# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74c0638d-5f59-5e0f-a3cf-af562d769b0e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 25.01.2022 SK 2019 300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-300_2022-01-25.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 19 300

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. Januar 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Schwendener (Präsidentin i.V.), 
Oberrichterin Grütter, Oberrichter Zuber
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin 1

und

E.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger 2

und

F.________
vertreten durch Rechtsanwalt G.________

Straf- und Zivilklägerin 3/Rechtsnachfolgerin von H.________

2

Gegenstand Hausfriedensbruch, Beschimpfung, versuchte Nötigung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 4. März 2019 (PEN 2017 405)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 4. März 2019 erkannte das Regionalgericht Bern-Mittelland (nachfol-
gend Vorinstanz) was folgt (pag. 1203 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen

1. Tätlichkeiten, angeblich begangen am 02.05.2015 in I.________, zN F.________ und 
E.________, wird infolge Verjährung eingestellt. 

2. Sachbeschädigung, angeblich begangen am 12.04.2016 in I.________, wird in Anwendung 
von Art. 52 StGB eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Sachentziehung und Versuchs dazu, angeblich mehrfach begangen in 
der Zeit vom 01.06.2016 - 11.06.2016 in I.________;

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und unter Auferlegung der diesbezüglichen Verfahrenskos-
ten von CHF 400.00 an den Kanton Bern.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Hausfriedensbruchs, begangen am 02.05.2015 in I.________, zN F.________ und 
H.________;

2. der Beschimpfung, mehrfach begangen in der Zeit vom 16.03.2015 - 02.05.2015 in I.________, 
zN E.________, C.________ und F.________;

3. der versuchten Nötigung, begangen am 18.05.2016 sowie in der Zeit vom 01.06.2016 - 
11.06.2016 in I.________, zN J.________;

4. der Tätlichkeiten, mehrfach begangen am 26.03.2016 und 12.04.2016 in I.________, zN 
F.________;

5. der geringfügigen Sachbeschädigung, begangen am 26.03.2016 in I.________, zN 
F.________;

und in Anwendung der Art. 22, 30, 34, 42/1+4, 44, 47, 49/1, 106, 126/1, 144/1 i.V.m. 172ter, 177/1, 
181, 186 StGB; Art. 426, 433 StPO

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verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total CHF 4‘800.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 15 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 600.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 6 Tage festgesetzt.

4. Zu den auf den Schuldspruch entfallenen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 4‘440.00.

Gebühren der Staatsanwaltschaft CHF 1'800.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 2'400.00
Total CHF 4'200.00

Entschädigung für Zeugen CHF 40.00
Kanzleiauslagen CHF 200.00
Total CHF 240.00

Total Verfahrenskosten CHF 4'440.00

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 3‘640.00.

5. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 10‘076.20 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) an die Straf- und Zivilklägerinnen C.________ und E.________.

6. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 8‘046.65 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) an die Straf- und Zivilklägerinnen F.________ und H.________.

IV.

Weiter wird verfügt:

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) mit Schrei-
ben vom 11. März 2019 fristgerecht die Berufung an (pag. 1211 f.). Die erstinstanz-
liche Urteilsbegründung datiert vom 25. Juli 2019 (pag. 1216 ff.) und wurde den 
Parteien gleichentags zugestellt (pag. 1274 f.).

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 24. August 2019 (zur Frage 
der Rechtzeitigkeit der Erklärung: vgl. Beschluss vom 17. Februar 2020, pag. 1326 
ff.) wurde das erstinstanzliche Urteil vom 4. März 2019 vollumfänglich angefochten 
(pag. 1283 ff.). Seitens der Generalstaatsanwaltschaft wurde mit Eingabe vom 
5. September 2019 auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichtet 
(pag. 1209 f.). Die übrigen Parteien (Eingabe Rechtsanwalt D.________ vom 16. 

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September 2019; Eingabe Rechtsanwalt G.________ vom 17. September 2021) 
verzichteten auf die Erhebung einer Anschlussberufung und beantragten im Falle 
der Nichteinhaltung der fristgemässen Einreichung der Berufungserklärung ein 
Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten (pag. 1310 ff., pag. 1319 ff.).

Mit Verfügung vom 13. März 2020 wurde dem Beschuldigten Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Verteidiger beigeordnet (pag. 1341 f.). Mit Eingabe vom 
5. Oktober 2021 teilte Rechtsanwalt G.________ mit, dass er sich an der oberin-
stanzlichen Berufungsverhandlung durch Rechtsanwältin K.________ substituieren 
lasse und H.________ zwischenzeitlich verstorben sei (pag. 1426). Mit Eingabe 
vom 15. November 2021 teilte Rechtsanwalt G.________ ferner mit, dass die Straf- 
und Zivilklägerin 3, F.________, gestützt auf Art. 121 Abs. 1 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) vollumfänglich in die Rechte ihres verstor-
benen Ehemannes, H.________, eintrete (pag. 1435 f.). Die Verteidigung sowie 
die Vertretung der Straf- und Zivilkläger 1+2 (E.________ und C.________) ver-
zichteten auf eine Stellungnahme zur Frage der Rechtsnachfolge (Eingabe 
Rechtsanwalt D.________ vom 7. Dezember 2021 [pag. 1455 f.], Eingabe Rechts-
anwalt B.________ vom 8. Dezember 2021 [pag. 1462]).

Mit Beschluss vom 28. Dezember 2021 wurde festgehalten, dass F.________ die 
Rechtsachfolge von H.________ angetreten habe (pag. 1476 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisanträge und Beweisergänzungen

3.1 Oberinstanzliche Beweisanträge

Der Beschuldigte stellte im Rahmen seiner Berufungserklärung vom 24. August 
2019 mehrere Beweisanträge (Einvernahme von L.________, M.________ und 
N.________, erneute Einvernahme von O.________, H.________, F.________, 
E.________, C.________, J.________; Beizug der Zivilakten CIV 19 1490 [BM 19 
218]; Nachstellung der Tathergänge vor Ort; pag. 1283 ff.). Die Rechtsvertreter der 
Straf- und Zivilkläger beantragten mit Eingaben vom 16. September 2019 (Eingabe 
Rechtsanwalt D.________, pag. 1311 ff.) und 17. September 2019 (Eingabe 
Rechtsanwalt G.________, pag. 1319 ff.) die Abweisung der gestellten Beweisan-
träge. 

Mit Beschluss vom 17. Februar 2020 wurden die Beweisanträge des Beschuldigten 
auf erneute Einvernahme von O.________, J.________ und H.________, auf 
Beizug weiterer Unterlagen aus dem Zivilverfahren CIV 19 1490 / BM 19 218 sowie 
auf «Nachstellen der einzelnen Tathergänge vor Ort» abgewiesen. Die Beweisan-
träge auf erneute Einvernahme von F.________, E.________ und C.________ 
wurden demgegenüber gutgeheissen (pag. 1326 ff.).

Mit Eingabe vom 7. Mai 2020 teilte die Verteidigung mit, dass die Eingabe des Be-
schuldigten vom 11. März 2020 als Wiedererwägung der abgewiesenen Beweisan-
träge zu verstehen sei (pag. 1349 f). Die Straf- und Zivilkläger beantragten darauf-
hin erneut die Abweisung der gestellten Beweisanträge des Beschuldigten (Einga-
be Rechtsanwalt G.________ vom 2. Juni 2020 [pag. 1368 f.]; Eingabe Rechtsan-
walt D.________ vom 18. Juni 2020 [pag. 1373 ff.]). Mit Beschluss vom 26. Juni 
2020 wurden die Beweisanträge des Beschuldigten (Einvernahme von 

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O.________, J.________, H.________, L.________, M.________ und 
N.________; Beizug Akten CIV 19 1490 / BM 19 218; «Nachstellen der einzelnen 
Tathergänge vor Ort») erneut abgewiesen (pag. 1383 ff.). 

Mit Eingabe vom 30. November 2021 stellte die Verteidigung den Antrag auf Editi-
on der Strafakten BM 13 47347, BM 13 33676, BM 15 23699, und BM 16 26334 
(pag. 1449 f.). Von Seiten der Straf- und Zivilkläger wurde die Abweisung des ge-
stellten Antrags auf Aktenedition beantragt (Eingabe Rechtsanwalt D.________ 
vom 7. Dezember 2021 [pag. 1455 f.]; Eingabe Rechtsanwalt G.________ vom 8. 
Dezember 2021 [pag. 1464 f.]). Mit Beschluss vom 28. Dezember 2021 wurde der 
gestellte Antrag von der Kammer abgewiesen (pag. 1476 ff.).

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden die vom Beschuldigten am 24. Au-
gust 2019 eingereichten Unterlagen (pag. 1294 ff.), die von Rechtsanwalt 
G.________ am 15. November 2021 eingereichten Auszüge der öffentlichen Ur-
kunde vom 15. März 2021 (pag. 1437 ff.) sowie die von der Verteidigung am Ver-
handlungstermin eingereichten Unterlagen (Fotodokumentation und Schreiben) zu 
den Akten erkannt (pag. 1550 ff., pag. 1495 f.).

3.2 Beweisergänzungen von Amtes wegen

Von Amtes wegen wurde der Todesschein (datierend vom 7. Oktober 2021) betref-
fend H.________ eingeholt (pag. 1429 f., zur Rechtsnachfolge: vgl. Ziff. 2. hier-
vor). Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden ferner ein aktueller Strafre-
gisterauszug (datierend vom 29. Dezember 2021, pag. 1488) sowie ein Leumunds-
bericht (datierend vom 23. Dezember 2021, pag. 1480 ff.) über den Beschuldigten 
eingeholt.

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden sodann C.________, E.________, 
F.________ und der Beschuldigte ergänzend einvernommen (pag. 1497 ff.).

4. Anträge der Parteien

4.1 Verteidigung

Die Verteidigung stellte im Rahmen der Berufungsverhandlung folgende Anträge 
(Hervorhebungen im Original; pag. 1558 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 4. März 2019 hinsicht-
lich Ziff. I und II. sowie Ziff. III. 5. in Rechtskraft erwachsen ist.

II.

Herr A.________ vgt. sei

freizusprechen:

1. vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 02.05.2015 in I.________, z.N. 
F.________ und H.________, (Urteil Ziff. III. 1);

2. vom Vorwurf der Beschimpfung, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 16.03.2015 – 
02.05.2015 in I.________, z.N. E.________, C.________ und F.________, (Urteil Ziff. III. 2);

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3. vom Vorwurf der versuchten Nötigung, angeblich begangen am 18.05.2016 sowie in der Zeit 
vom 01.06.2016 – 11.06.2016 in I.________, z.N. J.________, (Urteil Ziff. III. 3);

4. vom Vorwurf der Tätlichkeiten, angeblich mehrfach begangen am 26.03.2016 und 12.04.2016 in 
I.________, z.N. F.________, (Urteil Ziff. III. 4);

unter Ausscheidung von 95% der erst- und 100% der oberinstanzlichen Verfahrenskosten und Aufer-
legung an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten 
im Umfang der Kostennote.

III.

Herr A.________ vgt. sei gestützt auf den rechtskräftigen Schuldspruch wegen geringfügiger Sachbe-
schädigung

zu verurteilen:

1. zu einer Übertretungsbusse von CHF 150.00;

2. zur Bezahlung von 5% der erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

IV.

Im Weiteren sei

zu verfügen:

1. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung sei gemäss Kostennote zu bestimmen.

2. Die erforderlichen weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

4.2 Straf- und Zivilkläger 1+2

Rechtsanwalt D.________ stellte im Rahmen der Berufungsverhandlung folgende 
Anträge (pag. 1565):

1. A.________ sei schuldig zu erklären wegen Beschimpfung, mehrfach begangen zwischen dem 
16.03.2015 und dem 02.05.2015 zum Nachteil von E.________ und C.________;

2. A.________ sei angemessen zu bestrafen;

3. Die Verfahrenskosten vor der ersten und zweiten Instanz (inkl. Kosten des Beschwerdeverfah-
rens) seien A.________ aufzuerlegen.

4. A.________ sei zu verurteilen den Privatklägern E.________ und C.________ gestützt auf Art. 
433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung für die notwendigen Aufwendungen im Verfahren vor der 
ersten Instanz zu bezahlen, ausmachend CHF 10'076.20 (inkl. Auslagen und MWSt);

5. A.________ sei zu verurteilen den Privatklägern E.________ und C.________ gestützt auf Art. 
436 Abs. 1 i.V.m. 433 Abs. 1 StPO eine angemessene Entschädigung für die notwendigen Auf-
wendungen im Verfahren vor der zweiten Instanz zu bezahlen, ausmachend 
CHF 6'554.20 (inkl. Auslagen und MWSt);

4.3 Straf- und Zivilklägerin3/Rechtsnachfolgerin des Straf- und Zivilklägers 4

Rechtsanwältin K.________ stellte im Rahmen der Berufungsverhandlung folgende 
Anträge (pag. 1546):

1. Die Berufung vom 24. August 2019 sei abzuweisen.

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2. Das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 4. März 2019 sei vollum-
fänglich zu bestätigen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklägers.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Ur-
teil in Teilen angefochten (vgl. Anträge der Verteidigung anlässlich der Berufungs-
verhandlung, Ziff. 4.1 hiervor). Es kann mithin festgestellt werden, dass die Einstel-
lungen (Anschuldigungen der Tätlichkeiten vom 2. Mai 2015 und Sachbeschädi-
gung vom 12. April 2016) und Freisprüche (Sachentziehung und Versuch dazu, 
angeblich mehrfach begangen zwischen 1. Juni 2016 und 11. Juni 2016) gemäss 
den Ziff. I. 1.+2. sowie II. des erstinstanzlichen Urteils (inkl. Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen) sowie der Schuldspruch gemäss der Ziff. III. 5. des erstinstanzlichen 
Urteils (geringfügige Sachbeschädigung vom 26. März 2016) nicht mehr Gegen-
stand des oberinstanzlichen Verfahrens und damit rechtskräftig geworden sind. Zu 
überprüfen sind demnach die erstinstanzlichen Schuldsprüche des Hausfriedens-
bruchs, der Beschimpfung (mehrfach), der versuchten Nötigung und der Tätlichkei-
ten (mehrfach) gemäss den Ziff. III. 1. bis 4. sowie gegebenenfalls die Strafzumes-
sung, inkl. jener für den rechtskräftig gewordenen Schuldspruch gemäss Ziff. III. 5. 
des erstinstanzlichen Urteils. Sodann ist über die dazugehörigen Verfahrenskosten 
und Entschädigungen neu zu entscheiden.

Die Kammer überprüft das Urteil mit voller Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO), ist 
aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten allerdings an das Verschlech-
terungsverbot (Verbot der sog. «reformatio in peius», Art. 391 Abs. 2 StPO) gebun-
den. Vom Verschlechterungsverbot grundsätzlich nicht erfasst ist die Höhe des Ta-
gessatzes (vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.3 f.). Dies wurde den Parteien anlässlich der 
Berufungsverhandlung eröffnet (pag. 1494).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung und zur Aussagen-
analyse im Besonderen kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1221 ff.). 

7. Vorbemerkungen

Für die oberinstanzlichen Vorbringen der Parteien wird vorab auf das Protokoll der 
Berufungsverhandlung verwiesen (pag. 1540 ff.).

Die Urteilsbegründung der Vorinstanz ist ausführlich und detailliert ausgefallen. Es 
kann vorweggenommen werden, dass sich die Kammer in vielen Punkten den Ar-
gumenten der Vorinstanz anschliesst und auf die zitierten Aussagen und deren 
sorgfältige Würdigung verwiesen werden kann. 

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8. Hausfriedensbruch

8.1 Vorwurf gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 1. des Strafbefehls vom 25. April 2017 – wel-
cher vorliegend als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – folgender Sachver-
halt vorgeworfen (pag. 898):

Hausfriedensbruch, begangen am 02.05.2016 [recte 02.05.2015].

Der Beschuldigte drang im Zuge einer zunächst verbalen und in der Folge körperlichen Auseinander-
setzung mit E.________, obwohl er zuvor darauf aufmerksam gemacht worden war, dass er in der 
Sondernutzungszone der Familie P.________ nicht erwünscht sei, in ebendiesen zur Sondernutzung 
gehörenden Eingangsbereich ein.

8.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Vorliegend ist unbestritten, dass es am 2. Mai 2015 zu einer Auseinandersetzung 
in der Q.________ .________ gekommen ist und sich der Beschuldigte im Zuge 
dieser Auseinandersetzung zwischenzeitlich in der Sondernutzungszone von 
F.________ und H.________ aufgehalten hat. Bestritten ist, dass der Beschul-
digte diese Sondernutzungszone wissentlich und willentlich (mehrfach) betreten 
hat. Der Beschuldigte bringt vor, er sei von E.________ gepackt und kurzzeitig in 
die Sondernutzungszone gezogen worden.

8.3 Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Kammer der Anzeigerapport vom 28. August 2015 
(pag. 92 f.) sowie die Aussagen des Beschuldigten (pag. 24 ff., pag. 562 ff., 
pag. 1181 ff., pag. 1524 ff.), die Aussagen von F.________ (pag. 96 ff. [insb. auch 
handschriftliche Notizen], pag. 491 ff., pag. 1177 ff., pag. 1512 ff.), die Aussagen 
von H.________ (pag. 472 ff.), von C.________ (pag. 461 ff., 
pag. 1171 ff., pag. 1497 ff.), von E.________ (pag. 431 ff., pag. 1174 ff., pag. 1505 
ff.) sowie von O.________ (pag. 540 ff.) vor.

Die Vorinstanz hat die massgebenden Beweismittel, die bereits dem erstinstanzli-
chen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend wiedergegeben und zusammengefasst; 
darauf kann vorab verwiesen werden (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1224 ff.). Soweit notwendig, wird im Rahmen der nachfolgenden Be-
weiswürdigung näher darauf eingegangen. Dies gilt auch für die oberinstanzlichen 
Beweisergänzungen.

8.4 Vorbemerkungen

Vorab ist festzuhalten, dass es sich bei dem zu beurteilenden Vorfall vom 
2. Mai 2015 um ein dynamisches Turbulenzgeschehen handelte. Bei solchen ist 
angesichts der beschränkten menschlichen Aufnahme-, Speicherungs- und Wie-
dergabefähigkeit einerseits eine in jeder Beziehung exakte nachträgliche Rekon-
struktion der gesamten Abläufe unmöglich, andererseits jedoch auch nicht erforder-
lich. Entscheidend ist vielmehr, ob aufgrund des gesamten Beweismaterials im 
Rahmen einer Gesamtbetrachtung sowie unter Einbezug auch von Erfahrungswer-
ten das zur Diskussion stehende Geschehen in seinen wesentlichen Grundzügen 
sachverhaltsmässig mit der erforderlichen Überzeugung derart festgestellt und ein-

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gegrenzt werden kann, dass damit die rechtlich relevanten Fragen beantwortet 
werden können. Gerade im Rahmen eines dynamischen Turbulenzgeschehens 
sind nachträgliche Angaben von Beteiligten zu den sich in eigener und fremder 
Bewegung abspielenden Abläufen naturgemäss mit Vorsicht aufzunehmen, weil 
sich erfahrungsgemäss tatsächliche Wahrnehmungen mit rekonstruierten «Erinne-
rungen» vermischen können. Auch die verschiedenen subjektiven Betroffenheits- 
und Interessenlagen können bewusst oder unbewusst einfliessen. Gewisse Wider-
sprüche und Ungereimtheiten sind natürlich, aus solchen allein darf nicht der 
Schluss gezogen werden, dass die Aussagen einer bestimmten Person insgesamt 
unglaubhaft oder gar unverwertbar wären. Es ist vielmehr eine Würdigung im Rah-
men einer Gesamtbetrachtung vorzunehmen.

8.5 Beweiswürdigung der Kammer

F.________ hat den Sachverhalt, welcher zum Betreten der Sondernutzungszone 
durch den Beschuldigten geführt haben soll, in etwa immer gleich geschildert. In ih-
ren handschriftlichen Notizen führte sie aus, dass sie den Beschuldigten wiederholt 
zum Gehen aufgefordert habe und sich Letzterer im Hausbereich mit E.________ 
angelegt und diesen am Pullover gepackt habe. Er habe sich befreien können und 
als E.________ C.________ aufgefordert habe, die Polizei anzurufen, habe der 
Beschuldigte ihn nochmals angreifen wollen, sei aber dann von O.________ 
zurückgehalten worden. E.________ habe dem Beschuldigten auch gesagt, dass 
sie im Privatbereich von F.________ und H.________ seien und der Beschuldig-
te diesen Bereich nicht betreten dürfe (pag. 99 ff.). Im Rahmen der staatsanwaltli-
chen Einvernahme wiederholte F.________, dass sie im Eingangsbereich gewesen 
seien, der Beschuldigte in den Raum gekommen sei und dort E.________ angegrif-
fen habe (pag. 496, Z. 161 f.). F.________ zeichnete die Standorte der anwesen-
den Personen im Zeitpunkt der beschriebenen Handgreiflichkeiten auf dem vorge-
legten Grundrissplan ein (pag. 495, Z. 134 ff., pag. 514). Im Rahmen dieser Aus-
einandersetzung hätten sie dem Beschuldigten gesagt, dass dies Privatbereich sei 
und er gehen solle. Der Beschuldigte sei dann wiedergekommen und habe 
E.________ erneut angegriffen, worauf ihn O.________ weggezogen habe (pag. 
496, Z. 154 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab 
F.________ gleichbleibend zu Protokoll, dass sie sich im Rahmen des Streits in 
den Bereich ihrer Haustüre (F.________ und H.________) zurückgezogen hätten 
(pag. 1177, Z. 39 f.). Der Beschuldigte sei zu ihnen gekommen und habe das Tor 
aufgerissen (pag. 1177, Z. 42 f.). Sie betonte erneut, dass er E.________ am Pull-
over gepackt und geschüttelt habe (pag. 1177, Z. 43 f.). Dann sei er kurz weg und 
anschliessend wieder zurückgekommen, wobei er E.________ gepackt und erneut 
geschüttelt habe. Möglicherweise sei der Beschuldigte noch ein drittes Mal zu ih-
nen gekommen (pag. 1178, Z. 3 ff.). F.________ wiederholte, dass sie im Ein-
gangsbereich in ihrer Sondernutzungszone gewesen seien und der Beschuldigte 
diesen Bereich betreten habe. Er sei mit beiden Füssen in diesem Bereich gestan-
den. Sie habe ihm das auch gesagt, dass er hier nichts zu suchen habe. Sie habe 
ihm gesagt, dass er nicht hinein zu kommen habe (pag. 1178, Z. 8 ff.). Die Aussa-
gen von F.________ anlässlich der Berufungsverhandlung waren nicht gleich de-
tailliert wie ihre früheren Aussagen. Dies ist allerdings nicht weiter erstaunlich, zu-
mal die Einvernahme gut sechseinhalb Jahre nach dem Vorfall vom 2. Mai 2015 

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stattfand. F.________ gab jedoch zu erkennen, wenn sie etwas nicht mehr wusste 
oder sich nicht sicher war. So konnte sie etwa nicht mehr genau sagen, ob der Be-
schuldigte dazumal auf dem türkisenen oder roten Teppich gestanden habe (pag. 
1514, Z. 19 ff.). Sie bestätigte jedoch, dass er sich innerhalb der Sondernutzungs-
zone befunden habe (pag. 1514, Z. 33 und Z. 36) und sprach auf erneute Nachfra-
ge von eineinhalb bis zwei Metern (pag. 1516, Z. 36). Sie wiederholte ferner, dass 
sie dem Beschuldigten an diesem Tag mehrmals gesagt habe, dass er im Ein-
gangsbereich nichts zu suchen habe (pag. 1516, Z. 16 ff.). Ob die beiden anderen 
ihm dies auch gesagt hätten, könne sie nicht mehr sagen (pag. 1516, Z. 22 ff.). Sie 
bestätigte schliesslich die Aussage von E.________ (vgl. nachfolgend), wonach die 
Türe zugezogen worden sei (pag. 1516, Z. 43 f.). Insgesamt waren die Aussagen 
von F.________ in den Kernpunkten konstant und im Wesentlichen übereinstim-
mend mit den Aussagen von E.________, C.________ und teilweise auch 
O.________ (vgl. nachfolgend). Dass sie gewisse Erinnerungslücken aufweist und 
nicht mehr alles genau einordnen kann, scheint aufgrund des Zeitablaufs und der 
Dynamik der Geschehnisse nachvollziehbar.

C.________ schilderte den Vorfall vom 2. Mai 2015 ähnlich wie F.________. Sie 
gestand ebenfalls Erinnerungslücken ein, was – wie hiervor bereits erwähnt – auf-
grund des dynamischen Ablauf der Geschehnisse und der zeitlichen Komponente 
(ihre erste Einvernahme fand erst eineinhalb Jahre nach dem Vorfall statt) nicht er-
staunt. C.________ wurde im vorliegenden Verfahren insgesamt drei Mal einver-
nommen. Bei der Staatsanwaltschaft gab sie zu Protokoll, dass E.________ sie 
(F.________ und C.________) aufgefordert habe, in den Eingangsbereich zu flüch-
ten (pag. 465, Z. 116 f.). Wenn sie es richtig im Kopf habe, sei der Beschuldigte 
vorerst zwei Mal auf E.________ losgegangen. Er sei dann nach unten gegangen 
und mit seiner Frau zurückgekehrt. Der Beschuldigte sei erneut in den Raum ge-
kommen und habe E.________ nochmal angreifen wollen, sei aber von seiner Frau 
zurückgezogen worden (pag. 465, Z. 126 ff.). Sie zeichnete den Ort der Auseinan-
dersetzung im vorgelegten Plan im roten Bereich ein (pag. 466, Z. 148 ff., pag. 
470). Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte sie ihre frühe-
ren Aussagen und wiederholte, dass E.________ aufgrund des Gebrülls nach oben 
gekommen sei und sie sich dann in den Eingangsbereich von F.________ und 
H.________ zurückgezogen hätten. Der Beschuldigte sei dann auf E.________ 
losgegangen. Daraufhin sei der Beschuldigte weggegangen und anschliessend mit 
seiner Frau zurückgekehrt. Als er nochmals auf E.________ habe losgehen wollen, 
habe ihn O.________ abgehalten (pag. 1171, Z. 28 ff.). C.________ betonte, dass 
der Beschuldigte den Eingangsbereich mehrfach betreten habe und E.________ 
ihm gesagt habe, dass er nicht in diesen Eingangsbereich kommen solle, da es 
sich um den Bereich von F.________ und H.________ handle. Ob F.________ 
dies dem Beschuldigten auch gesagt habe, wisse sie nicht mehr (pag. 1171, Z. 37 
ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung – welche gut sechseinhalb Jahre nach 
dem Vorfall vom 2. Mai 2015 stattfand – konnte sich C.________ zwar nicht mehr 
an alle Details erinnern, wiederholte indes ihre bisherigen Aussagen in den Kern-
punkten. So gab sie erneut zu Protokoll, dass der Beschuldigte in den Eingangsbe-
reich gekommen sei und sie sich gegen hinten in den Hauseingang zurückgezogen 
hätten (pag. 1500, Z. 7 f.). Der Beschuldigte sei richtig reingekommen, das wisse 

12

sie noch. Sie seien in diesen Bereich geflüchtet und der Beschuldigte habe auch 
reinkommen müssen, um auf E.________ loszugehen. Er sei ziemlich weit reinge-
kommen (pag. 1500, 20 ff.). Ihre Schwägerin (F.________) habe dem Beschuldig-
ten sicher mehr als einmal gesagt «das ist unsere Zone und du hast da nichts zu 
suchen». Möglicherweise habe E.________ ihm dies auch gesagt (pag. 1501, Z. 
29 ff.). Auf Frage, ob sie sich erinnern könne, dass der Beschuldigte E.________ 
an eine Wand gedrückt habe, erklärte sie, dass sie einfach wisse, wie er ihn ge-
packt habe (pag. 1500, Z. 32). Sie habe später die Polizei angerufen und habe 
auch nicht jede Bewegung des Beschuldigten gesehen (pag. 1501, Z. 9 f.). Die 
Aussagen von C.________ waren nicht übertrieben oder den Beschuldigten über 
Gebühr belastend. Sie legte offen, wenn sie etwas nicht (mehr) wusste oder nicht 
selber beobachtet hatte. Dies spricht gegen eine erfundene oder auswendig gelern-
te Geschichte. Würde C.________ den Beschuldigten zu Unrecht belasten wollen, 
wäre sie kaum um diese Präzisierungen bemüht gewesen und hätte weitaus kon-
kretere Beschuldigungen erheben können. 

Die Aussagen von E.________ entsprechen grundsätzlich den Aussagen von 
F.________ und C.________, ohne deren Darlegungen punktgenau zu wiederho-
len, was gegen eine Absprache spricht. Er schilderte die Geschehnisse vom 2. Mai 
2015 konstant und in sich widerspruchsfrei, war dabei um möglichst präzise Schil-
derungen bemüht, gestand aber auch ein, wenn er etwas nicht mehr wusste oder 
sich nicht sicher war. Bei der Staatsanwaltschaft gab er etwa zu Protokoll, dass sie 
sich zwischenzeitlich in den Privatraum von F.________ und H.________ 
zurückgezogen hätten (pag. 436, Z. 181 f.). Der Beschuldigte sei auf ihn zuge-
kommen und habe ihn Körper an Körper mit einer feuchten Aussprache an die 
Wand gedrückt (pag. 437, Z. 183 f.). Den Standort dieser körperlichen Auseinan-
dersetzung zeichnete E.________ auf dem vorgelegten Plan an der kurzen Wand 
nahe der Eingangstüre zur Wohnung ein (pag. 437, Z. 188 ff., pag. 442). Der Be-
schuldigte sei mindestens drei Mal in der Sondernutzungszone gewesen. 
F.________ und H.________ hätten dem Beschuldigten gesagt, dass er in den 
Privaträumen sei und gerade Hausfriedensbruch begehe (pag. 438, Z. 242 ff.). Bei 
der Vorinstanz wiederholte E.________, dass sie sich in den Eingangsbereich be-
geben hätten. Er sprach erstmals davon, dass sie das Tor bis auf einen Spalt zu-
gezogen hätten. Der Beschuldigte habe dieses zwei Mal geöffnet, ihn angegriffen 
und gegen die Wand gedrückt. Er sei dann nach unten gegangen und als er 
zurückgekehrt sei, habe der Beschuldigte ihn ein drittes Mal angreifen wollen, wo-
bei ihn O.________ zurückgehalten habe (pag. 1175, Z. 7 ff.). Vorgängig habe man 
dem Beschuldigten mehrmals gesagt, dass er Hausfriedensbruch begangen habe. 
F.________ habe ihm das mehrmals gesagt (pag. 1175, Z. 21 ff.). Anlässlich der 
Berufungsverhandlung wiederholte E.________ seine bisherigen Aussagen dahin-
gehend, dass der Beschuldigte mehrfach in den Bereich der Sondernutzungszone 
gekommen sei (pag. 1507, Z. 4) und sie das Holztor immer wieder zugezogen hät-
ten, bis so auf Spaltbreite. Ca. 3-4 Mal, so oft sei der Beschuldigte auch drin gewe-
sen (pag. 1507, Z. 37 ff.). Auf Frage, weshalb sie nicht einfach in die Wohnung ge-
gangen und abgeschlossen hätten, erklärte E.________, dass sie dies wahrschein-
lich gemacht hätten, wenn es noch mehr eskaliert wäre (pag. 1508., Z. 20 ff.). Dem 
Beschuldigten habe wahrscheinlich jeder mindestens einmal gesagt, dass er nicht 

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reinkommen dürfe. F.________ habe ihm von Anfang an gesagt, er habe hier 
nichts zu suchen, es sei ihr Bereich und er solle gehen (pag. 1508, Z. 27 ff.). 

H.________ konnte zum eigentlichen Kerngeschehen keine bzw. nur wenige An-
gaben machen. Seine Aussagen sprechen indes gegen einen Komplott gegen den 
Beschuldigten. H.________ gab nämlich an, dass er die Auseinandersetzung 
zwischen dem Beschuldigten und E.________ nur schlecht wahrgenommen habe. 
Er belastete den Beschuldigten nicht übermässig und gab an, dass er nicht gese-
hen habe, wie Letzterer auf E.________ eingewirkt habe. H.________ gab zwar 
zu Protokoll, dass sich der Streit langsam gegen den Hauseingang verlagert habe. 
Er war sich indes nicht mehr sicher, ob sich die beiden Streithähne in den Vorraum 
begeben haben oder nicht. Seine Aussagen helfen demnach bei der Klärung des 
Sachverhalts nicht wirklich weiter (pag. 474 ff.).

O.________ gab anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme an, dass sie 
die erste Phase des Streits am 2. Mai 2015 nicht mitbekommen habe und erst ganz 
am Schluss dazugestossen sei (pag. 542, Z. 57, Z. 75 ff.). Auch sprach sie davon, 
dass der Beschuldigte E.________ am Pullover gepackt und sie ihn zurückgezo-
gen bzw. zurückgerissen habe, was übereinstimmend von F.________, 
C.________ und E.________ geschildert wurde. Insofern können ihre Aussagen 
nicht per se als unglaubhaft bezeichnet werden. Wie die Vorinstanz aber zu Recht 
festgehalten hat, ergibt sich aus ihren Aussagen, dass sie den Beschuldigten mög-
lichst nicht belasten will, was auf Grund ihrer ehelichen Beziehung auch nachvoll-
ziehbar ist. So gab sie etwa zu Protokoll, dass er zuerst tätlich angegangen worden 
sei. Auch zur Frage des Betretens der Sondernutzungszone durch den Beschuldig-
ten machte sie eher ausweichende Angaben («Ein oder zwei Schritte kann sein» 
[Hervorhebung durch die Kammer], pag. 543, Z. 98). Auf ihre Aussagen kann daher 
nur bedingt abgestellt werden.

Der Beschuldigte wurde am 4. Mai 2015 und somit bereits zwei Tage nach dem 
Vorfall vom 2. Mai 2015 erstmals polizeilich in diesem Zusammenhang befragt. Auf 
die offene Frage, was am 2. Mai 2015 genau passiert sei, erklärte er relativ spon-
tan, angeführt von polizeilichen Nachfragen, den Sachverhalt aus seiner Sicht. Da-
bei gab er unter anderem an, dass E.________ seine Frau provoziert habe. Als er 
vor E.________ gestanden sei, habe ihn dieser geschubst oder geschlagen. Dar-
aufhin sei seine Frau zwischen sie gegangen und habe ihn weggezogen (pag. 26, 
Z. 112 ff., pag. 27, Z. 115 ff.). Die übrigen Personen (selbst die Ehefrau des Be-
schuldigten) gaben indes allesamt an, dass O.________ erst am Schluss dazuge-
stossen sei und den Beschuldigten weggezogen habe. Auf Frage, ob er den Kon-
takt mit E.________ am 2. Mai 2015 genauer erklären könne gab der Beschuldigte 
an, dass sich seine Ehefrau auf dem Weg zum Auto umgedreht habe und auf 
E.________ zugegangen sei. Sie hätten sich verbal ausgetauscht. Er sei auch auf 
E.________ zugegangen. Als sie voreinander gestanden hätten, habe er einen 
leichten Schlag mit der linken Hand im Brustbereich erhalten. Er habe den Schlag 
halbwegs abgewehrt, sei auf E.________ zugegangen und habe ihn mit beiden 
Händen am Pullover festgehalten (pag. 27, Z. 136 ff.). Dem Beschuldigten wurde 
anlässlich dieser Befragung auch die folgende offene Frage gestellt: «Wo haben 
sich die Personen am 02.05.2015 genau befunden?». Daraufhin antwortete er 

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«Beim ersten Kontakt mit C.________ und F.________, war es der Gartensitzplatz, 
welcher den Grundeigentümern gehört. Beim zweiten Kontakt mit E.________, 
C.________, F.________ und H.________, war es im Zugangsbereich der Woh-
nung. Dieser befindet sich im ehemaligen Bauerhaus im Eingangsbereich zur mitt-
leren Wohnung, wo die Schwiegereltern wohnen. Auf dem Plan ist dieser Bereich 
eingezeichnet als Sondernutzungsrecht. Das heisst, dass dies ein Bereich der ihrer 
Wohnung gehört.» (pag. 27 Z. 128 ff.). Wenige Tage nach dem Vorfall war sich der 
Beschuldigte somit selber sicher, dass er sich im Eingangsbereich der Wohnung 
seiner Schwiegereltern befunden hatte, einer Zone, die er selber klar als deren 
Sondernutzungsbereich deklarierte. Im Rahmen seiner staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme kam er darauf zurück und erklärte, dass die Sondernutzungszone 
nun klar definiert sei, weil dort jetzt eine Wand sei. Er habe wahrscheinlich mit dem 
linken Fuss einmal kurz auf der Sondernutzungszone gestanden und mit dem rech-
ten Fuss im allgemeinen Teil. Jedenfalls sei es ein Grenzbereich gewesen 
(pag. 567, Z. 163 ff.). Als er E.________ am Pullover genommen habe, sei er kurz 
in der Sondernutzungszone gewesen. Er habe nur einmal mit dem Fuss dort drin 
gestanden (pag. 567, Z. 173 ff.). Der Beschuldigte gab auf Nachfrage zu Protokoll, 
dass man ihm gesagt habe, er habe in der Sondernutzungszone nichts zu suchen 
(pag. 567, Z. 173 f.). Er habe das Gefühl, dass man über diesen Plan noch einmal 
sprechen müsse, worauf er im vorgelegten Plan seinen Standort mit einem Kreis 
genau auf der Grenze am Eingangstorbereich einzeichnete (pag. 567, Z. 162 ff. 
und pag. 581). Es ist wenig glaubhaft, wenn er sich in seinen Erstaussagen klar 
und unter detaillierten Angaben innerhalb der Baute positioniert und später dann 
aber lediglich am Tor, also ausserhalb, gestanden haben will, wobei sein linker 
Fuss evtl. auf den linksseitig gelegenen Eingangsbereich seiner Schwiegereltern 
gelangt sein soll. Die nachträgliche Verschiebung seiner Position, über eineinhalb 
Jahre nach dem Vorfall, erscheint als reine Schutzbehauptung. Es ist zudem noto-
risch, dass die tatnächsten Aussagen regelmässig zuverlässiger sind als jene, wel-
che in späteren Einvernahmen gemacht werden. Anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte dann erstmals, dass er von 
E.________ mit einem Fuss in die Sondernutzungszone gezogen worden sei. Er 
sei nie aktiv in die Sondernutzungszone hineingestanden (pag. 1182, Z. 28 ff.). Der 
Beschuldigte gab auch zu Protokoll, dass E.________ ihn in die Sondernutzungs-
zone gezogen habe, damit er ihn anzeigen könne (pag. 1183, Z. 1 f.). Dass er von 
ihm in die Sondernutzungszone gezogen worden sei, wiederholte er auch im Rah-
men der Berufungsverhandlung (pag. 1533, 33 ff.). Wie bereits die Vorinstanz zu 
Recht festgehalten hat, ist auch dies als reine Schutzbehauptung zu werten, wurde 
dieser doch wesentliche Einwand weder bei der Kantonspolizei noch bei der 
Staatsanwaltschaft geltend gemacht. Auch die Ehefrau des Beschuldigten hat nie 
von einem Hineinziehen in die Sondernutzungszone gesprochen. 

Insgesamt kann auf die diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten nicht abge-
stellt werden. Seine Behauptung, er sei von E.________ quasi in den Bereich «ge-
zogen» worden, erscheint im Gesamtkontext, insbesondere vor den Aussagen der 
anderen Personen, wonach er richtiggehend auf E.________ losgegangen sei und 
diesen auch gepackt habe, als reine Schutzbehauptung. Die Kammer geht nach 
dem Gesagten davon aus, dass sich der Beschuldigte im Rahmen der Auseinan-

15

dersetzung vom 2. Mai 2015 willentlich in der besagten Sondernutzungszone auf-
gehalten und es dort eine verbale bzw. körperliche Auseinandersetzung gegeben 
hat. Dass F.________, C.________ und E.________ die jeweiligen Standorte der 
beteiligten Personen nicht exakt gleich auf den vorgelegten Plänen eingezeichnet 
haben, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Fest steht, dass 
E.________ klar und glaubhaft aussagte, dass sie im «Privatraum» zurückgezogen 
gewesen seien und der Beschuldigte da auf ihn zugekommen sei (pag. 437 Z. 183 
ff.). Die Position zeichnete er innerhalb des Eingangsbereichs der Wohnung von 
F.________ und H.________ ein (pag. 442). Auch C.________ zeichnete den 
Kern der Auseinandersetzung zwischen E.________ und dem Beschuldigten in-
nerhalb des Gebäudes mit einem Kreis in den Eingangsbereich (pag. 470). 
Schliesslich wurde der Standort des Beschuldigten auch von F.________ innerhalb 
des Sondernutzungsbereichs eingezeichnet, wobei sie die vier Kreuze kopfüber mit 
je einem Buchstaben identifizierte («A.________» für den Vornamen des Beschul-
digten). Sein Standort ist bei diesem Szenario zwar näher beim Eingangstor, aber 
dennoch in der roten Zone. Dabei ist, wie bereits erwähnt, zu beachten, dass es 
sich bei der Auseinandersetzung um einen dynamischen Vorgang handelte und der 
Beschuldigte – gemäss den übereinstimmenden Aussagen von F.________, 
C.________ und E.________ – mehrmals zurückkam. Eine genaue Rekonstruktion 
der Abläufe ist unter diesen Umständen schwierig. Klar ist jedenfalls auch bei ihrer 
Darstellung, dass der Beschuldigte sich in der Sondernutzungszone aufhielt und 
nicht nur «mit einem Fuss kurz hineingeriet», wie dies von ihm behauptet wird.

8.6 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

In Anbetracht der übereinstimmenden Aussagen der Straf- und Zivilkläger im Ver-
hältnis mit den abweichenden Aussagen des Beschuldigten scheint klar, dass der 
Beschuldigte während der verbalen bzw. körperlichen Auseinandersetzung vom 
2. Mai 2015 den rot markierten Eingangsbereich von F.________ und 
H.________ wissentlich und willentlich betreten hat. Letztendlich ist unerheblich, 
wo genau er dabei gestanden hat und wie oft er sich in den Bereich begab, solange 
dies mindestens einmal gegen den Willen der Wohnberechtigten geschah. Die den 
Parteien vorgelegten Pläne sind die der öffentlichen Urkunde vom 15. März 2011 
(pag. 276 ff.) angehängten offiziellen Nutzungspläne (insb. pag. 319). Demnach ist 
klar, dass der rot markierte Bereich vor dem Wohnungseingang von F.________ 
und H.________ von den Vertragsparteien definierte Sondernutzungszone ist 
und ausschliesslich dem Eigentümer resp. den Wohnberechtigten der Parzelle 
R.________-Gbbl Nr. .________ vorbehalten ist. Dass die Straf- und Zivilkläger 
bzw. insbesondere F.________ den Beschuldigten aus dieser Zone weggewiesen 
haben, kann angesichts der übereinstimmenden Aussagen ebenfalls als erstellt be-
trachtet werden.

Die Kammer erachtet den angeklagten Sachverhalt nach dem Gesagten wie folgt 
als erstellt: Der Beschuldigte drang im Rahmen der verbalen bzw. teilweise auch 
körperlichen Auseinandersetzung (mit E.________) vom 2. Mai 2015 in den zur 
Sondernutzung gehörenden Eingangsbereich der Ehegatten F.________ und 
H.________ ein, obwohl er von den anwesenden Personen darauf aufmerksam 

16

gemacht worden war, dass er in ebendieser Sondernutzungszone nicht erwünscht 
ist.

9. Beschimpfung (mehrfach)

9.1 Vorwürfe gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 2. des Strafbefehls vom 25. April 2017 – wel-
cher vorliegend als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – folgender Sachver-
halt vorgeworfen (pag. 898):

Beschimpfung, mehrfach begangen zwischen dem 16.03.2015 und dem 02.05.2015, zN E.________, 
C.________ und F.________.

Der Beschuldigte betitelte E.________ als „Lügner“, „faule Sau“, „Vaganten“ und „Idiot“. C.________ 
steckte er mehrmals den Mittelfinger entgegen. Überdies nannte er sie „dumme Kuh“ und sagte sinn-
gemäss, „wenn seine Frau auch ein so dämliches Lachen hätte wie sie, würde er sich auch verga-
sen“. F.________ bezeichnete er überdies als „dumme Kuh“ und als „Arschloch“.

9.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschuldigte E.________ als «Lügner» be-
zeichnete und vor C.________ sinngemäss äusserte: «Wenn meine Frau auch ein 
so dämliches Lachen hätte wie du, würde ich mich auch vergasen». Bestritten ist 
indes, wie der Beschuldigte letztere Bemerkung genau geäussert hat sowie alle 
weiteren Beschimpfungen. 

9.3 Beweismittel

Betreffend die hierzu vorliegenden Beweismittel wird auf Ziff. 8.3 hiervor verwiesen. 
Ergänzend liegt der Kammer die E-Mail vom 23. April 2015 vor (pag. 53).

9.4 Erwägungen der Kammer

Die Vorinstanz würdigte die vorliegenden Beweismittel sorgfältig und treffend. Auf 
diese Ausführungen kann vorab verwiesen werden (S. 25 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 1240 ff.). 

F.________ erklärte in ihren handschriftlichen Notizen, dass sie und C.________ 
vom Beschuldigten am 2. Mai 2015 beschimpft worden seien («Arschloch» und 
blöde Kuh», pag. 100 f.). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 
wiederholte sie, dass der Beschuldigte C.________ «Schlämperlige» gesagt habe, 
«Chueh» und «ich weiss nicht noch was alles» (pag. 495, Z. 109 f.). Ihr habe er 
gesagt, sie sei ein «Arschloch» und «dummi Chueh». Sie könne die genauen Wor-
te nicht mehr wiedergeben, sie sei so erschrocken (pag. 495, Z. 115 f.). Auch an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sprach sie davon, dass der Be-
schuldigte am 2. Mai 2015 Beschimpfungen wie «blöde Kuh» ausgesprochen habe 
(pag. 1177, Z. 27 f.). Er habe sie mit «blöde Kuh» und «Arschloch» beschimpft. Al-
les wisse sie nicht mehr, vielleicht habe er auch noch mehr gesagt (pag. 1177, Z. 
31 ff.). An der Berufungsverhandlung wiederholte F.________ schliesslich, dass 
der Beschuldigte sie mit «Arschloch» bzw. ihre Schwägerin mit «blöde Kuh» be-
schimpft habe (pag. 1512, Z. 34 ff.). Es könne sein, dass er ihr gegenüber auch 
«blöde Kuh» gesagt habe, das wisse sie nicht mehr genau (pag. 1513, Z. 22). 

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F.________ machte im Verfahren gleichbleibende Aussagen und sprach konstant 
davon, dass der Beschuldigte sie und C.________ am 2. Mai 2015 mit «Schläm-
perlige» («blöde Kuh» und «Arschloch») beschimpft habe. Sie räumte ein, wenn sie 
etwas nicht mehr wusste bzw. sich nicht sicher war und belastete den Beschuldig-
ten nicht übermässig. 

C.________ sprach anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme von 
«struben» Beschimpfungen. Wortwörtlich könne sie es nicht mehr sagen. Der Be-
schuldigte habe F.________ mit «Arschloch und so» beschimpft. Jedes Detail wis-
se sie auch nicht mehr, es seien bald zwei Jahre vergangen (pag. 464, Z. 99 ff.). 
Sie hätten alle nichts gesagt und E.________ habe nicht provoziert (pag. 465, Z. 
139 ff.). An einem Morgen habe sie gehört, wie der Beschuldigte zu E.________ 
gesagt habe: «fahr ab Vagant, du ghörsch uf S.________, du hesch da obe nüm-
me z sueche» (pag. 467, Z. 190 f.). Einmal habe er auch gesagt, dass der «Kas-
perli und der Lügner» wieder da sei, an das Datum könne sie sich aber nicht erin-
nern (pag. 467, Z. 206 f.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wiederholte 
sie, dass der Beschuldigte sie mit «struben» Schimpfwörtern eingedeckt habe. Auf 
jeden Fall habe er «dumme Kuh» gesagt. Ihre Schwägerin habe er als «Arschloch» 
bezeichnet (pag. 1171, Z. 24 ff.). Auch E.________ habe er beschimpft (pag. 1171, 
Z. 29). Details wisse sie nicht mehr (pag. 1183, Z. 16). Anlässlich der Berufungs-
verhandlung gab C.________ zu Protokoll, dass ihr der Beschuldigte mehrfach den 
Mittelfinger gezeigt habe (pag. 1498, Z. 29 ff.). Auf Frage, ob der Beschuldigte ihr 
auch im Zeitraum vom 16. März 2015 bis 2. Mai 2015 den Mittelfinger gezeigt habe 
antwortete C.________: «Wenn ich mich richtig erinnere, ja. Ich muss aber ehrlich 
sagen, es ist so viel passiert. Ich weiss einfach, dass er dauernd etwas gemacht 
hat und mich nicht in Ruhe gelassen hat, solange ich dort oben war» (pag. 1499, Z. 
4 ff.). An die Beleidigungen des Beschuldigten gegen F.________ und E.________ 
könne sie sich schon erinnern. Er habe ihr ganz «wüste» Wörter gesagt (pag. 
1499, Z. 10 ff.). «Arschloch» und «dumme Kuh». Ihr habe er «dumme Kuh» gesagt 
(pag. 1499, Z. 15 f.). Gegenüber E.________ habe sie es auch gehört. Er habe ihm 
«Schlämperlige» gesagt. Sie habe es unter anderem gehört und er habe es ihr 
auch gesagt. Wenn sie weg gewesen sei oder manchmal auch wenn sie da gewe-
sen sei, habe er im Vorbeigehen gesagt «jetzt ist der Kasperli wieder da», «fahr 
ab», «du hast hier nichts zu suchen» (pag. 1499, Z. 37 ff.). C.________ schilderte 
die von ihr gehörten Beschimpfungen im gesamten Verfahren konstant. Sie konnte 
sich indes nicht an alle Details erinnern, was ohne Weiteres dem Zeitablauf ge-
schuldet sein kann. Sie gestand ferner Erinnerungslücken ein, was gegen eine er-
fundene Geschichte und gegen übermässige Belastung spricht.

E.________ erklärte anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, dass 
der Beschuldigte C.________ mit «Kühen und «Arschlöcher» bezeichnet habe 
(pag. 435, Z. 141 ff.). Der Beschuldigte sei zunächst auf F.________ los und habe 
sie beschimpft (pag. 436, Z. 146 f.). Er sei dann auch auf C.________ los und habe 
sie gefragt, ob sie nicht lesen könne, sie «dumme Kuh» (pag. 436, Z. 148 ff.). An 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab E.________ zu Protokoll, dass ihn der 
Beschuldigte mit einer ganzen Palette von Schimpfwörtern wie «Arschloch», «Va-
gant», «faule Sau» etc. beschimpft habe. Es sei alles aufgeschrieben. Er habe ihn 
auch einen «Lügner» und «Chasperli» genannt (pag. 1174, Z. 28 ff.). Der Beschul-

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digte habe die beiden Frauen am 2. Mai 2015 als «blöde Kühe» und «Arschloch» 
beschimpft (pag. 1174, Z. 43). Auch im Rahmen der Berufungsverhandlung wie-
derholte er seine bisherigen Aussagen im Wesentlichen gleichbleibend. Der Be-
schuldigte habe ihn als «Vagant», «Idiot» und «Arschloch» bezeichnet, manchmal 
bis zu sechs Mal am Tag (pag.1506, Z. 12 ff.). C.________ habe diese Beleidigun-
gen manchmal gehört (pag. 1506, Z. 19 ff.). Die beiden Frauen habe der Beschul-
digte am 2. Mai 2015 als «Kuh» und «Arschlöcher» beschimpft (pag. 1506, Z. 36). 
E.________ machte ausführliche sowie konstante Angaben zu den Beschimpfun-
gen und differenzierte sorgfältig, was er selber gehört und was ihm C.________ er-
zählt hat. 

H.________ bestätigte im Rahmen seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, 
dass er am 2. Mai 2015 draussen ein «übles Wortgefecht» gehört habe. Er wisse 
es aber nicht mehr im Detail, es sei schon so lange her (pag. 475, Z. 85 ff.). Seine 
Aussagen helfen zur Klärung des Sachverhalts daher nur bedingt weiter.

Dasselbe gilt für die Aussagen von O.________. Sie gab bei der Staatsanwalt-
schaft zu Protokoll, dass Schimpfwörter gefallen seien. Sie könne aber nicht sagen 
von wem an wen. Von C.________ allerdings nicht. Sie sei nicht eine, die 
Schimpfwörter benutze. Ihre (O.________) Ohren würden taub werden, wenn sie 
Schimpfwörter höre (pag. 543, Z. 105 ff.). O.________ konnte zwar keine näheren 
Angaben machen, auch sie sprach jedoch von einem Streit bzw. benutzten 
Schimpfwörtern. Es ist davon auszugehen, dass sie konkretere Ausführungen ma-
chen könnte, wenn sich allfällige Beschimpfungen/Vorwürfe direkt an sie gerichtet 
hätten (vgl. nachfolgend die Aussage des Beschuldigten, wonach E.________ sei-
ne Frau mit Vorwürfen überhäuft habe). 

Der Beschuldigte wurde im Rahmen seiner ersten Einvernahme nicht direkt auf die 
ihm vorgeworfenen Beschimpfungen angesprochen. Er erzählte betreffend den 
Vorfall vom 2. Mai 2015, dass er von E.________ geschubst oder geschlagen und 
von H.________ als «dumme Siech» beschimpft worden sei. Von weiteren Be-
schimpfungen ihm gegenüber war nicht die Rede (vgl. etwa pag. 26, Z. 114; 
pag. 27, Z. 120 f.; pag. 27, Z. 144). Der Beschuldigte gab ferner zu Protokoll, dass 
er am 23. April 2015 von E.________ mit dem iPad gefilmt worden sei. Er habe ihm 
und C.________ dann per E-Mail mitgeteilt, dass er im Wiederholungsfall gegen 
sie vorgehen werde (pag. 25, Z. 32 ff. und Z. 57 f.). Die besagte E-Mail befindet 
sich in den Akten. Nebst den Ausführungen zum Wiederholungsfall findet sich darin 
die an E.________ gerichtete Bemerkung «Lügner» (pag. 53). Bei der Staatsan-
waltschaft stritt der Beschuldigte ab, die beiden Frauen am 2. Mai 2015 beschimpft 
zu haben. Er habe aus früheren Verfahren gelernt. Er habe C.________ einfach 
gesagt, dass sie verschwinden solle. Dass sie «Kühe» seien oder gar «Arschloch» 
habe er nicht gesagt, dies würde er einer Frau nie sagen. Er vermute, dass sich die 
Parteien abgesprochen hätten (pag. 565, Z. 111 ff.). Es gebe einen Satz, den er 
gesagt habe, als C.________ durchgelaufen sei, den habe er in sich rein «ge-
brümmelet», wahrscheinlich etwas lauter. Dieser habe gelautet: «wenn meine Frau 
so ein dummes lachen hätte, würde ich mich auch vergasen». Er sei ca. fünf Stun-
den vorher mit dem Hund vorbeigelaufen und die beiden (C.________ und 
E.________) hätten sich über ihn lustig gemacht (pag. 566, Z. 124 ff.). Er habe 

19

E.________ nicht als Idioten bezeichnet (pag. 567, Z. 188 f.), ihn im laufenden Ver-
fahren nie beschimpft (pag. 569, Z. 242) und es stimme nicht, dass er C.________ 
mehrfach den erhobenen Mittelfinger gezeigt habe (pag. 569, Z. 244 ff.). Anlässlich 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung änderte 
sich das Aussageverhalten des Beschuldigten dahingehend, dass er die zuvor 
noch abgestrittenen Beschimpfungen etwas relativierte. So gab er bei der Vorin-
stanz etwa an, er habe E.________ lange vor der angezeigten Zeit «Vagant», «fau-
le Sau» und «Idiot» gesagt (pag. 1182, Z. 1 f.). Auf Vorhalt des Tatvorwurfs der 
Beschimpfungen erklärte der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung, ihm sei 
nicht bewusst, dass er E.________ dies gesagt habe. Er habe einmal in einer E-
Mail geschrieben, man könne auch sagen, er sei ein «Lügner». (pag. 1530, Z. 29 
ff.). Auf erneute Nachfrage gab der Beschuldigte folgende Antwort: «Wieso sollte 
ich ihm das sagen? In einem E-Mail habe ich mal «Lügner» geschrieben. Ansons-
ten stehe ich hinter dem, was schon im Protokoll steht. Das ist jetzt fünf Jahre her 
und ich kann mich nicht an jedes Detail erinnern.» (pag. 1530, Z. 39 ff.; Hervorhe-
bung durch die Kammer). Auf Vorhalt der vorgeworfenen Beschimpfungen ge-
genüber C.________ (mehrfach erhobener Mittelfinger gezeigt, als «dumme Kuh 
bezeichnet» und gesagt, wenn seine Frau auch so ein dämliches Lachen hätte wie 
C.________, würde er sich auch vergasen) gab der Beschuldigte an, dass er sich 
an die vorherigen Sachen nicht erinnern könne. Die letzte Aussage habe einen Hin-
tergrund. Er sei dazumal nach unten gegangen und da habe er gehört «ah lu da, dr 
A.________ chunnt, was het är äch wieder». Sie habe blöd gelacht und sei dann 
später nach oben gekommen, da habe er dies vor sich hin «brümmelet» (pag. 
1531, Z. 5 ff.). Er sei auf keine Art und Weise auf sie zugegangen und sei wahr-
scheinlich am Rasenmähen gewesen (pag. 1531, Z. 18 ff.). Auf Vorhalt, dass 
C.________ dies in solch einem Fall kaum gehört hätte, erklärte der Beschuldigte, 
er sei wahrscheinlich «am rächen oder irgendetwas» gewesen (pag. 1531, Z. 24 f.). 
Der Beschuldigte bestritt schliesslich, F.________ als «dumme Kuh» und «Arsch-
loch» bezeichnet zu haben (pag. 1533, Z. 12 ff.). Auffällig ist, dass der Beschuldig-
te seine Aussagen im Verlauf des Verfahrens relativiere und er stets bemüht war, 
sich selber als «Opfer» darzustellen, die anderen beteiligten Personen schlecht zu 
machen und zu beschuldigen. 

Wie die Vorinstanz richtigerweise festgehalten hat, weichen die Aussagen von 
E.________, C.________ und F.________ nur minimal voneinander ab und wur-
den konstant und widerspruchsfrei wiedergegeben. Kleinere Abweichungen und Er-
innerungslücken sind gerade nach so einer langen Zeit nachvollziehbar und lassen 
die besagten Aussagen noch nicht als unglaubhaft erscheinen. Solche sprechen 
vielmehr gegen eine erfundene bzw. abgesprochene Geschichte. Alle drei Perso-
nen sprachen davon, dass der Beschuldigte F.________ am 2. Mai 2015 als 
«dumme Kuh» und «Arschloch» und C.________ als «dumme Kuh» bezeichnet 
habe. Diese Angaben werden von der Kammer als glaubhaft erachtet und werden 
letztlich auch von O.________ und H.________ gestützt, welche in Bezug auf die 
Geschehnisse vom 2. Mai 2015 von Beschimpfungen und einem üblen Wortgefecht 
sprachen (ohne dies jedoch näher zu konkretisieren). Dass gegenüber dem Be-
schuldigten von Seiten der beiden Frauen auch Beschimpfungen ausgesprochen 
wurden, ergibt sich nicht aus den Akten und wurde vom Beschuldigten auch nicht 

20

geltend gemacht. Lediglich die Beschimpfung durch H.________ wurde vom Be-
schuldigten zur Anzeige gebracht (pag. 14 ff., pag. 22 f.). 

Weiter geht die Kammer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon aus, dass 
der Beschuldigte in der Zeit vor dem 2. Mai 2015 weitere Schimpfwörter wie «faule 
Sau», «Vaganten» und «Idiot» gegenüber E.________ geäussert hat. E.________ 
schilderte die besagten Beschimpfungen widerspruchsfrei und gleichbleibend. In 
Bezug auf die Beschimpfung als «Vaganten» wurde seine Aussage ferner von 
C.________ bestätigt, welche besagte Äusserung des Beschuldigten ebenfalls 
gehört und zu Protokoll gegeben hat. Dass sich die besagten Beschimpfungen zeit-
lich nicht mehr genau einordnen lassen, ist wohl auf die häufigen Streitigkeiten und 
das seit mehreren Jahren bestehende angespannte Verhältnis zwischen dem Be-
schuldigten und E.________ zurückzuführen. Die Kammer stellt diesbezüglich auf 
die glaubhaften Aussagen von E.________ ab. Wie bereits die Vorinstanz erachtet 
auch die Kammer die allgemeinen Beteuerungen des Beschuldigten, aus früheren 
Verurteilungen gelernt zu haben und niemanden mehr zu beschimpfen, als nicht 
glaubhaft. Mit dem Eingeständnis, den Ausspruch mit dem «Vergasen» gemacht zu 
haben und der E-Mail, in welcher E.________ als «Lügner» bezeichnet wird, wider-
legt der Beschuldigte seine Beteuerungen gleich selber. Ob der Beschuldigte die 
Bemerkung betreffend «Vergasen» direkt am Zaun oder im Vorbeilaufen gegenü-
ber C.________ geäussert hat, spielt letztlich keine Rolle. Unbestritten ist, dass 
dieser Ausspruch an sie gerichtet und von ihr auch gehört worden ist. Wie bereits 
die Vorinstanz festgestellt hat, liegen in Bezug auf das (mehrfache) Zeigen des Mit-
telfingers einzig die Aussagen von C.________ vor. Aufgrund der dazumal beste-
henden Gesamtsituation und den übrigen glaubhaften Aussagen von C.________ 
stellt die Kammer auch diesbezüglich auf ihre Angaben ab. 

9.5 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Die Kammer stützt nach dem Gesagten insbesondere auf die Aussagen von 
F.________, C.________ und E.________ ab, wonach es zu den angeklagten Be-
schimpfungen gekommen ist. Hierbei liess sich nicht erstellen, dass sich 
F.________, C.________ oder E.________ gegenüber dem Beschuldigten als 
Provokation ungebührlich verhalten oder ihn gar beschimpft hätten.

Der angeklagte Sachverhalt wird wie folgt als erstellt erachtet: Der Beschuldigte 
bezeichnete E.________ als «Lügner», «faule Sau», «Vaganten» und «Idiot». 
C.________ steckte er mehrmals den Mittelfinger entgegen. Überdies nannte er sie 
«dumme Kuh» und sagte sinngemäss, «wenn meine Frau auch ein so dämliches 
Lachen hätte wie du, würde ich mich auch vergasen». F.________ bezeichnete er 
überdies als «dumme Kuh» und als «Arschloch».

21

10. Versuchte Nötigung (mehrfach)

10.1 Vorwurf gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 3. des Strafbefehls vom 25. April 2017 – wel-
cher vorliegend als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – folgender Sachver-
halt vorgeworfen (pag. 898):

Versuchte Nötigung, mehrfach begangen am 18.05.2016 sowie vom 01.06.2016 - 11.06.2016, zN 
J.________.

Der Beschuldigte verfasste am 18.05.2016 gemeinsam mit seiner Ehefrau, O.________, ein Schrei-
ben an die Adresse von J.________, in welchem sie diesem gegenüber ankündigten, den Parkplatz 
im Wagenschopf, der vermeintlich zur Sondernutzungszone von J.________ gehörte, ab 01.06.2016 
als Pfand zu nehmen. Sie hielten diesen an, dafür besorgt zu sein, dass seine Mieter den Parkplatz 
per 01.06.2016 geräumt hätten. Mit diesem Vorgehen beabsichtigten A.________ und O.________, 
J.________ zum Einlenken bezüglich des langandauernden Streits um das gemeinsame Eigentum an 
der Liegenschaft Q.________ .________ in .________ I.________ zu bewegen.

In der Zeit von 01.06.2016 bis 11.06.2016 stellte er seine Fahrzeuge T.________ und U.________ 
bewusst dergestalt vor bzw. neben die Fahrzeuge der Familie W.________ (Motorrad und 
V.________), dass diese in ihrer Freiheit, ihre Fahrzeuge zu verwenden eingeschränkt waren. Auch 
damit beabsichtigte er, den Vermieter der Familie W.________, J.________, zum Einlenken bezüglich 
der zivilrechtlichen Streitigkeit zu bewegen.

10.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte das gemeinsam mit seiner Ehefrau ver-
fasste Schreiben vom 18. Mai 2016 an J.________ verschickt und im angeklagten 
Zeitraum seine Fahrzeuge neben bzw. vor den Fahrzeugen der damaligen Mieter 
abgestellt hat. Bestritten wird vom Beschuldigten indes, dass dies in Nötigungsab-
sicht geschehen sei (vgl. hierzu insbesondere auch die rechtlichen Ausführungen 
unter Ziff. 14. hiernach).

10.3 Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Kammer das Schreiben vom 18. Mai 2016 (pag. 354 f.), 
die Fotografien bzw. Screenshots (pag. 358 ff.), die Aussagen des Beschuldigten 
(pag. 562 ff., pag. 1181 ff., pag. 1524 ff.), die Aussagen von X.________ 
(pag. 446 ff.), von Y.________ (pag. 452 ff., pag. 1169 f.), von F.________, pag. 
491 ff., pag. 1512 ff.), von J.________ (pag. 515 ff., pag. 1114 f., pag. 1167 f.), von 
O.________ (pag. 540 ff., pag. 1116 f.) sowie H.________ (pag. 472 ff.) vor.

Die Vorinstanz hat die massgebenden Beweismittel, die bereits dem erstinstanzli-
chen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend wiedergegeben und zusammengefasst; 
darauf kann vorab verwiesen werden (S. 28 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1243 ff.). Soweit notwendig, wird im Rahmen der nachfolgenden Be-
weiswürdigung näher darauf eingegangen. Dies gilt auch für die oberinstanzlichen 
Beweisergänzungen.

10.4 Vorbemerkungen

Im Zuge der Parzellierungs- und Abtretungsurkunde vom 15. März 2011 wurden 
die drei Schopfparkplätze zugeordnet (durch die unter Ziff. IV/2, S. 22, pag. 297, 

22

als schwarze Schraffierung genannte und in den angehängten Plänen, pag. 319, 
zugeordneten reglementarische Sondernutzungsrechte, genannt in Art. 11 des Re-
glements, pag. 330). Im Plan auf pag. 319 ist Norden an der linken unteren Ecke 
des DIN-A4 Blattes, d.h. der auf dem Plan oberste Parkplatz, welcher zu 
R.________-Gbbl Nr. .________ und somit rechtlich dem Beschuldigten und seiner 
Ehefrau gehört, ist bei korrekter Ausrichtung «am weitesten südlich». Es ist dieser 
Platz, welcher irrtümlicherweise als jener von J.________, R.________-Gbbl Nr. 
.________, angesehen und entsprechend von ihm genutzt wurde (vgl. auch pag. 
368). Der Beschuldigte und seine Ehefrau nutzten im Gegenzug den nördlichsten 
(unteren) Platz, welcher eigentlich J.________ gehört hätte. Dieser Umstand spielt 
vorliegend nicht so eine grosse Rolle. Beide Parteien befanden sich im relevanten 
Zeitpunkt offenbar im übereinstimmenden Irrtum über die wahre Eigentümerschaft. 
Ohne die zivilrechtlichen Fragen dahinter zu klären, kann festgehalten werden, 
dass sich beide Eigentümer zumindest obligationenrechtlich übereinstimmend ge-
genseitig den Besitz an den Parkplätzen eingeräumt hatten und die stillschweigen-
de «Abmachung» bestand, dass sie die Parkplätze übers Kreuz benutzen würden.

F.________ und H.________ hatten derweilen am mittleren Parkplatz aussch-
liessliche Berechtigung, dies kraft Zuteilung als reglementarisches Sondernut-
zungsrecht zu R.________-Gbbl Nr. .________ und kraft lebenslangem Wohnrecht 
an diesem Stockwerkeigentum samt zugehörenden Räumlichkeiten und Neben-
räumen. 

10.5 Erwägungen der Kammer

Der angeklagte Sachverhalt ist im Wesentlichen unbestritten (vgl. Ziff. 10.2 hier-
vor). Es kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (S. 35 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1250):

Vorliegend erübrigt sich eine eingehende Analyse der einzelnen Aussagen. Es ist nicht bestritten, 
dass das Schreiben vom 18.05.2016 von A.________ verfasst, mitunterzeichnet und an J.________ 
gesandt worden ist. Bestritten wird einfach, dass mit diesem Schreiben Druck hätte ausgeübt werden 
sollen (Aussage der Mitbeschuldigten O.________). Ebenfalls unbestritten ist, dass A.________ sei-
nen T.________ auf das von Y.________ und X.________ benutzte Parkfeld hinstellte und so ver-
unmöglicht hat, dass Y.________ sein an der Wand stehendes Motorrad, ohne der Gefahr einer Be-
schädigung des T.________ aus dem Wagenschopf zu manövrieren. Auch das Abstellen des 
U.________ vor dem mittleren Parkplatz, welches ein Hinausmanövrieren des dort parkierten 
V.________ von W.________ verunmöglicht hat, wird von A.________ nicht bestritten. Er sagt dazu 
einfach aus, dass er nie die Absicht gehabt habe, das Motorrad von Y.________ zu blockieren und es 
jederzeit möglich gewesen wäre ihn zu kontaktieren und seine Fahrzeuge innert Minuten hätten weg-
gestellt werden können.

Dass sich jedoch J.________ durch das erwähnte Schreiben unter Druck gesetzt gefühlt hat erscheint 
hier absolut nachvollziehbar. Er sollte durch das Schreiben zum Einlenken in einem lange andauern-
den Streit und zur Leistung von Zahlungen gebracht werden. Zudem war er auf die Einnahmen aus 
dem Mietverhältnis mit Y.________ und X.________ angewiesen. 

Das Gericht geht demzufolge vorliegend davon aus, dass A.________ mit dem Schreiben vom 
18.05.2016, mit der Androhung, den an W.________ vermieteten Parkplatz zu pfänden, J.________ 
dazu bringen wollte, wie bereits oben erwähnt, einerseits scheinbar offene Rechnungen zu beglei-

23

chen und andererseits in einem lang andauernden Streit um das gemeinsame Eigentum nun endlich 
eine Lösung zu suchen und vorwärts zu machen. 

Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte betreffend Zusammenhang zwi-
schen dem fraglichen Schreiben und der Blockierung der Fahrzeuge widersprüchli-
che Aussagen machte. Bei der Staatsanwaltschaft gab er hierzu etwa an, dass sie 
immer gesagt hätten, J.________ habe als Eigentümer nur einen Parkplatz zu 
vermieten. X.________ und Y.________, die damaligen Mieter von J.________, 
hätten aber immer zwei Autos hingestellt (pag. 575, Z. 435 ff.). Angesprochen auf 
das «Pfandrecht» erklärte der Beschuldigte unter anderem: «Wir wollten einfach 
mal sehen was passiert, ob er sich auch einmal bewegt. J.________ macht einfach 
nichts.» (pag. 576, Z. 458 f). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
gab der Beschuldigte sodann zu Protokoll, dass sie (X.________ und Y.________) 
nicht das Recht gehabt hätten, das zweite Fahrzeug dort dauerhaft abzustellen. Es 
habe ihn und seine Frau gestört, dass sie (X.________ und Y.________) die 
Frechheit gehabt hätten, die Autos einfach hintereinander zu parkieren (pag. 1183, 
Z. 16 ff.). Mit dem Parkieren und dem Blockieren der Autos hätten sie ein Zeichen 
setzen wollen, dass es so nicht gehe (pag. 1183, Z. 27 f.). Auch im Rahmen der 
Berufungsverhandlung sprach der Beschuldigte davon, dass die Mieter nur einen 
Parkplatz gehabt hätten (pag. 1536, Z. 18 ff.). Erst auf Vorhalt des Schreibens vom 
18. Mai 2016 bzw. dessen Inhalt erklärte der Beschuldigte, dass sie den Bauab-
schluss nie hätten machen können. J.________ habe diesen immer blockiert (pag. 
1536, Z. 29 f.). 

Im Brief vom 18. Mai 2016, welchen der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen 
vorverfasst und von seiner Ehefrau hat (mit-)unterzeichnen lassen (pag. 575, 
Z. 441), sind die Gründe für die beabsichtigte «Pfändung» des Parkplatzes von 
J.________ unmissverständlich dargelegt (pag. 354 f.): «Trotz zweier eindeutiger Ent-
scheide durch das Regionalgericht […] bist Du im Bezug auf die gerichtliche Vereinbarung vom 25. 
November 2013, gemäss eindeutigen Aussagen vom für die Bauabrechnung zuständigen Architekten 
Z.________, noch immer nicht kooperativ und behinderst seine vor der Schlichtungsbehörde am 25. 
November 2013 vereinbarten Abschlussarbeiten weiterhin. Da uns wegen des fehlenden Bauab-
schlusses von der AA.________ jährlich rund CHF 2'000.00 zu viel an Hypothekenzinsen verrechnet 
wird, haben wir uns entschlossen per 1. Juni 2016 den zu Deiner Liegenschaft gehörenden Parkplatz 
im Wagenschopf bis zum vollendeten Bauabschluss als Pfand (Kompensation der Kosten für den 
Mietzins) zu nehmen. Im Weiteren werden wir Dir zu einem späteren Zeitpunkt die uns seit dem 25. 
November 2013 entstandenen Mehrkosten (Zinsdifferenz) weiterbelasten. […]»

Die angedrohte «Pfandnahme» sollte gemäss dem besagten Brief so lange dauern, 
bis der Bauabschluss erledigt wäre. Am 11. Dezember 2015 schrieben der Be-
schuldigte und seine Ehefrau J.________ bereits sinngemäss, dass ohne den 
Bauabschluss auch der Konflikt zwischen ihnen und den Eltern/Schwiegereltern 
sowie «C.________ und E.________» nicht beigelegt werden könne. So sei das 
parallellaufende Strafverfahren zu Gunsten einer Mediation sistiert worden, wobei 
es aber unausweichlich sei, dass in derselben Zeit der Bauabschluss und somit der 
Konflikt zwischen den Parteien gelöst werden könne (pag. 726 f.). Primäres und 
auch explizit erklärtes Ziel der «Pfändung» war angesichts der vorliegenden Be-
weismittel, J.________ zur Kooperation resp. zum widerstandslosen Akzept in Be-

24

zug auf den Bauabschluss zu bewegen, dies einerseits, damit dem Beschuldigten 
und seiner Ehefrau kein Mehrzins auf der Hypothek mehr verrechnet würde und 
andererseits, damit sich so auch der Konflikt in der Q.________ entschärfen würde. 
J.________ erklärte in diesem Zusammenhang am 1. Oktober 2015 im Verfahren 
CIV 15 5241, weshalb die Abschlussarbeiten aus seiner Sicht noch nicht hätten 
beendet werden können. Er war der Auffassung, dass die Bewerkstelligung eines 
sauberen Bauabschlusses deutlich komplexer sei, insbesondere stellte er diesbe-
züglich selber Forderungen, welche es im Rahmen des Bauabschlusses zu erfüllen 
gelte, ansonsten die Situation wieder nicht endgültige geregelt sei (pag. 721 ff.). 

Dem Beschuldigten war gemäss eigenen Angaben klar, dass man einen Parkplatz 
nicht pfänden kann (pag. 1183, Z. 10 f.). Trotzdem stellte er dies in seinem Brief in 
Aussicht und «pfändete» den Parkplatz daraufhin, indem er seine Fahrzeuge ent-
sprechend abstellte. Gemeint war demnach nicht eine Pfändung im rechtlichen 
Sinne, sondern ein Blockieren bzw. eine Hinderung am Gebrauch (vgl. auch die 
Fotos, pag. 362 ff.). Der Beschuldigte war überdies der Meinung, dass sich die Mie-
ter bereits zu lange das Recht herausgenommen hatten, ihre beiden Fahrzeuge bei 
lediglich einem gemieteten Parkplatz hintereinander zu parkieren, statt einen zwei-
ten Parkplatz zu mieten und dass H.________ und F.________ nicht berechtigt 
waren, ihren zum Stockwerkeigentum gehörenden Parkplatz an Dritte zur Benut-
zung zu überlassen. Diesbezüglich stellte der Beschuldigte bei J.________ in sei-
nem Schreiben vom 18. Mai 2016 aber keine Forderungen, sondern wollte ihn mit 
der «Pfändung» offiziell nur dazu bewegen, mit dem Bauabschluss vorwärts zu 
machen. Auch O.________ erklärte, sie hätten versucht etwas zu machen, damit 
es vorwärtsgehe. Sie sagte aber auch, der Zweck des Schreibens sei gewesen, 
den Parkplatz zu belegen, für offene Rechnungen die sie noch hätten, quasi um die 
Rechnungen wieder rein zu bekommen (pag. 552, Z. 376 ff.). Auch sie war neben-
bei – wie der Beschuldigte – der Meinung, dass der Parkplatz von F.________ und 
H.________ nicht ohne ihre Zustimmung anderen vergeben werden dürfe (pag. 
553, Z. 440 ff.). Es ist durchaus einleuchtend, dass die vorgenommene Selbstjustiz 
im Zuge des langjährigen und vielschichtigen Streits in der Q.________ gleich 
mehrere Ziele erreichen sollte. Fest steht jedoch, dass diese weiteren Themen im 
ursprünglichen Schreiben nicht erwähnt wurden. Wenn auch bereits früher ein Kon-
flikt mit entsprechenden Schikanen betreffend die Parkplätze bestanden haben 
mag (vgl. bspw. pag. 722), so kann davon ausgegangen werden, dass J.________ 
mit dem Brief und den darin angedrohten Konsequenzen vom Beschuldigten (und 
seiner Ehefrau) primär dazu gebracht werden sollte, mit dem Bauabschluss vor-
wärts zu machen. O.________ und der Beschuldigte waren sich denn auch be-
wusst, dass ihre Aktion nicht korrekt war. O.________ sagte dazu aus, im Nach-
hinein sei es keine clevere Idee gewesen (pag. 552, Z. 377). Auch der Beschuldig-
te räumte fehlerhaftes Verhalten ein, indem er angab, sie könnten ganz klar sagen, 
dass sie diesen Schritt heute bedauern würden und aus diesem Grund hätten sie 
die Parkplätze auch schnell wieder freigegeben. Ihm sei erst mit der Anzeige be-
wusst geworden, dass man darüber hätte sprechen sollen (pag. 575 f., 
Z. 442 ff.). 

J.________ gab zu Protokoll, er habe sich aufgrund des Schreibens vom 
18. Mai 2016 unter Druck gesetzt gefühlt und habe Angst gehabt, die Mieter zu ver-

25

lieren (pag. 1167, Z. 17 f.). Wenn der Beschuldigte und seine Frau übereinstim-
mend aussagten, es sei nicht ihre Absicht gewesen, ihn unter Druck zu setzen, so 
ist dies als reine Schutzbehauptung zu werten. Sie beide gaben sinngemäss zu 
Protokoll, dass sie (auch) Bewegung in den bevorstehenden Bauabschluss hätten 
bringen wollen und dass J.________ dadurch zum Vorwärtsmachen habe bewegt 
werden sollen. Dies ergibt sich auch klar aus dem besagten Brief. Daran vermag 
die Tatsache nichts zu ändern, dass sich der Beschuldigte und seine Frau sowie 
J.________ im relevanten Zeitraum offenbar in übereinstimmendem Irrtum betref-
fend die eigentliche Eigentümerschaft der beiden äusseren Schopfparkplätze be-
funden und diese übers Kreuz benutzt haben (vgl. etwa pag. 516, Z. 49 ff., pag. 
517, Z. 53 ff.; pag. 554, Z. 463 ff.; vgl. auch Ziff. 10.4 hiervor). Zudem spielt es 
auch keine Rolle, dass die Mieter unbestrittenermassen auf den mittleren Parkplatz 
auswichen, der ihnen gemäss übereinstimmenden Aussagen von F.________, 
H.________ und X.________ unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde 
(pag. 449, Z. 89 ff., pag. 484, Z. 385 ff., pag. 509, Z. 598 ff.). J.________, welcher 
seinen Parkplatz vermietet hatte, konnte nach dem Gesagten mit der Androhung 
einer «Pfändung» «seines» Parkplatzes, den darauffolgenden unbestrittenen SMS 
an die Mieter sowie mit dem Zuparkieren ohne Weiteres in Bedrängnis gebracht 
werden, weil er sich ausserstande sah, so seinen mietrechtlichen Verpflichtungen 
nachzukommen. 

10.6 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet es nach dem Gesagten als erstellt, dass der Beschuldigte mit 
dem am 18. Mai 2016 verfassten Schreiben an J.________ («Pfändungsankündi-
gung») beabsichtigte, Letzteren zum Einlenken bezüglich des langandauernden 
Streits um das gemeinsame Eigentum an der Liegenschaft Q.________ .________ 
in .________ I.________ zu bewegen. Da der Parkplatz von den Mietern nicht 
geräumt wurde, stellte der Beschuldigte in der Zeit vom 1. Juni 2016 bis am 11. Ju-
ni 2016 seine Fahrzeuge T.________ und U.________ bewusst dergestalt vor bzw. 
neben die Fahrzeuge der Mieter (Motorrad und V.________), dass diese in ihrem 
Gebrauch eingeschränkt waren. Damit gilt auch der angeklagte Sachverhalt als er-
wiesen.

11. Tätlichkeiten (mehrfach)

11.1 Vorwürfe gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 5. des Strafbefehls vom 25. April 2017 – wel-
cher vorliegend als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – folgender Sachver-
halt vorgeworfen (pag. 898 f.):

Tätlichkeiten, mehrfach begangen am 26.03.2016 und 12.04.2016, zN F.________.

Der Beschuldigte riss F.________ anlässlich einer verbalen Auseinandersetzung vom 26.03.2016 ein 
Holzkonstrukt aus den Händen, wobei er derart fest zog, dass sie beim Gerangel Verletzungen im 
Brust- und Beckenbereich erlitt (Hämatome).

Am 12.04.2016 stiess der Beschuldigte F.________ nach einer verbalen Auseinandersetzung weg, 
worauf sie zu Boden fiel, wobei sie Hämatome im Bereich des rechten Ellbogens erlitt und langan-
dauernde Schmerzen verspürte.

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11.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Vorliegend ist unbestritten, dass es sowohl am 26. März 2016 wie auch am 12. 
April 2016 zu Auseinandersetzungen zwischen dem Beschuldigten und 
F.________ gekommen ist. Vom Beschuldigten wird ferner nicht bestritten, dass er 
F.________ am 26. März 2016 die Holzkonstruktion «AB.________» aus den Hän-
den gerissen hat. Bestritten ist demgegenüber, dass F.________ im Rahmen die-
ser beiden Auseinandersetzungen die geltend gemachten Verletzungen erlitten hat 
bzw. der Beschuldigte hierfür verantwortlich ist (26. März 2016: Verletzungen im 
Brust- und Beckenbereich [Hämatome]; 12. April 2016: Hämatome im Bereich des 
rechten Ellbogens und langandauernde Schmerzen).

11.3 Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Kammer der Anzeigerapport vom 11. Mai 2016 
(pag. 199 ff.), zwei Arztzeugnisse inkl. Fotografien (pag. 161 f., pag. 167 f.), die 
Aussagen des Beschuldigten (pag. 203 ff., pag. 562 ff., pag. 1181 ff., pag. 1524 ff.), 
von H.________ (pag. 472 ff.), von F.________ (pag. 491 ff., pag. 1177 ff., 
pag. 1512 ff.), von O.________ (pag. 216 ff., pag. 540 ff.) sowie von AC.________ 
(pag. 557 ff.) vor.

Die Vorinstanz hat die massgebenden Beweismittel, die bereits dem erstinstanzli-
chen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend wiedergegeben und zusammengefasst; 
darauf kann vorab verwiesen werden (S. 37 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1252 ff.). Soweit notwendig, wird im Rahmen der nachfolgenden Be-
weiswürdigung näher darauf eingegangen. Dies gilt auch für die oberinstanzlichen 
Beweisergänzungen.

11.4 Erwägungen der Kammer

Ad Vorfall vom 26. März 2016:

F.________ wurde zum Vorfall vom 26. März 2016 mehrfach befragt. Sie gab be-
treffend den Ablauf der Geschehnisse gleichbleibend zu Protokoll, dass der Be-
schuldigte ihr am besagten Tag die Holzkonstruktion «AB.________» aus den 
Händen gerissen und sie sich dagegen gewehrt bzw. diese richtig fest umklammert 
habe. Dabei sei sie verletzt worden (pag. 1518, Z. 16 ff.). Zur Entstehung der gel-
tend gemachten Verletzungen mutmasste sie bereits anlässlich ihrer ersten Ein-
vernahme, dass sie wohl durch ein Bein der Holzkonstruktion an der Seite getroffen 
worden sei. Die Verletzung an der Brust sei vom Wegreissen, weil sie dagegen ge-
halten und die Holzkonstruktion nicht ohne weiteres hergegeben habe (pag. 502, 
Z. 335 ff.). Bei der Vorinstanz und anlässlich der Berufungsverhandlung wiederhol-
te sie ihre Mutmassung, dass sie wahrscheinlich vom Bein der besagten Holzkon-
struktion am Rücken verletzt worden sei (pag. 1178, Z. 35 f.; pag. 1518, Z. 35 ff.). 
Dass sie keine genaueren Angaben zur Herkunft der Verletzungen machen konnte, 
ist angesichts des Zeitablaufs und der Dynamik der entsprechenden Vorfälle ohne 
Weiteres nachvollziehbar. F.________ gestand Erinnerungslücken ein und gab 
auch klar zu Protokoll, wenn sie etwas nicht mehr wusste oder unsicher war, was 
gegen eine erfundene respektive auswendig gelernte Geschichte spricht. 
F.________ belastete den Beschuldigten ferner nicht übermässig, sprach sie doch 
davon, dass sie vermutungsweise aufgrund der Holzkonstruktion verletzt worden 

27

sei. Hätte sie den Beschuldigten zu Unrecht belasten wollen, hätte sie weitaus 
schwerere Vorwürfe erheben können. Die Aussagen von F.________ werden 
schliesslich durch die sich in den Akten befindlichen Fotografien und die ärztlichen 
Feststellungen gestützt, welche ebenfalls für eine körperliche Auseinandersetzung 
bzw. ein Gerangel sprechen. 

Die Aussagen von H.________ helfen zur Klärung der Geschehnisse nur bedingt 
weiter. Zum Vorfall vom 26. März 2016 bzw. zur Frage, ob er anlässlich des fragli-
chen Streits dabei gewesen sei, gab er zu Protokoll, dass es zu lange her sei und 
er es nicht mehr wisse (pag. 477, Z. 177). Ob sich F.________ im Rahmen dieser 
Auseinandersetzung verletzt hat, konnte H.________ auch nicht sagen. Immerhin 
erklärte er, dass «är se desume gschlage het mit de Chistli und däm Züg» (pag. 
477, Z. 187 ff.), was die Angaben von F.________ im Grundsatz stützt und für ein 
nicht unwesentliches Gerangel spricht.

Die Mutter des Beschuldigten, AC.________, war beim Vorfall vom 26. März 2016 
(teilweise) anwesend. Sie gab zu Protokoll, dass es eskaliert sei und der Beschul-
digte F.________ ein «Holzbild mit einem Ruck aus den Händen» gerissen habe 
(pag. 558, Z. 40 ff., pag. 559, Z. 63). Zu den geltend gemachten Verletzungen von 
F.________ konnte AC.________ indes keine Angaben machen. Sie gab an, dass 
sie nichts gesehen habe (pag. 559, Z. 67). Erneut darauf angesprochen erklärte sie 
jedoch, dass sie nichts sagen könne, da sie die Kinder eingesammelt habe und 
dann mit ihnen in die Wohnung gegangen sei (pag. 559, Z. 76). Insofern helfen ihre 
Aussagen bei der Klärung des Sachverhaltes nur bedingt weiter.

O.________ schilderte betreffend den Vorfall vom 26. März 2016, dass dem Be-
schuldigten der Kragen geplatzt sei, weil F.________ an diesem Tag trotz des Ver-
bots wieder alles aus der Halle geholt habe. Sie erklärte übereinstimmend mit den 
Aussagen der übrigen Personen, dass der Beschuldigte F.________ die Holzkon-
struktion weggenommen habe. Sie sprach gar davon, dass F.________ den Be-
schuldigten habe wegstossen wollen, worauf er sie zurückgestossen habe und sie 
rückwärts gestolpert sei. Anschliessend sei er mit grossen Schritten wütend mit der 
Holzkonstruktion zum Geländer gegangen und habe diese nach unten geworfen. 
Zur Ursache der geltend gemachten Verletzungen erklärte sie, dass der Beschul-
digte F.________ einfach das «Kistli» weggerissen habe, vielleicht sei es im Zuge 
des Wegreissens dazu gekommen, aber das wisse sie nicht (pag. 545, Z. 172 ff.). 
Ihre Schilderungen des Streits entsprechen im Wesentlichen denjenigen von 
F.________ und AC.________. Auch wenn O.________ zu den Verletzungen kei-
ne genauen Angaben machen konnte, so mutmasste sie dennoch, dass 
F.________ im Gerangel durch die Holzkonstruktion verletzt worden sein könne. 
Dies entspricht den Mutmassungen von F.________. 

Der Beschuldigte gab zu, dass er am 26. März 2016 erbost darüber gewesen sei, 
dass F.________ und H.________ wiederholt sein Grundstück dekoriert hätten. 
Dies entspricht den Aussagen seiner Ehefrau, wonach ihm deshalb der Kragen ge-
platzt bzw. er wütend gewesen sei. Dass es im Rahmen dieses Vorfalls zu einem 
Gerangel um die Holzkonstruktion «AB.________» gekommen ist, wird vom Be-
schuldigten nicht bestritten. So sprach er bei der Staatsanwaltschaft etwa davon, 
dass F.________ das Holzkonstrukt nicht habe loslassen wollen, es gegen ihn ge-

28

stossen habe, sie darum gerangelt hätten und er es ihr anschliessend weggezogen 
habe (pag. 572, Z. 329 ff.). Dies wiederholte er auch bei der Vorinstanz (pag. 1184, 
Z. 8 ff.). Betreffend die geltend gemachten Verletzungen erklärte der Beschuldigte 
zunächst noch, er wisse nicht, wie man sich dabei Verletzungen habe zuziehen 
können (pag. 572, Z. 333 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
gab er an, er könne sich nicht vorstellen, dass sich F.________ dabei verletzt ha-
be. An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte schliesslich zu Protokoll, 
dass er mit den Verletzungen «grundsätzlich nichts zu tun» habe (pag. 1535, Z. 15 
f.).

Wie hiervor bereits festgestellt, wird der Ablauf der Geschehnisse im Wesentlichen 
nicht bestritten. Der Beschuldigte wollte F.________ die Holzkonstruktion 
«AB.________» am 26. März 2016 aus den Händen reissen, weil sie seiner An-
sicht nach einmal mehr unerlaubt sein Grundstück dekorierte. F.________ klam-
merte sich dabei an besagter Holzkonstruktion fest und der Beschuldigte musste – 
so schilderte dies etwa auch seine Ehefrau – daran reissen, um es F.________ 
wegzunehmen. Dass der Beschuldigte hierbei erbost und wütend gewesen ist, 
kann aufgrund der übereinstimmenden Schilderungen der anwesenden Personen 
als erstellt erachtet werden. Gemäss O.________ soll er dabei die Sachen zum 
Teil unsanft angepackt und an verschiedenen Orten «verruumt» haben (pag. 546, 
Z. 182 ff.). Dass bei einem solchen Gerangel um eine sperrige Holzkonstruktion, 
welche notabene noch zwei längliche Beine hat, Verletzungen im Brust- und Be-
ckenbereich entstehen können, ist ohne Weiteres nachvollziehbar. Dies umso 
mehr, als sich F.________ unbestrittenermassen daran geklammert und entspre-
chend ein gewisses Mass an Kraft aufgewendet werden musste, um ihr besagte 
Holzkonstruktion zu entreissen. Nach dem Gesagten kann betreffend den Vorfall 
vom 26. März 2016 auf die glaubhaften Aussagen von F.________ abgestellt wer-
den, welche im Kerngeschehen von den übrigen Personen und in Bezug auf die 
geltend gemachten Verletzungen von den aktenkundigen Fotografien und dem 
ärztlichen Zeugnis gestützt werden.

Ad Vorfall vom 12. April 2016:

F.________ machte zum Ablauf der Geschehnisse vom 12. April 2016 konstante 
Aussagen. Bei der Staatsanwaltschaft gab sie an, dass sie mit ihrer Tochter habe 
reden wollen. Der Beschuldigte sei dazugekommen und habe sie umgestossen. Er 
sei «cho ache z seckle und isch usgrastet» und habe ihr gesagt «was hesch du mi-
ni Frou a zfigge». Sie sei mit Wucht weggestossen worden, sei gestürzt und habe 
sich dabei die Verletzungen zugezogen, welche Dr. med. AD.________ am 14. 
April 2016 festgestellt habe (pag. 505, Z. 453 ff.). Die Verletzung am Arm erklärte 
sie sich damit, dass sie auf den Boden gefallen sei (pag. 506, Z. 483 ff.). Ihre Toch-
ter sei bei diesem Vorfall dabei gewesen (pag. 506, Z. 487 f.). Bei der Vorinstanz 
wiederholte sie ihre Schilderungen und erklärte erneut, dass der Beschuldigte 
während des Gesprächs mit ihrer Tochter gekommen sei und sie nach hinten ge-
stossen habe, wobei sie umgefallen und sich am Arm verletzt habe. Es habe sich 
um einen wuchtigen Stoss gehandelt und ihre Brille sei weggeflogen (pag. 1178, Z. 
38 ff., pag. 1179, Z. 9 ff.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung sprach sie 
erneut davon, dass der Beschuldigte die Treppe hinuntergerannt sei, sie «richtig 

29

überschossen» und gesagt habe, «du hesch mini Frou nid azfigge». Sie sei rück-
wärts gestürzt (pag. 1519, Z. 29 ff.). F.________ präzisierte vor der Kammer, dass 
sie nicht auf der Treppe gestanden sei (pag. 1519, Z. 40 ff., pag. 1520, Z. 3). Ihre 
Tochter habe gesehen, wie der Beschuldigte sie (F.________) «überschossen» 
habe (pag. 1520, Z. 9 ff.). Der Beschuldigte habe ihr einen «Mupf» gegeben und es 
sei eine Lüge, dass sie nur darauf gewartet habe (pag. 1520, Z. 15 ff.). Es habe 
sich dabei um einen starken «Mupf» gehandelt (pag. 1520, Z. 24), wobei der Be-
schuldigte sie mit beiden Händen am Oberkörper gestossen habe (pag. 1520, Z. 27 
ff.). F.________ sprach auch wieder von ihrer Brille, welche sie anlässlich des Vor-
falls verloren habe. Die Aussagen von F.________ fielen im Wesentlichen konstant 
aus. Sie schilderte gleichbleibend, wie der Beschuldigte die Treppe herunterge-
stürmt sei und sie mit beiden Händen gestossen habe, worauf sie rückwärts zu Bo-
den gefallen sei und sich am Arm verletzt habe. Sie belastete sich indes auch sel-
ber, indem sie zugab, dass sie den Beschuldigten – am Boden liegend – zur Ab-
wehr getreten habe (pag. 1520, Z. 42 ff.). Ihre Aussagen betreffend Verletzungen 
und deren Ursache werden ferner durch die eingereichten Fotografien und die 
Feststellungen von Dr. med. AD.________ gestützt (pag. 167 f.).

Die Aussagen von H.________ helfen zur Klärung des Vorfalls nicht weiter. Er 
gab zu Protokoll, dass er die körperliche Auseinandersetzung zwischen 
F.________ und dem Beschuldigten nicht mitbekommen habe. Auf Nachfrage er-
gänzte er, dass er nicht mitbekommen habe, als seine Frau auf den Betonboden 
gefallen sei. Immerhin erklärte er, dass er im Nachhinein deren Schmerzen mitbe-
kommen habe. Er wisse davon einfach, was ihm seine Frau erzählt habe.

O.________ wurde zum Vorfall vom 12. April 2016 zwei Mal befragt. Sie bestätigte 
bei der Polizei die im vorgängig zugestellten Schriftstück gemachten Aussagen 
(pag. 221, Z. 249). Darin erklärte sie unter anderem, dass F.________ im Rahmen 
der Geschehnisse vom 12. April 2016 rücklings zu Boden gefallen sei. Die Ursache 
für den Sturz will sie indes nicht gesehen haben, weil F.________ nicht in ihrem 
Sichtfeld gewesen sei (pag. 225; vgl. hierzu die abweichenden Angaben des Be-
schuldigten). Im besagten Schriftstück wird erwähnt, dass der Beschuldigte die 
Treppe heruntergekommen sei. Er habe O.________ später gesagt, dass 
F.________ ihn auf der Treppe weggestossen und er sie dann die Treppe herun-
terkommend zurückgestossen habe. Als sie wieder aufgestanden sei, habe sie kei-
ne Anstalten gemacht zu gehen, worauf der Beschuldigte sie am Arm genommen 
und Richtung Treppe gezogen habe. F.________ habe sich wiederum vehement 
gewehrt und nach dem Beschuldigten geschlagen und getreten, worauf er sie kurz 
von hinten um den Oberkörper gepackt habe. Sie (F.________) habe ihn rückwärts 
gedrückt und habe versucht, sich mit dem Kopf untendurch herauszuwinden (pag. 
225). O.________ wiederholte bei der Staatsanwaltschaft, dass sie die Ursache 
des Sturzes nicht gesehen habe (pag. 547, Z. 228 ff.). Auf Vorhalt des angeklagten 
Vorwurfs reagierte sie ausweichend und war darum bemüht, den Beschuldigten 
nicht (übermässig) zu belasten. So führte sie etwa aus, dass F.________ am Bo-
den gelegen und mit den Beinen gegen den Beschuldigten «gestüpft» habe. 
F.________ habe ihm natürlich «Schlämperlige» angehängt. Der Beschuldigte ha-
be dann zu ihr gesagt, sie solle nach oben verreisen und sie in Ruhe lassen. Sie 
habe aber weiter gewettert. Auf die Aussagen von O.________ kann nur bedingt 

30

abgestellt werden. Sie gab – entgegen den Aussagen des Beschuldigten – an, 
dass sie die Ursache des Sturzes nicht gesehen habe. Dennoch sprach sie davon, 
wie der Beschuldigte – er habe ihr dies später gesagt – F.________ die Treppe 
herunterkommend zurückgestossen habe.

Der Beschuldigte wurde zum Vorfall vom 12. April 2016 insgesamt vier Mal befragt. 
Bei der Polizei gab er diesbezüglich an, dass er F.________ anlässlich dieses Vor-
falles einen leichten «Schubser» verpasst habe, welchen er jedoch nicht als Tät-
lichkeit ansehen würde (pag. 205, Z. 89 f.; vgl. hierzu auch seine schriftliche Einga-
be: pag. 211). Er habe ihr beidhändig einen kleinen «Schupf» auf Schulterhöhe ge-
geben, worauf sich F.________ habe fallen lassen und auf dem Boden liegend mit 
ihren Füssen nach ihm getreten habe (pag. 208, Z. 236 ff.). Von einem kleinen 
«Schubs» sprach der Beschuldigte auch bei der Staatsanwaltschaft. Er gab zu Pro-
tokoll, dass er die Treppe runtergegangen sei, weil F.________ seine Frau wie eine 
«Gestörte» angeschrien habe. Sie habe seine Frau weiterhin angeschrien, worauf 
er ihr einen kleinen «Schubs» gegeben habe, «aber nur leicht» (pag. 573, Z. 363 
ff.). Sie habe sich dann fallen lassen, als habe sie darauf gewartet (pag. 573, Z. 
367 f.). Er habe wirklich Angst um seine Frau gehabt. Er sei wirklich die Treppe 
runtergerannt und habe nur noch das Ziel gehabt, dass F.________ «verreiset, so 
schnäu wie müglech» (pag. 573, Z. 368 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung relativierte der Beschuldigte, dass er die Treppe nach unten gegangen 
und zu F.________ gesagt habe, dass sie verschwinden solle. Sie sei jedoch nicht 
gegangen und habe seine Frau weiter angeschrien, worauf er genug gehabt und 
sie gezogen habe. Sie sei dann theatralisch hingefallen und habe mit den Füssen 
gegen ihn getreten. Seine Frau habe das auch immer so gesagt. Sie sei daneben 
gestanden und wie eine «Gestörte» angebrüllt worden (pag. 1184, Z. 34 ff.). Er ha-
be sie nicht von vorne gestossen. Vielleicht sei sie dann selber gestolpert (pag. 
1185, Z. 1 f.). An der Berufungsverhandlung sprach der Beschuldigte weder von 
einem Stossen noch von einem Ziehen seinerseits. Auf Frage, weshalb 
F.________ gestürzt sei, erklärte er unter anderem, dass er ihr gesagt habe, sie 
solle gehen und sie sich dann einfach habe fallen lassen (pag. 1535, Z. 29 ff.). Mit 
den von ihr geltend gemachten Verletzungen habe er nichts zu tun (pag. 1535, 
Z. 15 f.). Die Aussagen des Beschuldigten überzeugen nicht. Der Beschuldigte 
stellte F.________ als «Provokateurin» dar und machte sie durchwegs schlecht. So 
habe sie etwa wie eine «Gestörte» geschrien, sie habe sich theatralisch bzw. ab-
sichtlich fallen lassen (nur darauf gewartet), sie habe ihn dann noch mit den Füs-
sen getreten. Er selber habe nur seiner Ehefrau helfen wollen, um die er Angst ge-
habt habe. Auffällig ist, dass der Beschuldigte seine Beteiligung im Verlauf des Ver-
fahrens immer wie mehr relativierte. Er sprach zunächst noch von einem beidhän-
digen «Schubser» auf Schulterhöhe (was indes ähnlich von F.________ geschil-
dert wurde), dann noch von einem seitlichen «Ziehen» und schliesslich äusserte er 
nur noch, dass F.________ sich nach seiner Aufforderung habe fallen lassen. Wie 
bereits in anderem Zusammenhang erwähnt, ist es notorisch, dass die tatnächsten 
Aussagen regelmässig zuverlässiger sind als jene, welche in späteren Einvernah-
men gemacht werden. Dies gilt auch im vorliegenden Fall. 

Auch die Kammer geht demnach davon aus, dass der Beschuldigte die Treppe 
herunterkommend F.________ auf Schulterhöhe weggestossen hat, weil es am 12. 

31

April 2016 einen Streit bzw. eine Diskussion zwischen Letzterer und O.________ 
gab. Dass sich F.________ dann absichtlich auf den harten Betonboden habe fal-
len lassen, überzeugt nicht. Der Beschuldigte kam – eigenen Angaben zufolge – 
die Treppe heruntergerannt und hat nur noch das Ziel gehabt, dass F.________ 
«verreiset, so schnäu wie müglech». Der beidhändige Stoss folgte am Ende dieser 
Treppe und auch die Kammer geht davon aus, dass F.________ dadurch stürzte, 
sich hierbei am Arm verletzte und über längere Zeit Schmerzen verspürte.

11.5 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Die Kammer stützt nach dem Gesagten insbesondere auf die Aussagen von 
F.________ ab und erachtet den angeklagten Sachverhalt wie folgt als erstellt: 

Anlässlich der verbalen Auseinandersetzung vom 26. März 2016 riss der Beschul-
digte F.________ die Holzkonstruktion «AB.________» aus den Händen, wobei er 
derart fest zog, dass sich F.________ im Gerangel Verletzungen im Brust- und Be-
ckenbereich zuzog (Hämatome).

Am 12. April 2016 stiess der Beschuldigte F.________ nach einer verbalen Aus-
einandersetzung weg, worauf sie zu Boden fiel, Hämatome im Bereich des rechten 
Ellbogens erlitt und langandauende Schmerzen verspürte.

III. Rechtliche Würdigung

12. Hausfriedensbruch

12.1 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Seitens der Verteidigung wurde zusammengefasst vorgebracht, dass der objektive 
Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt sei. Der Täter müsse jedoch auch den 
Willen haben, das Hausrecht zu verletzen und dies mit seinem Verhalten bewirken. 
Ferner müsse er von der Unrechtmässigkeit wissen. Die Handlungen des Beschul-
digten seien nicht darauf ausgerichtet gewesen, das Hausrecht zu verletzen. Es sei 
ein kurzzeitiges Verweilen als Begleiterscheinung des Aneinandergeratens gewe-
sen. Dass er sich erwiesenermassen nur im Grenzbereich aufgehalten habe, zeige 
auf, dass er nicht vorsätzlich hineingestanden sei. Weiter sei er nicht längere Zeit 
dort verweilt, sondern habe sich auf Aufforderung von F.________ entfernt. Dies 
spreche ebenfalls gegen eine willentliche Verletzung des Hausrechts. Eine Inkauf-
nahme sei deshalb auszuschliessen, weil dazumal nicht klar gewesen sei, wo die 
Sondernutzungszone genau anfange. Das Eindringen in die Sondernutzungszone 
sei als fahrlässige Begleiterscheinung zu klassifizieren, womit der subjektive Tat-
bestand nicht erfüllt sei.

Von Seiten der Straf- und Zivilklägerin 3/Rechtsnachfolgerin des Straf- und Zivilklä-
gers 4 wurde im Wesentlichen vorgebracht, es sei erwiesen, dass der Beschuldigte 
mehrfach in den Eingangsbereich von F.________ und H.________ eingedrun-
gen und gegen ihren Willen dort verblieben sei. Der Eingangsbereich stehe im 
Sondernutzungsrecht, womit ihr Hausrecht verletzt worden sei. Er habe mit direk-
tem Vorsatz gehandelt und sei wegen Hausfriedensbruch strafbar.

32

12.2 Gesetzliche und theoretische Ausführungen

Wegen Hausfriedensbruchs wird auf Antrag bestraft, wer gegen den Willen des Be-
rechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines 
Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Haus gehörenden umfriedeten Platz, 
Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtsmässig eindringt (Art. 186 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches [aStGB; SR 311.0]; zum anwendbaren Recht: 
vgl. Ziff. 16. hiernach).

Geschützt wird auch der unmittelbar zu einem Haus gehörende umfriedete Platz, 
Hof oder Garten. Umfriedet bedeutet, dass solche Flächen umschlossen sein müs-
sen, etwa durch Zäune oder Hecken. Massgebend ist die Erkennbarkeit der Ab-
grenzung, nicht deren Lückenlosigkeit (DELNON/RÜDY, in: Basler Kommentar Straf-
gesetzbuch/Jugendstrafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 16 zu Art. 186 StGB mit Hin-
weis auf BGE 141 IV 132 E. 3.2.4 und Urteil des Bundesgerichts [BGer] 
6B_1056/2013 vom 20. August 2014 E. 2.1). Der Wille des Verfügungsberechtigten 
kann ausdrücklich oder konkludent geäussert werden oder sich auch aus den Um-
ständen ergeben (DELNON/RÜDY, a.a.O. N 5 und 28 zu Art. 186 StGB). Der Wille 
muss allerdings deutlich zum Ausdruck kommen (TRECHSEL/MONA, in: Praxiskom-
mentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N 15 zu Art. 186 StGB). 
Verfügungsberechtigt ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über die Räume zu-
steht, gleichgültig, ob jene auf einem dinglichen, obligatorischen oder auf einem öf-
fentlich-rechtlichen Verhältnis beruht (DELNON/RÜDY, a.a.O., N 5 zu Art. 186 StGB). 
Als Sachurteilsvoraussetzung muss ein gültiger Strafantrag des Inhabers des 
Hausrechts vorliegen (TRECHSEL/MONA, a.a.O., N 17 zu Art. 186 StGB).

Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Vorsätzlich begeht 
ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt bzw. 
die Verwirklichung der Tat schon nur für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 
Abs. 2 aStGB). Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter die Verwirklichung eines 
Tatbestands zwar nicht mit Gewissheit voraussieht, den Erfolg für den Fall seines 
Eintritts dennoch in Kauf nimmt, mag er ihm auch unerwünscht sein (TRECH-
SEL/FATEH-MOGHADAM, in: Praxiskommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
4. Aufl. 2021, N. 13 zu Art. 12 StGB). Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich 
das Gericht – soweit der Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich 
feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse auf 
die innere Einstellung des Täters erlauben. Zu den äusseren Umständen, aus de-
nen der Schluss gezogen werden kann, der Täter habe die Tatbestandsverwirkli-
chung in Kauf genommen, zählen namentlich die Grösse des dem Täter bekannten 
Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverlet-
zung. Je grösser dieses Risiko ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung 
wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirkli-
chung in Kauf genommen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Das Gericht 
darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der 
Eintritt des Erfolges als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als 
Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt 
werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 mit Hinweis). 

33

12.3 Subsumtion

Es wurde ein gültiger Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt (pag. 94 f.).

Der Beschuldigte drang gemäss Beweisergebnis am 2. Mai 2015 willentlich in die 
Sondernutzungszone von H.________ und F.________ ein. Von einem Hinein-
ziehen, wie vom Beschuldigten (teilweise) geltend gemacht, kann keine Rede sein. 
Dem Beschuldigten war bewusst, dass es sich bei der Zone um einen den Wohn-
rechtsberechtigten vorbehaltenen Bereich handelt und er dort nicht erwünscht ist, 
schliesslich waren diese Grenzen jahrelang hart umkämpft und der Beschuldigte 
selber erklärte der Polizei ganz genau, wo die Grenzen verliefen. Angesichts der 
belasteten nachbarlichen Vorgeschichte zwischen den Parteien war offensichtlich 
auch jedem klar, dass keiner ohne Einladung oder Erlaubnis die Sondernutzungs-
bereiche des anderen betreten darf. Dies wurde dem Beschuldigten aber auch am 
besagten Tag (insb. von F.________) erneut explizit gesagt. Ob sich der Beschul-
digte nun mehrmals oder nur einmal in die besagte Zone begeben hat und wie weit 
er sich darin aufgehalten hat, kann – wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat 
– offenbleiben. Was das geschützte Objekt an sich betrifft kann die Rechtspre-
chung zu Mietverhältnissen herangezogen werden: Geschütztes Objekt ist neben 
dem Haus auch die Wohnung, worunter Räumlichkeiten zu verstehen sind, die für 
das häusliche Leben bestimmt sind. Das Hausrecht des Mieters erstreckt sich 
grundsätzlich auch auf die ausserhalb seiner Wohnung liegenden Bereiche in 
Räumen wie Hauseingang, Gänge und Treppenhaus, deren Nutzung ihm wie auch 
dem Vermieter zusteht (vgl. BGE 103 IV 162 E. 1 f.; BGE 83 IV 154 E. A f.). Glei-
ches muss auch für den Stockwerkeigentümer gelten, umso mehr als der ausser-
halb der Wohnung, aber noch innerhalb der Gebäudemauern liegende Sondernut-
zungsanteil vorliegend vom allgemein benutzbaren Raum (Eingangsbereich zur 
Heubühne) zwar nicht durchgehend mit einer Mauer o.ä. abgetrennt war, aber die 
Eigentums- resp. Wohnrechtsverhältnisse und -grenzen allen klar waren. Der ob-
jektive Tatbestand des Hausfriedensbruchs ist damit erfüllt.

Der Hausfriedensbruch erfolgte direktvorsätzlich. Der Beschuldigte wusste, dass es 
sich beim besagten Eingangsbereich um die Sondernutzungszone von 
H.________ und F.________ handelte und er betrat diese willentlich. Daran ver-
mag nichts zu ändern, dass dies im Rahmen einer Auseinandersetzung geschah. 
So zogen sich F.________, C.________ und E.________ gemäss erstelltem Sach-
verhalt in den privaten Eingangsbereich zurück, worauf der Beschuldigte diesen 
ebenfalls betrat. Somit ist auch der subjektive Tatbestand erfüllt. Rechtfertigungs- 
und Schuldausschliessungsgründe liegen keine vor. 

Damit hat sich der Beschuldigte wegen Hausfriedensbruchs, begangen am 2. Mai 
2015, zum Nachteil von F.________ und H.________ schuldig gemacht.

13. Beschimpfung (mehrfach)

13.1 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Von Seiten der Verteidigung wurde zusammengefasst vorgebracht, dass für die 
vermeintlichen Beschimpfungen vom 2. Mai 2015 der Strafbefreiungsgrund der Re-
torsion nach Art. 177 Abs. 3 aStGB vorliege. Es dürfe davon ausgegan