# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38de31cd-2173-50eb-98d8-7231389848a7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.07.2020 SB190297
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190297_2020-07-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB190297-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und lic. iur. 

C. Maira sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. M. Keller 

 

Urteil vom 6. Juli 2020 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Stammbach,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur  
vom 27. März 2019 (DG180100) 
  

-   2   - 

 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

27. November 2018 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 52 S. 36 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

− der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon bis 

und mit heute 267 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für 7 Jahre des Lan-

des verwiesen. 

5. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.  

6. Die von der Kantonspolizei Zürich am 4. Juli 2018 sichergestellte und bei der Kan-

tonspolizei Zürich, Asservaten-Triage lagernde blau-weiss-rote Sportjacke 

(A011'628'005) wird dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils auf erstes 

Verlangen herausgegeben.  

Wird innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren 

gestellt, wird die Sportjacke der Kantonspolizei Zürich zur Verwendung überlassen. 

7. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen. 

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8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'500.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 30.00   Auslagen  

Fr. 10'559.45   Entschädigung amtliche Verteidigung (inkl. MWSt und    Barauslagen) 

Fr. 18'689.45    Total 
 
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich 

die Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, die-

jenigen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

10. (Mitteilungen.) 

11. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5) 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

(Urk. 69 S. 2) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 27. März 2019 sei voll-

umfänglich, insbesondere Disp.-Ziff. 1, 2, 4, 5, 7 und 9, aufzuheben. 

2. An dessen Stelle seien folgende Anträge gutzuheissen: 

a) Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

b) Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht erstandene Haft von 

267 Tagen eine Genugtuung zwischen Fr. 26'700.– und Fr. 53'400.– zu-

zusprechen. 

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c) Die Kosten der erst- und zweitinstanzlichen Verfahren seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

3. Eventualiter (im Falle eines Schuldspruchs) seien folgende Anträge gutzu-

heissen: 

a) Der Beschuldigte sei lediglich der einfachen Körperverletzung schuldig 

zu sprechen. 

b) Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu bestra-

fen, wobei deren Vollzug unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren 

aufzuschieben sei. 

c) Von einer Landesverweisung und Ausschreibung im Schengener Infor-

mationssystem sei abzusehen. 

d) Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten 

zur Hälfte aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

e) Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse 

zunehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 
(Urk. 77 sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang    

1. Vorverfahren und erstinstanzliches Verfahren 

Am 14. April 2018 kam es am B._____-Platz in Winterthur zu einer tätlichen Aus-

einandersetzung mehrerer Personen. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dem 

Privatkläger, der an der Auseinandersetzung gar nicht beteiligt war und bloss 

schlichten wollte, eine Glasflasche an den Kopf geschlagen zu haben. Bei der 

Hausdurchsuchung beim Beschuldigten wurde zudem unter dessen Kopfkissen 

ein gestohlenes Mobiltelefon gefunden. Die Staatsanwaltschaft erhob am 

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4. Dezember 2018 Anklage (Datum der Anklageschrift: 27. November 2018; 

Urk. 23). Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten am 27. März 2019 wegen 

versuchter schwerer Körperverletzung und Hehlerei zu einer Freiheitsstrafe von 

24 Monaten unter Anrechnung von 267 Tagen Haft. Der Entscheid wurde münd-

lich eröffnet (Prot. I S. 23). Am 3. April 2019 wurde vom Verteidiger Berufung an-

gemeldet (Urk. 45).  

2. Berufungsverfahren 

Die begründete Fassung des Urteils wurde den Parteien am 14. Mai 2019 zuge-

stellt (Urk. 50). Die Berufungserklärung ging fristgemäss am 23. Mai 2019 hierorts 

ein (Urk. 55, Art. 399 Abs. 3 StPO). Da der Beschuldigte unbekannten Aufent-

haltes ist, wurde das Verfahren antragsgemäss schriftlich durchgeführt (Urk. 62 

und 66). Die schriftliche Berufungsbegründung ging am 17. April 2019 

ein (Urk. 69). Die Staatsanwaltschaft verwies in ihrer Berufungsantwort auf die 

Begründung des vorinstanzlichen Urteils und verzichtete auf Ausführungen zur 

Berufungsantwort. Ein weiterer Schriftenwechsel ist deshalb nicht nötig (Art. 390 

Abs. 3 StPO). Mit Schreiben vom 23. Juni 2020 wurde den Parteien schliesslich 

eine Änderung in der Gerichtsbesetzung mitgeteilt (Urk. 79/1-2). 

II. Umfang der Berufung 

Da das vorinstanzliche Urteil ausdrücklich vollumfänglich angefochten wurde, ist 

kein Punkt in Rechtskraft erwachsen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

III. Sachverhalt 

1. Standpunkt der Verteidigung 

1.1. Die Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe den 

Sachverhalt willkürlich gewürdigt und den Grundsatz "im Zweifel für den Ange-

klagten" verletzt (Urk. 69 S. 3). Sie zitiert zahlreiche Aussagen von Zeugen und 

weist auf Unterschiede sowie auf Details hin, welche nicht in allen Zeugenaus-

sagen Erwähnung finden (Urk. 69 S. 3 - 9). Ebenso weist die Verteidigung auf 

Unterschiede zwischen zeitlich mehrere Monate auseinanderliegenden Aussagen 

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hin. Es ist allerdings eine allgemein bekannte Tatsache, dass Schilderungen von 

Zeugen nie einhundertprozentig identisch lauten, weil jeder Zeuge aus eigener 

Perspektive beobachtet, individuell wahrnimmt und individuell im Gedächtnis 

memoriert. Das gilt insbesondere bei sehr hektischen, dynamischen Geschehen 

und wenn einzelne Beteiligte – wie vorliegend – beim Vorfall angetrunken waren. 

Etwas anderes würde auf eine vorgängige Absprache unter den Zeugen oder 

auf eine einstudierte Geschichte hindeuten. Insofern sind die Ausführungen der 

Verteidigung weitgehend nicht geeignet, um die vorinstanzlichen Erwägungen zu 

entkräften. 

