# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1db31a4-c9b5-5957-9937-a946522cbb07
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.10.2023 200 2023 291
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-291_2023-10-23.pdf

## Full Text

200 23 291 IV
ACT/PES/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Advokatin lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Stiftung C.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 7. März 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im Juli 2014 meldete sich der 1966 geborene A.________ (nachfolgend 
Versicherter bzw. Beschwerdeführer) bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 2). Nach diversen Abklärungen 
(inkl. D.________ [AB 62] und Regionalem Ärztlichem Dienst [RAD; AB 70 
S. 3 ff.]) und durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 71 - 73) sprach die 
IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfü-
gung vom 9. Dezember 2016 (AB 75) eine halbe Rente (Invaliditätsgrad: 
55%) ab 1. Februar 2015 zu, was in der Folge unangefochten blieb. Im 
Rahmen eines Revisionsverfahrens von Amtes wegen (vgl. insb. AB 98 
und 100 f.) wurde dieser Rentenanspruch mit Mitteilung vom 23. April 2018 
(AB 103) mangels Feststellung einer relevanten Änderung bestätigt. 

Im Februar 2021 hob die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren 
von Amtes wegen an. Im entsprechenden Fragebogen gab der Versicherte 
an, sein Gesundheitszustand habe sich im letzten Jahr verschlechtert 
(AB 109). Nach Beizug eines Berichts von Dr. med. E.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin sowie für Pneumologie, vom 2. August 2022 
(AB 135 S. 2 ff.) und einer versicherungsmedizinischen Beurteilung durch 
PD Dr. med. F.________ vom RAD, Praktischer Arzt und Facharzt für Ar-
beitsmedizin, vom 11. November 2022 (AB 145 S. 2 ff.) stellte die IV-Stelle 
mit Vorbescheid vom 16. November 2022 bei einem ermittelten Invali-
ditätsgrad von neu 78% die Erhöhung der bisherigen halben auf eine ganze 
Rente ab 1. Juli 2021 in Aussicht (AB 149). Hiergegen erhob der Versicher-
te am 2. Januar 2023 Einwand mit dem Antrag, der Invaliditätsgrad sei auf 
100% festzulegen (AB 155). Am 7. März 2023 verfügte die IV-Stelle ihrem 
Vorbescheid entsprechend (AB 158).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 3

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Advokatin 
lic. iur. B.________, am 24. April 2023 Beschwerde, im Wesentlichen mit 
dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei insofern abzuän-
dern, dass anstatt des errechneten Invaliditätsgrades von 78% neu ein sol-
cher von 100% festzustellen sei und dem Verfahrensantrag, die Stiftung 
C.________ sei zum Verfahren beizuladen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2023 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Juni 2023 wurde die Stiftung 
C.________ zum Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellung-
nahme gegeben, worauf sie mit Eingabe vom 10. Juli 2023 verzichtete.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder 
den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 59 ATSG). 

Der Begriff des schutzwürdigen Interesses für das kantonale Verfahren ist 
materiellrechtlich gleich auszulegen wie derjenige nach Art. 89 Abs. 1 lit. c 
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundes-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 4

gerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) für das bundesgerichtliche Beschwer-
deverfahren (BGE 138 V 292 E. 3 S. 294; SVR 2020 UV Nr. 13 S. 48 
E. 2.2). Die Rechtsprechung betrachtet als schutzwürdiges Interesse im 
Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG jedes praktische oder rechtliche Inter-
esse, welches eine von einer Verfügung betroffene Person an deren Ände-
rung oder Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse 
besteht somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Beschwerde 
dem Verfügungsadressaten verschaffen würde, oder – anders ausge-
drückt – im Umstand, einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller 
oder anderweitiger Natur zu vermeiden, welchen die angefochtene Verfü-
gung mit sich bringen würde. Das rechtliche oder auch bloss tatsächliche 
Interesse braucht somit mit dem Interesse, das durch die von der Be-
schwerde führenden Person als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird, 
nicht übereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass die Beschwerde 
führende Person durch die angefochtene Verfügung stärker als jedermann 
betroffen sei und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung 
zur Streitsache stehe (BGE 138 V 292 E. 3 S. 295, 133 V 188 E. 4.3.1 
S. 191; SVR 2009 BVG Nr. 27 S. 98 E. 2.2).

