# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ee0eeab-74e4-5f6b-96b7-3e36e8458d78
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.03.2010 D-1780/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1780-2010_2010-03-29.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1780/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

A._______, geboren (...),
Eritrea,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 11. Februar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1780/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 21. Dezember 2009 in der Schweiz um 
Asyl nachsuchte, nachdem er sich zuvor in Italien aufgehalten hatte, 

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  vom 
29. Dezember  2009  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe  sein 
Heimatland  Eritrea  im  Januar  2002  verlassen,  da  er  als  Soldat  bei 
kriegerischen  Auseinandersetzungen  schwer  verwundet  worden  sei, 
wobei sich eine Kugel immer noch in seiner Brust befinde, er jedoch 
keine medizinische Behandlung erhalten habe, 

dass er zudem als Oppositioneller diffamiert  worden sei – er sei be-
schuldigt  worden,  Kameraden  zu  Demonstrationen  aufgerufen  zu 
haben – und deswegen von Juni  bis  Oktober 2001 in  Haft  gewesen 
sei, 

dass sich seine Familie überdies in einem auf eine Blutrache zurück-
zuführenden Streit mit einer anderen Familie befinde, aufgrund dessen 
sein Vater im Jahr 1989 ermordet worden sei,

dass  er  in  der  Hoffnung auf  medizinische  Behandlung nach Europa 
gekommen sei,

dass  er  aufgrund  der  erlittenen  Schussverletzungen  immer  noch 
grosse  gesundheitliche  Probleme  im  Brustbereich  habe  und  ins-
besondere bei Kälte unerträgliche Schmerzen habe, 

dass er in Italien jedoch keine Möglichkeit für einen Arzt- oder Spital-
besuch erhalten habe,  weshalb sich sein Gesundheitszustand weiter 
verschlechtert habe, 

dass  bezüglich  der  weiteren  Aussagen  beziehungsweise der  Einzel-
heiten des rechtserheblichen Sachverhalts  auf  das Protokoll  bei  den 
Akten verwiesen wird (vgl. A1), 

dass  das  BFM  am  4. Januar  2010  ein  Übernahmeersuchen  an  die 
italienischen Behörden stellte, welches unbeantwortet blieb, 

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  einer  Mitteilung  der  C._______ 
vom 5. Januar 2010 wegen Schmerzen im Thorax am 5. Januar 2010 

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einem  Arzt  zugewiesen  wurde,  laut  dessen  Auskunft  eine 
Weiterführung der Behandlung notwendig sei (vgl. A12), 

dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  in  An-
wendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31)  mit  Verfügung vom 11. Februar 2010 – er-
öffnet  am  15. März  2010  –  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  des  Be-
schwerdeführers nach Italien und den Wegweisungsvollzug anordnete 
und  gleichzeitig  feststellte,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine 
aufschiebende Wirkung zukomme, 

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, Italien sei 
gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zu-
ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsabkommen 
[DAA], SR 0.142.392.68) und das Übereinkommen vom 17. Dezember 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik 
Island  und  dem  Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  An-
wendung  und  Entwicklung des  Schengen-Besitzstands und über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für 
die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  ge-
stellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004, 
SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig,

dass  angesichts dessen, dass Italien bis zum 26. Januar 2010 keine 
Antwort erteilt  habe, davon auszugehen sei, dass dem Ersuchen zu-
gestimmt worden sei,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
oder Verlängerung gemäss Art. 19 Abs. 3 und 4 der Verordnung  [EG] 
Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 
Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat 
gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin-II-VO)  –  bis  am  25. Juli 
2010 zu erfolgen habe,

dass  dem  Beschwerdeführer  am  29. Dezember  2009  das  rechtliche 
Gehör gewährt worden sei,

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dass seine Einwände, er habe in Europa seine Rechte gesucht, diese 
aber in Italien nicht gefunden, und sein Gesundheitszustand sei dort 
von  Zeit  zu  Zeit  schlechter  geworden,  nichts  an  der  Zuständigkeit 
Italiens ändern könnten, 

dass daher auf  das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  einzu-
treten und dessen Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei, 

dass er in einen sicheren Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG fände, weshalb eine 
Verletzung des Refoulement-Verbots bezüglich des Heimatstaats nicht 
zu prüfen sein und ferner für den Fall einer Rückkehr nach Italien keine 
Hinweise  für  eine  Verletzung  von  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) bestehen würden, 

dass  weder  die  in  Italien  herrschende  allgemeine  Situation  noch 
andere Gründe gegen die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs in 
diesen Staat sprechen würden, 

dass der Wegweisungsvollzug zudem technisch möglich und praktisch 
durchführbar sei, 

dass der Beschwerdeführer dagegen mit Eingabe vom 22. März 2010 
(vorab  per  Telefax)  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  er-
hob,  worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und Rück-
weisung  zur  erneuten  Begründung,  eventualiter  um  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen Verfügung und Anweisung des BFM zum Selbstein-
tritt,  subeventualiter  um  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs  und Anweisung des BFM, den weiteren  Aufenthalt 
des Beschwerdeführers in der Schweiz nach den Bestimmungen über 
die vorläufige Aufnahme zu regeln, ersucht wurde,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  beantragt  wurde,  der  Beschwerde sei 
die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und es seien entsprechende 
vollzugshemmende Massnahmen anzuordnen,

dass zudem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde, 

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dass  als  Beweismittel  ein  ärztlicher  Überweisungsbericht  vom 
17. März  2010  für  einen  Untersuchungstermin  in  der  Poliklinik 
D._______  vom  26. März  2010  (Prüfung  der  Möglichkeit  der 
Entfernung  eines  Fremdkörpers  infolge  einer  Schussverletzung) 
eingereicht wurde, 

dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit für den Entscheid 
wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, 

dass der Instruktionsrichter die zuständigen Behörden mit Telefax vom 
22. März  2010  anwies,  einstweilen  von  Vollzugshandlungen  abzu-
sehen (Art. 56 VwVG), 

dass die vorinstanzlichen Akten am 24. März 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005  [VGG,  SR  173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  sowie 
Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52 
VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-

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schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) 
und es sich vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe unter anderem 
geltend  machte,  sein  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  sei  im  vor-
instanzlichen Verfahren verletzt worden, 

dass  er  in  der  Befragung  vom 29. Dezember  2009  mehrfach darauf 
hingewiesen habe, dass er unter starken gesundheitlichen Problemen 
leide, die von Schussverletzungen aus seiner Zeit bei der eritreischen 
Armee herstammten,  und  dass  er  in  Italien  diesbezüglich  keine Be-
handlungsmöglichkeit erhalten habe, 

dass  das  BFM  diesen  Hinweisen  in  der  Folge  jedoch  nicht  nach-
gegangen sei und auf die gesundheitlichen Probleme und die fehlende 
Behandlung  derselben  in  Italien  in  der  angefochtenen  Verfügung 
keinerlei  Bezug nehme,  womit  das  rechtliche  Gehör  verletzt  worden 
sei,

dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101) durch Art. 29-33 VwVG konkretisiert wird, 

dass demnach die verfügende Behörde die Vorbringen der Partei tat-
sächlich  zur  Kenntnis  zu  nehmen,  diese  sorgfältig  und  ernsthaft  zu 
prüfen, diese in der Entscheidfindung zu berücksichtigen und ihre Ver-
fügung zu begründen hat, 

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dass die  Begründung des Entscheids so  abgefasst  sein  muss,  dass 
der  Betroffene  ihn  gegebenenfalls  sachgerecht  anfechten  kann,  die 
Behörde  mithin  wenigstens  die  Überlegungen  kurz  anzuführen  hat, 
von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt, 
wobei sie sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken kann 
(vgl.  LORENZ KNEUBÜHLER in:  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Zürich 
2008,  N. 6  ff.  zu  Art. 35;  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundes-
verwaltungsgerichts  [BVGE] 2008/47 E. 3.2 S. 674 f.,  BVGE 2007/30 
E. 5.6 S. 366 f.),

dass  festzustellen  ist,  dass  die  angefochtene  Verfügung  vom 
11. Februar 2010 diesen Kriterien offensichtlich nicht gerecht wird, 

dass  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  im  EVZ 
B._______ vom 29. Dezember 2009 zwar das Recht gewährt  wurde, 
sich zu einer allfälligen Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des 
Asylverfahrens und einer eventuellen Wegweisung dorthin zu äussern, 

dass in der angefochtenen Verfügung jedoch nicht erwähnt wird, dass 
der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  gesundheitliche  Be-
schwerden  geltend  machte,  für  die  in  Italien  keine  Behandlungs-
möglichkeit bestanden habe,

dass der Beschwerdeführer laut einer Mitteilung der C._______ vom 
5. Januar 2010 wegen Schmerzen im Thorax am 5. Januar 2010 einen 
Arzt  aufsuchen  musste,  der  eine  Weiterführung  der  Behandlung  als 
notwendig erachtete (vgl. A12), 

dass  dem  BFM  vor  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
11. Februar 2010 somit bekannt war, dass sich der Beschwerdeführer 
wegen Schmerzen im Brustbereich – mithin den in der Anhörung vom 
29. Dezember  2009  erwähnten  Beschwerden  –  in  Behandlung  be-
findet, 

dass das BFM dies in seiner Verfügung vom 11. Februar 2010 jedoch 
nicht erwähnte und sich auch nicht zu diesbezüglichen Behandlungs-
möglichkeiten in Italien äusserte, sondern lediglich pauschal festhielt, 
der Beschwerdeführer vermöge mit seinem Vorbringen, sein Gesund-
heitszustand sei in Italien von Zeit zu Zeit schlechter geworden, an der 
Zuständigkeit Italiens nicht zu ändern,

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dass die  vorinstanzliche Verfügung damit  den Anforderungen  an die 
Begründungspflicht nicht zu genügen vermag, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO jeder Mitgliedstaat einen von 
einem  Drittstaatsangehörigen  eingereichten  Asylantrag  prüfen  kann, 
auch wenn er nach den in der Dublin-II-VO festgelegten Kriterien nicht 
für die Prüfung zuständig ist (Selbsteintrittsrecht),

dass  die  vorinstanzliche  Verfügung  jegliche  Überlegungen  zu  den 
medizinischen  Behandlungsmöglichkeiten  in  Italien  vermissen  lässt, 
beziehungsweise sich  in  keiner  Hinsicht  zur  Frage äussert,  weshalb 
der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  in  der  Schweiz  in 
medizinischer Behandlung befindet, kein Grund für einen Selbsteintritt 
gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO ist,

dass  das  BFM  somit  erhebliche  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
nicht  wahrgenommen,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unvoll-
ständig erhoben und die Begründungspflicht und somit den Anspruch 
des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat, 

dass die Beschwerde infolgedessen gutzuheissen ist, soweit darin die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  vom 11. Februar  2010  be-
antragt wird, und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurück-
zuweisen ist,

dass mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache das Gesuch 
um Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde 
und der  Antrag auf  Erlass eines Kostenvorschusses gegenstandslos 
werden,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  keine  Kosten  zu  erheben 
sind (Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG) und sich demnach das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls als gegenstandslos erweist,

dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht vertreten 
wurde, weshalb nicht davon auszugehen ist, dass ihm durch die Be-
schwerdeführung verhältnismässig hohe Kosten erwachsen sind und 
ihm  demnach  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  ist  (Art. 64 
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7  ff.  des  Reglements vom 21. Februar  2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  die  Aufhebung  der  vor-
instanzlichen Verfügung beantragt wird.

2.
Die Verfügung des BFM vom 11. Februar 2010 wird aufgehoben und 
die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz zurückgewiesen. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  angefochtene  Ver-
fügung im Original retour)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N (...)
(per Kurier; in Kopie)

- die zuständige kantonale Behörde (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand: 

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