# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0a831d5-29f7-5989-8f85-a31b632d7d12
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 18.12.2023 SST.2022.186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-186_2023-12-18.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2022.186 
(ST.2021.208; StA.2018.4482) 

 

 

 

Urteil vom 18. Dezember 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Egloff  

Gerichtsschreiber Gasser        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

Privatkläger   A._____, 

[…] 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin Brigitta Brunner,  

[…]   

 

    
    

Beschuldigter   C._____,  

geboren am tt.mm.1991, von der Türkei, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Ian Graber,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Fahrlässige schwere Körperverletzung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 26. Oktober 2021 erliess die Staatsanwaltschaft Baden folgende 

Anklageschrift: 

 

"Fahrlässige schwere Körperverletzung durch Unterlassen gemäss Art. 125 Abs. 2 

i.V.m. Art. 11 Abs. 1 StGB 

Der Beschuldigte hat fahrlässig, durch pflichtwidriges Untätigbleiben, einen Menschen am 

Körper schwer geschädigt. 

 

Am 03.07.2018 war der Beschuldigte als Geschäftsführer der E._____ GmbH und 
Vorgesetzter von A._____ und G._____ sowie dem Schnuppermitarbeiter H._____, auf der 
Baustelle in [Ortschaft], um dort die von der I._____ AG gelieferten Fenster zu montieren. 
Bereits am Vormittag des 03.07.2018 luden der Beschuldigte und seine Mitarbeiter Fenster 
der I._____ AG ab und montierten diese auf der Baustelle. Nach der Mittagspause, um ca. 
13:15 Uhr befestigte der Beschuldigte zusammen mit dem Transporteur der Fenster, 
AD._____, eine weitere Ladung von Fenstern am Kran und liess diese durch J._____ 
(separate Anklage), Kranführer der K._____ AG, auf die andere Seite der Baustelle hieven, 
wo A._____, im Auftrag des Beschuldigten, die Fenster entgegennehmen sollte. A._____ 
hatte H._____ neben sich, der nach dem Absetzen der Fenster helfen sollte, die Fenster 
an den richtigen Ort zu bringen, damit sie dort montiert werden können. Der Kranführer, 
J._____, befand sich in der Folge am 03.07.2018 um ca. 13:21 Uhr auf der ersten Etage 
des Baugerüsts und manövrierte von da den Flügelbock mit den Fenstern zur 
vorgesehenen Abladestelle, die sich ca. 3 Meter unterhalb von ihm, in Sichtweite, auf einem 
grob planierten Grund befand. A._____ stand bei der Abladestelle zusammen mit H._____ 
und unterstützte J._____ beim Absetzen des Flügelbocks als Einweiser. J._____ stellte 
sodann den Flügelbock mit den Fenstern bei der Abladestelle ab. Weil dieser keinen 
sicheren Stand hatte und zu kippen drohte, wiesen A._____ und H._____ J._____ verbal 
und mit Zeichengabe an, den Flügelbock nochmals anzuheben, was J._____ unverzüglich 
tat. Dadurch wurde A._____ zum Anschläger. Beim erneuten Anheben drehte sich der 
Flügelbock, wodurch die darauf befindlichen acht Fenster (77.3 cm x 225.4 cm; 
Gesamtgewicht von ca. 687 kg) vom Flügelbock rutschten und auf den Boden sowie 
teilweise auf Çelebi A._____, fielen. A._____, v.d. Rechtsanwältin lic. iur. Brigitta Brunner, 
[…], wurde durch die auf ihn fallenden Fenster schwer verletzt und erlitt eine 
Querschnittlähmung. 
 
Die nachfolgenden Ermittlungen ergaben, dass der Flügelbock mit den Fenstern kippte, 
weil eines oder beide Hebebänder beim Flügelbock aus der dafür vorgesehenen 
Hakenvorrichtung gerutscht waren, nachdem der Flügelbock durch J._____ kurz 
aufgesetzt und folglich wieder angehoben wurde. 
 
Als Geschäftsführer der E._____ GmbH sowie Vorgesetzter von A._____ kam dem 
Beschuldigten eine Garantenstellung zu, wobei er als Garant dafür verantwortlich war, die 
gesetzlichen Richtlinien zu erfüllen und den Arbeitnehmern gegenüber die nötige Fürsorge 
entgegenzubringen und dadurch die Rechtsgüter des Geschädigten zu schützen. 
Insbesondere war er von Gesetzes wegen verpflichtet, zum Schutz der Gesundheit der 
Arbeitnehmer alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem 
Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen angemessen sind (vgl. Art. 328 Abs. 
2 OR; Art. 6 Abs. 1 ArG und Art. 82 Abs. 1 UVG). Nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über 
die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV [SR 832.30]) muss der 
Arbeitgeber dafür sorgen, dass alle in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer, 
einschliesslich der dort tätigen Arbeitnehmer eines anderen Betriebs, ausreichend und 
angemessen informiert und angeleitet werden über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden 
Gefahren sowie über die Massnahmen der Arbeitssicherheit. Diese Information und 

 - 3 - 

 

 

Anleitung haben im Zeitpunkt des Stellenantritts und bei jeder wesentlichen Änderung der 
Arbeitsbedingungen zu erfolgen und sind nötigenfalls zu wiederholen. Personen, die 
Lasten anschlagen, sind zu dieser Arbeit anzuleiten (Art. 6 Abs. 3 der Verordnung über die 
sichere Verwendung von Kranen [SR 832.312.15]). Gemäss Art. 7 derselben Bestimmung 
ist dafür verantwortlich, dass diese Bestimmungen eingehalten werden, auch derjenige, 
der sich den Kran von einem Drittunternehmen zur Verfügung stellen lässt.  
 
Demnach war der Beschuldigte als Geschäftsführer der E._____ GmbH und Vorgesetzter 
von A._____ für dessen Instruktion im korrekten und sicheren Anschlagen von Lasten 
verantwortlich. Die erforderlichen spezifischen Kenntnisse hatte er in den Schulungen bei 
der I._____ AG erworben. Er hätte A._____ zeigen müssen, wie die Flügelböcke mit den 
Fenstern der I._____ AG richtig angeschlagen werden. Insbesondere hätte er A._____ 
darauf hinweisen müssen, dass beide Gurten stets in den Führungshaken eingehängt sein 
müssen, damit der Flügelbock nicht kippt, wenn er mit dem Kran angehoben wird. Indem 
der Beschuldigte diese Instruktionen ungenügend gemacht hat, hat er seine Sorgfaltspflicht 
als Arbeitgeber verletzt. 
 
Die Pflichtverletzung des Beschuldigten war nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 
der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, die Verletzung von A._____ herbeizuführen 
oder zumindest zu begünstigen. Der Unfall von A._____ ist damit darauf zurückzuführen, 
dass der Beschuldigte die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 
nicht bedacht oder darauf keine Rücksicht genommen hat. Hätte der Beschuldigte A._____ 
genügend bzgl. Einweisen und Anschlagen von Lasten – insbesondere von Flügelböcken 
zum Transport von Fenstern – geschult oder hätte er ihn dabei angemessen überwacht, 
wäre der Flügelbock mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht gekippt und hätte somit A._____ 
nicht verletzen können. Dem Beschuldigten war als ausgebildetem und erfahrenem 
Fenstermonteur bewusst, welche Gefahren mit dem Umgang von schweren Lasten drohen. 
Somit war es für den Beschuldigten vorhersehbar, dass eine nicht genügend geschulte 
Person, einerseits eine schwere Last nicht korrekt entgegennehmen und andererseits – bei 
auftauchenden Problemen – nicht angemessen reagieren würde, was folglich zu einem 
schweren Unfall führen kann, wie vorliegend eingetreten.  
 
Der Privatkläger macht eine Entschädigung im Umfang von CHF 15'777.75 und eine 
Genugtuung im Umfang von CHF 165'000.00 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 03.07.2018 
geltend. 
 

2. 

2.1. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 21. Juni 2022 vor der Präsidentin 

des Bezirksgerichts Baden wurden der Privatkläger, der Mitbeschuldigte 

J._____ (obergerichtliches Verfahren SST.2022.185) sowie der 

Beschuldigte befragt. 

 

2.2. 

Der Privatkläger stellte folgende Anträge: 

 

"Strafpunkt: 
 
1. 
Es sei der Beschuldigte wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 2 i.V.m. Art. 11 Abs. 1 StGB zu verurteilen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschuldigten. 
 

 - 4 - 

 

 

Zivilpunkt: 
 
1. 
Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Zivil- und Strafkläger eine 
Genugtuung in der Höhe von CHF 165'000.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 
schädigenden Ereignis am 3. Juli 2018 zu bezahlen. 
 
2. 
Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Zivil- und Strafkläger eine 
Entschädigung für das aufgelaufene Anwaltshonorar in Höhe von 
CHF 30'500.50 (inkl. MWSt.) zu bezahlen. 
 
3. 
Die restlichen Zivilforderungen, insbesondere bezüglich des 
Schadenersatzanspruchs, seien auf den Zivilweg zu verweisen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschuldigten." 
 
 

2.3. 

Der Beschuldigte liess folgende Anträge stellen: 

 

"1. 
Es sei mein Mandant von Schuld und Strafe freizusprechen. 
 
2. 
Es sei auf die Zivilforderung nicht einzutreten; 
 
3. 
Es seien die Kosten auf die Staatskasse zu nehmen und es sei mein 
Mandant in der Höhe seiner Anwaltskosten von CHF 15'700.70 (inkl. 7.7 
% MwSt.) zu entschädigen." 
 
 

2.4. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Baden fällte am 21. Juni 2022 das 

folgende Urteil: 

 

"1. 
Der Beschuldigte C._____ wird von Schuld und Strafe freigesprochen. 
 
2. 
Die beschlagnahmte Plastikfolie wird eingezogen und vernichtet. 
 
3. 
3.1. 
Der Antrag des Zivil- und Strafklägers A._____ auf Zusprechung einer 
Entschädigung für aufgelaufene Anwaltskosten wird abgewiesen (Art. 433 
StPO). 
 
 
3.2. 
Im Übrigen wird die Zivilklage des Zivil- und Strafklägers auf den Zivilweg 
verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO).  

 - 5 - 

 

 

 
4. 
Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. 
 
5. 
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Zivil- und Strafklägers, lic. iur. 
Brigitta Brunner, Rechtsanwältin, Baden, wird eine Entschädigung von 
Fr. 2'096.60 (inkl. Auslagen von Fr. 56.70 und MWST von Fr. 149.90) zu 
Lasten der Staatskasse zugesprochen und die Gerichtskasse Baden 
angewiesen, die Auszahlung vorzunehmen. 
 
Von einer Rückforderung der Kosten vom Zivil- und Strafkläger wird 
gestützt auf Art. 30 Abs. 3 OHG abgesehen. 
 
6. 
Dem Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 11'478.80 (inkl. 
Auslagen von Fr. 978.10 und MWST von Fr. 820.70) zu Lasten der 
Staatskasse zugesprochen und die Gerichtskasse Baden angewiesen, die 
Auszahlung nach Rechtskraft vorzunehmen."  
 

3. 

3.1. 

Gegen das ihm im Dispositiv zugestellte Urteil meldete der Privatkläger mit 

Eingabe vom 21. Juni 2022 Berufung an. Das begründete Urteil wurde ihm 

am 15. August 2022 zugestellt. 

 

3.2. 

Mit (begründeter) Berufungserklärung vom 5. September 2022 stellte der 

Privatkläger die folgenden Anträge: 

 

"1. 
In Gutheissung der Berufung seien die Ziffern 1 und 3 des Urteils des 
Bezirksgerichts Baden vom 21. Juni 2022 aufzuheben und es sei wie folgt 
zu entscheiden: 
 
1. Der Beschuldigte C._____ sei der fahrlässigen schweren 

Körperverletzung durch Unterlassen gemäss Art. 125 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 11 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Zivil- und Strafkläger 
eine Genugtuung in Höhe von CHF 165'000.00 nebst Zins zu 5 % 
seit dem schädigenden Ereignis am 3. Juli 2018 zu bezahlen. 

3. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Zivil- und Strafkläger 
eine Entschädigung für das aufgelaufene Anwaltshonorar in Höhe 
von CHF 30'500.50 (inkl. MWSt) zu bezahlen. 

4. Die restlichen Zivilforderungen, insbesondere bezüglich des 
Schadenersatzanspruchs, seien auf den Zivilweg zu verweisen. 

 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschuldigten. 

  

 - 6 - 

 

 

Begehren um unentgeltliche Rechtspflege: 
 
Dem Zivil- und Strafkläger sei die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren und ihm die unterzeichnende Rechtsanwältin als unentgeltliche 
Rechtsbeiständin zu bestellen." 
 
 

3.3. 

Mit Verfügung vom 8. September 2022 wurde dem Privatkläger die 

unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Obergericht gewährt. 

 

3.4. 

Mit Schreiben vom 13. September 2022 verzichtete die Staatsanwaltschaft 

Baden darauf, einen Nichteintretensantrag zu stellen oder eine Anschluss-

berufung zu erklären. 

 

3.5. 

Mit Berufungsantwort vom 10. Oktober 2022 beantragte der Beschuldigte 

die Abweisung der Berufung des Privatklägers unter Kostenfolgen. 

 

3.6. 

Am 18. Dezember 2023 fand die Berufungsverhandlung vor Obergericht 

mit Befragung des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten J._____ statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Dem Privatkläger wurde mit Verfügung der Verfahrensleiterin vom 8. 

September 2022 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt, womit sich der 

diesbezügliche Antrag des Privatklägers als gegenstandslos erweist 

(vgl. Berufung vom 5. September 2022, Verfahrensantrag).  

 

2. 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden wirft dem Beschuldigten in der Anklage-

schrift vom 26. Oktober 2021 zusammengefasst vor, dass er als 

Geschäftsführer der E._____ GmbH und Vorgesetzter des Privatklägers für 

dessen Instruktion im korrekten und sicheren Anschlagen von Lasten 

verantwortlich gewesen sei. Der Beschuldigte habe die erforderlichen 

spezifischen Kenntnisse in den Schulungen bei der I._____ AG erworben. 

Er hätte dem Privatkläger zeigen müssen, wie die Flügelböcke mit den 

Fenstern der I._____ AG richtig angeschlagen würden. Insbesondere hätte 

er den Privatkläger darauf hinweisen müssen, dass beide Gurten stets in 

den Führungshaken eingehängt sein müssten, damit der Flügelbock nicht 

kippe, wenn er mit dem Kran angehoben werde. Indem der Beschuldigte 

 - 7 - 

 

 

diese Instruktion ungenügend vorgenommen habe, habe er seine 

Sorgfaltspflicht als Arbeitgeber verletzt.   

 

2.2. 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten mangels Sorgfaltspflicht-

verletzung von der Anklage der fahrlässigen schweren Körperverletzung 

durch Unterlassen frei.  

 

2.3. 

Die Berufung des Privatklägers richtet sich gegen den Freispruch des 

Beschuldigten vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung 

durch Unterlassen gemäss Art. 125 Abs. 2 i.V.m. Art. 11 Abs. 1 StGB sowie 

gegen die Abweisung seiner Zivilforderung (Dispositivziffern 1 und 3 des 

vorinstanzlichen Urteils). Unangefochten geblieben und deshalb nicht mehr 

zu überprüfen sind die Einziehung und Vernichtung der Plastikfolie 

(Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils) und die Entschädigung der 

unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Privatklägers (Dispositivziffer 5 des 

vorinstanzlichen Urteils).  

 

3. 

3.1. 

Soweit der Privatkläger vor Obergericht als Subeventualantrag eine 

Wiederholung der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungshandlungen 

beantragt (vgl. Plädoyer Privatkläger, S. 9 f.), da diese (insb. die Ein-

vernahmen) durch Assistenz-Staatsanwältin O._____ und damit in 

Verletzung der Zuständigkeitsvorschriften erfolgt seien, kann ihm nicht 

gefolgt werden. Wichtige Beweiserhebungen wie bspw. die Erteilung des 

Gutachterauftrags (UA act. 73) wurden im vorliegenden Fall durch den 

zuständigen Staatsanwalt P._____ vorgenommen (§ 27 Abs. 3 EG StPO). 

Im Weiteren durfte die Assistenz-Staatsanwältin O._____ mit der 

Durchführung von Einvernahmen betraut werden (§ 27 Abs. 1 EG StPO), 

zumal nicht ersichtlich ist, dass eine Schlusseinvernahme durchgeführt 

worden wäre (vgl. § 27 Abs. 3 EG StPO). Im Übrigen ist der Einwand des 

Privatklägers als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren, zumal er diesen 

Einwand erstmals anlässlich der obergerichtlichen Berufungsverhandlung 

vorbringt, obschon er (bzw. seine Rechtsvertreterin) bei den 

entsprechenden durch Assistenz-Staatsanwältin O._____ durchgeführten 

Einvernahmen anwesend war (UA act. 220 ff.; UA act. 241 ff.; UA act. 265 

ff.; UA act. 275 ff; UA act. 287 ff.), die Befragung durch die Assistenz-

Staatsanwältin aber zum damaligen Zeitpunkt und auch im 

erstinstanzlichen Verfahren in keiner Weise beanstandete. 

 

 - 8 - 

 

 

3.2. 

3.2.1. 

Der Beschuldigte macht die Unverwertbarkeit verschiedener Einver-

nahmen geltend (Berufungsantwort, S. 2; GA act. 69 f.). Die Rügen sind 

aufgrund deren formellen Natur vorab zu behandeln. 

 

3.2.2. 

3.2.2.1. 

Soweit der Beschuldigte einwendet, er sei nicht zu den Befragungen der 

Zeugen (AA._____, G._____, H._____) und des Privatklägers eingeladen 

worden, womit seine Teilnahmerechte verletzt worden seien, ist mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass die formelle Eröffnung des Strafverfahrens 

gegen den Beschuldigten mit staatsanwaltschaftlicher Vorladung vom 1. 

Oktober 2019 erfolgte (UA act. 237). Zum Zeitpunkt der Befragungen der 

Zeugen und des Privatklägers war das Strafverfahren gegen den 

Beschuldigten noch nicht eröffnet und er war entsprechend noch nicht 

Verfahrenspartei. Das gemäss Art. 159 Abs. 1 StPO der beschuldigten 

Person bei polizeilichen Einvernahmen im Ermittlungsverfahren 

zustehende Recht, dass ihre Verteidigung anwesend sein und Fragen 

stellen kann, setzt die Parteistellung als beschuldigte Person voraus und 

gilt ausschliesslich bei der Einvernahme der beschuldigten Person (BGE 

148 IV 146 E. 1.3).  

 

3.2.2.2. 

Nachdem es der - seit dem 21. Oktober 2019 anwaltlich vertretene 

(UA act. 355) - Beschuldigte im gesamten bisherigen Verfahren 

unterlassen hat, eine Konfrontationseinvernahme mit den Belastungs-

zeugen zu beantragten und auch im Rahmen des Berufungsverfahrens 

keine entsprechenden Anträge stellt, kann sein Verhalten einzig als 

(stillschweigender) Verzicht auf eine Konfrontation mit den Belastungs-

zeugen verstanden werden, womit diesbezüglich keine Verletzung seiner 

Verfahrensrechte vorliegt.  

 

3.2.2.3. 

Hinsichtlich des unterlassenen Hinweises auf das Zeugnisver-

weigerungsrecht des Privatklägers anlässlich der Einvernahme vom 

8. April 2019 (UA act. 220 ff.) wird in Art. 177 Abs. 3 StPO festgehalten, 

dass die einvernehmende Person den Zeugen auf seine Zeugnisver-

weigerungsrechte aufmerksam macht, sobald sie aufgrund der Befragung 

und der Akten solche Rechte erkennt. Wenn entsprechende Hinweise 

unterbleiben und sich der Zeuge nachträglich auf sein Zeugnisver-

weigerungsrecht beruft, so ist die Einvernahme nicht verwertbar. Zum 

Zeitpunkt der Einvernahme des Privatklägers am 8. April 2019 stand noch 

nicht fest, dass der Bruder des Privatklägers als Verfahrenspartei und somit 

auch als beschuldigte Person fungieren wird (vgl. 2.4.2.1. hiervor), womit 

eine entsprechende Belehrung nicht erfolgen musste (vgl. vorinstanzliches 

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Urteil, E. 4.4.). Hinzu kommt, dass sich der Privatkläger bis zum jetzigen 

Zeitpunkt nicht (nachträglich) auf sein Zeugnisaussageverweigerungsrecht 

berufen hat.  

 

3.2.3. 

Zusammenfassend wurden die Verfahrensrechte des Beschuldigten nicht 

verletzt und es kann vollumfänglich auf die erfolgten Befragungen der 

Zeugen und des Privatklägers abgestellt werden. 

 

4. 

4.1. 

Folgender Sachverhalt ist erstellt und unbestritten:  

 

Am 3. Juli 2018 kurz nach 13:00 Uhr ereignete sich auf einer Baustelle in 

[Ortschaft] ein Arbeitsunfall (UA act. 53 ff.), wodurch der Privatkläger u.a. 

eine Querschnittlähmung erlitt (GA OGer act. 67 f.). Der Mitbeschuldigte 

J._____, welcher zum Unfallzeitpunkt im Besitz eines gültigen 

Kranführerausweises Kat. B war (UA act. 54; Bild "IMG_2449.JPG", auf: 

CD "Fotos von Unfalltag 3.7.2018" nach UA act. 211) und für die K._____ 

AG als Kranführer arbeitete, hievte einen Flügelbock (mit acht durch 

Schrumpffolie fixierten Fenstern mit einem Gesamtgewicht von ca. 687 kg 

[UA act. 55; UA act. 85]) mittels Kran über die Gebäude "Haus A" und "Haus 

B" hinweg auf die Rückseite des "Hauses B", wo er den Flügelbock auf 

einem Vorplatz abstellen sollte (UA act. 55; UA act. 59; 

"452_Baustelleninstallation1", in: UA act. 10). Die Fenster waren korrekt 

auf dem Flügelbock fixiert (UA act. 48; UA act. 90, Frage 4). Der Flügelbock 

wurde zuvor auf dem Lastwagen des Fensterherstellers I._____ AG vom 

Chauffeur AD._____ und dem Beschuldigten (als Chefmonteur der 

Fenstermontagefirma E._____ GmbH und Vorgesetzter des Privatklägers) 

angeschlagen (UA act. 222, Fragen 23 ff.; UA act. 244, Frage 27) und in 

der Folge durch J._____ mit dem Kran an die Abladestelle transportiert, wo 

der Privatkläger, als Mitarbeiter der E._____ GmbH (UA act. 40), den 

Flügelbock zusammen mit dem Schnupperarbeiter der E._____ GmbH 

H._____ hätte entgegennehmen und entladen sollen (UA act. 290, Fragen 

24). Auf der Baustelle befand sich ferner der Hilfsarbeiter der E._____ 

GmbH G._____ (UA act. 225, Frage 52; UA act. 277, Fragen 18 ff.). 

J._____ befand sich während des Transportvorgangs mit AA._____, einem 

Polier der K._____ AG, auf einem Baugerüst (UA act. 266, Frage 13; UA 

act. 267, Fragen 28 und 32; UA act. 272). Während des Abladevorgangs 

des Flügelbocks intervenierten der Privatkläger und der bei ihm stehende 

H._____ bei J._____, worauf dieser den Flügelbock wieder anhob (UA act. 

289, Frage 20; Berufung vom 5. September 2022, N. 15). Daraufhin drehte 

sich der Flügelbock und kippte, woraufhin die auf dem Flügelbock 

befestigten Fenster hinunterstürzten und (teilweise) den Privatkläger am 

Rücken trafen (UA act. 48 ff.; UA act. 53). Die obere Schrumpffolie war 

nicht gerissen, womit die Fenster nicht seitlich abrutschten, sondern erst 

 - 10 - 

 

 

beim Drehen des Flügelbocks hinunterstürzten (UA act. 48; UA act. 50; UA 

act. 71, Frage 7). Zum Zeitpunkt, als der Flügelbock kippte, lag mindestens 

eine Gurte nicht oder nicht mehr in den Führungshaken des Flügelbocks 

(UA act. 48; UA act. 55), ansonsten der Flügelbock nicht hätte kippen 

können (UA act. 55). Der Baustellenkran war technisch in Ordnung und 

geprüft (UA act. 48).  

 

4.2. 

4.2.1. 

Gemäss Anklage sei der Flügelbock mit den Fenstern gekippt, nachdem 

der Flügelbock durch J._____ kurz aufgesetzt und dann wieder angehoben 

worden sei. Dies habe dazu geführt, dass ein oder beide Hebebänder beim 

Flügelbock aus der dafür vorgesehenen Hebevorrichtung gerutscht seien. 

In tatsächlicher Hinsicht umstritten und zu prüfen ist als erstes, ob der 

Flügelbock durch J._____ bei der Abladestelle auf dem Boden abgesetzt 

und wieder angehoben wurde. 

 

4.2.2. 

Die Vorinstanz ging davon aus, dass nicht erwiesen sei, dass der 

Flügelbock zwischenzeitlich am Boden abgesetzt worden sei 

(vorinstanzliches Urteil, E. 3.3.7.). Soweit der Privatkläger im Zusam-

menhang mit dieser vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung eine 

Verletzung des Immutabilitätsprinzips geltend macht (Berufung vom 

5. September 2022, N. 19), indem die Vorinstanz alternative Sachverhalts-

varianten in Erwägung gezogen habe, ist vorab festzuhalten, dass das 

Gericht an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden ist 

(Art. 350 Abs. 1 StPO). Dies schliesst aber nicht aus, eine alternative 

Sachverhaltsvariante aufzuzeigen, insbesondere dann, wenn der ange-

klagte Sachverhalt nicht erstellt werden kann. Nicht zulässig wäre 

demgegenüber, für die Entscheidfindung auf den (nicht angeklagten) 

Alternativsachverhalt abzustellen, was die Vorinstanz indes nicht tat. Die 

Rüge des Privatklägers erweist sich als unbegründet. 

 

4.2.3. 

Hinsichtlich der Frage, ob der Flügelbock auf dem Boden aufsetzte, liegen 

die Aussagen von AA._____ (UA act. 265 ff.) und H._____ (UA act. 287 ff.) 

vor. Der Beschuldigte und der Zeuge G._____ machten diesbezüglich 

keine sachdienlichen Beobachtungen (UA act. 222, Frage 24; UA act. 277, 

Frage 22, Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 6), J._____ berief sich 

im gesamten Verfahren auf sein Aussageverweigerungsrecht (UA act. 212 

ff.; GA act. 48) und der Privatkläger konnte sich nicht an den Unfallhergang 

erinnern (UA act. 243, Frage 17; UA act. 245, Frage 45; GA act. 45 ff.). 

Andere Beweismittel liegen nicht vor. 

 

 - 11 - 

 

 

4.2.4. 

AA._____ gab anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 13. Mai 2019 zu Protokoll, dass er seit Januar 2018 als Polier für die 

AE._____ AG (recte: K._____ AG) arbeite (UA act. 266, Fragen 11 und 12). 

Der Kranführer der K._____ AG (folglich J._____) habe die Fenster 

transportiert. J._____ sei auf dem Gerüst etwa 4 bis 5 Meter entfernt von 

ihm gestanden. Die zwei Personen bei der Abladestelle (folglich der 

Privatkläger und H._____) hätten gesagt: "abe mit Palette". Die zwei 

Personen (Privatkläger und H._____) hätten entschieden, nicht an dieser 

Stelle abzuladen, sondern hätten ca. 1 bis 2 Meter weiter auf eine andere 

Seite gewollt. Die Palette sei unten gewesen, sei aber nicht abgehängt 

worden. Die zwei Personen (Privatkläger und H._____) hätten dann 

gesagt, etwas weiter nach links oder rechts, was er nicht mehr genau wisse. 

Die Palette sei ca. 1 Meter oder 1.50 Meter in der Höhe gewesen und dann 

gekippt. Die Fenster seien gekippt, die Palette sei "geblieben" (UA act. 266, 

Frage 13). Den Transfer des Flügelbocks über die Gebäude habe er von 

seinem Standort nicht sehen können (UA act. 267, Frage 16). Er habe 

gesehen, wie der Flügelbock abgesetzt worden sei (UA act. 267, Frage 17), 

wobei alles ganz normal gewesen sei (UA act. 267, Frage 18). Weshalb der 

Flügelbock nochmals angehoben worden sei, wisse er nicht, 

möglicherweise hätten die zwei Personen (Privatkläger und H._____) die 

Palette nicht dort abstellen wollen (UA act. 267, Frage 20). Der Flügelbock 

sei ganz normal auf dem Boden abgestellt worden, sei gerade gestanden 

und sei nicht kraftvoll, sondern sanft abgesetzt worden, weil sonst die 

Fenster kaputt gegangen wären (UA act. 267, Fragen 24 ff.). Die Distanz 

von seinem Standort (1. Etage auf dem Gerüst) bis "runter" zum 

Unfallstandort gab AA._____ mit 3 bis 4 Meter an (UA act. 267, Frage 30). 

Nach dem Unfall sei der Flügelbock wieder angehoben und nach rechts 

verschoben worden, da er noch über dem Privatkläger gehangen habe (UA 

act. 268, Fragen 42 und 43). Auf eine mögliche Ursache für den Unfall 

angesprochen, gab AA._____ an, dass die Fenster nicht richtig an der 

Palette befestigt gewesen seien. Sie seien nur mit Plastik umwickelt 

gewesen. Wie die Fenster "rausgekommen" seien, wisse er nicht (UA 

act. 268, Frage 44). Es sei unklar, wie die Fenster vom Flügelbock gekippt 

seien (UA act. 268, Frage 47). Ob der Grund für das Kippen des 

Flügelbocks ein Anhängen gewesen sei, habe er nicht sehen können (UA 

act. 269, Fragen 52 und 53). Er habe gesehen wie der Flügelbock nach 

unten gekommen sei, auf dem Boden aufgesetzt habe, nochmals 

angehoben worden und dann gekippt sei (UA act. 269, Frage 54). Beim 

Absetzen des Flügelbocks habe er zwei Seile gesehen und zwei Seile nicht 

(UA act. 269, Frage 61). Ob die Seile gespannt oder unter dem Flügelbock 

gewesen seien, als der Flügelbock am Boden gestanden habe, konnte 

AA._____ nicht beurteilen (UA act. 269, Frage 62). Der Flügelbock sei 5 

bis 10 Sekunden am Boden gestanden, bevor er wieder angehoben worden 

sei (UA act. 269, Frage 63).  

 

 - 12 - 

 

 

4.2.5. 

H._____ gab im Rahmen seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 13. September 2019 zu Protokoll, sich als Schnupperarbeiter für die 

E._____ GmbH auf der Baustelle aufgehalten zu haben (UA act. 289, Frage 

15). Seine Aufgabe habe darin bestanden, Fenster zu montieren und 

Fenster vom Kranführer entgegen- und abzunehmen (UA act. 289, Frage 

17). Er habe zusammen mit dem Privatkläger unten am Boden gestanden. 

Der Kran habe die Fenster ganz langsam heruntergelassen. Kurz bevor der 

Flügelbock am Boden gestanden sei, hätten sie angefangen zu kippen. Er 

und der Privatkläger hätten sofort reagiert und "Stopp" gerufen. Sie hätten 

etwas sagen müssen, da er Angst gehabt hätte, dass es auf ihn kippe. Es 

wurde dann nochmals angehoben und in diesem Moment sei es dann 

passiert, wobei der Privatkläger und J._____ keine Schuld daran hätten. 

Der Privatkläger habe nicht davonlaufen können, er habe keine Chance 

gehabt (UA act. 289, Frage 20). Weiter gab H._____ an, dass der 

Privatkläger und er "Chli lüpfe, chli lüpfe" gerufen hätten (UA act. 291 

Fragen 38 und 49). Auf Nachfrage führte H._____ aus, nicht sicher zu sein, 

ob der Flügelbock auf dem Boden aufgesetzt habe oder nicht. Die Ladung 

habe auf jeden Fall gewackelt und sei dann wieder angehoben worden (UA 

act. 289, Frage 21). H._____ konnte nicht angeben, weshalb der 

Flügelbock nochmals angehoben wurde. Die Ladung sei 

heruntergekommen, wobei er nicht wisse, ob die Ladung am Boden 

gewesen sei oder nicht. Sie habe gewackelt. Er und der Privatkläger hätten 

dann "Stopp" gerufen und in diesem Moment beim Anheben habe es 

angefangen zu kippen. Sie hätten es im Moment, als der Flügelbock am 

Boden oder fast am Boden gestanden habe, für sinnvoll empfunden, wenn 

der Flügelbock wieder angehoben würde. Er und der Privatkläger hätten 

laut gesagt, dass der Flügelbock wieder angehoben werden soll. Beim 

Anhebevorgang sei es dann gekippt (UA act. 289, Frage 22). Durch das 

Anheben hätten er und der Privatkläger sicherstellen wollen, dass die 

Fenster nicht zu Boden fallen würden, um einen Schaden zu vermeiden. Er 

sei das erste Mal dagewesen und habe nicht gewusst, wie reagieren 

(UA act. 290, Frage 23). H._____ konnte nicht angeben, aus welchen 

Gründen die Fenster gewackelt haben (UA act. 291, Frage 50).  

 

4.2.6. 

Vorab ist festzuhalten, dass H._____ und AA._____ nach vorgängiger 

Rechtsbelehrung als Zeugen einvernommen wurden und glaubwürdig 

erscheinen, zumal kein Motiv für eine Falschaussage erkennbar ist und 

beide Zeugen Erinnerungslücken, Nichtwissen und/oder Unsicherheiten 

anlässlich ihrer Befragung offenlegten.  

 

AA._____ gab anlässlich seiner Einvernahme klar und unmissverständlich 

zu Protokoll, dass er das Aufsetzen des Flügelbocks auf dem Boden 

beobachtete. Der Flügelbock habe normal aufgesetzt und sei während 5 

bis 10 Sekunden am Boden gestanden, bevor er wieder angehoben worden 

 - 13 - 

 

 

sei.  Selbst wenn AA._____ den Vorgang von der ersten Etage des 

Baugerüsts in einem spitzen Winkel beobachtete, bestehen keine 

ernsthaften Zweifel daran, dass er als Polier und folglich als erfahrener 

Arbeiter auch von diesem Standort aus beurteilen konnte, ob der 

Flügelbock auf dem Boden aufsetzte, zumal er sich gemäss seinen 

Angaben nur in 3 bis 4 Meter Entfernung zum Unfallort befand und der 

Flügelbock für 5 bis 10 Sekunden am Boden stand. Dass der Flügelbock 

auf dem Boden aufsetzte, wird auch durch den Schnupperlehrling H._____ 

nicht ausgeschlossen. Nachdem dieser anfänglich festhielt, dass der 

Flügelbock nicht am Boden gestanden habe, relativierte er in den folgenden 

Einvernahmen mehrfach seine Aussage und gab zu Protokoll, dass er sich 

diesbezüglich nicht mehr sicher sei und die Ladung eventuell am Boden 

stand, bevor sie wieder angehoben wurde. Auszugehen ist demnach 

gestützt auf die klaren Aussagen des Zeugen AA._____, sowie der 

Aussage des Zeugen H._____, welcher es ebenfalls als möglich erachtete, 

dass die Ladung abgesetzt worden war, davon, dass der Flügelbock auf 

dem Boden aufgesetzt worden war. Es wäre demnach auch vollends 

leichtsinnig gewesen, die Ladung – hätten die Fenster noch in der Luft 

gewackelt – wieder hochziehen zu lassen, zumal das Risiko einer 

Beschädigung der Fenster oder einer Verletzung der beteiligten Arbeiter 

dadurch noch erhöht worden wäre. Nachvollziehbarer und logischer 

erscheint vielmehr, dass die Last nochmals angehoben wurde, weil sie auf 

dem unebenen Boden (vgl. UA act. 57) "wackelte" und deshalb verschoben 

werden sollte. In Würdigung der Aussagen der beiden Zeugen und der 

damals vorliegenden Situation (unebener Boden) bestehen für das 

Obergericht keine unüberwindbaren Zweifel, dass der Flügelbock auf dem 

Boden aufsetzte, ins "wackeln" geriet, der Abladevorgang gestoppt und der 

Flügelbock anschliessend wieder angehoben wurde.  

 

4.3. 

4.3.1. 

Nachdem das Aufsetzen des Flügelbocks auf dem Boden zweifelsfrei 

erstellt werden konnte, ist zu prüfen, wann und weshalb mindestens eine 

Gurte aus der dafür vorgesehenen Hakenvorrichtung rutschte, woraufhin 

der Flügelbock kippte.  

 

4.3.2. 

Als Sachbeweise liegen das Gutachten (UA act. 83 ff.) und das 

Ergänzungsgutachten (UA act. 108 ff.) vor, welche im Auftrag der 

Staatsanwaltschaft Baden durch den zertifizierten Gerichtsexperten und 

Sicherheitsingenieur AH._____ erstellt wurden. Gemäss Gutachter ist es 

möglich, dass sich eine oder beide Gurte aus der Führung lösen, wenn die 

Ladung während des Transports an einem Gerüst anhängt, wobei der 

Gutachter die Wahrscheinlichkeit hierfür, beim Einsatz eines ausgebildeten 

Kranführers, als gering einstuft (UA act. 91, Fragen 9 und 10). Weiter wird 

im Gutachten ausgeführt, dass ein Flügelbock mit Fenstern, bei welchem 

 - 14 - 

 

 

keine der Gurte korrekt in der oberen Führung liegt, vom Lastwagen bis 

zum Zielort transportiert werden könne, ohne zu Kippen (UA act. 88, Frage 

2; UA act. 89, Frage 3), dies allerdings nur ohne irgendeinen auslösenden 

Faktor. Ein auslösender Faktor könne dazu führen, dass der Schwerpunkt 

der Last ausserhalb der Gurten zu liegen kommt, wodurch die Last kippen 

würde (UA act. 88, Frage 2). So führe, wenn keine der Gurten korrekt in 

der oberen Führung liege, bereits eine geringe Abweichung von den Soll-

Bedingungen (Last ist nicht ganz zentrisch gelagert, Last wird angestossen, 

Last steht vor dem Anheben schief auf der Unterlage, schnelle seitliche 

Kranbewegung, Verwendung von ungleich langen Traggurten etc.) zum 

Kippen der Last (UA act. 88, Frage 2). Liege nur eine Gurte korrekt in der 

Führung, sei die Stabilität noch geringer (UA act. 89, Frage 3). Die SUVA 

kommt in ihrer Kurzexpertise vom 12. Februar 2019 zum gleichen Schluss, 

wobei die Möglichkeit eines Transports des Flügelbocks bis zum Zielort 

ohne zu kippen überhaupt bezweifelt wird (UA act. 71, Fragen 4 und 5). 

Schliesslich wird im Gutachten festgehalten, dass es beim Aufsetzen des 

Flügelbocks auf dem Boden zu einer Entlastung der Gurten komme und 

sich dabei eine oder beide Gurte aus der Führung lösen könnten (UA act. 

92, Frage 11). Hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenario 

kommt das Gutachten zum Schluss, dass insbesondere dann, wenn der 

Flügelbock schief auf dem Untergrund aufsetze und so eine Gurte stärker 

entlastet werde, es vorhersehbar sei, dass sich eine der beiden Gurten aus 

der Führung lösen könnten (UA act. 92, Frage 12).  

 

4.3.3. 

Vorab ist festzuhalten, dass die Gutachten vollständig, schlüssig und 

nachvollziehbar sind, woran die – dem Gutachten widersprechenden – 

Aussagen des Beschuldigten nichts zu ändern vermögen (vgl. Berufung 

vom 5. September 2022, N. 20; UA act. 229, Fragen 92 ff.) und sich 

aufgrund der übrigen Beweismittel keine ernsthaften Einwände gegen die 

Schlüssigkeit der gutachterlichen Darstellungen aufdrängen.  

 

Aufgrund der gutachterlichen Stellungnahme ist es denkbar, dass ein 

Flügelbock am Ausgangspunkt angehoben und zur Abladestelle trans-

portiert wird, obschon keine oder nur eine Gurte korrekt in der Führung liegt, 

wofür gemäss Gutachter allerdings vorausgesetzt ist, dass kein aus-

lösender Faktor (bspw. Anstossen der Ladung oder ruckartige seitliche 

Kranbewegung) dazu führt, dass der Schwerpunkt der Last ausserhalb der 

Gurten zu liegen kommt, wodurch die Last kippen würde. Ebenso wäre es 

vorstellbar, dass ein Haken aus der Führung rutscht, weil der Flügelbock 

während des Transport anhängt. Keine der einvernommenen Personen hat 

hinsichtlich eines auslösenden Faktors oder eines Anhängens der Last 

während des Transports konkrete Beobachtungen gemacht: Der Be-

schuldigte gab anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zu 

Protokoll, der Ladung bis über dem Gebäude nachgeschaut zu haben, 

dabei aber nichts bemerkt zu haben (UA act. 223, Fragen 35 und 36). 

 - 15 - 

 

 

AA._____ hat den Transport gemäss seinen Angaben nicht beobachtet (UA 

act. 267, Frage 16), gab aber zu Protokoll, dass die Ladung beim Abladen 

nicht angehängt habe (UA act. 269, Fragen 52 ff.). G._____ beobachtete 

den Transport nicht (UA act. 278, Frage 30), wobei er anlässlich seiner 

Einvernahme ausführte, dass der Flügelbock am Gerüst hängen geblieben 

sein müsse, was er aber lediglich daraus schlussfolgerte, dass die Folie am 

Flügelbock zerrissen war (UA act. 279, Fragen 39 ff.). H._____ schilderte 

anlässlich seiner Einvernahme, nicht den Transport des Flügelbocks, 

sondern lediglich dessen "langsames Herunterlassen" beobachtet zu 

haben (UA act. 290, Frage 26). Ob die Last während des Transports zu 

nahe am Gerüst gewesen sei, konnte er nicht beurteilen (UA act. 291, 

Frage 49). Keine der einvernommenen Personen, welche jeweils 

unterschiedliche Stationen des Transports beobachtet hatten, konnte einen 

auslösenden Faktor oder ein Anhängen der Last in der jeweilig 

beobachteten Situation wahrnehmen. Nachdem keiner der befragten 

Beteiligten ein "Anhängen" feststellen konnte und auch im Gutachten 

darauf hingewiesen wurde, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen 

"Anhängens" bei einem ausgebildeten Kranführer gering sei, ist diese 

Variante im vorliegenden Fall auszuschliessen. In Würdigung der 

Aussagen des Beschuldigten, der hinsichtlich der Anschlagetechnik 

erfahren und fachkundig ist (vgl. UA act. 222 f., Frage 28) und insbesondere 

um die Wichtigkeit des korrekten Anschlagens wusste, der zudem darauf 

hingewiesen hat, dass die Gurten richtig angeschlagen gewesen seien (UA 

act. 224, Frage 42), was das wichtigste sei (UA act. 224, Frage 50) und 

dem Hinweis im Gutachten, dass bereits die geringste Abweichung von der 

Ist-Beschaffenheit dazu geführt hätte, dass der Flügelbock während des 

Transports gekippt wäre (UA act. 82), erscheint auch diese Variante (Gurte 

von Anfang an nicht in der Führung) als bloss theoretisch, zumal der 

Transport des Flügelbocks über zwei Häuser erfolgte.  

 

4.3.4. 

Das Obergericht ist davon überzeugt, dass der Flügelbock auf dem 

(unebenen [vgl. dazu auch die Aussage des Beschuldigten vor Obergericht: 

"Der Boden war nicht flach", Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 8]) 

Boden aufsetzte, wackelte, wieder angehoben wurde und sich mit an 

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in diesem Zustand eine der 

beiden Gurten aus der Führung löste, was dazu führte, dass der Flügelbock 

beim Anheben kippte, zumal dieses Szenario im Gutachten als "vorher-

sehbar" bezeichnet wird. Demgegenüber erscheint die Tatbestands-

variante, wonach ein Anhängen des Flügelbocks während des Transports 

oder ein unfachmännisches Anschlagen der Ware auf dem Lastwagen 

dazu geführt haben könnte, dass sich eine Gurte nach dem erneuten 

Anheben aus der Führung löste, im vorliegenden Fall in Würdigung der 

Aussagen der beteiligten Personen und der konkreten Situation, wie 

erwähnt, als ausgeschlossen.  

 - 16 - 

 

 

4.3.5. 

Aufgrund des Gesagten erübrigt sich die vom Privatkläger beantragte 

Befragung von AD._____ oder eines Sicherheitsbeauftragten der K._____ 

AG, ob ein Transport eines Flügelbocks mit einem Kran über ein Haus 

hinweg möglich sei, ohne zu kippen (Berufung vom 5. September 2022, N. 

20). Zu dieser Frage liegen schlüssige Gutachten vor, womit die beantragte 

Befragung zu keinen neuen Erkenntnissen führen würde.  

 

5. 

Gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer fahrlässig einen Menschen 

am Körper oder an der Gesundheit schädigt. Ist die Schädigung schwer, 

wird der Täter von Amtes wegen verfolgt (Art. 125 Abs. 2 StGB). Fahrlässig 

handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtig-

keit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB).  

 

Die Straftat kann auch durch pflichtwidriges Unterlassen (vgl. Art. 11 StGB) 

begangen werden. Voraussetzung ist in diesem Fall eine Rechtspflicht zur 

Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstellung) sowie die 

Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen. Ein sog. unechtes Unter-

lassungsdelikt liegt vor, wenn im Gesetz wenigstens die Herbeiführung des 

Erfolgs durch Tun ausdrücklich mit Strafe bedroht wird, der Beschuldigte 

durch sein Tun den Erfolg tatsächlich hätte abwenden können 

(Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts) und infolge seiner Garantenstellung 

dazu auch verpflichtet war, so dass die Unterlassung der Erfolgsherbei-

führung durch aktives Tun als gleichwertig erscheint. Für die Annahme 

einer Garantenstellung genügt nicht jede, sondern nur eine qualifizierte 

Rechtspflicht (BGE 148 IV 39 E. 2.3.2). Die Abgrenzung zwischen 

Handlung und Unterlassung ist im Zweifel nach dem Subsidiaritätsprinzip 

vorzunehmen. Danach ist immer zuerst zu prüfen, ob ein aktives Tun 

vorliegt, das tatbestandsmässig, rechtswidrig und schuldhaft ist. Dabei sind 

allerdings nur Handlungen zu berücksichtigen, die das Risiko, das in den 

Erfolg umschlug, herbeiführten oder steigerten - und nicht nur nicht 

verminderten (BGE 115 IV 199 E. 2a; BGE 120 IV 265 E. 2b).  

 

Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 

StGB setzt voraus, dass der Täter den tatbestandsmässigen Erfolg durch 

Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Nach der Rechtsprechung 

ist ein (pflichtwidriges) Verhalten im natürlichen Sinne kausal, wenn es 

nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene Erfolg 

entfiele; dieses Verhalten braucht nicht alleinige oder unmittelbare Ursache 

des Erfolgs zu sein. Mit dieser Bedingungsformel ("conditio sine qua non") 

wird ein hypothetischer Kausalzusammenhang untersucht und dabei 

geprüft, was beim Weglassen bestimmter Tatsachen geschehen wäre. Ein 

solchermassen vermuteter natürlicher Kausalverlauf lässt sich nicht mit 

Gewissheit beweisen, weshalb es genügt, wenn das Verhalten des Täters 

mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an 

 - 17 - 

 

 

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete 

(statt vieler BGE 125 IV 195 E. 2b).  

 

Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der 

Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die 

damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen 

können und müssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten 

Risikos überschritten hat. Wo besondere, der Unfallverhütung und der 

Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt 

sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen 

Vorschriften. Fehlen solche, kann auf analoge Regeln privater oder 

halbprivater Vereinigungen abgestellt werden, sofern diese allgemein 

anerkannt sind. Die Vorsicht, zu der ein Täter verpflichtet ist, wird letztlich 

durch die konkreten Umstände und seine persönlichen Verhältnisse 

bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in 

Vorschriften gefasst werden können. 

 

Die Zurechenbarkeit des Erfolgs bedingt die Voraussehbarkeit nach dem 

Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen 

Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu 

begünstigen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Erfolg vermeidbar war. 

Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der 

Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre (BGE 

130 IV 7 E. 3.2.; zum Ganzen BGE 135 IV 56 E. 2.1; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1056/2016 vom 6. Juni 2017 E. 1.3.1). 

 

6. 

6.1. 

Die vom Privatkläger erlittenen Verletzungen (u.a. eine Querschnitt-

lähmung) sind unbestrittenermassen als schwer i.S.v. Art. 125 Abs. 2 StGB 

i.V.m. Art. 122 StGB zu qualifizieren, womit der tatbestandsmässige Erfolg 

erstellt ist.  

 

6.2. 

Wird eine gefährliche Unternehmung ohne genügende Sicherungs-

massnahme durchgeführt, so liegt in der Regel ein Begehungsdelikt vor 

(STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, in: Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 6 zu Art. 11 StGB). Ob es 

sich beim Vorwurf gegenüber dem Beschuldigten um ein Begehungs- oder 

Unterlassungsdelikt handelt, wobei die Vorinstanz von letzterem ausgeht 

(vorinstanzliches Urteil, E. II. 4.1.), kann vorliegend offenbleiben, zumal der 

Beschuldigte als Arbeitgeber des Privatklägers verpflichtet war, zu seinem 

Schutz der Gesundheit alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung 

notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen 

angemessen sind (vgl. Art. 328 Abs. 2 OR, Art. 6 Abs. 1 ArG, Art. 82 Abs. 1 

 - 18 - 

 

 

UVG, Art. 6 VUV). Die Garantenstellung des Beschuldigten wäre folglich 

ohnehin zu bejahen. 

 

7. 

7.1. 

7.1.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, dass dieser als Geschäftsführer 

der E._____ GmbH und als Vorgesetzter des Privatklägers für dessen 

Instruktion im korrekten und sicheren Anschlagen von Lasten 

verantwortlich gewesen sei.  

 

7.1.2. 

Offenbleiben kann zunächst, ob der Privatkläger ausdrücklich als Einweiser 

eingesetzt wurde bzw. die Übernahme dieser Funktion abgesprochen war. 

Der Beschuldigte gab an, dass er den Privatkläger aufgefordert habe, auf 

dem Lastwagen Fenster anzuschlagen, worauf der Chauffeur AD._____ 

dem Beschuldigten gesagt habe, er (der Beschuldigte) solle bei ihm bleiben 

um die Fenster anzuschlagen. In der Folge habe der Privatkläger gesagt, 

dass er die Fenster abladen gehe (UA act. 224, Frage 48). Dadurch war 

dem Beschuldigten klar, dass der Privatkläger beim Abladen der Fenster 

auch die Rolle des Einweisers übernehmen wird und zeigte sich jedenfalls 

konkludent damit einverstanden. Die Tätigkeiten eines Einweisers und 

Anschlägers sind kaum voneinander zu unterscheiden, so dass ein 

Einweiser auch über die Eignungen und die Instruktion für das Anschlagen 

von Lasten verfügen muss. 

 

7.1.3. 

Gemäss den obigen Ausführungen (E. 4.3.4.) steht fest, dass der 

Flügelbock mit den Fenstern kippte, weil mindestens eine Gurte beim 

Flügelbock aus der dafür vorgesehenen Hakenvorrichtung rutschte, 

nachdem der Flügelbock durch J._____ kurz aufgesetzt und wieder 

angehoben wurde. Der Taterfolg realisierte sich durch das Absetzen des 

Flügelbocks auf dem Boden, was in der Folge zur Instabilität und zum 

Kippen der Last geführt hat. Gemäss Anklage sind Personen, die Lasten 

anschlagen, zu dieser Arbeit anzuleiten. Der Beschuldigte als Geschäfts-

führer der E._____ GmbH und als Vorgesetzter des Privatklägers hätte 

diesen gemäss Anklage vorgängig instruieren müssen, dass bei einem 

Aufsetzen des Flügelbocks auf dem Boden die Gefahr besteht, dass 

(mindestens) eine Gurte aus der Führung rutschen und die Last beim 

Anheben aus dem Gleichgewicht geraten könnte, worauf dem Kranführer 

umgehend zu signalisieren gewesen wäre, das Anheben der Last zu 

stoppen. 

 

7.1.4. 

In einem ersten Schritt ist zu prüfen, wer verpflichtet war, den Privatkläger 

als Anschläger und Einweiser zu instruieren: 

 - 19 - 

 

 

Aus Art. 6 Abs. 3 Kranverordnung lässt sich nicht ableiten, wem die Pflicht 

zur Instruktion obliegt, da die Bestimmung lediglich den Grundsatz statuiert, 

dass Personen, die Lasten anschlagen, zu dieser Arbeit anzuleiten sind. 

Gestützt auf Art. 328 Abs. 2 OR (wonach der Arbeitgeber zum Schutz von 

Leben, Gesundheit und persönlicher Integrität der Arbeitnehmenden die 

Massnahmen zu treffen hat, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem 

Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen des Betriebes 

angemessen sind, soweit es ihm billigerweise zugemutet werden kann) 

sowie Art. 82 Abs. 1 UVG (wonach der Arbeitgeber zur Verhütung von 

Berufsunfällen und Berufskrankheiten alle Massnahmen zu treffen hat, die 

nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar 

und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind) ist der Arbeitgeber 

verpflichtet, Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen zu ergreifen. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 VUV (i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Kranverordnung) hat der 

Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass alle in seinem Betrieb beschäftigten 

Arbeitnehmer, einschliesslich der dort tätigen Arbeitnehmer eines anderen 

Betriebs, ausreichend und angemessen informiert und angeleitet werden 

betreffend die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefahren sowie über die 

Massnahmen der Arbeitssicherheit. Im Gutachten wird ausgeführt, dass 

der Arbeitgeber dafür zu sorgen habe, dass die Mitarbeiter ausreichend 

ausgebildet würden (UA act. 87, Frage 1; UA act. 110, Frage 1) und es zur 

Sorgfaltspflicht des Arbeitgebers als Fenstermontageunternehmen gehöre, 

dass die Mitarbeiter im Umgang mit schweren und hängenden Lasten 

instruiert und angewiesen würden (UA act. 110, Frage 1). Nach dem 

Erwogenen ist festzuhalten, dass die Pflicht zur Instruktion des Privat-

klägers grundsätzlich seinem Arbeitgeber und somit dem Beschuldigten als 

Geschäftsführer der E._____ GmbH oblag.  

 

7.1.5. 

Hinsichtlich der Frage, in welcher Form die Instruktion des Privatklägers zu 

erfolgen hatte, ist dem Ergänzungsgutachten zu entnehmen, dass für 

gefährliche Arbeiten, wie etwa für das Anschlagen von Lasten, eine 

Information bzw. Anleitung gefordert werde. Die durchgeführte Instruktion 

sei zu dokumentieren, wobei ersichtlich sein müsse: Wer, von wem, wann 

und worüber instruiert worden sei. Es müsse auch immer überprüft werden, 

ob die für die betreffende Tätigkeit vorgesehenen Personen geeignet seien, 

ob sie mit dem Arbeitsmittel sicher arbeiten könnten und ob sie die 

Instruktion richtig verstanden hätten. Es sei nicht zwingend notwendig, 

dass ein Arbeitgeber Schulungen durch eine Institution wie der SUVA 

durchführen lasse. Eine betriebsinterne Anweisung durch eine erfahrene 

Person sei ausreichend. Die SUVA-Lerneinheit Nr. 88801.d bilde eine 

angemessene Instruktion, wobei der Lerninhalt auf 10 einfach verständ-

lichen Instruktionsblättern dargestellt werde und der Zeitbedarf mit 20 bis 

30 Minuten angegeben werde (UA act. 111, Frage 2; UA act. 112, Frage 4).  

 

 - 20 - 

 

 

Damit steht fest, dass eine betriebsinterne Anweisung durch eine erfahrene 

Person genügt, einer Schulung einer (externen) Institution bedarf es 

grundsätzlich nicht. Die instruierende Person ist dabei nicht verpflichtet, auf 

Schulungsunterlagen zurückzugreifen oder theoretische Instruktionen zu 

geben. In welcher Form die Instruktion durchzuführen ist, liegt folglich im 

Ermessen der instruierenden Person, womit eine rein praktische Instruktion 

auf der Baustelle, erteilt von einer erfahrenen Person, grundsätzlich 

genügt.  

 

7.1.6. 

In einem nächsten Schritt ist zu überprüfen, ob der Privatkläger 

dahingehend instruiert wurde, dass durch das Aufsetzen des Flügelbocks 

die Gefahr bestand, dass (mindestens) eine Gurte aus der Führung 

rutschte, wodurch die Last beim Anheben aus dem Gleichgewicht geraten 

und kippen konnte, worauf dem Kranführer umgehend zu signalisieren 

gewesen wäre, das Anheben der Last zu stoppen (vgl. UA act. 14, 

Frage 9). Zur Beurteilung dieser Frage liegen die Aussagen des 

Privatklägers und des Beschuldigten vor, welche die Vorinstanz umfassend 

und korrekt dargelegt hat, womit vorab darauf verwiesen werden kann 

(vorinstanzliches Urteil, E. II. 4.2.4.3.). Vor Obergericht gab der Be-

schuldigte ergänzend an, dass der Privatkläger schulisch nicht ausgebildet 

gewesen sei. Er habe dem Privatkläger gezeigt, wie man ablade und wie 

man es wieder zurückschicke. Wie der Privatkläger in Gefahrensituationen 

hätte reagieren müssen, sei diesem nie gezeigt worden. Es sei dem 

Privatkläger auch nie erklärt worden, dass sich ein Gurt lösen könne, wenn 

die Ladung vom Kranen abgesetzt werde. Der Privatkläger sei durch den 

Beschuldigten nicht instruiert worden, dass er die Gurte kontrollieren 

müsse, wenn die Ladung auf dem Boden aufgesetzt habe (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 7). 

 

Gestützt auf die Aussagen des Privatklägers und des Beschuldigten steht 

fest, dass der Privatkläger weder eine (externe) Schulung besuchte, noch 

mittels Schulungsmaterialien wie bspw. der SUVA-Lerneinheit Nr. 88801.d 

instruiert wurde (UA act. 246, Frage 56; UA act. 226, Fragen 70 ff.; GA act. 

44). Die Instruktion des Privatklägers bestand (einzig) darin, den Be-

schuldigten auf der Baustelle zu begleiten, ihm zuzuschauen und 

selbstständig Fenster abzuladen, womit ausschliesslich eine (schrittweise) 

praktische Instruktion erfolgte (UA act. 226, Fragen 70 ff.; GA act. 45). Dass 

der Privatkläger über die Gefahr und das richtige Verhalten - im hier 

interessierenden Szenario (Flügelbock setzt auf dem Boden auf und 

wackelt) - instruiert worden wäre, hätte folglich vorausgesetzt, dass er 

diese Situation im Rahmen seiner praktischen Tätigkeit auf der Baustelle 

bereits erlebte. Der Privatkläger gab diesbezüglich an, noch nie erlebt zu 

haben, dass die Fenster noch einmal hätten angehoben werden müssen, 

weil sie nicht gerade gestanden seien (UA act. 247, Frage 61). Auf diese 

glaubhafte Aussage ist abzustellen, zumal der Beschuldigte schilderte, 

 - 21 - 

 

 

diese Situation einmal in Genf erlebt zu haben (UA act. 228, Frage 89; 

UA act. 231, Frage 110 ff.), woraus geschlossen werden kann, dass es bei 

der Einarbeitung des Privatklägers nie zu einem ähnlichen Vorfall kam, 

andernfalls es der Beschuldigte in diesem Zusammenhang erwähnt hätte. 

Der Beschuldigte bestätigte vor Obergericht, den Privatkläger nie ent-

sprechend instruiert zu haben. 

 

Im Weiteren bestehen keine Anhaltspunkte, dass der Privatkläger 

hinsichtlich der hier massgeblichen Gefahrensituation in anderer Weise 

instruiert worden wäre, wobei eine entsprechende Schulung des 

Privatklägers bei der I._____ AG offenbar erst noch bevorstand (UA act. 

230, Frage 102; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 7). Der 

Privatkläger sagte aus, nicht gewusst zu haben, wie er sich in Gefahren-

situationen zu verhalten habe, wobei eine Gefahr für ihn beispielsweise das 

sei, was ihm passiert sei (GA act. 47). Auf die Problematik des Aufsetzens 

einer Last angesprochen gab der Beschuldigte an, dass diese in seiner 

eigenen Schulung thematisiert worden sei. Wenn die Last kippe, müsse die 

erste Reaktion weglaufen sein. Man könne das nicht aufhalten, es sei zu 

schwer. Man stehe natürlich nicht unter die Last, solange diese in der Höhe 

sei (UA act. 230, Frage 98). Er habe diese Informationen an den 

Privatkläger weitergegeben, es sei nicht kompliziert (UA act. 230, Frage 

99). Selbst wenn der Beschuldigte den Privatkläger dahingehend 

instruierte, war diesem dadurch nicht klar, dass das Aufsetzen des 

Flügelbocks zu einer Entlastung der Gurte führt und so ein Haken aus der 

Führung rutschen und der Flügelbock kippen könnte. Entsprechend war 

dem Privatkläger nicht bekannt, dass er sich beim Aufsetzen des 

Flügelbocks auf diesen Umstand achten musste und wie er sich beim 

Eintreten dieses Szenarios zu verhalten hatte. Vor Obergericht gab der 

Beschuldigte an, den Privatkläger nicht über diese Gefahrensituation 

informiert zu haben (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 7). Wird eine 

Last schief abgestellt (mit Gefahr zum Kippen), so hat der Kranführer 

(allenfalls auf Hinweis des Anschlägers) das Absetzen zu stoppen 

(vgl. UA act. 114, Frage 9), womit sich der durch den Beschuldigten 

erfolgte Hinweis "Weglaufen" zudem als falsch erweist und insgesamt 

keine Zweifel bestehen, dass der Privatkläger weder über die konkrete 

Gefahr, welche mit dem Aufsetzen eines Flügelbocks einhergehen, noch 

über das richtige Verhalten in dieser Situation, genügend instruiert wurde. 

Im Ergebnis hat der Beschuldigte die ihm obliegende Sorgfaltspflicht 

verletzt.  

 

7.2. 

Das Eintreten des Erfolgs, nämlich die durch das Herunterfallen der 

Fenster verursachte schwere körperliche Schädigung, war für den Be-

schuldigten vorhersehbar. Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 

allgemeinen Lebenserfahrung war zu erwarten (gemäss Gutachten 

"vorhersehbar" [UA act. 92, Frage 12]), dass sich durch das Aufsetzen des 

 - 22 - 

 

 

Flügelbocks (mindestens) ein Haken aus der Führung löste, was ohne 

korrekte Anweisung des Einweisers dazu führte, dass der Flügelbock beim 

Anheben kippte und die darauf befindliche Ladung herunterfiel. Zudem 

musste damit gerechnet werden, dass der Privatkläger eine besonders 

schwere körperliche Schädigung davonträgt, wenn eine Fensterladung mit 

einem Gesamtgewicht von ca. 687 kg auf diesen hinunterfällt. Es liegen 

keine aussergewöhnlichen Umstände wie bspw. ein Mitverschulden des 

Unfallopfers vor, aufgrund derer die Adäquanz zu verneinen wäre. Selbst 

wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass der Privatkläger im Wissen 

um seine nichtvorhandene Instruktion als Einweiser fungierte und dieser 

Umstand eine Mitursache des Unfallgeschehenen bilden würde, vermöchte 

dies den Beschuldigten nicht vollends zu entlasten. Das Fehlerverhalten 

des Privatklägers ist nicht derart aussergewöhnlich, dass damit schlechthin 

nicht gerechnet werden müsste und wiegt auch nicht derart schwer, dass 

die Pflichtwidrigkeit des Beschuldigten dadurch vollständig in den Hinter-

grund gedrängt würde.  

 

7.3. 

Sodann wäre der eingetretene Erfolg vermeidbar gewesen, wenn der 

Beschuldigte gemäss der gebotenen Sorgfalt gehandelt hätte. Hätte der 

Beschuldigte den Privatkläger korrekt darüber instruiert, wie im Fall des 

Aufsetzens eines Flügelbocks auf dem Boden vorzugehen ist, wäre der 

Flügelbock mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gekippt 

und hätte den Privatkläger nicht verletzt. 

 

7.4. 

Der Beschuldigte erfüllt somit sämtliche Tatbestandselemente der 

fahrlässigen schweren Körperverletzung durch Unterlassen. Rechtfertig-

ungs- und Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich noch geltend 

gemacht. Der Beschuldigte ist folglich der fahrlässigen schweren Körper-

verletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 2 StGB durch Unterlassen schuldig zu 

sprechen. Die Berufung ist in diesem Punkt gutzuheissen.  

 

8. 

8.1. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt für die Verurteilung wegen fahrlässiger 

schwerer Körperverletzung durch Unterlassen eine Geldstrafe von 

180 Tagessätzen à Fr. 70.00 und eine Busse von Fr. 2'500.00.  

 

Der Beschuldigte stellt für den Fall eines Schuldspruchs keinen Antrag zum 

Strafmass. 

 

8.2. 

8.2.1. 

Eine fahrlässige schwere Körperverletzung ist nach Art. 125 StGB mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht. Innerhalb des 

 - 23 - 

 

 

Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 

Täters. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 

sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden 

wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen 

und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den 

inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden.  

 

8.2.2. 

Im Rahmen der Tatkomponente ist festzuhalten, dass die durch den Vorfall 

entstandenen Verletzungen des Privatklägers von erheblicher Tragweite 

sind, mehrerer Operationen bedurften und sein weiteres Leben stark 

einschränken werden: Er wird u.a. wegen der Wirbelsäulenverletzung ab 

Brusthöhe dauerhaft querschnittsgelähmt bleiben, ist zurzeit auf einen 

Blasenkatheter angewiesen und leidet an einer erektilen Dysfunktion 

(vgl. GA OGer act. 67).  Im Rahmen der schweren Körperverletzung sind 

zwar noch gravierendere Körperverletzungen denkbar, die vom Privat-

kläger erlittene Querschnittlähmung ab Brusthöhe ist aber eher im oberen 

Bereich des Möglichen einzuordnen. Weiter ist verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte als Arbeitgeber und direkter 

Vorgesetzter des Privatklägers eine elementare Sorgfaltspflicht verletzt 

hat, wobei die Pflichtverletzung einfach vermeidbar gewesen wären. Es 

wäre für den Beschuldigten ein Leichtes gewesen, den Privatkläger nicht 

bloss mitzunehmen und ihn zuschauen zu lassen, sondern auch 

hinsichtlich möglicher Gefahrensituationen zu instruieren oder für eine 

entsprechende Schulung anzumelden, womit auch eine Strafmilderung 

i.S.v. Art. 11 Abs. 4 StGB ausser Betracht fällt. Auszugehen ist insgesamt 

von 180 Tagessätzen. 

 

Im Rahmen der Täterkomponente ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte 

eine Vorstrafe wegen Nichtabgabe von ungültigen oder entzogenen 

Ausweisen oder Kontrollschildern aus dem Jahr 2014 aufweist (vgl. Straf-

registerauszug vom 7. März 2023), die aber heute nicht mehr ins Gewicht 

fällt. Zu berücksichtigen ist im Weiteren, dass es sich beim Privatkläger um 

den Bruder des Beschuldigten handelt, wobei die Geschwister nach wie vor 

ein gutes Verhältnis untereinander pflegen (GA OGer act. 46). Dem 

Beschuldigten ist eine persönliche Betroffenheit zu attestieren, zumal er 

aufgrund des häufigen Kontakts zum Privatkläger (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 8) dauernd mit seiner Pflichtverletzung kon-

frontiert wird. Schliesslich zeigte sich der Beschuldigte vor Obergericht 

einsichtig und reuig und macht sich grosse Vorwürfe (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 7 f.). Im Übrigen ist von einer durchschnittlichen 

Strafempfindlichkeit des Beschuldigten auszugehen. Die Täterkomponente 

wirkt sich nach dem Gesagten zu Gunsten des Beschuldigten aus, und die 

Strafe ist insgesamt auf 150 Tagessätze festzusetzen.  

 - 24 - 

 

 

 

8.2.3. 

Infolge der Betroffenheit des Beschuldigten ist auf die Ausfällung einer 

Verbindungsbusse zu verzichten.  

 

8.3. 

Der Beschuldigte bezieht einen monatlichen (durchschnittlichen) Nettolohn 

von Fr. 3'900.00. Ausgehend von diesem Einkommen ist ein Pauschal-

abzug von 20% sowie Unterstützungsabzügen für die Ehepartnerin und die 

beiden Kinder (GA act. 47) von gesamthaft 42.5 % vorzunehmen. Eine – 

wie hier vorliegend – hohe Anzahl an Tagessätzen kann zudem zu einer 

Senkung der Tagessatzhöhe führen, gerade auch bei Tätern mit tiefen und 

mittleren Einkommen (DOLGE, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 

2019, N 85 zu Art. 34 StGB). Da im konkreten Fall 150 Tagessätze 

ausgesprochen werden, erscheint zusätzlich eine Reduktion um weitere 

20% angezeigt (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Die Tagessatzhöhe ist somit auf 

Fr. 40.00 festzusetzen. 

 

8.4. 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer 

Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der 

Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 

Täter von der Begehung weiterer Verbrechen und Vergehen abzuhalten. In 

subjektiver Hinsicht ist also Voraussetzung, dass dem Täter keine 

ungünstige Prognose zu stellen ist. Mit anderen Worten wird eine günstige 

Prognose vermutet, solange nicht die Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 2 

StGB erfüllt sind (STEFAN HEIMGARTNER, in: OF-Kommentar zum 

StGB/JStG, N. 2 zu Art. 42). Bei der Prognosestellung ist ein Gesamtbild 

der Täterpersönlichkeit zu machen, welches die Tatumstände, das 

Vorleben des Täters, seinen Leumund, das Bestehen eines Arbeits-

verhältnisses und sozialer Bindungen, allfällige Suchtgefährdungen usw. 

umfasst (HEIMGARTNER, a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 42 StGB). 

 

Das Obergericht hat den Beschuldigten zu einer Geldstrafe verurteilt, 

weshalb die objektive Voraussetzung für einen bedingten Strafvollzug 

erfüllt ist. Der Beschuldigte hat keine Vorstrafen. Es handelt sich vorliegend 

um ein Fahrlässigkeitsdelikt. Insgesamt ist dem Beschuldigten eine gute 

Prognose auszustellen. Ihm ist daher der bedingte Vollzug der Geldstrafe 

zu gewähren. 

 

8.5. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

150 Tagessätzen à Fr. 40.00, d.h. Fr. 6'000.00 zu verurteilen. Die Geld-

strafe ist aufzuschieben bei einer Probezeit von 2 Jahren. 

 

 - 25 - 

 

 

9. 

9.1. 

Der Privatkläger beantragt eine Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 165'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem schädigenden Ereignis am 3. Juli 

2018.  

 

9.2. 

Gemäss Art. 47 OR kann der Richter bei Tötung eines Menschen oder 

Körperverletzung unter Würdigung der besonderen Umstände dem 

Verletzten oder den Angehörigen des Getöteten eine angemessene Geld-

summe als Genugtuung zusprechen.  

 

9.3. 

Vorab ist festzuhalten, dass die Anwendung der Zweiphasen-Methode zur 

Berechnung der Genugtuungsforderung durch den Privatkläger nicht zu 

beanstanden ist, zumal es vorliegend eine Körperverletzung zu beurteilen 

gilt. Betreffend den physischen Gesundheitszustand des Privatklägers liegt 

dem Obergericht im Wesentlichen ein Arztbericht vom 10. Januar 2022 (GA 

OGer act. 67 f.) mit der Zusammenfassung der entsprechenden Diagnosen 

vor. Dem ärztlichen Bericht ist hinsichtlich der einzelnen Diagnosen nicht 

zu entnehmen, ob eine Verbesserung oder Heilung der gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen des Privatklägers zu erwarten ist und falls ja, zu 

welchem Zeitpunkt und mit welcher Wahrscheinlichkeit eine solche 

eintreten kann. So wird unter "Procedere" im Hinblick auf die Harn-

inkontinenz festgehalten, dass mögliche operative Therapieverfahren 

besprochen würden, sollten keine ausreichenden Verbesserungen 

eintreten, was den Schluss zulässt, dass Therapiemöglichkeiten bestehen 

und eine Besserung des Zustands möglich ist. Gesagtes gilt für die 

diagnostizierte erektile Dysfunktion, wozu festgehalten wird, dass ein 

Orgasmusgefühl und eine Ejakulation durch den Privatkläger verneint 

würden, was wiederum darauf schliessen lässt, dass eine Besserung 

denkbar ist, andernfalls sich die diesbezügliche Nachfrage beim Privat-

kläger als sinnlos erweisen würde. Nachdem die Besserungs- bzw. 

Heilungsmöglichkeiten im Hinblick auf die einzelnen Diagnosen nicht als 

gerichtsnotorisch vorausgesetzt werden können, ergibt sich für das 

Obergericht nicht, ob und wie sich der Zustand des Privatklägers zukünftig 

entwickeln wird, so dass weder der Basisbetrag festgelegt noch den 

Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung getragen werden kann, wie das 

für die Festsetzung der Genugtuung nach der Zweiphasen-Methode 

erforderlich wäre. Nach dem Gesagten ist die Genugtuungsforderung auf 

den Zivilweg zu verweisen. 

 

 - 26 - 

 

 

10. 

10.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschul-

digte unterliegt im Berufungsverfahren vollständig, weshalb er die Kosten 

vor Obergericht zu tragen hat (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). Die 

Gerichtsgebühr ist gemäss § 18 Abs. 1 VKD für beide Verfahren (mit 

SST.2022.185) auf Fr. 4'000.00 und vorliegend somit auf die Hälfte von 

Fr. 2'000.00 festzusetzen.  

 

10.2. 

Zufolge des Schuldspruchs hat der Beschuldigte seine Parteikosten für das 

Berufungsverfahren bis zur Bestellung der amtlichen Verteidigung selber 

zu tragen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO e contrario). Dem amtlichen Ver-

teidiger ist gestützt auf seine Kostennote eine Entschädigung von 

Fr. 3'607.05 (inkl. Auslagen und MWST) auszurichten.  

 

10.3. 

Die unentgeltliche Rechtsbeiständin des Privatklägers ist für das Beruf-

ungsverfahren gestützt auf die von ihr eingereichte Kostennote mit 

Fr. 2'769.95 (die Hälfte von Fr. 5'539.85) aus der Staatskasse zu 

entschädigen (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT). 

 

Der Beschuldigte befindet sich nicht in günstigen wirtschaftlichen 

Verhältnissen, weshalb er die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung 

des Privatklägers nicht zu tragen hat (Art. 426 Abs. 4 StPO). 

 

11. 

11.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). 

 

11.2. 

Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen und hat damit die folgenden 

Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens zu tragen (Art. 426 Abs. 1 StPO):  

 

Anklagegebühr Fr. 1'050.00 

Untersuchungskosten Fr. 3'941.10 

Gerichtskosten Fr. 1'500.00 

Zeugenentschädigung H._____ Fr. 40.30 

Total Fr. 6'531.40 

 

Die auf den Beschuldigten entfallenden erstinstanzlichen Gerichtskosten 

betragen Fr. 6'531.40, da die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 3'000.00, 

die Zeugenentschädigung von Fr. 80.55 und die Untersuchungskosten von 

 - 27 - 

 

 

Fr. 7'882.20 dem Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten J._____ je 

hälftig aufzuerlegen sind. 

 

Zufolge des Schuldspruchs hat der Beschuldigte seine Parteikosten für das 

erstinstanzliche Verfahren selber zu tragen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO e 

contrario).  

 

11.3. 

Die Privatkläger, denen die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde und 

die deshalb keine Anwaltskosten zu tragen haben, erleiden keinen 

Schaden und können somit keinen Anspruch auf eine Entschädigung 

zulasten der beschuldigten Person gemäss Art. 433 StPO geltend machen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_234/2013 vom 8. Juli 2013). Zufolge 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Wirkung ab 4. April 2022 

wird die vorinstanzliche Gerichtskasse angewiesen, der unentgeltlichen 

Rechtsbeiständin eine Entschädigung von Fr. 2'096.60 auszurichten. 

 

Für die vor der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege entstandenen 

notwendigen Aufwendungen ist dem Privatkläger eine angemessene 

Entschädigung zuzusprechen (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO), wobei er eine 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 30'500.50 geltend macht (GA OGer 

act. 71 ff.). Von der geltend gemachten Entschädigung von insgesamt 

91 Stunden und 39 Minuten (vgl. Honorarnote vom 21. Juni 2022 [GA OGer 

act. 71 ff.]) sind zunächst 16 ½ Stunden für die erbrachten Leistungen seit 

dem 4. April 2022 in Abzug zu bringen, zumal diese Aufwendungen bereits 

durch die unentgeltliche Rechtspflege erfasst werden, womit ein 

Zwischentotal von 75 Stunden und 6 Minuten resultiert. Im Weiteren ist die 

geltend gemachte Entschädigung nicht zu beanstanden, wobei es 

anzumerken gilt, dass der Privatkläger im gemeinsam geführten 

Untersuchungsverfahren betreffend den Mitbeschuldigten J._____ 

ebenfalls durch Rechtsanwältin Brigitta Brunner vertreten wurde, wobei die 

(nahezu) identischen Aufwendungen angefallen sind bzw. geltend gemacht 

werden (vgl. Honorarnote vom 21. Juni 2022 im Verfahren SST.2022.185 

[GA OGer act. 71 ff.]). Es anerbietet sich daher, den Gesamtaufwand für 

beide Beschuldigten (C._____ und J._____) auf 75 Stunden und 6 Minuten 

festzusetzen, wobei der Aufwand im Zusammenhang mit dem 

Beschwerdeverfahren gegen die Einstellungsverfügung betreffend den 

Mitbeschuldigten J._____ zusätzlich zu entschädigen ist. Hierfür macht der 

Privatkläger - mit Honorarnote vom 21. Juni 2022 im Verfahren 

SST.2022.185 - einen Aufwand von 4 Stunden und 30 Minuten geltend, 

was angemessen erscheint. Insgesamt sind dem Privatkläger folglich 

Aufwendungen von 79 Stunden und 36 Minuten zu entschädigen, wobei 

die Hälfte und somit 39 Stunden und 48 Minuten auf den Beschuldigten 

entfällt. Der Stundenansatz ist auf Fr. 220.00 festzusetzen (§ 9 Abs. 2bis 

i.V.m. § 3 AnwT). Hinzu kommen die pauschalisierten (§ 13 AnwT) und 

praxisgemäss auf 3 % zu veranschlagenden Auslagen sowie die 

 - 28 - 

 

 

gesetzliche Mehrwertsteuer, woraus eine Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 9'713.10 resultiert. 

  

12. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 

 
   

Das Obergericht erkennt 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung 

durch Unterlassen gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 11 Abs. 1 StGB. 

 

2.  

Der Beschuldigte wird gestützt auf die in Ziff. 1 erwähnte Bestimmung 

sowie Art. 34 StGB und Art. 47 StGB zu 150 Tagessätzen à Fr. 40.00, d.h. 

Fr. 6'000.00, verurteilt. 

 

3. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. 

Die Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 

 

4. (in Rechtskraft) 

Die beschlagnahmte Plastikfolie wird eingezogen und vernichtet. 

 

5. 

5.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Entschädigung 

für seine Anwaltskosten in der Höhe von Fr. 9'713.10 zu bezahlen. 

 

5.2. 

Im Übrigen wird die Zivilforderung auf den Zivilweg verwiesen. 

 

6. 

6.1. 

Der Beschuldigte hat die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in Höhe von 

Fr. 6'531.40 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'050.00) zu tragen. 

 

6.2. 

Der Beschuldigte trägt seine Kosten vor Vorinstanz selber. 

 

6.3. (in Rechtskraft) 

Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Zivil- und Strafklägers, 

lic. iur. Brigitta Brunner, Rechtsanwältin, Baden, wird [für das 

 - 29 - 

 

 

erstinstanzliche Verfahren] eine Entschädigung von Fr. 2'096.60 

(inkl. Auslagen von Fr. 56.70 und MWST von Fr. 149.90) zu Lasten der 

Staatskasse zugesprochen und die Gerichtskasse Baden angewiesen, die 

Auszahlung vorzunehmen. 

 

Von einer Rückforderung der Kosten vom Zivil- und Strafkläger wird 

gestützt auf Art. 30 Abs. 3 OHG abgesehen. 

 

7. 

7.1. 

Die Kosten für das Berufungsverfahren, bestehend aus einer 

Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00 und den Auslagen von Fr. 228.00, 

zusammen Fr. 2'228.00, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Der Beschuldigte trägt seine Kosten vor Obergericht bis zur Bestellung der 

amtlichen Verteidigung selber.  

 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger eine 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 3'607.05 (inkl. MWST und Auslagen) 

auszurichten.  

 

8. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der unentgeltlichen Vertreterin 

des Privatklägers, Rechtsanwältin Brigitta Brunner, für das Berufungs-

verfahren eine Entschädigung von Fr. 2'769.95 (inkl. MWST und Auslagen) 

auszurichten. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

 - 30 - 

 

 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
    

Aarau, 18. Dezember 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:     Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

Plüss      Gasser