# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5d446ed-144f-52d5-9478-84f67d183fb4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 27.06.2023 ZK1 2023 80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-80_2023-06-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 27. Juni 2023

Referenz ZK1 23 80

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Gabriel, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand Fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Ärztliche Einweisung vom 12.06.2023

Mitteilung 29. Juni 2023

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am ______ 1954, wurde von Dr. med. B._____, Oberarzt 
i.V. des Departements für Innere Medizin des C._____, mit Verfügung vom 
12. Juni 2023 für eine Dauer von sechs Wochen in die Klinik D._____ (nachfol-
gend: D._____) zur Behandlung fürsorgerisch untergebracht. Im C._____ hospita-
lisiert war A._____ wegen einer schweren Refluxösophagitis (Entzündung der 
Speiseröhre durch Reflux). Grund für die ärztliche Einweisung in die Klinik 
D._____ bildete laut ärztlichem Befund ein im Verlauf der Hospitalisierung aufge-
tretenes Entzugsdelir im Rahmen einer chronischen Alkoholabhängigkeit. Frem-
danamnestisch sei es zu schwerer häuslicher Gewalt gegen die Ehefrau und da-
mit zu einer Fremdgefährdung gekommen.

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung vom 12. Juni 2023 erhob A._____ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 16. Juni 2023 Beschwerde beim Kantonsge-
richt von Graubünden.

C. Am 19. Juni 2023 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts die Klinik D._____ unter Fristansetzung bis am Folgetag um einen 
kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, zur Art der Be-
handlung und insbesondere darüber, inwiefern die Voraussetzungen für eine für-
sorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien. Ferner wurden die 
wesentlichen Klinikakten über den Beschwerdeführer angefordert.

D. Den angeforderten Bericht mitsamt den einschlägigen Klinikakten reichte 
die Klinik D._____ am 20. Juni 2023 ein. Mit prozessleitender Verfügung vom 
21. Juni 2023 wurde Dr. med. E._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, entsprechend Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung des Be-
schwerdeführers beauftragt.

E. Mit Verfügung vom 23. Juni 2023 wurde der Beschwerdeführer zu der für 
den 27. Juni 2023 anberaumten Hauptverhandlung vorgeladen.

F. Das Sachverständigengutachten ging beim Kantonsgericht am 26. Juni 
2023 ein. Die mündliche Hauptverhandlung fand am darauffolgenden Tag vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts statt. Der Beschwerdeführer nahm an der 
Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt.

G. Nach durchgeführter Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispo-
sitiv dem Beschwerdeführer sowie der Psychiatrischen Klinik D._____ am 28. Juni 
2023 zugestellt.

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Erwägungen

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung (Art. 426 ff. ZGB). Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 
EGzZGB [BR 210.100]), womit es auch zur Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig ist. Die Frist zur Anrufung des Gerichts beträgt zehn Tage seit 
Mitteilung des Entscheids (Art. 439 Abs.  1 und 2 ZGB sowie Art. 450b Abs. 2 
ZGB). Mit der unterzeichneten Eingabe vom 16. Juni 2023 (Poststempel) wurde 
besagte Frist gewahrt (act. 01). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten.

2.1. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz finden bei einer 
fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 439 Abs. 3 ZGB die Art. 450 ff. ZGB 
sinngemäss Anwendung. Ebenfalls zu beachten sind die in den Art. 443 ff. ZGB 
statuierten allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens, 
die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, 
soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften auf-
stellt (Lorenz Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilge-
setzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB m.w.H.). Dies gilt nament-
lich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offi-
zialmaxime (Abs. 1 und 3) und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind 
auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wo-
bei es im kantonalen Rechtsmittelverfahren zu punktuellen Einschränkungen 
kommt. So kommt etwa die Offizialmaxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjek-
tes zum Tragen (BGer 5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich 
schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessen-
heit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden. Es muss in dem Sinne aktuell sein, dass 
es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert 
(BGE 148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Ba-

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sel 2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu 
Art. 450e ZGB). Grundlage des vorliegenden Entscheides bildet das Kurzgutach-
ten von Dr. med. E._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wel-
cher den Beschwerdeführer am 23. Juni 2023 persönlich untersucht hat (act. 08, 
S. 1). Dem Erfordernis eines Sachverständigengutachtens ist hiermit Genüge ge-
tan.

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (Christoph 
Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Das Gericht hat sich durch eigene Wahrnehmung davon zu überzeugen, dass die 
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gegeben sind (Geiser, 
a.a.O., N 22 zu Art. 450e ZGB). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptver-
handlung am 27. Juni 2023 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

3. Neben der gemäss Art. 428 Abs. 1 ZGB für die Anordnung der Unterbrin-
gung grundsätzlich zuständigen Erwachsenenschutzbehörde können die Kantone 
gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB Ärztinnen und Ärzte bezeichnen, welche eine fürsor-
gerische Unterbringung anordnen dürfen. Zur Anordnung einer fürsorgerischen 
Unterbringung ist auch der behandelnde Arzt einer überweisenden Einrichtung 
befugt (vgl. Art. 429 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. c EGzZGB). Das Kan-
tonsgericht hat klargestellt, dass in solchen Fällen die Anordnung im Sinne einer 
fachärztlichen Kontrolle zumindest durch einen Oberarzt zu visieren ist (PKG 2015 
Nr. 8 E. 2c). Unterzeichnet worden ist die Verfügung vom Oberarzt des Departe-
ments für Innere Medizin des C._____, Dr. med. B._____, welcher zur Einweisung 
des Beschwerdeführers befugt war (act. 04.3). Im Übrigen enthält die Verfügung 
alle von Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Bestätigt ist 
gleichsam, dass der fürsorgerischen Unterbringung des Beschwerdeführers im 
Rahmen seiner Hospitalisierung eine ärztliche Untersuchung vorausgegangen ist. 
Die fürsorgerische Unterbringung geht in formeller Hinsicht mit den gesetzlichen 
Vorgaben konform.

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer verwahr-
lost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige 
Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der 
Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betrof-
fene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht 

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mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine 
Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 6 zu Art. 426 – 439 ZGB). Erste gesetzliche Voraussetzung für eine An-
ordnung der Massnahme ist eine der drei abschliessend genannten Schwächezu-
stände: psychische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. 
Erforderlich ist sodann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwen-
digkeit der Behandlung oder Betreuung. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Per-
son die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine 
Einweisung beziehungsweise Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt wer-
den kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. 
BGer 5A_288/2016 v. 11.7.2016 E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedin-
gen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der 
Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu recht-
fertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung 
oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbeschränkende 
Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung 
nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeits-
prinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB).

4.2.1. Zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer an einem der in Art. 426 
Abs. 1 ZGB genannten Schwächezustände leidet, welcher überdies eine Betreu-
ung und Behandlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung umfasst die 
anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie, das heisst Psychosen oder Psycho-
pathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 
Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zit.: Botschaft]). Psychi-
sche Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich auf die medizinische Terminolo-
gie abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin entnommen und entspricht 
der Klassifikation der WHO (ICD [International Classification of Disturbances]; vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB). Suchterkrankungen gelten 
ebenfalls als psychische Störungen im Sinne des Gesetzes (BGE 137 III 289 
E. 4.2, noch in Bezug auf aArt. 397e Ziff. 5 ZGB, welcher den fürsorgerischen 
Freiheitsentzug regelte).

4.2.2. Der einweisende Arzt stellte ein Alkoholentzugsdelir im Rahmen einer chro-
nischen Alkoholabhängigkeit fest (act. 04.3). Diese Diagnose stellten auch die be-
handelnden Ärzte der D._____ im Behandlungsplan vom 12. Juni 2023 (act. 04.2). 
Genauer diagnostizierten sie was folgt: Psychische und Verhaltensstörungen 

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durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.2). In der Diagnose aufgeführt 
sind ebenfalls die sich daraus ergebenden somatischen Komplikationen (portale 
Hypertension und Thrombozytopenie). Ebenfalls wurde die im C._____ am 6. Juni 
2023 gestellte Diagnose eines Alkoholdelirs bestätigt. Dr. med. E._____ bestätigte 
ebenso die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit (act. 08, S. 5) und führte in Er-
gänzung aus, es handle sich bei dem im C._____ festgestellten und behandelten 
Delir um einen kurzdauernden, aber durchaus lebensbedrohlichen toxischen Ver-
wirrtheitszustand, der von somatischen Störungen begleitet werde. Gemäss ICD-
10 sei das Delir gewöhnlich Folge eines absoluten oder relativen Entzugs bei stark 
abhängigen Trinkern mit einer langen Vorgeschichte. Mit dem Auftreten des Ent-
zugssyndroms mit Delir (ICD-10: F10.4) sei ein Kriterium des Abhängigkeitssyn-
droms erfüllt. Damit sich ein Delir überhaupt entwickeln könne, müsse davor eine 
Toleranzentwicklung stattgefunden haben, was ein zweites Symptom des Abhän-
gigkeitssyndroms sei. Als drittes Symptom gelte ein anhaltender Substanzkonsum 
trotz Nachweis eindeutig schädlicher Folgen – beim Beschwerdeführer seien das 
eine Leberschädigung, ein Pfortaderhochdruck sowie eine Beeinträchtigung der 
Bauchspeicheldrüse. Weil all diese Symptome innerhalb des letzten Jahres beim 
Beschwerdeführer vorgelegen hätten, sei vom Bestehen einer Alkoholabhängig-
keit gemäss ICD-10 auszugehen (act. 08, S. 6). Zusammengefasst sind sich die 
Fachpersonen darüber einig, dass der Beschwerdeführer an einer psychischen 
Krankheit in Gestalt einer Suchterkrankung und damit an einem Schwächezustand 
i.S.v. Art. 426 Abs. 1 ZGB leidet.

4.3. Der soeben dargelegte Schwächezustand des Beschwerdeführers vermag 
eine fürsorgerische Unterbringung nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung 
oder Betreuung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung in einer 
Einrichtung muss geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu 
erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde 
(vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als mildere Massnahmen 
kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung nach kantonalem 
Recht sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bezie-
hungsweise nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten 
Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So 
hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- 
beziehungsweise Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr 

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für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu 
rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit be-
ziehungsweise die Betreuung unterbleibe (BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 
E. 2.4). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betroffenen Per-
son und nicht der Umgebung (BGE 140 III 101 E. 6.2.3; Botschaft, a.a.O., 
S. 7062). Für die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung allein wegen 
Fremdgefährdung bildet Art. 426 ZGB keine genügende gesetzliche Grundlage. 
Mit anderen Worten darf eine Fremdgefährdung für sich alleine nie ausschlagge-
bend für eine fürsorgerische Unterbringung sein (BGE 145 III 441 E. 8.3 f. 
m.w.H.).

4.3.1. Die behandelnden Ärzte der D._____ hielten in ihrem Bericht fest, dass sich 
der Beschwerdeführer während des Klinikaufenthalts zu keinem Zeitpunkt fremd-
aggressiv gezeigt habe. Bei Eintritt habe er Suizidabsichten geäussert, habe sich 
jedoch kurze Zeit später glaubhaft davon distanzieren können. Fremdanamnes-
tisch bestehe laut Ehefrau häusliche Gewalt, jedoch existiere keine Fotodokumen-
tation (act. 04.1). Der begutachtende Psychiater hält dafür, es bestehe zwar der 
Bedarf an einer abstinenzorientierten Behandlung. Eine Betreuung sei nicht indi-
ziert. Die Behandlung könne grundsätzlich ambulant durchgeführt werden. Not-
wendig sei das Einhalten einer Abstinenz, was vom Beschwerdeführer mangels 
Krankheitseinsicht indes abgelehnt werde (act. 08, S. 6). Eine stationäre Behand-
lung gegen den Willen sei nicht angezeigt und überdies nicht erfolgsversprechend 
und eine ambulante Behandlung nur in Kooperation mit dem Beschwerdeführer 
durchführbar (act. 08, S. 7 Frage 2). Ferner ist gemäss Dr. med. E._____ nach der 
Entlassung nicht mit einer akuten und konkreten Gefahr für die Gesundheit und 
das Leben des Beschwerdeführers zu rechnen. Einzig längerfristig könne es wie-
der zu Komplikationen im Zusammenhang mit der Refluxösophagitis kommen und 
es bestehe die Möglichkeit einer weiteren Leberschädigung mit Entwicklung eines 
noch stärkeren Pfortaderhochdrucks mit Entwicklung von Ösophagusvarizen (ver-
grösserte Venen in der Speiseröhre), welche akut bluten könnten, wodurch ein 
Versterben möglich sei. Zu berücksichtigen sei allerdings, dass der Beschwerde-
führer auch durch seine Krebserkrankung einer längerfristigen Gefahr ausgesetzt 
sei. Somit sei das Risiko, dass sich aus dem Alkoholkonsum eine Gesundheitsge-
fährdung ergebe, nicht sehr hoch (act. 08, S. 7 Frage 3).

4.3.2. Bei der Entscheidfindung hat die Beschwerdeinstanz auf den Zustand des 
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung am 27. Juni 2023 abzu-
stellen. Zu beachten ist ausserdem die Vorgabe von Art. 439 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 450e Abs. 3 ZGB, wonach sich der Beschwerdeentscheid bei psychischen 

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Störungen auf ein Sachverständigengutachten abzustützen hat. Erwähnt sei an 
dieser Stelle, dass es bei der fürsorgerischen Unterbringung als Massnahme des 
Erwachsenenschutzes nicht um eine blosse Verwahrung der betroffenen Person 
gehen kann (vgl. auch KGer GR ZK1 15 23 v. 27.2.2015 E. 4a). Laut Einschät-
zung des Gutachters besteht zwar ein Behandlungsbedarf, wobei eine stationäre 
Behandlung nicht unerlässlich sei. Die stationäre Behandlung gegen den Willen 
des Beschwerdeführers sei im Gegenteil nicht erfolgsversprechend. Auch eine 
ambulante Behandlung sei nur in Kooperation mit dem Beschwerdeführer durch-
führbar. Anlässlich der Hauptverhandlung stellte der Beschwerdeführer erneut in 
Abrede, an einer Alkoholabhängigkeit im Sinne einer psychischen Störung zu lei-
den. Gemäss seiner Auffassung bewege er sich mit seinem Alkoholkonsum noch 
nicht im Bereich des Pathologischen (vgl. act. 10). Ebenfalls besteht laut dem 
Sachverständigengutachten bei Unterbleiben der stationären Behandlung keine 
akute und konkrete Selbstgefährdung des Beschwerdeführers. Es ist also weder 
eine konkrete Selbstgefährdung infolge der Suchterkrankung gutachterlich darge-
tan noch erweist sich die fürsorgerische Unterbringung mit Blick auf die nicht vor-
handene Krankheitseinsicht als erfolgsversprechende Behandlung. Im Ergebnis ist 
die fürsorgerische Unterbringung in casu nicht eine geeignete Massnahme, nicht 
erforderlich und damit auch nicht verhältnismässig. Der Beschwerdeführer 
bestätigte dem Gericht gegenüber, dass seine Ehefrau gegen ihn ein Rayonverbot 
erwirkt habe (act. 10). Für eine fürsorgerische Unterbringung allein wegen Fremd-
gefährdung bildet Art. 426 ZGB aber ohnehin keine genügende gesetzliche Grund-
lage. Einzig mit der Vermeidung einer Fremdgefährdung – oder um vorliegend die 
Einhaltung eines Rayonverbots sicherzustellen – lässt sich eine fürsorgerische 
Unterbringung des Beschwerdeführers nicht rechtfertigen. Die materiellen Voraus-
setzungen für eine fürsorgerische Unterbringung sind damit nicht gegeben.

5. Die fürsorgerische Unterbringung vom 12. Juni 2023 erweist sich nach den 
obenstehenden Erwägungen und insbesondere gestützt auf die gutachterliche 
Einschätzung für die Behandlung der Alkoholabhängigkeit des Beschwerdeführers 
aktuell nicht als geeignete und erforderliche Massnahme und ist daher nicht ver-
hältnismässig. Hinzu kommt, dass es laut dem Gutachter an einer akuten und 
konkreten Selbstgefährdung des Beschwerdeführers bei unterbleibender Behand-
lung fehlt. Die Beschwerde ist damit gutzuheissen und die fürsorgerische Unter-
bringung ist aufzuheben.

6. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens belaufen sich auf insgesamt 
CHF 3'916.00. Sie setzen sich aus einer Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 und 
Gutachterkosten von CHF 2'416.00 zusammen (act. 08.1). Beim vorliegenden Ver-

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fahrensausgang gehen die Kosten zu Lasten des Kantons Graubünden (Art. 63 
Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art.  106 Abs. 1 ZPO).

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'916.00 (Ge-
richtsgebühr von CHF 1'500.00 und Gutachterkosten von CHF 2'416.00) 
gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zu-
lässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und 
das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: