# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59b71a18-19f2-5f93-b799-8cf546b1cdd8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.06.2013 UV 2012/98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-98_2013-06-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/98

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 11.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2013
Art. 39 UVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV: Kürzung von 
Geldleistungen wegen Beteiligung an einer Rauferei bzw. Schlägerei um das 
gesetzliche Minimum von 50% (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2013, UV 2012/98).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichterin 

Lisbeth Mattle Frei; Versicherungsrichter Martin Rutishauser; a.o. Gerichtsschreiberin 

Annina Baltisser

Entscheid vom 11. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Kürzung von Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

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A.

A.a  A.___ war als Arbeitsloser bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 6. August 2012 in der 

Wohnung von B.___ von C.___ tätlich angegriffen und verletzt wurde. Im Spital D.___, in 

das er mit der Ambulanz eingeliefert wurde, wurden multiple linksseitige 

Gesichtsfrakturen, eine Thoraxkontusion sowie Rippenfrakturen der Rippen 10 und 11 

links diagnostiziert. Es erfolgte eine stationäre Aufnahme zur Analgesie und GCS-

Überwachung. Nach unauffälligem neurologischen Verlauf und Besserung der 

Schmerzsymptomatik wurde der Versicherte noch am Unfalltag bei Bescheinigung 

einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit entlassen (Suva-act. 2, 8, 11 f., 22). Die 

Weiterbehandlung erfolgte durch den Hausarzt, Dr. med. E.___, Allgemeinmedizin 

FMH, der im Arztzeugnis UVG vom 29. August 2012 eine Erstbehandlung am 20. 

August 2012 sowie eine voraussichtlich drei Monate dauernde Arbeitsunfähigkeit 

vermerkte. Im ärztlichen Zwischenbericht vom 19. September 2012 beschrieb er 

sodann einen komplikationslosen Verlauf, vermerkte eine benigne Prognose sowie das 

Stattfinden von wöchentlich zwei Konsultationen und bezeichnete den Zeitpunkt der 

Arbeitsaufnahme als noch unbekannt (Suva-act. 7, 24). Den Akten liegen verschiedene 

von Dr. E.___ ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsatteste - das letzte eine 

Arbeitsunfähigkeit vom 15. bis 20. Oktober 2012 bescheinigend - bei (Suva-act. 19, 25, 

29, 32).

A.b  Mit Verfügung vom 14. September 2012 (Suva-act. 17) teilte die Suva dem Ver­

sicherten mit, dass sie die Geldleistungen (Taggeld, Rente, Integritäts- sowie 

Hilfslosenentschädigung) an ihn wegen Beteiligung an einer Schlägerei/Rauferei 

gemäss Art. 39 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.202) 

und Art. 49 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

um 50% kürze. Die Pflegeleistungen (Heilkosten) seien davon nicht betroffen (Suva-act. 

17).

B. Die gegen diese Verfügung am 24. September 2012 erhobene Einsprache (Suva-act. 

25) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2012 ab (Suva-act. 36).

C.  

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C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 

12. Dezember 2012 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, der 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2012 sei aufzuheben und es sei von einer 

Kürzung der Geldleistungen abzusehen. Der Beschwerdeführer schilderte den Ablauf 

des Beisammenseins mit C.___ und B.___ und machte geltend, C.___ habe vor der 

Polizei falsche Aussagen gemacht. Er - der Beschwerdeführer - habe sich nicht auf 

eine Schlägerei eingelassen, sondern sei zum Schutz von B.___ in deren Wohnung 

geblieben, weil sie wahnsinnige Angst vor C.___ gehabt habe (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 18. Februar 2013 bestätigte der Beschwerdeführer sinngemäss 

seinen Antrag und seinen Standpunkt (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete 

auf eine Duplik (act. G 7).

C.d  Mit Schreiben vom 14. Mai 2013 (act. G 8) holte das Versicherungsgericht beim 

Untersuchungsamt F.___, - zusätzlich zum bereits vorgelegenen Polizeirapport vom 30. 

August 2012 (Suva-act. 11) -, die ausführlichen Einvernahmeprotokolle der Polizei über 

die Aussagen der verschiedenen, bei der Schlägerei vom 6. August 2012 anwesenden 

Personen, ein (act. G 8). Am 16. Mai 2013 wurden diese eingereicht (act. G 10) und den 

Parteien am 21. Mai 2013 zur Kenntnis gebracht (act. G 9).

C.e  Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt 

der übrigen Akten - besonders der einschlägigen Polizeiakten - wird, soweit 

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Geldleistungen an den 

Beschwerdeführer zu Recht gemäss Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV wegen Beteiligung an 

einer Rauferei oder Schlägerei um 50% gekürzt hat.

2.   

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2.1 Art. 39 UVG räumt dem Bundesrat die Kompetenz ein, aussergewöhnliche 

Gefahren und Wagnisse zu bezeichnen, die in der Versicherung der Nichtberufsunfälle 

zur Verweigerung sämtlicher Leistungen oder zur Kürzung der Geldleistungen führen, 

wobei die Kürzung oder Verweigerung in Abweichung von Art. 21 Abs. 1-3 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) geordnet werden kann. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 49 UVV 

Gebrauch gemacht. Nach dessen Abs. 2 werden die Geldleistungen um mindestens 

die Hälfte gekürzt für Nichtberufsunfälle, die sich bei Beteiligung an Raufereien und 

Schlägereien ereignen, es sei denn, die versicherte Person sei als Unbeteiligte oder bei 

Hilfeleistung für eine wehrlose Person durch die Streitenden verletzt worden (lit. a; vgl. 

A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2., unveränderte Aufl. Bern 1989, 

S. 504 ff.; U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2009, N 115 ff. zu 

Art. 21 ATSG).

2.2 Eine Leistungskürzung nach Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV ist nur zulässig, wenn 

zwischen dem als Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei zu qualifizierenden 

Verhalten und dem Unfall ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht 

(SVR 1995 UV Nr. 29 S. 86 E. 2d mit Hinweisen). Die Beurteilung der Adäquanz im 

Besonderen hat retrospektiv zu erfolgen. Es ist zu fragen, ob und inwiefern die objektiv 

unter Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV fallende Handlung als eine wesentliche Ursache des 

Unfalls erscheint. Die Antwort ist dann bejahend, wenn die spezifischen Gefahren des 

allenfalls zu sanktionierenden Verhaltens des Versicherten sich beim Unfallereignis 

konkret ausgewirkt haben und nach der allgemeinen Lebenserfahrung und dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet sind, einen Unfall von der Art des eingetretenen 

herbeizuführen. Dabei ist auch ein gewisser zeitlicher Zusammenhang notwendig 

(RKUV 1995 Nr. U 214 S. 88 E. 6a; A. Rumo-Jungo, Die Leistungskürzung oder - 

verweigerung gemäss Art. 37-39 UVG, Diss. Freiburg 1993, S. 278 ff.).

2.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht darf 

eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen 

überzeugt ist. Der Entscheid ist, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

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möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. Kieser, a.a.O., 

N 9 ff. zu Art. 43 ATSG; BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). Der 

Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat 

das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht 

uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 

125 V 195 E. 2 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast 

im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). - Im vorliegenden 

Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 6. August 2012 einen 

Nichtberufsunfall erlitten hat, der eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

auslöste. Diese hat jedoch die Leistungen gestützt auf Art. 39 UVG in Verbindung mit 

Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV gekürzt. Die Beweislast für die Erfüllung des 

Kürzungstatbestands trägt die Beschwerdegegnerin, d.h. bei diesbezüglicher 

Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu ihren Lasten aus (vgl. Kieser, a.a.O., N 39 f. zu 

Art. 43 ATSG).

3.   

3.1 Laut Einvernahmeprotokollen vom 9., 23. bzw. 30. August 2012 (act. G 10) sowie 

dem Rapport der Polizeistation G.___ vom 30. August 2012 (Suva-act. 11) hielten sich 

der Beschwerdeführer, B.___ und C.___ am Sonntag, 5. August 2012, abends, 

gemeinsam in der Wohnung von B.___ auf. Im Verlaufe des Abends kam es gegen 

23.00 Uhr zwischen dem Beschwerdeführer und C.___ zum Streit. Zum Auslöser dieser 

Auseinandersetzung finden sich in den Einvernahmeprotokollen und im Polizeirapport 

verschiedene Versionen. Der Beschwerdeführer gab an, C.___ sei von einer Minute auf 

die andere agressiv geworden und habe ihn aus der Wohnung werfen wollen. Plötzlich 

sei er aufgestanden und auf ihn losgegangen. Er habe ihn mehrmals mit der Faust ins 

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Gesicht geschlagen und als er auf dem Boden gelegen habe, habe er mit den Füssen 

gegen seinen Rücken getreten. C.___ sprach demgegenüber davon, der 

Beschwerdeführer habe plötzlich einen Aschenbecher behändigt und sei damit auf ihn 

losgegangen. Als er dann so auf ihn zugekommen sei, sei er ebenfalls aufgestanden 

und habe zugeschlagen bzw. sich gegen diesen drohenden Angriff zur Wehr gesetzt. Er 

habe einmal mit der rechten Faust gegen die linke Seite des Gesichts des 

Beschwerdeführers geschlagen. Dieser sei dann gegen den Kühlschrank und 

schliesslich auf den Boden gefallen. Die Schilderung von B.___ wiederum deckt sich 

mit derjenigen des Beschwerdeführers. Einen Angriff des Beschwerdeführers auf C.___ 

mit einem Aschenbecher erwähnt sie nicht. Die Aussagen der drei Beteiligten stimmen 

jedoch darin überein, dass C.___ dem Beschwerdeführer einen Faustschlag gegen die 

linke Gesichtshälfte versetzt hat, in dessen Folge der Beschwerdeführer zu Boden ging.

3.2 Damit steht zunächst ausser Zweifel, dass am 6. August 2012 eine gewaltsame 

Auseinandersetzung stattgefunden hat, bei welcher Schläge ausgeteilt wurden, womit 

grundsätzlich vom Bestehen einer Schlägerei im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV als 

erste Voraussetzung für eine allfällige Kürzung von Versicherungsleistungen 

auszugehen ist. Nachdem die Darstellung von C.___ betreffend Aschenbecher weder 

vom Beschwerdeführer noch von B.___ bestätigt wird, steht Aussage gegen Aussage, 

womit ein solcher Sachverhalt nicht ausreichend gesichert feststeht bzw. nicht 

(mindestens) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan ist. 

Selbst wenn jedoch davon ausgegangen wird, dass der Beschwerdeführer gegenüber 

C.___ nicht tätlich geworden sein sollte, gilt es in Anbetracht der nachfolgenden 

Erwägungen den Kürzungstatbestand von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV als erfüllt zu 

betrachten.

3.3 Der Tatbestand der Beteiligung an Raufereien oder Schlägereien im Sinne von Art. 

49 Abs. 2 lit. a UVV ist grundsätzlich verschuldensunabhängig konzipiert. Eine 

Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei ist nicht nur bei der Teilnahme an einer 

eigentlichen tätlichen Auseinandersetzung gegeben. Eine Beteiligung ist jedes 

Verhalten, das objektiv gesehen bereits das Risiko einschliesst, in Tätlichkeiten 

überzugehen oder solche nach sich zu ziehen. Nicht notwendig ist, dass der 

Versicherte selbst tätlich geworden ist. Unerheblich ist auch, aus welchen Motiven er 

sich beteiligt hat, wer mit einem Wortwechsel oder Tätlichkeiten begonnen hat und 

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welche Wendung die Ereignisse in der Folge genommen haben. Entscheidend ist allein, 

ob die versicherte Person die Gefahr einer tätlichen Auseinandersetzung erkannt hat 

oder erkennen musste (vgl. in BGE 132 V 27 nicht publizierte E. 1.2 des Urteils U 

325/05 vom 5. Januar 2006, publiziert in SVR 2006 UV Nr. 13 S. 45; RKUV 2005 Nr. 

553 S. 314 E. 2, RKUV 1991 Nr. U 120 S. 89 f. E. 3b; Rumo-Jungo, Rechtssprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 216).

3.4 Laut Polizeirapport (Suva-act. 11, S. 2) sagte der Beschwerdeführer noch am 

Unfallort aus, dass er - weil sich der ihm und B.___ angeblich unbekannte C.___ 

benommen habe, als ob er zu Hause wäre - B.___ aufgefordert habe, diesen Johann 

aus der Wohnung zu werfen. In der Folge sei es zum Streit zwischen ihm und C.___ 

gekommen, worauf ihm dieser die Faust ins Gesicht geschlagen und anschliessend die 

Wohnung verlassen habe. Laut Polizei- sowie Einvernahmeprotokoll wurden diese 

Aussagen von B.___ sinngemäss bestätigt. In der Einsprache vom 24. September 2012 

(Suva-act. 25) schilderte der Beschwerdeführer, er habe in der Nacht vom 5. auf den 6. 

August 2012 die ganze Zeit in der Wohnung von B.___ C.___ gegenüber gesessen, 

ohne dass es zu Rangeleien oder körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sei. 

Man habe gemeinsam am Tisch gesessen und sich ganz normal unterhalten, auch 

wenn man bei einigen Themen nicht immer derselben Meinung gewesen sei. Als B.___ 

auf die Toilette gegangen sei, habe C.___ zu ihm gesagt, es wäre doch besser, wenn er 

jetzt gehe. B.___ habe dieses Gespräch mitbekommen und habe nach ihrer Rückkehr 

von der Toilette zu C.___ gesagt, er - der Beschwerdeführer - sei ihr Gast und er könne 

solange bleiben, wie er wolle. Es sei ihre Wohnung und es sei besser, wenn C.___ jetzt 

gehe. Dieser sei jedoch einfach sitzen geblieben, worauf er freundlich zu C.___ gesagt 

habe, dass er gehen müsse, wenn B.___ ihm sage, er solle gehen. In der Folge sei 

C.___ aufgestanden, um den Tisch herumgelaufen, und habe ihn niedergeschlagen. Als 

er auf dem Boden gelegen habe, habe ihn C.___ mit den Füssen in die linke 

Rippenseite getreten. Er selbst habe C.___ nicht einmal angefasst. B.___ habe sofort 

die Rettung und die Polizei verständigt, worauf C.___ die Wohnung verlassen habe. 

Diese Schilderung ist im Wesentlichen auch dem polizeilichen Einvernahmeprotokoll 

von B.___ zu entnehmen. Der rechtskräftige Strafbefehl des Untersuchungsamtes F.___ 

vom 20. September 2012 gegen C.___ (Suva-act. 33) stellt auf den Sachverhalt ab, 

dass es am Abend des 5. August 2012 in der Wohnung von B.___ nach reichlichem 

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Alkoholkonsum zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten 

und dem Beschwerdeführer gekommen sei. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung 

habe C.___ den Beschwerdeführer mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen und 

ihn anschliessend gegen den Rücken getreten, als dieser am Boden gelegen habe.

3.5 Aufgrund dieser Aktenlage ist - wie von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid gefolgert - mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in eine Schlägerei verwickelt 

wurde, weil er sich in Diskussionen, Streitereien und Wortgefechte eingelassen hat, 

welche das Risiko in sich schlossen, dass es zu Tätlichkeiten kommen könnte. Dass 

der Beschwerdeführer selbst von einem Streit zwischen ihm und C.___ spricht und 

auch im Strafbefehl von einer verbalen Auseinandersetzung die Rede ist, lässt 

erkennen, dass ein Meinungsaustausch bzw. Wortwechsel - und nicht nur eine 

einseitige Gesprächsführung von Seiten von C.___ - stattgefunden hat. Der 

Beschwerdeführer führt denn auch konkrete, von ihm ausgegangene Aussagen an, 

welche für sich genommen als streitfördernd zu betrachten sind, aber gerade auch im 

Zusammenhang mit denjenigen von C.___, offenkundig machen, dass zwischen den 

beiden Männern eine Meinungsverschiedenheit mit einem feindlichen, gegnerischen 

Charakter ausgetragen worden ist. Weder entspricht die Formulierung "diesen C.___ 

aus der Wohnung zu werfen" einer freundlichen Ausdrucksweise noch kann die 

Aufforderung, eine Wohnung zu verlassen, als wohlgesinnt betrachtet werden. Mit der 

Beschwerdegegnerin ist mithin festzustellen, dass der fragliche Wortwechsel 

gesamthaft betrachtet das Risiko in sich barg, dass es zu einer Tätlichkeit kommen 

könnte. Im Weiteren hätte dem Beschwerdeführer auch bewusst sein müssen, dass 

bereits die Aussagen von B.___ die Stimmung von C.___ zumindest nicht positiv 

beeinflussten und durch eine zusätzliche Bemerkung seinerseits das Risiko einer 

Stimmungsverschlechterung nochmals verstärkt würde. Die Alkoholisierung der zwei 

Streitenden - Der Atemalkoholtest ergab beim Beschwerdeführer um 00.55 Uhr einen 

Messwert von 2.21 ‰ (Suva-act. 11) und C.___ hatte laut eigener Aussage im 

polizeilichen Einvernahmeprotokoll zwischen 13.00 und 23.00 Uhr ca. 5 Büchsen Bier 

getrunken (act. G 10). - muss schliesslich ebenfalls als aggressionsfördernder, das 

Risiko nachfolgender Tätlichkeiten erhöhender Faktor betrachtet werden. Wie bereits 

erwähnt, ist es laut Rechtsprechung irrelevant, ob der Beschwerdeführer selbst tätlich 

geworden ist und wer mit dem Wortwechsel begonnen hat. Massgebend ist bereits, 

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wenn sich der Beschwerdeführer auf einen Wortwechsel einlässt, indem er antwortet 

(vgl. Erwägung 3.3). Zumindest von einem solchen Geschehen ist im vorliegenden Fall 

auszugehen. Die Argumentation des Beschwerdeführers in der Beschwerde, er sei zum 

Schutz von B.___ geblieben, die wahnsinnige Angst vor C.___ gehabt habe, vermag ihn 

nicht zu entlasten. Zu Beginn des Abends sassen die drei Personen offensichtlich 

agressionslos bzw. normal im Gespräch beisammen, womit ein Angstgefühl von Seiten 

von B.___ nicht nachvollziehbar ist. Ihr Einvernahmeprotokoll enthält denn auch keine 

Hinweise auf ein solches. Das Bestehen eines Angstgefühls kann damit höchstens 

zeitgleich mit der zunehmenden Agressivität des Gesprächs angenommen werden. Im 

Übrigen ist - wie gesagt - von Bedeutung, dass sich der Beschwerdeführer selbst auf 

den Streit eingelassen hat, womit er den Begriff der Beteiligung erfüllt, und der 

Umstand, dass B.___ angeblich Angst hatte, nichts an seiner Beteiligung ändert. 

Vielmehr hat er sich damit in eine Gefahrenzone begeben bzw. zur Entstehung einer 

Gefahrenzone aktiv beigetragen. Es handelt sich hierbei um einen völlig neuen 

Sachverhalt, dessen Geschehen lediglich als möglich zu betrachten ist und bezüglich 

dessen nicht ausgeschlossen werden kann, dass er bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 

kann (vgl. dazu BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 13. Juli 2005, U 179/04, E. 4.1).

3.6 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass im Falle des Beschwerdeführers 

von einer aussergewöhnlichen Gefahr bzw. von einer Beteiligung an einer Schlägerei im 

Sinn von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV als Voraussetzung für eine allfällige Kürzung von 

Versicherungsleistungen auszugehen ist. Der Beschwerdeführer kann sich nicht auf 

den Ausnahmetatbestand des unbeteiligten Verletzten berufen. Da sich der 

Beschwerdeführer verletzte, als er dieser besonderen Gefahrensituation ausgesetzt 

war, ist auch das zusätzliche Erfordernis des Kausalzusammenhangs erfüllt. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher die Versicherungsleistungen an den Beschwerdeführer 

aufgrund des Unfalls vom 6. August 2012 zu Recht gekürzt.

3.7 Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 14. September 2012 (Suva-

act. 17), bestätigt im Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2012 (Suva-act. 36), nur 

die Geldleistungen (Taggelder sowie allfällige Renten, Integritäts- und 

Hilfslosenentschädigungen) um das gesetzliche Minimum von 50% gekürzt (Art. 39 

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UVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV; die Naturalleistungen in Form der 

Heilungskosten nahm sie von der Kürzung aus). Diese Kürzung ist auch bezüglich 

Ausmass nicht zu beanstanden.

4. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde somit abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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