Die der invalidenversicherungsrechtlichen Rentenbemessung zu Grunde 
gelegte (Rest-)Arbeitsfähigkeit und das gestützt darauf ermittelte Invaliden-
einkommen bestimmen auf Grund der im Regelfall vorhandenen Bin-
dungswirkung massgeblich, ob und in welcher Höhe der versicherten Per-
son im berufsvorsorgerechtlichen Überentschädigungsverfahren ein im 
Sinne von Art. 34a des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die beruf-
liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) 
i.V.m. Art. 24 Abs. 1 lit. d der Verordnung vom 18. April 1984 über 
die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2; 
SR 831.441.1) zumutbarerweise noch erzielbares Erwerbseinkommen an-
zurechnen ist. Sie beeinflussen somit in einem erheblichen Masse den Um-
fang, um den eine berufsvorsorgerechtliche Invalidenrente gegebenenfalls 
infolge Überentschädigung gekürzt wird (hier besteht diese Möglichkeit 
gemäss Art. 26 Abs. 2 in fine des Vorsorgereglements ʺAllgemeine Be-
stimmungenʺ der Beigeladenen in der Fassung 2023, abrufbar unter: htt-
ps://web.aeis.ch/DE/static_pages/69/Vorsorgereglemente; zudem wurde 
die Beigeladene in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 5

zogen und ihr die Rentenverfügung förmlich eröffnet [AB 158 S. 4], womit 
grundsätzlich eine Bindungswirkung besteht). Wirken sich die diesbezügli-
chen Faktoren somit unmittelbar auf die berufsvorsorgerechtlichen Belange 
aus, ist ein schutzwürdiges Interesse des Beschwerdeführers an der Fest-
stellung einer geringeren bzw. nicht vorhandenen Arbeitsfähigkeit, eines 
daraus resultierenden niedrigeren bzw. mit Fr. 0.-- zu veranschlagenden 
Invalideneinkommens und eines sich daraus ergebenden höheren Invali-
ditätsgrades zu bejahen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
31. August 2016, 9C_246/2016, E. 5.2.3.2). Die weitere Voraussetzung, 
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung stärker als 
jedermann betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen 
Beziehung zur Streitsache steht (vgl. BGE 138 V 292 E. 3 S. 295, 133 V 
188 E. 4.3.1 S. 192; SVR 2009 BVG Nr. 27 S. 98 E. 2.2), ist bei der an ihn 
adressierten Rentenverfügung zweifellos erfüllt. Die örtliche Zuständigkeit 
ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 
über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestim-
mungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
7. März 2023 (AB 158). Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Invaliditäts-
grades und dabei das Vorliegen einer Restarbeitsfähigkeit.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 6

ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). Weil der Beschwerdeführer, des-
sen Rentenanspruch vor dem Inkrafttreten dieser Änderungen entstanden 
ist (AB 75), bei Inkrafttreten dieser Änderungen das 55. Altersjahr bereits 
vollendet hatte (Jahrgang 1966; AB 2 S. 1), ist der Rentenanspruch resp. 
der Invaliditätsgrad nach den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen 
(fortan aArt.) zu prüfen (lit. c der Übergangsbestimmungen zur Änderung 
vom 19. Juni 2020; vgl. auch Rz. 9200 des Kreisschreibens des Bundes-
amts für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Inva-
lidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. 
BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). 

2.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertel-
rente. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 7

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits 
der Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung und an-
derseits derjenige zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksich-
tigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV 
Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder 
bestätigt, so ist als zeitliche Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfü-
gung heranzuziehen, sofern eine materielle Überprüfung des Leistungsan-
spruches tatsächlich stattgefunden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizini-
sche) Sachverhaltsabklärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – 
sofern Hinweise für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 
Gesundheitszustands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt 
worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 
E. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 8

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Bei einer Verschlechterung der Er-
werbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 
ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie 
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a 
Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]).

3.

3.1 Zeitlicher Referenzpunkt für die Beurteilung, ob eine wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen vorliegt, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, bildet der 
Sachverhalt, welcher der Rentenverfügung vom 9. Dezember 2016 (AB 75) 
zu Grunde lag. Die Verfügung vom 28. Februar 2017 (betragsmässige Ren-
tenerhöhung; AB 79) wie auch die Mitteilung vom 23. April 2018 (Weiter-
ausrichtung der Rente; AB 103) sind in dieser Hinsicht unbeachtlich, da sie 
nicht auf einer erneuten umfassenden materiellen Überprüfung des Leis-
tungsanspruchs basieren.

3.1.1 Die Rentenzusprache vom 9. Dezember 2016 (AB 75) gründet 
hinsichtlich Zumutbarkeitsprofil auf der Aktenbeurteilung durch den RAD-
Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom 14. Juli 2016 
(AB 70 S. 3 ff.). Dieser fasste die damalige medizinische Situation wie folgt 
zusammen: Es bestehe auf Grund einer Tumorerkrankung, die im Februar 
2014 operativ mittels Pneumektomie rechts und im Anschluss von April bis 
Juli 2014 mittels Chemo- und Radiotherapie behandelt worden und bisher 
erfreulicherweise rezidivfrei sei, eine deutlich eingeschränkte körperliche 
(pulmonale) Leistungsfähigkeit, welche sich subjektiv in einer Anstren-
gungsdyspnoe und einer Gehstrecke von maximal 200 m (dann sei eine 
Pause erforderlich) zeige. An sonstigen Beschwerden werde wenig Husten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 9

angegeben. Die Leistungseinschränkung werde objektiviert durch die seit 
2015 anhaltende schwere restriktive Ventilationsstörung. Die aktuelle 
(11. März 2016) forcierte Vitalkapazität betrage 44% des Sollwerts und das 
Einsekundenvolumen 45% des Sollwerts. Sehr anschaulich drücke sich die 
operationsbedingte Lungenfunktionseinschränkung auch in der totalen 
Lungenkapazität aus. Diese betrage nur noch 50% des Sollwerts. Unstrittig 
sei, dass der Versicherte auf Grund der schweren pulmonalen Funktions-
störung, d.h. aus medizinischen Gründen die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 
als … seit Diagnosestellung/Behandlung dauerhaft nicht mehr ausüben 
könne. In angepasster leichter Tätigkeit, wechselbelastend, in raumlufthy-
gienisch einwandfreier Umgebung (mit ebenen Gehstrecken bis 200 m, 
überwiegend sitzend, mit gelegentlichem kurzzeitigem Heben und Tragen 
von Lasten von 5 bis 10 kg) sei medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähig-
keit von 50% gegeben (ca. 4 h pro Tag, d.h. 2 h vormittags und 2 h nach-
mittags), wobei die Leistungsfähigkeit auf Grund des Pausenbedarfs 90% 
betrage (AB 70 S. 4).

3.1.2 Die angefochtene Verfügung vom 7. März 2023 (AB 158) stützt 
sich hinsichtlich Zumutbarkeitsprofil auf die auf den aktuellen Untersu-
chungsbefunden des Dr. med. E.________ (AB 135 S. 2 ff.) basierende 
Aktenbeurteilung durch den RAD-Arzt PD Dr. med. F.________ vom 
11. November 2022 (AB 145 S. 2 ff.). Dieser hielt in seiner versicherungs-
medizinischen Beurteilung fest, in der aktuellen Untersuchung zur Lungen-
funktion werde eine Reduzierung der ventilatorischen Reserve auf 44% des 
Sollwerts und von 48% der totalen Lungenkapazität beschrieben. Klinisch 
stehe nunmehr eine Ruhedyspnoe im Vordergrund, die bei wenigen Schrit-
ten in eine Tachypnoe von 30 Atemzügen pro Minute münde. Damit sei 
klinisch eine Verschlechterung des Zustands beschrieben. Im RAD-Bericht 
vom 28. Juni 2021 sei wegen des Auftretens einer Ruhedyspnoe spätes-
tens seit April 2021 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands als 
nachgewiesen gesehen worden. Dies könne somit bestätigt werden. Zu-
mutbar sei nur noch eine leichte, ausschliesslich sitzende Tätigkeit zu zwei 
Stunden pro Tag mit einer Leistungsminderung von 10% wegen einzule-
gender Pausen bei kleinen Gehstrecken. Die Wegefähigkeit sei deutlich 
eingeschränkt und betrage nur noch hundert Meter zu den öffentlichen 
Verkehrsmitteln (AB 145 S. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 10

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 
E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten 
versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht 
dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhäng-
iger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbeson-
dere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behan-
delnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit 
der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen 
nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, 
so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung 
(BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. 
Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen 
oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit 
dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst 
(BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 
4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 11

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

3.3 Die Aktenbeurteilung des RAD-Arztes PD Dr. med. F.________ 
vom 11. November 2022 (AB 145 S. 2 ff.; vgl. E. 3.1.2 hiervor) erfüllt die 
von der Rechtsprechung an den Beweiswert solcher Berichte und Stellung-
nahmen gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Sie 
basiert auf den Ergebnissen der Untersuchungen des behandelnden Arztes 
Dr. med. E.________ (vgl. AB 135 S. 2 ff. resp. AB 145 S. 3 Mitte) und da-
mit einem pneumologisch lückenlosen Befund. Dass die der Beurteilung zu 
Grunde liegende Befundlage unvollständig wäre, wird denn auch zu Recht 
nicht geltend gemacht. Die Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
durch Dr. med. E.________ im Bericht vom 2. August 2022 (AB 135 
S. 2 ff.) führt nicht zu – auch nur geringen – Zweifeln an der Schlüssigkeit 
der Beurteilung des RAD-Arztes, da der behandelnde Mediziner davon 
ausgeht, eine (auch geringe) Arbeitsfähigkeit sei ʺnicht realistisch, dies ha-
be der Arbeitsversuch im D.________ auch gezeigtʺ (AB 135 S. 4), womit 
Dr. med. E.________ vom aktuellen – und nicht vom in der Invalidenversi-
cherung massgebenden ausgeglichenen (Art. 16 ATSG, E. 2.4 hiervor) – 
Arbeitsmarkt ausgeht. Soweit der Beschwerdeführer rügt, der RAD-Arzt PD 
Dr. med. F.________ verfüge als Praktischer Arzt und Facharzt für Ar-
beitsmedizin in fachlicher Hinsicht nicht über die Anforderungen zur Beur-
teilung seiner Arbeitsfähigkeit (vgl. Beschwerde S. 5 Rz. 12), verkennt er, 
dass PD Dr. med. F.________ keinen Untersuchungsbericht im Sinne von 
Art. 49 Abs. 2 IVV erstellt hat. Eines spezifischen Facharzttitels bedarf es 
bei einer reinen Aktenbeurteilung wie vorliegend nach der Rechtsprechung 
nicht (Entscheide des BGer vom 6. September 2017, 8C_406/2017, E. 4.1, 
und vom 18. Januar 2017, 9C_643/2016, E. 4.3).

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin der Aktenbeurteilung des 
RAD vom 11. November 2022 (AB 145 S. 2 ff.) zu Recht vollen Beweiswert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 12

zuerkannt. Damit ist erstellt, dass seit dem hier revisionsweise massge-
benden Zeitpunkt der Verfügung vom 9. Dezember 2016 (AB 75) eine Ver-
änderung des Gesundheitszustandes und damit ein Revisionsgrund einge-
treten ist, der zu einer freien Prüfung des Rentenanspruchs führt (vgl. 
E. 2.6 hiervor). 

4.

4.1 Gestützt auf die nach dem Dargelegten voll beweiswertige Akten-
beurteilung des RAD-Arztes PD Dr. med. F.________ vom 11. November 
2022 (AB 145 S. 2 ff.; vgl. E. 3.1.2 hiervor) ist weiter erstellt, dass der Be-
schwerdeführer leichte, sitzende Tätigkeiten während zwei Stunden pro 
Tag mit einer Leistungsminderung von 10% wegen Pausenbedarfs ausü-
ben kann, wobei die Wegefähigkeit deutlich eingeschränkt ist und nur noch 
hundert Meter zu den öffentlichen Verkehrsmitteln beträgt (AB 145 S. 3 
unten; vgl. E. 3.1.2 hiervor). Diese Restarbeitsfähigkeit ist – anders als in 
der Beschwerde S. 6 f. Rz. 13 geltend gemacht – auf dem ausgeglichenen 
hypothetischen Arbeitsmarkt verwertbar: Das Alter des 1966 geborenen 
Beschwerdeführers (AB 2 S. 1) hindert die Verwertbarkeit klarerweise nicht. 
Zwei Stunden Arbeit pro Tag mit einer Leistungseinbusse von 10% ent-
spricht etwa einem halben Vormittag resp. Nachmittag, wobei medizinisch 
keine Einschränkung auf eine bestimmte oder immer die gleiche Tageszeit 
besteht, so dass der Beschwerdeführer an einem Arbeitsplatz zeitlich flexi-
bel eingesetzt werden kann; solche – geringen – Pensen werden realisti-
scherweise nachgefragt, wenn auch nicht in grosser Anzahl. Die Wege-
fähigkeit ist zwar stark eingeschränkt, jedoch verfügt die Schweiz über ein 
sehr dichtes Netz an öffentlichem Verkehr mit vielen Haltestationen; der 
Beschwerdeführer ist denn auch in der Lage, sich ausserhalb seiner Woh-
nung zu bewegen und z.B. Arztbesuche zu machen. Für leichte Hilfsarbei-
ten sind sodann weder umfassende Sprachkenntnisse noch eine Berufs-
ausbildung notwendig. Eine Unverwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist somit zu verneinen.

4.2 Die gestützt auf das Zumutbarkeitsprofil vorgenommene Invali-
ditätsbemessung als solche wird beschwerdeweise zu Recht nicht bean-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 13

standet und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Damit hat es beim Invali-
ditätsgrad von 78% sein Bewenden (AB 158 S. 6). Gleiches gilt hinsichtlich 
des Zeitpunkts der Rentenerhöhung (vgl. E. 2.6 hiervor).

5.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegne-
rin vom 7. März 2023 (AB 158) nicht zu beanstanden und die dagegen er-
hobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. Die Beigeladene hat keine Anträge gestellt und deshalb von 
vornherein keine Kosten zu tragen (vgl. UELI KIESER, Kommentar zum 
ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 61 N. 220).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/23/291, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Advokatin lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Stiftung C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.