# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 437d2317-cc04-5098-b9fb-9d4487f05e57
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.08.2023 RR.2023.46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2023-46_2023-08-10.pdf

## Full Text

Entscheid vom 10. August 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Miriam Forni und Patrick Robert-Nicoud,  
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 
Parteien 

  
A. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Ramon Bühler,  

Gesuchstellerin 
 

 gegen 
   

B., a.i. Staatsanwältin des Bundes, Bundesanwalt-
schaft,  

Gesuchsgegnerin 
 
 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die 
Ukraine 
 
Ausstand (Art. 10 VwVG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2023.46 
 
 
 

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Sachverhalt: 
 

A. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine führt gegen Unbekannt eine 
Strafuntersuchung wegen Aneignung von Eigentum des Staates Ukraine 
durch Amtsmissbrauch sowie Annahme eines ungerechtfertigten Vorteils 
durch Amtsträger, begangen nach der Erklärung der Unabhängigkeit der Uk-
raine am 24. August 1991. In diesem Zusammenhang sind die ukrainischen 
Behörden mit Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 an die Schweiz 
gelangt und haben um Bankeditionen und Durchführung einer Hausdurch-
suchung ersucht (act. 1.3). 

 
 
B. Mit Verfügung vom 15. März 2021 ist der fallführende Staatsanwalt des Bun-

des, C., auf das Rechtshilfeersuchen eingetreten (act. 1.2). 
 
 
C. Am 5. Mai 2021 wurde gestützt auf einen Hausdurchsuchungsbefehl der 

Bundesanwaltschaft vom 4. Mai 2021 in den Räumlichkeiten der A. AG, an 
der Z.-strasse in Y., durch die Bundeskriminalpolizei (nachfolgend «BKP») 
eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei wurden ab einem Mobiltelefon 
elektronische Unterlagen (WhatsApp) und Maildaten als forensische Kopien 
gesichert und verschiedene Unterlagen sichergestellt (Verfahrensakten 
RH.20.0290 [nachfolgend «Verfahrensakten»], Zu 6, 6.101, nicht paginiert). 

 
 
D. Auf entsprechende Ersuchen der A. AG vom 6. und 17. Mai 2021 hin, ge-

währte ihr C. am 19. Mai 2021 das Akteneinsichtsrecht und liess ihr verschie-
dene Verfahrensakten zukommen, so unter anderem das Rechtshilfeersu-
chen der ukrainischen Behörden vom 25. November 2020 in deutscher 
Übersetzung (Verfahrensakten, Zu 14, 14.101, nicht paginiert). 

 
 
E. Mit Schreiben vom 31. Mai 2021 ersuchte die A. AG die Bundesanwaltschaft 

um Zustellung des Rechtshilfeersuchens in Originalsprache, was C. mit 
Schreiben vom 2. Juni 2021 ablehnte (Verfahrensakten, Zu 14, 14.101, nicht 
paginiert). Das daraufhin von der A. AG bei der Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts gestellte Ausstandsgesuch gegen C. wies diese mit Ent-
scheid RR.2021.111 vom 11. Mai 2022 ab und auf ein gegen die ebenfalls 
am Verfahren mitwirkende ehem. juristische Praktikantin bei der Bundesan-
waltschaft, D., gerichtetes Ausstandsgesuch trat die Beschwerdekammer mit 
Entscheid RR.2021.112 vom 11. Mai 2022 nicht ein.  

 
 

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F. Mit Schreiben vom 16. Juni 2022 beauftragte die Bundesanwaltschaft die 
BKP mit der Auswertung/Analyse der anlässlich der Hausdurchsuchung vom 
5. Mai 2021 am Domizil der A. AG sichergestellten digitalen Daten anhand 
einer beiliegenden Suchwortliste sowie mit dem Erstellen eines Datenträgers 
mit den anhand der Suchwortliste triagierten Daten bzw. der Aufbereitung 
derselben für die Akteneinsicht durch den Rechtsvertreter der A. AG (Ver-
fahrensakten, Zu 12, nicht paginiert).  

 
 
G. Am 23. Dezember 2022 stellte C. dem Rechtsvertreter der A. AG zwei ver-

schlüsselte USB-Sticks zu. Ein USB-Stick mit der Bezeichnung «Aktenein-
sicht/Übermittlung» enthielt die die A. AG betreffenden Akten des Rechtshil-
feverfahrens. Der andere USB-Stick mit der Bezeichnung «Triagierte elekt-
ronische Daten» enthielt die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 
5. Mai 2020 im Rahmen der Datensicherung des Mobiltelefons von E. (As-
servat-ID 25210) sichergestellten und mittels Suchwortliste triagierten Daten. 
C. räumte der A. AG Gelegenheit ein, die Daten zu sichten und dazu Stellung 
zunehmen sowie mitzuteilen, ob sie der vereinfachten Ausführung gemäss 
Art. 80c IRSG zustimme (Verfahrensakten, Zu 14, 14.101, nicht paginiert).  

 
 
H. Mit Schreiben vom 31. März 2023 an die Bundesanwaltschaft bemängelte 

der Rechtsvertreter der A. AG, dass sich in den angeblich triagierten Daten 
Tausende für das gegenständliche Verfahren offensichtlich irrelevante Do-
kumente befänden und dass ein und dasselbe Dokument mehrfach vor-
komme, so dass der ohnehin unverhältnismässige Aufwand für die A. AG 
unnötigerweise exponentiell ansteige. Ebenso befänden sich unter den an-
geblich triagierten Daten solche ohne Inhalts oder mit Viren. Ferner seien 
Daten enthalten, die über den im Rechtshilfeersuchen festgehaltenen De-
liktszeitraum hinausgingen. Schliesslich würden einzelne Daten die Persön-
lichkeitsrechte von Schärer sowie das Berufsgeheimnis verletzen. Die A. AG 
sei nicht in der Lage, eine Plausibilitätsprüfung vorzunehmen, da ihr die an-
geblich verwendete Suchwortliste nicht mitgeteilt worden sei. Der Rechtsver-
treter der A. AG beantragte daher die Abnahme der Frist zur Stellungnahme 
sowie die Bereinigung der beschlagnahmten Daten. Zudem beantragte er 
die Einstellung des Rechtshilfeverfahrens und die Verweigerung der Rechts-
hilfe an die Ukraine (act. 1.5).  

 
 
I. C. teilte der A. AG mit Schreiben vom 6. April 2023 mit, dass die in ihrem 

Schreiben vom 31. März 2023 vorgebrachten Einwendungen im Rahmen 
des allfälligen Erlasses einer Schlussverfügung berücksichtigt würden. Bei 
den der A. AG zwecks Stellungnahme zur Verfügung gestellten Daten 

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handle es sich um «Hits» bzw. anhand der aufgrund des Rechtshilfeersu-
chens erstellten Suchwortliste ausgesonderte Treffer. Die Suchwortliste sei 
der A. AG im Rahmen der Akteneinsicht am 23. Dezember 2022 zur Verfü-
gung gestellt worden. C. gewährte der A. AG eine letztmalige Fristerstre-
ckung bis zum 5. Mai 2023, um zur vereinfachten Ausführung gemäss 
Art. 80c IRSG Stellung zu nehmen sowie Einwände gegen die Übermittlung 
der Daten an die ersuchende Behörde vorzubringen (Verfahrensakten, Zu 
14, 14.101, nicht pagniert).  

 
 
J. Mit Schreiben vom 17. April 2023 stellt die A. AG bei der Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts ein Ausstandsgesuch gegen C. (vgl. separates 
Verfahren RR.2023.45). Ebenfalls mit Schreiben vom 17. April 2023 bean-
tragt die A. AG bei der Beschwerdekammer, es sei festzustellen, dass B., ad 
interim Staatsanwältin des Bundes, befangen sei und in den Ausstand zu 
treten habe. Zudem sei festzustellen, dass sämtliche Akten, bei welchen B. 
mitgewirkt habe, als unverwertbar aus dem Recht zu weisen seien. In pro-
zessualer Hinsicht beantragt die A. AG, die Bundesanwaltschaft sei anzu-
weisen, das Verfahren RH.20.0290 bis zur Erledigung des Ausstandsge-
suchs einstweilen zu sistieren (act. 1 S. 2).  

 
 
K. B. beantragt in ihrer Gesuchsantwort vom 28. April 2023, das Ausstandsge-

such mitsamt seinen übrigen Anträgen sei vollumfänglich abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten sei (act. 3). Die A. AG hält in ihrer Gesuchsreplik vom 
5. Juni 2023 an den in ihrem Gesuch vom 17. April 2023 gestellten Anträgen 
fest, was B. am 6. Juni 2023 zur Kenntnis gebracht worden ist (act. 8 und 9).  

 
 Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  
 
 
 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Ukraine sind primär das 

Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 
Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) und das hierzu ergangene zweite Zusatz-
protokoll vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12) massgebend. 

 

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1.2  Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 
finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 
SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 
Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) An-
wendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt nach 
dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere 
Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 
142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2 S. 126; jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt 
die Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 123 II 595 
E. 7c S. 617; TPF 2020 64 E. 1.1 S. 67).  

 
 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 
VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 
lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 
Abs. 1 Satz 1 IRSG). Für Prozesshandlungen gilt das in Strafsachen mass-
gebende Verfahrensrecht (Art. 12 Abs. 1 Satz 2 IRSG).  

 
 
2. 
2.1  
2.1.1 Erstinstanzliche Verfügungen der kantonalen Behörden und der Bundesbe-

hörden unterliegen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, unmittelbar 
der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
(Art. 25 Abs. 1 und Art. 80e Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 
StBOG). Die Beschwerdekammer ist zudem gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. b 
StPO i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG zur Beurteilung von Ausstandsbegehren 
gegen die mit dem Vollzug der Rechtshilfe betrauten Staatsanwälte zustän-
dig (vgl. die Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2016.271 vom 4. Mai 
2017 E. 14.2; RR.2016.32-35 vom 27. April 2016 E. 2.5; RR.2012.169 vom 
14. September 2012 E. 2.2). Die materielle Beurteilung des gegen eine aus-
führende Bundesbehörde gerichteten Ausstandsbegehrens hat gestützt auf 
Art. 10 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG zu erfolgen (Entscheid des 
Bundesstrafgerichts RR.2012.169 vom 14. September 2012 E. 2.2).  

 
2.1.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird gestützt auf den auch 

für die Privaten geltenden Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot 
des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV) verlangt, dass Ausstandsgründe 
so früh wie möglich, d. h. nach deren Kenntnis bei erster Gelegenheit, gel-
tend gemacht werden. Wer den Mangel nicht unverzüglich vorbringt, wenn 
er davon Kenntnis erhält, sondern sich stillschweigend auf ein Verfahren ein-
lässt, verwirkt den Anspruch auf spätere Anrufung der vermeintlich verletzten 

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Ausstandsbestimmungen (BGE 141 III 210 E. 5.2; 132 II 485 E. 4.3 m.w.H.; 
Urteil des Bundesgerichts 2C_972/2015 vom 30. März 2016 E. 2.1.2; vgl. 
auch BREITENMOSER/SPORI FEDAIL, in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), 
VwVG–Praxiskommentar, 2. Aufl. 2016, N. 104 zu Art. 10 VwVG; FELLER/ 
KUNZ-NOTTER, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah-
ren, 2. Aufl. 2019, N. 35 zu Art. 10 VwVG). Die den Ausstand begründenden 
Tatsachen sind sodann glaubhaft zu machen. Weder darf sich dabei die Par-
tei mit einer bloss spekulativen Behauptung begnügen, noch darf die über 
das Ausstandsbegehren entscheidende Behörde einen strikten Beweis ver-
langen (FELLER/KUNZ-NOTTER, a.a.O., N. 16 zu Art. 10 VwVG). 

 
 Die Parteien können den Ausstand von «Personen, die eine Verfügung zu 

treffen oder diese vorzubereiten haben» verlangen (Art. 10 Abs. 1 VwVG). 
Das betrifft in erster Linie diejenigen Personen, welche einen direkten Ein-
fluss auf das konkrete Verfahren ausüben. Ein Ausstandsgesuch kann daher 
grundsätzlich nur gegen die am Strafverfahren mitwirkenden Personen ge-
stellt werden, primär somit gegen den Verfahrensleiter oder die Verfahrens-
leiterin und gegen die unter deren Verantwortung stehenden Personen. 
Letztgenannte fallen jedoch dann ausser Betracht, wenn sich deren Mitwir-
kung am Verfahren nur als marginal erweist (vgl. hierzu den Beschluss des 
Bundesstrafgerichts BB.2018.195 vom 3. April 2019 E. 1.5 mit Hinweis). 
Massgebliche Kriterien für die Anwendbarkeit der Ausstandsbestimmungen 
auf Hilfspersonen müssen deren Nähe zum Verfahren sein sowie die Mög-
lichkeit, einen eigenen in der Sache sich auswirkenden Beitrag zu leisten. 
Eine allfällige Befangenheit der Führungsverantwortlichen wirkt sich dem-
nach nicht zwingend auch auf die in den einzelnen Verfahren ermittelnden 
Staatsanwälte sowie auf die diesen unterstellten Personen aus (vgl. Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BB.2018.197 vom 17. Juni 2019 E. 3.4). 

 
2.2 Die Gesuchstellerin ist als von der Rechtshilfehandlung Betroffene Partei im 

Verfahren RH.20.0290. Sie macht sinngemäss geltend, die Gesuchsgegne-
rin sei befangen im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. d VwVG. Zum Anlass ihres 
Ausstandsgesuchs nimmt die Gesuchstellerin das Schreiben des fallführen-
den Staatsanwalts C. vom 6. April 2023 (act. 1 S. 2), welches ihr am 11. Ap-
ril 2023 zugestellt worden sei. Die Gesuchstellerin hat das Ausstandsgesuch 
mit Eingabe vom 17. April 2023 an die Beschwerdekammer des Bundesstraf-
gerichts und damit rechtzeitig gestellt.  

 
2.3 Die Gesuchstellerin wirft dem fallführenden Staatsanwalt des Bundes, C., 

vor, dieser sei wegen Gehörsverletzung im Zusammenhang mit der Triagie-
rung der beschlagnahmten Daten, wegen vorsätzlicher Erstellung fehlerhaf-
ter Datensätze und vorsätzlicher Unterlassung der Überprüfung der heraus-
zugebenden Daten auf ihre Relevanz, befangen (vgl. separates Verfahren 

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RR.2023.45). Die Befangenheit der Gesuchsgegnerin leitet sie hingegen ein-
zig aus dem Umstand ab, dass diese offensichtlich die Schreiben von C. 
anfertige, welche dieser schliesslich allenfalls korrigiere und unterzeichne. 
Jedenfalls nehme die Gesuchsgegnerin massgeblich an der Entscheidungs-
bildung teil. Dies gehe bereits aus dem Stellenbeschrieb für Assistenz-
Staatsanwältinnen hervor. Zudem sei ihr Mitwirken an den diversen Schrei-
ben der Bundesanwaltschaft auch durch das Aufführen ihres Namens und 
ihrer Funktion auf den ersten Seiten der Schreiben festgehalten. Schliesslich 
sei sie die leitende Person der Hausdurchsuchung vom 23. März 2023 in der 
Wohnung von E. gewesen (act. 1 S. 22). Die Gesuchsgegnerin führt in ihrer 
Gesuchsantwort aus, sie unterstütze seit Mai 2022 den verfahrensleitenden 
Staatsanwalt C. im Verfahren RH.20.0290, zunächst als Assistenz-Staats-
anwältin und seit dem 24. März 2023 als ad interim Staatsanwältin des Bun-
des (act. 3 S. 2).  

 
 Die Gesuchstellerin verkennt, dass selbst eine allfällige Befangenheit der 

Führungsverantwortlichen nicht automatisch zur Annahme einer solchen auf 
Seiten der in den einzelnen Verfahren ermittelnden Staatsanwälte sowie den 
diesen unterstellten Personen führt (vgl. E. 2.1.2). Darauf wurde die Gesuch-
stellerin bereits im Verfahren RR.2021.112 hingewiesen. Die Gesuchstellerin 
macht in ihrem Gesuch keinerlei anderweitige Umstände in der Person von 
B. geltend, welche deren angebliche Befangenheit begründen könnten. Auf 
das gegen B. gerichtete Ausstandsbegehren ist daher mangels Substanziie-
rung nicht einzutreten.  

 
 
3. Mit der Erledigung des vorliegenden Ausstandsverfahrens erweist sich der 

prozessuale Antrag auf Anweisung der Bundesanwaltschaft um Sistierung 
des Rechtshilfeverfahrens als gegenstandslos. 

 
 
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Gesuch-

stellerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 
Fr. 3'000.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie 
Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR).   

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten. 
 
2. Auf den prozessualen Antrag wird zufolge Gegenstandslosigkeit nicht einge-

treten. 
 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird der Gesuchstellerin auferlegt.  
 
 

Bellinzona, 10. August 2023 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Ramon Bühler 
- B., a.i. Staatsanwältin des Bundes, Bundesanwaltschaft 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können später 
nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 

Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegen-
ständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder wenn die 
Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden 
Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. Art. 93 Abs. 
1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss Art. 93 Abs. 1 
und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die betreffenden Vor- 
und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, soweit sie sich auf 
dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Aus-
land schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 

Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bun-
desgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am 
letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 
Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden 
(Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der 
Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abge-
schlossen sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG).