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**Case Identifier:** 1a8a1622-e63d-5471-ac1a-d99bdac21e6e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.08.2017 200 2016 516
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-516_2017-08-15.pdf

## Full Text

200 16 516 UV
LOU/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. August 2017

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Peter

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. Mai 2016 (E2312/15; 
04.90475.04.4)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war als Angestellte der C.________ AG bei der Suva (nachfol-
gend Suva bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert, als sie am 26. Fe-
bruar 2004 mit dem rechten Fuss umknickte (Antwortbeilage [AB] 1 f.). Die 
Diagnose lautete auf eine Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks 
(AB 3). 

Aufgrund eines persistierenden posttraumatischen Tarsaltunnelsyndroms 
rechts (AB 6) fand am 13. Januar 2005 eine operative Sanierung des rech-
ten oberen Sprunggelenks mit offener Tarsaltunnelspaltung, Neurolyse des 
Nervus tibialis, mikrochirurgischer Neurolyse des Ramus calcanearis und 
einer arthroskopischen Arthrolyse mit Narbenresektion und partieller Syno-
vektomie ventral statt (AB 8 f.).

Am 30. September 2005 wurden wegen eines Rezidiv-Entrapments eine 
offene Neurolyse des Nervus tibialis, eine Adhäsiolyse des Ramus Calca-
nearis und eine Neurektomie eines oberflächlichen calcanearen Hautastes 
durchgeführt (AB 18, 20). 

Infolge therapieresistenter Schmerzen im Bereich des fibulären Bandappa-
rates des rechten oberen Sprunggelenks sowie über den Peronealsehnen 
fanden am 14. März 2006 eine arthroskopische Gelenktoilette, eine Teno-
lyse der Peronealsehnen und eine Revision des Peronealsehnenfachs so-
wie eine Arthrotomie und Entfernung freier Gelenkkörper und eine Rekon-
struktion des fibulären Bandapparates mittels Panalok-Anker statt 
(AB 29 f.). 

Wegen erneuter Schmerzen im Bereich des Tarsaltunnels wurde am 5. Juli 
2007 eine erneute operative Revision mit Tarsaltunnelspaltung, Neurolyse 
des Nervus tibialis rechts und Venenwrapping desselben durchgeführt 
(AB 71). 

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Nach primär schmerzlosem Verlauf fanden am 6. November 2008 wegen 
progredienter brennender Schmerzen und intermittierenden Einschlafens 
des lateralen Fussrückens eine Neurolyse des Nervus cutaneus dorsalis 
intermedius rechts, eine Neuromexzision, eine Narbenkorrektur sowie eine 
Arthroskopie des oberen Sprunggelenks statt (AB 107). 

Wegen erneuter Zunahme der Schmerzen wurden am 18. März 2010 eine 
Neurolyse des Nervus intermedius cutaneus dorsalis, des Nervus peroneus 
suberficialis, eine Neurotomie sowie eine interossäre Nervenverlagerung 
(Os fibularis) rechts durchgeführt (AB 137).

Am 15. November 2010 erteilte die Invalidenversicherung der Versicherten 
Kostengutsprache für die von dieser gewünschte Umschulung zur ..., wobei 
explizit festgehalten wurde, dass ihr von den Ärzten für eine angepasste 
Tätigkeit ein Pensum von 100% zugemutet werde und dass eine allfällige 
Erwerbseinbusse aufgrund fehlender Kunden oder sonstiger mangelnder 
Verwertbarkeit der Ausbildung keinen Einfluss auf den Invaliditätsgrad ha-
ben werde. Ein allfälliges finanzielles Risiko habe sie selber zu tragen 
(AB 165).

Am 11. Februar 2014 wurde aufgrund des Verdachts auf ein ventrales Im-
pingement und Flüssigkeit im Bereich des rechten Sprunggelenkes auf 
Wunsch der Versicherten erneut eine operative Sanierung mittels Arthro-
skopie mit Meniscoid-Resektion, partieller Synovektomie, Tibiakantenre-
sektion sowie Talushalsplastik durchgeführt (AB 228).

Wegen einer chronischen Aussenbandinstabilität des rechten oberen 
Sprunggelenks fanden sodann am 30. April 2015 erneut eine OSG-
Arthroskopie mit Resektion einer diffusen Synovialitis sowie eine anatomi-
sche Aussenbandplastik rechts statt (AB 287, 289). 

Ihre von der Invalidenversicherung finanzierte Umschulung zur ... schloss 
die Versicherte per 30. Juni 2015 erfolgreich ab (AB 292).

Mit Schreiben vom 23. Juli 2015 stellte die Suva die Heilkostenleistungen 
ein (AB 294) und mit Verfügung vom 29. Juli 2015 verneinte sie einen An-
spruch der Versicherten auf eine Rente sowie auf eine Integritätsentschä-
digung (AB 295).

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Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 25. August 2015 hin-
sichtlich Verneinung eines Rentenanspruchs Einsprache (AB 299). Mit Ent-
scheid vom 3. Mai 2016 wies die Suva diese ab (AB 309). 

B.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte am 30. Mai 2016 
Beschwerde mit den sinngemässen Rechtsbegehren, der angefochtene 
Entscheid sei aufzuheben und es sei ihr für die Zeit ab dem 1. Juli 2015 
eine monatliche Rente von Fr. 1‘350.-- zuzusprechen. Unter Kostenfolge zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin oder des Staates.

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2016 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, die Beschwerde sei 
abzuweisen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 

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ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsgegenstand im kantonalen Beschwerdeverfahren bil-
det allein der Einspracheentscheid. Dieser tritt an die Stelle der vorgängig 
erlassenen Verfügung, und zwar auch dann, wenn er sie bloss bestätigt 
(BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; RKUV 1998 U 308 S. 454 E. 2a). Der Ein-
spracheentscheid ersetzt die angefochtene Verfügung nur im Umfang des 
durch die Einsprache bestimmten Streitgegenstandes und der effektiv neu 
beurteilten Rechtsverhältnisse. Soweit die Verfügung in der Einsprache 
unangefochten bleibt und nicht von Amtes wegen überprüft wird, tritt sie in 
Teilrechtskraft (BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; RKUV 1998 U 308 S. 454 
E. 2a). Dies gilt allerdings nur, wenn die angefochtene Verfügung zwei 
Rechtsverhältnisse geregelt hat (z.B. Invalidenrente und Integritätsent-
schädigung) und eines dieser Verhältnisse im Einspracheverfahren nicht 
angefochten worden ist (BGE 122 V 351 E. 4b S. 356; RKUV 1995 U 233 
S. 210 E. 1).

Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend der Einspracheentscheid der 
Suva vom 3. Mai 2016 (AB 309). Streitig und zu prüfen ist, ob die Be-
schwerdeführerin Anspruch auf eine Rente nach UVG hat. Nicht Gegen-
stand des angefochtenen Einspracheentscheides und damit vorliegend 
nicht zu prüfen ist die verfügungsweise Verneinung eines Anspruchs auf 
eine Integritätsentschädigung. Diese ist bereits in der Einsprache unange-
fochten geblieben. Die Verfügung der Suva vom 29. Juli 2015 (AB 295) ist 
bezüglich Integritätsentschädigung entsprechend in Teilrechtskraft erwach-
sen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]).

Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 7

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.3 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des UVG und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG).

2.4 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10% 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). 
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 8

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be-
einträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise 
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein 
gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeits-
kräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar 
sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vor-
aussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er umfasst 
auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, 
bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten 
des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfremden Ein-
satzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, 
die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gege-
benheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Ar-
beitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 9

gemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 459; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). 
Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide 
Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten 
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag 
oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). Daraus 
folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob 
eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermit-
telt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeits-
kraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze 
dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 IV Nr. 2 
S. 6 E. 4.4).

2.7 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe-
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der Dokumen-
tation von Arbeitsplätzen (DAP) der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt (Suva) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 
2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). Da den Tabellenlöhnen generell eine Ar-
beitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Umrechnung auf 
eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit erforderlich (BGE 
126 V 75 E. 3b bb S. 76).

2.8 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Nicht massgebend ist, was sie bestenfalls verdienen könnte 
(BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53).

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3.

3.1 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 26. Februar 
2004 einen Unfall erlitten und sich in der Folge zahlreichen Operationen 
unterzogen hat. Ebenfalls unbestritten und erstellt ist das unfallbedingte 
Zumutbarkeitsprofil, wonach der Beschwerdeführerin leichte bis mittel-
schwere vorzugsweise wechselnd belastende Tätigkeiten ohne aussch-
liessliche Steh- oder Gehphasen mit einer ganztägigen Arbeitsplatzpräsenz 
zumutbar sind. Das Tragen von Gewichten ist bis 15 kg zumutbar. Kurz-
streckig können auch Gewichte bis 25 kg getragen werden. Nicht zumutbar 
sind Tätigkeiten in Zwangshaltungen für das rechte obere Sprunggelenk in 
kauernder Position und nicht zumutbar sind Tätigkeiten mit Einwirkungen 
von starken Vibrationen oder Sprungbelastungen auf das rechte obere 
Sprunggelenk (AB 277 S. 9; siehe auch AB 298 und 303). 

3.2 Die Beschwerdeführerin ist gelernte ... und arbeitete ab Oktober 
2003 zunächst temporär und dann in Festanstellung als angelernte ... bei 
der C.________ AG bei einem von dieser echtzeitlich gemeldeten Ver-
dienst von Fr. 49‘560.-- im Jahr 2004 (AB 2) und Fr. 66‘012.-- in den Jahren 
2007 und 2008 (AB 62, 84; siehe auch AB 1, 2, 13, 62, 80, 84, 96, 102 und 
114). Im Februar 2015 meldete Die C.________ AG, dass die Beschwerde-
führerin, wenn sie noch für sie arbeiten würde und keinen Unfall erlitten 
hätte, im Jahr 2015 mutmasslich Fr. 78‘894.-- verdient hätte (AB 271). Dar-
auf hat die Beschwerdegegnerin als hypothetisches Valideneinkommen 
abgestellt. Unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin ihre an-
gestammte Stelle bei der C.________ AG mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit auch ohne Unfall verloren hätte, da diese beschlossen hatte, die 
betreffenden Tätigkeiten (...) in andere Gesellschaften zu transferieren 
(siehe Ankündigung der Organisationsveränderung vom 19. November 
2009; AB 130), erscheint dies sehr wohlwollend, zumal die Beschwerdefüh-
rerin auch unter Berücksichtigung der statistischen Lohnentwicklung (bei 
einer Indexierung des zuletzt echtzeitlich gemeldeten Einkommens von 
Fr. 66‘012.-- im Jahr 2008 auf das Jahr 2015 resultierte ein solches von 
Fr. 71‘548.-- [Fr. 66‘012.-- / 105.3 x 108.8 / 100 x 104.9; siehe Bundesamt 
für Statistik, Lohnentwicklung, Nominallohnindex, Frauen, Tabelle T1.2.05, 
lit. D „Verarbeitendes Gewerbe; Industrie“ für die Zeit bis 2010 sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 11

T1.2.10, lit. C „Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren“ für die Zeit 
von 2010 bis 2015]) nie ein Einkommen in solcher Höhe erzielt hatte (vgl. 
den IK-Auszug in AB 96). Ob die Beschwerdegegnerin bei dieser Aus-
gangslage zu Recht auf den von der C.________ AG für das Jahr 2015 
gemeldeten hypothetischen Lohn von Fr. 78‘894.-- als Valideneinkommen 
abgestellt hat, kann vorliegend letztlich offen bleiben, da selbst unter An-
nahme eines so hohen hypothetischen Valideneinkommens kein rentenbe-
gründender Invaliditätsgrad resultiert, wie nachfolgend zu zeigen sein wird. 

3.3

3.3.1 Vom 8. Januar 2011 bis 30. Juni 2015 absolvierte die Beschwer-
deführerin auf Kosten der Invalidenversicherung eine von ihr gewünschte 
Umschulung zur ... mit dem Ziel, als selbständig Erwerbende eine eigene ... 
zu führen, wobei bereits im Rahmen der Kostengutsprache festgehalten 
worden war, dass eine allfällige Erwerbseinbusse aufgrund fehlender Kun-
den oder sonstiger mangelnder Verwertbarkeit der Ausbildung keinen Ein-
fluss auf den Invaliditätsgrad haben werde. Ein allfälliges finanzielles Risiko 
habe die Beschwerdeführerin selber zu tragen (AB 119 S. 4, 135, 139 f., 
165, 186, 236, 260, 278, 281, 292 S. 2). Nach Abschluss ihrer Umschulung 
hat sich die Beschwerdeführerin ihrem langjährigen Wunsch entsprechend 
selbständig gemacht und eine eigene ... eröffnet (vgl. AB 292, 296, 299 und 
Beschwerde S. 3).

3.3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades hat die Beschwerdegeg-
nerin hinsichtlich des Invalideneinkommens darauf abgestellt, was die Be-
schwerdeführerin in einer angepassten unselbständigen Erwerbstätigkeit 
verdienen könnte und hierfür die Tabellenlöhne gemäss LSE herangezo-
gen. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal zuverlässige Zahlen zum zu er-
wartenden Verdienst als selbständigerwerbende ... fehlen und nicht ersicht-
lich ist, weshalb es der Beschwerdeführerin unmöglich oder unzumutbar 
sein sollte, anstelle ihrer neu aufgenommenen selbständigen Erwerbstätig-
keit einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Medizinische 
Gründe liegen keine vor (vgl. E. 3.1 hiervor) und auch das Alter der Be-
schwerdeführerin von im massgebenden Zeitpunkt 52 Jahren (vgl. Be-
schwerde S. 3) steht der Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit 
in Bezug auf den hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (siehe E. 2.6 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 12

hiervor) nicht entgegen (siehe auch Art. 28 Abs. 4 UVV). Aufgrund der ei-
ner versicherten Person obliegenden Schadenminderungspflicht (BGE 140 
V 267 E. 5.2.1 S. 274, 113 V 22 E. 4a S. 28) ist die Aufnahme einer un-
selbstständigen (Haupt-)Erwerbstätigkeit zumutbar, wenn davon eine bes-
sere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und 
der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände 
(Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche 
Lebensumstände) als zumutbar erscheint (vgl. Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 7. Juni 
2006, I 38/06, E. 3.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Novem-
ber 2015, 8C_413/2015, E. 3.3.1). Dies ist vorliegend ohne weiteres der 
Fall, da es nicht um die Aufgabe einer langjährigen selbständigen Erwerbs-
tätigkeit, sondern um die Aufgabe einer auf den Zeitpunkt des Fallab-
schlusses geplanten selbständigen Erwerbstätigkeit geht und die Be-
schwerdeführerin ihre Ausbildung und Erfahrung in einer unselbständigen 
Erwerbstätigkeit in erwerblicher Hinsicht offensichtlich besser verwerten 
könnte. Die Beschwerdegegnerin hat für die Bestimmung des Invaliditäts-
grades somit zu Recht darauf abgestellt, was die Beschwerdeführerin mit 
ihrer Ausbildung und Erfahrung in einer ihr zumutbaren angepassten un-
selbständigen Erwerbstätigkeit verdienen könnte und gestützt auf die LSE 
diesbezüglich ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 80‘422.-- 
ermittelt. Dass die Beschwerdeführerin auf dem hypothetisch ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt als Unselbständigerwerbende ein Einkommen in dieser 
Höhe erzielen könnte, ist gestützt auf die korrekte Berechnung der Be-
schwerdegegnerin anhand der LSE erstellt und wird von der Beschwerde-
führerin denn auch nicht bestritten. Da das hypothetische Invalidenein-
kommen nach dem Dargelegten höher liegt, als das hypothetische Vali-
deneinkommen, beträgt der Invaliditätsgrad 0% und es besteht kein Ren-
tenanspruch. Weiterungen zum zu erwartenden Verdienst der Beschwerde-
führerin als selbständigerwerbende ... bzw. zu deren Vorbringen bezüglich 
des von ihr als selbständiger ... verrechenbaren Stundenansatzes (vgl. Be-
schwerde S. 3) erübrigen sich damit. Der angefochtene Einspracheent-
scheid der Beschwerdegegnerin vom 3. Mai 2016 (AB 309) ist nach dem 
Dargelegten nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
als unbegründet abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 13

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für die unter-
liegende Beschwerdeführerin noch für die obsiegende Beschwerdegegne-
rin ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, UV/16/516, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.