1.2. Zum Sachverhalt der Hehlerei erhob die Verteidigung nur Einwendungen 

bezüglich des Werts des gestohlenen Mobiltelefons und des Wissens des 

Beschuldigten um dessen deliktische Herkunft (Urk. 69 S. 13). 

2. Würdigung der Aussagen zur Körperverletzung 

2.1. Der Beschuldigte machte in seiner Einvernahme vom 13. November 2018 

auf die Frage, ob er anlässlich der Auseinandersetzung jemanden mit einer 

Flasche geschlagen habe, geltend, er könne sich nicht daran erinnern (Urk. 6/3 

Antworten 38 - 39). Er erwiderte auf die nachfolgende Frage, ob er sich bloss 

nicht mehr erinnern könne oder ob er es nicht gemacht habe, mit den Worten: "Ich 

kann mich nicht erinnern" (Urk. 6/3 Antwort 40). Bereits in seiner Hafteinvernahme 

berief sich der Beschuldigte sinngemäss auf mangelnde Erinnerung (Urk. 6/2 

S. 4). Er gab zudem die bezeichnende Aussage zu Protokoll: "Ich kann es nicht 

sagen. Wenn man es mir beweisen kann, dann übernehme ich hierfür die Ver-

antwortung" (Urk. 6/2 Antwort 25).  

2.2. Die Einwendungen der Verteidigung ändern nichts an der zutreffenden 

Feststellung der Vorinstanz, dass sowohl der Zeuge C._____ als auch der Zeuge 

D._____ in glaubhafter Weise ausgesagt haben, dass der Täter ein dunkelhäuti-

ger Typ gewesen sei, der eine auffällige Jacke getragen habe und hernach weg-

gerannt sei (Urk. 69 S. 11 f.). Der Zeuge D._____ sagte auf die Frage, ob der Tä-

ter eine Jacke getragen habe, aus: "Ja, eine auffällige. Sicherlich rot-weiss. Viel-

leicht auch noch blau. […] Horizontal gestreift" (Urk. 8/6 Antworten 44 - 46). Auf 

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Vorhalt einer Fotografie der Jacke, welche anlässlich der Hausdurchsuchung 

beim Beschuldigten sichergestellt wurde, erwiderte der Zeuge D._____ ohne zu 

zögern: "Ja, die war es" (Urk. 8/6 Antwort 47). Der Zeuge C._____ wurde in sei-

ner Einvernahme auf seine Angabe bei der Polizei, wonach der Täter eine "komi-

sche Jacke" getragen habe, angesprochen (Urk. 8/5 Frage 51, Urk. 1 S. 5). Hie-

rauf gab er zu Protokoll: "Ja, das stimmt. Daran kann ich mich erinnern […]. Die 

hatte so ein komisches Muster" (Urk. 8/5 Antworten 51 und 52). Zwar konnte er 

sich nicht mehr genau an die Farben erinnern (Urk. 8/5 Antwort 53). Jedoch erwi-

derte er auf die Frage, ob sie weiss-rot-blau gewesen sei: "Das ist möglich" (Urk. 

8/5 Antwort 54). Hinzu kommt die Aussage des Zeugen E._____, welcher bei der 

Polizei aussagte, dass der eine Eritreer, welcher eine weiss-rote Jacke und 

Rastas getragen habe, eine Flasche gegen die anderen Beteiligten geschmissen 

habe (Urk. 8/3 Antwort 11). Ebenso sagte er bei seiner staatsanwaltlichen Be-

fragung aus, dass insgesamt zwei Dunkelhäutige an der Auseinandersetzung 

beteiligt gewesen seien (Urk. 8/4 Antwort 19). Übereinstimmend sagten die drei 

Zeugen aus, dass derjenige Dunkelhäutige, welcher dem Privatkläger die Flasche 

über den Kopf geschlagen habe, anschliessend weggerannt sei, während der 

andere Dunkelhäutige am Tatort verblieben sei (Urk. 8/3 Antwort 13; Urk. 8/4 

Antworten 49 und 53; Urk. 8/5 Antwort 41; Urk. 8/6 Antworten 35 und 36). Wohl-

verstanden kennen die Zeugen den Beschuldigten nicht und ein überzeugendes 

Motiv für eine Falschaussage ist nicht erkennbar. Die Zeugen waren an der Aus-

einandersetzung anfänglich gar nicht beteiligt und der Zeuge C._____ schilderte, 

dass ihn diese auch nicht interessiert habe, der Privatkläger aber habe da-

zwischen gehen und den Streit schlichten wollen (Urk. 8/5 Antwort 32).  

2.3. Der Kollege des Beschuldigten, der Zeuge F._____ – wie der Beschuldigte 

aus dem Horn von Afrika (Äthiopien/Eritrea/I._____) stammend – bestätigte, dass 

der Beschuldigte weggerannt und er selbst am Tatort verblieben sei (Urk. 8/1 

Antwort 37). Zudem führte er auf die Frage, wie der Beschuldigte am fraglichen 

Abend gekleidet gewesen sei, aus, dieser habe eine schwarz-weiss-rote Jacke 

getragen, welche er (der Zeuge) ihm an jenem Abend gegeben habe, weil ihm 

(dem Beschuldigten) kalt gewesen sei (Urk. 8/2 Antworten 25 und 26). Auf Vorhalt 

der Fotografie der Jacke, welche anlässlich der Hausdurchsuchung beim Be-

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schuldigten sichergestellt wurde, bestätigte der Zeuge F._____, dass dies die be-

sagte Jacke sei, welche er dem Beschuldigten an jenem Abend gegeben habe 

(Urk. 8/2 Antwort 28).  

2.4. Allein schon diese ineinander verwobenen Koinzidenzen in den verschie-

denen Zeugenaussagen, welche aufgrund des Aussageverhaltens der Zeugen, 

der Motivlage und der unterschiedlichen Schilderungen aufgrund verschiedener 

Perspektiven und Wahrnehmungen nicht mehr mit einer geplanten Verschwörung 

oder einem blossen Zufall erklärt werden können, wären Beweis genug für die 

Täterschaft des Beschuldigten. Hinzu kommen nun aber noch das äusserst ver-

dächtige Aussagenverhalten und die lebensfremden Aussagen des Beschuldig-

ten. So verschwieg er beispielsweise in seiner ersten Befragung die besagte 

Jacke und antwortete auf die Frage, wie er im Tatzeitpunkt gekleidet gewesen sei: 

"Ich trug ein schwarzes Hemd darunter ein T-Shirt und schwarze Jeans" (Urk. 6/1 

Antwort 23). Auf die Frage nach weiteren Kleidern sagte er: "Nein" (Urk. 6/1 Ant-

wort 24). Dies, obschon er zu Beginn jener Befragung auf Vorhalt der Sicher-

stellung der fraglichen rot-weiss-schwarzen Jacke erklärt hatte, dass es die Seine 

sei (Urk. 6/1 Antwort 5 und Fotografie S. 8). Es wäre also zu erwarten gewesen, 

dass er sich im Verlauf dieser Befragung im Zusammenhang mit der Frage nach 

seinen Kleidern im Tatzeitpunkt daran erinnert hätte, dass er die sichergestellte 

Jacke getragen hatte. Dieses Aussageverhalten steht vor dem Hintergrund, dass 

es gerichtsnotorisch ist, dass Täter in der Regel kein Signalement abgeben, das 

auf ihre Täterschaft hindeuten könnte. Das Motiv des Beschuldigten für das Ver-

schweigen der Jacke ist deshalb offenkundig. Ebenso verräterisch erweist sich 

sodann die Aussage des Beschuldigten in seiner staatsanwaltlichen Befragung 

vom 13. November 2018 (Urk. 6/3). Er wurde darauf hingewiesen, dass mehrere 

Zeugen ausgesagt hätten, dass der Täter die Person mit der gestreiften Jacke 

gewesen sei. Der Beschuldigte antwortete: "Ich weiss es nicht. Ich kann nur sa-

gen, dass ich diese Jacke mal anhatte. Wann weiss ich nicht, da ich viel getrun-

ken hatte" (Urk. 6/3 Antwort 8). Vollends unglaubwürdig wird der Beschuldigte 

dann durch seine Ausführungen anlässlich der Befragung vor Vorinstanz. Auf die 

Jacke angesprochen, gab er an: "Die Jacke haben teilweise ich und teilweise 

mein Kollege getragen. Im Zeitpunkt der Tatbegehung habe ich die Jacke nicht 

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getragen" (Prot. I S. 8). Darüber, wie es dazu kam, dass besagte Jacke später bei 

ihm in seinem Zimmer sichergestellt werden konnte, schwieg er sich wohlweislich 

aus. Bei seiner Darstellung bleibt auch unerklärlich, wie F._____ die Jacke im 

Tatzeitpunkt getragen haben soll, wenn die Zeugen übereinstimmend ausführten, 

dass derjenige mit der Jacke weggerannt sei, und feststeht, dass F._____ am 

Tatort verblieben war. 

2.5. An solchen eindeutigen und aussagekräftigen Indizien, welche die Täter-

schaft des Beschuldigten beweisen bzw. eine Personenverwechslung ausschlies-

sen, ändern auch die Argumente der Verteidigung nichts. So beispielsweise der 

Hinweis auf die Aussage des Privatklägers G._____, der angab, er glaube der Tä-

ter habe eine "Cap" getragen. Gemeint war mutmasslich eine Baseballmütze 

(Urk. 69 N 3). Der Privatkläger drückte mit dem Wort "glaube" selbst aus, dass es 

sich um eine blosse Vermutung handelt. Zudem gab er zu Protokoll, dass ihm 

wegen dem Schlag etwas von der Erinnerung fehle und er den Schlag nicht ge-

nau mitbekommen habe (Urk. 7/1 S. 3). Immerhin sagte er aber aus, dass der Tä-

ter ein dunkelhäutiger Eritreer gewesen sei, was zumindest vom äusseren Er-

scheinungsbild auf den Beschuldigten passt (Urk. 7/1 S. 2 und 3). Allein der Um-

stand, dass ein Opfer einer Straftat den Täter nicht identifizieren kann, macht 

Zeugenaussagen nicht wertlos. Es ist im Gegenteil gut möglich, dass ein Opfer 

einen Schlag von hinten oder der Seite nicht mitbekommt, während Zeugen, die in 

grösserer Distanz zum Täter stehen, einen solchen Schlag bzw. die ausführende 

Person sehr gut beobachten können. Kommt hinzu, dass der Zeuge F._____ 

ebenfalls davon sprach, dass der Beschuldigte ein schwarzes T-Shirt und eine 

Baseball-Cap getragen habe (Urk. 8/1 Antworten 10 und 22).  

3. Ausführungen der Vorinstanz zur Körperverletzung 

3.1. Es kann vollumfänglich auf die überzeugende Begründung der Vorinstanz 

verwiesen werden, die in allen Punkten zutrifft und keiner Ergänzung mehr bedarf 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 52 S. 6 - 17). 

3.2. Richtig ist, dass die Vorinstanz nicht auf jedes Vorbringen der Verteidigung 

eingegangen ist (Urk. 69 S. 3 N 2). Das Gericht muss sich jedoch nicht mit jedem 

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Parteivorbringen einlässlich auseinandersetzen (BGE 141 IV 249 Erw. 1.3.1; 139 

IV 179 Erw. 2.2, S. 183). Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesent-

lichen Punkte beschränken, wobei wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden müssen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen. Dies entspricht den 

konventionsrechtlichen Anforderungen der EMRK. Diese verpflichtet, Entscheide 

zu begründen, wobei es auf den Einzelfall ankommt, doch lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

der EMRK nicht in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes 

Argument gefordert würde ("comme exigeant une réponse détaillée à chaque 

argument"; Urteil des EGMR Mäder c. Suisse vom 8. Dezember 2015, 

Nr. 6232/09 und 21261/10, Ziff. 75, 77). Wie jedes behördliche Handeln hat der 

Begründungsumfang sachbezogen und verhältnismässig zu sein (Urteil 

6B_1315/2017 vom 6. Dezember 2017 Erw. 1.6; 6B_689/2019 vom 25. Oktober 

2019, Erw. 1.5.2). 

