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**Case Identifier:** d657c4f7-ffdd-5ea5-be4a-fb5ac4526ac4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.06.2014 200 2013 502
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-502_2014-06-13.pdf

## Full Text

200 13 502 IV
GRD/IMD/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Juni 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2014, IV/13/502, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1990 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im September 2008 bei der IV-Stelle Bern (nach-
folgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) unter Hinweis auf ein Hüftleiden 
zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB 
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, holte namentlich eine 
Stellungnahme beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stellen 
Bern/Freiburg/Solothurn ein (AB 11) und erteilte der Versicherten mit Mittei-
lung vom 20. Mai 2009 Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche 
Ausbildung (ebA; AB 26). Nachdem die Versicherte während der in diesem 
Rahmen begonnenen Ausbildung eine Verschlechterung der gesundheitli-
chen Situation geltend gemacht hatte, holte die IVB eine Stellungnahme 
beim RAD-Arzt Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirur-
gie FMH, ein (Bericht vom 8. März 2012; AB 86). Zudem veranlasste sie 
eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Gutachten vom 6. September 2012; 
AB 98.1). 

Die IVB schloss mit Mitteilung vom 16. Januar 2013 die beruflichen Mass-
nahmen ab, da die Versicherte diese zurzeit nicht wünsche (AB 113). Mit 
Vorbescheid vom 8. Februar 2013 (AB 114) stellte sie die Abweisung eines 
Rentenanspruchs mit der Begründung in Aussicht, in einer leidensange-
passten Tätigkeit könne die Versicherte ein rentenausschliessendes Ein-
kommen erzielen. Dagegen erhob diese Einwand (AB 119), woraufhin die 
IVB weitere medizinische Unterlagen – darunter zwei Stellungnahmen des 
RAD – einholte (AB 122, 126, 127). Am 10. Mai 2013 verfügte die IVB wie 
im Vorbescheid vorgesehen (AB 128).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, mit Eingabe vom 11. Juni 2013 Beschwerde und beantragte 

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die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer 
Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zu neuer Sachverhaltsabklärung 
und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur 
Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Beschwerdegegnerin 
stütze ihren ablehnenden Rentenentscheid auf das von ihr eingeholte 
psychiatrische Gutachten und die darin diagnostizierte anhaltende somato-
forme Schmerzstörung, welche laut ihr keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit habe. Entgegen dieser Ansicht seien die gesundheitlichen Probleme 
der Beschwerdeführerin jedoch überwiegend somatisch bedingt. Die dies-
bezüglich seitens der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Abklärungen 
seien ungenügend. Die verschiedenen fachärztlichen Berichte würden dem 
der Invaliditätsbemessung zu Grunde gelegten Zumutbarkeitsprofil wider-
sprechen. Der Beschwerdeführerin sei es nicht möglich, eine ganztägige 
Arbeitstätigkeit auszuüben, auch wenn diese wechselbelastend sei. 

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2013 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde und verwies auf eine weitere Stellungnah-
me des RAD vom 18. Juli 2013, wonach den gesundheitlichen Beschwer-
den der Versicherten durch die bisherigen fachärztlichen Stellungnahmen 
genügend Rechnung getragen worden sei.

Mit Eingabe vom 12. August 2013 reichte der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin einen ärztlichen Bericht des Spitals E.________ vom 
8. August 2013 sowie seine Kostennote zu den Akten. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 10. Mai 2013 (AB 128). Strittig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-

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glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aussch-
liesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti-
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind 
die bisher ungeschriebenen Rechtsgrundsätze und insbesondere die 
Rechtsprechung zur Ausscheidung der invaliditätsfremden Faktoren und 
zum Zumutbarkeitsprinzip neu ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 
135 V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.3.3 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Den medizinischen Akten ist – soweit entscheidwesentlich – haupt-
sächlich das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Gemäss Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 14. März 
2005 (AB 4 S. 17) wurde am 7. März 2005 aufgrund eines gemischten 
Cam- / Pincer-Impingements rechts eine chirurgische Hüftluxation mit 
Trimmen des Pfannenrades, Labrumrefixation und Offset-Bildung vorge-
nommen. Am 15. Juli 2008 wurden die die Beschwerdeführerin irritierenden 
Trochanterschrauben entfernt (AB 4 S. 16). 

3.1.2 Laut Austrittsberichts des Spitals E.________ vom 19. November 
2010 (AB 80 S. 24 f.) erfolgte am 18. November 2010 eine chirurgische 
Hüftluxation mit Pfannenrandtrimmung, Labrumrefixation sowie einer Off-
set-Korrektur links. Bei zunehmender Schmerzsymptomatik (AB 80 S. 19 f.) 
wurden am 28. Juli 2011 die Trochanterschrauben entfernt und eine arthro-
skopische Adhäsiolyse vorgenommen (AB 80 S. 16 f.).

3.1.3 Im Bericht vom 21. Oktober 2011 (AB 80 S. 10 f.) führten die be-
handelnden Ärzte aus, im MRI der Lendenwirbelsäule zeige sich eine klei-
ne mediane Diskushernie L3/4 ohne Neurokompression bei leichter Dege-
neration des Diskus. Die Beschwerden der Patientin könnten nicht vollum-
fänglich einem patho-physiologischen Korrelat zugeordnet werden. Es sei 
aber unwahrscheinlich, dass die moderate Diskopathie L3/4 für die massi-
ven Schmerzen ursächlich sei. Die Hüftschmerzen seien ebenfalls nicht 
spondylogen bedingt. Die Schmerzen im Bereich des Rückens seien als 
Folge der Dekonditionierung bei länger bestehendem Schmerzsyndrom zu 
interpretieren.

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3.1.4 Aus dem Bericht des Spitals E.________ vom 7. November 2011 
(AB 80 S. 8 f.) geht hervor, dass die Ursache der persistierenden Hüftbe-
schwerden nach wie vor unklar sei. Ebenso unklar bleibe die Ursache der 
von der Patientin beklagten strumpfförmigen Hypästhesie beider Beine 
ohne Dermatombezug. Die diesbezügliche Abklärung seitens der Neurolo-
gen habe keine neuen Erkenntnisse gebracht. Ursache der Beschwerden 
könnte eine erneute Vernarbung des Hüftgelenkes sein, differentialdiagnos-
tisch komme aber insbesondere auch aufgrund der überlagerten diffusen 
neurologischen Symptomatik eine chronische Schmerzverarbeitungs-
störung in Frage. Die Patientin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig ge-
schrieben worden.

3.1.5 Im Bericht vom 8. Dezember 2011 bezüglich eines Abklärungsge-
sprächs in der Tagesklinik der Psychiatrischen Dienste F.________ (AB 82 
S. 8 ff.) wurden eine mittelgradige depressive Episode bei Verdacht auf 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), eine Adipositas 
mit selbstinduziertem Erbrechen (ICD-10: E66.-) und Probleme in Verbin-
dung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z56.0) diagnostiziert. 

3.1.6 Der RAD-Arzt Dr. med. C.________ hielt im Bericht vom 8. März 
2012 (AB 86) fest, aus orthopädischer Sicht würden sich Einschränkungen 
bezüglich der Sitz- und Stehfähigkeit aufgrund der beidseitigen Hüft-
gelenkspathologie erklären lassen, nicht aber die lumbalen Rückenschmer-
zen und diffusen neurologischen Ausfälle. Für die Versicherte sei nur eine 
wechselbelastende Tätigkeit (sitzend, gehend und stehend) möglich, nicht 
jedoch eine ausschliesslich/vorwiegend stehende oder sitzende. Entspre-
chend liessen sich Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit als … medizinisch 
begründen und nachvollziehen. Diese vorwiegend sitzende Tätigkeit sei ihr 
nur bedingt bzw. in einem reduzierten Pensum zuzumuten. Eine angepass-
te Tätigkeit sei in einem ganztägigen Pensum ohne Leistungsminderung 
zumutbar. Von Seiten der orthopädischen Problematik könne davon aus-
gegangen werden, dass seit Anfang Dezember 2011 ein stabiler Gesund-
heitszustand bestehe und sich das Zumutbarkeitsprofil kurz- bis zumindest 
mittelfristig nicht ändern werde. 

3.1.7 Dr. med. D.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten 
vom 6. September 2012 (AB 98.1) eine anhaltende somatoforme Schmerz-

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störung (ICD-10: F45.4) sowie einen Status nach atypischer Bulimia nervo-
sa (ICD-10: F50.3). Er hielt fest, aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeits-
fähigkeit nicht eingeschränkt. Ausser der anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt wer-
den. Insbesondere fänden sich keine Hinweise für eine eigenständige de-
pressive Störung. Die Explorandin leide unter ihren Beschwerden, fühle 
sich auch minderwertig, weil sie keiner beruflichen Tätigkeit nachgehe. 
Deswegen habe sie sich auch von ihren sozialen Kontakten etwas zurück-
gezogen. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug liege jedoch nicht vor. Die 
Explorandin leide nicht unter Schlafstörungen, Antriebsstörungen, ausge-
prägten depressiven Verstimmungen, einem ausgeprägten sozialen Rück-
zug, einem Selbstverleider oder Suizidgedanken. Die atypische Bulimie, die 
geringgradig ausgeprägt gewesen sei, habe sich zurückgebildet. Seit zwei 
Monaten leide die Explorandin nicht mehr unter selbstinduziertem Erbre-
chen. Die geklagten Sensibilitätsstörungen, die gemäss Explorandin vor 
allem beim Fahrrad fahren aufträten, seien geringgradig ausgeprägt und 
Ausdruck einer gewissen Verdeutlichungstendenz im Rahmen der anhal-
tenden somatoformen Schmerzstörung. Eine psychiatrische Komorbidität 
sei nicht vorhanden. Das Scheitern der therapeutischen Bemühungen hin-
ge wesentlich damit zusammen, dass die Explorandin auf Grund der aus-
geprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung sich nicht in der Lage sehe, 
trotz allfälliger Restbeschwerden sich aktiv um ihre Genesung zu bemühen 
und sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder auszusetzen. Schwere, 
lebensgeschichtliche Belastungen fänden sich nicht. Hinweise auf unbe-
wusste Konflikte fehlten, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhan-
den. Aus psychiatrischer Sicht könne es der Explorandin daher zugemutet 
werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung 
aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu kön-
nen. Soweit die Explorandin sich aufgrund ihrer körperlichen Beschwerden 
als kaum arbeitsfähig fühle, müsse dazu in erster Linie aus somatischer 
Sicht Stellung genommen werden (Ab 98.1 S. 14 f.).

3.1.8 Im Bericht vom 14. Mai 2013 (Akten der Beschwerdeführerin, Be-
schwerdebeilage [BB] 7) – welcher zwar nach Verfügungserlass erstellt 
wurde, jedoch zumindest teilweise Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des 
Abschlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation erlaubt und 

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insoweit zu berücksichtigen ist (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4) – führte Dr. 
med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumato-
logie FMH, aus, die Versicherte sei ihm erneut zur Beurteilung zugewiesen 
worden, nachdem sie aufgrund einer akuten Schmerzsymptomatik auf dem 
Notfall vorstellig geworden sei. In der Zwischenzeit hätten eine regelmässi-
ge Behandlung beim Psychiater und die Einleitung einer Physiotherapie zu 
einer Verbesserung der Symptomatik geführt, jedoch träten immer noch 
schubförmig starke Schmerzexazerbationen auf. Da sich in der klinischen 
Untersuchung ein Verdacht auf eine Symptomatik in beiden ISG sowie der 
Symphyse zeige, die Patientin eine schubförmige Symptomatik beschrie-
ben habe, sich weiterhin eine diskrete humorale Aktivität gezeigt habe und 
das HLA B-27 positiv gewesen sei, sei eine Erweiterung der Diagnostik mit 
MRI der SIG durchzuführen.

3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 10. Mai 2013 (AB 128) bezüglich der somatischen Gesundheits-
schäden auf die Aktenbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. C.________ 
vom 8. März 2012 (AB 86) gestützt. Der RAD-Arzt geht von einer vermin-
derten Belastbarkeit beider Hüften bezüglich Steh- und Sitzfähigkeit aus 
und hält eine wechselbelastende Tätigkeit (sitzend, gehend und stehend) in 
einem ganztägigen Pensum ohne Leistungsminderung für zumutbar (AB 86 
S. 4).

Diese Beurteilung des RAD-Arztes genügt nicht, um im vorliegenden medi-
zinisch komplexen Fall eine (somatisch) abschliessende Beurteilung vor-
nehmen zu können. Zunächst einmal stützt sich der RAD-Arzt bei seiner 
Beurteilung alleine auf die Akten, ohne die Beschwerdeführerin selbst un-
tersucht zu haben. Nach der Praxis sind solche Aktengutachten grundsätz-
lich nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Ana-
mnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbe-
stritten sind und der Untersuchungsbefund lückenlos vorliegt. Der Experte 
muss sich aufgrund vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses 
Bild machen können (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 
E. 5b). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall: Gemäss Bericht des Spitals 
E.________ vom 7. November 2011 (AB 80 S. 8 f.) sei die Ursache der 
persistierenden Hüftbeschwerden vorerst unklar, allenfalls komme eine 

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erneute Vernarbung des Hüftgelenks, differentialdiagnostisch eine chroni-
sche Schmerzverarbeitungsstörung dafür in Frage. Zudem wies der Haus-
arzt der Beschwerdeführerin mit undatiertem Kommentar (Eingang bei der 
Beschwerdegegnerin am 19. März 2012) zu einem am 21. Februar 2012 – 
und damit knapp zwei Wochen vor Erstellung der Aktenbeurteilung durch 
Dr. med. C.________ am 8. März 2012 – durchgeführten Beckenröntgen 
darauf hin, dass sich eine beginnende Hüftarthrose beidseits zeige (AB 87). 
Entsprechend kann zum Zeitpunkt der Stellungnahme durch Dr. med. 
C.________ nicht von einem „gesamthaft lückenlosen Bild“ ausgegangen 
werden und es ergab sich kein „vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 
und gegenwärtigen Status“, was eine reine Aktenbeurteilung erlaubt hätte. 
Es liegt hier offensichtlich eine zumindest mitwirkende somatische Kompo-
nente vor. Insoweit hat denn auch der psychiatrische Gutachter zu Recht 
auf die Bedeutung der Beurteilung der Somatiker hingewiesen. Eine solche 
Ausgangslage bedingt eine inter- bzw. pluridisziplinäre Beurteilung. Eine 
solche fehlt, womit die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht 
hinreichend nachgekommen ist. Welche Bedeutung den erst im vorliegen-
den Verfahren aufgelegten Berichten des Rheumatologen Dr. med. 
G.________ zukommt, braucht unter diesen Umständen an dieser Stelle 
nicht geklärt zu werden. 

3.3 Auf die Angaben der behandelnden Ärzte des Spitals E.________ 
im Bericht vom 10. Oktober 2012 (AB 103), wonach eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % vorliege, kann ebenfalls nicht abgestellt werden. Die Ärzte attes-
tieren die Arbeitsunfähigkeit ausdrücklich unter Vorbehalt der definitiven 
Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin. Ebenfalls keine genügende 
Beurteilungsgrundlage bildet die Einschätzung von Dr. med. G.________ 
vom 8. August 2013 (BB 11). Die attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit 
in einer leichten Tätigkeit mit wechselnder Belastung wird von ihm nicht 
näher begründet. Ebenfalls vage bleibt er mit seinem Hinweis, wonach in 
Zukunft maximal an eine Arbeitsfähigkeit von 30 % - 50 % in einer leichten 
Tätigkeit zu denken sei. Hinzu kommt, dass auch diesen Berichten die hier 
notwendige inter- bzw. pluridisziplinäre Würdigung abgeht.

3.4 Nach dem hiervor Dargelegten kann weder auf die Einschätzung 
des RAD-Arztes vom 8. März 2012 (AB 86) noch auf die Beurteilung der 

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behandelnden Ärzte abgestellt werden. Damit hat die Beschwerdegegnerin 
den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. 
Die angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2013 (AB 128) ist daher in Gut-
heissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen, damit sie zwecks Festlegung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit und des Leistungsprofils eine pluridisziplinä-
re Begutachtung veranlasse. Da die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt 
bis anhin (quantitativ und qualitativ) nicht hinreichend geklärt hat, kommt 
die Rechtsprechung gemäss BGE 137 V 210 (Gerichtsgutachten) nicht 
zum Tragen. Zudem hat die Beschwerdeführerin explizit eine Rückweisung 
an die Verwaltung beantragt und damit zu verstehen gegeben, dass sie 
keine Instanz verlieren will.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

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Die Beschwerdeführerin wird durch Rechtsanwalt Dr. B.________ vertre-
ten. Dessen Kostennote vom 12. August 2013 ist nicht zu beanstanden. 
Entsprechend wird die Parteientschädigung auf Fr. 3'000.-- zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 40.-- und 8 % Mehrwertsteuer im Betrag von Fr. 243.20, so-
mit auf total Fr. 3'283.20 festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerde-
gegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. Mai 2013 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- 
wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'283.20 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2014, IV/13/502, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt Bericht des Spitals E.________ vom 8. August 

2013 und den eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.