# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b433ebe2-c7b9-5e45-a9c8-d3ed48f42d85
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 12.03.2010 110 2009 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2009-152_2010-03-12.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

RA Nr. 110/2009/152 Bern, 12. März 2010

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Heimberg, Gemeindeverwaltung, Alpenstrasse 26, 
Postfach 271, 3627 Heimberg

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Heimberg vom 
23. Oktober 2009 (Baugesuch Nr. 928/2008-0029; Auflage zur Katzenhaltung)

I. Sachverhalt

1. Mit Schreiben vom 25. März 2008 forderte die Gemeinde Heimberg die 

Beschwerdeführenden auf, für zwei bestehende Sichtschutzwände sowie eine 

Gartenumzäunung bis zum 25. April 2008 ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Im 

Rahmen des Baubewilligungsverfahrens werde ausserdem zu prüfen sein, ob die 

Katzenhaltung der Beschwerdeführenden zonenkonform sei. Die Beschwerdeführenden 

reichten am 20. April 2008 ein nachträgliches Baugesuch bei der Gemeinde ein für die auf 

Parzelle Heimberg Grundbuchblatt Nr. D.________ vorgenommenen Arbeiten. Die Parzelle 

2

liegt in der Hangbauzone H. Das Baugesuch wurde am 22. und 29. Mai 2008 publiziert. Mit  

Schreiben vom 12. März 2009 teilte die Gemeinde den Beschwerdeführenden mit, dass sie 

dem Bauvorhaben den Bauabschlag werde erteilen müssen. Daraufhin reichten die 

Beschwerdeführenden am 3. Juni 2009 eine Projektänderung ein. Mit Bauentscheid vom 

23. Oktober 2009 erteilte die Gemeinde den Beschwerdeführenden die Baubewilligung 

unter Auflagen.

2. Gegen diesen Entscheid reichten die Beschwerdeführenden am 20. November 2009 

Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie 

beantragen, die mit der Baubewilligung vom 23. Oktober 2009 verbundenen Auflagen 

Ziff. 2.1 bis 2.3 seien aufzuheben.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch. Die Einsprecher vor der Vorinstanz verzichteten stillschweigend 

auf die Beteiligung am weiteren Verfahren. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der 

Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher 

im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 

Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden sind durch die Auflagen im vorinstanzlichen 

Bauentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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2. Zulässigkeit der Auflagen

a) Die Beschwerdeführenden halten auf ihrem Grundstück acht Katzen. Dazu kommen 

pro Jahr ein bis zwei Würfe von je rund ein bis drei Jungtieren, welche jeweils weggegeben 

werden. Die Katzen führen seit Längerem zu Unstimmigkeiten mit den Nachbarn (vgl. 

„Protokoll des Orientierungsabends“ vom 18. November 2005). Die Beschwerdeführenden 

errichteten auf dem Balkon seitlich je eine hölzerne Sichtschutzwand sowie eine 1,45 m 

hohe Gartenumzäunung, welche gleichzeitig als Tiergehege dienen sollte. Anlässlich einer 

Projektänderung einigten sich die Beteiligten darauf, die Sichtschutzwände in einer Metall-

Glaskonstruktion auszuführen. Die Beschwerdeführenden reduzierten zudem die Höhe der 

Gartenumzäunung auf 1,20 m, so dass diese nicht mehr der Bewilligungspflicht unterlag. In 

ihrem Bauentscheid vom 23. Oktober 2009 bewilligte die Gemeinde die Haltung von 

maximal acht Katzen gleichzeitig, die Aufzucht von ca. zwei Würfen pro Jahr sowie die 

Sichtschutzwände gemäss Projektänderung, unter Vorbehalt der folgenden, von den 

Beschwerdeführenden angefochtenen Auflagen:

2.1 Der freie Auslauf ausserhalb des Gebäudes oder eines Geheges darf jeweils nur zwei 

Katzen gleichzeitig gewährt werden.

2.2 Der gleichzeitige Aufenthalt von mehr als zwei Katzen im Freien darf nur in einem 

vollständig geschlossenen und ausbruchsicheren Gehege erfolgen, das nach 

Anweisung einer Fachstelle auszuführen ist (baubewilligungspflichtig).

2.3 Sollte der Balkon weiterhin als Auslauf für die Katzen benutzt werden, sind 

Absperrvorrichtungen so anzubringen, dass jegliches Umgehen oder Überklettern der 

Sicht- und Wetterschutzwände durch die Katzen ausgeschlossen ist.

Die Beschwerdeführenden rügen, die genannten Auflagen seien unzulässig. Der Gegen-

stand des Baubewilligungsverfahrens sei durch den Inhalt des Baugesuchs vorgegeben. 

Das Baugesuch habe lediglich den Bau von zwei Sichtschutzwänden beinhaltet und nicht 

die Frage der Katzenhaltung. Die Sichtschutzwände entsprächen den gesetzlichen 

Anforderungen, die Auflagen seien deshalb rechtswidrig. Es bestehe kein enger sachlicher 

Zusammenhang zwischen den Sichtschutzwänden und der Katzenhaltung, eine 

Verbindung der beiden Punkte sei damit nicht zulässig. 

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Die Gemeinde macht geltend, die Beschwerdeführenden seien bereits im Schreiben vom 

25. März 2008 darauf hingewiesen worden, dass auch die Katzenhaltung Gegenstand des 

baupolizeilichen Verfahrens sei. Die Frage der Zonenkonformität der Katzenhaltung im 

vorliegenden Fall sei öffentlich-rechtlicher Natur. Die Gemeinde habe sie von Amtes wegen 

abzuklären. 

b) Baubewilligungen können mit Bedingungen oder Auflagen verknüpft werden (Art. 38 

Abs. 3 BauG3). Bedingungen sind entweder Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, 

damit die Baubewilligung genutzt werden darf (Suspensivbedingung), oder Vorbehalte, 

deren Eintritt den Wegfall der Bewilligung zur Folge hat (Resolutivbedingung). Auflagen 

sind Pflichten, die mit einer Baubewilligung verbunden sind. Die Nichterfüllung einer 

Auflage berührt die Geltung der Baubewilligung nicht, kann aber baupolizeiliche 

Massnahmen – insbesondere die Ersatzvornahme – und Bestrafung nach sich ziehen.4 Die 

Bedingungen und Auflagen müssen in einem engen sachlichen Zusammenhang zur 

erteilten Baubewilligung stehen. 

c) Im vorliegenden Fall war von Anfang an klar, dass der eigentliche Gegenstand des 

Verfahrens die Katzenhaltung der Beschwerdeführenden bzw. die damit verbundenen 

Immissionen auf die Nachbargrundstücke ist (vgl. beispielsweise „Protokoll des 

Orientierungsabends“ vom 18. November 2005, Foto pag. 2, Schreiben Gemeinde 

Heimberg vom 25. März 2008 und 12. März 2009, Schreiben der Beschwerdeführenden 

vom 25. März 2009). Die Sichtschutzwände und das Gehege im Garten der 

Beschwerdeführenden waren erstellt worden, damit die Katzen nicht mehr, 

beziehungsweise nur noch kontrolliert auf die Nachbargrundstücke gelangen können. Die 

Auflagen im Bauentscheid vom 23. Oktober 2009 verfolgen denselben Zweck. Sie stehen 

damit in einem engen sachlichen Zusammenhang mit dem Bauvorhaben und sind 

grundsätzlich zulässig.

3. Verhältnismässigkeit der Auflagen

3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Auflage, Band I, Bern 2007, 
Art. 29 N. 1

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a) Die Beschwerdeführenden rügen, ihre Katzenhaltung sei zonenkonform und dürfe 

deshalb nicht eingeschränkt werden. Selbst wenn man die Auflagen als zulässig erachten 

wolle, seien diese rechtswidrig. Die Beschränkung des freien Auslaufs führe nicht zu einer 

Reduktion, sondern höchstens zu einer Staffelung der Immissionen und sei praktisch nicht 

durchführbar. Die Haltung der Katzen in einem geschlossenen Gehege verstosse gegen 

Art. 80 Abs. 4 TSchV5. Das Anbringen zusätzlicher Absperrvorrichtungen auf dem Balkon 

sei nicht notwendig, um den Zutritt zu den Nachbarbalkonen zu versperren, und damit 

unverhältnismässig.

Die Gemeinde macht geltend, die Liegenschaft der Beschwerdeführenden liege in 

verdichtetem Baugebiet, weshalb strengere Massstäbe bezüglich der Tierhaltung 

anzuwenden seien. Die Haltung von drei bis vier Katzen pro Familie sei angemessen. Mit 

den Auflagen könne von einer Beschränkung der maximal zulässigen Anzahl Katzen 

abgesehen werden. Die Beschränkung des freien Auslaufs schütze die 

Nachbarliegenschaften vor einer gleichzeitigen, übermässigen „Katzeninvasion“. Die 

Haltung der Katzen in einem geschlossenen Gehege verstosse nicht gegen die 

Tierschutzbestimmungen, sofern das Gehege eine ausreichende Grösse aufweise. Zudem 

sei ein zeitweiliger Auslauf gewährleistet. Die Auflage betreffend zusätzliche 

Absperrvorrichtungen komme erst zur Anwendung, wenn sich die bestehenden 

Sichtschutzwände tatsächlich als nicht ausreichend erweisen sollten.

b) Der Gesuchsteller, dessen Bauvorhaben den gesetzlichen Anforderungen entspricht, 

hat grundsätzlich Anspruch auf eine unbefristete, unwiderrufliche, bedingungslose und 

unbelastete Baubewilligung. Ihre Nutzung unterliegt lediglich den Bedingungen und 

Auflagen, die von Gesetzes wegen allgemein für solche Bewilligungen gelten.

Wenn ein Bauvorhaben den gesetzlichen Anforderungen klar nicht entspricht, kann der 

Mangel nicht mit Bedingungen oder Auflagen geheilt werden. Bedingungen und Auflagen 

zu einer Baubewilligung kommen daher nur bei Bauvorhaben in Betracht, die je nach ihrer 

Gestaltung oder Einrichtung oder je nach der Art der Nutzung oder Betriebsführung 

gesetzeskonform oder gesetzwidrig sein können. Bedingungen und Auflagen sind in 

solchen Fällen das Mittel dazu, die gesetzwidrigen Auswirkungen zu verhindern. Insoweit 

sind sie gegenüber der Alternative des Bauabschlags das mildere Mittel.6 

5 Tierschutzverordnung vom 23. April 2008 (TSchV; SR 455.1)
6 Zaugg/Peter, Art. 38 N. 15a

6

Nebenbestimmungen müssen dabei in jedem Fall verhältnismässig sein. Verhältnismässig 

ist eine Nebenbestimmung nur dann, wenn sie zum Erreichen des angestrebten Ziels 

erforderlich, geeignet und für den Bauherrn zumutbar ist.

c) Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage, ob die Katzenhaltung der 

Beschwerdeführenden zonenkonform ist.7 Das Grundstück der Beschwerdeführenden liegt 

in der Hangbauzone H. Diese ist der Wohnnutzung vorbehalten (Art. 43 Abs. 1 GBR8). 

Der Begriff der Wohnnutzung wird in zwei Aspekte unterteilt. Einerseits stellt sich die 

Frage, welche Nutzungen überhaupt als Wohnen gelten, anderseits ist zu entscheiden, 

welche mit dem Wohnen verbundenen Aspekte zulässig beziehungsweise zu dulden sind.9 

Unbestritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführenden die Liegenschaft zu 

Wohnzwecken nutzen. Unter dem Titel der mit dem Wohnen verbundenen Aspekte sind 

beispielsweise Geruchs- und Lärmimmissionen sowie Freizeitaktivitäten zu beurteilen. In 

diese Kategorie fällt auch die hobbymässige Tierhaltung. Die hobbymässige Tierhaltung 

weniger Haustiere ist in der Regel zonenkonform. Für die Abgrenzung zwischen 

zonenkonformer und nicht mehr zonenkonformer Haustierhaltung sind in jedem Fall die 

konkreten Umstände massgeblich, wie beispielsweise Art und Anzahl der Haustiere, 

erforderliche Bauten für Gehege, Stallungen o.ä., ländliches oder städtisches Umfeld, 

Siedlungsdichte sowie mit der Tierhaltung verbundene Immissionen. So ist davon 

auszugehen, dass das Halten von acht Katzen auf einem Bauernhof als nicht 

aussergewöhnlich, in dicht besiedeltem Gebiet hingegen als problematisch einzustufen 

ist.10 Immissionen entstehen bei der Katzenhaltung vor allem dadurch, dass Katzen bei 

freiem Auslauf auch Nachbargrundstücke und -gebäude aufsuchen, ihr Revier markieren 

und Kot hinterlassen, allenfalls auch Gartenanlagen und Mobiliar beschädigen. Ein 

gewisses Mass solcher Immissionen auf Nachbargrundstücken ist zu dulden.

7 Für Rechtsprechung zur Zonenkonformität von Tierhaltung vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 31 c) 
8 Baureglement der Einwohnergemeinde Heimberg
9 Entscheid der BVE Nr. 120/2004/7 vom 26. Mai 2004, E. 3a
10 Das Bundesgericht hat in einem Entscheid vom 5. Oktober 1977 (in: ZBl 1978, S. 34 ff.) festgehalten, dass 
das Halten von 60 Katzen auf einem Grundstück am Rande einer ländlichen Wohnzone unzulässig sei und 
dass die Behörden, welche den zulässigen Tierbestand auf fünf Katzen festgesetzt hatten, ihr Ermessen 
korrekt ausgeübt hätten.

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Das Grundstück der Beschwerdeführenden liegt in einer ländlichen Gemeinde, aber in 

einer Siedlung mit verdichteter Überbauung, welche vor allem aus Reihenhäusern besteht. 

Aufgrund der verdichteten Bauweise erreichen die durch die Tierhaltung auf 

Nachbargrundstücken anfallenden Emissionen wesentlich schneller einen nicht mehr 

zonenkonformen Rahmen, als dies zum Beispiel in einem Quartier mit Einfamilienhäusern 

und relativ lockerer Bebauung der Fall wäre. Das Halten von ein bis zwei Katzen in einem 

Teil der Haushalte dürfte typisch sein. Die Gemeinde Heimberg erachtet in ihrer 

Stellungnahme drei bis vier Katzen pro Familie als zonenkonform. Dieser Wert dürfte die 

oberste Grenze dessen bezeichnen, was in einer verdichteten Siedlung als zonenkonform 

bezeichnet werden kann, es ist allerdings kein Grund ersichtlich, weshalb der Einschätzung 

der Gemeinde nicht gefolgt werden sollte.

Das Halten von acht Katzen zuzüglich zweier Würfe pro Jahr führt jedenfalls zu 

Immissionen, welche nicht mehr zonenkonform sind. Katzenhaltung in diesem Umfang 

ohne zusätzliche Massnahmen wäre nicht bewilligungsfähig, zur Wiederherstellung eines 

zonenkonformen Zustandes müssten Tiere weggegeben werden. Die Immissionen 

entstehen vor allem dadurch, dass die Katzen Nachbargrundstücke betreten. Sofern diese 

Immissionen durch geeignete Nebenbestimmungen auf ein zonenkonformes Mass 

reduziert werden können, kann die Katzenhaltung bewilligt werden, ohne dass Tiere 

weggegeben werden müssen.

Nicht relevant ist vorliegend, ob die Katzenhaltung als gewerbsmässig eingestuft werden 

muss oder nicht. Die Immissionen auf Nachbargrundstücke entstehen durch die Anzahl der 

Katzen, nicht durch den allenfalls gewerbsmässigen Handel mit den Jungkatzen. Auch die 

nicht gewerbsmässige Tierhaltung muss zonenkonform sein.

d) Die Auflage 2.1 sieht vor, dass der freie Auslauf ausserhalb des Gebäudes oder 

eines Geheges jeweils nur zwei Katzen gleichzeitig gewährt werden darf. Die Auflage 

bewirkt, dass weniger Katzen gleichzeitig im Freien sind und sich die Dauer des freien 

Auslaufs pro Katze reduziert. Auf diese Weise können die Immissionen auf 

Nachbargrundstücke verringert werden. 

Die Gemeinde hat in ihrer Stellungnahme festgehalten, dass drei bis vier Katzen pro 

Familie als zonenkonform gelten können. Es ist davon auszugehen, dass sich Hauskatzen 

in der Regel nicht ununterbrochen im Freien aufhalten. Bei einer maximalen Anzahl Tiere 

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von vier Katzen pro Haushalt werden sich also kaum je mehr als drei Katzen gleichzeitig im 

Freien aufhalten. Es erscheint deshalb als gerechtfertigt, wenn gleichzeitig maximal drei 

Katzen freien Auslauf haben. Die Auflage 2.1 wird entsprechend angepasst. Den 

Beschwerdeführenden kann zugemutet werden, den freien Auslauf der Katzen 

entsprechend zu organisieren.

e) Die Auflage 2.2 sieht vor, dass der gleichzeitige Aufenthalt von mehr als zwei Katzen 

im Freien nur in einem vollständig geschlossenen und ausbruchsicheren Gehege erfolgen 

darf, das nach Anweisung einer Fachstelle auszuführen ist (baubewilligungspflichtig). Die 

Auflage 2.2. ist entsprechend der Auflage 2.1 anzupassen, d.h. es dürfen sich nicht mehr 

als drei Katzen gleichzeitig ausserhalb eines Geheges im Freien aufhalten. 

Die Auflage kommt nur zur Anwendung, wenn die Beschwerdeführenden mehr als drei 

Katzen gleichzeitig Auslauf im Freien gewähren wollen. Es steht den 

Beschwerdeführenden frei, diejenigen Katzen, welche sich nicht gemäss Auflage 2.1 im 

Freien befinden, ausschliesslich in ihrer Wohnung und auf dem Balkon zu halten. Diesfalls 

ist das Erstellen eines Geheges nicht nötig. Falls die Beschwerdeführenden die übrigen 

Katzen ebenfalls im Freien halten möchten, ist die Erstellung eines ausbruchsicheren 

Geheges erforderlich. Die bisherigen Vorkehren der Beschwerdeführenden haben nicht 

ausgereicht, um die Immissionen auf die Nachbargrundstücke zu reduzieren. Insbesondere 

haben die Katzen die Gartenumzäunung von 1,45 m Höhe offenbar problemlos 

überwunden. Ein geschlossenes Gehege ist erforderlich, damit sich die Katzen nicht 

beliebig auf andern Grundstücken aufhalten können und damit die Auflage 2.1, wonach 

maximal drei Katzen gleichzeitig freien Auslauf haben, durchgesetzt werden kann.

Die Auflage 2.1 in Verbindung mit der Auflage 2.2. verstösst nicht gegen 

Tierschutzbestimmungen. Art. 80 Abs. 4 TSchV sieht vor, dass sich Katzen, welche in 

einem Gehege gehalten werden, während mindestens fünf Tagen pro Woche zeitweise 

ausserhalb desselben müssen bewegen können. Vorliegend können sich die Katzen 

zusätzlich zum beschränkten Auslauf im Freien im Haus der Beschwerdeführenden und 

auf deren Balkon aufhalten. Ausserdem führt die Anpassung von Auflage 2.1, wonach statt 

zwei gleichzeitig drei Katzen ins Freie gelassen werden dürfen, zu einer entsprechenden 

Erleichterung für die Beschwerdeführenden.

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f) Die Auflage 2.3 sieht vor, dass auf dem Balkon Absperrvorrichtungen so anzubringen 

sind, dass jegliches Umgehen oder Überklettern der Sicht- und Wetterschutzwände durch 

die Katzen ausgeschlossen ist, sofern der Balkon weiterhin als Auslauf für die Tiere 

benutzt werden sollte.

Die Auflage 2.3 aktualisiert sich erst, wenn sich tatsächlich erweisen sollte, dass die 

Katzen trotz der Sichtschutzwände vom Balkon der Beschwerdeführenden auf 

Nachbargrundstücke gelangen können. Zur Durchsetzung der Auflage 2.1. wären diesfalls 

Massnahmen erforderlich, welche dies verhindern.

g) Die Auflagen im Bauentscheid vom 23. Oktober 2009 stehen in engem sachlichem 

Zusammenhang mit dem Bauvorhaben. Die Haltung von acht Katzen in einer Siedlung mit 

verdichteter Überbauung kann nur bewilligt werden, wenn die Immissionen auf 

Nachbargrundstücke auf ein zonenkonformes Mass beschränkt werden. Die Auflagen 2.1. 

bis 2.3. sind geeignet, diese Immissionen zu reduzieren. Sie sind erforderlich und 

zumutbar, und damit verhältnismässig. Die Auflagen werden dahingehend angepasst, dass 

gleichzeitig drei statt zwei Katzen der freie Auslauf gewährt werden darf.

4. Kosten

a) Die Grundsätze der Kostenverlegung sind in Art. 108 VRPG11 geregelt. Demnach 

werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das 

prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen 

Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei 

diesem Verfahrensausgang gelten die Beschwerdeführenden als unterliegend.

Die Kosten für das Verfahren vor der BVE werden auf Fr. 600.- festgesetzt (Art. 19 Abs. 1 

GebV12). 

b) Die Beschwerdeführenden haben als unterliegende Partei keinen Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten (Art. 108 Abs. 3 VRPG).

11 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21)
12 Verordnung über die Gebühren der Kantonsverwaltung vom 22. Februar 1995 (GebV; BSG 154.21)

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Heimberg vom 

23. Oktober 2009 wird wie folgt geändert:

Auflage 2.1 Der freie Auslauf ausserhalb des Gebäudes darf jeweils nur drei Katzen 

gleichzeitig gewährt werden.

Auflage 2.2 Der gleichzeitige Aufenthalt von mehr als drei Katzen im Freien darf nur in einem 

vollständig geschlossenen und ausbruchsicheren Gehege erfolgen, das nach 

Anweisung einer Fachstelle auszuführen ist (baubewilligungspflichtig).

Im Übrigen wird der Bauentscheid der Gemeinde Heimberg bestätigt. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt C.________, mit Gerichtsurkunde

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Heimberg, Gemeindeverwaltung, mit 

Gerichtsurkunde

- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, zur Kenntnis, B-Post

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer, Regierungsrätin