# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 463c1f92-abc2-58b4-95d5-eaa6b758807e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.07.2018 IV 2016/20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-20_2018-07-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/20

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 03.07.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2018
Art. 28 IVG: Prüfung des Rentenanspruchs mit Beweiswürdigung eines 
Gutachtens (Beweiskraft bejaht). Rentenbegründender Invaliditätsgrad 
aktuell verneint, jedoch rückwirkende Zusprache einer befristeten Rente 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juli 
2018, IV 2016/20).

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers (Vorsitz) und

Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber;

Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.  

IV 2016/20

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Ausfeld, Werdstrasse 36, Postfach 9562, 

8036 Zürich,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 17. August 2009 zum Bezug von 

Leistungen der IV (Invalidenversicherung) in Form von Hilfsmitteln an (IV-act. 1). Am 10. 

Dezember 2008 war die Versicherte beim Überqueren eines Fussgängerstreifens von 

einem Motorroller angefahren worden (Fremdakten, Suva-act. 1 ff.). Vom 10. bis 18. 

Dezember 2008 war sie im Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert gewesen. Im 

Austrittsbericht des Spitals vom 22. Dezember 2008 finden sich die Diagnosen 

Unterschenkelschaftfraktur rechts, Commotio cerebri, HWS (Halswirbelsäule)- und 

Schädelkontusion rechts, passagerer HWI (gemeint wohl Harnweginfekt) und 

posttraumatische Belastungsstörung (Fremdakten, Suva-act. 6). Die Versicherte war im 

Kantonsspital St. Gallen am rechten Unterschenkel operiert worden und einige Male 

zur Nachkontrolle dort gewesen (Fremdakten, Suva-act. 6 ff.). Zudem hatte sich die 

Versicherte ab 14. April 2009 in eine ambulante integrierte psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung im Psychiatrie-Zentrum B.___ begeben. Als 

Aufnahmediagnose war dort eine schwere depressive Episode ohne psychotische 

Symptome festgestellt worden, als Verlaufsdiagnose war in einem Bericht vom 18. Juni 

2009 zudem der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung geäussert 

worden (Fremdakten, Suva-act. 19).

A.b  Mit Verfügung vom 2. September 2009 wurde die Kostengutsprache für 

Gehstützen von der IV-Stelle verweigert, da diese zum Schluss gekommen war, dass 

die beantragte Leistung durch die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) 

übernommen werde (IV-act. 6).

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A.c  Vom 1. September bis 1. Oktober 2009 begab sich die Versicherte in der Klinik 

C.___ stationär in psychiatrische Behandlung. Dort wurde wiederum die Diagnose der 

posttraumatischen Belastungsstörung gestellt (IV-act. 68). Der zusammenfassenden 

Beurteilung des Berichts vom 15. Oktober 2009 ist zu entnehmen, dass die Versicherte 

nach fehlender Verbesserung des Zustandes und aufgrund fehlender Motivation aus 

der Klinik entlassen worden sei (IV-act. 68 S. 5). Allerdings war die Versicherte nach der 

stationären Behandlung für eine gewisse Zeit noch bei Dr. med. D.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ambulant in Therapie (vgl. IV-act. 28, 29, 43 und 

65 sowie Fremdakten, Suva-act. 77 und 87). Dr. D.___ erwähnte gegenüber der IV-

Stelle im Januar 2010 als Diagnose eine posttraumatische Belastungsstörung sowie 

eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (IV-act. 28). In einem 

Bericht vom 14. Mai 2010 ging sie von einer mittelgradig depressiven Episode mit 

restlicher posttraumatischer Symptomatik in Form von Albträumen aus (Fremdakten, 

Suva-act. 77). Wie lange die Behandlung bei Dr. D.___ genau andauerte, geht aus den 

Akten nicht deutlich hervor (vgl. IV-act. 70).

A.d  Am 5. Januar 2010 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV an. Dieses Mal 

erfolgte die Anmeldung für den Bezug von beruflichen Massnahmen und 

Rentenleistungen (IV-act. 10).

A.e  Die IV-Stelle schloss mit Verfügung vom 23. September 2010 die 

Arbeitsvermittlung ab, da sich die Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 

37 und 40). Die Versicherte hatte vor dem Unfall als Näherin mit einem Pensum von 

100 % gearbeitet (IV-act. 94). Nach dem Unfall hatte sie diese Tätigkeit bis auf einen 

kurzen Arbeitsversuch nicht mehr aufgenommen (vgl. Fremdakten, Suva-act. 3 und 

137; IV-act. 37 und 40). Das Arbeitsverhältnis der Versicherten wurde deshalb im 

Herbst 2010 auf Ende Jahr aufgelöst (Fremdakten, Suva-act. 96).

A.f  Am 15. Oktober 2010 erfolgte bei der Versicherten am rechten Unterschenkel die 

operative Entfernung des bei der Operation im Dezember 2008 eingesetzten 

Osteosynthesematerials (vgl. Fremdakten, Suva-act. 6 und 99).

A.g  Mit Verfügung vom 18. November 2011 stellte die Suva ihre 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilbehandlung) in der Annahme, dass keine 

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behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr vorliegen würden, per 30. November 2011 

ein. Mit gleicher Verfügung sprach sie der Versicherten aufgrund einer 

Integritätseinbusse von 12.5 % sodann eine Integritätsentschädigung zu, verneinte 

jedoch einen Anspruch auf eine Invalidenrente, da die medizinischen Abklärungen 

ergeben hätten, dass die Versicherte trotz der verbleibenden reinen Unfallrestfolgen 

jede sitzende Tätigkeit ohne besondere Beanspruchung des rechten Fusses, ohne 

längeres Gehen oder Stehen, ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten und ohne 

Gehen in unwegsamem Gelände sowie mit nur ausnahmsweisem Treppen steigen und 

ohne Heben bzw. Tragen schwerer Lasten ganztags ausführen könnte. Die 

angestammte, vorwiegend sitzende Tätigkeit als Näherin sei ihr unbeschränkt zumutbar 

(vgl. Fremdakten Suva). Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache wurde 

von der Suva mit Einspracheentscheid vom 3. September 2012 (Fremdakten, Suva-act. 

172) und die dagegen erhobene Beschwerde vom Versicherungsgericht mit Entscheid 

vom 19. September 2013 abgewiesen (Fremdakten, Suva-act. 187).

A.h  Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte im Zeitraum vom 9. bis 19. März 

2015 durch Dr. med. E.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. F.___, Facharzt 

für Neurologie, Dr. med. G.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie und Dr. med. 

H.___, FMH Rheumatologie, der ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH 

(nachfolgend: ABI), untersucht (IV-act. 87 f.). In ihrem Gutachten vom 13. April 2015 

nannten die Experten als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits¬fähigkeit der 

Versicherten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, Zustand nach 

Verkehrsunfall mit Commotio cerebri sowie Schädel- und Wirbelsäulenprellung, Status 

nach posttraumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig remittiert, Nikotinabusus, 

Übergewicht und Medikamenten-Noncompliance. Die Gutachter stellten hingegen 

keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und kamen im Gutachten vom 

13. April 2015 zum Schluss, dass bei der Versicherten für ihre angestammte Tätigkeit 

als Näherin ebenso für jede andere körperlich leichte, angepasste Tätigkeit eine 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % bestehe. Auch im Haushalt gebe es keine 

Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit. Die Gutachter empfahlen medizinische, jedoch 

keine beruflichen Massnahmen (IV-act. 88).

A.i Mit Vorbescheid vom 20. Mai 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten die 

beabsichtigte Ablehnung des Anspruchs auf Rentenleistungen mit (IV-act. 93). 

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Hiergegen erhob die anwaltlich vertretene Versicherte mit Schreiben vom 23. Juni 2015 

Einwand mit dem Antrag, dass ihr nach Ablauf der Wartefrist eine ganze Rente 

zuzusprechen sei. Insbesondere beanstandete sie das Gutachten des ABI. Zudem 

reichte die Versicherte der IV-Stelle das Arbeitszeugnis ihrer letzten Anstellung vor dem 

Unfall sowie ein Einsatzprotokoll des Rettungsdienstes vom Unfall ein (IV-act. 94).

A.j Zu der von der Versicherten in ihrem Einwand vorgebrachten Kritik am Gutachten 

des ABI holte die IV-Stelle beim RAD (Regionaler ärztlicher Dienst der 

Invalidenversicherung) eine Stellungnahme ein. Dieser äusserte sich am 2. September 

2015 dahingehend, dass der Rechtsvertreter der Versicherten als medizinischer Laie 

seine Sicht der Dinge darstelle. Diese könne aus versicherungsmedizinischer Sicht 

nicht nachvollzogen werden. Es bleibe bei der im Gutachten vorgenommenen 

Beurteilung. Am 27. November 2015 bat der RAD die IV-Stelle überdies darum, das 

Einwandschreiben der Versicherten sowie seine dazu ergangene Stellungnahme dem 

ABI vorzulegen, damit dieses Stellung zu den vorgebrachten fachlichen 

Beschuldigungen nehmen könne (IV-act. 98). Nach entsprechender Anfrage teilte das 

ABI der IV-Stelle mit, dass es das Schreiben der Versicherten zur Kenntnis genommen 

habe. Dem Einwandschreiben würden keine weiteren medizinischen Berichte beiliegen. 

Es enthalte lediglich laienhafte Überlegungen, aus denen es keine eigentlichen Fragen 

herausfiltern könne (IV-act. 102). Der RAD äusserte sich in einer erneuten 

Stellungnahme an die IV-Stelle vom 30. Dezember 2015 dahingehend, dass den 

Feststellungen des ABI gefolgt werden könne und es unnötig sei, sich noch weiter mit 

den laienhaften Überlegungen des Rechtsvertreters der Versicherten 

auseinanderzusetzen. Weitere Rückfragen an das ABI würden sich erübrigen (IV-act. 

103).

A.k  Mit Verfügung vom 6. Januar 2016 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch 

der Versicherten (IV-act. 104).

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Ausfeld, Zürich, am 29. Januar 2016 die 

vorliegende Beschwerde. Darin beantragt sie im Wesentlichen, dass die angefochtene 

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Verfügung aufzuheben und ihr nach Ablauf der Wartefrist eine ganze IV-Rente 

zuzusprechen sei (act. G 1 S. 1 und S. 4). Weiter wird beantragt, dass die Verfügung 

zur neuen Abklärung, Begründung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen 

sei. Eventualiter sei der Sachverhalt durch ein gerichtlich angeordnetes Gutachten 

abzuklären. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Überdies stellte die Beschwerdeführerin ein 

Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung 

(act. G 1 S. 2).

B.b  Am 16. März 2016 erstattete die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort. 

Sie beantragt darin, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der 

Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Februar 2010 bis 30. November 2011 eine 

ganze Rente zuzusprechen sei (act. G 6).

B.c  Mit Schreiben vom 4. April 2016 nahm die Beschwerdeführerin zur Streitsache 

erneut Stellung und zog ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung zurück (act. G 7).

B.d  Am 5. Juli 2016 erstattete die Beschwerdeführerin Replik und hielt an den 

gestellten Anträgen vollumfänglich fest (act. G 13).

B.e  Mit Schreiben vom 22. August 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 

Duplik und erklärte, dass sie an ihrem Antrag vollumfänglich festhalte (act. G 15).

B.f  Am 30. August 2016 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine 

Kostennote (act. G 17) und mit Schreiben vom 21. Dezember 2017 eine ärztliche 

Bestätigung des Hausarztes der Versicherten, Dr. med. I.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin FMH, vom 13. Dezember 2017 ein (act. G 19.1).

Erwägungen

1. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.

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1.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.2  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Im 

Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen einer Person noch zugemutet werden können (BGE 

115 V 134 E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

2. 

Zunächst ist demnach zu prüfen, ob der rechtserhebliche Sachverhalt genügend 

abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des 

Rentenanspruchs vorwiegend auf das polydisziplinäre Gutachten des ABI vom 13. April 

2015. Sie ist der Ansicht, dass mit der Beschwerde keine neuen oder anderslautenden 

Berichte beigebracht worden seien. Auffällig sei, dass sich die Beschwerdeführerin in 

den letzten Jahren trotz der geltend gemachten Schmerzen von sich aus kaum in 

medizinische Behandlung begeben habe und auch aktuell lediglich einmal pro Monat 

beim Hausarzt vorbeischaue, um Medikamente abzuholen, die sie dann offenbar nicht 

einnehme. Eine vorgeschlagene interdisziplinäre Therapie in einer Rehabilitationsklinik 

hätten die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann aus unerfindlichen Gründen 

abgelehnt. Bereits früher sei eine Hospitalisation von ihr abgebrochen worden. Mangels 

anderslautender Berichte und mangels intensiver fachärztlicher Therapien oder 

abweichender Arbeitsfähigkeitsschätzungen bestehe von vornherein kein Anlass, an 

der Einschätzung des ABI zu zweifeln (act. G 6 N 7). Die Beschwerdeführerin macht 

demgegenüber zahlreiche Mängel des Gutachtens geltend und stellt dessen 

Beweiswert damit in Frage, worauf nachfolgend genauer einzugehen ist (act. G 1; act. 

G 7; act. G 13).

2.1 

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2.1.1  Zunächst macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die Gutachter des ABI 

ganz generell befangen seien, weshalb auf das ABI Gutachten nicht abgestellt werden 

könne (act. G 1 S. 6 ff.). Zum einen sei notorisch, dass die Gutachterstelle schon 

mehrmals Gegenstand massiver Kritik gewesen sei. Zum anderen sei die 

Stellungnahme des ABI vom 14. Dezember 2015, in welchem Einwände ihres 

Rechtsvertreters als Allgemeinplätze bezeichnet worden seien, als unnötig 

herabsetzend zu qualifizieren, was wiederum den Anschein der Befangenheit 

hervorrufe (act. G 1 S. 4 f.). Zudem hätten die Gutachter die anfänglich aus somatischer 

Sicht unzweifelhaft bestehende Arbeitsunfähigkeit schlichtweg ignoriert (act. G 1 S. 4; 

act. G 1 S. 6) und generell nur Umstände berücksichtigt, die sich zu Ungunsten von ihr 

ausgewirkt hätten (act. G 1 S. 6 f.). Auch hätte von den Gutachtern erwartet werden 

dürfen, dass sie sich damit auseinandersetzen, weshalb seitens der 

Invalidenversicherung für die Zeitspanne ab dem Unfallereignis respektive ab 

Anmeldung bei der IV und Ablauf der Wartefrist bis zur Terminierung der 

Taggeldzahlungen der Unfallversicherung keine Leistungen zu erbringen seien (act. G 1 

S. 7).

2.1.2  Die Beschwerdegegnerin wendet ein, dass die Gutachter sich naturgemäss 

lediglich mit den medizinischen Fakten des Falles zu beschäftigen hätten. Bei Themen 

wie Anmeldedatum, Wartejahr, Rentenbeginn oder Koordination handle es sich um 

rechtliche Elemente, die in der Prüfungskompetenz des Rechtsanwenders lägen. 

Demnach könne keinerlei Grund zur Befangenheit erkannt werden (act. G 6).

2.1.3  Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige, also auch für 

begutachtende Ärzte in einem Invalidenversicherungsverfahren, grundsätzlich die 

gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. 

Befangenheit ist danach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, 

Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (vgl. BGE 132 V 109 E. 7.1). Solche 

Hinweise können in einem bestimmten Verhalten oder in gewissen äusseren 

Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet liegen. Nicht 

entscheidend ist das subjektive Empfinden der Parteien (BGE 131 I 24 E. 1.1, mit 

Hinweisen).

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2.1.4  Die Gutachterstelle ABI ist entsprechend einem Zufallsprinzip mit der Erstellung 

des Gutachtens beauftragt worden (IV-act. 80 und 82). Im Vorfeld der Begutachtung 

sind der Beschwerdeführerin die beauftragten Gutachter bekannt gegeben worden und 

sie hat Gelegenheit erhalten, triftige Einwände gegen diese vorzubringen (IV-act. 84). 

Soweit ersichtlich, hat sie davon keinen Gebrauch gemacht, sondern den 

Befangenheitsvorwurf erst in ihrem Einwand vom 23. Juni 2015, also nach der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die Gutachter, erhoben (IV-act. 94). Sodann ist die 

Behauptung, dass die Gutachter nur Umstände berücksichtigt hätten, die gegen die 

Beschwerdeführerin sprechen, nicht richtig. Vielmehr haben beispielsweise auch die 

Vorgeschichte der Beschwerdeführerin, ihr langjähriges Arbeitsverhältnis und ihre 

beklagten Beschwerden Eingang in das Gutachten gefunden (vgl. IV-act. 88). Auch 

haben die Gutachter die ursprüngliche Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht 

unberücksichtigt gelassen. Vielmehr führt der neurologische Gutachter beispielsweise 

aus, dass nach dem Unfall naturgemäss eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen 

habe (vgl. IV-act. 88 S. 24). In der Gesamtbeurteilung wird ebenfalls festgehalten, dass 

nach dem erlittenen Unfall eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen haben 

dürfte, wobei die Dauer von den Gutachtern retrospektiv nicht eindeutig festgestellt 

werden könne (IV-act. 88 S. 26). Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht 

eingewendet, dass es nicht Aufgabe der Gutachter ist, eine genaue rechtliche 

Einordnung des Falles vorzunehmen (vgl. act. G 6 N 4). Demnach haben sie sich im 

Gutachten nicht über das Zusammenspiel von Taggeldern der Unfallversicherung und 

den Leistungen der Invalidenversicherung zu äussern. Vor dem Hintergrund, dass der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Einwand vom 23. Juni 2015 ohne 

entsprechende medizinische Berichte zahlreiche Diagnosen in den Raum gestellt hatte 

(vgl. IV-act. 94), ist es zumindest nachvollziehbar, dass in der Stellungnahme des ABI 

und damit aus der Sicht von Medizinern von „laienhaften Überlegungen“ des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin die Rede ist (vgl. IV-act. 102). Insgesamt 

erweckt die Stellungnahme des ABI vom 14. Dezember 2015 nicht den Eindruck der 

Befangenheit (vgl. IV-act. 88 und 102). Es sind den Akten auch sonst keinerlei 

Anzeichen auf eine Befangenheit der Gutachter zu entnehmen.

2.2 

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2.2.1  Gegen das psychiatrische Gutachten als Teil des polydisziplinären Gutachtens 

wendet die Beschwerdeführerin ein, dass es wesentliche Elemente ihrer 

Lebensgeschichte nicht berücksichtige. Ihr langjähriges Arbeitsverhältnis finde keine 

Beachtung. Im Arbeitszeugnis ihres letzten Arbeitgebers vom 28. Dezember 2010 

werde sie als pflichtbewusste, teamfähige und einsatzfreudige Mitarbeiterin 

geschildert, die auch in schwierigen und hektischen Situationen den Überblick behalten 

habe, in ihrem Verhalten korrekt und sicher gewesen sei, über gute Umgangsformen 

und ein natürliches, freies Auftreten verfügt habe. Das Gutachten lasse auch ausser 

Acht, dass sie neben ihrer Arbeitstätigkeit fünf Kinder habe grossziehen können und in 

der Lage gewesen sei, den gesamten Haushalt erfolgreich zu meistern. 

Familienmitglieder würden schildern, dass sie seit dem Unfallereignis nicht mehr die 

gleiche Person sei. Sie gehe nicht mehr ausser Haus und besorge auch keine Einkäufe. 

Sie befinde sich tagtäglich im Haus und sei gegenüber den Familienmitgliedern 

abweisend und streitbar mit einer Verhaltensweise, wie sie auch im Gutachten 

ansatzweise festgehalten worden sei, nämlich unfreundlich, abweisend, wortkarg und 

nicht kooperativ. Auch bei Konsultationen mit dem Rechtsvertreter lege sie ein 

abweisendes Verhalten an den Tag und einen Arzt besuche sie ausschliesslich unter 

Begleitung eines Familienmitgliedes. In Erwägung zu ziehen sei daher eine eigentliche 

Wesensveränderung mit einem absoluten sozialen Rückzug und einer Krankheits- und 

Schmerzüberzeugung, die nicht angegangen werden könne. Daher hätte eine 

Persönlichkeitsstörung diskutiert werden sollen (act. G 1 S. 10 f.). Den totalen sozialen 

Rückzug einer zuvor umfassend tätigen und vitalen Person habe der Gutachter 

überhaupt nicht gewürdigt (act. G 13 S. 9). Es sei offensichtlich, dass eine Art 

Anpassungsstörung vorliege. Ihre Persönlichkeit sei aber im Gutachten gar nicht 

erfasst, geschweige denn bewertet worden (act. G 13 S. 8). Ihr Verhalten sei nicht 

inkonsistent, wie es ihr in dem Gutachten teilweise vorgeworfen werde. Aus dem 

Umstand, dass ihr Verhalten objektiv nur schwer nachvollziehbar sei, dürfe ihr nicht 

eine schlechte Compliance angelastet werden, bevor nicht nachvollziehbare 

psychiatrische Ausführungen zu ihrer Persönlichkeit vorliegen würden (act. G 13 S. 9). 

Sodann bemängelt die Beschwerdeführerin in ihrer Replik auch, dass im Gutachten zu 

Unrecht von einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgegangen worden sei. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne eine solche nämlich nur dann 

angenommen werden, wenn die betroffene Person das Unfallereignis bei vollem 

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Bewusstsein erlebt habe. Aus ihrer polizeilichen Befragung gehe aber hervor, dass sie 

vom Zeitpunkt des Betretens des Fussgängerstreifens an nichts mehr wisse. Auch 

liege kein Unfallereignis von ausserordentlicher Schwere, wie es die ICD-Klassifikation 

für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung fordere, vor. Den 

Gutachtern hätte auffallen müssen, dass die Diagnose der posttraumatischen 

Belastungsstörung, die schon zuvor von Ärzten gestellt worden sei, fehlerhaft sei. Ein 

weiterer Fehler in der Begutachtung bestehe darin, dass im Gutachten davon 

ausgegangen werde, dass sie die posttraumatische Belastungsstörung überwunden 

habe, da ihr damit Lösungsstrategien zuerkannt würden, die sie gar nicht habe (act. G 

13 S. 8 f.). In ihrer Beschwerde ist die Beschwerdeführerin hingegen der Ansicht, dass 

sie unstreitig eine posttraumatische Belastungsstörung durchgemacht habe, soweit 

diese nicht noch andaure (act. G1 S. 11). Sodann empfindet sie es als unverständlich, 

dass der psychiatrische Gutachter keine Hinweise für eine depressive Störung erkannt 

habe, obwohl er doch festgestellt habe, dass sie sehr passiv sei, kaum grüsse, sich 

langsam bewege, ein Desinteresse und Gleichgültigkeit zeige (act. G 13 S. 8; vgl. auch 

act. G 7). Der Hausarzt gehe von einem schweren depressiven Zustandsbild aus. Diese 

Ansicht dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, zumal der Arzt sie schon vor dem 

Unfallereignis behandelt habe (act. G 1 S. 11). Sodann seien auch die von ihr 

eingenommenen Medikamente in der psychiatrischen Begutachtung nicht gebührend 

berücksichtigt worden. Die Medikamente, namentlich Mirtazapin, Lexotanil und 

Dalmadorm, würden aufzeigen, dass bei ihr massive Spannungszustände vorliegen 

würden (act. G 7). Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, dass die Gutachter ohne 

weiteres davon ausgegangen seien, dass die gestellte Diagnose der somatoformen 

Schmerzstörung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei. Die Foersterkriterien, auf 

welche das psychiatrische Gutachten noch Bezug nehme, würden nach neuer 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine Rolle mehr spielen. Aufgrund der aktuellen 

Rechtsprechung könne bei Annahme einer somatoformen Schmerzstörung nicht 

leichthin der Schluss gezogen werden, dass keine Leistungen geschuldet seien. 

Vielmehr habe die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ergebnisoffene 

Untersuchung, welche auch fremdanamnestische Umstände berücksichtige (act. G 1 

S. 12).

2.2.2  Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, dass die Beschwerdeführerin laut 

psychiatrischem Gutachten zu konkreten psychischen Beschwerden keine Angaben 

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habe machen können. Die Versorgung mit Psychopharmaka erfolge gemäss Gutachten 

durch den Hausarzt, wobei der Serumspiegel darauf hindeute, dass keine effektive und 

regelmässige Pharmakotherapie stattfinde. Dies lasse laut dem Gutachten auf einen 

vermutlich geringen psychischen Leidensdruck schliessen. Die Versicherte habe sich 

gemäss dem Gutachten sodann lustlos, unhöflich und unkooperativ mit einer lustlosen 

Gleichgültigkeit verhalten. Sie habe vorgegeben, sich an vieles nicht mehr zu erinnern, 

gleichzeitig habe sie eine intakte Affektivität ohne Hinweise für eine erhebliche 

depressive Symptomatik oder Demenz gezeigt. Dem Gutachten könne auch 

entnommen werden, dass die beklagten Schmerzen aufgrund ihrer diffusen und 

ausgeweiteten Form keinem organischen Korrelat zugeordnet werden könnten. Dass 

die Beschwerdeführerin einer Behandlung nicht zugänglich sei, gehe aus den Angaben 

des Austrittsberichts des Spitals J.___ vom 13. Februar 2013 nicht hervor. Vielmehr 

habe sie sich gemäss diesem Bericht unmotiviert gezeigt. Sodann hätten die 

Psychiatrie-Dienste Z.___ schon früher festgestellt, dass sich die Beschwerdeführerin 

alles übersetzen lasse und nicht auskunftsbereit sei, obwohl sie gut Deutsch spreche 

und verstehe. Auch seien den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass eine 

Behandlung aus medizinischer Sicht nicht möglich sei (act. G 6 N 8).

2.2.3  Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hat der psychiatrische 

Gutachter ihre Vorgeschichte vor dem Unfallereignis bei der Untersuchung nicht ausser 

Acht gelassen. Neben der Berücksichtigung umfangreicher Vorakten (vgl. IV-act. 88 S. 

2 ff.) hat er eine ausführliche Anamnese zur beruflichen, familiären und sozialen 

Situation der Beschwerdeführerin aufgenommen. Dabei wird im Gutachten auch 

erwähnt, dass sie vom Jahr 2000 bis in das Jahr 2008 mit einem Pensum von 100 % 

gearbeitet habe und fünf Kinder habe (IV-act. 88 S. 10 f.). Wie die Beschwerdeführerin 

selber einräumt, hat der Gutachter sodann auch ausgeführt, dass sie sich anlässlich 

der Untersuchung langsam bewegt habe, kaum gegrüsst habe, sich insgesamt sehr 

passiv verhalten und ein Desinteresse sowie eine Gleichgültigkeit an den Tag gelegt 

habe. Allerdings schliesst der Gutachter nachvollziehbarerweise aus diesen 

Verhaltensweisen nicht automatisch auf eine psychische Störung. Vielmehr hat er in 

seiner Untersuchung festgestellt, dass die Beschwerdeführerin bei klarem Bewusstsein 

sowie zeitlich, örtlich und autopsychisch orientiert gewesen sei. Ihr Gedankengang 

habe sich formal geordnet entfaltet und sei inhaltlich unauffällig gewesen. Hinweise für 

ein psychotisches Geschehen hat der Gutachter anlässlich der Untersuchung nicht 

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beobachten können, insbesondere hat er das Vorliegen von Wahnideen, 

Halluzinationen oder einer Ich-Störung verneinen können. Auch wenn die kognitiven 

Fähigkeiten der Beschwerdeführerin auf den Gutachter eingeschränkt gewirkt haben, 

so hat der Gutachter doch keine Demenz erkennen können. Die Konzentration und 

Aufmerksamkeit habe die Beschwerdeführerin während der gesamten Untersuchung 

aufrechterhalten können. Die höheren Ich-Funktionen wie Realitätsprüfung, 

Beziehungsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Impulskontrolle sowie Willensbildung seien intakt 

gewesen. Psychomotorisch habe sich die Beschwerdeführerin weder agitiert noch 

gehemmt gezeigt. Der Gutachter hat sich demnach, entgegen dem entsprechenden 

Einwand der Beschwerdeführerin, auch mit ihrer Persönlichkeit auseinandergesetzt. 

Sodann hat der Gutachter angemerkt, dass die Beschwerdeführerin sich im Affekt 

lustlos, desinteressiert und gleichgültig gezeigt habe. Allerdings hat er sie als emotional 

lebhaft und psychomotorisch nicht gehemmt wahrgenommen sowie keine Hinweise für 

eine vitale Traurigkeit, eine Antriebsstörung oder Suizidgedanken feststellen können, 

weshalb er eine Depression unter Berücksichtigung weiterer Umstände nachvollziehbar 

verneint hat. Die von der Beschwerdeführerin angesprochenen, sich in den Akten 

befindenden kurzen Berichte von Dr. I.___, ihrem Hausarzt, in welchen teilweise 

erwähnt wird, dass es ihr schlecht gehe oder dass sie unter einer Depression leide (vgl. 

z.B. act. G 19.1; IV-act. 70; Fremdakten, Suva-act. 28 und 74), vermögen die 

psychiatrische gutachterliche Einschätzung diesbezüglich nicht in Zweifel zu ziehen. 

Denn zum einen handelt es sich bei dem Gutachter um einen Facharzt aus dem 

Bereich der Psychiatrie. Zum anderen besteht zwischen dem Hausarzt und seinen 

Patienten erfahrungsgemäss eine gewisse Vertrauensbasis bzw. ist der 

Behandlungsauftrag ein anderer als der Begutachtungsauftrag (vgl. BGE 135 V 470 E. 

4.5). Vor allem aber kann den hausärztlichen Berichten von Dr. I.___ nicht entnommen 

werden, worauf die Diagnose einer Depression gestützt wird (vgl. z.B. act. G 19.1; IV-

act. 70; Fremdakten, Suva-act. 28 und 74). Aus dem Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin von ihrem Hausarzt die Medikamente Mirtazapin oder Lexotanil 

verabreicht zu bekommen scheint, kann sie vorliegend ebenfalls nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, da diese Medikamente bei den Messungen in ihrem Blut praktisch 

nicht nachweisbar gewesen sind (IV-act. 88 S. 10). Dies legt die Vermutung nahe, dass 

die Beschwerdeführerin diese Medikamente gar nicht oder nur selten einnimmt. Wie 

der Gutachter schlüssig ausgeführt hat, deutet dies im konkreten Fall auf einen 

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geringen psychischen Leidensdruck hin (IV-act. 88 S. 13). Schliesslich spricht auch die 

von der Beschwerdeführerin teilweise kritisierte Diagnose der posttraumatischen 

Belastungsstörung, die tatsächlich nicht restlos nachvollziehbar ist, nicht gegen die 

Zuverlässigkeit des ABI-Gutachters, da er diese Diagnose gerade nicht stellt. Er selber 

kommt in seiner Untersuchung in nachvollziehbarer Weise zum Schluss, dass bei der 

Beschwerdeführerin keine Befunde für eine posttraumatische Belastungsstörung mehr 

erhoben werden konnten. Die Beschwerdeführerin beklage keine Flashbacks, keine 

Albträume und sie zeige keine Schreckhaftigkeit oder eine emotionale Abstumpfung. 

Sodann sei sie in der Lage, sachlich und ohne Erregung über den Unfall zu berichten. 

Auch habe sie mitgeteilt, dass sie von ihrem Wohnzimmer auf den Unfallort sehe (IV-

act. 88 S. 13). Dass er sich im Gutachten mit den bisherigen ärztlichen Berichten, die 

eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert hatten (Fremdakten, Suva-act. 

6, 19 und 77), auseinandersetzt und das Bestehen einer solchen Störung in der 

Vergangenheit nicht kategorisch verneint, sondern davon ausgeht, dass die Störung 

wohl abgeklungen sei (vgl. IV-act. 88 S. 13), spricht nicht gegen die Zuverlässigkeit des 

ABI Gutachters. Es spricht vielmehr gerade für den psychiatrischen Gutachter, dass er 

vorsichtig damit ist, eine von anderen Ärzten echtzeitlich gestellte Diagnose 

retrospektiv als eindeutig falsch zu bezeichnen. Es ist nachvollziehbar, dass er zu 

erklären versucht, warum andere Ärzte früher zu einer solchen Diagnose gekommen 

sind. Er beschreibt zutreffend, dass sich die posttraumatische Belastungsstörung 

bereits im Bericht von Dr. D.___ vom 14. Mai 2010 nur noch residual in Form von 

Albträumen dargestellt habe, weshalb er in schlüssiger Weise davon ausgeht, dass 

sich diese Diagnose zurückgebildet habe, aktuell jedenfalls nicht mehr bestehe (vgl. IV-

act. 88 S. 13 f.).

2.2.4  Zur im psychiatrischen Gutachten diagnostizierten Schmerzstörung ist 

festzuhalten, dass das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu diesem und weiteren 

syndromalen bzw. organisch nicht objektivierbaren Beschwerdebildern geändert und 

festgehalten hat, diese seien mittels eines strukturierten Beweisverfahrens anhand 

massgeblicher Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 294, E. 3.5 f.; BGE 143 V 409, E. 

4.5 ff.; BGE 143 V 418, E. 6 ff.). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte 

Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht per se. Mit Blick auf die nunmehr materiell-

beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der Einschätzung des funktionellen 

Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen 

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administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im 

Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte 

der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3). Demnach ist nachfolgend 

zu prüfen, ob aufgrund der Einschätzung der Gutachter und der anderweitigen 

Unterlagen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die somatoforme 

Schmerzstörung die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht herabsetzt.

2.2.5  Bezüglich Schwere der Funktionsstörung ist auffällig, dass die 

Beschwerdeführerin von sehr schweren Einschränkungen und Schmerzen auf der 

ganzen rechten Körperhälfte sowie starken Kopf- und Nackenschmerzen berichtet (vgl. 

IV-act. 88). Diese Angaben sind teilweise auch durch ihre Familienangehörigen 

gemacht worden (vgl. act. G 1 S. 10; IV-act. 68; Fremdakten, Suva-act. 79 und 81). Der 

psychiatrische Gutachter hält fest, dass sich für die in diffuser und ausgeweiteter Form 

angegebenen Schmerzen der Beschwerdeführerin keine objektivierbaren Korrelate 

finden würden (vgl. dazu auch Fremdakten, Suva-act. 14, 56, 57, 79, 83, 99, 117, 118 

und 132; IV-act. 88 S. 14 ff.), weshalb er von einer psychischen Überlagerung ausgeht 

und diese mit der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erfasst 

(IV-act. 88 S. 13). Allerdings misst der psychiatrische Gutachter der Schmerzstörung 

keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (IV-act. 88 S. 14). Die Schilderungen der 

Beschwerdeführerin bzw. ihrer Familienangehörigen wirken tatsächlich nicht sehr 

plausibel, sondern deuten auf eine gewisse Aggravation hin. Es erscheint 

beispielsweise nicht glaubwürdig, dass die Beschwerdeführerin den ganzen Tag nur 

herumliegen und praktisch gar nichts machen soll. Denn zum einen ist davon 

auszugehen, dass sie diesfalls nach der langen Zeit, in welcher der Zustand schon 

andauern soll, noch viel gravierendere gesundheitliche Probleme haben würde. 

Objektivierbare muskuläre Atrophien sind gemäss dem rheumatologischen Gutachten 

aber gerade nicht festgestellt worden (IV-act. 88 S. 20). Auch laut dem neurologischen 

Gutachter haben sich in objektiver Hinsicht keine Atrophien oder Reflexdifferenzen 

ergeben, die auf einen tatsächlichen Mindergebrauch einer Extremität schliessen 

lassen könnten (IV-act. 88 S. 24). Zum anderen sind in dem polydisziplinären 

Gutachten, jedoch auch in anderen ärztlichen Berichten (vgl. z.B. Fremdakten, Suva-

act. 14, 44 und 79), zahlreiche Inkonsistenzen festgestellt worden. So ist es der 

Beschwerdeführerin gemäss dem rheumatologischen Gutachten beispielsweise 

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möglich gewesen, in sitzender Position die Kleidungsstücke relativ flüssig zu wechseln 

und dabei die Arme frei und flüssig ohne Schmerzartikulation zu bewegen. Auch hat die 

Beschwerdeführerin gemäss diesem Gutachten in der Langsitzposition einen Abstand 

Fingerspitzen-Fusssohle von 10 cm ohne Angabe von spezifisch zunehmenden 

Schmerzen erreichen können, während im Stehen der Finger-Boden-Abstand  massiv 

eingeschränkt gewesen sei (IV-act. 88 S. 19). Dem kreisärztlichen Bericht der Suva 

vom 24. Juni 2010 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin langsamen 

Schrittes mit zwei Gehstöcken zur Untersuchung gekommen sei, jedoch die rechte 

untere Extremität voll belastet habe (Fremdakten, Suva-act. 79 S. 2). Im kreisärztlichen 

Bericht vom 10. Mai 2011 ist sodann zu lesen, dass die Beschwerdeführerin das rechte 

Knie aufgrund von angeblichen Schmerzen bei der Beugung kontinuierlich in 

Streckstellung gehalten habe, während jedoch die radiologische Untersuchung vom 10. 

Mai 2011 das Kniegelenk in Beugestellung zeige (Fremdakten, Suva-act. 117). Im 

neurologischen Gutachten werden wechselnde Angaben der Beschwerdeführerin 

erwähnt. Zunächst seien die Schmerzen als streng mittellinig auf die rechte Seite 

begrenzt vom Kopf bis in das rechte Bein verlaufend bezeichnet worden, während im 

weiteren Verlauf der Untersuchung am rechten Bein kein sensibles Defizit angegeben 

worden sei (IV-act. 88 S. 22). Der neurologische Gutachter spricht sogar explizit von 

einer bewusstseinsnahen Symptomausweitung (IV-act. 88 S. 24). Auch das 

Schmerzmittel Ibuprofen, von welchem die Beschwerdeführerin angibt, täglich drei bis 

vier Tabletten einzunehmen, hat bei den Serumspiegelmessungen praktisch nicht 

nachgewiesen werden können (IV-act. 88 S. 10 und  S. 26), was auf eine nicht 

regelmässige Einnahme und einen geringen Leidensdruck hinweist. Zudem wird in dem 

polydisziplinären Gutachten sowie in anderen ärztlichen Berichten immer wieder davon 

berichtet, dass sie sich unmotiviert, gleichgültig oder lustlos gezeigt habe, ohne dass 

konkret festgestellt worden wäre, dass ihr die Krankheitseinsicht fehlen bzw. dass sie 

keine Therapiefähigkeit besitzen würde (vgl. z.B. IV-act. 68, 71 und 88). Ferner ist im 

psychiatrischen Gutachten festgehalten, dass sie sehr ungenaue Aussagen gemacht 

habe (IV-act. 88 S. 10), und auch dem Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Mai 

2009 ist zu entnehmen, dass sie ausweichende, ungenaue Antworten auf die Fragen 

gegeben habe (Fremdakten, Suva-act. 14). Sodann hat die Beschwerdeführerin die 

stationäre Therapie in der Klinik C.___ wegen fehlender Besserung und Motivation von 

sich aus abgebrochen (IV-act. 68). Die ambulante Therapie bei Dr. D.___ ist laut 

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Aussage von Dr. I.___ abgebrochen worden, da sowohl die Beschwerdeführerin als 

auch die Therapeutin frustriert gewesen seien (IV-act. 70). Den Austritt aus dem Spital 

J.___ haben die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann bereits nach einem 

Behandlungstag gewünscht (IV-act. 71). Im Austrittsbericht des Spitals J.___ ist sodann 

festgehalten worden, dass von der Beschwerdeführerin in der Vergangenheit jegliche 

Hospitalisationen abgelehnt worden seien (IV-act. 71 S. 2). Darüber hinaus hat sie auch 

einen durch die Suva organisierten Arbeitsversuch bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber 

nach nur kurzer Zeit abgebrochen (IV-act. 37 und 40). Schliesslich ist auffällig, dass 

sich die Beschwerdeführerin gemäss den Akten in letzter Zeit kaum in ärztliche 

Behandlung begeben hat (vgl. IV-act. 1 ff.; Suva-act. 1 ff.; act. G 1 ff.). Demgegenüber 

scheint die Beschwerdeführerin ein intaktes familiäres Umfeld zu haben, welches ihre 

Ressourcen möglicherweise stärken kann (vgl. act. G 1; act. G 13; IV-act. 68; 

Fremdakten, Suva-act. 79 und 81). Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die 

Beschwerdeführerin medizinische Behandlungen kaum in Anspruch nimmt, eine 

schlechte Compliance zeigt und aufgrund der zahlreichen Inkonsistenzen überzeugt die 

psychiatrische Einschätzung. Der Beschwerdeführerin ist es demnach aus 

psychiatrischer Sicht trotz der von ihr angegebenen Schmerzen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zumutbar, in einer angepassten Tätigkeit bzw. selbst in der 

angestammten Tätigkeit als Näherin einer vollen Erwerbsfähigkeit nachzugehen (vgl. IV-

act. 88 S. 14 i.V.m. S. 27).

2.3 

2.3.1  Hinsichtlich des neurologischen Gutachtens bemängelt die Beschwerdeführerin, 

dass die Gutachter einen Bewusstseinsverlust nach dem Unfall als fraglich darstellen 

würden und dass sie nicht zumindest von einer milden traumatischen Hirnverletzung 

ausgegangen seien. Im Einsatzprotokoll der Sanität sei nämlich aufgeführt, dass die 

Beschwerdeführerin mehrere Hämatome am Schädel aufgewiesen habe und sie beim 

Eintreffen des Rettungsdienstes nur bedingt ansprechbar gewesen sei. Sodann habe 

sie auch in der polizeilichen Befragung ausgeführt, dass sie sich nur noch daran 

erinnern könne, wie sie den Fussgängerstreifen habe überqueren wollen, wie es zur 

Kollision gekommen sei, könne sie nicht sagen. Sie habe in der Befragung sodann 

ausgesagt, dass das Erste, woran sie sich nach dem Unfall erinnern könne, das vage 

Hören von Stimmen am Unfallort sowie das Krankenauto gewesen seien. Die erste 

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klare Erinnerung sei laut Befragungsprotokoll jene, als sie im Spital zu sich gekommen 

sei (act. G 1 S. 8 f.).

2.3.2  Der neurologische Gutachter erwähnt, dass die Beschwerdeführerin durch den 

Unfall mehrere Prellungen, unter anderem auch eine Schädelprellung mit Commotio 

cerebri erlitten habe. Diese Feststellungen stützen sich auf die im Austrittsbericht des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 22. Dezember 2008 gestellten Diagnosen und sind 

demnach nicht zu beanstanden (Fremdakten, Suva-act. 6). Dazu merkt der Gutachter 

weiter an, dass sich die Diagnose der Schädelprellung mit Commotio cerebri auf die 

angegebene Amnesie sowie einen fraglichen Bewusstseinsverlust gestützt habe, wozu 

gut sechs Jahre nach dem Unfall im Zeitpunkt der Begutachtung keine präzisen 

Angaben mehr erhältlich gewesen seien. Sodann merkt er noch an, dass bereits in 

einem Bericht der Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Mai 2009 auf 

diesbezüglich inkonsistente Angaben hingewiesen worden sei (IV-act. 88 S. 23). Im 

Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Mai 2009 zu einer am 30. April 2009 

durchgeführten Schmerz-Sprechstunde wird ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin 

über permanenten Drehschwindel und lageunabhängige Kopfschmerzen klage. Sodann 

berichte sie über Schlafstörungen, Albträume, Angststörungen und 

Hyperventilationsattacken. Weiter heisst es in dem Bericht, dass das Erleben des 

Unfallhergangs in den Albträumen der fehlenden Erinnerungsfähigkeit an den 

Unfallhergang widerspreche (Fremdakten, Suva-act. 14). Vor diesem Hintergrund ist es 

nachvollziehbar, dass der neurologische Gutachter einen Bewusstseinsverlust als 

fraglich eingestuft hat. Er stellt einen solchen damit nicht kategorisch in brede, sondern 

legt seine Zweifel dar. Dieser Einschätzung steht somit namentlich auch der Eintrag im 

Einsatzprotokoll der Sanität, wonach die Beschwerdeführerin beim Eintreffen nur 

bedingt ansprechbar gewesen sei (IV-act. 94), nicht entgegen. Die in der polizeilichen 

Befragung vom 30. Dezember 2008 gemachte Aussage der Beschwerdeführerin, dass 

sie sich nicht mehr daran erinnern könne, wie es zur Kollision gekommen sei 

(Fremdakten, Suva-act. 4 S. 2), bringt ebenfalls keine sicheren Erkenntnisse darüber, 

ob es infolge des Unfalls zu einem Bewusstseinsverlust gekommen ist. Weiter wird von 

der Beschwerdeführerin nicht dargelegt, auf welche medizinischen Berichte sie die von 

ihr in den Raum gestellte Diagnose der traumatischen Hirnverletzung stützt oder warum 

die Einschätzungen des neurologischen Gutachters falsch sein sollen (vgl. act. G 1).

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2.4  Die seitens der Beschwerdeführerin vorgetragenen Einwände hinsichtlich des 

polydisziplinären ABI Gutachtens erweisen sich nach dem Gesagten als unbegründet. 

Sodann beruht das ABI-Gutachten auf eigenständigen Abklärungen und ist für die 

streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten und die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden sind berücksichtigt worden. Die 

bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Das 

Gutachten erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Weiter bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden 

wären. Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der 

Begutachtung über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Näherin sowie für 

andere leidensangepasste Tätigkeiten verfügt hat (IV-act. 88 S. 26 f.). Es besteht 

diesbezüglich somit kein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf. Angesichts dessen, 

dass sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit auch auf den angestammten Tätigkeitsbereich 

der Beschwerdeführerin als Näherin bezieht, besteht offensichtlich kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 %, weshalb sich die Vornahme eines 

Einkommensvergleichs erübrigt.

3. 

3.1  Weiter macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, dass die 

Unfallversicherung eine Arbeitsunfähigkeit anerkannt und Taggelder bis zum 30. 

November 2011 ausgerichtet habe. Sie ist daher der Ansicht, dass zumindest bis zu 

diesem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit und somit nach Ablauf des Wartejahres auch 

ein Anspruch auf eine Rente der IV bestanden habe. Das für die Berechnung ihres 

Anspruchs entscheidende Anmeldedatum sei der 17. August 2009, das Datum ihrer 

ersten Anmeldung bei der IV (act. G 1 S. 3 ff.).

3.2  Die Beschwerdegegnerin ist der Meinung, dass die Beschwerdeführerin zu Recht 

davon ausgehe, dass ihre erste Anmeldung bei der IV vom 17. August 2009 für die 

Prüfung ihrer Ansprüche massgebend sei. Unter Berücksichtigung der ersten 

Anmeldung sei der frühestmögliche Rentenbeginn der 1. Februar 2010. Sodann könne 

der Rentenanspruch zugunsten der Beschwerdeführerin analog den Leistungen der 

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Suva bis Ende November 2011 befristet werden. Denn die ABI-Gutachter hätten das 

Ende der Arbeitsunfähigkeit retrospektiv in das Jahr 2010 gelegt und gestützt auf die 

kreisärztliche Untersuchung vom 20. Juli 2011 sei von einer maximal bis Juli 2011 

andauernden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der Anspruch auf ein 

100%iges unfallversicherungsrechtliches Taggeld stehe der Zusprache einer ganzen 

befristeten IV-Rente nicht entgegen. Soweit das Zusammentreffen beider Leistungen 

zu einer Überentschädigung führe, sei eine Abschöpfung vorzunehmen, wobei die IV-

Rente von einer Kürzung ausgeschlossen sei (act. G 6 N 11).

3.3  Der die Arbeitsunfähigkeit auslösende Unfall hat sich am 10. Dezember 2008 

ereignet (Fremdakten, Suva-act. 1 ff.). Das Wartejahr i.S.v. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist 

somit grundsätzlich am 10. Dezember 2009 abgelaufen. Die Beschwerdeführerin hat 

sich am 17. August 2009 erstmals bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von 

Leistungen in Form von Gehstützen angemeldet (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 2. 

September 2009 ist ihr Leistungsbegehren von der Beschwerdegegnerin abgewiesen 

worden (IV-act. 6). Am 5. Januar 2010 hat sich die Beschwerdeführerin erneut bei der 

Beschwerdegegnerin angemeldet und zwar dieses Mal für den Bezug von beruflichen 

Massnahmen und Rentenleistungen (IV-act. 10). Gemäss N 1030 des Kreisschreibens 

über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI; Versionsnummer 17, gültig ab 1. 

Januar 2010, Stand 1. Januar 2018) wahren die versicherten Personen mit der 

Anmeldung bei der IV grundsätzlich alle bis zum Zeitpunkt der Verfügung bestehenden 

Ansprüche. Die frühere Anmeldung bleibt sodann auch wirksam, wenn nach Abschluss 

des Verfahrens neue gleichartige oder andersartige Ansprüche bei der IV angemeldet 

werden, sofern aufgrund der Aktenlage anzunehmen ist, dass der Anspruch schon 

anlässlich der ersten Anmeldung hätte geprüft werden müssen (N 1032 KSVI). 

Grundsätzlich haben sich die Abklärungen einer IV-Stelle auf sämtliche in Betracht 

fallenden Leistungen zu beziehen, auch wenn diese nicht ausdrücklich geltend 

gemacht worden sind (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2011, 8C_233/2010, E. 

5.1; KSVI N 2033). Diese Abklärungspflicht geht vorliegend aber nicht derart weit, dass 

die Beschwerdegegnerin im Rahmen der ersten Anmeldung vom 17. August 2009, in 

welcher einzig Gehstützen beantragt worden sind, zugleich auch eine Rentenprüfung 

hätte durchführen müssen. Es haben im Zeitpunkt der ersten Anmeldung keinerlei 

Anzeichen dafür bestanden, dass die Beschwerdeführerin eine Rente gewünscht hätte. 

So hat sie etwa die Felder im Formular zum Bestehen einer Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 6.6) 

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nicht ausgefüllt und eine aktuell noch andauernde Beschäftigung als Näherin zu 100 % 

erwähnt (Ziff. 6.3.1; IV-act. 1 S. 5). Demnach ist für die Berechnung der Ansprüche 

vorliegend auf das Datum der zweiten Anmeldung abzustellen. Unter Berücksichtigung 

der zweiten Anmeldung der Beschwerdeführerin vom 5. Januar 2010 und des 

Wartejahres nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist der frühestmögliche Rentenbeginn der 1. 

Juli 2010 (Art. 29 IVG). Die Beschwerdeführerin hat bis zum 30. November 2011 

Unfalltaggelder der Suva für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bezogen. Demnach ist zu 

prüfen, ob für die Dauer vom 1. Juli 2010 bis grundsätzlich zum 30. November 2011 ein 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin besteht.

3.4  Die Einstellung der Taggeldleistungen hat sich auf den kreisärztlichen 

Abschlussbericht vom 25. Oktober 2011 gestützt, in welchem festgehalten worden ist, 

dass die Skelettzintigraphie vom 5. Oktober 2011 keine somatisch-objektivierbare 

Begründung für das Schmerzsyndrom ergeben habe. Aus somatischer Sicht bestehe 

daher die ab sofort gültige Zumutbarkeitsbeurteilung, dass eine sitzende Tätigkeit ohne 

besondere Beanspruchung des rechten Fusses ganztags möglich sei. Gehen bzw. 

Stehen auf einer ebenen Unterlage sei bis zu 30 Minuten ohne Unterbrechung möglich, 

sollte jedoch intervallweise maximal bis höchstens 50% der Arbeitszeit ausmachen. 

Nicht möglich sei das Besteigen von Leitern oder Gerüsten oder Gehen in 

unwegsamem Gelände und das Begehen von Treppen sei nur ausnahmsweise 

zumutbar (vgl. Fremdakten, Suva-act. 172 S. 7 und 187 S. 11). Die zuvor erstellten 

kreisärztlichen Berichte hatten zwischen der Aussage, dass eigentlich keine 

Unfallrestfolgen mehr vorliegen würden (vgl. IV-act. 42), und derjenigen, dass doch 

etwa eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit mit weiteren qualitativen Einschränkungen 

gegeben sei (Fremdakten, Suva-act. 117 und 132; vgl. auch den Bericht des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Juli 2011, Suva-act. 125), geschwankt, wobei jeweils 

weitere Abklärungen empfohlen worden sind (vgl. IV-act. 42; Fremdakten, Suva-act. 

117, 132, 136, 172 S. 6 f. und 187 S. 8 ff.). Eine abschliessende kreisärztliche 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist erst durch den Bericht 

vom 25. Oktober 2011 erfolgt. Die Suva hat sodann die Taggeldleistungen auf den 30. 

November 2011 eingestellt (vgl. Fremdakten Suva) und somit den Beginn der 

Verwertbarkeit der Leistungsfähigkeit auf den 1. Dezember 2011 festgesetzt. Im ABI 

Gutachten vom 13. April 2015 haben die Experten ausgeführt, dass nach dem am 10. 

Dezember 2008 erlittenen Unfall eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen haben 

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dürfte, jedoch könne von ihnen die Dauer der Arbeitsunfähigkeit retrospektiv nicht 

eindeutig festgestellt werden. Auch aus psychiatrischer Sicht dürfte laut Gutachten 

eine Arbeitsunfähigkeit bestanden haben, wobei ab 2010 diesbezüglich nur noch 

Residualsymptome vorgelegen zu haben scheinen (IV-act. 88 S. 26). Vor diesem 

Hintergrund und mangels anderer überzeugenderer Arbeitsunfähigkeitsschätzungen ist 

eine verwertbare Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erst ab 1. Dezember 2011 

ausgewiesen. Allfällige psychische Probleme dürften zu diesem Zeitpunkt laut dem 

polydisziplinären Gutachten ebenfalls keinen Einfluss mehr auf die Arbeitsfähigkeit 

gehabt haben (vgl. IV-act. 88 S. 26). Dies erscheint plausibel, zumal sich auch aus den 

Berichten von Dr. D.___ ergibt, dass sich der psychische Zustand der 

Beschwerdeführerin bereits im Jahr 2010 zu bessern begonnen hat (vgl. Fremdakten, 

Suva-act. 77 im Vergleich mit IV-act. 27). Aufgrund dessen, dass erst ab 1. Dezember 

2011 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist, resultiert ein befristeter 

Anspruch auf eine ganze Rente bis 29. Februar 2012 (vgl. Art. 88a Abs. 1 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Der Anspruch auf ein 

100%iges UV-Taggeld steht der Zusprache einer ganzen (befristeten) IV-Rente nicht 

entgegen. Soweit das Zusammenfallen beider Leistungen zu einer Überentschädigung 

der Beschwerdeführerin führt, wird eine Abschöpfung derselben im Rahmen von Art. 

69 ATSG vorzunehmen sein, wobei die IV-Rente von einer Kürzung ausgeschlossen ist. 

Daher hat die Beschwerdegegnerin eine entsprechende Rentenverfügung gemäss Art. 

49 Abs. 4 ATSG auch der Unfallversicherung der Beschwerdeführerin zu eröffnen (vgl. 

zur Meldepflicht der Beschwerdeführerin ferner Art. 51 Abs. 1 der Verordnung über die 

Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).

4. 

4.1  Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

bzw. der Begründungspflicht durch die Beschwerdegegnerin. Die angefochtene 

Verfügung enthalte zwar einen kurzen Passus, in welchem auf die von ihr im Schreiben 

vom 23. Juni 2015 vorgetragenen Einwände eingegangen werde, respektive sich die 

Behauptung finde, dass die Eingabe näher geprüft worden sei. Allerdings werde in der 

angefochtenen Verfügung nicht dargelegt, warum keine Befangenheit der Gutachter 

vorliege. Ferner habe sich die angefochtene Verfügung wiederum auf das 

Rentengesuch vom 5. Januar 2010 bezogen, obwohl sie in ihrem Einwand zum 

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Vorbescheid schon ausgeführt habe, dass sie sich bereits am 17. August 2009 zum 

Bezug von Versicherungsleistungen angemeldet habe. Es liege somit auf der Hand, 

dass die bereits im Zeitpunkt der Anmeldung vom August 2009 und darüber hinaus 

bestehende Arbeitsunfähigkeit in der angefochtenen Verfügung überhaupt keine 

Beachtung gefunden habe (act. G 1 S. 3 ff.).

4.2  Die Beschwerdegegnerin ist demgegenüber der Ansicht, dass die Begründung der 

Verfügung vom 6. Januar 2016 ausreichend gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe 

Einwand erhoben, habe die Akten erhalten und in der Verfügung sei kurz auf den 

Einwand der Beschwerdeführerin eingegangen worden. Auch habe der Verfügung 

sowohl die Stellungnahme des RAD als auch diejenige des ABI beigelegen. Die Basis 

und die Begründung der Verfügung seien somit nachvollziehbar gewesen. Überdies 

würde eine Rückweisung nur ein verfahrensmässiger Leerlauf bedeuten (act. G 6 N 2).

4.3  Gemäss Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Wichtiger Bestandteil dieses Anspruchs ist die Pflicht der Behörden, einen Entscheid 

zu begründen (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 41 

zu Art. 42). Diese soll verhindern, dass sich eine Behörde von unsachlichen Motiven 

leiten lässt, und den Betroffenen soll durch die Begründung ermöglicht werden, den 

Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können. In diesem Sinn müssen in 

der Begründung wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich 

die Behörde leiten lassen hat und auf die sich der Entscheid stützt, wobei sich die 

Begründung aber auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

darf (zum Ganzen BGE 112 Ia 109 f. E. 2b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

vom 17. Dezember 2015, 8C_608/2015, E. 3.2.2 mit Hinweis).

4.4  Die Beschwerdegegnerin ist in der Verfügung vom 6. Januar 2016 kurz auf die von 

der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Juni 2015 geltend gemachten 

Einwände eingegangen. Sie hat angemerkt, dass die Beschwerdeführerin in diesen 

lediglich die medizinische Situation aus ihrer Sicht darstelle, während keine 

medizinischen Fakten vorgetragen worden seien, welche den Entscheid zu ändern 

vermöchten (IV-act. 106). Ferner hat der Verfügung laut Beschwerdegegnerin auch die 

Stellungnahme des ABI vom 13. April 2015 bezüglich des Befangenheitsvorwurfs 

beigelegen sowie die diesbezügliche Stellungnahme des RAD (vgl. act. G 6 N 2). In der 

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Tat sind die eben erwähnten Stellungnahmen der Beschwerdeführerin bekannt 

gewesen, ist sie doch in ihrer Beschwerde detailliert auf diese eingegangen (vgl. act. G 

1). Die Grundlagen, auf welche sich die Verfügung vom 6. Januar 2016 gestützt hat, 

sind demnach bekannt gewesen und die Begründung in der Verfügung selber ist 

nachvollziehbar. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern es der Beschwerdeführerin nicht 

möglich gewesen sein soll, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Ob eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs darin zu sehen ist, dass die Beschwerdegegnerin 

sich nicht in der Verfügung, sondern erst in ihrer Beschwerdeantwort explizit zu der von 

der Suva vorgenommenen Arbeitsunfähigkeitsschätzung bzw. zum einschlägigen 

Anmeldezeitpunkt bei der IV geäussert hat, kann sodann offen bleiben. Denn die 

Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort im vorliegenden Verfahren auch 

zu den Fragen, welche sich im Zusammenhang mit dem unfallversicherungsrechtlichen 

Verfahren stellen, und zum Anmeldezeitpunkt bei der IV Stellung genommen (vgl. act. G 

6). Die Beschwerdeführerin ihrerseits hat Gelegenheit erhalten, sich zur 

Beschwerdeantwort vor dem Versicherungsgericht, einer Instanz mit voller Kognition, 

zu äussern (vgl. act. G 13). Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs könnte 

somit jedenfalls als geheilt betrachtet werden, zumal eine Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz einen formalistischen Leerlauf bedeuten würde (vgl. BGE 133 I 204 f. E. 

2.2; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2008, 8C_424/2008, E. 2.3, je mit 

Hinweisen).

5. 

5.1  Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist 

und die Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. Juli 2010 bis 29. Februar 2012 einen 

Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 

1'000.00 festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 

erscheint als angemessen. Davon hat die Beschwerdeführerin, die mit ihrem 

Rentenbegehren nicht vollständig durchgedrungen ist, die Hälfte, d.h. Fr. 300.00, zu 

tragen. Den Restbetrag von Fr. 300.00 hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und 

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der Beschwerdeführerin ist in diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss 

zurückzuerstatten.

5.3  Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch 

auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, 

wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu 

tragen ist. Der Rechtsvertreter macht in seiner am 30. August 2016 eingereichten 

Kostennote einen Aufwand von 1‘280 Minuten zuzüglich einer Stunde für die 

Urteilslektüre, sprich 22.3 Stunden, geltend (act. G 17). Der übliche Stundenansatz liegt 

bei Fr. 250.00. Zusammen mit den geltend gemachten Barauslagen von Fr. 31.80 und 

unter Berücksichtigung des geltenden Mehrwertsteuersatzes von acht Prozent würde 

bei vollem Obsiegen entsprechend der Kostennote ein Honorar von Fr. 6‘055.35 

resultieren. Dies erweist sich mit Blick auf vergleichbare Fälle als deutlich übersetzt. In 

Bezug auf den Vertretungsaufwand präsentiert sich der Fall nicht als 

überdurchschnittlich. Daher wäre bei vollem Obsiegen eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'500.00 angemessen. Entsprechend dem Ausmass des hälftigen 

Obsiegens erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 1‘750.00 als 

gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertretung der 

Beschwerdeführerin somit mit Fr. 1‘750.00 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 6. 

Januar 2016 aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird rückwirkend eine ganze 

Invalidenrente für die Zeit vom 1. Juli 2010 bis 29. Februar 2012 zugesprochen. Die 

Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

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Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 hat die Beschwerdegegnerin im Umfang von Fr. 

300.00 und die Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 300.00 zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.00 wird der Beschwerdeführerin im Umfang 

von Fr. 300.00 daran angerechnet und im Umfang von Fr. 300.00 zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

1'750.00 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2018
	Art. 28 IVG: Prüfung des Rentenanspruchs mit Beweiswürdigung eines Gutachtens (Beweiskraft bejaht). Rentenbegründender Invaliditätsgrad aktuell verneint, jedoch rückwirkende Zusprache einer befristeten Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juli 2018, IV 2016/20).

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