# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c14872a-8dce-5e78-920c-f6cbd468b304
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-11-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.11.2004 SF 2004 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-42_2004-11-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 08. November 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 42 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer, Jegen und Burtscher
Aktuar ad hoc L. Duff

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In der Strafsache

der Z., Angeklagte, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fry-
berg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. September 2004, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. Z. wurde am 3. November 1977 in A. geboren, wo sie zusammen mit 
einer Schwester bei den Eltern aufwuchs. In A. besuchte sie auch die Schulen, näm-
lich 6 Jahre die Primar-, 1 Jahr die Sekundar- und 2 Jahre die Realschule. Nach 
Schulabschluss absolvierte sie gleichenorts bei der Firma B. eine 2-jährige Lehre 
als Textilverkäuferin, die sie im Jahre 1995 erfolgreich abschloss. Nach einem wei-
teren Jahr im Lehrbetrieb trat die Angeklagte eine Stelle als Abteilungsleiterin bei 
C. in E. an. Dort arbeitete sie während gut 3 Jahren und war danach bei D., ebenfalls 
in E., als stellvertretende Filialleiterin tätig. Im Sommer 2002 zog Z. nach A. zurück, 
wo sie bei F. eine Anstellung als Retailmanagerin fand. Bis zu ihrer Verhaftung am 
20. Februar 2004 war die Angeklagte in diesem Geschäft tätig. 

Zuletzt erzielte Z. ein Monatseinkommen von brutto CHF 3'600.--. Sie hat 
Schulden in der Höhe von CHF 20'000.-- (Darlehen).

Die Angeklagte ist ledig und hat keine Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.

Im schweizerischen Strafregister ist Z. zwei Mal verzeichnet: Am 17. April 
1997 verurteilte sie der Kreispräsident Davos wegen mehrfacher Vergehen und 
Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 30 Tagen Gefängnis und ei-
ner Busse von CHF 1'000.--. Die Freiheitsstrafe wurde unter Anordnung einer 2-
jährigen Probezeit aufgeschoben. Zudem wurde sie von der gleichen Instanz am 
16. Januar 2003 der Entwendung zum Gebrauch und der mehrfachen Übertretung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und mit einer Busse von 
CHF 500.-- bestraft.

Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden geniesst die An-
geklagte in A. einen guten Ruf. Von ihrer letzten Arbeitgeberin wird sie als anstän-
dig, fleissig und zuverlässig beschrieben.

Z. befand sich vom 20. Februar 2004 bis am 15. März 2004 in Untersu-
chungshaft. Am 15. März 2004 trat sie den vorzeitigen Massnahmevollzug an und 
lebt zur Zeit in einer therapeutischen Wohngemeinschaft in W..

Über die Angeklagte wurde im Auftrag des Untersuchungsrichters ein psych-
iatrisches Gutachten verfasst. In seiner Expertise kommt Dr. med. G. unter anderem 
zum Schluss, dass Z. opiat- und kokainabhängig und somit rauschgiftsüchtig im 
Sinne von Art. 44 StGB ist. Demzufolge empfiehlt er die Einweisung der Angeklag-
ten in eine entsprechende Massnahmeanstalt, wobei eine ambulante Behandlung 
nicht genüge. Des Weiteren kommt der Experte zum Schluss, dass bei Z. zum Zeit-

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punkt der Taten ein leichtgradige Verminderung der Zurechnungsfähigkeit vorgele-
gen habe. 

B. Z. wird der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sowie der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG angeklagt. Dieser Anklage 
liegt nach Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. September 
2004 der folgende Sachverhalt zugrunde:

„1.a)Von Mai 2002 bis Ende Januar 2004 kaufte die Angeklagte in E. von 
verschiedenen ihr namentlich nicht bekannten Personen in mehreren 
Malen insgesamt ca. 421.4 Gramm Kokain, wobei sie den Stoff jeweils 
in Einheiten von 10 bis 30 Gramm bezog. Für die gesamte Menge be-
zahlte sie rund CHF 27'520.-- was einem durchschnittlichen Gramm-
preis von gut CHF 65.-- entspricht.

Vom erwähnten Kokain veräusserte Z. zwischen Mai 2002 und Februar 
2004 in A. an mehrere Personen insgesamt mindestens 158.4 Gramm 
für total ca. CHF 16'700.--, was einen durchschnittlichen Grammpreis 
von gut CHF 105.-- ergibt. Zudem gab sie in der gleichen Zeitspanne 2 
Linien Kokain à ca. 0.2 Gramm für Dienstleistungen ab und überliess ihr 
bekannten Personen unentgeltlich mindestens 4 Linien à 0.2 Gramm.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Geschäfte:

- Zwischen Mai 2002 und Februar 2004 verkaufte Z. in mehreren Ma-
len insgesamt ca. 12 Gramm Kokain an H. für total ca. CHF 1'200.--.

- In der gleichen Zeitspanne veräusserte sie in mehreren Malen min-
destens 9 Gramm Kokain an I. zum Gesamtpreis von CHF 900.--. 
Zudem überliess sie dem Genannten in der selben Zeit mindestens 2 
Linien Kokain à 0.2 Gramm unentgeltlich. 

- Ebenfalls zwischen Mai 2002 und Februar 2004 verkaufte die Ange-
klagte in ungefähr 3 Malen ca. 3 Gramm Kokain an J. für insgesamt 
CHF 300.--.

- Zwischen ca. Juni 2002 und Mai 2003 übergab sie K. in 1 Mal ca. 5 
Gramm Kokain. Dafür verlangte sie CHF 500.--.

- Im Sommer 2002 oder im Sommer 2003 verkaufte Z. in mehreren 
Malen ca. 16 Gramm Kokain an L. für total CHF 1'600.--. 

- Zwischen Sommer 2002 und Juni 2003 veräusserte sie in mehreren 
Malen ca. 12 Gramm Kokain an M. zu einem Gesamtpreis von rund 
CHF 1'280.--, wobei CHF 200.-- dieses Betrages noch ausstehend 
sind. Zudem überliess sie ihm in der gleichen Zeitspanne 2 Linien 
Kokain à mindestens 0.2 Gramm unentgeltlich.

- In der Zeit von Herbst 2002 bis ca. Mai 2003 verkaufte die Angeklagte 
in mehreren Malen N. mindestens 50 Gramm Kokain zu einem Ge-
samtpreis von ca. CHF 5'200.--.

