# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ed038b5-21b9-50f6-942a-08de396652f1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 02.07.2018 ZK 2018 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_ZK-2018-152_2018-07-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Zivilkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre civile

Entscheid
ZK 18 152

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 02
Fax +41 31 634 50 53
obergericht-zivil.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. Juli 2018

Besetzung Oberrichter Hurni (Referent), Oberrichterin Grütter und Oberrich-
ter D. Bähler
Gerichtsschreiberin Miescher

Verfahrensbeteiligte Insel Gruppe AG, Freiburgstrasse 18, 3010 Bern
vertreten durch Rechtsanwalt B.________

Beklagte/Berufungsklägerin

gegen

C.________
vertreten durch Fürsprecher D.________

Klägerin/Berufungsbeklagte

Gegenstand Gleichstellungsgesetz

Berufung gegen den Teilentscheid des Regionalgerichts Bern-
Mittelland vom 7. November 2017 (CIV 15 2226)

2

Regeste:

Rachekündigung (Art. 10 GIG)

- Die Anwendbarkeit von Art. 10 GIG setzt einen Kausalzusammenhang zwischen der 
beanstandeten Diskriminierung und der Kündigung voraus, welcher im Unterschied zu 
Art. 336 Abs. 1 lit. d OR zu vermuten ist, sofern die Kündigung auf eine innerbetriebli-
che Beschwerde folgt sowie sechs Monate über den Abschluss der in Gang gesetzten 
Verfahren hinaus (E. 9). 

- Die aufgrund der sachlichen und zeitlichen Voraussetzungen vermutete Rachekündi-
gung kann allein mit dem Nachweis eines begründeten Anlasses für die Kündigung wi-
derlegt werden (E. 9). 

- Das Obergericht hat in casu in Übereinstimmung mit der Vorinstanz das Vorliegen einer 
Rachekündigung bejaht (E. 10 – 12).  

Erwägungen:

I.

1.

1.1 Die Berufungsbeklagte trat am 01.07.2003 als Ärztin in den Dienst des Insel-
spitals Bern ein (pag. 29, 231, Klagebeilage [KB] 36). 

1.2 Am 01.10.2008 trat Prof. Dr. med. E.________ seine Stelle als Direktor der 
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie (nachfolgend: KAS) 
an (pag. 19, 223, Einvernahme [EV] E.________, Protokoll 05.04.2016, S. 3 Z. 
12, pag. 751).

1.3 Ab Juli/August 2010 bis Dezember 2011 absolvierte die Berufungsbeklagte 
einen Forschungsaufenthalt in Stanford (pag. 37, 1347, pag. 1641 Rz. 14, KB 
78).

1.4 Am 18.01.2012 schloss sie mit dem Departement Intensivmedizin, Notfallme-
dizin und Anästhesiologie einen neuen Arbeitsvertrag ab. Dies war verbunden 
mit einer Funktionsänderung, neuer Lohneinstufung und unbefristeter Anstel-
lung. Rückwirkend ab 01.01.2012 war die Berufungsbeklagte mit einem Be-
schäftigungsgrad von 100% als Oberärztin I in der Universitätsklinik für Anäs-
thesiologie und Schmerztherapie tätig (pag. 29, 231, KB 35, Duplikbeilage 3).

3

1.5 Ab dem 31.03.2013 bis am 15.05.2013 war die Berufungsbeklagte ärztlich 
krankgeschrieben (KB 93, 94). Ab dem 15.05.2013 bis 31.10.2013 war sie wei-
terhin zu 100% krankgeschrieben, allerdings vorbehaltlich „Akademische Lehre 
und Forschung in reduziertem Umfang" (KB 95-100). Ab dem 01.11.2013 bis 
zur Geburt ihres Kindes (21.11.2013) war sie ohne den erwähnten Vorbehalt 
zu 100% krankgeschrieben (KB 101).

1.6 Mit E-Mail vom 19.08.2013 teilte die Berufungsbeklagte Prof. E.________ u.a. 
mit, dass sie nach dem Mutterschaftsurlaub mit einem Beschäftigungsgrad von 
80% arbeiten möchte (KB 105a/b, CB 72).

1.7 Am 21.11.2013 wurde die Berufungsbeklagte Mutter (KB 62, Duplikbeilage 4).

1.8 Am 18.12.2013 reichte die Berufungsbeklagte das Formular „Geburtsurlaub" 
mit dem gewünschtem Beschäftigungsgrad von 80% nach Wiederaufnahme 
der Arbeit am 11.08.2014 ein (KB 62).

1.9 Mit Schreiben vom 20.01.2014 orientierte Fürsprecher D.________ im Auftrag 
der Berufungsbeklagten Prof. E.________ über die Absichten der Berufungs-
beklagten (nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubs unbezahlter Urlaub bis 
10.08.2014, Beschäftigungsgrad 80% sowie Forschungstätigkeit / Habilitation / 
akademische Lehre) und ersuchte ihn, hierzu Stellung zu nehmen (KB 61).

1.10 Mit Schreiben vom 23.01.2014 teilte die Berufungsklägerin der Berufungsbe-
klagten mit, dass die Klinikleitung die Berufungsbeklagte nach Ablauf des Ge-
burtsurlaubs am 13.03.2014 wieder zum Dienst erwarte und dem Wunsch der 
Berufungsbeklagten, nach Ablauf des Geburtsurlaubs 29 Ferientage am Stück 
und einen darauf folgenden unbezahlten Urlaub bis zum 10.08.2014 zu bezie-
hen, nicht entsprechen könne. Ebenfalls nicht entsprechen könne die Kliniklei-
tung dem Wunsch der Berufungsbeklagten auf eine Beschäftigungsreduktion 
von 100% auf 80% (KB 56, 106).

1.11 Mit Schreiben vom 03.02.2014 liess Fürsprecher D.________ der Berufungs-
klägerin die Stellungnahme der Berufungsbeklagten vom 30.01.2014 zukom-
men. Darin äusserte sich die Berufungsbeklagte u.a. zum Geburtsurlaub und 
dem unbezahlten Urlaub bis 10.08.2014, der Beschränkung der Arbeitszeit 
sowie dem Beschäftigungsgrad (KB 107).

2.

2.1 Am 07.02.2014 reichte die Berufungsbeklagte beim Rektorat der Universität 
Bern eine aufsichtsrechtliche Beschwerde gegen Prof. Dr. E.________, Klinik-
direktor der KAS, wegen Diskriminierung des weiblichen Geschlechts und der 
Verhinderung ihrer akademischen Karriere ein (KB 38, AB 1).

2.2 Mit Schreiben vom 03.03.2014 teilte die Berufungsklägerin (Fürsprecher 
A.________, Leiter Rechtsdienst) der Berufungsbeklagten in Beantwortung 
des Schreibens der Berufungsbeklagten vom 30.01.2014/03.02.2014 mit, dass 
Prof. E.________ entgegenkommender Weise bereit sei, dem Anliegen der 
Berufungsbeklagten betr. unbezahlten Urlaubs bis 10.08.2014 nachzukom-

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men. Aktuell seien allerdings noch keine Aussagen bezüglich des Beschäfti-
gungsgrades der Berufungsbeklagten nach deren Rückkehr möglich (KB 108).

2.3 Mit Schreiben vom 10.03.2014 ersuchte Fürsprecher D.________ die Beru-
fungsklägerin (Fürsprecher A.________, Leiter Rechtsdienst) namens der Be-
rufungsbeklagten um eine Stellungnahme in Bezug auf den Beschäftigungs-
grad. Es sei nicht akzeptabel, dass keine Angaben über den Beschäftigungs-
grad gemacht werden könnten (KB 109).

2.4 Am 12.03.2014 endete die Schwangerschaftssperrfrist gemäss Art. 336c Abs. 
1 lit. c des Bundesgesetzes über das Obligationenrecht (OR; SR 220).

2.5 Mit Schreiben vom 13.03.2014 wandte sich die Berufungsbeklagte an 
F.________, Direktor Personal. Sie teilte ihm mit, dass sie von Prof. 
E.________ noch nichts über ihren Beschäftigungsgrad nach dem unbezahl-
tem Urlaub bis 10.08.2014 erfahren habe und auch nichts betreffend Förde-
rung ihrer akademischen Karriere (KB 39).

2.6 Am 27.03.2014 teilte die Berufungsklägerin (Fürsprecher A.________, Leiter 
Rechtsdienst) in Beantwortung des Schreibens von Fürsprecher D.________ 
vom 10.03.2014 mit, dass sie bis zum gewünschten Termin vom 28.03.2014 
noch keine Stellungnahme in Bezug auf den Beschäftigungsgrad abgeben 
könne. Die Berufungsklägerin werde sich sobald als möglich melden (KB 110).

2.7 Mit Schreiben vom 11.04.2014 ersuchte Fürsprecher D.________ die Beru-
fungsklägerin (Fürsprecher A.________, Leiter Rechtsdienst) namens der Be-
rufungsbeklagten erneut um eine Stellungnahme in Bezug auf den Beschäfti-
gungsgrad (KB 111).

2.8 Mit Schreiben vom 11.04.2014 bat die Berufungsbeklagte F.________ um eine 
Stellungnahme zu ihrem Schreiben vom 13.03.2014 (KB 40).

2.9 Am 17.04.2014 teilte F.________ der Berufungsbeklagten mit, die Berufungs-
klägerin brauche für ihre Abklärungen Zeit und würde sich so bald als möglich 
melden (KB 41).

2.10 In Beantwortung des Schreibens von Fürsprecher D.________ vom 
11.04.2014 teilte die Berufungsklägerin (Fürsprecher A.________, Leiter 
Rechtsdienst) mit Schreiben vom 23.04.2014 mit, die Abklärungen seien im 
Gange (KB 112).

2.11 Mit Schreiben vom 01.05.2014 verdankte Fürsprecher D.________ namens 
der Berufungsbeklagten das Schreiben vom 23.04.2014. Die Berufungsbeklag-
te stelle fest, dass die Stellungnahme des Inselspitals nun seit mehr als drei 
Monaten auf sich warten lasse und dass sie ihr Fremdbetreuungssystem nicht 
beliebig an die Wünsche des Inselspitals anpassen könne (KB 113).

2.12 Mit Schreiben vom 20.05.2014 bat die Berufungsbeklagte F.________ erneut 
um eine Stellungnahme zu ihrem Schreiben vom 13.03.2014. Sie kenne die 
Arbeitsbedingungen nach Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit ab 11.08.2014 nicht 
und sollte die Kinderbetreuung organisieren können. Weiter könne sie ohne 
Kenntnis der Arbeitsbedingungen der Aufforderung der Dienstplaner der KAS 

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nicht nachkommen, wonach die Freiwünsche für die Dienstplanperiode Juni-
Oktober bekanntzugeben seien (KB 42). 

2.13 Mit Datum vom 17.06.2014 kündigte die Berufungsklägerin den Arbeitsvertrag 
unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist per 30.11.2014 (pag. 29, 
231, KB 37). Begründet wurde die Kündigung wie folgt:

„Das Arbeitsverhältnis zwischen Ihnen und dem Inselspital ist aufgrund zahlreicher 
Vorfälle über längere Zeit hinweg sehr belastet worden. Dies hat zur Folge, dass das 
Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört worden ist. Unter diesen Umständen ist das 
Inselspital Universitätsspital Bern als Arbeitgeberin zum Schluss gelangt, dass keine 
Aussicht auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit besteht."

Die Berufungsbeklagte wurde bis zum Ablauf der Kündigungsfrist freigestellt. 

2.14 Am 12.08.2014 erteilte die Universitätsleitung der Berufungsbeklagten auf An-
trag der Medizinischen Fakultät die Venia Docendi für das Fach Anästhesiolo-
gie und es wurde ihr das Recht zur Führung des Titels Privatdozentin verliehen 
(KB 115). Mit Schreiben der Medizinischen Fakultät vom 28.08.2014 wurde die 
Berufungsbeklagte sodann aufgefordert, eine Antrittsvorlesung zu halten (KB 
114).

2.15 Mit Schreiben vom 27.08.2014 gratulierte die Berufungsklägerin der Beru-
fungsbeklagten zum zehnjährigen Dienstjubiläum. Es wurde ihr mitgeteilt, dass 
sie Anrecht auf ein Dienstaltersgeschenk von fünf zusätzlichen Ferientagen 
habe (KB 43).

3.

3.1 Mit Schlichtungsgesuch vom 30.10.2014 focht die Berufungsbeklagte die Kün-
digung vom 17.06.2014 an (KB 2, S. 1).

3.2 Am 06.11.2014 reichte die Berufungsbeklagte beim Regionalgericht Bern-
Mittelland ein Gesuch um provisorische Wiedereinstellung gemäss Art. 10 Abs. 
3 GIG ein (Verfahren CIV 14 7305, pag. 1 ff.). Diesem Gesuch wurde mit Ent-
scheid vom 12.01.2015 erstinstanzlich entsprochen (Verfahren CIV 14 7305, 
pag. 95 ff.). Die gegen diesen Entscheid durch die Berufungsklägerin erhobene 
Berufung (Verfahren CIV 14 7305, pag. 163 ff.) wurde mit Entscheid des Ober-
gerichts des Kantons Bern vom 05.05.2015 (Verfahren CIV 14 7305 / ZK 15 
51, pag. 467 ff.) gutgeheissen. Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen.

3.3 Am 09.01.2015 wurde eine Schlichtungsverhandlung durchgeführt, anlässlich 
derer der Berufungsbeklagten die Klagebewilligung erteilt wurde (KB 2).

3.4 Am 26.01.2015 hat die Universitätsleitung über die aufsichtsrechtliche Be-
schwerde der Berufungsbeklagten entschieden und das Vorliegen eines Hand-
lungsbedarfs verneint (KB 210, AB 11). 

4.

4.1 Mit Klage vom 09.04.2015 stellte die Berufungsbeklagte dem Regionalgericht 
Bern-Mittelland folgende Rechtsbegehren (pag. 7):

6

Hauptbegehren (Teilklage)

1. Die Kündigung des Arbeitsvertrages vom 17.06.2014 sei aufzuheben (Art. 10 GIG).

2. Es sei gerichtlich festzustellen, welcher Anteil der Klägerin seit 01.12.2009 an dem 
von Prof. E.________ verwalteten Fonds „Privatärztliche Poolgelder" und, soweit 
selbständig, zusätzlich am „Wissenschaftlichen Fonds der KAS" zusteht, und die 
Beklagte sei zu verurteilen, diesen Betrag der Klägerin als Lohnnachzahlung auf ihr 
persönliches Konto bzw. als Forschungsunterstützung auf das individuelle KAS-
Konto zu überweisen, nebst Zins zu 5% seit wann rechtens.

3. Die Beklagte sei zu verurteilen, Fr. 858.20 als Bonus für Publikationen zu bezahlen.

4. Die Beklagte sei zu verurteilen der Klägerin Fr. 2'333.60 aus Weiterbildungskosten 
zu bezahlen.

5. Es sei gerichtlich festzustellen, dass die Klägerin ein Dienstaltersgeschenk von fünf 
zusätzlichen Ferientagen beanspruchen kann.

Eventualbegehren (Teilklage)

1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin Fr. 114'567.50 zu bezahlen (Art. 336a 
Abs. 1 und 2 OR; Art. 5 Abs. 2 GIG).

