# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a13d9b7d-d6a3-5bf7-be4f-04e9a6c53c4e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 23.11.2010 S 2010 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-60_2010-11-23.pdf

## Full Text

S 10 60

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 23. November 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Der am 24. Oktober 1974 geborene Beschwerdeführer absolvierte von 1990 

bis 1994 eine Lehre als Elektrozeichner, welche er mit Erfolg abschloss. In 

der Folge arbeitete der Beschwerdeführer in verschiedenen Bereichen und 

begann auch einzelne zusätzliche Ausbildungen, wobei er jene zur 

Berufsmaturität mit Erfolg abschloss. In den Jahren 2001 und 2002 

absolvierte er eine berufsbegleitende Ausbildung zum Hörgeräteakustiker mit 

Diplomabschluss in Österreich. 

2. Der Beschwerdeführer leidet seit vielen Jahren unter psychischen Problemen. 

Er wurde seit dem Jahre 2001 wiederholt in der Klinik … behandelt 

(Austrittsberichte der Klinik … vom 4. April 2001, 13. März 2002, 2. Juni 2003, 

30. Juni 2004, 21. September 2004 und 27. Dezember 2006). 

3. Am 16. Februar 2004 meldete sich der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle 

Graubünden für den Bezug von Versicherungsleistungen an. Die IV-Stelle 

nahm in der Folge namentlich einen Arztbericht vom 28. Juni 2008 des Dr. 

med. …, ein Arztzeugnis vom 2. März 2009 des gleichen Arztes sowie 

schliesslich ein Gutachten vom 13. Dezember 2009 des Psychiaters Dr. med. 

…, in welches ein Teilgutachten (persönlichkeitspsychologisches Gutachten) 

vom 30. Oktober 2009 des Psychologen Dr. phil. … integriert ist, zu den Akten. 

4. Während der Ausbildung zum Hörgeräteakustiker (Ziffer 1 hievor) war der 

Beschwerdeführer bei der … Hörgeräte … AG angestellt (Anstellungsdauer: 

5. März 2001 bis 30. November 2002; letzter effektiver Arbeitstag: 17. April 

2002). Der Arbeitsvertrag wurde am 29. April 2002 durch die Arbeitgeberin 

gekündigt, weil der Beschwerdeführer die in ihn gesetzten Erwartungen nicht 

habe erfüllen können. In der Folge arbeitete der Beschwerdeführer vom 24. 

Oktober 2002 bis 30. September 2003 als Hörgeräteakustiker für die Sonora 

SA. Diese Stelle wurde am 24. Juni 2003 durch die Arbeitgeberin wegen der 

häufigen krankheitsbedingten Absenzen des Beschwerdeführers gekündigt. 

Letzter effektiver Arbeitstag war der 30. Januar 2003. 

5. Im Jahre 2005 wurde eine Anstellung bei der … AG, welche den 

Beschwerdeführer als Technischen Zeichner angestellt hatte, durch die 

Arbeitgeberin am 3. November 2005 nach etwa drei Monaten aufgelöst, und 

am 10. August 2006 beendete die … AG das für vier Monate vorgesehene 

Praktikum als Elektrozeichner vorzeitig. Am 16. April 2007 trat der 

Beschwerdeführer sodann eine Stelle bei der … AG als Helpdesk-Supporter 

an (Arbeitsvertrag vom 11. April 2007). Dieses Arbeitsverhältnis wurde nach 

rund 18 Monaten aufgelöst. In der Folge war der Beschwerdeführer noch 

während dreier Monate als Mitarbeiter einer Gewerkschaft tätig. 

6. Die IV-Stelle Graubünden verneinte mit Verfügung vom 24. März 2009, dass 

dem Beschwerdeführer für die Zeit bis 31. Oktober 2008 eine Invalidenrente 

zustehe. Für die Zeit ab 1. November 2008 stellte die IV-Stelle eine weitere 

Verfügung in Aussicht, welche sie nach Vornahme weiterer Abklärungen 

erlassen werde. Die Verfügung vom 24. März 2009 focht der 

Beschwerdeführer am 4. Mai 2009 an, zog aber die Beschwerde wieder 

zurück, worauf das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden am 1. Juli 

2009 die Streitsache abschrieb.

7. Im Gutachten … (Ziffer 3 hievor), welches die IV-Stelle im Anschluss an die 

Abschreibungsverfügung vom 1. Juli 2009 einholte, sind die folgenden 

psychiatrischen Diagnosen aufgeführt: 

„Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung, ICD-10: F60.3

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Störung durch 

Benzodiazepine mit Abhängigkeit, ICD-10: F13.2; Verdacht auf Störung durch 

Alkohol, episodischer Substanzgebrauch, ICD-10: F10.26.“

Die Gutachter schätzen die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

(Idealarbeitsplatz) in ihrer Gesamtbeurteilung auf 100%. Der Idealarbeitsplatz 

charakterisiere sich durch ein sozial belastungsarmes, wohlwollendes und 

motivierendes Arbeitsklima mit wiederkehrender positiver Rückmeldung über 

erledigte Arbeiten; vornehmlich abwechslungsreich und herausfordernd 

gestaltete Anforderungssituationen würden der Persönlichkeitsstruktur des 

Beschwerdeführers gerecht. Im Teilgutachten 

(persönlichkeitspsychologisches Gutachen) … wird in der 

Gesamtinterpretation festgehalten, dass die Testergebnisse auf eine 

Testperson hinwiesen, deren Erkrankung und soziale Belastung sie daran 

hindere, einer Erwerbsfähigkeit nachzugehen. 

8. Gestützt auf die Schlussfolgerungen im Gutachten … eröffnete die IV-Stelle 

dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 22. Januar 2010, er habe keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Aus dem Einkommensvergleich, welcher 

gestützt auf die einschlägigen LSE-Statistiken durchzuführen sei, resultiere – 

unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 10% - ein Invaliditätsgrad 

von 10%. 

9. Am 15. Februar 2010 machte der Beschwerdeführer mit Einwand geltend, er 

müsse entweder in seinen Eingliederungsbemühungen oder aber mit einer 

Teilrente unterstützt werden. Im Gutachten … würden die aus seinen 

wiederkehrenden gesundheitsbedingten Abwesenheiten vom Arbeitsplatz 

resultierenden Probleme unterschätzt, er habe immer wieder seinen 

Arbeitsplatz wegen dieser Abwesenheiten verloren.

10. Mit Verfügung vom 4. März 2010 hielt die IV-Stelle an der Verneinung eines 

Anspruchs des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen fest. Der 

Beschwerdeführer habe in seinem Einwand keine neuen entscheidrelevanten 

Tatsachen geltend gemacht.

11. Hiegegen erhob der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht Graubünden 

Beschwerde mit dem Begehren um Zusprechung einer ganzen Invalidenrente 

ab 1. November 2008. Für das Valideneinkommen sei davon auszugehen, 

dass er ohne Behinderung als Hörgeräteakustiker arbeiten würde. Und für das 

Invalideneinkommen müsse eine Arbeitsfähigkeit von 50%, ferner ein 

Leidensabzug von 25% veranschlagt werden. Selbst bei Zugrundlegung eines 

Leidensabzugs von lediglich 10% resultiere ein Invaliditätsgrad von 72%. Zur 

Begründung, dass nicht auf die im Gutachten … postulierte Arbeitsfähigkeit 

von 100% abgestellt werden könne, verweist der Beschwerdeführer auf eine 

Stellungnahme vom 23. März 2010 des Dr. med. … sowie eine Stellungnahme 

vom 15. April 2010 des Dr. med. …. Auf diese Stellungnahmen ist in den 

nachfolgenden Erwägungen zurückzukommen.

12. Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2010 schliesst die IV-Stelle auf Abweisung 

der Beschwerde. Die vom Beschwerdeführer am Gutachten … geübte Kritik 

sei nicht stichhaltig, das Gutachten sei voll beweistauglich. Das von der IV-

Stelle ermittelte Valideneinkommen sei in Berücksichtigung der vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens vom Beschwerdeführer erzielten Einkommen nicht zu 

beanstanden. Im Übrigen sei dieses Valideneinkommen bereits in der in 

Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 24. März 2009 in gleicher Weise 

festgesetzt worden, ohne dass dies vom Beschwerdeführer gerügt worden 

sei. Für das Invalideneinkommen sei gemäss Gutachten … von einer 

Arbeitsfähigkeit von 100% auszugehen. Fraglich erscheine allerdings, ob 

nicht von einem Leidensabzug von 20% – anstatt 10% gemäss angefochtener 

Verfügung – auszugehen sei. Die Frage könne indessen offen bleiben, da der 

Invaliditätsgrad selbst bei einem Abzug von 25% deutlich unter 40% liegen 

würde. 

13. Mit Replik vom 17. Juni 2010 des Beschwerdeführers und Duplik vom 29. Juni 

2010 der IV-Stelle halten die Prozessparteien an ihren Rechtsbegehren 

unverändert fest.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Streitig ist, ob der Beschwerdeführer für die Zeit ab 1. November 2008 

Anspruch auf eine Invalidenrente der IV hat.

2. Ist eine versicherte Person zu mindestens 40% invalid, hat sie Anspruch auf 

eine Viertels-, bei mindestens 50% Invalidität auf eine halbe, bei mindestens 

60% Invalidität auf eine Dreiviertels- und bei mindestens 70% Invalidität auf 

eine ganze Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3. Die Invalidität erwerbstätiger Versicherter wird bemessen, indem das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt wird 

zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Einkommensvergleich; Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 IVG).

4. Die IV-Stelle hat das Valideneinkommen für das Jahr 2009 gestützt auf die 

LSE-Statistiken mit Fr. 61'812.- veranschlagt. Dem hält der Beschwerdeführer 

entgegen, dass er ohne Invalidität als Hörgeräteakustiker arbeiten und dabei 

ein Einkommen von Fr. 94'500.- erzielen würde. Der Einwand des 

Beschwerdeführers ist im Grundsatz berechtigt. Es sind keine Umstände  

ersichtlich, die darauf schliessen liessen, dass der Beschwerdeführer ohne 

Gesundheitsschaden nicht als Hörgeräteakustiker arbeiten würde. Er hat 

diesen Beruf in einer Zweitausbildung erlernt, und dies, obwohl die Krankheit 

bereits während dieser Ausbildung klar zu Tage getreten ist (Ausbildung in 

den Jahren 2001 und 2002, Behandlungen in der Klinik … bereits in diesen 

beiden Jahren [Sachverhalt Ziffern 1 + 2 hievor]). Am Willen des 

Beschwerdeführers, beruflich Fuss zu fassen und voranzukommen, kann 

demnach nicht gezweifelt werden. Die IV-Stelle geht deshalb zu Unrecht 

davon aus, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden lediglich 

Hilfsarbeiten verrichten würde. 

5. Nicht hinreichend geklärt ist indessen die Frage, welches Einkommen der 

Beschwerdeführer heute als Hörgeräteakustiker verdienen würde. Von Seiten 

der Arbeitgeber, bei welchen der Beschwerdeführer während und nach der 

Ausbildung zum Hörgeräteakustiker angestellt war, liegen keine klaren 

Angaben vor (Fragebogen vom 25. März 2004 der … AG, Fragebogen vom 

5. März 2004 der Sonora S.A.). Auch die Gehaltsangaben im Schreiben vom 

11. Juni 2010 der … AG sind nicht aussagekräftig genug, um gestützt darauf 

das hypothetische Valideneinkommen des Beschwerdeführers zu bemessen. 

Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie beim 

Schweizer Branchenverband „Akustika“ oder auf andere geeignete Weise 

aussagekräftige Lohndaten beschafft, welche eine sachgerechte Festsetzung 

des hypothetischen Valideneinkommens des Beschwerdeführers erlauben. 

Anzumerken bleibt, dass die vom Beschwerdeführer absolvierte Ausbildung 

zum Hörgeräteakustiker in der Schweiz, entgegen der von der IV-Stelle 

vertretenen Auffassung, anerkannt ist, wie der Beschwerdeführer auf S. 3 f. 

der Replik vom 17. Juni 2010 darlegt. Unbehelflich ist im Übrigen auch der 

Einwand der IV-Stelle, das Valideneinkommen des Beschwerdeführers sei 

bereits in der Verfügung vom 24. März 2009 (Sachverhalt Ziffer 6 hievor) in 

der gleichen Weise ermittelt worden wie in der vorliegend angefochtenen 

Verfügung, ohne dass der Beschwerdeführer dies bemängelt habe, denn die 

Erwägungen jener Verfügung haben an deren Rechtskraft nicht teil. 

6. Das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers wurde in der 

angefochtenen Verfügung gestützt auf das Gutachten …, ausgehend von 

einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer angepassten Tätigkeit und unter 

Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 10% auf Fr. 55'631.-- 

festgesetzt. Der Beschwerdeführer macht in erster Linie geltend, er könne 

auch in einer angepassten Tätigkeit kein Arbeitspensum von 100% leisten, 

was in den Stellungnahmen … näher begründet werde. In diesen beiden 

Stellungnahmen wird die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

angepassten, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden 

Tätigkeit auf 50% geschätzt. Die Ärzte … und insbesondere … stellen das 

Gutachten … zu Recht in mancherlei Hinsicht in Frage. Ihre Berichte sind 

nachvollziehbar, schlüssig und beruhen auf längerdauernden eigenen 

Erfahrungen, was vor dem Hintergrund der diagnostizierten 

Persönlichkeitsstörung und der damit einhergehenden bisherigen und 

künftigen beruflichen Laufbahn des Beschwerdeführers von besonderer 

Bedeutung ist. Das Gutachten … ist insbesondere in der entscheidenden 

Frage nach dem Grad der Arbeitsfähigkeit aus den nachfolgend angeführten 

Gründen nicht nachvollziehbar und widersprüchlich, weshalb darauf nicht 

abgestellt werden kann. 

7. Das Gutachten schätzt die Arbeitsfähigkeit an einem „Idealarbeitsplatz“ auf 

100%. An einem auf dem „allgemeinen Arbeitsmarkt“ verfügbaren Arbeitsplatz 

sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100% im Zeitraum von einem Jahr 

möglich, sofern verschiedene im Teilgutachten vorgeschlagene Therapien 

(vgl. unten) konsequent durchgeführt würden. Im Widerspruch dazu führt der 

Gutachter … aus, dass die Testergebnisse auf eine Testperson hinwiesen, 

deren Erkrankung und soziale Belastung sie daran hindere, einer 

Erwerbsfähigkeit nachzugehen. Wie er und schliesslich auch das 

Gesamtgutachten dann aber zum Schluss kommen, dass - unter den 

Voraussetzungen des beschriebenen Idealarbeitsplatzes – zum heutigen 

Zeitpunkt eine Erwerbstätigkeit zu 100% zumutbar sei, erscheint weder 

nachvollziehbar noch schlüssig. Die Gutachter schätzen die (adaptierte) 

Arbeitsfähigkeit im Gutachten vom 13. Dezember 2009 zudem retrospektiv ab 

1. November 2008 (und gehen sogar diesbezüglich davon aus, dass diese 

schon zuvor bestanden habe), obschon die Untersuchungen erst am 10. Juni 

2009 (Psychiater …) bzw. am 23. Oktober 2009 (Psychologe …) 

stattgefunden haben. Eine solch weitgehende rückwirkende Festlegung der 

Arbeitsfähigkeit ohne enge Arzt-Patienten-Beziehung und entgegen den 

echtzeitlichen ärztlichen Attesten ist nicht zulässig. Die Gutachter halten 

zudem eine vollzeitige adaptierte Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers 

lediglich an einem – auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht verfügbaren – 

Idealarbeitsplatz als zumutbar und gehen im Übrigen von der blossen 

Möglichkeit aus, dass der Beschwerdeführer zu einem späteren Zeitpunkt, 

nach Durchführung verschiedener Therapien (Arbeitstraining, Coaching, 

intensive Psychotherapie, vorzugsweise dialektisch-behaviorale Therapie 

nach Marcia Linehan, Besuch einer Skills-Gruppe) eine auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende Arbeit ganztägig werde bewältigen 

können. Einerseits ist dazu festzuhalten, dass mit dem Beschwerdeführer 

solche Therapien durchgeführt worden sind (vgl. Stellungnahmen Dres. …, 

wonach nebst der Psychotherapie sowohl die dialektisch-behavoriale 

Therapie nach Linehan sowie Skills vermittelt worden seien). Eine solche, die 

mögliche künftige Arbeitsfähigkeit schätzende Beurteilung ermöglicht 

andererseits aber auch keine Antwort auf die Frage, ob und in welchem 

Ausmass dem Beschwerdeführer zum Begutachtungszeitpunkt eine auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt verfügbare Tätigkeit zumutbar ist.

8. In den Stellungnahmen der Dres. … (Ziffer 2) und … wird die Arbeitsfähigkeit 

für eine angepasste Tätigkeit in der „freien Wirtschaft“ auf 50% veranschlagt. 

Diese sind umfassend und die Fachärzte haben ihre Stellungnahmen in 

Kenntnis der Arbeits- und Krankheitsanamnese und auch des Gutachtens … 

verfasst. Umgekehrt setzt sich das Gutachten … jedoch – ausser der 

Erwähnung derselben - nicht mit dem Einschätzung von Dr. … vom März 2009 

und der dort attestierten Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit auseinander. 

Bis zu diesem Bericht stellte jedoch auch die Beschwerdegegnerin jeweils auf 

die Einschätzungen von Dr. … ab. Den beiden Arztberichten der Psychiater 

… kommt volle Beweiskraft zu. Es ist somit davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer in einer angepassten, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 

verfügbaren Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig ist.

9. Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung einen Leidensabzug von 

10% vom massgebenden LSE-Lohn vorgenommen. In der Vernehmlassung 

vom 7. Mai 2010 bezeichnet sie es als fraglich, ob nicht ein Abzug von 20% 

angezeigt wäre (S. 11). Ein Abzug in diesem Umfang wird in der Tat den 

vorliegenden Umständen gerecht. Es ist somit ein Leidensabzug von 20% zu 

veranschlagen.  

10. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Sache an IV-Stelle zurückzuweisen 

ist, damit sie die notwendigen Abklärungen hinsichtlich des 

Valideneinkommens trifft und über den Rentenanspruch neu verfügt, wobei 

von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer angepassten Tätigkeit 

auszugehen und ein Abzug von 20% vom massgebenden LSE-Lohn zu 

veranschlagen ist.

11. Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die IV-Stelle hat 

zufolge ihres Unterliegens die Gerichtskosten zu tragen. Sie hat zudem dem 

durch die Procap, Rechtsanwältin …, vertretenen Beschwerdeführer eine 

Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 61 lit. g ATSG). Diese ist auf der 

Grundlage der Honorarnote vom 2. Juli 2010 festzusetzen, wobei gemäss 

konstanter Rechtsprechung (VGU S 09 127 E. 3a) ein Stundenansatz von Fr. 

160.- (und nicht von Fr. 200.-) zu veranschlagen ist. Es resultiert so eine 

Parteientschädigung (inklusive Mehrwertsteuer von 7,6%) von Fr. 2'483.40 

(14,10 x 160.00 = 2'256.00  plus 52.00 = 2'308.00 plus 7,6% = 2'483.40).  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und die IV-Stelle des Kantons Graubünden verpflichtet, im Sinne der 

Erwägungen neu über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu 

verfügen.

2. Die Kosten von Fr. 700.- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat dem Beschwerdeführer eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'483.40 (inkl. MWST) zu bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 11. Juli 2011 

abgewiesen (9C_399/2011).