# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b9469b8-c9c4-59c1-8f8e-1aefdeaa9670
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.09.2010 E-3650/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3650-2007_2010-09-06.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3650/2007/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richter Bendicht Tellenbach, 
Richterin Muriel Beck Kadima; 
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______, 
B._______, 
C._______, 
D._______, 
Serbien,
vertreten durch lic. iur. Simon Rosenthaler, Advokat, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 4. Mai 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3650/2007

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliessen  die  Beschwerdeführenden  den 
Heimatstaat am 10. April 2007 und gelangten am 11. April 2007 in die 

Schweiz, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchten. Am 12. April 2007 

wurden  die  Beschwerdeführenden  im  Empfangs-  und 

Verfahrenszentrum  Basel  befragt.  Das  BFM hörte  sie  am 25.  April  

2007 zu den Asylgründen an. 

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, sie stammten 

aus E._______ (Vojvodina) und gehörten der Volksgruppe der Roma 

an.  Vor  etwas mehr  als  einem Jahr  habe er  zusammen mit  seinem 

Vater  ein  Geschäft  eröffnet  und  mit  dem  Handel  mit  F._______ 

begonnen.  Seine  Arbeit  habe  darin  bestanden,  die  F._______  bei 

seinen Lieferanten abzuholen und sie für den Verkauf in sein Geschäft  

zu  bringen.  Auf  seinem  Arbeitsweg  sei  er  immer  wieder 

beziehungsweise  alle  zwei  bis  drei  Monate  von  maskierten 

Unbekannten  angehalten  und  zur  Bezahlung  von  Schutzgeldern 

aufgefordert oder beraubt worden – dies weil er Zigeuner sei. Er habe 

mehrere  tausend  Euro  bezahlt.  Trotz  entsprechender  Warnung  der 

Täter habe er sich mehrmals an die Polizei gewendet, welche jeweils 

ein Protokoll erstellt habe. Am Abend des 26. Januar 2007 seien drei 

bewaffnete  und maskierte  Männer  bei  ihnen ins  Haus eingebrochen 

und hätten Geld verlangt. Er sei geschlagen und dann an einen Stuhl 

gefesselt  worden. Auf der Suche nach Geld hätten die Unbekannten 

die Wohnungseinrichtung zerstört. Seine Ehefrau sei ins Schlafzimmer 

gebracht  und  dort  vergewaltigt  worden.  Als  die  Unbekannten 

Polizeisirenen  gehört  hätten,  hätten  sie  das  Haus  verlassen.  Wenig 

später sei  die Polizei  bei ihnen erschienen,  habe ihn befreit  und für 

seine Ehefrau die Sanität gerufen. Mit dem Rettungswagen seien sie 

ins  Spital  nach  G._______  gebracht  worden.  Seine  Ehefrau  sei 

während  elf  Tagen  hospitalisiert  gewesen.  Am  Samstag  vor  ihrer 

Ausreise seien sie von Unbekannten telefonisch aufgefordert worden, 

innerhalb  von  fünf  Tagen  Euro  10'000  zu  bezahlen,  ansonsten  sie 

umgebracht würden. Sein Vater habe ihm daraufhin geraten, das Land 

zu verlassen. 

Die Beschwerdeführerin ihrerseits führte im Wesentlichen an, sie seien 

immer  wieder  bedroht  worden.  Am  26.  Januar  2007  seien  drei 

Unbekannte in ihr Haus eingedrungen. Ihr Ehemann sei an einen Stuhl 

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gebunden  worden,  während  sie  von  zwei  Männern  vergewaltigt 

worden sei.  Nach einiger Zeit  sei  ärztlich Hilfe gekommen. Aufgrund 

der erlittenen Verletzungen am Kopf und den Beinen sei sie ins Spital 

gebracht  worden.  Sie  habe  Medikamente  bekommen  und  sei  nach 

einigen  Tagen  wieder  nach  Hause  entlassen  worden.  Vor  Ostern 

hätten sie einen anonymen Anruf erhalten.

B.
Mit Verfügung vom 4. Mai 2007 stellte das BFM fest, die Beschwerde -
führenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  lehnte  die 
Asylgesuche  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und ordnete deren Vollzug an. 

C.
Mit  Eingabe  vom  29.  Mai  2007  reichten  die  Beschwerdeführenden 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ein  und  beantragten 
sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei 
ihnen  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen. Sodann seien weitere Abklärungen vorzunehmen und es 
sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom  6.  Juni  2007  verwies  der  damals 
zuständige  Instruktionsrichter  den  Entscheid  über  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen  späteren 
Zeitpunkt und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 
Sodann  setzte  er  den  Beschwerdeführenden  First  zu  Einreichung 
einer  ergänzenden  Stellungnahme  sowie  zur  Einreichung  eines 
ärztlichen  Berichts  und  der  Entbindung  von  der  ärztlichen 
Schweigepflicht.