2. Es sei gerichtlich festzustellen, welcher Anteil der Klägerin seit 01.12.2009 an dem 
von Prof. E.________ verwalteten Fonds „Privatärztliche Poolgelder" und, soweit 
selbständig, zusätzlich am „Wissenschaftlichen Fonds der KAS" zusteht, und die 
Beklagte sei zu verurteilen, diesen Betrag der Klägerin als Lohnnachzahlung auf ihr 
persönliches Konto bzw. als Forschungsunterstützung auf das individuelle KAS-
Konto zu überweisen, nebst Zins zu 5% seit wann rechtens.

3. Die Beklagte sei zu verurteilen, Fr. 858.20 als Bonus für Publikationen zu bezahlen.

4. Die Beklagte sei zu verurteilen der Klägerin Fr. 2'333.60 aus Weiterbildungskosten 
zu bezahlen.

5. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin eine Entschädigung, entsprechend fünf 
Ferientagen, zu bezahlen (Dienstaltersgeschenk).

- Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

4.2 Mit Klageantwort vom 02.07.2015 beantragte die Berufungsklägerin die Abwei-
sung der Klage, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge.

4.3 Mit Teilentscheid vom 07.11.2017 wurde über die klägerischen Rechtsbegeh-
ren 1, 3, 4 und 5 wie folgt entschieden (pag. 1761 f.):

1. Die Kündigung vom 17.06.2014 wird aufgehoben.

2. Die Beklagte wird verurteilt, der Klägerin einen Betrag von CHF 858.20 zu bezahlen.

3. Es wird festgestellt, dass die Klägerin ein Dienstaltersgeschenk von fünf zusätzli-
chen Ferientagen beanspruchen kann.

4. Soweit weitergehend wird die Klage vom 09.04.2015 betreffend die klägerischen 
Rechtsbegehren Ziffern 1, 3, 4 und 5 abgewiesen. 

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5. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

6. Die Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 111‘168.70 (inkl. 
MWST) zu bezahlen.

4.4 Am 19.02.2018 fertigte das Regionalgericht die Entscheidbegründung aus. Es 
erwog darin zusammenfassend Folgendes:

4.4.1 Gemäss Art. 10 des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und 
Mann (Gleichstellungsgesetz, GlG; SR 151.1) ist die Kündigung des Arbeits-
verhältnisses durch die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber anfechtbar, wenn 
sie ohne begründeten Anlass auf eine innerbetriebliche Beschwerde über eine 
Diskriminierung oder auf die Anrufung der Schlichtungsstelle oder des Gerichts 
durch die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer folgt (Abs. 1). Der Kündi-
gungsschutz gilt für die Dauer eines innerbetrieblichen Beschwerdeverfahrens, 
eines Schlichtungs- oder eines Gerichtsverfahrens sowie sechs Monate darü-
ber hinaus (Abs. 2). Die Kündigung muss vor Ende der Kündigungsfrist beim 
Gericht angefochten werden (Abs. 3 Satz 1).

4.4.2 Unbestritten sind gemäss der Vorinstanz das Bestehen eines privatrechtlichen 
Arbeitsverhältnisses i.S.v. Art. 8 if. GIG und die Kündigung durch die Arbeitge-
berin (pag. 29, pag. 231 Rz. 24). Die Kündigung vom 17.06.2014 sei sodann 
noch während der Dauer des innerbetrieblichen Beschwerdeverfahrens erfolgt, 
habe doch die Universitätsleitung erst am 26.01.2015 über die aufsichtsrechtli-
che Beschwerde der Berufungsbeklagten entschieden (KB 210). Schliesslich 
habe die Berufungsbeklagte die Kündigung vom 17.06.2014 mit Schlichtungs-
gesuch vom 30.10.2014 und damit vor Ende der Kündigungsfrist (30.11.2014) 
angefochten (KB 2, S. 1). Überdies habe sie am 06.11.2014 beim Regionalge-
richt Bern-Mittelland ein Gesuch um provisorische Wiedereinstellung gemäss 
Art. 10 Abs. 3 GIG eingereicht (Verfahren CIV 14 7305, pag. 1 ff.). 

Strittig sind gemäss der Vorinstanz demgegenüber die beiden weiteren Vor-
aussetzungen von Art. 10 Abs. 1 GIG, nämlich das Vorliegen einer innerbe-
trieblichen Beschwerde über eine Diskriminierung und ob die Berufungskläge-
rin die Kündigung ohne begründeten Anlass aussprach.

4.4.3 Was die Innerbetrieblichkeit der Beschwerde anbelangt, kam die Vorinstanz 
zum Schluss, dass diese gegeben sei. Vorliegend sei die Beschwerde zwar an 
Prof. Dr. G.________ vom Rektorat der Universität Bern und nicht an das In-
selspital adressiert worden. Dieser sei bis im Oktober 2016 und damit im Zeit-
punkt der Beschwerde als Rektor der Universität Bern jedoch Mitglied des 
Verwaltungsrates der Berufungsklägerin gewesen (Art. 15 Abs. 1 lit. a der Spi-
talversorgungsverordnung [SpVV; BSG 812.112; bis 30.11.2015 in Kraft ste-
hende Fassung] sowie Zefix-Online-Handelsregisterauszug mit SHAB 201 vom 
17.10.2016 betreffend die Berufungsklägerin). Nach Treu und Glauben sei be-
reits aus diesem Grund von einer Wissenszurechnung an die Berufungskläge-
rin als Arbeitgeberin auszugehen. Unbestrittenermassen sei sodann der Vor-
gesetzte der Berufungsbeklagten, Prof. Dr. E.________, von der Universitäts-
leitung zu einer Stellungnahme eingeladen worden. Dieser habe daraufhin den 
Leiter des Rechtsdiensts der Berufungsklägerin, A.________, über den Ein-

8

gang der Beschwerde orientiert (EV A.________, Protokoll 04.04.2016, S. 34, 
Z. 26ff. pag. 735, pag. 1639, Rz. 12). Auch F.________, Personaldirektor bei 
der Berufungsklägerin, habe von der Beschwerde Kenntnis erhalten (EV 
F.________, Protokoll 12.04.2016, S. 28, Z. 41ff. pag. 939). Damit sei erstellt, 
dass die Entscheidungsträger bei der Berufungsklägerin Kenntnis von der Be-
schwerde gehabt hätten. Eine Wissenszurechnung an den Arbeitgeber sei 
damit ohne weiteres zu bejahen.

4.4.4 Was den Anlass für die Kündigung anbelangt, so sei diese mit einem nachhal-
tig gestörten Vertrauensverhältnis begründet worden. Sämtliche der von der 
Berufungsklägerin für den angeblichen Vertrauensverlust geltend gemachten 
Gründe seien jedoch in dem Zeitpunkt, in dem sie sich ereigneten, für die Be-
rufungsklägerin kein Anlass für eine Kündigung gewesen und hätten bis zu 
zwei Jahre zurück gelegen. Hinzu komme, dass einige der Gründe von den 
angerufenen Zeugen nicht bestätigt worden, zeitlich nicht einzuordnen gewe-
sen oder nachgeschoben worden seien, resp. sich erst nach Empfang der 
Kündigung zugetragen hätten und damit ohnehin nicht zu berücksichtigen sei-
en. Der letzte geltend gemachte und zu berücksichtigende Kündigungsgrund 
datiere vom 26.12.2013. Doch auch hier sei mit der Kündigung vom 
17.06.2014 noch fast sechs Monate (bzw. nach Ablauf der Schwangerschafts-
sperrfrist nach Art. 336c Abs. 1 lit. c OR am 12.03.2014 noch gut drei Monate) 
zugewartet worden. Der Berufungsklägerin gelinge der ihr obliegende Beweis 
nicht, dass ein begründeter Anlass für die Kündigung bestanden und sie 
tatsächlich aus diesem Anlass gekündigt habe. Soweit sie sich im Kündi-
gungsschreiben vom 17.06.2014 auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis berufe, 
erscheine dies als vorgeschoben. Die Kausalität zwischen dem geltend ge-
machten begründeten Anlass „gestörtes Vertrauensverhältnis" und der Kündi-
gung sei zu verneinen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beru-
fungsklägerin die Berufungsbeklagte noch am 23.01.2014 vorbehaltlos aufge-
fordert habe, nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubes am 13.03.2014 wieder 
zur Arbeit zu erscheinen, sei davon auszugehen, dass die als innerbetriebliche 
Beschwerde zu qualifizierende Diskriminierungsbeschwerde der Berufungsbe-
klagten vom 07.02.2014 (KB 38, AB 1) unmittelbarer Anlass zur Kündigung 
gewesen sei und das Fass gewissermassen zum Überlaufen gebracht habe. 

5.

5.1 Mit Berufung vom 23.03.2018 stellt die Berufungsklägerin dem Obergericht des 
Kantons Bern die folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Ziffern 1, 3 und 6 des Teilentscheids vom 7. November 2017 des Regionalge-
richts Bern-Mittelland, Verfahren CIV 15 2226, seien aufzuheben.

2. Die Rechtsbegehren 1 und 5 sowie die Eventualbegehren der Klage vom 9. April 
2015 seien abzuweisen.

3. Die erstinstanzlichen Parteikosten seien entsprechend dem Verfahrensausgang 
neu zu verlegen.

-  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

9

5.2 Mit Berufungsantwort vom 07.05.2018 stellt die Berufungsbeklagte dem Ober-
gericht die folgenden Rechtsbegehren:

Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, und das Urteil des Regi-
onalgerichts Bern-Mittelland vom 07.11.2017 (CIV 152226) sei zu bestätigen.

Eventuell:

Die Sache sei zur Beurteilung des Eventualbegehrens an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

II.

6.

6.1 Die Berufungsinstanz prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die 
Eintretensvoraussetzungen der Berufung gegeben sind (Art. 60 der Zivilpro-
zessordnung [ZPO; SR 272]; BGE 142 III 48 E. 4.1.2 S. 54). 

6.2 Die Berufung richtet sich gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer 
vermögensrechtlichen Angelegenheit mit einem Streitwert von mehr als CHF 
10‘000.00 (Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO) und ist innert der Beru-
fungsfrist (Art. 311 Abs. 1 ZPO) von der mit ihren Rechtsbegehren unterlege-
nen und damit formell und materiell beschwerten Partei eingereicht worden. 
Das Obergericht des Kantons Bern ist zur Beurteilung der mit Berufung weiter-
gezogenen Streitigkeit funktionell zuständig (Art. 4 ZPO i.V.m. Art. 6 Abs. 1 
des Einführungsgesetzes zur Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung 
und zur Jugendstrafprozessordnung [EG ZSJ; BSG 271.1]).

6.3 Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochte-
nen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO); im Übrigen er-
wächst der Entscheid in Rechtskraft. Die Ziffern 2, 4 und 5 des vorinstanzli-
chen Entscheids erwachsen damit unangefochten in Rechtskraft.

6.4 Die Berufung ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO); 
sind die Begründungsanforderungen nicht erfüllt, ist auf die Berufung nicht ein-
zutreten (Urteil des Bundesgerichts 4A_651/2012 vom 7. Februar 2013 E. 4.2). 

6.5

6.5.1 Mit Berufung kann gemäss Art. 310 ZPO sowohl die unrichtige Rechtsanwen-
dung (Bst. a) wie auch die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Bst. b) 
geltend gemacht werden. Die Beanstandungen am angefochtenen Entscheid 
haben gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet zu erfolgen. Begründen im Sin-
ne der genannten Vorschrift bedeutet, aufzuzeigen, inwiefern der angefochte-
ne Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Dies setzt voraus, dass die Beru-
fungsklägerin im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen genau bezeich-
net, die sie anficht, sich mit diesen argumentativ auseinandersetzt und die Ak-
tenstücke nennt, auf denen ihre Kritik beruht (BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375; 

10

Urteile des Bundesgerichts 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015 E. 2.4.1; 
4A_68/2016 vom 7. November 2016 E. 4.2). 

6.5.2 Das zweitinstanzliche Verfahren zeichnet sich denn auch dadurch aus, dass 
bereits eine richterliche Beurteilung des Streits vorliegt. Das Berufungsverfah-
ren ist keine blosse Fortsetzung oder gar Wiederholung des erstinstanzlichen 
Verfahrens (Urteile des Bundesgerichts 4A_413/2015 vom 5. November 2015 
E. 3.4.1; 4A_221/2015 vom 23. November 2015 E. 5.2.1), sondern auf die 
Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret 
dagegen vorgebrachter Beanstandungen ausgerichtet (BGE 142 III 413 E. 
2.2.2 m.H.). Entsprechend ist es an der Berufungsklägerin, anhand der erstin-
stanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen rechtlichen 
Schlüsse aufzuzeigen, inwiefern sich die Überlegungen des erstinstanzlichen 
Richters nicht aufrecht erhalten lassen (Urteile des Bundesgerichts 
5A_111/2016 vom 6. September 2016 E. 5.3 und 4A_290/2014 vom 1. Sep-
tember 2014 E. 3.1). Sie muss dabei mittels genügend präziser Verweisungen 
auf die Akten aufzeigen, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, 
Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen 
sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll (so auch die Urteile 
des Obergerichts des Kantons Zürich LZ160009-O/U vom 28. November 2016 
E. 4.2; LY160033-O/U vom 15. November 2016 E. 2.3; NP150015-O/ vom 23. 
Dezember 2015 E. III). Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder 
deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 
375 f.; Urteile des Bundesgerichts 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; 
5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1); denn es ist nicht Sache der Rechts-
mittelinstanz, die Akten und die Rechtsschriften der Vorinstanz von Amtes we-
gen zu durchforsten, um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat 
(so auch die Urteile des Obergerichts des Kantons Zürich LB160044 vom 23. 
Dezember 2016 E. 4; LA 160015 vom 7. November 2016 E. II; NP160005 vom 
18. Oktober 2016 E. 1.1).

6.5.3 Die Berufungsklägerin lässt diese Grundsätze unberücksichtigt, soweit sie auf 
den S. 3 bis 5 ihrer Berufungsschrift eine Darstellung des Sachverhalts aus ei-
gener Sicht präsentiert, ohne dabei anhand konkreter Verweisungen auf die 
vorinstanzlichen Erwägungen aufzuzeigen, inwiefern der vorinstanzlich festge-
stellte Sachverhalt unvollständig oder unrichtig sein soll, geschweige denn an-
hand präziser Verweisungen auf die Akten aufzuzeigen, dass die präsentierten 
Sachverhaltselemente im vorinstanzlichen Verfahren behauptet und zum Be-
weis verstellt worden sein sollen. Darauf ist nicht weiter einzugehen.

6.5.4 Die Berufungsklägerin übersieht diese Grundsätze schliesslich auch, soweit 
sie der Vorinstanz auf den S. 6 und 7 ihrer Berufungsschrift pauschal vorwirft, 
diese habe „die Glaubwürdigkeit der [Berufungs-]beklagten nicht geprüft und 
also auch nicht in die Beurteilung einfliessen lassen“, was „zwangsläufig zu ei-
ner unvollständigen Beweiswürdigung“ führe. Die Berufungsklägerin exemplifi-
ziert diesen Vorwurf nur gerade anhand eines einzigen Beispiels, bei welchem 
die Vorinstanz den Aussagen der Berufungsbeklagten aber gerade keinen 
Glauben schenkte (E. 48 des angefochtenen Entscheids). Inwiefern dieses 

11

Beispiel sämtliche anderen Aussagen der Berufungsbeklagten als unglaub-
würdig ausweisen soll, ist nicht ersichtlich und vermag die Berufungsklägerin 
mit ihrer pauschal geäusserten Kritik auch nicht darzutun. Auf die entspre-
chenden Ausführungen auf den S. 6 und 7 ist mithin ebenfalls nicht weiter ein-
zugehen.  

6.6 Im Übrigen ist auf die Berufung unter Vorbehalt hinreichender Begründung 
einzutreten.

III.

7. Auf den Seiten 7 bis 11 ihrer Berufungsschrift rügt die Berufungsklägerin 
zunächst, dass die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegangen sei, bei der 
aufsichtsrechtlichen Anzeige der Berufungsbeklagten vom 7.2.2014 (Diskrimi-
nierungsbeschwerde) handle es sich um eine innerbetriebliche Beschwerde 
i.S.v. Art. 10 GlG.

7.1 Zur Begründung dieser Rüge führt die Berufungsklägerin aus:

7.1.1 Die Vorinstanz habe zutreffend festgehalten, dass die Berufungsbeklagte ihre 
Anzeige an das Rektorat der Universität Bern, z.H. Prof. Dr. G.________ ge-
richtet habe. Adressatin der Beschwerde sei somit die Universitätsleitung ge-
wesen. Unbestrittenermassen sei aber das Inselspital Bern Arbeitgeberin der 
Berufungsbeklagten. Wenn die Vorinstanz davon ausgehe, dass eine enge 
Verknüpfung zwischen der Berufungsklägerin und der Universität Bern beste-
he, so hätte sie nachvollziehbar aufzeigen müssen, in welchen Bereichen die-
se enge Verknüpfung allgemein vorliege und im Besonderen, wie sich diese 
Verknüpfung auf die Stellung der Berufungsbeklagten und / oder die Klinik für 
Anästhesiologie und Schmerztherapie auswirken würde. Alleine das Wissen 
der Berufungsklägerin über den Bestand einer aufsichtsrechtlichen Anzeige an 
die Universität reiche jedenfalls nicht aus, um diese Anzeige als „innerbetriebli-
che Beschwerde" i.S.v. Art. 10 GIG zu qualifizieren. Der französische Geset-
zestext mache – im Gegensatz zum deutschen oder italienischen Text – deut-
lich, an wen eine derartige Beschwerde gerichtet werden müsse: „[...] une 
réclamation adressée à un supérieur ou un autre organe compétent au sein de 
l'entreprise" (Art. 10 Abs. 1 GIG). Dasselbe Ergebnis ergebe sich aus dem 
Botschaftstext: „innerbetrieblich beim Arbeitgeber, einem Vorgesetzten oder 
einem andern zuständigen Organ" (BBI 1993 I 1248, 1309). Die Beschwerde 
sei an eine Stelle resp. Person innerhalb des Betriebes (au sein de l'entrepri-
se), in welchem der betroffene Arbeitnehmende angestellt ist, zu richten, und 
dabei an einen Vorgesetzten (un supérieur) oder ein anderes zuständiges Or-
gan (un autre organe compétent). 

7.1.2 Nachdem verbindlich festgestellt worden sei, dass die Berufungsklägerin Ar-
beitgeberin der Berufungsbeklagten gewesen sei, sei auch klargestellt, dass 
das Rektorat der Universität Bern resp. Prof. G.________ nicht Vorgesetzter 
der Berufungsbeklagten gewesen sei. Fraglich sei somit, ob das Rektorat der 
Universität ein „zuständiges Organ" innerhalb des Betriebes der Berufungsklä-

12

gerin i.S.v. Art. 10 Abs. 1 GIG sei. Das Inselspital und die Universität stellten 
zwei voneinander unabhängige Organisationen dar, auch wenn deren Zusam-
menarbeit gefördert werde. Das Inselspital Bern sei mit der Insel Gruppe AG 
privatrechtlich organisiert; die Arbeitsverhältnisse unterlägen dem Obligatio-
nenrecht (OR). Die Universität Bern hingegen sei öffentlich-rechtlich organi-
siert, weshalb die dort bestehenden Arbeitsverhältnisse dem Universitätsge-
setz und dem Personalgesetz des Kantons Bern unterstünden. Die Zusamme-
narbeit der Universität Bern mit den Universitätsspitälern sei in Art. 53-55 des 
Universitätsgesetzes geregelt – der entsprechende Titel laute bezeichnender-
weise „Zusammenarbeit der Universität mit Dritten“, was deren Unabhängigkeit 
voneinander unterstreiche.

7.1.3 In Erwägung 12 halte die Vorinstanz fest, dass sich die Beschwerde an Prof. 
Dr. G.________ gerichtet habe. Da dieser zu dem Zeitpunkt Mitglied des Ver-
waltungsrates der Berufungsklägerin gewesen sei, sei von einer Wissenszu-
rechnung auszugehen. Dieser Schluss werde als falsch gerügt. Sämtliche Indi-
zien, formell und inhaltlich, sprächen dafür, dass die Berufungsbeklagte be-
wusst die Universität als für ihre akademische Laufbahn zuständige Organisa-
tion angeschrieben habe. Massgebend sei vorliegend, dass sich die Beru-
fungsbeklagte ausdrücklich an Prof. G.________ als Rektor der Universität 
gewendet habe. So sei mit der Beschwerde primär das Rektorat der Univer-
sität Bern angeschrieben worden, sekundär Prof. G.________, jedoch nicht in 
seiner Funktion als Verwaltungsrat des Inselspitals. Es sei hierbei zu beachten, 
dass die angerufene Stelle, die Universitätsleitung, einer Amtsgeheimnispflicht 
(Art. 58 des Personalgesetzes des Kantons Bern) unterstehe. Prof. 
G.________ habe im Rahmen seines Amtes als Rektor der Universität von der 
aufsichtsrechtlichen Anzeige erfahren, ihm sei es also schon von Gesetzes 
wegen nicht erlaubt gewesen, das hierbei erworbene Wissen in seiner privat-
rechtlichen Funktion als Verwaltungsrat der Berufungsklägerin zu verwenden – 
dies hätte eine Amtsgeheimnis- sowie eine Treuepflichtverletzung dargestellt. 
Es könne nicht angehen, dass die im Rahmen einer dem Amtsgeheimnis un-
terstellten Funktion erlangte Kenntnis eines Sachverhalts als Wissenszurech-
nung zu Lasten einer anderen Institution gewertet werde, in welcher der Ge-
heimnisverpflichtete eine Funktion ausübt. 

7.1.4 Auch der Weg bis hin zur Einreichung der „aufsichtsrechtlichen Beschwerde" 
der Berufungsbeklagten gebe Aufschluss darüber, in welchem Bereich diese 
anzusiedeln sei. Die Berufungsbeklagte habe sich vorab an die Ombudsperson 
der Universität Bern gewendet. Die Ombudsperson behandle Beanstandun-
gen, die sich aus Arbeitsverhältnissen mit der Universität ergeben, und vermitt-
le bei die akademische Karriere betreffenden Problemen und Konflikten (vgl. 
Art. 37 Abs. 1 Statut der Universität; Art. 1 und 2 des Reglements über die 
Ombudsperson der Universität Bern). Es sei die Ombudsperson, die schliess-
lich vorgeschlagen habe, eine offizielle aufsichtsrechtliche Anzeige an die Uni-
versität einzureichen (KB 7, CB 93/94). „Dies v.a. zur Vermeidung einer weite-
ren Beeinträchtigung meines Habilitationsverfahrens." (KB 7, S. 45). Dadurch 
hätten die Chancen für einen Rekurs nach einer allfälligen Abweisung besser 
gestanden (KB 7 S. 45). Die Aussagen und das Vorgehen der Berufungsbe-

13

klagten zeigten deutlich auf, dass es bei der Einlegung der „aufsichtsrechtli-
chen Beschwerde" um die Habilitation und ihre akademische Laufbahn an der 
Universität gegangen sei – das Inselspital sei hiervon nicht betroffen gewesen. 

7.1.5 Aus dem Inhalt der „aufsichtsrechtlichen Beschwerde" vom 07.02.2014 (KB 38) 
ergebe sich, dass es der Berufungsbeklagten insbesondere um ihre Habilitati-
on und damit um ihre akademische Laufbahn gegangen sei. Den Entschluss 
zur Anzeige habe die Berufungsbeklagte bezeichnenderweise dann gefasst, 
als ihr aufgefallen sei, dass ihr die akademische Lehre und Forschung als 
Schwerpunkte im Dienstplan gestrichen worden seien (03.02.2014: Erhalt des 
Dienstplans, 07.02.2014: aufsichtsrechtliche Anzeige), was im Übrigen nicht 
zutreffe. „Ausschlaggebend für die Beschwerde war, dass es hiess, ich könne 
keine Lehre und Forschung mehr betreiben" (Aussage vom 04.04.2016, S. 24, 
Z. 23f.). Das Ziel der Berufungsbeklagten sei gemäss Beschwerde, „dass mein 
Habilitationsverfahren unbehindert und objektiv weitergeführt werden kann" 
(KB 38).

7.1.6 Aussagekräftig sei auch, dass die Universitätsleitung der Universität Bern die 
Eingabe der Berufungsbeklagten vom 07.02.2014 ausdrücklich als „aufsichts-
rechtliche Anzeige" entgegengenommen habe (KB 210). Der gerügte Prof. 
E.________ sei im Gegensatz zur Berufungsbeklagten Angestellter der Uni-
versität Bern. Somit sei die Universität Aufsichts- und Disziplinarbehörde, nicht 
jedoch zuständiges Organ für eine innerbetriebliche Beschwerde einer Ange-
stellten des Inselspitals.

7.1.7 Mithin würden die vorgängigen Kontaktaufnahmen der Berufungsbeklagten 
betreffend angeblicher Diskriminierung an der KAS mit der Personalberaterin 
des Inselspitals, der HR Businesspartnerin, dem Direktor Personal des Insel-
spitals, dem personalärztlichen Dienst des Inselspitals und mit Frau 
H.________, damalige Verwaltungsrätin der Berufungsklägerin, beweisen, 
dass der Berufungsbeklagten bestens bekannt gewesen sei, welche Stelle für 
eine innerbetriebliche Beschwerde im Sinne des Gleichstellungsgesetzes zu-
ständig gewesen wäre. Weil der Fokus der Berufungsbeklagten aber wie ge-
schildert in der (behaupteten) Behinderung ihrer akademischen Karriere gele-
gen habe und die vorgängig von ihr kontaktierten Stellen keine Diskriminierung 
und keinen Handlungsbedarf hätten feststellen können, habe sich die Beru-
fungsbeklagte an eine ausserbetriebliche Stelle wenden müssen. 

7.1.8 Aus dem soeben Ausgeführten gehe hervor, dass sich die von der Berufungs-
beklagten in ihrer aufsichtsrechtlichen Anzeige gerügten Missstände auf das 
Habilitationsverfahren der Berufungsbeklagten bezögen, für welches das In-
selspital keine Verantwortung trage. Es sei zwischen „Kenntnis" und „Wissens-
zurechnung" zu unterscheiden. Auch wenn die Berufungsklägerin von der auf-
sichtsrechtlichen Anzeige an die Universität gewusst habe, so habe sie doch 
gutgläubig davon ausgehen dürfen, dass sie von dieser nicht direkt betroffen 
gewesen sei und es sich insbesondere nicht um eine in ihrem Betrieb anhän-
gig gemachte Beschwerde gehandelt habe. Die Herren A.________ und 
F.________ seien nur informell und am Rande von Prof. E.________ informiert 

14

worden. Die Universitätsleitung könne nicht als „zuständiges Organ" innerhalb 
des Betriebes der Berufungsklägerin i.S.v. Art. 10 GIG qualifiziert werden.

7.1.9 Der angerufene Art. 10 GIG biete der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer 
die Möglichkeit, sich gegen sogenannte „Rachekündigungen" zu wehren. Ar-
beitnehmer sollen keine Angst haben, sich wegen Diskriminierung zu be-
schweren. In dieser Hinsicht sei zu beachten, dass sich die Beschwerde der 
Berufungsbeklagten nur gegen Prof. E.________ gerichtet habe (KB 38, vgl. 
bereits die Überschrift). Wie die Vorinstanz korrekt festgehalten habe (E. 10), 
sei Arbeitgeberin von Prof. E.________ die Universität Bern. Durch die Kritik 
an Prof. E.________ sei somit das Inselspital nicht direkt betroffen, sondern 
die Universität als seine Arbeitgeberin. Auch sei die Universität betreffend Prof. 
E.________ weisungsbefugt, nicht das Inselspital. Die Berufungsklägerin habe 
folglich keinen Grund und kein Interesse daran gehabt, sich für eine derartige 
Anzeige zu rächen. Es sei zu beachten, dass nicht Prof. E.________, sondern 
A.________, Leiter Rechtsdienst, und F.________, Direktor Personal, den 
Entscheid gefällt haben, die Kündigung auszusprechen. Eine Rachekündigung 
sei mangels direkter Betroffenheit des Inselspitals durch die Beschwerde aus-
geschlossen. Auch sei zu beachten, dass die Herren F.________ und 
A.________, die den Kündigungsentscheid gefällt hatten, zwar von der Be-
schwerde Kenntnis gehabt, aber nur aus der Ferne und sich von dieser nicht 
betroffen gefühlt hätten (Aussage vom 12.04.2016, S. 28, Z. 41-43 
[F.________]; Aussage vom 04.04.2016, S. 34, Z. 26-42 [A.________]). Eine 
Rachekündigung sei also auch deshalb auszuschliessen, weil sich die angebli-
chen „Rächer" von der Beschwerde gar nicht betroffen gefühlt hätten.

7.2

7.2.1 Die Vorinstanz führte unter Hinweis auf die Botschaft zum Bundesgesetz über 
die Gleichstellung von Frau und Mann vom 24.02.1993 aus, der Kündigungs-
schutz beginne, wenn die Arbeitnehmerin sich „innerbetrieblich beim Arbeitge-
ber, einem Vorgesetzten oder einem anderen zuständigen Organ" über eine 
mögliche Diskriminierung beklage (so BBI 1993 I 1248, S. 1309). Der Ausdruck 
„zuständiges Organ" sei dabei freilich nicht eng auszulegen. Mit VON KAENEL 
sei als entscheidend anzusehen, dass nach Treu und Glauben eine Wissens-
zurechnung an den Arbeitgeber erfolgen könne (VON KAENEL, Begriff und Vor-
aussetzungen der Kündigungsanfechtung nach Art. 10 Gleichstellungsgesetz, 
in: ArbR 2008, S. 51 ff., S. 57). Denn Art. 10 GIG biete eine Möglichkeit, sich 
gegen „Rachekündigungen" zur Wehr zu setzen (RIEMER-
KAFKA/UEBERSCHLAG, in: Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Kauf-
mann/Steiger-Sackmann [Hrsg.], 2. Auflage, Basel 2009, N. 1 zu Art. 10 GIG; 
Botschaft zum GIG, a.a.O., S. 1308). Wenn der Arbeitgeber keine Kenntnis 
von der Beschwerde wegen Diskriminierung habe, könne diese Beschwerde 
auch nicht der Anlass für die Kündigung gewesen sein, weshalb der Kündi-
gungsschutz von Art. 10 GIG in einem solchen Fall nicht greife.

7.2.2 Die Vorinstanz erwog sodann, dass das Inselspital Bern Arbeitgeberin der Be-
rufungsbeklagten sei. Die „aufsichtsrechtliche Beschwerde" vom 07.02.2014 
habe sich gegen Prof. Dr. E.________ gerichtet. Unbestrittenermassen sei Ar-

15

beitgeberin von Prof. Dr. E.________ die Universität Bern. Gleichzeitig sei die-
ser als Direktor der KAS Vorgesetzter der Berufungsbeklagten. Zwar sei mit 
der Berufungsklägerin zwischen der Universität Bern und dem Inselspital Bern 
zu unterscheiden, doch bestünden offensichtliche Schnittstellen (Entscheid des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.10.2009 E. 2.1, VGE 
100.2009.266; publiziert in der BVR 2010 S. 97). Dass die Universität Bern und 
das Inselspital sehr eng miteinander verknüpft seien, gehe auch aus der Beur-
teilung der Universitätsleitung vom 26.01.2015 hervor: Zur Zuständigkeit werde 
festgehalten, dass Beanstandungen im Bereich Klinikführung und Dienstleis-
tung grundsätzlich an das Inselspital zu richten seien. Dies betreffe die Aus-
führungen der Berufungsbeklagten über eine angebliche Diskriminierung des 
weiblichen Geschlechts, wenn diese nicht die akademische Qualifikation beträ-
fen, sondern die Arbeitsorganisation und -abläufe im Rahmen der KAS (KB 
210, S. 3, Absatz 3). Die Universitätsleitung führe aber ebenfalls aus, dass die 
Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine der Hauptaufgaben 
der Universität sei. Wenn also vorgebracht werde, der akademische Nach-
wuchs werde nicht richtig gefördert bzw. es würde gar die akademische Quali-
fikation verhindert, dann betreffe dies spezifisch die Universität (KB 210, S. 3, 
Absatz 2).

7.2.3 Die Beschwerde sei sodann an Prof. Dr. G.________, Rektorat der Universität 
Bern, adressiert worden. Dieser sei bis im Oktober 2016 und damit im Zeit-
punkt der Beschwerde als Rektor der Universität Bern Mitglied des Verwal-
tungsrates der Berufungsklägerin gewesen (Art. 15 Abs. 1 lit. a SpVV [BSG 
812.112; bis 30.11.2015 in Kraft stehende Fassung] sowie Zefix-Online-
Handelsregisterauszug mit SHAB 201 vom 17.10.2016 betreffend die Beru-
fungsklägerin). Nach Treu und Glauben sei bereits aus diesem Grund von ei-
ner Wissenszurechnung an die Berufungsklägerin als Arbeitgeberin auszuge-
hen. Unbestrittenermassen sei Prof. Dr. E.________ von der Universitätslei-
tung sodann zu einer Stellungnahme eingeladen worden. Prof. Dr. E.________ 
habe anschliessend A.________, Leiter Rechtsdienst bei der Berufungskläge-
rin, über den Eingang der Beschwerde orientiert (EV A.________, Protokoll 
04.04.2016, S. 34, Z. 26ff. pag. 735, pag. 1639, Rz. 12). Auch F.________, 
Personaldirektor bei der Berufungsklägerin, habe von der Beschwerde Kennt-
nis erhalten (EV F.________, Protokoll 12.04.2016, S. 28, Z 41ff., pag. 939). 
Damit sei erstellt, dass die Entscheidungsträger bei der Berufungsklägerin 
Kenntnis von der Beschwerde hatten. Eine Wissenszurechnung an den Arbeit-
geber könne somit ohne weiteres erfolgen.

7.3 Diese zutreffenden Erwägungen vermag die Berufungsklägerin mit ihren Vor-
bringen nicht in Zweifel zu ziehen:

7.3.1 Die Vorinstanz hat gestützt auf die Botschaft sowie namentlich VON KAENEL, 
a.a.O., S. 57 zutreffend ausgeführt, für die Innerbetrieblichkeit der Beschwerde 
über eine Diskriminierung sei entscheidend, dass nach Treu und Glauben eine 
Wissenszurechnung an den Arbeitgeber erfolgen könne. In diesem Sinne – 
bzw. gar noch deutlicher – äussert sich auch GABRIEL AUBERT, in: Au-

16

bert/Lempen (Hrsg.), Commentaire de la loi sur l’égalité entre femmes et 
hommes, Genf 2011, N. 8 und 11 zu Art. 10 GlG (Hervorhebung hinzugefügt): 

„La réclamation interne ouvre une première période de protection, qui commence dès 
le moment où l’employée a porté sa réclamation à la connaissance de l’employeur, 
c’est-à-dire soit à son supérieur, soit à un autre organe compétent (art. 10 al. 1 LEg). Il 
ne suffit pas que l’employée se soit plainte, même précisément, à des tiers (collègues, 
amis, etc.), à moins qu’elle puisse prouver que ses plaintes ont été répercutées auprès 
du supérieur ou d’un organe compétent. (…) Il n’est pas nécessaire que la plainte soit 
formulée par écrit (…).“

AUBERT hält also ausdrücklich dafür, dass auch eine Beschwerde an (betriebs-
fremde) Dritte genügt, sofern die Arbeitnehmerin beweisen kann, dass die Be-
schwerde an die Arbeitgeberin weitergeleitet („répercutée“) wurde. Dabei 
braucht die Beschwerde nach dieser Auffassung nicht einmal in schriftlicher 
Form geäussert worden zu sein.

Da Art. 10 GlG auf europäischem Richtlinienrecht beruht (dazu statt aller RIE-
MER-KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 5 zu Art. 10 GlG) kann auch rechtsver-
gleichend etwa die Rechtslage in Österreich im Sinne einer Bestätigung her-
angezogen werden: Zur Innerbetrieblichkeit wird im Kommentar von 
HOPF/MAYR/EICHINGER zum österreichischen Gleichbehandlungsgesetz, Wien 
2009, in N. 16 zu § öGlBG nämlich ausgeführt: 

„Die gesetzliche Formulierung – ‚Beschwerde … innerhalb des betreffenden Unter-
nehmens …‘ (und nicht beim oder gegenüber dem/der AG) – spricht auch für die Er-
fassung weiterer Fallkonstellationen; etwa jener Fälle, in denen sich die Arbeitnehmer 
bloss ‚indirekt‘ an ihre Arbeitgeber wenden (…). Es sollte daher ausreichen, wenn es 
den Arbeitgeber bekannt oder objektiv erkennbar ist, dass Arbeitnehmer durch ihr Ver-
halten auf eine (vermutliche) Diskriminierung aufmerksam machen, sich dagegen zur 
Wehr setzen und Abhilfe verlangen.“

Und schliesslich führen HOPF/MAYR/EICHINGER, a.a.O., Rz. 14 zu § 13 öGlBG 
aus:

„Das Gesetz sieht für eine Beschwerde iSd § 13 kein Formgebot vor. Diese kann da-
her schriftlich oder mündlich bzw. ausdrücklich oder konkludent vorgebracht werden.“

Die Rechtslage in Österreich bestätigt also etwa die Ausführungen AUBERTS, 
wonach die formfreie Diskriminierungsbeschwerde der Arbeitgeberin lediglich 
zur Kenntnis gebracht werden muss, mithin auch auf indirektem Wege an sie 
gelangen kann. 

7.3.2 Im vorliegenden Fall ist unstreitig, dass Prof. E.________ als Direktor der KAS, 
einer Einheit der Berufungsklägerin, direkter Vorgesetzter der Berufungsbe-
klagten war. Formelle Arbeitgeberin von Prof. E.________ war und ist jedoch 
die Universität Bern. Allein dieser Umstand zeigt die Verquickung der beiden 
Institutionen des Inselspitals als Universitätsklinik und der Universität Bern: 
Vorgesetzter einer Einheit des Inselspitals (Berufungsklägerin) ist ein Ange-
stellter der Universität Bern. Die beiden Institutionen lassen sich folglich im täg-
lichen Betriebsleben kaum auseinanderhalten.  Da sich die Diskriminierungs-

17

beschwerde gegen Prof. E.________ richtete, musste die Berufungsbeklagte 
sie mit einer gewissen Folgerichtigkeit an die Universität Bern richten, zumal 
sich die Berufungsbeklagte vor allem im akademischen Teil ihres Berufslebens 
diskriminiert fühlte. Der akademische und rein „klinische“ Berufsteil einer 
Oberärztin an einer Universitätsklinik lassen sich freilich ebenfalls nur schwer 
auseinanderhalten, so dass es seitens der Berufungsklägerin schon fast treu-
widrig erscheint, wenn sie nun die formelle Vorgesetzte des diskriminierungs-
beschuldigten Prof. E.________, die Universität Bern, als betriebsfremde Dritte 
qualifizieren will. Funktional betrachtet muss die KAS vielmehr als Betrieb gel-
ten, der sowohl von der Uni Bern wie auch der Insel Gruppe AG gemeinsam 
getragen wird. Damit kann die Universitätsleitung auch nicht als betriebsfrem-
de Dritte qualifiziert werden, womit die Ausführungen der Berufungsklägerin ins 
Leere stossen. 

7.3.3 Wie auch immer, selbst wenn man die Universität Bern als „Dritte“ im Sinne 
der Ausführungen von AUBERT betrachten, reicht es aus, wenn der Insel Grup-
pe AG (Berufungsklägerin) die Diskriminierungsbeschwerde gegen Prof. 
E.________ als Klinikdirektor (mündlich) weitergeleitet werden. Und dies ist im 
vorliegenden Fall denn auch unstreitig geschehen, nämlich via Prof. 
E.________ selbst: Dieser wurde von der Universitätsleitung zu einer Stel-
lungnahme eingeladen, worauf er erstelltermassen den Leiter des Rechts-
diensts des Inselspitals (Berufungsklägerin),  A.________, über den Eingang 
der Beschwerde orientierte (EV A.________, Protokoll 04.04.2016, S. 34, Z. 
26ff. pag. 735, pag. 1639, Rz. 12). Auch F.________, Personaldirektor bei der 
Berufungsklägerin, hat von der Beschwerde Kenntnis erhalten (EV 
F.________, Protokoll 12.04.2016, S. 28, Z 41ff. pag. 939). Damit ist erstellt, 
dass der Berufungsklägerin die Diskriminierungsbeschwerde im Sinne der 
Ausführungen AUBERTS zumindest weitergeleitet (répercutée) worden ist. 

7.3.4 Es ist denn auch widersprüchlich, wenn die Berufungsklägerin geltend macht, 
durch die Kritik der Berufungsbeklagten an Prof. E.________ sei somit „das In-
selspital nicht direkt betroffen“, sondern „die Universität als seine Arbeitgebe-
rin“, und die Berufungsklägerin habe folglich „keinen Grund und kein Interesse 
daran gehabt, sich für eine derartige Anzeige zu rächen“, was auch der Um-
stand zeige, dass „nicht Prof. E.________, sondern A.________, Leiter 
Rechtsdienst, und F.________, Direktor Personal, den Entscheid gefällt ha-
ben, die Kündigung auszusprechen“. Denn als Begründung für die Kündigung 
wurde ja gerade das gestörte Vertrauensverhältnis angegeben, womit insbe-
sondere das Vertrauen zu Prof. E.________ als Klinikleiter und Diskriminie-
rungsbeschuldigter gemeint war. 

8. Auf den Seiten 11 bis 14 ihrer Berufungsschrift rügt die Berufungsklägerin wei-
ter, die Vorinstanz komme in Erwägung 23 zu Unrecht zum Schluss, dass die 
Berufungsbeklagte die Diskriminierungsbeschwerde vom 7.2.2014 nicht 
rechtsmissbräuchlich erhoben habe. 

8.1 In der Lehre wird darauf hingewiesen, dass der Kündigungsschutz nach dem 
Gleichstellungsgesetz auch dann bestehe, wenn die Beschwerde über die ge-

18

schlechtsspezifische Benachteiligung materiell unbegründet ist; verlangt wird 
von der Arbeitnehmerin aber immerhin ein Verhalten nach Treu und Glauben 
(so PORTMANN/STÖCKLI, Schweizerisches Arbeitsrecht, 3. Aufl., Rz. 726; KA-
THRIN KLETT, § 10 Rachekündigung, in: Münch/Metz [Hrsg.], Stellenwechsel 
und Entlassung, 2. Aufl., Handbücher für die Anwaltspraxis, Band II, 2012, Rz. 
10.2; RIEMER-KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 10 f. zu Art. 10 GlG). Gemeint 
ist dabei ausweislich der Botschaft, dass das Erheben einer innerbetrieblichen 
Beschwerde nicht auf einem offenbaren Rechtsmissbrauch beruhen darf; ein 
solcher kann etwa vorliegen, wenn die Arbeitnehmerin ein Verfahren wegen 
Diskriminierung nur deshalb in Gang setzt, um ihren aus anderen Gründen be-
drohten Arbeitsplatz zu behalten (Botschaft, a.a.O., 1308; vgl. auch KLETT, 
a.a.O., Rz. 10.10). Nach der Lehre lässt sich der offenbare Rechtsmissbrauch 
diesfalls durch den vor Einleitung des Beschwerdeverfahrens gefassten Ent-
schluss des Arbeitgebers beweisen, die Arbeitnehmerin aus Gründen zu ent-
lassen, die mit geschlechtsbezogener Diskriminierung nichts zu tun haben, und 
durch den Beweis, dass die Arbeitnehmerin diesen Entschluss kannte (KLETT, 
a.a.O., Rz. 10.10; RIEMER-KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 12 zu Art. 10 GlG). 

8.2

8.2.1 Diese Grundsätze hat die Vorinstanz ihren Erwägungen (E. 19 – 23) zutreffend 
zugrunde gelegt und geprüft, ob die Berufungsklägerin ihren Kündigungsent-
schluss bereits vor der Einreichung der Diskriminierungsbeschwerde am 
7.2.2014 gefasst hat. 

8.2.2 Gestützt auf das Beweisverfahren kam sie zum Schluss, dass dies nicht der 
Fall sei. So habe der Leiter des Rechtsdiensts der Berufungsklägerin, 
A.________, anlässlich seiner Befragung ausgesagt, dass erst im Juni und 
nicht vorher gekündigt worden sei, weil die Berufungsklägerin intensiv nach Al-
ternativen gesucht hätte. Sie hätten freilich keine Alternativen ausser die Kün-
digung gefunden (EV A.________, Protokoll 04.04.2016, S. 33 Z. 38 ff., pag. 
733). Vom Jahreswechsel (2013/2014) an mitgeschwungen habe aber auch 
die Frage, ob beim gestörten Vertrauensverhältnis eine weitere Zusammenar-
beit noch möglich sei (EV A.________, Protokoll 04.04.2016, S. 34 Z. 17 ff., 
pag. 735).

Prof. Dr. E.________ habe ausgeführt, die Kündigung der Berufungsbeklagten 
sei erst spät in Erwägung gezogen worden. Es müsse im Frühsommer 2014 
gewesen sein. Es hätten regelmässige Sitzungen bis im Juni stattgefunden. Ef-
fektiv in Erwägung gezogen worden sei die Kündigung der Berufungsbeklagten 
im Zeitraum Mai 2014. Er wisse nicht, was für die Herren A.________ und 
F.________ ausschlaggebend gewesen sei. Wohl die Gesamtentwicklung. 
Den Endentscheid zur Kündigung hätten die Herren F.________ und 
A.________ getroffen (EV E.________, Protokoll 05.04.2016, S. 17 Z. 34 if., 
pag. 779).

Auch F.________, Personalchef bei der Berufungsklägerin, habe ausgeführt, 
der Kündigungsentschluss sei im Verlaufe des Monats Mai entstanden (EV 
F.________, 12.04.2016, S. 28 Z. 33 f., pag. 939). 

19

Die Berufungsbeklagte ihrerseits habe anlässlich ihrer Befragung auf Vorhalt 
von KB 47 (Mitarbeitergespräch [nachfolgend: MAG] vom 15.03.2013 mit Prof. 
E.________) zudem ausgesagt, dass eine Kündigung anlässlich dieses Ge-
sprächs kein Thema gewesen sei (EV Klägerin, Protokoll 04.04.2016, S. 20 Z. 
29, pag. 707). Sie sei überrascht gewesen über die Kündigung, da sie einiges 
geleistet habe und weil die Kündigung ausgesprochen worden sei, weil sich die 
Berufungsbeklagte für Schwangere und für die Gleichstellung eingesetzt hätte. 
Zunächst hätte ihr die Berufungsklägerin den unbezahlten Urlaub nicht bewilli-
gen wollen, dann eine Woche vor dem Wiedereinstieg sei dies doch bewilligt 
worden. Die Berufungsbeklagte habe F.________ mehrmals gemahnt, doch es 
sei nie etwas gekommen. Es seien lediglich Schreiben wie „die Abklärungen 
laufen" usw. gekommen, weswegen sie schon Bedenken gehabt habe. Sie ha-
be die Kündigung aber nicht erwartet (EV Klägerin, Protokoll 04.04.2016, S. 20 
Z. 43 ff., pag. 707). Auschlaggebend für die Diskriminierungsbeschwerde sei 
gewesen, dass es hiess, sie könne keine Lehre und Forschung mehr betrei-
ben. Hinzu komme die Absage des Gespräches vom 28.01., da sie gemeint 
habe, die offenen Fragen an diesem Gespräch lösen zu können (EV Klägerin, 
Protokoll 04.04.2016, S. 24 Z. 11ff. u. 23 ff., pag. 715).

8.2.3 Gestützt auf diese Aussagen ging die Vorinstanz mit der Berufungsbeklagten 
davon aus, dass beide Parteien im Zeitpunkt der Einreichung der Diskriminie-
rungsbeschwerde am 07.02.2014 nicht von einer Kündigung ausgegangen 
seien. Auch seien die von der Berufungsbeklagten genannten Gründe, die sie 
dazu veranlasst hätten, gerade zu diesem Zeitpunkt eine Beschwerde einzu-
reichen, nachvollziehbar. Damit sei im Sinne der Lehre nicht davon auszuge-
hen, dass die Berufungsbeklagte die Diskriminierungsbeschwerde vom 
07.02.2014 rechtsmissbräuchlich angehoben habe, um vom Kündigungsschutz 
zu profitieren.

8.3

8.3.1 Die Berufungsklägerin macht gegen diese Erwägungen geltend, in den Be-
weismitteln und Ausführungen der Berufungsbeklagten würden mehrere Punk-
te darauf hinweisen, dass diese bereits vor der Einreichung der Diskriminie-
rungsbeschwerde eine Kündigung befürchtet habe. Damit könne „zumindest 
nicht ausgeschlossen werden, dass die Beschwerde (auch) darum erhoben“ 
worden sei, „um einer Kündigung zuvorzukommen“. Die Berufungsbeklagte 
habe „mit ihrer Anzeige im Mindesten auch bezweckt, nach Ablauf der Sperr-
frist nicht gekündigt zu werden“. 

8.3.2 Die Berufungsklägerin gibt weiter zwar zu, dass sie den (definitiven) Kündi-
gungsentschluss erst im Mai 2014, d.h. nach Einreichung der Diskriminie-
rungsbeschwerde gefällt habe. Allerdings könne die Rechtsmissbräuchlichkeit 
einer Diskriminierungsbeschwerde nicht per se ausgeschlossen werden, wenn 
der Kündigungsentschluss der Arbeitgeberin noch nicht feststehe. Befürchte 
ein Arbeitnehmer eine Kündigung und reiche er aus dieser Motivation eine Be-
schwerde nach GlG ein, so sei dies vielmehr per se als missbräuchlich zu qua-
lifizieren, auch wenn der definitive und davon unabhängige Entschluss des Ar-
beitgebers zur Kündigung erst nach deren Einreichung gefällt werde.

20

8.4 Mit diesen Einwänden geht die Berufungsklägerin fehl: Sie übersieht zum ei-
nen, dass nur ein offenbarer Rechtsmissbrauch – für dessen Vorliegen sie no-
tabene beweisbelastet ist – zur Unwirksamkeit der Diskriminierungsbeschwer-
de führt. Dass ein solcher nicht vorliegen kann, zeigt sie mit ihren Ausführun-
gen selber auf, wenn sie vorbringt, dass die Berufungsbeklagte „im Mindesten 
auch bezweckt“ habe, nach Ablauf der Sperrfrist nicht gekündigt zu werden. 
Denn eine solche Absicht der Berufungsbeklagten würde eine Diskriminie-
rungsbeschwerde noch nicht offensichtlich rechtsmissbräuchlich machen, so-
lange sie primär die Rüge einer Diskriminierung bezweckt – und genau dies 
stellt ja auch die Berufungsklägerin nicht in Abrede. Sie bestreitet mit anderen 
Worten nicht, dass die Motivation, einer Kündigung zuvorzukommen, höchs-
tens ein Nebenzweck der Berufungsbeklagten war. Im Übrigen genügt es nach 
der herrschenden Lehre entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin für 
die Begründung von Rechtsmissbräuchlichkeit nicht, wenn die Arbeitnehmerin, 
die sich auf Diskriminierung beruft, eine Kündigung bloss befürchtet. Verlangt 
wird nach den klaren Ausführungen in der Literatur vielmehr, dass vor Erhe-
bung der Diskriminierungsbeschwerde bereits ein Entschluss des Arbeitgebers 
vorliegt, die Arbeitnehmerin aus Gründen zu entlassen, die mit geschlechtsbe-
zogener Diskriminierung nichts zu tun haben, und dass dieser Entschluss der 
Arbeitnehmerin bekannt war. Dies ist vorliegend beweismässig nicht erstellt, 
womit auch kein offenbarer Rechtsmissbrauch auf Seiten der Berufungsbe-
klagten vorliegt. 

9. Die Berufungsklägerin macht auf den Seiten 14 – 31 ihrer Berufungsschrift 
sodann geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht keinen begründeten Anlass 
für die Kündigung bejaht. 

9.1 Die Vorinstanz legte ihrer Subsumtion die folgenden, zutreffenden rechtlichen 
Erwägungen zugrunde (E. 24 – 35):

9.2 Die Anwendbarkeit von Art. 10 GIG setzt einen Kausalzusammenhang zwi-
schen der beanstandeten Diskriminierung und der Kündigung voraus, welcher 
im Unterschied zu Art. 336 Abs. 1 lit. d OR zu vermuten ist, sofern die Kündi-
gung auf eine innerbetriebliche Beschwerde folgt sowie sechs Monate über 
den Abschluss der in Gang gesetzten Verfahren hinaus (KLETT, a.a.O., Rz. 
10.2, 10.9). Soweit hingegen ein begründeter Anlass für eine Kündigung be-
steht, gelangt der in Art. 10 GIG geregelte Kündigungsschutz nicht zur Anwen-
dung (RIEMER-KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 13 ff. zu Art. 10 GlG). M.a.W. 
kann die aufgrund der sachlichen und zeitlichen Voraussetzungen vermutete 
Rachekündigung allein mit dem Nachweis eines begründeten Anlasses für die 
Kündigung widerlegt werden (KLETT, a.a.O., Rz. 10.2, 10.9, 10.12). Der Begriff 
des begründeten Anlasses ist nicht neu, sondern findet sich bereits in einzel-
nen Bestimmungen des Obligationenrechts, namentlich in Art. 336 Abs. 2 lit. b 
und Art. 340c Abs. 2 OR, auf welche die Botschaft zum GlG denn auch ver-
weist (RIEMER-KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 15 zu Art. 10 GIG). Es kann 
damit zum Begriff des begründeten Anlasses auf die zu den Art. 336 Abs. 2 lit, 
b und Art. 340c Abs. 2 OR entwickelte Lehre und Rechtsprechung abgestellt 
werden (VON KAENEL, a.a.O., S. 51 ff., S. 61).

21

9.3 Als begründeter Anlass gilt jeder Grund, welcher bei vernünftiger Betrach-
tungsweise die Kündigung rechtfertigt, selbst wenn er nicht schwerwiegend 
genug ist, um eine fristlose Entlassung zu rechtfertigen (RIEMER-
KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 15 zu Art. 10 GIG m.w.H.; PHILIPPE NORD-
MANN, Die missbräuchliche Kündigung im schweizerischen Arbeitsvertrags-
recht unter besonderer Berücksichtigung des Gleichstellungsgesetzes, Basel 
1998, S. 134 ff.; KLETT, a.a.O., Rz. 10.11; ADRIAN STAEHELIN, in: Zürcher 
Kommentar, 2014, N. 33 zu Art. 336 OR; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Ar-
beitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319 — 362 OR, 7. Aufl., 2012, N 12 zu 
Art. 336 OR, N. 3 zu Art. 340c OR; REHBINDER/STÖCKLI, in: Berner Kommen-
tar, 2014, N. 3 zu Art. 340c OR; HAEFLIGER, Das Konkurrenzverbot im neuen 
schweizerischen Arbeitsvertragsrecht, Bern 1975, S. 89 ff.). Allein das unko-
operative Verhalten eines Arbeitnehmers bildet noch keinen begründeten An-
lass zur Kündigung (REHBINDER/STÖCKLI, a.a.O., N. 49 zu Art. 336 OR mit 
Verweis auf BGE 119 II 157). 

9.4 Um im Sinne von Art. 10 GIG begründet zu sein, muss der Anlass mit anderen 
Worten eine gewisse, nicht mehr als geringfügig zu bezeichnende Intensität 
aufweisen, welche die Entlassung als gerechtfertigt erscheinen lässt (RIEMER-
KAFKA/UEBERSCHLAG, N. 15 zu Art. 10 GIG). Es genügt ein Grund, der bei ver-
nünftiger Betrachtungsweise Anlass zur Kündigung bilden kann, wobei es sich 
nicht um eine eigentliche Vertragsverletzung handeln muss (BGE 130 III 353 
E. 2.2.1; Urteil des Bundesgerichts 4A_33/2011 vom 21.03.2011, E. 4.2, 
4A_25/2007 vom 25.05.2007, E. 5.1). Das Gericht hat bei der Beurteilung der 
Frage, ob ein Anlass in diesem Sinne begründet ist, im Sinne von Art. 4 ZGB 
auf die Würdigung aller im konkreten Einzelfall relevanten Umstände abzustel-
len (RIEMER-KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 15 zu Art. 10 GIG; KLETT, a.a.O., 
N. 10.11; REHBINDER/STÖCKLI, a.a.O., N. 3 zu Art. 340c OR; STREIFF/VON KAE-
NEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 3 zu Art. 340c OR).

9.5 Eine tief greifende Störung des Vertrauensverhältnisses kann ein hinreichen-
der und auch ein sachlicher Grund für eine Kündigung sein. Allerdings kann es 
dabei nicht bloss auf das subjektive Empfinden der die Kündigung ausspre-
chenden Vorgesetzten ankommen, sondern der Vertrauensverlust muss durch 
Verhaltensweisen der Entlassenen begründet sein, die ihn auch für Dritte als 
nachvollziehbar erscheinen lassen. Ansonsten würde der Vertrauensverlust zu 
einer Art von "Auffangbehauptung" verkommen (Entscheid des Verwaltungsge-
richts des Kantons Luzern vom 23.09.2004, V 03 313, E. 4b, publ. in: ZBJV 
142/2006 S. 354). Jedoch dürfen nicht unter Hinweis auf fehlendes Vertrauen 
Kündigungsschutzvorschriften umgangen werden. Rechtmässig ist eine Kün-
digung nur dann, wenn sie wegen einer Eigenschaft erfolgt, die einen rechts-
genügenden Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis aufweist. Ein derarti-
ger Zusammenhang ist vor allem dann gegeben, wenn solche Eigenschaften 
die Arbeits-, Sorgfalts- und Treuepflicht der Arbeitnehmerin berühren oder 
wenn sie erkennbare Voraussetzung für die Anstellung gebildet haben (Ent-
scheid des Verwaltungsgerichts Zürich vom 06.02.2013, VB.2012.00554, E. 
3.3).

22

9.6 Die Beweislast für den begründeten Anlass zu einer Kündigung trifft die Arbeit-
geberin (KLETT, a.a.O., N. 10.12; STAEHELIN, a.a.O., N. 33 zu Art. 336 OR). 
Diese hat dabei nicht nur zu beweisen, dass sie begründeten Anlass zur Kün-
digung hatte, sondern auch, dass sie tatsächlich aus diesem Anlass kündigte. 
Zwischen dem begründeten Anlass und der Kündigung muss mithin ein vom 
Arbeitgeber zu beweisender Kausalzusammenhang gegeben sein (Urteil des 
Bundesgerichts vom 12.08.1997, E. 3, publ. in JAR 1998, 199; REHBIN-
DER/STÖCKLI, a.a.O., N. 47 zu Art. 336 OR; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, 
a.a.O., N. 16 zu Art. 336 OR sowie N. 3 zu Art. 340c OR; JÜRG BRÜHWILER, in: 
Einzelarbeitsvertrag, Kommentar zu den Art. 319-343 OR, 3. Aufl., Basel 2014, 
N. 2 zu Art. 340c OR).

9.7 Wird ein bestimmtes Verhalten zunächst nicht als Anlass für eine Kündigung 
gesehen, dann kann dieser Grund später nicht mehr geltend gemacht werden 
(STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 3 zu Art. 340c OR; BRÜHWILER, 
a.a.O., N. 2 zu Art. 340c OR; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 
02.11.1979, bestätigt durch das Bundesgericht am 18.02.1980; publ. in: JAR 
1982 222 ff., 224; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 21.11.1979, 
publ. in JAR 1981, S. 184; Urteil des Bundesgerichts vom 26.05.1983, publ. in: 
JAR 1984, S. 252 f. = Semjud 1984 31f.; BGE 82 II 143 f.). Anders als bei der 
ausserordentlichen Kündigung muss die Kündigung nicht innert kurzer Be-
denkzeit nach Kenntnis des Grundes ausgesprochen worden sein. Das Recht, 
sich auf einen Auflösungsgrund zu berufen, wird in der Regel nicht dadurch 
verwirkt, wenn nicht innerhalb einer kurz bemessenen Bedenkfrist die Kündi-
gung erklärt wird. Ein solcher Verzicht ist nicht leichthin anzunehmen. Ferner 
ist es auch nicht notwendig, dass der Arbeitgeber nach Kenntnis des Anlasses 
das Arbeitsverhältnis auf den nächsten ordentlichen Termin kündigt (BGE 110 
II 172; REHBINDER/STÖCKLI, a.a.O., N. 3 zu Art. 340c OR; BRÜHWILER, a.a.O., 
N. 2 zu Art. 340c OR; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 12 zu Art. 336 
OR sowie N. 3 zu Art. 340c OR). Da zwischen dem begründeten Anlass und 
der Kündigung ein vom Arbeitgeber nachzuweisender Kausalzusammenhang 
bestehen muss, ist der Arbeitgeber dennoch gut beraten, die Kündigung innert 
angemessener Frist seit Eintreten des begründeten Anlasses auszusprechen, 
wobei sich die Dauer dieser Frist nach den konkreten Umständen des Einzel-
falles bemisst. Wartet er nämlich mit der Kündigung zu lange zu, besteht die 
Vermutung, dass der Kündigungsgrund nur vorgeschoben worden ist. Wer erst 
Monate später reagiert, kann sich jedenfalls nicht mehr auf den begründeten 
Anlass berufen (STAEHELIN, a.a.O., N. 9 zu Art. 340c OR mit Hinweisen auf die 
Praxis; NORDMANN, a.a.O., S. 134 f.). Zusammenfassend muss zwischen dem 
begründeten Anlass und der Kündigung (wie bei der fristlosen Kündigung) ein 
zeitlicher Konnex bestehen, d.h., die Kündigende muss auf den Anlass innert 
einer gewissen kurzen Zeit reagieren, die länger bemessen sein darf als bei 
der ausserordentlichen Kündigung. Bei allzu langem Zuwarten der kündigen-
den Partei kann sie sich jedoch nicht mehr auf den begründeten Anlass beru-
fen (DOMINIK MILANI, in: OFK - Orell Füssli Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 6 zu 
Art. 340c OR).

23

9.8 Bei konkurrierenden Motiven ist eine Kündigung immer dann missbräuchlich, 
wenn der verpönte Grund unmittelbarer Anlass zur Kündigung war, also das 
Fass gewissermassen zum Überlaufen brachte (STREIFF/VON KAE-
NEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 20 zu Art. 336 OR).

9.9 Das Nachschieben von Kündigungsgründen ist nur möglich, soweit die geltend 
gemachten Gründe schon zur Zeit der Kündigung vorlagen, damals aber noch 
nicht bekannt oder zwar bekannt waren, jedoch zugunsten anderer Kündi-
gungsgründe in der Begründung der Kündigung nicht berücksichtigt wurden 
(REHBINDER/STÖCKLI, a.a.O., N. 3 zu Art. 340c OR; BRÜHWILER, a.a.O., N. 2 ad 
340c mit Verweis auf BGE 105 II 202). Mit anderen Worten können zur Be-
gründung der Kündigung nur Tatsachen genannt werden, die sich vor deren 
Empfang zugetragen haben (STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N. 17 zu 
Art. 335 OR mit Verweis auf BGE 121 III 467 = SJ 1996 S. 412 = JAR 1997 S. 
210, BGer in: SJ 1995 S. 802).

9.10 Wegen der in Abs. 1 von Art. 10 GIG aufgestellten gesetzlichen Vermutung 
einer Vergeltungsmassnahme wird das Gericht einen begründeten Anlass für 
die Kündigung nur dann anerkennen, wenn es von der sachlichen Begründet-
heit der Kündigung und davon, dass geltend gemachte Gründe nicht bloss 
vorgeschoben sind, überzeugt ist (RIEMER-KAFKA/UEBERSCHLAG, a.a.O., N. 17 
zu Art. 10 GIG; KLETT, a.a.O., N. 10.11).

10. Vorliegend beruft sich die Berufungsklägerin in ihrem Kündigungsschreiben 
vom 17.06.2014 (KB 37) auf ein nachhaltig gestörtes Vertrauensverhältnis. Die 
Kündigung wurde mit folgendem Wortlaut begründet: 

„Das Arbeitsverhältnis zwischen Ihnen und dem Inselspital ist aufgrund zahlreicher 
Vorfälle über längere Zeit hinweg sehr belastet worden. Dies hat zur Folge, dass das 
Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört worden ist. Unter diesen Umständen ist das 
Inselspital Universitätsspital Bern als Arbeitgeberin zum Schluss gelangt, dass keine 
Aussicht auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit besteht.“

Das Vertrauensverhältnis soll durch die in der Klageantwort auf S. 24 / Rz. 66 
ff. (pag. 263 ff.) genannten Vorfälle zerstört worden sein. Die Vorinstanz be-
handelte alle entsprechenden Vorwürfe und kam dabei zum Schluss, dass die-
se keinen begründeten Anlass für eine Kündigung darstellen. Dazu im Folgen-
den:

11.

11.1 Zum Vorwurf der Illoyalität führt die Vorinstanz Folgendes aus:

11.1.1 Hierzu werde von der Berufungsklägerin in Rz. 67 f. der Klageantwort ein Vor-
fall vom 19.08.2012 angeführt. An diesem Sonntag hätte sich auf der Grimsel-
pass-Strasse ein Motorradunfall ereignet, bei welchem der Motorradfahrer Ver-
letzungen erlitten habe. Er sei mit einem Rettungshelikopter geborgen worden 
und es sei vorgesehen gewesen, den Patienten für die Versorgung in das In-
selspital Bern zu fliegen. Während des Fluges habe sich der stabile Gesund-
heitszustand des Patienten dramatisch verändert, er hätte während des Fluges 

24

reanimiert werden müssen. Deshalb sei der diensthabende Oberarzt der KAS 
gebeten worden, auf dem Landeplatz ein Anästhesieteam bereitzuhalten, um 
den Patienten in Empfang zu nehmen. Nach Übernahme durch die Ärzte des 
Inselspitals sei der Patient verstorben. Es habe sich im Nachgang gezeigt, 
dass die Verletzungen nicht lebensbedrohlich gewesen seien, aber die Intuba-
tion wohl bereits bei der Erstversorgung am Unfallplatz falsch gelegen habe, 
indem der Tubus in die Speiseröhre gelangt sei. Als Konsequenz habe die Be-
atmung des Patienten versagt. Diese Ausgangslage hätte nichts mit den Ärz-
ten des Inselspitals zu tun gehabt, welche den Patienten eben erst nach der 
während des Fluges erfolgten Reanimation zu übernehmen gehabt hätten.

Die Berufungsbeklagte hätte mit diesem Vorfall nichts zu tun gehabt. Verant-
wortlicher Oberarzt der KAS sei PD Dr. I.________ gewesen. Die Berufungs-
beklagte habe diesen Vorfall zum Anlass genommen, PD Dr. I.________ impe-
rativ aufzuzeigen, wie er nun vorzugehen habe, insbesondere dass er umge-
hend Prof. E.________ zu verständigen habe. Als verantwortlicher Arzt habe 
sich PD Dr. I.________ dagegen entschieden. Eine Woche später habe die 
Berufungsbeklagte Prof. E.________ und PD Dr. J.________ vom Vorfall be-
richtet und habe gleich vorgeschlagen, basierend darauf eine Weiterbildung 
zum Thema der rechtlichen Verantwortlichkeit von Ärzten unter Beizug eines 
Juristen (ihres nachmaligen Rechtsanwaltes) durchzuführen. Was vordergrün-
dig wie ein Engagement für die Weiterbildung wirken sollte, habe in Tat und 
Wahrheit darauf abgezielt, eine dramatische Begebenheit zu eigenen Zwecken 
zu nutzen. Die Berufungsbeklagte hätte sich über den konkreten Fall, in der 
Klinik profilieren wollen. Nicht anders lasse sich die eigene Darstellung der Be-
rufungsbeklagten lesen, welche sie für ihren Anwalt in einem von ihm selber 
(und in eigener Sache) angestrengten Schlichtungsverfahren am 29.09.2014 
verfasst habe (KAB 3).

Der Zeuge I.________ habe – so die Vorinstanz – hierzu ausgeführt, dass die 
Berufungsbeklagte überhaupt nicht in den Fall involviert gewesen sei. Er hätte 
offen über den Fall gesprochen, wohl auch mit der Berufungsbeklagten (EV 
I.________ 08.06.2016, Protokoll S. 4, Z. 10 ff., pag. 1019). Die Zusammenar-
beit mit der Berufungsbeklagten sei im Quervergleich insgesamt durchschnitt-
lich gewesen. Es hätte Friktionen gegeben, wie es sie überall gebe. Grössere 
Probleme hätten sie nicht gehabt (EV I.________ 08.06.2016, Protokoll S. 3, 
Z. 31f., pag. 1017). Zeuge E.________ habe sich hierzu vorerst nur am Rande 
geäussert (EV E.________ 05.04.2016, Protokoll S. 5, Z. 1 ff., pag. 755). 
Später, auf Vorhalt des Kündigungsschreibens (KB 37), habe Zeuge 
E.________ ausgeführt, dass der im Nachgang zu diesem Vorfall durch die 
Berufungsbeklagte geplante Vortrag von Fürsprecher D.________ ein Punkt 
(von zwei Genannten) im Zusammenhang mit dem geltend gemachten Ver-
trauensverlust darstelle. Die Berufungsbeklagte habe ihren Götti ohne Rück-
sprache mit ihm als Vortragenden in das System eingetragen. Dies sei ein 
Vorgang gewesen, wo sich die Berufungsbeklagte zu einem wichtigen Thema 
nicht an eine Vereinbarung mit ihm gehalten habe (EV E.________ 
05.04.2016, Protokoll S. 16 f., Z. 41 ff., pag. 777 ff.). 

25

11.1.2 Zu diesem Vorfall erwog die Vorinstanz, dass dieser sich am 19.08.2012 und 
damit fast zwei Jahre vor der Kündigung am 17.06.2014 ereignet habe. Ein 
Kausalzusammenhang mit der Kündigung sei daher nicht ersichtlich. Obwohl 
der Vorgesetzte der Berufungsbeklagten über den Vorfall informiert gewesen 
sei, habe offenbar kein Anlass für irgendwelche Massnahmen bestanden. 
Auch sei der Vorfall im rund einen Monat später folgenden MAG vom Septem-
ber 2012 – wo die Berufungsbeklagte sehr gut bewertet und ihr Führungspo-
tenzial attestiert worden sei (KB 20) – kein Thema gewesen. Festzuhalten sei 
auch, dass der Vorgesetzte der Berufungsbeklagten zunächst auf deren Vor-
schlag, basierend auf diesem Vorfall eine Weiterbildung zu machen, einge-
gangen sei, habe doch unbestrittenermassen ein Treffen zwischen Prof. 
E.________, der Berufungsbeklagten und Fürsprecher D.________ stattge-
funden (EV E.________ 05.04.2016, Protokoll S. 17., Z. 1 ff., pag. 779). Es 
entstehe daher unweigerlich der Eindruck, dass die Berufungsklägerin im Ver-
halten der Berufungsbeklagten vom August 2012 erst im Nachgang zur Kündi-
gung eine Illoyalität erblickt habe. Denn wenn das Verhalten der Berufungsbe-
klagten für die Berufungsklägerin effektiv von so grosser Tragweite gewesen 
wäre, wie dies nun geltend gemacht werde, wäre sie kaum im folgenden MAG 
so gut bewertet worden, und wenn im Verhalten der Berufungsbeklagten da-
mals eine Illoyalität erblickt worden wäre, wäre es sicherlich auch nicht zu ei-
nem Treffen zwischen Prof. E.________, der Berufungsbeklagten und Für-
sprecher D.________ im Hinblick auf einen möglichen Vortrag anlässlich einer 
Donnerstagmorgenweiterbildung gekommen. Die der Berufungsbeklagten in 
Rz. 67 f. der Klageantwort vorgeworfene Illoyalität erscheine nach dem Gesag-
ten vorgeschoben.

11.2

11.2.1 Dagegen wendet die Berufungsklägerin auf den S. 15 f. ihrer Berufungsschrift 
ein, es sei unzutreffend, wenn die Vorinstanz aufgrund der zeitlichen Umstän-
de einen Kausalzusammenhang verneine und die vorgeworfene Illoyalität als 
vorgeschoben qualifiziere. Das Vorgehen der Berufungsbeklagten hinter dem 
Rücken des Kollegen PD Dr. I.________ sei sehr unkollegial gewesen. Die 
Tatsache, dass der Vorfall am MAG vom 17.09.2012 nicht angesprochen wor-
den sei, spreche entgegen der Würdigung der Vorinstanz nicht gegen die 
Empfindung der Illoyalität, weil das MAG mit Prof. K.________ geführt worden 
sei, der nicht zwangsläufig über den Vorfall informiert gewesen sei. Es sei zwar 
zutreffend, dass sich der Vorfall knapp zwei Jahre vor der Kündigung ereignet 
habe. Hingegen übersehe die Vorinstanz, dass die Berufungsbeklagte nach 
dem Vorfall nur noch 7 Monate am Spital tätig gewesen sei und eine Kündi-
gungsschutzfrist von 1 Jahr (31.03.2013 – 12.03.2014) dazwischen gelegen 
habe. Es sei unbestritten, dass dieser Vorfall nicht alleiniger Auslöser für die 
Kündigung gewesen sei, hingegen habe er am Beginn der Spirale gestörten 
Vertrauens in die Berufungsbeklagte gestanden. Nur deshalb, dass der Vorfall 
2 Jahre vor der Kündigung gelegen habe, könne der Kausalzusammenhang 
nicht verneint werden. Der Vorfall zeige Elemente der Illoyalität und fehlende 
Sozialkompetenz sowie eine Tendenz zur Belehrung. Diese charakterlichen 
Defizite akzentuierten sich im Arbeitsalltag von Anästhesisten, wenn unter 

26

Druck teamfähiges Zusammenarbeiten unverzichtbar sei und gegenseitige 
Loyalität und Akzeptanz im Vordergrund stünden. Dieser Umstand sei von der 
Vorinstanz nicht gewürdigt worden. 

11.2.2 Die Berufungsklägerin geht mit diesen Einwänden fehl: Welche Person mit der 
Berufungsbeklagten das MAG geführt hat, kann vorliegend keine Rolle spielen, 
muss sich doch die Berufungsklägerin auch das Handeln von Prof. 
K.________ zurechnen lassen. Wenn Prof. K.________ die angebliche Illoya-
lität nicht angesprochen hat, muss sich dies die Berufungsklägerin entgegen-
halten lassen. Der Kausalzusammenhang kann daher ohne weiteres verneint 
werden, zumal die Berufungsklägerin ja selbst zugibt, dass die Berufungsbe-
klagte noch 7 Monate nach dem genannten Vorfall im Spital tätig war und of-
fenbar in dieser Zeit nie deswegen gerügt worden ist. Die vorinstanzlichen Er-
wägungen sind nicht zu beanstanden.

11.3 Zum Vorwurf der Illoyalität führt die Vorinstanz weiter aus:

11.3.1 Die Berufungsklägerin mache in Rz. 69 f. der Klageantwort (pag. 265) geltend, 
dass am 25.02.2013 auf Betreiben der Berufungsbeklagten vor der Innerfakul-
tären Gleichstellungskommission (IFGK) ein Gespräch stattgefunden habe, an 
welchem neben der Berufungsbeklagten die Präsidentin der IFGK, Prof. 
L.________, Dr. M.________ als Vertreterin des VSAO, Frau N.________ als 
Vertreterin des Inselspitals, Prof. E.________ als quasi gerügte Partei sowie 
PD Dr. O.________ als einer seiner Stellvertreter teilgenommen hätten. Die 
Berufungsbeklagte habe sich mit Schreiben vom 04.03.2013 schriftlich im Sin-
ne einer Übungskritik gegenüber Frau Prof. L.________ über ihren (negativen) 
Eindruck von diesem Gespräch geäussert (KB 45). Prof. E.________ habe es 
unterlassen, dieses Gespräch schriftlich zu kommentieren. Er sei aber über die 
Aussagen der Berufungsbeklagten schockiert gewesen: Diese habe ihm wört-
lich vorgeworfen, Frauen in den Abort zu treiben. Weiter habe sie ihm vorge-
worfen, in seiner Klinik schwerste sexuelle Übergriffe zu dulden, welche regel-
haft ausgeübt würden. Ferner habe sie bekannt gegeben, sie führe eine 
schwarze Liste über Vorkommnisse und Personen, welche sich missliebig ver-
hielten. Am Gespräch vom 25.02.2013 sei die Berufungsbeklagte mehrfach 
von Prof. L.________ aufgefordert worden, ihre Vorwürfe mit Personen, Zeiten 
und Örtlichkeiten zu detaillieren und ihre schwarze Liste vorzulegen, was die 
Berufungsbeklagte aber nicht getan habe.

Hierzu sei – so die Vorinstanz – vorab Prof. L.________ als Zeugin befragt 
worden (Protokoll 11.04.2016, S. 28 if., pag. 859 ff.). Sie habe sich zunächst 
zur ersten Sitzung vor der IFGK vom 14.12.2012 geäussert. Diese Sitzung ha-
be Prof. E.________ initiiert. Die Berufungsbeklagte sei sehr gut vorbereitet 
erschienen und hätte eine lange Liste gehabt, welche sie sachlich vorgetragen 
habe. Gemäss Aussagen der Zeugin seien vier Felder definiert worden, wo 
aus Sicht der Gleichstellungskommission Handlungsbedarf an der KAS beste-
hen konnte. Sexistische Gesten und Sprache, mangelnde Kenntnis in der 
Führungsetage über die Arbeitszeiten von Schwangeren, sowie Schwanger-
schaft / Forschung / Klinikarbeit. Es sei diskutiert worden, dass Schwanger-
schaften in der Klinik als Störfaktor betrachtet worden und die Dienstpläne zu 

27

eng strukturiert seien. Das Problem generell bei den Dienstplänen sei, dass 
diese auf 100% ausgelegt seien und es eine Herausforderung sei, ein redu-
ziertes Pensum zu berücksichtigen. Das sei etwas, das verbessert werden 
könne. Auf Wunsch von Frau C.________ sei eine zweite Sitzung im Februar 
2013 anberaumt worden. Zeugin L.________ habe weiter ausgeführt, dass sie 
über die schweren Vorwürfe der Berufungsbeklagten, etwa dass Prof. 
E.________ Frauen in den Abort triebe, schockiert gewesen sei (EV 
L.________, Protokoll 11.04.2016, S. 29, Z. 5f., pag. 861). Teilweise habe die 
Berufungsbeklagte Punkte angesprochen, wo auch die Gleichstellungskom-
mission Handlungsbedarf gesehen habe. Es sei ein Auftrag an Prof. 
E.________ verfasst worden, wonach er sich die Dienstpläne anschauen solle 
und dass die Mitarbeiterinnen keine Angst haben dürften, eine Schwanger-
schaft mitzuteilen. Prof. E.________ habe den Wunsch der Gleichstellungs-
kommission, wonach bei der Planung eine Frau auf gleicher Hierarchiestufe 
eingesetzt werden solle, umgesetzt. Prof. E.________ sei durch die Gleichstel-
lungskommission weiter gebeten worden, die Thematik Schwangerschaft mit 
den Dienstplanern umzusetzen. Nach der zweiten Sitzung hätte sie von Prof. 
E.________ eine E-Mail (E-Mail Prof. E.________ an Prof. L.________ vom 
28.05.2013, von Zeugin L.________ am 11.04.2016 abgegeben, Mäppli Beila-
genverzeichnis Zeugen) erhalten, was alles umgesetzt worden sei, bspw. eine 
Planerin auf gleicher Stufe oder ein flexiblerer Wiedereinstieg nach dem Mut-
terschaftsurlaub (EV L.________, Protokoll 11.04.2016, S. 29, Z. 12 ff., pag. 
861). Klar geworden sei an der zweiten Sitzung vom 25.02.2013, dass es ein 
persönliches Zerwürfnis zwischen der Berufungsbeklagten und Prof. 
E.________ gegeben habe. Das Vertrauensverhältnis sei aus Sicht der 
Gleichstellungskommission zerstört gewesen. Sie sei selber Leiterin eines For-
schungsinstituts und wenn ihr gegenüber jemand den Vorwurf erheben würde, 
sie treibe Frauen in den Abort, dann sei das Vertrauensverhältnis irreparabel 
zerstört (EV L.________, Protokoll 11.04.2016, S.29, Z. 38 ff., pag. 861). Zu 
den Ausführungen in der Klageantwort, wonach die Berufungsbeklagte Prof. 
E.________ anlässlich der 2. Sitzung vor der Gleichstellungskommission vor-
geworfen habe, in seiner Klinik schwerste sexuelle Übergriffe zu dulden, habe 
Zeugin L.________ keine Ausführungen gemacht. Auf Frage der Gerichtsprä-
sidentin, ob die Berufungsbeklagte aus Sicht der Zeugin zu weit gegangen sei 
mit ihrem Engagement bzgl. Mutterschutz und Diskriminierung von Frauen, 
habe Zeugin L.________ ausgeführt, dass dies nicht die richtige Umschrei-
bung sei. Es gebe nicht ein zu viel. Die Devise der Gleichstellungskommission 
sei aber, dass man nicht gegen, sondern mit der Klinikleitung Massnahmen 
treffen und umsetzen könne. Es müsse darum gehen, die Klinikleitungen zu 
sensibilisieren für die Problematik. Solche Ziele erreiche man nicht im Kampf, 
sondern in der Diskussion. Die Ebene der Diskussion sei dann leider verlassen 
worden und die Berufungsbeklagte habe zu Anschuldigungen gewechselt, 
womit man aber nach Meinung der Gleichstellungskommission nicht weiter 
komme (EV L.________, Protokoll 11.04.2016, S. 33, Z. 14 ff., pag. 869). Auf-
grund der Gespräche der Berufungsbeklagten mit der Gleichstellungskommis-
sion seien viele Diskussionen angeregt und viele Massnahmen getroffen wor-

28

den. Das sei das Positive an der ganzen Sache (EV L.________, Protokoll 
11.04.2016, S. 37, Z. 21 ff., pag. 877). Als die Berufungsbeklagte gesagt habe, 
„Sie [Herr E.________] treiben Frauen in den Abort", habe die Zeugin 
L.________ nachgehakt und gefragt, ob sie dies wirklich so meine und die Be-
rufungsbeklagte habe dies bestätigt (EV L.________, Protokoll 11.04.2016, S. 
32, Z. 28f., pag. 867).

Auch Zeuge O.________ habe ausgeführt, die Berufungsbeklagte habe Herrn 
E.________ vorgeworfen, er treibe Frauen in den Abort. Zeuge O.________ 
habe weiter geschildert, dass er dies als sehr starken und provokanten Vorwurf 
empfunden habe. Er hätte den Eindruck gehabt, dass die Berufungsbeklagte 
ihre Worte damals mit Bedacht gewählt habe (EV O.________, Protokoll 
11.04.2016, S. 23, Z. 19 ff., pag. 849).

Zeugin N.________ habe zur 2. Sitzung vor der Gleichstellungskommission 
ausgeführt, die Berufungsbeklagte habe versucht, dasjenige, was sie an der 
Klinik feststellte, Herrn E.________ und der Klinikleitung darzulegen. Sie hätte 
glaublich auch Vorschläge zur Verbesserung gemacht. Sie habe sehr struktu-
riert Themen der Gleichstellung aufgezeigt. Einmal sei es sehr schwierig ge-
worden, als die Berufungsbeklagte Herrn E.________ für gewisse gesund-
heitsschädliche Vorfälle, insbesondere im Zusammenhang damit, dass es zu 
Aborten gekommen sei, die Mitschuld gegeben habe. Herr E.________ habe 
sich hier sehr angegriffen gefühlt. Die Berufungsbeklagte habe einen Zusam-
menhang hergestellt zwischen den Arbeitsbedingungen und Aborten. Dies ha-
be Herr E.________ nicht auf sich sitzen lassen. Zeugin N.________ habe 
weiter ausgeführt, dass sie es als schade empfunden habe, dass die Sitzung 
nicht konstruktiv verlaufen sei. Die Berufungsbeklagte habe aus ihrer Sicht 
versucht, konstruktiv mögliche Verbesserungen zu thematisieren. Mit der An-
schuldigung betreffend Aborten sei dies dann aus ihrer Sicht nicht mehr ge-
gangen. Man habe im Nachgang schon gewisse Vorkehrungen getroffen, z.B. 
bei der Dienstplaneinteilung. Auch später seien noch Massnahmen getroffen 
worden. Auch sei eine Arbeit in Auftrag gegeben worden, für welche die Beru-
fungsbeklagte glaublich die Initialzündung gegeben habe (EV N.________, 
Protokoll 08.06.2016, S. 18f., Z. 43 if., pag. 1047 f.). Auf Frage der Gerichts-
präsidentin, ob sie von der Kündigung überrascht worden sei, habe Frau 
N.________ ausgeführt, dass sie die Kündigung nicht überrascht habe. Die 
Stimmung zwischen der Berufungsbeklagten und Herrn E.________ sei ein-
fach zu wenig gut gewesen, als hier noch mit Goodwill hätte gerechnet werden 
können und sie dort eine akademische Karriere hätte machen können. Dass 
die Stimmung zwischen der Berufungsbeklagten und Herrn E.________ 
schlecht gewesen sei, habe sie auch von Herrn E.________ erfahren. Sie ha-
be nach der Sitzung vor der Gleichstellungskommission glaublich auch noch 
einmal mit ihm gesprochen. In diesem Zusammenhang sei klar geworden, 
dass ein Konflikt in Bezug auf den gegenseitigen Umgang vorhanden gewesen 
sei. Zeugin N.________ habe den Eindruck gehabt, dass Herr E.________ das 
Vorgehen der Berufungsbeklagten und die Art und Weise, wie sie sich der Sa-
che annahm, gar nicht geschätzt habe. Gestört habe ihn die Art und Weise des 
Vorgehens und ihre Persönlichkeit. Das Vertrauensverhältnis sei kaputt gewe-

29

sen (EV N.________, Protokoll 08.06.2016, S. 19f., Z. 27 ff. und 38 ff., pag. 
1049 f.).

Zeuge E.________ habe ausgeführt, die Berufungsbeklagte habe ihm im Ver-
laufe des Gesprächs vorgeworfen, er würde Frauen in seiner Klinik in den Ab-
ort treiben. Er habe entgegnet, dass dieser Vorwurf in dieser Form für ihn nicht 
akzeptabel sei. Die Mitglieder der IFGK seien über diesen Vorwurf erschrocken 
und sowohl Frau L.________ wie auch Frau M.________ hätten nachgefragt, 
ob die Berufungsbeklagte es denn wirklich so meinen würde, was sie bestätigt 
habe (EV E.________, Protokoll 05.04.2016, S. 4 f., Z. 27 if., pag. 753).

11.3.2 Zu diesen Vorwürfen erwog die Vorinstanz, dass nach den übereinstimmenden 
Zeugenaussagen erstellt sei, dass die Berufungsbeklagte Herrn E.________ 
anlässlich des zweiten Gesprächs vor der Gleichstellungskommission am 
25.02.2013 vorgeworfen habe, er treibe Frauen in den Abort. Daran vermöch-
ten die Ausführungen der Berufungsbeklagten (Protokoll 04.04.2016, S. 26, Z. 
29 ff., pag. 719) wonach sie gesagt habe „wenn wir das Arbeitsgesetz nicht 
einhalten, treiben wir Frauen in den Abort" nichts zu ändern. Hingegen scheine 
das Thema „sexuelle Übergriffe" in der Klageantwort stark übertrieben darge-
stellt worden zu sein, hätten sich doch die an der Sitzung anwesenden Zeugen 
hierzu höchstens am Rande geäussert. Gemäss den Zeuginnen L.________ 
und N.________ sei das Vertrauensverhältnis zwischen der Berufungsbeklag-
ten und Herrn E.________ bereits in diesem Zeitpunkt (25.02.2013) zerstört 
gewesen. Für Prof. E.________ sei der Vorfall hingegen gemäss seinen Aus-
sagen nicht der Hauptgrund für den Vertrauensverlust gewesen. So sei eine 
Kündigung am gut zwei Wochen später stattfindenden folgenden MAG kein 
Thema gewesen (EV E.________, Protokoll 05.04.2016, S. 10 Z. 17, pag. 765; 
EV P.________, Protokoll 11.04.2016, S. 4 Z. 18 f. pag. 811) und es hätten am 
15.03.2013 aus seiner Sicht keine schwerwiegenden Differenzen bestanden 
(EV E.________, Protokoll 05.04.2016, S. 26 Z. 8, pag. 797). Zu berücksichti-
gen sei im weitern, dass die zweite Sitzung vor der Gleichstellungskommission 
am 25.02.2013 stattgefunden habe, also rund 16 Monate vor der Kündigung 
am 17.06.2014. Ein Kausalzusammenhang der damaligen Ereignisse mit der 
Kündigung ist daher nach Auffassung der Vorinstanz nicht ersichtlich.

11.4

11.4.1 Dagegen wendet die Berufungsklägerin auf den S. 16 f. ihrer Berufungsschrift 
ein, die Vorwürfe, Prof. E.________ treibe Frauen in den Abort und dulde se-
xuelle Belästigungen, seien schwerwiegend und daher geeignet, ein Vertrau-
ensverhältnis zu zerstören. Dass eine Kündigung aufgrund dieses Vorfalls am 
MAG vom 15.03.2013 kein Thema gewesen sei, sei (zwar) zutreffend. Deshalb 
sei zu diesem Zeitpunkt auch keine Kündigung ausgesprochen worden. Es 
handle sich jedoch um einzelne Elemente, die ein weiteres Zusammenarbeiten 
im Ganzen für unmöglich machten. Erneut stelle die Vorinstanz den zeitlichen 
Aspekt fälschlicherweise in den Vordergrund, um aufgrund des Zeitablaufes 
den Kausalzusammenhang zur Kündigung verneinen zu können. Auch hier sei 
jedoch entscheidend, dass die Berufungsbeklagte ab dem 31.03.2013 

30

zunächst krankgeschrieben gewesen sei, bevor sie dann ohne Unterbruch bis 
zum 12.03.2014 den Mutterschaftsurlaub angetreten habe.

11.4.2 Auch mit diesen Einwänden geht die Berufungsklägerin fehl: Hätten die Vorfäl-
le im Zusammenhang mit den Vorwürfen des In-den-Abort-Treibens sowie der 
Duldung sexueller Belästigung das Vertrauensverhältnis wirklich nachhaltig 
zerstört, hätte dies am MAG vom 15.03.2013 zumindest thematisiert werden 
müssen. Für Prof. E.________ sei der Vorfall gemäss seinen Aussagen so-
dann nicht der Hauptgrund für den Vertrauensverlust gewesen; es hätten am 
15.03.2013 aus seiner Sicht keine schwerwiegenden Differenzen bestanden. 
Zudem ist auch nach Ablauf der Schwangerschaftssperrfrist (Art. 336c Abs. 1 
lit. c OR) am 13.03.2014 noch rund drei Monate mit der Kündigung zugewartet 
worden. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind nicht zu beanstanden. 

11.5 Zum Vorwurf der Illoyalität führt die Vorinstanz schliesslich weiter aus:

11.5.1 Die Berufungsklägerin mache in Rz. 71 der Klageantwort (pag. 267) ferner 
geltend, am 15.03.2013 (mithin gut zwei Wochen nach der hiervor erörterten 2. 
Sitzung vor der Gleichstellungskommission am 25.02.2013) hätte der Klinikdi-
rektor Prof. E.________ mit der Berufungsbeklagten ein Mitarbeitergespräch 
MAG durchgeführt (KB 47). Dessen Umstände seien bemerkenswert: 
Zunächst habe Prof. E.________ eigens eine Fachperson aus der Personalab-
teilung beigezogen, Frau P.________. Dies deshalb, um den ständigen Vor-
würfen der Diskriminierung und weiteren Vorwürfen der Berufungsbeklagten 
zuvorzukommen. Es wäre schlicht zu risikoreich gewesen, wenn sich Prof. 
E.________ alleine mit der Berufungsbeklagten zu einem Gespräch getroffen 
hätte, dessen Inhalt von ihr verfremdet werden würde. Die Berufungsbeklagte 
verkehre diese Umstände in das Gegenteil: So habe sie in einer Stellungnah-
me zum MAG, welche auf den 06.07.2014 datiert sei (beinahe 16 Monate nach 
dem Gespräch) wörtlich geschrieben (vgl. KAB 5, Ingress): 

„Nach der aggressiven Kommunikationsform, die FS (i.e. E.________, der Direktor der 
KAS) an der Sitzung der IFGK vom 25.02.2013 demonstriert hat, habe ich gebeten, 
keine weiteren Gespräche mit ihm alleine führen zu müssen. Ich kann bis heute eine 
mögliche Tätlichkeit nicht ausschliessen und möchte mich diesem Risiko keinesfalls 
aussetzen.“ 

Die Berufungsbeklagte unterstelle ihrem Vorgesetzten damit unverhohlen, er 
sei in der Lage, sie tätlich anzugreifen, sollte sie sich alleine mit ihm in einem 
Gespräch befinden. Wie könne die Berufungsbeklagte unter diesen Umstän-
den glaubwürdig behaupten, der Kündigungsgrund „nachhaltig gestörtes Ver-
trauensverhältnis“ sei vorgeschoben? Die Berufungsbeklagte habe das Formu-
lar MAG zusammen mit dem Klinikdirektor und der Personalfachfrau 
P.________ am 15.03.2013 (vgl. KB 47) vorbehaltlos unterzeichnet. Sie hätte 
die Unterzeichnung auch verweigern können, wäre sie mit den erörterten und 
dokumentierten Gesprächsinhalten nicht einverstanden gewesen.

11.5.2 Hierzu erwog die Vorinstanz, dass die Gesprächsnotiz, wonach sich die Beru-
fungsbeklagte vor Tätlichkeiten von Prof. E.________ gefürchtet habe, vom 
06.07.2014 datiere und daher erst nach der Kündigung vom 17.06.2014 erstellt 

31

worden sei. Das Nachschieben von Kündigungsgründen sei aber nur möglich, 
soweit die geltend gemachten Gründe schon zur Zeit der Kündigung vorlagen, 
damals aber noch nicht bekannt oder zwar bekannt waren, jedoch zugunsten 
anderer Kündigungsgründe in der Begründung der Kündigung nicht berück-
sichtigt wurden. Mit anderen Worten könnten zur Begründung der Kündigung 
nur Tatsachen genannt werden, die sich vor deren Empfang zugetragen ha-
ben. Da die Aktennotiz vom 06.07.2014 erst nach der Kündigung erstellt wor-
den sei, könne sie per se nicht kausal für die Kündigung gewesen sein und es 
handle sich um einen nachgeschobenen Kündigungsgrund, welcher nicht 
gehört werden könne. 

Dennoch würden nachfolgend die Partei- und Zeugenaussagen zu diesem 
MAG erörtert: Auf Frage der Gerichtspräsidentin, warum das MAG gerade zu 
diesem Zeitpunkt stattgefunden habe (letztes MAG war am 17.09.2012) und 
warum Prof. E.________ dieses MAG durchgeführt habe (das letzte MAG 
wurde bekanntlich von Prof. K.________ durchgeführt), habe Zeuge 
E.________ äusserst ausweichend geantwortet (EV E.________, Protokoll 
05.04.2016, S. 5 f Z. 41 ff., pag. 755 f.): Er führe MAG mit Habilitanden durch, 
wenn er ihren Weg begleiten wolle. Die Berufungsbeklagte sei als Oberärztin I 
an der Schwelle zur Übernahme weiterer Tätigkeiten gewesen. Dies habe er 
mit ihr besprechen wollen, auch um Verbesserungspotential aufzuzeigen. In 
der Folge habe Zeuge E.________ über 1.5 Seiten verschiedenste Ausführun-
gen gemacht, ohne aber die gestellte Frage konkret zu beantworten. Unter an-
derem habe Zeuge E.________ den Vorfall mit Prof. Q.________ erwähnt. 
Dieser Vorfall habe aber anfangs September 2012 und damit bereits vor dem 
letzten MAG vom 17.09.2012 stattgefunden (KB 20). Er habe damit entgegen 
den Aussagen von Zeuge E.________ nicht Grund für das MAG vom 
15.03.2013 gewesen dürfen. Gleiches gelte für die angeblichen Streitigkeiten 
mit Prof. R.________, welche vom Juni 2012 datierten. Auch der von der Beru-
fungsklägerin als weiterer Grund für das gestörte Vertrauensverhältnis ange-
führte „Fall S.________" werde von Zeuge E.________ unter der eingangs ge-
stellten Frage erwähnt. Auch dieser Sachverhalt hätte entgegen den Aussagen 
von Zeuge E.________ nicht Grund für das MAG vom 15.03.2013 gewesen 
sein dürfen, datiere doch der aktenkundige E-Mailverkehr zwischen Prof. 
E.________ und Frau S.________ vom 18.07.2014 (KAB 6), mithin einen Mo-
nat nach der Kündigung und über ein Jahr nach dem MAG vom 15.03.2013. 
Schliesslich habe Zeuge E.________ unter der eingangs gestellten Frage auch 
den „Fall T.________" erwähnt. Wie aus dem Protokoll der Befragung von 
Prof. K.________ (EV K.________, Protokoll 11.04.2016, S. 13 Z. 1 ff., pag. 
829) hervorgehe, habe sich dieser Sachverhalt in der Zeit vom 16.07.-
20.07.2012 ereignet. Auf Nachfrage der Gerichtspräsidentin habe Zeuge 
E.________ sodann ausgesagt, dass der Grund für das neuerliche MAG ge-
wesen sei, dass geplant gewesen sei, die Berufungsbeklagte als Stationsleite-
rin einzusetzen. Für Zeuge E.________ sei dies zu diesem Zeitpunkt nicht an-
gezeigt gewesen und er hätte ihr zeitnah eine Rückmeldung geben und ihr 
Wege aufzeichnen wollen, wie sie sich verbessern könne (EV E.________, 
Protokoll 05.04.2016, S. 7 Z. 30 if., pag. 759). Eine Kündigung sei an diesem 

32

Gespräch kein Thema gewesen (EV E.________, Protokoll 05.04.2016, S. 10 
Z. 17, pag. 765; EV P.________, Protokoll 11.04.2016, S. 4 Z. 18 f. pag. 811). 
Auch habe Zeuge E.________ ausgeführt, es hätte am 15.03.2013 aus seiner 
Sicht keine schwerwiegenden Differenzen gegeben (EV E.________, Protokoll 
05.04.2016, S. 26 Z. 8, pag. 797). Daraus lasse sich schlussfolgern, dass der 
in Rz. 69 f. der Klageantwort als Kündigungsgrund aufgeführte Vorwurf der Be-
rufungsbeklagten an Zeuge E.________, er treibe Frauen in den Abort gut 
zwei Wochen nach der hiervor erörterten 2. Sitzung vor der Gleichstellungs-
kommission für Prof. E.________ am 15.03.2013 nicht ins Gewicht gefallen 
sei. Für den Vorgesetzten E.________ sei folglich das gemäss den Zeugen 
L.________ und N.________ bereits in diesem Zeitpunkt gestörte Vertrauens-
verhältnis kein Kündigungsgrund gewesen.

11.6

11.6.1 Dagegen wendet die Berufungsklägerin auf den S. 18 f. ihrer Berufungsschrift 
ein, beim Beizug der Aktennotiz der Berufungsbeklagten vom 06.07.2014 (KAB 
5) handle es sich keineswegs um ein „Nachschieben von Kündigungsgründen". 
Von der Berufungsklägerin werde nicht geltend gemacht, dass die Aktennotiz 
vom 06.07.2014 der Kündigungsgrund gewesen sei. Massgebend sei der In-
halt dieser Aktennotiz betreffend den Zeitraum vom 25.02.-15.03.2013 gewe-
sen, wonach die Berufungsbeklagte angeblich derart Angst vor ihrem Vorge-
setzten hatte, dass sie nicht mehr alleine mit ihm ein Gespräch führen wollte. 
Auch wenn diese Angst vor Tätlichkeiten völlig aus der Luft gegriffen sei, ma-
che die Notiz klar, dass eindeutig ein von beiden Parteien wahrgenommenes 
gestörtes Vertrauensverhältnis vorgelegen habe. Bereits der Fakt, dass sich 
Prof. E.________ gezwungen gesehen habe, zu einem Gespräch mit der Be-
rufungsbeklagten eine neutrale Drittperson beizuziehen, sei ein klarer Hinweis 
auf das bereits im März 2013 verminderte Vertrauen und das gestörte Verhält-
nis gewesen.

11.6.2 Es erscheint nicht ganz klar, was die Berufungsklägerin mit diesen Ausführun-
gen belegen will: Will sie das Offensichtliche behaupten, dass bereits im März 
2013 ein – gelinde gesagt – vermindertes Vertrauen zwischen der Berufungs-
beklagten und Prof. E.________ herrschte, ist fraglich, was sie daraus zu ihren 
Gunsten ableiten will. Fakt ist, dass ein gestörtes Vertrauensverhältnis offen-
bar nicht Thema des MAG vom März 2013 war und es der Berufungsklägerin 
deshalb nach Treu und Glauben verwehrt ist, sich im Nachhinein darauf zu be-
rufen. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind nicht zu beanstanden.

11.7 Zum Vorwurf der Illoyalität führt die Vorinstanz sodann aus:

11.7.1 Die Berufungsklägerin mache in Rz. 72 der Klageantwort (pag. 267) geltend, 
die Berufungsbeklagte hetze ungehemmt gegen Prof. E.________. So habe 
sie Prof. K.________ unter Druck gesetzt, indem sie ihm mitgeteilt habe, er 
habe sich zu entscheiden, auf wessen Seite, C.________ oder E.________'s, 
er stehe.

Zeuge K.________ habe – so die Vorinstanz – hierzu ausgeführt: 

33

„Sie hatte schon diese Art. Entweder bist du bei mir oder den anderen. Ein letztes Ge-
spräch war bei mir in der Wohnung. Dort ist so etwas gekommen. Ich habe dann ge-
sagt, dass das absurd ist und ich mich nicht instrumentalisieren lasse. Dieses Aussor-
tieren in schwarz/weiss ist schwierig, weil weltfremd. So funktioniert die Zusammenar-
beit im Klinikbetrieb nicht. Es geht darum, Kompromisse zu finden. Ich habe gesagt, 
ich sei weder für sie noch für E.________. Ich habe ihr gesagt, dass die Strategie, die 
Welt in gut und böse einzuteilen eine schlechte ist. Das Angebot hat's gegeben, aber 
ich bin nicht darauf eingestiegen." (EV K.________, Protokoll 11.04.2016, S. 12Z. 1 ff., 
pag. 827). 

Weiter habe Zeuge K.________ Ausführungen zum von ihm am 23.10.2013 
durchgeführten MAG gemacht. In diesem Zusammenhang habe er mitgeteilt, 
dass er die Berufungsbeklagte nicht habe entlassen wollen; vielmehr habe er 
gewollt, dass sie habilitiere (EV K.________, Protokoll 11.04.2016, S.8 Z. 21, 
pag. 819). Zum Verhalten der Berufungsbeklagten habe Zeuge K.________ 
ausgeführt, „Nathalie ist halt direkt. Andere wären vielleicht diplomatischer vor-
gegangen, aber das kann man aushalten" (EV K.________, Protokoll 
11.04.2016, S. 9 Z. 17 ff., pag. 821). Weiter habe er bestätigt, was auch Zeu-
gin L.________ ausführte. Die Berufungsbeklagte habe auf Kosten ihrer wis-
senschaftlichen Karriere gegen alle Kämpfe geführt, anstatt strategisch vorzu-
gehen (EV K.________, Protokoll 11.04.2016, S. 11 Z. 11f., pag. 825).

11.7.2 Nach Auffassung der Vorinstanz werde mit den Aussagen des Zeugen 
K.________ sicherlich die polarisierende Art der Berufungsbeklagten belegt. 
Unklar sei jedoch, wann dieses vom Zeugen erwähnte „letzte Gespräch" beim 
Zeugen in der Wohnung stattgefunden habe. Hierzu habe die beweisbelastete 
Berufungsklägerin keinerlei Angaben gemacht, weshalb ihr der Nachweis, wo-
nach das von ihr geschilderte Verhalten in einem (Kausal-)Zusammenhang mit 
der Kündigung vom 17.06.2014 stehe, nicht gelungen sei.

11.8

11.8.1 Dagegen wendet die Berufungsklägerin auf den S. 19 f. ihrer Berufungsschrift 
ein, es sei entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht relevant, wann das 
erwähnte „letzte Gespräch“ mit dem Zeugen K.________ stattgefunden habe. 
Denn Prof. K.________ bestätige, dass die Berufungsbeklagte „generell diese 
Art“ habe. Andererseits mache die Berufungsklägerin nicht geltend, dass die-
ses „letzte Gespräch“ für die Kündigung ausschlaggebend gewesen sei. Es 
handle sich lediglich um ein weiteres Beispiel, an welchem sich der „schwierige 
Charakter“ der Berufungsbeklagten zeige.

11.8.2 Was die Berufungsklägerin mit diesen Ausführungen zu ihren Gunsten errei-
chen will, erschliesst sich nicht. Sie gibt selbst zu, dass das erwähnte „letzte 
Gespräch“ mit dem Zeugen K.________ keinen Kündigungsgrund darstellt. 
Wenn sie den „schwierigen Charakter“ der Berufungsbeklagten beweisen will, 
dann sagt sie nichts anderes als das, was auch die Vorinstanz festgestellt hat, 
nämlich die „polarisierende Art“ der Berufungsbeklagten. Solche Charaktere 
sind weit verbreitet und bilden für sich alleine keinen begründeten Anlass für 
eine Kündigung. Die vorinstanzlichen Er