# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da1ec115-1a67-506e-9f61-464fc301b8d4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.02.2022 SB210441
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210441_2022-02-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210441-O/U/bs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichter lic. iur. 

B. Amacker und Ersatzoberrichter lic. iur. M. Weder sowie 

 der Gerichtsschreiber lic. iur. M. Keller 

 

Urteil vom 10. Februar 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Scherrer,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Einzelgericht,  
vom 9. Februar 2021 (GG200028) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

22. September 2020 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 15). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 37 S. 49 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

− der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB; 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB; 

− der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB. 

2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre 

festgesetzt. 

4. Es wird ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 StGB angeordnet und dem Be-

schuldigten lebenslänglich verboten, jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit auszuüben, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. September 2020 

beschlagnahmten Gegenstände werden definitiv eingezogen und der Kantonspolizei Zürich, 

Asservaten-Triage, zur Vernichtung respektive zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen: 

− Externe Festplatte Marke LaCie (Asservat-Nr. A012'589'627); 

− Notebook Marke HP (Asservat-Nr. A012'589'445); 

− Apple iPhone SE (Asservat-Nr. A012'589'876); 

− Notebook Marke Acer (Asservat-Nr. A012'589'332); 

− Notebook Marke Lenovo (Asservat-Nr. A012'589'127). 

6. Die Zivilklage der Privatklägerin 1 B._____ wird auf den Zivilweg verwiesen. 

7. Die Zivilklage der Privatklägerin 2 C._____ wird auf den Zivilweg verwiesen. 

8. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für die amtliche Verteidigung des Be-

schuldigten wird auf Fr. 12'097.10 (pauschal inkl. Barauslagen und 7.7% MwSt.) fest-

gesetzt. 

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9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 800.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 4'770.00   Auslagen Polizei 

Fr. 12'097.10   Kosten der amtlichen Verteidigung 

Fr. 19'467.10   Total 

  

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. (Mitteilungen.) 

12. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der amtlichen Verteidigung: 

 (Urk. 39 S. 3 und Urk. 56 S. 2, teilweise sinngemäss) 

1. Die Dispositiv-Ziffern 1, 2, 3, 4, 6, 7 und 10 des Urteils des Bezirksgerichts 

Dielsdorf vom 9. Februar 2021 seien aufzuheben. 

2. Der Beschuldigte sei der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB 

schuldig zu sprechen. 

Von den weiteren Vorwürfen sei der Beschuldigte freizusprechen. 

3. Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 50.– zu 

bestrafen. Dem Beschuldigten sei hierbei der bedingte Strafvollzug zu ge-

währen, dies unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

4. Von einem Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 StGB sei abzusehen. 

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5. Auf die Zivilansprüche der Privatklägerinnen B._____ und C._____ sei nicht 

einzutreten. 

6. Die Untersuchungskosten sowie die Kosten der ersten Instanz seien dem 

Beschuldigten zu ¼ aufzuerlegen, im Übrigen seien diese Kosten auf die 

Staatskasse zu nehmen. Die amtlichen Verteidigerkosten (inkl. 7.7 % MwSt.) 

bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich 

auf die Staatskasse zu nehmen. 

7. Die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten inklusive amtliche Verteidigerkos-

ten (inkl. 7.7 % MwSt.) seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 43; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

Erwägungen: 

I.  Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Am 6. Februar 2018 wurde gegen den Beschuldigten bei den deutschen 

Polizeibehörden in Homburg Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Saar-

brücken überwies die Akten am 18. März 2019 an die Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich, mit dem Ersuchen um Übernahme der Strafuntersuchung (Urk. 1 

S. 3; Zusatzakten Staatsanwaltschaft Saarbrücken). Zum weiteren 

Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung 

unnötiger Wiederholungen auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid 

verwiesen werden (Urk. 37 S. 4). 

1.2. Gegen das am 9. Februar 2021 mündlich im Dispositiv eröffnete Urteil der 

Vorinstanz meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 11. Februar 2021 innert 

Frist Berufung an (Prot. I S. 8 ff.; Urk. 30). Die schriftlich begründete Fassung des 

vorinstanzlichen Urteils wurde der Staatsanwaltschaft sowie dem Verteidiger je 

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am 19. August 2021 und den Privatklägerinnen am 20. August 2021 zugestellt 

(Urk. 36/1-4). Am 31. August 2021 ging fristgemäss die Berufungserklärung des 

Beschuldigten ein (Urk. 39). In der Folge verzichtete die Staatsanwaltschaft auf 

Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Ent-

scheids (Urk. 43). Die Privatklägerinnen liessen sich nicht vernehmen. 

1.3. Am 22. November 2021 erging die Vorladung zur heutigen Berufungsver-

handlung, zu welcher lediglich der amtliche Verteidiger des Beschuldigten er-

schienen ist (Prot. II S. 4). Der Beschuldigte blieb der Verhandlung fern. Anläss-

lich der Berufungsverhandlung wurden weder Vorfragen aufgeworfen noch Be-

weisanträge gestellt. Das Verfahren erweist sich als spruchreif (Prot. II S. 4). 

2. Umfang der Berufung und Hinweis 

2.1. Der Beschuldigte beantragt berufungsweise, er sei von den Vorwürfen der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen Nötigung 

freizusprechen (Dispositivziff. 1, alinea 1 und 2). Sodann ficht er die ausge-

sprochene Sanktion (Dispositivziff. 2 und 3), das lebenslängliche Tätigkeitsverbot 

(Dispositivziff. 4), die Verweisung der Zivilansprüche der Privatklägerinnen auf 

den Zivilweg sowie die Kostenauflage (Dispositivziff. 10) an. Im Übrigen wird der 

vorinstanzliche Entscheid nicht beanstandet (Urk. 39; Urk. 56 S. 2). 

2.2. Es ist demnach festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz im 

Schuldpunkt betreffend Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB 

(Dispositivziff. 1 alinea 3) rechtskräftig ist. Sodann sind die Einziehung diverser 

Gegenstände (Dispositivziff. 5) sowie die vorinstanzliche Kostenfestsetzung 

(Dispositivziff. 8 und 9) in Rechtskraft erwachsen und stehen nicht mehr zur 

Disposition (vgl. Prot. II S. 6; Art. 402 StPO; BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 2014, 

Art. 399 N 5 und Art. 402 N 2). In den angefochtenen Punkten ist neu zu 

entscheiden (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

2.3. Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen respektive jedes 

einzelne Vorbringen widerlegen muss. Die Berufungsinstanz kann sich auf die für 

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ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 

S. 253; Urteil 1B_242/2020 vom 2. September 2020 E. 2.2.). 

II.  Prozessuales 

1. Anklageprinzip 

1.1. Wie bereits vor Vorinstanz moniert die Verteidigung hinsichtlich des 

Vorwurfs der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern eine Verletzung des 

Anklageprinzips, da sich die Anklage nicht zu den genauen Modalitäten der dem 

Beschuldigten zur Last gelegten einzelnen Vorgänge äussere. Zur Erfüllung der 

Tatbestandsvariante des Einbeziehens von Kindern – so die Verteidigung – seien 

klare und eindeutige Handlungen mit sexuellem Bezug erforderlich. Vorliegend sei 

unklar, was dem Beschuldigten mit dem Vorwurf, er habe "an seinem Penis 

manipuliert" angelastet werde bzw. erschliesse sich nicht, ob damit ein 

Manipulieren im Sinne einer sexuellen Handlung oder ein Manipulieren ohne 

sexuellen Bezug beschrieben werde (Urk. 27 S. 5; Urk. 56 S. 4 f.).  

1.2. Das Anklageprinzip bezweckt den Schutz der Verteidigungsrechte und 

dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Sachverhalt hat möglichst kurz 

aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfene Tat zu bezeichnen (Art. 9 

StPO; vgl. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Ob der Tatvorwurf hinreichend bestimmt 

umschrieben ist, hängt jeweils von den Umständen des Einzelfalles ab. 

Entscheidend ist, dass die Darstellung des als strafwürdig erachteten Verhaltens 

derart erfolgt, dass das Gericht weiss, worüber es zu befinden hat, und die 

beschuldigte Person erkennt, wogegen sie sich zu verteidigen hat und wie ihr 

Verhalten rechtlich qualifiziert wird (BGE 120 IV 348 E. 2. ff.; BGE 143 IV 63 ff., E. 

2.2 m.H.) Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt 

gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung 

durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). 

1.3. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe von seinem Wohnort aus 

mit den beiden minderjährigen Privatklägerinnen sowie der minderjährigen Ge-

schädigten Live-Videochats geführt, wobei er sich nackt gezeigt, an seinem Penis 

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manipuliert und in sexueller Absicht gehandelt habe (Urk. 15 S. 2 f.). Das Wort 

"Manipulieren" wird gemäss Duden unter anderem als "bestimmte Handgriffe an 

etwas ausführen, hantieren" definiert. Wörterbücher führen zwar jeweils alle 

möglichen erdenklichen Verwendungsweisen der darin definierten Begriffe auf. 

Massgebend ist aber nicht eine mögliche Bedeutung, sondern die Sinngebung im 

konkreten Kontext, wobei einzig die zuvor zitierte Bedeutung relevant sein kann. 

Bereits in der ersten polizeilichen Befragung vom 2. Mai 2019 wurde dem Be-

schuldigten in Anwesenheit seines amtlichen Verteidigers vorgehalten, er habe 

anlässlich der Videochats an seinem Penis manipuliert (Urk. 5/1 F/A 25). Der 

Beschuldigte war sich der Bedeutung dieser Wortgebung augenscheinlich 

bewusst, zeigte er sich in der Folge doch hinsichtlich dieses Vorwurfs durchwegs 

geständig (Urk. 5/1-3; Urk. 25). Soweit die Verteidigung geltend machen will, es 

sei anhand des Anklagevorwurfs nicht klar, ob der Vorwurf des Manipulierens in 

sexueller Hinsicht gemeint sei, ist dieser Einwand bereits vor dem Hintergrund 

verfehlt, dass dem Beschuldigten ausdrücklich vorgeworfen wird, in sexueller 

Absicht gehandelt zu haben (Urk. 15 S. 2 f.). Die Anklageschrift ist nicht 

Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgrenzung des 

Prozessgegenstands und der Information des Beschuldigten (Urteil 6B_462/2014 

vom 27. August 2015 E. 2.3.1 mit Hinweis, nicht publ. in BGE 141 IV 369). Mit 

Blick auf die Informationsfunktion war für den Beschuldigten daher klar ersichtlich, 

was ihm vorgeworfen wird. Dass und inwiefern dem Beschuldigten eine wirksame 

Verteidigung nicht möglich gewesen sein sollte, ist vor diesem Hintergrund weder 

aufgezeigt noch erkennbar. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt nicht vor. 

Ob die fraglichen Handlungen letztlich unter den eingeklagten Tatbestand der 

sexuellen Handlungen mit Kindern zu subsumieren sind, beschlägt nicht das 

Anklageprinzip, sondern ist eine Frage der rechtlichen Würdigung (vgl. dazu 

nachfolgend Erw. IV.1.).  

2. Verwertbarkeit der Einvernahmen der Privatklägerinnen / Geschädigten 

2.1. Die Verteidigung bringt vor, die Aussagen der Privatklägerinnen B._____ 

und C._____ sowie diejenigen der Geschädigten D._____ seien nicht verwertbar, 

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da nie eine Konfrontation mit dem Beschuldigten stattgefunden habe (Urk. 56 S. 4 

und S. 9). 

2.2. Am 6. Februar 2018 wurde gegen den Beschuldigten bei den deutschen 

Polizeibehörden in Homburg Anzeige erstattet. Nebst weiteren Ermittlungs-

tätigkeiten wurden insbesondere die Privatklägerinnen B._____ und C._____ 

sowie die Geschädigte D._____ durch die deutschen Polizeibehörden zur Sache 

befragt (Zweitakte 1724/18 S. 13 ff. und S. 34 ff.; Zweitakte 1725/18 S. 15 ff., 

S. 76 ff. und  S. 91 ff.; vgl. auch Urk. 6/1-4). Hernach überwies die 

Staatsanwaltschaft Saarbrücken die Akten am 18. März 2019 an die 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, mit dem Ersuchen um Übernahme der 

Strafuntersuchung (Zweitakte 1724/18 S. 131 ff.). Die hiesige 

Untersuchungsbehörde übernahm sämtliche Ermittlungsergebnisse in die 

vorliegend gegen den Beschuldigten geführte Strafuntersuchung. Die belastenden 

Aussagen der in Deutschland einvernommenen Personen wurden dem 

Beschuldigten in den polizeilichen Befragungen einzig mündlich vorgehalten bzw. 

in der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme schriftlich vorgelegt 

(Urk. 5/1-3). Die eingeklagten Nötigungshandlungen zum Nachteil der 

Privatklägerinnen B._____ und C._____ stützen sich nahezu vollständig auf deren 

belastenden Aussagen bei den deutschen Polizeibehörden. Bereits vor 

Vorinstanz hielt die Verteidigung (pauschal) fest, es lägen keine brauchbaren oder 

verwertbaren Aussagen der drei Geschädigten vor. Der Vorderrichter äusserte 

sich mit keinem Wort zur Frage der Verwertbarkeit dieser Beweismittel (Urk. 27 

S. 6; Urk. 37 passim).  

2.3. Im Ausland erhobene Beweise haben für die Frage ihrer Verwertbarkeit in 

einem schweizerischen Strafverfahren zumindest die Vorgaben der hiesigen 

Rechtsordnung zu erfüllen (Zürcher Kommentar StPO-WOHLERS, 3. Aufl. 2020, 

Art. 141 N 10; BSK StPO-GLESS, 2. Aufl. 2014, Art. 141 N 29, je m.H.). 

2.4. Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch der beschuldigten 

Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des 

Rechts auf ein faires Verfahren (BGE 131 I 476 E. 2.2). Gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung ist eine belastende Zeugenaussage daher 

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grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte den Belastungszeugen 

wenigstens einmal während des Verfahrens in direkter Konfrontation befragen 

konnte. Zur Wahrung der Verteidigungsrechte muss der Beschuldigte namentlich 

in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Beweiswert in 

kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage stellen zu können (BSK 

StPO-SCHLEIMINGER METTLER, 2. Aufl. 2014, Art. 147 N 30 ff. m.H.). Auf das Kon-

frontationsrecht kann verzichtet werden. Der Beschuldigte kann den Behörden 

grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht 

vorgeladen zu haben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht 

entsprechende Anträge zu stellen. Der Beschuldigte verwirkt sein Recht auf die 

Stellung von Ergänzungsfragen aber nicht dadurch, dass er es erst im Rahmen 

der Berufung geltend macht (Urteil 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 5.2. 

m.H.). 

2.5. Die Aussagen der Privatklägerinnen bilden gemäss den vorinstanzlichen 

Ausführungen bezüglich des Anklagevorwurfs der mehrfachen Nötigung die 

ausschlaggebenden Beweismittel (vgl. Urk. 37 S. 10 ff., insbesondere S. 19 f.). 

Der Beschuldigte, welcher die Nötigungshandlungen bestreitet, wurde während 

des gesamten Verfahrens nicht mit den Privatklägerinnen konfrontiert und er hatte 

nie die Möglichkeit, ihnen zu diesen Vorwürfen Fragen zu stellen. Damit wurde 

sein Konfrontationsanspruch verletzt. Fraglich erscheint, ob der Beschuldigte 

sinngemäss auf seinen Konfrontationsanspruch verzichtet hat, indem es seine 

Verteidigung unterliess, frist- und formgerecht entsprechende Anträge zu stellen 

bzw. im Berufungsverfahren zwar auf die unterbliebenen Konfrontationen hinwies, 

jedoch diesbezüglich keine ausdrücklichen (Beweis-)Anträge stellte. Vorliegend 

ist jedoch zu berücksichtigen, dass die gegen den Beschuldigten erhobenen 

Vorwürfe anlässlich der Befragungen der Privatklägerinnen nicht wörtlich, sondern 

überwiegend unter Weglassung der Fragen zusammenfassend im Fliesstext 

protokolliert wurden. Dies ist mit Blick auf die Protokollierungsvorschriften, welche 

auch im polizeilichen Ermittlungsverfahren gelten, zwar nicht unzulässig (Zürcher 

Kommentar StPO-BRÜSCHWEILER/NADIG/SCHNEEBELI, 3. Aufl. Genf 2020, Art. 76 

N 3). Bei Aussagen von Parteien, Zeugen oder Auskunftspersonen sind ent-

scheidende Fragen und Antworten jedoch grundsätzlich wörtlich zu protokollieren 

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(Art. 78 Abs. 3 StPO). In Anbetracht der auf dem Spiel stehenden Interessen ist 

die Protokollierungspflicht streng zu handhaben. Die Protokollierung erst 

ermöglicht den Beschuldigten wie auch anderen Verfahrensbeteiligten die 

Wahrnehmung ihrer Rechte und ist Grundlage für die Wahrheitssuche, das 

schliesslich auszusprechende Urteil und die Überprüfung durch 

Rechtsmittelinstanzen. Das Führen eines Protokolls ist insoweit Ausfluss der 

Dokumentationspflicht und steht deshalb ebenfalls im Dienste der Gewährleistung 

eines fairen Verfahrens (Urteil 1P.399/2005 vom 08. Mai 2006 E. 3.1). 

2.6. Vor diesem Hintergrund und in Nachachtung der zuvor dargelegten Recht-

sprechung hätte der Beschuldigte vorliegend zumindest ein Mal im Verfahren die 

Möglichkeit haben müssen, die gegen ihn erhobenen Belastungen zu überprüfen. 

Ob dies anlässlich einer (direkten oder indirekten) Konfrontation respektive mittels 

Stellen von schriftlichen Ergänzungsfragen (s.a. Art. 148 Abs. 1 lit. c StPO) hätte 

erfolgen können, braucht hier nicht weiter ausgeführt zu werden. Da jedoch eine 

Prüfung der Aussagen der Privatklägerinnen auf dieser Grundlage auch für das 

Gericht nahezu unmöglich erscheint, kann auch nicht von einem entsprechenden 

Verzicht des Beschuldigten ausgegangen werden, welcher die genannten Mängel 

heilen würde. Die Aussagen der Privatklägerinnen sowie der Geschädigten 

D._____ sind nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar (s.a. Art. 147 Abs. 4 

StPO). Sie sind aber ohne Weiteres als eigentliche Strafanzeigen gegen den Be-

schuldigten anzusehen (Art. 301 StPO), welche ihm im Sinne eines Tatvorwurfs 

vorgehalten werden durften. 

3. Verwertbarkeit der Videoaufzeichnungen 

3.1. Die Verteidigung rügt pauschal, das beigebrachte Ton- und Filmmaterial 

sei nicht verwertbar, soweit es von den Privatklägerinnen bzw. der Geschädigten 

aufgezeichnet worden sei (Urk. 56 S. 8).  

3.2. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, lassen sich die dem Beschuldigten 

zur Last gelegten Anklagevorwürfe ohne das bei den Geschädigten bzw. Dritten 

gesicherte Ton- und Bildmaterial erstellen. Bezüglich der Frage der 

Verwertbarkeit der Videoaufnahmen bleibt aber zunächst ohnehin festzuhalten, 

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dass der Beschuldigte seine Ton- und Videobotschaften, welche er der 

Geschädigten D._____ zukommen liess, selber angefertigt hat. Deren 

Verwertbarkeit ist daher von Vornherein unproblematisch. Gleiches gilt für die 

weiteren, bei E._____ sichergestellten Videos. Diese betreffen (rechtswidrige) 

Aufnahmen von Videochats durch den Beschuldigten, welche er der 

Geschädigten D._____ über Videochat vorspielte und damit zugänglich machte. 

Daraus ergibt sich zweifelsfrei, dass der Beschuldigte mit der Erstellung dieser 

Aufnahmen einverstanden war (vgl. Urk. 6/6, CD Asservat-Nr. 2, Datei "Film 1"). 

Selbst wenn sich darüber hinaus noch Video- oder Bildmaterial in den Akten 

befindet, welches die minderjährigen Privatklägerinnen unrechtmässig, d.h. ohne 

Einverständnis des Beschuldigten, aufgenommen haben sollten, vermag dies mit 

Blick auf Art. 141 StPO nichts an der grundsätzlichen Verwertbarkeit dieser 

Beweismittel zu ändern. So hätten die Behörden diese privat erlangten 

Aufnahmen auf legalem Weg erreichen können (vgl. Art. 269 Abs. 2 lit. a StPO), 

und eine Interessenabwägung spricht vorliegend aufgrund des konkret 

vorgeworfenen Sexualdelikts sowie der in Frage stehenden Beeinträchtigung der 

Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten klar für die Verwertbarkeit der fraglichen 

Videos. Der pauschal vorgetragene Einwand der Verteidigung erweist sich vor 

diesem Hintergrund als unbehelflich.  

4. Strafantrag 

4.1. Die eingeklagte Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB zum Nachteil der 

Geschädigten D._____ ist ein Antragsdelikt. Der Strafantrag ist die Willenserklä-

rung der verletzten Person, dass gegen den Verdächtigen wegen eines bestimm-

ten Sachverhalts eine Strafverfolgung stattfinden soll (Urteil 6B_65/2015 vom 

25. März 2015 E. 2.4). Er ist bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft schriftlich 

einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben (Art. 304 Abs. 1 StPO). Das 

Antragsrecht steht sowohl der minderjährigen urteilsfähigen Geschädigten als 

auch ihrer gesetzlichen Vertretung zu und erlischt nach Ablauf von drei Monaten 

seit Bekanntwerden des Täters und der Tat (Art. 30 Abs. 2 und 3 StGB; 31 Abs. 1 

StGB).  

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4.2. Die Geschädigte D._____ erstattete am 6. Februar 2018 und damit innert 

der vorgenannten Frist zusammen mit ihrer Mutter aufgrund der in der Anklage 

aufgeführten Drohung Anzeige bei der Polizeiinspektion Homburg (Urk. 6/1; Zwei-

takten 1724/18 S. 12 ff.). Dieser Vorgang wurde nicht nur vom rapportierenden 

Polizeifunktionär protokolliert, sondern von der Geschädigten und ihrer Mutter mit-

tels Unterschrift bestätigt. Erfolgt die Strafanzeige durch die antragsberechtigte 

Person, hat dies in der Regel auch ohne ausdrückliche Erklärung die Wirkung ei-

nes Strafantrags in Bezug auf den geschilderten Lebenssachverhalt (PK StGB-

TRECHSEL/ GETH, 4. Aufl. 2021, Vor Art. 30 N 2 m. H.). Es sind keine Anzeichen 

auszumachen, dass die Geschädigte und ihre gesetzliche Vertreterin mit der An-

zeige nicht auch ihren Willen zum Ausdruck gebracht hätten, dass der Beschul-

digte strafrechtlich belangt wird (s.a. Urteil 6B_972/2009 vom 16. Februar 2010 E. 

3.5). Es liegt ein gültiger Strafantrag vor. 

III.  Sachverhalt 

1. Videochats mit den Privatklägerinnen B._____ und C._____ 

1.1. Der Beschuldigte anerkennt, sich zwischen dem 6. Januar 2018 und 

1. Februar 2018 sowohl der Privatklägerin B._____ als auch der Privatklägerin 

C._____ bei mehreren Live-Videochats nackt gezeigt, an seinem Penis manipu-

liert und dabei in sexueller Absicht sowie in Kenntnis des Schutzalters der Privat-

klägerinnen gehandelt zu haben (Anklageziff. 1.1 Abs. 1 und Anklageziff. 1.2. 

Abs. 1; Urk. 15 S. 2; Urk. 27 S. 4; Urk. 5/1 F/A 25, 36 ff., 52; Urk. 5/3 F/A 4 und 6; 

Urk. 25 S. 9). 

1.2. Die Verteidigung moniert in tatsächlicher Hinsicht, die im Recht liegenden 

Beweismittel würden die in der Anklage erhobenen Vorwürfe nicht belegen und es 

erschliesse sich nicht, welches Video sich auf welchen Sachverhalt beziehe 

(Urk. 27 S. 5-7; Urk. 56 S. 4 ff.). 

1.3. Es ist mit der Verteidigung zu konstatieren, dass hinsichtlich der im Recht 

liegenden Videos gewisse Unklarheiten bestehen und in der staatsanwaltschaft-

lichen Untersuchung wenig bis gar keine Anstrengungen unternommen wurden, 

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das seitens der deutschen Behörden gesicherte Beweismaterial insgesamt zu 

ordnen oder aufzubereiten (vgl. Urk. 56 S. 7). Jedoch gehen die Vorbringen der 

Verteidigung an der Sache vorbei. Macht der Verteidiger beispielsweise geltend, 

es lasse sich anhand der Untersuchungsakten nicht nachweisen, dass sich der 

Beschuldigte "nackt" gezeigt habe, ist er auf das diesbezügliche Geständnis zu 

verweisen (Urk. 27 S. 6; Urk. 5/1 F/A 30 und 37, F/A 52 und 62; sodann Urk. 5/3 

F/A 7: "Sie hat meinen Schwanz gesehen"). Der Beschuldigte erklärte bereits in 

der ersten polizeilichen Befragung, gegenüber der Privatklägerin B._____ seinen 

Penis gezeigt sowie vielleicht masturbiert zu haben. Weiter gab der Beschuldigte 

diesbezüglich zu Protokoll: "Sie hat gemacht und ich habe gemacht" (Urk. 5/1 

F/A 37-40). Auch im Zusammenhang mit den Videochats mit der Privatklägerin 

C._____ hielt der Beschuldigte fest: "[…] die Schwanzgeschichten sind halt so 

passiert" (Urk. 5/1 F/A 47). Mit der Vorinstanz ist dabei allein entscheidend, dass 

der Beschuldigte jeweils sein Geschlechtsteil entblösste, daran manipulierte und 

dies für sein Gegenüber sichtbar war. Ob der Beschuldigte gänzlich nackt oder 

beispielsweise auch mit unbekleidetem Oberkörper agierte, ist mit Blick auf die 

rechtliche Würdigung schlechterdings irrelevant (vgl. Urk. 56 S. 5).  

1.4. Im (schriftlichen) WhatsApp-Chatverlauf mit der Privatklägerin B._____ 

erfragt der Beschuldigte mehrfach, wann er wieder mal "wixxen" dürfe bzw. ob er 

die Privatklägerin anrufen und "anwixxen" solle (nicht akturierter Chatverlauf S. 3 

[16. Januar 2018], und S. 17 [23. Januar 2018]). Der Beschuldigte hat denn auch 

eingestanden, jeweils bei mehreren Kontakten mit der Privatklägerin B._____ 

sowie mehreren Kontakten mit der Privatklägerin C._____ an seinem entblössten 

Glied manipuliert zu haben (Urk. 5/3 und Urk. 25). Es wird – entgegen der Ansicht 

der Verteidigung – weder behauptet noch ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass 

von jeder einzelnen Interaktion auch tatsächlich eine Aufnahme generiert worden 

wäre, welche zudem noch zu den Akten hätte genommen werden müssen, 

handelte es sich doch gerade um Live-Videochats und nicht um versandte bzw. 

gespeicherte Videoaufnahmen. Daraus zu schliessen, die Handlungen des 

Beschuldigten seien trotz seiner Eingeständnisse allenfalls nicht sexuellen Inhalts 

gewesen, geht nicht an. Die Vorinstanz hat im Übrigen verschiedene Bilder und 

Videos aufgeführt, auf welchen der Beschuldigte an seinem entblössten Glied 

- 14 - 

manipulierend zu sehen ist (Urk. 37 S. 22). Nur am Rande sei erwähnt, dass dem 

Beschuldigten in der polizeilichen Befragung vom 11. Juni 2020 weitere Video-

dateien aus seinen Datenträgern vorgehalten wurden, auf welchen er während 

Chats mit weiblichen Jugendlichen onaniert und diese unter anderem auffordert, 

ihm ihre Brüste zu zeigen (Urk. 5/2 F/A 21 f.). Auch diese Erkenntnisse sprechen 

klar für sexuell orientierte Handlungen des Beschuldigten. 

1.5. Insgesamt bestehen vor dem dargelegten Hintergrund keine Zweifel am 

Geständnis des Beschuldigten. Dieses steht mit dem übrigen Untersuchungs-

ergebnis im Einklang. Der diesbezügliche Sachverhalt ist erstellt. 

2. Nötigungshandlungen zum Nachteil der Privatklägerin B._____ 

2.1. Vom Beschuldigten wird bestritten, dass er der Privatklägerin B._____ 

gedroht habe, im Internet auf Youtube Videobilder von ihr in Unterwäsche zu 

veröffentlichen, sofern sie dem Beschuldigten keine selbstgedrehten Videos mit 

sexuellem Inhalt schicke. Ebenfalls bestreitet der Beschuldigte, dass die Privat-

klägerin sich unter dem Druck dieser Drohung in einem Live-Videochat dem 

Beschuldigten nackt gezeigt habe (Urk. 15 S. 2). Er macht geltend, er würde nie 

etwas von jemandem auf Youtube stellen. Die Privatklägerin habe ihn angerufen, 

um ihn "horny" zu machen, habe seinen Penis sehen wollen und sei dabei bereits 

in der Badewanne gewesen (Urk. 5/3 F/A 4 f.; Urk. 25 S. 11).  

2.2. Es liegen diverse Indizien in den Akten, dass der Beschuldigte mit Nach-

druck aufreizende Bilder oder Videos der Privatklägerin B._____ einforderte (vgl. 

nicht akturierter Chatverlauf; Urk. 6/6 Daten-CD der Polizei; CD Asservat-Nr. 2, 

Film "Zu11", auf welchem zu hören ist, wie der Beschuldigte die Privatklägerin 

B._____ auffordert, ihre Brüste zu zeigen). Dass er dabei von geführten Chats 

entsprechendes Videomaterial herstellte, ist aufgrund des Videos, welches der 

Beschuldigte selber an die minderjährige Geschädigte D._____ übermittelte, 

ebenfalls rechtsgenügend erwiesen (CD Asservat-Nr. 2, Datei "Film 1"). Das in 

der Anklage genannte Video, mit welchem der Beschuldigte der Privatklägerin 

B._____ ein entsprechendes Verhalten abgenötigt haben soll, wurde entgegen 

der Vorinstanz aber nicht zu diesem Zweck "heimlich" vom Beschuldigten gefilmt 

- 15 - 

(vgl. Urk. 37 S. 18). Der Beschuldigte nahm sich in der genannten Videosequenz 

selber beim "Gamen" am Computer auf, als er einen Videoanruf von der Privat-

klägerin C._____ auf sein (ebenfalls im gefilmten Bereich sichtbares) Mobiltelefon 

erhält. Während der Beschuldigte weiter am Computer spielt und sich mit der 

Privatklägerin C._____ unterhält, schwenkt diese kurz die Kamera auf die Privat-

klägerin B._____, welche in T-Shirt und Unterhosen bekleidet zu sehen ist 

(Urk. 6/6, CD Asservat Nr. 1, Videodatei). Es ist damit zwar erstellt, dass der Be-

schuldigte hernach im Besitz dieser Videobilder war. Dass der Beschuldigte damit 

die Privatklägerin B._____ zu einem Live-Videochat nötigte, in welchem sie sich 

nackt in der Badewanne zeigte, lässt sich mit den verfügbaren Beweismitteln nicht 

erstellen. In der Chatkonversation zwischen dem Beschuldigten und der Privat-

klägerin ist einzig ersichtlich, dass Letztere am 17. Januar 2018 schreibt: "ich sag 

das meiner Mutter später dann machen wir eine Anzeige". Weiter gibt sie die An-

weisung: "lösch das Video" (nicht akturierter Chatverlauf S. 5 ff.; Chronologischer 

Chatverlauf ab Daten-CD der Polizei [17. Januar 2018]). Welches Video damit 

gemeint ist, erschliesst sich nicht, zumal im Verlauf der Konversation von weiteren 

Videos die Rede ist. Insbesondere kann anhand der Chat-Konversation generell 

nicht eruiert werden, dass der Beschuldigte Videos der Privatklägerin nutzte bzw. 

zu nutzen versuchte, um weiteres Bildmaterial zu erhalten. Er droht zwar an einer 

Stelle damit, ein Video dem Vater der Privatklägerin zukommen zu lassen. Die 

Fragen nach weiteren Bildern erfolgen aber jeweils ohne (ersichtlichen) Zusam-

menhang mit einem Video (nicht akturierter Chatverlauf S. 7 ff.; s.a. Urk. 6/6, CD 

der Polizei). Gleiches gilt für die Nachricht der Privatklägerin an den Beschuldig-

ten vom 22. Januar 2018: "Was fällt dir eigentlich ein das Video auf YouTube zu 

stellen" (nicht akturierter Chatverlauf S. 14; Chronologischer Chatverlauf ab Da-

ten-CD der Polizei [22. Januar 2018]). 

2.3. Die Vorinstanz lässt ausser Acht, dass es in Nachachtung des Immutabili-

tätsprinzips sowie des Grundsatzes "in dubio pro reo" nicht gereicht, dass der 

Beschuldigte der Privatklägerin B._____ in anderem bzw. ungeklärtem Zusam-

menhang Nachteile androht. Wenn aus dem WhatsApp-Chat des Beschuldigten 

mit der Privatklägerin B._____ beispielsweise hervorgeht, dass der Beschuldigte 

Ersterer androht, ihre Nummer samt Foto gehe "durchs Netz", wenn sie weiterhin 

- 16 - 

"frech" zum Beschuldigten sei (nicht akturiertes Chat-Protokoll, S. 10), oder dass 

ihre "tits wie arsch" im Netz landen würden, wenn sie nicht mit dem Beschuldigten 

spreche, erscheint dies zwar moralisch fraglich, bildet jedoch nicht Gegenstand 

der Anklage (Art. 350 Abs. 1 StPO). Dass der Beschuldigte mit dem in der Ankla-

ge genannten Video sowie geschilderten Vorgehen die Privatklägerin genötigt ha-

be, sich an-lässlich eines Videochats nackt zu zeigen, lässt sich daraus aber nicht 

ableiten. Der Beschuldigte ist daher von diesem Vorwurf freizusprechen. 

3. Nötigungshandlungen zum Nachteil der Privatklägerin C._____ 

3.1. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf, er habe der Privatklägerin 

C._____ gedroht, ihre Telefonnummer im Internet auf Youtube zu veröffentlichen, 

falls sie ihm keine selbstgedrehten Videos mit sexuellem Inhalt schicke. Weiter 

stellt er in Abrede, dass die Privatklägerin C._____ ihm unter dem Druck dieser 

Drohung ein Bild von sich zugestellt habe, auf welchem sie am Oberkörper nur 

mit einem BH bekleidet gewesen sei (Urk. 15 S. 3; vgl. Urk. 5/1 F/A 53-55; Urk. 25 

S. 12). Die Vorinstanz übersieht zunächst, dass der Anklagesachverhalt in diesem 

Punkt nicht mit den Ermittlungsergebnissen in Einklang zu bringen ist. Entgegen 

der Anklage findet sich in den Ermittlungsakten der deutschen Behörden einzig 

der Vorwurf, die Privatklägerin C._____ habe sich dem Beschuldigten unter ent-

sprechendem Druck auf einem Video gezeigt (und hat ihm nicht ein Bild zuge-

stellt; vgl. Urk. 37 S. 16 ff.; Urk. 6/3 S. 1; Zweitakte 1725/18 S. 79). Das Gericht ist 

an diesen in der Anklage umschriebenen Sachverhalt gebunden (Art. 350 Abs. 1 

StPO). Es finden sich aber auch keine verwertbaren Beweismittel in den Akten, 

welche entsprechende Druckversuche des Beschuldigten stützen würden. Der 

Beschuldigte teilt der Privatklägerin B._____ gemäss Chatprotokoll zwar mit, auch 

die Privatklägerin C._____ habe "blank gezogen" (nicht akturiertes Chat-Protokoll, 

S. 20). Daraus lässt sich jedoch nichts bezüglich des hier zu beurteilenden Ankla-

gevorwurfs ableiten. Der Beschuldigte ist von diesem Vorwurf ebenfalls freizu-

sprechen. 

- 17 - 

4. Anklagevorwurf betreffend die Geschädigte D._____ 

Der Beschuldigte hat eingestanden, der Geschädigten D._____ in sexueller Ab-

sicht sowie in Kenntnis deren Schutzalters ein Video zugestellt zu haben, auf wel-

chem zu sehen ist, wie er an seinem Penis manipuliert und in ein Glas uriniert. 

Der Beschuldigte erklärte dazu: "Der Vorfall mit dem Bierglas war ich selbst. Ich 

habe masturbiert, dies gebe ich zu" (Urk. 25 S. 11). Ebenfalls räumt der Beschul-

digte ein, der Geschädigten mittels Videobotschaft mitgeteilt zu haben: "D._____ 

Allahu Akbar du hörst jetzt sofort auf die coole nice C._____ zu nutzen sonst 

komm ich vorbei und dann lutscht du mein linkes Hoden-Ei" (Anklage-

ziff. 1.3.;Urk. 27 S. 4; Urk. 5/1 F/A 62; Urk. 5/3 F/A 9; Urk. 25 S. 9). Soweit der 

Beschuldigte vorbringt, die Aussage gegenüber der Geschädigten sei als Spass 

und nicht ernst gemeint gewesen, ist darauf im Rahmen der rechtlichen Würdi-

gung einzugehen (Urk. 25 S. 12). 

IV.  Rechtliche Würdigung 

1. Sexuelle Handlungen mit Kindern 

1.1. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, die Handlungen des Beschuldig-

ten gegenüber den Privatklägerinnen B._____ und C._____ (Manipulieren am 

entblössten Penis) sowie das an die Geschädigte D._____ versandte Video 

(Manipulieren am Penis und Urinieren in ein Glas) seien klar sexuell orientiert 

gewesen. Der Beschuldigte habe die minderjährigen Opfer in die sexuellen 

Handlungen miteinbezogen, weshalb der Tatbestand der sexuellen Handlungen 

mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB jeweils erfüllt sei (Urk. 37 S. 21-

23). 

1.2. Wie bereits erwähnt, wendet die Verteidigung in diesem Zusammenhang 

ein, bei der Tatbestandsvariante des Einbeziehens von Kindern in sexuelle Hand-

lungen seien klare und eindeutige Handlungen mit sexuellem Bezug und einiger 

Erheblichkeit erforderlich. Es sei unklar, was dem Beschuldigten angelastet wer-

de, wenn festgehalten werde, dass er "an seinem Penis manipuliert" habe. Dies 

allein stelle von aussen betrachtet nicht per se eine sexuelle Handlung im Sinne 

des Strafgesetzbuches dar, weshalb ungewiss sei, ob damit eine Manipulation im 

- 18 - 

Sinne einer sexuellen Handlung oder eine solche ohne sexuellen Bezug be-

schrieben werde, beispielsweise das "blosse Zeigen" oder "Reinigen des Penis" 

(Urk. 27 S. 5 f.; Urk. 56 S. 4 ff.). Auch der Vorwurf, der Beschuldigte habe an sei-

nem Penis manipuliert und in ein Glas uriniert könne klarerweise nicht als sexuel-

le Handlung bewertet werden (Urk. 56 S. 5). 

1.3. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Einbeziehens von 

Minderjährigen in sexuelle Handlungen gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB korrekt 

dargelegt und den Sachverhalt zutreffend gewürdigt. Darauf kann verwiesen wer-

den (Urk. 37 S. 20 f.). Es ist hervorzuheben, dass der Tatbestand die ungestörte 

(sexuelle) Entwicklung von Minderjährigen schützt und bei der Tatbestandsvarian-

te des Einbeziehens von Minderjährigen in sexuelle Handlungen diese zwar nicht 

selbst körperlich beeinträchtigt, aber zum unmittelbaren Zuschauer einer sexuel-

len Handlung gemacht werden. Deshalb sind sexuelle Verhaltensweisen von "ei-

niger Erheblichkeit" erforderlich. Die Erheblichkeit muss in Zweifelsfällen nach den 

Umständen des Einzelfalles bestimmt werden. Unter dem Gesichtspunkt des 

Jugendschutzes kann eine Verhaltensweise anders bewertet werden als unter 

dem Blickwinkel des Schutzes der sexuellen Freiheit (BSK StGB II-MAIER, 4. Aufl. 

2019, Art. 187 N 9, 11 und 17 m.H.). Für das Einbeziehen in sexuelle Handlungen 

sind deshalb grundsätzlich nicht nur der Beischlaf oder die orale bzw. anale Pene-

trationen tatbeständlich, sondern auch Berührungen mit der Hand an den nackten 

männlichen oder weiblichen Geschlechtsteilen oder gar das längere oder intensi-

ve Betasten des weiblichen oder männlichen Geschlechtsteils über der Kleidung 

(zum Ganzen: BSK StGB II-MAIER, 4. Aufl. 2019, Art. 187 N 17 ff. m.H.).  

1.4. Der Beschuldigte hat den Privatklägerinnen C._____ und B._____ in den 

Livechats nicht nur seinen entblössten Penis gezeigt, sondern diesen berührt und 

auch daran herumhantiert. Der Beschuldigte sprach in diesem Zusammenhang 

selber von "masturbieren" bzw. "wixxen" (Urk. 5/1 F/A 39; nicht akturierter Chat 

S. 2). Dieser Vorgang wurde durch die Privatklägerinnen unmittelbar wahr-

genommen. Da es sich um ein blosses Tätigkeitsdelikt handelt, ist der objektive 

Tatbestand damit erfüllt. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte 

direktvorsätzlich. Es kann auf die Ausführungen des Vorderrichters verwiesen 

- 19 - 

werden (Urk. 37 S. 23). Zu bemerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass die 

Motive des Täters, mithin ob er zum Zweck seiner geschlechtlichen Befriedigung 

handelte oder nicht, für die Erfüllung des Tatbestandes nicht massgeblich sind 

(OF-Kommentar StGB-WEDER, 20. Aufl. 2018, Art. 187 N 30). Auch wenn das 

Verhalten des Beschuldigten teilweise nahezu infantil erscheinen mag, erfolgte es 

fraglos im Kontext sexualisierter Handlungen. 

1.5. Das zuvor Ausgeführte gilt auch betreffend das an die Geschädigte 

D._____ versandte Bildmaterial, sind die Handlungen des Beschuldigten (Manipu-

lieren am Penis und Urinieren) unter Berücksichtigung der konkreten Umstände 

im Gesamtkontext und in ihrer Gesamtheit doch ebenfalls fraglos als sexuelle 

Handlung im Sinne von Art. 187 StGB zu qualifizieren (BSK StGB II-MAIER, 

4. Aufl. 2019, vor Art. 187 N 33 und Art. 187 N 11m.H.). 

1.6. Der Beschuldigte ist daher der mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Drohung bzw. Nötigung zum Nachteil der Geschädigten D._____ 

2.1. Die Vorinstanz qualifiziert die Aussage des Beschuldigten gegenüber der 

Geschädigten D._____ als Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB. Sie erwog hier-

zu, der Beschuldigte habe mit seiner Aussage im Video den objektiven und sub-

jektiven Tatbestand der Drohung erfüllt. Jedoch stelle die Drohung des Beschul-

digten vorliegend das Mittel zum Zweck einer Nötigung dar, mit welcher der Be-

schuldigte die Geschädigte dazu gezwungen habe, die Privatklägerin C._____ in 

Ruhe zu lassen (Urk. 37 S. 27 f.). 

Die Verteidigung führt dagegen sinngemäss ins Feld, die Geschädigte sei durch 

das Verhalten des Beschuldigten weder unter Druck gesetzt noch in Angst und 

Schrecken versetzt worden. Es komme vielmehr der Verdacht auf, die Geschädig-

te habe sich einen Spass mit dem Beschuldigten erlaubt (Urk. 56 S. 8 f.). 

2.2. Der Tatbestand der Nötigung ist ein Erfolgsdelikt. Vollendet ist die Nöti-

gung, wenn sich das Opfer, zumindest teilweise, nach dem Willen des Täters ver-

hält (BGE 129 IV 262 E. 2.7). Der Anklagesachverhalt bezeichnet gemäss 

- 20 - 

Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO den Tathergang, insbesondere die Art und Folgen der 

Tatausführung. Bei Erfolgsdelikten gehören die Tatfolgen zum objektiven Tatbe-

stand und sind daher in der Anklage zu nennen (Zürcher Kommentar StPO-

WOHLERS, 3. Aufl. 2020, Art. 325 N 11). Es ist weder bekannt noch wird in der An-

klage umschrieben, ob sich die Geschädigte durch die Androhung des Beschul-

digten zu einem entsprechenden Verhalten veranlasst sah. Eine Verurteilung we-

gen Nötigung kommt bereits aus diesem Grund nicht in Betracht. 

2.3. Weshalb die genannte Aussage den Tatbestand der Drohung erfüllt, hat 

die Vorinstanz aber zutreffend aufgezeigt (Urk. 37 S. 26-28). Ergänzend dazu ist 

Folgendes festzuhalten: Die Strafbarkeit nach Art. 180 StGB setzt einerseits 

voraus, dass der Täter einen schweren Nachteil in Aussicht stellt, und anderer-

seits, dass das Opfer dadurch in Schrecken oder Angst versetzt wird. Ob der 

Nachteil schwer ist, beurteilt sich grundsätzlich nach objektiven Massstäben, wo-

bei in der Regel auf das Empfinden eines vernünftigen Menschen mit einigermas-

sen normaler psychischer Belastbarkeit abzustellen ist. Wann eine Drohung 

schwer ist, kann nicht abstrakt beschrieben werden, sondern muss im Einzelfall 

objektiv nach der Schwere des angedrohten Nachteils bzw. nach der Gesamtheit 

der Situation und nicht anhand der individuellen Empfindlichkeit der betroffenen 

Person gemessen werden (Urteil 6B_98/2016 vom 09. September 2016 E. 5.3). 

Gemäss verschiedenen Lehrmeinungen darf im Sinne dieser höchstrichterlichen 

Rechtsprechung auch das subjektive Moment bei besonders schutzbedürftigen 

Opfern, namentlich Kindern, nicht ausser Acht bleiben (BSK StGB II-

DELNON/RÜDY, 4. Aufl. 2019, Art. 180 N 20 f.; HEIZMANN/LÜÖND, in: StGB Annotier-

ter Kommentar, Bern 2020, Art. 180 N 4 f.). 

2.4. Durch seine sinngemässe Ankündigung eines sexuellen Übergriffs auf die 

im Tatzeitpunkt rund 14-jährige Geschädigte hat der Beschuldigte nicht nur eine 

Straftat und damit einen schweren Nachteil in Aussicht gestellt, sondern die 

Geschädigte auch in Angst bzw. Schrecken versetzt. Der Verteidiger stellt selber 

fest, dass es sich hierbei um ein betontermassen abstossendes Verhalten ge-

handelt habe, und die Mitverantwortung des Beschuldigten allein aufgrund des 

Altersunterschieds nicht zu relativieren sei (Urk. 27 S. 9). Führt der Verteidiger 

- 21 - 

einzelne Videosequenzen der Privatklägerinnen B._____ und C._____ an, welche 

belegen sollen, dass sämtliche Involvierten den Beschuldigten nicht ernst-

genommen hätten, kann daraus nichts hinsichtlich des Gemütszustandes der 

Geschädigten D._____ nach Erhalt des entsprechenden Videos abgeleitet 

werden (Urk. 27 S. 8 f.), zumal das Merkmal der Angst sowohl einen plötzlichen, 

momentanen wie auch einen dauerhaften Zustand umfassen kann (BSK StGB II-

DELNON/RÜDY, 4. Aufl. 2019, Art. 180 N 20). Es sind keine Anzeichen dafür zu 

entnehmen, dass die Geschädigte D._____ den Beschuldigten nicht ernst 

genommen haben sollte (Urk. 27 S. 8 f.; Urk. 56 S. 8 f.). Die Vorinstanz hat hierzu 

zutreffend darauf hingewiesen, dass die Geschädigte wenige Tage nach Erhalt 

der entsprechenden Mitteilung eine Strafanzeige gegen den Beschuldigten erstat-

tete (Zweitakten 1724/18 S. 14 ff.). Dass die Geschädigte nach Ansicht der Ver-

teidigung nicht den Eindruck eines völlig wehrlosen oder gar naiven Mädchens 

erwecke (vgl. Urk. 56 S. 8), ist bei dieser Ausgangslage nicht von Belang. Der ob-

jektive Tatbestand der Drohung ist erfüllt. 

2.5. Soweit der Beschuldigte die Ernsthaftigkeit seiner Aussage in Zweifel zieht 

und geltend macht, er habe der Geschädigten keine Angst machen wollen, ist er 

nicht zu hören (vgl. Urk. 25 S. 12; Urk. 5/3 F/A 10). Mit der Vorinstanz hat der 

rund 20 Jahre ältere Beschuldigte die Tatbestandsverwirklichung zumindest in 

Kauf genommen (Urk. 37 S. 28). Er hat denn auch selber eingeräumt, es könne 

sein, dass er mal versucht habe, die beiden (gemeint: Die Privatklägerin C._____ 

und die Geschädigte D._____) gegeneinander "auszuspielen" (Urk. 5/1 F/A 63). 

Von einem blossen Scherz kann daher keine Rede sein. Der Beschuldigte ist der 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Pornografie / Gewaltdarstellungen 

3.1. Die Vorinstanz subsumierte den Anklagevorwurf gemäss Anklageziff. 1.4. 

gesamthaft unter dem Tatbestand de Pornografie nach Art. 197 Abs. 5 StGB. Da-

bei übersieht sie, dass das beim Beschuldigten sichergestellte Film- und Bildma-

terial auch verbotene Gewalt enthält (u.a. Köpfen einer weiblichen Person; vgl. 

Urk. 2/2 S. 15 f. und Urk. 15 S. 3), welches separat unter Art. 135 StGB zu sankti-

onieren gewesen wäre. Da dieser Sachverhalt mit dem in Rechtskraft erwachse-

- 22 - 

nen Schuldspruch gesamthaft als abgeurteilt zu gelten hat, kann darauf nicht 

mehr zurückgekommen werden. 

3.2. Obwohl die Vorinstanz in ihrer rechtlichen Würdigung sodann grundsätzlich 

zutreffend erwog, der Beschuldigte habe den Tatbestand von Art. 197 Abs. 5 

(Satz 1 und 2) StGB mehrfach erfüllt, sprach sie den Beschuldigten im Dispositiv 

"lediglich" der (einfachen) Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB schuldig 

(Urk. 37 S. 30). Bezüglich des zu berücksichtigenden Verschlechterungsverbots 

ist  jeweils das Dispositiv massgeblich (Urteil 6B_199/2011 vom 10. April 2012 

E. 8.3.2). Daher kann auch dieser Umstand im Berufungsverfahren nicht mehr 

korrigiert werden. 

4. Fazit 

Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten zudem der mehrfachen sexuellen Hand-

lungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der Drohung im Sin-

ne von Art. 180 StGB schuldig zu sprechen. 

V.  Sanktion 

1. Ausgangslage und Grundlagen 

1.1. Die Verteidigung erachtet im Lichte der beantragten Freisprüche eine 

bedingt aufgeschobene Geldstrafe von 90 Tagessätzen bei einer zweijährigen 

Probezeit als angemessen. Im Übrigen stellte sie keine Eventualanträge zum 

Strafmass (Urk. 39 S. 3; Urk. 56 S. 2 und S. 9 f.). Die Staatsanwaltschaft bean-

tragt die Bestätigung der vorinstanzlichen Sanktion (Urk. 43). 

1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die 

Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwen-

dung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1 S. 316 ff., 217 E. 2.2 und 

E. 3 S. 219 ff.; 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67 f.; je mit Hinweisen). Darauf sowie auf die 

- 23 - 

zutreffenden theoretischen Erwägungen der Vorinstanz zur Anwendbarkeit des 

Asperationsprinzips kann verwiesen werden (Urk. 37 S. 30 f.). 

1.3. Das Bundesgericht unterstreicht in seiner jüngeren Rechtsprechung, dass 

Art. 49 Abs. 1 StGB keine Ausnahme von der konkreten Methode erlaubt. Es 

schliesst die Ausfällung einer Einheitsstrafe im Sinne einer Gesamtbetrachtung 

aus (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4 S. 235 f. m.H.). Diese Rechtsprechung wurde wie-

derholt bestätigt (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2; Urteile 6B_712/2018 vom 

18. Dezember 2019 E. 3.1, 6B_1033/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 5.2 f., 

6B_166/2019 vom 6. August 2019 E. 3.2.4, 6B_409/2018 vom 7. Juni 2019 E. 2.3 

und 6B_884/2018 vom 5. Februar 2019 E. 1.2.2). Damit sind nach der "konkreten 

Methode" für sämtliche Delikte gedanklich Einzelstrafen zu bilden. Dies hat die 

Vorinstanz – etwa indem sie die mehrfach verübten sexuellen Handlungen mit 

Kindern als Ganzes beurteilte – teilweise unterlassen. 

2. Wahl der Sanktionsart und Strafrahmen- 

2.1. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässig-

keit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein sozia-

les Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 

E. 4.2 mit Hinweisen). Am grundsätzlichen Vorrang der Geldstrafe hat der Ge-

setzgeber im Rahmen der Revision des Sanktionenrechts festgehalten (BGE 144 

IV 217 E. 3.6). Das Gericht kann jedoch gemäss Art. 41 Abs. 1 StGB statt auf ei-

ne Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine solche geboten er-

scheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen ab-

zuhalten, oder wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann. 

2.2. Der verbeiständete Beschuldigte ist nicht arbeitstätig und lebt von der 

finanziellen Unterstützung der Mutter sowie der Behörden. Vermögen oder 

Schulden hat der Beschuldigte nicht (vgl. Urk. 5/3 F/A 13 und Urk. 25 S. 3). 

Aufgrund der finanziellen Verhältnisse und der nicht unerheblichen Delinquenz 

des Beschuldigten kann nicht ansatzweise davon ausgegangen werden, dass ei-

ne allfällige Geldstrafe vollzogen werden könnte. Zudem delinquierte der Be-

schuldigte mehrfach und einschlägig. Er zeigt sich weder reuig noch einsichtig, 

- 24 - 

sondern ist der Ansicht, die Geschädigten würden nur Geld von ihm wollen, wes-

halb er eine Gegenanzeige machen wolle (statt vieler: Urk. 25 S. 12). Aus spezi-

alpräventiven Gründen kommt deshalb einzig die Ausfällung einer Freiheitsstrafe 

in Frage. Weshalb eine solche aufgrund der Epilepsie des Beschuldigten nicht 

gangbar sein soll, erschliesst sich entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht 

(Urk. 27 S. 11). Die grundsätzliche Hafterstehungsfähigkeit wurde dem Beschul-

digten im Rahmen der Untersuchung ärztlich attestiert (Urk. 9/3). 

2.3. Die sexuellen Handlungen mit Kindern stellen mit einem Strafrahmen von 

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren das abstrakt schwerste De-

likt dar (vgl. Art. 187 Ziff. 1 StGB). Der Beschuldigte führte mit den Privatklägerin-

nen C._____ und B._____ mehrere gleichgelagerte Live-Videochats, wobei die 

jeweilige genau Anzahl nicht bekannt ist. Schwerste Tat und damit Ausgangs-

punkt der Strafzumessung bilden daher die Videochats mit dem im Tatzeitpunkt 

jüngsten Opfer, der Privatklägerin C._____. Für die Bildung der Gesamtstrafe wird 

die hierfür festzulegende Einsatzstrafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens 

zu bestimmen und hernach um die Strafen für die weiteren Delikte angemessen 

zu erhöhen sein (Art. 49 Abs. 1 StGB). Ausserordentlichen Umstände, welche ein 

Verlassen dieses ordentlichen Strafrahmens bedingen würden, sind nicht ersicht-

lich (BGE 136 IV 55).  

3. Sexuelle Handlungen betreffend die Privatklägerin C._____ 

3.1. Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass es sich 

bei der rund 14-jährigen Privatklägerin um ein pubertierendes Opfer handelte 

(BSK StGB II-MAIER, 4. Aufl. 2019, Art. 187 N 26). Sodann fällt ins Gewicht, dass 

bei der Tatbestandsvariante des Einbeziehens die normale Entwicklung des Kin-

des weit weniger gefährdet wird, als wenn es selbst körperlich beeinträchtigt wür-

de (BSK StGB II-MAIER, 4. Aufl. 2019, Art. 187 N 18). Kommt hinzu, dass der Ein-

bezug der Privatklägerin in die sexuelle Handlung jeweils via Videochat erfolgte 

und die streitgegenständlichen Handlungen daher nicht die Intensität einer Tat er-

reichen können, welche beispielsweise in unmittelbarer Anwesenheit von Täter 

und Opfer im selben Raum vorgenommen wird. Dennoch darf nicht unbeachtet 

bleiben, dass der Beschuldigte über einen Zeitraum von rund drei Wochen mehre-

- 25 - 

re solche Videochats vornahm und dabei an seinem Penis manipulierte bzw. 

onanierte. Aufgrund der nicht bekannten genauen Anzahl dieser Chats ist von 

mindestens zwei Vorfällen auszugehen. Dass der Beschuldigte dabei jegliche 

Grenzen des Jugendschutzes ignorierte, zeigt sich auch in seiner Aussage, 

wonach er mit der Privatklägerin "schon eher ein bisschen pervers" kommuniziert 

habe (Urk. 5/1 F/A 49). Unter Berücksichtigung aller denkbaren Handlungen, 

welche unter diesen Tatbestand zu subsumieren sind, ist das objektive Verschul-

den des Beschuldigten im Lichte des weiten Strafrahmens im untersten Rahmen 

festzusetzen und als leicht zu qualifizieren.  

3.2. Handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich sowie egoistisch und 

hemmungslos zur Befriedigung seiner sexuellen Triebe, ist dies dem Tatbestand 

immanent. Selbst wenn nicht von einer weit im Voraus geplanten Tatbegehung 

auszugehen ist, kann doch von einem zielgerichteten Vorgehen des Beschuldig-

ten gesprochen werden, zumal der Beschuldigte auch bei der Privatklägerin 

B._____ in gleicher Weise vorging. Die subjektive Tatschwere vermag das objek-

tive Tatverschulden nicht zu relativeren. Es erscheint dem Verschulden des Be-

schuldigten angemessen, eine Einsatzstrafe im Bereich von 4 Monaten festzule-

gen. 

4. Sexuelle Handlungen betreffend die Privatklägerin B._____ und die 
Geschädigte D._____ 

4.1. Bezüglich der Einzelstrafe für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

der im Tatzeitraum knapp 15-jährigen Privatklägerin B._____ kann aufgrund des 

identischen Tatvorwurfs vollumfänglich auf die vorstehenden Erwägungen zur 

Einsatzstrafe verwiesen werden. Eine hypothetische Einzelstrafe von rund 

4 Monaten erschiene gerechtfertigt.  

4.2. Demgegenüber handelte es sich beim Versand des Bildmaterials an die  

14-jährige Geschädigte D._____ um einen einmaligen Vorgang. Unter den zuvor 

genannten Voraussetzungen ist bei einer Gesamtbetrachtung in objektiver und 

subjektiver Hinsicht ebenfalls von einem leichten Verschulden auszugehen und 

die Einzelstrafe wäre gedanklich auf 2-3 Monate zu bemessen. 

- 26 - 

5. Pornografie 

5.1. Die Strafandrohung für Tathandlungen gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 

StGB (Gewalt-, Tier- und virtuelle Kinderpornografie) beläuft sich auf Geldstrafe 

oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Unter diese Kategorie fallen rund 43 der 

beschlagnahmten Dateien. Satz 2 der genannten Norm erweitert den Strafrahmen 

auf bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, sofern sexuelle Handlungen mit Minder-

jährigen betroffen sind. Dies ist vorliegend bei 4 Filmen und 74 Bilddateien der 

Fall.  

5.2. Angesichts der Menge der tatbeständlichen Dateien, welche der Be-

schuldigte konsumiert und allesamt gleichzeitig besessen hat, drängt sich eine 

Gesamtbetrachtung sämtlicher Verstösse auf (vgl. Urteil 6B_523/2018 vom 

23. August 2018 E. 1.2.2), zumal sich eine Gesamtbetrachtung auch aufgrund 

des rechtskräftigen vorinstanzlichen Schuldspruchs (wegen einfacher anstatt 

mehrfacher Pornografie; vgl. zuvor E. IV. 3) aufdrängt. Im Rahmen der objektiven 

Tatschwere ist wesentlich, dass der Beschuldigte eine nicht mehr geringe Anzahl 

von 78 Dateien mit tatsächlich kinderpornografischem Inhalt besass. Erschwerend 

ist zu berücksichtigen, dass auf dem diesbezüglichen Bildmaterial nicht nur die 

primären Geschlechtsteile von Kindern, sondern auch massive Übergriffe auf-

gezeichnet worden sind (anale bzw. vaginale Penetration von klar kindlichen 

Opfern; vgl. Urk. 2/2 S. 7 ff.). Auch die Darstellung von sexuellen Handlungen mit 

Tieren (Oralverkehr, Besteigen einer Frau durch einen Hund) überschreiten die 

Grenze zur harten Pornografie erheblich. Wenn die Vorinstanz das 

Tatverschulden bei einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren als "nicht mehr 

leicht" qualifiziert, erscheint dies aber gesamthaft als zu streng. Das Verschulden 

ist im unteren Bereich des unteren Strafrahmendrittels anzusiedeln, was eine 

hypothetische Einzelstrafe von 5 Monaten rechtfertigt. 

6. Drohung 

Die objektive Tatschwere der vom Beschuldigten begangenen Drohung ist 

innerhalb des Strafrahmens zu bemessen und damit zum breiten Spektrum von 

denkbaren Drohungen in Relation zu setzen. Zwar bedrohte der Beschuldigte die 

- 27 - 

Geschädigte mit einem erheblichen sexuellen Übergriff, jedoch ist auch hier die 

räumliche Distanz und der Umstand zu berücksichtigen, dass die Aussage nicht 

von Angesicht zu Angesicht erfolgte. Die Drohung erfolgte ohne verständlichen 

Grund. Gesamthaft wiegt das objektive Verschulden eher leicht. Der Beschuldigte 

handelte eventualvorsätzlich. Eine Strafe von einem Monat erscheint angemes-

sen. 

7. Strafhöhe unter Berücksichtigung der Strafschärfung 

Für die Asperation und die Bemessung der Gesamtstrafe ist dem Verhältnis der 

einzelnen Taten untereinander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder 

geringeren Selbständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der ver-

letzten Rechtsgüter und Begehungsweisen Rechnung zu tragen. Der Gesamt-

schuldbeitrag des einzelnen Delikts kann dabei geringer zu veranschlagen sein, 

wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang 

stehen (Urteil 6B_323/2010 vom 23. Juni 2010 E. 3.2). Letzteres ist einzig 

bezüglich der sexuellen Handlungen und der Drohung zum Nachteil der Ge-

schädigten D._____ der Fall, welche zeitlich Hand in Hand gingen, weshalb diese 

nicht losgelöst voneinander zu beurteilen sind. Insgesamt resultiert im Rahmen 

der Asperation eine Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe um 7 Monate auf 

insgesamt 11 Monate Freiheitsstrafe. 

8. Tatunabhängige Strafzumessungsfaktoren und Fazit 

8.1. Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse und den Werdegang des 

Beschuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 37 

S. 37). Aus den persönlichen Verhältnissen ergibt sich nichts für die Straf-

zumessung Relevantes. 

8.2. Mit der Vorinstanz ist die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten neutral zu 

werten. Ebenfalls liegt keine besondere Strafempfindlichkeit vor (Urk. 37 S. 38 f.). 

Das Geständnis des Beschuldigten betreffend Pornografie sowie hinsichtlich der 

sexuellen Handlungen mit Kindern ist strafmindernd zu berücksichtigen. Während 

der Beschuldigte bezüglich der Pornografie weitestgehend überführt war, hat er 

- 28 - 

die Strafuntersuchung in den übrigen Punkten durch das Geständnis doch erleich-

tert. Eine Strafminderung um 2 Monate erscheint angemessen. 

8.3. Unter Berücksichtigung aller für die Strafzumessung relevanter Kriterien ist 

eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten auszusprechen. 

9. Vollzug 

Der Beschuldigte ist Ersttäter. Bereits aufgrund des zu beachtenden Ver-

schlechterungsverbots ist der Vollzug der Strafe unter Ansetzung der minimalen 

Probezeit von zwei Jahren bedingt aufzuschieben (Art. 42 und Art. 44 Abs. 1 

StGB). 

VI.  Tätigkeitsverbot 

1. Ausgangslage 

1.1. Die Vorinstanz verhängte ein (neurechtliches) Tätigkeitsverbot wegen 

Pornografie und sah hinsichtlich der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kin-

dern von der zusätzlichen Auferlegung eines (altrechtlichen) Tätigkeitsverbots 

aufgrund des darauf entfallenden Strafanteils ab (Urk. 37 S. 41 ff.; Art. 67 Abs. 5 

StGB). In Nachachtung des Verschlechterungsverbots ist auch die Berufungs-

instanz an diesen Entscheid gebunden. Es bleibt daher lediglich zu prüfen, ob 

aufgrund der Verurteilung wegen Pornografie ein Tätigkeitsverbot auszusprechen 

ist. 

1.2. Die Verteidigung beantragt, es sei von der Anordnung eines Tätigkeits-

verbots abzusehen, da ein besonders leichter Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis 

StGB vorliege. Der Beschuldigte sei zudem reuig und habe sich seit seiner Tat-

handlung nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Er habe glaubhaft geschil-

dert, dass er nun einen Bogen um Personen im Schutzalter mache. Zudem könne 

mit Sicherheit davon ausgegangen werden, das der Beschuldigte weder beruflich 

noch in einem Verein mit Kindern zu tun haben werde (Urk. 27 S. 11; Urk. 56 

S. 10 f.). 

- 29 - 

2. Rechtliche Grundlagen und Würdigung 

2.1. Wird jemand wegen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB zu einer 

Strafe verurteilt und hatten die Gegenstände oder Vorführungen – wie beim 

Beschuldigten – sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt, so verbietet 

ihm das Gericht lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausser-

berufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst 

(Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB). Das Tätigkeitsverbot soll unabhängig von der 

Höhe der im Einzelfall ausgesprochenen Strafe angeordnet werden. Es ist zudem 

nicht relevant, ob die Tat in Ausübung eines Berufs oder im rein privaten Rahmen 

verübt wurde. Das Gericht kann in besonders leichten Fällen ausnahmsweise von 

der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes absehen, wenn ein solches Verbot nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten 

abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Von der Anordnung eines 

Tätigkeitsverbotes darf jedoch nicht abgesehen werden, wenn der Täter gemäss 

den international anerkannten Klassifikationskriterien pädophil ist (Art. 63 Abs. 4bis 

lit. b StGB). Daraus ergibt sich zunächst, dass ein lebenslängliches Tätigkeitsver-

bot im Sinne Art. 67 Abs. 3 StGB bei gegebenen Voraussetzungen grundsätzlich 

zwingend anzuordnen ist. Um davon abzusehen, wird kumulativ verlangt, dass es 

sich um einen besonders leichten Fall einer bestimmten Anlasstat handelt und die 

Anordnung eines Tätigkeitsverbotes nicht notwendig erscheint, um den Täter von 

der Begehung weiterer einschlägiger Straftaten abzuhalten (vgl. dazu Botschaft 

zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von 

Art. 123c BV], BBl 2016 6115 S. 6134 f. und 6145 f.). 

2.2. Mit der Verurteilung wegen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 

Satz 2 StGB, die Erzeugnisse hatten tatsächliche sexuelle Handlungen mit Kin-

dern zum Inhalt, sind die Voraussetzungen für die Anordnung eines lebenslängli-

chen Tätigkeitsverbotes erfüllt. Der Beschuldigte war in Besitz von zwei Filmen 

sowie 74 Bildern mit teilweise explizit kinderpornografischem Inhalt (vgl. oben 

E. V.5.). Es liegt damit kein besonders leichter Fall einer Anlasstat vor, welcher 

als kumulative Voraussetzung ein Absehen von einem Tätigkeitsverbot rechtferti-

gen würde (vgl. dazu ZR 120/2021, Nr. 58 S. 274 ff.). Der in diesem Zusammen-

- 30 - 

hang seitens der Verteidigung angeführte Entscheid der hiesigen Kammer erweist 

sich bereits deshalb als unbehelflich, da dort ein Tätigkeitsverbot aufgrund des zu 

beachtenden Verschlechterungsverbots im Berufungsverfahren gar nicht mehr 

hätte angeordnet werden können (Urk. 56 S. 10 m.H. auf das Urteil des Oberge-

richts des Kantons Zürich SB200435 vom 22. Februar 2021). Im Übrigen erweist 

sich das Verbot auch als verhältnismässig und notwendig (so auch die Vo-

rinstanz: Urk. 37 S. 44). Eine Veränderung in den Lebensumständen des Be-

schuldigten ist nicht ersichtlich, geht er doch weiterhin seinen Freizeitaktivitäten in 

den neuen Medien nach (vgl. Urk. 25 S. 2 ff.). Sodann wird er durch ein entspre-

chendes Verbot auch nicht in unverhältnismässiger Weise getroffen, da in Über-

einstimmung mit dem Verteidiger nicht absehbar ist, inwiefern dies den Beschul-

digten inskünftig überhaupt direkt tangieren würde. Das vorinstanzlich ausgespro-

chene lebenslängliche Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 

StGB ist daher zu bestätigen. 

VII.  Zivilansprüche 

Da die Privatklägerinnen ihre Schadenersatz- respektive Genugtuungsansprüche 

weder begründet noch substantiiert haben (Urk. 7/4-5), sind sie mit ihren Zivil-

ansprüchen auf den Zivilweg zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

1.1. Die Verteidigung beantragt, dem Beschuldigten seien die Kosten der Un-

tersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens zu einem Viertel aufzuerlegen 

und die Verteidigerkosten seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen 

(Urk. 39 S. 3; Urk. 56 S. 2).  

1.2. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens 

werden der beschuldigten Person auferlegt, wenn sie verurteilt wird und zwischen 

dem strafbaren Verhalten sowie den dadurch verursachten Kosten ein Kausal-

zusammenhang besteht (Art. 426 Abs. 1 StPO; SCHMID/JOSITSCH, Praxis-

kommentar StPO, 3. Aufl. 2017, Art. 426 N 1). Für die Kostenauflage ist der zur 

- 31 - 

Anklage gebrachte Sachverhalt massgebend. Der beschuldigten Person können 

trotz Teilfreispruchs die gesamten Kosten auferlegt werden, wenn die Tatvorwürfe 

in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Untersuchungs-

handlungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes notwendig waren (Zürcher 

Kommentar StPO-GRIESSER, 3. Aufl. 2020, Art. 426 N 3). 

1.3. Vorliegend hat zwar ein teilweiser Freispruch zu erfolgen. Sämtliche Unter-

suchungshandlungen betrafen jedoch dieselben Sachverhaltskomplexe, weshalb 

diese in einem direkten Zusammenhang mit der erfolgten Verurteilung stehen und 

ohnehin erforderlich gewesen wären. Die Strafuntersuchung führte in den 

freizusprechenden Punkten nicht zu Mehrkosten. Die vollständige Kostenauflage 

der Vorinstanz ist damit zu bestätigen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

sind unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. 

2. Berufungsverfahren 

2.1. Der Beschuldigte obsiegt teilweise mit seinen Anträgen im Schuldpunkt 

und erreicht damit eine minimal tiefere Sanktion. Ansonsten unterliegt er mit 

seinen Anträgen. Ausgangsgemäss rechtfertigt es sich daher, ihm die Kosten des 

Berufungsverfahrens zu zwei Dritteln aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

2.2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für das Berufungs-

verfahren Aufwendungen über insgesamt Fr. 3'830.80 geltend (inkl. Auslagen und 

MwSt.; vgl. Urk. 57/1-2). Dies erscheint grundsätzlich angemessen. Unter Be-

rücksichtigung der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung rechtfertigt es 

sich, Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für seine Aufwendungen als amtlicher Vertei-

diger pauschal mit Fr. 3'500.– (inkl. MwSt.) zu entschädigen.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, 

Einzelgericht, vom 9. Februar 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

- 32 - 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

− (…) 

− (…) 

− der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB. 

2.-4. (…) 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. September 

2020 beschlagnahmten Gegenstände werden definitiv eingezogen und der Kantons-

polizei Zürich, Asservaten-Triage, zur Vernichtung respektive zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen: 

− Externe Festplatte Marke LaCie (Asservat-Nr. A012'589'627); 

− Notebook Marke HP (Asservat-Nr. A012'589'445); 

− Apple iPhone SE (Asservat-Nr. A012'589'876); 

− Notebook Marke Acer (Asservat-Nr. A012'589'332); 

− Notebook Marke Lenovo (Asservat-Nr. A012'589'127). 

6.-7. (…) 

8. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für die amtliche Verteidigung 

des Beschuldigten wird auf Fr. 12'097.10 (pauschal inkl. Barauslagen und 7.7% 

MwSt.) festgesetzt. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 800.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 4'770.00   Auslagen Polizei 

Fr. 12'097.10   Kosten der amtlichen Verteidigung 

Fr. 19'467.10   Total 

 
10. (…) 

11. (Mitteilungen.) 

12. (Rechtsmittel.)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 33 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig 

− der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. 

2. Von den weiteren Vorwürfen (mehrfache Nötigung gemäss Anklageziff. 1.1. 

Abs. 2 und Anklageziff. 1.2. Abs. 2) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Monaten Freiheitsstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

5. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB ein le-

benslängliches Tätigkeitsverbot auferlegt und es wird ihm jede berufliche 

und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit untersagt, welche einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. 

6. Die Privatklägerin B._____ wird mit ihrem Schadenersatz- und Genugtu-

ungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Die Privatklägerin C._____ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 10) wird bestätigt. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'500.–   amtliche Verteidigung. 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt und im 

Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung werden zu 2/3 einstweilen und im Übrigen definitiv auf die Ge-

- 34 - 

richtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im 

Umfang von 2/3 bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

11. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an  

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− die Privatklägerin B._____ 
− die Privatklägerin C._____ 
− das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, 3003 Bern 
− die Beiständin des Beschuldigten, F._____, … [Adresse] 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 

Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten. 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

- 35 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 10. Februar 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Keller 
 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 

	Urteil vom 10. Februar 2022
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 37 S. 49 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB;
	 der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB;
	 der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB.

	2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	4. Es wird ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 StGB angeordnet und dem Beschuldigten lebenslänglich verboten, jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit auszuüben, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen u...
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden definitiv eingezogen und der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, zur Vernichtung respektive zur gutscheinenden Verwendung ...
	 Externe Festplatte Marke LaCie (Asservat-Nr. A012'589'627);
	 Notebook Marke HP (Asservat-Nr. A012'589'445);
	 Apple iPhone SE (Asservat-Nr. A012'589'876);
	 Notebook Marke Acer (Asservat-Nr. A012'589'332);
	 Notebook Marke Lenovo (Asservat-Nr. A012'589'127).

	6. Die Zivilklage der Privatklägerin 1 B._____ wird auf den Zivilweg verwiesen.
	7. Die Zivilklage der Privatklägerin 2 C._____ wird auf den Zivilweg verwiesen.
	8. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten wird auf Fr. 12'097.10 (pauschal inkl. Barauslagen und 7.7% MwSt.) festgesetzt.
	9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 ...
	11. (Mitteilungen.)
	12. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 f.)
	1. Die Dispositiv-Ziffern 1, 2, 3, 4, 6, 7 und 10 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 9. Februar 2021 seien aufzuheben.
	2. Der Beschuldigte sei der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB schuldig zu sprechen.
	Von den weiteren Vorwürfen sei der Beschuldigte freizusprechen.
	3. Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 50.– zu bestrafen. Dem Beschuldigten sei hierbei der bedingte Strafvollzug zu gewähren, dies unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
	4. Von einem Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 StGB sei abzusehen.
	5. Auf die Zivilansprüche der Privatklägerinnen B._____ und C._____ sei nicht einzutreten.
	6. Die Untersuchungskosten sowie die Kosten der ersten Instanz seien dem Beschuldigten zu ¼ aufzuerlegen, im Übrigen seien diese Kosten auf die Staatskasse zu nehmen. Die amtlichen Verteidigerkosten (inkl. 7.7 % MwSt.) bis zum Abschluss des erstinsta...
	7. Die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten inklusive amtliche Verteidigerkosten (inkl. 7.7 % MwSt.) seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	Erwägungen:
	I.   Verfahrensgang und Umfang der Berufung

	1. Verfahrensgang
	1.1. Am 6. Februar 2018 wurde gegen den Beschuldigten bei den deutschen Polizeibehörden in Homburg Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken überwies die Akten am 18. März 2019 an die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, mit dem Ersuc...
	1.2. Gegen das am 9. Februar 2021 mündlich im Dispositiv eröffnete Urteil der Vorinstanz meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 11. Februar 2021 innert Frist Berufung an (Prot. I S. 8 ff.; Urk. 30). Die schriftlich begründete Fassung des vorinstanzl...
	1.3. Am 22. November 2021 erging die Vorladung zur heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher lediglich der amtliche Verteidiger des Beschuldigten erschienen ist (Prot. II S. 4). Der Beschuldigte blieb der Verhandlung fern. Anlässlich der Berufungsver...

	2. Umfang der Berufung und Hinweis
	2.1. Der Beschuldigte beantragt berufungsweise, er sei von den Vorwürfen der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen Nötigung freizusprechen (Dispositivziff. 1, alinea 1 und 2). Sodann ficht er die ausgesprochene Sanktion (Disp...
	2.2. Es ist demnach festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz im Schuldpunkt betreffend Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB (Dispositivziff. 1 alinea 3) rechtskräftig ist. Sodann sind die Einziehung diverser Gegenstände (Dispositivziff....
	2.3. Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen respektive jedes einzelne Vorbringen widerlegen muss. Die Berufungsinstanz kann sich auf die für ihren E...
	II.   Prozessuales

	1. Anklageprinzip
	1.1. Wie bereits vor Vorinstanz moniert die Verteidigung hinsichtlich des Vorwurfs der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern eine Verletzung des Anklageprinzips, da sich die Anklage nicht zu den genauen Modalitäten der dem Beschuldigten zur Last...
	1.2. Das Anklageprinzip bezweckt den Schutz der Verteidigungsrechte und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Sachverhalt hat möglichst kurz aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfene Tat zu bezeichnen (Art. 9 StPO; vgl. Art. 325 Abs...
	1.3. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe von seinem Wohnort aus mit den beiden minderjährigen Privatklägerinnen sowie der minderjährigen Geschädigten Live-Videochats geführt, wobei er sich nackt gezeigt, an seinem Penis manipuliert und in sex...

	2. Verwertbarkeit der Einvernahmen der Privatklägerinnen / Geschädigten
	2.1. Die Verteidigung bringt vor, die Aussagen der Privatklägerinnen B._____ und C._____ sowie diejenigen der Geschädigten D._____ seien nicht verwertbar, da nie eine Konfrontation mit dem Beschuldigten stattgefunden habe (Urk. 56 S. 4 und S. 9).
	2.2. Am 6. Februar 2018 wurde gegen den Beschuldigten bei den deutschen Polizeibehörden in Homburg Anzeige erstattet. Nebst weiteren Ermittlungstätigkeiten wurden insbesondere die Privatklägerinnen B._____ und C._____ sowie die Geschädigte D._____ du...
	2.3. Im Ausland erhobene Beweise haben für die Frage ihrer Verwertbarkeit in einem schweizerischen Strafverfahren zumindest die Vorgaben der hiesigen Rechtsordnung zu erfüllen (Zürcher Kommentar StPO-Wohlers, 3. Aufl. 2020, Art. 141 N 10; BSK StPO-Gle...
	2.4. Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch der beschuldigten Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren (BGE 131 I 476 E. 2.2). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprech...
	2.5. Die Aussagen der Privatklägerinnen bilden gemäss den vorinstanzlichen Ausführungen bezüglich des Anklagevorwurfs der mehrfachen Nötigung die ausschlaggebenden Beweismittel (vgl. Urk. 37 S. 10 ff., insbesondere S. 19 f.). Der Beschuldigte, welcher...
	2.6. Vor diesem Hintergrund und in Nachachtung der zuvor dargelegten Rechtsprechung hätte der Beschuldigte vorliegend zumindest ein Mal im Verfahren die Möglichkeit haben müssen, die gegen ihn erhobenen Belastungen zu überprüfen. Ob dies anlässlich ei...

	3. Verwertbarkeit der Videoaufzeichnungen
	3.1. Die Verteidigung rügt pauschal, das beigebrachte Ton- und Filmmaterial sei nicht verwertbar, soweit es von den Privatklägerinnen bzw. der Geschädigten aufgezeichnet worden sei (Urk. 56 S. 8).
	3.2. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, lassen sich die dem Beschuldigten zur Last gelegten Anklagevorwürfe ohne das bei den Geschädigten bzw. Dritten gesicherte Ton- und Bildmaterial erstellen. Bezüglich der Frage der Verwertbarkeit der Videoaufn...

	4. Strafantrag
	4.1. Die eingeklagte Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Geschädigten D._____ ist ein Antragsdelikt. Der Strafantrag ist die Willenserklärung der verletzten Person, dass gegen den Verdächtigen wegen eines bestimmten Sachverhalts eine ...
	4.2. Die Geschädigte D._____ erstattete am 6. Februar 2018 und damit innert der vorgenannten Frist zusammen mit ihrer Mutter aufgrund der in der Anklage aufgeführten Drohung Anzeige bei der Polizeiinspektion Homburg (Urk. 6/1; Zweitakten 1724/18 S. 12...
	III.   Sachverhalt

	1. Videochats mit den Privatklägerinnen B._____ und C._____
	1.1. Der Beschuldigte anerkennt, sich zwischen dem 6. Januar 2018 und 1. Februar 2018 sowohl der Privatklägerin B._____ als auch der Privatklägerin C._____ bei mehreren Live-Videochats nackt gezeigt, an seinem Penis manipuliert und dabei in sexueller ...
	1.2. Die Verteidigung moniert in tatsächlicher Hinsicht, die im Recht liegenden Beweismittel würden die in der Anklage erhobenen Vorwürfe nicht belegen und es erschliesse sich nicht, welches Video sich auf welchen Sachverhalt beziehe (Urk. 27 S. 5-7; ...
	1.3. Es ist mit der Verteidigung zu konstatieren, dass hinsichtlich der im Recht liegenden Videos gewisse Unklarheiten bestehen und in der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung wenig bis gar keine Anstrengungen unternommen wurden, das seitens der deu...
	1.4. Im (schriftlichen) WhatsApp-Chatverlauf mit der Privatklägerin B._____ erfragt der Beschuldigte mehrfach, wann er wieder mal "wixxen" dürfe bzw. ob er die Privatklägerin anrufen und "anwixxen" solle (nicht akturierter Chatverlauf S. 3 [16. Januar...
	1.5. Insgesamt bestehen vor dem dargelegten Hintergrund keine Zweifel am Geständnis des Beschuldigten. Dieses steht mit dem übrigen Untersuchungsergebnis im Einklang. Der diesbezügliche Sachverhalt ist erstellt.

	2. Nötigungshandlungen zum Nachteil der Privatklägerin B._____
	2.1. Vom Beschuldigten wird bestritten, dass er der Privatklägerin B._____ gedroht habe, im Internet auf Youtube Videobilder von ihr in Unterwäsche zu veröffentlichen, sofern sie dem Beschuldigten keine selbstgedrehten Videos mit sexuellem Inhalt schi...
	2.2. Es liegen diverse Indizien in den Akten, dass der Beschuldigte mit Nachdruck aufreizende Bilder oder Videos der Privatklägerin B._____ einforderte (vgl. nicht akturierter Chatverlauf; Urk. 6/6 Daten-CD der Polizei; CD Asservat-Nr. 2, Film "Zu11",...
	2.3. Die Vorinstanz lässt ausser Acht, dass es in Nachachtung des Immutabilitätsprinzips sowie des Grundsatzes "in dubio pro reo" nicht gereicht, dass der Beschuldigte der Privatklägerin B._____ in anderem bzw. ungeklärtem Zusammenhang Nachteile andro...

	3. Nötigungshandlungen zum Nachteil der Privatklägerin C._____
	3.1. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf, er habe der Privatklägerin C._____ gedroht, ihre Telefonnummer im Internet auf Youtube zu veröffentlichen, falls sie ihm keine selbstgedrehten Videos mit sexuellem Inhalt schicke. Weiter stellt er in Abred...

	4. Anklagevorwurf betreffend die Geschädigte D._____
	Der Beschuldigte hat eingestanden, der Geschädigten D._____ in sexueller Absicht sowie in Kenntnis deren Schutzalters ein Video zugestellt zu haben, auf welchem zu sehen ist, wie er an seinem Penis manipuliert und in ein Glas uriniert. Der Beschuldigt...
	IV.   Rechtliche Würdigung

	1. Sexuelle Handlungen mit Kindern
	1.1. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, die Handlungen des Beschuldigten gegenüber den Privatklägerinnen B._____ und C._____ (Manipulieren am entblössten Penis) sowie das an die Geschädigte D._____ versandte Video (Manipulieren am Penis und Urinie...
	1.2. Wie bereits erwähnt, wendet die Verteidigung in diesem Zusammenhang ein, bei der Tatbestandsvariante des Einbeziehens von Kindern in sexuelle Handlungen seien klare und eindeutige Handlungen mit sexuellem Bezug und einiger Erheblichkeit erforderl...
	1.3. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Einbeziehens von Minderjährigen in sexuelle Handlungen gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB korrekt dargelegt und den Sachverhalt zutreffend gewürdigt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 37 S. 20 f.). Es ...
	1.4. Der Beschuldigte hat den Privatklägerinnen C._____ und B._____ in den Livechats nicht nur seinen entblössten Penis gezeigt, sondern diesen berührt und auch daran herumhantiert. Der Beschuldigte sprach in diesem Zusammenhang selber von "masturbier...
	1.5. Das zuvor Ausgeführte gilt auch betreffend das an die Geschädigte D._____ versandte Bildmaterial, sind die Handlungen des Beschuldigten (Manipulieren am Penis und Urinieren) unter Berücksichtigung der konkreten Umstände im Gesamtkontext und in ih...
	1.6. Der Beschuldigte ist daher der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.

	2. Drohung bzw. Nötigung zum Nachteil der Geschädigten D._____
	2.1. Die Vorinstanz qualifiziert die Aussage des Beschuldigten gegenüber der Geschädigten D._____ als Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB. Sie erwog hierzu, der Beschuldigte habe mit seiner Aussage im Video den objektiven und subjektiven Tatbestand de...
	Die Verteidigung führt dagegen sinngemäss ins Feld, die Geschädigte sei durch das Verhalten des Beschuldigten weder unter Druck gesetzt noch in Angst und Schrecken versetzt worden. Es komme vielmehr der Verdacht auf, die Geschädigte habe sich einen Sp...
	2.2. Der Tatbestand der Nötigung ist ein Erfolgsdelikt. Vollendet ist die Nötigung, wenn sich das Opfer, zumindest teilweise, nach dem Willen des Täters verhält (BGE 129 IV 262 E. 2.7). Der Anklagesachverhalt bezeichnet gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f S...
	2.3. Weshalb die genannte Aussage den Tatbestand der Drohung erfüllt, hat die Vorinstanz aber zutreffend aufgezeigt (Urk. 37 S. 26-28). Ergänzend dazu ist Folgendes festzuhalten: Die Strafbarkeit nach Art. 180 StGB setzt einerseits voraus, dass der Tä...
	2.4. Durch seine sinngemässe Ankündigung eines sexuellen Übergriffs auf die im Tatzeitpunkt rund 14-jährige Geschädigte hat der Beschuldigte nicht nur eine Straftat und damit einen schweren Nachteil in Aussicht gestellt, sondern die Geschädigte auch i...
	2.5. Soweit der Beschuldigte die Ernsthaftigkeit seiner Aussage in Zweifel zieht und geltend macht, er habe der Geschädigten keine Angst machen wollen, ist er nicht zu hören (vgl. Urk. 25 S. 12; Urk. 5/3 F/A 10). Mit der Vorinstanz hat der rund 20 Jah...

	3. Pornografie / Gewaltdarstellungen
	3.1. Die Vorinstanz subsumierte den Anklagevorwurf gemäss Anklageziff. 1.4. gesamthaft unter dem Tatbestand de Pornografie nach Art. 197 Abs. 5 StGB. Dabei übersieht sie, dass das beim Beschuldigten sichergestellte Film- und Bildmaterial auch verboten...
	3.2. Obwohl die Vorinstanz in ihrer rechtlichen Würdigung sodann grundsätzlich zutreffend erwog, der Beschuldigte habe den Tatbestand von Art. 197 Abs. 5 (Satz 1 und 2) StGB mehrfach erfüllt, sprach sie den Beschuldigten im Dispositiv "lediglich" der ...

	4. Fazit
	Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten zudem der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB schuldig zu sprechen.
	V.   Sanktion

	1. Ausgangslage und Grundlagen
	1.1. Die Verteidigung erachtet im Lichte der beantragten Freisprüche eine bedingt aufgeschobene Geldstrafe von 90 Tagessätzen bei einer zweijährigen Probezeit als angemessen. Im Übrigen stellte sie keine Eventualanträge zum Strafmass (Urk. 39 S. 3; Ur...
	1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der Eins...
	1.3. Das Bundesgericht unterstreicht in seiner jüngeren Rechtsprechung, dass Art. 49 Abs. 1 StGB keine Ausnahme von der konkreten Methode erlaubt. Es schliesst die Ausfällung einer Einheitsstrafe im Sinne einer Gesamtbetrachtung aus (BGE 144 IV 217 E....

	2. Wahl der Sanktionsart und Strafrahmen-
	2.1. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2 mit Hinwei...
	2.2. Der verbeiständete Beschuldigte ist nicht arbeitstätig und lebt von der finanziellen Unterstützung der Mutter sowie der Behörden. Vermögen oder Schulden hat der Beschuldigte nicht (vgl. Urk. 5/3 F/A 13 und Urk. 25 S. 3). Aufgrund der finanziellen...
	2.3. Die sexuellen Handlungen mit Kindern stellen mit einem Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren das abstrakt schwerste Delikt dar (vgl. Art. 187 Ziff. 1 StGB). Der Beschuldigte führte mit den Privatklägerinnen C.____...

	3. Sexuelle Handlungen betreffend die Privatklägerin C._____
	3.1. Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der rund 14-jährigen Privatklägerin um ein pubertierendes Opfer handelte (BSK StGB II-Maier, 4. Aufl. 2019, Art. 187 N 26). Sodann fällt ins Gewicht, dass bei der Tatbes...
	3.2. Handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich sowie egoistisch und hemmungslos zur Befriedigung seiner sexuellen Triebe, ist dies dem Tatbestand immanent. Selbst wenn nicht von einer weit im Voraus geplanten Tatbegehung auszugehen ist, kann doch vo...

	4. Sexuelle Handlungen betreffend die Privatklägerin B._____ und die Geschädigte D._____
	4.1. Bezüglich der Einzelstrafe für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit der im Tatzeitraum knapp 15-jährigen Privatklägerin B._____ kann aufgrund des identischen Tatvorwurfs vollumfänglich auf die vorstehenden Erwägungen zur Einsatzstrafe verwies...
	4.2. Demgegenüber handelte es sich beim Versand des Bildmaterials an die  14-jährige Geschädigte D._____ um einen einmaligen Vorgang. Unter den zuvor genannten Voraussetzungen ist bei einer Gesamtbetrachtung in objektiver und subjektiver Hinsicht eben...

	5. Pornografie
	5.1. Die Strafandrohung für Tathandlungen gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB (Gewalt-, Tier- und virtuelle Kinderpornografie) beläuft sich auf Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Unter diese Kategorie fallen rund 43 der beschlagnahmten ...
	5.2. Angesichts der Menge der tatbeständlichen Dateien, welche der Beschuldigte konsumiert und allesamt gleichzeitig besessen hat, drängt sich eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Verstösse auf (vgl. Urteil 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2), zum...

	6. Drohung
	Die objektive Tatschwere der vom Beschuldigten begangenen Drohung ist innerhalb des Strafrahmens zu bemessen und damit zum breiten Spektrum von denkbaren Drohungen in Relation zu setzen. Zwar bedrohte der Beschuldigte die Geschädigte mit einem erhebli...

	7. Strafhöhe unter Berücksichtigung der Strafschärfung
	Für die Asperation und die Bemessung der Gesamtstrafe ist dem Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren Selbständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und B...

	8. Tatunabhängige Strafzumessungsfaktoren und Fazit
	8.1. Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse und den Werdegang des Beschuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 37 S. 37). Aus den persönlichen Verhältnissen ergibt sich nichts für die Strafzumessung Relevantes.
	8.2. Mit der Vorinstanz ist die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten neutral zu werten. Ebenfalls liegt keine besondere Strafempfindlichkeit vor (Urk. 37 S. 38 f.). Das Geständnis des Beschuldigten betreffend Pornografie sowie hinsichtlich der sexuel...
	8.3. Unter Berücksichtigung aller für die Strafzumessung relevanter Kriterien ist eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten auszusprechen.

	9. Vollzug
	Der Beschuldigte ist Ersttäter. Bereits aufgrund des zu beachtenden Verschlechterungsverbots ist der Vollzug der Strafe unter Ansetzung der minimalen Probezeit von zwei Jahren bedingt aufzuschieben (Art. 42 und Art. 44 Abs. 1 StGB).
	VI.   Tätigkeitsverbot

	1. Ausgangslage
	1.1. Die Vorinstanz verhängte ein (neurechtliches) Tätigkeitsverbot wegen Pornografie und sah hinsichtlich der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern von der zusätzlichen Auferlegung eines (altrechtlichen) Tätigkeitsverbots aufgrund des darauf en...
	1.2. Die Verteidigung beantragt, es sei von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots abzusehen, da ein besonders leichter Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB vorliege. Der Beschuldigte sei zudem reuig und habe sich seit seiner Tathandlung nichts me...

	2. Rechtliche Grundlagen und Würdigung
	2.1. Wird jemand wegen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB zu einer Strafe verurteilt und hatten die Gegenstände oder Vorführungen – wie beim Beschuldigten – sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt, so verbietet ihm das Gericht lebenslän...
	2.2. Mit der Verurteilung wegen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB, die Erzeugnisse hatten tatsächliche sexuelle Handlungen mit Kindern zum Inhalt, sind die Voraussetzungen für die Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbotes ...
	VII.   Zivilansprüche
	VIII.   Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren
	1.1. Die Verteidigung beantragt, dem Beschuldigten seien die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens zu einem Viertel aufzuerlegen und die Verteidigerkosten seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen (Urk. 39 S. 3; Urk. 56...
	1.2. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden der beschuldigten Person auferlegt, wenn sie verurteilt wird und zwischen dem strafbaren Verhalten sowie den dadurch verursachten Kosten ein Kausalzusammenhang besteht (Art....
	1.3. Vorliegend hat zwar ein teilweiser Freispruch zu erfolgen. Sämtliche Untersuchungshandlungen betrafen jedoch dieselben Sachverhaltskomplexe, weshalb diese in einem direkten Zusammenhang mit der erfolgten Verurteilung stehen und ohnehin erforderli...

	2. Berufungsverfahren
	2.1. Der Beschuldigte obsiegt teilweise mit seinen Anträgen im Schuldpunkt und erreicht damit eine minimal tiefere Sanktion. Ansonsten unterliegt er mit seinen Anträgen. Ausgangsgemäss rechtfertigt es sich daher, ihm die Kosten des Berufungsverfahrens...
	2.2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für das Berufungsverfahren Aufwendungen über insgesamt Fr. 3'830.80 geltend (inkl. Auslagen und MwSt.; vgl. Urk. 57/1-2). Dies erscheint grundsätzlich angemessen. Unter Berücksichtigung der tatsä...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Einzelgericht, vom 9. Februar 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 (…)
	 (…)
	 der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB.

	2.-4. (…)
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden definitiv eingezogen und der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, zur Vernichtung respektive zur gutscheinenden Verwendung ...
	 Externe Festplatte Marke LaCie (Asservat-Nr. A012'589'627);
	 Notebook Marke HP (Asservat-Nr. A012'589'445);
	 Apple iPhone SE (Asservat-Nr. A012'589'876);
	 Notebook Marke Acer (Asservat-Nr. A012'589'332);
	 Notebook Marke Lenovo (Asservat-Nr. A012'589'127).

	6.-7. (…)
	8. Die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten wird auf Fr. 12'097.10 (pauschal inkl. Barauslagen und 7.7% MwSt.) festgesetzt.
	9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	10. (…)
	11. (Mitteilungen.)
	12. (Rechtsmittel.)"
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig
	 der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB
	 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB.

	2. Von den weiteren Vorwürfen (mehrfache Nötigung gemäss Anklageziff. 1.1. Abs. 2 und Anklageziff. 1.2. Abs. 2) wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Monaten Freiheitsstrafe.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	5. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot auferlegt und es wird ihm jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit untersagt, welche einen regelmässigen Kontakt zu...
	6. Die Privatklägerin B._____ wird mit ihrem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	7. Die Privatklägerin C._____ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 10) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu 2/3 einstweilen und i...
	11. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Privatklägerin B._____
	 die Privatklägerin C._____
	 das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, 3003 Bern
	 die Beiständin des Beschuldigten, F._____, … [Adresse]
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.