus der Vogelperspektive, wobei 
wiederum die Fahrtrichtung der Beteiligten und verschiedene Endpunkte einge-
zeichnet sind. 

Animation (pag. 74 f.):

Auf der sich in den Akten befindlichen CD befinden sich zwei Videoanimationen, 
welche einerseits den Lastwagen des Beschuldigten und andererseits verschiede-
ne Varianten des Mädchens auf dem Fahrrad zeigen (mit unterschiedlichen Ge-
schwindigkeiten: 30 km/h, 25 km/h und 20 km/h). Den besagten Animationen ist 
keine Erklärung beigelegt und die Vorinstanz hat sich zu diesem Beweismittel nicht 
geäussert. Es ergibt sich daraus nicht klar, ob der Beschuldigte bei seiner Anfahrt 
auf der N.________ das zeitversetzt fahrende Mädchen hätte sehen können. Aller-
dings kommt es vor allem auf die Situation am Ende besagter Animationen respek-
tive auf das eigentliche Abbiegemanöver und die entscheidende Endphase (Befah-
ren des Trottoirs) an. Auch betreffend diese Endphase lassen sich keine konkreten 
Schlüsse ziehen. Sodann kann auch nicht ohne Weiteres davon ausgegangen 
werden, dass das Mädchen auf dem Fahrrad von Beginn weg mit gleichbleibender 
Geschwindigkeit unterwegs gewesen ist, zumal es zunächst noch auf den fragli-
chen Streckenabschnitt der N.________ einbiegen musste.

Ärztliche Berichte betreffend †I.________:

Den Akten sind weiter diverse ärztliche Berichte betreffend †I.________ zu ent-
nehmen. So ist dem Bericht zur Legalinspektion vom 22. November 2018 (pag. 78 

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ff.) etwa zu entnehmen, dass sich auf dem Reifen neben dem Kopf des Mädchens 
Blut und Gewebeantragungen befunden hätten und hinter dem Reifen eine etwa 3 
Meter lange Schleifspur aus Blut und Antragungen sichtbar gewesen sei. 
†I.________ wurde vom Institut für Rechtsmedizin sodann eingehend untersucht 
(vgl. Rechtsmedizinisches Gutachten zum Todesfall vom 3. April 2019; pag. 91 ff.; 
Rechtsmedizinisches Obduktionsprotokoll vom 8. Februar 2019; pag. 96 ff.). Aus 
medizinischer Sicht ist klar, dass die schweren Kopfverletzungen (Überrollen des 
Kopfes) die Todesursache darstellen. Beim Entstehen der Verletzungen hat 
†I.________ noch gelebt. Es ist von einem Unfalltod auszugehen. Die entspre-
chenden Berichte sind detailliert und klar verfasst. Es kann ohne Weiteres darauf 
abgestellt werden.

Protokoll Blutentnahme und ärztliche Untersuchung des Beschuldigten (pag. 111 
ff.):

Beim Beschuldigten wurden im Unfallzeitpunkt keine Auffälligkeiten festgestellt. Er 
wurde auf sämtliche bewusstseinsverändernde Stoffe (inkl. Alkohol) negativ getes-
tet (pag. 119). Auch gab es keine Hinweise auf fehlenden Schlaf. Es besteht kein 
Anlass, an diesen Feststellungen zu zweifeln.

10.2 Subjektive Beweismittel

Der Kammer liegen als subjektive Beweismittel die Aussagen von R.________ (als 
Auskunftsperson, pag. 120) und C.________ (als Auskunftsperson, pag. 121; als 
Zeuge, pag. 265 ff.) sowie die Aussagen des Beschuldigten bei der Polizei (pag. 
122 ff.), der Staatsanwaltschaft (pag. 127 ff.), der Vorinstanz (pag. 186 ff.) und an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 263 f.; pag. 270 ff.) vor. 

Die Vorinstanz hat die bis anhin gemachten Aussagen eingehend und korrekt zu-
sammengefasst, weshalb an dieser Stelle darauf verwiesen werden kann (S. 9 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 211 ff.). Soweit notwendig, wird im 
Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung näher darauf eingegangen. Dies gilt 
auch für die Aussagen des Beschuldigten und des Zeugen C.________ anlässlich 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 263 ff.).

11. Beweiswürdigung der Kammer

11.1 Theoretische Ausführungen

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 4 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 206 f.).

11.2 Verwertbarkeit der Aussagen
Die Aussagen der Auskunftspersonen im Vorverfahren erfolgten nicht parteiöffent-
lich, womit sich vorweg die Frage der Verwertbarkeit stellt.

Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO normiert den Grundsatz der Parteiöffentlichkeit der 
Beweiserhebungen im Untersuchungs- und Hauptverfahren und bestimmt, dass die 
Parteien das Recht haben, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft 
und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu 
stellen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass ein Strafurteil auf Aussagen von 

11

Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigstens einmal ange-
messene und hinreichende Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu 
ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen. Ohne Konfrontation ist für die Ver-
wertbarkeit von Aussagen erforderlich, dass der Beschuldigte zu den belastenden 
Aussagen hinreichend Stellung nehmen konnte, die Aussagen sorgfältig geprüft 
wurden und ein Schuldspruch sich nicht allein darauf abstützt bzw. diesen bei der 
Beurteilung des Falls nicht alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung zukommt.  
Ein streitiges Zeugnis von ausschlaggebender Bedeutung kann ohne Konfrontation 
mit dem Belastungszeugen verwertbar sein, wenn ausreichend kompensierende 
Faktoren gegeben sind, die den Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfah-
ren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels gewährleisten (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 1.3).

R.________ schilderte den grundsätzlich unbestrittenen Ablauf des Unfalls bzw. 
die von ihm beobachteten Szenen. Seinen Aussagen kommt damit keine aus-
schlaggebende Bedeutung zu, weshalb ohne Weiteres darauf abzustellen ist. 
C.________ wurde im oberinstanzlichen Verfahren als Zeuge vorgeladen und an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung ergänzend befragt. Dabei erhielt 
auch die Verteidigung Gelegenheit zur Stellung von Ergänzungsfragen, womit dem 
Konfrontations- und Fragerecht des Beschuldigten Genüge getan ist. Die im Vor-
verfahren gemachten Aussagen sind demnach verwertbar.

11.3 Konkrete Beweiswürdigung
Wie in Ziff. 11.2 hiervor bereits angetönt, sind die von R.________ geschilderten 
Beobachtungen grundsätzlich unbestritten. Es handelt sich bei ihm um einen Mitar-
beiter der O.________ AG, welcher am 21. November 2018 Dienst an der Loge 
hatte. R.________ schilderte gegenüber der Polizei seine am besagten Tag ge-
machten Beobachtungen ohne erkennbare Widersprüche und Übertreibungen in 
nachvollziehbarer Weise. Er versuchte nicht, den Beschuldigten übermässig zu be-
lasten oder zu entlasten. Es besteht daher kein Anlass, die (ohnehin unbestritte-
nen) Aussagen in Zweifel zu ziehen. R.________ ist bei der Anfahrt des Beschul-
digten nichts Spezielles aufgefallen. So schilderte er seine Beobachtungen, wo-
nach die Anfahrt des Beschuldigten wie gewohnt erfolgt sei. Der Beschuldigte habe 
verlangsamt, sei aber immer gefahren bzw. gerollt. Dies würden die 
Chauffeure so machen, damit sie in der leicht ansteigenden Toreinfahrt nicht halten 
müssten. R.________ bestätigte, dass der Beschuldigte den Blinker gesetzt habe. 
Er selber habe sich kurz abgewandt, um das Tor zu öffnen. Der Beschuldigte sei 
dann mit langsamer Geschwindigkeit in die Einfahrt abgebogen, da habe er plötz-
lich gesehen, wie ca. auf Höhe der Doppelachse des Lastwagens ein Fahrrad ab-
geprallt sei. R.________ gab weiter zu Protokoll, dass er bis anhin keine anderen 
Verkehrsteilnehmer gesehen und das Fahrrad erst beim Abprallen wahrgenommen 
habe. Die Ausführungen von R.________ lassen darauf schliessen, dass das Fahr-
rad für ihn überraschend aufgetaucht ist bzw. er das eigentliche Zufahren des 
Mädchens nicht beobachten konnte. Zur Geschwindigkeit oder allfällig weiteren 
Besonderheiten der Zufahrt des Mädchens konnte R.________ demnach keine 
Angaben machen. Auch hinsichtlich des entscheidenden Abschnitts des Abbiege-
manövers (Befahren des Trottoirs) konnte R.________ keine Beobachtungen 
schildern. Bei der massgebenden Frage, ob sich der Beschuldigte in der entschei-

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denden Phase (Befahren des Trottoirs) nach links orientiert hat, helfen seine Aus-
sagen demnach nicht weiter.

