# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9a1aeb2-ab8b-5126-bd7f-84ee05baf3ef
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 11.03.2024 B 2023/259
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-259_2024-03-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/259

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 06.05.2024

Entscheiddatum: 11.03.2024

Entscheid Verwaltungsgericht, 11.03.2024
Jagdrecht, Art. 12 Abs. 2 JSG, Art. 9bis JSV Die in der Verordnung über die 
Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung, 
SR 922.01, JS) festgelegten quantitativen und zeitlichen Vorausset-zungen 
für die Anordnung des Abschusses eines einzelnen Wolfs sind erfüllt (E. 
3.1.1). Das Verordnungsrecht bewegt sich im Rahmen des ihm 
zugrundeliegenden Gesetzes-rechts (E. 3.1.2). Die am 11. November 2023 
von einem Wolfsangriff im Weisstannental betroffene Schafherde war mit 
zumutbaren Massnahmen geschützt (E. 3.2). Die acht gerissenen Schafe 
können mit ausreichender Wahrscheinlichkeit dem im Gebiet Schils- und 
Weisstannental streifenden nachwuchslosen Wolfspaar M111 und F35 
zugeordnet werden (E. 4). Die auf die Maximaldauer von 60 Tagen befristete 
Abschussbewilligung und der mit der Bewilligung festgelegte 
Abschussperimeter erweisen sich als recht- und verhältnismässig (E. 5 und 
6). (Verwaltungsgericht B 2023/259) Die gegen dieses Urteil erhobene 
Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 30. Juni 2025 
gutgeheissen (Verfahren 2C_68/2024)

Entscheid vom 11. März 2024

Besetzung

Abteilungspräsidentin Lendfers; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Steiner; 

Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz, Postfach, 4018 Basel,

Beschwerdeführer,

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St.Galler Gerichte

handelnd durch Pro Natura St. Gallen-Appenzell, Postfach 103, 9014 St. Gallen,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Kathrin Abegglen, LL.M. und Rechtsanwalt Dr. 

iur. Gregor Geisser, rechtsanwälte.og42, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

Amt für Natur, Jagd und Fischerei, Davidstrasse 35, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Abschuss eines schadenstiftenden Wolfs im Gebiet Schils- und Weisstannental

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

Seit dem Jahr 2019 sind das Schils- und Weisstannental (Politische Gemeinden Flums 

und Mels) Streifgebiet eines Wolfspaars (M111 und F35) ohne Jungtiere. Nachdem in 

mittels Hunden oder Elektrozäunen geschützten Herden durch Wolfsangriffe zwölf – 

nämlich auf der Alp "Halde" auf dem Gemeindegebiet von Flums am 9. August 2023 

zwei und am 21. August 2023 und am 3. September 2023 je eines sowie am 

11. November 2023 auf der Heimweide "D.__" auf dem Gemeindegebiet von Mels acht 

– Schafe getötet oder schwer verletzt worden waren, ordnete das Amt für Natur, Jagd 

und Fischerei am 21. November 2023 den Abschuss eines der beiden Tiere an. Einem 

allfälligen Rekurs gegen die Anordnung wurde die aufschiebende Wirkung mit dem 

Hinweis auf die höchstens 60-tägige Dauer der Abschussbewilligung und die Gefahr 

weiterer Schäden entzogen (ABl 2023 Publ.-Nr. 00.126.861).

B.

Pro Natura, handelnd durch die Sektion St. Gallen-Appenzell, erhob gegen die 

Anordnung des Amts für Natur, Jagd und Fischerei (Vorinstanz) vom 21. November 

2023 mit Eingabe vom 4. Dezember 2023 Rekurs beim Volkswirtschaftsdepartement 

des Kantons St. Gallen und ergänzte das Rechtsmittel am 14. Dezember 2023 mit 

Anträgen, Darstellung des Sachverhalts und Begründung. In verfahrensrechtlicher 

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Hinsicht beantragte Pro Natura die Behandlung des Rechtsmittels als 

Sprungbeschwerde durch das Verwaltungsgericht und die – vorab superprovisorische 

– Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels.

C.

Am 19. Dezember 2023 übermittelte das Volkswirtschaftsdepartement Rekurserklärung 

und Rekursergänzung der Pro Natura (Beschwerdeführer) samt Beilagen 

zuständigkeitshalber dem Verwaltungsgericht. Die verfahrensleitende 

Abteilungspräsidentin ordnete am 20. Dezember 2023 an, auf den Vollzug der 

Anordnung vom 21. November 2023 sei vorläufig zu verzichten. Die Vorinstanz 

verzichtete am 27. Dezember 2023 auf eine Vernehmlassung zum Gesuch um 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und überwies dem Gericht die 

Vorakten. In der Folge blieb es beim vorläufigen Verbot, die Anordnung zu vollziehen. 

Die Vorakten wurden dem Beschwerdeführer zur Einsicht zugestellt.     

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 5. Januar 2024 die Abweisung der 

Beschwerde und bekundete am 10. Januar 2024 das Interesse an einer gerichtlichen 

Beurteilung des Entzugs der aufschiebenden Wirkung. Am 12. Januar 2024 nahm der 

Beschwerdeführer zum nach Ablauf der befristeten Abschussbewilligung 

fortbestehenden Rechtsschutzinteresse Stellung. Am 15. Januar 2024 wies die 

zuständige Abteilungspräsidentin das Gesuch des Beschwerdeführers, es sei die dem 

Rechtsmittel durch die Vorinstanz entzogene aufschiebende Wirkung 

wiederherzustellen, ab. Die amtlichen Kosten des Zwischenverfahrens von CHF 700 

wurden dem Beschwerdeführer auferlegt. Der Rest von CHF 800 des von ihm 

geleisteten Kostenvorschusses von CHF 1'500 verblieb bei der Hauptsache. Der 

Beschwerdeführer nahm am 25. Januar 2024 Stellung zur vorinstanzlichen 

Vernehmlassung in der Hauptsache und hielt an seinen Anträgen fest. Die Vorinstanz 

verzichtete am 2. Februar 2024 darauf, sich dazu zu äussern.    

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Eintreten

Zuständigkeit

Das Rechtsmittel richtet sich gegen eine Verfügung des Amts für Natur, Jagd und 

Fischerei, die grundsätzlich mit Rekurs beim kantonalen Volkswirtschaftsdepartement 

anzufechten ist (Art. 43  Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, 

sGS 951.1, VRP; Art. 21 lit. b  des Geschäftsreglements der Regierung und der 

Staatskanzlei, sGS 141.3, GeschR). Pro Natura hat mit Zustimmung des Amts für 

Natur, Jagd und Fischerei auf den departementalen Rekursentscheid verzichtet und die 

Überweisung der Streitsache als Beschwerde an das Verwaltungsgericht verlangt 

(Art. 43  VRP). Die Zustimmung der Rekursbehörde zu einer solchen Überweisung ist 

nicht mehr erforderlich (vgl. Art. 43  VRP in der bis 31. Mai 2017 geltenden Fassung, 

nGS 31-27). Das Verwaltungsgericht ist deshalb zum Entscheid in der Sache zuständig 

(vgl. Art. 59  Abs. 1 VRP).

1.1. 

bis

ter

ter

ter

bis

Beschwerdebefugnis

Der Schweizerische Bund für Naturschutz – gegründet im Jahr 1909 und seit 1997 im 

Handelsregister des Kantons Basel-Stadt als Verein "Pro Natura-Schweizerischer Bund 

für Naturschutz" eingetragen – bezweckt die Erhaltung der natürlichen 

Lebensgrundlagen und verfolgt insbesondere das Ziel des Schutzes der Natur, um die 

Biodiversität (von 1997 bis 2022: die Vielfalt der Lebensräume mit ihren Tier- und 

Pflanzenarten) zu bewahren und zu fördern (vgl. Internet Information aus dem 

Handelsregister des Kantons Basel-Stadt, Stand: 23. Februar 2024; Art. 2 lit. a der 

Statuten Pro Natura-Schweizerischer Bund für Naturschutz vom 4. Dezember 2021). Er 

ist in Angelegenheiten des Natur- und Heimatschutzes zur Erhebung der Beschwerde 

berechtigt (Art. 12 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Natur- und 

Heimatschutz, SR 451, NHG; Ziff. 6 des Anhangs der Verordnung über die 

Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und 

Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen, SR 814.076, VBO). Sein zur 

Beschwerdeerhebung zuständiges oberstes Exekutivorgan – der Zentralvorstand (vgl. 

Art. 39 Abs. 1 der Statuten Pro Natura-Schweizerischer Bund für Naturschutz) – hat mit 

von der Präsidentin und dem Geschäftsleiter unterzeichneter (vgl. Art. 41 der Statuten 

Pro Natura-Schweizerischer Bund für Naturschutz) Vollmacht vom 1. Dezember 2023 

die als Verein mit gemeinnützigem Zweck organisierte und damit im einschlägigen 

örtlichen Gebiet tätige, rechtlich selbständige Sektion St. Gallen-Appenzell (Art. 1 der 

Statuten Pro Natura St. Gallen-Appenzell vom 24. August 2019) zur Erhebung der 

1.2. 

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Beschwerde ermächtigt (act. 6/3; vgl. Art. 12 Abs. 5 NHG). Das Rechtsmittel richtet 

sich gegen eine Verfügung auf dem Gebiet des Tierschutzes, erging in Auslegung und 

Anwendung des eidgenössischen Jagdgesetzes und betrifft damit die Erfüllung einer 

Bundesaufgabe (Tier- und Artenschutz, Art. 79 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV; vgl. BGer 2C_1176/2013 vom 

17. April 2015 E. 1.3, nicht veröffentlicht in BGE 141 II 233). Der Beschwerdeführer ist 

mithin zur Erhebung der Beschwerde befugt.

Schutzwürdiges Interesse

Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP setzt die Befugnis zur Erhebung 

der Beschwerde zudem voraus, dass der Beschwerdeführer ein schutzwürdiges 

Interesse an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids dartut. 

Da die angefochtene Abschussbewilligung vom 21. November 2023 auf 60 Tage 

befristet war (vgl. Art. 9  Abs. 6 Satz 2 der Verordnung über die Jagd und den Schutz 

wildlebender Säugetiere und Vögel, Jagdverordnung, SR 922.01, JSV) und deshalb seit 

20. Januar 2024 keine Wirkung mehr entfaltet, ist das schutzwürdige Interesse nicht 

mehr aktuell. Von diesem Erfordernis ist indessen mit Blick auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur Beschwerdelegitimation gemäss Art. 89 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 111 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (SR 173.110, BGG) 

abzusehen, wenn sich die mit der Beschwerde aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen 

jeweils unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnten, ohne dass im 

Einzelfall rechtzeitig eine richterliche Prüfung stattfinden könnte (vgl. BGer 2C_89/2007 

vom 14. November 2007 E. 1, BGE 131 II 670 E. 1.2, 128 II 34 E. 1b) und die 

Beantwortung wegen deren grundsätzlicher Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt 

(vgl. BGer 2C_507/2022 vom 18. Februar 2023 E. 5.4 mit Hinweis auf BGE 147 I 478 

E. 2.2; BGE 135 I 79 E. 1.1, 131 II 361 E. 1.2, 111 Ib 56 E. 2b).       

Selbst wenn – wie vorliegend – ein Rekurs gegen eine auf 60 Tage befristete 

Abschussbewilligung als Sprungbeschwerde an das Verwaltungsgericht übermittelt 

wird, wird eine gerichtliche Überprüfung in der Regel nicht vor Ablauf der 

Geltungsdauer der Bewilligung möglich sein. Daran vermöchte auch nichts zu ändern, 

wenn der Beschwerdeführer das Rechtsmittel gegen die am 21. November 2023 

erteilte und gleichentags amtlich publizierte Anordnung nicht erst am 4. Dezember 

2023 und damit kurz vor Ablauf der 14-tägigen Rechtsmittelfrist angefochten und 

zudem für die Ergänzung der Rechtsmittelerklärung mit Anträgen, Darstellung des 

Sachverhalts und Begründung keine 14-tägige Nachfrist beansprucht hätte (vgl. dazu 

die detaillierten Überlegungen zur Dauer des Beschwerdeverfahrens in VerwGE B 

2016/2 vom 20. Januar 2017 E. 1.2.3). Dies gilt umso mehr, wenn dem 

1.3. 

bis

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2. Streitgegenstand

Umstritten ist eine von der zuständigen kantonalen Behörde gestützt auf Art. 9  JSV 

erteilte Abschussbewilligung. Gemäss Art. 9  Abs. 1 JSV kann der Kanton eine 

Abschussbewilligung für einzelne, nicht zu einem Rudel gehörende Wölfe erteilen, die 

erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Nach Auffassung des 

Beschwerdeführers war die Anordnung rechtswidrig und unverhältnismässig. Er macht 

ungenügende Herdenschutzmassnahmen und einen ungenügenden Prüfstandard (dazu 

nachfolgend Erwägung 3), eine fehlende ausreichende Eruierung des 

schadenstiftenden Tiers (dazu nachfolgend Erwägung 4), eine unterlassene 

Verhältnismässigkeitsprüfung (dazu nachfolgend Erwägung 5) und – für den Fall der 

Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht ein departementales Rekursverfahren 

vorangeht. Deshalb ist davon auszugehen, dass innerhalb einer Frist von zwei Monaten 

seit Erlass der Verfügung regelmässig keine umfassende gerichtliche Beurteilung der 

Beschwerde gegen eine auf 60 Tage befristete Abschussbewilligung vorliegt.

Dass der Wolf sich in der Schweiz wieder angesiedelt und in den vergangenen wenigen 

Jahren deutlich verbreitet hat und in der Folge die Haltung von Nutztieren vor neuen 

Herausforderungen steht, ist Gegenstand anhaltender intensiver politischer 

Diskussionen (vgl. bereits Bundesrätin Leuthard, in: Amtliches Bulletin 2016 Ständerat 

S. 146: … in fünfeinhalb Jahren nur vier Sessionen ohne Wolfsdiskussion …). Die 

gerichtliche Klärung der Möglichkeiten, welche das geltende Recht beim Auftreten 

einzelner schadensstiftender Wölfe bietet, liegt deshalb offensichtlich im öffentlichen 

Interesse. Zwar sind die zu klärenden Fragen – Zurechenbarkeit der Schäden, 

Einhaltung zumutbarer Schutzmassnahmen, Bestimmung des Abschussperimeters, 

Verhältnismässigkeit – typischerweise stark vom Einzelfall geprägt. Da aber wie 

dargelegt auch zukünftig nicht von einer rechtzeitigen richterlichen Beurteilung 

vergleichbarer auf höchstens 60 Tage befristeter Abschussbewilligungen ausgegangen 

werden kann, ist es für die Erteilung künftiger Bewilligungen von Bedeutung, wie die 

vorliegende rechtlich zu würdigen ist. Der Beschwerdeführer hat dementsprechend 

einen Anspruch auf Beurteilung seiner Beschwerde, auch wenn sein schutzwürdiges 

Interesse nicht mehr aktuell ist.

Weitere Eintretensvoraussetzungen

Das Rechtsmittel gegen die am 21. November 2023 publizierte Abschussbewilligung 

wurde mit Eingabe vom 4. Dezember 2023 rechtzeitig erhoben (Art. 47 Abs. 1 VRP). Es 

erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 18. Dezember 2023 in formeller und 

inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die 

Sprungbeschwerde ist deshalb einzutreten.

1.4. 

bis

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Rechtmässigkeit der Abschussbewilligung – einen unangemessenen 

Abschussperimeter geltend (dazu nachfolgend Erwägung 6).

3. Ausmass des zu berücksichtigenden Schadens

Anzahl Nutztierrisse3.1. 

Voraussetzungen in quantitativer und zeitlicher Hinsicht

Dass am 11. November 2023 auf der Heimweide "D.__" im Weisstannental acht und im 

August und September 2023 auf der Alp "Halde" vier Schafe Wölfen zum Opfer 

gefallen sind, ist unbestritten. Auch der Beschwerdeführer geht davon aus, dass die 

Risse vom August und September 2023 auf der Alp "Halde" und jene vom 

11. November 2023 im Weisstannental – auch wenn die Distanz zwischen den 

Örtlichkeiten rund 6.5 Kilometer beträgt – im Streifgebiet des nachwuchslosen 

Wolfspaares M111 und F35, dem die Vorinstanz die Schäden vom 11. November 2023 

zurechnet, liegen. Der Beschwerdeführer bringt zu Recht auch nicht vor, ein 

Einzelabschuss dürfe nicht bewilligt werden, weil die Schäden einem nachwuchslosen 

Wolfspaar zuzurechnen seien: Vergesellschaften sich Wölfe – wie vorliegend M111 und 

F35 – temporär, ohne sich fortzupflanzen, kommt der Einzelabschuss zur Verhütung 

weiteren durch sie verursachten Schadens an Nutztieren zur Anwendung (vgl. S. 6 des 

erläuternden Berichts des Bundesamts für Umwelt vom 15. Januar 2015 zur Änderung 

der Jagdverordnung, https://www.fedlex.admin.ch > Abgeschlossene 

Vernehmlassungen 2015 > UVEK). Nach Art. 9  Abs. 2 lit. c JSV liegt ein erheblicher 

Schaden an Nutztieren durch einen einzelnen Wolf vor, wenn in seinem Streifgebiet 

mindestens sechs Nutztiere innerhalb von vier Monaten getötet werden, nachdem 

früher bereits Schäden durch Wölfe zu verzeichnen waren. Dass diese 

Voraussetzungen in quantitativer und zeitlicher Hinsicht erfüllt waren, bestreitet auch 

der Beschwerdeführer nicht.

3.1.1. 

bis

Gesetzmässigkeit der Verordnungsbestimmung

Der Beschwerdeführer macht allerdings geltend, die Vorinstanz habe rechtlich völlig im 

Unklaren gelassen, wie die gesetzliche Schadenschwelle in Rechtsfortbildung des 

insoweit lückenhaften Gesetzes im konkreten Fall gehandhabt werden soll. Der 

Beschwerdeführer bezweifelt damit die Gesetzmässigkeit der vom Verordnungsgeber 

in Art. 9  Abs. 2 lit. c JSV festgesetzten Schadenschwelle.  

Grundlage der Verordnungsbestimmung ist Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, SR 922.0, 

JSG). Die Bestimmung lässt – kantonale – Massnahmen gegen einzelne Tiere zu, wenn 

3.1.2. 

bis

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sie erheblichen Schaden anrichten. Der Gesetzgeber hat damit dem Verordnungsgeber 

einen gewissen Spielraum zur Konkretisierung überlassen (vgl. BGE 137 II 338 E. 2.6). 

          

Art. 9  JSV übernimmt den unbestimmten Rechtsbegriff der Erheblichkeit (Abs. 1) und 

konkretisiert ihn zahlenmässig in Abs. 2. Die zahlenmässige Schwelle der Erheblichkeit 

des Schadens im Zusammenhang mit Nutztierrissen durch Wölfe ist im Lauf der 

vergangenen Jahre sukzessive – in Art. 9  Abs. 2 lit. c JSV konkret von 15 auf zehn 

und schliesslich auf sechs Nutztiere – gesunken (vgl. die Zahlen bei Einfügung der 

Bestimmung vom 1. Juli 2015, in Kraft seit 15. Juli 2015, AS 2015 2207; nach 

Änderung der Bestimmung vom 30. Juni 2021, in Kraft seit 15. Juli 2021, AS 2021 418; 

nach Änderung der Bestimmung vom 2. Juni 2023, in Kraft seit 1. Juli 2023, AS 2023 

286). Dass die Quantifizierung sich im Lauf der Zeit – vorliegend mit der Ausweitung 

der Wolfspopulation und der damit für deren Weiterbestand sinkenden Bedeutung 

eines einzelnen Wolfs – verändert, spricht für sich allein nicht gegen deren 

Gesetzmässigkeit. Die Quantifizierungen waren – jedenfalls bisher – das Ergebnis 

breiter Vernehmlassungsverfahren (vgl. dazu die Unterlagen auf www.fedlex.admin.ch 

> Vernehmlassungsverfahren > abgeschlossene Vernehmlassungen > Jahr > UVEK) 

und Folge einer Abwägung der von den verschiedenen Interessengruppen 

vorgebrachten Argumente und Vorschläge. Der Gesetzgeber war sich im 

Zusammenhang mit der Schaffung von Art. 12 Abs. 2 JSG der stark divergierenden 

Interessen im Bereich der Verhütung und Vergütung von Wildschäden bewusst (vgl. 

Botschaft zu einem Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz der wildlebenden 

Säugetiere und Vögel vom 27. April 1983, in: BBl 1983 II S. 1197 ff., S. 1211 ff.) und 

wollte Interessenkonflikte nicht einseitig lösen (vgl. Votum der Berichterstatterin, in: 

Amtliches Bulletin 1984 Nationalrat S. 484). Auch der Beschwerdeführer macht nicht 

geltend, dass der Verordnungsgeber den ihm vorgegebenen Rahmen verlassen hätte, 

indem er die Interessen offenkundig einseitig abgewogen hätte.         

Der Gesetzgeber hat im Übrigen von den Zahlen im Verordnungsrecht durchaus 

Kenntnis genommen, ohne dass die Schwelle als möglicherweise gesetzwidrig 

problematisiert worden wäre (vgl. Amtliches Bulletin 2022 Ständerat, Votum 

Berichterstatter vom 29. September 2022, 21.502 S. 2). Abgesehen davon 

überschreitet die Zahl der Nutztierrisse vom 11. November 2023 von acht die Schwelle 

von sechs Rissen gemäss Art. 9  Abs. 2 lit. c JSV nicht unerheblich.       

Ergänzend kann auf die Voraussetzungen für die Regulierung des Wolfsbestands 

bis

bis

bis

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hingewiesen werden: Nach Art. 12 Abs. 4  JSG dürfen Wölfe eines Rudels zwischen 

1. Juni und 31. August mit vorgängiger Zustimmung des Bundesamts reguliert werden, 

wenn das Rudel Schäden insbesondere an Nutztieren der Rinder- oder Pferdegattung 

anrichtet. Der Gesetzgeber hat bei den Voraussetzungen für die Bestandsregulierung 

auf eine quantitative Umschreibung der Schäden ganz verzichtet und den Bundesrat 

damit beauftragt, die Bedingungen zu regeln.

bis

Nachweis zumutbarer Herdenschutzmassnahmen3.2. 

Vorbringen des Beschwerdeführers

Der Beschwerdeführer ist sodann der Auffassung, zumindest die acht Risse vom 

11. November 2023, möglicherweise aber auch jene vom August und September 2023, 

dürften mangels nachgewiesener ausreichender Herdenschutzmassnahmen nicht 

berücksichtigt werden. Bei der Beurteilung des Schadens nach Art. 9  Abs. 2 lit. c 

JSV bleiben Nutztiere unberücksichtigt, die in einem Gebiet getötet werden, in dem 

trotz Schäden, die mehr als vier Monate zurückliegen, keine zumutbaren 

Schutzmassnahmen nach Art. 10  JSV ergriffen worden sind (Art. 9  Abs. 4 

JSV). Der Begriff des Gebiets wird nicht weiter konkretisiert. Dem Zweck der 

Bestimmung entsprechend – nämlich eine Abschussbewilligung für einen einzelnen 

Wolf im Sinn von Art. 9  Abs. 1 JSV zu rechtfertigen – knüpft der Begriff am 

Streifgebiet des schadenstiftenden Wolfs an. Die Schäden von August und September 

2023 sowie vom November 2023 sind innerhalb eines Gebiets aufgetreten, welches als 

Streifgebiet eines bestimmten Wolfs oder Wolfspaars in Frage kommt (dazu vorstehend 

E. 3.1.1). Im Übrigen muss gemäss Merkblatt Herdenschutz SG/FL des 

Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen im ganzen Kantons St. Gallen mit dem 

Auftreten des Wolfs gerechnet werden (vgl. https://www.sg.ch > Umwelt & Natur > 

Landwirtschaft > Landwirtschaftliches Zentrum SG > Beratung & Fachthemen > 

Tierhaltung > Herdenschutz; Stand 19. Februar 2024). Dementsprechend wirft der 

Beschwerdeführer zu Recht die Frage auf, ob zumutbare Schutzmassnahmen (dazu 

nachfolgend Erwägung 3.2.2) nachgewiesen (dazu nachfolgend Erwägung 3.2.3) sind.

3.2.1. 

bis

quinquies bis

bis

Massnahmen

Der Beschwerdeführer bringt vor, elektrifizierte Zaunsysteme erfüllten die 

Voraussetzungen nur dann, wenn sie fachgerecht aufgebaut und unterhalten seien. Der 

Zaun sollte an jeder Stelle – auch bei Nässe – eine Spannung von konstant mindestens 

3000 Volt aufweisen. Es seien Leiter von guter Qualität einzusetzen, wobei zwei Leiter 

verschraubt oder geklemmt seien. Weiter sei auf offene Tore, Schäden am Zaun oder 

andere Mängel zu achten. Elektrifizierte Weidenetze mit einer Höhe von 0,9 Metern 

3.2.2. 

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müssten gut gespannt sein. Auf den Bildern in den Akten sei klar zu erkennen, dass der 

zweitunterste – dies sei der unterste stromführende – Draht des Zaunnetzes von 

Schnee bedeckt sei. Das führe zu einem massiven Spannungsverlust und könne daher 

die Wirksamkeit dieser Schutzmassnahme erheblich beeinträchtigen. Es sei aus 

physikalischen Gründen deshalb äusserst unwahrscheinlich, dass der Zaun im 

Zeitpunkt des Wolfsangriffs ausreichend Strom geführt habe. Dies würde auch 

erklären, weshalb der Zaun nach dem Wolfsangriff am Boden gelegen und teilweise 

defekt gewesen sei und Schafe aus dem Zaun gesprengt worden seien. Die 

Strommessungen beschränkten sich auf die oberste stromführende Litze. Wichtig wäre 

es aber zu wissen, ob die unterste stromführende Litze noch genug Spannung gehabt 

habe, zumal Wölfe meist unter dem Zaun durchschlüpften.

Zum Schutz von Schafen und Ziegen auf Weiden vor Grossraubtieren gelten gemäss 

Art. 10  Abs. 1 lit. a JSV als zumutbare Massnahmen im Sinn von Art. 9  Abs. 4 

JSV Elektrozäune, die vor Grossraubtieren schützen. Art. 56 Abs. 5 der kantonalen 

Jagdverordnung (sGS 853.11, JV), wonach bei Nutztieren keine 

Verhütungsmassnahmen getroffen werden müssen, fällt damit der derogatorischen 

Kraft des Bundesrechts zum Opfer (vgl. Art. 49 Abs. 1 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Die bundesrechtliche 

Verordnungsbestimmung umschreibt nicht weiter, welche Anforderungen an 

Elektrozäune als zumutbar gelten. Dem Zweck der Bestimmung entsprechend kann 

allerdings nicht davon ausgegangen werden, dass – was der Wortlaut nahelegt – 

Elektrozäune per se als unzureichend zu gelten haben, wenn sie faktisch im Einzelfall 

keinen ausreichenden Schutz boten.          

Das Ergreifen von Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden und damit auch von 

Massnahmen zum Herdenschutz fällt in die Zuständigkeit der Kantone (vgl. Art. 12 

Abs. 1 JSG). Nutztierbesitzerinnen und -besitzer treffen Massnahmen, soweit diese 

nötig, zumutbar und mit den jagdlichen Zielen vereinbar sind, die Regierung regelt 

durch Verordnung, unter welchen Voraussetzungen dies der Fall ist (Art. 49 Abs. 1 und 

2 des kantonalen Gesetzes über die Jagd, den Schutz der wildlebenden Säugetiere 

und Vögel sowie deren Lebensräume, Jagdgesetz, sGS 853.1, JG). 

Verhütungsmassnahmen sind zumutbar, wenn die Kosten der Massnahme kleiner sind 

als die durch die Massnahme bewirkte Verringerung des möglichen Schadens. Sie sind 

in der Regel zumutbar, wenn sie durch Beiträge der öffentlichen Hand unterstützt 

werden (Art. 52 Abs. 1 und 2 JV). Die von Wildschaden bedrohte Person erhält 

Verhütungsmassnahmen in tauglichem Zustand (Art. 54 JV). Der Bund fördert und 

quinquies bis

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koordiniert die Massnahmen der Kantone zur Verhütung von Wildschaden, der durch 

Grossraubtiere an Nutztieren verursacht wird, und kann gegen Entschädigung 

öffentlich-rechtliche Körperschaften oder Private mit dem Vollzug dieser Aufgaben 

beauftragen (vgl. Art. 12 Abs. 5 JSG). Die wirksamen und vom Bund geförderten 

Massnahmen werden in Art. 10  und 10  JSV aufgelistet. Art. 10  Abs. 1 lit. b JSV 

verwendet bei der Umschreibung der Massnahmen, an welchen sich der Bund 

beteiligt, den Begriff der elektrischen Verstärkung von Weidezäunen (lit. b) und den 

Begriff der Elektrozäune zum Schutz von Bienenstöcken vor Bären (lit. c). Auch in 

diesem Zusammenhang enthält die Verordnung keine Konkretisierungen. In den 

Vernehmlassungen zum Entwurf der Änderung der Verordnung vom 31. März 2021 

wurde – vereinzelt (so vom Kanton Appenzell Innerrhoden und vom Schweizerischen 

Alpwirtschaftlichen Verband, vgl. www.fedlex.admin.ch > Vernehmlassungen > 

abgeschlossene Vernehmlassungen > 2021 > UVEK > Vernehmlassungen 2021/54, 

Stellungnahmen S. 5/806 und S. 267/806) – die Auffassung vertreten, einlitzige 

Elektrozäune böten keinen Schutz und mehrlitzige seien unverhältnismässig 

aufwendig.     

Die Herdenschutzberatung liegt in der Verantwortung der Kantone, die sie in ihre 

landwirtschaftliche Beratung integrieren (Art. 10  Abs. 4 JSV). Der Kanton führt eine 

landwirtschaftliche Beratungsstelle (Art. 10 Abs. 1 des Landwirtschaftsgesetzes, sGS 

610.1, LaG). Der Kanton kann Massnahmen für die Verhütung von Wildschaden in der 

Landwirtschaft unterstützen durch Beiträge für den Herdenschutz und Beratung 

(Art. 18a LaG). Für den Herdenschutz hat das kantonale Landwirtschaftsamt eine 

Anlaufstelle Herdenschutz SG und ein Merkblatt geschaffen. Als Prävention können 

stromführende Schafzäune von mindestens 0,9 Metern als Umzäunung genutzt 

werden. Diese müssen straff aufgestellt werden und keine Schlupfmöglichkeit bieten. 

Mindestens vier Litzendrähte mit neun und mehr Leitdrähten werden bevorzugt. Bei 

allen Systemen muss die Stromspannung mindestens 3000 Volt betragen. Der Apparat 

muss über eine optimale Erdung verfügen. Dort, wo der Zaun aufgestellt wird, soll dafür 

das Gras vor dem Erstellen sauber gemäht werden (vgl. www.sg.ch/umwelt-natur/

landwirtschaft/lzsg/Beratung/tierhaltung/Herdenschutz.html). Im Übrigen wird – wie 

dies auch die "Vollzugshilfe Herdenschutz" des Bundesamtes für Umwelt aus dem Jahr 

2019 tut (vgl. https://www.bafu.admin.ch > Themen > Biodiversität > Publikationen und 

Studien; vgl. S. 37) – auf die Merkblätter von AGRIDEA verwiesen. AGRIDEA hat im 

Merkblatt "Wolfschutzzäune auf Kleinviehweiden" Empfehlungen zur Installation und 

zum Unterhalt von Schutzzäunen zusammengefasst und die nötigen Anpassungen bei 

Wolfspräsenz präzisiert. Im Merkblatt "Sichere Übernachtungsplätze für behirtete 

ter quater ter

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https://www.bafu.admin.ch

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Kleinviehherden" der AGRIDEA wird unter dem Titel "Anforderungen und Finanzierung 

zum Schutz" als Grundschutz ein Zaun mit vier Litzen oder Weidenetze, beide mit einer 

Höhe von 0.9 Metern, verlangt und ein Zaun mit fünf oder mehr Litzen oder Weidenetze 

mit einer Höhe von 1.05 Metern empfohlen. Beide müssen einen dichten Bodenschluss 

(erste Litze maximal 20 Zentimeter) aufweisen und mit einem 12 Volt Akkugerät oder 

Solarzaungerät mit guter Erdung und mindestens 3000 Volt am Ende des Zauns 

ausgestattet sein.

Nachweis

Die vom Tierhalter getroffenen Massnahmen wurden von der Anlaufstelle Herdenschutz 

am 17. November 2023 anhand der in der Woche vor dem Riss erstellten Fotos des 

Zauns, des Viehhüters und der Messungen als fachgerecht beurteilt. Daraus darf ohne 

Weiteres geschlossen werden, dass der Verlauf des Zauns dem Verlauf des Terrains 

angepasst war.

Darüber hinaus kann ein Nachweis, dass im Zeitpunkt des Wolfsangriffs die 

erforderlichen Massnahmen – gespanntes Weidenetz ohne Lücken mit mindestens 

3000 Volt unter Strom stehend – nachträglich nicht mehr erbracht werden.        

Für die Beurteilung, ob zumutbare Verhütungsmassnahmen nachgewiesen sind, 

erscheint eine Orientierung am Verfahren zur Meldung und Festlegung der 

Entschädigung von Wildschäden angebracht. Nach Art. 13 Abs. 4 JSG beteiligen sich 

Bund und Kantone an der Vergütung von Schaden, der durch Tiere bestimmter vom 

Bundesrat bezeichneter geschützter Arten verursacht wird (Satz 1), wobei der 

Bundesrat diese geschützten Tierarten und die Voraussetzungen der 

Entschädigungspflicht festlegt (Satz 2). Das kantonale Recht regelt in Art. 61 JG die 

Aufgaben nach eidgenössischer und kantonaler Jagdgesetzgebung, welche die 

Aufsichtsorgane erfüllen. Darunter fällt insbesondere die Kontrolle von Zäunen im 

Lebensraum wildlebender Tiere und die Meldung unzulässiger oder verbotener Zäune 

an die zuständige Stelle des Kantons (lit. a ). Gemäss Art. 62 Abs. 1 JV meldet die 

geschädigte Person den Wildschaden unverzüglich der Wildhüterin oder dem 

Wildhüter. Sie oder er setzt die Entschädigung fest, wenn die geschädigte Person 

zustimmt und die Entschädigung CHF 2'000 nicht übersteigt (Art. 63 Abs. 1 lit. a JV; zu 

geringeren Schäden vgl. lit. b und c); in den übrigen Fällen entscheidet das Amt für 

Natur, Jagd und Fischerei (Art. 63 Abs. 2 JV). Die Entschädigung wird unter anderem 

dann herabgesetzt oder ausgeschlossen, wenn die geschädigte Person die ihr 

obliegenden Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden unterlassen hat (vgl. Art. 52 

3.2.3. 

bis

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/20

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Abs. 2 JG, Art. 61 lit. a JV).    

Der Tierhalter meldete den Schaden unverzüglich. In den vom Wildhüter anlässlich 

einer Begehung noch am 11. November 2023 aufgenommenen Protokollen zur 

Erfassung einzelner Nutztierrisse wurden die Schäden behördlich anerkannt. Bei der 

Aufnahme der Rissprotokolle wurde nicht festgehalten, dass die getroffenen 

Massnahmen, soweit sie nach dem Wolfsangriff noch intakt waren, den Anforderungen 

an einen ausreichenden Herdenschutz nicht genügen würden. Vielmehr wurden die 

Parzelle als fachgerecht geschützt beurteilt und die Entschädigungen – ohne Hinweise 

auf Kürzungen – auf je viermal CHF 300 und CHF 650 festgelegt (act. 11/1.5.1-1.5.8). 

Dass die vom Tierhalter ergriffenen Massnahmen als ausreichend beurteilt worden 

waren und er zudem als nachweislich zuverlässig beschrieben wird, muss deshalb als 

Nachweis ausreichen (vgl. im Übrigen ergänzend E. 4.3 der Präsidialverfügung vom 

15. Januar 2024).      

Im Übrigen lassen sich zur Frage der Häufigkeit der Kontrollen weder dem Bundesrecht 

noch dem kantonalen Recht konkrete Regeln entnehmen. Wer ein flexibles Weidenetz 

nutzt, kontrolliert regelmässig, ob sich ein wildlebendes Tier im Weidenetz verfangen 

hat (Art. 41  lit. a JG). In welchen Abständen diese regelmässige Kontrolle zu 

erfolgen hat, ergibt sich nicht aus dem Gesetz (vgl. VI. Nachtrag zum Gesetz über die 

Jagd, den Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel sowie deren Lebensräume 

[Jagdgesetz] [Gegenvorschlag zur Gesetzesinitiative "Stopp dem Tierleid – gegen 

Zäune als Todesfallen für Wildtiere"], Botschaft und Entwurf der Regierung vom 

15. Dezember 2020, Ziff. 3.5; Protokoll der Sitzung der vorberatenden Kommission 

vom 15. Januar 2021, S. 34; https://www. ratsinfo.sg.ch, Geschäft 22.20.10). Auch den 

Materialien zur Strafbestimmung von Art. 65 Abs. 1 lit. k JG – Missachtung der 

Verpflichtung, ein in einem flexiblen Weidenetz verfangenes Tier unverzüglich zu 

melden – lassen sich keine Hinweise entnehmen, in welchen Abständen der Nutzer 

eines flexiblen Weidenetzes Kontrollen vorzunehmen hat (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 11; 

Protokoll der vorberatenden Kommission, a.a.O., S. 43). Eine tägliche Kontrolle 

elektrischer Zäune wurde allerdings in der vorberatenden Kommission als 

unzumutbarer Aufwand beurteilt (vgl. Protokoll der Sitzung der vorberatenden 

Kommission, a.a.O., S. 5).

Damit kann festgehalten werden, dass die zumutbaren Schutzmassnahmen getroffen 

worden sind.

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4. Eruierung des schadenstiftenden Tiers

Vorbringen des Beschwerdeführers

Der Beschwerdeführer macht geltend, der Abschuss setze voraus, dass die Risse 

einem bestimmten Wolf zugeordnet werden könnten. Der Abschuss müsse konkret 

weiteren Schaden verhüten und sei deshalb nur zielführend, wenn jenes Tier getötet 

werde, welches gelernt habe, zumutbare Herdenschutzmassnahmen zu umgehen. Ob 

die Risse im Weisstannental vom 11. November 2023 überhaupt dem Wolfspaar und 

nicht dem Calfeisental-Rudel zuzurechnen seien, sei unklar. Die aufgefundenen Fährten 

im Schnee und das Rissmuster liessen nach der Darstellung der Vorinstanz den 

Schaden nicht einem Wolfsrudel zurechnen. Allerdings seien die Fährten nicht 

dokumentiert. Es sei fraglich, ob Fährten im Schnee überhaupt genügen würden, das 

Wolfspaar mit hinreichender Wahrscheinlichkeit als Schadenstifter zu identifizieren. Es 

komme nicht selten vor, dass sich einzelne Wölfe zwecks eines Angriffs aus einem 

Rudel absetzten. Dem Calfeisental-Rudel seien mehrere Risse während des Sommers 

auf der "Gafarra", die ebenfalls im Weisstannental liege, zugeordnet worden. Dort seien 

nach demselben Muster offenbar ebenfalls Zäune überwunden worden. Dem 

Wolfspaar sei bisher vor allem ein Riss auf der Alp "Halde" zugeschrieben worden. Die 

Ergebnisse der Analyse der vier getöteten Schafen abgenommenen DNA-Proben seien 

nicht abgewartet worden. Bei diesem unvollständig erhobenen Sachverhalt könnten die 

Risse im Weisstannental nicht ohne Weiteres dem Wolfspaar zugerechnet werden. 

Selbst wenn dies der Fall wäre, bleibe im Dunkeln, ob die beiden Wölfe die Angriffe 

gemeinsam verübt hätten oder nur eines der Tiere dafür verantwortlich sei. Sollte nur 

eines der beiden Tiere gelernt haben, die Herdenschutzmassnahmen zu umgehen, so 

bestehe mit dem verfügten Abschuss eines Wolfs des Paars eine 50-prozentige 

Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf geschossen werde, der selbst keinen erheblichen 

Schaden verursacht habe. Eine solcher Fehlschuss würde auch nicht der Verhinderung 

künftiger Schäden dienen. Vielmehr träfe er möglicherweise ein unauffälliges Tier, wäre 

grund- und nutzlos und damit von vornherein unverhältnismässig. Indem die Risse 

addiert würden, werde das Bild eines einzelnen, schadenstiftenden Wolfs gezeichnet, 

den es tatsächlich gar nicht gebe. Die Schwierigkeit bei der Umsetzung des 

Einzelabschusses bei Wolfspaaren sei im Völker- und Bundesrecht angelegt und 

Ausfluss eines wirksamen Artenschutzes. Der Verordnungsgeber selbst gehe bei der 

Rudelregulierung davon aus, dass sich das schadensstiftende Tier eruieren lasse.

4.1. 

Rechtliches

Gemäss Art. 12 Abs. 2 JSG können die Kantone jederzeit Massnahmen gegen einzelne 

geschützte oder jagdbare Tiere, die erheblichen Schaden anrichten, anordnen oder 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 15/20

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erlauben. Der Bundesrat vertrat die Auffassung, dass die Kantone die Möglichkeit, 

schadenstiftende Einzeltiere abzuschiessen, nur in unbedingt notwendigen Fällen 

anwenden und sich, namentlich wenn es um den Abschuss von Tieren geschützter 

Arten geht, grösste Zurückhaltung auferlegen sollen (vgl. Botschaft zu einem 

Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel 

[JSG] vom 27. April 1983, in: BBl 1983 II S. 1197 ff., S. 1211). In den Beratungen wurde 

darauf hingewiesen, dass von "einzelnen" Tieren und von erheblichem Schaden 

gesprochen werde. Die Frage sei, ob auch für geschützte Tiere genügender Schutz 

bestehe. Hier liege sehr viel Verantwortung bei den Kantonen. Sie hätten die 

Bestimmung für alle Seiten vernünftig und eben auch vernünftig im Sinn der 

Naturschutzkreise zu praktizieren (vgl. Votum der Berichterstatterin im Ständerat vom 

25. September 1984, in: Amtliches Bulletin Ständerat 1984 S. 496). Das kantonale 

Recht nennt als Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden in Art. 48  Abs. 3 JG 

neben der Jagdplanung (lit. a) den Abschuss einzelner Tiere (lit. b), die 

Lebensraumaufwertung (lit. c) und -beruhigung (lit. d) sowie Massnahmen der 

Besitzerin oder des Besitzers von Nutztieren (lit. e). Art. 9  Abs. 1 JSV nimmt die 

bereits im Gesetz vorgesehene Voraussetzung der Zuordnung des erheblichen 

Schadens zu einem einzelnen Tier auf. Es muss "sichergestellt" werden, dass ein 

Abschuss dasjenige Tier trifft, welches den Schaden verursacht hat (vgl. Erläuternder 

Bericht zur Änderung der Jagdverordnung vom 15. Januar 2015, S. 6).           

Bei der Auslegung und Anwendung von Art. 12 Abs. 2 JSG und Art. 48  Abs. 3 lit. b 

JG sind insbesondere die praktischen Möglichkeiten zu berücksichtigen, die eine 

Zuordnung entstandener Schäden zu einem bestimmten Tier überhaupt zulassen. Eine 

sichere Zuordnung mittels DNA-Proben wird häufig – wie auch der vorliegende Fall 

zeigt – nicht möglich sein. In aller Regel wird deshalb auf Indizien, wie insbesondere 

den Ort und das Bild des Schadens und die bekannten Streifgebiete der in Frage 

kommenden Grossraubtiere abzustellen sein. Insoweit muss ausreichen, dass die 

Zuordnung des erheblichen Schadens zu einem bestimmten Wolf wahrscheinlicher ist 

als zu allen anderen, welche möglicherweise auch noch als Verursacher in Frage 

kommen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn der Einzelabschuss die für den 

Bestand einer Population aus Artenschutzgründen notwendige Verbreitung und 

Populationsdichte – wie vorliegend, wo ein Wolfspaar ohne Nachwuchs betroffen ist – 

nicht gefährdet wird.

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Würdigung

Es trifft zu, dass die Zuordnung der Schäden auf der Alp "Halde" im August und 

September 2023 und auf der Heimweide "D.__" im November 2023 nur in einem 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 16/20

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5. Verhältnismässigkeit

Einzelfall mittels DNA-Proben einem bestimmten Wolf, nämlich ein Riss vom 

3. September 2023 auf der Alp "Halde" dem Wolf F35, zugeordnet werden konnte 

(act. 11/1.4.5). Indessen erscheint eine solche lückenlose Zuordnung mit DNA-Proben 

praktisch kaum möglich. Obwohl den Beutetieren solche Proben regelmässig 

entnommen werden, ergibt sich nur in wenigen Fällen eine klare Zuordnung zu einem 

jagenden Grossraubtier. Deshalb muss in der Praxis eine plausible nachvollziehbare 

Zuordnung anhand der Schadenorte, der Schadensbilder und allfälliger weiterer 

konkreter Anhaltspunkte wie Spuren oder Kamerabildern ausreichen. Die konkreten 

Umstände lassen im vorliegenden Fall – wie bereits in der Präsidialverfügung über die 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde erwähnt (E. 4.4) – eine 

ausreichend wahrscheinliche Zuordnung der Schäden zu den Wölfen M111 und F35 

zu. Daran vermag nichts zu ändern, dass sich die Streifgebiete des Wolfspaars M111 

und F35 einerseits und des Calfeisental-Rudels anderseits im Weisstannental nicht 

eindeutig abgrenzen lassen, sich allenfalls auch verschieben und überschneiden. Der 

Verordnungsgeber wollte den Einzelabschuss auch bei nachwuchslosen Wolfspaaren, 

die erhebliche Schäden verursachen, zulassen. Eine Zuordnung zu einem Einzeltier ist 

in diesen Fällen nicht erforderlich, zumal regelmässig bei Paaren nicht den beiden 

Einzeltieren konkrete Schadensanteile zugerechnet werden können.

Rechtliches

Art. 12 Abs. 2 JSG, welcher unter anderem auch Massnahmen gegen einzelne 

geschützte Tiere zulässt, steht im Zusammenhang mit dem komplexen Problem der 

durch Wildtiere verursachten Schäden. Im bundesrätlichen Entwurf bezog sich die 

Bestimmung einzig auf den "Abschuss". Die vorberatende Kommission des 

Nationalrats hat den Begriff zunächst durch "Beseitigung", schliesslich unmittelbar vor 

der Beratung im Nationalrat durch "Massnahmen" ersetzt (vgl. Votum des 

Berichterstatters vom 18. Dezember 1985, in: Amtliches Bulletin Nationalrat 1985 

S. 2163). In der ursprünglichen Fassung der Bestimmung wurde eine Blankovollmacht 

des Bundes an die Kantone zum Abschuss geschützter Tiere erblickt. Als 

widersprüchlich erschien, dass einerseits mit Abs. 4 der Bestimmung Schäden, die von 

Tieren bestimmter geschützter Arten verursacht würden, entschädigt werden sollen, 

gleichzeitig aber auch deren Abschuss erlaubt sein soll (vgl. Votum Eppenberger-

Nesslau vom 18. Dezember 1985, in: Amtliches Bulletin Nationalrat 1985 S. 2163). 

Diese Ambivalenz der Interessen bringt das kantonale Jagdgesetz bereits in der 

Zweckbestimmung zum Ausdruck, indem einerseits wildlebende Tierarten geschützt, 

deren schädigende Einflüsse aber – nötigenfalls auch mittels Abschusses eines 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 17/20

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schadenstiftenden Einzeltiers (Art. 48  Abs. 3 lit. b JG) – beschränkt werden sollen 

(Art. 1 lit. c und e JG).   

Art. 12 Abs. 2 JSG geht vom Grundsatz aus, verhüten sei besser als vergüten. Diesen 

Grundsatz hat Art. 48  Abs. 2 des kantonalen Jagdgesetzes übernommen, indem er 

ausdrücklich festhält, die Verhütung von Wildschaden habe Vorrang vor der 

Entschädigung von eingetretenem Schaden. Die Aufzählung der Massnahmen in 

Art. 48  Abs. 3 des kantonalen Jagdgesetzes stellt keine Prioritätenliste dar. Es ist 

jeweils im konkreten Einzelfall zu prüfen, welche Massnahmen zu ergreifen sind. Die 

Auswahl richtet sich nach der Wirksamkeit und der Effizienz der Massnahmen in Bezug 

auf das konkrete Schädigungspotenzial (vgl. II. Nachtrag zum Jagdgesetz, Botschaft 

und Entwurf der Regierung vom 21. Januar 2014, in: ABl 2014 S. 338 ff., S. 358). Bei 

der Auslegung und Anwendung der Bestimmung ist das Ausmass der drohenden und 

zu vermeidenden Schäden zu berücksichtigen. Von Wölfen verursachte Schäden 

können selbst bei einem Einzelereignis vor allem dann erheblich sein, wenn – wie das 

Schadensereignis vom 11. November 2023 zeigt – eine (eingezäunte) Nutztierherde 

betroffen ist.

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Vorbringen und Würdigung

Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, schon mangels ausreichender Prüfung und 

Durchsetzung angemessener Herdenschutzmassnahmen und Ermittlung des 

schadenstiftenden Tiers sei die Bewilligung des Einzelabschusses unverhältnismässig. 

Dem ist allerdings entgegen zu halten, dass aufgrund der konkret zu beurteilenden 

Umstände für das Ereignis vom 11. November 2023 sowohl zumutbare 

Herdenschutzmassnahmen als auch die Zuordnung des Schadens zum Wolfspaar 

M111 und F35 ausreichend nachgewiesen sind (vgl. dazu vorstehend Erwägungen 3 

und 4).         

Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, der Begründung der 

Abschussbewilligung lasse sich keine auf den Einzelfall ausgerichtete 

Interessenabwägung entnehmen. Sie stütze sich einzig auf den zahlenmässigen 

Schaden und begnüge sich mit einer mathematischen Regel. Die Vorinstanz verkenne, 

dass es sich bei Art. 9  JSV um eine Kann-Bestimmung handle. Das verlange nach 

einer pflichtgemässen Ermessensausübung, wozu auch die sorgfältige 

Verhältnismässigkeitsprüfung gehöre. Das sei gerade bei Wolfspaaren besonders 

geboten. Die Behörde habe es unterlassen aufzuzeigen, inwiefern der Abschuss eines 

Tiers geeignet und notwendig sei, um künftige Schäden zu vermeiden. Der Abschuss 

müsse verhältnismässig im engeren Sinn sein und dem öffentlichen Interesse am 

5.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 18/20

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6. Abschussperimeter

Erweist sich die Abschussbewilligung als zulässig, beantragt der Beschwerdeführer 

eine Begrenzung des Perimeters, welche Abschüsse im überlappenden Streifgebiet 

des Wolfspaars M111 und F35 einerseits und des Calfeisental-Rudels anderseits 

verbiete. Bei einem Abschuss in diesem Gebiet bliebe – vor dem Ergebnis einer DNA-

Analyse, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen könne – unklar, wen der Abschuss 

getroffen habe und ob er dem Kontingent des Rudels oder dem Paar/Einzelwolf 

zuzurechnen sei. Damit bliebe – für eine gewisse Zeit – unklar, ob im Perimeter der 

angefochtenen Abschussbewilligung weiter gejagt werden dürfe. Die Vermeidung einer 

Überlappung der Abschussperimeter und eine entsprechende Verkleinerung des 

streitbetroffenen Perimeters erschienen daher aus Gründen der Verhältnismässigkeit 

als absolutes rechtliches Minimum. Angesichts der Dynamik der Streifgebiete wäre bei 

der Festlegung des Perimeters im Prinzip sogar eine Pufferzone zwischen den beiden 

Streifgebieten zu berücksichtigen.      

Anlass für die umstrittene Abschussbewilligung ist der Riss von acht Schafen am 

11. November 2023 im Weisstannental. Das Schadensbild deutet mit ausreichender 

Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass der Schaden nicht dem Calfeisental-Rudel, 

sondern dem Wolfspaar M111 und F35 zuzurechnen ist. Das schliesst nicht aus, dass 

im Weisstannental auch das Calfeisental-Rudel streift und jagt. Im Zeitpunkt der 

Erteilung der Abschussbewilligung jedenfalls aber gehörte das Weisstannental (auch) 

zum Streifgebiet des Wolfspaars M111 und F35. Die Auffassung des 

Beschwerdeführers hätte zur Folge, dass bei Rissen, die örtlich nicht eindeutig einem 

bestimmten Streifgebiet zugeordnet werden können, der Perimeter von Beginn weg so 

festzulegen wäre, dass das Schadensgebiet von ihm nicht umfasst ist. Eine solche 

Festlegung stünde in einem gewissen Widerspruch zur Regel, dass Wölfe wenn 

möglich dort zu erlegen sind, wo ihre Anwesenheit unerwünscht ist (Art. 4b Abs. 6 JSV 

– die Wölfe, die im Rahmen der Bestandsregulierung abgeschossen werden dürfen, 

Schutz dieses streng geschützten Tiers vorgehen. Zu prüfen wäre auch, ob künftige 

Risse durch Verbesserung der zumutbaren Herdenschutzmassnahmen oder 

Vergrämungsmethoden vermieden werden könnten. – Den an sich nachvollziehbaren 

Überlegungen des Beschwerdeführers stehen die Verordnungsregeln selbst entgegen. 

Der Verordnungsgeber hat – wenn auch wenig konkret – umschrieben, welche 

Herdenschutzmassnahmen als zumutbar im Sinn von Art. 10  JSV ausreichen. 

Vergrämungsmethoden hat er nicht vorgesehen. Sie müssten im Übrigen, um wirksam 

zu sein, am Ort des früheren oder eines künftigen möglichen Schadens erfolgen. Unter 

diesen Umständen ist die Verfügung über den Abschuss als verhältnismässig zu 

betrachten.

quinquies

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sind soweit möglich nahe von Nutztierherden, Siedlungen, ganzjährig bewohnten 

Gebäuden oder stark vom Menschen genutzten Anlagen zu erlegen) oder wo sie 

Schaden angerichtet haben (Art. 4c Abs. 3 JSV – die Wölfe, die im Rahmen der 

Bestandsverringerung abgeschossen werden dürfen, sind bei der Nutztierherde zu 

erlegen, aus der die geschädigten Nutztiere stammen).          

Bei der dynamischen Veränderung der Streifgebiete ist zwar nicht ausgeschlossen, 

dass sich innerhalb der 60 Tage, für welche die Abschussbewilligung gilt, die 

Streifgebiete verschieben, so dass in einem Teil des Abschussperimeters das 

schadenstiftende Einzeltier nicht mehr, dafür neu ein anderes Einzeltier oder ein Rudel 

anzutreffen ist. Um das Risiko eines Fehlabschusses zu verringern, wäre deshalb eine 

dauernde Beobachtung der – durchaus grossen und in Bezug auf das Gelände 

mitunter sehr anspruchsvollen – Streifgebiete erforderlich. Das ist allerdings 

offenkundig nicht möglich. Eine dynamische Anpassung des Abschussperimeters 

erscheint deshalb als unmöglich.

7. Zusammenfassung

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Herde, die am 11. November 2023 auf der 

Heimweide "D.__" im Weisstannental von einem Wolfsangriff betroffen war, mit 

zumutbaren Massnahmen geschützt war und die acht gerissenen Schafe mit 

ausreichender Wahrscheinlichkeit dem Wolfspaar M111 und F35 zugeordnet werden 

können. Die auf die Maximaldauer von 60 Tagen befristete Abschussbewilligung vom 

23. November 2023 und der mit der Bewilligung festgelegte Abschussperimeter 

erweisen sich als recht- und verhältnismässig. Die Beschwerde ist dementsprechend 

abzuweisen.

8. Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der bei der Hauptsache verbliebene Rest von 

CHF 800 des vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschusses ist anzurechnen. 

Ausseramtliche Kosten – der Beschwerdeführer unterliegt und das obsiegende 

Gemeinwesen hat keinen entsprechenden Anspruch – sind nicht zu entschädigen 

(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP).

 

bis

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500. Der bei der Hauptsache verbliebene Rest von CHF 800 des vom 

Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschusses wird angerechnet.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 11.03.2024
	Jagdrecht, Art. 12 Abs. 2 JSG, Art. 9bis JSV Die in der Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung, SR 922.01, JS) festgelegten quantitativen und zeitlichen Vorausset-zungen für die Anordnung des Abschusses eines einzelnen Wolfs sind erfüllt (E. 3.1.1). Das Verordnungsrecht bewegt sich im Rahmen des ihm zugrundeliegenden Gesetzes-rechts (E. 3.1.2). Die am 11. November 2023 von einem Wolfsangriff im Weisstannental betroffene Schafherde war mit zumutbaren Massnahmen geschützt (E. 3.2). Die acht gerissenen Schafe können mit ausreichender Wahrscheinlichkeit dem im Gebiet Schils- und Weisstannental streifenden nachwuchslosen Wolfspaar M111 und F35 zugeordnet werden (E. 4). Die auf die Maximaldauer von 60 Tagen befristete Abschussbewilligung und der mit der Bewilligung festgelegte Abschussperimeter erweisen sich als recht- und verhältnismässig (E. 5 und 6). (Verwaltungsgericht B 2023/259) Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 30. Juni 2025 gutgeheissen (Verfahren 2C_68/2024)

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