# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f486528-a223-5095-9837-2232d55f9b2b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 25.01.2024 IV 2023/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2023-47_2024-01-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.02.2024

Entscheiddatum: 25.01.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 25.01.2024
Art. 29 ATSG. Art. 87 Abs. 3 IVV. Neuanmeldung. Glaubhaftmachen einer 
relevanten Sachverhaltsveränderung. Keine Kulanz bezüglich der 
Eintretensfrage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 25. Januar 2024, IV 2023/47).

Entscheid vom 25. Januar 2024

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Corinne 

Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2023/47

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Debora Bilgeri, AMPARO Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im März 2017 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er machte keine Angaben zu einer allfälligen 

Berufsausbildung. Er hielt fest, zuletzt habe er als Textilarbeiter in einem Vollpensum 

gearbeitet. Der Monatslohn habe etwa 3’300 Franken betragen. Der Internist Dr. med. 

B.___ berichtete im März 2017 (IV-act. 8–3 f.), der Versicherte leide an einer Adynamie 

und an kognitiven Störungen. Im Vordergrund stünden eine Antriebs- und 

Aufmerksamkeitsstörung, eine generalisierte neurokognitive Verlangsamung sowie eine 

Störung der verbalen Lernleistung. Aufgrund der neurokognitiven Beeinträchtigung 

könne er nur einfache praktische Tätigkeiten ausführen. Die Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen hatte am 2. Februar 2017 berichtet (IV-act. 8–5 ff.), in einer 

psychologischen Untersuchung am 25. Januar 2017 habe sich ergeben, dass der 

Versicherte bei einem durchschnittlichen intellektuellen Leistungsvermögen an leichten 

bis mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen und leichten Auffälligkeiten im 

Bereich der Antriebs- und Aufmerksamkeitsregulation leide. Trotz dieser 

Beeinträchtigungen sei er allerdings durchaus in der Lage, einfache, praktische 

berufliche Tätigkeiten zu verrichten. Bei komplexeren Aufgaben könne es jedoch 

aufgrund der Sprachbarriere leicht zu einer Überforderung kommen. Am 15. Februar 

2017 hatte die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals über eine 

„Gedächtnissprechstunde“ vom 6. Februar 2017 berichtet (IV-act. 8–10 ff.). Der 

zuständige Neurologe hatte festgehalten, der Versicherte leide an einem hypokinetisch-

rigiden Syndrom mit kognitiven Störungen. Die in der neuropsychologischen 

Untersuchung vom 25. Januar 2017 festgestellten Beeinträchtigungen gingen mit 

neurologischen Auffälligkeiten einher. Mittels eines cerebralen MRI habe zwar eine 

strukturelle Ursache (insbesondere ein Residuum eines schweren Fieberinfektes oder 

A.a. 

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eines Schädelhirntraumas) ausgeschlossen werden können, aufgrund des auffälligen 

Augenbefundes sei aber unter anderem an einen Morbus Wilson zu denken. Nach einer 

Verlaufsuntersuchung am 27. Februar 2017 hatte der Neurologe am 17. März 2017 

festgehalten (IV-act. 8–13 ff.), die Ergebnisse der zwischenzeitlich durchgeführten 

Laboruntersuchungen seien unauffällig gewesen, weshalb die Diagnose eines Morbus 

Wilson unwahrscheinlich sei. In einer gezielten Augenuntersuchung habe sich kein 

Kayser-Fleisch-Kornealring gezeigt. Eine neurologische Untersuchung im Beisein eines 

Parkinson-Spezialisten habe ergeben, dass eine Parkinson-Symptomatik nur sehr 

diskret erkennbar sei und noch kein klares klinisches Signifikanzniveau erreiche. 

Zusammenfassend hätten keine klaren Hinweise auf eine organisch-neurologische 

Genese der Beschwerden erhoben werden können, weshalb die neurokognitiven 

Beeinträchtigungen wohl am ehesten psychisch bedingt seien. Der Versicherte erfülle 

im Übrigen die Kriterien für die Diagnose einer Migräne ohne Aura.

Der Neurologe und Psychiater Dr. med. C.___ berichtete im August 2017 (IV-

act. 19), diagnostisch bestehe der Verdacht auf eine beginnende neurodegenerative 

Erkrankung mit einem hypokinetisch-rigiden Syndrom und kognitiven Störungen. 

Zudem leide der Versicherte an einer Anpassungsstörung. Er sei nicht in der Lage, 

selbst den einfachsten Anforderungen im ersten Arbeitsmarkt gerecht zu werden. Eine 

berufliche Reintegration in einem geschützten Rahmen sei dagegen zu empfehlen. Im 

September 2017 notierte Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst 

(RAD), ein psychischer Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen; die Symptomatik 

sei wesentlich auf den Umstand zurückzuführen, dass der Versicherte als 

buddhistischer Mönch lebe und folglich versuche, einen möglichst kompletten Bruch 

mit der Welt herbeizuführen (IV-act. 26). Mit einem Vorbescheid vom 26. September 

2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines 

Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen und seines Rentenbegehrens 

vorsehe (IV-act. 29). Dagegen liess der Versicherte am 30. Oktober 2017 einwenden 

(IV-act. 34), der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt. Die RAD-Stellungnahme von 

Dr. D.___, in der als Grund für die Symptomatik „Buddhismus, Fortgeschrittenen-

Stadium“ angeführt werde, sei befremdlich und im höchsten Mass diskriminierend. Mit 

einer Verfügung vom 9. November 2017 wies die IV-Stelle das Begehren des 

A.b. 

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Versicherten um berufliche Eingliederungsmassnahmen und das Rentenbegehren ab 

(IV-act. 39).

Im Januar 2020 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 40). Er reichte einen Bericht von Dr. C.___ vom 

19. November 2019 ein, laut dem er an „deutlichen und anhaltenden kognitiven 

Defiziten“ litt, die auf einen Unfall im Kindesalter und auf die ebenfalls im Kindesalter 

durch die Eltern erfolgte Versetzung in ein buddhistisches Kloster in Nordindien 

zurückzuführen waren (IV-act. 41). Die weiteren medizinischen Berichte, die der 

Versicherte einreichte, stammten allesamt aus der Zeit vor dem 9. November 2017 (IV-

act. 43 ff.). Der Neuanmeldung lag ein Arbeitsbericht einer Institution für Arbeitsplätze 

in einem geschützten Rahmen vom 23. September 2019 bei, in dem auf ein selbst für 

den zweiten Arbeitsmarkt sehr tiefes Arbeitstempo hingewiesen und eine 

Arbeitsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt verneint worden war (IV-act. 48). Am 19. 

Februar 2020 berichtete Dr. B.___ (IV-act. 53), der Versicherte leide an einer 

chronifizierten Einschränkung der kognitiven Funktion, die ihn daran hindere, im ersten 

Arbeitsmarkt erwerbstätig zu sein. Die „jahrelange Beobachtung im Rahmen einer 

geschützten Arbeit“ bestätige das. Der RAD-Arzt Dr. med. E.___ notierte im April 2020 

(IV-act. 57), die mit der Anmeldung eingereichten aktuellen Berichte der behandelnden 

Ärzte Dres. B.___ und C.___ beschrieben die bereits bekannte Problematik. Hinweise 

auf zwischenzeitlich durchgeführte medizinische Abklärungen fänden sich nicht. Aus 

rein medizinischer Sicht seien die Berichte kaum nachvollziehbar. Allerdings sei nicht 

auszuschliessen, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit November 

2017 verschlechtert habe. Eine Rückfrage der IV-Stelle bei der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen ergab, dass nach Februar 2017 keine Untersuchungen mehr 

durchgeführt worden waren, weshalb der RAD-Arzt Dr. E.___ im Mai 2020 eine 

neuropsychologische und psychiatrische Begutachtung empfahl (IV-act. 66).

A.c. 

Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten die Neuropsychologin lic. phil. F.___ und der 

Neurologe und Psychiater Prof. Dr. G.___ am 19. August 2020 ein neurologisches und 

psychiatrisches Gutachten einschliesslich einer neuropsychologischen Beurteilung (IV-

act. 77). Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an einer nicht näher 

bezeichneten Persönlichkeitsstörung, an einer leichten kognitiven Störung sowie an 

einer gegenwärtig remittierten rezidivierenden depressiven Störung. Eine 

A.d. 

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leidensadaptierte Tätigkeit sei ihm zu 80 Prozent zumutbar. Mit einer Mitteilung vom 

27. April 2021 ordnete die IV-Stelle eine dreimonatige berufliche Abklärung an (IV-act. 

96). Der Einsatzbetrieb hielt in seinem Schlussbericht fest (IV-act. 102), der Versicherte 

habe die ihm aufgetragenen Arbeiten konstant und mit einer ausgeprägten Ausdauer 

verrichtet. Die durchschnittliche Arbeitsleistung habe aber nur etwa 25 Prozent eines 

Vollpensums (bei einer Präsenzzeit von 55 Prozent) betragen. Die Minderleistung sei 

vor allem darauf zurückzuführen, dass der Versicherte immer wieder über 

Rückenschmerzen geklagt und seine Arbeit deshalb wiederholt ausgesetzt habe. Ein 

Einsatz im freien Arbeitsmarkt sei nicht möglich. Mit einer Mitteilung vom 29. Juli 2021 

wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 

109).

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH 

am 31. Oktober 2022 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 173). Die 

Sachverständigen führten aus, der Versicherte leide an einem chronischen, primär 

myogelotisch und durch eine Fehlhaltung bedingten cervico-thoracalen und cervico-

scapulären rechtsbetonten Schmerzsyndrom. Eine körperlich leichte bis intermittierend 

mittelschwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeit ohne stets monotone, 

stereotype Arbeitsabläufe sei ihm zu 80 Prozent zumutbar. Die Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit um 20 Prozent ergebe sich aus einem leicht erhöhten Pausenbedarf. 

Der RAD-Arzt Dr. E.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 175). Am 

15. November 2022 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung 

des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 177). Dagegen liess der Versicherte am 2. 

Dezember 2022 einwenden (IV-act. 183), bezüglich der neurokognitiven 

Funktionsstörungen erweise sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Die 

Sachverständigen der ABI GmbH hätten sich auch nicht zu den Berichten der 

beruflichen Abklärung und des Einsatzbetriebes geäussert. Nachdem die IV-Stelle dem 

Versicherten die Tonaufnahmen der Untersuchungen zur Verfügung gestellt hatte, liess 

dieser am 5. Januar 2023 geltend machen (IV-act. 195), die Tonaufnahmen belegten, 

dass es zu diversen Verständigungsschwierigkeiten gekommen sei. Die RAD-Ärztin Dr. 

med. H.___ hielt am 7. Februar 2023 fest, den Sachverständigen der ABI GmbH hätten 

sämtliche Vorakten vorgelegen, die detaillierte Ausführungen zu den in der Eingabe 

vom 5. Januar 2023 thematisierten Aspekte enthielten, weshalb ihnen der für ihre 

A.e. 

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B.  

Beurteilung massgebende medizinische Sachverhalt bekannt gewesen sei. Am 

Beweiswert des Gutachtens sei nicht zu zweifeln. Mit einer Verfügung vom 8. Februar 

2023 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 198).

Am 10. März 2023 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Februar 2023 erheben (act. G 1). Er liess die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zusprache der gesetzlichen Leistungen, 

insbesondere einer Invalidenrente, eventualiter die Einholung eines Gerichtsgutachtens 

sowie subeventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die 

Beschwerdegegnerin) zur weiteren Abklärung beantragen. Zur Begründung liess er 

ausführen, die Beschwerdegegnerin habe nicht berücksichtigt, dass Prof. Dr. G.___ 

eine durch die neurokognitiven Einschränkungen begründete Arbeitsunfähigkeit 

attestiert habe, während die Sachverständigen der ABI GmbH eine neurokognitive 

Beeinträchtigung ausdrücklich verneint und aus rheumatologischen Gründen eine 

Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent attestiert hätten. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

deckten sich also nicht. Die behandelnden Ärzte hätten eine Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeitsmarkt verneint. Eine 

Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin sei zum selben Schluss 

gekommen. Im Rahmen der effektiv ausgeübten Tätigkeit habe über Jahre hinweg eine 

massive Verlangsamung des Beschwerdeführers beobachtet werden können. Die 

berufliche Abklärung habe zum selben Ergebnis geführt.

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Mai 2023 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie an, im Rahmen der umfassenden 

medizinischen Abklärungen habe keine Gesundheitsbeeinträchtigung festgestellt 

werden können, die sich wesentlich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

auswirken würde.

B.b. 

Am 9. Mai 2023 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege 

bewilligt (act. G 4).

B.c. 

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Erwägungen

1.  

Der Beschwerdeführer liess am 30. Oktober 2023 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 14). Die Beschwerdegegnerin hielt am 22. November 2023 ebenfalls an ihrem 

Antrag fest (act. G 16).

B.d. 

Bei der im Januar 2020 eingereichten Anmeldung zum Bezug einer Rente der 

Invalidenversicherung hat es sich um eine sogenannte Neuanmeldung nach der 

Abweisung eines früheren Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades gehandelt. Auf diese Anmeldung hat nicht voraussetzungslos, 

sondern nur unter der im Art. 87 Abs. 3 IVV genannten Bedingung des 

Glaubhaftmachens einer relevanten Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des 

ersten Rentenbegehrens eingetreten werden dürfen.

1.1. 

Der Beschwerdeführer hat verschiedene Berichte eingereicht, von denen die 

meisten aus der Zeit vor der Abweisung des letzten Rentenbegehrens im November 

2017 datiert haben und folglich zum Vorneherein nicht geeignet gewesen sind, eine 

relevante Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des letzten Rentenbegehrens 

glaubhaft zu machen. Zusätzlich hat der Beschwerdeführer aber auch einen Bericht 

des behandelnden Facharztes Dr. C.___ vom 19. November 2019 eingereicht, laut dem 

der Beschwerdeführer an „deutlichen und anhaltenden kognitiven Defizite“ gelitten hat. 

Der Bericht hat aber keinen Hinweis auf eine relevante Sachverhaltsveränderung seit 

dem 9. November 2017 enthalten. Im Gegenteil hat Dr. C.___ darin die Auffassung 

vertreten, die Gesundheitsbeeinträchtigung sei massgeblich auf zwei Ereignisse im 

Kindesalter des Beschwerdeführers zurückzuführen. Seine Argumentation spricht 

damit gegen eine relevante Sachverhaltsveränderung in der Zeit zwischen November 

2017 und November 2019. Auch der von der Beschwerdegegnerin nach dem Eingang 

der Neuanmeldung eingeholte Bericht von Dr. B.___ vom 19. Februar 2020 enthält 

keinen Hinweis auf eine relevante Sachverhaltsveränderung nach dem 9. November 

2017. Vielmehr hat Dr. B.___ die Gesundheitsbeeinträchtigung ausdrücklich als 

chronifiziert bezeichnet und zur Untermauerung seiner Einschätzung auf die „jahrelange 

Beobachtung im Rahmen einer geschützten Arbeit“ hingewiesen. In den beiden 

Berichten von Dr. C.___ und Dr. B.___ deutet also nichts auf eine relevante 

Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit dem 9. 

November 2017 hin. Eine Rückfrage der Beschwerdegegnerin bei der Klinik für 

Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen hat zudem ergeben, dass nach Februar 2017 

1.2. 

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2.  

keine Untersuchungen mehr durchgeführt worden waren, weshalb auch von der Klinik 

für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen keine Hinweise auf eine relevante 

Sachverhaltsveränderung seit dem 9. November 2017 haben erhältlich gemacht 

werden können.

Dem Beschwerdeführer ist es folglich nicht gelungen, eine relevante 

Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des ersten Rentenbegehrens glaubhaft 

zu machen. Der RAD-Arzt Dr. E.___ hat zwar in rein medizinischer Hinsicht zu Recht 

darauf hingewiesen, dass angesichts der wenig aussagekräftigen medizinischen 

Berichte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit November 2017 nicht 

auszuschliessen sei, aber seine Schlussfolgerung, die Beschwerdegegnerin müsse 

deshalb auf die Neuanmeldung eintreten und eigene Abklärungen tätigen, ist rechtlich 

falsch gewesen. Der RAD-Arzt Dr. E.___ dürfte irrtümlicherweise angenommen haben, 

dass für das sich auf das Glaubhaftmachen einer relevanten Sachverhaltsveränderung 

beschränkende „Vorverfahren“ die Beweisführungslast ebenso wie im eigentlichen 

Verwaltungsverfahren bei der Beschwerdegegnerin liege. Tatsächlich ist in diesem 

„Vorverfahren“ aber ausschliesslich die versicherte Person beweisführungspflichtig. 

Wenn es der versicherten Person nicht gelingt, eine relevante Sachverhaltsveränderung 

glaubhaft zu machen, muss ihr die IV-Stelle nicht zur Hilfe eilen, sondern einen 

Nichteintretensentscheid erlassen. Dagegen könnte eingewendet werden, dass es 

einer IV-Stelle frei stehen müsse, im Einzelfall zugunsten der versicherten Person 

grosszügiger als in vergleichbaren Fällen, das heisst kulant zu sein. Das 

Sozialversicherungsrecht kennt aber keine Kulanz, denn eine solche lässt sich weder 

mit dem Legalitätsprinzip noch mit dem Gleichbehandlungsgebot vereinbaren. Ist eine 

IV-Stelle zugunsten einer versicherten Person grosszügiger als in vergleichbaren Fällen, 

stellt sie eben nicht nur diese einzelne Person besser, sondern zugleich auch alle 

anderen Versicherten in einer vergleichbaren Situation schlechter. Zur Vermeidung 

einer solchen ungerechtfertigten Schlechterstellung muss jedwede Kulanz 

unterbleiben. Der Beschwerdegegnerin hat es also nicht frei gestanden, in der Sache 

des Beschwerdeführers grosszügiger als in vergleichbaren Fällen zu sein. Das Eintreten 

auf seine Neuanmeldung erweist sich damit als rechtswidrig. Im Sinne eines obiter 

dictum ist darauf hinzuweisen, dass im Gutachten der ABI GmbH vom 31. Oktober 

2022 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers aus 

rheumatologischer Sicht per 1. Januar 2022 erwähnt wird, womit eine relevante 

Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht sein könnte.

1.3. 

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Die angefochtene Verfügung ist folglich aufzuheben und durch den Entscheid zu 

ersetzen, nicht auf die Neuanmeldung vom Januar 2020 einzutreten. Hinsichtlich der 

Kosten- und Entschädigungsfolgen ist dieser Verfahrensausgang als ein Unterliegen 

des Beschwerdeführers zu qualifizieren, da die angefochtene Verfügung zwar korrigiert 

wird, die Rechtsposition des Beschwerdeführers aber nicht verbessert wird. Die 

angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten wären deshalb an sich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist er 

allerdings vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Da ihm 

auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat seiner 

Rechtsvertreterin eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen 

Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche 

Vertretungsaufwand ist als deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weil der 

Aktenumfang gering gewesen ist und weil sich das Rechtsproblem auf die 

Eintretenshürde bei einer Neuanmeldung beschränkt hat, was der Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers hätte bewusst sein müssen. Deshalb wird die Entschädigung 

auf 80 Prozent von 2’500 Franken, also auf 2’000 Franken, festgesetzt. Sollten es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der Beschwerdeführer zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung für die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP 

i.V.m. Art. 123 ZPO).

Entscheid

1.

Auf das im Januar 2020 eingereichte Rentenbegehren wird nicht eingetreten.

2.

Der Beschwerdeführer ist vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 Franken 

zu bezahlen, befreit.

3.

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wird vom Staat mit 2’000 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt.

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		2024-05-27T02:03:14+0200
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