# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7e1b181-6665-5ce4-a82e-6b4fb9b95eb7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 13.10.2020 PQ200053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ200053_2020-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ200053-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. P. Diggelmann und Oberrichter Dr. M. Sarbach sowie Ge-

richtsschreiberin lic. iur. S. Bohli Roth 

Urteil vom 13. Oktober 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch B._____ 

 

sowie 

 

C._____, Verfahrensbeteiligter 
 

betreffend Erwachsenenschutzmassnahme / Errichtung Beistandschaft für 
C._____  
 
Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksrates Winterthur vom 
1. September 2020; VO.2020.37 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
Winterthur-Andelfingen) 
 

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Erwägungen: 

1.1 C._____ kam im Jahr 2005 in die Schweiz, wo er 2009 die heutige Be-

schwerdeführerin heiratete und mit ihr in Winterthur Wohnsitz nahm. Am 

tt.mm.2008 kam die gemeinsame Tochter D._____ zur Welt. Seit 2009 ist 

C._____ krankheitsbedingt nur teilweise arbeitsfähig. Im Jahr 2013 trennten sich 

die Eheleute; die Mutter übernahm die Obhut für  

D._____. Seit 2014 bezieht C._____ eine Teilrente der IV und Zusatzleistungen, 

und er wird zusätzlich vom Sozialamt der Stadt Winterthur unterstützt. Im Novem-

ber 2019 zogen Mutter und Tochter nach E._____. 

Im Februar 2020 erstattete das Sozialamt der KESB eine Gefährdungsmel-

dung: C._____, der nur wenig deutsch verstehe und unser System der Sozialver-

sicherungen nicht überblicke, habe immer wieder Arbeit angenommen. Deswegen 

- weil er dann ein ausreichendes Einkommen hatte - sei die Sozialhilfe für ihn 

ausgesetzt worden. Er habe allerdings dann auch die Miete nicht bezahlt, sodass 

ihm der Verlust der Wohnung drohte. Zudem habe er einmal mit der Begründung, 

er müsse arbeiten, die Termine für seine lebensnotwendige Dialyse nicht wahrge-

nommen. Als er jene Arbeit verlor, welche nur befristet gewesen sei, habe er be-

hauptet, die Sozialberatung habe es hintertrieben - allerdings sei niemand von je-

ner Stelle mit der Arbeitgeberin in Kontakt getreten. Einmal habe er eine schwere 

körperliche Arbeit als Kanalreiniger angenommen (wovon ihm die Ärzte dringend 

abrieten), was zu einer notfallmässigen Hospitalisierung führte. Die Mutter seiner 

Tochter stelle finanzielle Forderungen an ihn, die er nicht erfüllen könne. Wenn er 

nicht zahle, rufe ihn die Tochter an und klage, sie habe nichts zu essen. Die SVA 

habe ihm Unterstützung für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt angeboten, 

insbesondere einen Deutschkurs. Das habe er allerdings abgebrochen, weil er 

von den Massnahmen enttäuscht war. Zusammengefasst schrieb die Sozialbera-

tung: "Wir sind der Ansicht, dass Herr C._____ ein anständiger Mensch ist, aber 

durch seine gesundheitliche Situation und seinen Schwächezustand nicht in der 

Lage ist, aus eigener Kraft die Forderungen der Umwelt 

(SVA/Zusatzleistungen/Wohnen/Finanzen/Familie) zu bewältigen. Er ist in fast al-

len Lebensbereichen überfordert und bringt seine Gesundheit in Lebensgefahr. 

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Der Verlust der Wohnung kann negative Folgen für seine Gesundheit haben" (im 

Einzelnen KESB-act. 2). 

1.2 Die KESB klärte die Situation von C._____ umfassend ab und brachte 

insbesondere in Erfahrung, dass er auch an einer Herzrhythmus-Störung und un-

ter Depressionen leidet. Wichtig wäre nach Einschätzung der Ärzte, dass er re-

gelmässig ässe, aber er sage, das könne er sich nicht leisten (KESB-act. 3 - 47, 

insbesondere auch 36). Die Informationen des Sozialamtes in der Gefährdungs-

meldung fand die Behörde bestätigt. Daher beschloss sie am 15. Juli 2020, eine 

Beistandschaft zu errichten. Als Begründung wurden die vorstehend genannten 

Schwierigkeiten C._____s angeführt; dass dieser allgemein nicht zurechnungsfä-

hig wäre, sagt der Entscheid nicht. F._____ vom Betreuungsdienst der Stadt Win-

terthur wurde mit der Aufgabe betraut. Insbesondere wurde ihr übertragen, für ei-

ne geeignete Wohnsituation C._____s besorgt zu sein und ihn bezüglich medizi-

nischer Fragen und in seiner beruflichen Entwicklung zu beraten. Zudem solle sie 

ihn in administrativen, finanziellen und sozialversicherungsrechtlichen Angele-

genheiten vertreten. Da die Unterstützung C._____s als dringend beurteilt wurde, 

entzog die Behörde einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (im 

Einzelnen KESB-act. 49). 

Am 18. August 2020 meldete sich B._____ telefonisch bei der KESB als 

Rechtsvertreter von C._____. Er konnte sich gegenüber der Gesprächspartnerin 

allerdings nicht verständlich machen (KESB-act. 52). Am 19. August 2020 ging 

bei der KESB ein Brief von B._____ ein. Daraus ging hervor, dass dieser mit der 

getroffenen Massnahme nicht einverstanden war. Dass die KESB C._____ als 

nicht zurechnungsfähig betrachte, "ist von mir aus gesehen denunzierend und 

grenzt an Rufmord hin. Denn ich sage Ihnen, das Gegenteil ist der Fall. Sie kön-

nen ja und müssen vielleicht noch eine psychiatrische Begutachtung einholen! 

Um in diesem Punkt, auch Klarheit, zu schaffen" (KESB-act. 54). Am 20. August 

2020 berichtete die Beiständin der KESB, sie habe für C._____ einen Platz in ei-

nem Begleiteten Wohnen in Aussicht genommen. Am Vortag habe ihr B._____ te-

lefoniert, sehr viel, teils schwer verständlich geredet - und zu Einigem "180 Grad 

in die andere Richtung" als C._____ (KESB-act. 57, zur Option "Begleitetes Woh-

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nen" KESB-act. 58). Die KESB übermittelte den Brief B._____s an den Bezirksrat 

zur Prüfung, ob er als Beschwerde zu behandeln sei (KESB-act. 59).  

C._____ hatte sich zwischenzeitlich zu Frau und Kind nach E._____ bege-

ben. Am 21. August 2020 geriet er nach Beurteilung B._____s in einen lebensbe-

drohlichen Zustand, sodass er notfallmässig ärztlich untersucht wurde. Es ergab 

sich, dass kein erhebliches gesundheitliches Problem bestand; er wurde gemäss 

seinem Wunsch auf die Bahn gebracht, und die Betreuer des Begleiteten Woh-

nens in G._____ holten ihn an der Station ab. Gegenüber der Beiständin sagte er, 

er möchte auf jeden Fall in das Begleitete Wohnen eintreten, allerdings setzten 

ihn B._____, seine "Ex-Frau" und "die Familie" unter einen erheblichen Druck, 

das nicht zu tun (KESB-act. 60). 

1.3 Der Bezirksrat zog die Akten der KESB bei. Am 24. August 2020 infor-

mierte die Beiständin, dass C._____ wieder in E._____ sei. Sie habe mit ihm tele-

foniert und erklärt, dass er in E._____ bleiben könne und sie ihn dann beim Ab-

schluss eines Untermietvertrages unterstützen werde, dass er aber auch ins Be-

gleitete Wohnen zurückkehren könne. Sie mache ihm die Angebote, aber ent-

scheiden müsse er selber. Er habe erklärt, er fühle sich "zerrissen" zwischen den 

beiden Möglichkeiten. Zudem habe B._____ eine (weitere) Beschwerde angekün-

digt (BR-act. 7/1). Am 25. August 2020 widerrief C._____ die B._____ erteilte 

Vollmacht (BR-act. 7/2).  

Am 1. September 2020 beschloss der Bezirksrat, auf die Beschwerde nicht 

einzutreten. Er erwog, B._____ sei als Nicht-Anwalt zur (wie hier) berufsmässigen 

Vertretung vor gerichtlichen Instanzen nicht berechtigt, und zudem sei die Voll-

macht widerrufen worden. Auf Weiterungen könne verzichtet werden, da seine 

Beschwerde ohnehin nicht erfolgreich sein könnte: zunächst sei aufgrund des 

Briefes von B._____ nicht klar, ob C._____ damit eine Schutzmassnahme über-

haupt ablehnen wolle. Vor allem sei aufgrund der Akten und der ärztlichen Berich-

te klar, dass C._____ der Unterstützung bedürfe. Insbesondere die mangelhafte 

Ernährung und der damit verbundene Gewichtsverlust von zwölf Kilo seien alar-

mierend, aber auch Hilfe bei Wohnungssuche und im Arbeits-Bereich sei nötig. 

Allerdings wurde auch ausdrücklich erwähnt, dass Massnahmen des Erwachse-

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nenschutzes erforderlich und geeignet sein müssen - sobald das nicht mehr der 

Fall sein sollte, müsste die Beiständin das der KESB melden, und zudem könnte 

auch C._____ mit dieser Begründung jederzeit einen Antrag auf Aufhebung der 

Beistandschaft stellen (BR-act. 9). 

Der Entscheid des Bezirksrates wurde C._____ und B._____ am 8. Sep-

tember 2020 zugestellt (BR-act. 9, Anhang - die Zustellung ist mustergültig doku-

mentiert, was andere Bezirksräte mitunter vermissen lassen). 

2. Am 22. September 2020 (und damit innerhalb der Frist zur Beschwerde 

gegen den Entscheid des Bezirksrates) wandte sich A._____ an die Kammer, mit 

einer "Beschwerde und Klage nach Art. 450 Abs. 2 ZGB". Sie beklagt ungerech-

tes Handeln von Behörden, namentlich der KESB Winterthur-Andelfingen, die 

doch mit Gottes Hilfe unser Land regieren sollten. Sie werde nie verstehen, wes-

halb Menschen aus anderen Ländern schikaniert und nicht ernst genommen wür-

den. Sie habe sich 2009 von ihrem Mann getrennt wegen "sehr tiefen + traumati-

schen Situationen", nicht wissend, dass ihn eigentlich schwerwiegende medizini-

sche Probleme plagten. Er habe in Afrika Verfolgung und Folter durch Nicht-

Christen erdulden müssen. Zum Glück sei die Nierenoperation gut verlaufen, und 

sie (beide) hätten sich seit 2017 wieder angenähert, wenn auch die Sache nicht 

spurlos an der Familie vorbei gegangen sei. In den letzten sechs Jahren sei ihrem 

Mann unglaubliches Unrecht angetan worden, obwohl er keinem Menschen je et-

was Böses tat. Da er fast 20 Medikamente nehmen müsse, sei es verständlich, 

dass es Nebenwirkungen gebe, welche den Anschein erweckten, er könne sein 

Leben nicht (selber) gestalten - wohl habe er Stimmungsschwankungen, aber 

deswegen sei er ja nicht unzurechnungsfähig. Nun habe die Beiständin ihn in eine 

Institution für psychisch Kranke eingeliefert, obschon es aus ärztlicher Sicht so 

wichtig sei, dass die ganze Familie ihn unterstütze. Das Ganze habe die Beistän-

din eingefädelt unter dem Vorwand, ihm helfen zu wollen. Der Beistandschaft ha-

be er nur zugestimmt, weil er dadurch Hilfe zu erhalten hoffte, aber das sei nicht 

so gewesen. Er brauche Ruhe und eine gute Umgebung, und in E._____ wäre es 

für ihn ideal. Er solle aus der Institution entlassen werden, damit er und die Fami-

lie nicht weiter leiden müssten (act. 2). 

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Es wurden die Akten von KESB und Bezirksrat beigezogen. 

Am 5. Oktober 2020 ging bei der Kammer eine von A._____ unterzeichnete 

Vollmacht für B._____ ein (act. 9). 

3.1 Vorweg stellt sich die Frage, ob A._____ selber Beschwerde führen 

kann, denn von der Beistandschaft betroffen ist in erster Linie ihr Ehemann.  

Nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB sind "der betroffenen Person nahe stehen-

de Personen" ebenfalls zur Beschwerde berechtigt, wenn sie damit im Interesse 

der haupt-betroffenen Person handeln (wenn sie ein eigenes Interesse verfolgten, 

müsste sich ihre Legitimation auf Ziff. 3 der Bestimmung stützen). A._____ 

schreibt in ihrer Beschwerde konsequent von ihrem "Noch-Ehemann". Das und 

der Umstand der Trennung der Eheleute könnte darauf hindeuten, dass eine 

Scheidung bevorsteht, und in diesem Fall könnte von "Nahestehen" im Sinne des 

Gesetzes nicht gesprochen werden. Das scheint allerdings nicht der Fall zu sein. 

C._____ ging offenbar zu Frau und Tochter nach E._____, um wieder dort zu 

wohnen - dass das nicht zustande kam, dürfte nicht auf einem Zerwürfnis der 

Eheleute beruht haben, auch wenn sich C._____ offenbar entschloss, das Ange-

bot des Betreuten Wohnens in G._____ anzunehmen. Die ganze Beschwerde ist, 

was den Ehemann betrifft, ausgesprochen liebe- und verständnisvoll abgefasst. 

Unter diesen Umständen spricht die aktuelle faktische Trennung nicht dagegen, 

dass die Beschwerdeführerin C._____ nahe steht, wie es unter Eheleuten zu 

vermuten ist.  

Die Berechtigung der Beschwerdeführerin zur Beschwerde gegen den Ent-

scheid des Bezirksrates ist demnach zu bejahen.  

3.2 Zur Vollmacht an B._____ (act. 9): der Bezirksrat hat richtig erwogen, 

für eine berufsmässige Vertretung müsste der Vertreter Anwalt sein (was B._____ 

nicht ist), und dass er sich als "Rechtsberater / Rechtsberatungs- dienst / EDU-

Politiker / (Sozial)Politik Schweiz" bezeichne, deute darauf hin, dass er seine 

Dienste berufsmässig anbiete. Das stimmt durchaus. Ob der Bezirksrat ihn aus 

diesen Gründen als Vertreter von C._____ zu Recht nicht zuliess, kann offen blei-

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ben, da es den Ausgang des Verfahrens nicht beeinflusst. Die heutige Beschwer-

deführerin A._____ ist aber seine Schwester (act. 10), C._____ damit sein 

Schwager. Für Geschwister und deren Ehegatten pflegen auch Berufsleute ihre 

Dienste und Beratungen nicht gegen Geld, sondern aufgrund der nahen persönli-

chen Beziehung, und damit nicht berufsmässig zu erbringen - dass sie diese 

Dienste unbestimmt vielen anderen Personen anbieten, was dort gewiss berufs-

mässig ist, ändert am Charakter der Beratung von Angehörigen nichts. Das An-

waltsgesetz verbietet damit nicht die dem Obergericht durch die Vollmacht ange-

zeigte Vertretung. 

In der Regel wird verlangt, dass eine Prozessvollmacht den konkreten Pro-

zess oder wenigstens die Streitsache nennt. In diesem Fall steht allerdings ausser 

Frage, dass A._____ sich von ihrem Bruder in der Sache "Beistandschaft / Bei-

ständin für C._____" vertreten lassen will.  

 B._____ ist damit als Vertreter der Beschwerdeführerin für das Verfahren 

des Obergerichts zuzulassen und ins Rubrum aufzunehmen. Nur der Vollständig-

keit halber sei die Beschwerdeführerin allerdings darauf hingewiesen, dass ihr 

Bruder sie für eine Beschwerde ans Bundesgericht, welche sie bereits in Aussicht 

stellt, nicht wird vertreten dürfen: eine Partei kann zwar ohne Vertretung selber 

ans Bundesgericht gelangen, wenn sie sich aber vertreten lassen will, muss sie 

nach Art. 40 BGG anders als nach Art. 68 ZPO einen Anwalt oder eine Anwältin 

beiziehen. 

3.3 Eine Beschwerde muss einen Antrag enthalten (OGer ZH PF110013 

vom 21. Juni 2011) - damit das Gericht weiss, worüber es entscheiden muss, und 

damit eine Gegenpartei erkennt, wozu sie Stellung nehmen soll.  

Die Beschwerde von A._____ enthält keine ausdrücklichen Anträge. Das ist 

etwas merkwürdig, weil das Papier von B._____ mitunterzeichnet ist, der sich als 

Rechtsberater bezeichnet. Offenbar beherrscht er aber das Prozessrecht nicht 

(was auch seine unprofessionelle "Beschwerde" an die KESB erkennen lässt). Es 

lässt sich dem Brief der Beschwerdeführerin immerhin entnehmen, dass diese die 

Anordnung einer Beistandschaft für ihren Mann als falsch ansieht. Ferner ist sie 

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dezidiert der Meinung, dessen Unterbringung im Begleiteten Wohnen G._____ 

durch die Beiständin sei nicht zulässig oder nicht im Interesse des Verbeistände-

ten gewesen. Das muss bei einer rechtlich nicht bewanderten Person wie der Be-

schwerdeführerin als Antrag reichen. 

4.1 Vorweg ist wohl ein Missverständnis zu klären: Die KESB hat an keiner 

Stelle zum Ausdruck gebracht, sie beurteile C._____ als zurechnungsunfähig. Sie 

kam aufgrund ihrer Abklärungen zum Schluss, er könne wegen seiner Krankheit 

seine persönlichen, administrativen und finanziellen Angelegenheiten nicht aus-

reichend überblicken und besorgen, und er müsse in diesen Bereichen Unterstüt-

zung haben. Das ist selbstverständlich unerfreulich - wer wäre nicht lieber gesund 

und selbstbestimmt als krank und auf Hilfe angewiesen. Von "denunzierend" oder 

gar "Rufmord", wie sich B._____ ausdrückte, ist aber keine Rede. 

Und wenn die Beschwerdeführerin betont, ihr Mann habe "nie jemandem 

etwas Böses getan", beruht auch das auf einem Missverständnis, denn das hat 

nie jemand (so) behauptet. Es wäre Voraussetzung für eine Strafe. Eine Bei-

standschaft ist aber keine Strafe, sondern soll Hilfe und Unterstützung für den Be-

troffenen sein.  

4.2 Der Bezirksrat ist auf die von B._____ formulierte Beschwerde nicht 

eingetreten. Dagegen wendet A._____ in ihrer Beschwerde nichts ein. Immerhin 

wurde vorstehend erörtert, dass das Nicht-Zulassen von B._____ als Vertreter 

nicht unbedingt geboten war. Damit scheint es angezeigt, auch auf die materiellen 

Punkte der Beschwerde von A._____ einzugehen - und sie damit "ernst zu neh-

men", was sie offenbar aus ihrer Sicht bei anderen Instanzen vermisste (ob zu 

Recht oder zu Unrecht, spielt hier keine Rolle). 

4.3 Wie vorstehend erwogen, beruhen die Vorwürfe der Beschwerdeführe-

rin an die KESB und der Widerstand gegen die Beistandschaft mindestens zum 

Teil auf Missverständnissen. Die Massnahme wurde weder getroffen, weil 

C._____ (generell) zurechnungsunfähig oder psychisch krank wäre, oder weil er 

sich irgend etwas zuschulden hätte kommen lassen, sondern weil ihn die Behörde 

objektiv als einer strukturierten Hilfe bedürftig betrachtete. Dagegen bringt die Be-

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schwerde nichts vor. Die allgemeinen Bemerkungen, die Behörden in der Schweiz 

amteten nicht nach Gottes Hilfe, und es gebe hierzulande unbegreiflichen Ras-

sismus, haben keinen konkreten Bezug zur Anordnung der KESB. Die Beschwer-

deführerin sagt sodann selbst, ihr Mann sei schwer krank, und die zahlreichen 

Medikamente hätten gravierende Nebenwirkungen. Zu den ganz konkreten Erwä-

gungen, wo C._____ Mühe hatte, seine Angelegenheiten zu besorgen resp. das 

eben nicht konnte, nimmt die Beschwerde nicht Stellung. Aufgrund der Akten und 

der verschiedenen Beurteilungen durch die Sozialbehörde und die Ärzte ist er-

stellt, dass eine Beistandschaft im Sinne des Gesetzes angezeigt und nötig war. 

Im Grunde reichte der eine Umstand als Begründung: dass C._____ zwölf Kilo-

gramm an Gewicht verlor, weil er sich nicht genug Essen kaufen konnte. Das 

kann und darf eine humane Gesellschaft nicht hinnehmen - gerade solche 

schlimmen Verhältnisse soll das Kindes- und Erwachsenenschutzrecht verhindern 

helfen. Und auch hier ist noch einmal daran zu erinnern, was der Bezirksrat her-

vorhob: Die Massnahmen des Erwachsenenschutzes müssen erforderlich und 

geeignet sein; sobald das nicht mehr der Fall sein sollte, müsste die Beiständin es 

der KESB melden, und zudem könnte auch C._____ mit dieser Begründung je-

derzeit einen Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft stellen. 

Die Beistandschaft ist damit zu Recht errichtet worden, und weder aus den 

Akten noch aus der Beschwerde lässt sich entnehmen, dass sie heute nicht mehr 

notwendig oder verhältnismässig wäre. Die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht 

begründet. 

4.4 A._____  stösst sich besonders daran, dass die Beiständin ihrem 

Schutzbefohlenen einen Platz in einem Betreuten Wohnen in G._____ verschaff-

te. Soweit sie damit verlangen will, die Beiständin solle diesen Platz kündigen, ist 

das ein neuer Antrag, der nach Art. 317 ZPO in Verbindung mit § 67 EG KESR 

nicht zulässig ist.  

Die KESB hat nicht angeordnet, dass C._____ in das Begleitete Wohnen in 

G._____ eintreten müsse, sondern der Beiständin lediglich aufgegeben, "für eine 

geeignete Wohnsituation resp. Unterkunft besorgt zu sein" (KESB-act. 49). Die 

Kritik der Beschwerde am Betreuten Wohnen betrifft also die Amtsführung durch 

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die Beiständin. Das könnte Gegenstand einer Beschwerde bei der KESB gegen 

die Beiständin sein (Art. 419 ZGB), sprengt aber den Rahmen des heutigen Ver-

fahrens: dieses richtet sich nach der Eingabe B._____s an den Bezirksrat (nur) 

gegen den Beschluss der KESB vom 15. Juli 2020. 

Nur der Vollständigkeit halber sei hier noch ein weiteres offenkundiges 

Missverständnis angesprochen: A._____ und B._____ scheinen anzunehmen, 

wer in ein Begleitetes Wohnen eintrete, könne von dort nicht mehr austreten. Mit 

der Errichtung einer Beistandschaft wurde C._____ die Handlungsfähigkeit aber 

gerade nicht entzogen, und die Massnahmen des Erwachsenenschutzes sollen 

im Gegenteil die Selbstbestimmung der betroffenen Person so weit wie möglich 

erhalten und fördern (Art. 388 Abs. 1 ZGB). Er hat denn auch einmal das Betreute 

Wohnen verlassen, ohne dass ihn jemand zurückhielt, ist dann in der Folge aller-

dings wieder eingetreten (KESB-act. 60, BR-act. 7/1 und 7/3). Die Beiständin hat-

te ihm zudem das Betreute Wohnen ausdrücklich als Möglichkeit angeboten, ihm 

aber frei gestellt, ob er nach E._____ ziehen wolle (insbesondere ihr Mail an ihn 

vom 20. August 2020, KESB-act. 58). Er erklärte, er fühle sich zwischen den bei-

den Varianten "zerrissen" und von der Familie überfordert (BR-act. 7/1). Damit 

brachte er offenkundig zum Ausdruck, dass er gerne bei Frau und Tochter leben 

würde - und wenn A._____ hervorhebt, die Geborgenheit in einer Familie wäre 

dem Genesungsprozess förderlich, ist das an sich gewiss richtig. Sie schildert 

aber in ihrer Beschwerde auch eindrücklich die Schwierigkeiten, die sich aus den 

gesundheitlichen Problemen ihres Mannes für das Zusammenleben ergaben und 

ergeben. Die Familie bedeutet für ihn offenbar nicht nur Geborgenheit, sondern 

(auch) Überforderung. Ein Versuch der Wiedervereinigung endete mit einem je-

denfalls vermeintlichen gesundheitlichen Zusammenbruch (oben, 1.2 am Ende). 

Aus den Akten ist zudem ersichtlich, dass sich C._____ unter Druck fühlt, für sei-

ne Frau (die nach eigener Angabe nicht arbeitsfähig ist, weil die Tätigkeit als Rei-

nigungskraft für sie zu viel war) und für seine Tochter Geld zu verdienen, auch 

ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit (oben 1.1, zweiter Absatz). Möglich-

erweise hat die beschriebene gesundheitsgefährdende Unterernährung damit zu 

tun. C._____ mag befürchten, dieser Druck würde noch grösser, wenn er mit sei-

ner Familie zusammen lebte. Das ist zwar eine Spekulation. Die Beweggründe 

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C._____s, zur Zeit vom Angebot des Betreuten Wohnens in G._____ Gebrauch 

zu machen, sind aber nicht zu erforschen und dann zu hinterfragen, sondern in 

Respektierung seiner Persönlichkeit schlicht zu akzeptieren (wie das die Beistän-

din in dem zitierten Mail KESB-act. 58 an ihn deutlich zum Ausdruck brachte).  

Das Obergericht kann daher aufgrund der vorliegenden Akten, aber auch 

nach der zu beurteilenden Beschwerde A._____s keine Pflichtverletzung der Bei-

ständin erkennen, welche es zu einem Tätigwerden von Amtes wegen, etwa 

durch eine Anzeige an die KESB, veranlassen würde. 

5. Umständehalber kann darauf verzichtet werde, A._____ für dieses Be-

schwerdeverfahren Kosten aufzuerlegen. Auch eine Parteientschädigung kommt 

aber nicht in Frage. 

 

 

 

Es wird erkannt:  

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, so weit darauf eingetreten wird. 

2. Für dieses Verfahren werden keine Kosten erhoben und wird keine Partei-

entschädigung zugesprochen. 

3. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, an den Verfahrensbeteilig-

ten und an dessen Beiständin, an die Kindes- und Erwachsenenschutzbe-

hörde Winterthur-Andelfingen sowie – unter Rücksendung der eingereichten 

Akten – an den Bezirksrat Winterthur, alles gegen Empfangsschein. 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

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Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
i.V. der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

MLaw R. Jenny 
 
 
versandt am: 
 
 

	Urteil vom 13. Oktober 2020
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, so weit darauf eingetreten wird.
	2. Für dieses Verfahren werden keine Kosten erhoben und wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	3. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, an den Verfahrensbeteiligten und an dessen Beiständin, an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat Winte...
	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...