# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28e7f54c-5ca7-563a-85ec-e5ee4f11fcac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-01-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.01.2011 A-2684/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2684-2010_2011-01-03.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung I
A-2684/2010

Urteil vom 19. Januar 2011

Besetzung Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz),
Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richter Lorenz 
Kneubühler, Richter André Moser, Richterin Marianne Ryter 
Sauvant,     
Gerichtsschreiber Simon Müller.

Parteien 1. Flughafen Zürich AG, Postfach, 8058 Zürich, 
2. Kanton Zürich, Baudirektion, Immobilienamt, 
Abteilung Landerwerb, Postfach, 8090 Zürich, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roland Gfeller und 
Rechtsanwalt  Dr. iur. Daniel Kunz, Gfeller Budliger 
Rechtsanwälte, Florastrasse 44, Postfach 1709, 8032 Zürich,
Beschwerdeführende 1 und Beschwerdegegner 2,

gegen

1. X._________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Ettler, und  
Rechtsanwalt Dr. iur. Adrian Strütt, Grüngasse 31, Postfach 
1138, 8026 Zürich,
Beschwerdeführerin 2 und Beschwerdegegnerin 1,

Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10, p. A. 
Rechtsanwalt Albert Staffelbach, Präsident, Minervastrasse 
99, Postfach, 8006 Zürich,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Enteignung nachbarrechtlicher Abwehrbefugnisse infolge 
Fluglärms, ausgehend vom Landesflughafen Zürich.

A-2684/2010

Seite 3

Sachverhalt:

A. 
X.________ ist Eigentümerin des Mehrfamilienhauses 
Y.________strasse 20 in Glattbrugg. Die Liegenschaft befindet sich im 
Bereich der Abflüge von Piste 16 des Flughafens Zürich – Kloten. Am 16. 
November 1998 richtete X.________ ein Entschä�di�gungsbegehren 
wegen über�mässigen Fluglärms an den Kanton Zürich als damaligen 
Flughafen�halter. Diese Eingabe wurde am 22. Juni 1999 – zusammen 
mit einer Vielzahl weiterer Forderungen aus der gleichen Gemeinde – der 
Eid�genössischen Schätzungs�kommission, Kreis 10 (nachfolgend 
ESchK), überwiesen. Nachdem im Mai 2001 die Konzession für den 
Betrieb des Flughafens auf die Flughafen Zürich AG über�gegangen war, 
wurde diese auf ihr Gesuch hin unter Zuerkennung der Parteistellung 
zum Verfahren beigeladen.

B. 
In der Folge wählten die Parteien 18 Verfahren mit Liegenschaften an 
unterschiedlichen Lagen und mit verschiedenen Nutzungen als Pilot�fälle 
aus, um sie vorweg zu entscheiden und um über die wichtigsten Fragen 
höchstrichterliche Präjudizien zu erlangen. Es handelt sich dabei um 
Liegenschaften unterschiedlicher Natur, so um Ein�fami�lien�häuser, 
Mehrfamilienhäuser, Geschäfts�häuser, öffent�liche Ge�bäude, 
landwirtschaftliche Bauten und unüberbauten Boden. Die Liegenschaft 
Y.________�strasse 20 in Glattbrugg gehörte ebenfalls dazu.

C. 
Mit Entscheid vom 29. November 2006 wies die ESchK die 
Min�der�wertsforderung von X.________ ab, weil ihrer Auf�fassung 
nach im Rahmen der vorgenommenen Ertragswert�schätzung ein 
Ertrags�ausfall nicht nachgewiesen worden sei und der Schaden im 
Verhältnis zum Gesamtwert der Liegenschaft aufgrund der 
Wirtschaftlichkeit des Objekts nicht festzustellen und folglich kein 
Minderwert zu entschä�digen sei. Diesen Ent�scheid hat X.________ 
beim Bundes�gericht angefochten und eine Ent�schädigung in der Höhe 
von 30 % des Verkehrswertes ihrer Liegen�schaft beantragt.

D. 
Das Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil 1E.9/2007 vom 
28. April 2008 im Sinne der Erwägungen gut, hob den Entscheid der 
Eidg. Schät�zungs�kommission auf und wies die Sache zur 
Neubeurteilung an diese zurück. Angesichts der bei einem Mietobjekt 

A-2684/2010

Seite 4

schleichenden Entwer�tung einer Liegenschaft könne von einem 
Grundeigentümer nicht verlangt werden, dass er die Werteinbusse 
konkret belege. Die Schwierigkeiten der Minderwertsermittlung im 
Einzelfall erforderten eine schematische Beurteilung, die den Geboten 
der Praktikabilität und der Gleichbehandlung Rechnung trage. In den 
Erwägungen hielt das Bundesgericht verschie�dene Anhaltspunkte für 
die vorzu�nehmenden Minderwertsermittlungen fest.

E. 
Mit Schätzungsentscheid vom 1. März 2010 sprach die Eidg. 
Schät�zungskommission (ESchK) X.________ eine seit dem 1. Januar 
2002 verzinsbare Minderwertentschädigung in der Höhe von Fr. 326'000.-
- zu (Ziff. 1 des Dispositivs). Bei der Berechnung der 
Minderwertentschädigung ver�wendete sie ein von einem ihrer 
Fachmitglieder, Prof. Donato Scognamiglio, entwickel�tes hedonisches 
Berechnungsmodell, welches auf den in der Daten�bank von dessen 
Unternehmung, der IAZI, Informations- und Ausbildungs�zentrum für 
Immobilien AG (nachfolgend IAZI AG), erfassten rund 2000 Daten von 
effektiven Transak�tionen von Ertragliegenschaften basiert. Für jede 
dieser Transaktionen wurden 50 Faktoren zu Eigenschaften der 
Immobilie, ihrer Mikro- und Makrolage sowie zu verschiedenen 
Lärmfaktoren er�hoben. Durch statistische Auswertung der 
Transaktionsdaten wurde der Einfluss der einzelnen Faktoren – 
namentlich auch der Lärmfaktoren – ermittelt.

Die ESchK führt aus, sie habe drei verschiedene Bewertungsmodelle geprüft. Das angewandte Modell 
arbeite mit der vom Bundesgericht als den wissenschaftlichen Anforderungen genügend bezeichneten 
hedonischen Methode. Diese habe den Vorteil, dass als Vergleichs�werte effektiv bezahlte 
Transaktionspreise herangezogen würden. Da die Objekteigenschaften und -lage in den 
Bewertungsfaktoren aufge�schlüsselt würden, beeinflussten die Heterogenität der Objekte und die 
Verteilung in der gesamten Schweiz die Qualität des Modells nicht. Das Modell könne einen sehr hohen 
Anteil der Preisvarianz durch die erfassten Faktoren erklären und sei damit sehr genau. Je nach zugrunde 
gelegter Grundbelastung habe das hedonische Modell ESchK eine Preissensitivität von minus 1.2 % (bei 
Grundbelastung 45 dB) bis 1.8 % (bei Grundbelastung 50 dB) pro dB ergeben. Zwischen diesen beiden 
Werten habe sie nach pflichtgemässem Ermessen entscheiden müssen.

Demgegenüber sei ein ursprünglich von der ESchK entwickeltes Modell verworfen worden, weil es zwar 
praktikabel gewesen wäre, dem Schätzerermessen aber zu grosses Gewicht eingeräumt und verschiedene 
methodische Ansätze vermischt habe.

A-2684/2010

Seite 5

Verworfen habe sie auch das von den Enteignern entwickelte Modell MIFLU II. Dieses ermittelt mit einem 
hedonischen Modell den Einfluss des Fluglärms auf die Angebotsmieten. Der so ermittelte Minderertrag 
wird anschliessend in Anlehnung an die Discounted Cash Flow-Methode (DCF) kapitalisiert. Gegen dieses 
Modell habe gesprochen, dass darin die hedonische Schätzungsmethode mit einem DCF-Ansatz vermischt 
werde. Zudem werde die Kostenseite nicht einbezogen und bei der Kapitalisierung ein lageunabhängiger 
fixer Diskontsatz verwen�det. Schliesslich sei auch wenig befriedigend, dass das Modell auf 
Angebotsmieten und nicht auf effektiv bezahlten Mieten basiere.

F. 
Gegen diesen Entscheid erheben die Flughafen Zürich AG und der 
Kanton Zürich (nachfolgend als Enteigner bezeichnet) am 19. April 2010 
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und beantragen, Ziff. 1 
des Dispositivs des angefochtenen Entscheides sei aufzuheben und die 
Angelegenheit sei zur Durchführung eines korrekten 
Schät�zungs�verfahrens und zur Neubeurteilung eines allfälligen 
Min�der�wertes an die Vorinstanz zurück zu weisen. Eventualiter sei auf 
die Zusprechung einer Minderwertentschädigung inklusive Zinsen zu 
verzichten, subeven�tualiter sei diese zu reduzieren.

Die Enteigner bringen zunächst vor, die Vorinstanz habe ihnen das rechtliche Gehör verweigert, indem sie 
ihnen den Einblick in die Modellgrundlagen verweigert habe und sie zur Person des Gutachters nicht 
angehört und keine Gelegenheit zum Stellen von Zusatzfragen geboten habe. Weiter machen die 
Enteigner geltend, die Vorinstanz habe ihren Anspruch auf einen verfassungsmässigen Richter verletzt, da 
der beigezogene Modellentwickler Prof. Scognamiglio gleichzeitig Fachmitglied der Vorinstanz sei. 
Aufgrund dieser Nähe habe die Vorinstanz das Modell nicht mit der genügenden Distanz beurteilen 
können. In materieller Hinsicht bringt sie vor, das von der Vorinstanz gewählte Modell beruhe auf für 
Renditeliegenschaften nicht geeig�neten methodischen An�sätzen und einer ungenügenden Datenbasis. 

G. 
X.________ (nachfolgend Enteignete genannt) erhebt am 22. April 2010 
ebenfalls Beschwerde an das Bundesverwaltungs�gericht gegen den 
Schätzungsentscheid vom 1. März 2010. Sie be�antragt, Ziffer 1 des 
Dispositivs sei in Bezug auf die Höhe der Ent�schädigung aufzuheben 
und die Minderwertentschädigung sei auf mindestens Fr. 601'000.- zu 
erhöhen (vgl. Ziff. 1 und 2 der Rechtsbe�gehren). Sollte das 
Beweisverfahren ergeben, dass der Median des Modells MIFLU I 
erheblich höher liege als derjenige des von der Vorinstanz verwendeten 
Modells, werde das Bundesver�waltungs�gericht ersucht, die in Ziff. 2 
eingeklagte Mindestent�schädigung angemessen zu erhöhen (Ziff. 3 der 
Rechtsbegehren). Ferner be�antragt sie eine Verzinsung der 

A-2684/2010

Seite 6

Minderwertentschädigung ab dem 1. Januar 1997 sowie eine Erhöhung 
der Parteientschädigung.

Die Enteignete macht geltend, die Vorinstanz habe zwar innerhalb der statistisch ermittelten Bandbreite 
den prozentualen Minderwert pro dB(A)Leq nach Ermessen festzulegen. Bei der Ermessensausübung 
habe sie sich aber von sachlichen Gründen leiten zu lassen. Der ge�wählte Wert sei nicht sachgerecht.

H. 
In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2010 beantragen die 
Ent�eigner die Abweisung der Beschwerde der Enteigneten. Sie 
be�streiten zunächst die Anwendbarkeit des von der Vorinstanz 
ver�wendeten Bewertungsmodells. Im Weiteren halten sie fest, selbst bei 
Verwen�dung dieses Modells und eines höheren Entwertungssatzes 
würde nicht der von der Enteigneten geltend gemachte Minderwert 
resul�tieren.

I. 
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 24. Juni 2010 
ebenfalls die Abweisung der Beschwerde der Enteigneten. Der 
Entwer�tungssatz sei innerhalb der statistisch zulässigen Bandbreite in 
Anlehnung an das Bewertungsmodell MIFLU I gewählt worden. Sie habe 
sich damit von sachgerechten Erwägungen leiten lassen.

J. 
In ihrer ebenfalls vom 24. Juni 2010 datierenden Vernehmlassung zur 
Beschwerde der Enteigner beantragt die Vorinstanz die Ab�weisung 
auch dieser Beschwerde. Im Weiteren beantragt sie, die 
Be�schwer�deführerin sei anzuweisen, den gebotenen Anstand zu 
wahren. Sie macht geltend, die Parteirechte der Enteigner seien 
ge�wahrt worden. Es handle sich bei ihrem Bewertungsmodell nicht um 
ein ex�ternes Gutachten, sondern um ein von einem Fachmitglied 
ent�wickel�tes Modell. Das Modell beruhe auf korrekten 
wissenschaft�lichen Methoden und einer soliden Daten�grund�lage.

K. 
Die Enteignete beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Juli 2010 die 
Abweisung der Beschwerde der Enteigner. Sie führt aus, das rechtliche 
Gehör der Enteigner wie auch die Unabhängigkeit der EschK und ihrer 
ein�zel�ner Mitglieder seien gewahrt. Weiter hält sie fest, eine 
Rückweisung an die Vorinstanz würde angesichts der langen 
Verfahrensdauer ihren Anspruch auf Beurteilung innert angemessener 

A-2684/2010

Seite 7

Frist verletzen. Zur Sache führt sie aus, das von der Vorinstanz 
ver�wendete Modell sei sachgerecht und hinreichend abgestützt. Es sei 
zudem dem intransparenten, im Auftrag der Enteigner entwickelten und 
inhaltlich mangelhaften Modell MIFLU II vorzuziehen.

L. 
Die Enteigner reichen am 13. September 2010 eine Replik ein, halten die 
erhobenen Rechtsbegehren aufrecht und stellen den zusätzlichen 
prozes�sualen Antrag, eine allfällig neu zu berechnende 
Minderwert�entschädigung sei gestützt auf das MIFLU II-Modell 
festzusetzen. Sie halten fest, eine vorgängige Anhörung zum 
Bewertungsmodell sei nicht erfolgt und die Modellgrundlagen seien bis 
heute nicht offen gelegt worden. Sie halten auch an ihrer inhaltlichen 
Kritik am Modell der Vorin�stanz fest.

M. 
In ihrer Replik vom 14. September 2010 hält die Enteignete an ihren 
Anträgen fest. Eine Eichung des Modells der Vorinstanz an MIFLU I habe 
zufälligen Charakter. Die im Rahmen von MIFLU I errechneten Werte 
seien zudem für die Enteignete wie auch für die EschK und das 
Bundesverwaltungsgericht im Detail nicht transparent.

N. 
Mit Verfügung vom 17. September 2010 vereinigte die 
Instruktions�richterin die Beschwerdeverfahren.

O. 
Mit Duplik vom 14. Oktober 2010 halten die Enteigner an den ge�stellten 
Anträgen und an ihren Ausführungen fest. 

P. 
Auch die Enteignete bestätigt in ihrer Duplik vom 15. Oktober 2010 ihre 
An�träge. Ferner beantragt sie, die zur Diskussion stehenden 
Be�wertungsmodelle durch ein Gutachten überprüfen zu lassen.

