# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bca345bf-0842-5aa6-b763-5574e24b71e1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 20.12.2005 SF 2005 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-34_2005-12-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 20. Dezember 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 34 (nicht/mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Schäfer und Möhr
Aktuar ad hoc L. Duff

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In der Strafsache

des X., von A./Mustér, geboren am 18. Januar 1977 in Ilanz, des Pius Giusep und 
der Ursula Christine Wilhelmstätter, ledig, Bauspenglerlehrling, Via Santeri 13, 7130 
Ilanz, Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Rathgeb, 
Postfach 101, Bahnhofstrasse 7,  7001 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 19. Oktober 2005, 

wegen mehrfacher sexueller Nötigung, Freiheitsberaubung, Hausfriedensbruch 
sowie Missbrauch und Verschleuderung von Material 

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 18. Januar 1977 in Ilanz geboren und ist in geordneten 
Familienverhältnissen aufgewachsen. Er besuchte sechs Jahre die Primarschule 
und anschliessend das Gymnasium an der Klosterschule in A.. Vor der Matura ver-
liess er dieses Gymnasium und trat in die Handelsschule Ilanz ein, wobei er auch 
ein zweijähriges Praktikum bei der B. in D. absolvierte. Nach der Handelsschule 
wurde er bei der B. als Kundenberater eingestellt und zwar vorerst in C. und D. und 
ab Oktober 1999 in L.. Im Februar 2001 absolvierte er berufsbegleitend bei der E. 
in D. eine zweijährige Schulung zum Finanzplaner. Wegen des vorliegenden Falles 
wurde das Arbeitsverhältnis seitens der B. aufgelöst. Seither arbeitete der Ange-
klagte zunächst als Spengler-Handlanger im Betrieb seines Vaters in Ilanz. Im 
Herbst 2005 begann er im Hinblick auf die Übernahme dieses Betriebes eine Lehre 
als Spengler. X. hat kein Vermögen. Die gegen ihn laufenden Betreibungen konnte 
der Angeklagte gemäss eigenen Angaben mit Hilfe seiner Eltern und seiner 
Schwester begleichen. Er schuldet seiner Familie ca. Fr. 20'000.-- welche er in mo-
natlichen Raten von Fr. 500.-- zurückbezahlt.

X. ist ledig und hat keinen Unterhaltsverpflichtungen nachzukommen.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist er mit einer Eintragung verzeich-
net. Mit Strafmandat des Divisionsgerichts 11 F. vom 3. Oktober 2001 wurde er 
wegen Militärdienstversäumnisses und unerlaubter Entfernung zu 24 Tagen Ge-
fängnis verurteilt. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und eine Pro-
bezeit von zwei Jahren festgesetzt.

Am 15. März 2005 wurde X. verhaftet und in die Psychiatrische Klinik G., H., 
überführt, wo er bis zum 6. April 2005 verblieb. Er befand sich demnach insgesamt 
23 Tage in Untersuchungshaft.

X. wurde von I., Oberarzt Forensischer Dienst der Psychiatrischen Klinik G., 
psychiatrisch begutachtet. Gemäss Gutachten vom 12. Mai 2005 litt der Angeklagte 
im Zeitpunkt der Tat an einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und war 
in seiner geistigen Gesundheit beeinträchtigt. Die Fähigkeit des Angeklagten zur 
Einsicht in das Unrecht der Tat war zwar vorhanden, seine Fähigkeit zum Handeln 
gemäss dieser Einsicht aber leichtgradig herabgesetzt. Weiter erfordert der Geis-
teszustand des Angeklagten gemäss Gutachten keine ärztliche Behandlung oder 
besondere Pflege. Im Falle eines bedingten Strafvollzuges hält das Gutachten eine 
psychiatrische Behandlung zur Aufarbeitung des Deliktes grundsätzlich zweckmäs-
sig.

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Der Angeklagte hat am 18. April 2005 freiwillig eine ambulante psychologi-
sche Behandlung bei J., D., begonnen. Diese beinhaltet eine in mehrwöchigen Ab-
ständen stattfindende analytisch orientierte Gesprächspsychotherapie und zusätz-
lich wöchentlich eine körperzentrierte Gruppentherapie. Die Dauer der Behandlung 
dürfte ein bis zwei Jahre betragen.

B. X. wird der mehrfachen sexuellen Nötigung, der Freiheitsberaubung, 
des Hausfriedensbruchs und des Missbrauchs und der Verschleuderung von Mate-
rial angeklagt. Dieser Anklage liegt nach Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 19. Oktober 2005 folgender Sachverhalt zugrunde:

„Am späten Abend des 13. März 2005 läutete der Angeklagte mehrmals 
an der Wohnungstüre seiner ehemaligen Freundin K. in L.. Er beabsich-
tigte, K. dort einige Zeit festzuhalten. Zu diesem Zwecke hatte er nebst 
Kleidung und Verpflegung auch seine Armeepistole mit Munition, Hand-
schellen, ein Seil, eine Augenbinde, Klebeband und Bandagebänder 
mitgenommen. K. schloss die Türe jedoch nicht auf. 

Als K. am nächsten Tag zur Arbeit gehen wollte und die Türe aufschloss, 
sprang X., der im Treppenhaus gewartet hatte, in der gleichen Absicht 
wie am Vorabend heran, drückte die Türe auf, drang in die Wohnung 
ein, schloss die Haustüre ab und steckte den Schlüssel ein. Dabei rich-
tete er seine Armeepistole gegen K.. Als diese laut schrie, befahl er ihr 
still zu sein.

Das Fesselungs- und Knebelungsmaterial, welches er für den Fall, dass 
K. sich gewehrt hätte, brauchen wollte, trug er in einem Rucksack mit 
sich. Ein volles Magazin mit Patronen aus seiner Taschenmunition hatte 
er in die Jackentasche gesteckt.

In der Folge zwang der Angeklagte K. sich an ihrer Arbeitsstelle krank 
zu melden. Er stellte selbst die Telefonnummer des Arbeitsgebers ein 
und forderte von K., ja kein falsches Wort zu verwenden.

Im Verlaufe eines Gesprächs gab der Angeklagte K. dann seine Absicht 
bekannt, sie einige Zeit lang festzuhalten und sich dann das Leben zu 
nehmen. Er sagte ihr auch, dass er Handschellen und Seile mitgenom-
men habe.

