# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b250cfa-b5db-5736-9c4d-2ede3b61117f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.04.2022 SB210478
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210478_2022-04-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210478-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Kümin Grell 

 

Urteil vom 21. April 2022 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. R. Michel,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Raub etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung,  
vom 28. April 2021 (DG200044) 

 

- 2 - 

Anklage  
(Urk. 26) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 

2020 ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 60) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird wie folgt schuldig gesprochen: 

− Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 75 Tage durch Haft 

erstanden sind) und einer Busse von Fr. 300.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 16 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate abzüglich die bereits erstandene 

Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 3 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes verwiesen. 

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an-

geordnet. 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 2020 

beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer B00879-2019 

aufbewahrte Minigrip mit 6.9 Gramm (brutto) Kokain (A012'446'150) wird eingezogen und ist 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 2020 

beschlagnahmten Gegenstände 

- 1 Paar Puma Sportschuhe, Gr. 43, schwarz/weiss (A012'440'254) 

- 1 Mobiltelefon der Marke iPhone Model Nr. … (A012'444'030) 

- 1 schwarze Herren-Regenjacke mit Kapuze (A012'446'127) 

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- 1 Herrengilet schwarz (glänzende Schulterpartie und horizontal gesteppt 

[A012'446'138]) 

- 1 längliches Stoffstück schwarz (A012'446'149) 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen hin 

herauszugeben. 

Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren gestellt, so 

wird der Verzicht angenommen. 

9. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Referenznummern K190315-003 / 

74958693 aufbewahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger 

- Tatort-Fotografie (A012'428'318) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'428'329) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'034) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'045) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'147) 

- Schuhsohlenvergleichsabdruck (A012'444'392) 

sind nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu vernichten. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 769.50 Schadenersatz und 

Fr. 3'000.–Genugtuung zu bezahlen. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Prozessentschädigung von 

Fr. 4'261.90 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'500.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 7'263.–   Auslagen FOR (Gutachten)  

Fr. 2'750.–   Auslagen EJPD (Fernmeldeanschlüsse) 

Fr. 1'080.–   Auslagen Polizei 

Fr. 75.–   Entschädigung Zeuge 

Fr. 22'623.78   amtl. Verteidigungskosten (davon Fr. 9'090.30 bereits bezahlt;   inkl. MwSt.) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

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Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche 

einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse 

übernommen werden. 

13. (Mitteilungen.) 

14. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 63 S. 4 f. und Urk. 79 S. 1 sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raubs von Schuld und Strafe 

freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 300 (bezüglich der 

Übertretung des BetmG) zu bestrafen. 

3. Von einer Landesverweisung sei abzusehen.  

4. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien abzuweisen, eventualiter 

auf den Zivilweg zu verweisen. 

5. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung für die unrechtmässig erstan-

dene Untersuchungshaft in der Höhe von CHF 15'000 zuzusprechen.  

6. Die Kosten, einschliesslich der Kosten für die amtliche Verteidigung 

(inkl. MWST und Spesen) seien auf die Staatskasse zu nehmen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 69) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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c) Der Privatklägerin: 

(Urk. 73) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang    

 1. Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils kann 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid 

verwiesen werden (Urk. 60 S. 5). Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergege-

bene und mündlich eröffnete Urteil (vgl. Prot. I S. 29) liess der Beschuldigte innert 

gesetzlicher Frist die Berufung anmelden (Urk. 54). Nach Zustellung des begrün-

deten Urteils reichte der Beschuldigte sodann wiederum fristgerecht seine Beru-

fungserklärung ein (Urk. 63). Sowohl die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) als auch die Privatklägerin P._____ (nachfol-

gend: Privatklägerin) erklärten daraufhin innert angesetzter Frist, auf eine An-

schlussberufung zu verzichten (Urk. 69 und Urk. 73).  

 2. Am 25. Januar 2022 wurden die Parteien auf den 21. April 2022 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 71). Zu dieser erschien der Beschuldigte 

in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin (Prot. II S. 3). Vorfragen waren an-

lässlich der Berufungsverhandlung keine zu entscheiden und - abgesehen von 

der Befragung des Beschuldigten - auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 3 

ff.). 

II. Prozessuales 

 1. In Ergänzung zu den Anträgen des Beschuldigten in der Berufungserklä-

rung sind die Busse für die Übertretung (Dispositiv-Ziffer 2 letzter Teilsatz) sowie 

die damit zusammenhängende Ersatzfreiheitsstrafe (Dispositiv-Ziffer 4) aufgrund 

des engen Konnexes zur angefochtenen Freiheitsstrafe ebenfalls in zweiter In-

stanz zu überprüfen. Demzufolge gelten Dispositiv-Ziffer 1, 2. Spiegelstrich 

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(Schuldspruch betr. Übertretung des BetmG), Dispositiv-Ziffern 7-9 (Vernich-

tung/Herausgabe von Gegenständen) und Dispositiv-Ziffer 11 (Kostenfestset-

zung) als unangefochten und erwachsen damit in Rechtskraft, was vorab mittels 

Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). Im übrigen Umfang steht der 

angefochtene Entscheid im Rahmen des Berufungsverfahrens unter Vorbehalt 

des Verschlechterungsverbotes zur Disposition.  

 2.1. Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungs-

instanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. 

 2.2. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklag-

ten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt 

dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet. 

III. Sachverhalt 

 1. Verbleibender Anklagevorwurf 

 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 14. März 2019 um 

21:31 Uhr vermummt und mit einem gezückten Messer den Tankstellenshop der 

B._____ Tankstelle an der C._____-strasse … in D._____ ausgeraubt zu haben. 

Konkret habe er sich zuvor die Kapuze seiner Regenjacke über den Kopf gezo-

gen und ein schwarzes Tuch vor Nase und Mund befestigt. Auf dem Weg zur An-

gestellten - der heutigen Privatklägerin - habe er aus seiner geöffneten Oberbe-

kleidung mit seiner rechten Hand ein eigens dafür mitgebrachtes Messer behän-

digt. Dieses habe er am Griff und mit der Klinge parallel zum Oberkörper auf Hö-

he seines Oberkörpers für die Angestellte sichtbar gehalten. Gleichzeitig habe der 

Beschuldigte zur Privatklägerin gesagt: "Gib Geld, schnell!". Die Privatklägerin, 

welche aufgrund des mitgeführten Messers in Angst versetzt worden und infolge 

- 7 - 

dessen tatsächlich zum Widerstand unfähig gewesen sei, habe sich zu der von ihr 

bedienten Kasse·begeben, diese geöffnet, die Münzschublade behändigt, diese 

auf den Tresen gestellt, daraus sämtliches Notengeld genommen und auf den 

Tresen gelegt. Der Beschuldigte, auf der Kundenseite wartend, habe dieses mit 

der rechten Hand an sich genommen, wobei einige Noten hinter der Münzschub-

lade auf den Tresen gefallen seien. In der Folge habe der Beschuldigte den 

Tankstellenshop mit dem erbeuteten Geld (gemischte Noten im Wert von 

Fr. 1'020.00) verlassen (zum Anklagesachverhalt im Einzelnen vgl. Urk. 26 S. 2 

f.). 

 2. Standpunkt des Beschuldigten 

 Der Beschuldigte hat, soweit er überhaupt Aussagen gemacht hat, von Be-

ginn weg bestritten, diesen Raub begangen zu haben, so letztmals vor Vorinstanz 

(Prot. I S. 10 f.). Auch an der Berufungsverhandlung stellt er diese Tat in Abrede 

(Urk. 78 S. 12 ff.).  

 3. Sachverhaltserstellung und Beweismittel 

 3.1. Angesichts der Bestreitungen ist zu prüfen, ob dieser Anklagesachver-

halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vorgebrachten Argumente erstellt 

und dem Beschuldigten mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden 

kann. 

 3.2. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung sowie die vor-

liegend relevanten Beweismittel zutreffend wiedergegeben, weshalb zur Vermei-

dung von Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 60 S. 8 ff.). Diese erwei-

sen sich allesamt als verwertbar. Im Sinne einer teilweisen Ergänzung und Zu-

sammenfassung ist mit Bezug auf die nachfolgend vorzunehmende Beweiswürdi-

gung festzuhalten, dass gemäss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fliessenden und 

in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen 

Nachweis der Schuld eines Angeklagten zu vermuten ist, dass dieser einer straf-

baren Handlung unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). 

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 3.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind 

diese frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bei der Würdigung von Aussagen 

darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von 

Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der 

konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Dieser Ansatz wurde vom Bundes-

gericht vor kurzem im Urteil 6B_323/2021 vom 11. August 2021, E. 2.3.3., bestä-

tigt: "Das Konzept einer 'allgemeinen Glaubwürdigkeit' wird in der Aussagepsy-

chologie als wenig brauchbar bewertet. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit eines 

Zeugen im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kommt nach heutiger 

Erkenntnis bei der Würdigung von Zeugenaussagen daher kaum mehr relevante 

Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine 

Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage. Dabei wird die 

konkrete Aussage durch methodische Analyse ihres Inhalts (Vorhandensein von 

Realitätskriterien, Fehlen von Fantasiesignalen) darauf überprüft, ob die auf ein 

bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der be-

fragten Person entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile 6B_257/2020 vom 24. 