Q. 
In ihrer Duplik vom 15. Oktober 2010 hält die Vorinstanz ihre An�träge 
aufrecht. Sie legt dar, wie bzw. durch wen das verwendete 
Be�wertungs�modell entwickelt worden sei und verneint eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs der Enteigner.

A-2684/2010

Seite 8

R. 
Mit Eingaben vom 17. November 2010 halten die Enteigner an ihren 
Begehren und ihren Ausführungen fest. Sie führen namentlich aus, den 
Akten sei zu entnehmen, dass das hedonische Modell ESchK von der 
IAZI AG bzw. von deren Mitarbeitern entwickelt worden sei. Die Enteigner 
hätten aus dem Umstand, dass die Vorinstanz verlangt habe, die 
Fluglärmdaten an Prof. Scognamiglio herauszugeben, nicht schliessen 
können, dass ein neues, eigenes Bewertungsmodell habe entwickelt 
werden sollen.

S. 
Die Enteignete bestätigt in ihrer Eingabe vom 17. November 2010 ihre 
Anträge weiterhin. Sie beantragt, die notwendigen Berechnungen 
durchzuführen, um das hedonische Modell ESchK am Modell MIFLU I für 
Stockwerkeigentum zu eichen.

T. 
Die Vorinstanz hält in ihrer Eingabe vom 17. November 2010 ebenfalls an 
ihren Anträgen und Ausführungen fest. 

U. 
In ihren Eingaben vom 30. November 2010 halten die Parteien und die 
Vorinstanz ihre jeweiligen Anträge aufrecht. Die Enteigner reichen auf 
Aufforderung der Instruktionsrichterin hin Berechnungen des 
Minder�wertes der Liegenschaften Z.________ 9 und 
Y.________�strasse 20 mit dem Modell MIFLU I für Stockwerkeigentum 
ein.

V. 
Am 8. Dezember 2010 führte das Bundesverwaltungsgericht eine 
Instruktionsverhandlung durch, in der das hedonische Modell ESchK 
sowie das Modell MIFLU II erläutert wurden.

W. 
Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin hin legt die Vorinstanz am 
15. Dezember 2010 die Parameter der Variablen BUILD und MACRO des 
hedonischen Modells EschK offen.

X. 
Mit Eingaben je vom 6. Januar 2011 reichen die Enteigner und die 
Enteignete abschliessende Bemerkungen ein.     

A-2684/2010

Seite 9

.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Die Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
ergibt sich aus Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 
über die Enteignung (EntG, SR 711). Danach können Entscheide der 
Schätzungskommission beim Bundesverwaltungsgericht angefochten 
werden. Das Verfahren richtet sich nach dem 
Verwaltungsgerichts�gesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32), 
soweit das EntG nichts an�deres bestimmt (Art. 77 Abs. 2 EntG). Das 
VGG verweist in seinem Art. 37 ergänzend auf das Bundesgesetz vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021).

1.2. Die Beschwerdelegitimation richtet sich nach Art. 78 Abs. 1 EntG. Im 
Übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen gemäss Art. 48 Abs. 1 
VwVG. Obschon das allgemeine Beschwerderecht hauptsäch�lich auf 
Private zugeschnitten ist, kann es auch öffentlich-rechtlichen 
Körperschaften sowie anderen Verwaltungseinheiten mit 
Rechts�persönlichkeit (Gemeinwesen) zukommen, wenn sie - als 
materielle Verfü�gungsadressaten oder Dritte - in eigenen 
vermögensrechtlichen Inter�essen betroffen sind oder wenn hoheitliche 
Befugnisse infrage stehen, an denen sie ein eigenes schutz�würdiges 
Interesse haben (VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: 
Pra�xiskommentar VwVG, Wald�mann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 
2009, Art. 48 N 21). Die Flug�hafen Zürich AG als Aktiengesellschaft, 
welche im Auftrag des Bundes den Flughafen Zürich betreibt, und der 
Kanton Zü�rich sind Adressaten des angefochtenen Entscheids und 
werden durch diesen beschwert. Nicht nur die Enteignete, sondern auch 
sie sind folglich zur Beschwerde berechtigt.

1.3. Auf die frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden (Art. 50 
und 52 VwVG) ist daher grundsätzlich einzutreten (vgl. aber nachfolgend 
E. 2 und E. 4.2). 

2. 
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung, die Enteigner seien zu 

A-2684/2010

Seite 10

ver�pflichten, gegenüber ihren einzelnen Fachmitgliedern den 
gebote�nen Anstand zu wahren. Gemäss Art. 60 Abs. 1 VwVG kann das 
Bundes�verwaltungsgericht Parteien oder deren Vertreter, die den 
Anstand verletzen, mit einem Verweis bestrafen. Eine 
Disziplinarmass�nahme kann in Betracht kommen, wenn ein 
Parteivertreter in einer Rechts�schrift eine Person, die bei der Ausfällung 
eines missliebigen Ent�scheides mitgewirkt hat, persönlich diffamiert und 
ihr ohne stichhaltige Anhaltspunkte Parteilichkeit vorwirft (ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LO�RENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 
Bundesverwaltungs�gericht, Basel 2008, Rz. 3.154). Über die Einhaltung 
der Verfahrens�disziplin hat das Gericht von Amtes wegen zu befinden, 
die verletzte Partei hat kein Recht zu fordern, dass 
Disziplinarmass�nahmen er�griffen werden (MOSER/BEUSCH/ 
KNEU�BÜHLER, a.a.O., Rz. 3.158). Umso weniger steht ein 
entsprechendes Recht der Vorinstanz zu, der keine eigentliche 
Parteistellung zukommt (MARANTELLI-SONANINI/HUBER, a.a.O., Art. 6 N. 
56). Auf den entsprechenden Antrag der Vorinstanz ist daher nicht 
einzutreten. Es ist indessen ohnehin festzuhalten, dass die Kritik der 
Beschwer�deführerin an der Rolle von Prof. Scognamiglio als im 
Rahmen des in einer juristischen Auseinandersetzung Üblichen liegend 
zu betrachten ist, weshalb sich das Bundesverwaltungsgericht nicht 
veranlasst sieht, von sich aus gegenüber den Parteivertretern der 
Enteigner eine Disziplinarmassnahme auszusprechen.

3. 
Die Vorinstanz bezeichnete das bei der Ermittlung des Minderwertes 
angewandte Bewertungsmodell als „hedonisches Modell ESchK“, 
während die Enteigner und die Enteignete das Modell als IAZI-Modell 
bezeichnen. In der Folge wird – ohne dass darin bereits eine 
Stellungnahme zur Kritik der Enteigner am zur Erstellung des Modells 
gewählten Vorgehen zu er�sehen ist – der Terminologie der Vorinstanz 
gefolgt.

4. 

4.1. Die Enteignete macht in ihrer Duplik geltend, der von den Enteignern 
erst in ihrer Replik gestellte Antrag, die Minder�wertentschädigung sei 
anhand des Modells MIFLU II zu be�rechnen, sei verspätet gestellt 
worden und damit unzulässig. Sie vertritt die Ansicht, es handle sich 
dabei nicht um einen prozessualen, sondern um einen materiellen Antrag, 

A-2684/2010

Seite 11

der ausserhalb des durch die Be�schwerdebegehren definierten 
Streitgegenstandes liege. 

Der Streit�gegenstand darf im Laufe des Verfahrens weder erweitert noch qualitativ verändert werden 
(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.8). Es ist damit zu prüfen, ob der Antrag ausserhalb des durch 
die Be�schwerdebegehren definierten Streitgegenstandes liegt. 

Der Streitgegenstand ist im Beschwerdeverfahren das in der an�gefochtenen Verfügung geregelte 
Rechtsverhältnis, soweit diese von den Beschwerdeführenden angefochten wurde (ALFRED KÖLZ/ISABELLE 
HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bun�des, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 403 
ff.). Mit ihren Begehren legen die Beschwerdeführenden fest, in welche Richtung und inwieweit sie das 
streitige Rechtsverhältnis überprüfen lassen wollen. Die Begehren einer Beschwerde können nach Ablauf 
der Beschwerdefrist nicht er�weitert, sondern höchstens präzisiert, eingeengt oder fallengelassen werden 
(ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 
Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 6 zu Art. 52).

Anfechtbar ist nur das Dispositiv der Verfügung (MOSER/BEUSCH/KNEU�BÜHLER, a.a.O., Rz. 2.9). 
Gegenstand des Dispositivs der an�gefoch�tenen Verfügung war die Höhe der Minderwertentschädigung. 
Die Frage, welches Bewertungsmodell zu deren Ermittlung an�gewendet wird, ist dagegen lediglich eine 
Frage der rechtlichen Be�gründung. Die Einnahme eines neuen Rechtsstandpunktes im Laufe des 
Verfahrens ist zulässig (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.196f.). Der in der Beschwerde gestellte 
Antrag der Enteigner lautet, der angefochtene Schätzungsentscheid sei aufzuheben, und die 
Angelegenheit sei zur Durchführung eines korrekten Schätzungsverfahrens und zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei die Minderwertent�schädigung aufzuheben oder zu 
reduzieren. Zur Begründung dieser Anträge führten die Ent�eigner aus, dass die Minderwertfestsetzung 
anhand von MIFLU II zu erfolgen habe. Indem die Enteigner dies im Rahmen ihrer Replik in Form eines 
prozessualen Antrags noch explizit verlangen, haben sie ihre materiellen Anträge weder verändert noch 
erweitert. Auf den An�trag der Enteigner ist daher – im Rahmen der Begründung des vor�liegenden 
Entscheides – einzugehen.

4.2. Die Enteignete verlangt in Ziff. 3 ihres Rechtsbegehrens, falls das 
Beweisverfahren ergebe, dass der Median des Modells MIFLU I erheblich 
höher liege als derjenige des von der Vorinstanz verwen�deten Modells, 
werde das Bundesver�waltungsgericht ersucht, die in Ziff. 2 eingeklagte 
Mindestent�schädigung angemessen zu erhöhen. Zur Begründung führt 
sie aus, wenn der im Rahmen des vorinstanzlichen Bewertungsmodells 
bestehende Ermessenspielraum dergestalt auszu�füllen sei, dass die 
Werte an die Ergebnisse des Modells MIFLU I angenähert würden, sei 
auch zu überprüfen, ob bei der Erarbeitung von MIFLU I der 
Ermessenspielraum richtig ausgefüllt worden sei. Es sei davon 
auszugehen, dass MIFLU I auf dem arithmetischen Mittelwert der Daten 

A-2684/2010

Seite 12

beruhe. Falls sich ergebe, dass bei Abstellen auf den – in Statistikfragen 
zu bevorzugenden – Median höhere Minder�werte resultierten, seien die 
Ergebnisse anzupassen. Eine Annähe�rung an MIFLU I sei diesfalls nur 
zulässig, wenn MIFLU I entspre�chend korrigiert werde.

MIFLU I ist ein Modell zur Bewertung der Minderwerte selbstgenutzter Wohnliegenschaften. Gegenstand 
der angefochtenen Verfügung ist die Bewertung von Renditeliegenschaften. Das Modell MIFLU I bildet 
damit im vorliegenden Verfahren nicht Streitgegenstand. Gegen die Anwendung dieses Modells wurde 
zudem in Pilotverfahren betreffend selbstgenutztes Wohneigentum Beschwerde an das Bundesgericht 
erhoben. Das Bundesgericht hat dazu in BGE 134 II 49 E. 18.6 festgehalten, das MIFLU-Modell erreiche 
einen hohen wissenschaft�lichen Standard und liefere vertrauenswürdige Resultate. Es bestehe daher 
kein Anlass, im zu beurteilenden Fall von der Anwendung des MIFLU-Verfahrens abzusehen. Das Modell 
wurde damit bereits höchst�richterlich beurteilt und ist auch aus diesem Grund im vorliegenden Verfahren 
nicht in Frage zu stellen. Auf das Rechtsbegehren 3 der Enteigneten ist daher im vorliegenden Verfahren 
nicht einzutreten.

5. 
Die Enteigner werfen der Vorinstanz unter verschiedenen Aspekten die 
Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Sie machen zum einen geltend, 
ihr Anspruch auf Akteneinsicht sei verletzt worden. Weiter rügen sie, die 
Vorinstanz habe es unterlassen, sie zur Person des mit der 
Modellentwicklung betrauten Experten anzuhören und ihnen die 
Gelegenheit zum Stellen von Fragen an den Experten zu bieten. Indem 
sie das hedonische Modell ESchK nicht auf seine Tauglichkeit überprüft 
habe, sei die Vorinstanz zudem ihren Begründungs-, Abklä�rungs- und 
Unter�suchungs�pflichten nicht nachgekommen. Schliess�lich habe sie 
nach dem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts kei�nen 
Schriften�wechsel durchgeführt. 

5.1. 

5.1.1. Zunächst machen die Enteigner geltend, ihr Anspruch auf 
recht�liches Gehör sei durch eine Verweigerung der Akteneinsicht 
verletzt. Sie bringen vor, nachdem sie anhand eines Schreibens der 
Vorinstanz und einer zur Bezahlung zugestellten Rechnung der IAZI AG 
im Januar 2010 von der Entwicklung eines hedonischen 
Bewer�tungs�modells durch bzw. im Auftrag der Vorinstanz erfahren 
hätten, hätten sie Einsicht in die Modellgrundlagen verlangt. Daraufhin sei 
ihnen mitgeteilt worden, eine Akteneinsicht sei zur Zeit nicht möglich. Erst 
nachdem die Vorinstanz den Bericht der IAZI AG bereits verabschiedet 
gehabt habe, sei ihnen dieser am 12. Februar 2010 infor�mell 

A-2684/2010

Seite 13

ausge�händigt worden. Ohne vorgängige Anhörung der Ent�eigner habe 
die Vorinstanz daraufhin am 1. März 2010 den vorliegend 
angefoch�tenen Schätzungs�entscheid gefällt. 

Mit Schreiben vom 27. Januar 2010 hätten sie verlangt, so bald als möglich Akteneinsicht zu erhalten. 
Daraus könne nicht geschlossen werden, dass sie sich mit einer Einsichtnahme erst nach Eröffnung des 
Entscheides einverstanden erklärt hätten. 

Die Erarbeitung eines Bewertungsmodells sei eine Beweismassnahme zur Ermittlung des 
rechtserheblichen Sachverhalts. Zu Beweis�massnahmen sei den Parteien das rechtliche Gehör 
vollum�fänglich zu gewähren. Dies sei nicht erfolgt. Es spiele dabei keine Rolle, ob 
Vergleichs�lie�genschaften für eine Beurteilung nach der traditionellen Vergleichs�metho�de oder bloss 
preisbestimmende Eigenschaften anderer Liegen�schaften für eine hedonische Bewertung in einem 
Verfahren beige�zogen würden. In beiden Fällen würden Liegen�schafts�daten akten�kundig, die für die 
Festsetzung der Entschädigung massgebend seien.

