# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd6198f2-3525-5d77-9b74-2eac09970da7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.01.2022 SB210316
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210316_2022-01-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210316-O/U/ad-as 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichter lic. iur. Stiefel und 

Oberrichterin lic. iur. Schärer sowie Gerichtsschreiberin MLaw Brü-

lisauer 

 

Urteil vom 28. Januar 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache vorsätzliche grobe Verletzung der Verkehrsregeln 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht,  
vom 24. Februar 2021 (GG200041) 
 
 
  

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 21. Dezember 2020 

(Urk. D1/10) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 26 S. 38 ff.) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen vorsätzlichen groben Verlet-

zung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG, 

- teilweise in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG, 

- sowie teilweise in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 

und Abs. 5 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 70.00 sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.00. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 

5. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, an der Eignungsabklärung für 

das Lernprogramm "Start" (Training für risikobereite Verkehrsteilnehmer/ 

-innen) und im Falle der Eignung am entsprechenden Lernprogramm sowie 

an Nachkontrollgesprächen beim Justizvollzug und Wiedereingliederung 

Kanton Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, Abteilung Lernprogram-

me teilzunehmen. 

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6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 6'800.00   Auslagen für das Gutachten 
Fr. 200.00   Entschädigung für Zeugen 
Fr. 300.00   Entschädigung für Dolmetscher 

Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheid-

gebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. 38 S. 1 f.) 

1. In Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils sei der Beschuldigte betref-

fend Dossier 1 im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 90 Abs. 1 

SVG einer einfachen fahrlässig begangenen Verkehrsregelverletzung 

schuldig zu sprechen. 

2. Betreffend Dossier 2 sei er einer fahrlässigen groben Verkehrsregelver-

letzung im Sinne von Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 und 5 VRV 

und Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen. 

3. Er sei mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 70.– (entspre-

chend Fr. 2'100.–) sowie einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 

2 Jahre festzusetzen. 

5. Es sei keine Weisung zur Absolvierung eines Lernprogramms anzu-

ordnen.  

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6. Die Kosten der Untersuchung ohne die Kosten für das Gutachten des 

Forensischen Instituts seien dem Beschuldigten aufzuerlegen, die Gut-

achterkosten seien der Staatsanwaltschaft zu belassen. 

7. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien auf die 

Staatskasse zu nehmen, unter Entschädigungsfolgen zulasten der 

Staatskasse.  

b) Der Leitenden Staatsanwältin: 

(Urk. 32; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

_____________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1.1. In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur 

Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefoch-

tenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 26 S. 3 f.).  

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 24. Februar 2021 

wurde der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdisposi-

tivs schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 26 S. 38 ff.). Gegen den gleichentags 

mündlich eröffneten Entscheid (Prot. I S. 21) liess der Beschuldigte mit Eingabe 

vom 25. Februar 2021 fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 22). Am 3. Juni 2021 

versandte die Vorinstanz das begründete Urteil an die Parteien. Es ging diesen 

am 7. Juni 2021 zu (Urk. 25/1-2). Gleichentags liess der Beschuldigte der erken-

nenden Kammer seine schriftliche Berufungserklärung einreichen (Urk. 27).  

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1.3. Mit Präsidialverfügung vom 18. Juni 2021 wurde der Staatsanwaltschaft 

Limmattal / Albis (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Frist angesetzt, um An-

schlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufgefordert, ein beiliegendes 

Datenerfassungsblatt auszufüllen und diverse Unterlagen betreffend seine finan-

ziellen Verhältnisse einzureichen (Urk. 30). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit 

Eingabe vom 23. Juni 2021 sinngemäss auf Anschlussberufung und beantragte 

die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 32), was dem Beschuldigten zur 

Kenntnis gebracht wurde (Urk. 33). Mit Eingabe vom 28. Juni 2021 liess der Be-

schuldigte das von ihm ausgefüllte Datenerfassungsblatt sowie weitere Unterla-

gen betreffend seine finanziellen Verhältnisse einreichen (Urk. 34, Urk. 35/1-6).  

2. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Beglei-

tung seiner erbetenen Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. X._____. Anlässlich der-

selben stellte die Verteidigung die eingangs wiedergegebenen Anträge (Prot. II 

S. 3 f.).  

II. Prozessuales 

 Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Das vorinstanzli-

che Urteil wird mit Berufung des Beschuldigten, bis auf den Vollzug der Geldstrafe 

und die Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren (Dispositivziffer 3), vollum-

fänglich angefochten (Urk. 27). An diesem Umstand ändert nichts, dass der Be-

schuldigte den äusseren Sachverhalt von Dossier 2 (Vorfall vom 8. Oktober 2020) 

anerkennt, da das vorinstanzliche Urteil im Schuldpunkt nicht zwischen Dossier 1 

und 2 unterscheidet und der Beschuldigte in Dossier 2 statt einer vorsätzlichen, 

eine fahrlässige grobe Verkehrsregelverletzung geltend macht (vgl. Urk. 26 S. 38; 

Urk. 27 S. 2). Dispositivziffer 3 (Vollzug Geldstrafe und Ansetzung einer Probezeit 

von 2 Jahren) des vorinstanzlichen Urteils wurde vom Beschuldigten zwar nicht 

angefochten, weist aber einen Konnex zur Strafzumessung auf, weshalb diese 

Ziffer ebenfalls nicht rechtskräftig geworden ist. Zusammengefasst ist das Urteil 

des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, damit in keinem Punkt in Rechtskraft 

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erwachsen. Es steht unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbots insgesamt zur 

Disposition.  

III. Sachverhalt 

1. Dossier 1: Nichtbeherrschen des Fahrzeugs 

1.1. Dem Beschuldigten wird in objektiv-tatsächlicher Hinsicht zusammengefasst 

vorgeworfen, am 28. Oktober 2019, um ca. 19.40 Uhr, den Personenwagen ZH … 

mit B._____ als Beifahrer, auf der C._____-Strasse in D._____ gelenkt zu haben, 

und dabei entweder (bei einer Fahrt Richtung Zürich) rechts oder (bei einer Fahrt 

in Richtung E._____) links von der C._____-Strasse in die F._____-Strasse in 

D._____ abgebogen zu sein, wobei er die Kurve mit nasser Fahrbahn im Bereich 

der Kurvengrenzgeschwindigkeit befahren und ausgangs der Kurve zusätzlich 

beschleunigt habe, wodurch das Fahrzeugheck seitlich ausgebrochen sei. Dem 

Beschuldigten sei es zwar gelungen, wieder die Kontrolle über das Fahrzeug zu 

erlangen, er sei jedoch aufgrund des Gegenlenkens auf das Trottoir auf der (in 

Fahrtrichtung) linken Seite der F._____-Strasse gekommen, auf welchem er in 

der Folge zwischen Häuserfront und einem Baum mehrere Meter hinuntergefah-

ren sei. Der Fussgänger G._____, welcher auf genau diesem Trottoir unterwegs 

gewesen sei, sei aufgrund des ihm entgegenkommenden, vom Beschuldigten ge-

lenkten Fahrzeugs kurz vor dem H._____ auf die Strasse gesprungen, da er eine 

Kollision befürchtet habe. Der Beschuldigte habe das Fahrzeug auf dem Trottoir 

ca. einen Meter von der Stelle entfernt, von welcher G._____ auf die Strasse ge-

sprungen sei, anhalten können. Indem dem Beschuldigten das Fahrzeugheck 

ausgebrochen sei und er in der Folge mehrere Meter auf dem nur für Fussgänger 

bestimmten Trottoir hinuntergefahren sei, habe er seinen Beifahrer und die übri-

gen Verkehrsteilnehmer zumindest in abstrakter Weise und den ihm auf dem Trot-

toir entgegenkommenden Fussgänger G._____ in konkreter Weise erheblich ge-

fährdet, da es auf dem Trottoir zu einer Kollision mit diesem oder anderen Fuss-

gängern hätte kommen können, wodurch diese und/oder sein Beifahrer hätten 

verletzt oder gar getötet werden können. In subjektiver Hinsicht geht die Anklage 

davon aus, dass der Beschuldigte es mit der Fahrt im Bereich der Kurvengrenz-

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geschwindigkeit und dem zusätzlichen Beschleunigen ausgangs der Kurve zu-

mindest für möglich gehalten habe, dass ihm das Fahrzeugheck ausbrechen wür-

de und er dadurch auf das Trottoir geraten und er dort mit entgegenkommenden 

Fussgängern kollidieren und diese und/oder seinen Beifahrer hätte verletzen oder 

gar töten können, was er mit seiner Fahrweise in Kauf genommen habe 

(Urk. D1/10 S. 2 f.). 

1.2.1. Der Beschuldigte stellte nie in Frage, zum fraglichen Zeitpunkt am fragli-

chen Ort mit seinem Personenwagen - Richtung Zürich fahrend rechts - von der 

C._____-Strasse in die F._____-Strasse abgebogen zu sein und sein Fahrzeug 

schliesslich auf dem in Fahrtrichtung linksseitigen Trottoir in der F._____-Strasse 

vor dem H._____ zum Stehen gebracht zu haben, wobei er geltend machte, dass 

es sich dabei um einen Parkplatz gehandelt habe. Er machte vor Vorinstanz je-

doch geltend, die Kurve mit einer Geschwindigkeit von lediglich ca. 15-20 km/h 

gefahren und das Auto nach dem leichten Ausbrechen des Hecks am Ende der 

Kurve nach wenigen Metern durch Gegenlenken wieder im Griff bzw. nach weni-

gen Meter wieder Grip gehabt zu haben. Anschliessend sei er kontrolliert ca. 60 - 

70 Meter auf der F._____-Strasse nach unten und dann kontrolliert auf das Trot-

toir gefahren. Danach habe er den Rückwärtsgang eingelegt, sei ca. einen halben 

Meter rückwärts und dann weiter in Richtung I._____ gefahren (Prot. I S. 9 f.). 

Sehr wahrscheinlich habe er unmittelbar nach der Kurve zu früh beschleunigt. 

Dadurch sei das Heck ganz leicht ausgebrochen. Dadurch, dass er die Kurve so 

langsam gefahren sei, habe er das Auto danach schnell wieder im Griff gehabt 

(Prot. I S. 11). Als er abgebogen sei, habe es keinen Verkehr gehabt. Als er der 

Strasse entlang und auf das Trottoir gefahren sei, habe er weit vor sich Personen 

gesehen. Diese seien ca. 5-10 Meter von ihm entfernt und dabei gewesen, auf 

dem Trottoir die Strasse hochzulaufen. Herrn G._____ sei ca. 5 Meter von ihm 

entfernt gewesen, habe die Strassenseite gewechselt, sei dort hinaufgelaufen und 

habe danach ca. 10 Meter oberhalb des Autos wieder auf die linke Strassenseite 

gewechselt, wo er die Aufnahme gemacht habe. Er habe ihn nicht auf die Strasse 

springen sehen (Prot. I S. 11 f.). Er habe vielleicht 1-2 Sekunden keine Kontrolle 

über sein Auto gehabt. Es sei ziemlich weit oben direkt nach der Kurve passiert. 

Er habe niemanden gefährdet. Er sei kontrolliert die Strasse hinunter und auch 

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kontrolliert auf das Trottoir gefahren. Auf den Parkplatz sei er gefahren, weil er 

leicht erschrocken sei und kurz habe durchatmen wollen (Prot. I S. 15 f.).  

1.2.2. Im Berufungsverfahren blieb der Beschuldigte bei seinen Depositionen vor 

Vorinstanz (Prot. II S. 10 ff.). Die Verteidigung ihrerseits argumentierte im We-

sentlichen ebenfalls wie bereits vor Vorinstanz (Urk. 18), dass man anhand der 

objektiven Überlegungen der Gutachter, was die Fahrt rechts in die F._____-

Strasse mit einer Geschwindigkeit von ca. 29 km/h betreffe, sehe, dass die Zeu-

gen Vermutungen anstellten und bei den geschätzten Geschwindigkeiten weit da-

neben lägen. G._____ übertreibe stark, wenn er darauf hinweise, dass er nach 

dem Vorfall keinen Krankenwagen gerufen habe. Mit seiner Zeichnung anerkenne 

er, dass der Abstand zum Fahrzeug weit mehr als einen Meter gewesen sein 

müsse, auch die Zeugin J._____ beschreibe einen grösseren Abstand. Er sei 

wohl erschrocken, nicht auszuschliessen sei, dass er beim Laufen auf das Handy 

geschaut habe und dass er deshalb, und nicht weil der Abstand zu klein gewesen 

sei, auf die Strasse gesprungen sei, derart früh, dass sowohl der Beschuldigte als 

auch der Zeuge B._____ den Fussgänger erst hinter sich auf der Strasse wahr-

genommen hätten und nicht vor sich. Würdige man die verschiedenen Angaben 

der Zeugen zu Gunsten des Beschuldigten und berücksichtige auch die massge-

blichen Überlegungen der Gutachter, so habe der Beschuldigte nach dem Driften 

am Ende der Kurve sogleich oben beim weissen Fahrzeug auf dem Foto die Kon-

trolle wieder über das Fahrzeug erlangt und vor dem H._____ schön parallel ein-

parkiert. Er habe die Kurve nach rechts mit 29 km/h befahren und ausgangs der 

Kurve etwas zu früh Gas gegeben. Die Anklage werfe dem Beschuldigten vor, er 

sei aufgrund des Gegenlenkens ca. auf Höhe des an der F._____-Strasse … ste-

henden Abfalleimers auf das Trottoir geraten und mehrere Meter zwischen der 

Häuserfront und dem Baum hinuntergefahren. Das sei widersprüchlich, wenn man 

die Kontrolle zurückerhalte, gerate man nicht auf das Trottoir. Im Übrigen sei die-

ser Sachverhalt auch nicht zu erstellen. Habe der Beschuldigte die Kontrolle wie-

der erlangt, sei kein Grund ersichtlich, weshalb er das Trottoir hätte befahren sol-

len. Vielmehr sei gestützt auf seine glaubhaften Angaben, welche auch von den 

Zeugen B._____ und J._____ bestätigt würden, davon auszugehen, dass er vor 

dem H._____ direkt parkiert habe. Weiter sei nicht zu erstellen, dass er derart na-

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he vor dem Zeugen G._____ zum Stillstand gekommen sei. Vielmehr habe sich 

dieser bereits seitlich und hinter dem Fahrzeug befunden und sei wohl recht früh 

auf die Strasse gesprungen. Da der Zeuge G._____ durchaus glaubhaft erschro-

cken sei, allenfalls sei er auch mit dem Handy beschäftigt gewesen, sei eine sol-

che Handlung nachvollziehbar. Was sich aber verbiete, sei aus dem Sprung auf 

die Fahrweise des Beschuldigten zu schliessen. G._____ zeichne sich selbst in 

grösserem Abstand zum Ort, wo das Fahrzeug stillgestanden sei, er, der Verteidi-

ger, schätze dies auf zwei Fahrzeuglängen. Sei der Beschuldigte langsam auf das 

Trottoir gefahren, so sei eine Gefährdung eines Fussgängers auszuschliessen. 

Bei einer Kurvenfahrt mit ca. 29-30 km/h halte es niemand für möglich, dass das 

Fahrzeugheck ausbrechen könne, dass man mit Fussgängern kollidiere und diese 

verletzen oder töten könne. Solches nehme kein Fahrzeuglenker mit einer sol-

chen Fahrweise in Kauf. Die Anklage sie in diesem Teil nicht nachvollziehbar. Im 

Übrigen beanstandete die Verteidigung im Berufungsverfahren die Beweiswürdi-

gung der Vorinstanz (vgl. zum Ganzen Urk. 38). 

1.3. Die Vorinstanz kam nach eingehender Würdigung der Aussagen des Be-

schuldigten (Urk. D1/3/1-2; Urk. D1/3/7; Prot. I S. 9 ff.) und der Zeugen 

(Urk. D1/4/1-4; Urk. D1/4/6-8) sowie unter Berücksichtigung des Gutachtens des 

Forensischen Instituts Zürich vom 13. Oktober 2020 (Urk. D1/5/14; nachfolgend: 

Gutachten) zum Schluss, dass vom Sachverhalt gemäss Anklageschrift auszuge-

hen sei, namentlich dass der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug infolge des Ge-

genlenkens nach dem Kontrollverlust auf das in Fahrtrichtung linke Trottoir gera-

ten sei, auf welchem er mehrere Meter hinuntergefahren sei, bevor er vor dem 

H._____ schliesslich zum Stillstand gekommen sei. Dadurch habe der Beschul-

digte seinen Beifahrer sowie allfällige Fussgänger, welche sich auf dem Trottoir 

hätten aufhalten können, in abstrakter Weise erheblich gefährdet, da es zu einer 

Kollision mit schweren Verletzungs- und/oder Todesfolgen hätte kommen können. 

Ebenfalls sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte den Zeugen G._____ 

konkret gefährdet habe, indem er ihm auf dem Trottoir entgegengefahren und es 

nur dem Zufall überlassen gewesen sei, dass sich dieser nicht einige Meter weiter 

oben befunden habe (Urk. 26 S. 9 ff., insb. S. 25). 

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1.4. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Sachverhaltserstellung und der Be-

weiswürdigung in ihren Erwägungen zutreffend dargelegt und die Beweismittel im 

Wesentlichen aufgezählt, worauf grundsätzlich zu verweisen ist. Zusätzlich sind 

das vom Zeugen G._____ aufgenommene Video (Urk. D1/2/3) sowie die Poli-

zeifotos vom Tatort (Urk. D1/2/1; Urk. D1/2/4) als Beweismittel zu erwähnen. Die 

Ausführungen der Vorinstanz betreffend Glaubwürdigkeit der im Verfahren invol-

vierten Personen sind zutreffend und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Die 

Vorinstanz hat sodann den wesentlichen Inhalt der Aussagen des Beschuldigten 

sowie der Zeugen G._____, K._____, J._____ und B._____ als auch die durch 

das Gutachten gewonnen Erkenntnisse korrekt wiedergegeben und sich mit den 

relevanten Beweismitteln umfassend und detailliert auseinandergesetzt. Es kann 

vorab auf die entsprechenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 26 S. 6 ff.). Die nachfolgenden Erwägungen heben die wesentli-

chen Punkte hervor bzw. sind ergänzender und präzisierender Natur. Ebenfalls ist 

auf neue Ausführungen der Verteidigung im Berufungsverfahren einzugehen (vgl. 

Urk. 38).  

1.5.1. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen (Urk. 26 S. 10), dass sich der 

Sachverhalt - wie auch vom Beschuldigten und seinem Beifahrer, dem Zeugen 

B._____, konstant geltend gemacht wurde (Urk. D1/3/1 F/A 2; Urk. D1/3/2 F/A 7; 

Urk. D1/4/8 F/A 13) - so zugetragen hat, dass der Beschuldigte auf der C._____-

Strasse in D._____ in Fahrtrichtung Zürich unterwegs gewesen und nach rechts 

in die F._____-Strasse abgebogen ist. Einerseits, da auch das Gutachten zum 

Schluss kommt, dass dies die plausiblere Sachverhaltsvariante darstellt 

(Urk. D1/5/14 S. 16), andererseits, weil nicht ersichtlich ist, weshalb der Beschul-

digte und B._____ diesbezüglich die Unwahrheit sagen sollten. Die dem (schein-

bar) widersprechenden Aussagen der weiteren Zeugen können zwanglos damit 

erklärt werden, dass diese - alarmiert durch Geräusche (Urk. 4/2 S. F/A 7, 12; 

Urk. 4/4 F/A 8; Urk. D1/4/6 F/A 7, 12) - das dynamische Geschehen erst nach 

dem Einbiegen in die F._____-Strasse beobachteten und in ihrer jeweiligen Dar-

stellung ihre teilweise bruchstückhaften Wahrnehmungen bewusst oder unbe-

wusst mit nachträglichen Schlüssen "logisch" ergänzten. Der in der Aussagepsy-

chologie gerade für sehr schnell ablaufende Ereignisse bekannte Vorgang, legte 

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J._____ bezogen auf die hier interessierende Frage offen, indem sie auf die Fra-

ge, von wo das Fahrzeug des Beschuldigten gekommen sei, äusserte, sie könne 

nur schätzen, dass er von L._____ her gekommen sei. Sie habe ihn aber erst ge-

sehen, als er geschleudert habe (Urk. D1/4/6 F/A 17). Es ist im Folgenden des-

halb von dieser Sachverhaltsvariante auszugehen, wobei anzumerken ist, dass 

diese Frage für die Erstellung des bestrittenen Sachverhalts von untergeordneter 

Relevanz ist. 

 Insofern die Verteidigung diesbezüglich und im Allgemeinen geltend macht, 

dass die Vorinstanz in unzulässiger Weise die Würdigung der Aussagen des Be-

schuldigten verschieden von der Würdigung der übrigen Zeugen vorgenommen 

habe (Urk. 38 Rz. 67 ff.; Prot. II S. 19), so kann dem nicht gefolgt werden. Es ist 

zwar richtig, dass die Aussagen der Zeugen grundsätzlich nach den gleichen 

Mass-stäben zu würdigen sind wie diejenigen des Beschuldigten. Namentlich ist 

sowohl bei den Aussagen der Zeugen als auch des Beschuldigten zwischen 

Wahrnehmung und - bewusster oder unbewusster - Schlussfolgerung bzw. Inter-

pretationen zu unterscheiden. Die Bewertung der Aussagen hängt jedoch unter 

anderem auch von der persönlichen Situation der Aussagenden ab. So war es 

vorliegend der Beschuldigte, welcher das Fahrmanöver durchführte, mithin den 

gegenständlichen Sachverhalt schuf und direkt erlebte, weshalb von ihm genaue-

re und beständigere Aussagen erwartet werden können, als dies bei Zeugen, 

welche allein äussere Wahrnehmung eines plötzlich auftretenden Ereignisses 

schildern, der Fall ist. Dies ist auch bei einer objektiven Würdigung der Aussagen 

zu berücksichtigen. 

1.5.2. Hinsichtlich des Aussageverhaltens des Beschuldigten ist hervorzuheben, 

dass er verschiedene Theorien vorbrachte, um das Ausbrechen seines Fahr-

zeughecks in der Kurve zu erklären. So nannte er zu Beginn der Untersuchung 

als Ursache, dass das Fahrzeugheck in der Kurve vermutlich über eine Erhöhung 

gerutscht sei (Urk. D1/3/1 F/A 2), anschliessend machte er geltend, es könnte 

sich Öl an seinen Pneus befunden haben (Urk. D1/3/2 F/A 33) und schliesslich 

erklärte er anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sowie der Beru-

fungsverhandlung, wohl unmittelbar nach der Kurve zu früh beschleunigt zu ha-

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ben (Prot. I S. 11; Prot. II S. 12). Vor allem aber fällt die Diskrepanz in seinen 

Aussagen zum Fahrverhalten und der Situation nach dem Ausbrechen des Fahr-

zeughecks ins Auge und damit die Tatsache, dass sich der Beschuldigte anläss-

lich der ersten Einvernahme noch wesentlich stärker selbst belastete. So erklärte 

der Beschuldigte gleichentags bei der Polizei, dass sein Fahrzeug genau auf dem 

Trottoir auf Höhe des H._____ stehen geblieben sei. Er habe die Kontrolle verlo-

ren und sei in Richtung Trottoir geschleudert worden. Auch sagte er, dass er nur 

eine Sekunde Zeit gehabt habe, um zu reagieren. Er habe nicht mit einem Bus 

kollidieren wollen. Es sei gefährlich gewesen, was er gemacht habe. Er habe je-

doch während des Manövers auf das Trottoir geschaut und habe gesehen, dass 

niemand da gewesen sei (Urk. D1/3/1 F/A 24, 27, 29 f.). Es ist diesbezüglich zwar 

zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte bei der Polizei seine Antwort zu Frage 

2 handschriftlich korrigierte, was jedoch an den soeben zitierten Aussagen nichts 

ändert. Seine ursprünglich protokollierte Aussage zu Frage 2 lautete: "[…] Nach 

der Kreuzung auf der Höhe der Migros ist mir das Heck leicht ausgebrochen und 

aus dem Schock heraus habe ich falsch reagiert und gegen gelenkt. Ich bin lang-

sam gefahren, dann ist das Heck ausgebrochen und es hat mich in Richtung Trot-

toir geschleudert. […]" Er korrigierte diese Aussage dahingehend, dass er "falsch" 

durchstrich, ergänzte dass er nach dem Gegenlenken gebremst habe und nicht in 

Richtung Trottoir geschleudert, sondern auf das Trottoir gefahren sei (Urk. D1/3/1 

F/A 2). In seiner Antwort zu Frage 27 erklärte er indes erneut: "Als ich die Kontrol-

le verlor und in Richtung Trottoir schleuderte […]." Diese Aussage korrigierte der 

Beschuldigte nicht. Widersprüche innerhalb der gleichen Einvernahme sind ohne 

weiteres möglich und lassen - entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 38 Rz. 

