# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31f25549-1ad8-5caa-8547-0ac169e89892
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.08.2018 200 2016 1258
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1258_2018-08-16.pdf

## Full Text

200 16 1258 IV
FUR/SCM/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. August 2018

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1956 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 23. September 2008 unter Hinweis auf mehrere gesund-
heitliche Probleme bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilagen [AB] 1). Mit unangefoch-
ten gebliebener Verfügung vom 27. Mai 2009 (AB 32) lehnte die IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) das Leistungsbegehren mangels 
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens ab.

Am 1. September 2015 ersuchte die Versicherte insbesondere unter Hin-
weis auf eine Allergie an den Händen erneut um Leistungen der IV (AB 33). 
Nach Vornahme der erwerblichen und medizinischen Abklärungen, in de-
ren Rahmen ein Gutachten bei der MEDAS C.________, (MEDAS), vom 
3. Juni 2016 (AB 56.1) eingeholt wurde, sowie nach Durchführung des Vor-
bescheidverfahrens (AB 64, 70) verfügte die IVB am 15. November 2016 
(AB 73) bei einem Invaliditätsgrad von 0 % abermals die Leistungsabwei-
sung.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
B.________, am 19. Dezember 2016 Beschwerde. Sie liess die folgenden 
Rechtsbegehren stellen (vgl. auch Eingabe vom 21. Dezember 2016):

• Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 15. November 2016 sei vollumfänglich auf-
zuheben.

• Es seien der Beschwerdeführerin und Versicherten ab wann rechtens die gesetzli-
chen Leistungen (berufliche Massnahmen, Invalidenrente) nach Massgabe eines 
Invaliditätsgrades von mindestens 40 % zzgl. eines Verzugszinses zu 5 % ab 
wann rechtens auszurichten.

• Eventualiter: Die Beschwerdesache sei zur Durchführung neuer medizinischer und 
beruflich-erwerbsbezogener Abklärungen an die IV-Stelle Bern zurückzuweisen.

• Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK mit zusätzlicher Par-
teibefragung durchzuführen.

• Dem unterzeichneten Rechtsanwalt seien die vollständigen IV-Akten zur Einsicht-
nahme zuzustellen und es sei ihm infolge kurzfristiger Mandatierung sowie fehlen-

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dem Aktenbesitz eine Frist von 30 Tagen zur ergänzenden Beschwerdebegrün-
dung anzusetzen.

• Der Beschwerdeführerin sei die volle unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsver-
beiständung unter gleichzeitiger Einsetzung des unterzeichneten Rechtsanwalts 
als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.

Mit Eingabe vom 29. Dezember 2016 äusserte sich die Beschwerdegegne-
rin zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde und schloss mit Beschwerdeantwort 
vom 31. Januar 2017 auf deren Abweisung.

Am 7. Februar 2017 wies die Instruktionsrichterin den Antrag der Be-
schwerdeführerin auf Parteibefragung ab, wobei letztere am 9. März 2017 
mitteilte, dass sie an der Durchführung einer öffentlichen Schlussverhand-
lung festhalte.

Mit Replik vom 10. Juli 2017 bzw. mit Duplik vom 1. September 2017 hiel-
ten die Parteien an den gestellten Begehren fest. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechts-
anwalt lic. iur. B.________ als amtlicher Anwalt wurde mit prozessleitender 
Verfügung vom 6. September 2017 infolge Aussichtslosigkeit abgewiesen. 
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Entscheid 
vom 2. März 2018 (8C_707/2017) ab.

Die am 10. Oktober 2017 beantragte Aussetzung der Frist zur Zahlung des 
Gerichtskostenvorschusses bis zur rechtskräftigen Erledigung des Be-
schwerdeverfahrens vor Bundesgericht (Verfahren 8C_707/2017) war mit 
der Bezahlung des Kostenvorschusses durch die Gemeinde ... vom 4. Ok-
tober 2017 obsolet geworden (vgl. prozessleitende Verfügung vom 11. Ok-
tober 2017).

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. April 2018 teilte die Instruktions-
richterin die Zusammensetzung des Spruchkörpers mit und setzte den 
Termin zur beantragten öffentlichen Schlussverhandlung auf den 9. August 
2018 fest, wobei sie der Beschwerdegegnerin das Erscheinen freistellte.

