# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d7ecce8-54ea-53d3-b9c4-451351733acc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.02.2025 E-5655/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5655-2021_2025-02-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5655/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Regina Derrer (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch MLaw Vanessa Koenig,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zugunsten von  

B._______, geboren am (…);  

Verfügung des SEM vom 1. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

 

E-5655/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 26. Dezember 2014 zusammen mit 

ihren beiden Kindern C._______ (geb. […]) und D._______ (geb. […]) in 

der Schweiz um Asyl. Mit Verfügung vom 29. April 2016 anerkannte das 

SEM die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kinder als Flüchtlinge und 

gewährte ihnen in der Schweiz Asyl.  

B.  

Mit Eingabe vom 17. November 2021 ersuchte die Beschwerdeführerin um 

Familienzusammenführung zugunsten ihres syrischen Partners, 

B._______ (nachfolgend: B._______), geboren am (…). Mit Verweis auf 

die Asylakten führte sie zur Begründung im Wesentlichen aus, [sie habe 

mit (B._______) eine heimliche Liebesbeziehung geführt]. Er sei (…), wes-

halb es nicht möglich gewesen sei, die Beziehung offen zu leben oder zu 

heiraten. Hätten (…) von der Beziehung erfahren, wäre sie wohl getötet 

worden. (…). Durch eine (…), und einem damit verbundenen Umzug nach 

E._______, sei es ihr nicht mehr möglich gewesen, den Kontakt zu 

B._______ aufrechtzuerhalten. ([Nach der Rückkehr]) habe sie den Kon-

takt zu B._______ wieder aufgenommen und es hätten heimliche Treffen 

stattgefunden. Wegen des massiven Drucks durch ihren (…) und der (…), 

sei die Wiederaufnahme der Beziehung nun noch gefährlicher gewesen. 

Im (…) musste die Beschwerdeführerin Syrien schliesslich verlassen. Die 

nunmehr seit rund (…) andauernde umstandsgemäss stabile Beziehung 

zu B._______ bleibe auch nach ihrer Ausreise durch regelmässige Telefo-

nate und WhatsApp Konversationen bestehen. Es sei deshalb von einem 

Konkubinat im Sinne einer eheähnlichen Gemeinschaft auszugehen. Sie 

habe diese Beziehung als (…) Frau aufgrund von (…) Gründen nie offen 

leben und B._______ auch nie heiraten können. Die Beziehung zu 

B._______ sei jeweils gegen ihren Willen abgebrochen worden. Da sie 

([Angst]) gehabt habe, ersuche sie erst jetzt um Familienzusammenfüh-

rung mit B._______ 

Dem Gesuch lagen Screenshots von WhatsApp Konversationen (inkl. 

Übersetzung) und Videoanrufen zwischen der Beschwerdeführerin und 

B._______ (alle datierend ab dem Jahr 2018), ein Schreiben der ehemali-

gen Sozialarbeiterin F._______ der (…) vom 16. November 2021, Screens-

hots von WhatsApp Konversationen zwischen der Beschwerdeführerin und 

ihrer Freundin G._______ (nachfolgend: Freundin) von Oktober 2015 bis 

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Seite 3 

Februar 2021 sowie zwischen B._______ und der Freundin der Beschwer-

deführerin vom 5. März 2020 und vom 31. Januar 2021 bei. 

C.  

Mit Verfügung vom 1. Dezember 2021 (eröffnet am 2. Dezember 2021) ver-

weigerte das SEM B._______ die Einreise in die Schweiz und lehnte das 

Gesuch um Familienzusammenführung ab. 

D.  

Mit Eingabe ihrer rubrizierten Rechtsvertreterin vom 25. Dezember 2021 

erhob die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben, B._______ sei in ihre Flüchtlingseigenschaft miteinzube-

ziehen und ihm sei die Einreise in die Schweiz zu gewähren. Eventualiter 

sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zwecks Neu-

beurteilung an das SEM zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde 

beantragt, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten 

und ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. 

E.  

Mit Verfügung vom 7. Januar 2022 hiess die damalige Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung – vorbe-

haltlich der Einreichung einer entsprechenden Fürsorgebestätigung und ei-

ner nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse der Be-

schwerdeführerin – gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und forderte die Beschwerdeführerin auf, umgehend eine Für-

sorgebestätigung einzureichen. Weiter setzte sie ihr eine Frist von 30 Ta-

gen zur Nachreichung einer Erklärung von B._______, aus der dessen 

Wille zum Zusammenleben mit ihr und den Kindern erkennbar sei, sowie 

einer Kopie eines rechtsgenüglichen Identitätsausweises von B._______ 

F.  

Mit Eingabe vom 26. Januar 2022 reichte die Beschwerdeführerin eine Für-

sorgebestätigung, eine Kopie einer Willensbekundung von B._______ vom 

25. Januar 2022 in arabischer und französischer Sprache sowie eine Fo-

tografie seines syrischen Passes zu den Akten und stellte die Einreichung 

der Originale der Willensbekundung in Aussicht, welche dem Gericht mit 

Eingabe vom 9. März 2022 zugestellt wurden. 

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Seite 4 

G.  

Mit Verfügung vom 17. März 2022 lud die damalige Instruktionsrichterin 

das SEM zur Vernehmlassung ein. 

H.  

In der Vernehmlassung vom 1. April 2022 hielt das SEM vollumfänglich an 

seinen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest, da die Be-

schwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen und Beweismittel ent-

halte.  

I.  

Mit Schreiben vom 20. April 2022 zeigte die Beschwerdeführerin den Ver-

zicht auf die Eingabe einer Replik an und verwies auf die Argumentation in 

ihrer Beschwerdeschrift.  

J.  

Mit Eingabe vom 6. März 2024 wandte sich die Beschwerdeführerin bezüg-

lich der gesundheitlichen Probleme von B._______ ans Gericht und legte 

ein entsprechendes syrisches Arztzeugnis vom 10. Februar 2024 (inkl. 

Übersetzung; in Kopie) bei. 

K.  

Das vorliegende Verfahren wurde aus organisatorischen Gründen per 

1. Januar 2024 auf die vorsitzende Richterin übertragen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Be-

schwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

E-5655/2021 

Seite 5 

3.  

Soweit die Beschwerdeführerin beantragte, die Sache sei nach  

Aufhebung der angefochtenen Verfügung zwecks Neubeurteilung ans 

SEM zurückzuweisen, gelangt das Gericht zum Schluss, dass dieser Rück-

weisungsantrag in der Beschwerde nicht weiter begründet wurde. Im Übri-

gen ergeben sich auch aus den Akten keine Hinweise auf eine Verletzung 

von Verfahrensrechten. Es besteht somit kein Anlass, die Sache aus for-

mellen Gründen aufzuheben und ans SEM zurückzuweisen. Das diesbe-

zügliche Rechtsbegehren ist abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – 

namentlich Ehegatten und minderjährige Kinder von Flüchtlingen ihrerseits 

als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl in der Schweiz, wenn keine 

besonderen Umstände dagegensprechen. Wurden die anspruchsberech-

tigten Personen nach Abs. 1 durch die Flucht getrennt und befinden sie 

sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 

Abs. 4 AsylG). Die in eheähnlicher Gemeinschaft zusammenlebenden Per-

sonen (Konkubinatspaare) sind den Ehegatten gleichgestellt (vgl. BVGE 

2008/47 E. 4.1.1; Art. 1a Bst. e Asylverordnung 1 [AsylV 1]). 

4.2 Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt 

gemäss konstanter Rechtsprechung eine zum Zeitpunkt der Flucht vorbe-

standene Familiengemeinschaft, die unfreiwillige Trennung der Familie 

aufgrund der Fluchtumstände sowie die feste Absicht der Familienvereini-

gung in der Schweiz voraus (vgl. BVGE 2012/32 E. 5).  

Zentrale Bedingung für die Erteilung einer Einreisebewilligung zum Zwecke 

der Familienzusammenführung im Sinne von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist, dass 

bereits vor der Flucht aus dem Verfolgerstaat eine Familiengemeinschaft 

zwischen der gesuchstellenden und der anspruchsberechtigten Person be-

standen hat, diese Familienbeziehung auch nach der Flucht im Rahmen 

des Möglichen aufrechterhalten wird und vom Willen der Wiedervereini-

gung der Familie getragen ist. Insbesondere dient die Familienzusammen-

führung nicht der Wiederaufnahme von zwischenzeitlich abgebrochenen 

Beziehungen (vgl. BVGE 2017 VI/4 E. 3.1 m.w.H.). Letzteres wurde in der 

bisherigen Praxis etwa angenommen, wenn zwar im Zeitpunkt der Aus-

reise eine Familiengemeinschaft bestand, diese aber während einer länge-

ren Zeit nicht mehr gelebt beziehungsweise nach der Flucht aufgegeben 

wurde (vgl. BVGE 2015/29 E. 3.2; 2012/32 E. 5.1).  

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/47
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/47

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Seite 6 

Anhaltspunkte, die auf eine freiwillige Trennung im Sinne einer Auflösung 

der Familiengemeinschaft hinweisen, können unter anderem ein langes 

Zuwarten für die Einreichung des Familiennachzugsgesuchs oder der nach 

der Flucht erfolgte Kontaktabbruch durch eines der Familienmitglieder 

ohne sachlichen Grund sein (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 9.4.2 m.w.H.). Nicht 

von der Freiwilligkeit der Aufgabe der Familiengemeinschaft im Sinne be-

sonderer Umstände ist hingegen dann auszugehen, wenn objektive, aus 

den Fluchtumständen resultierende Gründe für die Trennung der Familie 

ersichtlich sind (vgl. BVGE 2018 VI/6 E. 5.2).  

5.  

5.1 Das SEM gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG seien nicht erfüllt, und 

führte zur Begründung im Wesentlichen Folgendes aus: Es werde nicht in 

Zweifel gezogen, dass die Beschwerdeführerin schon vor ihrer Ausreise 

aus Syrien mit B._______ befreundet gewesen sei. Von einem gefestigten 

Konkubinat könne aber nicht die Rede sein, da es unbestrittenermassen 

lediglich geheime Treffen und telefonische Kontakte gegeben habe. Die 

Ausführungen betreffend die Konventionen in ihrem Heimatland und die 

Einschränkungen, welche sich aus (…) für das Beziehungsleben ergeben 

würden, seien nachvollziehbar. Dies gelte auch für (…) sowie ihre Ausfüh-

rungen, weshalb das Gesuch um Familiennachzug erst (…) Jahre nach der 

Asylgewährung gestellt worden sei. Dennoch sei die Praxis betreffend den 

Nachzug von Familienangehörigen aus dem Ausland streng. Der Zweck 

der Bestimmung von Art. 51 Abs. 4 AsylG sei einzig die Wiedervereinigung 

von vorbestandenen Familiengemeinschaften. Daran vermöge auch der 

Umstand, dass in Syrien ein Zusammenleben grundsätzlich nicht möglich 

gewesen sei (…), nichts zu ändern. Es fehle vorliegend an dem für eine 

Familienzusammenführung im Sinne von Art. 51 Abs. 4 AsylG zwingenden 

Erfordernis einer bereits vor der Flucht aus dem Verfolgerstaat bestande-

nen gefestigten Familiengemeinschaft respektive einer seit längerer Zeit 

eheähnlich gelebten partnerschaftlichen Beziehung. Auch aus dem Um-

stand, wonach die Beschwerdeführerin nach ihrer Ausreise aus Syrien mit 

B._______ telefonisch und via soziale Medien in regem Kontakt gestanden 

habe, könne nichts im Hinblick auf die Zeit vor der Ausreise abgeleitet wer-

den. In diesem Zusammenhang seien auch die entsprechenden ins Recht 

gelegten Screenshots nicht geeignet, den Beweis eines gefestigten Kon-

kubinats respektive einer vorbestandenen Familiengemeinschaft zu erbrin-

gen.  

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Seite 7 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe bringt die Beschwerdeführerin vor, es stehe 

ausser Frage, dass es sich vorliegend nicht um ein klassisches Konkubinat 

handle. Allerdings stehe zweifelsfrei fest, dass sie und B._______ im Rah-

men des ihnen möglichen eine enge Beziehung geführt hätten und führen 

würden. Bereits im Asylverfahren habe sie auf die Beziehung zu ihm hin-

gewiesen. Indem (…) worden sei, sei sie aufgrund äusserer Umstände ge-

zwungen gewesen, die Beziehung zu B._______ abzubrechen. Obwohl sie 

und B._______ sich während dieser Zeit gewünscht hätten, ihre Beziehung 

fortsetzen zu können, habe sich dies als unmöglich erwiesen. Sobald es 

ihr möglich gewesen sei, habe sie jedoch den Kontakt und die Beziehung 

zu B._______ wieder aufgenommen und heimliche Treffen organisiert, ob-

wohl sie und B._______ sich, infolge des von ihrem (…) ausgehenden 

Drucks und der (…), dadurch beide in Lebensgefahr begeben hätten und 

(…). Damit liege offenkundig eine besonders starke geistig-seelische Kom-

ponente vor. Eine Beziehung in wirtschaftlicher Hinsicht, eine nach aussen 

offene Beziehungsführung oder gar ein Zusammenleben sei aus nahelie-

genden Gründen vor ihrer Ausreise nicht möglich gewesen. B._______ 

habe, seit er sie kennen und lieben gelernt habe, keine andere Beziehung 

gehabt. Ihre einzige andere Beziehung habe in der (…) bestanden. Hätten 

sie die Möglichkeit gehabt, zusammen zu leben oder zu heiraten, hätten 

sie dies getan. Dass B._______ in der Zeit, in der sie (…) gewesen sei, 

nicht (…) geheiratet und (…) auf ihren Anruf gewartet habe, zeuge von der 

Tiefe der Beziehung.  

Das SEM verkenne, dass (…) es schlichtweg objektiv unmöglich gewesen 

[sei], die Beziehung tatsächlich zu leben. (…). Überdies habe sie (Be-

schwerdeführerin) unter (…) gestanden. (…). Wäre sie (…), hätten sie und 

B._______ mit dem Tod rechnen müssen. Das Bundesverwaltungsgericht 

gehe bei Familien, die bereits vor der Ausreise von der asylberechtigten 

Person im Heimatstaat getrennt gelebt hätten, gleichwohl von einer vorbe-

standenen gelebten Familiengemeinschaft aus, wenn zwingende Gründe 

für das Getrenntleben in der Heimat vorgelegen hätten. Ihre Ausführungen 

würden darlegen, dass zwingende Gründe vorgelegen hätten, weshalb sie 

nicht zusammen mit B._______ im gleichen Haushalt habe leben können. 

Schliesslich würden auch keine besonderen Umstände im Sinne von 

Art. 51 Abs. 1 AsylG vorliegen.  

Entgegen der Ansicht des SEM handle es sich bei der Beziehung zwischen 

ihr und B._______ um ein gefestigtes Konkubinat. Bis heute stehe sie in 

engem Kontakt zu B._______ Sie würden mehrmals pro Woche telefonie-

ren und sich Nachrichten schicken. Ihre Beziehung würden sie seit 

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Seite 8 

nunmehr (…) Jahren aufrechterhalten. Die Voraussetzungen von Art. 51 

Abs. 1 und 4 AsylG seien damit erfüllt. 

5.3 In der Vernehmlassung führte das SEM aus, auch aus dem Umstand, 

dass die Beschwerdeführerin mit B._______ via soziale Medien in ständi-

gem und regelmässigem Kontakt stehe und auf Beschwerdeebene eine 

Pass-kopie sowie die Willensbekundung von ihm nachgereicht habe, ver-

möge sie im Hinblick auf die Zeit vor ihrer Ausreise nichts zu ihren Gunsten 

abzuleiten; das SEM verweist dabei auf das Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts D-159/2021 vom 3. Februar 2021 E. 5. Ob B._______ die Famili-

enzusammenführung allenfalls nach Massgabe der ausländerrechtlichen 

Bestimmungen – und im Lichte von Art. 8 EMRK – bewilligt werden könne, 

sei nicht im Asylverfahren, sondern von der zuständigen kantonalen Mig-

rationsbehörde zu prüfen. 

6.  

6.1 Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach die Voraussetzungen für 

die asylrechtliche Familienzusammenführung gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 

AsylG nicht erfüllt sind, ist zu bestätigen. 

Zwar ist auch seitens des Gerichts nicht in Zweifel zu ziehen, dass die rund 

(…) Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und B._______ in der 

Zeit zwischen dem Jahr (…) ([…]) und dem Jahr (…) ([…]) infolge äusserer 

Umstände abgebrochen wurde. Dass sich die Beschwerdeführerin und 

B._______ – wie in der Beschwerde behauptet – während der folgenden 

rund (…) Jahre (bis zu ihrer erneuten Kontaktaufnahme nach dem Umzug 

der Beschwerdeführerin von E._______ nach H._______ (…) [SEM-Akten 

Asylgesuch A20/20 F97]) gewünscht hätten, ihre Beziehung fortsetzen zu 

können (vgl. Beschwerdeschrift S. 4), ergibt sich aus den Akten jedoch 

nicht. Das Gericht verkennt nicht die Umstände, welchen die Beschwerde-

führerin infolge der (…) ausgesetzt war (SEM-Akten Asylgesuch A6/14 Ziff. 

1.07 und 9.01 sowie A20/20 F27). Gemäss ihren Angaben im Asylverfahren 

wollte sie nach dem (…) am (…) jedoch weiterhin in E._______ bleiben 

und ihre Kinder (…) «erziehen». Sie kehrte am (…) nur deshalb nach 

H._______ zurück, um (…) und nicht, um wieder mit B._______ zusammen 

zu sein (SEM-Akten Asylgesuch A6/14 Ziff. 1.14, 7.01 f. und A20/20 F53). 

Die Kontaktaufnahme mit B._______ war folglich weder beabsichtigt noch 

geplant, sondern erfolgte gemäss den Akten nach der Rückkehr der Be-

schwerdeführerin nach H._______ viel eher spontan. Auch wenn die Be-

schwerdeführerin und B._______ ihre Beziehung danach tatsächlich wie-

der aufgenommen haben, vermögen die höchstens (…) Monate, die sie bis 

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zur Ausreise der Beschwerdeführerin am (…) zusammen verbracht hätten, 

nach dem faktischen (…) Unterbruch auch vor dem Hintergrund der davor 

bestandenen (…) Beziehung, kein gefestigtes Konkubinat zu begründen. 

So hätten sie sich gemäss Angaben der Beschwerdeführerin in der Anhö-

rung in dieser Zeit denn auch (…) getroffen (SEM-Akten Asylgesuch 

A20/20 F59). Auch das Verhalten im Zeitpunkt der Flucht und danach 

spricht nicht für ein gefestigtes Konkubinat im Sinne einer eheähnlich ge-

lebten partnerschaftlichen Beziehung. So wäre bei einem gefestigten Kon-

kubinat davon auszugehen gewesen, dass die Beschwerdeführerin und 

B._______ (…). Auch das Verhalten in der Schweiz lässt nicht auf ein im 

Zeitpunkt der Ausreise bestehendes gefestigtes Konkubinat schliessen. 

Zwar hatte die Beschwerdeführerin erst ab dem (…) (Zeitpunkt der Asylge-

währung) die Möglichkeit ein Gesuch um Familiennachzug zu stellen, al-

lerdings hatte sie sich bereits seit dem (…) in der Schweiz aufgehalten. 

Weshalb sie mit dem Gesuch bis (…) und damit (…) seit Asylgewährung 

zugewartet hat, ist nicht nachvollziehbar und mit der Behauptung, es hätte 

in Syrien ein gefestigtes Konkubinat bestanden, nur schwer vereinbar. Ihre 

Begründung, (…) sei ein Familiennachzug von B._______ in die Schweiz 

lange keine Option gewesen, vermag das lange Zuwarten nicht nachvoll-

ziehbar zu erklären, zumal insbesondere dem Austausch zwischen der Be-

schwerdeführerin und ihrer Freundin und auch dem Austausch der beiden 

Frauen mit B._______ nicht genügend Hinweise auf solche Bedenken zu 

entnehmen sind (vgl. A1/116 BM 2-6). In der am 31. Januar 2021 weiter-

geleiteten Nachricht ihrer Freundin an die Beschwerdeführerin schlägt ihre 

Freundin B._______ als Idee die Einreise in die Schweiz vor und teilt ihm 

mit, dass die Beschwerdeführerin dazu bereit und in der Schweiz integriert 

sei, die Sprache und das System kenne sowie ihm helfen könne (A1/116 

BM 6). Hier und in den weiteren zahlreich eingereichten WhatsApp Nach-

richten wird mit keinem Wort erwähnt, dass das lange Zuwarten im Zusam-

menhang mit der (…) gestanden hätte (A1/116 BM 2, 4, 5 und 6). Eine 

solche (…) lässt sich auch nicht der Willensbekundung von B._______ ent-

nehmen (vgl. Eingabe vom 26. Januar 2022 Beilagen 2 und 3 [Kopie; 

BVGer-act. 4]; Eingabe vom 9. März 2022 in der Beilage [Original; BVGer-

act. 5]). In den WhatsApp Nachrichten zwischen der Beschwerdeführerin 

und B._______ wird erst respektive nur am 29. Dezember 2018 und am 

31. Dezember 2019 von einem Zusammenleben gesprochen (A1/116 

BM 2 S. 30 und 44). Zudem ist festzustellen, dass sie lediglich Screenshots 

von WhatsApp Chats ab Februar 2018 ins Recht legte, womit sie den in-

tensiven Kontakt mit B._______ seit der Ausreise und damit wiederum das 

gefestigte Konkubinat im Zeitpunkt der Ausreise, nicht zu belegen vermag. 

Ihre Erklärung im Gesuch um Familiennachzug, wegen verlorener Handys 

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Seite 10 

und gewechselten SIM-Karten könnten keine Kontaktnachweise von vor 

dem Jahr 2018 erbracht werden (A1/116 S. 4), reicht nicht aus, um einen 

nahtlosen, engen Kontakt, welcher auf ein gefestigtes Konkubinat schlies-

sen liesse, zwischen ihr und B._______ glaubhaft zu machen. Selbst wenn 

sie selber über keine Chats aus der Zeit vor dem Jahr 2018 mehr verfügen 

sollte, wäre zu erwarten gewesen, dass sie von B._______ solche  

Belege erhältlich macht. Insgesamt spricht das Verhalten der Beschwerde-

führerin nicht für eine durchgehende gefestigte Beziehung im Sinne eines 

Konkubinats, sondern für die Wiederaufnahme einer Beziehung, welche im 

Zeitpunkt der Flucht noch nicht (wieder) die Qualität eines gefestigten Kon-

kubinats hatte. Für eine (Wieder-) Aufnahme einer Beziehung besteht im 

Rahmen von Art. 51 Abs. 4 AsylG kein Raum.  

Folglich hat das SEM das für eine Familienzusammenführung im Sinne von 

Art. 51 Abs. 4 AsylG zwingende Erfordernis einer bereits vor der Flucht aus 

dem Verfolgerstaat bestandenen gefestigten Familiengemeinschaft res-

pektive einer seit längerer Zeit eheähnlichen gelebten partnerschaftlichen 

Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und B._______ zu Recht 

verneint.  

6.2 Abschliessend bleibt anzumerken, dass im Verfahren vor den Asylbe-

hörden weder Art. 8 EMRK noch andere Bestimmungen ergänzend ange-

wendet werden, wenn die Voraussetzungen des Familienasyls gemäss 

Art. 51 AsylG nicht erfüllt sind (vgl. etwa Urteile des BVGer D-6862/2023 

vom 14. Februar 2024 E. 6.3 und D-2039/2020 vom 20. November 2020 

E. 5.4). Entsprechend den Ausführungen des SEM in der Vernehmlassung 

bleibt es der Beschwerdeführerin unbenommen, gegebenenfalls bei den 

dafür zuständigen kantonalen Migrationsbehörden ein Gesuch um Famili-

ennachzug gestützt auf die entsprechenden ausländerrechtlichen Bestim-

mungen (Art. 42 ff. AIG [SR 142.20]) einzureichen (vgl. BVGE 2017 VI/4 

E. 3.1 m.w.H.). 

6.3 Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, 

dass die Voraussetzungen für die asylrechtliche Familienzusammenfüh-

rung gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind, und das SEM die 

Einreise von B._______ in die Schweiz im Ergebnis zu Recht nicht bewilligt 

hat. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und 

der der Eingabe vom 6. März 2024, insbesondere zur gesundheitlichen Si-

tuation von B._______ näher einzugehen, da sie an den vorangehenden 

Erwägungen nichts zu ändern vermögen.  

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Seite 11 

7.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachver-

halt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Angesichts der mit Zwischen-

verfügung vom 7. Januar 2022 gewährten unentgeltlichen Prozessführung 

werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das SEM. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Eliane Hochreutener 

 

 

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