# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74fe10b3-ca78-5c2f-8fb4-cc43ab21ec78
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-24
**Language:** de
**Title:** Abstellen auf Aktenbeurteilung Kreisarzt. Vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes durch Prellung des Kniegelenks bzw. Kniedistorsion. Status quo sine vel ante nach 4-6 Wochen erreicht.
**Docket/Reference:** UV.2020.00125
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2020.00125.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2020.00125
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichterin Senn
Gerichtsschreiber Kübler
Urteil
vom
24. Februar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Orion Rechtsschutz-Versicherung AG
Rechtsanwältin Tanja Hill
Aeschenvorstadt
50, Postfach, 4002 Basel
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X.___
war seit April 1983 bei der
Y.___
AG als Vorarbeiter angestellt und in diesem Rahmen bei der Suva obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert (Urk. 10/1).
Gemäss Unfallmeldung vom 11. März 2019
rutschte der Versicherte a
m 7. März 2019 auf nassem Geröll
beton aus und verdrehte sich dabei das rechte Bein (Urk. 10/1).
Die medizinische Erstvorstellung erfolgte am
Unfalltag
im Institut für Notfallmedizin des Univer
sitätsspitals
Z.___
, wo eine Kniedistorsion mit Verdacht auf eine Innen
bandläsion rechts diagnostiziert wurde (Urk. 10/5).
Die Suva erbrachte daraufhin die gesetzlichen Leistungen (Urk. 10/3
, Urk. 10/29
).
Am 13. März 2019 wurde
in der Radiologie
A.___
ein MRI des r
echten Knies erstellt (Urk. 10/41
).
Nachdem die Suva Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt (Urk. 10/8/2-3, Urk. 10/15, Urk. 10/34, Urk. 10/36, Urk. 10/41-42) und die Akten Kreisarzt Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Orthopädie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, vorgelegt hatte (Stellungnahme vom 23. Juli 2019 [Urk. 10/43]),
verneinte sie
mit Schreiben vom 26. Juli 2019
eine über den 10. August 2019
hinausgehende Leistungspflicht
(Urk. 10/46).
Am 9. August 2019 wurde
n
in der Universitätsklinik
C.___
eine Kniearthroskopie rechts, eine mediale
Teilmeniskektomie
Hinterhorn und Pars intermedia sowie eine Resektion
Plica
mediopatellaris
durchgeführt (Urk. 10/60
/2-3
).
Die Suva legte die Akten daraufhin erneut Dr.
B.___
vor (Stellungnahme vom 12. August 2019 [Urk. 10/55]), schloss den Fall mit Verfügung vom 14. August 2019 per 10. August 2019 ab und verneinte einen Anspruch auf weitere Versi
cherungsleistungen (Urk. 10/57).
Dagegen erhob der Versicherte am 16. Septem
ber 2019 Einsprache (Urk. 10/81) und begründete diese mit Eingabe vom
20. November 2019 (Urk. 10/92).
Mit Einspr
acheentscheid vom 17. April 2020
wies die Suva die Einsprache ab und entzog einer dagegen erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (
Urk. 6
=
Urk. 10/103).
2.
A
m 20. Mai 2020
erhob der
Versicherte
Beschwerde und beantragte, der Ein
spracheentscheid vom 17. April 2020 sei aufzuheben und
es seien
ihm die gesetz
lichen Versicherungsleistungen auch über den 10. August 2019 hinaus zu erbrin
gen. Eventuell seien ergänzende Abklärungen insbesondere zur Frage der Kausa
lität vorzunehmen. In prozessualer Hinsicht beantragte der
Beschwerdeführer
den
Beizug
der vorinstanzlichen Akten sowie die Einräumung eines
Replikrechts
(Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom 23.
Juni 2020
schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde und
verzichtete
–
unter
Hinweis
auf die Ausführungen in ihrem Ein
sprac
heentscheid vom 17. April 2020
–
auf die Einreichung einer umfassenden
Beschwerdeantwort (Urk. 9, unter Beilage ihrer Akten [Urk. 10/1-108]). Mit Ver
fügung vom 7. Juli 2020 wurde die
se
Eingabe dem
Beschwerdeführer
zugestellt und auf die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet (Urk. 11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskus
risse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Band
läsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur
Begründung ihres Entscheides aus, g
estützt auf die Beurteilungen von Dr.
B.___
vom 23. Juli und vom 12. August 2019 hätten bildgebend keine Läsionen im Sinne struktureller Veränderungen festge
stellt werden können
, welche nicht bereits zuvor bestanden hätten
.
Die betreffen
den Beurteilungen seien schlüssig, nachvollziehbar und überzeugend. Abwei
chende ärztliche Beurteilungen seien nicht vorhanden.
Es entspreche dem schick
salsmässigen Verlauf vorbestehender Veränderungen, dass diese in vielen Fällen während längerer Zeit stumm blieben, um dann bei irgendeiner Gelegenheit
symptomatisch und schmerzhaft zu werden. Daraus ergebe sich kein fortgesetzter Leistungsanspruch gegenüber der Unfallversicherung. Es sei somit davon auszu
gehen, dass 4-6 Wochen nach dem Unfall vom 7. März 2019 spätestens aber im Zeitpunkt der Einstellung der Versicherungsleistungen am 10. August 2019 der Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht gewesen sei, res
pektive keine Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten, so dass kein Anspruch auf weitere Leistungen bestehe
(Urk. 6 S. 4
ff.).
2.2
Dahingegen vertritt der
Beschwerdeführer
den Standpunkt, auf die
kreisärztliche Beurteilung von Dr.
B.___
könne nicht abgestellt werden.
So sei dieser
bei der Beurteilung des Status quo sine von einer falschen unfallkausalen Diagnose aus
gegangen, zumal der
Beschwerdeführer
nicht eine Prellung des Knies, sondern eine Distorsion des Kniegele
nks erlitten habe.
V
or dem Unfallereignis vom 7. März 2019
sei er gänzlich beschwerdefrei gewesen und durch das Unfallereig
nis sei es zu sofortigen starken Schmerzen gekommen, welche eine notfallärztli
che Konsultation notwendig gemacht hätten. Die Beschwerden hätten seit
her
per
sistiert und letztendlich auch zur operativen Behandlung des Knies am 9. August 2019 geführt
. Der Nachweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs beziehungsweise des Erreichens des Status quo sine sei gestützt auf die Beurtei
lung von Dr.
B.___
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegen
den W
ahrscheinlichkeit erbracht
worden
. D
ie vom
Beschwerdeführer
beklagten Beschwerden
seien
kausal zum Unfallereignis vom 7. März 2019 und die Leis
tungspflicht
der
Beschwerdegegnerin
entsprechend
auch über den Einstellungs
zeitpunkt
hinaus
gegeben
(Urk. 1 S. 5 ff.).
3.
3.1
Im Austrittsbericht des Instituts für Notfallmedizin des
Z.___
vom 7. März 2019
wurden folgende Diagnosen gestellt
(Urk. 10/5
/1
)
:
-
Kniedistorsion mit Verdacht auf Innenbandläsion rechts vom 7. März 2019
-
Arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Dyslipidämie
Den angefertigten Röntgenbildern sei kein Anhalt für frische traumatische Läsi
onen der abgebildeten ossären Strukturen, keine Luxation und kein grösserer Gelenkserguss zu entnehmen (
vgl. auch
Urk. 10/15).
Klinisch h
ätten
sich eine leichte Schwellung und
eine
ubiquitäre
Druckdolenz
mit
Punctum
maximum
über
dem medialen Seitenband sowie
eine
Schmerzexazerbation
bei
Valgusstress
gezeigt
. Konventionell-radiologisch habe eine Fraktur ausgeschlossen werden können, so dass von einer Kniedistorsion mit möglicher Innenbandläsion ausge
gangen werde. Entsprechend sei
en
eine Ruhigstellung mittels
Knieklettschiene
sowie eine Stockentlastung erfolgt. Der
Beschwerdeführer
habe in stabilem All
gemeinzustand nach Hause entlassen werden können (Urk. 10/5).
3.2
Am
13. März 2019
wurde in der
A.___
ein MRI des rechten Knies erstellt. Dr. med.
D.___
, Facharzt FMH für Radiologie
, schloss auf eine komplizierte Läsion vom Pars intermedia und Hinterhorn des Innenmeniskus. Zudem hielt er eine Zerrung der Kapsel sowie diskret vom medialen Kollateral
band in Höhe vom medialen
Femurkondylus
fest und verwies auf eine diskrete Chondropathie retropatellar. Ferner bestehe eine
intraossäre
Ganglionzyste
am
anterioren
medialen
Tibiaplateau
. Der Aussenmeniskus, die Bänder und der übrige Knorpel seien intakt. Es bestehe eine diskrete ödematöse Rei
zung/Quetschung des subkutanen Fettgewebes
anteromedial
(Urk. 10/41)
.
3.3
PD Dr. med.
E.___
, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie leitender Arzt der Kniechirurgie in der Universitätsklinik
C.___
,
stellte
in seinem Sprechstundenbericht
vom 28. März 2019
folgende Diagnosen
(Urk. 10/8
/2
)
:
-
Symptomatische komplexe Läsion des medialen
Meniskushinterhornes
rechts
-
Status nach Kniegelenksdistorsion vom 7. März 2019
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Adipositas
per
magna
Beim
Beschwerdeführer
habe sich eine symptomatische mediale Meniskusläsion rechts gezeigt, ohne Kniegelenksblockade und ohne eingeschlagene
Flap
-Kom
ponente. Es werde vorerst eine konservative Therapie vorgeschlagen, mit einer therapeutischen Knie-Gelenksinfiltration und physiotherapeutischer Behandlung. In drei Monaten finde eine erneute Kontrolle statt (Urk. 10/8/2-3).
3.
4
In seinem Bericht vom 16. Juni 2019 hielt
Dr. med.
F.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
fest,
es bestehe eine komplizierte Läsion vom Pars intermedia und Hinterhorn des Innenmeniskus rechts mit Zerrung der Kapsel
sowie
des medialen Kollateralban
des.
T
rotz durchgeführter Physiotherapie
beschreibe
d
er
Beschwerdeführer
immer noch
einen massiven Schmerzpunkt im Bereich des Ursprungs des inneren Sei
tenbandes. In der orthopädischen Untersuchung seien die Meniskustests negativ
ausgefallen und es habe ein Streckdefizit von 5° bestanden. Aufgrund des Über
gewichtes und des
Typ 2-
Diabetes
mellitus
müsse
von
einer verzögerten Heilung ausgegangen werden
. Es werde weiterhin eine konservative Therapie mit zweimal wöchentlicher ambulanter Physiotherapie empfohlen
(Urk. 10/36).
3.
5
In seinem
Sprechstundenbericht vom 5. Juli 2019
führte PD
Dr.
E.___
aus,
d
urch die konservativen Therapiemassnahmen habe sich keine Beschwerdever
besserung gezeigt. Der
Beschwerdeführer
habe berichtet
, von den Infiltrationen lediglich für drei Tage profitiert zu haben. Eine Analgesie mit
Dafalgan
und Novalgin reiche nicht aus. Seither würden die Schmerzen wie vor der Infiltration bestehen.
Es
sei
die arthroskopische
Teilmeniskektomie
besprochen
worden
, wobei explizit erwähnt
worden sei
, dass gewisse Restbeschwerden bei degenerier
ter Knorpelqualität und Übergewicht bestehen bleiben würden. Dies sei dem
Beschwerdeführer
bewusst
(Urk. 10/42).
3.6
Am 9. August 2019 wurde
n
in der Universitätsklinik
C.___
eine Kniearthrosko
pie rechts, eine mediale
Teilmeniskektomie
Hinterhorn und Pars intermedia sowie eine Resektion
Plica
mediopatellaris
durchgeführt (Urk. 10/60).
Im
gleichentags erstatteten Austrittsbericht
hielt
PD
Dr.
E.___
einen problemlosen peri- und postoperativen Verlauf
fest. Es hätten postoperativ keine sensiblen oder motori
schen Defizite bestanden. Der
Beschwerdeführer
sei in gutem Allgemeinzustand mit reizlosen Wundverhältnissen und schmerzarm nach Hause entlassen worden
(Urk. 10/59
/2-3
)
.
3.7
In seiner kreisärztlichen Stellungnahme vom
12. August 2019
führte
Dr.
B.___
aus
,
bildgebend sei
en
zeitnah, 6 Tage nach dem Ereignis, lediglich die Progression der vorbestehenden
Defektarthropathie
, der Läsion des
Innenmeniskushinter
horns
und der Pars intermedia an typischer Stelle für ein degeneratives Ver
schleissleiden, dargestellt worden
. Die Zerrung der Kapsel sowie des medialen Kollateralbandes
habe sich
bildgleich zu der Bildgebung vom 2. Mai 2014
, welche nach dem Ereignis vom 17. April 2014, anlässlich dessen der Beschwerdeführer
beim Jogg
en ausgerutscht sei und sich das rechte Bein verdreht habe, angefertigt worden sei,
gezeigt
. Der Unfall vom 7. März 2019 habe mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt, welche objektivierbar seien. Insbesondere
sei
der Schaden, welcher operiert werden soll
te
, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall zurückzuführen. Die
ser Schaden sei bereits 2014 dargestellt und als vorbestehend beurteilt worden. Unfallfolgen würden
im Beschwerdebild
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach 4-6 Wochen keine Rolle mehr spielen
.
Beim
Ereignis
habe es sich um
eine Prellung beziehungsweise Zerrung
ge
handelt
und
der Status quo sine nach Prel
lung/Zerrung
sei
nach 4-6 Wochen erreicht
(Urk. 10/55).
4.
4.1
Den Akten lässt sich entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
bereits
im April
2014 ein Unfallereignis mit Beteiligung des rechten Knie
s
erlitten hatte (
Urk. 1 S. 3 Rn 9,
Urk. 6 S. 2,
Urk. 10/43/2, Urk. 10/55/3).
Vorliegend ist unbestrittenermas
sen kein Rückfall gegeben (Urk. 1 S. 3 Rn 9, Urk. 1 S. 4 Rn 13; Urk. 6 S. 3 Rn 3; vgl. auch Urk. 10/43
-44
)
. Dementsprechend und
unter Berücksichtigung, dass
es der versicherten Person obliegt, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusam
menhangs zwischen dem
als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten
Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_802
/2019 vom 23. März 2020 E. 2.2)
, erübrigen sich
Weite
rungen in diesem Zusammenhang
.
4.2
Strittig und zu prüfen ist
die Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 7. März 2019 und der nach dem 10. August 2019 bestehenden Beschwerdesymptomatik
,
respektive
die Frage
,
ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht davon ausgegangen ist, dass spätestens ab dem 10. August 2019 keine auf den Unfall vom 7. März 2019 zurückzuführende Beeinträchtigungen mehr bestanden haben.
Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich im angefochtenen Entscheid vom 17. April 2020 auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr.
B.___
vom 12. August 2019 (vgl. Urk. 6 S. 4-5).
Der betreffende Bericht wurde von einem Facharzt
erstattet.
Seine
Beurteilung
ist für die streitigen Belange umfassend, wurde in Kenntnis d
er rele
vanten Vorakten erstellt
(Urk.
10/55/
1-3), leuchtet in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält eine nachvollziehbar begründete Schlussfolgerung (Urk.
10/55/3-4
).
Aus der
Beurteilung
von Dr.
B.___
ergibt sich, dass
mittels
zeitnah zum
Un
-
fallereignis
erstellte
r
Bildgebung lediglich
vor
bestehende
Verschleissleiden und keine durch den Unfall verursachten struk
turellen Läsionen dargestellt wu
r
den (Urk. 10/55/3-4
, vgl. auch Urk. 10/43
).
Diese Einschätzung stützt sich auf die
von Dr.
D.___
am 13. März 2019 erhobenen
fachradiologischen Befunde
(
E. 3.2
)
, welche auch die nachbehandelnden Ärzte nicht in Frage stellten (E. 3.3-3.4).
Die Beurteilung von Dr.
B.___
steht damit in Einklang, dass
die Ärzte des Instituts für Notfallmedizin
des
Z.___
aufgrund der sogleich nach dem Unfaller
eignis
vom 7. März 2019
erstellten Röntgenbilder das Vorliegen von Anhalts
punkten für frische traumatische Läsionen der abgebildeten ossären Strukturen, eine Luxation sowie einen grösseren Gelenkserguss verneinten (E. 3.1).
Dem Schluss von Dr.
B.___
auf eine vorwiegend degenerative Verursachung der
strukturell
en Schädigungen am rechten Knieg
elenk
und damit auf einen Vorzu
stand steht
keine abweichende
medizinische
Beurteilung
entgegen
.
Vorbeste
hende
degenera
-
tive
Veränderungen des Knies werden sodann auch vom
Beschwerdeführer
nicht in Abrede gestellt (Urk. 1 S. 5 Rn 22). Auch der behan
delnde Arzt,
PD
Dr.
E.___
, machte
für die Beschwerdesymptomatik
erhebli
che
degenerative
Veränderungen aus
,
als
er den
Beschwerdeführer
im Hinblick auf den
operativen Eingriff vom 9. August 2019
dahingehend informierte
,
dass
bei degenerierter Knorpelqualität und Übergewicht gewisse
postoperative
Restbe
schwerden bestehen bleiben würden (
E. 3.5
).
Die
bereits vor diesem Hintergrund überzeugende
Einschätzung von Dr.
B.___
, wonach das Unfallereignis vom 7. März 2019
lediglich eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes bewirkt habe, welche nach 4-6 Wochen wieder
abgeklungen sei (E. 3.7), erweist sich auch
deswegen
als schlüssig,
weil
Dr.
F.___
die verzögerte Heilungsdauer nicht mit
Unfallfolgen, sondern
mit dem
Übergewicht und
dem
Diabetes mellitus
begründete
(
E. 3.4
).
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stum
mer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfallver
sicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen und es ent
fällt bei Er
reichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilursächlichkeit für die noch b
estehenden Beschwerden (Urteile
des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom
30. September 2009 E. 5.4
f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2
008 E. 3.2 und 4). Es ist daher
gestützt auf
die v
ersicherungsmedizi
ni
sche Aktenbeurteilung von Dr.
B.___
vom 12. August 2019 erstellt, dass
die unfallbedingt
en Verletzungen spätestens nach sechs Wochen abgeheilt
waren. Danach sind die geklagten Beschwerden auf den Vorzus
tand zurückzuführen
(vgl. E. 1.3
.2).
Was der
Beschwerdeführer
dagegen vorbringt
,
vermag
–
wi
e sogleich zu zeigen sein wird
–
nichts
daran
zu ändern.
4.3
4.3.1
Schilderte der
Beschwerdeführer
gegenüber den erstbehandelnden Ärzten als Ereignishergang noch ein Ausrutschen mit Sturz auf das rechte Knie (Urk. 10/5), geht aus der
Unfall
meldung vom 11. März 2019 ein Ausrutschen
mit Verdrehen des rechten Knies
hervor
(Urk. 10/1)
.
Beim Fehlen von Anhaltspunkten für eine traumatische Verursachung der strukturellen Schäden (vgl. E. 4.2) konnte der genaue Unfallmechanismus
indes
offenbleiben. Mit seiner Beurteilung, wonach
es sich bei dem Unfallereignis um eine Prellung beziehungsweise eine Zerrung gehandelt habe, der Status quo sine aber sowohl bei einer Prellung als auch bei einer Zerrung nach 4-6 Wochen erreicht sei (
E. 3.7
), trug
Dr.
B.___
den
n auch
beiden
potentiellen Unfallmechanismen Rechnung
. Das Vorbringen des
Beschwerdeführer
s, wonach Dr.
B.___
bei der Beurteilung des Status quo sine
fälschlicherweise von einer Prellung anstatt einer Kniedistorsion ausgegangen sei (
E. 2.2
), läuft damit ins Leere.
4.3.2
Nichts für sich zu gewinnen vermag der
Beschwerdeführer
mit dem Hinweis auf Erwägung 3.2 des Urteils des Bundesgerichts U 136/06 vom 2. Mai 2008
(Urk. 1 S. 5 f. Rn 21-22
und Rn 24
).
D
er dem betreffenden Entscheid zugrundeliegende Rechtsstreit
entzündete sich
an der Tatsache, dass der Unfallversicherer die Ein
stellung seiner Leistungen auf einen Zeitpunkt wenige Tage vor dem operativen Eingriff terminiert hatte, wohingegen
die Leistungen
vorliegend direkt nach dem operativen Eingriff vom 9. August 2019
eingestellt
wurde
n (vgl.
davor
Sachver
halt E. 1)
.
Bereits aus diesem Grund
sind
die bundesgerichtlichen Abhandlungen zur Frage der Operationsindikation durch die unfallbedingte Aktivierung des Vor
zustandes für den vorliegenden Fall nicht einschlägig.
Wenn
im zitierten
Ent
scheid
darüber hinaus
ausgeführt wird,
dass
die Grundlage für eine weitere, auf der Wechselwirkung zwischen Vorzustan
d und Unfallfolgen beruhende «
prolon
gierte Schmerzsymptomatik
»
nach der
operativen
Sanierung des Kniegelenks
wohl fehlen
würde
(E. 3.2 des zitierten Urteils), steht dies dem Standpunkt des
Beschwerdeführer
s hinsichtlich einer postoperativen Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
im vorliegenden Verfahren
sodann ohnehin
entgegen.
4.3.3
Soweit sich der Beschwerdeführer auf eine vor dem Unfallereignis
bestehende Schmerzfreiheit beruft (
E. 2.2
)
,
handelt es sich
um eine beweisrechtlich unzuläs
sige Argu
mentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
ho
c»,
welche zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
4.4
Nach dem Gesagten sind Zweifel an der me
dizinischen Beurteilung von Dr.
B.___
nicht angebracht, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf w
ei
tere medizinische Abklärungen
–
insbesondere auch zur Frage der
Kausalität (Urk. 1 S. 2)
–
zu verzichten ist (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
4.
5
Da die über den 10. August 2019
hinaus geklagten Beschwerden vorwiegend, das heisst
zu mehr als 50 %
auf Abnützung zurückzuführen sind, entfällt die Prüfung einer Listenv
erletzung nach
Art. 6 Abs. 2 UVG ohne weiteres (vgl
.
BGE
146 V 51
E.
9.2)
.
5.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Orion Rechtsschutz-Versicherung AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
VogelKübler