# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38629c9b-2c11-5b48-86b3-703f9b4ee358
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 19.04.2012 AC110009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AC110009_2012-04-19.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich 
   

 

 

Kass.-Nr. AC110009-P vereinigt mit AC110008-P/U /mum 

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Herbert Heeb, Vizepräsident, 

Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch und Paul Baumgartner sowie der ju-

ristische Sekretär Christof Tschurr 

Zirkulationsbeschluss vom 19. April 2012 

in Sachen 

1. X., 

  

 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
 

2. Z., 

  

 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin 

Angeklagte und Beschwerdeführer 

gegen 

1. Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. Markus Oertle,  
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, Molkenstr. 15/17, Postfach 1233, 8026 Zürich 

Anklägerin und Beschwerdegegnerin 1 
 

2. A., 

 

vertreten durch Rechtsanwältin 
 

3. B., 

 

vertreten durch Rechtsanwalt 

Geschädigte 1 und 2 sowie Beschwerdegegner 2 und 3 
 

4. C. 

 

Beschwerdegegnerin 4 

betreffend schwere Körperverletzung etc. 

Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der I. Strafkammer des Obergerichts des 
Kantons Zürich vom 2. März 2011 (SE100013/U/eh) 

-   2   - 

Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 

I. 

1. Am 7. Januar 2006 warf X. (Beschwerdeführer 1) in Begleitung von Z. 

(Beschwerdeführer 2) nach einem gemeinsamen Entschluss, A. (Geschädigter 1 

und Beschwerdegegner 2) "noch ein paar aufs Dach" zu geben, diesem einen 

Bierhumpen an den Kopf. Dadurch wurde A. lebensgefährlich verletzt. Mit  

Anklageschrift vom 26. November 2010 warf die Staatsanwaltschaft IV des  

Kantons Zürich (Beschwerdegegnerin 1) den Beschwerdeführern deswegen 

schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB vor. Gleichzeitig 

warf die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer 2 vor, verschiedene Male in 

angetrunkenem und fahrunfähigem Zustand, einmal unter Drogeneinfluss, ein 

Fahrzeug geführt bzw. das versucht zu haben, einmal davon trotz Entzug des 

Führerausweises. Ferner warf die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer 1 

vor, ohne Berechtigung eine Waffe geführt, jemanden der Strafverfolgung entzo-

gen und schliesslich B. (Geschädigter 2 und Beschwerdegegner 3) im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1, evtl. Art. 125 Abs. 1 StGB verletzt zu haben (Anklageschrift 

OG act. 69, angeheftet an das angefochtene Urteil). 

2. Mit Urteil vom 2. März 2011 sprach das Obergericht des Kantons Zürich, 

I. Strafkammer, den Beschwerdeführer 1 schuldig der schweren Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB zum Nachteil des Geschädigten 1, A., (an-

gefochtenes Urteil = KG act. 2 S. 113 Dispositiv Ziff. 1 Abs. 1 al. 1), der fahr-

lässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB zum Nachteil des 

Geschädigten 2, B., (KG act. 2 S. 113 Dispositiv Ziff. 1 Abs. 1 al. 2) und des Ver-

gehens gegen das Waffengesetz (KG act. 2 S. 113 Dispositiv Ziff. 1 Abs. 1 al. 3). 

Vom Anklagevorwurf der Begünstigung wurde der Beschwerdeführer 1 frei-

gesprochen (KG act. 2 S. 113 Dispositiv Ziff. 1 Abs. 2). Mit demselben Urteil 

sprach das Obergericht auch den Beschwerdeführer 2 schuldig der schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB zum Nachteil des  

Geschädigten 1, A., (KG act. 2 S. 114 Dispositiv Ziff. 2 al. 1). Ferner sprach es 

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den Beschwerdeführer 2 schuldig des mehrfachen qualifizierten Fahrens in fahr-

unfähigem Zustand sowie des Versuchs dazu (KG act. 2 S. 114 Dispositiv Ziff. 2 

al. 2) und des Fahrens ohne Führerausweis (Fahren trotz Entzug) (KG act. 2 

S. 114 Dispositiv Ziff. 2 al. 3). Den Beschwerdeführer 1 bestrafte das Obergericht 

mit 4 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe (KG act. 2 S. 114 Dispositiv Ziff. 3.a), 

den Beschwerdeführer 2 mit 3 Jahren Freiheitsstrafe (KG act. 2 S. 114 Dispositiv 

Ziff. 4.a). Den Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschwerdeführers 2 schob es im 

Umfang von 24 Monaten auf (unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren) und 

erklärte die Freiheitsstrafe des Beschwerdeführers 2 im Übrigen (12 Monate) als 

vollziehbar (KG act. 2 S. 115 Dispositiv Ziff. 4.b). Auf einen Widerruf der  

Gewährung des bedingten Vollzugs von mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft 

Winterthur vom 22. Juli 2004 bezüglich beider Beschwerdeführer ausgefällten 

Freiheitsstrafen verzichtete das Obergericht (KG act. 2 S. 114 Dispositiv Ziff. 3.b, 

S. 115 Dispositiv Ziff. 4.c). Weiter verpflichtete das Obergericht die Beschwerde-

führer solidarisch, C. (Beschwerdegegnerin 4) anstelle des Geschädigten 1, A., 

Fr. 20'685.-- (KG act. 2 S. 115 Dispositiv Ziff. 5) und dem Geschädigten 1, A., 

Fr. 12'000.-- als Genugtuung (KG act. 2 S. 115 Dispositiv Ziff. 6) zu bezahlen. 

Ferner verpflichtete das Obergericht den Beschwerdeführer 1, dem Geschädigten 

2, B., Schadenersatz und Genugtuung zu bezahlen, stellte fest, dass der  

Beschwerdeführer 1 dem Geschädigten 2, B., aus dem eingeklagten Ereignis vom 

31. Mai 2008 dem Grundsatz nach vollumfänglich auch für weiteren Schaden  

ersatzpflichtig ist und verwies den Geschädigten 2 zur genauen Feststellung des 

weiteren Schadens auf den Weg des Zivilprozesses (KG act. 2 S. 115 Dispositiv 

Ziff. 7. a - c). In Dispositiv Ziffer 8 setzte das Obergericht die Kosten des vor-

instanzlichen Verfahrens fest. Die Kosten der Untersuchung, welche den  

Beschwerdeführern nicht individuell zugerechnet werden konnten, und die Kosten 

des gerichtlichen Verfahrens auferlegte das Obergericht diesen je zur Hälfte (KG 

act. 2 S. 116 Dispositiv Ziff. 9.a). Die Kosten für ein "Gutachten D." und die  

Kosten für die Untersuchung in ND 2 - 4 auferlegte die Vorinstanz dem  

Beschwerdeführer 2 (KG act. 2 S. 116 Dispositiv Ziff. 9.b), die Kosten für die  

Untersuchung in ND 6 und 8 dem Beschwerdeführer 1 (KG act. 2 S. 116 Disposi-

tiv Ziff. 9.c und d). Die Kosten der amtlichen Verteidigungen der Beschwerde-

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führer nahm das Obergericht auf die Gerichtskasse (KG act. 2 S. 116 Dispositiv 

Ziff. 9.d und e). Schliesslich verpflichtete das Obergericht den Beschwerdeführer 

1, dem Vertreter des Geschädigten 2, B., eine Prozessentschädigung von 

Fr. 6'700.-- zu bezahlen (KG act. 2 S. 117 Dispositiv Ziff. 10). 

3. Gegen dieses ihnen am 4. März 2011 im Dispositiv zugestellte (OG 

act. 95) obergerichtliche Urteil vom 2. März 2011 meldeten der Beschwerdeführer 

1 am 9. März 2011 (OG act. 91) und der Beschwerdeführer 2 am 11. März 2011 

(OG act. 93) und damit beide rechtzeitig kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an. 

Innert dazu angesetzter Frist (OG Prot. S. 109 f., act. 95) reichten sowohl der  

Beschwerdeführer 1 (Kass.-Nr. AC110009 act. 1) als auch der Beschwerdeführer 

2 (Kass.-Nr. AC110008 act. 1) je eine Begründung ihrer Nichtigkeitsbeschwerden 

ein. Der Beschwerdeführer 1 beantragt in erster Linie, das angefochtene Urteil sei 

in den Dispositiv Ziffern 1 al. 1 und al. 2, Ziff. 3 sowie Ziff. 5 bis 10 aufzuheben 

(Kass.-Nr. AC110009 act. 1 S. 2). Der Beschwerdeführer 2 beantragt in erster  

Linie, das angefochtene Urteil sei in den Dispositiv Ziffern 2 al. 1, Ziff. 4, 5, 6, 9.a 

und 9.b (teilweise) aufzuheben (Kass.-Nr. AC110008 act. 1 S. 2). Die Vorinstanz 

verzichtete auf Vernehmlassungen zu den Nichtigkeitsbeschwerden (Kass.-Nrn. 

AC110009 und AC110008 je act. 8). Die Beschwerdegegnerin 1 und der  

Beschwerdegegner 2 verzichteten explizit auf Beschwerdeantworten (Kass.-Nrn. 

AC110009 und AC110008 je act. 7 und 9). Der Beschwerdegegner 3 beantworte-

te die Nichtigkeitsbeschwerde des Beschwerdeführers 1 und beantragt deren  

Abweisung (Kass.-Nr. AC110009 act. 12 S. 2). Diese Beschwerdeantwort wurde 

dem Beschwerdeführer 1 zur Kenntnisnahme zugestellt (Kass.-Nr. AC110009 

act. 13). Mit Eingabe vom 27. Juni 2011 nahm der Beschwerdeführer 1 dazu  

Stellung (Kass.-Nr. AC110009 act. 15). Diese Stellungnahme wurde den  

Beschwerdegegnern zur Kenntnisnahme zugestellt (Kass.-Nr. AC110009 act. 16). 

Weitere Eingaben der Parteien erfolgten in den beiden Verfahren nicht. 

 

-   5   - 

II. 

Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Strafprozessordnung vom 

5. Oktober 2007 (StPO) in Kraft. Der angefochtene Entscheid wurde am 2. März 

2011 nach bisherigem Recht (vgl. Art. 450 StPO) gefällt (KG act. 2 S. 10 

Erw. 3.1), die Nichtigkeitsbeschwerden wurden am 9. bzw. 11. März 2011 an-

gemeldet und (nach Zustellung des begründeten Entscheides) am 2. Mai 2011 

begründet. Art. 454 Abs. 2 StPO bestimmt, dass für Rechtsmittel bisheriges Recht 

gilt, wenn sie sich gegen einen erstinstanzlichen Entscheid einer höheren  

Gerichtsinstanz richten, der nach Inkrafttreten der StPO nach bisherigem Recht 

gefällt wurde. Für das Beschwerdeverfahren gelangen daher die Bestimmungen 

der (auf den 31. Dezember 2010 aufgehobenen) zürcherischen StPO vom 4. Mai 

1919 (StPO ZH) wie auch des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 

(GVG) zur Anwendung. Ebenso ist mit Bezug auf die Beurteilung der erhobenen 

Rügen das bisherige Prozessrecht heranzuziehen, weil im Beschwerdeverfahren 

zu prüfen ist, ob der angefochtene Entscheid im Zeitpunkt der Fällung mit einem 

der in § 430 StPO ZH bezeichneten Nichtigkeitsgründe behaftet war. Dem-

entsprechend richten sich auch die Nebenfolgen (Gerichtsgebühr und Prozess-

entschädigung) des Beschwerdeverfahrens betragsmässig nach dem bisherigen 

Recht, d.h. nach den obergerichtlichen Verordnungen über die Gerichtsgebühren 

vom 4. April 2007 (GGebV) bzw. über die Anwaltsgebühren vom 21. Juni 2006 

(aAnwGebV) (vgl. § 23 der Gebührenverordnung des Obergerichts [GebV OG] 

vom 8. September 2010 und § 25 der Verordnung über die Anwaltsgebühren 

[AnwGebV] vom 8. September 2010). 

III. 

Das Anfechtungsobjekt in den Verfahren Kass.-Nrn. AC110008 und 

AC110009 ist im Wesentlichen das gleiche, nämlich das Urteil des Obergerichts 

vom 2. März 2011. Die beiden Verfahren sind daher zu vereinigen und unter 

Kass.-Nr. AC110009 weiterzuführen. Das Verfahren Kass.-Nr. AC110008 ist als 

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durch Vereinigung erledigt abzuschreiben und als KG act. 20 in das Verfahren 

Kass.-Nr. AC110009 aufzunehmen. 

Die Beschwerde von X. wird im Folgenden als KG act. 1 bezeichnet, die-

jenige von Z. als KG act. 20/1. Das Urteil des Obergerichts vom 2. März 2011 wird 

als KG act. 2 bezeichnet (auch bei der Behandlung der Nichtigkeitsbeschwerde 

von Z.). 

IV. 

Nichtigkeitsbeschwerde von X. 

1. Der Beschwerdeführer 1 beantragt, es sei davon Vormerk zu nehmen, 

dass er bezüglich des Schuldspruchs des Vergehens gegen das Waffengesetz 

keine Nichtigkeitsgründe vorbringe, aber den Schuldspruch wegen Verletzung von 

materiellem Bundesrecht beim Bundesgericht anfechten werde (KG act. 1 S. 2 f. 

Anträge Ziff. 2). 

Das Kassationsgericht überprüft einen angefochtenen Entscheid nur im 

Rahmen der geltend gemachten Nichtigkeitsgründe (§ 430 Abs. 2 StPO ZH; vgl. 

Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich,  

Zürich 1996 ff., N 32 f. zu § 430). Bringt ein Beschwerdeführer bezüglich eines 

bestimmten Punktes des angefochten Entscheides keinen Nichtigkeitsgrund vor, 

wird dieser Punkt nicht überprüft. Die übrige Beschwerde und deren Kostenfolgen 

bleiben davon unberührt. Eine förmliche Vormerknahme des Verzichts auf das 

Vorbringen von Nichtigkeitsgründen bezüglich eines bestimmten Punktes des  

angefochtenen Urteils ist überflüssig. Eine solche Vormerknahme ist auch für die 

Frage der Zulässigkeit von (späteren) Vorbringen vor Bundesgericht ohne jede 

Bedeutung. Das Kassationsgericht sieht von einer förmlichen Vormerknahme des 

Verzichts auf das Vorbringen von Nichtigkeitsgründen ab. 

2. Der Beschwerdeführer 1 beantragt, Rechtsanwalt E. sei als amtlicher Ver-

teidiger beizubehalten bzw. ihm beizugeben und aus der Staatskasse zu ent-

schädigen (KG act. 1 S. 3 Anträge Ziff. 3). 

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Mit Verfügung vom 17. März 2006 bestellte die Präsidentin der Anklage-

kammer des Obergerichts in Anwendung von § 11 Abs. 2 Ziff. 4 StPO ZH  

RA E. zum amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers 1 (OG act. HD 27/3). 

Diese Bestellung gilt für das gesamte (kantonale) Verfahren bis zu dessen rechts-

kräftigen Erledigung, inklusive Rechtsmittelverfahren (vgl. Merkblatt "Richtlinien 

über die Entschädigung für amtliche Mandate" des Bezirksgerichts Zürich, Büro 

für amtliche Mandate, vom Dezember 2008, Ziff. I, sowie Niklaus Schmid, Straf-

prozessrecht, 4. Auflage, Zürich Basel Genf 2004, N 489, worauf der Beschwer-

deführer 2 in seiner Nichtigkeitsbeschwerde zutreffend hinweist [KG act. 20/1 S. 4 

Ziff. 5] und was an sich auch dem Beschwerdeführer 1 bewusst ist [KG act. 1 S. 3 

Ziff. 3]). Der Umfang der notwendigen Verteidigung erstreckt sich auch darauf, die 

Aussichten eines Rechtsmittels zu prüfen und dieses ggfs. einzureichen (Kass.-

Nr. 94/427 vom 15.2.1995 Erw. II.2; vgl. auch Titus Graf, Effiziente Verteidigung 

im Rechtsmittelverfahren, Diss. Zürich 2000, S. 68 f. mit verschiedenen Hinwei-

sen; Walter M. Haefelin, die amtliche Verteidigung im schweizerischen Strafpro-

zess, Diss. Zürich 2010, S. 154 mit Hinweisen). Der Antrag, RA E. als amtlichen 

Verteidiger beizubehalten bzw. dem Beschwerdeführer beizugeben, ist über-

flüssig. Das gilt auch für den Antrag, RA E. sei aus der Staatskasse zu entschädi-

gen. Das ist ohnehin der Fall (vgl. Leitfaden "Amtliche Mandate in Strafsachen 

und bei Zwangsmassnahmen gegen Ausländer" des Bezirksgerichts Zürich, Büro 

für amtliche Mandate, 2. Auflage, Rz 150 ff., Rz 157a). Eine andere Frage ist die 

Auflage der entsprechenden Kosten. Darüber ist im Anschluss an die Prüfung der 

Beschwerdegründe zu befinden. 

3. Der Beschwerdeführer 1 rügt vorab, bezüglich des Hauptdossiers, Tat-

vorwurf der schweren Körperverletzung zum Nachteil von A., sei der Anklage-

grundsatz verletzt worden (KG act. 1 S. 3 ff. Ziff. 4 ff.). Die Anklageschrift habe es 

unterlassen, aufzuzeigen, dass und wie sich der Vorsatz der Beschwerdeführer, 

dem Geschädigten 1 eine Abreibung zu verpassen, auf den qualifizierten Tat-

bestand der schweren Körperverletzung beziehen soll. Die Anklageschrift stehe 

überdies diesbezüglich in Widerspruch zum mündlichen Vortrag des Staats-

anwalts (an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung) und sei in sich selbst wider-

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sprüchlich (KG act. 1 S. 5 - 7 Ziff. 12 - 29). Die Anklageschrift äussere sich auch 

nicht zum Motiv (KG act. 1 S. 7 f. Ziff. 30 - 32). 

3.1. Die Beschwerdegegnerin 1 reichte der Anklagekammer des Ober-

gerichts am 20. April 2010 eine Anklageschrift ein (OG act. 38). Diese enthielt  

bezüglich des Hauptdossiers folgenden Anklagevorwurf: 

Die Angeklagten X. und Z. haben 

 vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, 

indem sie zusammen aufgrund eines gemeinsamen Tatentschlusses, gemein-
samer Planung und durch gleich massgebliches, arbeitsteiliges Zusammenwirken 
bei der Tatausführung, jeweils ausdrücklich oder konkludent einverstanden mit 
den Tathandlungen des andern als Mittäter bei der Ausführung vorsätzlich in 
massgeblicher Weise zusammenwirkten und Folgendes taten: 

Vorgeschichte 

Zwischen Z. und A. kam es seit etwa November 2005 verschiedentlich zu  
kurzen verbalen Auseinandersetzungen, wobei die beiden sich beschimpften. Am 
Samstag, 07. Januar 2006, befanden sich Z. und X. gemeinsam im Restaurant 
"F." am G. in H., wo sich auch A. aufhielt. Im Verlaufe des Aufenthaltes um etwa 
02.00 oder 02.10 Uhr, trafen Z. und A. im WC des Lokals aufeinander, wobei A. 
gegenüber Z. Schimpfwörter ausgeteilt habe. Nach dem WC-Besuch erzählte Z. 
X. von diesem Vorfall. 

Tathandlungen 

Um ca. 02.40 verliessen Z. und X. einerseits sowie A. und I. - diese zusammen 
mit zwei Frauen - andererseits fast gleichzeitig das Restaurant "F.". Als Z. und X. 
sahen, dass A. und I. in die gleiche Richtung gingen wie sie selber, entschlossen 
sie sich gemeinsam, dass es nun reiche und dass sie (Z. und X.) ihm (A.) "noch 
ein paar aufs Dach geben würden". Sie folgten deshalb A. und I. von diesen  
unbemerkt bis zur _________strasse __, dem Areal der K. AG (Garage L.), wo X. 
unvermittelt von hinten einen mitgeführten gläsernen Bierhumpen aus einer  
Distanz von etwa eineinhalb bis zweieinhalb Metern gegen den Kopf von A. warf, 
als dieser eben dabei war, sein Auto aufzuschliessen. Er wurde vom Bierhumpen 
an der linken Gesichtsseite getroffen und schwer verletzt. A. fiel gleich zu Boden, 
worauf Z. und X. mit Füssen auf den wehrlos auf dem Boden liegenden A. ein-
traten und diesen dabei am Kopf und am Rücken trafen. I. kam A. zu Hilfe, ging 
dazwischen, packte X. und ging mit diesem zu Boden. Als Z. sah, dass sich X. 
gegen I. in Bedrängnis befand, wandte er sich von A. ab, trat I. gegen das Gesicht 
und zog diesen von X. weg. Als Z. und X. Stimmen von sich nähernden Passan-
ten hörten, rannten sie davon. 

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Gemäss dem vorliegenden ärztlichen Bericht und dem medizinischen Akten-
gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich erlitt A. eine 
Schädelkalottenfraktur mit epiduralem Hämatom links (Blutung zwischen  
Schädelkalotte und harter Hirnhaut) mit Midline-Shift (Verlagerung der Mittellinie) 
und beginnender Einklemmung basal. Notfallmässig sei eine künstliche Beamtung 
und chirurgische Eröffnung des Schädels erfolgt. A. habe sich am 07.01.2006  
infolge einer Schädel-Hirnverletzung in unmittelbarer Lebensgefahr befunden und 
wäre ohne sofortige chirurgische Intervention gestorben. Ob bleibende Nachteile, 
herrührend von diesem Ereignis zu gewärtigen seien, lasse sich aufgrund der 
vorhandenen medizinischen Unterlagen nicht eindeutig sagen. 

Dadurch haben sich die Angeklagten X. und Z. 

 der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht, wofür sie zu bestrafen sind." (OG act. 38 S. 3 f.). 

3.2. Mit Beschluss vom 3. Juni 2010 liess die Anklagekammer des Ober-

gerichts die Anklage bezüglich eines verjährten Vorwurfs nicht zu, im Übrigen 

aber zu; so auch bezüglich des vorstehenden Anklagevorwurfs (OG act. 52). Im 

Anschluss an die Hauptverhandlung vor Vorinstanz vom 4. November 2010 hielt 

die Vorinstanz fest, die Verteidigung des Beschwerdeführers 2 bestreite eine Mit-

täterschaft bezüglich der schweren Körperverletzung. Sie moniere, dass das  

Anklageprinzip bezüglich der Mittäterschaft verletzt sei, da die Anklageschrift die 

im Ingress beschriebene Behauptung, die Angeklagten hätten aufgrund eines 

gemeinsamen Tatentschlusses, gemeinsamer Planung und durch gleich mass-

gebliches, arbeitsteiliges Zusammenwirken bei der Tatausführung, jeweils aus-

drücklich oder konkludent einverstanden mit den Tathandlungen des anderen als 

Mittäter gehandelt, nicht trage. Die Verteidigung rüge somit die unklare bzw.  

unvollständige Formulierung der Anklage und mache geltend, dass die Anklage-

schrift nicht in anklagegenügender Weise das Handeln in mittäterschaftlicher Ver-

antwortung umschreibe. So ergebe sich aus der Anklageschrift insbesondere 

nicht, dass der Angeklagte Z. für den Wurf des Bierhumpens, welcher die  

schweren Verletzungen beim Geschädigten A. hervorgerufen habe, Verantwor-

tung trage. Aus den Umständen erschliesse sich nicht, dass der Angeklagte Z. 

den Entschluss, den Bierhumpen zu werfen, mitgetragen habe, weshalb dies in 

der Anklage hätte umschrieben werden sollen (OG act. 66 S. 4 f. Erw. 3.1). Die 

Vorinstanz erachtete den Einwand der Verteidigung als berechtigt. In der  

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Anklageschrift vom 20. April 2010 sei zwar im Ingress die Mittäterschaft theore-

tisch und nach bundesgerichtlicher Praxis umschrieben. Jedoch fehle unter dem 

Untertitel "Tathandlungen", wie der Angeklagte Z. als Mittäter tatsächlich  

gehandelt haben solle. Es sei nicht klar ersichtlich, wie die beiden Angeklagten 

bei ihrer Tatausführung zusammengewirkt haben sollten. Insbesondere gehe 

nicht hervor, ob und in welcher Weise der Bierhumpenwurf des Angeklagten  

X. dem Angeklagten Z. in mittäterschaftlicher Verantwortung zugerechnet werden 

solle (OG act. 66 S. 8 Erw. 5.2.1). Aus der Untersuchung und den Akten ergebe 

sich, dass der Angeklagte Z. mit dem Angeklagten X. gegen den Geschädigten A. 

zusammengewirkt habe und dass der objektive Tatbestand der schweren Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 StGB erfüllt sei. Aufgrund des Einsatzes des 

Bierhumpens durch den Angeklagten X. und die daraus entstandene schwere 

Körperverletzung dränge sich die Prüfung auf, ob der Angeklagte Z. diese Tat-

handlung als Mittäter zu verantworten habe. Wie erwähnt, fehle in der Anklage-

schrift die genaue Umschreibung des mittäterschaftlichen Handelns des  

Angeklagten Z. in objektiver und subjektiver Hinsicht, weshalb es gestützt auf die 

vorliegende Anklageschrift vom 30. April 2010 fraglich sei, ob der Angeklagte Z. 

wegen einer schweren Körperverletzung verurteilt werden könnte. Fest stehe, 

dass sich die Ergänzung der Anklage zweifellos im Bereich des ursprünglichen 

Prozessthemas bewege (OG act. 66 S. 9 Erw. 6.3). Die Vorinstanz überwies mit 

Beschluss vom 4. November 2010 die Akten der Beschwerdegegnerin 1 mit dem 

Ersuchen, die Anklageschrift im Sinne der Erwägungen zu ergänzen, bezüglich 

des Vorwurfs der schweren Körperverletzung zum Nachteil von A. dahingehend, 

dass die Mittäterschaft der beiden Angeklagten sowohl im Ingress als auch in der 

Umschreibung der Tathandlung ersichtlich sei (OG act. 66 S. 10). 

-   11   - 

3.3. Am 26. November 2010 reichte die Beschwerdegegnerin 1 eine neue 

Anklageschrift ein (OG act. 69). Im Vergleich mit der Anklageschrift vom 20. April 

2010 wurde der Anklagevorwurf bezüglich des Hauptdossiers (vorstehend 

Erw. 3.1) um folgenden Sachverhalt nach dem Untertitel "Tathandlungen" ergänzt 

(Ergänzungen kursiv):  

… Sie folgten deshalb A. und I. von diesen unbemerkt bis zur _________strasse 
__, dem Areal der K. AG (Garage L.). Dabei trug der Angeklagte X. einen Bier-
humpen, welchen er aus dem Restaurant "F." mit sich nahm, auf sich, was dem 
Angeklagten Z. bekannt war. Als der Geschädigte A. dabei war, sein Auto aufzu-
schliessen, führte der Angeklagte X. den zuvor zusammen mit dem Angeklagten 
Z. gemeinsam gefassten Entschluss, dem Geschädigten A. "noch ein paar aufs 
Dach zu geben" aus und warf von hinten den mitgeführten gläsernen Bierhumpen 
aus einer Distanz von etwa eineinhalb bis zweieinhalb Metern gegen den Kopf 
von A. Dabei verwendete der Angeklagte X. den Bierhumpen mit dem Wissen und 
Einverständnis des Angeklagten Z., zumindest umfasste dessen Vorgehen den 
zuvor gemeinsam gefassten Tatentschluss und die grundsätzlich hinsichtlich Tat-
ausführung und Intensität stillschweigend so vereinbarte Vorgehensweise. Der 
Geschädigte A. wurde vom Bierhumpen an der linken Gesichtsseite getroffen ….". 

(Nach dem Absatz mit der Zusammenfassung der ärztlichen Berichte und 

dem medizinischen Aktengutachten): 

"Die Angeklagten wussten und nahmen es zumindest in Kauf, dass infolge der 
von ihnen beabsichtigten Vorgehensweise, dem Wurf eines Bierhumpens gegen 
den Kopf eines Menschen aus einer Distanz von wenigen Metern, das so ge-
troffene Opfer mit grosser Wahrscheinlichkeit schwere, lebensgefährliche Kopf-
verletzungen erleiden könnte. Trotz dieses Wissens führte der Angeklagte  
X. den gemeinsam gefassten Tatentschluss, dem Geschädigten A. "noch ein paar 
aufs Dach zu geben", aus und warf mit Wissen des Angeklagten Z. den Bier-
humpen gegen den Kopf des Geschädigten, wobei beide Angeklagten diese 
Handlungsfolge wollten oder zumindest in Kauf nahmen". 

Dadurch haben sich die Angeklagten X. und Z.  

 der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht, wofür sie zu bestrafen sind (OG act. 69 S. 3 f.). 

3.4. Die Vorinstanz erwog, die Anklageschrift vom 26. November 2010 bilde 

die Basis dafür, was zu beurteilen sei, und nicht (allenfalls missverständliche) 

Äusserungen des Staatsanwaltes anlässlich der Hauptverhandlung vom  

4. November 2010. Diese Anklageschrift umschreibe unter dem Untertitel  

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"Tathandlungen" detailliert, wie die beiden Angeklagten bei ihrer Tatausführung 

zusammengewirkt haben sollen. Sie beschreibe den gemeinsamen Tat-

entschluss, dem Geschädigten "noch ein paar aus Dach zu geben", und führe klar 

an, dass dem Angeklagten Z. bekannt gewesen sei, dass der Angeklagte X. den 

Bierhumpen aus dem Restaurant "(F.)" mitgenommen habe. Die Staatsanwalt-

schaft behaupte, dass die Vorgehensweise des Angeklagten X., nämlich den Bier-

humpen aus einer Distanz von 1.5 m bis 2.5 m dem Geschädigten gegen den 

Kopf zu werfen, den zuvor gemeinsam gefassten Tatentschluss hinsichtlich Tat-

ausführung und Intensität umfasst habe. Die nun ergänzte und präzisierte Ankla-

geschrift vom 26. November 2010 erfülle die Anforderungen an eine Anklage-

schrift. Das Anklageprinzip sei spätestens nach der Anklageergänzung nicht ver-

letzt. Entgegen der Meinung des Verteidigers des Beschwerdeführers 1 sei auch 

der (Eventual-)Vorsatz auf die Herbeiführung einer schweren Körperverletzung 

jedenfalls so ausreichend dargestellt, dass sich der Beschwerdeführer 1 ohne 

weiteres gegen den Vorwurf verteidigen könne, was letztlich Sinn des Anklage-

prinzips sei. Ob die in der präzisierten Anklage behaupteten Vorwürfe auch 

rechtsgenügend erstellt werden könnten, sei eine Frage der Beweiswürdigung 

(KG act. 2 S. 14 f.). 

3.5. In der Folge erachtete die Vorinstanz den eingeklagten Sachverhalt als 

erstellt (KG act. 2 S. 21 Erw. 2.1, S. 23 oben, S. 26 Mitte, S. 28 Mitte, S. 33 

Erw. 2.3) und sprach die Angeklagten gestützt darauf schuldig der schweren  

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB (KG act. 2 S. 33 Erw. 2.3, 

S. 38 - 49). 

3.6. Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die Anklageschrift erfülle im 

Punkt des Vorsatzes auf eine schwere Körperverletzung die Anforderungen an 

eine genügende Anklageschrift nicht (KG act. 1 S. 4 Ziff. 11). Sie unterlasse es 

aufzuzeigen, dass und wie sich der Vorsatz auf den qualifizierten Tatbestand der 

schweren Körperverletzung beziehen soll. Mit der Formulierung "noch ein paar 

aufs Dach geben" sei der Vorsatz auf eine schwere Körperverletzung nicht  

umschrieben (KG act. 1 S. 5 Ziff. 12 f.). Die massgebliche Anklageschrift, die erst 

nach der Hauptverhandlung eingereicht worden sei, stehe im Widerspruch zum 

-   13   - 

Parteivortrag der Beschwerdegegnerin 1. In diesem Parteivortrag sei der angeb-

liche Eventualvorsatz auf eine schwere Körperverletzung im Zusammenhang mit 

für die Verletzung des Geschädigten nicht kausalen Fusstritten gebracht worden. 

In der massgeblichen Anklageschrift sei der angebliche Eventualvorsatz auf eine 

schwere Körperverletzung im Zusammenhang mit dem Wurf des Bierhumpens 

hergeleitet worden. Widersprüchliches Verhalten sei nicht geeignet, einen  

erkennbaren Sinn darzustellen. Damit erfülle die Anklageschrift weder die 

Umgrenzungs- noch die Informationsfunktion (KG act. 1 S. 6 f. Ziff. 25 - 27). 

3.7. Diese Rüge ist nicht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer 1 erklärt  

selber, in der massgeblichen Anklageschrift werde der angebliche - d.h. den  

Angeklagten vorgeworfene - Eventualvorsatz auf eine schwere Körperverletzung 

im Zusammenhang mit dem Wurf des Bierhumpens hergeleitet (KG act. 1 S. 7 

Ziff. 25). Dies wurde den Beschwerdeführern also in der vom Beschwerdeführer 1 

als massgeblich bezeichneten Anklageschrift vorgeworfen. Der Beschwerdeführer 

1 erkannte mithin diesen Vorwurf. Die Vorinstanz stützte ihren Schuldspruch  

darauf. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt diesbezüglich offenkundig nicht 

vor. Insbesondere wird auch der Vorsatz in der Anklageschrift vom 26. November 

2010 - von welcher die Vorinstanz im angefochtenen Urteil ausging - klar und  

unmissverständlich umschrieben (OG act. 69 S. 4 unten; vgl. vorstehend Erw. 3.3 

a.E.).  

a) Daran änderte selbst dann nichts, wenn die Behauptung des Beschwer-

deführers 1 zuträfe, dass zwischen den Ausführungen des Staatsanwalts an der 

Hauptverhandlung vom 4. November 2010 und der Anklageschrift vom  

26. November 2010 insoweit ein Widerspruch bestehe, als der Staatsanwalt an 

der Hauptverhandlung den Vorsatz betreffend schwere Körperverletzung auf 

Fusstritte gegen den Kopf des Geschädigten nach dem Wurf des Bierhumpens 

bezogen habe, während dieser Vorwurf in der Anklageschrift vom 26. November 

2010 auf den Wurf des Bierhumpens bezogen ist. Nach dem Vortrag des Staats-

anwalts an der Hauptverhandlung vom 4. November 2010 wies die Vorinstanz die 

Anklageschrift mit Beschuss vom 4. November 2010 der Staatsanwaltschaft mit 

dem Ersuchen zurück, sie im Sinne der Erwägungen zu ergänzen (OG act. 66). 

-   14   - 

Danach reichte die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift vom 26. November 

2010 ein (OG act. 69). In der Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht geltend gemacht, 

diese gehe über die vorinstanzlichen Erwägungen im Beschluss vom 4. Novem-

ber 2010 hinaus bzw. die darin vorgenommenen Ergänzungen seien nicht zu-

lässig. Im Gegenteil. Der Beschwerdeführer 1 bezeichnet selber die Anklage-

schrift vom 26. November 2010 als massgeblich. Damit ist auch klar, dass bei  

allfälligen Widersprüchen zwischen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an 

der Hauptverhandlung vom 4. November 2010 und der späteren ergänzten  

Anklageschrift vom 26. November 2010 die letztere massgeblich ist und allfällige 

Widersprüche zu den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an der Hauptverhand-

lung vom 4. November 2010 die allein massgebliche Anklageschrift vom  

26. November 2010 nicht beeinträchtigten. Ein Widerspruch innerhalb der An-

klageschrift vom 26. November 2010 ist nicht ersichtlich. 

b) Abgesehen davon ist der vom Beschwerdeführer 1 geltend gemachte  

Widerspruch zwischen dem Vortrag des Staatsanwalts an der Hauptverhandlung 

vom 4. November 2010 und der Anklageschrift vom 26. November 2010 nicht  

ersichtlich. An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte der Staatsanwalt 

im Gegensatz zur Darstellung in der Beschwerde des Beschwerdeführers 1 (KG 

act. 1 S. 7 Ziff. 25) nicht, der Eventualvorsatz bezüglich der schweren Körper-

verletzung beziehe sich auf die Fusstritte (nach dem Wurf des Bierhumpens). 

Vielmehr erklärte der Staatsanwalt, Grundlage des vorgeworfenen Tatentschlus-

ses sei der Entschluss, dem Geschädigten "noch ein paar aufs Dach zu geben". 

Es genüge der Entschluss, in massiver Weise gegen die Gesundheit und den 

Körper des Geschädigten vorzugehen. Das sei vorhanden gewesen. Es sei eine 

innere Tatsache, die mangels Geständnisses nicht direkt nachgewiesen werden 

könne. Man müsse aufgrund des äusseren Vorgehens auf das innere schliessen. 

Es sei anerkannt, dass man dem Geschädigten 1 eins habe verpassen wollen. 

Das habe hier offensichtlich massive Fusstritte gegen den Oberkörper und den 

Kopf des am Boden liegenden A. beinhaltet. Es könne nicht ernsthaft in Betracht 

gezogen werden, dass "ein paar aufs Dach geben" und die Abreibung nicht einem 

Vorgehen entsprächen, das den Kopf nicht beinhaltet habe. Der gemeinsame 

Tatentschluss und das gemeinsame Vorgehen seien - einschliesslich des Bier-

-   15   - 

humpenwurfs gegen den Kopf des Geschädigten 1 - nach Erachten des Staats-

anwalts klar miterfasst und könnten nicht als exzessives über den gemeinsamen 

Tatentschluss hinausgehendes Vorgehen gewertet werden (OG Prot. S. 93). 

Die damit erwähnten Fusstritte gegen Oberkörper und Kopf nahm der 

Staatsanwalt als äusseres Vorgehen, aus dem sich Rückschlüsse auf die inneren 

Vorgänge ziehen liessen, mithin als Indiz für den auch beim Bierhumpenwurf  

gegen den Kopf vorhandenen Vorsatz. Diese Ausführungen stehen nicht im  

Widerspruch zum Anklagevorwurf gemäss S. 4 unten der Anklageschrift vom  

26. November 2010. Die Rüge geht auch deshalb fehl. 

3.8. Weiter rügt der Beschwerdeführer 1, das Anklageprinzip sei noch aus 

einem andern Grund verletzt. Die Anklage müsse sich zum Motiv äussern und 

dazu, wie sich aus dem Motiv der Vorsatz herleiten lasse. Die vorliegende An-

klage enthalte aber abgesehen von der Textpassage "ein paar aufs Dach" geben 

keine Formulierungen zum Motiv und keine Schlüsse aus dem Motiv auf den  

behaupteten Eventualvorsatz auf eine schwere Körperverletzung. Damit sei es 

weder möglich, gestützt auf die Anklage die Frage des Motivs abzuklären und 

sich in diesem Punkt zu verteidigen, noch die Nachvollziehbarkeit der Schlüsse zu 

überprüfen (KG act. 1 S. 7 f. Ziff. 30 - 32). 

Auch diese Rüge ist nicht nachvollziehbar. Die Anklageschrift wirft den  

Beschwerdeführern vor, gemeinsam den Entschluss gefasst zu haben, dem  

Geschädigten 1 "noch ein paar aufs Dach zu geben" (weil es zwischen dem  

Beschwerdeführer 2 und dem Geschädigten 1 verschiedentlich zu verbalen Aus-

einandersetzungen mit beidseitigen Beschimpfungen gekommen war und der  

Geschädigte 1 dem Beschwerdeführer 2 vor der eingeklagten Körperverletzung 

Schimpfwörter ausgeteilt habe [OG act. 69 S. 3]). Zu diesem Zweck (bzw. in Aus-

führung dieses Entschlusses) habe der Beschwerdeführer 1 dem Geschädigten 1 

den gläsernen Bierhumpen gegen den Kopf geworfen. Dabei hätten die  

Beschwerdeführer, um dem Geschädigten "noch ein paar aufs Dach zu geben", 

zumindest in Kauf genommen, dass der Geschädigte 1 durch den Bierhumpen 

schwere, lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitte (OG act. 69 S. 4). Die An-

klage enthält somit alles, was der Beschwerdeführer 1 zur Erfüllung des Anklage-

-   16   - 

prinzips fordert. Auch diese Rüge geht fehl. Dabei kann offengelassen werden, ob 

eine Anklage überhaupt einen solchen Inhalt aufweisen muss. 

4. Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die vorinstanzlichen Erwägungen 

zum Eventualvorsatz auf eine schwere Körperverletzung beruhten auf der  

Annahme, dass es ihm darum gegangen sei, den Bierhumpen gegen den Kopf 

des Geschädigten 1 zu werfen (KG act. 1 S. 8 Ziff. 37). Diese Annahme sei  

aktenwidrig. Demgegenüber sei es ihm darum gegangen, den Bierhumpen gegen 

den Körper des Geschädigten 1 zu werfen (KG act. 1 S. 9 Ziff. 38). 

4.1. Eine Aktenwidrigkeit liegt dann vor, wenn ein Bestandteil der Akten gar 

nicht oder nicht in seiner wahren Gestalt, eine Urkunde zum Beispiel nicht mit 

dem richtigen Wortlaut in die Beweiswürdigung einbezogen worden ist und sich 

die angefochtene tatsächliche Feststellung deshalb als „blanker Irrtum“ erweist 

(ZR 55 [1956] Nr. 115; ZR 81 [1982] Nr. 88 Erw. 6; ZR 90 [1991] Nr. 26; ZR 107 

[2008] Nr. 21; von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil- und Straf-

sachen nach Zürcherischem Recht, 2. Auflage, Zürich 1986, S. 27; Schmid, 

a.a.O., N 1074; Donatsch/Schmid, a.a.O., N 25 zu § 430; BGE 131 I 49 f., 

Erw. 3.6). Die Formulierung und Begründung dieser Rüge wie auch zahlreicher 

weiterer mit der Bezeichnung als aktenwidrig durch den Beschwerdeführer 1 lässt 

erkennen, dass er der Vorinstanz keinen blanken Irrtum, sondern willkürliche  

Beweiswürdigung vorwerfen will. Nach dem Grundsatz „iura novit curia“ sind die 

Rügen des Beschwerdeführers 1 unter diesen Gesichtspunkten zu prüfen (vgl. 

bereits Kass.-Nr. AC080002 vom 25.11.2008 Erw. II.2). 

Die Beweiswürdigung des vorinstanzlichen Sachrichters kann nach der  

Praxis des Kassationsgerichts aufgrund von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO ZH dann 

mit Erfolg gerügt werden, wenn sie sich nicht mehr im Rahmen des Gesetzes hält, 

sondern willkürlich, d.h. offensichtlich abwegig ist und einer missbräuchlichen 

Handhabung des richterlichen Ermessens gleichkommt (ZR 64 Nr. 54). In die freie 

Beweiswürdigung des Sachrichters darf nur eingegriffen werden, wenn diese  

abwegig, d.h. schlechthin unvertretbar ist (Donatsch/Schmid, a.a.O., N 21 zu 

§ 430, mit zahlreichen Hinweisen). Dass eine andere Lösung als vertretbar  

erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die Begründung von Willkür nicht 

-   17   - 

(Kass.-Nr. AC100006 vom 6.6.2011 Erw. III.3.1 mit Verweisung auf Kass.-Nr. 

AC090003 vom 12.11.2009 Erw. III.1.3, dieser mit Verweisung auf Kass.-Nr. 

AC070005 vom 2.4.2008 Erw. II.1.b). 

4.2. Die Vorinstanz erwog, wer aggressiv, unvermittelt, ohne Vorwarnung, 

Arschloch schreiend, psychisch motiviert durch eine befreundete Begleitperson, 

einen harten, nämlich gläsernen, Bierhumpen mit einem Fassungsvermögen von 

0.4 Litern aus einer kurzen Distanz von ca. zwei Metern gegen den Kopf eines 

ahnungslosen (also völlig unvorbereiteten) Menschen werfe, wisse, dass dieses 

Verhalten geeignet sei, eine schwere Körperverletzung im Sinne des Strafgesetz-

buches zu verursachen. Der Bierhumpen sei im Sinne von Schleudern geworfen 

worden und nicht nur im Sinne von Zuwerfen. Er sei damit als Wurfgeschoss  

benutzt worden. Der Beschwerdeführer 1 habe anlässlich der Einvernahme vom 

3. April 2006 und der Hauptverhandlung ausgesagt, er wisse ja, was er anrichten 

könne, wenn er einem Menschen ein solches Ding an den Kopf werfe. Dass der 

Beschwerdeführer 1 betone, es sei nie seine Absicht gewesen, den Geschädigten 

1 lebensgefährlich zu verletzen, ändere nichts an seinem eingestandenen Wissen 

um die mögliche Folge einer derartigen Handlung (KG act. 2 S. 38). Werfe ein auf 

Vergeltung bedachter, aufgeregter, infolge von Alkohol und Drogen zusätzlich  

angetriebener Täter einen gläsernen - "ziemlich dickes Glas" - Bierhumpen aus 

einer Distanz von rund zwei Metern an den Kopf des Geschädigten, dann liege 

eine schwere und lebensgefährliche Verletzung des Opfers sehr nahe. Die  

konkreten Umstände hätten es dem Beschwerdeführer 1 nicht mehr erlaubt, 

ernsthaft darauf zu vertrauen, er könne die als möglich erkannte lebensgefähr-

liche Verletzung vermeiden. Ganz abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer 

1 nicht genau habe kontrollieren können, wo genau sein Wurf mit dem Bier-

humpen den Geschädigten 1 "(am Kopf)" treffen würde, habe er dem Geschehen 

dadurch, dass er unmittelbar, bevor er zum Wurf angesetzt habe, dem Geschä-

digten 1 "Arschloch" zugerufen und dieser sich deswegen reflexartig umgedreht 

habe, ein zusätzliches aleatorisches und damit unkontrollierbares Element ver-

liehen. Aufgrund der beweisbildenden Aussagen der Beschwerdeführer sei davon 

auszugehen, dass das primäre Ziel beim Einsatz des Bierhumpens gegen den sie 

provozierenden Geschädigten 1 nicht die Herbeiführung von dessen lebens-

-   18   - 

gefährlichen Verletzungen gewesen sei "(kein direkter Vorsatz)". Diese Verletzun-

gen seien auch nicht - im Sinne eines einfachen Vorsatzes - als eine notwendige 

Nebenfolge gewollt gewesen, sondern der Geschädigte 1 hätte in erster Linie "in 

den Senkel gesetzt" werden sollen. Wer aber mit dem Wissen des Beschwerde-

führers 1, wonach sich im Kopf eines Menschen lebenswichtige Strukturen be-

finden, deren Verletzung geeignet sei, lebensgefährliche Verletzungen zu be-

wirken, von hinten ein schweres Glas wuchtig und gezielt gegen den ungeschütz-

ten Kopf eines Menschen in einem dynamischen Geschehen werfe, könne gar 

nicht anders als eine lebensgefährliche Verletzung in Rechnung stellen. Damit 

helfe dem Beschwerdeführer 1 auch nichts, wenn er ausführe, er habe den  

Geschädigten 1 gar nicht am Kopf treffen wollen, sondern nur am Oberkörper. 

Denn der Beschwerdeführer 1 habe aufgrund des Geschehens nicht zum Voraus 

wissen können, ob das Glas das Ziel (den Oberkörper) treffen oder verfehlen 

würde (KG act. 2 S. 39). 

4.3. Die Vorinstanz stellte demnach im Gegensatz zur Darstellung des  

Beschwerdeführers 1 in der Beschwerde in tatsächlicher Hinsicht gar nicht fest, 

dass es diesem darum gegangen sei, den Bierhumpen gegen den Kopf des  

Geschädigten 1 zu werfen. Im Gegenteil. Die Vorinstanz liess explizit offen, ob 

der Beschwerdeführer 1 den Geschädigten 1 am Kopf oder am Oberkörper treffen 

wollte. Die Rüge geht am angefochtenen Urteil vorbei und damit fehl. 

5. Als aktenwidrig beanstandet der Beschwerdeführer 1 auch, die Vorinstanz 

habe festgestellt, der Geschädigte 1 sei "ahnungslos" und "völlig unvorbereitet" 

gewesen. Das stimme nicht. Richtig sei vielmehr, dass der Beschwerdeführer 1 

dem Geschädigten 1 "Arschloch" zugerufen habe, als er den Bierhumpen ge-

worfen habe. Wer einen Zuruf mache, mache den Adressaten auf etwas aufmerk-

sam. Entsprechend könne nicht mehr gesagt werden, dass der Geschädigte 1 

(als Adressat des Zurufs) ahnungslos und völlig unvorbereitet gewesen sei (KG 

act. 1 S. 9 Ziff. 40). 

Die Vorinstanz berücksichtigte durchaus, dass der Beschwerdeführer 1 vor 

dem Wurf dem Geschädigten 1 "Arschloch" zugerufen und dieser sich deswegen 

reflexartig umgedreht habe (KG act. 2 S. 39). Eine Aktenwidrigkeit liegt offensicht-

-   19   - 

lich nicht vor. Auch diese Rüge geht an der vorinstanzlichen Feststellung vorbei 

und damit fehl. Willkürlich ist die Feststellung nicht, der Geschädigte 1 sei bezüg-

lich des Bierhumpenwurfs ahnungslos und völlig unvorbereitet gewesen, auch 

wenn der Beschwerdeführer 1 ihm unmittelbar, bevor er zum Wurf ansetzte, 

"Aschloch" zurief. Ein solcher Zuruf bereitet in der Regel nicht darauf vor, dass ein 

Bierhumpen geflogen kommt. 

6. Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die Vorinstanz habe ausgeblen-

det, dass es sich beim Geschädigten 1 um eine sportliche, durchtrainierte,  

muskulöse, sehr kräftige Person gehandelt und der Geschädigte 1 regelmässig 

Krafttraining gemacht habe (KG act. 1 S. 9 f. Ziff. 42). 

Der Beschwerdeführer 1 zeigt nicht auf, dass er das bereits vor Vorinstanz 

geltend gemacht hätte. Hatte er das nicht, hatte die Vorinstanz keinen Anlass, 

dies speziell zu erwähnen. Vgl. im Übrigen zur geltend gemachten Lücke im 

Sachverhalt nachfolgend Erw. 14. 

7. Das Gleiche gilt für die Darstellung in der Beschwerde, die Vorinstanz  

habe ausgeblendet, dass alle Beteiligten dicke Jacken, der Geschädigte 1 eine 

Lederjacke und schwarze Jeans getragen habe (KG act. 1 S. 10 Ziff. 43). 

8. Der Beschwerdeführer 1 rügt auch die vorinstanzlichen Feststellungen 

zum Bierhumpen als aktenwidrig und willkürlich. Dieser habe 0.4 l gefasst, einen 

Bodendurchmesser von weniger als 5 cm gehabt, aus weichem Pressglas be-

standen und sei gerundet, ohne Kanten gewesen (KG act. 1 S. 10 Ziff. 44). 

Die Vorinstanz stellte nichts anderes fest. Sie verwies, wie der Beschwerde-

führer 1 auch, insbesondere auf die Fotografie eines solchen Bierhumpens in 

act. HD 17/4 (KG act. 2 S. 38 lit. b.aa). Im Gegensatz zur Behauptung des  

Beschwerdeführers 1 ergibt sich weder aus dieser Fotografie noch aus dem  

Polizeirapport act. HD 17/3 noch aus der Ansicht des Bierhumpens, dass er aus 

"weichem Pressglas" bestanden habe. Jedenfalls wäre die vorinstanzliche Fest-

stellung, der gläserne Bierhumpen sei (in intaktem Zustand) hart gewesen (KG 

-   20   - 

act. 1 S. 38), selbst dann nicht willkürlich, wenn sein Glas technisch als "weiches 

Pressglas" bezeichnet würde. Auch diese Rüge geht fehl. 

9. Weiter bezeichnet der Beschwerdeführer 1 als willkürlich, die Vorinstanz 

habe angenommen, dass der Bierhumpen "recht schwer" gewesen sei. Aus den 

Akten ergebe sich nicht, wie schwer er sei (KG act. 1 S. 10 Ziff. 45 mit Ver-

weisung auf KG act. 2 S. 42 oben). 

Die Vorinstanz bezeichnete nicht den vom Beschwerdeführer 1 verwendeten 

Bierhumpen als im Verhältnis zu andern Bierhumpen recht schwer, sondern als 

"recht schweren Gegenstand (Bierhumpen)", also im Verhältnis zu andern  

Gegenständen als "recht schwer" (KG act. 2 S. 42 oben). Willkürlich ist diese 

Feststellung nicht. Ob sich ein Strafurteil darauf stützen kann (KG act. 1 S. 10 

Ziff. 45), ist eine Frage der Anwendung des materiellen Bundesrechts. Darauf 

kann im vorliegenden Verfahren nicht eingegangen werden (§ 430b Abs. 1 StPO 

ZH; vgl. nachfolgend Erw. 13). Das gilt auch für die Rüge, mit der vorinstanzlichen 

Feststellung, im Kopf befänden sich Blutgefässe und Organe, könne die Her-

leitung des Eventualvorsatzes nicht vollzogen werden (KG act. 1 S. 10 Ziff. 46). 

10. Die Vorinstanz bezeichnete den Sachverhalt so, wie er in der Anklage-

schrift umschrieben ist, als erstellt (KG act. 2 S. 33 Erw. 2.3). Diesbezüglich wies 

der Beschwerdeführer 1 keinen Nichtigkeitsgrund nach. 

Im Rahmen der Strafzumessung (KG act. 2 S. 68 ff.) erwog die Vorinstanz 

u.a., die Beschwerdeführer seien dem Geschädigten 1 nachgegangen. Der Angriff 

sei für den Geschädigten 1 ähnlich einem Auflauern völlig überraschend ge-

wesen. Er habe keinerlei Chancen gehabt, sich zu wehren oder zu fliehen. Selbst 

als er auf dem Boden gelegen sei, sei er von mehreren Seiten getreten worden. 

Es sei keine mehr oder weniger ausgeglichene, unzimperliche Schlägerei ge-

wesen, die mit Kräftemessen unter Jugendlichen abgetan werden könnte. Der 

Geschädigte 1 sei von mehreren Seiten getreten worden, die Angreifer seien zu 

zweit gewesen, der Geschädigte 1 allein auf sich gestellt (KG act. 2 S. 74). 

-   21   - 

Der Beschwerdeführer 1 bezeichnet auch diese Feststellung als aktenwidrig. 

Der Geschädigte 1 sei nicht auf sich allein gestellt gewesen, sondern in Be-

gleitung von I. (KG act. 1 S. 11 Ziff. 48). 

Gemäss festgestelltem Sachverhalt warf der Beschwerdeführer 1 dem  

Geschädigten 1 den Bierhumpen an den Kopf, fiel der Geschädigte 1 gleich zu 

Boden, traten die Beschwerdeführer auf den wehrlos am Boden liegenden  

Geschädigten 1 ein und kam I. dem Geschädigten 1 zu Hilfe (OG act. 69 S. 4). 

Zum Zeitpunkt, als der Geschädigte 1 wehrlos auf dem Boden lag und von 

den Beschwerdeführern getreten wurde - und auf diesen Zeitpunkt bezieht sich 

die beanstandete vorinstanzliche Feststellung - war er allein auf sich gestellt, bis  

I. ihm zu Hilfe kam. Das war die vorinstanzliche Meinung, und diese ist weder  

aktenwidrig noch willkürlich. 

11. Ebenfalls als aktenwidrig bezeichnet der Beschwerdeführer 1 die vor-

instanzliche Erwägung, der Bierhumpenwurf sei "völlig überraschend" und "heim-

tückisch", einem "Auflauern" gleich, erfolgt. Demgegenüber habe der Beschwer-

deführer 1 dem Geschädigten 1 "Arschloch" zugerufen, als er den Bierhumpen 

geworfen habe, und seien einige Meter hinter dem Geschädigten 1 und I. zwei 

Frauen gegangen, welche von den Beschwerdeführern hätten überholt werden 

müssen. Von "völlig überraschend" und "heimtückisch" könne deshalb nicht  

gesprochen werden (KG act. 1 S. 11 Ziff. 49). 

Die vom Beschwerdeführer 1 geschilderten Umstände (Zuruf "Arschloch", 

Überholen von Frauen) lassen die vorinstanzliche Feststellung des völlig über-

raschenden Angriffs nicht als willkürlich erscheinen (vgl. auch vorstehend Erw. 5). 

Die Willkürrüge geht fehl. Die Qualifikation als heimtückisch ist eine Frage der 

Anwendung des materiellen Bundesrechts. Darauf kann im vorliegenden Verfah-

ren nicht eingegangen werden (§ 430b Abs. 1 StPO ZH; nachfolgend Erw. 13). 

12. Die Vorinstanz bezeichnete den Bierhumpen als dickwandig und massiv 

(KG act. 2 S. 74). Der Beschwerdeführer 1 sieht auch darin Aktenwidrigkeit und 

-   22   - 

einen Widerspruch zu andern vorinstanzlichen Feststellungen (KG act. 1 S. 11 

Ziff. 50). 

Im Verhältnis etwa zu einem Weinglas oder dem Glas einer Stange darf der 

Bierhumpen (vgl. vorstehend Erw. 8 und OG act. HD 17/4) ohne Willkür als dick-

wandig und massiv bezeichnet werden. Die Rüge geht fehl. 

13. Die Vorinstanz erwog, dem Beschwerdeführer 1 helfe nichts, wenn er 

ausführe, er habe den Geschädigten 1 gar nicht am Kopf treffen wollen, sondern 

nur am Oberkörper, denn er habe aufgrund des Geschehens nicht zum Voraus 

wissen können, ob das Glas das Ziel (Oberkörper) treffen oder verfehlen würde 

(KG act. 2 S. 39). Damit ging die Vorinstanz davon aus, an der rechtlichen 

Schlussfolgerung ändere nichts, ob der Beschwerdeführer 1 mit dem Bierhumpen 

nun auf den Kopf oder auf den Oberkörper des Geschädigten 1 gezielt habe.  

Dabei handelt es sich um eine materiell-rechtliche Erwägung, um die Anwendung 

von Bundesstrafrecht.  

13.1 Die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde ist nicht zulässig, soweit gegen  

eine Entscheidung die Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht wegen 

Verletzung materiellen Bundesrechts gegeben ist (§ 430b Abs. 1 StPO ZH).  

Gegen das angefochtene Urteil ist die Beschwerde in Strafsachen im Sinne von 

Art. 78 ff. BGG zulässig (vgl. auch die zutreffende vorinstanzliche Rechtsmittel-

belehrung in KG act. 2 S. 118 Ziff. 12.b). Mit dieser kann die Verletzung von  

Bundesrecht gerügt werden (Art. 95 lit. a BGG). Rügen, welche sich gegen die 

Anwendung materiellen Bundesrechts richten, sind demnach im vorliegenden 

Verfahren nicht zulässig. 

13.2. Auf Rügen bezüglich der eingangs dieser Ziffer zitierten vorinstanz-

lichen Erwägung - insbesondere ob es (entgegen dieser Erwägung) doch relevant 

sei, ob der Beschwerdeführer 1 auf den Kopf oder den Oberkörper des Geschä-

digten 1 gezielt habe, und wie der Fall (anders) zu behandeln wäre, wenn er auf 

den Oberkörper gezielt hätte - kann im vorliegenden Verfahren somit nicht ein-

getreten werden. Dies gilt für die (appellatorischen) Fragen des Beschwerde-

führers 1 in Ziff. 51 seiner Beschwerde wie auch für seine zu deren Beantwortung 

-   23   - 

postulierten Untersuchungen und für die aus deren Beantwortung gezogenen 

Schlüsse (KG act. 1 S. 11 f.). 

14. Der Beschwerdeführer 1 beanstandet den von der Vorinstanz festgestell-

ten Sachverhalt als lückenhaft. So habe die Vorinstanz das Milieu im Restaurant 

"(F.)", in welchem die beiden Beschwerdeführer und der Geschädigte 1 regel-

mässig verkehrt hätten und in welchem es üblich sei, sich gegenseitig zu ver-

prügeln, nicht in ihre Beurteilung einbezogen; ebensowenig den Lebenslauf des 

Beschwerdeführers 1 (KG act. 1 S. 13 f. Ziff. 55 - 59). 

