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**Case Identifier:** f753bae0-c1ad-5332-9ebd-9d8971d8bd90
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.11.2023 3-RV.2021.159
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2021-159_2023-11-23.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2021.159       
P 201 

 

 

 

Urteil vom 23. November 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Senn  

Richterin Sramek  

Gerichtsschreiberin Bernhard          

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

  

Rekurrentin 2  B._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Geschäftsbereich Recht, Nachsteuern und Bussen,  

vom 16. September 2021 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2006 bis 2013; Nachsteuern 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Abgabe der Steuererklärung 2015 erstatteten A._____ und B._____ am 

22. April 2016 eine Selbstanzeige und meldeten bisher nicht deklariertes 

Vermögen samt Erträgen zur Nachbesteuerung an. 

 

2. 

Gestützt auf die Selbstanzeige von A._____ und B._____ setzte das 

Steueramt des Kantons Aargau, Sektion Rechtsdienst, Nachsteuern und 

Bussen (nachfolgend: KStA), mit Verfügung vom 10. Mai 2019 die 

Nachsteuern der Kantons- und Gemeindesteuern 2006 bis 2013 auf 

CHF 233'392.55 (inklusive Verzugszinsen) fest. Dabei flossen folgende 

Faktoren in die Nachsteuerberechnung ein: 

 
Nachsteuerperioden 2006 2007 2008 2009 2010 

Korrigiertes steuerbares 

Einkommen 
163'282 173'815 200'829 212'068 222'654 

Korrigiertes steuerbares 

Vermögen 
3'263'364 3'368'502 2'735'680 3'043'172 2'755'241 

zum korrigierten Gesamtsatz 3'263'364 3'368'502 2'735'680 3'043'172 2'755'241 

 
Nachsteuerperioden 2011 2012 2013 

Korrigiertes steuerbares 

Einkommen 
218'696 211'974 182'986 

Korrigiertes steuerbares 

Vermögen 
2'688'817 3'039'790 3'988'994 

zum korrigierten Gesamtsatz 2'688'817 3'115'907 3'988'994 

 

3. 

Gegen die Nachsteuerverfügung vom 10. Mai 2019 liessen A._____ und 

B._____ mit Schreiben vom 28. Mai 2019 Einsprache erheben. Sie stellten 

sinngemäss folgende Anträge: 

 
"-  die Nachsteuern und Verzugszinsen betreffend die Kantons- und Ge-

meindesteuern 2006 bis 2008 seien aufzuheben; 
 
- die geschuldeten Nachsteuern und Verzugszinsen seien von den nach-

zubesteuernden Vermögen in Abzug zu bringen; 
 

- die Verzugszinsen seien zu reduzieren bzw. lediglich bis zum Datum 
der Selbstanzeige zu berechnen; 
 

- es seien sämtliche von den Pflichtigen geltend gemachten Vermögens-
verwaltungskosten als Gewinnungskosten zum Abzug zuzulassen; 
 

- es seien den Pflichtigen die für die Jahre 2006 bis 2014 bezahlten Ver-
rechnungssteuern zurückzuerstatten." 

 

 - 3 - 

 

 

4. 

Mit Schreiben vom 3. Juni 2019 bestätigte das KStA den Eingang der Ein-

sprache und äusserte sich zu den Einwendungen von A._____ und 

B._____. A._____ und B._____ erhielten bis zum 31. Juli 2019 

Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. 

 

5. 

Mit Eingabe vom 24. Juli 2019 nahmen A._____ und B._____ Stellung zur 

Einsprachebestätigung und reichten weitere Unterlagen ein. 

 

6. 

Mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 reichten A._____ und B._____ beim 

Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern (im Folgenden: 

Spezialverwaltungsgericht), einen "Rekurs" ein, welcher mangels 

Zuständigkeit an das KStA zur Behandlung weitergeleitet wurde. 

 

7. 

Mit Einspracheentscheid vom 16. September 2021 hiess das KStA die Ein-

sprache teilweise gut. A._____ und B._____ wurden verpflichtet, für die 

Kantons- und Gemeindesteuern 2006 bis 2013 total CHF 217'913.35 an 

Nachsteuern und Verzugszinsen zu bezahlen.  

 

8. 

Den Einspracheentscheid vom 16. September 2021 (Zustellung am 

17. September 2021) zogen A._____ und B._____ mit Rekurs vom 

1. Oktober 2021 (Postaufgabe am gleichen Tag) an das 

Spezialverwaltungsgericht, weiter. Sie stellten folgende Anträge: 

 

"1. Verzugszinsen 
(…) 
 
Antrag 
 
Der Verzugszins soll nur auf den ausstehenden Steuerbetrag minus den 
Betrag der für das entsprechende Jahr einkassierten Verrechnungssteuer 
und minus der Gutschrift für die nicht rückforderbare Europäische Quellen-
steuer berechnet werden. 
 
(…) 
 
2. Verzugszinsen für 3 Jahre Bearbeitungszeit 
 
Antrag 
 
Der Verzugszinssatz soll während den drei Jahren Bearbeitungszeit auf 
2% reduziert werden. 
 
(…) 
 

 - 4 - 

 

 

3.  Die Berechnung der Einkommenssteuer in der Nachsteuerverfügung 
berücksichtigt die einbehaltenen Verrechnungssteuer als Einkommen 

 
Antrag 
 
Die Erträge aus den Schweizer Wertschriften sind in der Berechnung für 
die Steuer in der Nachsteuerverfügung zu entfernen und nicht zu berück-
sichtigen, da auf die Dividenden die 35 % Verrechnungssteuer als Quel-
lensteuer einkassiert worden sind. 
Die Berechnung der Einkommenssteuer in der Nachsteuerverfügung soll 
nur auf dem effektiven und in der straflosen Selbstanzeige detailliert aus-
gewiesenen Nettoeinkommen der ausländischen Wertschriften (Euro und 
USD) berechnet werden. 
Das Einkommen aus den Schweizer Wertschriften wurde ja jedes Jahr mit 
der 35 % Quellensteuer (d.h. Verrechnungssteuer) belastet. 
Die einkassierte Verrechnungsteuer soll von der Steuerbehörde berück-
sichtigt und die Kalkulation der Nachsteuer für das Einkommen soll ent-
sprechend korrigiert werden." 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 

9. 

Das KStA beantragt die Abweisung des Rekurses. Gleichzeitig wurde eine 

Überprüfung der Vermögensverwaltungskosten verlangt. 

 

10. 

A._____ und B._____ haben eine Replik erstattet und neben den 

bisherigen Anträgen, neu den Antrag auf Rückerstattung der von ihnen seit 

2019 zu viel bezahlten Steuern inklusive Zins zu 5 % gestellt. 

 

 

 

  

 - 5 - 

 

 

   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft Nachsteuern zu den Kantons- und Gemein-

desteuern 2006 bis 2013. Massgebend für die Beurteilung ist das Steuer-

gesetz vom 15. Dezember 1998 (StG).  

 

2. 

Die Rekurrenten verlangen erstmals mit Replik vom 24. Januar 2022 die 

Rückerstattung der seit 2019 zu viel bezahlten Steuern (direkte Bundes-

steuer, Kantons- und Gemeindesteuern) inklusive 5 % Zinsen. Das vorlie-

gende Rekursverfahren hat lediglich die Nachsteuern der Jahre 2006 bis 

2013 zum Gegenstand. Auf dieses Begehren ist daher nicht einzutreten. 

 

3. 

3.1. 

Das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, erlischt 10 Jahre nach Ab-

lauf der Steuerperiode, für die eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben 

oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist (§ 207 Abs. 1 StG). 

Die 10-jährige Einleitungsverwirkungsfrist ist gewahrt, wenn vor ihrem Ab-

lauf eine Einleitungshandlung vorgenommen wird. Die Einleitungshandlung 

kann in der Zustellung eines Eröffnungsschreibens an die steuerpflichtige 

Person, in einer Selbstanzeige oder in der Eröffnung einer Strafverfolgung 

wegen einer Steuerhinterziehung oder einem Steuervergehen liegen (Kom-

mentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 2023, § 207 StG 

N 1). 

 

Die Rekurrenten reichten die Steuererklärung 2015 mit Selbstanzeige am 

27. April 2016 ein. Die 10-jährige Frist für die Einleitung eines Nachsteuer-

verfahrens war somit für die Jahre 2006 bis 2013 noch nicht verwirkt.  

 

3.2. 

Das Recht, eine Nachsteuer festzusetzen, erlischt 15 Jahre nach Ablauf 

der Steuerperiode, auf die sie sich bezieht (§ 207 Abs. 2 StG). Die einge-

leiteten Nachsteuerverfahren müssen 15 Jahre nach Ablauf der massge-

benden Steuerperiode rechtskräftig abgeschlossen sein. Ein Nachsteuer-

verfahren gilt nur dann als rechtskräftig abgeschlossen, wenn der vollstän-

dige Ablauf der Rechtsmittelfrist einer eröffneten Nachsteuerverfügung 

(oder eines gerichtlichen Nachsteuerentscheids) innerhalb der Verwir-

kungsfrist eintreten kann; andernfalls ist zufolge Verwirkung auf eine Nach-

steuererhebung der entsprechenden Steuerperiode zu verzichten (Kom-

mentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 207 StG N 3). 

 

Ab dem Datum der Rechtskraft der Nachsteuerverfügung sind – rückwärts 

– 15 Jahre abzuziehen (Dezember 2023 abzüglich 15 Jahre = Dezember 

 - 6 - 

 

 

2008). Da das Recht, eine Nachsteuer festzusetzen, 15 Jahre nach Ablauf 

der in Frage kommenden Steuerperiode absolut erlischt, umfasst die Nach-

besteuerung noch die Steuerjahre ab 2008. Es wird festgestellt, dass die 

Nachsteuern für die Jahre 2006 und 2007 infolge Verjährung verwirkt sind. 

In der Folge wird somit nur noch die Nachbesteuerung der Jahre 2008 bis 

2013 geprüft. 

 

4. 

4.1. 

Das KStA führt in der Nachsteuerverfügung aus, aufgrund der Nichtdekla-

ration von Wertschriftenvermögen samt Erträgen in den Jahren 2006 bis 

2013 seien die Steuerveranlagungen der Rekurrenten unvollständig aus-

gefallen und für den Fiskus Steuerausfälle eingetreten. Die der Besteue-

rung vorenthaltenen Vermögenswerte und Einkünfte seien ausschliesslich 

dem Rekurrenten zuzurechnen.  

 

4.2. 

Die Rekurrenten machen in ihrer Einsprache geltend, die Steueramnestie 

werde unter der Bedingung gewährt, dass der Steuerzahler die Nachsteuer 

für 10 Jahre bezahle. Eine Amnestie erlaube gesetzlich nicht, dass die 

Steuerbehörde dem Steuerzahler weitergehende Steuerbelastungen in 

Rechnung stelle. Tue sie dies, so missachte die Steuerbehörde das im Ge-

setz verankerte Gleichheitsgebot des Bürgers. Nun seien aber weder die 

Steuerschulden noch die aufgezinsten Zinsforderungen vom steuerbaren 

Vermögen für die Berechnung der Vermögenssteuer abgezogen worden. 

Das Gesetz enthalte keine Angaben, dass auch Zinsen für die Zeit von der 

Selbstanzeige bis zur Zustellung der Nachsteuerverfügung am 10. Mai 

2019 in Rechnung gestellt werden dürften. Dies sei zu korrigieren.  

 

Die Vermögensverwaltungskosten seien zu einem wesentlichen Teil redu-

ziert worden, obwohl für sämtliche Kosten Belege eingereicht worden 

seien. Das Einverlangen der detaillierten Zusammensetzung der Vermö-

gensverwaltungskosten sei nicht nachvollziehbar. Es sei zudem aus dem 

Portefeuille sofort ersichtlich, dass keine Anlageberatung eingeschlossen 

gewesen sei, da das Portefeuille über all die Jahre passiv investiert gewe-

sen sei. Die Schweizer Wertschriften seien über all die Jahre im Depot ge-

wesen.  

 

Die Verrechnungssteuer sei aus Fahrlässigkeit in den Jahren 2006 bis 

2015 nicht gemeldet worden. Die Belege, für die von der Steuerbehörde 

kassierten Verrechnungssteuern in den Jahren 2006 bis 2015 seien alle 

nachträglich eingereicht worden. In den Jahren 2006 bis 2014 habe die 

ausgewiesene Verrechnungssteuer CHF 130'610.00 ausgemacht. Die in 

der Selbstanzeige genannten Erträge aus Wertschriften seien Brutto ange-

geben worden und würden die von der Steuerbehörde einkassierten Ver-

rechnungssteuern beinhalten. Die Nachsteuerverfügung berechne die 

 - 7 - 

 

 

Steuern auf den Bruttoerträgen (einschliesslich Verrechnungssteuer) und 

erwähne in keiner Zeile die Verrechnungssteuern. Es werde die Rück-

erstattung der Verrechnungssteuern für die Jahre 2006 bis 2014 im Betrag 

von CHF 130'610.00 erwartet. 

 

Die Nachsteuerverfügung verletze das Gebot der Rechtsgleichheit, sowie 

den Schutz vor Willkür und die Wahrung von Treu und Glauben.  

 

4.3. 

Mit Einspracheentscheid wird festgehalten, gemäss kantonaler Praxis wür-

den die in den einzelnen Jahren geschuldeten Nachsteuern jeweils bei der 

Berechnung des nachzubesteuernden Reinvermögens des nachfolgenden 

Stichtages berücksichtigt. Das Bundesgericht habe entschieden, dass es 

nicht willkürlich bzw. verfassungsrechtlich haltbar sei, wenn – so wie von 

den Aargauer Steuerbehörden praktiziert – die Verzugszinsen erst im Zeit-

punkt der Eröffnung der Nachsteuerverfügung zum Abzug zugelassen wür-

den (Bundesgerichtsurteil vom 18. Februar 2019 [BGE 2C_435/2017]). Die 

Verzugszinsen seien somit im Rahmen des vorliegenden Nachsteuerver-

fahrens weder einkommens- noch vermögensseitig zu berücksichtigen. Ein 

entsprechender Steuerabzug könne von den Rekurrenten im Rahmen des 

Veranlagungsverfahrens zur Steuerperiode 2019 geltend gemacht werden. 

 

Zum Antrag der Rekurrenten, die Verzugszinsen zu reduzieren bzw. ledig-

lich bis zum Datum der Selbstanzeige zu berechnen, sei festzuhalten, dass 

gemäss § 206 Abs. 1 StG die nicht oder zu wenig veranlagten Steuern samt 

Zins als Nachsteuer einzufordern seien. Das Spezialverwaltungsgericht 

habe zur Frage der Reduktion der Verzugszinsen infolge übermässig lan-

ger Verfahrensdauer ausgeführt, dass es dazu keine Rechtsgrundlage 

gäbe. 

 

Aus der von den Rekurrenten im Rahmen des Einspracheverfahrens bei-

gebrachten Bescheinigung der Bank C._____ ergebe sich, dass der im 

erstinstanzlichen Verfahren gewährte Pauschalabzug für Vermö-

gensverwaltungskosten in der Höhe von 3 ‰ des Wertschriftenvermögens 

zu tief ausgefallen sei. Im Rahmen des vorliegenden Einspracheverfahrens 

seien sämtliche in der vorerwähnten Bescheinigung aufgeführten Kosten, 

als Gewinnungskosten anerkannt und der entsprechende Steuerabzug kor-

rigiert worden. Die Einsprache werde in diesem Punkt gutgeheissen. 

 

Für die Beurteilung des Antrags auf Rückerstattung der Verrechnungs-

steuer für die Jahre 2006 bis 2014 sei die Sektion Verrechnungssteuer und 

Wertschriftenbewertung des Kantonalen Steueramts zuständig. Auf diesen 

Punkt der Einsprache könne mangels Zuständigkeit nicht eingetreten wer-

den. Die unterzeichnete Amtsstelle werde den entsprechenden Antrag je-

doch nach Eintritt der Rechtskraft der Nachsteuerverfügung an die zustän-

dige Fachstelle weiterleiten. 

 - 8 - 

 

 

4.4. 

Mit Rekurs machen die Rekurrenten erneut geltend, die Kapitalerträge wür-

den zweimal besteuert: Einmal mit der Verrechnungssteuer (Quellensteuer 

auf Kapitalerträgen) und einmal mit der Nachsteuer, mit der sogar noch auf 

die Verrechnungssteuer Einkommensteuern berechnet würden. Die Be-

rechnung der Einkommenssteuer in der Nachsteuerverfügung solle nur auf 

dem effektiven und in der straflosen Selbstanzeige detailliert ausgewiese-

nen Nettoeinkommen der ausländischen Wertschriften vorgenommen wer-

den. Das Einkommen aus den Schweizer Wertschriften sei jedes Jahr mit 

35 % Quellensteuer belastet worden. Die Verrechnungsteuer müsse bei 

der Kalkulation der Nachsteuer berücksichtigt werden. 

