# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc3885d6-28e4-5e7e-908b-8a4df3cc7fe9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 10.07.2014 HG120238
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG120238_2014-07-10.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    

 
 

Geschäfts-Nr.: HG120238-O U/ei 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Dr. Claudia Bühler, die 

Handelsrichter Erwin Scheidegger, Erich Just und Peter Schweizer 

sowie der Gerichtsschreiber Zeno Schönmann 

 

Urteil vom 10. Juli 2014 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Klägerin 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

substituiert durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____,  

 

betreffend Aberkennung 
 

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Inhaltsübersicht 
 
Sachverhalt und Verfahren .................................................................................. 4 
A. Sachverhaltsübersicht .................................................................................... 4 

a. Parteien ........................................................................................................... 4 
b. Prozessgegenstand ......................................................................................... 4 

B. Prozessverlauf ................................................................................................. 5 
a. Klageeinleitung ................................................................................................ 5 
b. Wesentliche Verfahrensschritte ....................................................................... 5 

 
Erwägungen .......................................................................................................... 6 
1. Formelles........................................................................................................... 6 

1.1. Zweck und Rechtsnatur der Aberkennungsklage ......................................... 6 
1.2. Zuständigkeit ................................................................................................ 6 

1.2.1. Örtliche Zuständigkeit .......................................................................... 6 
1.2.2. Sachliche Zuständigkeit ....................................................................... 8 

1.3. Voraussetzungen zur Begründung des Rechtsschutzinteresses für die 
Aberkennungsklage ............................................................................................. 8 
1.4. Einhaltung der Frist für die Erhebung der Aberkennungsklage .................... 9 
1.5. Weitere Prozessvoraussetzungen ................................................................ 9 
1.6. Anwendbares Recht ..................................................................................... 9 

2. Anspruch der Beklagten gegen die Klägerin aus Vertrag........................... 10 
2.1. Unbestrittener Sachverhalt ......................................................................... 10 
2.2. Streitpunkte ................................................................................................ 10 
2.3. Rechtliches ................................................................................................. 11 

2.3.1. Vollkommen zweiseitiger Vertrag ....................................................... 11 
2.3.2. Einrede des nicht oder nicht gehörig erfüllten Vertrags (Art. 82 OR) . 11 
2.3.3. Schuldanerkennung ........................................................................... 11 
2.3.4. Tatsächlicher Konsens und Auslegung eines Vertrags nach dem 
Vertrauensprinzip ......................................................................................... 12 
2.3.5. Verknüpfung von Behauptungen und Beweismitteln .......................... 14 

2.4. Subsumtion ................................................................................................ 15 
2.4.1. Ausgangslage .................................................................................... 15 
2.4.2. Auslegung nach dem Vertrauensprinzip ............................................ 15 

2.4.2.1. Aus dem Englischen übersetzter wesentlicher Inhalt des 
"Settlement Agreements" (act. 2/3) ...................................................... 15 
2.4.2.2. Grammatikalische Auslegung ................................................. 17 
2.4.2.3. Berücksichtigung des Zwecks und der Vertragsumstände ..... 18 

2.5. Fazit ........................................................................................................... 19 
3. Teilweiser Untergang der ursprünglichen beklagtischen Forderung durch 
Erfüllung .............................................................................................................. 19 
4. Kein Untergang der streitgegenständlichen Forderung durch Kündigung 
des "Settlement Agreements" ........................................................................... 20 
5. Kein Untergang der streitgegenständlichen Forderung durch 
Verrechnung ....................................................................................................... 20 

5.1. Streitpunkte ................................................................................................ 20 
5.2. Rechtliches ................................................................................................. 21 

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5.2.1. Einreden und Einwendungen bei einem Schuldbekenntnis ............... 21 
5.2.2. Voraussetzungen für die Verrechnung von Forderungen ................... 21 
5.2.3. Mögliche Grundlagen für einen vertraglichen Anspruch auf 
Geldzahlung ................................................................................................. 22 
5.2.4. Beweislast .......................................................................................... 23 
5.2.5. Behauptungs- und Substantiierungslast ............................................. 24 
5.2.6. Schadensschätzung gemäss Art. 42 Abs. 2 OR ................................ 25 

5.3. Subsumtion ................................................................................................ 26 
5.3.1. Verzicht auf Einreden und Einwendungen aus dem "Manufacturing 
Agreement" durch Abschluss des "Settlement Agreements" ....................... 26 
5.3.2. Forderungen der Klägerin .................................................................. 27 

5.3.2.1. Pönalen aus Lieferverzögerung .............................................. 27 
5.3.2.2. Minderwert wegen Lieferverzögerungen und 
Qualitätsproblemen.............................................................................. 29 
5.3.2.3. Verlust aus Blockade des Test Systems ("test bench") .......... 31 
5.3.2.4. Gewinnausfall aus Nichtausführung von Bestellungen ........... 34 
5.3.2.5. Weiterer Schadenersatzanspruch (Geheimhaltung) ............... 36 
5.3.2.6. Zwischenfazit .......................................................................... 37 

5.3.3. Keine Verrechnung mangels Bestands klägerischer Forderungen .... 37 
5.4. Fazit ........................................................................................................... 37 

6. Zusammenfassung ......................................................................................... 37 
7. Prozesskosten ................................................................................................ 38 
 

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Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 1; act. 38 S. 2) 

" Es sei festzustellen, dass die in Betreibung gesetzte Forderung in der 
Höhe von CHF 1'908'765.67 nebst Zins zu 5 % seit dem 1. August 
2011, Betreibung Nr. … (Zahlungsbefehl vom 9. Juli 2012), des 
Betreibungsamtes Zürich 3 nicht besteht. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten." 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien 

Bei der Klägerin handelt es sich um eine nach schweizerischem Recht 

gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich. Sie bezweckt gemäss dem 

Auszug aus dem Handelsregister neben der Projektierung, Entwicklung und 

Fabrikation von Fernmeldeanlagen auch den Handel mit solchen (act. 3). 

Die Beklagte ist eine nach französischem Recht gegründete Gesellschaft mit 

beschränkter Haftung mit Sitz in …, Frankreich. Sie ist im Bereich der Produktion 

und des Verkaufs von elektronischen und elektrischen Produkten tätig (act. 27 

Rz. 12). 

b. Prozessgegenstand 

Die Parteien schlossen am 29. Mai bzw. 29. Juni 2009 ein "Manufacturing 

Agreement" (act. 2/2) sowie am 26. Juli bzw. 1. August 2011 ein "Settlement 

Agreement" (act. 2/3). Mit letzterem anerkannte die Klägerin, der Beklagten aus 

ersterem EUR 3'173'253.61 zu schulden, und es wurde ein Zahlungsplan 

vereinbart. Ab dem 30. Juni 2012 kam die Klägerin den vereinbarten 

Ratenzahlungen nicht mehr nach. Daraufhin setzte die Beklagte den 

ausstehenden Betrag von (umgerechnet) CHF 1'908'765.67 (samt Zinsen von 

5 % seit 1. August 2011) in Betreibung. Gegen den entsprechenden 

Zahlungsbefehl vom 9. Juli 2012 erhob die Klägerin Rechtsvorschlag (act. 28/8), 

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worauf die Beklagte ein Rechtsöffnungsverfahren einleitete (vgl. act. 28/10). Mit 

Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich vom 27. September 2012 

wurde der Beklagten für den in Betreibung gesetzten Betrag samt Zinsen 

provisorische Rechtsöffnung erteilt (act. 2/1). Die Klägerin klagt im vorliegenden 

Prozess auf Aberkennung dieser Forderung (Art. 83 Abs. 2 SchKG) und stellt sich 

auf den Standpunkt, die beklagtische Forderung sei infolge Verrechnung mit 

klägerischen Gegenforderungen erloschen (act. 1 S. 1; act. 38 Rz. 12). Die 

Beklagte bestreitet das Bestehen von solchen Gegenforderungen (act. 27 

Rz. 38 ff.; act. 43 Rz. 8 ff.). 

B. Prozessverlauf  

a. Klageeinleitung 

Am 2. November 2012 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin ihre Klageschrift 

beim Handelsgericht Zürich ein (act. 1). 

b. Wesentliche Verfahrensschritte 

Mit Verfügung vom 6. November 2012 (Prot. S. 2 f.; act. 4) wurde der Klägerin die 

Leistung eines Vorschusses für die Gerichtskosten auferlegt, welchen sie innert 

der ihr angesetzten Nachfrist (Prot. S. 6; act. 10) leistete (act. 12). Auf 

entsprechenden Antrag der Beklagten hin (act. 15; act. 16/1-2) sowie nach 

Anhörung der Klägerin (Prot. S. 8; act. 17; act. 19) wurde letzterer mit Beschluss 

vom 18. März 2013 sodann Frist angesetzt, um für die Parteientschädigung eine 

Sicherheit zu leisten (Prot. S. 10 f.; act. 22). Nach Leistung dieser Sicherheit 

(act. 24) reichte die Beklagte fristgemäss (Prot. S. 12; act. 25) ihre Klageantwort 

vom 28. Juni 2013 ein (act. 27). Daraufhin wurde mit Verfügung vom 3. Juli 2013 

(Prot. S. 14 f.; act. 31) ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Innert erstreckter 

Frist (act. 35; Prot. S. 16 f.; act. 36) reichte die Klägerin am 12. September 2013 

die Replik (act. 38) bzw. in der Folge die Beklagte innert Frist (Prot. S. 18; act. 40) 

am 15. November 2013 die Duplik (act. 43) ein. Eine Instruktionsverhandlung fand 

nicht statt, nachdem sich auf entsprechende gerichtliche Verfügung hin 

(Prot. S. 19; act. 45) lediglich die Klägerin für die Durchführung einer solchen 

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ausgesprochen hatte (act. 47), während die Beklagte einer 

Instruktionsverhandlung ablehnend gegenüber stand (act. 48). Auf klägerisches 

Verlangen hin (Prot. S. 22 f.; act. 56; act. 59) fand am 10. Juli 2014 eine 

Hauptverhandlung statt, wobei ein am 4. Juli 2014 durch die Klägerin gestelltes 

Gesuch um Verschiebung dieser Verhandlung gleichentags abgewiesen worden 

war (act. 60; Prot. S. 25 ff.; act. 61).  

Beide Parteien reichten lediglich Beilagen-, anstatt Beweismittelverzeichnisse ein 

(act. 1 S. 7; act. 27 S. 21; act. 38 S. 19; act. 43 S. 23). Die Beklagte offeriert 

ausschliesslich Urkunden als Beweise. Die Klägerin nennt mit der Replik indessen 

auch Zeugen und Gutachten als Beweismittel. Entsprechend hätte ihr oblegen, 

ein Verzeichnis für diese Beweismittel einzureichen (Art. 221 Abs. 2 lit. d ZPO). 

Weiterungen erübrigen sich jedoch vor dem Hintergrund, dass ohnehin kein 

Beweisverfahren durchzuführen ist, wie zu zeigen sein wird. 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zweck und Rechtsnatur der Aberkennungsklage 

Die Aberkennungsklage eröffnet einem betriebenen Schuldner die Möglichkeit, 

innert 20 Tagen nach Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung auf dem Weg 

des ordentlichen Prozesses auf Aberkennung der Forderung zu klagen (Art. 83 

Abs. 2 SchKG). Nach herrschender Lehre und Praxis handelt es sich um eine 

materiellrechtliche Klage. Die Aberkennungsklage stellt zwar kein Rechtsmittel 

gegen den Rechtsöffnungsentscheid dar, jedoch werden dessen Wirkungen 

bestätigt oder aufgehoben (D. STAEHELIN, in: BSK SchKG I, Art. 83 N. 13 ff.). 

1.2. Zuständigkeit 

1.2.1. Örtliche Zuständigkeit 

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Sowohl im "Manufacturing Agreement" als auch im "Settlement Agreement" 

sehen die Parteien eine Vereinbarung über die örtliche Zuständigkeit zugunsten 

von Zürich vor (act. 2/2 S. 5; act. 2/3 S. 4). 

Die Klägerin hat ihren Sitz in der Schweiz, während sich der Sitz der Beklagten in 

Frankreich befindet. Damit liegt der Streitsache ein internationales Verhältnis 

zugrunde, weshalb grundsätzlich das Bundesgesetz über das internationale 

Privatrecht zur Anwendung gelangt (Art. 1 Abs. 1 lit. a IPRG). Gemäss Art. 1 Abs. 

2 IPRG haben beim Entscheid über die Zuständigkeit völkerrechtliche Verträge 

jedoch Vorrang.  

Zu prüfen ist die Anwendbarkeit des Übereinkommens über die gerichtliche 

Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in 

Zivil- und Handelssachen vom 30. Oktober 2007 (LugÜ oder Lugano-

Übereinkommen). In zeitlicher Hinsicht verankert Art. 63 Ziff. 1 LugÜ für sämtliche 

Vorschriften des LugÜ – folglich auch für Art. 23 betreffend die 

Gerichtsstandsvereinbarung – das Prinzip der Nichtrückwirkung (BERGER, in: BSK 

Lugano-Übereinkommen, Art. 23 N. 19). Nachdem die Klage nach Inkrafttreten 

des revidierten Luganer Übereinkommens am 1. Januar 2011 erhoben wurde, 

gelangen somit die neurechtlichen Bestimmungen zur Anwendung. Gemäss 

Art. 23 Ziff. 1 LugÜ muss mindestens eine Partei ihren (Wohn-)Sitz (vgl. Art. 60 

LugÜ) in einem LugÜ-Vertragsstaat haben (vgl. GROLIMUND, in: Lugano-

Übereinkommen zum internationalen Zivilverfahrensrecht, SCHNYDER, Zürich/St. 

Gallen 2011, Art. 23 N. 4 zur Erweiterung des Anwendungsbereichs des LugÜ für 

Gerichtsstandsvereinbarungen gegenüber der allgemeinen 

Zuständigkeitsordnung von Art. 2 ff.). Weil sowohl die Schweiz als auch 

Frankreich Vertragsstaaten sind, ist das LugÜ demnach auch in räumlich-

persönlicher Hinsicht anwendbar. Beim Streitgegenstand handelt es sich 

schliesslich um eine Zivil- und Handelssache im Sinne von Art. 1 Ziff. 1 LugÜ, 

womit auch der sachliche Anwendungsbereich des LugÜ gegeben ist. 

Die Voraussetzungen von Art. 23 LugÜ sind vorliegend unbestrittenermassen 

erfüllt. So bestand zwischen den Parteien zum Zeitpunkt des 

Vertragsabschlusses eine Willenseinigung über eine Gerichtsstandsvereinbarung. 

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Das Erfordernis der genügenden Bestimmtheit der Gerichtsstandsvereinbarung ist 

ebenfalls erfüllt, nachdem sich diese im "Manufacturing Agreement" implizit bzw. 

im "Settlement Agreement" ausdrücklich auf Streitigkeiten aus diesen Verträgen 

bezieht (act. 2/2 S. 5; act. 2/3 S. 4). Mit der schriftlichen 

Gerichtsstandsvereinbarung ist weiter die Form eingehalten, und schliesslich liegt 

auch keine (teil-)zwingende Zuständigkeit gemäss Art. 23 Ziff. 5 LugÜ vor.  

Die örtliche Zuständigkeit von Zürich ist somit gegeben. Sie ist ohnehin 

unbestritten geblieben (act. 27 Rz. 8; vgl. Art. 24 LugÜ) und ergibt sich im Übrigen 

auch aus Art. 83 Abs. 2 SchKG (vgl. BGE 130 III 285 E. 5.3.3 zur Vereinbarkeit 

dieser Bestimmung mit dem LugÜ). 

1.2.2. Sachliche Zuständigkeit 

Grundsätzlich ist dasjenige Gericht zur Behandlung der Aberkennungsklage 

sachlich zuständig, welches für eine entsprechende normale materielle Klage 

zuständig wäre (D. STAEHELIN, a.a.O., Art. 83 N. 39). Das Handelsgericht Zürich 

ist demnach – ebenfalls unbestrittenermassen (act. 27 Rz. 8) – auch sachlich 

zuständig (Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). 

1.3. Voraussetzungen zur Begründung des Rechtsschutzinteresses für die 

Aberkennungsklage 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Feststellungsklage 

grundsätzlich nur zuzulassen, wenn der Kläger an der sofortigen Feststellung ein 

schutzwürdiges Interesse hat, welches zwar kein rechtliches zu sein braucht, 

sondern auch bloss tatsächlicher Natur sein kann, aber immerhin erheblich sein 

muss. Diese Voraussetzung ist namentlich gegeben, wenn die 

Rechtsbeziehungen der Parteien ungewiss sind und die Ungewissheit nur durch 

die richterliche Feststellung (und nicht etwa auch durch eine Leistungsklage) 

behoben werden kann (vgl. BGE 120 II 20 E. 3.a mit Hinweisen).  

Bei der Aberkennungsklage begründet die laufende Betreibung das 

Feststellungsinteresse. Eine Aberkennungsklage ist indessen nur möglich, wenn 

der Schuldner Rechtsvorschlag erhoben und der Gläubiger provisorische 

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Rechtsöffnung erhalten hat (D. STAEHELIN, a.a.O., Art. 83 N. 17 f.). Aufgrund der 

beklagtischen Betreibung Nr. … (Zahlungsbefehl vom 9. Juli 2012) des 

Betreibungsamtes Zürich 3 gegen die Klägerin, den durch letztere erhobenen 

Rechtsvorschlag (act. 28/8) und die erteilte provisorische Rechtsöffnung (act. 2/1) 

sind diese Voraussetzungen erfüllt. Das klägerische Feststellungsinteresse für die 

vorliegende Aberkennungsklage ist somit zu bejahen.  

1.4. Einhaltung der Frist für die Erhebung der Aberkennungsklage 

Gemäss Art. 83 Abs. 2 SchKG beträgt die Frist zur Erhebung der 

Aberkennungsklage 20 Tage seit der Rechtsöffnung. Eine zu spät eingereichte 

Aberkennungsklage hat zur Folge, dass die Rechtsöffnung sowie gegebenenfalls 

die provisorische Pfändung eo ipso definitiv werden. Immerhin ist eine solche 

Eingabe als negative Feststellungsklage gemäss Art. 85a SchKG 

entgegenzunehmen 

(D. STAEHELIN, a.a.O., Art. 83 N. 32).  

Vorliegend wurde der Klägerin das Rechtsöffnungsurteil vom 27. September 2012 

(act. 2/1) am 16. Oktober 2012 zugestellt (act. 1 S. 2). Mit ihrer Klageanhebung 

am 2. November 2012 (act. 1 S. 1) hat die Klägerin die 20-tägige Frist gemäss 

Art. 83 Abs. 2 SchKG eingehalten. 

1.5. Weitere Prozessvoraussetzungen 

Die noch nicht erwähnten Prozessvoraussetzungen (wie zum Beispiel die 

Leistung des Vorschusses und der Sicherheit für die Prozesskosten) sind 

ebenfalls erfüllt, weshalb auf die Klage einzutreten ist (vgl. Art. 59 Abs. 1 und 2 

ZPO). 

1.6. Anwendbares Recht 

Beim Vorliegen eines internationalen Sachverhalts unterstehen Verträge in erster 

Linie dem von den Parteien gewählten Recht (Art. 116 Abs. 1 IPRG). Nachdem 

die Parteien im "Manufacturing Agreement" bzw. im "Settlement Agreement" eine 

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Rechtswahl zugunsten des schweizerischen Rechts getroffen haben (act. 2/2 

S. 5; act. 2/3 S. 4), ist dieses anzuwenden. 

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2. Anspruch der Beklagten gegen die Klägerin aus Vertrag 

2.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Der Abschluss des "Manufacturing Agreements" und des "Settlement 

Agreements" ist zwischen den Parteien unbestritten (act. 1 S. 1; act. 27 Rz. 13 

und 22). 

2.2. Streitpunkte 

Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Klägerin habe mit der 

Unterzeichnung des "Settlement Agreements" ausdrücklich anerkannt, ihr, der 

Beklagten, vorbehaltlos einen Betrag von über EUR 3'000'000.– zu schulden und 

diesen Betrag in Raten zu begleichen. Diese Anerkennung sei nicht von einer 

Pflicht der Beklagten abhängig gewesen, auch wenn das "Settlement Agreement" 

grundsätzlich Pflichten beider Parteien enthalte. Ab Juni 2012 habe die Klägerin 

auf einmal und ohne jegliche Begründung die Bezahlung der drei noch 

ausstehenden Raten im Umfang von (umgerechnet) CHF 1'908'765.67 verweigert 

(act. 27 Rz. 2 f.; act. 43 Rz. 50). 

Die Klägerin macht geltend, dass es sich beim "Settlement Agreement" um einen 

zweiseitigen Vertrag und keine Schuldanerkennung handle. Die Pflichten seien 

gegenseitig bedingt bzw. voneinander abhängig, wobei beide Parteien einige 

dieser Pflichten nicht erfüllt hätten. Die Beklagte könne nicht die einseitige 

Erfüllung der klägerischen Zahlungspflichten verlangen, wenn sie ihre in den 

Ziffern 4, 5, 6, 8 und 13 vorgesehenen eigenen Verpflichtungen nicht erfülle. 

Aufgrund ihrer Pflichtverletzungen sei die Beklagte nicht berechtigt, die Klägerin 

für die ausstehenden Zahlungen zu belangen. Die Klägerin sei diesbezüglich in 

keiner Weise vorleistungspflichtig gewesen, was sich aus dem "Settlement 

Agreement" klar ergebe (act. 38 Rz. 50, 60, 65 und 68). 

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2.3. Rechtliches 

2.3.1. Vollkommen zweiseitiger Vertrag 

Obligationen entstehen unter anderem aus Verträgen, welche durch Erzielung 

eines Konsenses bzw. durch Austausch übereinstimmender Willenserklärungen 

zustande kommen (Art. 1 ff. OR). Während bei einem einseitigen Vertrag nur die 

eine Partei eine Leistung zu erbringen hat, trifft bei einem zweiseitigen Vertrag 

beide Parteien eine Leistungspflicht. Bei letzterem wird zudem unterschieden, ob 

die Leistungspflichten in einem Austauschverhältnis stehen oder nicht. Dies ist 

lediglich beim sog. vollkommen zweiseitigen (synallagmatischen) Vertrag der Fall, 

bei welchem die eine Leistung Gegenleistung der anderen ist (HUEGENIN, 

Obligationenrecht, Allgemeiner und Besonderer Teil, Zürich/Basel/Genf 2012, 

N. 53). 

2.3.2. Einrede des nicht oder nicht gehörig erfüllten Vertrags (Art. 82 OR) 

Wer bei einem zweiseitigen Vertrag den andern zur Erfüllung anhalten will, muss 

gemäss Art. 82 OR entweder bereits erfüllt haben oder die Erfüllung anbieten, es 

sei denn, dass er nach dem Inhalt oder der Natur des Vertrags erst später zu 

erfüllen hat. Die Einrede des nicht oder nicht gehörig erfüllten Vertrags bezieht 

sich auf synallagmatische Verträge. Voraussetzung für das 

Leistungsverweigerungsrecht ist unter anderem, dass die beiden Leistungen in 

einem Austauschverhältnis stehen. Entscheidend ist, ob die Leistungen 

voneinander abhängig sind, weshalb unter Umständen auch unvollkommen 

zweiseitige Verträge ein Synallagma aufweisen (LEU, in: BSK OR I, Art. 82 

N. 2 ff.). 

2.3.3. Schuldanerkennung 

Unter einer Schuldanerkennung ist die Erklärung einer Person gegenüber einer 

anderen Person zu verstehen, dass eine Schuld des Anerkennenden gegenüber 

dem Anerkennungsempfänger bestehe (KRAUSKOPF, Der Begriff, die 

Erscheinungsformen und die Bedeutung der Schuldanerkennung im 

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Obligationenrecht, in: recht 2005, 169). Gemäss Art. 17 OR ist ein 

Schuldbekenntnis auch ohne die Angabe eines Verpflichtungsgrundes gültig. Vom 

abstrakten ist somit das kausale Schuldbekenntnis zu unterscheiden, welches 

den Verpflichtungsgrund selbst nennt.  

Das Schuldbekenntnis beinhaltet gemäss der herrschenden Lehre immer 

gleichzeitig ein Schuldversprechen, weshalb es selber einen Verpflichtungsgrund 

darstellt (JÄGGI, in: ZHK OR, Teilband V 1a, Art. 17 Rz. 13). In materieller Hinsicht 

begründet das Schuldbekenntnis somit im Umfang der anerkannten Höhe eine mit 

der ursprünglichen Forderung inhaltlich gleiche Verpflichtung. Es kommt somit zu 

einer vom ursprünglichen Verpflichtungsgrund gelösten selbständigen 

Verpflichtung, mithin zu einer neuen Anspruchsgrundlage (HURNI, in: HONSELL, 

KUKO OR Art. 1-529, Art. 17 Rz. 7). Demnach kann der Gläubiger das 

Schuldbekenntnis als Klagegrund benutzen und genügt seiner Behauptungslast, 

indem er die Anerkennung behauptet (GAUCH/SCHLUEP et al., OR AT Band I, 

9. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 1181; a.A. KRAUSKOPF, a.a.O., 172, welcher 

zwischen deklaratorisch und konstitutiv wirkender Schuldanerkennung 

unterscheidet). Das Schuldbekenntnis hat zudem auch eine beweismässige 

Bedeutung, welche darin besteht, dass die Tatsache des Bekenntnisses für sich 

allein den Schluss auf den Bestand und den Inhalt der anerkannten Schuld 

rechtfertigt, was zu einer Umkehr der Beweislast führt (Urteil des Bundesgerichts 

4C.433/1999 vom 22. Februar 2000, E. 3). Im Aberkennungsprozess kann der 

Gläubiger seinen Anspruch somit mit der schriftlichen Schuldanerkennung 

beweisen (D. STAEHELIN, a.a.O., Art. 83 N. 55).  

2.3.4. Tatsächlicher Konsens und Auslegung eines Vertrags nach dem 

Vertrauensprinzip 

Im schweizerischen Vertragsrecht gilt bei Fragen des Konsenses oder der 

Auslegung der Grundsatz des Primats des subjektiv übereinstimmend Gewollten 

vor dem objektiv Erklärten, subjektiv aber unterschiedlich Verstandenen. Um 

darüber befinden zu können, welche bzw. ob überhaupt eine Vereinbarung 

zwischen Parteien zustande gekommen ist, muss demnach zunächst nach ihrem 

übereinstimmenden wirklichen Willen gesucht werden (Art. 18 Abs. 1 OR). Es 

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obliegt folglich dem Gericht, zunächst den wirklichen Willen der Parteien 

festzustellen, gegebenenfalls empirisch auf Grund von Indizien (z.B. 

Parteiverhalten nach Vertragsschluss). Dabei handelt es sich um eine Tatfrage. 

Wenn es ihm nicht gelingt, diesen wirklichen Willen zu ermitteln, oder wenn es 

feststellt, dass eine Partei den von der andern geäusserten wirklichen Willen nicht 

verstanden hat, muss das Gericht eruieren, welche Bedeutung die Parteien nach 

den Regeln von Treu und Glauben ihren gegenseitigen Willenserklärungen geben 

konnten und mussten. Nur wenn ein natürlicher Konsens fehlt oder unbewiesen 

bleibt, gelangt somit das Vertrauensprinzip zur Anwendung, wobei die Ermittlung 

der Bedeutung, die den Willenserklärungen der Parteien beim Abschluss eines 

Vertrags nach Treu und Glauben zukommt, eine Rechtsfrage ist (Urteil des 

Bundesgerichts 4C.374/2001 vom 6. September 2002, E. 2.1).  

Bei der Vertrauensauslegung hat das Gericht das als Vertragswillen anzusehen, 

was vernünftig und redlich handelnde Parteien unter den gegebenen (auch 

persönlichen) Umständen durch die Verwendung der auszulegenden Worte und 

ihr sonstiges Verhalten ausgedrückt und folglich gewollt haben. Umstände, die 

den Parteien bei Vertragsschluss bekannt oder erkennbar waren, sind dabei mit 

zu berücksichtigen. Es ist somit der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses 

massgebend. Selbst wenn der Wortlaut einer Vertragsklausel auf den ersten Blick 

klar erscheint, kann sich aus anderen Vertragsbedingungen, aus dem von den 

Parteien verfolgten Zweck bzw. der Interessenlage oder anderen Umständen 

ergeben, dass der Wortlaut der genannten Klausel den Sinn des geschlossenen 

Vertrages nicht genau wiedergibt. Dabei hat das Gericht zu berücksichtigen, was 

sachgerecht ist, weil nicht anzunehmen ist, dass die Parteien eine 

unangemessene Lösung gewollt haben. Das Gericht orientiert sich dabei am 

dispositiven Recht, weil derjenige Vertragspartner, der dieses verdrängen will, das 

mit hinreichender Deutlichkeit zum Ausdruck bringen muss.  

Auch wenn der Wortlaut nach dem soeben Gesagten für sich allein nicht als 

entscheidend anzusehen ist, kommt ihm doch im Verhältnis zu den ergänzenden 

Mitteln der Vorrang zu: Immer dann, wenn die übrigen Auslegungsmittel, 

insbesondere der Vertragszweck, nicht sicher einen anderen Schluss erlauben, 

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hat es beim Wortlaut sein Bewenden. Bei der Auslegung nach dem Wortlaut 

kommt dem Sinngehalt des Wortes, den ihm der allgemeine Sprachgebrauch 

zumisst, entscheidende Bedeutung zu. Im Rahmen der grammatikalischen 

Auslegung ist aber auch das systematische Element zu berücksichtigen. Ein 

einzelner Ausdruck ist im Zusammenhang, in dem er steht, als Teil eines Ganzen 

aufzufassen; sein Sinngehalt wird häufig bestimmt durch die Stellung, die er in 

diesem Ganzen einnimmt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 5C.87/2002 vom 

24. Oktober 2002, E. 2.2 ff.; BGE 132 III 24 E. 4; BGE 131 III 606 E. 4.2 = Pra. 

2006 Nr. 80; BGE 122 III 420 E. 3a; BGE 127 III 444 ff. = Pra 2002 Nr. 22 E. 1.b; 

BGE 131 III 469 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts 4A_105/2011, E. 3.2; Urteil des 

Bundesgerichts 5C.87/2002 vom 24. Oktober 2002, E. 2.2-4). 

Behaupten die Parteien einen voneinander abweichenden tatsächlichen Konsens, 

ist zunächst zu prüfen, ob ein normativer Konsens besteht, da die Beweislast für 

den Bestand und Inhalt eines vom normativen Auslegungsergebnis 

abweichenden subjektiven Vertragswillens jene Partei trägt, welche aus diesem 

Willen zu ihren Gunsten eine Rechtsfolge ableitet (BGE 121 III 118 E. 4.b.aa).  

2.3.5. Verknüpfung von Behauptungen und Beweismitteln 

Gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO enthält die Klage die Bezeichnung der 

einzelnen Beweismittel zu den behaupteten Tatsachen (Prinzip der 

Beweisverbindung). Dabei ist ein Beweismittel nur dann als formgerecht 

angeboten zu betrachten, wenn sich die Beweisofferte eindeutig der damit zu 

beweisenden Tatsachenbehauptung zuordnen lässt und umgekehrt. In der Regel 

sind die einzelnen Beweisofferten unmittelbar im Anschluss an die 

Tatsachenbehauptungen aufzuführen, die damit bewiesen werden sollen. 

Mangels solcher Beweisofferten der beweisbelasteten Partei unterbleibt eine 

Beweisabnahme (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_56/2013 vom 4. Juni 2013, E. 

4.4). Die Beweismittel sind vor Aktenschluss zu nennen, und ein späteres 

Nachreichen ist nur möglich, soweit noch neue Tatsachen und Beweismittel in 

den Prozess eingeführt werden können (LEUENBERGER, in: SUTTER-

SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar ZPO, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2013, Art. 221 N. 51 f.).  

- 16 - 

- 17 - 

2.4. Subsumtion 

2.4.1. Ausgangslage 

Die Darstellungen der Parteien unterscheiden sich in der Antwort auf die Frage, 

ob sich die im "Settlement Agreement" festgelegten Pflichten der Parteien je 

gegenseitig bedingten bzw. voneinander abhängig waren (vgl. Ziff. 2.2. hiervor). 

Strittig ist mit anderen Worten, ob die Leistungen der Parteien in einem 

Austauschverhältnis standen. Mangels entsprechender (formgerechter; vgl. Ziff. 

2.3.5. hiervor) Beweisofferten zum tatsächlichen Konsens – die Parteien beziehen 

sich einzig auf das schriftliche "Settlement Agreement" (act. 38 Rz. 50, 60, 65 und 

68; act. 43 Rz. 50) – braucht der wirkliche Parteiwille indessen nicht ermittelt 

werden und es ist auf das Vertrauensprinzip zurückzugreifen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 4A_56/2013 vom 4. Juni 2013, E. 4.4). 

2.4.2. Auslegung nach dem Vertrauensprinzip 

2.4.2.1. Aus dem Englischen übersetzter wesentlicher Inhalt des "Settlement 

Agreements" (act. 2/3) 

Einleitend wird der Abschluss des "Manufacturing Agreements" zwischen den 

Parteien am 29. Mai 2009 festgehalten. Es folgt die Erklärung, dass sich die 

Parteien im Streit über gewisse Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem 

"Manufacturing Agreement" befinden und den Wunsch hegen, diese 

Angelegenheiten endgültig bzw. endlich ("finally") zu lösen. 

Die Vertragsziffern 1-3 regeln die Anerkennung und Zahlungsmodalitäten einer 

klägerischen Schuld gegenüber der Beklagten. Vertragsziffer 1 lautet: 

 Die Klägerin anerkennt hiermit die folgende ausstehende Schuld und erklärt sich 
einverstanden, der Beklagten die ausstehenden Forderungen in Raten gemäss dem 
folgenden Zahlungsplan zu bezahlen: 

 (a) 18. August 2011  EUR 150'000.00 
(b) 30. September 2011 EUR 100'000.00 
(c) 31. Oktober 2011  EUR 100'000.00 
(d) 30. November 2011 EUR 150'000.00 
(e) 30. Dezember 2011 EUR 100'000.00 
(f) 31. Januar 2012  EUR 200'000.00 
(g) 29. Februar 2012  EUR 200'000.00 

- 18 - 

(h) 31. März 2012  EUR 200'000.00 
(i) 30. April 2012  EUR 200'000.00 
(j) 31. Mai 2012  EUR 200'000.00 
(k) 30. Juni 2012  EUR 500'000.00 
(l) 31. Juli 2012  EUR 500'000.00 
(m) 31. August 2012  EUR 573'253.61 
Totalbetrag:    EUR 3'273'253.61  

Gemäss Vertragsziffer 2 ist der Klägerin die vorzeitige (Teil-)Zahlung gestattet. 

Die vollständige Zahlung soll zudem umgehend nach Erhalt eines (nicht näher 

beschriebenen) angestrebten neuen Geschäftskredits von EUR 30'000'000.– 

erfolgen. Weiter wird in Absatz 2 die Fälligkeit des ausstehenden Gesamtbetrags 

samt 5 % Zins seit Vertragsunterzeichnung für den Fall vorgesehen, dass die 

Klägerin eine Rate gemäss Vertragsziffer 1 nicht rechtzeitig leistet. In 

Vertragsziffer 3 erklären die Parteien, dass vorbehältlich der Regelung gemäss 

Vertragsziffer 2 Absatz 2 keine Verzugszinsen entstehen und vorbehältlich der 

Erfüllung der Verpflichtungen hierunter keine weiteren ausstehenden 

Forderungen gegenüber der Klägerin für Lieferungen vor dem 22. Februar 2011 

bestehen sollen. 

Weiter regelt das "Settlement Agreement" die Modalitäten der Rückgabe zweier 

"test benches" an die Klägerin (Vertragsziffer 4) sowie die Herstellung und 

Bestellung bzw. den Verkauf weiterer Produkte nach den Bestimmungen des 

"Manufacturing Agreements" (Vertragsziffer 5 und 8). In Vertragsziffer 6 erklärt 

sich die Klägerin damit einverstanden, eine neue Bestellung für 196 von durch die 

Beklagte überproduzierten Einheiten des Produkts "…" aufzugeben, zahlbar bei 

Aushändigung. Mit Vertragsziffer 7 anerkennt die Beklagte, dass alle bisher noch 

nicht bestätigten klägerischen Bestellungen gemäss dem "Manufacturing 

Agreement" zurückgezogen und storniert werden. In diesem Zusammenhang wird 

festgehalten, dass es sich dabei um am 27. Oktober 2010 erfolgte Aufträge 

handelt, wobei in der Folge die Nummern dieser insgesamt 41 Bestellungen 

aufgelistet werden. Vertragsziffer 9 regelt die gütliche Erledigung eines am 

Bezirksgericht Zürich hängigen Rechtsöffnungsverfahrens zwischen den Parteien. 

Gemäss Vertragsziffer 10 soll die Klägerin angemessene Werbemassnahmen 

treffen, um die Beklagte im Verkauf ihres aktuellen Komponentenbestandes zu 

unterstützen.  

- 19 - 

Die Parteien kommen überein, ihre Kosten im Zusammenhang mit dem 

"Settlement Agreement" je selbst zu tragen (Vertragsziffer 11). Vertragsziffer 12 

enthält erstens die Erklärung der Parteien, wonach das "Settlement Agreement" 

sowie das "Manufacturing Agreement" für sie anwendbar sein sollen, zweitens 

den Vorbehalt der schriftlichen Form für Vertragsänderungen, und drittens eine 

salvatorische Klausel. Sodann sehen die Parteien eine Geheimhaltungsklausel 

vor (Vertragsziffer 13). Die Vertragsziffern 14 und 15 regeln schliesslich das 

anwendbare Recht und den Gerichtsstand. 

2.4.2.2. Grammatikalische Auslegung 

2.4.2.2.1. Schuldbekenntnis 

Die Klägerin anerkennt unter Vertragsziffer 1 gegenüber der Beklagten das 

Bestehen einer Schuld und erklärt sich damit einverstanden, diese gemäss dem 

vereinbarten Zahlungsplan abzutragen. Nach dem Gesagten ist diese Erklärung 

als Schuldbekenntnis bzw. Schuldanerkennung zu qualifizieren, wobei die 

Bezahlung der Schuld in den Vertragsziffern 2 und 3 ebenfalls geregelt wird. 

2.4.2.2.2. Kein Austauschverhältnis zwischen dem Schuldbekenntnis und den 

beklagtischen Pflichten gemäss dem "Settlement Agreement" 

Die Klägerin macht ein Leistungsverweigerungsrecht geltend und beruft sich 

dabei auf die Nichterfüllung von beklagtischen Verpflichtungen gemäss den 

Vertragsziffern 4, 5, 6, 8 und 13 (act. 38 Rz. 50 und 65). Weder in diesen noch in 

den die Schuldanerkennung betreffenden Ziffern (1-3) wird jedoch ein Konnex 

zwischen der klägerischen Schuld und den Pflichten der Beklagten hergestellt. 

Weil es sich um eine ausstehende Schuld handelt, ist vielmehr davon 

auszugehen, dass diese vor Abschluss des "Settlement Agreements" entstanden 

und die entsprechende Gegenleistung der Beklagten bereits erbracht worden ist. 

Die Formulierung gemäss Vertragsziffer 3, wonach keine weiteren ausstehenden 

Forderungen gegenüber der Klägerin für Lieferungen vor dem 22. Februar 2011 

bestehen sollen, impliziert denn auch, dass mit dem Schuldbekenntnis vor diesem 

Datum entstandene beklagtische Forderungen geregelt werden sollten. Weiter 

- 20 - 

sieht das "Settlement Agreement" feste Zahlungstermine vor und verpflichtet die 

Klägerin zur sofortigen Zahlung des ausstehenden Gesamtbetrags, sollte sie 

einen bestimmten Geschäftskredit erhalten oder mit ihren Zahlungen in Verzug 

geraten.  

Eine Verknüpfung der Tilgungsvereinbarung mit den übrigen Bestimmungen des 

"Settlement Agreement" geht aus der Vereinbarung somit nicht hervor (vgl. dazu 

auch die zutreffenden Ausführungen im Urteil des Einzelgerichts am 

Bezirksgericht Zürich vom 27. September 2012; act. 2/1 S. 3 f.) bzw. stünde mit 

dem fixen Zahlungsplan und der vorgesehenen Säumnisfolge für die Nichtleistung 

einer Ratenzahlung im Widerspruch. Die klägerische Verpflichtung zur Leistung 

der anerkannten Schuld ist deshalb nicht von der Einhaltung der im "Settlement 

Agreement" statuierten Pflichten durch die Beklagte abhängig. Soweit die 

Beklagte mit dem "Settlement Agreement" verpflichtet wird, weitere Produkte zu 

produzieren bzw. zu liefern (Vertragsziffern 5, 6 und 8), ist ein 

Austauschverhältnis zwar zu bejahen. Dieses besteht jedoch zwischen der 

Lieferverpflichtung der Beklagten und der Verpflichtung der Klägerin, gerade 

diese Produktion bzw. Lieferung (und nicht die ausstehende Schuld gemäss den 

Vertragsziffern 1-3) zu bezahlen. Nur insoweit sind die Parteien gleichzeitig 

Gläubiger und Schuldner und ihre Leistungen so voneinander abhängig, dass die 

eine das Entgelt für die andere ist. Ein Austauschverhältnis zwischen der 

ausstehenden Schuld und der Rückgabevereinbarung der "test benches" an die 

Klägerin (Vertragsziffer 4) bzw. der Geheimhaltungsvereinbarung (Vertragsziffer 

13) ist ebenfalls nicht ersichtlich. 

2.4.2.3. Berücksichtigung des Zwecks und der Vertragsumstände 

Der Vertragszweck des "Settlement Agreements" kann dessen Einleitung 

entnommen werden. Demnach ging es um die endgültige (das englische Wort 

"finally" könnte im verwendeten Zusammenhang zwar auch mit "endlich" 

übersetzt werden; die Bedeutung "endgültig" erscheint aber naheliegender) 

Lösung der streitigen Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem 

"Manufacturing Agreement".  

- 21 - 

Zu den Umständen ist festzuhalten, dass das "Settlement Agreement" während 

eines laufenden Rechtsöffnungsverfahrens zwischen den Parteien abgeschlossen 

wurde, welches in der Folge abgeschrieben werden konnte (vgl. Vertragsziffer 9). 

Den Parteien ging es darum, die ausstehenden Schulden mittels eines 

Zahlungsplans zu regeln. Zudem wurde die vertragliche Zusammenarbeit 

konsolidiert (act. 27 Rz. 20 ff.; act. 38 Rz. 64).  

Die Berücksichtigung des Zwecks und der Vertragsumstände führen zu keinem 

anderen Ergebnis als die grammatikalische Auslegung.  

2.5. Fazit 

Die Klägerin schuldete der Beklagten aufgrund der im "Settlement Agreement" 

statuierten Schuldanerkennung ursprünglich EUR 3'173'253.61 (vgl. act. 2/3 

S. 1 f.). Weil die Schuldanerkennung eine eigenständige Anspruchsgrundlage 

darstellt, erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit dem Grundverhältnis bzw. 

dem "Manufacturing Agreement". 

Der Umstand, dass mit dem "Settlement Agreement" beiden Parteien Rechte und 

Pflichten auferlegt werden, führt nicht dazu, dass die Vereinbarung in ihrer 

Gesamtheit einen vollkommen zweiseitigen Vertrag bilden würde, welcher die 

Einrede der nicht gehörigen Erfüllung gemäss Art. 82 OR zuliesse; der Klägerin 

steht mangels eines Austauschverhältnisses kein Leistungsverweigerungsrecht in 

Bezug auf die anerkannte Schuld zu. Damit kann an dieser Stelle offen gelassen 

werden, ob die Beklagte ihre Pflichten gemäss dem "Settlement Agreement" 

verletzt hat, wie dies von der Klägerin behauptet wird. 

3. Teilweiser Untergang der ursprünglichen beklagtischen Forderung durch 
Erfüllung 

Die Beklagte räumt ein, dass die Klägerin die im "Settlement Agreement" 

vorgesehenen Raten zwischen August 2011 und Mai 2012 bezahlte (act. 27 

Rz. 27). Damit ist die ursprüngliche klägerische Schuld im Teilumfang von 

EUR 1'600'000.– (vgl. act. 2/3 S. 1 f.) durch Erfüllung untergegangen. 

Entsprechend setzte die Beklagte auch nur den gemäss "Settlement Agreement" 

- 22 - 

noch ausstehenden Betrag von EUR 1'573'253.61 (EUR 3'173'253.61 – 

EUR 1'600'000.–) bzw. CHF 1'908'765.67 samt Zins von 5 % seit der 

Vertragsunterzeichnung, dem 1. August 2011 (vgl. Vertragsziffer 2 Absatz 2 des 

"Settlement Agreements", act. 2/3 S. 2 und 4), in Betreibung, wobei die 

Umrechnung in Schweizer Franken unbestritten geblieben ist.  

Die Berücksichtigung der klägerischen Ratenzahlungen bis Mai 2012 ergibt somit 

den streitgegenständlichen Betrag von CHF 1'908'765.67 (zuzüglich Zins) als 

noch offene Forderungssumme der Beklagten gegenüber der Klägerin. 

4. Kein Untergang der streitgegenständlichen Forderung durch Kündigung des 
"Settlement Agreements" 

Die Klägerin macht geltend, das "Settlement Agreement" sei mittels 

Kündigungsschreiben vom 25. September 2012 gültig beendet worden, weshalb 

Ansprüche daraus zum Vornherein nicht möglich seien (act. 38 Rz. 72).  

Eine Kündigung der Ratenzahlungsvereinbarung war vertraglich nicht 

vorgesehen. Würde das "Settlement Agreement" als Dauerschuldverhältnis 

qualifiziert, wäre eine Kündigungsmöglichkeit aus wichtigem Grund zwar 

grundsätzlich zu bejahen (HUEGENIN, a.a.O., N. 60; BGE 128 III 428 E. 3). Ein 

wichtiger Grund ist indessen nicht ersichtlich bzw. wurde nicht substantiiert 

geltend gemacht. In Bezug auf die Schuldanerkennung der Klägerin bzw. die 

Ratenzahlungsvereinbarung stand der klägerische Leistungsumfang zudem 

ohnehin zum Voraus fest, weshalb diesbezüglich nicht von einem 

Dauerschuldverhältnis auszugehen ist. Schliesslich erfolgte die Kündigung erst, 

nachdem sämtliche Raten zur Zahlung fällig gewesen wären (vgl. act. 2/3 S. 2). 

Mit der Beklagten ist deshalb davon auszugehen, dass die zum 

Kündigungszeitpunkt bereits entstandene klägerische Zahlungspflicht auch im 

Falle der Gültigkeit der Kündigung weiterbestanden hätte (act. 43 Rz. 63). 

5. Kein Untergang der streitgegenständlichen Forderung durch Verrechnung 

5.1. Streitpunkte 

- 23 - 

Die Klägerin macht Gegenforderungen im Umfang von insgesamt 

EUR 2'507'890.– geltend und will diese mit der streitgegenständlichen Forderung 

verrechnen (act. 1 S. 2 ff.; act. 38 Rz. 14 ff.). Die Beklagte bestreitet das 

Bestehen von klägerischen Gegenforderungen (act. 27 Rz. 38 ff.; act. 42 

Rz. 20 ff.) 

Soweit es sich als erforderlich erweist, ist im Rahmen der Subsumtion näher auf 

die Parteivorbringen einzugehen. 

5.2. Rechtliches 

5.2.1. Einreden und Einwendungen bei einem Schuldbekenntnis 

Grundsätzlich kann der Schuldner dem Gläubiger, welcher sich auf eine 

Schuldanerkennung beruft, alle Einreden (und Einwendungen) aus dem 

Grundverhältnis entgegenhalten. Die Schuld ist in diesem Sinne materiell kausal 

(JÄGGI, a.a.O., Art. 17 Rz. 14; a.A. KRAUSKOPF, a.a.O., 173, welcher 

Einwendungen gegen die anerkannte Schuld nicht ohne Weiteres auch gegen die 

Anerkennungsschuld durchdringen lässt im Falle der konstitutiv wirkenden 

Schuldanerkennung).  

Darüber hinausgehend kann einem Schuldbekenntnis auch die Wirkung eines 

Verzichts auf bestimmte oder sämtliche aus dem Grundverhältnis entspringenden 

Einwendungen und Einreden zukommen. Dem Schuldner ist dann die Berufung 

auf diese verwehrt. Ein solcher Einredeverzicht darf indessen nicht leichthin 

angenommen werden, sondern muss ausdrücklich erfolgen oder sich aus den 

Umständen unzweifelhaft ergeben (SCHWENZER, BSK OR I., Art. 17 Rz. 10 f.; 

BGE 65 II 81 ff.; Urteil des Bundesgerichts 4C.214/2006 vom 19. Dezember 2006, 

E. 4.3.2). 

5.2.2. Voraussetzungen für die Verrechnung von Forderungen 

Eine Verrechnung von Forderungen gemäss Art. 120 ff. OR ist möglich, wenn die 

Hauptforderung zumindest erfüllbar ist. Weiter muss die Klagbarkeit und Fälligkeit 

der Verrechnungsforderung gegeben sein, was deren Bestand voraussetzt. Die 

- 24 - 

Forderungen müssen sodann gegenseitig und gleichartig sein. Ferner darf kein 

vertraglicher oder gesetzlicher Verrechnungsausschluss bestehen, und 

schliesslich bedarf es einer ausdrücklichen oder stillschweigenden 

Verrechnungserklärung (HUEGENIN, a.a.O., N. 759 ff.). 

- 25 - 

5.2.3. Mögliche Grundlagen für einen vertraglichen Anspruch auf Geldzahlung  

Die Leistung einer Geldzahlung kann primäre Leistungspflicht einer Vertragspartei 

sein (z.B. Bezahlung des Kaufpreises beim Kaufvertrag). Besteht der 

Leistungsgegenstand nicht in einer Geldleistung, so geht der Gesetzgeber davon 

aus, dass der Gläubiger in erster Linie einen Anspruch auf Erfüllung hat. Wird der 

Erfüllungsanspruch indessen nicht vereinbarungsgemäss befriedigt, kann der 

Gläubiger bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen kumulativ einen 

Schadenersatzanspruch als Sekundäranspruch geltend machen (HUEGENIN, 

a.a.O., N. 809 und N. 813).  

So kann sich ein vertraglicher Anspruch auf Geldzahlung z.B. aus einer 

Schlechterfüllung oder der Verletzung von Nebenpflichten ergeben (positive 

Vertragsverletzung). Die in diesem Sinne nicht gehörige Erfüllung wird durch 

Art. 97 Abs. 1 OR erfasst. Ein Schadenersatzanspruch setzt die Verletzung einer 

vertraglichen Pflicht, einen Schaden (welcher zusammengefasst in einer 

Verminderung der Aktiven, einer Vergrösserung der Passiven oder in 

entgangenem Gewinn bestehen kann), einen natürlichen sowie adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen Vertragsverletzung und Schaden und 

schliesslich ein Verschulden voraus (HUEGENIN, a.a.O., N. 846 und N. 857 ff.). 

Eine weitere Leistungsstörung stellt der Verzug dar. Bei diesem ist die 

geschuldete Leistung (noch) möglich, die Schuldnerin erfüllt aber nicht rechtzeitig. 

Voraussetzungen des Verzugs sind die Nichtleistung trotz Leistungsmöglichkeit, 

die Fälligkeit, die Mahnung oder ein bestimmter Verfalltag und schliesslich das 

Fehlen eines Leistungsverweigerungsrechts der Schuldnerin (HUEGENIN, a.a.O., 

N. 910 und N. 912). Befindet sich der Schuldner im Verzug, so hat er gemäss 

Art. 103 Abs. 1 OR Schadenersatz wegen verspäteter Erfüllung zu leisten. Er 

kann sich von dieser Haftung durch den Nachweis befreien, dass der Verzug 

ohne jedes Verschulden von seiner Seite eingetreten ist (Art. 103 Abs. 2 OR). 

Für den Fall der Nichterfüllung oder der nicht richtigen Erfüllung eines Vertrags 

können die Parteien sodann eine Konventionalstrafe vereinbaren, wobei der 

- 26 - 

Gläubiger mangels anderer Abrede nur berechtigt ist, entweder die Erfüllung oder 

die Strafe zu fordern (Art. 160 Abs. 1 OR). Wurde die Strafe für die 

Nichteinhaltung der Erfüllungszeit oder des Erfüllungsortes versprochen, so kann 

sie gemäss Art. 160 Abs. 2 OR nebst der Erfüllung des Vertrags gefordert 

werden, solange der Gläubiger nicht ausdrücklich Verzicht leistet oder die 

Erfüllung vorbehaltlos annimmt. Die vorbehaltlose Annahme der verspäteten oder 

am unrichtigen Ort angebotenen Leistung stellt nicht bloss eine Vermutung für 

den Verzicht dar, die der Widerlegung fähig wäre. Vielmehr bedarf es zur 

Erhaltung des Strafanspruchs eines ausdrücklichen Vorbehalts, welcher innerhalb 

der durch den ordentlichen Geschäftsgang gebotenen Zeit angebracht werden 

muss (BECKER, in: Berner Kommentar, Bd. VI/1, Allgemeine Bestimmungen, Art. 

1-183 OR, Art. 160 N. 31). 

5.2.4. Beweislast 

Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei das 

Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte 

ableitet. Grundsätzlich ist das Verhältnis der anwendbaren materiellen Normen für 

die Beweislastverteilung massgebend. Dieses bestimmt im Einzelfall, ob eine 

rechtsbegründende, rechtsaufhebende bzw. rechtsvernichtende oder 

rechtshindernde Tatsache zu beweisen ist. Wer einen Anspruch geltend macht, 

hat die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen. Demgegenüber liegt die 

Beweislast für die rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der 

Partei, welche den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung 

oder Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 128 III 271 E. 2aa). 

Im Aberkennungsprozess kommt es zwar trotz Parteirollentausch (im Vergleich 

zum Forderungsprozess) zu keiner Umkehr der Beweislast, weshalb der 

Gläubiger für das Bestehen der Schuld beweispflichtig ist. Nach dem Gesagten 

vermag er diesen Beweis grundsätzlich mit der Schuldanerkennung zu erbringen, 

wobei der Schuldner seinerseits Einreden und Einwendungen geltend machen 

kann (vgl. Ziff. 2.3.3. und 5.2.1. hiervor; u.a. D. STAEHELIN, a.a.O., Art. 83 N. 55). 

Betreffend solche Einwendungen, wie zum Beispiel den Untergang einer 

- 27 - 

Forderung durch Verrechnung, trägt nach der allgemeinen Regel indessen der 

Schuldner die Beweislast. 

5.2.5. Behauptungs- und Substantiierungslast 

Die beweisbelastete Partei hat die zu beweisenden Tatsachen rechtzeitig, d.h. bei 

Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels spätestens mit der zweiten 

Rechtsschrift (vorbehältlich Noven; vgl. Art. 229 Abs. 2 ZPO e contrario) zu 

behaupten, weshalb mit der Beweislast die Behauptungslast einhergeht. Die 

beweisfreie Partei trifft hingegen die Bestreitungslast. Ein Aspekt der 

Behauptungs- ist die Substantiierungslast: Tatsachenbehauptungen sind so 

konkret zu formulieren, dass substantiiertes Bestreiten möglich ist oder der 

Gegenbeweis angetreten werden kann. So muss beispielsweise eine 

Schadensberechnung konkret sein, was im Fall eines entgangenen Gewinns 

voraussetzt, dass die gewinnbringenden Ereignisse, die durch das schädigende 

Verhalten verunmöglicht werden, (behauptet und) nachgewiesen werden. Weiter 

muss dargelegt werden, welcher Nettogewinn aus den entgangenen Geschäften 

erzielt worden wäre, wobei mangels Abschlusses der Geschäfte die nicht 

getätigten Aufwendungen vom hypothetischen Umsatz als hypothetische 

Aufwendungen in Abzug zu bringen sind. 

Die Anforderungen an eine rechtsgenügende Substantiierung ergeben sich 

einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und 

andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Bestreitet der 

Prozessgegner das an sich schlüssige Vorbringen der behauptungsbelasteten 

Partei, kann diese gezwungen sein, die rechtserheblichen Tatsachen nicht nur in 

den Grundzügen, sondern so umfassend und klar darzulegen, dass darüber 

Beweis abgenommen werden kann. 

Wird dem Gebot der Substantiierung ungenügend nachgelebt, ergeht ein 

Sachentscheid ohne Beweisabnahme, weil die behauptete Tatsache von Anfang 

an so behandelt wird, wie wenn sie beweislos wäre. Das Gericht kann im Sinne 

der richterlichen Fragepflicht einen Sachverhalt nur erfragen, wenn dieser 

zumindest andeutungsweise behauptet worden ist. Zudem entfällt die richterliche 

- 28 - 

Fragepflicht, wenn die Gegenpartei auf eine ungenügende Substantiierung 

hinweist (HEIERLI/SCHNYDER, in: BSK OR I, Art. 42 N. 3; Urteil des Bundesgerichts 

4C.225/2006 vom 20. September 2006, E. 2.4; SCHMID, in: BSK ZGB I, Art. 8 

N. 29 und 33; WILLISEGGER, BSK ZPO, Art. 221 N. 29 f.; BGE 127 III 365 E. 2b 

und 2c; BGE 108 II 337 E. 3; Urteil des Bundesgerichts A_144/2009 vom 

6. Oktober 2009, E. 3). 

5.2.6. Schadensschätzung gemäss Art. 42 Abs. 2 OR 

Art. 42 Abs. 2 OR enthält eine bundesrechtliche Beweisvorschrift, die dem 

Geschädigten den Schadensnachweis erleichtern soll. Sie räumt dem Sachgericht 

für Fälle, in denen der strikte Nachweis des Schadens ausgeschlossen ist, einen 

erweiterten Ermessensspielraum ein, indem sie ihm gestattet, den Schaden 

aufgrund einer blossen Schätzung als ausgewiesen zu erachten. 

Die Schadensbestimmung nach richterlichem Ermessen bildet indessen die 

Ausnahme gegenüber einer genauen Berechnung und ist daher nur zulässig, 

sofern eine zahlenmässige, auf reale Daten gestützte Berechnung für den 

Geschädigten tatsächlich nicht möglich oder unzumutbar ist. Entsprechend setzt 

das Bundesgericht die Hürden zur Anwendung der richterlichen 

Schadensschätzung hoch an (HEIERLI/SCHNYDER, in: BSK OR I, Art. 42 N. 10 und 

10b) und hat mit Entscheid vom 4. Juni 1996 zum wiederholten Mal festgehalten, 

dass Art. 42 Abs. 2 OR nicht etwa darauf abzielt, dem Geschädigten die 

Beweislast generell abzunehmen. Vielmehr hat der Geschädigte alle Umstände, 

die für den Eintritt eines Schadens sprechen und dessen Abschätzung erlauben 

oder erleichtern, soweit möglich und zumutbar zu behaupten – Art. 42 Abs. 2 OR 

enthebt den Geschädigten auch nicht seiner Substantiierungsobliegenheit – und 

zu beweisen. Demnach müssen die vom Geschädigten vorgebrachten Umstände 

geeignet sein, den Bestand des Schadens hinreichend zu belegen und seine 

Grössenordnung fassbar werden zu lassen. In diesem Sinne muss sich der 

Schluss, dass tatsächlich ein Schaden vom behaupteten ungefähren Umfang 

eingetreten ist, dem Gericht mit einer gewissen Überzeugungskraft aufdrängen. 

Die Zusprechung von Schadenersatz setzt voraus, dass der Eintritt des geltend 

- 29 - 

gemachten Schadens nicht bloss im Bereich des Möglichen liegt, sondern als 

annähernd sicher erscheint (vgl. BGE 122 III 219 E. 3.a).  

Keine Berufung auf Art. 42 Abs. 2 OR ist möglich, wenn der konkrete 

Schadensnachweis zwar unmöglich ist, diese Unmöglichkeit aber in den 

Verantwortungsbereich des Beweispflichtigen fällt. Schliesslich hat die 

beweisbelastete Partei taugliche Beweisanträge zur bestmöglichen Feststellung 

des Schadens zu stellen (HEIERLI/SCHNYDER, a.a.O., Art. 42 Rz. 10b). 

5.3. Subsumtion 

5.3.1. Verzicht auf Einreden und Einwendungen aus dem "Manufacturing 

Agreement" durch Abschluss des "Settlement Agreements" 

Es war erwähntermassen die Absicht der Parteien, die Streitigkeiten aus dem 

"Manufacturing Agreement" im "Settlement Agreement" (endgültig) zu regeln 

(vgl. act. 2/3 S. 1; "the Parties are desirous to finally resolve such issues"). 

Klägerische Gegenforderungen wären somit nach Treu und Glauben spätestens 

zum Zeitpunkt des Abschlusses des "Settlement Agreements" anzumelden 

gewesen und hätten dann Eingang in diesem finden können, indem sich die 

anerkannte Schuld der Klägerin im Umfang der Gegenforderungen verringert 

hätte. Dies erfolgte jedoch nicht, sondern die Klägerin anerkannte die 

ausstehende Schuld ohne die Anbringung eines Vorbehalts. Durch dieses 

Verhalten hat sie konkludent auf allfällige, ihr zum Zeitpunkt der 

Schuldanerkennung bekannte Gegenforderungen aus dem Grundverhältnis 

verzichtet bzw. zum Ausdruck gebracht, dass nach ihrer Ansicht keine solchen 

bestanden. 

Nach dem Gesagten darf im Falle eines Schuldbekenntnisses ein Verzicht auf 

Einreden und Einwendungen aus dem Grundverhältnis bzw. dem "Manufacturing 

Agreement" zwar nicht leichthin angenommen werden. Ein solcher Verzicht ergibt 

sich vorliegend jedoch aus den soeben dargelegten Umständen durch den 

Abschluss des "Settlement Agreements". Die Klägerin hat dieses am 26. Juli 2011 

unterzeichnet. Auf allfällige bekannte Forderungen aus dem "Manufacturing 

- 30 - 

Agreement", welche zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden, hat sie somit 

verzichtet. 

Weil die Klägerin auch das Bestehen von Gegenforderungen behauptet, welche 

nach dem 26. Juli 2011 entstanden sein sollen, ist im Folgenden auf die einzelnen 

Forderungspositionen der Klägerin einzugehen. 

- 31 - 

5.3.2. Forderungen der Klägerin 

5.3.2.1. Pönalen aus Lieferverzögerung 

5.3.2.1.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin macht zusammengefasst geltend, der Beklagten hätte gemäss 

Ziffer 4 des "Manufacturing Agreements" die Beachtung strenger Bestimmungen 

betreffend Lieferfristen oblegen, welche sie nicht eingehalten habe, was sich ohne 

Weiteres aus dem sogenannten "Finished Goods Report" (vgl. act. 2/4; act. 2/6; 

act. 39/1-7) ergebe. Für das Jahr 2009 folge daraus ein durchschnittlicher 

Lieferverzug von vier Wochen, für das Jahr 2010 ein solcher von zehn Wochen 

und für das Jahr 2011 ein solcher von 40 Wochen. Dies habe bei der Klägerin zu 

grossen finanziellen Nachteilen geführt. Gemäss dem "Appendix 5" des 

"Manufacturing Agreements" habe die Klägerin einen Anspruch auf Zahlungen 

einer Pönale in der Höhe von maximal 6 % des Kaufpreises. Die Pönale berechne 

sich gestützt auf die Dauer des Verzugs und betrage – basierend auf der 

Auswertung "Finished Goods Report" (act. 2/6) – EUR 185'500.80.  

Aufgrund des ständigen Lieferverzugs habe die Klägerin grossen Schaden aus zu 

bezahlenden Pönalen an Kunden sowie entgangenem Gewinn erlitten. 

Hinsichtlich der Pönalen habe insbesondere die "France Telecom" für das Jahr 

2010/2011 hohe Forderungen gestellt. Im Umfang von EUR 42'510.– habe die 

Klägerin diese bezahlen müssen. Die "France Telecom" und weitere Kunden 

hätten aufgrund der Lieferverzögerungen viel weniger Bestellungen als 

ursprünglich vorgesehen platziert, was bei der Klägerin zu einem enormen 

Gewinnausfall geführt habe. Zusätzlich sei der klägerische Imageschaden durch 

die Lieferverzögerungen der Beklagten enorm und habe in der Folge nicht mehr 

repariert werden können. Die Klägerin beantrage, dass die Höhe dieses 

Schadens mittels gerichtlichem Gutachten festgestellt werde (act. 1 S. 2 f.; act. 38 

Rz. 13 ff. und 75 ff.). 

Die Beklagte bestreitet den Bestand der Forderungen (act. 27 Rz. 48 ff.; act. 43 

Rz. 20 ff. und 67 f.). 

- 32 - 

5.3.2.1.2. Würdigung 

Im "Appendix 5" des "Manufacturing Agreements" wird für den Fall der 

Nichteinhaltung einer Lieferfrist unter bestimmten Voraussetzungen eine 

sogenannte "penalty" vorgesehen (act. 2/2 S. 8), welche als Konventionalstrafe im 

Sinn von Art. 160 Abs. 2 OR zu qualifizieren ist. Mit Schreiben vom 31. März 2011 

(act. 2/7) führte die Klägerin u.a. zwar das Folgende aus: "Die Auslieferungen von 

B._____ sind seit Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 2009 hinter den von ihnen 

bestätigten Lieferdaten […] Gemäss Manufacturing Agreement stehen uns die 

Pönale von 6 % des Kaufpreises zu, welche zu verrechnen ist." Nach dem 

Gesagten (vgl. Ziff. 5.2.3. hiervor) hätte die Klägerin im Fall von verspäteten 

Lieferungen indessen spätestens innerhalb der durch den ordentlichen 

Geschäftsgang gebotenen Zeit einen ausdrücklichen Vorbehalt zur Erhaltung des 

Strafanspruchs anbringen müssen. Der Klägerin hätte sodann die Anbringung 

spezifischer Vorbehalte in Bezug auf jede verspätete Lieferung oblegen. Solches 

macht die Klägerin nicht geltend, weshalb ein allfälliger Anspruch auf Bezahlung 

einer Pönale bereits aus diesem Grund nicht in Betracht kommt. 

Mit der Beklagten ist festzuhalten, dass die klägerischen Vorbringen zudem 

unsubstantiiert sind (act. 27 Rz. 43 ff.; act. 43 Rz. 20 ff.). Insbesondere weist die 

Beklagte zu Recht darauf hin, dass es nicht angeht, mit durchschnittlichen 

Lieferverzögerungen zu operieren (vgl. act. 43 Rz. 25), und die Klägerin nicht 

aufgezeigt hat, dass und gegebenenfalls welche beklagtischen 

Lieferverzögerungen zu einer Schadenszahlung der Klägerin an die "France 

Telecom" geführt haben (act. 43 Rz. 29); die Klägerin hätte im Einzelnen darlegen 

müssen, welche konkreten Lieferungen nach ihrem Dafürhalten verspätet waren 

und welche Pönalen bzw. Schadenszahlungen daraus resultierten. Nur dies hätte 

ein substantiiertes Bestreiten durch die Beklagte ermöglicht.  

Betreffend den entgangenen Gewinn und den Reputationsschaden (letzterer nur 

bei Verminderung der Aktiven, Vergrösserung der Passiven oder entgangenem 

Gewinn) wäre zwar grundsätzlich die Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR möglich, 

soweit eine zahlenmässige, auf reale Daten gestützte Berechnung für die Klägerin 

tatsächlich nicht möglich oder unzumutbar wäre. Auch der behauptete 

- 33 - 

entgangene Gewinn sowie der Reputationsschaden werden indessen nicht 

substantiiert behauptet. Die Klägerin hätte nach dem Gesagten alle Umstände, 

die für den Eintritt eines Schadens sprechen und dessen Abschätzung erlauben 

oder erleichtern, soweit möglich und zumutbar behaupten müssen. Dieser 

Obliegenheit ist die Klägerin nicht einmal ansatzweise nachgekommen. Die 

Einholung des beantragten Gerichtsgutachtens (act. 38 Rz. 29) kommt deshalb 

nicht in Betracht. 

5.3.2.2. Minderwert wegen Lieferverzögerungen und Qualitätsproblemen 

5.3.2.2.1. Parteistandpunkte 

In diesem Zusammenhang erklärt die Klägerin im Wesentlichen, bei den 450 

Stück der "…" sowie den 390 Stück der "…" handle es sich um Vorserienmuster 

für den Markteintritt, welche gemäss Ziffer 5 des "Settlement Agreements" durch 

die Beklagte hätten weiterproduziert und ausgeliefert werden sollen. Auch hier 

habe die Beklagte ihre Zusage verfehlt und mit einem grossen Lieferverzug erst in 

zögerlichen Mengen ab Mitte 2011 begonnen, auszuliefern. Zu diesem Zeitpunkt 

sei die Entwicklung fortgeschritten und die Serienproduktion bereits angelaufen 

gewesen. Die Beklagte habe mit ihrer Lieferverzögerung somit den frühen 

Markteintritt behindert, die Ware schlussendlich aber trotzdem noch geliefert, 

welche für die Klägerin zu diesem Zeitpunkt wertlos gewesen sei.  

Die Klägerin mache somit einen Minderwert auf der Gesamtlieferung von 389 

Stück der "…" für jeweils EUR 238.91 geltend. Zusätzlich zu den bereits 

verrechneten Materialkosten von EUR 82'011.– ergebe sich ein totaler Minderwert 

von EUR 174'947.–. Ebenso mache die Klägerin einen Minderwert geltend auf der 

Gesamtlieferung von 369 Stück der "…" für jeweils EUR 241.47. Zusätzlich zu 

den bereits im Juli 2010 verrechneten Materialkosten über EUR 113'923.– ergebe 

sich ein totaler Minderwert von EUR 203'025.40. Insgesamt mache die Klägerin 

einen Minderwert von EUR 377'942.40 geltend. Für den Bestreitungsfall beantragt 

die Klägerin, dass die Höhe der entsprechenden Forderung mittels 

Expertengutachten geprüft werde.  

- 34 - 

Zusätzlich seien gemäss Ziffer 8 des "Settlement Agreements" 200 Geräte für 

C._____ durch die Klägerin bestellt und mit 50 % anbezahlt, jedoch ebenfalls nur 

mit grosser Lieferverzögerung und unvollständig ausgeliefert worden (act. 1 

S. 3 f.; act. 38 Rz. 30 ff. und 79 f.). 

Die Beklagte bestreitet auch den Bestand dieser Forderungen (act. 27 Rz. 61 ff.; 

act. 43 Rz. 34 ff. und 69). 

5.3.2.2.2. Würdigung 

Die Klägerin macht – soweit verständlich – einen Anspruch aus positiver 

Vertragsverletzung geltend. Schlüssige Behauptungen zu dessen 

Voraussetzungen (Vertragsverletzung, Schaden, Kausalzusammenhang und 

Verschulden) fehlen indessen. So bezieht sich die Klägerin auf die beklagtische 

Verpflichtung gemäss Ziffer 5 des "Settlement Agreements", umgehend mit der 

Produktion und Lieferung offener Produktbestellungen (450 Einheiten des 

Produkts 

"…" und 390 Einheiten des Produkts "…") fortzufahren (vgl. act. 2/3 S. 2). Die 

Klägerin moniert nicht, dass die Produktion unter Verletzung dieser Pflicht dann 

nicht fortgesetzt worden wäre. Vielmehr beruft sich die Klägerin wiederum auf 

einen Lieferverzug; die Auslieferung sei erst ab Mitte 2011 in zögerlichem Umfang 

erfolgt und die Produkte seien zu diesem Zeitpunkt für die Klägerin wertlos 

gewesen. Würde letzteres zutreffen, wäre allerdings nicht nachvollziehbar, 

weshalb man im Juli bzw. August 2011 im "Settlement Agreement" die Pflicht zur 

Fortsetzung der Produktion hätte vorsehen sollen. Weil die Pflicht zur 

Weiterproduktion und Auslieferung zudem nicht rückwirkend, sondern ab 

Unterzeichnung des "Settlement Agreements" am 26. Juli 2011 bzw. 1. August 

2011 einsetzte, kann aus dem behaupteten Umstand, dass die zögerliche 

Auslieferung erst Mitte 2011 eingesetzt haben soll, aber ohnehin keine Verletzung 

von Ziffer 5 des "Settlement Agreements" abgeleitet werden. 

Auch die klägerische Forderung im Zusammenhang mit Vertragsziffer 8 des 

"Settlement Agreements" ist völlig unsubstantiiert geblieben bzw. nicht einmal 

beziffert worden (act. 1 S. 4), weshalb sich Weiterungen auch hierzu erübrigen.  

- 35 - 

5.3.2.3. Verlust aus Blockade des Test Systems ("test bench") 

5.3.2.3.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Zum Abschlusszeitpunkt des "Settlement Agreements" am 26. Juli 2011 bzw. 

1. August 2011 hatte die Beklagte zwei Test Systeme der Klägerin in ihrem 

Besitz. Bei den Test Systemen handelt es sich um Testgeräte, die für die Prüfung 

der von der Beklagten hergestellten elektronischen Produkte benötigt wurden. 

Mittels der Testgeräte wurde geprüft, ob die produzierten Produkte den 

technischen Anforderungen der Klägerin entsprachen. Die Test Systeme wurden 

der Beklagten von der Klägerin zur Verfügung gestellt. Um die von der Beklagten 

hergestellten Produkte ausliefern zu können, mussten sie die verschiedenen 

Tests erfolgreich bestanden haben. 

Das erste Test System wurde am 5. August 2011 an die Klägerin retourniert. Die 

Beklagte meldete der Klägerin das zweite Test System mehrmals als defekt, 

erstmals mittels E-Mail vom 21. Juni 2012 (act. 28/17). Die Klägerin verlangte am 

5. September 2012 die Rückgabe des zweiten Test Systems (act. 2/12). Am 

7. September 2012 informierte die Beklagte die Klägerin darüber, dass sie das 

zweite Test System retourniere, sofern die Klägerin im Gegenzug die bereits 

hergestellten, aber aufgrund des defekten Test Systems noch nicht getesteten 

Produkte akzeptieren würde ("Before any action on the requested needle bed, 

and as you know we still need it to finish the …XXXX boards, for which we 

requested your help the testing bench being out for weeks now as written many 

times and requiring your help. […] Before any shipment of that bench and nail bed 

we require an authorisation to deliver those goods non tested, and receive before 

shipment the payment of 19648€ […]; act. 28/18). Darauf antwortete D._____ von 

der Klägerin mit E-Mail vom 12. September 2012, er werde das Anliegen seinem 

Vorgesetzten weiterleiten und sich melden, sobald er eine Antwort habe ("I have 

forwarded your request internally to my superior. Will get back to you as soon I 

have a response."; act. 28/19). In der Folge meldete sich indessen weder 

D._____ noch sonst jemand von der Klägerin bei der Beklagten (vgl. act. 27 

Rz. 72 ff.; act. 38 Rz. 34 ff. und 81 f.; die beklagtischen Ausführungen werden von 

- 36 - 

der Klägerin nicht bzw. nicht substantiiert bestritten, weshalb darauf abzustellen 

ist). 

5.3.2.3.2. Parteistandpunkte 

Die Klägerin führt in der Klage aus, das zweite Test System sei auch auf 

mehrmalige Anfrage hin – unter anderem mit Schreiben vom 5. September 2012 

(act. 2/12) – nie retourniert worden.  

Bereits im Schreiben vom 31. März 2011 (act. 2/7) habe die Klägerin die 

Forderung betreffend die Blockade des Test Systems mit einem Tagessatz von 

CHF 50'000.– geltend gemacht. Ein Test System koste etwa EUR 100'000.– und 

eine Neubeschaffung benötige zwei Monate. Beim Fehlen einer solchen Anlage 

werde die Auslieferung um zwölf Geräte pro Stunde limitiert, was 288 fehlende 

Geräte pro Tag ergebe. Bei einer Annahme des durchschnittlichen 

Produktionspreises von EUR 100.– und einer Marge von 40 % ergebe sich somit 

ein direkter Gewinnausfall von EUR 40.– pro Gerät. Pro Tag addiere sich somit 

der Gewinnausfall bei einem fehlenden Test System auf EUR 11'520.–. Das 

fehlende Test System werde bis heute durch die Beklagte blockiert. Die Klägerin 

habe nun Anfang Oktober 2012 ein neues Test System bestellt, welches Ende 

November 2012 in Betrieb genommen werde könne. Der Gewinnausfall über 87 

Tage ergebe total EUR 1'002'240.– (act. 1 S. 4). 

Mit der Replik ergänzt die Klägerin u.a., die Aussage der Beklagten, das 

zurückbehaltene Test System würde nicht funktionieren, tue nichts zur Sache und 

werde bestritten. Die Beklagte verhalte sich vertragswidrig und der Hinweis auf 

ein Nicht-Funktionieren sei eine billige Ausrede. Neben dem entstandenen (recte 

wohl: entgangenen) Gewinn habe die Klägerin einen enormen Imageschaden 

wegen fehlender Auslieferungen erlitten. Beim neuen Unterlieferanten würden 

täglich zusätzliche Kosten für die Verzögerung in der Produktion entstehen, weil 

Bauteile vorhanden wären, aber keine Testkapazität zur Verfügung stehe (act. 38 

Rz. 35 ff. und 81 f.).  

- 37 - 

Die Beklagte bestreitet den Bestand der Forderung. Sie verweist in erster Linie 

auf die erwähnte E-Mail-Korrespondenz ab dem 5. September 2012 (act. 2/12 

sowie 28/18-19) und den Umstand, dass sich die Klägerin nach der letzten E-Mail 

vom 12. September 2012 nicht mehr gemeldet habe. Die Beklagte macht zudem 

geltend, die Klägerin habe ihre Annahmen (Reduktion um 12 Geräte pro Stunde; 

angebliche Produktion während 24 Stunden pro Tag; durchschnittlicher 

Produktionspreis von EUR 100.–; Margen von 40 %; 87 Arbeitstage; Kosten für 

ein Test System von CHF 100'000.– usw.) in keiner Weise substantiiert behauptet 

oder belegt (act. 27 Rz. 76; act. 43 Rz. 37 ff.). 

5.3.2.3.3. Würdigung 

In Ziffer 4 des "Settlement Agreements" sahen die Parteien u.a. vor, dass die 

Beklagte auf klägerische Aufforderung hin das zweite Test System ("test bench") 

innert 10 Tagen zu retournieren haben würde. Die zehntägige Rückgabefrist sollte 

dabei ab Eingang der entsprechenden klägerischen Aufforderung zu laufen 

beginnen ("Upon request […] within 10 [ten] days from receipt of the request"; 

act. 2/3 S. 2). Die Folgen einer allfälligen Verletzung dieser 

Rückgabeverpflichtung haben die Parteien nicht geregelt. Bei Vorliegen der 

Voraussetzungen von Art. 97 OR (Vertragsverletzung, Schaden, 

Kausalzusammenhang und Verschulden) käme ein Schadenersatzanspruch in 

Betracht.  

Vorab ist festzuhalten, dass die Klägerin der Beklagten in der E-Mail vom 

5. September 2012 (act. 2/12) keine finanziellen Folgen einer Nichtrückgabe der 

Testsysteme androhte. Vielmehr teilte sie mit, sie habe sich aufgrund der seit 

Wochen ausstehenden Produktion entschlossen, "the Needle place and 

equipment at B._____" abzuholen; es mache keinen Sinn, sie ohne nützliche 

Verwendung bei der Beklagten zu belassen ("It doesn't makes any sense to have 

it as 'leftovers' on stock without any useful application of it."). Ohne Bezugnahme 

auf die zehntägige Rückgabefrist erkundigte sich die Klägerin sodann zwecks 

Versandorganisation, wann sie das Test System abholen könne ("Please let me 

know when we can pick up the bench places to organize the shipment of it."). 

Eine direkte Aufforderung zur Rückgabe (innert zehn Tagen) erfolgte demnach 

- 38 - 

nicht. Bereits aus diesem Grund liegt – mangels Auslösung der zehntägigen 

Rückgabefrist – keine Vertragsverletzung durch die Beklagte vor.  

Zu berücksichtigen ist weiter, dass die Klägerin der Beklagten auf deren (bereits) 

am 7. September 2012 erhobenen Einwand hin (Retournierung nur gegen 

klägerischen Akzept der aufgrund des defekten Test Systems noch nicht 

getesteten Produkte) am 12. September 2012 mitgeteilt hatte, diesen Einwand 

intern zu prüfen und sich wieder bei der Beklagten zu melden. Es wäre ab diesem 

Zeitpunkt an der Klägerin gewesen, die Angelegenheit intern zu besprechen und 

die Beklagte danach wieder zu kontaktieren. Selbst wenn die Rückgabefrist also 

am 5. September 2012 zu laufen begonnen hätte, wäre sie mit der E-Mail vom 

12. September 2012 bzw. der besagten Mitteilung (vor Fristablauf) unterbrochen 

worden. Durch ihr Handeln haben die Parteien die Abrede betreffend die 

Rückgabefrist des Test Systems mithin konkludent geändert.  

Eine Vertragsverletzung durch die Beklagte liegt nach dem Gesagten nicht vor 

und ein klägerischer Anspruch ist bereits aus diesem Grund zu verneinen. Der 

Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die klägerischen Angaben zum 

Schaden – auch nach entsprechenden Hinweisen durch die Beklagte (act. 27 

Rz. 76) – unsubstantiiert geblieben sind. 

5.3.2.4. Gewinnausfall aus Nichtausführung von Bestellungen 

5.3.2.4.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin führt aus, die Beklagte habe sie mit E-Mail vom 14. Juni 2012 

aufgefordert, umgehend weitere Bestellungen im Totalwert von EUR 1'014'972.– 

zu erhalten. Das Ziel habe darin bestanden, die bestehenden Bestände von 

überzähligen Bauteilen sowie überproduzierten Fertigprodukten abzubauen. Die 

Klägerin habe diese Bestellungen noch am gleichen Tag gemäss Aufforderung 

platziert. Am darauffolgenden Tag habe die Beklagte nochmals eine 

Mengenerhöhung verlangt. Diesem Anliegen sei die Klägerin umgehend 

nachgekommen. Zusätzlich sei durch die Klägerin die gewünschte Bestellung 

über die überproduzierten Fertigprodukte platziert worden. Im Anschluss seien 

- 39 - 

zwar die überproduzierten Fertigprodukte ausgeliefert worden. Die weiteren 

geforderten Bestellungen seien aber nie umgesetzt worden. Diese schwere 

Pflichtverletzung habe der Klägerin bei einer Marge von 40 % einen Schaden in 

Form entgangenen Gewinns von EUR 399'667.10 zugefügt. Aus der 

Erfolgsrechnung des testierten Jahresabschlusses 2010/2011 sei ersichtlich, dass 

die Marge im Jahr 2011 43 % und im Jahr 2010 sogar 55 % betragen habe. 

Zusätzlich sei zu bemerken, dass die Klägerin Schadenersatz beanspruche aus 

dem Umstand, dass sie grosse Einbussen erlitten habe aufgrund des abrupten 

Stopps der Auslieferungen durch die Beklagte. Bis zum Aufbau eines 

Ersatzlieferanten würden mehrere Monate vergehen, während welcher die 

Klägerin keine Umsätze gehabt habe (act. 1 S. 5; act. 38 Rz. 41 ff. und 83). 

Die Beklagte bestreitet auch diese Schadenersatzforderung der Klägerin. Sie 

erklärt u.a., ein entgangener Gewinn würde insbesondere voraussetzen, dass die 

Klägerin die Waren überhaupt bezahlt hätte (act. 27 Rz. 77 ff.; act. 43 Rz. 40 ff.). 

5.3.2.4.2. Würdigung 

Erwähntermassen würde eine Schadenersatzpflicht der Beklagten die Verletzung 

einer vertraglichen Pflicht, einen Schaden, einen natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden sowie ein 

Verschulden voraussetzen (vgl. Art. 97 OR). 

Auch wenn es sich um eine hypothetische Frage handelt, hätte die Klägerin nach 

dem Gesagten (vgl. Ziff. 5.2.5. hiervor) – insbesondere nach der beklagtischen 

Bestreitung des Anspruchs mit der Klageantwort (act. 27 Rz. 77 ff.) – die 

Absatzmöglichkeit der Produkte aufzeigen müssen, weil eine hohe Marge allein 

nicht ausreicht für die Entstehung eines entgangenen Gewinns. Das 

gewinnbringende Ereignis, den möglichen Verkauf der bestellten Produkte, 

behauptet die Klägerin indessen nicht einmal ansatzweise. Weiter unterlässt es 

die Klägerin auszuführen, wie sich ihre behauptete Marge von 40 % bzw. der 

entgangene Gewinn von EUR 399'667.10 berechnet. Ein pauschaler Verweis auf 

die Erfolgsrechnung ist hierzu nicht ausreichend. Auch die zusätzliche klägerische 

Bemerkung betreffend die Beanspruchung von Schadenersatz aufgrund des 

- 40 - 

abrupten Auslieferungsstopps durch die Beklagte bzw. den fehlenden Umsatz 

während mehrerer Monate ist unsubstantiiert geblieben. Die Klägerin wäre ohne 

Weiteres in der Lage gewesen, die reale Situation im Zusammenhang mit den 

Absatzmöglichkeiten sowie der Preiskalkulation konkret zu schildern (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 4A_144/2009 vom 6. Oktober 2009, E. 3.4). Nur eine solche 

Darlegung des Sachverhalts hätte eine substantiierte Bestreitung durch die 

Beklagte ermöglicht, welche im Übrigen zweimal darauf hingewiesen hatte, dass 

die klägerische Forderung in keiner Weise ausgewiesen sei (act. 27 Rz. 77; 

act. 43 Rz. 40). 

Mangels eines substantiiert geltend gemachten Schadens aus entgangenem 

Gewinn steht der Klägerin demnach auch in diesem Zusammenhang kein 

Schadenersatzanspruch zu. Weiterungen zu den übrigen Voraussetzungen von 

Art. 97 OR erübrigen sich vor diesem Hintergrund. 

5.3.2.5. Weiterer Schadenersatzanspruch (Geheimhaltung) 

5.3.2.5.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin macht geltend, die Beklagte habe sie bei ihren Kunden mehrmals 

angeschwärzt, was auch der Grund für Ziffer 13 des "Settlement Agreements" 

betreffend die Geheimhaltung gewesen sei. Die Klägerin sei umso mehr erstaunt, 

dass die Beklagte wiederum gegen diese Ziffer verstosse und sie, die Klägerin, 

bei einem Kunden anschwärze. Der Imageschaden sei irreparabel und die 

Klägerin mache dafür EUR 500'000.– geltend (act. 1 S. 5; act. 38 Rz. 45 und 85). 

Die Beklagte bestreitet auch diese von der Klägerin geltend gemachte Forderung 

(act. 27 Rz. 81 f.). 

5.3.2.5.2. Würdigung 

Auch hier macht die Klägerin einen vertraglichen Anspruch geltend. Die Klägerin 

stellt sich indessen nicht auf den Standpunkt, dass der behauptete Imageschaden 

zu einer Verkleinerung ihrer Aktiven, einer Vergrösserung ihrer Passiven oder 

einem entgangenen Gewinn geführt hätte, sondern verlangt pauschal – ohne 

- 41 - 

irgendwelche Erläuterungen – einen Betrag von EUR 500'000.–. Die bereits 

mehrfach erwähnte Voraussetzung eines Schadens im juristischen Sinne ist 

deshalb nicht erfüllt und ein klägerischer Anspruch zu verneinen. Ob die weiteren 

Voraussetzungen einer vertraglichen Schadenersatzpflicht – insbesondere jene 

einer Vertragsverletzung – erfüllt wären, kann demnach offen gelassen werden. 

5.3.2.6. Zwischenfazit 

Substantiierte Behauptungen und formgerechte (bzw. konkreten Behauptungen 

zugeordnete) Beweisofferten müssen rechtzeitig – vorbehältlich Noven 

spätestens mit der Replik (bzw. Duplik) – erfolgen (vgl. Ziff. 2.3.5. und 5.2.5. 

hiervor). Die klägerischen Vorbehalte weiterer Behauptungen oder Beweismittel 

(vgl. exemplarisch act. 38 Rz. 3 und 47 f.) sind deshalb unzulässig bzw. bleiben 

ohne Wirkung. Auch ersetzt das Offerieren von Beweismitteln substantiierte 

Behauptungen nicht (vgl. u.a. act. 38 Rz. 29 und 33). Nach dem Gesagten 

bestehen die klägerischen Forderungen somit nicht oder wurden – trotz 

ausführlicher allgemeiner (act. 27 Rz. 43 ff.) sowie diverser spezifischer 

Substantiierungshinweise durch die Beklagte – nicht substantiiert vorgebracht. 

5.3.3. Keine Verrechnung mangels Bestands klägerischer Forderungen 

Nachdem das Erfordernis des Bestands klägerischer (Verrechnungs-)Forde-

rungen nicht erfüllt ist, kommt eine Verrechnung bereits aus diesem Grund nicht 

in Betracht. Ob die übrigen Voraussetzungen für eine Verrechnung erfüllt wären, 

bedarf keiner Prüfung. 

5.4. Fazit 

Die streitgegenständliche Forderung wurde nicht durch Verrechnung getilgt. 

6. Zusammenfassung 

Die Prozessvoraussetzungen für die vorliegende Aberkennungsklage sind erfüllt. 

Insbesondere ist das Handelsgericht Zürich örtlich und sachlich zuständig. Auf die 

Klage ist deshalb einzutreten. Aufgrund der getroffenen Rechtswahl ist 

schweizerisches Recht anzuwenden. In materieller Hinsicht ist von einem 

- 42 - 

vertraglichen Anspruch der Beklagten gegenüber der Klägerin – mit dem 

Schuldbekenntnis im "Settlement Agreement" als Anspruchsgrundlage – 

auszugehen. Im Umfang der nach Vertragsabschluss erfolgten klägerischen 

Ratenzahlungen ist die beklagtische Forderung durch Erfüllung untergegangen. In 

Betreibung gesetzt bzw. streitgegenständlich sind indessen lediglich die 

ausstehenden Raten im Umfang von (umgerechnet) CHF 1'908'765.67 samt Zins 

von 5 % seit 1. August 2011. In dieser Höhe besteht die beklagtische Forderung 

weiterhin. Die behauptete klägerische Kündigung des "Settlement Agreements" 

ändert daran nichts. Eine Verrechnung mit klägerischen Gegenforderungen ist 

nicht möglich. Die Klage ist deshalb abzuweisen. 

7. Prozesskosten 

Ausgangsgemäss wird die Klägerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106 

Abs. 1 ZPO). Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der obergerichtlichen 

Gebührenverordnung (GebV OG) und jene der Parteientschädigung nach der 

obergerichtlichen Verordnung über die Anwaltsgebühren (AnwGebV) bestimmt 

(Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG bzw. § 48 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 des 

zürcherischen Anwaltsgesetzes) und richtet sich in erster Linie nach dem 

Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG 

bzw. AnwGebV). Vorliegend ist von einem Streitwert von CHF 1'908'765.67 

auszugehen (Art. 91 Abs. 1 ZPO; act. 1 S. 1), wobei die Gerichtsgebühr in 

Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG sowie unter Berücksichtigung des 

Umstands, dass ein Beschluss über die klägerische Leistung einer Sicherheit für 

die Parteientschädigung erging (Prot. S. 10 f.; act. 22), auf CHF 40'000.– 

festzusetzen ist. Die Klägerin ist zudem zu verpflichten, der Beklagten eine 

Parteientschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von § 4 Abs. 1 und § 11 

Abs. 1 und 2 AnwGebV auf CHF 50'000.– (netto) festzusetzen ist. 

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

- 43 - 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 40'000.–. 

3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr 

geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 50'000.– (netto) zu bezahlen, welche im Umfang von CHF 40'000.– aus 

dem von der Klägerin hierfür geleisteten Vorschuss bezogen wird.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie nach Eintritt der Rechtskraft im 

Dispositiv an das Betreibungsamt Zürich 3.  

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der 

Streitwert beträgt CHF 1'908'765.67. 

 

 
Zürich, 10. Juli 2014 

 
Handelsgericht des Kantons Zürich 

 
Präsident: 

 
 
 

Peter Helm 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Zeno Schönmann 
 

	Urteil vom 10. Juli 2014
	
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 1; act. 38 S. 2)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien
	b. Prozessgegenstand

	B. Prozessverlauf
	a. Klageeinleitung
	b. Wesentliche Verfahrensschritte

	Erwägungen
	1. Formelles
	1.1. Zweck und Rechtsnatur der Aberkennungsklage
	1.2. Zuständigkeit
	1.2.1. Örtliche Zuständigkeit
	1.2.2. Sachliche Zuständigkeit
	1.3. Voraussetzungen zur Begründung des Rechtsschutzinteresses für die Aberkennungsklage
	1.4. Einhaltung der Frist für die Erhebung der Aberkennungsklage
	1.5. Weitere Prozessvoraussetzungen
	1.6. Anwendbares Recht

	2.  Anspruch der Beklagten gegen die Klägerin aus Vertrag
	2.1. Unbestrittener Sachverhalt
	2.2. Streitpunkte
	2.3.  Rechtliches
	2.3.1. Vollkommen zweiseitiger Vertrag
	2.3.2. Einrede des nicht oder nicht gehörig erfüllten Vertrags (Art. 82 OR)
	2.3.3. Schuldanerkennung
	2.3.4. Tatsächlicher Konsens und Auslegung eines Vertrags nach dem Vertrauensprinzip
	2.3.5. Verknüpfung von Behauptungen und Beweismitteln
	2.4.  Subsumtion
	2.4.1. Ausgangslage
	2.4.2. Auslegung nach dem Vertrauensprinzip
	2.4.2.1. Aus dem Englischen übersetzter wesentlicher Inhalt des "Settlement Agreements" (act. 2/3)
	2.4.2.2. Grammatikalische Auslegung
	2.4.2.2.1. Schuldbekenntnis
	2.4.2.2.2. Kein Austauschverhältnis zwischen dem Schuldbekenntnis und den beklagtischen Pflichten gemäss dem "Settlement Agreement"
	2.4.2.3. Berücksichtigung des Zwecks und der Vertragsumstände
	2.5. Fazit

	3. Teilweiser Untergang der ursprünglichen beklagtischen Forderung durch Erfüllung
	4. Kein Untergang der streitgegenständlichen Forderung durch Kündigung des "Settlement Agreements"
	5. Kein Untergang der streitgegenständlichen Forderung durch Verrechnung
	5.1. Streitpunkte
	Die Klägerin macht Gegenforderungen im Umfang von insgesamt EUR 2'507'890.– geltend und will diese mit der streitgegenständlichen Forderung verrechnen (act. 1 S. 2 ff.; act. 38 Rz. 14 ff.). Die Beklagte bestreitet das Bestehen von klägerischen Gegenfo...
	Soweit es sich als erforderlich erweist, ist im Rahmen der Subsumtion näher auf die Parteivorbringen einzugehen.
	5.2. Rechtliches
	5.2.1. Einreden und Einwendungen bei einem Schuldbekenntnis
	5.2.2. Voraussetzungen für die Verrechnung von Forderungen
	Eine Verrechnung von Forderungen gemäss Art. 120 ff. OR ist möglich, wenn die Hauptforderung zumindest erfüllbar ist. Weiter muss die Klagbarkeit und Fälligkeit der Verrechnungsforderung gegeben sein, was deren Bestand voraussetzt. Die Forderungen müs...
	5.2.3.  Mögliche Grundlagen für einen vertraglichen Anspruch auf Geldzahlung
	Für den Fall der Nichterfüllung oder der nicht richtigen Erfüllung eines Vertrags können die Parteien sodann eine Konventionalstrafe vereinbaren, wobei der Gläubiger mangels anderer Abrede nur berechtigt ist, entweder die Erfüllung oder die Strafe zu ...
	5.2.4. Beweislast
	Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte ableitet. Grundsätzlich ist das Verhältnis der anwendbaren materiellen Normen für die Beweislastver...
	Im Aberkennungsprozess kommt es zwar trotz Parteirollentausch (im Vergleich zum Forderungsprozess) zu keiner Umkehr der Beweislast, weshalb der Gläubiger für das Bestehen der Schuld beweispflichtig ist. Nach dem Gesagten vermag er diesen Beweis grunds...
	5.2.5. Behauptungs- und Substantiierungslast
	5.2.6. Schadensschätzung gemäss Art. 42 Abs. 2 OR
	5.3. Subsumtion
	5.3.1. Verzicht auf Einreden und Einwendungen aus dem "Manufacturing Agreement" durch Abschluss des "Settlement Agreements"
	5.3.2.  Forderungen der Klägerin
	5.3.2.1. Pönalen aus Lieferverzögerung
	5.3.2.1.1. Parteistandpunkte
	5.3.2.1.2. Würdigung
	5.3.2.2. Minderwert wegen Lieferverzögerungen und Qualitätsproblemen
	5.3.2.2.1. Parteistandpunkte
	In diesem Zusammenhang erklärt die Klägerin im Wesentlichen, bei den 450 Stück der "…" sowie den 390 Stück der "…" handle es sich um Vorserienmuster für den Markteintritt, welche gemäss Ziffer 5 des "Settlement Agreements" durch die Beklagte hätten we...
	Die Klägerin mache somit einen Minderwert auf der Gesamtlieferung von 389 Stück der "…" für jeweils EUR 238.91 geltend. Zusätzlich zu den bereits verrechneten Materialkosten von EUR 82'011.– ergebe sich ein totaler Minderwert von EUR 174'947.–. Ebenso...
	Zusätzlich seien gemäss Ziffer 8 des "Settlement Agreements" 200 Geräte für C._____ durch die Klägerin bestellt und mit 50 % anbezahlt, jedoch ebenfalls nur mit grosser Lieferverzögerung und unvollständig ausgeliefert worden (act. 1 S. 3 f.; act. 38 R...
	5.3.2.2.2. Würdigung
	Die Klägerin macht – soweit verständlich – einen Anspruch aus positiver Vertragsverletzung geltend. Schlüssige Behauptungen zu dessen Voraussetzungen (Vertragsverletzung, Schaden, Kausalzusammenhang und Verschulden) fehlen indessen. So bezieht sich di...
	"…" und 390 Einheiten des Produkts "…") fortzufahren (vgl. act. 2/3 S. 2). Die Klägerin moniert nicht, dass die Produktion unter Verletzung dieser Pflicht dann nicht fortgesetzt worden wäre. Vielmehr beruft sich die Klägerin wiederum auf einen Lieferv...
	Auch die klägerische Forderung im Zusammenhang mit Vertragsziffer 8 des "Settlement Agreements" ist völlig unsubstantiiert geblieben bzw. nicht einmal beziffert worden (act. 1 S. 4), weshalb sich Weiterungen auch hierzu erübrigen.
	5.3.2.3.  Verlust aus Blockade des Test Systems ("test bench")
	5.3.2.3.1. Unbestrittener Sachverhalt
	5.3.2.3.2. Parteistandpunkte
	5.3.2.3.3. Würdigung
	5.3.2.4. Gewinnausfall aus Nichtausführung von Bestellungen
	5.3.2.4.1. Parteistandpunkte
	Die Klägerin führt aus, die Beklagte habe sie mit E-Mail vom 14. Juni 2012 aufgefordert, umgehend weitere Bestellungen im Totalwert von EUR 1'014'972.– zu erhalten. Das Ziel habe darin bestanden, die bestehenden Bestände von überzähligen Bauteilen sow...
	Die Beklagte bestreitet auch diese Schadenersatzforderung der Klägerin. Sie erklärt u.a., ein entgangener Gewinn würde insbesondere voraussetzen, dass die Klägerin die Waren überhaupt bezahlt hätte (act. 27 Rz. 77 ff.; act. 43 Rz. 40 ff.).
	5.3.2.4.2. Würdigung
	5.3.2.5. Weiterer Schadenersatzanspruch (Geheimhaltung)
	5.3.2.5.1. Parteistandpunkte
	5.3.2.5.2. Würdigung
	5.3.2.6. Zwischenfazit
	Substantiierte Behauptungen und formgerechte (bzw. konkreten Behauptungen zugeordnete) Beweisofferten müssen rechtzeitig – vorbehältlich Noven spätestens mit der Replik (bzw. Duplik) – erfolgen (vgl. Ziff. 2.3.5. und 5.2.5. hiervor). Die klägerischen ...
	5.3.3. Keine Verrechnung mangels Bestands klägerischer Forderungen
	Nachdem das Erfordernis des Bestands klägerischer (Verrechnungs-)Forde-rungen nicht erfüllt ist, kommt eine Verrechnung bereits aus diesem Grund nicht in Betracht. Ob die übrigen Voraussetzungen für eine Verrechnung erfüllt wären, bedarf keiner Prüfung.
	5.4. Fazit

	6. Zusammenfassung
	7. Prozesskosten
	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 40'000.–.
	3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 50'000.– (netto) zu bezahlen, welche im Umfang von CHF 40'000.– aus dem von der Klägerin hierfür geleisteten Vorschuss bezogen wird.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie nach Eintritt der Rechtskraft im Dispositiv an das Betreibungsamt Zürich 3.
	6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...