Zur eigentlichen Zufahrt des Mädchens konnte C.________ konkretere Angaben 
machen. Er befand sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite, etwas versetzt 
beim «kein Vortritt», vor der Auffahrt auf die N.________ (Z1; pag. 37). Auch er 
bestätigte, dass der Beschuldigte seinen linken Blinker gesetzt und seine Ge-
schwindigkeit stark verlangsamt habe. Wesentlich sind seine Hinweise, wonach er 
(C.________) das herannahende Mädchen bereits vor der Kollision gesehen habe, 
dieses «recht zügig» gefahren sei und er noch befürchtet habe, dass es nicht rei-
che und zu einer Kollision komme (pag. 121). Diese Aussagen wiederholte 
C.________ auch anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung. So gab er 
etwa zu Protokoll, dass er den Lastwagen habe kommen und gleichzeitig das Kind 
auf dem Zweirad in Richtung Unterführung habe herunterfahren sehen. Dabei sei 
ihm aufgefallen, dass dieses «Schuss» habe (pag. 267, Z. 7 ff.). Es sei ihm der 
Gedanke gekommen, dass die beiden aufeinandertreffen würden, wenn es so wei-
tergehe (pag. 267, Z. 17 f.). Seine diesbezüglichen Aussagen lassen darauf 
schliessen, dass der Beschuldigte – als C.________ das Mädchen erblickte – seine 
Geschwindigkeit bereits verlangsamt und auch den linken Richtungsblinker bereits 
gesetzt hatte. Ansonsten hätte C.________ kaum ahnen können, dass der Be-
schuldigte links abbiegen will und es mit dem herannahenden Mädchen 
allenfalls zu einer Kollision komme (pag. 121; pag. 269, Z. 7 ff.). C.________ konn-
te allerdings nicht mit Sicherheit sagen, wo genau der Lastwagen war, als er 
(C.________) das Mädchen erstmals sehen konnte. Auf Vorhalt der Fotografien Nr. 
29 (pag. 65, Foto unten), Nr. 30 (pag. 66 Foto, unten) und Nr. 31 (pag. 67, Foto un-
ten) anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wählte er zwar die Foto-
grafie Nr. 31 (pag 67, Foto unten), war sich dessen aber nicht ganz sicher («Das ist 
das, was ich am ehesten in Erinnerung habe, aber einfach schwach. Wenn ich et-
was sagen müsste, würde ich Foto Nr. 31 sagen»; pag. 267, Z. 25 ff.). Die besagte 
Fotografie zeigt den Lastwagen des Beschuldigten, wie er sich mit der Fahrerkabi-
ne bereits über dem Rand des Trottoirs befindet bzw. kurz bevor er das Trottoir mit 
der ersten Lenkachse (fahrerseitig) befährt und anschliessend mit dem Mädchen 
kollidierte. Es ist allerdings nicht möglich, dass sich der Lastwagen bereits an die-
ser Stelle befunden hat. Es ist viel mehr davon auszugehen, dass der Beschuldigte 
das eigentliche Abbiegemanöver noch nicht begonnen hatte bzw. dieses zumindest 
noch nicht so weit fortgeschritten war, da der Lastwagen mit Anhänger dem beim 
«kein Vortritt» wartenden C.________ ansonsten die Sicht auf das herannahende 
Mädchen versperrt hätte und er dieses damit nicht vor dem Unfall hätte sehen kön-
nen. C.________ gab vor Ort sodann zu Protokoll, dass er den eigentlichen Unfall 
unter dem Lastwagen hindurch habe beobachten können (pag. 121). Solches 
scheint mit Blick auf die Karosserie bzw. die Zusammensetzung des Lastwagens 
nur schwer nachvollziehbar. C.________ erklärte auf entsprechende Nachfrage an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung dann auch, dass ihm dies heute 
so nicht mehr bewusst sei. Es sei ihm eher so vertraut, dass er erwartet habe, das 
Kind tauche auf der anderen Lastwagenseite wieder auf (pag. 268, Z. 22 ff.). Die 
Kollision habe er nicht sehen können (pag. 268, Z. 27 f.). C.________ machte zur 
eigentlichen Kollision damit unterschiedliche Angaben. Hierbei handelt es sich nach 
Ansicht der Kammer aber um einen vernachlässigbaren Widerspruch, welcher 
ebenso gut auf ein Missverständnis vor Ort zurückzuführen sein könnte. Letztere 

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Aussagen lassen sich denn auch viel eher mit den zahlreichen Fotografien in der 
Dokumentation des UTD in Einklang bringen. Von ausschlaggebender Bedeutung 
sind aber ohnehin die (gleichbleibenden) Aussagen von C.________, wonach er 
das herannahende Mädchen auf dem Fahrrad bereits vor der Kollision habe sehen 
können. 

Im Weiteren machte C.________ auch betreffend die Geschwindigkeit des Mäd-
chens konstante Aussagen. So sprach er übereinstimmend von «zügiger» Ge-
schwindigkeit bzw. «Schuss» respektive davon, dass das Mädchen nicht langsam 
gefahren sei (pag. 121; pag. 267, Z. 9 f.; pag. 268, Z. 13 ff.). Er habe es so emp-
funden, dass das Mädchen verglichen mit seiner Grösse oder dem Alter relativ 
«zügig» unterwegs gewesen sei (pag. 268, Z. 15 ff.). Sichere Rückschlüsse auf die 
effektiv gefahrene Geschwindigkeit lassen sich aus seinen Aussagen noch keine 
ziehen. Es ist gerichtsnotorisch, dass die Geschwindigkeit eines fahrenden bzw. 
herannahenden Fahrzeugs für die Insassen stehender Fahrzeuge nur schwer ab-
schätzbar ist. Dass sich C.________ an Vergleichsgrössen, wie etwa an der Ab-
fahrt vom Bantiger, orientierte (pag. 268, Z. 13 ff.), ist daher nachvollziehbar.

Die Aussagen von C.________ wiesen nach dem Gesagten einige kleine Wider-
sprüche und Unstimmigkeiten auf, welche für das vorliegende Verfahren aber nicht 
von wesentlicher Bedeutung sind und auch keine berechtigten Zweifel an seinen 
übrigen Aussagen aufkommen lassen. C.________ schilderte gegenüber der Poli-
zei seine am besagten Tag gemachten Beobachtungen und ergänzte diese in de-
tailreicher Weise anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung. Es handelt 
sich bei ihm um eine neutrale Person, welche am besagten Tag ebenfalls vor Ort 
war und einen Teil der Geschehnisse von ihrem Fahrzeug aus selbst beobachten 
konnte. C.________ schilderte diese Geschehensabläufe im Wesentlichen in 
nachvollziehbarer Weise und versuchte nicht, den Beschuldigten übermässig zu 
belasten oder zu entlasten. Er hinterfragte auch seine eigenen Aussagen kritisch, 
was ebenfalls für deren Glaubhaftigkeit spricht (pag. 266, Z. 2 ff.; pag. 268, Z. 22 
ff.). C.________ gab ferner an, dass er vor Ort nervös und ihm übel gewesen sei 
bzw. er den «zweiten Teil» (nach dem Anruf an die Polizei) wie in Trance erlebt 
habe (pag. 266, Z. 2 ff.; pag. 268, Z. 37 ff.). Dies scheint in Anbetracht der Um-
stände vor Ort nachvollziehbar. Dass C.________ aufgrund dessen nicht einver-
nahmefähig gewesen wäre, lässt sich den Akten nicht entnehmen (vgl. auch pag. 
268, Z. 43 f.). Es besteht daher kein Anlass, seine gleichbleibenden Aussagen in 
Zweifel zu ziehen 

Gleiches gilt im Wesentlichen auch für die Aussagen des Beschuldigten. Die Aus-
sagen des Beschuldigten gegenüber der Polizei sind in sich stimmig und 
grundsätzlich logisch. So schilderte er etwa, dass er vor der Einfahrt der 
O.________ AG sehr stark rechts habe ausholen müssen, um die dortige Ver-
kehrsinsel zu umfahren. Er habe nach rechts und links geschaut, ob niemand um 
das Fahrzeug herum gewesen sei und ob auch der Verkehr nicht behindert werde. 
Er habe sich dann nochmals vergewissert, dass die benötigte Fahrspur frei sei. 
Während des Einbiegens habe er nochmals die normalen Kontrollblicke (Aussen-
spiegel rechts wie auch links, sowie Weitwinkelspiegel) gemacht (pag. 123, Z. 31 
ff.). Einen Blick aus dem linken Seitenfenster, bevor er das vor ihm liegende Trot-
toir befuhr, erwähnte der Beschuldigte indes nicht. Auf Aufforderung der befragen-
den Polizistin schilderte er sodann erneut den Ablauf des Abbiegemanövers, wobei 

