# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63b8d215-db3d-5c09-a2f7-c10966907db6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-31
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 31.05.2021 KES 2021 100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2021-100_2021-05-31.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Kindes- und Erwachsenen-
schutzgericht

Cour suprême
du canton de Berne

Tribunal de la protection
de l'enfant et de l'adulte

Entscheid
KES 21 100 (Beschwerde)
KES 21 101 (uR)

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 06
Fax +41 31 634 50 53
Obergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 31. Mai 2021

Besetzung Oberrichter D. Bähler (Referent), Oberrichterin Grütter und Ober-
gerichtssuppleant Horisberger
Gerichtsschreiberin von Hünerbein

Verfahrensbeteiligte A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________

Beschwerdeführer 

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern, Welt-
poststrasse 5, 3015 Bern

Vorinstanz

Gegenstand Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und 
Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 
Abs. 1 und 3 ZGB
Ernennung von C.________, Amt für Erwachsenen- und Kindes-
schutz, EKS Bern, zur Beiständin

Beschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) Bern vom 23. Dezember 2020 
(2019-2554)

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 12. Februar 2021

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Regeste:

Entscheideröffnung (Art. 44 VRPG); Persönliche Anhörung im Erwachsenenschutz-
verfahren (Art. 447 Abs. 1 ZGB)

Die Zustellart A-Post Plus genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht, soweit ein «Zu-
stellungsnachweis» verlangt wird (Art. 44 Abs. 2 VRPG). Die Zustellung ist jedoch dann 
gültig erfolgt, wenn die Kenntnisnahme des Empfängers auf andere Weise bewiesen wer-
den kann (E. 21.6).

Unter Einhaltung der nötigen Schutzvorkehrungen zur Eindämmung des Coronavirus sind 
persönliche Anhörungen gemäss Art. 447 Abs. 1 ZGB in Alters- und Pflegeheimen 
grundsätzlich möglich (E. 29.4). Ist aufgrund des Gesundheitszustandes der betroffenen 
Person oder wegen Urteilsunfähigkeit in Bezug auf die Erwachsenenschutzmassnahme 
eine persönliche Anhörung i.e.S. nicht möglich, kann die Anhörung zum Schutz der betag-
ten Heimbewohner vor Ansteckungen schriftlich erfolgen (E. 29.5 f.).

Erwägungen:

I.

1. A.________ (geb. 1930; nachfolgend Beschwerdeführer) stammt aus D.________. 
Er zog im Jahr ______ in die Schweiz und arbeitete als Zahnarzt in E.________. 
Seit dem Jahr ______ ist er Schweizer Bürger. Der Beschwerdeführer ist verheira-
tet und lebt seit _____ von seiner Ehefrau getrennt. Die gemeinsame Tochter des 
Ehepaars, F.________ (geb. 1982), lebt in Bern und ist schwer krank: Sie leidet an 
einer Multiplen Sklerose (MS) und hatte einen bösartigen Hirntumor. Die Ehefrau 
des Beschwerdeführers lebt in D.________.

2. Im Mai 2019 erstattete die Tochter des Beschwerdeführers eine Gefährdungsmel-
dung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern. Der Be-
schwerdeführer sei gesundheitlich beeinträchtigt und starrköpfig. Seine Wohnung 
sei verwahrlost und schmutzig (Gefährdungsmeldung vom 23. Mai 2019, Vorak-
ten). 

Von den Sozialbehörden der Stadt Bern wurde daraufhin eine Grundreinigung der 
Wohnung organisiert und ein Brandmelder installiert (vgl. Kurzabklärungsbericht 
des Amtes für Erwachsenen- und Kindesschutz [EKS] Bern vom 15. September 
2020, S. 2, Vorakten). Es wurde festgestellt, dass eine minimale hauswirtschaftli-
che Betreuung (tägliche kurze Spitex-Besuche) bestehe (vgl. Kurzabklärungsbe-
richt EKS Bern vom 13. August 2019, S. 5, Vorakten). Die Anmeldung für AHV/IV-
Ergänzungsleistungen (EL) scheiterte an der fehlenden Transparenz bezüglich der 
finanziellen Situation des Beschwerdeführers (vgl. Bericht EKS Bern vom 3. De-
zember 2020, S. 2, Vorakten). Es wurde festgestellt, dass die Tochter des Be-
schwerdeführers keine finanziellen und administrativen Angelegenheiten für ihren 
Vater übernehmen wolle, da sie durch ihre Krankheit bereits stark gefordert sei 

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(Kurzabklärungsbericht EKS Bern vom 13. August 2019, S. 3, Vorakten). Auf die 
Errichtung einer Beistandschaft wurde verzichtet, weil sich der Beschwerdeführer 
vehement dagegen wehrte (vgl. Schreiben der Vorinstanz an den Beschwerdefüh-
rer vom 16. August 2019, Vorakten).

Der Hausarzt des Beschwerdeführers hatte diesem am 19. Juni 2019 attestiert, es 
liege keine relevante Einschränkung der kognitiven Funktionen vor, und die Mei-
nung geäussert, dass der Beschwerdeführer die Situation realisiere und langsam 
einsichtig sei, dass er Hilfe und sogar eine Institution brauchen werde (Schreiben 
Dr. med. G.________ vom 21. Juni 2019, Vorakten).

3. Am 6. Juni 2020 musste eine Patrouille der Kantonspolizei Bern wegen eines me-
dizinischen Notfalls zum Beschwerdeführer ausrücken. Die Polizisten stellten fest, 
dass sich die Wohnung des Beschwerdeführers in einem äusserst schmutzigen 
und unaufgeräumten Zustand befand. Die Kleidung des Beschwerdeführers war 
verschmutzt und der Schirm einer Tischlampe leicht angebrannt. Die Polizeimitar-
beitenden schätzten die Lage so ein, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines 
Alters und auch seiner diversen Vorerkrankungen nicht mehr in der Lage sei, sei-
nen Haushalt ordentlich selbstständig zu führen (vgl. Gefährdungsmeldung der 
Kantonspolizei Bern vom 19. Juni 2020, Vorakten).

Die Wohnung wurde daraufhin durch die Ehefrau (die sich zur Unterstützung der 
Tochter vorübergehend in der Schweiz aufhielt) mit grossem Aufwand aufgeräumt 
und gereinigt, so dass sie bei einem Besuch der Sozialbehörden im Juli 2020 in or-
dentlichem Zustand war. Die Sozialbehörden schätzten die Situation des Be-
schwerdeführers als zwar nicht optimal ein, sahen aber keine Möglichkeit, zu einer 
Verbesserung beizutragen: Wegen fehlender Finanzen konnte der Gesundheits-
dienst keine weiteren Reinigungen oder einen zweiten Brandmelder organisieren. 
Offene Rechnungen waren keine vorhanden. Die medizinische Versorgung schien 
durch die Spitex (2x täglich) und den Hausarzt Dr. med. G.________ abgedeckt. 
Zudem gab der Beschwerdeführer an, ein Freund aus N.________, dessen Koor-
dinaten er nicht preisgeben wolle, unterstütze ihn beim Bezahlen der Rechnungen 
und bringe ihm ab und zu Essen. Der Beschwerdeführer lehnte Veränderungen ab. 
Die Wohnung in D.________ wolle er nicht verkaufen, da er hoffe, noch einmal 
dorthin zu reisen. Die abklärenden Personen stellten fest, dass beim Beschwerde-
führer der Lebensmut/Lebenswille fehle und er keine Energie mehr habe. Sie er-
achteten jedoch Erwachsenenschutzmassnahmen als nicht erforderlich. Die KESB 
Bern schrieb das Verfahren daraufhin ohne Anordnung einer Massnahme ab 
(Kurzabklärungsbericht EKS Bern vom 15. September 2020, Schreiben KESB Bern 
vom 22. September 2020, Vorakten). 

4. Ab dem 8. Oktober 2020 war der Beschwerdeführer während drei Wochen in einer 
stationären Behandlung im Spital H.________, nachdem die Spitex die Sanitätspo-
lizei gerufen hatte. Vom dortigen Sozialdienst wurde festgestellt, dass er mit der 
Selbstversorgung in der eigenen Wohnung derzeit überfordert sei und aus diesem 
Grund bis auf Weiteres ein Übergangspflegeplatz in einem Alterszentrum erforder-

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lich sein werde. Der Beschwerdeführer könne seine finanziellen und administrati-
ven Belange nicht mehr bewältigen. 

Nach Kontaktaufnahme mit der Tochter liess die Case Managerin des Sozialdiens-
tes des Spitals H.________ am 26. Oktober 2020 den Beschwerdeführer einen An-
trag auf eine Begleitbeistandschaft unterschreiben und wandte sich am 27. Okto-
ber 2020 mit einem Antrag auf Abklärung von beistandschaftlichen Massnahmen 
an die KESB Bern. Gleichentags wurde der Beschwerdeführer in das I.________ 
(Alters- und Pflegeheim) verlegt (Antrag auf Abklärung von beistandschaftlichen 
Hilfestellungen des Sozialdienstes Spital H.________ vom 27. Oktober 2020, Vor-
akten).

5. Die KESB Bern (nachfolgend Vorinstanz) eröffnete ein Verfahren und beauftragte 
das EKS Bern mit einer Abklärung der Situation (vgl. Schreiben an den Beschwer-
deführer vom 29. Oktober 2020, Vorakten).

6. Das EKS legte seinen Bericht am 3. Dezember 2020 vor. Darin wird die Errichtung 
einer Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 394 / 395 des Schweizerischen Zivil-
gesetzbuches (ZGB; SR 210) für die Bereiche Wohnen, Gesundheit und Finanzen 
empfohlen.

7. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2020, betitelt mit «Gewährung des rechtlichen 
Gehörs», wandte sich die Vorinstanz an den Beschwerdeführer und die Heimleite-
rin J.________. 