4. Putativnotwehr 

Nicht gefolgt werden kann der Verteidigung, wenn sie eine Putativnotwehrsitua-

tion geltend macht (Urk. 69 N 9). Dies ist eine rein abstrakte bzw. theoretische 

Möglichkeit, welche keinerlei Grundlage in den Akten findet. Der Beschuldigte 

selbst hat nie geltend gemacht, er habe sich durch den Schlag mit der Flasche 

gegen einen Angriff wehren wollen. Ergo fehlt es bereits an der subjektiven Seite 

einer Putativnotwehr. Allein aus der Aussage des Privatklägers, er habe den Be-

schuldigten "weggeschupft", damit die Streitenden auseinandergehen, lässt sich 

auch kein Angriff herbei reden (Urk. 7/2 Antwort 25). Wer sich zudem bereits in 

einer gegenseitigen tätlichen Auseinandersetzung befindet, kann sich wegen ei-

nes Wegstossens im Laufe der Auseinandersetzung, ohne dass er dadurch zu 

Fall kommt, nie auf Notwehr oder Putativnotwehr berufen, um seinerseits einen 

Schlag mit einer Flasche an den Kopf eines Beteiligten zu rechtfertigen. 

5. Wert des Mobiltelefons 

Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Hehlerei bestreitet die Verteidigung den 

Wert des sichergestellten Mobiltelefons "iPhone 8" gemäss Anklage von Fr. 776.– 

(Urk. 69 S. 13). Auf dem Occasionsmarkt seien auch Geräte für Fr. 232.– erhält-

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lich. Selbstverständlich ist jedoch strafrechtlich nur der Wert relevant, welchen 

das Gerät im Zeitpunkt der Besitznahme hatte. Es wurde am 4. Juli 2018 im Zim-

mer des Beschuldigten unter seinem Kopfkissen sichergestellt. Der Hinweis der 

Verteidigung auf ein Angebot auf der Onlineplattform "Ricardo" vom tt.mm.2020, 

wo für ein entsprechendes Gerät drei Stunden vor Ablauf der Auktion Fr. 232.– 

geboten wurde, geht in mehrfacher Hinsicht fehl. Zum einen handelte es sich 

beim genannten Ricardo-Angebot nicht um den Erwerbspreis, sondern bloss um 

ein Gebot im Laufe der Auktion. Es ist allgemein bekannt, dass sich Bieter oft in 

den letzten Minuten und Sekunden vor Ablauf der Angebotsfrist noch mehrfach 

überbieten. Zum anderen ist ebenso die Schnelllebigkeit im Mobiltelefonmarkt be-

kannt. Hier verlieren Geräte innert eines Jahres massiv an Wert, weil fast jährlich 

neuere Modelle zum Verkauf anstehen. Das iPhone 8 war hierzulande erstmals 

im Oktober 2017 allgemein erhältlich. Ein Wert von Fr. 232.– im April 2020 liesse 

deshalb im Gegenteil darauf schliessen, dass der Wert im Juli 2018, fast zwei 

Jahre zuvor, massiv höher lag, jedenfalls den Betrag von Fr. 300.– für einen ge-

ringfügigen Vermögenswert im Sinne von Art. 172ter StGB weit überstieg.  

6. Wissen um die deliktische Herkunft 

6.1. Die Verteidigung vertritt den Standpunkt, dem Beschuldigten könne nicht 

unterstellt werden, dass er gewusst habe, dass das iPhone 8 gestohlen war 

(Urk. 69 N 17). Allerdings sind die Aussagen des Beschuldigten derart abstrus, 

dass vernünftigerweise gar keine andere Schlussfolgerung möglich ist. So sagte 

der Beschuldigte zunächst aus, sein Kollege habe das besagte Mobiltelefon bei 

ihm vergessen (Urk. 6/3 S. 2). Auf die Frage, weshalb er es dann unter sein eige-

nes Kopfkissen gelegt habe, behauptete der Beschuldigte, der Kollege habe halt 

in seinem Bett geschlafen, während er selbst in einem anderen Bett geschlafen 

habe (Urk. 6/3 S. 2). Bei dieser Geschichte ist nicht einzusehen, weshalb ein 

Kollege im Bett des Beschuldigten schlafen muss, wenn doch noch ein anderes 

Bett vorhanden war. Der Beschuldigte machte dann weitere unlogische Angaben. 

Auf den Hinweis, wonach der Beschuldigte ja von der Polizei im Schlaf geweckt 

worden sei und die Frage, wo denn der Kollege verblieben sei, bestätigte der Be-

schuldigte, dass er selbst beim Eintreffen der Polizei geschlafen habe (Urk. 6/3 

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Antwort 18). Sein Kollege habe nicht geschlafen und habe gehört, dass die Polizei 

an die Türe geklopft habe (Urk 6/3 Antwort 10). Es bleibt rätselhaft, wie der Be-

schuldigte im Schlaf habe feststellen können, dass sein Kollege nicht geschlafen 

und das Klopfen gehört haben soll. Ebenso bleibt bei seiner Version offen, wie 

sich sein Kollegen vor dem Eintreten der Polizei in das Zimmer in Luft aufgelöst 

hat. Vollends in heillose Widersprüche verwickelte sich der Beschuldigte dann im 

weiteren Verlauf der Einvernahme. So machte er zunächst geltend, das gestohle-

ne iPhone gehöre H._____ (Urk. 6/3 Antwort 20). Solches erklärte er bereits in 

seiner Hafteinvernahme (Urk. 6/2 Antwort 12). Allerdings wisse er nicht genau, wo 

dieser H._____ wohne (Urk. 6/3 Antworten 20 und 21). Auf die Frage, wann der 

Beschuldigte dann gemerkt habe, dass H._____ sein Mobiltelefon vergessen ha-

be, erwiderte der Beschuldigte: "Am gleichen Abend als er kam, um 23.00 Uhr" 

(Urk. 6/3 Antwort 22). Bei dieser Antwort stellt sich sofort die ungeklärte Frage, 

wie der Beschuldigte am Vorabend beim Eintreffen des Kollegen feststellen konn-

te, dass er sein Mobiltelefon vergessen habe, wenn besagter Kollege doch beim 

Beschuldigten übernachtet haben soll und er selbst erst am frühen Morgen beim 

Eintreffen der Polizei aufgewacht war. Dem Beschuldigten wurde darauf seine 

Aussage in der Hafteinvernahme vorgehalten, wonach H._____ den Zug verpasst 

habe, weshalb er ihn (den Beschuldigten) gefragt habe, ob er bei ihm bleiben 

könne. Darauf erwiderte der Beschuldigte im Widerspruch zu seiner vorherge-

henden Zeitangabe und der Behauptung, H._____ habe bei ihm übernachtet: 

"Nein, er war nur bis am Nachmittag dort. Bis 17 Uhr oder 18:00 Uhr" (Urk. 6/3 

Antwort 32). Auf diese Widersprüche angesprochen machte der Beschuldigte 

dann plötzlich geltend, bei der Person, die keine Zugverbindung gehabt habe, 

handle es sich um eine andere Person als H._____ (Urk. 6/3 Antwort 35).  

6.2. Weiter führte der Beschuldigte auf die Frage, ob er der Meinung gewesen 

sei, dass H._____ der rechtmässige Eigentümer des Gerätes war, aus: "Das 

weiss ich nicht. Ich kann es Ihnen nicht sagen. Aber als er zu mir kam [sagte er], 

dass er es irgendwo gefunden habe. Ich sagte ihm, er solle es zur Polizei brin-

gen" (Urk. 6/3 S. 6). Diese Antwort ist bereits in sich widersprüchlich. Wenn 

H._____ das Gerät tatsächlich gefunden haben sollte, so hätte der Beschuldigte 

die einleitende Frage, ob H._____ rechtmässiger Eigentümer sei, bereits klar ver-

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neinen können. Ebenso bleibt offen, weshalb der Beschuldigte dann in den frühe-

ren Aussagen geltend machte, das Mobiltelefon gehöre H._____.  

6.3. Insgesamt ist deshalb zweifelsfrei erstellt, dass es sich bei der Geschichte 

des unbekannten H._____ um eine blosse Schutzbehauptung des Beschuldigten 

handelt. Zwar kann ihm ein Diebstahl nicht nachgewiesen werden. Sein Aussage-

verhalten zeigt aber, dass ihm zumindest die deliktische Herkunft des Mobiltele-

fons klar war, ansonsten er sich nicht in solche Ausreden und Widersprüche hätte 

flüchten müssen. Wie erwähnt, handelte es sich um ein iPhone 8, ein Modell, 

dass erst rund ein halbes Jahr zuvor in der Schweiz lanciert worden und begehrt 

war und nicht einfach so auf der Strasse herumlag oder für wenige Franken auf 

dem Trödelmarkt erhältlich war.  

7. Fazit 

Der Sachverhalt in Bezug auf die versuchte schwere Körperverletzung gemäss 

Anklage vom 27. November 2018 ist deshalb ebenso rechtsgenügend nachge-

wiesen wie jener betreffend Hehlerei. 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Schwere Körperverletzung 

1.1. Die Verteidigung bestreitet, dass der Beschuldigte eine schwere Körperver-

letzung beabsichtigt habe (Urk. 69 N 14 f.). Aufgrund des Verletzungsbildes sei 

eher von einer Ausholbewegung, ähnlich einer Abwehrreaktion mit einem Säbel, 

auszugehen als von einem Schlag durch "Überziehen über den Kopf" (Urk. 69 

N 14). Es sei auch einfach, sich im Nachhinein in einer ruhigen Minute zu über-

legen, was alles hätte passieren können. Dies alleine reiche jedoch nicht aus, um 

von einem rechtsgenügend nachgewiesenen Eventualvorsatz des Täters im Tat-

zeitpunkt auszugehen.  

1.2. Den Tatbestand der schweren Körperverletzung erfüllt u.a., wer vorsätzlich 

einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Art. 122 Abs. 1 StGB). Vorsätzlich, d.h. 

mit Wissen und Willen, handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich 

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hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). Eventualvorsatz im Sinne 

von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Er-

folgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, 

weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, 

mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 Erw. 4.2.3). 

1.3. Der Privatkläger erlitt eine Rissquetschwunde in der Kopfhaut mit einer 

Länge von 2 Zentimetern und einer Tiefe von einem halben Zentimeter, die 

genäht werden musste (Urk. 9). Dabei handelt es sich nicht um eine schwere 

Körperverletzung. Schläge oder Würfe von Trinkgläsern oder Flaschen gegen den 

Kopf eines Opfers, insbesondere wenn das Glas oder die Flasche zerbricht, kön-

nen jedoch im Gesicht entweder ein wichtiges Organ wie die Augen unbrauchbar 

machen oder Narben im Antlitz hinterlassen, die ein Opfer bleibend entstellen. 

Solche Verletzungen sind gemäss Wortlaut von Art. 122 StGB als schwer zu qua-

lifizieren. Es kommt hinzu, dass ein Täter die Bewegungen des Opfers nie steuern 

kann. Der vorliegende Fall, bei welchem der Schlag mit der Flasche für den 

Privatkläger überraschend kam und ihn unvorbereitet traf, zeigt exemplarisch, 

dass es oftmals nur von Zufälligkeiten abhängt, wo am Kopf das Opfer getroffen 

wird. Hätte der Privatkläger exakt im Moment, als sich der Beschuldigte zum 

Schlag entschloss bzw. zu diesem ansetzte, den Kopf gewendet und in Richtung 

der herannahenden Flasche geblickt, wäre er mit hoher Wahrscheinlichkeit frontal 

im Gesicht getroffen worden und es hätten besagte, schwere Körperverletzungen 

resultieren können. Es entspricht deshalb konstanter Praxis des Bundesgerichts, 

dass bei Schlägen mit Gläsern oder Flaschen an den Kopf eines Opfers ein Täter 

eine schwere Körperverletzung zumindest in Kauf nimmt (Urteil 6B_996/2019 vom 

27. Februar 2020, 2C_386/2019 vom 31. Juli 2019, 6B_111/2018 vom 24. April 

2018, BGE 101 IV 285).  

1.4. Es ist möglich, dass sich ein Täter im Tatzeitpunkt nicht im Detail genau 

überlegt, was alles für Folgen aufgrund seines geplanten Handelns eintreten 

könnten. Die Art des Vorsatzes im Tatzeitpunkt ist im naturwissenschaftlichen 

Sinne aber nie nachweisbar, da es sich um einen inneren Vorgang im Menschen 

handelt. Das gilt nicht nur für den Eventualvorsatz (Inkaufnahme), sondern für je-

-   15   - 

de Form des Vorsatzes, einschliesslich derjenigen des direkten Vorsatzes ersten 

Grades. Deshalb kann – bzw. darf auch nach dem Willen des Gesetzgebers – 

nur aufgrund äusserer Umstände auf den inneren Willen des Täter geschlossen 

werden. In diesem Zusammenhang hat das Bundesgericht die Formulierung ge-

prägt, dass von Eventualvorsatz auszugehen sei, wenn sich dem Täter der Erfolg  

seines Verhaltens als so wahrscheinlich aufdrängte, dass sein Verhalten 

vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolges ausgelegt werden kann 

(DONATSCH/TAG, Strafrecht I, 9. Aufl. Zürich 2013, S. 121 mit Verweis auf 

BGE 101 IV 46 und zahlreiche weitere Entscheide). 

1.5. Dass zersplitterndes Glas im Gesicht eines Opfers ein Auge zerstören oder 

entstellende Narben hinterlassen kann, ist für einen erwachsenen Menschen eine 

sehr offenkundige Erkenntnis. Davon einmal Personen ausgenommen, die aus 

gesundheitlichen oder anderen Gründen intellektuell auf der Stufe eines Kindes 

im Vorschulalter sind, was beim Beschuldigten nicht zutrifft. Diese allgemeine 

Schlussfolgerung darf auch auf den Beschuldigten übertragen werden. Die 

Vorinstanz hat sein Handeln deshalb zu Recht als versuchte, eventualvorsätzliche 

schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

StGB qualifiziert. Es kann auf ihre zutreffenden Erwägungen verwiesen werden 

(Urk. 52 S 17 - 21). 

2. Hehlerei 

Wer eine Sache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein anderer 

durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat, erwirbt oder sich 

schenken lässt, macht sich der Hehlerei im Sinne von Art. 160 StGB strafbar. Wie 

bereits im Rahmen des Sachverhaltes abgehandelt, ist aus den völlig unglaubhaf-

ten Aussagen des Beschuldigten zwingend zu schliessen, dass er eine deliktische 

Herkunft des Gerätes in Kauf nahm bzw. annehmen musste. Auch die Vertei-

digung machte keine Einwendungen zur rechtlichen Würdigung, sondern ihre 

Argumente betrafen den entsprechenden Sachverhalt (Urk. 69 N 16 f.).  

-   16   - 

3. Schuldspruch 

Der Beschuldigte ist deshalb der (eventualvorsätzlichen) versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB sowie der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

V. Strafzumessung 

1. Die Ausführungen der Verteidigung zur Strafzumessung gehen von ihrem 

Eventualstandpunkt aus, welcher zu verwerfen ist (Urk. 69 S. 15). Es liegt weder 

eine bloss einfache Körperverletzung vor, noch ging dem Flaschenschlag des Be-

schuldigten ein Angriff des Privatklägers voraus.  

2. Die Erwägungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind, mit nachfolgender 

Ausnahme zur Hehlerei, zutreffend, weshalb darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 52 S. 23 - 29).  

3. Auszugehen ist für die Strafzumessung von einer vollendeten schweren 

Körperverletzung. Bei einem Strafrahmen im Bereich von sechs Monaten bis zu 

zehn Jahren und einem Verschulden im unteren Bereich ist eine hypothetische 

Strafe von 30 Monaten angemessen. Es ist zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte selbst in eine tätliche Auseinandersetzung involviert war. Sein Handeln 

war zwar völlig unnötig und wirkte eskalierend. Der Beschuldigte handelte aber 

nicht geplant, sondern es war eher eine spontane Reaktion aus einer Gemütsbe-

wegung heraus. Er handelte bloss eventualvorsätzlich. Die kriminelle Energie ist 

deshalb nicht als gross zu bezeichnen. Der Versuch, das heisst das Ausbleiben 

einer schweren Verletzung, ist zwar strafmildernd in Anschlag zu bringen. Nichts 

desto trotz ist es allerdings nur einem glücklichen Zufall zuzuschreiben, dass kei-

ne schwereren Folgen eintraten. Insgesamt ist eine Einsatzstrafe von 24 Monaten 

angemessen. 

4. Auch die vorinstanzliche Festlegung der Strafe für die Hehlerei von 1 Monat 

erweist sich als grundsätzlich angemessen. Demgegenüber kann der Vorinstanz 

nicht gefolgt werden, wenn sie für die Hehlerei angesichts der Einsatzstrafe von 

24 Monaten keine Straferhöhung vornimmt (Urk. 52 S. 27). Dies erscheint bun-

-   17   - 

desrechtswidrig, weil Art. 49 StGB zwingend eine Straferhöhung vorsieht 

(vgl. BSK StGB I-ACKERMANN, N 120 zu Art. 49). Dies selbst unter Berücksich-

tigung des Umstands, dass der Gesetzeswortlaut in Art. 49 StGB von einer 

"angemessenen Straferhöhung" spricht. Ein gänzlicher Verzicht auf einer 

Verschärfung der Strafe ist begrifflich keine Straferhöhung mehr. Da einzig der 

Beschuldigte Berufung erhoben hat, ist eine Erhöhung der Einsatzstrafe jedoch 

aufgrund des Verschlechterungsverbotes im Rechtsmittelverfahren gemäss 

Art. 391 Abs. 2 StPO nicht möglich. 

5. Die Täterkomponenten wirken sich weder straferhöhend noch strafmindernd 

aus. Der Beschuldigte ist bis anhin im schweizerischen Strafregister nicht ver-

zeichnet (Urk. 32). Zu den persönlichen Verhältnissen können die Ausführungen 

der Vorinstanz wiederholt werden, welche sich ihrerseits auf die Darstellung des 

Beschuldigten anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung abstützen 

(Urk. 52 S. 28, Prot. I S. 14 ff.). Der Beschuldigte, ledig und ohne Kinder, ist 

Staatsangehöriger von I._____ und wuchs in einer äthiopisch regierten Provinz 

auf. Er ging dort zwei bis drei Jahre zur Schule, jedoch aufgrund der dort vorherr-

schenden Unruhen nicht regelmässig. Der Beschuldigte hatte in seiner Heimat 

keine Arbeit und lebte von der Unterstützung seines Vaters, welcher ab und zu 

Kamelhandel betrieb. Der Beschuldigte kam am 1. Mai 2016 in die Schweiz und 

sein Status war N-Asylsuchender. Als Grund für seine Flucht gab der Beschuldig-

te Unruhe und Krieg in seiner Heimat an. Der Beschuldigte hatte das Ziel, sich 

hier in der Schweiz eine Zukunft aufzubauen, eine Arbeit und eine Frau zu finden 

und eine Familie zu gründen. Die fünf Geschwister und die Eltern des Beschuldig-

ten leben noch in Äthiopien. Der Beschuldigte hat keine Verwandten oder 

Bekannten hier in der Schweiz. Derzeit ist er unbekannten Aufenthaltes. Damit 

bleibt es nach Berücksichtigung der tatunabhängigen Strafzumessungsfaktoren 

bei einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten. 

6. Der bedingte Vollzug unter Ansetzung der gesetzlich minimalen Dauer der 

Probezeit von zwei Jahren wurde nicht explizit angefochten bzw. begründet und 

ist ohne Weiteres zu bestätigen. 

-   18   - 

7. An die Strafe anzurechnen ist die Untersuchungshaft von 267 Tagen (Art. 51 

StGB; 4 Juli 2018 - 27. März 2019; Urk. 17/2 und Urk. 43 S. 2). Dementsprechend 

ist mit der Vorinstanz auch das gestellte Genugtuungsbegehren der Verteidigung 

für zu Unrecht erstandene Haft abzuweisen (Urk. 69 S. 14 f.; Urk. 52 S. 29).  

VI. Landesverweisung 

1. Schwere Körperverletzung ist eine Katalogtat für eine Landesverweisung 

(Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Ob die Tat vollendet oder bloss eventualvorsätzlich 

versucht wurde, ist bei den Voraussetzungen einer Landesverweisung rechtlich 

unerheblich (BGE 144 IV 168).  

2. Der Beschuldigte kam 2016 als Asylsuchender in die Schweiz. Sein aktueller 

Aufenthaltsort ist nicht bekannt; gemäss Darstellung der Verteidigung sei er mög-

licherweise in sein Heimatland zurückgekehrt (Urk. 62). Seine Familie lebt in 

Äthiopien. Irgendwelche nennenswerte Bindungen beruflicher oder sozialer Art 

zur Schweiz hat er nicht. Er spricht auch kaum Deutsch. Ein schwerer persön-

licher Härtefall liegt nicht vor, weshalb die Landesverweisung zu bestätigen ist. 

Angesichts der Schwere des Hauptdeliktes und der auszusprechenden Strafhöhe 

ist auch eine Dauer von 7 Jahren angemessen.  

3. Die Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) ergibt sich auf-

grund von Art. 24 SIS-II-VO. Die vorinstanzlichen Feststellungen dazu wurden 

von der Verteidigung auch nicht gerügt (Urt. 52 S. 34 f. und Urk. 69). 

VII. Zivilansprüche 

Der Privatkläger konstituierte sich zwar als Privatkläger, machte aber keine Zivil-

forderung geltend bzw. vermerkte auf dem entsprechenden Formular "noch offen" 

(Urk. 12/3). Er blieb der vorinstanzlichen Hauptverhandlung fern (Prot. I S. 6). Die 

Vorinstanz verzichtete deshalb auf eine Erwähnung einer allfälligen Zivilforderung 

des Privatklägers im Dispositiv, weshalb auch im Berufungsverfahren keine 

Weiterungen nötig sind. 

-   19   - 

VIII. Sichergestellte Jacke 

Die sichergestellte Sportjacke ist auf erstes Verlangen dem Beschuldigten 

herauszugeben, im Unterlassungsfall der Lagerbehörde zur gutscheinenden 

Verwendung zu überlassen. Auch diesbezüglich ist der vorinstanzliche Entscheid 

zu bestätigen (Urk. 52 S. 35). 

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich. Deshalb ist so-

wohl die vorinstanzliche Kostenfestsetzung und -auflage zu bestätigen und der 

Beschuldigte hat ebenfalls die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen 

(Art. 426 Abs. 1 StPO und Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung für das Berufungsverfahren von Fr. 4'345.90 (Urk. 72) sind ausgewiesen 

sowie angemessen. Die Aufwendungen sind dem amtlichen Verteidiger in diesem 

Umfange aus der Gerichtskasse zu entschädigen und einstweilen auf die Staats-

kasse zu nehmen, unter Vorbehalt einer Rückforderung vom Beschuldigten, so-

bald seine wirtschaftlichen Verhältnisse es erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, sowie 

− der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, 

wovon 267 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen. 

-   20   - 

5. Es wird eine Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informa-

tionssystem (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) angeordnet.  

6. Die von der Kantonspolizei Zürich am 4. Juli 2018 sichergestellte und bei der 

Kantonspolizei Zürich lagernde blau-weiss-rote Sportjacke (A011'628'005) 

wird dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben.  

Wird innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Be-

gehren gestellt, wird die Sportjacke der Kantonspolizei Zürich zur Verwen-

dung überlassen. 

7. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen. 

8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8 und 9) 

wird bestätigt. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'345.90   amtliche Verteidigung. 

