# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f682e702-503d-5257-be01-763d33463758
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.09.2021 SB210133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210133_2021-09-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB210133-O/U/hb 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Haus Stebler, Präsidentin, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. Sigrist-Tanner und Ersatzoberrichter Dr. iur. Pahud sowie die 

Gerichtsschreiberin MLaw Wolter 

 

Urteil vom 7. September 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Übertretung des Waffengesetzes etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 28. September 2020 (GG190057) 
 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. Oktober 

2019 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Übertretung des Waffengesetzes 

im Sinne von 34 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 WG und Art. 15 Abs. 1 

WV sowie Art. 25b Abs. 1 WG. 

2. Der eingeklagten Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB ist der 

Beschuldigte nicht schuldig und wird von diesem Anklagevorwurf freigespro-

chen.  

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 700.–. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen. 

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'200.00 ; die weiteren Kosten des Verfahrens betragen: 

Fr. 1'100.00   Gebühr Vorverfahren 
 Fr.  2'300.00   Total 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel. 

6. Die Kosten gemäss vorstehender Dispositiv-Ziffer 5 werden dem Beschul-

digten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.  

7. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen. 

 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 61 S. 1, sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei freizusprechen. 

2. Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. Für das erstinstanzliche Verfahren sei dem 

Beschuldigten eine Entschädigung seiner Aufwendungen für die an-

gemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte in der Höhe von insge-

samt Fr. 9'012.70 zu bezahlen. 

3. Für das Berufungsverfahren sei dem Beschuldigten eine Entschädi-

gung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner 

Verfahrensrechte in der Höhe von insgesamt Fr. 3'243.90 zuzuspre-

chen und die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:  

(Urk. 58, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann, um unnötige 

Wiederholungen zu vermeiden, auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 52 S. 3). 

2. Nach durchgeführter Hauptverhandlung vom 28. September 2020 wurde das 

eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelge-

richt Strafsachen, den Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 5 und 

S. 22 ff.). Mit Eingabe vom 2. Oktober 2020 meldete der Beschuldigte rechtzeitig 

Berufung an (Urk. 45). Die begründete Ausfertigung des Urteils wurde in der Fol-

ge dem Beschuldigten am 22. Februar 2021 zugestellt (Urk. 50). Die Berufungs-

erklärung des Beschuldigten vom 15. März 2021 erfolgte fristgerecht (Urk. 55). Mit 

Präsidialverfügung vom 18. März 2021 wurde dem Privatkläger und der Staats-

anwaltschaft Winterthur/Unterland Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu er-

klären oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 56). Innert der 

angesetzten Frist beantragte die Staatsanwaltschaft die Bestätigung des vo-

rinstanzlichen Urteils (Urk. 58). Der Privatkläger liess sich nicht verlauten. Das mit 

Präsidialverfügung vom 18. März 2021 einverlangte Datenerfassungsblatt samt 

Unterlagen reichte der Beschuldigte nicht ein. 

3. Am 5. Mai 2021 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

7. September 2021 vorgeladen (Urk. 60). Zur heutigen Berufungsverhandlung er-

schien der Beschuldigte in Begleitung seines erbetenen Verteidigers Rechtsan-

walt Dr. iur. X._____ (Prot. II S. 3). Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

liess sich von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung dispensieren (vgl. Urk. 

58). 

4.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung; die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird dementspre-

chend im Umfang der Berufung gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit 

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das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 

StPO). Auch wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beur-

teilt, fällt es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch 

anzugeben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 

141 IV 244 E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 

2016 E. 4.2 mit Hinweisen).  

4.2. Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung das vorinstanzliche Urteil hin-

sichtlich des Schuldspruchs betreffend Übertretung des Waffengesetzes samt 

Nebenfolgen (Busse, Ersatzfreiheitsstrafe, Kostentragung, Verweigerung einer 

Prozessentschädigung; Urk. 52 Dispositivziffern 1, 3-4 und 6-7) an. Nicht ange-

fochten werden der erstinstanzliche Freispruch betreffend Beschimpfung (Urk. 52 

Dispositivziffer 2) sowie die Kostenfestsetzung (Urk. 52 Dispositivziffer 5). Dies-

bezüglich ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen, was vorab in ei-

nem Beschluss festzustellen ist. 

5. Im angefochtenen Umfang ist das Urteil im Berufungsverfahren zu überprü-

fen. Beim fraglichen Verstoss gegen das Waffengesetz handelt es sich lediglich 

um eine Übertretung. Weil mit der angeklagten Beschimpfung im Sinne von 

Art. 177 Abs. 1 StGB auch ein Vergehen (Art. 10 Abs. 3 StGB) Gegenstand des 

erstinstanzlichen Verfahrens bildete, kommt die Einschränkung der Kognition des 

Berufungsgerichts gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO nicht zum Tragen. Die vom Be-

schuldigten angefochtenen Punkte des vorinstanzlichen Urteils sind entsprechend 

mit voller Kognition im Sinne von Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO zu überprüfen. 

6. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_46/2018 vom 14. Februar 2018 E. 4 mit Hinweisen). 

Das Berufungsgericht kann sich somit auf die für seinen Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte beschränken. 

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II. Schuldpunkt 

1. Die Anklage vom 8. Oktober 2019 wirft dem Beschuldigten vor, am 7. Januar 

2019 beim Ausfüllen der Formulare „Gesuch um Erteilung eines Waffenerwerbs-

scheins zum Zwecke des Erwerbs einer oder mehrerer Waffe/n oder eines oder 

mehrerer wesentlichen/r Bestandteils/e“ sowie „Gesuch um Ausstellung eines Eu-

ropäischen Feuerwaffenpasses für die vorübergehende Ausfuhr von Feuerwaffen 

in einen Schengen-Staat“ jeweils wahrheitswidrig mittels Ankreuzen des entspre-

chenden Kästchens angegeben zu haben, dass kein strafrechtliches Verfahren 

gegen ihn hängig sei, obwohl er gewusst habe, dass am 1. Dezember 2018 ge-

gen ihn Strafanzeige wegen Beschimpfung erstattet worden sei. Der Beschuldigte 

habe die Formulare bei der zuständigen Behörde eingereicht, in der Absicht, das 

hängige strafrechtliche Verfahren zu verheimlichen, um sich im Verfahren um die 

Erteilung eines Waffenerwerbsscheins besser zu stellen (Urk. 24 Dossier 2). Da-

mit habe er sich der Übertretung des Waffengesetzes im Sinne von Art. 34 Abs. 1 

lit. a WG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 WG und Art. 15 Abs. 1 WV sowie 

Art. 25b Abs. 1 WG schuldig gemacht. 

2. Der Beschuldigte bestritt während der Untersuchung, im erstinstanzlichen 

Verfahren und auch heute nicht, dass er die beiden Formulare wie in der Ankla-

geschrift beschrieben ausgefüllt hat (vgl. D2 Urk. 3 und D2 Urk. 5). Jedoch bestritt 

er durchwegs, dass er im Zeitpunkt des Ausfüllens der Formulare gewusst habe, 

dass ein Strafverfahren gegen ihn geführt werde (D2 Urk. 2 S. 8 ff., Prot. I S. 16 

ff., Prot. II S. 14 ff.). Weiter bestritt die Verteidigung vor Vorinstanz und auch heu-

te, dass am 7. Januar 2019 das Strafverfahren wegen Beschimpfung gemäss An-

klageschrift bereits „hängig“ gewesen sei, weshalb der Beschuldigte die Formula-

re wahrheitsgetreu ausgefüllt habe (Urk. 41 S. 3 f.; Urk. 61 S. 5). Neu brachte der 

Beschuldigte heute vor, dass er vor der Berufungsverhandlung mit einem Staats-

anwalt telefoniert habe, der ihm auf seine Nachfrage die Auskunft gegeben habe, 

dass ein Strafverfahren hängig sei, wenn der Staatsanwalt etwas mache (Prot. II 

S. 17). 

2.1. Mit Bezug auf die Frage, wann ein Strafverfahren „hängig“ ist, hat die Vor-

instanz zutreffend ausgeführt, dass ein Strafverfahren mit dem Vorverfahren be-

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ginnt. Dieses ist im 6. Titel der Strafprozessordnung (Art. 299 ff. StPO) geregelt. 

Das Vorverfahren wird gemäss Art. 300 StPO entweder durch die Ermittlungstä-

tigkeit der Polizei oder die Eröffnung einer Untersuchung durch die Staatsanwalt-

schaft eingeleitet. Die Einleitung des Vorverfahrens setzt somit keine formelle Er-

öffnungsverfügung der Staatsanwaltschaft voraus. Die Strafprozessordnung geht 

von einem materiellen Begriff der Verfahrenseröffnung aus, was bedeutet, dass 

ab der Vornahme von Ermittlungshandlungen der Polizei (zum Beispiel Entge-

gennahme einer Strafanzeige, Meldung einer Straftat, Befragung, Personenkon-

trolle etc.) ein Strafverfahren eingeleitet ist und dieses den Vorschriften der Straf-

prozessordnung untersteht (Zürcher Kommentar StPO-BOSSHARD/LANDSHUT, Art. 

300 N 3). Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, lässt sich mit Bezug auf die 

Definition oder den Zeitpunkt der "Hängigkeit" eines Strafverfahrens nichts aus 

der VOSTRA-Verordnung ableiten. Vielmehr ist die Strafprozessordnung ein-

schlägig. Aus dem Telefonat mit dem Staatsanwalt lässt sich schliesslich nichts 

zugunsten des Beschuldigten ableiten. Einerseits stellt dies eine allgemeine Aus-

kunft einer Person dar, die mit dem konkreten Fall nicht betraut ist. Andererseits 

ist die Auskunft aus Sicht eines Staatsanwaltes nach dem Gesagten richtig. Wird 

nämlich das Vorliegen einer möglichen Straftat direkt der Staatsanwaltschaft zu-

getragen, beginnt das Strafverfahren mit den ersten Handlungen oder Veranlas-

sungen durch den Staatsanwalt oder die Staatsanwältin. 

Aufgrund der Akten ist klar, dass der Privatkläger am 7. Dezember 2018 Strafan-

zeige gegen den Beschuldigten wegen Beschimpfung und Ehrverletzung einge-

reicht hat (D1 Urk. 2). Der Privatkläger wurde durch einen Polizisten der Stadtpo-

lizei Winterthur gleichentags befragt (D1 Urk. 6). Am Abend des 7. Dezember 

2018 (21.01 Uhr) wurde der Beschuldigte durch denselben Polizisten befragt (D1 

Urk. 7); ihm wurde gemäss Protokoll der Einvernahme eröffnet, dass ein Strafver-

fahren wegen Ehrverletzung und Beschimpfung gegen ihn eingeleitet worden sei 

(D1 Urk. 7 F/A 1) und der Beschuldigte stellte im Laufe der Befragung selber 

Strafantrag gegen den Privatkläger wegen Drohung (D1 Urk. 7 F/A 17 und D1 

Urk. 4). Aufgrund des Gesagten bestehen keine Zweifel, dass das Vorverfahren 

gegen den Beschuldigten am 7. Dezember 2018 eingeleitet worden ist, weshalb 

am 7. Januar 2019, als der Beschuldigte die Formulare für einen Waffenerwerbs-

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schein ausfüllte, ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten hängig war. Somit 

ist erstellt, dass der Beschuldigte die beiden Formulare tatsachenwidrig ausgefüllt 

hat. 

2.2. Damit ist zu prüfen, ob der Beschuldigte am 7. Januar 2019 gewusst hat, 

dass ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden ist, was er durchwegs be-

stritten hat. 

Der Beschuldigte stellte sich als erstes auf den Standpunkt, er sei bei seiner Ein-

vernahme am 7. Dezember 2018 davon ausgegangen, dass er einvernommen 

werde, weil er selber den Privatkläger angezeigt habe. Es sei nie die Rede davon 

gewesen, dass der Privatkläger gegen ihn eine Anzeige erstattet habe. Er habe 

nie das Gefühl gehabt, in einem Strafverfahren beschuldigte Person zu sein, 

sonst hätte er bereits zur Einvernahme vom 7. Dezember 2018 einen Anwalt bei-

gezogen. Er sei aus allen Wolken gefallen, als er eine Einladung zur Schlich-

tungsverhandlung bekommen habe und bei ihm „Beschuldigter“ gestanden sei 

(D2 Urk. 2 F/A 97 f.). 

Zunächst ist festzuhalten, dass aus dem Protokoll der Einvernahme vom 7. De-

zember 2018 klar hervorgeht, dass der Beschuldigte tatsächlich als Beschuldigter 

einvernommen wurde (D1 Urk. 7 F/A 1). Neben dieser Belehrung, dass man als 

beschuldigte Person einvernommen werde, folgten weitere Hinweise, die nur Sinn 

machen, wenn man eben als beschuldigte Person einvernommen wird, nämlich 

dass man das Recht hat, die Aussagen und Mitwirkung zu verweigern und dass 

man berechtigt ist, jederzeit auf eigene Kosten eine Verteidigung zu bestellen, al-

lenfalls könne man eine amtliche Verteidigung beantragen. Bei diesen Hinweisen 

muss jedem Laien klar sein, dass man als beschuldigte Person einvernommen 

wird, da eine Verteidigung nur in diesem Fall nötig ist. Natürlich war der Beschul-

digte aus subjektiver Wahrnehmung primär auf dem Polizeiposten, um Strafan-

zeige gegen den Privatkläger zu erstatten, spätestens bei diesen anfänglichen 

Belehrungen musste ihm aber klar geworden sein, dass (auch) ein Strafverfahren 

gegen ihn selber läuft, initiiert vom Privatkläger wegen desselben Vorfalls am 

1. Dezember 2018. Im Verlauf der Einvernahme schilderte der Beschuldigte ent-

sprechend nicht nur seine Sicht der Dinge, sondern wurde vom einvernehmenden 

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Polizisten auch mit den Vorwürfen gemäss Privatkläger konfrontiert (D1 Urk. 7 

F/A 19 ff., insbesondere F/A 26 ff.). Aufgrund des Protokolls der Einvernahme er-

scheint somit klar, dass der Beschuldigte vom Strafverfahren Kenntnis gehabt ha-

ben muss. 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte dies-

bezüglich jedoch aus, er habe den Polizisten am 7. Dezember 2018 gefragt, ob es 

für ihn irgendwelche Konsequenzen habe. Es sei ihm geantwortet worden, er 

müsse sich erstmals keine Gedanken machen, der Staatsanwalt werde darüber 

entscheiden, was er damit mache. Er habe gegenüber dem Polizisten nur bestä-

tigt, diesen akustisch verstanden zu haben, nicht aber, den Inhalt verstanden und 

zur Kenntnis genommen zu haben (Prot. I S. 17 f.). Weiter stellte sich der Be-

schuldigte auf den Standpunkt, er habe gemeint, "einleiten" eines Strafverfahrens 

sei die Prüfung, ob es ein Strafverfahren gebe oder nicht, worüber der Staatsan-

walt entscheide. So sei ihm das auf Nachfrage explizit erklärt worden. Der Polizist 

habe ihm sogar gesagt, die Polizei könne nicht „einleiten“, sondern nur „aufneh-

men“. Seine Nachfrage, ob ein Strafverfahren gegen ihn laufe, sei an dieser Ein-

vernahme vom 7. Dezember 2018 verneint worden (Prot. I S. 20). Zur Erklärung 

des ungewöhnlichen Verständnisses von Aussagen brachte der Beschuldigte ein 

ärztliches Zeugnis von Dr. med. B._____ bei, worin bescheinigt wird, dass der 

Beschuldigte seit dem 13. März 2018 zur psychiatrischen Abklärung und Behand-

lung einer Autismusspektrumstörung im Sinne eines Asperger-Syndroms in Be-

handlung sei und beim Beschuldigten deshalb ein beeinträchtigtes Verständnis, 

einschliesslich Fehlinterpretation von wörtlichen/implizierten Bedeutungen vorlie-

ge (vgl. Urk. 42/2). Auch heute wiederholte er diesen Standpunkt (Prot. II S. 14 

ff.). 

Die Vorinstanz hat sich sorgfältig mit diesen Vorbringen auseinandergesetzt. Zu 

Recht wies sie auf die Widersprüchlichkeit der Aussagen des Beschuldigten hin 

(Urk. 52 S. 11). Es passt wirklich nicht zusammen, wenn sich der Beschuldigte 

auf den Standpunkt stellt, er habe mit der Bestätigung, er habe die Ausführungen 

des Polizisten „verstanden“, nur die akustische Wahrnehmung gemeint, wenn er 

anschliessend doch nachgefragt haben will, ob nun ein Strafverfahren „eingelei-

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tet“ sei – offenbar hat sich der Beschuldigte doch mit dem Inhalt der Informationen 

auseinandergesetzt. Und mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Poli-

zist dem Beschuldigten auf (angebliche) Nachfrage sicher nicht erklärt hat, es lau-

fe noch kein Strafverfahren gegen ihn, nachdem er gleichentags den Strafantrag 

des Privatklägers entgegengenommen und den Beschuldigten gerade über die 

Rechte als beschuldigte Person aufgeklärt hatte. Dazu kommt, dass auch die 

Aussage des Beschuldigten, er hätte sofort einen Anwalt beigezogen, wenn er 

gewusst hätte, dass er als beschuldigte Person einvernommen wird, nicht zu 

überzeugen vermag und entsprechend kein Hinweis darauf ist, dass der Beschul-

digte sich seiner Stellung im Strafverfahren tatsächlich nicht bewusst war. Ge-

mäss eigenen Angaben hat der Beschuldigte nämlich mit der Vorladung vom 

4. März 2019 (D1 Urk. 14/3) zum ersten Mal Kenntnis davon erhalten, dass er als 

beschuldigte Person geführt wird. Trotz dieser Vorladung auf den 14. Mai 2019 

liess sich der Beschuldigte bis zum 1. Juli 2019 Zeit, einen Verteidiger zu manda-

tieren (vgl. D1 Urk. 15/1+2). Sogar nach anerkannter Kenntnis des laufenden 

Strafverfahrens hat der Beschuldigte somit keineswegs unverzüglich einen Ver-

teidiger zugezogen. Weiter will sich der Beschuldigte durchaus mit den verschie-

denen Stadien und Zuständigkeiten betreffend eines Strafverfahrens auseinan-

dergesetzt und nachgefragt haben. Umso mehr hätte er wohl beim Ausfüllen der 

Formulare zögern müssen, als er mit einem Häckchen bestätigen musste, dass 

kein Strafverfahren gegen ihn hängig sei, zumal ihm das schwierige Verhältnis zu 

seinem Nachbarn tagtäglich vor Augen stand und er somit die damals vor Mo-

natsfrist erfolgte Einvernahme nicht vergessen haben konnte. Bei Zweifeln oder 

nur schon bei geringster Unsicherheit wäre es dem Beschuldigten ohne weiteres 

möglich und zumutbar gewesen, sich bei der Polizei über den Stand der Dinge zu 

erkundigen, damit er die Formulare garantiert wahrheitsgemäss ausfüllen konnte. 

Dies hat er aber nicht gemacht. 

Mit der Vorinstanz sind die Aussagen des Beschuldigten als Schutzbehauptungen 

zu würdigen. Auch das geltend gemachte Asperger-Syndrom und die damit gel-

tend gemachten Verständnisschwierigkeiten ändern daran nichts, weil nach der 

Würdigung der gesamten Aussagen und Erklärungsversuche des Beschuldigten 

davon auszugehen ist, dass er nach der Einvernahme am 7. Dezember 2018 

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durchaus gewusst hat, dass er nicht nur ein Strafverfahren gegen den Privatklä-

ger eingeleitet hat, sondern auch ein solches vom Privatkläger gegen ihn eingelei-

tet worden ist. Ein solcher Vorgang ist bei einer gegenseitigen nachbarschaftli-

chen Streitigkeit auch für einen Laien keineswegs überraschend. In zeitlicher Hin-

sicht ist somit erstellt, dass der Beschuldigte am 7. Januar 2019, als er die Formu-

lare für den Waffenerwerb ausfüllte, aufgrund der Einvernahme vom 7. Dezember 

2018 gewusst hat, dass ein Strafverfahren gegen ihn am Laufen war. 

3.1. Im Rahmen der rechtlichen Würdigung zog die Verteidigung in Zweifel, dass 

ein Strafverfahren wegen Beschimpfung den Tatbestand von Art. 34 Abs. 1 WG 

überhaupt erfüllen kann, da das Erschleichen oder der Versuch dazu vorausset-

ze, dass ein entsprechendes Gesuch unter wahrheitsgetreuen Angaben abge-

lehnt worden wäre; bei einer (angeblichen) Beschimpfung wie vorliegend sei dies 

nicht der Fall (Urk. 41 S. 4,Urk. 61 S. 2 f.). 

Die Vorinstanz hat sich mit diesem Einwand ausführlich auseinandergesetzt. Auf 

diese Erwägungen, die vollumfänglich zu teilen sind, ist – um Wiederholungen zu 

vermeiden – zu verweisen (Urk. 52 S. 14 f.). Anzumerken ist, dass die angebliche 

Beschimpfung im Rahmen eines Nachbarschaftsstreits stattfand, wo ein gewisses 

Potential für eine Eskalation vorhanden ist. Weiter hat der Beschuldigte heute 

vorgetragen, dass es ihm zum Zeitpunkt der Einvernahme schlecht gegangen sei. 

Er habe mehrere Nervenzusammenbrüche gehabt und sei in psychischer Be-

handlung gewesen (Prot. II S. 15). Die zuständige Behörde hätte diese Umstände 

nach Beizug der Akten erkannt. Es erscheint nicht abwegig, dass der Waffener-

werbsschein aufgrund dieser Kenntnisse nicht erteilt worden wäre. 

3.2. Mit Bezug auf den subjektiven Tatbestand muss Vorsatz vorliegen, wobei 

Eventualvorsatz genügt (Art. 12 Abs. 2 StGB; Art. 34 Abs. 1 WG). Ein fahrlässiger 

Verstoss gegen das Waffengesetz wäre nicht strafbar. 

Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, 

wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Satz 1; direkter Vorsatz). Vorsätzlich 

handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt 

(Satz 2; Eventualvorsatz). Eventualvorsatz im genannten Sinn ist somit gegeben, 

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wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für 

möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts 

in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 

133 IV 1 E. 4.1, mit Hinweisen; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweisen; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_802/2013 vom 27.1.2014 E. 2.3.2). Beim subjektiven Tat-

bestand handelt es sich um einen inneren Vorgang, auf den nur anhand einer 

Würdigung des äusseren Verhaltens des Täters sowie allenfalls weiterer Umstän-

de geschlossen werden kann. 

Wie dargelegt hatte der Beschuldigte im Zeitpunkt des Ausfüllens der Formulare 

Kenntnis vom laufenden Strafverfahren. Wie auch bereits dargelegt hätte er auch 

bei geringsten Zweifeln, ob ein Strafverfahren aufgrund der Einvernahme vom 

7. Dezember 2018 eröffnet worden sein könnte, nachfragen müssen, wie der 

Stand der Dinge sei. Sogar wenn man das Verständnis des Beschuldigten, wie er 

es selber geltend machte, zugrunde legen würde, hätte er einen Monat nach der 

Einvernahme bei der Polizei durchaus Grund zur Nachfrage gehabt, wenn er – 

gemäss eigenen Aussagen – irrigerweise davon ausgegangen ist, dass die 

Staatsanwaltschaft über die Hängigkeit des Strafverfahrens entscheidet. Unter 

diesen Umständen hat der Beschuldigte, als er die Formulare ausfüllte, ganz klar 

mindestens in Kauf genommen, dass die Angabe, es sei kein Strafverfahren hän-

gig, falsch sein könnte. Der Beschuldigte handelte somit zumindest eventualvor-

sätzlich. 

4. Ansonsten gibt die rechtliche Würdigung des Sachverhaltes, wie sie die 

Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz vorgenommen hat, zu keinen weiteren Er-

örterungen Anlass. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

sich der Übertretung des Waffengesetzes im Sinne von Art. 34 Abs. 1 lit. a WG in 

Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 WG und Art. 15 Abs. 1 WV sowie Art. 25b Abs. 1 

WG schuldig gemacht hat, wofür er zu bestrafen ist. 

III. Strafzumessung 

1. Die Übertretung des Waffengesetzes im Sinne von Art. 34 Abs. 1 lit. a WG 

ist eine Übertretung, welche mit Busse sanktioniert wird (Art. 34 Abs. 1 lit. a WG 

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in Verbindung mit Art. 103 StGB). Der Strafrahmen einer Busse reicht von Fr. 1.– 

bis Fr. 10‘000.– (Art. 106 Abs. 1 StGB). Innerhalb dieses Strafrahmens hat das 

Gericht die Busse je nach den Verhältnissen so zu bemessen, dass der Täter die 

Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). 

Für die Festsetzung der Bussenhöhe sind primär das Verschulden und sekundär 

die finanziellen Verhältnisse massgebend. Das Verschulden wird wie bei Verbre-

chen und Vergehen gemäss Art. 47 StGB bestimmt (BSK StGB-HEIMGARTNER, 

Art. 106 N 20 f.). 

2.1. In objektiver Hinsicht machte der Beschuldigte auf zwei verschiedenen For-

mularen dieselbe falsche Angabe. Das Vorgehen erscheint nicht weiter geplant 

und es ist auch keine grosse kriminelle Energie ersichtlich. In subjektiver Hinsicht 

kann dem Beschuldigten kein direkt vorsätzliches Handeln nachgewiesen werden. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass er die Falschangabe eher in Kauf genom-

men hat und sich nicht weiter darum gekümmert hat, obwohl ihm das Resultat, 

dass die näheren Umstände des laufenden Strafverfahrens nicht in die Abklärun-

gen betreffend Waffenerwerbsschein einbezogen werden, durchaus gelegen ge-

kommen sein dürfte. Das objektive und subjektive Tatverschulden wiegt leicht. 

2.2. Mit Bezug auf die Täterkomponente gibt es keine wesentlichen Faktoren, die 

das Verschulden erhöhen oder mindern würden. Der Beschuldigte ist nicht vorbe-

straft, was neutral zu würdigen ist. Es ist auch kein Geständnis strafmindernd zu 

berücksichtigen. Insgesamt ist deshalb von einem leichten Verschulden des Be-

schuldigten auszugehen. 

3. Betreffend seine persönlichen und finanziellen Verhältnisse hat der Be-

schuldigte bis anhin nur spärliche Angaben gemacht. Aufgrund der Befragung an-

lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 8 ff.) ist bekannt, dass 

der Beschuldigte ledig und Vater eines Sohnes ist, wobei er mit seiner Partnerin 

und dem gemeinsamen Kind zusammen lebt. Er hat Informatik und Mathematik 

studiert und hat offenbar noch weitere Berufe, wobei er dazu keine näheren An-

gaben machte. Aktuell tätig ist er als Berater für IT-Sicherheit. Da die Partnerin 

des Beschuldigten zu 100 % berufstätig ist als Ärztin, kümmert sich der Beschul-

digte (auch) um die Kinderbetreuung, wobei der Sohn bereits 9-jährig ist und ent-

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sprechend häufig in der Schule ist. Angaben zu seinem Einkommen konnte er 

nicht machen, da es ihn nicht interessiere, ebenfalls machte er geltend, er wisse 

nicht, wie hoch der Lohn seiner Lebenspartnerin sei. Sie hätten eine gemeinsame 

Kasse und beide würden davon Geld ausgeben. Vermögen habe er nicht, aber 

wohl Schulden aus seiner Geschäftstätigkeit. Aktuell ist der Beschuldigte an vier 

verschiedenen Unternehmen beteiligt, nämlich an der C._____ AG, der D._____ 

GmbH, der E._____ GmbH in Liquidation sowie der F._____ AG. Weiter war der 

Beschuldigte als Organ bei der G._____ AG eingetragen, wurde dort jedoch un-

terdessen ausgetragen. 

Anlässlich der heutigen Befragung führte der Beschuldigte aus, dass er neu etwa 

gut die Hälfte der Woche in Deutschland lebe. Er versuche, sich dort ein berufli-

ches Standbein aufzubauen, damit in etwa zwei Jahren die ganze Familie nach 

Deutschland umziehen könne. Er arbeite zu etwa 50 % für einen Versicherungs-

konzern und den Rest der Zeit sei er projektbezogen in der Planung und Überwa-

chung von Rechencentern tätig. Er verdiene etwa EUR 2'000.– bis EUR 3'000.– 

pro Monat. Was er mit der projektbezogenen Arbeit verdient, konnte er nicht dar-

legen. An den zuvor genannten Unternehmen sei er nur noch zum Teil beteiligt. 

Teilweise seien die Unternehmen liquidiert oder verkauft worden. Keine der Fir-

men sei mehr aktiv. Der Beschuldigte habe Schulden in der Höhe von EUR 

70'000.– (Prot. II S. 5 ff.). 

4. Insgesamt erscheint die von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

beantragte und von der Vorinstanz ausgefällte Busse von Fr. 700.– dem Ver-

schulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. 

Der Beschuldigte ist somit mit einer Busse von Fr. 700.– zu bestrafen. 

IV. Vollzug und Ersatzfreiheitsstrafe 

1. Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches über die bedingten und teilbe-

dingten Strafen (Art. 42 und 43 StGB) sind bei Übertretungen nicht anwendbar 

(Art. 105 Abs. 1 StGB). Die Busse ist deshalb zu bezahlen. 

- 15 - 

2. Das Gericht hat im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht be-

zahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens 

drei Monaten auszusprechen (Art. 106 Abs. 2 StGB). In Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz ist diese auf sieben Tage festzusetzen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Mit Bezug auf die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung hat die 

Rechtsmittelinstanz gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO von Amtes wegen zu befin-

den, wenn sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet 

(Zürcher Kommentar StPO-GRIESSER, Art. 428 N 14). Gemäss Art. 426 Abs. 1 

StPO trägt die beschuldigte Person die Kosten der Untersuchung und des erstin-

stanzlichen Verfahrens, wenn sie verurteilt wird. 

Die Kostenfestsetzung im vorinstanzlichen Urteil wurde nicht angefochten. Da der 

Beschuldigte vor Vorinstanz betreffend Vorwurf der Beschimpfung freigespro-

chen, betreffend Vorwurf der Übertretung des Waffengesetzes jedoch schuldig 

gesprochen wurde, wurden ihm die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens le-

diglich zur Hälfte auferlegt (Urk. 52 Dispositivziffer 6). Dies erscheint angemessen 

und ist entsprechend zu bestätigen. 

2.1. Der erbetene Verteidiger des Beschuldigten machte im erstinstanzlichen 

Verfahren (auf Basis eines vollumfänglichen Freispruchs) eine Entschädigung in 

der Höhe von Fr. 8‘472.70 für die anwaltliche Vertretung sowie Fr. 540.– für die 

Kosten der Beschaffung des ärztlichen Zeugnisses als Beweismittel geltend 

(Urk. 44 S. 6 f.). Die Vorinstanz sprach dem Beschuldigten jedoch keine Entschä-

digung zu. Sie begründete dies damit, dass die Kosten im Rahmen der Verurtei-

lung der Übertretung des Waffengesetzes von Vornherein von einer Entschädi-

gung ausgeschlossen sind. Mit Bezug auf die Verteidigungskosten betreffend 

Freispruch hielt die Vorinstanz fest, dass das Gesetz ausdrücklich nur für die an-

gemessene Ausübung der Verfahrensrechte eine Entschädigung vorsehe. Dies 

sei nur der Fall, wenn der Beschuldigte aufgrund der Schwere des Tatvorwurfs, 

dem Grad der Komplexität des Sachverhalts sowie nach den persönlichen Ver-

- 16 - 

hältnissen objektiv begründeten Anlass hatte, einen Anwalt zuzuziehen. Dies ver-

neinte die Vorinstanz für den vorliegenden Fall (Urk. 52 S. 18). 

2.2. Gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO hat die beschuldigte Person bei ei-

nem (teilweisen) Freispruch oder einer Verfahrenseinstellung Anspruch auf Ent-

schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfah-

rensrechte. Dabei geht es vor allem um den Fall, in welchem die beschuldigte 

Person durch einen Wahlverteidiger (Art. 129 StPO) vertreten wurde. Zu beachten 

ist, dass bei Teileinstellungen bzw. -freisprüchen eine entsprechende Zuteilung 

der erbrachten Leistungen zu erfolgen hat. Für die Entschädigung ist dann zu er-

mitteln, welcher prozentuale Anteil des anwaltlichen Aufwandes auf den einge-

stellten bzw. freigesprochenen Teil entfiel (BSK StPO-WEHRENBERG/FRANK, 

Art. 429 N 17a). 

2.3. Der Beschuldigte wurde vor erster Instanz mit Bezug auf die Beschimpfung 

freigesprochen. Es handelt sich dabei um ein Vergehen, welches jedoch lediglich 

mit bis zu 90 Tagessätzen Geldstrafe geahndet werden kann (Art. 177 StGB). 

Zwar ging es lediglich um einen Nachbarschaftsstreit, aber aufgrund der Akten ist 

ersichtlich, dass dieser doch erhebliche Züge angenommen hat und sich über ei-

ne längere Zeit aufgeschaukelt hat. Weiter ist zu beachten, dass der Privatkläger 

ebenfalls einen Anwalt beigezogen hat. Unter diesen Umständen kann mit Bezug 

auf die Beschimpfung nicht mehr von einem unangemessenen Aufwand für die 

Verteidigung ausgegangen werden. 

Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Aufwendungen des erbetenen Verteidigers 

im Rahmen der Strafuntersuchung des Waffengesetzes mit der Einstellungsver-

fügung betreffend die Vergehen gegen das Waffengesetz zu drei Vierteln ent-

schädigt worden sind (D1 Urk. 14/18, D1 Urk. 24). Dies wurde im Plädoyer vor 

Vorinstanz entsprechend aufgeführt (Urk. 41 S. 6). Die Aufwendungen gemäss 

Honorarnote vom 3. Oktober 2019 in der Höhe von Fr. 3‘196.55 (D1 Urk. 14/17) 

sind somit im Rahmen der Strafuntersuchung wegen Beschimpfung entstanden. 

Weiter ist davon auszugehen, dass die Kosten der vor Vorinstanz eingereichten 

Honorarnote ab 4. Oktober 2019 in der Höhe von Fr. 4‘210.10 (Urk. 42/3) etwa 

zur Hälfte dem Verfahren wegen Beschimpfung und zur Hälfte dem Verfahren 

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wegen Übertretung des Waffengesetzes geschuldet sind. Der Beschuldigte ist 

deshalb für seine Auslagen mit Bezug auf das Strafverfahren der Beschimpfung 

pauschal mit Fr. 5‘300.– (inkl. MwSt.) zu entschädigen. Die geltend gemachten 

Kosten betreffend die ärztlichen Berichte sind demgegenüber klarerweise im Ver-

fahren betreffend Übertretung des Waffengesetzes entstanden, weshalb sie man-

gels Freispruch nicht zu entschädigen sind. 

3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von 

Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16, § 2 Abs. 1 lit. b, c und d sowie § 14 

GebV OG unter Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles 

sowie des Zeitaufwands des Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 2'400.– festzu-

setzen. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine Par-

tei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in wel-

chem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen wer-

den (Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1 mit 

Hinweisen; bestätigt in 6B_10/2015 vom 24. März 2015 E. 4.2.1). Wird der Ent-

scheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abgeändert, können die Kosten 

nach dem Verursacherprinzip auferlegt werden (Urteil des Bundesgerichts 

6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Der Beschuldigte hat 

einen Freispruch betreffend Übertretung des Waffengesetzes gefordert, er ist je-

doch schuldig zu sprechen und unterliegt somit. Ebenso ist die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Strafe zu bestätigen. Lediglich im untergeordneten Punkt der 

Entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren obsiegt der Beschuldigte. Es 

rechtfertigt sich unter diesen Umständen, dem Beschuldigten die Kosten des 

zweitinstanzlichen Verfahrens zu drei Vierteln aufzuerlegen und zu einem Viertel 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung und Ge-

nugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Artikeln 429–434 StPO. Erfolgt we-

der ein vollständiger Freispruch noch eine Einstellung des Verfahrens, obsiegt die 

beschuldigte Person aber in andern Punkten, so hat sie Anspruch auf eine ange-

- 18 - 

messene Entschädigung für ihre Aufwendungen (Art. 436 Abs. 2 StPO). Hierunter 

fallen insbesondere die Kosten für die Verteidigung. Entsprechend ist dem Be-

schuldigten für das Berufungsverfahren auf der Basis der Honorarnote seines 

Verteidigers (Urk. 62) eine auf einen Viertel reduzierte Prozessentschädigung von 

gerundet Fr. 800.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

28. September 2020 bezüglich Dispositivziffern 2 (Freispruch betreffend Be-

schimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB) und 5 (Kostenfestsetzung) 

in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Übertretung des Waffengesetzes 

im Sinne von Art. 34 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 WG 

und Art. 15 Abs. 1 WV sowie Art. 25b Abs. 1 WG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 700.–. 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von sieben Tagen. 

4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 6) wird bestätigt. 

5. Dem Beschuldigten wird für die Untersuchung und das erstinstanzliche Ver-

fahren eine Entschädigung von Fr. 5‘300.– zugesprochen. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2‘400.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu drei 

Vierteln auferlegt und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. 

- 19 - 

8. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 800.– für das zweitinstanzliche Verfahren zugesprochen. 

9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten, 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
− den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers, 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung wird dem Privatkläger nur 

zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangt.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten, 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
− den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers (falls verlangt), 
− Bundesamt für Polizei fedpol, Zentralstelle Waffen, Guisanplatz 1A, 

3003 Bern, 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz, 
− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Neumühlequai 10, Post-

fach, 8090 Zürich, 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich, 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA.  

 

 

10. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

- 20 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 7. September 2021 
 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

Oberrichterin lic. iur Haus Stebler 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Wolter 
 

 
 

	Urteil vom 7. September 2021
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Übertretung des Waffengesetzes im Sinne von 34 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 WG und Art. 15 Abs. 1 WV sowie Art. 25b Abs. 1 WG.
	2. Der eingeklagten Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB ist der Beschuldigte nicht schuldig und wird von diesem Anklagevorwurf freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 700.–.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.
	6. Die Kosten gemäss vorstehender Dispositiv-Ziffer 5 werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	7. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen.
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei freizusprechen.
	2. Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. Für das erstinstanzliche Verfahren sei dem Beschuldigten eine Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte in der H...
	3. Für das Berufungsverfahren sei dem Beschuldigten eine Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte in der Höhe von insgesamt Fr. 3'243.90 zuzusprechen und die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu n...
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang und Umfang der Berufung
	II.  Schuldpunkt
	III.  Strafzumessung
	IV.  Vollzug und Ersatzfreiheitsstrafe
	V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 28. September 2020 bezüglich Dispositivziffern 2 (Freispruch betreffend Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB) und 5 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Übertretung des Waffengesetzes im Sinne von Art. 34 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 WG und Art. 15 Abs. 1 WV sowie Art. 25b Abs. 1 WG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 700.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von sieben Tagen.
	4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 6) wird bestätigt.
	5. Dem Beschuldigten wird für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 5‘300.– zugesprochen.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2‘400.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 800.– für das zweitinstanzliche Verfahren zugesprochen.
	9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten,
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,
	 den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers,

	(Eine begründete Urteilsausfertigung wird dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangt.)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten,
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,
	 den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers (falls verlangt),
	 Bundesamt für Polizei fedpol, Zentralstelle Waffen, Guisanplatz 1A, 3003 Bern,
	 die Vorinstanz,
	 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich,
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich,
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA.

	10. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.