# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74d50d91-ec5c-58fc-a848-334561e4c841
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 27.05.2021 IV 2019/314
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-314_2021-05-27.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/314

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.06.2022

Entscheiddatum: 27.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 27.05.2021
Art. 17 und Art. 53 Abs. 2 ATSG. Vergleich des im Lauf der relevanten Zeit 
einerseits im Jahr 2007 und anderseits im Jahr 2018 je polydisziplinär sowie 
im Jahr 2019 noch monodisziplinär psychiatrisch (unter Einschluss der 
Neuropsychologie) begutachteten Sachverhalts (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Mai 2021, IV 
2019/314).

Entscheid vom 27. Mai 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Christiane Gallati Schneider 

und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2019/314

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt

A.  

A.___ Mutter ___ Kinder (geboren [...]), meldete sich am 13./15. November 2002 

(IV-act. 1) bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine 

Umschulung. Sie habe den Beruf einer Büroangestellten erlernt (kaufmännische Lehre, 

vgl. IV-act. 2 und 11-57) und leide an ständigen Rückenschmerzen (mit Diskushernien-

Operation), Asthma, chronischer Bronchitis und (sc. einem Problem mit der) ___. Die 

Beschwerden hätten sich seit 1997 massiv verstärkt.

A.a. 

Dr. med. B.___, FMH Innere Medizin, spez. Pneumologie, gab im IV-Arztbericht 

vom 19. März 2003 (IV-act. 11-1 bis 5) an, bei der Versicherten bestünden (stark 

verkürzt wiedergegeben) hauptsächlich (erstens) der dringende V.a. eine Histiozytosis-

X, (zweitens) ein Asthma bronchiale, (drittens) ein Stadium der [...], (viertens) 

rezidivierende Abdominalbeschwerden bei laparoskopisch gesicherter chronischer 

Adnexitis und retroversio/retroflexio uteri, (fünftens) anamnestisch eine DH 

(Diskushernie), (sechstens) ein V.a. eine valvuläre Herzkrankheit und (siebtens) diverse 

Dysregulationen ungeklärter Ätiologie. In ihrer angestammten Tätigkeit in der [..] sei die 

Versicherte seit dem 17. September 2001 voll arbeitsunfähig. In einem anderen Beruf 

sei sie (betreffend das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum, RAV, bzw. die 

Vermittlungsfähigkeit) vom 3. Januar 2002 bis 4. Mai 2002 nicht arbeitsunfähig 

gewesen, seither sei sie es zu 50 % (IV-act. 11-2). Es bestünden 

Konzentrationsprobleme, Angstzustände, feinmotorische Störungen und 

Rückenbeschwerden. In einer ___-Tätigkeit im Sitzen mit Möglichkeit des periodischen 

Wechsels zwischen Sitzen und Stehen (Büro-/Sekretariatsarbeiten) könne die 

A.b. 

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Versicherte zunächst an 4.5 Stunden pro Tag arbeiten, später sei eine Steigerung 

möglich. Ihr Zustand (psychisch, Atemwege, Wirbelsäule) sei instabil und verursache 

dauernd Beschwerden. Ein Teil der Dysregulationen (Hauptdiagnose 7) führe er (der 

Arzt) auf die umgeschulte ___ zurück. Kürzlich sei die Versicherte ausserdem aufgrund 

einer "___methode" mit einer Diagnose "Frühstadium eines Karzinoms im Endstadium, 

nur heilbar mit Alternativmethoden" konfrontiert worden, was nicht zur Stabilisierung 

der Psyche beitrage, auch wenn Abklärungen keinen Anhaltspunkt für ein Malignom 

ergeben hätten. Die Verdachtsdiagnosen (1 und 6) hätten sich nicht bestätigt. - Einem 

beigelegten medizinischen Besuchsrapport der Abteilung Arbeitsmedizin der Suva vom 

4. Dezember 2001 (IV-act. 11-56 ff.) war zu entnehmen, dass die Versicherte seit 

Januar 2001 in einer [...] angestellt gewesen war und im ___ 2001 eine ausgeprägte - 

als funktionell zu betrachtende - Hyperventilationssymptomatik (Übelkeit, 

Kribbelparästhesien an den Händen und im Gesicht, Angstzustände, Atembeengung 

und Dyspnoeattacken) erlitten habe, die sich bei späteren kurzen Arbeitsversuchen 

wiederholt habe, worauf die Arbeit seit dem 1. Oktober 2001 nicht mehr aufgenommen 

worden sei. Der seit Jahren bestehende Husten sei der Raucherbronchitis 

zuzuschreiben (mindestens 25 Packungsjahre). Eine Nichteignungsverfügung (wegen 

allfälliger Exposition gegenüber Allergenen oder Asthma auslösenden Substanzen) sei 

nicht am Platz. - Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen hatte am 

9. April 2002 (IV-act. 11-47 f.) berichtet, nach der erweiterten Flavektomie, Nukleotomie 

und Ausräumung des ZWR L4/5 von rechts am 22. Februar 2002 sei die Versicherte 

noch vom 10. April bis 10. Mai 2002 zu 50 % arbeitsunfähig, nachher nicht mehr.

Die Arbeitgeberin gab am 2. April 2003 (IV-act. 12) bekannt, die Versicherte sei 

vom 8. Januar 2001 bis 31. Dezember 2001 als ___ angestellt gewesen. Die Anstellung 

sei ihr wegen der Allergie auf Lösungsmittel gekündigt worden. - Gemäss einer 

weiteren Arbeitgeberbescheinigung vom 27. Februar 2002 (IV-act. 13) war die 

Versicherte zuvor vom 26. Februar bis 30. September 2000 teilzeitlich als ___ in einem 

___ angestellt gewesen und hatte diese Stelle wegen Rückenproblemen gekündigt (IV-

act. 13-6).

A.c. 

Am 28. August 2003 (IV-act. 23) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

der Versicherten eine Umschulung zur Praxisassistentin zu (vgl. auch IV-act. 17), 

welche sie im April 2004 ausgezeichnet abschloss (vgl. IV-act. 30, 31, 35). Die IV-

A.d. 

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Berufsberaterin hielt am 29. April 2004 (vgl. IV-act. 31) fest, die Versicherte sei auf 

Stellensuche, die allerdings derzeit durch einen akuten Bandscheibenvorfall behindert 

werde.

Dr. B.___ erklärte im IV-Arztbericht vom 7. September 2004 (IV-act. 39-1 bis 3), 

der Zustand der Versicherten sei stationär, sie sei seit dem 5. Mai 2002 zu 50 % 

arbeitsunfähig (bei den Diagnosen des Asthma bronchiale, eines chronisch 

rezidivierenden lumbovertebralen bis lumbospondylogenen Syndroms und 

rezidivierender diffuser Abdominalbeschwerden). - Die Klinik für Neurochirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen hatte am 5. April 2004 (IV-act. 39-24 f.) ein pseudoradikuläres 

Schmerzsyndrom bei St. n. erweiterter Fensterungsoperation nach einer medianen 

Diskushernie LWK4/5 von rechts 02/2002 als bei der Versicherten bestehende 

Diagnose angegeben. - Die C.___-Klinik hatte am 21. Mai 2004 (IV-act. 39-21 ff.) 

bekanntgegeben, es bestünden ein chronisch rezidivierendes lumbovertebrales bis 

lumbospondylogenes Syndrom sowie ein Dekonditionssyndrom und eine chronische 

Pneumopathie (Asthma?). Es bestehe eine auffällige Anamnese (nebst [...] 

Suizidversuche in der Pubertät, generelle Neigung zu depressiver Stimmung) als 

mögliche Mitursache von genereller Verunsicherung.

A.e. 

Am 7. Januar 2005 (IV-act. 44) teilte Dr. B.___ auf Anfrage mit, die Versicherte sei 

zu einer Leistung von täglich maximal 4.25 Stunden in der Lage, und zwar mit dabei 

voller Leistungsfähigkeit. Zurzeit (und bis auf weiteres) sei sie jedoch aus psychischen 

Gründen nicht arbeitsfähig. Sie habe sich in der Klinik D.___ hospitalisieren lassen und 

sei dort vom 11. Oktober 2004 bis 11. Dezember 2004 stationär behandelt worden. Die 

kürzlich erfolgte Ehetrennung belaste die Versicherte zusätzlich. - Im beigelegten 

Bericht vom 15. Dezember 2004 (IV-act. 44-2 ff.) hatte die Klinik als Diagnosen eine 

komplexe posttraumatische Belastungsstörung und eine mittelgradige depressive 

Episode genannt. Trotz schwierigster Kindheit und verschiedener traumatisierender 

Erfahrungen (u.a. [...], später selber Atemnot und Hyperventilation, IV-act. 44-3) sei die 

Versicherte bis zur Retraumatisierung vor zwei Jahren (mit faktischer Verunmöglichung 

von Hoffnung; durch die Mitteilung einer nur noch kurzen zu erwartenden Lebenszeit 

wegen einer Krebsdiagnose) im Leben ordentlich zurechtgekommen. Seither leide sie 

an einer zunehmenden depressiven Störung. Durch eine Begegnung [...] habe sie ein 

massives Flashback betreffend ein Erlebnis [...] erlebt. Es mache den Eindruck, der 

A.f. 

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Ehemann sei ihr eine wichtige Stütze. - Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der 

Invalidenversicherung hielt fest, die Versicherte sei seit 5. Mai 2002 zu 50 % 

arbeitsunfähig, ab 11. Oktober 2004 (Klinikeintritt) sei die Zustandsverschlimmerung 

eingetreten (IV-act. 45).

Auf Anfrage teilte die Versicherte am 4. April 2005 (IV-act. 48) mit, bei voller 

Gesundheit wäre sie vollzeitlich erwerbstätig, da die Kinder in einem Alter seien, da sie 

damit gut zurecht kämen. Sie lebe gerade mit einem der Kinder bei einer ___. Die 

geringfügige erforderliche Mithilfe bei dessen Betreuung wäre daher gewährleistet. 

Zurzeit mache ihr die thorakolumbale Skoliose bald mehr zu schaffen als es die 

Bandscheiben in der LWS täten. Mittlerweise sei sie depressiv geworden; die 

Kombination aus Schmerzen und Arbeitslosigkeit belaste sie.

A.g. 

Dr. B.___ erklärte auf Anfrage am 22. März 2006 (IV-act. 56), eine gewisse, die 

Lebensqualität einschränkende psychische Komponente sei weiterhin vorhanden, doch 

stehe sie nicht mehr im Vordergrund. Die Versicherte habe aber im November 2005 

dennoch angegeben, wegen der völligen Traumatisierung durch die Tumordiagnose im 

Endstadium nie wieder als medizinische Praxisassistentin (MPA) arbeiten zu können. 

Vordringlich sei wieder die Rückenproblematik. Ob ein operativer Eingriff - der Einsatz 

einer Diskusprothese lumbal - erfolgen werde, sei noch unklar. - Dr. med. E.___, 

Spezialarzt für Physikalische Medizin, spez. Rheumaerkrankungen FMH, hatte am 

4. Februar 2006 (IV-act. 56-12 f.) u.a. erklärt, die Versicherte habe am 2. Februar 2006 

von tags zuvor aufgetretenen akutesten thorakalen Schmerzen beim Heben berichtet.

A.h. 

Am 17. November 2005 (IV-act. 57) hatte eine Abklärung an Ort und Stelle 

stattgefunden. Am 7. April 2006 wurde darüber berichtet, die Versicherte habe 

angegeben, ihr Befinden werde von den ständig wechselnden Rückenproblemen und 

vom Umstand beeinflusst, dass sie nach dem Ausbildungsabschluss keine Stelle als 

MPA erhalten habe (sei es wegen fehlender Berufspraxis oder wegen der Anforderung 

eines Pensums von 80 bis 100 %). Bei der aktuellen familiären Situation mit dem 

Aufgabenbereich als Hausfrau (für die Familie mit dem Ehemann und den beiden 

Kindern im ___) würde sie ohne gesundheitliche Einschränkung zu 50 oder 60 % einer 

ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen. Hierfür bestünde auch eine finanzielle 

A.i. 

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Notwendigkeit. Der IV-Abklärungsbeauftragte erhob eine Einschränkung im Haushalt 

von 26 %.  

Nachdem der Versicherten am 29. Juni 2006 (IV-act. 61) mitgeteilt worden war, 

dass eine medizinische Begutachtung zu erfolgen habe (vgl. auch Auftrag IV-act. 62), 

erklärte sie am 2. August 2006 (IV-act. 65), es werde in den nächsten Wochen die 

vorgesehene Operation erfolgen. Dr. med. F.___, Facharzt für Wirbelsäulenchirurgie 

FMH, hatte am 2. Juni 2006 (IV-act. 63) von einer fortgeschrittenen erosiven 

Osteochondrose L4/5 und einem St. n. Diskushernienoperation L4/5 am 22.02.2002 

berichtet. Eine Bandscheibenprothese sei indiziert. - Für die Versicherte ersuchte ein 

damals bestellter Rechtsvertreter darum, die Begutachtung trotz der auf November 

2006 vorgesehenen Operation im September 2006 vorzunehmen (IV-act. 77). Die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hielt an der zuvor geplanten (IV-act. 76) 

Verschiebung fest (IV-act. 79). - __ Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik für Orthopädische 

Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen, gab im IV-Arztbericht vom 8. Januar 2007 (IV-

act. 82, vgl. IV-act. 129-10 f.) an, es liege eine Osteochondrose L4/5 mit medialer 

Diskushernie mit Nervenwurzelkompression der Wurzel L5 bds. vor. Ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit sei ein St. n. Laminektomie, Nukleotomie und Ausräumung des 

Zwischenwirbelraums L4/5 von rechts in mikrochirurgischer Technik vom 22.02.2002. 

Die Versicherte sei für etwa sechs Monate ab der Operation vom 9. November 2006 

(Implantation einer Bandscheibenprothese) zu 20 % arbeitsunfähig. - Am 30. Januar 

2007 (IV-act. 84) erklärte die Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital 

St. Gallen (__ Dr. G.___), die Versicherte berichte weiterhin über persistierende 

Beschwerden im Bereich des linken Fusses (wie Überwärmungsgefühl und 

Hypersensibilität), sei ansonsten mit dem Ergebnis der Implantation aber sehr 

zufrieden.  

A.j. 

Am 19. Juli 2007 (IV-act. 91) erstattete die Academy of Swiss Insurance Medicine 

am Universitätsspital Basel (asim) ihr Gutachten. Es lägen bei der Versicherten als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes 

Syndrom links (verkürzt wiedergegeben), eine Dysthymia und ein St. n. komplexer 

posttraumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig remittiert, vor. Als medizinische 

Praxisassistentin und in sämtlichen körperlich leichten Tätigkeiten ohne Heben und 

A.k. 

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Tragen von Lasten, ohne Verrichtung in wirbelsäulenbelastenden Zwangspositionen, 

ohne rumpfrotierende Stereotypien und ohne Tätigkeiten im Überkopfbereich sei die 

Versicherte an 4.2 Stunden pro Tag, entsprechend 50 %, arbeitsfähig. Die 

entsprechende Arbeitsunfähigkeit sei spätestens 2004 eingetreten. Aufgrund der 

schweren depressiven Symptomatik dürfte sie zwischenzeitlich höher gewesen sein. 

Die bei der Haushaltabklärung ermittelte Einschränkung sei nachvollziehbar, da die 

Durchführung körperlich belastender oder in Zwangspositionen zu tätigender 

Verrichtungen teilweise nicht möglich oder erschwert sei, wofür auch die freie 

Einteilbarkeit keinen völligen Ausgleich zu schaffen vermöge. Insgesamt bestehe 

rheumatologisch eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule für körperlich schwere 

Tätigkeiten, insbesondere in Zwangspositionen. Psychiatrisch sei ein depressiver 

Residualzustand im Sinn einer Dysthymie feststellbar. Dabei handle es sich um eine 

chronische Gemütsverstimmung, die jedoch nicht konstant vorhanden sei. Gegenüber 

dem Zustand gemäss Vorberichten habe sich insbesondere die psychiatrische 

Situation deutlich gebessert (vgl. IV-act. 89-15). Im psychiatrischen Teil war aufgrund 

der Dysthymie eine Arbeitsunfähigkeit von rund 25 % (IV-act. 91-6), im 

rheumatologischen rein diesbezüglich eine Arbeitsfähigkeit von zumindest 50 % (IV-

act-90-5) angegeben worden.

Der damalige Rechtsvertreter der Versicherten machte am 23. August 2007 (IV-

act. 98) geltend, sie wäre bei voller Gesundheit vollzeitlich erwerbstätig. Wegen einer 

schweren depressiven Störung sei sie spätestens ab Oktober 2004 und bis mindestens 

Juli 2006 voll erwerbsunfähig gewesen. - Am 5. September 2007 (IV-act. 99) berichtete 

die Versicherte, sie habe ab 1. Juni 2007 eine Praktikumsstelle und anschliessend eine 

Festanstellung (als Sachbearbeiterin) mit einem Pensum von 30 % gefunden. Ein 

höheres Pensum sei ihr nicht möglich.

A.l. 

Am 1. Oktober 2007 (IV-act. 108) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

eine Ablehnung des Rentenanspruchs der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 

10.4 % in Aussicht (Einschränkung im Haushalt 26 %, bezogen auf 40 %, im Erwerb 

null). Zumutbar wäre der Versicherten ein Pensum von 50 % als MPA. Nach einem 

Einwand des damaligen Rechtsvertreters vom 2. November 2007 (IV-act. 111; 

beantragt ganze Rente von Mai 2004 bis mindestens Dezember 2006, danach halbe 

Rente bei 58 % Invalidität als Vollerwerbstätige) sprach die IV-Stelle der Versicherten 

A.m. 

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B.  

mit Verfügung vom 11. Februar 2008 (IV-act. 118) für die Zeit vom 1. Oktober 2005 bis 

31. Dezember 2006 befristet eine ganze Rente zu. Die Versicherte sei als zu 40 % im 

Haushalt und zu 60 % im Erwerb tätige versicherte Person zu betrachten. Im Haushalt 

habe eine Einschränkung von 26 %, im Erwerb von Oktober 2004 bis Dezember 2006 

eine solche von 100 % bestanden (Valideneinkommen Fr. 24'067.--, 

Invalideneinkommen null), womit sich ein Invaliditätsgrad von rund 70 % (0.4x 26 % 

zuzüglich 0.6x 100 %) ergebe. Davor (sc. und danach) habe die Einschränkung 10 % 

betragen (vgl. auch IV-act. 115).

Am 19. August 2011 (IV-act. 119) teilte die Versicherte der Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle mit, seit April 2011 lebe sie vom Ehemann getrennt und habe weder 

Betreuungsaufgaben zu erfüllen noch einen Familienhaushalt zu führen, sondern wäre 

vollzeitlich erwerbstätig. Sie beantrage eine Rente. Seit der Rentenzusprache habe sich 

ihr Gesundheitszustand stetig verschlechtert. Seit Juni 2009 sei sie zu 40 % bei ihrer 

___ angestellt. - Am 6./16. September 2011 (IV-act. 122) reichte sie ein neues IV-

Anmeldeformular ein. Sie habe einen schweren Unfall mit offenen Schädelfrakturen 

erlitten (sc. wohl ehemals, ca. 1972, IV-act. 91-3). Am 8. September 2011 (IV-act. 126) 

füllte sie einen Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt 

aus und gab dabei an, wegen ihrer "Scheidung" müsse sie für sich selbst aufkommen. 

Körperliche Tätigkeiten würden Schmerzen auslösen. Sie habe auch alle körperlich 

beanspruchenden Hobbys aufgeben müssen. Am 25. Oktober 2011 (IV-act. 129) 

gingen nach Aufforderungen (erstmals vom 24. August 2011, IV-act. 121), eine 

relevante Veränderung glaubhaft zu machen, Unterlagen von ihr ein. - So hatte die 

Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen (__ Dr. G.___) am 

17. März 2009 (IV-act. 129-5 f.) von einer deutlichen Beschwerdebesserung und einem 

unauffälligen CT-Befund (LWK1 - LWK5) berichtet. - Die ___ und Arbeitgeberin hatte 

am 20. Oktober 2011 (IV-act. 129-2 f.) erklärt, die Versicherte stehe bei ihr seit Beginn 

des Jahres 2005 in Langzeitbehandlung. Im Jahr 2009 sei wegen einer Blasenstörung 

und Funktionsstörung linkes Bein bei Verdacht auf Protheseninstabilität eine 

Spinalkanalpunktion durchgeführt worden. Nach dieser Verschlechterung habe es eine 

Verbesserung gegeben und die Versicherte habe eine RAV-Weiterbildung besucht; 

seither habe sie vermehrt Sensibilitätsstörungen und Kraftverlust im linken Bein. Im 

B.a. 

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C.  

Juni 2009 habe sie die Versicherte mit einer besonderen Arbeitsvereinbarung 

eingestellt. Im Herbst 2010 und nochmals zu Beginn von 2011 seien 

Verschlechterungen eingetreten (vermehrte Schmerzen und Bewegungsverlust im 

thorakalen und cervikalen Bereich, zunehmende Cervikalgie, lumbale 

Sensibilitätsstörungen, vermehrte Kribbelparästhesien, Temperaturstörungen, 

Schwellungen und Schmerzen, weniger Reichweite beim Gehen). Das Arbeitspensum 

sei deswegen auf 40 % herabgesetzt worden. - Dr. med. H.___, Facharzt FMH für 

Innere Medizin, hatte am 23. Oktober 2011 (IV-act. 129-1) erklärt, die Entwicklung der 

Rückenproblematik und die IV-Abklärungen (Gutachten und Entscheide) seien ihm 

nicht bekannt gewesen; er sei erst seit Ende 2006 Hausarzt der Versicherten. Die 

Anstellung zu 40 % sei ideal. - Der RAD hielt am 9. Dezember 2011 (IV-act. 130) dafür, 

es fänden sich in den eingelegten Berichten keine neuen Funktionseinbussen. Eine 

Verschlechterung sei nicht ausgewiesen. - Ein IV-Sachbearbeiter hielt am 

19. Dezember 2011 (IV-act. 132) dafür, es sei nachvollziehbar, dass die Versicherte nun 

zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen müsste. 

Nach einem Vorbescheid vom 20. April 2012 (IV-act. 136 f.) sprach die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 29. Juni 2012 

(IV-act. 141) ab 1. April 2012 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % 

(Valideneinkommen Fr. 65'520.--, Invalideneinkommen Fr. 32'760.--) zu. Sie (die 

Versicherte) sei seit April 2011 (Getrenntleben, Statusänderung), dem Beginn der 

Wartezeit, erheblich in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Ab diesem Zeitpunkt würde 

sie als Gesunde einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen (vgl. IV-act. 138). Die 

medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass ihr eine Tätigkeit als MPA und eine 

adaptierte Tätigkeit weiterhin zu 50 % zumutbar seien. Sie (die IV-Stelle) stütze sich 

diesbezüglich auf den Arbeitsvertrag der Versicherten vom 2. August 2011 als MPA im 

Rahmen dieses zumutbaren Pensums von 50 % (vgl. IV-act. 120; dort: flexibel, 

maximal 40 %).

B.b. 

In einem Fragebogen zur Revision der Rente (IV-act. 143) gab die Versicherte am 

28. April 2014 an, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Sie sei weiterhin bei der 

___ angestellt. Im Jahr 2013 habe sie ein Einkommen von Fr. 46'347.-- erworben 

C.a. 

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(offenbar gemeint samt Rente und Unterhalt, vgl. IV-act. 154-2). - Dr. H.___ gab im IV-

Verlaufsbericht vom 6. Juni 2014 (IV-act. 147) an, der Gesundheitszustand der 

Versicherten sei stationär. Im Januar 2014 habe bei progredienter Claudicatio spinalis 

und Lumboischialgie bds. eine Facettengelenkinfiltration L3/4 und L4/5 durchgeführt 

werden müssen. Mit der Anstellung zu 40 % im administrativen Bereich sei die 

Versicherte beruflich ideal integriert. - Die Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen gab am 19. Juni 

2014 (IV-act. 148) bekannt, die Versicherte sei am 20. November 2012 letztmals in der 

Wirbelsäulensprechstunde gewesen. Damals habe sie vom Auftreten einer 

Blasenschwäche im Jahr 2009 berichtet. In einer damaligen Myelographie habe bei nur 

mässiger Bandscheibenprotrusion L5/S1 keine Kompression nachgewiesen werden 

können. Die Versicherte habe weiter angegeben, seither (seit 2009) seien die 

Beinschmerzen mit Ausstrahlung deutlich progredient und sie habe die Berufstätigkeit 

bereits zu 50 % reduziert. Bei dem (im November 2012 angefertigten) Myelo-CT habe 

sich daraufhin keine erklärende Neurokompression gezeigt. Diagnostisch/therapeutisch 

seien damals (im November und Dezember 2012) Infiltrationen gemacht worden. Am 

20. Januar 2014 sei dann nach telefonischer Anmeldung durch den Hausarzt die 

Indikation zur Facettengelenksinfiltration (wiederum L3/4 und L4/5) gestellt und diese 

(sc. im Januar 2014) problemlos durchgeführt worden. Weitere Kontrollen seien nur bei 

Bedarf geplant. - Am 23. Juli 2014 (IV-act. 150) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten mit, bei der Überprüfung des 

Invaliditätsgrads sei keine rentenrelevante Änderung festgestellt worden.

Anlässlich einer weiteren Rentenrevision erklärte die Versicherte im Fragebogen 

vom 20. Juli 2017 (IV-act. 154), sie sei seit Dezember 2016 geschieden. Ihr 

Gesundheitszustand habe sich seit zwei bis drei Jahren verschlechtert. Nebst den 

schlimmer gewordenen Rückenschmerzen (es seien mehrere Infiltrationen erfolgt) seien 

Schulter-/Nackenbeschwerden und eine Fibromyalgie diagnostiziert worden. Sie 

arbeite weiterhin zu 50 %.

C.b. 

Dr. med. I.___, Facharzt FMH für Psychiatrie/Psychotherapie und für 

Allgemeinmedizin, gab in einem IV-Verlaufsbericht vom 10./15. August 2017 (IV-

act. 156, unter Mitwirkung von Psychotherapeutin J.___, vgl. IV-act. 238; Behandlung 

seit August 2016, IV-act. 192-3) bekannt, es liege bei der Versicherten eine 

C.c. 

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rezidivierende depressive Störung vor, und zwar sei das von Juli 2016 bis April 2017 

der Fall gewesen, gegenwärtig sei sie remittiert. Psychiatrisch betrachtet gebe es keine 

Befunde, die auf eine verminderte Arbeitsfähigkeit hindeuteten. Derzeit sei die 

Versicherte an der Arbeitsstelle nicht beeinträchtigt, doch gebe es zunehmend Phasen 

deutlich stärker ausgeprägter Schmerzen. In den depressiven Phasen sei nur eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % möglich. Das Pensum von 50 % sei gewählt wegen des 

Bedarfs an längeren Ruhephasen aus somatischen Gründen und sei zurzeit noch 

angemessen (es werde an vier Tagen pro Woche ohne verminderte Leistungsfähigkeit 

geleistet). Die Versicherte neige dazu, ihre körperlichen Beschwerden sehr lange 

auszuhalten, bis sie Unterstützung oder Abklärungen beanspruche oder Medikamente 

einnehme. Die Selbstfürsorge setze häufig zu spät ein. Es sei davon auszugehen, dass 

die Schmerzerkrankung zunehmen werde. - Die Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen gab am 

30. August 2017 an, die Versicherte sei seit November 2015 nicht mehr da gewesen 

(IV-act. 161). - Dr. H.___ berichtete am 1. September 2017 (IV-act. 164), er habe die 

Versicherte seit Juli 2014 nur noch einmal, am 28. August 2015, gesehen. - Dr. B.___ 

erklärte am 16. November 2017, den Verlaufsbericht nicht ausfüllen zu können, weil die 

Versicherte nicht für das rentenbegründende Leiden in Behandlung sei (IV-act. 167). - 

Die Arbeitgeberin (und ___) hatte in einer Arbeitgeberbescheinigung vom 29. August 

2017 (IV-act. 163) erklärt, die Versicherte sei zu maximal 50 % angestellt. Mehr sei 

nicht möglich; sie könne nicht länger sitzen. In den Jahren 2014 bis 2016 habe sie je 

1008 Arbeitsstunden geleistet. Der Jahreslohn betrage seit Januar 2015 Fr. 34'944.--. 

Ohne Gesundheitsschaden würde sie Fr. 69'888.-- verdienen.

Am 20. Dezember 2017 (IV-act. 168) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

der Versicherten mit, es sei eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung 

erforderlich. Diese erklärte im Dezember 2017 (IV-act. 170 f.), sie werde ab 2. Januar 

2018 für vier Wochen stationär in die Klinik K.___ eintreten.

C.d. 

Die Klinik K.___ berichtete dem zuweisenden Dr. B.___ am 22. Februar 2018 (IV-

act. 172) über den Klinikaufenthalt der Versicherten vom 2. bis 29. Januar 2018. Als 

Diagnosen vermerkte sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel­

gradige Episode, dissoziative Störungen gemischt, ein COPD, ein V.a. ein 

Reizdarmsyndrom, eine kleine Hiatushernie, eine Sigmadivertikulose, 

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/33

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Bandscheibenprothesen L4/5 2006 und eine Sequestrektomie L4/5 rechts 2002. Der 

medizinische Verlauf sei komplikationslos gewesen. Die geklagten Beschwerden 

(Todesängste, bedrückte Stimmung, Müdigkeitsgefühle, Anspannung, sozialer 

Rückzug, Schlafstörungen usw.) hätten sich verbessert. Die Versicherte sei bis zum 

11. Februar 2018 arbeitsunfähig gewesen.

Am 15. Mai 2018 erstatteten die medexperts das polydisziplinäre Gutachten (IV-

act. 183; Begutachtung am 16. und 17. April 2018). Als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien einerseits dissoziative Störungen gemischt und anderseits 

chronische rezidivierende Lumboischialgien bei Status nach Sequestrektomie L4/5 

rechts 2002 und Bandscheibenprothese auf gleicher Höhe 2006 festzustellen. Ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig remittiert, akzentuierte Persönlichkeitszüge, eine leichte Periarthropathia 

humeroscapularis der Supraspinatussehne rechts, ein chronischer Nikotinabusus und 

rezidivierende Reizdarmbeschwerden. Die Versicherte sei in der als adaptiert zu 

betrachtenden Tätigkeit als MPA zu 20 % arbeitsunfähig, spätestens ab dem 

Gutachtenszeitpunkt. Im Gesundheitszustand hätten sich Änderungen gefunden, somit 

auch Änderungen in den Diagnosen. Neu liege seit 2017 eine dissoziative Symptomatik 

vor.

C.f. 

Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen hatte am 19. Dezember 2017 

(IV-act. 184 [kein Eingangsdatum ersichtlich] und IV-act. 192-8 ff.) nach einer Hospitali­

sation der Versicherten vom 1. bis 7. Dezember 2017 (die Versicherte habe sich 

notfallmässig vorgestellt) als Diagnosen rezidivierend auftretende multifokale 

Dysästhesien und brennende Parästhesien ED 10/2017, eine mittelschwere depressive 

Episode mit somatoformer Schmerzstörung ED 12/2017 und chronische Lumbalgien 

bei St. n. Bandscheibenprothesen L4/5 2006 angegeben. Weder anamnestisch noch 

klinisch-neurologisch noch in einer ausführlichen Zusatzdiagnostik habe ein 

pathologischer Befund erhoben werden können. Es sei daher von einer funktionellen 

Ätiologie bzw. einer Somatisierungsstörung im Rahmen der von der Psychosomatik 

bestätigten depressiven Störung auszugehen.

C.g. 

Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hielt am 14. Juni 2018 

(IV-act. 185) dafür, vor der Mitteilung vom 23. Juli 2014 seien Arztberichte eingeholt 

C.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/33

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worden, so dass die Mitteilung den Referenzzeitpunkt bilde. Ab Oktober 2017 sei neu 

eine dissoziative Störung dazugekommen, die sich knapp wesentlich, nämlich mit 

20 %, auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Angesichts dieses Revisionsgrunds sei eine 

vollumfänglich neue Prüfung und eine anpassungsmässige Renteneinstellung 

vorzunehmen.  

Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2018 (IV-act. 189) kündigte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Aufhebung der Rente an.

C.i. 

Am 16. August 2018 (IV-act. 190) reichte die Versicherte ein neues 

Anmeldeformular vom 4. Juni 2018 (IV-act. 191) ein. Sie sei vom 1. Juni 2009 und noch 

bis zum 31. August 2018 zu 50 % als Sekretärin angestellt. - Mit Schreiben vom 

22. August 2018 (IV-act. 192) erhob sie unter Beilage diverser Berichte Einwand gegen 

den Vorbescheid und beantragte eine ergänzende Begutachtung oder ein Beibehalten 

der halben Rente sowie Mithilfe und Unterstützung bei der Wiedereingliederung in den 

Arbeitsmarkt. Der Gutachter der Rheumatologie und der Allgemeinen Inneren Medizin 

sei nicht darüber informiert gewesen, dass sie im Dezember 2017 eine Woche lang im 

Spital gewesen sei, und er habe erklärt, die entsprechenden Unterlagen noch 

anzufordern. Die Begutachtung sei auch nach 45 Minuten schon beendet gewesen. Sie 

habe bereits seit einigen Jahren grosse Probleme mit dem Rücken und habe deswegen 

eine Rente zugesprochen erhalten. Mit jedem Jahr seien die Probleme intensiver 

geworden und es seien weitere Diagnosen dazukommen, wie etwa eine Fibromyalgie, 

ein stetiger Schwindel, Kopfschmerzen, Schulterbeschwerden. Aus Angst vor 

Stellenverlust habe sie sich trotzdem durch ihr Arbeitspensum von 50 % gekämpft. 

Wegen ihrer derzeitigen Erkrankung und der Verschlechterung des Rückenleidens habe 

sie die Stelle, welche sie nur dank dem kulanten Einräumen von freien Tagen bei 

Verschlechterungen habe ausüben können, nun nach zehn Jahren auf Ende des 

Monats verloren. Sie habe sich auch immer wieder Infiltrationen unterzogen; diese 

würden nur noch teilweise helfen und zuletzt sei es zu einer Überreaktion gekommen. 

Bei der Begutachtung (genannt werden ursprünglich vorgesehener Psychiater und 

ursprünglicher Termin) habe es geschienen, dass sich die dissoziative Störung bessere, 

und sie sei wieder zu 25 % teilarbeitsfähig gewesen, doch kurz danach habe sich die 

Störung wieder verschlechtert. Seit 7. Mai 2018 sei sie wieder voll arbeitsunfähig, wie 

sich aus einem beigelegten Bericht des Psychiaters ergebe. - Diesem Bericht vom 

C.j. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/33

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12./13. Juli 2018 (IV-act. 192-3 ff.) von Dr. I.___/J.___ war zu entnehmen, dass seit 

Aufnahme der Behandlung am 4. August 2016 65 psychotherapeutische und zwei 

psychiatrische Sitzungen stattgefunden hätten. Bei einem Spitalaufenthalt vom 

Dezember 2017 seien somatische Korrelate für die geklagten Beschwerden 

(Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Vertigo, Gangunsicherheit, Tremor) 

ausgeschlossen worden. Die Versicherte habe schon auf Mai 2018 die Kündigung 

erhalten. Im Juli 2018 sei eine neue traumatische Erfahrung im Familiensystem 

aufgetreten. Diagnostisch lägen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradig, mit funktionellen Störungen, und eine dissoziative Störung gemischt vor. 

Die Versicherte sei zurzeit psychiatrisch betrachtet nicht arbeitsfähig.

Auf Vorlage des Einwands erklärten die medexperts am 1. Oktober 2018 (IV-

act. 198), im Bericht von Dr. I.___ fänden sich im psychopathologischen Status keine 

ausführlichen Anhaltspunkte für die Diagnose einer mittelgradigen depressiven 

Episode. Es würden auch keine detaillierten Funktionseinschränkungen dargelegt, 

welche die postulierte volle Arbeitsunfähigkeit begründen könnten.

C.k. 

Die Klinik K.___ gab in einem Austrittsbericht vom 13. November 2018 (IV-act. 205; 

über einen Aufenthalt der Versicherten vom 24. September 2018 bis 20. Oktober 2018) 

bekannt, es lägen (psychiatrisch gesehen) eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, und dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) 

gemischt vor. Im Lauf von 2018 habe die Versicherte erneute psychosoziale 

Belastungen erlebt (Kündigung, Ankündigung Renteneinstellung, Verlust [...]). Bei 

Eintritt hätten auf Symptomebene starke Erschöpfungsgefühle und Müdigkeit, geringe 

Belastbarkeit, Stimmungsschwankungen, Zukunftsängste und zeitweise ein diffuses 

Angstgefühl, Schamgefühle, innere Unruhe bei depressiver Stimmungslage und 

dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (schwere Beine 

Taubheitsgefühle, Schwindel), verstärkt bei emotionaler Belastung, im Vordergrund 

gestanden. Es habe im Verlauf eine erfreuliche Stabilisierung des psychischen und 

physischen Zustandsbildes erzielt werden können.

C.l. 

Auf einen zweiten Vorbescheid vom 14. Dezember 2018 (IV-act. 210) hin 

(weiterhin Festhalten an der Renteneinstellung) wurde eine Stellungnahme von 

Dr. I.___/J.___ vom 10. Januar 2019 (IV-act. 214) eingereicht. Darin war eine 

C.m. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/33

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umfassende gutachterliche Neubeurteilung beantragt worden. Aus therapeutischer 

Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit derzeit 100 %. Konversionssymptome von Angst 

und Depression würden sich in somatischen Beschwerden (wie Appetitstörungen, Ein- 

und Durchschlafstörungen, Verstärkung diverser Schmerzen, Vertigo, temporärem 

Tinnitus, psychogenen Ohnmachtsanfällen, Augenzittern, muskulären Zuckungen und 

Sensibilitätsstörungen, Herzrasen, Beklemmungsgefühlen, Teillähmungserscheinungen) 

eruieren lassen (vgl. IV-act. 214-1 f.). Die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven 

Episode und einer gemischten dissoziativen Störung seien unzureichend, da sie die 

Persönlichkeitsentwicklung und die Traumatisierungen nicht berücksichtigten. Es 

müsse vielmehr zusätzlich von einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung 

ausgegangen werden. Die schwer belastenden Ereignisse müssten als 

Störungsauslöser gewertet werden (vgl. IV-act. 214-5). Bei einem so komplexen 

Krankheitsverlauf lasse eine gutachterliche Abklärung von 75 Minuten Dauer unmöglich 

korrekte Schlussfolgerungen zu, zumal die Versicherte eine hohe Dissimulation mit 

starker Tendenz zum Verbergen ihrer Funktionsstörungen zeige, durch welche sie das 

Umfeld blende (vgl. IV-act. 214-6). - Am 12. Februar 2019 (IV-act. 219) wurde der 

Rechtsvertretung der Versicherten die vorgesehene Verlaufsbegutachtung angezeigt, 

am 19. Februar 2019 (IV-act. 223), dass die medexperts eine ergänzende 

neuropsychologische Begutachtung als notwendig erachteten.

Am 27. August 2019 (IV-act. 231) erstatteten die medexperts das Gutachten, das 

aus einer psychiatrischen Verlaufsbegutachtung durch den gleichen Gutachter wie im 

April 2018 (Dr. med. univ. L.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) und aus 

einem neuropsychologischen Teilgutachten (vgl. IV-act. 232, von dipl. psych. M.___, 

Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP) besteht. Als Hauptdiagnose wurden darin 

dissoziative Störungen gemischt genannt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert, und akzentuierte 

Persönlichkeitszüge. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % für die bisherige und 

für eine adaptierte Tätigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit von 20 % sei durch Limitationen 

(Durchhaltefähigkeit) bedingt. Für die Zeit von August 2018 bis Dezember 2018 sei von 

einer vollen Arbeitsunfähigkeit und von Januar 2019 bis Mai 2019 von 50 % 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In der neuropsychologischen Testung habe sich eine 

schwankende und überwiegend verminderte Leistungsbereitschaft gezeigt. Die 

C.n. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/33

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D.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Martin Boltshauser, 

Procap Schweiz, für die Betroffene am 27. November 2019 erhobene Beschwerde. Der 

Rechtsvertreter beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der 

Beschwerdeführerin weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei 

Ergebnisse in sämtlichen formalisierten Beschwerdevalidierungsverfahren hätten 

konvergent auf ein suboptimales bzw. unzureichendes Leistungsverhalten bzw. eine 

solche Leistungsbereitschaft und auf eine übertriebene Beschwerdedarstellung 

hingewiesen. Negative Antwortverzerrungen im Sinn einer bewussten Selbstlimitierung 

und einer übertriebenen Beschwerdeschilderung seien positiv belegbar. In der 

gutachterlichen Zusammenschau hätten sich wahrscheinliche Aspekte für eine nicht-

authentische Beschwerdeschilderung ergeben (vgl. IV-act. 231-19 f.).

Nachdem mit Vorbescheid vom 9. September 2019 (IV-act. 235) an einer 

Einstellung der Rente bei einem Invaliditätsgrad von 20 % (Valideneinkommen 

Fr. 71'366.--, Invalideneinkommen Fr. 57'093.--) festgehalten worden war, wandte eine 

Geschäfts- und regionale Fachstelle der procap für die Versicherte am 11. Oktober 

2019 (IV-act. 241) ein, die halbe Rente habe auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus 

einzig somatischen Gründen gemäss einem asim-Gutachten basiert. Der medexperts-

Gutachter der Rheumatologie habe stattdessen unzutreffenderweise dafürgehalten, 

bereits 2007 seien die psychischen Faktoren massgebend gewesen. Daher sei 

derselbe rheumatologische Sachverhalt lediglich anders eingeschätzt worden. Aus 

psychiatrischer Sicht seien mit 25 % und 20 % beide Begutachtungsstellen von einer 

ähnlichen Arbeitsunfähigkeit - bei unterschiedlichen Diagnosen - ausgegangen. Bei 

gleichen somatischen Diagnosen sei weiterhin auf die Einschätzung des asim-

Gutachtens abzustellen, da sich keine gesundheitliche Verbesserung ergeben habe.

C.o. 

Am 28. Oktober 2019 (IV-act. 243) verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle die Einstellung der Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung 

folgenden Monats. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich durch das 

Hinzukommen der dissoziativen Störung wesentlich verändert. Damit sei ein 

Revisionsgrund ausgewiesen und es habe eine vollumfängliche Prüfung der Invalidität 

zu erfolgen.

C.p. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/33

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die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt). Nach 

Auffassung der Beschwerdeführerin liege kein Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 

ATSG vor. Der erforderliche Vergleich sei unbestrittenermassen zum asim-Gutachten 

von 2007 zu ziehen, obwohl die Zusprache der Rente erst im Jahr 2012 erfolgt sei. 

Dabei falle auf, dass die Diagnosen geändert hätten, während aber die Beschwerden 

im Wesentlichen dieselben geblieben seien. 2018 sei das psychiatrische 

Beschwerdebild unter den Begriff einer dissoziativen Störung subsumiert und es sei als 

fraglich bezeichnet worden, ob die ehemals diagnostizierte komplexe posttraumatische 

Belastungsstörung vorgelegen habe. Als ursächlich für die dissoziative Störung seien 

klar interpersonelle Probleme angegeben bzw. sei der Umstand bezeichnet worden, 

dass diese sich als reaktive Muster auf bisherige Belastungen gezeigt hätten. Die 

unterschiedlichen Gutachterstellen hätten somit dieselbe Problematik und dieselben 

Beschwerden diagnostisch anders erfasst. Dr. I.___ habe am 10. Januar 2019 

wiederum von einer exazerbierten Symptomatik einer posttraumatischen 

Belastungsstörung berichtet. Die Einordnung sei letztlich eine rein dogmatische Frage. 

Jedenfalls seien aber der Gesundheitszustand und das Beschwerdebild unverändert. 

Wie der Gutachter der Rheumatologie und der Inneren Medizin der medexperts 

ausdrücklich festgehalten habe, gelte das auch für den somatischen 

Gesundheitszustand. Daher bestehe weiterhin Anspruch auf die Ausrichtung der 

bisherigen Rente. Es leuchte nicht ein, weshalb sich bei unverändertem medizinischem 

Sachverhalt die Arbeitsfähigkeit verändert haben sollte. Die Abweichung von den 

früheren 50 % zu neu 20 % Arbeitsunfähigkeit sei denn auch nirgends begründet 

worden. Im Verlaufsgutachten (vom August 2019) von Dr. L.___ und M.___ sei 

sinngemäss ausgeführt worden, die Arbeitsfähigkeit habe nebst genannten Ausnahmen 

stets 80 % betragen. Somit hätten die medexperts-Gutachter die Arbeitsfähigkeit bei 

gleich gebliebenem Sachverhalt anders eingeschätzt als die Gutachter des asim. Die 

Arbeitsfähigkeit habe sich nicht verändert und eine nachvollziehbare Begründung für 

die andere Beurteilung liege nicht vor. Die Rente dürfe daher nicht in Revision gezogen 

werden.

E.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Gemäss dem Gutachten der medexperts von 2018 

habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Erstbegutachtung 

tatsächlich geändert, weshalb auch eine abweichende Diagnose gestellt worden sei. 

Zudem seien danach schon im Erstgutachten psychische Faktoren für die 

rheumatologische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % entscheidend gewesen. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/33

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Auch die (sc. rheumatologische) Einschätzung von 2018 sei unter Bezugnahme auf die 

psychiatrische Beurteilung erfolgt. Aus der Sicht des RAD sei klar, dass bei der 

Erstbegutachtung 2007 die Dysthymia in die rheumatologische Einschätzung 

eingeflossen sei. Das subjektive Schmerzerleben sei damals durch dieses Leiden 

verstärkt worden. Vorwiegend dieses Schmerzerleben habe die rheumatologisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit bestimmt. Eine affektive Störung liege nun nicht mehr vor. 

Gemäss aktueller Diagnose könne den psychischen Beeinträchtigungen kein so 

erheblicher Einfluss auf das somatische Beschwerdebild zuerkannt werden. Denn 

dissoziative Zustände könnten, weil sie bewusstseinsfern seien und unvermittelt 

aufträten, nicht vorhergesehen werden und führten daher im Unterschied zu einer 

dauerhaften Dysthymia nicht zu einer Schmerzverstärkung. Die Ausführungen des RAD 

seien juristisch schlüssig. Es lägen unterschiedliche medizinische Diagnosen bzw. 

Beschwerden vor, deren Auswirkungen auf das Schmerzempfinden und somit auf das 

somatische Beschwerdebild erheblich voneinander abwichen. Von einer lediglich 

unterschiedlichen Beurteilung könne nicht gesprochen werden. Sollte das Gericht die 

Voraussetzungen einer materiellen Revision nicht als erfüllt betrachten, sei die 

angefochtene Verfügung mit der substituierten Begründung der zweifellosen 

Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung zu schützen. Im Erstgutachten sei 

vorwiegend und - derzeit nicht erklärbar - vorbehaltlos auf die subjektiven Äusserungen 

der Beschwerdeführerin abgestellt worden, an denen aus aktueller Sicht erhebliche 

Zweifel bestünden. Die Beschwerdeführerin zeige beim Bericht über ihre Traumata 

keine affektiven oder physiologischen Reaktionen. Die Ergebnisse der formalisierten 

Beschwerdenvalidierung hätten auf ein suboptimales Leistungsverhalten und eine 

übertriebene Beschwerdedarstellung hingewiesen. Auf das Gutachten von 2007 hätte 

nicht abgestellt werden dürfen. Die Verfügung vom 29. Juni 2012 sei daher zweifellos 

unrichtig. Nicht nur bei der Erstbegutachtung, sondern auch bei den Begutachtungen 

von 2018 und 2019 seien die geschilderten Beschwerden im Übrigen kaum 

objektivierbar gewesen. Eine Revision des Rentenanspruchs hätte demnach allenfalls 

auch aufgrund der geänderten Rechtsprechung, wonach das strukturierte 

Beweisverfahren bei sämtlichen psychischen Leiden anzuwenden sei, geprüft werden 

müssen. Die dabei 2018/2019 getroffene gutachterliche Einschätzung einer 

Arbeitsunfähigkeit von 20 % sei nachvollziehbar begründet und schlüssig. 

F.

Mit Replik vom 11. März 2020 lässt die Beschwerdeführerin daran festhalten, dass ihr 

Gesundheitszustand sich nicht wesentlich verändert habe. Die Gutachter der 

medexperts würden eine solche Veränderung nirgends explizit erwähnen. In 

somatischer Hinsicht werde sogar ausdrücklich dargelegt, es habe sich keine 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/33

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Veränderung ergeben. Einzig der Gutachter der Psychiatrie stelle infolge einer anderen 

Interpretation andere Diagnosen. In diesem Bereich bestehe aber naturgemäss ein 

grösserer Spielraum für die ärztliche Beurteilung, der gemäss der Rechtsprechung 

(Bundesgerichtsurteil vom 3. Mai 2013, 9C_698/2012 E. 2.2) nicht zum Anlass einer 

Rentenrevision genommen werden dürfe. Ausserdem seien die psychiatrischen 

Beschwerden damals wie derzeit für die Berentung nicht primär ausschlaggebend 

gewesen. Die somatischen Beschwerden seien unverändert. Dass keine Veränderung 

vorliege, sei auch der Beschwerdegegnerin bekannt, habe sie doch in einem 

Besprechungsprotokoll erklärt, es fehlten "aus juristischer Sicht (...) nun medizinische 

Argumente einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes", weshalb sie 

nach Rücksprache mit dem Rechtsdienst eine interdisziplinäre Besprechung bezüglich 

des weiteren Vorgehens einberufen habe. Die beiden beteiligten RAD-Ärzte, ein 

Facharzt für Chirurgie und ein solcher für Psychiatrie und Psychotherapie, seien 

fachlich nicht befähigt, abschliessend zum Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin Stellung zu nehmen. Zum einen lägen rheumatische und nicht 

chirurgische Beschwerden vor, zum andern fehle die interdisziplinäre Betrachtung, sei 

doch die Stellungnahme des RAD-Psychiaters für sich allein, ohne eine 

nachvollziehbare und fachärztliche Einschätzung zum somatischen Zustand, nicht 

beweiswertig. Des Weiteren gehe es nicht an, zum Beweisthema einer Veränderung 

zunächst ein Gutachten einzuholen, und dann bei unpassendem Ergebnis die Frage 

durch den RAD beantworten zu lassen und auf dessen abweichende Stellungnahme 

abzustellen. Wäre die Beschwerdegegnerin der Ansicht, das Gutachten äussere sich 

nicht abschliessend zum Beweisthema, hätte sie ein neues Gutachten einholen oder 

erneut Ergänzungsfragen stellen müssen. Denn diesfalls mangle es am erforderlichen 

Beweiswert (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 5. September 2014, 8C_168/2014, E. 4.1.2). 

Im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprache habe die Beschwerdegegnerin den 

Anspruch umfassend und gründlich abgeklärt gehabt. Es hätten mehrere ärztliche 

Berichte über übereinstimmende somatische und psychische Beschwerden und ein 

Gutachten im Einklang mit den Vorakten vorgelegen. Letzteres scheine nicht so 

offensichtlich daneben, dass sich ein Abstellen darauf nicht hätte rechtfertigen lassen. 

Auch die Rentenzusprache selbst sei - unabhängig davon - vertretbar und keinesfalls 

offensichtlich unrichtig. Eine Wiedererwägung wäre völlig abwegig. Für Aggravation 

oder gar Simulation gebe es ferner keine Hinweise. Die Beschwerden seien von 

verschiedenen Ärzten mehrfach bestätigt worden. Die Rechtsprechungsänderung 

betreffend das strukturierte Beweisverfahren bilde keinen Revisionsgrund (vgl. BGE 

141 V 585). Die Beschwerdeführerin leide auch nicht an nicht objektivierbaren 

Beschwerden, weshalb die Schmerzrechtsprechung nicht zur Anwendung gelange. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/33

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G.

Von der ihr mit Schreiben vom 18. März 2020 gebotenen Möglichkeit, zur Replik 

Stellung zu nehmen, hat die Beschwerdegegnerin keinen Gebrauch gemacht. 

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 28. Oktober 2019, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin den bisherigen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

anpassungsweise für die Zukunft eingestellt hat. Die Beschwerdeführerin lässt 

hauptsächlich eine Weiterausrichtung der Rente beantragen.

2.  

Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 

831.10) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch 

auf eine Viertelsrente.

2.1. 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1; vgl. auch schon BGE 102 V 165).

2.2. 

Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der jüngeren bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem 

jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Denn die diagnostische Einordnung einer psychischen Störung allein legt 

das (dennoch) objektiv bestehende tatsächliche Leistungsvermögen nicht fest (vgl. 

BGE 143 V 418 E. 4.1.2). Gemäss dem genannten BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) 

sind für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens in der Regel diverse 

Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich 

einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der 

Konsistenz. Zum funktionellen Schweregrad sind die Komplexe 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/33

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"Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der diagnoserelevanten 

Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden 

Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und 

persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie 

der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine 

gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen und um behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 

ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3). Die funktionellen Folgen 

von Gesundheitsschädigungen werden auch mit Blick auf psychosoziale und 

soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen 

einer Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit diese Belastungsfaktoren direkt 

negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie ausser Acht. Hingegen können sie 

mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu einer ausgewiesenen 

Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit als solcher mit Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit geführt haben, wenn sie also einen verselbständigten 

Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von 

den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2). Eine durch 

belastende Lebensumstände begründete fachärztliche Diagnose genügt nach der 

Rechtsprechung für einen Leistungsanspruch für sich allein noch nicht, sondern es ist 

eine krankheitswertige, d.h. von den reaktiven, invaliditätsfremden Geschehen bei 

psychosozialen Belastungsfaktoren abgrenzbare psychische Störung vorausgesetzt, 

die sich auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person auswirkt (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 22. August 2018, 9C_262/2018 E. 4.2.1). Es ist also eine 

Abgrenzung zu reaktivem, invaliditätsfremdem Geschehen aufgrund von 

psychosozialen Belastungen erforderlich (so bezüglich depressiver Leiden BGE 

143 V 409 E. 4.5.2).

Früher waren gemäss BGE 130 V 352 (vom 12. März 2004) für pathogenetisch-

ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische 

Grundlage - nicht aber für eine schwerwiegende (selbständige) depressive 

Symptomatik (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 24. Juni 2014, 8C_278/2014 E. 5.2) - die 

sogenannten Foerster'schen Kriterien zur Prüfung der Unzumutbarkeit einer 

willentlichen Schmerzüberwindung zu beachten gewesen. - Vor BGE 141 V 281 

erstattete medizinische Gutachten verlieren ihren Beweiswert jedoch nicht per se. 

Vielmehr ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die Sachverständigengutachten, 

gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige 

Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht, wobei je nach 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/33

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3.  

Abklärungstiefe und -dichte eine punktuelle Ergänzung genügen kann (vgl. 

BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Bundesgerichtsurteil vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016). 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). - Ob eine 

revisionsbegründende Änderung des Sachverhalts eingetreten ist, beurteilt sich nach 

der Rechtsprechung durch Vergleich des Zustands, wie er im Zeitpunkt der letzten (der 

versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer 

materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten 

für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht 

(vgl. BGE 133 V 108, Bundesgerichtsurteil vom 21. Januar 2019, 9C_382/2018 E. 2), 

mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (vgl. BGE 130 V 351 E. 3.5.2, 

BGE 125 V 369 E. 2). - Anlass zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt nach 

der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. 

Insbesondere ist die Rente revidierbar, wenn sich der Gesundheitszustand erheblich 

verändert hat, oder bei einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 

Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich 

unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im 

revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 13. März 

2017, 9C_699/2016 E. 4.1, und vom 3. März 2020, 9C_698/2019 E. 2).

3.1. 

Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige 

Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre 

Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. - An der Unrichtigkeit der Verfügung darf 

kein vernünftiger Zweifel bestehen. Dieses Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine 

Leistungszusprache aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder massgebliche 

Bestimmungen nicht oder unrichtig angewendet worden sind (vgl. Bundesgerichtsurteil 

vom 11. Oktober 2017, 9C_383/2017 E. 3.2). Es ist entscheidwesentlich, ob die 

ehemalige Beurteilung der materiellen Anspruchsvoraussetzungen, welche 

notwendigerweise Ermessenszüge aufweist, vor dem Hintergrund der Sach- und 

Rechtslage (einschliesslich der damaligen Rechtspraxis, 9C_383/2017 E. 3.2), wie sie 

sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar 

erscheint (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 25. Juni 2010, 9C_247/2010 E. 2.1).   

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/33

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4.  

Die strittige Rentenrevisionsverfügung vom 28. Oktober 2019 stützt sich auf das 

polydisziplinäre Gutachten der medexperts vom 15. Mai 2018 und auf das 

psychiatrische Verlaufsgutachten vom 27. August 2019 (vgl. E. 4 und 5).

4.1. 

Die internistische Abklärung bei der polydisziplinären Begutachtung 2018 ergab 

dabei als Hauptproblem bei der Beschwerdeführerin einen chronischen Nikotinabusus 

mit sporadischem Gebrauch von Pulmicort und Ventolin (vgl. IV-act. 183-36). 

Ausserdem lägen rezidivierende Reizdarmbeschwerden vor. Beide Leiden seien nicht 

von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. Diagnosen IV-act. 183-35). Eine letztmals vor 

einigen Monaten erfolgte Magen- und Darmspiegelung sei unauffällig ausgefallen (vgl. 

IV-act. 183-32).

4.2. 

In rheumatologischer Hinsicht wurde bei der polydisziplinären Begutachtung 2018 

von chronischen rezidivierenden Lumboischialgien der Beschwerdeführerin 

ausgegangen. Bei der letzten Bildgebung mit MRI der LWS vom 4. Dezember 2017 

hätten sich keine Zeichen radikulärer oder spinaler Einengung ergeben (IV-act. 183-27). 

Die Beschwerdeführerin habe sich (bei der Untersuchung) normal bewegt und beim 

Aus- und Anziehen keine Schonhaltung gezeigt. Nebst der leicht eingeschränkten 

Beweglichkeit der lumbalen Wirbelsäule sei einzig die rechte Schulter bei Abduktion 

gegen Widerstand ab 90° leicht eingeschränkt gewesen. Entsprechend wurde eine 

leichte Periarthropathia humeroscapularis der Supraspinatussehne rechts 

diagnostiziert, die sich aber auf die Arbeitsfähigkeit nicht auswirke (vgl. IV-

act. 183-26 f.). Es bestehe seit 2002 eine reduzierte Belastbarkeit der Wirbelsäule (vgl. 

IV-act. 183-25). Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als MPA werde auf 20 % 

geschätzt, und zwar wegen etwas verlangsamter Bewegungsabläufe und vermehrt 

nötiger Pausen. In Frage kämen für die Beschwerdeführerin rückenadaptierte 

körperlich leichte büromässige Tätigkeiten ohne vorgeneigte Zwangshaltungen und 

ohne regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über ca. 5 bis 8 kg (IV-act. 183-28). 

4.3. 

Die Begutachtung von Mai 2018 erscheint unter somatischen Gesichtspunkten 

vollständig. Die Ergebnisse sind ausreichend begründet. Es wurde dabei namentlich 

berücksichtigt, dass sich die Beschwerdeführerin in den Jahren 2002 und 2006 

Bandscheiben-Operationen auf Höhe L4/5 unterzogen hatte (vgl. IV-act. 183-34). Auf 

das Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin unter somatischem 

Aspekt von 20 % (2018) kann daher abgestellt werden. Nach der Aktenlage ist bis zum 

Erlass der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2019 diesbezüglich keine 

Änderung mehr anzunehmen.  

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/33

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5.  

In psychiatrischer Hinsicht ergab sich gemäss dem polydisziplinären medexperts-

Gutachten vom 15. Mai 2018 Folgendes.

5.1. 

Diagnostiziert wurden bei der Beschwerdeführerin dissoziative Störungen 

gemischt. Ein Anhaltspunkt für eine spezifische oder kombinierte 

Persönlichkeitsstörung zeige sich nicht, doch bestünden akzentuierte 

Persönlichkeitszüge, nämlich ängstlich-vermeidende (vgl. IV-act. 183-18 f.). Die 

rezidivierende depressive Störung sei gegenwärtig remittiert; es habe keine 

Psychopathologie mehr bestanden. Anhand der Lebensgeschichte zeige sich ein 

ausgeprägter reaktiver Charakter (der Leiden). Die Beschwerdeführerin habe 

angegeben, auf verschiedene (benannte) Belastungsfaktoren mit depressiver 

Symptomatik reagiert zu haben. Die Diagnosekriterien der Dysthymia seien zurzeit nicht 

erfüllt (vgl. IV-act. 183-17 f.). In der bisherigen und in einer adaptierten Tätigkeit wurden 

eine reduzierte Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit entsprechend einer 

Arbeitsunfähigkeit von 20 % bei zurzeit noch nicht absolut stabilem 

Gesundheitszustand und bei trotzdem erhalten gebliebenen Funktionen und 

Ressourcen (nachfolgend E. 5.1.2) angenommen (IV-act. 183-22). Bei weiter gutem 

Therapieverlauf sei in den nächsten sechs Monaten mit voller Arbeitsfähigkeit zu 

rechnen, zumal eine dissoziative Störung nicht mit einer konstanten Symptompräsenz 

imponiere. Bei einer Anstellung sei darauf zu achten, dass keine Nachtarbeit geleistet 

werden müsse und wenig zeitlicher Druck bestehe, und dass die Möglichkeit zu 

Pausen sowie ein geduldiges, wertschätzendes Umfeld bestünden (vgl. IV-act. 183-22).

5.1.1. 

Die weitaus meisten gewürdigten Fähigkeiten wurden (bei dieser Begutachtung 

von 2018) als unbeeinträchtigt beschrieben. Einzig die Widerstands- und 

Durchhaltefähigkeit (mässig) sowie die Proaktivität und Spontaneität (leicht) wurden als 

beeinträchtigt erachtet, wobei jeweils darauf hingewiesen wurde, dass Grundlage für 

diese Einschätzung die Selbstangaben der Beschwerdeführerin bildeten. Ausserdem 

wurde darauf hingewiesen, dass der Alltag und das Freizeitverhalten der 

Beschwerdeführerin jedoch objektivierbare Aspekte einer (vorhandenen) Proaktivität 

und Spontaneität zeigen würden (vgl. IV-act. 183-22). Des Weiteren hielt der Gutachter 

der Psychiatrie fest, Anhaltspunkte für eine nicht-authentische Beschwerdeschilderung 

hätten sich nicht gezeigt. Die Angaben seien zu den Angaben in den Akten kongruent 

gewesen (IV-act. 183-21). Diesbezüglich ist allerdings zu erwähnen, dass die 

Beschwerdeführerin angegeben hatte, zwei Psychopharmaka einzunehmen (vgl. IV-

act. 83-12). Der Blutserumspiegel des einen lag knapp unter dem therapeutischen 

5.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/33

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Bereich (IV-act. 183-17), so dass von einer Einnahme ausgegangen wurde (IV-

act. 183-20). Das andere Mittel konnte laborchemisch jedoch nicht nachgewiesen 

werden (IV-act. 183-17 und -20), wobei der Gutachter der Psychiatrie es als für die 

Behandlung auch weniger wichtig bezeichnete (IV-act. 183-20). Mit dem Ergebnis des 

PACT-Tests von 88 (von 200) Punkten, somit der sehr tiefen Selbsteinschätzung der 

Beschwerdeführerin, die kaum einer leichten sitzenden Tätigkeit entspreche (IV-

act. 183-2), hat sich der Gutachter soweit ersichtlich nicht ausdrücklich 

auseinandergesetzt.  

Die (monodisziplinär) psychiatrische Verlaufsbegutachtung erfolgte am 1. Juli 2019 

(Gutachten vom 27. August 2019) durch die medexperts unter Einbezug einer 

neuropsychologischen Abklärung (IV-act. 232-1 bis 7).

5.2. 

Der (gleiche) Gutachter der Psychiatrie diagnostizierte 2019 wiederum 

dissoziative Störungen gemischt (vgl. IV-act. 231-5 und -18).

5.2.1. 

Bei der Konsistenzprüfung 2019 wurde festgehalten, durch die konvergenten 

Ergebnisse sämtlicher multiplen formalisierten Beschwerdevalidierungsverfahren seien 

bei der Beschwerdeführerin negative Antwortverzerrungen im Sinn einer bewussten 

Selbstlimitierung und einer übertriebenen Beschwerdeschilderung positiv belegt 

worden, die aus neuropsychologischer Sicht nicht durch das psychiatrische 

Krankheitsbild selbst oder die Medikation erklärt werden könnten. Auch aus 

gutachterlicher klinisch-psychiatrischer Sicht hätten sich Anhaltspunkte für eine nicht-

authentische Beschwerdeschilderung ergeben (Angaben zu unterschiedlichen 

Auswirkungen der dissoziativen "Anfälle" auf die Fähigkeit zur Arbeit und zum 

Autofahren; Beschwerden und Traumatisierungen als solche; Vorhandensein eines 

äusseren Anreizes für das Beschwerdeverhalten; vgl. IV-act. 231-6). 

5.2.2. 

Dr. I.___ und J.___ wandten (am 10. Januar 2019) ein, dass die (gutachterlichen) 

Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode und einer gemischten 

dissoziativen Störung unzureichend seien, da damit die Persönlichkeitsentwicklung und 

die Traumatisierungen der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt würden. Es liege 

auch eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung vor.

5.3. 

Bei der Begutachtung von 2018 hatte der Gutachter der Psychiatrie festgehalten, 

dass bei der Beschwerdeführerin lebensgeschichtlich rezidivierende affektive 

Reaktionen auf belastende Lebensereignisse aufgetreten seien, von denen sie sich 

jeweils wieder so weit habe erholen können, dass sie einer Berufstätigkeit habe 

nachgehen, aber auch an den sozialen Aspekten des Lebens habe teilhaben können 

(vgl. IV-act. 183-19 f.; reaktive Zustände vgl. auch IV-act. 231-5). Er hatte zudem darauf 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/33

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hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, sie habe auf die 

verschiedenen (benannten) Belastungsfaktoren mit depressiver Symptomatik reagiert 

(vgl. IV-act. 183-17). Der Gutachter hatte dargelegt, die diagnostischen Kriterien für 

dissoziative Störungen gemischt seien - "trotz störungstypischer wenig objektivierbarer 

Beweise" - überwiegend wahrscheinlich erfüllt. Ursächlich für dieses Störungsspektrum 

seien interpersonelle Probleme, die bei der Beschwerdeführerin lebensgeschichtlich 

klar vorlägen bzw. sich als reaktive Muster auf die bisherigen Belastungen zeigten (vgl. 

IV-act. 183-18 f.).   

Zunächst lässt sich demnach festhalten, dass die Beschwerdeführerin, wie sich 

aus der medizinischen Aktenlage ergibt, im Lauf der Zeit wiederholt psychosozialen 

Belastungsfaktoren ausgesetzt war. Auch einen Verlust der Rente würde sie nach ihren 

Angaben im Übrigen als sehr schlimm und ihr die Existenz raubend empfinden (vgl. IV-

act. 231-12). Für die Invalidenversicherung ist relevant, ob die psychosozialen 

Belastungen zu einer (anhaltenden) psychischen Störung geführt haben, die sich auf 

die Arbeitsfähigkeit auswirkt (vgl. oben E. 2.3). Die diagnostische Einordnung ist 

dagegen sekundär, fragt doch Art. 4 Abs. 1 IVG nicht nach Art und Genese des 

Gesundheitsschadens, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Massgebend ist 

vielmehr, dass den geklagten Beschwerden vollumfänglich Rechnung getragen wird 

(vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 9. August 2000, 

I 432/99 E. 3a).

5.5. 

Letzteres kann vorliegend für die psychiatrischen Begutachtungen angenommen 

werden. Der Gutachter der Psychiatrie befasste sich (2019) mit der genannten 

Beurteilung von Dr. I.___/J.___. Er wies darauf hin, dass auch Dr. I.___ berichtet habe, 

die Beschwerdeführerin erzähle von den betreffenden belastenden Ereignissen in der 

Regel nüchtern und mit einer beeindruckenden emotionalen Distanz (vgl. IV-

act. 231-17; vgl. IV-act. 214-2). Der Gutachter stellte fest, sowohl 2018 wie bei der 

aktuellen Begutachtung von 2019 hätten die (im Bericht von Dr. I.___/J.___) genannten 

Störungen weder beobachtet noch objektiviert werden können (vgl. IV-act. 231-17 f.).

5.6. 

Die Arbeitsunfähigkeitsschätzung im Verlaufsgutachten 2019 von - weiterhin (wie 

2018 beurteilt) - 20 % begründete der Gutachter mit vorhandenen Limitationen der 

Durchhaltefähigkeit im Rahmen dieser Störungen (vgl. IV-act. 231-21 Ziff. 8.1), wobei 

diese auch als "subjektive Beeinträchtigungen" (hinsichtlich der Gruppenfähigkeit 

mässig sowie der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit mässig bis erheblich) 

bezeichnet wurden (vgl. IV-act. 231-20 f. Ziff. 7.4). Zudem hielt er auch fest, die 

Diagnose imponiere weiterhin anhand der subjektiven Angaben und der Akten, 

5.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 27/33

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6.  

während eine Objektivierbarkeit dieser Störung oder der Symptome störungsbedingt 

erschwert sei (vgl. IV-act. 231-17).   

Da damit die Arbeitsfähigkeitsschätzung in gewisser Weise relativiert wird (vgl. 

auch den Hinweis auf einen Bedarf an Beurteilung durch den Rechtsanwender, IV-

act. 231-6), kommt der Prüfung der Standardindikatoren besonderes Gewicht zu. 

Bedeutsam erscheint namentlich der Vergleich zu den Tagesaktivitäten einer 

versicherten Person. Diesbezüglich (bzw. zu den Ressourcen) hielt der Gutachter der 

Psychiatrie 2019 fest, die Beschwerdeführerin sei weiterhin in der Lage, Kontakte und 

Beziehungen zu pflegen und aufrechtzuerhalten (vgl. IV-act. 231-5; vgl. auch IV-

act. 231-11 f. und 231-19). - Schon bei der Begutachtung 2018 - damals waren noch 

keine neuropsychologischen Testungen gemacht worden - hatte sich eine erhebliche 

Tagesaktivität erheben lassen (vgl. IV-act. 183-15), welche nach Einschätzung des 

Gutachters wie erwähnt objektivierbare Aspekte einer Proaktivität und Spontaneität 

zeigte (vgl. IV-act. 183-22).

5.8. 

Gemäss den psychiatrischen Gutachten von 2018 und 2019 liegt bei Würdigung 

aller Gegebenheiten im Ergebnis eine diagnostizierte psychiatrische Erkrankung mit der 

Folge von Arbeitsunfähigkeit vor. Mit der abweichenden medizinischen Auffassung und 

den Befunden hat sich der Gutachter auseinandergesetzt. Daher ist gemäss der 

gutachterlichen Beurteilung von einer psychiatrischen Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin von 20 % auszugehen. Nach dem Dargelegten lässt sich 

zusammenfassend jedenfalls festhalten, dass (2018/2019) mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keine dieses Ausmass überschreitende Arbeitsunfähigkeit aus 

psychiatrischen Gründen vorlag.

5.9. 

Die Zusprache der halben Rente mit der formell rechtskräftig gewordenen 

Verfügung vom 29. Juni 2012 hatte demgegenüber, was die Beurteilung des 

medizinischen Sachverhalts betrifft, auf dem Gutachten der asim vom 19. Juli 2007 

basiert. Mit der Veranlassung dieses Gutachtens hatte die Beschwerdegegnerin den 

medizinischen Sachverhalt im Hinblick auf den Erlass der Verfügung vom 11. Februar 

2008 im Sinn der Rechtsprechung von BGE 133 V 108 E. 5.3.3 vollumfänglich 

abgeklärt, während sie bei Erlass der Verfügung von 2012 dessen Ergebnis (nach nur 

geringem zusätzlichem Abklärungsaufwand in medizinischer Hinsicht) übernommen 

hat. Dass der medizinische Sachverhalt zum Vergleich heranzuziehen ist, der im (asim-) 

Gutachten beschrieben wurde, ist vorliegend unbestrittenermassen anzunehmen. Ein 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 28/33

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Revisionsgrund liegt demnach vor, wenn der 2018/2019 erhobene Sachverhalt nicht 

mehr demjenigen entspricht, der bei der asim-Begutachtung erhoben worden war.  

Rheumatologisch gesehen war damals (2007) ein chronisches 

lumbospondylogenes Syndrom links bei (u.a.) intermittierend sensomotorischer Reiz- 

und Ausfallsymptomatik L5 links festgestellt worden. Es war festgehalten worden, die 

diffus ins linke Bein projizierten Missempfindungen und Gefühlsstörungen könnten 

Ausdruck einer postoperativen Vernarbungsproblematik sein; bei Nachweis im MRI 

könnte eine Infiltration Abhilfe schaffen. Das arbeitsmedizinische Problem bestehe in 

einer verminderten Belastbarkeit des Achsenorgans für alle Tätigkeiten mit schwerem 

Heben und Tragen von Lasten und für Arbeiten in wirbelsäulenbelastenden 

Zwangspositionen, längere Zeit rein im Stehen oder rein im Sitzen, in lang dauernd 

vorgeneigten Körperhaltungen, mit repetitiv rumpfrotierenden Stereotypien oder im 

Überkopfbereich. Alle körperlich leicht belastenden Tätigkeiten in 

wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit Gehen, Stehen und Sitzen, die 

möglichst frei von den genannten Belastungen seien, seien der Beschwerdeführerin 

zumutbar. Derzeit bestehe in einer so angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 

mindestens 50 % (vgl. IV-act. 90-5). - Diese Formulierung deutet auf eine gewisse 

Tendenz zu einer unter 50 % liegenden Arbeitsunfähigkeit hin. Schliesslich war bei der 

interdisziplinären (also somatischen und psychiatrischen Gesamt-) Würdigung von 

einer Einschränkung von 50 % aus Gründen der Problematik am Bewegungsapparat 

ausgegangen worden (vgl. IV-act. 89-15).

6.2. 

Was den allfälligen medizinischen Verlauf seit dieser Begutachtung von 2007 

betrifft, wurde im medexperts-Gutachten vom Mai 2018 zwar ausdrücklich 

festgehalten, somatisch gesehen habe sich keine Veränderung gezeigt (hingegen 

psychiatrisch, vgl. IV-act. 183-28). Diese Feststellung wurde indessen damit begründet, 

dass die eingehenden Abklärungen der Klinik für Neurologie am Kantonsspital 

St. Gallen vom 1. bis 7. Dezember 2017 durchwegs negativ gewesen seien (vgl. IV-

act. 183-28).

6.3. 

Während bei der Begutachtung vom 17. April 2018 also von einem 

entsprechenden ("negativen") Zustand (vgl. IV-act. 183-28), nämlich rezidivierenden 

Lumboischialgien ohne radikuläre Zeichen (und bildgebend am 4. Dezember 2017 

ebenfalls ohne Zeichen radikulärer oder spinaler Einengung, vgl. IV-act. 183-27), 

ausgegangen wurde, hatte zurzeit der asim-Begutachtung 2007 - rund ein halbes Jahr 

nach der Implantation der Bandscheibenprothese - gemäss jenem Gutachten wie 

erwähnt noch ein lumbospondylogenes Syndrom links mit einer intermittierend 

sensomotorischen Reiz- und Ausfallsymptomatik L5 links vorgelegen und war von einer 

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 29/33

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möglichen postoperativen Vernarbungsproblematik ausgegangen worden (vgl. IV-

act. 90-5). Beim Befund war damals u.a. dargelegt worden, der Quadrantentest sei 

rechts positiv gewesen mit Auslösung von Schmerzausstrahlungen ins linke Bein, links 

negativ (vgl. IV-act. 90-4). Von einer solchen Auslösbarkeit von Ausstrahlungen ist im 

rheumatologischen (medexperts-) Gutachten 2018 nicht mehr die Rede.  

Was die Beweglichkeit betrifft, hatte der asim-Gutachter 2007 damals dargelegt, 

die Lateroflexion der HWS nach rechts sei zu einem Drittel eingeschränkt gewesen, 

ebenso die Rechtsrotation, was mit einer segmentalen Funktionsstörung der unteren 

HWS vereinbar sei (vgl. IV-act. 90-4). Auch diese Beeinträchtigung wurde im 

medexperts-Gutachten nicht mehr erwähnt. Sie hatte jedoch ehemals gemäss dem 

asim-Gutachten die Leistungsfähigkeit auch nicht beeinflusst und war nicht einmal in 

die Diagnoseliste eingeflossen (vgl. IV-act. 90-5). Umgekehrt ist in der Zwischenzeit 

eine die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussende Periarthropathia humeroscapularis 

hinzugekommen (vgl. IV-act. 183-27).

6.5. 

Es waren bei der polydisziplinären medexperts-Begutachtung 2018 

rheumatologisch gesehen lediglich noch ein etwas verlangsamter Bewegungsablauf 

und ein Bedarf an vermehrten Pausen zu berücksichtigen (vgl. IV-act. 183-28 Ziff. 8.1; 

diese leichte Verminderung der Arbeitsfähigkeit sei in die psychiatrische Einschätzung 

zu integrieren).

6.6. 

Die Beurteilung einer erheblich höheren, rheumatologisch zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit (von neu 80 % statt 50 %) kann bei der gegebenen Aktenlage nicht 

allein auf eine andere Würdigung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 

Sachverhalts zurückgeführt werden. Sie erscheint vielmehr als Ausdruck einer 

verbesserten rheumatologischen Befundlage, da sich wie erwähnt zwischenzeitlich 

gezeigt hat, dass diesbezüglich keine namhaften Beeinträchtigungen mehr vorliegen, 

hatte die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen am 19. Dezember 2017 (IV-

act. 184 und 192-8 ff.) doch berichtet, bei einer umfangreichen Diagnostik 

einschliesslich MRI des Neurocraniums und der Wirbelsäule, Lumbalpunktion, 

Neuropathie-Screening, evozierter Potentiale, Röntgen-Thorax und ausführlicher 

laborchemischer Abklärung hinsichtlich rheumatischer Erkrankungen habe sich kein 

pathologischer Befund ergeben. Es sei von einer funktionellen Ätiologie bzw. 

Somatisierungsstörung auszugehen.     

6.7. 

Demnach ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die 

früher (im Mai 2007) von der asim erkannte somatische gesundheitliche 

Beeinträchtigung zurzeit der medexperts-Begutachtung von 2018 nicht mehr in 

6.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 30/33

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7.  

ausschlaggebendem Umfang vorhanden war, auch wenn die medexperts dem 

somatischen Zustand doch immer noch eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % zuschrieben. 

Ausserdem erscheint eine gewisse Angewöhnung im Lauf des langen vorliegend 

massgeblichen Zeitraums nach der asim-Begutachtung vom Mai 2007, die ihrerseits 

lediglich sechs Monate nach dem operativen Eingriff (zur Behandlung der 

fortgeschrittenen Osteochondrose mit medialer Diskushernie und 

Nervenwurzelkompression L5 bds., vom November 2006) stattgefunden hatte, 

überwiegend wahrscheinlich.  

Was den psychiatrischen Aspekt betrifft, war ehemals bei der asim-Begutachtung 

vom Vorliegen einer Dysthymia (nebst einem remittierten St. n. komplexer 

posttraumatischer Belastungsstörung) ausgegangen worden (vgl. IV-act. 91-91-5). 

Diese war auch als depressiver Residualzustand und als chronische depressive 

Gemütsverstimmung, die jedoch nicht den Schweregrad einer Störung erreiche und bei 

der auch Phasen vergleichsweiser Normalität vorkämen, umschrieben worden (vgl. IV-

act. 91-6). Dieser Dysthymie war eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 25 % 

zugeschrieben worden (a.a.O.).

7.1. 

Was den Aspekt einer allfälligen zwischenzeitlichen Sachverhaltsveränderung im 

Lauf der Zeit betrifft, wurde im medexperts-Gutachten von 2018 unter psychiatrischem 

Aspekt die dissoziative Symptomatik als seit ca. November 2017 (Krankschreibung) 

neu bestehend (vgl. IV-act. 183-23) bezeichnet. Im Verlaufsgutachten von 2019 wurde 

dargelegt, seit einem "Zusammenbruch" der Beschwerdeführerin 2017 (mit Beginn der 

Abklärungen am Kantonsspital St. Gallen, vgl. Bericht vom 19. Dezember 2017) sei eine 

Änderung des Gesundheitszustands wie der Diagnose (damals neu dissoziative 

Störung) eingetreten (vgl. IV-act. 231-22). - Diesbezüglich ist allerdings darauf 

hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin bereits früher Missempfindungen beklagt 

hatte (vgl. etwa IV-act. 11-56 ff., Kribbelparästhesien an den Händen und im Gesicht, 

daneben u.a. Angstzustände). Bei der asim-Begutachtung von 2007 hatte sie ebenfalls 

ein Kribbeln und Brennen im linken Bein und im linken Fuss angegeben (vgl. IV-

act. 90-2, 90-4), was damals im Rahmen der rheumatologischen Begutachtung 

angegeben und wie erwähnt auch in jenem Zusammenhang gewürdigt wurde. Neu 

wurden dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen beschrieben (vgl. IV-

act. 183-18 und IV-act. 205-2 oben). Ob es sich um eine massgebliche 

Sachverhaltsänderung innerhalb der relevanten Zeitspanne handelte, kann letztlich 

offen bleiben (vgl. E. 8).   

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 31/33

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8.  

Der Gutachter der Psychiatrie hält im Verlaufsgutachten vom 27. August 2019 fest, 

seit dem Gutachten von 2018 sei wegen der neuerlichen depressiven Episode 

zumindest für die Zeit der stationären Behandlung in der Klinik K.___ vom 

24. September bis 20. Oktober 2018 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, 

ausserdem auch zuvor und danach, soweit retrospektiv beurteilbar von August bis 

Dezember 2018, zudem von Januar bis Mai 2019 von einer Arbeitsunfähigkeit von 

50 % (vgl. IV-act. 231-6). Zu wiederholen ist zunächst, dass der Gutachter die gestellte 

Diagnose der dissoziativen Störungen und die Arbeitsfähigkeitsschätzung durch 

Hinweise auf eine erschwerte Objektivierbarkeit und die Basis subjektiver Angaben 

relativiert hat (vgl. IV-act. 231-17). Wenn er somit 2019 dennoch rückblickend die 

erwähnten Phasen einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit (von 100 % und von 50 %) 

annimmt, so hat er dies mit dem stationären Klinikaufenthalt begründet. Dieser hatte 

rund vier Wochen gedauert und hatte eine Verbesserung auf Symptomebene bewirken 

können. Die Beschwerdeführerin habe Kraft und Kondition ausbauen, Antrieb und 

Körperwahrnehmung verbessern und eine erfreuliche Stabilisierung des psychischen 

und physischen Zustandsbildes erzielen können. Die Beschwerdeführerin sei bei 

Austritt affektstabil gewesen. Weil aber auf Funktionsebene dennoch eine reduzierte 

Belastbarkeit vorliege, sei noch bis zum 3. November 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit 

anzunehmen (vgl. IV-act. 205-2 f.). Der Aspekt der Behandlungserfolge kann bei der 

Beurteilung dieser retrospektiv (über diese damalige Krankschreibung hinaus) 

angenommenen psychiatrischen Arbeitsunfähigkeit unter den Aspekten der 

Standardindikatoren nicht (ebenso wenig wie der Einfluss der verdeutlichten 

Beschwerdeschilderung) ausser Acht gelassen werden. Spätestens für die Zeit ab der 

Begutachtung durch die medexperts von 2019 ist bei dieser Sachlage jedenfalls eine 

wesentliche, längerdauernde Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 % mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht anzunehmen.   

7.3. 

Die asim war 2007 von einer psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 25 %, 

die medexperts-Gutachten sind von 20 % Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. - Eine 

wesentliche Veränderung der medizinischen Einschätzung der Beeinträchtigungen im 

relevanten Zeitraum ist unter psychiatrischem Aspekt allein demnach nicht zu 

erkennen.   

7.4. 

Da rheumatologisch betrachtet vom Vorliegen eines relevanten Anpassungsgrunds 

auszugehen ist (vgl. oben E. 6.8), ist nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin aufgrund der in 

den medexperts-Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 

8.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 32/33

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9.  

80 % berechnete. Da gemäss IK-Auszug keine im Vergleich zu den statistischen 

Erhebungen überdurchschnittlichen Einkommen zu verzeichnen sind und sich die 

Arbeitsfähigkeit auch auf die - somit medizinisch grundsätzlich weiterhin zumutbare - 

Tätigkeit bezieht, auf welche die Beschwerdeführerin umgeschult worden ist, ergibt 

sich dabei ein unter 40 % liegender Invaliditätsgrad.

Aus dem gleichen Grund steht einer Rentenaufhebung auch der Grundsatz 

"Eingliederung vor Rentenrevision" nicht entgegen, auch wenn die (bei der letzten 

Begutachtung knapp 51-jährige) Beschwerdeführerin bereits für die Zeit seit April 2012 

(aber noch nicht schon seit mehr als 15 Jahren, vgl. dazu Bundesgerichtsurteil vom 12. 

Dezember 2019, 8C_597/2019 E. 8.1) eine Rente bezogen hatte. Ein Anspruch auf 

Unterstützung bei der Stellensuche (Arbeitsvermittlung) kann gegebenenfalls 

unabhängig davon vorliegen.   

8.2. 

Selbst wenn eine erhebliche Sachverhaltsänderung im vorliegend relevanten 

Vergleichszeitraum jedoch nicht anzunehmen wäre, so könnte die angefochtene 

Anpassungsverfügung der Beschwerdegegnerin nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung gegebenenfalls auch mit der (die Anpassungsbegründung der 

Beschwerdegegnerin substituierenden) Begründung eines anderen 

Aufhebungsgrundes geschützt werden (substituierte Begründungen sind nach 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung in jedem möglichen Verhältnis unter den in 

Betracht fallenden Rückkommenstiteln möglich, vgl. Bundesgerichtsurteile vom 

28. Februar 2018, 8C_377/2017 E. 8.3.6, und vom 19. April 2018, 9C_417/2017 E. 2.4). 

Insbesondere hält die Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen einer 

Wiedererwägung für gegeben, weil im asim-Gutachten zu Unrecht vorbehaltlos auf die 

subjektiven Äusserungen der Beschwerdeführerin abgestellt worden sei. 

9.1. 

Dieser Aspekt kann vorliegend dahingestellt bleiben, denn massgeblich wäre als 

Wiedererwägungsgrund insbesondere der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 

aufgrund der Neuanmeldung vom August 2011 die ursprüngliche 

leistungszusprechende Verfügung vom 29. Juni 2012 auf der Basis der im asim-

Gutachten 2007 festgelegten Arbeitsunfähigkeit von 50 % erlassen hatte, ohne neue 

eingehendere medizinische Abklärungen veranlasst zu haben, obwohl seit der 

Begutachtung immerhin bereits rund fünf Jahre vergangen waren, in denen 

Verschlechterungen oder Verbesserungen des Gesundheitszustands durchaus möglich 

waren. Dass die Beschwerdegegnerin hingegen auf das neue Gesuch eingetreten ist, 

9.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 33/33

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10.

Die angefochtene Verfügung mit einer Aufhebung des Rentenanspruchs ex nunc nach 

Anpassungsrecht erweist sich demnach als rechtmässig (vgl. E. 8).  

11.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen, unter 

Anrechnung des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

ist nicht zu beanstanden, da infolge eines Statuswechsels das Vorliegen eines nunmehr 

rentenbegründenden Invaliditätsgrads glaubhaft gemacht worden ist. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.11.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. 

Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit 

dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr 

bezahlt. 

11.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.05.2021
	Art. 17 und Art. 53 Abs. 2 ATSG. Vergleich des im Lauf der relevanten Zeit einerseits im Jahr 2007 und anderseits im Jahr 2018 je polydisziplinär sowie im Jahr 2019 noch monodisziplinär psychiatrisch (unter Einschluss der Neuropsychologie) begutachteten Sachverhalts (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Mai 2021, IV 2019/314).

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