# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 431ce30b-bcd9-5ba9-8fbe-002ad3c507fc
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2003-09-04
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 04.09.2003 JAAC 68.9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_012_JAAC-68-9--_2003-09-04.pdf

## Full Text

JAAC 68.9

Zwischenentscheid der Eidgenössischen
Personalrekurskommission vom 4. September 2003

[PRK 2003-015]

Prétention appréciable en argent découlant des rapports de travail avec
la Banque Nationale Suisse. Compétence de la Commission fédérale de
recours en matière de personnel fédéral.

- En principe, seuls les jugements au fond sont assortis de l’autorité
de chose jugée matérielle, les jugements de procédure n’en étant dotés
qu’en ce qui concerne les questions de compétence sur lesquelles
l’autorité s’est prononcée. Cependant, le droit de procédure civile
zurichois déniant toute autorité de chose jugée matérielle aux décisions
d’incompétence, les décisions d’irrecevabilité rendues par le Tribunal
du travail de Zurich n’en sont pas assorties (consid. 2a).

- La compétence de la Commission fédérale de recours en matière de
personnel fédéral (CRP) doit être admise lorsque les rapports de travail
existant avec un établissement autonome de la Confédération doivent
être considérés comme de droit public (consid. 2b/bb).

- La Banque Nationale Suisse (BNS) remplit les conditions d’un
établissement autonome de la Confédération et la CRP aboutit, au
regard de l’ensemble des circonstances, à la conclusion que les rapports
juridiques entre la BNS et ses employés, dont découlent les prétentions
en cause, sont de droit public et qu’elle est compétente pour les juger
(consid. 2c/aa).

Geldwerte Forderung aus einem Arbeitsverhältnis mit der
Schweizerischen Nationalbank. Zuständigkeit der Eidgenössischen
Personalrekurskommission.

1

- In materielle Rechtskraft erwachsen grundsätzlich nur
Sachurteile, Prozessurteile höchstens hinsichtlich der beurteilten
Zulässigkeitsfrage. Verneint jedoch das zürcherische Zivilprozessrecht
die materielle Rechtskraft für Unzuständigkeitsentscheide, ist dem
Nichteintretensbeschluss des Arbeitsgerichts Zürich vorliegend
entsprechend die materielle Rechtskraft abzusprechen (E. 2a).

- Die Zuständigkeit der Eidgenössischen Personalrekurskommission
(PRK) ist zu bejahen, wenn ein bei einer autonomen eidgenössischen
Anstalt bestehendes Arbeitsverhältnis als öffentlich-rechtlich
einzustufen ist (E. 2b/bb).

- Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erfüllt die Voraussetzungen
einer autonomen eidgenössischen Anstalt und in Würdigung
der Gesamtumstände kommt die PRK zum Schluss, dass das
Rechtsverhältnis zwischen der SNB und deren Angestellten,
aus welchem diese die geltend gemachten Ansprüche herleiten,
öffentlich-rechtlicher Natur ist, für deren Beurteilung die PRK
grundsätzlich zuständig ist (E. 2c/aa).

Pretesa valutabile in denaro risultante da un rapporto di lavoro con la
Banca nazionale svizzera. Competenza della Commissione federale di
ricorso in materia di personale.

- In linea di principio, crescono in giudicato materialmente solo le
decisioni nel merito, mentre per le decisioni concernenti la procedura
ciò si verifica solo per la questione della competenza su cui si è
pronunciata l’autorità. Se però il diritto processuale civile zurighese
nega la forza di cosa giudicata materiale per decisioni di incompetenza,
nella fattispecie occorre negare la crescita in giudicato materiale della
decisione di non entrata nel merito del Tribunale del lavoro di Zurigo
(consid. 2a).

- La Commissione federale di ricorso in materia di personale (CRP)
è competente se un rapporto di lavoro esistente presso un istituto
autonomo della Confederazione è considerato di diritto pubblico
(consid. 2b/bb).

- La Banca nazionale svizzera (BNS) soddisfa le condizioni di un
istituto autonomo della Confederazione e, in considerazione di tutte le
circostanze, la CRP giunge alla conclusione che il rapporto giuridico
tra la BNS e i suoi impiegati, dal quale essi deducono le pretese che
invocano, è di diritto pubblico, per cui la CRP è in linea di principio
competente per giudicare (consid. 2c/aa).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. X. wurde vom Bundesrat am 21. Oktober 1998 als Lokaldirektorin der
Schweizerischen Nationalbank (SNB) mit Amtsdauer bis zum 30. Juni 2003
gewählt. Das Anfangsgehalt wurde vom Bankrat auf Fr. (…) pro Jahr festgelegt.

2

Im Übrigen galt das Reglement über das Arbeitsverhältnis der vom Bundesrat
gewählten Direktionsmitglieder der Schweizerischen Nationalbank (im
Folgenden: DR) vom 1. Juli 1997. Dieses verweist in Ziff. 1.2 ergänzend auf die
Allgemeinen Anstellungsbedingungen (AAB) und das Gehaltsreglement (GR)
der SNB sowie auf die Vorschriften des Zehnten Titels des Obligationenrechts
(Der Arbeitsvertrag). Das DR wurde dem Schreiben vom 29. Oktober 1998, mit
dem der Personaldienst der SNB X. die Wahl bestätigte, beigelegt.

Mit Express-Brief vom 13. Januar 2000 teilte die SNB X. mit, sie werde
mit Wirkung ab 14. Januar 2000, 11.00 Uhr, freigestellt, weil das für eine
Funktion wie die ihrige unabdingbare Vertrauen nicht mehr vorhanden
sei. Mit Schreiben vom 7. Juli 2000 an den Chef des Eidgenössischen
Finanzdepartements (EFD) beantragte der Bankrat der SNB die Abberufung
von X. als Lokaldirektorin. Antragsgemäss beschloss der Bundesrat am
18. Oktober 2000 gestützt auf Art. 60 des Nationalbankgesetzes vom
23. Dezember 1953 (NBG, SR 951.11), X. als Direktionsmitglied der SNB mit
sofortiger Wirkung abzuberufen. Der Entscheid sei endgültig und könne nicht
angefochten werden. X. scheide somit aus dem Arbeitsverhältnis mit der
SNB aus. Über allfällige arbeitsrechtliche Konsequenzen dieser Abberufung
entscheide die SNB gemäss den gültigen Vorschriften.

Nach der Abberufung durch den Bundesrat entschied das Direktorium der
SNB, X. das Gehalt - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht der SNB - noch
bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses, d. h. bis zum 18. Oktober 2000,
valutagerecht nachzubezahlen.

B. Der von X. beigezogene Rechtsanwalt verlangte mit Schreiben vom
14. November 2000 eine Abgangsentschädigung in Höhe von drei
Jahresgehältern, Schadenersatz zufolge Persönlichkeitsverletzung
im Betrag von Fr. 100’000.- sowie Gehaltsnachzahlung auf Grund des
Bundesgesetzes vom 24. März 1995 über die Gleichstellung von Frau
und Mann (Gleichstellungsgesetz [GIG], SR 151.1) in Höhe von Fr. 30’000.-
bis Fr. 60’000.- pro Jahr während der Dauer des Arbeitsverhältnisses.
Mit Schreiben vom 5. März 2001 teilte die SNB dem Rechtsvertreter von
X. mit, dass deren Forderungen gestützt auf ein eingeholtes externes
Gutachten vollumfänglich zurückgewiesen werden. Darin orientierte die
SNB den Rechtsvertreter zudem, dass nach ihrer Auffassung die erhobenen
Forderungen zivilrechtlicher Natur und deshalb durch Klage beim zuständigen
Zivilgericht geltend zu machen seien.

X. liess am 18. Mai 2001 beim Arbeitsgericht des Bezirks Zürich Klage gegen die
SNB einreichen mit den Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, der
Klägerin eine Abgangsentschädigung von Fr. 540’000.- zu bezahlen, nebst Zins
zu 5% ab 1. November 2000 (Ziff. 1); zusätzlich sei die Beklagte zu verpflichten,
im Sinne von Art. 3 und 5 des Gleichstellungsgesetzes die Lohndifferenz zum
durchschnittlichen Lohn der männlichen Direktionsmitglieder für die Dauer
vom 16. November 1998 bis 18. Oktober 2000 nebst Zins zu 5% zu bezahlen
(Ziff. 2); die Beklagte sei darüber hinaus zu verpflichten, die Lohndifferenz
gemäss Ziff. 2 in der Abgangsentschädigung gemäss Ziff. 1 auszurichten; die
Beklagte sei schliesslich zu verpflichten, der Klägerin eine Genugtuung von
Fr. 20’000.- nebst Zins ab heute zu bezahlen.

3

Das Arbeitsgericht Zürich trat mit Beschluss vom 20. Februar 2002
auf die Klage mangels Zulässigkeit des Zivilrechtsweges nicht ein. Der
Klägerin wurde eine Frist von zehn Tagen ab Zustellung des Beschlusses
eingeräumt, um die Überweisung des Verfahrens an das von ihr für
zuständig bezeichnete Gericht zu beantragen. Im Säumnisfalle bleibe es
beim Nichteintretensentscheid. Die Kosten wurden den Parteien je zur Hälfte
auferlegt und die Prozessentschädigungen wettgeschlagen. Schliesslich
wurden die Parteien auf die Rekursmöglichkeit an das Zürcher Obergericht
aufmerksam gemacht.

C. Am 25. Juli 2002 reichte der neue Rechtsvertreter von X. bei der SNB eine als
Klage an den Bankrat bezeichnete Rechtsschrift mit insgesamt fünf Anträgen
ein. Mit Brief vom 4. Oktober 2002 teilte der Präsident des Bankrates mit, die
SNB sei bereit, die Anträge Ziff. 1, 2, 3 und 5 der Rechtsschrift vom 25. Juli
2002 als Gesuch entgegenzunehmen. Hingegen lehnte er ein Eintreten des
Bankrates auf den Antrag Ziff. 4 mangels Zuständigkeit ab.

Mit Schreiben vom 7. März 2003 an den Vertreter von X. hielt der Bankrat der
SNB im Ergebnis fest, dass das Arbeitsverhältnis von X. und im Speziellen die
von ihr erhobenen Forderungen privatrechtlicher Natur seien. Der Bankrat
sei deshalb nicht befugt, über deren Forderungen mittels Verfügung zu
entscheiden. Er müsse sich vielmehr darauf beschränken, sich in Briefform zu
den Begehren von X. zu äussern. In diesem Sinne spreche ihr der Bankrat eine
Abfindung in Höhe von zwei Monatsgehältern inklusive Spesenpauschalen
(total Fr. 32’333.-) zu. Dieser Betrag werde ab 19. Oktober 2000 zu 5% verzinst.
Er werde ausbezahlt, sobald X. der SNB das Zahlungskonto schriftlich
mitgeteilt haben werde. Im Übrigen würden die erhobenen Begehren
abgelehnt.

D.Mit Eingabe vom 11. April 2003 lässt X. (Beschwerdeführerin) gegen den
Entscheid des Bankrates der SNB vom 7. März 2003 bei der Eidgenössischen
Personalrekurskommission (PRK) Beschwerde erheben mit den Anträgen,
es sei festzustellen, dass das Dienstverhältnis zwischen der SNB und der
Beschwerdeführerin öffentlich-rechtlicher Natur gewesen sei (Ziff. 1); die
SNB sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Entschädigung in Höhe
von Fr. 510’000.- (Fr. 540’000.- abzüglich bereits bezahlten Fr. 30’000.-) und
Vertrauensspesen in Höhe von Fr. 35’583.65 (Fr. 37’916.65 abzüglich Fr. 2’333.-)
zu bezahlen zuzüglich Zins zu 5% seit 18. Oktober 2000 (Ziff. 2); zusätzlich
sei die SNB zu verpflichten, die Lohndifferenz zum durchschnittlichen Lohn
der männlichen Lokaldirektoren für die Dauer vom 16. November 1998 bis
zum 18. Oktober 2000 zuzüglich Zins zu 5% seit 18. Oktober 2000 zu bezahlen
(Ziff. 3); die SNB sei zusätzlich zu verpflichten, die Lohndifferenz gemäss
Ziff. 3 in der Entschädigung gemäss Ziff. 2 auszurichten, nebst Zins zu 5%
seit 18. Oktober 2000 (Ziff. 4); es sei festzustellen, dass der sie betreffende
Interneteintrag auf der Homepage der SNB persönlichkeitsverletzend im Sinne
von Art. 28 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907
(ZGB, SR 210) sei, und es sei die SNB zu verpflichten, den genannten Eintrag
sowie alle elektronisch öffentlich zugänglichen auffindbaren Abspeicherungen
der Pressemitteilung vom 19. Oktober 2000 der SNB unverzüglich zu
löschen bzw. löschen zu lassen (Ziff. 5); die SNB sei zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin für Schadenersatz und Genugtuung eine Zahlung von
Fr. 100’000.- zu leisten, mit Zins zu 5% ab dem 25. Juli 2002 (Ziff. 6).

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Die SNB beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 22. Mai 2003, auf die
Beschwerde sei nicht einzutreten. Eventualiter sei die Beschwerde
vollumfänglich abzuweisen. Das Verfahren sei vorerst auf die Frage
der Zuständigkeit der Eidgenössischen Personalrekurskommission zu
beschränken; sollte die Zuständigkeit mit rechtskräftigem Entscheid bejaht
werden, sei der SNB eine erneute Frist zur Vernehmlassung hinsichtlich der
materiellen Vorbringen der Beschwerdeführerin anzusetzen.

Aus den Erwägungen:

1. Das Beschwerdeverfahren vor der PRK richtet sich nach dem Bundesgesetz
über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021
[vgl. Art. 71a Abs. 2 VwVG]). Gemäss Art. 7 Abs. 1 VwVG prüft die PRK ihre
Zuständigkeit von Amtes wegen. Das Verfahren ist auf Antrag der SNB auf
diese Frage beschränkt worden. Verneint die PRK ihre Zuständigkeit, erlässt
sie einen Nichteintretensentscheid (Art. 9 Abs. 2 VwVG), wird die Frage bejaht,
ergeht ein Zwischenentscheid über die Zuständigkeit (Art. 9 Abs. 1 und 45
Abs. 1 Bst. a VwVG).

2. Ein öffentlich-rechtlicher Rechtsschutz mit entsprechendem Instanzenzug
besteht nur in jenen Fällen, bei denen es um die Beurteilung eines Anspruches
aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis des Bundes geht.
Arbeitnehmerinnen des Bundes, die privatrechtlich angestellt sind, haben ihre
Streitigkeiten demgegenüber nach den einschlägigen obligationenrechtlichen
Bestimmungen vor dem Zivilrichter auszutragen (vgl. André Moser, Der
Rechtsschutz im Bund, in: Peter Helbling/Tomas Poledna [Hrsg.], Personalrecht
des öffentlichen Dienstes, Bern 1999, S. 542).

a. Das Arbeitsgericht Zürich trat mit Beschluss vom 20. Februar 2002 auf
die Klage der heutigen Beschwerdeführerin mangels Zulässigkeit des
Zivilrechtsweges nicht ein. Im Verfahren vor dem Arbeitsgericht ergab sich
insofern eine spezielle Konstellation, als es schliesslich die Klägerin selber
war, die den Antrag stellte, das Arbeitsgericht habe auf die Klage mangels
Zuständigkeit nicht einzutreten, während sich die SNB als damalige Beklagte
eines formellen Antrages enthielt, indes auf die Gründe hinwies, die für die
Zuständigkeit des Arbeitsgerichts sprächen.

Nachdem der Beschluss des Arbeitsgerichts Zürich binnen der
Rechtsmittelfrist nicht angefochten wurde und damit formell in Rechtskraft
erwachsen ist, stellt sich als erstes die Frage der Verbindlichkeit dieses
Beschlusses für spätere Prozesse zwischen den gleichen Parteien. Mit
der materiellen Rechtskraft soll verhindert werden, dass über dieselbe
Sache in verschiedenen Prozessen und von verschiedenen Gerichten
widersprechende Urteile ergehen (vgl. Christoph Leuenberger/Beatrice
Uffer-Tobler, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen,
Bern 1999, N. 1a zu Art. 89 ZPO/SG; Frank/Sträuli/Messmer, ZPO, 3. Aufl., Zürich
1997, § 191 N. 2;Michael Beglinger, Rechtskraft und Rechtskraftdurchbrechung
im Zivilprozess, in Zeitschrift des Bernischen Juristenvereins [ZBJV] 133/1997,
S. 592). In materielle Rechtskraft erwachsen grundsätzlich nur Sachurteile,
Prozessurteile höchstens hinsichtlich der beurteilten Zulässigkeitsfrage
(BGE 115 II 189 E. 3a mit Hinweisen). Formell-rechtskräftig gewordene
Prozessurteile vermögen namentlich keine anspruchsbezogene Bindungs-
oder Ausschlusswirkung zu erzielen (vgl. Georg Leuch/Omar Marbach/ Franz
Kellerhals/Martin Sterchi, Die Zivilprozessordnung für den Kanton Bern,

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_II_189&resolve=1

5. Aufl., Bern 2000, Art. 192 N. 12b bb). Obwohl das Bundesgericht es nicht
ausschliesst, dass Prozessurteile hinsichtlich der beurteilten Zulässigkeitsfrage
in materielle Rechtskraft erwachsen, wird dies für Unzuständigkeitsentscheide
nach § 191 des Gesetzes vom 13. Juni 1976 über den Zivilprozess, Zürcher
Gesetzessammlung 271, verneint (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., § 191
N. 22 mit Hinweisen). Gestützt darauf ist dem Nichteintretensbeschluss des
Arbeitsgerichts Zürich vorliegend entsprechend die materielle Rechtskraft
abzusprechen. Abgesehen davon, ist es einerseits verständlich, dass die SNB
den Nichteintretensbeschluss nicht angefochten hat, konnte es doch - wie sie
in ihrer Vernehmlassung vom 22. Mai 2003 zu Recht geltend macht - nicht
ihre Sache sein, für die Durchsetzung von Vermögensansprüchen, die sie als
weitgehend unbegründet erachtete, ein zivilrechtliches Forum zu erstreiten
und hierfür noch zusätzliche Verfahrenskosten zu tragen. Andererseits
steht auch nicht fest, ob das Zürcher Obergericht auf einen Rekurs der
SNB, der damaligen Beklagten, gegen einen Nichteintretensbeschluss des
Arbeitsgerichts Zürich überhaupt eingetreten wäre.

b. Die SNB wendet in ihrer Vernehmlassung vom 22. Mai 2003 ein,
die Frage der Rechtsnatur des Arbeitsverhältnisses zwischen der SNB
und der Beschwerdeführerin brauche vorliegend nicht abschliessend
entschieden zu werden. Die Zuständigkeit der PRK zur materiellen
Behandlung der Beschwerde könne nämlich nur dann gegeben sein,
wenn dieses Arbeitsverhältnis entweder den Normen des aktuellen
Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG, SR 172.220.1) unterstehe
bzw. vor dem 1. Januar 2001 (bzw. 1. Januar 2002) dem Beamtengesetz vom
30. Juni 1927 (BtG, BS 1 489) unterstanden habe, was beides zu verneinen sei.

aa. Am 1. Januar 2002 ist das BPG für die Bundesverwaltung in Kraft
getreten (Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die Inkraftsetzung des
Bundespersonalgesetzes für die Bundesverwaltung, das Bundesgericht und
die Parlamentsdienste sowie über die Weitergeltung und Aufhebung von
Bundesrecht vom 3. Juli 2001 [SR 172.220.111.2]). Gemäss Art. 41 Abs. 4 BPG
gelten Arbeitsverhältnisse, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gemäss dem
BtG bestehen, automatisch nach dem neuen Recht, es sei denn, sie seien durch
ordentliche Kündigung oder Nichtwiederwahl gemäss altem Recht aufgelöst
worden. Da die vorzeitige Abberufung der Beschwerdeführerin durch den
Bundesrat am 18. Oktober 2000 erfolgte, kann das BPG von vornherein nicht
anwendbare Rechtsnorm für den vorliegenden Fall sein. Dies ist zu Recht
unbestritten.

bb). Entgegen der Ansicht der SNB ist die Zuständigkeit der PRK jedoch
gemäss Art. 58 Abs. 2 Bst. b Ziff. 3 BtG zu bejahen, wenn ein bei einer
autonomen eidgenössischen Anstalt bestehendes Arbeitsverhältnis
als öffentlich-rechtlich einzustufen ist. Dies gilt selbst dann, wenn die
materiell-rechtlichen Bestimmungen des Beamtengesetzes auf ein solches
Arbeitsverhältnis im Übrigen nicht oder zumindest nicht unmittelbar, sondern
nur analog Anwendung finden. Andernfalls ergäbe sich die Situation, dass
für Streitigkeiten aus einem solchen öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis
auf Grund der Generalklausel von Art. 98 Bst. d des Bundesgesetzes über
die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943 (OG,
SR 173.110) direkt das Bundesgericht zuständig wäre. Das widerspräche
dem Rechtsschutzsystem, wie es unter der Herrschaft des BtG für das
Gebiet des öffentlichen Dienstrechts eingeführt wurde und welches

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vorsah, dass bei Streitigkeien aus dem öffentlichen Dienstverhältnis
vor der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht die
Beschwerde an die PRK gegeben sein solle (vgl. Peter Hänni, Beendigung
öffentlicher Dienstverhältnisse, in: Thomas Geiser/Peter Münch [Hrsg.],
Stellenwechsel und Entlassung, Basel und Frankfurt am Main 1997, Rz. 6.64
und 6.74; Moser, a.a.O., S. 544 und 551 f.). Die SNB erfüllt öffentliche
Aufgaben in privater Organisationsform. Sie kann als öffentlich-rechtliche
Aktiengesellschaft qualifiziert werden (Tobias Jaag, Besonderheiten des
Personalrechts im halbstaatlichen Bereich, in: Peter Helbling/Tomas Poledna
[Hrsg.], Personalrecht des öffentlichen Dienstes, Bern 1999, S. 592). In
der Lehre wird die SNB auch als Hybride aus öffentlicher Anstalt und
öffentlich-rechtlicher Körperschaft, Anstalt mit korporativen Elementen,
koordinierte Körperschaft des öffentlichen Rechts bezeichnet (Leo Schürmann,
Wirtschaftsverwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 1994, S. 442 mit Hinweisen).
Neuerdings wird sogar ausgeführt, die SNB sei ungeachtet ihrer äusseren
rechtlichen Form einer Aktiengesellschaft in Wirklichkeit eine Anstalt des
öffentlichen Rechts bzw. eine eigentliche Bundesbehörde (Jean-François
Aubert, in: Jean-François Aubert/Pascal Mahon, Petit commentaire de
la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999,
Zürich/Basel/Genf 2003, Art. 99 BV N. 13; vgl. auch Charles-André Junod, in:
Kommentar zur Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 29. Mai 1874, Basel/Zürich/Bern, Art. 39 N. 28). Insgesamt erfüllt die SNB
mithin ohne weiteres die Voraussetzungen einer autonomen eidgenössischen
Anstalt im Sinne von Art. 98 Bst. d OG bzw. von Art. 58 Abs. 2 Bst. b Ziff. 3 BtG,
deren letztinstanzliche Entscheide bei der PRK angefochten werden können,
soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig ist.

c. Im Folgenden gilt es demnach über die Frage der Rechtsnatur des
Arbeitsverhältnisses zwischen der SNB und der Beschwerdeführerin
abschliessend zu befinden, da von der Beantwortung dieser Frage die
Zuständigkeit der PRK abhängt.

aa. Nach Art. 54 Abs. 1 NBG steht jeder Zweiganstalt ein Direktor vor, der
vom Bundesrat auf Vorschlag des Bankrates für eine Amtsdauer von sechs
Jahren ernannt wird. Dem Direktor ist die verantwortliche Leitung und
Geschäftsführung der Zweiganstalt nach Massgabe der Weisungen des
Direktoriums und der Reglemente übertragen (Abs. 2). Gemäss Art. 60 NBG
können die Mitglieder der Bankbehörden sowie die Beamten und Angestellten
der SNB durch Beschluss des Organs oder der Behörde, durch die sie gewählt
oder ernannt sind, unter Angabe der Gründe abberufen werden. In Ergänzung
dazu hält Ziff. 3.4 DR fest, dass die rechtliche Anfechtung der Abberufung
ausgeschlossen ist. Dem Direktionsmitglied kann eine Abgangsentschädigung
in der Höhe von maximal drei Jahresgehältern ausgerichtet werden.
Sie wird vom Bankrat festgelegt. Bereits diese Bestimmungen weisen
für sich allein auf ein Dienstverhältnis öffentlich-rechtlicher Natur
hin. So sind die Anstellung durch Wahl und auf eine feste Amtsdauer
Indizien für ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juli 2003 [2P.63/2003], E. 2.3 mit Hinweisen; René
A. Rhinow/Beat Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Ergänzungsband, Basel 1990, S. 469, Nr. 147 B/V). Das Arbeitsverhältnis
mit der Beschwerdeführerin wurde durch einen öffentlich-rechtlichen Akt
(Wahl durch den Bundesrat) begründet. Die Beschwerdeführerin hatte dabei

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gemäss Art. 55 NBG und Ziff. 2.1 DR gewisse Wählbarkeitsvoraussetzungen
(Schweizer Bürgerrecht, Niederlassung in der Schweiz, guter Ruf und
geordnete wirtschaftliche Verhältnisse) zu erfüllen. Auch gab es die
Unvereinbarkeitsvorschriften von Art. 56 NBG und Ziff. 2.2 zu beachten (sie
durfte weder der Bundesversammlung, einer kantonalen Regierung oder
dem Bankrat angehören noch mit anderen Direktionsmitgliedern in direkter
Linie verwandt, verschwägert, Geschwister oder Lebenspartnerin sein, und
es durften auch keine der erwähnten Beziehungen der Verwandtschaft
oder Lebenspartnerschaft zwischen ihr und den ihr unterstellten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehen). Wesentlich ist ferner, dass
die Disziplinargewalt des Gemeinwesens auf Sonderstatusverhältnisse und
damit auf öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse beschränkt ist (Ulrich
Häfelin/Georg Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002,
Rz. 1191; Tobias Jaag, Das öffentlichrechtliche Dienstverhältnis im Bund
und im Kanton Zürich - ausgewählte Fragen, in Schweizerisches Zentralblatt
für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 95/1994, S. 439). Disziplinarrechtlich
verantwortlich sind sämtliche Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen
Dienstverhältnis stehen, d. h. die Beamten und Angestellten gemäss BtG und
Angestelltenordnung vom 10. November 1959 (AngO, AS 1959 1181), sowie
die Personen, für die eine Sonderregelung gilt; diese Dienstnehmer werden
auch als Beamte im weiteren Sinne bezeichnet. Nicht dem Disziplinarrecht
unterstehen dagegen Personen, deren Dienstverhältnis privatrechtlicher
Natur ist. Als Beamte im engeren Sinne gelten diejenigen Personen, die
als Beamte von der jeweils zuständigen Behörde bzw. Amtsstelle als
Beamte in Ämter gewählt werden, deren Träger die Eigenschaft von
Beamten haben (Peter Hänni, Personalrecht des Bundes, in: Heinrich
Koller/Georg Müller/René A. Rhinow/Ulrich Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Organisationsrecht, Basel und Frankfurt am Main,
1996, S. 14). Die Direktionsmitglieder der SNB werden in Ziff. 8.1 und 8.2 DR
unmissverständlich einem Disziplinarrecht unterstellt, auf dessen Verfahren
überdies die Bestimmungen des Bundesgesetzes über das Dienstverhältnis
der Bundesbeamten (Art. 30 Abs. 3, Art. 32 BtG) sinngemäss anwendbar
sind. Sie sind entsprechend zumindest als Beamte im weiteren Sinne zu
bezeichnen, deren Dienstverhältnis öffentlich-rechtlicher Natur ist. Mit dem
Arbeitsgericht Zürich kommt die Eidgenössische Personalrekurskommission
demnach zum Schluss, dass das Rechtsverhältnis zwischen der SNB und der
Beschwerdeführerin, aus welchem diese die geltend gemachten Ansprüche
herleitet, öffentlich-rechtlicher Natur ist, für deren Beurteilung die PRK
grundsätzlich zuständig ist.

bb. Daran vermögen auch die Ausführungen der SNB in ihrer
Vernehmlassung vom 22. Mai 2003 nichts zu ändern. Ob und allenfalls in
welchem Umfang die Beschwerdeführerin hoheitliche Funktionen auszuüben
hatte, ist angesichts der übrigen Umstände, die für ein öffentlich-rechtliches
Dienstverhältnis sprechen, nicht entscheidwesentlich. Die Art und Weise
der Festlegung des Gehalts der Beschwerdeführerin schliesslich spricht
keineswegs für ein privatrechtliches Dienstverhältnis, im Gegenteil. So
werden die Gehälter gemäss Ziff. 6.1 DR vom Bankrat im Rahmen des
Reglements über die Gehaltsminima und -maxima des Personals der SNB
(Gehaltsstufen 9-11) festgelegt und richtet sich die Bemessung nach dem
GR der SNB. Dies entspricht weitgehend der Situation beim Bund mit
den in Art. 36 BtG festgelegten Besoldungklassen und ihren jährlichen

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Mindest- bzw. Höchstbeträgen. Dass im Rahmen der konkreten Festsetzung
eines (Anfangs-)Gehalts innerhalb gegebener Gehaltsstufen bzw. von
Minima und Maxima auch bei einem öffentlich-rechlichen Dienstverhältnis
vorgängig Salärdiskussionen oder -verhandlungen geführt werden, ist nichts
Aussergewöhnliches.

cc). Dieses Ergebnis deckt sich schliesslich mit der Tatsache, dass auf
Privatrecht begründete Arbeitsverhältnisse auf den Ebenen von Bund
und Kantonen die Ausnahme bilden und es dazu einer ausdrücklichen,
unmissverständlichen Grundlage in einem Gesetz bedarf (vgl. BGE 118
II 217 E. 3; Moser, a.a.O., S. 536; Guido Corti, Sul rapporto d’impiego del
personale dei servizi pubblici (con particolare riferimento ai servizi di aiuto
domiciliare e agli istituti per anziani), in Rivista di diritto amministrativo e
tributario ticinese [RDAT] I - 1998, S. 573 ff.). Dem zur massgeblichen Zeit
bzw. noch heute gültigen NBG fehlt es an einer solchen Grundlage. Die
vorgesehene Totalrevision des NBG sieht demgegenüber in Art. 42 Abs. 2
Bst. i des Entwurfs vor, dass der Bankrat die Mitglieder der Direktion bei
den Sitzen, Zweigniederlassungen und Vertretungen ernennt und dass diese
mit privatrechtlichen Arbeitsverträgen angestellt werden (vgl. Botschaft des
Bundesrates über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002,
BBl 2002 6097, 6315).

Informations générales sur la Commission fédérale de recours en matière de
personnel fédéral

9

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_118_II_217&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_118_II_217&resolve=1
http://www.admin.ch/ch/f/cf/ko/index_130.html
http://www.admin.ch/ch/f/cf/ko/index_130.html

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 68.9 - Zwischenentscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 4.

September 2003 [PRK 2003-015]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2004
Année

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Band 68
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Ref. No 150 006 719

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Zwischenentscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 4. September 2003 [PRK 2003-015]