14.1. Soweit der Beschwerdeführer 1 im vorstehenden Kontext geltend 

macht, die Sachverhaltserstellung sei lückenhaft und es könne mangels Tat-

bestandsfeststellungen nicht geprüft werden, ob materielles Recht verletzt worden 

sei, ist auf die in § 430b Abs. 1 StPO statuierte Kompetenzausscheidung  

zwischen der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde und der bundesrechtlichen  

Beschwerde in Strafsachen hinzuweisen. Danach ist die kantonale Nichtigkeits-

beschwerde nur zulässig, soweit gegen eine Entscheidung nicht die bundesrecht-

liche Beschwerde in Strafsachen zulässig ist. Das Bundesgericht überprüft im 

bundesrechtlichen Beschwerdeverfahren insbesondere eine behauptete Verlet-

zung von Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG). Als eine Verletzung von Bundesrecht 

im Sinne der eben genannten Bestimmung gilt auch, wenn der kantonale Sach-

richter nicht alle relevanten Tatsachen ermittelt hat, welche zur Rechtsanwendung 

nötig sind. Ein Entscheid, welcher nicht die zur Subsumtion notwendigen tatsäch-

lichen Grundlagen enthält, ist folglich bundesrechtswidrig. Soweit es um die  

Anwendung von Bundesrecht geht, ist die unvollständige oder lückenhafte Sach-

verhaltsfeststellung (auch rechtsfehlerhafte Sachverhaltsfeststellung genannt) 

somit nach Art. 97 Abs. 1 BGG mittels Beschwerde in Strafsachen geltend zu  

machen (BGE 133 IV 293, E. 3/4; vgl. SEILER, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Bern 

2007, N 24 zu Art. 97; vgl. SCHOTT, BSK, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Basel 

2008, N 19 zu Art. 97 BGG; vgl. BGE 6B_179/2007, 27. Oktober 2007, E. 5/4/3), 

weshalb entsprechende Rügen im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu-

lässig sind (Kass.-Nr. AC080031 vom 6.9.2010 Erw. II.2.c). 

-   24   - 

14.2. Soweit der Beschwerdeführer 1 damit aber die vorinstanzliche Sach-

verhaltsfeststellung als willkürlich rügt, nämlich die Feststellung, dass er die  

lebensgefährliche Verletzung des Geschädigten 1 im Sinne eines Eventualvor-

satzes in Kauf genommen habe (KG act. 2 S. 42), geht die Rüge fehl. Der  

Beschwerdeführer 1 möchte aus dem Milieu im Restaurant "(F.)" und aus  

seinem Lebenslauf schliessen, dass er darauf vertraut habe, dass "nichts anderes 

passiert als das, was er kennt bzw. sich gewohnt ist" (KG act. 2 S. 13 Ziff. 57), 

gemeint, dass keine lebensgefährliche Verletzung des Geschädigten 1 eintrete. 

Selbst wenn aber im nach der Behauptung des Beschwerdeführers 1 rauen Milieu 

des Restaurants "(F.)" die Schwelle zur schweren Körperverletzung nie über-

schritten wird und sich auch nichts anderes aus dem Lebenslauf des Beschwer-

deführers 1 ergibt, wird damit die Schlussfolgerung, welche die Vorinstanz aus 

den konkreten Gegebenheiten zog (KG act. 2 S. 38 - 42), nicht als willkürlich 

nachgewiesen. Der Beschwerdeführer 1 zeigt nicht auf, dass im vorinstanzlichen 

Verfahren bekannt gewesen wäre, dass im Milieu des Restaurant F. und im bis-

herigen Lebenslauf des Beschwerdeführers 1 Bierhumpen gegen Köpfe von  

Personen geworfen und mit Füssen auf wehrlos am Boden liegende Personen 

eingetreten wurde. Das Milieu im Restaurant F. und der Lebenslauf des Be-

schwerdeführers 1 sind deshalb für die Prüfung der vorinstanzlichen (tatsäch-

lichen) Schlussfolgerung aus diesen Tatsachen auf den Eventualvorsatz des  

Beschwerdeführers 1 nicht massgeblich. 

14.3. Bezüglich der appellatorischen Zusammenfassung des Beschwerde-

führers 1 in Ziff. 58 und 59 seiner Beschwerde ist auf die vorstehenden Erwägun-

gen zu verweisen, in welchen die einzelnen vom Beschwerdeführer 1 hierunter 

wiederholten bzw. zusammengefassten Punkte behandelt wurden. Bezüglich des 

vorinstanzlichen Schuldspruchs der schweren Körperverletzung von A. wies der 

Beschwerdeführer 1 keinen Nichtigkeitsgrund nach. 

15. Unter dem Nebendossier 8 warf die Beschwerdegegnerin 1 dem  

Beschwerdeführer 1 folgenden Sachverhalt vor: 

Der Geschädigte 2, B., sei am 31. Mai 2008 auf einer Kirchenmauer in M. 

gesessen und habe sich mit der damaligen Freundin des Beschwerdeführers 1 

-   25   - 

unterhalten. Als dieser das gesehen habe, sei er rasch auf den Geschädigten 2 

zugegangen und habe etwas zu diesem gesagt. Der Geschädigte 2 sei auf-

gestanden und dem Beschwerdeführer 1 einen Schritt entgegengetreten. Dieser 

habe in der Folge den Geschädigten 2 unvermittelt wissentlich und willentlich  

mitten ins Gesicht geschlagen. Der Geschädigte 2 sei deshalb etwas nach hinten 

getaumelt, unmittelbar vor der Kirchenmauer zu stehen gekommen und habe den 

Beschwerdeführer 1 gefragt, was dieser von ihm wolle. Darauf habe der  

Beschwerdeführer 1 den Geschädigten 2 derart gestossen, dass dieser das 

Gleichgewicht verloren habe und nach hinten über die von vorne rund 70 cm hohe 

Kirchenmauer 4.4 m in die Tiefe gefallen sei. Der Geschädigte 2 habe durch den 

Sturz Hautabschürfungen an beiden Armen und am linken Ellbogen sowie einen 

Bruch des rechten Unterschenkels erlitten, welcher zwei Operationen und eine 

eingeschränkte Arbeitsunfähigkeit von insgesamt knapp sieben Monaten nach 

sich gezogen habe. Der Beschwerdeführer 1 habe Kenntnis von der Umgebungs-

situation gehabt, insbesondere von der Tatsache, dass der Geschädigte 2 unmit-

telbar vor einer hüfthohen und auf der anderen Seite mehrere Meter in die Tiefe 

führenden Mauer gestanden sei. Der Beschwerdeführer 1 habe es bei seinem 

Vorgehen, insbesondere dem Stossen gegen den Geschädigten 2 in Richtung der 

Mauer, für möglich gehalten, dass dieser über die Mauer stürze und sich dabei 

Verletzungen zumindest der erlittenen Art zuziehe. Trotz dieses Wissens habe 

der Beschwerdeführer 1 auf die beschriebene Weise gehandelt und dabei in Kauf 

genommen, dass sich der Geschädigte 2 dadurch die erlittenen Verletzungen  

zuziehe. 

Eventuell seien der Sturz des Geschädigten 2 von der Mauer und damit die 

von ihm erlittenen Körperverletzungen Folge der vom Beschwerdeführer 1 zu ver-

tretenden pflichtwidrigen Unvorsichtigkeit gewesen, indem dieser es für möglich 

gehalten habe, dass der Geschädigte 2 aufgrund seines Vorgehens, insbesonde-

re aufgrund seines Stossens, über die Mauer stürze und sich Verletzungen zu-

mindest der erlittenen Art zuziehe. Ungeachtet der erkannten Gefahr habe er 

dennoch gegen den Geschädigten 2 in Richtung der mehrere Meter in die Tiefe 

führenden Mauer gestossen. 

-   26   - 

Subeventuell habe es der Beschwerdeführer 1 nicht für möglich gehalten, 

dass der Geschädigte 2 infolge seines Stossens über die Mauer in die Tiefe  

stürze. Bei ordnungsgemässer Aufmerksamkeit und Einschätzung der Situation 

bzw. des entsprechenden Handelns hätte der Beschwerdeführer 1 aber die  

Gefahr des Sturzes des Geschädigten 2 und der entsprechenden Folgen er-

kennen können (OG act. 69 S. 8 f.). 

15.1. Die Vorinstanz erwog zu diesem Anklagevorwurf, der Beschwerde-

führer 1 habe den äusseren Rahmen des in der Anklage erwähnten Sachverhal-

tes anerkannt, soweit nicht unmittelbar das inkriminierte Verhalten umschrieben 

werde. Als dieses inkriminierte Verhalten erwähnte die Vorinstanz den Schlag ins 

Gesicht des Geschädigten 2, dessen Taumeln nach hinten und das erneute  

Stossen des Beschwerdeführers 1, so dass der Geschädigte 2 nach hinten über 

die Kirchenmauer gefallen sei (KG act. 2 S. 50 Erw. 1.3). Nach Prüfung der Aus-

sagen des Beschwerdeführers 1, seiner damaligen Freundin und des Geschädig-

ten 2 (KG act. 2 S. 52 - 60) gelangte die Vorinstanz zum Schluss, dass der  

Beschwerdeführer 1 durch sein Verhalten bewirkt habe, dass der Geschädigte 2 

die anerkannten und in der Anklageschrift beschriebenen Verletzungen davon-

getragen habe. Der objektive Tatbestand von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ein-

fache Körperverletzung) sei erstellt. Der Beschwerdeführer 1 bestreite den sub-

jektiven Tatbestand. In der (ergänzten) Anklage seien sowohl das vorsätzliche als 

auch (eventualiter) das fahrlässige Vorgehen aufgeführt (KG act. 2 S. 61 

Erw. 6.2.1). Der Beschwerdeführer 1 habe mehrfach zu Protokoll gegeben, er  

habe nicht gewollt, dass der Geschädigte 2 über die Mauer stürze. Das könne ihm 

nicht widerlegt werden. Er sei in einer infolge von Alkohol zusätzlich angetriebe-

nen, aggressiven sowie eifersüchtigen Gemütsverfassung zweimal auf den  

Geschädigten 2 losgegangen und habe ihn geschubst. Er, der 1.8 m gross sei 

und 90 kg wiege, habe gewusst, dass ein Stoss gegen einen rund 1.75 m  

grossen, indes einiges leichteren Menschen, welcher sich unmittelbar vor einer 

rund 0.7 m grossen Mauer befunden habe und bereits durch den zuvor erfolgten 

Schlag ins Gesicht beeinträchtigt gewesen sei, gefährlich sei und Körperverlet-

zungsfolgen haben könne. Den Eintritt des Erfolges habe er somit für möglich 

gehalten (Wissenskomponente). Tatsächlich habe der Geschädigte 2 das Gleich-

-   27   - 

gewicht verloren und sei über die Mauer 4.4 m in die Tiefe gestürzt. Indem der 

Beschwerdeführer 1 trotzdem gehandelt habe, habe er auch seinen diesbezüg-

lichen Willen manifestiert. Jedoch sei zu seinen Gunsten davon auszugehen, 

dass er den Geschädigten 2 nach dem Fall über die Mauerkante an den Armen 

zurückzuhalten versucht habe. Diese schnelle und kurze Reaktion auf das Fallen 

des Geschädigten 2 lasse den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer 1 ohne 

lange zu überlegen gehandelt und den Geschädigten 2 vor dem Sturz in die Tiefe 

aufzuhalten versucht habe. Dies spreche dafür, dass er darauf vertraut habe, 

dass der Erfolg nicht eintrete, das heisse, dass der Geschädigte 2 nicht über die 

Mauer falle. Der Beschwerdeführer 1 habe nicht nur nicht gewollt, sondern nicht 

damit gerechnet, dass der Tatbestand sich verwirkliche. Er habe nicht eventual-

vorsätzlich, sondern fahrlässig gehandelt (KG act. 2 S. 62 f. Erw. 6.2.2). Die  

Anklage umschreibe eventualiter die bewusste und subeventualiter die unbewuss-

te Fahrlässigkeit. Der Beschwerdeführer 1 habe gewusst, dass ein Gerangel und 

Schubsen bei einem ungleichen Grösse- und Gewichtsverhältnis der beiden  

Beteiligten vor einer Mauer, welche lediglich 0.7 m hoch sei, gefährlich sei und 

Verletzungen der eingetretenen Art nach sich ziehen könne. Er hätte somit mit  

einer Körperverletzung rechnen müssen, habe es aber nicht getan. Somit habe er 

in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit auf das Ausbleiben des Erfolges vertraut. Des-

halb habe er bewusst fahrlässig gehandelt (KG act. 2 S. 63 Erw. 6.2.3). Er sei 

somit der (bewusst) fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 

StGB zum Nachteil des Geschädigten 2 schuldig zu sprechen (KG act. 2 S. 63 

Erw. 7). 

15.2. Der Beschwerdeführer 1 macht auch bezüglich dieses Vorwurfs eine 

Verletzung des Anklageprinzips geltend. Die Anforderungen an die Anklageschrift 

zu einem Fahrlässigkeitsdelikt seien hoch. Die Eventualanklage, wonach jemand 

allenfalls statt eines Vorsatzdeliktes den Tatbestand des entsprechenden Fahr-

lässigkeitsdeliktes erfüllt habe, bedürfe stets auch einer darauf ausgerichteten, 

aus dem Sachverhalt abgeleiteten besonderen Behauptung. In der Schilderung 

des Sachverhalts müsse ausser dem tatsächlichen Verhalten des Angeklagten 

auch zum Ausdruck kommen, welche Begleitumstände, insbesondere auch unter-

lassene Vorkehren, nach Auffassung des Anklägers das Verhalten als pflicht-

-   28   - 

widrig-unvorsichtig erscheinen liessen. Diese Anforderungen seien durch die vor-

liegende Anklageschrift nicht erfüllt. Diese hätte namentlich ausführen müssen, 

mit welcher Tathandlung unvorsichtig gehandelt worden sei und, zur Begründung 

der Pflichtwidrigkeit, woraus sich ergebe, zu welcher Vorsicht der Beschwerde-

führer 1 nach den Umständen (nach welchen Umständen) konkret verpflichtet 

gewesen sei. Dazu fehlten die erforderlichen Angaben. Der Geschädigte 2 sei  

kokainkonsumbedingt aggressiv gewesen. Die Anklageschrift hätte sich dazu  

äussern müssen, welches die Pflichten des Beschwerdeführers 1 angesichts  

dieser konkreten Situation gewesen wären und welche Pflichten er verletzt habe. 

Dazu finde sich aber in der massgeblichen Anklage nichts (KG act. 1 S. 14 - 16 

Ziff. 60 - 68).  

15.3. Auch diese Rüge ist nicht nachvollziehbar. Die Anklageschrift schilder-

te, dass der Beschwerdeführer 1 es für möglich hielt, dass der Geschädigte 2 

aufgrund seines Vorgehens, insbesondere aufgrund seines Stossens, über die 

mehrere Meter in die Tiefe führende Mauer stürzt und sich verletzt. Ungeachtet 

dieser von ihm erkannten Gefahr - m.a.W. ohne auf diese erkannte Gefahr zu 

achten - habe er dennoch gegen den Geschädigten 2 gestossen (OG act. 69 S. 9 

dritter Absatz). Damit schilderte die Anklageschrift das, was der Beschwerde-

führer 1 in seiner Beschwerde verlangt, nämlich mit welcher Tathandlung er un-

vorsichtig gehandelt habe (mit seinem Stossen und mit seiner Nichtbeachtung der 

erkannten Gefahr) und zu welcher Vorsicht er nach den in der Anklage ebenfalls 

umschriebenen Umständen (mehrere Meter in die Tiefe führende Mauer, die auf 

der anderen Seite durch eine lediglich hüfthohe Mauer gesichert war) verpflichtet 

war, nämlich diese Gefahr zu beachten (und, implizit, deswegen eben nicht zu 

stossen). Auch diese Rüge geht fehl. 

15.4. Welche Bedeutung der vom Beschwerdeführer 1 behauptete aggressi-

ve Zustand des Geschädigten 2 dafür haben soll, ist nicht ersichtlich und wird 

vom Beschwerdeführer 1 auch nicht erläutert. 

16. Die Vorinstanz erwog, auch wenn der Zeuge B. (der Geschädigte 2) in 

das vorliegende Verfahren als Geschädigter involviert sei und eine Zivilforderung 

-   29   - 

geltend mache, sei nichts ersichtlich, was seine generelle Glaubwürdigkeit in  

Frage stellen würde (KG act. 2 S. 51). 

16.1. Der Beschwerdeführer 1 macht in seiner Beschwerde geltend, diese 

Würdigung sei aufgrund des aktenkundigen Kokain- und Alkoholkonsums des 

Geschädigten 2 willkürlich. In Anbetracht des bezüglich Tatzeitpunkt erstellten 

hohen Kokainkonsums und der Biermenge von 3 bis 4 Litern sei es wirklichkeits-

fremd, davon auszugehen, dass das Wahrnehmungsvermögen des Geschädigten 

2 im Tatzeitpunkt korrekt gewesen sei (KG act. 1 S. 16 Ziff. 70). 

16.2. Die Vorinstanz umschrieb, woraus sich die allgemeine Glaubwürdigkeit 

einer Person ergebe, nämlich aus ihrer prozessualen Stellung, aus ihrem wirt-

schaftlichen Interesse am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem auch aus den 

persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbeteiligten. 

Dabei erklärte die Vorinstanz, für die Beweiswürdigung massgebend sei nicht  

etwa in erster Linie die generelle Glaubwürdigkeit einer Person, wie sie sich aus 

ihrer prozessualen Stellung und aus anderen Umständen ergebe. Vielmehr  

komme vor allem der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beteiligten besondere 

Bedeutung zu. Die Aussagen seien folglich auf ihre Glaubhaftigkeit zu überprüfen, 

wobei der jeweilige Aussageinhalt zu analysieren und kritisch zu würdigen sei (KG 

act. 2 S. 19). 

16.3. Nach dieser vorinstanzlichen Umschreibung gehört der konkrete  

Zustand eines Beteiligten zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zur allgemeinen 

Glaubwürdigkeit dieser Person, sondern ist ggfs. bei der Prüfung der Glaubhaftig-

keit ihrer Aussagen zu berücksichtigen. Gehörte die konkrete Verfassung des  

Geschädigten 2 zum Tatzeitpunkt mithin nach der vorinstanzlichen Umschreibung 

nicht zu seiner allgemeinen Glaubwürdigkeit, geht die Rüge an der vorinstanz-

lichen Erwägung vorbei und damit fehl. 

17. Die Vorinstanz erwog im Zusammenhang mit dem unter ND 8 eingeklag-

ten Sachverhalt, das Aussageverhalten des Beschwerdeführers 1 sei sichtlich  

dadurch geprägt, sein Verhalten in einem für ihn günstigen Licht erscheinen zu 

lassen. Deshalb sei seinen Aussagen mit Skepsis zu begegnen. Für die Er-

-   30   - 

stellung des Sachverhalts könne nur zurückhaltend darauf abgestellt werden. So 

gebe der Beschwerdeführer 1 Handgreiflichkeiten zu, wolle diese aber gegen-

seitig verstanden wissen (KG act. 2 S. 54 Erw. 2.2). 

17.1. Der Beschwerdeführer 1 rügt auch diese Würdigung als willkürlich, weil 

sie die aktenkundige Tatsache ausblende, dass der Geschädigte 2 unter hohem 

Kokain- und Alkoholeinfluss gestanden sei. Vor diesem Hintergrund sei es nicht 

etwa dem Beschwerdeführer 1 anzulasten, sondern entspreche dem gutachterlich 

erstellten drogen- und alkoholkonsumbedingten Zustand des Geschädigten 2, 

dass die Handgreiflichkeiten gegenseitig gewesen seien. Die Aussage, dass der 

Geschädigte 2 lediglich zaghaft versucht habe, dem Gebaren des Beschwerde-

führers 1 Einhalt zu gebieten, widerspreche der medizinisch erstellten Realität 

(KG act. 1 S. 16 Ziff. 71 f.). 

17.2. Weshalb die vorinstanzliche Erwägung, der Beschwerdeführer 1 gebe 

Handgreiflichkeiten zu, wolle diese aber gegenseitig verstanden wissen, willkür-

lich sein soll, ist anbetrachts der Ausführungen in der Beschwerde nicht nachvoll-

ziehbar. In dieser macht der Beschwerdeführer 1 ja gerade selber geltend, die 

Handgreiflichkeiten seien gegenseitig gewesen. 

17.3. Die vorinstanzliche Erwägung, den Aussagen des Beschwerdeführers 

sei mit Skepsis zu begegnen; es könne nur zurückhaltend darauf abgestellt wer-

den, wird mit diesem Einwand des Beschwerdeführers 1 nicht als willkürlich nach-

gewiesen, zumal die Vorinstanz sie mit weiteren Umständen untermauerte (KG 

act. 2 S. 54), mit welchen sich der Beschwerdeführers 1 nicht auseinandersetzt. 

17.4. Die vom Beschwerdeführer 1 beanstandete Feststellung, der Ge-

schädigte 2 habe lediglich zaghaft versucht, seinem Gebaren Einhalt zu gebieten, 

machte die Vorinstanz im Verhältnis zum aggressiven Zugehen des Beschwerde-

führers 1 auf den Geschädigten. Dazu verwies die Vorinstanz auf die Bestätigung 

durch die Zeugin N., die damalige Freundin des Beschwerdeführers 1 (KG act. 2 

S. 54 Erw. 2.2 i.V. mit S. 58 Erw. 4.1.a). Damit setzt sich der Beschwerdeführer 1 

nicht auseinander. Mit der blossen Behauptung eines gutachterlich erstellten  

-   31   - 

drogen- und alkoholkonsumbedingten Zustandes des Geschädigten 2 kann er die 

darauf beruhende vorinstanzliche Würdigung nicht als willkürlich nachweisen. 

18. Weiter rügt der Beschwerdeführer 1, es sei willkürlich, ihm die Glaub-

würdigkeit abzusprechen, weil seine Aussagen denjenigen der Zeugin N. wider-

sprächen. Deren Aussagen widersprächen denjenigen des Geschädigten 2. Aus 

einem Vergleich seiner Aussagen mit den Aussagen einer Zeugin, die wiederum 

widersprüchlich zu Aussagen eines weiteren Zeugen seien, könne nichts gegen 

ihn abgeleitet werden, insbesondere, wenn die Vorinstanz beiden Zeugen (N. und 

dem Geschädigten 2) Glaubwürdigkeit attestiere (KG act. 1 S. 17 Ziff. 73). 

18.1. Die Vorinstanz bezeichnete die Aussagen des Beschwerdeführers 1 

nicht allein aufgrund der Aussagen der Zeugin N. als unglaubhaft. Die Vorinstanz 

erwog vielmehr, der Beschwerdeführer 1 habe bekräftigt, er, nicht der Geschädig-

te 2, sei mit dem Rücken gegen die Mauer gestanden. Es müsste somit - so  

bemerkte die Vorinstanz dazu - ein Positionswechsel stattgefunden haben, denn 

der Geschädigte 2 sei unbestrittenermassen zunächst auf der Mauer gesessen 

und danach dem Beschwerdeführer 1 (mit dem Rücken gegen die Mauer) ent-

gegengetreten. Diese Darstellung stehe seinen früheren Aussagen und denjeni-

gen des Geschädigten 2, aber auch der Zeugin N. entgegen. Sie seien völlig  

unglaubhaft und als nachträgliche Schutzbehauptungen zu qualifizieren (KG 

act. 2 S. 55). 

18.2. Mit diesen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer 1 nicht aus-

einander. Mit der Behauptung, die Aussagen der Zeugin N. widersprächen den 

Aussagen des Geschädigten 2, kann er diese Erwägungen nicht als willkürlich 

nachweisen. Die Rüge geht fehl. 

19. Die Vorinstanz würdigte die Zeugenaussagen des Geschädigten 2 nach 

einer Prüfung seiner Aussagen in der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juni  

(recte:) 2006 und in der Zeugeneinvernahme vom 13. November 2009 (KG act. 2 

S. 55 - 57 Erw. 3.1a und 3.1.b) als in sich stimmig und im Kerngehalt konstant, 

was umsomehr Gewicht erhalte, als sie in zeitlich weit auseinanderliegenden  

Befragungen deponiert worden seien. Das Gewicht des Konstanzmerkmals ver-

-   32   - 

stärke sich zudem, wenn man bedenke, dass das Tempo des Zeugen, in dem er 

nach rund eineinhalb Jahren die Erinnerung zum Angriff durch den Beschwerde-

führer 1 wiedergegeben habe, "recht zügig" erscheine. 

Die Aussagekonstanz beziehe sich sodann auch auf untergeordnete Teile, 

wie dass der Beschwerdeführer 1 im Stechschritt auf ihn zugekommen sei und 

dass die Brille durch die Ohrfeige kaputt gegangen sei. Auch spreche für den 

Zeugen, dass er - auch mit zeitlichem Abstand - nicht versuche, Aussagen über 

den Handlungsablauf des Zupackens des Beschwerdeführers 1 bzw. über die  

Position einzelner Köperteile zu machen. Es sei notorisch, dass bei eindrucks-

vollen, schnellen körperlichen Handlungsvollzügen die Bewegungsfeinheiten oder 

die Haltung von Händen, Armen etc. rascher vergessen würden bzw. erst gar 

nicht memorisiert werden könnten. Ein Glaubhaftigkeitsmerkmal sei sodann die 

vom Zeugen geschilderte Reaktion auf die Ohrfeige durch den Beschwerdeführer 

1. Er habe - quasi eingeklemmt zwischen Mauer und dem Beschwerdeführer 1 - 

instinktiv sein Gesicht gegen mögliche weitere Schläge geschützt (KG act. 2 

S. 57). 

19.1. Der Beschwerdeführer 1 rügt, die Vorinstanz mache "die besondere 

Glaubwürdigkeit" daran fest, dass sich ein konstantes Aussageverhalten auch auf 

untergeordnete Teile, namentlich das Kaputtgehen der Sonnenbrille am Boden, 

beziehe. Bereits an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung habe er darauf hin-

gewiesen, dass sich auf den bei den Akten liegenden Fotos keine Sonnenbrille 

am Boden finden lasse. Weiter habe der Geschädigte 2 keinen Schadenersatz für 

die angeblich in Brüche gegangene Sonnenbrille verlangt. Daraus folge, dass es 

unwahrscheinlich sei, dass die Sonnenbrille überhaupt in Brüche gegangen sei. 

Somit sei es willkürlich, die Frage der Sonnenbrille zur Untermauerung der 

Glaubwürdigkeit des Zeugen B. heranzuziehen (KG act. 1 S. 17 Ziff. 75). 

19.2. Die Vorinstanz machte keineswegs eine besondere Glaubwürdigkeit 

des Zeugen B. an der Schilderung des Kaputtgehens der Sonnenbrille fest. Die 

Vorinstanz erachtete die Aussagen dieses Zeugen wegen verschiedenen Fakto-

ren als glaubhaft. Das untergeordnete Detail der Sonnenbrille war nur einer von 

zahlreichen von der Vorinstanz geschilderten Punkten, und zwar ein unter-

-   33   - 

geordneter Punkt. Dabei untersuchte die Vorinstanz nicht, ob die Brille tatsächlich 

kaputt gegangen ist oder nicht, sondern erachtete die Konstanz - nicht den Wahr-

heitsgehalt - dieser Aussage auch in einem untergeordneten Detail als be-

merkenswert. Daran geht die Rüge vorbei und damit fehl. 

19.3. Der Beschwerdeführer 1 bezeichnet es als aktenwidrig und willkürlich, 

dass die Vorinstanz die vom Geschädigten 2 geschilderte Reaktion auf seine Ohr-

feige, nämlich, er habe instinktiv sein Gesicht gegen mögliche weitere Schläge 

geschützt, als ein Glaubhaftigkeitsmerkmal würdigte. Diese Aussage des  

Geschädigten 2 stehe im Widerspruch zur aktenkundigen gutachterlichen  

Stellungnahme zum hohen Kokain- und Alkoholkonsum und dem dadurch zu  

erwartenden aggressiven, enthemmten und erregten Verhalten (gemeint: des  

Geschädigten 2) (KG act. 1 S. 17 Ziff. 76). 

19.4. Einerseits läge selbst dann, wenn von einem hohen Kokain- und  

Alkoholkonsum des Geschädigten 2 auszugehen wäre, kein Widerspruch zur 

Schilderung des instinktiven Schützens des Gesichts gegen mögliche weitere 

Schläge vor. Die Rüge geht schon deshalb fehl. Andererseits unterlässt der  

Beschwerdeführer 1 einen Hinweis, welcher Aktenstelle genau die vorinstanzliche 

Erwägung widersprechen soll. Die Rüge ist auch ungenügend substantiiert. 

19.5. Der Beschwerdeführer 1 erklärt, aus den Akten ergebe sich, dass der  

Geschädigte 2 in einem wesentlichen Punkt falsche Aussagen mache. Aus OG 

act. ND 8/8/4 ergebe sich, dass er ein Gewicht von 74 kg habe. In OG act. ND 

8/5/2 habe er demgegenüber angegeben, dass er ein Gewicht von rund 65 kg 

aufweise. Er habe sein Gewicht deshalb "reduzieren" wollen, weil damit die  

Annahme plausibler sei, dass der Beschwerdeführer 1 ihn über die Mauer habe 

werfen wollen (KG act. 1 S. 17 Ziff. 77). 

Im Protokoll der ärztlichen Untersuchung durch das Institut für Rechtsmedi-

zin der Universität Zürich (IRM) am 31. Mai 2008 ist das Gewicht des Geschädig-

ten 2 mit 74 kg angegeben (OG act. ND 8/8.4). In der staatsanwaltschaftlichen 

Zeugeneinvernahme vom 13. November 2009 antwortete der Geschädigte 2 auf 

die Frage nach seinem Gewicht: 65 kg. Die Anschlussfrage, ob er zum Zeitpunkt 

-   34   - 

des Vorfalls ein wesentlich anderes Gewicht gehabt habe, verneinte er. Das sei 

schon lange etwa gleich (KG act. ND 8/5.2 S. 5). Eine Absicht, ein falsches  

Gewicht anzugeben, zeigt sich daraus nicht, noch weniger der vom Beschwerde-

führer 1 dazu behauptete Grund, sich leichter erscheinen zu lassen, weil damit die 

Annahme plausibler sei, dass der Beschwerdeführer 1 den Geschädigten 2 über 

die Mauer habe werfen wollen. Abgesehen davon ist die Differenz nicht so gross, 

dass ohne weitere Anhaltspunkte dafür von einer bewussten Falschangabe aus-

gegangen werden müsste, zumal nicht bekannt ist, ob beide Gewichtsangaben 

(IRM vom 31. Mai 2008, Geschädigter 2 am 13. November 2009) mit oder ohne 

Kleider gemeint waren. 

19.6. Der Beschwerdeführer 1 erläutert nicht, was er aus der Diskreditierung 

des Geschädigten 2 in Ziff. 78 der Beschwerde (KG act. 2 S. 18) in Bezug auf das 

angefochtene Urteil ableiten möchte. Es ist nicht weiter darauf einzugehen. 

19.7. Der Beschwerdeführer 1 bezeichnet es als unfair und willkürlich, dass 

die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 2 sinngemäss vorhalte, er habe sich durch 

seine Verteidigung beeinflussen lassen, die Möglichkeit der Beeinflussung des 

Zeugen B. durch dessen Rechtsvertreter aber nicht in Erwägung ziehe (KG act. 1 

S. 18 Ziff. 79). 

Der Beschwerdeführer 1 nennt keinen Anhaltspunkt, aus welchem sich er-

geben soll, dass der Geschädigte 2 von seinem Rechtsvertreter unzulässig be-

einflusst worden wäre und wie sich eine solche Beeinflussung auf das angefoch-

tene Urteil auswirkte. Auch darauf ist schon deshalb nicht weiter einzutreten.  

Abgesehen davon ist an der Stelle im angefochtenen Urteil, welche der Be-

schwerdeführer 1 dazu zitiert (KG act. 2 S. 44 unten), kein Vorhalt der Vorinstanz 

vorhanden, der Beschwerdeführer 2 habe sich durch seine Verteidigung be-

einflussen lassen. 

-   35   - 

19.8. Zusammenfassend wies der Beschwerdeführer bezüglich der vor-

instanzlichen Würdigung der Aussagen des Geschädigten 2 keine Willkür nach. 

Die entsprechende Rüge (KG act. 1 S. 18 Ziff. 81 f.) geht fehl. 

20. Der Geschädigte 2 erklärte gemäss der vorinstanzlichen Zusammen-

fassung seiner Aussagen (in der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juni [recte:] 

2008) u.a., er sei auf der Kirchenmauer gesessen und habe sich mit einer jungen 

Frau unterhalten, als der Beschwerdeführer 1 im Stechschritt auf ihn zugelaufen 

sei. Der Beschwerdeführer 1 habe noch etwas gerufen, dann habe der Geschä-

digte 2 sofort einen Schlag ins Gesicht kassiert. Er sei in eine Verteidigungsposi-

tion übergegangen und habe schützend seine Arme vor sein Gesicht gehalten. 

Der Beschwerdeführer 1 habe ihn alsdann gepackt, es sei alles blitzschnell  

gegangen, und schon sei er einige Meter tiefer auf dem Boden gelegen. Er, der 

Geschädigte 2, sei, als er den Beschwerdeführer 1 auf sich zuschreiten gesehen 

habe, aufgestanden und sei ihm einen Schritt entgegengegangen. Da habe er  

einen Schlag gegen sein Gesicht erhalten, sei nach hinten getorkelt und praktisch 

wieder dort gestanden, wo er vorher aufgestanden sei (KG act. 2 S. 55 f. 

Erw. 3.1.a). (In der Zeugeneinvernahme vom 13. November 2009): Er sei auf der 

Mauer mit diesem Mädchen gesessen, als der Beschwerdeführer 1 im Stech-

schritt auf ihn zugeschritten sei und ihm eine Ohrfeige verpasst habe. Darauf  

habe ihn der Beschwerdeführer 1 gepackt, und er sei schon im Garten gelegen. 

Es sei alles sehr schnell gegangen. Er sei etwa einen Meter vor der Mauer  

gestanden, als der Beschwerdeführer 1 ihn angegangen und gepackt habe. Auf 

Vorhalt seiner Aussage, er sei dem Beschwerdeführer 1 einen halben Meter ent-

gegen gegangen, antwortete der Geschädigte 2, ja, er sei vor der Mauer gestan-

den und da sei der Beschwerdeführer 1 eigentlich schon da gewesen. Dieser sei 

schnell auf ihn zugekommen, er sei aufgestanden und habe eine Ohrfeige erhal-

ten, dann habe der Beschwerdeführer 1 ihn auch schon gepackt. Es seien nicht 

zwei Ereignisse gewesen, es sei alles in einem Mal passiert (KG act. 2 S. 56). 

N. erklärte gemäss der vorinstanzlichen Zusammenfassung ihrer diesbezüg-

lichen Aussagen als Zeugin u.a., es sei alles ziemlich schnell gegangen. Der  

Beschwerdeführer 1 sei in ihre Richtung gekommen. Der Geschädigte 2 sei noch 

-   36   - 

am Sitzen gewesen, er sei gar nie aufgestanden. (Auf Vorhalt): Der Geschädigte 

2 sei nicht auf den Beschwerdeführer 1 zugegangen, er sei ja gesessen (KG 

act. 2 S. 58 f.). 

20.1. Der Beschwerdeführer 1 macht in seiner Beschwerde geltend, es gebe 

unlösbare Widersprüche zwischen den Aussagen der Zeugin N. und denjenigen 

des Geschädigten 2. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung und Sachverhalts-

darstellung erweise sich deshalb als willkürlich. Der Geschädigte 2 werde dahin-

gehend zitiert, dass er einen Meter vor der Mauer gestanden sei. Die Zeugin N. 

habe gesagt, der Geschädigte 2 sei immer auf der Mauer gesessen. Diese  

Darstellungen schlössen sich aus. Das gelte auch für eine weitere Schilderung: 

Der Geschädigte 2 werde dahingehend zitiert, es seien nicht zwei Ereignisse ge-

wesen, sondern alles in einem Mal passiert. N. habe demgegenüber angeführt, 

sie sei dazwischengegangen und habe den Beschwerdeführer 1 erfolgreich zur 

Seite schubsen können. Auch diese Schilderungen schlössen sich aus (KG act. 1 

S. 19 Ziff. 84). 

20.2. Tatsächlich widersprechen sich die von der Vorinstanz angeführten 

Aussagen des Geschädigten 2 und der Zeugin N. insoweit, als der Geschädigte 2 

gemäss seinen eigenen Aussagen aufgestanden war und dann vom Beschwerde-

führer 1 gestossen wurde, während N. erklärte, der Geschädigte 2 sei gar nie 

aufgestanden, sondern gesessen. Doch ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung 

nicht deswegen willkürlich. Die Vorinstanz erachtete die Darstellung des Geschä-

digten 2 als glaubhaft und stellte darauf ab (KG act. 2 S. 60 f. Erw. 6.1). Gemäss 

allen Aussagen spielte sich das Geschehen sehr schnell und turbulent ab. Die 

Vorinstanz hielt fest, dass N. zum eigentlichen strittigen Vorfall keine Aussagen 

habe machen können (KG act. 2 S. 58 Erw. 4.1.a). Für den gesamten Ablauf und 

die Folgen scheint es nicht wesentlich, ob der Geschädigte 2 nun immer geses-

sen, gar nie aufgestanden und im Sitzen vom Beschwerdeführer 1 gestossen 

worden ist, oder ob er aufgestanden, dem Beschwerdeführer 1 einen halben  

Meter entgegengegangen und dann von diesem gestossen worden ist. Es ist  

ohne weiteres möglich, dass sich N. bezüglich des Sitzenbleibens des Beschwer-

deführers täuschte oder falsch erinnerte, ohne dass die Diskrepanz als wesentlich 

-   37   - 

erscheint. Als wesentlich erscheinen die Schilderungen, dass der Beschwerdefüh-

rer 1 aggressiv auf den Geschädigten 2 losgegangen ist, diesem (als dieser sass 

oder stand) eine Ohrfeige oder einen Schlag ins Gesicht versetzt, ihn dann ge-

stossen bzw. geschubst bzw. gepackt hat und der Geschädigte 2 über die Mauer 

in die Tiefe gefallen ist. Insoweit wird die Schilderung des Geschädigten 2 durch 

die Aussagen von N. unterstützt und ist die vorinstanzliche Würdigung zumindest 

unter der auf Willkür beschränkten Prüfung nicht zu beanstanden. 

20.3. Dass der Geschädigte 2 erklärte, es seien nicht zwei Ereignisse gewe-

sen, es sei alles in einem Mal passiert (KG act. 2 S. 56 unten), und N. schilderte, 

sie sei dazwischen gegangen und habe den Beschwerdeführer 1 (erfolgreich) zur 

Seite schubsen können (KG act. 2 S. 58 Erw. 4.1.a), muss kein Widerspruch sein. 

Nach beiden Beschreibungen geschah alles sehr schnell und hektisch. Es ist  

ohne weiteres möglich, dass der Geschädigte 2 gar nicht bemerkte, dass N.  

dazwischen gegangen war und den Beschwerdeführer 1 erfolgreich zur Seite 

schubste, sondern der Ablauf für den Geschädigten 2 eine einheitliche Sache 

war, auch wenn die Schilderung von N. betreffend Dazwischengehen und  

Schubsen richtig ist. Jedenfalls ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung auch  

unter diesem Aspekt nicht willkürlich. 

21. Der Beschwerdeführer 1 wies auch bei der vorinstanzlichen Beweis-

würdigung zum unter ND 8 eingeklagten Sachverhalt keine Willkür nach. Die 

diesbezüglichen Rügen, so auch in Ziff. 85 und 86 der Beschwerde (KG act. 1 

S. 19), gehen fehl, soweit überhaupt darauf eingegangen werden kann. 

22. Der Beschwerdeführer 1 macht weiter geltend, die vorinstanzlichen  

Erwägungen, dass er, der Beschwerdeführer 1, "derart heftig" und "massiv" auf 

den Geschädigten 2 eingewirkt habe, seien nicht erstellt (KG act. 1 S. 19 Ziff. 87). 

22.1. Die Vorinstanz erwog nicht bloss, der Beschwerdeführer 1 habe "derart 

heftig" und "massiv" auf den Geschädigten 2 eingewirkt. Vielmehr erwog sie, der 

Beschwerdeführer 1 habe derart heftig und massiv auf den Geschädigten 2 ein-

gewirkt, dass dieser über eine Mauer gestürzt und nach einem Fall von 4.4 m ver-

letzt liegen geblieben sei (KG act. 2 S. 80). 

-   38   - 

22.2. Der Beschwerdeführer 1 wies bei der vorinstanzlichen Beweiswürdi-

gung zum unter ND 8 eingeklagten Sachverhalt keine Willkür nach (vorstehend 

Erw. 21). Bestandteil dieses Sachverhalts ist, dass der Beschwerdeführer 1 so 

(also "derart heftig" und "massiv") auf den Geschädigten 2 eingewirkt hat, dass 

dieser über die Mauer gestürzt ist. Die unsubstantiierte Rüge in Ziff. 87 der  

Beschwerde - ist diese überhaupt als Rüge zu verstehen - geht fehl. 

23. Der Beschwerdeführer 1 weist darauf hin, dass seinerseits während der 

Untersuchung eine Tatrekonstruktion verlangt und dies an der Hauptverhandlung 

wiederholt worden sei. Aber weder die Untersuchungsbehörde noch die Vor-

instanz seien dazu bereit gewesen. Sollte nicht ohnehin ein Freispruch erfolgen, 

wäre dies nach einer Rückweisung von der Vorinstanz bzw. dem Bezirksgericht 

H. nachzuholen (KG act. 1 S. 19 Ziff. 88). 

23.1. Zumindest an der Stelle, auf welche er in der Beschwerde verwies, 

beantragte der Beschwerdeführer 1 vor Vorinstanz nicht eine Tatrekonstruktion. 

Er verwies auf S. 18 oben seiner Plädoyernotizen vor Vorinstanz. Dort fügte er 

"auch noch" an, dass er zwar ohne Aufnahme ins Protokoll, aber doch formell die  

Anklägerin anlässlich der Einvernahme der Zeugin N. ersucht habe, eine Tat-

rekonstruktion vor Ort vorzunehmen. Es sei jedoch, ebenso formell, aber nicht im 

Protokoll vermerkt, beschieden worden, dass für einfache Körperverletzungen 

keine Tatrekonstruktionen gemacht würden. Diese bewusste Verfahrensnach-

lässigkeit habe sich die Anklägerin selber zuzuschreiben (OG act. 64 S. 18). 

23.2. Der Beschwerdeführer 1 beanstandete vor Vorinstanz mithin, dass die 

Staatsanwaltschaft entgegen seinem Antrag anlässlich der Zeugeneinvernahme 

von N. keine Tatrekonstruktion vorgenommen habe. Entgegen seiner Darstellung 

in der Beschwerde beantragte er aber nicht, dies sei im vorinstanzlichen Ver-

fahren nachzuholen. Sodann macht er keinen Nichtigkeitsgrund geltend und zeigt 

nicht auf, was für einen Nichtigkeitsgrund die Vorinstanz gesetzt haben soll. Es ist 

nicht weiter darauf einzugehen. 

24. Im Zusammenhang mit den vom Geschädigten 2 geltend gemachten  

Zivilansprüchen erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführer 1 habe eingewen-

-   39   - 

det, diese Zivilansprüche seien nicht ausgewiesen. Denn wer wie der Geschädig-

te 2 als Kranführer Kokain konsumiere, gefährde - so der Einwand des Beschwer-

deführers 1 vor Vorinstanz - sich und andere massiv. Das sei ein eklatanter Ver-

trauensbruch gegenüber dem Arbeitgeber. Der Geschädigte 2 habe - unter Hin-

weis auf die Unfallverhütungsverordnung - ohnehin nicht arbeiten dürfen und  

hätte fristlos entlassen werden können bzw. sogar müssen. Deshalb sei ihm auch 

kein rechtmässiger Lohn zugestanden. Damit könne auch kein Lohn entfallen und 

der Zivilanspruch sei so oder anders abzuweisen (KG act. 2 S. 109 Erw. 4.1). 

24.1. Zu diesen Einwendungen hielt die Vorinstanz fest, der Zustand des  

Geschädigten 2 am 31. Mai 2008 könne keine Auskunft über seine allgemeine 

gesundheitliche Verfassung geben. Ob der Alkohol- und Drogenkonsum des  

Geschädigten 2 an diesem Tag ein generelles Verbot der Tätigkeit als Kranführer 

bedeuten würde, sei mehr als fraglich. Zudem wäre für den Geschädigten 2 auch 

eine andere, weniger gefahrenreiche Tätigkeit denkbar, welche ein Erwerbs-

einkommen zu generieren vermöge (KG act. 2 S. 109 f. Erw. 4.2). Da die Vor-

instanz die Zivilforderungen des Geschädigten 2 ("auch") in quantitativer Hinsicht 

als ausgewiesen erachtete (KG act. 2 S. 110), verpflichtete sie den Beschwerde-

führer 1, dem Geschädigten 2 eine Genugtuung von Fr. 4'000.-- und Schaden-

ersatz von Fr. 5'308.-- zu bezahlen, erklärte den Beschwerdeführer 1 gegenüber 

dem Geschädigten 2 aus dem eingeklagten Ereignis vom 31. Mai 2008 dem 

Grundsatz nach vollumfänglich auch für weiteren Schaden ersatzpflichtig und 

verwies den Geschädigten 2 zur genauen Feststellung dieses weiteren Schaden-

ersatzanspruchs auf den Weg des Zivilprozesses (KG act. 2 S. 115 Dispositiv 

Ziff. 7). 

