# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e510b2e4-edbd-5b3b-9087-9dd2fe231a52
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 24.11.2016 ST.2016.191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2016-191_2016-11-24.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2016.191 
 
 
 
 

Entscheid 
 
 

24. November 2016 
 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Ersatzrichter 
Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
A AG ,   
 Rekurrentin,  
 
 
 

gegen 
 
 
 
Staat  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 
 

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2009 und 1.1. - 31.12.2010 
 
 

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1 ST.2016.191 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. 1. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) war ursprünglich eine B-

Gesellschaft. Seit dem … 2008 bezweckt sie den Handel mit Waren aller Art, insbe-

sondere mit Produkten der C-Industrie. Mit der Zweckänderung kam es auch zu einem 

Wechsel im Verwaltungsrat: D ersetzte auf dieses Datum hin den bisher einzigen Ver-

waltungsrat E. Laut Organigramm vom November 2008 wurde D zudem Inhaber der 

Gesellschaft. Die Pflichtige hat ihren formellen Sitz seit Gründung im Jahr 1991 in 

F/ZG, wobei sie als Adresse im Handelsregister die Geschäftsadresse "c/o E Treuhand 

AG" eintragen liess.  

 

 Seit 2008 führt die Pflichtige in G/ZH in einem Ladenlokal an der …strasse 44 

in gemieteten Geschäftsräumlichkeiten unter der Bezeichnung "H I" eine I. Daneben 

betreibt sie einen C-Versandhandel. Sie erzielte im Jahr 2008 gemäss Jahresrechnung 

und sowohl im Kanton Zug als auch im Kanton Zürich eingereichter Steuererklärung 

des Kantons Zug einen steuerbaren Reingewinn von gerundet Fr. 100.-, bei einem 

steuerbaren Eigenkapital von Fr. 104'000.-. Im Einschätzungsverfahren betreffend die 

Steuerperiode 2008 stellte sich das kantonale Steueramt auf den Standpunkt, die 

Pflichtige betreibe im Kanton Zürich nicht nur eine Betriebsstätte. Vielmehr befinde sich 

auch der Ort ihrer tatsächlichen Verwaltung im Kanton Zürich. Folglich seien Gewinn 

und Kapital ab Datum der Zweckänderung vollumfänglich im Kanton Zürich zu versteu-

ern. Im Einspracheverfahren schloss sich die Pflichtige durch Rückzug des Rechtsmit-

tels am 1. Juli 2011 ausdrücklich dieser Sichtweise an. Die in Rechtskraft erwachsenen 

Steuerfaktoren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern, Steuerperiode 2008, lau-

teten entsprechend dem Dispositiv auf einen steuerbaren und satzbestimmenden 

Reingewinn von Fr. 100.- bzw. auf ein steuerbares Eigenkapital von Fr. 64'000.-, bei 

einem Total des Eigenkapitals für die gesamte Steuerperiode von Fr. 104'000.-.  

 

 2. Für die Steuerperioden 2009 und 2010 reichte die Pflichtige im Kanton Zug 

am 26. April 2011 bzw. 28. November 2011 Steuererklärungen, Bilanzen und Erfolgs-

rechnungen ein. Kopien davon schickte sie unter Beilage der jeweils leeren, aber un-

terschriebenen zürcherischen Steuererklärung am 30. Mai 2011 bzw. 5. Dezem-

ber 2011 an das kantonale Steueramt. In der Steuerperiode 2009 deklarierte sie einen 

steuerbaren Reinverlust von Fr. 289'236.- und im Folgejahr einen Reingewinn von 

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Fr. 19'414.-. Letzteren verrechnete sie mit dem Vorjahresverlust, sodass betreffend 

Steuerperiode 2010 ein Verlust von Fr. 264'831.- resultierte. 

 

 Am ... und ... Oktober 2012 führte der Revisor des kantonalen Steueramts in 

den Räumlichkeiten der Pflichtigen in G eine steueramtliche Bücherrevision durch. Die 

Schlussbesprechung fand am ... Oktober 2012 statt. Mit Auflage vom 30. Oktober 2012 

forderte der Revisor die Pflichtige sodann u.a. auf, den Nachweis zu erbringen, dass 

sich ihre tatsächliche Verwaltung am statutarischen Sitz in F/ZG befinde. Zudem sollte 

sie für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 die kompletten ordnungsgemäss geführten 

Buchhaltungen einreichen (Bilanz, Erfolgsrechnung, Kontoblätter sowie Journal, inkl. 

sämtliche Belege). In der Auflage fand sich der ausdrückliche Hinweis, dass auch die 

ordnungsgemässen, tagfertig geführten Kassenbücher mit sämtlichen dazugehörenden 

Nebenaufzeichnungen (Kassastreifen, Tagesrekapitulationen sowie Belege) einzurei-

chen seien. Nachdem die Pflichtige am 22. November 2012 lediglich mit einem kurzen 

Schreiben reagierte, worin sie u.a. darauf hinwies, dass ihr einziger Verwaltungsrat D 

regelmässig mit seinem Laptop und seinem Mobiltelefon bei der E Treuhand AG in F 

verweilen dürfe, erliess das kantonale Steueramt am 6. Dezember 2012 eine Mah-

nung. Erst nach Ablauf der Frist ging ein auf den 28. Januar 2013 datiertes Schreiben 

der Pflichtigen ein, allerdings erneut ohne die eingeforderte Buchhaltung mit allen Be-

legen und dem Kassenbuch. Es fehlten darüber hinaus weiterhin substanziierte Aus-

führungen dazu, weshalb der Sitz der Gesellschaft in F/ZG anzusiedeln sei.  

 

 3. Mit separaten Entscheiden vom 4. Mai 2016 schätzte das kantonale Steu-

eramt die Pflichtige nach pflichtgemässem Ermessen i.S.v. § 139 Abs. 2 des Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 (StG) ein:  

 

 Steuerperiode 1.1. - 31.12.2009 

  Fr. 

 Steuerbarer Reingewinn 100'000.- 

 Steuersatz 8%  

 Steuerbares Eigenkapital 100'000.- 

 Steuersatz 0.75‰. 

 

 

  

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1 ST.2016.191 

 Steuerperiode 1.1. - 31.12.2010 

  Fr. 

 Steuerbarer Reingewinn 100'000.- 

 Steuersatz 8%  

 Steuerbares Eigenkapital 100'000.- 

 Steuersatz 0.75‰. 

 

 Eine Ausscheidung in den Kanton Zug unterblieb mit der Begründung, die 

tatsächliche Verwaltung der Pflichtigen befinde sich im Kanton Zürich (§ 55 StG).  

 

 

 B. Das kantonale Steueramt wies die am 13./15. Juni 2016 erhobene Einspra-

che mit Entscheid vom 11. Juli 2016 ab. 

 

 

 C. Mit Rekurs vom 9./10. August 2016 stellte die Pflichtige das Begehren, sie 

sei im Kanton Zürich für die Steuerperioden 2009 und 2010 je mit einem steuerbaren 

Reingewinn von Fr. 0.- einzuschätzen. Das steuerbare Eigenkapital sei auf Fr. 79'000.- 

(2009) bzw. Fr. 64'180.- (2010) festzusetzen. Die Kosten des Verfahrens seien dem 

kantonalen Steueramt aufzuerlegen. Ebenso sei Letzteres zu verpflichten, ihr eine Par-

teientschädigung zu entrichten.  

 

 Das kantonale Steueramt schloss am 14. September 2016 auf Abweisung der 

Rechtsmittel. Mit Eingabe vom 22./24. September 2016 liess sich die Pflichtige zur 

Rekursantwort vernehmen und reichte Unterlagen ein. Das kantonale Steueramt ver-

zichtete am 3. Oktober 2016 auf eine weitere Stellungnahme. 

 

 

 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Eine Veranlagung bzw. Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen 

bezieht sich nach dem Wortlaut und Sinn von § 139 Abs. 2 StG auf die steuerliche 

Bemessungsgrundlage und umfasst lediglich die Festlegung der Steuerfaktoren 

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1 ST.2016.191 

(vgl. Martin Zweifel, in: Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. A., 

2008, Art. 130 N 45 DBG). Die besonderen Verfahrensregeln und -voraussetzungen, 

welche bei einer Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen gelten, sind bei der 

Beurteilung der Frage, ob überhaupt eine Steuerausscheidung vorzunehmen ist, dage-

gen nicht anwendbar. Die Steuerbehörde hat die vorliegend strittige Frage, ob eine 

Ausscheidung zugunsten des Kantons Zug qua statutarischem Sitz in F vorzunehmen 

sei, deshalb richtigerweise separat untersucht.  

 

 Die Grundsatzfrage, ob eine Steuerpflicht im Kanton Zug vorliegt, ist vorab zu 

klären.  

 

 b) aa) Juristische Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuer-

pflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton befindet 

(§ 55 StG). Unter Sitz ist der zivilrechtliche bzw. statutarische Sitz zu verstehen. Die 

steuerrechtliche Zugehörigkeit bestimmt sich vorab nach diesem, sofern er nicht nur 

formeller Natur ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuerge-

setz, 3. A., 2013, § 55 N 7 f. StG, auch zum Folgenden). Im letzteren Fall (so genann-

tes Briefkastendomizil) ist auf den Ort der tatsächlichen Geschäftsführung abzustellen.  

 

 bb) Der Ort der tatsächlichen Verwaltung liegt nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts dort, wo eine Gesellschaft ihren wirtschaftlichen und tatsächlichen Mit-

telpunkt hat bzw. wo die normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung 

besorgt wird (BGr, 16. Mai 2013, 2C_1086/2012, E 2.2, mit Hinweisen, auch zum Fol-

genden; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 55 N 11 ff. StG). Massgebend ist somit die 

Führung der laufenden Geschäfte im Rahmen des Gesellschaftszwecks. Dabei ist es 

selbstredend ausgeschlossen, dass die Tätigkeit von im Auftrag handelnden Personen 

der auftraggebenden Gesellschaft zuzuordnen sind, denn es fehlt dabei von vornherein 

am notwendigen Unterordnungsverhältnis (vgl. BGr, 3. Juni 1959, E. 3.4, in: Peter Lo-

cher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil, Interkantonale Doppelbesteuerung, § 4, 

I B, Nr. 9). In BGr, 8. September 2003, 2A.560/2002, E. 5.2.2 hält das oberste Gericht 

in etwas abgeschwächter Form richtigerweise dafür, dass eine Ausübung der tatsächli-

chen Verwaltung im Auftragsverhältnis "kaum denkbar" sei.  

 

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1 ST.2016.191 

 Das Bundesgericht grenzt die Geschäftsleitung ab von der blossen administra-

tiven Verwaltung einerseits und der Tätigkeit der obersten Gesellschaftsorgane ander-

seits, soweit Letztere sich auf die Ausübung der Kontrolle über die eigentliche Ge-

schäftsleitung und gewisse Grundsatzentscheide beschränkt. Entscheidend ist jener 

Ort, wo die Fäden der Geschäftsführung zusammenlaufen und die wesentlichen Unter-

nehmensentscheide fallen. Abzustellen ist somit auf den Ort der Führung der laufen-

den Geschäfte im Sinn der obersten Leitung der operationellen Betriebsführung (vgl. 

Übersicht bei Heilinger/Maute, Der Begriff der tatsächlichen Verwaltung im interkanto-

nalen und internationalen Verhältnis bei den direkten Steuern, StR 2008, 742 und 752).  

 

 Findet die Geschäftsleitung in diesem Sinn an verschiedenen Orten statt, so 

kommt es auf das Zentrum, d.h. den Mittelpunkt dieser Tätigkeit an. Nicht entschei-

dend ist in der Regel der Ort der Verwaltungsratssitzungen oder der Generalversamm-

lungen, denn die wichtigen Entscheidungen werden meist vorher recherchiert, vorbe-

reitet, verhandelt und gefasst. Ebensowenig kommt es auf den Wohnsitz der Aktionäre 

an, jedenfalls dann, wenn ihre Entscheidungen und Tätigkeiten nicht aufgrund eines 

Arbeitsverhältnisses oder ihrer Organfunktion der Gesellschaft zuzuordnen sind.  

 

 Der Wohnsitz oder ein regelmässiger Arbeitsort kann durchaus als Mittelpunkt 

der geschäftlichen Tätigkeiten gelten, wenn etwa die Handlungen, die im Rahmen der 

Geschäftsführung und Verwaltung vorgenommen werden, auf verschiedene Orte ent-

fallen. Dies kann der Fall sein, wenn die Geschäftsführung und Verwaltung einer Ge-

sellschaft beispielsweise vorwiegend in den Händen eines einzigen Aktionärs und 

Verwaltungsrats liegen (vgl. zu diesem Thema auch Heilinger/Maute, 757).  

 

 cc) Rechtsprechung und Kommentatoren haben eine Reihe von Beispielen ge-

nannt bzw. Indizien herausgearbeitet, die für einen bloss formellen Charakter des sta-

tutarischen Sitzes sprechen:  

 

- die Gesellschaft unterhält am statutarischen Sitz keine Büros oder sonstigen Ein-

richtungen und ist auch telefonisch nicht erreichbar;  

-  die Gesellschaft besitzt am Sitz keine wesentliche Infrastruktur; 

-  am statutarischen Sitz befinden sich weder Leitung noch Geschäftseinrichtungen 

(Büroräumlichkeiten, Personal usw.). Vielmehr stellt ein Beauftragter der juristischen 

Person seine Geschäftsadresse zur Verfügung, nimmt allenfalls die für diese be-

stimmte Post entgegen und leitet sie an die Gesellschaft weiter;  

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-  Anfragen an die Gesellschaft am statutarischen Sitz werden von einem anderen Ort 

aus erledigt;  

-  die Sitzungen der Gesellschaftsorgane werden nicht am statutarischen Ort durchge-

führt.  

 

 dd) Es obliegt der Steuerbehörde, jene Umstände darzutun und zu beweisen, 

aus denen folgt, dass sich der Sitz im Kanton befindet. Denn gemäss dem generellen 

Grundsatz über die Beweislastverteilung (Art. 8 ZGB) haben im Allgemeinen die Steu-

erbehörden die steuerbegründenden Tatsachen zu beweisen, mithin auch jene, welche 

die Steuerhoheit begründen. Der Steuerpflichtige ist jedoch zur Mitwirkung und na-

mentlich zu umfassender Auskunftserteilung über die für die Besteuerung massgeben-

den Umstände verpflichtet (vgl. §§ 133 ff. StG). In Bezug auf die Beweisführung und 

den relevanten Zeitpunkt gilt das Folgende: Der steuerrechtliche (Wohn-)Sitz als steu-

erbegründende Tatsache ist grundsätzlich von der Steuerbehörde nachzuweisen. Der 

Steuerpflichtigen kann allerdings der Gegenbeweis für die von ihr behauptete subjekti-

ve Steuerpflicht an einem neuen Ort auferlegt werden, wenn die von der Steuerbehör-

de angenommene bisherige subjektive Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich gilt (BGr, 

4 Dezember 2014, 2C_431/2014, E. 2.1). Eine in der Vorperiode oder gar zu Beginn 

der strittigen Steuerperiode bestehende, rechtskräftig festgestellte Steuerpflicht ist als 

wahrscheinlich anzusehen, was dazu führen muss, dass die Steuerpflichtige in der 

nachfolgenden Periode die Begründung des neuen (statutarischen oder faktischen) 

Sitzes zu substanziieren und zu beweisen hat. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

unterscheidet sich durch das vergangenheitsbezogene Element entscheidend von der 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts, welches der Behörde in einem ersten Schritt 

die Glaubhaftmachung der – gegenwärtigen – Wahrscheinlichkeit eines im alten Kan-

ton bestehenden Sitzes aufzuerlegen scheint (VGr, 15. Juli 2015, SB.2014.00143, 

E. 3.1.3, www.vgr.zh.ch ). 

 

 Das Bundesgericht hat ferner jüngst im Zusammenhang mit der Begründung 

eines ausserkantonalen Spezialsteuerdomizils einer natürlichen Person die entspre-

chende Grundregel formuliert, dass die Behauptung, es bestehe in einem Kanton neu 

nur noch eine teilweise Steuerpflicht, sich steuermindernd auswirkt und damit aufgrund 

der allgemeinen Beweislastregel vom Steuerpflichtigen nachzuweisen ist, zumindest 

soweit dieser in gehöriger Weise zur Mitwirkung aufgefordert worden ist (BGr, 12. Ap-

ril 2016, 2C_461/2015, E. 3.2). Diese Grundregel ist auch auf juristische Personen zu-

geschnitten, wirkt sich die Begründung einer ausserkantonalen Betriebsstätte dort aus 

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Sicht des Sitzkantons ebenso steuermindernd aus wie bei natürlichen Personen. Glei-

ches gilt bei Verlegung des statutarischen Sitzes oder des Orts der tatsächlichen Ver-

waltung in einen neuen Kanton, dies umso mehr wenn – wie hier – im bisherigen Kan-

ton weiterhin unbestrittenermassen eine Betriebsstätte unterhalten wird, und deshalb 

im betreffenden Veranlagungsverfahren nicht die Steuerhoheit an sich sondern nur die 

Ausscheidungsmodalitäten strittig sind.  

 

 c) aa) Das kantonale Steueramt ging in der Vorperiode 2008 davon aus, dass 

die massgebende Geschäftstätigkeit nach der Zweckänderung vom … 2008 im Kanton 

Zürich stattfand, und wies den danach erzielten Gewinn von Fr. 100.- und das auf die 

Zeitdauer vom 21. Mai bis 31. Dezember 2008 umgerechnete Eigenkapital von 

Fr. 64'000.- (bei einem Total des auf das ganze Jahr entfallenden Eigenkapitals von 

Fr. 104'000.-) ausschliesslich dem Kanton Zürich zur Besteuerung zu. Dies ist dem 

Dispositiv und der Begründung des Einschätzungsentscheids für die Staats- und Ge-

meindesteuern für die Steuerperiode 1.1.-31.12.2008 vom 20. Mai 2011 zu entnehmen. 

Die Pflichtige hat die hiergegen erhobene Einsprache am 1. Juli 2011 zurückgezogen. 

Die darauf gründende Schlussrechnung vom 8. August 2011 ist in Rechtskraft erwach-

sen. Weil die bisherige Steuerpflicht als gegeben (und damit als wahrscheinlich) anzu-

sehen ist und eine entsprechende Untersuchung betreffend die vorliegend strittigen 

Folge-Steuerperioden stattgefunden hat, liegt die Substanziierungs- und Beweislast zur 

Geltendmachung einer Ausscheidung nach F/ZG als Ort der tatsächlichen Verwaltung 

vollumfänglich bei der Pflichtigen.  

 

 Der von der Pflichtigen erwähnte Entscheid, worin angeblich festgehalten 

wurde, dass der Ort der tatsächlichen Verwaltung am statutarischen Sitz in F/ZG anzu-

siedeln sei, findet sich in den vom kantonalen Steueramt eingereichten Akten betref-

fend die Steuerperiode 2008 nicht. Angesichts der ausdrücklichen Anerkennung der 

Steuerfaktoren wäre auch eine anderslautende mündliche Aussage durch die Steuer-

kommissärin unbeachtlich, weshalb auf deren Einvernahme als Zeugin zu verzichten 

ist. Auch gibt es in den Akten der Pflichtigen keine Hinweise auf die behauptete steu-

eramtliche Revision betreffend ebendiese Steuerperiode. Möglicherweise handelt es 

sich, wie vom Steuerkommissär vermutet, um eine am ... Dezember 2008 in den 

Räumlichkeiten des Konkursamts G durchgeführte steueramtliche Revision betreffend 

eine andere D gehörende juristische Person (I G GmbH in Liquidation), im Rahmen 

welcher indessen ein entsprechender Entscheid betreffend die Pflichtige gar nicht zu-

lässig wäre.  

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 bb) aaa) Die einzig erstellte Verbindung der Pflichtigen zum Ort F im Kanton 

Zug besteht aus dem im Handelsregister erwähnten formellen Sitz und der (nicht ak-

tenkundigen, jedoch unbestrittenen) Domizilvereinbarung mit der dort ansässigen E 

Treuhand AG. Die Tätigkeit Letzterer für die Pflichtige basiert auf einem Auftrag und ist 

aufgrund des offensichtlich fehlenden Unterordnungsverhältnisses nicht der Pflichtigen 

zuzurechnen. 

 

 Die Behauptung, das einzige Mitglied des Verwaltungsrats, D, habe die 

freundlicherweise zur Verfügung gestellte Büroinfrastruktur in F rege benützt, um auf 

dem Laptop und per Mobiltelefon Arbeiten zu erledigen und Unternehmensentscheide 

zu fällen, ist zu unsubstanziiert, als dass hierüber Beweis erhoben werden könnte: Es 

fehlen konkrete Angaben zu Art und Umfang der Tätigkeit und zu den genauen Prä-

senzzeiten. Die Vorladung des als Zeuge vorgeschlagenen E erübrigt sich unter diesen 

Umständen. Konkrete Aktivitäten in J/SZ wurden nicht behauptet, sodass auch nicht 

erstellt ist, dass er auf dem Weg dorthin ab und an bei der E Treuhand AG (wenn auch 

nur kurz) vorbeischaute.  

 

 Dass sich D jeweils einzig zum Zweck der Vorbereitung und Fällung von die 

Unternehmung betreffenden Grundsatzentscheiden bzw. für operative Handlungen 

eigens nach F begeben hat, wo ihm keine eigenen Büroräumlichkeiten zur Verfügung 

standen, darf ohnehin mit Fug als äusserst unwahrscheinlich bezeichnet werden. Ins-

besondere mit Blick auf seinen Wohnsitz in K/ZH und den sich im Aufbau befindlichen 

operativen Betrieb mit Ladenlokal in G/ZH erscheint diese Vorstellung als absurd. Auch 

wenn entsprechende Fahrten nachgewiesen wären, wäre ein solches weder sachlich 

noch rechtlich begründbares Verhalten als in hohem Masse rechtsmissbräuchlich an-

zusehen, hätte es doch ganz offensichtlich einzig dem Zweck gedient, im steuergünsti-

geren Kanton Zug einen Sitz zu begründen, und damit dem Kanton Zürich zustehen-

des Steuersubstrat zu entziehen. 

 

 Die übrigen Angestellten waren unbestrittenermassen ausschliesslich in den 

Räumlichkeiten der I an der …strasse 44 in G für die Pflichtige tätig. Ein Bezug zum 

Kanton Zug fällt bei ihnen von vornherein ausser Betracht. Damit aber haben in F nicht 

nur wenige, sondern überhaupt keine konkreten Handlungen für die Pflichtige stattge-

funden, weshalb sich der statutarische Sitz als rein formell bzw. als Scheindomizil er-

weist.  

 

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 bbb) Die über die reine Verwaltungstätigkeit hinausgehenden wesentlichen 

Unternehmensentscheide und Handlungen der Geschäftsleitung, die sich aus D und 

vermutungsweise der C-Betriebsassistentin L zusammensetzte (vgl. das Organi-

gramm), sind in erster Linie dem Ort der I in G/ZH, wo sich die einzige aktenkundige 

operative Geschäftstätigkeit abspielte, zuzuordnen. Dass gewisse strategische Ent-

scheide des einzigen Verwaltungsrats D auch ausserhalb des Betriebs reiften und ge-

fasst wurden, liegt auf der Hand. Sie sind örtlich am Wohnsitz und damit am Lebens-

mittelpunkt von D im nahe gelegenen K/ZH anzusiedeln, denn sie lassen sich 

unmöglich im Einzelnen lokalisieren. Der tatsächliche Sitz der Pflichtigen liegt damit 

zweifellos im Kanton Zürich. Die beweisbelastete Pflichtige hat es trotz Aufforderung 

und Mahnung versäumt, Umstände darzutun, die das Gegenteil nahelegen.  

 

 Das kantonale Steueramt hat den Reingewinn und das Eigenkapital der Pflich-

tigen aus diesem Grund zu Recht in vollem Umfang besteuert und eine teilweise Aus-

scheidung in den Kanton Zug verweigert.  

 

 

 2. a) Hat ein Steuerpflichtiger trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht 

erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht ein-

wandfrei ermittelt werden, nimmt das kantonale Steueramt gemäss § 139 Abs. 2 Satz 1 

StG die Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor. 

 

 Diese Bestimmung setzt für eine Einschätzung nach pflichtgemässem Ermes-

sen einen Untersuchungsnotstand voraus. Ein Untersuchungsnotstand ist im Regelfall 

dadurch verursacht, dass der Steuerpflichtige trotz formgültiger Mahnung Verfahrens-

pflichten nicht oder nicht gehörig erfüllt hat, d.h. dass er seinen Mitwirkungspflichten 

mit Bezug auf die Ermittlung der massgebenden Tatsachen nicht oder nur unvollstän-

dig nachgekommen ist. Der Steuerpflichtige muss nach § 135 Abs. 1 StG alles tun, um 

eine vollständige und richtige Einschätzung zu ermöglichen. Er muss auf Verlangen 

der Steuerbehörde insbesondere mündlich oder schriftlich Auskunft erteilen und Ge-

schäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über den Ge-

schäftsverkehr vorlegen (Abs. 2).  

 

 b) aa) Der steuerbare Reingewinn einer Kapitalgesellschaft setzt sich gemäss 

§ 64 Abs. 1 StG zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung, unter Berücksichti-

gung des Saldovortrags des Vorjahres (Ziff. 1), und (unter anderem) allen vor Berech-

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nung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergeb-

nisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet 

werden (Ziff. 2). Die Buchhaltung ist nach allgemein anerkannten kaufmännischen Re-

geln ordnungsgemäss zu führen und hat dabei insbesondere den Grundsätzen der 

(Bilanz-)Wahrheit, Klarheit, Übersichtlichkeit und Vollständigkeit zu genügen (vgl. 

Art. 957 ff. aOR [in der 2009 und 2010 geltenden Fassung] sowie Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter, § 64 N 14 StG).  

 

 Ein weiteres Element der Buchführung stellt das Dokumentationsprinzip dar, 

denn zur Kontrolle der Richtigkeit der Erfassung und Verarbeitung muss jederzeit die 

Nachprüfbarkeit des Rechnungswesens gegeben sein [...]. Der Grundsatz der Doku-

mentation fordert für jeden buchführungsrelevanten Vorgang das "Dokument", das als 

Beweismittel stellvertretend für den wirtschaftlichen Sachverhalt einzustehen hat  

(= Urbeleg). Die Erfüllung der Forderung nach Dokumentation der Vorgänge bildet eine 

unerlässliche Voraussetzung für das Funktionieren des Rechnungswesens (Schweizer 

Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Band 1, Buchführung und Rechnungslegung, 2009, 

S. 12 f., a.z.F.). Jede Buchung erfordert m.a.W. einen begründenden Beleg (Belegprin-

zip). 

 

 Im Rahmen der Buchführungspflicht bzw. der steuerrechtlichen Verfahrens-

pflichten haben bargeldintensive Betriebe ferner den Bargeldfluss fortlaufend und zeit-

nah zu erfassen (vgl. das für die Steuerperioden 2009 und 2010 noch geltende Merk-

blatt vom 3. Juli 1998 des kantonalen Steueramts betreffend Aufzeichnungspflicht, 

welcher Steuerpflichtige mit selbstständiger Erwerbstätigkeit unterstehen, ZStB I 

Nr. 31/300). Sämtliche Bareinnahmen und -ausgaben sind fortlaufend, lückenlos und 

wahrheitsgetreu entweder mit Tinte, Kugelschreiber oder Schreibmaschine o.ä. unver-

züglich auf manipulationssichere Art (etwa in einem gebundenen, hierfür geeigneten 

Buch) aufzuzeichnen. Der Einbezug von so genannten Vorjournalen oder Vorbüchern 

wie z.B. Registrierkassenstreifen und Tages-Umsatzjournalen ist zwar statthaft, doch 

entbinden diese nicht von der Pflicht zur fortlaufenden Führung des Kassabuchs, weil 

mit solchen Hilfsbüchern allein noch nicht sichergestellt ist, dass sämtliche Bareinnah-

men und -ausgaben erfasst werden (vgl. zum Ganzen: RB 1983 Nr. 51 mit Hinweisen). 

Das Kassabuch hat sodann für jeden Geschäftsvorfall einen klaren, auf den wahren 

Inhalt der Eintragung hinweisenden Text zu enthalten. Ausserdem ist es periodisch – je 

nach Intensität des Bargeldverkehrs täglich, ein- oder zweiwöchentlich oder monat-

lich – zu saldieren und mit dem tatsächlichen Bargeldbestand zu vergleichen, wobei 

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1 ST.2016.191 

allfällige Differenzen sofort zu buchen sind (Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar 

zum Zürcher Steuergesetz, 2. Band, 1963, § 19 lit. b N 63). 

 

 bb) Gravierende formelle Mängel in der Buchhaltung einer steuerpflichtigen 

Gesellschaft führen regelmässig dazu, dass die Steuerbehörden für die Gewinnermitt-

lung mangels ausreichender Zuverlässigkeit nicht auf diese abstellen können. Da das 

Unternehmen in aller Regel auch nicht in der Lage ist, solche formellen Mängel nach-

träglich zu beheben, wirken sie sich – unter dem Teilaspekt der Verpflichtung zur Ein-

reichung einer ordnungsmässigen und damit als zuverlässig vermuteten kaufmänni-

schen Buchhaltung – als Verletzung der Mitwirkungspflicht aus. Folge der Verletzung 

dieser Mitwirkungspflicht bzw. des dadurch bewirkten Untersuchungsnotstands ist als-

dann die Vornahme einer Ermessensveranlagung, da die Erkenntnislücke nicht ander-

weitig geschlossen werden kann. Eine Kassabuchführung etwa, die den genannten 

Anforderungen nicht entspricht, oder fehlende Belege bewirken ohne Weiteres die 

Vermutung der Unrichtigkeit der gesamten Buchhaltung, indem sie eine nicht zu besei-

tigende Ungewissheit über Höhe von Ertrag und Aufwand sowie von Aktiven und Pas-

siven schafft (vgl. zum Kassenbuch VGr, 27. Oktober 2010 = ZStP 2011, 351 ff.). Die 

Buchhaltung scheidet daher als Einschätzungsgrundlage aus. Die Ungewissheit über 

die tatsächliche Ertragslage ist durch eine Ermessenseinschätzung zu überbrücken.  

 

 c) Nachdem der steueramtliche Revisor anlässlich der Revision vom ... bis ... 

Oktober 2012 in der Buchhaltung etliche gravierende Mängel festgestellt hatte, forderte 

er die Pflichtige mit Auflage vom 30. Oktober 2012 auf, die vollständigen ordnungsge-

mäss geführten Buchhaltungen (Bilanz, Erfolgsrechnung, Kontoblätter, Journal) für die 

Geschäftsjahre 2009 und 2010 mit sämtlichen Belegen einzureichen. Er erwähnte zu-

dem ausdrücklich, dass auch die ordnungsgemässen, tagfertig geführten Kassenbü-

cher mit sämtlichen dazugehörenden Nebenaufzeichnungen (Kassastreifen, Tagesre-

kapitulationen des Kassasystems, Belege, etc.) dazu gehörten. Die Pflichtige teilte am 

22. November 2012 mit, dass die Geschäftsvorgänge während der Revision einsehbar 

gewesen seien. Der Eingabe lagen keine Buchhaltungsunterlagen bei. Der steueramt-

liche Revisor mahnte die Auflage deshalb am 6. Dezember 2012, worauf die Pflichtige 

am 28. Januar 2013 ein Bild der Verkaufstheke im Innenraum der H I in G mit zwei 

Angestellten einreichte. Buchhaltungsunterlagen fehlten erneut vollständig. Die Pflich-

tige hatte damit ihre in § 135 Abs. 2 StG statuierten Mitwirkungspflichten in eklatanter 

Weise verletzt. Daran ändert nichts, dass dem steueramtlichen Revisor gewisse Bele-

ge möglicherweise bereits während der Buchprüfung zur Verfügung standen, wie die 

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1 ST.2016.191 

Pflichtige einwendet: Weder lässt sich im Nachhinein nämlich feststellen, welche Bele-

ge damals überhaupt zur Verfügung standen, noch ist eine Überprüfung der Feststel-

lungen des Revisors durch den Steuerkommissär im Einschätzungs- bzw. Einsprache-

verfahren bzw. der Gerichtsbehörde im Rekursverfahren ohne die vollständigen 

Buchhaltungsunterlagen möglich. Im Übrigen steht es nicht im Belieben der Steuer-

pflichtigen darüber zu entscheiden, welche Untersuchungshandlungen vorzunehmen 

seien und welche nicht. Hierüber entscheidet kraft § 135 Abs. 2 StG einzig die Behör-

de. Die Erfüllung der Auflage und der Mahnung war sowohl notwendig als auch für die 

Pflichtige in jeder Hinsicht zumutbar und ist nicht zu beanstanden.  

 

 Da weder ein ordnungsgemässes Kassenbuch noch sonstige Buchhaltungs-

unterlagen oder Belege vorlagen und im Revisionsbericht vom … Februar 2013 gravie-

rende Mängel beschrieben waren, blieb der Steuerkommissärin nichts anderes übrig, 

als die Unrichtigkeit der gesamten Buchhaltung festzustellen und den steuerbaren 

Reingewinn der Pflichtigen für die beiden Steuerperioden 2009 und 2010 mit Einschät-

zungsentscheiden vom 4. Mai 2016 nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen.  

 

 

 3. a) aa) Eine zur Recht ergangene Ermessenseinschätzung kann der Steuer-

pflichtige nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten (§ 140 Abs. 2 Satz 1 StG). 

Dieser hat den entsprechenden Nachweis selber zu erbringen, wobei ihm zwei Mög-

lichkeiten offen stehen (Martin Zweifel, Art. 48 N 46 ff. StHG und in: Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 132 N 39 ff. DBG, je auch 

zum Folgenden): 

 

 Er kann den tatsächlichen Sachverhalt dartun und den entsprechenden 

Nachweis leisten, mit der Folge, dass die Ermessensveranlagung durch eine ordentli-

che Veranlagung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Ver-

anlagungen geltenden Regeln ermittelt werden. Dieser Nachweis muss allerdings um-

fassend sein, d.h. den gesamten von der Ermessensveranlagung betroffenen Teil 

umfassen. Blosse Teilnachweise genügen grundsätzlich nicht (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, § 140 N 75 f. StG, je mit verschiedenen Hinweisen; Zweifel, Art. 48 N 49 

StHG und Art. 132 N 42 ff. DBG, je auch zum Folgenden). Die versäumten Mitwir-

kungshandlungen müssen vollständig und formell ordnungsgemäss nachgeholt wer-

den. 

 

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1 ST.2016.191 

 Ist dieser Nachweis nicht möglich oder misslingt er, kann der Steuerpflichtige 

noch darlegen und nachweisen, dass die angefochtene Veranlagung offensichtlich 

unrichtig ist. Als offensichtlich unrichtig (namentlich zu hoch) erweist sich eine Schät-

zung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar pönal oder fiskalisch 

begründet) ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel 

stützt oder sonst wie mit den konkreten aktenkundigen Verhältnissen aufgrund der Le-

benserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, Art. 48 N 59 StHG und 

Art. 132 N 52 DBG, je mit Hinweisen). Ist dieser Nachweis geleistet, bleibt es zwar bei 

einer Ermessensveranlagung, doch wird die angefochtene durch eine neue (tiefere) 

Schätzung der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

 

 Dem Steuerrekursgericht sind – ebenso wie der Einsprachebehörde – im 

Rahmen der Willkürprüfung weitere Untersuchungen verwehrt. Es hat vielmehr bei 

seiner eingeschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf offensichtliche 

Unrichtigkeit hin nur jene im Zeitpunkt der Entscheidfällung vorhandenen Schriftstücke 

zu berücksichtigen, welche den behaupteten Sachverhalt sofort beweisen oder zumin-

dest als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen (VGr, 27. Mai 1986, SB 10/1986 und 

11. September 1986, SB 38/1986; Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im Steu-

erveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

 

 bb) Die Pflichtige hat weder mit Einsprache vom 13. Juni 2013 noch mit Re-

kurs ein Journal oder Kontoauszüge eingereicht. Die vollständigen Belege fehlen bis 

zum heutigen Tag weitgehend. Eine Überprüfung der Buchhaltung bzw. der Feststel-

lungen des steueramtlichen Revisors im Revisionsbericht durch das Steuerrekursge-

richt erweist sich deshalb von vornherein als gänzlich unmöglich.  

 

 Ein tagfertig in manipulationssicherer Weise geführtes Kassenbuch wurde 

nicht geführt. Die mit Rekurs eingereichte Liste mit den monatlichen Kassenabschlüs-

sen ist mit einem Textverarbeitungsprogramm geschrieben und deshalb jederzeit ab-

änderbar. Es ist höchst zweifelhaft, ob sie überhaupt im Jahr 2009 jeweils auf Ende 

Monat erstellt wurde. Eine entsprechende Liste für das Folgejahr fehlt. Kassenstürze, 

die bei einem angeblichen Bar-Umsatz (gemäss Jahresabschluss) von rund 

Fr. 300'000.- pro Jahr täglich hätten durchgeführt werden müssen, und die Differenzen 

zwischen dem durch das Kassen-System errechneten und dem tatsächlichen Bestand 

sind nicht verzeichnet. Dass keine Differenzen aufgetreten sein sollen, ist äusserst 

unwahrscheinlich, und legt nahe, dass die jederzeitige Übersicht über den Bargeldver-

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kehr nicht sichergestellt war. Kassenabrechungen vermögen nach oben dargelegter 

gefestigter Rechtsprechung das sorgfältig geführte Kassenbuch nicht zu ersetzen. Die 

Kassenbelege sind zudem unvollständig, denn das Jahr 2010 fehlt. Auch wenn ein 

ordnungsgemässes Kassenbuch vorläge, könnte es mangels aktenkundigen Auszugs 

des Buchhaltungskontos … "Kasse" gar nicht mit der Buchhaltung bzw. mit dem Jah-

resabschluss abgeglichen werden. Ob die Kassenabrechnungen bzw. die Liste der 

monatlichen Kassenabschlüsse überhaupt als Belege in die Buchhaltung aufgenom-

men wurden, lässt sich aus dem gleichen Grund ebenfalls nicht feststellen. 

 

 Weiter fällt bei kursorischer Durchsicht der mit Rekurs eingereichten Unterla-

gen auf, dass das M-Bankkonto (Privatkonto Nr. …), auf welche die Barumsätze an-

geblich einbezahlt wurden, gar nicht auf die Pflichtige, sondern auf D persönlich lautet. 

Es kann nicht überprüft werden, ob die damit verbundene Vermischung der Firmen-

sphäre mit den privaten Angelegenheiten des Firmeninhabers D in der Buchhaltung 

richtig abgebildet wurde.  

 

 Da die Pflichtige offensichtlich nicht in der Lage ist, ordnungsgemässe Auf-

zeichnungen inbezug auf die Kassenführung vorzulegen, und offenbar nicht Willens ist, 

die vollständigen Buchhaltungsunterlagen mit den Kontenblättern und Belegen einzu-

reichen, gilt der Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit der ermessensweisen 

Schätzung als gescheitert. Die steueramtliche Schätzung ist damit nur noch in quanti-

tativer Hinsicht einer Überprüfung auf Willkür hin zu unterziehen. 

 

 cc) Dabei ist zu beachten, dass das Steuerrekursgericht die Schätzungen des 

Steuerkommissärs erst dann aufheben bzw. korrigieren darf und muss, wenn sie im 

Ergebnis offensichtlich unrichtig sind. Unter diesem Gesichtswinkel ist hervorzuheben, 

dass es bei bargeldintensiven Betrieben ohne ordnungsgemässe Kassenbuchführung 

gerade wegen dieses Mangels regelmässig sehr schwer fällt, überhaupt brauchbare 

Kriterien für eine Schätzung namhaft zu machen. So lässt sich insbesondere nicht aus-

schliessen – und dem darf bei der vorzunehmenden Schätzung durchaus gebührend 

Rechnung getragen werden –, dass Umsätze des Unternehmens nicht verbucht wur-

den. Über die Höhe solcher unverbuchten Umsätze lässt sich nur spekulieren. Deshalb 

ist bei der Überprüfung der Gewinnschätzung von bargeldintensiven Betrieben mit un-

genügender Kassenbuchführung grosse Zurückhaltung geboten. Dasselbe gilt selbst-

redend auch für Buchhaltungen mit anderen schwer wiegenden Mängeln (fehlende 

Buchhaltungskonten, fehlende Belege, etc.). Offensichtliche Unrichtigkeit ist grundsätz-

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lich nur dann anzunehmen, wenn die Schätzung als geradezu unmöglich erscheint, 

weil der geschätzte Gewinn in dem infrage stehenden Unternehmen aus objektiven 

Gründen schlechterdings nicht als erzielbar erscheint (StRG, 17. März 2014, 

1 DB.2013.199 + 1 ST.2013.227, www.strgzh.ch, bestätigt durch VGr, 17. Dezem-

ber 2014, SB.2014.00033 + SB.2014.00034, www.vgr.zh.ch).  

 

 b) Ein jährlicher Reingewinn von Fr. 100'000.- für eine I der vorliegenden 

Grösse im Raum G liegt – wie dies die Vorinstanz richtigerweise ausführt – durchaus 

im Bereich des Möglichen. Weshalb ein solcher Gewinn aufgrund des Vorjahresge-

winns aus dem Geschäftsjahr 2008 von lediglich Fr. 120.- unmöglich gewesen sein 

soll, wie die Pflichtige dafürhält, ist nicht ersichtlich, befand sich die I im Jahre 2008 

doch noch in der Aufbauphase. Es ist notorisch, dass sich Gewinne nach einer Ge-

schäftsaufnahme erst nach einer gewissen Weile einstellen können. Die Behauptung, 

die I habe aufgrund der ungünstigen Lage ausserhalb des Zentrums G nur 60 Kunden 

gezählt, lässt sich durch die vorliegenden Akten nicht erhärten. Die Ausführungen zu 

den Personalkosten zielen ebenso ins Leere, denn wie gesehen ist die Buchhaltung als 

Ganzes völlig unzuverlässig, weshalb sich Verweise auf einzelne Kostenarten von 

vornherein als untauglich erweisen. 

 

 Deshalb sind die Schätzungen des kantonalen Steueramts in den Einspra-

cheentscheiden im Ergebnis als vertretbar anzusehen und keineswegs als offensicht-

lich unrichtig. Es muss daher bei diesen Schätzungen sein Bewenden haben. Der Re-

kurs ist inbezug auf den steuerbaren Reingewinn in den Steuerperioden 2009 und 

2010 abzuweisen. 

 

 

 4. Die Höhe des satzbestimmenden Eigenkapitals ist nicht umstritten. Wie 

bereits ausführlich dargelegt, kommt eine Ausscheidung nicht in Frage, weshalb der 

Kanton Zürich berechtigt ist, das gesamte Eigenkapital zu besteuern. Der Rekurs ist 

damit auch in diesem Punkt abzuweisen. 

 

 

 5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind die Kosten der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). Die Zusprechung ei-

ner Parteientschädigung entfällt (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. September 1987, VRG). 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

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