5.1.2. Die Vorinstanz wendet ein, die Akteneinsicht sei gewährt wor�den. 
Der Bericht zum Modell sei nicht als fertiges Dokument zu den Akten 
genommen und so dem Einsichtsrecht unterworfen worden. Der Bericht 
habe vielmehr als internes Arbeitsinstrument gedient und sei bis zur 
Ausfertigung des definitiven Schätzungsentscheides mehrfach 
über�arbeitet worden. Das fertige Dokument sei schliesslich den Parteien 
zur Einsichtnahme ausgehändigt worden. 

Die Vorinstanz führt weiter aus, sie sei sich mit den Enteignern 
an�lässlich eines Telefongesprächs vom 20. Januar 2010 einig gewesen, 
dass ein Vernehmlassungsverfahren zum ausgearbeiteten hedoni�schen 
Modell ESchK zu einer ungebührlichen Verfahrensver�zögerung geführt 
hätte. Stattdessen sei vereinbart worden, im Rahmen eines 
Akteneinsichtsgesuchs den Bericht zum Modell zuzu�stellen. Die 
Ent�eig�ner hätten mit Schreiben vom 27. Januar 2010 reagiert und 
darin nicht auf dem Akteneinsichtrecht beharrt. Sie hätten lediglich darum 
ersucht, sobald als möglich, spätestens nach dem Fällen des 
Zir�ku�lationsentscheids, d.h. noch vor dem Versand des eigentlichen 
Urteils, Akteneinsicht zu erhalten. Die Akten seien demnach mit Wissen 
und im Einver�ständnis mit den Enteignern bereinigt, in Zirkulation 
gesetzt und erst dann den Parteien zur Einsichtnahme vorgelegt worden.

Wiederum im Einverständnis mit den Parteien sei auf den 12. Februar 2010 eine Sitzung bei der EschK 
einberufen worden, an der den Parteien der Bericht zum Modell in Kopie ausgehändigt worden sei. Erst 
danach – also nach Einsichtnahme in die Akten – nämlich am 4. März 2010 sei der 

A-2684/2010

Seite 14

Schätzungskommissionsentscheid vom 1. März 2010 versandt worden. Der Vorwurf der Enteigner, es sei 
ihnen die Ein�sichtnahme in die Akten – d.h. in den Bericht von Prof. Scognamilio zur Erläuterung des 
hedonischen Modells EschK – verweigert worden, treffe schlichtweg nicht zu. 

Am 10. März 2010 habe die EschK zudem eine Informa�tions�ver�an�staltung durchgeführt, an der das 
Modell noch einmal erläutert worden sei. Es sei selbstverständlich gewesen, dass die Enteigner Einsicht in 
die Grundlagendaten hätten erhalten sollen. Prof. Scognamiglio habe aber zu Recht verlangt, dass die 
Enteigner ihre Fragen konkretisieren und die Geheimhaltung wahren müssten. Zum einen handle es sich 
bei den Grundlagendaten um vertrauliche Kundendaten der IAZI AG, zum andern bildeten die 
Grundlagendaten ein Datenmeer mit Daten�sätzen von 2000 und mehr Zeilen, welche für sich alleine 
keine Aussagekraft hätten. Soweit Einsicht in Parameter verlangt worden sei, habe sie diese gewährt. Die 
Enteigner hätten keine weiteren Fragen gestellt. 

5.1.3. Auf die Einwände der Vorinstanz hin entgegnen die Enteigner, die 
Beteiligten seien anzuhören, bevor ein für sie nachteiliger Ent�scheid 
gefällt werde. Dieser Anspruch bestehe unzweideutig, wenn wie 
vor�liegend von Amtes wegen Beweise erhoben würden oder auch wenn 
ein Entscheid auf einen für die Parteien nicht vorhersehbaren 
Rechtsgrund abstellen solle. Die Entwicklung eines vollständigen, 
eigenen, rein hedonischen Modells sei der von der Vorinstanz zitierten 
Korrespondenz nicht zu entnehmen und den Ent�eignern auch nicht 
bekannt gewesen. Aus der Aufforderung, der Vorinstanz bzw. Prof. 
Scognamiglio Fluglärmdaten herauszugeben, habe sie weder schliessen 
können noch schliessen müssen, dass die Vorinstanz ein eigenes Modell 
entwickeln wolle. Sie habe in ihrem Schreiben vom 27. Januar 2010 in 
keiner Weise auf ihr Akteneinsichtsrecht ver�zichtet. Nachdem der für die 
Enteigner zentrale Entscheid bezüglich Modellwahl schon gefallen 
gewesen sei, habe der genaue Zeitpunkt für eine Einsichtnahme in das 
hedonische Modell ESchK auch keine entscheidende Rolle mehr gespielt. 
Sie hätten stets ein umfassendes Einsichtsrecht in die für das Modell 
relevanten Grundlagen (nicht nur in die Erläuterungen zum hedonischen 
Modell ESchK) gefordert, um dessen Qualität im Einzelnen überprüfen zu 
können. Diese Grundlagen seien bis heute nicht offen gelegt worden. 

Anlässlich der Infoveranstaltung vom 10. März 2010 habe der bei�gezogene Experte, Prof. Thalmann, 
Einsicht in das ganze Modell mit allen geschätzten Parametern (Koeffizienten, Standardab�weichun�gen 
etc.) verlangt. Es sei nicht um die Offenlegung aller einzelnen Daten�sätze gegangen. Diese Parameter 
habe die IAZI AG unter Verweis auf ihre Geschäftsgeheimnisse nicht offen gelegt, obwohl daraus gar keine 
Rückschlüsse auf Kundendaten möglich seien.

A-2684/2010

Seite 15

Die Enteigner bestreiten ferner, dass vom Bericht der IAZI AG mehrere überarbeitete Versionen existierten. 
Es bestehe nur die Fassung vom 24. September 2009. Würden die Ausführungen der Vorinstanz 
zu�treffen, wäre der Bericht als Entwurf, wohl mit einer Nummerierung oder zumindest mit einem 
Revisionsdatum März 2010 versehen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit habe der Bericht bereits gegen Ende 
2009 zu den Verfahrensakten gehört.

5.1.4. Art. 26 VwVG gibt den Be�teiligten grundsätzlich Anspruch auf 
Akteneinsicht.

Nach ständiger Rechtsprechung erstreckt sich das Akteneinsichtsrecht im Allgemeinen nicht auf interne 
Akten. Verwaltungsinterne Papiere, die ausschliesslich den internen Willensbildungsprozess der 
ent�schei�denden Behörde betreffen, wie Entwürfe, Anträge oder Hilfs�belege usw., unterliegen der 
Einsicht grundsätzlich nicht (MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör 
im Verwal�tungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 228). Dieser Grundsatz wird indessen 
relativiert. Die Abgrenzung zwischen Verfahrensakten und der Einsicht nicht unterliegenden, internen Akten 
soll demnach nicht nach äusserlichen Merkmalen erfolgen. Abzustel�len ist auf die Funktion des 
Akteneinsichtsrechts als Instrument zur Ver�wirklichung des rechtlichen Gehörs (ALBERTINI, a.a.O., S. 
229). Verwal�tungsintern erstellte Berichte und Gutachten unterliegen dem Grundsatz des Einsichtsrechts 
nach Art. 26 Abs. 1 VwVG, wenn die fraglichen Dokumente den Ausgang des Verfahrens beeinflussen 
können, mithin dann, wenn sie zur Feststellung des für die Verfügung wesentlichen Sachverhalts von 
objektiver Bedeutung sind (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5754/2008 vom 5. November 2009 
E. 2.2.1). Eine Verweigerung der Akteneinsicht muss sich deshalb auf die in Art. 27 VwVG genannten 
Gründe stützen (BGE 115 V 303, BGE 115 V 297 E.2g/bb; STEPHAN C. BRUNNER in: Auer/Müller/Schindler 
[Hrsg.], a.a.O., Art. 26 Rz. 33 und 38; BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER in: 
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 26 Rz. 64).

Das Recht auf Akteneinsicht verlangt nicht, dass die Behörde die Parteien von Amtes wegen zur Einsicht 
einlädt, vielmehr haben die Parteien ein entsprechendes Gesuch zu stellen. Damit sie dieses Recht 
wahrnehmen können, müssen die Parteien aber über die Akten�lage orientiert sein 
(WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 26 N 69).

5.1.5. 

5.1.5.1 Es ist damit zunächst zu prüfen, ob die Vorinstanz ihrer Pflicht 
nachkam, die Enteigner und die Enteignete über die Aktenlage zu 
orientieren. Dies ist namentlich in zeitlicher Hinsicht in Frage zu stellen. 
Die Akteneinsicht muss während einem hängigen 
Ver�wal�tungsverfahren zu einem Zeitpunkt gewährt werden, in dem 
eine sach�ge�mässe Äusserung noch möglich ist. Zeitliche 
Ein�schränkungen der Akteneinsicht während eines hängigen 
Ver�waltungsverfahrens sind nur aufgrund einer Interessenabwägung 

A-2684/2010

Seite 16

nach Art. 27 VwVG möglich (WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 26 N 86). 
Werden die Akten zu�gestellt, muss genügend Zeit für das 
Akten�studium und die Stellung�nahme eingeräumt werden. Die 
Stellung�nahme darf nicht durch ein entsprechendes „Timing“ der 
Akteneinsicht faktisch verhin�dert werden (WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., 
Art. 26 Rz. 85).  Diese Anforderungen müssen auch bei der Beurteilung 
des Zeit�punkts der Orientierung über die Aktenlage berücksichtigt 
werden.

Die Vorinstanz orientierte die Parteien über die Entwicklung eines eigenen Bewertungsmodells im Januar 
2010 und damit erst einige Zeit, nachdem sie sich am 3. November 2009 für dieses entschieden hatte. Die 
Frist zwischen der Orientierung über die Entwicklung des hedo�nischen Modells ESchK und dem 
Schätzungsentscheid (1. März 2010) war zudem relativ kurz bemes�sen. Es scheint damit fraglich, ob die 
Orientierung frühzeitig genug erfolgte, um den Parteien eine sachge�rechte Akteneinsicht mit 
anschliessender allfälliger spontaner Stellung�nahme zu ermöglichen. 

Aufgrund der Information der Vorinstanz, sie werde den Entscheid voraussichtlich anfangs März 2010 
eröffnen, so dass die Rechts�mittelfrist durch den Fristenstillstand über Ostern (28. März 2010 bis 11. April 
2010) verlängert werde, mussten die Enteigner aber mit einer baldigen Eröffnung rechnen. Es musste 
ihnen deshalb bewusst sein, dass sie eine allfällige Stellung�nahme ohne Verzug erarbeiten muss�ten. 
Vor diesem Hinter�grund ist die nach der Orientierung für eine allfällige Reaktion zur Verfügung stehende 
Zeit zwar als kurz zu bezeichnen. Eine faktische Verhinderung einer Stellung�nahme ist aber darin nicht 
zu er�kennen. Die Orientierung erfolgte damit rechtzeitig.

5.1.5.2 Wie soeben erwähnt, wurde den Parteien die Entwicklung eines 
eigenen Modells der ESchK erst im Januar 2010 mitgeteilt. Zu diesem 
Zeitpunkt hatte sich die Vorinstanz bereits für dieses Modell entschieden. 
Es stellt sich damit zusätzlich die Frage, ob das Akteneinsichtsrecht unter 
diesen Um�ständen noch auf eine Weise aus�übbar war, welche die 
Wahr�nehmung des verfassungs�mässigen Rechts auf rechtliches 
Gehör ermöglichte. 

5.1.5.3 Die Vorinstanz macht dazu geltend, sie habe die Enteigner bereits 
im Mai 2009 aufgefordert, Prof Scognamiglio ihre Fluglär�mdaten 
herauszugeben. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Enteigner das Modell 
MIFLU II noch nicht erarbeitet oder zumindest der Vorinstanz nicht 
vorgelegt gehabt. Die Enteigner hätten damit erkennen können und 
müssen, dass die Daten nicht zur Überprüfung des Modells MIFLU II, 
sondern zur Entwicklung eines eigenen Modells durch die Vorinstanz 
gedient hätten. Sie hätten folglich bereits damals Aktenein�sicht 
verlangen oder zumindest Nachforschungen anstellen müssen. Die 

A-2684/2010

Seite 17

Enteigner wenden dagegen ein, sie hätten nur annehmen können, die 
Fluglärmdaten hätten zur Weiterentwicklung eines auf MIFLU I 
basierenden eigenen Modells der Vorinstanz gedient. Dieses Modell sei, 
wie aus den Protokollen der Vorinstanz hervorgehe, zunächst auch für 
die Vorinstanz im Vordergrund gestanden. Als die Vorinstanz  
beschlos�sen habe, ein eigenes hedonisches Modell zu entwickeln, habe 
sie dies den Parteien – wie aus den Protokollen zu entnehmen sei – 
zunächst aber nicht mitgeteilt. 

Den Argumenten der Vorinstanz kann in diesem Punkt nicht gefolgt werden. Zwar trifft es zu, dass im 
Zeitpunkt der verlangten Daten�herausgabe das Modell MIFLU II noch nicht vorlag. Die Enteigner bringen 
aber zu Recht vor, daraus könne nicht geschlossen werden, dass sie die Entwicklung eines eigenen 
hedonischen Modells der Vorinstanz hätte erkennen müssen. Tatsächlich wird aus den Protokollen der 
Vorinstanz vom 8. April 2009 und vom 14. Mai 2009 klar, dass diese zu jener Zeit zunächst das auf MIFLU 
I basierende Modell ihrer Fachmitglieder Bürgi und Bopp weiterverfolgte. Zudem wollte sie die Enteigner – 
wie dem Protokoll vom 8. April 2009 explizit entnommen werden kann – über die weiteren Abklärungen 
betreffend die Machbarkeit eines eigenen hedonischen Modells damals noch nicht informieren. Es ist daher 
nicht zu beanstanden, dass die Enteigner davon ausgingen, die Daten würden für die Überprüfung und 
allenfalls Ergänzung des Modells MIFLU I oder des allenfalls bereits ange�kündigten Modells MIFLU II 
benötigt. Ob die Enteigner verpflichtet gewesen wären, sich aktiv über die Entwicklung eines eigenen 
Modells zu erkundigen, kann deshalb offen bleiben. Festzuhalten ist, dass die Vorinstanz ihrer 
Orientierungspflicht erst im Januar 2010 nachgekommen ist.

5.1.5.4 Weiter ist anzuerkennen, dass mit dem Beschluss vom 
9. No�vember 2009 die Wahl des Bewer�tungsmodelles bereits 
vorge�geben war. Unter diesen Umstän�den war eine Stellungnahme 
der Enteigner naturge�mäss nur noch beschränkt geeignet, die 
Modellwahl zu beeinflussen. Es erscheint damit nicht unbedenklich, dass 
der Grund�satz�entscheid erfolgte, ohne dass den Parteien die 
Entwicklung eines Alternativ�mo�dells bekannt war. 

Bei diesem Grundsatzentscheid handelte es sich aber um einen Akt der inneren Willens�bildung der 
ESchK. Diesem kam keine Rechtskraft zu und er hätte von der ESchK – beispielsweise aufgrund neuerer 
Erkenntnisse – jederzeit auch wieder umgestossen werden können. Selbst wenn der Gehörs�an�spruch 
der Enteigner dadurch verletzt worden sein sollte, dass die Vorinstanz die Modellwahl ohne vorgän�gige 
Orientierung der Parteien traf, wäre diese Gehörsver�letzung zudem nicht als schwer zu bezeichnen und 
wäre durch die nach�folgenden Äusserungsmöglichkeiten im Laufe des weiteren Verfahrens vor der 
Vorinstanz bzw. im Beschwerde�verfahren geheilt worden (vgl. dazu unten 5.6.1 - 5.6.6).

A-2684/2010

Seite 18

5.2. Eine Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht kann nur vorliegen, 
soweit die Enteigner ein entsprechendes Ge�such gestellt haben und die 
Akteneinsicht von der Vorinstanz zu Unrecht verweigert worden ist. 

5.2.1. Soweit sich die Rüge der Enteigner auf den Bericht zum 
hedonischen Modell ESchK bezieht, ist ein Akteneinsichtsgesuch 
akten�kundig. Dazu ist festzuhalten, dass der Bericht den Enteignern am 
12. Februar 2010, mithin gut zwei Wochen vor dem Entscheid, 
ausgehändigt wurde. 

Die Enteigner bringen vor, der Bericht sei ihnen lediglich informell übergeben worden. Weder das VwVG 
noch das übergeordnete Recht geben jedoch vor, in welcher Form die Akteneinsicht zu erfolgen hat; 
mass�geblich ist, dass den Parteien dadurch die tatsächliche Kennt�nisnahme der Akten ermöglicht wird. 
Auch wenn der Bericht lediglich informell übergeben wurde, wurde dem Anspruch auf Akteneinsicht 
Genüge getan. Inwiefern die Übergabe einer Kopie des Be�richtes als „formell“ oder „informell“ zu 
betrachten ist, kann deshalb offen bleiben.

In Bezug auf den Bericht ist daher keine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erkennen.

5.2.2. 

5.2.2.1 Anlässlich der Sitzung vom 12. Februar 2010 stellten die 
Ent�eigner, wie aus einem Mail der Aktuarin der ESchK vom 16. Februar 
2010 ersichtlich ist, zudem ein Gesuch um Einsicht in die Grundlagen des 
hedonischen Modells ESchK. 

5.2.2.2 In diesem Zusammenhang ist in einem ersten Schritt zu prüfen, 
ob die Grundlagen des hedonischen Modells EschK ihrer Natur nach 
grundsätzlich vom Anspruch auf Akteneinsicht betroffen sind. 

Der Anspruch auf vorgängige Äusserung und damit das Akten�einsichtsrecht bezieht sich primär auf die 
Feststellung des rechts�erheblichen Sachverhalts. Dagegen wird nicht verlangt, dass die Parteien 
Gelegenheit erhalten, sich zu jedem mög�lichen Ergebnis zu äussern, ein Entscheidentwurf muss den 
Parteien nicht zur Stellungnahme unterbreitet werden (BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in: 
Waldmann/Weissen�berger, a.a.O., Art. 30 Rz. 17 f.). Den Par�teien erwächst nach konstanter 
bundesgerichtlicher Recht�spre�chung auch kein allgemeiner Anspruch auf vorgängige Anhörung zu 
Fragen der Rechtsanwendung und der Beweiswürdigung (WALDMANN/BICKEL, a.a.O., Art. 30 Rz. 19). 
Ausnahmsweise besteht ein Anhörungs�recht zu Rechtsfragen, wenn der Betroffene vor 
„über�raschender Rechtsan�wendung“ zu schützen ist. Dies kann der Fall sein, wenn die Behörde ihren 
Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechts�grund zu begründen beabsichtigt, die im bisherigen 
Ver�fahren nicht heran�gezogen wurde, wenn sich die Rechtslage im Laufe des Verfahrens geändert hat 

A-2684/2010

Seite 19

oder wenn der Behörde ein be�sonders grosser Ermes�sensspielraum zusteht (WALDMANN/BICKEL, a.a.O., 
Art. 30 Rz. 20 ff.). 

Die Wahl des Modells zur Bemessung des Minderwertes ist eine Rechtsfrage. Da die Vorinstanz nach der 
Rückweisung durch das Bundesgericht ein Bewertungsraster nach den bundesgerichtlichen Vorgaben zu 
erstellen hatte (vgl. unten E. 8), kann nicht von einer überraschenden Rechtsanwendung gesprochen 
werden, weshalb ein Akteneinsichtsrecht unter diesem Aspekt zu verneinen ist.

Die dem Modell zugrunde liegenden Liegenschaftsdaten sind nicht direkt Gegen�stand des 
rechts�erheblichen Sachverhaltes, sondern werden lediglich als Vergleichs�werte zu dessen Ermittlung 
bzw. zu seiner rechtlichen Würdigung herangezogen. Auch in Bezug auf die Parameter des Mo�dells ist 
zumindest fraglich, ob sie Bestandteil des massgeb�lichen Sachverhalts sind. Die Einsicht in diese Daten 
kann indessen für eine Beurteilung des Modells und damit zur Würdigung des Sachverhalts bedeutend 
sein. Die Parameter sind damit grund�sätzlich geeignet, Grundlage des Entscheides zu bilden. Ob die 
betroffenen Daten und Parameter im konkreten Fall für die Beurteilung des Modells bzw. des damit 
ermit�telten Flug�lärmkoeffizienten aussage�kräftig sind, spielt dabei keine Rolle. Es ist nicht Sache der 
Behörde, über die Relevanz der von einem Akteneinsichtsgesuch betroffenen Akten zu entscheiden, diese 
ist von den Betroffenen zu beurteilen (WALDMANN/ OESCHGER, a.a.O., Art. 26 Rz. 58). Daten und 
Parameter, die Bestandteil der Vorakten bilden und für den Entscheid massgeblich sind (vgl. 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.93), unterliegen daher grundsätzlich dem Einsichts�recht. Zu 
prüfen bleibt lediglich die Frage, ob und inwieweit die Akteneinsicht aufgrund von entge�genstehenden 
Geschäfts�geheim�nissen verweigert werden kann (Art. 27 Abs. 1 Bst. b VwVG). 

Das Modell wurde gemäss den Ausführungen der Vorinstanz von ihr selbst, bzw. von ihrem Fachmitglied 
Prof. Scognamiglio erarbeitet, seine Spezifikationen können daher von vornherein nicht 
Geschäfts�geheimnissen Dritter unterliegen. Denkbar wären Geschäfts�geheimnis�se in Bezug auf die 
von der IAZI AG gelieferten Daten. Die Vorinstanz hat indessen diesbezüglich keine Geschäftsgeheimnisse 
geltend gemacht, so dass auch unter diesem Gesichtspunkt kein Anlass bestand, die Akteneinsicht zu 
verweigern. Der An�spruch auf Akten�einsicht in die Daten und Parameter des Modells ist daher im 
Grundsatz zu bejahen.

5.2.2.3 Weiter ist zu prüfen, auf welche Parameter sich das 
Aktenein�sichtsgesuch bezog. Dies geht aus den Akten nicht eindeutig 
hervor. 

Bei der Beurteilung des Gesuchs ist der besonderen Natur des Bewertungsmodells Rechnung zu tragen. 
Ein solches Modell kann nicht – wie herkömmliche Verfahrensakten – einfach zur Einsicht�nahme zur 
Verfügung gestellt werden. Andernfalls würde wohl – wie von der Vorinstanz geltend gemacht, ein wenig 
aussagekräftiges Datenmeer resultieren. Angesichts der Komplexität des Modells kann vielmehr verlangt 
werden, dass die um Einsicht ersuchende Partei genauer umschreibt, welche Daten und Parameter sie 
sehen wolle, so dass die Vorinstanz diese entsprechend aufbereiten kann.

A-2684/2010

Seite 20

Die Enteigner führen in ihrer Stellungnahme vom 17. November 2010 aus, bei der Erarbeitung eines 
hedonischen Modells würden Liegen�schaftsdaten aktenkundig, die angesichts ihrer Bedeutung für die 
Bewertung dem Akten�einsichtsrecht unterliegen müssten. In ihrer Replik vom 13. September 2010 hielten 
sie indessen noch aus�drücklich fest, Gegenstand des Einsichtsgesuchs seien nicht die einzelnen 
Datensätze, sondern die aussagekräftigen Parameter. In Bezug auf die Liegenschaftsdaten ist daher eine 
Verletzung des Akteneinsichtsrechts zu verneinen.

Ob in Bezug auf die Parameter eine Präzisierung erfolgte, ist nicht aktenkundig. Die Enteigner machten im 
Rahmen des Beschwer�deverfahrens zwar geltend, die Einsicht in die Daten sei ihnen verweigert worden, 
präzisieren aber nicht näher, welche Informationen davon betroffen gewesen sein sollen. Erst in ihrer 
Stellungnahme vom 17. November 2010 führen sie aus, es seien zwar die Komponenten der Variable 
„BUILD“ offengelegt worden, dies sei jedoch wenig aussa�gekräftig, wenn die geschätzten Koeffizienten, 
deren Standardab�weichungen und die Korrelation zwischen den Variablen nicht bekannt seien. 

Dass die Einsicht in diese Daten bereits in einem früheren Verfahrens�stadium verlangt worden ist, ist aus 
den Akten zumindest nicht ersichtlich. Auch den Ausführungen des von den Enteignern beigezogenen 
Gutachters, Prof. Thalmann, ist nicht zu entnehmen, dass verlangte Informationen nicht herausgegeben 
worden sein sollen. Prof. Thalmann führt zwar aus, es sei schwierig, anhand des IAZI-�Berichts die 
Qualität des hedonischen Modells ESchK zu beurteilen, da die Variablen in den zwei Aggregaten BUILD 
und MACRO zusammengefasst wür�den. Dies erlaube es nicht, mögliche Ursachen von Verzerrungen der 
Schätzung des Einflusses von Fluglärm zu erkennen. Dass Prof. Thalmann zusätzliche Informationen 
verlangt hätte, die ihm verweigert worden wären, erwähnt er in diesem Zusammenhang nicht. Es ist jedoch 
anzunehmen, dass er eine explizite Bemerkung angebracht hätte, wenn ihm die verlangte Einsicht in 
Modellgrundlagen vorent�halten worden wäre.

Andererseits ist auch festzuhalten, dass die Vorinstanz in ihrer internen Korrespondenz bezogen auf die 
Modellgrundlagen fest�gehalten hat, die Akteneinsicht müsse selbstverständlich gewährt wer�den, Prof. 
Scognamiglio verlange aber, dass konkrete Fragen gestellt würden. Daraus geht zumindest hervor, dass 
sich das Akten�ein�sichts�be�gehren nicht nur auf den Bericht, sondern auf weiterge�hende 
Infor�ma�tionen bezogen haben muss. Schlussendlich unklar bleibt, betref�fend welche Daten die 
Enteigner ausdrücklich die Akteneinsicht ver�langt haben. Bei einer Unklarheit über den Inhalt des 
Akteneinsichts�gesuchs hätte die Vorinstanz immerhin bei den Ent�eignern nachfragen können und 
müssen. Ob ein hinreichend spezi�fiziertes Akten�ein�sichtsgesuch vorlag, kann damit vorliegend nicht 
abschliessend beant�wortet werden.

Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, dass die Enteigner mit E-Mail vom 17. März 2010 mitteilten, sie 
hätten keine weiteren Fragen. Da die Enteigner dies erst nach Erlass des Entscheides mitteilten, ist dieser 
Umstand bei der Beurteilung der Frage, ob im vorinstanzlichen Verfahren das Einsichtsrecht verletzt 
wurde, nicht zu berücksichtigen.

A-2684/2010

Seite 21

Eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts kann nach dem Gesagten zumindest nicht ausgeschlossen 
werden. Ob das Akteneinsichtsrecht in diesem Punkt tatsächlich verletzt wurde, kann vorliegend aber offen 
bleiben, da wie in der Folge zu zeigen sein wird (vgl. unten E. 5.6.1 - 5.6.6), eine allfällige 
Gehörsverletzung im Rahmen des Beschwer�dever�fahrens geheilt worden wäre. 

5.3. 

5.3.1. Die Enteigner machen weiter geltend, das hedonische Modell 
ESchK sei nicht von Prof. Scognamiglio als Fachmitglied der 
Vor�instanz, sondern von der IAZI AG – mithin einer Dritten – erstellt 
worden. Es sei demnach als Gutachten eines sachverständigen Dritten 
zu qualifizieren. Die Parteien hätten bei der Benennung eines Exper�ten 
angehört werden und Gelegenheit zur Stellung von Zusatz�fragen 
erhalten müssen. Auch die Vorinstanz sei offenbar ursprünglich von einer 
gutachterlichen Drittleistung aus�gegangen. So habe die Vorin�stanz 
den Enteignern mit Schreiben vom 13. Januar 2010 die Rech�nung der 
IAZI AG vom 23. November 2009 für die Modellent�wicklung zukommen 
lassen. Darin würden die Leistungen der IAZI AG als Drittleistungen 
bezeichnet. Mit Schreiben vom 5. August 2010 habe die ESchK dann 
aber mitgeteilt, die bisherigen Schreiben be�ruhten auf einem Irrtum. 
Sinngemäss sei es in Tat und Wahrheit ihr Fach�mitglied Prof. 
Scognamiglio gewesen, welches das hedonische Modell ESchK selber in 
Eigenregie entwickelt und erarbeitet habe. 

Dies widerspreche der Darstellung im Bericht der IAZI AG vom 24. Sep�tember 2009. Dort sei 
festgehalten worden, Auftragnehmerin der Vorinstanz sei die IAZI AG gewesen. Das IAZI-interne 
Expertenteam, das das Modell IAZI ent�wickelt habe, sei nicht von Prof. Scognamiglio geleitet worden, 
sondern von Dr. Philippe Sormani. Prof. Scognamiglio  sei lediglich als Supervisor beteiligt gewesen. Es 
liege somit eindeutig eine Drittleistung vor und nicht ein Fachgutachten des Fachmitglieds Prof. 
Scognamiglio. Ansonsten hätte dieser als begutachtendes Fach�mitglied wohl am entsprechenden und 
heute zur Diskussion stehenden Entscheid offiziell mitwirken müssen, was gemäss Rubrum nicht der Fall 
gewesen sei.