   
10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

11. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

-   21   - 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials"  
− die Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, gemäss Dispositivziff. 6. 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 

Zürich, 6. Juli 2020 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Keller 
Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 6. Juli 2020
	Anklage:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie
	 der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon bis und mit heute 267 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.
	6. Die von der Kantonspolizei Zürich am 4. Juli 2018 sichergestellte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage lagernde blau-weiss-rote Sportjacke (A011'628'005) wird dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herau...
	Wird innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren gestellt, wird die Sportjacke der Kantonspolizei Zürich zur Verwendung überlassen.
	7. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, diejenigen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Ein...
	10. (Mitteilungen.)
	11. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 5)
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang
	1. Vorverfahren und erstinstanzliches Verfahren
	2. Berufungsverfahren
	II. Umfang der Berufung
	III. Sachverhalt
	1. Standpunkt der Verteidigung
	1.1. Die Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt willkürlich gewürdigt und den Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" verletzt (Urk. 69 S. 3). Sie zitiert zahlreiche Aussagen von Zeugen und weist auf Unters...
	1.2. Zum Sachverhalt der Hehlerei erhob die Verteidigung nur Einwendungen bezüglich des Werts des gestohlenen Mobiltelefons und des Wissens des Beschuldigten um dessen deliktische Herkunft (Urk. 69 S. 13).

	2. Würdigung der Aussagen zur Körperverletzung
	2.1. Der Beschuldigte machte in seiner Einvernahme vom 13. November 2018 auf die Frage, ob er anlässlich der Auseinandersetzung jemanden mit einer Flasche geschlagen habe, geltend, er könne sich nicht daran erinnern (Urk. 6/3 Antworten 38 - 39). Er er...
	2.2. Die Einwendungen der Verteidigung ändern nichts an der zutreffenden Feststellung der Vorinstanz, dass sowohl der Zeuge C._____ als auch der Zeuge D._____ in glaubhafter Weise ausgesagt haben, dass der Täter ein dunkelhäutiger Typ gewesen sei, der...
	2.3. Der Kollege des Beschuldigten, der Zeuge F._____ – wie der Beschuldigte aus dem Horn von Afrika (Äthiopien/Eritrea/I._____) stammend – bestätigte, dass der Beschuldigte weggerannt und er selbst am Tatort verblieben sei (Urk. 8/1 Antwort 37). Zude...
	2.4. Allein schon diese ineinander verwobenen Koinzidenzen in den verschiedenen Zeugenaussagen, welche aufgrund des Aussageverhaltens der Zeugen, der Motivlage und der unterschiedlichen Schilderungen aufgrund verschiedener Perspektiven und Wahrnehmung...
	2.5. An solchen eindeutigen und aussagekräftigen Indizien, welche die Täterschaft des Beschuldigten beweisen bzw. eine Personenverwechslung ausschliessen, ändern auch die Argumente der Verteidigung nichts. So beispielsweise der Hinweis auf die Aussage...

	3. Ausführungen der Vorinstanz zur Körperverletzung
	3.1. Es kann vollumfänglich auf die überzeugende Begründung der Vorinstanz verwiesen werden, die in allen Punkten zutrifft und keiner Ergänzung mehr bedarf (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 52 S. 6 - 17).
	3.2. Richtig ist, dass die Vorinstanz nicht auf jedes Vorbringen der Verteidigung eingegangen ist (Urk. 69 S. 3 N 2). Das Gericht muss sich jedoch nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich auseinandersetzen (BGE 141 IV 249 Erw. 1.3.1; 139 IV 179 Er...

	4. Putativnotwehr
	5. Wert des Mobiltelefons
	6. Wissen um die deliktische Herkunft
	6.1. Die Verteidigung vertritt den Standpunkt, dem Beschuldigten könne nicht unterstellt werden, dass er gewusst habe, dass das iPhone 8 gestohlen war (Urk. 69 N 17). Allerdings sind die Aussagen des Beschuldigten derart abstrus, dass vernünftigerweis...
	6.2. Weiter führte der Beschuldigte auf die Frage, ob er der Meinung gewesen sei, dass H._____ der rechtmässige Eigentümer des Gerätes war, aus: "Das weiss ich nicht. Ich kann es Ihnen nicht sagen. Aber als er zu mir kam [sagte er], dass er es irgendw...
	6.3. Insgesamt ist deshalb zweifelsfrei erstellt, dass es sich bei der Geschichte des unbekannten H._____ um eine blosse Schutzbehauptung des Beschuldigten handelt. Zwar kann ihm ein Diebstahl nicht nachgewiesen werden. Sein Aussageverhalten zeigt abe...

	7. Fazit
	IV. Rechtliche Würdigung
	1. Schwere Körperverletzung
	1.1. Die Verteidigung bestreitet, dass der Beschuldigte eine schwere Körperverletzung beabsichtigt habe (Urk. 69 N 14 f.). Aufgrund des Verletzungsbildes sei eher von einer Ausholbewegung, ähnlich einer Abwehrreaktion mit einem Säbel, auszugehen als v...
	1.2. Den Tatbestand der schweren Körperverletzung erfüllt u.a., wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Art. 122 Abs. 1 StGB). Vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält ...
	1.3. Der Privatkläger erlitt eine Rissquetschwunde in der Kopfhaut mit einer Länge von 2 Zentimetern und einer Tiefe von einem halben Zentimeter, die genäht werden musste (Urk. 9). Dabei handelt es sich nicht um eine schwere Körperverletzung. Schläge ...
	1.4. Es ist möglich, dass sich ein Täter im Tatzeitpunkt nicht im Detail genau überlegt, was alles für Folgen aufgrund seines geplanten Handelns eintreten könnten. Die Art des Vorsatzes im Tatzeitpunkt ist im naturwissenschaftlichen Sinne aber nie nac...
	1.5. Dass zersplitterndes Glas im Gesicht eines Opfers ein Auge zerstören oder entstellende Narben hinterlassen kann, ist für einen erwachsenen Menschen eine sehr offenkundige Erkenntnis. Davon einmal Personen ausgenommen, die aus gesundheitlichen ode...

	2. Hehlerei
	3. Schuldspruch
	V. Strafzumessung
	VI. Landesverweisung
	VII. Zivilansprüche
	VIII. Sichergestellte Jacke
	IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, sowie
	 der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 267 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Es wird eine Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) angeordnet.
	6. Die von der Kantonspolizei Zürich am 4. Juli 2018 sichergestellte und bei der Kantonspolizei Zürich lagernde blau-weiss-rote Sportjacke (A011'628'005) wird dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben.
	7. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.
	8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8 und 9) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Besc...
	11. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, gemäss Dispositivziff. 6.

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.