# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22a801fd-72b4-5757-8d76-1e641379e0c3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.06.2018 IV 2017/225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-225_2018-06-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/225

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.09.2019

Entscheiddatum: 22.06.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 22.06.2018
Art. 15 ff. IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen. Ungenügende 
Abklärungen namentlich betreffend Eingliederungswirksamkeit der 
beantragten Umschulung. Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen 
und neuen Entscheidung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 22. Juni 2018, IV 2017/225).

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.  

IV 2017/225

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand 

berufliche Massnahmen

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter), Maurer mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis, 

arbeitete seit 1. April 2013 für die B.___ AG (IV-act. 3, 8, 11).

A.b  Am 22. Dezember 2015 diagnostizierte Dr. med. C.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 

Orthopädie D.___, ein femoroacetabuläres Impingement, rechte Hüfte mehr als links, 

mit Einklemmungen und Blockaden bei CAM Deformation und Pincer-Komponente. Im 

Weiteren führte er aus, da beim Versicherten eindeutig eine CAM Deformation mit 

deutlicher Wulstbildung vorliege, sei die Indikation für eine Abtragung gegeben. Der 

operative Eingriff wurde auf das Frühjahr 2016 geplant (IV-act. 44, vgl. auch IV-act. 45 

f.). Am 27. Januar 2016 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem 

Versicherten per 31. März 2016 (IV-act. 9). Im Arztbericht vom 25. Februar 2016 

erklärte Dr. med. E.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, dass aus medizinischer Sicht 

die Arbeit als Maurer wegen der Hüftproblematik ungeeignet sei (IV-act. 7).

A.c  Am 3. März 2016 schloss der Versicherte mit der Fachschule F.___ GmbH einen 

Ausbildungsvertrag über zwei Jahre zum medizinischen Masseur mit eidg. 

Fachausweis und Ausbildungsbeginn am 26. September 2016 ab. Die Kosten für die 

gesamte Ausbildung (Einschreibegebühr, Schulgeld, Prüfungsgebühr, Fachbücher, 

Arbeitskleider, etc.) betragen nach Abzug des kantonalen Förderbeitrags ca. Fr. 

25'500.-. Nicht berücksichtigt ist dabei der im zweiten Ausbildungsjahr ausgerichtete 

Praktikantenlohn (IV-act. 10, 12-1 f.).

A.d  Die Hüftoperation rechts wurde am 4. April 2016 durchgeführt (IV-act. 4 f., 7, 40-2, 

43). Vom 30. Mai bis 16. September 2016 arbeitete der Versicherte als Maurer für die 

G.___ AG, (IV-act. 6, 29). Im Arztbericht vom 15. Juli 2016 berichtete Dr. C.___ über 

eine persistierende aber asymptomatische CAM Deformation links. Im Weiteren führte 

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der Arzt aus, es zeige sich ein erfreulicher Verlauf mit Schmerzlosigkeit beidseitig. Da 

die CAM Deformation schmerzfrei und asymptomatisch sei, könne keine Indikation für 

eine Schenkelhalsplastik links gestellt werden (IV-act. 30-3 f.).

A.e  Am 17. August 2016 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen bei 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 3, 15). Der Anmeldung legte er eine Kopie des 

Ausbildungsvertrages zum medizinischen Masseur bei (act. G 4-2).

A.f  Im Arztbericht vom 26. Oktober 2016 erklärte Dr. E.___ erneut, dass der Versicherte 

wegen belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Bein die zuletzt ausgeführte 

körperlich belastende Tätigkeit als Maurer nicht mehr ausführen könne. Eine 

Umschulung sei daher sinnvoll. Die aktuell begonnene Ausbildung als medizinischer 

Masseur könne problemlos durchgeführt werden, da diese körperlich wenig belastend 

sei (IV-act. 30). Im ergänzenden Arztzeugnis vom 17. November 2016 erklärte Dr. E.___, 

da der Versicherte nicht mehr als Maurer arbeite, bestünden aktuell keine 

Beschwerden und somit auch keine objektivierbaren Befunde (IV-act. 36).

A.g  Im Arztbericht vom 22. Dezember 2016 erklärte Dr. C.___, dass es von Vorteil 

wäre, wenn der Versicherte nicht mehr als Maurer arbeiten würde, denn wegen der 

arbeitsbedingt erforderlichen Flexion und Innenrotation würde dies mit Sicherheit zu 

Hüftproblemen führen. Wenn auch die andere Hüftseite operiert würde, auch wenn es 

medizinisch keine Indikation gebe, könnte der Versicherte wieder als Maurer arbeiten 

(IV-act. 52).

A.h  Im Arztbericht vom 28. Dezember 2016 hielt RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt für 

Chirurgie FMH, fest, dass beide Hüftgelenke des Versicherten als vorgeschädigt 

betrachtet werden müssten. Aufgrund der Vorschädigung sei zu erwarten, dass die 

linke operierte wie auch die rechte nicht operierte Hüfte irgendwann Beschwerden 

machen werden. Eine hüftgelenksbelastende Tätigkeit wie die angestammte Tätigkeit 

als Maurer sei dem Versicherten aus medizinischer Sicht auf Dauer nicht mehr 

zumutbar. In einer hüftgelenksentlastenden Tätigkeit, also überwiegend sitzend mit 

Wechselbelastung, ohne kniende Tätigkeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten über 

10 kg, bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Im Weiteren führte Dr. H.___ aus, dass 

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er die Tätigkeit als medizinischer Masseur als hüftbelastend einstufe, weshalb er die 

Ausbildung zum medizinischen Masseur nicht befürwortete (IV-act. 54).

A.i Mit Schreiben vom 28. Dezember 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass ein Anspruch auf Berufsberatung bestehe (IV-act. 56). Daraufhin fand am 30. 

Januar 2017 ein Abklärungsgespräch statt. Laut IV-Verlaufsprotokoll (IV-act. 62) 

erklärte der Versicherte, dass er nach der Ausbildung zum medizinischen Masseur die 

verkürzte Ausbildung zum Physiotherapeuten anschliessen wolle. Er sei davon 

überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der richtige Weg sei. Gesundheitlich sehe er 

keine Schwierigkeiten, vor allem auch deshalb, weil sein mittelfristiges Ziel der Beruf 

des Physiotherapeuten sei. Ressourcenbezogen sehe er auch für eine weiterführende 

Ausbildung keine Schwierigkeiten. Die den Versicherten betreuende 

Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle erachtete es als fraglich, ob die angestrebte 

Ausbildung überhaupt zu einer Berufstätigkeit im Bereich Physiotherapie in der 

Schweiz befähige und ob der Beruf des Physiotherapeuten als adaptierter Beruf gelten 

könne (IV-act. 62, vgl. IV-act. 61, 65).

A.j Mit Vorbescheid vom 21. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es sei 

vorgesehen, das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen 

abzuweisen. Ausgeführt wurde, dass der Anspruch auf Umschulung grundsätzlich 

erfüllt sei. Die vom Versicherten bereits begonnene Ausbildung zum medizinischen 

Masseur und (anschliessend) zum Physiotherapeuten sei aus medizinischer Sicht nicht 

leidens¬angepasst, weshalb die Invalidenversicherung diese berufliche Neuausrichtung 

nicht unterstützen könne (IV-act. 66).

A.k  Am 25. April 2017 erhob der Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid vom 21. 

März 2017 und machte den Vorschlag, dass die IV-Stelle ihn hinsichtlich der 

begonnenen Ausbildung unterstützen solle. Dafür sei er bereit, wenn in Zukunft 

gesundheitlichen Schwierigkeiten auftreten sollten, die bereits erbrachten finanziellen 

Leistungen anrechnen zu lassen bzw. auf doppelte Leistungen der 

Invalidenversicherung zu verzichten (IV-act. 67).

A.l Mit Verfügung vom 11. Mai 2017 lehnte die IV-Stelle wie im Vorbescheid den 

Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen mit gleicher Begründung 

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wie im Vorbescheid ab. Zum Einwand vom 25. April 2017 wurde erklärt, dass sich 

aufgrund der eingereichten Unterlagen keine neuen Erkenntnisse ergeben hätten und 

aus rechtlicher Sicht nicht auf den Vorschlag des Versicherten eingegangen werden 

könne (IV-act. 68).

B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 11. Mai 2017 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) vom 10. Juni 2017 (Postaufgabe; 

act. G 1). Der Beschwerdeführer verlangt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung 

vom 11. Mai 2017 und die Zusprache von beruflichen Massnahmen in Form der bereits 

begonnenen Umschulung zum medizinischen Masseur und anschliessend zum 

Physiotherapeuten. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer aus, dass ihm die 

Ausbildungen zum medizinischen Masseur und zum Physiotherapeuten vom 

Berufsberater nahegelegt worden seien. Die neuen Berufe seien hüftentlastend und 

infolgedessen für seine gesundheitliche Situation von Vorteil. Er könne daher nicht 

nachvollziehen, dass er die begonnene Ausbildung zum medizinischen Masseur 

abbrechen und eine andere Umschulung in Betracht ziehen sollte.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragt in der 

Beschwerdeantwort vom 19. September 2017 die Abweisung der Beschwerde (act. G 

4). Zur Begründung wird ausgeführt, dass es sich beim medizinischen Masseur und 

beim Physiotherapeuten nicht um behinderungsangepasste Tätigkeiten handle, da der 

Beschwerdeführer auf Dauer keine hüftgelenksbelastenden Tätigkeiten mehr ausüben 

sollte. Folglich sei die beantragte Umschulung nicht wie erforderlich 

eingliederungswirksam. Im Weiteren wird in Frage gestellt, ob die angestrebte 

Ausbildung überhaupt zu einer Berufstätigkeit im Bereich Physiotherapie in der 

Schweiz befähige, und wenn ja, auf welchem Lohnniveau dies wäre.

B.c  In der Replik vom 24. November 2017 beantragt der Beschwerdeführer: "Der 

Antrag durch die Invalidenversicherung ist abzuweisen und eine 

Umschulungsfinanzierung durch die Invalidenversicherung ist gutzuheissen." (act. G 8). 

Zur Begründung führt der Beschwerdeführer aus, dass er eine Tätigkeit anstrebe, bei 

welcher die körperliche Belastung insbesondere der Hüften im Hintergrund stehe. So 

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wolle er sich nach den Ausbildungen zum medizinischen Masseur und zum 

Physiotherapeuten in Richtung Schulungsleiter und Ausbildner weiterentwickeln. Im 

Weiteren machte er geltend, dass er die Ausbildungen mit in der Schweiz anerkannten 

Titeln abschliessen werde. Es gebe daher keinen Grund, ihn bei der Umschulung zum 

medizinischen Masseur und anschliessend zum Physiotherapeuten nicht auch finanziell 

zu unterstützen bzw. ihm diese Umschulung nicht zu gewähren. Der Replik legte er 

eine Ausbildungs- und Zahlungsbestätigung von der F.___ bei (act. G 8.1).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 9 f.).

Erwägungen

1. 

Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf 

Massnahmen beruflicher Art (Art. 15 ff. des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]), insbesondere auf eine Umschulung (Art. 17 

IVG) zum medizinischen Masseur und zum Physiotherapeuten, sowie eine Rente (Art. 

28 ff. IVG) hat.

2. 

2.1  Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 

IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen soweit diese notwendig und geeignet 

sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (vgl. ERWIN MURER, Stämpflis 

Handkommentar zum Invalidenversicherungsgesetz, Bern 2014, Art. 8, N 42 ff.). Der 

Anspruch besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der 

Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende 

Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis IVG). Die versicherte 

Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck 

angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen 

Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 132 V 225 E. 4.3.1). Zu den 

Eingliederungsmassnahmen gehören unter anderem die Massnahmen beruflicher Art 

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(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und 

Arbeitsvermittlung, Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.2  Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung auf eine 

neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und 

dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert 

werden kann. Invalid im Sinn von Art. 17 Abs. 1 IVG ist eine versicherte Person, die 

"wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens in den bisher 

ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden 

noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet; dabei bemisst sich die Erwerbseinbusse an 

dem vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Erwerbseinkommen" (ULRICH 

MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 

Zürich 2014, S. 201 f.). Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung die Summe der 

Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und 

geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen 

versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu 

vermitteln (BGE 124 V 109 f. E. 2a). Die Umschulung hat die versicherte Person in die 

Lage zu versetzen, eine solche Erwerbstätigkeit auszuüben (BGE 122 V 79 E. 3b/bb). 

Im Rahmen des Eignungserfordernisses sind Berufsneigungen der versicherten 

Personen bei der Art des Arbeitseinsatzes zu berücksichtigen, sie können jedoch für 

die Zumutbarkeit einer geeigneten Tätigkeit nicht ausschlaggebend sein. Subjektive 

Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen allein vermögen somit keinen 

Umschulungsanspruch zu begründen (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., S. 211). Im 

Weiteren muss zwischen Kosten und Nutzen der Eingliederungsmassnahmen ein 

vernünftiges Verhältnis bestehen (vgl. BGE 97 V 162; ZAK 1970 S. 231).

2.3  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

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ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

3. 

3.1  Die Beschwerdegegnerin hat die beantragten Zusprachen für die Umschulungen 

zum medizinischen Masseur und Physiotherapeuten abgelehnt, da es sich wegen der 

Hüftproblematik des Beschwerdeführers nicht um leidensangepasste Tätigkeiten 

handle. Von der Beschwerdegegnerin wurde aber der grundsätzliche Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Umschulung anerkannt (vgl. IV-act. 66, 68).

3.2  Unbestritten ist sowohl von den Parteien als auch von den involvierten Ärzten Dr. 

E.___, Dr. C.___ und Dr. H.___, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit 

als Maurer wegen der Hüftproblematik auf Dauer nicht mehr zuzumuten ist (vgl. IV-act. 

7, 30, 36, 52, 54).

3.3  Wie in Erwägung 2.2 dargelegt, müssen Umschulungen notwendig und geeignet, 

mithin eingliederungswirksam sein. Da bei der Anspruchsprüfung von Umschulungen 

auch die Berufsneigungen des Versicherten zu berücksichtigen sind, ist deshalb zu 

prüfen, ob hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beantragten Umschulungen zum 

medizinischen Masseur und anschliessend zum Physiotherapeuten die zuvor 

genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

4. 

Zunächst ist auf die beantragten Umschulungen zum medizinischen Masseur und zum 

Physiotherapeuten sowie deren Ausbildungsgänge an der F.___ einzugehen.

4.1  Bei den Berufen medizinischer Masseur und Physiotherapeut handelt es sich wie 

nachfolgend dargelegt um eigenständige Lehr- bzw. Studienberufe mit 

unterschiedlichen Anforderungsprofilen und unterschiedlichen, wenn auch teilweise 

überschneidenden Tätigkeitsbereichen.

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4.2  Die zweijährige vollzeitliche Ausbildung an der F.___ zum medizinischen Masseur 

schliesst mit einem eidgenössischen Fachausweis ab. Als berufliche Anforderungen 

werden vom Schweizerischen Dienstleistungszentrum Berufsbildung, Berufs-, Studien- 

und Laufbahnberatung (SDBB) genannt: ausgeprägter Beobachtungssinn, feines 

taktiles Wahrnehmungsvermögen, manuelles Geschick, gute Umgangsformen bzw. 

Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sowie Bereitschaft für unregelmässige 

Arbeitseinsätze. Als Tätigkeitsorte im Angestelltenverhältnis werden genannt: Spitäler 

und Kliniken, Therapiepraxen, Rheuma- und Rehabilitationskliniken, Alten- und 

Betagtenheime, Kurzentren und Heilbäder oder bei selbständiger Erwerbstätigkeit die 

eigene Praxis. Weitere Einsatzgebiete bestehen in Wellnesszentren, Sportvereinen und 

-verbänden (vgl. dazu die Dokumentationen: "Ausbildung Medizinischer Masseur mit 

eidg. Fachausweis", abrufbar unter: www.sgmf.ch/angebot/ausbildung-medizinischer-

masseur-mit-eidg-fachausweis/ studienaufbau-und-studieninhalte/, "Medizinische/r 

Masseur/in (BP)", www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=7743 und 

"Prüfungsordnung Berufsprüfung Medizinische Masseurin/ Medizinischer Masseur", 

OdA MM, www.odamm.ch/fileadmin/download_ab_Juli_09/

PO_Med._Masseur_def._dt..pdf, jeweils abgerufen am 16.05.2018). Wer als 

medizinische Masseurin/medizinischer Masseur eigenverantwortlich tätig sein will, 

bedarf im Kanton St. Gallen - wie auch in anderen Kantonen - einer 

Berufsausübungsbewilligung (vgl. Art. 1, 3 lit. o, 6 ff. und 56 f. der Verordnung über die 

Ausübung von Berufen der Gesundheitspflege, sGS 312.1). Festzuhalten ist so weit, 

dass die Ausbildung an der F.___ zu einem anerkannten Berufsabschluss führt, welcher 

befähigt, eigenverantwortlich oder in einem Angestelltenverhältnis einer 

Erwerbstätigkeit als medizinische Masseurin bzw. medizinischer Masseurs 

nachzugehen. Auch kann davon ausgegangen werden, dass in Zukunft weiterhin eine 

Nachfrage nach medizinischen Masseuren besteht.

4.3  Die vom Beschwerdeführer im Anschluss an die Ausbildung zum medizinischen 

Masseur beabsichtigte Weiterausbildung zum Physiotherapeuten wird gleichfalls von 

der F.___ angeboten (siehe Dokumentation "Nachqualifikation Physiotherapeut/in", 

abrufbar unter: www.sgmf.ch/angebot/nachqualifikation-physiotherapeutin/

studienaufbau-und-studieninhalte/, abgerufen am: 18.05.2018). Gemäss den 

Berufsbeschreibungen sind in der Physiotherapie Persönlichkeiten mit einer 

überdurchschnittlichen Sozial- und Selbstkompetenz sowie einer guten psychischen 

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und physischen Belastbarkeit gefragt. Als Studienvoraussetzungen werden genannt: 

gute analytische Fähigkeiten, ausgeprägtes manuelles Geschick, hohe Sozial- und 

Kommunikationskompetenz, schnelle Auffassungsgabe, hohes 

Verantwortungsbewusstsein, Fähigkeit, sich zu organisieren und sich selbstständig 

Wissen anzueignen (vgl. "Bachelor of Science in Physiotherapie", abrufbar unter: 

www.gesundheit.bfh.ch/de/bachelor/physiotherapie/tabs/berufsprofil.html und 

"Studienrichtung "Physiotherapie", www.berufsberatung.ch/dyn/show/4009?id=8993, 

jeweils abgerufen am 18.05.2018). Der Ausbildungslehrgang zum Physiotherapeuten an 

der F.___ setzt den Abschluss zum medizinischen Masseur und eine mindestens 

sechsmonatige Tätigkeit als medizinischer Masseur nach Ausbildungsabschluss 

voraus. Die Ausbildung wird in Zusammenarbeit mit einer ausländischen 

Bildungsinstitution durchgeführt und umfasst drei Semester Unterricht an der Schule 

(Teilzeit) und ein Semester Praktikum (Vollzeit). Der Ausbildungsabschluss erfolgt nach 

ausländischem Recht und Bedarf deshalb der Anerkennung durch das Schweizerische 

Rote Kreuz (vgl. "Reglementierte Berufe / Tätigkeiten in der Schweiz", Staatssekretariat 

für Bildung, Forschung und Innovation [SBFI] abrufbar unter: www.redcross.ch/de/file/

22080/download; "Anerkennung Gesundheitsberufe", Schweizerisches Rotes Kreuz, 

www.redcross.ch/de/thema/anerkennung-auslaendischer-ausbildungsabschluesse-0, 

jeweils abgerufen am 18.05.2018). Der Zeitbedarf für diese ergänzende Ausbildung 

beträgt zumindest 2 Jahre. Anzumerken ist, dass ohne den "Umweg" über die 

Ausbildung zum medizinischen Masseur an Schweizer Fachhochschulen 

Physiotherapie studiert werden kann. Das Studium inkl. Vorkurse und anschliessende 

Praktika dauert vier Jahre, wobei der Beschwerdeführer zuvor die Berufsmaturität 

erlangen und einen zweistufigen Eignungstest bestehen müsste (vgl. "Studienrichtung 

Physiotherapie", abrufbar unter: www.berufsberatung.ch/dyn/show/25279 und 

www.berufsberatung.ch/dyn/show/4009?id=8993, jeweils abgerufen am 18.05.2018). 

Auf dem vom Beschwerdeführer vorgesehenen Weg kann zwar die Berufszulassung als 

Physiotherapeut in der Schweiz erreicht werden, da es jedoch auch einen 

Ausbildungsweg ohne Auslandsbezug gibt (Studium an einer Schweizer 

Fachhochschule), wäre zu klären, ob im Lichte von Art. 9 Abs. 1 IVG und Art. 23bis IVV, 

worin der Grundsatz statuiert ist, dass Eingliederungsmassnahmen in der Regel in der 

Schweiz gewährt werden, der vom Beschwerdeführer geplante Ausbildungsweg zum 

Physiotherapeuten überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang von der 

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Invalidenversicherung unterstützt werden könnte. Zu berücksichtigen wäre 

gegebenenfalls auch ein Anspruch des Beschwerdeführers im Rahmen der 

Austauschbefugnis, denn die IV kann Beiträge an eine Ausbildung gewähren im 

Ausmass eines ausgewiesenen Leistungsanspruchs auf eine gleichwertige 

Umschulungsmassnahme (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., S. 117, 210). Festzuhalten 

ist so weit, dass auch diese Ausbildung an der F.___ - wenn auch über den Umweg der 

Anerkennung des ausländischen Abschlusses - zu einem in der Schweiz anerkannten 

Berufsabschluss führt, welcher befähigt einer Erwerbstätigkeit als Physiotherapeut 

nachzugehen. Der Einwand der Beschwerdegegnerin bezüglich der wirtschaftlichen 

Unverwertbarkeit der Ausbildungsabschlüsse ist folglich unbegründet (vgl. act. G 4). 

Demnach kann auch dieser Ausbildung bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen 

Umschulungscharakter im Sinne des Art. 17 IVG zukommen.

5. 

5.1  Nachfolgend bedarf es einer Auseinandersetzung hinsichtlich der Notwendigkeit 

der beantragten Umschulungen zum medizinischen Masseur und zum 

Physiotherapeuten.

5.2  Nicht umstritten ist vorliegend die grundsätzliche Notwendigkeit einer beruflichen 

Neuausrichtung (vgl. Erwägung 3.2). Die Notwendigkeit muss aber auch bezogen auf 

die konkrete berufliche Massnahme - vorliegend die Umschulung zum medizinischen 

Masseur und Physiotherapeuten - gegeben sein. Wie in Erwägung 2.2 ausgeführt, 

bedarf es der annähernden Gleichwertigkeit der nach erfolgter Umschulung zu 

erwartenden Verdienstmöglichkeiten im Vergleich zum bisher erzielten Einkommen. Der 

Beschwerdeführer erzielte im angestammten Beruf als gelernter Maurer im Jahr 2015 

Fr. 68'546.- (IV-act. 55-2). Zu den Verdienstmöglichkeiten als medizinischer Masseur 

und als Physiotherapeut finden sich keine Angaben in den Akten. Aufgrund der 

längeren Ausbildungsdauer und des höheren Ausbildungsniveaus dürfte die 

Entlöhnung als Physiotherapeut (mindestens 4-jährige Ausbildung, 

Fachhochschulniveau/Tertiärstufe) besser sein, als diejenige als medizinischer Masseur 

(2-jähige Ausbildung, eidg. Fachausweis) und damit eher den bisherigen 

Verdienstmöglichkeiten als Maurer entsprechen (vgl. dazu die Verdienstmöglichkeiten 

der genannten Berufe bspw. anhand des "Lohnrechner.ch"). Die alleinige Umschulung 

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zum medizinischen Masseur dürfte kaum ausreichend sein, weshalb insbesondere die 

beantragte Ausbildung zum Physiotherapeuten - mit dem Zwischenschritt zum 

medizinischen Masseur - zu prüfen sein wird. Zudem wäre zu klären, ob bezogen auf 

das zu erreichende Ziel zwischen Aufwand und Nutzen der beantragten Umschulungen 

ein vernünftiges Verhältnis besteht (finanzielle bzw. wirtschaftliche Angemessenheit).

6. 

6.1  Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Geeignetheit und die Eingliederungswirksamkeit 

der anbegehrten Umschulungen zum medizinischen Masseur und anschliessend zum 

Physiotherapeuten gegeben sind (vgl. MURER, a.a.O., Art. 8, N 42, 44 ff., 57, 63, Art. 

17 N 76). So muss einerseits gewährleistet sein, dass der Beschwerdeführer die 

Umschulungen erfolgreich absolvieren kann (siehe dazu Erwägung 6.2), und 

andererseits, dass der Beschwerdeführer die beruflichen Anforderungen insbesondere 

in körperlicher Hinsicht trotz der Hüftproblematik auch längerfristig erfüllen kann (siehe 

dazu Erwägung 6.3).

6.2  Nachfolgend ist auf die Ausbildungsvoraussetzungen einzugehen.

6.2.1  Zu den Zulassungsvoraussetzungen für die Ausbildungen zum medizinischen 

Masseur und zum Physiotherapeuten kann an dieser Stelle auf die Erwägungen 4.2 und 

4.3 verwiesen werden. Während beim medizinischen Masseur diesbezüglich keine 

Probleme bestehen, hat doch der Beschwerdeführer die Ausbildung bereits begonnen, 

bedarf es hinsichtlich der Ausbildung zum Physiotherapeuten weiterer Abklärungen, 

denn die Akten geben diesbezüglich keinen Aufschluss.

6.2.2  Hinsichtlich der weiteren Voraussetzungen ist insbesondere fraglich, ob der 

Beschwerdeführer über die erforderlichen intellektuellen Fähigkeiten verfügt, denn es 

bedarf insbesondere bei Physiotherapeuten der Aneignung eines umfangreichen 

Fachwissens und dessen Anwendung in der Praxis (vgl. Literaturverweise in den 

Erwägungen 4.2 und 4.3).

6.2.3  Die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, dass er genügend Ressourcen 

mitbringe (vgl. IV-act. 62-2), ist insbesondere hinsichtlich der anspruchsvolleren 

Umschulung zum Physiotherapeuten alleinig nicht ausreichend, um die 

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Eingliederungsfähigkeit beurteilen zu können, zumal der Beschwerdeführer bisher keine 

Ausbildung mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad (Fachhochschulniveau/Tertiärstufe) 

absolvierte. Es bedarf daher ergänzender Abklärungen zur Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers.

6.3  Wegen der Hüftproblematik beim Beschwerdeführer bedarf es einer Einschätzung, 

wie sich diese voraussichtlich auf die anvisierten Tätigkeiten als medizinischer Masseur 

bzw. Physiotherapeut auswirkt. Erforderlich ist, dass trotzdem die Wesentlichkeit des 

Eingliederungserfolges bezüglich der anbegehrten Umschulung bejaht werden kann 

vgl. BGE 122 V 77 E. 3b/cc mit Hinweisen).

6.3.1  Die Einschätzungen der Parteien und der Ärzte hinsichtlich der Geeignetheit der 

anvisierten Berufstätigkeiten weichen stark voneinander ab. Der Beschwerdeführer 

geht davon aus, dass er die Anforderungen, welche die Berufe medizinischer Masseur 

und Physiotherapeut stellen, erfüllen kann. Dabei stützt er sich auf die Stellungnahmen 

des ihn behandelnden Arztes Dr. E.___ ab, welcher die Ausbildung zum medizinischen 

Masseur als problemlos durchführbar erachtet, da diese für den Beschwerdeführer 

körperlich wenig belastend sei (vgl. IV-act. 30, 36). Im Weiteren verweist der 

Beschwerdeführer auf die durchgeführte Berufsberatung. So habe ihm der 

Berufsberater in Kenntnis seines Gesundheitszustandes die berufliche Neuausrichtung 

zum medizinischen Masseur bzw. Physiotherapeuten empfohlen bzw. schmackhaft 

gemacht (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin dagegen geht gestützt auf die 

Einschätzung des RAD-Arztes davon aus, dass die angestrebten Tätigkeiten wegen der 

Hüftbelastung für den Beschwerdeführer nicht geeignet seien (vgl. IV-act. 66, 68, act. G 

1, G 4, G 8).

6.3.2  Hinsichtlich des Gesundheitszustandes ist festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer seit der erfolgreich durchgeführten Operation auf der rechten 

Hüftseite (vgl. Sachverhalt A.d, A.f, A.g) völlig schmerzfrei ist. Auf der linken Seite 

besteht zwar eine Deformation der Hüfte im Sinne einer CAM Deformation, diese ist 

jedoch asymptomatisch. Der orthopädische Chirurg Dr. C.___ erachtete daher im Jahr 

2016 eine Operation nicht als erforderlich, geht jedoch davon aus, dass der 

Beschwerdeführer bei fortgesetzter Tätigkeit als Maurer wegen der dabei 

anzuwendenden Flexion und Innenrotation künftig Probleme mit der (noch nicht 

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operierten) linken Hüfte bekommen werde. Nach seiner Einschätzung wäre, wenn der 

Beschwerdeführer auch die linke Hüfte operieren würde, die angestammte Tätigkeit als 

Maurer auch längerfristig möglich (IV-act. 52). RAD-Arzt Dr. H.___ schätzt die 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers kritischer bzw. tiefer ein (vgl. IV-act. 54). So 

weist er darauf hin, dass die Grundlage zur Entwicklung einer frühzeitigen 

Coaxarthrose vorhanden sei. Aufgrund der Vorschädigung geht er davon aus, dass die 

Hüften irgendwann Beschwerden machen werden. Aus rein medizinischer Sicht sei es 

daher sinnvoll, dass dem Beschwerdeführer eine hüftgelenksbelastende Tätigkeit 

beidseits auf Dauer nicht zugemutet werde. In Anbetracht des Alters sollte der 

Beschwerdeführer schon jetzt keiner hüftgelenksbelastenden Tätigkeit mehr 

nachgehen. Geeignet sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit mit Wechselbelastung, 

ohne kniende Tätigkeiten und ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg. Für eine 

solche Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich der Umschulung 

zum medizinischen Masseur erklärte er, da die Tätigkeit hüftbelastend sei, könne der 

RAD die Umschulung nicht befürworten.

6.3.3  Festzuhalten ist, dass Dr. E.___ die Tätigkeit des medizinischen Masseurs als 

nicht hüftbelastend einstuft, weshalb der Beschwerdeführer diesen Beruf ausüben 

könnte. Dr. C.___ äussert sich nicht zu den anvisierten Tätigkeiten, sondern nennt die 

wegen der Hüftproblematik zu vermeidenden Bewegungen (Flexion, Innenrotation). Dr. 

C.___ geht jedoch davon aus, wenn auch die linke Hüftseite operiert würde, es keine 

gesundheitlichen Einschränkungen mehr geben würde. Im Gegensatz dazu geht RAD-

Arzt Dr. H.___ auch in Zukunft von gesundheitlichen Problemen aus, was sich in den 

Ausführungen zu den zu vermeidenden Tätigkeiten und Belastungsgrenzen 

widerspiegelt. Aus seiner Stellungnahme ist nicht ersichtlich, inwiefern die von ihm 

genannten Vorgaben einer Tätigkeit als medizinischer Masseur bzw. Physiotherapeut 

entgegenstehen würden.

6.3.4  Beim jetzigen Erkenntnisstand ist daher lediglich gesichert, dass für den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Tätigkeiten als kritisch einzustufen sind, 

welche das starke Anheben des linken (abgewinkelten) Beins (= Flexion/Anteversion) 

oder das seitliche Ausschwenken des linken Unterschenkels/Fusses bei abgewinkelten 

Bein in Richtung rechts (=Innenrotation) erfordern. Durch eine identische Operation wie 

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auf der rechten Hüftseite bereits durchgeführt, könnten allfällig später auftretende 

Probleme mit der linken Hüfte wohl gleichfalls behoben werden.

6.3.5  Nach dem Gesagten kann basierend auf dem vorliegenden Akten-/

Untersuchungsstand nicht davon ausgegangen werden, dass eine Umschulung zum 

medizinischen Masseur und anschliessend zum Physiotherapeuten nicht mit einem 

dauerhaften Eingliederungserfolg verbunden wäre bzw. die Wesentlichkeit des 

Eingliederungserfolges, auch wenn nicht sämtliche Tätigkeiten als Physiotherapeut 

offenstehen würden, trotzdem bejaht werden müsste.

6.3.6  Bei dieser Ausgangslage wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, 

weitere Abklärungen hinsichtlich der anbegehrten Umschulungen wie auch zum 

Gesundheitszustand und zu den Fähigkeiten des Beschwerdeführers zu veranlassen, 

zumindest hätten weitere bzw. ergänzende Einschätzungen von Ärzten zur 

Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers bezogen auf die anbegehrten 

Umschulungen eingeholt und gewürdigt werden müssen. Da entsprechende 

ergänzende Sachverhaltsermittlungen nicht stattfanden, erfolgte die Abweisung des 

Umschulungsgesuches auf einem ungenügend geklärten Sachverhalt.

6.4  Nach dem Gesagten erweist sich die Angelegenheit als noch nicht spruchreif. 

Aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erfolgt die Rückweisung der 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur rechtsgemässen Prüfung der 

beantragten Umschulung zum medizinischen Masseur und anschliessend zum 

Physiotherapeuten.

7.

7.1  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 10. Juni 2017 ist die Verfügung 

vom 11. Mai 2017 aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und 

zu neuer Verfügung über den Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinn der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

7.3  Da der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich vertreten 

gewesen ist, hat er keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. Mai 2017 

aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und neuer Verfügung 

über den Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.06.2018
	Art. 15 ff. IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen. Ungenügende Abklärungen namentlich betreffend Eingliederungswirksamkeit der beantragten Umschulung. Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen und neuen Entscheidung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Juni 2018, IV 2017/225).

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