5.3.2. Die Vorinstanz bringt dagegen vor, die Behauptung, sie habe ein 
"externes" Gutachten in Auftrag gegeben, sei unzutreffend. Sie habe 
insgesamt drei Fachmitglieder mit der Ausarbeitung von 
Schätzungs�modellen zur Berechnung des Minderwerts von 
Ertrags�liegenschaften betraut, u.a. Prof. Scognamiglio. Im Rahmen der 
Modellentwicklung habe Prof. Scognamiglio lediglich auf die Immobilien-
Transaktions�datenbank sowie das Immobilien- und Statistikwissen der 
IAZI AG zu�rückgegriffen. Er habe das hedonische Modell ESchK als 

A-2684/2010

Seite 22

Fachmitglied für die Kommission entwickelt. Die Kosten für das Modell 
bestünden aus�schliesslich aus den eigenen Leistungen von Prof. 
Scognamiglio als Fachmitglied, die er der ESchK mit einem 
Stundenansatz von Fr. 250.-- in Rechnung gestellt habe. Es müsse einer 
ESchK möglich sein, das Fachwissen ihrer Fachmitglieder zu nutzen. 
Diesen wiederum müsse es gestattet sein, die für die Kommissionsarbeit 
notwendige Unterstützung und Hilfestellungen aus ihrem beruflichen 
Umfeld zu holen und ihre Erfahrung zu nutzen.

Der Rückgriff auf die Daten der IAZI AG, ohne die das Modell gar nicht hätte gerechnet werden können, 
ändere daran nichts. Eigentümer des Modells sei die Vorinstanz, die IAZI AG verwende dieses Modell 
nicht. Die IAZI AG habe ein rein wissenschaftliches Interesse am Modell und im Gegenzug der Vorinstanz 
ihre Daten und ihre Infrastruktur zur Ver�fügung gestellt. Weil künftig alle Fachmitglieder in der Lage sein 
müssten, mit diesem Modell zu arbeiten, sei es von der Kommission in mehreren Plenar�sitzungen im Jahr 
2009 (unter Ausschluss der sich im Ausstand befindlichen Mitglieder W. Holenstein, O. Wipfli und D. 
Schlatter) diskutiert und schliesslich einstimmig gutgeheissen worden, um es dem angefochtenen 
Leitentscheid zugrunde zu legen.

5.3.3. Die Enteignete führt in ihrer Beschwerdeantwort aus, Prof. 
Scognamiglio sei nicht wirklich Experte gewesen, welcher einen 
Lebens�sachverhalt zu klären gehabt habe. Sein Auftrag sei dahin 
gegangen, ein Arbeitsinstrument für die Vorinstanz zu entwickeln, mit 
welchem diese die vielen zu be�wertenden Ertragsliegenschaften 
stan�dar�tisiert und schema�tisiert be�urteilen könne. Er sei deshalb 
als sachkundiger Gehilfe zu be�zeichnen, wobei das Gericht zu 
entschei�den habe, ob auf ihn die Regeln für Sachverständige 
anzuwenden seien. Falls sie dies wären, hätte die Vorinstanz sie bei rein 
formaler Betrachtungsweise mög�licherweise verletzt. Allerdings stelle 
sich die Frage, ob sich materiell etwas geändert hätte, wenn diese Regel 
befolgt worden wäre. Dies sei zu verneinen. So sei es ein Merkmal des 
vorliegenden Verfahrens, dass in der Schweiz wenige Anbieter sowohl 
über genügende Datensätze als auch über das Fachwissen verfügten, 
um hedonische Modelle für Immobilien anzu�bieten.

Die gemachte Modellentwicklung sei weder gutachter�liche noch rich�ter�liche Tätigkeit. Es gehe nicht 
um die Feststellung eines konkreten Sach�verhalts, sondern um die Entwicklung eines ein�fachen und 
prakti�kablen Rasters, mit welchem die anstehenden konkreten Fälle rechts�gleich abgewickelt werden 
könnten. Der Beitrag von Prof. Scognamig�lio sei nicht als derjenige eines Sachverständigen im Sinne von 
Art. 12 Bst. e VwVG zu werten, sondern als derjenige einer zum erstinstanz�lichen Gericht gehörenden 
Person, die aufgrund ihrer besonderen Fachkenntnisse an der Vorbereitung der Verfügung mitgewirkt 
habe. Die Wahl der Vorinstanz sei angesichts der „unique selling position“ der IAZI AG nicht unsachlich.

A-2684/2010

Seite 23

5.3.4. Es stellt sich zunächst die Frage, wie die Modellentwicklung zu 
qualifizieren ist und welchen verfahrensrechtlichen Regeln sie 
unter�steht. Denkbar ist dabei, dass Prof. Scognamiglio (bzw. die IAZI 
AG) das Modell im Sinne eines Sachverständigengutachten gemäss Art. 
12 Bst. e VwVG entwickelt hat oder dass er das Modell in seiner Funktion 
als Fachmitglied der Vorinstanz schuf.

5.3.5. Als Sachverständigengutachten gelten Berichte über die 
Sachver�haltsprüfung und -würdigung, die von Dritten aufgrund eines 
bereits erhobenen Sachverhalts während eines Verfahrens und aufgrund 
ihrer be�sonderen Fachkenntnisse abgegeben werden. Die Regelung 
von Art. 57 ff. des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den 
Bundeszivilprozess (BZP, SR 273) bezieht sich nur auf Gutachten, 
welche die Verwaltungsbehörden von externen Fachleuten einholen. Den 
Par�teien ist diesfalls vor der Ernennung Gelegenheit zu geben, 
Ein�wendungen gegen den vorgesehenen Sachverständigen 
anzubringen (Art. 58 Abs. 2 BZP), sich zu den Fragen an den 
Sachverständigen zu äussern sowie Abänderungs- und 
Ergänzungs�anträge zu stellen. Gemäss Art. 72 Abs. 1 EntG kann die 
ESchK Sachverständige beiziehen. Gemäss Art. 49 der Ver�ord�nung 
vom 24. April 1972 für die eidgenössischen 
Schät�zungs�kom�missionen (VoESchK, SR 711.1) soll dies in der 
Regel jedoch nur geschehen, wenn die Kommission keine eigenen 
sachver�ständigen Mitglieder hat.

5.3.6. Das Modell wurde, wie aus den eingereichten Protokollen 
hervorgeht, durch oder zumindest unter der Verantwortung von Prof. 
Scognamiglio entwickelt. Soweit die Leistungen von Prof. Scognamiglio 
persönlich erbracht wurden, können sie ohne Weiteres als Tätigkeit eines 
sachverständigen Mitgliedes der Kommission betrachtet werden. Als 
solche unterstehen sie nicht den Regeln von Art. 57 ff. BZP und es sind 
keine über die dem Anspruch auf rechtliches Gehör ent�fliessenden 
Informations- und Äusserungsrechte zu beachten. 

Aus den Akten geht nicht zweifelsfrei hervor, ob und in welchem Um�fang Mitarbeitende der IAZI AG an 
der Entwicklung des Modells be�teiligt waren. So wird zwar von der Vorinstanz geltend gemacht, das 
Modell sei von Prof. Scognamiglio entwickelt worden, gemäss der Modell�doku�men�tation ist indessen 
das Modell unter der Aufsicht von Prof. Scognamiglio durch ein Expertenteam der IAZI AG, namentlich 
durch Dr. Philippe Sormani und Eeva Supponen entwickelt worden. Es bleibt damit zu prüfen, wie die 
Mitwirkung von Experten der IAZI AG zu qualifizieren ist. 

A-2684/2010

Seite 24

Nach der Rechtsprechung ist es einer Behörde gestattet, jederzeit aus eigener Kompetenz und ohne 
besondere gesetzliche Grundlage ex�terne oder interne Fachgremien oder Berater beizuziehen, wobei es 
ihre Sache ist, ob und inwieweit sie dies nach aussen zu erkennen geben will (BGE 108 V 130 E. 4c, Urteil 
des Bundesgerichts 2A.587/2003 vom 1. Oktober 2004 E. 8.4 ff., Urteil des Bundesver�waltungsgerichts 
A-2607/2009 vom 8. Juli 2010 E. 6.3). Der Beizug solcher externer Berater unterliegt nicht den Regeln von 
Art. 57 ff. BZP, doch sind die aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schwei�zerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 (BV, SR 101)  flies�senden Rechte auf rechtliches Gehör zu beachten. Gerade in 
einem komplexen Verfahren wie dem vorliegenden müssen die Transparenz der Tätigkeit der externen 
Be�rater sowie die Einhaltung der wesentlichsten Verfahrensgrundsätze gewährleistet bleiben. Es muss 
den Beteiligten insbesondere möglich sein, allfällige Einwände gegen die beigezogenen Personen oder die 
Art ihrer Mitwirkung rechtzeitig und verfahrensökonomisch zu erheben und sich zu den Abklärungen zu 
äussern, die unter Beizug der Berater vorgenommen werden, was eine entsprechende Information der 
Parteien bedingt (Urteil des Bundesgerichts 2A.587/2003 vom 1. Oktober 2004 E. 8.6). 

Die Entwicklung des hedonischen Modells ESchK durch Prof. Scogna�miglio und der Beizug der IAZI AG 
bei der Modellentwicklung sowie die Namen der mit der Modellentwicklung befassten Personen waren den 
Parteien spätestens nach der Informationsveranstaltung vom 12. Feb�ruar 2010 bekannt, so dass sie zwar 
noch die Möglichkeit hatten, sich dazu zu äussern. Dass die Wahrnehmung der oben erwähnten 
Verfahrensrechte zu diesem Zeitpunkt noch wirksam und auf verfahrensökonomisch sinn�volle Weise 
möglich war, ist jedoch zu verneinen. Die festgestellte Verletzung des Gehörsanspruchs der Parteien ist 
aber nicht als schwerwiegend zu bezeichnen, dies zumal keine Ausstands�gründe oder Einwendungen 
gegen die allenfalls mit der Modellent�wicklung befassten Personen geltend gemacht wurden. Solche sind 
auch für das Bundesverwaltungsgericht nicht erkennbar. Der Mangel kann damit – wie in der Folge zu 
zeigen sein wird – im Beschwerde�verfahren geheilt werden.

Anzufügen bleibt, dass die Rechnungstellung durch die IAZI AG, die Weiterleitung an die Enteigner und die 
anschliessende Berichtigung durch die Vorinstanz als zumindest unglücklich zu bezeichnen ist und es 
nach�vollziehbar erscheint, dass bei den Enteignern dadurch der Eindruck entstand, es sei ohne Wahrung 
der entsprechenden Parteirechte ein Sachverständigengutachten eingeholt worden. Die Vorakten sind 
bezüglich der Aufgabenverteilung zwischen Prof. Scognamiglio, der IAZI AG sowie deren Mitarbeitenden 
teilweise widersprüchlich. Dies ändert aber nichts daran, dass das Modell unter der Verantwortung des 
Kommissionsmitgliedes Prof. Scognamiglio erarbeitet wurde. Für die juristische Würdigung des Modells ist 
letztlich die Stellung von Prof. Scognamiglio als Kommissionsmitglied entscheidend und nicht die Frage, 
wie er seine Leistungen in Rechnung gestellt hat.

5.4. 

5.4.1. Die Enteigner sehen eine Verletzung ihres Anspruchs auf 
recht�liches Gehör weiter darin, dass die Vorinstanz nach der 
Rück�weisung des Verfahrens durch das Bundesgericht nicht von sich 
aus einen Schriften�wechsel durchgeführt hat. 

A-2684/2010

Seite 25

5.4.2. Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, die Durchführung 
eines Schriftenwechsels sei nicht geboten gewesen. Der Entscheid 
darüber liege gemäss Art. 68 EntG im Ermessen der Vorinstanz. 
Vor�liegend habe es sich um ein Rückweisungsverfahren gehandelt, in 
dem das Prozessthema klar und eng umschrieben gewesen sei. Ein 
Schriftenwechsel sei im Rahmen des Instruktionsverfahrens 
durchzu�führen, dieses sei abgeschlossen gewesen und der Fall liquid. 

5.4.3. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, stellt Art. 68 Abs. 1 EntG die 
Durchführung eines Schriftenwechsels in das Ermessen der 
Schätzungskommission. Die Vorinstanz kann dabei indessen nicht 
be�liebig verfahren, sondern hat ihr Ermessen pflichtgemäss, d.h. 
ver�fassungs- und gesetzeskonform auszuüben und besonderes 
Augen�merk auf Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung zu richten 
(PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines 
Verwaltungs�recht, 3. Aufl., Bern 2009, § 26 Rz. 11). Art. 68 Abs. 1 EntG 
gibt der Vorinstanz eine gewisse Flexibilität zu einer den Umständen des 
Einzel�fall angemessenen Verfahrensgestaltung. Nachdem die 
Partei�stand�punkte bereits im Rahmen des ersten Verfahrens vor der 
Schätzungs�kommission dargelegt worden sind und ein erhebliches 
Interesse an einer beförderlichen Abwicklung des Verfahrens besteht, 
sind die Gründe, die die Vorinstanz zu einem Verzicht auf einen 
Schriften�wechsel bewogen, nachvollziehbar. 

Es bleibt aber zu prüfen, ob dieser Verzicht mit dem übergeordneten Recht, namentlich mit dem Anspruch 
auf rechtliches Gehör bzw. auf vorgängige Anhörung vereinbar ist. Das EntG kennt in Bezug auf den 
Schriftenwechsel eine spezielle Verfahrensordnung, weshalb Art. 30 Abs. 1 VwVG nicht direkt anwendbar 
ist. Da Art. 30 Abs. 1 VwVG lediglich eine Konkretisierung des bereits von Verfassungs wegen geltenden 
An�spruchs auf rechtliches Gehör darstellt (Art. 29 Abs. 2 BV), können Recht�sprechung und Lehre zu 
dieser Bestimmung bei der Beurteilung der Frage, ob die Vorinstanz bei korrekter Anwendung von Art. 68 
Abs. 1 EntG nach der Rückweisung des Verfahrens erneut einen Schriftenwechsel hätte durchführen 
müssen, herangezogen werden.