 

Die Nachsteuerverfügung enthalte auch Verzugszinsen auf dem Betrag, 

der von der Steuerbehörde jährlich erhobenen Verrechnungssteuer. Auf 

diesem Betrag könnten keine Verzugszinsen entstehen, da die Verrech-

nungssteuer auf dem Konto der Steuerbehörde als Eingang verbucht und 

nicht zurückerstattet worden sei. Die Einforderung der Verzugszinsen ent-

spräche einer weiteren Bestrafung der Steuerpflichtigen. Der Verzugszins-

satz sei während den drei Jahren Bearbeitungszeit auf 2 % zu reduzieren. 

 

4.5. 

In der Vernehmlassung führt das KStA ergänzend aus, im Nachsteuerver-

fahren würden nicht ordnungsgemäss versteuerte Wertschriftenerträge 

stets mit dem Bruttoertrag besteuert. Mangels Zuständigkeit des Fachbe-

reichs Nachsteuern und Bussen könne auf den Antrag, die Verrechnungs-

steuer sei zurückzuerstatten bzw. anzurechnen, nicht eingetreten werden. 

Der Fachbereich Nachsteuern und Bussen beantrage daher, entweder auf 

den Antrag des Rekurrenten betreffend Rückerstattung der Verrechnungs-

steuer (infolge fehlender Zuständigkeit) nicht einzutreten oder aber den ent-

sprechenden Antrag vollumfänglich abzuweisen.  

 

Dem Antrag auf Reduktion des Verzugszinses aufgrund übermässig langer 

Verfahrensdauer sei entgegenzuhalten, dass die Höhe der Verzugszinsen 

gesetzlich geregelt sei. Gemäss Rechtsprechung des Spezialverwaltungs-

gerichts sei eine Reduktion derselben wegen übermässig langer Verfah-

rensdauer nicht zulässig. Auch dieser Antrag des Rekurrenten sei somit 

vollumfänglich abzuweisen.  

 

Weiter wurde darauf hingewiesen, dass der Fachbereich Nachsteuern und 

Bussen im Rahmen des vorliegenden Nachsteuerverfahrens Vermögens-

verwaltungskosten der Bank C._____ zum Abzug zugelassen habe, 

obwohl nicht rechtsgenüglich nachgewiesen worden sei, dass diese 

tatsächlich als Gewinnungskosten im Sinne von § 39 Abs. 1 StG zu qualifi-

zieren seien und obwohl der Steuerabzug deutlich höher ausgefallen sei, 

als der (bei fehlendem Nachweis des Gewinnungskostencharakters) pra-

xisgemäss zu gewährende Pauschalabzug von 3 ‰ des verwalteten Wert-

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schriftenvermögens. Es werde beantragt, die Höhe dieses Abzuges im 

Rahmen der Kognition des Spezialverwaltungsgerichts zu überprüfen und 

gegebenenfalls zu Ungunsten des Rekurrenten zu korrigieren. 

 

4.6. 

In der Replik führen die Rekurrenten aus, da die Nachsteuerberechnung 

auf den Bruttoerträgen erfolge, sei die Verrechnungssteuer anerkannt wor-

den und müsse verrechnet oder zurückerstattet werden. Die Verrechnungs-

steuer bleibe im Verfahren der Rekurrenten arrestiert. Dies sei die erste 

Strafe für die Rekurrenten. Die Nachsteuern würden mit Verzugszinsen in 

Rechnung gestellt. Aber auf den einkassierten Verrechnungssteuern er-

folge keine Zinsgutschrift. Dies sei die zweite Strafe für die Rekurrenten. 

Das Steueramt verrechne für die Bearbeitungszeit von drei Jahren 5 % Ver-

zugszinsen pro Jahr. Dies sei die dritte Strafe für die Rekurrenten und 

verstosse möglicherweise gegen Art. 164 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG). Wenn die Ver-

rechnungssteuer nicht mit der Nachsteuer verrechnet oder nicht zurücker-

stattet werde, ergäbe sich durch die Besteuerung der Bruttoerträge eine 

weitere Strafe, da die Berechnung der Einkommenssteuern auch auf der 

einkassierten Quellensteuer und somit auf gar nicht erzieltem Einkommen 

erfolge. Dies sei die vierte Strafe für die Rekurrenten. Eine Gutschrift, für 

die nicht rückforderbare ausländische Steuer sei bisher nicht erfolgt. Dies 

sei die fünfte Strafe für die Rekurrenten.  

 

Es sei zudem zu beurteilen, ob Art. 44 des Bundesgesetzes über die Ver-

rechnungssteuer vom 13. Oktober 1965 (VStG) in diesem Verfahren anzu-

wenden sei. Gemäss Art. 44 VStG würden im Verfahren der Verrechnungs-

steuer keine Kosten berechnet.  

 

5. 

5.1. 

Ergibt sich auf Grund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der zuständi-

gen Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Un-

recht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, 

wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert 

(§ 206 Abs. 1 StG). Für das Verfahren und den Vollzug gelten die Bestim-

mungen des ordentlichen Veranlagungsverfahrens sinngemäss (§ 209 

Satz 2 StG). 

 

5.2. 

Neu sind Tatsachen oder Beweismittel, wenn sie im ordentlichen Veranla-

gungsverfahren beziehungsweise während des anschliessenden Rechts-

mittelverfahrens nicht aktenkundig waren und somit erst nach Rechtskraft 

der Veranlagung beziehungsweise des Entscheids zum Vorschein gelan-

gen (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 206 StG N 19). 

Massgebend für die Neuheit von Tatsachen ist der Aktenstand im Zeitpunkt 

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der Veranlagung. Was damals nicht in den Akten ersichtlich war, gilt als 

neu. Die Neuheit ist zwar auch dann zu bejahen, wenn die Steuerbehörde 

die fraglichen Sachkenntnisse bei besserer Untersuchung schon im frühe-

ren Verfahren hätte erlangen können. Sie darf sich aber auf die Richtigkeit 

der Steuererklärung verlassen. An die Abklärungspflicht der Steuerbehörde 

können keine überspannten Anforderungen gestellt werden (StE 2008 

B 97.41 Nr. 22; BStPra 2008 S. 17; BStPra 2007 S. 590). 

 

5.3. 

Nach § 179 Abs. 1 StG stellen die Veranlagungsbehörden zusammen mit 

der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige Besteue-

rung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dar-

aus folgt zunächst, dass Behörden und steuerpflichtige Person grundsätz-

lich gemeinsam auf eine richtige und vollständige Veranlagung hin arbei-

ten. Die steuerpflichtige Person muss alles tun, um eine vollständige und 

richtige Veranlagung zu ermöglichen (§ 182 Abs. 1 StG). Insbesondere 

muss sie das Formular für die Steuererklärung wahrheitsgemäss und voll-

ständig ausfüllen (§ 180 Abs. 2 StG); dazu hat sie bestimmte Beilagen ein-

zureichen und sie trägt die Verantwortung für die Richtigkeit und Vollstän-

digkeit der Steuererklärung. Ist sie sich über die steuerrechtliche Bedeu-

tung einer Tatsache im Unklaren, darf sie diese nicht einfach verschweigen, 

sondern hat auf die Unsicherheit hinzuweisen; jedenfalls muss sie die Tat-

sache als solche vollständig und zutreffend darlegen (Bundesgerichtsur-

teile vom 3. Februar 2016 [2C.230/2015] und vom 8. Juli 2014 [2C_1023/ 

2013, 2C_1024/2013]).   

  

5.4. 

Die Veranlagungsbehörde ihrerseits prüft die Steuererklärung und nimmt 

die erforderlichen Untersuchungen vor (§ 190 Abs. 1 StG). Die Steuerbe-

hörde darf sich jedoch grundsätzlich darauf verlassen, dass die Steuerer-

klärung richtig und vollständig ist. Sie ist nicht verpflichtet, ohne besonde-

ren Anlass Quervergleiche mit Akten anderer steuerpflichtiger Personen 

vorzunehmen oder im Steuerdossier nach ergänzenden Unterlagen zu su-

chen. Die Steuerbehörde darf freilich auch nicht unbesehen in der Art auf 

die Steuererklärung abstellen, wie wenn es sich um eine Selbstveranla-

gung handeln würde. Sie muss insbesondere berücksichtigen, dass in den 

Steuererklärungsformularen nicht nur Tatsachen einzutragen sind, sondern 

sich dabei auch eigentliche Rechtsfragen stellen. Eine Pflicht zu ergänzen-

der Untersuchung besteht für die Steuerbehörden aber nur dann, wenn die 

Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich bzw. offensichtlich sind. 

Bloss erkennbare Mängel genügen nicht, um davon auszugehen, be-

stimmte Tatsachen oder Beweismittel seien den Behörden schon zur Zeit 

der Veranlagung bekannt gewesen bzw. es müsse diesen ein entsprechen-

des Wissen angerechnet werden. Musste sich die Steuerbehörde be-

wusst sein, dass der Sachverhalt unvollständig oder unklar ist, so wird 

der adäquate Kausalzusammenhang zwischen mangelhafter Deklara-

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tion und ungenügender oder unvollständiger Veranlagung unterbrochen 

(Bundesgerichtsurteile vom 26. März 2015 [2C_458/2014], vom 8. Juli 2014 

[2C_1023/2013, 2C_1024/2013], vom 20. Juni 2008 [2C_104/2008] und 

vom 17. Juni 2004 [2A.286/2004] = ASA 75 S. 25). Ein Verschulden der 

steuerpflichtigen Person ist nicht erforderlich (Bundesgerichtsurteil vom 

25. April 2003 [2A.182/2002] = ASA 73 S. 482). 

 

6. 

6.1. 

Die Rekurrenten haben bisher nicht deklarierte Vermögenswerte selbst an-

gezeigt. Es ist damit im Grundsatz unbestritten, dass die angezeigten Ver-

mögenswerte und Erträge nachzubesteuern sind. Jedoch rügen die Rekur-

renten verschiedene Aspekte der Berechnung.  

 

6.2. 

6.2.1. 

Die Rekurrenten bemängeln, dass die Nachsteuerberechnung auf den 

Bruttoerträgen – also inklusive Verrechnungs- bzw. Quellensteuer – er-

folge. Dies führe im Bereich der Quellensteuer dazu, dass die Berechnung 

der Einkommenssteuern auch auf der einkassierten Quellensteuer und so-

mit auf gar nicht erzieltem Einkommen erfolge.  

 

Bei der Beurteilung dieser Frage ist zwischen verrechnungs- und quellen-

steuerpflichtigen Vermögenserträgen zu unterscheiden. 

 

6.2.2. 

Vermögenserträge auf Kapitalanlagen (Bankkonti, Festgelder, Obligatio-

nen, Schuldbriefe, Obligationen mit Einmalverzinsung, derivative Finanzin-

strumente oder Token usw.) und auf Beteiligungspapieren werden im Zeit-

punkt der Fälligkeit als Einkommen besteuert, und zwar brutto, auch wenn 

sie verrechnungssteuerpflichtig sind, dem Gläubiger also nur der Nettoer-

trag nach Abzug der Verrechnungssteuer ausbezahlt wird (Kommentar 

zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 29 StG N 37). Die Berechnung der 

Nachsteuern durch das KStA erfolgte in Bezug auf die Verrechnungssteu-

ern somit zu Recht auf dem Bruttovermögensertrag, also vor Abzug der 

Verrechnungssteuer. 

 

6.2.3. 

6.2.3.1. 

Nebst den Vermögensverwaltungskosten werden in § 39 Abs. 1 StG bzw. 

Art. 32 Abs. 1 DBG auch die weder rückforderbaren noch anrechenbaren, 

an der Quelle erhobenen ausländischen Kapitalertragssteuern explizit als 

abzugsfähige Gewinnungskosten erklärt. Die steuerrechtliche Entlastung 

findet dadurch statt, dass nicht die Bruttobetreffnisse der ausländischen 

Vermögenserträge, sondern die um die weder rückforderbaren noch anre-

chenbaren ausländischen Quellensteuern gekürzten Nettoerträge zu de-

 - 12 - 

 

 

klarieren sind. Nachdem § 39 Abs. 1 StG explizit auf die ausländischen 

Vermögenserträge Bezug nimmt, steht fest, dass die der schweizerischen 

Verrechnungssteuer unterliegenden Vermögenserträge stets mit dem Brut-

tobetrag einzusetzen sind. Nach dem klaren Wortlaut von § 39 Abs. 1 StG 

qualifizieren als Gewinnungskosten nur die ausländischen Quellensteuern, 

die weder rückforderbar noch anrechenbar sind. Die Abzugsfähigkeit ge-

mäss § 39 Abs. 1 StG setzt in der Regel voraus, dass infolge eines fehlen-

den Doppelbesteuerungsabkommens (nachfolgend: DBA) keine Möglich-

keit zur Rückforderung oder Anrechenbarkeit besteht, sei es aus rechtli-

chen oder tatsächlichen Gründen (Kommentar zum Aargauer Steuerge-

setz, a.a.O., § 39 StG N 19 f. mit Hinweisen). 

 

6.2.3.2. 

Die Quellensteuern sind in der Regel dann als Gewinnungskosten (weder 

rückforderbar noch anrechenbar) zu qualifizieren, wenn die Schweiz kein 

DBA mit dem betreffenden Land abgeschlossen hat. Es ist somit zu prüfen, 

ob die vorliegenden Dividenden aus Ländern stammen, mit welchen die 

Schweiz ein DBA abgeschlossen hat (Schweizer Wertschriften werden 

nicht erwähnt). 

 

In Bezug auf die deutschen Wertschriften von D._____ (2008 bis 2013) und 

E._____ (2008 und 2009) besteht das Abkommen zwischen der Schweize-

rischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland zur Ver-

meidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Ein-

kommen und vom Vermögen (0.672.913.62), in Kraft getreten am 29. De-

zember 1972 (nachfolgend DBA D). Gemäss Art. 10 Abs. 2 lit. c DBA D 

liegt der Quellensteuersatz (Sockelsteuersatz) bei 15 %.  

 

Betreffend die niederländischen Wertschriften der F._____ (2008 bis 2013) 

ist das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 

dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung 

auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und zur Vermeidung von 

Steuerbetrug und Steuerflucht (0.672.963.61), vom 12. November 1951 

bzw. 9. November 2011 (nachfolgend DBA NL) zu berücksichtigen. 

Gemäss Art. 10 Abs. 2 DBA NL liegt auch hier der Quellensteuersatz bei 

15 %.  

 

Die Dividenden der österreichischen G._____ (2013) unterliegen dem Ab-

kommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Re-

publik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete 

der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (0.672.916.31), in Kraft 

getreten am 4. Dezember 1974 (nachfolgend DBA A). Gemäss Art. 10 

Ziff. 2 DBA A beträgt der Sockelsteuersatz 15 %.  

 

 - 13 - 

 

 

6.2.3.3. 

Gestützt auf ein DBA können in der Schweiz ansässige natürliche und ju-

ristische Personen für die in einem Vertragsstaat erhobene begrenzte 

Steuer von aus diesem Vertragsstaat stammenden Erträgnissen innert drei 

Jahren (Art. 14 Abs. 2 der Verordnung über die pauschale Steueranrech-

nung vom 22. August 1967 [PStAV]) nach Ablauf der Steuerperiode, in 

der sie fällig geworden sind, eine pauschale Steueranrechnung beantragen 

(Art. 2 Abs. 1 PStAV). Voraussetzung der Gewährung der eine aktuelle 

Doppelbesteuerung vermeidenden pauschalen Steueranrechnung in der 

Schweiz (als Ansässigkeitsstaat) ist in Übereinstimmung mit ihrer Zweck-

setzung die effektive Versteuerung der ausländischen Erträgnisse in der 

Schweiz. Werden die betreffenden Erträgnisse nicht im Fälligkeitsjahr, son-

dern in den folgenden drei Steuerperioden (nach-)deklariert, so kann vor 

Ablauf des dritten Jahres somit die pauschale Steueranrechnung noch be-

antragt werden (BGE 142 II 446, Erw. 2.3, mit Hinweisen).  

 

Vorliegend wurden mit der Selbstanzeige im Jahr 2015 – hier interessie-

rende – Vermögenserträge der Jahre 2008 bis 2013 nachdeklariert. Aus-

weislich der Akten haben die Rekurrenten keinen Antrag auf pauschale 

Steueranrechnung gestellt. Folglich kommt die Berücksichtigung der Quel-

lensteuer im Rahmen der pauschalen Steueranrechnung nicht in Frage.  

 

6.2.3.4. 

Art. 2 Abs. 3 der Verordnung über die Anrechnung ausländischer Quellen-

steuern vom 22. August 1967 (VStA) verweist auf die sogenannte Nettobe-

steuerung, wonach Steuern für die Einkommenssteuern von der Bemes-

sungsgrundlage in Abzug gebracht werden können. Art. 2 Abs. 3 VStA lau-

tet: Wer die Anrechnung ausländischer Quellensteuern nicht beantragt 

oder darauf gemäss den Artikeln 3–7 VStA keinen Anspruch hat, kann ver-

langen, dass bei der Veranlagung zu den schweizerischen Steuern vom 

Einkommen die im Vertragsstaat in Übereinstimmung mit dem Doppelbe-

steuerungsabkommen erhobenen Steuern vom Bruttobetrag der Erträge 

abgezogen werden. Art. 32 Abs. 1 DBG und damit der im Wortlaut identi-

sche § 39 Abs. 1 StG sind im Lichte von Art. 2 Abs. 3 VStA so auszulegen, 

dass es im Ergebnis bei nicht rückforderbaren ausländischen Quellensteu-

ern nicht auf den Grund für die fehlende Erstattungsmöglichkeit ankommen 

darf. Ausländische Quellensteuern, für welche kein Antrag auf Anrechnung 

in der Schweiz eingereicht wurde, müssen in der Schweiz aufgrund von 

Art. 3 Abs. 2 VStA i.V.m. den einschlägigen Doppelbesteuerungsabkom-

men einkommensmindernd zum Abzug zugelassen werden. (vgl. Livio Bu-

cher, Die Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung in der 

Schweiz am Beispiel der Anrechnung von ausländischen Quellensteuern, 

Bern 2023, N 467 f. und N 452 mit Hinweisen auf die Lehrmeinungen; ab-

weichend: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 39 StG 

N 19 f.).  

 

 - 14 - 

 

 

6.2.3.5. 

Im Bundesgerichtsentscheid vom 27. Juli 2016 geht es im Rahmen der 

pauschalen Steueranrechnung um die Frage, inwiefern der Anspruch auf 

pauschale Steueranrechnung durch den Umstand der Nachdeklaration ver-

wirkt. Das Bundesgericht führt aus (BGE 142 II 446 vom 27. Juli 2016, 

Erw. 2.3 mit Hinweisen): 

 

"Angesichts der unterschiedlichen Zwecksetzung kommt der Deklaration 
der Erträgnisse jedoch nicht dieselbe Bedeutung zu wie im Verrechnungs-
steuerrecht: Während die pauschale Steueranrechnung die Behebung der 
doppelten Besteuerung gewisser Einkünfte beheben will, bezweckt die 
Verrechnungssteuer zumindest in Inlandverhältnissen vorab die Sicherung 
der Deklaration steuerbarer Einkünfte, weshalb sie in diesem Zusammen-
hang auch als 'Defraudantensteuer' bezeichnet wird. Voraussetzung der 
Gewährung der eine aktuelle Doppelbesteuerung vermeidenden pauscha-
len Steueranrechnung in der Schweiz (als Ansässigkeitsstaat) ist in Über-
einstimmung mit ihrer Zwecksetzung denn auch nicht die Deklaration an 
sich, sondern die effektive Versteuerung der ausländischen Erträgnisse in 
der Schweiz. " 

 

Das Bundesgericht hält fest, "in Übereinstimmung mit Ziel und Zweck der 

pauschalen Steueranrechnung kennt das bundesrätliche Verordnungs-

recht demzufolge nur eine Befristung des Antragsrechts auf drei Jahre, je-

doch keine Verwirkungsfolge bei unterlassener Deklaration im ordentlichen 

Veranlagungsverfahren (BGE 142 II 446 vom 27. Juli 2016, Erw. 2.3).  Eine 

analoge Anwendung dieser Rechtsprechung ist auf die vorliegende Frage 

im Bereich der Nettomethode angebracht, da diese dieselbe Zielsetzung – 

nämlich die Behebung der doppelten Besteuerung gewisser Einkünfte und 

nicht die Verhinderung der Steuerhiterziehung wie die Verrechnungssteuer 

(Defraudantensteuer) – hat. Folglich gelten die Quellensteuern als eben-

falls abzugsfähig, wenn sie im zeitlichen Rahmen einer straflosen Selbst-

deklaration angefallen sind (Kommentar zum Bundesgesetz über die di-

rekte Bundessteuer, 4. Auflage, Basel 2022, Art. 32 DBG N 13). 

 

6.2.3.6. 

Vorliegend stellt sich die Frage der Abzugsfähigkeit der Quellensteuern in 

den Jahren 2008 bis 2013. Diese fallen in den zeitlichen Rahmen der – 

vorliegend – straflosen Selbstdeklaration. Folglich sind die Quellensteuern 

als abzugsfähig zu qualifizieren. Gemäss der Nettomethode sind vom Ein-

kommen somit die im Vertragsstaat in Übereinstimmung mit dem Doppel-

besteuerungsabkommen erhobenen Steuern vom Bruttobetrag der Er-

träge, konkret die erhobenen Quellensteuern in Abzug zu bringen.  

 

Bei den Akten sind nur drei Einzelbelege (act. 66 bis 68), welche die konk-

ret abgezogenen Steuern auf den Dividenden der D._____ der Jahre 2011 

bis 2013 belegen. Es sind dies die "Impost soportat al estranger" sowie die 

"Impost de solidaritat alemany". Die Kommission "Comissiò pagament divi-

dend" sowie die "X" (MWSt auf Bank- und Finanzdienstleistungen in 

Q._____) sind nicht abziehbar. Weitere Quellensteuerabzüge wurden nicht 

 - 15 - 

 

 

belegmässig nachgewiesen. Da die konkreten Beträge fehlen, kann 

vorliegend nur der Sockelsteuersatz berücksichtigt werden. Dies führt – 

basierend auf der Selbstanzeige sowie der unbestritten gebliebenen Kor-

rekturen gemäss Kursliste in der Nachsteuerberechnung des KStA (vgl. 

Einspracheentscheid) – zu folgenden abzugsfähigen Quellensteuer-

beträgen: 

 

Steuerjahr Wertschriftenertrag 

[CHF] 

Quellensteuer 

[15 %, gerundet] 

2008 49'897 7'485 

2009 52'526 7'879 

2010 57'068 8'560 

2011 64'717 9'708 

2012 66'821 10'023 

2013 79'915 11'987 

 

6.3. 

6.3.1. 

Des Weiteren stellen die Rekurrenten einen Antrag auf Rückerstattung der 

Verrechnungssteuer.  

 

6.3.2. 

Nach Art. 35 Abs. 3 VStG bestimmen die Kantone in ihren Vollzugsvor-

schriften die Amtsstellen, denen die Rückerstattung der Verrechnungs-

steuer obliegt (Verrechnungssteuerämter). Der Kanton Aargau hat die zu-

ständigen Amtsstellen in der Verordnung zum Bundesgesetz über die Ver-

rechnungssteuer vom 14. November 2001 (VV VStG) geregelt. Der Vollzug 

des VStG obliegt, soweit er dem Kanton übertragen ist, dem kantonalen 

Verrechnungssteueramt und den Gemeindesteuerämtern (§ 1 und § 2 Abs. 

2 VV VStG). Das kantonale Verrechnungssteueramt leitet das Verfahren 

über die Rückerstattung der Verrechnungssteuer (§ 2 Abs. 1 VV VStG). 

Das Gemeindesteueramt nimmt Rückerstattungsanträge entgegen und lei-

tet sie an dem kantonalen Verrechnungssteueramt weiter (§ 3 VV VStG). 

Demgegenüber beurteilt die Steuerkommission der Einwohnergemeinde 

die Steuerpflicht und veranlagt die Einkommens-, Vermögens- und Grund-

stückgewinnsteuern (§ 164 Abs. 1 StG). Zuständig für die erstinstanzliche 

Behandlung eines Rückerstattungsantrages ist das KStA, Sektion Verrech-

nungssteuer und Wertschriftenbewertung. Das Spezialverwaltungsgericht 

beurteilt Beschwerden gegen Einspracheentscheide des KStA, Sektion 

Verrechnungssteuer und Wertschriftenbewertung, betreffend Rückerstat-

tung der Verrechnungssteuer (SGE vom 28. Mai 2020 [3-RV.2019.107], 

Erw. 6.1 und 6.3).  

 

6.3.3. 

Gemäss den Akten und aufgrund der Rechtsschriften liegt kein Einsprache-

entscheid des KStA, Sektion Verrechnungssteuer und Wertschriftenbewer-

 - 16 - 

 

 

tung, vor. Somit fehlt es an einem Anfechtungsobjekt, so dass auf den Re-

kurs, soweit die Rückerstattung der Verrechnungssteuer beantragt wird, 

nicht eingetreten werden kann. Auf den sinngemässen Antrag auf Rücker-

stattung der Verrechnungssteuer ist nicht einzutreten. 

 

6.3.4. 

Im Übrigen ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung der Rekurrenten 

aus dem Umstand, dass das KStA die Bruttoerträge der Nachsteuerberech-

nung zu Grunde gelegt hat, nicht darauf geschlossen werden kann, die 

Rückerstattung der Verrechnungssteuer sei anerkannt worden. Eine Rück-

erstattung der Verrechnungssteuer wird erst dann ausgelöst, wenn die 

Rückerstattung derselben rechtskräftig entschieden wurde. Daraus folgt, 

dass die (noch) nicht erfolgte Erstattung der Verrechnungssteuer nicht als 

Strafe für die Rekurrenten qualifiziert werden kann, sondern eine logische 

Folge des gesetzlich vorgesehenen Verfahrensablaufs ist. Zeitliche Verzö-

gerungen haben in dieser Hinsicht ohnehin die Rekurrenten zu verantwor-

ten, da sie Vermögen und Vermögenserträge nicht ordentlich deklariert ha-

ben. 

 

6.4. 

6.4.1. 

Die Rekurrenten beantragen, dass die Nachsteuern ohne Verzugszinsen 

festzusetzen seien. Zudem sei die übermässig lange Verfahrensdauer zu 

berücksichtigen. Die Zinshöhe von 5 % entspreche nicht den aktuellen 

Marktzinsen.  

 

6.4.2. 

Nachsteuern werden jeweils samt Verzugszinsen erhoben. Die Verzugs-

zinsen werden in der Praxis des KStA bis zum Datum der Eröffnung der 

Nachsteuerverfügung erhoben. Eine Kürzung der Verzugszinsdauer in-

folge einer durch den Steuerpflichtigen nicht verschuldeten, übermässig 

langen Verfahrensdauer kommt nicht in Frage, da es dafür keine gesetzli-

che Grundlage gibt (SGE vom 18. April 2019, [3-BB.2018.17] Erw. 6.5 f.). 

Die verfügten Nachsteuern und Verzugszinsen sind bis zum Ende des 

übernächsten Monats nach Zustellung der Nachsteuerverfügung zu bezah-

len. Andernfalls ist ohne Mahnung auf den geschuldeten Nachsteuern samt 

Zinsen ein Verzugszins geschuldet (§ 223 Abs. 2 StG i. V. m. § 223a Abs. 3 

Satz 1 StG; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 206 StG 

N 5).  

 

6.4.3. 

Gemäss § 224 Abs. 4 StG setzt der Regierungsrat den Verzugszins fest. 

Der Verzugszinssatz für die Jahre 2008 bis 2013 ist im Anhang zur Verord-

nung über Skonto, Vergütungs- und Verzugszinsen (Zinsverordnung, SAR 

651.311) vom 22. November 2000 geregelt (Verzugszinssatz 2008 und 

2009: 6 %; 2010: 5,5 %; 2011 bis 2013: 5 %).   

 - 17 - 

 

 

6.4.4. 

Aufgrund der klaren gesetzlichen Regelung besteht kein Raum für eine 

Festsetzung der Nachsteuern ohne Verzugszinsen bzw. eine Abweichung 

vom in der Zinsverordnung festgelegten Zinssatz aufgrund der langen Ver-

fahrensdauer. Der diesbezügliche Antrag der Rekurrenten ist abzuweisen. 

 

6.5. 

6.5.1. 

Weiter ist zu prüfen, in welcher Höhe die geltend gemachten Vermögens-

verwaltungskosten abzugsfähig sind. Vom KStA sind Vermögensverwal-

tungskosten für die Jahre 2008 bis 2013 von insgesamt CHF 72'904.00 an-

erkannt worden (vgl. Einspracheentscheid). 

 

6.5.2. 

Beim beweglichen Privatvermögen können die Kosten der Verwaltung 

durch Dritte abgezogen werden (§ 39 Abs. 1 StG). Nicht abziehbar sind 

Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von 

Vermögensgegenständen (§ 41 lit. d StG) und Aufwendungen, die zur Er-

zielung von steuerfreien Kapitalgewinnen auf beweglichem Privatvermö-

gen notwendig sind. Es handelt sich dabei um Anlagekosten. Die gleichen 

Regelungen finden sich in Art. 32 Abs. 1 bzw. Art. 34 lit. d DBG.  

 

6.6. 

Zu den gemäss § 39 Abs. 1 StG abzugsfähigen Gewinnungskosten zählen 

sämtliche Aufwendungen der Steuerpflichtigen, die mit der Erzielung von 

Erträgen aus beweglichem Privatvermögen im Zusammenhang stehen und 

nicht zu einer Wertvermehrung dieses Vermögens führen. Darunter sind 

auch Aufwendungen zu verstehen, die der Erhaltung der Ertragsquelle, d.h. 

des betreffenden Vermögens, dienen. Die abzugsfähigen Vermögensver-

waltungskosten umfassen dabei primär die Auslagen für die Verwahrung 

von Vermögenswerten in Depots oder Schrankfächern, aber auch Entgelte 

für einzelne Verwaltungshandlungen, Couponinkassokommissionen, Spe-

sen für Kontoführung und -abschluss oder im Zusammenhang mit der Er-

stellung von Steuerverzeichnissen anfallende Aufwendungen. Nicht ab-

zugsfähig sind dagegen Aufwendungen für die Anlage- oder Finanzbera-

tung sowie Transaktionsgebühren (Courtagen, sog. Ticket Fees und der-

gleichen), da diese im Zusammenhang mit dem Erwerb bzw. der Veräusse-

rung von Vermögenswerten stehen und daher nicht primär der Werterhal-

tung, sondern der Wertvermehrung dienen (vgl. VGE vom 15. Dezember 

2020 [WBE.2020.359]).  

 

6.7. 

Die Beweislast liegt, da es sich um steuermindernde Tatsachen handelt, 

bei den steuerpflichtigen Personen (vgl. RGE vom 31. Mai 2006 [3-RV. 

2005.50342]; StR 2019 S. 456). Bei der Abgrenzung zwischen abzugsfähi-

gen und nicht abzugsfähigen Vermögensverwaltungskosten geht es nicht 

 - 18 - 

 

 

um die Frage, ob der geltend gemachte Aufwand belegt ist. Nicht belegte 

Kosten fallen zum vornherein ausser Betracht. Es geht vielmehr darum, 

den nachgewiesenen Aufwand aufzuteilen in Kosten für die Vermögens-

verwaltung im Sinne von § 39 Abs. 1 StG und Kosten für die Umschichtung 

und Neuanlage des Vermögens (vgl. SGE vom 25. Mai 2023 [3-RV.2022. 

18], Erw. 5.3).  

 

6.8. 

Im vorliegenden Fall beziehen sich die geltend gemachten Vermögensver-

waltungskosten auf ein Konto bei der Bank C._____ in Q._____ 

(Kontonummer aaa; ausserdem sind auch die Bankkonten bbb und ccc 

enthalten). Die Rekurrenten haben für die Steuerperioden 2008 bis 2013 

eine Bestätigung ("Certifient") vom 9. Juli 2019 vorgelegt. Diese weist 

zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 31. Dezember 2014 erhobenen 

Gebühren von insgesamt EUR 80'704.06 aus. Die Gebühren werden 

unterteilt in: 

 
- "frais de garde": Werte, Effekten und Wertpapiere im Kontobe-

stand sicher verwahren 

- "frais de gérance": Kontoverwaltung und Aufbewahrung von Konto-

unterlagen 

- "frais de gérance et garde courrier": Versenden von Dokumenten, Drucken von Kon-

tobewegungen 

 

Diese Unterteilung erlaubt es nicht, zu erkennen, ob damit nicht auch nicht 

abziehbare Aufwendungen für die Anlage- oder Finanzberatung abgegol-

ten wurden. Von den Rekurrenten wäre insbesondere aufgrund des Aus-

landbezuges der volle Beweis zu erbringen gewesen, dass sämtliche Kos-

ten tatsächlich abzugsfähig sind. Sie wurden denn auch – erfolglos – auf-

gefordert, belegmässig die detaillierte Zusammensetzung der beantragten 

Vermögensverwaltungskosten vorzuweisen. Somit mangelt es – zumindest 

teilweise – am Nachweis für die Abzugsfähigkeit der geltend gemachten 

Kosten. Der Anteil an Kosten für die nicht abziehbaren Vermögensanlage-

kosten wird auf 1/3 geschätzt. Es können dementsprechend ermessens-

weise 2/3 der Kosten als abziehbare Vermögensverwaltungskosten nach 

§ 39 Abs. 1 StG berücksichtigt werden. Die übrigen Kosten sind nicht ab-

zugsfähig. Dies ergibt pro Steuerjahr folgendes Bild:   

 

Steuerjahr Betrag total 

[CHF*] 

abzugsfähiger Betrag  

[CHF] 

2008 12'860 8'573 

2009 10'108 6'739 

2010 10'148 6'765 

2011 11'793 7'862 

2012 11'501 7'667 

2013 16'494 10'996 
 

 - 19 - 

 

 

*Umrechnung gemäss unbestrittenem Devisenkurs im Einspracheentscheid 

 

Warum die Vorinstanz diese Abzüge zuerst anerkannt und dann wiederum 

nicht berücksichtigt bzw. offengelassen hat, ist (gerade im Lichte ihrer Un-

tersuchungspflicht nach § 179 Abs. 1 StG) nicht nachvollziehbar, lagen ihr 

die entsprechenden Unterlagen doch vor. 

 

6.9. 

Die Rekurrenten beantragen den Abzug der Steuerschulden sowie der Ver-

zugszinsen bei der Berechnung der Vermögenssteuer.  

 

Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen im Einsprache-

entscheid verwiesen werden (vgl. Erw. 2 des Einspracheentscheides). 

Dementsprechend wurden zu Recht die Nachsteuern bei der Berechnung 

des nachzubesteuernden Reinvermögens berücksichtigt, wohingegen die 

Verzugszinsen zu Recht weder einkommens- noch vermögensseitig im 

Nachsteuerverfahren zum Abzug zugelassen wurden. 

 

7. 

7.1. 

In Berücksichtigung der Vermögensverwaltungskosten sowie der abzieh-

baren ausländischen Quellensteuern sind die – gegenüber den Veranla-

gungen – steuerbaren Einkommen im Nachsteuerverfahren 2008 bis 2013 

zu reduzieren. Aufgrund der damit einhergehenden Veränderung des Net-

toeinkommens ist auch der Krankheitskostenselbstbehalt der Jahre 2011 

bis 2013 anzupassen. Bei der Nachbesteuerung des Vermögens sind die 

veränderten Nachsteuerschulden zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich 

folgende Berechnung: 

 

 
Nachsteuer- 

perioden 
2008 2009 2010 2011 2012 2013 

Einkommen 

nicht deklarierte 

Wertschriften-

erträge 

49'897 50'849 57'068 64'717 66'324 70'999 

+ Korrekturen 

gemäss Kursliste 
 1'677   497 8'916 

./. Vermögens-

verwaltungskosten 
-8'573 -6'739 -6'765 -7'862 -7'667 -10'996 

./. Quellensteuer -7'485 -7'879 -8'560 -9'708 -10'023 -11'987 

+ Korrektur 

Krankheitskosten-

selbstbehalt 

   2'481 254 2'222 

+ veranlagtes 

Einkommen 
155'661 164'685 170'260 155'646 150'311 107'883 

steuerbares 

Einkommen 
189'500 202'593 212'003 205'274 199'696 167'037 

Vermögen 

 - 20 - 

 

 

nicht deklariertes 

Wertschriften-

vermögen 

1'576'302 1'714'259 1'557'858 1'606'572 1'803'995 2'344'617 

./. Nachsteuer-

schulden Kanton 

und Bund (exkl. 

Verzugszins) 

-17'000 -38'000 -60'000 -84'500 -110'000 -140'200 

+ veranlagtes 

Vermögen 
1'159'378 1'328'913 1'197'383 1'082'245 1'235'795 1'644'377 

zum veranlagten 

Gesamtsatz von 
1'159'378 1'328'913 1'197'383 1'082'245 1'311'912 1'644'377 

steuerbares 

Vermögen  
2'718'680 3'005'172 2'695'241 2'604'317 2'929'790 3'848'794 

zum korrigierten 

Gesamtsatz 
2'718'680 3'005'172 2'695'241 2'604'317 3'005'907 3'848'794 

 
7.2. 

Die Nachsteuern für die Kantons- und Gemeindesteuern 2008 bis 2013 be-

tragen neu ohne Verzugszinsen: 

  
Nachsteuer-

perioden 
2008 2009 2010 2011 2012 2013 

Steuerbetrag 

aufgrund korri-

gierter Faktoren 

46'437.85 46'831.90 47'400.80 45'425.15 45'835.70 43'485.20 

./. Steuerbetrag 

gemäss Steuer-

veranlagung 

-29'481.25 -30'339.90 -30'874.00 -27'220.35 -26'900.10 -20'139.20 

Nachsteuer exkl. 

Verzugszins 
16'956.60 16'492.00 16'526.80 18'204.80 18'935.60 23'346.00 

 

7.3. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses werden die Nachsteuern der Kan-

tons- und Gemeindesteuern 2008 bis 2013 neu auf insgesamt 

CHF 110'461.80 zuzüglich CHF 32'399.40 Verzugszinsen (bis 10. Mai 

2019; 2008: CHF 8'007.75; 2009: CHF 6'001.70; 2010: CHF 6'014.40; 

2011: CHF 5'487.20; 2012: CHF 3'084.90; 2013: CHF 3'803.45) fest-

gesetzt.  

 

8. 

8.1. 

Gemessen an den gestellten Anträgen obsiegen die Rekurrenten zu rund 

1/3. Sie haben daher 2/3 der Verfahrenskosten zu tragen (§ 189 Abs. 1 

StG). Der Antrag der Rekurrenten auf Anwendung von Art. 44 VStG bei der 

Kostenauferlegung kann im vorliegenden Nachsteuerverfahren nicht statt-

gegeben werden. Massgebend ist die aargauische Gesetzgebung. 

 

8.2. 

Es ist keine Parteientschädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

  

 - 21 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass die Nachsteuern für die Kantons- und Gemeinde-

steuern 2006 und 2007 verjährt sind. 

 

2. 

Soweit auf den Rekurs einzutreten ist, werden die Nachsteuern für die Kan-

tons- und Gemeindesteuern 2008 bis 2013 auf CHF 110'461.80 zuzüglich 

CHF 32'399.40 Verzugszinsen festgesetzt. 

 

3. 

Die Rekurrenten haben die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staats-

gebühr von CHF 7'000.00, der Kanzleigebühr von CHF 240.00 und den 

Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 7'340.00, zu 2/3 mit 

CHF 4'893.30 unter solidarischer Haftbarkeit zu bezahlen. 

 

4. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrenten 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt R._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 - 22 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 23. November 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Bernhard 

 

  

 - 23 - 

 

 

Steuerjahr 2008 R._____ 

satzbestimmend steuerbar 

01.01.2008-31.12.2008 

Steuer Tarif B 

korrigiertes Einkommen Fr.   189'500 Fr.  189'500 Fr. 14'755.00 7.786 % 
veranlagtes Einkommen Fr.   155'600 Fr.  155'600 Fr. 11'026.00 7.086 % 

Teilsteuer Einkommen 
 

Fr. 3'729.00 
 

korrigiertes Vermögen Fr. 2'718'000 Fr.  2'718'000 Fr. 6'546.80 2.4086 ‰ 
veranlagtes Vermögen Fr. 1'159'000 Fr.  1'159'000 Fr. 2'497.50 2.1548 ‰ 

Teilsteuer Vermögen 
 

Fr. 4'049.30 
 

Nachsteuer (100 %) für 360 Tage 

 

Fr. 7'778.30 

 

Kantonssteuer 109% Fr. 8'478.30 
 

Gemeindesteuer 94 % Fr. 7'311.60 
 

Kirchensteuer Evangelisch-Reformiert 15% (2/2) Fr. 1'166.70 
 

Feuerwehrsteuer korrigiert 0 % Fr. 0.00 Fr. 0.00 

 

Nachsteuer 
 

Fr. 16'956.60 
 

Verzugszins 01.03.2010 bis 10.05.2019 
 

Fr. 8'007.75 
 

Nachsteuer inkl. Verzugszins 

 

Fr. 24'964.35 

 

 

Steuerjahr 2009 R._____ 01.01.2009-31.12.2009 
 

satzbestimmend steuerbar 
 

Steuer Tarif B 

korrigiertes Einkommen Fr. 202'500 Fr.  202'500 Fr. 15'091.00 7.452 % 
veranlagtes Einkommen Fr. 164'600 Fr.  164'600 Fr. 11'383.00 6.916 % 

Teilsteuer Einkommen 
 

Fr. 3'708.00 
 

korrigiertes Vermögen Fr. 3'005'000 Fr.  3'005'000 Fr. 6'391.50 2.1269 ‰ 
veranlagtes Vermögen Fr. 1'328'000 Fr.  1'328'000 Fr. 2'534.40 1.9084 ‰ 

Teilsteuer Vermögen 
 

Fr. 3'857.10 
 

Nachsteuer (100 %) für 360 Tage 
 

Fr. 7'565.10 
 

Kantonssteuer 109 % Fr. 8'246.00 
 

Gemeindesteuer 94 % Fr. 7'111.20 
 

Kirchensteuer Evangelisch-Reformiert 15% (2/2) Fr. 1'134.80 
 

Feuerwehrsteuer korrigiert 0 % Fr. 0.00 Fr. 0.00 

 

Nachsteuer 
 

Fr. 16'492.00 
 

Verzugszins 01.04.2012 bis 10.05.2019 
 

Fr. 6'001.70 
 

Nachsteuer inkl. Verzugszins 

 

Fr. 22'493.70 

 

  

 - 24 - 

 

 

Steuerjahr 2010 R._____ 01.01.2010-31.12.2010 

satzbestimmend steuerbar Steuer Tarif B 
korrigiertes Einkommen Fr. 212'000 Fr. 212'000 Fr. 16'065.00 7.578 % 

veranlagtes Einkommen Fr. 170'200 Fr. 170'200 Fr. 11’929.00 7.009 % 

Teilsteuer Einkommen 
    

Fr. 4'136.00 
 

korrigiertes Vermögen Fr. 2'695'000 Fr. 2'695'000 Fr. 5'678.50 2.107 ‰ 
veranlagtes Vermögen Fr. 1'197'000 Fr. 1'197'000 Fr. 2'233.40 1.8658 ‰ 

Teilsteuer Vermögen 
    

Fr. 3'445.10 
 

Nachsteuer (100 %) für 360 Tage 
    

Fr. 7'581.10 
 

Kantonssteuer 
 

109 % 
  

Fr. 8'263.40 
 

Gemeindesteuer 
 

94 % 
  

Fr. 7'126.20 
 

Kirchensteuer Evangelisch-Reformiert 
 

15% (2/2) 
  

Fr. 1'137.20 
 

Feuerwehrsteuer korrigiert 

 

0 % Fr. 0.00 Fr. 0.00 

 

Nachsteuer 
    

Fr. 16'526.80 
 

Verzugszins 01.04.2012 bis 10.05.2019 
    

Fr. 6'014.40 
 

Nachsteuer inkl. Verzugszins 

    

Fr. 22'541.20 

 

 

Steuerjahr 2011 R._____ 

satzbestimmend steuerbar 

01.0 1.2011-31.12. 

Steuer 

2011 

Tarif B 

korrigiertes Einkommen Fr.  205'200 Fr.  205'200 Fr. 15'368.00 7.489 % 
veranlagtes Einkommen Fr.  155'600 Fr.  155'600 Fr. 10'506.00 6.752 % 

Teilsteuer Einkommen 
 

Fr. 4'862.00 
 

korrigiertes Vermögen Fr.  2'604'000 Fr.  2'604'000 Fr. 5'469.20 2.1003 ‰ 
veranlagtes Vermögen Fr.  1'082'000 Fr.  1'082'000 Fr. 1'980.40 1.8303 ‰ 

Teilsteuer Vermögen 
 

Fr. 3'488.80 
 

Nachsteuer (100 %) für 360 Tage 

 

Fr. 8'350.80 

 

Kantonssteuer 109 % Fr. 9'102.40 
 

Gemeindesteuer 94 % Fr. 7'849.80 
 

Kirchensteuer Evangelisch-Reformiert 15% (2/2) Fr. 1'252.60 
 

Feuerwehrsteuer korrigiert 0 % Fr. 0.00 Fr. 0.00 

 

Nachsteuer 
 

Fr. 18'204.80 
 

Verzugszins 01.07.2013 bis 10.05.2019 
 

Fr. 5'487.20 
 

Nachsteuer inkl. Verzugszins 

 

Fr. 23'692.00 

 

  

 - 25 - 

 

 

Steuerjahr 2012 R._____ 01.01.2012-31.12.2012 

satzbestimmend steuerbar Steuer Tarif B 

korrigiertes Einkommen Fr. 199'600 Fr. 199'600 Fr. 14'796.00 7.413 % 
veranlagtes Einkommen Fr. 150'300 Fr. 150'300 Fr. 9'989.00 6.646 % 

Teilsteuer Einkommen 
    

Fr. 4'807.00 
 

korrigiertes Vermögen Fr. 3'005'000 Fr. 2'929'000 Fr. 6'229.70 2.1269 ‰ 
veranlagtes Vermögen Fr. 1’311’000 Fr. 1'235'000 Fr. 2'350.60 1.9033 ‰ 

Teilsteuer Vermögen 
    

Fr. 3'879.10 
 

Nachsteuer (100 %) für 360 Tage 

    

Fr. 8'686.10 

 

Kantonssteuer 
 

109 % 
  

Fr. 9'467.80 
 

Gemeindesteuer 
 

94% 
  

Fr. 8'164.90 
 

Kirchensteuer Evangelisch-Reformiert 
 

15% (2/2) 
  

Fr. 1’302.90 
 

Feuerwehrsteuer korrigiert 

 

0 % Fr. 0.00 Fr. 0.00 

 

Nachsteuer 
    

Fr. 18'935.60 
 

Verzugszins 01.03.2016 bis 10.05.2019 
    

Fr. 3'084.90 
 

Nachsteuer inkl. Verzugszins 

    

Fr. 22'020.50 

 

 

Steuerjahr 2013 R._____ 

satzbestimmend steuerbar 

01.01.2013 -31.12.2013 

Steuer Tarif B 

korrigiertes Einkommen Fr. 167'000 Fr.  167'000 Fr. 11'617.00 6.957 % 

veranlagtes Einkommen Fr. 107'800 Fr.  107'800 Fr. 5'977.00 5.545 % 
Teilsteuer Einkommen 

 
Fr. 5'640.00 

 

korrigiertes Vermögen Fr. 3'848'000 Fr.  3'848'000 Fr. 8'330.40 2.1648 ‰ 

veranlagtes Vermögen Fr. 1'644'000 Fr.  1'644'000 Fr. 3'261.20 1.9836 ‰ 
Teilsteuer Vermögen 

 
Fr. 5'069.20 

 

Nachsteuer (100 %) für 360 Tage 

 

Fr. 10'709.20 

 

Kantonssteuer 109 % Fr. 11'673.00 
 

Gemeindesteuer 94 % Fr. 10'066.60 
 

Kirchensteuer Evangelisch-Reformiert 15% (2/2) Fr. 1'606.40 
 

Feuerwehrsteuer korrigiert 0 % Fr. 0.00 Fr. 0.00 

 

Nachsteuer 
 

Fr. 23'346.00 
 

Verzugszins 01.03.2016 bis 10.05.2019 
 

Fr. 3’803.45 
 

Nachsteuer inkl. Verzugszins 

 

Fr. 27'149.45 

 

  

 - 26 - 

 

 

Total Gemeinde R._____ 01.01.2008-31.12.2013 

Nachsteuern und Verzugszinsen Fr. 142'861.20 

Anteile: 

 

- Kantonssteuer Fr 71'430.65 

- Gemeindesteuer Fr.  61'600.70 
- Kirchensteuer Evangelisch-Reformiert Fr.  9'829.85 

- Feuerwehrsteuer Fr. 0.00 

Nachsteuern inkl. Verzugszinsen Fr. 142'861.20