# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f898403f-12b9-591d-be2f-5154f60aaaa9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2018 C-1469/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1469-2017_2018-02-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1469/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  F e b r u a r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richterin Franziska Schneider, Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiberin Karin Wagner. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

2. B._______,  

beide vertreten durch MLaw Eliane Schürch, 

Advokatur Notariat, Dornacherstrasse 10, 

Postfach, 4601 Olten 1 Fächer,  

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerische Ausgleichskasse SAK, 

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Alters- und Hinterlassenenversicherung, Anspruch auf Wai-

senrenten, Einspracheentscheid SAK vom 9. Februar 2017. 

 

 

 

C-1469/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______, geboren am (Datum) 1993, und B._______, geboren am 

(Datum) 1997, sind die leiblichen Kinder von Frau C._______ und Herrn 

D._______. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebten A._______ und 

B._______ bei ihrer Mutter. Diese heiratete im Januar 2002 Herrn 

E._______, der sich fortan zusammen mit der Kindsmutter als Stiefvater 

um die Kinder kümmerte. Nach dem Tod von E._______ am (Datum) März 

2002 entrichtete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau (im 

Folgenden: SVA Aargau) ab 1. April 2002 der Mutter eine Witwen- und zwei 

Waisenrenten (vgl. BVGer act. 1 Beilage 3). 

A.b Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA) sprach 

dem leiblichen Vater von A._______ und B._______, eine ganze Invaliden-

rente ab 1. September 2014 zu und teilte ihm mit Verfügung vom 25. Feb-

ruar 2015 mit (BVGer act. 1 Beilage 4), die Mutter von A._______ und 

B._______ habe Anspruch auf zwei ordentliche Kinderrenten zur Rente 

des Vaters. Zugleich wurden die ausbezahlten Waisenrenten von Septem-

ber 2014 bis Februar 2015 mit den ordentlichen Kinderrenten für dieselbe 

Zeit verrechnet, was einen Betrag zu Gunsten der IVSTA von Fr. 6'456.- 

ergab.  

A.c Am 25. Februar 2015 informierte die Schweizerische Ausgleichkasse 

(im Folgenden: SAK) die Mutter über die Auszahlung einer Witwenrente ab 

1. März 2015. Waisenrenten wurden keine mehr aufgeführt, da der An-

spruch von Gesetzes wegen erloschen sei (Vorakten D._______ [im Fol-

genden: Vorakten Mutter] act. 55/1, act. 102). 

A.d Die gegen die Verfügung der IVSTA vom 25. Februar 2015 erhobene 

Beschwerde von A._______ und B._______ hiess das Bundesverwal-

tungsgericht mit Urteil C-1943/2015 vom 12. Juni 2017 gut, soweit darauf 

eingetreten wurde, hob die Verfügung der IVSTA vom 25. Februar 2015 auf 

und erkannte, dass A._______ und B._______ weiterhin Anspruch auf eine 

Waisenrente wegen des Hinschieds ihres Stiefvaters haben. 

B.  

In der Zwischenzeit sprach die SAK (im Folgenden auch: Vorinstanz) mit 

Verfügungen je datierend vom 18. Oktober 2016 (BVGer act. 1 Beilage 5 

und 6) A._______ und B._______ ab 1. Mai 2016 eine wegen Überversi-

cherung gekürzte monatliche Waisenrente wegen des Hinschieds ihres 

C-1469/2017 

Seite 3 

leiblichen Vaters in der Höhe von je Fr. 394.- zu und wies die dagegen 

erhobene Einsprache am 9. Februar 2017 ab (BVGer act. 1 Beilage 2). 

C.  

Am 9. März 2017 erhoben A._______ und B._______ (im Folgenden: Be-

schwerdeführerinnen) Beschwerde (BVGer act. 1) gegen den Einsprache-

entscheid vom 9. Februar 2017 und beantragten unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen, 1) der Einspracheentscheid vom 9. Februar 2017 so-

wie die beiden Verfügungen vom 18. Oktober 2016 seien aufzuheben, 2) 

den Beschwerdeführerinnen sei ab 1. Mai 2016 je eine ungekürzte Wai-

senrente, also je eine Waisenrente in der Höhe von mindestens Fr. 523.- 

auszurichten, 3) der Beschwerde sei eine allfällige aufschiebende Wirkung 

zu entziehen und den Beschwerdeführerinnen für die Dauer des Verfah-

rens die mit Verfügungen vom 18. Oktober 2016 zugesprochenen Waisen-

renten von je Fr. 394.- auszurichten. Zur Begründung wurde insbesondere 

vorgebracht, die Mutter und die Beschwerdeführerinnen würden keine 

Rentnerfamilie darstellen, womit die Witwenrente der Mutter nicht berück-

sichtigt werden dürfe und entsprechend keine Überversicherung bestehe. 

Eine Kürzung der Waisenrente der Beschwerdeführerinnen sei somit nicht 

zulässig.  

D.  

In ihrer Vernehmlassung vom 11. Mai 2017 (BVGer act. 4) beantragte die 

Vorinstanz die Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid des Bundes-

verwaltungsgerichts im Verfahren C-1943/2015. Mit Zwischenverfügung 

vom 9. Juni 2017 wurde das Verfahren antragsgemäss sistiert (BVGer act. 

5) und mit Zwischenverfügung vom 30. August 2017 (BVGer act. 8) wieder 

aufgenommen.  

E.  

Mit Replik vom 20. September 2017 (BVGer act. 10) änderten die Be-

schwerdeführerinnen ihre Rechtsbegehren wie folgt: 1) Der Einspracheent-

scheid vom 9. Februar 2017 sowie die beiden Verfügungen vom 18. Okto-

ber 2016 seien vollumfänglich und ersatzlos aufzuheben. 2) Es sei festzu-

stellen, dass die Beschwerdeführerinnen noch immer Anspruch auf je eine 

Waisenrente infolge des Todes ihres Stiefvaters haben. 3) Eventualiter 

seien der Einspracheentscheid vom 9. Februar 2017 sowie die beiden Ver-

fügungen vom 18. Oktober 2016 vollumfänglich aufzuheben und den Be-

schwerdeführerinnen ab 1. Mai 2016 je eine ungekürzte Waisenrente, also 

je eine Waisenrente in der Höhe von mindestens Fr. 523.- infolge des To-

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Seite 4 

des ihres leiblichen Vaters auszurichten. 4) Unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen. Als Begründung hielten die Beschwerdeführerinnen fest, ge-

mäss Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1943/2015 vom 12. Juni 

2017 hätten die Beschwerdeführerinnen auch über den 1. September 2014 

hinaus Anspruch auf eine Waisenrente infolge des Todes ihres Stiefvaters.  

F.  

Duplikweise teilte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht am 

24. Oktober 2017 mit (BVGer act. 12), sie habe aufgrund des Bundesver-

waltungsgerichtsurteils C-1943/2015 vom 12. Juni 2017 in Übereinstim-

mung mit den Anträgen der Beschwerdeführerinnen die beiden Verfügun-

gen vom 18. Oktober 2016 sowie den Einspracheentscheid vom 9. Februar 

2017 ersatzlos aufgehoben. Dabei verwies sie auf ihre Mitteilung vom 

16. Oktober 2017 und das beigelegte Berechnungsblatt, woraus ersichtlich 

ist, dass sie den beiden Beschwerdeführerinnen vom 1. September 2014 

bis 31. Dezember 2014 je eine Waisenrente von Fr. 876.- und von 1. Januar 

2015 bis 31. Oktober 2017 von Fr. 880.- zusprach. Die Vorinstanz folgerte, 

dass den Anträgen der Beschwerdeführerinnen in vollem Umfang entspro-

chen worden sei, womit die Beschwerde als gegenstandslos abzuschrei-

ben sei.  

G.  

Triplikweise brachten die Beschwerdeführerinnen am 13. November 2017 

(BVGer act. 14) vor, bei der Vorgehensweise der Vorinstanz handle es sich 

um eine Wiedererwägung, welche in diesem Verfahrensstadium jedoch 

nicht mehr zulässig sei. Die Beschwerde sei daher nicht abzuschreiben, 

sondern unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gutzuheissen.  

H.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten ist 

– soweit für die Entscheidung erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-

gungen einzugehen. 

 

  

C-1469/2017 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG 

und Art. 85bis Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der 

Schweizerischen Ausgleichskasse (SAK). Es liegt keine Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur 

Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis VwVG (SR 172.021) findet das VwVG keine 

Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das ATSG (SR 

830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen 

des ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversi-

cherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung 

vom ATSG vorsieht. 

1.3 Die Beschwerdeführerinnen sind durch den angefochtenen Ein-

spracheentscheid berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an des-

sen Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG 

beschwerdelegitimiert sind.  

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 

wurde (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), ist auf sie einzutre-

ten. 

2.  

Die Beschwerdeführerinnen änderten ihre Begehren im Rahmen der Rep-

lik (vgl. Sachverhalt E). Diese Änderung ist als Präzisierung der beschwer-

deweise gestellten Begehren zu qualifizieren. Eine solche Präzisierung 

nach Ablauf der Beschwerdefrist, welche am Streitgegenstand nichts än-

dert, ist zulässig (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 

Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Auflage 2013, S. 123 

Rz. 2.218; FRANK SEETHALER/FABIA PORTMANN: in Praxiskommentar 

VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.] 2016, Art. 52 N. 39). 

3.  

Vorweg ist zu prüfen, welche Bedeutung der lite pendente erlassenen Mit-

teilung der Vorinstanz an die Beschwerdeführerinnen vom 16. Oktober 

2017 zukommt (BVGer act. 12 Beilage 1), insbesondere, ob sie als zuläs-

C-1469/2017 

Seite 6 

sige Wiedererwägung entgegen zu nehmen ist und als solche das Be-

schwerdeverfahren gegenstandslos macht, wie dies von der Vorinstanz be-

antragt wurde.  

3.1  

3.1.1 Gemäss Art. 53 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger eine Ver-

fügung oder einen Einspracheentscheid, während einem laufenden Be-

schwerdeverfahren, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Be-

schwerdebehörde Stellung nimmt. Es steht dem Versicherungsträger da-

mit frei, während des laufenden Beschwerdeverfahrens ohne Beachtung 

der besonderen Wiedererwägungsvoraussetzungen (namentlich ohne An-

nahme einer zweifellosen Unrichtigkeit) auf den Entscheid zurückzukom-

men (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 53 Rz. 77 

m.H.a. BGE 107 V 191 E. 1). Hat der Versicherungsträger die Beschwer-

deantwort eingereicht, ist ihm grundsätzlich für die Folgezeit eine Wieder-

erwägung untersagt. Einer nach diesem Zeitpunkt erlassenen Verfügung 

kommt der Charakter eines Antrages an das Gericht zu (vgl. KIESER, a.a.O, 

Art. 53 Rz. 78 m.H.a. BGE 109 V 236); die Verfügung selbst ist nichtig (vgl. 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts P 66/01 vom 17. Januar 

2003 E. 3.1). Eine Ausnahme besteht, wenn die Vorinstanz anlässlich ihrer 

Vernehmlassung eine Wiedererwägung in Aussicht stellte und das Be-

schwerdeverfahren daher sistiert wurde (vgl. REGINA KIENER/BERNHARD 

RÜTSCHE/MATHIAS KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl., Zürich/St. 

Gallen 2015, Rz. 1288). 

3.1.2 Eine pendente lite vor Vernehmlassung verfügte Wiederwägung der 

Vorinstanz beendet den Streit nur insoweit, als mit der neu erlassenen Ver-

fügung dem Begehren der Beschwerdeführerin entsprochen wird. In die-

sem Umfang wird die Beschwerde gegenstandslos. Der Streit über die 

nichterfüllten Begehren besteht weiter, ohne dass die Beschwerdeführerin 

diese ebenfalls anzufechten braucht. Die Wiedererwägung stellt in diesem 

Fall einen Antrag an das Gericht dar. Die Beschwerdeinstanz hat gemäss 

Art. 58 Abs. 3 VwVG die Behandlung der Beschwerde fortzusetzen, soweit 

diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz nicht gegenstandslos ge-

worden ist (vgl. KIESER, a.a.O, Art. 53 Rz. 77 m.H.a. ZAK 1992 117; KIE-

NER/RÜTSCHE/KUHN a.a.O. Rz. 1288; PFLEIDERER a.a.O. Rz. 45ff. m.H.a. 

BGE 113 V 237 E. 1a und BGE 107 V 250 E. 3; BGE 127 V 228 E. 2b/bb).   

3.2  

3.2.1 Vorliegend wies die Vorinstanz zum Zeitpunkt ihrer Vernehmlassung 

auf das Verfahren C-1943/2015 hin und hielt fest, dass der Ausgang jenes 

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Seite 7 

Verfahrens auf den vorliegenden Rechtsstreit Einfluss haben könne, denn 

gemäss Rz. 3305 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherun-

gen [BSV] über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenversicherung [RWL] Version 12, Stand am 1. Januar 2017 [im 

Folgenden: RWL], begründe der Tod des leiblichen Vaters keinen Anspruch 

auf Waisenrente, wenn das Kind in Pflege genommen worden sei und es 

wegen des Todes eines Pflegeelternteils bereits eine Waisenrente beziehe. 

Die Vorinstanz brachte damit sinngemäss vor, dass der hier angefochtene 

Einspracheentscheid vom 9. Februar 2017 nicht korrekt sei, sofern das 

Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde im Verfahren C-1943/2015 gut-

heissen würde, da die Beschwerdeführerinnen in diesem Fall Anspruch auf 

Waisenrenten wegen des Hinschieds ihres Stiefvaters hätten und damit 

kein Anspruch auf Waisenrente wegen des Hinschieds des leiblichen Va-

ters bestehe. Dementsprechend beantragten sie denn auch die Sistierung 

des vorliegenden Verfahrens bis das Bundesverwaltungsgericht über das 

Verfahren C-1943/2015 entschieden hat. Dem Antrag wurde stattgegeben 

und das Verfahren sistiert.  

3.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht erkannte, wie bereits erwähnt, mit Ur-

teil C-1943/2015 vom 12. Juni 2017, dass die Beschwerdeführerinnen wei-

terhin Anspruch auf Waisenrenten wegen des Hinschieds ihres Stiefvaters 

haben. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zurecht vorbrachte, hat 

ein Pflegekind keinen Anspruch auf Waisenrente wegen des Hinschieds 

seines leiblichen Vaters, wenn es bereits wegen des Hinschieds seines 

Stiefvaters eine Waisenrente erhält. Der vorliegend angefochtene Ein-

spracheentscheid beruht damit auf einer unrichtigen Rechtsanwendung. 

Hätte die Vorinstanz bereits vorher erkannt, dass die beiden Beschwerde-

führerinnen weiterhin Anspruch auf Waisenrenten wegen des Hinschieds 

ihres Stiefvaters haben, hätte sie gemäss eigenen Angaben keine Waisen-

renten wegen des Hinschieds des leiblichen Vaters verfügt. Die korrekte 

Rechtsanwendung hätte damit zu einem anderen Entscheid geführt. Der 

Einspracheentscheid erweist sich als unrichtig und ist damit grundsätzlich 

einer Wiedererwägung zugänglich.   

3.2.3 Die Vorinstanz stellte anlässlich ihrer Vernehmlassung implizit eine 

Wiedererwägung in Aussicht. Da dies jedoch nicht vorbehaltlos erfolgte, 

sondern vom Ausgang des Beschwerdeverfahrens C-1943/2015 abhängig 

gemacht wurde, kann die Mitteilung vom 16. Oktober 2017 nicht als recht-

zeitige Wiedererwägung entgegengenommen werden. Verspätete, das 

heisst, nach Vernehmlassung eingereichte, Wiedererwägungen sind nich-

tig und werden lediglich als Antrag an das Gericht betrachtet (vgl. E. 3.1.1 

C-1469/2017 

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hiervor). Das vorliegende Beschwerdeverfahren ist mangels zulässiger 

Wiedererwägung, entgegen dem Vorbringen der Vorinstanz, nicht gegen-

standslos geworden, sondern, wie dies von den Beschwerdeführerinnen 

beantragt wurde, fortzusetzen. 

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermes-

sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

4.  

4.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: Einspracheentscheid 

vom 9. Februar 2017) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 

mit Hinweis). Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 

Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen füh-

renden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329). 