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er auch hier keinen letzten Kontrollblick aus dem linken Fenster erwähnte. Er gab 
an, dass er beim Weiterrollen nochmals nach links auf den Inselrand geschaut ha-
be, damit er dort mit seinem Anhänger nichts touchiere. Nach dem Blick auf die In-
sel (links) habe er nochmals rechts geschaut und dann das Abbiegemanöver aus-
geführt. Als er dann in den linken Innenspiegel geschaut habe, sei er mit der Last-
wagenkabine bereits bei der Einfahrt zum Tor gewesen und die zweite Lenkachse 
sei ungefähr zwischen dem Trottoir und dem Vorplatz gewesen. Da habe er das 
Mädchen gesehen (pag. 124, Z. 75 ff.). Auffallend an diesen Aussagen ist, dass 
der Beschuldigte anlässlich seiner ersten Einvernahme in keiner Phase einen kon-
kreten Blick aus dem linken Seitenfenster erwähnte und dass die von ihm geschil-
derten Kontrollblicke vor bzw. während des Einbiegens und nicht vor dem Be-
fahren des Trottoirs (erneut) erfolgten. Der Beschuldigte war sehr bedacht, den 
entgegenkommenden Verkehr zunächst passieren zu lassen, damit er die Ver-
kehrsinsel gefahrlos umfahren konnte. Seine ersten Aussagen lassen vermuten, 
dass seine überwiegende Aufmerksamkeit auf ebendiese Verkehrshindernisse ge-
richtet war. So gab er auch selber an, dass der nächste Blick in den linken Seiten-
spiegel – nach Beginn des Abbiegemanövers – erst nach Befahren des Trottoirs er-
folgte (nämlich als er mit der Lastwagenkabine bereits bei der Einfahrt zum Tor 
gewesen sei). In der Folge erwähnte er zwar noch einen «Rundumblick», auch die-
sen will er aber vor dem Abbiegen gemacht haben (pag. 124, Z. 91). Schliesslich 
ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte sodann von sich aus erwähnte, dass er in 
der Kabine Vorhänge habe, seine Sicht aufgrund seines Körperbaus, seiner Blick-
technik und des Vorbeugens aber nicht eingeschränkt gewesen sei (pag. 124, Z. 
91 ff.). 

Wie bereits die Vorinstanz erwähnte, schilderte der Beschuldigte den Ablauf der 
Geschehnisse anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft zwar mit 
etwas anderen Worten, inhaltlich aber grundsätzlich übereinstimmend zu seinen 
Erstaussagen. Seine Aussagen sind in sich stimmig. Der Beschuldigte erwähnte 
aber nunmehr erstmals einen Blick aus dem linken Seitenfenster, um das Trottoir 
zu kontrollieren (pag. 132, Z. 174 f.). Er führte hierzu konkret aus: «Danach kam 
der Aussenspiegel auf der Fahrerseite. Dabei wird kontrolliert, ob etwas links vom 
Fahrzeug kommt oder ist. Dabei habe ich insbesondere kontrolliert, dass ich die 
kleine Insel korrekt umfahre und nicht touchiere. Danach kommt der Blick zwischen 
dem linken Aussenspiegel und der A-Säule. Diese Kontrolle machte ich, weil sich 
etwas hinter dem Spiegel hätte verstecken können. Danach kommt der Blick aus 
dem Seitenfenster der Fahrerseite, dabei wird das Trottoir kontrolliert. Danach kä-
me das Abbiegemanöver» (pag. 132, Z. 170 ff.). Bezüglich dieses erstmals er-
wähnten fahrerseitigen Blicks aus dem Seitenfenster ist jedoch zu erwähnen, dass 
der Beschuldigte selber angab, dass darauf das Abbiegemanöver folge. Er sprach 
damit von den getätigten Kontrollblicken vor dem Abbiegemanöver. Auffällig ist so-
dann auch, dass der Beschuldigte wiederum betonte, seine Aufmerksamkeit sei 
insbesondere auf die korrekte Umfahrung der Mittelinsel gerichtet gewesen. In der 
Folge erwähnte er nunmehr auch explizit, dass er bei diesem Abbiegemanöver die 
Kontrollblicke mindestens zwei Mal gemacht habe (pag. 132, Z. 179 ff.). Auf Frage 
nach allfälligen Feststellungen antwortete er, dass die Gegenfahrbahn bis auf die 
erwähnten Fahrzeuge frei gewesen sei, seine Spur auch. Auch auf dem Fahrrad-
weg, welcher auf der Seite der Gegenfahrbahn sei und auf dem Trottoir sei nichts 
gewesen. Er habe daraufhin das Abbiegemanöver gemacht (pag. 132, Z. 184 ff.). 

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Auch diese Ausführungen lassen darauf schliessen, dass die entsprechenden Kon-
trollblicke im Rahmen des konkreten Linksabbiegens bzw. kurz zuvor erfolgten. Der 
Beschuldigte ergänzte daraufhin zwar, dass er auch während des Abbiegens die 
Kontrollblicke gemacht habe, wobei er aber auch nach vorne habe schauen müs-
sen, damit er auf der linken Seite der Einfahrt bleibe (pag. 132, Z. 192 ff.). An wel-
cher Stelle genau die zweiten Kontrollblicke während des Manövers erfolgt sein 
sollen (ob etwa kurz vor dem Befahren des Trottoirs), lässt er jedoch offen. Sodann 
wird durch seine Aussagen erneut verdeutlicht, dass seine Konzentration nach vor-
ne (und auf das korrekte Umfahren der Insel) gerichtet war. Ein letzter, entschei-
dender Blick aus dem linken Seitenfenster kurz vor dem Befahren des Trottoirs 
wird jedenfalls vom Beschuldigten auch hier nicht explizit erwähnt. Hingegen beton-
te er, dass er genügend Sicht habe, wenn er die auf Bild Nr. 34 (pag. 70) nachge-
stellte Position einnehme. Welchen Einfluss das Vorbeugen auf die Sicht effektiv 
hat, bleibt allerdings unklar. So gab der Beschuldigte zunächst an, dass man sich 
nach vorne beugen müsse, wenn man in den Aussenspiegel schauen wolle, an-
sonsten sehe man nichts (pag. 133, Z. 227). Auf Nachfrage von Rechtsanwalt 
S.________ präzisiert er allerdings, dass man mit dem Vorbeugen einfach näher 
am Spiegel sei, die Sache aber genau gleich sehe, egal ob man hinten sitze oder 
nach vorne gebeugt sei (pag. 133, Z. 236 ff.). 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung beschrieb der Beschuldigte den 
Vorfall bzw. sein Abbiegemanöver u.a. wie folgt: «Ich habe nach rechts ausge-
schwenkt damit ich links hineinfahren kann. Habe geschaut das rechts nichts vor-
beikommt. Habe auf die Gegenfahrbahn geschaut, das Trottoir war auch frei. Habe 
die Innenspiegelkontrolle gemacht und geschaut das ich bei der Insel nichts tou-
chiere. Ich habe das Abbiegemanöver fortgesetzt und geschaut das ich rechts 
nichts erwische und links auch geschaut danach habe ich die Einfahrt angeschaut. 
Danach habe ich den Rundumblick gemacht. Zuerst habe ich in den rechten Spie-
gel danach in den linken Spiegel geschaut und dann war das Mädchen da. Ich war 
auf dem Trottoirrand und habe in den linken Rückspiegel geschaut und dann war 
das Mädchen da» (pag. 188, Z. 5 ff.). Auch im Rahmen der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung sprach der Beschuldigte zwar von zweifach erfolgten Kontrollbli-
cken. Dabei fällt aber auf, dass die ersten Kontrollblicke vor dem Manöver bzw. 
während des Einbiegens erfolgten. Die zweiten Kontrollblicke bzw. der vom Be-
schuldigten geschilderte «Rundumblick» erfolgte, so präzisierte er dies sogleich 
selber, durch einen Blick in den rechten und den linken Spiegel. Wiederum war von 
keinem Blick aus dem linken Seitenfenster kurz vor dem Befahren des Trottoirs die 
Rede. Der Beschuldigte konnte denn auch auf konkrete Nachfrage hin nicht mehr 
sagen, ob er vor dem Befahren des Trottoirs noch einmal einen Blick aus dem 
Fenster nach links gemacht oder ob er sich darauf konzentriert habe, die Insel nicht 
zu touchieren (pag. 188, Z. 22 ff.). Er wusste sodann auch nicht mehr, in welche 
Fahrtrichtung er vor dem Befahren des Trottoirs geschaut bzw. ob er auf den Pfos-
ten der Einfahrt geschaut habe. Schliesslich erklärte der Beschuldigte auf die Fra-
ge, ob er aus heutiger Sicht etwas anders machen würde, möglicherweise noch 
einmal genau schauen; möglicherweise habe er sich zu stark auf das korrekte Um-
fahren der Insel konzentriert oder darauf, dass er in der Einfahrt richtig stehe (pag. 
188, Z. 36 ff.). 

