# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c270fff6-10d1-5ea6-b749-a5d2bbb2ce13
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 20.03.2025 37840
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_37840_2025-03-20.pdf

## Full Text

GERICHTE    OBERGERICHT  Bahnhofplatz 3, Postfach 1241, 6371 Stans  

Tel. 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

 

ZA 24 11 Urteil BGer 4A_88/2025 vom 3. Juni 2025/Abweisung 

 

 

Urteil vom 5. Dezember 2024 

Zivilabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Oberrichter Franz Odermatt, 

 Oberrichter Erwin Odermatt, 

 Oberrichterin Fabienne Weger, 

 Oberrichter Denis Guberinic, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__, 

Berufungskläger/Kläger, 

gegen 

B.__ SA, 

vertreten durch MLaw Nadine Berchtold-Suter, LL.M., Rechts-

anwältin, Lischer Zemp & Partner, Schwanenplatz 4, 6004 Lu-

zern, 

Berufungsbeklagte/Beklagte. 

 

 

 

Gegenstand Forderung aus Arbeitsvertrag 

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden, 

Zivilabteilung/Kollegialgericht, vom 24. Juni 2024 (ZK 23 18). 

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2 │ 21 

 

 

Sachverhalt: 

A.  

a. 

Per 1. Juni 2021 trat A.__ («Berufungskläger») bei der B.__ (CHE__; «Arbeitgeberin») eine 

Stelle als «employee ___» an. Der vereinbarte Arbeitsort war gemäss Arbeitsvertrag bei der 

C.__ AG (CHE__; «Einsatzbetrieb») in X.__. Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis 

im Herbst 2022, wobei neben den Folgen auch das genaue Datum dieser Kündigung strittig 

ist.  

 

b. 

Im Juni 2023 fusionierte die Arbeitgeberin mit der D.__ SA, die als übernehmende Gesellschaft 

bzw. Gesamtrechtsnachfolgerin per 26. Juni 2023 sämtliche Aktiven und Passiven der Arbeit-

geberin übernahm (Absorptionsfusion; Art. 1 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 22 Abs. 1 FusG 

[SR 221.301]) und zur B.__ SA (CHE__; «Berufungsbeklagte») umfirmiert wurde. 

 

c. 

Der Berufungskläger forderte von der Berufungsbeklagten mit Klage vom 17. Juli 2023 (Post-

aufgabe: 23. Juli 2023) beim Kantonsgericht Nidwalden («Vorinstanz») insgesamt Fr. 36'797.– 

zzgl. Zins zu 5% seit dem 1. Februar 2023. Ferner beantragte er für einen Teil der Forderungs-

summe eine Arrestbelegung. Infolge Widersprüchen zwischen seinen Anträgen und den An-

gaben im verwendeten Klageformular wurde dem Berufungskläger Gelegenheit gegeben, 

seine Klage zu ergänzen bzw. klarzustellen (Art. 56 ZPO). Mit Eingabe vom 9. August 2023 

präzisierte er seine Anträge zur Sache wie folgt:  

« 1. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei den Betrag von CHF 10'130.36 (netto) nebst 
Zins zu 5 % seit 1. Februar 2023 zu bezahlen. 

 2. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei den Betrag von CHF 13'333.32 nebst Zins zu 
5 % seit 1. Februar 2023 zu bezahlen (missbräuchliche Kündigung). 

 3. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei den Betrag von 6'666.66 nebst Zins zu 5 % seit 
1. Februar 2023 zu bezahlen (Verletzung der Sorgfaltspflicht und erzwungenes Home-Office). 

 4. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, für das abgelehnte Arbeitszeugnis eine Entschädigung von einem 
Monatslohn (CHF 6'666.66) zu bezahlen. 

 5. (Prozessualer Antrag …) 

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der beklagten Partei. 

 7. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, dem Kläger eine Arbeitsbestätigung und die fehlende Lohnabrech-
nung für den Monat 2021 aus- und zuzustellen.» 

3 │ 21 

 

 

Im vorinstanzlichen Schriftenwechsel reduzierte der Berufungskläger seine Forderung gemäss 

Antrags-Ziffer 1 von Fr. 10'130.36 um den Betrag von Fr. 8'300.25 auf Fr. 1'830.11. Die Par-

teien verzichteten auf eine mündliche Verhandlung. Die Vorinstanz wies die Klage mit Urteil 

ZK 23 18 vom 24. Juni 2024 teilweise gut und verpflichtete die Berufungsbeklagte, dem Beru-

fungskläger Fr. 540.– nebst 5% Zins seit dem 1. Februar 2023 zu bezahlen. Im Übrigen wies 

es die Klage ab. 

 

B.  

Hiergegen gelangte der Berufungskläger mit Berufung vom 20. Juli 2024 an das Obergericht 

Nidwalden und stellte wie folgt Anträge: 

« 1. Es sei der Entscheid des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung, vom 24. Juni 2024 (23/18), teilweise 

aufzuheben und: 

a) Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei den Betrag von CHF 10'130.36 nebst Zins zu 

5% (gesetzlicher Zinssatz) seit 1. Februar 2023 zu bezahlen. 

b) Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei den Betrag von CHF 13'333.32 zu bezahlen, 

ggf. mit gesetzlichen Zinsen (missbräuchliche Kündigung). 

c) Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei den Betrag von CHF 6'666.66 nebst Zins zu 

5% seit 1. Februar 2023 zu bezahlen (Verletzung der Sorgfaltspflicht und erzwungenes Home-Office). 

d) Die beklagte Partei sei zu verpflichten, ein Empfehlungsschreiben entsprechend den Vorgaben des Klägers 

auszufertigen. 

e) Die beklagte Partei sei zu verpflichten, dem Kläger die fehlende Lohnabrechnung für den Monat Juni 2021 

aus- und zuzustellen. 

 2. Eventualiter sei der Entscheid des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung, vom 24. Juni 2024 (23/18), 
teilweise aufzuheben und es sei die Sache an die Vorinstanz (Richter ohne Interessenkonflikte) zur Vervoll-
ständigung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen des Obergerichts zurück-
zuweisen. 

 3. Im Falle einer Anhörung sollte ein Dolmetscher für Französisch ([des Berufungsklägers] Muttersprache) 
bestellt werden. 

 4. Der Berufungsbeklagten seien die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens aufzuerlegen. Zudem 
sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin für das erst- und zweitinstanzliche Verfah-
ren eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen.» 

Innert angesetzter Frist leistete der Berufungskläger den Gerichtskostenvorschuss von 

Fr. 1'200.–. 

 

4 │ 21 

 

 

C.  

Am 10. August 2024 reichte der Berufungskläger eine «Berufung (Zusatz)» ein. Mit Verfügung 

vom 13. August 2024 wurde diese zufolge Ablaufs der Berufungsfrist aus dem Recht gewiesen 

und ihm retourniert. 

 

D.  

Am 16. August 2024 reichte der Berufungskläger ein Ausstandsgesuch gegen die drei Vor-

richter ein.  

 

E.  

Mit Berufungsantwort vom 12. September 2024 schloss die Berufungsbeklagte auf kostenfäl-

lige Abweisung der Klage, soweit darauf überhaupt einzutreten sei. 

 

F.  

Am 24. September 2024 nahm die Vorinstanz zu den Ausstandsgesuchen des Berufungsklä-

gers Stellung und beantragte deren Abweisung. 

 

G.  

Obwohl kein zweiter Schriftenwechsel angeordnet worden war, reichte der Berufungskläger 

am 27. September 2024 eine Berufungsreplik ein. Die Berufungsbeklagte duplizierte am 

10. Oktober 2024.  

 

H.  

Die vorinstanzlichen Akten wurden praxisgemäss beigezogen. Die Zivilabteilung des Oberge-

richts Nidwalden hat die vorliegende Streitsache anlässlich seiner Sitzung vom 5. Dezember 

2024 abschliessend beurteilt. Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit erforderlich – 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

5 │ 21 

 

 

Erwägungen: 

1.  

1.1  

Angefochten ist der Entscheid ZK 23 18 vom 24. Juni 2024 betreffend Forderung. Gegen erst-

instanzliche Endentscheide in vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung zuläs-

sig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 

Fr. 10'000.– beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 ZPO). Die Streitwertgrenze wird vorlie-

gend erreicht (unten E. 1.3). Berufungsinstanz gegen das Urteil des Kantonsgerichts Nidwal-

den, Kollegialgericht, ist das Obergericht Nidwalden, Zivilabteilung (Art. 27 GerG [NG 261.1]), 

das in Fünferbesetzung entscheidet (Art. 22 Ziff. 3 GerG). Zur Berufung ist berechtigt, wer als 

Haupt- oder Nebenpartei am Verfahren beteiligt war, das zum angefochtenen Entscheid ge-

führt hat (formelle Beschwer), und überdies durch den angefochtenen Entscheid unmittelbar 

betroffen ist und ein Rechtsschutzinteresse an dessen Aufhebung oder Abänderung hat (ma-

terielle Beschwer; vgl. PETER REETZ, in: Sutter-Somm/Lötscher/Leuenberger/Seiler [Hrsg.], 

Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 4. A., 2025, N 29 ff. zu Vor Art. 308-

318 ZPO). Der Berufungskläger hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch 

das angefochtene Urteil unmittelbar betroffen und damit zur Berufung berechtigt. Die Berufung 

ist innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids beziehungsweise seit der 

nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen 

(Art. 311 Abs. 1 ZPO), was vorliegend der Fall ist. Die Eintretensvoraussetzungen sind grund-

sätzlich erfüllt, jedenfalls insoweit die Berufung den Begründungsanforderungen genügt und 

sich der Berufungskläger keiner unzulässigen Noven bedient (unten E. 1.2).  

 

1.2  

1.2.1  

Mit Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über eine 

vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition be-

züglich Tat- und Rechtsfragen. In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 

ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an-

gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist und deshalb abgeändert werden müsste. 

Dazu hat sich der Berufungskläger inhaltlich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinan-

derzusetzen und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzuzeigen, woraus 

6 │ 21 

 

 

sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Pauschale Verweisungen auf frühere 

Rechtsschriften oder Vorbringen genügen hierfür nicht (BGE 141 III 569 E. 2.3.3; 138 III 374 

E. 4.3.1). 

Im Berufungsverfahren werden neue Tatsachen und Beweismittel gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO 

nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutba-

rer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Praxisgemäss 

ist zwischen echten und unechten neuen Vorbringen (sog. Noven) zu unterscheiden. Echte 

Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die (erst) nach dem Ende der Hauptverhandlung des 

erstinstanzlichen Verfahrens entstanden sind. Sie sind im Berufungsverfahren grundsätzlich 

immer zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorgebracht werden. Unechte 

Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die bereits bei Ende der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung entstanden waren. Ihre Zulassung wird im Berufungsverfahren weitergehend inso-

fern eingeschränkt, als sie ausgeschlossen sind, wenn sie bei Beachtung zumutbarer Sorgfalt 

bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätten vorgebracht werden können. Im Falle unechter 

Noven hat der Berufungskläger namentlich die Gründe detailliert darzulegen, weshalb er die 

Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Instanz hat vorbringen können 

(BGE 143 III 42 E. 4.1 m.w.H.).  

Zu ergänzen bleibt, dass sich die Rechtsmittelinstanz bei der Überprüfung von Ermessensent-

scheiden eine gewisse Zurückhaltung auferlegt und nicht ohne Not ihr eigenes Ermessen an 

dasjenige der Vorinstanz setzt (Urteil des Bundesgerichts 5A_265/2012 vom 30. Mai 2012 

E. 4.3.2; Entscheid ZA 23 17 des Obergerichts Nidwalden vom 22. Februar 2024 E. 1.3; BE-

NEDIKT SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, N 469 ff. S. 202 ff.; MARTIN H. STERCHI, in: 

Alvarez et al. [Hrsg.], BK-ZPO, 2012, N 8 f. zu Art. 310 ZPO). Wenn der angefochtene Ent-

scheid bestätigt wird, kann die schriftliche Begründung der Rechtsmittelinstanz sehr knapp 

ausfallen. Auf eine hervorragende sowie umfassende erstinstanzliche Begründung kann dabei 

verwiesen werden und die zweitinstanzliche Begründung kann sich in diesem Fall auf die we-

sentlichen Punkte beschränken (ALEXANDER BRUNNER/MORITZ VISCHER, in: Oberhammer/Do-

mej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 3. A., 2021, N 7 zu Art. 318 ZPO). 

 

1.2.2  

Mit Blick auf das Gesagte bleiben die Ausführungen des Berufungsklägers insoweit unbeacht-

lich, als dass er mit in seiner Berufung verschiedentlich auf vorinstanzliche Rechtsschriften 

und Beilagen (s. bspw. Berufung S. 4 Ziff. 5) oder Dokumente und Videos im Internet verweist 

(s. bspw. Berufung S. 3). Darauf ist nicht weiter einzugehen. Zu prüfen sind einzig die 

7 │ 21 

 

 

Beanstandungen, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben werden. 

Ferner bringt der Berufungskläger mit Berufung diverse neue Tatsachen und Beweismittel 

(BK-Bel. 1-10) vor. Nachdem er nicht dartut, weshalb er diese nicht schon vor erster Instanz 

hat vorbringen können, haben diese hier unberücksichtigt zu bleiben. Dasselbe gilt für die  

Rügen, die auf diese unzulässigen Noven abstützen, und Berufungsgründe, die erstmals und 

deswegen verspätet, im Rahmen der Replik vom 27. September 2024 erhoben werden. 

 

1.3  

Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt. Zinsen und Kosten des laufenden 

Verfahrens oder einer allfälligen Publikation des Entscheids sowie allfällige Eventualbegehren 

werden nicht hinzugerechnet. Lautet das Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geld-

summe, so setzt das Gericht den Streitwert fest, sofern sich die Parteien darüber nicht einigen 

oder ihre Angaben offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 1 und 2 ZPO). Im Berufungsver-

fahren ist der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren massgebend (THOMAS 

SUTTER-SOMM/BENEDIKT SEILER, Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

2021, N 7 zu Art. 91 ZPO [unter Verweis auf Art. 308 Abs. 2 ZPO]), das heisst der Betrag, der 

im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils noch streitig war (KARL SPÜHLER, in: Spühler/Ten-

chio/Infanger [Hrsg.], BSK-ZPO, 3. A., 2017, N 9 zu Art. 308 ZPO). 

Die Vorinstanz bezifferte den ursprünglichen Streitwert des erstinstanzlichen Verfahrens im 

Urteil ZK 23 18 vom 24. Juni 2024 auf Fr. 36'797.– (E. 11.1 S. 31), was zutreffend und von 

keiner Partei beanstandet wird. Infolge (vorinstanzlicher) Reduktion der Klage um den Betrag 

von Fr. 8'300.25 reduziert sich auch der der Betrag, der im Zeitpunkt des erstinstanzlichen 

Urteils noch streitig war, in diesem Umfang. Der Streitwert des Berufungsverfahrens beläuft 

sich folglich auf noch Fr. 28'496.75 (Fr. 36'797.– abzgl. Fr. 8'300.25). 

 

2.  

Der Berufungskläger beantragt für den «Fall einer Anhörung» die Bestellung eines Dolmet-

schers. Dieser Antrag ist als gegenstandlos zu betrachten, nachdem das Berufungsverfahren 

schriftlich geführt wurde. Ferner moniert der Berufungskläger im Zusammenhang mit seiner 

Herkunft aber auch eine Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren. Er insinuiert, er sei 

wegen seiner Fremdsprachigkeit bzw. «aufgrund seiner ethnischen Herkunft» diskriminiert 

worden, die Vorinstanz mache ihn lächerlich (Berufung Ziffn. 1-4 S. 3). Gleichermassen sei sie 

ihrer gerichtlichen Fragepflicht (Art. 56 ZPO) nicht nachgekommen (Berufung Ziffn. 25 S. 6).  

8 │ 21 

 

 

Gleich zu Beginn hat die Vorinstanz dem Berufungskläger Gelegenheit gegeben, seine Klage 

klarzustellen und zu ergänzen. Sie hat in der Verfügung vom 3. August 2023 erläutert, was zu 

korrigieren ist und auf die Möglichkeit hingewiesen, einen (unentgeltlichen) Rechtsvertreter 

beizuziehen. Entsprechend unbegründet ist der Einwand, es sei die gerichtliche Fragepflicht 

verletzt worden. Diese dient schliesslich nicht dazu, die Mitwirkung der Parteien bei der Sach-

verhaltsfeststellung zu ersetzen und prozessuale Nachlässigkeiten auszugleichen (PAUL 

OBERHAMMER/PHILIPP WEBER, in: Oberhammer/Domej/Haas, a.a.O., N 5 zu Art. 56 ZPO 

m.w.H.). Sodann hat die Vorinstanz die Argumente des Berufungsklägers, obschon umständ-

lich formuliert, inhaltlich geprüft, wobei sie bei deren Interpretation mit Blick auf das fehlende 

juristische Wissen – zu dessen Gunsten – einen grosszügigen Massstab angelegt hat. Dem 

Berufungskläger hätte es im Übrigen freigestanden, einen Rechtsanwalt mit seiner Vertretung 

zu betrauen, zumal er sich offenbar – wie er selbst sagt (Berufung Ziff. 2 S. 3) – ausserpro-

zessual gar hat anwaltlich beraten lassen. Letztlich hat er es sich somit selbst zuzuschreiben, 

wenn ihm etwaige Ansprüche durch unzulängliches oder unsorgfältiges Selbstprozessieren 

verlustig gegangen sind. Dass seine Klage grösstenteils abgewiesen wurde, hat rechtliche 

Gründe und nichts mit einer angeblichen Sprach- oder Herkunftsdiskriminierung zu tun. Etwas 

Gegenteiliges vermag der Berufungskläger nicht aufzuzeigen. Die Behauptungen betreffend 

die angebliche Diskriminierung werden denn auch nicht weiter begründet und finden weder in 

den Akten noch im angefochtenen Entscheid Bestätigung.  

 

3.  

3.1  

Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid zusammengefasst, die Berufungsbeklagte 

habe dem Berufungskläger gekündigt. Ob das Arbeitsverhältnis per Ende Oktober 2022 oder 

per Ende November 2022 ordentlich endete, was umstritten sei, könne offenbleiben, weil sich 

die Dauer des Arbeitsverhältnisses bis am 31. Januar 2023 verlängert habe, nachdem der 

Berufungskläger an seiner Arbeitsleistung unverschuldet verhindert gewesen sei (E. 3 S. 9-11 

[Kündigung]). Der Berufungskläger sei ab dem 12. September 2022 krankheitsbedingt arbeits-

unfähig gewesen. Eine zusätzlich unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit sei nicht erwiesen. Die Be-

rufungsbeklagte habe ihm diesbezüglich den Betrag von Fr. 8'300.25 netto nachbezahlt, was 

den Lohnfortzahlungsanspruch für die Monate September 2022 bis Januar 2023 inkl. Verzugs-

zins decke bzw. die entsprechende Klageforderung des Berufungsklägers von Fr. 7'559.43 

zzgl. Zins übersteige (E. 4 S. 11-15 [zeitlicher Kündigungsschutz/Lohnfortzahlung]). 

 

9 │ 21 

 

 

3.2  

Der Berufungskläger rügt, eine Arbeitsunfähigkeit habe schon vor dem 12. September 2022 

bestanden, weshalb die Kündigung nichtig sei (Berufung Ziffn. 5-8 S. 4), zumal die Arbeitge-

berin nie bestritten habe, dass er nicht nur krankheits-, sondern auch unfallbedingt arbeitsun-

fähig gewesen sei (Berufung Ziffn. 30-34 S. 8). Sodann sei die erfolgte Zahlung der Arbeitge-

berin von Fr. 8'300.– nicht anzurechnen und die Sozialversicherungsabzüge seien nicht zu 

berücksichtigen (Berufung Ziff. 35-39 S. 8 f.). 

 

3.3  

In rechtlicher Hinsicht kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urteil ZK 23 18, E. 3.2 S. 9 f.; E. 4.1 S. 11 f.; E. 4.3.1 S. 13; 

E. 4.3.4 Abs. 1 f. S. 14 f.).  

 

3.4  

Mit Verweis schliesst sich das Berufungsgericht der zutreffenden vorinstanzlichen Begründung 

(Urteil ZK 23 18, E. 3 S. 9-11, E. 4 S. 11-15) an.  

Die hier vom Berufungskläger berufungsweise aufgeworfenen Sach- und Rechtsfragen im Zu-

sammenhang mit einer angeblich zusätzlichen unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit vor dem 

12. September 2022 sind bereits einlässlich, in Würdigung der relevanten Beweise (vi-KB 6, 

54, 57), geprüft worden. Diese Beweiswürdigung stellt der Berufungskläger nicht fundiert in 

Frage, zumal er sich für seinen gegenteiligen Standpunkt hauptsächlich auf ein Home-Office-

Attest vom 20. September 2022 (vi-KB 5) beruft, welches gerade keine Arbeitsunfähigkeit be-

scheinigt. Faktenwidrig ist sodann die Behauptung, die Berufungsbeklagte habe eine unfallbe-

dingte Arbeitsunfähigkeit nie bestritten. Das hat sie getan (vgl. vi-Klageantwort vom 24. Okto-

ber 2023 Ziff. 11 S. 4 f.). Weshalb die Lohnnachzahlung von Fr. 8'300.25 netto vom 29. Sep-

tember 2023, deren Erhalt der Berufungskläger nicht in Abrede stellt, nicht zu berücksichtigen 

und keine Sozialversicherungsabzüge vorzunehmen seien (vi-BB 5b), wie der Berufungsklä-

ger geltend macht, erschliesst sich nicht.  

 

10 │ 21 

 

 

4.  

4.1  

Weiter nahm die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid an, dass der Berufungskläger nicht 

genügend Indizien aufzuführen vermöge, die auf ein missbräuchliches Motiv und auf dessen 

Kausalität für die Kündigung schliessen liessen. Die Klage sei bezüglich der geforderten Ent-

schädigung wegen missbräuchlicher Kündigung abzuweisen (Urteil ZK 23 18, E. 5 S. 15-21 

[sachlicher Kündigungsschutz]). 

 

4.2  

Der Berufungskläger moniert die Kündigung als missbräuchlich. Er sei gekündigt worden, weil 

er einen Anspruch auf Gewährung eines seiner gesundheitlichen Situation angepassten Ar-

beitsplatzes (bzw. Homeoffice-Arbeit) geltend gemacht habe (Berufung Ziffn. 9-19 S. 4-6, 

Ziffn. 40-48 S. 9-11).  

 

4.3  

In rechtlicher Hinsicht kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urteil ZK 23 18, E. 5.4 S. 17 f.).  

 

4.4  

Wiederum ist der ausführlichen Begründung der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid  

(Urteil ZK 23 18, E. 5 S. 15-21) beizupflichten. Dem ist nichts beizufügen. Insbesondere wird 

in der dortigen E. 5.5 S. 18-21 die vom Berufungskläger behauptete Missbräuchlichkeit wegen 

seiner gesundheitlichen Situation einlässlich geprüft, aber mit nachvollziehbarer Begründung 

und in Würdigung der Beweise verworfen. Darauf ist zu verweisen.  

 

5.  

5.1  

Betreffend den Klagepunkt Auslagenersatz für Homeoffice kam die Vorinstanz zusammenge-

fasst zum Schluss, dass vom 24. August 2022 bis 24. Oktober 2022 der Bedarf an Homeoffice 

ärztlich bescheinigt sei und es als gerechtfertigt sowie angemessen erscheine, dem Beru-

fungskläger den berechneten Anteil an den Mietkosten für zwei Monate im Betrag von insge-

samt Fr. 540.– zuzusprechen, da ihm die Berufungsbeklagte während dieses Zeitraums keinen 

11 │ 21 

 

 

angepassten Arbeitsplatz habe anbieten können (Urteil ZK 23 18, E. 6 S. 21-24 [Auslagener-

satz für Homeoffice]). 

 

5.2  

Der Berufungskläger beantragt einen höheren Auslagenersatz. Er möchte eine Entschädigung 

für die «tatsächliche Raumkosten bis Ende Januar» sowie «einige moralische Schäden». Das 

Homeoffice sei eigentlich nur vorübergehend gedacht – wegen einer Operation am 8. Novem-

ber 2022 – und erzwungen gewesen (Berufung Ziffn. 49-55 S. 11). 

 

5.3  

In rechtlicher Hinsicht kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urteil ZK 23 18, E. 6.3 S. 22 f.).  

 

5.4  

Wie die Vorinstanz richtig schlussfolgerte, bleibt es letztlich dabei, dass der Bedarf an Home-

office lediglich im Zeitraum vom 24. August 2022 bis 24. Oktober 2022 ärztlich bescheinigt 

gewesen ist (vi-KB 5) und der Berufungskläger nirgends nachgewiesen hat, dass und inwiefern 

er danach auf einen besonderen Arbeitsplatz angewiesen gewesen wäre. Was der Berufungs-

kläger mit seinen bestreitenden Ausführungen in den einschlägigen Ziffn. 49-55 S. 11 der Be-

rufung sagen will, erhellt nicht wirklich. Es besteht folglich auch kein Anlass auf die überzeu-

genden Überlegungen der Vorinstanz zurückzukommen. Vielmehr ist bestätigend auf diese zu 

verweisen (Urteil ZK 23 18, E. 6.4 S. 23 f.).  

 

6.  

6.1  

Die Vorinstanz nahm im angefochtenen Entscheid sodann an, dass der Berufungskläger in 

verschiedener Hinsicht (Unfallmeldung, Krankentaggelder und Ferien, Pensionskassenbei-

träge, Arbeitslosengelder) eine Verletzung der Fürsorgepflicht moniere, diese er aber nicht 

genügend substantiiere und belege. Aus welchem konkreten Verhalten der Berufungsbeklag-

ten und in welchem Ausmass ihm ein Schaden entstanden sein solle, habe er nicht hinreichend 

dargetan. Es sei ihm auch nicht gelungen, diesbezüglich einen adäquaten Kausalzusammen-

hang aufzuzeigen. Eine Haftung sei zu verneinen (Urteil ZK 23 18, E. 7 S. 24-29 [Fürsorge-

pflicht]). 

 

12 │ 21 

 

 

6.2  

Der Berufungskläger ist hingegen der Auffassung, die Berufungsbeklagte habe nicht nachge-

wiesen, dass sie den Unfall pflichtgemäss gemeldet habe. Die Berufungsbeklagte habe Mob-

bing sowie Sozialdumping betrieben und sich sittenwidrig verhalten, was die Vorinstanz nicht 

richtig geprüft habe (Berufung Ziffn. 20-22 S. 6, Ziffn. 56-63 S. 12). Er habe nachgewiesen, 

dass er seinen Antrag auf Arbeitslosengelder rechtzeitig gestellt habe, wohingegen die Vor-

instanz fälschlicherweise das Gegenteil feststelle (Berufung Ziff. 64 S. 12). 

 

6.3  

In rechtlicher Hinsicht kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urteil ZK 23 18, E. 7.3 S. 26 f.).  

 

6.4  

Der Berufungskläger verkennt, dass er für eine Haftung der Berufungsbeklagten als Arbeitge-

berin eine Pflichtwidrigkeit, seinen Schaden und die adäquate Kausalität hätte beweisen müs-

sen. Die Vorinstanz hat nichts davon als erstellt betrachtet. Seine Berufungsrügen beziehen 

sich höchstens, wenn überhaupt, auf allfällige Pflichtverletzungen durch die Berufungsbe-

klagte. Welcher adäquat kausale Schaden ihm konkret aus den angeblichen Pflichtverletzun-

gen entstanden sein soll, erläutert er nicht.  

Letztlich kann mit Blick auf die dürftige Berufungsbegründung auch in diesem Punkt beipflich-

tend auf die zutreffende Würdigung der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (Urteil  

ZK 23 18, E. 7 S. 24-29) verwiesen werden. 

 

7.  

7.1  

Weiter nahm die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid an, die Berufungsbeklagte habe dem 

Berufungskläger (spätestens als Beilage zur Klageantwort) ein Arbeitszeugnis ausgestellt und 

deshalb eine Entschädigung nicht gerechtfertigt. Soweit das von der Berufungsbeklagten auf-

gelegte Arbeitszeugnis vom 14. September 2023 (als Beilage C zu einem Schreiben vom 

25. September 2023) beanstandet werde, führe der Berufungskläger weder aus noch lege er 

dar, welche Gründe eine inhaltliche Änderung der Passagen rechtfertigten (und wie diese aus-

zusehen hätte). Eine Berichtigung des Arbeitszeugnisses sei nicht begründet (Urteil ZK 23 18, 

E. 8 S. 29 f. [Arbeitszeugnis]). 

 

13 │ 21 

 

 

7.2  

Der Berufungskläger beanstandet diesbezüglich, die Berufungsbeklagte habe ein Arbeits-

zeugnis nicht rechtzeitig vorgelegt (Berufung Ziffn. 23 f. S. 6, Ziffn. 65-67 S. 13).  

 

7.3  

In den Akten findet sich ein Arbeitszeugnis, datierend vom 14. September 2023. Zwar ist strei-

tig, ob der Berufungskläger dieses mit einem Schreiben vom 25. September 2023 direkt oder 

erst als Beilage zur Klageantwort der Berufungsbeklagten vom 24. Oktober 2023, die dem 

Berufungskläger von der Vorinstanz mit Schreiben vom 27. Oktober 2023 zugestellt wurde, 

erhalten hat. Letztlich ist das aber unerheblich. So oder anders hat die Berufungsbeklagte dem 

Berufungskläger nunmehr unbestrittenermassen ein Arbeitszeugnis aus- und zugestellt, womit 

diese ihre Verpflichtung gemäss Art. 330a OR erfüllt und zugleich seinem Klagebegehren 

nachgekommen ist.  

Sodann zeigt der Berufungskläger nicht auf, ob und wo er vorinstanzlich die Gründe ausgeführt 

oder belegt hätte, die inhaltliche Änderungen von Passagen des ihm aus- und zugestellten 

Zeugnisses vom 14. September 2023 rechtfertigen würden. Er legt nicht dar, welche Berichti-

gung er verlangt haben will und inwiefern die Vorinstanz deshalb das Recht falsch angewendet 

hätte, indem sie von einer Berichtigung des Zeugnisses vom 14. September 2023 absah. Dies, 

obschon es seine Aufgabe als Arbeitnehmer gewesen wäre, im Abänderungsprozess den ge-

wünschten Zeugniskontext konkret zu formulieren (WOLFGANG PORTMANN/ROGER RUDOLPH, 

in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], BSK-OR I, 7. A., 2020, N 10 zu Art. 330a OR), was er bis 

heute nicht getan hat. 

 

8.  

8.1  

Zudem erwog die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid, der Berufungskläger habe in seinen 

Rechtsbegehren eine Arbeitsbestätigung sowie die Lohnabrechnung für den Monat 2021 ein-

gefordert. Eine Begründung dafür liefere er nicht, weshalb diese Anträge abzuweisen seien. 

Es fehle am notwendigen Klagefundament mit den gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO erforder-

lichen Tatsachenbehauptungen (Urteil ZK 23 18, E. 9 S. 30 [Arbeitsbestätigung/Lohnabrech-

nung für Juni 2021]). 

 

14 │ 21 

 

 

8.2  

Der Berufungskläger rügt, die Berufungsbeklagte habe nicht nachgewiesen, ihm eine Lohnab-

rechnung für den Monat Juni 2021 ausgehändigt zu haben (Berufung Ziffn. 26-29 S. 7). 

 

8.3  

In rechtlicher Hinsicht kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urteil ZK 23 18, E. 9.1 S. 30). 

 

8.4  

Der Berufungskläger missversteht die vorinstanzliche Abweisung seiner Anträge um Aus- bzw. 

Zustellung einer Arbeitsbestätigung sowie Lohnabrechnung für den Monat 2021, wenn er ein-

zig einwendet, die Berufungsbeklagte habe nicht nachgewiesen, ihm eine Lohnabrechnung 

für den Monat Juni 2021 ausgehändigt zu haben. Mit diesen Ausführungen vermag er nämlich 

nicht aufzuzeigen, wo und dass er im erstinstanzlichen Verfahren ein hinreichendes Klagefun-

dament geliefert hätte. Eine unrichtige Rechtsanwendung oder unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts ist damit nicht erstellt. Es hat damit mit der vorinstanzlichen Schlussfolgerung, 

wonach der Anspruch nicht substantiiert worden ist, sein Bewenden. 

 

9.  

9.1  

Die Vorinstanz nahm im angefochtenen Entscheid an, der Berufungskläger sei als klagende 

Partei im Umfang von 75% unterlegen bzw. habe zu 25% obsiegt. Unter Berücksichtigung 

dieses Verteilschlüssels verlegte sie sodann die Gerichtskosten und sprach reduzierte Partei-

entschädigungen zu (E. 11 S. 31-34). 

 

9.2  

Der Berufungskläger beanstandet die Kostenverteilung. Ihm seien weit mehr Kosten auferlegt 

worden als der Berufungsbeklagten. Ferner seien die ihm entstandenen Anwaltskosten nicht 

berücksichtigt worden (Berufung Ziff. 2 S. 3).  

 

15 │ 21 

 

 

9.3  

Prozesskosten sind: a. die Gerichtskosten; b. die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). 

Sie werden der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt 

die klagende Partei, bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend. Hat keine 

Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens 

verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). 

Die Entschädigung einer Partei, die nicht berufsmässig vertreten ist, umfasst in begründeten 

Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung, insbesondere für den Arbeitsaufwand und 

das notwendige Erscheinen vor einer Instanz, sowie der Ersatz der notwendigen Auslagen 

(Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO i.V.m. Art. 30 PKoG [NG 261.2]). Gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO 

i.V.m. Art. 31 ff. PKoG werden die Kosten für einen Rechtsanwalt denjenigen Parteien erstat-

tet, welche sich durch diesen im Prozess berufsmässig vertreten lassen. Ferner können vor-

prozessuale Anwaltskosten Bestandteil des Schadens bilden, aber nur wenn sie gerechtfertigt, 

notwendig und angemessen waren, der Durchsetzung der Schadenersatzforderung dienen 

und nur soweit, als sie nicht durch die Parteientschädigung gedeckt sind. Ein entsprechender 

Anspruch ist aber substantiieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_501/2021 vom 22. Februar 

2022 E. 9.1 m.w.H.).  

 

9.4  

Insoweit der Berufungskläger die Kostenverteilung rügt, bleibt er pauschal. Namentlich legt er 

nicht dar, aus welchen Gründen der von der Vorinstanz für die Prozesskostenverteilung zu-

grunde gelegte Verteilschlüssel falsch und anzupassen wäre. Die Kostenverteilung betreffend 

hat es damit sein Bewenden. 

Auch die Verweigerung der Entschädigung von Anwaltskosten ist nicht zu bemängeln: Unstrit-

tig befand es der Berufungskläger als nicht nötig, für seine Klage einen berufsmässigen Ver-

treter beizuziehen. Eine Entschädigung von Anwaltskosten unter dem Titel des Parteikosten-

ersatzes fiel somit ausser Betracht (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO i.V.m. Art. 31 ff. PKoG e contrario). 

Im Übrigen legt er in seiner Berufung nicht dar, dass und wo er im vorinstanzlichen Verfahren 

(vorprozessuale) Anwaltskosten substantiiert behauptet bzw. eingefordert hätte. Entspre-

chend kommt deren Entschädigung so oder anders nicht in Frage kommt. Daran vermag auch 

ein hier als unzulässiges Novum aufgelegter (undatierter, unvollständiger und mutmasslich 

nachträglich bearbeiteter) Rechnungsbeleg (BK-Bel. 2) nichts zu ändern, zumal sich daraus 

nicht einmal ergibt, ob (und von wem) damit Rechnung für anwaltliche Leistungen gestellt 

wurde. 

16 │ 21 

 

 

10.  

Die Berufung vom 20. Juli 2024 ist demnach durchwegs unbegründet und abzuweisen, soweit 

überhaupt darauf einzutreten ist. 

 

11.  

11.1  

Mit Eingabe vom 16. August 2024 beantragt der Berufungskläger innert noch laufender Beru-

fungsfrist, die drei Vorrichter, welche das angefochtene Urteil gefällt haben, hätten in den Aus-

stand zu treten. Begründet werden die Gesuche wie folgt: Gegen Walter Odermatt bestehe 

ein Ausstandsgrund, weil er 2015 als damaliger Landratspräsident vom heutigen CEO des 

Einsatzbetriebs zum Mittagessen eingeladen worden sei und von diesem einen «John Deere-

Flieger» als Geschenk erhalten hat. Im Übrigen liege gegen alle drei beteiligten Richter (Gab-

riela Elgass, Walter Odermatt und Heidi Odermatt Häberli) deshalb ein Ausstandsgrund vor, 

weil sich diese geweigert hätten, dem Berufungskläger schriftlich zu bestätigen, es lägen keine 

Interessenkonflikte vor, insbesondere betreffend den Einsatzbetrieb. 

 

11.2  

Eine Gerichtsperson tritt in den Ausstand, wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere we-

gen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder ihrer Vertretung, befangen sein 

könnte (Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO). Eine Partei, die eine Gerichtsperson ablehnen will, hat dem 

Gericht unverzüglich ein entsprechendes Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund 

Kenntnis erhalten hat. Die den Ausstand begründenden Tatsachen sind glaubhaft zu machen 

(Art. 49 Abs. 1 ZPO). Wird ein Ausstandsgrund während der noch laufenden Rechtsmittelfrist 

entdeckt, so ist dieser mit dem Rechtsmittel geltend zu machen (BGE 139 III 466 E. 3.4). 

 

11.3  

Grundsätzlich vermag der Berufungskläger glaubhaft zu machen, dass Vorrichter Walter Oder-

matt 2015 in seiner damaligen Behördenfunktion als Landratspräsident vom heutigen CEO 

des Einsatzbetriebs zum Mittagessen eingeladen worden ist und von diesem ein kleines Prä-

sent überreicht bekam. Einerseits ist damit aber noch keine besondere Freundschaft im Sinne 

von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO nachgewiesen, nachdem die Verbindung in behörden- bzw. beruf-

licher Funktion erfolgte und beinahe zehn Jahre zurückliegt. Andererseits ist der Einsatzbetrieb 

hier gar nicht Verfahrenspartei. Ein Ausstandsgrund gegen Vorrichter Walter Odermatt wird 

damit jedenfalls nicht glaubhaft gemacht. Ausstandsrechtlich unerheblich ist der Umstand, 

17 │ 21 

 

 

dass die drei Vorrichter nicht bereit waren, dem Berufungskläger ihre Unabhängigkeit schrift-

lich zu bestätigen. Diese wird vermutet (JOHANNES REICH, in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], 

BSK-BV, 2015, N 32 zu Art. 30 BV) und muss nicht nachgewiesen werden.  

Das Ausstandsgesuch vom 16. August 2024 gegen die Richter Gabriela Elgass, Walter Oder-

matt und Heidi Odermatt Häberli ist abzuweisen. 

 

12.  

12.1  

Die Prozesskosten bestehen aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 

Abs. 1 ZPO) und werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 Satz 1 ZPO). 

Dieser Grundsatz der Kostenverteilung nach dem Erfolgsprinzip gilt auch im Rechtsmittelver-

fahren (BGE 145 III 153 E. 3.3.1). Der Erfolg des Rechtsmittels misst sich daran, ob und in 

welchem Umfang als Folge des Rechtsmittelbegehrens zulasten der Gegenpartei eine Ände-

rung des vorinstanzlichen Entscheides bewirkt wird (VIKTOR RÜEGG/MICHAEL RÜEGG, in: BSK-

ZPO, a.a.O., N 5 zu Art. 106 ZPO). 

 

12.2  

12.2.1  

Bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis werden im Entscheidverfahren bis zu einem 

Streitwert von Fr. 30'000.– keine Gerichtskosten gesprochen (Art. 114 lit. c ZPO). Die 

Streitwertgrenze ist ursprünglich, bei Klageeinreichung überschritten und das vorinstanzliche 

Verfahren nicht kostenlos gewesen (s. vorne E. 1.3, Urteil ZK 23 18 vom 24. Juni 2024 E. 11 

S. 31 ff.). Entsprechend ist auch das Berufungsverfahren nicht kostenlos, obschon der 

Streitwert inzwischen niedriger ist. Die in Art. 114 lit. c ZPO vorgesehene Kostenlosigkeit greift 

nur dann, wenn die Voraussetzungen bereits bei Einreichung der Klage erfüllt waren 

(vgl. SAMUEL RICKLI, Der Streitwert im schweizerischen Zivilprozess, 2014, N 439). Die 

teilweise Streiterledigung nach Eintritt der Rechtskraft (z.B. durch Rückzug, Anerkennung oder 

Vergleich) berührt das eingeschlagene Verfahren, wozu auch die Frage eines kostenlosen 

Verfahrens zählt, nicht. Schliesslich wäre es auch widersinnig, wenn es die 

rechtsmittelführende Partei in der Hand hätte, ein für sie ungünstiges, nicht kostenloses Urteil 

der unteren Instanz im Rechtsmittelverfahren kostenlos überprüfen zu lassen (vgl.  

BGE 100 II 358). 

 

18 │ 21 

 

 

12.2.2  

Die Gerichtskosten vor Obergericht als Berufungsinstanz richten sich nach dem im Verfahren 

vor dem Kantonsgericht massgebenden Tarif; sie werden um einen Drittel reduziert, betragen 

jedoch mindestens Fr. 500.– (Art. 8 Abs. 1 Ziff. 2 PKoG). Bei einem Streitwert von 

Fr. 28'496.75 betragen die Entscheidgebühren des Kantonsgerichts Fr. 1'000.– bis Fr. 3'200.– 

(Art. 7 Abs. 1 Ziff. 3 PKoG), vor Obergericht dementsprechend ≈ Fr. 650.– bis Fr. 2'100.–. Die 

Gebühren sind innerhalb des vorgegebenen Rahmens festzusetzen und bemessen sich nach 

der persönlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Sache für die Partei, der Schwierigkeit 

der Sache, dem Umfang der Prozesshandlungen und nach dem Zeitaufwand für die Verfah-

renserledigung (Art. 2 Abs. 1 PKoG). 

Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren werden in Anwendung von Art. 2 Abs. 1 PKoG 

ermessensweise, innerhalb des Gebührenrahmens auf Fr. 1'800.– festgesetzt. Die Gerichts-

kosten werden ausgangsgemäss dem vollständig unterliegenden Berufungskläger auferlegt 

und mit dessen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'200.– verrechnet (Art. 111 Abs. 1 

ZPO), womit sie in diesem Umfang bezahlt sind. Er wird verpflichtet, der Gerichtskasse Nidwal-

den die Restanz von Fr. 600.– innert 30 Tagen zu bezahlen. 

 

12.3  

Das Gericht spricht Parteientschädigungen nach den Tarifen gemäss Art. 42 ff. PKoG zu. Die 

Anwaltskosten umfassen das Honorar (ordentliches Honorar und Zuschläge), die notwendigen 

Auslagen und die Mehrwertsteuer (Art. 31 Abs. 1 PKoG). Die Parteien können eine Kosten-

note einreichen (Art. 105 Abs. 1 i.V.m. Art. 96 ZPO). Im Berufungsverfahren beträgt das or-

dentliche Honorar 20 bis 60 Prozent des für das Verfahren vor erster Instanz zulässigen Ho-

norars, bemessen nach dem noch strittigen Betrag, mindestens jedoch Fr. 500.– (Art. 43 

PKoG). Bei einem Streitwert von Fr. 28'496.75 beträgt das ordentliche Honorar für das Ver-

fahren vor erster Instanz Fr. 2'000.– bis Fr. 8'000.– (Art. 42 Abs. 1 Ziff. 4 PKoG). Somit liegt 

der Honorarrahmen im Berufungsverfahren zwischen Fr. 500.– bis Fr. 4'800.–. Massgebend 

für die Festsetzung des Honorars innerhalb der im Prozesskostengesetz vorgesehenen Min-

dest- und Höchstansätze sind die Bedeutung der Sache für die Partei in persönlicher und wirt-

schaftlicher Hinsicht, die Schwierigkeit der Sache, der Umfang und die Art der Arbeit sowie 

der Zeitaufwand (Art. 33 PKoG). 

19 │ 21 

 

 

Die Rechtsvertreterin der obsiegenden Berufungsbeklagten macht mit Kostennote vom 

17. Oktober 2024 eine Parteientschädigung von Fr. 3'389.70 (Honorar Fr. 3'112.50 [12.45 Std. 

à Fr. 250.‒]; Auslagen Fr. 23.20; MwSt. Fr. 254.– [8.1%]) geltend. Das geltend gemachte Ho-

norar liegt innerhalb des Honorarrahmens und ist angemessen. Der Berufungskläger hat der 

Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren ausgangsgemäss eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'389.70 (Auslagen und MwSt. inkludiert) zu bezahlen. 

 

20 │ 21 

 

 

Demgemäss erkennt das Obergericht: 

1. Die Berufung vom 20. Juli 2024 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. Das Ausstandsgesuch vom 16. August 2024 gegen die Richter Gabriela Elgass, Walter 

Odermatt und Heidi Odermatt Häberli wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren betragen Fr. 1'800.– und werden dem Be-

rufungskläger auferlegt. Sie werden mit dessen Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 1'200.– verrechnet und sind in diesem Umfang bezahlt. 

Der Berufungskläger wird verpflichtet, der Gerichtskasse Nidwalden die Restanz von 

Fr. 600.– innert 30 Tagen zu bezahlen. 

 

4. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'389.70 (Auslagen inkludiert) zu bezahlen. 

 

5. [Zustellung]. 

 
 

Stans, 5. Dezember 2024 

OBERGERICHT NIDWALDEN 

Zivilabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig     Versand:    

 

 

21 │ 21 

 

 

Rechtmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen eingereicht werden (Art. 72 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). 

Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 

des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). 

Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG. Der Streitwert beläuft sich auf Fr. 28'496.75.