# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 513eb4f5-e3cd-584a-a9fc-78570d8195fe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2018 C-6779/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6779-2015_2018-10-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-6779/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Michael Peterli (Vorsitz), 

Richter David Weiss,  

Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch lic. iur. Elisabeth Maier, Advokatin,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 23. September 2015. 

 

 

 

C-6779/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die am (…) 1966 geborene, geschiedene, schweizerische Staatsangehö-

rige A._______ lebt, nach einem temporären Aufenthalt in Nordeutschland, 

wieder in der Schweiz. Sie war in den Jahren 1984 bis 2012 in der Schweiz 

als Bürokauffrau angestellt und leistete dabei Beiträge an die schweizeri-

sche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung. Am 14. Novem-

ber 2013 stellte A._______ einen Antrag auf Ausrichtung einer Invaliden-

rente (IV-act. 1 und 8). 

B.  

Mit Verfügung vom 23. September 2015 (IV-act. 70) sprach die IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) A._______ 

für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 eine befristete, 

halbe Invalidenrente zu. 

Die IVSTA stellte zur Beurteilung des Gesuchs namentlich auf folgende 

Unterlagen ab: die Berichte von Dr. med. B._______, Fachärztin für Psy-

chiatrie und Psychotherapie, vom 30. September 2013 (IV-act. 10), vom 

16. April 2014 (IV-act. 22) und vom 25. Mai 2015 (IV-act. 53 S. 4 f.), den 

Bericht und die ergänzenden Stellungnahmen von Dr. med. C._______, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. September 2014 (IV-

act. 35) sowie vom 27. November 2014 (IV-act. 41) und vom 19. Mai 2015 

(IV-act. 58) und die Stellungnahmen von Dr. med. D._______, Fachärztin 

für Psychiatrie und Neurologie beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), 

vom 5. Dezember 2014 (IV-act. 42) und vom 24. Februar 2015 (IV-act. 44). 

Die Ärzte diagnostizierten im Wesentlichen eine rezidivierende mittelgra-

dige depressive Störung. Die behandelnde Ärztin, Dr. med. B._______, at-

testierte A._______ ferner das Bestehen einer Persönlichkeitsveränderung 

nach Extrembelastung in der Kindheit und im Erwachsenenalter (ICD-10 

F62.0). 

In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ging die behandelnde Ärztin 

Dr. med. B._______ von einer überwiegenden (50% bis 100%) und andau-

ernden Arbeitsunfähigkeit aus, während der Gutachter 

Dr. med. C._______ lediglich von einer befristeten vollen Arbeitsunfähig-

keit ausging. 

C-6779/2015 

Seite 3 

C.  

Gegen die Verfügung vom 23. September 2015 erhob A._______, vertre-

ten durch Elisabeth Maier, Advokatin, mit Eingabe vom 21. Oktober 2015 

(BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache der 

gesetzlichen Leistungen, eventualiter das Einholen eines Gerichtsgutach-

tens und subeventualiter die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklä-

rung an die Vorinstanz. Sie rügte in formeller Hinsicht, dass die Verfügung 

nur ihr, nicht aber ihrer Anwältin zugestellt worden sei; die Eröffnung der 

Verfügung sei daher fehlerhaft. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean-

tragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbei-

ständung. Zur Begründung führte sie aus, aufgrund der rezidivierenden 

mittelgradigen Depression liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor. 

Der von der Vorinstanz beauftragte Gutachter habe die Situation nicht kor-

rekt eingeschätzt. 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 2. Dezember 2015 (BVGer-act. 3) beantragte die 

Vorinstanz unter Hinweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle E._______ 

vom 30. November 2015 die Abweisung der Beschwerde. In Bezug auf die 

fehlerhafte Eröffnung führte die IV-Stelle E._______ aus, es treffe zu, dass 

die Verfügung versehentlich der Anwältin nicht zugestellt worden sei. Dies 

habe vorliegend jedoch nicht zu einem Nachteil für die Beschwerdeführerin 

geführt, zumal die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden sei, und daher 

sei der Umstand der fehlerhaften Zustellung unbeachtlich. In materieller 

Hinsicht führte sie aus, der Gutachter, Dr. med. C._______, habe ausge-

führt, dass bei einer rezidivierenden depressiven Störung immer wieder 

Phasen auftreten würden, in denen die depressive Störung remittiert sei. 

Eine depressive Störung sei überdies behandelbar, so dass die depressi-

ven Phasen nicht immer wieder auftreten würden. Im Übrigen sei mit der 

Einschätzung des Gutachters davon auszugehen, dass eine Depression 

nicht dissimuliert werden könne, so dass anzunehmen sei, dass die Be-

schwerdeführerin, die auf den Gutachter nicht depressiv gewirkt habe, im 

Untersuchungszeitpunkt nicht an einer depressiven Störung gelitten habe. 

Bezüglich der von der behandelnden Ärztin festgestellten Traumatisierung 

sei festzuhalten, dass sich der Gutachter intensiv mit der medizinischen, 

beruflichen und persönlichen Situation der Beschwerdeführerin auseinan-

dergesetzt und nachvollziehbar begründet habe, weshalb keine invalidisie-

rende Persönlichkeitsproblematik vorliege; darauf sei abzustellen. 

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Seite 4 

E.  

Mit Eingabe vom 11. Dezember 2015 (BVGer-act. 5) reichte die Beschwer-

deführerin einen Bericht von dipl. psych. F._______ vom 7. Dezember 

2015 ein. 

F.   

F.a Mit Eingabe vom 19. Januar 2016 (BVGer-act. 6) reichte die Be-

schwerdeführerin das ausgefüllte Formular „Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege“ sowie entsprechende Belege ein. 

F.b Mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 2016 (BVGer-act. 7) hiess der 

Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut. 

G.  

Mit Replik vom 25. Februar 2016 (BVGer-act. 9) hielt die Beschwerdefüh-

rerin an ihren bisherigen Anträgen und Ausführungen vollumfänglich fest. 