33 ff.) - für sich alleine nicht den Schluss zu, dass der Beschuldigte nicht wie pro-

tokolliert geantwortet haben soll. Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, 

dass anlässlich der Einvernahme des Beschuldigten bei der Polizei noch keine 

Rede davon war, dass er sein Fahrzeug nach Ausbrechen des Hecks kontrolliert 

die Strasse runtergefahren und gezielt bzw. kontrolliert vor dem H._____ parkiert 

habe, wie es der Beschuldigte in der Folge bis heute wiederholt vorbrachte (statt 

vieler Urk. D1/3/2 F/A 5) und damit die Behauptung verband, mit seinem Verhal-

ten niemanden gefährdet zu haben (Urk. D1/3/2 F/A 41; Urk. D1/3/7 F/A 5, 19; 

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Prot. I S. 15). Plausibel erklären konnte er die Widersprüche auf Nachfrage nicht 

(vgl. Urk. D1/3/2 F/A 57 f.; D1/3/7 F/A 5; Prot. II S. 15 f.). Die ursprüngliche Be-

schreibung des Vorgangs lässt sich denn auch deutlich besser damit in Einklang 

bringen, dass der Beschuldigte über alle Einvernahmen hinweg konstant aussag-

te, nachdem Vorfall geschockt gewesen zu sei. Er erklärte, er habe sich nach 

dem Ganzen zuerst sammeln und zu sich kommen bzw. ruhig durchatmen wollen 

bzw. er habe nach dem Vorfall zuerst realisieren müssen, was gerade passiert sei 

bzw. er habe sich umsehen müssen, ob etwas passiert sei (Urk. D1/3/1 F/A 31 f.; 

Urk. D1/3/2 F/A 15, 56, 78 f.; Prot. I S. 10, 13 f., 16; Prot. II S. 11, 15 f.). Auch die 

Aussage, er habe nach dem Vorfall nur noch weggewollt (Urk. D1/3/1 F/A 31; vgl. 

auch Prot. II S. 16), deutet daraufhin, dass die Situation dem Beschuldigten näher 

ging, als das bei einem bloss leichten Ausbrechen des Fahrzeughecks, das er so-

fort wieder so unter Kontrolle brachte, dass er seinen Weg ganz normal gerade-

aus fortsetzen konnte, zu erwarten wäre. Die Beschreibung seines Gemütszu-

standes spricht vielmehr dafür, dass der Beschuldigte die Situation keineswegs 

derart unter Kontrolle hatte, wie er im weiteren Verlauf der Untersuchung und in 

den beiden Gerichtsverfahren abweichend von seiner ersten Deposition geltend 

machte, sondern den Vorgang - wie er dies eben bei der Polizei angab 

(Urk. D1/3/1 F/A 27 ["Als ich die Kontrolle verlor und in Richtung Trottoir schleu-

derte sah ich ihn auf meiner Höhe links vom Fahrzeug"]) - als Kontrollverlust er-

lebte. Diese Annahme steht im Übrigen auch in Einklang mit den Aussagen sei-

nes Beifahrers B._____, der ebenfalls sagte, schockiert gewesen zu sein und er-

gänzend sogar angab, sie hätten nachgesehen, ob jemand verletzt worden sei 

bzw. ob jemand auf dem Boden liege oder ob sie irgendwo reingefahren seien 

(Urk. D1/4/7 F/A 12; Urk. D1/4/8 F/A 9, 66).  

 Schlussfolgernd ist deshalb festzuhalten, dass der Beschuldigte den Vorfall 

in seinen polizeilichen Aussagen über das Ganze gesehen als eher dramatisch 

und auch gefährlich schilderte und zu erkennen gab, dass er nach dem kurzzeiti-

gen Driften auf der F._____-Strasse nicht mehr ordentlich weiterfahren konnte 

und in seiner Entscheidung, wie er seine Fahrt fortsetzen wollte, nicht mehr frei 

war. Der Beschuldigte anerkennt im Berufungsverfahren ausdrücklich, bei der Po-

lizei so wie protokolliert ausgesagt zu haben, auch wenn er seine Aussagen mit 

-   14   - 

seinem aufgewühlten Gemütszustand zu erklären versucht (Prot. II S. 15). Entge-

gen der Ansicht der Verteidigung (vgl. Urk. 38 Rz. 38 ff., 46) ist irrelevant, dass 

Teile der Aussagen des Beschuldigten - beispielsweise er habe nur eine Sekunde 

Zeit gehabt, um eine Kollision mit dem Bus zu verhindern - aus unfallanalytischer 

Sicht nicht stimmen können, da es sich um eine Beschreibung des Empfundenen 

seitens des Beschuldigten handelt. Entscheidend ist viel mehr, dass sich die vom 

Beschuldigten bei der Polizei getätigten Aussagen nicht mit seinen nachfolgenden 

Aussagen, er habe das Fahrzeug kontrolliert parkiert, in Einklang bringen lassen. 

1.5.3. Hinsichtlich der Zeugenaussagen des Beifahrers, B._____, fällt - wie die 

Vorinstanz zu Recht ausführt (Urk. 26 S. 15) - auf, dass dieser anlässlich der poli-

zeilichen Einvernahme, die rund eine Woche nach dem Vorfall stattfand, ähnlich 

wie der Beschuldigte das Ereignis noch gravierender geschildert und damit den 

Beschuldigten stärker belastet hatte, als dies anlässlich der Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft über ein halbes Jahr später der Fall war. Bei der Polizei gab er 

beispielsweise noch an, während des Schleuderns Gedanken an einen Unfall 

bzw. an eine Kollision mit dem Haus gehabt zu haben und dass sie beinahe mit 

einem Baum kollidiert seien. Nach dem Gegenlenken seien sie auf die gegen-

überliegende Strassenseite auf das Trottoir gefahren und das Fahrzeug sei genau 

auf der Höhe des H._____ stehen geblieben (Urk. D1/4/7 F/A 4, 11 f., 19 f.). Letz-

teres legt den Schluss nahe, dass das Fahrzeug - wie es auch der Beschuldigte in 

seiner ersten Einvernahme geschildert hatte - nicht bewusst parkiert worden war. 

Anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft brachte er hingegen in 

Einklang mit den späteren, nach dem Erwogenen wenig überzeugenden Aussa-

gen des Beschuldigten vor, dass der Beschuldigte direkt nach dem Schleudern 

wieder die Kontrolle über das Auto erlangt habe und sie kontrolliert auf den Park-

platz vor dem H._____ gefahren seien. Es sei zu keiner gefährlichen Situation auf 

dem Trottoir gekommen (Urk. D1/4/8 F/A 9, 25 ff., 38). Ferner äusserte er nun - 

ebenfalls in Übereinstimmung mit der angepassten Darstellung des Beschuldigten 

-, dass möglicherweise Öl der Grund sein könnte, dass der Beschuldigte die Kon-

trolle über das Fahrzeug verloren habe. Die Begründung, dass sowohl er als auch 

der Beschuldigte unabhängig voneinander diese Vermutung hegten, ist nicht 

überzeugend (Urk. D1/4/8 F/A 58 f., 62). Vielmehr erscheint es naheliegend, dass 

-   15   - 

sich der Beschuldigte und B._____ abgesprochen haben, auch wenn Letzterer 

dies verneint (Urk. D1/4/8 F/A 6 f.). Wenn die Vorinstanz vor diesem Hintergrund 

und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass B._____ seit Jahren mit dem Be-

schuldigten eng befreundet ist (Urk. D1/4/7 F/A 5; Urk. D1/4/8 F/A 5; Urk. D1/3/1 

F/A 7; Urk. D1/3/2 F/A 18 f.; Prot. II S. 10), Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner 

Zeugenaussagen hat, so ist dem beizupflichten. 

1.5.4. Die Aussagen der Zeugen G._____, K._____ und J._____ betreffend die 

Fahrtrichtung des Beschuldigten (Urk. D1/4/2 F/A 57; Urk. D1/4/4 F/A 24; 

Urk. D1/4/6 F/A 17) und der vom Beschuldigten gefahrenen Kurvengeschwindig-

keit (vgl. Urk. D1/4/1 F/A 10; Urk. D1/4/3 F/A 6; Urk. D1/4/4 F/A 14; Urk. D1/4/6 

F/A 14) weichen teilweise vom Beweisergebnis ab. Es ist mit der Vorinstanz indes 

festzustellen, dass die diesbezüglich bestehende Diskrepanz die Aussagen der 

Zeugen nicht im Ganzen zu erschüttern vermögen. Es ist unter Hinweis auf das 

zur Aussagenpsychologie Ausgeführte (vgl. Erw. III.1.5.1.) namentlich plausibel, 

dass die drei Zeugen angaben, das Fahrzeug habe eine Linkskurve gemacht, weil 

die Fahrzeugfront nach dem Kontrollverlust in Richtung der Migros ausgerichtet 

war und sie deshalb interpretierten, der Beschuldigte sei von links in die F._____-

Strasse eingebogen. Der Zeuge G._____ enthielt sich sodann ausdrücklich einer 

konkreten Aussage zur gefahrenen Kurvengeschwindigkeit und hielt nur fest, 

dass er nicht glaube, dass diese lediglich 15 km/h betragen habe. Er glaube, dass 

es auch bei Regen eine höhere Geschwindigkeit brauche, um auf die Art und 

Weise wegzurutschen. Die Zeugin J._____ gab lediglich an, dass sie annehme, 

dass der Beschuldigte ziemlich schnell um die Kurve gefahren sei. Konkret äus-

serte sich einzig der Zeuge K._____. Dass die akkurate Schätzung von Ge-

schwindigkeiten (und Distanzen) Zeugen meistens überfordert, zumal wenn sie 

einer Situation unvorbereitet ausgesetzt sind, ist allerdings bekannt. Aus insoweit 

klar fehlerhaften Aussagen darauf zu schliessen, die Darstellung sei generell nicht 

vertrauenswürdig, verbietet sich.  

1.5.5. Die Zeugenaussagen des Fussgängers G._____ erfolgten über beide Ein-

vernahmen hinweg grundsätzlich frei von relevanten Widersprüchen. Auch gab er 

jeweils zu Protokoll, wenn er etwas nicht wusste, weil er sich beispielsweise nicht 

-   16   - 

mehr daran erinnern konnte. Seine Aussagen wirken zudem plausibel, in sich 

schlüssig und lebensnah geschildert, wenn er zusammengefasst darlegt, das 

Fahrzeug sei nach dessen Ausbrechen mit der Fahrzeugfront in Richtung Trottoir 

gedriftet, wo der Beschuldigte das Fahrzeug hätte herumreissen können, wodurch 

er eine Kollision mit einem Geschäft habe vermeiden können. Das Fahrzeug sei 

dann auf dem Trottoir - auch wenn es eng gewesen sei - noch ein kurzes Stück 

weitergefahren, wobei er nicht glaube, dass das Absicht gewesen sei, sondern 

eher, dass der Fahrer in diesem Moment keine Kontrolle über das Fahrzeug ge-

habt habe. Schliesslich sei das Fahrzeug frontal auf ihn zugekommen, dies mit 

mehr als Schrittgeschwindigkeit bzw. schneller als man auf einem Trottoir norma-

lerweise fahre. Aus Angst vor einer Kollision sei er auf die Strasse gesprungen. Er 

sei nicht am Handy gewesen. Das Fahrzeug sei schliesslich ca. einen Meter vor 

ihm zum Stehen gekommen (vgl. Urk. D1/4/1 F/A 5, 12 ff., 16 ff.; Urk. D1/4/2 

F/A 7 ff., 26 ff., 59). Der Zeuge beschreibt detailliert, wie er sich in der dargelegten 

Situation fühlte, beispielsweise erklärte er, unter Schock gestanden zu haben und 

dass seine Hand derart gezittert habe, dass er beinahe sein Telefon nicht mehr 

habe bedienen können (Urk. D1/4/1 F/A 18; Urk. D1/4/2 F/A 42). Auch machte er 

- entgegen der Sachdarstellung des Beschuldigten - glaubhaft geltend, auf der 

Seite des H._____ die Strasse hinaufgelaufen zu sein. Es handle sich dabei um 

seinen Heimweg und er laufe immer auf dieser Seite (Urk. D1/4/2 F/A 41). Solche 

Details sind als Realitätskriterien zu werten und sprechen für die Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen. Die Verteidigung macht demgegenüber geltend, dass die Aus-

sagen des Zeugen seiner anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft 

gezeichneten Skizze des Vorfalls widersprechen würden, weshalb nicht auf die 

Aussagen abgestellt werden könne (Urk. 18 Rz. 6, 24 und Urk. 38 Rz. 78 i.V.m. 

Prot. II S. 20 mit Verweis auf den Anhang von Urk. D1/4/2). Dem ist zu entgeg-

nen, dass der Zeuge konstant aussagte und die Zeichnung im Wesentlichen auch 

seinen Aussagen entspricht. Der Zeuge wies sodann beim Zeichnen der Skizze 

stets daraufhin, dass es für ihn schwierig sei, dies aus der Vogelperspektive auf-

zuzeichnen, weil er es damals aus einer anderen Perspektive wahrgenommen 

habe (Urk. D1/4/2 F/A 50 ff.). Es ist sodann auch notorisch, dass Distanzen aus 

einer anderen Perspektive schwierig zu bestimmen sind. Die Skizze vermag des-

-   17   - 

halb nichts an der Glaubhaftigkeit des Zeugen zu ändern. Dies umso mehr, als 

der Sprung des Zeugen zeigt, dass er sich ernstlich gefährdet gefühlt haben 

muss, das Fahrzeug mit anderen Worten nicht weit weg gewesen sein kann. Auch 

der sinngemässe Einwand der Verteidigung der Zeuge würde übertreiben, weil er 

beispielsweise von einem Krankenwagen gesprochen habe, verfängt nicht (vgl. 

Urk. 18 Rz. 7, 24; Urk. 38 Rz. 75). Zum einen erklärte G._____ ganz allgemein, 

es hätte kein Krankenwagen gerufen werden müssen, weil niemand verletzt wor-

den sei (Urk. D1/4/1 F/A 18). Die Aussage bezog sich nicht spezifisch auf ihn. 

Zum anderen kann nicht davon gesprochen werden, dass der Zeuge zu Übertrei-

bungen neigt, vielmehr war er bestrebt, den Sachverhalt so wiederzugeben, wie 

er ihn wahrgenommen hatte. Als Beispiel hierfür ist anzuführen, dass er klar zum 

Ausdruck brachte, dass es auch ohne seinen Sprung zur Seite nicht zu einer Kol-

lision mit dem Fahrzeug des Beschuldigten gekommen wäre. Er hätte dies zum 

Zeitpunkt seines Sprunges lediglich noch nicht abschätzen können, weshalb er 

sicherheitshalber gesprungen sei (Urk. D1/4/2 F/A 36). 

1.5.6. Betreffend die Aussagen des Zeugen K._____ ist mit der Vorinstanz zu er-

kennen, dass sie gewisse Inkonsistenzen aufweisen. Bei genauerer Betrachtung 

erweisen sich diese aber namentlich bezogen auf das Befahren des Trottoirs als 

weniger grundsätzlich, als sie auf den ersten Blick erscheinen. In der polizeilichen 

Einvernahme gab der Zeuge einleitend offensichtlich stark zusammengefasst an, 

dass sie beobachtet hätten, wie ein Fahrzeug auf das Trottoir geschlittert sei, wo-

rauf sie stehen geblieben seien, da sie nicht gewusst hätten, wie weit der Perso-

nenwagen noch schlittern würde (Urk. D1/4/3 F/A 1). Dazu aufgefordert, das Ma-

növer genau zu beschreiben, präzisierte er dann nämlich, dass das Heck des 

Fahrzeugs ausgebrochen sei und der Fahrer dann zügig abwärts auf das Trottoir 

gefahren sei. Er sei kontrolliert auf das Trottoir gefahren. Zuvor hatte er beschrie-

ben, dass der Lenker ins Schleudern geraten sei, da er noch einmal Gas gegeben 

habe, so dass die Hinterräder durchgedreht seien. Er sei richtig ins Schleudern 

geraten, da er noch einmal Gas gegeben habe (Urk. D1/4/3 F/A 6-8). Als Zeuge 

befragt, gab er zu Protokoll, das Fahrzeug habe geschleudert. Nach dem Schleu-

dern sei es auf das Trottoir gefahren (Urk. D1/4/4 F/A 13). Der Beschuldigte müs-

se in der Kurve noch Gas gegeben haben, sonst wären die Räder nicht durchge-

-   18   - 

dreht (Urk. D1/4/4 F/A 16) und er müsse gegengelenkt haben, sonst wäre das 

Fahrzeug nicht wieder auf die andere Seite gekommen (Urk. D1/4/4 F/A 27). Zu-

erst sei das Fahrzeug Richtung Migros geschlittert, nachher gegen die linke Seite 

des Trottoirs der F._____-Strasse (Urk. D1/4/4 F/A 28). Das Fahrzeug sei nicht 

auf das Trottoir geschlittert, sondern nachher wieder auf der F._____-Strasse ge-

rade zu stehen gekommen und sei dann auf das Trottoir gefahren (Urk. D1/4/4 

F/A 30, vgl. auch F/A 54). Er sei der Meinung, dass der Fahrer die Kontrolle im-

mer gehabt habe, weil das Schleudern Absicht gewesen sei. Es sei nicht gewe-

sen, weil er zu schnell um die Kurve gekommen sei, sondern weil er das so ge-

wollt habe. Er glaube, er habe die Kontrolle immer gehabt und habe das bewusst 

gemacht. Das Fahrzeug sei kontrolliert auf das Trottoir gefahren (Urk. D1/4/4 F/A 

31 f.). Sie hätten sich auf dem Trottoir nicht wohlgefühlt. Sie hätten nicht gewusst, 

ob das Auto noch weiter runter fahren würde (Urk. D1/4/3 F/A 1, 10; Urk. D1/4/4 

F/A 8, 51, 65). Von der Wertung, der Beschuldigte habe sein Fahrzeug bewusst 

schleudern lassen, befreit, schilderte der Zeuge also ein Ausbrechen des Hecks, 

ein Gegensteuern, das das Fahrzeug aus dem "Schleudern" befreite und ein an-

schliessendes Fahren auf das Trottoir, das vom Zeugen als bedrohlich wahrge-

nommen wurde, weil er nicht einschätzen konnte, ob der Beschuldigte sein Fahr-

zeug rechtzeitig stoppen würde. Diese Darstellung lässt sich bei genauerer Be-

trachtung recht gut mit den erwähnten ersten Aussagen des Beschuldigten in Ein-

klang bringen, in denen er von einem Kontrollverlust und einem Schleudern Rich-

tung Trottoir sprach (Urk. D1/3/1 F/A 27) und den Vorgang genauer so beschrieb, 

dass er in der Kurve durch das Ausbrechen des Hecks überrascht worden sei, 

dann gegengelenkt, gebremst und das Steuer wieder gerade gestellt habe und 

auf das Trottoir gefahren sei. Dabei ergibt sich aus seiner Antwort auf die Fragen 

29 und 30, dass ihm nach dem Gegenlenken nur zwei von ihm als potentiell ge-

fährlich eingestufte Manöver offenstanden, zwischen denen er sich in kürzester 

Zeit entscheiden musste (Urk. D1/3/1 F/A 29 f.). Die Fahrt auf das Trottoir wäre 

folglich zwar erzwungen, aber in dem Sinne kontrolliert gewesen, dass es sich um 

ein bewusstes und gezieltes Fahrmanöver handelte, was sich wiederum mit den 

Aussagen des Zeugen in Einklang bringen lässt. Die Situation des Zeugen 

G._____ und dessen Reaktion auf den Vorgang schilderte der Zeuge sowohl an-

-   19   - 

lässlich der Einvernahme bei der Polizei als auch bei der Staatsanwaltschaft so, 

dass sich ein auf dem Trottoir hinauflaufender Fussgänger nur durch einen 

Sprung zur Seite vor einer Kollision habe retten können (Urk. D1/4/3 F/A 11 ff.; 

Urk. D1/4/4 F/A 8, 44 ff.). Dieser habe nach dem Vorfall einen Schock gehabt, 

habe gezittert und sei sehr aufgeregt gewesen (Urk. D1/4/3 F/A 21; Urk. D1/4/4 

F/A 59). Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass keine Voreingenom-

menheit des Zeugen K._____ zu erkennen ist.  

1.5.7. Die Zeugin J._____ schilderte den Vorfall glaubhaft und ohne erkennbare 

Übertreibungen. Auch gab sie an, wenn sie etwas nicht wusste, beispielsweise 

mit welcher Geschwindigkeit der Beschuldigte gefahren sei bzw. wenn sie etwas 

nicht wahrgenommen habe und kennzeichnete es, wenn etwas eine Mutmassung 

darstellte. Nach ihrer Wahrnehmung schleuderte das Fahrzeug nicht direkt auf 

das Trottoir, sei aber relativ schnell auf das Trottoir gefahren. Es habe so ausge-

sehen, als ob der Beschuldigte einparken würde. Das Fahrzeug sei auf dem Trot-

toir nicht mehr weit gefahren, jedoch mit relativ hoher Geschwindigkeit 

(Urk. D1/4/6 F/A 20 ff., 27, 51 ff.). Sie gab zwar an, nicht selbst gesehen zu ha-

ben, wie der Fussgänger vom Trottoir auf die Strasse gesprungen sei, um dem 

Fahrzeug auszuweichen. Sie habe den Fussgänger erst nach dessen Sprung 

wahrgenommen, habe jedoch in der Folge mit diesem gesprochen. Dieser sei 

ziemlich aufgeregt gewesen. Auch sie und ihr Partner hätten sich gefährdet ge-

fühlt, weshalb sie beim Reisebüro bei einer Treppe geblieben seien für den Fall, 

dass das Fahrzeug noch weiter nach unten gefahren wäre. Die Situation sei ihr 

"eingefahren" (Urk. D1/4/6 F/A 7, 29 ff., 38, 44 ff.).  

1.5.8. Ausgehend von der Sachverhaltsvariante, dass der Beschuldigte nach 

rechts in die F._____-Strasse abgebogen ist (vgl. Erw. III.1.5.1.), gelangt das 

Gutachten unter Einbezug der dargestellten Aussagen des Beschuldigten sowie 

der Zeugen im Wesentlichen zur Erkenntnis, dass der Beschuldigte ausgangs der 

Kurve beschleunigt habe, sodass die Kurvengrenzgeschwindigkeit bzw. der Haft-

wert an den Hinterrädern überschritten wurde und das Fahrzeugheck seitlich aus-

gebrochen sei. Die Ursache für das seitliche Ausbrechen der Hinterräder sei mit-

hin das Zusammenspiel der Geschwindigkeit im Grenzbereich in der Kurve und 

-   20   - 

die Beschleunigung des Fahrzeugs ausgangs der Kurve, nicht ursächlich könne 

eine ölschmutzbedingte Haftwertverminderung gewesen sein (Urk. D1/5/14 S. 12, 

14 ff.). Der Beschuldigte habe die Kontrolle über das Fahrzeug mittels Gegenlen-

kens sowie mit der Unterstützung des ESP wiedererlangt. Es sei aufgrund des 

Fahrverhaltens, der Aussagen der Zeugen sowie der Endlage des Fahrzeugs des 

Beschuldigten davon auszugehen, dass in der Folge des ersten Gegensteuerns 

das Fahrzeug nach links gelenkt worden sei, also mit der Front in Richtung linke 

Häuserfront gewiesen habe, auf das Trottoir gefahren sei und sodann weiter 

durch ein kontrolliertes Lenken nach rechts und Bremsen auf dem Trottoir weiter 

hinab gefahren sei, zwischen der linken Häuserfront und dem Baum beim 

H._____ hindurch bis in die Endlage vor dem H._____. Das Befahren des Trot-

toirs nach dem Baum beim H._____ gemäss den Angaben des Beschuldigten und 

seines Beifahrers B._____ hätte zur Folge, dass das Fahrzeug erst nach der be-

schriebenen und gefilmten Endlagen in eine annähernd parallele Lage zur Häu-

serfront hätte gelangen können (a.a.O. S. 10, 13, 16 f.).  

 Das Gutachten enthält rein verkehrstechnische Passagen, beispielsweise 

die zitierten Erkenntnisse betreffend die Kurvenfahrt des Beschuldigten, an ande-

rer Stelle ist es indes nur als teilweise verkehrstechnisch zu bezeichnen. Es ist mit 

der Verteidigung zu erkennen (Urk. 38 Rz. 5, 58 ff., 92), dass das Gutachten hin-

sichtlich der Fahrt des Beschuldigten auf das Trottoir teils auf Aussagen der Zeu-

gen abstellt, deren Würdigung grundsätzlich dem Gericht obliegt. Dem Einwand 

der Verteidigung, das Gutachten sei mangelhaft, weil unklar sei, inwieweit es die 

Aussagen der involvierten Personen berücksichtige bzw. wie diese gewürdigt sei-

en (Urk. 18 Rz. 17; Urk. 38 Rz. 59, 92), ist jedoch zu entgegnen, dass dem Gut-

achten selbst zu entnehmen ist, welche Aussagen miteinbezogen wurden 

(vgl. D1/5/14 S. 6 ff.), insbesondere auch jene des Beschuldigten und seines Bei-

fahrers. Aus Anhang 3 geht hervor, wie diese interpretiert wurden, ohne dass sich 

daraus oder aus Äusserungen im Gutachten selbst Hinweise darauf ergäben, 

dass Aussagen falsch bewertet wurden. Im Übrigen führt eine richterliche Würdi-

gung der Aussagen zum gleichen Ergebnis. Es ist folglich kein Mangel im Gutach-

ten zu erkennen. Des Weiteren kann der Verteidigung auch nicht gefolgt werden, 

wenn sie die Würdigung des Gutachtens in Zweifel zieht mit der Begründung, 

-   21   - 

dass das Fahrzeug des Beschuldigten zum Zeitpunkt der Aufnahme des Videos 

bereits rückwärts gefahren sei und es sich entsprechend bei dessen Position im 

Video nicht um die Endlage nach dem Vorfall handle, entsprechend auch nicht 

von einer Fahrt auf dem Trottoir ausgegangen werden könne (Urk. 18 Rz. 20 ff.; 

Urk. 38 Rz. 7, 84). Zum einen stützt sich das Gutachten nicht alleine auf das Vi-

deo, sondern auch auf die von den anwesenden Personen beschriebene Endlage 

(Urk. D1/5/14 S. 10). Des Weiteren ist darauf zu verweisen, dass der Beschuldig-

te selbst angibt, lediglich einen halben Meter rückwärts gefahren zu sein 

(Urk. D1/3/2 F/A 5, 15, 63). Entsprechend ist im Wesentlichen von der Endlage 

des Fahrzeugs auf dem Trottoir, wie sie auf den im Recht liegenden Bildern zu 

sehen ist (vgl. Urk. D1/2/4), auszugehen. Diese Endlage ist mit der Sachdarstel-

lung des Beschuldigten nicht in Einklang zu bringen, sondern stützt klar die Sach-

verhaltsvariante der Anklage, die auch mit der Aussage des Zeugen B._____ in 

Einklang gebracht werden kann, wonach sie fast mit einem Baum kollidiert seien 

(Urk. D1/4/7 F/A 11), was eine Fahrt auf dem Trottoir am Baum vorbei - wie in der 

Anklage beschrieben - nahelegt. Mit der Vorinstanz ist deshalb zu erkennen, dass 

die Erkenntnisse des Gutachtens schlüssig, überzeugend und nachvollziehbar 

begründet sind. Es sind keine triftigen oder sachlichen Gründe ersichtlich, die da-

zu veranlassen, von den Feststellungen im Gutachten abzuweichen, weshalb da-

rauf abzustellen ist.  

