# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b7e8834-dc25-51db-a5ad-dd68a7099d31
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.03.2007 ZF 2006 91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2006-91_2007-03-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. März 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 06 91

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Giger 
Aktuar Engler

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des Z., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ma-
rio Cavigelli, Vazerolgasse 2, Postfach 731, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes H i n t e r r h e i n  vom 6. November 2006, mitgeteilt 
am 23. November 2006, in Sachen des Y., Kläger, Beklagter und Berufungsbe-
klagter, gegen den Berufungskläger, und umgekehrt,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

2

A. Im Hinblick auf die Errichtung einer Doppelgarage auf der Parzelle 
des Z. in X. (W.) offerierte Y. dem Bauherr am 25. Oktober 2004 zum Preis von 
Fr. 70'440.25 die Ausführung bestimmter Baumeisterarbeiten (Offerte Nr. 116). 
Vom genannten Betrag betrafen Fr. 3000.00 die Baustelleneinrichtung, Fr. 
58'826.90 die Betonarbeiten, Fr. 3638.00 die Entwässerung und Fr. 4975.35 die 
Abgeltung der Mehrwertsteuer (7,6 % auf dem Zwischentotal von Fr. 65'464.90). 
Die Offerte findet sich in mehreren Exemplaren bei den Akten. Zum Teil tragen sie 
die Unterschrift von Y.; zum Teil sind sie nicht unterzeichnet.

Die Seite 3 einzelner Ausfertigungen der Offerte Nr. 116 enthält einen hand-
schriftlichen Nachtrag, der sowohl vom Bauherrn wie vom Bauunternehmer eigen-
händig unterschrieben wurde. Er hat folgenden Wortlaut:

„Vereinbarung
vom 1.11.04
Maurerarbeiten
Pauschal CHF 60'000.00
inkl. Hinterfüllen und
kleinere Aushubarbeiten
Baumeister: Bauherr:
Y.     Z.“

Zum Teil findet sich anschliessend noch ein handschriftlicher, aufgrund des 
unterschiedlichen Blaus des von den Parteien verwendeten Schreibwerkzeugs 
vermutlich von Y. stammender Vermerk: „V. Tel.   + Fax  “. V. hatte am 20. Oktober 
2004 für den geplanten Garagenneubau den Aushub sowie die Lagerung und den 
Abtransport des dabei gewonnenen Materials offeriert.

Y. erhielt von Z. den Zuschlag für die von ihm offerierten Baumeisterarbei-
ten. Die am 01. November 2004 hierfür durch die Parteien festgelegten Fr. 
60'000.00 Werklohn wurden dem Unternehmer bezahlt, offenbar in zwei Raten zu 
je Fr. 30'000.00 in den Monaten Januar und April 2005.

Für Arbeiten, welche nicht Gegenstand der Offerte vom 25. Oktober 2004 
gewesen seien, forderte Y. von Z. am 01. Juni 2005 zusätzlichen Werklohn in der 
Höhe von Fr. 6405.25 (Rechnungen Nr. 219, 220, 221, 222 und 223). Am 09. Juli 
2005 schliesslich machte Y. zwei weitere Beträge geltend, Fr. 180.75 für Zusatz-
arbeiten (Rechnung Nr. 226) sowie Fr. 4560.00 Mehrwertsteuer (7,6 % auf dem 
Pauschalbetrag von Fr. 60'000.00; Rechnung Nr. 225). Die aus Sicht von Y. noch 
offenen Forderungen beliefen sich damit auf insgesamt Fr. 11'146.00.

3

In einem als Abmahnung bezeichneten Schreiben vom 12. Juni 2005 
machte Z. gegenüber Y. – allerdings ohne nähere Präzisierung – geltend, dass 
Arbeiten, die der Vereinbarung vom 01. November 2004 unterlägen, nicht zusätz-
lich in Rechnung gestellt werden dürften. Überdies beklagte er den zögerlichen 
Baufortschritt und er setzte dem Unternehmer für die vollständige Erfüllung des 
Werkvertrages Frist bis zum 02. Juli 2005. Für den Fall, dass er dem nicht nach-
komme, behielt sich der Bauherr vor, einen Teil des bereits bezahlten Werklohnes 
zurückzufordern. In einem ergänzenden Schreiben vom 18. Juli 2005 bestritt Z. 
schliesslich ausdrücklich die Forderungen gemäss den beiden Rechnungen Nr. 
225 und 226 vom 09. Juli 2005.

Am 05. Juli 2005 hatte Z. den Bauunternehmer wie angekündigt aufgefor-
dert, ihm wegen nicht gehöriger Erfüllung des Werkvertrages einen Teil (Fr. 
10'000.00) des vereinbarten und bereits überwiesenen Werklohnes zu erstatten. 
Y. kam dem indessen nicht nach. Insbesondere liess er Mahnungen vom 05. und 
25. August 2005 ausser Acht. In einer anschliessenden Betreibung erhob er 
Rechtsvorschlag.

B. Am 23. August 2005 machte Y. beim Kreispräsidenten Thusis als 
Vermittler eine gegen Z. gerichtete Forderungsklage anhängig (spätere Pr. Nr. 
110-2005-10). Laut dem Leitschein vom 27. September 2005 hatte der Kläger an 
der Sühneverhandlung vom gleichen Tag die folgenden Anträge gestellt:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 11'146.00 zu bezah-
len.

 2. Dem Kläger sei in der beim Betreibungsamt Thusis eingeleiteten Be-
treibung Nr. 20050922 definitive Rechtsöffnung zu erteilen.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.“

Mit Prozesseingabe vom 04. Oktober 2005 unterbreitete Y. die Streitsache 
dem Bezirksgericht Hinterrhein, wobei er seine Rechtsbegehren gemäss Leit-
schein unverändert liess.

In seiner Prozessantwort vom 24. Oktober 2005 stellte Z. wie bereits an-
lässlich der Vermittlungsverhandlung den Antrag, es sei die Klage vollumfänglich 
abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenpartei.

4

In der Replik vom 10. November 2005 hielt Y. seine ursprünglichen Anträge 
aufrecht; Gleiches tat Z., nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mario Ca-
vigelli, mit der Duplik vom 11. Januar 2006.

In seiner weiteren Eingabe vom 02. Februar 2006 begnügte sich Y. nicht 
mit Ausführungen im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO. Er machte vielmehr gegenüber 
Z. neue Forderungen geltend, nämlich Fr. 256.35 Zins auf den eingeklagten Fr. 
11'146.00, Fr. 3800.00 für Lohnausfall, Spesen etc. sowie Fr. 1224.50 Honorar für 
Ingenieurarbeiten gemäss der Rechnung Nr. 250 vom 25. November 2005. Zu-
sammen mit den genannten Fr. 11'146.00 ergab dies einen Gesamtbetrag von Fr. 
16'426.85.

C. Am 03. Oktober 2005 liess Z. beim Kreispräsidenten Domleschg als 
Vermittler eine gegen Y. gerichtete Forderungsklage anhängig machen (spätere 
Pr. Nr. 110-2005-14). Laut dem Leitschein vom 26. Oktober 2005, mitgeteilt am 
01. November 2005, hatte der Kläger an der Sühneverhandlung vom 26. Oktober 
2005 die folgenden Anträge gestellt:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 
10'000.00 nebst Zins zu 4.25 % seit 15.04.2004 zu bezahlen.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten.“

Mit Prozesseingabe vom 21. November 2005 unterbreitete Z. die Streitsa-
che dem Bezirksgericht Hinterrhein, wobei er an seinen Rechtsbegehren gemäss 
Leitschein festhielt.

In seiner Prozessantwort vom 25. November 2005 stellte Y. wie bereits an-
lässlich der Vermittlungsverhandlung den Antrag, es sei die Klage vollumfänglich 
abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenpartei. 
Überdies listete er zum Teil seine Forderungen auf, welche er in dem von ihm 
angestrengten Forderungsprozess geltend gemacht hatte.

Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

D. Mit Verfügung vom 22. März 2006 wurden die beiden Verfahren 
Proz. Nr. 110-2005-10 und Proz. Nr. 110-2005-14 vereinigt.

5

Am 06. November 2006 fand vor Bezirksgericht Hinterrhein die mündliche 
Hauptverhandlung statt, welche mit einem Augenschein verbunden wurde.

E. Mit Urteil vom 06. November 2006, mitgeteilt am 23. November 
2006, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein:

„1.a) Die Klage von Y. wird teilweise gutgeheissen, die Klage von Z. wird 
abgewiesen.

   b) Z. wird verpflichtet, den Betrag von CHF 3858.35 an Y. zu bezahlen.

   c) Das Rechtsöffnungsbegehren von Y. wird abgewiesen.

 2. Die Kosten der Kreisämter Thusis und Domleschg von CHF 400.00 (je 
CHF 200.00) sowie die Kosten des Bezirksgerichtes Hinterrhein, be-
stehend aus
- Gerichtsgebühren CHF 5277.30
- Schreibgebühren CHF   915.00
- Barauslagen CHF   687.70
Total CHF 6880.00

gehen je zu 1/5 zu Lasten von Y. und zu 4/5 zu Lasten von Z..

Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

 3. Mitteilung an: ….“

F. Hiergegen liess Z. am 13. Dezember 2007 Berufung an die Zivilkam-
mer des Kantonsgerichtes erklären mit dem Begehren:

„1. Ziff. 1 lit. a des Urteils des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 06./
23.11.2006 in Sachen der vorstehend genannten Parteien sei aufzu-
heben, und es sei die Klage von Y. wie gemäss angefochtenem Urteil 
teilweise gutzuheissen und neu die Klage von Z. vollständig gutzu-
heissen, so dass Y. zu einer Zahlung von CHF 10'000.00 – allfällig zu 
einer tieferen Zahlung nach richterlichem Ermessen – zzgl. Zinsen von 
4.25 % seit 15.04.2005, eventuell seit 30.04.2005, zu verpflichten sei.

2. Ziff. 1 lit. b des angefochtenen Urteils sei aufzuheben, und es sei Y. 
zu verpflichten, den Betrag von CHF 6141.65 (CHF 10'000.00 abzgl. 
CHF 3858.35) – allfällig ein im Sinne des Antrags 1 niedrigerer Betrag 
– zzgl. Zins von 4.25 % auf CHF 10'000.00 – bzw. auf diesem niedri-
geren Betrag – vom 15.04.2005, eventuell vom 30.04.2005, bis zum 
Urteilstag und auf dem richterlich zugesprochenen Betrag (CHF 
6141.65 bzw. allfällig niedrigerer Betrag) ab dem Urteilstag an Z. zu 
bezahlen.

3. Ziff. 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben, und es seien die 
amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens in Höhe von CHF 
6880.00 zu einem Viertel zulasten von Z. und zu drei Vierteln zulasten 
von Y. zu verlegen, und Z. sei eine ausseramtliche Entschädigung für 

6

das vorinstanzliche Verfahren in Höhe von CHF 3750.00 zuzüglich 7,6 
% Mehrwertsteuer zuzusprechen.

4. Prozessantrag 1: Es sei der Minderwert des von Y. abgegebenen 
Werks im Vergleich zum Wert jenes Werks zu bemessen, welches Y. 
aufgrund seines Werkvertrags vom 1.11.2004 mit Z. abzugeben ge-
habt hätte; dies namentlich mit Blick auf seine Pflicht zur Hinterfüllung 
(unter Vorbehalt der Expertennennung und der Experteninstruktion).

5. Prozessantrag 2: Es sei ein schriftliches Berufungsverfahren im 
Sinne von Art. 224 Abs. 2 ZPO durchzuführen, und dem Berufungs-
kläger sei Frist zur schriftlichen Begründung des Berufungsantrags 
anzusetzen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6 % Mehrwert-
steuer zulasten von Y. (Kläger und Berufungsbeklagter).“

G. Am 08. Januar 2007 ordnete Vizepräsident Bochsler die Durch-
führung des schriftlichen Verfahrens an. Da der Rechtsvertreter von Z. in seiner 
zwölfseitigen Berufungsschrift nicht nur die Prozessanträge, sondern auch die üb-
rigen Begehren einlässlich begründet hatte, bestand, wie Rechtsanwalt Cavigelli 
in einem Telefongespräch vom gleichen Tag ausdrücklich anerkannte, keine Ver-
anlassung, von ihm eine zusätzliche Stellungnahme einzuholen. Vielmehr wurde 
Y. Gelegenheit gegeben, bis zum 29. Januar 2007 seine schriftliche Berufungs-
antwort einzureichen. Er liess sich indessen nicht vernehmen.

Am 08. Januar 2007 wurden beide Parteien überdies aufgefordert, dem 
Kantonsgericht bis zum 29. Januar 2007 einen Kostenvorschuss von je Fr. 
3500.00 zu überweisen. Während Z. diese Verpflichtung erfüllte, ging von Y. keine 
Zahlung ein. Ihm wurde deshalb am 31. Januar 2007 eine Nachfrist angesetzt, 
verbunden mit dem Hinweis, dass er vom weiteren Verfahren ausgeschlossen 
bleibe, falls er bis zum 12. Februar 2007 weder den Kostenvorschuss leiste noch 
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einreiche. Es er-
folgte jedoch wiederum keine Reaktion.

Mit Verfügung vom 15. Februar 2007 wurde deshalb Y. wie angedroht von 
der Mitwirkung am Berufungsverfahren ausgeschlossen, dies so lange, bis der 
Kostenvorschuss bezahlt werde.

7

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Das Bezirksgericht Hinterrhein hatte zwei vermögensrechtliche 
Streitsachen zu beurteilen, eine Forderungsklage des Y. auf Bezahlung von Wer-
klohn in der Höhe von Fr. 11'146.00, gerichtet gegen den in X. wohnhaften Z., 
sowie eine Forderungsklage des Z. auf Erstattung von Fr. 10'000.00 zu viel be-
zahlten Werklohns wegen nicht vollständiger Erfüllung der versprochenen Bau-
meisterarbeiten, erhoben gegen den in U. wohnhaften Y.. Da in solchen Fällen 
kein besonderer Gerichtsstand zu beachten ist, der jeweilige Beklagte seinen 
Wohnsitz in einer zum Bezirk Hinterrhein gehörenden Gemeinde hatte und beide 
Klagen Ansprüche mit einem Streitwert von über Fr. 8000.00 betrafen, durfte die 
Vorinstanz für jede von ihnen sowohl die örtliche wie die sachliche Zuständigkeit 
bejahen (Art. 3 Abs. 1 lit. a GestG bzw. Art. 19 Ziff. 1 ZPO). – Dass die Verfahren 
zusammengelegt und in einem einzigen Sachurteil erledigt wurden, blieb ange-
sichts ihrer Gemeinsamkeiten in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht bereits vor 
Bezirksgericht Hinterrhein zu Recht unbestritten.

Sowohl Y. wie Z. liessen das erstinstanzliche Urteil insoweit unangefochten, 
als darin Z. verpflichtet wurde, Y. in Zusammenhang mit Bestellungsänderungen 
noch einen Betrag von Fr. 3858.35 zu bezahlen (Fr.4559.40 ausgewiesene Mehr-
leistungen abzüglich Einsparungen in der Höhe von Fr. 701.05, die durch den Ver-
zicht auf eine Sickerleitung erzielt wurden). Während der eine überhaupt kein 
Rechtsmittel ergriff, wehrte sich der andere einzig dagegen, dass seine eigene 
Forderung auf Rückzahlung zu viel entrichteten Werklohns (Fr. 10'000.00) durch 
das Bezirksgericht Hinterrhein vollumfänglich abgewiesen worden war. Dabei er-
kannte er ausdrücklich an, dass er die genannten Fr. 3858.35 zur Verrechnung 
mit dem von ihm geltend gemachten Guthaben zulassen müsse. Im noch offenen 
Streitpunkt legte Z., was grundsätzlich zulässig ist (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbin-
dung mit Art. 19 Ziff. 1 ZPO), bei der Zivilkammer des Kantonsgerichtes Berufung 
ein. Da das Rechtsmittel überdies innert Frist ergriffen wurde (Art. 219 Abs. 1 Satz 
1 ZPO) und die Weiterzugserklärung ausserdem den gesetzlichen Formerforder-
nissen entspricht (Art. 219 Abs. 1 Satz 2 ZPO), ist darauf einzutreten.

2. In seiner Prozesseingabe vom 21. November 2005 vertrat Z. die Mei-
nung, dass sich Y. ihm gegenüber unter anderem verpflichtet habe, die Garagen-
neubaute vollständig mit Aushubmaterial zu hinterfüllen. Da dies nicht geschehen 

8

sei, liege ein Werkmangel vor, der zu einer Preisminderung in der Höhe von Fr. 
10'000.00 führen müsse. Geltend gemacht werde sie durch die Rückforderung ei-
nes entsprechenden Anteils am bereits zur Gänze bezahlten Werklohn. Daran 
hielt Z. auch in der schriftlichen Berufungsbegründung vom 13. Dezember 2006 
fest. Zusätzlich präzisierte er, dass der mit Fr. 10'000.00 bezifferte und vom Rich-
ter allenfalls tiefer einzustufende Minderwert des Werkes mit jenen Kosten gleich-
zusetzen sei, die bei dessen Verbesserung durch einen anderen Unternehmer er-
wachsen würden. Hierbei handle es sich um den durch Expertise zu ermittelnden 
Aufwand für den Ankauf, das Heranschaffen und das Einbringen des benötigten 
Füllmaterials samt Vorbereitungs- und Abschlussarbeiten. Der sich so ergebende, 
dem Bauherrn zu erstattende Betrag sei schliesslich noch mit 4,25 % zu verzinsen, 
und zwar ab dem Zeitpunkt des Empfangs der zu hohen Vergütung.

Eine nähere Auseinandersetzung mit dieser rechtlichen Konstruktion erüb-
rigt sich, wenn die Zivilkammer des Kantonsgerichts wie bereits die Vorinstanz, 
die hierin der Meinung von Y. folgte, zum Schluss gelangen sollte, dass der Un-
ternehmer sämtliche Arbeiten, die nach den konkreten werkvertraglichen Abma-
chungen geschuldet waren, auch tatsächlich mängelfrei ausgeführt hat. Diesfalls 
besitzt Z. von vornherein keine Handhabe, um von Y. verlangen zu können, dass 
er ihm wegen ungenügenden Hinterfüllens des Bauobjektes einen Teil der zwi-
schen ihnen vereinbarten und vollständig bezahlten Vergütung erstatte, und es 
braucht dann zur Frage, welche Kosten durch die Vollendung der begonnenen 
Arbeit anfallen würden, auch keine Expertise eingeholt zu werden.

3. Nach dem Gesagten ist zwischen den Parteien also unbestritten, 
dass der Bauherr Z. dem Unternehmer Y. gegen Entgelt für die Errichtung einer 
Doppelgarage Baumeisterarbeiten vergeben hat. Meinungsverschiedenheiten be-
stehen einzig in Bezug auf deren genauen Umfang, ob nämlich Y. für die vollstän-
dige Hinterfüllung der Baute zu sorgen hatte oder ob diese Arbeit in weit geringe-
rem Umfang zu erledigen war, höchstens mit dem anlässlich des vorinstanzlichen 
Augenscheins feststellbaren Ergebnis. Bauherr und Unternehmer berufen sich zur 
Untermauerung ihrer unterschiedlichen Auffassung auf den durch sie eigenhändig 
unterschriebenen, als Vereinbarung bezeichneten, handschriftlichen Nachtrag 
vom 01. November 2004 auf der ursprünglichen Offerte vom 25. Oktober 2004, 
wie er oben in der Sachverhaltsdarstellung unter Buchstabe A im Wortlaut wieder-
gegeben wurde.

9

Welche Bedeutung diesem Vertragstext zukommt, ist durch Auslegung zu 
ermitteln (vgl. zum Ganzen Peter GAUCH / Walter R. SCHLUEP / Jörg SCHMID / Heinz 
REY, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, Band I, 8. Aufl., Zürich 
2003, Rz. 1197 ff.; Wolfgang WIEGAND, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 
[Hrsg.: Heinrich HONSELL, Nedim Peter VOGT und Wolfgang WIEGAND], 3. Aufl., Basel 
2003, Art. 18 OR N. 9 f.). Massgebend ist dabei in erster Linie der – sich gegebe-
nenfalls durch Indizien erschliessende – übereinstimmende wirkliche Parteiwille 
(Art. 18 Abs. 1 OR) oder mit anderen Worten das übereinstimmende tatsächliche 
Verständnis der Parteien zu den ausgetauschten Erklärungen. Kann eine solche 
tatsächliche Willensübereinstimmung nicht festgestellt werden, sind zur Ermittlung 
des mutmasslichen Parteiwillens die Erklärungen der Parteien aufgrund des Ver-
trauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut sowie nach den ge-
samten Umständen verstanden werden durften und mussten (vgl. etwa BGE 130 
III 66 E. 3.2 S. 71; Pra 2002 57 329 f.; GAUCH/SCHLUEP/
SCHMID/REY, a. a. O., Rz. 1200 ff.; WIEGAND, a. a. O., Art. 18 OR N. 11 ff.).

Da die gewählten Bezeichnungen von den Vertragsparteien gewöhnlich in 
ihrer objektiven Bedeutung verwendet werden und den korrekten Sinn der Er-
klärung wiedergeben, hat ein klarer Wortlaut bei der Auslegung nach dem Ver-
trauensprinzip Vorrang vor weiteren Auslegungsmitteln. Dabei darf es allerdings 
nicht bei einer reinen Wortauslegung sein Bewenden haben. So kann sich aus den 
anderen Vertragsbestimmungen, aus dem von den Parteien verfolgten Zweck und 
aus weiteren Umständen ergeben, dass der Wortlaut der strittigen Bestimmung 
nicht genau dem Sinn der unter den Parteien getroffenen Vereinbarung entspricht, 
er sich also nur vermeintlich als klar erweist. Insoweit bildet der Wortlaut zwar die 
Grundlage, nicht aber die Grenze der Auslegung (vgl. BGE 129 III 702 E. 2.4.1 S. 
707, 128 III 265 E. 3a S. 267, 127 III 444 E. 1b S. 445; WIEGAND, a. a. O., Art. 18 
OR N. 25).

4. Wie bereits ausgeführt wurde, offerierte Y. Z. im Zusammenhang mit 
dem geplanten Neubau einer Doppelgarage am 25. Oktober 2004 zum Preis von 
Fr. 70'440.25 (die Mehrwertsteuer eingeschlossen) die Ausführung näher um-
schriebener Baumeisterarbeiten, nebst der Baustelleneinrichtung die Beton- und 
die Entwässerungsarbeiten (Offerte Nr. 116). Er tat dies auf Papier der von ihm 
unter dem Namen „Y. BAUGESCHÄFT“ geführten Einzelfirma. Laut dem ebenfalls 
bereits erwähnten handschriftlichen Nachtrag auf der schriftlichen Offerte vom 25. 

10

Oktober 2004 trafen sich die Parteien in der Folge am 01. November 2004, um 
über die Vergabe der Arbeiten zu befinden. Dabei einigten sie sich auf einen Wer-
klohn von pauschal Fr. 60'000.00 als Entgelt für die „Maurerarbeiten“, worunter 
die Parteien mangels gegenteiliger Angaben vorab einmal die seinerzeit offerier-
ten Baumeisterarbeiten verstanden haben mussten. Es wurde denn auch von kei-
ner Seite geltend gemacht, dass die Reduktion des Werkpreises um rund Fr. 
10'000.00 wenigstens teilweise ausgeglichen worden sei, weil man am 01. No-
vember 2004 übereingekommen sei, einige der ursprünglich vorgesehenen Arbei-
ten fallen zu lassen. Erst später einigten sich die Parteien auf die oben erwähnten, 
zu gewissen Einsparungen führenden Abstriche bei der Sickerleitung. Auf die 
Preisgestaltung bei der Offertstellung und beim Vertragsabschluss konnte dies da-
mit noch keinen Einfluss gehabt haben. Anlässlich der Verhandlungen vom 01. 
November 2004 kam der Unternehmer dem Bauherrn aber nicht nur dadurch ent-
gegen, dass er sich mit einem stark herabgesetzten Werklohn zufrieden gab, son-
dern auch insoweit, als er sich ihm gegenüber, ohne hierfür eine gesonderte Ent-
schädigung zu verlangen, zur Erbringung zusätzlicher Leistungen verpflichtete, 
die mit „Hinterfüllen und kleinere Aushubarbeiten“ umschrieben wurden. Berück-
sichtigt man überdies, dass es sich bei Y., wie Z. mit Sicherheit bekannt war – 
beide arbeiten bzw. wohnen im Domleschg und duzen sich – , um einen Kleinun-
ternehmer mit einem vergleichsweise bescheidenen Maschinenpark handelt, 
durfte der Bauherr schlechthin nicht damit rechnen, dass sein Vertragspartner 
über die Reduktion des Werkpreises um Fr. 10'000.00 hinaus, die angesichts der 
relativ bescheidenen Bausumme als beträchtlich zu bezeichnen ist, tatsächlich be-
reit sei, in ähnlich grossem Umfang noch Gratisarbeit zu verrichten. Auf der ande-
ren Seite durfte Y. bei der gegebenen Ausgangslage in guten Treuen davon aus-
gehen, dass er am 01. November 2004 auch nach den Vorstellungen des Bau-
herrn einzig geringfügige Mehraufwendungen ohne Aufpreis übernommen habe, 
er also lediglich jenes Material wieder einzubringen habe, welches bei den ihm 
obliegenden kleineren Aushubarbeiten anfalle. Dies gilt um so mehr, als nichts 
darauf hindeutet, dass ihm damals bekannt war, dass sich Z. vom Bauunterneh-
mer V. am 20. Oktober 2004 zwar den Aushub samt ergänzenden Arbeiten (La-
gern eines Teils des Materials und Abführen des Restes) hatte offerieren lassen, 
nicht aber das Hinterfüllen der Baute. All dem darf nun nicht einfach entgegenge-
halten werden, dass der mit dem rechtzeitigen Hinterfüllen verbundene Aufwand 
wesentlich geringer ausgefallen wäre als die mutmasslichen Kosten von Fr. 
10'000.00 für die nachträgliche Vollendung des Werks; Y. hätte bloss dafür sorgen 
müssen, dass V. Aushubmaterial nur in dem Umfang abtransportiere, als es für 

11

die Hinterfüllungsarbeiten nicht benötigt werde; dann hätte er weder Material hin-
zukaufen noch heranführen müssen. Abgesehen davon, dass die Hinterfüllungs-
arbeiten dadurch noch nicht zur vernachlässigbaren Grösse wurden, scheitert die-
ser Einwand bereits daran, dass es keine Anhaltspunkte gibt, wonach sich Y. ge-
genüber Z. verpflichtet hätte, in der beschriebenen Weise auf V. einzuwirken. Dies 
blieb vielmehr Aufgabe des Bauherren, der mit den beiden Unternehmern sepa-
rate Werkverträge abgeschlossen hatte. Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus 
dem Umstand, dass sich Y. anlässlich des Abschlusses der Vereinbarung vom 01. 
November 2004 die Telefon- und die Faxnummer von V. notiert hatte. Dies erklärt 
sich völlig natürlich damit, dass er sich bei ihm im Hinblick auf die von ihm auszu-
führenden Betonarbeiten über den genauen Zeitpunkt, an welchem der Aushub 
der Baugrube vollendet sein werde, Gewissheit verschaffen wollte. Kein Zuge-
ständnis, die gesamte Hinterfüllung übernommen zu haben, darf schliesslich darin 
gesehen werden, dass Y. nicht nur das von ihm selber ausgehobene Material ein-
brachte, sondern auch solches, welches V. zurückgelassen hatte. Er berief sich 
hierfür auf eine nachträgliche, gesondert zu entschädigende Bestellung des Bau-
herrn und er drang damit, was in der Folge unangefochten blieb, vor der Vorin-
stanz vollumfänglich durch.

Insoweit Z. den Bauunternehmer verpflichten lassen wollte, ihm wegen 
nicht gehöriger Erfüllung von den Fr. 60'000.00 Werklohn Fr. 10'000.00 zurückzu-
zahlen, wurde seine Klage also zu Recht abgewiesen. Entfällt damit aber der Vor-
wurf, die Baute nicht genügend hinterfüllt zu haben, braucht wie gesehen auch 
nicht näher abgeklärt zu werden, was es heute kosten würde, dies noch nachzu-
holen. Es besteht also keine Veranlassung, hierzu noch eine Expertise einzuho-
len.

5. Selbst wenn man entgegen dem bisher Gesagten zum Schluss ge-
langen würde, dass Y. weiter gehende Leistungen versprochen hatte, als sie durch 
ihn schlussendlich erbracht wurden, und der Bauherr – unter welchem Titel auch 
immer – einen Anspruch besitze, dass ihm der Unternehmer die ihm ungekürzt 
zugegangene Vergütung teilweise erstatte (im eingeklagten oder vom Richter fest-
zusetzenden Umfang), würde dies noch nicht zur Gutheissung des von Z. geltend 
gemachten Rechtsbegehrens führen.

So finden sich in der Prozesseingabe des Z. vom 21. November 2005 kei-
nerlei tatsächliche Behauptungen darüber, wie die angeblich geschuldete Geld-

12

summe durch ihn errechnet wurde bzw. wie sie allenfalls vom Gericht noch ge-
nauer zu ermitteln sei. Entsprechend unterliess es der Bauherr im Verfahren vor 
Bezirksgericht Hinterrhein, hierzu irgendwelche Beweise vorzulegen oder anzuru-
fen. So wäre es ihm etwa, wenn der Rückforderungsbetrag schon, wie in der Be-
rufungsschrift geltend gemacht wird, identisch sein soll mit dem durch die 
nachträgliche Verbesserung des Werks entstehenden Aufwand, ohne weiteres 
möglich gewesen, bei einem Bauunternehmer für die Ausübung dieser Arbeiten 
eine Offerte einzuholen und zu den Akten zu geben. Statt dessen soll nunmehr 
die Höhe der dabei anfallenden Kosten durch Expertise ermittelt werden. Mit die-
sem Antrag scheitert Z. indessen bereits daran, dass er ihn statt vor der Vorinstanz 
erst in der Berufungserklärung und mithin verspätet (Art. 226 Abs. 1 ZPO) einge-
bracht hat.

Die Klage auf Rückforderung eines Teils des Werklohnes müsste also auch 
deshalb abgewiesen werden, weil Z. der ihm obliegenden Verpflichtung, die rele-
vanten Tatsachen rechtzeitig zu behaupten und zu beweisen, nicht einmal ansatz-
weise nachgekommen ist.

6. Dem unterschiedlichen Grad des Obsiegens und Unterliegens der 
Parteien in den beiden zusammengelegten Prozessen Rechnung tragend über-
band das Bezirksgericht Hinterrhein die eigenen Verfahrenskosten (Fr. 6880.00) 
sowie jene der Kreisämter Thusis und Domleschg (je Fr. 400.00) zu einem Fünftel 
Y. und zu vier Fünfteln Z.. Dies ist nach dem Ergebnis des Berufungsverfahrens 
so wenig zu beanstanden wie die weitere Anordnung im angefochtenen Urteil, 
dass keiner der Parteien zu Lasten der anderen eine Umtriebsentschädigung zu-
stehe, wobei hier vor allem zu berücksichtigen war, dass dem in grösserem Um-
fang obsiegenden Y. kein Anwalt zur Seite gestanden hatte und ihm somit ein 
geringerer Aufwand erwachsen war als der Gegenpartei. Vor der Zivilkammer des 
Kantonsgerichts wurde denn auch zu Recht nicht geltend gemacht, dass an der 
vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsregelung (Ziffer 2 des Dispositivs) 
selbst dann etwas zu ändern sei, wenn es im Wesentlichen beim bezirksgerichtli-
chen Urteil sein Bewenden haben sollte.

7. Da Z. mit seinem Rechtsmittel keinen Erfolg zu erzielen vermochte, 
gehen die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer auf Fr. 3000.00 
festzusetzenden Gerichtsgebühr sowie einer Schreibgebühr von Fr. 224.00, total 
somit Fr. 3224.00, vollumfänglich zu seinen Lasten.

13

Als vor der Weiterzugsinstanz unterliegende Partei besitzt Z. von vornher-
ein keinen Anspruch, seine Aufwendungen im Verfahren vor der Zivilkammer des 
Kantonsgerichts abgegolten zu erhalten. Auf der anderen Seite besteht aber auch 
kein Grund, ihn zur Bezahlung einer Umtriebsentschädigung an die Gegenpartei 
zu verpflichten. Da sich Y. am Berufungsverfahren gar nicht erst beteiligt hat, ist 
ihm hier kein nennenswerter Aufwand erwachsen.

14

Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3224.00 (Gerichtsgebühr Fr. 
3000.00, Schreibgebühr Fr. 224.00) gehen zu Lasten von Z..

3. Für das Berufungsverfahren werden keine Umtriebsentschädigungen zu-
gesprochen.

4. Gegen diese einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht geführt werden, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-
cher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das 
Rechtsmittel dem Bundesgericht innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung schriftlich in der gemäss Art. 
42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar