# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d553901-9e75-5941-bfa5-7669e59e46d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2014 D-6864/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6864-2013_2014-12-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-6864/2013/pjn 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Sylvie Cossy,  

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 21. August 2013 / N (…) 

 

 

D-6864/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige aus Sri Lanka tamilischer 

Ethnie mit Wohnsitz im B._______ Distrikt, liess durch ihren in der 

Schweiz lebenden Bruder mit Eingabe vom 23. Juli 2010 beim BFM ein 

"Asylgesuch aus dem Ausland" einreichen. Der Eingabe lagen eine Voll-

macht der Beschwerdeführerin, die Kopie einer Identitätskarte und eines 

Geburtsscheines der Beschwerdeführerin, ein Affidavit, Kopien verschie-

dener Registerauszüge und eines Schreibens mit dem Titel "To whom it 

may concern" bei. Es wurde beantragt, die Beschwerdeführerin zur Abklä-

rung des Sachverhalts in die Schweiz einreisen zu lassen und ihr dafür 

die nötigen Reisepapiere auszustellen. Zur Begründung wurde geltend 

gemacht, dass der Vater der Beschwerdeführerin im Jahr 1985 vom sri-

lankischen Militär verhaftet und im gleichen Jahr zusammen mit ihrem 

Bruder erschossen worden sei. Die Beschwerdeführerin selber sei in den 

Jahren 1993 bis 1995 für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) tätig 

gewesen. Im Jahr 1995 sei sie von ihrem Bruder davon überzeugt wor-

den, sich nicht mehr für die LTTE zu engagieren. Während der Flucht 

nach C._______ im gleichen Jahr seien ihre Mutter und Schwester unter 

Beschuss geraten und gestorben. Am 9. November 2006 hätten Unbe-

kannte ihren Bruder während der Arbeit mit acht Schüssen getroffen; die-

ser habe indessen überlebt. Anschliessend habe er sich in B._______ in 

Haft befunden, sei jedoch wegen seines schwachen Gesundheitszustan-

des entlassen worden, worauf die Familie nach D._______ geflohen sei. 

Dort sei der Bruder von der Polizei verhaftet worden. Danach habe sich 

die Beschwerdeführerin am 19. Mai 2008 nach E._______ abgesetzt, wo 

sie mit einem Visum bis am 15. Dezember 2008 geblieben sei, anschlies-

send nach Sri Lanka zurückgekehrt sei und sich in F._______ niederge-

lassen habe. Ihr anderer Bruder habe sich mit der Familie im Flüchtlings-

lager befunden und sei dort von Militärangehörigen abgeholt worden. 

Seither habe die Familie keine Nachricht mehr von ihm. Am 7. Mai 2010 

sei sie nach ihrer Rückkehr aus dem G._______-Gebiet an ihrem Wohn-

ort von Angehörigen des sri-lankischen Militärs auf den Militärposten mit-

genommen und während über fünf Stunden aufgrund ihrer Herkunft, ihrer 

Ethnie und ihrer Familiengeschichte unter dem Verdacht, der LTTE ange-

hört zu haben, verhört und bedroht worden. Man habe ein Foto von ihr 

erstellt, ihre Identitätskarte kopiert und sie mit der Auflage, sich wöchent-

lich auf dem Posten zu melden, entlassen. Aus Angst vor einer Verhaf-

tung, vor sexuellen Übergriffen und vor Folter sei sie aus F._______ ge-

flohen. Seither verstecke sie sich bei Bekannten in H._______ im 

D-6864/2013 

Seite 3 

B._______ Distrikt. Sie werde noch immer von Angehörigen des Militärs 

gesucht. Die staatlichen Behörden würden ihr keinen Schutz gewähren. 

Einzig der Friedensrichter habe ihre Aussagen in einem Affidavit fest-

gehalten und dieses mit seiner Unterschrift beglaubigt.  

B.  

Mit Schreiben vom 16. August 2010 teilte das BFM dem Bruder der Be-

schwerdeführerin mit, die Einreise seiner Schwester könne nicht im Rah-

men eines Familiennachzuges bewilligt werden. Vielmehr habe sie das 

ordentliche Einreiseverfahren von Personen im Ausland durchzulaufen 

und sich auf der schweizerischen Vertretung in Colombo zu melden.  

C.  

Am 21. September 2010 gelangte die Beschwerdeführerin mit ihrer 

Schwester an die schweizerische Botschaft in Colombo und reichte eine 

Eingabe mit dem Titel "Application for Asylum" ein. Sie machte geltend, 

ihr Vater und älterer Bruder seien am 9. Januar 1985 von Sicherheitsleu-

ten an ihrem Wohnort erschossen worden. Im Jahr 1993 sei sie als Stu-

dentin von der Bewegung festgenommen worden. Ihre Mutter und 

Schwester seien am 1. Oktober 1995 vom Militär erschossen worden. Im 

Jahr 2006 sei ihr Bruder ins Armeecamp gebracht, dort fotografiert und 

dann freigelassen worden. Am 26. November 2006 sei er von unbekann-

ten Personen in der Hochsicherheitszone von B._______ angeschossen 

und daraufhin von Leuten der Human Rights Commission (HCR), welche 

sich in der Nähe befunden hätten, in ein Spital gebracht worden. Am 

22. März 2007 seien 15 Personen an seinem Wohnort erschienen, jedoch 

habe er fliehen können und sei dank der Hilfe des HCR in Sicherheitshaft 

nach B._______ gebracht worden. Aufgrund seines schlechten Gesund-

heitszustandes habe er dort nicht bleiben können, sei nach D._______ 

gereist, wo er mit seiner Ehefrau und ihr, der Beschwerdeführerin, in einer 

Lodge gewesen sei. Er sei fünf Mal festgenommen und misshandelt wor-

den. Die Beschwerdeführerin sei dann für ein Jahr mit einem Visum in 

E._______ gewesen. Ihr Bruder habe beim dritten Anlauf am 23. März 

2009 in die Schweiz fliehen können. Ihr anderer Bruder sei am 6. Februar 

2009 in der Sicherheitszone von Sicherheitsleuten festgenommen und 

über den in die Schweiz geflohenen Bruder befragt worden. Er sei seither 

verschwunden. Am 7. Mai 2010 sei sie von den Sicherheitsleuten aufge-

fordert worden, in ihr Camp zu kommen, weil jemand aus Eifersucht ge-

meldet habe, dass ihr Bruder die Waffe, welche sie bei sich gehabt habe, 

weggebracht habe. Im Camp sei sie befragt, wegen der Waffe bedroht, 

fotografiert und unter der Auflage, sich wöchentlich zur Unterschrift zu 

D-6864/2013 

Seite 4 

melden, freigelassen worden. Sie habe diesen Vorfall dem Bruder in der 

Schweiz und dem Internationalen Roten Kreuz (IKRK) in B._______ am 

4. Juni 2010 gemeldet. Ihr Bruder habe der Zeitschrift I._______ ein In-

terview gegeben. Am 6. August 2010 hätten unbekannte Personen an ih-

rem Wohnort die dort anwesende Schwester und Tante bedroht, weil die 

Beschwerdeführerin nicht vor Ort gewesen sei. Auch diesen Vorfall habe 

sie am 18. August 2010 dem IKRK gemeldet. Diejenigen Personen, wel-

che ihren in der Schweiz lebenden Bruder angeschossen hätten, würden 

sie auch heute noch bedrohen. Sie würden alle Dokumente verlangen, 

welche ihren Bruder beträfen. Sie habe sich nur beim IKRK beschwert 

und keine Anzeige bei der Polizei erstattet. Sie habe Angst, weil sich eine 

der Personen, welche ihren Bruder angeschossen hätten, im Armeelager 

von J._______ befinde. 

D.  

Mit Schreiben vom 30. September 2010 übermittelte die schweizerische 

Vertretung in Colombo der Beschwerdeführerin verschiedene Fragen mit 

der Aufforderung, diese innert Frist zu beantworten und beweistaugliche 

Dokumente nachzureichen.  

E.  

Mit Eingabe vom 11. Oktober 2010 (Eingang bei der schweizerischen Ver-

tretung am 13. Oktober 2010) machte die Beschwerdeführerin geltend, 

sie fürchte um ihr Leben, weil sich die Personen, welche ihren Bruder an-

geschossen hätten, in B._______ befänden und ihr mit Sicherheit etwas 

antun wollten. Sie habe überhaupt keine Sicherheit und keine Hilfe und 

sei verletzlich. Sie könne an keinen andern Ort in ihrem Heimatland ge-

hen, weil sie überall verdächtigt und verfolgt würde. Im Übrigen wieder-

holte sie die mit Eingabe vom 21. September 2010 dargelegten Vorbrin-

gen.  

Der Eingabe lagen verschiedene Kopien von Ausweisen bei. 

F.  

Am 1. November 2010 fand die Befragung der Beschwerdeführerin auf 

der Botschaft statt. In Ergänzung oder in Abweichung zum bisherigen 

Sachverhalt machte sie geltend, sie sei im Jahr 1993 von Angehörigen 

der LTTE vor der Schule als einziges Mitglied ihrer Familie gezwungen 

worden, ins Camp mitzukommen, wo sie während sechs Monaten ein 

Training habe absolvieren müssen. Sie sei unter dem Namen K._______ 

und der Nummer (…) der L._______ Brigade zugeteilt worden und habe 

D-6864/2013 

Seite 5 

über die Aufenthaltsorte der Armee Informationen sammeln müssen. An 

Kämpfen habe sie nie teilgenommen. Später habe sie ein Gewehr be-

kommen mit der Anweisung, dieses nur zur Verteidigung zu benutzen. Als 

im Jahr 1995 ihre Mutter und ihre Schwester getötet worden seien, habe 

man ihr erlaubt, zu ihrem Bruder zu gehen, wobei sie das Gewehr mitge-

nommen habe, weil es dort gefährlich gewesen sei. Ihr Bruder habe ihr 

verboten, zurück zu den LTTE zu gehen, weil schon so viele Familienan-

gehörige gestorben seien, habe ihr das Gewehr weggenommen und es 

versteckt. Dann habe er sie zusammen mit ihrer Schwester ins 

G._______-Gebiet geschickt, wo sie während einem Jahr geblieben seien 

und gearbeitet hätten. Mit den LTTE habe sie dort keine Probleme ge-

habt. Sie hätten auch nicht nach ihr gesucht. Anschliessend habe sie sich 

nach B._______ zurückbegeben. Sie habe keine Probleme mehr mit den 

LTTE und auch nicht mit anderen tamilischen Gruppierungen bekommen. 

Am 16. August 2010 seien indessen neue Probleme entstanden: Wegen 

ihres in der Schweiz lebenden Bruders seien an ihrem Wohnort in ihrer 

Abwesenheit unbekannte Leute erschienen, hätten einen Artikel aus dem 

I._______ vorgewiesen und gefragt, ob es sich bei der darin vorkommen-

den Person um ihren Bruder handle, was die Schwester der Beschwerde-

führerin bejaht habe. Sie selber sei nicht vor Ort gewesen. Man habe der 

Schwester zu verstehen gegeben, dass sie beide getötet würden, wenn 

sich der Bruder an den internationalen Gerichtshof wende. Später habe 

sie erfahren, dass es sich um Armeeangehörige gehandelt habe. Seither 

habe sie nicht mehr an ihrem Wohnort übernachtet, sondern sei nur tags-

über dorthin gegangen. Von Nachbarn habe sie erfahren, dass des 

Nachts stets Patrouillen um ihr Haus gingen und Hunde bellen würden. 

Sie habe auch festgestellt, dass die Sachen im Haus verrückt worden 

seien; zudem habe sie Schuhabdrücke bemerkt. Sie habe das Problem 

den Sicherheitsorganen nicht gemeldet, jedoch dem IKRK Bericht erstat-

tet. Sie habe zwar am Ort ihrer Schwägerin gelebt, indessen immer be-

fürchtet, auch dort Probleme zu bekommen. Von den Sicherheitskräften 

sei sie im Mai 2010 gefragt worden, ob sie bei den LTTE gewesen sei, 

was sie bejaht habe. Man habe sie auch über das Gewehr befragt und sie 

habe darüber Auskunft gegeben. Anschliessend hätte sie sich wöchent-

lich melden müssen, was sie anfänglich getan habe. Beim sechsten Mal 

habe ihr jedoch das Benehmen der Leute nicht gefallen, worauf sie der 

Meldepflicht nicht mehr nachgekommen sei. Die Sicherheitskräfte hätten 

sie nicht mehr geholt, weil sie nicht mehr an ihrem Wohnort geschlafen 

habe. Ferner legte die Beschwerdeführerin dar, sie sei ab Mai 2008 wäh-

rend sechs Monaten bei Verwandten in E._______ gewesen. Dabei habe 

sie die Gültigkeit des ihr gewährten Visums überschritten, damit aber kei-

D-6864/2013 

Seite 6 

ne Probleme bekommen. Gleichentags übermittelte die schweizerische 

Vertretung dem BFM die Unterlagen zum Asylgesuch der Beschwerde-

führerin.  

G.  

Mit Eingabe vom 2. April 2011 (Eingang beim BFM am 5. Mai 2011) 

machte die Beschwerdeführerin geltend, am 25. März 2011 seien sechs 

Personen in zivil an ihrem Wohnort vorbeigekommen und hätten – weil 

das Haus abgeschlossen und niemand zuhause gewesen sei – die Nach-

barn gefragt, wo sie sich befinde. Diese hätten gesagt, dass sie nur sel-

ten hier sei. Dann seien die Personen wieder gegangen. Die Nachbarn 

hätten ihr zudem mitgeteilt, dass nachts Personen um ihr Haus herum 

gingen. Die Beschwerdeführerin und ihre Schwester würden im Haus ih-

rer Schwägerin in H._______ leben und tagsüber auf (…) arbeiten. Sie 

würden selten an ihren Wohnort zurückgehen. Sie hätten keine Eltern und 

niemanden mehr, der ihnen helfe. Das IKRK-Büro in B._______ sei nun 

geschlossen. Weil sich ihr Bruder in die Schweiz abgesetzt habe, seien 

gewisse Männer wütend und würden nach ihr und ihrer Schwester su-

chen. Sie möchten deshalb zu ihrem Bruder in die Schweiz reisen und 

seien es leid, ständig ausserhalb ihres Hauses an andern Orten über-

nachten zu müssen.  