Es wurde darin ausgeführt, dass aufgrund der derzeitigen Corona-Situation auf ei-
ne persönliche Anhörung verzichtet werden müsse und stattdessen das schriftliche 
rechtliche Gehör gewährt werde. Frau J.________ wurde «wie telefonisch bespro-
chen» gebeten, gemeinsam mit dem Beschwerdeführer den Brief zu besprechen 
und sich bei allfälligen Fragen bei der KESB zu melden. Weiter wurde der Bericht 
des EKS Bern vom 3. Dezember 2020 erwähnt und in Aussicht gestellt, dass die 
KESB beabsichtige, eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermö-
gensverwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB zu errichten mit 
den Aufgabenbereichen administrative sowie finanzielle Angelegenheiten, Wohnsi-
tuation und gesundheitliches Wohl. Deren Inhalt wird im Schreiben näher ausge-
führt. Zudem solle dem Beschwerdeführer gemäss Art. 395 Abs. 3 ZGB der Zugriff 
auf alle seine Konto- und Depotbeziehungen mit Ausnahme eines von der Beistän-
din zu bezeichnenden Kontos mit angemessenen Beträgen zur freien Verfügung 
entzogen werden. Als Beiständin sei C.________, EKS Bern, vorgesehen. Es sei 
geplant, die Erwachsenenschutzmassnahme möglichst rasch zu errichten. Der Be-
schwerdeführer erhalte Gelegenheit, bis spätestens am 18. Dezember 2020 Stel-
lung zu nehmen. 

Das Schreiben wurde mit A-Post Plus an den Beschwerdeführer im I.________ (Al-
ters- und Pflegeheim) und an Frau J.________ eröffnet.

8. Frau J.________ meldete der Vorinstanz am 16. Dezember 2020 per E-Mail 
zurück, sie habe heute dem Beschwerdeführer den Brief vorgelesen und er sei mit 

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einer Beistandschaft einverstanden. Sein grosses Thema zurzeit sei, dass er kei-
nen Kontakt zu seiner Tochter habe. Wer die Rechnungen für ihn bezahle, sei ihm 
nicht so wichtig. Ob er im I.________ (Alters- und Pflegeheim) bleibe oder wieder 
nach Hause gehe, lasse er offen. Sie selbst sei froh, wenn sich jemand um den 
Beschwerdeführer kümmere und die Beistandschaft geregelt sei.

9. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2020 (Eingang 21. Dezember 2020) wandte sich 
eine bislang der Vorinstanz unbekannte Person namens K.________ an die KESB. 
Unter Bezugnahme auf den Brief vom 10. Dezember 2020 teilte sie mit, der Be-
schwerdeführer sei zurzeit krank und nicht in der Lage, von seinem Gehörsrecht 
Gebrauch zu machen. Die KESB solle zur Kenntnis nehmen, dass den Beschwer-
deführer betreffende Entscheidungen, die aufgrund der Nichtbeantwortung des 
Briefes bis zum 18. Dezember 2020 getroffen werden, womöglich gegen dessen 
Willen verstossen.

10. Am 23. Dezember 2020 erliess die Vorinstanz den folgenden Entscheid:

1. Für A.________ wird eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensver-
waltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB errichtet mit den Aufgabenberei-
chen, 

a) ihn beim Erledigen der administrativen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere 
auch im Verkehr mit Behörden, Ämtern (u.a. mit dem Betreibungs- und Konkursamt), 
Banken, Post, (Sozial-)Versicherungen, sonstigen Institutionen und Privatpersonen;

b) ihn beim Erledigen der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere das 
gesamte Einkommen und Vermögen sorgfältig zu verwalten;

c) stets für eine geeignete Wohnsituation besorgt zu sein und ihn bei allen in diesem 
Zusammenhang erforderlichen Handlungen zu unterstützen und soweit nötig zu ver-
treten;

d) für sein gesundheitliches Wohl sowie für eine hinreichende medizinische Betreuung 
zu sorgen und ihn bei allen dafür erforderlichen Handlungen zu unterstützen und so-
weit nötig zu vertreten, insbesondere bei Urteilunfähigkeit über die Erteilung oder 
Verweigerung der Zustimmung zu medizinischen Massnahmen zu entscheiden.

2. A.________ wird gemäss Art. 395 Abs. 3 ZGB der Zugriff auf alle seine Konto- und Depotbe-
ziehungen entzogen. Davon ausgenommen ist ein von der Beiständin zu bezeichnendes 
Konto, auf welches sie A.________ angemessene Beträge zur freien Verfügung überweist. 

3. C.________, Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz, EKS Bern, wird zur Beiständin für 
A.________ ernannt mit der Einladung,

a) wenn nötig Bericht über die Situation von A.________ und die Ausübung der Bei-
standschaft vorzulegen;

b) wenn nötig eine Anpassung der Erwachsenenschutzmassnahme zu beantragen;

c) wenn nötig für Geschäfte gemäss Art. 416 ZGB die Zustimmung der KESB einzuho-
len;

d) per 30.11.2021 den periodischen Rechenschaftsbericht mit Rechnung und Belegen 
einzureichen.

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4. Die Beiständin hat unverzüglich, spätestens aber bis 01.03.2021, ein Inventar per 
23.12.2020 über die zu verwaltenden Vermögenswerte aufzunehmen.

5. Die Entschädigung der Beiständin erfolgt in Form einer Jahrespauschale.

6. Über die Verfahrenskosten wird nach Abnahme des Inventars entschieden.

7. Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid wird die aufschiebende Wirkung entzo-
gen.

8. [Eröffnungsformel]

9. [Mitteilungsformel].

11. Mit Eingabe vom 12. Februar 2021 erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, Beschwerde gegen diesen Entscheid. Er beantragt, 
der Entscheid sei aufzuheben und es seien sämtliche vom EKS und der Beiständin 
erhobenen Akten, Bankkarten, Schlüssel, Korrespondenzen mit Behörden, Banken 
etc. herauszugeben (pag. 1 ff.). 

12. Mit separater Eingabe vom gleichen Tag ersuchte der Beschwerdeführer ausser-
dem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Durchführung sowie 
für die Vorbereitung des Beschwerdeverfahrens unter Beiordnung der ihn vertrete-
nen Anwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin (pag. 29 ff.).

13. Die Vorinstanz schloss mit Stellungnahme vom 10. März 2021 auf kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (pag. 49 ff.). Der Ver-
nehmlassung legte die Vorinstanz eine Stellungnahme der Beiständin C.________ 
vom 3. März 2021 inkl. fünf Beilagen bei (pag. 53 ff.).

14. Rechtsanwältin B.________ reichte am 29. März 2021 ihre Kostennote ein (pag. 61 
ff.).

15. Mit Entscheid vom 20. April 2021 erteilte die Vorinstanz der Beiständin die Zustim-
mung zur Auflösung des Haushalts des Beschwerdeführers in dessen Vertretung 
sowie die Befugnis, seine Wohnung zu betreten. Ausserdem stimmte sie dem 
Dienstleistungsvertrag «Umfassende Pflege» vom 27. Oktober 2020 zwischen dem 
durch die Beiständin vertretenen Beschwerdeführer einerseits und der 
L.________ AG, vertreten durch I.________ (Alters- und Pflegeheim), andererseits 
zu (pag. 67 ff.). 

16. Am 26. April 2021 teilte Rechtsanwältin B.________ dem Kindes- und Erwachse-
nenschutzgericht mit, dass sie am 23. April 2021 bei der Vorinstanz um Anordnung 
vorsorglicher Massnamen ersucht habe. Die Beiständin habe trotz mehrmaliger 
Aufforderung die ausstehenden Mietzinse seit Oktober 2020 nicht beglichen, wes-
halb dem Beschwerdeführer per 30. April 2021 die Wohnung gekündigt worden sei. 
Über die Räumung habe die Beiständin weder sie noch den Beschwerdeführer ori-
entiert. Eine Mieterstreckung mache die Liegenschaftsverwaltung von der soforti-
gen Überweisung der ausstehenden Mietzinsen abhängig. Das Untätigsein der 
Beiständin verursache dem Beschwerdeführer Schäden und Nachteile (pag. 71 ff.).

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17. Mit Entscheid vom 30. April 2021 wies die Vorinstanz die Anträge auf vorsorgliche 
Massnahmen vorsorglich ab, soweit sie darauf eintrat (pag. 85 ff.). Eine Beschwer-
de gegen diesen Entscheid ist beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht hängig 
(KES 21 345).

II.

18. Für die Beschwerde gegen den Entscheid der KESB Bern ist das Kindes- und Er-
wachsenenschutzgericht zuständig (Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 65 des Geset-
zes über den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; BSG 213.316] und Art. 28 
Abs. 4 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]).

19. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach den Be-
stimmungen gemäss Art. 450 ff. ZGB. Subsidiär gelangt kantonales Verfahrens-
recht, nämlich Art. 65 ff. KESG, zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. d KESG). 
Dieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG auf die Bestimmungen des Gesetzes 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

20. Der Beschwerdeführer ist als am vorinstanzlichen Verfahren beteiligte und in sei-
nen rechtlich geschützten Interessen betroffene Person zur Beschwerde legitimiert 
(Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB).

21. Die Beschwerdefrist gegen einen Entscheid der KESB beträgt 30 Tage seit dessen 
Mitteilung (Art. 450b Abs. 1 ZGB). Gemäss Art. 44 VRPG werden Verfügungen und 
Entscheide entweder mit eingeschriebener Post oder mit gerichtlicher Urkunde 
eröffnet. Die Zustellung kann auch mit gewöhnlicher Post erfolgen, soweit kein Zu-
stellungsnachweis erforderlich ist (Abs. 2). Im Übrigen gelten für die Zustellung die 
Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) sinn-
gemäss (Abs. 3). Aus mangelhafter Eröffnung darf niemandem ein Rechtsnachteil 
erwachsen (Abs. 6).

21.1 Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer den Entscheid vom 23. Dezember 2020 
mit Adresse im I.________ (Alters- und Pflegeheim) per A-Post Plus eröffnet (Dis-
positiv-Ziffer 8). Gemäss Beilage 3 zur Vernehmlassung der Vorinstanz wurde die 
Sendung am 30. Dezember 2020 um 10:27 Uhr zugestellt. 

21.2 Rechtsanwältin B.________ teilte der Vorinstanz anlässlich eines Telefonats vom 
12. Januar 2021 mit, dass der Beschwerdeführer keine Kenntnis davon habe, ver-
beiständet zu sein (vgl. E-Mail M.________ an C.________ vom 12. Januar 2021, 
Vorakten).

21.3 Auf Nachfrage der Vorinstanz bei der Heimleiterin des I.________ (Alters- und 
Pflegeheim) vom 12. Januar 2021 sagte diese aus, dem Beschwerdeführer den 
Entscheid bislang noch nicht vorgelesen zu haben, da er immer geschlafen habe 
und zu schwach gewesen sei. Die Heimleiterin habe deshalb die Beiständin kon-
taktiert, welche den Beschwerdeführer am 15. Januar 2021 besuchen werde (Ak-
tennotiz der Vorinstanz vom 12. Januar 2021, Vorakten).

