# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c39d541f-aec3-53bb-979f-48ac0f9381cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2010 D-834/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-834-2010_2010-11-09.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-834/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
D._______, geboren (...),
E._______, geboren (...),
Serbien,
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Zirngast, 
(...),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
20. Januar 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-834/2010

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführenden  –  serbische  Staatsangehörige,  der  Be-
schwerdeführer (A._______) und die Beschwerdeführerin (B._______) 
stammen beide aus F._______ (Kosovo) – verliessen am 22. August 
2008  den  Kosovo  in  einem  Kombi-  beziehungsweise  Minibus  und 
gelangten via ihnen angeblich unbekannte Länder am 24. August 2008 
in  die  Schweiz,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum  (EVZ)  (...)  um  Asyl  nachsuchten.  Am  2. September  2008 
wurden  die  Eheleute  und  ihr  ältester  Sohn  (D._______)  im  Transit-
zentrum  (TZ)  (...)  summarisch  befragt.  Am  29.  April  2009  wurden 
dieselben  Personen  gemäss  Art.  29  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) direkt angehört.

B.
Zur  Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
(A._______) im Wesentlichen geltend, er habe seit 2001 beim lokalen 
Gemeindebüro in F._______ gearbeitet. Im Gemeinderat sei er zudem 
Vertreter der Demokratischen Partei gewesen und habe von 2004 bis 
2007 als Mitglied der Kommission für Rückkehr gewirkt. Er habe sich 
öffentlich gegen die am 17. Februar 2008 proklamierte Unabhängigkeit 
von Kosovo ausgesprochen und sei deshalb im Konflikt mit den albani -
schen  Gemeindebehörden  von  G._______  gestanden.  Die  Serben 
hätten unter anderem verlangt, dass ihre Institutionen weiterhin unter 
der  UNMIK-Verwaltung  stünden  und  hätten  einen  entsprechenden 
Brief an den UNMIK-Chef X._______ geschickt. Am 19. Februar 2008 
habe der Beschwerdeführer aus Protest seine Kandidatur als Direktor 
des lokalen Gemeindebüros in F._______ zurückgezogen und verfügt, 
dass dieses am 25. März 2008 geschlossen worden sei. Den Zugang 
zum Büro habe man mit einem Schulbus abgesperrt. Die Albaner hät -
ten den Serben darauf vorgeworfen, damit den Schulbesuch der alba-
nischen Kinder zu behindern. Nachdem der Beschwerdeführer die Ar-
beit  im  Gemeindebüro  aufgegeben  habe,  sei  er  von  der  amerikani -
schen KFOR bis Ende Mai 2008 beschützt worden. Ende März 2008 
sei er anlässlich einer Sitzung im Beisein der Vertreter von UNMIK und 
OSCE (Organization for Security and Cooperation in Europe) vom Ge-
meindepräsidenten von G._______, Y._______, bedroht und beschul-
digt  worden, für  die serbische Regierung zu arbeiten. Im April  2008 
seien über  Medien während eines Monats negative Meldungen über 
ihn verbreitet worden. So sei behauptet worden, dass die Serben die 

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kosovarischen Behörden nicht akzeptierten und die Arbeit der albani -
schen Schulen blockieren würden. Am 11. Mai 2008 sei der Beschwer-
deführer zum Mitglied des serbischen Gemeinderates von G._______ 
gewählt worden. Dabei habe es sich um eine der Parallelbehörden ge-
handelt, die die Serben nach der Unabhängigkeitserklärung von Koso-
vo errichtet hätten. Bis Mai 2008 sei er mehrmals zum Polizeiposten 
vorgeladen worden, habe es aber abgelehnt mitzugehen, da die Poli -
zei keinen Befehl habe vorweisen können. Seit Ende Juni 2008 habe 
man dem Beschwerdeführer mehrmals telefonisch gedroht, dass man 
ihn und seine Familie umbringen werde. Die Anrufer hätten sich jeweils 
als Mitglieder der Albanisch nationalistischen Armee (ANA) vorgestellt.  
Eine Anzeige habe der Beschwerdeführer aber nicht eingereicht, weil 
es bei der kosovarischen Armee keine Serben mehr gebe. Ferner sei 
ihm mehrmals aufgefallen, dass er von einem Auto Marke Volvo ver-
folgt werde. Bei den Verfolgern handle es sich um Personen, die früher 
bei  der  Befreiungsarmee  von  Kosovo (UCK)  gekämpft  hätten.  Ende 
Juli 2008 habe ihn ein früherer Mitarbeiter albanischer Herkunft infor -
miert, dass gegen ihn etwas vorbereitet würde. Bereits in den Jahren 
2004 und 2005 sei der Beschwerdeführer auch von serbischen natio-
nalistischen Gruppen behelligt worden, die ihm vorgeworfen hätten, er 
arbeite zusammen mit der UNMIK und den albanischen Behörden.

Die Beschwerdeführerin (B._______) machte im Wesentlichen geltend, 
ihr Ehemann sei von den Albanern bedroht worden. Er habe sie aber 
nicht  über alle Einzelheiten informiert. Nachdem Kosovo unabhängig 
geworden sei, habe der Beschwerdeführer seinen Arbeitsplatz bei der 
Gemeinde G._______ verlassen. Die Disziplinarkommission habe ihn 
beschuldigt,  Verantwortung  dafür  zu  tragen,  dass  albanische  Kinder 
nicht mehr mit dem Schulbus zur Schule hätten gehen können. Zudem 
habe  man  die  Wiedereröffnung  des  Gemeindebüros  verlangt.  Zwi-
schen April und Mai 2008 habe ihn die Polizei mehrmals auf den Poli-
zeiposten mitnehmen wollen. Er habe es aber abgelehnt mitzugehen, 
da kein schriftlicher Befehl gezeigt worden sei. Zudem habe er dies te-
lefonisch der UNMIK gemeldet, worauf man ihn in der Folge in Ruhe 
gelassen habe. Ende Juli 2008 sei dem Beschwerdeführer telefonisch 
gedroht worden, man werde seine Familie liquidieren, falls er Kosovo 
nicht  verlasse. Persönlich  seien weder  die  Beschwerdeführerin noch 
ihre  Kinder  behelligt  worden. Sie  sei  ein  einfaches,  politisch  jedoch 
nicht aktives Mitglied der Demokratischen Partei.

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Der älteste Sohn der Beschwerdeführenden (D._______) bestätigte im 
Wesentlichen die Aussagen seiner Eltern. Sein Vater habe ihm erklärt, 
dass  sie  Kosovo  verlassen  müssten,  weil  er  (der  Vater)  von  den 
Albanern bedroht werde und man ihn auch mit dem Auto verfolgt habe. 
Näheres wisse er (D._______) aber nicht, da er in der fraglichen Zeit  
in H._______ (Serbien) das Gymnasium besucht und auch dort gelebt 
habe.

C.
Mit Verfügung vom 20. Januar 2010 – eröffnet am 22. Januar 2010 – 
lehnte  das BFM die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden ab und 
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug an. Zur 
Begründung  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  aus,  dass  Über-
griffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu 
sein, nur dann asylrelevant seien, wenn der Staat seiner Schutzpflicht  
nicht nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren. Ge-
nerell  sei  Schutz gewährleistet,  wenn der Staat  geeignete Massnah-
men  treffe,  um  die  Verfolgung  zu  verhindern,  beispielsweise  durch 
wirksame Polizei- und Justizorgane zur Ermittlung, Strafverfolgung und 
Ahndung von Verfolgungshandlungen, und wenn Antragsteller Zugang 
zu  diesem  Schutz  hätten.  Der  Beschwerdeführer  habe  geltend  ge-
macht, dass er als Gemeinderat, der sich für serbische Belange enga-
giert und sich offen gegen die Unabhängigkeit von Kosovo geäussert  
habe, von den Albanern behelligt und bedroht worden sei. Er habe an-
onyme telefonische Drohungen erhalten und sei von einem Auto ver-
folgt worden. Zudem sei gegen ihn eine Medienkampagne geführt wor-
den. In Kosovo sei es in den vergangen Jahren vereinzelt zu schwer-
wiegenden Übergriffen  auf  Angehörige der  ethnischen Minderheiten, 
namentlich  der  Serben,  gekommen. Es  könne  jedoch  nicht  von  all-
gemeinen Vertreibungen ausgegangen werden. Am 17. Februar 2008 
habe Kosovo die Unabhängigkeit erklärt. Gemäss der neuen kosovari-
schen Verfassung, die am 15. Juni 2008 in Kraft getreten sei, sei auch 
nach  dem  Statuswechsel  eine  internationale  zivile  und  militärische 
Präsenz vorgesehen. In Kosovo bestünden mit der UNMIK und der EU 
zwei internationale Missionen. Die am 9. Dezember 2008 offiziell  ge-
startete EULEX-Mission sei formal den Vereinten Nationen unterstellt 
und werde unter deren Oberhoheit und innerhalb eines statusneutra-
len Rahmens geführt. Die EULEX-Mission umfasse Polizisten, Richter, 
Staatsanwälte  und  Strafvollzugsbeamte.  Die  internationalen  Sicher-
heitskräfte  sowie die  Kosovo Police  (KP)  garantierten die  Sicherheit 
und seien weitgehend in der Lage, die ethnischen Minderheiten in Ko-

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sovo zu schützen. Bei Übergriffen intervenierten die Sicherheitskräfte 
regelmässig  und  bei  Straftaten  gegen  Angehörige  von Minderheiten 
würden Ermittlungen aufgenommen. Zentrale Polizeifunktionen würden 
weiterhin von internationalen Polizeikräften wahrgenommen. Die neue 
kosovarische  Verfassung  gestehe  den  Minderheiten  umfassende 
Rechte zu. Da demnach vom Vorhandensein eines adäquaten Schut-
zes  durch  den  Heimatstaat  auszugehen  sei,  seien  die  geltend  ge-
machten Drohungen im vorliegenden Fall nicht asylrelevant. Dies gelte 
umso mehr, als der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben habe, kei-
ne  Anzeige  wegen  den  anonymen  telefonischen  Drohungen  einge-
reicht zu haben. Seine Begründung, wonach es bei der Polizei von Ko-
sovo keine serbischen Polizisten mehr gäbe und er ihr deshalb nicht 
vertraue, könne nicht gehört werden, da er sich ja auch an die interna-
tionalen Sicherheitskräfte hätte wenden können. Für Serben und ser-
bischsprachige Roma aus den südlichen Bezirken bestehe zudem eine 
innerstaatliche Fluchtalternative im Norden Kosovos. Durch das grund-
sätzliche  Bestehen  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  erübrige 
sich eine weitergehende Auseinandersetzung mit  der Frage, ob Ser-
ben oder serbischsprachige Roma in Kosovo einer asylrechtlich rele-
vanten Gefährdung ausgesetzt seien. An dieser Einschätzung würden 
auch die von den Beschwerdeführenden zahlreich eingereichten Be-
weismittel nichts ändern (vgl. Beweismittelumschläge A6 und A10; auf 
die Nennung der  einzelnen Beweisakten wird verzichtet  und diesbe-
züglich auf die vorinstanzliche Verfügung [A20, S. 4] verwiesen).

Gemäss konstanter  schweizerischer  Asylpraxis  setze der  Begriff  der 
Flüchtlingseigenschaft  einen in zeitlicher  und sachlicher Hinsicht  ge-
nügend engen Kausalzusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht 
voraus. Der  Beschwerdeführer  habe geltend gemacht,  dass er  2004 
und 2005 von den serbischen Nationalisten behelligt  worden sei,  die 
ihm vorgeworfen hätten, er arbeite zusammen mit der UNMIK und den 
albanischen  Behörden. Diese  Vorkommnisse  lägen  im  Zeitpunkt  der 
Ausreise bereits drei bis vier Jahre zurück. Der Begriff der Flüchtlings -
eigenschaft setze jedoch voraus, dass zwischen Verfolgung und Flucht 
in  zeitlicher  und  sachlicher  Hinsicht  ein  genügend  enger  Kausal-
zusammenhang  bestehe.  Im  vorliegenden  Fall  sei  diese  Bedingung 
nicht  erfüllt.  Aus  diesem  Grund  seien  die  entsprechenden  Asylvor -
bringen asylrechtlich unerheblich.

Die Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten den Anforderungen 
an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Dem-

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zufolge erfüllten sie die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asyl-
gesuch abzulehnen sei.

Betreffend  die  Zumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  hielt  die 
Vorinstanz fest, dass weder die im Heimatstaat herrschende politische 
Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit  der Rückfüh-
rung in  den Heimatstaat  sprächen. In  Kosovo habe sich  die  Sicher-
heitslage in den vergangenen Jahren verbessert oder zumindest stabi-
lisiert.  Die  Wahrscheinlichkeit  einer  konkreten  Gefährdung könne  je-
doch für Serben ausserhalb ihrer Enklaven nicht ausgeschlossen wer-
den. Eine Rückkehr nach Kosovo werde demnach in der Regel als un-
zumutbar  erachtet.  Eine  Ausnahme  bilde  der  Norden  Kosovos.  Für 
Serben  mit  letztem  Wohnsitz  im  Norden  Kosovos  sei  die  Rückkehr 
dorthin  zumutbar.  Die  Beschwerdeführenden  stammten  aber  aus 
F._______ (G._______),  wo eine konkrete  Gefährdung aufgrund der 
ethnischen Zugehörigkeit  noch nicht  ausgeschlossen werden könne. 
Es bestehe jedoch eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative im Nor-
den Kosovos. Der Vollzug der Wegweisung in den Norden Kosovos sei 
demnach in der Regel als zumutbar zu erachten. Eine Prüfung der Ak-
ten habe jedoch ergeben, dass im vorliegenden Fall die Inanspruch-
nahme der innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Norden Kosovos 
nicht zumutbar sei. Für Serben bestehe aber grundsätzlich auch eine 
Aufenthaltsalternative in Serbien. Gemäss serbischer Verfassung von 
2006 sei Kosovo nämlich integraler Bestandteil Serbiens, weshalb Ser-
ben aus Kosovo auch nach der Unabhängigkeit als serbische Staats-
angehörige  betrachtet  würden,  auf  den  diplomatischen  Vertretungen 
Serbiens in  der  Schweiz serbische Reisepapiere erhielten  und nach 
Serbien einreisen könnten. Die Beschwerdeführenden seien jung, ge-
sund und verfügten über eine gute Ausbildung. Der Beschwerdeführer 
sei Ökonom mit Hochschulabschluss und langjähriger Berufserfahrung 
unter  anderem  in  führenden  Funktionen,  während  die  Beschwerde-
führerin die Mittelschule abgeschlossen habe (vgl. A1, S. 2 sowie A2, 
S. 2). Den Beschwerdeführenden könne zugemutet werden, sich auf-
grund ihrer  beruflichen Ausbildung und Erfahrungen in  Serbien eine 
neue  Existenz  aufzubauen.  Dabei  könnten  ihnen  die  in  H._______ 
wohnhaften Onkel und Tanten der Beschwerdeführerin behilflich sein 
(vgl.  A2,  S. 3)  und möglicherweise auch weitere  Verwandte  der  Be-
schwerdeführenden,  die  sich  seit  Jahren  als  Flüchtlinge  in  Serbien 
(I._______, J._______ und K._______) aufhielten. Ferner könne finan-
zielle Hilfe seitens der Eltern des Beschwerdeführers erwartet werden, 
die mit Niederlassungsbewilligungen in den Kantonen L._______ und 

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M._______ lebten (vgl. A1, S. 2 f.) sowie seitens seiner sieben eben-
falls  in  der  Schweiz  wohnhaften  Cousins. Der  älteste  Sohn  der  Be-
schwerdeführenden  habe  seit  September  2007  das  Gymnasium  in 
H._______ besucht (vgl. A3, S. 2),  was die oben erwähnte Aussage 
der  Beschwerdeführerin  über  ihre  Verwandtschaft  bestätige  und  auf 
eine besonders nahe Beziehung der Beschwerdeführenden zu dieser 
Stadt hinweise. Dies werde insbesondere auch durch die Tatsache be-
kräftigt, dass die Beschwerdeführenden ihren Sohn 400 Kilometer weit 
nach H._______ ins Gymnasium geschickt hätten und nicht etwa nach 
dem  wenige  Kilometer  entfernten  N._______,  das  sich  ebenfalls  in 
Serbien befinde. Somit könne davon ausgegangen werden, dass sich 
die  Beschwerdeführenden  in  H._______  niederlassen  könnten.  Im 
Übrigen  besässen  sie  bereits  die  serbische  Staatsangehörigkeit, 
liessen sie sich doch in N._______ serbische Reisepässe ausstellen 
(vgl. A1 bis  A3 jeweils  S. 3). Die  Inanspruchnahme der  Aufenthalts-
alternative in Serbien sei somit zumutbar. Ausserdem sei der Vollzug 
der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar.

D.
Mit Beschwerde vom 11. Februar 2010 an das Bundesverwaltungsge-
richt  beantragten die Beschwerdeführenden, die Verfügung des BFM 
vom 20.  Januar  2010  sei  aufzuheben  und  es  sei  den  Beschwerde-
führenden Asyl zu gewähren. Eventualiter sei  von einer Wegweisung 
der Beschwerdeführenden infolge Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit 
im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 83 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer (AuG, SR 142.20) abzusehen und die vorläufige Aufnahme 
anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um die Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs. 1  und  2  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren  (VwVG,  SR  172.021).  Zudem  reichten  die  Beschwerde-
führenden  zahlreiche  Beweismittel  (siehe  Beilagenverzeichnis  auf 
S. 14 der Beschwerdeeingabe vom 11. Februar 2010) zu den Akten. 
Auf die Begründung der Beschwerde und die eingereichten Akten wird, 
soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen näher eingegangen.

E.
Mit Verfügung vom 16. Februar 2010 teilte der Instruktionsrichter des 
Bundesverwaltungsgerichts den Beschwerdeführenden mit,  sie könn-
ten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Zudem er-
hielten sie Gelegenheit, bis zum 3. März 2010 den Nachweis der Be-

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dürftigkeit zu erbringen oder im Unterlassungsfall – unter Hinweis auf 
die Säumnisfolgen – einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.--  
zu leisten. Schliesslich wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen. Am 
23. Februar  2010  bezahlten  die  Beschwerdeführenden  den  einver-
langten Kostenvorschuss.

F.
Mit Verfügung vom 29. März 2010 lud der Instruktionsrichter die Vor-
instanz  gestützt  auf  Art.  57  VwVG  zur  Einreichung  einer  Stellung-
nahme ein. In  seiner  Vernehmlassung  vom 9. April  2010  beantragte 
das BFM die Abweisung der Beschwerde.

G.
Am 14. April  2010 gewährte der Instruktionsrichter den Beschwerde-
führenden das Replikrecht. In ihrer ausführlichen Replik vom 29. April  
2010 hielten die Beschwerdeführenden unter Beilage weiterer Beweis-
mittel (siehe Beilagen 1 und 2 der Replik) vollumfänglich an den ge-
stellten Rechtsbegehren fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  be-
treffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-
liegenden  Beschwerde und  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil -

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genommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  be-
rührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-
chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nach-
teile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit  be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeter-
weise befürchten muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund  bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht -
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. Entscheide des Schweizerischen Bundesverwal-

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tungsgerichts [BVGE] 2008/4 E. 5.2 S. 37; Entscheidungen und Mittei-
lungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006 
Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund 
der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuer-
kennung der  Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus,  dass die be-
troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz fin-
den kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f.; BVGE 2008/4 E. 5.2 
S. 37 f.;  EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S. 201  ff.;  EMARK  2005  Nr. 21 
E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung 
der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Aus-
reise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer sol-
chen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  ist  jedoch  im 
Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht eben-
falls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimat-
staat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten 
und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden  Person  zu  berück-
sichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.; EMARK 2000 Nr. 2 E. 8a 
S. 20; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18).

4.2 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass 
zur Annahme besteht,  eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus 
heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zu-
kunft  verwirklichen. Eine bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger  Verfol-
gung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den 
Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten 
Motive erfolgenden – Benachteiligung als wahrscheinlich und dement-
sprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nachvollziehbar  er-
scheinen lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 
Nr. 1 E. 6a S. 9).

4.3 Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  im 
Wesentlichen mit der Begründung ab, dass im vorliegenden Fall vom 
Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat aus-
zugehen sei und somit die geltend gemachten Übergriffe durch Dritte 
in casu nicht asylrelevant seien.

4.4 Die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  setzt  voraus,  dass 
die  betroffene  Person  einer  landesweiten  Verfolgung  ausgesetzt  ist 

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und sich nicht in einem anderen Teil ihres Heimatstaates – oder auch 
in einem anderen, für sie zuständigen Staat – in Schutz bringen kann.  
Nach dem Grundsatz der Subsidiarität asylrechtlichen Schutzes (vgl. 
dazu EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.1 S. 201 sowie EMARK 2000 Nr. 15 
E. 12a S. 127 f.) ist eine Schutzgewährung durch ein Asylland nämlich 
dann nicht (oder nicht mehr) erforderlich, wenn ein anderer Staat, ins-
besondere der Heimatstaat, zur Schutzgewährung verpflichtet ist. Da-
mit schliesst sich eine Asylgewährung durch die Schweiz im Regelfall 
aus,  wenn  eine  asylsuchende  Person  über  eine  doppelte  Staats-
angehörigkeit  verfügt.  Hat  sie  in  einem  ihrer  beiden  Heimatstaaten 
Verfolgung erlitten,  kann sie  sich aber in  ihren anderen Heimatstaat 
begeben, wo ihr keine Verfolgung droht, so bedarf es keiner asylrecht-
lichen Schutzgewährung durch die Schweiz  (vgl. Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts D-5819/2006 vom 12. November 2009 E. 5.4).

4.5 Die  Beschwerdeführenden  bezeichnen  sich  selbst  als  serbische 
Staatsangehörige (vgl. A1 bis  A3 jeweils  S. 1). Überdies  liessen sie 
sich  in  N._______  serbische  Reisepässe  ausstellen  (vgl.  A1  bis  A3 
jeweils S. 3). Die Republik Kosovo, deren Staatsangehörigkeit die Be-
schwerdeführenden  ebenfalls  besitzen  dürften,  aberkennt  be-
ziehungsweise  verweigert  Angehörigen  anderer  Staaten  die 
kosovarische  Staatsangehörigkeit  nicht.  Serbien  anerkennt  die 
Republik  Kosovo  nicht  als  Staat  und  betrachtet  damit  die  Staats-
angehörigen  des  Kosovos  grundsätzlich  als  serbische  Staats-
angehörige.  Die  Beschwerdeführenden  können  sich  demnach  nach 
Serbien begeben, wo sie aufgrund der Niederlassungsfreiheit  Wohn-
sitz nehmen können und ihnen allenfalls auch neue serbische Identi -
tätspapiere ausgestellt  würden (vgl. das zur Publikation vorgesehene 
Grundsatzurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-7561/2008  vom 
15. April  2010).  Asylsuchende,  die  mehrere  Staatsangehörigkeiten 
besitzen,  sind  nicht  auf  den  Schutz  eines  Drittstaates  angewiesen, 
sofern sie in einem der Staaten,  dessen Staatsangehörigkeit  sie be-
sitzen,  Schutz  vor  Verfolgung  finden  können.  Insoweit  der  Be-
schwerdeführer vorbringt, er fürchte sich in Serbien vor der Verfolgung 
durch serbische Nationalisten (und diese auch namentlich nennt, vgl.  
Beschwerdeeingabe vom 11. Februar 2010 S. 7 ff.), ist zu prüfen, ob er 
beziehungsweise  seine  Familie  diesbezüglich  in  Serbien  eine  asyl-
relevante  Verfolgung  zu  befürchten  haben.  Betreffend  die  entspre-
chenden Vorbringen ist einleitend zu bemerken, dass diese anlässlich 
der Anhörung vom 29. April  2009 eher dürftig  ausgefallen sind (vgl.  
A13, S. 13). In der Beschwerdeeingabe vom 11. Februar 2010 und der 

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Replik  vom  29.  April  2010  präzisierte  der  Beschwerdeführer  diese 
dann. Das Bundesverwaltungsgericht teilt einerseits die Einschätzung 
der Vorinstanz, dass die geltend gemachten Probleme aus den Jahren 
2004  bis  2006  nicht  direkt  Flucht  auslösend  waren  –  die  Ausreise 
erfolgte Ende August 2008 – und somit zwischen der angeblichen Ver-
folgung und der Flucht sowohl in zeitlicher als auch sachlicher Hinsicht 
kein  genügend  enger  Kausalzusammenhang  besteht.  Zudem  macht 
der  Beschwerdeführer  explizit  geltend,  dass  er  nicht  generell  mit 
Serben  Schwierigkeiten  gehabt  habe,  sondern  nur  mit  einzelnen 
serbischen Nationalisten (vgl. A13, S. 13). Aus diesem Grund ist nicht  
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden auf dem (gesam-
ten)  Staatsgebiet  von  Serbien  eine  asylrelevante  Verfolgung  zu  be-
fürchten haben, handelt es sich doch bei den angeblichen Bedrohern 
lediglich um einzelne Personen. Sollte es also von dieser Seite zu wei-
teren Drohungen kommen, können die Beschwerdeführenden den ser-
bischen Staat um Schutz ersuchen beziehungsweise gegen diese Na-
tionalisten eine Anzeige erstatten. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, 
dass der Bundesrat Serbien mit Beschluss vom 6. März 2009 als ver-
folgungssicheren  Staat  (safe  country)  im  Sinne  von  Art. 6a  Abs. 2 
Bst. a AsylG bezeichnet hat, weshalb unter anderem von einem funk-
tionierenden  Justizsystem  auszugehen  ist.  Es  bestehen  somit  vor-
liegend keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass den Beschwerdeführenden 
in Serbien eine asylrechtlich relevante Verfolgung droht,  weshalb sie 
des Schutzes durch die Schweiz nicht bedürfen.

4.6 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die Aus-
führungen in der Beschwerde vom 11. Februar 2010 sowie der Replik 
vom 29. April 2010 nicht geeignet sind, die Erwägungen der Vorinstanz 
im Asyl- und Flüchtlingspunkt  zu entkräften. Bei dieser Sachlage er-
übrigt es sich, auf die näheren diesbezüglichen Ausführungen und die 
zahlreich eingereichten Beweismittel in den Eingaben der Beschwer-
deführenden im Einzelnen näher einzugehen, zumal sie nicht zu einer 
anderen  Beurteilung  zu  führen  vermögen. Diesbezüglich  ist  auf  die 
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen. Es ergibt sich, 
dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  somit  den  Anforde-
rungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand-
halten. Demzufolge hat das BFM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 
der Beschwerdeführenden verneint und das Asylgesuch abgelehnt.

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5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-
ordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 

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(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Da es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asyl-
rechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-
chen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden in den  Heimatstaat 
ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerde-
führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den 
Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführenden  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Be-
handlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation in Serbien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen 
Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Ge-
sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 
auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4
6.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.4.2 In  Serbien  besteht  keine  Situation  generalisierter  Gewalt,  die 
sich  über  das  ganze  Staatsgebiet  oder  weite  Teile  desselben  er-
strecken würde. Der Vollzug von ethnischen Serben mit letztem Wohn-

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sitz in Kosovo nach Serbien ist deshalb grundsätzlich zumutbar. Es be-
stehen zudem auch keine individuellen Gründe wirtschaftlicher, sozia-
ler  oder  gesundheitlicher  Natur,  die  darauf  hinweisen,  dass  die  Be-
schwerdeführenden in  Serbien in  eine existenzbedrohende  Situation 
geraten könnten. Beim Beschwerdeführer (A._______) handelt es sich 
um  einen  jungen  Mann  mit  einer  überdurchschnittlichen  Berufs-
ausbildung (Hochschulabschluss als Ökonom) und vielfältiger Berufs-
erfahrung in leitenden Funktionen (vgl. A1, S. 2 und A13, S. 4 f.), der in 
der Lage sein sollte, in Serbien für sich und seine Familie eine Exis -
tenz aufzubauen. Zudem konnte er auch schon in der Vergangenheit 
auf  die  Unterstützung  seines  Vaters  zählen  (vgl.  A1,  S. 9  und  A13, 
S. 5),  welcher  den  Beschwerdeführer  und  seine  Familie  auch  bei 
einem Neuanfang in  Serbien finanziell  unter  die  Arme greifen kann. 
Zudem gab der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung zu Proto-
koll,  dass er  in  pekuniär  guten Verhältnissen gelebt  sowie ein  Haus 
und Vermögen besessen habe (vgl. A13, S. 15). Es ist also davon aus-
zugehen, dass er finanziell abgesichert ist oder dies durch den Verkauf 
seines Hauses sein könnte. Der Beschwerdeführer verfügt über meh-
rere Verwandte, die in der Schweiz leben (vgl. A1, S. 2 f.) und ihn und 
seine  Familie  materiell  unterstützen  können.  Auch  die  Beschwerde-
führerin (B._______) ist  jung, verfügt über eine gute schulische Aus-
bildung (Mittelschulabschluss) und Berufserfahrung (vgl. A2, S. 2). Ihr 
ist  es  zuzumuten,  ihren Mann bei  der  Bestreitung des Lebensunter-
haltes für ihre Familie zu unterstützten. Der älteste Sohn (D._______) 
besuchte bereits knapp ein Jahr in Serbien (H._______) das Gymnasi-
um (vgl. A3, S. 2). Zudem sind die Beschwerdeführenden allesamt ser-
bischer Muttersprache und haben in Serbien Verwandte (vgl. A1, S. 2 
und  A2,  S. 3).  Sie  gehören  in  Serbien  keiner  Minderheitsethnie  an, 
weshalb  davon  auszugehen  ist,  dass  sie  als  Angehörige  der  serbi-
schen Ethnie nach allfälligen Schwierigkeiten in der Anfangsphase in 
der Lage sein sollten, sich in Serbien sozial zu integrieren und Zugang 
zum Wohnungs- und Arbeitsmarkt zu erhalten, auch wenn für sie als  
Neuzuzüger  die  Bedingungen  für  den  Aufbau  einer  wirtschaftlichen 
und sozialen Existenz unbestrittenermassen nicht leicht sein wird. Da 
die  Beschwerdeführenden  im  Kosovo  zweifelsfrei  registriert  worden 
sind,  stehen  einer  Anmeldung  in  Serbien  keine  administrativen 
Hindernisse entgegen. Sie werden nach ihrer Anmeldung unter ande-
rem  Zugang  zu  finanzieller  und  medizinischer  Unterstützung  (falls 
überhaupt  notwendig)  haben.  Auch  für  die  beiden  jüngeren  Söhne 
(C._______  und  E._______)  ist  eine  Wegweisung  nach  Serbien 
zumutbar,  werden  sie  doch  nach  einem  nur  knapp  zweijährigen 

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Aufenthalt in der Schweiz nicht aus einer soziokulturellen Umgebung 
herausgerissen,  in  der  sie  namentlich  durch  einen  langjährigen 
Schulbesuch  in  massgebender  Art  geprägt  worden  wären. Überdies 
sind  aus  den  Akten  keine  schwerwiegenden  gesundheitlichen 
Probleme der Beschwerdeführenden ersichtlich. Zusammenfassend ist 
der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Serbien  somit  aufgrund  des  Ge-
sagten auch unter individuellen Gesichtspunkten nicht als unzumutbar 
zu beurteilen.

6.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-
führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 23. Februar 2010 in 
gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Stadelmann

Versand:

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