# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4894be1b-5f2e-5e61-bf0c-e9c5092aa5af
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.01.2021 SB180500
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180500_2021-01-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB180500-O/U/mc 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichterin lic. iur Bertschi 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Laufer sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. Samokec 

 

Urteil vom 28. Januar 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. Jäger,  

Anklägerin und  Berufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
 Privatklägerin und Berufungsklägerin 

2. Stadt B._____,  
 

 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

C._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

-   2   - 

betreffend mehrfache, teilweise versuchte Vergewaltigung etc. und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 
15. August 2018 (DG180021) 
 

 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 20. März 

2018 (Urk. D1 38) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz: 
(Urk. 98 S. 55 ff.) 

Es wird beschlossen: 

1. Der Beweisantrag des Beschuldigten (Auswertung Chatverkehr im 

Mobiltelefon der Privatklägerin 1) wird als gegenstandslos abgeschrieben. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung gemäss nachfolgendem 

Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 
Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG, 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 
von Art. 19a Ziff. 1 BetmG,  

− der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 115 
Abs. 1 lit. a AuG und von Art. 115 Abs. 2 AuG, 

− des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen einer Sozialversicherung 
oder der Sozialhilfe im Sinne von Art. 148a Abs. 2 StGB.  

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen 

− vom Vorwurf der mehrfachen, teilweise versuchten Vergewaltigung im 
Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB und mit Art. 200 StGB, 

− vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 
Abs. 1 StGB,  

− vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 
− vom Vorwurf der mehrfachen, teilweise versuchten Erpressung im 

Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB teilweise in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB, 

-   4   - 

− vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, 
− vom Vorwurf der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 

Abs. 1 StGB, 
− vom Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen das 

Ausländergesetz im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG. 

3. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 20. August 

2015 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte 

Vollzug der Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen.  

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss 

Dispositiv Ziffer 3 bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– als Gesamtstrafe sowie mit einer Busse von Fr. 700.–. 

5. Die Geldstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.  

6. Es wird festgestellt, dass 90 Tagessätze der Geldstrafe und Fr. 700.– der 

Busse als durch die erstandene Haft geleistet gelten.  

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. März 

2018 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse aufbewahrte 

Mobiltelefon Huawei Honor (Asservat Nr. A010'662'676) wird dem 

Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils herausgegeben.  

8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. März 

2018 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse aufbewahrte iPhone 

4S (IMEI …, Asservat Nr. A010'667'604) wird der Privatklägerin 1 nach 

Rechtskraft des Urteils herausgegeben.  

9. Die Privatklägerin 1 wird mit ihrem Schadenersatz- und Genugtuungs-

begehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

-   5   - 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 8'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 3'500.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 1'112.80   Auslagen Vorverfahren (Gutachten) 

Fr. 31'000.–   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt.), wovon Fr. 9'400.–  
  bereits ausbezahlt wurden  

Fr.  7'150.–   ½ Kosten Rechtsvertreterin Privatklägerin 1 (inkl. MwSt.) 

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten zu 1/6 auferlegt und zu 5/6 auf die Gerichtskasse genommen. 

Davon ausgenommen sind 1/6 der Kosten der amtlichen Verteidigung, 

welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von 

der Gerichtskasse übernommen werden; die übrigen 5/6 der Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden vorbehaltslos auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1 

werden auf die Gerichtskasse genommen.  

12. Dem Beschuldigten wird für die unrechtmässig erlittene Haft eine 

Genugtuung von Fr. 27'600.–, zuzüglich 5% Zins ab dem 8. August 2017, 

aus der Gerichtskasse zugesprochen. Die weitergehenden Schadenersatz- 

und Genugtuungsansprüche werden abgewiesen. 

13. Der Privatklägerin 1 wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.  

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:  

(Urk. 125 S. 1 f.) 

"1. Der Beschuldigte C._____ sei zusätzlich schuldig zu sprechen 
 - der mehrfachen, teilweise versuchten Vergewaltigung im 

Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit 
Art. 22 Abs. 1 StGB und mit Art. 200 StGB, 

-   6   - 

 - der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 
Abs. 1 StGB, 

 - des Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 
 - der mehrfachen, teilweise versuchten Erpressung im Sinne 

von Art. 156 Ziff. 1 StGB teilweise in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB, 

 - der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, 
 - der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB, 
 - der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz 

im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG. 
2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 

5 ½ Jahren und einer Busse von Fr. 300.00, unter Anrechnung 
der erstandenen Haft. 

3. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen. 
4. Es sei eine Landesverweisung von 10 Jahren anzuordnen. 
5. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem anzuordnen. 
6. Es seien die Kosten für das Vor-, Haupt- und Berufungsverfahren 

dem Beschuldigten aufzuerlegen." 

b) Der amtlichen Verteidigung:  

(Urk. 105 S. 3 und Urk. 126 S. 2 f., sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 
 

-   7   - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 15. August 2018 

wurde der Beschuldigte der mehrfachen Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz, der mehrfachen Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes, der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz (im 

Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AuG und 115 Abs. 2 AuG) und des 

unrechtmässigen Bezugs von Leistungen einer Sozialversicherung oder der 

Sozialhilfe schuldig gesprochen. Freigesprochen wurde er dagegen vom Vorwurf 

der mehrfachen, teilweise versuchten Vergewaltigung, der mehrfachen sexuellen 

Nötigung, des Raubes, der mehrfachen, teilweise versuchten Erpressung, der 

Drohung und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz (im 

Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG). Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Limmattal/Albis vom 20. August 2015 gewährte bedingte Strafvollzug wurde 

widerrufen und der Beschuldigte unter Einbezug der widerrufenen Strafe mit einer 

vollziehbaren Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.-- als Gesamtstrafe und 

einer Busse von Fr. 700.-- bestraft. Ferner wurde über die beschlagnahmten 

Gegenstände befunden, und die Zivilforderungen der Privatklägerin 1 wurden auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

Gegen das Urteil haben die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 20. August 2018 

(Urk. 88) und die Privatklägerin 1 mit Eingabe vom 24. August 2018 fristgerecht 

Berufung angemeldet (Urk. 91). Während die Privatklägerin innert der für die 

Berufungserklärung laufenden Frist ihre Berufung zurückzog (Urk. 102), reichte 

die Staatsanwaltschaft ihre Berufungserklärung innert Frist mit Eingabe vom 29. 

November 2018 ein (Urk. 101). Ihre Berufung richtet sich gegen alle Freisprüche 

(Dispositiv-Ziffer 2), die Bemessung der Strafe (Dispositiv-Ziffern 4-6), das 

Absehen von einer Landesverweisung und die Kosten- und 

Entschädigungsregelung (Dispositiv-Ziffern 11 und 12). Der Beschuldigte 

verzichtete auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des 

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vorinstanzlichen Urteils (Urk. 105 S. 3 und Urk. 126 S. 2 f.). Die Privatklägerinnen 

verzichteten ebenfalls auf Anschlussberufung. 

Am 27. Januar 2021 fand nachdem zwei vorgängige Termine verschoben werden 

mussten die Berufungsverhandlung betreffend den Beschuldigten zusammen mit 

derjenigen betreffend den Mitbeschuldigten D._____ statt (Geschäfts-Nr. 

SB180499). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.  

2. Vom Rückzug der Berufung der Privatklägerin 1 ist Vormerk zu nehmen. Da 

dieser innert Frist für die Berufungserklärung erfolgte und kein massgeblicher 

zusätzlicher Aufwand entstanden ist, resultieren daraus keine Kostenfolgen für die 

Privatklägerin 1. 

3. Ferner ist vorab davon Vormerk zu nehmen, dass das vorinstanzliche Urteil 

bezüglich Dispositiv-Ziffern 1 (Schuldsprüche), 3 (Widerruf), 7 und 8 

(Beschlagnahmungen), 9 (Zivilansprüche der Privatklägerin 1), 10 teilweise 

(Kostenfestsetzung) und 13 (Prozessentschädigung Privatklägerin 1) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

4. Mit Eingabe vom 24. Januar 2019 stellte die amtliche Verteidigung den 

Beweisantrag, es sei das Mobiltelefon der Privatklägerin 1 hinsichtlich sämtlicher 

Chats (SMS, Whatsapp, Messenger, Mail etc.) in der Zeit vom 23. Dezember 

2016 bis 8. August 2017 auszuwerten bzw. dessen Auswertung zu den Akten zu 

nehmen (Urk. 105 S. 3). 

Sie begründet dies zusammengefasst damit, dass die Privatklägerin 1 über 

mehrere Jahre hinweg einen regen Chatverkehr mit anderen Männern gepflegt 

habe. Der Inhalt dieses Chatverkehrs lasse darauf schliessen, dass die 

Privatklägerin 1 offensichtlich beachtliche sexuelle Fantasien aufweise. Für die 

Beurteilung der Vorwürfe gegen den Beschuldigten und für die Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 1 könne es von Bedeutung sein, 

mit wem und worüber diese in der Zeit von Ende 2016 bis anfangs August 2017 

gechattet habe (Urk. 105 S. 3 i.V.m. Urk. 52 S. 3 f.). Schliesslich dürfe es auch 

nicht der polizeilichen Schabearbeiterin überlassen werden, die für das Verfahren 

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relevanten Daten bzw. Chats auszuwählen, da diese nicht über umfassende 

Aktenkenntnis verfügt habe und deshalb nicht habe entscheiden können, welche 

Chats für die Beurteilung des Anklagesachverhaltes von Bedeutung seien. Eine 

solche Beurteilung liege in der ausschliesslichen Kompetenz des Gerichtes 

(Urk. 105 S. 3 i.V.m. Urk. 52 S. 4.). 

Der vorgenannte Beweisantrag des Beschuldigten wurde mit Präsidialverfügung 

vom 8. Juli 2019 einstweilen abgewiesen (Urk. 111), anlässlich der 

Berufungsverhandlung von der amtlichen Verteidigung aber erneut gestellt 

(Prot. II S. 10). Zur Begründung brachte die Verteidigung wiederum vor, dass die 

Auslesung dieser Chats zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Persönlichkeit 

der Privatklägerin 1 führen könnte, welche im Rahmen der Beweiswürdigung zu 

berücksichtigen wären. So sei es insbesondere entscheidend zu wissen, ob die 

Privatklägerin 1 in den letzten Wochen oder Monaten der Beziehung zum 

Beschuldigten Kontakte zu anderen Männern gehabt und welche Fantasien sie 

mit diesen ausgetauscht habe (Prot. II S. 46 f.). 

Bereits die Vorinstanz wies in ihrer Verfügung vom 4. Juni 2018 zutreffend darauf 

hin (Urk. 54 S. 2 f.), dass mit der Auswertung der Mobiltelefone des Beschuldigten 

und der Privatklägerin 1 die Anrufliste der Anrufe des Beschuldigten an die 

Privatklägerin 1 im Zeitraum vom 23. Dezember 2016 bis zum 8. August 2017 und 

die gesamte Whatsapp-Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin 1 aktenkundig gemacht wurde. Lediglich in Bezug auf die 

Kommunikation der Privatklägerin 1 mit (unbekannten) Drittpersonen wurde eine 

Auswahl von Chat-Nachrichten aus den Jahren 2012 bis 2017 aktenkundig 

gemacht. 

Dass von den Chats der Privatklägerin 1 mit Drittpersonen lediglich eine Auswahl 

zu den Akten genommen wurde, begründete die zuständige polizeiliche 

Sachbearbeiterin E._____ damit, dass sich ihr nach der Durchsicht sämtlicher 

Chats auf dem Mobiltelefon der Privatklägerin 1 aus den von dieser mit 

Drittpersonen geführten Chats keine relevanten Hinweise auf das dem 

Beschuldigten vorgeworfene Delikt ergeben hätten (Urk. D1 20/10). Dass die 

Sachbearbeiterin E._____ aufgrund fehlender Aktenkenntnis keine Vorauswahl in 

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Bezug auf die Chats mit Drittpersonen habe treffen können, wie dies von der 

Verteidigung vorgebracht wird (Urk. 105 S. 3 i.V.m. Urk. 52 S. 3 f.), trifft nicht zu. 

So geht aus dem von E._____ verfassten Polizeirapport vom 23. November 2017 

hervor, dass sie über die dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikte bestens 

informiert war und damit genau wissen musste, welche konkreten Chats und 

Anrufe im Hinblick auf die Beurteilung der anklagegegenständlichen Tatvorwürfe 

von Relevanz sein könnten. Dies wird denn auch gerade durch den Umstand 

belegt, dass E._____ überhaupt sexuell konnotierte Chats der Privatklägerin 1 mit 

unbekannten Drittpersonen aktenkundig machte, obwohl diese Chats in keinem 

Zusammenhang mit den anklagegegenständlichen Tathandlungen stehen (vgl. 

Urk. D1 20/3). 

Inwiefern sich aus der Auswertung sämtlicher Chats der Privatklägerin 1 mit 

Drittpersonen sachdienliche Informationen hinsichtlich der dem Beschuldigten 

vorgeworfenen Tathandlungen ergeben würden, ist sodann nicht ersichtlich. So 

handelt es sich bei den fraglichen Delikten im Wesentlichen um Vieraugendelikte 

bzw. beim Vorwurf der Vergewaltigung in Mittäterschaft um ein Sechsaugendelikt. 

Aus dem Chat-Verhalten der Privatklägerin 1 gegenüber irgendwelchen 

(unbekannten) Drittpersonen können mithin keine direkten Rückschlüsse auf ihr 

Verhalten gegenüber dem Beschuldigten, mit welchem sie im damaligen 

Zeitpunkt eine (reale) Beziehung führte, oder auf ihr Aussageverhalten im 

Rahmen des Strafverfahrens gezogen werden. 

Schliesslich liegen den anklagegegenständlichen Tathandlungen gegen die 

sexuelle Integrität der Privatklägerin auch keine aussergewöhnlichen 

Sexualpraktiken zugrunde. Ob und wie sich die Privatklägerin 1 in allfälligen 

Chats mit irgendwelchen Drittpersonen bezüglich sexueller Fantasien 

austauschte, kann vor diesem Hintergrund nicht von Belang sein. 

Der Beweisantrag auf Auswertung des Mobiltelefons der Privatklägerin 1 

hinsichtlich sämtlicher Chats in der Zeit vom 23. Dezember 2016 bis 8. August 

2017 ist damit abzuweisen. 

-   11   - 

5. Hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Raubes macht die 

Verteidigung im Berufungsverfahren geltend, dass in diesem Punkt nicht auf die 

Anklage einzutreten sei. So werfe die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten in 

Anklageziffer 7 die Begehung eines Raubes vor, für welchen bereits der 

Mitbeschuldigte D._____ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

vom 21. Mai 2013 rechtskräftig verurteilt worden sei. Aus dem Grundsatz "ne bis 

in idem" folge, dass nicht zwei Personen für dieselbe Tat als Einzeltäter verfolgt 

und bestraft werden dürfen. Der Strafverfolgung des Beschuldigten wegen 

Raubes gemäss Anklageziffer 7 stehe mithin ein Verfahrenshindernis entgegen 

(Urk. 126 S. 2 und 4 f.). 

Die Staatsanwaltschaft stellt sich im Berufungsverfahren demgegenüber auf den 

Standpunkt, dass der Strafverfolgung des Beschuldigten wegen Raubes nichts 

entgegenstehe. So handle es sich beim fraglichen Raub um eine in Mittäterschaft 

begangene Tat des dafür bereits bestraften Mitbeschuldigten D._____ und des 

dafür noch zu bestrafenden Beschuldigten (Urk. 125 S.  ff. und Prot. II S. 31 ff.). 

Die Verteidigung wies zurecht darauf hin, dass dem Beschuldigten in der Anklage 

der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 20. März 2018 die Begehung 

derselben Tat vorgeworfen wird, für welche der Mitbeschuldigte D._____ bereits 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 10. März 2013 

rechtskräftig verurteilt wurde (vgl. Urk. D3/7/3 und Urk. D1 38 S. 9 f.). Entgegen 

der Ansicht der Staatsanwaltschaft geht eine Verurteilung des Beschuldigten 

wegen des bereits im besagten Strafbefehl beurteilten Lebenssachverhaltes nicht 

an, da der Strafbefehl vom 10. März 2013 und die Anklage vom 20. März 2018 

den Mitbeschuldigten D._____ bzw. den Beschuldigten jeweils als Einzeltäter für 

dieselbe Tathandlung aufführen. Eine mittäterschaftliche Begehung des Raubes 

ist sodann weder im Strafbefehl noch in der Anklageschrift umschrieben. Der 

rechtskräftige Strafbefehl vom 10. März 2013 steht damit einer Verurteilung des 

Beschuldigten wegen Raubes gemäss der Anklage vom 20. März 2018 entgegen. 

Dementsprechend ist in diesem Punkt nicht auf die Anklage einzutreten. 

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Selbst wenn man aber der Ansicht der Staatsanwaltschaft folgen und hinsichtlich 

des Raubes auf die Anklage eintreten würde, wäre der Beschuldigte von diesem 

Anklagevorwurf freizusprechen. 

Nachdem der Mitbeschuldigte D._____ in der Hafteinvernahme vom 26. Oktober 

2017 auf Vorhalt des Strafbefehls geltend machte, der Beschuldigte habe diese 

Tat begangen (Urk. D1 11/2 S. 10), nahm er diese Anschuldigung anlässlich der 

Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten vom 15. Januar 2018 wieder 

zurück (Urk. D1 8/12 S. 3 ff.). Die Vorinstanz hielt sodann zutreffend fest, dass die 

Aussagen der Geschädigten F._____ mangels Wahrung der Teilnahmerechte des 

Beschuldigten nicht zulasten des Beschuldigten herangezogen werden können 

(Urk. 98 S. 23 f.). Auf der Kordel der Kapuzenjacke, welche von der Geschädigten 

vom Pullover des Täters abgerissen wurde, konnten DNA-Spuren des 

Beschuldigten und vom Mitbeschuldigten D._____ sichergestellt werden (Urk. D3 

3 und Urk. D3 8/6). Aufgrund dieser Spur lässt sich die Täterschaft des 

Beschuldigten nicht mit rechtsgenüglicher Sicherheit erstellen, denn - wie die Vor-

instanz zutreffend festgehalten hat (Urk. 98 S. 24) - hatten beide Beschuldigten 

ausgesagt, sie würden gelegentlich Kleider untereinander tauschen (Urk. D1 8/7 

S. 10). 

Da der Mitbeschuldigte D._____, wie bereits erwähnt, seine in der 

Hafteinvernahme geäusserte Belastung gegenüber dem Beschuldigten in der 

Konfrontationseinvernahme nicht bestätigte, lässt sich zusammenfassend eine 

Täterschaft des Beschuldigten nicht erstellen, weshalb dieser freizusprechen 

wäre. 

II. Sachverhalt  

1. Anklagevorwurf 

1.1. Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 1 

1.1.1. Versuchte Vergewaltigung (Mittäterschaft) 

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Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 23. Dezember 2016 

zusammen mit dem Mitbeschuldigten in dessen Wohnung versucht, die 

Privatklägerin 1 gegen ihren Willen vaginal zu penetrieren. Zuerst hätten die 

beiden Beschuldigten die Privatklägerin 1 auf das Bett gestossen, sie habe verbal 

kundgetan, dass sie das nicht wolle, sie sollten aufhören. Zuerst habe der 

Mitbeschuldigte die Privatklägerin 1 an den Oberarmen festgehalten, während der 

Beschuldigte ihr die Unterhose ausgezogen habe und mit einem übergestreiften 

Kondom versucht habe, mit dem Penis vaginal in die Privatklägerin 1 

einzudringen. Die Privatklägerin 1 habe sich körperlich und verbal zur Wehr 

gesetzt, habe sich seitlich weggedreht, weshalb es dem Beschuldigten nicht 

gelungen sei, in sie einzudringen. In der Folge habe der Beschuldigte die 

Privatklägerin 1 an den Oberarmen festgehalten und der Mitbeschuldigte habe 

ebenfalls mit übergezogenem Kondom versucht, mit seinem Penis in sie 

einzudringen, obwohl die Privatklägerin 1 verbal kundgetan habe, dass sie das 

nicht wolle und körperliche Gegenwehr geleistet habe. Auch dem 

Mitbeschuldigten sei es nicht gelungen, in sie einzudringen. Hinsichtlich der 

detaillierten Abläufe sei auf den Text der Anklageschrift verwiesen. 

1.1.2. Mehrfache Vergewaltigung/mehrfache sexuelle Nötigung 

Auch betreffend diesen Anklagepunkt ist vorab auf den ausführlichen Text der 

Anklageschrift zu verweisen.  

Kurz zusammengefasst wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe in der Zeit 

von 1. Juni 2017 bis 1. August 2017 von der Privatklägerin 1 insgesamt 7 Mal 

(inklusive Vorfälle gemäss Anklageziffern 2 und 5) Geschlechtsverkehr 

erzwungen indem er ihr gedroht habe, er werde sie schlagen, wenn sie keinen 

Sex mit ihm haben werde, ihr bei vier Vorfällen (inklusive Vorfall gemäss 

Anklageziffer 2) die Handgelenke schmerzhaft verdreht habe und gedroht habe, 

es komme noch zu weiteren Gewaltanwendungen, wenn sie nicht mitmache. Die 

Privatklägerin 1 habe dem Beschuldigten jedes Mal klar verbal kundgetan, dass 

sie keinen Geschlechtsverkehr mit ihm haben wolle.  

-   14   - 

Ferner wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe in der Zeit von 1. Juni 2017 

bis 1. August 2017 die Privatklägerin 1 ca. 20 Mal gezwungen, ihn oral zu 

befriedigen. Bei einem der Vorfälle habe er ihr die Handgelenke schmerzhaft 

verdreht. Er habe ihr mit Gewalt gedroht, gedroht sie zu schlagen. Am 1. August 

2017 habe er sie an den Oberarmen und den Schultern festgehalten, als sie habe 

weglaufen wollen. Die Privatklägerin 1 habe ihm gegenüber jedes Mal verbal 

kundgetan, dass sie ihn nicht oral befriedigen wolle. 

1.1.3. Mehrfache Erpressung/ versuchte Erpressung 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe ab April 2017 der Privatklägerin 

mit Schlägen gedroht, wenn sie ihm kein Geld mehr geben werde, was sie ihm 

wiederholt gesagt habe. In der Zeit von April bis Juli 2017 habe er von ihr 

monatlich Fr. 500.-- für die Deckung eigener Bedürfnisse gefordert. Ende Juni 

2017 habe er seiner Forderung damit Nachdruck verliehen, dass er die 

Privatklägerin 1 schmerzhaft an den Ohren gezogen habe, sie an den 

Handgelenken gepackt und diese verdreht habe und erklärt habe, er werde so 

lange weitermachen, bis sie ihm das Geld gebe. Unter dem Eindruck der 

Drohungen und der Gewaltanwendung Ende Juni 2017 habe sie ihm total Fr. 

2'000.-- gegen ihren Willen gegeben. 

Am 12. Juli 2017 bei einem Gespräch mit der Privatklägerin 1 und deren Vater, 

bei welchem er vom Vater der Privatklägerin 1 aufgefordert worden sei, seine 

Tochter in Ruhe zu lassen und aus der Wohnung auszuziehen, habe der 

Beschuldigte erklärt, er werde die Wohnung nur verlassen, wenn die 

Privatklägerin 1 ihm einmalig Fr. 5'000.-- und nachfolgend monatlich Fr. 1'000.-- 

bezahlen werde. Damit habe er der Privatklägerin 1, welche er bereits mehrfach 

vergewaltigt und sexuell genötigt habe, das massive Übel in Aussicht gestellt, die 

Wohnung nicht zu verlassen. Mit der Androhung dieses Übels habe er sie dazu 

bringen wollen, ihm die geforderten Beträge zu bezahlen, im Bewusstsein darum, 

dass er grundsätzlich keinen Anspruch auf die geforderten Beträge hatte. Die 

Privatklägerin 1 habe die geforderten Beträge nicht bezahlt. 

1.1.4. Drohung 

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Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe der Privatklägerin 1 ca. anfangs 

Juli 2017 erklärt, dass er sie überwache. Wenn sie mit einem anderen Mann 

irgendwohin gehe oder ihn mit einem anderen Mann betrüge, würde er mit Hilfe 

seiner Kollegen diesen Mann zusammenschlagen. 

1.1.5. Tätlichkeiten 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe die Privatklägerin 1 anfangs Juli 

2017 schmerzhaft an den Ohren gezogen und ihr die Handgelenke schmerzhaft 

verdreht und ca. am 15. Juli 2017 wiederum schmerzhaft an den Ohren gezogen, 

ihr die Arme schmerzhaft auf den Rücken gedreht und sie gegen den Rücken 

gestossen. 

Die angeklagten Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 1 werden vom 

Beschuldigten vollumfänglich bestritten.  

1.2. Erwerbstätigkeit ohne Arbeitsbewilligung 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe in der Zeit von September bis 

Dezember 2016 an nicht mehr genau bestimmbaren Daten in der Bar "G._____" 

in Zürich als Abwäscher im Stundenlohn gearbeitet und im März 2017 während 

ca. 2 bis 3 Tagen als Maler auf einer Baustelle in Dietlikon. Diese Erwerbstätigkeit 

habe er verrichtet, ohne im Besitz der erforderlichen Arbeitsbewilligung zu sein. 

Dies sei ihm bewusst gewesen, bzw. habe er in Kauf genommen, da er sich nicht 

genügend um die Voraussetzungen und Anforderungen für einen Stellenantritt als 

Besitzer eines Ausländerausweises F gekümmert habe. 

Der Beschuldigte anerkennt den Sachverhalt in objektiver Hinsicht. In subjektiver 

Hinsicht macht er geltend, er sei davon ausgegangen, der Arbeitgeber habe eine 

Arbeitsbewilligung für ihn eingeholt, er sei der Meinung, der Arbeitgeber hätte die 

Arbeitsbewilligung vor Vertragsschluss beantragen müssen. 

Zu erstellen ist der Sachverhalt betreffend diesen Anklagepunkt einzig in 

subjektiver Hinsicht.  

2. Sachverhaltserstellung 

-   16   - 

2.1. Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 1 

2.1.1. Vorbemerkungen 

a) Verlauf der Beziehung zwischen der Privatklägerin 1 und dem Beschuldigten 

Betreffend die Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 1 ist vorweg kurz 

auszuführen, welche Verbindung zwischen ihr und dem Beschuldigten bestand. 

Dabei werden rein äussere Fakten dargelegt, wobei bereits an dieser Stelle 

darauf hinzuweisen ist, dass die Privatklägerin 1 und der Beschuldigte eine sehr 

unterschiedliche Darstellung über die Art ihrer Beziehung zu Protokoll gaben. 

Unbestritten ist, dass sich die beiden kennenlernten als sie gleichzeitig in einer 

Wohngemeinschaft an der H._____-Strasse … in B._____ wohnten. Wenige Tage 

vor dem angeklagten Vorfall vom 23./24. Dezember 2016 war es zwischen ihnen 

erstmals zu Geschlechtsverkehr gekommen.  

Am 1. Januar 2017 unterschrieb die Privatklägerin eine Erklärung, wonach sie 

dem Beschuldigten ein Auto für max. Fr. 5'000.-- kaufe, wenn er koche und putze 

und sie drei Mal pro Woche besuche und sie zum Lachen bringe, wobei dieser 

Deal 6 Monate gültig sei ab 1. Januar 2017 (Urk. D1 10/1 Beilage 1). 

Am 1. März 2017 haben die Privatklägerin 1 und der Beschuldigte eine 

gemeinsame Wohnung in B._____ bezogen. Mitte April 2017 haben sie sich beim 

Zivilstandsamt in B._____ erkundigt, was es für eine gemeinsame Heirat benötige 

und Mitte Mai 2017 wollte der Beschuldigte ein nicht verwendbares Dokument 

beim Zivilstandsamt einreichen (Urk. D1 13/1 + 2). 

Am 12. Juli 2017 fand ein Gespräch zwischen der Privatklägerin 1, deren Vater 

und dem Beschuldigten statt. 

Am 3. August 2017 erstattete die Privatklägerin 1 in Begleitung ihres Vaters auf 

der Polizeistation B._____ persönlich Anzeige gegen den Beschuldigten (Urk. D1 

1 S. 3). 

b) Allgemeine Bemerkungen betreffend Sachverhaltserstellung 

-   17   - 

Alle Anklagevorwürfe stützen sich im Wesentlichen auf die Aussagen der 

Privatklägerin 1. Ihren Aussagen stehen diejenigen des Beschuldigten und 

betreffend den angeklagten Vorfall vom 23./24. Dezember 2016 auch des 

Mitbeschuldigten gegenüber. Da Widersprüche und Ungereimtheiten betreffend 

den einen Anklagekomplex auch Auswirkungen auf die Aussagenwürdigung 

betreffend andere Komplexe haben können, erscheint es angezeigt, die 

Aussagen der Beteiligten zuerst in ihrer Gesamtheit betreffend alle 

Anklagevorwürfe darzustellen, um dann bei der Beweiswürdigung im Rahmen der 

einzelnen Anklagevorwürfe darauf zurückzukommen. Wiederholungen und 

Überschneidungen lassen sich dabei nicht vermeiden. 

Sodann ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen auf die Argumente des 

Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft einzugehen. Das rechtliche Gehör 

nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des von einem 

Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in 

seiner Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit 

allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 

auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1.; BGE 139 IV 179 E. 

2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2; je mit Hinweis). 

2.1.2. Beweismittel 

2.1.2.1. Persönliche Beweismittel 

a) Aussagen der Privatklägerin 

aa) In ihrer ersten Befragung vom 4. August 2017 hat die Privatklägerin 1 

ausgesagt, sie habe die Beziehung zum Beschuldigten Ende Juni 2017 beendet. 

Anfangs sei es eine gegenseitige Liebesbeziehung gewesen (Urk. D1 9/1 S. 4). 

Er habe die Beendigung der Beziehung nicht akzeptiert und habe angefangen, sie 

mit Kameras zu überwachen und alle ihre Daten auf sein Handy zu übertragen. Er 

-   18   - 

habe herausfinden wollen, ob sie ihn betrüge (Urk. D1 9/1 S. 4). Der Beschuldigte 

habe regelmässig Geld von ihr verlangt und habe ihr gegenüber Gewalt 

angewendet. Sie habe keine sexuellen Aktivitäten mehr mit ihm gewollt, worauf er 

angefangen habe, diese zu erzwingen. Sie habe am 8. Juli mit ihrem Vater 

darüber gesprochen, worauf es am 12. Juli zu einem Gespräch bei ihnen in 

B._____ gekommen sei. Der Beschuldigte habe von ihr Fr. 5'000.-- verlangt, 

damit er ausziehen könne. Sie habe ihm gesagt, dass er weggehen müsse und 

eine andere Wohnung suchen müsse. Er habe gemeint, er habe keine Chance, 

eine andere Wohnung zu finden (Urk. D1 9/1 S. 5). Anfang Juli 2017 sei es zum 

ersten Mal zu sexuellen Handlungen gegen ihren Willen gekommen, zum letzten 

Mal am 1. August 2017 (Urk. D1 9/1 S. 5). Dazwischen sei dies ungefähr jeden 

dritten Tag vorgekommen. Der Beschuldigte habe sie zu Geschlechtsverkehr und 

Oralverkehr gezwungen und habe gesagt, sie müsse dies machen sonst werde er 

sie schlagen. Zu Oralverkehr habe er sie ungefähr jeden dritten Tag und zu 

Geschlechtsverkehr einmal pro Woche oder jede zweite Woche gezwungen (Urk. 

D1 9/1 S. 6). Das erste Mal habe sie ihm gesagt, dass sie das nicht wolle, worauf 

er sie dazu gedrängt habe, gesagt habe, es sei ihre Pflicht, sie an den 

Handgelenken festgehalten habe und gedreht habe, um ihr Angst einzujagen. Er 

habe gesagt, er würde ihr mehr wehtun, wenn sie es nicht mache. Sie habe Angst 

bekommen, weil er kräftig und stark sei. Sie habe dann gesagt ok, obschon sie 

nicht gewollt habe. Der Geschlechtsverkehr selber sei ohne Gewaltanwendung 

erfolgt, sie habe einfach hingehalten. Das erste Mal sei das schlimmste für sie 

gewesen, danach sei es einfach wie eine Repetition gewesen. Beim letzten Mal 

am 1. August 2017 habe er gesagt, er wolle nochmals Sex bevor er zu seinem 

Kollegen fahre. Sie habe gesagt, sie wolle das nicht. Er habe wieder Gewalt 

angewendet wie beim ersten Mal mit Handgelenken verdrehen etc. Sie habe 

Angst bekommen, habe dann halt einfach ok gesagt (Urk. D1 9/1 S. 8). Sie habe 

schon gesagt, er solle aufhören, dass es nicht nötig sei, aber er habe gesagt, 

dass er das unbedingt wolle. Während des Verkehrs habe sie versucht, ihn 

wegzustossen, aber er sei stärker wie sie. Beim letzten Mal habe sie es nicht so 

passiv über sich ergehen lassen wie bei den anderen Malen (Urk D1 9/1 S. 9). 

Ca. 20 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr habe er gesagt, sie müsse ihn oral 

-   19   - 

befriedigen, wenn sie dies nicht mache, würde er sie heftig schlagen. Sie habe 

dies gemacht gegen ihren Willen. Sie habe gesagt, sie wolle es nicht machen, er 

habe gemeint, es sei ihre Pflicht. Er habe sie wieder an den Handgelenken 

gepackt bis es ihr wehgemacht habe, worauf sie gesagt habe, ok sie mache es 

(Urk. D1 9/1 S. 9). Anfangs Juli sei es zum ersten Oralverkehr gegen ihren Willen 

gekommen. Sie habe sich manchmal in ihrem Zimmer eingeschlossen, aber er 

habe dann jeweils so lange geklopft bis sie Angst gehabt habe, dass er die 

Nachbarn damit belästigen könnte (Urk. D1 9/1 S. 10). Sie hätte zu ihrer 

Schwester gehen können, aber sie habe deswegen nicht ausziehen wollen, dann 

hätte er noch mehr Macht über sie erhalten. Sie habe ab und zu weinen müssen 

während den sexuellen Handlungen gegen ihren Willen, das habe ihn aber nicht 

interessiert. Er meinte, er sei der Boss und sie habe ihm zu gehorchen (Urk. D1 

9/1 S. 11). Abgesehen von den sexuellen Handlungen sei es auch zu 

Gewaltanwendung gekommen, wenn er Geld für sein Essen von ihr verlangt habe 

und sie ihm gesagte habe, er solle sich sein Geld selber organisieren. Daraufhin 

habe er mit Gewalt gedroht. Manchmal habe sie ihm dann Geld gegeben, 

manchmal auch nicht. Ab und zu sei es vorgekommen, dass er sie an den Ohren 

gezogen oder auf ihren Rücken gedrückt habe bis es weh getan habe. Manchmal 

habe er auch ihre Handgelenke gepackt und fest zugedrückt (Urk. D1 9/1 S. 11). 

Der Beschuldigte habe pro Monat Fr. 500.-- oder mehr von ihr verlangt. Er habe 

ihr zwei Mal Ohrfeigen verpasst, einmal weil er gemeint habe, sie habe ihn 

betrogen und einmal habe er Geld gewollt, aber sie habe ihm keines gegeben 

(Urk. D1 9/1 S. 12). Der Beschuldigte habe sie überwacht und ihr gedroht, es 

werde etwas Schlimmes passieren, wenn sie ihn betrüge. Damit habe er gemeint, 

er würde ihr grosse Gewalt antun (Urk. D1 9/1 S. 12). Am 1. August habe sie ihm 

Fr. 600.--, welcher Betrag seinem Mietanteil entsprochen habe, aushändigen 

müssen, weil er gemeint habe, er sei ja einen Monat nicht zu Hause. Ab dem 20. 

Juli habe er angefangen, ihre Nachrichten zu lesen (Urk. D1 9/1 S. 12) und habe 

ihr gesagt, er habe in der Wohnung drei Kameras installiert. Wenn ein Mann in 

ihrer Wohnung sei, würde etwas Schlimmes passieren (Urk. D1 9/1 S. 13). 

bb) In der Einvernahme vom 18. September 2017 erklärte die Privatklägerin 1, 

sie habe das Schreiben vom 1. Januar 2017 unterschrieben, da ihr nicht klar 

-   20   - 

gewesen sei, dass der Beschuldigte das ernst meine, sie habe gedacht, das 

könne nur ein Witz sein. Das erste Mal habe der Beschuldigte nach etwa einem 

Monat und dann immer wieder gesagt, sie habe sich verpflichtet, ihm Geld zu 

geben (Urk. 9/4 S. 8 f.). Als er hätte ausziehen sollen, habe der Beschuldigte 

gesagt, er mache das nur, wenn sie ihm die Fr. 5'000.-- gebe und dazu jeden 

Monat Fr. 1'000.-- (Urk. 9/4 S. 9). Sie habe sich nicht wohl gefühlt, es sei ab März 

2017 keine schöne Wohnsituation gewesen, aber nach dem 12. Juli sei es noch 

schlimmer gewesen, dann habe er richtig angefangen mit Gewalt (Urk. D1 9/4 S. 

10). Am Anfang sei die Beziehung zum Beschuldigten von ihrer Seite aus eine 

Liebesbeziehung gewesen (Urk. D1 9/4 S. 11). Sie hätten nie über eine Art offene 

Beziehung oder rein sexuelle Beziehung gesprochen. Der Beschuldigte sei auch 

sehr eifersüchtig gewesen und habe ihr gesagt, sie dürfe auf keinen Fall einen 

anderen Mann treffen (Urk. D1 9/4 S. 11). Die ersten 2, 3 Monate in der 

gemeinsamen Wohnung sei die Beziehung noch ok gewesen. Der Beschuldigte 

habe die Idee zur Heirat gehabt (Urk. D1 9/4 S. 13 f.). Anfangs Juni habe sie 

gesagt, dass sie nicht mehr wolle (Urk. D1 9/4 S. 12). Er sei aggressiv geworden 

und habe gesagt, dass sie ihm die Fr. 5'000.-- geben müsse.  

Den Vorfall bei D._____ zu Hause schilderte sie dahingehend, dass sie geredet, 

getrunken, gelacht und getanzt hätten, dann hätten der Beschuldigte und der 

Mitbeschuldigte an jenem Abend mit der Zeit gesagt, sie wollten etwas mehr mit 

ihr machen, hätten sie auf das Bett gelegt und begonnen, sich auszuziehen. Sie 

habe gesagt, sie sei nicht bereit und wolle sich wenigstens waschen. Dann habe 

ihr D._____ Waschsachen gegeben (Urk. D1 9/4 S. 16). Sie hätten angefangen, 

sie zu berühren und zu küssen. Sie sei dann aufgesprungen und habe gesagt, sie 

wolle das nicht. Sie hätten sie zu sich gezogen und weitergemacht. Nach ein paar 

Minuten als sie gesagt habe, sie wolle nicht weitermachen, seien sie aufs Sofa 

gesessen. Sie sei nachher ins Bad gegangen. Als sie aus dem Bad gekommen 

sei habe sie ihre Sachen gepackt und sei weggerannt (Urk. D1 9/4 S. 16). Der 

Beschuldigte habe bei dem Vorfall zuerst versucht, mit dem Penis in sie 

einzudringen während der Mitbeschuldigte sie an den Armen und der 

Beschuldigte an den Oberschenkeln festgehalten habe. Der Beschuldigte habe 

nicht in sie eindringen können, da sie sich gewehrt habe indem sie sich so bewegt 

-   21   - 

habe, dass er nicht zu ihrer Scheide gekommen sei. Sie habe auch gesagt, dass 

sie das nicht wolle (Urk. D1 9/4 S. 17 f.). Nach ein paar Minuten hätten sie 

gemerkt, dass sie wirklich nicht bereit sei und hätten gesagt, sie würden sich kurz 

auf das Sofa setzen (Urk. D1 9/4 S. 18). Bis dahin habe nur der Beschuldigte 

versucht, in sie einzudringen. Nach einer Minute auf dem Sofa habe sie gesagt, 

sie müsse ins Bad gehen und sei ins Bad gegangen. Als sie aus dem Bad 

gekommen sei habe sie ihre Sachen genommen und sei aus der Wohnung 

gerannt. Eigentlich habe nicht nur der Beschuldigte versucht, in sie einzudringen, 

aber sie wolle nicht unbedingt jemanden belasten (Urk. D 1 9/4 S. 19). Dann kam 

es zu einer kurzen Unterbrechung der Befragung, in welcher die Privatklägerin 1 

sich mit ihrer Anwältin unterhielt. Nach dieser Unterbrechung führte die 

Privatklägerin 1 aus, D._____ sei ihr hinterhergerannt als sie weggerannt sei. Er 

habe sie im Gang eingeholt und in den Trocknungsraum gezogen. Dort habe er 

sich an sie gedrückt, habe die Hose heruntergelassen und sie so fest gehalten, 

dass sie nicht mehr habe wegrennen können. Er habe ein Kondom aus der 

Hosentasche übergezogen, ihre Hose und Unterhose heruntergezogen und sei 

kurz in sie eingedrungen, obwohl sie gesagt habe, sie wolle nicht und versucht 

habe, sich loszureissen. Es habe weh getan und sie habe gesagt, er solle 

aufhören. Es habe sehr weh getan als er in sie eingedrungen sei. Sie habe so 2, 3 

Tage danach Schmerzen in der Scheide gehabt und es habe wehgetan beim 

Stuhlgang (Urk. D1 9/4 S. 20). Beim Vorfall in der Wohnung seien die beiden 

Beschuldigten betrunken gewesen aber so, dass sie noch wussten, was sie taten. 

Sie habe den Vorfall bei der Polizei nicht erwähnt, da sie gedacht habe, er liege 

zu weit zurück (Urk. D1 9/4 S. 21).  

Auf die Frage, wann es in der Beziehung zum Beschuldigten erstmals zu 

sexuellem Kontakt gegen ihren Willen gekommen sei, antwortete sie, sie wisse, 

dass es Anfang Juli 2017 gewesen sei, das genaue Datum wisse sie nicht mehr. 

Das letzte Mal sei am 1. August 2017 gewesen. Es sei zu Geschlechtsverkehr 

und Oralverkehr gegen ihren Willen gekommen. Analverkehr sei ihr angedroht 

worden, es sei aber nicht dazu gekommen (Urk. D1 9/4 S. 23). Zu 

Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen sei es jede zweite Woche gekommen, zu 

Oralverkehr gegen ihren Willen jeden 3. Tag. Einmal sei es am tt. Juli 2017 (ihr 

-   22   - 

Geburtstag) zu Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen gekommen, weitere Daten 

könne sie nicht mehr benennen. Insgesamt sei es ca. 7 Mal zu 

Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen gekommen, bei zwei Vorfällen zwei Mal 

an einem Tag. Auf Vorhalt der Berechnung der Befragerin, wonach es bei 

Oralverkehr gegen den Willen der Privatklägerin 1 jeden dritten Tag insgesamt ca. 

20 Mal zu Oralverkehr gegen ihren Willen gekommen sei, bestätigte die 

Privatklägerin 1, es seien ungefähr 20 Mal gewesen (Urk. D1 9/4 S. 24). Das 

erste Mal Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen sei 2, 3 Tage erfolgt nachdem 

sie ihm gesagt habe, dass sie die Beziehung beenden wolle. Er sei gekommen 

und habe gesagt, er wolle unbedingt Sex mit ihr und habe ihr mit Gewalt gedroht, 

dass er sie schlage. Sie habe grosse Angst gehabt vor ihm, da er auch sehr 

herrisch sei. Wenn er wütend sei, sei er ein ganz anderer Mensch. Deswegen 

habe sie eingewilligt und es über sich ergehen lassen (Urk. D1 9/4 S. 25). Der 

Beschuldigte habe gewusst, dass sie keinen Sex haben wollte, sonst hätte er 

nicht mit Schlägen drohen müssen, wenn sie freiwillig mit ihm Sex gehabt hätte. 

Als sie mit ihm Schluss gemacht habe, habe sie gesagt, sie wolle nie mehr Sex 

mit ihm haben. Als er dann Sex haben wollte, habe sie es nochmals gesagt. Sie 

habe seine Drohung, dass er sie schlage, wenn sie ihm den Sex nicht gebe, ernst 

genommen, da sie wisse, dass er zuschlage, wenn ihm etwas nicht passe. Er 

werde auch immer wieder sehr wütend, wenn er etwas nicht bekomme, was er 

wolle. Er habe ihr auch erzählt, er sei früher so etwas wie ein Gangsterboss 

gewesen und habe im Auftrag von anderen Personen verprügelt. Deswegen habe 

sie Angst gehabt (Urk. D1 9/4 S. 26). Während dem Geschlechtsverkehr habe der 

Beschuldigte keine Drohungen ausgesprochen. Er habe sie an den Oberarmen 

festgehalten, damit sie liegenbleibe (Urk. D1 9/4 S. 27). Sie habe ihm auch 

ausdrücklich mündlich gesagt, dass sie den Geschlechtsverkehr nicht wolle. Er 

habe gesagt, es sei ihm egal und er wolle jetzt mit ihr Sex haben (Urk. D1 9/4 S. 

27). Die weiteren Male, in denen es zu Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen 

gekommen sei, sei alles ungefähr nach dem gleichen Schema abgelaufen wie 

beim ersten Mal. Er habe ihr immer Gewalt angedroht, und sie habe immer mehr 

Angst vor ihm gehabt und habe einfach hingehalten (Urk. D1 9/4 S. 27). Während 

der weiteren Male habe der Beschuldigte sie während des Verkehrs nicht mehr 

-   23   - 

festgehalten (Urk. D1 9/4 S. 28). Auf Vorhalt, dass sie bei der Polizei ausgesagt 

habe, der Beschuldigte hätte ihr auch die Hände/Arme verdreht sagte sie aus, das 

sei nicht beim Geschlechtsverkehr gewesen, vielmehr als er Geld von ihr verlangt 

habe und sie es ihm nicht habe geben wollen. Auf Vorhalt, dass sie bei der Polizei 

gesagt habe, er habe ihr schon beim ersten erzwungenen Geschlechtsverkehr die 

Handgelenke verdreht, bestätigte sie das stimme, das habe er kurz gemacht 

(Urk. D1 9/4 S. 29). Auf Nachfragen, wie es bei den anderen Malen 

Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen gewesen sei, antwortete sie dann, das sei 

unterschiedlich gewesen, das habe er vielleicht zwei, drei Mal gemacht mit den 

Handgelenken vor dem Sex. Er habe ihr Gewalt angedroht und teilweise die 

Handgelenke verdreht, das sei sehr schmerzhaft gewesen, er habe sehr viel Kraft 

(Urk. D 9/4 S. 29). Er habe Drohungen ausgesprochen, dass er ihr sehr wehtun 

werde, dass er sie schlagen werde, dass er sie verprügeln werden, nehme sie an 

(Urk. D1 9/4 S. 30). Sie habe Angst gehabt, dass der Beschuldigte seine 

Drohungen wahr machen werde, da sie ihn schon erlebt habe, wenn er wütend 

werde, dann sei er ein ganz anderer Mensch, er werde ganz dominant und sein 

Gesicht werde starr (Urk. D1 9/4 S. 30). Sie habe bei jedem Geschlechtsverkehr 

gesagt, dass sie keine Lust mehr habe, mit ihm sexuell Kontakt zu haben. 

Körperlich gewehrt gegen den Geschlechtsverkehr habe sie sich nur am 1. 

August 2017 (Urk. D1 9/4 S. 30). Auch beim Oralverkehr habe er mit Schlägen 

gedroht wie beim Geschlechtsverkehr. Vor dem Oralverkehr habe er einmal auch 

ihre Handgelenke verdreht (Urk. D1 9/4 S.32). Am 1. August habe der 

Beschuldigte sie wieder mit Schlägen bedroht. Beim Geschlechtsverkehr habe er 

keine Gewalt angewendet aber nachher habe er Oralverkehr haben wollen und 

habe etwas Gewalt angewendet. Ca. 10 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr 

habe der Beschuldigte gesagt, sie solle ihn oral befriedigen. Damit sie nicht habe 

weglaufen können, habe er sie an den Oberarmen festgehalten. Sie habe sich ein 

bisschen gewehrt indem sie habe aufstehen und weggehen wollen. Er habe sie 

an der Schulter festgehalten so, dass sie sich nicht mehr habe entziehen können. 

Auf Vorhalt des Chats vom 18.07.2017 in welchem sie schrieb "die 

Vergewaltigung hast du schon gegeben" erklärte sie, sie hätten eine 

Auseinandersetzung gehabt und sie sei wütend gewesen (Urk. D1 9/4 S. 35). 

-   24   - 

Betreffend das Finanzielle sagte die Privatklägerin 1 aus, sie habe dem 

Beschuldigten am 27. Dezember 2016 Fr. 1'000.-- für den Besuch eines Freundes 

in I._____ [Stadt in Österreich] gegeben (Urk. D1 9/4 S. 35). Im Januar 2017 habe 

sie ihm Fr. 500.-- gegeben, da er eine Behördenrechnung habe bezahlen müssen 

ansonsten er ins Gefängnis gekommen wäre. Im Februar 2017 habe sie ihm 

Fr. 300.-- gegeben, damit er bei einem Kollegen Autofahren lernen konnte. Sie 

habe ihm am 1. März 2017 Fr. 300.-- für das Zügeln für sie beide gegeben. Im 

Januar habe sie ihm Fr. 200.-- als Anzahlung für die Miete des Zimmers in 

J._____ gegeben. Ab dem 1. März 2017 habe sie ihm monatlich Fr. 500.-- geben 

müssen. Er habe immer gedroht und sie habe das bezahlt, letztmals im Juli. Am 

1. August habe sie ihm Fr. 600.-- gegeben, damit er einen Monat weggehe und 

den Brief unterschreibe (Urk. D1 9/4 S. 37). Der Beschuldigte habe gesagt, er 

bezahle alles zurück sobald er könne. Ab April 2017 als sie es nicht mehr freiwillig 

gegeben habe, habe er ihr gedroht, wenn sie nicht bezahle, komme er mit 

Schlägen (Urk. D1 9/4 S. 37). Der Beschuldigte habe ihr gesagt, er kaufe damit 

Essen, aber er habe ihr nie Belege gezeigt. Auch habe er gesagt, dass er damit 

sein Zugabo finanziere. Der Beschuldigte hätte ihr die Beträge, ausser vielleicht 

diejenigen für das Essen, zurückzahlen müssen. Einmal habe der Beschuldigte 

gegen Ende Juni Gewalt angewendet. Er habe sie an den Ohren gezogen, die 

Handgelenke gepackt und verdreht und gesagt, er mache so lange weiter bis sie 

das Geld gebe. Sie habe ihm Fr. 500.-- gegeben (Urk. D1 9/4 S. 38). Sie habe 

ihm gesagt, sie wolle, dass jeder sein Essen selber kaufe, aber er habe das nicht 

eingesehen. Sie habe wenig Geld gehabt und habe ab Februar die Krankenkasse 

nicht mehr bezahlen können. Das Schreiben vom 1. August 2017 habe sie 

geschrieben, der Beschuldigte habe es ihr so vorgesagt. Sie hätten beide 

unterschrieben. Sie habe dem Beschuldigten Fr. 600.-- bar gegeben, die 

restlichen Fr. 400.-- hätte sie ihm nach I._____ überweisen sollen, dies habe sie 

nicht getan. Der Beschuldigte habe ihr nur einmal Ende März Fr. 100.-- gegeben 

(Urk. D1 9/4 S. 43). 

Betreffend Tätlichkeiten und Drohungen sagte die Privatklägerin 1 aus, der 

Beschuldigte sei auch tätlich geworden, weil er gemeint habe, sie betrüge ihn. So 

habe er sie anfangs Juli an den Ohren gezogen und die Handgelenke verdreht, 

-   25   - 

weil sie mit einem Arbeitskollegen geschrieben habe (Urk. D1 9/4 S. 45). Ein 

zweiter Vorfall habe sich Mitte/Ende Juli ereignet, drei Tage nachdem er mit ihrem 

Vater gesprochen habe. Er habe mit ihr geschimpft, was ihr einfalle, ihren Vater 

einzuschalten, habe ihre Handgelenke genommen, ihren Rücken so fest gedrückt 

bzw. gegen den Rücken gestossen und auch an den Ohren gezogen (Urk. D1 9/4 

S. 46). Der Beschuldigte habe gedroht, er komme mit seinem Kollegen vorbei, 

wenn sie nicht anständig sei, wenn sie das Geld nicht gebe. Er habe Anfang Juli 

auch gesagt, er könne sie auf seinem Telefon orten und habe seine Kollegen 

überall in der Stadt. Falls sie mit einem anderen Mann irgendwohin gehe, würde 

er diesen zusammenschlagen (Urk. D1 9/4 S. 47). Das habe sie ernst genommen, 

da er sehr herrisch und auch gewaltbereit sei und auch immer mit Boss 

unterschreibe. Ende Juli habe er gesagt, wenn sie ihn verlassen würde, würde er 

sich umbringen. Auch das habe sie ernst genommen, weil sie gesehen habe, 

dass er sich manchmal nicht unter Kontrolle hatte (Urk. D1 974 S. 48). Beim 

Gespräch mit ihrem Vater vom 12. Juli 2017 hätten sie dem Beschuldigten 

gesagt, er solle aufhören mit den Vergewaltigungen und solle sofort ausziehen. 

Der Beschuldigte habe gesagt, er habe nichts gemacht und würde nur ausziehen, 

wenn er die Fr. 5'000.-- bekomme und zusätzlich Fr. 1'000.-- monatlich. Auch die 

Tätlichkeiten und sexuellen Übergriffe seien Thema des Gesprächs mit ihrem 

Vater vom 12. Juli 2017 gewesen (Urk. D1 9/4 S. 50).  

Der Beschuldigte habe ihr gesagt, er habe drei Kameras installiert, eine im Flur, 

eine auf der Terrasse und eine in ihrem Schlafzimmer und habe anfangs Juli 

gesagt, dass er die Wohnung überwache (Urk. D1 9/4 S 51). Sie habe es ihm 

geglaubt, habe aber keine Kamera gefunden. Der Beschuldigte habe auch 

gesagt, dass er ihr Telefon überwache. Sie habe gesehen, wie er im Wohnzimmer 

ihre beiden Telefone miteinander verbunden habe, und er habe ihren Pincode 

gekannt (Urk. D1 9/4 S. 52). 

cc) In der Einvernahme vom 27. September 2017 erklärte die Privatklägerin 1 

betreffend den Vorfall vom 23./24. Dezember 2016 in der Wohnung des 

Mitbeschuldigten, sie sei zuerst im Bad gewesen, nachher hätten die 

Beschuldigten angefangen, sie auszuziehen. Als sie das erste Mal ins Bad 

-   26   - 

gegangen sei, sei noch nicht klar gewesen, dass die beiden Sex mit ihr haben 

wollten. Als sie aus dem Bad zurückgekommen sei, hätten sie zuerst noch etwas 

gesprochen und hätten auf dem Sofa gesessen. Dann erst hätten sie sie auf das 

Bett getan und sei klar gewesen, dass die beiden Sex von ihr wollten. Sie habe 

ihnen gesagt, sie wolle keinen Sex. Die beiden seien betrunken gewesen und 

hätten einfach weiter gemacht. Sie habe sich körperlich und verbal gewehrt (Urk. 

D1 9/6 S. 3 f.). Sie habe am nächsten Tag mit dem Beschuldigten über den 

Vorfall gesprochen. Er habe gesagt, es tue ihm leid, es sei wegen dem Alkohol 

gewesen (Urk. D 1 9/6 S. 4). Der Mitbeschuldigte habe sich ca. im Februar 2017 

dafür entschuldigt, sie hätten aber nicht viel darüber gesprochen (Urk. D1 9/6 S. 

4). 

Den Brief vom 1. Januar 2017 habe sie auf Diktat des Beschuldigten geschrieben. 

Er habe gedroht und gesagt, sie müsse das schreiben. Er habe gesagt, er sei nur 

mit ihr zusammen, wenn sie diesen Brief schreibe und sie habe eine Beziehung 

mit ihm gewollt, deshalb habe sie das gemacht (Urk. D1 9/6 S. 5). 

Auf die Frage, weshalb sie keine Strafanzeige gegen D._____ gemacht habe, 

erklärte sie, sie habe mit dem Beschuldigten zusammenkommen wollen und habe 

ihn deswegen nicht wütend machen wollen. Da D._____ der Kollege des 

Beschuldigten sei, hätte der Beschuldigte allenfalls Probleme gemacht. 

dd) In der Einvernahme vom 13. Dezember 2017 wurde die Privatklägerin 1 zu 

den angeklagten Vorfällen vom 23./24. Dezember 2016 befragt. Sie sagte aus, sie 

hätten in der Wohnung des Mitbeschuldigten zuerst geredet. Dann hätten die 

beiden gesagt, sie wollten etwas mehr mit ihr machen und hätten sie auf das Bett 

gezogen und geschubst. Beide hätten angefangen, ihre Kleider auszuziehen, sie 

könne nicht mehr ganz genau sagen, wer was ausgezogen habe. Sie glaube, sie 

hätten beide zusammen jeweils die Kleidungsstücke weggenommen. Dann hätten 

sie angefangen, sie auf die Wangen und den Oberkörper zu küssen und zu 

streicheln. Sie habe den beiden gesagt, dass sie das nicht wolle und sie aufhören 

sollen. Sie habe zu diesem Zeitpunkt nur eine Beziehung zum Beschuldigten 

gehabt und habe es schlimm gefunden, dass eine weitere Person dazukomme 

(Urk. D1 9/9 S. 6). Die beiden hätten einfach weitergemacht. Sie habe sich 

-   27   - 

gewehrt und versucht, sich loszureissen. Vor allem der Beschuldigte habe sie 

festgehalten an beiden Oberarmen und der Mitbeschuldigte habe versucht, in sie 

einzudringen. Er habe dies nicht geschafft. Sie habe sich auf alle Seiten gedreht 

und geschaut, dass er nicht habe eindringen können und habe sich vom 

Beschuldigten losreissen können. Sie habe es sehr schlimm gefunden, was die 

beiden gemacht hätten (Urk. D1 9/9 S. 8). Sie habe gesagt, sie müsse aufs WC 

und müsse ins Bad gehen. Sie hätten sie ins Bad gehen lassen. Auf Vorhalt, dass 

sie in der letzten Einvernahme den Ablauf umgekehrt geschildert habe, nämlich 

dass zuerst der Beschuldigte versucht habe, in sie einzudringen während der 

Mitbeschuldigte sie festgehalten habe, antwortete sie, beide hätten versucht, in 

sie einzudringen. Sie glaube, es sei zuerst der Mitbeschuldigte gewesen und 

dann der Beschuldigte, sie sei sich aber nicht mehr sicher. Keinem der beiden sei 

es gelungen, in sie einzudringen. Auf die Frage, weshalb sie in der letzten 

Einvernahme nicht geschildert habe, dass der Mitbeschuldigte in der Wohnung 

auch versucht habe, in sie einzudringen, erklärte sie, sie habe ihn nicht zu sehr 

beschuldigen wollen, es sei aber besser, jetzt die ganze Wahrheit zu sagen. Der 

ganze Vorfall habe etwa 20 Minuten gedauert (Urk. D1 9/9 S. 9). Sie sei ins Bad 

gegangen und D._____ habe ihr Rasierschaum, Rasierklinge, Seife und ein Tuch 

mitgegeben, sie hätten gemeint, es wäre schöner, wenn sie sich noch rasiere. Als 

sie aus dem Bad zurückgekommen sei, habe sie die Sachen zurückgegeben, 

habe ihre Kleider genommen, diese so schnell wie möglich angezogen und sei 

aus der Wohnung gerannt (Urk. D1 9/9 S. 11). Die beiden hätten gesagt, sie solle 

bleiben, sie habe gesagt, es gehe ihr nicht gut und sie wolle weg. Man habe sie 

nur verbal daran hindern wollen, sich anzuziehen und zu gehen. Sie sei aus der 

Wohnung gerannt und der Mitbeschuldigte sei ihr hinterher gerannt. Er habe 

schnell Hemd und Hose angezogen als sie weggerannt sei (Urk. D 1 9/9 S. 13). 

