# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bdf5d5b-4bc4-5a41-bc6a-b5dfafd3ddef
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-03
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 03.02.2015 BV.2015.1
**Docket/Reference:** BV.2015.1
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BV-2015-1_2015-02-03

## Full Text

Auskunfts- und Editionsaufforderung (Art. 40 VStrR). Rückzug der Beschwerde.;;Auskunfts- und Editionsaufforderung (Art. 40 VStrR). Rückzug der Beschwerde.;;Auskunfts- und Editionsaufforderung (Art. 40 VStrR). Rückzug der Beschwerde.;;Auskunfts- und Editionsaufforderung (Art. 40 VStrR). Rückzug der Beschwerde.

Beschluss vom 3. Februar 2015  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
Parteien  A., 

Beschwerdeführer 

 

 

 gegen 

   

EIDGENÖSSISCHE STEUERVERWALTUNG, 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Auskunfts- und Editionsaufforderung (Art. 40 VStrR); 

Rückzug der Beschwerde 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2015.1 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend "ESTV") gegen A. ein 

Strafverfahren eröffnete wegen Verdachts auf Abgabebetrugs (Art. 14 Abs. 2 

VStrR), Steuerhinterziehung (Art. 96 MWSTG) und Verletzung von Verfah-

renspflichten (Art. 98 MWSTG) begangen als verantwortliches Organ der 

B. GmbH (in Liq.); 

 

-  im Rahmen dieses Verfahrens die ESTV mit Verfügungen vom 13. Januar 

und 30. September 2014 bei der Bank C. AG, der Bank D. und der Bank 

E. AG um Aktenedition und Auskunftserteilung ersuchte (act. 2.4); 

 

- die ESTV diese Verfügungen A. am 10. Dezember 2014 zur Kenntnis 

brachte (act. 2.4);  

 

- A. am 15. Dezember 2014 dagegen Beschwerde erhebt (act. 1); 

 

- die Beschwerdeschrift gemäss Art. 26 Abs. 2 lit. b VStrR beim Direktor der 

ESTV eingereicht wurde und die ESTV die Beschwerde am 6. Januar 2015 

an dieses Gericht weiterleitete und zugleich eine Beschwerdeantwort ein-

reichte (act. 2);  

 

-  mit Eingabe vom 27. Januar 2015 A. den Rückzug der Beschwerde erklärte 

(act. 5); 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- Widerhandlungen gegen das Mehrwertsteuergesetz nach diesem und nach 

dem VStrR verfolgt und beurteilt werden (Art. 103 Abs. 1 MWSTG); 

 

- gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zusam-

menhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBGO);  

 

- die Beschwerdegegnerin mit den vorliegend angefochtenen Verfügungen die 

Herausgabe von Unterlagen sowie deren Beschlagnahme angeordnet hat;  

 

- eine Editionsverfügung im Hinblick auf eine Durchsuchung (Art. 50 

Abs. 1 VStrR) bzw. Beschlagnahme (Art. 46 Abs. 1 VStrR) erlassen wird 

(Urteil des Bundesgerichts 1B_562/2011 vom 2. Februar 2012, E. 1.1) und 

- 3 - 
 
 

sich die Unterlagen bis zur Durchsuchung im Stadium der (vorläufigen) Si-

cherstellung befinden; 

 

- die Edition der Beschlagnahme mithin zeitlich vorgeht und in der Regel auch 

nicht "uno actu" mit letzterer angeordnet werden soll (vgl. Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BV.2014.51-52 vom 18. November 2014, E. 2.2); 

 

- betreffend die hier zur Diskussion stehenden Unterlagen eine formelle Be-

schlagnahme derselben – gemäss den dem Gericht vorliegenden Akten –

noch gar nicht stattgefunden hat; die Beschwerdegegnerin eine solche – so-

weit die Unterlagen beweisrelevant sind – vorzunehmen und insbesondere 

ein Beschlagnahmeprotokoll i.S.v. Art. 47 Abs. 2 VStrR zu erstellen bzw. an-

derenfalls die Unterlagen dem Betroffenen herauszugeben hat; 

 

- der betroffenen Person gegen eine Editionsaufforderung die Beschwerde 

nach Art. 26 bzw. 27 VStrR – entgegen den auf den Verfügungen angebrach-

ten Rechtsmittelbelehrungen – nicht offen steht, weshalb aus diesem Grund 

auf die Beschwerde ohnehin nicht einzutreten gewesen wäre;  

 

- der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit sofort beendet, weshalb das 

Beschwerdeverfahren als erledigt abzuschreiben ist (vgl. Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BV.2014.40 vom 24. Juli 2014, E. 1.4);  

 

-  sich der Beschwerdeführer vorliegend in guten Treuen auf die falsche 

Rechtsmittelbelehrung hat verlassen dürfen, weshalb es sich rechtfertigt, auf 

die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 BGG ana-

log). 

 

 

 

- 4 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt 

abgeschrieben.  

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.  

 

 

Bellinzona, 3. Februar 2015  

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.