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Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung schilderte der Beschuldigte die 
damaligen Geschehnisse grundsätzlich übereinstimmend mit seinen bisherigen 
Aussagen. So gab er etwa zu Protokoll, wie er die beiden entgegenkommenden 
Fahrzeuge mittels Handzeichen noch durchgelassen habe, daraufhin links geblinkt, 
die Rundumkontrolle mit den Spiegeln gemacht und dann das Abbiegemanöver un-
ter stetiger Kontrolle in die Spiegel und der Fahrbahn fortgesetzt habe (pag. 270, Z. 
8 ff.). Er erklärte, dass seine Kontrollblicke auf den Trottoir-Bereich vor der 
O.________ AG, die Gegenfahrbahn, den Velostreifen, die eigene Fahrbahn, den 
«Einbieger» von rechts und die Spiegel gerichtet gewesen seien. Letzteres sei auf-
grund des toten Winkels fast das Wichtigste (pag. 270, Z. 37 ff.). Der Beschuldigte 
wiederholte, dass seine Konzentration nach vorne und auf die korrekte Umfahrung 
der Mittelinsel gerichtet gewesen sei. Er führte hierzu aus, dass man während dem 
Abbiegemanöver schon den Rundumblick habe, die Einfahrt zur O.________ AG 
aber relativ schwierig und eng sei. Er habe sich konzentrieren müssen, dass er 
nichts touchiere und die Mittelinsel korrekt umfahre (pag. 270, Z. 37 ff.). Mit 
«Rundumblick» meine er alles aus seiner Sicht, also 180 Grad (pag. 271, Z. 1 ff.). 
Während des Abbiegemanövers habe er sich besonders auf das Trottoir und den 
Gegenverkehr sowie die rechte Seite geachtet (pag. 271, Z. 20 ff.). Von einem letz-
ten Blick aus dem linken Seitenfenster kurz vor dem Befahren des Trottoirs war 
damit (wiederum) nicht die Rede. Ob er einen solchen Seitenblick tätigte, konnte 
der Beschuldigte nicht mehr sagen (pag. 271, Z. 16 f.). Der Beschuldigte führte 
weiter zwar aus, dass er das Trottoir kontrolliert und sich niemand darauf befunden 
habe. Auf konkrete Nachfrage hin erklärte er allerdings, dass sich im «Sichtbereich 
Richtung Unterführung» nichts auf dem Trottoir befunden habe (pag. 272, Z. 1 ff.) 
und er gerade zum Fenster hinaus auf das Trottoir geschaut habe, zurück nur im 
Spiegel. Wenn er den Kopf drehe, sehe er alles andere nicht mehr (pag. 272, Z. 34 
ff.). Damit gab der Beschuldigte betreffend das Trottoir selber an, dass seine Auf-
merksamkeit lediglich auf den vor ihm liegenden Abschnitt gerichtet war und er den 
hinter ihm liegenden bzw. parallel verlaufenden linksseitigen Abschnitt, auf wel-
chem das Mädchen angefahren kam, nicht mittels Seitenblick kontrollierte. 

Hinsichtlich den Aussagen des Beschuldigten ist festzuhalten, dass den Akten kei-
nerlei Hinweise auf bewusste Falschaussagen seinerseits oder auf Aussagen, wel-
che bewusst zu seinem Vorteil gefärbt worden wären, zu entnehmen sind. Im Ge-
genteil: Der Beschuldigte schilderte den Ablauf des Unfalls im Wesentlichen kon-
stant, klar und detailreich. Er versuchte nicht, das Vorgefallene zu beschönigen 
oder die Schuld direkt von sich zu weisen bzw. auf das Mädchen abzuwälzen. Er 
schilderte den Ablauf der Geschehnisse so, wie er sie dazumal erlebt hat. Seine 
Aussagen zum Vorfall wurden im Laufe des Verfahrens teilweise zwar etwas detail-
lierter (vgl. insbesondere die Aussagen im Rahmen der staatsanwaltlichen Einver-
nahme), dies ist aber insofern nachvollziehbar, als die erste Einvernahme bei der 
Polizei bereits am nächsten Morgen nach dem tragischen Vorfall stattfand und der 
Schock wohl noch etwas tiefer sass. Es ist sodann auch naheliegend, dass er den 
Ablauf des Vorfalls weiter analysiert und mit seinem Verteidiger besprochen hat. 
Nach Ansicht der Kammer besteht kein Anlass, an den glaubhaften Aussagen des 
Beschuldigten zu zweifeln. Glaubhaft sind damit aber auch die ihn belastenden 
Aussagen.

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Dass die herannahende †I.________ für den Beschuldigten in der entscheidenden 
Phase mit einem Kontrollblick durch das linke Seitenfenster sichtbar gewesen wä-
re, ist heute nicht mehr bestritten (pag. 275). Hiervon geht auch die Kammer aus. 
So ist aufgrund der Ortskenntnisse des Beschuldigten (fuhr er besagte Strecke zur 
O.________ AG mehrfach, sogar mehrmals an diesem Tag; pag. 125, Z. 117 f.; 
pag. 130, Z. 110 f.; pag. 272, Z. 28 f.) und der vor Ort erstellten Fotografien Nr. 29 
bis 31 (pag. 65 ff.) davon auszugehen, dass der Beschuldigte (insbesondere) in der 
entscheidenden Phase des Abbiegemanövers das Trottoir links von ihm genügend 
weit nach hinten überblicken konnte und so das herannahende Mädchen hätte er-
kennen können. Hinzu kommt, dass auch der beim «kein Vortritt» wartende 
C.________ das herannahende Mädchen auf dem Fahrrad sehen konnte und ent-
sprechend eine Kollision befürchtete. Wenn C.________ das Mädchen bereits vor 
der Kollision sehen konnte, so hätte dies auch für den Beschuldigten möglich sein 
müssen. Dies selbst unter der Annahme, dass das Mädchen zügig gefahren ist und 
der fragliche Streckenabschnitt ein Gefälle von 5% aufweist. 

Abschliessend ist festzuhalten, dass am Lastwagen des Beschuldigten auf der 
Fahrerseite am Fenster (unbestrittenermassen) ein Vorhang montiert war. Dieser 
war nach hinten geschoben und von hinten gesehen bei 20 cm fixiert (pag. 69 f.). 
Gemäss Dokumentation des UTD lässt sich nicht abschliessend klären, ob der 
effektiv vorhandene Seitenvorhang die Sicht und Wahrnehmung des Beschuldigten 
allenfalls verändert haben könnte (pag. 36; pag. 30). Wie die Vorinstanz richtiger-
weise festhielt, ist offensichtlich, dass ein entsprechend arretierter Vorhang den 
Rundumblick grundsätzlich leicht einschränken kann. Ob dies auch im Rahmen der 
nunmehr zu beurteilenden Geschehnisse der Fall gewesen ist, lässt sich mit den 
vorliegenden Beweismitteln aber nicht rechtsgenüglich nachweisen. 

11.4 Beweisergebnis

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten folgenden Sachverhalt als erstellt:
Der Beschuldigte befuhr am 21. November 2018 mit dem Lastwagen .________ 
mit Anhänger von M.________ herkommend die N.________ Richtung 
D.________ mit einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h. Er fuhr dabei am 
Q.________ vorbei, aus welchem das spätere Unfallopfer, †I.________, ebenfalls 
auf die N.________ einbog und mit dem Fahrrad in zügiger Geschwindigkeit auf 
dem Trottoir in die gleiche Richtung wie der Beschuldigte fuhr. Der Beschuldigte 
war auf dem Weg zur O.________ AG. Auf der Höhe des Firmengeländes der 
O.________ AG betätigte der Beschuldigte den linken Richtungsblinker, verlang-
samte seine Fahrt auf ca. 15-13 km/h und liess vorerst die sich auf der Gegenfahr-
bahn nähernden Fahrzeuge, die nach links in Richtung Bahnhof D.________ ab-
biegen wollten, passieren, weil er die dortige Verkehrsfläche für sein Abbiege-
manöver benötigte. Damit war der vor ihm liegende Strassenabschnitt der 
N.________ frei. In der Folge begann er, nach rechts auszuholen, damit er die dor-
tige Verkehrsinsel ohne zu touchieren umfahren und die Einfahrt der O.________ 
AG befahren konnte. Der Beschuldigte tätigte bei diesem Abbiegemanöver mehre-
re Kontrollblicke, so etwa in den rechten Seitenspiegel, dann durch das rechte Sei-
tenfenster, den Innenspiegel, Blick auf den Gegenverkehr sowie in den linken Sei-
tenspiegel und wohl auch durch das linke Seitenfenster. Im Rahmen des Abbiege-

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manövers war der Beschuldigte insbesondere auf die korrekte Umfahrung der Ver-
kehrsinsel und die korrekte linksseitige Einfahrt zu der O.________ AG konzen-
triert. Einen letzten Seitenblick vor dem Befahren des Trottoirs unterliess er jedoch. 
Erst als er sich bereits im Bereich des Einfahrtstores befand, folgte ein Blick in den 
linken Seitenspiegel, wo er dann das bereits am Boden liegende Mädchen und 
dessen Fahrrad feststellte. 

