# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6be7334f-ce82-5878-9657-a9800a5fcf6e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.07.2023 720 2022 28 / 164 (720 22 28 / 164)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2022-28---164_2023-07-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. Juli 2023 (720 22 28 / 164) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Gestützt auf das bidisziplinäre Gerichtsgutachten ist erstellt, dass der versicherten Per-

son auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitstätigkeit mehr zuzumuten ist, weshalb sie 

weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Katrin Plattner, Behinder-
tenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. A.____, geboren 1993, meldete sich am 29. November 2016 bei der IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärungen der gesundheitlichen 
und erwerblichen Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren mit Verfügung vom 17. Dezember 2021 eine vom 1. Mai 2017 bis 30. April 2019 befristete 
ganze Invalidenrente zu. 

 

 
 
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B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Katrin Plattner, mit Eingabe vom 25. Januar 
2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht), und beantragte in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Zusprache ei-
ner unbefristeten ganzen Invalidenrente ab 1. Februar 2019 mit der Feststellung, dass ihm die 
Verwertung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 
mehr zugemutet werden könne. Eventualiter sei zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein 
polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen, alles unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. Zusammenfas-
send brachte er in der Beschwerde vor, dass die Frage seiner Invalidität nicht gestützt auf das 
von der Beschwerdegegnerin bei Dr. med. B.____, Rheumatologie FMH, und Dr. med. C.____, 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eingeholte bidisziplinäre rheumatologisch-psychiatrische 
Gutachten vom 28./29. Juni bzw. vom 9. Juli 2021 entschieden werden könne. Vielmehr sei aus-
gehend von den tatsächlichen Verhältnissen und den qualifizierten Feststellungen der involvier-
ten Fachstellen der beruflichen Eingliederung davon auszugehen, dass er aufgrund seiner kom-
plexen gesundheitlichen Situation über keine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeits-
fähigkeit verfüge. 
 
C. Mit Verfügung vom 4. Februar 2022 bewilligte die instruierende Präsidentin dem Be-
schwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung. 
 
D. Mit Vernehmlassung vom 21. März 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin unter an-
derem unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH und Praktische Ärztin FMH, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel RAD, vom 9. Feb-
ruar 2022, die Abweisung der Beschwerde. 
 
E. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin vom 24. März 2022 wurde die Angelegen-
heit der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
F. Im Rahmen der Urteilsberatung vom 25. August 2022 gelangte die Dreierkammer zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhan-
dene medizinische Aktenlage nicht möglich sei, da dem von der Beschwerdegegnerin eingehol-
ten Verwaltungsgutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft 
zukomme. Gestützt darauf könne die Frage, ob der Beschwerdeführer über den 30. April 2019 
hinaus weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe, nicht rechtsgenüglich beantwortet 
werden, weshalb ein bidisziplinäres Gerichtsgutachten zu erstellen sei (vgl. Beschluss vom 25. 
August 2022). Als Gutachter bestimmt wurden PD Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, und Dr. med. F.____, Rheumatologie FMH. In der Folge wurde den Parteien die Mög-
lichkeit eingeräumt, zur Wahl der Gutachter und zum Entwurf des Gutachtensauftrags sowie des 
Fragekatalogs Stellung zu nehmen. 
 
G. In der Folge erklärten sich die Parteien mit der Wahl der Gutachter einverstanden und 
brachten gewisse Präzisierungen und Änderungen am Fragekatalog vor (vgl. Stellungnahme der 
Beschwerdegegnerin vom 15. September 2022 inkl. Aktennotiz von Dr. D.____ vom 15. Septem-
ber 2022 und Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 30. September 2022). Diese beiden 

 

 
 
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Stellungnahmen wurden den Gutachtern in der Folge zusammen mit dem jeweiligen Gutach-
tensauftrag vom 28. Oktober 2022 direkt zugestellt. 
 
H. Am 21./22. Februar 2023 ging das bidisziplinäre psychiatrisch-rheumatologische Gut-
achten von Dr. E.____ und Dr. F.____ vom 18. bzw. vom 20. Februar 2023 beim Kantonsgericht 
ein. In der Folge räumte die instruierende Präsidentin den Parteien mit Verfügung vom 5. April 
2023 die Möglichkeit ein, sich zum Gerichtsgutachten und zu den Auswirkungen auf den Renten-
anspruch zu äussern. 
 
I. Mit Eingabe vom 27. April 2023 teilte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die 
Stellungnahme von Dr. D.____ vom 26. April 2023 mit, es sei unter Berücksichtigung der Alltags-
aktivitäten des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar, dass ihm in einer angepassten Tätigkeit 
überhaupt keine Arbeitsfähigkeit mehr zuzumuten sei. Angesichts der sich abzeichnenden sozi-
alen Einbindung, einer stabilen Beziehungsebene zur Partnerin und dem weitgehend unauffälli-
gen Psychostatus erscheine es nicht nachvollziehbar, dass eine sehr schwere Persönlichkeits-
störung vorliege. Eine solche müsste sich auf mehreren Ebenen in schwer dysfunktionalem Ver-
halten äussern, was nicht der Fall sei. Daher seien Dr. E.____ Rückfragen zur Persönlichkeits-
pathologie zu unterbreiten. 
 
J. Der Beschwerdeführer liess sich am 4. Mai 2023 vernehmen und hielt fest, dass die 
gutachterlichen Ausführungen klar und überzeugend begründet seien, weshalb ohne Weiteres 
darauf abgestützt werden könne. Demzufolge sei ihm die zugesprochene ganze Invalidenrente 
auch über den 30. April 2019 unbefristet auszurichten. 
 
K. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin vom 12. Mai 2023 wurde auf weitere Rück-
fragen zuhanden Dr. E.____ verzichtet und der Fall wurde der Dreierkammer erneut zur Beurtei-
lung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde vom 25. Januar 2022 trat das Kantonsgericht bereits anlässlich 
der ersten Urteilsberatung vom 25. August 2022 ein. 
 
2.1 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiterentwick-
lung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging vor dem 1. Januar 
2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massge-
benden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind 
daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung 
(IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 

 

 
 
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Fassung anwendbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). 
Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die wäh-
rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfä-
hig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind 
(lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bemessung der Invalidität von erwerb-
stätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). 
 
3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht et-
was Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 121 V 47 E. 
2a, 115 V 142 E. 8b, je mit Hinweisen). 
 
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerde-
fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aus-

 

 
 
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künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der ver-
sicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Das 
Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-prozess gültigen 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 
– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen sind und danach zu entscheiden ist, ob die Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechenden medi-
zinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne dass das gesamte Beweismaterial 
gewürdigt wird und die Gründe angegeben werden, warum auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abgestellt wird. 
 
4. Zwischen den Parteien ist die Befristung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers 
per 30. April 2019 umstritten. Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stützte sich die 
Beschwerdegegnerin auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ sowie die 
Einschätzungen ihres RAD. Sie ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer nach Abheilung 
der Unfallfolgen und Stabilisierung der psychischen Beschwerden ab 1. Februar 2019 eine Ar-
beitsfähigkeit von 70 % in einer angepassten, körperlich leichten bis intermittierend mittelschwe-
ren, wechselbelastenden und rückenadaptierten Tätigkeit zuzumuten sei. Anlässlich der Urteils-
beratung vom 25. August 2022 erachtete es das Kantonsgericht als erforderlich, ein bidisziplinä-
res psychiatrisch-rheumatologisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Im gleichentags er-
lassenen Beschluss wurden die medizinischen Unterlagen eingehend gewürdigt, weshalb an die-
ser Stelle auf diesbezügliche Wiederholungen verzichtet und auf den Beschluss vom 25. August 
2022 verwiesen wird. In Bezug auf die Abklärung des Gesundheitszustands und die Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit stellte das Kantonsgericht fest, dass das bidisziplinäre Gutachten von Dr. 
B.____ und Dr. C.____ die beweisrechtlichen Anforderungen an eine medizinische Beurteilungs-
grundlage aus mehreren Gründen nicht erfülle und einen Entscheid über den Rentenanspruch 
nicht zulasse. In der Folge wurden Dr. E.____ und Dr. F.____ damit beauftragt, den Beschwer-
deführer nochmals psychiatrisch-rheumatologisch zu begutachten. 
 
5.1 Dr. E.____ diagnostiziert in seinem psychiatrischen Gutachten vom 18. Februar 2023 
auf Seite 29 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeits-
störung, impulsiver Typ (ICD-10 F60.30), eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung 
(ICD-10 F90.0) sowie anamnestisch kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten (ICD-10 
F81.3). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert er eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), Störungen durch Alkohol, Status nach 
schädlichem Gebrauch (ICD-10 F10.1), Störungen durch Cannabinoide, Status nach schädli-
chem Gebrauch (ICD-10 F12.1) sowie Störungen durch Kokain, Status nach schädlichem Ge-
brauch (ICD-10 F14.1). Beim Explorand liege eine relevante, schwerwiegende Persönlichkeits-
pathologie vor. Eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ bedeute, 
dass der Betroffene nicht auf sublimierte Abwehrmechanismen zur Bewältigung von Belastungen 
und Konfliktsituationen zurückgreifen könne. Der Explorand sei nie in der Lage gewesen, stabile 
und ausreichend präsente Elternbilder zu internalisieren, weshalb er keine stabile narzisstische 

 

 
 
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Entwicklung durchlaufen habe. Störungen schulischer Fertigkeiten hätten diese Entwicklung zu-
sätzlich beeinflusst. Die Jugendzeit und die Kindheit seien durch erhebliche Verhaltensauffällig-
keiten geprägt gewesen. Es sei immer wieder ein erheblich impulsives, aggressives und teilweise 
dissoziales Verhalten beschrieben worden. In Bezug auf die Berufsanamnese bilde die Diskonti-
nuität den einzigen roten Faden. Mit Blick auf den Freundeskreis stellt Dr. E.____ fest, dass der 
Explorand insbesondere Kontakt mit seinesgleichen suche, also mit anderen jungen Erwachse-
nen, die ebenfalls eine Impulsivität mitbringen würden. Seine Freundin benutze er immer wieder 
als Ventil, an der er seine ganzen verbalen Aggressionen ablade, bevor er sich beruhigen könne. 
In Bezug auf die ADHS führt Dr. E.____ aus, dass es dem Exploranden bis heute nicht gelinge, 
einer Tätigkeit in Ruhe und kontinuierlich nachzugehen. Die aktuelle Tätigkeit in der Institution 
G.____ sei gewissermassen ideal, weil er dort stets in Bewegung sein könne und nicht stunden-
lang am selben Arbeitsplatz verharren müsse. Die weiterhin bestehende Unaufmerksamkeit 
werde durch diesen Umstand deutlich. Kinder mit einer ADHS würden im Erwachsenenalter ge-
häuft emotional instabile Persönlichkeitsstörungen entwickeln, wobei zu erwähnen sei, dass sich 
die diagnostischen Kriterien in einzelnen Aspekten überlappen würden, so natürlich die Impulsi-
vität. Die Diagnose kombinierter Störungen schulischer Fertigkeiten erfasse er nur anamnestisch. 
Zur Intelligenz des Exploranden sei festzuhalten, dass ein knapp durchschnittlicher IQ dazu führe, 
dass Belastungs- und Konfliktsituationen nur mit wenig robusten kognitiven Ressourcen ange-
gangen werden könnten, was sich im Zusammenhang mit den unsublimierten psychostrukturellen 
Abwehrmechanismen im Sinne einer gegenseitigen negativen Interferenz zusätzlich ungünstig 
auswirke. Aufgrund der subjektiven Angaben des Exploranden, der über eine gelegentlich depri-
mierte Grundstimmung und eine selektive Antriebsminderung, nicht aber über eine anhaltende 
Freud-, Interesse- und Lustlosigkeit berichte, seien aktuell die diagnostischen B-Kriterien gemäss 
ICD-10 für eine depressive Episode nicht erfüllt. Im objektiven Psychostatus zeige er keine pa-
thologischen Auslenkungen in den zu erhebenden Parametern und Dimensionen. Es liege auch 
keine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor. Der Explorand 
komme verhältnismässig wenig auf die Rückenschmerzen zu sprechen, deutlich prominenter 
seien die Schwierigkeiten im Umgang mit seiner Impulsivität. Gemäss Gutachten von Dr. F.____ 
könnten ausreichend somatische Korrelate für die geklagten Beschwerden herangezogen wer-
den. Es sei allerdings davon auszugehen, dass der Explorand im Rahmen der unsublimierten 
Abwehrmechanismen, die er mit seiner Persönlichkeitsstörung mitbringe und die auch mit dem 
Geburtsgebrechen ADHS einhergehen würden, nicht immer adäquat mit diesen Schmerzen um-
gehen könne und möglicherweise zu einer etwas stärkeren Schmerzwahrnehmung neige. 
 
Im Rahmen der Diskussion der psychosozialen Belastungsfaktoren führt Dr. E.____ aus, dass 
der Explorand im Rahmen seiner Persönlichkeitsstörung und seiner ADHS nicht ausreichend auf 
sublimierte Abwehrmechanismen zurückgreifen könne, wenn er mit psychosozialen Belastungen 
konfrontiert werde, weshalb primär invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren sekun-
där durchaus auch invaliditätsrelevant werden könnten. Dabei sei von Bedeutung, dass die bei-
den Grundstörungen dazu prädestinieren würden, dass in den relevanten anamnestischen Le-
bensbereichen nie eine Ruhe und eine Kontinuität entstehen könne, was immer wieder aufs Neue 
die Gefahr berge, weitere psychosoziale Belastungsfaktoren zu generieren, mit welchen der Ex-
plorand dann erneut nicht adäquat umgehen könne. 
 

 

 
 
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Im Zusammenhang mit den Behandlungsmassnahmen hält Dr. E.____ fest, die Behandlungs-
anamnese zeige auf, dass der Explorand zwar wiederholt Psychotherapien aufgesucht habe, 
diese aber verhältnismässig bald wieder abgebrochen habe. Dies sei Ausdruck jener Bindungs-
störung, die beim Exploranden wesentlicher Bestandteil seiner Persönlichkeitsstörung darstelle. 
Man müsse hier von chronifizierten, dauerhaften und therapieresistenten Störungen sprechen, 
was die Persönlichkeitsstörung betreffe, und möglicherweise auch, was die ADHS betreffe. Eine 
Persönlichkeitsstörung lasse sich nicht heilen. Wenn Persönlichkeitsfehlentwicklungen frühzeitig 
einer Psychotherapie zugeführt würden, könne allenfalls erzielt werden, dass die Betroffenen 
adäquatere Bewältigungsstrategien in Belastungs- und Konfliktsituationen erlernen würden. An 
der innerpsychischen Struktur jedoch könne eine Psychotherapie nichts verändern. Beim Explo-
randen seien seine Selbstwahrnehmung wie auch die Wahrnehmung seiner Aussenwelt dermas-
sen fixiert, dass eine psychotherapeutische Intervention kaum eine relevante Veränderung erzie-
len könnte. Es sei deshalb ihm selbst überlassen, ob er einen Nutzen in einer weiteren Psycho-
therapie sehe. Da er mit äusserem Druck wie auch mit inneren Anspannungen kaum umgehen 
könne, werde er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nicht in der Lage sein, eine Berufs-
bildung zu durchlaufen, auch nicht im geschützten Arbeitsmarkt. Die ADHS sei zwar weiterhin 
vorhanden und spiele eine gewichtige Rolle im Verhalten und in den psychischen Beeinträchti-
gungen des Exploranden, von primordialer Bedeutung sei aber seine emotional instabile Persön-
lichkeitsstörung vom impulsiven Typ, weshalb die Bedeutung von ADHS-spezifi- 
schen Medikamenten nicht mehr als prioritär eingestuft werden könne. 
 
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hält Dr. E.____ fest, dass er keine beruflichen Massnahmen 
empfehlen könne. Es sei aber alles daran zu setzen, dass der Explorand seine aktuelle Arbeits-
stelle langfristig behalten könne. Allenfalls werde es ihm möglich sein, das aktuelle 50 %-ige Ar-
beitspensum etwas zu erhöhen. Ein Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt werde aus psy-
chiatrischer Sicht prognostisch aber nicht möglich sein. Der Explorand bringe deutlich zu wenig 
innerpsychische Stabilität und Belastbarkeit mit. Nach Würdigung der ICF-Kriterien gelangt Dr. 
E.____ zum Schluss, dass die qualitativen Funktionsfähigkeiten aus psychiatrischer Sicht beim 
Exploranden in den relevanten Beurteilungsdimensionen schwer beeinträchtigt seien, so dass 
aus psychiatrischer Sicht im ersten Arbeitsmarkt eine Arbeitsfähigkeit von 0 % zu attestieren sei. 
Der Explorand sei aus dem ersten Arbeitsmarkt ausgeschieden, als er am 16. Juli 2015 bei einem 
Arbeitsunfall den Rücken verletzt habe. Bis zu diesem Zeitpunkt hin habe er ab 2011 im ersten 
Arbeitsmarkt diskontinuierlich und hauptsächlich im Rahmen von Temporäranstellungen gearbei-
tet. Die nach der Anmeldung bei der IV durchgeführten beruflichen Massnahmen würden einheit-
lich dokumentieren, dass keine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt bestanden habe, weshalb 
als Beginn der attestierten Arbeitsfähigkeit von 0 % der Zeitpunkt der IV-Anmeldung per 29. No-
vember 2016 festzuhalten sei. 
 
5.2 Dr. F.____ hält in seinem rheumatologischen Gutachten vom 20. Februar 2023 als Di-
agnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Syn-
drom rechts fest. Die früheren Arbeitstätigkeiten als Zügelmann und Dachdecker seien mit erheb-
lichen Rückenbelastungen verbunden, weshalb sie dem Exploranden nicht mehr zumutbar seien. 
Für eine leichte bis intermittierend mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit, die rückenscho-
nend sei, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. 

 

 
 
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5.3 Im Rahmen der Konsensbeurteilung vom 20. Februar 2023 kommen Dr. E.____ und Dr. 
F.____ zum Schluss, dass aus psychiatrischen Gründen in jeder Arbeitstätigkeit eine Arbeitsfä-
higkeit von 0 % attestiert werden könne.  
 
6.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist ergänzend zu den in Erwägung 3.2 hiervor darge-
legten Grundsätzen darauf hinzuweisen, dass für den Beweiswert eines Arztberichtes entschei-
dend ist, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be-
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab-
gegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c), und dass 
das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der me-
dizinischen Fachperson abweicht, deren Aufgabe es ist, dem Gericht ihre Fachkenntnisse zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum 
Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder ein vom Gericht 
eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. 
Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungs-
äusserungen anderer Fachexperten als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichts-
gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass die Überprüfung durch einen Oberexperten für ange-
zeigt gehalten wird, sei es, dass ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens ab-
weichende Schlussfolgerungen gezogen werden (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
6.2 Dr. E.____ und Dr. F.____, beides langjährige und ausgesprochen erfahrene Gutachter 
in versicherungsmedizinischen Fragestellungen, haben ihre Beurteilungen nach umfassender 
Darstellung der Akten, nach persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers, nach gründli-
cher Anamneseerhebung sowie nach eigener Befunderhebung verfasst. Ihre Einschätzungen zu 
den gesundheitlichen Leiden und der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sind für medizi-
nische Laien äusserst nachvollziehbar, da sie detailliert und begründet hergeleitet werden und 
den Beschwerdeführer als Person in seiner Ganzheit erfassen. Dr. E.____ gelingt es aufzuzei-
gen, weshalb dem Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitstätigkeit mehr 
zuzumuten ist und medizinische und/oder berufliche Massnahmen daran nichts zu ändern ver-
mögen. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit den bisherigen Berichten diskutiert Dr. E.____ 
das Gutachten von Dr. C.____ und zeigt auf, wo dessen Gutachten seine Mängel hat. Dr. C.____ 
habe sich nicht mit den Auswirkungen der früheren Systemanamnese und auch nicht mit den 
Auswirkungen der ADHS und der Lernbehinderung auf die psychostrukturelle Entwicklung des 
Exploranden auseinandergesetzt. Er gehe auch nicht auf die überaus detaillierten und sorgfältig 
beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten im Abklärungsbericht der Institution G.____ vom 25. Au-
gust 2020 ein. Zudem diskutiere er die deutlich reduzierte Durchhaltefähigkeit, die geringe Frust-
rationstoleranz und die Notwendigkeit des Exploranden für klare Anweisungen nicht. Die Beurtei-
lung von Dr. C.____ greife damit deutlich zu kurz. Auch habe er es unterlassen, detaillierte An-
gaben zu den ICF-Kriterien zu liefern. All dies führe gemäss Dr. E.____ dazu, dass seine Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit als markante Fehlbeurteilung einzustufen sei. Das umfangreiche 
rheumatologische Gutachten von Dr. F.____ bestätigt letztlich die Einschätzung von Dr. B.____, 
wonach der Beschwerdeführer ab 2019 in einer adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig sei. 

 

 
 
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7.1 Die Beschwerdegegnerin erachtet es in ihrer Stellungnahme vom 27. April 2023 als not-
wendig, Dr. E.____ Rückfragen zu stellen. Es sei gemäss RAD nicht nachvollziehbar, dass in 
einer angepassten Tätigkeit in Anbetracht der Aktivitäten des Beschwerdeführers überhaupt 
keine Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. Auch sei angesichts der sich abzeichnenden sozialen Ein-
bindung, einer stabilen Beziehungsebene zu seiner Partnerin und dem weitgehend unauffälligen 
Psychostatus nicht nachvollziehbar, weshalb eine sehr schwere Persönlichkeitsproblematik vor-
liege, die die Arbeitsfähigkeit komplett einschränke. Eine solche müsse sich auf mehreren Ebe-
nen in schwer dysfunktionalem Verhalten äussern, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall sei. 
 
7.2 Auf weitere Rückfragen bei Dr. E.____ kann verzichtet werden. Die Punkte, die von Dr. 
D.____ im Sinne der Standard-Indikatoren aufgeführt werden, werden von Dr. E.____ im Gutach-
ten berücksichtigt und gewürdigt. In Bezug auf die Arbeitsbiographie des Beschwerdeführers (Tä-
tigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt, derzeitige Tätigkeit zu 50 % im internen Postdienst der 
Institution G.____) führt Dr. E.____ an mehreren Stellen des Gutachtens auf, dass die Schulkar-
riere aussergewöhnlich gewesen sei und die gesamte Kindheit und Jugendzeit durch erhebliche 
Verhaltensauffälligkeiten geprägt gewesen sei. Es sei immer wieder ein erheblich impulsives, ag-
gressives und teilweise dissoziales Verhalten beschrieben worden. Immer wieder sei es auch zu 
relevanten Konflikten mit den Vorgesetzten gekommen bis hin zur Prügelei, auch während der 
Anlehre (Seite 32 f.). Die Berufsanamnese sei ausserordentlich diskontinuierlich verlaufen. Er 
habe nirgends eine längerdauernde Anstellung innehalten können. Es gebe hier keinerlei roten 
Faden. Auch im Rahmen der beruflichen Massnahmen habe er ein ausgesprochen auffälliges 
und immer wieder schwieriges Verhalten gezeigt. Dr. E.____ setzt sich auch mit der Berufsana-
mnese auseinander und legt dar, weshalb es an der jetzigen Arbeitsstelle klappt. Auch das Zu-
sammenleben mit der Partnerin, der Kontakt zum Vater und zu seinen Kollegen, alles Umstände, 
die Dr. D.____ ebenfalls zu einer Rückfrage veranlassen, nimmt der Gutachter auf. Auf Seite 33 
führt er aus, dass die soziale Beziehungsanamnese nur auf den ersten Blick unauffällig erscheine. 
Zum Einen pflege der Versicherte Kontakte mit anderen jungen Erwachsenen, die ebenfalls eine 
Impulsivität mitbringen würden und mit denen er sich auch in handfeste Konflikte begebe. Er sei 
seit neun Jahren mit seiner Freundin liiert, mit der er gemäss eigenen Angaben eine harmonische 
Beziehung pflege, sie aber auch – wie bereits bei der Zusammenfassung des Gutachtens aufge-
führt – als Ventil benutze, um seine verbalen Aggressionen zunächst an ihr abzuladen, bevor er 
sich beruhigen könne. Zu seiner Mutter und seiner Schwester pflege er keinen Kontakt, zu seinem 
Vater bestehe ein Kontakt, der kumpelhaft und kollegial anmute. Dr. E.____ berücksichtigt und 
würdigt damit auch die Beziehungsebene in der Familie detailliert und nachvollziehbar. Soweit 
Dr. D.____ auf die Fähigkeit des Beschwerdeführers hinweist, Fahrradfahren zu können, er-
schliesst sich nicht, inwiefern diese Tätigkeit als Ressource oder als Indiz für eine höhere Arbeits-
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt gelten könnte. Der Beschwerdeführer schildert gegenüber 
Dr. E.____ im Rahmen seiner psychischen Verfassung auf Seite 9 f., dass er seine Impulsivität 
zwar besser im Griff habe, er aber immer noch in relevante Konflikte mit Menschen gerate, so 
beispielsweise, wenn er von Autofahrern trotz guter Velolampen nicht beachtet werde. Er habe 
diese Autofahrer dann aus dem Auto gezerrt oder mit dem Ellbogen die Scheibe des Autos ein-
geschlagen. Auch aus den Alltagsaktivitäten Einkaufen, Musizieren und gemeinsames Mittag- 

 

 
 
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und Abendessen mit der Lebenspartnerin erschliesst sich nicht, weshalb diese im Zusammen-
hang mit den Diagnosen des Beschwerdeführers als Ressourcen oder Indizien für allfällige In-
konsistenzen gelten könnten. Soweit Dr. D.____ auf die erhaltene Kooperationsbereitschaft des 
Beschwerdeführers im Rahmen der Begutachtung hinweist, legt Dr. E.____ auf Seite 22 dar, dass 
dieser gut kooperiert habe, aber selbstverständlich hervorzuheben sei, dass die gutachterliche 
Untersuchung so ausgerichtet werde, dass ein möglichst empathischer Rahmen geboten werde. 
Damit steht auch dieser Umstand nicht im Widerspruch zu den Diagnosen und deren Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. 
 
7.3 Zusammenfassend legt Dr. E.____ äusserst überzeugend und schlüssig dar, weshalb 
er von einer schwerwiegenden Persönlichkeitspathologie ausgeht, die sich insbesondere auf das 
Erwerbsleben des Beschwerdeführers im ersten Arbeitsmarkt auswirkt. Er nimmt zu allen von der 
Beschwerdegegnerin aufgeworfenen Aspekten Stellung, weshalb Rückfragen bei Dr. E.____ 
nicht angezeigt sind. Zweifel an der vollen Beweistauglichkeit des Gerichtsgutachtens bestehen 
keine. Dieses erfüllt alle in Erwägung 6.1 hiervor dargestellten Anforderungen der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung an eine beweistaugliche medizinische Beurteilung. 
 
8. Gestützt auf das Gerichtsgutachten von Dr. E.____ und Dr. F.____ ist damit erstellt, dass 
der Beschwerdeführer aufgrund seiner emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsi-
ven Typ, der ADHS und den anamnestisch kombinierten Störungen schulischer Fertigkeiten in 
jeder Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist. Der Invaliditätsgrad liegt somit bei 100 %, was zu 
einem Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente führt. Damit ist festzustel-
len, dass der Beschwerdeführer auch ab 1. Mai 2019 weiterhin Anspruch auf eine ganze Invali-
denrente hat. Die Beschwerde wird deshalb vollumfänglich gutgeheissen und die angefochtene 
Verfügung vom 17. Dezember 2021 aufgehoben.  
 
9.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts-
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 
Abs. 1bis IVG) und vorliegend auf Fr. 1'000.-- anzusetzen. Dem Verfahrensausgang entsprechend 
sind sie von der Beschwerdegegnerin zu tragen.  
 
9.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 25. August 2022 ausführlich begründet, lag 
der angefochtenen Verfügung ein in medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt 
zugrunde. Somit rechtfertigt es sich aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 
nach Art. 43 ATSG, die Kosten für das Gerichtsgutachten in der Höhe von insgesamt Fr. 12'000.-
- der Beschwerdegegnerin zu auferlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 502 E. 4.4). 
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 25. Mai 2023 für das vorliegende Verfahren einen 
Zeitaufwand von 20 Stunden und 10 Minuten ausgewiesen, was sich in Anbetracht der sich stel-
lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem 

 

 
 
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von der Rechtsvertreterin geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 200.-- zu entschädigen. 
Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 250.-
-. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'283.35 
(20 Stunden und 10 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 250.--) zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
17. Dezember 2021 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Be-
schwerdeführer ab 1. Mai 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
hat.  

 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 1'000.-- sowie die Kosten für 
das bidisziplinäre Gutachten von Dr. F.____ und Dr. E.____ im Betrag 
von insgesamt Fr. 12'000.-- (Fr. 6'000.-- für das Gutachten von 
Dr. F.____ und Fr. 6'000.-- für das Gutachten von Dr. E.____) werden 
der Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 4'283.35 (inkl. Auslagen) zu 
bezahlen. 

 
 

 
 
 
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