Um ca. 11.00 Uhr forderte X. K. auf, sich schön anzuziehen und ver-
suchte sie dann zu küssen. K. lehnte dies mit einer Kopfbewegung zur 
Seite ab. Schliesslich setzten sich die beiden auf das Sofa, wo der An-
geklagte die Beine von K. über seine Oberschenkel legte, ihr den Rock 
hochzog und mit einem Finger in ihre Scheide eindrang, um sie zu sti-
mulieren. Um diesen Vorgang schneller zu beenden, gab sie vor, einen 
Orgasmus zu haben. Schliesslich legte sich der Angeklagte auf das 
Sofa und K. musste ihn manuell befriedigen.

Um ca. 13.30 Uhr befahl der Angeklagte K., von ihm mitgebrachte 
Strümpfe, Slip und BH anzuziehen. Er selbst zog sich einen Anzug an. 
Im Schlafzimmer versuchte er sie erneut zu küssen, was sie wiederum 
mit einer Kopfbewegung zur Seite ablehnte. In der Folge streichelte er 
ihre Geschlechtsteile über dem Slip, zog sich dann die Hosen aus, 

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streifte sich ein Kondom über, legte sich auf K. und sagte ihr, dass er 
mit ihr schlafen wolle. Als sie nicht zustimmte, legte er sich neben K., 
welche zu weinen begann. In der Folge leckte der Angeklagte mit der 
Zunge an ihrem Geschlechtsteil. Nach ca. fünf Minuten täuschte K. ei-
nen Orgasmus vor. Wiederum musste sie den Angeklagten darauf ma-
nuell befriedigen.

Um ca. 06.15 Uhr des nächsten Tages forderte der Angeklagte K. erneut 
auf, ihn mit der Hand zu befriedigen. Sie kam dieser Aufforderung nach, 
in der Hoffnung, dass er sie zu einem Zahnarzttermin gehen lassen 
werde. Schliesslich liess der Angeklagte K. die Wohnung verlassen. K. 
informierte nun ihren Arbeitgeber, der in der Folge die Polizei alarmierte. 

Am 15. März 2005 stellte K. gegen X. Strafantrag u.a. wegen Hausfrie-
densbruchs.

Am 29. August 2005 reichte K., vertreten durch RA lic.iur. Diana Honeg-
ger Droll, eine Adhäsionsklage ein und beantragte, unter gesetzlicher 
Kosten- und Entschädigungsfolge:

 "1. Es sei festzustellen, dass X. gegenüber der Adhäsionsklägerin für die 
Folgen der strafbaren Handlungen vom 14./15.03.2005 vollumfänglich 
schadenersatzpflichtig ist.

2. Es sei X. zu verpflichten, der Adhäsionsklägerin den einstweiligen Scha-
den von

- Fr 1'181.95 nebst Zins zu 5% seit 01.08.2005

- Fr. 7'200.-- nebst Zins zu 5% seit 01.07.2005

- Fr. 200.-- nebst Zins zu 5% seit 01.12.2005

- Fr. 4'000.-- nebst Zins zu 5% seit 03.08.2005

- Fr. 353.60 nebst Zins zu 5% seit 23.06.2005

zu bezahlen.

3. Es sei der Adhäsionsklägerin ein Nachklagerecht für weiteren Schaden-
ersatz für die Folgen der strafbaren Handlungen vom 14./15.03.2005 
einzuräumen.

4. Es sei X. zu verpflichten, der Adhäsionsklägerin eine Genugtuungs-
summe von Fr. 15'000.-- nebst Zins zu 5% seit 15.03.2005 zu bezah-
len.“

C. Mit Bezug auf die Adhäsionsklage schlossen die Parteien am 13./15. 
Dezember 2005 folgenden Vergleich:

"1. X. anerkennt, dass er aus dem Übergriff vom 14./15.03.2005 gegenüber 
K. schadenersatz- und genugtuungspflichtig ist.

2. Die Parteien kommen überein, dass X. K. per Saldo aller Ansprüche aus 
dem Übergriff vom 14./15.03.2005 insgesamt Fr. 10'000.-- (Fr. 3'000.-- 
Schadenersatz, Fr. 7'000.-- Genugtuung) zuzüglich Zins zu 5% seit 
01.08.2005 bezahlt.

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Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

3. X. unterbreitet Rechtsanwältin Honegger Droll spätestens bis am 
22.12.2005 einen Zahlungsvorschlag.

4. Der abgeschlossene Vergleich wird unverzüglich dem Kantonsgericht 
von Graubünden mitgeteilt.

5. Der Vergleich wird im Doppel ausgestellt.

L., den 13.12.2005 sig. K.

Chur, den 15.12.2005 sig. X.“

D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 20. Dezember 2005 vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte, dessen 
amtlicher Verteidiger und Staatsanwalt M., anwesend. Gegen die Zuständigkeit und 
die Zusammensetzung des Gerichtes wurden keine Einwände erhoben. Im Rahmen 
der Verlesung der Akten zur Person führte X. auf entsprechende Frage des Vorsit-
zenden aus, dass er im ersten Lehrjahr als Bauspengler im Betrieb seines Vaters 
arbeite. Dabei erziele er einen Bruttolohn von Fr. 1'700.--, welcher im zweiten Lehr-
jahr auf Fr. 2'000.-- erhöht werde. Neuerdings bewohne er in Ilanz eine Vier-Zim-
merwohnung mit seiner Schwester N.. Zu seinen Eltern habe er nach wie vor ein 
gutes Verhältnis. Seine Freizeit verbringe er vielfach mit sportlicher Betätigung; zur 
Zeit habe er auch eine Freundin in Ilanz. Nach wie vor sei er bei J. in Therapie und 
wolle damit fortfahren. In der Sache zeigte sich X. wie bereits im Untersuchungs-
verfahren vollumfänglich geständig. 

Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete der Staatsan-
walt folgende Anträge:

"1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen..