1.5.9. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit sei-

nem Fahrzeug in Begleitung eines Beifahrers bei nasser Fahrbahn in D._____ auf 

der C._____-Strasse in Fahrtrichtung Zürich unterwegs war und nach rechts in die 

F._____-Strasse abbog, wobei er die Kurve - wie sich aus dem Gutachten schlüs-

sig ergibt - mit einer Geschwindigkeit von mindestens 29 km/h befuhr und dann 

ausgangs der Kurve beschleunigte, wodurch die Kurvengrenzgeschwindigkeit von 

rund 30 bis 36 km/h bzw. der Haftwert an den Hinterrädern überschritten wurde 

und das Fahrzeugheck seitlich ausbrach. Der Beschuldigte erlebte diesen Vor-

gang gemäss seinen glaubhaften ersten Aussagen als Kontrollverlust. Durch Ge-

genlenken und mit Unterstützung des ESP erlangte er jedoch die Kontrolle über 

das Fahrzeug wieder, ohne dass ihm aber eine Fortsetzung der Fahrt auf der 

F._____-Strasse ohne weiteres möglich war. Vielmehr geriet er - seinen ersten 

-   22   - 

Aussagen folgend nach einem unter grossem Zeitdruck erfolgten Abwägen zwi-

schen zwei potentiell gefährlichen Optionen - in Fahrtrichtung auf das linksseitige 

Trottoir der F._____-Strasse, auf welchem er zwischen der Häuserfront und ei-

nem Baum mehrere Meter hinunter fuhr bis er sein Fahrzeug auf der Höhe des 

H._____ gemäss den glaubhaften Aussagen der Zeugen G._____, K._____ und 

J._____ nur ca. einen Meter von der Stelle entfernt, wo G._____ aus Angst vor 

einer Kollision auf die Strasse gesprungen war, zum Stehen brachte. Mit der Vo-

rinstanz ist folglich davon auszugehen, dass der äussere Anklagesachverhalt er-

stellt ist (vgl. Erw. III.1.1.; Urk. 10). Ob damit eine Gefährdung von Beifahrer und 

weiteren Verkehrsteilnehmern bzw. von G._____ einherging, wird wie die Willens-

richtung des Beschuldigten im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu klären sein.  

2. Dossier 2: Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 

2.1. Dem Beschuldigten wird - zusammengefasst und vereinfachend dargestellt - 

vorgeworfen, am 8. Oktober 2020, um 22.05 Uhr, den Personenwagen ZH … auf 

der Autobahn A3 in Fahrtrichtung Chur gelenkt und dabei die am Tatort zulässige 

Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um 43 km/h (Sicherheitsmarge von 6 km/h 

bereits abgezogen) überschritten zu haben, was er zumindest in Kauf genommen 

habe. Dies habe er zudem in Kenntnis der geschaffenen erheblichen abstrakten 

Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer getan, welche er ebenfalls zumindest 

in Kauf genommen habe (vgl. im Einzelnen Urk. D1/10 S. 3).  

2.2. Der Beschuldigte räumt den Anklagesachverhalt in objektiver Hinsicht ein 

(Urk. D1/3/7 F/A 21 ff.; Urk. D2/3 F/A 5 ff.; Prot. I S. 17 ff.; Urk. 18 Rz. 30; Prot. II 

S. 16; Urk. 38 Rz. 104). Dieses Teilgeständnis deckt sich mit dem Untersu-

chungsergebnis (vgl. Urk. D2/2/1; Urk. D2/2/3-4), wodurch erstellt ist, dass der 

Beschuldigte die am Tatort zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um 

netto 43 km/h überschritten hat.  

2.3. Den subjektiven Anklagesachverhalt bestreitet der Beschuldigte und macht 

mit seiner Berufung eine fahrlässige Tatbegehung geltend (Urk. 18 Rz. 30; 

Urk. 27 S. 2; Urk. 38 Rz. 105 ff.), worauf im Rahmen der rechtlichen Würdigung 

einzugehen ist (vgl. Erw. IV.3.). 

-   23   - 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Grundtatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG 

1.1. Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In 

objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter 

eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die 

Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Ge-

fährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Ge-

fahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirkli-

chung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, 

wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder 

gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; BGE 142 IV 93 E. 3.1; 

BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2019 vom 9. März 

2020 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Ob eine konkrete Gefährdung bestand, beurteilt 

sich sodann nicht allein nach dem, was schliesslich eingetreten ist, sondern es 

kommt auch darauf an, ob das Ereignis, so wie es sich abgespielt hat, nach dem 

normalen Gang der Dinge die Verletzung oder Tötung eines Menschen ernstlich 

wahrscheinlich gemacht hat, was insbesondere dann anzunehmen ist, wenn der 

Eintritt eines schädigenden Ereignisses nur durch Zufall oder das Verhalten eines 

Beteiligten verhütet wurde (BGE 85 IV 136 E. 1).  

1.2.1. Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwer-

wiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrläs-

siger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hin-

weisen; Urteile des Bundesgerichts 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 

E. 2.2.1; 6B_994/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1.1). Diese ist zu bejahen, wenn 

sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe 

Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung an-

derer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst 

fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in 

diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrs-

teilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein 

-   24   - 

bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in 

einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen 

bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_973/2020 vom 

25. Februar 2021 E. 2.1; 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2; 

6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Je schwerer die Ver-

kehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv 

zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 

93 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_992/2020 vom 30. November 2020 

E. 2.2; je mit Hinweisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung 

der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. 

Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Um-

stände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen 

lassen (Urteil 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Solche 

entlastenden Umstände hat das Bundesgericht bei der Mehrheit der Geschwin-

digkeitsüberschreitungen verneint. Gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsver-

hältnisse stellen keine besonderen Umstände im Sinne der Rechtsprechung dar 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1; 

6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1; 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 

3.3.1; 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.2; je mit Hinweisen).  

1.2.2. Nach Ansicht von Lehre (BSK SVG-FIOLKA, Basel 2014, Art. 90 N 146) und 

Bundesgericht (BGE 142 IV 137 E. 3.3) zu Absatz 3 von Art. 90 SVG ist ein Ge-

fährdungsvorsatz (hinsichtlich eines bestimmten Opfers) oder der Vorsatz, einen 

bestimmten Erfolg herbeizuführen, nicht erforderlich. Erst recht braucht es dem-

gemäss keinen solchen Gefährdungsvorsatz bei Absatz 2.  

1.2.3. Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft sogenannte innere Tat-

sachen und ist somit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der festge-

stellten Tatsachen der Schluss auf Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkten 

Vorsatz begründet ist (BGE141 IV 369 E. 6.3; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; BGE 135 IV 

152 E. 2.3.2; je mit Hinweisen). Da sich insoweit Tat- und Rechtsfragen teilweise 

überschneiden können, hat das Sachgericht die in diesem Zusammenhang rele-

vanten Tatsachen möglichst erschöpfend darzustellen, damit erkennbar wird, aus 

-   25   - 

welchen Umständen es auf Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkten Vorsatz 

geschlossen hat (in Bezug auf Eventualvorsatz: BGE 133 IV 1 E. 4.1, BGE 133 IV 

9 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2; 

je mit Hinweisen). 

2. Dossier 1: Nichtbeherrschen des Fahrzeugs 

2.1. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG obliegt dem Führer eines Fahrzeugs die Pflicht, 

dieses ständig so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen 

kann. Das Mass der Aufmerksamkeit, dass vom Fahrzeugführer zu verlangen ist, 

richtet sich nach den gesamten konkreten Umständen, namentlich der Verkehrs-

dichte, den örtlichen Verhältnissen, der Tageszeit, der Sicht und den vorausseh-

baren Gefahrenquellen (WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz 

und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 31 SVG N 7). 

Die Forderung, das Fahrzeug ständig zu beherrschen, bedeutet, dass der Fahrer 

das Fahrzeug sicher und unfallfrei durch den Verkehr führen muss. Kommt es zu 

einem Zusammenstoss, gerät das Fahrzeug ins Schleudern und gar über die 

Strasse hinaus, so ist das an sich bereits der Beweis, dass das Fahrzeug vom 

Lenker nicht beherrscht wurde (BSK SVG-ROTH, a.a.O., Art. 31 N 54 m.H.a. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_54/2010 vom 18. März 2010 E. 2.3). Gemäss Art. 32 Abs. 

1 SVG ist die Geschwindigkeit sodann stets den Umständen anzupassen, na-

mentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, 

Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Der Fahrzeugführer muss ferner auf Situatio-

nen achten, in denen erfahrungsgemäss Hindernisse plötzlich auftauchen kön-

nen. Insbesondere hat er die Geschwindigkeit vor Verzweigungen, unübersichtli-

chen Kurven und Kuppen zu mässigen (BSK SVG-ROTH, a.a.O., Art. 32 N 4). 

Art. 31 SVG und Art. 32 SVG gehören zu den grundlegenden Bestimmungen des 

Strassenverkehrsrechts (BSK SVG-ROTH, a.a.O., Art. 31 N 1). Das Verhalten des 

Beschuldigten, die Kurve im Bereich der Kurvengrenzgeschwindigkeit zu befahren 

und ausgangs der Kurve zusätzlich zu beschleunigen im Wissen um die nasse 

Fahrbahn (vgl. Erw. III.1.5.8.), mit dem Ergebnis, dass das Fahrzeugheck seitlich 

ausbrach und der Beschuldigte die Kontrolle darüber verlor, stellt unbestrittener-

massen eine Verletzung von Art. 31 Abs. 1 SVG sowie Art. 32 Abs. 1 SVG und 

-   26   - 

damit wichtiger Verkehrsvorschriften dar. Zu prüfen bleibt, ob es sich dabei um 

eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG handelt. 

2.2. Die Verteidigung bringt im Wesentlichen vor, dass der Beschuldigte nach 

kurzzeitigem Driften am Ende der Kurve sogleich wieder die Kontrolle über das 

Fahrzeug erlangt und auf dem Trottoir vor dem H._____ kontrolliert parkiert habe. 

Der Beschuldigte sei langsam auf das Trottoir gefahren und mit grösserem Ab-

stand zum Fussgänger G._____ zum Stillstand gekommen. Es sei zu keinerlei 

Gefährdung gekommen. Bei einer Kurvenfahrt mit ca. 29-30 km/h würde es so-

dann niemand für möglich halten, dass das Fahrzeugheck ausbrechen und man 

mit Fussgängern kollidieren bzw. diese sogar verletzen oder töten könnte. Sol-

ches würde kein Fahrzeuglenker mit einer solchen Fahrweise in Kauf nehmen 

und sei auch nicht zu erstellen. Es dürfe folglich nicht von einer groben Verkehrs-

regelverletzung ausgegangen werden (Urk. 18 Rz. 26 ff.; Urk. 38 Rz. 17, 93, 95 

ff.).  

2.3. Wie dargelegt setzt der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nebst der Miss-

achtung einer wichtigen Verkehrsvorschrift voraus, dass die Verkehrssicherheit 

ernstlich gefährdet wurde. Die rechtliche Würdigung ist gestützt auf den erstellten 

Anklagesachverhalt - die Verteidigung geht von einem anderen Sachverhalt aus 

(vgl. Urk. 38 Rz. 93) - vorzunehmen. Demnach führte der den Verhältnissen nicht 

angepasste Fahrstil des Beschuldigten zum Ausbrechen seines Fahrzeughecks. 

Eine ordentlich Fortsetzung der Fahrt auf der F._____-Strasse war ihm anschlies-

send nicht mehr möglich, so dass er - gemäss seinen Aussagen als Folge eines 

abwägenden Entscheides - schliesslich in Fahrtrichtung auf das linksseitige Trot-

toir der F._____-Strasse geriet, wo er einige Meter nach unten fuhr und schliess-

lich vor dem H._____ zu Stehen kam, wobei der Fussgänger G._____, der auf 

dem Trottoir unterwegs war, aufgrund des frontal auf ihn zukommenden Fahr-

zeugs und einer befürchteten Kollision ca. einen Meter vor der Stelle, wo der Be-

schuldigte das Fahrzeug zum Stehen brachte, zur Seite sprang (vgl. Erw. III.1.1.; 

Urk. 10 S. 2 f.). Auch wenn es letztlich nicht zu einer Kollision gekommen wäre, ist 

unter diesen Umständen davon auszugehen, dass der normale Gang der Dinge 

die Verletzung von G._____ ernstlich wahrscheinlich machte, zumal der Beschul-

-   27   - 

digte gemäss eigenem Bekunden im fraglichen Zeitpunkt zumindest unter leich-

tem Schock stand. Insoweit ist daher von einer konkreten Gefährdung auszuge-

hen. Auch weitere Fussgänger und Verkehrsteilnehmer sowie sein Beifahrer wur-

den durch das Manöver des Beschuldigten offenkundig abstrakt gefährdet. Ein 

Trottoir ist nicht für Personenwagen bestimmt, weshalb Fussgänger auch nicht mit 

einem entgegenkommenden Personenwagen auf dem Trottoir rechnen müssen. 

Insbesondere kann es zu gefährlichen Situationen kommen, wenn Fussgänger 

einem fahrenden Personenwagen auf dem Trottoir auf die Strasse ausweichen 

müssen, so wie es vorliegend der Fall war. Im Übrigen stellt bereits ein driftendes 

Fahrzeug bzw. ein Fahrzeug, worüber der Fahrer die Kontrolle verloren hat, in-

nerorts auf einer relativ schmalen Einbahnstrasse eine Gefährdung für die übrigen 

Verkehrsteilnehmer und Fussgänger dar. Die weiteren Fussgänger, die sich zum 

fraglichen Zeitpunkt an der besagten Örtlichkeit aufhielten, gaben auch allesamt 

an, sich durch das Verhalten des Beschuldigten gefährdet gefühlt zu haben. Der 

Beschuldigte hat durch sein Verhalten, mithin das zu schnelle Beschleunigen 

ausgangs der Kurve, Gegenlenken und anschliessendem Befahren des Trottoirs, 

ein erhebliches und naheliegendes Risiko für eine Kollision auf dem Trottoir sowie 

auf der Strasse mit möglichen Folgen für Leib und Leben geschaffen. Der objekti-

ve Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und 

Art. 32 Abs. 1 SVG ist folglich erfüllt.  

2.4.1. Die Kurve, bei welcher der Beschuldigte die Kontrolle über sein Fahrzeug 

verlor, führt auf eine relativ schmale Einbahnstrasse, die beidseitig von einem 

Trottoir flankiert ist, wobei dieses nicht durch eine Erhöhung von der Strasse ab-

gegrenzt ist. Beidseitig der Strasse gibt es diverse Geschäfte und im Bereich der 

Kurve befinden sich zudem zwei Fussgängerstreifen (vgl. Urk. D1/2/1). Zum Zeit-

punkt, als sich der Vorfall ereignete, war es bereits dunkel, die Strasse war auf-

grund des starken Regens nass (vgl. D1/1), was auch der Beschuldigte anerkennt 

(Urk. D1/3/1 F/A 18; Urk. D1/3/2 F/A 24 f., 28; Prot. I S. 15; Prot. II S. 11). Zu Be-

ginn der Untersuchung erklärte der Beschuldigte, sich nicht erklären zu können, 

weshalb er die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren habe. Dies sei ihm noch nie 

passiert, er fahre immer gleich in die Kurve (Urk. D1/3/1 F/A 20). In der Folge 

brachte er verschiedene Theorien vor, um das Ausbrechen seines Fahrzeughecks 

-   28   - 

in der Kurve zu erklären (vgl. Erw. III.1.5.2.). Schliesslich anerkannte er, wohl 

nach der Kurve zu schnell beschleunigt zu haben (Prot. I S. 11; Prot. II S. 12). Der 

Beschuldigte hätte aufgrund der beschriebenen Ortsverhältnisse und der Witte-

rungs- sowie Strassenbedingungen die Kurve nicht im Bereich der Kurvengrenz-

geschwindigkeit befahren und insbesondere ausgangs der Kurve nicht derart be-

schleunigen dürfen. Dass er durch ein solches Fahrverhalten unter den gegebe-

nen Bedingungen die Kontrolle über sein Fahrzeuge verlieren und dadurch eine 

erhebliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer und auch Fussgänger schaffen 

könnte, muss ihm bewusst gewesen sein. Dies umso mehr, als er angibt, die 

Strecke sehr gut zu kennen und die Kurve täglich zu befahren (Urk. D1/3/1 F/A 8; 

Urk. D1/3/2 F/A 16, 31; Prot. II S. 10). Ebenso ist zu berücksichtigen, dass er 

selbst angibt, ein sehr guter Autofahrer zu sein, sein Fahrzeug sehr gut zu kennen 

und bereits viele Kilometer damit gefahren zu sein, auch wenn er zum Zeitpunkt 

des Vorfalls das Fahrzeug erst seit Kurzem besass (Urk. D1/3/1 F/A 11, 13; 

Urk. D1/3/2 F/A 9 f.; Prot. I S. 15 f.). Mit anderen Worten ist davon auszugehen, 

dass er sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst war. Zu 

seinen Gunsten ist dagegen anzunehmen, dass er pflichtwidrig darauf vertraute, 

niemanden zu gefährden. Das gilt namentlich auch dann, wenn die Fahrt auf das 

Trottoir als Ergebnis eines abwägenden Entscheids zwischen zwei potentiell ge-

fährlichen Möglichkeiten verstanden wird, hatte der Beschuldigte doch von Anfang 

an konstant - und ohne dass ihm dies zu widerlegen wäre - erklärt, keine Fuss-

gänger auf dem Trottoir gesehen zu haben, bevor er auf dieses fuhr. Er handelte 

damit grobfahrlässig. Lediglich der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass 

Grobfahrlässigkeit auch zu bejahen wäre, wenn der Beschuldigte die allgemeine 

Gefährlichkeit seines Verhalten pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen hätte.  

2.4.2. Aufgrund der dargelegten Örtlichkeit bestand bei Verlust der Kontrolle über 

das Fahrzeug ein erhebliches Risiko einer Kollision mit Fussgängern, verbunden 

mit der Möglichkeit erheblichen Sach- und/oder Personenschaden mit schweren 

Verletzungs- und/oder Todesfolgen anzurichten. Diese Gefahr spitzte sich vorlie-

gend mit Blick auf G._____ auch zu. Ein bedenkenloses Verhalten gegenüber 

fremden Rechtsgütern kann wie dargelegt auch in einem blossen (momentanen) 

Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 

-   29   - 

3.2). Insgesamt handelte der Beschuldigte damit - anders als es im von der Ver-

teidigung zitierten BGE 106 IV 385 der Fall war - gegenüber den Interessen ande-

rer Verkehrsteilnehmer rücksichtslos. Er offenbarte durch das Beschleunigen 

ausgangs der Kurve ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgü-

tern. Besondere Umstände im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, 

welche das Fahrverhalten des Beschuldigten subjektiv in einem milderen Licht er-

scheinen liessen, bestehen nicht. Damit ist der subjektive Tatbestand von Art. 90 

Abs. 2 SVG erfüllt.  

2.5. Zusammengefasst ist der Beschuldigte in Dossier 1 der fahrlässigen groben 

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung 

mit Art. 100 Ziff. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG schuldig zu 

sprechen.  

3. Dossier 2: Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 

3.1. Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die Wei-

sungen der Polizei zu befolgen. Nach Art. 4a Abs. 1 lit. d der Verkehrsregelver-

ordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) beträgt die allgemeine 

Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge unter günstigen Strassen-, Verkehrs- und 

Sichtverhältnissen auf Autobahnen 120 km/h, wobei abweichende signalisierte 

Höchstgeschwindigkeiten vorgehen (Art. 4a Abs. 5 VRV, vgl. auch Art. 22 Abs. 1 

SSV). Bei den Vorschriften über die Geschwindigkeit handelt es sich um grundle-

gende Verkehrsregeln. Sie sind wesentlich für die Sicherheit des Strassenver-

kehrs (BGE 123 II 37 E. 1c; BGE 121 IV 230 E. 2c). Vorliegend betrug im fragli-

chen Autobahnabschnitt der A3 die signalisierte Höchstgeschwindigkeit 100 km/h. 

Der Beschuldigte hat diese Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der technisch be-

dingten Sicherheitsmarge von 6 km/h um 43 km/h überschritten. Nach der Recht-

sprechung ist ungeachtet der konkreten Umstände der Tatbestand der groben 

Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG objektiv erfüllt, wenn 

die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen um 35 km/h oder mehr 

überschritten wird (BGE 143 IV 508 E. 1.3; BGE 132 II 234 E. 3.1; je mit Hinwei-

sen). Die Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten liegt damit über 

-   30   - 

dem vom Bundesgericht festgelegten Grenzwert, ab welchem grundsätzlich in ob-

jektiver und subjektiver Hinsicht eine grobe Verkehrsregelverletzung vorliegt. Bei 

einer derart massiven Geschwindigkeitsüberschreitung ist eine erhöhte abstrakte 

Gefährdung anzunehmen. Dies ist vorliegend umso mehr der Fall, als sich die 

Geschwindigkeitsüberschreitung in einem Tunnel ereignete, was naturgemäss 

bereits ein erhöhtes Risiko birgt. 

3.2.1. Der Beschuldigte anerkennt die grobe Verletzung der Verkehrsregeln, 

macht in subjektiver Hinsicht jedoch geltend, diese fahrlässig begangen zu haben. 

Im Detail bringt er vor, sich nicht erklären zu können, wieso er so schnell gefahren 

sei (Urk. D2/3 F/A 18; Urk. D1/3/7 F/A 21, 29, 31). Er sei wahrscheinlich am Stu-

dieren oder am Träumen gewesen und habe sich deshalb nicht auf den Tacho 

geachtet (Urk. D1/3/7 F/A 21, 33; Prot. I S. 17; Prot. II S. 16). Er gibt an, eigentlich 

um die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h im fraglichen Autobahnabschnitt zu 

wissen. Er wisse nicht, weshalb er nicht auf den Tacho geschaut habe, das letzte 

Mal sei kurz nach der Tunneleinfahrt gewesen (Urk D2/3 F/A 14 f.; Urk. D1/3/7 

F/A 25 ff.; Prot. I S. 17; vgl. auch Port. II S. 16). Der Beschuldigte vermag sich 

damit in subjektiver Hinsicht nicht zu entlasten. Einerseits ist praktisch ausge-

schlossen, dass eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 43 km/h (nach Abzug 

der Sicherheitsmarge) von einem Fahrer unbemerkt bleibt, insbesondere wenn es 

sich dabei - wie der Beschuldigte erklärt (statt vieler Urk. D2/3 F/A 7 f.) - um einen 

geübten Fahrer handelt, der das Fahrzeug gut kennt. Wer in einer solchen Situa-

tion nicht auf den Tacho achtet, kann sich nicht auf Fahrlässigkeit berufen. Derje-

nige weiss um die Möglichkeit und nimmt es auch in Kauf, die zulässige Höchst-

geschwindigkeit zu überschreiten, ansonsten er den Tacho regelmässig konsultie-

ren würde, und handelt mithin mindestens eventualvorsätzlich. Der Einwand des 

Beschuldigten, dass er sich aufgrund des Fehlens weiterer Fahrzeuge nicht an 

deren Geschwindigkeit habe messen können (Prot. I S. 20; Urk. 38 Rz. 106 i.V.m. 

Prot. II S. 20), ist nicht zu folgen. Die Höchstgeschwindigkeiten sind selbstredend 

auch dann einzuhalten, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer umher sind. 

3.2.2. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird 

Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenin-

-   31   - 

dizien vorliegen (vgl. Erw. IV.1.2.1.). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, ist bei 

einer derart massiven Geschwindigkeitsüberschreitung bei hohem Tempo wie 

vorliegend, damit zu rechnen, innert kürzester Zeit auf ein vorausfahrendes Fahr-

zeug aufzuschliessen und aufgrund des wesentlich längeren Bremswegs auf Um-

stände nicht adäquat reagieren zu können, was ebenfalls das Vorbringen des Be-

schuldigten, er habe niemanden gefährdet, weil er alleine im Tunnel gewesen sei 

(Urk. D1/3/7 F/A 30; Prot. I S. 17), relativiert. Es wäre aufgrund der von ihm ge-

fahrenen Geschwindigkeit durchaus möglich gewesen, innert kürzester Zeit auf 

ein vorausfahrendes Fahrzeug aufzufahren. Insgesamt handelte der Beschuldigte 

gegenüber den Interessen anderer Verkehrsteilnehmer rücksichtslos, wenn er 

sich nicht für den Tacho interessierte. Der Beschuldigte musste sich bewusst 

sein, dass ein solches Verhalten auf der Autobahn, insbesondere in einem Tun-

nel, gefährlich ist. Besondere Umstände im Sinne der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung, welche die Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten sub-

jektiv in einem milderen Licht erscheinen liessen - gute Verkehrsverhältnisse zäh-

len für sich alleine nicht dazu -, bestehen wiederum nicht. Damit ist der subjektive 

Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. 

3.3. Zusammengefasst ist der Beschuldigte in Dossier 2 der vorsätzlich groben 

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung 

mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. d und Abs. 5 VRV sowie Art. 22 Abs. 

1 SSV schuldig zu sprechen.  

V. Strafe 

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer bedingten Geldstrafe 

von 150 Tagessätzen zu Fr. 70.– sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.–. 

1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung wiederholt dar-

gelegt (BGE 144 IV 313 E. 1.1; BGE 141 IV 61 E. 6.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je 

mit Hinweisen). Darauf sowie auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen 

der Vorinstanz, insbesondere ihre Erwägungen betreffend den Strafrahmen, das 

Ausfällen einer Gesamtstrafe und die Grundsätze der Strafzumessung innerhalb 

des Strafrahmens, kann vorab verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 26 

-   32   - 

S. 32 f.). Der Beschuldigte ist folglich hinsichtlich der mehrfachen groben Verlet-

zung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG mit einer innerhalb des 

ordentlichen Strafrahmens (Geldstrafe bis 180 Tagesätze oder Freiheitsstrafe bis 

drei Jahren) zu bemessenden Gesamtstrafe zu bestrafen (Art. 90 Abs. 2 SVG 

i.V.m. Art. 34 Abs. 1 StGB und Art. 40 Abs. 1 StGB).  