5.4.4. Der Anspruch auf Anhörung vor Erlass einer Verfügung beinhaltet 
grundsätzlich das Recht des Betroffenen, selbst zu bestimmen, wie, zu 
welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang er mit den Behörden 
verkehren will (WALDMANN/BICKEL, a.a.O., Art. 30 N. 26). Das 
Anhörungsrecht verlangt zwar, dass die Parteien über neue 
Sachverhaltselemente orientiert werden und dass ihnen Akteneinsicht 
gewährt wird (vgl. oben E. 5.1.4). Dagegen ist daraus keine Pflicht der 
Behörde abzuleiten, die Parteien formell zu einer Stellungnahme 

A-2684/2010

Seite 26

einzuladen. Auch eine über Art. 68 Abs. 1 EntG hinausgehende, 
verfassungsrechtliche Verpflichtung der Vorinstanz, nach der 
Rückweisung durch das Bundes�gericht einen Schriften�wechsel 
durchzuführen, ist zu verneinen. Aus dem Grundsatz der 
Waffengleichheit der Parteien ergibt sich zwar die Verpflichtung, in einem 
Gegenparteien-Verhältnis die Parteien zu Vorbringen der Gegenpartei 
anzuhören (WALDMANN/BICKEL, a.a.O., Art. 31 Rz. 2). Die Enteigner 
haben jedoch nicht geltend gemacht, es sei ihnen keine Möglichkeit 
geboten worden, zu Ausführungen der Enteigneten Stellung zu nehmen. 
Eine Pflicht zur Anordnung eines Schriftenwechsels ist unter diesen 
Umständen nicht ersichtlich. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die 
Vorinstanz im Rahmen des durch Art. 68 Abs. 1 EntG eingeräumten 
Ermessens�spielraums auf die Durchführung eines Schriftenwechsels 
verzichtet hat.

5.4.5. Eine Ver�letzung des rechtlichen Gehörs der Enteigner durch die 
Nichtdurch�führung eines Schrif�ten�wechsels ist deshalb nicht zu 
ersehen.

5.5. 

5.5.1. Weiter machen die Enteigner geltend, die Vorinstanz habe ihre 
Be�gründung-, Abklärungs- und Untersuchungspflichten verletzt, indem 
sie das hedonische Modell ESchK nicht auf seine Tauglichkeit überprüft 
und un�kritisch das Modell von Prof. Scognamiglio übernommen habe. 
Die Vor�instanz entgegnet, die Kommission, die im konkreten Fall in 
einer Dreierbe�setzung habe entscheiden müssen (Art. 60 EntG), 
verwende selbst�verständlich die Meinung und Formulierungen ihrer 
fachkundigen Mitglieder. Es ergebe keinen Sinn, Fachleute als Mitglieder 
der Kommission zu benennen, wenn auf ihre Meinung und Arbeit nicht 
ab�gestellt werden dürfte.

5.5.2. Dazu ist zunächst festzuhalten, dass sich die Vorinstanz, wie aus 
den vorgelegten Sitzungsprotokollen hervorgeht, anlässlich meh�re�rer 
Sitzungen intensiv mit den verschiedenen zur Diskussion gestell�ten 
Modellen auseinandergesetzt hat. Der Vorwurf, die Vorinstanz habe ihre 
Abklärungs- und Untersu�chungs�pflichten vernachlässigt, erscheint 
daher unbegründet. 

5.5.3. Zu prüfen bleibt, ob der angefochtene Entscheid in Bezug auf die 
Wahl und die Eigenschaften des Modells den Ansprüchen der 

A-2684/2010

Seite 27

Begründungspflicht genügt. Die Begründung einer Verfügung muss so 
abgefasst sein, dass sie den Betroffenen die Möglichkeit gibt, sich über 
die Tragweite des Entscheides Rechen�schaft zu geben und allenfalls in 
voller Kenntnis der Gründe ein Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 121 I 54 E. 
2c, ALBERTINI, a.a.O., S. 404). Dabei ist dem Grad der Betroffenheit der 
Parteien, der Komplexität und dem Gestaltungs�spielraum der Behörde 
Rechnung zu tragen (ALBERTINI, a.a.O., S. 406 ff.). Die Vorinstanz hat die 
Gründe dargelegt, weshalb sie sich für das hedonische Modell EschK 
ent�schieden hat und dieses zumindest in seinen Grundzügen erläutert. 
Diese Begründung er�scheint für eine sachgerechte Anfechtung als 
ausreichend. Die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht erscheint 
damit ebenfalls als unbegrün�det.

5.6. 

5.6.1. Wie gezeigt, hat die Vorinstanz den Anspruch der Enteigner auf 
rechtliches Gehör möglicherweise verletzt, indem sie ihnen vor Erlass des 
angefoch�tenen Entscheides keine Einsicht in die Parameter des 
hedonischen Modells ESchK gewährte (vgl. vorne E. 5.2.2.3). Offen 
gelassen wurde zudem, ob die Orientierung über die Entwicklung eines 
eigenen Be�wer�tungs�modells rechtzeitig erfolgte, um die 
Gehörs�ansprüche der Par�teien zu wahren (vgl. vorne E. 5.1.5.4). 
Bezüglich der Rechtzeitigkeit der Bekanntgabe der Namen der mit der 
Modellentwicklung befassten Personen wurde eine Verletzung des 
Gehörsanspruchs der Parteien fest�gestellt (vgl. vorne E. 5.3.6). Es ist 
damit zu prüfen, ob diese allfälligen bzw. festgestellten 
Gehörsverletzungen zu einer Aufhe�bung des angefochtenen 
Entschei�des führen müssen oder im Be�schwer�deverfahren geheilt 
werden können.

Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, was be�deutet, dass eine Verletzung desselben 
grundsätzlich zur Aufhebung des Entscheids führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be�schwerde in 
der Sache selbst. In der Praxis ist die Heilung einer Gehörsverletzung aber dann möglich, wenn es sich 
nicht um eine be�sonders schwere Verletzung der Parteirechte handelt und wenn die Beschwerdeinstanz 
in denjenigen Fragen, in denen das rechtliche Gehör verletzt worden ist, dieselbe Überprüfungsbefugnis 
hat wie die Vorinstanz und entsprechend das Versäumte nachholen kann. Zudem darf den 
Beschwerdeführenden kein Nachteil erwachsen und die Heilung soll die Ausnahme bleiben (BGE 136 V 
117 E. 4.2.2.2, BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 129 I 129 E.2.2.3, BGE 127 V 431 E. 3d.aa mit Hinweisen).

5.6.2. Die Enteigner bringen dazu vor, angesichts des für die 
Be�urteilung des vorliegenden Falls erforderlichen Spezialwissens, über 

A-2684/2010

Seite 28

das gemäss gesetzlicher Anlage in erster Linie die Vorinstanz als 
spezifische Fachbehörde verfügen sollte, könne nicht davon 
aus�gegangen werden, das Bundes�verwaltungsgericht werde 
sämtliche materiell-rechtlichen Rügen im Zusammenhang mit dem 
hedonischen Modell ESchK erstmals und erst noch vollumfänglich, d.h. 
mit voller Kognition, überprüfen. Die Vorausset�zungen einer möglichen 
Heilung des Anspruchs auf rechtliches Gehör seien somit nicht gegeben.

5.6.3. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen 
Entscheid grundsätzlich mit voller Kognition (Art 49 VwVG). Nach 
konstanter Rechtsprechung und Lehrmeinung ist indes anerkannt, dass 
die Überprüfung mit einer gewissen Zurückhaltung zu erfolgen hat und 
der rechtsanwendenden Behörde ein Beurteilungsspielraum 
zuzuge�stehen ist, wenn diese den örtlichen, technischen und 
persön�lichen Verhältnissen näher steht als die Beschwerdeinstanz. 
Geht es um die Beurteilung technischer oder wirtschaftlicher 
Spezialfragen, in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen 
verfügt, kann den Beschwerdeinstanzen zugebilligt werden, nicht ohne 
Not von der Auffassung der Vorinstanz abzuweichen 
(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.154f.; ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allge�meines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2010, Rz. 446c f., je mit Hinweisen auf die 
Recht�sprechung, a.a.O., § 26 Rz. 22, 29 und 46). Wenn sich die 
Rechts�mittelbehörde (zulässigerweise) eine 
Kog�nitions�beschränkung auf�erlegt, scheidet eine Heilung einer 
Ge�hörs�verletzung auch bei voller Kognition aus (BGE 116 Ia 297 E. 2, 
Urteil des Bundesgerichts 2A.315/2001 vom 26. November 2001 E. 2b, 
WALD�MANN/BICKEL, a.a.O., Art. 29 Rz. 119f., ALBERTINI, a.a.O., S. 461). 
Wie in der Folge zu zeigen sein wird, schöpft das 
Bundes�verwaltungs�gericht seine Kognition aus und verzichtet darauf, 
sich auf�grund der besonderen Fachkenntnisse der Vorinstanz 
Zurückhaltung aufzu�erlegen.

Obwohl das Bundesverwaltungsgericht volle Kognition hat und diese auch ausübt, sind die angestammten 
Rollen von Verwaltung und Gericht bzw. im vorliegen�den Fall der ESchK und des Gerichts zu 
respektieren. Zwar kann das Gericht den angefochtenen Entscheid ebenfalls auf Unange�mes�senheit 
hin überprüfen, doch heisst das nicht, dass es sein eigenes Gutdünken an die Stelle des Ermessens der 
fachkundigen Vorinstanz setzen dürfte (BGE 129 II 331 E 3.2). In Ermessens�fragen ist ein 
Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren. Eine unange�mes�sene Entscheidung ist zu 
korrigieren, der Vorinstanz ist aber die Wahl unter mehreren angemessenen Lösungen zu überlassen 
(BGE 133 II 35 E. 3). Dieser Grundsatz wird im vorliegenden Verfahren ebenfalls zu beachten sein. In 

A-2684/2010

Seite 29

Anwendung dieser Praxis wird auch die Angemessenheit des Entscheides der Vorinstanz zu überprüfen 
sein und eine unan�gemessene Ent�scheidung der Vorinstanz wäre zu korrigieren. Darin kann aber keine 
die Heilung ausschliessende Kognitions�beschrän�kung erblickt werden.

5.6.4. Ob eine Verletzung der Parteirechte derart schwer wiegt, dass eine 
Heilung ausgeschlossen ist, kann nicht anhand eines abstrakten 
Massstabs beurteilt werden. Die Interes�sen der Parteien an der 
Wahrung der Parteirechte sind gegen das Gebot der 
Verfahrens�be�schleunigung abzuwägen. Von einer Rückwei�sung der 
Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwal�tung ist im 
Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwer wiegenden 
Verlet�zung des rechtlichen Gehörs dann abzu�sehen, wenn und soweit 
die Rückweisung zu einem formalis�tischen Leerlauf und damit zu 
unnöti�gen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung 
gleich�gestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 
133 I 201 E. 2.2). Angesichts der umfassenden Möglichkeiten der 
Parteien, sich im Laufe des Verfahrens zu äussern, ist nicht davon 
auszugehen, dass eine Rückweisung des Verfahrens ihre Möglichkeit, 
gehört zu werden, erheblich stärken würde. Die Vorinstanz würde sich 
zudem kaum für ein anderes Modell entscheiden. Eine Rückweisung zur 
Nachholung des rechtlichen Gehörs käme deshalb einem formalistischen 
Leerlauf zumindest nahe. Nach einem derart langen Verfahren, während 
dessen die Enteignete  auf ihre Entschädigung warten musste, 
widerspräche eine Rückweisung zwecks Gehörsgewährung auch dem 
grundrechtlichen Beschleunigungsgebot. Die Verletzung der Parteirechte 
der Ent�eigner jedenfalls nicht als so schwerwiegend zu bezeichnen, 
dass die Heilung im Beschwerde�ver�fahren ausgeschlossen wäre.

5.6.5. Zu prüfen ist schliesslich, ob den Enteignern durch eine Heilung ein 
unzumutbarer Nachteil entstehen würde. Ein solcher könnte darin 
gesehen werden, dass ihnen durch die Heilung eine Rechtsmittel�instanz 
entzogen würde. Dieser Nachteil kann indessen ebenfalls nicht als allzu 
schwer bezeichnet werden. Die Gehörsverletzung bezog sich auf Fragen 
der Ausgestaltung der Methode zu Berechnung des Minder�werts, mithin 
auf die Frage der Auslegung des Begriffs des zu entschädigenden 
Minderwertes ge�mäss Art. 19 Bst. b EntG. Diese Fragen können vom 
Bundesgericht als Rechtsfragen frei überprüft werden (Art. 95 Bst. a des 
Bundes�gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Auch 
wenn den Parteien durch die Heilung im Beschwerdeverfahren der 
Instanzen�zug verkürzt wird, bleibt ihnen damit die Möglichkeit, die 

A-2684/2010

Seite 30

vorliegend strittigen Fragen durch ein Rechtsmittel überprüfen zu lassen. 
Es erwächst ihnen dadurch kein Nachteil, welcher das Interesse an einer 
raschen Beurteilung des Ver�fahrens überwiegen würde. 

5.6.6. Wie vorne erwähnt, haben die Enteigner während der 
Rechtsmittelfrist – soweit sie dies verlangten – Einsicht in die Grundlagen 
des Be�wertungsmodells erhalten. Die Enteigner haben Prof. 
Scog�namiglio denn auch mit Mail vom 17. März 2010 mitgeteilt, sie 
hätten keine weiteren Fragen.

Zwar wurden nicht einfach sämtliche Parameter und Daten offenge�legt, es wurden jedoch alle verlangten 
Auskünfte erteilt. Dieses Vorgehen ist angesichts der Komplexität und der besonderen Natur des 
Be�rechnungsmodells sachgerecht. Zudem haben die Beschwer�deführer im Laufe des 
Beschwerdeverfahrens sämtliche Akten und Modell�grundlagen einsehen können und Gelegenheit 
erhalten, weitere Fra�gen zu stellen und Erläuterungen einzuholen.

Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs wurde damit im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 
geheilt.

6. 

6.1. Schliesslich bemängeln die Enteigner in formeller Hinsicht, ihr 
Anspruch auf den gesetzmässigen Richter sei durch die Doppelrolle von 
Prof. Scognamiglio verletzt. Diese habe dazu geführt, dass es die 
Vor�instanz gegenüber dem hedonischen Modell ESchK an der 
not�wendigen kritischen Distanz und Unvoreingenommenheit habe 
fehlen lassen. Als verletzt betrachtet werden müsse darum auch der 
An�spruch auf eine unvoreingenommene und unparteiliche Beurteilung 
gemäss Art. 30 Abs. 1 BV.

6.2. Die Vorinstanz wendet ein, die Tätigkeit der sachverständigen 
Mitglieder der Schätzungskommission stelle einen Beitrag zur 
Urteils�findung dar und zwar auch insoweit, als diese Mitglieder mit der 
Vor�prüfung von Fragen betraut würden und den 
Schätzungskommissionen hierüber schriftlichen Bericht erstatteten (BGE 
96 I 296). Es stelle keine "unzulässige Einmischung" und "unzulässige 
Beeinflussung seines eigenen Gerichts" dar, wenn ein Fachmitglied an 
der allgemeinen Kommissionsarbeit (Ent�wicklung eines Rasters) 
teilnehme und in einem konkreten Ver�fahren zuhanden der Kommission 
Stellung be�ziehe. Die Fachmit�glieder sollten auch aus ihrer 
fachspezi�fischen Sicht heraus zu Eingaben der Parteien, hier zu MIFLU 
II, Stellung nehmen und diese kritisch hinterfragen. Sie sollten an der 

A-2684/2010

Seite 31

Kommissionsarbeit aktiv mitarbeiten und – wenn die Aufgabe der 
Kommission darin be�stehe, einen Raster zu entwickeln – ihr 
Fachwissen einbringen.

6.3. Die Enteignete führt aus, Prof. Scognamiglio sei bei der Be�urteilung 
des konkreten Falls nicht Mitglied des Spruchkörpers gewe�sen. Er habe 
damit an der Be�urteilung des vorliegenden Falls nicht teilgenommen. 
Sein Beitrag habe allein auf abstrakter Ebene gelegen, indem das 
angewendete Beurteilungsmodell unter seiner Leitung ausgearbeitet 
worden sei. Es ge�höre zum Alltag von Richterinnen und Richtern, 
einzelne Fälle als Referenten des Gerichts vorzubereiten und 
anschliessend im Ge�richtskollegium vertreten und sich einer inhaltlichen 
Auseinander�setzung stellen zu müssen. Analoges gelte für die 
vorliegende Konstellation, in der die am Entscheid mitwirkenden 
Mitglieder der Vorinstanz sich mit dem Modell eines 
Kommis�sions�mit�glieds aus�einandersetzen mussten.

6.4. Die Enteigner sehen damit ihren Anspruch auf die gesetzmässige 
Zusammensetzung der ESchK in zweifacher Hinsicht verletzt. 
Nachfol�gend zu prüfen ist deshalb einerseits, ob die Vorinstanz zu 
Recht ein zwei�stufiges Verfahren angewandt hat, indem sie als 
Gesamt�kommission zunächst in abstrakter Weise einen Raster erstellt 
hat. Andererseits ist zu klären, ob die Vorinstanz ungeachtet ihrer Nähe 
zu ihrem Kommissionsmitglied Prof. Scognamiglio in der Lage gewesen 
ist, dessen Arbeit mit der genügenden Unabhängigkeit zu würdigen. 

6.5. Gemäss Art. 30 Abs. 1 BV haben die Parteien in einem gerichtlichen 
Verfahren Anspruch auf eine unvoreingenommene Beurteilung durch ein 
durch Gesetz geschaffenes und gesetzmässig zusammen�gesetztes 
Gericht. Die Vorinstanz ist ein Spezialver�waltungsgericht des Bundes 
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,  Rz. 1876) und fällt damit in den 
Geltungsbereich von Art. 30 Abs. 1 BV. 

6.6. Die Schätzungskommission verhandelt gemäss Art. 60 EntG in der 
Besetzung von drei Mitgliedern. Inwieweit die Fachmitglieder für 
Vorabklärungen beigezogen werden können, ist im EntG nicht 
aus�drücklich geregelt. Das Bundesgericht hat in BGE 96 I 292 E. 2 
er�kannt, die Mitglieder der Schätzungskommissionen seien 
Sachver�ständige, die in der Regel die erforderliche Schätzung selber 
vorzu�nehmen vermöchten. Nur soweit dies ausnahmsweise nicht 
zutreffe, seien besondere Sachverständige beizuziehen (Art. 47 Abs. 2 

A-2684/2010

Seite 32

VoESchK). Die Beachtung dieses Grundsatzes sei vor allem deshalb 
wichtig, weil der Beizug von aussenstehenden Sachverständigen 
re�gel�mässig zu einer Verzögerung des Verfahrens führe, die eben 
dadurch vermieden werden könne und solle, dass aus den zur Auswahl 
stehenden Mitgliedern und Ersatzmänner der Schätzungs�kommissionen 
die geeignetsten beigezogen würden. Die Tätigkeit der sachverständigen 
Mitglieder der Schätzungskom�mis�sionen stelle einen Beitrag zur 
Urteilsfindung dar, und zwar auch insoweit, als diese Mitglieder mit der 
Vorprüfung von Fragen betraut würden und den 
Schätzungskommissionen hierüber schriftlich Bericht erstatteten. Von 
einer Ausstandspflicht eines Mitgliedes der Behörde, welches vorgän�gig 
in einer Sache Bericht erstattet habe, könne keine Rede sein. 

Das Bundesgericht erachtet es damit als zulässig, dass Fachmitglieder auch ausserhalb des eigentlichen 
Entscheides einen Beitrag zur Urteilsfindung leisten und die Vorprüfung von Fragen übernehmen. Dass die 
Vorinstanz ein zweistufiges Verfahren wählte, indem sie zuerst unter Einbezug ihrer Fachmitglieder ein 
abstraktes Bewertungsraster erstellte und anschliessend im ordentlichen Spruchkörper den vorliegenden 
Einzel�fall beurteilte, ist daher auch vorliegend nicht zu beanstanden.

Eine analoge Ordnung sieht das EntG im Übrigen für das Be�schwerdeverfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht vor. Gemäss Art. 81 EntG kann das Bundesverwaltungsgericht die 
Oberschät�zungsko�mmission zur Beratung von allgemeinen Grund�sätzen für die Schätzungen zu 
Gesamtsitzungen unter dem Vorsitz eines seiner Richter einberufen, der Entscheid über eine konkrete 
Beschwerde bleibt aber auch in diesen Fällen in der Kompetenz des ordentlichen Spruchkörpers.

Der Anspruch der Parteien auf die gesetzmässige Zusammensetzung der Vorinstanz blieb damit im 
vorliegenden Verfahren gewahrt.

6.7. Die Mitwirkung eines Fachrichters bei der Durchführung des 
Be�weisverfahrens, ja selbst die Erstattung begutachtender Berichte 
zu�handen der Kommission stellen keinen Grund zum Ausstand wegen 
Befangenheit dar (BGE 96 I 292 E. 2, HEINZ HESS/HEINRICH WIEBEL, Das 
Enteignungsrecht des Bundes, Band 1, Bern 1986 Art. 60 E. 7). 
Umsomehr besteht umgekehrt kein Anlass, an der Unbefangenheit der 
Behörde zu zweifeln, wenn eines ihrer Mitglieder als 
Entscheidgrund�lage einen Bericht (oder wie hier einen 
Bewertungsraster) verfasst hat. Es gehört zu den Aufgaben von 
Mitgliedern einer Kollegialbehörde, sich mit den Anträgen und 
Ausführungen der übrigen Mitglieder kritisch auseinanderzusetzen und 
gegebenenfalls eine abweichende Meinung zu vertreten. Der Anspruch 

A-2684/2010

Seite 33

auf eine unvoreingenommen urteilende Behörde wird durch die Arbeit von 
Prof. Scognamiglio nicht beeinträchtigt.

6.8. Eine Verletzung des Anspruchs auf die gesetzmässige 
Zu�sammensetzung der urteilenden Behörde ist damit ebenfalls nicht 
ersichtlich.

7. 
Wie bereits erwähnt, sind von zahlreichen Eigentümern von 
Grund�stücken in der Gemeinde Opfikon-Glattbrugg 
Entschädigungs�forderungen für übermässige Fluglärm-Immissionen 
erhoben worden (vgl. auch BGE 130 II 394). Im Einvernehmen mit den 
Parteien hat die Schätzungs�kommission daher 18 Verfahren 
ausgewählt, um weg�weisende Ent�scheide zu fällen, welche (nach 
altem Verfahrens�recht) allenfalls direkt dem Bundesgericht unterbreitet 
werden könnten. In diesen 18 Fällen geht es um Liegenschaften 
unterschiedlicher Na�tur, so um Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, 
Geschäfts�häuser, öffentliche Gebäude, landwirt�schaftliche Bauten und 
unüber�bauten Boden. In all diesen Verfahren sind vor Bundesgericht 
prinzipielle Rechtsfragen aufgeworfen worden, von denen - unabhän�gig 
von den beson�deren Eigenschaften der einzelnen Grundstücke - die 
An�erkennung der Entschädigungspflicht überhaupt oder das Vorgehen 
bei der Entschädigungsfestsetzung abhängt. Das Bundesgericht hat über 
den Grossteil dieser Fragen im Leitentscheid vom 8. Februar 2008 
befunden. Soweit die dort angestellten Überlegungen hier nur 
zusammengefasst wiedergegeben werden, kann auf jenes Urteil 
ver�wiesen werden (BGE 134 II 49).

8. 

8.1. Auch das vorliegende Verfahren war bereits Gegenstand der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Im Urteil 1E.9/2007 vom 28. April 
2008 E. 12 und 13.1. bis 13.3 hat das Bundesgericht einzelne 
Anhaltspunkte zur anzuwen�denden Methode für die bei 
Renditelie�genschaften vorzunehmenden systematischen 
Minderwert�ermittlungen wegen Fluglärms gegeben. Es hielt fest, das im 
Auf�trag der Flughafen�halterin durch Experten ausgearbeitete, auf 
öko�nometrischen Grund�lagen beruhende sog. hedonische Modell 
MIFLU ("Minderwert Fluglärm") sei nur für die Ermittlung des 
Minderwertes von selbst�bewohntem Wohnei�gentum, nicht aber für die 
Bestimmung des Wertverlusts vermieteter Mehrfamilienhäuser 

A-2684/2010

Seite 34

anwend�bar. Wenn sich jedoch anhand des Modells ergebe, dass das 
selbst�genutzte Wohneigentum in einem bestimmten Quartier 
fluglärm�bedingt einen schweren Schaden im Sinne der Rechtsprechung 
erleide, so liege der Schluss nahe, dass auch die Mehrfamilienhäuser, die 
gleich oder sogar noch stärker fluglärmbelastet seien, in ähnlicher Weise 
be�einträchtigt würden. Die Lärmsituation in den betroffenen Quartieren 
könne aufgrund der von der EMPA Dübendorf mittels FLULA2 
(Flug�lärmsimulationsprogramm) erstellten Belastungs�karten 
hektargenau festgestellt werden.

8.2. Das Bundesgericht führte weiter aus, der Grundeigentümer habe 
Anspruch auf Ersatz des Minderwertes, den sein Grundstück durch die 
Lärmbelastung erleide, d.h. auf die Wertdifferenz, die sich zwischen dem 
Verkehrswert des unbelasteten und jenem des belasteten Grundstücks 
ergibt. Die Bestimmung des Verkehrswertes richte sich für vermietete 
Mehrfamilienhäuser grundsätzlich nach den für die Bewertung von 
Ertragsliegenschaften geltenden Regeln. In Betracht fallen würden somit 
die – allenfalls mit einer Realwertermittlung kombinierte – 
Ertrags�wert�methode sowie die neuere Discounted Cash Flow 
Methode (DCF). Die Ermittlung des Minderwertes der lärmbelasteten 
Miethäuser falle aber ungeachtet der angewandten Methode nicht leicht. 

Während sich bei Einfamilienhäusern und Stockwerkeigentum der Ver�kehrswert nach dem Interesse der 
Käufer und den möglichen Markt�preisen bestimme, die relativ rasch auf äussere Einflüsse wie 
Lärmbe�lastungen reagierten, verschlechtere sich nach der Lebens�erfahrung bei Mietobjekten, die 
Wohnzwecken dienten, die Ertragslage bei Mehr�lärm nur langsam. Die meisten Mieter scheuten die 
Mühen und Kosten eines Umzugs. Alteingesessene Mieter würden ihre Wohnun�gen nicht leicht 
aufgeben, sondern seien eher geneigt, den Mehrlärm zu er�dulden. Mieterwechsel und Leerstände 
würden sich daher erst allmäh�lich, im Laufe mehrerer Jahre, häufen. Die abge�schlossenen 
Mietver�träge endeten denn auch nicht beim Auftreten übermässigen Lärms. Mietzinsreduktionen infolge 
Immissionsbe�einträchtigungen seien ge�stützt auf Art. 259a Abs. 1 Bst. b bzw. Art. 259d des 
Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220) in der Praxis nur schwer durch�setzbar. Die 
Mietzinse würden daher häufig noch einige Jahre gleichgehalten oder – insbesondere nach grösseren 
Renovationen – in Einzelfällen sogar noch erhöht wer�den können. 

Dies ändere jedoch nichts daran, dass Wohnliegen�schaften, die über�mässigem Fluglärm ausgesetzt 
würden, eine wert�mäs�sige Ein�busse erlitten und sich die schleichende Entwertung über kurz oder lang 
darin zeige, dass für die lärmbelasteten Wohnun�gen nicht (mehr) dieselben Mietzinse erzielt werden 
könnten wie für vergleichbare Objekte in ruhiger Lage. Der Ertragsverlust könne sich auch darin äussern, 
dass überdurch�schnittliche Investitionen getätigt werden müssten, um die Lärmbelastung durch höheren 
Komfort und Standard auszugleichen. Der Umstand, dass sich Mietertragsverluste häufig erst allmählich 

A-2684/2010

Seite 35

einstellten, könne etwa dadurch berücksichtigt werden, dass eine zu leistende Entschädigung nicht schon 
ab dem Schätzungsstichtag zu verzinsen sei. Dem Eigen�tümer müsse jedoch Gelegenheit gegeben 
werden, eine sofortige Ertragseinbusse nach�zuweisen.

8.3. Es könne aber bei einer Vielzahl von Verfahren auch nicht Aufgabe 
der Vorinstanz sein, in jedem Einzelfall aufgrund der vorgelegten, häufig 
dürftigen Unterlagen abzuklären, ob und in welcher Höhe eine 
Ertragseinbusse eingetreten sei oder noch eintreten werde. Dabei müsste 
auch der Frage nachgegangen werden, ob trotz gleich bleibenden 
Ein�nah�men ein Ausfall entstehe, weil die Mietzinse nicht oder nicht 
mehr dem sonstigen Markt gemäss erhöht werden könnten. Zudem wäre 
zu prüfen, ob sich die Aufwendungen für Unterhalt und Renovation im 
Rahmen des Üblichen hielten und künftig nicht vergrössert werden 
müssten. Angesichts all dieser Schwierigkeiten habe für 
Ertragslie�genschaften, die sich nicht für eine andere, weniger 
lärmempfindliche Nutzung eigneten, eine schematische Beurteilung des 
fluglärmbedingten Schadens zu erfolgen, die nicht nur im Sinne der 
Praktikabilität, sondern auch der Gleichbehandlung liegt.

Weiter hielt das Bundesgericht fest, die schematische Bewertung solle nicht ausschliessen, dass den 
örtlichen Gegebenheiten oder besonderen Merkmalen der Mehrfamilienhäuser Rechnung getragen werde. 
Wenn ein Mietobjekt auch vom Strassenlärm betroffen werde oder sein Unterhalt ver�nachlässigt sei, 
werde der Einfluss des Fluglärms auf den Mietwert wesentlich geringer sein als bei gut gepflegten 
Wohnhäusern in (vom Fluglärm abgesehen) ruhiger Lage. In diesem Zusammenhang könne der Einsatz 
einer Bewertungstabelle, die feinere Unterschei�dungen treffe als der von der Schätzungs�kommission in 
anderen Fällen ver�wendete Lage�klas�senschlüssel, von Nutzen sein. 

Diesen Anhaltspunkten ist nachstehend bei der Prüfung der zur Diskussion stehenden Modelle Rechnung 
zu tragen.

9. 
Das von der Vorinstanz als hedonisches Modell EschK bezeichnete 
Bewertungsmodell basiert – wie bereits vorne erwähnt – auf der 
Datenbank der IAZI AG (vgl. E. 5.3.2). Diese umfasst knapp 2'000 Daten 
von effektiven Transaktionen (d.h. keine Übergänge durch Erbschaft oder 
Schenkung) von vermieteten Liegenschaften. Jedem Vergleichsobjekt 
wurden nach einem standardisierten Modell 50 Faktoren zur Immobilie 
(wie Grund�stücksfläche, Servitute, Baujahr und Bauqualität, 
Wohnungs�grössen, Anzahl Nasszellen etc.), zur Mikrolage (Lage 
innerhalb der Gemeinde bzw. des Quartiers) und zur Makrolage (Lage 
der Gemeinde) zugewiesen. Die Immobilie wird in einem solchen Modell 

A-2684/2010

Seite 36

als Bündel dieser Eigenschaften verstanden. Mit der statistischen 
Methode der Regressionsanalyse wird aus den erfassten Daten der 
Einfluss jeder einzelner dieser Eigenschaften auf den Preis der Immobilie 
ermittelt. Eine der auf diese Weise bewerteten Eigenschaften der 
Immobilien war die von den Enteignern in Zusammenarbeit mit der 
Eid�genössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) 
hektargenau ermittelte Fluglärmbelastung.

Die im hedonischen Modell EschK analysierten Transaktionen verteilen sich auf das Gebiet der ganzen 
Schweiz und sind hinsichtlich der Grösse der Objekte heterogen. Diesem Umstand wird durch die grosse 
Zahl von berücksichtigten Faktoren Rechnung getragen. Die Vorinstanz macht geltend, der Umstand, dass 
95 % der Preisvarianz der erfassten Objekte durch die erfassten Faktoren er�klärt werden könne, zeige, 
dass das Modell verlässliche Ergebnisse liefere. Bei der Überprüfung des Einflusses des Fluglärms auf die 
Transaktionspreise ergebe sich eine sehr geringe statistische Abweichung.

10. 
Die Enteigner erarbeiteten demgegenüber ein eigenes Modell (MIFLU II). 
Dieses wurde durch das gleiche Expertengremium entwickelt und 
beglei�tet wie das für die Bewertung des Minderwertes von 
selbst�bewohntem Wohneigentum verwendete Modell MIFLU I. 
Ausgehend von der Annah�me, dass die Bewertung von 
Ertragsliegenschaften von den erzielten Erträgen auszugehen habe 
sowie dass für eine direkte hedonische Ermittlung des Fluglärmeinflusses 
zu wenig relevante Transaktionsdaten zur Verfügung stünden, wurden die 
Angebotsmieten von 86'000 Inseraten von Miet�woh�nun�gen im Raum 
Zürich aus der Datenbank von homegate.ch als Daten�grundlage 
verwendet. Die Objektdaten wurden mit den Fluglärmdaten der EMPA 
und GIS-Daten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) angereichert. Anhand 
der GIS Daten werden die Preiseffekte von Faktoren der Mikro- und 
Makrolagen wie Strassen- und Bahn�immissionen, Aussicht, 
Steuer�kraft oder bauliche Dichte ermittelt. Anhand dieser Werte werden 
sodann die Aus�wir�kungen des Fluglärms auf die Angebotsmieten 
eruiert. Ausgehend von diesen Mindermieteinnahmen wird in Anlehnung 
an die Discounted Cash Flow-Methode (DCF-Methode) der Minderwert 
der Liegenschaft bestimmt.

11. 
Bevor auf die von den Parteien gegen die beiden Modelle vorgebrachten 
Rügen eingegangen wird, ist der Prüfungs�umfang des 
Bundesverwaltungsgerichts zu klären. Das Bundes�ver�waltungsgericht 
prüft – wie bereits ausgeführt – den angefochtenen Ent�scheid 

A-2684/2010

Seite 37

umfassend, d.h. auf Verletzung von Bundesrecht ein�schliesslich 
Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie 
auf Unangemessenheit hin. Es hat aber seine angestammte Rolle als 
richterliche Behörde zu respektieren und nicht sein eigenes Ermessen 
anstelle desjenigen der Vorinstanz zu setzen. Ein Ermessensspielraum 
der Vorinstanz ist zu respektieren (BGE 129 II 331 E. 3.2). So ist der 
Vorinstanz insbesondere die Wahl zwischen mehreren angemessenen 
Lösungen zu überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Das 
Bundesverwaltungsgericht hebt einen Ermessens�entscheid deshalb nur 
dann auf, wenn die Vorinstanz von dem ihr zustehenden Ermessen einen 
falschen Gebrauch gemacht hat, indem sie grundlos von in 
Rechts�prechung und Lehre anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, 
sach�fremde Gesichtspunkte berücksichtigt hat, rechtserhebliche 
Umstände unberücksichtigt liess oder sich das Ergebnis als offensichtlich 
unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweist 
(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz 2.163). Im vorliegenden Fall 
bedeutet dies namentlich, dass das Bundesverwaltungsgericht überprüft, 
ob die Vorinstanz eine mögliche, rechtlich zulässige Lösung getroffen hat, 
sich bei der Wahl des anwendbaren Modells von nachvollziehbaren 
Überlegungen leiten liess, die erheblichen Argumente berücksichtigt hat 
und das gewählte Modell zu sachgerechten Ergebnissen führt. Dagegen 
ist es nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts, einen umfassenden 
Vergleich der zur Diskussion stehenden Bewertungsmodelle 
vorzu�neh�men. Ergibt sich bei der Prüfung, dass das gewählte Modell 
im Rahmen des vorinstanzlichen Ermessens liegt, erübrigt es sich 
demnach, das von den Enteig�nern entwickelte Modell eingehend zu 
prüfen.

12. 

12.1. Die Enteigner kritisieren das hedonische Modell in verschiedener 
Hinsicht. Ihre Hauptkritik ist dabei grundsätzlicher Art. Sie machen 
gel�tend, der direkte hedonische Ansatz sei bei Ertragsliegenschaften 
theoretisch falsch. Die Anwendung der hedonischen Methode setze 
voraus, dass der Käufer im Sinne der neoklassischen Theorie der 
Konsumenten und Märkte mehr zu bezahlen bereit sei, wenn ein Bündel 
von Gütern mehr Güter enthalte, die sein Wohlbefinden steigerten. Bei 
vermieteten Renditeliegenschaften ziele der Käufer indessen nicht auf 
eine Steigerung seines persönlichen Wohlbe�findens, sondern auf eine 
Rendite auf dem eingesetzten Eigenkapital ab.

A-2684/2010

Seite 38

Was in der Theorie falsch sei, könne in der Praxis nicht zu richtigen Resultaten führen. Eine Statistik ohne 
solides theoretisches Fundament sei irreführend, da sie vermeintliche Korrelationen zeigen bzw. 
funda�mentale, echte Beziehungen zwischen Variablen verbergen könne. Eine direkte Ermittlung des 
Minderwertes nach der hedonischen Methode wäre deshalb selbst bei einer genügenden Datenlage nicht 
möglich. Eine hedonische Bewertung sei bei Renditeliegenschaften denn auch nicht üblich.

12.2. Die Vorinstanz entgegnet, die hedonische Methode zur Bewertung 
von Renditeliegenschaften sei längst etabliert. So dienten die 
kom�merziellen IAZI-Modelle und die darauf basierenden Indizes als 
Referenz bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA), der 
Börse oder der schweizerischen Nationalbank. Es treffe nicht zu, dass 
hedonische Modelle mit der – ohnehin überholten –  neoklassischen 
Theorie der Konsumenten und Märkte zu begründen seien. Die Methode 
habe – wie in der Dissertation von Prof. Scognamiglio begründet 
dargelegt werde – ein solides theoretisches Fundament in der 
deskriptiven Statistik. Das Bundesgericht habe die hedonische Methode 
ohne Einschränkung auf selbstbewohnte Liegenschaften als 
wissenschaftlich anerkannt bezeich�net. Die Enteignete fügt an, das 
Bundesgericht habe die hedonische Methode als massentauglich und 
nachvollziehbar erkannt. Es habe zudem festgehalten, es sei davon 
auszugehen, die Entwertung sei bei vermieteten Liegenschaften ähnlich 
hoch wie bei selbst�bewohnten.

12.3. Bei der hedonischen Bewertungsmethode wird der Preis eines 
Gutes aus einer Linearkombination von mit impliziten Preisen bewerteten 
Eigenschaften dieses Gutes erklärt. Implizite Preise sind nicht auf dem 
Markt beobachtbar, sondern müssen implizit gelten, wenn der Preis des 
Gutes mit diesem Ansatz erklärt wird. Der Preis der einzelnen 
Eigenschaften lässt sich mithilfe einer multiplen Regression schätzen. 

Die Regressionsrechnung ermittelt qualitative Zusammenhänge zwischen erklärenden bzw. unabhängigen 
Variablen oder Merkmalen und einer zu erklärenden bzw. abhängigen Variable. Gesucht wird eine 
mathematische Funktion, die diese Zusammenhänge beschreibt. Bei einer einzigen unabhängigen Variable 
spricht man von einfacher Regression, bei mehreren unabhängigen Variablen liegt eine multiple 
Regression vor. Bei einer einfachen linearen Regression wird ein Streudiagramm erstellt, d.h. die Daten 
werden – bildlich gesprochen – in ein Koordinatensystem eingetragen (x-Achse = unabhängige Variable; y-
Achse = abhängige Variable), anschliessend wird eine Gerade bestimmt, welche diesen Punkten möglichst 
entspricht. In der einfachsten Variante der Regression wird dazu die Summe der Quadrate der 
Abweichungen der Punkte von der Regressionsfunktion minimiert. Bei einer multiplen Regression werden 
die Werte in einem drei oder mehrdimensionalen Koor�dinatensystem eingetragen und anstelle einer 
Gerade wird eine Ebene bzw. eine entsprechend mehrdimensionale Funktion gesucht, welche die Werte 

A-2684/2010

Seite 39

annähernd abbildet (vgl. dazu ausführlich ROMAN GÜNTER in: KASPAR FIERZ, Der Immobilienwert, Zürich 
2005, Anhang XI, S. 736 ff.). Die Regression ist ein etabliertes statistisches Verfahren, welches – wenn 
auch nur mit einem für professionelle statistische Analysen ungenügenden Umfang an 
Auswertungsfunktionen – in üblichen Kal�kulationsprogrammen wie Excel enthalten ist (GÜNTER, a.a.O., S. 
747). 

Welche Eigenschaften das Güterbündel "Immobilie" ausmachen, be�stimmt der hedonische Ansatz nicht, 
dies muss empirisch festgelegt wer�den.

Hedonische Methoden werden in der Literatur auch im Zusammenhang mit der Bewertung von  
Ertragsliegen�schaften genannt (DONATO SCOG�NAMIGLIO, Methoden zur Immobilienbewertung im 
Vergleich, Winkel 2000, S. 196 ff., MARTIN HOESLI/CARMELO GAICCOTTO/PHILIPPE FAVARGER, Three New 
Real Estate Price Indices for Geneva, Switzerland, Journal of Real Estate Finance and Economics, 1997 S. 
93 ff., CLAUDIO LODERER/PETRA JÖRG/CARL PICHLER/LUKAS ROTH/PIUS ZGRAGGEN, Handbuch der 
Bewertung, S. 1066 ff.). Der Rüge der Enteigner, das Modell basiere nicht auf einer theoretischen 
Grundlage, kann nicht gefolgt werden. Zwar trifft es zu, dass beim Entscheid eines Investors über den Kauf 
einer Ertragsliegenschaft der Ertrag und die Kosten im Vordergrund stehen. Auch bei einer am Ertrag 
orientierten Bewertung kann sich die Fluglärmbelastung in Form von reduzierten Mieterträgen oder 
Potential�mieten, höheren Kosten oder Leerstands�risiken auf den Liegen�schafts�wert auswirken. Ist 
dieser Effekt empirisch feststellbar, ist nicht zu beanstanden, wenn er mit geeigneten statistischen 
Methoden beziffert wird. Ziel des hedonischen Modells EschK ist nicht, zu erklären, wie und weshalb sich 
Fluglärm auf den Liegenschaftswert auswirkt. Mit dem Modell soll dieser Effekt lediglich beschrieben und 
beziffert werden. Eine ökonomisch theoretische Begründung ist dazu nicht unerlässlich. 

Das Bundesgericht hat sich im Zusammenhang mit der Entschädigung von fluglärmbedingten 
Minderwerten für Einfamilienhäuser eingehend mit der hedonischen Methode zur Liegenschaftsbewertung 
auseinan�der�gesetzt. Es hat dabei festgehalten, die Methode genüge wissenschaft�lichen 
Anforderungen und sei weit verbreitet. Zwar musste sich das Bundesgericht nicht zur Anwendbarkeit 
hedonischer Modelle auf Mehrfa�mi�lienhäuser äussern. Es hielt aber immerhin fest, dass in der 
Fachli�teratur davon ausgegangen werde, in Bezug auf Ein- und Mehrfa�milienhäuser sowie 
Stockwerkeigentumswohnungen seien die preisbe�stimmenden Haupteigenschaften in der Regel 
vergleichbar, so dass die Voraussetzungen für die Anwendung einer hedonischen Methode gegeben seien. 
Das hedonische Verfahren stütze sich auf anerkannte Metho�den und sei das einzige bekannte 
Instrument, mit dem sich das Fehlen oder Vorhandensein eines Liegenschaftsmerkmals direkt mit dem 
ent�sprechenden Preisauf- oder abschlag verbinden lasse (BGE 134 II 49 E. 16 – 16.4). 

Die Enteigner bringen vor, ohne erklärende theoretische Grundlage könnten aufgrund von 
Scheinkorrelationen Korrelationen zwischen Variablen angenommen werden, zwischen denen in Wahrheit 
kein ursächlicher Zusammenhang bestehe oder es könne ein die beiden untersuchten Variablen 
erklärendes drittes Merkmal übersehen werden. Zwar ist anzuerkennen, dass die Gefahr von 
Scheinkorrelationen bei statistischen Analysen besteht (vgl. dazu LUDWIG FAHRMEIR/RITA KÜNSTLER/IRIS 

A-2684/2010

Seite 40

PIGEOT/GERHART TUTZ, Statistik, 7. Auflage Heidelberg/Dord�recht/London/New York, S. 149 f.). Die 
Enteigner machen in diesem Zusammenhang in ihren a