†I.________, welche mit zügiger Geschwindigkeit auf dem Trottoir entlang der 
N.________ fuhr, kollidierte auf dem Trottoir mit der ersten Lenkachse (fahrerseitig) 
des mit noch ca. 8 km/h fahrenden Lastwagens des Beschuldigten, stürzte und 
wurde von der zweiten Lenkachse (fahrerseitig) überfahren und ein kurzes Stück 
mitgeschleift. Sie verstarb aufgrund der beim Unfall erlittenen schweren Kopfverlet-
zungen noch vor Ort. †I.________ wäre für den Beschuldigten in der entscheiden-
den Phase mit einem Kontrollblick durch das linke Seitenfenster sichtbar gewesen. 
Ob der effektiv vorhandene und bei ca. 20 cm arretierte Seitenvorhang die Sicht 
und Wahrnehmung des Beschuldigten allenfalls beeinflusst haben könnte, ist nicht 
erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung

12. Vorbemerkungen

Für die oberinstanzlichen (rechtlichen) Vorbringen der Verteidigung kann auf Ziff. 8 
hiervor verwiesen werden. Diese werden, soweit erforderlich, im Rahmen der nach-
folgenden Ausführungen aufgegriffen.

Hinsichtlich der theoretischen Ausführungen zu Art. 117 StGB kann vorab auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 18 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 220 ff.). Die wichtigsten Punkte sind hier den-
noch kurz aufzuführen bzw. zu wiederholen (vgl. Ziff. 13 hiernach).

13. Allgemeine Ausführungen zu Art. 117 StGB
Gemäss Art. 117 StGB macht sich strafbar, wer fahrlässig den Tod eines Men-
schen verursacht. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder ein Vergehen, wer die 
Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder 
darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter 
die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen per-
sönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB).

Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung setzt somit voraus, dass der Täter 
den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist 
ein Verhalten dann, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände 
sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung der 
Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er zugleich 
die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere Normen ein 
bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorg-
falt in erster Linie nach diesen Vorschriften (Urteil des Bundesgerichts 
6B_164/2016 vom 14. März 2017 E. 2.1; BGE 135 IV 56 E. 2.1). Im Strassenver-
kehr sind dies die Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/5faf2c27-f161-46fc-81ee-1668643f2c87/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/source/document-link

19

741.01) und der dazu ergangenen Ausführungserlasse (Urteil des Bundesgerichts 
6B_493/2011 vom 12. Dezember 2011 E. 6.1). Die Vorsicht, zu der ein Täter ver-
pflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönlichen 
Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in 
Vorschriften gefasst werden können (zum Ganzen BGE 133 IV 158 E. 5.1; Urteil 
des Bundesgerichts 6S.8/2007 vom 24. April 2007 E. 6.1.1).

Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin 
für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Er-
folg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mindestens in 
ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der 
Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bezie-
hungsweise erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt 
der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem 
gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie 
den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz 
ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitver-
schulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruk-
tionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet wer-
den musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und un-
mittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachen-
den Faktoren – namentlich das Verhalten des Angeschuldigten – in den Hinter-
grund drängen (Urteil des Bundesgerichts 6B_287/2014 vom 30. März 2015 E. 2.2; 
BGE 135 IV 56 E. 2.1; BGE 131 IV 145 E. 5.2 je mit Hinweisen). Damit der Eintritt 
des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzuführen ist, genügt 
allerdings seine Voraussehbarkeit nicht. Weitere Voraussetzung ist vielmehr, dass 
der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf un-
tersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters aus-
geblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des 
Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des 
Erfolgs bildete (Urteil des Bundesgerichts 6B_2018 vom 24. Oktober 2018 E. 3.7; 
BGE 135 IV 56 E.2.1; BGE 130 IV 7 E. 3.2).

Im vorliegend zu beurteilenden Fall sind insbesondere die sich aus dem SVG erge-
benden Sorgfaltspflichten zu beachten. Nicht relevant sind hierbei – entgegen der 
Auffassung der Vorinstanz – die Bestimmungen zur Betriebssicherheit eines Fahr-
zeugs (etwa Art. 29 SVG und Art. 71a Abs. 1 und 4 der Verordnung über die tech-
nischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge [VTS; SR 741.41]), zumal vorliegend 
(so auch erstinstanzlich) nicht als erstellt gilt, dass der Vorhang am fahrerseitigen 
Fenster des Lastwagens tatsächlich einen Einfluss auf das Unfallgeschehen hatte. 
Eine separate bzw. unabhängig von der fahrlässigen Tötung bestehende Verlet-
zung der Bestimmungen zur Betriebssicherheit ist sodann nicht angeklagt. Im Übri-
gen kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 19 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; pag. 221 f.):
Jeder Führer muss sein Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nach-
kommen kann (Art. 31 Abs. 1 SVG). Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr 
zuwenden (Art. 3 Abs. 1 VRV). Einfach ausgedrückt: kommt es zu einer (ungewollten) Kollision, man-
gelt es i.d.R. an der konkret nötigen Aufmerksamkeit. Wer nach links abbiegt, ist verpflichtet einzuspu-
ren, d.h. sich gegen die Fahrbahnmitte zu halten. Das Manöver ist zügig auszuführen, damit die Fahr-
bahn für den Längsverkehr möglichst rasch wieder frei wird. (BSK SVG-MAEDER, Art. 36, N 18). Ist 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/54e025f0-1240-44d4-9222-c3bd3271a010/citeddoc/d91f2c23-1523-4b92-9e16-368cab01f80b/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/e81ba9c5-f582-47b5-b067-a024583fb088/citeddoc/f8fe7c25-eff5-4799-94fe-eb8101fd2824/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/2564001e-4be1-4fa9-9517-6164c3640296/citeddoc/040b1788-a28d-42a5-9ca1-ae08544a0e26/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/c3c7cb70-a33b-4347-8170-111430c990ad/citeddoc/fefb152e-8983-4f4a-8da2-9ab173b8a704/source/document-link

20

ein Einspuren aufgrund der Grösse des Fahrzeugs nicht möglich, muss beim rechts ausholen beson-
dere Vorsicht angewendet werden (Art. 13 Abs. 5 VRV). Das Erfordernis des zügigen Manövers ist zu 
relativieren, da dennoch auf andere Verkehrsteilnehmer Acht gegeben werden muss, z.B. wenn beim 
Abbiegen ein Trottoir befahren werden muss. Das Trottoir ist nach Art. 43 Abs. 2 SVG den Fussgän-
gern vorbehalten und darf nur ausnahmsweise von Fahrzeugen und Fahrradfahrern befahren werden. 
Fahrzeuge dürfen beispielsweise ein Trottoir befahren, wenn der Fahrzeuglenker beabsichtigt, auf ei-
ne Nebenstrasse zu gelangen. Wer sich auf einem Weg bewegt, der grundsätzlich für andere Ver-
kehrsteilnehmer bestimmt ist, muss besonders vorsichtig sein. 

[…]

Zu erwähnen bleibt schliesslich der Vertrauensgrundsatz nach Art. 26 Abs. 1 SVG. Dieser bedeutet, 
dass ein Fahrzeuglenker darauf vertrauen darf, dass sich jedermann im Verkehr so verhält, dass er 
andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert, noch gefährdet. Diese 
Grundregel gilt gegenüber Kindern, Gebrechlichen und alten Leuten nicht, ebenso nicht, wenn Anzei-
chen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht richtig verhalten wird (Misstrauensgrund-
satz; Art. 26 Abs. 2 SVG). Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich allerdings nur stützen, wer sich 
selbst verkehrsregelkonform verhält. Wer selber gegen Verkehrsregeln verstösst und dadurch eine 
unklare oder gefährliche Verkehrslage schafft, kann nicht erwarten, dass andere diese Gefahr durch 
erhöhte Vorsicht ausgleichen (BGE 118 IV 277 E.4a).

14. Subsumtion

14.1 Tatbestandsmässiger Erfolg
Mit dem Eintritt des Todes ist die fahrlässige Tötung vollendet (sog. Erfolgsdelikt; 
SCHWARZENEGGER/GURT, Basler Kommentar StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, Art. 117 
StGB N 2). †I.________ verstarb gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedi-
zin aufgrund des Unfalls noch vor Ort (pag. 23; pag. 94). 

14.2 Kausalzusammenhang zwischen Handlung und Erfolg
Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Beschuldigte beim Abbiegemanöver 
mit seinem Lastwagen die mit dem Fahrrad auf dem Trottoir fahrende †I.________ 
übersah, zu Fall brachte und überrollte, wodurch sie schwerste Kopfverletzungen 
erlitt, welche unmittelbar zu ihrem Tod führten. Hätte der Beschuldigte †I.________ 
auf dem Trottoir gesehen und das Abbiegemanöver nicht durchgeführt bzw. vor 
dem Befahren des Trottoirs gewartet, wäre es nicht zur Kollision gekommen. Damit 
ist die Handlung des Beschuldigten ohne Weiteres kausal für den Unfall und damit 
für den Tod von †I.________.

14.3 Missachtung einer Sorgfaltspflicht
Elementar sind im vorliegenden Fall die sich aus Art. 31 Abs. 1 SVG ergebenden 
Sorgfaltspflichten. So muss ein Fahrzeugführer ständig so wachsam sein, dass er 
all die konkreten Umstände aufnehmen und so verarbeiten kann, dass er rechtzei-
tig und situationsadäquat zu reagieren vermag. Das Fahrverhalten wird (nebst den 
Verkehrsregeln) insbesondere durch das konkrete Fahrgeschehen im Umfeld dik-
tiert, in dem sich der Verkehrsteilnehmer gerade befindet (ROTH, Basler Kommen-
tar SVG, Art. 31 N 44). Weiter muss etwa beim rechts Ausholen besondere Vor-
sicht angewendet werden und Trottoirs dürfen nur unter Berücksichtigung besonde-
rer Vorsicht befahren werden, da dieser Weg grundsätzlich Fussgängern und 
Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten vorbehalten ist. 

Vor dem Einleiten des Abbiegemanövers hat ein Verkehrsteilnehmer die Pflicht, auf 
den nachfolgenden Verkehr Rücksicht zu nehmen. Aber auch während des Abbie-
gemanövers gilt es die Aufmerksamkeit dem zusätzlich geschaffenen Risiko zu 

21

widmen, welches sich durch das Befahren des Trottoirs ergibt. Hierbei ist der 
Massstab für die Sorgfalt, welche Lastwagenlenker aufzubringen haben, ange-
sichts des von ihren Fahrzeugen ausgehenden Gefährdungspotentials hoch anzu-
setzen (BGE 127 IV 34 E. 3c/bb m.w.H.). Der Beschuldigte befuhr die N.________ 
bis hin zur Einfahrt der O.________ AG. Aufgrund seiner regelmässigen Transport-
fahrten war ihm bekannt, dass es sich um eine eher schwierige Einfahrt handelt 
und er aufgrund der Länge seines Lastwagens relativ weit ausholen musste, um 
die dortige Mittelinsel unfallfrei zu umfahren. Die Kammer verkennt nicht, dass ein 
Abbiegemanöver an besagter Stelle eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert. Trotz-
dem ist die entsprechende Stelle, wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, nicht 
mit Grosskreuzungen zu vergleichen, wie sie in der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung oft zur Diskussion stehen. Insofern ist die vorliegend zu beurteilende 
Verkehrssituation – entgegen der Auffassung der Verteidigung – nicht mit denjeni-
gen in den Urteilen BGE 122 IV 225 und BGE 127 IV 34 zu vergleichen. Das Bun-
desgericht hielt in den entsprechenden Urteilen u.a. fest, dass dem Fahrzeugführer 
für andere Stellen eine geringere Aufmerksamkeit zugebilligt werden könne, wenn 
er seine Aufmerksamkeit im Wesentlichen auf eine bestimmte Stelle zu richten ha-
be (BGE 122 IV 225 E. 2.b f.; BGE 127 IV 34 E. 3c/bb). 

Vorliegend musste der Beschuldigte an einer leicht abfallenden Strasse abbrem-
sen, damit er nach einer Kurve ein Abbiegemanöver gegen links durchführen konn-
te. Der Beschuldigte musste weiter eine Mittelinsel unfallfrei umfahren und vorweg 
den Gegenverkehr prüfen, weil er einen Teil dieser Verkehrsfläche für das besagte 
Abbiegemanöver beanspruchte. Wichtig war auch, dass er aufgrund des Ausholens 
keine Verkehrsteilnehmer auf seiner Spur oder dem Fussgängerstreifen gefährde-
te. Zu prüfen waren ferner der Fahrradstreifen Richtung Unterführung, das Trottoir 
sowie die rechtsseitige Einfahrt der T.________ (Strasse). Nach Beginn des eigent-
lichen Abbiegemanövers musste der Beschuldigte noch ein Trottoir überqueren 
und in die richtige Einfahrt der O.________ AG einbiegen. Gestützt auf die glaub-
haften Aussagen des Beschuldigten geht die Kammer davon aus, dass aus seiner 
Sicht die vor ihm liegende Fahrbahnfläche, nach entsprechender Kommunikation 
mit zwei entgegenkommenden Fahrzeuglenkern, vor dem Beginn des eigentlichen 
Abbiegemanövers frei war. Dementsprechend wurde ab diesem Zeitpunkt von ihm 
keine spezielle Aufmerksamkeit nach rechts und nach vorne mehr verlangt. 

Zur Diskussion steht damit noch das Befahren eines Trottoirs (inkl. korrekte Umfah-
rung der Mittelinsel) und keine vielbefahrene Querstrasse, wie dies etwa im Urteil 
BGE 122 IV 225 der Fall war. Sodann herrschte am 21. November 2018 kein über-
durchschnittlich hohes Verkehrsaufkommen (vgl. Aussagen des Beschuldigten und 
des Zeugen C.________ sowie Unfallaufnahmeprotokoll, pag. 5). Das Wetter war – 
laut Unfallaufnahmeprotokoll – zwar bedeckt, den Akten lassen sich aber keine 
Hinweise auf schlechte Sichtverhältnisse entnehmen. Es mag ferner zutreffen, 
dass sich die auf dem Trottoir fahrende †I.________ verkehrsregelwidrig verhalten 
hat. Von einer «krassen» Verkehrsregelverletzung, wie sie im Fall BGE 122 IV 225 
etwa hinsichtlich des Mofa-Fahrers vorlag, kann aber bei weitem nicht gesprochen 
werden. Es hätten sich etwa auch ein Jogger, eine Skateboard-Fahrerin oder ein 
elektrischer Rollstuhl auf dem Trottoir nähern können. Es darf mit Blick auf die da-
malige Verkehrssituation also ohne Weiteres erwartet werden, dass der Beschul-
digte seine Aufmerksamkeit (auch) auf das besagte Trottoir (und zwar in Richtung 

22

Unterführung und zurück in Richtung M.________) richten konnte respektive hätte 
richten können. Das Befahren des Trottoirs stellt nämlich eine neue potentielle Ge-
fährdung im Rahmen des dynamischen Abbiegemanövers dar. Den Beschuldigten 
traf die Pflicht, der geschaffenen Gefährdung mit entsprechender Vorsicht und 
höchster Aufmerksamkeit zu begegnen. Bei einer sorgfältigen Kontrolle bzw. einem 
letzten Blick aus dem linken Seitenfenster hätte der Beschuldigte dann auch 
†I.________ auf dem Fahrrad gesehen und hätte sein Fahrzeug zur Not bis zum 
Stillstand abbremsen können bzw. müssen. Dieses Mass an Sorgfalt und Aufmerk-
samkeit muss (und darf) dem Beschuldigten ohne Weiteres zugemutet werden.

Soweit der Beschuldigte geltend macht, es habe während der Anfahrt auf der 
N.________ mehrfach sichttote Winkel gegeben (pag. 191; pag. 274), ist zunächst 
darauf zu verweisen, dass die Problematik der sichttoten Winkel in der entschei-
denden Phase (Befahren des Trottoirs) nicht relevant war. Darüber hinaus ist nun-
mehr auch nicht mehr bestritten, dass das herannahende Mädchen mit einem Blick 
aus dem linken Seitenfenster im entscheidenden Moment auch für den Beschuldig-
ten sichtbar gewesen wäre. Sodann muss der Fahrzeuglenker, nach mehrfach 
bestätigter Ansicht des Bundesgerichts, ohnehin dafür besorgt sein, dass das sich 
aus jenem Faktor ergebende Risiko ausgeschaltet wird (beispielhaft etwa BGE 127 
IV 34 E. 3b m.w.H.). Der Chauffeur muss sich jedenfalls den aus dem Problem des 
sichttoten Winkels resultierenden Gefahren bewusst sein und die ihm möglichen 
Massnahmen treffen, um das Risiko zu beseitigen, wenn nach den Umständen die 
nahe Möglichkeit besteht, dass sich Verkehrsteilnehmer (oder allenfalls auch Fuss-
gänger) im verdeckten Sichtbereich befinden könnten. Dazu gehört, dass er dieser 
Gefahr im Sinne einer vorausschauenden Vorsicht besondere Aufmerksamkeit 
schenkt und das Verkehrsgeschehen im Hinblick auf sein beabsichtigtes Fahr-
manöver beobachtet. Eine Sorgfaltspflichtverletzung kann dem Lastwagenlenker 
gemäss Bundesgericht nur dann nicht zur Last gelegt werden, wenn sich mit Si-
cherheit ausschliessen lässt, dass er auch bei Aufwendung aller gehörigen und 
zumutbaren Vorsicht einen im sichttoten Bereich seines Fahrzeugs verborgenen 
anderen Verkehrsteilnehmer hätte erkennen können und er mit einem solchen auf-
grund der konkreten Verhältnisse auch nicht hätte rechnen müssen (BGE 127 IV 
34 E. 3b). Solches ist vorliegend – wie die vorangegangenen Ausführungen zeigen 
– nicht der Fall.

Insoweit der Beschuldigte schliesslich vorbringt, er habe nicht damit rechnen müs-
sen, dass eine Fahrradfahrerin auf dem Trottoir fahrend entgegenkomme, und sich 
damit auf den Vertrauensgrundsatz nach Art. 26 Abs. 1 SVG beruft – wonach sich 
jeder Verkehrsteilnehmer im Sinne einer allgemeinen Sorgfaltspflicht so verhalten 
muss, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder be-
hindert noch gefährdet –, ist folgendes festzuhalten: Grundsätzlich darf ein Fahr-
zeugführer darauf vertrauen, dass andere Verkehrsteilnehmer und auch Fussgän-
ger der Pflicht nach Art. 26 Abs. 1 SVG nachkommen, es sei denn, es bestünden 
Anzeichen auf ein Fehlverhalten. Um ein mögliches Fehlverhalten überhaupt er-
kennen zu können, ist der Fahrzeugführer allerdings zur Aufmerksamkeit verpflich-
tet. Er muss grundsätzlich beide Fahrbahnen und Trottoirseiten beobachten. So 
muss ein Fahrzeugfahrer – gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung – etwa 
Sicht auf die gesamte Strasse und das Trottoir in der Nähe des Fussgängerstrei-
fens haben, damit er jederzeit bei auftauchenden Fussgängern anhalten kann (Ur-

23

teil des Bundesgerichts 6B_262/2016 vom 6. Januar 2017 E. 3.2.2; Urteil 
6B_493/2011 vom 12. Dezember 2011 E. 4.2.1). Es mag zwar sein, dass 
†I.________ mit ihrem Fahrrad das Trottoir grundsätzlich nicht hätte befahren dür-
fen. Der Beschuldigte hätte sie bei pflichtgemässer Sorgfalt jedoch sehen und ihr 
Fehlverhalten erkennen können. Unter anderem bei Kindern ist ferner eine beson-
dere Vorsicht geboten (Art. 26 Abs. 2 SVG). Sodann wäre es um diese Zeit (kurz 
vor 14:00 Uhr) problemlos auch möglich gewesen, dass ein Fussgänger, eine Jog-
gerin, ein Skateboarder oder ein Kind auf einem anderen fahrbaren Gerät auf be-
sagtem Trottoir unterwegs gewesen wäre. Darüber hinaus kann sich ohnehin nur 
auf den Vertrauensgrundsatz berufen, wer sich selbst verkehrsregelkonform verhal-
ten hat. Wer, wie der Beschuldigte, einen Fehler beging und damit eine Gefahr re-
spektive gefährliche Verkehrslage geschaffen hat, darf sich nicht darauf verlassen, 
dass andere diese Gefahr durch erhöhte Vorsicht ausgleichen werden (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_917/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.5.1; Urteil 
6B_1185/2014 vom 24. Februar 2015 E. 2.2; BGE 125 IV 83 E. 2b).

14.4 Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit
Vorliegend stellt sich ferner die Frage, ob die Handlung des Beschuldigten nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeignet war, 
einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünsti-
gen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände 
als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste 
und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste 
Ursache des Erfolges erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Fakto-
ren, namentlich das Verhalten des Angeschuldigten in den Hintergrund drängen 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_782/218 vom 19. Juni 2020 E. 2.3.2). Das Bundes-
gericht lässt dabei einen hohen Abstraktionsgrad genügen. Die Voraussehbarkeit 
wird auch bei sehr aussergewöhnlichen Kausalverläufen bejaht, so beispielsweise 
bei Fussgängern (BGE 100 IV 279 E. 3d) oder einem Stuhl (BGE 93 IV 115) auf 
der Autobahn oder etwa einem Metallregal auf der Überholspur (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_673/2011 vom 20. Dezember 2011). Es hat namentlich auch aus-
geführt, dass die Gefahr des Zusammentreffens mit unbeleuchteten Hindernissen 
auch auf Autobahnen nicht so selten sei, als dass ihre Möglichkeit unberücksichtigt 
bleiben dürfte. So sei auch auf Autobahnen mit Tieren zu rechnen, die sich auf die 
Fahrbahn verirren oder von vorausfahrenden Fahrzeugen angefahren würden und 
die Fahrbahn nicht mehr verlassen könnten. Ebenso trete verhältnismässig häufig 
der Fall ein, dass Ladegut von fahrenden Fahrzeugen herabfalle, oder dass es still-
stehende Fahrzeuge habe, die infolge einer Betriebsstörung oder eines Unfalles 
die Fahrbahn versperrten, ohne dass sie sofort beiseitegeschafft oder durch Siche-
rungsmassnahmen für den übrigen Verkehr rechtzeitig und auf genügende Entfer-
nung kenntlich gemacht werden könnten. Auch komme es hin und wieder vor, dass 
ein Verunfallter, z.B. ein gestürzter Motorradfahrer, bewusstlos oder in verletztem 
Zustand während kürzerer oder längerer Zeit auf der Fahrbahn liegen bleibe (BGE 
93 IV 115 E. 2). Dass zuweilen nicht nur Fussgänger (welche i.d.R. langsamer un-
terwegs sind), sondern etwa auch Personen auf fahrzeugähnlichen Geräten (ins-
besondere Kinder), Jogger, Skateboarder oder elektrische Rollstühle um kurz vor 
14:00 Uhr auf Trottoirs unterwegs sind, ist deshalb nicht derart aussergewöhnlich, 
als dass nicht damit gerechnet werden müsste. 

24

Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzu-
führen ist, genügt allerdings seine Voraussehbarkeit nicht. Weitere Voraussetzung 
ist vielmehr, dass der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer 
Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten 
des Täters ausgeblieben wäre (Urteil des Bundesgerichts 6B_217/2020 vom 
31. August 2020 E 4.2; BGE 135 IV 56 E. 2.1 m.w.H.). Dem Beschuldigten wäre es 
möglich gewesen, den Eintritt des Todes von †I.________ zu vermeiden, hätte er 
sich pflichtgemäss verhalten. Hätte er nämlich dem zu überquerenden Trottoir die 
nötige Aufmerksamkeit geschenkt, indem er vor dem Befahren einen letzten Sei-
tenblick aus dem linken Fenster geworfen hätte, so hätte er das herannahende 
Mädchen sehen und zur Not den Lastwagen anhalten müssen bzw. können, um ihr 
den Vortritt zu gewähren. Diesfalls wäre es nicht zur Kollision gekommen. Der tat-
bestandsmässige Erfolg – der Tod von †I.________ – wäre demzufolge vermeidbar 
gewesen.

14.5 Risikozusammenhang
Zwischen dem fehlenden letzten Blick aus dem linken Seitenfenster, dem Ent-
scheid, das Trottoir zu befahren und dem eingetretenen Geschehensablauf besteht 
ein Risikozusammenhang. Sorgfaltsgemässes Handeln – was vorliegend einen 
letzten Blick aus dem linken Seitenfenster vor dem Befahren des Trottoirs bedeutet 
hätte – wäre nicht nutzlos gewesen. Vielmehr hätten damit die Kollision und der 
Unfalltod von †I.________ verhindert werden können. 

Im Weiteren soll dem Täter der Erfolg nicht zugerechnet werden, wenn sich darin 
nicht jene Gefahr verwirklicht, welche die verletzte Sorgfaltsnorm zu vermeiden 
versucht. Art. 31 Abs. 1 SVG ist relativ offen formuliert. So muss der Führer eines 
Fahrzeugs dieses ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nach-
kommen kann. Erwartet wird demnach, dass ein Fahrzeugführer die konkrete Ver-
kehrssituation aufnimmt, verarbeitet und entsprechend rechtzeitig sowie in einer 
der Situation angepassten Weise reagieren kann. So etwa auf mögliche Gefahren-
quellen, sich regelwidrig verhaltende Verkehrsteilnehmer oder unvorsichtige Fuss-
gänger (ROTH, a.a.O., Art. 31 N 48 m.w.H.). Die sich aus Art. 31 Abs. 1 SVG erge-
bende Pflicht schützt demnach die übrigen Verkehrsteilnehmer, so auch Fussgän-
ger und Fahrradfahrer. Indem der Beschuldigte seine ihm obliegenden Pflichten 
vernachlässigt hat, hat er genau die Gefahr geschaffen, die dann in den Tod von 
†I.________ umgeschlagen ist.

14.6 Fazit

Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschuldigte durch ein unvorsichtiges 
Abbiegemanöver nach links seine Vorsichtspflichten missachtet und sich dadurch 
der fahrlässigen Tötung nach Art. 117 StGB strafbar gemacht hat.

IV. Strafzumessung

15. Allgemeine Ausführungen und Strafrahmen
Für die allgemeinen Ausführungen zur Strafzumessung kann auf die zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 23 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 225 f.).

25

Der Strafrahmen von Art. 117 StGB reicht von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu 
drei Jahren Freiheitsstrafe.

16. Tatkomponenten 

†I.________ starb an den Verletzungen, die ihr durch den Unfall zugefügt wurden. 
Ihr Tod war unnötig und ist insbesondere für ihre Nächsten äusserst tragisch. Die 
Missachtung des allerhöchsten geschützten Rechtsguts und die schlimmen Folgen 
einer Tötung sind allerdings tatbestandsimmanent. Zu bewerten ist mithin das 
Ausmass der Sorgfaltspflichtverletzung. Die Kammer erachtet – wie schon die Vor-
instanz – die Sorgfaltspflichtverletzung als gering. Es handelte sich um einen bloss 
kurzen Moment der Unaufmerksamkeit. Im Rahmen des Abbiegemanövers hat der 
Beschuldigte das vor ihm liegende Trottoir befahren, ohne mit einem letzten Blick 
aus dem linken Seitenfenster zu prüfen, ob sich jemand darauf befindet oder eben 
angefahren kommt. Das Verschulden des Beschuldigten ist gestützt auf das Aus-
mass der Sorgfaltspflichtverletzung als leicht zu bezeichnen. Die Art der Tatbege-
hung wirkt sich weder verschuldenserhöhend noch -vermindernd aus. Es liegt ein 
schlichter Fahrfehler vor, eine kurze Unaufmerksamkeit, welche tragische Folgen 
hatte. Der Umstand, dass er fahrlässig handelte, ist beim Fahrlässigkeitsdelikt 
ebenfalls neutral zu werten. Das Verschulden des Beschuldigten ist gestützt auf die 
Tatkomponenten als leicht zu bezeichnen. Die von der Vorinstanz als angemessen 
erachteten 60 Strafeinheiten sind mithin zu bestätigen.

17. Täterkomponenten

Wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat, ist der Beschuldigte im Schweizerischen 
Strafregister nicht verzeichnet. Dies wirkt sich allerdings neutral aus. Sein Verhal-
ten im Strassenverkehr war überwiegend tadellos, obwohl er aufgrund seines Be-
rufs verhältnismässig viel unterwegs ist (ausgenommen hiervon ist der Vorfall be-
treffend die ungenügend gesicherte Ladung). Auch die persönlichen Verhältnisse 
des Beschuldigten sind als neutral zu werten. Er ist weiterhin als Chauffeur tätig, 
verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine familiäre Situation hat sich – gemäss 
seinen eigenen Aussagen – seit dem Unfall im Jahr 2018 nicht verändert. Der Be-
schuldigte befindet sich daher in geordneten privaten Verhältnissen. Die Vorinstanz 
wies sodann auf die Kooperation des Beschuldigten und auf seine offensichtliche 
Reue hin. Diesen Ausführungen kann sich die Kammer vorbehaltlos anschliessen. 
Aussergewöhnliche Umstände, welche schliesslich auf eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit des Beschuldigten schliessen lassen würden, sind nicht ersichtlich (vgl. Ur-
teile 6B_1079/2016 vom 21. März 2017 E. 1.4.5; 6B_249/2016 vom 19. Januar 
2017 E. 1.4.4.; 6B_243/2016 vom 8. September 2016 E. 3.4.2; 6B_748/2015 vom 
29. Oktober 2015 E. 1.3). Insgesamt sind die Täterkomponenten in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz als neutral zu werten. 

18. Fazit
Nach Auffassung der Kammer erscheint eine Strafe von insgesamt 60 Strafeinhei-
ten in Berücksichtigung der vorstehend erwähnten Strafzumessungsfaktoren als 
angemessen. 

26

19. Strafart / Tagessatzhöhe 
Bei der Wahl der Sanktionsart ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als 
wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswir-
kungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu 
berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur 
Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weni-
ger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am we-
nigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGE 134 IV 97 E. 4.2.2, BGE 134 IV 82 
E. 4.1; zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1246/2015 vom 9. März 
2016 E. 1.2.2). Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Darüber hinaus geben auch 
seine persönlichen Verhältnisse keinen Anlass, auf eine Freiheitsstrafe zu erken-
nen. Es ist demnach eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen auszufällen.

Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB bestimmt das Gericht die Höhe des Tagessatzes 
nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 
des Urteils, namentlich nach dem Einkommen und Vermögen, dem Lebensauf-
wand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenz-
minimum.
Die Vorinstanz stellte für die Berechnung der Tagessatzhöhe auf die anlässlich der 
Hauptverhandlung gemachten Aussagen des Beschuldigten zu seinen damaligen 
finanziellen Verhältnissen ab. Sie rechnete mit einem Erwerbseinkommen von ge-
rundet CHF 5‘400.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) sowie mit einem kleinen Neben-
einkommen seiner Ehefrau von ca. CHF 200.00. Mitberücksichtigt wurden familien-
interne Unterstützungsleistungen für die Ehefrau und die drei Kinder sowie der pra-
xisgemässe Abzug für allgemeine Lebenshaltungskosten. Es resultierte ein abge-
rundeter Tagessatz von CHF 60.00.

Die Kammer kann sich den Berechnungen der Vorinstanz grundsätzlich anschlies-
sen und geht von einem monatlichen Einkommen des Beschuldigten in Höhe von 
CHF 5'416.00 aus (inkl. 13 Monatslohn; pag. 263, Z. 42 f.; pag. 264, Z. 22 ff.). Die 
Ehefrau des Beschuldigten verdient zufolge Corona-Pandemie im Moment nicht mit 
(pag. 264, Z. 1 f.). Unter Berücksichtigung dieses Umstands und der familiären Un-
terstützungspflichten des Beschuldigten sowie eines Pauschalabzugs für allgemei-
ne Lebenshaltungskosten ergibt sich eine Tagessatzhöhe von CHF 60.00.

20. Vollzug der Strafe

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine un-
bedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weite-
rer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, sind vorliegend keine Umstände er-
sichtlich, die einer günstigen Prognose entgegenstehen würden, weshalb dem Be-
schuldigten für die Geldstrafe der bedingte Strafvollzug mit der minimalen Probe-
zeit von zwei Jahren zu gewähren ist.

Die Vorinstanz hat auf das Ausfällen einer Verbindungsbusse verzichtet (S. 26 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 228 f.). Dieses Vorgehen ist ange-
sichts der Auswirkungen des Unfalls auch auf den Beschuldigten zutreffend. Ein 

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zusätzlicher «Denkzettel» ist im vorliegenden Fall nicht angebracht. Oberinstanz-
lich wäre ohnehin das Verbot der reformatio in peius zu beachten. 

V. Kosten und Entschädigung

21. Verfahrenskosten / Entschädigung

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die 
beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, soweit sie verurteilt wird (Art. 426 
Abs. 1 StPO).

Davon ausgehend sind die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 10'635.50 
(Gebühren von CHF 4'410.00 und Auslagen von CHF 6'225.50; pag. 170, pag. 
198.2) dem Beschuldigten zur Bezahlung aufzuerlegen.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 
im oberinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen. Die oberinstanzlichen Verfah-
renskosten, insgesamt bestimmt auf einen Pauschalbetrag von CHF 3'000.00, ge-
hen deshalb zu seinen Lasten.

Beim vorliegenden Verfahrensausgang hat der Berufungsführer keinen Anspruch 
auf eine Entschädigung seiner Verteidigungskosten (Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO e 
contrario).

VI. Verfügungen

22. Für die Verfügungen (Eröffnungsformel) wird auf das Dispositiv verwiesen.

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VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der fahrlässigen Tötung, begangen am 21. November 2018 in D.________, 
E.________(Strasse)

und in Anwendung der 

Art. 12 Abs. 3, 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 117 StGB; Art. 31 Abs. 1 SVG; Art. 426 Abs. 
1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total 
CHF 3'600.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend 
aus Gebühren und Auslagen, insgesamt bestimmt auf CHF 10'635.50.

3. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von CHF 3'000.00.

II.

1. Mündlich eröffnet und begründet:
- dem Beschuldigten, v.d. Fürsprecher B.________

2. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, v.d. Fürsprecher B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv, nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern (Urteil mit Begrün-

dung; nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der 
Rechtsmittelbehörde)

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Bern, 15. Oktober 2020
(Ausfertigung: 24. November 2020)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident:

Oberrichter Vicari

Die Gerichtsschreiberin:

Ragonesi

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.