# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae382dd6-adf4-50ad-9d4c-636b5059ede3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-04-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.04.2012 E-5851/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5851-2010_2012-04-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5851/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  A p r i l  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richter François Badoud,    

Gerichtsschreiberin Anna Poschung. 

   Parteien 
 

A._______, 

Sri Lanka,   

vertreten durch (…),  

Advokatur Gysin + Roth, (...), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren);  

Verfügung des BFM vom 11. August 2010 / N (…). 

 

 

E-5851/2010 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte am 24. Juni 2009 ein schriftliches Asylge-

such auf der schweizerischen Botschaft in Sri Lanka, wo er am 12. No-

vember 2009 zu seinen Asylgründen angehört wurde.  

B.  

Gemäss eigenen Angaben verliess er seinen Heimatstaat am 17. März 

2010 von Colombo aus, reiste via Singapur nach Malaysia und gelangte 

nach einem ungefähr viermonatigen Aufenthalt auf dem Luftweg über In-

dien, Jemen, Syrien und Österreich in die Schweiz, wo er am 23. Juli 

2010 im Flughafen Zürich-Kloten um Asyl ersuchte. 

C.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2010 verweigerte das BFM dem Beschwerde-

führer die Einreise in die Schweiz vorläufig und wies ihm für die Dauer 

von maximal sechzig Tagen den Transitbereich des Flughafens als Auf-

enthaltsort zu.  

D.  

Anlässlich der Befragung zur Person vom 24. Juli 2010 und der einlässli-

chen Anhörung zu den Asylgründen vom 28. Juli 2010 im Flughafen 

machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgendes geltend:  

Er sei tamilischer Ethnie und stamme aus B._______ (Distrikt Kilinochchi, 

Nordprovinz), wo er bis zum Schulabschluss im Jahr 1995 gelebt habe. 

Zwischen 1995 bis 2000 habe er in der Landwirtschaft und anschliessend 

bis im Jahr 2004 als Chauffeur für einen Onkel väterlicherseits, einen er-

folgreichen Geschäftsmann, in Vavuniya (Nordprovinz) gearbeitet. Wäh-

rend dem Juni 2004 sei er zudem als Chauffeur für die Liberation Tigers 

of Tamil Eelam (LTTE) tätig gewesen. Sein Onkel und dessen Sohn seien 

Ende 2004 von der Eelam People's Democratic Party (EPDP) bezie-

hungsweise der Tamil Eelam Liberation Organization (TELO) entführt 

worden, gegen Versprechung einer Lösegeldzahlung aber wieder freige-

lassen worden, worauf er (der Beschwerdeführer) zusammen mit seinem 

Onkel im Büro der LTTE gegen die EPDP beziehungsweise TELO Anzei-

ge erstattet habe. Zwei Tage später sei er nachts zu Hause von EPDP-

Mitgliedern angegriffen und mit einem Messer verletzt worden, es sei ihm 

aber gelungen, den Angreifern zu entkommen. Die LTTE habe nach die-

sem Vorfall zwei EPDP-Mitglieder erschossen, und er habe sich aufgrund 

dieser Probleme ins Vanni-Gebiet begeben, während sein Onkel in Vavu-

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Seite 3 

niya geblieben sei, wo ihm die Polizei während zwei Monaten Schutz ge-

boten habe. Nach dem Abzug der LTTE aus Vavuniya beziehungsweise 

ein Jahr nach der Entführung des Onkels habe die EPDP diesen aus Ra-

che erschossen beziehungsweise er (der Beschwerdeführer) sei im Ok-

tober 2004 von der EPDP entführt worden, worauf er sich bei den LTTE 

darüber beschwert habe und diese Mitglieder der EPDP erschossen hät-

ten. Aus Rache habe die EPDP daraufhin seinen Onkel erschossen. Er 

(der Beschwerdeführer) sei wegen der Probleme in Vavuniya Ende 2005 

nach Kilinochchi zurückgekehrt, wo er mit seinen Eltern und Geschwis-

tern gewohnt habe. Als jüngstes von sechs Geschwistern sei er von den 

LTTE bedrängt worden, ihnen beizutreten. Er habe sich deshalb an die 

Nichtregierungsorganisation (NGO) C._______ gewendet, welche ihm ei-

ne Stelle als Chauffeur in D._______ (Distrikt Kilinochchi, Nordprovinz) 

angeboten habe. Infolge der dortigen Kriegshandlungen sei er im März 

2008 beziehungsweise im Juli 2008 wiederum nach Vavuniya gegangen 

und habe dort bis am 1. März 2009 für C._______ gearbeitet und in einer 

von dieser zur Verfügung gestellten Unterkunft gewohnt. Am 10. Februar 

2009 sei er von der TELO kontaktiert und aufgefordert worden, sich in de-

ren Büro zu melden, was er nicht getan habe. Die TELO habe weiterhin 

nach ihm gesucht, um an ihm Rache für die beiden von den LTTE er-

schossenen TELO-Mitgliedern zu nehmen. Aufgrund dieser Schwierigkei-

ten habe er sich entschlossen, ins Ausland zu gehen. Mit Hilfe eines 

Schleppers habe er ein Visum für Katar erhalten, wo er eine Stelle als 

Chauffeur habe annehmen wollen. Am (…) März 2009 sei er in der Ab-

sicht, auf dem Luftweg nach Katar zu gelangen, am Flughafen von Co-

lombo mit einem in die Ermordung eines Armeegenerals verwickelten 

Chauffeur verwechselt und festgenommen worden. Abends sei er in ein 

Gefängnis im Hafengelände von Colombo namens "6th floor" gebracht, 

geschlagen und unter Druck gesetzt worden, zuzugeben, die verdächtigte 

Person zu sein. Anschliessend sei er in derselben Nacht in ein anderes 

Gefängnis geführt worden, wo die Gefängnisinsassen aufgefordert wor-

den seien, ihn zu identifizieren. Danach sei er ins "6th floor" zurückge-

bracht worden. Am (…) März 2009 sei er nach Boosa verlegt worden, wo 

er dreimal tagsüber verhört sowie während zwei Nächten befragt und 

misshandelt worden sei. Beim ersten nächtlichen Verhör sei er während 

ungefähr zehn Minuten am Daumen aufgehängt worden, worauf er in 

Ohnmacht gefallen sei. Beim zweiten Mal sei er mit einem Blech an den 

Knöcheln und im Hüftbereich verbrannt beziehungsweise mit Elektro-

schocks gefoltert, auf den Kopf geschlagen, im Genitalbereich mit Benzin 

beziehungsweise Elektroschocks misshandelt und zu Oralverkehr ge-

zwungen worden. Aufgrund der Folter habe er sexuelle Probleme und 

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körperliche Beschwerden. Nach drei Monaten sei er von Boosa ins CRP-

Gefängnis verlegt worden. Nachdem seine Familie Bestechungsgeld be-

zahlt habe, sei er am (…) Juli 2009 freigelassen worden. Daraufhin habe 

er bis am 17. März 2010 offiziell registriert in der Lodge eines Bekannten 

in Colombo gewohnt und gearbeitet. Er habe mit der Ausreise zugewar-

tet, weil er zwecks Finanzierung der Reise zuerst ein Grundstück habe 

verkaufen müssen, was ihm nicht sofort gelungen sei. In Sri Lanka sei 

sein Leben durch die srilankischen Behörden sowie andere Gruppierun-

gen bedroht, weshalb er um Asyl in der Schweiz ersuche. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer im Verlauf des bei der 

schweizerischen Vertretung eingeleiteten Asylverfahrens und des an-

schliessenden erstinstanzlichen Verfahrens in der Schweiz zahlreiche 

Kopien von Identitäts-, zivilstandsamtlichen und gerichtlichen Dokumen-

ten, Arbeitszeugnissen und Empfehlungsschreiben zu den Akten.  

