# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0153a06b-7a30-58a6-9f89-b7280fa87776
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 21.07.2021 BB.2020.203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2020-203_2021-07-21.pdf

## Full Text

Beschluss vom 21. Juli 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler, 
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 
Parteien 

  
FÉDÉRATION INTERNATIONALE DE FOOTBALL 
ASSOCIATION FIFA, vertreten durch 
Rechtsanwältin Catherine Hohl-Chirazi, 

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

1. BUNDESANWALTSCHAFT, 
 
2. Joseph S. BLATTER, vertreten durch 

Rechtsanwalt Lorenz Erni, 
Beschwerdegegnerin und Beschwerdegegner 

 
 

Gegenstand  Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.203 
 

 
 
 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 
 

A. Am 24. September 2015 eröffnete die Bundesanwaltschaft aufgrund von Er-
kenntnissen aus dem Verfahren SV.15.0088 der Bundesanwaltschaft und 
aus Medienberichten sowie aufgrund durch die Fédération Internationale de 
Football Association (FIFA) gelieferten Unterlagen unter der Verfahrensnum-
mer SV.15.1013-THO eine Strafuntersuchung gegen Joseph Blatter (nach-
folgend «Blatter») wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesor-
gung (Art. 158 StGB), eventualiter der Veruntreuung (Art. 138 StGB; Verfah-
rensakten SV.15.1013, pag. 01.100-0001 ff.). 

 
 Es bestand der Verdacht, Blatter habe als Präsident der FIFA unter Verlet-

zung seiner Treuepflichten bewirkt oder zugelassen, dass die FIFA am Ver-
mögen geschädigt werde, indem letztere ungerechtfertigterweise am 1. Feb-
ruar 2011 eine Zahlung von über CHF 2 Mio. an Michel Platini getätigt habe, 
in der Absicht, diesen unrechtmässig zu bereichern. Zudem bestand der Ver-
dacht, Blatter habe unter Verletzung seiner Treuepflichten bewirkt oder zu-
gelassen, dass die FIFA bzw. die FIFA Marketing & TV AG am Vermögen 
geschädigt werde, indem die FIFA bzw. die FIFA Marketing & TV AG im 
Jahre 2005 der Caribbean Football Union (nachfolgend «CFU») bzw. Jack 
Warner (nachfolgend «Warner»), der damals die CFU geführt habe, TV-
Rechte unter dem Marktwert veräussert und vertragliche Rechte der FIFA 
gegenüber der CFU nicht durchgesetzt, in der Absicht, die CFU bzw. Warner 
unrechtmässig zu bereichern.  

 
 
B. Mit Datum vom 16. Dezember 2019 konstituierte sich die FIFA als Privat-

klägerin im Strafverfahren SV.15.1013 (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. 15.101-289).  

 
 
C. Mit Schreiben vom 23. März 2020 eröffnete die Bundesanwaltschaft den Par-

teien, dass sie die Untersuchung im Teilsachverhalts- und Vorwurfsbereich 
«Medien-Rechte Karibik» betreffend den Zeitraum 2005 und 2011 als voll-
ständig und abschlussreif erachte. Sie teilte mit, dass sie beabsichtige, das 
Verfahren in diesem Bereich ohne Weiterungen und unter Überwälzung der 
Kosten auf den Bund vollumfänglich einzustellen. Gleichzeitig setzte sie den 
Parteien eine Frist an, um allfällige Beweisanträge wie auch gegebenenfalls 
Anträge in Zusammenhang mit Art. 429 ff. StPO einzureichen (Verfahrens-
akten SV.15.1013, pag. 03.100-0001 ff.).  

 
  

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D. Blatter verzichtete mit Schreiben vom 1. April 2020 auf das Stellen von 
Beweisergänzungsanträgen (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 16.001-
0150 ff.).  

 
 
E. Die FIFA beantragte mit Schreiben vom 29. April 2020 im Wesentlichen die 

Weiterführung des Verfahrens und stellte diverse Beweisanträge (Verfah-
rensakten SV.15.1013, pag. 03.100-0055 ff.). Die Bundesanwaltschaft wies 
mit Verfügung vom 18. Mai 2020 die Beweisanträge der FIFA ab (Verfah-
rensakten SV.15.1013, pag. 03.100-0096 ff.). 

 
 
F. Am 22. Mai 2020 verfügte die Bundesanwaltschaft Folgendes (Verfahrens-

akten SV.15.1013, pag. 03.100-0103 ff.): 
 
 «1. Das Strafverfahren gegen Josef Sepp Blatter wegen Ungetreuer 

Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB wird im Sinne 
der Erwägungen im Teil-Sachverhalts- und Vorwurfsbereich ‘Medien-
Rechte Karibik’ definitiv eingestellt. 

 
  2. Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 35'000.00 werden auf die Bun-

deskasse genommen. 
 
  3. Entschädigung und Genugtuung 
  3.1 Dem Beschuldigten wird für die Verteidigung durch RA Dr. Lorenz Erni 

eine Entschädigung von CHF 10'875.70 zugesprochen.  
 
  3.2 Es werden weder weitere Entschädigungen noch eine Genugtuung aus-

gerichtet.  
 
  4. Auf den Antrag der Privat-Zivilklägerin Fédération Internationale de 

Football Association (FIFA) auf Zusprechung einer Entschädigung wird 
nicht eingetreten.  

 
  5.-6. […]» 
 
 
G. Dagegen gelangte die FIFA mit Beschwerde vom 15. Juni 2020 an die Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragt im Wesentlichen 
die Aufhebung der Einstellungsverfügung vom 22. Mai 2020 (act. 1 S. 5). 

 
  

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H. Während Blatter mit Schreiben vom 25. Juni 2020 mitteilt, auf die Einrei-
chung einer Beschwerdeantwort zu verzichten, beantragt die Bundesanwalt-
schaft mit Eingabe vom 8. Juli 2020 die Abweisung der Beschwerde (act. 6 
und 7). In ihrer Replik vom 27. Juli 2020 hält die FIFA an den in der Be-
schwerde vom 15. Juni 2020 gestellten Anträgen fest (act. 14), was Blatter 
und der Bundesanwaltschaft am 28. Juli 2020 zur Kenntnis gebracht wird 
(act. 15).  

 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.  
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. 
1.1 Gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft können die Par-

teien innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 
StBOG). Zur Beschwerde legitimiert sind die Parteien, sofern sie ein rechtlich 
geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen 
Verfügung haben (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die geschädigte Person ist gegen 
die Einstellung des Verfahrens grundsätzlich nur insoweit zur Beschwerde 
legitimiert, als sie sich vor Abschluss des Vorverfahrens im Sinne der 
Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft konstituiert hat (BGE 141 IV 380 
E. 2.2 S. 383 mit Hinweis). Mit der Beschwerde gerügt werden können 
gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Über-
schreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 
Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung 
des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c).  

 
 Die Beschwerdekammer ist bei ihrem Entscheid nicht an die Anträge und 

Begründungen der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 StPO). Es gilt somit 
in rechtlicher Hinsicht der Grundsatz «iura novit curia». Die Beschwerde 
kann aus anderen als vom Beschwerdeführer vorgebrachten Gründen gut-
geheissen werden. Umgekehrt kann die Beschwerdekammer mit einer von 
den vorinstanzlichen Erwägungen abweichenden Begründung, die zum glei-
chen Ergebnis führt, die Beschwerde abweisen (LIEBER, Zürcher Kommen-
tar, 2. Aufl. 2020, N. 1 zu Art. 391 StPO). Den Parteien ist das rechtliche 
Gehör zu gewähren, wenn mit der Motivsubstitution Tatsachen neu rechtli-
che Bedeutung erlangen, zu denen sich die Parteien nicht äussern konnten 

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oder nicht zu äussern brauchten, weil mit ihrer Rechtserheblichkeit nicht zu 
rechnen war (Urteil des Bundesgerichts 8C_529/2016 vom 26. Oktober 2016 
E. 4.2.2. m.w.H.). 

 
1.2 Als Privatklägerschaft und somit als Partei des Strafverfahrens (Art. 104 

Abs. 1 lit. b StPO) gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich 
am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin oder -kläger zu beteiligen 
(Art. 118 Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die 
Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 
Abs. 1 StPO). In seinen Rechten unmittelbar verletzt ist, wer Träger des 
durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten 
Rechtsguts ist (BGE 143 IV 77 E. 2.2; 141 IV 454 E. 2.3.1). Im Zusammen-
hang mit Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gel-
ten praxisgemäss nur diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die 
darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, 
sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen 
Handlung ist (BGE 141 IV 454 E. 2.3.1; 140 IV 155 E. 3.2 S. 157 f.). Bei 
Straftaten gegen kollektive Interessen reicht es für die Annahme der Geschä-
digtenstellung im Allgemeinen aus, dass das von der geschädigten Person 
angerufene Individualrechtsgut durch den Straftatbestand auch nur nachran-
gig oder als Nebenzweck geschützt wird. Werden durch Delikte, die (nur) 
öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mittel-
bar beeinträchtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von 
Art. 115 Abs. 1 StPO (BGE 141 IV 454 E. 2.3.1; 140 IV 155 E. 3.2 S. 158; 
jeweils m.w.H.). 

 
1.3 Geschütztes Rechtsgut des zur Diskussion stehenden Tatbestands der un-

getreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB ist das 
(fremde) Vermögen, das über Vertrauensmissbrauch angegriffen wird (vgl. 
auch Urteil des Bundesgerichts 1B_29/2015 vom 16. Juni 2015 E. 2.3.5). 
Diesbezüglich ist die Beschwerdeführerin als Trägerin des von der Strafnorm 
geschützten Rechtsguts und damit als geschädigte Person gemäss Art. 115 
Abs. 1 StPO anzusehen. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene 
Beschwerde ist demnach einzutreten.  

 
 
2. 
2.1 Die Beschwerdeführerin verlangt, das gegen den Beschwerdegegner wegen 

Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung evtl. Veruntreuung gerich-
tete Verfahren sei weiterzuführen und zur Anklage zu bringen (act. 1 S. 5). 
Die verfügte Einstellung verstosse gegen den Grundsatz «in dubio pro duri-
ore» (act. 1 S. 105). Zusammengefasst ist sie mit der tatsächlichen und 

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rechtlichen Beurteilung des Untersuchungsergebnisses durch die Beschwer-
degegnerin nicht einverstanden. Weiter macht sie eine unvollständige Sach-
verhaltsfeststellung und Ermessenmissbrauch durch die Beschwerdegegne-
rin geltend (act. 1 S. 74 ff.).  

 
2.2 Der angefochtenen Einstellungsverfügung liegt zusammengefasst folgender 

Sachverhalt zugrunde: 
 
 Am 12. September 2005 unterzeichnete der Beschwerdegegner in seiner 

Funktion als Präsident der Beschwerdeführerin mit der CFU, welche ihrer-
seits durch Warner vertreten war, einen Vertrag über die Erteilung einer Li-
zenz bezüglich bestimmter Medienrechte (sog. «Media Rights») durch die 
Beschwerdeführerin an die CFU im Zusammenhang mit der Austragung der 
Fussball-Weltmeisterschaften (nachfolgend «Weltmeisterschaften» oder 
«WM») 2010 und 2014 und anderer FIFA-Veranstaltungen gegen ein Entgelt 
(sog. «Rights Fees») von USD 250'000.-- und USD 350'000.--. Es wurde zu-
dem vereinbart, dass die Beschwerdeführerin an aus allfälligen Unterlizenz-
verträgen generierten Erträgen zu 50% partizipieren sollte, wobei die 
Vergabe von Unterlizenzverträgen nur mit der vorgängigen schriftlichen Ein-
willigung der Beschwerdeführerin erfolgen konnte. Der Vertrag enthielt eine 
Klausel, wonach dieser keinerlei Rechtswirkung entfalten solle und für die 
Parteien in keiner Weise bindend sei, bis er für und im Namen der Parteien 
unterzeichnet würde sowie die darin festgelegten Bedingungen durch den 
Verwaltungsrat der FIFA Marketing & TV AG genehmigt und ratifiziert wor-
den seien und die schriftliche Benachrichtigung der CFU über die Genehmi-
gung und Ratifizierung durch die Beschwerdeführerin erfolgt sei. Direktor der 
FIFA Marketing & TV AG war zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung A. 
und einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsratspräsident der FIFA Mar-
keting & TV AG war der Beschwerdegegner. Eine Genehmigung und Ratifi-
zierung des Vertrages vom 12. September 2005 durch den Verwaltungsrat 
der FIFA Marketing & TV AG erfolgte jedoch nicht.  

 
 Am 26. Februar 2007 wurden zwei Memoranda of Agreement abgeschlos-

sen. Eines zwischen der CFU und der Geyco International Inc. (nachfolgend 
«Geyco Inc.») und das andere zwischen der JD International und der Geyco 
Inc. Beide hatten die Übertragung der der CFU von der Beschwerdeführerin 
gewährten Medienrechte für die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 von der 
CFU bzw. der für die CFU handelnden JD International auf die Geyco Inc. 
gegen ein Entgelt von USD 6.5 Mio. und USD 7.5 Mio. zum Inhalt. Bereits 
am 1. Februar 2007 hatten die Geyco Inc. und die International Media Con-
tent Limited (nachfolgend «IMC Limited») eine Vereinbarung getroffen, ge-
mäss welcher die Geyco Inc. der IMC Limited die Media Rights übertragen 

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hatte. Von der Unterlizenzvergabe erfuhr man FIFA-intern Ende Februar 
2007: B., «Special Advisor to the FIFA President», übermittelte am 27. Feb-
ruar 2007 unter anderem dem Beschwerdegegner einen im «The Jamaica 
Observer» erschienenen Artikel, welchem zu entnehmen war, dass die 
jamaikanische SportsMax über die IMC Limited mit der JD International, wel-
che im Namen der CFU gehandelt habe, einen Exklusivvertrag unter ande-
rem betreffend die Übertragungsrechte bezüglich der WM 2010 und 2014 
abgeschlossen habe. Ab April 2007 erfolgte über vier Jahre hinweg ein um-
fangreicher FIFA-interner Meinungsaustausch (die Einstellungsverfügung 
erwähnt exemplarisch über 150 Dokumente), wurde die Anwaltskanzlei C. 
beratend beigezogen und fand ein reger Mailverkehr zwischen Mitarbeiter 
der Beschwerdeführerin und der CFU statt. Dies mit dem Ziel, eine für die 
die Beschwerdeführerin akzeptable Lösung zu erreichen (E. 7.5.3 nachfol-
gend). Am 25. Juli 2011 kündigte die Beschwerdeführerin den Vertrag mit 
der CFU vom 12. September 2005 wegen ausstehender Ratenzahlungen für 
die Medienrechte sowie wegen fehlender Genehmigung der Unterlizenzen. 
Unterzeichnet wurde das betreffende Kündigungsschreiben von A. und D. 
Am 28. Juli 2011 schloss die Beschwerdeführerin mit der IMC Limited einen 
Lizenzvertrag betreffend die WM 2014 in Brasilien sowie bezüglich anderer 
FIFA-Veranstaltungen für die Jahre 2011 bis 2014, zum Preis von USD 6.75 
Mio. ab. Mit Schreiben vom 26. August 2011 machte die Beschwerdeführerin 
gegenüber der CFU schliesslich ihren Anteil von USD 3'625’000.-- aus dem 
Sublizenzvertragsverhältnis mit Geyco Inc./IMC Limited geltend und forderte 
die Rückstände aus den Rights Fees im Umfang von USD 155'918.-- 
(USD 147'500.-- zuzüglich Zinsen), mithin insgesamt USD 3'780'918.-- ein. 

 
2.3 Gemäss Eröffnungsverfügung vom 24. September 2015 wurde dem Be-

schwerdegegner in der Strafuntersuchung zusammengefasst vorgeworfen, 
er habe in seiner Funktion als Präsident der Beschwerdeführerin mit Ab-
schluss des Vertrags vom 12. September 2005 der CFU Medienrechte für 
die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 unter dem Marktwert zur Nutzung 
überlassen und dadurch die Beschwerdeführerin (bzw. die FIFA Marketing 
& TV AG) im Umfang der Differenz zwischen dem vereinbarten Preis und 
dem Marktwert geschädigt. Dies obwohl er sich der Diskrepanz zwischen 
dem vertraglich festgelegten und dem effektiven Marktpreis bewusst gewe-
sen sei, jedoch mindestens eine solche Differenz und damit den Schaden in 
Kauf genommen habe. Das pflichtwidrige Verhalten sei zudem von der Ab-
sicht getragen gewesen, Warner und allenfalls die CFU unrechtmässig zu 
bereichern. 

 
  

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 Weiter wurde dem Beschwerdegegner vorgeworfen, dass er unter Verlet-
zung seiner Treuepflichten bewirkt oder zugelassen habe, dass die Be-
schwerdeführerin (bzw. der FIFA Marketing & TV AG) am Vermögen geschä-
digt worden sei, indem die vertraglichen Rechte der Beschwerdeführerin 
gegenüber der CFU nicht durchgesetzt worden seien. Dabei habe der Ver-
dacht bestanden, der Beschwerdegegner habe in der Absicht gehandelt, 
Dritte (insbesondere die CFU und/oder Warner) unrechtmässig zu berei-
chern (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 01.100-0001 f.).  

 
 
3.  
3.1 Die Staatsanwaltschaft verfügt die vollständige oder teilweise Einstellung 

des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage recht-
fertigt, oder wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 lit. a und b 
StPO). Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens hat sich nach dem 
Grundsatz «in dubio pro duriore» zu richten (BGE 137 IV 219 E. 7.1). Dieser 
ergibt sich aus dem Legalitätsprinzip (vgl. Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 10 Abs. 3 
StPO). Er bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft 
grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Pro-
zessvoraussetzungen angeordnet werden darf (BGE 137 IV 219 E. 7.1). Hin-
gegen ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, 
Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als 
ein Freispruch (BGE 138 IV 86 E. 4.1.2). Ist ein Freispruch genauso wahr-
scheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei 
schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 186 E. 4.1). Bei 
zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über 
die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das 
zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht (BGE 137 IV 219 E. 7.1).  

 
 Eine vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens erfolgt auch, 

wenn Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder 
Prozesshindernisse aufgetreten sind (Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO). Der Grund-
satz «in dubio pro duriore» ist auch bei der Anwendung dieser Bestimmung 
zu beachten (Urteil des Bundesgerichts 6B_471/2015 vom 27. Juli 2015 
E. 3.2.1).  

 
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Untersuchung gegen den Beschwerdegeg-

ner rund um die Vergabe der Medienrechte für die Weltmeisterschaften 2010 
und 2014 an die CFU mit folgender Begründung eingestellt: Es könne nicht 
ermittelt werden, welches der Marktwert der der CFU eingeräumten Medien-
rechte sei, weshalb die Bezifferung des Schadens nicht möglich sei. Ferner 

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habe die Untersuchung keine Beweise zu Tage gefördert, dass der Be-
schwerdegegner auf die Finanzabteilung der Beschwerdeführerin eingewirkt 
habe, um die Eintreibung der Ausstände zu unterbinden. Dem Beschwerde-
gegner könne auch nicht ein pflichtwidriges Verhalten vorgeworfen werden, 
dass die FIFA den Vertrag mit der CFU erst am 25. Juli 2011 gekündigt habe. 
Die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner wegen ungetreuer 
Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB wurde daher mit 
Bezug auf den Sachverhalts- und Vorwurfsbereich «Medien-Rechte Karibik» 
betreffend den Zeitraum zwischen 2005 und 2011 gestützt auf Art. 319 
Abs. 1 lit. a und b StPO eingestellt (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. 03.100-0138 ff.). 

 
 
4. 
4.1 Wie bereits eingangs erwähnt, kann die Beschwerdekammer die Beschwer-

de mit einer von den vorinstanzlichen Erwägungen abweichenden Begrün-
dung, die zum gleichen Ergebnis führt, abweisen (vgl. supra E. 1.1). Im 
Zusammenhang mit der Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die 
Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner eingestellt hat, bestehen 
nunmehr verjährungsrechtliche Aspekte, die vorweg zu prüfen sind. Die 
Frage der Verjährung stellte sich zum Zeitpunkt des Erlasses der Einstel-
lungsverfügung (noch) nicht. Sie ist jedoch als dauerndes Prozesshindernis 
im Sinne von Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO in jedem Verfahrensstadium, mithin 
auch im Beschwerdeverfahren, von Amtes wegen zu prüfen (vgl. BGE 142 
IV 383 E. 2.1; 116 IV 80 E. 2a; Urteile des Bundesgerichts 6B_479/2013 vom 
30. Januar 2014 E. 2.1; 6B_238/2013 vom 22. November 2013 E. 2.3; 
6B_277/2012 vom 14. August 2012 E. 2.3). Eine Einstellung infolge Verjäh-
rung darf nach der Rechtsprechung nur ergehen, wenn die Verjährung offen-
sichtlich ist (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 186 E. 4.1; 137 IV 219 E. 71). 

 
4.2 Ungetreue Geschäftsbesorgung wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis 

zu fünf Jahren bestraft, wenn der Täter in der Absicht handelt, sich oder 
einen anderen unrechtmässig zu bereichern (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). 
Die Strafverfolgung der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 
Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB verjährt gestützt auf Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB in 
15 Jahren. Gemäss Art. 98 lit. a StGB beginnt die Verjährung mit dem Tag, 
an dem der Täter die strafbare Tätigkeit ausführt. In Fällen, in welchen der 
Täter die strafbare Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten ausführt, beginnt die 
Verjährung mit dem Tag, an dem er die letzte Tätigkeit ausführt (Art. 98 lit. b 
StGB). Wenn das strafbare Verhalten dauert, beginnt die Verjährungsfrist mit 
dem Tag, an dem dieses Verhalten aufhört (Art. 98 lit. c StGB).  

  

https://www.swisslex.ch/doc/previews/f56c3720-2bf1-4a59-b627-43310494ead1%2Ceb8d057b-69f6-4c55-886d-2a40a7cc18d4/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/previews/f56c3720-2bf1-4a59-b627-43310494ead1%2Ceb8d057b-69f6-4c55-886d-2a40a7cc18d4/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/d3d8acf9-e241-4c40-aabc-3d93f0f20832/citeddoc/e6326dbb-b1f5-4555-92af-a96591b03051/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/d3d8acf9-e241-4c40-aabc-3d93f0f20832/citeddoc/e6326dbb-b1f5-4555-92af-a96591b03051/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/9ec691fe-ba01-4d20-9c36-297503119b29/citeddoc/0f37b17a-89a5-4e88-a005-1d0cf690684d/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/8cd160f8-437a-4853-8622-c77fa2bc890a/citeddoc/ce493308-9724-499a-a3d4-db47c91130f7/source/document-link

- 10 - 

 

 

4.3 Für die Bestimmung des Beginns des Fristenlaufs der Verjährung ist mithin 
massgebend, ob die dem Beschwerdegegner im Rahmen der Untersuchung 
vorgeworfenen Handlungen als Einzelhandlungen zu qualifizieren oder die 
Handlungen zu einer Tateinheit zusammenzufassen sind oder ob ein Dauer-
delikt im Sinne von Art. 98 lit. c StGB vorliegt.  

 
4.3.1 Nach der Aufgabe der Rechtsfigur der verjährungsrechtlichen Einheit lässt 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung nur in zwei Konstellationen die Qua-
lifikation mehrerer tatsächlicher Handlungen verjährungsrechtlich noch als 
Einheit zu, nämlich bei Vorliegen einer tatbestandlichen oder natürlichen 
Handlungseinheit (vgl. BGE 131 IV 83 E. 2.3 f.): 

 
 Eine tatbestandliche Handlungseinheit liegt vor, wenn bereits der Tatbestand 

typischerweise mehrere Einzelhandlungen voraussetzt, wie bei Raub 
(Art. 140 StGB), Misswirtschaft (Art. 165 StGB) oder strafbarem Nachrich-
tendienst (Art. 272-274 StGB). Die Tatbestandsverwirklichung erfolgt durch 
eine Sequenz von Handlungen, die erst zusammengefasst den gesamten 
Tatbestand einmal verwirklichen bzw. der Täter verletzt in aufeinanderfol-
genden Schritten verschiedene Rechtsgüter, um einen Erfolg zu verwirkli-
chen. Eine natürliche Handlungseinheit ist zu bejahen, wenn die einzelnen 
Handlungen auf einem einheitlichen Willensakt beruhen und wegen des en-
gen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Betrachtung 
noch als ein einheitliches zusammengehörendes Geschehen erscheinen. 
Darunter fallen namentlich Fälle der iterativen Tatbestandsverwirklichung 
oder der sukzessiven Tatbegehung (z.B. Besprayen einer Mauer mit Graffiti 
in mehreren aufeinanderfolgenden Nächten). Liegt zwischen den einzelnen 
Handlungen – selbst wenn diese aufeinander bezogen sind – ein längerer 
Zeitraum (z.B. ein Monat, BGE 111 IV 144), fällt die natürliche Handlungs-
einheit ausser Betracht (vgl. BGE 131 IV 83 E. 2.4.5). 

 
4.3.2 Ein Dauerdelikt im Sinne von Art. 98 lit. c StGB liegt schliesslich nur vor, 

wenn die zeitliche Fortdauer eines rechtswidrigen Zustandes oder Verhal-
tens tatbestandmässiges Unrecht bildet (BGE 135 IV 6 E. 3.2; 132 IV 49 
E. 3.1.2.2; 131 IV 83 E. 2.1.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_976/2017 vom 
14. November 2018 E. 4.3; 6B_520/2018 vom 3. April 2019 E. 4.3.1), wie 
etwa bei der Mangelnden Sorgfalt bei Finanzgeschäften im Sinne von 
Art. 305ter StGB (BGE 134 IV 307), Vernachlässigung von Unterstützungs-
pflichten gemäss Art. 217 StGB (BGE 132 IV 49), Freiheitsberaubung und 
qualifizierten Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 i.V.m. Art. 184 Abs. 4 StGB 
(BGE 119 IV 216 E. 2f) sowie Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB 
(BGE 128 IV 81 E. 2a).  

  

- 11 - 

 

 

4.3.3 Zunächst ist festzuhalten, dass die ungetreue Geschäftsbesorgung nach 
Art. 158 StGB nicht als Dauerdelikt im dargelegten Sinne ausgestaltet ist 
(offengelassen im Urteil des Bundesgerichts 6B_90/2014 vom 29. Januar 
2015 E. 6.2). Der Tatbestand des Art. 158 StGB enthält keine Elemente, die 
ein andauerndes pflichtwidriges Verhalten ausdrücklich oder zumindest sinn-
gemäss erfassen würden. Der fragliche Straftatbestand ist mit der Verursa-
chung des Vermögensschadens vollendet (NIGGLI, Basler Kommentar, 
4. Aufl. 2019, N. 10 zu Art. 158 StGB; TRECHSEL/CRAMERI, Praxiskommen-
tar, 3. Aufl. 2018, N. 12 zu Art. 158 StGB). Wer eine Straftat nach Art. 158 
StGB begeht, begründet keinen rechtswidrigen Zustand, sondern führt den 
Taterfolg herbei, der im Eintritt des Vermögensschadens besteht. 

 
 Der Tatbestand von Art. 158 StGB setzt sodann auch nicht typischerweise 

mehrere Einzelhandlungen voraus, sodass auch das Vorliegen einer tatbe-
ständlichen Handlungseinheit zu verneinen ist. Schliesslich fällt auch auf-
grund der zeitlichen Trennung der dem Beschwerdegegner vorgeworfenen 
Handlungen eine natürliche Handlungseinheit in casu ausser Betracht. 

 
4.3.4 Damit steht fest, dass die dem Beschwerdegegner in der Untersuchung 

vorgeworfenen Handlungen als Einzelhandlungen zu betrachten sind. 
Verjährungsrechtlich relevant ist vorliegend der Vorwurf der Veräusserung 
der TV-Rechte an die CFU für die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 unter 
deren Marktwert. Auch wenn es sich bei der ungetreuen Geschäftsbesor-
gung um ein Erfolgsdelikt handelt (ACKERMANN/VOGLER/BAUMANN/EGLI, 
Strafrecht, Individualinteressen, 2019, S. 198), ist für die Ermittlung des Be-
ginns der Verjährungsfrist stets der Zeitpunkt der tatbestandsmässigen 
Handlung und nicht derjenige des Eintritts des zur Vollendung des Deliktes 
erforderlichen Erfolgs massgebend (BGE 134 IV 297 E. 4.2 f.). Als fristaus-
lösende Handlung ist damit die Vertragsunterzeichnung durch den Be-
schwerdegegner in seiner Funktion als Präsident der Beschwerdeführerin 
vom 12. September 2005 zu betrachten. Dies bedeutet, dass bezüglich des 
Vorwurfs, der Beschwerdegegner habe die TV-Rechte an die CFU für die 
Weltmeisterschaften 2010 und 2014 unter deren Marktwert veräussert, die 
Verjährungsfrist von 15 Jahren (Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB; vgl. supra E. 4.2) 
am 12. September 2020 abgelaufen ist. Damit steht dem gegen den Be-
schwerdegegner in diesem Zusammenhang erhobenen Vorwurf der unge-
treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB das Prozesshinder-
nis der Verjährung entgegen. Dies wird von der Beschwerdeführerin denn 
auch nicht bestritten (vgl. act. 1 Rz. 42, FN 21). 

 
  

- 12 - 

 

 

5. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Strafuntersu-
chung gegen den Beschwerdegegner zu Recht eingestellt hat, soweit ihm 
vorgeworfen worden war, er habe sich im Nachgang an den Abschluss des 
Vertrages vom 12. September 2005 die ausstehenden Ratenzahlungen für 
die Einräumung der Medienrechte sowie weitere Vermögensleistungen aus 
dem Vertrag nicht eingefordert (vgl. supra E. 2.3).  

 
 
6. 
6.1 Mit Bezug auf den Vorwurf, der Beschwerdegegner habe die ausstehenden 

Ratenzahlungen für die Einräumung der Medienrechte von der CFU nicht 
eingefordert, verneinte die Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer unge-
treuen Geschäftsbesorgung mit dem Argument, die Finanzabteilung der Be-
schwerdeführerin habe die jeweiligen Forderungen gegenüber der CFU in 
Rechnung gestellt und bei Verzug Mahnungen geschickt. Die geschuldeten 
Leistungen seien somit eingefordert worden. Die Untersuchung habe zudem 
keine Beweise zu Tage gebracht, dass der Beschwerdegegner aktiv auf die 
Finanzabteilung eingewirkt hätte, um die Eintreibung der Ausstände zu un-
terbinden. Dass im Zeitpunkt der Kündigung des Vertrages noch ein Zah-
lungsrückstand von USD 147'500.-- vorhanden gewesen sei, sei nicht einem 
pflichtwidrigen Verhalten von den in diesem Bereich befassten Personen ge-
schuldet, sondern sei das Resultat der schlechten Zahlungsmoral der CFU 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 03.100-0144 f.). 

 
6.2 Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, der Beschwerde-

gegner sei seiner Kontrollpflicht nicht nachgekommen. Als Präsident der 
Beschwerdeführerin habe er nicht nur die Pflicht gehabt, diese zu führen, 
sondern auch die Handlungen der Divisionen zu überwachen, insbesondere 
soweit es sich um die namens der Beschwerdeführerin abgeschlossenen 
Lizenzverträge gehandelt habe. Die Verantwortung im Zusammenhang mit 
den Medienrechten habe vollumfänglich in der Hand des Präsidenten gele-
gen. Gerade weil es sich bei den Divisionen «Finanzen & Controlling» sowie 
«Marketing & TV» um zwei getrennte Divisionen gehandelt habe, sei die 
Kontroll- und Überwachungsfunktion des Präsidenten äusserst wichtig ge-
wesen (act. 1 S. 84 ff.).  

 
6.3 Der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB 

macht sich schuldig, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftra-
ges oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines anderen 
zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und 
dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere 
am Vermögen geschädigt wird. In objektiver Hinsicht muss den Täter somit 

- 13 - 

 

 

zunächst eine gesetzliche oder vertraglich übernommene Pflicht treffen, für 
fremdes Vermögen zu sorgen und zwar in der Stellung eines Geschäfts-
führers. M.a.W. bestehen die Tatbestandsmerkmale der ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB darin, dass der Täter eine Ge-
schäftsführungs- bzw. Vermögensfürsorgepflicht hat, diese Pflicht vorsätz-
lich verletzt und dadurch ein Schaden im Vermögen des Geschäftsherrn ent-
steht (BGE 120 IV 190). Geschäftsführung im Sinne des Tatbestandes liegt 
dann vor, wenn jemand in tatsächlicher oder formell selbständiger und ver-
antwortlicher Stellung im Interesse eines andern für einen nicht unerhebli-
chen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die Stellung als Geschäftsführer 
fordert ein hinreichendes Mass an Selbständigkeit, mit welcher dieser über 
das fremde Vermögen oder über wesentliche Bestandteile desselben, über 
Betriebsmittel oder das Personal eines Unternehmens verfügen kann. Der 
Tatbestand ist namentlich anwendbar auf selbständige Geschäftsführer so-
wie auf operationell leitende Organe von juristischen Personen bzw. Kapital-
gesellschaften. Geschäftsführer ist aber auch, wem die Stellung nur faktisch 
zukommt und ihm nicht formell eingeräumt worden ist (BGE 129 IV 124 
E. 3.1; 123 IV 17 E. 3b; 120 IV 190 E. 2b; 105 IV 106 E. 2; 100 IV 113 f.). 
Die im Gesetz nicht näher umschriebene Tathandlung der ungetreuen 
Geschäftsbesorgung besteht in der Verletzung jener spezifischen Pflichten, 
die den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell, aber auch 
bezüglich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. des Ge-
schäftsherrn treffen (BGE 120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2b). Die entspre-
chenden Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen Grundverhältnis. Pflicht-
widrig im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB handelt, wer als Vermögensverwal-
ter ein unerlaubtes Geschäftsrisiko eingeht, indem er Weisungen des Klien-
ten missachtet (BGE 120 IV 190 E. 2b). Tätigkeiten, die sich im Rahmen 
einer ordnungsgemässen Geschäftsführung halten, sind nicht tatbestands-
mässig, selbst wenn die geschäftlichen Dispositionen zu einem Verlust 
führen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Ge-
schäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde. Es ist daher in 
einem solchen Fall ex ante zu bestimmen, ob die eingegangenen Risiken 
den getroffenen Vereinbarungen oder Weisungen des Geschäftsherrn zuwi-
derlaufen (Urteile des Bundesgerichts 6B_824/2011 vom 17. August 2012 
E. 4.2; 6B_446/2010 vom 14. Oktober 2010 E. 8.2 und 8.4 mit Hinweisen). 
Allgemein formuliert, soll der Geschäftsführer nichts tun, was den sich am 
Unternehmenszweck orientierten Interessen zuwiderlaufen könnte (BGE 74 
II 165). Ab einer bestimmten Unternehmensgrösse oder bei entsprechender 
Geschäftstätigkeit kann die Pflichtverletzung auch darin bestehen, dass der 
Geschäftsführer nicht für eine angemessene finanzielle Führung sorgt. Ent-
sprechend setzt sich der Geschäftsführer einem Haftungsrisiko aus, wenn er 
das Unternehmensvermögen vernichtet oder übermässig reduziert (vgl. mit 

- 14 - 

 

 

Bezug auf den Verein: MÜLLER/SCHMID, Die Haftung des Vereinsvorstandes, 
insbesondere bei Flugsportvereinen, in: Grundfragen der juristischen Per-
son, 2007, S. 233 f.). Der Tatbestand setzt schliesslich einen Vermögens-
schaden voraus. Ein solcher kann in einer tatsächlichen Schädigung durch 
Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung 
der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt 
bereits vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in 
seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist. Dies ist der Fall, wenn der Ge-
fährdung im Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung durch Wertberichtigung 
oder Rückstellung Rechnung getragen werden muss (BGE 129 IV 124 
E. 3.1; 123 IV 17 E. 3d; 122 IV 279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c). Zwischen der 
Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden muss ein Kausal-
zusammenhang bestehen. Der subjektive Tatbestand besteht in der Vor-
sätzlichkeit des Handelns, wobei der Vorsatz die Schädigungsabsicht um-
fassen muss. Eventualvorsatz genügt (BGE 105 IV 191 f.).  

 
6.4 Bezüglich der Geschäftsführerqualität des Beschwerdegegners ist zunächst 

festzuhalten, dass er vom 26. November 1998 bis 24. Oktober 2013 –  
mithin im sachverhaltsrelevanten Zeitabschnitt (vgl. supra E. 3.2) – als 
Präsident der Beschwerdeführerin mit Einzelunterschrift im Handelsregister 
eingetragen war (SHAB-Publikationen; vgl. Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. 18.103-0004 ff.). Die Unterschriftsberechtigung ist einerseits nur als In-
diz der Selbständigkeit zu werten und andererseits ist sie nicht als absolute 
Notwendigkeit vorausgesetzt, um die Geschäftsführerqualität zu bejahen. 
Zur Bejahung oder Verneinung letzterer kann jedoch die rechtliche Qualifi-
kation des Geschäftsherrn, vorliegend der Beschwerdeführerin, weitere Indi-
zien liefern. Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um einen seit dem 
2. April 1996 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragenen Verein 
gemäss Art. 60 ff. ZGB mit Sitz in der Stadt Zürich (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. 18.103-0004). Gemäss Fassung der Vereinsstatuten vom 
1. Januar 2004 hatte die Beschwerdeführerin in der sachverhaltsrelevanten 
Zeitspanne folgende Organe: der Kongress als oberstes und gesetzgeben-
des Organ, das Exekutivkomitee als das ausführende Organ, das General-
sekretariat als das administrative Organ und die ständigen sowie die ad-hoc-
Kommissionen, welche das Exekutivkomitee bei der Erfüllung seiner Aufga-
ben beraten und unterstützen (Art. 21 der FIFA-Statuen; Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. 18.103-0029). Das Exekutivkomitee entspricht dem 
Vorstand im Sinne von Art. 69 ZGB, während der Kongress das Äquivalent 
der Vereinsversammlung nach Art. 64 ZGB bildet. Das Exekutivkomitee um-
fasste – stets gemäss den Statuten vom 1. Januar 2004 – 24 Mitglieder (ein 
Präsident, 8 Vizepräsidenten und 15 Mitglieder), ernannt durch die Kon-
föderationen und Verbände. Der Präsident vertrat die Beschwerdeführerin 

- 15 - 

 

 

rechtlich und war u.a. für die Umsetzung der Entscheide des Kongresses 
und des Exekutivkomitees durch das Generalsekretariat zuständig. Er führte 
Vorsitz beim Kongress und bei allen Sitzungen des Exekutiv- und Dringlich-
keitskomitees. Bei Stimmengleichheit im Exekutivkomitee gab seine Stimme 
den Ausschlag (Art. 32 der FIFA-Statuten; Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. 18.103-0038). Die Vermögensverwaltung der FIFA lag in der Kompe-
tenz des Exekutivkomitees (Art. 35 der FIFA-Stauten; Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. 18.103-0042). Gestützt auf die im Handelsregister einge-
tragene Einzelunterschrift konnte der Beschwerdegegner die Beschwerde-
führerin im Rahmen des Vereinszwecks alleine berechtigen und verpflichten. 
Die Geschäftsführerstellung des Beschwerdegegners im sachverhaltsrele-
vanten Zeitabschnitt ist somit ohne Weiteres zu bejahen.  

 
6.5 Weiter setzt der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung ein pflicht-

widriges Verhalten des Täters voraus. Der Inhalt des pflichtgemässen Ver-
haltens ergab sich vorliegend primär aus dem organschaftlichen Rechtsver-
hältnis zwischen der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdegegner 
(vgl. oben E. 6.4; SCHERRER/BRÄGGER, Basler Kommentar, 6. Aufl. 2018, 
N. 36 zu Art. 69 ZGB), welches eine Konkretisierung insbesondere in den 
bereits erwähnten Statuten (Art. 32) und im umfassenden internen Or-
ganisationsreglement der Beschwerdeführerin (Ziff. III Artikel 3 des Organi-
sationsreglements; Stand 1. Januar 2004; Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B07.201.102.4-0024) fand. Eine allgemeine Treuepflicht des Beschwer-
degegners ergab sich schliesslich auch aus dem zwischen ihm und der Be-
schwerdeführerin seit dem 18. April 1999 bestehenden Arbeitsverhältnis 
(vgl. Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B18.102-002-0188 ff.), insbeson-
dere aus Art. 321a OR. Die darin statuierte Treuepflicht ist in erster Linie eine 
Unterlassungspflicht: Danach hat der Abreitnehmer alles zu unterlassen, 
was den Arbeitgeber wirtschaftlich und in seinem Ruf schädigen könnte 
(PORTMANN/RUDOLPH, Basler Kommentar, 7. Aufl. 2020, N. 2 zu Art. 321a 
OR). 

 
6.6 Ob hinsichtlich des Vorwurfs der Nichtdurchsetzung der Rechte aus dem 

Vertrag vom 12. September 2005 dem Beschwerdegegner eine Pflichtverlet-
zung im Sinne von E. 6.5 vorgeworfen werden kann, hängt zunächst davon 
ab, ob der fragliche Vertrag überhaupt rechtsgültig zustande gekommen ist. 
Ist dies zu bejahen, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob im Zusammen-
hang mit der Nichtbezahlung der Raten die Interessen der Beschwerdefüh-
rerin gewahrt worden sind. Dabei ist von Bedeutung, dass bei einem Verein 
der Grösse der Beschwerdeführerin – vergleichbar mit «quasiinternationalen 
Organisationen […] und multinationalen Unternehmen mit hohen Umsätzen» 
(vgl. SCHADE, Gesellschaftsform, Good Governance und Regulierung für 

- 16 - 

 

 

internationale Sportdachverbände, 2020, S. 71; vgl. auch die FIFA Finanz-
berichte 2005-2011, exemplarisch: https://digitalhub.fifa.com/m/7f61f1bca0 
cac15d/original/fbqh2yfcma6nseazcldg-pdf.pdf) – eine Unternehmensstruk-
tur vorhanden ist, wie sie in der Regel bei (grösseren) Kapitalgesellschaften 
anzutreffen ist. Dem Organisationsreglement vom 1. Januar 2004 ist zu ent-
nehmen, dass die Beschwerdeführerin im sachverhaltsrelevanten Zeitraum 
neben dem Exekutivkomitee und dem Präsidenten mit der Präsidialabteilung 
über ein Generalsekretariat verfügte, welches das ständige administrative 
Organ der Beschwerdeführerin bildete und sich aus der FIFA-Administration 
und dem Generalsekretär zusammensetzte. Die FIFA-Administration ihrer-
seits war in Divisionen, administrative Stabstellen und Tochtergesellschaften 
der Beschwerdeführerin gegliedert. Dabei verfügte die Beschwerdeführerin 
über folgende Divisionen: Entwicklung («Developement»), Wettbewerb 
(«Competitions»), Finanzen & Controlling («Finance & Controlling»), Perso-
nal & Dienste («HR & Services») sowie Marketing & TV, wobei letztere der 
FIFA Marketing & TV AG übertragen wurde (vgl. Ziff. II Art. 2 Organisations-
reglement; Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B07.201.102.4-0020 ff.). Aus 
der Zeugeneinvernahme von G. (damaliger Direktor der Division Finanzen & 
Controlling) vom 25. September 2015 geht hervor, dass Verträge, welche die 
Übertragung von Rechten zum Inhalt gehabt hätten, von der «TV-Division» 
operativ betreut worden seien, während für die Überwachung der Einhaltung 
der Zahlungstermine sowie allfällige Mahnungen die jeweiligen Sachbear-
beiter der Abteilung Finanzen zuständig gewesen seien (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. 12.002-0011). Gestützt auf das Organisationsreglement 
und den Akten zufolge war für die Rechnungsstellung und Einforderung der 
ausstehenden Zahlungen («Rights Fees») des am 12. September 2005 ab-
geschlossenen Vertrages die Division Finanzen & Controlling zuständig 
(vgl. exemplarisch: Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4472; 
pag. B08.201.001-4790 und pag. B08.201.001-5582). Somit wird zu prüfen 
sein, ob der Division Finanzen & Controlling im Zusammenhang mit der Ein-
forderung der Rights Fees eine Pflichtverletzung vorgeworfen werden kann. 
Erst (und nur) wenn dies zu bejahen ist, stellt sich die Frage, ob dem Be-
schwerdegegner diesbezüglich eine Kontroll- und Überwachungspflicht als 
Präsident der Beschwerdeführerin zugekommen ist und bejahendenfalls ob 
er diese richtig wahrgenommen hat. Und – sollte er sie nicht richtig wahrge-
nommen haben – ob er dies vorsätzlich oder mindestens eventualvorsätzlich 
sowie in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, 
getan hat. 

 
  

https://digitalhub.fifa.com/m/7f61f1bca0cac15d/original/fbqh2yfcma6nseazcldg-pdf.pdf
https://digitalhub.fifa.com/m/7f61f1bca0cac15d/original/fbqh2yfcma6nseazcldg-pdf.pdf

- 17 - 

 

 

6.7 
6.7.1 Der Beschwerdegegner schloss am 12. September 2005 namens der Be-

schwerdeführerin mit der CFU eine Vereinbarung, deren Inhalt im Wesentli-
chen die Einräumung einer Lizenz an im Vertragswerk näher definierten Me-
dienrechten im Zusammenhang mit der Austragung der Fussball-Weltmeis-
terschaften 2010 und 2014 zu einem Entgelt von USD 250'000.-- (WM 2010) 
und USD 350'000.-- (WM 2014) war. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer 
Einstellungsverfügung fest, mit Blick auf den Vertragsinhalt sei bei diesem 
Vertrag auf einen Fernsehrechtevertrag zu schliessen, der seinerseits als 
Gestattungs- oder Lizenzvertrag bezeichnet werden könne (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. 03.100-0134). Dem kann ohne Weiteres zugestimmt wer-
den. Durch einen Lizenzvertrag verpflichtet sich der Lizenzgeber, die Benut-
zung eines immateriellen Gutes gegen die Entrichtung einer Lizenzgebühr 
zu gestatten (AMSTUTZ/MORIN, Basler Kommentar, 7. Aufl. 2020, N. 238 zu 
Einl. vor Art. 184 ff. OR). Im Vertrag vom 12. September 2005 wurde die CFU 
als Lizenznehmerin bezeichnet («Licensee»). Es wurde zudem festgehalten, 
dass die FIFA der CFU als Lizenznehmerin eine Lizenz bezüglich zu definie-
render Medienrechte erteilte («This memorandum of Agreement […] sets out 
the principal terms and conditions upon which FIFA grants a license of the 
Media Rights [as hereinafter defined] to the Licensee»). Auch wurde im Ver-
trag ausgeführt, dass die FIFA der CFU das Recht zur Unterlizenzvergabe 
gewährte, wobei der FIFA 50% der Unterlizenzgebühren zustehen sollten 
(«In addition, the Licensee hereby agrees that, in respect of each Competi-
tion and Additional Event, FIFA shall be entitled to fifty percent [50%] of all 
gross revenues generated from the sale by Authorized Sub-Licensees […]» 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201-001-1994 ff.). Ausgehend von 
der obgenannten Definition des Lizenzvertrages kann daher ohne Weiteres 
angenommen werden, dass die Parteien einen Lizenzvertrag abgeschlossen 
hatten. Anhaltspunkte für den Abschluss eines anderen Vertragstypus’ (z.B. 
Kauf- oder Agenturvertrag) liegen jedenfalls nicht vor. Im Übrigen geht auch 
die Beschwerdeführerin vom Abschluss eines Lizenzvertrages aus (vgl. 1 
S. 29 Rz. 117). Der Lizenzvertrag gilt gemeinhin als Innominatkontrakt bzw. 
als Vertrag sui generis oder als gemischtes Vertragsverhältnis (vgl. BGE 115 
II 255; 96 II 154). Der Vertrag vom 12. September 2005 sah in dessen 
Ziff. 15.2 die Anwendbarkeit des Schweizer Rechts vor («This Deal Memo 
shall be governed by, and construed in accordance with, the Iaws of Switzer-
land [the Vienna Convention on the International Sale of Goods being ex-
pressly excluded]»; Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 13.001-0058). Die 
Bestimmungen des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Obligationen-
rechts sind daher ohne Weiteres anwendbar. 

  

- 18 - 

 

 

6.7.2 Bezüglich des Zustandekommens des Vertrages ist sodann festzuhalten, 
dass dieser – wie bereits dargelegt – seitens der Beschwerdeführerin vom 
Beschwerdegegner und seitens der CFU von Warner unterzeichnet worden 
war. Der Vertrag enthielt eine Klausel, wonach der Abschluss unter der Be-
dingung der Genehmigung und Ratifizierung durch den Verwaltungsrat der 
FIFA Marketing & TV AG zu erfolgen habe. Der Vertrag sollte keinerlei 
Rechtswirkung entfalten und für die Parteien in keiner Weise rechtlich bin-
dend sein, bis er für und im Namen beider Parteien unterzeichnet würde so-
wie die darin festgelegten Bedingungen durch den Verwaltungsrat der FIFA 
Marketing & TV AG genehmigt und ratifiziert worden seien und die schriftli-
che Benachrichtigung des Lizenznehmers erfolgt sei («Accordingly, this Deal 
Memo shall have no legal effect whatsoever and shall not in any way be 
Iegally binding and the parties unless and until such time as it is signed for 
and on behalf of both parties and the Board of Directors of FIFA Marketing & 
TV AG approves and ratifies the terms and conditions set out herein and 
written notice of such approval and ratification is provided by FIFA to the 
Licensee»; vgl. Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201-001-1996). Der 
Vertrag wurde mithin unter der aufschiebenden Bedingung der nachträgli-
chen Genehmigung durch die FIFA Marketing & TV AG im Sinne von Art. 151 
Abs. 1 OR abgeschlossen. Dieser Umstand ist vorliegend insofern von Be-
deutung, als sich ein Vertrag bis zum Eintritt der aufschiebenden Bedingung 
in einem Schwebezustand befindet und während dessen Fortdauer keine 
Forderung besteht (WIDMER/CONSTANTIN/EHRAT, Basler Kommentar, 7. Aufl. 
2020, N. 3 zu Art. 151 OR). Den Akten, und insbesondere den Protokollen 
der Verwaltungsratssitzungen der FIFA Marketing & TV AG der Jahre 2005 
bis 2007, lässt sich keine entsprechende Genehmigung des Vertrages durch 
den Verwaltungsrat der FIFA Marketing & TV AG entnehmen (Verfahrensak-
ten SV.15.1013, pag. B08.201.001-0800; B08.201.001-0830; B08.201.001-
2139; B08.201.001-2443; B08.201.001-2616; B08.201.001-2628; 001-2659; 
B08.201.001-3135; B08.201.001-3536; B08.201.001-4163). Die Beschwer-
degegnerin hält in ihrer Einstellungsverfügung jedoch zu Recht fest, dass 
sich die Parteien trotz des an sich eingetretenen Schwebezustandes so ver-
halten hätten, als wäre die Bedingung eingetreten. So habe die CFU auf der 
Grundlage des Vertrages vom 12. September 2005 einen Unterlizenzvertrag 
abgeschlossen und die Beschwerdeführerin habe von der CFU für die ge-
währte Nutzung der Rechte Rechnungen gestellt und bei Verzug Mahnun-
gen geschickt (vgl. nachfolgend E. 6.8.2 und E. 7.6.1; Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. 03.110-0131 f.). Die FIFA hat denn auch später auf eine 
betreffende Klausel in ihren Verträgen verzichtet (vgl. «Licence Agreement» 
zwischen der Beschwerdeführerin und der IMC Limited vom 29. Juli 2011; 
Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.002-4422 ff.). Es kann daher mit 

- 19 - 

 

 

der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen werden, die Vertragschlies-
senden hätten im Rahmen der Parteiautonomie durch konkludentes Verhal-
ten zum Ausdruck gebracht, dass die ursprünglich vereinbarte Klausel nicht 
zum Tragen kommen sollte und das Vertragsverhältnis faktisch angepasst. 
Das interne Organisationsreglement der FIFA Marketing & TV AG, welches 
im sachverhaltsrelevanten Zeitraum in Kraft war, hielt zudem fest, dass Ver-
träge über die Vermarktung der Rechte und Marken der FIFA nur von der 
FIFA abgeschlossen werden können (Ziff. II. Art. 4; Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B07.201.102.4-0050). Weder dieses Reglement, noch das 
interne Organisationsreglement der Beschwerdeführerin vom 1. Januar 2004 
noch deren Statuten vom 1. Januar 2004 sahen vor, dass namens der Be-
schwerdeführerin abgeschlossene Verträge betreffend die Vermarktung von 
Rechten der Beschwerdeführerin einer Genehmigung bzw. Zustimmung des 
Verwaltungsrates der FIFA Marketing & TV AG bedurft hätten (Verfahrens-
akten SV.15.1013, pag. B07.201.102.4-0001 ff.). Zusammengefasst ist da-
mit von einem gültigen Zustandekommen des Vertrages vom 12. Septem-
ber 2005 auszugehen. 

 
6.8 
6.8.1 Die Zahlungstermine für die Einräumung der Medienrechte im Umfang von 

USD 250'000.-- und USD 350'000.-- wurden vertraglich wie folgt geregelt 
(vgl. Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-1992 ff.): 

 
 Rights Fee 2010 
 
 10% within thirty (30) days of the date of execution of this Deal Memo by 

 FIFA 
 10% on or before 30 June 2006 
 15% on or before 30 June 2007 
 20% on or before 30 June 2008 
 20% on or before 31 December 2009 
 25% on or before 10 March 2010 
 
 Rights Fee 2014 
 
 10% on or before 30 June 2011 
 20% on or before 30 June 2012 
 20% on or before 30 June 2013 
 25% on or before 31 December 2013 
 25% on or before 10 March 2014 

  

- 20 - 

 

 

6.8.2 Belegt ist, dass zum Zeitpunkt der Kündigung des Vertrages am 25. Juli 2011 
die fünfte und sechste Rate der Rights Fees 2010 sowie die erste Rate der 
Rights Fee 2014, mithin insgesamt USD 147'500.-- ausstehend waren 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4739 f.; pag. B08.201.001-
5585 und pag. B08.201.001-4789). Aktenkundig ist eine erste E-Mail vom 
20. Februar 2006 aus der Abteilung Controlling an E. (damaliger Abteilungs-
leiter für «TV- und New Media» bzw. ab 2007 Direktor a.i. der FIFA Marketing 
& TV AG), worin darauf hingewiesen wird, dass die erste Rate der Rights 
Fee 2010 ausstehend sei. E. informierte noch gleichentags A., der zum da-
maligen Zeitpunkt die Funktion des FIFA-Generalsekretärs inne hatte. Die-
ser antwortete, er werde Warner eine E-Mail schreiben, um die Zahlung un-
verzüglich zu erhalten (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-
2398). Offenbar wurde FIFA-intern darüber diskutiert, eine Kündigungsan-
drohung an Warner zu schicken, sollte er die ausstehende Rate nicht unver-
züglich bezahlen. Dies geht aus einer E-Mail vom 21. März 2006 von der 
Abteilung «Legal Affairs» an A. hervor, der ein Entwurf eines Schreibens mit 
einer entsprechenden Kündigungsandrohung beigefügt war (Verfahrensak-
ten SV.15.1013, pag. B08.201.001-2476). Aus den Akten ergibt sich nicht, 
ob dieses Schreiben Warner tatsächlich zugestellt wurde, jedoch liess E. 
gegenüber A. am 24. März 2006 verlauten, er sei sich sicher, dass die 
CFU die Situation in den Griff kriege (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B08.201.001-2489). Gestützt auf E-Mails vom 3. November und 14. De-
zember 2006 von E. an A. bzw. von E. an F., Generalsekretär und Nachfolger 
von A., und G. ist davon auszugehen, dass Ende 2006 die ersten beiden 
Raten beglichen worden waren. E. erkundigte sich bei den jeweiligen Gene-
ralsekretären nach dem weiteren Vorgehen für den Fall weiterer Zahlungs-
verspätungen durch die CFU (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 
B08.201.0001-2658; B08.201.001-2672 f.). Ob die dritte Rate fristgerecht 
beglichen wurde, ergibt sich nicht aus den Akten. Jedoch schickte die Fi-
nanzabteilung ab 2008 und nach Absprache mit E. und G. der CFU jeweils 
vor Fälligkeit der Zahlungstermine Rechnungen, nämlich am 15. Mai 2006 
für die 4. Rate, am 4. November 2009 für die 5. Rate und am 20. Januar 
2010 für die 6. Rate Rights Fee 2010 und bei Verzug Mahnungen, so am 
19. März 2010, am 10. Mai 2010 und am 15. Dezember 2010 für die 5. und 
6. Rate bis es schliesslich am 25. Juli 2011 zur Kündigung des Vertrages 
durch die FIFA kam (vgl. insbesondere E-Mails vom 7. und 22. Juli 2008 
zwischen H. von der Finanzabteilung und E. sowie G.; Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-4467; pag. B08.201.001-4472; pag. 
B08.201.001-4790 und pag. B08.201.001-5582; B08.201.001-4805; pag. 
B08.201.001-4844 und pag. B08.201.001-5589; pag. B08.201.001-5607). 
Mit Schreiben an die CFU vom 28. August 2011 forderte A., welcher zwi-
schenzeitlich wieder von der FIFA als Generalsekretär eingestellt worden 

- 21 - 

 

 

war, die Bezahlung der ausstehenden FIFA Rights im Umfang von 
USD 147'500.-- (entsprechend der 5. und 6. Rate Rights Fee 2010 und der 
1. Rate Rights Fees 2014) zuzüglich Zinsen von 5% auf USD 50'000.—
seit dem 1. Januar 2010, 5% auf USD 62'500.-- seit dem 11. März 2010 so-
wie 5% auf USD 35'000.-- seit dem 1. Juli 2011, mithin gesamthaft 
USD 155'918.-- bis zum 5. September 2011 (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B08.201.001-5829 f.). Die CFU antwortete mit Schreiben vom 
5. September 2011, dass sie über keinerlei Mittel mehr verfüge, um den 
Forderungen der FIFA nachzukommen (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B08.201.001-5838 f.).  
 

6.8.3 Aufgrund des oben Dargelegten ist erstellt, dass die für die Rechnungsstel-
lung zuständige Abteilung Finanzen & Controlling trotz der Zahlungsverzüge 
bzw. -ausfälle nicht einfach untätig blieb. In Absprache mit dem Verantwort-
lichen der Division Marketing & TV und den jeweiligen Generalsekretären 
der FIFA setzten die zuständigen Mitarbeiter der Abteilung Finanzen & Con-
trolling der CFU verschiedentlich Nachfristen an, um die ausstehenden Ra-
tenzahlungen zu begleichen. Es wurde mithin ein Vorgehen gewählt, das in 
Einklang mit den Regeln über den Schuldnerverzug im Sinne von Art. 102 ff. 
OR steht: So ist der Gläubiger von Gesetzes wegen bei zweiseitigen Verträ-
gen berechtigt, dem sich in Verzug befindenden Schuldner eine angemes-
sene Frist zur nachträglichen Erfüllung anzusetzen (Art. 107 Abs. 1 OR). Er-
bringt der Schuldner auch nach dieser nachträglichen Frist die Hauptleistung 
nicht, kann der Gläubiger immer noch auf Erfüllung des Vertrages nebst 
Schadenersatz wegen Verspätung klagen, statt dessen aber auch, wenn er 
es unverzüglich erklärt, auf die nachträgliche Leistung verzichten und entwe-
der Ersatz des aus der Nichterfüllung entstandenen Schadens verlangen 
oder vom Vertrage zurücktreten (Art. 107 Abs. 2 OR). Diese vom Gesetzge-
ber vorgesehenen Wahlrechte des Gläubigers ermöglichen diesem, ent-
scheidend auf das künftige Schicksal des Vertragsverhältnisses Einfluss zu 
nehmen. Der Gläubiger wird diejenigen Rechte geltend machen, die seiner 
Interessenlage am besten entsprechen. Gilt beispielsweise sein Interesse 
ganz der versprochenen Leistung, so wird er diese auch nach Ablauf der 
Nachfrist weiterhin zu erhalten versuchen und sich auf die Geltendmachung 
des Verspätungsschadens beschränken. Möchte er hingegen nicht noch län-
ger auf die Erfüllung warten oder überwiegt sein Interesse an der Wiederer-
langung bereits erbrachter Leistungen, so wird er vom Schuldner Schaden-
ersatz wegen Nichterfüllung fordern oder vom Vertrag zurücktreten. Der 
Gläubiger kann grundsätzlich die Nachfristansetzung beliebig oft wiederho-
len, solange er sich nicht für eines der Wahlrechte entschieden hat oder sein 
Verhalten gegen Art. 2 ZGB verstösst (WIEGAND, Basler Kommentar, 7. Aufl. 

- 22 - 

 

 

2020, N. 1, N. 6 und N. 11 zu Art. 107 OR, m.w.H.). G. hielt in der Zeugen-
einvernahme vom 25. September 2015 fest, bei Zahlungsschwierigkeiten 
seien stets verschiedene Optionen geprüft worden. Beim Vertragsverhältnis 
mit der CFU sei die Sachlage komplexer gewesen, weil zu den Zahlungs-
rückständen noch weitere Vertragsverletzungen dazu gekommen seien. Die 
«TV-Abteilung» habe Abklärungen getätigt, ob von Seiten der CFU noch 
mit Zahlungseingängen zu rechnen sei (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. 12.002-0012 ff.). Auch E. wies in seiner Zeugeneinvernahme vom 
22. März 2018 daraufhin, dass bei ausstehenden Zahlungen, weiter darauf-
hin gearbeitet worden sei, die Zahlungen zu erhalten (Verfahrensakten 
SV.15.1013; pag. 12.003-0145). Entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-
rerin handelten dabei die Divisionen «Finanzen & Controlling» sowie «FIFA 
Marketing & TV AG» koordiniert und zusammen, und in der Regel mit Ein-
bezug des jeweiligen Generalsekretärs. Hatten sich die zuständigen Abtei-
lungen dafür entschieden, die CFU unter Ansetzung diverser Nachfristen zur 
Zahlung der ausstehenden Rights Fees anzuhalten, ist dieses Vorgehen 
nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Vor diesem Hintergrund ist nicht 
ersichtlich, inwiefern dem Beschwerdegegner in diesem Zusammenhang ein 
pflichtwidriges Verhalten vorgeworfen werden könnte. Soweit die Beschwer-
deführerin der Ansicht ist, der Beschwerdegegner hätte sich offenbar aktiver 
um die Geschehnisse rund um die ausstehenden Zahlungen der Rights Fees 
kümmern müssen, verkennt sie, dass den zuständigen Personen und Divisi-
onen diesbezüglich kein rechtlich relevantes Fehlverhalten vorgeworfen wer-
den kann. Daraus folgt, dass dem Beschwerdegegner unter dem Titel der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB auch nicht vor-
geworfen werden kann, er habe seine Kontrollpflicht nicht wahrgenommen. 
Der Umstand, dass letztlich Raten im Umfang von USD 147'500.-- ausste-
hend geblieben sind, ist dem Verhalten der CFU zuzuschreiben und führt 
nicht zur Annahme eines pflichtwidrigen Verhaltens der mit der Rechnungs-
stellung betrauten Personen oder gar des Beschwerdegegners. Darauf hat 
bereits die Beschwerdegegnerin zu Recht in ihrer Einstellungsverfügung ver-
wiesen. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt somit als unbegrün-
det.  

 
 
7. 
7.1 Weiter ist zu prüfen, ob dem Beschwerdegegner vorgeworfen werden kann, 

er habe die geldwerten Leistungen, die im Zusammenhang mit der Vergabe 
von Unterlizenzen durch die CFU entstanden seien, pflichtwidrig nicht durch-
gesetzt.  

  

- 23 - 

 

 

7.2 Die Beschwerdegegnerin hat dies verneint mit der Begründung, dass die Be-
mühungen der FIFA bzw. derjenigen Personen, denen die Umsetzung auf 
Grund ihrer Funktion zugekommen sei, offensichtlich darauf gerichtet gewe-
sen seien, für diese trotz der vorliegenden Vertragsverletzungen ein für sie 
vorteilhaftes ökonomisches Resultat zu erreichen. Eine Pflichtwidrigkeit der 
betreffenden Personen wäre nur dann zu bejahen gewesen, wenn diese es 
unterlassen hätten, die Umstände des von der CFU abgeschlossenen Un-
terlizenzvertrages abzuklären und nichts unternommen hätten, um eine 
Kompensation der entgangenen ökonomischen Komponente anzustreben. 
Dass damit nominal ein Schaden in Kauf habe genommen werden müssen, 
sei der Situation geschuldet gewesen und nicht Ausfluss eines pflichtwidri-
gen Verhaltens. Dem Beschwerdegegner könne diesbezüglich weder eine 
pflichtwidrige Handlung noch Unterlassung vorgeworfen werden (Verfah-
rensakten SV.15.1013, pag. 03.100-0145 ff.).  

 
7.3 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, der Beschwerdegegner hätte den 

Vertrag mit der CFU vom 12. September 2005 bereits am 27. Februar 2007 
kündigen müssen, als durch die Medien bekannt geworden sei, dass die von 
der FIFA an die CFU gewährten Rechte vertragswidrig und entgegen dem 
Entscheid des Exekutivkomitees der FIFA vom 30. November 2001 in Busan 
wieder in der Hand von JDI International, und damit Warner, gewesen seien. 
Die Kündigung hätte jedoch spätestens am 8. März 2007 erfolgen müssen, 
als die Existenz des Unterlizenzvertrages Nr. 1 (zwischen der CFU und der 
Geyco Inc.) bekannt geworden sei, der den Vertrag vom 12. September 2005 
verletzt habe. Der Beschwerdegegner habe sodann pflichtwidrig die Bezah-
lung der FIFA Shares, die gemäss Vertrag vom 12. September 2005 ab dem 
11. Juni 2011 geschuldet gewesen seien, nicht eingefordert. Schliesslich 
habe es der Beschwerdegegner pflichtwidrig unterlassen, die FIFA Rights 
und die FIFA Shares einzufordern, als sich im Juli 2011 herausgestellt habe, 
dass die Geyco Inc./IMC Limited USD 7'125'000.-- an die JDI Internatio-
nal/Warner bezahlt und Warner die CFU um ihr Vermögen beraubt habe, 
sodass die CFU nicht mehr in der Lage gewesen sei, ihren vertraglichen 
Pflichten nachzukommen (act. 1 S. 94). 

 
7.4 Gemäss Ziff. 8 des Vertrages vom 12. September 2005 war die CFU berecht-

igt, Unterlizenzverträge mit Dritten abzuschliessen, unter der Voraussetzung 
der vorgängigen schriftlichen Zustimmung der Beschwerdeführerin (lit. a; 
«The Licensee agrees and undertakes to FIFA that: (a) it shall not enter into 
any sub-licence with any proposed sub-licensee without the prior written con-
sent of FIFA [such consent not to be unreasonably withheld] and shall in any 
event notify FIFA in writing in advance of its intention to sub-license any of 
the Media Rights»). Allfällige Unterlizenzverträge mussten in englischer 

- 24 - 

 

 

Sprache abgefasst und der Beschwerdeführerin innerhalb von 15 Tagen 
nach Abschluss eines Unterlizenzvertrages in Kopie zugestellt werden 
(Ziff. 8.3; «Each Sub-Licence Agreement shall be in the English language 
[…]. The Licensee shall, within fifteen [15] days after the execution of any 
Sub-Licence Agreement […] provide to FIFA a complete signed copy of the 
English language text to FIFA»; Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 13.001-
0056 f.). Der Beschwerdeführerin stand eine Beteiligung von 50% an den 
Einkünften aus allfälligen Unterlizenzverträgen im Zusammenhang mit sämt-
lichen FIFA-Veranstaltungen zu (sog. «FIFA Share»). Die FIFA Shares 
waren innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss der jeweiligen FIFA-Veran-
staltung zu leisten (Ziff. 2.3: «[…] the Licensee hereby agrees that, in respect 
of each Competition and Additional Event, FIFA shall be entitled to fifty per-
cent [50%] of all gross revenues generated from the sale by Authorised Sub-
Licensees of broadcast sponsorship and commercial airtime opportunities 
[the «FIFA Share»]. The Licensee shall procure that the FIFA Share it paid 
to FIFA within thirty [30] days of the conclusion of each Competition and Ad-
ditional Event […]»; Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 13.001-0051). 

 
7.5  
7.5.1 Aufgrund des oben geschilderten Untersuchungsergebnisses (vgl. supra 

E. 2.2) und der vorliegenden Akten ist erstellt, dass die Geyco Inc. am 
1. Februar 2007 mit der IMC Limited ein Memorandum of Agreement abge-
schlossen hatte, wonach die Geyco Inc. letzterer die Medienrechte für die 
WM 2010 und 2014 verkaufte und diese sich verpflichtete, der CFU namens 
der Geyco Inc., USD 6.5 Mio. («2010 Rights Fee») und USD 7.5 Mio. («2014 
Rights Fee») zu bezahlen. In der Folge wurden am 26. Februar 2007 zwei 
weitere Memoranda of Agreement abgeschlossen. Eines zwischen der CFU 
und der Geyco Inc. und das andere zwischen der JD International und der 
Geyco Inc. Beide hatten die Übertragung der der CFU von der Beschwerde-
führerin gewährten Medienrechte für die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 
von der CFU bzw. der für die CFU handelnden JD International auf die Geyco 
Inc. gegen ein Entgelt von USD 6.5 Mio. und USD 7.5 Mio. zum Inhalt. War-
ner bestätigte in einer E-Mail vom 6. März 2007 E. gegenüber den Verkauf 
der Übertragungsrechte 2010 und 2014 an die IMC Limited. Er hielt fest, 
dass sich die CFU der Abläufe bewusst sei und dass man der FIFA eine 
Kopie der Vereinbarung mit der IMC Limited werde zukommen lassen (Ver-
fahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-2918). Es ist damit erstellt, 
dass die Vergabe von Unterlizenzen durch die CFU ohne vorgängige schrift-
liche Zustimmung durch die Beschwerdeführerin und damit vertragswidrig 
erfolgt war, was im Übrigen von Warner soweit aus den Akten ersichtlich 
auch nie in Abrede gestellt wurde. 

  

- 25 - 

 

 

7.5.2 Wie bereits supra unter E. 6.6 dargelegt, war im sachverhaltsrelevanten Zeit-
punkt die Division Marketing & TV bzw. die FIFA Marketing & TV AG für die 
operative Betreuung des Vertrages vom 12. September 2005 zuständig, 
während die Zuständigkeit für die Rechnungsstellung und Einforderung von 
der Beschwerdeführerin zustehenden Zahlungen grundsätzlich bei der Divi-
sion Finanzen & Controlling lag. Beide Divisionen waren der FIFA-Administ-
ration angegliedert und unterstanden dem Generalsekretär. Es wird daher in 
einem ersten Schritt zu prüfen sein, ob die betreffenden Divisionen im Zu-
sammenhang mit der Unterlizenzvergabe der CFU und der Einforderungen 
der FIFA Shares pflichtgetreu gehandelt haben. Erst wenn dies verneint wer-
den muss, wird zu prüfen sein, ob dem Beschwerdegegner diesbezüglich 
eine Kontroll- und Überwachungspflicht als Präsident der Beschwerdeführe-
rin zugekommen ist und bejahendenfalls, ob er diese richtig wahrgenommen 
hat.  

 
7.5.3 Nach der Kenntnisnahme der Unterlizenzvergebung durch die CFU Ende 

Februar 2007 bis zur Kündigung des Vertrages vom 12. September 2005 
durch die FIFA am 25. Juli 2011 fand ein umfangreicher FIFA-interner Mei-
nungsaustausch zur Vergabe von Unterlizenzen durch die CFU sowie ein 
reger E-Mailverkehr zwischen E. und der CFU, insbesondere der Vertreterin 
von Warner, I., statt. Daraus wird – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – 
ersichtlich, dass seitens der Beschwerdeführerin, insbesondere der Abtei-
lung «TV und New Media», unter der Leitung von E., zahlreiche Abklärungen 
getätigt wurden, um den Umfang und das Ausmass der zunächst nur durch 
den Zeitungsartikel bekannt gewordenen Unterlizenzvergebung durch die 
CFU erfassen zu können. 

 
Im Einzelnen ergibt sich aus den Akten was folgt: E. gelangte mit einem Fax-
schreiben vom 5. März 2007 an Warner und ersuchte um Hintergrundinfor-
mationen zum Artikel im Jamaica Observer vom 27. Februar 2007 (Verfah-
rensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-2908). Daraufhin übermittelte I. E. 
am 8. März 2007 einen Entwurf des Memorandums of Agreement zwischen 
der CFU und der Geyco Inc. vom 26. Februar 2007. Darin verpflichtete sich 
die Geyco Inc. die Rechte an die IMC Limited zu verkaufen, wobei die letz-
tere unter anderem garantierte, die geschuldeten Beträge im Umfang von 
USD 6.5 Mio. («2010 Rights Fee») und USD 7.5 Mio. («2014 Rights Fee») 
an die CFU zu überweisen (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-
2957 ff.). E. wandte sich daraufhin mit E-Mail vom 13. März 2007 an die 
Legal-Abteilung der Beschwerdeführerin, insbesondere auch an J. (Direktor 
a.i. Legal Division), und listete verschiedene Punkte im Memorandum of 
Agreement zwischen der CFU und der Geyco Inc. vom 26. Februar 2007 auf, 
die seiner Ansicht nach dem Vertrag zwischen der FIFA und der CFU vom 

- 26 - 

 

 

12. September 2005 zuwiderliefen. Er ersuchte um entsprechende Be-
urteilung durch das Legal-Team im Hinblick auf ein an CFU zu verfassendes 
Schreiben (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-2997 f.). E. 
informierte gleichentags auch den Direktor des Präsidentenbüros der FIFA, 
K., über die dem Legal-Team unterbreiteten Punkte (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-3001 f.). K. machte darauf aufmerksam, 
dass ein allfälliges Schreiben an die CFU zuvor durch den Beschwerde-
gegner abgesegnet werden müsste (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B08.201.001-3005). Mit Schreiben vom 14. März 2007, dessen Entwurf 
E. tags zuvor K. unterbreitet hatte, wandte sich E. direkt an Warner und wies 
ihn darauf hin, dass der Vertag zwischen der CFU und der Geyco Inc. zahl-
reiche Punkte enthalte, die den Bestimmungen des Vertrages zwischen der 
CFU und der FIFA vom 12. September 2005 entgegenstehen würden. Ins-
besondere gingen die der Geyco Inc. gewährten Rechte weiter als die der 
CFU von der FIFA im Vertrag vom 12. September 2005 eingeräumten 
Rechte (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3019; 
pag. B08.201.001-3031). Nachdem I. mit E-Mail vom 15. März 2007 E. auf-
gefordert hatte, die einzelnen Vertragsverletzungen zu bezeichnen, unter-
breitete E. am 16. März 2007 K. und J. einen Entwurf eines weiteren Schrei-
bens an Warner. Darin listete E. diverse Punkte auf, die dem Vertrag vom 
12. September 2005 zuwiderliefen, wie beispielsweise eine territoriale oder 
sachliche Ausweitung der Medienrechte durch die CFU. Ebenso wies er da-
rauf hin, dass die CFU keine Unterlizenzen vergeben könne ohne die vor-
gängige schriftliche Zustimmung durch die FIFA. Ausserdem ersuchte E. er-
neut um Hintergrundinformationen zur Geyco Inc. (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B01.201.001-3079 ff.). Das betreffende Schreiben wurde 
am 21. März 2007 an Warner verschickt und von E. und J. unterzeichnet 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201-001-3158 f.). E. schlug in der 
Folge am 3. April 2007 J. und F. im Hinblick auf ein geplantes Treffen mit I. 
vom 12. April 2007 unter anderem vor, in Ergänzung zum Vertrag vom 
12. September 2005 der CFU weitergehende Rechte, wie auch «Pay TV 
Rights», zu gewähren sowie der CFU einen Unterlizenzvertrag mit dem mut-
masslichen Unterlizenznehmer zu unterbreiten, der für die FIFA akzeptabel 
sei. Ausserdem müsse die FIFA 50% an den Einkünften, die die CFU durch 
die Unterlizenzvergabe erhalte, geltend machen (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-3176). Nach einem Treffen mit I. vom 12. Ap-
ril 2007 stellte E. mit E-Mail vom 18. April 2007 I. einen Ergänzungsvorschlag 
zum Vertrag vom 12. September 2005 und einen Entwurf für einen Unterli-
zenzvertrag mit der Geyco Inc. zu. E. machte I. darauf aufmerksam, dass 
seitens der FIFA ein Dreiparteienvertrag zwischen der CFU, Geyco Inc. und 
der FIFA gewünscht werde. Er hielt ausserdem fest, dass weitere Informa-

- 27 - 

 

 

tionen über die Geyco Inc. benötigt würden, insbesondere zu den Beziehun-
gen zwischen der Geyco Inc. und der SportsMax sowie der IMC Limited (Ver-
fahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3366). Mit den von der FIFA 
der CFU unterbreiteten Vertragsvorschlägen zeigte sich Warner jedoch nicht 
einverstanden (vgl. E-Mail von Warner an E. vom 18. April 2007, Verfahren-
sakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3415; sowie E-Mail von Warner an I. 
vom 24. April 2007, Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3454). 
Die Antwort Warners stellte E. unverzüglich der damaligen Assistentin des 
Beschwerdegegners, L., sowie F., K. und J. zu und wies darauf hin, dass 
Warner nicht gewillt sei, die FIFA mit 50% an den Unterlizenzgebühren zu 
beteiligen, wie dies im Vertrag vom 12. September 2005 vereinbart worden 
sei (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3420; pag. 
B08.201.001-3424; pag. B08.201.001-3427). Mit E-Mail vom 24. April 2007 
bekräftigte Warner gegenüber I. und E. seinen Unwillen, die von der FIFA 
unterbreiteten Vertragsvorschläge zu akzeptieren (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-3454). E. informierte gleichentags F. sowie 
mit einer weiteren E-Mail vom 4. Mai 2007 über den Verlauf der Gespräche 
mit der CFU und wies daraufhin, dass gemäss einstweiliger Beurteilung 
durch die Legal-Abteilung eine Kündigung des Vertrages vom 12. Septem-
ber 2005 alleine gestützt auf die Tatsache des Unterlizenzverhältnisses zwi-
schen der CFU und der Geyco Inc. allenfalls nicht möglich sei (Verfahrens-
akten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3458; pag. B08.201.001-3475). Die 
Legal-Abteilung der FIFA gelangte am 10. Mai 2007 an die externe Rechts-
anwaltskanzlei C., unterbreitete dieser die von E. in seiner Mail vom 
16. März 2007 aufgelisteten Punkte und ersuchte um entsprechende Bera-
tung. Dabei wurde betont, dass momentan nicht beabsichtigt werde, den 
Vertrag mit der CFU vom 12. September 2005 zu kündigen, sondern dass 
ein Interesse bestehe, den Unterlizenzvertrag durch einen von der FIFA ge-
nehmigten Vertrag zu ersetzen (vgl. E-Mail von M., FIFA Legal Counsel, vom 
10. Mai 2007; Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3483). Die 
Anwaltskanzlei C. machte in ihrem Antwortschreiben vom 11. Mai 2007 auf 
die grundsätzliche Problematik der Qualifikation des Lizenzvertrages auf-
merksam und wies daraufhin, dass Unsicherheiten bestünden, ob die von 
Seiten der FIFA geltend gemachten Vertragsverletzungen ausreichend 
seien, um das Vertragsverhältnis mit der CFU vorzeitig zu kündigen (Verfah-
rensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-3500 f.). In der Folge entstand 
eine Diskussion zwischen Warner und dem Beschwerdegegner über die 
Höhe der Beteiligung der FIFA an den durch die Unterlizenzvergabe gene-
rierten Erträge. Während Warner vorschlug, dass die FIFA 25% der Rights 
Fees erhalten solle, verlangte der Beschwerdegegner eine Beteiligung von 
40% (vgl. E-Mails vom 22. Mai und 5. Juni 2007; Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-3511; B08.201.001-3611). Nachdem I. mit 

- 28 - 

 

 

E-Mail vom 21. Juni 2007 E. mitgeteilt hatte, dass Warner mit dem Vorschlag 
des Beschwerdegegners einverstanden sei, wurde FIFA-intern eine Ergän-
zung zum Vertrag vom 12. September 2005, das sog. First Amendment Ag-
reement to Memorandum of Agreement (nachfolgend «First Amendment Ag-
reement») vorbereitet, bei dem es im Wesentlichen um eine Neuformulierung 
von Ziff. 2.3 («FIFA Share») des ursprünglichen Vertrages ging. Dieses First 
Amendment Agreement lag am 28. Juni 2007 vor und wurde tags darauf von 
E. zusammen mit einer Dokumentvorlage für die Unterlizenzierung (sog. 
«Geyco Agreement») der CFU zugestellt (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B08.201.001-3260 ff.; B08.201.001-3639; pag. B08.201.001-3899). I. 
stellte E. am 9. Juli 2007 in Kopie das durch sie und Warner am gleichen Tag 
unterzeichnete Frist Amendment Agreement zu. Sie hielt fest, dass das 
Geyco Agreement noch intern von der Geyco Inc. durch deren Anwälte über-
prüft werde (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4038). Bei den 
Akten finden sich zahlreiche E-Mails zwischen E. und I., die belegen, dass 
in den Folgemonaten die CFU von Seiten der FIFA wiederholt angehalten 
wurde, dieser die Originalversion des unterzeichneten Frist Amendment Ag-
reements zukommen zu lassen sowie die Änderungen hinsichtlich des 
Geyco Agreements bekannt zu geben, damit der definitive Vertrag ausgear-
beitet werden konnte (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-
4064; pag. B08.201.001-4067; pag. B08.201.001-4071; pag. B08.201.001-
4075; pag. B08.201.001-4085; pag. B08.201.001-4100). Am 23. Oktober 
2007 liess I. die vom Vertreter der Geyco Inc., N., gemachten Ergänzungen 
zum Geyco Agreement E. zukommen, worauf E. an I. mit E-Mail vom 24. Ok-
tober 2007 diverse klärende Fragen richtete (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B08.201.001-4109 f.; pag B08.201.001-4117). Diese wurden in der 
Folge nur teilweise beantwortet (vgl. E-Mail von I. an E. 24. Oktober 2007 
sowie E-Mails von E. an I. vom 30. November und 6. Dezember 2007; Ver-
fahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4122; pag. B08.201.001-4138; 
pag. B08.201.001-4157). Als die Dokumente Anfang 2008 immer noch aus-
stehend waren (vgl. E-Mails von E. an I. vom 3. und 29. Januar 2008; Ver-
fahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4170; pag. B08.201.001-
4308), wandte sich E. am 8. Februar 2008 an J., G., M. und O. (FIFA Head 
of Commercial Legal), um das weitere Vorgehen zu diskutieren (Verfahren-
sakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4311 f.). Es wurde beschlossen, wei-
terhin auf die CFU Druck auszuüben, um die verlangten Dokumente erhält-
lich zu machen (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4312). 
Zahlreiche weitere Aufforderungen von Seiten E.s an die Adresse von I. und 
Warner, die Originaldokumente der FIFA zukommen zu lassen, führten aber 
offenbar nicht dazu, dass mit der CFU eine Lösung gefunden werden konnte 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4326; pag. B08.201.001-
4330; pag. B08.201.001-4372; pag. B08.201.001-4413; pag. B08.201.001-

- 29 - 

 

 

4423; pag. B08.201.001-4441; pag. B08.201.001-4449; pag. B08.201.001-
4452; pag. B08.201.001-4464; pag. B08.201.001-4480; pag. B08.201.001-
4489). Insbesondere blieben den zuständigen Personen in der FIFA die Ab-
läufe hinsichtlich der Unterlizenzvergebungen auch im August 2008 immer 
noch unklar: E. hielt in einer E-Mail vom 12. August 2008 an I. fest, dass von 
Seiten der FIFA verstanden werden müsse, wie die Rechte von der Geyco 
Inc. auf die SportsMax übertragen worden seien (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-4503). Weitere E-Mails von E. an I. und 
Warner vom 9., 16. und 25. und 28. September 2007 mit der Aufforderung, 
die noch ausstehenden Dokumente zu liefern bzw. das Geyco Agreement zu 
finalisieren und dem Hinweis, dass SportsMax mittlerweile Rechte aus dem 
Unterlizenzvertrag mit der CFU geltend mache, blieben folgenlos (Verfah-
rensakten SV15.1013, pag. B08.201.001-4523; pag. B08.201.001-4536; 
pag. B08.201.001-4451; pag. B.08.201.001-4581). Auch ein Treffen vom 
22. Oktober 2008 zwischen A. und Warner konnten die bestehenden Unklar-
heiten nicht beseitigen, wie aus einem Memo von E. vom 11. November 
2008 sowie verschiedenen sich bei den Akten findenden E-Mails zwischen 
A. und E. im Monat Dezember 2008 hervorgeht (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-4692; pag. B08.201.001-4703). 

 
Im Juni 2009 wurde der FIFA zugetragen, dass die CFU weitere Unter-
lizenzen vergeben hätte, so an die DirecTV. Mit E-Mail vom 13. Juni 2009 
wurde I. vom Head of Broadcaster Servicing TV Division der FIFA, P., auf-
gefordert, umgehend dazu Stellung zu nehmen (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-4723). In den Folgemonaten wurde von Sei-
ten der FIFA versucht, Klarheit über die verschiedenen von der CFU abge-
schlossenen Unterlizenzverträge zu erhalten. Dies geht aus verschiedenen 
E-Mails zwischen E. und A. sowie zwischen A. bzw. E. und I. bzw. Warner 
im Zeitraum Juni 2009 bis März 2010 hervor (Verfahrensakten SV.15.1013, 
pag. B08.201.001-4731; pag. B08.201.001-4732; pag. B08.201.001-4737 f.; 
pag. B08.201.001-4742 f.; pag. B08.201.001-4757; pag. B08.201.001-4766; 
pag. B08.201.001-4784; B08.201.001-4798 f.). Von der Abteilung FIFA 
Broadcaster Servicing TV Division wurden I. und Warner am 6. April 2010 
aufgefordert, eine Liste mit sämtlichen Unterlizenzempfängern zu erstellen 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4838). FIFA-intern war 
nicht klar, ob nebst der Unterlizenzvergebung an SportsMax noch an weitere 
Gesellschaften Unterlizenzen vergeben worden waren (vgl. diverse E-Mails 
zwischen E. und A. sowie zwischen O. und E. bzw. J. vom 30. Mai, 1. und 3. 
Juni 2010; Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4871 ff.). Nach-
dem I. der FIFA am 10. Juni 2010 eine entsprechende Liste hatte zukommen 
lassen, machte E. I. und Warner am 11. Juni 2010 unter Hinweis auf Ziff. 8 
des Vertrages vom 12. September 2005 darauf aufmerksam, dass die 

- 30 - 

 

 

Vergabe von Unterlizenzen der Zustimmung der FIFA benötige (Verfahren-
sakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-4893 ff.). Bei den Akten befindet sich 
sodann ein von E. an die CFU gerichtetes Schreiben vom 4. August 2010, 
mit welchem die CFU unter Hinweis auf den Vertrag vom 12. Septem-
ber 2005 auf die Vertragsverletzungen im Zusammenhang mit den Unterli-
zenzvergaben hingewiesen und aufgefordert wurde, diese bis zum 11. Au-
gust 2010 zu beseitigen. Es ist jedoch unklar, ob dieses Schreiben, das nicht 
unterzeichnet ist, tatsächlich auch versandt worden ist (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-4925). Aktenkundig sind sodann Diskussio-
nen zwischen E. und I. im Zusammenhang mit der Unterlizenzvergabe von 
Medienrechten durch die CFU die «FIFA U-17 Women’s World Cup Trinidad 
& Tobago» betreffend, welche nicht Gegenstand des Vertrages vom 12. Sep-
tember 2005 waren. Diese Diskussionen mündeten in der Ausarbeitung 
eines entsprechenden Zusatzvertrages zum Vertrag vom 12. Septem-
ber 2005, welcher E. am 26. August 2010 I. zustellte (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-4932 ff.). Ob diese Zusatzvereinbarung 
schliesslich von Seiten der CFU unterzeichnet wurde, erschliesst sich nicht. 
Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass im September 2010 FIFA-intern die 
Unterlizenzstrukturen der CFU immer noch unklar waren und die CFU im 
Januar 2011 von der FIFA aufgefordert wurde, eine Liste der Unterlizenz-
nehmer für den Zyklus 2011-2014 einzureichen (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-4942; pag. B08.201.001-4995). 
 
Am 25. Mai 2011 teilte der Beschwerdegegner Warner mit, dass die Ethik-
kommission ein Verfahren eröffnen werde, in welches Warner involviert sei 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-5132). Es bestand der Ver-
dacht, Warner bzw. die CFU habe im Hinblick auf die Wahl des FIFA-Präsi-
denten Schmiergelder des Präsidentschaftskandidaten Mohamed bin Ham-
mam angenommen. Mit Entscheid der Ethikkommission vom 29. Mai 2011 
wurde Warner provisorisch für 30 Tage von sämtlichen Fussball-Aktivitäten 
suspendiert (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-5079 ff.; 
pag. B08.201.001-5132 ff.). Die Ethikkommission nahm mit Entscheid vom 
20. Juni 2011 von der Rücktrittserklärung Warners betreffend sämtliche fuss-
ballrelevante nationale und internationale Aktivitäten Kenntnis und schloss 
damit das Verfahren ab (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-
5150). Nach dem Ausscheiden von Warner und der personellen Neubeset-
zung der CFU nahm die FIFA Anfang Juli 2011 Kontakt mit der Generalsek-
retärin der CFU, Q., auf (vgl. E-Mails von E. an Q. vom 7. und 8. Juli 2011; 
Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-5238; pag. B08.201.001-
5246). Über den Kontakt von Q. und den CEO der IMC Limited, N., wurden 
der FIFA am 21. Juli 2011 die Unterlizenzverträge zwischen der Geyco Inc. 
und der IMC Limited vom 1. Februar 2007 und zwischen der JD International 

- 31 - 

 

 

und der Geyco Inc. vom 26. Februar 2007 übermittelt (vgl. E-Mail vom 
21. Juli 2011 von N. an E.; Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-
5451). E. gelangte mit E-Mail vom 22. Juli 2011 an A. und schlug diesem vor, 
den Vertrag vom 12. September 2005 mit der CFU zu kündigen. Ausserdem 
teilte er A. mit, er habe die Unterlagen, die ihm N. geschickt habe, durchge-
lesen und dabei festgestellt, dass Warner die Medienrechte über die JD In-
ternational, dessen Präsident und Vorsitzender er gewesen sei oder noch 
sei, an SportsMax (bzw. Geyco Inc.) verkauft und den Vertrag zudem im Na-
men von CFU unterschrieben (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 
B08.201.001-5460). A. zeigte sich mit der Kündigung des Vertrages einver-
standen, sodass am 25. Juli 2011 die FIFA den Vertrag mit der CFU vom 
12. September 2005 kündigte (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 
B08.201.001-5460; pag. B08.201.001-5618). Wie einer E-Mail vom 
27. Juli 2011 zwischen E. und G. zu entnehmen ist, stand die FIFA in Ver-
tragsverhandlungen mit der IMC Limited zwecks Vergabe von Medienrech-
ten für die WM 2014 in der Höhe von USD 7.5 Mio. (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-5717). Am 29. Juli 2011 schloss die FIFA mit 
der IMC Limited ein «Licence Agreement», mit welchem die Rechtenutzung 
betreffend die WM 2014 in Brasilien mit USD 6.75 Mio. abgegolten wurde 
(Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-5737 ff.). Die IMC Limited 
liess der FIFA am 10. August 2011 eine Übersicht der an die JD International 
geleisteten Zahlungen für die Unterlizenzvergaben zukommen. Daraus ist 
ersichtlich, dass die IMC Limited für die Vergabe der Medienrechte WM 2010 
der JD International USD 6'425'000.-- (der an sich geschuldeten USD 6.5 
Mio.) und für die WM 2014 USD 750'000.-- bezahlt hatte (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-5814). Mit einem von A. unterzeichneten 
Schreiben vom 26. August 2011 forderte die FIFA schliesslich von der CFU 
die ausstehenden Rights Fees von USD 155'918.-- (vgl. supra E. 6.8.2 f.) 
sowie 50% der aus den Unterlizenzvergaben resultierenden FIFA Shares in 
der Höhe von USD 3'625'000.-- (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 
B08.201.001-5828 ff.). Der Vertrag mit der IMC Limited wurde sodann vom 
FIFA-Finanzkomitee am 20. Oktober 2011 genehmigt. Zudem wurde ent-
schieden, auf die ausstehenden Forderungen der CFU gegenüber infolge 
deren Zahlungsunfähigkeit zu verzichten (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. 
B08.201.001-5862 ff.). Dennoch arbeitete im Februar 2012 die Legal-Abtei-
lung zusammen mit externen Anwälten ein Settlement Agreement zwischen 
der FIFA und der CFU aus, um eine gütliche Einigung im Hinblick auf die 
Forderungen der FIFA aus dem Vertrag vom 12. September 2005 zu finden. 
Im Settlement Agreement war unter anderem vorgesehen, dass die CFU 
sämtliche Forderungen der FIFA gemäss Schreiben vom 25. Juli und 26. 
August 2011 anerkenne (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.002-
4417 ff.). Bei den Akten befindet sich einzig ein nicht unterzeichnetes 

- 32 - 

 

 

Exemplar des Settlement Agreement, sodass nicht klar ist, ob dieses letztlich 
von den Parteien in Kraft gesetzt wurde.  
 

7.6  
7.6.1 Aus dem Dargelegten erhellt, dass die mit der operativen Umsetzung des 

Vertrages vom 12. September 2005 zuständigen Person, E., unmittelbar 
nach dem Erscheinen des Zeitungsartikels im Jamaica Observer am 
27. Februar 2007 an Warner gelangte und um Klärung des in der Zeitung 
beschriebenen Sachverhalts bemüht war. Dass der Vertrag vom 12. Sep-
tember 2005 nicht bereits am 27. Februar 2007 und damit einzig gestützt auf 
den Zeitungsartikel durch die FIFA gekündigt worden war, sondern vorerst 
Abklärungen zum Sachverhalt getätigt wurden, ist entgegen der Ansicht der 
Beschwerdeführerin nicht nur nachvollziehbar, sondern war zur Vermeidung 
einer allfällig ungerechtfertigten Kündigung und allenfalls damit verbundenen 
Schadenersatzansprüchen wohl unabdingbar. An dieser Beurteilung ändert 
auch der Umstand nichts, dass im erwähnten Zeitungsartikel im Zusammen-
hang mit der Unterlizenzvergabe der Name JD International gefallen war. 
Zwar ist aktenkundig, dass es sich bei der JD International um eine Warner 
gehörende Offshore-Gesellschaft gehandelt hatte, auf die bereits im August 
2001 unzulässigerweise Medienrechte für die Übertragung der WM 2002 
und 2006 von der Kirch Media WM GmbH übertragen wurden, was dazu 
geführt hatte, dass Warner anlässlich des Meetings des Exekutivkomitees 
der FIFA vom 30. November 2001 in Busan verpflichtet wurde, diese Rechte 
von der JD International auf die CFU zu übertragen (Verfahrensakten 
SV.15.1013, pag. B08.201.001-0215). Wie erwähnt, waren die zuständigen 
Personen innerhalb der FIFA jedoch geradezu gehalten, zunächst den in der 
Zeitung dargestellten Sachverhalt zu verifizieren. Von Seiten der CFU wurde 
der FIFA alsdann lediglich das Memorandum of Agreement vom 26. Feb-
ruar 2007 zwischen der CFU und der Geyco Inc. zugestellt. Weder liess die 
CFU der FIFA das Memorandum of Agreement vom 26. Februar 2007 zwi-
schen der CFU und der JD International zukommen noch erwähnte sie, dass 
eine derartige Vereinbarung mit der JD International bestand. Damit wurden 
den innerhalb der FIFA verantwortlichen Personen die entscheidenden Do-
kumente vorenthalten. Die Beschwerdegegnerin hält diesbezüglich in ihrer 
Einstellungsverfügung zu Recht fest, dass von Seiten der FIFA ohne Weite-
res davon ausgegangen werden durfte, die Vergabe von Unterlizenzen sei 
nur an die Geyco Inc. bzw. die IMC Limited erfolgt. Dies zumal auch Warner 
in einer persönlichen Erklärung vom 6. März 2007 gegenüber E. festhielt, die 
CFU sei ein Unterlizenzverhältnis mit der IMC Limited eingegangen, weil 
diese bereits während der letzten zwei Worldcups Übertragungspartner der 

- 33 - 

 

 

CFU gewesen sei. Das Unterlizenzverhältnis mit der JD International er-
wähnte Warner dabei nicht. Er versicherte jedoch, dass er die Interessen der 
FIFA wahren werde (Verfahrensakten SV.15.1013, pag. B08.201.001-2918). 

 
Auch nachdem am 8. März 2007 FIFA-intern die Unterlizenzvergabe an die 
Geyco Inc. bzw. die IMC Limited bekannt war, ist vor dem Hintergrund einer 
allfälligen Pflichtverletzung nicht zu beanstanden, dass nicht sofort zur Kün-
digung des Vertrages vom 12. September 2005 geschritten wurde, zumal 
eine Unterlizenzvergebung durch den Vertrag nicht per se ausgeschlossen 
war und die FIFA im Hinblick auf die Geltendmachung ihrer 50%-Beteiligung 
wirtschaftlich gesehen, wohl ein grösseres Interesse an der Aufrechterhal-
tung als an einer Kündigung des Vertrages hatte. Ausserdem ist – wie oben 
dargelegt – aktenkundig, dass von Seiten der FIFA rechtliche Abklärungen 
gemacht worden sind. Dabei wurde sowohl FIFA-intern wie auch durch die 
externe Rechtsanwaltskanzlei C. darauf hingewiesen, dass eine ausseror-
dentliche Kündigung des Vertrages mit Risiken verbunden sein könnte. 
Nachdem noch im März 2007 E. der CFU gegenüber die einzelnen Vertrags-
verletzungen rügte, wurden in der Folge zahlreiche Bemühungen unternom-
men, um eine Lösung zu finden, die den Interessen der FIFA entsprachen: 
Es wurde eine Ergänzung zum Vertrag vom 12. September 2005 sowie ein 
Unterlizenzvertrag zwischen der FIFA, der CFU und der Geyco Inc. ausge-
arbeitet und der CFU zugestellt. Dass diese Bemühungen letztlich scheiter-
ten, war dem Verschulden von Warner zuzuschreiben und nicht etwa einer 
Pflichtwidrigkeit von Seiten der verantwortlichen Personen innerhalb der 
FIFA. Die Beschwerdeführerin legt denn auch nicht dar, inwiefern eine so-
fortige Kündigung des Vertrages für die FIFA aus wirtschaftlicher und unter-
nehmerischer Sicht vorteilhafter gewesen wäre.  

 
7.6.2 Soweit die Beschwerdeführerin der Ansicht ist, der Beschwerdegegner habe 

es ab Juli bzw. dem 10. August 2011 unterlassen, die gestützt auf den Ver-
trag vom 12. September 2005 geschuldeten Zahlungen von der CFU oder 
der JD International bzw. Warner einzufordern ist Folgendes festzuhalten: 
Wie oben dargelegt, hatte das Finanzkomitee der FIFA beschlossen, auf die 
Forderung gegenüber der CFU zu verzichten, nachdem die FIFA die FIFA 
Rights und FIFA Shares formell eingefordert hatte und nachdem von Seiten 
der CFU mitgeteilt worden war, dass diese zahlungsunfähig sei. Der Verzicht 
erfolgte wohl auch vor dem Hintergrund, dass die FIFA in der Folge einen 
Vertrag mit der IMC Limited abschliessen konnte, bei dem eine Kompensa-
tion von USD 6.75 Mio. hatte erreicht werden können. Damit konnte der hälf-
tige Anteil aus den von der CFU abgeschlossenen Unterlizenzverträgen für 
die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 im Umfang von insgesamt USD 7 

- 34 - 

 

 

Mio. weitgehend abgegolten werden (die FIFA hatte aus dem Unterlizenz-
vertrag vom 26. Februar 2007 betreffend die Rights Fee 2010 einen An-
spruch auf USD 3.25 Mio. [1/2 von USD 6.5 Mio.] sowie für die Rights Fee 
2014 USD 3.75 Mio. [1/2 von USD 7.5 Mio.]; vgl. supra E. 7.5.3. S. 31).  

 
Was die Durchsetzung der vertraglichen Rechte gegenüber Warner oder der 
JD International anbelangt, verkennt die Beschwerdeführerin, dass ein 
pflichtgemässes Verhalten des Geschäftsführers bzw. der Mitarbeiter gebie-
tet, Prozessrisiken sorgfältig abzuwägen und namentlich eine Kosten- 
Nutzen-Rechnung anzustellen. Unter diesen Voraussetzungen ist allenfalls 
selbst ein Verzicht auf die Durchsetzung eines sicher bestehenden An-
spruchs mit dem Interesse des Geschäftsherrn vereinbar, insbesondere 
wenn die Durchsetzung des Anspruchs nur mit einem erheblichen Kosten-
aufwand möglich ist. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Einstellungsverfü-
gung richtigerweise darauf hingewiesen, dass vorliegend die gerichtliche 
Durchsetzung der vertraglichen Rechte gegenüber Warner bzw. der JD In-
ternational mit beachtlichem wirtschaftlichen Aufwand und rechtlichen Risi-
ken verbunden gewesen wäre. Abgesehen davon, dass sich zunächst die 
Frage gestellt hätte, ob die FIFA überhaupt direkt Anspruchsberechtigte ge-
genüber Warner bzw. der JD International gewesen wäre, war zu berück-
sichtigen, dass es sich bei der JD International um eine jamaikanische Ge-
sellschaft mit Sitz auf den Cayman Islands gehandelt hatte und auch Warner 
seinen Wohnsitz in Trinidad und Tobago hatte. Vor diesem Hintergrund hätte 
sich die Vollstreckung eines rechtskräftigen Entscheides besonders schwie-
rig gestaltet bzw. allenfalls gar verunmöglicht. Dass die innerhalb der FIFA 
verantwortlichen Personen mithin auf das Geltendmachen von zivilrechtli-
chen Ansprüchen Warner und der JD International gegenüber verzichtet ha-
ben, kann nicht als pflichtwidrig bezeichnet werden. Umgekehrt wären die 
verantwortlichen Personen jedoch das Risiko des Vorwurfs eines Fehlver-
haltens eingegangen, hätten sie einen zeit- und kostenintensiven Prozess 
angestrebt, dessen Verlauf und Ausgang von Anfang an mit einer ungewis-
sen Prognose behaftet gewesen wäre. Kann den zuständigen Personen kein 
rechtlich relevantes Fehlverhalten vorgeworfen werden, fällt auch der Vor-
wurf, der Beschwerdegegner habe seine Kontrollpflicht nicht wahrgenom-
men, ausser Betracht. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht die 
Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs höher eingestuft als jene einer Verur-
teilung. Eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» kann nicht 
ausgemacht werden.  

 
 
8. Damit erweist sich die Beschwerde in all ihren Punkten als unbegründet. Sie 

ist somit vollumfänglich abzuweisen.  

- 35 - 

 

 

9. 
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der unterlie-

genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Ge-
richtsgebühr ist auf Fr. 6'000.-- festzusetzen (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 
8 Abs. 1 BStKR), unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in 
derselben Höhe. 

 
9.2 Der Beschwerdegegner verzichtete mit Eingabe vom 25. Juni 2020 auf eine 

Beschwerdeantwort (act. 6). Mangels nennenswerter Aufwendungen auf sei-
ner Seite ist daher von einem Zuspruch einer Entschädigung für das vorlie-
gende Verfahren abzusehen.  

 
 

  

- 36 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 
 
 

Bellinzona, 21. Juli 2021 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwältin Catherine Hohl-Chirazi 
- Bundesanwaltschaft 
- Rechtsanwalt Lorenz Erni 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.