# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b92ab623-73a5-5c26-a664-bf521180fa61
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.10.2008 C-1928/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1928-2008_2008-10-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1928/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Jürg Tiefenthal.

T._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
N._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1928/2008

Sachverhalt:

A.
Die  aus  Sri  Lanka  stammende  N._______  (geboren  1982,  nachfol-
gend: Gesuchstellerin) ersuchte am 12. November 2007 unter Vorlage 
diverser  Dokumente  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo 
um eine Einreisebewilligung für  einen zweimonatigen Aufenthalt,  um 
ihre  im  Kanton  Bern  wohnhafte  Cousine  und  deren  Ehemann 
T._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) zu besuchen. Nach form-
loser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch 
an die Vorinstanz zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.

B.
Nachdem die Vorinstanz beim Migrationsamt des Kantons Bern ergän-
zende Einkünfte eingeholt hatte, lehnte sie das Einreisebegehren mit 
Verfügung vom 4. März 2008 ab. Zur Begründung wurde im Wesentli-
chen ausgeführt, infolge der wirtschaftlichen und soziokulturellen Um-
stände in der Herkunftsregion, aber auch unter Berücksichtigung der 
persönlichen  Verhältnisse  könne  die  anstandslose  und  fristgerechte 
Wiederausreise nicht als gesichert betrachtet werden. 

C.
Mit Beschwerde vom 19. März 2008 beantragt der Beschwerdeführer 
sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Er-
teilung eines Besuchervisums an die Gesuchstellerin. Als Begründung 
bringt  er  insbesondere vor,  die Gesuchstellerin  sei  in  ihrem Heimat-
land  als  Lehrerin  tätig  und  werde  nach  ihrem Ferienaufenthalt  frist-
gerecht wieder ausreisen. Weiter verweist er auch auf ein Schreiben 
des Arbeitgebers (Institute of  Technical  Education),  aus dem hervor-
geht, dass der Gesuchstellerin bis Ende Januar 2008 Urlaub gewährt 
würde.

D.
Mit Eingabe vom 29. April  2008 bekräftigt  der Beschwerdeführer, die 
Gesuchstellerin  würde nach erfolgtem Aufenthalt  in  der  Schweiz an-
standslos  in  ihr  Heimatland zurückkehren. Ihre  Ferien  habe die  Ge-
suchstellerin  entsprechend verschieben können, womit  ein fortbeste-
hendes Rechtsschutzinteresse gegeben sei.

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E.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 27. Mai  2008 beantragt  die  Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde und führt unter anderem aus, die Ge-
suchstellerin  vermöge nicht  genügend Gewähr  für  eine  fristgerechte 
und anstandslose Wiederausreise nach Ablauf des Besuchsaufenthal-
tes in der Schweiz zu bieten, da es sich bei ihr um eine ledige Person 
ohne zwingende, verbindliche familiären Verpflichtungen in Sri  Lanka 
handle. 

F.
Der Beschwerdeführer hält in seiner fristgerecht eingereichten Replik 
vom 30. Juni 2008 an seinem Antrag auf  Erteilung eines Visums für 
die Gesuchstellerin und dessen Begründung fest. Zusätzlich reicht er 
ein  aktuelles  Schreiben  des  Arbeitgebers  der  Gesuchstellerin  ein, 
worin  deren  Anstellungsverhältnis  als  Lehrerin  und  deren  erwartete 
Rückkehr nach geplantem Auslandaufenthalt bestätigt werden.

G.
Am  22. Juli  2008  zog  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Akten  des 
Migrationsdienstes des Kantons Bern bei. 

H.
Auf den übrigen Akteninhalt wird, sofern rechtserheblich, in den Erwä-
gungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht, unter 
Vorbehalt  der  in  Art. 32  VGG genannten  Ausnahmen,  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Da-
runter  fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der 
Einreisebewilligung,  welche vom Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt  werden  (Art. 83  Bst. c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

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1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts  an-
deres bestimmt.

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- 
und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 48 ff. 
VwVG). 

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie,  wenn  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat,  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
–  unter  Vorbehalt  von  Ziffer  2.2  und  2.3  unten  –  grundsätzlich  die 
Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 
des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publ.  Urteils  2A.451/2002  vom 
28. März 2003).

