# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9f621e4-f865-5cab-96ef-bd4353c2711a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 16.06.2014 KD140004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_KD140004_2014-06-16.pdf

## Full Text

§ 23 VRG, Anträge und Begründung bei einem Rekurs. Wie im Zivilprozess 
muss die Rekursschrift minimalen Anforderungen genügen, damit auf den Rekurs 
eingetreten werden kann.  
 

 Die Rekurskommission des Obergerichts erhält diverse Eingaben, welche 
offenbar im Zusammenhang mit einem Entscheid der Verwaltungskommissi-
on stehen. 

 
 (aus den Erwägungen der Rekurskommission:) 
 

 3. Die erste Eingabe war (auch) an die Rekurskommission adressiert, und 

die erste Beilage war der Beschluss der Verwaltungskommission vom 22. April 

2014. Sie enthielt aber keine Anträge, wie dieser Beschluss abzuändern oder was 

sonst vorzukehren sei und auch keine Auseinandersetzung mit den Erwägungen 

der Verwaltungskommission. Zudem fehlte im Titel ein ausdrücklicher Bezug zum 

Beschluss. Die Eingabe vom 19. Mai 2014 erklärt zwar ebenfalls nicht ausdrück-

lich, es werde Rekurs erhoben. Sie nimmt aber Bezug auf die Präsidialverfügung 

vom 16. Mai 2014 und erläutert eingangs: "Sie finden die gesuchte Begründung 

und Anträge im Schreiben mit dem bemerkenswerten Betreff: "U140003 / 

1F_9/2014 […] auf Seiten 35 ff.". Ein solches Dokument, welches ausdrücklich 

auf der Frontseite unter anderem den Hinweis "Verwaltungskommission des 

Obergerichtes Beschluss vom 22. April 2014" enthält, liegt als Beilage 3/7 im 

Dossier. Damit ist ausreichend klar gestellt, dass der Rekurrent erwartet, die Re-

kurskommission solle sich als Rechtsmittelinstanz mit dem Beschluss der Verwal-

tungskommission befassen. 

 Wie im Zivilprozess (Art. 311 und 321 ZPO) ist im Verwaltungsrechtspflege-

gesetz des Kantons Zürich (VRG) ausdrücklich statuiert, dass ein Rekurs Anträge 

enthalten muss (§ 23 VRG). Damit die Rechtsmittelinstanz zielgerichtet tätig wer-

den kann, muss sie wissen, was der Rekurrent will. Wenn sich bei der Rechts-

schrift eines Laien ergibt, dass er das nämliche Ziel verfolgt wie in der ersten In-

stanz, sollte das nach dem allgemeinen Grundsatz von Treu und Glauben immer-

hin genügen. Im vorliegenden Fall lassen sich der "umfassenden Eingabe" nir-

gends, und namentlich nicht auf den angegebenen Seiten 35 ff. (das heisst bis 

und mit S. 48 oben) konkrete Anträge entnehmen. Gegenteils sogar schreibt der 

Rekurrent: "Anträge: keine" (S. 47). Und auch weder in den der Verwaltungs-

kommission vorgelegten Eingaben (insbesondere VK-act. 2/1 und 3) noch – so 

weit angesichts des umfangreichen Materials feststellbar – in den Beilagen VK-

act. 4/1-28) sind konkrete Anträge formuliert. Das muss zum Nichteintreten auf 

den Rekurs führen. 

 Es kommt hinzu, dass der Rekurs trotz der Pflicht der Rekursinstanz, den 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und das Recht von Amtes wegen an-

zuwenden, mindestens ansatzweise begründet sein muss (§ 23 VRG). Die Einga-

ben an die Rekurskommission und die "umfassenden Eingabe" sind zwar umfang-

reich und enthalten zahlreiche Ausführungen zu rechtlichen und tatsächlichen 

Themen, doch wird nicht klar, wie das mit dem Beschuss der Verwaltungskom-

mission vom 22. April 2014 zu tun haben könnte. Das erstaunt auch insofern 

nicht, als der Rekurrent jenen Beschluss wie erwähnt mit dem Vermerk "ungele-

sen" einreicht und im Übrigen in der "umfassenden Eingabe" mitteilt, er habe den 

Beschluss der Verwaltungskommission "in zerrissener Form retourniert". Damit 

kann er nach Treu und Glauben nicht erwarten, dass die Rekurskommission nach 

möglichen tauglichen Beanstandungen gegen diesen Beschluss forscht. Auch aus 

diesem Grund ist auf den Rekurs nicht einzutreten. 

 
Obergericht, Rekurskommission 

Beschluss vom 16. Juni 2014 
Geschäfts-Nr.: KD140004-O/U