Am 26. April 2018 orientierte die Beschwerdegegnerin das Gericht darüber, 
dass sie nicht an der öffentlichen Schlussverhandlung teilnehme.

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An der öffentlichen Schlussverhandlung vom 9. August 2018 bestätigte 
Rechtsanwalt lic. iur. B.________ im Namen der Beschwerdeführerin die 
gestellten Rechtsbegehren und nahm hiezu im Rahmen des Plädoyers 
Stellung. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten (vgl. E. 1.2 hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. November 2016 
(AB 73). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin. Soweit überdies ein Anspruch auf berufliche Massnahmen geltend 
gemacht wird, ist darauf nicht einzutreten, hat die Beschwerdegegnerin 
doch allein über den Rentenanspruch verfügt (BGE 131 V 164 E. 2.1 
S. 164 f.; vgl. hierzu auch E. 3.5.2 in fine). 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenz-
beitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflo-
sigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf 
einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung 
nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Art. 87 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 

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erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). 
Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden 
kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei be-
gründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 1. Sep-
tember 2015 (AB 33) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxis-
gemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Hingegen ist 
zu prüfen, ob zwischen der letzten rentenabweisenden Verfügung vom 
27. Mai 2009 (AB 32) und der hier angefochtenen Verfügung vom 15. No-
vember 2016 (AB 73) eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die ge-
eignet ist, den Invaliditätsgrad und damit einen allfälligen Rentenanspruch 
zu beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Der Verfügung vom 27. Mai 2009 (AB 32) lagen hauptsächlich die 
folgenden Unterlagen zugrunde:

3.2.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, 
stellte im Bericht vom 8. Oktober 2007 (AB 22 S. 5) die Diagnose eines 
protrahiert verlaufenden Handekzems palmar bei Sensibilisierungen ge-
genüber Nickelsulfat / Gummi-Mix / Kathon CG / Thiomersal. Seit 15 Jah-
ren seien wechselnd Handekzeme palmar aufgetreten, welche im Winter 
jeweils spontan besser geworden seien. Klinisch präsentiere sich die Be-
schwerdeführerin unter dem Bild eines chronisch tylotischen Ekzems mit 
vergröbertem Hautmuster, lichenifiziert im Bereich der Handflächen beid-
seits. Unter einer lokalen Therapie hätten sich die Hautverhältnisse eini-
germassen gebessert.

3.2.2 Dr. med. E.________, Praktischer Arzt, attestierte im Bericht vom 
11. März 2009 (AB 29 S. 2 ff.) eine seit dem 16. Februar 2009 bestehende 
100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Nach Vornahme therapeuti-
scher Massnahmen sei eine leichte Besserung des Handekzems eingetre-
ten.

3.2.3 Dr. med. F.________, Praktische Ärztin und Ärztin des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD), führte im Bericht vom 6. Mai 2009 (AB 31) aus, 

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die Beschwerdeführerin leide an einem beidseitigen chronischen Handek-
zem, welches überwiegend in den Handinnenflächen lokalisiert sei. 
Grundsätzlich sei diese Erkrankung durch medizinische Massnahmen bes-
serungsfähig, womit keine invalidisierende Erkrankung vorliege. Mit ent-
sprechenden medizinischen Massnahmen sei die bisherige Tätigkeit wei-
terhin zumutbar, wobei hin und wieder mit einer Arbeitsunfähigkeit bei zwi-
schenzeitlich akuter Verschlechterung gerechnet werden müsse.

3.3 Für den vorliegend angefochtenen Entscheid vom 15. November 
2016 (AB 73) stützte sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf das 
MEDAS-Gutachten vom 3. Juni 2016 (AB 56.1). 