2.2 Am 1. Januar  2008  traten  das  neue  Bundesgesetz  vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  sowie  die  dazugehörigen  Ausführungsverordnungen  in  Kraft 
(u.a.  die  Verordnung  vom 24. Oktober  2007  über  das  Einreise-  und 
Visumverfahren  [VEV,  SR  142.204]).  Gemäss  Art. 126  Abs. 1  AuG 
bleibt jedoch auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AuG einge-
reicht worden sind, das bisherige (materielle) Recht anwendbar. 

2.3 Da das der vorliegenden Beschwerde zugrunde liegende Gesuch 
um Einreise am 12. November 2007 eingereicht wurde, erfolgt die Be-
urteilung  noch  nach  altem  Recht.  Einschlägig  sind  demnach  das 
Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung 
der Ausländer (ANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis 
vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) sowie die gestützt darauf erlassenen 
Durchführungsvorschriften, insbesondere die Verordnung vom 14. Ja-
nuar 1998 über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und 
Ausländern (VEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis 
vgl. Art. 39 VEV); dies entgegen dem Verweis der Vorinstanz auf die 

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neuen  ausländerrechtlichen  Grundlagen  in  ihrer  Verfügung  vom 
4. März 2008. 

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde,  d.h.  dem  BFM,  in  pflichtgemässer  Ausübung 
ihres  Ermessens  zu  fällen  (Art. 4  und  Art. 16  Abs. 1  ANAG,  Art. 9 
Abs. 1 und Art. 18 VEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: 
Peter  Uebersax/Peter  Münch/  Thomas  Geiser/Martin  Arnold  (Hrsg.), 
Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, 
Privatrecht,  Steuerrecht  und  Sozialrecht  der  Schweiz, 
Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ,  Rechtsschutz  im 
Ausländer-  und  Asylrecht,  Basel  und  Frankfurt  a.M. 1990,  S. 29  mit 
weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de 
la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer  Regelung  von  diesem  Erfordernis  ausgenommen  sind  (vgl. 
Art. 1–5 VEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und 
Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen er-
füllen.  Sie  haben  unter  anderem  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

3.3 Die Gesuchstellerin kann sich auf keine Ausnahmeregelung beru-
fen; sie benötigt aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit zur Einreise in die 
Schweiz nebst  dem Pass ein  Visum. Die  Vorinstanz  verweigerte  die 
Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die anstandslose 
und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesi-
chert.

4.
4.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt  werden.  Dazu  lassen  sich  in  der 
Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen 
treffen.  Dabei  rechtfertigt  es  sich  durchaus,  Einreisegesuchen  von 
Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  oder  Regionen  mit  politisch 
respektive  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhältnissen 
zum vornherein  mit  Zurückhaltung  zu  begegnen,  da  die  persönliche 

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Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck 
einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

4.2 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4% gewachsen. Das 
Pro-Kopf-Einkommen betrug 1350 US-Dollar (USD), das Bruttoinland-
produkt  (BIP)  27  Mrd.  USD. Für  2008  wird  erneut  ein  hohes  Wirt-
schaftswachstum von über  6% erwartet. Ein Problem für  die weitere 
wirtschaftliche Entwicklung ist  zunehmend die Inflation,  die 2007 mit 
einer Jahresrate von deutlich über 15% nicht unter Kontrolle gebracht 
werden konnte. Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist aller-
dings grosse regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist 
die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirt-
schaftsleistung erbringt. Demgegenüber bleiben breite  Bevölkerungs-
schichten vor allem im Norden und Osten des Landes von vergleichs-
weise  schwierigen  ökonomischen  und  sozialen  Lebensbedingungen 
betroffen. 

Darüber hinaus hat sich die Sicherheitslage im ganzen Land seit An-
fang 2006 wieder dramatisch verschlechtert, nachdem erneut Kämpfe 
zwischen  dem  Militär  und  der  "Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam" 
(LTTE) ausgebrochen sind. Davon besonders betroffen sind der Osten 
und Norden Sri Lankas, Anschläge kommen jedoch auch in der Haupt-
stadt Colombo vor. Zudem hat die Regierung am 3. Januar 2008 das 
Waffenstillstandsabkommen mit der LTTE offiziell per 16. Januar 2008 
gekündigt; seither haben die Gefechte im Norden des Landes zuge-
nommen und das politische Klima ist sehr gespannt (Quellen: Länder- 
und  Reiseinformationen  auf  der  Webseite  des  Auswärtigen  Amtes, 
<http://www.auswaertiges-amt.de>,  Stand:  Juni  2008,  besucht  am 
15. Oktober  2008;  Reisehinweise  auf  der  Webseite  des  Eidgenössi-
schen  Departements  für  Auswärtige  Angelegenheiten  [EDA], 
<http://www.eda.admin.ch>,  Stand:  25. Juli   2008,  besucht  am 
15. Oktober  2008;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 E. 7.2–7.5).

4.3 Die Tendenz zur Auswanderung zeigt sich erfahrungsgemäss be-
sonders stark bei  jüngeren und ungebundenen Personen, aber auch 
sozial eingebundene Menschen reiferen Alters fassen oft diesen Weg 
ins  Auge.  Ein  bestehendes  soziales  Beziehungsnetz  (Freunde  oder 
Verwandte) im Ausland ist ein wichtiges Element, das den Auswande-
rungswillen noch akzentuieren kann. Es gilt  nach Möglichkeit  zu ver-
hindern, dass Gesuchsteller ihre Anwesenheit in der Schweiz, entge-

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gen der  ursprünglichen Absichtserklärung,  dazu nutzen,  ein  Asylge-
such einzureichen oder  die Pflicht  zur fristgerechten Wiederausreise 
auf andere Weise zu umgehen. Die schwierige Lage des Landes spie-
gelt sich im Übrigen in der schweizerischen Asylstatistik wider, in der 
Sri  Lanka  im  Jahre  2007  mit  5.9%  die  fünftgrösste  Gruppe  von 
Asylsuchenden stellte. Im Vergleich zum Jahr 2006 stieg die Anzahl 
der  Gesuche  wegen  der  sich  verschlechternden  Sicherheitslage  um 
fast  90%  (Quelle:  Bundesamt  für  Migration  BFM,  Migrationsbericht 
2007,  S. 20  und  61);  dieser  Trend  hat  sich  auch  im  Verlauf  dieses 
Jahres  fortgesetzt  (vgl.  Bundesamt  für  Migration  BFM,  Asylstatistik 
3. Quartal 2008, S. 2 f. und 7). 

5.
5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller 
bzw. einer Gesuchstellerin im Heimat- oder ständigen Aufenthaltsstaat 
beispielsweise  eine  besondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder 
familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose 
für  eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt  muss 
bei  Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die keine der erwähnten 
Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhal-
ten könnten,  aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines 
fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens nach bewillig-
ter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt hoch eingeschätzt werden.

5.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine ledige, 25-jährige 
Frau, die in Jaffna, dem Hauptort der nördlichsten Provinz Sri Lankas, 
geboren  wurde.  Gemäss  Angaben  des  Beschwerdeführers  hat  sie 
ihren  Wohnsitz  in  Jeyanthinagar,  einer  Gemeinde  in  der  nördlichen 
Provinz  Kilinochchi.  Im  Zeitpunkt  des  persönlichen  Einreisegesuchs 
nannte die Gesuchstellerin zwar Colombo als ihren ständigen Wohnort 
und  bezeichnete  das  "Institute  of  Technical  Education",  welches  im 
nördlich  gelegenen  Kilinochchi  domiziliert  ist,  als  ihren  Arbeitgeber. 
Die  Provinzbehörde  (Kilinochchi)  bestätigt  die  Anwesenheit  der  Ge-
suchstellerin von ihrer Geburt an bis heute. Der Lebensmittelpunkt der 
Gesuchstellerin  liegt  folglich  seit  je  her  im  Norden  Sri  Lankas,  der 
gegenwärtig  von einer besonders prekären Sicherheitslage betroffen 
ist. Den vorliegenden Akten können keine familiären Verpflichtungen 
entnommen werden,  welche die ledige Gesuchstellerin in ihrem Hei-
matland  wahrzunehmen  hätte.  Selbst  wenn  dem  so  wäre,  bilden 

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solche  Verhältnisse  (zurückbleibende  Familienangehörige)  für  sich 
allein aber noch keine Garantie für eine fristgerechte Wiederausreise 
nach einem Besuchsaufenthalt. Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass es 
in aller Regel die individuell herrschenden, wirtschaftlich-sozialen und 
sicherheitspolitischen Verhältnisse sind, die letztlich über Verbleib oder 
Wegzug entscheiden. Unter Umständen wird dabei je nach Interessen-
lage  sogar  eine  vorübergehende  Trennung  der  Familie  in  Kauf 
genommen. 

5.3 Über die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sich die Gesuch-
stellerin befindet, ist nur wenig bekannt. Ein Bankkontoauszug in den 
Akten der Vorinstanz bestätigt der Gesuchstellerin ein Vermögen von 
über  1 Mio.  Rupien  (entspricht  umgerechnet  ca.  10'000.-  USD).  Es 
handelt  sich  dabei  um  eine  reine  Saldobestätigung  (Auszug  vom 
15. Oktober 2007) und stellt somit lediglich eine Momentaufnahme dar, 
die  keine  Auskunft  über  die  Kontobewegungen  eines  längeren  Zeit-
raumes gibt und die auf die Höhe eines regelmässigen Einkommens 
schliessen liesse. Im Weiteren bestätigt der Arbeitgeber zwar die An-
stellung der  Gesuchstellerin  als  Lehrerin; es  ist  aber  nicht  bekannt, 
welchen  Beschäftigungsgrad  die  Gesuchstellerin  innehat.  Insgesamt 
kann aufgrund der vorliegenden Akten kein klares Bild ihrer wirtschaft-
lichen  Verhältnisse  gewonnen  werden.  Vor  diesem  Hintergrund  er-
scheint fraglich, ob die Gesuchstellerin über eine massgebliche berufli-
che Verankerung bzw. eine gesicherte wirtschaftliche Existenz in ihrem 
Heimatland verfügt. Angesichts dieser Sachlage sind die Zweifel  der 
Vorinstanz an einer fristgerechten Rückkehr berechtigt. Im Übrigen hat 
die Schweizerische Vertretung in Sri Lanka, welche mit den Verhältnis-
sen  vor  Ort  gut  vertraut  ist  und  sich  aufgrund  einer  persönlichen 
Begegnung ein Bild  von den Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern 
machen kann, eine Erteilung des Visums in eigener Kompetenz abge-
lehnt.

5.4 Die Einschätzung des Risikos einer nicht gesicherten Wiederaus-
reise wird auch nicht damit in Frage gestellt, dass die Beschwerdefüh-
rer  für  die  anstandslose  und  fristgerechte  Rückkehr  ins  Heimatland 
garantieren  beziehungsweise  finanzielle  Sicherheiten  stellen  wollen 
(vgl.  Unterhaltsgarantie  und  Bankkontoauszug  des  Beschwerdefüh-
rers). Die Integrität  des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft  als 
Gastgeber wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen 
sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise  nicht  so  sehr  die  Einstellung und Absichten eines  Gastge-

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bers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst 
von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für 
eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  zu  bieten.  Ein 
Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, 
nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für 
ein bestimmtes Verhalten  des Gastes (vgl. Urteil  des Bundesverwal-
tungsgerichts C-2341/2006 vom 7. August 2007 E. 6).

5.5 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, sämtliche bis-
herigen Gäste aus Sri Lanka seien stets fristgerecht in ihr Heimatland 
zurückgekehrt, gilt es darauf hinzuweisen, dass sich mangels näherer 
Angaben  einerseits  nicht  eruieren  lässt,  unter  welchen  Umständen 
diesen  Personen  (Eltern  und  Bruder  des  Beschwerdeführers)  in  der 
Vergangenheit  ein  Einreisevisum  erteilt  wurde.  Andererseits  weist 
jeder Einzelfall – wie vorliegend belegt – eine ihm eigene und spezifi-
sche Konstellation auf,  so dass er  nicht  ohne Weiteres mit  anderen, 
angeblich gleich gelagerten Fällen verglichen werden kann.

5.6 Vor dem aufgezeigten allgemeinen und persönlichen Hintergrund 
ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz darauf schloss, es sei 
nicht  genügende  Gewähr  für  die  fristgerechte  Wiederausreise  nach 
einem Besuchsaufenthalt gegeben (Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 
Bst. c  VEA).  Diese  Einschätzung  ist  nicht  schon  damit  in  Frage  zu 
stellen, dass die Einreise erklärtermassen einem bestimmten Zweck, 
nämlich dem Besuch von Verwandten (Familienfest),  dienen soll. Die 
Gesuchstellerin kann denn auch keinen wichtigen, zwingenden Grund 
für eine Einreise geltend machen.

6.
Aus den vorangegangenen Erwägungen folgt, dass die angefochtene 
Verfügung Bundesrecht  nicht  verletzt. Der  rechtserhebliche Sachver-
halt  wurde richtig  und vollständig festgestellt  und die  Vorinstanz  hat 
das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss und zutreffend ausgeübt 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

7.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
die Kosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 600.- 
festzusetzen (Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [SR 173.320.2]).

Seite 9

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- den Migrationsdienst des Kantons Bern

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Jürg Tiefenthal

Versand: 

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