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21.4 Gemäss Schreiben der Vorinstanz an Rechtsanwältin B.________ vom 19. Januar 
2021 eröffnete die Beiständin dem Beschwerdeführer den Entscheid am 15. Januar 
2021 persönlich (Vorakten).

21.5 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, auf eine Eröffnung mittels Ein-
schreiben sei praxisgemäss verzichtet worden, da eine solche Postsendung einem 
Bewohner einer Institution durch den Briefträger erfahrungsgemäss nicht persön-
lich eröffnet werden könne. Selbst im Fall eines Versands per Einschreiben würde 
die Post durch die Mitarbeitenden der Institution stellvertretend entgegengenom-
men und der betroffenen Person anschliessend ausgehändigt. 

Im Weiteren zieht die Vorinstanz in Zweifel, dass der Beschwerdeführer erst mit 
dem Besuch der Beiständin am 15. Januar 2021 Kenntnis vom Entscheid erhalten 
habe. Seine Rechtsvertreterin habe schliesslich gemäss eigenen Angaben bereits 
im Vorfeld Kontakt zur Beiständin aufgenommen und die angeblich fehlerhafte bzw. 
unterbliebene Eröffnung moniert. Infolge Zustellnachweises vom 30. Dezember 
2020 habe der Beschwerdeführer die Beschwerdefrist verpasst (pag. 50).

21.6 Bei der Versandmethode A-Post Plus wird der Brief mit einer Nummer versehen 
und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. Im Unterschied zu 
den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der Empfang durch den Emp-
fänger nicht quittiert. Entsprechend wird der Adressat im Falle seiner Abwesenheit 
auch nicht durch Hinterlegung einer Abholungseinladung avisiert. Die Zustellung 
wird vielmehr elektronisch erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den 
Briefkasten des Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe 
des von der Post zur Verfügung gestellten elektronischen Suchsystems «Track & 
Trace» die Sendung bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu verfolgen. Die-
ser «Track & Trace»-Auszug belegt allerdings nicht, dass die Sendung tatsächlich 
in den Empfangsbereich des Empfängers gelangt ist, sondern bloss, dass durch 
die Post ein entsprechender Eintrag in ihrem Erfassungssystem gemacht wurde. 
Einzig im Sinne eines Indizes lässt sich aus diesem Eintrag darauf schliessen, dass 
die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde. 
Mangels Quittierung lässt sich dem «Track & Trace»-Auszug sodann nicht ent-
nehmen, ob tatsächlich jemand die Sendung behändigt hat und um wen es sich 
dabei handelt, geschweige denn, dass sie tatsächlich zur Kenntnis genommen 
worden ist (BGE 142 III 599 E. 2.2). 

Die Zustellart A-Post Plus genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht, wenn die-
se eine Zustellung gegen Empfangsbestätigung vorsehen. Diesfalls ist die tatsäch-
liche Kenntnisnahme durch den Adressaten bzw. einer Person in einem gesetzlich 
umschriebenen Kreis (angestellt oder im gleichen Haushalt lebend) massgebend. 
Ungeachtet einer Verletzung der Formvorschrift ist eine Zustellung auch dann gül-
tig erfolgt, wenn die Kenntnisnahme des Empfängers auf andere Weise bewiesen 
werden kann und dessen zu schützende Interessen (Informationsrecht) gewahrt 
werden (BGE 144 IV 57 E. 2.3.2). In Übereinstimmung mit DAUM (in: Kommentar 
zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, N. 25 
zu Art. 44 VRPG) ist diese Rechtsprechung auch im Bereich von Art. 44 Abs. 2 
VRPG anzuwenden, soweit – wie vorliegend – ein «Zustellungsnachweis» verlangt 
wird.

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21.7 Mit dem von der KESB vorgelegten Sendungsverfolgungsdokument kann eine ord-
nungsgemässe Zustellung bzw. deren Zeitpunkt nicht bewiesen werden. Das Do-
kument beweist lediglich, dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Post-
fach des Adressaten gelegt wurde. Es geht daraus nicht hervor, wer dieses Post-
fach anschliessend geleert hat und was danach mit der Sendung geschah. In einer 
Pflegeinstitution ist (im Unterschied zu einer Alterswohnung) davon auszugehen, 
dass die Bewohnenden nicht über eigene Briefkästen verfügen, welche sie selbst 
leeren, sondern dass ihnen ihre Post über die Institution ausgehändigt wird. Darauf 
deuten auch die Ausführungen der Vorinstanz zur Frage, weshalb in solchen Fällen 
auf die Zustellung durch eingeschriebenen Brief verzichtet wird. Liegt die Sendung 
in den Händen der Institution, ist sie noch nicht zugestellt, da tatsächliche Kennt-
nisnahme durch die betroffene Person erforderlich ist.

21.8 Im vorliegenden Fall ist die Beschwerde vom 12. Februar 2021 dann rechtzeitig 
eingereicht worden, wenn der Beschwerdeführer den Entscheid der Vorinstanz 
nicht früher als am 13. Januar 2021 erhalten hat. Die Zustellung an die Institution 
am 30. Dezember 2020 ist dafür ein Indiz. Anderseits ergibt sich aus obgenannter 
Notiz zu einem Telefonat mit der Heimleiterin J.________ vom 12. Januar 2021, 
dass dem Beschwerdeführer der Entscheid bis zu diesem Tag noch nicht vorgele-
sen worden und deshalb die Beiständin kontaktiert worden sei (Ziff. 21.3 oben). Der 
Besuch der Beiständin erfolgte am 15. Januar 2021. 

21.9 Der beweispflichtigen Vorinstanz gelingt damit der Nachweis nicht, dass dem Be-
schwerdeführer der Entscheid vor dem 13. Januar 2021 eröffnet wurde. Die Be-
schwerde muss damit als rechtzeitig eingereicht gelten.

22. Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. 
Auf die Beschwerde wird eingetreten.

23. Da sich in erster Linie rechtliche Fragen stellen, erfolgt die Beurteilung der Be-
schwerde in Dreierbesetzung ohne Beizug von Fachrichtern (Art. 45 Abs. 3 des 
Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1]).

III.

24. Ergebnisse der Abklärungen

24.1 Dem Bericht des EKS Bern vom 3. Dezember 2020 lässt sich entnehmen, dass der 
abklärende Sozialarbeiter die Koordinaten des Freundes in N.________ erfahren 
habe. Nach Angaben von dessen Ehefrau hätten sie für den Beschwerdeführer «ab 
und zu etwas gemacht». Er habe sonst kein soziales Umfeld. Mit der Tochter hät-
ten sie keinen Kontakt. Der Briefkasten zuhause beim Beschwerdeführer sei rand-
voll mit Rechnungen und es gehe gar nichts mehr. Die Geschäftsleiterin des 
I.________ (Alters- und Pflegeheim) habe angegeben, der Beschwerdeführer kön-
ne sich für nichts entscheiden und unterschreibe den Vertrag nicht. Es gebe auch 
schon Rechnungen, und sie mache sich Sorgen darüber, dass diese nicht bezahlt 
werden könnten. Es sei angedacht gewesen, dass der Beschwerdeführer nach ei-

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nigen Wochen wieder nach Hause könne. Am 12. November 2020 – so im Bericht 
weiter ausgeführt – habe der abklärende Sozialarbeiter den Beschwerdeführer im 
I.________ (Alters- und Pflegeheim) besucht. Eine Kommunikation sei kaum mög-
lich gewesen. Der Beschwerdeführer habe nicht die Kraft gehabt zu sprechen, ha-
be häufig die Worte nicht gefunden und sei stark schwerhörig. Zu seinem Bei-
standschaftsantrag habe er keine logischen Auskünfte geben können. Wohnungs-
schlüssel und Portemonnaie seien nicht auffindbar gewesen. Der Abklärende habe 
sich via die Betreuungsperson der «widerspenstigen» Tochter und die Ehefrau des 
Beschwerdeführers den Zugang zur Wohnung des Beschwerdeführers verschaffen 
müssen. Zusammen mit der Ehefrau des Beschwerdeführers habe er am 19. No-
vember 2020 die Wohnung betreten und von dort ca. 12 kg Briefpost mitgenom-
men, die er anschliessend sichtete. Neben vielen Rechnungen fand er Bankunter-
lagen aus D.________, die darauf hindeuten, dass der Beschwerdeführer dort über 
flüssiges Vermögen von ca. CHF 1,5 Mio. verfügt (vgl. auch Beilage 11 zum uR-
Gesuch). Offenbar hätten auch die engsten Angehörigen des Beschwerdeführers 
nichts davon gewusst. 

24.2 Die Abklärung ergab weiter, dass es momentan nicht den Anschein mache, dass 
der Beschwerdeführer wieder nach Hause könne. Gemäss Auskunft der Heimleite-
rin sei er in Pflegestufe 6 (von 12; 101 bis 120 tägliche Pflegeminuten) und spreche 
nicht von einer Heimkehr.

24.3 Betreffend Gesundheitszustand wird im Abklärungsbericht der Austrittsbericht des 
Spitals H.________ vom 4. November 2020 zitiert, in dem ein «gemischtes Delir 
10/20» diagnostiziert wurde. Weiter sei neben einem Parkinson-Syndrom u.a. eine 
Enzephalopathie und ein komplizierter Harnwegsinfekt bei liegendem Dauerkathe-
ter, eine akzentuierte chronische Herzinsuffizienz, strukturelle Epilepsie und ein 
hormonaktiver Nebennierentumor erwähnt und eine beginnende Alzheimer-
Demenz nicht ausgeschlossen worden. Zudem sei der Beschwerdeführer gemäss 
Abklärungsbericht des EKS vom 3. Dezember 2020 schwerhörig und auf dem lin-
ken Auge fast blind.

24.4 Bezüglich Finanzen seien auf der Steuererklärung 2018 bei den Einkünften nur die 
AHV von CHF 14'088.00 und bei den Wertschriften die schweizerischen Konti mit 
einem Gesamtwert von CHF 10'268.00 aufgeführt worden. Zwei Mietzinse von ins-
gesamt CHF 2'690.00 seien von der Tochter vorgeschossen und vom Beschwerde-
führer bisher nicht zurückbezahlt worden. Bei der Abklärung für Betreuungsgut-
sprachen im Jahr 2019 habe der Beschwerdeführer angegeben, über keine weite-
ren Konti zu verfügen, wobei er nach Angaben der damals abklärenden Person die 
Fragen voll und ganz verstanden habe. Die Abklärung ergab weiter, dass der Be-
schwerdeführer die Wohnung in D.________ (4 Zimmer, grosse Terrasse) auf der 
Steuererklärung nicht angegeben hat. Die Steuererklärung für 2019 habe der Be-
schwerdeführer nicht eingereicht. Briefpost habe er ab Frühjahr 2020 nicht mehr 
geöffnet. Laufende Betreibungen habe es jedoch im November 2020 nicht gege-
ben. Nachdem der Beschwerdeführer 2019 noch erklärt habe, über keine weiteren 
Einkünfte und Vermögenswerte zu verfügen, habe er gemäss Abklärungsbericht im 
Juli 2020 angegeben, er erhalte eine monatliche Rente von ca. EUR 140.00 auf ei-

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ne Bank in D.________. Er habe von einem Konto in D.________ gesprochen, al-
lerdings ohne weitere Angaben.

24.5 Als nötige Vorkehren werden im Abklärungsbericht Mahnstoppgesuche, Ausfüllen 
der Steuererklärung 2019 sowie die wahrscheinliche Wohnungsauflösung genannt.

24.6 Der abklärende Sozialarbeiter kam zum Schluss, es liege beim Beschwerdeführer 
ein körperlicher Schwächezustand vor und es bestehe Schutzbedarf für die persön-
lichen, finanziellen, administrativen und rechtlichen Angelegenheiten. Er empfahl 
eine Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 394/395 ZGB für die Bereiche Woh-
nen, Gesundheit und Finanzen.

25. Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid

25.1 Die Vorinstanz erwog, dass beim Beschwerdeführer ein altersbedingter Schwäche-
zustand vorliege. Es bestünden gemäss Austritts- und Arztbericht verschiedene Er-
krankungen. Zudem sehe der Beschwerdeführer auf dem linken Auge kaum mehr 
und sei schwerhörig. Da er durch den Schwächezustand nicht mehr in der Lage 
sei, seine Angelegenheiten vollumfänglich selbst zu erledigen und keine Angehöri-
gen oder Bekannten habe, die diese Hilfestellung übernehmen könnten, sei er auf 
beistandschaftliche Unterstützung angewiesen. Dies betreffe die Bereiche Finan-
zen, Administration, Wohnen und Gesundheit. Da das Verhältnis zu seiner Tochter 
und seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau sehr angespannt sei und kein Kon-
takt mehr bestehe, solle der Beiständin insbesondere auch die Kompetenz zu-
kommen, den Beschwerdeführer im Falle der Urteilsunfähigkeit in gesundheitlichen 
Belangen zu vertreten.

25.2 Auf eine persönliche Anhörung sei verzichtet worden, weil dies aufgrund der Coro-
na-Situation als unverhältnismässig erschienen sei (Art. 447 Abs. 1 ZGB). Statt-
dessen sei dem Beschwerdeführer das schriftliche rechtliche Gehör gewährt wor-
den. Der Beschwerdeführer habe sich via Geschäftsleitung des I.________ (Alters- 
und Pflegeheim) mit der Errichtung der Beistandschaft einverstanden erklärt. 

Das später bei der Vorinstanz eingetroffene Schreiben einer unbekannten Drittper-
son weise auf ein möglicherweise fehlendes Einverständnis des Beschwerdefüh-
rers hin. Aufgrund des Schwächezustands und der daraus resultierenden Hilfsbe-
dürftigkeit sei der Beschwerdeführer jedoch dringend auf Unterstützung angewie-
sen. Da er weder Angehörige noch Bekannte habe, die diese Hilfestellung über-
nehmen könnten, bedürfe es behördlicher Massnahmen. Daran würde auch eine 
fehlende Zustimmung des Beschwerdeführers nichts ändern.

25.3 Der Beschwerdeführer habe kein Bargeld mehr und es seien u.a. drei Mietzinse 
ausstehend. Zudem seien auf dem Konto, auf welchem ein Lastschriftverfahren für 
die Krankenkasse bestehe, nur noch CHF 700.00 vorhanden. Daher müsse einer 
allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen werden.

25.4 Somit wurde die vorgesehene Beistandschaft errichtet und C.________ mit soforti-
ger Wirkung als Beiständin ernannt. Der Entscheid über die Verfahrenskosten wur-
de bis nach Abnahme des Inventars (Frist 1. März 2021) aufgeschoben. 

26. Vorbringen in der Beschwerde

12

26.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches 
Gehör.

26.1.1 Im Spital H.________ sei der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben dahinge-
hend von der Case Managerin orientiert und aufgeklärt worden, dass er für die Be-
zahlung seiner Rechnungen und die Erledigung des Zahlungsverkehrs Unterstüt-
zung benötigen würde und ihm eine dafür verantwortliche Person zugesprochen 
werde. Von der Errichtung einer Beistandschaft und einem Verfahren vor der KESB 
sei nach Aussagen des Beschwerdeführers nicht die Rede gewesen. Im Rahmen 
des spitalärztlichen Berichtes vom 4. November 2020, Seite 6, werde festgehalten, 
dass der Beschwerdeführer in gebessertem Allgemeinzustand in die Übergangslö-
sung ins I.________ (Alters- und Pflegeheim) habe entlassen werden können.

26.1.2 Aus dem Abklärungsbericht des EKS vom 3. Dezember 2020 (Seite 5, litera c) ge-
he hervor, dass sich der Beschwerdeführer klar gegen eine Beistandschaft ausge-
sprochen habe. Auf Seite 8 werde festgehalten, dass das EKS nicht abschliessend 
sagen könne, inwieweit der Beschwerdeführer verstanden habe, dass sich nun je-
mand behördlich um seine Angelegenheiten kümmern werde.

26.1.3 Betreffend das Schreiben vom 10. Dezember 2020 sei nicht nachvollziehbar, in 
welchem Zeitpunkt die im I.________ (Alters- und Pflegeheim) für die Post zustän-
digen Stellen das Schreiben der KESB dem Beschwerdeführer persönlich überge-
ben hätten. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass ihm das Schreiben der 
KESB einerseits nicht zeitgerecht eröffnet worden sei. Andererseits sei davon aus-
zugehen, dass er die Tragweite des Schreibens aufgrund seines physischen Ge-
sundheitszustandes nicht habe erkennen können. Es sei unhaltbar, dass die Ge-
währung des rechtlichen Gehörs auf dem Korrespondenzweg unter Fristansetzung 
von lediglich 8 Tagen und Delegation der Eröffnung an die Heimleitung erfolgt sei. 
Aufgrund von COVID-19 sei davon auszugehen, dass ein professionell geführter 
Heimbetrieb wie das I.________ (Alters- und Pflegeheim) sich wohl in erster Linie 
anderen Problemen zu widmen habe und nicht für die Eröffnung von behördlichen 
Entscheiden und die Fristwahrung verantwortlich zeichne. Der Nachweis, wann das 
Schreiben dem Beschwerdeführer überhaupt zugegangen sein solle, sei nicht er-
bracht. Die Zustellung per A-Post an die Anschrift der Pflegeinstitution I.________ 
sei unzureichend. Eine Vernehmlassungsfrist von 8 Tagen sei nicht verhältnismäs-
sig. Es sei davon auszugehen, dass die KESB im Verfahren die gesetzlich vorge-
schriebenen Verfahrensgrundsätze über die Zustellung von behördlichen Aufforde-
rungen zur Vernehmlassung sowie das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers 
verletzt habe. 

26.1.4 Der Beschwerdeführer habe sich angesichts der Unklarheiten über das Vorliegen 
eines behördlichen Verfahrens und dessen Auswirkungen an Vertrauenspersonen 
aus seinem privaten Umfeld gewandt und diese um Hilfe ersucht. Mit Schreiben 
vom 18. Dezember 2020 habe Herr K.________ im Auftrag des Beschwerdeführers 
ein Schreiben an die Vorinstanz verfasst, wonach die Frist zur Wahrung des recht-
lichen Gehörs aufgrund des Krankheitszustandes nicht wahrgenommen werden 
könne.

13

26.1.5 Aufgrund der Äusserungen des Beschwerdeführers sei davon auszugehen, dass er 
erst am 15. Januar 2021 über die Errichtung einer Beistandschaft und das Aus-
mass des Entscheids aufgeklärt worden sei. Die KESB habe mit diesem verfah-
rensmässigen Vorgehen die Grundsätze gemäss Art. 51 und 52 KESG verletzt.

26.2 Der Beschwerdeführer wehrt sich sodann gegen diverse Handlungen und Unter-
lassungen der Beiständin.

26.2.1 Er führt aus, die zuständige Beiständin, C.________, habe zwar umfangreiche Ab-
klärungen hinsichtlich der möglichen Bankbeziehungen und offener Steuern in die 
Wege geleitet. Hingegen habe die Vorinstanz es offenbar unterlassen, die wichtigs-
ten offenen Forderungen von Gläubigern wie Mietzinse, Krankenkasse, Heimkos-
ten etc. zeitgerecht zu bezahlen. Dies habe dazu geführt, dass dem Beschwerde-
führer die Wohnung gekündigt worden sei. Hinsichtlich der offenen Steuern sei bis-
her nichts unternommen worden, obschon eine Ermessenstaxation vorliege, was 
wiederum zum Verlust der Prämienverbilligung geführt habe. Dies obwohl der Be-
schwerdeführer offenbar über Vermögenswerte in D.________ verfügen solle und 
stets bekundet habe, sämtliche offenen Forderungen begleichen zu wollen. 

26.2.2 Die dringendsten, finanziellen Belange des Beschwerdeführers seien somit trotz 
umfangreicher Abklärungsverfahren der Vorinstanz und des EKS nicht mit der not-
wendigen Prioritätenfolge an die Hand genommen worden, womit ein nicht wieder-
gutzumachender Nachteil erwachsen sei. Die Schuldensituation verschlechtere 
sich monatlich und es bestehe dringender Handlungsbedarf. Im Vordergrund stehe 
dabei, die wirtschaftliche Berechtigung an den Vermögenswerten in D.________ 
abzuklären, um den Zugang und die Verwaltung dieser Vermögenswerte im Inter-
esse des Beschwerdeführers wahrzunehmen.

