# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 955c5b2a-3930-5ec1-b27b-1018502dd9bd
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 12.10.2020 SST.2019.231
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2019-231_2020-10-12.pdf

## Full Text

Obergericht 
Strafgericht, 1. Kammer 

 
SST.2019.231 
(ST.2016.153; STA.2014.191) 
 
 
Urteil vom 12. Oktober 2020 
 
 
Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 
Oberrichterin Vasvary 
Gerichtsschreiberin Stierli 

 
 
   

Anklägerin   Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, 
Frey-Herosé-Strasse 20, 5001 Aarau 
 

  
    

Beschuldigter   A._____,  
geboren am mm.tt.1975, von Kosovo, 
[…] 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Ronny Scruzzi,  
[…]  

 
 
 
 

Gegenstand  Gewerbsmässiger Wucher usw. 
 

 
  

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Das Obergericht entnimmt den Akten: 
 
1. 
Die Oberstaatsanwaltschaft erhob am 7. November 2016 Anklage gegen 
den Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Wuchers, mehrfacher, z.T. 
versuchter Nötigung, schwerer Körperverletzung, mehrfacher Verun-
treuung, Raubs, gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkunden-
fälschung, Widerhandlung gegen das Waffengesetz, Erschleichens eines 
Ausweises sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz. 
Sie beantragte, dass der Beschuldigte dafür zu einer Freiheitsstrafe von 
5 Jahren und einer Busse von Fr. 2'000.00 zu verurteilen sei.  
 
2. 
Mit Urteil des Bezirksgerichts Zofingen vom 26. Oktober 2018 wurde das 
Verfahren in Bezug auf die mehrfache Widerhandlung gegen das 
Heilmittelgesetz infolge Verjährung eingestellt. Vom Vorwurf des Wuchers 
betreffend Anklageziffern 1.1, 1.7, 1.9, 1.11 und 1.13 sowie der 
Veruntreuung betreffend Anklageziffer 4.1 wurde der Beschuldigte 
freigesprochen. Im Übrigen wurde er gemäss Anklage schuldig gesprochen 
und dafür mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren, einer Geldstrafe von 
90 Tagessätzen à Fr. 110.00 sowie einer Busse von Fr. 1'000.00 bestraft. 
Weiter entschied es über die beschlagnahmten Gegenstände, das 
beschlagnahmte Bargeld sowie die Kontosperre.  
 
3. 
3.1. 
Gegen das ihm am 8. November 2018 zugestellte Urteil meldete der 
Beschuldigte mit Eingabe vom 13. November 2018 die Berufung an. Das 
begründete Urteil wurde ihm am 12. September 2019 zugestellt. 
 
3.2. 
Mit Berufungserklärung vom 25. September 2019 beantragte der 
Beschuldigte einen Freispruch in Bezug auf die Schuldsprüche des 
gewerbsmässigen Wuchers, der mehrfachen, teilweise versuchten 
Nötigung, der schweren Körperverletzung, der Veruntreuung, des Raubs, 
des gewerbsmässigen Betrugs betreffend Anklageziffern 6.3 und 6.4 sowie 
des Erschleichens eines Ausweises. Er sei zu einer bedingten Geldstrafe 
von 330 Tagessätzen à Fr. 110.00 zu verurteilen.  
 
Weiter seien ihm gewisse beschlagnahmte Gegenstände auszuhändigen 
und die als Sicherheitsleistung hingegebenen Fr. 30'000.00 seien zurück-
zuerstatten. Sodann sei ihm für die erlittene Überhaft eine Genugtuung 
zuzusprechen. 
 

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3.3. 
Mit vorgängig zur Berufungsverhandlung erstatteter Berufungsbegründung 
vom 3. Januar 2020 hielt der Beschuldigte grundsätzlich an seinen 
gestellten Anträgen fest, beantragte dazu abweichend jedoch, dass er zu 
einer bedingten Freiheitsstrafe von 250 Tagen und einer bedingten 
Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 110.00 zu verurteilen sei. 
 
3.4. 
Die Oberstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer vorgängigen Berufungs-
antwort vom 22. Januar 2020 die Abweisung der Berufung.  
 
4. 
Die Berufungsverhandlung fand am 22. September 2020 zusammen mit 
dem Berufungsverfahren des Mitbeschuldigten B._____ (SST.2019.237) 
statt. 
 
 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 
 
1. 
Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die Schuldsprüche des 
gewerbsmässigen Wuchers, der mehrfachen, teilweise versuchten 
Nötigung, der schweren Körperverletzung, der Veruntreuung, des Raubs, 
des gewerbsmässigen Betrugs und des Erschleichens eines Ausweises 
(Dispositivziffer 2 Spiegelstrich 1-6 und 9 des angefochtenen Entscheids), 
die Strafzumessung (Dispositivziffern 3.1, 4.1 und 5), die Abweisung der 
Genugtuungsforderung des Beschuldigten (Dispositivziffer 6), die 
Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände (Dispositivziffer 7.1), den 
Entscheid betreffend das beschlagnahmte Bargeld (Dispositivziffer 7.4), 
die Kontosperre (Dispositivziffer 7.5) und die Verwendung der 
Sicherheitsleistung (Dispositivziffer 8.1) sowie die Kosten (Dispositiv-
ziffer 9). Im Übrigen ist das Urteil nicht angefochten worden und somit nicht 
zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). Dies betrifft insbesondere die 
Freisprüche (Dispositivziffer 1), die Herausgabe der beschlagnahmten 
Gegenstände (Dispositivziffer 7.2 und 7.3), den Entscheid über die 
beschlagnahmten Waffen (Dispositivziffer 7.6) sowie die Feststellung, dass 
die Ausweis- und Schriftensperre keinen Fortbestand mehr habe 
(Dispositivziffer 8.2). 
 
2. Gewerbsmässiger Wucher 
2.1. 
Dem Beschuldigten wurde mit Anklage vorgeworfen, in der Zeit von 2008 
bis August 2013 diversen nicht kreditwürdigen Personen, die in einer 
finanziellen Notlage dringend Geld gebraucht hätten, gewerbsmässig 
Darlehen mit monatlich zu bezahlenden Zinsen von i.d.R. 15% verschafft 
zu haben. 

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Die Vorinstanz hat ihn des gewerbsmässigen Wuchers zum Nachteil von 
C._____ (Anklageziffer 1.2), D._____ (Anklageziffer 1.3), E._____ 
(Anklageziffer 1.4), F._____ (Anklageziffer 1.5), G._____ (Anklageziffer 
1.6), H._____ (Anklageziffer 1.8), I._____ (Anklageziffer 1.10), J._____ 
(Anklageziffer 1.12), K._____ (Anklageziffer 1.14) und L._____ 
(Anklageziffern 1.15 und 1.16) schuldig gesprochen. Von den Vorwürfen 
des gewerbsmässigen Wuchers zum Nachteil von M._____ (Anklageziffer 
1.1), N._____ (Anklageziffer 1.7), O._____ (Anklageziffer 1.9), P._____ 
(Anklageziffer 1.11) und AA._____ (Anklageziffer 1.13) hat sie ihn 
freigesprochen. 
 
Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf des 
gewerbsmässigen Wuchers vollumfänglich freizusprechen.  
 
2.2. 
Insoweit der Beschuldigte geltend macht, der Anklagegrundsatz sei verletzt 
worden, ist dies nicht stichhaltig. 
 
Die Anklage umschreibt das Vorgehen des Beschuldigten einleitend und 
nach Wiedergabe des Wortlautes von Art. 157 StGB damit, dass der 
Beschuldigte gewerbsmässig Darlehen an bereits überschuldete und nicht 
kreditwürdige Personen, welche in einer Notlage dringend Geld brauchten, 
mit monatlich zu bezahlenden Zinsen von in der Regel 15% verschafft 
habe. Sodann werden in 16 Anklagepunkten entsprechend den Vorgaben 
von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO kurz, aber genau die dem Beschuldigten im 
Einzelnen vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art 
und Folgen der Tatausführung ausgeführt. Auch wird die bei den einzelnen 
Geschädigten vorliegende Zwangslage ausreichend umschrieben. Mithin 
ist ohne Weiteres klar, dass dem Beschuldigten vorgeworfen wird, 
Personen, die sich in einer prekären finanziellen Situation befunden haben, 
ausgenutzt bzw. ihnen Darlehen mit einem monatlichen Zins von 15% 
verschafft zu haben. Entsprechend konnte er sich auch gegen diesen 
Vorwurf verteidigen. Inwiefern sich der Beschuldigte bei einer detaillierten 
Auflistung der finanziellen Verhältnisse der Geschädigten anders oder 
besser hätte verteidigen können, ist nicht ersichtlich. Ob schliesslich eine 
finanzielle Notlage tatsächlich vorgelegen hat, ist eine Frage der 
Beweiswürdigung. Nach dem Gesagten liegt keine Verletzung des 
Anklagegrundsatzes vor. 
 
2.3. 
Gemäss Art. 157 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren 
oder Geldstrafe bestraft, wer die Zwangslage, die Abhängigkeit, die 
Unerfahrenheit oder die Schwäche im Urteilsvermögen einer Person 
dadurch ausbeutet, dass er sich oder einem anderen für eine Leistung 
Vermögensvorteile gewähren oder versprechen lässt, die zur Leistung 

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wirtschaftlich in einem offenbaren Missverhältnis stehen oder wer eine 
wucherische Forderung erwirbt und sie weiterveräussert oder geltend 
macht. Gemäss Ziff. 2 wird der Täter mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis 
zu zehn Jahren bestraft, wenn er gewerbsmässig handelt. Subjektiv muss 
der Täter im Wissen um die Unterlegenheit des Opfers und dass es diese 
Unterlegenheit mindestens möglicherweise veranlasst, die betreffenden 
Vermögenvorteile für die Leistung des Täters zu gewähren oder zu 
versprechen, handeln. Sodann muss er mit Willen bzw. Inkaufnahme 
handeln, auf diese Weise die Unterlegenheit des Opfers auszubeuten. 
 
2.4. 
In tatsächlicher Hinsicht wird vom Beschuldigten grundsätzlich anerkannt, 
C._____, D._____, G._____, I._____ und L._____ (zinslose) Darlehen 
gewährt zu haben resp. Geld bei seinem Schwager und AB._____ für sie 
organisiert zu haben (Untersuchungsakten Ordner [Ord.] 28 act. 11069, 
10070, 10078, 10084 und 10092; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 24, 
37, 57, 69 und 70). Er bestreitet jedoch, die weiteren in der Anklage 
beschriebenen Darlehen vergeben und generell, Zinsen für die gewährten 
Darlehen verlangt zu haben. 
 
2.5. 
Als Beweismittel liegen, nebst den Aussagen der Beteiligten, die im 
Rahmen der Aktion «SOZIAL» erstellten Telefonprotokolle sowie drei 
handschriftlich verfasste Listen mit Namen und Zahlen vor, welche bei 
verschiedenen Hausdurchsuchungen gefunden wurden. 
 
Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 
Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 
unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-
setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). 
Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt 
indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf 
den für den Beschuldigten günstigeren Beweis abzustellen wäre. Die 
Entscheidregel «in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus 
Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und aus-
gewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 
relevante Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich erheb-
licher Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu be-
gründen vermag (BGE 144 IV 345; Urteil des Bundesgerichts 
6B_1395/2019 vom 3. Juni 2020 E. 1.1). 
 

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2.6. Wucher z.N. von C._____ (Anklageziffer 1.2) 
Am 1. Dezember 2011 ist es in R._____ zu einem Vorfall gekommen, bei 
welchem sich C._____ diverse Frakturen zuzog (siehe dazu unten, E. 4.1). 
Im Anschluss daran stellte C._____ Strafantrag gegen den Beschuldigten. 
Bei der anschliessenden Befragung durch die Polizei am 6. Dezember 
2011 gab er zu Protokoll, dass er vom Beschuldigten vor drei Jahren 
Fr. 38'000.00 ausgeliehen habe und seither regelmässig etwas habe 
zurückbezahlen müssen und sich seine Rückzahlungen bisher auf ca. 
Fr. 200'000.00 belaufen würden (Ord. 42 act. 15416). Der Beschuldigte 
bestätigte, dass er C._____ Fr. 20'000.00 für eine Renovation ausgeliehen 
habe (Ord. 42 act. 15420).  
 
An der Einvernahme vom 17. Juli 2014 (Ord. 31 act. 11182) konnte 
C._____ schlüssig und nachvollziehbar schildern, wie er das Geld erhalten 
hat (bei drei Treffen: zweimal im Restaurant in S._____ und einmal in 
T._____ bei AC._____), dass er monatlich Zins zahlen musste und dass er 
einmal bei Abwesenheit des Beschuldigten seinem Kollegen AD._____ 
bzw. – nach Namenswechsel – B._____ («wir haben ihm «…» gesagt») die 
Zinsen übergeben habe. Auf Nachfrage bestätigte C._____, dass der 
Beschuldigte ihm und seiner Ex-Partnerin bei der Wohnungssuche bzw. 
Arbeitssuche geholfen habe sowie dass er sich im Jahr 2013 mit dem 
Beschuldigten versöhnt habe. Selbiges bestätigte er sodann anlässlich der 
Konfrontationseinvernahme vom 26. März 2015 und dies blieb vom 
Beschuldigten unwidersprochen. Im Anschluss zogen C._____ und der 
Beschuldigte je ihren Strafantrag wegen Drohung zurück (Ord. 42 
act. 15505 und 15510). C._____ bestätigte zudem, dass der Beschuldigte 
ihm und seiner Familie mehrfach geholfen habe, indem er bspw. seinem 
Cousin eine Wohnung vermittelt und seiner Partnerin zu einer Arbeitsstelle 
verholfen habe (Ord. 42 act. 15508). 
 
Die eher beschwichtigenden Aussagen anlässlich der vorinstanzlichen 
Hauptverhandlung sind vor dem Hintergrund der Versöhnung zwischen 
C._____ und dem Beschuldigten zu werten. Die Frage zum Zinssatz 
verweigerte er zunächst, gab später jedoch an, einen Zins bezahlt zu 
haben, wobei dieser jedoch nicht 10 bis 15% gewesen sei (GA act. 44 und 
48 Rückseite). Gleichzeitig führte C._____ jedoch auch aus, dass er an den 
vorangegangenen Einvernahmen nicht gelogen habe und was er da gesagt 
hatte, stimme (Gerichtsakten [GA] act. 48 Rückseite). C._____ hielt damit 
grundsätzlich an seinen Aussagen fest, ohne den Beschuldigten jedoch 
übermässig zu belasten. Es sind auch keine Gründe erkennbar, welche auf 
eine falsche Beschuldigung schliessen würden. Hinzu kommt, dass das 
von C._____ geschilderte Vorgehen des Beschuldigten von weiteren 
Geschädigten sehr ähnlich geschildert wurde: C._____ erklärte, für die 
erhaltenen Darlehen Zinsen von monatlich mindestens 15% bezahlt zu 
haben, welche sich schliesslich auf fast Fr. 200'000.00 bzw. Fr. 180'000.00 
belaufen hätten (Ord. 42 act. 15416; Ord. 31 act. 11185 und 11187; GA 

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act. 44). Die Zinsen hätte er immer an einem fixen Tag bezahlen müssen 
(Ord. 31 act. 11187; GA act. 44 Rückseite), wobei bei verspäteter Zahlung 
eine «Strafe» von Fr. 1'000.00 bis Fr. 1'500.00 fällig geworden sei (Ord. 42 
act. 15425; Ord. 31 act. 11187; GA act. 44 Rückseite). Einen ähnlichen 
Ablauf der Darlehensvergabe bzw. der Zinsenzahlung haben auch 
F._____, H._____, I._____, G._____ und L._____ (siehe dazu unten) 
geschildert. Alsdann wird genau dieses Vorgehen auch von AF._____, 
einer grundsätzlich unbeteiligten Drittperson, geschildert: «Der 
genommene Betrag kann erst nach 3 Monaten zur Rückzahlung fällig 
werden. In dieser Zeit muss monatlich 10% Zins gezahlt werden. Sollte 
nach 3 Monaten der Betrag nicht gezahlt werden können, so wird jeder 
folgende Monat der Zins von 10% fällig» (Ord. 35 act. 12398). Anlässlich 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte er, dass er dies so gehört 
habe (GA act. 54 Rückseite). Sodann liegen auch weitere Aussagen in den 
Akten, die darauf hinweisen, dass unter den Landsleuten des 
Beschuldigten bekannt war, dass bei ihm Darlehen aufgenommen werden 
konnten. Beispielsweise sagte AG._____ aus, dass er im Kosovo gehört 
habe, dass die auf der Vorladung aufgeführten Personen Geld verleihen 
und grosse Rendite machen würden (Ord. 35 act. 12487). Ebenfalls 
erklärte G._____, dass er gehört habe, dass der Beschuldigte Geld verleihe 
(Ord. 33 act. 11947) und auch H._____ gab zu Protokoll, dass er gehört 
habe, dass der Beschuldigte Geld vergibt. Die Leute hätten so geredet. Es 
gäbe albanische Lokale, wo Leute viel erzählen würden (Ord. 34 act. 
12320). Zwischen den eben aufgeführten Personen bestehen – soweit 
ersichtlich – keine näheren Beziehungen, weshalb nicht davon auszugehen 
ist, dass sich diese zusammengeschlossen und unter Strafandrohung bei 
falscher Zeugenaussage den Beschuldigten falsch belastet haben. Im 
Gegensatz dazu hat der Beschuldigte klar ein Interesse an einem für ihn 
günstigen Ausgang des Verfahrens. 
 
Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte C._____, vom 
Beschuldigten Geld (ca. Fr. 20'000.00 bis Fr. 30'000.00) für die Rettung 
seines Gipsergeschäfts erhalten zu haben. Zinsen seien jedoch keine 
abgemacht gewesen, allgemein sei nichts abgemacht gewesen, er habe 
einfach zurückbezahlt, wenn er Geld gehabt habe. Er habe schon etwas 
mehr (als ausgeliehen) zurückbezahlt, aber nicht Fr. 180'000.00. An den 
genauen Betrag könne er sich nicht mehr erinnern (Protokoll 
Berufungsverhandlung, S. 40 ff.). Diese Aussagen sind jedoch wenig 
aussagekräftig, da C._____ einige relevante Fragen damit beantwortete, 
es aufgrund der vergangenen Zeit nicht mehr zu wissen. Dies erscheint 
jedoch wenig überzeugend, da selbst nach 10 Jahren zu erwarten wäre, 
dass man noch weiss, ob man für ein Darlehen von rund Fr. 40'000.00 über 
Fr. 180'000.00 zurückbezahlt hat oder nicht. Dass C._____ mit seinen 
Antworten den Beschuldigten so wenig wie möglich belasten wollte, ist 
sodann auch bei seinen Aussagen betreffend die Körperverletzung (siehe 
unten) ersichtlich, indem er seine erlittene Verletzung am linken Auge 

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bagatellisierte und geltend machte, keine Probleme mehr damit zu haben, 
um gleich darauf einzugestehen, dass es schon nicht 100%-ig gut sei und 
er nicht mehr als Gipser arbeiten dürfe (Protokoll Berufungsverhandlung, 
S. 52 f.).  
 
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die glaubhaften tatnahen Aussagen 
von C._____ in tatsächlicher Hinsicht davon auszugehen, dass er vom 
Beschuldigten einen Kredit von mindestens Fr. 38'000.00 in verschiedenen 
Tranchen erhalten (Ord. 42 act. 15416; Ord. 31 act. 11184; GA act. 44) und 
dafür monatlich Zinsen von 10% - 15% bezahlt hat. Ein monatlicher 
Zinssatz von 10% - 15% entspricht einem Jahreszins von 120% - 180%, 
was selbst unter Berücksichtigung eines erheblichen Verlustrisikos ein 
offenbares Missverhältnis im Sinne von Art. 157 StGB darstellt. Zwar ist 
nicht klar, ob der Beschuldigte den gesamten Zins für sich einnahm oder 
den gesamten Zins oder mindestens einen Teil davon weiterleiten musste, 
unabhängig davon, ob er das Geld von AB._____ aus dem Kosovo oder 
von seinem Schwager (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung, S. 57) bezog. 
Dass er selber die Gelder zu einem Zins von 12% bezog und er demnach 
einen Gewinn von jeweils 3% erzielte, ist immerhin gemäss den SMS 
zwischen dem Beschuldigten und einer unbekannten Person (vgl. Ord. 28 
act. 9690 ff.) nicht ausgeschlossen. Allerdings steht auch ein solches 
Konstrukt der Erfüllung des Tatbestands von Art. 157 StGB nicht entgegen, 
da dieser auch erfüllt ist, wenn der Täter sich oder einem anderen 
Vermögensvorteile gewähren lässt.  
 
Erstellt ist auch, dass C._____ das Geld für sein Geschäft brauchte, es 
ansonsten schneller Konkurs gegangen wäre (Ord. 31 act. 11184; GA 
act. 44; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 41 f.). Als blosse Schutz-
behauptung erweist sich demgegenüber die Aussage des Beschuldigten, 
er habe C._____ das Geld für die Renovation seines eigenen Hauses 
gegeben (Ord. 29 act. 10402.4), zumal er anlässlich der Berufungs-
verhandlung sodann aussagte, dass C._____ um Geld für die Firma 
gebeten habe (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 57). Insbesondere wäre 
nicht nachvollziehbar, weshalb C._____ für die Renovation seines eigenen 
Hauses ohne Not ein Darlehen zu einem monatlichen Zins von 10 bis 15% 
hätte aufnehmen sollen. Hingegen sind seine Ausführungen, dass er das 
Geld für Material für einen Geschäftsauftrag benötigte – er habe bei einem 
Haus die Fassade aussen und den Gips innen machen müssen –, plausibel 
und nachvollziehbar. Er befand sich somit in einer finanziellen Notlage, da 
er ohne fremdes Geld sein Geschäft nicht hätte weiterführen können und 
ein Konkurs ihm seine Verdienstgrundlage genommen hätte. Dass der 
Konkurs später doch noch eingetreten ist (GA act. 44), zeigt, dass die 
finanzielle Notlage erheblich und akut war. Es ist daher von einer 
eigentlichen Zwangslage auszugehen, welche C._____ veranlasste, ein 
Darlehen zu einem Wucherzins aufzunehmen. 
 

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Sodann ist darauf hinzuweisen, dass eine Zwangslage im Sinne von 
Art. 157 StGB keine existenzgefährdende wirtschaftliche Bedrängnis oder 
gar Armut erfordert. Es genügt jede Zwangslage, welche den Bewucherten 
in seiner Entschlussfreiheit dermassen beeinträchtigt, dass er sich zur 
Leistung bereit erklärt (TRECHSEL/CRAMERI, in: Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 3 zu Art. 157 StGB 
mit Hinweis auf BGE 82 IV 145 E. 2c.). Eine Zwangslage ist jedenfalls dann 
zu bejahen, wenn der Betroffene nach seinen Verhältnissen auf die 
jeweilige Leistung, die er auf Grund der konkreten Umstände anderweitig 
überhaupt nicht oder nicht günstiger erlangen kann, ernsthaft angewiesen 
ist oder angewiesen zu sein glaubt. Lediglich die blosse Unzufriedenheit 
mit den persönlichen Lebensverhältnissen oder die Hoffnung auf Gewinne 
vermag keine Zwangslage zu begründen (WEISSENBERGER, in: Basler 
Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 11 zu Art. 157 StGB). 
 
Dem Beschuldigten musste die finanzielle Notlage von C._____ bewusst 
gewesen sein. Schon die Tatsache, dass sich jemand bereit erklärt, zu 
einem wucherischen monatlichen Zins von 10 bis 15% (im Gegensatz zu 
einem Darlehen bei der Bank zu einem Jahreszins von 11.9%, vgl. Ord. 28 
act. 9730) ein Darlehen aufzunehmen, deutet stark darauf hin, dass der 
Darlehensnehmer keine anderen Möglichkeiten zur Geldaufnahme (bei 
einer Bank oder bei Verwandten) hat, aber dringend auf Geld angewiesen 
zu sein scheint. Der Beschuldigte hat sodann an der Berufungsverhandlung 
explizit ausgeführt, dass C._____ gesagt habe, dass er das Geld dringend 
für die Firma brauche (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 57), weshalb er 
sich der finanziellen Notlage von C._____ ohne weiteres bewusst war und 
diese Situation zu seinem Vorteil gezielt ausgenutzt hat. 
 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 
diesem Punkt als unbegründet. Er hat sowohl den objektiven als auch 
subjektiven Tatbestand des Wuchers gemäss Art. 157 StGB zum Nachteil 
von C._____ erfüllt. 
 
2.7. Wucher z.N. von D._____ (Anklageziffer 1.3) 
2.7.1. 
Soweit der Beschuldigte mit Berufung in formeller Hinsicht geltend macht, 
dass die erste Einvernahme von D._____ in Verletzung des 
Teilnahmerechts gemäss Art. 147 StPO erfolgt sei und daher nicht 
zuungunsten des Beschuldigten verwertet werden dürfe, erweist sich dies 
als berechtigt.  
 
Bereits am 17. Januar 2011 wurde der Kantonspolizei mitgeteilt, dass sich 
der Beschuldigte mehrerer Straftaten schuldig gemacht habe (vgl. Ord. 20 
act. 6969). Nach einigen Vorermittlungen durch die Kantonspolizei stellte 
die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm am 7. März 2013 ein Gesuch um 
Genehmigung einer Überwachung (Ord. 15 act. 5256). Damit war 

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spätestens zu diesem Datum – entgegen der Erwägung der Vorinstanz 
(vgl. vorinstanzliches Urteil, E. 4) – die Strafuntersuchung eröffnet (vgl. 
Art. 309 Abs. 1 lit. b StPO). In der Eröffnungsverfügung, datiert vom 
22. November 2013, wurde sodann auch korrekterweise festgehalten, dass 
die Strafuntersuchung bereits am 7. März 2013 eröffnet worden ist (Ord. 1 
act. 1). Damit standen dem Beschuldigten grundsätzlich ab dem 7. März 
2013 die Teilnahmerechte gemäss Art. 147 StPO zu.  
 
Nach dem Gesagten sind sämtliche nach Eröffnung der Strafuntersuchung 
durchgeführte Einvernahmen, bei denen dem Beschuldigten kein 
Teilnahmerecht gewährt wurde, nicht zu Ungunsten des Beschuldigten 
verwertbar. Das betrifft vorliegend die Einvernahme von D._____ vom 
1. September 2013. Allerdings steht die Durchführung einer Einvernahme 
ohne Teilnahme des Beschuldigten einer Wiederholung der 
Beweiserhebung nicht entgegen (BGE 143 IV 457 E. 1.6.2). Die erneute 
Befragung ist nur dann nicht verwertbar, wenn dabei lediglich Passsagen 
aus den vorausgegangenen, nicht verwertbaren Befragungen wortwörtlich 
vorgehalten werden und sich der Einvernommene darauf beschränkt, diese 
Aussagen zu bestätigen (BGE 143 IV 457 E. 1.6.2). Dies ist vorliegend 
unbestrittenermassen nicht der Fall. 
 
2.7.2. 
D._____ hat anlässlich der Einvernahme vom 21. Januar 2014 ausgeführt, 
beim Beschuldigten ca. im Mai 2012 ein erstes Darlehen über Fr. 10'000.00 
aufgenommen zu haben. Seine protokollierte Aussage, dass ihm dafür ca. 
Fr. 7'000.00 bis Fr. 8'000.00 auf die Hand ausbezahlt worden seien, wurde 
vom Beschuldigten als «in den Mund gelegte» Antwort bestritten. Auf 
Nachfrage erklärte D._____, den abgemachten Betrag von Fr. 10'000.00 
erhalten zu haben (Ord. 32 act. 11246 f.). Ein paar Monate später habe er 
ein weiteres Darlehen über Fr. 7'500.00 oder Fr. 8'500.00 vom 
Beschuldigten erhalten (Ord. 32 act. 11247). Weiter führte er aus, dass 
abgemacht gewesen sei, dass er monatlich Fr. 3'000.00 zahlen sollte. 
Zinsen seien jedoch keine geschuldet gewesen, «er [der Beschuldigte] 
hatte ja wegen mir Probleme gehabt, ich konnte ja nicht einmal die 
Darlehen vollständig zurück zahlen» (Ord. 32 act. 11248). 
 
Für einen geschuldeten Zins spricht, dass auf Vorhalt eines 
Telefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und AH._____, wo von 
Schulden von D._____ in Höhe von Fr. 35'000.00 gesprochen wird (Ord. 32 
act. 1277), D._____ ausführte, dass seine Schuld max. Fr. 27'000.00 
betragen habe, nachdem er bereits über 7 Monate an ihn (den 
Beschuldigten) gezahlt hätte (Ord. 32 act. 11256), jedoch gemäss seinen 
Aussagen zwei Darlehen von insgesamt nur ca. Fr. 18'500.00 
aufgenommen habe bzw. er glaube, er habe noch ein drittes Darlehen 
aufgenommen, aber das erste Darlehen bereits abgezahlt (Ord. 32 
act. 11247). Da er somit selbst davon ausging, dass seine Schuld 

 - 11 - 
 

 

gegenüber dem Beschuldigten um einiges höher lag, als die von ihm 
aufgenommenen Darlehen, und dies nota bene, nachdem er bereits 
Rückzahlungen geleistet habe, machen seine Ausführungen, dass kein 
Zins geschuldet war, den Anschein, als wolle er den Beschuldigten nicht 
belasten, aus welchen Gründen auch immer. 
 
Einen weiteren Hinweis dafür, dass D._____ (wohnhaft in U._____ direkt 
neben V._____) ein Darlehen mit Zinsen aufgenommen hat, kann ein Blick 
auf die sichergestellten Listen geben: Nachdem der Beschuldigte am 
20. August 2013 festgenommen wurde (Ord. 4 act. 936 f.), wurden 
anlässlich der Verhaftung sowie an den nachfolgend durchgeführten 
Hausdurchsuchungen insgesamt drei beinahe identische Listen mit Namen 
und Zahlen gefunden (eine im Portemonnaie des Beschuldigten, Ord. 6 
act. 1885; eine im PW der Ehefrau, Ord. 6 act. 1813; eine in der Wohnung 
von AI._____, Ord. 6 act. 1829). Diese Listen wurden von der Polizei als 
Schuldnerlisten interpretiert (Ord. 20 act. 6975 f.) und die Schuldner 
anhand dieser Listen ermittelt (vgl. Ord. 20 act. 6976). In Bezug auf die drei 
sichergestellten Listen führte der Beschuldigte wiederholt aus, dass es sich 
dabei um Listen von Spielen handeln würde und die Zahlen seien die 
Punkte (Ord. 28 act. 9745 und 9789). Dies ist als Schutzbehauptung zu 
werten: Keine der befragten Personen konnte diese Liste mit einer 
Spielliste in Zusammenhang bringen, obwohl einige dieser Personen ohne 
Zweifel auf dieser Liste vermerkt waren (z.B. «AJ._____», Ord. 33 act. 
11731; «AK._____ Q._____», Ord. 35 act. 12398; «AL._____», Ord. 34 act. 
12274; «AM._____», Ord. 34 act. 12027; «N._____», Ord. 34 act. 12173 f.; 
«AN._____ (W._____)», Ord. 36 act. 13071). Sodann lässt sich die 
Interpretation der Polizei, dass diese Listen die Schuldner, den Tag des 
fälligen Zinses sowie den Darlehensbetrag aufführen (Ord. 20 act. 7005), 
durch Aussagen von Geschädigten untermauern:  
 
Auf den Listen (Ord. 6 act. 1813, 1829 und 1885) stehen hinter dem Namen 
«I._____» die Zahlen -28- und -24-. I._____ gab zu Protokoll, dass jeweils 
am 28. die Raten fällig geworden seien. Zunächst habe er eine Schuld von 
Fr. 10'000.00 beim Beschuldigten gehabt, er habe aber irgendwann nicht 
mehr bezahlen können. Es sei dann zu einer Aussprache mit dem 
Beschuldigten gekommen und da hätten sie einen Vertrag abgeschlossen, 
dass er – I._____ – beim Beschuldigten noch eine Schuld von Fr. 24'000.00 
habe (Ord. 35 act. 12533 ff.). G._____ (wohnhaft in V._____) sagte aus, 
dass er vom Beschuldigten Fr. 15'000.00 erhalten habe und der Zins immer 
am 2. des Monats fällig geworden sei (Ord. 33 act. 11942). Auf Zeile 39 auf 
der Liste 3 (Ord. 6 act. 1885) ist «[…] bill» - 02- und -15- aufgeführt, was 
dem Fälligkeitstag und der Schuld entsprechen dürfte.  
 
Auch weist die Tatsache, dass die Ehefrau des Beschuldigten eine Liste 
auf Anweisung des Bruders des Beschuldigten weggeschafft hat (Ord. 6 
act. 1823; TK-Protokoll, Ord. 41 act. 15028), um sie so vor der Polizei zu 

 - 12 - 
 

 

verstecken, daraufhin, dass es sich bei den Listen um mehr als nur eine 
Spielpunkteliste handelt. Es ist denn auch nicht einsichtig, weshalb eine 
Liste mit Spielpunkten vor der Polizei hätte versteckt werden müssen.  
 
Sodann wird die Vermutung, dass es sich hierbei um Schuldnerlisten 
handelt durch die Aussagen der Ehefrau des Beschuldigten bestätigt: 
Aufgrund des Wegschaffens dieser Liste wurde die Ehefrau des 
Beschuldigten, AO._____, verhaftet (Ord. 6 act. 1824) und ein 
Vorverfahren wegen Verdachts der Begünstigung gegen sie eingeleitet. Bei 
der anschliessenden Einvernahme führte sie aus, dass der Beschuldigte 
schon seit einigen Jahren Geld vergebe, welcher ihm jeweils mit Zins habe 
zurückbezahlt werden müssen. Der Beschuldigte habe die Namen der 
Personen, welchen er Geld gegeben habe, auf zwei Zetteln aufgeschrieben 
(Ord. 41 act. 15011). 
 
Nicht überzeugend ist auch die Aussage des Beschuldigten, dass er keine 
Listen über die ausstehenden Geldbeträge geführt habe (GA act. 66 f.), 
insbesondere, da er wiederholt geltend macht, dass seit seinem Unfall sein 
Gedächtnis stark leide und er vieles vergesse (Ord. 28 act. 9751, 9789, 
9806). Unter solchen Voraussetzungen ist anzunehmen, dass sich der 
Beschuldigte die Beträge und Darlehensnehmer mindestens irgendwo 
notiert hat. Dies ist übrigens auch bei bestem Gesundheitszustand 
anzunehmen, wenn parallel verschiedene Geldbeträge an verschiedenste 
Personen vergeben werden, da es sehr unwahrscheinlich erscheint, dass 
sich der Beschuldigte alles merken konnte. Es bestehen daher keine 
erheblichen Zweifel daran, dass es sich bei den sichergestellten Listen um 
Schuldnerlisten handelt.  
 
Auf der Liste 1 (Ord. 6 act. 1813) ist unter Nr. 40 ein «AP._____ V._____» 
aufgeführt und auf der Liste 2 (Ord. 6 act. 1829) unter Nr. 53 ein 
«BA._____ bill». Dahinter jeweils die Zahlen -16- und -10-, was einem 
Darlehen von Fr. 10'000.00 entsprechen könnte. «BA._____» kann im 
Zusammenhang mit dem Telefongespräch vom 5. Mai 2013 (Ord. 32 
act. 11272; der Beschuldigte habe BB._____ die Nummer der Frau von 
BC._____ geschickt. Sie solle «AF._____» anrufen, er sei derjenige, der 
für ihn garantiere) zwischen dem Beschuldigten und BB._____, welcher 
den Kontakt zwischen D._____ und dem Beschuldigten hergestellt habe 
(siehe unten) gesehen werden. Diesbezüglich meinte D._____ selber, dass 
es sein könne, dass «AF._____» für ihn bürge (Ord. 32 act. 1154). Weiter 
ist in der Liste 2 unter Nr. 57 noch einmal ein «AP._____ bil» aufgeführt mit 
den Zahlen -19- und -08-, was dem zweiten von D._____ aufgenommenen 
Darlehen entsprechen würde. Sodann ist auf der Liste 3 (Ord. 6 act. 1885) 
unter Nr. 18 ein «AP._____ V._____» vermerkt, dahinter die Zahl -16- 
sowie die Zahlen -45-4-2-1-2-1-2, wobei sich diese Zahl nicht gänzlich 
erklären lässt. Allenfalls liessen sich diese Zahlen damit erklären, dass der 
Beschuldigte in einem Gespräch mit AH._____ von Schulden in der Höhe 

 - 13 - 
 

 

von Fr. 35'000.00 spricht (Ord. 32 act. 11277), wobei sich diese Schuld 
aufgrund der ausstehenden Zinsen erhöht haben könnte. 
 
Ebenfalls Aussagen zu einem geschuldeten Zins machte AF._____, ein 
Kollege von D._____, der dabei gewesen sein will, als D._____ das erste 
Mal mit dem Beschuldigten über ein allfälliges Darlehen gesprochen habe. 
D._____ habe dringend Geld für sein Restaurant gebraucht und in der Bar 
von «…» (B._____) hätten sie den Beschuldigten getroffen. D._____ habe 
dann ca. Fr. 10'000.00 erhalten mit der Abmachung, dieses innert drei 
Monaten zurückzuzahlen. Für diese 3 Monate sei ein Zins von 10% 
abgemacht worden (Ord. 35 act. 12408). Anlässlich der vorinstanzlichen 
Hauptverhandlung erklärte er dann abschwächend, dass er nie gesehen 
habe, dass D._____ Geld genommen habe und auch das mit dem Zins 
wisse er eigentlich nicht, aber er habe gehört, dass Leute aus X._____ Geld 
mit Zins ausleihen würden (GA act. 54 f. und 57). Das mit den 10% Zinsen 
habe er einfach gehört (GA act. 59). Auffallend ist, dass D._____ in seiner 
Einvernahme nie den Namen AF._____ erwähnte, sondern nur AH._____, 
der den Kontakt zum Beschuldigten hergestellt und ihn auch zur 
Geldübergabe begleitet habe (Ord. 32 act. 11245 f. und 11250), weiter 
wisse er nicht, was «dieser AF._____ damit zu tun» habe, er sei einfach 
gut mit dieser BB._____ bekannt, die den telefonischen Kontakt zum 
Beschuldigten hergestellt habe (Ord. 32 act. 11253). Es ist daher unklar, 
welche Rolle AF._____ gespielt hat und ob er bei den Gesprächen über 
das Darlehen tatsächlich anwesend gewesen ist, oder die 
Zinsbedingungen nur vom Hörensagen erfahren hat. Anlässlich der 
Berufungsverhandlung erklärte D._____ erneut, dass er mit AH._____ 
zusammen den Beschuldigten getroffen habe, AF._____ habe keine Rolle 
beim Geldverleih gespielt (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 20 f.). 
 
Als Grund für das benötigte Darlehen erklärte D._____, dass er es als 
Überbrückung für Miete etc. für sein Restaurant benötigte, er habe hohe 
Rechnungen zu zahlen gehabt. Da er Betreibungen gehabt und mit seinem 
Geschäft «BD._____ GmbH» gerade Konkurs gemacht habe, hätte er von 
den Banken kein Geld erhalten (Ord. 32 act. 11248). Auch der 
Beschuldigte anerkennt, dass er D._____ einmal ein Darlehen über 
Fr. 10'000.00 gegeben habe. D._____ habe das Geld für eine Investition in 
ein Restaurant gebraucht, und er habe ihm geholfen. 
 
Die Aussagen von D._____ anlässlich der Berufungsverhandlung standen 
klar im Widerspruch zu seinen vorherigen und tatnäheren Äusserungen: So 
führte er aus, nur einmal Geld in der Höhe von ca. Fr. 3'000.00 bis Fr. 
4'000.00 vom Beschuldigten als «Hilfe» erhalten zu haben. Er habe das 
Geld für die Miete gebraucht und einen kleinen Betrag habe er 
zurückbezahlt (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 18 ff.). Es macht den 
Anschein, dass auch D._____ den Beschuldigten nicht belasten wollte, 
weshalb seine Aussagen nicht vollständig zu überzeugen vermögen. Es 

 - 14 - 
 

 

fällt sodann auf, dass der Beschuldigte den Aussagen von D._____ folgte, 
und an der Berufungsverhandlung ein von ihm vergebenes Darlehen in der 
Höhe von Fr. 4'000.00 bestätigte (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 24), 
womit er sich ebenfalls zu seiner zuvor getätigten Aussage, ein Darlehen 
über Fr. 10'000.00 gegeben zu haben, in Widerspruch setzte.  
 
Zusammenfassend sind zwar Hinweise vorhanden, welche darauf 
hindeuten, dass D._____ das (unbestrittene) Darlehen zu wucherischen 
Zinsen erhalten hat, jedoch lässt sich dies nach Würdigung der 
verschiedenen Aussagen nicht rechtsgenügend erstellen. Die Berufung 
des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt somit als begründet und er 
ist hinsichtlich der Anklageziffer 1.3 vom Vorwurf des Wuchers zum 
Nachteil von D._____ freizusprechen. 
 
2.8. Wucher z.N. von E._____ (Anklageziffer 1.4) 
Unbestritten ist, dass E._____ von AJ._____ (zu einem Zins von 15 bis 
20%) erhalten hat, wobei AJ._____ ausführte, dieses Geld vom 
Beschuldigten erhalten zu haben, aber kein Zins geschuldet gewesen sei 
(Ord. 32 act. 11552 und Ord. 33 act. 11729). Dem widerspricht der 
Beschuldigte insofern, als er ausführte, dass AJ._____ nie von ihm Geld 
erhalten habe (Ord. 29 act. 10402.5), was jedoch mit Blick auf die 
sichergestellten Listen nicht überzeugt, da der Name «AJ._____» auf jeder 
Liste mindestens einmal auftaucht (Ord. 6 act. 1813, Nr. 14; act. 1829, 
Nr. 15; act. 1885, Nr. 35, 36, 54 und 55). Weiter führte der Beschuldigte 
aus, dass AB._____ vom Kosovo aus AJ._____ geholfen habe, welcher 
E._____ helfen sollte. E._____ habe sodann das Geld beim Spiel verloren 
und AB._____ habe ihn – den Beschuldigten – gebeten, nicht mehr als 
Fr. 100'000.00 entgegenzunehmen (Ord. 33 act. 10402.5). Einigkeit 
herrscht zudem darüber, dass es zu einem Treffen zwischen E._____, 
seinem Vater BE._____, AJ._____ und dem Beschuldigten kam, anlässlich 
dessen entschieden worden sei, dass E._____ die von Fr. 170'000.00 auf 
Fr. 100'000.00 reduzierte Schuld direkt an den Beschuldigten bezahlen 
sollte (gemäss Aussage des Beschuldigten im Auftrag von AB._____) bzw. 
AJ._____ entlastet worden sei (Ord. 32 act. 11487 f. und 11554, Ord. 33 
act. 11730 und Ord. 28 act. 10073). 
 
Vor diesem Hintergrund bleibt unklar, inwieweit der Beschuldigte bei der 
Vergabe eines Darlehens mit einem Zins von 15 bis 20% an E._____ 
beteiligt war oder ob allenfalls AJ._____ das Geld vom Beschuldigten 
zinslos erhalten und dann mit Zinsen an E._____ weitergegeben hat, denn 
offenbar hat auch AJ._____ an mehrere Personen Darlehen vergeben (vgl. 
Einvernahme BF._____, Ord. 31 act. 10838). Aus dem von BE._____ 
beschriebenen Streit zwischen AJ._____ und dem Beschuldigten, in 
welchen es offenbar um Geld ging, welches AJ._____ dem Beschuldigten 
nicht weitergeleitet haben soll (Ord. 32 act. 11487 f.), lässt sich ebenfalls 
nicht ableiten, dass es dabei um Zinszahlungen gehandelt hat oder 

 - 15 - 
 

 

lediglich um Rückzahlungen des Darlehens. Insgesamt lässt sich der in der 
Anklage umschriebene Sachverhalt nicht rechtsgenüglich erstellen, zumal 
auch das Vorliegen einer offenbaren Notlage von E._____ fraglich 
erscheint. Übereinstimmend gaben sowohl BE._____ wie auch E._____ 
an, dass dieses Geld für das Spiel Barbout aufgenommen worden sei 
(Ord. 32 act. 11487 und 11552). Ob E._____ ohne dieses aufgenommene 
Geld einfach nicht mehr hätte spielen können, was für sich genommen wohl 
noch keine Notlage begründen würde, oder ob ihm weiterreichende 
Konsequenzen gedroht hätten, lässt sich den Akten nicht entnehmen, auch 
wenn die Tatsache, ein Darlehen über Fr. 100'000.00 aufzunehmen, auf 
eine krankhafte Spielsucht hinweist. 
 
Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt somit als 
begründet und er ist hinsichtlich der Anklageziffer 1.4 vom Vorwurf des 
Wuchers zum Nachteil von E._____ freizusprechen. 
 
2.9. Wucher z.N. von F._____ (Anklageziffer 1.5) 
2.9.1. 
Der Beschuldigte bringt mit Berufung vor, dass die erste parteiöffentliche 
Einvernahme vom 17. Juli 2014 nicht verwertbar sei, da kein Übersetzer 
zugegen gewesen sei und F._____ die gestellten Fragen nur «halb halb» 
verstanden habe. Die zweite parteiöffentliche Einvernahme vom 22. Juli 
2014 sei sodann nicht verwertbar, weil auf Erkenntnisse der Einvernahme 
vom 17. Juli 2014 zurückgegriffen werde (Berufungsbegründung, S. 5). 
Dem ist nicht zu folgen. Zwar ist gemäss Art. 68 Abs. 1 StPO ein Übersetzer 
beizuziehen, wenn die am Verfahren beteiligte Person die 
Verfahrenssprache nicht genügend beherrscht. Offenbar zeigten sich an 
der Einvernahme vom 17. Juli 2014 Defizite bei F._____ in Bezug auf die 
deutsche Sprache, auch wenn er selber einen Dolmetscher als überflüssig 
betrachtete (vgl. Ord. 33 act. 11856). Die Einvernahme wurde am 22. Juli 
2014 aber mit einem Übersetzer wiederholt. Dabei zeigte sich, dass sich 
die Antworten von F._____ weitestgehend decken, was zeigt, dass er 
bereits die Fragen anlässlich der Einvernahme vom 17. Juli 2014 
verstanden hat. Eine Unverwertbarkeit der ersten Einvernahme gemäss 
Art. 141 Abs. 1 StPO liegt nicht vor.  
 
2.9.2. 
F._____ gab wiederholt zu Protokoll, ca. im Mai/Juni 2013 vom 
Beschuldigten Fr. 5'000.00 erhalten zu haben. Dafür habe er pro Monat 
Fr. 750.00 Zins bezahlen müssen (Ord. 33 act. 11852 und 11866). Dies 
ergibt einen Zins von monatlich 15%. Zudem schilderte er, dass die erste 
Zinsrate direkt bei der Darlehensübergabe abgezogen worden sei (Ord. 33 
act. 11853). Auch sei ein konkretes Zahlungsdatum abgemacht gewesen. 
Dieser Tag sei zwischen dem 26. und 27. gewesen, später hätten sie sich 
auf den 28. geeinigt, da an diesem Tag sein Lohn gekommen sei Ord. 33 
act. 11867 f.). Auf der Liste 3 (Ord. 6 act. 1885) unter Nr. 56 ist ein «[…] 

 - 16 - 
 

 

T._____» vermerkt. F._____ wohnt in T._____. Es ist daher davon 
auszugehen, dass die vermerkte Zahl – 25 – für das ursprüngliche 
Zahlungsdatum steht, welches später auf den 28. verschoben wurde, und 
die vermerkte Zahl – 5 – entspricht dem von F._____ aufgenommenen 
Darlehen.  
 
Der Beschuldigte erklärte, dass F._____ von ihm Geld für ein Auto gewollt 
habe, er ihm aber nichts gegeben habe (Ord. 28 act. 10077; Ord. 29 
act. 10402.5). Selbiges erklärte er anlässlich der Berufungsverhandlung: 
Ein Kollege habe F._____ Geld für ein Auto ausgeliehen (Protokoll 
Berufungsverhandlung, S. 69). Diesbezüglich konnte F._____ glaubhaft 
ausführen, dass er im Juli 2013 ein Auto für Fr. 6'000.00 in der Garage […] 
gekauft habe und dieses mittels Ratenzahlung à Fr. 500.00 abzahle 
(Ord. 33 act. 11871). Das Geld vom Beschuldigten habe er gebraucht, da 
er sich von seiner Frau getrennt und Geld für neue Möbel und das Depot 
der Wohnung gebraucht habe (Ord. 33 act. 11866). Die Trennung von 
seiner Frau war sodann auch Thema im SMS von F._____ an den 
Beschuldigten vom 30. August 2013 (Ord. 33 act. 11827). Sodann liegt ein 
Protokoll eines Telefonats vom 31. Juli 2013 (Ord. 33 act. 11826) in den 
Akten, in welchem der Beschuldigte F._____ auffordert, ihm seine Sachen 
zu geben, er habe schon 6 Wochen Verspätung und sein Bruder habe für 
ihn Fr. 250.00 bezahlen müssen. Der Beschuldigte warte bei B._____ auf 
F._____, damit er das erledige. Dieses Gespräch korreliert mit den 
Aussagen von F._____, dass er einmal einen Strafzins von Fr. 250.00 habe 
bezahlen müssen, da er verspätet mit der Zahlung gewesen sei (Ord. 33 
act. 11870). 
 
Insgesamt ist von den glaubhaften Aussagen von F._____ auszugehen. 
Auch ist das Vorliegen einer Zwangslage zu bejahen, da er aufgrund der 
Trennung von seiner Frau dringend auf Geld für eine neue Wohnung 
angewiesen war. Der Beschuldigte hat diese Situation bewusst für seinen 
Profit ausgenutzt. 
 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 
diesem Punkt als unbegründet. Er hat sowohl den objektiven als auch 
subjektiven Tatbestand des Wuchers gemäss Art. 157 StGB zum Nachteil 
von F._____ erfüllt. 
 
2.10. Wucher z.N. von G._____ (Anklageziffer 1.6) 
Betreffend der vom Beschuldigten geltend gemachten Verletzung des 
Anklagegrundsatzes kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden 
(oben, E. 2.7.1). Entsprechend ist die erste Einvernahme von G._____ vom 
15. Oktober 2013 nicht verwertbar. 
 
In der verwertbaren parteiöffentlichen Einvernahme vom 21. November 
2013 hat G._____ glaubhaft und nachvollziehbar ausgesagt, dass er vom 

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Beschuldigten einmal Fr. 10'000.00 und einmal Fr. 5'000.00 zu einem Zins 
von 15% erhalten habe: Einerseits ist ein «[…] bill» auf der Liste 3 unter 
Nr. 39 (Ord. 6 act. 1885) mit den Zahlen -02- und -15- vermerkt. Neben 
einem Darlehen von Fr. 15'000.00 machte G._____ auch geltend, den Zins 
immer am 2. des Monats bezahlt zu haben (Ord. 33 act. 11947), was somit 
den auf der Liste 3 vermerkten Zahlen entspricht. Dass jeweils der 2. eine 
Rolle spielte, lässt sich auch den TK-Protokollen entnehmen: Am 2. Mai 
2013 führten der Beschuldigte und G._____ ein Gespräch, in welchem 
G._____ den Beschuldigten darauf hinweist, dass seine Tochter im 
Inselspital sei und er sie nicht alleine lassen könne. Daraufhin meinte der 
Beschuldigte, dass er zu seiner – G._____s– Firma komme und «es» hole. 
Wenig später bei einem weiteren Telefonat sagte G._____ dem 
Beschuldigten, dass es «morgen Nachmittag» gebracht werde, worauf der 
Beschuldigte ihm klarmacht, dass er keine Probleme haben möchte, und 
sie das Datum abgemacht hätten (Ord. 33 act. 11968 f.). Auf Vorhalt dieses 
Gesprächs erklärte G._____, dass es dabei um den Zins gegangen sei, 
den er dem Beschuldigten hätte bringen müssen (Ord. 33 act. 11951). Am 
1. Juni 2013 meldete sich G._____ beim Beschuldigten und erklärte ihm, 
dass er «morgen nach 20:30 Uhr zu» ihm gehen könne. Am 2. Juni 2013 
schrieb G._____ dem Beschuldigten, ob er «es» dem Neffen bringen 
könne, da er viel habe, worauf der Beschuldigte G._____ anrief und ihm 
sagte, dass er nach V._____ komme (Ord. 33 act. 11972 ff.). Zum 
geschuldeten Zins führte G._____ aus, dass er am Anfang für das Darlehen 
über Fr. 10'000.00 Fr. 1'500.00 habe bezahlen müssen und später für das 
gesamte Darlehen über Fr. 15'000.00 Fr. 2'250.00 (Ord. 33 act. 11946), 
was jeweils genau 15% entspricht. Diese Zahlen lassen sich teilweise auch 
aus den TK-Protokollen belegen. Am 11. Juni 2013 fragte G._____ den 
Beschuldigten an, ob er weitere Fr. 5'000.00 nehmen könne, worauf der 
Beschuldigte ihm mitteilte, dass es dann aber viel, Fr. 2'250.00 im Monat 
werde (Ord. 33 act. 11976 f.).  
 
Der Beschuldigte bestätigt grundsätzlich die Höhe der vergebenen 
Geldbeträge, weist jedoch die Vorwürfe, dafür Zinsen verlangt zu haben, 
von sich. Zudem sei es das Geld von AB._____ gewesen (Ord. 28 
act. 10078; Ord. 29 act.10402.5; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 69). 
Seine Aussagen sind jedoch nicht glaubhaft, was sich unter anderem auch 
darin zeigt, dass er anlässlich der Einvernahme vom 21. August 2014 
geltend machte, dass weder sein Neffe noch sein Bruder involviert 
gewesen seien (Ord. 28 act. 10078). G._____ gab jedoch an, die letzte 
Rate in Y._____ an den Bruder des Beschuldigten bezahlt zu haben 
(Ord. 33 act. 11946). Dass dies der Wahrheit entspricht ergibt sich aus dem 
SMS vom Beschuldigten an G._____ vom 31. Juli 2013 (Ord. 33 
act. 11982) und wurde sodann auch von BH._____ – dem Bruder des 
Beschuldigten – bestätigt (Ord. 30 act. 10690). Es bestehen somit keine 
Zweifel daran, dass G._____ ein Darlehen von insgesamt Fr. 15'000.00 zu 
einem Zins von monatlich 15% beim Beschuldigten aufgenommen hat.  

 - 18 - 
 

 

 
Hinsichtlich der Zwangslage erklärte G._____, dass er das Geld unbedingt 
gebraucht habe, er auf der Bank aufgrund von Betreibungen jedoch kein 
Geld bekommen habe. Er habe das Geld für sein Lokal gebraucht, welches 
er ansonsten verloren hätte bzw., er hätte es nicht eröffnen können. Er 
habe ein Mietdepot und das Inventar bezahlen müssen (Ord. 33 
act. 11947, 11949 und 11956). Dass er dringend auf das Geld angewiesen 
war, geht auch aus dem Telefongespräch vom 23. März 2013 hervor, in 
welchem G._____ den Beschuldigten explizit drauf hinweist, dass er das 
Geld in den nächsten 10 Tagen benötige, er ansonsten das Lokal verliere 
(Ord. 33 act. 11959). Damit ist eine genügende Zwangslage ausgewiesen, 
welche zudem dem Beschuldigten offen kommuniziert worden ist (vgl. auch 
Protokoll Berufungsverhandlung, S. 69), womit auch erstellt ist, dass der 
Beschuldigte den Tatbestand des Wuchers auch in subjektiver Hinsicht 
erfüllt hat, da er im Wissen darum, dass G._____ zwingend Geld benötigte, 
diesem Geld zu einem Wucherzins vergab. 
 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 
diesem Punkt als unbegründet. Er hat sowohl den objektiven als auch 
subjektiven Tatbestand des Wuchers gemäss Art. 157 StGB zum Nachteil 
von G._____ erfüllt. 
 
2.11. Wucher z.N. von H._____ (Anklageziffer 1.8) 
Betreffend der vom Beschuldigten geltend gemachten Verletzung des 
Anklagegrundsatzes kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden 
(oben, E. 2.7.1). Entsprechend ist die erste Einvernahme von H._____ vom 
25. März 2014 nicht verwertbar. 
 
H._____ gab anlässlich der verwertbaren Einvernahme vom 8. Mai 2014 
zu Protokoll, vom Beschuldigten Fr. 10'000.00 erhalten zu haben. Dafür 
habe er monatlich einen Zins von Fr. 1'500.00 bezahlen müssen, welchen 
er drei Jahre lang bezahlt habe (Ord. 34 act. 12320). Dies ergebe einen 
monatlichen Zins von 15%, und während diesen drei Jahren hätte er somit 
Fr. 54'000.00 bezahlt. H._____ selber bezifferte den bezahlten Betrag auf 
Fr. 60'000.00 oder mehr, da er bei Verspätung auch noch einen Strafzins 
von Fr. 500.00 oder Fr. 700.00 habe bezahlen müssen (Ord. 34 act. 12321 
f. und 12324). BH._____ («[…]»), den er zufälligerweise in Y._____ 
getroffen habe, habe er um die Nummer des Beschuldigten gebeten 
(Ord. 34 act. 12320). Dies wird so auch von BH._____ bestätigt (Ord. 30 
act. 10692). 
 
Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte H._____, vom 
Beschuldigten ein Darlehen in zwei Tranchen à Fr. 10'000.00 und 
Fr. 5'000.00 erhalten zu haben, wobei er für die ersten Fr. 10'000.00 nur 
Fr. 8'500.00 ausbezahlt erhalten habe (Protokoll Berufungsverhandlung, 
S. 4 ff.). Er habe monatlich Zinsen bezahlen müssen. Mit der Zeit habe er 

 - 19 - 
 

 

Geld von Arbeitskollegen und Verwandten aufgenommen, um diese zu 
bezahlen (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 8). 
 
Der Beschuldigte bestreitet, H._____, welchen er als AG._____ kenne, je 
Geld gegeben zu haben. Er sei ein Lügner und Betrüger und habe im 
Kosovo sehr viele Schulden gemacht (Ord. 28 act. 10082; Ord. 29 
act. 10402.6; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 16). 
 
Die Aussagen von H._____ erscheinen in den Kernpunkten durchaus 
glaubhaft, insbesondere, da er ein gleiches Vorgehen wie auch F._____ 
(siehe oben) und I._____ (siehe unten) schilderte, nämlich, dass die erste 
Zinsrate bereits bei Übergabe des Darlehens abgezogen worden sei. 
Ebenfalls erwähnte er den fixen Zahlungstermin der Zinsen (Ord. 34 
act. 12321). Anlässlich der Berufungsverhandlung erwähnte er sodann 
glaubhaft und authentisch eine Übergabe am 22. September 2011 im 
Z._____, woran er sich deshalb noch so gut habe erinnern könne, weil 
damals sein Sohn geboren worden sei (Protokoll Berufungsverhandlung, 
S. 10). 
 
Als Grund für die Darlehensaufnahme gab H._____ anlässlich der 
Einvernahme vom 8. Mai 2014 an, dass er ein Geschäft gehabt habe, 
welches nicht gut gelaufen sei. Sodann führte er aus, dass er ein Billard-
Sportzentrum im Kosovo gehabt habe (Ord. 34 act. 12321 und 12325). 
Anlässlich der Berufungsverhandlung sagte er aus, dass ihm das Billard 
Sportzentrum nichts sage, er habe keine Geschäfte im Kosovo. Er habe 
das Geld vom Beschuldigten gebraucht, um Partys zu organisieren. Das 
sei ein Grund gewesen, es habe auch andere Gründe gegeben. Er habe 
finanzielle Schwierigkeiten gehabt (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 6 
f.). Auf Nachfrage erklärte er sodann, dass er auch habe 
Krankenkassenprämien bezahlen müssen und heute noch Steuern von 
damals abbezahle (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 15 f.). Er gab an, 
dass ihm nichts Schlimmeres passiert wäre, wenn er das Geld vom 
Beschuldigten nicht erhalten hätte (Ord. 34 act. 12325). Anlässlich der 
Berufungsverhandlung interpretierte er diese Aussage so, dass es für ihn 
besser gewesen wäre, wenn er das Geld vom Beschuldigten nicht 
genommen hätte, denn dann hätte er nicht so viel Geld bezahlen müssen 
und wäre nicht bedroht worden (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 15). 
Aufgrund diesen Aussagen ist zumindest erstellt, dass sich H._____ 
damals in einer eigentlichen Zwangslage im Sinne von Art. 157 StGB 
wähnte, auch wenn ihm rückblickend der Verzicht auf die Aufnahme des 
Darlehens als das mildere Übel erscheinen mag. Schon die Tatsache, ein 
Darlehen zu einem monatlichen Zins von 10 bis 15% aufzunehmen, spricht 
klar dafür, dass die Geldbeschaffung dringend war und nicht anderweitig 
mit günstigeren Konditionen Geld erhältlich gemacht werden konnte. 
Aufgrund dieses Umstandes ist auch davon auszugehen, dass der 
Beschuldigte zumindest in Kauf nahm, dass sich der Darlehensnehmer in 

 - 20 - 
 

 

einer Zwangslage befand, selbst wenn ihm der Grund der Darlehens-
aufnahme durch H._____ nicht umfassend bekannt war. Vielmehr war dem 
Beschuldigten das Motiv für die Darlehensaufnahme im Grunde egal und 
er interessierte sich schlicht nicht dafür (vgl. Protokoll Berufungs-
verhandlung, S. 7).  
 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 
diesem Punkt als unbegründet. Er hat sowohl den objektiven als auch 
subjektiven Tatbestand des Wuchers gemäss Art. 157 StGB zum Nachteil 
von H._____ erfüllt. 
 
2.12. Wucher z.N. von I._____ (Anklageziffer 1.10) 
I._____ äusserte sich dahingehend, dass er vom Beschuldigten ungefähr 
im Frühjahr 2008 ein Darlehen von insgesamt Fr. 10'000.00 (je eine 
Tranche à Fr. 6'000.00 und Fr. 4'000.00) erhalten habe. Dies wird auch 
vom Beschuldigten anerkannt (Ord. 28 act. 10084). I._____ führte sodann 
weiter aus, dass bei Übergabe des Geldes die Rede von 15% Zins 
gewesen sei und die erste Zinsrate sei bereits abgezogen worden, wobei 
er zuerst gedacht habe, dass sich dies auf ein ganzes Jahr beziehe und 
nicht auf einen Monat. Er habe dann erfahren, dass es pro Monat gewesen 
sei, da der Beschuldigte ihm gesagt habe, dass am 28. eine Rate fällig sei 
(Ord. 35 act. 12531 und 12533 f.). Die Ratenzahlungen hätten an 
verschiedenen Orten stattgefunden; im AE._____, beim Parkplatz in 
QQ._____, bei der BJ._____ in S._____, bei der BMW-Garage, in 
QR._____ (wo er auch eine Strafe für das zu späte Bezahlen habe leisten 
müssen), einmal habe er das Geld im AE._____ an eine Angestellte 
namens BK._____ abgegeben, zweimal sei er nach Y._____ gefahren. Das 
letzte Mal, als er etwas bezahlt habe, habe er es dem Bruder des 
Beschuldigten in Y._____ gegeben (Ord. 35 act. 12534). Der Beschuldigte 
bestätigte, dass I._____ das Geld einmal bei BK._____ abgegeben habe, 
aber an seinen Bruder habe er nie gezahlt (Ord. 28 act. 10084). BH._____ 
wiederum bestätigte, einmal von I._____ in Y._____ Fr. 1'500.00 erhalten 
zu haben, welches er an seinen Bruder weitergeleitet habe (Ord. 30 
act. 10693). I._____ konnte glaubhaft und plausibel gewisse Übergabeorte 
der Zinszahlungen benennen, wobei zwei Treffen auch vom Beschuldigten 
und seinem Bruder bestätigt worden sind. Es ist daher nicht an den 
Aussagen von I._____ zu zweifeln. Zudem weist die Übergabe von 
Fr. 1'500.00 an BH._____ bei einem Darlehen von Fr. 10'000.00 auf einen 
monatlichen Zins von 15% hin. 
 
I._____ führte sodann weiter aus, dass er irgendwann aufgehört habe, zu 
zahlen, worauf er vom Beschuldigten und seinem Bruder angerufen worden 
sei. In einer Kontaktbar in QR._____ hätten sie sich zur Aussprache 
getroffen. Der Beschuldigte habe ihm dabei vorgerechnet, dass er noch 
eine Schuld von Fr. 24'000.00 habe und darüber hätten sie sodann einen 
Vertrag abgeschlossen, welcher auch von «[…]» (B._____) unterzeichnet 

 - 21 - 
 

 

worden sei (Ord. 35 act. 12536 f.). Diese Zahlen korrespondieren mit den 
in den Listen unter dem Namen «[…]» vermerkten (Liste 1 Nr. 8, Ord. 6 
act. 1813; Liste 2 Nr. 8, Ord. 6 act. 1829, Liste 3 Nr. 6, Ord. 6 act. 1885). 
 
I._____ führte zwar aus, dass er nach dem Gespräch der Meinung 
gewesen sei, dass er diese Fr. 24'000.00 nicht zurückzahlen müsse, da er 
insgesamt Fr. 23'600.00 bezahlt habe und B._____ habe an dem Treffen 
den Zettel mit den ausgeschriebenen Zahlungen zerknittert und in den 
Aschenbecher getan, was er dahingehend interpretiert habe, dass er seine 
Schuld bezahlt habe. Es habe sich sodann jedoch bei einem weiteren 
Treffen (ca. im Februar oder März 2013) herausgestellt, dass er dies doch 
zahlen müsse, jedoch ohne Zinsen. Zwei Raten habe er bezahlt und dann 
habe er seine Stelle verloren und nicht mehr bezahlen können. Darauf 
seien noch einige SMS vom Beschuldigten gekommen (Ord. 35 act. 12536 
f.). Diese Darstellung von I._____ ist in den wesentlichen Kernpunkten 
schlüssig und nachvollziehbar. Zudem geht aus der in den Akten liegenden 
SMS-Konversation zwischen ihm und dem Beschuldigten hervor, dass 
auch im Jahr 2013 (Rück)zahlungen abgemacht waren, I._____ dem 
Beschuldigten jedoch mitgeteilt hat, dass er seine Stelle verloren und kein 
Geld habe (Ord. 35 act. 12514 ff.). Nach dem Gesagten ist auf die 
glaubhaften Aussagen von I._____ abzustellen. 
 
Zum Grund für die Darlehensaufnahme erklärte I._____, dass er sich von 
seiner Frau getrennt habe und auch sein Vater verstorben sei. Er habe die 
ganzen finanziellen Verpflichtungen für die Beerdigung übernehmen 
müssen. Aufgrund seiner finanziellen Schwierigkeiten sei er betrieben 
worden und habe keinen Kredit bei der Bank aufnehmen können. Über 
einen Arbeitskollegen – AF._____ – habe er die Nummer vom 
Beschuldigten erhalten (Ord. 35 act. 12533). Der Beschuldigte hingegen 
machte geltend, dass I._____ das Geld für ein kleines Ferienhaus in 
Kroatien gewollt habe (Ord. 29 act. 10402.7).  
 
Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte in der Tendenz die Vorwürfe 
gänzlich von sich weist und seine Aussagen teilweise offensichtlich nicht 
der Wahrheit entsprechen, sind seine Aussagen als Schutzbehauptungen 
zu werten. I._____ konnte die Trennung von seiner Frau und den Tod 
seines Vaters nachvollziehbar und plausibel im zeitlichen Ablauf einbetten, 
mit Hinweis auf die anderen kulturellen Verhältnisse in seinem Heimatland. 
Es ist entsprechend nicht daran zu zweifeln, dass I._____ das Darlehen 
aufgenommen hat, um seinen finanziellen Verpflichtungen im Hinblick auf 
die Beerdigung seines Vaters nachzukommen, was durchaus geeignet ist, 
eine Zwangslage im Sinne von Art. 157 StGB zu begründen. 
Demgegenüber war dem Beschuldigten das Motiv für die Darlehens-
aufnahme im Grunde egal, wobei ihm schon aufgrund des ausserordentlich 
hohen Zinssatzes klar sein musste, dass ein solches Geschäft nur jemand 
eingeht, der dringend auf Geld angewiesen ist und nicht anderweitig mit 

 - 22 - 
 

 

günstigeren Konditionen Geld erhältlich machen kann. Selbst wenn dem 
Beschuldigten der Grund von I._____ zur Darlehensaufnahme nicht 
umfassend bekannt war, so ist unter diesen Umständen davon 
auszugehen, dass er zumindest in Kauf genommen hat, dass sich dieser 
in einer Zwangslage befand. 
 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 
diesem Punkt als unbegründet. Er hat sowohl den objektiven als auch 
subjektiven Tatbestand des Wuchers gemäss Art. 157 StGB zum Nachteil 
von I._____ erfüllt. 
 
2.13. Wucher z.N. von J._____ (Anklageziffer 1.12) 
J._____ wurde nie einvernommen, lediglich sein Bruder AN._____. 
AN._____ gab nach anfänglichem Zögern zu Protokoll, dass J._____ 
dringend eine Busse habe bezahlen müssen, er ansonsten ausgewiesen 
werde. Sie hätten sich zusammen mit dem Beschuldigten am 28. Mai 2013 
auf dem Parkplatz der Bar von «…» (B._____) getroffen. Der Beschuldigte 
habe seinem Bruder Fr. 8'000.00 gegeben und ihn darauf hingewiesen, 
dass er das Geld so schnell als möglich wieder zurückzahlen müsse. Es 
sei jedoch kein monatlicher Zins abgemacht worden. Er selber habe nur 
einen Darlehensvertrag mit seinem Chef für seine Hochzeit abgeschlossen, 
er habe Rechnungen für die Steuern und den Familiennachzug bezahlen 
müssen (Ord. 36 act. 13065 ff. und 13084). Der Beschuldigte bestreitet 
hingegen, J._____ je Geld gegeben zu haben. Er habe lediglich AN._____ 
Fr. 8'000.00 für sein Hochzeitsfest gegeben. Inzwischen habe er fast alles 
zurückbezahlt (Ord. 28 act. 10088 und Ord. 29 act. 10702.7 f.).  
 
Aus den TK-Protokollen geht einerseits hervor, dass J._____ mit dem 
Beschuldigten Kontakt aufgenommen hat, um sich am 28. Mai 2013 auf 
dem Parkplatz von «…» (B._____) zu treffen (Ord. 36 act. 13101 ff.). Damit 
ist anzunehmen, dass das von AN._____ beschriebene Treffen tatsächlich 
so stattgefunden hat. Das Telefongespräch vom 29. Juni 2013 zwischen 
J._____ und dem Beschuldigten legt zudem nahe, dass eine monatliche 
Zinszahlung von Fr. 1'500.00 (bei einem Darlehen von Fr. 10'000.00 und 
15% Monatszins) abgemacht worden ist. Aufgrund verspäteter Zahlung 
wurde sodann eine Strafzahlung von Fr. 500.00 fällig (Ord. 36 act. 13122). 
AN._____ widersprach jedoch vehement und erklärte, dass nur 
Fr. 8'000.00 übernommen worden seien und abgemacht worden sei, 
dieses Geld so schnell wie möglich zurückzuzahlen (Ord. 35 act. 13121). 
Es ist daher auch nicht gänzlich auszuschliessen, dass sich diese 
erwähnten Fr. 1'500.00 auf Rückzahlungsraten bezogen haben. Darauf 
deuten auch die Formulierungen des Beschuldigten: Er wies J._____ im 
Gespräch vom 28. Juni 2013 (21:51:59 Uhr, Ord. 36 act. 13110) darauf hin, 
dass er «es an diesem Datum wieder brauche» und im SMS vom 28. Juni 
2013 (23:54:58 Uhr, Ord. 36 act. 13114) schrieb er, dass sie «es zurück 
geben» müssen. Dies deutet eher auf eine Rückzahlung hin. 

 - 23 - 
 

 

 
Aus den TK-Protokollen geht sodann auch hervor, dass AN._____ mit dem 
Beschuldigten telefonierte und dabei Zinszahlungen ein Thema waren. 
Explizit wurde dabei vom Beschuldigten erwähnt, dass die Schuld auf 
Fr. 11'500.00 steige, worauf AN._____ erwiderte: «nicht 10'500» (Ord. 35 
act. 13127 ff.). 
 
AN._____ gab zu Beginn seiner Einvernahme sehr zögerlich Auskunft und 
stellte sich ahnungslos (Ord. 36 act. 13059 ff.). Die von ihm mit dem 
Beschuldigten geführten Telefonate weisen darauf hin, dass AN._____ 
selber ein Darlehen beim Beschuldigten aufgenommen hat, worauf sich 
diese Telefongespräche sodann beziehen. Einerseits wird in diesen 
Gesprächen nie auf J._____ als eigentlichen Schuldner Bezug genommen. 
Diese Telefonate fanden zu einem Zeitpunkt statt, als J._____ noch in der 
Schweiz war (Ausweisung per 15. September 2013, Ord. 36 act. 13064), 
weshalb ein Ausweichen auf den Bruder des Schuldners wegen dessen 
Abwesenheit nicht notwendig war. Andererseits ist in der Liste 3 unter 
Nr. 49 «AN._____ (W._____)» vermerkt (Ord. 6 act. 1885).  
 
Insgesamt lässt sich der in der Anklage umschriebene Vorwurf nicht 
zweifellos erstellen. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem 
Punkt somit als begründet und er ist hinsichtlich der Anklageziffer 1.12 vom 
Vorwurf des Wuchers zum Nachteil von J._____ freizusprechen. 
 
2.14. Wucher z.N. von K._____ (Anklageziffer 1.14) 
K._____ führte anlässlich der Einvernahme vom 11. November 2013 aus, 
dass er von AD._____ (bzw. B._____) am 22. Dezember 2009 ein 
Darlehen über Fr. 30'000.00 erhalten habe, wobei der erste Zins im Betrag 
von Fr. 4'500.00 bereits abgezogen worden sei. Am 1. November 2010 
habe er ein weiteres Darlehen über Fr. 30'000.00 (Fr. 25'500.00 
ausbezahlt) von B._____ erhalten. Bis Oktober 2010 habe er jeweils 
monatlich Fr. 4'500.00 bezahlt, und ab 1. November 2010 habe er während 
drei Monaten Fr. 9'000.00 monatlich bezahlt. Es habe schriftliche Verträge 
über die Darlehen gegeben, welche B._____ gemacht habe, Zinssätze 
seien darin jedoch nicht aufgeführt gewesen, weil es illegal sei, Geld mit so 
hohen Zinsen zu vergeben (Ord. 37 act. 13472).  
 
Dann habe er Zahlungsschwierigkeiten bekommen und habe darüber mit 
B._____, BG._____, einem […] sowie einem […] diskutiert. Bis zum 
Zeitpunkt, als es zu einem Streit in QR._____ zwischen BM._____ (seinem 
Onkel) und dem Beschuldigten gekommen sei, habe er insgesamt 
Fr. 72'000.00 bezahlt und nach dem Streit sei BG._____ zu ihm gekommen 
und habe ihm gesagt, dass er nun schuldlos sei bzw. die Fr. 12'000.00 (die 
Differenz von Fr. 60'000.00) als Zinszahlungen reichen würden (Ord. 37 
act. 13472 f.). BM._____ habe sinngemäss die Aussage gemacht, dass er 
sich für seinen Neffen habe einsetzen wollen und mit BG._____ habe 

 - 24 - 
 

 

sprechen wollen. Da sei der Beschuldigte aufgestanden und habe ihn 
gefragt, was er wolle. Er – BM._____ – habe Angst bekommen und sei 
rausgegangen. Nach diesem Vorfall sei K._____ von seinen Schulden 
befreit gewesen (Ord. 20 act. 7099).  
 
Der Beschuldigte bestätigte, dass es zu einem Streit mit BM._____ 
gekommen sei. Hingegen streitet er ab, etwas mit diesem Darlehen zu tun 
zu haben. Es sei nicht einmal das Geld von B._____ gewesen. Dieser habe 
ihm gesagt, dass es das Geld von BN._____ gewesen sei (Ord. 28 
act. 10091). B._____ bestätigte ebenfalls den Vorfall mit dem Onkel von 
K._____, es sei jedoch eine Verwechslung vorgelegen, er habe nie mit 
K._____ zu tun gehabt (Ord. 30 act. 10246; GA act. 90).  
 
Gemäss K._____ hatte BN._____ die Nachricht überbracht, dass er nun 
schuldfrei sei, damit bestand offenbar zwischen BG._____ und dem 
Beschuldigten bzw. B._____ eine Beziehung. Gemäss Aussagen von 
BN._____ ist er mit dem Beschuldigten verwandt und auch B._____ kenne 
er schon ziemlich lange (Ord. 33 act. 11686 f.). Selbst wenn dieser 
abstreitet, irgendetwas über das Darlehen von K._____ zu wissen (Ord. 33 
act. 11688), lässt sein Beziehungsverhältnis zum Beschuldigten und 
B._____ darauf schliessen, dass es sich wie von K._____ geschildert, 
abgespielt hat. Dennoch lässt sich bei dieser Beweislage nicht erstellen, 
dass der Beschuldigte in die Darlehensvergabe an K._____ involviert 
gewesen ist. Zwar legen die gemeinsamen Darlehensverträge (vgl. Ord. 28 
act. 9783 ff.) nahe, dass der Beschuldigte und B._____ gemeinsam das 
Geschäft mit der Vergabe von Darlehen betrieben haben. Allerdings fehlen 
konkrete Hinweise, dass er mit der Darlehensvergabe an K._____ zu tun 
hatte. 
 
Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt somit als 
begründet und er ist hinsichtlich der Anklageziffer 1.14 vom Vorwurf des 
Wuchers zum Nachteil von K._____ freizusprechen. 
 
2.15. Wucher z.N. von L._____ (Anklageziffer 1.15) 
Betreffend Anklageziffer 1.15 wird von L._____ ausgeführt, dass er im Jahr 
2010 ein Darlehen von […] (AJ._____) für ca. Fr. 25'000.00 bis 
Fr. 35'000.00 aufgenommen habe, für welches er keinen Zins bezahlt habe, 
da er es nicht gekonnt habe. Es sei jedoch 15% im Monat abgemacht 
gewesen (Ord. 38 act. 13629). Später sei die Schuld auf Fr. 70'000.00 
angestiegen. Dann habe er den Beschuldigten kennengelernt, welche 
seine Schuld von AJ._____ übernommen habe (Ord. 38 act. 13615 f.; vgl. 
auch Protokoll Berufungsverhandlung, S. 37). AJ._____ hingegen gab zu 
Protokoll, dass er vom Beschuldigten Fr. 70'000.00 für L._____ erhalten 
habe. Es sei abgemacht gewesen, dass er dieses Darlehen innerhalb von 
zwei Monaten zurückzahlen soll, L._____ habe ihn aber angelogen. Zinsen 
seien kein Thema gewesen (Ord. 33 act. 11728). Diese Fr. 70'000.00 habe 

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er – L._____ – schliesslich zusammen mit BH._____ beim Wohnort des 
Beschuldigten seiner Frau vorbeigebracht, was von BH._____ so bestätigt 
wurde (Ord. 38 act. 13616; Ord. 30 act. 10685; Protokoll 
Berufungsverhandlung, S. 33). Nach diesen Aussagen bleibt unklar, wie 
viel Zins tatsächlich zwischen L._____ und AJ._____ abgemacht wurde, da 
hier sich widersprechende Aussagen der Beteiligten vorliegen. Zudem lässt 
sich ohnehin nicht erstellen, dass der Beschuldigte in der 
Darlehensvergabe zu Wucherzinsen an L._____ beteiligt gewesen ist. 
AJ._____ verneinte, dass zwischen ihm und dem Beschuldigten Zinsen ein 
Thema gewesen seien. Weiter ist auch die Zwangslage, in welcher sich 
L._____ befunden habe, fraglich. Anlässlich der Berufungsverhandlung 
erklärte L._____, dass er spielsüchtig gewesen sei und Geld gebraucht 
habe, um neu spielen zu können, ohne diese Aussage konkret auf die 
Fr. 35'000.00 von AJ._____ zu beziehen (Protokoll Berufungsverhandlung, 
S. 29). Insgesamt lässt sich der Anklagesachverhalt nicht erstellen. 
 
Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt somit als 
begründet und er ist hinsichtlich der Anklageziffer 1.15 vom Vorwurf des 
Wuchers zum Nachteil von L._____ freizusprechen. 
 
2.16.Wucher z.N. von L._____ (Anklageziffer 1.16) 
Die von L._____ geltend gemachten Darlehen über Fr. 50'000.00 und 
Fr. 20'000.00, welche er vom Beschuldigten erhalten habe (Ord. 38 
act. 13613 und 13615), werden vom Beschuldigten bestätigt (Ord. 28 
act. 10092).  
 
L._____ hat ausgesagt, dass er die ersten Fr. 50'000.00 im Jahr 2012 er 
zu einem Zins von 10% erhalten habe. Er habe immer zwischen dem 10. 
und 14. bezahlt (Ord. 38 act. 13615). Auf der Liste 3 (Ord. 6 act. 1885) ist 
«L._____ QS._____» mehrmals vermerkt: Unter der Nr. 15 mit den Zahlen 
– 10 – und – 50 –, was dem Darlehen über Fr. 50'000.00 mit 
Zahlungsdatum 10. des Monats entsprechen könnte. Das zweite Darlehen 
über Fr. 20'000.00 habe er zinslos erhalten (Ord. 38 act. 13615). An der 
Richtigkeit der Aussagen von L._____ ist nicht zu zweifeln. Insbesondere, 
da er den Beschuldigten nicht übermässig belastet, ansonsten zu erwarten 
gewesen wäre, dass er ausgeführt hätte, dass auch für das zweite 
Darlehen ein Zins geschuldet gewesen wäre. Nach anfänglich 
ausweichenden Antworten bestätigte L._____ anlässlich der 
Berufungsverhandlung schliesslich, vom Beschuldigten zwischen 
Fr. 50'000.00 bis Fr. 60'000.00 erhalten zu haben (Protokoll 
Berufungsverhandlung, S. 33). Insgesamt sind seine Aussagen 
eindrücklich: Zu Beginn gab er nur sehr zurückhaltend Auskunft und 
weigerte sich gar, gewisse Fragen zu beantworten. Schliesslich erklärte er, 
dass er einfach seine Ruhe wolle und sehr vorsichtig sei, was er sage, da 
er nicht wolle, dass diese ganze Geschichte nochmals «zu ihm komme». 
Der Kosovo sei ein Land ohne Sicherheit und er wisse nicht, was der 

 - 26 - 
 

 

Beschuldigte da unten habe (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 32). Die 
authentischen Aussagen legen den Schluss nahe, dass der Zeuge L._____ 
(wie dies bereits bei weiteren Zeugen den Anschein machte [siehe oben]), 
nachteilige Konsequenzen befürchtete, sollte er den Beschuldigten mit 
seinen Aussagen belasten. Dies zeigte sich insbesondere auch im Satz: 
«Ich will nicht, wenn ich heute etwas sage, und er muss eine Strafe oder 
Gefängnis haben, und nachher bin ich der Schuldige» (Protokoll 
Berufungsverhandlung, S. 32). Insgesamt ergeben sich keine Zweifel, dass 
die Aussagen von L._____ der Wahrheit entsprachen.  
 
Zum Grund für die Darlehensaufnahme über Fr. 50'000.00 gab L._____ an, 
dass er dem Beschuldigten gesagt habe, dass er als Geschäftsführer der 
BO._____ geschäftlich in finanzieller Not gewesen sei und dafür Geld 
benötigt habe. In Wahrheit habe er es für Glücksspiel ausgegeben (Ord. 38 
act. 13614). Dies wird in diesem Sinne auch vom Beschuldigten ausgeführt 
(Ord. 28 act. 10092). Der Beschuldigte ging bei der Darlehensvergabe 
demnach von einer Zwangslage oder zumindest einer auf die Spielsucht 
zurückzuführende Schwäche auf Seiten von L._____ aus. Diese nutzte er 
aus, indem er für das Darlehen einen Wucherzins von monatlich 10% 
verlangte, womit der Tatbestand des Wuchers erfüllt ist. 
 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 
diesem Punkt als unbegründet. Er hat sowohl den objektiven als auch 
subjektiven Tatbestand des Wuchers gemäss Art. 157 StGB zum Nachteil 
von L._____ erfüllt. 
 
2.17. Gewerbsmässigkeit 
2.17.1. 
Die Anklage wirft dem Beschuldigten ausdrücklich vor, im Zeitraum von 
2008 bis Augst 2013 gewerbsmässig im Sinne von Art. 157 Ziff. 2 StGB 
gehandelt zu haben. In den einzelnen Anklageziffern werden die jeweiligen 
Darlehensnehmer, die vergebenen Darlehen sowie die Zinsen aufgeführt. 
Damit ist der dem Beschuldigten vorgeworfene gewerbsmässige Wucher 
sachverhaltsmässig genügend konkretisiert. Entgegen dem Vorbringen 
des Beschuldigten (vgl. Berufungsbegründung, S. 12) liegt keine 
Verletzung des Anklagegrundsatzes vor.  
 
2.17.2. 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt der Ansatzpunkt für die 
Definition der Gewerbsmässigkeit im berufsmässigen Handeln. Der Täter 
handelt berufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die 
deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb 
eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten 
Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines 
Berufes ausübt. Wesentlich ist, dass der Täter sich darauf einrichtet, durch 
sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die 

 - 27 - 
 

 

einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung darstellen. 
Zudem muss er die Tat bereits mehrfach begangen haben und es muss 
aufgrund der Taten geschlossen werden, er sei zu einer Vielzahl von unter 
den fraglichen Tatbestand fallenden Handlungen bereit gewesen (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_253/2016 vom 29. März 2017 E. 2.3 mit 
Hinweisen). 
 
Der Beschuldigte hat über mehrere Jahre hinweg an verschiedene 
Personen in Zwangslagen (meist Landsleute) Darlehen zu einem 
Wucherzins vergeben. Dabei hat er, insbesondere für die Eintreibung der 
ausstehenden Zinsen, viel Zeit investiert. Der Beschuldigte hatte im Jahr 
2009 ausstehende Darlehensbeträge von Fr. 63'000.00 (C._____: 
Fr. 38'000.00; H._____: Fr. 15'000.00; I._____: Fr. 10'000.00), was ihm 
monatlich einen Zins von Fr. 9'450.00 einbrachte. Selbst wenn zugunsten 
des Beschuldigten davon ausgegangen wird, dass er lediglich 3% selber 
behalten konnte (siehe dazu oben, E. 2.6), so stellen auch monatliche 
Einkünfte von Fr. 1'890.00 einen namhaften Beitrag an seine 
Lebenshaltungskosten dar. Diese Zinsen wurden gemäss den glaubhaften 
Aussagen sodann auch dauerhaft bezahlt (C._____: von September 2009 
bis Dezember 2011; H._____: 2009 bis Frühjahr 2012; I._____: Mai 2009 
bis Mai 2010). Für das Jahr 2012 ist erstellt, dass der Beschuldigte L._____ 
ein Darlehen über insgesamt Fr. 50'000.00 zu einem monatlichen Zins von 
10% gab, also Fr. 5'000.00 pro Monat. Die im Jahre 2013 an F._____ 
(Fr. 5'000.00) und G._____ (Fr. 15'000.00) vergebenen Darlehen ergaben 
bei 15% Zinsen ein monatliches Einkommen von Fr. 3'000.00 resp. 
Fr. 600.00 für 3%, was in Anbetracht dessen, dass er ab Oktober 2010 
keiner geregelten Arbeit mehr nachging (Ord. 1 act. 71; vgl. 
Anklageziffern 6.1 und 6.2) ohne Weiteres einen namhaften Beitrag an die 
Lebenshaltungskosten darstellt. Zweifellos hat der Beschuldigte mit der 
Vergabe von Darlehen zu Wucherzinsen an Personen in einer Zwangslage 
denn auch in erster Linie eigene finanzielle Interessen verfolgt. Er hat 
immer wieder neue solche Darlehen ausgerichtet und war dadurch bereit, 
eine Vielzahl von Personen zu schädigen. Unter den gegebenen 
Umständen ist die Gewerbsmässigkeit somit zu bejahen und die Berufung 
des Beschuldigten in diesem Punkt abzuweisen. 
 
2.18. 
Zusammenfassend hat sich der Beschuldigte des gewerbsmässigen 
Wuchers gemäss Art. 157 Ziff. 2 StGB schuldig gemacht. Es handelt sich 
dabei um ein Kollektivdelikt, das die einzelnen Tathandlungen umfasst. 
Insoweit der Beschuldigte hinsichtlich einzelner Tatvorwürfe jedoch 
freizusprechen ist, muss dies Eingang ins Urteilsdispositiv nehmen, auch 
wenn sich am Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Wuchers nichts 
ändert (BGE 142 IV 378). 
 

 - 28 - 
 

 

3. Mehrfache, z.T. versuchte Nötigung (Anklageziffer 2) 
3.1. 
Dem Beschuldigten wurde mit Anklage vorgeworfen, sich im 
Zusammenhang mit der Vergabe von Darlehen bzw. Einforderung von 
Zinsen oder Rückzahlungen wegen Nötigung oder versuchter Nötigung 
zum Nachteil von C._____, H._____, I._____, J._____, AA._____, L._____ 
und BP._____ strafbar gemacht zu haben. 
 
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen, zum Teil versuchten 
Nötigung schuldig gesprochen. 
 
Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 
(versuchten) Nötigung vollumfänglich freizusprechen. 
 
3.2. 
Der Nötigung nach Art. 181 StGB macht sich schuldig, wer jemanden durch 
Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere 
Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen 
oder zu dulden. Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter 
dem Opfer ein Übel in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen 
abhängig erscheinen lässt. Es kommt nicht darauf an, ob der Täter die 
Drohung wahrmachen will, sofern sie nur als ernst gemeint erscheinen soll. 
Ernstlich sind Nachteile, wenn ihre Androhung nach einem objektiven 
Massstab geeignet ist, auch eine besonnene Person in der Lage des 
Betroffenen gefügig zu machen und so seine Freiheit der Willensbildung 
oder -betätigung zu beschränken (BGE 122 IV 322 E. 1a S. 324; BGE 120 
IV 17 E. 2a/aa; je mit Hinweisen). Die Nötigung ist vollendet, wenn das 
Opfer zu dem vom Täter gewollten Tun, Unterlassen oder Dulden gebracht 
worden ist. Zwischen dem Nötigungsmittel und dem Nötigungserfolg muss 
ein Kausalzusammenhang bestehen (DELNON/RÜDY, in: Basler 
Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 49 ff. zu Art. 181 StGB). In 
subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz 
ausreicht. Gemäss Lehre und Rechtsprechung indiziert die 
Tatbestandsmässigkeit der Nötigung deren Rechtswidrigkeit noch nicht. 
Eine nötigende Handlung ist nur dann unrechtmässig, wenn das Mittel oder 
der Zweck unerlaubt sind oder wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht 
im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem 
an sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich 
oder sittenwidrig ist (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; BGE 134 IV 216 E. 4.1; BGE 
122 IV 322 E. 2a).  
 
3.3. 
Vorliegend lässt sich eine (versuchte) Nötigung zum Nachteil von J._____, 
AA._____ und BP._____ nicht rechtsgenügend erstellen: 
 

 - 29 - 
 

 

Betreffend J._____ ist bereits die Vergabe eines Darlehens zu 
Wucherzinsen nicht erstellt (vgl. oben, E. 2.13). Insbesondere ist unklar, ob 
lediglich die Rückzahlung des Darlehens in Raten abgemacht war. Vor 
diesem Hintergrund lässt sich auf Grundlage der TK-Protokolle (Ord. 36 
act. 13110 ff.) auch keine Nötigung erstellen, da es legitim wäre, den 
Schuldner am abgemachten Zahlungsdatum an die Rückzahlung zu 
erinnern und ihn anzuhalten, die Abmachung einzuhalten. Entgegen der 
Ansicht der Vorinstanz kann auch die Verknüpfung des Nötigungsmittels 
(den Vater über das Darlehen informieren) mit dem Nötigungszweck 
(Bewirken der Darlehensrückzahlung) nicht als widerrechtlich angesehen 
werden (vorinstanzliches Urteil, E. 6.2.2.6). Offenbar kannte der 
Beschuldigte den Vater von J._____ sehr gut (vgl. Ord. 36 act. 13068). 
Zudem ist der hohe Stellenwert der Familie und des Familienoberhaupts in 
der Kultur des Beschuldigten und von J._____ zu berücksichtigen. Es wäre 
daher nicht ungewöhnlich, zur Streitbeilegung eine Autoritätsperson (hier: 
den Vater des nicht Zahlungswilligen) beizuziehen. 
 
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten vom Vorwurf des Wuchers z.N. von 
AA._____ freigesprochen (vorinstanzliches Urteil, E. 6.1.2.15). Den TK-
Protokollen ist zwar zu entnehmen, dass AA._____ offenbar Geld vom 
Beschuldigten erhalten hat. Über die Rückzahlungsbedingungen ist jedoch 
nichts bekannt. Dass der Beschuldigte AA._____ zumindest zur 
Rückzahlung eines Teils seiner Schulden bewegen wollte, indem er 
ausführte, Probleme mit seinem Schwager zu bekommen, wenn er nicht 
zurückzahle (Ord. 37 act. 13174 ff.), genügt unter diesen Umständen 
jedoch nicht um eine (versuchte) Nötigung bejahen zu können. 
 
Schliesslich lässt sich gestützt auf die Aussagen von BP._____ und die TK-
Protokolle eine Nötigung nicht rechtsgenügend erstellen. BP._____ sagte 
nicht aus, vom Beschuldigten bedroht worden zu sein. Er habe vom 
Beschuldigten mehrmals Geldsummen in der Höhe von Fr. 5'000.00 bis 
Fr. 10'000.00 erhalten. Bereits bei Erhalt des Geldes habe er dem 
Beschuldigten jeweils mitgeteilt, wann er es zurückzahlen würde. 
Manchmal habe er auch den Beschuldigten angerufen, wenn er das Geld 
gehabt habe, oder der Beschuldigte habe ihn angerufen, wenn dieser Geld 
benötigt habe. Der Beschuldigte sei manchmal etwas nervös gewesen. Er 
habe das Geld von einem Kollegen erhalten und habe Druck gehabt, da er 
es hätte zurückzahlen müssen (Ord. 36 act. 12754 ff.). Erstellt ist auch, 
dass im Zusammenhang mit Geldrückzahlungen die Rede von Gewalt im 
Kosovo war (Ord. 36 act. 12770: «du weisst sie haben in Kosovo die letzte 
Woche einen umgebracht. Der Beschuldigte bittet BP._____ nicht Falsches 
zu machen und am Dienstag das Geld zu bringen») und der Beschuldigte 
BP._____ Geschichten über die offenbar gefährlichen […] erzählt hat 
(Ord. 36 act. 127700). Auch wenn darin ein subtiler Hinweis darauf, was 
bei Ausbleiben einer Rückzahlung alles passieren könnte, erblickt werden 
kann, so reicht dies unter den vorliegenden Umständen noch nicht zur 

 - 30 - 
 

 

Annahme einer (versuchten) Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB aus, 
zumal BP._____ eine solche ausschliesst und die Telefonprotokolle nicht 
eindeutig sind. Anlässlich der Einvernahme von BP._____ vom 12. Februar 
2014 wurde denn auch klargestellt, dass die Übersetzung der 
Telefongespräche teilweise nicht korrekt ist, so sei er nicht damit bedroht 
worden, durch den Beschuldigten geschlagen zu werden (vgl. Ord. 36 
act. 12575 und 12768). 
 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in Bezug 
auf den Vorwurf der (versuchten) Nötigung zum Nachteil von J._____, 
AA._____ und BP._____ als begründet und er ist hinsichtlich der 
Anklageziffern 2.4, 2.5 und 2.7 freizusprechen. 
 
3.4. 
3.4.1. 
C._____ hat bereits am 6. Dezember 2011 nach dem Vorfall in R._____ 
ausgesagt, dass es vor dem tätlichen Angriff zu verbalen Drohungen durch 
den Beschuldigten gekommen sei. Dabei sei er (C._____) mit dem Tod 
bedroht worden (Ord. 42 act. 15417). Seit ca. Sommer 2010 gehe es so mit 
den Drohungen per Telefon, SMS oder auch persönlich (Ord. 42 
act. 15426). Anlässlich der Einvernahme vom 17. Juli 2014 wiederholte 
C._____, dass er per Telefon und SMS vom Beschuldigten vor dem Vorfall 
in R._____ bedroht worden sei, wenn er nicht habe zahlen können. Der 
Beschuldigte habe ihm gesagt, dass er ihn kaputt mache, ihn umbringe. Er 
habe davon schon Angst bekommen und die Drohungen ernst genommen 
(Ord. 31 act. 11188 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte 
C._____ aus, dass der Beschuldigte einfach etwas lauter geworden sei und 
sein Geld zurückgefordert habe, er ansonsten ein Problem bekomme. Die 
Aussagen von C._____ sind erneut bagatellisierend. So verteidigte er das 
Verhalten des Beschuldigten, indem er aussagte, dass er das Geld ja auch 
zu spät gegeben habe und der Beschuldigte habe einfach sein Geld 
gewollt, was ja normal sei (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 47 f.). Auf 
den ersten Blick vermag dies noch zu überzeugen, auf den zweiten Blick 
erschliesst sich diese Aussage jedoch nicht ganz, da C._____ gleichzeitig 
auch ausgesagt hat, dass betreffend Rückzahlung nichts abgemacht 
worden sei, er habe einfach bezahlt, wenn er Geld gehabt habe (Protokoll 
Berufungsverhandlung, S. 42 f.). Es stellt sich unweigerlich die Frage, wie 
man mit der Rückzahlung in Verzug kommen kann, wenn diesbezüglich gar 
nichts abgemacht wurde. Insgesamt ist aufgrund der glaubhaften tatnahen 
Aussagen von C._____ erstellt, dass der Beschuldigte C._____ bei 
ausbleibenden Zinszahlungen mit Drohungen zu deren Zahlung hat 
bewegen wollen. Damit ist sowohl das Nötigungsmittel als auch der 
Nötigungszweck unzulässig. Daran ändert auch nichts, dass C._____ 
seinerseits den Beschuldigten angerufen und diesem gesagt haben soll, 
dass er «die Familie von A._____ ficken werde» (Ord. 42 act. 15431). 
C._____ hat den Anruf nicht bestritten, sondern glaubhaft ausgesagt, dass 

 - 31 - 
 

 

er dies nur getan habe, weil der Beschuldigte ihm zuvor eine SMS 
geschrieben habe, in welcher gestanden sei, dass er seine ganze Familie 
ficken werde und der Blick über ihn – C._____ – schreiben werde (Ord. 42 
act. 15427). 
 
Unklar ist, ob C._____ aufgrund der erstellten Drohungen schliesslich 
Zinszahlungen geleistet hat, weshalb zugunsten des Beschuldigten nur von 
einer versuchten Nötigung auszugehen ist.  
 
3.4.2. 
H._____ äusserte sich hinsichtlich der Reaktion des Beschuldigten auf eine 
verspätete Zinszahlung ähnlich wie C._____. Es habe mit Drohungen und 
Erpressungen angefangen und er habe am Telefon geschrien: «Ich ficke 
deine Familie, Kinder und Frau». Er (H._____) habe sich dann scheisse 
gefühlt. Der Beschuldigte hätte ihn besser umbringen lassen, als dass er 
das mit den Kindern und der Frau sagt (Ord. 34 act. 12322). Bei diesen 
Äusserungen habe er an schlimme Sachen gedacht, er habe überall Geld 
gesucht und sogar seinen Fernseher verkauft. Er habe die Mitteilung ernst 
genommen (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 12). Diese Drohungen 
hätten Mitte 2012 aufgehört, da er sich eine neue Telefonnummer 
genommen habe. Dass die vom Beschuldigten geäusserten Worte 
H._____ soweit brachten, dass er sich eine neue Telefonnummer zulegte, 
legt den Schluss nahe, dass es massive und intensive Drohungen gewesen 
sind. Da gemäss Aussagen von H._____ die Drohungen bis Mitte 2012 
andauerten, er aber Januar oder Februar 2012 das letzte Mal Zinsen 
bezahlt habe (Ord. 34 act. 11323) liegt teilweise nur eine versuchte 
Nötigung vor. 
 
3.4.3. 
I._____ führte aus, dass der Beschuldigte keinen Druck auf ihn ausgeübt 
habe und ihn oder seine Kinder auch nicht bedroht habe (Ord. 35 
act. 12542). Weiter führte er aus, nachdem er aufgehört habe, Zinsen zu 
bezahlen, Telefonate und SMS vom Beschuldigten und seinem Bruder 
erhalten zu haben. Er habe das zwar nicht als Drohung aufgefasst, aber 
als Warnung. Er habe sie gar nicht beachtet (Ord. 35 act. 12535). 
Gleichzeitig erklärte er jedoch auch, dass er beim zweiten Treffen die 
Schuldanerkennung über Fr. 24'000.00 unterschrieben habe, da er eine 
gewisse Angst vor der Statur des Beschuldigten und dessen Bruder (beide 
angeblich 2 Meter gross und breite Schultern) gehabt habe. Er hätte auch 
unterschrieben, wenn sie gesagt hätten, er müsse eine Million bezahlen 
(Ord. 35 act. 12537). I._____ ist davon ausgegangen, dass seine Schuld 
beglichen sei, da er bereits insgesamt Fr. 23'600.00 für ein Darlehen von 
Fr. 10'000.00 bezahlt habe. Es ist deshalb ohne weiteres davon 
auszugehen, dass er die Schuldanerkennung über Fr. 24'000.00 nicht 
freiwillig unterschrieben hat. Aus den Schilderungen von I._____ ist denn 
auch ersichtlich, dass die Telefonate und SMS des Beschuldigten Eindruck 

 - 32 - 
 

 

bei I._____ hinterlassen haben, auch wenn in den Aussagen von I._____ 
eine gewisse Bagatellisierungstendenz auszumachen ist. So gibt er sich 
selber die Schuld, dass der Beschuldigte ihm diese SMS hat schicken 
müssen, da er tatsächlich gelogen habe (Ord. 35 act. 12535). Insgesamt 
ist jedoch nicht zu verkennen, dass das Verhalten des Beschuldigten in 
Kombination mit seinem Auftreten und seiner kräftigen Statur I._____ 
gefügig gemacht hat, die Schuldanerkennung zu unterschreiben, womit der 
Tatbestand der Nötigung erfüllt ist. 
 
3.4.4. 
Es ist aktenkundig, dass der Beschuldigte gegenüber L._____ Druck 
machte, wenn dieser mit seiner Zinszahlung im Rückstand war. Dies ergibt 
sich deutlich aus den TK-Protokollen (Ord. 38 act. 13655 ff.). L._____ 
selber sagte aus, dass er die Drohungen des Beschuldigten ihm 
gegenüber, dass dieser ihn umbringen würde, nicht ernst genommen habe 
(Ord. 38 act. 13633). Er nahm den Beschuldigten sogar in Schutz, indem 
er aussagte, dass der Beschuldigte nur den Druck, welchen er von unten 
(Kosovo) habe, auf ihn – L._____ – übertragen habe. Der Beschuldigte 
habe ihm klar gemacht, dass sie beide dafür haften würden und sie beide 
dafür besorgt sein müssten, dass das Geld wieder zurückgegeben werden 
könne (Ord. 38 act. 13616 f.). Aus den TK-Protokollen ergibt sich aber 
auch, dass dieser Druck seitens des Beschuldigten nur gespielt war. «[…]» 
wurde vom Beschuldigten gebeten, L._____ Angst einzujagen. L._____ 
hatte offensichtlich nicht mit dieser Möglichkeit gerechnet, da es ihm auf 
Vorhalt dieses Instruktionsgesprächs die «Sprache verschlagen» hat 
(Ord. 38 act. 13637 und 13672 ff.). Dem Beschuldigten ist es somit offenbar 
gelungen, eine Drohkulisse aufzubauen. Indem er vorspiegelte, von 
gefährlichen Leuten aus dem Kosovo unter Druck zu stehen, auferlegte er 
gleichzeitig auch L._____ Druck, die Zinsen termingerecht zu bezahlen. 
Das vorgespielte Telefonat mit «[…]» zeigt gut auf, dass L._____ aufgrund 
dieses Druckes nach Möglichkeiten suchte, seinen Zinsverpflichtungen 
nachzukommen. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte 
L._____ glaubhaft, dass der Beschuldigte ihm schon Druck gemacht habe. 
Es ist anzunehmen, dass er ohne diese Drucksituation wohl einfach nicht 
mehr bezahlt hätte. Die Handlungsfreiheit von L._____ war aufgrund der 
aufgebauten Drucksituation beschränkt, womit der Tatbestand der 
Nötigung vorliegend erfüllt ist. 
 
3.4.5. 
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in Bezug 
auf den Vorwurf der (versuchten) Nötigung zum Nachteil von C._____, 
H._____, I._____ und L._____ als unbegründet. 
 

 - 33 - 
 

 

4.1. Schwere Körperverletzung (Anklageziffer 3) 
4.1. 
Gemäss Anklage ist es am 1. Dezember 2011 in R._____ zwischen dem 
Beschuldigten und C._____ zu einer Auseinandersetzung gekommen, da 
letzterer seine Schulden nicht pünktlich bezahlt habe. Der Beschuldigte 
habe C._____ mehrfach ins Gesicht geschlagen, sodass dieser zu Boden 
gefallen und kurze Zeit bewusstlos gewesen sei. Durch die Schläge habe 
C._____ diverse Frakturen im Gesichtsbereich erlitten und auf dem linken 
Auge sei er fast erblindet, d.h. die Sehkraft betrage noch 10% 
(Anklageziffer 3). 
 
Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der schweren 
Körperverletzung freizusprechen. 
 
4.2. 
Gemäss Art. 122 StGB macht sich der schweren Körperverletzung 
schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, den 
Köper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder 
ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen 
bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht 
eines Menschen arg und bleibend entstellt oder wer vorsätzlich eines 
andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder 
geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht. 
 
4.3. 
Unbestritten ist, dass es am 1. Dezember 2011 in R._____ zu einem 
Treffen zwischen dem Beschuldigten und C._____ gekommen ist (vgl. 
Ord. 42 act. 15420; GA act. 68) und C._____ bei diesem Treffen eine 
Hirnerschütterung, mehrere Brüche der Gesichtsknochen (Nasenbein, 
Kieferhöhlenwand, Orbita), eine Verletzung an der Augenbraue links und 
eine Störung des Sehnervs links erlitten hat (Ord. 42 act. 15446). 
Unbestritten ist ebenfalls, dass es sich aufgrund der immer noch 
bestehenden Beeinträchtigung der Sehkraft um eine schwere 
Körperschädigung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB handelt 
(Berufungsbegründung, S. 18). 
 
Der Beschuldigte macht jedoch geltend, dass er C._____, welcher besoffen 
gewesen sei und zudem etwas aus seiner Tasche habe ziehen wollen, nur 
in Notwehr von sich weggeschubst habe (Berufungsbegründung, S. 17 f.). 
Selbst wenn aber eine Notwehrlage verneint werde, so würde sich der 
Vorsatz des Beschuldigten lediglich auf eine einfache Körperverletzung 
erstrecken (Berufungsbegründung, S. 20 f.). 
 
4.4. 
In tatsächlicher Hinsicht ist gestützt auf die erstellten Verletzungen und die 
Aussagen von C._____ davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

 - 34 - 
 

 

C._____ nicht bloss (in Notwehr) geschubst, sondern ihm mehrere 
Faustschläge gegen den Kopf und insbesondere das linke Auge verpasst 
hat: 
 
Das Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und C._____ war bereits vor 
dem Zusammentreffen am 1. Dezember 2011 sehr angespannt. Wie 
bereits ausgeführt (E. 3.4.1), kam es zuvor zu Drohungen des 
Beschuldigten gegenüber C._____, welcher aufgrund dessen seinerseits 
mit dem Beschuldigten telefonierte und ebenfalls laut wurde. Was beim 
Treffen schliesslich genau der Auslöser war, kann offen bleiben. Erstellt ist, 
dass C._____ nebst einer Hirnerschütterung mehrere Brüche der 
Gesichtsknochen (Nasenbein, Kieferhöhlenwand, Orbita), eine Verletzung 
an der Augenbraue links und eine Störung des Sehnervs links erlitten hat. 
Es ist nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 
Lebenserfahrung ausgeschlossen, dass C._____ diese Verletzungen bei 
einem Sturz als Folge eines blossen «Schubses» erlitten hat (vgl. Ord. 42 
act. 15421). Es liegt aufgrund des Verletzungsbildes auch ausserhalb einer 
vernünftigen Betrachtungsweise, dass sich der Beschuldigte nur gegen 
einen Angriff von C._____ hat zur Wehr setzen wollen, zumal der 
Beschuldigte aufgrund seiner Grösse und Statur körperlich offensichtlich 
überlegen war (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung, S. 51 f.). Sodann 
liegen entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten auch keine Hinweise 
dafür vor, dass sich C._____ die Verletzungen bei einem auf seine 
Alkoholisierung zurückzuführenden Sturz und ohne erhebliche Einwirkung 
des Beschuldigten zugezogen hätte. C._____ gab zwar zu Protokoll, zuvor 
einige Biere getrunken zu haben (Ord. 42 act. 15416). Dem Austrittsbericht 
des Spitals ist jedoch nicht zu entnehmen, dass er bei Eintritt kurz nach 
dem Vorfall auffällig alkoholisiert gewesen wäre (Ord. 42 act. 15440). 
 
Das Verletzungsbild und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen 
stehen mit den Aussagen von C._____ im Einklang. Dieser schilderte den 
Vorfall in der tatnächsten Einvernahme vom 6. Dezember 2011 
grundsätzlich glaubhaft und nachvollziehbar. So erwähnte er, dass er vom 
Beschuldigten in eine dunkle Ecke des Parkplatzes gedrängt worden sei 
(Ord. 42 act. 15415). Dies wird sodann vom Beschuldigten insofern 
bestätigt, dass auch er aussagte, sich in einen dunkleren Teil des 
Parkplatzes begeben zu haben (Ord. 42 act. 15421). Sodann gab C._____ 
zu Protokoll, dass der Beschuldigte etwas aus der Hose gezogen habe, 
wobei er nicht habe erkennen können, ob es sich um einen Pfefferspray 
oder ein Elektroschockgerät gehandelt habe (Ord. 42 act. 15415). An den 
weiteren Einvernahmen bestätigte er, dass der Beschuldigte etwas dabei 
gehabt habe, wobei er den Gegenstand nie genau bezeichnen konnte 
(Ord. 42 act. 15427 und 15506; GA act. 47). Hätte C._____ den 
Beschuldigten zu Unrecht belasten wollen, wäre er hinsichtlich des 
Gegenstands kaum so unbestimmt geblieben. Er erklärte jedoch seit 
Beginn weg, dass er sich in Bezug auf den Gegenstand nicht sicher war, 

 - 35 - 
 

 

was für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. Anlässlich der 
Berufungsverhandlung konnte sich C._____ an keinen Gegenstand mehr 
erinnern (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 54). Insofern ist dies jedoch 
für die Würdigung unerheblich, da er sich anlässlich der 
Berufungsverhandlung auch nicht einmal mehr an die im Austrittsbericht 
ausgewiesenen erlittenen Brüche erinnern konnte (Protokoll Berufungs-
verhandlung, S. 53). Daraus ist zu schliessen, dass C._____ sich entweder 
an vieles tatsächlich nicht mehr erinnern kann oder den Beschuldigten so 
wenig wie möglich belasten will. 
 
Hingegen erscheinen die Ausführungen des Beschuldigten als blosse 
Schutzbehauptungen. Insbesondere ist nicht glaubhaft, dass C._____ ein 
Messer oder etwas ähnliches dabei gehabt hat (Ord. 42 act. 15421) und 
sich der Beschuldigte dabei am rechten Zeigefinger eine Verletzung 
zugezogen hat. Auf dem in den Akten befindlichen Foto des Fingers 
(Ord. 42 act. 15424.1) ist keine Verletzung ersichtlich. Gegen die Version 
des Beschuldigten spricht sodann die Aussage von CA._____, welcher 
betreffend das Telefongespräch von C._____ an den Beschuldigten befragt 
wurde. Dieser gab an, dass er den Beschuldigten ein paar Wochen danach 
auf das Telefonat angesprochen habe. Der Beschuldigte habe erwidert, 
dass es zu einem Aufeinandertreffen mit C._____ gekommen und es in 
einer Schlägerei ausgeartet sei (Ord. 42 act. 15431). 
 
Nach dem Gesagten ist erstellt, dass der Beschuldigte mehrfach 
vorsätzlich mit der Faust gegen den Kopf von C._____ geschlagen und ihn 
dabei schwer verletzt hat. Der Beschuldigte hat somit den objektiven 
Tatbestand der ihm vorgeworfenen schweren Körperverletzung erfüllt. 
 
4.5. 
Mit der Vorinstanz ist unter den vorliegenden Umständen auch der 
subjektive Tatbestand zu bejahen. Entgegen dem Vorbringen des 
Beschuldigten im Eventualstandpunkt hat sich dessen Vorsatz nicht bloss 
auf eine einfache Körperverletzung beschränkt: 
 
Für die Erfüllung des Tatbestands der schweren Körperverletzung ist in 
subjektiver Hinsicht Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz ausreicht. 
Der Vorsatz muss sich auf die Schwere der Verletzung beziehen. Nicht 
erforderlich ist jedoch, dass sich der Täter gerade die tatsächlich 
eingetretene Verletzungsfolge vorstellt (vgl. ROTH/BERKEMEIER, in: Basler 
Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 25 zu Art. 122 StGB). Vorsätzlich 
begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen 
ausführt oder wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf 
nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB), aber dennoch handelt, weil er sich mit dem 
Erfolg abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 
mit Hinweisen).  
 

 - 36 - 
 

 

Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – soweit der Täter 
diesbezüglich nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich 
feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm 
Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des 
Täters erlauben. Zu den äusseren Umständen, aus denen der Schluss 
gezogen werden kann, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in 
Kauf genommen, zählt auch die Grösse des dem Täter bekannten Risikos 
der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfalts-
pflichtverletzung. Je grösser dieses Risiko ist und je schwerer die 
Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter 
habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (vgl. BGE 134 IV 
26 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Der Richter darf vom Wissen des Täters auf 
den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so 
wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge 
hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs 
ausgelegt werden kann (BGE 138 V 74 E. 8.4.1;137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 
222 E. 5.3). 
 
Bei der Kopfregion handelt es sich um einen besonders sensiblen Bereich 
des menschlichen Körpers. Kopfverletzungen, insbesondere Verletzungen 
der Hirnregion, können gravierende Folgen nach sich ziehen. Es ist 
allgemein bekannt, dass ein heftiger Schlag auf den Kopf dazu führen kann, 
dass der Betroffene das Bewusstsein verliert, unkontrolliert zu Boden stürzt 
und sich dabei unter Umständen schwer und sogar lebensgefährlich 
verletzt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_802/2013 vom 27. Januar 
2014 E. 2.3.4). Dennoch ist es nicht so, dass jeder Schlag gegen den Kopf 
eines Menschen bereits eine (versuchte) schwere Körperverletzung 
darstellen würde. Entscheidend ist, welche Folgen der Täter aufgrund der 
Anzahl und Art und Weise der Schläge unter den konkreten Umständen für 
möglich gehalten und in Kauf genommen bzw. sich damit abgefunden hat. 
Dabei ist der Umstand, dass objektiv tatsächlich eine schwere 
Körperverletzung eingetreten ist, ein wichtiges Indiz.  
 
Beim Beschuldigten handelt es sich um einen sehr kräftigen Mann, der sich 
seiner Stärke bewusst ist, da er seine körperliche Überlegenheit auch dafür 
einsetzte, Mitmenschen einzuschüchtern und gefügig zu machen (siehe 
unten, E. 6.1). Im Wissen um seine Kraft musste der Beschuldigte davon 
ausgehen, dass es schwerwiegende Folgen für C._____ haben konnte, 
wenn er diesem mit der Faust (mehrfach) wuchtig gegen den Kopf schlägt. 
Die erlittenen Verletzungen und das Verhalten des Beschuldigten, der 
C._____ ohnmächtig am Boden zurückgelassen hat, zeugen denn auch 
davon, dass der Beschuldigte wissentlich und willentlich mit grosser Wucht 
gegen den Kopf von C._____ geschlagen haben muss. Mithin sind die 
schweren Verletzungen von C._____ nicht bloss die Folge eines tragischen 
Tatverlaufs. 
 

 - 37 - 
 

 

Auch wenn der Beschuldigte nicht direkt mit einer irreversiblen Verletzung 
des Sehnervs als Folge seiner Faustschläge gerechnet hat, so hat er diese 
doch als voraussehbare Folge seines Handelns billigend in Kauf 
genommen. Ihm sind deshalb die schweren Verletzungen von C._____ im 
Sinne des Eventualvorsatzes zuzurechnen. Hingegen liegt die Annahme, 
der Beschuldigte habe bloss eine einfache Körperverletzung in Kauf 
genommen, unter den vorliegenden Umständen fern.  
 
Zusammenfassend ist gestützt auf die äusseren Umstände darauf zu 
schliessen, dass der Beschuldigte, indem er dem körperlich unterlegenen 
C._____ mit der Faust mehrfach wuchtig ins Gesicht schlug, eine schwere 
Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB mindestens in Kauf 
genommen hat und damit auch den subjektiven Ta