# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24ec7fbc-5bee-5fef-a5ba-d786707453c7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2019 E-3983/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3983-2018_2019-07-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3983/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer, 

Richter Lorenz Noli,  

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 11. Juni 2018 / N (…). 

 

 

 

E-3983/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben zirka im September 2015. Am 5. November 2015 reiste er in die 

Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl nach. Am 11. November 

2015 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum zur Person befragt 

(BzP). Die Vorinstanz hörte ihn am 13. April 2017 einlässlich zu seinen 

Asylgründen an.  

Dabei macht er im Wesentlichen geltend, er stamme aus B._______, Dis-

trikt B._______, Provinz C._______. Dort würden seine Eltern und seine 

(…) Brüder leben. Seine Familie gehöre der Mittelschicht an. Sein Vater 

habe lange in (…) gelebt und gearbeitet. Vor seiner Ausreise habe er – der 

Beschwerdeführer – das College besucht. Zudem habe er für die (…) ge-

arbeitet. Er habe (…) gesammelt. An den Namen der (…) könne er sich 

nicht erinnern. Diese Tätigkeit habe er nur einige Monate ausgeübt. Wäh-

rend dem er das College besucht habe, sei er der Partei «(…)» beigetreten. 

Er habe Versammlungen organisiert und Werbeplakate aufgehängt. Die 

Partei habe ihm jedoch nicht entsprochen, weshalb er ausgetreten sei. Im 

Jahr (…) sei er der Partei «(…)» beigetreten. Er habe mehrere Monate für 

diese gearbeitet. Anfang (…) hätten Mitglieder der «(…)» angefangen, ihn 

zu bedrohen. Er sei geschlagen und einmal entführt worden. Sie hätten 

wissen wollen, weshalb er die Partei verlassen habe und ihn zum erneuten 

Beitritt zwingen wollen. Zuletzt sei er im (…) oder (…) Monat des Jahres 

(…) respektive Mitte des Jahres (…) bedroht worden. Er sei zur Polizei 

gegangen und habe seinen Parteimitgliedern der «(…)» mitgeteilt, dass er 

bedroht werde. Es sei ihm jedoch nicht geholfen worden. Die Mitglieder der 

«(…)» seien ebenfalls zur Polizei gegangen und hätten Anzeige gegen ihn 

erstattet. Es sei ihm vorgeworfen worden, dass er die Mitglieder geschla-

gen und sich gegenüber deren Familien schlecht benommen habe. Er habe 

die Stadt B._______ verlassen und sei nach D._______ gereist. Da er von 

Mitgliedern der «(…)» bis dorthin verfolgt worden sei, habe er das Land 

schliesslich verlassen. 

Als Beweismittel gab er – jeweils in Kopie – seine Identitätskarte, einen 

Führerausweis, einen Presseausweis, einen «First Information Report» 

(FIR) der Polizei des Distrikts B._______ vom (…) 2015 sowie Mitglieder-

ausweise der «(…)» und der «(…)» zu den Akten. 

E-3983/2018 

Seite 3 

B.  

Mit Verfügung vom 11. Juni 2018 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-

eigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Den zustän-

digen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung.  

C.  

C.a Mit Eingabe vom 9. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht eine fremdsprachige Beschwerde ein.  

C.b Mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2018 forderte die Instruktionsrich-

terin den Beschwerdeführer auf, innert sieben Tagen ab Erhalt der Verfü-

gung eine Beschwerdeverbesserung einzureichen. 

C.c Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer fristgerecht nach (Ein-

gang beim Gericht: 20. Juli 2018). Er beantragt, er sei als Flüchtling anzu-

erkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er aus huma-

nitären Gründen vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte 

er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer – jeweils im Original – einen 

Presseausweis, einen FIR sowie zwei Mitgliederausweise der «(…)» und 

der «(…)» ein. 

D.  

Am 14. August 2018 forderte die Instruktionsrichterin den Beschwerdefüh-

rer auf, innert sieben Tagen ab Erhalt der Verfügung eine Fürsorgebestäti-

gung einzureichen. Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 15. August 2018 fristgerecht nach.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. August 2018 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud sie 

die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 3. September 2018 hielt die Vorinstanz ohne 

weitere Ausführungen an ihren Erwägungen fest und beantragte die Ab-

weisung der Beschwerde. 

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Seite 4 

G.  

Am 5. September 2018 wurde die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer 

zur Kenntnisnahme zugestellt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 

2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren 

gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Än-

derung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbezeich-

nung verwenden wird. 

2.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

  

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Seite 5 

4.  

4.1 Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in 

dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zuge-

hörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-

schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-

dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 

AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Lei-

bes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-

lichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 E. 2.2). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an das 

Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. 

Die Aussagen zu seiner Tätigkeit als Mitarbeiter (…) seien äusserst dürftig 

ausgefallen. Er habe kaum etwas zu seiner Arbeit sagen können und den 

Namen der (…), für welche er gearbeitet habe, nicht gekannt. Selbst auf 

Nachfrage habe er nicht detaillierter berichten können. Dieses Vorbringen 

lasse erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen aufkommen. 

Sodann habe der Beschwerdeführer unterschiedliche Angaben zu seinem 

Lebenslauf gemacht. Anlässlich der BzP habe er geltend gemacht, er sei 

zuerst der «(…)», danach der «(…)» beigetreten und als Folge dieses Par-

teiwechsels durch Personen der «(…) verfolgt worden. Im Rahmen der An-

hörung habe er genau das Gegenteil geltend gemacht. Als er auf diesen 

Widerspruch angesprochen worden sei, sei es ihm nicht gelungen, eine 

plausible Erklärung für diese Ungereimtheit darzulegen. Die Argumente, 

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dass der Dolmetscher Urdu gesprochen habe und die Vorbringen nur sum-

marisch dargelegt werden müssten, vermöchten diesen erheblichen Unter-

schied in seinen Aussagen nicht zu relativieren. Aufgrund dieses Wider-

spruchs müsse davon ausgegangen werden, dass es sich bei seinen Asyl-

vorbringen um eine konstruierte Geschichte handle. Diese Annahme werde 

durch weitere Widersprüche bestärkt.  

Er habe geltend gemacht, von Parteimitgliedern der «(…)» anfangs des 

Jahres (…) geschlagen und zwei bis dreimal bedroht worden zu sein. Die 

letzte Bedrohung habe im (…) oder (…) Monat des Jahres (…) stattgefun-

den. Eine Weile später habe er ausgesagt, dass er die letzten Drohungen 

Mitte des Jahres (…) erhalten habe. Im weiteren Verlauf der Anhörung 

habe er jedoch erneut erwähnt, dass er aufgrund der Bedrohungen im 

Jahre (…) zur Polizei gegangen sei. Diesen Aussagen lasse sich somit 

nicht entnehmen, wann sich die Bedrohungen abgespielt haben sollen.  

Schliesslich sei unabhängig von seinen chronologisch verwirrenden Anga-

ben nicht glaubhaft, dass die Organisation, welche ihn verfolgt habe, nicht 

in der Lage gewesen sein soll, ihn effektiver aus dem Weg zu räumen, dies 

insbesondere in Anbetracht der Tatsachen, dass er angeblich bis nach 

D._______ verfolgt und sogar einmal entführt worden sei. 

Bezüglich der eingereichten Beweismittel sei festzuhalten, dass es sich nur 

um Kopien handle, die ohnehin über keinen erheblichen Beweiswert ver-

fügten. Zum FIR müsse erwähnt werden, dass diesem an keiner Stelle eine 

Verbindung zu den von ihm geltend gemachten Vorbringen zu entnehmen 

sei. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer an der Glaub-

haftigkeit seiner Vorbringen fest und macht damit eine Verletzung von  

Art. 7 AsylG geltend. Die Vorinstanz halte ihm in ihrer Verfügung verschie-

dene Fehlinterpretationen vor. Er sei bei einer (…) als (…) angestellt ge-

wesen. Zunächst sei er als (…) tätig gewesen. Danach sei ihm die Verant-

wortung übertragen worden, eigenständig (…) zu verfassen. Er sei mit fast 

allen politischen Parteien in Kontakt gestanden. Als erstes habe er sich in 

(…) «(…)» (…). Es habe das Gerücht gegeben, dass diese Partei Geld 

(politisches Bestechungsgeld) von der gegenwärtigen Regierung und der 

Oberschicht erhalten habe. Seine Aufgabe sei gewesen, (…) und (…) aus-

findig zu machen, um diese (…) veröffentlichen zu lassen. Da er nicht in 

der Lage gewesen sei, direkt an die Spitze der Führungsebene zu gelan-

gen, habe er gedacht, dass er zu einer anderen Partei gehen sollte, um 

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seinen Wert zu erhöhen, wenn er zurück zur «(…)» kehre. Daher sei er der 

«(…)» beigetreten. Dieser Trick habe funktioniert, denn nachdem er in die 

höheren Ränge dieser gelangt sei, sei er vom höheren Management der 

«(…)» angesprochen worden, damit er zurückkehre. Er sei der «(…)» er-

neut beigetreten. Nach einiger Zeit sei ihm klar geworden, dass die (…). 

Aus unbekannten Gründen sei seine Identität als (…) durchgesickert und 

er sei von beiden Parteien bedroht worden. Er habe bei der Polizei Anzeige 

erstattet, aber auch diese stünde unter dem Einfluss dieser Parteien. Statt-

dessen hätten Schlägertrupps der Parteien Anzeige gegen ihn erstattet. 

5.3 Die Vorinstanz hat einlässlich begründet, weshalb die Vorbringen des 

Beschwerdeführers nicht detailliert, widersprüchlich, chronologisch verwir-

rend und damit insgesamt nicht glaubhaft sind. Insoweit kann vorab auf die 

zutreffenden Erwägungen in der Verfügung verwiesen werden. Soweit der 

Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe ausführt, er sei als (…) tätig 

gewesen und habe die Aufgabe gehabt, (…) ausfindig zu machen, ist fest-

zustellen, dass er dies im erstinstanzlichen Verfahren nicht ansatzweise 

erwähnte. Auf seine Aufgaben als (…) angesprochen, führte er aus, er sei 

mit einer (…) auf der Strasse gewesen. Wenn sie etwas gesehen hätten, 

habe diese (…) den (…) angerufen und mitgeteilt, was passiert sei. Dieser 

wiederum habe die Informationen an (…) oder (…) weitergeleitet (vgl. 

SEM-Akten A18/20 F50). Die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe be-

treffend seine Tätigkeit als (…) sind als nachgeschoben zu werten. Sodann 

konnte der Beschwerdeführer den Namen (…), für welche er gearbeitet 

haben soll, nicht nennen. Vor diesem Hintergrund bestehen erhebliche 

Zweifel an der Echtheit des eingereichten (…)ausweises der «(…)». 

Zu seinen Parteibeitritten führte der Beschwerdeführer in der BzP aus, er 

sei zuerst der «(…)» und dann der «(…)» beigetreten. Anlässlich der An-

hörung erzählte er das Gegenteil. Soweit er diesen Widerspruch damit zu 

erklären versucht, dass die BzP auf Urdu, was er nicht gut verstehe, durch-

geführt worden sei, ist festzustellen, dass er in der Rechtsmitteleingabe die 

Angaben anlässlich der BzP bestätigt. Somit bleibt weiterhin unklar, wel-

cher Partei der Beschwerdeführer zuerst beigetreten sein soll. Sodann 

konnte er keine Angaben zu den Parteizielen der «(…)» machen (vgl. SEM-

Akten A18/20 F120 ff.). Weiter hat der Beschwerdeführer anlässlich der 

Anhörung zu Protokoll gegeben, dass er mit den Leuten, die hohe Posten 

in der Partei gehabt hätten, nichts zu tun gehabt habe (vgl. SEM-Akten 

A18/20 F122). Vor diesem Hintergrund sind seine Ausführungen in der 

Rechtsmitteleingabe, wonach er mit der Führungsebene beider Parteien in 

Kontakt gestanden habe, nicht nachvollziehbar. Eine weitere Unklarheit 

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ergibt sich bezüglich der Anzeigen bei der Polizei. Anlässlich der Anhörung 

gab er zu Protokoll, er sei zur Polizei gegangen und habe die Parteimitglie-

der der «(…)» informiert, dass er von Mitgliedern der «(…)» bedroht werde. 

Weder die Polizei noch seine Parteimitglieder hätten ihm geholfen. Eine 

Anzeige habe er nicht gemacht, jedoch sei gegen ihn eine von den Mitglie-

dern der «(…)» erstattet worden (vgl. SEM-Akten A18/20 F126 ff.). In der 

Rechtsmitteleingabe führt er im Widerspruch dazu aus, er habe gegen 

beide politischen Parteien eine Anzeige erstattet. Schliesslich ist mit der 

Vorinstanz festzustellen, dass Gegenstand der eingereichten Anzeige eine 

(…) war und diese damit in keinem Zusammenhang zu den Vorbringen des 

Beschwerdeführers steht.  

5.4  Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine 

im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Pakistan flüchtlingsrechtlich relevante 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat 

zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und 

das Asylgesuch abgelehnt.  

6.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

  

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7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Besch-

werdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG veran-

kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine 

Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakistan 

ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

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schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarer-

weise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug 

der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

7.4.1 In Pakistan herrscht keine landesweite Situation allgemeiner Gewalt, 

die zur Annahme führen müsste, jede dorthin zurückkehrende Person sei 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit konkret gefährdet. Der Wegweisungs-

vollzug ist daher generell zumutbar. 

7.4.2 Der Beschwerdeführer ist jung, gesund und hat das College besucht. 

Mit seinen Eltern und Brüdern, welche nach wie vor in B._______ leben, 

verfügt er über ein familiäres Beziehungsnetz. Sodann führte er aus, dass 

seine Familie der Mittelschicht angehöre und sie ein Haus besitzen würden 

(vgl. SEM-Akten A18/20 F56 ff.). Vor diesem Hintergrund ist nicht davon 

auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in eine existentielle Notlage gera-

ten wird. Allfällige anfängliche wirtschaftliche Reintegrationsschwierigkei-

ten stehen im Übrigen dem Vollzug nicht entgegen, da blosse soziale oder 

wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung be-

troffen ist (bspw. Mangel an Arbeitsplätzen), keine existenzbedrohende Si-

tuation zu begründen vermögen (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6 [S. 591 f.]). 

Der Vollzug der Wegweisung ist auch in individueller Hinsicht zumutbar.  

7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

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Seite 11 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Besch-

werdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischenver-

fügung vom 21. August 2018 die unentgeltliche Prozessführung gewährt 

wurde und den Akten keine Hinweise auf eine massgebende Veränderung 

der finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, sind keine Verfahrenskos-

ten zu erheben.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin 

 

 

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