In dieser internistisch-dermatologischen Expertise diagnostizierten die 
Fachärzte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches, hyperke-
ratotisch-rhagadiformes Kontaktekzem bei polyvalenten Typ-IV-
Sensibilisierungen und einer Typ-I-Sensibilisierung auf Latex (ICD-10 
L23.8). Weiter stellten sie Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit. In der bidisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, bei 
der dermatologischen Untersuchung habe sich an den Händen der Explo-
randin eine fein- bis mittellamelläre Schuppung gefunden und es hätten 
deutliche Erytheme palmar und dorsal sowie Rhagaden palmar bestanden. 
Weiter wurden eine Onychodystrophie, eine Onycholyse und eine Onycho-
gryphose aller Fingernägel, eine Xerosis cutis mit feinlamellärer Schuppung 
am gesamten Integument sowie im Bereich der Brüste ein leichtes Erythem 
und eine feinlamelläre Schuppung genannt. Aus dermatologischer Sicht 
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten mit Kontakt zu 
den sensibilisierenden Stoffen sowie zu toxischen und irritativen Substan-
zen und Feuchtarbeiten. Mittelschwere und schwere Tätigkeiten mit starker 
Belastung der Hände sollten gemieden werden. Die angestammte Tätigkeit 
als ... falle in dieses Belastungsprofil und sei deshalb nicht mehr zumutbar. 
Für andere angepasste leichte Tätigkeiten bestehe jedoch aus dermatolo-
gischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus allgemein-internistischer Sicht 
habe keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wer-
den können. Damit bestehe zusammenfassend keine zumutbare Arbeits-
fähigkeit für die bisherige Tätigkeit als ... sowie für mittelschwer und schwer 
belastende Tätigkeiten mit starker Belastung der Hände, für Feuchtarbeiten 

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und für Tätigkeiten mit Kontakt zu den sensibilisierenden Stoffen und zu 
toxischen und irritativen Substanzen. Für angepasste leichte Tätigkeiten 
bestehe eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (AB 56.1 S. 8). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 3. Juni 2016 (AB 56.1) basiert auf ei-
ner einlässlichen allgemein-internistischen sowie einer dermatologischen 
Untersuchung und wurde in Kenntnis der Vorakten sowie in Berücksichti-
gung der geklagten Beschwerden abgegeben. Weiter ist es in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtend und sind die Schlussfolgerungen nachvoll-
ziehbar begründet. Damit erfüllt das Gutachten die höchstrichterlichen Be-
weisanforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) und erbringt vollen Beweis, womit 
sich die beschwerdeweise beantragten weiteren Abklärungen erübrigen 
(sog. antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]).

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3.5.1 Zwischen den Parteien ist zu Recht nicht umstritten, dass in allge-
mein-internistischer Hinsicht keine Hinweise dafür bestehen, dass die Ar-
beitsfähigkeit im Verlauf jemals längerfristig eingeschränkt gewesen wäre 
(AB 56.1 S. 6). Bereits im Bericht vom 11. März 2009 (AB 22) des damals 
behandelnden Dr. med. E.________ ging es einzig um das protrahiert ver-
laufende Handekzem und wurden die Arbeitsunfähigkeiten wegen der star-
ken Handallergie attestiert. So führte Dr. med. D.________ auch im Bericht 
vom 8. Oktober 2007 (AB 22 S. 5) aus, dass bei der Beschwerdeführerin 
seit 15 Jahren wechselnd Handekzeme palmar aufgetreten seien. Gleich-
zeitig wurde damals aber noch von einer jeweils spontanen Besserung im 
Winter sowie unter lokaler Therapie berichtet. Unter diesen Umständen 
gelangte die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ am 6. Mai 2009 denn auch 
zum Schluss, dass das Handekzem mittels entsprechender medizinischer 
Massnahmen grundsätzlich besserungsfähig und die ursprüngliche Tätig-
keit weiterhin zumutbar war (AB 31). Vom 11. bis 14. Mai 2015 war die Be-
schwerdeführerin sodann im Spital G.________ hospitalisiert, wobei 
gemäss Kurzaustrittsbericht vom 13. Mai 2015 (AB 39.2 S. 10 f.) eine Lo-
kaltherapie des langjährig bekannten Ekzems erfolgte. Insofern hielt die 
dermatologische MEDAS-Gutachterin in Bestätigung der Einschätzungen 
der Dermatologen des Spitals G.________ überzeugend fest, dass bei der 
Beschwerdeführerin seit Jahren ein weitgehend therapieresistentes Hand-
ekzem bestehe (AB 56.1 S. 7). Damit überzeugt auch die gutachterliche 
Schlussfolgerung, wonach in der bisherigen Tätigkeit als ... sowie für mit-
telschwer und schwer belastende Tätigkeiten mit starker Belastung der 
Hände, für Feuchtarbeiten und für Tätigkeiten mit Kontakt zu den sensibili-
sierenden Stoffen und zu toxischen und irritativen Substanzen keine Ar-
beitsfähigkeit mehr besteht. In einer angepassten leichten Tätigkeit liegt 
demgegenüber eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor (AB 56.1 
S. 8), wobei die Gutachter weiterhin Schutzmassnahmen – Tragen ent-
sprechender Handschuhe bei Feuchtarbeiten, Vermeiden der kontaktsen-
sibilisierenden Stoffe, Einsatz von intensivpflegenden Externa – und gege-
benenfalls einen erneuten Versuch der Lichttherapie empfahlen (AB 56.1 
S. 7). 

3.5.2 An diesem Ergebnis ändern die Vorbringen der Beschwerdeführerin 
nichts. 

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Soweit sie im Rahmen der Schlussverhandlung vom 9. August 2018 erst-
mals geltend machte, es hätte auch die Durchführung einer neurologi-
schen, rheumatologischen sowie einer psychiatrischen Untersuchung – 
mithin ein polydisziplinäres Gutachten – geprüft werden müssen, ist Fol-
gendes zu beachten: Die vorliegende MEDAS-Expertise wurde auf Anraten 
des RAD vom 11. Januar 2016 (AB 47 S. 3) veranlasst. Aufgabe des RAD 
ist es unter anderem, eine umfassende Einordnung dazu vorzunehmen, 
welche Fachdisziplinen an der Begutachtung zu beteiligen sind. Es lag so-
mit in seiner Kompetenz, die Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin 
und Dermatologie für die Begutachtung vorzusehen (vgl. hierzu Entscheide 
des Bundesgerichts [BGer] vom 20. Februar 2014, 9C_474/2013, E. 5.2.1, 
vom 11. Dezember 2013, 9C_656/2013, E. 3.2, sowie vom 24. Oktober 
2012, 9C_344/2012, E. 4.2). Die beiden MEDAS-Gutachter haben denn 
auch keinen Hinweis angebracht, dass zusätzliche Abklärungen in einem 
weiteren medizinischen Fachbereich erforderlich sein sollten. Zudem ent-
halten auch die sonstigen Akten keine entsprechenden Anhaltspunkte, 
womit das Absehen von einer polydisziplinären Begutachtung nicht zu be-
anstanden ist. In der Folge kann auch die Frage offen bleiben, ob die nach 
Auffassung der Beschwerdeführerin fehlenden Begutachtungsdisziplinen 
bereits nach Erhalt der Mitteilung des Aufgebotes vom 13. Januar 2016 
(AB 48) hätten beanstandet werden müssen (vgl. BGE 139 V 349 E. 5.2.3 
S. 356, 138 V 271 E. 1.1 S. 275 sowie Bundesamt für Sozialversicherun-
gen [BSV], Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung 
[KSVI], Rz. 2083.2, Stand: 1. Januar 2016).

In materieller Hinsicht handelt es sich bei dem von Dr. med. H.________, 
Facharzt für Dermatologie und Venerologie, zuhanden der Krankenversi-
cherung erstatteten Gutachten vom 22. Juni 2016, in dem die Arbeitsfähig-
keit in einer angepassten Tätigkeit mit … auf einen Zeit- und Leistungsum-
fang von 75 % geschätzt wurde (AB 57 S. 3), bei gleicher medizinischer 
Ausgangslage lediglich um eine unterschiedliche Einschätzung der Auswir-
kungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Dr. med. H.________ – 
welcher offenbar keine Kenntnis von der MEDAS-Expertise hatte – gelang-
te zu ähnlichen Beurteilungen wie die dermatologische MEDAS-
Gutachterin, erachtete doch auch er die bisherige Tätigkeit sowie Tätigkei-
ten, die Feucht- und Schmutzarbeiten erfordern, für nicht mehr zumutbar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 12

(AB 57 S. 3). Er führte jedoch ebenso an, dass dies nicht zu einer vollstän-
digen Arbeitsunfähigkeit führe und hielt ein Leistungsumfang bzw. Rende-
ment von 75 % für „machbar“, ohne die dennoch attestierte, nicht unerheb-
liche Einschränkung im Umfang von 25 % zu begründen. Dr. med. 
H.________ führte auch keinen Umstand auf, den die Experten der ME-
DAS nicht berücksichtigt hätten. Bei diesen Gegebenheiten schadet es 
denn auch nicht, dass das Gutachten von Dr. med. H.________ den Exper-
ten der MEDAS nicht zur zusätzlichen Stellungnahme vorgelegt wurde. 
Soweit die Beschwerdeführerin weiter auf den Bericht von Dr. med. 
I.________, Facharzt für Chirurgie, vom 31. Mai 2015 (AB 39.2 S. 5) ver-
weist (vgl. Eingabe vom 10. Juli 2017 S. 2), ist zu beachten, dass sich der 
behandelnde Arzt für die Attestierung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
auf die ursprüngliche und nicht auf eine angepasste Tätigkeit bezogen hat, 
führte er doch zu Letzterer aus, es sei jegliche Arbeit zu vermeiden, die mit 
den Händen verrichtet werde. Dass die ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr 
zumutbar ist, ist – wie bereits ausgeführt – jedoch ohnehin erstellt (E. 3.5.1 
hiervor). Überdies sind Berichte von Hausärzten grundsätzlich vorsichtig zu 
würdigen bzw. ist zu beachten, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV 
Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Schliesslich vermag die Beschwerdeführerin auch 
aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin keine berufliche Ab-
klärung durchführte, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten (Beschwerde S. 7). 
Nachdem ein überzeugend begründetes medizinisches Zumutbarkeitsprofil 
vorlag, waren berufliche Abklärungen entbehrlich, zumal die Fachpersonen 
der beruflichen Integration und Berufsberatung höchstens in Ergänzung der 
medizinischen Unterlagen einzuschalten wären (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 
S. 196). Zudem ist zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin in der ange-
fochtenen Verfügung ausdrücklich auf das Angebot zur Mithilfe bei der Ein-
gliederung hinwies und bei Interesse um eine entsprechende schriftliche 
Information bat (AB 73 S. 2, vgl. auch AB 64 S. 3 sowie Beschwerdeant-
wort S. 3 Ziff. 6), wovon die Beschwerdeführerin keinen Gebrauch machte 
(Duplik S. 2). 

3.6 Nach dem Dargelegten liegt gegenüber der der rentenabweisenden 
Verfügung vom 27. Mai 2009 (AB 32) zugrunde liegenden medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 13

Situation, anlässlich welcher die bisherige Tätigkeit als ... mittels geeigneter 
Massnahmen noch ausgeübt werden konnte (vgl. AB 31), insofern eine 
Veränderung vor, als dies nun nicht mehr der Fall ist (E. 3.5 hiervor). Damit 
ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung frei zu prüfen 
und im Nachfolgenden eine Invaliditätsbemessung vorzunehmen (vgl. 
E. 2.3 hiervor). 

4.

4.1 Mit Bezug auf die Invaliditätsbemessung macht die Beschwerdefüh-
rerin hauptsächlich geltend, dass es ihr im Alter von 60 Jahren (im Zeit-
punkt des Vorliegens des Gutachtens) als Migrantin mit geringer bis keiner 
Schul- und Berufsausbildung nicht mehr möglich sei, die ihr von den ME-
DAS-Gutachtern attestierte Restarbeitsfähigkeit zu verwerten.

4.2 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise 
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 
138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 
S. 205 E. 5.1). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, 
ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 14

zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzie-
len vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 
E. 3b).

4.3 Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen 
Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat nicht dafür 
einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen mangelnder 
Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Ar-
beit finden; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht invali-
ditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1).

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 
dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-
fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich 
verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähig-
keit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der 
Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs-
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich 
nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den 
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaf-
fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Um-
stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch 
Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbil-
dung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus 
dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460; SVR 2016 
IV Nr. 58 S. 192 E. 4.2.2). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt 
davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche 
Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur 
Verfügung steht. Massgeblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage 
nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter 
ist der Zeitpunkt, in welchem die medizinische Zumutbarkeit einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 15

(Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies ist der Fall, sobald die medizinischen 
Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlau-
ben (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462).

