# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 442a73f3-cc12-50de-bf95-03ff89a82824
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2008 E-5462/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5462-2006_2008-11-14.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5462/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiber Adrian Brand

A._______, Nepal,
vertreten durch LL.M. lic. iur. Susanne Sadri,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 26. Mai 2006 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5462/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin verliess den Heimatstaat nach eigenen Anga-
ben am 31. August 2004 und gelangte von  B._______ her kommend 
am 25. Oktober  2004  in  die  Schweiz,  wo sie  gleichentags  um Asyl 
nachsuchte.  Am  27.  Oktober  2004  fand  in  C._______ die 
Empfangsstellenbefragung statt. 

Am  29.  November  2004  erfolgte  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen 
durch die zuständige kantonale Behörde. Im Wesentlichen machte die 
Beschwerdeführerin  geltend,  an  Veranstaltungen  der  Maoisten  als 
Tänzerin aufgetreten zu sein. An einer Veranstaltung am 29. Dezember 
2001 seien sie von Soldaten angegriffen worden, wobei ihr Bruder und 
zwei weitere Personen ums Leben gekommen seien. Am 13. Februar 
2003 habe die Polizei  zwei andere Tänzerinnen festnehmen können, 
während  die  Beschwerdeführerin  ihnen  entkommen sei.  Sie  sei  von 
den Behörden steckbrieflich gesucht worden und habe deshalb bis zu 
ihrer Ausreise in einem Maoisten-Camp leben müssen. Für den Inhalt 
der weiteren Aussagen wird auf  die Akten verwiesen. Das BFM ver-
zichtete auf weitere Abklärungen.

B.
Das BFM stellte mit Verfügung vom 26. Mai 2006 - eröffnet am 29. Mai 
2006 - fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 
nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Weg-
weisung  der  Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den 
Wegweisungsvollzug an.

C.
Mit Beschwerde vom 27. Juni 2006 an die damals zuständige Schwei-
zerische Asylrekurskommission (ARK) beantragte die Beschwerdefüh-
rerin, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung 
von politischem Asyl. Eventualiter sei die Unzulässigkeit und Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Auf-
nahme  anzuordnen.  Der  Beschwerdeführerin  sei  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses zu verzichten.

D.
Mit Verfügung vom 3. Juli 2006 verwies die zuständige Instruktionsrich-

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terin  der  ARK die  Beurteilung  des  Gesuches  um  unentgeltliche 
Rechtspflege in  den Endentscheid und verzichtete auf  die Erhebung 
eines Kostenvorschusses.

E.
Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 28. August 2007 an seiner 
Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. In der 
Vernehmlassung wurde unter anderem auf den Friedens- und Demo-
kratisierungsprozess in Nepal verwiesen.

F.
In der Replik vom 19. September 2007 hielt die Beschwerdeführerin an 
ihren Anträgen fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur  Einreichung der 

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Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  

4.1 Das Bundesamt  lehnte  das  Asylgesuch mit  der  Begründung ab, 
angesichts der aktuellen Lage in Nepal sei zu betonen, dass sich die 
Situation im Heimatland der Beschwerdeführerin  seit  deren Ausreise 
massgeblich verändert  habe. Die Maoisten würden seit  dem Waffen-
stillstand  Ende  April  2006  von  der  neuen  nepalesischen  Regierung 
nicht  mehr als verbotene Terrororganisation betrachtet  und seien mit 
dieser  an  den  Friedensgesprächen  mitbeteiligt.  Diese  Entwicklung 
habe insgesamt zu einer Entspannung und zu einer deutlichen Verbes-
serung der  Menschenrechtssituation  im  ganzen Land geführt.  Somit 

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sei davon auszugehen, dass für Personen, welche verdächtigt würden, 
die  Maoisten  unterstützt  zu  haben,  aufgrund  der  zwischenzeitlich 
eingetretenen politischen Lage keine begründete Furcht vor Verfolgung 
mehr bestehe.