1.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässig-

keit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein sozia-

les Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 

E. 4.2 mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll nach kon-

stanter Rechtsprechung bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich 

des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt 

werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 

(BGE 138 IV 120 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_125/2018 vom 14. Juni 

2018 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar 

(BGE 134 IV 97 E. 4.2.2). Sie wiegt als Vermögenssanktion prinzipiell weniger 

schwer als ein Eingriff in die persönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGE 

134 IV 97 E. 4.2.2). Kommen Freiheitsstrafe und Geldstrafe aufgrund der Ver-

schuldensbewertung im konkreten Fall alternativ in Frage , ist unter Vorbehalt von 

Art. 41 Abs. 1 StGB eine Geldstrafe auszufällen, wie dies die Vorinstanz zu Recht 

getan hat. Der Ausfällung einer Freiheitsstrafe im Berufungsverfahren würde im 

Übrigen das Verschlechterungsverbot entgegenstehen. 

2. Dossier 1: Nichtbeherrschen des Fahrzeugs (Hauptdelikt) 

2.1. Die objektive Tatschwere der vom Beschuldigten begangenen Verkehrs-

regelverletzung ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu be-

messen und damit zum breiten Spektrum von denkbaren groben Verkehrsregel-

verletzungen in Relation zu setzen. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist 

festzuhalten, dass der Beschuldigte mit seinem Fahrmanöver eine klar über das 

für die Erfüllung des Tatbestandes Erforderliche hinausgehende Gefahr schuf, in-

dem er den Fussgänger G._____ erheblich konkret und für seinen Beifahrer wie 

für andere Verkehrsteilnehmer und namentlich weitere Fussgänger eine erhebli-

che abstrakte Gefahr schuf. Dass er die Kurve mit einer grenzwertigen Ge-

-   33   - 

schwindigkeit und unter zusätzlichem Beschleunigen am Ausgang der Kurve bei 

regennasser Strasse und bei Dunkelheit ausführte, was seine Chancen im Notfall 

einen Unfall zu verhindern aufgrund der schlechten Sicht- und Strassenverhält-

nisse deutlich reduzierte, zeugt von einer mehr als minimalen Rücksichtlosigkeit. 

Das gilt umso mehr, als sich der Vorfall innerorts an einer schmalen Ein-

bahnstrasse mit nicht klar abgegrenztem Trottoir und nicht unweit von einem 

Fussgängerstreifen ereignete (vgl. Urk. D1/2/1). Zugunsten des Beschuldigten 

kann aber immerhin das geringe Verkehrsaufkommen berücksichtigt werden. Ins-

gesamt handelt es sich beim Verhalten des Beschuldigten um alles andere als ei-

ne Bagatelle. Allerdings sind im Spektrum möglicher grober Verkehrsregelverlet-

zungen und mit Blick auf den weiten Strafrahmen durchaus einiges schwerere 

Tatvarianten denkbar. Das objektive Tatverschulden erscheint nach dem Gesag-

ten als noch leicht. 

2.2. Betreffend die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

keinen Anlass hatte, ausgangs der Kurve stark zu beschleunigen, mithin sich 

nicht in Eile befand (vgl. Prot. II S. 17). Jedoch ist entgegen der Vorinstanz zu be-

rücksichtigen, dass - auch wenn sich das Verhalten des Beschuldigten an der 

Grenze zum Eventualvorsatz bewegte - davon auszugehen ist, dass der Beschul-

digte knapp nicht eventualvorsätzlich, sondern grob fahrlässig handelte (vgl. 

Erw. IV.2.4.), was leicht verschuldensmindernd ins Gewicht fällt. Der Umstand, 

dass der Beschuldigte bei alledem rücksichtslos handelte, muss bei der Strafzu-

messung ausser Betracht fallen, da Rücksichtlosigkeit generell erforderlich ist für 

die Erfüllung des Tatbestands. Bei einer Gesamtbetrachtung wird die objektive 

Tatschwere dadurch leicht relativiert. Dies führt zu einem Gesamtverschulden, 

welches als noch leicht zu bezeichnen ist. Damit rechtfertigt es sich, die hypothe-

tische Einsatzstrafe auf 120 Tagessätze festzusetzen. 

3. Dossier 2: Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 

3.1. Die objektive Tatschwere des Nebendelikts ist hauptsächlich davon geprägt, 

dass der Beschuldigte trotz dessen, dass er sich auf der Autobahn in einem Tun-

nel befand, es unterliess, den Tacho zu beachten, wodurch eine Überschreitung 

der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 43 km/h resultierte. Zu Gunsten des 

-   34   - 

Beschuldigten ist indes zu berücksichtigen, dass es in seiner Sichtweite keine 

weiteren Verkehrsteilnehmer gab und es zu keiner konkreten Gefährdung anderer 

Verkehrsteilnehmer gekommen ist. Dennoch schuf der Beschuldigte durch die 

massive Geschwindigkeitsüberschreitung eine erhöhte abstrakte Gefährdung für 

weitere Verkehrsteilnehmer, weil er aufgrund seiner übersetzten Geschwindigkeit 

stets damit rechnen musste, auf vorausfahrende Fahrzeuge aufzuschliessen. Ge-

samthaft wiegt das objektive Verschulden im Spektrum von denkbaren groben 

Verkehrsregelverletzungen jedoch leicht. 

3.2. Der Beschuldigte handelte mindestens eventualvorsätzlich. Weiter ist zu be-

rücksichtigen, dass es für den Beschuldigten ein Leichtes gewesen wäre, die 

Aufmerksamkeit auf den Tacho zu richten. Das subjektive Verschulden vermag 

das objektive Verschulden dementsprechend nicht zu relativieren.  

3.3. Unter diesen Gesichtspunkten erscheint es angemessen, für die grobe Ver-

letzung der Verkehrsregeln eine Einsatzstrafe von 60 Tagessätzen vorzusehen. 

Zum von der Verteidigung angestellten Vergleich mit den Strafmassempfehlungen 

(Urk. 38 Rz. 103 i.V.m. Urk. 18 Rz. 30) ist zu bemerken, dass diese für das Ge-

richt nicht bindend sind und zum anderen den eher leichten "Standardfall" abbil-

den. Die Strafmassempfehlung SSK/CPS der Schweizerischen Staatsanwälte-

Konferenz sieht - wie die Verteidigung zu Recht vorbringt - vor, dass die Über-

schreitung der Geschwindigkeit auf der Autobahn bis zu 44 km/h mit 

30 Tagessätzen sanktioniert werde. Vorliegend ist jedoch zu berücksichtigen, 

dass sich der Beschuldigte mit einer Überschreitung der zulässigen Höchstge-

schwindigkeit von 43 km/h am oberen Rand des angegebenen Rahmens befindet 

und er sich - was noch stärker ins Gewicht fällt - in einem Tunnel und damit auf 

einem Streckenabschnitt der Autobahn befand, auf dem eine Höchstgeschwindig-

keit von nicht 120 km/h, sondern 100 km/h galt, weshalb die Verfehlung des Be-

schuldigten schwerer wiegt und entsprechend mehr Tagessätze auszusprechen 

sind.  

-   35   - 

4. Asperation 

 Die Einsatzstrafe für die grobe Verletzung der Verkehrsregen in Dossier 1 ist 

in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB für die grobe Verletzung der Verkehrsre-

geln in Dossier 2 in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen von 120 

Tages–sätzen auf 150 Tagessätze zu erhöhen.  

5. Täterkomponente 

5.1. Der Beschuldigte ist in D._____ aufgewachsen und besuchte dort die Pri-

mar- und Sekundarschule. Anschliessend absolvierte er eine Ausbildung als Hei-

zungsinstallateur in M._____ bei der Firma N._____ AG. Seit Abschluss seiner 

Ausbildung arbeitet er als Heizungsinstallateur in der Firma O._____, die seinem 

Vater gehört und der Beschuldigte später einmal zu übernehmen gedenkt. Der 

Beschuldigte lebt in keiner Partnerschaft, hat keine Kinder und wohnt noch bei 

seinen Eltern (Urk. D1/3/2 F/A 92 ff., 97; Urk. D1/3/7 F/A 42, 45 ff.; Prot. I S. 5 ff., 

9; vgl. auch Urk. 26 S. 34), was er auch anlässlich der Berufungsverhandlung be-

stätigte (Prot. II S. 5 ff.). Ergänzend führte er aus, dass er zwischenzeitlich mit ei-

ner Weiterbildung zum technischen Kaufmann begonnen habe. Er besuche je-

weils am Mittwoch die Schule, weshalb er derzeit in einem 80%-Pensum arbeite 

(Prot. II S. 6). Aus dem Werdegang des Beschuldigten lassen sich keine strafzu-

messungsrelevanten Faktoren ableiten. 

5.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 37) und sein automobilistische 

Leumund war bis zum ersten Vorfall ungetrübt (vgl. ADMAS-Auszug, Urk. D1/6/5). 

Indes beging der Beschuldigte die grobe Verletzung der Verkehrsregeln in Dossi-

er 2 im Wissen um eine bereits laufende Strafuntersuchung wegen eines nämli-

chen Delikts. Der Beschuldigte liess sich mit anderen Worten vom bereits laufen-

den Strafverfahren wenig beeindrucken, was straferhöhend zu berücksichtigen ist.  

5.3. Ein strafminderndes Geständnis kann nicht ausgemacht werden. Der Be-

schuldigte hat in objektiver Hinsicht nur das anerkannt, was bereits aufgrund der 

vorhandenen Beweismittel ausgewiesen war. In subjektiver Hinsicht versuchte er 

bis zuletzt, sein Verhalten zu verharmlosen und zu rechtfertigen, bestritt insbe-

-   36   - 

sondere eine durch ihn geschaffene erhebliche Gefährdung. Vor diesem Hinter-

grund kann folglich nicht von einem Geständnis gesprochen werden. 

5.4. Insgesamt rechtfertigt es sich, die auf den Tatkomponenten der beiden 

Straftaten basierende Einsatzstrafe aufgrund des einschlägigen Delinquierens 

während laufender Strafuntersuchung leicht zu erhöhen, sodass eine Strafe von 

160 Tagessätzen Geldstrafe angemessen erscheint. 

6. Tagessatz 

6.1. Ein Tagessatz beträgt gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB in der Regel mindestens 

Fr. 30.– und höchstens Fr. 3'000.–. Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und 

wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis 

auf Fr. 10.– gesenkt werden. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes 

nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Urteils-

zeitpunkt. Damit ist das Urteil der letzten Tatsacheninstanz gemeint, d.h. jene In-

stanz, vor welcher neue Tatsachen noch berücksichtigt werden können. Ist die 

Tagessatzhöhe im Rechtsmittelverfahren neu festzusetzen, so ist somit der Zeit-

punkt des Rechtsmittelurteils massgebend (BSK StGB- DOLGE, 4. Aufl., Basel 

2019, Art. 34 N 50). 

6.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte, derzeit ein 

monatliches Einkommen von nur Fr. 1'900.– zu erzielen. Sein Lohn sei auf die 

Hälfte herabgesetzt worden, weil er aufgrund seines Führerausweisentzugs für 

seinen Arbeitgeber nicht immer einsetzbar sei (Prot. II S. 6 f.). Demgegenüber 

stehen indes auch die sehr tiefen Lebenshaltungskosten des Beschuldigten. Nach 

seinen eigenen Angaben kann er mietfrei bei seinen Eltern wohnen. Die Kosten 

für seine Krankenkasse würden ebenso seine Eltern übernehmen (Prot. II S. 7, 9). 

Das Mobiltelefon des Beschuldigte wird sodann von seinem Arbeitgeber bezahlt, 

weshalb ihm hierfür auch keine Kosten anfallen (vgl. Urk. 35/6 S. 2). Die einzigen 

damit zu berücksichtigenden Ausgaben, die der Beschuldigte geltend macht, sind 

die monatlichen Abgaben in Höhe von Fr. 300.– bis Fr. 400.– an seine Eltern 

(Prot. II S. 7, 9) sowie die monatlichen Kosten für sein Motorrad und sein Perso-

nenfahrzeug von insgesamt Fr. 50.– bis Fr. 100.– pro Monat (Prot. I S. 8; Prot. II 

-   37   - 

S. 8). Seine Steuerlast konnte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhand-

lung nicht beziffern (Prot. II S. 7). Indes wird diese bei einem Einkommen von 

monatlich Fr. 1'900.– nicht ins Gewicht fallen. Zusammengefasst stehen dem tie-

fen Einkommen des Beschuldigten sehr geringe Ausgaben gegenüber. Sein Ver-

mögen beziffert der Beschuldigte auf ungefähr Fr. 5'000.– und gibt an, keine 

Schulden zu haben. (Prot. II S. 7 f.). 

6.3. In Anbetracht der vorstehend dargelegten finanziellen Verhältnisse des Be-

schuldigten erscheint der von der Vorinstanz angesetzte Tagessatz in der Höhe 

von Fr. 70.–, welcher von der Verteidigung im Übrigen auch nicht beanstandet 

wird (vgl. Urk. 38 S. 1), angemessen. 

7. Verbindungsbusse 

7.1. Die Vorinstanz legte in Anwendung von Art. 42 Abs. 4 StGB zusätzlich eine 

Verbindungsbusse von Fr. 2'000.– fest, um der Warnwirkung der bedingt ausge-

sprochenen Geldstrafe (vgl. Erw. VI.2.) Nachdruck zu verleihen. Gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung muss die Verbindungsbusse im Verhältnis zur aus-

zusprechenden Strafe von untergeordneter Bedeutung sein und darf grundsätz-

lich höchstens 20 % dieser betragen. Bei tieferen Strafen sind Abweichungen 

möglich, um sicherzustellen, dass der Busse nicht nur symbolische Bedeutung 

zukommt (BGE 135 IV 188 E. 3.3 und E. 3.4.4). Die Strafe und die Verbindungs-

busse müssen in ihrer Summe schuldangemessen sein (BGE 134 IV 1 E. 4.5.2). 

7.2. Die Erwägungen der Vorinstanz sind grundsätzlich zutreffend (Urk. 26 

S. 35 f.). Die Bestimmung von Art. 42 Abs. 2 StGB dient in erster Linie dazu, die 

hier gegebene sogenannte Schnittstellenproblematik zwischen der Busse für 

Übertretungen und der bedingten Gelstrafe für Vergehen zu entschärfen 

(BGE 134 IV 60 E. 7.3.1.). Der Beschuldigte sorgte mit seiner Verhaltensweise 

zwei Mal für Situationen, in den Fussgänger und andere Verkehrsteilnehmer er-

höht abstrakt und auch konkret gefährdet wurden. Während seine Legalprognose 

allgemein den Vollzug der Geldstrafe nicht rechtfertigt (vgl. Erw. VI.2.), ist er für 

sein Verhalten mittels zu bezahlender Verbindungsbusse spürbar mit Fr. 1'750.– 

zu sanktionieren. Die Geldstrafe von 160 Tagessätzen à Fr. 70.–, die dem Ver-

-   38   - 

schulden des Beschuldigten nach dem Erwogenen angemessen ist, ist als Folge 

davon auf 135 Tagessätze zu reduzieren, damit Geldstrafe und Verbindungsbus-

se in ihrer Summe schuldangemessen bleiben. Die Ersatzfreiheitsstrafe im Falle 

schuldhafter Nichtbezahlung der Verbindungsbusse ist auf 25 Tage festzuset-

zen(Art. 106 Abs. 2 StGB).  

8. Fazit 

 Der Beschuldigte ist mit einer Geldstrafe von 135 Tagessätzen zu Fr. 70.– 

sowie mit einer Verbindungsbusse von Fr. 1'750.– zu bestrafen. Bezahlt der Be-

schuldigte die Verbindungsbusse nicht, so tritt gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 25 Tagen an deren Stelle. 

VI. Vollzug 

1. Der Vollzug einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren 

ist aufzuschieben, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um 

den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 

(Art. 42 Abs. 1 StGB). Die günstige Prognose wird vermutet, doch kann sie wider-

legt werden (BGE 134 IV 97 E. 7.3). Zu beachten sind die Tatumstände, das Vor-

leben, der Leumund sowie weitere relevante Tatsachen, welche Schlüsse auf den 

Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen (BGE 134 

IV 140 E. 4.4). Wird der Vollzug aufgeschoben, so bestimmt das Gericht dem 

Verurteilten gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren. 

Entscheidend für die Probezeitdauer sind insbesondere auch allfällige Restbe-

denken in Bezug auf die Legalprognose des Beschuldigten. 

2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und ihm ist - auch wenn er während 

laufender Strafuntersuchung erneut delinquierte - eine gute Legalprognose zu 

stellen. Es ist davon auszugehen, dass dem Beschuldigten das vorliegende Straf-

verfahren eine Lehre sein wird. Der bedingte Vollzug unterliegt sodann dem Ver-

schlechterungsverbot. Die Geldstrafe ist schlussfolgernd bedingt auszusprechen 

und die Probezeit ist mit der Vorinstanz auf zwei Jahre festzusetzen. 

-   39   - 

VII. Weisung 

1. Gemäss Art. 44 Abs. 2 StGB kann das Gericht für die Dauer der Probezeit 

Bewährungshilfe anordnen und Weisungen erteilen, wenn es den Vollzug einer 

Strafe ganz oder teilweise aufschiebt. Letztere haben dazu zu dienen, die Gefahr 

der Begehung erneuter Straftaten zu verhindern und auf den Verurteilten erziehe-

risch einzuwirken, um seine Bewährungschancen zu verbessern. Der Richter 

kann jede denkbare Weisung erteilen, die geeignet ist, nach der ratio legis von 

Art. 42-46 StGB der Resozialisierung zu dienen und vom Betroffenen nicht mehr 

als eine zumutbare, verhältnismässige Anstrengung verlangt (BSK StGB-

SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., Art. 44 N 26 m.w.H.). Die Bewährungshilfe sollte immer 

angeordnet werden, wenn die Prognose günstig ist, jedoch einige Schwierigkeiten 

in der Bewährung vorausgesehen werden. Diese können im Charakter des Verur-

teilten oder in den äusseren Umständen liegen (a.a.O., Art. 44 N 25). 

2. Die Verteidigung bringt gegen die beantragte und von der Vorinstanz ange-

ordnete Weisung zur Absolvierung eines Lernprogramms vor, dass für deren An-

ordnung kein Grund bestehe. Der Beschuldigte sei in der Untersuchung geständig 

gewesen und habe seinen Fehler eingesehen. Es sei unter den vorliegenden Um-

ständen nicht angemessen, den Beschuldigten als rücksichtslosen Fahrer darzu-

stellen (Urk. 38 Rz. 103 i.V.m. Urk. 18 Rz. 31 f.). Der Beschuldigte ist Ersttäter 

und hatte bis zum ersten Vorfall (Dossier 1) keine Einträge im ADMAS-Auszug 

(Urk. 37; Urk. D1/6/5). Folglich hatte er bis dahin einen automobilistisch einwand-

freien Leumund. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte erst drei 

Monate im Besitz seines Führerausweises war, mit anderen Worten noch Neulen-

ker war, als er am 28. Oktober 2019 die Beherrschung über sein Fahrzeug verlor 

(Vorfall Dossier 1; vgl. Urk. D1/3/2 F/A 14). Nur knapp ein Jahr später, in Kenntnis 

eines bereits laufenden Strafverfahrens wegen grober Verletzung der Verkehrsre-

geln, erfüllte der Beschuldigte erneut denselben Tatbestand, indem er die zuläs-

sige Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn mindestens eventualvorsätzlich um 

43 km/h überschritt (Vorfall Dossier 2). Damit offenbart der Beschuldigte doch ei-

ne gewisse Risikobereitschaft im Strassenverkehr. Miteinzubeziehen ist ebenfalls, 

dass sich der Beschuldigte hinsichtlich des Umstands, dass er mit seinem Verhal-

-   40   - 

ten weitere Personen gefährdete, nicht einsichtig zeigt. Entsprechend bestehen 

gewisse Anhaltspunkte, dass es im Hinblick auf den Strassenverkehr zu gewissen 

Schwierigkeiten in der Bewährung kommen könnte. Anlässlich der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung erklärte sich der Beschuldigte auch noch bereit - sogar 

freiwillig -, am Lernprogramm "Training für risikobereite Verkehrsteilnehmer/-innen 

Start" teilzunehmen, auch wenn er angab, den Kurs als nicht unbedingt nötig zu 

erachten (Prot. I S. 19). Im Rahmen der Berufungsverhandlung erklärte der Be-

schuldigte wiederum, eine solche Weisung bzw. die Teilnahme an einem solchen 

Lernprogramm als für nicht nötig zu erachten. Angesprochen auf seine Aussage 

noch vor Vorinstanz, erklärte er, dass er damals gesagt habe, er würde sich nicht 

wehren, wenn es unbedingt sein müsse. Aus seiner Sicht müsse es aber nicht 

unbedingt sein (Prot. II S. 17). Aufgrund des Ausgeführten ist dem Beschuldigten 

indes auch ohne seine explizite Zustimmung die Weisung zu erteilen, am vorge-

nannten Lernprogramm für risikobereite Verkehrsteilnehmer teilzunehmen, um 

seine Risikobereitschaft im Strassenverkehr zu adressieren bzw. zukünftiges risi-

kobehaftetes Fahrverhalten zu vermeiden.  

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.  Nachdem es auch im Berufungsverfahren beim vorinstanzlichen Schuld-

spruch wegen mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 2 SVG bleibt und damit auch die Gutachterkosten als vom Beschul-

digten verursacht zu gelten haben, ist das erstinstanzliche Kostendispositiv ge-

mäss Dispositivziffern 6 und 7 des angefochtenen Entscheides ausgangsgemäss 

zu bestätigen (e contrario Art. 426 Abs. 2 StPO).  

2. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren im Schuldpunkt weitest-

gehend, erreicht eine etwas geringfügigere Strafe und unterliegt hinsichtlich der 

Weisung. Davon ausgehend sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens in Hö-

he von Fr. 3'000.– in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO im Umfang von 

4/5 aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Für seine 

Verteidigung im Berufungsverfahren ist ihm dementsprechend eine auf 1/5 redu-

zierte Prozessentschädigung von Fr. 1'255.– auszurichten.  

-   41   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

- der fahrlässig groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 SVG, Art. 31 

Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG (Dossier 1); 

- der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a 

Abs. 1 lit. d und Abs. 5 VRV sowie Art. 22 Abs. 1 SSV (Dossier 2). 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 135 Tagessätzen zu 

Fr. 70.– sowie mit Fr. 1'750.– Busse. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 25 Tagen. 

5. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, an der Eignungsabklärung für 

das Lernprogramm "Start" (Training für risikobereite Verkehrsteilnehmer/ 

-innen) und im Falle der Eignung am entsprechenden Lernprogramm sowie 

an Nachkontrollgesprächen beim Justizvollzug und Wiedereingliederung 

Kanton Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, Abteilung Lernprogram-

me, teilzunehmen. 

6. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Disp.-Ziff. 6 und 7) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu vier 

Fünfteln auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

9. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Pro-

zessentschädigung von Fr. 1'255.– zugesprochen. 

-   42   - 

10. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− das Strassenverkehrsamt Kanton Zürich, Administrativmassnahmen, 

Lessingstrassse 33, 8090 Zürich 
− den Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Bewäh-

rungs- und Vollzugsdienste gemäss Disp.-Ziff. 5. 

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

-   43   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 28. Januar 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Brülisauer 
 

 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 28. Januar 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 26 S. 38 ff.)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG,
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 70.00 sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.00.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.
	5. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, an der Eignungsabklärung für das Lernprogramm "Start" (Training für risikobereite Verkehrsteilnehmer/ -innen) und im Falle der Eignung am entsprechenden Lernprogramm sowie an Nachkontrollgesprächen beim J...
	6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	_____________________________________
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang
	1.1. In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 26 S. 3 f.).
	1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 24. Februar 2021 wurde der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 26 S. 38 ff.). Gegen den gleichentags mündlich eröff...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 18. Juni 2021 wurde der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichze...
	2. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seiner erbetenen Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. X._____. Anlässlich derselben stellte die Verteidigung die eingangs wiedergegebenen Anträge (Prot. II S. 3 f.).

	II. Prozessuales
	III. Sachverhalt
	1.1. Dem Beschuldigten wird in objektiv-tatsächlicher Hinsicht zusammengefasst vorgeworfen, am 28. Oktober 2019, um ca. 19.40 Uhr, den Personenwagen ZH … mit B._____ als Beifahrer, auf der C._____-Strasse in D._____ gelenkt zu haben, und dabei entwede...

	IV. Rechtliche Würdigung
	1. Grundtatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG
	1.2.1. Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteile de...
	1.2.2. Nach Ansicht von Lehre (BSK SVG-Fiolka, Basel 2014, Art. 90 N 146) und Bundesgericht (BGE 142 IV 137 E. 3.3) zu Absatz 3 von Art. 90 SVG ist ein Gefährdungsvorsatz (hinsichtlich eines bestimmten Opfers) oder der Vorsatz, einen bestimmten Erfolg...
	1.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2 mit Hinweis...
	2. Dossier 1: Nichtbeherrschen des Fahrzeugs (Hauptdelikt)
	2.1. Die objektive Tatschwere der vom Beschuldigten begangenen Verkehrsregelverletzung ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu bemessen und damit zum breiten Spektrum von denkbaren groben Verkehrsregelverletzungen in Relation zu set...
	2.2. Betreffend die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte keinen Anlass hatte, ausgangs der Kurve stark zu beschleunigen, mithin sich nicht in Eile befand (vgl. Prot. II S. 17). Jedoch ist entgegen der Vorinstanz zu berücksicht...
	5.1. Der Beschuldigte ist in D._____ aufgewachsen und besuchte dort die Primar- und Sekundarschule. Anschliessend absolvierte er eine Ausbildung als Heizungsinstallateur in M._____ bei der Firma N._____ AG. Seit Abschluss seiner Ausbildung arbeitet er...
	5.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 37) und sein automobilistische Leumund war bis zum ersten Vorfall ungetrübt (vgl. ADMAS-Auszug, Urk. D1/6/5). Indes beging der Beschuldigte die grobe Verletzung der Verkehrsregeln in Dossier 2 im Wisse...
	5.3. Ein strafminderndes Geständnis kann nicht ausgemacht werden. Der Beschuldigte hat in objektiver Hinsicht nur d