Der Mitbeschuldigte habe sie auf der Treppe eingeholt und habe sie in den 

Trocknungsraum gezerrt. Sie habe versucht, ihren Arm loszuziehen, dies sei ihr 

nicht gelungen, da er stärker sei (Urk. D 1 9/9 S. 13). Er habe gesagt, er wolle 

Sex mit ihr haben, habe sie an sich gedrückt und seine Hose runtergezogen. Sie 

habe gesagt, sie wolle das nicht und habe weglaufen wollen aber er habe sie mit 

beiden Händen an den Armen festgehalten. Er habe ihre Hose geöffnet, sie 

-   28   - 

glaube sie habe eine Jeans mit Knopf getragen. Er sei sehr stark und sehr schnell 

gewesen. Sie habe gesagt, er solle aufhören, sie wolle das nicht und habe 

versucht, sich loszureissen und ihn wegzuschubsen. Er habe ihre Hose und 

Unterhose bis zu den Unterschenkeln heruntergezogen, habe sich ein Kondom 

übergestreift und sei in sie eingedrungen. Er sei nur drei Viertel in sie 

eingedrungen und sei 2 Minuten in ihr drin gewesen. Sie habe gesagt, es tue ihr 

weh, er solle aufhören. Der ganze Vorfall habe ca. 8 Minuten gedauert. Sie habe 

dann ihre Sachen angezogen und sei in die WG gerannt. Der Mitbeschuldigte 

habe gesagt, sie solle nochmals nach oben kommen. Sie habe gesagt, sie wolle 

nichts mehr mit ihnen zu tun haben (Urk. D1 9/9 S. 16 f.). 

Nach einer halben Stunde sei der Beschuldigte zu ihr gekommen und habe an 

ihre Zimmertür geklopft und habe mit ihr reden und sich entschuldigen wollen. Sie 

habe nicht reden wollen und habe die Tür nicht geöffnet. Am Nachmittag des 

folgenden Tages habe sie mit ihm über den Vorfall gesprochen, und er habe sich 

entschuldigt, er habe einen Fehler gemacht (Urk. D1 9/9 S. 18 f.). Der 

Mitbeschuldigte habe sich dann einmal im Januar oder im Februar als er in der 

WG zu Besuch gewesen sei bei ihr entschuldigt. Sie habe die Entschuldigungen 

angenommen, aber es sei doch zu heftig gewesen, weshalb sie die Aussage 

gemacht habe (Urk. D1 9/9 S. 19). Sie habe ein paar Tage nach dem Vorfall 

starke Schmerzen in der Scheide gehabt infolge des Eindringens durch den 

Mitbeschuldigten. Die Schmerzen hätten so zwei Wochen gedauert (Urk. D1 9/9 

S. 21). 

Auf Vorhalt verschiedener Chats mit Dritten sagte die Privatklägerin 1 aus, es 

handle sich um Kontakte über Tinder. Sie habe sich mit diesen Personen nie 

getroffen und habe die Unterhaltungen zum Spass geführt. Die Äusserung, 

wonach sie von einem Tunesier geschlagen, misshandelt und vergewaltigt 

werden wolle, sei ein Witz gewesen (Urk. D1 9/9 S. 22 f.). Auf Vorhalt eines 

Chats, in welchem es um Sex zu dritt oder zu viert geht, bestätigte die 

Privatklägerin 1, dass es zu solchen Dreiern oder Vierern gekommen sei (Urk. D1 

9/9 S. 24). 

-   29   - 

Die Privatklägerin 1 erklärte, sie hätte nach dem Vorfall vom 23./24. Dezember 

am 24. Dezember arbeiten sollen, habe sich aber krank gemeldet. Während dem 

Familientreffen über Weihnachten habe sie niemandem von den Vorfällen erzählt. 

Sie sei nicht in psychologischer Beratung und habe sich dann Hilfe geholt bei 

ihrem Vater. Sie habe nur mit ihrer Anwältin und im vorliegenden Verfahren über 

die Vorfälle gesprochen (Urk. D1 9/9 S. 34 f.). 

dd) In der Befragung vor Vorinstanz sagte die Privatklägerin 1 aus, sie sei nicht in 

ärztlicher oder psychologischer Behandlung (Prot. I S. 18). Auf die Frage, 

weshalb sie den Vorfall im Trocknungsraum in dem bei der Anzeigeerstattung 

eingereichten Schreiben und in der polizeilichen Einvernahme nicht erwähnt 

habe, erklärte sie, sie habe D._____ nicht belasten wollen. Später im Gespräch 

mit ihrer Anwältin habe sie verstanden, dass es besser sei, die ganze Wahrheit zu 

sagen (Prot. I S. 18). Auf die Frage, weshalb sie in der polizeilichen Einvernahme 

vom 4. August 2017 auf die Frage nach den ersten sexuellen Handlungen gegen 

ihren Willen den Zeitpunkt anfangs Juli 2017 angegeben habe und den Vorfall vor 

Weihnachten 2016 nicht von sich aus erwähnt habe, erklärte sie, sie habe vor 

dem Gespräch mit ihrer Anwältin gemeint, es sei besser, ihn zu schonen. Sie 

könne leider keine Auskunft dazu geben, warum sie die Vorfälle in der Wohnung 

nicht von sich aus erwähnt habe und verweigere die Auskunft (Prot. I S. 19). Dass 

sie die sexuellen Handlungen von D._____ auch in der Einvernahme vom 

18. September 2017 erst auf intensives Befragen der Staatsanwältin erwähnt 

habe, erklärte sie abermals damit, dass sie ihn habe schonen wollen. D._____ 

habe sich bei einer zufälligen Begegnung entschuldigt, und sie habe die 

Entschuldigung angenommen (Prot. I S. 20). 

Betreffend das Schreiben vom 1. Januar 2017 führte sie aus, sie habe dieses 

mehr als Witz wahrgenommen und habe versucht, eine Beziehung zu ihm 

aufzubauen. Das andere habe sie ihm verziehen, sie habe gemeint, dass sie ihm 

das verzeihen könne, nachher sei es aber schlimmer geworden (Prot. I S. 23). 

Bezüglich der Heiratspläne sagte sie aus, sie sei nicht bereit gewesen, ihn zu 

heiraten. Sie sei auf das Zivilstandsamt mitgekommen, da sie sich habe 

informieren wollen, was er genau unternommen habe. Auf Vorhalt des Chats vom 

-   30   - 

22. April 2017, in welchem, der Beschuldigte frage, ob sie sich freue, dass sie 

heiraten und sie antworte "Ja super" sagte sie aus, sie habe ihn auf jeden Fall 

nicht heiraten wollen. 

Die Beziehung habe aus ihrer Sicht Ende Mai 2017 geendet. Auf Vorhalt, sie 

habe dem Beschuldigten am 17. Juli 2017 geschrieben, sie seien ab sofort 

getrennt, er solle aus ihrem Leben verschwinden, erklärte sie, der 

Trennungszeitpunkt sei Ende Mai gewesen, aber er habe das nie verstanden, 

deshalb habe sie es ihm nochmals deutlich sagen wollen (Prot. I S. 26). 

Sie bestätigte, dass der Beschuldigte ihr angedroht habe, sie zu schlagen, wenn 

sie keinen Sex mit ihm habe und das sie Angst vor dem Beschuldigten gehabt 

habe (Prot. I S. 26). Auf Vorhalt, dass sie ihrem Vater am 11. Juli 2017 

geschrieben habe, der Beschuldigte sei manchmal jähzornig, aber sehr selten 

und sie habe physisch keine Angst vor dem Beschuldigten, er sei Muslim und 

sage, es sei in seiner Religion verboten, Frauen zu schlagen, erwiderte sie, der 

Beschuldigte habe ihr mal gesagt, dass es so sei in seiner Religion, aber er habe 

sich anders verhalten, sie habe Angst gehabt vor ihm (Prot. I S. 26). Sie sagte 

aus, es wäre möglich gewesen, dass sie die Wohnung hätte verlassen können 

und zu ihrer Schwester hätte gehen können. Sie habe es jedoch nicht gesehen, 

dass sie nur wegen ihm hätte aus ihrer Wohnung gehen sollen. Sie habe vor dem 

Gespräch mit ihrem Vater niemandem von den Vorfällen erzählt (Prot. I S. 27). 

Auf die Frage, ab wann sie Angst gehabt habe, dass der Beschuldigte seine 

Drohungen wahrmachen könnte, antwortete sie, das sei ab Mitte Juli 2017 der 

Fall gewesen (Port. I S. 34). Auf Vorhalt, dass sie gesagt, habe, der Beschuldigte 

habe ab April gedroht, dass er sie schlage, wenn sie nicht Fr. 500.-- pro Monat 

bezahle, sagte sie aus, "Also ab April, seitdem er es mir gesagt hat ". Sie 

bestätigte, dass sie ab April 2017 Angst gehabt habe, dass er sie schlage (Prot. I 

S. 34). Auf Nachfrage, warum sie am 11. Juli 2017 ihrem Vater geschrieben habe, 

sie habe physisch keine Angst vor dem Beschuldigten, antwortete sie, es könne 

nur sein, dass sie ihrem Vater nicht so viel Angst habe machen wollen (Prot. I 

S. 34). 

-   31   - 

Sie sagte aus, sie habe Angst vor dem Beschuldigten gehabt und habe ihn 

loswerden wollen. Wenn er von selbst gegangen wäre, hätte sie keine Anzeige 

gegen ihn gemacht (Prot. I S. 37). 

 

b) Aussagen des Beschuldigten 

In der polizeilichen Einvernahme vom 8. August 2017 sagte der Beschuldigte aus, 

die Privatklägerin 1 habe nach dem ersten Geschlechtsverkehr eine Beziehung 

mit ihm haben wollen. Er habe dies nicht gewollt und habe ihr eine offene 

Beziehung vorgeschlagen. Sie hätten dann einen oder zwei Monate lang eine 

offene Beziehung gehabt, dies sei Dezember 2016 / Januar 2017 gewesen. Dann 

habe er die WG verlassen wollen und auch keine offene Beziehung mehr mit der 

Privatklägerin 1 haben wollen. Sie habe gewollt, dass sie eine Abmachung treffen, 

wonach er für sie putze und koche und sie dreimal pro Woche besuche und sie 

ihm Fr. 5'000.-- für ein Auto bezahle (Urk. D1 8/1 S. 3). Aus seiner Sicht hätten sie 

nie eine Liebesbeziehung gehabt, sondern lediglich eine Sexbeziehung. Die 

Privatklägerin 1 habe ihn aber heiraten wollen. Sie habe immer nur Sex mit ihm 

haben wollen, einen Monat lang habe sie jeden Tag mit ihm Sex gehabt (Urk. D1 

8/1 S. 3). Es stimme nicht, dass er die Privatklägerin 1 zu Geschlechtsverkehr 

oder Oralsex gezwungen habe. Er habe sie auch nie geschlagen oder bedroht, 

vielmehr habe sie ihn einmal mit einem Stück Holz auf die Füsse/Beine 

geschlagen, als er habe in den Ausgang gehen wollen (Urk. D1 8/1 S.4 f.). Vor 

etwa zwei Monaten habe sie ihm gesagt, er bekomme Probleme, wenn er sie 

betrüge. Er habe sie zwar um Geld gebeten, aber ihr sicher nicht gedroht. Er habe 

vielleicht mal Fr. 300.-- ausgeliehen (Urk. D1 8/1 S. 5). 

In der Hafteinvernahme vom 9. August 2017 hielt er daran fest, dass die 

Privatklägerin 1 nach dem ersten Geschlechtsverkehr eine Beziehung mit ihm 

haben wollte, er jedoch nur eine offene Beziehung haben wollte, womit sie dann 

einverstanden gewesen sei aber gesagt habe, sie wolle eine richtige Beziehung 

(Urk. D1 8/2 S. 4). Sie habe ca. um Neujahr 2017 gesagt, wenn er für sie koche 

und putze und sie 3 mal pro Woche besuche, kaufe sie ihm ein Auto, das habe 

-   32   - 

sie schriftlich festgehalten (Urk. D1 8/2 S. 5). Nach Neujahr sei er aus der WG 

ausgezogen und habe bei einem Kollegen gewohnt. Sie habe dann für ihn 

organisiert, dass er wieder ein Zimmer in der WG an der H._____-Strasse 

bekommen habe und habe dann die Wohnung in B._____ gefunden. Er sei mit ihr 

in diese Wohnung gezogen und habe immer an diesen Deal mit putzen, kochen 

und an die Fr. 5'000.-- gedacht. Einen Monat lang habe sie jeden Tag Sex mit ihm 

gewollt, es habe auch fast jeden Tag Sex gegeben und er habe sich schwach 

gefühlt (Urk. D 1 8/2 S. 6). Sie habe ihm verboten, ins Schwimmbad zu gehen, 

weil es dort nackte Frauen gebe. Vor zwei Monaten habe sie angefangen, sich 

nicht mehr zu waschen. Er habe ihr dann im Juni gesagt, dass er weg wolle aus 

dieser Situation. Sie sei durchgedreht als sie die Wohnungsanzeigen auf seinem 

Email gesehen habe, habe laut geschrien und sein T-Shirt zerrissen (Urk. D 1 8/2 

S. 6). Am 20. Juli habe er die Verwaltung angerufen und gesagt, sie sollten ein 

Zimmer für ihn finden, er bezahle auch Fr. 1'000.-- (Urk. D 1 8/2 S. 7). Als er 

einmal habe in den Ausgang gehen wollen, habe sie mit einem grossen Stück 

Holz auf seine Beine geschlagen (Urk. D1 8/2 S. 7). Sie habe ihm gesagt, wenn 

er zur Polizei gehe, werde sie sagen, er habe sie vergewaltigt (Urk. D1 8/2 S. 7). 