E.  

Mit Verfügung vom 11. August 2010 – gleichentags eröffnet – stellte das 

BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht 

und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung 

aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich und den Wegweisungs-

vollzug. 

F.  

Mit Beschwerdeeingabe vom 18. August 2010 an das Bundesverwal-

tungsgericht beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der vor-

instanzlichen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventualiter die 

Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz, subeven-

tualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in prozessualer 

Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Weiter wurde beantragt, es sei 

der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, der Wegwei-

sungsvollzug auszusetzen und ihm zu gestatten, sich für die Dauer des 

Beschwerdeverfahrens in der Schweiz aufzuhalten und der Kanton an-

zuweisen, vorläufig von Vollzugs- beziehungsweise Wegweisungsmass-

nahmen abzusehen. Weiter sei eine angemessene Frist zur Beschwerde-

verbesserung einzuräumen, dem Beschwerdeführer unter Aufhebung der 

Zwischenverfügung vom 23. Juni 2010 die Einreise in die Schweiz zu 

gestatten und ihm für die Dauer des Beschwerdeverfahrens einen geeig-

neter Aufenthaltsort zuzuweisen. Auf die Begründung und die eingereich-

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Seite 5 

ten Beweismittel wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegan-

gen. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. August 2010 trat die Instruktionsrichterin 

auf das Gesuch um Bewilligung der Einreise für die Dauer des Verfahrens 

nicht ein und wies das Gesuch um Gewährung einer Frist zwecks Be-

schwerdeergänzung ab. Gleichzeitig gewährte sie die unentgeltliche 

Rechtspflege und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, 

während das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung abgewiesen wurde. Der Vorinstanz wurde Frist gesetzt zur 

Einreichung einer Vernehmlassung. 

H.  

In seiner Vernehmlassung vom 7. September 2010 beantragte das BFM 

im Wesentlichen unter Verweis auf seine bisherigen Erwägungen die Ab-

weisung der Beschwerde. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. September 2010 stellte die Instruktions-

richterin dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung zu unter Ansetzung 

einer Frist zur Stellungnahme. Zudem wurde das BFM angewiesen, dem 

Beschwerdeführer vor Ablauf der 60-tägigen Frist gemäss Art. 22 Abs. 5 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) die Einreise zu 

bewilligen. 

J. 

Am 17. September 2010 bewilligte das BFM dem Beschwerdeführer die 

Einreise in die Schweiz. 

K. 

Mit Replik vom 19. Oktober 2010 hielt der Beschwerdeführer vollumfäng-

lich an seiner Rechtsmitteleingabe fest. 

L. 

Am 21. September 2010 schrieb das BFM das auf der Botschaft in Sri 

Lanka eingereichte Asylgesuch des Beschwerdeführers als gegenstands-

los geworden ab. 

M. 

Mit Eingabe vom 4. November 2010 reichte der Beschwerdeführer eine 

Kopie der Anmeldung beim E._______, datiert vom 28. Oktober 2010, 

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Seite 6 

zusammen mit einem Begleitschreiben, datiert vom 29. Oktober 2010, 

von Dr. med. F._______, Allgemeine Medizin FMH, (…), zu den Akten.  

N. 

Am 10. Februar 2011 wurde ein ärztlicher Bericht des E._______, datiert 

vom 4. Februar 2011, von Dr. med. G._______, Facharzt Innere Medizin, 

Dr. med. H._______, Oberarzt, und lic. phil. I._______, Fachpsychologin 

für Psychotherapie FSP, eingereicht. 

O. 

In der Eingabe vom 3. November 2011 legte der Beschwerdeführer einen 

ärztlichen Verlaufsbericht des E._______, datiert vom 20. Oktober 2011, 

von Dr. med. H._______ und lic. phil. J._______, Fachpsychologin für 

Psychotherapie FSP, einen Lagebericht der Schweizerischen Flüchtlings-

hilfe (SFH) vom 22. September 2011, eine Medienmitteilung der SFH vom 

3. November 2011, verschiedene fremdsprachige Zeitungsartikel sowie 

einen deutschsprachigen Zeitungsartikel ins Recht. 

P. 

Mit Zwischenverfügung vom 8. November 2011 lud die Instruktionsrichte-

rin die Vorinstanz unter Hinweis auf die im Nachgang zur Replik einge-

reichten Beweismittel ein, sich innert Frist erneut vernehmen zu lassen. 

Q. 

Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 23. Dezember 2011, 

welche dem Beschwerdeführer am 3. Januar 2012 zur Stellungnahme 

zugestellt wurde, die Abweisung der Beschwerde. 

R. 

Mit Stellungnahme vom 18. Januar 2012 hielt der Beschwerdeführer an 

seiner Beschwerde fest und brachte eine E-Mail von lic. phil. J._______, 

E._______, sowie einen Wikipedia-Artikel zu Kilinochchi bei.  

S. 

Am 31. Januar 2012 wurde ein ärztlicher Verlaufsbericht, datiert vom 

30. Januar 2012, und am 1. Februar 2012 ein Überweisungsbericht, vom 

26. Januar 2012, beide von Dr. med.H._______ und lic. phil. J:_______, 

E._______, eingereicht. 

 

 

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 

nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

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Seite 8 

3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1. Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz 

aus, die Angaben des Beschwerdeführers, im Jahr 2004 in Vavuniya von 

TELO-Angehörigen verfolgt und fünf Jahre später, im Februar 2009, auf 

das TELO-Büro vorgeladen worden zu sein, vermöchten nicht zu über-

zeugen. Wohl sei möglich, dass er im Jahr 2004 aufgrund des nicht be-

zahlten Lösegeldes von TELO-Angehörigen bedroht worden sei, hinge-

gen sei davon auszugehen, dass sich die Sache mit dem Tod des Onkels 

erledigt habe. Es sei unglaubhaft, dass ihn die TELO-Bewegung im Jahr 

2009, fünf Jahre nach den genannten Vorkommnissen, aus denselben 

Gründen erneut bedroht habe. Auf Vorhalt habe er keine nachvollziehbare 

Erklärung dazu abgeben können, und er sei zudem nicht in der Lage ge-

wesen, die Kontaktnahme der TELO im Jahr 2009 detailliert und substan-

ziiert zu schildern. Die Vorinstanz argumentierte weiter, falls die TELO 

tatsächlich ein Interesse gehabt hätte, des Beschwerdeführers habhaft zu 

werden, hätte sie ihm kaum nur eine Vorladung übermittelt. Schliesslich 

wäre er, falls er wirklich Verfolgungsmassnahmen seitens der TELO be-

fürchtet hätte, in den Jahren 2009 und 2010 nicht mehrmals von Colombo 

aus nach Vavuniya gereist. Diese Vorbringen würden den Anforderungen 

an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 Asyl nicht standhalten. Weiter habe 

er geltend gemacht, ab 2005 wiederholt von den LTTE unter Druck ge-

setzt worden zu sein. Diesbezüglich führte die Vorinstanz aus, die srilan-

kische Regierung habe die LTTE im Frühling 2009 militärisch besiegt. Die 

LTTE habe seither massiv an Einfluss verloren, weshalb nicht von einer 

konkreten Gefährdung des Beschwerdeführers durch diese auszugehen 

sei. Weiter habe der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben, im Juli 

2009 aus der Haft entlassen worden zu sein, jedoch weitere Schwierig-

keiten von Seiten der Behörden und den regierungsnahen Bewegungen 

befürchtet zu haben. Hierzu stellte die Vorinstanz fest, er habe sich ge-

mäss seinen Angaben nach seiner Freilassung während zirka acht Mona-

ten unbehelligt in Colombo und Vavuniya aufgehalten und sich in Colom-

bo offiziell bei der Polizei registrieren lassen. Sein Heimatland habe er 

erst am 17. März 2010 verlassen, weshalb davon auszugehen sei, dass 

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die geltend gemachten Vorbringen nicht in einem direkten Zusammen-

hang mit seiner Ausreise stehen würden. Zudem würden die vorgebrach-

ten Ereignisse keine Hinweise auf künftige Verfolgungsmassnahmen 

durch regierungsnahe Bewegungen beinhalten, zumal er erklärt habe, 

ohne Anschuldigung und ohne Vorbehalt aus der Haft entlassen worden 

zu sein. Zudem sei er in der Folge mehrmals mit dem Zug zwischen Co-

lombo und Vavuniya hin- und hergereist, bevor er Sri Lanka über den 

Flughafen von Colombo verlassen habe. Die Vorbringen würden den An-

forderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht ge-

nügen, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei.  

Den Vollzug der Wegweisung erachtete das BFM als zulässig, zumutbar 

und möglich. Hinsichtlich der Zumutbarkeit führte es aus, ein Wegwei-

sungsvollzug in den Norden Sri Lankas erscheine vorerst nicht zumutbar. 

Aufgrund der Niederlassungsfreiheit könne der Beschwerdeführer jedoch 

in einem anderen Teil seines Heimatlandes – beispielsweise im Gross-

raum Colombo – Wohnsitz nehmen, wo sich die Sicherheitslage mit Be-

endigung des Krieges weiter stabilisiert habe. So hätten in den letzten 

Monaten keine Razzien oder Grosskontrollen mehr stattgefunden und die 

restriktive Meldepflicht für Tamilen und Tamilinnen sei Ende 2009 aufge-

hoben worden. Insgesamt bestünde im Süden und Westen des Landes 

keine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Zu-

dem würden individuelle Gründe für die Zumutbarkeit einer Wohnsitz-

nahme im Grossraum Colombo sprechen. Namentlich sei der Beschwer-

deführer jung und gesund. Zwar habe er angegeben, er habe seit De-

zember 2005 einen Metallsplitter im Kopf, der Angstzustände auslöse. Er 

sei aber ohne Unterbruch beruflich tätig gewesen und habe diverse Rei-

sen unternommen, weshalb die geltend gemachten Angstzustände kein 

Wegweisungshindernis darstellten. Weiter habe er mehrere Monate in 

Colombo verbracht, sei dort polizeilich registriert gewesen und habe in 

einer Lodge eines Verwandten gearbeitet. Zudem habe er sich mit finan-

zieller Unterstützung seines Bruders um seine in Colombo in medizini-

scher Behandlung stehende Schwägerin gekümmert. Schliesslich stam-

me er aus einer relativ wohlhabenden Familie und verfüge über langjähri-

ge Berufserfahrung bei einer internationalen Hilfsorganisation, womit da-

von auszugehen sei, dass er sich im Grossraum Colombo eine existenz-

sichernde Lebensgrundlage aufbauen könne. 

4.2. Der Beschwerdeführer schildert in seiner Rechtsmitteleingabe einlei-

tend ausführlich den geltend gemachten Sachverhalt. Dem Vorwurf der 

Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen hält er entgegen, er habe einen in 

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Seite 10 

den wesentlichen Punkten widerspruchsfreien und klaren Sachverhalt 

wiedergegeben und diesen mit diversen Beweismitteln belegt. Seine Aus-

führungen seien detailliert sowie in sich kohärent und deswegen als 

glaubhaft zu bewerten. Insbesondere seine traumatisierenden Erfahrun-

gen während seiner Haft und die Vorgehensweise der lokalen Machtträ-

ger, der LTTE und der TELO, seien substanziiert dargelegt worden. Seine 

Schilderungen würden sodann im Einklang mit unabhängigen Berichten 

von Hilfsorganisationen stehen. So gehe die SFH in ihrem Bericht vom 

8. Dezember 2009 davon aus, dass Tamilinnen und Tamilen aus dem 

Norden und Osten Sri Lankas Opfer zielgerichteter, asylrelevanter Men-

schenrechtsverletzungen werden könnten. Weiter bestehe gemäss dem 

Bericht keine inländische Fluchtalternative, weil der srilankische Staat seit 

dem Ende des Bürgerkriegs Zugriff auf alle Landesteile habe. Deckungs-

gleich vertrete das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten 

Nationen (UNHCR) in einem Bericht vom Juli 2009 die Auffassung, dass 

tamilische Personen aller Altersstufen aus dem Norden Sri Lankas derart 

verbreitet Opfer gezielter Menschenrechtsverletzungen würden, dass sie 

grundsätzlich als Flüchtlinge anzuerkennen seien. Gefährdet seien auch 

Personen, welche sich im humanitären Bereich für die Belange der tamili-

schen Bevölkerung einsetzten, wie die Hilfsorganisation C._______, für 

welche der Beschwerdeführer tätig gewesen sei. Weiter müssten gemäss 

SFH Personen, die im Verdacht stünden, für die LTTE oder andere rebel-

lische Gruppen tätig gewesen zu sein oder mit diesen sympathisiert zu 

haben sowie deren Angehörige mit Verfolgung, Verhaftung und Folter bis 

hin zu extralegaler Tötung seitens srilankischer Sicherheitskräfte rechnen. 

Der Beschwerdeführer habe, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, 

seine Ausführungen zu seiner Unterstützung der LTTE glaubhaft gemacht 

und selbst wenn als unglaubhaft erachtet werde, dass er die LTTE unter-

stützt habe, müsste er als junger männlicher Tamile aus dem Norden des 

Landes und mit Aufenthalten in anderen Landesteilen sowie im Ausland 

als äusserst gefährdet eingeschätzt werden. Gemäss UNHCR würden 

Tamilen, die aus vormals unter der Kontrolle der LTTE stehenden Gebie-

ten stammten, regelmässig der Zugehörigkeit zu dieser verdächtigt, wes-

halb diese Personen in erhöhtem Masse gefährdet seien, Opfer von 

Menschenrechtsverletzungen zu werden, wobei diese Gefahr landesweit 

bestehe und im Norden, in Teilen des Ostens sowie in und um Colombo 

am höchsten sei. Dieses Risiko erhöhe sich noch erheblich für junge, 

männliche Tamilen, die im Norden oder Osten des Landes geboren seien, 

insbesondere für diejenigen, die in Colombo lebten oder versuchten, 

dorthin einzureisen. Die Einschätzung der Vorinstanz, wonach er sich 

durch einen Wohnsitzwechsel nach Colombo einer Gefährdung entziehen 

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Seite 11 

könne, sei als realitätsfremd zurückzuweisen. Weiter argumentierte der 

Beschwerdeführer, selbst wenn Tamilen aus dem Norden Sri Lankas nicht 

allgemein als erheblich gefährdet erachtet würden, wäre er zumindest 

aufgrund seiner individuellen Verfolgung durch ehemalige Mitglieder der 

TELO und der LTTE als Flüchtling zu anerkennen. Dass diese Verfolgung 

unglaubhaft sei, sei nicht ersichtlich. Die TELO und andere paramilitäri-

sche Gruppen seien neben den Sicherheitskräften der Regierung immer 

eine Bedrohung für die tamilische Bevölkerung gewesen. Dass dem Be-

schwerdeführer aufgrund des nie bezahlten Lösegeldes und des Todes 

von TELO-Mitgliedern die Gefahr von Racheaktionen drohe, hänge weni-

ger von der Organisation als von den dahinter stehenden Drahtziehern 

ab, weshalb eine aktuelle und konkrete Gefährdung durch die TELO ge-

geben sei. Die schriftliche Aufforderung an den Beschwerdeführer, sich 

auf dem Büro der TELO zu melden, ändere nichts daran, sondern zeige 

nur die vorsichtige Vorgehensweise der Organisation auf. Im Übrigen be-

lege bereits die Kontaktaufnahme an sich die bestehende Gefahr für den 

Beschwerdeführer. Seine regelmässigen, jedoch kurzen Besuche bei sei-

ner Familie in Vavuniya seien nicht entscheidrelevant. Sodann könne er 

nach der Zerschlagung der LTTE nicht mehr bei diesen Schutz suchen, 

weshalb die Gefährdung durch die TELO umso stärker wiege. Zudem sei 

gerichtsnotorisch, dass die Regierungskräfte in solchen Fällen nicht tätig 

würden. Schliesslich führte er aus, die über dreimonatige Haft von 2009, 

verbunden mit Folter sei als schwerer asylrelevanter Eingriff zu werten, 

weshalb er bereits aus diesem Grund als Flüchtling anzuerkennen sei.  

Zur Begründung der eventualiter beantragten Rückweisung an die Vorin-

stanz zwecks Neubeurteilung führte der Beschwerdeführer aus, die Vor-

instanz sei zu Unrecht von der fehlenden Asylrelevanz seiner Vorbringen 

ausgegangen und habe deshalb auf eine eingehende Würdigung der ein-

gereichten Beweismittel verzichtet. Die angeschlagene körperliche und 

physische Verfassung könne in Bezug auf die vom BFM festgestellten 

Widersprüche Klarheit verschaffen und solle deshalb durch eine medizini-

sche Fachperson geklärt werden. 

Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs stimmte der Beschwerdeführer der 

Auffassung der Vorinstanz zu, wonach ein Vollzug in den Norden Sri Lan-

kas unzumutbar sei. Hingegen sei entgegen der Vorinstanz nicht von ei-

ner Zumutbarkeit einer Wohnsitznahme im Süden, konkret im Grossraum 

Colombo, auszugehen. Vielmehr hält er unter Verweis auf BVGE 2008/2 

fest, es bedürfe besonders begünstigender, individueller Umstände, wie 

namentlich ein tragfähiges Familien- oder sonstiges Beziehungsnetz, die 

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Seite 12 

konkrete Möglichkeit der Sicherung des Existenzminimums und eine ge-

sicherte Wohnsituation. Er habe zwar einige Monate unter falschem Vor-

wand in Colombo verbleiben können, diesen könne er aber jetzt nicht 

mehr geltend machen. Sodann könne aufgrund der Anwesenheit eines 

Bekannten in Colombo nicht von einem dortigen tragfähigen Beziehungs-

netz ausgegangen werden. Eine längerfristig gesicherte Unterkunft und 

die Möglichkeit, eine dauerhafte wirtschaftliche Existenz aufzubauen, sei-

en ebenfalls zu verneinen, zumal dies nicht alleine von seinem Alter und 

der beruflichen Qualifikation, sondern von den in Colombo herrschenden, 

weiterhin als trostlos zu bezeichnenden Umständen, abhänge. Abschlies-

send weist er erneut auf das durch die in Colombo erlittene Folter ent-

standene Trauma hin. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer die im erstinstanzlichen 

Verfahren eingereichten Dokumente im Original beziehungsweise in eng-

lischer Übersetzung (vgl. Beilagenverzeichnis auf S. 33 der Beschwerde-

schrift) sowie einen Bericht der SFH vom 8. Dezember 2009 und des 

UNHCR vom Juli 2009 ein. 

4.3. In seiner Vernehmlassung vom 7. September 2010 führte das BFM 

aus, im Wesentlichen handle es sich bei den in der Beschwerdeschrift 

erwähnten Vorbringen und Beweismitteln um Vorkommnisse und Doku-

mente, welche bereits im Asylentscheid von der Erstinstanz berücksichtigt 

worden seien. Weiter halte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmit-

teleingabe fest, seine Vorbringen seien widerspruchsfrei, kohärent und 

glaubhaft, jedoch könne er den Erwägungen des BFM nichts Konkretes 

entgegenhalten. Vor diesem Hintergrund vermöchten die eingereichten 

Beweismittel – insbesondere die allgemeinen Lageanalysen von Hilfs-

werksorganisationen – nichts zu ändern, da kein direkter Zusammenhang 

mit der angeblichen Gefährdung ersichtlich sei. 

Mit Replik vom 19. Oktober 2010 entgegnet der Beschwerdeführer, dass 

es sich bei ihm entgegen den Behauptungen der Vorinstanz nicht um ei-

nen gesunden, jungen Menschen handle. Vielmehr sei er infolge der 

Misshandlungen, Folterungen und sexuellen Übergriffe in den Gefängnis-

sen gesundheitlich erheblich angeschlagen, weshalb eine ausführliche 

Abklärung durch das E._______ des Schweizerischen Roten Kreuzes 

geplant sei. Weiter führt er an, aufgrund der Schwere der Misshandlun-

gen sei mit einer erheblichen Traumatisierung zu rechnen und eine an-

gemessene Behandlung könne einzig in einem sicheren Umfeld – wozu 

Colombo nicht zähle – stattfinden. Schliesslich sei auch der Vorhalt des 

E-5851/2010 

Seite 13 

BFM, er habe zur geltend gemachten Unterstützung der LTTE keine sub-

stantiierten Angaben machen können, angesichts seiner psychischen Be-

einträchtigung neu zu beurteilen. 

4.4. In der erneuten Vernehmlassung vom 23. Dezember 2011 verwies 

das BFM im Asylpunkt auf seine Ausführungen in der angefochtenen Ver-

fügung. Zur Zumutbarkeit des Wegwegweisungsvollzugs vor dem Hinter-

grund der geltend gemachten psychischen Probleme des Beschwerde-

führers führte es aus, gemäss den ärztlichen Berichten spiele die Aus-

sicht auf einen allfälligen endgültigen, ablehnenden Asylentscheid in Be-

zug auf seine psychische Verfassung eine nicht zu unterschätzende Rol-

le. Weiter sei es dem Beschwerdeführer – entgegen den Schlussfolge-

rungen des E._______ – möglich, in seinem Heimatland die erforderliche 

gesundheitliche Versorgung zu erhalten, zumal in Sri Lanka Antidepressi-

va und Antipsychotika erhältlich seien. Weiter würde Unterstützung für 

psychisch Kranke auch von Nichtregierungsorganisationen angeboten, 

darunter die Organisationen (…) in Jaffna und (…). Der Beschwerdefüh-

rer, welcher aus einer relativ wohlhabenden Familie stamme und sowohl 

zu Colombo als auch zum Norden Sri Lankas Beziehungen habe, sei 

deshalb in der Lage – falls erforderlich mit der Ausrichtung von Rück-

kehrhilfe – seine Behandlung in Sri Lanka fortzusetzen und sich dort wie-

der zu integrieren. 

Mit Replik vom 18. Januar 2012 wies der Beschwerdeführer erneut darauf 

hin, dass ihm aufgrund individueller Faktoren im Falle einer Rückkehr 

massive Menschenrechtsverletzungen drohten. Aufgrund seiner Herkunft 

aus der vormals durch die LTTE kontrollierten Stadt Kilinochchi im Norden 

Sri Lankas sei er einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt. Hinzu kämen 

andere individuelle Faktoren wie unzählige Narben am ganzen Körper, 

die Rückkehr aus dem Ausland, frühere Kontakte zur LTTE und dass er 

bereits Opfer von Menschenrechtsverletzungen geworden sei. Schliess-

lich habe er für die Hilfsorganisation C._______ gearbeitet und sowie 

während als auch nach der Haft im Frühling 2009 Kontakte zum Internati-

onalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) gehabt, wobei er unter ande-

rem mit dessen Hilfe bereits aus dem Gefängnis ein Asylgesuch gestellt 

habe. Personen, welche für eine Nichtregierungsorganisation gearbeitet 

hätten, seien nebst den der politischen Opposition Verdächtigten einer 

erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Den Ausführungen der Vorin-

stanz zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hält er entgegen, das 

BFM übersehe, dass bei seiner massiven Traumatisierung eine Erfolg 

versprechende Therapie nur an einem sicheren Ort – nicht am Ort des Er-

E-5851/2010 

Seite 14 

lebten – stattfinden könne. Der Bericht des E._______ vom 3. November 

2011 lege dar, dass eine Weiterführung der psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung unabdingbar und für den Fall einer 

Rückschaffung nach Sri Lanka von einer wesentlichen Verschlechterung 

seines Gesundheitszustandes auszugehen sei. Insbesondere bestehe ein 

hohes Risiko, dass sich die depressive Symptomatik verschlechtere, ver-

bunden mit einer akuten Selbstgefährdung beziehungsweise einer Gefahr 

für Leib und Leben, welcher die vom BFM geschilderte allgemeine medi-

zinische Versorgungslage in Sri Lanka nicht zu begegnen vermöchte. 

5.  

5.1. Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person 

die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft berechtigterweise befürch-

ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 

AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen, ohne dass im Heimatstaat effek-

tiver Schutz geboten würde (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 10 S. 201 ff.). 

Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt 

vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, Letztere hätte sich – 

aus Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch 

aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer 

Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfol-

gung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den 

Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Mo-

tive erfolgenden – Benachteiligung als wahrscheinlich und dementspre-

chend die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen 

lassen. Massgeblich kann indessen nicht allein sein, was ein vernünftig 

denkender, besonnener Mensch angesichts geschehener oder drohender 

Verfolgungshandlungen zu Recht empfunden hätte. Vielmehr ist diese 

rein objektive Betrachtungsweise zusätzlich durch das von der betroffe-

nen Person selbst bereits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in 

vergleichbaren Fällen zu ergänzen. Dabei hat eine Person, die bereits 

früher staatlicher Verfolgung ausgesetzt war, objektive Gründe für eine 

ausgeprägtere Furcht, selbst wenn die frühere Verfolgung für sich allein 

mangels der erforderlichen Intensität keine flüchtlingsrechtliche Relevanz 

aufweisen sollte (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 

Nr. 1 E. 6a S. 9). Die erlittene Verfolgung beziehungsweise die begründe-

te Furcht vor künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kau-

E-5851/2010 

Seite 15 

sal für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätz-

lich auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. Im Übrigen 

muss feststehen, dass die von einer Verfolgung bedrohte asylsuchende 

Person über keine innerstaatliche Fluchtalternative verfügt (vgl. zum 

Ganzen EMARK 2005 Nr. 7 E. 7.1 S. 69 f. mit weiteren Hinweisen). 

Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, 

wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie 

dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen 

Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und 

auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. 

Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig 

erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vor-

bringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch 

dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar-

stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder un-

begründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder 

die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im 

Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 

des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdi-

gung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des 

Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine ob-

jektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; EMARK 

2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 

5.2. Die Vorinstanz hat den Vorbringen des Beschwerdeführers einer-

seits, soweit die geltend gemachte aktuelle Verfolgung durch Angehörige 

der TELO betreffend, die Glaubhaftigkeit abgesprochen und andererseits, 

hinsichtlich der vorgebrachten Behelligungen durch die LTTE sowie der 

mehrmonatigen Haft und dabei erlittenen Folter durch die srilankischen 

Behörden, deren flüchtlingsrechtliche Relevanz verneint. Diese zweiteili-

ge Argumentation ist wie nachfolgend dargelegt vollumfänglich zu bestä-

tigen, wobei zwecks Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die aus-

führlichen und zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

sowie die obige zusammenfassende Darstellung derselben zu verweisen 

ist (vgl. E.4.1.). 

Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei im Februar 2009 von der 

TELO vorgeladen und bedroht worden, hat die Vorinstanz zu Recht so-

wohl als unsubstanziiert als auch als realitätsfremd erachtet. Insbesonde-

E-5851/2010 

Seite 16 

re ist die Vorinstanz in ihrer Feststellung zu stützen, wonach die Aktivisten 

der TELO dem Beschwerdeführer wohl kaum nur eine Vorladung übermit-

telt hätten, falls sie seiner hätten habhaft werden wollen, zumal ihnen sein 

Arbeitsort bekannt gewesen und es ihnen gelungen war, mehrmals zu 

ihm zu gelangen (vgl. vorinstanzliche Akten A12/26 S. 7 F 49). Weiter ist 

in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass der Beschwer-

deführer die angebliche Begegnung mit den TELO-Aktivisten unsubstan-

ziiert geschildert und insbesondere die Frage, ob er selber mit ihnen ge-

sprochen habe, ausweichend beantwortet hat (vgl. A12/26 S. 7 F 50). Die 

pauschale Behauptung in der Beschwerdeeingabe, die Angaben des Be-

schwerdeführers seien konkret, detailliert und in sich kohärent, vermag zu 

keiner anderen Einschätzung zu führen, zumal eine konkrete Auseinan-

dersetzung mit den von der Vorinstanz festgestellten Unglaubhaftigkeits-

elementen gänzlich fehlt. In Ergänzung zu den vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen ist festzustellen, dass auch die geltend gemachten Behelligungen 

durch die TELO im Jahr 2004, auf welche gemäss Angaben des Be-

schwerdeführers die erneuten Schwierigkeiten im Jahr 2009 zurückzufüh-

ren seien (vgl. A12/26 S. 7 F 44), als unglaubhaft zu erachten sind, womit 

Letztere jeglicher Grundlage entbehren. Der Beschwerdeführer hat sich 

zu wesentlichen Punkten dieses Asylvorbringens widersprüchlich geäus-

sert. So hat er anlässlich der Befragung zur Person angegeben, er selbst 

sei von der EPDP entführt worden (vgl. A9/36 S. 14), während er an der 

Anhörung zu Protokoll gab, sein Onkel väterlicherseits und dessen Sohn 

seien Opfer der Entführung durch die EPDP gewesen (vgl. A12/26 S. 4 F 

23). Unterschiedliche Angaben hat er zudem zu den angeblichen Entfüh-

rern gemacht, indem er die Entführung und Lösegeldforderung zuerst der 

EPDP, im Verlauf der Anhörung hingegen der TELO zuschrieb (vgl. 

A12/26 S. 5 F32). Die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der 

behaupteten Behelligungen durch die EPDP beziehungsweise TELO 

vermögen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 Asyl 

somit nicht standzuhalten. Hinsichtlich seiner weiteren Vorbringen erüb-

rigt sich eine Glaubhaftigkeitsprüfung, da diesen – wie nachfolgend dar-

gelegt – ohnehin keine Asylrelevanz zukommt. 

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, von den LTTE zu einem Beitritt 

gedrängt worden zu sein, ist zusammen mit der Vorinstanz festzustellen, 

dass eine heutige Verfolgung durch die LTTE ausgeschlossen werden 

kann, nachdem diese – wie auch vom Beschwerdeführer anerkannt (vgl. 

Beschwerdeeingabe S. 23) – im gesamten Land als zerschlagen gelten 

(vgl. das zur Publikation bestimmte Urteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 

2011 E. 7.1).  

E-5851/2010 

Seite 17 

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, von den srilankischen Si-

cherheitsbehörden von anfangs März bis Ende Juli 2009 inhaftiert und 

dabei während zwei Nächten gefoltert worden zu sein. Für die Anerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft muss zwischen den geltend gemachten 

Verfolgungsmassnahmen und der Ausreise aus dem Heimatland ein so-

wohl in zeitlicher als auch in sachlicher Hinsicht enger Zusammenhang 

bestehen (vgl. EMARK 1999 Nr. 7, EMARK 2000 Nr. 2 und EMARK 2003 

Nr. 8). Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass diese Anforderun-

gen hinsichtlich der vorgebrachten Nachteile nicht erfüllt sind. Der Be-

schwerdeführer wurde am (…) Juli 2009 aus der Haft entlassen, verliess 

sein Heimatland gemäss eigenen Angaben jedoch erst knapp acht Mona-

te später, am 17. März 2010. Nach seiner Entlassung aus der Haft hielt er 

sich in Colombo in einer Pension eines Bekannten auf, mit dessen Hilfe 

er sich bei der Polizei registrieren konnte (vgl. A12/26 S. 20 F 150). Dem 

Anhörungsprotokoll lassen sich – abgesehen von der Schwierigkeit, eine 

dauerhafte Aufenthaltsbewilligung für Colombo zu erlangen – keine Hin-

weise entnehmen, wonach er nach seiner bedingungslosen gerichtlichen 

Entlassung vom (…) Juli 2009 weiter von den srilankischen Behörden 

behelligt worden wäre (vgl. A12/26 S. 19 F 142). Vor diesem Hintergrund 

erscheinen die durch die srilankischen Behörden erlittenen Nachteile 

nicht direkt fluchtauslösend, zumal keine plausiblen Gründe ersichtlich 

sind, welche die zeitlich verzögerte Ausreise des Beschwerdeführers aus 

Sri Lanka erklärbar machen würden. Insbesondere vermag der Hinweis 

auf die fehlenden finanziellen Mittel nicht zu überzeugen, da der Be-

schwerdeführer betont hat, aus einer wohlhabenden Familie zu stammen 

(vgl. A12/26 S. 22 F 177) und zu Protokoll gab, bei seiner Tätigkeit für 

C._______ gut verdient zu haben (vgl. A9/36 S. 6). Darüber hinaus fällt 

auf, dass der Beschwerdeführer zwar ein Asylgesuch auf der schweizeri-

schen Botschaft in Colombo eingereicht hat (vgl. oben A.), hingegen nach 

seiner Entlassung aus der Haft keine unmittelbaren Vorbereitungen zur 

Flucht getroffen hat, sondern vielmehr beabsichtigte, seine vormalige Tä-

tigkeit für die Hilfsorganisation C._______ wieder aufzunehmen (vgl. 

A9/36 S. 6). Folglich muss der zeitliche Kausalzusammenhang zwischen 

der geltend gemachten Verfolgungshandlung durch die srilankischen Be-

hörden und der Ausreise und somit die flüchtlingsrechtliche Relevanz die-

ses Vorbringens verneint werden.  

Weiter vermögen die Haft und dabei erlittenen Misshandlungen auch kei-

ne begründete Furcht vor künftiger Verfolgung zu begründen. Zwar er-

scheint nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund der geltend 

gemachten Vorkommnisse eine ausgeprägtere subjektive Furcht vor er-

E-5851/2010 

Seite 18 

neuten Behelligungen durch die srilankischen Behörden empfindet (vgl. 

EMARK 2005 Nr. 21 S. 193). Hingegen lässt sich diese allfällige subjekti-

ve Furcht entgegen der in der Beschwerdeeingabe vertretenen Auffas-

sung in objektiver Hinsicht nicht bekräftigen. So lässt sich der als Be-

weismittel eingereichten Haftentlassungsverfügung vom (…) Juli 2009 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer zwar unter dem Verdacht, in ter-

roristische Aktivitäten der LTTE involviert zu sein, verhaftet worden sei, 

die polizeilichen Untersuchungen jedoch ergeben hätten, dass keinerlei 

Hinweise auf solche Aktivitäten vorliegen würden, weshalb er aus der 

Haft zu entlassen und freizusprechen sei (vgl. Beschwerdebeilage 11 

S. 5). Der Beschwerdeführer hat diesbezüglich bei der Vorinstanz ausge-

führt, dass er anlässlich einer Gerichtsverhandlung vom (…) Juli 2009 

freigesprochen worden sei (vgl. A9/36 S. 11). Im Weiteren hat die Vorin-

stanz zutreffend argumentiert, dass der Beschwerdeführer zu Protokoll 

gegeben habe, nach seiner Entlassung mehrmals mit dem Zug zwischen 

Colombo und Vavuniya hin- und hergereist zu sein, wobei er Check 

Points der srilankischen Sicherheitsbehörden passiert habe (vgl. A18/14 

S. 10 sowie Beschwerdeeingabe S. 15). Sodann verliess er Sri Lanka 

über den Flughafen von Colombo mit seinem srilankischen Reisepass 

(vgl. A9/36 S. 15). Angesichts dieser Umstände ist nicht davon auszuge-

hen, dass seitens der srilankischen Behörden ein weiteres Verfolgungsin-

teresse besteht beziehungsweise diese ihn weiterhin verdächtigen wür-

den, mit den LTTE in Verbindung zu stehen. Folglich erweist sich auch 

das Beschwerdevorbringen, der Beschwerdeführer müsste aufgrund sei-

nes Persönlichkeitsprofils – ein junger Tamile, welcher aus dem ehemals 

den LTTE unterstehenden Gebiet Sri Lankas stammt und sich im Ausland 

aufgehalten hat – als einer Verbindung zu den LTTE verdächtigt und 

dementsprechend gefährdet betrachtet werden, als unbehelflich. 

Schliesslich führt der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene an, er sei 

aufgrund seiner Tätigkeit bei der NGO C._______ in flüchtlingsrechtlich 

relevanter Weise gefährdet. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass seit der 

Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der srilankischen Armee 

und den LTTE im Mai 2009 von einer erheblich verbesserten allgemeinen 

Sicherheits- und Menschenrechtssituation in Sri Lanka auszugehen ist. 

Insbesondere hat sich mit der Zerschlagung der LTTE die Sicherheitslage 

in bedeutsamer Weise stabilisiert (vgl. das zur Publikation bestimmte Ur-

teil E-6620/2008 vom 27. Oktober 2011 E. 7. 6 ff.). Trotz dieser Verände-

rungen gibt es hingegen Personenkreise, die immer noch einer erhöhten 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem Perso-

nen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit 

E-5851/2010 

Seite 19 

den LTTE in Verbindung zu stehen oder gestanden zu haben, ebenso 

Anhänger des Ex-Generals Sarath Fonseka, Journalisten und andere in 

der Medienbranche tätige Personen, international und lokal tätige Vertre-

ter von NGOs, die sich für die Menschenrechte einsetzen oder Verstösse 

kritisieren, Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen sowie 

Personen, die solche Übergriffe bei den Behörden anzeigen, abgewiese-

ne Asylbewerber mit Verdacht zu Kontakten zum LTTE-Kader oder Per-

sonen, die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen (siehe die aus-

führliche Darstellung der Personengruppen a.a.O. E. 8). Vorliegend erge-

ben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer 

seitens der srilankischen Behörden aufgrund seiner ehemaligen Tätigkeit 

bei der NGO C._______ als oppositionell aktiv wahrgenommen worden 

wäre, zumal er als Chauffeur gearbeitet und nie geltend gemacht hat, sich 

nebst dieser Funktion auch für menschenrechtliche Belange engagiert zu 

haben (vgl. A9/36 S. 6). Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass 

sich auch keine hinreichenden Hinweise ergeben, der Beschwerdeführer 

würde das Profil sonst einer Risikogruppe erfüllen. 

5.3. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände ist zu folgern, dass 

der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder 

glaubhaft machen konnte. Das BFM hat damit zu Recht die Flüchtlingsei-

genschaft des Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch ab-

gewiesen. Damit erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der 

Rechtsmitteleingabe und die eingereichten Beweismittel näher einzuge-

hen, weil diese am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermögen. 

 

Der Eventualantrag um Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz 

ist aufgrund obiger Erwägungen abzuweisen. Zudem ist die gesundheitli-

che Situation des Beschwerdeführers vom E._______ einlässlich abge-

klärt worden und die Ergebnisse der Abklärungen sind nicht geeignet, die 

festgestellten Widersprüche in seinen Asylvorbringen in einem anderen 

Licht erscheinen zu lassen.  

6.  

6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-

net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

E-5851/2010 

Seite 20 

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9). 

7.  

7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 

7.2. Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug 

der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) sind al-

ternativer Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der 

Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesen-

heit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Auf-

nahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f.). Gegen eine all-

fällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahme steht dem (weggewiesenen) 

Asylsuchenden wiederum die Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt offen (vgl. Art. 105 AsylG), wobei in jenem Verfahren sämtliche drei 

Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der dannzu-

mal herrschenden Verhältnisse (vgl. EMARK 1997 Nr. 27 E. 4f S. 211) 

von neuem zu prüfen sind.  

Vorliegend erweist sich der Vollzug der Wegweisung – aus den nachfol-

gend aufgezeigten Gründen – als unzumutbar, weshalb sich dementspre-

chend eine Erörterung der beiden anderen Kriterien im jetzigen Zeitpunkt 

erübrigt.  

7.3.  

7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für 

Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- 

oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, 

allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von 

Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.  

7.3.2. Im zur Publikation bestimmten Urteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 

2011 hat das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage 

nach dem Ende des srilankischen Bürgerkriegs im Mai 2009 hinsichtlich 

der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Sri Lanka eine aktuali-

sierte Lageanalyse durchgeführt. Demzufolge ist seit dem Ende des be-

waffneten Konflikts von einer erheblich verbesserten Menschenrechts- 

und Sicherheitslage auszugehen, wobei sich die Situation nicht in allen 

E-5851/2010 

Seite 21 

Landesteilen gleich präsentiert. In das sogenannte "Vanni-Gebiet" – die 

Distrikte von Kilinochchi und Mullaitivu und die nördlichen Teile der Dist-

rikte von Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der 

Ostküste des Jaffna-Distrikts südlich von Nagarkovil umfassend – ist eine 

Rückkehr aufgrund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Ver-

minung weiterhin unzumutbar. Für aus diesem Gebiet stammende Perso-

nen ist zu prüfen, ob eine – im Sinne der in EMARK 1996 Nr. 2 begründe-

ten und vom Bundesverwaltungsgericht fortgesetzten Rechtsprechung –

zumutbare Aufenthaltsalternative existiert. Im Sri Lanka-Kontext erfordert 

die Annahme einer zumutbaren innerstaatlichen Aufenthaltsalternative 

das Vorliegen besonders begünstigender Faktoren, insbesondere die 

Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes 

sowie die Aussicht auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation 

(vgl. Urteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E.12 ff.). 

7.3.3. Der Beschwerdeführer stammt aus der Ortschaft B._______ im 

Distrikt Kilinochchi, welcher wie vorangehend definiert zum Vanni-Gebiet 

gehört und wohin sich eine Rückkehr – wie auch von der Vorinstanz fest-

gestellt – als unzumutbar erweist. Zu prüfen bleibt demnach, ob die Vor-

instanz zu Recht erwogen hat, der Beschwerdeführer könne im Gross-

raum Colombo Wohnsitz nehmen, wobei insbesondere die gesundheitli-

che Situation des Beschwerdeführers zu berücksichtigen ist. 

7.3.4. Mit ärztlichem Bericht des E._______ vom 4. Februar 2011 wurden 

(…) diagnostiziert. Die (…) äussere sich durch dissoziative Zustände wie 

kurzzeitige Abwesenheit und Orientierungsverlust, anhaltende Schwierig-

keiten, Emotionen zu regulieren sowie im körperlichen Bereich durch an-

haltende chronische Schmerzen. Der rasche Beginn einer psychiatri-

schen und psychotherapeutischen Behandlung sei dringend angezeigt 

und (…). Mit Bericht des E._______ vom 20. Oktober 2011 wurde zusätz-

lich (…) festgestellt. Der Beschwerdeführer befinde sich seit dem (…) 

2011 in regelmässiger Behandlung. Im Therapieverlauf habe sich das di-

agnostizierte ausgeprägte Beschwerdebild einer (…) bestätigt. Anfänglich 

sei es nach einer leichten Besserung zu einem krisenhaften Verlauf ge-

kommen und die medikamentöse Therapie habe mit mässigem Erfolg 

ausgebaut werden können (…). Der Zustand des Beschwerdeführers ha-

be sich verschlechtert und es sei zu einer erneuten (…) gekommen. Die 

Fortsetzung der Behandlung sei daher unerlässlich. Im Falle einer Rück-

schaffung nach Sri Lanka sei weiterhin von einer tiefgreifenden Ver-

schlechterung seines Gesundheitszustandes auszugehen, wobei ein ho-

hes Risiko für (…) bestehe. Am 30. Januar 2012 berichteten die behan-

E-5851/2010 

Seite 22 

delnden Ärzte über eine weitere Destabilisierung des Gesundheitszu-

standes des Beschwerdeführers. (…).  

7.3.5. Entgegen der Einschätzung der Vorinstanz ist die Zumutbarkeit der 

Inanspruchnahme einer Aufenthaltsalternative im Grossraum Colombo zu 

verneinen, da diesbezüglich nicht vom Vorliegen begünstigender Fakto-

ren – tragfähiges Beziehungsnetz, gesicherte Wohnsituation, konkrete 

Möglichkeit der Existenzsicherung (vgl. BGVE 2008/2 E. 7.6.2) – ausge-

gangen werden kann. Der Beschwerdeführer hat sich zwar nach der Ent-

lassung aus der Haft Ende Juli 2009 bis zur Ausreise in Colombo in der 

Lodge eines Bekannten, welcher aus dem gleichen Ort wie er stamme 

und welcher für ihn "wie ein Vater" gewesen sei, aufgehalten und dort ge-

arbeitet, um so einen Teil der Miete zu begleichen (vgl. A9/36 S. 3). Abge-

sehen davon lassen sich den Akten keine verlässlichen Hinweise ent-

nehmen, dass er in Colombo über weitere Bezugspersonen verfügen 

würde. Insbesondere sind alle seine engeren Verwandten in Norden Sri 

Lankas wohnhaft (vgl. 12/26 S. 20). Vor dem Hintergrund des oben dar-

gestellten, offensichtlich prekären Gesundheitszustandes des Beschwer-

deführers kann der Lodgebesitzer – die einzige Bezugsperson in Colom-

bo – nicht als tragfähiges soziales Beziehungsnetz gelten, welches den 

Beschwerdeführer in Bezug auf die Sicherung des Existenzbedarfs und 

einer dauerhaften Unterkunft in genügendem Mass unterstützen könnte. 

Folglich sind vorliegend begünstigende Umstände im Raum Colombo 

nicht gegeben, womit dieser für den Beschwerdeführer keine zumutbare 

innerstaatliche Aufenthaltsalternative darstellt. Ähnlich verhält es sich mit 

Vavuniya, wo sich den Akten keine hinreichenden Hinweise entnehmen 

lassen auf ein tragfähiges Netz im erwähnten Sinne. Angesichts dieses 

Ergebnisses erübrigen sich weitere Ausführungen zu den psychischen 

Problemen, welche einem Wegweisungsvollzug allenfalls ebenfalls ent-

gegenstehen könnten. 

7.3.6. Der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka ist somit im Sinne von 

Art. 83 Abs. 4 AuG als unzumutbar zu bezeichnen. Aus den Akten erge-

ben sich im Übrigen keine Hinweise auf allfällige Ausschlussgründe ge-

mäss Art. 83 Abs. 7 AuG. 

8.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde hinsichtlich des angeordneten 

Vollzugs der Wegweisung gutzuheissen; im Übrigen ist sie abzuweisen. 

Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 

11. August 2010 sind demnach aufzuheben, und das BFM ist anzuwei-

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sen, den Aufenthalt des Beschwerdeführers nach den gesetzlichen Be-

stimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 

AsylG und Art. 83 Abs. 1 AuG). 

9.  

Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wäre dem Beschwerde-

führer aufgrund seines bloss teilweisen Obsiegens praxisgemäss die 

Hälfte der Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

Dem Beschwerdeführer wurde hingegen mit Zwischenverfügung vom 

26. August 2010 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, weshalb keine 

Verfahrenskosten zu erheben sind. 

10.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines teilweise Ob-

siegens in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine praxis-

gemäss um die Hälfte reduzierte Entschädigung für die ihm notwendiger-

weise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Eine Kostennote wurde 

bisher nicht zu den Akten gereicht. Auf das Nachfordern einer solchen 

kann indes verzichtet werden, da sich der notwendige Vertretungsauf-

wand aufgrund der Akten hinreichend zuverlässig abschätzen lässt 

(Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemes-

sungsfaktoren (Art. 8-13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer zu Lasten der 

Vorinstanz eine um die Hälfte reduzierte Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 900.- (inklusive Auslagen) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit sie den Vollzug der Wegwei-

sung betrifft. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 

2.  

Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 

11. August 2010 werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, den 

Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vor-

läufig aufzunehmen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von 

Fr. 900.- auszurichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Anna Poschung 

 

 

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