Überdies seien bezüglich der Vorbringen der Beschwerdeführerin ge-
wisse  Vorbehalte  anzubringen.  Diese  hielten  demnach  den  Anforde-
rungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht 
stand. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und 
möglich.

4.2 In der Beschwerde wird von der Beschwerdeführerin demgegen-
über im Wesentlichen geltend gemacht,  dass ihre Angaben zu ihrem 
politischen Engagement detailliert,  intensiv und präzise genug gewe-
sen  seien,  um  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  zu 
genügen. So habe sie an Parteiveranstaltungen getanzt,  sich jedoch 
weder  an  bewaffneten  Auseinandersetzungen  noch  an  politischen 
Diskussionen beteiligt. Die Menschenrechtslage in Nepal sei nach wie 
vor prekär  und das BFM verharmlose dies. Die  Massenproteste  und 
die  bewaffneten  Auseinandersetzungen  hätten  zu  vielen  Toten  und 
Verletzten  geführt.  Es  habe  auch  viele  Festnahmen gegeben. Unter 
Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  könne  nicht  von  einer 
Verbesserung der Situation in Nepal ausgegangen werden.

4.3 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die 
Situation im Zeitpunkt  des Asylentscheides. Ausgangspunkt  der Prü-
fung ist  die  Frage nach der  im Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen 
Furcht vor einer absehbaren Verfolgung im Heimatstaat. Veränderun-
gen  der  objektiven  Situation  im Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und 
Asylentscheid sind zugunsten und zulasten der Asylgesuch stellenden 
Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).

4.4 Das BFM stellte zutreffend fest, dass sich die allgemeine Lage in 
Nepal seit der Ausreise der Beschwerdeführerin wesentlich verändert 
hat. Bereits die als Vorgängerorganisation des Bundesverwaltungsge-
richts tätige ARK hat die allgemeine Situation in Nepal ausführlich be-
urteilt  und  festgestellt,  die  allgemeine  Sicherheits-  und  Menschen-
rechtslage habe sich seit  der  Aufnahme von Friedensverhandlungen 
zwischen  den  Maoisten  ("Communist  Party  of  Nepal"  [CPN-M])  und 
der  Regierung  erheblich  verbessert  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2006 Nr. 31 E. 4.3.4. und 4.3.5. S. 332 ff.).

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Seither hat sich die Lage weiter wesentlich verbessert. Am 21. Novem-
ber  2006 unterzeichneten die  Regierung und die  Maoisten ein  Frie-
densabkommen. Gemäss diesem Vertrag beteiligten sich die Maoisten 
am  Übergangsparlament  und  stellten  73  der  330  Abgeordneten.  Im 
Dezember 2006 wurde die Interimsverfassung verabschiedet. Am 15. 
Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflösung und 
es  erfolgte  die  Neubestellung  des  interimistischen  Parlaments,  wel-
chem 83 Abgeordnete der Maoisten angehörten. Nach einigen Verzö-
gerungen wurde am 16. Januar 2007 mit der Entwaffnung der Maois-
ten begonnen. Am 10. April 2008 erfolgte die Wahl der verfassungsge-
benden  Versammlung.  Dabei  wurden  die  Maoisten  vor  dem  Nepali 
Congress zur stärksten Kraft (vgl. Maoisten gewinnen die Wahl, NZZ 
Online,  International,  24. April 2008;  Mehr  Sitze  für  die  Maoisten  in 
Nepal,  NZZ  Online,  International,  25. April 2008).  Am  28.  Mai  2008 
kam die verfassungsgebende Versammlung zu ihrer ersten Sitzung zu-
sammen. Gleich zu Beginn der konstituierenden Sitzung schuf die Ver-
sammlung die fast 240 Jahre alte Monarchie ab und erklärte das Land 
zur  Republik  (vgl.  Nepal  schafft  die  Monarchie  ab;  NZZ  Online, 
International, 29. Mai 2008). Am 11. Juni 2008 verliess der entmachte-
te Monarch Nepals, König Gyandendra,  seinen Palast  in Kathmandu 
(vgl. Nepals entmachteter König verlässt den Palast, NZZ Online, In-
ternational,  12. Juni 2008).  Die  verfassungsgebende  Versammlung 
wählte  schliesslich  am  21. Juli 2008  Ram  Baran  Yadav  vom  Nepali 
Congress zum ersten Präsidenten der Republik (vgl. Erster Präsident 
Nepals  gewählt,  NZZ  Online,  International,  21. Juni 2008)  und  am 
15. August 2008  wählte  sie  den  Chef  der  Maoisten,  Pushpa  Kamal 
Dahal (Prachanda), zum Ministerpräsidenten (vgl. Maoisten-Chef neu-
er  Ministerpräsident  in  Nepal,  NZZ  Online,  International,  15. Au-
gust 2008).

In  Anbetracht  dieser  vorstehend  dargelegten  Entwicklung  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass für die Beschwerdeführe-
rin im heutigen Zeitpunkt - entgegen den Vorbringen in der Rechtsmit-
telschrift  -  keine  begründete  Furcht  vor  einer  künftigen  Verfolgung 
durch die Armee besteht. Im übrigen hat sich die Beschwerdeführerin 
durch  ihre  tänzerischen  Aktivitäten  für  die  Maoisten  hervorgetan, 
weshalb  die  erstmals  in  der  Replik  geäusserte  Furcht  vor  den 
Maoisten  jeglicher  Grundlage  entbehrt.  Es  kann  daher  darauf  ver-
zichtet werden, auf die Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen 
einzugehen, da sie am Ergebnis offensichtlich nichts zu ändern vermö-
gen.

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4.5 Zusammenfassend ist  festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 
keine Gründe nach Art. 3 AsylG glaubhaft  machen oder nachweisen 
konnte.  Die  Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin 
demnach zu Recht abgelehnt.

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

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same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  in  den Heimatstaat  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe-
rin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 

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Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

Wie bereits vorstehend unter Ziffer 4.4 ausführlich dargelegt, hat sich 
die allgemeine Lage in Nepal seit der Ausreise der Beschwerdeführe-
rin wesentlich verändert. Aktuell ist die Situation in Nepal somit nicht 
dergestalt,  als  dass  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  gespro-
chen werden kann, weshalb die Rückkehr nach Nepal generell als zu-
mutbar zu bezeichnen ist.

Auch aufgrund der persönlichen Situation der Beschwerdeführerin sind 
keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzugs sprechen. Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass die Be-
schwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Nepal aufgrund ihrer mehr-
jährigen Landesabwesenheit mit gewissen Schwierigkeiten konfrontiert 
werden könnte. Indes hat die Beschwerdeführerin bis zu ihrer Ausreise 
im Jahre 2004, mithin 23 Jahre, in ihrem Heimatstaat gelebt. Zudem 
leben ihre Eltern nach wie vor in ihrem Heimatdorf. Bei dieser Sachla-
ge ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über ein sozia-
les Beziehungsnetz verfügt, welches ihr eine Reintegration erleichtern 
kann. Blosse soziale  und wirtschaftliche Schwierigkeiten,  von denen 
die  ansässige  Bevölkerung  im  Allgemeinen  betroffen  ist,  genügen 
nicht, um eine Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustel-
len (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der ARK in EMARK 2005 Nr. 
24 E. 10.1. S. 215).

Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Nepal er-
weist sich demnach als zumutbar (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 31).

6.5 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

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8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz nach Ein-
reichung der Beschwerde eine Partei, die nicht über die erforderlichen 
Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, so-
fern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint.

Die  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerin  wurde bei  der  Einreichung 
der Beschwerde belegt. Den Akten sind keine Hinweise auf eine Ver-
besserung ihrer finanziellen Situation zu entnehmen. Zudem kann die 
Beschwerde  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden,  weshalb  das 
Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  gutzuheissen  ist.  Es  sind 
daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 
1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- D._______ (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Adrian Brand

Versand: 

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