- Von etwa Oktober 2002 bis November 2003 übergab sie O. in meh-
reren Malen insgesamt rund 37.4 Gramm Kokain für total ca. CHF 
4'280.--. 

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- Im Sommer 2003 verkaufte Z. in 2 Malen 5 Gramm Kokain für total 
mindestens CHF 500.-- an P..

- Zwischen September 2003 und Januar 2004 übergab sie in mehreren 
Malen insgesamt ca. 3 Gramm Kokain an Q. und verlangte dafür CHF 
300.--. Zudem gab sie dem Genannten in der gleichen Zeitspanne 2 
Linien Kokain à mindestens 0.2 Gramm als Gegenleistung für Fahr-
dienste ab.

- Im Winter 2003/2004 verkaufte die Angeklagte in mehreren Malen ca. 
6 Gramm Kokain an R. für total rund CHF 640.--.

Bei der Angeschuldigten konnte kein Kokain sichergestellt werden. Es 
ist jedoch davon auszugehen, dass der Stoff zumindest mittlerer Qualität 
war und somit einen Reinheitsgehalt von durchschnittlich 42% aufwies.

b) Von Mai 2002 bis Februar 2004 kaufte Z. in E. von ihr namentlich nicht 
näher bekannten Personen in mehreren Malen insgesamt mindestens 
225 Gramm Heroin für total CHF 9'080.--. In der gleichen Zeitspanne 
bezog sie im Raum A. von Bekannten insgesamt 56.1Gramm Heroin für 
total CHF 2'660.-- (H. 30 Gramm für CHF 1'200.--; I. 20 Gramm für CHF 
1'040.--; R. 5 Gramm für CHF 250.--; K. 1.1 Gramm für CHF 170.--). Der 
durchschnittliche Grammpreis lag somit bei ca. CHF 42.--, wobei die An-
geklagte den Stoff in Einheiten bis zu 10 Gramm bezog. Zudem über-
liessen ihr - ebenfalls zwischen Mai 2002 und Februar 2004 - drei Per-
sonen insgesamt rund 3.6 Gramm Heroin unentgeltlich (H. 2 Gramm; I. 
ca. 1.2 Gramm; Q. 2 Linien à 0.2 Gramm). 

Von den bezogenen insgesamt etwa 284.7 Gramm Heroin gab die An-
geklagte in A. an ihr bekannte Personen insgesamt mindestens 60 
Gramm zum Einkaufspreis von total ca. CHF 2'400.-- ab.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Geschäfte:

- Zwischen Mai 2002 und Februar 2004 bezog Z. in mehreren Malen 
in E. für I. insgesamt ca. 20 Gramm Heroin, das sie ihm für CHF 800.-- 
überliess. Das Geld übergab ihr der Genannte jeweils, bevor sie den 
Stoff besorgte. 

- Von September 2003 bis Januar 2004 holte die Angeklagte für H. in 
E. in mehreren Malen insgesamt 40 Gramm Heroin. Dafür verlangte 
sie vom Genannten total CHF 1'600.--. H. übergab ihr das Geld je-
weils, bevor sie den Stoff bezog.

Bei der Angeklagten konnte kein Heroin sichergestellt werden. Es ist je-
doch davon auszugehen, dass der Stoff zumindest mittlerer Qualität war 
und somit einen Reinheitsgehalt von durchschnittlich 21 % aufwies.

2. Z. verwendete zwischen Mai 2002 und Februar 2004 total rund 261 
Gramm Kokain und etwa 224 Gramm Heroin für den Eigenkonsum. Zu-
dem konsumierte sie zwischen Sommer 2002 und Sommer 2003 zumin-
dest eine Linie „Speed“. 

Mit Verfügung vom 18. August 2004 wurden folgende bei der Angeschul-
digten sichergestellten Gegenstände beschlagnahmt: 1 Pesolawaage, 1 
Metallblech mit Betäubungsmittelrückständen, 1 Röhrchen mit Betäu-
bungsmittelrückständen, 2 Karten mit Betäubungsmittelrückständen, 1 
Jeansetui mit Betäubungsmittelrückständen sowie 8 Minigrip mit Betäu-
bungsmittelrückständen.“

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C. Mit Verfügung vom 23. Februar 2004 ernannte der zuständige Unter-
suchungsrichter Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg zum amtlichen Verteidi-
ger der Angeklagten.

D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 8. November 2004 vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden waren die Angeklagte, deren 
amtlicher Verteidiger und Staatsanwalt Dr. iur. A. Zindel anwesend. Gegen die Zu-
ständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichtes wurden keine Einwände er-
hoben. Im Rahmen der Verlesung der Akten zur Person führte Z. auf entsprechende 
Frage des Vorsitzenden aus, dass die Therapie gut verlaufe und machte verschie-
dene Angaben zum Tagesablauf. An einem Tag in der Woche gehe sie in E. zur 
Schule; während der Therapie sei sie bis anhin einmal rückfällig geworden. Die 
ebenfalls anwesende Bezugsperson in der Therapeutischen Wohngemeinschaft, 
Frau T., bestätigte den guten Verlauf und bezeichnete die Angeklagte als motiviert 
und therapiewillig. Z. sei bei Personal und Mitbewohnerinnen beliebt. Bezüglich der 
Rückfallgefahr sei der Schulbesuch in E. zwar nicht unproblematisch, doch sei an-
dernorts derzeit keine Ausbildungsmöglichkeit gegeben. Ihrer Ansicht nach sollte 
die Therapie auf jeden Fall fortgesetzt werden. Im Rahmen der Verlesung der Akten 
zur Sache zeigte sich die Angeklagte - wie bereits im Untersuchungsverfahren - 
vollumfänglich geständig, weshalb der Vorsitzende im Einverständnis mit dem an-
wesenden Staatsanwalt und dem amtlichen Verteidiger das abgekürzte Beweisver-
fahren durchführte. Auf Einzelheiten hinsichtlich der an die verschiedenen, in der 
Anklageschrift namentlich genannten Personen verkauften oder vermittelten Betäu-
bungsmittel wird in den nachfolgenden Urteilserwägungen näher eingegangen. 

