# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd44fab1-984f-5fbb-86ad-d3cd743cda1c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.02.2023 D-5400/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5400-2022_2023-02-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5400/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  F e b r u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A.______, geboren am (…), 

Guinea,   

vertreten durch MLaw Eliane Schmid, Rechtsanwältin,  

(…), 

Gesuchsteller,  

 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern. 

 

   

Gegenstand 

 
Revision;  

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4504/2022  

vom 24. Oktober 2022 / N (…). 

 

 

 

D-5400/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Gesuchsteller suchte am 4. August 2022 in der Schweiz um Asyl 

nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass er am 7. August 2013 sowie am 7. Dezem-

ber 2021 in Frankreich um Asyl ersucht hatte. Im Rahmen des ihm am 

19. August 2022 gewährten rechtlichen Gehörs zu einem allfälligen Nicht-

eintretensentscheid und einer Überstellung nach Frankreich machte er un-

ter anderem gesundheitliche Probleme geltend und führte weiter aus, dass 

ihm im Falle einer Rückkehr nach Frankreich erneut die Obdachlosigkeit 

drohen würde.  

A.b Mit Verfügung vom 28. September 2022 trat das SEM in Anwendung 

von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Ge-

suchstellers nicht ein, verfügte seine Überstellung nach Frankreich und for-

derte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen.  

A.c Das Bundesverwaltungsgericht wies eine gegen diese Verfügung er-

hobene Beschwerde mit Urteil D-4504/2022 vom 24. Oktober 2022 ab. 

B.  

Mit Revisionsgesuch an das Bundesverwaltungsgericht vom 24. November 

2022 beantragte der Gesuchsteller – nebst des Eintretens auf das Revisi-

onsgesuch – die Aufhebung des Urteils vom 24. Oktober 2022. Die Be-

schwerde sei gutzuheissen und die Verfügung des SEM vom 28. Septem-

ber 2022 aufzuheben. Sodann sei die Zuständigkeit der Schweiz festzu-

stellen und das Asylgesuch materiell zu prüfen. Eventualiter sei das Ver-

fahren zur Neubeurteilung und Klärung des Sachverhalts wieder zu eröff-

nen. Der Gesuchsteller sei zu ermächtigen, den Ausgang des Verfahrens 

in der Schweiz abzuwarten und die Vollzugsbehörden seien im Rahmen 

einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, bis zum Entscheid von Voll-

zugshandlungen abzusehen. Sodann sei ihm die unentgeltliche Rechts-

pflege zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten. 

Dem Revisionsgesuch lagen in Bezug auf den Gesundheitszustand des 

Gesuchstellers folgende Dokumente bei: 

 Ärztlicher Bericht des B.______ vom 13. Oktober 2022 (Beilage 3) 

D-5400/2022 

Seite 3 

 Sprechstundenbericht des C.______ vom 13. Oktober 2022 (Bei-

lage 4) 

 Formular «Rapport médical dans le domaine du retour (exécution 

du renvoi)» vom 21. Oktober 2022 (Beilage 5) 

 Konsilium der D.______ vom 13. Oktober 2022 (Beilage 6) 

 Zuweisungsformular zur medizinischen Abklärung vom 7. Novem-

ber 2022 mit Austrittsbericht des E.______ vom 17. November 2022 

(Beilage 7) 

 Zuweisungsformular zur medizinischen Abklärung vom 21. Novem-

ber 2022 mit Sprechstundenbericht des F.______ vom 23. Novem-

ber 2022 (Beilage 8) 

 Ärztlicher Bericht des F.______ vom 24. November 2022 (Beilage 

9) 

 Austrittsbericht des B.______ vom 15. November 2022 (Beilage 10) 

C.  

Am 25. November 2022 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der 

Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

D.  

Mit Eingabe vom 20. Dezember 2022 reichte der Gesuchsteller ein Zuwei-

sungsformular zur medizinischen Abklärung vom 29. September 2022 

(Vorderseite) mit Rückmeldung vom 13. Dezember 2022 (Rückseite) sowie 

einen Austrittsbericht des B.______ vom 15. November 2022 zu den Akten.  

E.  

Mit Eingabe vom 23. Dezember 2022 reichte der Gesuchsteller ein weite-

res Zuweisungsformular zur medizinischen Abklärung (datiert vom 19. De-

zember 2022) zu den Akten. 

F.  

Am 13. Januar 2023 informierte der Gesuchsteller über die neusten medi-

zinischen Entwicklungen und reichte einen Sprechstundenbericht des 

G.______ (datiert vom 5. Januar 2023) zu den Akten. 

G.  

Mit einer weiteren Eingabe vom 16. Februar 2023 reichte der Gesuchsteller 

Fotos eines Rezepts vom 13. Februar 2023, von drei Terminkärtchen für 

D-5400/2022 

Seite 4 

ärztliche Konsultationen (10., 17. und 27. März 2023) sowie von drei Visi-

tenkarten des G.______ zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG 

(SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Be-

schwerden gegen Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die 

es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 

2007/21 E. 2.1). 

1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-

verwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG 

findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 

Abs. 3 VwVG Anwendung. 

1.3 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich 

gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-

such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Urteils 

und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl. MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.36). 

1.4 An die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel werden erhöhte 

Anforderungen gestellt. Reine Urteilskritik genügt den gesetzlichen Anfor-

derungen an die Begründung eines Revisionsgesuchs nicht (vgl. AUGUST 

MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 

2. Aufl. 2019, Art. 67, N 10). Das Gesetz umschreibt die Revisionsgründe 

eng und die Rechtsprechung handhabt diese restriktiv, was insbesondere 

auf den Ausnahmecharakter der Revision als solchen zurückzuführen ist 

(vgl. ELISABETH ESCHER, Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 

3. Aufl. 2018, Art. 121 BGG Rz. 1 f.; NIKLAUS OBERHOLZER, in: Seiler/von 

Werdt/Güngerich/Oberholzer [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar SHK, 

Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 121 Rz. 9). 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus 

den in Art. 121–123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). 

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Seite 5 

Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um Revi-

sion nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte gel-

tend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG). 

2.  

2.1 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund 

anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von 

Art. 124 BGG darzutun. 

2.2 Der Gesuchsteller ruft den Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a 

BGG (neue Tatsachen und Beweismittel) an und zeigt ausserdem die 

Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens auf. Auf das frist- und formgerecht 

eingereichte Revisionsgesuch ist deshalb – unter Vorbehalt der nachfol-

genden Ausführungen – einzutreten. 

2.3 Die nachfolgend aufgeführten, vom Gesuchsteller eingereichten Be-

weismittel sind erst nach dem Beschwerdeurteil vom 24. Oktober 2022 ent-

standen: 

 Zuweisungsformular zur medizinischen Abklärung vom 7. Novem-

ber 2022 mit Bericht des E.______ vom 17. November 2022  

 Zuweisungsformular zur medizinischen Abklärung vom 21. Novem-

ber 2022 mit Sprechstundenbericht des F.______ vom 23. Novem-

ber 2022 

 Ärztlicher Bericht des F.______ vom 24. November 2022  

 Austrittsbericht des B.______ vom 15. November 2022 

 Zuweisungsformular (Rückseite) zur medizinischen Abklärung vom 

13. Dezember 2022  

 Zuweisungsformular zur medizinischen Abklärung (datiert vom 

19. Dezember 2022)  

 Sprechstundenbericht des G.______ (datiert vom 5. Januar 2023)  

 Rezept vom 13. Februar 2023 

 Terminkärtchen für ärztliche Konsultationen (Konsultationstermine 

für den 10., 17. und 27. März 2023) 

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Seite 6 

Die erst nach Abschluss des ordentlichen Beschwerdeverfahrens (Urteil 

D-4504/2022 vom 24. Oktober 2022) entstandenen medizinischen Berichte 

sind gemäss Art. 123 Abs 2 Bst a in fine BGG revisionsrechtlich unbeacht-

lich und auf das Revisionsgesuch ist diesbezüglich nicht einzutreten 

(vgl. BVGE 2013/22 E. 13.1).  

3.  

3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten die Revision eines Urteils verlangt werden, wenn die ersu-

chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-

dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-

gen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst 

nach dem Entscheid entstanden sind. 

3.1.1 Der Revisionsgrund der nachträglich erfahrenen Tatsache beinhaltet 

zum einen, dass sich diese bereits vor Abschluss des Beschwerdeverfah-

rens verwirklicht haben muss; als Revisionsgrund sind somit lediglich so-

genannte unechte Noven zugelassen. Zum anderen verlangt Art. 123 

Abs. 2 Bst. a BGG, dass die gesuchstellende Partei die fragliche Tatsache 

respektive das entsprechende Beweismittel während des vorangegange-

nen Verfahrens, das heisst bis zur Urteilsfällung, nicht gekannt hat und 

deshalb nicht geltend machen konnte. Ausgeschlossen sind damit auch 

Umstände und Beweismittel, welche die gesuchstellende Partei bei pflicht-

gemässer Sorgfalt hätte kennen können, ebenso, wenn die Entdeckung 

der erheblichen Tatsachen oder Beweismittel auf Nachforschungen beruht, 

die bereits im früheren Verfahren hätten angestellt werden können, denn 

darin ist eine unsorgfältige Prozessführung der gesuchstellenden Partei zu 

erblicken (vgl. zum Ganzen MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, a.a.O., 

Rz. 5.47). Dass es einer gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG um Revision 

ersuchenden Partei nicht möglich war, Tatsachen und Beweise bereits im 

früheren Verfahren vor- beziehungsweise beizubringen, ist nur mit Zurück-

haltung anzunehmen. Der Revisionsgrund der unechten Noven dient nicht 

dazu, bisherige Unterlassungen in der Beweisführung wiedergutzumachen 

(vgl. ELISABETH ESCHER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 

3. Aufl. 2018, Art. 123 N 8). Revisionsweise eingereichte Beweismittel sind 

nur dann als neu zu qualifizieren und beachtlich, wenn sie entweder neue 

erhebliche Tatsachen erhärten oder geeignet sind, dem Beweis von Tatsa-

chen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber 

zum Nachteil der gesuchstellenden Partei unbewiesen geblieben sind, res-

pektive wenn sie bei Vorliegen im ordentlichen Verfahren vermutlich zu ei-

nem anderen Entscheid geführt hätten. Es genügt nicht, wenn sie zu einer 

D-5400/2022 

Seite 7 

neuen Würdigung bereits bekannter Tatsachen führen sollen; für eine an-

dere Würdigung des Sachverhalts besteht im Rahmen eines Revisionsver-

fahrens kein Raum. 

3.2   

3.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil D-4504/2022 

vom 24. Oktober 2022 dargelegt, weshalb die gesundheitliche Situation 

vom SEM korrekt festgestellt wurde (E. 4.4) und weshalb keine zwingen-

den Gründe für eine Anwendung der Ermessensklauseln nach Art. 17 Dub-

lin-III-VO vorliegen (E. 8.3.1 f.). Zusammengefasst führte das Bundesver-

waltungsgericht aus, dass die gesundheitlichen Probleme des Gesuchstel-

lers – (…) aufgrund am 10. Oktober 2022 diagnostizierter (…) – auf keinen 

akuten Behandlungsbedarf schliessen liessen und keine Hinweise vorlä-

gen, wonach Frankreich, das über eine ausreichende medizinische Infra-

struktur verfüge, dem Gesuchsteller eine adäquate medizinische Behand-

lung verweigern würde. Sodann würden die mit dem Vollzug beauftragten 

Behörden denn auch den medizinischen Umständen bei der Überstellung 

Rechnung tragen und die französischen Behörden vorgängig in geeigneter 

Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren. 

3.2.2 Der Gesuchsteller reichte mit seinem Revisionsgesuch zahlreiche 

ärztliche Berichte zum Beleg seiner gesundheitlichen Probleme ein. Er 

macht geltend, das Gericht sei im angefochtenen Beschwerdeurteil fälsch-

licherweise zur Annahme gelangt, dass er nur kurzzeitig im Spital verweilt 

habe. Aufgrund der damals noch nicht vorhandenen medizinischen Unter-

lagen sei das Gericht davon ausgegangen, dass kein weiterer Behand-

lungsbedarf bestehe. Die jüngsten Berichte würden dem widersprechen 

und aufzeigen, dass derzeit sehr wohl medizinische Behandlungen und 

Termine notwendig seien. Bezüglich der beiden vom 13. Oktober 2022 da-

tierten ärztlichen Berichte des G.______ macht der Gesuchsteller geltend, 

es könne ihm nicht angelastet werden, dass er die vorgenannten Beweis-

mittel nicht im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereicht habe. Der 

Rechtsvertretung seien die Dokumente erst im Nachgang an das Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Oktober 2022 übermittelt worden. Der 

Rechtsvertretung sei es im Rahmen des beschleunigten Verfahrens nicht 

erlaubt, bei den behandelnden Ärzten nach den vorhandenen Unterlagen 

oder weiteren Informationen nachzufragen. Zudem sei der Gesuchsteller 

erst ab dem 28. Oktober 2022 wieder (…) gewesen. 

3.2.3 Auf die Darstellung, es sei der Rechtsvertretung nicht erlaubt gewe-

sen, bei den behandelnden Ärzten nach Unterlagen oder Informationen 

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Seite 8 

nachzufragen, beziehungsweise eine frühere Einreichung der Beweismittel 

sei dem Gesuchsteller unverschuldeterweise nicht möglich gewesen, 

braucht vorliegend angesichts der nachfolgenden Ausführungen nicht wei-

ter eingegangen zu werden.  

3.2.4 Die vom Gesuchsteller eingereichten, vor dem Beschwerdeurteil vom 

24. Oktober 2022 datierenden Beweismittel (Beilagen 3 bis 6) erweisen 

sich als nicht geeignet, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. Zwar 

trifft es zu, dass darin einerseits erstmals das Vorliegen einer CMV-Erkran-

kung mit Kolitis und Retinitis erwähnt wird. Andererseits wird in psychischer 

Hinsicht die Diagnose einer schweren depressiven Episode, am ehesten 

reaktiv bei ED (Erstdiagnostik) HIV/Aids 08/2022 und dadurch komplexe 

psychosoziale Situation mit negativem Asylentscheid und anstehender 

Rückführung nach Guinea (oder Frankreich, wo ein Gesuch ebenfalls ab-

gewiesen worden sei), gestellt. Allerdings hat das Gericht die diagnosti-

zierte (…), deren fortlaufende medikamentöse Behandlung sowie die damit 

einhergehenden (…) in seine Erwägungen zur Beurteilung des Vorliegens 

zwingender Gründe für eine Anwendung der Ermessensklauseln bereits 

miteinbezogen. Die Aussage im Urteil (E. 8.3.2), alleine aufgrund der am 

10. Oktober 2022 diagnostizierten Entzündungsanzeichen und der statio-

nären Untersuchung/Behandlung gleichen Datums sei nicht auf einen 

akuten Behandlungsbedarf zu schliessen, ist klarerweise nicht so zu ver-

stehen, dass das Gericht die weitere, voraussichtlich lebenslang andau-

ernde Behandlungsbedürftigkeit des Gesuchstellers verkannte. Eine sol-

che ist bei HIV-Patienten als gerichtsnotorisch zu bezeichnen. Zudem 

wurde im Beschwerdeurteil vom 24. Oktober 2022 erwogen, dass Frank-

reich über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt und die 

Mitgliedstaaten verpflichtet seien, den Antragstellern die erforderliche me-

dizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt 

erforderliche Behandlung von Krankheiten beinhalte, zugänglich zu ma-

chen. Den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen sei die erforderliche 

medizinische oder sonstige Hilfe zu gewähren. Sodann lägen keine Hin-

weise vor, wonach Frankreich dem Gesuchsteller eine adäquate medizini-

sche Behandlung verweigern würde. Die schweizerischen Behörden, die 

mit dem Vollzug beauftragt seien, würden denn auch den medizinischen 

Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstel-

lung des Gesuchsteller Rechnung tragen und die französischen Behörden 

vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Um-

stände informieren (vgl. E. 3.2.1). Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern 

die neuen Vorbringen eine (neue) erhebliche Tatsache enthalten, bezie-

hungsweise die auf Revisionsebene vorgelegten Beweismittel sind damit 

D-5400/2022 

Seite 9 

für sich allein nicht als beweistauglich und damit auch nicht als erheblich 

im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zu erachten.  

3.2.5 Ergänzend hält das Gericht fest, dass es sich bei den geäusserten 

Zweifeln in Bezug auf den Zugang zur medizinischen Infrastruktur in Frank-

reich – soweit die Ausführungen nicht auf das angestrebte, wiederaufzu-

nehmende Beschwerdeverfahren abzielen – um inhaltliche Kritik am Urteil 

und der getroffenen Einschätzung, dass eine Behandelbarkeit der Krank-

heiten des Gesuchstellers in Frankreich gewährleistet sei, handelt. Eine 

Revision dient jedoch gerade nicht dazu, die inhaltliche Einschätzung 

nochmals durch einen anderen Spruchkörper vornehmen zu lassen. Auch 

der Rüge des nicht vollständig erstellten medizinischen Sachverhalts liegt 

im Kern eine andere rechtliche Würdigung des Sachverhalts zugrunde. 

Eine unterschiedliche Sachverhalts- respektive Beweiswürdigung einer 

vorgebrachten Tatsache stellt indessen keinen Revisionsgrund im Sinne 

von Art. 121 Bst. d BGG dar. Sollte sich der Gesundheitszustand des Ge-

suchstellers inzwischen nachträglich derart verschlechtert haben, als dass 

damit ein Wegweisungsvollzugshindernis begründet werden könnte, wäre 

dies allenfalls wiedererwägungsweise beim SEM geltend zu machen. 

4.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Gesuchsteller nicht ge-

lungen ist, Gründe darzulegen respektive relevante Beweismittel vorzule-

gen, die eine Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 

D-4504/2022 vom 24. Oktober 2022 rechtfertigen würden. Das Revisions-

gesuch vom 24. November 2022 ist demzufolge abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

5.  

Hinsichtlich des (teilweisen) Nichteintretens auf das Revisionsgesuch ist 

darauf hinzuweisen, dass Revisionsgesuche, die mit neu entstandenen 

Beweismitteln begründet werden und auf welche im Rahmen eines Revisi-

onsverfahrens nicht einzutreten ist, nicht von Amtes wegen zur Behand-

lung an die Vorinstanz überwiesen werden müssen (vgl. BVGE 2013/22 

E. 13.1). Da es sich bei den besagten Beweismitteln um Kopien handeln 

dürfte, verzichtet das Gericht auf eine Rücksendung. 

6.  

Mit dem vorliegenden Urteil ist das Revisionsverfahren abgeschlossen, 

D-5400/2022 

Seite 10 

womit der Antrag auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht gegen-

standslos geworden ist. Der am 25. November 2022 angeordnete einstwei-

lige Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden Entscheid dahin. 

7.  

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist 

mit dem vorliegenden Endentscheid gegenstandslos geworden. Der ange-

ordnete Vollzugsstopp entfällt. 

8.  

Mit seiner Eingabe vom 24. November 2022 ersuchte der Gesuchsteller 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Dieses Gesuch ist 

gutzuheissen, da die Begehren nicht als aussichtslos zu bezeichnen wa-

ren. Aufgrund der Akten ist zudem von der prozessualen Bedürftigkeit des 

Gesuchstellers auszugehen, womit die Voraussetzungen von Art. 65 

Abs. 1 VwVG erfüllt sind und das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung gutzuheissen ist. 

9.  

Angesichts der zu gewährenden unentgeltlichen Prozessführung ist auf die 

Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5400/2022 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. 

3.   

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Regula Frey 

 

 

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