# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04ca6695-55cd-5b47-86db-18239702ff19
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2023 A-1528/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1528-2022_2023-11-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1528/2022 
A-1529/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), 

Richter Alexander Misic,  

Richter Jérôme Candrian,    

Gerichtsschreiber Roland Hochreutener. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

  

2. B._______,  

beide vertreten durch Benedikt Homberger, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerinnen,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Datenschutz; Änderung von Personaldaten im ZEMIS. 

 

 

A-1528/2022, A-1529/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 7. Dezember 2015 reichten die syrischen Staatsangehörigen 

A._______ (nachfolgend: Gesuchstellerin 1) und B._______ (nachfolgend: 

Gesuchstellerin 2) in der Schweiz ein Asylgesuch ein. Als Geburtsdaten 

gaben sie auf dem jeweiligen Personalienblatt des Staatssekretariats für 

Migration (SEM) den (…) 1983 (Gesuchstellerin 1) respektive den (…) 

1994 (Gesuchstellerin 2) an.  

A.b Mit Verfügungen vom 8. März 2016 (Gesuchstellerin 2) und vom 

29. März 2016 (Gesuchstellerin 1) trat das SEM im Rahmen eines Dublin-

Zuständigkeitsverfahrens auf die Asylgesuche der Gesuchstellerinnen 

nicht ein und ordnete deren Überstellung nach Kroatien an. Die Verfügung 

vom 29. März 2016 erwuchs unangefochten in Rechtskraft, und die gegen 

die Verfügung vom 8. März 2016 erhobene Beschwerde wurde vom Bun-

desverwaltungsgericht mit Urteil E-2152/2016 vom 13. April 2016 abgewie-

sen.  

A.c Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 29. August 2016 und vom 

31. August 2016 reichten die Gesuchstellerinnen beim SEM ein Wiederer-

wägungsgesuch ein respektive stellten ein neues Asylgesuch.  

A.d Am 15. Mai 2018 (Gesuchstellerin 2) bzw. am 8. Juni 2018 (Gesuch-

stellerin 1) wurden die Gesuchstellerinnen zu ihren Asylgründen befragt. 

A.e Mit Verfügungen vom 26. Februar 2019 verneinte das SEM die Flücht-

lingseigenschaft, wies die Asylgesuche der Gesuchstellerinnen ab und ver-

fügte deren Wegweisung aus der Schweiz. Infolge Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs ordnete es die vorläufige Aufnahme in der Schweiz 

an.  

A.f Die von den Gesuchstellerinnen dagegen erhobenen Beschwerden 

hiess das Bundesverwaltungsgericht unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügungen mit Urteil E-2461/2019 und E-2462/2019 vom 12. November 

2019 gut, indem es das SEM anwies, ihre Flüchtlingseigenschaft festzu-

stellen und ihnen in der Schweiz Asyl zu gewähren.  

 

 

A-1528/2022, A-1529/2022 

Seite 3 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 16. Februar 2022 stellten die Gesuchstellerinnen, 

vertreten durch Rechtsanwalt Benedikt Homberger, den Antrag, es sei an-

stelle der derzeit erfassten Geburtsdaten ([…] 1983; Gesuchstellerin 1; […] 

1994, Gesuchstellerin 2) neu der […] 1989 bzw. der […] 1998 im ZEMIS 

einzutragen. Zur Begründung verwiesen sie insbesondere auf die ihrem 

Begehren beigefügten Geburtsurkunden.  

B.b Mit Verfügung vom 1. März 2022 lehnte das SEM (nachfolgend: Vor-

instanz) beide Begehren um Berichtigung ab und bestätigte die bisherigen 

im ZEMIS eingetragenen Geburtsdaten (Dispositiv-Ziffer 2). Gleichzeitig 

wies sie den Antrag auf Durchführung einer Schlüsselbeinanalyse ab (Dis-

positiv-Ziffer 3).  

C.  

Gegen diese Verfügung erhoben A.______ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rerin 1) und B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) mit Eingabe 

ihres Rechtsvertreters vom 31. März 2022 Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht mit den Anträgen, die Verfügung der Vorinstanz vom 

1. März 2022 sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihre Ge-

burtsdaten dahingehend zu ändern, dass als Geburtsdatum für die Be-

schwerdeführerin 1 der (…) 1989 und für die Beschwerdeführerin 2 der (…) 

1998 einzutragen sei. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, im 

ZEMIS einen entsprechenden Bestreitungsvermerk anzubringen. Sube-

ventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessua-

ler Hinsicht beantragen sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege.  

D.  

Mit Zwischenverfügungen vom 14. April 2022 hiess der Instruktionsrichter 

die Anträge um unentgeltliche Prozessführung bzw. Befreiung von der 

Leistung eines Kostenvorschuss für die beiden Beschwerdeverfahren  

(A-1528/2022 und A-1529/2022) gut und setzte als unentgeltlichen Rechts-

beistand Rechtsanwalt Benedikt Homberger ein.  

E.  

Im Schriftenwechsel halten die Parteien an ihrer bisherigen Argumentation 

fest. 

A-1528/2022, A-1529/2022 

Seite 4 

F.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten und der Rechtsschriften der Parteien ist, 

soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im 

Sinne von Art. 5 VwVG, die von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d 

VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt, ist 

das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerden zuständig (vgl. Art. 31 VGG). Das Verfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts 

anderes vorsieht (Art. 37 VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführerinnen sind als Adressatinnen der angefochtenen 

Verfügung sowohl formell als auch materiell beschwert, weshalb sie zur 

Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden (vgl. 

Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten. 

1.4 Auch wenn der vorinstanzliche Entscheid mit der Ablehnung der Be-

richtigungsbegehren der beiden Beschwerdeführerinnen zwei selbstän-

dige Anfechtungsobjekte beinhaltet, die einzeln anzufechten sind, rechtfer-

tigt sich eine Vereinigung der Verfahren praxisgemäss, wenn die einzelnen 

Sachverhalte – wie hier – in einem engen inhaltlichen Zusammenhang ste-

hen und sich in diesen Fällen gleiche oder ähnliche Rechtsfragen stellen 

bzw. sie dieselbe Problematik betreffen (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAY-

SER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, 

Rz. 3.17). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-

schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Er-

messensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). Es 

wendet das Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der 

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Seite 5 

Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Ferner würdigt es die Be-

weise frei, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss (Grundsatz der freien Beweiswürdigung; vgl. Art. 40 des 

Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess vom 4. Dezember 1947 

[BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, das der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und 

dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über 

das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-

nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 

19. Juni 1992 (Datenschutzgesetz, aDSG, SR 235.1, in der bis zum 31. Au-

gust 2023 geltenden Version; vgl. zur Anwendbarkeit des bisherigen 

Rechts auf laufende Beschwerdeverfahren Art. 70 DSG in der ab 1. Sep-

tember 2023 geltenden Version [AS 2022 491]) und des VwVG. 

3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 5 Abs. 1 aDSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 25 Abs. 3 Bst. a aDSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen 

Fall ein absoluter und uneingeschränkter Anspruch (statt vieler BVGE 2018 

VI/3 E. 3.2). Die ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 aus-

drücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 

3.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-

streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] 

A-3051/2018 vom 12. März 2019 E. 5.3). Nach den massgeblichen Be-

weisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdi-

gung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünfti-

gen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht 

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Seite 6 

erforderlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat 

zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich 

von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person 

ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Fest-

stellung mitzuwirken. Kann bei einer verlangten bzw. von Amtes wegen be-

absichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch dieje-

nige der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich we-

der die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 

aDSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per-

sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-

weise bearbeitet werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste Da-

ten gilt. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bear-

beitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Rich-

tigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 aDSG deshalb die An-

bringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die 

Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei 

mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zu-

nächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem der-

artigen Vermerk zu versehen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die 

Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zu-

mindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit ei-

nem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils 

von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entspre-

chender Antrag gestellt worden ist (zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3). 

3.4 Es obliegt demnach grundsätzlich der Vorinstanz zu beweisen, dass 

die aktuell im ZEMIS eingetragenen Geburtsdaten der Beschwerdeführe-

rinnen korrekt sind. Die Beschwerdeführerinnen haben hingegen nachzu-

weisen, dass die von ihnen geltend gemachten Geburtsdaten ([…] 1989 

und […] 1994) richtig sind. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis des 

Geburtsdatums, ist dasjenige Datum im ZEMIS zu belassen oder einzutra-

gen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (BVGE 2018 VI/3 E. 3.5, Ur-

teile des BVGer A‑3183/2018 vom 22. November 2018 E. 3.2 und 

A‑4603/2017 vom 11. April 2018 E. 4). 

4.  

Zu prüfen ist der Antrag der Beschwerdeführerinnen, es sei anstelle ihrer 

Geburtsdaten gemäss aktuellem ZEMIS-Eintrag ([…] 1983, Beschwerde-

führerin 1; […] 1994, Beschwerdeführerin 2) der […] 1989 respektive der 

[…] 1998 einzutragen.  

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Seite 7 

4.1 Die Vorinstanz begründet ihren Standpunkt in der angefochtenen Ver-

fügung zur Hauptsache damit, dass die Beschwerdeführerinnen während 

des Asylverfahrens ihre syrischen Identitätskarten im Original eingereicht 

hätten. Diesen komme ein erhöhter Beweiswert zu, zumal die interne Do-

kumentenprüfung ergeben habe, dass die Ausweise keine Fälschungs-

merkmale aufwiesen. Die Kopien der Impfausweise könnten hingegen 

mangels objektiver Sicherheitsmerkmale nicht auf deren Authentizität über-

prüft werden, was ihre Beweiskraft herabsetze. Zudem hätten die Be-

schwerdeführerinnen im Asylverfahren den Grund für die angebliche Fal-

scherfassung ihrer Geburtsdaten in den syrischen Identitätsausweisen 

nicht schlüssig erklären können. Auch die neu eingereichten Dokumente 

mit der Bezeichnung «Bescheinigung Geburtsurkunde» vermöchten die 

geltend gemachten Geburtsdaten nicht zu belegen. Einerseits lägen diese 

nur als Kopie vor, anderseits würden darin nur rudimentäre Angaben ge-

macht. Überdies wiesen diese neu eingereichten Beweismittel ebenfalls 

keine Sicherheitsmerkmale auf. Den «Bescheinigungen Geburtsurkunde» 

komme deshalb kein höherer Beweiswert zu als den bereits eingereichten 

Impfausweisen.  

4.2 Die Beschwerdeführerinnen wenden dagegen beschwerdeweise ein, 

die Identitätsausweise beruhten auf einer falschen Registrierung durch ihre 

Eltern. Entsprechend einer gängigen Praxis von mittellosen syrischen Fa-

milien hätten auch ihre Eltern sie unter den Namen und Geburtsdaten von 

vorverstorbenen Schwestern registrieren lassen. Dies mit dem Ziel, mehr 

staatliche Fürsorgeleistungen zu erhalten. Die eingereichten Identitätskar-

ten seien zwar echt, beruhten aber auf einer falschen Registrierung durch 

ihre Eltern. Es sei auf ihre glaubhaften Aussagen sowie die Angaben in den 

Impfausweisen und Geburtsurkunden abzustellen. Dies zumal das Bun-

desverwaltungsgericht ihre Aussagen im Asylverfahren im Urteil  

E-2461/2019 und E-2462/2019 vom 12. November 2019 als glaubhaft be-

urteilt habe. Mit Blick auf die abgeschlossenen Asylverfahren sei kein Inte-

resse mehr ersichtlich, weshalb sie ihre Geburtsdaten nachträglich noch 

als verfälscht registrieren lassen wollten. Im Gegenteil würden ihnen die 

derzeit registrierten Geburtsdaten mit den falschen Altersangaben gar Vor-

teile, wie beispielsweise eine verfrühte Pensionierung, verschaffen. Grund-

sätzlich wären sie bereit gewesen, sich einer medizinischen Altersbestim-

mung zu unterziehen. Die Abklärungen ihres Rechtsvertreters beim Institut 

für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen hätten allerdings ergeben, 

dass eine Schlüsselbeinanalyse bis zum 26. Altersjahr gegebenenfalls 

noch ein Resultat hervorbringen könne, sie könne indes höchstens ein 

durchschnittliches Mindestalter mit einer Abweichung von +/- 5 Jahren 

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Seite 8 

evaluieren, weshalb selbst bei der Beschwerdeführerin 2 kein klares Re-

sultat zu erwarten sei. Replikweise ergänzen die Beschwerdeführerinnen 

ihre Argumentation dahingehend, dass sie nachvollziehbar dargelegt hät-

ten, weshalb die auf den syrischen Identitätskarten festgehaltenen Ge-

burtsdaten falsch seien. Es könne daher nicht ohne Weiteres auf die hö-

here Beweiskraft von ausländischen Identitätskarten abgestellt werden.  

4.3  

4.3.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den ins Recht gelegten 

Impfausweisen bzw. «Geburtsurkunden» nicht um fälschungssichere Do-

kumente handelt, die darüber hinaus auch nicht mit einem Passfoto verse-

hen sind. Die Vorinstanz konnte diese Dokumente denn auch nicht einer 

Authentizitätsüberprüfung unterziehen. Hinzu kommt, dass es sich bei die-

sen Beweismitteln um blosse Kopien handelt, denen rechtssprechungsge-

mäss ein geringer Beweiswert zukommt (vgl. Urteil des BVGer vom 3. Juni 

2019 E-1942/2019 vom E. 5.4). Diesen Dokumenten ist vorliegend nur ein 

Indizcharakter beizumessen (vgl. dazu JOËL OLIVER MÜLLER, «Nichts Ge-

naues» weiss man nicht: Altersbestimmung im schweizerischen Asylver-

fahren, in: Jusletter 20. März 2017, Rz. 27 [FN. 49]).  

4.3.2 Demgegenüber hat die Vorinstanz den im Original vorliegenden syri-

schen Identitätskarten zu Recht einen höheren Beweiswert beigemessen, 

zumal sie keine Hinweise auf eine Fälschung dieser Ausweise hat feststel-

len können (vgl. zum Beweiswert von Identitätsausweisen auch 

BVGE 2007/7 E. 6). Hinzu kommt, dass auch die Beschwerdeführerinnen 

die Echtheit dieser Dokumente nicht infrage stellen, sondern (lediglich) gel-

tend machen, dass darin die Namen und Geburtsdaten ihrer verstorbenen 

Schwestern vermerkt seien.  

4.3.3 Mit Bezug auf das Aussageverhalten ist festzuhalten, dass beide Be-

schwerdeführerinnen übereinstimmend ausgeführt haben, die Kinder wie 

auch die Mutter seien regelmässig von ihrem Vater geschlagen worden. 

Überdies habe ihr Vater sie zwangsverheiraten wollen. Er habe denn auch 

regelmässig ältere Männer zum Anschauen der Töchter nach Hause ge-

bracht. Nach jeder Verweigerung ihrer Zustimmung zur Verheiratung habe 

ihr Vater sie heftig geschlagen. Die Beschwerdeführerinnen hätten an meh-

reren Demonstrationen teilgenommen. Übereinstimmend haben sie in ih-

ren Anhörungen zu Protokoll gegeben, dass sie jeweils den Namen und 

das Geburtsdatum ihrer jeweils vorverstorbenen Schwester hätten über-

nehmen müssen. Dies mit dem Ziel, dass die Familie während der Zeit 

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Seite 9 

zwischen dem Tod ihrer vorverstorbenen Geschwister und ihrer Geburt 

weiterhin staatliche Unterstützungsleistungen hätten erhalten können.  

Im Rahmen der Beweiswürdigung ist indes zu beachten, dass die Angaben 

der Beschwerdeführerinnen nicht frei von Widersprüchen sind. Aus den 

Asylakten geht hervor, dass die Beschwerdeführerinnen im jeweiligen Per-

sonalienblatt selber noch zu Protokoll gegeben haben, dass sie am (…) 

1983 (Beschwerdeführerin 1) respektive am (…) 1994 (Beschwerdeführe-

rin 2) geboren seien. Diese Angaben stehen im Einklang mit den im ZEMIS 

eingetragenen, nunmehr bestrittenen Geburtsdaten. Bei der Befragung zur 

Person vom 11. Dezember 2015 hat die Beschwerdeführerin 2 alsdann zu 

Protokoll gegeben, dass sie angeblich (erst) im Jahr 1999 geboren sei 

(Erstbefragungsprotokoll, S. 3). Widersprüchlich sind darüber hinaus auch 

die Angaben der Beschwerdeführerin 2 zur Dauer der Schulbildung ausge-

fallen. Während sie bei der Erstbefragung noch eine Dauer von 7 Jahren 

behauptet hat (Erstbefragungsprotokoll, S. 4), hat sie bei der Befragung zu 

ihren Asylgründen vom 15. Mai 2018 zu Protokoll gegeben, sie habe die 

Schule bis zur 9. Klasse besuchen können (Anhörungsprotokoll, S. 9). 

Diese offensichtlichen Widersprüche schmälern die Beweiskraft der Aus-

sagen wesentlich.  

4.3.4 Mit Blick auf den geringen Beweiswert der von den Beschwerdefüh-

rerinnen vorgebrachten Beweismittel (Kopien der Impfausweise, Geburts-

urkunden), den höheren Beweiswert der im Original vorliegenden Identi-

tätsausweise sowie die widersprüchlichen Angaben der Beschwerdeführe-

rinnen erscheinen die im ZEMIS eingetragenen Geburtsdaten als wahr-

scheinlicher als die von ihnen geltend gemachten.  

4.3.5 Von weiteren Beweismassnahmen, insbesondere der Einholung ei-

nes Altersgutachtens, kann vorliegend abgesehen werden, da hiervon – 

wie die Beschwerdeführerinnen selber einräumen (Beschwerdeschrift, 

S. 10) – keine neuen wesentlichen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind 

(sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 140 I 285 E. 6.3.1; 136 I 229 

E. 5.3 m.w.H.; 134 I 140 E. 5.3; Urteile des BVGer A-394/2021 vom 27. Ap-

ril 2021 E. 5.5.1 und A-6519/2016 vom 3. Mai 2017 E. 4.2, jeweils m.w.H.). 

4.4 Kann weder die Richtigkeit des Eintrages noch der verlangten Ände-

rung nachgewiesen werden, sieht Art. 25 Abs. 2 aDSG die Kennzeichnung 

der fraglichen Personendaten mit einem Vermerk vor, wonach die Richtig-

keit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist (z.B. "von der betroffe-

nen Person bestritten", "Angabe strittig", "bestritten"; Urteile des BVGer  

A-1528/2022, A-1529/2022 

Seite 10 

A-181/2013 vom 5. November 2013 E. 7.1; A-5291/2012 vom 26. Juni 

2013 E. 4.2 und A-4035/2011 vom 19. Dezember 2011 E. 5.1). Im vorlie-

genden Fall beruht das Berichtigungsbegehren der Beschwerdeführerin-

nen auf deren Angaben und auf den eingereichten Kopien der Impfaus-

weise und Geburtsurkunden. Auch wenn die Beschwerdeführerinnen hier-

mit den ihnen obliegenden Nachweis für die Richtigkeit der von ihnen be-

antragten Geburtsdaten nicht zu erbringen vermögen, können Zweifel an 

den vorhandenen Daten nicht ohne Weiteres ausgeräumt werden. Dem-

entsprechend sind die im ZEMIS eingetragenen Geburtsdaten der Be-

schwerdeführerinnen mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen.  

4.5 Zusammengefasst vermögen die Beschwerdeführerinnen nicht nach-

zuweisen, dass die von ihnen behaupteten Daten richtig respektive wahr-

scheinlicher wären. Mit Blick auf die vorliegenden Identitätsausweise und 

das oben dargelegte gesamte Aussageverhalten erweisen sich die im 

ZEMIS eingetragenen Personendaten vielmehr als wahrscheinlicher. Die 

verlangten Berichtigungen sind daher abzulehnen und die Beschwerden 

sind abzuweisen. Nachdem aufgrund der Angaben der Beschwerdeführe-

rinnen weiterhin gewisse Zweifel an der Korrektheit der bestehenden 

ZEMIS-Einträge bestehen, sind diese mit einem Bestreitungsvermerk zu 

versehen. Die Vorinstanz ist anzuweisen, die im ZEMIS eingetragenen Ge-

burtsdaten der Beschwerdeführerinnen mit einem Bestreitungsvermerk zu 

versehen.  

5.  

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten den 

Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (vgl. Art. 63 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihnen 

die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ge-

währt wurde, sind jedoch keine Verfahrenskosten zu erheben.  

5.2 Mit Instruktionsverfügungen vom 14. April 2022 wurden die Gesuche 

um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen und Rechtsanwalt Benedikt 

Homberger als unentgeltlicher Rechtsbeistand eingesetzt. Die Beschwer-

deführerinnen haben demnach Anspruch auf Übernahme notwendiger-

weise erwachsenen Vertretungskosten (vgl. Art. 65 Abs. 2 VwVG; Art. 12 

i.V.m. Art. 8–11 VGKE). 

A-1528/2022, A-1529/2022 

Seite 11 

Der amtliche Rechtsbeistand hat in seinen Eingaben vom 23. Mai 2022 

eine Kostennote für beide Beschwerdeverfahren mit einem Total von 

Fr. 3'565.-- (inkl. Barauslagen von Fr. 19.10 und MWSt von Fr. 254.90) ein-

gereicht. Der darin geltend gemachte zeitliche Aufwand von 13.17 Hono-

rarstunden für beide Beschwerdeverfahren erscheint unter den konkreten 

Umständen noch als angemessen. Der eingesetzte Stundensatz von 

Fr. 250.-- ist zudem tarifkonform. Dem amtlichen Rechtsbeistand ist folglich 

ein Betrag von Fr. 3'565.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) durch das Gericht 

zu vergüten.  

6.  

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-

schutzes sind dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbe-

auftragten (EDÖB) bekannt zu geben. 

 

(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen). 

  

A-1528/2022, A-1529/2022 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, die im ZEMIS eingetragenen Geburtsda-

ten der Beschwerdeführerinnen mit einem Bestreitungsvermerk zu verse-

hen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird ein Betrag von Fr. 3'565.-- durch die 

Gerichtskasse vergütet.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, die Vorinstanz, das Ge-

neralsekretariat EJPD und den EDÖB. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Marcel Tiefenthal Roland Hochreutener 

 

  

A-1528/2022, A-1529/2022 

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Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-1528/2022, A-1529/2022 

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Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat (Gerichtsurkunde) 

– den EDÖB (zur Kenntnis)