Nach Abschluss des Beweisverfahrens hielt Staatsanwalt Dr. iur. A. Zindel in 
seinem Parteivortrag zunächst fest, dass die Angeklagte mit dem Verkauf von min-
destens 67 g reinem Kokain an verschiedene Abnehmer und dem Kauf von mindes-
tens 12 g reinem Heroin im Auftrag von zwei Personen die für die Annahme eines 
schweren Falles massgebliche Menge um das Fünffache überschritten habe. Zu-
dem habe Z. in der Zeit von Mai 2002 bis Februar 2004 erhebliche Mengen Betäu-
bungsmittel zum Eigenkonsum verbraucht. Entsprechend wiege ihr Verschulden 
schwer. Strafmindernd seien der gute Leumund der Angeklagten sowie die Tatsa-
che, dass sie nicht aus Gewinnsucht, sondern zur Finanzierung ihres Eigenkon-
sums gehandelt habe, zu gewichten. Aufgrund der Betäubungsmittelabhängigkeit 
könne Z. eine im Tatzeitpunkt leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit attestiert 
werden. Straferhöhend würden sich die mehrfache Begangenschaft sowie das Zu-
sammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen auswirken. Abschliessend bean-

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tragte der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren, den Einzug der an-
lässlich der Hausdurchsuchung vorgefundenen Betäubungsmittelutensilien und den 
Verzicht auf die Erhebung einer Ersatzabgabe. Angesichts der erwiesenen Betäu-
bungsmittelabhängigkeit und der Therapiewilligkeit der Angeklagten sei die Strafe 
im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 und 6 StGB zugunsten einer stationären Mass-
nahme aufzuschieben.

Der amtliche Verteidiger anerkannte den in der Anklageschrift relevierten 
Sachverhalt sowie die vom Untersuchungsrichter vorgenommene rechtliche Sub-
sumtion. Bei der Strafzumessung sei zunächst das Vorleben der Angeklagten zu 
berücksichtigen. Z. habe nicht aus Gewinnsucht gehandelt. Strafmindernd seien 
das vollumfängliche Geständnis und der Leumund zu werten, strafmildernd die im 
Zeitpunkt der Deliktsbegehung bestehende verminderte Zurechnungsfähigkeit. Im 
Lichte all dessen sei eine milde Bestrafung vorzunehmen; da die Massnahmebe-
dürftigkeit im Vordergrund stehe, der Therapiewille ausgewiesen sei und die Ange-
klagte darüber hinaus die Unterstützung ihrer Familie besitze, stehe die Anordnung 
einer stationären Massnahme klar im Vordergrund, weshalb in Bezug auf das Straf-
mass bewusst kein Antrag gestellt werde. Dem Verzicht auf die Erhebung einer Er-
satzabgabe sowie Einzug der Betäubungsmittelutensilien könne er sich - wie von 
der Staatsanwaltschaft beantragt - anschliessen.

In ihrem Schlusswort bekräftigte die Angeklagte nochmals ihre Absicht, den 
eingeschlagenen Weg weiter beschreiten und in Zukunft ein drogenfreies Leben 
führen zu wollen. 

 Auf die weitere Begründung der Anträge des Anklagevertreters und des amt-
lichen Verteidigers wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
näher eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Art. 19 Ziff. 1 BetmG stellt den unbefugten Handel mit Betäubungsmit-
teln unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich 
betrachtet wird. Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Gesetzgeber diejenigen 
Handlungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen können, dass Betäu-
bungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugänglich ge-
macht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 Abs. 1 
BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Mor-

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phin, Kokain und Cannabis. Unter anderem macht sich strafbar, wer unbefugt 
Betäubungsmittel auszieht (Abs. 2), unbefugt lagert (Abs. 3), unbefugt anbietet, ver-
teilt, verkauft, vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 
4), wer sie unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonstwie erlangt (Abs. 5) oder 
wer hierzu Anstalten trifft. Für die einfache Tatbegehung droht das Gesetz Gefäng-
nis bis zu drei Jahren (Art. 36 StGB) oder Busse bis zu Fr. 40'000.-- (Art. 48 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB) an, wobei Gefängnis und Busse gemäss Art. 50 Abs. 2 StGB mitein-
ander verbunden werden können. In schweren Fällen reicht die Strafandrohung von 
mindestens einem Jahr Gefängnis bis zu zwanzig Jahren Zuchthaus (Art. 35 StGB), 
womit eine Busse bis zu 1 Million Franken verbunden werden kann.

a) Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 BetmG insbesondere vor, 
wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine 
Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen kann. Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 
334), während eine Gesundheitsgefährdung - angesichts der erheblichen Verschär-
fung der Strafdrohung für einen schweren Fall ist Ziff. 2 lit. a von Art. 19 BetmG 
restriktiv auszulegen - nicht schon zu bejahen ist, wenn der Gebrauch einer Droge 
psychisch abhängig machen kann. Vielmehr ist dies erst dann der Fall, wenn der 
Konsum der Droge seelische oder körperliche Schäden verursachen kann, wobei 
die Gefahr für die Gesundheit ausserdem eine nahe liegende und ernstliche sein 
muss (BGE 121 IV 333; BGE 125 IV 93). Massgebend ist dabei allein, wie viele 
Konsumenten gefährdet werden könnten und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet 
worden sind, ist Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG doch als abstraktes Gefährdungsdelikt 
ausgestaltet. Unerheblich ist auch, ob durch die Tathandlung neue Abnehmerkreise 
erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind (BGE 118 IV 205 f.; 
BGE 120 IV 338).

 Das Bundesgericht hat unter Beachtung der in konstanter Rechtsprechung 
entwickelten Kriterien den massgeblichen Grenzwert bei Heroin auf 12 Gramm und 
bei Kokain auf 18 Gramm festgelegt, wobei es keine Rolle spielt, ob der Täter die 
Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen Teilmen-
gen in Verkehr bringt (BGE 109 IV 145; BGE 114 IV 167; BGE 112 IV 363). Bei der 
Ermittlung der massgeblichen Menge ausser Betracht fallen lediglich die vom Täter 
für den Eigenkonsum verwendeten Mengen (BGE 110 IV 99). Entscheidend für die 
Subsumtion unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets die Menge reinen Stoffes (BGE 
122 IV 363). Handelt ein Täter mit verschiedenen Betäubungsmittelarten, ist eine 

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Verurteilung nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG nicht nur zulässig, wenn in Bezug auf 
je eine dieser Arten der Grenzwert erreicht wird; abzustellen ist stets auf die Ge-
samtmenge. So liegt ein schwerer Fall insbesondere auch dann vor, wenn der Täter 
beispielsweise 6 Gramm Heroin (50% von 12 Gramm) und 9 Gramm Kokain (50% 
von 18 Gramm) verkauft, weil mit dieser Menge von Drogen die Gesundheit vieler 
Menschen in Gefahr gebracht werden kann (BGE 112 IV 112 f.).

b) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, dass der 
Täter weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun die Gesundheit vieler 
Menschen gefährden kann. Dieses Wissen um das Gefährdungspotential des um-
gesetzten Rauschgiftes dürfte im Rahmen zentraleuropäischer Verhältnisse im Hin-
blick auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogen-missbrauch 
in der Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Erfahrungen 
mit Drogen gemacht haben (BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse Menge 
genügt Eventualvorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge umzuset-
zen, ist demnach nicht erforderlich (BGE 112 IV 113). Entscheidend ist folglich, ob 
der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten Menge 
eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen.

2. Die Angeklagte hat den in der Anklageschrift relevierten Sachverhalt 
vollumfänglich anerkannt. Demzufolge bereitet die rechtliche Subsumtion ihres Ver-
haltens unter die Tatbestände der Art. 19 Ziff. 2 lit. a und Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
keine grösseren Schwierigkeiten; dennoch drängen sich zur Anklageschrift einige 
Bemerkungen grundsätzlicher Natur auf. Dies einerseits deshalb, weil einige der in 
der Anklageschrift namentlich erwähnten Abnehmer eine geringere Menge angeben 
und andererseits in einem Teil der Fälle die Personen weder polizeilich noch unter-
suchungsrichterlich zum Sachverhalt einvernommen wurden. Im Einzelnen ergibt 
sich folgendes:

a) In Bezug auf die in der Anklageschrift genannten Abnehmer H., I., J., 
O. und P. kann festgehalten werden, dass ihre Aussagen mit denjenigen der 
Angeklagten übereinstimmen. In der polizeilichen Aussage vom 26. Februar 2004 
(act. 4.12) gestand H., von Z. 12 g Kokain gekauft zu haben; ebenso bestätigte I. in 
der polizeilichen Einvernahme vom 17. März 2004, bei ihr 9 g Kokain gekauft und 2 
Linien à 0.2 g unentgeltlich erhalten zu haben. J. (polizeiliche Einvernahme vom 29. 
April 2004, act. 4.33) gestand den Kauf von insgesamt ca. 3 g Kokain; soweit 
unterschiedliche Angaben über den Zeitpunkt des Erwerbs bestehen, sind 
diesbezüglich - da für die Strafbarkeit unerheblich - keine weiteren Überlegungen 

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anzustellen. Nach anfänglichem Bestreiten (vgl. act. 4.24) gestand auch O., von Z. 
Kokain bezogen zu haben. Allerdings gab er in verschiedenen Einvernahmen 
zunächst eine deutlich geringere Menge an (act. 4.27 und 4.28); im Konfront mit Z. 
vom 12. März 2004 (act. 4.30) bestritt er die Mengenangaben der Angeklagten 
(insgesamt ca. 37.4 Kokain) schliesslich nicht mehr. Demgegegenüber bestätigte 
P. von Anfang an, von der Angeklagten insgesamt 5 g Kokain gekauft zu haben 
(act. 4.32). Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen ist der Tatbeweis somit 
rechtsgenüglich erbracht. 

b) M., Q. und R. haben durchwegs eine geringere Menge Kokain 
angegeben, welches sie von der Angeklagten bezogen haben wollen. Stellt nun das 
Kantonsgericht bei seiner Verurteilung auf die Angaben in der Anklageschrift ab, so 
gibt es damit zugleich kund, dass es die darin enthaltene Sachverhaltsdarstellung 
als zutreffend erachtet. Dies hat zur Folge, dass sich die Strafverfolgungsbehörden 
in den nachfolgenden Verfahren gegen diese Abnehmer im Bestreitungsfall 
erfahrungsgemäss auf das Urteil des Kantonsgerichts berufen. Es besteht somit die 
Möglichkeit, dass das gegen Z. gefällte Urteil eine präjudizielle Wirkung auf die 
gegen die einzelnen Abnehmer geführten Verfahren entfaltet. Vor diesem 
Hintergrund ist unbedingt darauf zu achten, dass auch beim geständigen 
Angeklagten von Amtes wegen anhand der Verfahrensakten geprüft wird, ob seine 
Angaben bezüglich der von ihm genannten Abnehmer und der hierbei jeweils 
angegebenen Menge ausgewiesen sind. Bekanntermassen liegt die Beweislast für 
die dem Beschuldigten zur Last gelegten Tat grundsätzlich beim Staat (Willy 
Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden [StPO], 2. 
Auflage, Chur 1996, S. 306). Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das 
Gericht nach freier, in der Hauptverhandlung  gewonnener Überzeugung, wobei es 
sich verbietet, einzelnen dieser Beweismittel eine vorrangige Bedeutung 
zuzumessen (Art. 125 Abs. 2 StPO). An den Tatbeweis sind hohe Anforderungen 
zu stellen; verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis der Täterschaft, denn mit solcher Gewissheit lassen sich infolge 
der Unzulänglichkeit des menschlichen Erkenntnisvermögens Tatsachen kaum je 
beweisen (Padrutt, a.a.O., S. 306). Insbesondere ist das Geständnis nur ein 
Beweismittel unter mehreren und es bildet keine wesentliche Voraussetzung mehr 
für eine Verurteilung, auch wenn es in aller Regel als relativ sichere Basis für eine 
solche erscheint (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 
613). Entsprechend kann nicht ohne weiteres auf die Angeklagten abgestellt und 
ihnen von vornherein ein höherer Wahrheitsgehalt zugesprochen werden als jenen 
der einzelnen Abnehmer. Es müssen mit anderen Worten eindeutige Anzeichen 

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vorliegen, welche die Angaben der Angeklagten hinsichtlich der Menge des 
verkauften Kokains als zutreffend erscheinen lassen. Dies trifft vorliegend zu. 
Zunächst ist festzuhalten, dass Z. einen überschaubaren Abnehmerkreis hatte und 
die Personen grösstenteils namentlich sowie teilweise seit ihrer Jugend kannte. Wie 
den Verfahrensakten weiter zu entnehmen ist, haben Q. und R. ihre Bezüge im 
Winter 2003/2004 getätigt, woraus folgt, dass die Angeklagte daher im Zeitpunkt 
der polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Einvernahmen über ein 
entsprechend gutes Erinnerungsvermögen verfügte und sich an Einzelheiten zu 
erinnern vermochte. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sie durchaus 
verlässliche Angaben zu den einzelnen Verkäufen machen konnte. Der Verkauf an 
M. (Sommer 2002 bis Juni 2003) liegt zwar etwas weiter zurück, doch konnte sich 
Z. auch in diesem Fall noch an bestimmte Details erinnern. So machte sie anlässlich 
der Hauptverhandlung geltend, dass M. sie teilweise bis zu vier Mal in der Nacht 
angerufen und nach Kokain gefragt habe. Erwähnt sei schliesslich, dass die 
Mengenangaben der Angeklagten in den polizeilichen und 
untersuchungsrichterlichen Einvernahmen mit jenen anlässlich der 
Hauptverhandlung übereinstimmen. Abgesehen davon ist auch kein Grund 
ersichtlich, weshalb Z. M. wider besseres Wissen belasten sollte. Aufgrund des 
umfassenden Geständnisses der Angeklagten, der übereinstimmenden Angaben 
anlässlich verschiedener Einvernahmen, der überschaubaren Anzahl der 
Abnehmer und den detaillierten Aussagen zu den einzelnen Verkäufen besteht für 
das Kantonsgericht kein Zweifel, dass die eingangs erwähnten Personen die in der 
Anklageschrift aufgeführten Mengen tatsächlich erworben haben.   

c) Mit  K., N. und L. werden drei weitere Personen namentlich 
aufgeführt, die von Z. Kokain erworben haben sollen. Hinsichtlich dieser Abnehmer 
liegen weder polizeiliche noch untersuchungsrichterliche Einvernahmen bei den 
Akten. Die unter lit. b dargelegten Grundsätze müssen umso mehr für jene 
Personen gelten, von denen keine Befragung bei den Akten liegt und welche sich 
demzufolge nicht zu den Angaben der Angeklagten äussern konnten. Die 
Aktenlage, wie sie sich vorliegend präsentiert, sowie die Ausführungen der 
Angeklagten am Rechtstag lassen allerdings auch in Bezug auf diese Abnehmer 
keine Zweifel am Erwerb der in der Anklageschrift erwähnten Mengen aufkommen. 
Insbesondere sei auch hier erwähnt, dass sich Z. an Einzelheiten zu erinnern 
vermochte; so habe K. die fünf Gramm Kokain auf einmal bezogen (vgl. act. 4.23, 
S. 3). Diese im Vergleich zu anderen Abnehmern hohe Menge - üblicherweise 
veräusserte die Angeklagte jeweils etwa ein Gramm pro Mal - resultiert daraus, dass 
K. das Kokain offenbar für sich und ihren Freund N. besorgte. Letzterem wird der 

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Kauf von insgesamt 50 g Kokain zur Last gelegt, wobei er nach Angaben von Z. an 
einem Abend bis zu 5 g bezogen habe (act. 4.23, S. 4). Angesichts dieses 
Konsumverhaltens, der im Übrigen widerspruchsfreien Aussagen der Angeklagten 
und der Tatsache, dass der Verkauf dieser Menge letztmals an der 
Hauptverhandlung vollumfänglich bestätigt wurde, ist der Tatbeweis 
rechtsgenüglich erbracht. Dasselbe gilt auch in Bezug auf L., welcher gemäss 
Anklageschrift insgesamt 16 Gramm von der Angeklagten erworben haben soll. 
Eigenen Angaben zufolge hat Z. an L. zwischen 1 und 5 g auf einmal verkauft. Hielt 
sich demzufolge die Anzahl der Kokainabnehmer wie auch jene der einzelnen 
Bezüge insgesamt in einem überschaubaren Rahmen, wird die Gefahr 
unzutreffender Mengenangaben deutlich verringert. Allfälligen Bedenken ist 
entgegenzuhalten, dass sich in jenen Fällen, in welchen die Käufer - entsprechend 
der verbreiteten Tendenz, das eigene Konsumverhalten in einem günstigeren Licht 
erscheinen zu lassen - geringere Mengenangaben machten, sich diese im Rahmen 
des Üblichen bewegten und deshalb bezüglich des Wahrheitsgehalts der Aussagen 
der Angeklagten keine erheblichen Zweifel aufkommen.

d) In Ziff. 1 lit. b der Anklageschrift wird der Angeklagten vorgeworfen, in 
E. für I. insgesamt ca. 20 g Heroin gekauft zu haben. Weitere 40 g seien an H. 
vermittelt worden. Die Angeklagte bestätigte den Vorhalt und machte geltend, sie 
habe das Geld von den beiden erwähnten Personen jeweils im Voraus erhalten (act. 
4.23). Während I. in der polizeilichen Einvernahme vom 17. März 2004 (act. 4.31) 
die Angaben der Angeklagten bestätigte, bezifferte H. in der Einvernahme vom 26. 
Februar 2004 (act. 4.12) die Menge auf ca. 25-32.5 g. Mit Bezug auf diese 
Abweichung kann auf das unter lit. b und c hiervor Erwähnte verwiesen werden; 
zudem liegt die an H. vermittelte Menge nicht um eine Vielfaches höher als jene, 
welche Z. im Auftrag von I. erworben hat. In der Tat spricht auch der eigene Konsum 
von H. dafür, dass er tatsächlich eine erhebliche Menge über die Angeklagten 
bezogen hat; eigenen Angaben zufolge hat er seit Anfangs Dezember 2003 nämlich 
insgesamt zwischen 92.5 und 105 g Heroin konsumiert (act. 4.12, S. 2). 

e) Wie erläutert, ist für die Annahme eines schweren Falles im Sinne von 
Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG auf die Menge reinen Stoffes abzustellen. Das 
Kantonsgericht hat sich daher notwendigerweise über die Reinheit des vom Täter 
umgesetzten Kokains auszusprechen. Die Angeklagte selbst konsumiert seit 
Jahren Heroin und Kokain, seit dem Jahre 2002 in stetig zunehmenden Masse. Die 
Qualität des Kokains bezeichnete sie in der Hafteinvernahme vom 21. Februar 2004 
(act. 2.4) als sehr gut, jene des Heroins als mittel bis gut. In der 

12

untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 4. März 2004 (act. 4.23) machte sie 
geltend, das Kokain habe zunächst „gassenübliche“, das heisst eher schlechtere 
Qualität aufgewiesen; ab September 2003 sei diese gestiegen. Die Qualität des 
Heroins sei je nach Bezugsquelle unterschiedlich gewesen, auch hier habe sich 
nach dem September 2003 eine Verbesserung eingestellt. An der 
Hauptverhandlung machte Z. geltend, dass die Qualität des Kokains 
durchschnittlich gewesen sei, jene des Heroins eher schlechter als besser. Nach 
den letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen (vgl. SJZ 95 [1999] Nr. 21, S. 511) 
hat Kokain bei Kleinmengen und bei guter Qualität einen Reinheitsgrad von 
durchschnittlich 71% und bei mittlerer Qualität einen solchen von 38%. Heroin weist 
bei guter Qualität  einen Reinheitsgrad von 41% auf, bei durchschnittlicher Qualität 
21%. Da bei der Angeklagten weder Kokain noch Heroin gefunden und daher der 
Reinheitsgrad der erworbenen Betäubungsmittel nicht mit wissenschaftlicher 
Genauigkeit festgelegt werden konnte, ist diesbezüglich auf die Angaben von Z. 
abzustellen. Demzufolge liegt die Qualität des Kokains insgesamt über dem 
Durchschnitt und es spricht nichts dagegen, mit der Staatsanwaltschaft von einem 
Reinheitsgrad von mindestens 42% auszugehen, während beim Heroin 
durchschnittliche Qualität (Reinheitsgrad: 21%) vorliegt. Insgesamt hat die 
Angeklagte somit ca. 67 g reines Kokain an verschiedene Abnehmer verkauft und 
zudem ca. 12 g reines Heroin an I. und H. vermittelt. 

3. Mit dem Verkauf von insgesamt 67 g reinem Kokain und der 
Vermittlung von 12 g reinem Heroin an 11 Abnehmer hat die Angeklagte den 
objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG zweifellos erfüllt, hat sie doch 
die für die Annahme eines schweren Falles festgesetzte Menge von 18 g um ein 
Mehrfaches überschritten. In subjektiver Hinsicht ist für die Widerhandlung gegen 
Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG Vorsatz erforderlich. Vorsätzlich handelt gemäss Art. 18 
Abs. 2 StGB, wer ein Verbrechen oder Vergehen mit Wissen und Willen ausführt. 
Zum Vorsatz gehört nur das auf die objektiven Merkmale des Tatbestandes 
bezogene Wissen und Wollen, nicht hingegen das Bewusstsein der 
Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Strafbarkeit (BGE 107 IV 207). Der Täter 
muss wissen, dass der verkaufte Stoff Heroin, Kokain oder ein anderes 
Betäubungsmittel ist (Peter Albrecht, Kommentar zum Schweizerischen Strafrecht, 
Sonderband Betäubungsmittelstrafrecht, Art. 19-28 BetmG, Bern 1995, N 85 f. zu 
Art. 19). Vorliegend besteht kein Zweifel, dass Z. vorsätzlich mit Kokain und Heroin 
handelte. Zudem war bei der Angeklagten aufgrund der einschlägigen Vorstrafen 
das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit des Handels mit diese Betäubungsmitteln 
klar vorhanden. Aufgrund der zahlreichen, zwischen Mai 2002 und Februar 2004 

13

getätigten Verkäufe nahm es die Angeklagte zumindest in Kauf, eine solche Menge 
von Betäubungsmitteln abzusetzen, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen kann (BGE 112 IV 113). Wie erwähnt, wurde sie bereits zweimal 
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt, was sie 
indessen nicht davon abhielt, weiter Drogen zu konsumieren und an Drittpersonen 
zu verkaufen. Somit liegt auch subjektiv ein schwerer Fall eines Verstosses gegen 
das Betäubungsmittelgesetz vor. 

4. Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. In leichten Fällen kann 
das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden; es kann auch 
eine Verwarnung ausgesprochen werden.

a) Für die Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG kommt es auf die 
Quantität des konsumierten Stoffes nicht an; selbst der einmalige Gebrauch einer 
geringfügigen Menge ist strafbar. Im Übrigen erfasst der Tatbestand nur jene 
Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem eigenen Drogenkonsum dienen 
und somit eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen ist. Demzufolge schliessen 
Beschaffungshandlungen, die zum Drogenkonsum Dritter führen oder konkret 
führen können - so etwa Verkauf oder Vermittlung - die Anwendung von Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG aus (Thomas Fingerhuth/Christoph Tschurr, Kommentar zum 
Betäubungsmittelgesetz, Zürich 2002, S. 156). Ob ein leichter Fall im Sinne von Ziff. 
2 der Bestimmung vorliegt, ist anhand aller objektiver und subjektiver Umstände des 
Einzelfalles zu prüfen, wobei dem Richter ein weiter Ermessensspielraum zusteht. 
Auch bei Konsum von Haschisch ist nicht stets ein leichter Fall gegeben. Die 
Annahme eines leichten Falles ist beispielsweise ausgeschlossen, wenn jemand 
regelmässig Haschisch konsumiert und nicht die Absicht hat, sein Verhalten zu 
ändern (BGE 124 IV 44).

b) Z. ist geständig, in der Zeit von Mai 2002 bis zu ihrer Festnahme im 
Februar 2004 insgesamt ca. 261 g Kokain und ca. 224 g Heroin für den 
Eigenkonsum verwendet zu haben. Hinzu kommt mindestens eine Linie des 
Betäubungsmittels „Speed“, welche sie zwischen Sommer 2002 und Sommer 2003 
konsumierte. Damit steht fest, dass sie mehrfach gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
verstossen hat. Der regelmässige Konsum während einer Zeitspanne von fast zwei 
Jahren macht deutlich, dass vorliegend nicht mehr von einem leichten Fall im Sinne 
von Ziff. 1 der genannten Bestimmung gesprochen werden kann. Demgemäss ist 

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die Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
schuldig zu sprechen.  

5. Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des 
Verschuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung 
sowie die Beweggründe des Schuldigen, während die Täterkomponente vor allem 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren - beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit - umfasst 
(BGE 117 IV 113 f.). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken 
strafmindernd oder straferhöhend, wobei die Überlegungen des Richters 
nachvollziehbar sein müssen; das Strafmass muss mit anderen Worten plausibel 
erscheinen (BGE 121 IV 56 f.). Bei der Gewichtung der einzelnen, im Rahmen der 
Strafzumessung zu beachtenden Komponenten steht dem Sachrichter ein 
erheblicher Spielraum des Ermessens zu (BGE 121 IV 4). 

a) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere 
Freiheitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem in Art. 68 StGB 
statuierten Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren 
Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht 
um mehr als die Hälfte überschreiten und ist dabei zudem an das gesetzliche 
Höchstmass der Strafart gebunden. Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den 
mit der höchsten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die 
Strafzumessung ist im vorliegenden Fall der in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG vorgesehene Strafrahmen, der von einem Jahr Gefängnis bis 
zu Zuchthaus in der Höhe von 20 Jahren reicht. Damit kann zusätzlich eine Busse 
bis zu einer Million Franken verbunden werden. 

b) Der Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG als ernstzunehmendes Delikt zu 
qualifizieren ist. Die objektive Schwere des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich  
aber insbesondere aufgrund des Ausmasses des deliktischen Erfolgs sowie der Art 
und Weise der Ausführung der Tat. Diese erlauben dem Gericht eine Verfeinerung 

15

der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Die Menge der umgesetzten 
Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlaggebender Bedeutung, 
sie bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen 
Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 28; BGE 118 IV 348). Auch der 
Gesetzgeber hat bei der Umschreibung des schweren Falles dem quantitativen 
Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen; wer eine grosse Menge Rauschgift in 
Umlauf setzt und damit Leben und Gesundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt 
eine besonders skrupellose und menschenverachtende Haltung ein, die 
grundsätzlich ein erhebliches Verschulden offenbart.

c) Z. hat insgesamt 67 g reines Kokain verkauft und ihr bekannten 
Personen zudem 12 g reines Heroin vermittelt. Wie bereits erwähnt, ist das 
Ausmass des vom Täter verursachten Erfolges ein Kriterium, welches im Rahmen 
der Tatkomponente zu beachten und für die Bemessung des Verschuldens von 
Bedeutung ist. Nach dem Dargelegten hat die Angeklagte  den für die Annahme 
eines schweren Falles massgeblichen Grenzwert von 18 g reinem Kokain erheblich 
überschritten. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass Z. suchtbedingt unter einem 
erheblichen Beschaffungsdruck stand und die Betäubungsmittel nicht aus 
Gewinnsucht, sondern einzig zur Finanzierung ihres erheblichen Eigenkonsums 
verkaufte. Dennoch ist das Verschulden insgesamt als erheblich einzustufen. 
Straferhöhend sind die einschlägigen Vorstrafen aus den Jahren 1997 und 2003 zu 
werten. 

Strafschärfend wirken sich vorliegend die mehrfache Begangenschaft und 
das Zusammentreffen verschiedener Straftatbestände aus. Strafmindernd fallen der 
gute Leumund der Angeklagten, die im Untersuchungsverfahren sowie anlässlich 
der Hautpverhandlung gezeigte Reue und Einsicht sowie das umfassende 
Geständnis ins Gewicht. Strafmildernd ist die vom Gutachter festgestellte, allerdings 
nur leichtgradig verminderte Zurechnungsfähigkeit zu berücksichtigen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es als 
angemessen, Z. eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren aufzuerlegen. 

d) Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Unter-
suchungshaft auf die Freiheitsstrafe an, sofern der Täter diese nicht durch sein 
Verhalten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Von der Anrechnung darf 
nach der neueren Praxis des Bundesgerichts nur abgesehen werden, wenn der 
Beschuldigte durch ein gemäss rechtsstaatlichen Grundsätzen objektiv vor-

16

werfbares Verhalten, welches ihm zum Verschulden gereicht, die Untersuchungs-
haft in der Absicht herbeigeführt oder verlängert habe, den Strafvollzug zu ver-
kürzen oder zu umgehen (BGE 117 IV 406). Als solches Verhalten gilt weder die 
blosse Verweigerung von Aussagen noch das blosse Leugnen der Tat, denn der 
Beschuldigte ist nicht zur Offenbarung von Straftaten verpflichtet. Die Anrechnung 
hat indessen zu unterbleiben, wenn der Beschuldigte die Behörden durch unwahre 
Behauptungen und Einwendungen zu weiteren und unnötigen Erhebungen 
veranlasste oder wenn er seine Verteidigungsrechte zur Erreichung sachfremder     
Zwecke missbrauchte (BGE 117 IV 406; BGE 105 IV 241). Ablehnungsgründe im 
Sinne der aufgeführten Rechtsprechung bestehen in Bezug auf Z. nicht, so dass 
einer Anrechnung der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 26 Tagen 
an die ausgefällte Strafe nichts entgegensteht.

e) Bei der vorliegend ausgefällten Strafe von 2 Jahren Gefängnis (vgl. E. 
5c hiervor) ist der bedingte Strafvollzug bereits aus objektiven Gründen 
ausgeschlossen (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).

6. Es bleibt zu prüfen, ob die Anordnung einer stationären oder ambu-
lanten Massnahme im Sinne von Art. 43 oder 44 StGB als angezeigt erscheint. In 
diesem Zusammenhang ist auf das von Dr. med. G. und lic. phil U. von der Psych-
iatrischen Klinik Beverin erstellte Gutachten zu verweisen. Zu einer psychiatrisch-
psychotherapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB führen 
die Gutachter aus, dass der Geisteszustand der Explorandin eine solche vorliegend 
nicht indiziert. Hingegen diagnostizierten die Experten bei der Angeklagten in Bezug 
auf die Betäubungsmittel Heroin und Kokain eine langjährig bestehende Abhängig-
keit; so ergibt sich aus der Suchststoffanamnese, dass die mittlerweile 27-jährige 
Angeklagte während der Lehre mit dem Konsum von Kokain begonnen und dane-
ben auch andere halluzinogene Substanzen wie Ecstasy und LSD zu sich genom-
men hat. Der Heroinkonsum hat am Ende der Lehrzeit, mit ca. 18 Jahren, einge-
setzt. Die Massnahmebedürftigkeit ist damit erstellt. In Bezug auf das für die Durch-
führung einer Massnahme unerlässliche Erfordernis der Therapiewilligkeit halten 
die Gutachter fest, dass Z. insgesamt einen sehr kooperativen und verantwortungs-
bewussten Eindruck mache und sich spätestens seit ihrer Inhaftierung mit ihrer 
Suchtproblematik selbstkritisch und ehrlich auseinandergesetzt habe. Sie verfüge 
nebst einer hohen intellektuellen Kapazität über gut entwickelte soziale Kompeten-
zen sowie auch über ein intaktes soziales Netzwerk (Rückhalt in der Familie). Aus-
serdem sei eine hohe Therapiemotivation vorhanden (vgl. act. 2.13, S. 13). Ähnlich 
positiv äusserte sich auch Frau V. vom Sozialdienst A. (S. 8 des Gutachtens); sie 

17

sei überzeugt, dass die Angeklagte als äusserst verantwortungsbewusste und le-
benslustige Frau den Entzug auch schaffen werde. Aufgrund dieser Umstände hal-
ten die Gutachter eine Einweisung in eine stationäre Einrichtung für eine mehrmo-
natige Drogenentzugsbehandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 6 
StGB als dringend notwendig; da die Angeklagte bereits eine erfolglose ambulante 
Substitutionstherapie hinter sich habe und für eine Langzeittherapie mit dem Ziel 
einer totalen Drogenabstinenz motiviert sei, könne eine lediglich ambulante Be-
handlung nicht befürwortet werden (act. 2.13, S. 17 Ziff. 5). 

Nach Auffassung des Bundesgerichtes ist ein Abweichen von den in der 
Expertise getroffenen Schlussfolgerungen nur dann erlaubt, wenn zuverlässig 
bewiesene Tatsachen die Überzeugungskraft des Gutachtens erschüttern oder 
wenn triftige Gründe für ein Abweichen in Fachfragen sprechen (BGE 101 IV 129, 
102 IV 226). Solche Umstände sind mit Blick auf die erstellte Expertise nicht 
ersichtlich. Der Argumentation der Gutachter ist somit zu folgen, umso mehr, als  - 
wie bereits erwähnt - auch die Bezugsperson der Angeklagten in der 
Therapeutischen Wohngemeinschaft, Frau T., die Therapiewilligkeit und das gute 
Verhältnis zu Mitbewohnerinnen und Personal herausstreicht und sich klar für eine 
Fortsetzung der Entzugstherapie ausspricht. 

7. Gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf 
die Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die 
zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder 
die durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, sofern diese 
Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche 
Ordnung gefährden.

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 20. Februar 2002 (act. 3.2) wurden 
bei Z. verschiedene Betäubungsmittelutensilien beschlagnahmt. Im Einzelnen han-
delte es sich dabei um eine Pesolawaage, ein Metallblech mit Betäubungsmittel-
rückständen, ein Röhrchen mit Betäubungsmittelrückständen, zwei Karten mit 
Betäubungsmittelrückständen, ein Jeansetui mit Betäubungsmittelrückständen so-
wie acht Minigrip mit Betäubungsmittelrückständen. Mit Verfügung des Untersu-
chungsrichteramtes A. vom 18. August 2004 (act. 3.7) wurden diese Gegenstände 
beschlagnahmt; sie werden gestützt auf Art. 58 StGB gerichtlich eingezogen. Die 
sichergestellten Betäubungsmittel sind überdies der Vernichtung zuzuführen (Art. 
58 Abs. 2 StGB). 

18

8. Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von 
Vermögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder die 
dazu bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, 
sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustandes ausgehändigt werden. Sind die der Einziehung unterliegenden 
Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, erkennt der Richter auf eine 
Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe (Art. 59 Ziff. 2 StGB). Indessen kann 
der Richter von einer Ersatzforderung absehen, wenn diese voraussichtlich 
uneinbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behin-
dern würde (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
postuliert in diesem Zusammenhang eine dem Entscheid vorausgehende, 
umfassende Beurteilung der finanziellen Lage des Betroffenen (BGE 122 IV 302). 

Es ist erstellt, dass Z. im Zeitraum Mai 2002 bis Februar 2004  insgesamt ca. 
158 g Kokain von mindestens durchschnittlicher Qualität verkauft hat, was - vgl. Ziff. 
2 lit. e hiervor - etwa 67 g reinem Stoff entspricht. Eigenen Angaben zufolge hat die 
Angeklagte die Betäubungsmittel für ca. Fr. 65.-- bis Fr. 70.-- pro Gramm gekauft 
und meist für Fr. 100.-- wieder verkauft; den insgesamt durch den Verkauf der 
Betäubungsmittel erzielten Gewinn schätzt die Angeklagte auf Fr. 6'380.-- bis Fr. 
6'555.-- (act. 4.22 und 4.23). Davon ist im gegenwärtigen Zeitpunkt nichts mehr 
vorhanden - die Angeklagte musste im Gegenteil gar einen Kredit in der Höhe von 
Fr. 20'000.-- zur Finanzierung ihres steigenden Eigenkonsums aufnehmen. Bei 
dieser Sachlage und da Z. überdies zur Tragung sämtlicher Verfahrenskosten 
verpflichtet ist, sieht das Gericht infolge Uneinbringlichkeit von der Erhebung einer 
Ersatzabgabe ab.

9. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten der 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Polizei- und 
Untersuchungshaft und eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton 
Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. Z. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG und der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2.a) Dafür wird sie mit zwei Jahren Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Polizei- und Untersuchungshaft von 26 Tagen.

    b) Der Vollzug der Strafe wird aufgeschoben und es wird eine stationäre Mass-
nahme im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 6 StGB 
angeordnet.

3. Von der Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 Ziff. 2 StGB 
abgesehen.

4. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 
werden gerichtlich eingezogen und sind zu vernichten.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft

 Graubünden von Fr. 5'290.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00

- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 3'169.40

total somit Fr. 10'459.40

gehen zu Lasten der Verurteilten, welche auch die Kosten des Massnahme-
vollzugs zu tragen hat. Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersu-
chungshaft und eines allfälligen Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, beim Kassationshof des schweizerischen Bundes-
gerichts Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der gemäss Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstraf-
rechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Be-

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schwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen gelten die Art. 268 
ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________ 

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Der Aktuar ad hoc: