# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5184d7ff-bdb2-5981-88fe-4d27f38c6434
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-10
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 10.08.2013 OG.2013.00029 (OGS.2014.17)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2013-00029_2013-08-10.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 10. August 2013

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2013.00029

  
	
   

  
	
   

  
	
  B.______

  
	
    

  
	
  Beschwerdeführerin

  
	
   

  
	
  verbeiständet
  durch A.______ 

    

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  C.______

  
	
    

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch D.______ 

  
	
   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
  E._____

  
	
  Beschuldigter

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Einstellungsverfügung

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Rechtsbegehren
  der Beschwerdeführerin (gemäss Eingabe vom
  2. Juni 2013, act. 1, sinngemäss):

  
	
   

  
	
  Es sei die Einstellungsverfügung
  der Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus vom 21. Mai 2013
  im Verfahren SA.2012.00440 aufzuheben und die Sache an die Staatsanwaltschaft
  zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
   

  
	
  1.— Am 9. Oktober
  2012 erstattete F._____, der Stiefvater der Beschwerdeführerin, bei der
  Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus (nachfolgend
  Staatsanwaltschaft) Strafanzeige gegen E._____ „wegen Veruntreuung von
  Geldern von B.______“. F._____ führte aus, dass B.______ nicht in der Lage
  sei, ihre finanziellen Angelegenheiten zu regeln, ihr damaliger
  Lebenspartner, E._____, habe dies für sie erledigt, weshalb dieser die volle
  Verfügungsgewalt über das Bankkonto von B.______ gehabt habe. Statt die
  Rechnungen direkt von ihrem Konto zu bezahlen, habe E._____ Geld von ihrem
  Konto auf sein eigenes überwiesen und weiter Bezüge am Bankomaten getätigt.
  Jeweils Ende Monat habe E._____ den Rest des Guthabens vom Konto von B.______
  abgehoben. Wofür E._____ das Geld verwendet habe, sei nicht klar; B.______
  sei über die eigene finanzielle Situation „völlig im Dunkeln“ geblieben.
  Obwohl E._____ jeden Monat das Konto von B.______ geleert habe, seien viele
  Rechnungen offen geblieben und es hätten sich daher zu Lasten von B.______
  Schulden angehäuft.

  
	
   

  
	
  2.— a) Die
  Staatsanwaltschaft eröffnete in der Folge eine Strafuntersuchung und
  beauftragte die Polizei, Ermittlungen anzustellen. Die Polizei lieferte der
  Staatsanwaltschaft schliesslich umfangreiche Ermittlungsakten ab. 

  
	
   

  
	
  b) Die Staatsanwaltschaft
  stellte das Verfahren gegen E._____ wegen Veruntreuung in Anwendung von
  Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO am 21. Mai 2013 ein. Es sei
  kein Straftatbestand erfüllt, welcher eine Anklage rechtfertigen würde. Aus
  den Bankunterlagen sei zwar ersichtlich, dass immer wieder Geld vom Konto von
  B.______ auf das Konto von E._____ überwiesen worden sei, allein damit sei
  aber nicht erwiesen, dass E._____ das Geld für seine eigenen Bedürfnisse
  verwendet habe.

  
	
   

  
	
  3.— Am 2. Juni 2013
  gelangte mit einer Beschwerde ans Obergericht. Weder die Staatsanwaltschaft
  noch der Beschuldigte liessen sich vernehmen. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  II.

  
	
   

  
	
  1.— Die Beschwerde ist
  zulässig gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft (Art. 393 Abs. 1
  lit. a StPO; vgl. auch Art. 322 Abs. 2 StPO); die vorliegend
  angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft ist daher der
  Beschwerde zugänglich.

  
	
   

  
	
  2.— a) Ein
  Rechtsmittel kann jede Partei ergreifen, die ein rechtlich geschütztes
  Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382
  Abs. 1 StPO). Der Parteibegriff ist umfassend im Sinne von Art. 104
  und Art. 105 StPO zu verstehen (Lieber
  in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schwei­zerischen
  Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, Art. 382 N 2).

  
	
   

  
	
  b) Ein rechtlich
  geschütztes Interesse ergibt sich daraus, dass die betreffende Person durch
  den angefochtenen Entscheid unmittelbar in ihren Rechten betroffen, d.h.
  beschwert ist; eine blosse Reflexwirkung genügt nicht (Lieber, a.a.O., Art. 382
  N 7).

  
	
   

  
	
  c) B.______ hat dadurch,
  dass ihr Vermögen zu E._____ geflossen und verschwunden ist, einen
  Vermögensschaden erlitten. Sie hat zudem Privat- und Zivilklage erhoben.
  Damit ist sie zur Beschwerde legitimiert (vgl. Amtsbericht 2011
  S. 228 ff.).

  
	
   

  
	
   

  
	
  III.

  
	
   

  
	
  1.— Mit der Beschwerde
  können Rechtsverletzungen einschliesslich Über­schreitung und Missbrauch des
  Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechts­ver­zögerung, die unvollständige
  oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes oder Unan­ge­messen­heit
  gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO), wobei die Beschwerdeinstanz
  bei der Prüfung umfassende Kognition hat (Keller
  in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen
  Strafprozess­ordnung [StPO], Zürich 2010, Art. 393 N 39).

  
	
   

  
	
  2.— a) Die
  Staatsanwaltschaft stellt ein Verfahren namentlich dann ein, wenn kein
  Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt oder kein
  Straftatbestand erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 lit. a und
  lit. b StPO).

  
	
   

  
	
  b) Nach
  bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist im Zweifel Anklage zu erheben. Ein
  Strafverfahren darf nur eingestellt werden, wenn eine Verurteilung mit an
  Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen ist. Als praktischer
  Richtwert kann gelten, dass Anklage erhoben werden muss, wenn eine
  Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Dahinter steckt
  die Überlegung, dass bei nicht eindeutiger Beweislage nicht die
  Untersuchungs- oder Anklagebehörden, sondern die für die materielle
  Beurteilung zuständigen Gerichte über einen Vorwurf entscheiden sollen. Bei
  der Anklageerhebung gilt daher der auf die gerichtliche Beweiswürdigung
  zugeschnittene Grundsatz 'in dubio pro reo' nicht. Vielmehr ist nach der
  Maxime 'in dubio pro duriore' im Zweifelsfall Anklage zu erheben. Der
  Grundsatz, dass im Zweifelsfall nicht eingestellt werden darf, ist auch bei
  der gerichtlichen Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (Urteil
  6B_588/2007 E. 3.2.3 mit weiteren Hinweisen; BGE 137 IV 219
  E. 7.1-7.3).

  
	
   

  
	
  3.— a) Die
  Beschwerdeführerin rügt, die Staatsanwaltschaft hätte prüfen müssen, wofür
  der Beschuldigte ihr Geld effektiv verwendet habe. Ihre IV-Rente hätte zur
  Bestreitung ihres Lebensunterhalts ausreichen müssen, da sie ein
  anspruchsloses Leben geführt und das Haus kaum verlassen habe. Ihre einzigen
  grösseren Ausgaben seien für Zigaretten erfolgt.

  
	
  Mit diesen Verbringen rügt die
  Beschwerdeführerin sinngemäss, dass die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt
  nicht vollständig bzw. falsch festgestellt habe.

  
	
   

  
	
  b) Die Staatsanwaltschaft
  begründet ihre Einstellungsverfügung im Wesentlichen damit, dass der Beweis,
  wonach E._____ das verschwundene Geld in seinem Nutzen verwendet habe, nicht
  erbracht werden konnte.

  
	
   

  
	
  c) Der Staatsanwaltschaft
  kann nicht gefolgt werden. Wie sogleich aufzuzeigen ist, gründet dieser
  Standpunkt der Staatsanwaltschaft nicht auf einer zureichenden
  Sachverhaltsabklärung.

  
	
   

  
	
  d) Die Staatsanwaltschaft hat Beweiserhebungen selber durchzuführen
  (Art. 311 Abs. 1 Satz 1 StPO). Diese Vorgabe gilt hauptsächlich für
  die Kernaufgaben der Staatsanwaltschaft, nämlich die Durchführung von
  Einvernahmen. Besonders bei schweren Straftaten hat die Staatsanwaltschaft
  die Einvernahmen selber durchzuführen (Landshut
  in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen
  Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, Art. 311 N 5).

  
	
  Der im vorliegenden Zusammenhang
  im Raum stehende Tatbestand der Veruntreuung im Sinne von Art. 138
  Ziff. 1 StGB ist ein Verbrechen (vgl. Art. 10 Abs. 2
  StGB). Als solches ist sie zweifelsfrei als schwere Straftat zu
  qualifizieren, weshalb die Staatsanwaltschaft im vorliegenden Fall selber
  Einvernahmen durchzuführen hat. Insbesondere wird es geboten sein, den
  Beschuldigten E._____ zu befragen. Der Beschuldigte wird dabei zu den genauen
  Hintergründen der getätigten Bezüge vom Konto seiner damaligen Partnerin zu
  befragen sein; zudem dürfte generell interessieren, wie er seinen eigenen
  Lebensunterhalt bestritten hat.

  
	
   

  
	
  e) Im Übrigen ergeben sich
  bereits aus den Ermittlungsakten der Polizei mehrere Indizien dafür, dass
  E._____ das von B.______ anvertraute Geld zumindest teilweise in seinem oder
  eines anderen Nutzen verwendet und sich damit allenfalls einer Veruntreuung
  im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig gemacht
  haben könnte. Es ist diesbezüglich insbesondere auf die folgenden Punkte
  hinzuweisen:

  
	
   

  
	
  	
    -             
     

    	
    An der polizeilichen
    Einvernahme vom 11. Januar 2013 führte E._____ aus, dass er und
    B.______ während rund zehn Jahren zusammengelebt hätten. Er habe für
    B.______ deren finanziellen Angelegenheiten erledigt  weil sie dazu nicht
    mehr in der Lage gewesen sei. Er und sie hätten „das Geld gemeinschaftlich
    gehabt“, Zahlungen seien von seinem oder vom Konto von B.______ erfolgt.
    B.______ habe das Haus nur selten verlassen; ausser für Arztbesuche habe
    sie das Haus nicht mehr verlassen können. Er habe alles für sie geregelt,
    die anfallenden Rechnungen bezahlt. Er habe das Geld „zu ihrem eigenen
    Schutz“ von ihrem auf sein Konto überwiesen, „damit sie nicht zu viel Geld
    auf ihrem Konto zur Verfügung hatte“. Für das Konto von B.______ habe er eine
    Vollmacht und einen E-Banking-Account gehabt und zudem auch den Pincode für
    ihre Maestro-Karte. Rechnungen habe er immer über E-Banking bezahlt.
    Einzahlungen auf der Post habe er nur getätigt, wenn Bussen der Polizei zu
    begleichen gewesen seien.

    Es ist fraglich, ob E._____
    tatsächlich alle Zahlungen über E-Banking vorgenommen hat, da auf den bei
    den Ermittlungsakten liegenden Bankauszügen immer wieder hohe Barbezüge
    ersichtlich sind. Was mit dem vielen Bargeld, welches E._____ jeweils am
    Bankomaten abgehoben hat, passiert ist, ist nicht bekannt. Auch nicht
    bekannt ist, mit wessen Geld E._____ die Bussen bezahlt hat. Fraglich ist
    auch, weshalb das Geld, welches E._____ zum Schutz von B.______ auf sein
    Konto überwiesen haben will, nicht mehr dort ist. 

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Bei der polizeilichen Befragung
    vom 11. Januar 2013 sagte E._____ aus: „Die HE ist die
    Hilflosenentschädigung welche mir zusteht, da ich diese für sie  erhalten
    habe […]“.

    Hier bestreitet er nicht, dass
    er das Geld selber beansprucht hat. Die Hilflosenentschädigung steht B.____
    als IV-Rentnerin zu. Sie hat zu bestimmen, wie dieses Geld verwendet wird.

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    E._____ führte weiter aus, dass
    er vor knapp drei Jahren angefangen habe, Töff zu fahren. Er sei sehr viel
    mit dem Töff unterwegs gewesen, diese Ausflüge seien mit hohen Kosten
    verbunden gewesen. Anfänglich habe er diese Kosten mit seinem Erwerb als
    Künstler gedeckt. 

    Wie E._____ dieses Hobby später
    finanziert hat, nachdem er seine Künstlertätigkeit eingestellt hatte, ist
    nicht bekannt. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass er hierfür
    das Geld von B.______ verwendete. Auch diesbezüglich werden Abklärungen
    durch die Staatsanwaltschaft erfolgen müssen.

    
	
     

    	
     

    
	
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    E._____ gab weiter an, dass
    B.______ einen Teil der „Infrastruktur“ mitfinanziert habe. Da sie immer zu
    Hause gewesen sei, habe die „Infrastruktur“ stimmen müssen, sie habe
    „diverse elektronische Geräte“ besessen. Sodann meinte er, dass B.______ in
    einem Heim günstiger untergekommen wäre als bei ihm. 

    Wenn die Unterkunft in einem
    Heim günstiger gewesen wäre als die Pflege zu Hause, für welche B.______
    immerhin Hilflosen­entschädigung ausgerichtet wurde, fragt sich, wofür
    genau E._____ so viel Geld ausgegeben hat, und was genau die
    „Infrastruktur“, welche er ihr bieten wollte, umfasste. Diesbezüglich wird
    E._____ und allenfalls weitere Zeugen zu befragen sein.

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Weiter sagte E._____ aus, Ende
    Monat sei jeweils einfach „nichts mehr übrig“ geblieben, sie hätten
    „einfach allgemein mit diesen Auslagen“ zu wenig Geld gehabt. „Primär“ habe
    er das Geld für B.______ ausgegeben, „damit das Leben für sie erträglich
    war“; „B.______ brauchte einfach so viel Geld zum Leben, sonst wäre das
    Leben mit ihr unmöglich geworden“. 

    Wofür er das Geld sekundär
    verwendet hat, sagt E._____ nicht. Zudem ist schleierhaft, weshalb
    B.______, die sowohl nach Aussagen von E._____ als auch von F._____ fast
    nur zu Hause war, „so viel Geld zum Leben“ brauchte. Es ist nicht
    auszuschliessen, dass es sich bei dieser Aussage um eine Schutzbehauptung
    des Beschuldigten handelt. Jedenfalls werden auch diesbezüglich weitere
    Abklärungen zu treffen sein.

    
	
     

    	
     

    
	
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    In der polizeilichen
    Einvernahme wiederholte E._____ später, dass sie sich „dank B.______ und
    dieser finanziellen Sachlage […] eine gute Infrastruktur geschaffen“
    hätten. Sie hätten alles gehabt und es sei „gut zum Leben eingerichtet mit
    Möbeln, Computer, Fernseher“. Auch das Auto, welches sie im Jahr 2010
    gekauft hätten, sei mit dem Geld von B.______ bezahlt worden. Zudem hätten
    sie auch „Waschmaschine, Tumbler und alles“ gebraucht. Und den
    Gartensitzplatz hätten sie eingerichtet, damit B.______ draussen sein
    konnte. 

    B.______ war, gemäss
    übereinstimmenden Aussagen von E._____ und von F._____ fast immer zu Hause.
    Ob sie überhaupt Autofahren kann, geht aus den Akten nicht hervor, ist aber
    aufgrund ihres Gesundheitszustands mehr als nur fraglich. Damit liegt
    zumindest die Vermutung nahe, dass die Anschaffung dieses Autos nicht in
    ihrem Interesse lag. Vielmehr scheint E._____ das Auto (wie auch das
    Motorrad, s.o.) gekauft zu haben, damit er von zu Hause wegkommt, da er es,
    wie er sagte, zu Hause nicht mehr ausgehalten habe. Damit scheint die
    Anschaffung aber vielmehr in seinem Interesse als in jenem von B.______
    erfolgt zu sein.

    Nicht bekannt ist, in wessen
    Besitz die Fahrzeuge verblieben sind, nachdem B.______ nicht mehr bei
    E._____ wohnt. Ebenfalls unbekannt ist, was mit der „Infrastruktur“ nach
    dem Auszug von B.______ aus der gemeinsamen Wohnung geschehen ist und ob
    E._____ diese immer noch besitzt, was entsprechend zu würdigen wäre.

    
	
     

    	
    Ob es stimmt, dass die Mieter
    das Haus selber mit Waschmaschine und Tumbler ausstatten mussten, dürfte
    mittels Befragung der Vermieter herauszufinden sein, ebenso der Zustand des
    Gartensitzplatzes.

    
	
     

    	
     

    
	
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    Schliesslich gab E._____ sogar
    zu, das Geld auch für sich ausgegeben zu haben.

    
	
     

    	
     

    
	
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    Weiter erstellte die Polizei
    zwei Zusammenstellungen zu den Überweisungen von B.______ zu Gunsten von
    E._____. Dem Konto von E._____ wurden im Zeitraum vom 6. November 2007
    bis 12. Juni 2012 insgesamt Fr. 128‘310.75 gutgeschrieben. Dem
    aktenkundigen Konto von B.______ wurde in der Zeit vom 19. September
    2008 bis 12. Juni 2012 zu Gunsten von E._____ ein Gesamtbetrag von
    Fr. 106‘677.75 belastet. Die Belastung und die Gutschrift sind somit
    nicht identisch. Offensichtlich musste B.______ noch ein anderes Konto als
    jenes bei der [...] haben. Bei B.______ sind gemäss der polizeilichen
    Zusammenstellung nämlich ab 19. September 2008 Belastungen zu Gunsten
    von E._____ verbucht, während gemäss der Zusammenstellung für das Konto von
    E._____ bereits ab 6. November 2007 Geld von B.______ gutgeschrieben
    wurde. Zudem taucht die Belastung vom 4. November 2011 auf dem Konto
    von B.______ nicht bei den Gutschriften von E._____ auf, was darauf
    hindeutet, dass E._____ ebenfalls noch über mindestens ein weiteres Konto
    verfügt.

    Die Staatsanwaltschaft ist
    daher anzuweisen, den Geldfluss auf den Kontos von E._____ und B.______ zu
    untersuchen und weitere Bankverbindungen zu ermitteln. 

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Für die These, dass E._____
    noch weitere Bankkontos hat oder hatte spricht auch, dass gemäss dem
    Kontoauszug seines Kontos bei der [...] von einem mutmasslichen Konto [...]
    Fr. 450.- bzw. Fr. 1‘200.- gutgeschrieben wurden. Diese
    Kontonummer taucht auch noch auf weiteren Bankauszügen auf.

    
	
     

    	
     

    
	
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    Es ist auch wahrscheinlich,
    dass B.______ noch mindestens ein weiteres Bankkonto hat oder hatte: am
    8. Januar 2008, 6. Februar 2008, 6. März 2008, 4. April
    2008, 7. Mai 2008, 5. Juni 2008, 4. Juli 2008,
    5. August 2008, 5. September 2008, 6. Oktober 2008,
    6. November 2008 und am 5. Dezember 2008 ist auf den jeweiligen
    Kontoauszügen der [...] ein Dauerauftrag [...] in der Höhe von
    Fr. 1‘533.- verzeichnet. Am 18. November 2008 wurde ein
    E-Banking-Auftrag von Fr. 1‘000.- auf dieses Konto ausgeführt, am
    5. Dezember 2008 wurden Fr. 800.- und am 9. Januar 2009
    wurden Fr. 1‘704.85 überwiesen. Am 8. April 2008 und am
    3. November 2008 erfolgte von dort auch je eine Gutschrift. Sodann
    erfolgte am 26. Juli 2012 eine Gutschrift von Fr. 20.05 vom Konto
    [...]. Das Konto [...] von B.______ bei der [...] wurde an diesem Tag
    saldiert. Die Staatsanwaltschaft wird daher auch zu jenem Konto noch
    weitere Nachforschungen anstellen müssen.

    
	
     

    	
     

    
	
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    Die Wohnungsmiete überwies
    E._____ erstmals am 13. Oktober 2008 von seinem Konto bei der [...] an
    [...]. Auch später fehlen in einzelnen Abrechnungen Überweisungen für die
    Wohnungsmiete. Woher und ob der Mietzins für diese Zeit überwiesen wurde,
    ist nicht bekannt, könnte aber vermutlich über die Vermieter bzw. deren
    Bank ausfindig gemacht werden; allenfalls ergeben sich weitere Hinweise auf
    ein anderes Konto von E._____. Obwohl für einzelne Monate nicht bekannt
    ist, ob der Mietzins überhaupt bezahlt wurde, erfolgten in solchen Monaten
    Gutschriften von B.______ Konto auf jenes von E._____ unter dem
    ausdrücklichen Titel „Mietanteil“ bzw. „Miete“ (6. November 2007,
    7. Dezember 2007, 5. Juni 2009, 6. August 2009). Daneben ist
    für mehrere Monate ein „Haushaltanteil“ verbucht, obwohl gemäss den bei den
    Akten liegenden Abrechnungen kein Mietzins überwiesen worden ist.

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Am 17. Februar 2010
    erfolgte bei E._____ eine Gutschrift vom Bankkonto von B.______ über den
    Betrag von Fr. 1‘076.- unter dem Titel „Versicherungsanteil“. Für
    welche Versicherung dieser Beitrag geleistet wurde, kann den Bankauszügen
    von E._____ nicht entnommen werden, ist doch weder in den vorhergehenden
    noch in den nachfolgenden Monaten eine Zahlung von seinem Konto erfolgt,
    welche mit diesem Betrag korrespondieren würde; einzig am 29. Januar
    2010 wurde zugunsten der [...] Versicherungsgesellschaft eine Überweisung
    getätigt – allerdings nur für den Betrag von Fr. 253.90 (die nächste
    Überweisung an die [...] Versicherungsgesellschaft – und eine Versicherung
    überhaupt – erfolgte am 4. Juni 2010 für den Betrag von
    Fr. 296.10;).

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Der Haushaltsbeitrag von
    G.____, der neuen Lebenspartnerin von E._____ fällt wesentlich tiefer aus,
    als es jener war, den sich E._____ jeweils vom Bankkonto von B.______
    vergütete (insbesondere die Bankauszüge ab August 2012; zuvor beteiligte
    sich G._____ nicht an der Wohnungsmiete, obwohl sie schon im Mai 2012
    eingezogen war).

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Ab dem Jahr 2009 wurden die
    Überweisungen vom Konto von B.______ auf ein Konto von E._____ immer
    häufiger, darunter auch höhere Beträge. Teilweise lässt sich auch
    beobachten, dass unmittelbar nach Zahlungseingängen auf dem Konto von
    B.______ E-Banking-Aufträge zu Gunsten von E._____ belastet werden
    (Bankauszüge vom 31. März 2010, 30. April 2010, 31. Mai
    2010, 31. Juli 2010, 31. August 2010, 30. September 2010,
    31. Oktober 2010, 30. November 2010, 31. Dezember 2010, 31. Januar
    2011, 28. Februar 2011, 31. März 2011, 30. April 2012,
    31. Mai 2011, 30. Juni 2011, 31. Juli 2011,
    30. September 2011, 31. Oktober 2011, 30. November 2011,
    31. Dezember 2011, 31. Januar 2012, 29. Februar 2012,
    31. März 2012;).

    
	
     

    	
     

    
	
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    B.______ hat das Haus kaum mehr
    verlassen. Trotzdem erfolgten gemäss ihren Bankauszügen immer wieder hohe
    Barbezüge am Bankomaten (z.B. am 6. Dezember 2007;). Zudem wird das Konto
    von B.______ durch Barbezüge oder E-Banking-Aufträge zu Gunsten von E._____
    teilweise regelrecht leergeräumt (Bankauszüge vom 31. August 2010,
    30. September 2010, 31. Oktober 2010, 30. November 2010,
    31. Januar 2011, 28. Februar 2011, 31. März 2011,
    30. April 2011, 31. Mai 2011, 30. Juni 2011, 30. September
    2011, 31. Oktober 2011, 30. November 2011 [75 Rappen],
    31. Dezember 2011, 31. Januar 2012, 29. Februar 2012,
    30. Juni 2012;).

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Ab April 2012 erfolgten
    E-Banking-Aufträge an verschiedene Personen für relativ geringe Beträge,
    wie sie in dieser Art auf dem Konto von B.______ zuvor nicht beobachtet
    werden konnten, dagegen aber auf dem Konto von E._____. 

    
	
     

    	
     

    
	
    -             
     

    	
    Überhaupt dürfte es hilfreich
    sein, die Kontoauszüge von B.______ und E._____ genauer unter die Lupe zu
    nehmen, um Klarheit zu erhalten, was mit dem Geld der beiden passiert ist.

    

  

  
	
   

  
	
  4.— Zusammenfassend kann
  festgehalten werden, dass gestützt auf die vorstehenden Erwägungen eine
  Verurteilung von E._____ wegen eines Vermögensdelikts nicht mit an Sicherheit
  grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Die Beschwerde ist
  daher gutzuheissen. Die Strafsache ist zur weiteren Untersuchung im Sinne der
  vorstehenden Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Im
  Anschluss ist bei Zweifeln an der Unschuld von E._____ Anklage beim Gericht
  zu erheben, sofern der Fall nicht im Strafbefehlsverfahren erledigt werden
  kann.

  
	
   

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
   

  
	
  Bei diesem Ausgang sind die
  Kosten des obergerichtlichen Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen
  (Art. 428 Abs. 1 und Abs. 4 StPO). Parteientschädigungen
  werden keine zugesprochen.

  
	
   

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
  Das Gericht   beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    In Gutheissung der Beschwerde
    wird die Einstellungsverfügung der Staats- und Jugendanwaltschaft des
    Kantons Glarus vom 21. Mai 2013 im Verfahren SA.2012.00440 aufgehoben
    und es wird die Sache im Sinne der vorstehenden Erwägungen an die Staats-
    und Jugendanwaltschaft zurückgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Kosten des
    Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es werden keine
    Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]