2. Dafür sei er mit 3 Jahren Gefängnis zu bestrafen unter Anrechnung der 
erstandenen Untersuchungshaft.

3. Gesetzliche Kostenfolge.“

In seinem Plädoyer hielt Staatsanwalt Dr. Zindel einleitend fest, dass der 
Sachverhalt vom Angeklagten im Wesentlichen anerkannt werde. In Bezug auf den 
Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung ergebe sich ganz klar, dass die Nöti-
gungsmittel der Drohung und des psychsichen Druckes eingesetzt worden seien, 
um das Opfer gefügig zu machen. Dass K. nach dem Vorhalten der Pistole und der 
Erklärung des Täters, er habe Fesselungs- und Knebelungsmaterial bei sich, wie 
gelähmt und zum Widerstand unfähig gewesen sei, sei mehr als verständlich. Auch 

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der Tatbestand der Freiheitberaubung sei ausgewiesen, wobei dieser aufgrund des 
langen Zeitraums, in welchem der Täter das Opfer festhielt, in Realkonkurrenz mit 
der sexuellen Nötigung trete. Klar ausgewiesen seien auch der Hausfriedensbruch 
und die Widerhandlung gegen das Militärstrafgesetz. Das Tatverschulden wiege 
schwer, habe X. doch nicht davor zurückgeschreckt, seine ehemalige Freundin ei-
nem vielstündigen eigentlichen Psychoterror auszusetzen. Strafschärfend seien 
das Zusammentreffen verschiedener strafbarer Handlungen und die mehrfache Be-
gangenschaft zu berücksichtigen. Leicht strafmildernd wirke sich die gutachterlich 
diagnostizierte, leichtgradige Verminderung der Zurechnungsfähigkeit aus. Strafer-
höhend, wenn auch nicht in erheblichem Umfang, wirke sich die Vorstrafe aus, straf-
mindernd sei das Geständnis zu berücksichtigen.

Der amtliche Verteidiger anerkannte den in der Anklageschrift relevierten 
Sachverhalt sowie die von der Staatsanwaltschaft vorgenommene rechtliche Sub-
sumtion. Beim Tatbestand der sexuellen Nötigung sei, was die Tatschwere anbe-
lange, auf die Umstände des konkreten Einzelfalles abzustellen. Der Angeklagte 
habe bei der Vornahme der sexuellen Handlungen keinerlei Gewalt angewendet. 
Das Opfer habe keinen eigentlichen Widerstand geleistet, obwohl es ihm aufgrund 
der Umstände möglich gewesen wäre. Es hätte zudem die Möglichkeit bestanden, 
Hilfe zu avisieren. Zum einen habe der Täter die Wohnung tagsüber für etwa fünf 
Minuten verlassen, und in der Nacht auf den 15. März 2005 habe er den Wohnungs-
schlüssel stecken lassen. Unbestreitbar bestehe aufgrund der Tatumstände Real-
konkurrenz zwischen der sexuellen Nötigung und der Freiheitsberaubung. Die übri-
gen Tatbestände seien ebenfalls ausgewiesen. Das Verschulden des Angeklagten 
wiege nicht leicht, doch dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass sich X. als 
enttäuschter Liebhaber verachtet und gedemütigt gefühlt habe. Er sei zunehmend 
in einen Zustand innerer Verzweiflung geraten, welche ihn schliesslich zur Tat be-
wegt habe. Strafmildernd sei die gemäss Gutachten leichtgradig verminderte Zu-
rechnungsfähigkeit zu berücksichtigen. Darüber hinaus habe der Täter auch auf-
richtige Reue gezeigt; er habe die Zivilforderung von K. anerkannt, sich entschuldigt 
und eine gemeinsame Therapie mit dem Opfer vorgeschlagen, um das Geschehene 
zu verarbeiten. Strafmindernd würden das vollumfängliche Geständnis und der gute 
Leumund ins Gewicht fallen. Sodann sei der Täter einsichtig und reuig. Auch die 
durch die Medien erfolgte Vorverurteilung sei - mit einer gewissen Zurückhaltung - 
strafmindernd zu werten. All dies lasse eine Strafe von 18 Monaten Gefängnis als 
angemessen erscheinen, wobei der bedingte Strafvollzug gewährt werden könne. 
X. habe sich beruflich und privat völlig neu ausgerichtet und einen Neustart gewagt. 
Die Tat stelle eine einmalige Entgleisung dar, er sehe das Unrecht seiner Handlun-

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gen ein und er schliesse jeglichen zukünftigen Kontakt mit K. aus. Begleitend sei X. 
die Weisung zu erteilen, sich im Sinne des psychiatrischen Gutachtens einer ambu-
lanten psychiatrischen Behandlung zu unterziehen.

Auf die weitere Begründung der Anträge des Anklagevertreters und des amt-
lichen Verteidigers wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
näher eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Der Angeklagte ist vollumfänglich geständig, die ihm in der Anklage-
schrift zur Last gelegten Taten begangen zu haben. Im Folgenden geht es demnach 
im Wesentlichen um die rechtliche Subsumtion seines Verhaltens und die Frage der 
angemessenen Strafe. 

a) Die Beweislast für die dem Beschuldigten zur Last gelegten Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des 
Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage, Chur 1996, S. 306). Bei der Würdigung 
der Beweismittel entscheidet das Gericht nach freier Überzeugung (Art. 125 Abs. 2 
StPO). An den Tatbeweis sind hohe Anforderungen zu stellen; verlangt wird mehr 
als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft, 
denn mit solcher Gewissheit lassen sich infolge der Unzulänglichkeit des 
menschlichen Erkenntnisvermögens Tatsachen kaum je beweisen (Padrutt, a.a.O., 
S. 306). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweis-
würdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der 
Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt 
erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachver-
halt so verwirklicht hat, oder mit anderen Worten Zweifel an den tatsächlichen 
Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). 
Bloss theoretische Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer 
möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich 
vielmehr um erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel 
handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 
(BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an starre Beweisregeln 
die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen 
bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung 
objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Beschuldigten muss 
sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in 

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ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (Padrutt, a.a.O., S. 307). Diese 
allgemeine Rechtsregel kommt im Übrigen nicht bereits dann zur Anwendung, wenn 
Aussage gegen Aussage steht; vielmehr ist anhand sämtlicher sich aus den Akten 
ergebender Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Staatsanwaltschaft 
oder jene des Beschuldigten den Richter zu überzeugen vermag. Nur für den Fall, 
dass eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu 
gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den 
Beschuldigten günstigere Sachverhalt Anwendung finden (Padrutt, a.a.O., S. 308), 
und es hat alsdann ein Freispruch zu erfolgen.

b) Zu den verschiedenen Beweismitteln ist anzumerken, dass der Grund-
satz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Demnach sind die 
Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen wie auch jene des Angeschuldigten voll 
gültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise 
ist weniger die Form, sondern vielmehr der Inhalt, das heisst deren innere Autorität, 
massgebend (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 613). 
Entsprechend interessiert im Rahmen des Gerichtsverfahrens nicht in erster Linie 
die persönliche Glaubwürdigkeit des Angeschuldigten oder von Zeugen, sondern 
die sachliche Glaubhaftigkeit ihrer konkreten Aussagen (Robert Hauser, Der Zeu-
genbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, 
S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere 
Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die 
konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten. Die Schilderung 
des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu 
erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres Indiz für die Richtigkeit 
der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage sprechen im weiteren die 
Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge, die 
Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle, 
Entlastungsbemerkungen zu Gunsten des Beschuldigten und die Konstanz in der 
Aussage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundungen 
fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst 
falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen 
Aussagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im 
Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende 
Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. 

2. Gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren 
oder mit Gefängnis bestraft, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen 

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oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, 
Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig 
macht. Geschütztes Rechtsgut ist das Recht auf Selbstbestimmung in sexueller Hin-
sicht. Bezüglich Täter und Opfer kennt Art. 189 StGB im Gegensatz zu Art. 190 
StGB keine Einschränkung. Die ersten drei im Gesetz erwähnten Nötigungsmittel 
brauchen nicht zu einer vollständigen Widerstandsunfähigkeit des Opfers zu führen; 
es genügt die Schaffung einer tatsituativen Zwangslage, welche dem Opfer eine 
Gegenwehr verunmöglicht oder unzumutbar macht und es dazu bewegt wird, dem 
Ansinnen des Täters nachzugeben. Der Druck, den der Täter ausübt, kann darin 
bestehen, dass dem Opfer durch seine Unterlegenheit oder emotionale Abhängig-
keit gegenüber dem Täter eine Widersetzung nicht zugemutet werden kann. Die in 
Art. 189 Abs. 1 StGB genannten Nötigungsmittel werden vom Gesetz grundsätzlich 
gleich bewertet (BGE 128 IV 104 sowie BGer 6S.361/2004 vom 3.5.2005). 

a) Das Tatmittel der Gewalt ist gegeben, wenn der Täter auf den Körper 
des Opfers einwirkt. Dies kann entweder mittels Brachialgewalt (Schlagen, Stechen, 
Festhalten) oder durch Betäubung, Narkotisierung und Einsatz von Tränengas (wei-
tere Beispiele bei Philipp Maier, in: Marcel A. Niggli/Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. 111-401 StGB, Basel 2003, N 12 ff. zu Art. 
189 StGB) erfolgen. Dass das Opfer widerstandsunfähig wird, ist nicht erforderlich. 
Es genügt jene Gewalt, welche nötig ist, dieses gefügig zu machen. Nicht nötig ist 
insbesondere, dass sich das Opfer andauernd wehrt - unter Umständen gibt es auf, 
weil es eine weitere Abwehr für zwecklos hält oder zermürbt ist (Stefan Trechsel, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, N 5 zu 
Art. 189 StGB). Bedroht ist das Opfer, wenn der Täter diesem explizit oder implizit 
mit gewaltsamer Einwirkung auf den Körper droht, gegen welche sich das Opfer 
nicht mit guter Aussicht auf Erfolg zur Wehr setzen könnte (Trechsel, a.a.O., N 4 zu 
Art. 189 StGB). Mit der Tatvariante des Unter-psychischen-Druck-Setzens bringt der 
Gesetzgeber zum Ausdruck, dass sich die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der 
Situation auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet. 
Ob im konkreten Fall die geforderte Nötigungsintensität gegeben ist, lässt sich nur 
aufgrund einer umfassenden Würdigung der relevanten Umstände entscheiden. 
Letztlich bleibt aber das Ausmass der Beeinflussung, das für den psychischen 
Druck erforderlich ist, unbestimmbar, was für zurückhaltende Anwendung dieser 
Tatbestandsvariante spricht (BGE 128 IV 99, 111). Das nach Art. 189 StGB dem 
Opfer abgenötigte Verhalten besteht in der Duldung beziehungsweise der Vor-
nahme der beischlafsähnlichen oder sexuellen Handlung (BGE 127 IV 198 ff.); zwi-
schen Einsatz des Nötigungsmittels und dem Taterfolg muss ein Kausalzusammen-

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hang bestehen. Der Täter muss gerade durch die Nötigungshandlung die Duldung 
der sexuellen Handlung erzwungen haben (Trechsel, a.a.O., N 11 zu Art. 189 
StGB). 

b) Unter den Begriff der sexuellen Handlungen fallen orale und anale Pe-
netrationen, Einführung von Gegenständen in Vagina und Anus, Reiben des Ge-
schlechtsteils des Täters oder der Täterin an den Genitalien oder an der Brust des 
Opfers, aber auch etwa das längere oder intensive Betasten des weiblichen oder 
männlichen Geschlechtsteils über der Kleidung sowie Zungenküsse (Maier, Basler 
Kommentar, a.a.O., N 31 ff. zu Art. 189 StGB). Unter dem Begriff der beischlafsähn-
lichen Handlung versteht man eine körperliche Vereinigung, die in ihrer Erscheinung 
und Innigkeit mit dem Beischlaf vergleichbar ist. Als Beispiele können das Reiben 
des männlichen Gliedes an den Oberschenkeln direkt unterhalb des Geschlechts-
teils des Partners oder das Stimulieren der Vagina oder des Gliedes durch Zunge 
oder Lippen genannt werden. Die Vollendung der Tat tritt mit der beischlafsähnli-
chen beziehungsweise sexuellen Handlung ein, zu deren Duldung das Opfer 
genötigt wird. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Wer 
es ernstlich für möglich hält, das Opfer könnte mit der sexuellen Handlung nicht 
einverstanden sein und nach Einsatz des Nötigungsmittels dennoch die sexuelle 
Handlung vornimmt oder das Opfer zu deren Duldung veranlasst, erfüllt den sub-
jektiven Tatbestand der sexuellen Nötigung. 

c) Der Angeklagte und das Opfer machten weitgehend identische Anga-
ben über den Tatablauf. So ist erstellt, dass X., nachdem er am Morgen des 14. 
März 2005 vor der Wohnung seiner ehemaligen Freundin gewartet hatte, sich un-
mittelbar nach dem Öffnen der Wohnungstüre gewaltsam Zutritt verschaffte und K. 
mit vorgehaltener Pistole bedrohte (act. 4.7, S. 2 und act. 4.8, S. 2 f.). Im weiteren 
Verlauf trat insofern eine gewisse Beruhigung ein, als sich der Angeklagte mit K. an 
den Tisch setzte und über Verschiedenes diskutiert wurde. Nach einer gewissen 
Zeit verstaute X. dann seine Waffe im Rucksack. K. machte in der polizeilichen Ein-
vernahme geltend, sich als Gefangene gefühlt zu haben; ihre Handlungsfähigkeit 
sei total eingeschränkt gewesen und sie habe sehr grosse Angst gehabt, der Ange-
klagte könne ihr im Falle eines Ungehorsams ein Leid antun (act.4.7, S. 5). Zwar 
bestätigte sie, dass im Laufe des Tages die Angst etwas verflogen sei, dennoch sei 
diese nach wie vor präsent gewesen. Sie habe stets befürchtet, der Angeklagte 
könne die Pistole wieder hervornehmen. Zudem habe sie gewusst, dass X. Hand-
schellen und Seile mitgenommen habe (act. 4.13, S. 4). In diesem Zusammenhang 
soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Angeklagte K. bereits in den Monaten zuvor 