Er habe von ihr einmal Fr. 300.-- ausgeliehen für die Autoprüfung und habe 

dieses Geld noch nicht zurückbezahlt. Manchmal habe sie ihm Fr. 50.-- oder Fr. 

30.-- für den Einkauf von Essen für sie beide gegeben (Urk. D1 8/2 S. 8). Die 

Initiative zum Sex sei immer von ihr gekommen. Er sei nie tätlich gegenüber der 

Privatklägerin 1 geworden, habe aber einmal laut mit ihr gesprochen. Am 1. 

August 2017 habe sie gewollt, dass er ein letztes Mal Geschlechtsverkehr mit ihr 

habe, nachher habe sie ihn in Ruhe lassen wollen. Sie hätten nochmals 

Geschlechtsverkehr gehabt und hätten vor seiner Abreise noch Döner zusammen 

gegessen. Er habe zu ihr gesagt, sie finde bestimmt einen besseren Mann als ihn, 

Liebe müsse beidseitig sein und er liebe sie nicht, aber sie sei eine gute Frau 

(Urk. D1 8/2 S. 11). 

Er betonte in der Einvernahme vom 25. Oktober 2017 erneut, der Brief vom 1. 

Januar 2017 sei die Idee der Privatklägerin 1 gewesen. Sie habe diesen 

geschrieben und zu ihm ins Zimmer gebracht (Urk. D1 8/6 S. 3). Am 10. Juni 

2017 habe er ihr geschrieben, dass er eine Wohnung gefunden habe. Seine 

-   33   - 

Möbel und Sachen seien bei ihr gewesen, sonst wäre er einfach weggegangen 

(Urk. D1 8/6 S. 4 f.). Er habe der Privatklägerin 1 im Juni/Juli geschrieben, dass er 

sein Bett holen komme und die Schlüssel in den Briefkasten werfe. Er habe Fr. 

1'800.-- für Pflanzen und Möbel haben wollen sonst würde er die Sachen 

mitnehmen, Fr. 5'000.-- habe er nie von ihr verlangt (Urk. D1 8/6 S. 12). Er hielt 

daran fest, es sei keine Liebesbeziehung gewesen, vielmehr eine offene 

Beziehung (Urk. D1 8/6 S. 5). Die Kosten für das Essen hätten sie geteilt (Urk. D1 

8/6 S. 6). Die Privatklägerin 1 habe ihn als Überraschung zum Zivilstandsamt 

gebracht. Er habe dem Zivilstandsamt keine Dokumente gebracht (Urk. D1 8/6 S. 

7). Betreffend den Vorfall vom 23./24. Dezember 2016 erklärte er, die Geschichte 

der Privatklägerin 1 sei ganz und gar gelogen, es sei damals zu keinerlei 

sexuellem Kontakt gekommen. Sie hätten gesagt, sie solle nach Hause gehen 

und der Mitbeschuldigte habe gesagt, er begleite sie zur Haustür (Urk. D1 8/6 S. 

8). Er bestätigte, dass ihm die Privatklägerin 1 von März bis Juli 2017 Fr. 500.-- 

monatlich gegeben habe, es stimme jedoch nicht, dass er ihr gedroht habe, damit 

sie ihm das Geld gebe (Urk. D1 8/6 S. 10). Es stimme nicht, dass sie ihm am 1. 

August 2017 Fr. 1'000.-- gegeben habe. Das entsprechende Schreiben vom 1. 

August 2017 habe sie geschrieben, er habe es auch nicht unterschrieben. Sie 

kenne seine Unterschrift, da sie immer Bewerbungen für ihn geschrieben habe 

(Urk. D1 8/6 S. 10). 

In der Einvernahme vom 31. Oktober 2017 sagte der Beschuldigte betreffend den 

Vorfall vom 23./24. Dezember 2017 aus, die Privatklägerin 1 habe ihm 

geschrieben, dass sein Kollege sie in der Scheide verletzt habe, dafür habe er 

sich entschuldigt. Sie habe ihm erzählt, der Kollege habe versucht, mit der Hand 

an ihrer Scheide etwas zu machen. Er habe ihr nicht geglaubt (Urk. D1 8/7 S. 13). 

Er sei in der Wohnung geblieben und D._____ habe gesagt, er begleite die 

Privatklägerin 1 bis zur Haustür. Er wisse nicht genau, wie lange D._____ weg 

gewesen sei, er sei betrunken gewesen (Urk. D1 8/7 S. 14). D._____ habe die 

Privatklägerin 1 zur Haustüre begleitet (Urk. D1 8/7 S. 16). Auf Vorhalt des 

Whatsapp-Chats zwischen ihm und der Privatklägerin 1, aus welchem 

hervorgehe, dass er immer wieder schreibe, wie sehr er sie möge, erklärte der 

Beschuldigte, er sei immer sehr nett, liebenswürdig gewesen, aber sie seien nur 

-   34   - 

Kollegen gewesen. Er habe die Privatklägerin 1 gern gehabt, sei mit ihr nur 

befreundet gewesen, es sei keine Liebesbeziehung gewesen (Urk. D1 8/7 S. 17). 

Sie habe ihn als Überraschung auf das Zivilstandsamt gebracht. Wenn er sie 

hätte heiraten wollen, hätte er ihr seine Geburtsurkunde gegeben. Es treffe zu, 

dass er ein zweites Mal zum Zivilstandsamt gegangen sei und die Identitätskarte 

vorbeigebracht habe (Urk. D1 8/7 S. 18). Er habe die Beziehung aufgelöst, nicht 

die Privatklägerin 1 (Urk. D1 8/7 S. 18 f.). Er habe kein Kündigungsschreiben von 

der Privatklägerin 1 bekommen und auch kein solches gesehen (Urk. D1 8/7 S. 

19). Es treffe zu, dass die Privatklägerin 1 ihm Geld gegeben habe, aber nur für 

das Essen. Einmal habe er Fr. 300.-- von ihr ausgeliehen und wieder 

zurückbezahlt und einmal Fr. 100.--. Er habe alles zurückbezahlt ausser Fr. 200.-- 

oder Fr. 300.-- (Urk. D1 8/7 S. 20). 

In der Konfrontationseinvernahme mit dem Mitbeschuldigten vom 15. Januar 2018 

hielt der Beschuldigte daran fest, dass der Mitbeschuldigte die Privatklägerin 1 am 

23./24. Dezember 2017 bis zum Hauseingang begleitet habe (Urk. D1 8/11 S. 3). 

Er wisse nicht mehr genau, wie lange der Mitbeschuldigte weg gewesen sei, es 

könnten 1 bis 3 Minuten gewesen sein (Urk. D1 8/11 S. 4). Die Privatklägerin 

habe ihm erzählt, dass der Mitbeschuldigte sie mit der Hand an der Scheide 

verletzt habe (Urk. D1 8/11 S. 4). Der Beschuldigte hielt auf Vorhalt des 

Kurzberichtes betreffend Handschriftenuntersuchung daran fest, dass er das 

Schreiben vom 1. August 2017 nicht unterschrieben habe, seine Unterschrift sei 

einfach nachzumachen (Urk. D1 8/11 S. 5). 

In der Schlusseinvernahme vom 12. Februar 2018 bestritt der Beschuldigte 

sämtliche Vorwürfe zum Nachteil der Privatklägerin und betonte erneut, es sei 

nicht zu Geschlechtsverkehr und Oralverkehr gegen den Willen der Privatklägerin 

1 gekommen, vielmehr habe sie immer mehr und mehr gewollt und sei zu ihm 

gekommen. Er habe die Privatklägerin 1 auch nie erpresst, sie habe ihm freiwillig 

Geld gegeben. Sie habe ihm im Dezember Fr. 1'000.-- gegeben, insgesamt habe 

sie ihm mehr als Fr. 2'000.-- gegeben, aber nicht so viel, wie sie sage, und er 

habe auch einige hundert Franken zurückbezahlt. Er habe ihr nie gedroht und sei 

nie tätlich geworden (Urk. D1 8/14 S. 20 f.). 

-   35   - 

In der Befragung vor Vorinstanz sagte der Beschuldigte aus, er habe sich am 

24. Dezember 2016 bei der Privatklägerin 1 entschuldigt, weil er ihr gesagt habe, 

sie solle nach Hause gehen, er wolle im Zimmer von D._____ bleiben. Sie habe 

bei ihm bleiben wollen. Er habe sich auch entschuldigt, weil sie ihm erzählt habe, 

sein Kollege habe etwas gemacht. Deswegen habe er sich für ihn entschuldigt. 

Sie habe ihm dies zuerst persönlich erzählt und es dann auch per WhatsApp 

geschrieben (Prot. I S. 44). Sie habe ihm gesagt, D._____ habe mit ihr Sex haben 

wollen und habe ihre Scheide berührt und sie sei dabei etwas verletzt worden, 

mehr habe sie nicht gesagt und auch nicht gesagt, wo es passiert sei (Prot. I 

S. 45 und S. 48). D._____ habe die Privatklägerin 1 zur Tür begleitet, er wisse 

nicht, wie lange er weggewesen sei, er sei an besagtem Abend betrunken 

gewesen. Als die Privatklägerin 1 ihm erzählt habe, was mit D._____ passiert sei, 

sei er zuerst schockiert gewesen, habe ihr aber nicht geglaubt, er kenne D._____ 

seit 9 Jahren, das hätte er nicht gemacht. Er habe von Anfang an gemerkt, dass 

sie lüge (Prot. I S. 48). Für ihn sei die Beziehung zur Privatklägerin keine 

Liebesbeziehung gewesen. Als sie ihn habe heiraten wollen, habe er sich gesagt, 

dass dies für seine Aufenthaltsbewilligung eine gute Idee sei (Prot. I S. 51). Die 

Privatklägerin 1 habe wie ein Magnet an ihm geklebt und habe von ihm immer 

Sex gewollt, deshalb sei es zur Beendigung der Beziehung im Juni 2017 

gekommen (Prot. I S. 52). Er denke, die Privatklägerin 1 belaste ihn, weil sie ihm 

mehr Geld gegeben habe als sie konnte und die Beziehung nicht festhalten 

konnte. Irgendwie sei sie in ihren Gefühlen verletzt worden (Prot. I S. 54). Er habe 

von ihr manchmal Fr. 100.--, Fr. 200.-- oder Fr. 300.-- bekommen, weil er für sie 

gekocht und geputzt habe. Im Dezember 2016 habe er ihr gesagt, dass er die 

Wohnung verlassen werde, weil er finanzielle Probleme habe und die Miete sehr 

teuer sei. Sie habe ihm Fr. 1'000.-- gegeben (Prot. I S. 56). Der Beschuldigte 

bestätigte, dass die Privatklägerin 1 das Gefühl gehabt habe, dass er sie finanziell 

ausnütze (Prot. I S. 56). Sie habe ihm freiwillig ab Dezember 2016 bis 1. August 

2017 Geld gegeben. Sie habe das Gefühl gehabt, wenn sie ihm Geld gebe, könne 

sie bei ihm bleiben (Prot. I S. 56). Es treffe zu, dass er beim Gespräch mit dem 

Vater der Privatklägerin 1 Fr. 1'800.-- für Möbel, Fernseher und Playstation haben 

wollte und Fr. 5'000.-- verlangt habe, gestützt auf den Brief vom 1. Januar 2017. 

-   36   - 

Er habe für sie geputzt und gekocht (Prot. I S. 57). Es stimme nicht, dass er 

zusätzlich Fr. 1'000.-- pro Monat verlangt habe (Prot. I S. 57 f.). Er habe sich 

bemüht, eine neue Wohnung zu finden, habe selber ausziehen wollen (Prot. I S. 

58). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte bei seiner 

Befragung zur Sache von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und 

verwies auf seine Aussagen vor Vorinstanz (Prot. II S. 27 ff.). 

 

c) Aussagen des Mitbeschuldigten 

In der polizeilichen Einvernahme vom 25. Oktober 2017 sagte der Mitbeschuldigte 

aus, die Privatklägerin und der Beschuldigte seien einmal bei ihm zu Hause 

gewesen. Er habe ein paar Biere herausgenommen und die beiden hätten 

angefangen Gras zu rauchen. Er denke, dass die Privatklägerin nie zuvor Gras 

geraucht habe, das schliesse er daraus, wie sie den Joint in den Mund 

genommen habe (Urk. D1 11/1 S. 8). Sie habe angefangen, sich nicht mehr so 

wohl zu fühlen. Sie habe immer wieder Wasser getrunken und sei irgendwie 

nervös gewesen. Der Beschuldigte habe etwas mit ihr herumgemacht, sie seien ja 

auch ein Paar gewesen. Sie seien auf dem Bett gesessen, er auf dem Sofa (Urk. 

D1 11/1 S. 7). Die beiden hätten sich geküsst. Im Verlaufe des Küssens habe der 

Beschuldigte die Privatklägerin etwas umarmt und habe etwas auf ihr gelegen 

(Urk. D1 11/1 S. 8). Plötzlich sei die Privatklägerin aufgestanden und aus dem 

Zimmer gegangen. Er habe den Beschuldigten gefragt, was passiert sei, dieser 

habe geantwortet, es sei alles gut und sei weggegangen (Urk. D1 11/1 S. 7). Er 

habe sich verabschiedet und sei schlafen gegangen (Urk. D1 11/1 S. 5), er sei ihr 

nicht hinterhergerannt (Urk. D1 11/1 S. 10). Die Anklagevorwürfe hat der 

Mitbeschuldigte vollumfänglich bestritten (Urk. D1 11/1 S. 9 f.). Er machte geltend, 

nie sexuellen Kontakt mit der Privatklägerin gehabt zu haben. 

Der Mitbeschuldigte sagte in der Hafteinvernahme vom 26. Oktober 2017 aus, die 

Privatklägerin und der Beschuldigte seien zu ihm gekommen. Sie hätten Bier 

-   37   - 

getrunken. Die Privatklägerin und der Beschuldigte hätten Gras geraucht, er 

selber nicht. Er habe gemerkt, dass die Privatklägerin vorher noch nie Gras 

geraucht habe, das habe man daran gesehen, wie sie den Joint gehalten habe. 

Die beiden seien auf dem Bett gesessen, er auf dem Sofa (Urk. D1 11/2 S. 5). Er 

habe gemerkt, dass es ihr nicht mehr so gut gegangen sei, und er habe dem 

Beschuldigten gesagt, er solle ihr etwas schauen. Der Beschuldigte habe sie in 

den Arm genommen und geküsst. Sie seien auf seinem Bett gelegen und hätten 

etwas rumgemacht, d.h. in den Arm nehmen und Küssen. Danach sei sie plötzlich 

aufgestanden und sei rausgegangen (Urk. D1 11/2 S. 5). Er habe den 

Beschuldigten gefragt, was passiert sei, er habe gesagt, es sei alles ok. Er habe 

sich vom Beschuldigten verabschiedet. Dieser sei auch weggegangen. Er sei in 

seinem Zimmer geblieben. Er habe der Privatklägerin an jenem Abend nur die 

Hand gegeben als sie gekommen seien, er habe sie nicht angefasst und nicht 

festgehalten (Urk. D1 11/2 S. 7). Es stimme nicht, dass er ihr gefolgt sei. Auch 

den vorgeworfenen Vorfall im Trocknungsraum bestritt er vollumfänglich (Urk. D1 

11/2 S. 7). 

In der Haftanhörung vom 27. Oktober 2017 hielt der Mitbeschuldigte daran fest, 

dass er der Privatklägerin bei der Begrüssung die Hand gegeben habe, er sie 

sonst nicht berührt habe, es insbesondere nicht zu sexuellen Handlungen 

gekommen sei (Urk. D1 11/3 S. 2). Der Beschuldigte und die Privatklägerin seien 

auf seinem Bett gesessen und hätten sich geküsst, der Beschuldige habe sie in 

den Arm genommen. Die Privatklägerin habe zuerst die Wohnung verlassen, sie 

habe sich nach dem Alkohol- und Rauchkonsum nicht wohl gefühlt. Am Schluss 

habe sie ihm gesagt, sie fühle sich nicht mehr wohl (Urk. 5/3 S. 3). Er habe den 

Beschuldigten gefragt, was los sei, dieser habe geantwortet, es sei alles gut. 

Danach habe auch der Beschuldigte die Wohnung verlassen (Urk. D1 11/3 S. 4). 

Er bestritt die Vorwürfe weiterhin vollumfänglich (Urk. D1 11/3 S. 4 ff.). 

Am 15. Januar 2018 fand eine Konfrontationseinvernahme zwischen den beiden 

Beschuldigten statt. Der Beschuldigte räumte auf Vorhalt der entsprechenden 

Aussage des Mitbeschuldigten ein, es könne sein, dass er an jenem Abend Gras 

geraucht habe, sicher hätten sie getrunken (Urk. D1 8/11 S. 3). Auf Vorhalt der 

-   38   - 

Aussage des Beschuldigten, wonach er die Privatklägerin zu Tür begleitet habe, 

erklärte der Mitbeschuldigte, er habe sie nicht zum Hauseingang begleitet, jedoch 

zur Tür, auf seinem Stockwerk, d.h. zum Treppenhaus (Urk. D1 8/11 S. 4). Der 

Beschuldigte sagte aus, die Privatklägerin habe ihm erzählt, der Mitbeschuldigte 

habe sie mit dem Finger in der Scheide verletzt. Genaueres habe sie nicht gesagt 

(Urk. D1 8/11 S. 4). Der Mitbeschuldigte hielt an seiner Bestreitung fest, und 

erklärte, er wisse nicht, wieso die Privatklägerin dem Beschuldigten dies erzählt 

habe. Es sei nichts passiert (Urk. D1 8/11 S. 4 f.).  

In der Befragung vor Vorinstanz hielt der Mitbeschuldigte daran fest, dass es ein 

ganz normaler Abend gewesen sei, nichts passiert sei und falsch sei, was die 

Privatklägerin erzähle (Prot. I S. 81). Der Beschuldigte und die Privatklägerin 

seien auf dem Bett gesessen, er auf dem Sofa. Er und der Beschuldigte hätten 

angefangen viel in ihrer Muttersprache zu sprechen und er habe dem 

Mitbeschuldigten gesagt, sie müssten aufpassen, dass es für sie nicht langweilig 

werde. Der Beschuldigte habe sie umarmt und sie hätten sich auf die Seite 

gedreht. Es sei alles gut gegangen. Danach sei sie aufgestanden und gegangen 

(Prot. I S. 82). Sie habe ihm nicht gesagt, weshalb sie gehe, was sie dem 

Beschuldigten gesagt habe, wisse er nicht. Er habe den Beschuldigten gefragt, ob 

etwas passiert sei. Dieser habe geantwortet, es sei alles ok (Prot. I S. 81). Er 

begleite normalerweise jeden Gast bis zur Wohnungstür (Prot. I S. 83). Nachdem 

sie gegangen sei, habe er mit dem Beschuldigten ein bisschen geredet, über die 

nächste Woche und die Suche nach einem Job diskutiert. Dann sei der 

Beschuldigte gegangen, er wisse nicht mehr um welche Zeit (Prot. I S. 84). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Mitbeschuldigte bei seiner 

Befragung zur Sache – wie auch der Beschuldigte – von seinem 

Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und verwies auf seine Aussagen vor 

Vorinstanz (Prot. II S. 32 ff.). 

d) Zeugenaussage von K._____ vom 24. August 2017 (Urk. D1 10/1): 

Der Vater der Privatklägerin 1 sagte in seiner Zeugeneinvernahme aus, er habe 

den Beschuldigten nur einmal gesehen anlässlich eines Treffens vom 12. Juli 

-   39   - 

2017. Vor dem Treffen habe die Privatklägerin 1 nur gesagt, dass sie Sorgen 

habe wegen diesen Fr. 5'000.-- und Schwierigkeiten mit dem Beschuldigten. Sie 

habe ihn loswerden wollen und er habe nicht ausziehen wollen (Urk. D 10/1 S. 5). 

Die Privatklägerin habe ihm erst nach dem Treffen vom 12. Juli 2017 gesagt, dass 

sie Angst vor dem Beschuldigten habe, sie habe ihm gesagt, sie habe sich schon 

von Anfang an vor ihm gefürchtet. Er habe ihr von Anfang an gedroht, dass sie 

nicht fremdgehen dürfe (Urk. D1 10/1 S. 5). Beim Gespräch habe er den 

Beschuldigten damit konfrontiert, dass die Privatklägerin 1 wolle, dass er aus der 

Wohnung ausziehe und dass sie eine Anwältin beiziehen würden. Der 

Beschuldigte habe gesagt, es gehe nicht an, dass er sich einmische und eine 

Anwältin beigezogen werde. Er habe gedroht, dies werde Folgen haben, er werde 

sie gerichtlich verfolgen und ins Gefängnis bringen. Er könne behaupten, dass sie 

ihn hätten umbringen wollen (Urk. D1 10/1 S. 5). Er werde nicht ausziehen, er sei 

Untermieter und habe drei Monate Zeit, um auszuziehen (Urk. D1 10/1 S. 6). Der 

Beschuldigte habe bei dem Gespräch vom 12. Juli 2017 gesagt, wenn die 

Privatklägerin 1 ihn verlassen würde, würde er dies nicht akzeptieren. Sie sei 

seine Frau und es gebe viele Wege, um ihr etwas anzutun (Urk. D1 10/1 S. 8). 

2.1.2.2. Sachliche Beweismittel 

a) Schreiben/Bestätigungen vom 1. Januar 2017  

Die Privatklägerin 1 und der Beschuldigte haben am 1. Januar 2017 ein 

Dokument unterschrieben, gemäss welchem die Privatklägerin 1 erklärt, dem 

Beschuldigten ein Auto für maximal Fr. 5'000.-- zu kaufen, wenn der Beschuldigte 

kocht, putzt, die Privatklägerin 1 drei Mal pro Woche besucht und sie zum Lachen 

bringt. Dies sei ein Deal und solle für 6 Monate ab 1. Januar 2017 gültig sein 

(Beilage zu Urk. D1 9/4). 

Die Privatklägerin 1 machte geltend, sie habe diese Erklärung nicht ernst 

genommen und sei davon ausgegangen, es handle sich um einen Scherz. Gegen 

ihre Darstellung spricht der Umstand, dass sie gleichzeitig auch aussagte, sie 

habe eine Beziehung zum Beschuldigten aufbauen wollen und er habe ihr 

gedroht, sie müsse diese Erklärung unterschreiben, sonst würde er nicht mit ihr 

-   40   - 

zusammenkommen. Dass der Wunsch der Privatklägerin 1 nach einer Beziehung 

mit dem Beschuldigten tief wurzelte, zeigt sich auch darin, dass sie angab, sie 

habe dem Beschuldigte verziehen, dass er zusammen mit dem Mitbeschuldigten 

versucht habe, sie zu vergewaltigen und habe auch die Vergewaltigung durch den 

Mittäter nicht zu Anzeige gebracht, da dieser ein Kollege des Beschuldigten 

gewesen sei und sie eine Beziehung mit dem Beschuldigten habe aufbauen 

wollen. 

Aufgrund der Akten liegt der Schluss nahe, dass der Beschuldigte anlässlich des 

Gesprächs vom 12. Juli 2017, an welchem der Vater der Privatklägerin 1 

teilnahm, die Bezahlung der Fr. 5'000.-- gemäss Abmachung vom 1. Januar 2017 

forderte für das Verlassen der Wohnung. Diese Annahme wird auch gestützt 

durch den Chat vom 10. Juni 2017, in welchem der Beschuldigte der 

Privatklägerin 1 schrieb, sie müsse Fr. 1'800.-- wegen Sofa, Fernseher und 

Terrasse bezahlen, er suche eine Wohnung, sowie Ende Monat Fr. 5'000.--, denn 

er müsse das Depot für die neue Wohnung bezahlen (Urk. D1 19/2 S. 365). Dass 

er die Bezahlung der Fr. 5'000.-- bis Ende Juni 2017 forderte, entspricht der in der 

Erklärung vom 1. Januar 2017 enthaltenen Frist von 6 Monaten ab 1. Januar 

2017. Selbst wenn auf die Anklage abgestellt wird (wobei zu beachten ist, dass 

der Beschuldigten den Anklagevorwurf auch insoweit bestreitet), ist betreffend 

den angeklagten Erpressungsversuch vom 12. Juli 2017 nicht erstellt, dass der 

Beschuldigte bezüglich der Fr. 5'000.-- im Bewusstsein handelte, dass er 

grundsätzlich keinen Anspruch auf die geforderten Beträge hatte, mithin lässt sich 

bezüglich der Fr. 5'000.-- keine Absicht unrechtmässiger Bereicherung im Sinne 

von Art. 156 StGB erstellen. Zudem bestand gemäss Anklage das angedrohte 

Übel für den Fall der Nichtbezahlung darin, dass der Beschuldigte erklärte, 

diesfalls in der Wohnung zu bleiben. Da der Beschuldigte bloss Untermieter in 

dieser Wohnung war und es der Privatklägerin 1 offenstand, dieses 

Untermietverhältnis zu kündigen und bei Missachtung der Kündigung und 

Nichtauszug auf den Kündigungstermin den Rechtsweg zu beschreiten, ist in der 

Androhung des Beschuldigten, er werde die Wohnung nicht verlassen, wenn die 

Privatklägerin 1 ihm nicht die geforderten Geldsummen bezahle, keine Androhung 

ernstlicher Nachteile zu erkennen, zumal die Privatklägerin 1 bereits durch eine 

-   41   - 

Rechtsanwältin vertreten war und ihr die Beschreitung des Rechtswegs keine 

Schwierigkeiten bereitet hätte. 

Aus allen diesen Gründen ist der Beschuldigte vom Vorwurf der versuchten 

Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB bezüglich Anklagepunkt C 10. freizusprechen. 

 

 

b) Chatverlauf 

aa) Zwischen der Privatklägerin 1 und dem Beschuldigten 

Der Auswertung des Chatverlaufs zwischen der Privatklägerin 1 und dem 

Beschuldigten ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 1 am 

24.12.2016 um 09.53 Uhr schrieb "sorry Wege gestern" und die Privatklägerin 1 

antwortete "ich bin schockiert und wütend. Die Nacht davor war so extrem gut; 

und dann kommst du danach mit deinem Kolleg an ???? Ich bin NICHT daran 

interessiert mit deinen Kollegen zu ficken". Der Beschuldigte erklärte darauf, es 

sei gut, dass sie nicht mit seinem Kollegen etwas gemacht habe (Urk. D1 19/2 S. 

6). Sie fragte ihn ferner, ob er denke sie ficke mit jedem (Urk. D 1 19/2 S. 7). Am 

Nachmittag des 24.12.2016 fragte die Privatklägerin 1 den Beschuldigten, ob er 

oft Dreier mache. Er antwortete "Ich mache allein. Gestern war ich betrunken. 

Darum ". Am 26.12.2016 schrieb die Privatklägerin 1 auf die Frage des 

Beschuldigten, ob alles gut sei bei ihr "ja alles gut, bis auf die Schmerzen in 

meiner Scheide wenn ich uriniere auf dem WC, dein Kolleg hat mich schon im 

Innern stärker verletzt (Urk. D1 19/2 S. 10). Im weiteren Chatverlauf erklärte der 

Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1, er habe Angst, dass sie ihn nur 

wegen Sex benutze. Sie erwiderte, sie sei nicht so eine Frau, die nur wegen Sex 

da sei (Urk. D1 19/2 S. 17) und am Morgen darauf doppelte sie nach und schrieb 

"Guten Morgen, wieso denkst du noch oder hast Angst, dass sich dich nur für Sex 

haben will/nutze? Wenn ich dich nur für sex nutzen wollen würde, hätte Ich am 

Freitagabend mit dir und mit deinem Kolleg Sex gemacht. Aber genau aus dem 

-   42   - 

Grund weil ich dich NICHT nur für sex nutzen will, habe ich keinen Sex mit 

deinem Kolleg gemacht. Verstehst du?" (Urk. D1 19/2 S.18). Am 26.12.15.40 Uhr 

schrieb die Privatklägerin 1 dem Beschuldigten: "Bei dir alles ok? Dein Kolleg hat 

mich körperlich ziemlich verletzt… langsam tut es weniger weh in meiner Scheide, 

aber es brennt immer noch ab und zu" (Urk. D1 19/2 S. 19). 

Dem Chatverlauf ist ferner zu entnehmen, dass der Beschuldigte am 12. April 

2017 mitteilte, dass er auf dem Zivilstandsamt war und die Privatklägerin 1 

antwortete "ok bis nachher" (Urk. D 1 19/2 S. 338). Am 22. April 2017 teilte der 

Beschuldigte der Privatklägerin mit, dass er die Geburtsurkunde bekommen habe 

und fragte sie "Freut dich oder wir kommen heiraten" und sie antwortete "ja super" 

(Urk. D1 19/2 S. 348). Dieser Chatverlauf deutet darauf hin, dass auch die 

Privatklägerin 1 in jenem Zeitpunkt die Heirat wollte. 

Im weiteren Chatverlauf zeichnet sich eine Verschlechterung des Verhältnisses 

zwischen der Privatklägerin 1 und dem Beschuldigten ab. Am 9. Juni 2017 

schrieb der Beschuldigte, er wolle auch nicht heiraten und die Privatklägerin 1 

schrieb zurück, weshalb sie jemanden heiraten solle, der nur profitieren wolle 

(Urk. D1 19/2 S. 364). Am 10. Juni 2017 schrieb der Beschuldigte, sie müsse 

Fr. 1'800.-- wegen Sofa, Fernseher und Terrasse bezahlen, er suche ein 

Wohnung, sowie Ende Monat Fr. 5'000.--, denn er müsse das Depot für die neue 

Wohnung bezahlen. Sie antwortete ihm, sie habe nicht so viel Geld. Er erwiderte, 

das sei ihm egal, er habe eine Wohnung gefunden und müsse es bezahlen 

(Urk. D1 19/2 S. 365). Am 17. Juli 2017 schrieb die Privatklägerin 1 dem 

Beschuldigten, sie seien ab sofort getrennt, worauf er antwortete "oky. Wir waren 

ja doch getrennt (Urk. D 1 19/2 S. 372). Gleichentags forderte sie ihn auf, aus 

ihrem Leben zu verschwinden und er antworte, er wolle auch nicht mehr mit ihr 

sein (Urk. D1 19/2 S. 373). Der Beschuldigte schrieb am 18. Juli 2017, er habe 

vergessen, der Privatklägerin 1 ihr Geburtstagsgeschenk zu geben. Sie 

antwortete, die Vergewaltigung habe er schon gegeben. Er erwiderte "Was 

spinnst du", "ich bin nicht so ein Arschloch wen ich will habe genug Frauen zu 

fieken". 

bb) Zwischen der Privatklägerin 1 und ihrem Vater 

-   43   - 

Die Privatklägerin 1 teilte ihrem Vater am 10. Juli 2017 mit, sie habe im Moment 

ein grösseres Problem und fragte ihn, ob sie am Abend telefonieren können 

(Urk. D1 20/2 S. 2). Gleichentags schickte die Privatklägerin 1 ihrem Vater eine 

Kopie der von ihr und dem Beschuldigten unterzeichneten Erklärung vom 1. 

Januar 2017 und fragte ihren Vater, ob das rechtlich genutzt werden könne (Urk. 

D1 20/2 S. 5). Ihr Vater antwortete "Gegen ihn, wenn die Unterschrift erzwungen 

wurde" und fragte sie, ob sie das aus freien Stücken unterschrieben habe, 

vielleicht aus Spass. Sie antwortete darauf, sie habe das nicht ernst genommen, 

er habe das diktiert und ihre Unterschrift erzwungen (Urk. D 1 20/2 S. 6). Auf die 

Frage des Vaters, ob der Beschuldigte jähzornig sei oder sie physisch Angst vor 

ihm habe, antwortete die Privatklägerin 1 am 10. Juli 2017, er sei manchmal 

jähzornig, aber selten. Physisch habe sie keine Angst vor ihm. Er sei Muslim und 

sage, in seiner Religion sei es verboten, Frauen zu schlagen (Urk. D 1 20/2 S. 7). 

2.1.3. Beweiswürdigung 

2.1.3.1. Glaubwürdigkeit 

a) Allgemein 

Die Privatklägerin, der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte haben als Parteien 

ein Interesse am Ausgang des Verfahrens, insbesondere ein legitimes Interesse 

daran, die Geschehnisse in einem für sie günstigen Licht darzustellen. Es liegen 

jedoch bei keiner dieser Personen Anhaltspunkte vor, welche gegen ihre 

allgemeine Glaubwürdigkeit sprechen würden. 

Der Zeuge K._____ ist der Vater der Privatklägerin 1 und hat sie zur 

Anzeigeerstattung bei der Polizei begleitet. Aufgrund seiner Nähe zur 

Privatklägerin 1 besteht daher die Gefahr, dass er versucht sein könnte, einseitig 

zugunsten seiner Tochter auszusagen. Andererseits wurde er als Zeuge unter 

Hinweis auf die strenge Strafandrohung gemäss Art. 307 StGB einvernommen 

und spricht nichts gegen seine allgemeine Glaubwürdigkeit. 

b) Motiv für eine Falschbelastung 

-   44   - 

Betreffend den Mitbeschuldigten ist kein Motiv der Privatklägerin 1 für eine 

Falschbelastung erkennbar. Sie kannte ihn nur flüchtig als Kollegen des 

Beschuldigten. Anders verhält sich die Situation mit Bezug auf den Beschuldigten. 

Die Privatklägerin 1 war anfänglich verliebt in den Beschuldigten und wünschte 

sich eine Beziehung mit ihm. Diese Darstellung wird untermauert durch den 

Umstand, dass die Privatklägerin 1 und der Beschuldigte am 1. März 2017 eine 

gemeinsame Wohnung bezogen und im Frühling 2017 im Hinblick auf eine Heirat 

das Zivilstandsamt aufsuchten. Aus dem Chatverlauf geht hervor, dass sich die 

Privatklägerin 1 über die Heiratspläne freute. Dass ihr Wunsch nach einer 

Beziehung mit dem Beschuldigten gross war, zeigt bereits das Schreiben vom 1. 

Januar 2017. Zu diesem erklärte sie, der Beschuldigte habe gedroht und gesagt, 

sie müsse das schreiben. Er habe gesagt, er sei nur mit ihr zusammen, wenn sie 

diesen Brief schreibe und sie habe eine Beziehung mit ihm gewollt, deshalb habe 

sie das gemacht (Urk. D1 9/6 S. 5). Das Unterzeichnen der Erklärung vom 1. 

Januar 2017 macht deutlich, dass ihr der Aufbau einer Beziehung mit dem 

Beschuldigten wichtig war und dass sie in ihn verliebt war. Dass dies für den 

Beschuldigten weniger zutraf, zeigt sich allein schon aufgrund des Inhalts der 

Erklärung vom 1. Januar 2017. Damit wird deutlich, dass die Vorstellungen der 

Privatklägerin 1 und des Beschuldigten betreffend die Art ihrer Beziehung sehr 

unterschiedlich waren. Entsprechend gross muss denn auch die Enttäuschung 

der Privatklägerin 1 gewesen sein als sie sich dessen gewahr wurde und merkte, 

dass sie die finanziellen Leistungen, die sie dem Beschuldigten zukommen liess, 

nicht zurückerhalten würde. Ein Motiv für eine Falschbelastung könnte darin 

erblickt werden, dass die Beziehung sich nicht wie von ihr erhofft entwickelte, der 

Beschuldigte immer wieder Geld von ihr verlangte, sie sich von ihm ausgenützt 

fühlte und deshalb die Beziehung beendigen und erwirken wollte, dass der 

Beschuldigte die Wohnung so rasch als möglich verlässt. Sie sagte denn auch 

aus, sie hätte keine Anzeige erstattet, wenn der Beschuldigte die Wohnung von 

sich aus verlassen hätte (Prot. I S. 37). Dass es zu Differenzen bezüglich 

finanzieller Angelegenheiten gekommen ist und der Beschuldigte von der 

Privatklägerin 1 Fr. 5'000.-- für das Verlassen der Wohnung verlangte, welchen 

Betrag die Privatklägerin 1 nicht zur Verfügung hatte, geht sowohl aus dem 

-   45   - 

Chatverlauf zwischen der Privatklägerin 1 und dem Beschuldigten als auch 

zwischen der Privatklägerin 1 und deren Vater (K._____) hervor. Dass die 

Privatklägerin 1 ihrem Vater anfänglich nur von diesen finanziellen Belangen 

erzählte und davon, dass sie den Beschuldigten loswerden wollte, ergibt sich aus 

den Aussagen von K._____. Auch wenn enttäuschte Liebe und das Gefühl, vom 

Beschuldigten ausgenützt worden zu sein, als Motiv für eine Falschbelastung 

nicht von der Hand gewiesen werden können, ist dennoch nicht leichthin 

anzunehmen, dass sich die Privatklägerin 1 ohne Not den Belastungen aussetzen 

würde, welche ein Strafverfahren wie das vorliegende für sie mit sich bringt. Von 

entscheidender Bedeutung ist denn auch nicht das Vorliegen eines denkbaren 

Motivs für eine Falschbelastung sondern die Frage nach der Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen.  

2.1.3.2. Glaubhaftigkeit der Aussagen 

a) Zeuge K._____ 

Zuerst ist die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Zeugen K._____ zu analysieren, 

da sie für die nachfolgende Würdigung der Aussagen der Privatklägerin 1 eine 

Rolle spielen und darin einzubeziehen sind. 

Der Zeuge unterscheidet in seinen Aussagen klar zwischen dem, was er von der 

Privatklägerin 1 gehört hat und was er selber erlebt hat. Dies spricht für die 

Glaubhaftigkeit seiner Darstellung. Seine Aussagen werden gestützt durch den 

Chatverlauf mit der Privatklägerin 1. Der Zeuge hat auch Aussagen zugunsten 

des Beschuldigten gemacht indem er aussagte, die Privatklägerin 1 habe ihm erst 

nach dem Treffen vom 12. Juli 2017 gesagt, dass sie Angst vor dem 

Beschuldigten habe. Vorher habe sie nur erzählt, sie habe Sorgen wegen der Fr. 

5'000.--, sie wolle ihn loswerden und er wolle nicht ausziehen. Diese letztere 

Aussage könnte einen Hinweis in die Richtung geben, dass es der Privatklägerin 

1 in erster Linie darum ging, den Beschuldigten aus der gemeinsamen Wohnung 

zu bringen. Sie räumte denn auch selber ein, sie hätte keine Anzeige erstattet, 

wenn der Beschuldigte die Wohnung von sich aus verlassen hätte (Prot. I S. 37).  

-   46   - 

b) Privatklägerin 1 

aa) Allgemeines 

Dass die Privatklägerin 1 trotz einer nach ihrer Darstellung versuchten 

Vergewaltigung des Beschuldigten zusammen mit einem Kollegen am 23./24. 

Dezember 2016 dennoch eine Beziehung zum Beschuldigten aufbauen wollte, 

den sie nicht näher kannte und zu dem sie erst seit wenigen Tagen eine intime 

Beziehung unterhielt, erscheint aus aussenstehender Sicht als schwer 

verständlich. Dies musste auch der Privatklägerin 1 klar sein. Dennoch hat sie 

konstant und widerspruchsfrei an dieser Darstellung festgehalten. Ausgehend von 

der Annahme, dass sie trotz dem ersten Vorfall vom 23./24. Dezember 2016 dem 

Beschuldigten verziehen hatte und eine Beziehung zu ihm aufbaute, erscheint es 

auch als nachvollziehbar, dass sie auf die Frage, wann es erstmals zu sexuellen 

Handlungen gegen ihren Willen gekommen sei, in ihrer ersten Einvernahme 

aussagte, es sei Anfang Juli 2017 zum ersten Mal zu sexuellen Handlungen 

gegen ihren Willen gekommen (Urk. D1 9/1 S. 5) und sie den Vorfall vom 23./24. 

Dezember 2016 erst ab der zweiten Einvernahme thematisierte.  

bb) Widersprüche und Ungereimtheiten 

aaa) Anklagevorwurf 23./24. Dezember 2016 

Die Aussagen der Privatklägerin 1 wirken insgesamt sehr pauschal und stereotyp. 

Wie die amtliche Verteidigung sodann zurecht bemerkt (Urk. 126 S. 12), fällt 

betreffend den Vorfall vom 23./24. Dezember 2016 auf, dass die Privatklägerin 1 

nicht zwischen den Handlungen des Beschuldigten und denjenigen des 

Mitbeschuldigten unterscheiden konnte und auch nicht konstant und mit 

hinreichender Sicherheit sagen konnte, ob zuerst der Beschuldigte oder der 

Mitbeschuldigte versucht habe, in sie einzudringen. Ferner ist ihre Schilderung 

nicht geprägt durch besondere emotionale Betroffenheit, was aber auch damit in 

Verbindung gebracht werden kann, dass sie sich erfolgreich gegen die 

Vergewaltigungsversuche zu Wehr setzen konnte und die Beschuldigten nach 

ihrer Darstellung ausser dem Festhalten an den Armen und Oberschenkeln nicht 

-   47   - 

übermässig Gewalt angewendet haben. Sie führte auch aus, die Beschuldigten 

hätten von ihr abgelassen als sie gemerkt hätten, dass sie wirklich nicht wolle und 

hätten sie auch gehen lassen als sie aus dem Bad zurückgekommen sei und ihre 

Kleider behändigt habe. Ihre zurückhaltenden Belastungen und die fehlende 

Tendenz zu Übertreibungen sprechen für die Glaubhaftigkeit ihrer Darstellung. 

Betreffend den ersten Anklagevorwurf (23./24. Dezember 2016) weisen die 

Aussagen der Privatklägerin 1 nur wenige Widersprüche auf. In erster Linie fällt 

auf, dass sie nicht konstant aussagte, welcher der beiden Beschuldigten zuerst 

versucht habe, sie zu vergewaltigen. Dies lässt sich aber damit erklären, dass die 

beiden Beschuldigten gemäss ihrer Darstellung gleich vorgingen und sie diese 

Übergriffe erfolgreich abwehren konnte. Die Privatklägerin 1 sagte in der 

Einvernahme vom 18. September 2017 aus, der Beschuldigte habe sie an den 

Oberschenkeln festgehalten und habe zuerst versucht, in sie einzudringen 

während der Mitbeschuldigte sie an den Armen festgehalten habe (Urk. 9/4 S. 

17). In der Einvernahme vom 13. Dezember 2017 sagte sie dann aus, der 

Beschuldigte habe sie an den Oberarmen festgehalten und der Mitbeschuldigte 

habe versucht, in sie einzudringen (Urk. 9/9 S. 7). Sie glaube, der Mitbeschuldigte 

habe zuerst versucht, in sie einzudringen, sie sei sich aber nicht mehr sicher (Urk. 

9/9 S. 9). Die Privatklägerin 1 differenzierte bei ihren Aussagen nicht bezüglich 

der Tatbeiträge jedes einzelnen Beschuldigten. Sie erlebte deren Handeln als 

gemeinsames Vorgehen und schilderte deren Verhalten gleichlautend ohne 

Individualisierung oder klare Rollenverteilung. Diese stereotype Schilderung lässt 

sich damit erklären, dass dieser erste Vorfall für die Privatklägerin 1 nicht 

gleichermassen traumatisierend war wie der von ihr geschilderte Vorfall im 

Trocknungsraum, zumal sie sich erfolgreich gegen eine Penetration wehren 

konnte. Im Schreiben vom 2. August 2017, welches sie zur Anzeigeerstattung 

mitbrachte, schrieb sie denn auch, beide hätten viel getrunken und hätten sie 

genötigt. Sie sei dan