Juni 2021 E. 5.4.3; 5A_550/2019 vom 1. September 2020 E. 9.1.3.1; je mit Hin-

weisen). Entscheidend für den Beweiswert einer Zeugenaussage ist daher die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Zeugenaussage und nicht die allgemeine Glaub-

würdigkeit des Zeugen als persönliche Eigenschaft." Das für die Zeugenaussage 

Gesagte kann auf die Aussagenwürdigung generell übertragen werden, mithin 

auch für die Aussagen der Auskunftspersonen und Beschuldigten. 

 4. Aussagen der Privatklägerin  

 4.1. Der Anklagesachverhalt basiert u.a. auf den belastenden Aussagen 

der Privatklägerin. Weitere Augenzeugen für den behaupteten Raub gibt es nicht. 

Die Vorinstanz hat die relevanten Aussagen der Privatklägerin richtig zusammen-

gefasst und zutreffend gewürdigt (Urk. 60 S. 11 ff.), worauf zunächst verwiesen 

werden kann. Nachvollziehbar und im Kern gleichlautend schilderte die Privat-

klägerin, was sich aus ihrer Sicht in der Spätschicht vom 14. März 2019 zugetra-

gen hat. So sagte sie kurz nach dem Überfall gegenüber der Polizei aus, sie sei 

von der Toilette zurückgekehrt, als an der Schwenktüre zum Verkaufsraum ein 

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Mann vor ihr gestanden sei (Urk. 8/1 S. 2). Sie habe ihn noch nett begrüsst, aber 

gerade gedacht, "[…] das ist ein komischer Typ und zugleich wusste ich, dass et-

was Falsch ist. Ich habe zuerst gar nicht bemerkt, dass er sich so vermummt hat. 

Zugleich zeigte er mir ein Messer (er stand ca. 30cm vor mir) und sagte zu mir: 

'Gib Geld, gib Geld schnell'. Ich sagte zu ihm, mach mir bitte nichts - ich habe ei-

ne kleine Tochter zu Hause." (Urk. 8/1 S. 1). Der Täter habe sie nirgends berührt, 

er sei ihr im ersten Moment aber sehr nahe gewesen (Urk. 8/1 S. 3). Das Messer 

- es sei ein Küchenmesser, Rüstmesser mit schwarzem Griff gewesen - habe er 

ihr eigentlich 'nur' gezeigt. Er habe es nicht in ihre Richtung gestreckt oder eine 

spezielle Bewegung gemacht. Er habe es vor sich am Oberkörper gehalten und 

ihr gezeigt (Urk. 8/1 S. 4). Sie lieferte sodann einen Täterbeschrieb (Urk. 8/1 S. 2) 

und sagte zu seinem Verhalten, der Täter sei aus ihrer Sicht gar nicht nervös ge-

wesen, sondern gelassen und ruhig. Er habe ja bemerkt, dass nach ihm noch ein 

Kunde in den Laden gekommen sei. Zur Grösse sagte sie "ca. 185 cm" und zur 

Augenfarbe "duneklbraun" (Urk. 8/1 S. 2). Zur Frage, wieso sie vor Ort als Erstes 

gesagt habe, dass sie den Täter kenne, gab sie bei der ersten formellen Einver-

nahme bei der Polizei zu Protokoll: "Ja, die Augen kamen mir sehr sehr bekannt 

vor. Ich habe dann studiert, wer das sein könnte und mir kam dieser Mann vom 

letzten Sonntag in den Sinn, der an diesem Tag 3x in den Shop gekommen ist. 

Auf der Nachschau auf dem Video habe ich ihn wieder gefunden und ich bin mir 

fast sicher, dass er es gewesen sein könnte." (Urk. 8/1 S. 2). Am Sonntag davor 

habe er zuerst "Ziggis" gekauft, Marke Marlboro rot, beim zweiten Besuch Coca-

Cola und beim dritten Besuch eine Zitrone. Dabei habe er gesagt, dass ihn seine 

Frau nochmals geschickt habe. Es sei nicht aussergewöhnlich, dass ein Kunde, 

der in der Nähe wohne, mehrmals am Tag vorbei komme. Bei den drei Einkäufen 

habe er sich gleich verhalten: "Unfreundlich - schnell - unsympathisch. Ich war 

noch erstaunt, dass er einmal 30 Rappen Trinkgeld gab." (Urk. 8/1 S. 3). Sie sei 

aufgrund der Augen auf ihn gekommen, und weiter: "Ich kann es natürlich nicht so 

bestimmt sagen. Im Schock, also noch beim Überfall habe ich gedacht, ich kenne 

den Mann. Und schlussendlich musste ich nachdenken und da kam er mir in den 

Sinn. Ich denke, ich bin mir zu über 70% sicher, dass er es gewesen ist. Er spricht 

auch gebrochen deutsch" (Urk. 8/1 S. 3). Der Täter sei Stammkunde im Shop, 

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zahle immer bar, komme jeweils mit dem Auto, habe zwei Söhne und eine Ehe-

frau, die sie auch schon gesehen habe (Urk. 8/1 S. 3).  

 An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 27. Mai 2019 bestätigte 

sie ihre bisherigen Aussagen (Urk. 8/2 S. 2 ff.). Zum Messer gab sie erneut zu 

Protokoll, es habe wie ein Rüstmesser ausgesehen. Wie gross es gewesen sei, 

könne sie nicht sagen, aber es sei kein Brotmesser gewesen. Die Klinge habe zu 

ihr gezeigt und er habe das Messer wohl parallel zu seinem Oberkörper gehalten, 

ganz genau wisse sie das jedoch nicht mehr (Urk. 8/2 S. 6 f.). Präzisierend sagte 

sie sodann über die Täterschaft, es sei ein Mann gewesen. Er habe spezielle 

Augen, die seien ihr einfach geblieben, "[…] dadurch habe ich gesagt, dass meine 

Vermutung bei ihm liegt. Mehr habe ich nicht erkannt." (Urk. 8/2 S. 6). Auf die 

Frage, was an seinen Augen speziell sei, sagte sie: "Er hat etwas Böses. Augen 

sind sowieso speziell und er strahlt einfach etwas Böses aus, meinem Gefühl 

nach." Welche Augenfarbe der Täter gehabt habe, könne sie nicht mehr genau 

sagen, sie denke grün-blau, könne es aber nicht mehr genau sagen, es sei so ein 

kurzer Moment gewesen (Urk. 8/2 S. 6). Zur Frage, wie sie darauf gekommen sei, 

diese Augen zu kennen, erklärte die Privatklägerin: "Es war so ein Blitzmoment, in 

dem ich dachte, das ist er. Gerade als es passiert war, hatte ich das, als er dann 

auch rauslief, dachte ich 'ich kenne den doch'." (Urk. 8/2 S. 7). Aber er sei viel zur 

Tankstelle gekommen und man könne sich Leute schon merken. Und auch die 

Stimme, die Stimme passe zu ihm. Er habe sie als normaler Kunde auch immer 

geduzt, "[…] Das passte einfach alles zusammen, vom Klang der Stimme her. Es 

ist aber schwierig, zu 100 Prozent zu sagen, dass er es ist, das habe ich bei der 

Polizei auch schon immer gesagt." (Urk. 8/2 S. 7). Auf Ergänzungsfrage der Ver-

teidigung bewertete sie ihr Erinnerungsvermögen an diesen Abend auf einer Ska-

la von 1-10 mit einer 6 oder 7. Die Frage, ob es grundsätzlich sein könne, dass es 

ihrerseits in Bezug auf gewisse Erlebnisse zu einer Verwechslung oder Verwir-

rungen gekommen sei, verneinte sie und fügte hierzu an, ihr sei vorher noch nie 

so etwas passiert (Urk. 8/2 S. 11).  

 5. Aussagen des Beschuldigten 

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 Die wesentlichen Aussagen des Beschuldigten wurden von der Vorinstanz 

zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 S. 9 ff.). Von Bedeutung sind vorweg seine 

Depositionen zum Tatzeitpunkt (14. März 2019, 21:31 Uhr). So gab der Beschul-

digte in der Hafteinvernahme an, damals zu Hause gewesen zu sein. Seine Frau 

sei bei ihrer Familie in E._____ gewesen. Ca. um 10 Uhr [gemeint wohl: 22 Uhr], 

die Zeit wisse er nicht mehr genau, sei sie zurück gewesen und er habe raus ge-

hen wollen. Er habe dafür das Auto nehmen wollen, wovon ihm seine Frau abge-

raten habe. Er sei dann zum Bahnhof gegangen (Urk. 7/2 S. 2).  

 Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. Mai 2019 

relativierte er seine eigenen Aussagen in Anpassung zu denjenigen seiner Ehe-

frau insofern, als er nunmehr bestätigte, seine Ehefrau sei um ca. 21:40 Uhr 

nachhause gekommen und er selber erst etwa 15 Minuten später. Vorher sei er 

am Bahnhof gewesen und habe dort sein Mobiltelefon aufgeladen (Urk. 7/4 S. 2). 

Er sei nicht so lange unterwegs gewesen, 10 Minuten oder so. Dann sei er retour 

nach Hause gegangen. Dann sei er wieder zum Bahnhof und von dort nach 

F._____ in den Club G._____ gegangen, wo er verhaftet worden sei (Urk. 7/4 S. 

2). Auf Vorhalt der anderslautenden Aussagen bei der Polizei, wonach er den 

ganzen Abend zu Hause gewesen sei, sagte der Beschuldigte: "Das war meine 

falsche Aussage. Das habe ich falsch gesagt. Ich ging immer in den Ausgang, 

wenn meine Frau von der Arbeit nach Hause kam. Deshalb sagte ich, meine Frau 

sei zu Hause gewesen. Ich habe lediglich vergessen zu sagen, dass ich vorher 

am Bahnhof war, um das Natel aufzuladen." (Urk. 7/5 4 S. 3). Richtig sei, dass er 

am Sonntag vor dem Raubüberfall drei Mal im Tankstellenshop gewesen sei und 

dort einmal Zigaretten, dann Salat und Cola und schliesslich - weil seine Frau dies 

vorher zu sagen vergessen habe - noch Zitronen gekauft habe (Urk. 7/5 S. 5). 

Weiter gab er zu dem bei der Hausdurchsuchung sichergestellten schwarzen 

Tuch an, hierzu nichts sagen zu können. Bezüglich der Regenjacke sei er sich 

nicht sicher, ob er eine schwarze Regenjacke besitze. Beim Gilet hingegen sei er 

sich sicher, dass es ihm gehöre. Zudem führt er aus, dass das Gilet ausser ihm 

niemand getragen habe (Urk. 7/4 S. 7).  

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 Nach Verweigerung von Aussagen zum vorgeworfenen Raub an der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. Juni 2020 (Urk. 7/5), äusserte er sich -

 nach entsprechenden Beweisergänzungsanträgen der Verteidigung - am 

4. November 2020 zum bis dahin nicht erwähnten Kontakt mit Freunden im tatre-

levanten Zeitpunkt (Urk. 7/6 S. 2 ff.). Dies habe er in den früheren Einvernahmen 

nicht wähnt, weil er nicht noch mehr Leute habe involvieren wollen, da er ja auch 

nichts gemacht habe (Urk. 7/6 S. 2). Zum Ladezeitpunkt des Vouchers über 

Fr. 20.00 für das Prepaid-Telefon mit der Swisscom-Nummer …, welcher von der 

SBB mit 22:28 Uhr mitgeteilt wurde, erklärte der Beschuldigte, er habe genau mit 

Minuten nichts gesagt, sondern "zwischen halb 10 und 10" [gemeint wohl jeweils 

22 Uhr] (Urk. 7/6 S. 2 f.). In der Schlusseinvernahme vom 7. Dezember 2020 be-

stritt er den Raub erneut (Urk. 7/7 S. 3 f.).  

 Vor Vorinstanz sagte er aus, er sei an jenem Abend normal zu Hause gewe-

sen und habe auf seine Freunde gewartet. Diese seien zwischen ca. 21:30 Uhr 

und 22:00 bei ihm gewesen (Prot. I S. 10). Sie seien fünf bis maximal zehn Minu-

ten bei ihm gewesen (Prot. I S. 11). H._____, ein I._____, dessen Familienname 

er nicht wisse, und ein J._____ seien zusammen zu ihm gekommen, um gemein-

sam weggehen zu können. Sie hätten dann die Polizei gesehen und seien ge-

gangen (Prot. I S. 11). Den Raub bestritt er weiterhin (Prot. I S. 10 ff.).  

 An der Berufungsverhandlung gab er an, seine drei Kollegen seien ihn an 

jenem Abend zuhause abholen gekommen, resp. hätten im Auto vor dem 

Wohnhaus auf ihn gewartet. Als die Polizei gekommen sei, seien zwei der Kolle-

gen weggefahren, der andere sei mit ihm zusammen zum Bahnhof gegangen. 

Beim Bahnhof angekommen habe er sich entschieden, zuhause eine Jacke zu 

holen. Er sei dann alleine nochmals zurück in seine Wohnung gegangen, wo er 

seine Frau angetroffen habe, welche unterdessen nachhause gekommen sei. Da-

nach sei er zurück zum Bahnhof gegangen, ohne seinen Kollegen dort noch an-

zutreffen, und sei mit dem Zug nach F._____ zum Club gefahren (Urk. 78 S. 16 

und 18 f.). 

Zum Gilet, welches er als das seine bezeichnet hatte und welches mit dem Gilet 

der Täterschaft zwei identische, individualisierbare Merkmale aufwies, brachte der 

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Beschuldigte vor, dieses sei sicher in seinem Keller geholt worden, dann sei der 

Überfall damit begangen worden und schliesslich sei das Gilet wieder in den Kel-

ler zurückgebracht worden. Wer das Gilet genommen haben könnte, wisse er 

nicht (Urk. 78 S. 12).  

 6. Aussagen der Ehefrau des Beschuldigten, Zeugin K._____ 

 Die Ehefrau des Beschuldigten, K._____, wurde zweimal befragt und schil-

derte dabei auch ihre Familiensituation und die angespannten finanziellen Ver-

hältnisse, u.a. zufolge Arbeitslosigkeit des Beschuldigten (Urk. 9/1-2). Sie gab bei 

der Polizei als Auskunftsperson am 18. März 2019 an, dass sie am 14. März 2019 

zusammen mit den Kindern in der Ikea einkaufen gewesen und um ca. 21:40 Uhr 

nach Hause gekommen sei. Der Beschuldigte sei zu diesem Zeitpunkt nicht zu-

hause gewesen, sondern etwa 15 Minuten später gekommen. Er habe gesagt, 

dass er "Ziggis" gekauft habe, wo, habe sie nicht gefragt. Er sei zu Fuss unter-

wegs gewesen, da er kein Auto gehabt habe (Urk. 9/1 S. 3). Er sitze viel am PC 

und um Mitternacht oder so sage er zu ihr, er werde abgeholt, er gehe weg, in 

den Club oder so. Sie wisse nicht mehr, ob er am letzten Donnerstag (Tatzeit-

punkt) noch in den Ausgang gegangen sei. Sie beantwortete sodann Fragen zur 

Kleidung, zum Schuhwerk und zum (Voll-)Bart des Beschuldigten; er habe den 

Bart letzte Woche geschnitten, was er ab und zu mache (Urk. 9/1 S. 4).  

 Als Zeugin bestätigte sie bei der Staatsanwaltschaft ihre früheren Aussagen 

am 28. Mai 2019 im Wesentlichen. Sie vermochte sich indes an vieles nicht mehr 

zu erinnern (Urk. 9/2 S. 8 ff.), ihre Aussagen bei der Polizei hätten aber der 

Wahrheit entsprochen (Urk. 9/2 S. 9). Sie erwähnte zusätzlich, dass der Beschul-

digte Schulden ("beim Betreibungsamt") von rund Fr. 100'000.00 habe (Urk. 9/2 

S. 5 f.). Auf Vorhalt der Bildbeilage zur Hausdurchsuchung erklärte sie, dies sei 

"[…] unser Keller, unser Kinderwagen. Das Gilet kenne ich, aber die anderen Sa-

chen nicht." (Urk. 9/2 S. 11).  

 7. Aussagen des Zeugen H._____ 

- 14 - 

 Die Aussagen des Zeugen H._____ wurden von der Vorinstanz zutreffend 

wiedergegeben (Urk. 60 S. 15). H._____ ist einer der Freunde, den der Beschul-

digte an jenem Abend getroffen haben will. Der Zeuge H._____ bestätigte dies 

am 4. November 2020 bei der Staatsanwaltschaft insofern, als er ausführte, 

L._____ habe ihn abgeholt, dann seien sie mit einem weiteren Kollegen von 

L._____ (dem J._____) dorthin gefahren, wo der Beschuldigte wohne. Sie hätten 

den Beschuldigten "[…] etwa 5 Minuten getroffen, dann sind wir zurückgefahren. 

Bei der Rückfahrt haben wir gesehen, dass die Polizei an der Tankstelle war, wir 

wurden dort am Kreisverkehr kontrolliert, dann durften wir weiter nachhause fah-

ren." (Urk. 9/6 S. 3). Zum Treffen mit dem Beschuldigten sagte der Zeuge auf 

Nachfrage, die 5-minütige Unterhaltung mit ihm habe "[…] drinnen, in seiner 

Wohnung stattgefunden, also in der Nähe von seiner Wohnung auf der Strasse 

[…]"(Urk. 9/6 S. 7). Bezüglich Polizei und -kontrollen erklärte er später, dass sie 

die Polizisten und Polizeiautos auf der Hin- und Rückfahrt gesehen hätten, wobei 

er sich aber nicht mehr sicher war (Urk. 9/6 S. 8). Im weiteren Verlauf der Einver-

nahme soll die Polizeikontrolle bei der Hinfahrt stattgefunden haben, aber auch da 

war er sich nicht mehr sicher. Der Zeuge H._____ vermochte sich generell nicht 

an Details zu erinnern, "[…] es sind viele Jahre vergangen." (Urk. 9/6 S. 4).  

 8. Aussagen des Zeugen L._____ 

 Auch die wesentlichen Aussagen des Zeugen L._____ wurden von der Vo-

rinstanz zutreffend dargestellt (Urk. 60 S. 15), worauf zunächst verweisen werden 

kann. Der Zeuge L._____ gab anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 7. Dezember 2020 an, dass er den Beschuldigten vor drei oder vier 

Jahren in einem Club in F._____ kennengelernt habe. Sie hätten sich ein paar 

Mal getroffen (Urk. 9/6 S. 6). Zum relevanten Tatzeitpunkt sagte er, er habe da-

mals H._____ abgeholt, und dann hätten sie zusammen den M._____ am Bahn-

hof abgeholt. Man habe den Beschuldigten dann auf der Strasse getroffen, wel-

che vom Bahnhof Richtung Tankstelle führe. Sie hätten sich mit ihm maximal fünf 

Minuten unterhalten. Man habe aus dem Fenster heraus mit ihm gesprochen, da-

bei sei niemand ausgestiegen (Urk. 9/6 S. 5 f.). Als sie wieder zurückgefahren 

seien, seien sie im Kreisverkehr von der Polizei angehalten und kontrolliert wor-

- 15 - 

den (Urk. 9/6 S. 4). Wann genau dies gewesen sei, wisse er nicht mehr, aber es 

sei dunkel gewesen. Zur Frage, warum es zu diesem Treffen gekommen sei, sag-

te der Zeuge: "Keine Ahnung, es war auf der Strasse, wir haben ihn gesehen und 

hoi gesagt." (Urk. 9/6 S. 4). Auf Frage, ob er vom Beschuldigten einen Anruf be-

kommen habe, nachdem er ihn auf dem Weg zwischen Bahnhof und Tankstelle 

getroffen habe, sagte der Zeuge: "Das garantiere ich Ihnen. Nie. Ich habe mein 

Telefon hier. Ich habe aber seine Nummer nicht." (Urk. 9/6 S. 6). 

 9. Aussagen von N._____  

 Die Vorinstanz hat die Aussagen von N._____ - damals ebenfalls Angestell-

te im betroffenen Tankstellenshop - zutreffend wiedergegeben, aber im Titel nur 

ihre Rolle aus Auskunftsperson erwähnt (Urk. 60 S. 14), obwohl sie auch noch als 

Zeugin einvernommen wurde (Urk. 9/4). Sie vermochte zum Raub selber nichts 

beizutragen, da sie damals nicht gearbeitet hatte, wohl aber zum Besuch des Be-

schuldigten am Tag vor dem Raubüberfall. Er habe damals nichts gekauft, weil er 

sein Portemonnaie vergessen habe. Diese Person sei komisch gewesen, irgend-

wie nervös, mehr habe sie sich nicht gedacht. Sie denke nicht, dass sie ihn wie-

dererkennen würde. Als sie am Folgeabend erfahren habe, dass die Tankstelle 

überfallen worden sei, sei er ihr gleich wieder in den Sinn gekommen. Als Zeugin 

sagte sie, es sei so gewesen, als ob er etwas gesucht hätte (Urk. 9/4 S. 4).  

 10. Aufzeichnungen Videoüberwachung  

 Die Tat wurde von insgesamt drei am Tatort fest installierten Kameras auf-

gezeichnet (vgl. hierzu auch die Aufnahmen in Urk. 13/5). Sie zeigen den Tather-

gang vom 14. März 2019 und liefern Anhaltspunkte zur Täterschaft, welche weit-

gehend vermummt war. Nicht ersichtlich ist das Messer (Urk. 10/2). Die 

Videoüberwachungsaufnahmen zeigen auch die früheren von der Privatklägerin 

und der Angestellten N._____ beschriebenen und vom Beschuldigten selber be-

stätigten Besuche vom 10. März 2019 und vom 13. März 2019 (Urk. 10/2; Urk. 7/4 

S. 3 ff.).  

 11. Sichergestellte Kleidung 

- 16 - 

 Anlässlich der Hausdurchsuchung am Wohnort des Beschuldigten konnten 

ein Paar schwarze Puma-Sportschuhe mit weisser Sohle, eine schwarze Regen-

jacke mit Kapuze, ein schwarzes Herrengilet und ein schwarzes Stoffstück si-

chergestellt werden (Urk. 11/1/4), Kleidung, wie sie der Täter bei der Tat trug. Der 

Beschuldigte bestätigte, dass dies sein Gilet sei und seines Wissens nie von 

jemand anderem getragen worden sei. Auch sei es möglich, dass er eine schwar-

ze Regenjacke habe (Urk. 7/4 S. 7).  

 12. Untersuchungsbericht FOR Täterhöhenrekonstruktion  

 Beim Forensischen Institut wurde eine Täterhöhenrekonstruktion in Auftrag 

gegeben. Bei der Körperfigur, welche Schuhwerk und Kopfbedeckung des Täters 

berücksichtigt, ergab sich gemäss Untersuchungsbericht vom 29. Juli 2019 eine 

rekonstruierte Körperhöhe von ca. 182 bis 186 cm. Bei der Auswertung der  

3D-Fotobox-Daten des Beschuldigten resultierte eine rekonstruierte Körperhöhe 

von 185 cm (ohne Schuhe und Kopfbedeckung). Eine an die Körperhöhe und  

-proportionen des Beschuldigten angeglichene, ergonomische Körperfigur wurde 

entsprechend der in den Bezugsaufnahmen vom 14. März 2019 abgebildeten 

Bezugsperson positioniert. Bei der Positionierung ergab sich gemäss FOR eine 

hohe visuelle Übereinstimmung in Bezug auf die Körperhöhe und die Körper-

proportionen. Gemäss Schlussfolgerung der Sachverständigen stimmt - unter 

Berücksichtigung der Messungenauigkeit - der Beschuldigte in Bezug auf Körper-

höhe und -proportionen mit der Bezugsperson (Täter), dargestellt in den Video-

aufzeichnungen vom 14. März 2019, überein (Urk. 13/5 S. 19).  

 13. Gutachten Textil-Bild-Vergleich 

 Im Gutachten des FOR vom 22. Oktober 2019 wurde festgehalten, dass 

nicht abschliessend festgestellt werden könne, ob die beim Beschuldigten sicher-

gestellte schwarze Herrenjacke durch den Täter getragen worden sei. Die beim 

Beschuldigten sichergestellten Schuhe konnten als tatrelevant ausgeschlossen 

werden. Das beim Beschuldigten sichergestellte schwarze Stofftuch lasse keine 

Aussage bezüglich einer möglichen Tatrelevanz zu. Beim schwarzen Herrengilet 

hingegen, welches beim Beschuldigten sichergestellt worden sei, würden die Er-

- 17 - 

gebnisse stark dafür sprechen, dass es sich dabei um das Gilet handle, welches 

von der Täterschaft getragen worden sei (Urk. 13/9 S. 15). So konnten beim Tex-

til-Bild-Vergleich sechs übereinstimmende Gruppen- resp. Modellmerkmale und 

insbesondere auch ein Individualmerkmal festgellt werden. Der helle punktförmige 

Bereich auf der linken Seite der Oberbekleidung der Täterschaft auf dem Be-

zugsmaterial stimme in Form und Lage mit dem rundlichen Individualmerkmal am 

sichergestellten Herrengilet überein (Urk. 13/9 S. 13). 

 14. Datenauswertung SBB-Automat in D._____ 

 Die SBB teilte in Nachachtung der Editionsverfügung vom 18. August 2020 

betreffend Kauf und Einlösen des Vouchers für das Mobiltelefon mit der An-

schlussnummer … am 14. März 2019 (Urk. 14/2) mit, dass um 22:28 Uhr am Bil-

lettautomaten am Bahnhof D._____ ein Prepaid-Voucher für die genannte Num-

mer über CHF 20.00 gekauft worden sei. Der Kauf sei in bar (2x CHF 10.00-

Noten) getätigt worden (Urk. 14/4).  

 15. Datenauswertung Mobiltelefon des Beschuldigten  

 Das Telefon des Beschuldigten wurde überwacht (Urk. 12/5 und Urk. 12/10) 

und ausgewertet (Urk. 11/3/8). Es geben sich daraus u.a. ein- und ausgehende 

telefonische Kontakte zwischen 21:29 Uhr (UTC+0) und 21:32 Uhr (UTC+0). 

 16. Würdigung 

 16.1. Die Aussagen der Privatklägerin sind konstant und im Kern deckungs-

gleich. Sie wirken zudem lebensnah und authentisch, zumal sie von Emotionen 

geprägt sind. So erwähnte sie in beiden Einvernahmen bei der Schilderung des 

Vorfalls als Erstes ihre Angst, so primär die Angst um ihre Tochter, was sie auch 

dem Täter gegenüber kundtat. Ebenso erklärte sie, wieso die Kapuze des Täters 

im ersten Moment nicht auffällig schien, nämlich wegen des schlechten Wetters, 

was sie veranlasst hatte, "zum gefühlten 100sten Mal den Boden" aufzunehmen 

(Urk. 8/2 S. 4), was ihren Missmut über die ständigen wetterbedingten Reinigun-

gen zum Ausdruck brachte. Ihre in der Abfolge logischen, keine Strukturbrüche 

aufweisenden und im Kerngeschehen detaillierten und konstanten Aussagen be-

- 18 - 

züglich des Ablaufs des Raubes erweisen sich als glaubhaft. Die beschriebenen 

Ereignisse bauen konsistent aufeinander auf, sind hinsichtlich Raum und Zeit ver-

knüpft und finden vor allem in den Kameraaufnahmen Bestätigung. Dass die Pri-

vatklägerin im Nachhinein nicht sagen konnte, ob es sich tatsächlich um ein 

Rüstmesser handelte, resp. wie das Messer genau ausgesehen haben soll, 

spricht entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 79 S. 2 f.) nicht gegen die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen. Es erscheint durchaus nachvollziehbar, dass die 

Privatklägerin im Zustand des Schocks nur ein Messer als solches wahrnahm, 

sich jedoch nicht auf die genaue Form, Schneide etc. achtete, zumal der Täter - 

wie auf der Aufnahme ersichtlich ist - nur sehr kurz vor ihr gestanden hat. Dass 

der Täter der Privatklägerin ein Messer gezeigt hat, ist zwar auf den Videoauf-

nahmen nicht ersichtlich. Jedoch kann auf den Aufzeichnungen beobachtet wer-

den, wie die Privatklägerin blitzschnell reagierte, als der Täter vor sie hintrat, was 

darauf hindeutet, dass diese angesichts einer ihr drohenden konkreten Gefahr 

stark verängstigt und zum Handeln getrieben wurde. Die Behauptung der Privat-

klägerin, der Täter habe ein Messer in der Hand gehabt, erweist sich aufgrund 

dessen alles andere als unglaubhaft. Die Privatklägerin bezeichnete den Be-

schuldigten zwar als unsympathisch, aber dies doch in eher sachlicher Manier. 

Sie assoziierte sein Verhalten beim Überfall und bei früheren, notabene auffälli-

gen Besuchen im Shop, und sein Erscheinungsbild mit der ihr bekannten Stimme, 

was einfach alles zusammengepasst habe. Sie macht die Identifikation somit nicht 

nur an der damals sichtbaren Augenpartie fest, sondern am gesamten Auftreten, 

am Gang, an der Sprache inkl. Klang, und an der Gestik. Entgegen der Verteidi-

gung stimmt es somit nicht, dass sie den Beschuldigten als einen ihrer Kunden 

einzig und allein aufgrund seiner Augen erkannt habe (Urk. 49 S. 49, Urk. 79 S. 3 

und 5). Bei der Privatklägerin ist kein Belastungseifer auszumachen. So fehlen 

insbesondere hinsichtlich der Grösse und des Einsatzes des Messers jegliche 

theatralischen Elemente. Überdies deklarierte sie klar ihre bestehenden Restzwei-

fel bezüglich der Täterschaft, auch etwa in Bezug auf die Augenfarbe. Diesbezüg-

lich ist in Erinnerung zu rufen, dass die Privatklägerin diese nicht nur mit "grün-

blau" bezeichnete, sondern in der ersten, tatnahen Einvernahme von "dunkel-

braun" sprach, was der effektiven Augenfarbe des Beschuldigten entspricht. Eine 

- 19 - 

Verwechslung schloss sie begründet, d.h. unter Hinweis auf die Einzigartigkeit 

dieses Erlebnisses, klar aus. Ein Motiv für eine Falschbelastung ist nicht auszu-

machen.  

 16.2. Die Aussagen des Beschuldigten erweisen sich als variantenreich und 

damit widersprüchlich. Er konzedierte sodann nicht nur Falschaussagen mit Be-

zug auf den zentralen Tatzeitpunkt (erstes Alibi: Anwesenheit in der Wohnung, bis 

Frau kam). Seine - den Depositionen seiner Ehefrau angepasste - Darstellung 

findet auch in weiteren Abklärungsergebnissen keine Stütze. So passt der vom 

Beschuldigten genannte Ladezeitpunkt des Mobiltelefons am Bahnhof (notabene 

in seiner eigenen Bandbreite von 21:30 bis 22:00 Uhr) nicht zu dem von der SBB 

bestätigen Bezug um 22:28 Uhr (Urk. 14/4). Befremdlich mutet sodann an, dass 

er den angeblichen Kontakt mit seinen Freunden nicht von sich aus, sondern erst 

im späteren Lauf der Strafuntersuchung, im Rahmen von Beweisanträgen seiner 

Verteidigung einbringen liess. Dass er nicht noch mehr Leute habe involvieren 

wollen, erweist sich als wenig naheliegende Verteidigungsüberlegung, wenn er 

sich doch sicher war, dass er "[…] ja auch nichts gemacht habe." (Urk. 7/6 S. 2). 

Seine letzte Zeit-Angabe zum Besuch der Freunde an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung passt dann aber auch nicht zu seiner früheren Chronologie des 

Abends, wenn er diesen Besuch mit "zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr" verortet 

(Prot. I S. 10). Dieses zweite Alibi (Treffen mit Freunden) vermag ihn ebenfalls 

nicht zu entlasten. Hierzu sagte er, er sei ganz normal zu Hause gewesen und 

habe sich da aufgehalten. Er habe ferngesehen und auf seine Freunde gewartet. 

Diese seien gekommen, um ihn abzuholen, damit sie gemeinsam weggehen 

könnten, aber "[…] wir haben dann die Polizei gesehen und sind weggegangen." 

(Prot. I S. 11). Gemäss Aussagen des Beschuldigten an der Berufungsverhand-

lung sollen jedoch nur zwei der Kollegen weggefahren sein und er, der Beschul-

digte, soll mit dem dritten Kollegen, welcher aus dem Auto gestiegen sei, zum 

Bahnhof gegangen sein (Urk. 78 S. 18 f.). Dies steht in teilweisem Widerspruch 

zu den Angaben des Zeugen H._____, der bei der Staatsanwaltschaft zu Proto-

koll gab, sie - H._____, L._____ und "J._____" - seien danach nach Hause gefah-

ren (Urk. 9/5 S. 5). Sie decken sich auch nicht mit der Darstellung des Zeugen 

L._____, wonach sie den Beschuldigten auf der Strasse getroffen hätten und sie 

- 20 - 

mit ihm vom Autofenster aus - keiner sei ausgestiegen - gesprochen hätten und 

sie danach nach Hause gefahren seien (Urk. 9/6 S. 5). Entgegen der Behauptung 

des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung, die Kollegen seien ihn 

abholen gekommen (Urk. 78 S. 18), liest man im Übrigen aus den Aussagen des 

Zeugen L._____ auch nicht, dass es um ein Treffen mit dem Ziel, in den Ausgang 

zu gehen, ging. So antwortete er auf die Frage, worüber sie geredet hätten, "[…] 

Wie geht es? Was machst du? Und solche Sachen. Wie geht es den Kindern? Er 

hat ja auch Kinder. Die anderen auch, sie haben ihn dasselbe gefragt, solche Sa-

chen." (Urk. 9/6 S. 5). 

 16.3. Die Aussagen von K._____ als Auskunftsperson wirkten sachlich und 

in sich schlüssig. Diese vermochten die Darstellung des Beschuldigten nicht zu 

bestätigen. Gegenteils revidierte er diese nachher. Bei der Einvernahme als Zeu-

gin - in Gegenwart des Beschuldigten - fielen ihre Gedächtnislücken auf, dennoch 

bestätigte sie ihre Aussagen bei der Polizei als wahrheitsgemäss. Insgesamt fin-

det sich da keine Entlastung für den Beschuldigten.  

 16.4. Auch die Zeugen H._____ und L._____ liefern dem Beschuldigten mit 

ihren widersprüchlichen Aussagen kein entlastendes Alibi. Der Zeuge H._____ 

war offenkundig bemüht, seinen unter Verdacht stehenden Kollegen nicht zu be-

lasten. Auch er machte Erinnerungslücken geltend, u.a. mit dem Hinweis, dass 

seither "viele Jahre" vergangen seien, was angesichts der rund 20 Monate doch 

etwas gesucht wirkt. Seine Depositionen waren teilweise widersprüchlich, so in 

Bezug auf den konkreten Treffpunkt mit dem Beschuldigten (drinnen, in der Woh-

nung bzw. in der Nähe von seiner Wohnung auf der Strasse) und im Zusammen-

hang mit der Hin- oder Rückfahrt mit der Polizeikontrolle. Der Zeuge L._____ sei-

nerseits behauptete am 7. Dezember 2020, den Beschuldigten seit drei Jahren 

bestimmt nicht mehr gesehen zu haben (Urk. 9/6 S. 3). Dies kann in Anbetracht 

des oben beschriebenen Treffens mit ihm am 14. März 2019 nicht stimmen. Wäh-

rend sich der Zeuge H._____ hinsichtlich der Polizeikontrolle am Kreisel wankel-

mütig zeigte (Hinfahrt oder Rückfahrt), erklärte der Zeuge L._____, erst nach dem 

Treffen im Kreisverkehr von der Polizei angehalten und kontrolliert worden zu sein 

(Urk. 9/6 S. 4). 

- 21 - 

 16.5. Die Aussagen von N._____ zum Auftauchen des Beschuldigten am 

Vortag des Raubüberfalls liefern zusammen mit den entsprechenden 

Videoaufnahmen von der dunklen Kleidung inkl. tief gezogener Kapuze und dem 

Gebaren des Kunden im Ladenlokal Anhaltspunkte dafür, dass es sich um die 

gleiche Person gehandelt hat, die am Vortag allenfalls Erkundigungen eingeholt 

hat. Ein weiteres Indiz dafür ist die Gesichtsbehaarung des Beschuldigten. Wie 

auf den Video-Aufnahmen des Tankstellenshops vom 10. und 13. März 2019 zu 

sehen ist, trug der Beschuldigte einen dichten Vollbart. Bei seiner Verhaftung am 

18. März 2019 trug er diesen dann nicht mehr. Seine Frau gab an, dass ihr Mann 

seit Jahren einen Bart trage, jedoch in der Woche vor ihrer Befragung den Bart 

rasiert habe, was er allerdings ab und zu getan habe. Dies könnte als Versuch 

gewertet werden, sein Äusseres zu ändern.  

 16.6. Die Videoüberwachung zeigt den von der Privatklägerin beschriebenen 

Ablauf. Die auf den Videoaufzeichnungen erfasste Täterschaft wurde durch das 

FOR ausgemessen. Das Ergebnis spricht für eine Täterschaft des Beschuldigten: 

Körperhöhe und -proportionen des Beschuldigten stimmen mit der Täterschaft 

überein. Für eine Täterschaft des Beschuldigten spricht sodann auch das Gutach-

ten über den Textil-Bild-Vergleich. Es ergab sich eine eindeutige Übereinstim-

mung beim Gilet. Neben Gruppen- und Modelmerkmalen zeigten sich die typi-

schen vom Eigentümer der Kleidung beim Tragen verursachten individualisieren-

den Merkmale („Spickel" im vorderen rechten Bundbereich des Gilets und „Knick" 

im hinteren linken Bereich unterhalb des Bundes des Gilets (Urk. 13/9 S. 11). 

Zum einen steht somit fest, dass das sichergestellte Gilet und dasjenige, das die 

Täterschaft während der Tat getragen hat, ein und dasselbe ist. Zum anderen ist 

auch davon auszugehen, dass der Beschuldigte während der Tat in dieser Klei-

dung steckte. Dass jemand am Wohnort des Beschuldigten - wie es dieser an-

lässlich der Berufungsverhandlung geltend machte (Urk. 78 S. 12 f.) - sein Gilet 

im Keller geholt, damit den Überfall bei der Tankstelle begangen und danach das 

Gilet zurück in den Keller gelegt hatte, ist zwar theoretisch möglich, kann aber 

vernünftigerweise ausgeschlossen werden. Es bestehen keine überzeugende An-

haltspunkte, dass jemand anderes das Gilet geholt haben soll.  

- 22 - 

 16.7. Schliesslich vermag - entgegen der amtlichen Verteidigung vor 

Vorinstanz (Urk. 49 S. 4 f.) - das Anrufprotokoll des Mobiltelefons des Beschuldig-

ten diesen nicht zu entlasten. Zwar wurden ein- und ausgehende Anrufe u.a. 

zwischen 21:29 Uhr und 21:32 Uhr erfasst, welche zwischen 3 und 13 Sekunden 

dauerten (Urk. 10/2; Urk. 49 S. 5). Die Verteidigung weist darauf hin, dass der Tä-

ter auf den Videoaufzeichnungen der B._____ Tankstelle kein Handy bei sich tra-

ge, zumindest halte er kein solches in der Hand, wie dies die Aufzeichnungen 

zeigten. Dies lasse abermals einzig und allein den Schluss zu, dass es sich bei ih-

rem Mandanten nicht um den Täter des angeklagten Vorfalls handeln könne, zu-

mal auch die Unterbrüche bzw. Redepausen einen Raubüberfall in just den paar 

Sekunden nicht zugelassen hätten (Urk. 49 S. 5).  

 Zu beachten ist hier aber, dass die Auswertung des Telefons die Koordinier-

te Weltzeit (UTC), welche die Grundlage für die Berechnung von Ortszeiten welt-

weit bildet, angibt. In Mitteleuropa und damit in der Schweiz gilt UTC+1 als Nor-

malzeit und UTC+2 als Sommerzeit. Im Tatzeitpunkt (14. März 2019) ist von Nor-

malzeit und damit von der UTC noch eine Stunde hinzuzurechnen, um die Lokal-

zeit zu ermitteln. Nach Lokalzeit fanden die von der Verteidigung erwähnten Tele-

fonanrufe somit zwischen 22:29 Uhr und 22:32 statt. Diese Kommunikationszeit 

lässt sich denn auch mit dem von der SBB bestätigten Ladezeitpunkt des Mobilte-

lefons um 22:28 Uhr sehr gut erklären. 

 16.8. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die Aussagen des 

Beschuldigten nicht zu überzeugen vermögen und ihm auch kein plausibles Alibi 

zu liefern vermögen. Die belastenden Aussagen der Privatklägerin hingegen 

sprechen für eine Täterschaft des Beschuldigten. Diese differenzierten, in sich 

stimmigen glaubhaften Schilderungen werden durch objektive Beweismittel und 

zahlreiche Indizien bestätigt. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb die Privatklä-

gerin den Beschuldigten fälschlicherweise dieser Straftat bezichtigen sollte. Der 

Umstand, dass sie ihn als Stammkunden bei der polizeilichen Einvernahme als 

unfreundlich und unsympathisch beschrieben hatte, vermag jedenfalls kein aus-

reichendes Motiv darzustellen. Hingegen hatte der Beschuldigte als arbeitsloser 

Familienvater mit Schulden im Bereich von Fr. 100'000.00 und gekündigter Fami-

- 23 - 

lienwohnung durchaus ein Motiv für eine solche Tat. Gemäss seiner Frau arbeite-

te er damals seit 5 Monaten nicht mehr, sei tagsüber zuhause am Computer, am 

Abend manchmal im Ausgang. Er habe keine Hobbies - eigentlich mache er 

nichts, ausser zu Hause zu sitzen. Ab und zu habe sie ihm Geld gegeben, "[…] 

aber nicht viel - nur für Ziggis." Die Familie musste sich beim Sozialamt D._____ 

anmelden und - weil die Wohnungsmiete nicht bezahlt worden war - mit ihren 5- 

und 9-jährigen Kindern die Wohnung per 20. März 2019 verlassen. In der Einver-

nahme vom 18. März 2019 hatten sie noch keine neue Bleibe (Urk. 9/1 S. 2). Der 

Beschuldigte, der überdies seinen Ausgang und gelegentlichen Kokainkonsum zu 

finanzieren hatte, befand sich daher im Tatzeitpunkt in einer sehr desolaten finan-

ziellen Situation. Der finanzielle Engpass ergibt sich auch aus dem Strafbefehl 

vom 5. Februar 2019 betreffend betrügerischen Konkurs und Pfändungsbetrug 

(mehrfache Begehung in der Zeit vom 1. April 2018 bis zum 30. September 2018; 

Urk. 62). Ein Motiv für die Tat hatte der Beschuldigte daher alleweil. In der Ge-

samtbetrachtung kann der Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erstellt betrach-

tet werden.  

IV. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschuldigten als Raub im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB qualifiziert (Urk. 60 S. 21 ff.). 

 2. Den Tatbestand des Raubes erfüllt, wer mit Gewalt gegen eine Person 

oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder nachdem er 

den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht 

(Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).  

 3. Die Vorinstanz hat zu Recht geschlossen, dass sich der Beschuldigte 

gemäss erstelltem Sachverhalt in objektiver und subjektiver Hinsicht in diesem 

Sinne schuldig gemacht hat. Dies wird grundsätzlich auch seitens der Verteidi-

gung nicht bestritten. Auf die Erwägungen der Vorinstanz kann daher verwiesen 

und der Schuldspruch somit bestätigt werden.  

- 24 - 

V. Sanktion  

 1. Ausgangslage 

 1.1. Die Vorinstanz sanktionierte den Beschuldigten für den Raub mit einer 

Freiheitsstrafe von 24 Monaten (Urk. 60 S. 44). Die Verteidigung beantragte vor 

Vorinstanz für den Eventualfall eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten (Urk. 49 S. 12). 

 1.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzu-

messen ist, richtig zusammengefasst (Urk. 60 S. 213 ff.). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 1.3. Der Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sieht eine abstrakte 

Strafandrohung von Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bis zu zehn 

Jahren vor. Umstände, die ein Über- oder Unterschreiten des Strafrahmens indi-

zieren, liegen nicht vor.  

 2. Tatverschulden 

 2.1. In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte eine Beute 

von immerhin Fr. 1'020.00 erzielte. Der Beschuldigte wandte zwar keine physi-

sche Gewalt an, indessen zeigte er der Privatklägerin ein Messer, um seiner For-

derung Nachdruck zu verleihen, wodurch er diese besonders in Angst versetzte. 

Er passte der Privatklägerin zu später Stunde ab, nachdem diese das Ladenlokal 

kurzfristig verlassen hatte, was als hinterhältiges Verhalten bezeichnet werden 

muss. Das Vorgehen war geplant und zielgerichtet, was sich nicht zuletzt an der 

Maskierung und dem mitgeführten Messer zeigt. Damit offenbart er eine erhebli-

che kriminelle Energie. In der Bandbreite möglicher Varianten eines Raubes ist 

das Verschulden vorliegend aber als leicht zu qualifizieren. Dies rechtfertigt eine 

Einsatzstrafe im untersten Drittel des Strafrahmens. Angemessen erscheinen 18 

Monate Freiheitsstrafe.  

 2.2. Im Rahmen der subjektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der 

Beschuldigte die Tat direktvorsätzlich und gezielt verübte. Er handelte egoistisch. 

Andere als finanzielle Motive sind nicht auszumachen. Dies lässt sich durch den 

- 25 - 

finanziellen Engpass des Beschuldigten nicht entschuldigen. Das subjektive Tat-

verschulden vermag damit die objektive Tatschwere unter keinem Titel in einem 

milderen Licht erscheinen zu lassen. 

 3. Täterkomponenten 

 Was die persönlichen Verhältnisse anbelangt, kann auf die Ausführungen 

der Vorinstanz (Urk. 60 S. 26) verwiesen werden.  

 An der heutigen Berufungsverhandlung hat sich ergeben, dass der Beschul-

digte nach wie vor mit seiner Familie in E._____ wohnt und als Servicemonteur in 

O._____ angestellt ist (Prot. II S. 4; Urk. 78 S. 5). Seine Schulden ist er am Ab-

zahlen; momentan betragen diese angeblich noch Fr. 65'000.– (Urk. 78 S. 6).  

 Die persönlichen Verhältnisse haben keine Auswirkungen auf die Strafzu-

messung.  

 Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe aus dem Jahr 2019 auf, wobei der 

Strafbefehl vom 5. Februar 2019 erst im Rahmen des vorliegenden Strafverfah-

rens, nämlich am 19. März 2019, eröffnet werden konnte (Urk. 62). Dass er sich 

durch jenes, im Jahre 2018 eröffnete Strafverfahren nicht vor weiteren Straftaten 

abschrecken liess, wirkt sich straferhöhend aus, was sich bei der Täterkomponen-

te negativ auswirkt.  

 4. Fazit  

 Unter Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe ist der Beschuldigte 

mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten zu bestrafen. Der Anrechnung der er-

standenen Untersuchungshaft von 75 Tagen steht nichts entgegen. 

 5. Busse 

 Für die Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sin-

ne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG sprach die Vo-

rinstanz eine Busse von Fr. 300.– aus. Die diesbezüglichen Erwägungen im 

vorinstanzlichen Entscheid treffen nach wie vor zu und sind zu übernehmen (Urk. 

- 26 - 

60 S. 27). Der Beschuldigte ist deshalb auch vorliegend mit einer Busse von Fr. 

300.– zu bestrafen.  

VI. Vollzug 

 1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe von 

höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-

wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten 

5 Jahre nicht zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt, so 

wird grundsätzlich eine günstige Prognose vermutet (vgl. OFK-StGB HEIM-

GARTNER, N 16 zu Art. 42 StGB). 

 2. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten unter Hinweis auf dessen Vorstrafe 

aus dem Jahre 2019 sowie dessen Schuldensituation und die damit einhergehen-

den Zweifel an der Legalprognose bloss einen teilbedingten Vollzug gewährt 

(Urk. 60 S. 29). 

 3. Der Beschuldigte wurde noch nie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt 

(vgl. Art. 42 Abs. 2 StGB). Richtig ist hingegen, dass er mit Strafbefehl vom 

5. Februar 2019 des betrügerischen Konkurses und des Pfändungsbetrugs schul-

dig gesprochen wurde. Eröffnet wurde der Strafbefehl aber - wie gesagt - erst im 

vorliegenden Verfahren (Urk. 62), weshalb heute auch kein Widerruf des dort 

ganz bedingt angeordneten Vollzugs im Raum steht. Der Beschuldigte wurde da-

mals "nur" mit einer (bedingten) Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.00 und 

einer Busse von Fr. 300.00 bestraft. Im Zeitpunkt der heute zu beurteilenden De-

linquenz hatte der Beschuldigte somit noch keine Kenntnis von den vollen Konse-

quenzen seines deliktischen Verhaltens. Ebenso wenig hatte er Erfahrung mit der 

Haft gemacht, wie er sie danach für 75 Tage erlebt hat. Diese Umstände rechtfer-

tigen die Annahme, dass ihn spätestens die Untersuchungshaft genügend abge-

schreckt haben und ihn vor weiterer Delinquenz abhalten sollte. Dem Beschuldig-

ten ist daher der bedingte Vollzug zu gewähren und den verbleibenden Bedenken 

mit Ansetzung einer höheren Probezeit Rechnung zu tragen. Diese ist auf 3 Jahre 

festzusetzen.  

- 27 - 

 4. Unter Verweis auf die zutreffende Begründung der Vorinstanz ist die Bus-

se unbedingt zu bezahlen. Im Falle des schuldhaften Nichtbezahlens der Busse 

hat an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen zu treten (Urk. 60 S. 30 

f.).  

VII. Landesverweisung und Ausschreibung im  
Schengener Informationssystem 

 1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen für die Anordnung einer 

Landesverweisung zutreffend wiedergegeben und richtig festgehalten, dass sich 

der Beschuldigte als Ausländer mit einem Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB schuldig 

gemacht hat (Urk. 60 S. 31 f.). Deshalb ist grundsätzlich obligatorisch eine 

Landesverweisung anzuordnen und kann davon lediglich abgesehen werden, 

wenn diese für den Beschuldigten einen persönlichen Härtefall darstellen würde 

und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten 

Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. 

 2. Die Vorinstanz hat mit einlässlicher und überzeugender Begründung ei-

nen persönlichen Härtefall verneint (Urk. 60 S. 35). Der Beschuldigte stammt aus 

Mazedonien und absolvierte dort die Grund- und Mittelschule sowie sein Studium, 

welches er jedoch nicht abgeschlossen hat (Prot. I S. 8). Er reiste Anfang des 

Jahres 2008 in die Schweiz und lebt seither hier (Prot. I S. 17). Er ist verheiratet 

und hat zwei Kinder im Alter von heute 8 und 12 Jahren (Urk. 78 S. 2). In der 

Schweiz hat er keine Schulen besucht. Der Beschuldigte kann sich auf Deutsch, 

insbesondere Mundart, verständigen (Prot. II S. 4). Mit seinem Heimatland ist er 

durch seine Muttersprache Albanisch, seine Verwandten und die regelmässigen 

Besuche verbunden. Seine Ehefrau und die Kinder leben hier, haben aber eben-

falls die mazedonische Staatsangehörigkeit (Urk. 78 S. 9).  

 3. Der Beschuldigte kam erst im Alter von 24 Jahren in die Schweiz. Seine 

prägenden Jahre verbrachte er somit in seinem Heimatland, wo er auch Ausbil-

dungen absolvierte. Er arbeitete über die letzten Jahre nicht durchgehend, hat 

nach wie vor Schulden in der Höhe von Fr. 65'000.– und wurde zeitweise von sei-

- 28 - 

ner Ehefrau und dem Sozialamt unterstützt. Seit Mitte 2020 ist er als Fenstermon-

teur angestellt (Urk. 78 S. 5). Er weist eine Vorstrafe aus dem Jahre 2019 betref-

fend betrügerischen Konkurs und Pfändungsbetrug auf (Urk. 77A). Freunde hat er 

in der Schweiz keine und auch ein sonstiger Bezug des Beschuldigten zur hiesi-

gen Gesellschaft ist nicht auszumachen (Urk. 78 S. 6). Insgesamt kann zwar von 

einer gewissen wirtschaftlichen, nicht aber von einer erfolgreichen sozialen In-

tegration des Beschuldigten ausgegangen werden. Zu seinem Heimatland Nord-

mazedonien bestehen noch Verbindungen zu seiner eigenen Familie.  

 Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Umstände zeigt sich, dass die 

Wegweisung des Beschuldigten aus der Schweiz für ihn mit grossen Unannehm-

lichkeiten verbunden ist und mit einer Distanzierung des persönlichen Kontakts zu 

seinen hier in der Schweiz lebenden Söhnen sowie der Ehefrau einhergeht. Dies 

stellt zweifelsohne in einem gewissem Sinn eine nicht unerhebliche Härte für ihn 

dar. Allerdings verlangt das Gesetz für den Verbleib in der Schweiz einen schwe-

ren persönlichen Härtefall und zwar insofern, als die Landesverweisung als ganz 

klar unverhältnismässig und geradezu als stossend erachtet werden müsste. Da-

von kann aber bei den vorliegend zu beurteilenden Verhältnissen nicht ausge-

gangen werden. Eine grundsätzliche Verwurzelung in der Schweiz ist zwar auf-

grund seiner Vaterrolle gegeben. Der Beschuldigte gibt an, mit seinen Söhnen 

sehr verbunden zu sein, mit ihnen Fussball zu spielen und Hausaufgaben zu erle-

digen (Urk. 78 S. 10). Gemäss Aussagen seiner Ehefrau sei er jedoch auch 

zweitweise einfach zuhause gewesen und habe nichts gemacht oder sei in den 

Ausgang gegangen. Ebenfalls ist darauf hinzuweisen, dass er trotz der nun beton-

ten Bindung zu seinen Kindern verantwortungslos handelte und die hiesigen Ge-

setze und Ordnung ausser Acht liess.  

 Aufgrund der mehrheitlich gescheiterten Integration in der Schweiz erscheint 

daher eine Rückkehr ins Heimatland, das er erst im Alter von 24 Jahren verlassen 

hatte und mit dem er im oben dargelegten Sinne bis heute verbunden ist, nicht 

unzumutbar. Die Kinder des Beschuldigten sind in einem Alter, in dem ein Kontakt 

im Rahmen von Kurzaufenthalten oder über die modernen Kommunikationsmittel 

- 29 - 

wahrgenommen werden kann. Ein schwerer persönlicher Härtefall ist daher zu 

verneinen.  

 Zum Vorbringen der Verteidigung, ein Landesverweis würde vorliegend 

gegen das Recht auf Privat- und Familienleben verstossen (Urk. 79 S. 9), ist fest-

zuhalten, dass der bei der Härtefallprüfung berücksichtigte und in Art. 13 BV und 

in Art. 8 EMRK verankerte Anspruch auf Familien- und Privatleben nicht absolut 

gilt. Ein Landesverweis erweist sich vorliegend auch aus menschenrechtlicher 

Perspektive als zulässig, zumal die Landesverweisung gesetzlich vorgesehen ist, 

sie mit dem Schutz der öffentlichen Sicherheit, der Verhütung von Straftaten und 

mit dem Schutz der Gesundheit gleich mehrere legitime Zwecke erfüllt und zu de-

ren Realisierung in einer demokratischen Gesellschaft in casu auch notwendig er-

scheint. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass Strafen und Massnahmen für einen 

Beschuldigten grundsätzlich einschneidend und hart sind, zumal sie diesen im 

Falle einer Landesverweisung von seiner Familie trennen können. Diese Folgen 

sind der Landesverweisung immanent und damit vom Gesetzgeber gewollt.  

 Aufgrund des Gesagten ist eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a 

StGB anzuordnen. 

 4. In Anbetracht der Schwere des Delikts und der konkreten Sanktion sowie 

mit Blick auf die Trennung von seiner Familie erweist sich mit der Vorinstanz eine 

Landesverweisung für die minimale Dauer von 5 Jahren als angemessen. 

 5. Der Beschuldigte ist Drittstaatangehöriger, weshalb die Landesverwei-

sung im Schengener Informationssystem auszuschreiben ist. 

VIII. Zivilansprüche 

 1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen für die Zusprechung 

von Schadenersatz und Genugtuung dargelegt. Es kann darauf verwiesen werden 

(Urk. 60 S. 38 ff.). 

 2. Bezüglich des Schadenersatzes kann ohne weiteres auf die Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 60 S. 39 f.). Der Kausalzusammenhang 

- 30 - 

zwischen dem Raubüberfall und der Arbeitsunfähigkeit ist erstellt (Urk. 47/1-5) 

und die Höhe des Schadens ausgewiesen (Urk. 47/6; Urk. 46 S. 3 ff.). Der Be-

schuldigte ist daher zu verpflichten, der Privatklägerin Fr. 769.50 an Schadener-

satz zu bezahlen. 

 3. Dass vorliegend die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genug-

tuung erfüllt sind, hat die Vorinstanz zu Recht bejaht. Es kann auf die entspre-

chenden Ausführungen verwiesen werden (Urk. 60 S. 41 f.). Ebenso ist die Höhe 

nicht zu beanstanden. Das vorinstanzliche Urteil ist daher auch in diesem Punkt 

zu bestätigen.  

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1.1. Bei diesem Verfahrensausgang ist das erstinstanzliche Kostendispositiv 

(Ziff. 12) zu bestätigen.  

 1.2. Ebenso zu bestätigen ist die Entschädigung für die Privatklägerin für de-

ren anwaltliche Vertretung im erstinstanzlichen Verfahren (Fr. 4'261.90 inkl. 

MwSt), welche die Vorinstanz unter den Zivilansprüchen (Dispositiv-Ziff. 10) ab-

gehandelt hat.  

 2.1. Die Gebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf Fr. 

3'000.00 festzusetzen.  

 2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mass-

gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 

unterliegt mit seinen Anträgen grösstenteils. Damit sind die Kosten des Beru-

fungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, zu 4/5 

dem Beschuldigten aufzuerlegen und zu 1/5 auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind zu 1/5 definitiv und zu 4/5 einstweilen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im 

Unfang von 4/5 bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

 2.3. Die amtliche Verteidigerin, Rechtsanwältin MLaw X._____, reichte mit 

Eingabe vom 12. April 2022 ihre Honorarnote ins Recht (Urk. 75 und 77). Unter 

- 31 - 

Berücksichtigung des effektiven Aufwands für die Berufungsverhandlung vom 

24. März 2022 (inkl. Weg und Nachbesprechung) ist die amtliche Verteidigerin mit 

pauschal Fr. 7'500.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu entschädigen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 28. April 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird wie folgt schuldig gesprochen: 

− […] 

− Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sinne von 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG 

2. […] 

3. […]  

4. […] 

5. […] 

6. […]  

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 

2020 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer 

B00879-2019 aufbewahrte Minigrip mit 6.9 Gramm (brutto) Kokain (A012'446'150) 

wird eingezogen und ist nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kan-

tonspolizei Zürich zu vernichten. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 

2020 beschlagnahmten Gegenstände 

- 1 Paar Puma Sportschuhe, Gr. 43, schwarz/weiss (A012'440'254) 

- 1 Mobiltelefon der Marke iPhone Model Nr. … (A012'444'030) 

- 1 schwarze Herren-Regenjacke mit Kapuze (A012'446'127) 

- 1 Herrengilet schwarz (glänzende Schulterpartie und horizontal gesteppt 

[A012'446'138]) 

- 1 längliches Stoffstück schwarz (A012'446'149) 

- 32 - 

 werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Ver-

langen hin herauszugeben. 

 Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren 

gestellt, so wird der Verzicht angenommen. 

9. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Referenznummern K190315-003 / 

74958693 aufbewahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger 

- Tatort-Fotografie (A012'428'318) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'428'329) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'034) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'045) 

- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'147) 

- Schuhsohlenvergleichsabdruck (A012'444'392) 

 sind nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu vernichten. 

10. […] 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'500.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 7'263.–   Auslagen FOR (Gutachten)  

Fr. 2'750.–   Auslagen EJPD (Fernmeldeanschlüsse) 

Fr. 1'080.–   Auslagen Polizei 

Fr. 75.–   Entschädigung Zeuge 

Fr. 22'623.78   amtl. Verteidigungskosten (davon Fr. 9'090.30 bereits bezahlt;   inkl. MwSt.) 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. 

12. […] 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 33 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist überdies schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 75 Ta-

ge durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie einer Busse von 

Fr. 300.–.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.  

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes 

verwiesen. 

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 769.50 Schaden-

ersatz und Fr. 3'000.00 Genugtuung zu bezahlen. 

8. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 12) wird bestätigt. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'500.00   amtliche Verteidigung 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 4/5 auferlegt und zu 

1/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden zu 1/5 definitiv und zu 4/5 einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Unfang von 4/5 

bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

- 34 - 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 4'261.90 (inkl. Mehrwertsteu-

er) zu bezahlen. 

12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 35 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 21. April 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Kümin Grell 
 

 
 

	Urteil vom 21. April 2022
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird wie folgt schuldig gesprochen:
	 Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
	 Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 75 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von Fr. 300.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 16 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate abzüglich die bereits erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes verwiesen.
	6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem angeordnet.
	7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 2020 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer B00879-2019 aufbewahrte Minigrip mit 6.9 Gramm (brutto) Kokain (A012'446'150) wird eingezogen ...
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 2020 beschlagnahmten Gegenstände
	- 1 Paar Puma Sportschuhe, Gr. 43, schwarz/weiss (A012'440'254)
	- 1 Mobiltelefon der Marke iPhone Model Nr. … (A012'444'030)
	- 1 schwarze Herren-Regenjacke mit Kapuze (A012'446'127)
	- 1 Herrengilet schwarz (glänzende Schulterpartie und horizontal gesteppt [A012'446'138])
	- 1 längliches Stoffstück schwarz (A012'446'149)
	werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen hin herauszugeben.
	Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren gestellt, so wird der Verzicht angenommen.
	9. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Referenznummern K190315-003 / 74958693 aufbewahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger
	- Tatort-Fotografie (A012'428'318)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'428'329)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'034)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'045)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'147)
	- Schuhsohlenvergleichsabdruck (A012'444'392)
	sind nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu vernichten.
	10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 769.50 Schadenersatz und Fr. 3'000.–Genugtuung zu bezahlen.
	Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Prozessentschädigung von Fr. 4'261.90 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskass...
	13. (Mitteilungen.)
	14. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raubs von Schuld und Strafe freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 300 (bezüglich der Übertretung des BetmG) zu bestrafen.
	3. Von einer Landesverweisung sei abzusehen.
	4. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.
	5. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung für die unrechtmässig erstandene Untersuchungshaft in der Höhe von CHF 15'000 zuzusprechen.
	6. Die Kosten, einschliesslich der Kosten für die amtliche Verteidigung (inkl. MWST und Spesen) seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt
	IV.  Rechtliche Würdigung
	V.  Sanktion
	4. Fazit
	Unter Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten zu bestrafen. Der Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 75 Tagen steht nichts entgegen.
	5. Busse
	Für die Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG sprach die Vorinstanz eine Busse von Fr. 300.– aus. Die diesbezüglichen Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid ...
	VI.  Vollzug
	VII.  Landesverweisung und Ausschreibung im  Schengener Informationssystem
	VIII.  Zivilansprüche
	IX.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 28. April 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird wie folgt schuldig gesprochen:
	 […]
	 Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG

	2. […]
	3. […]
	4. […]
	5. […]
	6. […]
	7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 2020 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer B00879-2019 aufbewahrte Minigrip mit 6.9 Gramm (brutto) Kokain (A012'446'150) wird eingezogen ...
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 2020 beschlagnahmten Gegenstände
	- 1 Paar Puma Sportschuhe, Gr. 43, schwarz/weiss (A012'440'254)
	- 1 Mobiltelefon der Marke iPhone Model Nr. … (A012'444'030)
	- 1 schwarze Herren-Regenjacke mit Kapuze (A012'446'127)
	- 1 Herrengilet schwarz (glänzende Schulterpartie und horizontal gesteppt [A012'446'138])
	- 1 längliches Stoffstück schwarz (A012'446'149)
	werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen hin herauszugeben.
	Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren gestellt, so wird der Verzicht angenommen.
	9. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Referenznummern K190315-003 / 74958693 aufbewahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger
	- Tatort-Fotografie (A012'428'318)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'428'329)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'034)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'045)
	- Schuhabdruckspur-Foto (A012'442'147)
	- Schuhsohlenvergleichsabdruck (A012'444'392)
	sind nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu vernichten.
	10. […]
	11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	12. […]
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist überdies schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 75 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie einer Busse von Fr. 300.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.
	6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 769.50 Schadenersatz und Fr. 3'000.00 Genugtuung zu bezahlen.
	8. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 12) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 4/5 auferlegt und zu 1/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu 1/5 definitiv und zu 4/5 e...
	11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 4'261.90 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.