4.4 Im hier massgeblichen Zeitpunkt des MEDAS-Gutachtens vom 
3. Juni 2016 (AB 56.1) war die Beschwerdeführerin noch nicht ganz 60 
Jahre alt (AB 3). Es blieb ihr damit noch eine Aktivitätsdauer von mehr als 
vier Jahren. Dabei ist auch zu beachten, dass die Beschwerdeführerin auf-
grund der Handekzeme bereits seit mehreren Jahren tatsächlich in der Ar-
beitsfähigkeit eingeschränkt war bzw. ist (AB 56.1 S. 7). Insoweit war für 
sie absehbar, dass die ursprüngliche Tätigkeit als ... nicht ideal war, womit 
die Unmöglichkeit zu deren weiterer Ausübung nicht unvermittelt kam. Zu-
dem können nach wie vor dermatologische Schutz- und Behandlungs-
massnahmen getroffen werden (AB 56.1 S. 7). Trotz der damit verbunde-
nen erschwerten Umstände der Vermittelbarkeit ist auf den ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt abzustellen (vgl. E. 4.2 hiervor), in welchem die Anstellungs-
chancen der Beschwerdeführerin als intakt zu erachten sind. Dies gilt umso 
mehr, als der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit erhebliches Gewicht zu-
kommt, denn diese liegt in einer leidensangepassten Tätigkeit bei 100 % 
ohne Einschränkungen der Leistungsfähigkeit (AB 56.1 S. 8). Schliesslich 
sind die vorgebrachten Hinweise auf die Ausbildungsdefizite und die Migra-
tion der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 6) invaliditätsfremd und 
damit unbeachtlich (vgl. E. 4.3 hiervor). 

4.5 Damit ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin zumutbar und möglich. In der Folge ist 
gestützt auf die medizinisch erstellte vollständige Arbeitsunfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit als ... sowie die demgegenüber 100%ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in einer angepassten leichten Tätigkeit (keine starke 
Belastung der Hände, keine Feuchtarbeiten, keine Tätigkeiten mit Kontakt 
zu sensibilisierenden Stoffen sowie toxischen und irritativen Substanzen) 
der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich zu bestimmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 16

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzu-
stellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 17

zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 
E. 2.2).

5.4 Der Einkommensvergleich ist auf den Zeitpunkt des hypothetischen 
Rentenbeginns hin vorzunehmen (BGE 129 V 222). Mit Blick auf die Neu-
anmeldung vom 1. September 2015 (AB 33) sowie die seit 31. Mai 2015 
bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als ... 
(AB 56.1 S. 7) ist der Einkommensvergleich in Anwendung von Art. 28 
Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG auf das Jahr 2016 hin vorzunehmen.

5.5

5.5.1 Da zum Beginn wie auch zur Auflösung des zuletzt während zwei 
Jahren innegehabten teilzeitlichen Arbeitsverhältnisses keinerlei Angaben 
vorliegen, dieses ohnehin lediglich stundenweise an sechs Tagen pro Wo-
che zu zwei Stunden ausgeübt wurde (AB 33 S. 4 Ziff. 5.4, 39.3, 56.1 S. 5) 
und gesundheitliche Probleme bereits in jenem Zeitpunkt vorlagen (vgl. 
AB 39.3), ist nicht zu beanstanden, dass sich die Beschwerdegegnerin zur 
Festsetzung des Valideneinkommens auf statistische Werte gemäss LSE 
stützte (AB 73 S. 1). Unter Berücksichtigung der in den letzten sechs Jah-
ren vor Aufgabe der Erwerbstätigkeit ausgeübten Tätigkeit als ... (vgl. 
AB 56.1 S. 4 f.) ist überwiegend wahrscheinlich (vgl. hierzu BGE 138 V 218 
E. 6 S. 221; SVR 2017 UV Nr. 20 S. 67 E. 3.2), dass die Beschwerdeführe-
rin im Gesundheitsfall weiterhin in diesem Bereich tätig wäre. Daher ist 
ausgehend von der LSE 2014, Tabelle TA1, Ziff. 94-96 (Erbringung v. 
sonst. Dienstleistungen), Kompetenzniveau 1, Frauen, angepasst an die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 18

betriebsübliche Arbeitszeit (BFS, Tabelle T03.02.03.01.04.01, Zeile S / 94-
96 [Erbringung von sonstigen Dienstleistungen]) sowie den Index im Jahr 
2016 (BFS, Tabelle T1.10 Nominallohnindex, 2011-2016, Zeile R, S / 90-96 
[Kunst, Unterhaltung und Erholung, sonstige Dienstleistungen]), ein Vali-
deneinkommen von Fr. 52‘499.60 (Fr. 4‘100.-- x 12 / 40 x 42 / 104.6 x 
106.3) heranzuziehen.

5.5.2 Die Beschwerdeführerin übt keine zumutbare Erwerbstätigkeit aus, 
womit auch das Invalideneinkommen anhand von LSE-Werten zu bestim-
men ist. Gestützt auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil in einer ange-
passten leichten Tätigkeit (vgl. E. 4.5 hiervor) ist von der LSE 2014, Tabelle 
TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen, auszugehen. Hinsichtlich mögli-
cher Verweistätigkeiten ist festzuhalten, dass an die Konkretisierung von 
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten rechtsprechungsgemäss 
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (vgl. E. 4.2 hiervor). Die 
Sachverhaltsermittlung hat nur soweit zu gehen, dass im Einzelfall eine 
zuverlässige Bestimmung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Die Um-
schreibung im angefochtenen Entscheid (AB 73 S. 1) in Verbindung mit 
den Ausführungen der MEDAS-Gutachter (AB 56.1 S. 8) genügt den ent-
sprechenden formell- und materiellrechtlichen Erfordernissen (vgl. hierzu 
u.a. Entscheide des BGer vom 22. Dezember 2016, 9C_469/2016, E. 6.3, 
und vom 12. Februar 2016, 8C_670/2015, E. 4), weshalb sich die an der 
öffentlichen Schlussverhandlung vom 9. August 2018 erhobene Rüge einer 
diesbezüglichen Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbegründet er-
weist (Entscheid des BGer vom 17. Dezember 2009, 8C_927/2009, E. 3.4). 
Mit Blick auf die vorhandenen Einschränkungen – keine starke Belastung 
der Hände, keine Feuchtarbeiten, keine Tätigkeiten mit Kontakt zu sensibi-
lisierenden Stoffen sowie toxischen und irritativen Substanzen (E. 4.5 hier-
vor) – ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene behinderungs-
bedingte Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 10 % (AB 73 S. 1) nicht 
zu beanstanden. Damit resultiert – wiederum angepasst an die betriebsüb-
liche Arbeitszeit im Jahr 2016 (BFS, Tabelle T03.02.03.01.04.01, Total) 
sowie nach Vornahme der Indexierung (BFS, Tabelle T1.10 Nominal-
lohnindex, 2011-2016, Total) – ein hypothetisches Einkommen mit Ge-
sundheitsschaden von Fr. 48‘788.65 (Fr. 4‘300.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.3 x 
104.1 x 0.9). Selbst bei Anrechnung des maximal zulässigen Tabellenlohn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 19

abzuges im Umfang von 25 % entstände bei einem Invalideneinkommen 
von Fr. 40‘657.20 (Fr. 4‘300.-- x 12 / 103.3 x 104.1 / 40 x 41.7 x 0.75) kein 
Rentenanspruch ([Fr. 52‘499.60 ./. Fr. 40‘657.20] x 100 / Fr. 52‘499.60 = 
22.55 %). Kein Abzug ist jedenfalls wegen invaliditätsfremder Gründe wie 
mangelnder Sprachkenntnisse oder fehlender Schul- und Berufsbildung 
vorzunehmen, da diese auch bei der Festsetzung des ebenfalls auf statisti-
schen Zahlen beruhenden Valideneinkommens zu beachten wären (Ent-
scheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5).

5.6 Bei Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 3‘710.95 (Fr. 52‘499.60 ./. Fr. 48‘788.65), 
woraus sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 7 % ergibt 
(vgl. E. 2.2 hiervor).

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 15. November 
2016 (AB 73) im Ergebnis nicht zu beanstanden, womit die dagegen erho-
bene Beschwerde abzuweisen ist.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

7.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2018, IV/16/1258, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung vom 9. August 2018)
- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 

vom 9. August 2018)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.