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mit E-mails und Briefen regelrecht belästigt hatte, wobei es immer wieder um das 
gleiche Thema ging und in einzelnen Fällen auch explizit Drohungen ausgespro-
chen wurden (vgl. act. 5.1 und 5.2). Das Verhalten des Täters lässt sich gemäss 
dem Gutachten der psychiatrischen Klinik G. unter den neuzeitlichen Begriff des 
„Stalking“ subsumieren. Darunter verstehe man eine systematische Belästigung 
und Verfolgung einer Person durch hartnäckige Annäherungsversuche, welche die 
verschiedensten Formen annehmen können und von Briefen bis zu schweren Ge-
walttaten gegen das Opfer oder seine Bezugspersonen reichen (act. 2.10, S. 31). 
Von den verschiedenen Stalking-Typen treffe auf den Angeklagten jener des ver-
schmähten Liebehabers zu, welcher nach Abbruch der Beziehung nicht loslassen 
könne und sich am häufigsten von allen Stalker-Typen zu Gewalttaten hinreissen 
lasse. Im Lichte dieser Erwägungen ist ohne weiteres nachvollziehbar, dass sich K. 
vom Angeklagten bedroht fühlte, zumal X. eine Waffe mit sich führte und das Opfer 
davon ausging, sie sei geladen (act. 4.13). Die Bedrohung war während der ganzen 
Zeit zumindest latent vorhanden; aufgrund der Ereignisse im Vorfeld der Tat war 
das Verhalten von X. schlechterdings nicht berechenbar und ein Fluchtversuch des 
Opfers hätte nicht absehbare Konsequenzen nach sich ziehen können. Es ist daher 
verständlich, dass die gegebene Zwangslage es K. verunmöglichte, von allfälligen 
Fluchtmöglichkeiten Gebrauch zu machen. Namentlich durfte sie nicht davon aus-
gehen, des Nachts unbemerkt aus der Wohnung gelangen zu können; zu gross 
wäre das Risiko eines Aufwachens des Täters gewesen. Dass K., welche sich in 
grosser Angst befand, in der gegebenen Situation und aufgrund der Unberechen-
barkeit des Täters sowie aufgrund der Unmöglichkeit, dessen Reaktion auf einen 
allenfalls möglichen Fluchtversuch abschätzen zu können, eben gerade keinen 
Fluchtversuch unternahm, kann ihr nun wahrlich nicht angelastet werden. Sie 
konnte in keiner Phase davon ausgehen, X. würde einem solchen Verhalten dul-
dend gegenüberstehen. Dass die in Frage stehenden Handlungen sexueller Natur 
waren und daher unter den objektiven Tatbestand von Art. 189 Abs. 1 StGB fallen, 
bedarf keiner weiteren Begründung. Das Opfer hat im Übrigen klar dargelegt, dass 
die sexuellen Handlungen aus Angst vor negativen Konsquenzen geduldet bzw. 
vorgenommen worden seien, womit der Kausalzusammenhang zwischen dem Ein-
satz des Nötigungsmittels und dem Taterfolg gegeben ist. In subjektiver Hinsicht 
handelte X. zumindest eventualvorsätzlich, musste er doch davon ausgehen, seine 
ehemalige Freundin sei mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden. Dies 
zeigte sich insbesondere auch darin, dass das Opfer jeweils den Kopf zur Seite 
drehte, als der Angeklagte es zu küssen versuchte (act. 4.7, S. 3 und 4). Unbestreit-
bar kam es zu mehreren sexuellen Handlungen. Dreimal musste das Opfer den 
Täter mit der Hand befriedigen, letztmals am Morgen des 15. März 2005. Zweimal 

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nahm der Täter am Opfer sexuelle Handlungen vor. Am Vormittag des 14. März 
2005 drang X. mit dem Finger in die Scheide von K. ein, am Nachmittag wollte er 
sie oral befriedigen (act. 4.7, 4.8). Nach dem Dargelegten hat sich der Angeklagte 
der mehrfachen sexuellen Nötigung schuldig gemacht.

3. Der Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht 
sich schuldig, wer jemanden unrechtmässig festnimmt oder gefangen hält oder je-
mandem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht. Als Sanktion sieht 
das Gesetz Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder Gefängnis vor.

a) Der objektive Tatbestand besteht darin, dass der Täter jemandem un-
rechtmässig die Fortbewegungsfreiheit entzieht. In Bezug auf den subjektiven Tat-
bestand wird vorsätzliches Handeln verlangt. Geschützt ist die Fortbewegungsfrei-
heit, das heisst die Möglichkeit, sich nach eigener Wahl vom jeweiligen Aufenthalts-
ort an einen anderen Ort zu begeben (Delnon/Rüdy, Basler Kommentar, a.a.O., N 
6 zu Art. 183 StGB; BGE 101 IV 60). Aufgehoben werden kann die Freiheit durch 
das im Gesetz erwähnte Festnehmen, das heisst Einsperren, Anbinden oder ein 
anderweitiges gewaltsames Mitnehmen oder Festhalten einer Person. Erfasst wird 
aber auch jener Täter, welcher durch Drohungen eine Person am Verlassen eines 
Raumes hindert. Dagegen genügt es nicht, wenn jemand durch List oder Täuschung 
dazu gebracht wird, an einer bestimmten Stelle zu verbleiben. Andererseits braucht 
es dem Betroffenen nicht schlechthin verunmöglicht zu werden, sich wegzubege-
ben. Es reicht aus, wenn es für den Betroffenen unverhältnismässig schwierig oder 
riskant wäre, die Freiheitsbeschränkung aufzuheben; mithin kommt es bei der Frage 
der Erfüllung des objektiven Tatbestandes auf die individuelle Fähigkeit des Opfers 
zur Fortbewegung bzw. zur Überwindung des Widerstands an. Die Freiheitsberau-
bung muss darüber hinaus eine gewisse Erheblichkeit aufweisen. Ein bloss kurz-
fristiges, vorübergehendes Festhalten genügt somit nicht. Indessen sind die Anfor-
derungen in der Praxis nicht allzu hoch, liess doch das  Bundesgericht schon eine 
Freiheitsberaubung von ca. 10 Minuten genügen (Trechsel, a.a.O., N 1 ff. zu Art. 
183 StGB). Hinsichtlich der Tatmittel lässt sich die Freiheitsberaubung als Spezial-
fall der Nötigung gemäss Art. 181 StGB charakterisieren (Rehberg/Schmid/Do-
natsch, Strafrecht III, 8. Auflage, Zürich 2003, S. 352). Daher erscheint es gerecht-
fertigt, auch bei der Freiheitsberaubung ähnliche Anforderungen an die Drohung zu 
stellen wie bei der Nötigung. Der Tatbestand der Freiheitsberaubung durch Drohung 
ist somit objektiv dann gegeben, wenn der Täter durch das Inaussichtstellen eines 
Übels, dessen Eintritt nach der beim Opfer geweckten Vorstellung vom Täter ab-
hängt, dem Opfer unrechtmässig die Fortbewegungsfreiheit entzieht (Trechsel, 

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a.a.O., N 4 zu Art. 181 StGB). Analog dem Tatbestand der Nötigung muss dabei 
verlangt werden, dass der in Aussicht gestellte Nachteil erheblich genug ist, um den 
Betroffenen wesentlich in seiner Willensfreiheit zu beeinträchtigen. Dem Betroffe-
nen braucht allerdings nicht schlechthin verunmöglicht zu werden, sich wegzubege-
ben. Es reicht aus, wenn es für ihn unverhältnismässig schwierig oder riskant wäre, 
die Freiheitsbeschränkung zu überwinden. Wenn die Fortbewegung nicht schlecht-
hin verunmöglicht ist, muss die Drohung folglich derart stark sein, dass das Opfer 
aufgrund eines unverhältnismässig grossen Risikos davon absieht, die bestehende 
Möglichkeit zum Verlassen des Orts tatsächlich zu nutzen. Diese Wesentlichkeit der 
Drohung beurteilt sich dabei nach objektiven Gesichtspunkten. Entscheidend ist, ob 
die Drohung als geeignet erscheint, auch eine besonnene beziehungsweise ver-
ständige Person in der Lage des Opfers gefügig zu machen (Rehberg/Schmid/Do-
natsch, a.a.O., S. 366). Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei sich Wissen und Wil-
len des Täters nicht nur auf den Freiheitsentzug, sondern auch auf dessen Unrecht-
mässigkeit als objektives Tatbestandsmerkmal beziehen muss (Delnon/Rüdy, Bas-
ler Kommentar, a.a.O., N 39 zu Art. 183 StGB). 

b) X. drang am Morgen des 14. März 2005 in die Wohnung von K. ein, 
bedrohte sie zunächst mit einer (nicht geladenen) Waffe und gestattete ihr bis am 
nächsten Morgen nicht, die Wohnung zu verlassen. Damit hob er die Fortbewe-
gungsfreiheit von K. soweit auf, als sie sich nicht mehr aus freiem Willen aus ihrer 
Wohnung begeben konnte. Wohl bedrohte der Angeklagte seine ehemalige Freun-
din nicht während des ganzen Tages in expliziter Weise, doch befand sich K. auf-
grund der Umstände (vom Täter mitgebrachte Waffe und Fesselungsmaterial) in 
einer tatsächlichen Bedrohungssituation, die vom Angeklagten rechtswidrig herbei-
geführt worden war. K. führte dazu in der Konfronteinvernahme aus, dass der Täter 
ihr ganz zu Beginn gesagt habe, Handschellen und Seile mitzuführen, was ihr immer 
im Hinterkopf geblieben sei (act. 4.13). Dabei bestand für das Opfer durchgehend 
zumindest die psychische Unmöglichkeit, dem Täter durch Verlassen der Wohnung 
zu entrinnen. Wohl verliess der Angeklagte tagsüber einmal die Wohnung, um sein 
Auto umzuparken. Allerdings bestand aufgrund der örtlichen Verhältnisse die Ge-
fahr, der Täter würde einen Fluchtversuch bemerken und entsprechend vereiteln. 
Während der Nacht hätte ebenfalls die Möglichkeit zur Flucht bestanden (der Woh-
nungsschlüssel befand sich im Türschloss), doch musste K. damit rechnen, der An-
geklagte werde aufwachen und sie aufgrund der körperlichen Überlegenheit am 
Verlassen der Wohnung hindern. Aufgrund der mit einem Fluchtversuch verbunde-
nen Risiken war es dem Opfer  nicht möglich, die Freiheitsbeschränkung zu über-
winden. Insbesondere auch hier gilt das oben Gesagte: Dass K., welche sich in 

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grosser Angst befand, in der gegebenen Situation und aufgrund der Unberechen-
barkeit des Täters sowie aufgrund der Unmöglichkeit, dessen Reaktion auf einen 
allenfalls möglichen Fluchtversuch abschätzen zu können, eben gerade keinen 
Fluchtversuch unternahm, kann ihr nun wahrlich nicht angelastet werden. Sie 
konnte in keiner Phase davon ausgehen, X. werde einem solchen Verhalten dul-
dend gegenüberstehen. Nach dem Dargelegten hat der Angeklagte K. unrechtmäs-
sig in ihrer Wohnung festgehalten und damit den objektiven Tatbestand der Frei-
heitsberaubung erfüllt. Subjektiv handelte er vorsätzlich, indem er seine ehemalige 
Freundin mit Wissen und Willen festhielt. Zur Konkurrenzfrage mit der begangenen 
sexuellen Nötigung ist festzuhalten, dass grundsätzlich nur diejenige Beeinträchti-
gung der Bewegungsfreiheit, die als notwendiges Minimum des sexuellen Angriffs 
erscheint, von Art. 189 StGB erfasst wird (Maier, Basler Kommentar, a.a.O., N 54 
zu Art. 189 StGB). Dieses Minimum wurde vorliegend eindeutig überschritten, da 
die sexuellen Handlungen nur einen Bruchteil der Zeit ausmachten, in welcher sich 
X. in der Wohnung des Opfers aufhielt. Demzufolge liegt echte Realkonkurrenz zwi-
schen den beiden Tatbeständen vor.

4. Des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB macht sich strafbar, 
wer unter anderem gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Woh-
nung oder in einen abgeschlossenen Raum eines Hauses unrechtmässig eindringt. 
Die Strafe ist Gefängnis oder Busse. Geschützte Objekte sind neben Häusern, den 
abgeschlossenen Räumen eines Hauses und Wohnungen unter anderem auch 
Wohnwagen. Die tatbestandsmässige Handlung besteht darin, dass sich der Täter 
auf beliebige Weise in das geschützte Objekt begibt. Die Art und Weise des 
Eindringens - heimlich, offen oder gewaltsam - ist unerheblich; vollendet ist das 
Delikt, wenn der Täter mit einem Teilbereich seines Körpers in den geschützten 
Raum gelangt (Delnon/Rüdy, Basler Kommentar, a.a.O., N 18 ff. zu Art. 186 StGB). 
Vorausgesetzt wird dabei, dass der Täter den geschützten Raum gegen den Willen 
des Berechtigten betritt. Dieser Wille kann auch aus konkludentem Verhalten oder 
aus den Umständen hervorgehen. Bei einigen geschützten Objekten (z.B. solchen 
für Wohnzwecke) wird sogar allgemein vorauszusetzen sein, dass Aussenstehende 
den geschützten Bereich ohne Erlaubnis des Berechtigten nicht betreten dürfen. 
Berechtigter im Sinne des Gesetzes ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über 
das geschützte Objekt zusteht. Die Unrechtmässigkeit des Eindringens bzw. Betre-
tens ist nur im Zusammenhang mit Rechtfertigungsgründen oder Amtspflichten zu 
verneinen. Subjektiv ist Vorsatz, mithin das Bewusstsein des Täters, den geschütz-
ten Bereich gegen den Willen des Berechtigten zu betreten, gefordert (Reh-
berg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 393 ff.). Der Hausfriedensbruch ist als Antrags-

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delikt ausgestaltet, wobei zum Strafantrag nur der Inhaber des „Hausrechts“ - bei-
spielsweise der Mieter - berechtigt ist (Trechsel, a.a.O., N 8 f. zu Art. 186 StGB). 
Der Antrag wurde von K. rechtsgültig am 15. März 2005 gestellt (act. 4.5). Den Tat-
bestand hat X. objektiv und subjektiv erfüllt. 

5. Wer Waffen, Munition, Ausrüstungsgegenstände, Pferde, Fahrzeuge 
oder andere ihm dienstlich anvertraute oder überlassene Sachen missbräuchlich 
verwendet, veräussert, verpfändet, beiseiteschafft, im Stiche lässt, vorsätzlich  oder 
fahrlässig beschädigt, Schaden nehmen oder zugrunde gehen lässt, wird gemäss 
Art. 73 Ziff. 1 MStG mit Gefängnis bestraft. Vorliegend ist erstellt, dass der 
Angeklagte seine Armeepistole und Munition gebraucht hat, um K. zu bedrohen. 
Darin ist eine missbräuchliche Verwendung im Sinne der genannten Bestimmung 
zu erblicken. Mit Verfügung des Amtes für Militär und Zivilschutz vom 3. August 
2005 (act. 1.26) wurde die Waffe mit Munition vorsorglich bis zum Abschluss des 
Gerichtsverfahrens hinterlegt. 

6. Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des 
Verschuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung 
sowie die Beweggründe des Schuldigen, während die Täterkomponente vor allem 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren - beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit - umfasst 
(BGE 117 IV 113 f.). Die Tatschwere hängt auch von der Entscheidungsfreiheit des 
Täters ab; je leichter er die übertretene Norm hätte befolgen können, desto 
schwerer wiegt seine Entscheidung, sie zu verletzen, und folglich seine Tat (Pra 90, 
Nr. 140). Die in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder 
straferhöhend, wobei die Überlegungen des Richters nachvollziehbar sein müssen; 
das Strafmass muss mit anderen Worten plausibel erscheinen (BGE 121 IV 56 f.). 
Bei der Gewichtung der einzelnen, im Rahmen der Strafzumessung zu beachtenden 
Komponenten steht dem Sachrichter ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu 
(BGE 121 IV 4). Je höher die Strafe ist, desto vollständiger muss die Begründung 
sein; dies gilt vor allem, wenn die Strafe innerhalb des gesetzlichen Rahmens als 
vergleichsweise sehr hoch erscheint. 

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a) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere 
Freiheitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem in Art. 68 Ziff. 1 
StGB statuierten Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht 
deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste Mass der angedrohten 
Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist dabei zudem an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden. Schwerste Tat ist diejenige, welche 
unter den mit der höchsten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die 
Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in Art. 189 Abs. 1 StGB 
vorgesehene Strafrahmen, der von Gefängnis bis zu Zuchthaus in der Höhe von 10 
Jahren reicht.

b) Der Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die sexuelle 
Nötigung als ernstzunehmendes Delikt zu qualifizieren ist. Die objektive Schwere 
des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich aber insbesondere aufgrund des 
Ausmasses des deliktischen Erfolgs sowie der Art und Weise der Ausführung der 
Tat. Diese erlauben dem Gericht eine Verfeinerung der Wertung, die der 
Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Das Verschulden des Angeklagten wiegt sowohl 
hinsichtlich der Tat- als auch der Täterkomponente schwer. X. hat K. zunächst 
bewusst mit seiner Armeepistole bedroht und sie über einen erheblichen Zeitraum, 
nämlich etwa vierundzwanzig Stunden, in ihrer Wohnung festgehalten. Dabei hatte 
er anfänglich offen gelassen, wie lange er zu bleiben gedenke. Zudem hat er seine 
ehemalige Freundin bereits im Vorfeld der Tat über einen längeren Zeitraum 
telefonisch und schriftlich drangsaliert, sein Vorhaben im Detail geplant und das 
Opfer in der Woche vor der Tatausführung regelrecht überwacht. Dass der 
Angeklagte bei der Vornahme der sexuellen Handlungen behutsam vorging, 
vermag ihn nicht zu entlasten. Offensichtlich willigte K. nur aus Angst vor 
Konsequenzen ein, wobei sie sich eigenen Angaben zufolge „dreckig“ fühlte. 
Strafschärfend wirken sich vorliegend die mehrfache Begangenschaft und das 
Zusammentreffen verschiedener Straftatbestände aus, wobei hier neben dem 
Tatbestand der sexuellen Nötigung mit einer hohen Strafdrohung auch die 
Freiheitsberaubung mit einer ebenfalls hohen Strafdrohung (Gefängnis bis 
Zuchthaus von 5 Jahren) ins Gewicht fällt. Nur unwesentlich straferhöhend ist die 
Vorstrafe aus dem Jahre 2001 auf dem Gebiet des Militärstrafrechts zu werten. 
Strafmindernd können das vollumfängliche Geständnis, die während der 
Strafuntersuchung und anlässlich der Hauptverhandlung gezeigte Reue und 
Einsicht, die mehrfache Entschuldigung beim Opfer und der gute bürgerliche 
Leumund berücksichtigt werden. Strafmildernd fällt die vom Gutachter festgestellte, 
leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit ins Gewicht. Wie bereits erwähnt, 

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berücksichtigt das Gericht die bei X. vorhandene Einsicht und Reue, insbesondere, 
dass er sich mehrmals entschuldigt hat, den Schaden - soweit überhaupt möglich - 
ersetzt und sich behandeln lässt. Dieses Verhalten muss somit strafmindernd 
berücksichtigt werden. Dagegen besteht für das Gericht keine Veranlassung, die 
Strafe - entsprechend der Kann-Vorschrift von Art. 64 StGB - diesbezüglich zu 
mildern (vgl. BGE 116 IV 13 f. und 302). Im Ergebnis stehen somit - bei insgesamt 
schwerem Verschulden - der Strafschärfung (Art. 68 StGB) die Strafmilderung 
wegen leicht verminderter Zurechnungsfähigkeit (Art. 11 in Verbindung mit Art. 66 
StGB) und mehrere Strafminderungsgründe gegenüber. Der Staatsanwalt hat eine 
Strafe von 36 Monaten beantragt. Das Gericht komm nun - gerade aufgrund der 
doch gezeigten Reue und Einsicht - und den weiteren Strafminderungsgründen zum 
Schluss, dass eine Reduktion dieses Strafmasses, welches bei den vom 
Staatsanwalt angeführten Strafzumessungsgründen noch angemessen sein 
könnte, um 9 Monate gerechtfertigt ist. Keinesfalls aber rechtfertigt sich bei diesem 
schweren, erheblichen Verschulden und bei der Verwirklichung von Tatbeständen, 
welche schon der Gesetzgeber mit einer hohen Strafdrohung versehen hat, eine 
Strafe von lediglich 18 Monaten Gefängnis. Unter Berücksichtigung sämtlicher 
Strafzumessungsgründe erscheint somit eine Strafe von 27 Monaten Gefängnis als 
angemessen.

c) Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Unter-
suchungshaft auf die Freiheitsstrafe an, sofern der Täter diese nicht durch sein 
Verhalten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Von der Anrechnung darf 
nach der neueren Praxis des Bundesgerichts nur abgesehen werden, wenn der 
Beschuldigte durch ein gemäss rechtsstaatlichen Grundsätzen objektiv vor-
werfbares Verhalten, welches ihm zum Verschulden gereicht, die Untersuchungs-
haft in der Absicht herbeigeführt oder verlängert hat, den Strafvollzug zu verkürzen 
oder zu umgehen (BGE 117 IV 406). Als solches Verhalten gilt weder die blosse 
Verweigerung von Aussagen noch das blosse Leugnen der Tat, denn der 
Beschuldigte ist nicht zur Offenbarung von Straftaten verpflichtet. Die Anrechnung 
hat indessen zu unterbleiben, wenn der Beschuldigte die Behörden durch unwahre 
Behauptungen und Einwendungen zu weiteren und unnötigen Erhebungen 
veranlasste oder wenn er seine Verteidigungsrechte zur Erreichung sachfremder     
Zwecke missbrauchte (BGE 117 IV 406; BGE 105 IV 241). Ablehnungsgründe im 
Sinne der aufgeführten Rechtsprechung bestehen in Bezug auf X. nicht, so dass 
einer Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 23 Tagen an die 
ausgefällte Strafe nichts entgegensteht. 

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7. Am 29. August 2005 reichte K. eine Adhäsionsklage gegen den Ange-
klagten ein. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2005 an den Kantonsgerichtsvizeprä-
sidenten teilte die Adhäsionsklägerin mit, dass sie sich mit dem Angeklagten aus-
sergerichtlich per Saldo aller Ansprüche habe einigen können. X. anerkenne, dass 
er aus dem Übergriff vom 14./15. März 2005 gegenüber K. schadenersatz- und ge-
nugtuungspflichtig sei. Er habe sich zur Bezahlung eines Schadenersatzes von Fr. 
3'000.-- und einer Genugtuung von Fr. 7'000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit 1. August 
2005 verpflichtet. Die aussergerichtlichen Kosten würden wettgeschlagen. Dem er-
zielten Vergleich zufolge, dessen Wortlaut unter lit. C des Sachverhaltes wiederge-
geben ist, erübrigt sich eine gerichtliche Beurteilung der Adhäsionsklage; im Dispo-
sitiv ist davon entsprechend Vormerk zu nehmen. 

8. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Untersuchungs-
haft und jene des Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO 
in Verbindung mit Art. 188 StPO). 

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 
StGB, der Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, des 
Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie des Missbrauchs und der 
Verschleuderung von Material gemäss Art. 73 Ziffer 1 MStG.

2. Dafür wird er mit 27 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Untersuchungshaft von 23 Tagen.

3. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage im Umfang von Fr. 3'000.-- (Scha-
denersatz) und von Fr. 7'000.-- (Genugtuung) total somit von Fr. 10'000.-- 
nebst Zins zu 5% seit 1. August 2005 sowie davon, dass die aussergerichtli-
chen Kosten im Adhäsionsklageverfahren wettgeschlagen werden, wird Vor-
merk genommen.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- Barauslagen der Staatsanwaltschaft

 Graubünden von Fr. 17'809.70

- Untersuchungsgebühren der Staatsanwaltschaft

 Graubünden von Fr. 2’600.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 3’000.00

- dem Honorar der amtlichen Verteidigung:

a) RA lic. iur. A. Lombardini Fr. 3'052.35

b) RA Dr. iur. Chr. Rathgeb Fr. 6'718.25

total somit Fr. 33'180.30

gehen zu Lasten von X.. Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft 
und des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

5. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, beim Kassationshof des schweizerischen Bundes-
gerichts Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der gemäss Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstraf-
rechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Be-

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schwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen gelten die Art. 268 
ff. BStP.

6. Mitteilung an:

__________ 

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Der Aktuar ad hoc: