# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a726dde6-2b3e-5f2f-b6a6-1a8eecf01b0a
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.09.2020 RH.2020.8
**Docket/Reference:** RH.2020.8
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RH-2020-8_2020-09-15

## Full Text

Auslieferung an die Tschechische Republik. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).;;Auslieferung an die Tschechische Republik. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).;;Auslieferung an die Tschechische Republik. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).;;Auslieferung an die Tschechische Republik. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).

Entscheid vom 15. September 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Cornelia Cova, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler,     

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A., z.Zt. in Auslieferungshaft, vertreten durch 

Rechtsanwalt Matthias Hotz,  

 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-

rung,  

 

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Auslieferung an die Tschechische Republik 

 

Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG);  

unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2020.8 

Nebenverfahren:    RP.2020.47  

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Tschechische Republik ersuchte mit Ausschreibung im Schengener In-

formationssystem (SIS) vom 12. August 2020 um Fahndung und Festnahme 

ihres Staatsangehörigen A. zwecks Auslieferung (act. 8.1). 

 

 

B. Gestützt auf die Haftanordnung des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend 

«BJ») vom 12. August 2020 wurde A. gleichentags festgenommen und in 

provisorische Auslieferungshaft versetzt (act. 8.3). A. erklärte sich anlässlich 

der Einvernahme vom 13. August 2020 mit der vereinfachten Auslieferung 

an die Tschechische Republik nicht einverstanden (act. 8.4).  

 

 

C. Am 14. August 2020 erliess das BJ gegen A. einen Auslieferungshaftbefehl 

wegen Fluchtgefahr (act. 5). 

 

 

D. Dagegen erhob A. mit persönlicher Eingabe vom 21. August 2020 bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde. Er ersucht um 

Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls vom 14. August 2020 und um Ge-

währung unentgeltlicher Rechtspflege und –verbeiständung (act. 1). 

 

 

E. Rechtsanwalt Matthias Hotz (nachfolgend «RA Hotz») setzte das Gericht am 

24. August 2020 über seine Mandatierung seitens A. in Kenntnis und er-

suchte um Akteneinsicht (act. 2). Am 25. August 2020 stellte die Beschwer-

dekammer RA Hotz den von ihr telefonisch beim BJ angeforderten Ausliefe-

rungshaftbefehl vom 14. August 2020 sowie die persönliche Eingabe von A. 

vom 21. August 2020 zu. Zudem wies die Beschwerdekammer RA Hotz da-

rauf hin, dass dem Gericht das Eröffnungsdatum des Auslieferungshaftbe-

fehls nicht bekannt sei und bis zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Verfah-

rensakten angefordert wurden (act. 4). 

 

 

F. Die Tschechische Republik ersuchte die Schweiz am 28. August 2020 for-

mell um Auslieferung von A. zwecks Verfolgung der ihm vorgeworfenen 

Straftaten. A. wird verdächtigt, zwischen dem 3. und 6. August 2020 aus 

nicht näher festgestellten Orten, mit der Telefonnummer 1 unter anderem bei 

der tschechischen Post, diversen Krankenhäusern, einem Seniorenheim so-

wie einem Hotel angerufen und insgesamt 12 Mal mitgeteilt zu haben, dass 

dort Bomben explodieren würden. Zudem wurde ausgeführt, dass A. wegen 

- 3 - 

 

 

 

ähnlichen Delikten bereits mehrfach verurteilt worden sei (act. 8.6). 

 

 

G. Das BJ reichte dem Gericht am 31. August 2020 auf telefonische Nachfrage 

hin den Auslieferungshaftbefehl vom 14. August 2020 samt der von A. un-

terzeichneten Empfangsbestätigung vom 18. August 2020 zu den Akten 

(act. 5).  

 

 

H. Die Beschwerdekammer forderte das BJ am 31. August 2020 zur Einrei-

chung der Verfahrensakten auf (act. 6). Das BJ kam dieser Aufforderung am 

2. September 2020 nach (act. 8). 

 

 

I. Da die von A. der Beschwerdekammer eingereichte persönliche Eingabe 

vom 31. August 2020 weder leserlich noch inhaltlich verständlich war (act. 7), 

wurde RA Hotz am 3. September 2020 aufgefordert, dem Gericht mitzuteilen, 

was A. dem Gericht in seiner Eingabe mitzuteilen beabsichtigte. Zugleich 

wurden RA Hotz die dem Gericht seitens des BJ eingereichten Verfahrens-

akten zugestellt (act. 9). Die Eingabe von RA Hotz vom 9. September 2020, 

worin er die Argumente in Eingabe von A. vom 31. August 2020 zusammen-

fasste, wurde dem BJ am 11. September 2020 zur Kenntnis gebracht 

(act. 10, 11). 

 

 

J. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet. 

 

Auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers und die eingereich-

ten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwä-

gungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und der Tschechischen 

Republik sind primär das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 

13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) sowie die drei hierzu ergangenen 

Zusatzprotokolle vom 15. Oktober 1975 (ZPI EAUe; SR 0.353.11), vom 

17. März 1978 (ZPII EAUe; SR 0.353.12) und vom 10. November 2010 

(ZPIII EAUe; SR 0.353.13) massgebend, welchen beide Staaten beigetreten 

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sind. Überdies gelangt das Schengener Durchführungsübereinkommen vom 

14. Juni 1985 (SDÜ; ABl.L 239 vom 22. September 2000, S.19-62) i.V.m 

dem Beschluss des Rates vom 12. Juni 2007 über die Einrichtung, den Be-

trieb und die Nutzung des SIS der zweiten Generation (SIS II), namentlich 

Art. 26-31 (ABl.L vom 7. August 2007, S. 63-84) zur Anwendung, wobei die 

zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehenden Bestimmungen 

aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben (Art. 59 Abs. 2 SDÜ).  

 

1.2 Soweit die staatsvertraglichen Bestimmungen gewisse Fragen nicht ab-

schliessend regeln, findet auf das Verfahren der Auslieferung ausschliesslich 

das Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 EAUe), namentlich 

das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in 

Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Ver-

ordnung vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11). 

Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann 

zur Anwendung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe 

stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 

E. 3.1). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 

212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 E. 1.2; 2008 24 E. 1.1). 

 

Für das Beschwerdeverfahren gelten zudem die Art. 379-397 StPO sinnge-

mäss (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG) und die Bestimmungen des Bun-

desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Ver-

waltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 

über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorgani-

sationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). 

 

 

2.  

2.1 Die verfolgte Person kann gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ innert 

zehn Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 

IRSG, Art. 50 Abs. 1 VwVG, Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG). 

 

2.2 Der Auslieferungshaftbefehl wurde dem Beschwerdeführer am 18. August 

2020 eröffnet (act. 5). Als Verfolgter (vgl. Art. 11 Abs. 1 IRSG) ist der Be-

schwerdeführer zur Einreichung der vorliegenden Beschwerde legitimiert. 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutre-

ten. 

 

 

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3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG) und prüft die Auslieferungshaftvoraussetzungen grund-

sätzlich mit freier Kognition. Die Beschwerdekammer befasst sich jedoch nur 

mit Tat- und Rechtsfragen, die Streitgegenstand der Beschwerde bilden 

(Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2009.2 vom 9. Juli 2009 E. 2.4; 

RR.2007.34 vom 29. März 2007 E. 3, je m.w.H.). 

 

 

4.  

4.1 Die Verhaftung des Verfolgten während des ganzen Auslieferungsverfah-

rens bildet die Regel (BGE 136 IV 20 E. 2.2; 130 II 306 E. 2.2). Eine Aufhe-

bung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung rechtfertigen 

sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen, wenn der 

Verfolgte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Straf-

untersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den soge-

nannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, dass er 

zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht 

hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine weniger 

einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn 

sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 

IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (BGE 130 II 306 E. 2.1; 117 

IV 359 E. 2a; vgl. zum Ganzen u.a. den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RH.2018.3 vom 20. Februar 2018 E. 3.2). Offensichtlich unzulässig kann ein 

Auslieferungsersuchen sein, wenn ohne jeden Zweifel und ohne weitere Ab-

klärungen ein Ausschlussgrund vorliegt (vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a). Vor-

bringen gegen die Auslieferung als solche oder gegen die Begründetheit des 

Auslieferungsbegehrens sind nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren, 

sondern im eigentlichen Auslieferungsverfahren zu prüfen (vgl. MOREIL-

LON/DUPUIS/MAZOU, La pratique judiciaire du Tribunal pénal fédéral, in Jour-

nal des Tribunaux 2009 IV 111 Nr. 190 und 2008 IV 66 Nr. 322 je m.w.H. auf 

die Rechtsprechung). 

 

4.2 Die ausnahmsweise zu gewährende Haftentlassung ist deshalb an strengere 

Voraussetzungen gebunden als der Verzicht auf die gewöhnliche Untersu-

chungshaft in einem Strafverfahren oder die Entlassung aus einer solchen. 

Diese Regelung soll es der Schweiz ermöglichen, ihren staatsvertraglichen 

Auslieferungspflichten nachzukommen (vgl. BGE 130 II 306 E. 2.2 und 2.3; 

111 IV 108 E. 2; Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2015.14 vom 9. Juli 

2015 E. 4.1). Die Rechtsprechung ist hinsichtlich der Verneinung von Flucht-

gefahr überaus restriktiv und misst der Erfüllung dieser staatsvertraglichen 

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Auslieferungspflichten im Vergleich zu den Interessen des Verfolgten aus-

serordentlich grosses Gewicht bei (vgl. BGE 130 II 306 E. 2 S. 310 ff. m.w.H.; 

Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2015.4 vom 23. Februar 2015 E. 5.2). 

 

 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer führt in der von ihm persönlich verfassten Be-

schwerde lediglich aus, dass er nicht an die Tschechische Republik ausge-

liefert werden wolle (act. 1). RA Hotz präzisierte mit Schreiben vom 9. Sep-

tember 2020 die Ausführungen des Beschwerdeführers in der Eingabe vom 

31. August 2020 (act. 7) und machte im Wesentlichen einen Alibibeweis gel-

tend. Namentlich führte RA Hotz aus, dass der Beschwerdeführer die Tsche-

chische Republik am 24. Juli 2020 verlassen und sich seither in diversen 

Städten in Europa aufgehalten habe. Des Weiteren hätte dem Beschwerde-

führer bereits anlässlich der ersten Einvernahme ein Rechtsvertreter bestellt 

werden müssen (act. 10).  

 

5.2 Im Falle einer Auslieferung an die Tschechische Republik droht dem Be-

schwerdeführer aufgrund des Wiederholungsfalles die Verurteilung zu einer 

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren (act. 8.6). Der Beschwerdeführer ist 

ausländischer Staatsangehöriger und 47 Jahre alt. Abgesehen von seiner 

Sprachstörung ist der Beschwerdeführer – soweit ersichtlich – bei guter Ge-

sundheit. Jedenfalls war es dem Beschwerdeführer möglich, die zahlreichen 

Reisen in der Zeit vor seiner Verhaftung vorzunehmen. Der Beschwerdefüh-

rer ist in der Schweiz nicht wohnhaft und verfügt auch in keinem anderen 

Staat über einen festen Wohnsitz (act. 8.4, S. 2). Unter diesen Umständen 

ist von hoher Fluchtgefahr auszugehen. Der seit dem 21. August 2020 an-

waltlich vertretene Beschwerdeführer stellt das Vorliegen der Fluchtgefahr 

nicht in Abrede. Mildere Ersatzmassnahmen, die geeignet wären, der erheb-

lichen Fluchtgefahr ausreichend zu begegnen, sind vorliegend weder er-

sichtlich noch werden solche vom Beschwerdeführer geltend gemacht.  

 

5.3 Die persönliche Eingabe des Beschwerdeführers vom 31. August 2020 ging 

beim Gericht nach Ablauf der Rechtsmittelfrist ein und erweist sich damit als 

verspätet (act. 7). Da darin Ausführungen geltend gemachten werden, die 

als ausschlaggebend i.S.v. Art. 32 Abs. 2 VwVG zu qualifizieren sind, ist auf 

die verspäteten Vorbringen des Beschwerdeführers einzugehen.  

 

5.4  

5.4.1 Laut tschechischem Ersuchen hätten die Ermittlungen ergeben, dass die ita-

lienische SIM-Karte mit der Nummer 1 vom Beschwerdeführer erworben 

worden sei, von welcher aus er mit einer Bekannten in Tschechien Kontakt 

- 7 - 

 

 

 

gehabt haben soll (act. 8.3). Angesichts der Tatbegehung mittels eines Mo-

biltelefons könnte der Beschwerdeführer die ihm vorgeworfenen Taten von 

irgendeinem Ort aus begangen haben. Unabhängig von der Frage, wo sich 

der Beschwerdeführer zum Tatzeitpunkt aufgehalten hat, liegt jedenfalls der 

Erfolgsort in der Tschechischen Republik. Deshalb ist zum gegenwärtigen 

Zeitpunkt auch nicht zu erkennen, dass die ersuchende Behörde für die Ver-

folgung der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Taten offensichtlich un-

zuständig wäre. Damit ist die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage, 

ob er sich zum Tatzeitpunkt im ersuchten Staat aufgehalten hat, und ob er 

den Alibibeweis i.S.v. Art. 63 IRSG erbringen kann, nicht von massgeblicher 

Bedeutung.  

5.4.2 Rügen, weshalb der Beschwerdeführer nicht an die Tschechische Republik 

ausgeliefert werden soll, wird er gegenüber dem Beschwerdegegner vor Er-

lass eines allfälligen Auslieferungsentscheides und gegebenenfalls im Be-

schwerdeverfahren vorbringen können wird. Da Schuld- und Tatfragen im 

Rahmen eines Auslieferungsverfahrens grundsätzlich nicht geprüft werden 

(vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2; 118 Ib 121 E. 5c), wird der Beschwerdeführer die 

diesbezüglichen Rügen vor dem ausländischen Sachrichter geltend machen 

können. Aus diesem Grund ist im vorliegenden Verfahren auf die dem Ge-

richt eingereichten Einschätzungen seitens zweier Bekannten des Be-

schwerdeführers, ob er die ihm vorgeworfenen Delikte mit seiner Sprachstö-

rung begehen konnte, nicht näher einzugehen (act. 10.2, 10.3). 

5.4.3 Andere Gründe, welche eine Auslieferung offensichtlich auszuschliessen  

oder sonst zu einer Aufhebung der Auslieferungshaft zu führen vermöchten, 

werden vom Beschwerdeführer weder geltend gemacht noch sind solche er-

sichtlich.  

5.5 Ebenso unbegründet ist der Vorwurf des Beschwerdeführers, ihm hätte an-

lässlich der ersten Einvernahme ein Verteidiger bestellt werden müssen. Die 

einschlägigen Bestimmungen in Bezug auf die Durchführung der Einver-

nahme und die Gewährung des rechtlichen Gehörs finden sich in Art. 52 

IRSG und Art. 17 IRSV. Art. 52 Abs. 2 IRSG besagt, dass der Verfolgte kurz 

über seine persönlichen Verhältnisse einvernommen und befragt werde, ob 

und aus welchen Gründen er Einwendungen gegen den Haftbefehl oder ge-

gen seine Auslieferung erhebe. Dabei kann sein Rechtsbeistand mitwirken 

(Art. 52 Abs. 2 IRSG). Der Beschwerdeführer wurde anlässlich der Einver-

nahme vom 13. August 2020 auf die Möglichkeit einen Rechtsbeistand bei-

zuziehen hingewiesen (act. 8.4, S. 2), woraufhin er einen Rechtsbeistand 

beantragte. In der Folge ersuchte ein Mitarbeiter des Kantonalgefängnisses 

Frauenfeld RA Hotz um Übernahme der Vertretung des Beschwerdeführers 

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(act. 10.1), wobei dessen Mandatierung vom 21. August 2020 datiert 

(act. 2.1). Die Befragung des Beschwerdeführers vom 13. August 2020 wird 

den Anforderungen von Art. 52 IRSG und Art. 17 IRSV ohne Weiteres ge-

recht. Insbesondere wurde dem Beschwerdeführer der Grund der Inhaftie-

rung, namentlich die SIS-Ausschreibung seitens der ersuchenden Behörde 

und der ihm darin gemachte Vorwurf eröffnet (act. 8.4, S. 1). Eine zwingende 

Anwesenheit des Rechtsvertreters anlässlich der Einvernahme vom 13. Au-

gust 2020 ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers in Art. 52 IRSG 

nicht vorgesehen. Das IRSG kennt auch das Institut des sog. Anwalts der 

ersten Stunde i.S.v. Art. 158 Abs. 1 lit. c StPO nicht (vgl. Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RH.2018.3 vom 20. Februar 2018 E. 2.3). 

 

 

6. Die Beschwerde erweist sich damit als offensichtlich unbegründet und ist 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels abzuweisen. 

 

 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und –verbeiständung (RP.2020.47, act. 1).  

 

7.2 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern 

ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und bestellt 

dieser einen Anwalt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist 

(Art. 65 Abs. 2 VwVG). Diese Regelung ist Ausfluss von Art. 29 Abs. 3 BV. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Prozessbegehren 

als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich gerin-

ger erscheinen als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein Begehren nicht als 

aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr 

die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend 

ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 

Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde (BGE 142 III 138 E. 5.1 

S. 139 f.; 140 V 521 E. 9.1; 139 III 475 E. 2.2 S. 476 f.; 139 III 396 E. 1.2; 

138 III 217 E. 2.2.4). 

 

7.3 Nach dem oben Ausgeführten muss die vorliegende Beschwerde als aus-

sichtslos bezeichnet werden, weshalb das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und –verbeiständung bereits aus diesem Grund abzuweisen 

ist (vgl. MAILLARD, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 65 VwVG N. 23 f. und 37). 

Der schwierigen wirtschaftlichen Situation des Beschwerdeführers ist im 

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Rahmen der Festlegung der Gerichtsgebühr angemessen Rechnung zu tra-

gen.  

 

7.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtgebühr ist auf 

Fr. 500.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

- 10 - 

 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und –verbeiständung wird abge-

wiesen.  

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 15. September 2020 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Vizepräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Matthias Hotz 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung  

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die 
betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, 
soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 

- 11 - 

 

 

 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).