E.
Innert  der  angesetzten  Frist  reichten  die  Beschwerdeführenden  die 
Beschwerdeergänzung  vom  6.  Juni  2007,  einen  vorläufigen  Bericht 
des  H._______  vom  2.  Mai  2007  betreffend  den  Sohn  D._______ 
sowie  einen ärztlichen  Bericht  von Dr. med. I._______  vom 31. Mai 
2007 betreffend die Beschwerdeführerin zu den Akten. Es folgte ein 
ärztlicher Bericht des Psychiatrischen Dienstes des Spitals J._______ 
vom 26. Juni 2007 betreffend die Beschwerdeführerin. Mit  Schreiben 
vom 26. Juni 2007 reichten die Beschwerdeführenden ein Arztzeugnis 
von  Dr.  med.  K._______,  Gynäkologie  &  Geburtshilfe  vom 12.  Juni 

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2007  sowie  zwei  Rezeptverschreibungen  des  H._______  Sohn 
D._______ betreffend vom 2. Mai 2007 ein.

F.
Am 18. Juli 2007 ging ein weiterer Bericht der Psychiatrischen Dienste 
des  Spitals  J._______  vom  11.  Juli  2007  betreffend  den 
Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht ein.

G.
Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 9. August 2007 die 
Abweisung der  Beschwerde. Mit  Zwischenverfügung vom 14. August 
2007  unterbreitete  der  Instruktionsrichter  die  Vernehmlassung  den 
Beschwerdeführenden zur Stellungnahme. Innert der angesetzten Frist 
reichten diese am 27. August 2007 die Replik ein.

H.
Mit  Zwischenverfügung vom 24. Juli  2009 setzte die inzwischen neu 
zuständige  Instruktionsrichterin  den  Beschwerdeführenden  Frist  zur 
Einreichung aktueller ärztlicher Zeugnisse.

I.
Am 13. August 2009 ersuchte der neu mandatierte Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführenden um Einsicht  in die Akten und um Erstreckung 
der Frist zur Einreichung der ärztlichen Zeugnisse. 

J.
Mit Faxeingabe vom 13. August 2009 (Eingang Original am 17. August 
2009) ging beim Bundesverwaltungsgericht ein ärztliches Zeugnis des 
Psychiatrischen Dienstes des Spitals J._______ vom 13. August 2009 
betreffend den Beschwerdeführer ein.

K.
Mit Faxeingabe vom 17. August 2009 (Eingang Original am 18. August 
2009)  ging  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein  weiterer  ärztlicher 
Bericht  des  Psychiatrischen  Dienstes  des  Spitals  J._______  vom 
12. August 2009 betreffend die Beschwerdeführerin ein.

L.
Mit  Zwischenverfügung  vom  11.  September  2009  stellte  die 
Instruktionsrichterin fest, dass der Antrag um Fristerstreckung hinfällig 
geworden sei und stellte dem Rechtsvertreter die Beschwerdeakten in 
Kopie und unter Verweis auf Art. 32 Abs. 2  des Bundesgesetzes vom 

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20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) zu. Sodann leitete sie das Akteneinsichtsgesuch an das BFM 
weiter,  verbunden  mit  der  Aufforderung,  dieses  hinsichtlich  der 
Vorakten  zu  behandeln.  Gemäss  einer  Aktennotiz  des  BFM  vom 
21. September  2009  verzichtete  der  Rechtsvertreter  in  der  Folge 
telefonisch auf die Einsicht in weitere Akten.

M.
Mit  Eingabe  vom  18.  September  2009  beantragten  die 
Beschwerdeführenden  durch  ihren  Rechtsvertreter  erneut  die 
Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM  vom  4.  Mai  2007  sowie  die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 
Abs. 2 VwVG.

N.
Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  September  2009  wies  die 
Instruktionsrichterin  das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Verbeiständung ab.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach 
Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich 
des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz 
teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise Änderung und sind daher  zur  Einreichung der  Be-
schwerde  legitimiert.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte 

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Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 
48 Abs. 1 sowie 50 und 52 VwVG). 

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land, in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 
Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.
Die  Beschwerdeführenden  beantragen  in  der  Eingabe  vom  29.  Mai 
2007 weitere Abklärungen gemäss Art. 41 AsylG. Sinngemäss machen 
sie  somit  geltend,  der  Sachverhalt  sei  von  der  Vorinstanz  nicht 
vollständig  festgestellt  worden.  Indes  unterlassen  es  die 
Beschwerdeführenden, ihren Antrag in der Beschwerdeschrift auch nur 
ansatzweise zu begründen. Zudem ergeben sich vorliegend aufgrund 
der Akten keine Hinweise, wonach der Sachverhalt  nicht hinreichend 
erstellt  worden  wäre.  Es  besteht  demnach  keine  Veranlassung  zu 
weiteren Abklärungen, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen 
ist.

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5.  
5.1 Das  BFM  lehnte  die  Asylgesuche  ab,  da  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden  den  Anforderungen  an  das  Glaubhaftmachen 
gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten würden. Zur Begründung führte 
es aus, die Beschwerdeführenden seien nicht  in  der Lage gewesen, 
die  Täterschaft  zu  beschreiben,  dies  obwohl  der  Beschwerdeführer 
während eines Jahres von denselben Männern mehrmals beraubt und 
die  Beschwerdeführerin  von  ihnen  vergewaltigt  worden  sei.  Eine 
individualisierte und erlebnisgeprägte Beschreibung der Täter – selbst 
wenn  diese  maskiert  gewesen  seien  –  wäre  angesichts  der 
wiederholten  beziehungsweise  engen  Kontakte  indes  zu  erwarten 
gewesen. Sodann habe der Beschwerdeführer nicht angeben können, 
wie oft er Geld bezahlt habe und wann er zuletzt beraubt worden sei.  
Unverständlich  sei  ferner,  dass  nur  der  Beschwerdeführer  bedroht 
worden  sei  und  nicht  auch  dessen  Vater,  welcher  sein 
Geschäftspartner  sei.  Des  Weitern  hätten  sich  die 
Beschwerdeführenden  zum  Überfall  vom  Januar  2007  unvereinbar 
geäussert.  Namentlich  hätten  sie  unterschiedliche  Angaben  darüber 
gemacht,  ob  ihre  Kinder  etwas  vom  Überfall  mitbekommen  hätten, 
sowie  zur  Anzahl  der  erhalten  Drohanrufe. Diesbezüglich  hätten  sie 
zunächst  erklärt,  immer  wieder  solche  Anrufe  erhalten  zu  haben. 
Später hätten sie ausgesagt, nur einmal, am letzten Samstag vor der 
Ausreise, einen Drohanruf erhalten zu haben. Bei diesem Vorfall hätten 
die Täter Euro 10'000 verlangt und gesagt, dass sie sich in fünf Tagen 
wieder melden würden. Insoweit sei auch nicht nachvollziehbar, dass 
sich  der  Beschwerdeführer  nach  diesem Vorfall  nicht  an  die  Polizei 
gewendet habe. Nachdem die Behörden bereits früher Anzeigen durch 
den Beschwerdeführer entgegengenommen hätten, nach dem Überfall 
zu  seinem Haus gekommen seien und die  Beschwerdeführerin  zum 
Arzt gebracht hätten, hätte den Beschwerdeführenden der Schutzwille 
der Polizei bewusst sein müssen. Schliesslich seien die Darstellungen 
der  Beschwerdeführerin  zum  Überfall  und  zur  Vergewaltigung  vage, 
unsubstanziiert  und  pauschal  ausgefallen.  Gesamthaft  betrachtet 
würden sich ihre Aussagen in Allgemeinplätzen, die in dieser Form von 
jeder beliebigen Person nacherzählt werden könnten, erschöpfen. Die 
einfach gehaltene Darstellung sei indes mit der erfahrungsgemäss um 
ein  Vielfaches  komplexeren  Wirklichkeit  in  keiner  Art  und  Weise  zu 
vereinbaren. Zudem seien die Schilderungen weder von persönlicher 
Betroffenheit  noch  von  subjektiven  Empfindungen  gekennzeichnet. 
Insgesamt seien die Vorbringen der Beschwerdeführenden daher nicht 
glaubhaft.  An  dieser  Einschätzung  würden  auch  die  eingereichten 

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medizinischen Unterlagen sowie der  Polizeirapport  nichts  zu  ändern 
vermögen.  Einzig  sei  zu  erwähnen,  dass  beim  Polizeirapport  sowie 
beim ärztlichen Gutachten, mit welchem die Beschwerdeführenden die 
Vergewaltigung  der  Beschwerdeführerin  nachweisen  wollten,  die 
Jahreszahlen manipuliert worden seien.

5.2 In  der  Rechtsmitteleingabe  und  deren  Ergänzung  halten  die 
Beschwerdeführenden  an  der  Glaubhaftigkeit  ihrer  Vorbringen  fest. 
Ihre Aussagen würden verschiedene Realkennzeichen (Detailreichtum, 
Schilderung  nebensächlicher  Einzelheiten,  unverstandene 
Handlungselemente,  Schilderung  psychischer  Vorgänge)  enthalten. 
Diese Kriterien, welche für die Tatsächlichkeit der Vorbringen sprechen 
würden, habe das BFM nicht berücksichtigt. Was die Maskierung der 
Täter anbelange, so könne ein Material nur beschrieben werden, wenn 
man es habe berühren können. Sodann sei der Beschwerdeführer so 
häufig von den Unbekannten zu Geldzahlungen aufgefordert worden, 
dass er es nicht mehr genau sagen könne. Zwei Tage vor dem Überfall  
hätten die  Beschwerdeführenden einen Drohanruf,  danach nur  noch 
Anrufe  erhalten.  Bezüglich  der  Frage,  ob  die  Kinder  vom  Überfall 
etwas  gehört  hätten,  liege  entgegen  der  Ansicht  des  BFM  kein 
Widerspruch vor. Die  Kinder  hätten  wohl  mitgekommen,  dass  etwas 
vor  sich  gegangen  sei,  aber  nicht  was  genau. Es  sei  ganz  normal, 
dass sich die Nachbarn nicht gemeldet hätten, denn sie hätten Angst 
und deshalb auch nicht als Zeugen des Unfalles auftreten wollen. Im 
Übrigen sei  die Polizei  anlässlich des Überfalles zu spät  gekommen 
und  habe  sie  nicht  mehr  vor  den  Angriffen  schützen  können. 
Schliesslich sei es für jede Frau schwierig, über eine Vergewaltigung 
zu  sprechen.  Im  Übrigen  habe  es  das  BFM  unterlassen,  die 
eingereichten Beweismittel zu würdigen.

5.3 In der Vernehmlassung führte das BFM aus, die Bedingung für die 
Diagnose  einer  Posttraumatischen  Belastungsstörung  sei  der 
Nachweis  eines  ursächlichen  Traumas  sowie  bestimmter 
psychopathologischer  Kriterien.  Vorliegend  würden  indes  an  den 
Vorbringen der Beschwerdeführenden und somit an den Ursachen der 
diagnostizierten  Posttraumatischen  Belastungsstörung  erhebliche 
Zweifel bestehen.

5.4 In  der  am  18.  September  2009  eingereichten 
Beschwerdeergänzung  wird  ausgeführt,  die  vorinstanzlichen 
Erwägungen  würden  auf  einer  laienhaften  und  oberflächlichen 

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Einschätzung  berufen.  Vorliegend  seien  psychologische  und 
psychiatrische  Kenntnisse  unabdingbar,  um  die  Glaubwürdigkeit  der 
Aussagen  beurteilen  zu  können.  Nach  ärztlicher  Ansicht  seien  die 
Ursachen  der  Posttraumatischen  Belastungsstörung  des 
Beschwerdeführers  die  wiederholten  Überfälle.  Der  vorinstanzlichen 
Argumentation,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers 
betreffend  die  Überfälle  nicht  glaubhaft  seien,  sei  somit  klar  die 
Grundlage  entzogen.  Betreffend  die  Beschwerdeführerin  stehe  die 
Ursache  der  Posttraumatischen  Belastungsstörung  in  eindeutigem 
Zusammenhang mit dem Überfall vom 26. Januar 2007. Demnach sei 
die Auffassung des BFM, dass weder  eine persönliche Betroffenheit 
noch  subjektives  Empfinden  die  Schilderungen  der 
Beschwerdeführerin  untermauern  würden,  widerlegt.  Aufgrund  der 
fachärztlichen Feststellung sei  offensichtlich,  dass  die  traumatischen 
Erlebnisse  stattgefunden  hätten.  Die  Beschwerdeführenden  würden 
demnach die Flüchtlingseigenschaft erfüllen.

6.
6.1 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren 
Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen 
Erfahrung  widersprechen. Darüber  hinaus muss die  gesuchstellende 
Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann 
nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet 
nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige 
Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im 
Gegensatz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und 
lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer 
Gesamtwürdigung  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden  sprechen,  überwiegen 
oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl.  
Art.  7  Abs.  2  und  3  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 
S. 190 f.).

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6.2
6.2.1 Die  Beschwerdeführenden  halten  in  ihren  Eingaben  an  der 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen fest. Sie bestreiten die vorinstanzliche 
Würdigung  und  legen  als  Beweismittel  für  die  Tatsächlichkeit  ihrer 
Vorbringen einen Polizeirapport und mehrere Arztzeugnisse ins Recht.

Die Beschwerdeführenden machen geltend, am 26. Januar 2007 von 
Unbekannten daheim überfallen worden zu sein. Nachdem die Polizei 
auf Veranlassung der Nachbarn vorbeigekommen sei, sei die Ehefrau 
ins  Spital  gebracht  worden.  Dieses  Vorkommnis  belegen  die 
Beschwerdeführenden einerseits mit einem Rapport der Polizeistation 
E._______, andererseits mit einem ärztlichen Bericht vom 26. Januar 
2007. Zu diesen zwei Beweismitteln ist zunächst festzuhalten, dass sie 
entgegen dem in der Rechtsmitteleingabe erhobenen Vorwurf von der 
Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  gewürdigt  wurden  (vgl. 
Verfügung  vom  4.  Mai  2007,  S.  4,  4.  Abschnitt  in  fine).  Zu  den 
Dokumenten  ist  sodann  festzustellen,  dass  auf  beiden  offensichtlich 
sämtliche Jahreszahlen von 2006 auf 2007 abgeändert wurden. Dass 
sich  sowohl  die  Polizeistation  als  auch  das  Spital  bezüglich  des 
Datums  unabhängig  voneinander  verschrieben  hat,  ist  nicht 
anzunehmen. Demnach handelt es sich sich bei beiden Dokumenten 
zwingend  um verfälschte  Beweismittel.  Weiter  ist  festzustellen,  dass 
die  Beschwerdeführerin  die  im  ärztlichen  Attest  angeführten 
Verletzungen  im  Genitalbereich  anlässlich  der  Befragung  durch  das 
Bundesamt nicht  erwähnt  hat,  sondern vielmehr  angegeben hat,  sie 
sei  am Kopf  verletzt  worden und habe vom Halten Verletzungen an 
den  Beinen  gehabt.  Insoweit  bestehen  erste  Zweifel  am  geltend 
gemachten  Sachverhalt.  Im  Weiteren  wirken  die  Schilderungen  der 
Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  dem  Überfall  sowie 
insbesondere  der  Vergewaltigung  entgegen  der  in  der 
Rechtsmitteleingabe  vertretenen  Ansicht  unbestimmt,  oberflächlich 
und  lassen  insbesondere  die  persönliche  Betroffenheit  der 
Berichtenden vermissen. Allerdings ist mit den Beschwerdeführenden 
festzustellen,  dass  gewissen  Schilderungen  der  Beschwerdeführerin 
durchaus Realkennzeichen aufweisen. Diese beziehen sich indes nicht 
auf  die  Vergewaltigung  als  solcher,  sondern  beschreiben  vielmehr 
Vorkommnisse  danach.  Die  Beschwerdeführerin  war  gemäss  ihren 
eigenen Angaben nach der Geburt ihres zweiten Kindes wegen einer 
(...)operation  ([...])  im  Spital.  Im  Zusammenhang  mit  der  dabei 
erfolgten  Diagnose  sowie  der  schweren  Operation  hat  die 
Beschwerdeführerin  mit  Sicherheit  sehr  schwierige  physische  und 

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psychische  Momente  erlebt.  Indes  sind  allein  diese  wenigen 
Aussagemerkmale  vorliegend  nicht  geeignet,  die  bestehenden, 
ernsthaften  Zweifel  an  der  geltend  gemachten  Vergewaltigung  der 
Beschwerdeführerin zu beseitigen. 

Vielmehr  werden  die  vorliegend  angeführten   Zweifel  durch  weitere 
Unstimmigkeiten  in  den  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  zum 
Vorfall  vom 26.  Januar  2007  bestärkt.  Weder  der  Beschwerdeführer 
noch die Beschwerdeführerin waren in der Lage, die drei maskierten 
Unbekannten näher  zu  beschreiben. Entgegen der  von ihnen in  der 
Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht braucht eine Gesichtsmaske 
nicht  erst  berührt  zu  werden,  um deren Material  und Beschaffenheit 
beschreiben zu können. Weiter haben sich die Beschwerdeführenden 
in  wesentlichen  Punkten  der  Asylbegründung  unterschiedlich 
geäussert.  Namentlich  hat  die  Beschwerdeführerin  zu  Protokoll 
gegeben,  ihre  Kinder  seien  aufgrund  des  Lärmes  aufgewacht  und 
hätten zu weinen begonnen (vgl. A9, S. 7). Demgegenüber erklärte der 
Beschwerdeführer,  die  Kinder  hätten  von  dem  Überfall  nichts 
mitbekommen, da die Hausmauern eineinhalb Meter dick seien (vgl. 
A8,  S.  9).  Weiter  fragt  sich  in  Anbetracht  dieser  angeblichen 
Mauerdicke  ernsthaft,  wie  die  Nachbarn  den  Streit  hören  und  die 
Polizei verständigen konnten (vgl. Polizeirapport vom 26. Januar 2007). 
Ebenso  fraglich  ist,  wie  die  Unbekannten  im  Streit  mit  den 
Beschwerdeführenden  und  bei  der  angeblichen  Mauerdicke  die 
Polizeisirenen hören und noch rechtzeitig das Haus verlassen konnten. 
Zudem ist in diesem Zusammenhang auch nicht nachvollziehbar, dass 
Nachbarn zwar die Polizei verständigen, sich dann aber – wie in der 
Rechtsmitteleingabe dargelegt – nicht bei den Beschwerdeführenden 
als  ihre  Helfer  zu erkennen geben wollen. Der  Erklärungsversuch in 
der  Rechtsmitteleingabe,  dies  aus  Angst  nicht  zu  wollen,  vermag 
jedenfalls nicht zu überzeugen. 

Auch  zu  weiteren  Vorkommnissen  äusserten  sich  die 
Beschwerdeführenden  nicht  übereinstimmend. Anlässlich  der  beiden 
Befragungen machte der Beschwerdeführer unvereinbare Angaben zur 
Anzahl  der  Drohungen  nach  dem  Überfall  vom  26.  Januar  2007. 
Zunächst  erklärte  er,  nach  der  Rückkehr  seiner  Ehefrau  aus  dem 
Spital immer wieder bedroht worden zu sein (vgl. A2, S 5). Später gab 
er  an,  nur einen einzigen Drohanruf  erhalten zu haben,  nämlich  am 
Samstag  vor  der  Ausreise  (vgl.  A8,  S.  13).  Ferner  ist  nicht 
nachvollziehbar,  weshalb  nur  der  Beschwerdeführer  und  nicht  auch 

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dessen Vater als Geschäftsmitinhaber von den Unbekannten bedroht 
wurde. Ebenso stellt sich die Frage, wie der Beschwerdeführer in der 
Lage war, angeblich so hohe Beträge an seine Bedroher  zu leisten, 
wenn er gemäss seinen eigenen Angaben keine Bewilligung für den 
Verkauf der F._______ hatte und deshalb die eingekauften F._______ 
angeblich  seit  der  Eröffnung  des  Geschäfts  nicht  weiterverkaufen 
konnte. 

6.2.2 Als  weitere  Beweismittel  für  den  geltend  gemachten  Überfall 
haben  die  Beschwerdeführenden  im  Rahmen  des 
Rechtsmittelverfahrens  mehrere  ärztliche  Zeugnisse  eingereicht,  in 
welchen  bei  beiden  das  Vorliegen  einer  Posttraumatischen 
Belastungsstörung diagnostiziert wird.

Das Vorliegen eines schweren, tatsächlichen Traumas ist die "conditio 
sine  qua  non"  einer  Diagnose  der  Posttraumatischen  Belastungs-
störung (vgl.  JÜRG HÄFLIGER,  Die Posttraumatische Belastungsstörung, 
1. Teil,  in:  Ars  Medici  13/95,  S.  924).  Die  Symptomatik  einer 
Posttraumatischen  Belastungsstörung  kann  aber  auch  als  Reaktion 
auf  eine  nicht  besonders  extreme  Belastung  auftreten  oder  eine 
andere  Ursache  haben,  als  von  der  betroffenen  Person  geltend 
gemacht  wird.  Demnach  darf  allein  aus  dem  Vorliegen  des 
psychopathologischen  Bildes  einer  Posttraumatischen 
Belastungsstörung  nicht  auf  die  Existenz  eines  entsprechend 
schweren Traumas rückgeschlossen werden, wenn über Existenz und 
Schwere  des  Traumas  keine  Informationen  vorliegen  (vgl.  PROF. DR. 
MED. DIETER EBERT/PROF. DR.  MED. HILDBURG KINDT,  Die  posttraumatische 
Belastungsstörung  im  Rahmen  von  Asylverfahren,  in:  Verwaltungs-
blätter  für  Baden-Württemberg  2/2004,  S.  42  f.; DR.  MED.  MARTIN 
LEONHARDT/PROF.  DR.  MED.  KLAUS FOERSTER,  Probleme  bei  der  Begut-
achtung  der  Posttraumatischen  Belastungsstörung,  in:  Der  medizi-
nische  Sachverständige  99  {2003},  S.  151  f.).  Eine  diagnostizierte 
Posttraumatische  Belastungsstörung  stellt  somit  für  sich  allein  be-
sehen noch kein genügendes Indiz für einen im Heimatland angeblich 
erlittenen  Überfall  beziehungsweise  eine  Vergewaltigung  dar. Sie  ist 
vielmehr  im  Rahmen  der  Beweiswürdigung  in  Beziehung  zu  den 
anderen,  für  die  Beurteilung  der  Vorbringen  bedeutsamen 
Sachverhaltselementen zu bringen.

Vorliegend  ist  nicht  auszuschliessen,  dass  die 
Beschwerdeführerenden,  insbesondere  die  Beschwerdeführerin,  an 

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gewissen  psychischen  Problemen  leiden.  Die  behandelnden  Ärzte 
haben  denn  auch  bei  beiden  Beschwerdeführenden  das  Vorliegen 
einer  Posttraumatischen  Belastungsstörung  diagnostiziert.  Dazu  ist 
allerdings festzuhalten, dass die Ärzte ihre Diagnosen ausschliesslich 
gestützt  auf  die  Aussagen  ihrer  Patienten  abgestellt  haben.  Diese 
Angaben,  welche  mit  den  Asylvorbringen  identisch  sind,  haben  die 
Ärzte  nicht  hinterfragt  oder  in  Frage gestellt.  Wie  den vorstehenden 
Erwägungen zu entnehmen ist, bestehen jedoch erhebliche Zweifel an 
den  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführenden.  In  Anbetracht  dieser 
Sachlage können sie deshalb aus den eingereichten Arztberichten und 
den  darin  gestellten  Diagnosen  einer  Posttraumatischen 
Belastungsstörung  nichts  zu  ihren  Gunsten  im  Hinblick  auf  die 
Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen ableiten.

6.2.3 Schliesslich  vermögen  die  Beschwerdeführenden  mit  dem 
Wiederholen  der  bereits  aktenkundigen  Ausführungen  und  dem 
blossen  Festhalten  an  deren  Glaubhaftigkeit  in  ihren  Eingabe  nicht 
substanziiert  darzutun,  inwiefern  das  BFM  zu  Unrecht  auf 
Unglaubhaftigkeit geschlossen hat. Um Wiederholungen zu vermeiden, 
kann insoweit auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden.

6.3 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  es  den 
Beschwerdeführenden nicht  gelungen ist,  Gründe nach Art. 3  AsylG 
glaubhaft  zu  machen  oder  nachzuweisen.  Die  Vorinstanz  hat  ihre 
Asylgesuche demnach zu Recht abgelehnt.

7.
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu 
Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).  

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das 
Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über 

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die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 
des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

8.3 Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  den 
Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 

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Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass 
sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Herkunftsstaat  dort  mit  
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK oder  Art.  1 
FoK verbotenen Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wären. Gemäss 
Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) 
sowie  jener  des  UN-Anti-Folterausschusses  müssten  die 
Beschwerdeführenden eine konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen 
oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter 
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008, 
Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen ). Auch 
die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist – unter Vorbehalt von 
Art.  83  Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

8.5
8.5.1 Angesichts  der  heutigen  Lage  in  Serbien  muss  gemäss 
konstanter  Praxis  des Gerichts  nicht  von einer  Situation allgemeiner 
Gewalt  oder  kriegerischen  respektive  bürgerkriegsähnlichen 
Verhältnissen  gesprochen  werden.  Zwar  können  Übergriffe  von 
Privatpersonen  auf  Angehörige  der  Roma und  teilweise  behördliche 
Schikanen  sowie  Diskriminierungen  nicht  völlig  ausgeschlossen 
werden. Diese  erreichen  jedoch  im Allgemeinen  nicht  ein  Ausmass, 
das  den  Vollzug  der  Wegweisung  in  jedem  Fall  als  unzumutbar 
erscheinen  liesse.  Die  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  nach 
Serbien ist somit grundsätzlich zumutbar. 

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8.5.2 Im  Rahmen  des  Rechtsmittelverfahrens  haben  die 
Beschwerdeführenden  mehrere  ärztliche  Zeugnisse  betreffend  sie 
selbst sowie einen Arztbericht vom 2. Mai 2007 betreffend den Sohn 
D._______ eingereicht. 

Mit  Zwischenverfügung  vom  24.  Juli  2009  wurden  die 
Beschwerdeführenden  aufgefordert,  aktuelle  ärztliche  Zeugnisse 
beizubringen. Innert der angesetzten Frist sowie auch danach haben 
sie ärztliche Zeugnisse betreffend sie selbst,  indes keines betreffend 
ihren Sohn eingereicht. In  Anbetracht  dieser  Sachlage ist  betreffend 
den  Sohn  D._______  davon  auszugehen,  dass  die  im  Jahre  2007 
erfolgte  Behandlung  zwischenzeitlich  abgeschlossen  wurde  und  er 
keiner weiteren medizinischer Betreuung mehr bedarf. Anderslautende 
Hinweise sind den Akten jedenfalls nicht zu entnehmen.

Was  die  Beschwerdeführenden  anbelangt,  so  wird  in  den 
eingereichten  ärztlichen  Berichten  bei  beiden  das  Vorliegen  einer 
Posttraumatischen  Belastungsstörung  (ICD-10  F43.1)  sowie  beim 
Beschwerdeführer  eine  Zwangsstörung  mit  Zwangshandlung 
(vornehmlich [...]; ICD-10 F42.1) diagnostiziert. Wie bereits vorstehend 
dargelegt, bestehen erhebliche Zweifel am geltend gemachten Überfall 
vom  26.  Januar  2007  und  damit  an  der  Grundlage  der  ärztlichen 
Diagnose  der  Posttraumatischen  Belastungsstörung.  In  Anbetracht 
dieser  Sachlage  ist  davon  auszugehen,  dass  den  diagnostizierten 
Posttraumatischen Belastungsstörungen andere Ursachen als von den 
Ärzten  angenommen  zu  Grunde  liegen.  Allerdings  –  und  dies  ist 
vorliegend  entscheidrelevant  –  ist  festzustellen,  dass  beide 
Beschwerdeführenden  nicht  an  besonders  schweren  Formen  einer 
Posttraumatischen  Belastungsstörung  leiden.  Es  ist  ihnen  beiden 
daher  in  Zusammenarbeit  mit  ihren Therapeuten zuzumuten,  sich  in 
den kommenden Wochen im Rahmen von Gesprächen und allenfalls 
unter  Zuhilfenahme  von  entsprechenden  Medikamenten  gezielt  auf 
eine  Rückkehr  nach  Serbien  vorzubereiten.  Sollten  die 
Beschwerdeführenden  auch  nach  einer  Rückkehr  auf  eine 
fachärztliche Behandlung angewiesen sein, ist  eine solche nach den 
Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  auch  in  Serbien 
möglich. 

Die  gesundheitliche  Versorgung  der  Bevölkerung  in  Serbien  ist 
grundsätzlich so ausgestaltet, dass die von den Beschwerdeführenden 
allenfalls  benötigte  ambulante  psychiatrische  beziehungsweise 

Seite 16

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psychotherapeutische Therapie vor Ort weitergeführt werden kann und 
die  benötigten  Medikamente  erhältlich  sind.  Während  in  ländlichen 
Gebieten  die  Behandlung  psychischer  Krankheiten  nicht 
flächendeckend  möglich  ist,  bestehen  jedoch  psychiatrische 
Abteilungen in den Krankenhäusern der grösseren Städte (vgl. SFH, 
Serbien-Montenegro: Update zur sozialen und medizinischen Lage der 
Vertriebenen, März 2005, S. 15). Zudem hat sich in den vergangenen 
Jahren  die  psychiatrische  Versorgung  unter  der  Leitung  des 
psychiatrischen  Zentrums  der  Universitätsklinik  Belgrad  und  des 
Instituts  für  Psychiatrie  stetig  verbessert.  Auch  gibt  es  NGOs, 
internationale  und  kirchliche  Institutionen,  welche  gratis 
psychologische  Beratung  anbieten  (vgl.  Mental  Health  Policy  Paper, 
Reform  of  mental  health  care  in  Serbia:  ten  steps  plus  one,  World 
Psychiatry  2007,  6:51-53;  European  Union:  European  Commission, 
Serbia  2007  Progress  Report,  6.11.2007,  S. 14).  Entgegen  der  von 
den Beschwerdeführenden vertretenen Ansicht kann in Serbien auch 
nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  ethnischen  Roma  die 
Gesundheitsversorgung  grundsätzlich  verweigert  wird.  Sowohl  die 
Beschwerdeführerin und als auch der Sohn wurden vor der Ausreise in 
die  Schweiz  in  ihrem  Heimatstaat  an  verschiedenen  Spitälern 
medizinisch  behandelt.  Was weiter  die  geäusserten  Suizidgedanken 
der Beschwerdeführerin anbelangen, so ist dem Gericht bekannt, dass 
Ausländer,  deren  Asylgesuche  abgelehnt  werden  oder  die  in  lang 
andauernder  Ungewissheit  über  ihren  Aufenthaltsstatus  im  Gastland 
leben,  in  depressive  Stimmung  verfallen  und  bei  einem 
entsprechenden  Persönlichkeitsprofil  suizidale  Gedanken  entstehen 
können.  Diesbezüglich  ist  es  der  Beschwerdeführerin  ebenfalls 
zuzumuten, sich in Zusammenarbeit  mit  ihrer  Ärztin im Rahmen von 
therapeutischen Sitzungen sowie  gegebenenfalls unter  Zuhilfenahme 
von  entsprechenden  Medikamenten  adäquat  auf  eine  Rückkehr 
vorzubereiten. Schliesslich  ist  es  der  Beschwerdeführerin 
unbenommen, beim BFM einen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe 
zu stellen (Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG, Art. 75 AsylV 2). Damit liegen  
insgesamt  keine  Hindernisse  medizinischer  Art  vor,  welche  dem 
Vollzug der Wegweisung entgegenstehen. 

8.5.3 Weitergehend  sind  den  Akten  keine  Hinweise  zu  entnehmen, 
wonach der Wegweisungsvollzug aus einem anderen, in den Personen 
der  Beschwerdeführenden  liegenden,  Grund  nicht  zumutbar  wäre. Die 
Beschwerdeführenden lebten bis zu ihrer Ausreise ausschliesslich in der 
Provinz Vojvodina in Serbien und sind somit mit diesem Land verwurzelt. 

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Gemäss  ihren  Angaben  leben  die  (...)  des  Beschwerdeführers  im 
gemeinsamen Haus und eine (...) lebt ebenfalls in Serbien. Ferner leben 
verschiedene  Verwandte  der  Beschwerdeführerin  in  der  Provinz 
Vojvodina.  Damit  verfügen  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer 
Herkunftsregion über ein soziales Beziehungsnetz, auf welches sie bei 
einer  Rückkehr  zurückgreifen können. Zwar  hat  der  Beschwerdeführer 
laut seinen Angaben keinen Beruf erlernt, indes hat er während Jahren 
für  verschiedene  Firmen  F._______  verkauft  und  ein  Jahr  vor  seiner 
Ausreise zusammen mit seinem Vater eine eigene Firma gegründet. Vor 
diesem  Hintergrund  ist  davon  auszugehen,  dass  die 
Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  nach  Serbien  eine  eigene 
Existenz aufbauen können. Auch wenn die  Arbeitssituation  in  Serbien 
eher  schwierig  ist,  ist  nicht  von vornherein  auszuschliessen,  dass  die 
Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  keine  Anstellung  finden 
werden.  Jedenfalls  stellen  blosse  soziale  und  wirtschaftliche 
Schwierigkeiten,  wie  namentlich  der  Mangel  an  Wohnungen  und 
Arbeitsstellen,  nach  der  weiterhin  zutreffenden  und  gültigen 
Rechtsprechung der ARK auch für das Bundesverwaltungsgericht keine 
existenzbedrohende Situation dar, welche den Vollzug der Wegweisung 
als unzumutbar erscheinen liesse  (vgl. EMARK 2005 Nr. 24, E. 10.1, S. 
215). Schliesslich ist  die Wegweisung auch unter dem Blickwinkel  des 
Kindeswohls der Söhne der Beschwerdeführenden zumutbar. Die beiden 
Knaben sind heute (...) und (...) Jahre alt. Aufgrund ihres Alters sind sie 
noch  sehr  stark  eltern-  sowie  familienbezogen  und  haben  sich  noch 
wenig  im  schweizerischen  Umfeld  ausserhalb  des  Elternhauses 
integriert. Eine Rückkehr nach Serbien stellt für sie daher entgegen der in 
der Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht keine Entwurzelung dar.

8.5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Gründe vorliegen, 
die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen.

8.6 Die  Beschwerdeführenden  sind  im  Besitze  von  Identitätskarten, 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Insgesamt ist  der  durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

Seite 18

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10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11.
11.1 Die  Beschwerdeführenden  beantragen  die  unentgeltliche 
Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG. Gemäss dieser Bestimmung 
wird  von  der  Erhebung  von  Verfahrenskosten  abgesehen,  wenn  die 
Beschwerdeführenden  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügen 
und ihre Begehren nicht aussichtslos erscheinen.

11.2 Aufgrund  der  Akten  ist  von  der  Bedürftigkeit  der 
Beschwerdeführenden auszugehen. Zudem waren die Begehren auch 
nicht  als  aussichtslos  zu  bezeichnen,  weshalb  das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 
VwVG gutzuheissen  ist,  womit  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen 
sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 19

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, 
das BFM und (...).

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Barbara Balmelli

Versand: 

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