# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb86b0b7-02d3-5384-87dc-1a81e111afdb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.03.2015 E-3802/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3802-2014_2015-03-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3802/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  M ä r z  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang,  

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   

Parteien 

 
A._______, 

B._______, 

C._______, 

D._______, 

E._______, 

Eritrea,  

c/o Schweizerische Botschaft in Khartum, Sudan,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 14. Januar 2014 / N (…). 

 

 

 

E-3802/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 15. Mai 2011 (Posteingang Botschaft) reichte der Beschwerdeführer 

für sich und seine Familie bei der Schweizer Botschaft in Khartum ein Asyl-

gesuch ein und beantragte die Bewilligung der Einreise in die Schweiz. 

B.  

B.a Mit Zwischenverfügung vom 23. Juli 2013 (eröffnet am 10. November 

2013) teilte das BFM dem Beschwerdeführer mit, dass asylsuchende Per-

sonen im Auslandsverfahren in der Regel durch die schweizerische Vertre-

tung vor Ort zu befragen seien, indes die Schweizer Botschaft in Khartum 

aufgrund des begrenzten Personalbestands und fehlender Voraussetzun-

gen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht in der Lage 

sei, solche Befragungen durchzuführen. Da das schriftlich eingereichte 

Asylgesuch noch einige entscheidrelevante Fragen offen liesse, seien 

diese im Rahmen der Sachverhaltsabklärung somit schriftlich zu beantwor-

ten. Dem Beschwerdeführer würden daher verschiedene Fragen zur 

schriftlichen Beantwortung unterbreitet.  

B.b Am 26. November 2013 reichten der Beschwerdeführer und seine 

Ehefrau Stellungnahmen samt Kopien von fünf Geburtszertifikaten, zwei 

Flüchtlingsausweisen und eines Heiratsdokuments bei der Schweizer Bot-

schaft in Khartum ein. Sie machten dabei geltend, sie seien in Eritrea ge-

boren und Mitglieder der [religiöse Gemeinschaft]. Der Beschwerdeführer 

habe von 1995 bis 2008 als Fahrer Nationaldienst geleistet. Zudem habe 

er im Geheimen Bibelunterricht gegeben. Im Jahre 2008 sei er wegen sei-

ner Religion festgenommen worden, wobei ihm am 15. Dezember 2008 mit 

der Hilfe eines Wärters die Flucht gelungen sei. Er sei zusammen mit sei-

ner Familie – die Beschwerdeführenden – in den Sudan geflüchtet, wo sie 

im UNHCR-Flüchtlingslager Shegerab als Flüchtlinge registriert worden 

seien und vom 20. Januar 2009 bis März 2009 gelebt hätten. Wegen der 

ungenügenden Versorgung mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser 

seien sie nach Khartum weitergereist. Indessen hätten sie dort weder ar-

beiten noch sich frei bewegen dürfen. Manchmal arbeite der Beschwerde-

führer zwar als Fahrer für andere Eritreer, was indessen nicht zulässig sei, 

da sie sich nur im Flüchtlingscamp legal aufhalten könnten. Deshalb fürch-

teten sie, festgenommen und nach Eritrea deportiert zu werden. Im Übrigen 

habe die Beschwerdeführerin [ein körperliches Leiden] und könne deshalb 

nicht arbeiten.  

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Seite 3 

Für den Inhalt der weiteren Vorbringen wird auf die Akten verwiesen. 

C.  

Mit Verfügung vom 14. Januar 2014 – nach mehreren erfolglosen Versu-

chen am 15. Juni 2014 eröffnet – verweigerte das BFM die Einreise der 

Beschwerdeführenden in die Schweiz und lehnte ihre Asylgesuche ab. Es 

begründete diesen Entscheid im Wesentlichen damit, dass die Beschwer-

deführenden zwar gestützt auf ihre Schilderungen ernstzunehmende 

Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden hätten. Indes sei nicht von 

einer akuten Gefährdung der Beschwerdeführenden im Sudan, wo sie sich 

seit 2009 aufhielten, auszugehen. Die Anwesenheit des Bruders des Be-

schwerdeführers in der Schweiz bedeute zudem keine enge Bindung mit 

der Schweiz, weshalb eine Anwendung von aArt. 52 Abs. 2 AsylG (SR 

142.31) nicht in Frage komme. Ein weiterer Verbleib im Sudan sei für die 

Beschwerdeführenden zumutbar.  

D.  

Mit am 29. Juni 2014 bei der Schweizer Botschaft in Khartum eingegange-

ner englischsprachiger Eingabe ersuchten die Beschwerdeführenden sinn-

gemäss um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 14. Januar 

2014 und um Bewilligung der Einreise in die Schweiz sowie um Gewährung 

des Asyls. Zur Begründung machten sie im Wesentlichen geltend, der Bru-

der des Beschwerdeführers halte sich in der Schweiz auf, weshalb nur die-

ses Land als Aufenthaltsalternative für sie in Frage käme. Zudem sei die 

Situation im Sudan für Flüchtlinge äusserst schwierig.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

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Seite 4 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Parteieingaben in Verfahren vor Bundesbehörden sind in einer Amts-

sprache abzufassen (Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33a Abs. 1 VwVG). Die 

vorliegende Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes ver-

fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung im Sinne 

von Art. 52 VwVG kann jedoch aus prozessökonomischen Gründen praxis-

gemäss verzichtet werden, da die englischsprachige Beschwerdeeingabe 

verständlich ist, so dass ohne weiteres darüber befunden werden kann. 

Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vorlie-

gende Entscheid in deutscher Sprache. 

1.4 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teil-

genommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 

haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf 

die frist- und – mit Ausnahme des genannten, jedoch nicht als wesentlich 

erachteten Mangels hinsichtlich der Sprache der Rechtsmitteleingabe (vgl. 

E. 1.3) – formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.5 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorlie-

gend handelt es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Auf einen Schriftenwechsel wurde gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG ver-

zichtet. 

4.  

Mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

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2012 (AS 2012 5359), die am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, 

wurden die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen aus 

dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsbestimmung (Ziffer III) hält je-

doch fest, dass für die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. Sep-

tember 2012 gestellten Auslandsgesuche die massgeblichen Artikel 

(Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Vorliegend kommen somit die bisherigen Bestimmungen 

betreffend das Auslandsverfahren zur Anwendung.  

5.  

5.1 Gemäss aArt. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch aus dem Ausland 

direkt beim BFM eingereicht werden (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3). Hinsicht-

lich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht 

aArt. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung 

durchführt. Das Bundesamt bewilligt Asylsuchenden die Einreise in die 

Schweiz zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet wer-

den kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen an-

dern Staat auszureisen (aArt. 20 AsylG). Unzumutbar ist ein Verbleib na-

mentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig ist, d.h. 

wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, 

wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauung ernsthaften 

Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen 

ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un-

erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

5.2 Das BFM kann einer Person, die sich im Ausland befindet, Asyl – und 

damit auch die Einreise in die Schweiz – verweigern, wenn keine Hinweise 

auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr 

zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen (aArt. 52 

Abs. 2 AsylG). 

5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen, wobei den Behörden ein weiter Beurteilungsspielraum zukommt. 

Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzge-

währung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 

Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur ander-

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weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und As-

similationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die 

Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der be-

treffenden Person, mithin die Prüfung der Frage, ob eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wurde und ob der Verbleib am 

Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärungen zugemutet wer-

den kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälligen Schutzbe-

dürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vorliegen (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2011/10 E. 3.3). 

5.4 Eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ist dann glaubhaft, wenn 

die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 

gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das Bundesamt begründete seine Verfügung vom 14. Januar 2014 da-

mit, aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführenden sei darauf zu 

schliessen, dass sie ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritrei-

schen Behörden gehabt hätten. Die Beschwerdeführenden hielten sich seit 

2009 im Sudan auf und seien vom UNHCR als Flüchtlinge registriert wor-

den. Das Flüchtlingslager Shegerab hätten sie indessen verlassen, um Ar-

beit zu finden. Die Beschwerdeführenden würden über kein freies Aufent-

haltsrecht für das ganze Land verfügen. Es sei ihnen daher zuzumuten, 

sich beim UNHCR zu melden, sollte ihre Situation tatsächlich kritisch sein. 

Die Vorinstanz erachtete zudem die Befürchtung, nach Eritrea zurückge-

schafft zu werden, als unbegründet. So sei das Risiko einer Deportation 

oder Verschleppung für Eritreer, die im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge 

anerkannt seien, gering. Das UNHCR registriere vor Ort sämtliche Eritreer, 

die sich in einem Flüchtlingslager meldeten, unabhängig davon, weshalb 

sie Eritrea verlassen hätten. Es gebe auch keine konkreten Anhaltspunkte 

dafür, dass ihnen eine Rückführung nach Eritrea drohen könnte. Sie ver-

fügten nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das eine Befürchtung vor ei-

ner Verschleppung nach Eritrea objektiv begründen könnte. Sie hätten zu-

dem gestützt auf ihren Flüchtlingsstatus die Möglichkeit, sich bei einer Ver-

tretung des UNHCR im Sudan zu melden. Das UNHCR habe den Sudan 

an die internationalen Verpflichtungen erinnert. Khartum sei für eritreische 

Flüchtlinge zwar nicht einfach. Der Beschwerdeführer habe als Fahrer ar-

beiten können. Die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum seien 

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im Falle der Beschwerdeführenden nicht unüberwindbar. Überdies lebe im 

Sudan eine grosse eritreische Diaspora, die für in Not geratene Landsleute 

bereitstehe und weitgehend unterstütze. Zwar befänden sich die Be-

schwerdeführenden in einer schwierigen Situation. Diese Stelle indes kei-

nen Grund für die Bewilligung der Einreise in die Schweiz dar. Eine solche 

könne nur dann erteilt werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

von einer akuten Gefährdung der gesuchstellenden Person ausgegangen 

werden müsse. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Zwar verfügten sie mit 

dem in der Schweiz wohnhaften Bruder des Beschwerdeführers über einen 

Anknüpfungspunkt zur Schweiz, indes sei dieser nicht derart gewichtig, als 

dass eine Abwägung der Gesamtumstände dazu führen müsse, dass es 

gerade die Schweiz sei, die den erforderlichen Schutz gewähren solle 

(aArt. 52 Abs. 2 AsylG).  

6.2 In der Rechtsmitteleingabe wird dem entgegengehalten, die Beschwer-

deführerin habe bei Kämpfen zwischen Rebellen der EPLF und äthiopi-

schen Armeeangehörigen im Jahre 1988 [eine Verletzung mit bleibendem 

körperlichen Schaden erlitten] und könne deshalb nicht arbeiten. Die Be-

schwerdeführenden hätten bis ins Jahr 2003 ein normales Leben geführt, 

als die Probleme wegen ihrer Religion begonnen hätten. Deshalb seien sie 

im Jahre 2009 in den Sudan ins Flüchtlingslager Shegerab geflüchtet. Dort 

hätten sie jedoch weder Sicherheit noch Arbeit gehabt und sich nicht frei 

bewegen können. Daher seien sie nach Khartum gegangen. Schliesslich 

hätten ihnen die finanziellen Mittel gefehlt, um [medizinische Hilfsmittel] für 

die Beschwerdeführerin zu erhalten. Ihre einzige Möglichkeit, dieser 

schwierigen Situation zu entkommen, sei der Schutz durch die Schweiz, 

wo der Bruder des Beschwerdeführers wohne. 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung des Asylgesuchs vor, 

er sei aufgrund seiner Religion inhaftiert worden. Es sei ihm mit Hilfe eines 

Wärters die Flucht aus der Haft gelungen, worauf er zusammen mit der 

Familie in den Sudan geflohen sei. Das BFM hielt diesbezüglich in der an-

gefochtenen Verfügung fest, die Ausführungen der Beschwerdeführenden 

in ihren Eingaben vom 15. Mai 2011 und 26. November 2013 liessen darauf 

schliessen, dass sie in Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den 

heimatlichen Behörden gehabt hätten. Ob dies mit einer Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG gleichgesetzt werden kann, kann im vorliegenden 

Fall in Anbetracht der nachfolgenden Erwägungen offen gelassen werden. 

Folglich bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführenden im Sudan den 

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Schutz eines Drittstaates geniessen und es ihnen zuzumuten ist, dort zu 

verblieben (Art. 52 Abs. 2 AsylG).  

7.2 Der Begriff der Zumutbarkeit der Schutzsuche in einem Drittstaat ist 

gemäss jüngster Rechtsprechung ein unbestimmter Rechtsbegriff, welcher 

vom Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich der Änderung von Art. 106 

Abs. 1 AsylG nach wie vor vollumfänglich überprüfbar ist (vgl. Urteil des 

BVGer D-103/2014 vom 21. Januar 2015 E. 7.3 [zur Publikation vorgese-

hen]). 

7.3 Hält sich die asylsuchende Person wie im vorliegenden Fall in einem 

Drittstaat – konkret Sudan – auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass 

es ihr auch zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. Es ist indes 

im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, dass die betreffende Person 

in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz gefunden habe, was 

in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und der Verweigerung der 

Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien zu prüfen, wel-

che die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen las-

sen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz ab-

zuwägen. Es gilt also zu prüfen, ob aufgrund der gesamten Umstände ge-

boten erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die den erforderlichen 

Schutz einer Person gewähren soll (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1 m.w.H.). 

7.4 Wie das BFM bereits festgehalten hat, ist die Situation für eritreische 

Flüchtlinge im Sudan generell nicht einfach. Dennoch bestehen im vorlie-

genden Verfahren keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, dass 

ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder nicht möglich ist. Die 

Beschwerdeführenden befinden sich seit nunmehr sechs Jahren im Sudan, 

wo sie im Januar 2009 vom UNHCR als Flüchtlinge registriert worden sind. 

Die vom UNHCR registrierten Flüchtlinge sind grundsätzlich gehalten, sich 

in einem UNHCR-Flüchtlingslager aufzuhalten und verfügen im Sudan 

nicht über ein freies Aufenthaltsrecht. Auch die Ausübung einer Arbeit ist in 

aller Regel nur mittels entsprechender Bewilligung zugänglich. Viele aner-

kannte eritreische Flüchtlinge halten sich – so auch die Beschwerdefüh-

renden – nicht in Flüchtlingslagern, sondern illegal in Khartum auf, wo sie 

versuchen, einer Arbeit nachzugehen. In der Vergangenheit kam es dort in 

vereinzelten Fällen zu Entführungen von eritreischen Flüchtlingen bezie-

hungsweise zu Deportationen von eritreischen Flüchtlingen nach Eritrea. 

Gemäss gesicherten Erkenntnissen ist das Risiko einer Deportation oder 

Verschleppung für Eritreer und Eritreerinnen, die im Sudan vom UNHCR 

als Flüchtlinge anerkannt sind, jedoch eher gering, da die sudanesischen 

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Behörden zwar teilweise eritreische Asylsuchende sowie Flüchtlinge de-

portieren, diese Rückführungen indessen nicht flächendeckend erfolgen 

(vgl. E-103/2014 E. 7.4 mit weiteren Hinweisen). Das UNHCR, die Interna-

tional Organisation for Migration (IOM) und die sudanesischen Behörden 

sind bestrebt, die Situation zu verbessern, so auch hinsichtlich der Sicher-

heit in den Flüchtlingscamps (vgl. E-103/2014 a.a.O.).  

Vorliegend sind keine konkreten Hinweise vorhanden, welche zur An-

nahme einer drohenden Deportation der Beschwerdeführenden führen 

müsste, indem sie etwa infolge qualifizierter regimekritischer Tätigkeiten 

ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen würden. Sie sind im Sudan im Flücht-

lingscamp Shegerab registriert worden, haben dieses jedoch ihren Anga-

ben zufolge im März 2009 verlassen und halten sich in Khartum auf. Auch 

wenn sich die Situation für die Beschwerdeführenden insbesondere die Be-

schwerdeführerin, die während kriegerischen Ereignissen in Eritrea im 

Jahre 1988 [eine Verletzung mit bleibendem körperlichen Schaden erlitten] 

hat, als schwierig erweisen mag, lässt sich aus ihren Angaben schliessen, 

dass sie dort über eine Unterkunft verfügen. Ausserdem verfügt der Be-

schwerdeführer über ein gewisses Einkommen, das er als Fahrer für an-

dere Eritreer erwirtschaftet. Sollten die finanziellen Mittel zur Deckung ihres 

Existenzbedarfs insbesondere für die medizinische Versorgung der Be-

schwerdeführerin, welche (…) Hilfsmittel benötige, nicht ausreichen, könn-

ten sie einer allfälligen Versorgungsnotlage dadurch entgehen, dass sie 

sich erneut an das UNHCR wenden und sich einem Flüchtlingslager zutei-

len lassen würden. Auch wenn anerkanntermassen die Situation in den La-

gern teils prekär ist, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass zu-

mindest die Grundversorgung dort gewährleistet ist. Aufgrund der dem Ge-

richt vorliegenden Akten ist nicht davon auszugehen, dass sich die Be-

schwerdeführenden in einer existenziellen, lebensbedrohenden Notlage 

befinden und ihr der Zugang zur erforderlichen medizinischen Behandlung 

im Sudan verwehrt wäre. 

Den Akten zufolge weisen die Beschwerdeführenden zudem zur Schweiz 

keine enge Bindung auf. Der einzige, indes nicht überwiegend gewichtige 

Anknüpfungspunkt ist der seit 2006 in der Schweiz wohnhafte Bruder des 

Beschwerdeführers. Zudem wird in der Beschwerde nicht weiter ausge-

führt, in welcher Beziehung die Beschwerdeführenden mit diesem gestan-

den haben wollen. Dieser Anknüpfungspunkt stellt – wie das BFM in der 

angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt hat – keine enge Bezie-

hungsnähe zur Schweiz dar, die in einer Abwägung der Gesamtumstände 

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Seite 10 

dazu führen müsste, dass es gerade die Schweiz ist, die den erforderlichen 

Schutz für die Beschwerdeführenden gewähren sollte.  

7.5 Zusammenfassend verfügen die Beschwerdeführenden über die erfor-

derliche temporäre Bewilligung, um sich im Sudan aufhalten zu können, 

und geniessen weitgehend Schutz vor einer Abschiebung in ihr Heimatland 

Eritrea. Es ist davon auszugehen, dass sie im Sudan Schutz gefunden und 

die Möglichkeit haben, sich in das ihnen zugewiesene Flüchtlingslager 

Shegerab zurückzubegeben, sofern sie einen weiteren Aufenthalt am jetzi-

gen Aufenthaltsort im Sudan nicht mehr in Betracht zieht. Die Beschwer-

deführenden benötigen somit den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss 

alt Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht. Der weitere Verbleib im Sudan ist zumutbar. 

Das BFM hat demnach den Beschwerdeführenden zu Recht die Einreise 

in die Schweiz verweigert beziehungsweise deren Asylgesuch abgelehnt. 

7.6 Zusammengefasst ist der Verbleib im Sudan für die Beschwerdefüh-

renden als zumutbar zu betrachten. Die Beschwerdeführenden benötigen 

folglich den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG 

nicht. Das BFM hat daher zu Recht ihre Einreise in die Schweiz verweigert 

und ihre Asylgesuche abgelehnt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-

waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

zu verzichten.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die schwei-

zerische Vertretung in Khartum. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

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