# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b683005d-c555-52f3-b64c-cb7d498db936
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 25.04.2025 SBK.2025.69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-69_2025-04-25.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.69  
(ST.2025.19; STA.2024.7211)  

Art. 123 

 

 

Entscheid vom 25. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari 

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Groebli Arioli 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, […] 

[…]  

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm,  

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Präsidenten des Bezirksgerichts Zofingen vom 

6. März 2025 betreffend Abweisung des Gesuchs um amtliche  

Verteidigung 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Am 14. November 2024 stellte die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm einen 

Strafbefehl gegen A._____ aus, gemäss welchem er wegen Verweigerung 

von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit sowie mehrfachen 

unbefugten Konsums von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe von 

90 Tagessätzen à Fr. 60.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 

zwei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 1'200.00, unter Androhung einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen, verurteilt wurde.  

 

1.2. 

A._____ erhob mit Eingabe vom 2. Dezember 2024 Einsprache gegen den 

Strafbefehl vom 14. November 2024, woraufhin die Staatsanwaltschaft Zo-

fingen-Kulm am 28. Januar 2025 den Strafbefehl samt Akten dem Bezirks-

gericht Zofingen zur Durchführung des Hauptverfahrens überwies. 

 

2. 

2.1. 

Mit Verfügung vom 31. Januar 2025 ordnete der Präsident des Bezirksge-

richts Zofingen den Beizug der Akten der Voruntersuchung und die Befra-

gung von A._____ an. Weiter wurde den Parteien die Gelegenheit einge-

räumt, Beweisanträge zu stellen. A._____ wurde zudem aufgefordert, in-

nert der gleichen Frist mitzuteilen, ob er sich an der Verhandlung durch 

einen Anwalt verteidigen lasse und gegebenenfalls den Namen des An-

walts mitzuteilen. Schliesslich forderte der Präsident des Bezirksgerichts 

Zofingen ihn auf, mitzuteilen, ob ein Dolmetscher zur Hauptverhandlung 

beigezogen werden müsse. 

 

2.2. 

Mit Schreiben vom 10. Februar 2025 stellte A._____ diverse Beweisergän-

zungsanträge sowie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege inkl. un-

entgeltlichen Rechtsbeistand. Zudem ersuchte er darum, dass der ihm zu-

gewiesene Anwalt entweder Griechisch spreche oder ihm für alle Bespre-

chungen mit seinem Anwalt ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt werde. 

 

2.3. 

Mit Verfügung vom 6. März 2025 nahm der Präsident des Bezirksgerichts 

Zofingen die durch A._____ eingereichten Unterlagen zu den Akten und 

wies die übrigen Beweisergänzungsanträge ab. Das Gesuch um Bewilli-

gung der amtlichen Verteidigung wurde abgewiesen. Schliesslich forderte 

der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen A._____ auf, innert 10 Tagen 

mitzuteilen, ob ein Dolmetscher für Griechisch zur Hauptverhandlung bei-

gezogen werden müsse. 

 

 - 3 - 

 

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihm am 10. März 2025 zugestellte Verfügung erhob A._____ 

mit Eingabe vom 15. März 2025 bei der Beschwerdekammer in Strafsachen 

des Obergerichts des Kantons Aargau Beschwerde mit folgenden Anträ-

gen: 

 

" Ich beantrage 
 

1. 
Die Aufhebung der Entscheidung über die Ablehnung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und die Zuweisung eines amtlichen Verteidigers für meine 
Hauptverhandlung. 
 
2. 
Die Bereitstellung eines Dolmetschers für Griechisch für alle rechtlichen 
Besprechungen sowie für die Hauptverhandlung. 
 
3. 
Dass das Gericht zur Kenntnis nimmt, dass mein Hauptanliegen die Ver-
meidung eines Eintrags im Strafregister ist, da ich mich keiner Schuld be-
wusst bin und das Verfahren nur aufgrund eines Fehlers der Polizei zu-
stande kam." 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm beantragte mit Beschwerdeantwort 

vom 25. März 2025 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen.  

 

3.3. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen liess sich nicht vernehmen. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerde ist zulässig gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie 

Verfahrenshandlungen der erstinstanzlichen Gerichte. Verfahrensleitende 

Entscheide sind ausgenommen (Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO; Art. 65 

Abs. 1 StPO), es sei denn, es drohe ein nicht wieder gutzumachender 

Nachteil (BGE 143 IV 175 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_563/2021 

vom 22. Dezember 2022 E. 1.3.2). 

 

Nach der Rechtsprechung ist der Begriff des nicht wieder gutzumachenden 

Nachteils auf kantonaler Ebene der gleiche wie jener, der in Anwendung 

von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG gilt. Im Strafbereich bezieht sich dieser Nach-

teil auf einen rechtlichen Nachteil, der nicht später mit einem Endentscheid 

oder einem anderen für den Beschwerdeführer günstigen Entscheid geheilt 

werden kann (BGE 143 IV 175 E. 2.2 f.). Hingegen reichen rein tatsächliche 

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Nachteile wie eine Verfahrensverlängerung grundsätzlich nicht aus (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1014/2019 vom 22. Juni 2020 E. 1.2.2 m.w.H.).  

 

1.2. 

Ein – wie hier – vor der Hauptverhandlung von der Verfahrensleitung eines 

erstinstanzlichen Strafgerichts getroffener Entscheid, die Bestellung eines 

amtlichen Verteidigers zu verweigern, kann einen nicht wieder gutzuma-

chenden Nachteil bewirken; dementsprechend steht einer dadurch belas-

teten Partei nach Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO und Art. 382 Abs. 1 StPO die 

Beschwerde offen (vgl. hierzu BGE 140 IV 202 Regeste). Damit ist die Be-

schwerde zulässig, soweit sie die Abweisung des Antrags auf amtliche Ver-

teidigung betrifft. 

 

1.3. 

Soweit der Beschwerdeführer beantragt, es sei ein Dolmetscher für Grie-

chisch zu bestellen, ist auf die Beschwerde hingegen nicht einzutreten. Der 

Präsident des Bezirksgericht Zofingen hat den Beschwerdeführer in der an-

gefochtenen Verfügung aufgefordert, einen allenfalls bestehenden Über-

setzungsbedarf bekannt zu geben. Inwiefern dem Beschwerdeführer durch 

diese Aufforderung ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entstehen 

könnte, ist nicht ersichtlich. Vielmehr hat er seinen Übersetzungsbedarf di-

rekt beim Präsidenten des Bezirksgerichts Zofingen anzumelden. Dass er 

dies bereits getan hätte und eine Übersetzung zu Unrecht verweigert wor-

den wäre, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Derartiges ist auch 

nicht ersichtlich. Selbst wenn der Beschwerdeführer die in der Verfügung 

vom 6. März 2025 angesetzte Frist verpasst haben sollte, wäre nicht er-

sichtlich, worin ein nicht wieder gutzumachender Nachteil liegen könnte. 

Der Anspruch auf eine Verdolmetschung besteht weiterhin. Somit ist nicht 

ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer in diesem Punkt beschwert 

sein könnte.  

 

1.4. 

Ebenfalls nicht einzutreten ist auf Antrag 3 des Beschwerdeführers. Ein 

Strafregistereintrag ist eine mögliche Folge einer strafrechtlichen Verurtei-

lung. Darüber hat jedoch nicht die Beschwerdekammer in Strafsachen zu 

befinden, sondern das Sachgericht. Insofern ist auf den Antrag mangels 

Zuständigkeit nicht einzutreten.  

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen hielt in der Begründung der an-

gefochtenen Verfügung fest, es handle sich um einen Bagatellfall, welcher 

den Beschwerdeführer nicht vor rechtliche oder tatsächliche Schwierigkei-

ten stelle. So befänden sich mit Unterschrift versehene Dokumente als Be-

weismittel bei den Akten. Ansonsten seien lediglich die Aussagen des 

 - 5 - 

 

 

Beschwerdeführers selbst zu würdigen. Auch bereite die rechtliche Qualifi-

kation der Tatbestände keine "übermässigen Schwierigkeiten" (vgl. E. 2.3 

der angefochtenen Verfügung). 

 

2.1.2. 

Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, der Strafre-

gistereintrag habe gravierende Auswirkungen auf sein berufliches und pri-

vates Leben. Die rechtliche Komplexität zeige, dass es sich nicht um einen 

Bagatellfall handle, sondern um eine Situation, die erhebliche rechtliche 

Konsequenzen für ihn habe. Die Sachlage sei nicht einfach und bedürfe 

eines erfahrenen Anwalts, um seine Rechte angemessen zu verteidigen. 

Aufgrund seiner derzeitigen finanziellen Situation sei er zudem nicht in der 

Lage, die Kosten für einen privaten Anwalt zu tragen (Beschwerde, S. 1 f.). 

 

2.2. 

Gemäss Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO ordnet die Verfahrensleitung eine amt-

liche Verteidigung an, wenn die beschuldigte Person nicht über die erfor-

derlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen 

geboten ist. Zur Wahrung der Interessen der beschuldigten Person ist die 

Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht um einen Bagatellfall 

handelt und der Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Schwie-

rigkeiten bietet, denen die beschuldigte Person allein nicht gewachsen 

wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO). Ein Bagatellfall liegt jedenfalls dann nicht 

mehr vor, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als vier Monaten oder eine 

Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen zu erwarten ist (Art. 132 

Abs. 3 StPO). 

 

Bei der Beurteilung der Gebotenheit einer amtlichen Verteidigung sind die 

konkreten Umstände des Einzelfalles massgebend. Je schwerwiegender 

der Eingriff in die Interessen der betroffenen Person ist, desto geringer sind 

die Anforderungen an die tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten, 

und umgekehrt (vgl. BGE 143 I 164 E. 3.6 mit Hinweisen). Als Schwierig-

keiten, die eine amtliche Verteidigung rechtfertigen können, fallen auch in 

der betroffenen Person liegende Gründe in Betracht, wie familiäre Interes-

senkonflikte, Sprachschwierigkeiten, mangelnde Schulbildung oder deren 

Unfähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (vgl. BGE 138 IV 35 E. 6.3 f. 

mit Hinweisen). Rechtliche Schwierigkeiten sind bspw. dann gegeben, 

wenn es um komplexe Tatbestände geht (Betrug und Urkundenfälschung 

mit der Möglichkeit der Erweiterung der Vorwürfe) oder wenn die Sub-

sumtion des vorgeworfenen Verhaltens generell oder im konkreten Fall, 

das Vorliegen von Rechtsfertigungs- und Schuldgründen oder die richtige 

Sanktion oder Art und Höhe der Sanktion umstritten ist (vgl. NIKLAUS 

RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 

3. Aufl. 2023, N. 39 zu Art. 132 StPO mit weiteren Hinweisen). Tatsächliche 

Schwierigkeiten liegen etwa dann vor, wenn der objektive oder subjektive 

Tatbestand umstritten ist und dazu diverse Zeugen einvernommen 

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und/oder andere Beweise wie Gutachten etc. erhoben werden müssen 

(vgl. DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessord-

nung, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, N. 11 zu Art. 132 StPO). 

 

In Bagatellfällen besteht ein Anspruch auf amtliche Verteidigung rechtspre-

chungsgemäss nur ausnahmsweise, etwa wenn der Fall besondere 

Schwierigkeiten bietet, denen die beschuldigte Person nicht gewachsen ist, 

oder wenn der Ausgang des Verfahrens eine besondere Tragweite auf-

weist, beispielsweise, weil der Entzug einer Berufsausübungsbewilligung 

droht (Urteile des Bundesgerichts 1B_416/2021 vom 27. Oktober 2021 

E. 3.2 und 1B_306/2021 vom 1. Juli 2021 E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

2.3. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm beantragt mit als Anklageschrift gel-

tendem Strafbefehl vom 14. November 2024 eine bedingte Geldstrafe von 

90 Tagessätzen à Fr. 60.00 sowie eine Busse von Fr. 1'200.00. Dem Be-

schwerdeführer droht mithin eine Strafe, welche unter der vom Gesetzge-

ber festgelegten Grenze liegt, ab welcher grundsätzlich kein Bagatellfall 

mehr gegeben ist (vgl. Art. 132 Abs. 3 StPO). Es kann auch nicht von ei-

nem Grenzfall ausgegangen werden, welcher knapp unter der Schwelle 

liegt. Im Übrigen behauptet auch der Beschwerdeführer nicht, dass ihm 

eine höhere als die von der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm beantragte 

Strafe drohe. Zwar ist, wie dargelegt, nicht automatisch von einem Baga-

tellfall auszugehen, wenn die im Gesetz genannten Schwellenwerte nicht 

erreicht sind. Droht aber konkret eine Strafe, welche die Grenzen eines Ba-

gatellfalls von Art. 132 Abs. 3 StPO nicht überschreitet, besteht ein An-

spruch auf amtliche Verteidigung rechtsprechungsgemäss nur ausnahms-

weise, wenn der Fall aussergewöhnliche rechtliche oder tatsächliche 

Schwierigkeiten bietet, oder Gründe, die in der Person des Beschuldigten 

liegen, gegeben sind, die ihn als besonders schutzbedürftig oder betroffen 

erscheinen lassen (vorne E. 2.2).   

 

2.4. 

Dem Strafbefehl vom 14. November 2024 ist zu entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer am 17. Oktober 2024 anlässlich einer Polizeikontrolle als 

Lenker eines Lieferwagens in Rothrist angehalten wurde. Aufgrund äusse-

rer Anzeichen wurde ein Betäubungsmittelschnelltest durchgeführt. Dieser 

war positiv auf THC/Cannabis, Kokain und Amphetamin. Die in der Folge 

angeordnete Blut- und Urinprobe verweigerte der Beschwerdeführer. Wei-

ter gab der Beschwerdeführer an, im vergangenen Jahr jeweils 1 Gramm 

Marihuana pro Woche konsumiert zu haben.  

 

Der für die Beurteilung der Strafbarkeit des Beschwerdeführers massge-

bende Sachverhalt ist, wie der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen zu-

treffend erkannt hat, leicht zu überschauen. Auch ist nicht ersichtlich, inwie-

fern der vorliegende Fall Schwierigkeiten rechtlicher Natur bieten könnte. 

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Der Beschwerdeführer zeigt denn auch nicht auf, inwiefern die Subsumtion 

seines Verhaltens unter die einschlägigen Normen im Einzelnen besondere 

Schwierigkeiten mit sich bringen soll. Soweit er sich auf eine falsche Hand-

habung der Kontrolle bzw. eine falsche oder fehlende Information durch die 

Polizei beruft, scheint es ihm zumutbar, seine eigene Auffassung im Straf-

verfahren vorzutragen. Eine besondere Schwierigkeit stellt dies nicht dar. 

Auch das Bestreiten des Betäubungsmittelkonsums ist dem Beschwerde-

führer zuzumuten.  

 

Gründe in der Person des Beschwerdeführers, die eine amtliche Verteidi-

gung gebieten würden, sind – entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh-

rers (vgl. Beschwerde, S. 2) – ebenfalls nicht ersichtlich, zumal sprachliche 

Barrieren mit Hilfe eines Übersetzers überwunden werden können 

(vgl. RUCKSTUHL, a.a.O., N. 40 zu Art. 132 StPO; vgl. auch Urteil des Bun-

desgerichts 7B_935/2023 vom 28. August 2024 E. 2.3). Soweit der Be-

schwerdeführer geltend macht, er könne die juristischen Feinheiten des 

Falles nicht vollständig verstehen und sich nicht adäquat selbst verteidigen, 

ist seine Argumentation nicht stichhaltig. Es dürfte zwar zutreffen, dass sich 

der Beschwerdeführer im Schweizer Rechtssystem nicht auskennt und al-

lenfalls die Abgrenzung der einzelnen Tatbestände nicht kennt. Der blosse 

Umstand, dass Laien nicht über dasselbe Fachwissen wie Rechtsanwälte 

verfügen, vermag die amtliche Verteidigung unter diesen Umständen nicht 

zu rechtfertigen, hat der Gesetzgeber sie doch gerade nicht in allen Fällen 

der Strafverfolgung vorgesehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

7B_935/2023 vom 28. August 2024 E. 2.3 mit Hinweisen). Schliesslich sind 

auch sonst keine Gründe ersichtlich, die darauf schliessen lassen würden, 

dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage wäre, sich selbst zu verteidi-

gen. Insbesondere war der Beschwerdeführer in der Lage, eine leicht ver-

ständliche, begründete und gut strukturierte Einsprache gegen den Straf-

befehl sowie die vorliegende Beschwerde zu verfassen (vgl. seine diversen 

schriftlichen Eingaben, UA act. 21 ff., 29 ff., 32 f.; Gerichtsakten [GA] 

act. 11 f., 73). Es ist aufgrund dessen davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer in der Lage ist, seine Rechte an einer mündlichen Haupt-

verhandlung vor dem erstinstanzlichen Gericht selbst zu wahren, dies unter 

Umständen unter Beizug eines Übersetzers oder einer Übersetzerin.  

 

Das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers, es handle sich wegen 

des drohenden Strafregistereintrags nicht um eine Bagatelle, vermag die 

Bestellung einer amtlichen Verteidigung schliesslich ebenfalls nicht zu 

rechtfertigen. Es ist unbestritten, dass ein Strafregistereintrag insofern ne-

gative Folgen zeitigen kann, als es gerade für einen zurzeit Arbeitsunfähi-

gen ohne aktuellen Arbeitgeber wie den Beschwerdeführer (vgl. GA act. 18, 

28 ff., 74, 84), schwieriger werden könnte, eine neue Anstellung zu finden. 

Allerdings ist vorliegend nicht ersichtlich, dass der Fall von besonderer 

Tragweite sein könnte und dem Beschwerdeführer, der bisher als Lackierer 

tätig war, beispielsweise ein Entzug der Berufsbewilligung oder dergleichen 

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drohen könnte. Auch andere Gründe, weshalb eine Verurteilung vorliegend 

übermässige Auswirkungen auf das Leben des Beschwerdeführers haben 

könnte, werden von diesem nicht geltend gemacht. Zudem erscheint eine 

Verurteilung, die – wie vorliegend – eine bedingte Strafe enthält, nicht mehr 

im Strafregisterauszug, wenn der Verurteilte sich bis zum Ablauf der Pro-

bezeit bewährt hat (Art. 40 Abs. 3 lit. b StReG). Damit liegen vorliegend 

keine besonderen Umstände vor, die eine amtliche Verteidigung aus-

nahmsweise aufgrund des drohenden Strafregistereintrags rechtfertigen 

könnten. 

 

2.5. 

Zusammenfassend ist – selbst unter Berücksichtigung der mit Beschwerde 

vorgebrachten Umstände – festzustellen, dass keine amtliche Verteidigung 

nach Art. 132 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO zur Wahrung der Interessen des 

Beschwerdeführers geboten erscheint. Die Frage der Bedürftigkeit des Be-

schwerdeführers kann bei diesem Ergebnis offenbleiben. Die Beschwerde 

erweist sich deshalb als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

 

3. 

Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten des ober-

gerichtlichen Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO) und er hat für das Beschwerdeverfahren keinen Anspruch auf 

eine Entschädigung. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 800.00 und den Auslagen von Fr. 51.00, zusammen 

Fr. 851.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

  

 - 9 - 

 

 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 25. April 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Groebli Arioli