26.3 Ausserdem macht der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Rechts auf 
Selbstbestimmung geltend.

26.3.1 Von seinem Hausarzt, Dr. G.________, Bern, werde der Beschwerdeführer aktuell 
als handlungs- und urteilsfähig eingeschätzt. Die gesundheitliche Versorgung sei 
gemäss Aussagen des Hausarztes bis zum Spitaleintritt von der Spitex 2-mal täg-
lich wahrgenommen worden. Der Beschwerdeführer benötige unbestrittenermas-
sen Pflege. Hingegen sei es ihm wichtig, den Ort, wo und wie er gepflegt werden 
solle und welche finanziellen Mittel für sein gesundheitliches Wohl eingesetzt wür-
den, selbst zu bestimmen. 

26.3.2 Erst im Nachgang zum Errichtungsverfahren habe die Beiständin den Hausarzt mit 
E-Mail vom 27. Januar 2021 aufgefordert, ihr schriftlich zu bestätigen, dass der Be-
schwerdeführer nicht mehr alleine wohnfähig und eine Rückkehr nach Hause nicht 
mehr zumutbar seien. Diese Aufforderung der Beiständin habe offenbar zum 
Zweck gehabt, die durch die Nichtbezahlung von Mietzinsen verursachte Kündi-
gung der Wohnsituation eindeutig mit einem ärztlichen Attest final zu rechtfertigen. 
Es müsse davon ausgegangen werden, dass nicht nur das rechtliche Gehör in 
grundlegender Weise verletzt worden sei, sondern auch der Grundsatz der Ver-
hältnismässigkeit, die Verfahrensgrundsätze gemäss KESG, insbesondere Art. 51 
und 52 sowie das Grundrecht auf persönliche Freiheit und Selbstbestimmung 

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(Art. 7 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 
101]) und Schutz der Persönlichkeit (Art. 10 Abs. 2 BV). 

26.3.3 Im vorliegenden Verfahren sei der Beschwerdeführer weder persönlich angehört 
worden, noch seien die von ihm in den letzten 2 Jahren – im Rahmen verschiede-
ner Abklärungsverfahren – gegen eine Beistandschaft vorgetragenen Einwände 
sowie seine Verweigerung zum Eintritt in eine Pflegeinstitution hinreichend berück-
sichtigt worden. Eine Verletzung der dem Beschwerdeführer zustehenden verfah-
rensmässigen Rechte sowie seiner Persönlichkeitsrechte sei bewusst in Kauf ge-
nommen worden.

26.3.4 Der Beschwerdeführer sei sich in den vergangenen Monaten bewusst geworden, 
dass er im gesundheitlichen Bereich auf Pflege angewiesen sei. Er habe sich noch 
nicht final entschieden, ob dies ein permanenter Heimeintritt oder die private Pflege 
mit Spitex in einer Wohnung in der Schweiz oder in D.________ sein werde. Die-
sen Entscheid wolle er selbstbestimmt ohne behördliches Mitwirken treffen. 

26.4 Schliesslich macht der Beschwerdeführer Unangemessenheit geltend.

26.4.1 Er gehe davon aus, dass seine Vertretung hinsichtlich des Einkommens und Ver-
mögens durch Vertrauenspersonen aus seinem privaten Umfeld wahrgenommen 
werden könne. Vordringlich seien die offenen Schulden zu begleichen, um 
zwangsvollstreckungsrechtliche Verfahren und die Beschlagnahme der Vermö-
genswerte im In- und Ausland zu verhindern. Die Klärung der rechtlichen Situation 
der Vermögenswerte in D.________ müsse sofort durch die von ihm privat manda-
tierten Vertreter geregelt werden. Hinsichtlich der Vermögenswerte im Ausland be-
stehe dringender Handlungsbedarf, da nur so die Liquidität zur Schuldenbereini-
gung hergestellt werden könne.

26.4.2 Die verfügte Massnahme sei als unangemessen zu beurteilen und rückwirkend 
aufzuheben.

27. Vernehmlassung der Vorinstanz

27.1 Ad Verletzung des rechtlichen Gehörs

27.1.1 Betreffend Gehörsrüge führt die Vorinstanz aus, das Schreiben zur Gewährung des 
rechtlichen Gehörs vom 10. Dezember 2020 (wie auch der angefochtene Ent-
scheid) sei dem Beschwerdeführer nachweislich mittels A-Post Plus persönlich zu-
gestellt wurden und nicht per A-Post an die Heimleitung, wie dies die Rechtsvertre-
terin des Beschwerdeführers behaupte.

27.1.2 Im Dezember 2020 habe die Vorinstanz bereits seit einiger Zeit auf persönliche 
Anhörungen in Alters- und Pflegeheimen verzichtet, um die Bewohnerinnen und 
Bewohner keiner zusätzlichen Gefahr einer Ansteckung durch COVID-19 auszu-
setzen. Angesichts der Sehschwäche und Schwerhörigkeit des Beschwerdeführers 
sei auch auf eine Video- oder Telefonkonferenz verzichtet worden. Stattdessen sei 
der Beschwerdeführer durch die Geschäftsleiterin des I.________ (Alters- und 
Pflegeheim) persönlich im Nachgang zur schriftlichen Gewährung des rechtlichen 
Gehörs (Zugang: 12. Dezember 2020, vgl. Beilagen 1 und 2) nochmals mündlich 
über die vorgesehene Massnahme aufgeklärt und dessen Haltung dazu eingeholt 

15

worden. Zu jenem Zeitpunkt habe er sein Einverständnis mit der Massnahme 
geäussert. Mit Blick auf die dringend notwendige Unterstützung des Beschwerde-
führers und der bereits zum Zeitpunkt des Briefversands vorgesehenen mündlichen 
Eröffnung des rechtlichen Gehörs durch die Geschäftsleitung sei die mit acht Ta-
gen vergleichsweise kurz bemessene Frist angemessen gewesen.

27.2 ad Materielles

Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung für den Fall des Eintretens auf die Be-
schwerde fest, der Beschwerdeführer weise einen ausgewiesenen Schwächezu-
stand und entsprechenden Schutzbedarf auf. Es werde auf die Stellungnahme der 
Beiständin verwiesen.

28. Stellungnahme der Beiständin

28.1 In ihrer an die Vorinstanz gerichteten Stellungnahme vom 3. März 2021 zum Fall-
verlauf seit Errichtung der Beistandschaft führt die Beiständin aus, das Mandat ha-
be aufgrund fehlender Kooperationsbereitschaft des Beschwerdeführers bzw. sei-
nes sozialen Umfeldes nur bedingt ausgeführt werden können. 

28.2 Der Dienstleistungsvertrag zwischen dem I.________ (Alters- und Pflegeheim) und 
dem Beschwerdeführer sei bis heute nicht unterzeichnet. Der Beschwerdeführer 
habe der Heimleiterin gegenüber erwähnt, dass er keine Dokumente unterzeichnen 
könne, da er auf Grund seiner starken Sehschwäche den Inhalt nicht lesen könne. 
Auch sei er sich nicht sicher, ob er im I.________ (Alters- und Pflegeheim) bleiben 
möchte.

28.3 Für die Wohnung des Beschwerdeführers seien seit Oktober 2020 keine Mietzins-
zahlungen erfolgt. Die Liegenschaftsverwaltung sei über die Errichtung der Bei-
standschaft informiert und um einen Mahnstopp gebeten worden. Mit Schreiben 
vom 12. Januar 2021 (Beilage 1) habe die Liegenschaftsverwaltung die Beiständin 
informiert, dass mittlerweile vier Mietzinse offen seien und der Beschwerdeführer 
bereits am 20. Oktober 2020 mit einer Kündigungsandrohung in Verzug gesetzt 
worden sei. Da der Zahlungsaufforderung nicht Folge geleistet worden sei, seien 
die Mietobjekte (Wohnung und Garage) per 30. April 2021 gekündigt worden (Kün-
digung vom 8. Januar 2021). 

28.4 Gemäss Arztzeugnis vom 27. Januar 2021 von Dr. med. G.________ (Beilage 2) 
sei der Beschwerdeführer auf Grund medizinischer Probleme respektive Diagnosen 
und der daraus entstehenden Pflegebedürftigkeit nicht mehr in der Lage, selbstän-
dig zu wohnen. Entsprechend sei die Rückkehr nach Hause nicht mehr zumutbar. 
Die Schlüssel zur Wohnung seien bei Ehefrau und Tochter. Auf Grund der fehlen-
den Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer werde die Beiständin die Zustim-
mung zur Liquidation des Haushaltes und zum Dienstleistungsvertrag des 
I.________ (Alters- und Pflegeheim) sowie die Ermächtigung zur Wohnungsbetre-
tung mittels Antrag bei der KESB Bern erwirken müssen.

28.5 Gemäss von der Beiständin beigelegter Übersicht (Beilage 3) bestanden per 7. Ja-
nuar 2021 offene Rechnungen in der Höhe von CHF 23'807.85 (davon 
CHF 13'696.50 vom I.________ [Alters- und Pflegeheim] für Oktober und Novem-
ber 2020). Die Beiständin führte aus, es lägen Auszüge einer Bank in D.________ 

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vor, hingegen keine Unterlagen zur Wohnung in D.________ oder zu einer allfälli-
gen ausländischen Rente. Es werde die wirtschaftliche Berechtigung der Vermö-
genswerte in D.________ abzuklären sein. Bis dahin sei die die Situation nach den 
bekannten Vermögensverhältnissen zu beurteilen. Der erste Entwurf eines Budgets 
(Beilage 4) weise bei Einnahmen von CHF 1'671.00 und Ausgaben von 
CHF 8'078.15 (davon 6'144.15 für das I.________ [Alters- und Pflegeheim]) ein Mi-
nus von CHF 6'407.15 auf. Obwohl um einen Mahnstopp gebeten worden sei, sei 
mit Betreibungen zu rechnen. 

28.6 Nach Rücksprache mit dem internen Rechtsdienst des EKS Bern sei auf eine Ein-
sprache gegen die Ermessenstaxation für das Jahr 2019 verzichtet worden, da das 
effektive Einkommen des Beschwerdeführers im entsprechenden Steuerjahr höher 
gewesen sei. Ausserdem müssten zuerst die ausländischen Vermögensverhältnis-
se geklärt werden, bevor mit den korrekten Zahlen an die Steuerverwaltung gelangt 
werden könne. Dem EKS Bern lägen vom Beschwerdeführer weder Ausweisdoku-
mente noch Bankkarten vor.

28.7 Die Beiständin fährt fort, sie habe den Beschwerdeführer am 15. Januar 2021 im 
I.________ (Alters- und Pflegeheim) besucht. Dabei sei ein Gespräch nicht möglich 
gewesen. Der Beschwerdeführer habe sich kaum geregt, nur sporadisch geantwor-
tet und dies auch nur mit einzelnen Wörtern. Er sei über die Beistandschaft und die 
erfolgte Wohnungskündigung informiert worden. Eine Reaktion sei nicht ersichtlich 
gewesen. Eine Anfrage beim Hausarzt habe ergeben, dass dieser mit dem Be-
schwerdeführer in dessen Muttersprache kommuniziere. Der Arzt erachte den Be-
schwerdeführer daher soweit als zurechnungsfähig. Hinsichtlich der Wohnsituation 
betone der Arzt, dass der Beschwerdeführer nicht mehr alleine wohnfähig und eine 
Rückkehr nach Hause nicht mehr zumutbar sei (Beilage 5). Die schwierige Wohnsi-
tuation sei bereits seit längerer Zeit bekannt, Unterstützungsangebote habe der 
Beschwerdeführer vehement abgelehnt oder sich nur minim darauf einlassen kön-
nen. Trotz mehrmaliger Versuche sei es der Beiständin bisher nicht gelungen, Zu-
gang zum sozialen Umfeld des Beschwerdeführers zu erhalten, womit auch ein di-
rekter Austausch mit der betroffenen Person verhindert worden sei und seine Wün-
sche für die Zukunft nicht hätten abgeklärt werden können.

28.8 Im Weiteren sei nicht bekannt, wie der Beschwerdeführer während den letzten Jah-
ren seinen finanziellen Verpflichtungen habe nachkommen können, da bereits die 
Mietkosten und die Krankenkassenprämie die Einnahmen der AHV-Rente und Hilf-
losenentschädigung überstiegen. Die undurchschaubare finanzielle Situation sei 
bereits während den diversen Abklärungen Thema gewesen.

28.9 Nach Einschätzung der Beiständin hat der Beschwerdeführer über seine adminis-
trativen und finanziellen Angelegenheiten keine Übersicht und es besteht eine 
Hilfsbedürftigkeit. Auch sei der Beschwerdeführer im Bereich Wohnen, insbesonde-
re hinsichtlich der anstehenden Wohnungsauflösung, auf Unterstützung angewie-
sen. Es sei zu prüfen, in welcher Form – abgesehen von einer Beistandschaft – 
dem Beschwerdeführer die notwendige Unterstützung erbracht werden könne. Die 
vorliegende Anwaltsvollmacht scheine insbesondere hinsichtlich der Klärung der 
ausländischen Vermögenswerte als geeignet bzw. zweckdienlich. Mit E-Mail vom 
18. Februar 2021 habe die Beiständin der Anwältin ihr Einverständnis gegeben, die 

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entsprechenden Anfragen bei den ausländischen Behörden zu tätigen, jedoch ohne 
Kostengutsprache.

28.10 Die bei Errichtung der Beistandschaft bestehende überschuldete Situation habe 
das Setzen von Prioritäten beim Bezahlen der Rechnungen erfordert. Da beim Be-
schwerdeführer die medizinische Indikation für einen Aufenthalt im Heim gegeben 
sei, würde die Aufrechterhaltung des Mietverhältnisses seiner Wohnung nach Ein-
schätzung der Beiständin zu einer weiteren Verschuldung führen und das Bezahlen 
der Mietzinse ausserdem eine Gläubigerbevorzugung bedeuten. 

29. Ad Verletzung rechtliches Gehör

29.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt 
grundsätzlich ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gut-
heissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 
142 II 218 E. 2.8.1). Die Gehörsrüge ist daher vorab zu prüfen.

29.2 Gemäss Art. 447 Abs. 1 ZGB wird im Erwachsenenschutzverfahren die betroffene 
Person persönlich angehört, soweit dies nicht als unverhältnismässig erscheint. Die 
persönliche Anhörung dient nebst allfälligen (zusätzlichen) Abklärungen des Sach-
verhalts der Wahrung der Persönlichkeits- und Mitwirkungsrechte der betroffenen 
Person, namentlich auch bei Personen, welche unter einem Schwächezustand lei-
den und deshalb oft nicht in der Lage sind, sich sachgemäss schriftlich zu äussern 
(MARANTA/AUER/MARTI, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, N. 5 
zu Art. 447 ZGB).

29.3 Eine Anhörung kann unverhältnismässig sein, wenn sich eine Person voraussicht-
lich bis zum Zeitpunkt, in welchem ein Endentscheid der KESB notwendig ist, nicht 
äussern kann. Regelmässig kann aber für den Zeitraum, in welchem die Anhörung 
nicht möglich ist, eine superprovisorische Massnahme angeordnet werden. Ist eine 
Person hinsichtlich des Verfahrensgegenstandes urteilsunfähig, erscheint eine An-
hörung i. e. S. nicht möglich. Dennoch bleibt ein Besuch bei der betroffenen Person 
regelmässig geboten (MARANTA/AUER/MARTI, a.a.O., N. 14 f. zu Art. 447 ZGB).

29.4 Die Vorinstanz verzichtet gemäss ihrer Vernehmlassung wegen der Covid-19-
Pandemie seit einiger Zeit generell auf persönliche Anhörungen in Alters- und Pfle-
geheimen, um die Bewohnerinnen und Bewohner keiner zusätzlichen Gefahr einer 
Ansteckung auszusetzen. Ob diese Praxis durchwegs als verhältnismässig be-
zeichnet werden kann, ist fraglich. Unter den nötigen Schutzvorkehren sind Besu-
che externer Personen in Heimen durchaus möglich. 
Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführer sowohl vom abklärenden Sozia-
larbeiter als auch von der eingesetzten Beiständin im I.________ (Alters- und Pfle-
geheim) besucht. Beide hielten fest, dass eine Kommunikation kaum möglich war. 
Angesichts des aus dem Abklärungsbericht hervorgehenden Zustands des Be-
schwerdeführers beliess es die Vorinstanz nicht bei einer schriftlichen Kommunika-
tion, sondern beauftragte die Geschäftsleiterin des I.________ (Alters- und Pflege-
heim), dem Beschwerdeführer den Brief vom 10. Dezember 2020 vorzulesen, was 
diese auch tat und der KESB Rückmeldung erstattete. Die Mutmassung des Be-
schwerdeführers, dass ein professionell geführter Heimbetrieb wie das I.________ 

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(Alters- und Pflegeheim) sich in erster Linie anderen Problemen zu widmen habe 
und nicht für die Eröffnung von behördlichen Entscheiden und die Fristwahrung 
verantwortlich zeichne, ist damit widerlegt. Zudem wurde dem Beschwerdeführer 
der Brief auch ausgehändigt, was sich aus dem Umstand schliessen lässt, dass er 
einen Bekannten mit einem Schreiben an die KESB unter Referenznahme auf das 
Schreiben der Vorinstanz beauftragen konnte. Weitere Ausführungen zur Zustel-
lungsart erübrigen sich daher. 

29.5 Aus der Mitteilung des Bekannten geht hervor, dass der Beschwerdeführer wegen 
seiner Krankheit nicht in der Lage sei, von seinem Gehörsanspruch Gebrauch zu 
machen, und es wird ausgeführt, Entscheidungen der KESB würden womöglich 
gegen den Willen des Beschwerdeführers verstossen. Gleichzeitig ergab sich aus 
dem Bericht des EKS, dass die Lage mit sich stapelnder Post, unbezahlten Rech-
nungen und ungeklärter Aufenthaltssituation ein rasches Handeln gebot. Mit dem 
Entscheid konnte nicht auf unbestimmte Zeit zugewartet werden, bis sich der Be-
schwerdeführer allenfalls wieder in der Lage sehen würde, sich vernehmen zu las-
sen. Da der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bereits seit Wochen 
schlecht war und eine nachhaltige Besserung nicht in Aussicht stand, war auch ei-
ne superprovisorische Regelung nicht opportun. Der in der Mitteilung des Bekann-
ten geäusserte Wille war der Vorinstanz im Übrigen bereits aus den beiden vorhe-
rigen Verfahren bekannt. Was die Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers in Bezug 
auf die Erwachsenenschutzmassnahme anbelangt, war und ist diese gestützt auf 
die Schilderungen der Beiständin und im Abklärungsbericht zumindest fraglich. 
Daran ändert nichts, dass der Hausarzt gegenüber der Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers am 2. Februar 2021 (Beschwerdebeilage 13) ausführte, er habe 
an dessen Urteilsfähigkeit keine Bedenken. Urteilsfähigkeit ist relativ: Sie ist nicht 
abstrakt zu beurteilen, sondern konkret bezogen auf eine bestimmte Handlung im 
Zeitpunkt ihrer Vornahme unter Berücksichtigung ihrer Rechtsnatur und Wichtigkeit 
(BGE 144 III 264 E. 6.1.1. m.H.). Aus dem Schreiben des Arztes geht nicht hervor, 
worauf er seine Aussage bezieht.

29.6 In der konkreten Situation durfte unter Berücksichtigung der vom Bundesrat und 
dem Kanton erlassenen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bzw. zum 
Schutz der betagten Heimbewohner vor Ansteckungen auf eine persönliche An-
hörung verzichtet werden, da eine solche aufgrund der gesundheitlichen Situation 
des Beschwerdeführers kaum möglich gewesen wäre und lediglich einen Besuch 
ohne weiteren, zu erwartenden Erkenntniswert bedeutet hätte. 

Die Vorinstanz hat mit ihrem Vorgehen den Anspruch des Beschwerdeführers auf 
rechtliches Gehör daher nicht verletzt. 

30. Materielle Rügen

30.1 Ad Verletzung des Selbstbestimmungsrechts

Es ist sodann auf die materiellen Rügen des Beschwerdeführers einzugehen. In ei-
nem ersten Punkt macht der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Selbstbe-
stimmungsrechts geltend.

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30.1.1 Die Errichtung einer Beistandschaft setzt voraus, dass die betroffene Person we-
gen einer geistigen Behinderung, einer psychischen Störung oder eines ähnlichen 
in der Person liegenden Schwächezustands ihre Angelegenheiten nur teilweise 
oder gar nicht besorgen kann (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Eine Vertretungsbei-
standschaft wird errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person infolge des Schwäche-
zustandes bestimmte Angelegenheiten nicht (mehr) erledigen kann und deshalb 
vertreten werden muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB). Ist die hilfsbedürftige Person im Be-
reich der Vermögensverwaltung zu vertreten, so ist die Vertretungsbeistandschaft 
gestützt auf Art. 395 ZGB entsprechend zu ergänzen (vgl. BIDERBOST/HENKEL, in: 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, N. 1 zu Art. 395 ZGB).

30.1.2 Zusätzlich zum Schwächezustand ist erforderlich, dass die betroffene Person als 
Folge davon die eigenen Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht oder nicht 
zweckmässig besorgen kann, ihr also die Fähigkeit zur Ausübung des Selbstbe-
stimmungsrechts in Bezug auf die zu erledigenden Angelegenheiten faktisch oder 
rechtlich fehlt oder diese derart beeinträchtigt ist, dass eigenverantwortliches Ent-
scheiden nicht mehr möglich oder zumindest erschwert ist. Abzustellen ist auf die 
jeweils aktuellen Verhältnisse (BIDERBORST/HENKEL, in: Basler Kommentar, Zivilge-
setzbuch I, 6. Aufl. 2018, N. 17 zu Art. 390 ZGB).

30.1.3 Massnahmen des Erwachsenenschutzes führen generell zu Eingriffen in die Per-
sönlichkeitsrechte der Betroffenen. Diese sind jedoch gerechtfertigt, wenn sie not-
wendig und geeignet sind, um das Wohl der betroffenen Person zu wahren und 
diese zu schützen. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist stets zu beachten, 
indem jede behördliche Massnahme für die Erfüllung ihres Zwecks erforderlich und 
geeignet sein muss (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Dies gilt sowohl bei der Anordnung als 
auch bei der Durchführung von Massnahmen.

30.1.4 Die Rüge der Missachtung des Selbstbestimmungsrechts bezieht sich auf die 
Wohn- bzw. Aufenthaltssituation des Beschwerdeführers. Im angefochtenen Ent-
scheid wird hierzu angeordnet, die Beiständin habe stets für eine geeignete Wohn-
situation besorgt zu sein und den Beschwerdeführer bei allen in diesem Zusam-
menhang erforderlichen Handlungen zu unterstützen und soweit nötig zu vertreten 
(Dispositiv-Ziffer 1c des angefochtenen Entscheids). Die gegenwärtige Aufenthalts-
situation des Beschwerdeführers wurde nicht von der Vorinstanz angeordnet, son-
dern ergab sich aus medizinischer Notwendigkeit, schon bevor das Verfahren vor 
der Vorinstanz eingeleitet wurde. Sie bildet denn auch nicht Gegenstand des ange-
fochtenen Entscheids. 

30.1.5 Dass der Beiständin die Aufgabe übertragen wurde, stets für eine geeignete 
Wohnsituation des Beschwerdeführers besorgt zu sein, ist gerechtfertigt. Der Be-
schwerdeführer ist aufgrund seines alters- und krankheitsbedingten Schwächezu-
stands nicht mehr in der Lage, seine Wohnbedürfnisse unter Berücksichtigung sei-
nes Pflege- und Unterstützungsbedarfs eigenverantwortlich und situationsadäquat 
einzuschätzen und entsprechende Entscheide zu treffen. Dies ergibt sich zweifellos 
aus den Akten, wurden doch bereits zweimal grössere Reinigungen seiner Woh-
nung auf Initiative Dritter notwendig (2019 durch den Sozialdienst, 2020 durch die 
Ehefrau), bestehen bereits seit Längerem Sicherheitsbedenken in Bezug auf die 
Wohnsituation des Beschwerdeführers und war es letztlich die gesundheitlich 

20

prekäre Situation des Beschwerdeführers, die im Herbst 2020 auf Initiative der Spi-
tex zur Spitaleinweisung und schliesslich zum Übertritt ins I.________ (Alters- und 
Pflegeheim) geführt hat. 

30.1.6 Der Hausarzt des Beschwerdeführers bestätigte am 27. Januar 2021 gegenüber 
der Beiständin (Beilage 2 zu deren Stellungnahme), dass dieser aufgrund seiner 
medizinischen Probleme respektive Diagnosen und der daraus entstehenden Pfle-
gebedürftigkeit nicht mehr in der Lage sei, selbstständig zu wohnen. Entsprechend 
sei die Rückkehr nach Hause nicht mehr zumutbar. Die Einholung dieser ärztlichen 
Einschätzung durch die Beiständin betrifft den Vollzug des angefochtenen Ent-
scheids (Besorgtsein um eine geeignete Wohnsituation) und nicht die Frage, ob ei-
ne Vertretungsbeistandschaft im Bereich Wohnen erforderlich ist. Die in diesem 
Zusammenhang erhobene Rüge der Gehörsverletzung bzw. der Verletzung von 
Verfahrensvorschriften kann im Verfahren auf Überprüfung der Errichtung der Bei-
standschaft nicht gehört werden und erscheint ausserdem unbegründet. 

30.1.7 Eine selbstbestimmte Wahl des Wohn- und Aufenthaltsorts durch den Beschwerde-
führer erscheint angesichts seiner gesundheitlichen und finanziellen Situation so-
wie der Geschehnisse darüber hinaus illusorisch: Der Hausarzt verneinte beim Be-
schwerdeführer nicht nur die Fähigkeit, selbständig zu wohnen (Ziff. 30.1.6 oben), 
sondern äusserte in seiner Nachricht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdefüh-
rers vom 2. Februar 2021 (Beschwerdebeilage 13) ausserdem Bedenken bezüglich 
der Einschätzung der eigenen Hilfs- und Pflegebedürftigkeit durch den Beschwer-
deführer. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers an sein früheres Domizil kommt 
ohnehin nicht mehr in Frage, wurde sein Mietvertrag doch durch die Vermieter-
schaft wegen Zahlungsrückständen aus der Zeit vor der Errichtung der Beistand-
schaft gekündigt, was die Beiständin nicht verhindern konnte. Die Kündigung er-
folgte zu einem Zeitpunkt, als sich die Beiständin erst die Übersicht über die Lage 
des Beschwerdeführers verschaffen musste, und zur Begleichung der Mietzins-
rückstände waren angesichts dringenderer Verpflichtungen (Heimaufenthalt und 
Krankenkasse) keine Mittel vorhanden bzw. greifbar, was sich der Beschwerdefüh-
rer selbst zuzuschreiben hat. Er hätte rechtzeitig allfälliges Vermögen in 
D.________ mobilisieren oder einen genügend dokumentierten Antrag für Ergän-
zungsleistungen stellen müssen, um diesem Risiko zu entgehen. 

30.1.8 Die Rüge der Verletzung des Selbstbestimmungsrechts ist nach dem Dargelegten 
nicht stichhaltig.

30.2 Ad Angemessenheit / Subsidiarität
Der Beschwerdeführer erachtet die angefochtene Massnahme sodann als unan-
gemessen. Er verweist darauf, dass er in seinem Umfeld Vertrauenspersonen ha-
be, die seine Vertretung in finanziellen Belangen wahrnehmen könnten. 

30.2.1 Eine Massnahme des Erwachsenenschutzes wird nur dann angeordnet, wenn die 
Unterstützung der hilfsbedürftigen Person durch die Familie, andere nahestehende 
Personen, private oder öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein als 
ungenügend erscheint (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB; Subsidiaritätsgrundsatz). 

30.2.2 Sinngemäss rügt der Beschwerdeführer folglich eine Verletzung des Subsidiaritäts-
grundsatzes. Seine Ausführungen zur möglichen Vertretung durch nahestehende 

21

Personen bleiben jedoch vage. Feststellen lässt sich jedenfalls, dass in der Zeit 
des Spital- und anschliessenden Heimaufenthalts ab Anfang Oktober 2020 nie-
mand für die Erledigung der dringlichen Angelegenheiten wie die Leerung des 
Briefkastens oder die Bezahlung der anstehenden Rechnungen sorgte. Das dem 
Beschwerdeführer bekannte Ehepaar aus N.________ hat nach eigenem Bekun-
den gegenüber dem abklärenden Sozialarbeiter nur ab und zu etwas für den Be-
schwerdeführer erledigt (vgl. Bericht EKS vom 3. Dezember 2020, S. 3). Wie nun 
Personen aus dem (unbestimmten) Umfeld des Beschwerdeführers willens und in 
der Lage sein könnten, anstelle einer Beistandsperson mit seinen vielschichtigen 
Problemen (finanzieller, administrativer, gesundheitlicher und sozialer Natur) um-
zugehen, wird vom Beschwerdeführer nicht hinreichend konkret dargelegt und ist 
auch nicht ersichtlich. Daran vermag auch die Mandatierung von Rechtsanwältin 
B.________ nichts zu ändern, ist deren Mandat doch beschränkt auf die Einholung 
von Auskünften in finanziellen Belangen.

30.2.3 Die Rüge der Unangemessenheit bzw. Verletzung des Subsidiaritätsgrundsatzes 
erweist sich damit als unbegründet.

30.3 Ad Handlungen/Unterlassungen der Beiständin

30.3.1 Die vom Beschwerdeführer monierten Handlungen und Unterlassungen der Bei-
ständin betreffen die Zeit nach ihrer Einsetzung und können nicht Gegenstand des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein. Dieses bezieht sich einzig auf die Über-
prüfung der Rechtmässigkeit des Entscheids vom 23. Dezember 2020 und nicht 
auf dessen Vollzug. 

30.3.2 Soweit sich der Beschwerdeführer durch konkrete Handlungen oder Unterlassun-
gen der Beiständin benachteiligt sieht oder zu Schaden gekommen ist, kann er 
gemäss Art. 419 ZGB die KESB anrufen oder gemäss Art. 454 ff. ZGB Staatshaf-
tung geltend machen. 

Immerhin ist anzumerken, dass die Anordnung einer Beistandschaft nicht dazu 
führt, dass sogleich Mittel vorhanden sind, um Rechnungen zu bezahlen und 
Schulden zu tilgen. Der allfällige Einsatz öffentlicher Finanzen ist aus Gründen der 
Rechtsgleichheit reglementiert und muss von den zuständigen Instanzen beschlos-
sen werden. Bis zum Vorliegen eines allfälligen entsprechenden Entscheides 
und/oder bis zur Klärung der wirtschaftlichen Berechtigung an den Vermögenswer-
ten in D.________ kann die Beiständin zur Tilgung der unmittelbar anstehenden 
Schulden nur mit jenen finanziellen Mitteln agieren, über welche der Verbeistände-
te verfügt und welche greifbar sind.

31. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die erhobenen Rügen unbegründet sind. Beim 
Beschwerdeführer besteht offensichtlich ein Schwächezustand, der dazu führt, 
dass er seine Angelegenheiten nicht mehr ordnungsgemäss besorgen kann 
(Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Dies ergibt sich aus dem Bericht des EKS Bern vom 
3. Dezember 2020 sowie aus dem Austrittsbericht des Spitals H.________ vom 
4. November 2020. Die Errichtung der strittigen Beistandschaft ist deshalb gerecht-
fertigt. 

22

Der angefochtene Entscheid ist dem Beschwerdeführer zwar nicht ordnungs-
gemäss eröffnet worden. Ihm sind dadurch jedoch keine Nachteile entstanden, da 
die Beschwerdefrist erst ab seiner sicheren Kenntnisnahme gerechnet wird. Auf ei-
ne persönliche Anhörung durch die KESB konnte in der konkreten Situation (Dring-
lichkeit, fehlende Ansprechbarkeit) verzichtet werden. Die Beschwerde ist damit 
abzuweisen.

IV.

32. Zu beurteilen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechts-
pflege, unter Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als unentgeltliche 
Rechtsvertreterin (KES 21 101).

33. Voraussetzung für die Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege ist gemäss 
Art. 111 Abs. 1 VRPG, dass die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 
(formelle Voraussetzung, Bst. a) und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-
scheint (materielle Voraussetzung, Bst. b). Die formelle und die materielle Voraus-
setzung müssen kumulativ vorliegen. Unter den gleichen Voraussetzungen kann 
einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächli-
chen und rechtlichen Voraussetzungen es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG).

34. Aus den Vorakten sowie den Gesuchsbeilagen des Beschwerdeführers wird er-
sichtlich, dass eine Mankosituation vorliegt und er zurzeit über kein verfügbares 
Einkommen und Vermögen verfügt, das ihm die Tilgung der Gerichts- und Anwalts-
kosten des vorliegenden Verfahrens erlauben würde. Seine Bedürftigkeit ist damit 
ausgewiesen. 

Ausserdem können die Begehren des Beschwerdeführers in Bezug auf die Frage 
des rechtlichen Gehörs nicht zum Vornherein als aussichtslos bezeichnet werden. 
Die Beiordnung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung erscheint aufgrund der 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse sowie aufgrund der Bedeutung der An-
gelegenheit für den Beschwerdeführer zudem als gerechtfertigt.

35. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das Be-
schwerdeverfahren KES 21 100 wird gutgeheissen und es wird ihm Rechtsanwältin 
B.________ als unentgeltliche Rechtsvertreterin beigeordnet.

36. Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der vom Kanton vorgeschossenen Ver-
fahrens- und Anwaltskosten verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 113 
Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO). Die Beiständin wird verpflichtet, das Gericht zu 
orientieren, wenn Vermögen des Beschwerdeführers aus D.________ verfügbar 
wird.

V.

37. Gemäss Art. 70 Abs. 1 KESG richtet sich die Kostenverlegung nach den Bestim-
mungen des VRPG. 

23

37.1 Die Verfahrenskosten für das Beschwerdeverfahren werden bestimmt auf 
CHF 1’500.00 (Art. 46 Abs. 2 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 Bst. a des Verfahrenskostende-
krets [VKD; BSG 161.12]). Sie werden gestützt auf Art. 70 Abs. 1 KESG i.V.m. 
Art. 108 Abs. 1 VRPG dem Beschwerdeführer als unterliegende Partei zur Bezah-
lung auferlegt.

Die Verfahrenskosten gehen aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
vorerst zu Lasten des Kantons Bern, allerdings unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht des Beschwerdeführers nach Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 122 f. der Zivilpro-
zessordnung (ZPO; SR 272). 

37.2 Für den Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (KES 21 101) 
werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 112 Abs. 1 VRPG).

38.

38.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer seine Parteikosten 
selbst zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VPRG).

38.2 Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

39.

39.1 Rechtsanwältin B.________ wird als vom Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 
bestellte unentgeltliche Rechtsvertreterin vom Kanton angemessen entschädigt. 
Die amtliche Entschädigung bemisst sich gemäss Art. 42 Abs. 1 des Kantonalen 
Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) nach dem gebotenen Zeitaufwand und ent-
spricht höchstens dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostener-
satz (Art. 41 i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Partei-
kostenersatzes [PKV; BSG 168.811]). Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitauf-
wands sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu 
berücksichtigen. Auslagen und Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt.

39.2 Rechtsanwältin B.________ macht in ihrer Honorarnote vom 29. März 2021 einen 
Aufwand von total 31.5 Stunden geltend, ausmachend zum uR-Tarif von 
CHF 200.00/Stunde (Art.1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen 
Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]) den Betrag von CHF 6'300.00, zu-
züglich CHF 390.00 unter dem Titel «Sekretariat», Auslagen von CHF 229.40 und 
MWST, total CHF 7'452.20. Ein volles Honorar wird nicht beansprucht. Der Auf-
wand wird nicht detailliert dargelegt. Ersichtlich sind vier Besuche beim Beschwer-
deführer im I.________ (Alters- und Pflegeheim; pag. 63).

39.3 Vorweg ist festzuhalten, dass die Arbeiten des Sekretariats – genau wie Büro- und 
Verbrauchsmaterial sowie weitere lnfrastrukturkosten – bereits im Honoraransatz 
eingerechnet sind und nicht separat entschädigt werden.

39.4 Das Kindes- und Erwachsenenschutzgericht erachtet den geltend gemachten 
Zeitaufwand von 31.5 Stunden sodann als übersetzt. Das vorliegende Verfahren 
war nicht von besonderer Komplexität. Der Schwächezustand des Beschwerdefüh-
rers, die prekäre Aufenthaltssituation, die administrative Überforderung und die fi-
nanziellen Probleme lagen auf der Hand. Einzig in Bezug auf die Verfahrens-

24

führung bestanden Angriffsflächen. Für das Verfassen der Beschwerde und des 
uR-Gesuchs erscheinen vier Besuche beim Beschwerdeführer nicht erforderlich. In 
der Honorarnote sind u.a. «Div. Telefonate mit KESB / AEKS / O.________ AG» 
aufgeführt. Soweit es sich dabei um Bemühungen zur Erstreckung des Mietverhält-
nisses des Beschwerdeführers handelt, können diese nicht über die unentgeltliche 
Rechtspflege im vorliegenden Beschwerdeverfahren entschädigt werden. Gleich 
verhält es sich mit dem Aufwand zur Abklärung der finanziellen Verhältnisse des 
Beschwerdeführers in D.________. Für die Vorbereitung und Abfassung der Be-
schwerde und des uR-Gesuchs sowie der Eingabe vom 26. April 2021 (pag. 71 ff.) 
erscheinen 20 Stunden unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Bedeutung 
der Streitsache und insbesondere der als unterdurchschnittlich zu beurteilenden 
Schwierigkeit des Prozesses als angemessener Aufwand. 

39.5 Gestützt auf die obigen Ausführungen sind auch die geltend gemachten Auslagen 
zu hoch. Die für vier Besuche beim Beschwerdeführer geltend gemachten Benzin-
spesen sind von CHF 20.00 auf für zwei Besuche als angemessen erscheinende 
CHF 10.00 zu reduzieren. Auch die geltend gemachten Telefonspesen von 
CHF 50.00 erscheinen für die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem vorliegen-
den Verfahren stehenden und erforderlichen Aufwände zu hoch. Angemessen sind 
CHF 25.00 (Koordination Besuche beim Beschwerdeführer, Kontakte zur Beistän-
din, Rückfragen betreffend Entscheideröffnung bei der Vorinstanz). Schliesslich ist 
nicht ersichtlich, welche Auslagen unter dem Titel «Diverses» zusätzlich zu entgel-
ten sind, womit dieser Posten (CHF 17.00) zu streichen ist. Die geltend gemachten 
Auslagen sind damit um insgesamt CHF 52.00 auf CHF 177.40 zu kürzen.

39.6 Gestützt auf das Gesagte und in Anwendung von Art. 42 Abs. 1 i.V.m. Art. 41 KAG, 
Art. 11 Abs. 1 PKV und Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtli-
chen Anwältinnen und Anwälte (EAV, BSG 168.711) wird die amtliche Entschädi-
gung für Rechtsanwältin B.________ wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 20.00 200.00 CHF 4’000.00

CHF 177.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4’177.40 CHF 321.65
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4’499.05

Auslagen MWST-pflichtig

Weil Rechtsanwältin B.________ kein volles Honorar geltend macht, sondern in ih-
rer Kostennote einzig den amtlichen Stundenansatz von CHF 200.00 ausweist, 
wird kein nachforderbarer Betrag festgelegt.

39.7 Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern die ausgerichtete Entschädigung 
zurückzuzahlen, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 Abs. 
1 ZPO).

25

Das Gericht entscheidet:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen (KES 21 100).

2. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das Be-
schwerdeverfahren wird gutgeheissen. Es wird ihm Rechtsanwältin B.________ als 
unentgeltliche Rechtsvertreterin beigeordnet (KES 21 101).

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1’500.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt. Sie gehen jedoch vorläufig zu Lasten des Kantons Bern. 
Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. 

4. Für den Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege werden keine 
Verfahrenskosten erhoben.

5. Es wird kein Parteikostenersatz und keine Parteientschädigung gesprochen.

6. Die Entschädigung von Rechtsanwältin B.________ für das Beschwerdeverfahren 
KES 21 100 wird wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 20.00 200.00 CHF 4’000.00

CHF 177.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4’177.40 CHF 321.65
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4’499.05

Auslagen MWST-pflichtig

Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern die von diesem ausgerichtete Entschädi-
gung zurückzuzahlen, sobald er dazu in der Lage ist. 

7. Die Beiständin C.________, Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz (EKS) Bern, 
wird verpflichtet, das Kindes- und Erwachsenenschutzgericht zu orientieren, wenn 
Einkommens- oder Vermögenswerte des Beschwerdeführers aus D.________ verfüg-
bar werden.

8. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin B.________
- der Vorinstanz            
- der Beiständin, C.________, Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz (EKS) Bern

Mitzuteilen:
- dem Kantonalen Jugendamt, Gerechtigkeitsgasse 81, 3011 Bern 

26

Bern, 31. Mai 2021 Im Namen des Kindes- und 
Erwachsenenschutzgerichts

Der Referent:

Oberrichter D. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

von Hünerbein

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 39 ff., 72 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) erhoben werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.

Hinweis:
Der Entscheid ist rechtskräftig.