4.2  

4.2.1 Anspruch auf eine Waisenrente haben Kinder, deren Vater oder Mut-

ter gestorben ist (Art. 25 Abs. 1 Satz 1 AHVG). Gemäss Art. 25 Abs. 3 

AHVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 der Verordnung vom 31. Oktober 

1947 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) 

haben Pflegekinder beim Tod der Pflegeeltern Anspruch auf eine Waisen-

rente, wenn sie unentgeltlich zu dauernder Pflege und Erziehung aufge-

nommen worden sind. Der Anspruch erlischt, wenn das Pflegekind zu ei-

nem Elternteil zurückkehrt oder von diesem unterhalten wird (Art. 49 Abs. 

3 AHVV). Weiter erlischt der Anspruch mit der Vollendung des 18. Alters-

jahres oder mit dem Tod der Waise (Art. 25 Abs. 4 AHVG). Für Kinder, die 

noch in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch bis zu deren Ab-

schluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr. 

4.2.2 Das Stiefkind, das im Haushalt des Stiefvaters oder der Stiefmutter 

lebt, ist einem Pflegekind gleichgestellt, wenn der Stiefelternteil unentgelt-

lich für seinen Unterhalt aufgekommen ist (Urteil des Eidgenössischen Ver-

sicherungsgerichts [EVG, heute: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundes-

gerichts] H 123/02 vom 24. Februar 2003 E. 1 mit Hinweisen: Urteil EVG B 

14/04 vom 19. September 2005 E. 1.3).  

C-1469/2017 

Seite 9 

4.2.3 Wie das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-1943/2015 fest-

stellte, haben die Beschwerdeführerinnen auch nach dem 1. September 

2014 Anspruch auf Waisenrenten wegen des Hinschieds ihres Stiefvaters. 

Hieraus folgt in Anwendung der Rentenwegleitung (RWL Rz. 3305, vgl. E. 

3.2.1 hiervor), dass sie keinen Anspruch auf Waisenrenten wegen des Hin-

schieds ihres leiblichen Vaters haben. In Übereinstimmung mit den Partei-

anträgen (vgl. Replik BVGer act. 10 und Duplik BVGer act. 12) sind der 

Einspracheentscheid vom 9. Februar 2017 und die beiden Verfügungen 

vom 18. Oktober 2016 daher aufzuheben.  

5.  

5.1 Die Wiedererwägung der Vorinstanz erfolgte, wie bereits erwähnt (vgl. 

E. 3.2.3), verspätet und ist damit nichtig. Jedoch können die von der Vor-

instanz errechneten, monatlichen Waisenrentenbeträge in der Höhe von 

Fr. 876.- bzw. Fr. 880.- (vgl. BVGer act. 12) als Antrag entgegen genommen 

werden.  

Die Beschwerdeführerinnen beantragten in ihrer Beschwerde (Rechtsbe-

gehren 2 BVGer act. 1) und in ihrer Replik (Eventualbegehren BVGer act. 

10) die Zusprache von monatlichen Waisenrenten in der Höhe von mindes-

tens Fr. 523.-, was sich jedoch auf Renten wegen des Hinschieds ihres 

leiblichen Vaters bezog. Betreffend die Höhe für Waisenrenten wegen des 

Hinschieds ihres Stiefvaters reichten sie keine Anträge ein. Hinsichtlich der 

Wiedererwägung der Vorinstanz hielten die Beschwerdeführerinnen mit 

Triplik vom 13. November 2017 (BVGer act. 14) fest, dass sie von der Mit-

teilung der Vorinstanz vom 24. Oktober 2017, mithin davon, dass diese 

dem Antrag gemäss Rechtsbegehren Ziffer 1 der Replik vom 20. Septem-

ber 2017 gefolgt sei, Kenntnis genommen habe. Die Beschwerdeführerin-

nen beantragten in Ziffer 1 der Replik vom 20. September 2017 die Aufhe-

bung des Einspracheentscheides vom 9. Februar 2017 und der Verfügun-

gen vom 18. Oktober 2016, jedoch äusserten sie sich in diesem Rechtsbe-

gehren nicht zur Höhe der Waisenrente. Es ist vorliegend somit nicht er-

sichtlich, ob die Beschwerdeführerinnen mit den von der Vorinstanz vorge-

nommenen Neuberechnung der Rentenhöhe (vgl. BVGer act. 12 Beilage) 

einverstanden sind. Diese Frage kann jedoch offen bleiben, da die verspä-

tete Wiedererwägung der Vorinstanz nichtig ist und im Sozialversiche-

rungsrecht der Untersuchungsgrundsatz gilt (vgl. zum Untersuchungs-

grundsatz, UELI KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 13ff.), womit die Rentenberech-

nungen der Vorinstanz zu überprüfen und die Rentenhöhen von Amtes 

festzusetzen sind.  

C-1469/2017 

Seite 10 

5.2 Für die Berechnung der Waisenrenten sind nach Art. 33 Abs. 1 AHVG 

die Beitragsdauer und das aufgrund der ungeteilten Einkommen der ver-

storbenen Person sowie ihrer Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften er-

mittelte durchschnittliche Jahreseinkommen massgebend. Die Beitrags-

dauer einer versicherten Person bestimmt sich in der Regel nach den Ein-

trägen in ihren individuellen Konten (Art. 30ter AHVG). 

5.3 Die Vorinstanz ging bei ihrer Berechnung der Waisenrenten vom 

16. Oktober 2017 (BVGer act. 12 Beilage 2) von 25 vollen Versicherungs-

jahren, einer gesamten Versicherungszeit von 25 Jahren, 9 Jahren Erzie-

hungsgutschriften, der Rentenskala 44 und einem massgebenden durch-

schnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 73‘320.- aus. Diese Berechnungs-

parameter entsprechen dem IK-Auszug (Vorakten Mutter act. 44/38) und 

denjenigen auf dem Berechnungsblatt (Vorakten Mutter act. 44/36) betref-

fend den Zeitpunkt 1. November 2001 als dem Stiefvater der Beschwerde-

führerinnen eine ganze Invalidenrente zugesprochen wurde, wobei das 

massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen von damals 

Fr. 64‘272.- auf das Jahr 2017 indexiert wurde (Fr. 64‘272 x 1175/1030). 

5.4  

5.4.1 Gemäss Art. 33bis AHVG ist für die Berechnung von Alters- oder Hin-

terlassenenrenten, die an die Stelle einer Rente gemäss dem IVG treten, 

auf die für die Berechnung der IV-Rente massgebenden Grundlagen abzu-

stellen, falls dies für den Berechtigten vorteilhafter ist, was vorliegend zu-

trifft (Vorakten Mutter act. 44/45). Die gestützt auf die Berechnungsgrund-

lagen vom 1. November 2001 in der Verfügung vom 5. März 2003 (Vorak-

ten Mutter act. 44/30) errechneten Waisenrenten wurden von den Be-

schwerdeführerinnen denn auch zu keinem Zeitpunkt bestritten. Ebenso 

unbestritten blieb, dass ihr Stiefvater im Zeitpunkt 1. November 2001 über 

ein massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 64‘272.- 

verfügte (Vorakten Mutter act. 44/36).  

5.4.2 Das massgebliche durchschnittliche Jahreseinkommen im Jahr 2001 

von Fr. 64‘272.- wird nach Art. 30 Abs. 1 AHVG entsprechend dem Renten-

index gemäss Art. 33ter AHVG aufgewertet. In Anwendung von Art. 33ter 

AHVG passt der Bundesrat die ordentlichen Renten in der Regel alle zwei 

Jahre auf Beginn eines Kalenderjahres der Lohn- und Preisentwicklung an, 

indem er auf Antrag der Eidgenössischen Kommission für die Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenversicherung den Rentenindex neu festsetzt.  

C-1469/2017 

Seite 11 

Der Bundesrat passte das massgebende durchschnittliche Jahreseinkom-

men ab 2001 wie folgt an:  

– 2001  Fr. 64‘272.-  (Rententabellen 2001) 

– 2002  Fr. 64‘272.-  (Rententabellen 2002 mit Hinweis auf Rententabellen 2001) 

– 2003  Fr. 65‘832.-  (Indexierung Fr. 64‘272 x 1055/1030; Rententabellen 2003) 

– 2004  Fr. 65‘832.-  (Rententabellen 2004) 

– 2005  Fr. 67‘080.-  (Indexierung Fr. 65‘832 x 1075/1055, Umrechnungstabelle 

Vollrenten Version 1; Rententabellen 2005) 

– 2006 Fr. 67‘080.-  

– 2007 Fr. 68‘952.- (Indexierung Fr. 67‘080 x 1105/1075, Umrechnungstabelle 

Vollrente Version 2; Rententabellen 2007) 

– 2008 Fr. 68‘952.-  

– 2009  Fr. 71‘136.-  (Indexierung Fr. 68‘952 x 1140/1105, Umrechnungstabelle 

Vollrente Version 3; Rententabellen 2009) 

– 2010 Fr. 71‘136.-  

– 2011 Fr. 72‘384.-  (Indexierung Fr. 71‘136 x 1160/1140, Umrechnungstabelle 

Vollrenten Version 4; Rententabellen 2011) 

– 2012 Fr. 72‘384.-  

– 2013 Fr. 73‘008.-  (Indexierung Fr. 72‘384 x 1170/1160, Umrechnungstabelle 

Vollrenten Version 5; Rententabellen 2013) 

– 2014 Fr. 73‘008.-   

– 2015 Fr. 73‘320.- (Indexierung Fr. 73‘008 x 1175/1170, Umrechnungstabelle 

Vollrenten Version 6; Rententabellen 2015) 

– 2016 Fr. 73‘320.- 

– 2017 Fr. 73‘320.- https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medien-

mitteilungen.msg-id-62487.html 

– 2018 Fr. 73‘320.- (https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medien-

mitteilungen.msg-id-67387.html) 

Aus der Aufstellung ist ersichtlich, dass das Einkommen von Fr. 64‘272.- 

aus dem Jahr 2001 indexiert auf den Zeitpunkt 1. September 2014 

Fr. 73‘008.- und indexiert auf den Zeitpunkt 1. Januar 2015 Fr. 73‘320.- ent-

spricht. Die Beschwerdeführerinnen haben damit gestützt auf die erwähn-

ten, indexierten Einkommen ihres Stiefvaters Anspruch auf eine Waisen-

rente vom 1. September 2014 bis zum 31. Dezember 2014 in der Höhe von 

je Fr. 876.- (vgl. Rententabelle 2013) und ab 1. Januar 2015 in der Höhe 

von je Fr. 880.- (vgl. Rententabelle 2015). Die Berechnungen der Vor- 

instanz (vgl. BVGer act. 12 Beilage 2) sind folglich nicht zu beanstanden, 

womit ihrem Antrag betreffend der Rentenhöhe gefolgt werden kann.  

C-1469/2017 

Seite 12 

6.  

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als begründet und ist gut-

zuheissen. Der Einspracheentscheid vom 9. Februar 2017 und die beiden 

Verfügungen vom 18. Oktober 2016 sind aufzuheben. Die Beschwerdefüh-

rerinnen haben vom 1. September 2014 bis zum 31. Dezember 2014 An-

spruch auf eine monatliche Waisenrente in der Höhe von je Fr. 876.- und 

ab 1. Januar 2015 in der Höhe von je Fr. 880.-.  

7.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

7.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), 

sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 

7.2 Die obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerinnen 

haben gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (vgl. VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf 

eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz. Da die Parteivertrete-

rin keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung aufgrund der 

Akten festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichti-

gung des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der 

Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Be-

schwerdeverfahrens ist eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 2‘800.- 

gerechtfertigt. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 9. Feb-

ruar 2017 und die beiden Verfügungen vom 18. Oktober 2016 werden auf-

gehoben. 

2.  

Die Beschwerdeführerinnen haben vom 1. September 2014 bis zum 

31. Dezember 2014 Anspruch auf Waisenrenten in der Höhe von je 

Fr. 876.- und ab 1. Januar 2015 in der Höhe von je Fr. 880.-.  

C-1469/2017 

Seite 13 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Den Beschwerdeführerinnen wird zulasten der Vorinstanz eine Parteient-

schädigung von Fr. 2‘800.- zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. ______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Karin Wagner 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-

den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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