H.  

Mit Duplik vom 23. März 2016 (BVGer-act. 11) hielt die Vorinstanz unter 

Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle E._______ vom 21. März 

2016 an ihrem Abweisungsantrag fest. Zur Begründung führte sie aus, der 

eingereichte Bericht von dipl. psych. F._______ erfülle die beweisrechtli-

chen Anforderungen, die an einen Bericht gestellt würden, nicht, da dipl. 

psych. F._______ keine medizinische Ausbildung habe. Im Übrigen nenne 

er weder neue Diagnosen noch Befunde, die nicht bereits im Gutachten 

von Dr. med. C._______ Berücksichtigung gefunden hätten. 

I.   

I.a Mit Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2017 (BVGer-act.19) wurde 

die Beschwerdeführerin darauf aufmerksam gemacht, dass die Möglichkeit 

besteht, dass der Spruchkörper die angefochtene Verfügung unter Berück-

sichtigung der geltenden bundesgerichtlichen Praxis betreffend Depressi-

onen zu Ungunsten der Beschwerdeführerin abändern könnte. 

I.b Mit Stellungnahme vom 21. Dezember 2017 (BVGer-act. 22) machte 

die Beschwerdeführerin geltend, dass vorliegend die Voraussetzungen für 

eine reformatio in peius nicht erfüllt seien. Zur Begründung führte sie aus, 

das Bundesgericht habe mit den Urteilen 8C_841/2016 und 8C_130/2017 

vom 30. November 2017 erkannt, dass die bisherige Rechtsprechung fal-

len zu lassen sei und künftig die für die somatoforme Störung entwickelte 

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Rechtsprechung auf sämtliche psychischen Erkrankungen anzuwenden 

sei. Im Übrigen reichte sie je einen Austrittsbericht der Klinik G._______ 

vom 11. April 2017 und einen der Kliniken H._______ vom 23. Januar 2017 

ein. Sie führte aus, die Berichte zeigten, dass nebst der depressiven Er-

krankung weitere Diagnosen bestünden und Auswirkungen auf die Arbeits-

fähigkeit hätten. Die Beschwerdeführerin hielt an ihrer Beschwerde fest 

und erneuerte ihren Antrag auf Durchführung eines Gerichtsgutachtens. 

I.c Die Vorinstanz hielt mit Stellungnahme vom 24. Januar 2018 (BVGer-

act. 24) und unter Hinweis auf die Ausführungen der IV-Stelle E._______ 

vom 18. Januar 2018 an ihrem Abweisungsantrag fest. 

I.d Die Beschwerdeführerin äusserte sich mit Eingabe vom 6. März 2018 

noch einmal zu den Vorbringen der Vorinstanz und führte aus, der RAD-

Bericht zeige, dass vorliegend keine ergebnisoffene Gesamtbetrachtung 

stattgefunden habe, weshalb nicht auf dessen Einschätzung abzustellen 

sei. 

J.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten ist – 

soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-

gungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG 

und Art. 69 Abs. 1 lit. b des IVG (SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen 

der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis VwVG (SR 172.021) findet das VwVG keine 

Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) 

anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des 

ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a bis 26bis IVG und 28 bis 70 

IVG) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom 

ATSG vorsieht. 

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Seite 6 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, 

so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 

ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde 

einzutreten. 

2.   

2.1 Der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der schweizeri-

schen Invalidenversicherung bestimmt sich nach dem innerstaatlichen 

schweizerischen Recht, insbesondere nach dem IVG, der IVV 

(SR 832.201), dem ATSG sowie der ATSV (SR 830.11). 

2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 23. September 2015) 

eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 

2.3 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-

standes Geltung hatten (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1). Ein all-

fälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel auf-

grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu 

prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Da vorliegend der Rentenan-

spruch ab 1. Januar 2014 (sechs Monate nach der Anmeldung) strittig ist, 

ist bei den materiellen Bestimmungen vorliegend auf die seit 1. Januar 

2012 geltende Fassung des IVG, der IVV des ATSG und der ATSV (Ände-

rungen im Rahmen des ersten Massnahmenpakets der 6. IV-Revision, IVG 

in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]) abzustellen.  

2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes-

senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

  

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Seite 7 

3.   

3.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG 

diejenigen Versicherten, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens 

drei Jahren Beiträge geleistet haben. 

3.2 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Mona-

ten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 

ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters-

jahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts [BGer] 

9C_562/2012 E. 3). Somit ist vorliegend aufgrund der im Juli 2013 einge-

reichten Anmeldung ein Leistungsanspruch ab 1. Januar 2014 zu prüfen. 

3.3 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zu-

mutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver-

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit. a bis c IVG). 

3.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In-

validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-

heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-

einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-

den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-

einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-

sichtigt (Art. 6 ATSG). 

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-

gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Ge-

sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte 

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arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 

Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 

E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 

3.5.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das 

heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, un-

abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-

scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 

des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei ei-

nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er-

ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt. 

3.5.2 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der ein-

gereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als 

Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 

E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).  

Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-

zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-

stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des 

BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Ver-

waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche 

aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-

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weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren 

Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund 

deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt 

zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti-

zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des 

BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des 

BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 

3.5.3 Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Be-

weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün-

det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu-

verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf viel-

mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit 

der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 

E. 3b/ee mit Hinweisen). 

3.6 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-

destens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 

Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Prozent auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG werden Ren-

ten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Prozent entsprechen, 

jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnli-

chen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völker-

rechtliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. 

4.  

Die Vorinstanz stützte sich anlässlich der Beurteilung des Leistungsbegeh-

rens der Beschwerdeführerin auf folgende Unterlagen: 

4.1 Dr. med. B._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

attestierte der Beschwerdeführerin in ihren Berichten vom 30. September 

2013 (IV-act. 10) und vom 16. April 2014 (IV-act. 22) eine seit Jahren be-

stehende rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode (ICD-10 F33.1) und eine Persönlichkeitsveränderung nach Ext-

rembelastung in der Kindheit und im Erwachsenenalter (ICD-10 F62.0). Sie 

führte in ihren Berichten aus, die Grundlage für die jetzige anfänglich 

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schwere, jetzt mittelschwere depressive Episode sei eine komplexe post-

traumatische Belastungsstörung mit sequentieller Traumatisierung seit der 

frühen Kindheit mit der Folge einer anhaltenden Persönlichkeitsstörung mit 

den Symptomen von rezidivierenden depressiven Episoden, sozialem 

Rückzug, zeitenweise feindlicher Haltung der Umwelt gegenüber und dem 

Eindruck immer wieder ungerecht behandelt zu werden, Gefühlen von 

Leere und Hoffnungslosigkeit bis zu einer eigentlichen Apathie, was ver-

hindere, dass sie die üblichen Anforderungen des Alltages bewältigen 

könne. Die depressive Störung habe durch erfolglose Arbeitsbemühungen 

und den Kampf um die Existenz während Jahren zu einer langdauernden 

massiven Erschöpfung geführt. Die Beschwerdeführerin weise keine Denk-

störung, Wahnideen oder Halluzinationen auf, jedoch sei ihr Denken ver-

langsamt. Im Gespräch könne ein relativ guter Kontakt bei verminderter 

emotionaler Schwingungsfähigkeit hergestellt werden. Die Stimmung sei 

resigniert, depressiv. Die Beschwerdeführerin leide unter rascher Er-

schöpfbarkeit, Konzentrationsstörungen und Kraftlosigkeit und es sei mit 

verlangsamten Reaktionen im Arbeitsablauf und rascher Überforderung zu 

rechnen. Die Ärztin attestierte der Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2013 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der bisherigen Tätigkeit als kaufmän-

nische Angestellte. 

4.2 Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, be-

gutachtete die Beschwerdeführerin im Auftrag der Vorinstanz und hielt 

seine Erkenntnisse im Bericht vom 29. September 2014 fest. Er diagnosti-

zierte bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung, 

aktuell remittiert (ICD-10 F33.4). Er führte aus, in der Untersuchung finde 

sich eine psychopathologisch völlig unauffällige Explorandin, die angebe 

unter Depressionen zu leiden, aber objektive Befunde habe er keine erhe-

ben können. Die Explorandin wirke in keiner Weise niedergeschlagen, sie 

sei affektiv unauffällig sowie kognitiv und psychomotorisch ebenfalls nicht 

beeinträchtigt. Es werde sozialer Rückzug angegeben, doch die Exploran-

din berichte, dass sie offen sei für Kontakte und vor allem in ihrer Heimat-

stadt auch verschiedene persönliche Kontakte pflege. Die Explorandin er-

zähle zwar von verschiedenen schwierigen Situationen im Leben, habe 

aber keine Mühe darüber zu sprechen. Die von der behandelnden Psychi-

aterin attestierte Traumatisierung in der Vergangenheit sei daher zu relati-

vieren. Es müsse eher vermutet werden, dass eine gewisse neurotische 

Persönlichkeitsproblematik vorliege, wobei am ehesten an eine narzissti-

sche Störung zu denken sei. Es falle überdies auf, dass sie keine konse-

quente psychiatrische Behandlung verfolge, was den subjektiven Leidens-

druck relativiere. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, 

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Seite 11 

es sollte der Beschwerdeführerin möglich sein, einer Tätigkeit nachzuge-

hen, bei welcher sie keine Alleinverantwortung übernehmen müsse. Es sei 

dabei von keiner weiteren Einschränkung auszugehen. Diese Einschät-

zung gelte mindestens seit dem Untersuchungstermin, eventuell schon ein 

paar Monate früher. Im Gegensatz zur behandelnden Psychiaterin, welche 

der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiere, halte er 

eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 100% für eher unwahrschein-

lich, allenfalls hätten kurzfristige Einschränkungen bestanden.  

4.3 Dr. med. D._______, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie beim 

RAD, führte in ihren Stellungnahmen vom 5. Dezember 2014 (IV-act. 42) 

und vom 24. Februar 2015 (IV-act. 44) aus, versicherungspsychiatrisch 

werde praxisgemäss bei einer mittelgradig depressiven Symptomatik eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% angenommen. Daher sei die Arbeitsunfähigkeit 

vom 1. Januar 2013 bis zum Gutachten von Dr. med. C._______ auf 50% 

festzulegen. 

4.4 Dr. med. B._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

führte in ihrem Bericht vom 25. Mai 2015 (IV-act. 53 S. 4 f.) aus, bei der 

Beschwerdeführerin sei schon immer auffällig gewesen, dass sie den 

Schweregrad der depressiven Zustände jeweils in remittierten Phasen dis-

simuliert und sich als „für immer gesund“ betrachtet habe. Auch kenne sie 

die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, sich auch in schwierigen psychi-

schen Zuständen als gesund zu zeigen. Dies sei eine Fähigkeit, die immer 

wieder bei traumatisierten Personen beobachtet werden könne. Zudem sei 

davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund einer Erho-

lungszeit in Norddeutschland (ohne Arbeitsbelastung und ohne Bedrohung 

durch ihre Familie) wieder besser gehe. Sie habe bei der letzten Konsulta-

tion am 20. Februar 2015 eine leichte Besserung des Gesundheitszu-

stands feststellen können, wobei immer noch ein massiver sozialer Rück-

zug bestanden habe. Die Arbeitsfähigkeit sei auf maximal 50% einzuschät-

zen. 

4.5 Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

äusserte sich mit Stellungnahme vom 19. Juni 2015 (IV-act. 58) zum Be-

richt von Dr. med. B._______ und hielt fest, es seien keine Hinweise auf 

eine gravierende Traumatisierung und eine daraus folgende Persönlich-

keitsänderung zu finden. Die depressive Störung sei gegenwärtig remit-

tiert, da keine Anzeichen für eine Depression vorhanden seien. Eine Dissi-

mulation halte er nicht für möglich, da depressive Störungen nicht willent-

lich überwindbar seien. Vorliegend handle es sich wohl vielmehr um eine 

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Seite 12 

psychosoziale Situation, die bedrohend sei und zu einem Umzug geführt 

habe. 

4.6 Mit Stellungnahme vom 24. Juni 2015 (IV-act. 59) bestätigte 

Dr. med. D._______, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie beim RAD, 

dass auf das Gutachten von Dr. med. C._______ abzustellen sei und dass 

für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis zur Begutachtung durch 

Dr. med. C._______ von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in der angestamm-

ten Tätigkeit auszugehen sei, da bei einer mittelgradig depressiven Symp-

tomatik versicherungspsychiatrisch praxisgemäss von einer Arbeitsunfä-

higkeit von 50% auszugehen sei. 

5.  

Nach Verfügungserlass wurden weitere ärztliche Berichte erstellt, die nach-

folgend zusammenzufassen sind. 

5.1 Dipl. psych. F._______, Psychologischer Psychotherapeut, hielt in sei-

nem Bericht vom 7. Dezember 2015 (Beilage zu BVGer-act. 5) Folgendes 

fest: Die Patientin sei im Kontakt offen und zugewandt, es werde aber deut-

lich, dass sie zunächst nur wenig von sich zeige. Die Stimmung sei zum 

Teil depressiv und bedrückt und die Vitalgefühle und der Antrieb seien ver-

mindert. Sie könne ausreichend gut über sich und ihre Konflikte berichten, 

Introspektion und Reflexion seien im Ansatz bei einer ausreichend differen-

zierten Persönlichkeit vorhanden. Bei durchschnittlicher Intelligenz seien 

keine kognitiven Einschränkungen zu erkennen. Die Patientin sei bewusst-

seinsklar und allseits orientiert, keine Hinweise auf inhaltliche oder formale 

Denkstörungen, keine gröberen psychopathologischen Auffälligkeiten. 

Thematisch wirke sie etwas eingeengt auf ihre Insuffizienzgefühle und Be-

findlichkeitsstörung. Akute Suizidaliät lag, bzw. liege nicht vor. Die Patientin 

berichtete, sie fühle sich immer häufiger niedergeschlagen, freudlos und 

ohne Energie. Sie schlafe häufig schlecht, grüble vermehrt und ziehe sich 

zunehmend zurück. Auf viele Tätigkeiten im Alltag könne sie sich kaum 

noch konzentrieren. Diese Symptomatik sei ihr bekannt seit ihrer Ehe 

(1983-1990), welche durch Gewalt und Unterdrückung geprägt gewesen 

sei und aus der sie sich nur mit grosser Mühe habe befreien können. Jeder 

Tag sei für sie ein Kampf und sie habe oft kaum Antrieb, worunter auch ihre 

aktuelle Beziehung leide. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich der Psychothe-

rapeut nicht. 

C-6779/2015 

Seite 13 

5.2 Dem Austrittsbericht der Kliniken H._______ vom 23. Januar 2017 

(Beilage zu BVGer-act. 22) über den teilstationären Aufenthalt vom 28. No-

vember 2016 bis zum 6. Januar 2017 sind folgende Diagnosen zu entneh-

men: mittelgradige depressive Episode (F32.1), Probleme mit Bezug auf 

Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (Z73), Akzentuierte Persön-

lichkeitszüge (Z73.1), DD kombinierte und andere Persönlichkeitsstörung 

(narzisstische und vermeidende Züge) (F61) und schädlicher Gebrauch 

von Cannabis (F11.1). Der psychopathologische Befund beim Eintritt be-

schrieben die Ärzte wie folgt: Wach, orientiert, berichtet von keinen mnes-

tischen Auffälligkeiten. Grübelnd. Kein Hinweis auf Zwang oder Phobien. 

Keine Anhaltspunkte für Wahn, Sinnestäuschungen und Ich-Störungen. 

Wirkt im Affekt leicht ratlos, Störung der Vitalgefühle, deprimiert. Suizidge-

danken vorhanden, aber klare Distanzierung von suizidalen Handlungsim-

pulsen. Die Ärzte führten aus, die Patientin sei zu Beginn der Behandlung 

sehr damit beschäftigt gewesen, die Tagesstruktur der Psychotherapeuti-

schen Tagesklinik halten zu können. Die depressive Symptomatik sei im 

Verlauf der Behandlung zurückgegangen und die Patientin habe regelmäs-

sig an allen Behandlungen teilnehmen können. Verschiedene Themen hät-

ten aber nicht bearbeitet oder gar angesprochen werden können, weshalb 

der Patientin eine weiterführende ambulante psychotherapeutische Be-

handlung empfohlen worden sei. Der psychopathologische Befund beim 

Austritt wurde wie folgt beschrieben: Wach, orientiert, keine Aufmerksam-

keits- und Gedächtnisstörungen. Eingeengt auf ein Leben in der Natur als 

„Lösung“ ihrer Probleme. Misstrauische Befürchtungen bezüglich Ämtern 

und Behörden. Kein Wahn, Sinnestäuschungen und Ich-Störungen. Im Af-

fekt ratlos, affektarm, gereizt, ambivalent im Beziehungsleben. Keine Sui-

zidalität. Zur Arbeitsfähigkeit sind dem Bericht keine Angaben zu entneh-

men. 

5.3 Die Ärzte der Klinik G._______ berichteten in ihrem Austrittsbericht 

vom 11. April 2017 (Beilage zu BVGer-act. 22) über die stationäre Behand-

lung vom 6. März 2017 bis 1. April 2017. Als Diagnosen nannten sie eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 

(F33.1), aufgrund einer Belastungssituation mit Problemen in Bezug auf 

die Berufstätigkeit (Z56), mit Ausbildung eines Erschöpfungssyndroms, mit 

akzentuierten Persönlichkeitszügen (narzisstisch/ängstlich-vermeidend) 

(Z73). In Bezug auf den Verlauf hielten die Ärzte fest, die Patientin habe zu 

Beginn des stationären Aufenthaltes eine deutliche depressive Symptoma-

tik mit Antriebslosigkeit, Energielosigkeit, Reizempfindlichkeit, Konzentrati-

onsschwierigkeiten und Vergesslichkeit gezeigt. Im Vordergrund der Ein-

zelgespräche hätten die berufliche Situation, familiäre und biographische 

C-6779/2015 

Seite 14 

Themen gestanden. Stark spürbar sei dabei ihre Energielosigkeit und ihr 

Gefühl: „Ich bleibe stehen. Ich spüre mich nicht.“ gewesen. Es sei ihr ge-

lungen, sich mit diesen schwierigen Gefühlen auseinanderzusetzen und 

Unterstützung anzunehmen. Durch die in den Therapien erlernten Strate-

gien sei es ihr schneller gelungen, wieder aus einer Krise herauszukom-

men. Die Patientin habe die Klinik in einer gestärkten Verfassung verlas-

sen. Die Ärzte bestätigten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis zum 2. Ap-

ril 2017 (ein Tag nach Austritt aus der Klinik). 

6.  

Zu prüfen ist im Folgenden, ob sich der medizinische Sacherhalt als genü-

gend abgeklärt erweist und ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf 

eine Rente hat. 

6.1 Die Vorinstanz stützte sich hinsichtlich Feststellung des Gesundheits-

zustands im Wesentlichen auf die Feststellungen von Dr. med. C._______, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der weder eine depressive 

Störung noch eine Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung 

feststellen konnte und deshalb von einer vollen Arbeitsfähigkeit (mindes-

tens) seit dem Untersuchungsdatum ausging. Die Vorinstanz wich jedoch 

von diesen Feststellungen insoweit ab, als sie nicht von einer durchgehend 

vollen Arbeitsfähigkeit ausging, sondern für die Zeit vom 1. Januar 2013 

bis zur Begutachtung am 26. September 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 

50% annahm. Sie stützte sich dabei auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin 

Dr. med. D._______, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, vom 

24. Februar 2015, welche ihre Einschätzung unter Hinweis auf die versi-

cherungsmedizinische Praxis bei mittelgradigen Depressionen abgab. 

6.2 Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, sie habe an-

lässlich der lediglich einstündigen und einmaligen Exploration bei Dr. med. 

C._______ ihre tatsächliche Situation nicht zum Ausdruck bringen können. 

Es gehe nicht an, dass eine gutachterlich-psychiatrische Exploration nur 

eine Stunde dauere. In einer solch kurzen Zeit sei es nicht möglich, einen 

Exploranden adäquat zu erfassen. Im Übrigen habe sich der Gutachter 

nicht mit allen Aspekten aus den Vorakten auseinandergesetzt. So habe er 

sich namentlich nicht mit der neurotischen Persönlichkeitsproblematik und 

der von der behandelnden Ärztin attestierten Traumatisierung befasst. 

Ohne weitere Würdigung geblieben sei auch ein allfälliger Zusammenhang 

zwischen der Erkrankung und des Umstands, dass die Beschwerdeführe-

rin nicht in der Lage gewesen sei, eine Zwangsräumung ihrer untervermie-

C-6779/2015 

Seite 15 

teten Wohnung und die Vernichtung ihres gesamten Hausrates zu verhin-

dern. Die behandelnde Ärztin sei besser in der Lage, Aussagen über ihren 

Gesundheitszustand zu machen, weshalb auf deren Einschätzung abzu-

stellen und demnach seit Frühjahr/Sommer 2014 von einer langdauernden 

eingeschränkten Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% auszugehen sei. 

Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen und subeventualiter sei 

die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die Vor-

instanz zurückzuweisen. 

6.3 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die gutachterlichen Ausführun-

gen zwar eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von 

Arbeitsleistungen bilden, es aber keineswegs allein Sache der mit dem 

konkreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber ab-

schliessend und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entschei-

den, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder 

vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit in bestimmter Höhe und Ausprägung 

führt. Weil die Arbeitsfähigkeit keine rein medizinische, sondern letztlich 

auch eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei 

welchen von der in einem medizinischen Gutachten festgestellten Arbeits-

unfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verliert 

(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2; Urteil des BGer 9C_651/2014 vom 23. Dezem-

ber 2014 E. 5.1). Wenn allerdings MEDAS-Ärzte lege artis begutachten 

und unter Berücksichtigung der normativen Vorgaben auf eine erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit schliessen, ist dem aus rechtlicher Sicht zu folgen, so-

fern die rechtsanwendende Stelle nicht konkrete, fallgebundene Gesichts-

punkte zu nennen vermag, die im Rahmen der Folgenabschätzung eine im 

Vergleich zum medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen abwei-

chende Ermessensausübung gebieten (vgl. Urteil des BGer 9C_358/2014 

vom 21. November 2014 E. 5). 

6.4   

6.4.1 Der von der Vorinstanz eingeholte Bericht von Dr. med. C._______ 

vom 29. September 2014 (inkl. Ergänzung vom 27. November 2014) 

wurde erstellt, bevor das Bundesgericht am 3. Juni 2015 mit BGE 141 V 

281 die Rechtsprechung zum invalidisierenden Charakter pathogenetisch-

ätiologisch unklarer syndromaler Beschwerdebilder ohne nachweisbare  

organische Grundlage geändert hat. Mit BGE 141 V 281 hat das Bundes-

gericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Re-

gel-/Ausnahme-Modell durch ein strukturiertes normatives Prüfungsraster 

C-6779/2015 

Seite 16 

ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktio-

nellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich er-

reichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, in-

dem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhande-

nen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hin-

weisen; Urteil des BGer 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinwei-

sen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 

nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-

stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 

Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-

wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 

Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per-

son zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2; Urteil des BGer 

8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2). Die Durchführung eines struktu-

rierten Beweisverfahrens nach dem festgelegten Prüfungsraster erübrigt 

sich, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungsein-

schränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erschei-

nung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung 

von vornherein ausschliessen (BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des BGer 

9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 

2015 E. 4).  

Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren jedoch 

nicht per se ihren Beweiswert. Im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des 

Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rü-

gen ist entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhande-

nen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6). 

In sinngemässer Anwendung auf die materiell-beweisrechtlich geänderten 

Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die administrativen 

und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im 

Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurtei-

lung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 

141 V 281 E. 8). 

Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten 

Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht 

geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger 

fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in 

nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegentei-

ligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus ande-

ren Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (vgl. BGE 143 V 

C-6779/2015 

Seite 17 

418 E. 7.1). Namentlich in Fällen, bei denen nach bestehender Aktenlage 

überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven 

Störung auszugehen ist, die ihrerseits nicht schon als chronifiziert gelten 

kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es daher in aller 

Regel keiner Weiterungen in Form eines strukturierten Beweisverfahrens 

(BGE 143 V 409 E. 4.5.3 mit Hinweisen). 

6.4.2 Für die Diagnostik psychischer Störungen ist weder im naturwissen-

schaftlichen noch im psychologisch-testtheoretischen Sinn von einer ho-

hen Objektivität auszugehen. Es gibt unterschiedlich hohe, von Studie zu 

Studie schwankende Übereinstimmungswerte (bei denen depressive Stö-

rungen z.B. nicht besser abschneiden als andere, z.B. somatoforme Syn-

drome), aber Aussagen, dass bestimmte Typen psychischer Störungen 

grundsätzlich besser objektivierbar wären als andere, sind auf dieser 

Grundlage nicht haltbar. Die Auswirkungen auf Funktions- und Arbeitsfä-

higkeit sind bei somatoformen/funktionellen Störungen auf dem gleichen 

Niveau wie bei depressiven Störungen und bei organisch erklärten Krank-

heiten. Psychische Leiden – und nicht nur somatoforme/funktionelle Stö-

rungen – sind wegen ihres Mangels an objektivierbarem Substrat dem di-

rekten Beweis einer anspruchsbegründenden Arbeitsunfähigkeit nicht zu-

gänglich. Dieser Beweis ist indirekt, behelfsweise, mittels Indikatoren, zu 

führen. Da bei sämtlichen psychischen Störungen trotz variierender Präg-

nanz der erhebbaren Befunde im Wesentlichen vergleichbare Beweisprob-

leme bestehen, ist das indikatorengeleitete Beweisverfahren grundsätzlich 

auf sie alle anzuwenden. Darum werden fortan auch affektive Störungen, 

einschliesslich der leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen, 

dem strukturierten Beweisverfahren unterstellt (Urteil des BGer 

8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 7.1 mit Hinweisen, publiziert als 

BGE 143 V 418). 

6.4.3 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat 

das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Ka-

tegorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesund-

heitsschädigung» (E. 4.3.1; Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 

und Symptome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; 

Komorbiditäten), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

C-6779/2015 

Seite 18 

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). 

6.5 Zu klären ist zunächst, ob der begutachtende Psychiater, auf dessen 

Einschätzung sich die Vorinstanz im Wesentlichen abgestützt hat, die Di-

agnose rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert, respektive 

den Ausschluss der von der behandelnden Ärztin gestellten Diagnosen (re-

zidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode und 

Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung in der Kindheit und im 

Erwachsenenalter) den Anforderungen von BGE 141 V 281 entsprechend 

so begründet hat, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die 

klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind. 

Vorweg ist festzuhalten, dass der Gutachter Dr. med. C._______ in Über-

einstimmung mit den Feststellungen der behandelnden Psychiaterin, 

Dr. med. B._______, davon ausgeht, dass bei der Beschwerdeführerin 

eine rezidivierende depressive Störung vorliegt respektive vorlag. Im Gut-

achtenszeitpunkt konnte er keine psychopathologischen Auffälligkeiten 

feststellen, so dass er festhielt, die depressive Störung sei aktuell remittiert. 

Die von Dr. med. B._______ diagnostizierte Persönlichkeitsveränderung 

nach Extrembelastung in der Kindheit und im Erwachsenenalter konnte er 

nicht bestätigen und gab stattdessen an, er vermute eine gewisse neuroti-

sche Persönlichkeitsproblematik. Dr. med. C._______ hielt in Bezug auf 

die Arbeitsfähigkeit fest, es sollte der Beschwerdeführerin (mindestens seit 

dem Untersuchungsdatum) möglich sein, einer Tätigkeit nachzugehen, in 

welcher sie keine Alleinverantwortung übernehmen müsse. Es sei dabei 

von keiner weiteren Einschränkung auszugehen. Er begründete dabei 

nicht, weshalb die Beschwerdeführerin keine Alleinverantwortung überneh-

men könne und er liess überdies eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für 

die Zeit vor dem Gutachten vermissen. Dazu hielt die RAD-Ärztin 

Dr. med. D._______, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, fest, ver-

sicherungspsychiatrisch könne bei einer mittelgradig depressiven Sympto-

matik praxisgemäss von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgegangen 

werden und attestierte der Beschwerdeführerin deshalb für die Zeit vom 

1. Januar 2013 bis zur Begutachtung eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Sie 

wich dabei von der Einschätzung der behandelnden Ärztin (Arbeitsunfähig-

keit 100%) ab, begründete dies jedoch nicht mit Bezug auf die Einschrän-

kungen im konkreten Fall, sondern lediglich mit einem Hinweis auf die ver-

sicherungspsychiatrische Praxis. Keine der ärztlichen Beurteilungen äus-

C-6779/2015 

Seite 19 

sert sich demnach dazu, welche funktionellen Beeinträchtigungen im Ein-

zelnen durch die depressive Störung resultieren und die Arbeitsfähigkeit 

einschränken. Auch fehlt eine Beurteilung des Verlaufs (Längsschnitt ret-

rospektiv), um Aussagen über die zukünftige Entwicklung und Beeinfluss-

barkeit durch therapeutische und/oder rehabilitatitve Interventionen treffen 

zu können (vgl. Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutach-

ten SGPP/SGVP, Version 16.06.2016 [https://www.psychiat-

rie.ch/sgpp/fachleute-und-kommissionen/leitlinien/, zuletzt besucht am 

6. Juli 2018], Anhang 3, S. 27). Insbesondere die nach Verfügungserlass 

erstellten und im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte über einen 

teilstationären Aufenthalt in den Kliniken H._______ vom 28. November 

2016 bis 6. Januar 2017 und über einen stationären Aufenthalt in der Klinik 

G._______ vom 6. März 2017 bis zum 1. April 2017 sowie die Berichte der 

langjährig behandelnden Ärztin weisen darauf hin, dass die depressive 

Störung bei der Beschwerdeführerin wiederkehrend ist, so dass eine Be-

trachtung des Längsschnittes zwingend notwendig ist, um eine zuverläs-

sige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vornehmen zu können. Bei der von 

Dr. med. C._______ abgegebenen Beurteilung handelt es sich lediglich um 

eine Momentaufnahme, die den Verlauf ausser Acht lässt, weshalb diese 

die gesundheitliche Problematik und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

nur ungenügend abbildet. Schlüssige medizinische Ausführungen, die eine 

zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im nunmehr anzuwendenden 

strukturierten Beweisverfahren erlauben würden, liegen nicht vor. 

Demzufolge hat die Vorinstanz den Sachverhalt ungenügend abgeklärt. 

Somit ist es dem Bundesverwaltungsgericht nicht möglich, aufgrund der 

vorliegenden Akten mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob und 

gegebenenfalls in welchem Umfang und ab wann ein Anspruch auf Leis-

tungen der Invalidenversicherung besteht. Vielmehr sind dazu weitere psy-

chiatrische Abklärungen respektive Präzisierungen und eine Auseinander-

setzung mit den unterschiedlichen Angaben in den Berichten notwendig. 

Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf Therapieerfolg oder -resistenz zu 

richten. 

6.6 Die Beschwerdeführerin beantragte im Rahmen ihrer Beschwerde die 

Zusprache der gesetzlichen Leistungen, eventualiter die Einholung eines 

Gerichtsgutachtens und subeventualiter die Rückweisung der Sache zur 

weiteren Abklärung an die Vorinstanz. 

C-6779/2015 

Seite 20 

6.6.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialver-

sicherungsgerichte nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zu wei-

teren medizinischen Abklärungen an die Verwaltung zurückweisen. So hat 

es erkannt, dass es zwar nicht angebracht ist, in jedem Beschwerdefall auf 

der Grundlage eines Gerichtsgutachtens zu urteilen, doch drängt es sich 

auf, dass die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein-

holt, wenn sie einen medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich 

abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem 

rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die 

IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhe-

bung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn 

lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen 

Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). 

6.6.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die IVSTA 

im Lichte der dargelegten Rechtsprechung aus nachfolgenden Gründen 

ausnahmsweise möglich. Zu beachten sind insbesondere die Ausführun-

gen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 210, wonach eine 

weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf 

die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit 

der Versicherungsdurchführung litte empfindlich und wäre von einem Sub-

stanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von 

vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem verfügungs-

weise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin 

gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterliege. Im Rahmen der de lege 

lata gegebenen Organisation dränge es sich vielmehr auf, das drohende 

Defizit dort durch gerichtliche Expertisen auszugleichen, wo die Gerichte 

bei der Würdigung des Administrativgutachtens im Kontext der gesamten 

Aktenlage zum Schluss kommen, weitere Abklärungen seien notwendig 

(BGE 137 V 210 E. 4.2). 

6.6.3 Hier liegen zwar mehrere vom Bundesverwaltungsgericht zu würdi-

gende Berichte im Recht, die jedoch eine abschliessende Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit nicht zulassen. Eine Beurteilung ohne eingehende Diskus-

sion der die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Faktoren und ohne die 

Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens ist im vorliegenden 

Fall nicht zulässig. Die vorliegende Konstellation hätte zwangsläufig zu ei-

ner Präzisierung der vorhandenen Unterlagen führen müssen. Würde eine 

derart mangelhafte Sachverhaltsabklärung respektive -würdigung durch 

Einholung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerdeverfahren korrigiert, 

C-6779/2015 

Seite 21 

bestünde die Gefahr der unerwünschten Verlagerung der den Durchfüh-

rungsorganen vom Gesetz übertragenen Pflicht, den rechtserheblichen 

Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ab-

zuklären (so dass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende 

Leistung ergehen kann), auf das Gericht. Daher und aufgrund dessen, 

dass vorliegend aufgrund der Aktenlage der Gesundheitszustand und dem-

nach auch die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht abschliessend 

beurteilt werden kann, ist die Beschwerde gutzuheissen und die Angele-

genheit zur Vervollständigung des medizinischen Sachverhalts an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. 

Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die Verfügung vom 23. Sep-

tember 2015 ist aufzuheben. Die Sache ist zur Durchführung der notwen-

digen medizinischen Abklärungen und Prüfung des Leistungsanspruchs an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. 

7.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

7.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

die Verweigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und un-

abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1'000 Franken festzulegen 

(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Verfahrenskosten werden in der Regel der un-

terliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Rückweisung der 

Sache an die Verwaltung zu erneuter Abklärung und neuer Verfügung gilt 

im Sozialversicherungsrecht praxisgemäss als volles Obsiegen der Be-

schwerde führenden Partei (BGE 137 V 210 E. 7.1 und 132 V 215 E. 6). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin keine 

Kosten aufzuerlegen. Einer unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 

Abs. 2 VwVG ebenso wenig Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung um-

fasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Ausla-

gen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Beschwerdeführerin war im vorliegenden 

C-6779/2015 

Seite 22 

Verfahren anwaltlich vertreten, weshalb ihr zu Lasten der unterliegenden 

Vorinstanz eine Parteientschädigung zuzusprechen ist.  

Die Vertreterin der Beschwerdeführerin macht mit den eingereichten Ho-

norarnoten vom 7. April 2016 (Beilage zu BVGer-act. 13) und vom 6. März 

2018 (Beilage zu BVGer-act. 26) einen Aufwand von insgesamt 

Fr. 5‘072.05 (entsprechend 18 Stunden 35 Minuten à Fr. 250.-/Stunde zu-

züglich Auslagen von Fr. 271.70 und Mehrwertsteuer) geltend. Der hier an-

gegebene Zeitaufwand erscheint für den vorliegenden Fall mit Blick auf den 

mittelgrossen Umfang der Akten, des durchgeführten doppelten Schriften-

wechsels und der zusätzlich eingeholten Stellungnahme zu einer allfälligen 

reformatio in peius und der in der Rechtsprechung geführten Diskussion 

grundsätzlich als angemessen. Nicht als für das Beschwerdeverfahren not-

wendig zu erachten ist jedoch jeglicher Aufwand im Zusammenhang mit 

Kommunikation mit der SAK (vgl. Bemühungen vom 28. Oktober 2015, 

4. November und 11. Dezember 2015) und der Sozialhilfebehörde (vgl. Be-

mühungen vom 7. und 16. November 2017). Vom geltend gemachten Zeit-

aufwand von 18 Stunden und 35 Minuten ist deshalb eine Stunde abzuzie-

hen und eine Entschädigung für einen Zeitaufwand von 17 Stunden und 

35 Minuten zuzusprechen. In Bezug auf die geltend gemachten Auslagen 

für Fotokopien ist festzuhalten, dass gemäss Art. 11 Abs. 4 VGKE für Fo-

tokopien lediglich Fr. 0.50 pro Seite verrechnet werden dürfen. Da vorlie-

gend jeweils mit Fr. 1.- pro Seite gerechnet wurde, ist der Gesamtbetrag 

von Fr. 183.- entsprechend zu kürzen. Für im Ausland wohnende Perso-

nen, welche die Dienste eines in der Schweiz ansässigen Rechtsvertreters 

in Anspruch nehmen, ist keine Mehrwertsteuer geschuldet (vgl. Art. 1 Abs. 

2 lit. a des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwert-

steuer [MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 

lit. c VGKE). Die Beschwerdeführerin hatte bis und mit 11. Februar 2016 

Wohnsitz in Deutschland und zog danach in die Schweiz (vgl. Bescheini-

gung über die erfolgte Anmeldung des Einwohneramts J._______ vom 

23. Februar 2016; Beilage 2 zu BVGer-act. 9). Es sind somit lediglich die 

seit 12. Februar 2016 erbrachten Dienstleistungen der Rechtsvertreterin 

mehrwertsteuerpflichtig. Demnach ist folgende Berechnung anzustellen: 

Vom 19. Oktober 2015 bis zum 25. Januar 2016 ist ein Stundenaufwand 

von 8 Stunden 25 Minuten à Fr. 250.- (= Fr. 2‘104.20) zuzüglich Auslagen 

von Fr. 38.80 und 96 Kopien à Fr. 0.50 (= Fr. 48.-) ohne Mehrwertsteuer-

zuschlag zu berücksichtigen (Zwischentotal 1 Fr. 2‘191.-, vgl. Honorarnote 

Nr. 2911 und Leistungsjournal vom 7. April 2016). Vom 17. Februar 2016 

bis zum 7. April 2016 liegt ein anrechenbarer Stundenaufwand von 2 Stun-

den 20 Minuten à Fr. 250.- (= Fr. 583.25) und Auslagen von Fr. 9.- sowie 

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17 Kopien à Fr. 0.50 (= Fr. 8.50) zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% vor 

(Zwischentotal 2 Fr. 648.80, vgl. Honorarnote Nr. 2911 und Leistungsjour-

nal vom 7. April 2016). Vom 7. April 2016 bis zum 21. Dezember 2017 liegt 

ein anrechenbarer Stundenaufwand von 5 Stunden 45 Minuten à 

Fr. 250.- (= Fr. 1‘437.50) und Auslagen von Fr. 31.60.- sowie 30 Kopien à 

Fr. 0.50 (= Fr. 15.-) zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% vor (Zwischentotal 3 

Fr. 1‘602.80, vgl. Honorarnote Nr. 3683 und Leistungsjournal vom 6. März 

2018). Schliesslich sind gemäss Honorarnote Nr. 3684 vom 6. März 2018 

für die Zeit vom 8. Januar 2018 bis zum 6. März 2018 ein Stundenaufwand 

von 1 Stunde 5 Minuten (= Fr. 270.75) zuzüglich Auslagen von 9.30 und 

40 Fotokopien à Fr. 0.50 (= Fr. 20.-) zuzüglich Mehrwertsteuer in der Höhe 

von 7,7% zu berücksichtigen (Zwischentotal 4 Fr. 323.15). Die Addition der 

Zwischentotale 1-4 ergibt somit eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 4‘765.75, die von der Vorinstanz zu leisten ist. 

Der unterliegenden Vorinstanz ist keine Parteientschädigung zuzuspre-

chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

  

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Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die angefochtene 

Verfügung vom 23. September 2015 aufgehoben und die Sache an die Vor-

instanz zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen den 

Sachverhalt ergänzt und über den Anspruch der Beschwerdeführerin er-

neut verfügt. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 4‘765.75 zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Michael Peterli Sandra Tibis 

 

 

  

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Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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