24.2. Der Beschwerdeführer 1 rügt dazu vorab, die Vorinstanz habe seinen 

rechtlichen Einwand zurückgewiesen, weil nicht erwiesen sei, dass aufgrund des 

Alkohol- und Drogenkonsums am 31. Mai 2008 die gesundheitliche Beeinträchti-

gung so gravierend sei, dass ein generelles Verbot als Kranführer die Folge wäre. 

Das sei aktenwidrig und willkürlich. Durch die Akten sei erstellt, dass der Geschä-

digte 2 einen hohen Kokainkonsum aufweise. Zudem habe er einen hohen  

Alkoholkonsum. Es sei gerichts- und allgemeinnotorisch, dass hoher Kokain-

-   40   - 

konsum zwingend mit einer Suchtabhängigkeit verbunden sei. Damit sei eine 

Suchtabhängigkeit erstellt bzw. erweise sich die gegenteilige Annahme als  

aktenwidrig und auf willkürlichen Schlüssen basierend. Sei die Suchtabhängigkeit 

erstellt, seien das Kranführ-Verbot und der zwingende Ausweisentzug ausgewie-

sen. Damit entfalle die Grundlage im Sachverhalt, um Lohnersatz und andere  

Ersatzforderungen infolge entgangener arbeitsrechtlicher Ansprüche geltend zu 

machen (KG act. 1 S. 20 Ziff. 90). 

24.3. Die Vorinstanz machte keine Feststellung zur Frage der Suchtabhän-

gigkeit des Geschädigten 2. Insoweit geht die Beschwerde am angefochtenen  

Urteil vorbei. Mit seinen spekulativen und appellatorischen Ausführungen und 

Verweisung auf Notorietät kann der Beschwerdeführer 1 die vorinstanzliche Fest-

stellung (die einzige diesbezügliche tatsächliche Feststellung der Vorinstanz), der 

Zustand des Geschädigten 2 am 31. Mai 2008 könne keine Auskunft über seine 

allgemeine gesundheitliche Verfassung geben, nicht als willkürlich nachweisen. 

Die Rüge geht fehl, soweit darauf eingetreten werden kann. 

24.4. Sodann rügt der Beschwerdeführer 1 zur vorinstanzlichen Erwägung, 

für den Geschädigten 2 wäre auch eine andere, weniger gefahrenreiche Tätigkeit 

denkbar, welche ein Erwerbseinkommen zu generieren vermöge, damit habe die 

Vorinstanz die Verhandlungs- und die Dispositionsmaxime verletzt. Der Geschä-

digte 2 habe nicht behauptet, dass er im Falle eines Berufsverbots als Kranführer 

bzw. eines entsprechenden Ausweisentzuges überhaupt eine Erwerbstätigkeit 

ausüben würde und welche dies wäre. Die Vorinstanz habe dem Geschädigten 2  

einen Schadenersatz für einen Lohnausfall zugesprochen, den er gar nicht  

geltend gemacht habe (KG act. 1 S. 20 Ziff. 92). 

24.5. Der Geschädigte 2 verlangte einen Schadenersatz von Fr. 5'308.--,  

nämlich Fr. 3'803.-- Lohneinbusse als Folge der erlittenen Verletzungen und 

Fr. 1'500.-- "Ferienguthaben" (OG act. 59 S. 5). Die Vorinstanz verpflichtete den 

Beschwerdeführer 1, dem Geschädigten 2 einen Schadenersatz von Fr. 5'308.-- 

zu bezahlen. Von einer Verletzung der Dispositionsmaxime kann schon deshalb 

keine Rede sein. Begründete die Vorinstanz den zugesprochenen Schadenersatz 

-   41   - 

(in einer Eventualbegründung) rechtlich anders als der Geschädigte 2, liegt darin 

keine Verletzung der Dispositionsmaxime. 

Abgesehen davon ist die adhäsionsweise Geltendmachung von Schaden-

ersatzansprüchen im Strafverfahren in den §§ 192 - 193a StPO ZH und nicht in 

der Zivilprozessordnung geregelt. Verhandlungs- und Dispositionsmaxime sind 

Prozessgrundsätze des Zivilprozessrechts und im Strafverfahren höchstens  

beschränkt anwendbar (Donatsch/Schmid, a.a.O., N 52 [und N 46] zu § 192, mit 

weiteren Hinweisen; Kass.-Nr. AC040077 vom 18.3.2005 Erw. II.3.c mit Hin-

weisen; ZR 90 [1991] Nr. 74 Erw. 3c). In der vorinstanzlichen zusätzlichen Er-

wägung, dass für den Geschädigten 2 auch eine andere, weniger gefahrenreiche 

Tätigkeit denkbar wäre, welche ein Erwerbseinkommen zu generieren vermöge, 

liegt jedenfalls keine Verletzung der Dispositions- oder der Verhandlungsmaxime, 

soweit diese im Strafprozess betreffend Adhäsionsklage überhaupt anwendbar 

sind. Auch diese Rüge geht fehl. 

25. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschwerdeführer 1 überdies, dem Ver-

treter des Geschädigten 2 für das ganze Verfahren eine Prozessentschädigung 

von Fr. 6'700.-- zu bezahlen (KG act. 2 S. 111 Erw. VII.3, S. 117 Dispositiv 

Ziff. 10). 

25.1. Der Beschwerdeführer rügt, dies verletze § 188 StPO ZH. Die  

Prozessentschädigung habe sich nach der Anwaltsgebührenverordnung zu  

richten. Ungebührlicher Aufwand sowie Aufwand, der nicht im Verhältnis zum 

Streitwert stehe, sei demnach herabzusetzen. Weder der Geschädigte 2 noch 

sein Rechtsvertreter hätten den Anspruch auf Prozessentschädigung je beziffert. 

Hingegen habe der Geschädigte 2 ein Leistungsverzeichnis eingereicht. Daraus 

ergebe sich, dass der Geschädigtenvertreter nur an drei Zeugeneinvernahmen 

teilgenommen habe. An der Hauptverhandlung habe er nicht teilgenommen. Aus 

OG act. 60/8 ergebe sich ein Aufwand von 24.15 Stunden. Ein Stundenansatz sei 

nicht aktenkundig. Es sei nicht plausibel, wenn ohne Plädoyer und ohne Teil-

nahme an der Hauptverhandlung ein Stundenaufwand von 24.15 Stunden geltend 

gemacht werde. Auch der von der Vorinstanz zugrundegelegte Stundenansatz 

von Fr. 250.-- sei zu hoch. Das Total von Fr. 6'700.-- (entsprechend 24.15  

-   42   - 

Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 183.-- zuzüglich Mehrwertsteuer) 

stehe im Widerspruch zu den konkreten Rechtsbegehren vor Vorinstanz (Genug-

tuung von Fr. 4'000.-- sowie Schadenersatz von Fr. 5'308.--). Die Prozess-

entschädigung von Fr. 6'700.-- sei zu hoch. 

Die Eingabe des Geschädigten 2 mit Beilagen (OG act. 59 und 60) sei dem 

Beschwerdeführer 1 nicht zugestellt worden. Er habe sich an der Hauptverhand-

lung nicht dazu äussern können. Dies verletze seinen Gehörsanspruch (KG act. 1 

S. 21 Ziff. 98). 

Schliesslich statuiere § 188 StPO ZH die Zusprechung der Prozessentschä-

digung an den Geschädigten. Die Vorinstanz habe die Prozessentschädigung 

demgegenüber dem Vertreter des Geschädigten 2 zugesprochen. Dies sei weder 

vom Geschädigten 2 noch von dessen Vertreter verlangt worden und habe keine 

gesetzliche Grundlage. Überdies habe der Geschädigtenvertreter gemäss OG 

act. 60/8 dem Geschädigten 2 sein Leistungsverzeichnis mit 2 Einzahlungs-

scheinen zukommen lassen, also bereits abgerechnet. Damit bestehe die nicht 

angängige Gefahr, dass er zwei Mal bezahlt werde (KG act. 1 S. 21 f. Ziff. 99). 

25.2. Der Geschädigte 2 weist in seiner Beschwerdeantwort darauf hin, der 

Vertreter des Beschwerdeführers 1 habe vor Gericht ausdrücklich bestätigt, dass 

ihm die Eingabe des Geschädigten 2 samt Beilagen (OG act. HD 59 und 60) zu-

gestellt worden seien (KG act. 12 S. 9 Ziff. 98 mit Verweisung auf OG Prot. S. 6). 

Der Beschwerdeführer 1 stellt dies in Abrede. Die Beilagen zur Eingabe des  

Geschädigten 2 (OG act. HD 60/1 - 8) seien ihm nicht zugestellt worden. Die vom 

Geschädigten 2 angeführte Passage auf Seite 6 des vorinstanzlichen Protokolls 

basiere auf einem Irrtum, was das Leistungsverzeichnis des Vertreters des  

Geschädigten 2 betreffe. Aus der protokollierten Frage sei kein Hinweis auf ein 

Leistungsverzeichnis des Vertreters des Geschädigten 2 ersichtlich. Die Frage 

des Vorsitzenden auf Seite 6 des Protokolls habe sich auf den Schadenersatz  

bezogen, nicht auf die Parteientschädigung (KG act. 15 S. 2). 

-   43   - 

a) Im vorinstanzlichen Protokoll ist die folgende Frage mit der folgenden 

Antwort protokolliert (OG Prot. S. 6): 

Rechtsanwalt (O. [Vertreter des Geschädigten 2]) hat mit 
Eingabe vom 25. Oktober 2010 (Urk. 59) und unter Bei-
lage verschiedener Belege für den Geschädigten (B.) 
(Urk. 60) - dies betrifft Anklageziffer IV und damit den  
Angeklagten (X.) - die Zivilforderungen geltend gemacht 
und begründet. Haben Sie Kopien jener Eingabe samt 
Beilagen erhalten? 

RA (P. [Vertreter des Beschwerdeführers 1]): Ich habe eine Kopie samt Beilagen 
erhalten. 

b) Die Ausfertigung des Protokolls bildet Beweis für die Richtigkeit der darin 

enthaltenen Verurkundungen (§ 154 Abs. 1 GVG). Im vorliegenden Beschwerde-

verfahren ist davon auszugehen, dass der Vertreter des Beschwerdeführers 1 vor 

Vorinstanz bestätigt hat, die Eingabe des Vertreters des Geschädigten 2 OG 

act. 59 samt Beilagen OG act. 60 erhalten zu haben. Die Behauptung eines dies-

bezüglichen Irrtums ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht beachtlich. 

c) Abgesehen davon nützte es dem Beschwerdeführer 1 auch nicht, wenn er 

das Leistungsverzeichnis des Vertreters des Geschädigten 2 OG act. 60/8  

entgegen dem Protokollvermerk nicht erhalten haben sollte. Gemäss dem vor-

stehend zitierten Protokolleintrag bestätigte der Vertreter des Beschwerdeführers 

1 zumindest klar - und ohne diesbezüglich einen Irrtum geltend zu machen - , 

dass er die Eingabe des Geschädigten 2 vom 25. Oktober OG act. 59 erhalten 

hat. In dieser Eingabe wird sowohl auf Seite 6 unter dem Titel "Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen" als auch auf Seite 8 im Beilagenverzeichnis auf das  

Leistungsverzeichnis als Beilage 8 verwiesen. Der Beschwerdeführer 1 hatte  

damit zweifelsfrei Gelegenheit zur Stellungnahme dazu, wenn er das gewollt  

hätte. Die Rüge der Verletzung des Gehörsanspruchs geht fehl. 

25.3. Der Geschädigte 2 beantragte, der Beschwerdeführer 1 sei zu ver-

pflichten, ihn für seine Umtriebe im Strafverfahren zu entschädigen (OG act. 59 

S. 2 und 6). Dazu reichte er das Leistungsverzeichnis seines anwaltlichen Ver-

treters ein (OG act. 59 S. 6). Mit diesem machte er einen Zeitaufwand für seine 

-   44   - 

anwaltliche Vertretung im gesamten Strafverfahren von 24 Stunden und 9 Minu-

ten sowie Barauslagen von Fr. 183.-- geltend (OG act. 60/8). Unter Verweisung 

auf diese Dokumente verpflichtete die Vorinstanz den Beschwerdeführer 1, dem 

Vertreter des Geschädigten 2 eine Prozessentschädigung von Fr. 6'700.-- (inkl. 

MwSt) zu bezahlen (KG act. 2 S. 111 Erw. VII.3). 

a) Nach der aAnwGebV betrug die Grundgebühr für die Führung eines 

Strafprozesses vor dem Obergericht als erster Instanz in der Regel Fr. 2'000.-- bis 

Fr. 28'000.-- (§ 10 Abs. 1 lit. c aAnwGebV). Mit einer besonderen Gebühr für den 

notwendigen Zeitaufwand von Fr. 150.-- - Fr. 350.-- in der Stunde war die anwalt-

liche Mitwirkung bei Verhören und Beweisabnahmen in der Strafuntersuchung 

abzugelten (§ 11 aAnwGebV). Die von der Vorinstanz zugesprochene Prozess-

entschädigung ist ohne weiteres mit diesen Vorschriften und dem vom Vertreter 

des Geschädigten 2 geltend gemachten Aufwand vereinbar. Der Beschwerde-

führer 1 legt nicht dar, dass er vor Vorinstanz den vom Geschädigten 2 geltend 

gemachten anwaltlichen Zeitaufwand kritisiert hätte. Darauf ist im Beschwerde-

verfahren nicht einzugehen. Abgesehen davon ist die Behauptung des zu hohen 

Zeitaufwandes insbesondere anbetrachts des detaillierten Leistungsverzeichnis-

ses (OG act. 60/8) zu unsubstantiiert. Auch aus diesem Grund ist nicht darauf ein-

zugehen. Die Rüge, die Prozessentschädigung von Fr. 6'700.-- sei zu hoch, geht 

fehl. 

b) Der im Kassationsverfahren geltend gemachte Mangel muss sich (über 

den Wortlaut von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO ZH hinaus) bei jedem Nichtigkeits-

grund zum Nachteil des Nichtigkeitsklägers ausgewirkt haben, damit er geltend 

gemacht werden kann (von Rechenberg, a.a.O., S. 23 f., Donatsch/Schmid, 

a.a.O., N 3 zu § 430). Es ist nicht ersichtlich, dass sich die Zusprechung der  

Prozessentschädigung an den Vertreter des Geschädigten 2 statt an diesen  

selber zum Nachteil des Beschwerdeführers 1 auswirkt. Ein solcher Nachteil wird 

von diesem denn auch nicht dargetan. Er muss nicht mehr bezahlen, wenn er die 

Prozessentschädigung an den Vertreter des Geschädigten 2 statt an diesen  

selber bezahlen muss, und er wird von der Pflicht zur Entschädigung des Ge-

schädigten 2 für dessen (anwaltliche) Aufwendungen im Beschwerdeverfahren 

-   45   - 

befreit, wenn er die einzig dem Vertreter des Geschädigten 2 zugesprochene 

Prozessentschädigung diesem leistet. Auf die Rüge, die Prozessentschädigung 

hätte statt seinem Vertreter dem Geschädigten 2 selber zugesprochen werden 

müssen, ist deshalb nicht einzutreten. 

26. Zusammenfassend wies der Beschwerdeführer 1 keinen Nichtigkeits-

grund nach. Seine Nichtigkeitsbeschwerde ist abzuweisen, soweit darauf ein-

getreten werden kann. 

27. Bei diesem Ausgang brauc