# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b81f76eb-6013-5924-8931-5ab2c48977f9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2010 A-3292/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3292-2010_2010-08-20.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3292/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), Richter André Moser, 
Richter Markus Metz, 
Gerichtsschreiber Lars Birgelen.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Billag AG,
av. de Tivoli 3, 1700 Freiburg,
Erstinstanz,

und

Bundesamt für Kommunikation BAKOM,
Abteilung Aufsicht und Funkkonzessionen, 
Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,
Vorinstanz.

Radio- und Fernsehempfangsgebühren.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3292/2010

Sachverhalt:

A.
A.a A._______ meldete sich am 5. Dezember 2006 bei der Billag AG 
für den privaten Radio- und Fernsehempfang ab dem 1. Juni 2006 an.

A.b Mit Schreiben vom 7. Mai 2007 setzte A._______ das Bundesamt 
für Kommunikation (BAKOM) darüber in Kenntnis, dass er in seinem 
Haushalt  über  kein  empfangsbereites  Radio  mehr  verfüge und auch 
das Radio in seinem Auto ausbauen lassen werde. Zugleich ersuchte 
er  um  Erlass  der  noch  ausstehenden  Radioempfangsgebühren.  Mit 
Verfügung  vom 24.  Mai  2007  stellte  die  Billag  AG –  nach  erfolgter 
Weiterleitung  dieses  Schreibens  seitens  des  BAKOM  –  seine  Ge-
bührenpflicht für den privaten Radioempfang auf den 31. Mai 2007 ein. 
Gleichzeitig wies sie A._______ darauf hin, dass ihm im Sinne einer 
Gleichbehandlung aller Gebührenzahler kein Gebührenerlass gewährt 
werden könne. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.

A.c Da A._______ die Fernsehempfangsgebühren für die Zeitspanne 
vom  1.  Juli  2006  bis  am  30.  Juni  2007  sowie  die  Radioempfangs-
gebühren für  die  Zeitspanne  vom 1. Juli  2006  bis  am 31. Mai  2007 
auch  nach  mehrfachen  Mahnungen nicht  bezahlte,  leitete  die  Billag 
AG schliesslich am 19. Juni 2008 die Betreibung ein. Gegen den ihm 
am  8.  Juli  2008  zugestellten  Zahlungsbefehl  des  Betreibungsamtes 
B._______ erhob A._______ am 18. Juli 2008 Rechtsvorschlag.

B.
Mit Verfügung vom 21. Oktober 2008 beseitigte die Billag AG (nach-
folgend: Erstinstanz) den gegen ihre Forderungen erhobenen Rechts-
vorschlag und verpflichtete A._______ zur Bezahlung von insgesamt 
Fr. 459.15  für  nicht  bezahlte  Radio-  und Fernsehempfangsgebühren 
(Fr. 439.15) sowie für Mahn- und Betreibungsgebühren (Fr. 20.-).

C.
Mit Schreiben vom 23. Oktober 2008 teilte A._______ der Erstinstanz 
mit,  dass  er  nur  bereit  sei,  den  gemäss  seinen  Berechnungen  ge-
schuldeten Betrag von Fr. 293.-  zu überweisen. Falls die Erstinstanz 
sich mit diesem Vorgehen nicht einverstanden erkläre, erhebe er Ver-
waltungsbeschwerde beim BAKOM mit dem Antrag, es seien ihm die 
Gebühren  zufolge  Mittellosigkeit,  Überschuldung  und  Leben  am 
Existenzminimum zu  erlassen. Auf  entsprechende  Rückfrage  hin  er-

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suchte  er  das  BAKOM  am  4.  Februar  2009,  das  Schreiben  vom 
23. Oktober 2008 als Beschwerde entgegenzunehmen.

D.
Mit Verfügung vom 8. April 2010 wies das BAKOM (nachfolgend: Vor-
instanz)  die  Beschwerde von A._______ ab,  soweit  es  darauf  über-
haupt  eintrat,  stellte  fest,  dass dieser  für  die Zeitspanne vom 1. Juli 
2006  bis  zum  30.  Juni  2007  der  Gebührenpflicht  für  den  privaten 
Fernsehempfang  unterliege,  bestätigte  die  Beseitigung  des  Rechts-
vorschlages  für  die  Forderungen  der  Erstinstanz  hinsichtlich  der 
Radio-  und  Fernsehempfangsgebühren  in  besagtem Zeitraum sowie 
der Betreibungskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 459.15 und auf-
erlegte ihm Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 250.-.

E.
Gegen diese Verfügung erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerde-
führer)  am  3.  Mai  2010  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht 
und stellt  den Antrag,  ihm die Gebühr  von Fr. 439.15 bzw. richtiger -
weise von Fr. 293.-  zu  erlassen. Zur  Begründung  macht  er  geltend, 
nach seiner Berechnung schulde er der Erstinstanz nur Fr. 73.25 pro 
Quartal,  was  für  die  betreffende  Zeitspanne  Fr. 293.-  ausmache. Er 
habe bereits am 12. Dezember 2009 (erfolglos) das Gesuch gestellt, 
ihm  diese  Kosten  zufolge  Krankheiten,  Mittellosigkeit  und  unver-
schuldeter  Überschuldung  sowie  einer  Pfändung  auf  das  Existenz-
minimum entweder zu erlassen oder zu stunden.

F.
Mit  Vernehmlassung  vom  10.  Juni  2010  hält  die  Vorinstanz  voll -
umfänglich an der Verfügung vom 8. April 2010 fest und beantragt die 
Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei. Die Erst-
instanz  habe  mit  inzwischen  in  Rechtskraft  erwachsener  Verfügung 
vom 24. Mai 2007 die Gebührenpflicht des Beschwerdeführers für den 
privaten Radioempfang auf den 31. Mai 2007 als beendet erklärt und 
der Beschwerdeführer schulde folglich für die Zeit vom 1. Juli 2006 bis 
am 31. Mai  2007  Radioempfangsgebühren.  Was  den  privaten  Fern-
sehempfang  anbelange,  sei  bei  der  Erstinstanz  nie  eine  Mitteilung 
über die Betriebseinstellung der Fernsehgeräte eingegangen, so dass 
der  Beschwerdeführer  für  die Zeit  vom 1. Juli  2006 bis  am 30. Juni 
2007 auch Fernsehempfangsgebühren zu entrichten habe. Zudem sei 
ein Erlass der in Betreibung gesetzten Radio- und Fernsehempfangs-

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gebühren  wegen  Mittellosigkeit  gesetzlich  nicht  vorgesehen  und 
demnach auch nicht möglich.

G.
Die  Erstinstanz  hat  auf  die  Einreichung  einer  Stellungnahme  ver-
zichtet.

H.
In  seinen  Schlussbemerkungen  vom  29.  Juni  2010  führt  der  Be-
schwerdeführer  ergänzend  aus,  er  bezahle  seit  dem  1.  Juli  2007 
Fernsehempfangsgebühren im Umfang von Fr. 73.25 pro  Quartal. In 
seinem Mietvertrag vom 1. Juli 2006 sei eine "Antennen-Gebühr" von 
Fr. 25.-  vermerkt;  er  habe  daher  davon ausgehen  können,  dass  die 
Radio- und Fernsehempfangsgebühren bereits im Mietzins mitberück-
sichtigt seien. Im Übrigen lägen in seinem Fall besondere Umstände 
vor, welche einen Erlass der in Betreibung gesetzten Gebühren recht -
fertigten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Vor-
instanzen sind die in Art. 33 und Art. 34 VGG genannten Behörden. Als 
Verfügungen gelten nach Art.  5  Abs. 2  VwVG auch Beschwerdeent-
scheide im Sinne von Art. 61 VwVG.

1.2 Der  Beschwerdeentscheid  des  BAKOM vom 8.  April  2010  stellt  
eine  Verfügung  im Sinne  von Art.  5  VwVG dar  und  das BAKOM ist 
nach  Art. 33  Bst. d  VGG  zulässige  Vorinstanz  des  Bundesver-
waltungsgerichtes. Dieses ist demnach zuständig zur Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde.

1.3 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur 
Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung hat. Als formeller Verfügungsadressat hat der Beschwerde-
führer  ohne weiteres ein  aktuelles,  schutzwürdiges Interesse an der 

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Aufhebung des angefochtenen Entscheides der Vorinstanz vom 8. April  
2010. Er ist folglich beschwerdelegitimiert.

1.4 Die  Vorinstanz  hat  (wohl  versehentlich)  im  Dispositiv  der  an-
gefochtenen Verfügung nur festgehalten,  dass der Beschwerdeführer 
für  die  Zeitspanne vom 1. Juli  2006 bis  zum 30. Juni  2007 der  Ge-
bührenpflicht  für  den  privaten  Fernsehempfang  unterliegt.  Da  sie 
jedoch  den  Rechtsvorschlag  für  die  Radio-  und  Fernsehempfangs-
gebühren für den Zeitabschnitt vom 1. Juli 2006 bis am 30. Juni 2007 
beseitigt hat, hat sie (zumindest implizit) auch die Gebührenpflicht des 
Beschwerdeführers für  den privaten Radioempfang vom 1. Juli  2006 
bis  am  31.  Mai  2007  bejaht  (vgl.  auch  die  entsprechenden  Aus-
führungen  in  ihrer  Entscheidbegründung).  Anfechtungsobjekt  und 
Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet somit 
grundsätzlich  die Gebührenpflicht  für  den privaten Radio-  und Fern-
sehempfang im Zeitraum vom 1. Juli  2006 bis am 30. Juni 2007. Ob 
und – falls ja – in welchem Umfang über diese bereits mit Verfügung 
der Erstinstanz vom 24. Mai 2007 rechtskräftig entschieden worden ist 
und inwiefern folglich auf die Beschwerde überhaupt noch einzutreten 
wäre,  kann  vorliegend  offen  bleiben,  ist  die  Beschwerde  doch  auch 
aus materiellrechtlichen Gründen abzuweisen (vgl. E. 5 ff.).

1.5 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art.  50  und Art.  52  VwVG) ist  –  vorbehältlich  den Ausführungen in 
E. 1.4 – einzutreten.

2.
Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  den  angefochtenen  Ent-
scheid  auf  Verletzungen  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  der  un-
richtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  Sachverhalts  und 
Überschreitung oder  Missbrauch des Ermessens –  sowie  auf  Ange-
messenheit hin (Art. 49 VwVG).

3.
Im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  gilt  der  Grundsatz 
der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen.  Das  Bundesverwaltungs-
gericht ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (Art. 62 
Abs. 4 VwVG).

4.
Am 1. April  2007  sind das neue  Bundesgesetz  vom 24. März  2006 
über Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) und die dazugehörige 

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Radio- und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) 
in  Kraft  getreten. Da sich  der hier  zu beurteilende Sachverhalt  (Ge-
bührenpflicht  vom 1. Juli  2006 bis  am 30. Juni  2007)  teilweise noch 
unter  dem  bis  zum  31.  März  2007  geltenden  Recht, dem  Bundes-
gesetz  vom 21.  Juni  1991  über  Radio  und  Fernsehen  (aRTVG,  AS 
1992 601 mit weiteren Änderungen) und der Radio- und Fernsehver-
ordnung  vom 6. Oktober  1997  (aRTVV, AS  1997  2903  mit  weiteren 
Änderungen) ereignet  hat,  ist  für die Beurteilung der sich stellenden 
Rechtsfragen bis zum 31. März 2007 noch das alte, ab dem 1. April  
2007  das  neue  Recht  anwendbar  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht,  Basel  2008,  S. 91  Rz. 2.202  mit  Hinweisen;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichtes A-7657/2009 vom 29. April 2010 E. 2; vgl. 
auch  die  –  allerdings  auf  Aufsichtsverfahren  beschränkte –  über-
gangsrechtliche Regelung von Art. 113 Abs. 2 RTVG).

5.
Wer  ein  zum  Empfang  von  Radio-  und  Fernsehprogrammen  ge-
eignetes  Gerät  zum Betrieb  bereithält  oder  betreibt,  muss  dies  der 
Gebührenerhebungsstelle vorgängig melden und hat eine Empfangs-
gebühr zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und Abs. 3 RTVG; Art. 55 Abs. 1 
aRTVG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 aRTVV). Die Gebührenpflicht beginnt am 
ersten Tag des Monates der dem Beginn des Bereithaltens oder des 
Betriebes  des  Empfangsgerätes  folgt  (Art.  68  Abs. 4  RTVG; Art.  44 
Abs. 2 aRTVV) und endet mit Ablauf des Monates, in dem das Bereit-
halten und der Betrieb aller Empfangsgeräte enden, jedoch nicht vor 
Ablauf  des  Monates,  in  dem dies  der  Gebührenerhebungsstelle  ge-
meldet  worden  ist  (Art.  68  Abs.  5  RTVG)  bzw. am  letzten  Tag des 
Monates, in dem die Einstellung des Betriebes mitgeteilt wird (Art. 44 
Abs. 2  aRTVV). Änderungen  der  meldepflichtigen  Sachverhalte  sind 
der  Gebührenerhebungsstelle  schriftlich  zu  melden  (Art.  68  Abs.  3 
RTVG  i.V.m.  Art.  60  Abs.  1  RTVV;  Art.  41  Abs.  2  aRTVV  [in  der 
Fassung,  welche  am 1.  August  2001  in  Kraft  getreten  ist;  AS 2001 
1680];  zur  relativ  strengen  Handhabung  dieser  Mitwirkungs-  und 
Meldepflicht  vgl.  Urteil  des  Bundesgerichtes  2A.621/2004  vom 
3. November  2004  E.  2.2;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichtes 
A-7657/2009 vom 29. April 2010 E. 2.3, A-4466/2008 vom 3. Februar 
2009  E. 5.1,  A-2348/2006  vom  14. August  2007  E. 4.2  sowie 
A-2276/2006 vom 1. März 2007 E. 7).

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5.1 Aus den Vorakten ergibt sich, dass sich der Beschwerdeführer am 
5.  Dezember  2006  bei  der  Erstinstanz  für  den  privaten  Radio-  und 
Fernsehempfang angemeldet und als Datum der Inbetriebnahme der 
Geräte den 1. Juni 2006 angegeben hat. Am 7. Mai 2007 hat er sich 
(zumindest  implizit)  für  den  privaten  Radioempfang  wiederum  ab-
gemeldet; eine Einstellung des Betriebes seines Fernsehgerätes hat 
er der Erstinstanz nie mitgeteilt und eine solche wird vom ihm – soweit 
ersichtlich – auch nicht geltend gemacht. Der Beschwerdeführer war 
somit für die Zeitspanne vom 1. Juli  2006 bis am 30. Juni 2007 hin-
sichtlich des privaten Fernsehempfanges und für die Zeitspanne vom 
1.  Juli  2006  bis  am  31. Mai  2007  hinsichtlich  des  privaten  Radio-
empfanges gebührenpflichtig.

5.2 Die  monatlichen  Empfangsgebühren  (exkl.  MwSt.)  betrugen  bis 
zum 31. März 2007 für den privaten Radioempfang Fr. 13.75 und für 
den privaten Fernsehempfang Fr. 22.90 (Art. 55 Abs. 2 aRTVG i.V.m. 
Art.  44  Abs.  1  aRTVV  [in  der  Fassung  des  aRTVV,  welche  am 
1. Januar 2003 in Kraft getreten ist; AS 2002 3482]); seit dem 1. April  
2007 betragen die Gebühren Fr. 13.75 (privater Radioempfang) bzw. 
Fr.  23.84  (privater  Fernsehempfang)  [Art.  70  RTVG  i.V.m.  Art.  59 
RTVV].

Die Gebühren für die massgebende Zeitspanne berechnen sich somit 
wie folgt:

   Privater Radioempfang Juli 2006 - Mai 2007 (11 x Fr. 13.75): Fr.  151.25

+ Privater Fernsehempfang Juli 2006 - März 2007 (9 x Fr. 22.90): Fr.  206.10

+ Privater Fernsehempfang April 2007 - Juni 2007 (3 x Fr. 23.84): Fr.    71.52

+ MwSt. (2.4 %) Fr.    10.29      

   Total: Fr.  439.16

Der Beschwerdeführer geht somit fehl in der Annahme, er schulde der 
Erstinstanz für  die massgebende Zeitspanne bloss eine Gebühr  von 
Fr. 293.-.

5.3 Soweit  der  Beschwerdeführer  geltend  macht,  er  habe  aufgrund 
der  in  seinem Mietvertrag vom 1. Juli  2006 unter  den  Nebenkosten 
aufgelisteten "Antennen-Gebühr" von Fr. 25.- davon ausgehen können, 
dass  die  Radio-  und  Fernsehempfangsgebühren  bereits  im Mietzins 
mitenthalten  seien,  ist  ihm Folgendes  entgegenzuhalten:  Bei  diesen 
Kosten handelt  es sich nicht  um eine Empfangsgebühr, sondern um 
eine Gebühr, welche die Hauseigentümerschaft an den Kabelnetzbe-

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treiber  für  die  Benützung  des  Leitungsnetzes  auszurichten  hat  und 
welche diese regelmässig auf die Mieterschaft überwälzt. Dessen un-
geachtet  müsste  sich  aber  die  Erstinstanz  das  Verhalten  des  Ver-
mieters,  welcher  beim  Beschwerdeführer  möglicherweise  (be-
rechtigter-  oder  unberechtigterweise)  bestimmte  verhaltenswirksame 
Erwartungen  geweckt  hat,  als  Handlung  einer  nicht  amtlich  tätigen 
Privatperson  ohnehin  nicht  anrechnen  lassen,  zumal  sie  den  Be-
schwerdeführer  mit  Schreiben  vom  27. Dezember  2006  noch  aus-
drücklich auf seine Gebührenpflicht hingewiesen hat (vgl. auch PIERRE 
TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungs-
recht, 3. Aufl., Bern 2009, § 22 Rz. 3 sowie Rz. 11); zudem verhält sich 
der  Beschwerdeführer  selber  widersprüchlich,  wenn  er  im  vor-
liegenden Beschwerdeverfahren mit Verweis auf seinen Mietvertrag die 
Gebührenpflicht verneint,  seit Juli  2007 aber der Erstinstanz gemäss 
eigenen Angaben die Fernsehempfangsgebühren anstandslos bezahlt 
(vgl. auch Kontoauszug der Erstinstanz vom 19. Februar 2009).

6.
Die  Radio-  und  Fernsehgesetzgebung  sieht  sowohl  eine  Gebühren-
befreiung von Gesetzes wegen als auch auf schriftliches Gesuch hin 
vor. In die Kategorie der von Gesetzes wegen von der Gebührenpflicht 
(und  der  Meldepflicht)  befreiten  Benutzer  fallen  unter  bestimmten 
Voraussetzungen  die  Personen  mit  Wohnsitz  im  Ausland,  die  Be-
wohner  von  Pflegeheimen,  die  Bundesbehörden  sowie  die 
diplomatischen Vertretungen und deren Personal (Art. 68 Abs. 6 RTVG 
i.V.m. Art.  63  RTVV; Art.  43  aRTVV [in  den  Fassungen,  welche  am 
1. August 1999 bzw. am 1. August 2001 in Kraft getreten sind; AS 1999 
1845 und AS 2001 1680] i.V.m. Art. 45 Abs. 1 aRTVV), wobei die Be -
freiungsgründe abschliessend aufgelistet  sind (ROLF H. WEBER,  Rund-
funkrecht:  Bundesgesetz  vom 24.  März  2006  über  Radio  und  Fern-
sehen [RTVG],  Handkommentar,  Bern  2008,  zu  Art.  68  Rz. 12). Auf 
schriftliches  Gesuch  hin  befreit  die  Gebührenerhebungsstelle  AHV- 
oder  IV-Berechtigte  von  der  Gebühren-  (nicht  aber  von  der 
Melde-) pflicht,  die  (jährliche)  Leistungen  nach  dem  Bundesgesetz 
vom 19. März 1965 (bzw. neu vom 6. Oktober 2006) über Ergänzungs-
leistungen  zur  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung 
(ELG, SR 831.30) erhalten und einen rechtskräftigen Entscheid über 
den  Anspruch  auf  Ergänzungsleistung  einreichen;  wird  das  Gesuch 
gutgeheissen, endet die Gebührenpflicht am letzten Tag des Monats, 
in  dem  das  Gesuch  um  Gebührenbefreiung  eingereicht  worden  ist 
(Art. 68 Abs. 6 RTVG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 und Abs. 2 RTVV; Art. 45 

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Abs. 2-4 aRTVV [in den Fassungen, welche am 1. August 2001 in Kraft 
getreten sind; AS 2001 1680]).

6.1 Vorliegend fällt der Beschwerdeführer unter keine der Kategorien 
von Personen, welche von Gesetzes wegen von der Gebührenpflicht 
befreit sind. Aber auch gestützt auf Art. 64 RTVV bzw. Art. 45 Abs. 2 
aRTVV hat  er  keinen Anspruch auf  Gebührenbefreiung: Denn einer-
seits ergibt sich aus den Akten nicht, dass er neben seiner AHV-Rente 
auch  Ergänzungsleistungen  bezieht  (vgl.  Art.  64  Abs. 1  RTVV bzw. 
Art. 45  Abs. 2  aRTVV;  zur  prozessualen  Mitwirkungspflicht  des  Be-
schwerdeführers vgl. auch Art. 13 Abs. 1 VwVG). Andererseits hat er 
zwar  mit  Schreiben vom 7. Mai  2007 bei  der  Erstinstanz ein  erstes 
Gesuch  um Erlass  der  für  die  Zeitspanne  vom 1. Juli  2006  bis  am 
30. Juni  2007  in  Rechnung  gestellten  Radioempfangsgebühren  und 
am 23. Oktober 2008 im Rahmen seiner Beschwerde an die Vorinstanz 
ein  zweites  (in  der  Folge  mehrfach  erneuertes)  Gesuch  um  um-
fassende Gebührenbefreiung für die Zeitspanne vom 1. Juli  2006 bis 
am 30. Juni 2007 gestellt. Da jedoch eine rückwirkende Befreiung von 
der  Gebührenpflicht  gesetzlich  nicht  vorgesehen  ist,  hätte  die  Erst -
instanz den Beschwerdeführer auch so nur ab dem 1. Juni 2007 von 
der  Pflicht  zur  Bezahlung  der  Radioempfangsgebühren  befreien 
können (vgl. Art. 64 Abs. 2 RTVV bzw. Art. 45 Abs. 3 aRTVV; Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichtes  A-7657/2009  vom  29.  April  2010 
E. 4.2  sowie  A-7643/2008  vom  20. Mai  2009  E. 7.3);  dies  hat  sie 
jedoch mit Verfügung vom 24. Mai 2007 ohnehin (allerdings mit einer 
anderen  Begründung  [nämlich  wegen  der  Einstellung  des  Radio-
empfanges durch den Beschwerdeführer per 7. Mai 2007]) getan.

6.2 Der Verordnungsgeber hat AHV- und IV-Berechtigte mit geringem 
Einkommen von der Gebührenpflicht befreit,  weil diese Personen er-
fahrungsgemäss in ihrer Mobilität und ihren Kommunikationsmöglich-
keiten oftmals eingeschränkt und deshalb in besonderem Masse auf 
Radio und Fernsehen angewiesen sind; den Begriff des geringen Ein-
kommens  hat  er  dabei  in  Art.  64  Abs. 1  RTVV bzw. Art.  45  Abs. 2 
aRTVV mit dem Anrecht auf Ergänzungsleistungen gleichgesetzt (vgl. 
Botschaft  vom  18.  Dezember  2002  zur  Totalrevision  des  Bundes-
gesetzes über Radio und Fernsehen [RTVG], BBl 2003 1569 S. 1642). 
Dieses strenge System führt  zwar dazu, dass Personen wie der Be-
schwerdeführer,  welche  am  Existenzminimum  leben  aber  keine  Er-
gänzungsleistungen  beziehen,  nicht  von  der  Gebührenpflicht  befreit 
werden. Darin  ist  jedoch  nach  konstanter  Rechtsprechung  kein  Ver-

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stoss  gegen  den  Grundsatz  der  Gleichbehandlung  gemäss  Art.  8 
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  zu  sehen  (Urteile  des  Bundes-
gerichtes 2A.393/2002 vom 23. Juni 2003 E. 2.5 sowie 2C_359/2009 
vom 6. Oktober 2009 E. 3.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes 
A-2681/2007 vom 12. Juli 2007 E. 4.2 in fine sowie A-7004/2008 vom 
28. April 2009 E. 4.3 f.).

7.
Gestützt  auf  vorstehende  Erwägungen  hat  die  Vorinstanz  somit  zu 
Recht den Rechtsvorschlag des Beschwerdeführers für die Forderung 
der  Erstinstanz  im  Betrag  von  insgesamt  Fr. 459.15  (umfassend  die 
Radio- und Fernsehempfangsgebühren für die Zeitspanne vom 1. Juli 
2006 bis am 30. Juni 2007 sowie die Betreibungsgebühren [vgl. Art.  62 
Abs. 1 Bst. b RTVV]) beseitigt. Der vorinstanzliche Entscheid erweist 
sich  folglich (auch hinsichtlich  der vom Beschwerdeführer nicht  aus-
drücklich beanstandeten Auferlegung der Verfahrenskosten im Umfang 
von  Fr. 250.-)  als  rechtmässig  und  die  Beschwerde  ist  abzuweisen, 
soweit auf sie überhaupt einzutreten ist.

8.
Bei  diesem Verfahrensausgang  gilt  der  Beschwerdeführer  als  unter-
liegend  und  ihm  wären  grundsätzlich  die  Verfahrenskosten  aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); aufgrund seiner Mittellosigkeit werden 
ihm diese jedoch vorliegend erlassen (Art. 6  Bst. b  des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Eine  Parteient-
schädigung ist  nicht  auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 
VGKE e contrario).

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A-3292/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Erstinstanz (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Einschreiben)
- das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Kathrin Dietrich Lars Birgelen

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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