H.  

Mit Eingabe vom 21. September 2011 (Eingang beim BFM am 9. Februar 

2012) wiederholte die Beschwerdeführerin, dass sie Angst um ihr Leben 

habe. Sie müsse aus Sicherheitsgründen öfter ihren Aufenthaltsort wech-

seln, weil sie von paramilitärischen Gruppierungen und von Armeeange-

hörigen bedroht werde. Die gleichen Leute, die ihre Familienangehörigen 

getötet hätten, würden auch nach ihrem Leben trachten. Kürzlich habe 

sie wegen einer Streitigkeit um ein Stück Land einen anonymen Brief er-

halten, in welchem man ihr gedroht habe, sie zu erschiessen. Die Perso-

nen, welche dahinter stehen würden, hätten mit der paramilitärischen 

Gruppierung Eelam People's Democratic Party (EDPD) Kontakt und ihr 

gedroht, ihr würde das gleiche Schicksal drohen wie ihrem Bruder. Sie 

habe das IKRK in D._______ informiert. Sie sei nun allein.  

I.  

In ihrem Schreiben vom 15. Mai 2012 (Eingang beim BFM am 31. Mai 

2012) brachte die Beschwerdeführerin vor, am 2. Mai 2012 seien Armee-

angehörige bei ihrer Schwägerin vorbeigekommen und hätten nach ihrem 

verschollenen Bruder gefragt. Ausserdem sei sie aufgefordert worden, im 

D-6864/2013 

Seite 7 

Armee-Camp zu erscheinen. Am folgenden Tag seien sie dort erschienen, 

hätten indessen nichts Neues über den verschollenen Bruder erfahren. 

Vielmehr habe man sie über den in der Schweiz lebenden Bruder befragt 

und damit gedroht, den Fall den höherrangigen Behörden weiterzuleiten, 

so dass das Leben des Bruders in Gefahr sei. Dabei hätten sie ihnen 

auch Kopien der Eingaben gezeigt, welche sie selber an ihren Bruder  

oder an die Schweizerbehörden geschickt habe. Die Armee komme sehr 

oft zu ihr, weshalb ihre Verwandten sie nicht mehr unterstützen wollten. 

Im Zusammenhang mit einer Landstreitigkeit sei zudem seit einem Jahr 

ein Fall vor der Justiz hängig. Sie habe diesbezüglich Drohungen bekom-

men, welche sie den Behörden weitergeleitet habe. Weil der Rechtsver-

treter des Angeschuldigten nicht vor Gericht erschienen sei, habe man 

den Fall auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Sie habe Angst vor 

den Drohungen der Gegenpartei und bekomme anonyme Telefonanrufe. 

Sie sei eine alleinstehende junge Frau und habe Probleme verheiratet zu 

werden. Auch ihre inzwischen verheiratete Schwester wolle sie nicht 

mehr sehen, weil sie Angst um ihr Leben habe.  

J.  

Mit undatierter Eingabe, welche am 18. Dezember 2012 bei der schwei-

zerischen Vertretung in Colombo und am 10. Januar 2013 beim BFM ein-

traf, erklärte die Beschwerdeführerin, sie lebe nun in einem Haus von 

Freunden und manchmal in demjenigen ihrer Schwägerin. Als sie am 

28. November 2012 unterwegs gewesen sei, habe sie zwei Personen be-

merkt, welche ihr folgen würden. Daraufhin habe sie sich sofort versteckt. 

Sie könne nicht mehr in ihrem Dorf leben. Am 4. Dezember 2012 habe sie 

im J._______ (…) Camp erscheinen müssen, wo man sie befragt und 

überall betastet habe.  

K.  

Mit Schreiben vom 22. Januar 2013 bat der Bruder der Beschwerdeführe-

rin das BFM um Beschleunigung des Asylverfahrens seiner Schwester. 

Das BFM teilte im Schreiben vom 13. Februar 2013 mit, dass der Asylent-

scheid angesichts der Geschäftslast nicht auf ein bestimmtes Datum hin 

in Aussicht gestellt werden könne. 

L.  

Mit Eingabe vom 9. April 2013 wandte sich der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin an das BFM und ersuchte um umgehende Bearbeitung 

des Asylgesuchs der Beschwerdeführerin beziehungsweise um eine Ent-

scheidfällung bis Ende April 2013.  

D-6864/2013 

Seite 8 

M.  

Mit Eingabe vom 7. Mai 2013 erhob der Rechtsvertreter der Beschwerde-

führerin Beschwerde wegen Rechtsverzögerung, welche vom Bundesver-

waltungsgericht mit Urteil vom 17. Juli 2013 (D-2635/2013) gutgeheissen 

wurde. Das Gericht wies das BFM an, ohne weitere Verzögerung über 

das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu befinden. 

N.  

Mit Verfügung vom 21. August 2013 – rechtsgültig eröffnet am 2. Dezem-

ber 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 

23. Juli 2010 ab und verweigerte die Einreise in die Schweiz. Zur Be-

gründung machte es geltend, dass den geltend gemachten Vorkommnis-

sen, sollten sie denn glaubhaft sein, keine einreiserelevante Bedeutung 

zukomme. Vielmehr müssten sie im Lichte der allgemein angespannten 

Situation während und nach dem Bürgerkrieg betrachtet werden. Die dar-

gelegten Erkundigungen der Armee seien ohne weitere Auswirkungen 

gewesen und die zentralen Ereignisse der Asylbegründung würden mehr 

als drei Jahre in der Vergangenheit zurückliegen. Konkrete Anhaltspunkte 

dafür, dass der Beschwerdeführerin noch heute deswegen persönliche 

Nachteile drohten, lägen nicht vor. Aus der Befragung vom 1. November 

2010 ergebe sich vielmehr, dass sie nach dem 16. August 2010 nicht 

mehr behelligt worden sei. Ihre Angaben, wonach sie bis ins Jahr 2012 

andauernd durch die Armee belästigt worden sei, vermöchten nicht zu 

überzeugen. Die Beschwerdeführerin sei nur bis 1995 bei den LTTE tätig 

gewesen, und es sei aus den Akten kein ausreichendes politisches Profil 

ersichtlich, das im heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit 

zu einreiserelevanten Schwierigkeiten führen würde. Damit sei das nach 

15 Jahren im Mai 2010 plötzlich aufflammende Interesse der sri-lanki-

schen Armee und Behörden an ihrer Person kaum nachvollziehbar. Zu-

dem würden die geltend gemachten Vorkommnisse aufgrund ihrer Art und 

Intensität keine für die Gewährung der Einreise erhebliche Verfolgung 

darstellen. Folglich seien auch die Befürchtungen vor künftigen Verfol-

gungsmassnahmen nicht einreiserelevant. Bezüglich Drohungen und 

Übergriffen durch Dritte sei festzuhalten, dass der sri-lankische Staat 

grundsätzlich schutzfähig sei und die Beschwerdeführerin somit die Mög-

lichkeit habe, sich an die Behörden zu wenden, um Schutz vor Verfolgung 

seitens Dritter zu ersuchen. Aus dem Tod ihrer Angehörigen könne die 

Beschwerdeführerin für sich keine Einreiserelevanz herleiten, obwohl dies 

für sie von grosser persönlicher Tragik sei. Da sie überdies ihr Heimat-

land bisher nicht verlassen und auch nicht geltend gemacht habe, dazu 

nicht in der Lage zu sein, müsse davon ausgegangen werden, dass sie 

D-6864/2013 

Seite 9 

nicht dermassen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sei oder solche be-

fürchten müsse. Ihre Furcht vor Verfolgung sei daher objektiv nicht be-

gründet.  

O.  

Mit undatierter fremdsprachiger Eingabe, welche am 29. Oktober 2013 

bei der schweizerischen Botschaft in Colombo eintraf und an das Bun-

desverwaltungsgericht weitergeleitet wurde, wohin sie am 6. Dezember 

2013 gelangte, legte die Beschwerdeführerin dar, ihr Bruder habe in der 

Schweiz am 26. März 2009 Asyl erhalten. Am 5. September 2013 seien 

Angehörige der Polizei an ihrem Wohnort erschienen und hätten eine Mit-

teilung hinterlassen, wonach sie zu einer Befragung erscheinen müsse. 

Am folgenden Tag sei sie dort erschienen und habe erfahren, dass ihr 

Bruder beim HCR eine Anzeige erstattet habe. Man habe sie dazu ge-

drängt, die Anklage zurückzuziehen sowie ein Foto und ein durch einen 

Anwalt zertifiziertes Schreiben zu schicken, gemäss welchem ihr Bruder 

mit seiner Familie ohne Probleme lebe. Sie habe erwähnt, mit ihrem Bru-

der nicht in Kontakt zu stehen. Die Rücksprache mit ihrem Bruder habe 

ergeben, dass dieser bei mehreren Organisationen – darunter auch bei 

(…) – eine Beschwerde eingereicht habe, die er nicht zurückziehen wolle. 

Zudem werde er kein Foto schicken. Die Beschwerdeführerin sei von An-

gehörigen des Militärs und des Criminal Investigation Departments (CID) 

immer wieder bedroht worden, um den erwähnten Brief des Bruders zu 

erhalten. Am 27. September 2013 habe an ihrem Wohnort eine Durchsu-

chung stattgefunden, anlässlich derer der Asylantrag des Bruders an die 

schweizerische Vertretung in die Hände des CID-Beamten gefallen sei. 

Seither würden die Sicherheitsleute oft an ihrem Wohnort erscheinen, sie 

tyrannisieren und hätten ihre Schwester gefragt, wie diese Dokumente an 

diesen Ort gekommen seien, wenn die Beschwerdeführerin doch keinen 

Kontakt zum Bruder habe. Sie ersuche deshalb darum, diese Vorkomm-

nisse baldmöglichst zu berücksichtigen und entsprechende Massnahmen 

zu treffen.  

Der Eingabe lagen Kopien eines Schreibens des HRC of Sri Lanka vom 

23. März 2009, eines Schreibens der (…) vom 28. Januar 2013, eines 

Schreibens des (…) vom 3. Dezember 2012, eines Schreibens des 

I._______ vom 13. Dezember 2012, eines Schreibens der M._______ 

vom 19. November 2012, von Postquittungen, von Berichten aus dem In-

ternet und zweier Schreiben der schweizerischen Botschaft in Colombo 

vom 25. November 2013 bei.  

D-6864/2013 

Seite 10 

P.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 23. Dezem-

ber 2013 – gerichtet an den Rechtsvertreter, der die Beschwerdeführerin 

im Rechtsverzögerungsverfahren vertreten hat – wurde dieser darum er-

sucht, das Vertretungsverhältnis klarzustellen und im Fall eines bestehen-

den Vertretungsverhältnisses innert der noch laufenden Beschwerdefrist 

eine rechtsgenügliche Beschwerde nachzureichen, verbunden mit der An-

drohung, im Unterlassungsfall werde gestützt auf die Aktenlage entschie-

den. 

Q.  

Mit Eingabe vom 24. Dezember 2013 reichte der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin eine Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung 

des BFM vom 21. August 2013 ein und stellte die Anträge, die Einreise 

der Beschwerdeführerin in die Schweiz sei zu bewilligen, die Flüchtlings-

eigenschaft sei zuzuerkennen, sowie eventualiter sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und für eine Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses. Zur Begründung wurde vorgebracht, 

dass die angefochtene Verfügung vom 21. August 2013 offenbar erst am 

3. Dezember 2013 über die schweizerische Vertretung in Colombo – ver-

sehentlich – an die Beschwerdeführerin und mit einem Begleitbrief, in 

welchem sich das BFM für die falsche Eröffnung entschuldigt habe, am 

2. Dezember 2013 an ihn, den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, 

eröffnet worden sei. Die Einreichung der vorliegenden Beschwerde sei 

somit als fristgerecht und ergänzend zur Eingabe der Beschwerdeführerin 

zu betrachten. Das Asylgesuch der Beschwerdeführerin sei vom BFM am 

21. August 2013 abgelehnt worden. In der Zwischenzeit habe das BFM 

gemäss einer Medienmitteilung alle Rückführungen sistiert und faktisch 

sämtliche Verfahren, welche auf Beschwerdeebene hängig gewesen sei-

en, unbesehen der konkreten Umstände im Einzelfall nach Rückweisung 

durch das Bundesverwaltungsgericht in Wiedererwägung gezogen. Es 

gebe somit keinen Grund, das Verfahren der Beschwerdeführerin nicht 

nochmals sorgfältig zu kontrollieren, zumal die zwischen der Entschei-

dung am 21. August 2013 und der Eröffnung am 2. Dezember 2013 vor-

gefallenen Ereignisse von der Begründung nicht erfasst worden seien. 

Damit basiere die angefochtene Verfügung auf einem nicht vollständig 

festgestellten Sachverhalt, weshalb im Eventualantrag die Rückweisung 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz beantragt werde. Die Beschwerde-

führerin werde nicht nur wegen eigener Tätigkeiten für die LTTE, sondern 

D-6864/2013 

Seite 11 

auch wegen LTTE-Aktivitäten durch Familienangehörige, die erwiesener-

massen selber verfolgt und getötet worden seien, verfolgt. Auch wenn der 

Tod der Familienangehörigen von der Vorinstanz nicht bestritten werde, 

finde er in deren Augen keine Einreiserelevanz. Es bestehe indessen die 

Gefahr einer möglichen Reflexverfolgung. Dies umso mehr, als die sri-

lankischen Behörden offenbar Rückkehrer aus der Schweiz, welche hier 

nicht als verfolgt eingestuft worden seien, inhaftiert und gefoltert habe. 

Die Argumentation der Vorinstanz, wonach die zentralen Ereignisse drei 

Jahre zurückliegen würden und es keine Anhaltspunkte gebe, wonach ihr 

deswegen noch Nachteile drohten, sei nicht zu bestätigen. Diese Argu-

mentation erweise sich einerseits als offensichtlich falsch und aktenwidrig 

und sei zudem stossend, weil das BFM die Rechtsverzögerungsbe-

schwerde, welche vom Bundesverwaltungsgericht gutgeheissen worden 

sei, mit keinem Wort erwähnt habe, obwohl auch dieser Teil zum Verfah-

ren zu zählen sei. Die vom BFM begangene Verletzung des Beschleuni-

gungsgebotes sei damit indirekt zu Ungunsten der Beschwerdeführerin 

ausgelegt worden, was stossend sei. Die Beschwerdeführerin habe gel-

tend gemacht, auch nach dem 16. August 2010 noch andauernd von der 

Armee behelligt worden zu sein, sich zu fürchten und deshalb verstecken 

zu müssen. Gemäss einem undatierten Schreiben sei sie am 4. Dezem-

ber 2012 von den sri-lankischen Behörden befragt und gefoltert worden. 

Auch aus ihrer Beschwerde vom 12. Dezember 2013 gehe hervor, dass 

sie nach der ablehnenden Verfügung noch verfolgt werde. Nicht überzeu-

gend sei zudem die Argumentation der Vorinstanz, wonach die Beschwer-

deführerin ihre Heimat trotz angeblich dauernder Gefährdung nicht ver-

lassen und auch nicht geltend gemacht habe, dazu nicht in der Lage zu 

sein, weshalb sie nicht dermassen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sei 

oder begründete Furcht habe, solchen ausgesetzt zu werden. Es sei nicht 

akzeptabel, das rechtsverzögernde Verhalten der Vorinstanz zu Unguns-

ten der Beschwerdeführerin auszulegen. Zudem handle es sich bei ihr um 

eine alleinstehende Frau und damit um eine verletzliche Person. Ausser-

dem sei eine illegale Ausreise mit hohen Kosten und erheblichen Gefah-

ren verbunden. Schliesslich verlange die Asylrechtspraxis in der Schweiz 

bei Auslandgesuchen nicht, dass die Frage, ob jemand in der Lage sei, 

selbständig ausreisen zu können, begründet werde. Insgesamt habe das 

BFM im vorliegenden Fall nicht nur das Beschleunigungsverbot missach-

tet, indem es für die die Behandlung des Verfahrens mehr als drei Jahre 

gebraucht habe; vielmehr habe es auch die Entscheidung mit einer Ver-

zögerung von über drei Monaten eröffnet. Angesichts des Umfangs des 

Dossiers sei die Begründung knapp ausgefallen, und die lange Verfah-

rensdauer sei zu Ungunsten der Beschwerdeführerin ausgelegt worden. 

D-6864/2013 

Seite 12 

Sämtliche Ergänzungen der Beschwerdeführerin zwischen der Anhörung 

vom 1. November 2010 und der Entscheidung seien als nicht überzeu-

gend bezeichnet und unberücksichtigt gelassen worden, ohne dass man 

deren Glaubhaftigkeit geprüft habe. Die Ereignisse zwischen dem 21. Au-

gust und dem 2. Dezember 2013 seien nicht berücksichtigt worden. Da-

mit habe die Vorinstanz ihre Sorgfaltspflichten in mehrfacher Weise ver-

letzt. Auch wenn für die Erteilung einer Einreisebewilligung restriktive 

Voraussetzungen gelten würden und den Behörden diesbezüglich ein 

weiter Ermessensspielraum zukomme, sei vorliegend dieser Spielraum 

ausgeschöpft worden, weil die Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht 

habe, dass sie verhört und missbraucht worden sei und aus einer stark 

verfolgten tamilischen Familie mit Verbindungen zu den LTTE stamme. 

Insbesondere sei ein grosser Teil dieser Familie (Eltern und Geschwister) 

umgebracht und einem Bruder in der Schweiz Asyl gewährt worden.  

Der Beschwerde lagen nebst der Kopie der angefochtenen Verfügung 

und der Kopie des Entschuldigungsschreibens des BFM vom 29. Novem-

ber 2013, die Kopie eines Schreibens der Beschwerdeführerin vom 

12. Dezember 2013, die Kopie einer Pressemitteilung des BFM vom 

4. September 2013 und die Kopie eines Schreibens der Beschwerdefüh-

rerin ohne Datum bei.  

R.  

Am 30. Dezember 2013 ging beim Bundesverwaltungsgericht das Schrei-

ben der Beschwerdeführerin vom 12. Dezember 2013 ein. Dem Schrei-

ben wurden folgende Beilagen mitgegeben: Die Kopie eines Schreibens 

der schweizerischen Botschaft vom 25. November 2013, Kopien von Fo-

tos, die Kopie eines Schreibens ihres Bruders vom 14. September 2012 

sowie Kopien der Übersetzung dessen Lebensgeschichte im Hinblick auf 

die Einreichung einer Klage gegen den sri-lankischen Staat an (…). 

S.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Februar 2014 wurde der Entscheid über 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung auf ei-

nen späteren Zeitpunkt verschoben und der Beschwerdeführerin mitge-

teilt, dass einstweilen kein Kostenvorschuss erhoben werde. Der Be-

schwerdeführerin wurde Gelegenheit gewährt, innert der ihr angesetzten 

Frist zur Frage der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen in verschiedenen 

Punkten Stellung zu nehmen, verbunden mit der Androhung, im Unterlas-

sungsfall werde gestützt auf die bestehende Aktenlage entschieden. 

D-6864/2013 

Seite 13 

T.  

Mit Eingabe vom 19. Februar 2014 wurde um Erstreckung der Frist zur 

Einreichung der Stellungnahme bis am 7. März 2014 ersucht. Mit Zwi-

schenverfügung vom 25. Februar 2014 wurde die Fristerstreckung ge-

währt.  

U.  

Mit Eingabe vom 7. März 2014 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerde-

führerin mit, dass es ihm nicht gelungen sei, mit seiner Mandantin Kon-

takt aufzunehmen. Mit deren in der Schweiz lebenden Bruder könne er in-

folge dessen schlechten psychischen Gesundheitszustandes kein Ge-

spräch führen. Es werde darum ersucht, die Beschwerdeführerin über die 

Schweizerische Vertretung vor Ort noch einmal anzuhören, weil die letzte 

Anhörung mehrere Jahre zurückliege. Zudem dürfe man die Fakten nicht 

aus den Augen verlieren. Insbesondere habe der Bruder der Beschwer-

deführerin auf internationaler Ebene Klagen eingereicht und damit eine 

Reflexverfolgung ausgelöst. Es müsse der Beschwerdeführerin, welche 

von Schicksalsschlägen geprägt sei, geglaubt werden, dass sie in ständi-

ger Angst lebe, unbesehen davon, ob diese berechtigt sei oder nicht. Sie 

werde immer wieder vorgeladen und es würden immer wieder Informatio-

nen von ihr verlangt. Der von den Behörden auf sie ausgeübte Druck 

müsse als asylrelevant bezeichnet werden, obwohl gegen sie nicht ge-

richtlich vorgegangen und sie auch nie für längere Zeit inhaftiert worden 

sei. Das Ziel der sri-lankischen Behörden sei, dass ihr Bruder seine Kla-

gen gegen Sri Lanka zurückziehe. Aus der Zwischenverfügung vom 

6. Februar 2014 sei zu schliessen, dass der Sachverhalt noch nicht klar 

sei, weshalb nochmals um eine erneute Anhörung ersucht werde.  

V.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. April 2014 wurde das BFM zur Vernehm-

lassung eingeladen. 

W.  

In seiner Vernehmlassung vom 23. April 2014 stellte das BFM fest, dass 

die Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweis-

mittel enthalte, welche eine Änderung des Standpunktes rechtfertigen 

könnten. Unter Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin die vom 

Bundesverwaltungsgericht aufgelisteten Hinweise auf die fehlende Glaub-

haftigkeit nicht habe auflösen können, hielt es an seinen Erwägungen 

vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.  

D-6864/2013 

Seite 14 

X.  

Die Vernehmlassung vom 23. April 2014 wurde dem Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin am 24. April 2014 ohne Replikrecht zur Kenntnis ge-

bracht.  

Y.  

Mit Eingabe vom 9. Mai 2014 reichte die Beschwerdeführerin Kopien von 

vier Bestätigungen von Parlamentsmitgliedern zu den Akten. Es wurde 

geltend gemacht, gemäss diesen Beweismitteln bestehe für sie eine gros-

se Gefahr einer Reflexverfolgung. Im ersten Dokument werde sie sogar 

namentlich erwähnt.  

Z.  

Mit Eingabe vom 28. Mai 2014 wurde eine weitere Kopie einer Bestäti-

gung durch ein Parlamentsmitglied eingereicht. Danach stehe die Be-

schwerdeführerin aufgrund ihrer Mitgliedschaft bei den LTTE unter Beo-

bachtung der Regierung, werde oft nach dem Aufenthaltsort ihres Bruders 

gefragt und sei nach der Einschätzung des Parlamentsmitgliedes in Sri 

Lanka gefährdet.  

AA.  

Mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 wurden ein Brief der Beschwerdefüh-

rerin und Kopien zweier Anzeigen ins Recht gelegt und geltend gemacht, 

aus dem Brief gehe hervor, dass sie vom CID belästigt worden sei. 

BB.  

Mit Eingabe vom 4. November 2014 wurden der bereits mit Eingabe vom 

31. Oktober 2014 zu den Akten gegebene Brief der Beschwerdeführerin 

mit den gleichen Kopien zweier Anzeigen sowie mit drei Schreiben unter 

dem Titel "to Who mit May Concern" von Parlamentsmitgliedern nachge-

reicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

D-6864/2013 

Seite 15 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch 

die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi-

ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

4.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel 

(Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen 

Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 

5.  

5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 

die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die 

Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 und Art. 7 

D-6864/2013 

Seite 16 

AsylG sowie aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewil-

ligt das BFM einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des 

Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder 

Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Ge-

stützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Po-

lizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asyl-

suchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine 

unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

 

5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das BFM überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens 

bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht mög-

lich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe 

schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung bezie-

hungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, 

wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs 

als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber 

diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich 

zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu 

äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 

5.3 Die Beschwerdeführerin wurde zu ihrem Asylgesuch einerseits be-

fragt. Sie legte ihre Vorbringen andererseits in mehreren Eingaben auch 

schriftlich dar. Nachdem sie mit Schreiben des BFM vom 30. September 

2010 unter Beilage eines explizit aufgelisteten Fragekatalogs gebeten 

wurde, für die Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts die entspre-

chenden Fragen vollständig und präzise zu beantworten, reichte sie fer-

ner mit Eingabe vom 11. Oktober 2010 weitere Sachverhaltselemente ein. 

Angesichts dessen erscheint der entscheidwesentliche Sachverhalt er-

stellt. Das BFM hat den verfahrensrechtlichen Anforderungen damit Ge-

nüge getan. 

5.4 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

D-6864/2013 

Seite 17 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlag-

gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbe-

dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob ei-

ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob 

der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung 

zugemutet werden kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälli-

gen Schutzbedürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vor-

liegen (vgl. BVGE 2011/10). 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.3  

Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das 

Bundesrecht von Amtes wegen an und ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

an die Begründung der Begehren nicht gebunden. Es kann die Beschwer-

de auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen 

oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorins-

tanz abweichenden Begründung bestätigen (sog. Motivsubstitution, vgl. 

BVGE 2007/41 E.2; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, 

D-6864/2013 

Seite 18 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3 völlig 

überarbeitete. Aufl., Zürich 2013, S. 398, Rz. 1136), wobei grundsätzlich 

die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides massgebend ist (vgl. 

BGE 135 II 369 E. 3.3 S. 374; BVGE 2011/1 E. 2 mit Hinweis).  

7.  

7.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Rüge, die Vorinstanz habe den Sach-

verhalt nicht rechtsgenüglich festgestellt, weil sie die seit der Befragung 

im November 2010 stattgefundenen Ereignisse nicht berücksichtigt habe, 

einer Überprüfung nicht standzuhalten vermag, zumal die Beschwerde-

führerin zahlreiche Eingaben einreichte, in welchen sie die neusten Ereig-

nisse bekannt gab (vgl. die Eingaben vom 2. April 2011 [Akte E9/2], vom  

21. September 2011 [Akte E10/4] und vom 15. Mai 2012 [Akte E11/3], die 

undatierte Eingabe, welche am 10. Januar 2013 beim BFM einging [Akte 

E12/3], die undatierte Eingabe, welche am 6. Dezember 2013 beim Bun-

desverwaltungsgericht einging, sowie die Eingaben vom 9. und 28. Mai 

2014 mit weiteren Kopien von Beweismitteln. Seit der Eingabe vom 9. Ap-

ril 2013 betreffend Verfahrensbeschleunigung war die Beschwerdeführe-

rin ausserdem anwaltlich vertreten. Unter Hinweis auf die ihr obliegende 

Pflicht zur Mitwirkung des Sachverhaltes (vgl. Art. 8 AsylG) lag es an der 

Beschwerdeführerin, weitere Vorfälle, welche für ihr Asylgesuch von Be-

deutung sein könnten, von sich aus in schriftlicher Form darzulegen. Auch 

im undatierten Beschwerdeteil, welcher am 6. Dezember 2013 beim Bun-

desverwaltungsgericht einging, erwähnte sie weitere Vorfälle. In der Be-

schwerde vom 24. Dezember 2013 wurden dann noch Vorfälle vom 

4. und 12. Dezember 2012 festgehalten. Mit Zwischenverfügung vom 

5. Februar 2014 wurde der Beschwerdeführerin im Rahmen einer Motiv-

substitution die Möglichkeit gewährt, zu verschiedenen Vorfällen, insbe-

sondere seit der Verfügung des BFM vom 21. August 2013, näher Stel-

lung zu nehmen. In ihrer Eingabe vom 7. März 2014 nahm sie indessen 

dazu keine Stellung. Vielmehr wurde geltend gemacht, der Rechtsvertre-

ter habe mit der Beschwerdeführerin keinen Kontakt aufnehmen können 

und ihr in der Schweiz lebender Bruder sei psychisch angeschlagen, wes-

halb es ihm nicht möglich sei, ein Gespräch zu führen. Es werde deshalb 

um erneute Anhörung der Beschwerdeführerin in Colombo ersucht, zumal 

aufgrund der angefochtenen Verfügung und der Zwischenverfügung vom 

6. Februar 2014 der Sachverhalt nicht erstellt erscheine.  

7.2 Diese Einwände sind indessen nicht überzeugend. Insbesondere 

kann dem Rechtsvertreter nicht geglaubt werden, dass er seine Mandan-

tin – weder persönlich noch über ihren Bruder – kontaktieren kann, zumal 

D-6864/2013 

Seite 19 

sein Antrag, es sei mit ihr in Colombo erneut eine Anhörung durchzufüh-

ren, auch nicht ohne eine Kontaktnahme mit der Beschwerdeführerin 

durchführbar wäre. Vielmehr erscheinen diese Einwände als untaugliche 

Erklärungsversuche, um sich zu den in der Zwischenverfügung vom 

4. Februar 2014 festgehaltenen Ungereimtheiten nicht äussern zu müs-

sen. Angesichts dieser Einschätzung wird einerseits der Antrag auf erneu-

te Anhörung abgewiesen; andererseits hat sich die Beschwerdeführerin 

die in der erwähnten Zwischenverfügung festgehaltenen Ungereimtheiten 

vollumfänglich anrechnen zu lassen, zumal die fehlende Stellungnahme 

von ihrer Seite nicht als unverschuldet zu betrachten ist. Schliesslich ist 

die vom Rechtsvertreter vorgenommene Einschätzung – der Sachverhalt 

sei nicht als erstellt zu betrachten – nicht zu teilen. Vielmehr konnten so-

wohl das BFM als auch das Bundesverwaltungsgericht angesichts der 

zahlreichen Eingaben der Beschwerdeführerin von einem für die Beurtei-

lung rechtsgenüglich erstellten Sachverhalt ausgehen.  

7.3 Die in der Beschwerde vertretene Meinung, im vorliegenden Fall müs-

se selbstverständlich die Glaubhaftigkeit sämtlicher Angaben angenom-

men werden, weil die Vorinstanz von der fehlenden Schutzbedürftigkeit 

der Vorbringen ausgegangen sei und die Glaubhaftigkeit gar nicht über-

prüft habe, kann angesichts der Zwischenverfügung vom 6. Februar 6014 

ebenfalls nicht geteilt werden. Vielmehr ist das Bundesverwaltungsgericht 

– wie bereits erwähnt – nicht an die Begründung der Begehren gebunden 

(Art. 62 Abs. 4 VwVG), entscheidet frei hinsichtlich der Verletzung von 

Bundesrecht, einschliesslich des Missbrauchs und der Überschreitung 

des Ermessens sowie der unrichtigen und unvollständigen Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 106 Abs. 1 und 2 AsylG), und 

hat der Beschwerdeführerin die – von ihr nicht benutzte – Möglichkeit ei-

ner nachträglichen Stellungnahme zu den festgestellten Ungereimtheiten 

in ihren Aussagen gewährt. Infolgedessen kann das Bundesverwaltungs-

gericht das vorliegende Asylgesuch aus dem Ausland auch mangels 

glaubhafter Angaben abweisen und muss sich nicht darauf beschränken, 

die vom BFM festgestellte fehlende Schutzbedürftigkeit zu bestätigen  

oder abzulehnen.  

7.4 Vom BFM wird nicht bestritten, dass mehrere Angehörige der Be-

schwerdeführerin im Laufe des Bürgerkriegs in Sri Lanka getötet wurden 

und ein Bruder verschollen ist. Gestützt auf die bestehende Aktenlage 

sieht auch das Bundesverwaltungsgericht keinen Anlass, an den diesbe-

züglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin zu zweifeln. Sie gelten 

durch zahlreiche Belege als erwiesen. Dieses Leid ist für die Beschwer-

D-6864/2013 

Seite 20 

deführerin sicher bedauerlich und schwer zu ertragen. Indessen ist allein 

aus dem Tod ihrer Angehörigen nicht auf eine Gefährdung im Sinne des 

Asylgesetzes zu schliessen. Vielmehr ist dieser im Gesamtzusammen-

hang der Vorbringen zu würdigen, worauf in den nachfolgenden Erwägun-

gen näher einzugehen sein wird. 

7.5 Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie habe in den Jahren 1993 

bis 1995 gezwungenermassen für die LTTE Aktivitäten ausgeübt, indem 

sie ein sechsmonatiges Training absolviert und anschliessend für die 

LTTE die Standorte der sri-lankischen Armee auskundschaftet habe. An 

Kämpfen der LTTE habe sie nicht teilgenommen. Ohne näher auf die 

Frage der Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens eingehen zu müssen, kann 

festgehalten werden, dass diese Tätigkeiten bereits im Zeitpunkt der Ein-

reichung des Asylgesuchs im Jahr 2010 15 Jahre und mehr zurücklagen. 

Schon aus diesem Grund bestand und besteht auch heute kein begrün-

deter Anlass für die sri-lankischen Behörden mehr, die Beschwerdeführe-

rin infolge Aktivitäten zugunsten der LTTE in ihrer Jugend noch zu belan-

gen, zumal sie seit dem Jahr 1995 gemäss ihren Aussagen diesbezüglich 

kein Engagement mehr verfolgt haben will und somit auch aus der Sicht 

der sri-lankischen Behörden nicht mehr negativ in Erscheinung getreten 

sein kann. Ebenso wenig ergibt es einen Sinn, die Beschwerdeführerin 

nach so vielen Jahren noch als Gefahr für die sri-lankische Regierung se-

hen zu wollen. Diese Einschätzung wird noch dadurch untermauert, dass 

sie nach der Befragung zur Sache am 7. Mai 2010 auf freien Fuss gesetzt 

worden sei, obwohl sie zugegeben haben soll, sie habe fünfzehn Jahre 

zuvor für die LTTE Aktivitäten ausgeführt und sei im Besitz eines Geweh-

res, das ihr der Bruder weggenommen habe, gewesen. Hätten die sri-lan-

kischen Sicherheitskräfte an der Person der Beschwerdeführerin in die-

sem Zeitpunkt noch ein ernsthaftes Verfolgungsinteresse gehabt, wäre 

sie nicht sofort freigekommen, sondern es wäre ein Verfahren gegen sie 

eingeleitet worden und sie hätte mit einer längerdauernden Inhaftierung 

rechnen müssen. Ihre Freilassung – auch wenn sie mit der Auflage einer 

wöchentlichen Meldepflicht verbunden gewesen sein soll – spricht gegen 

eine ernsthafte Verfolgungsabsicht der sri-lankischen Behörden im dama-

ligen Zeitpunkt (Mai 2010). In die gleiche Richtung zu werten ist das feh-

lende Interesse der Behörden, sie zu belangen, obwohl sie der Melde-

pflicht nur sechs Mal nachgekommen ist. Die Vorbringen im schriftlichen 

Gesuch ihres Bruders vom 23. Juli 2010, wonach Personen, welche in 

Verdacht stünden, mit den LTTE kollaboriert zu haben, nach einigen Wo-

chen verhaftet würden und mit ihrem Verschwinden oder mit Folter rech-

nen müssten, vermögen vorliegend nicht zu überzeugen, weil die Be-

D-6864/2013 

Seite 21 

schwerdeführerin trotz Missachtung der Meldepflicht bis zum Vorliegen 

der Beschwerde offensichtlich nicht von den Behörden ihres Heimatlan-

des belangt worden ist, obwohl diese mit verhältnismässig geringem Auf-

wand hätten herausfinden können, wo sie sich aufhält und wo sie arbei-

tet. Folglich hätten sie ihrer habhaft werden können, wenn das ihre Ab-

sicht gewesen wäre. Der Einwand, die Beschwerdeführerin habe nicht 

mehr an ihrem offiziellen Wohnsitz, sondern bei ihrer Schwägerin in 

H._______ und bei anderen Leuten übernachtet, um den Behörden aus-

zuweichen, stellt kein überzeugendes Argument dar, weil sie gemäss ih-

ren Aussagen fast jeden Morgen an ihrem Wohnort vorbeigegangen sein 

will (vgl. Akte E6/12 S. 6 f. und 9) und dort hätte festgenommen werden 

können; ausserdem wäre damit zu rechnen gewesen, dass sie im Fall ei-

nes tatsächlich vorhandenen Interessens der Behörden auch bei ihren 

Verwandten, somit auch bei ihrer Schwägerin, gesucht worden wäre. 

Schliesslich spricht auch das Vorbringen, wonach die Beschwerdeführerin 

am 6. September 2013 auf Geheiss des Polizeioffiziers auf dem Posten 

vorbeigegangen sein will und zum Bruder befragt worden sei (vgl. Be-

schwerdeakten act. 1) – sich somit auf eigene Initiative in die Hände der 

sri-lankischen Behörden begeben haben will – dagegen, dass sie im heu-

tigen Zeitpunkt wegen ihrer Aktivitäten für die LTTE während der Jugend-

zeit noch verfolgt sein soll. Andernfalls hätte sie diesen Schritt nicht ge-

wagt. Die in einem kopierten Schreiben im Beschwerdeverfahren nachge-

reichte Angabe, sie sei zu ihren Aktivitäten bei den LTTE am 4. Dezember 

2012 befragt und dabei gefoltert worden, vermag nicht zu überzeugen. 

Einerseits liegt das – undatierte – Schreiben nur in Kopie vor und ande-

rerseits sind die darin enthaltenen Angaben substanzlos und damit nicht 

überzeugend. Auch ihre Antwort auf die Frage, weshalb sie zu einer so 

speziellen Zielscheibe geworden sei, nämlich: "Vielleicht weil er mein Bru-

der ist", weist darauf hin, dass sie selbst nicht davon ausgeht, ihre frühere 

Tätigkeit für die LTTE sei verfolgungsrelevant, sondern vielmehr ihre ver-

wandtschaftliche Verbindung zu ihrem in der Schweiz lebenden Bruder 

als Grund für die geltend gemachten Behelligungen in den Vordergrund 

stellt. Folglich ist insgesamt aus der früheren Tätigkeit der Beschwerde-

führerin für die LTTE nicht auf eine Verfolgung durch die sri-lankischen 

Sicherheitskräfte im heutigen Zeitpunkt zu schliessen. 

7.6 Entgegen der Darstellung im Beschwerdeverfahren ergibt sich über-

dies aus den Akten des erstinstanzlichen Verfahrens nicht, dass die Be-

schwerdeführerin anlässlich der Befragung am 7. Mai 2010 misshandelt 

worden sei. Somit ist diese Angabe nachgeschoben und damit nicht 

glaubhaft.  

D-6864/2013 

Seite 22 

7.7 Aus den Akten ergibt sich des Weiteren, dass ausser ihr kein Famili-

enmitglied für die LTTE tätig gewesen sei (vgl. Akte E6/12 S. 5 f.). Damit 

vermag die in der Beschwerde vertretene Argumentation, wonach die Be-

schwerdeführerin aus einer tamilischen Familie stamme, welche Verbin-

dungen zu den LTTE gehabt habe, als mögliches Argument zur Begrün-

dung einer Verfolgung nicht zu überzeugen. Vielmehr ist davon auszuge-

hen, dass der Tod und das Verschwinden ihrer Familienangehörigen nicht 

auf eine der Familie vorgeworfene Verbindung mit den LTTE zurückzufüh-

ren ist. Wie das BFM zu Recht in der angefochtenen Verfügung feststell-

te, sind diese Ereignisse vielmehr im Zuge der damaligen Bürgerkriegs-

wirren und der unsicheren Situation nach Beendigung des Bürgerkrieges 

zu sehen.  

7.8 Überdies brachte die Beschwerdeführerin vor, sie werde wegen ihres 

in der Schweiz lebenden Bruders von Unbekannten beziehungsweise von 

den Behörden Sri Lankas verfolgt und bedroht. Diesbezüglich sind ihre 

Aussagen weder stringent noch übereinstimmend. Vielmehr hat sie mehr-

fach unterschiedliche Angaben vorgebracht und damit ein unklares und 

verwirrendes Bild der geltend gemachten Verfolgung hinterlassen. In der 

Eingabe vom 23. Juli 2010 (vgl. Akte E1/29) wurde zuerst dargelegt, sie 

sei vom Militär gesucht worden und habe bei den staatlichen Behörden 

keinen Schutz vor Verfolgung suchen können. Einzig beim Friedensrich-

ter habe sie ihre Aussagen unter Eid zu Protokoll geben können. Zu-

nächst ist diesbezüglich festzuhalten, dass Angehörige des Militärs als 

staatliche Behörde zu betrachten sind. Eine allfällige Verfolgung durch Mi-

litärangehörige stellt somit eine staatliche Verfolgung dar. Die Beschwer-

deführerin macht nicht deutlich, bei welcher staatlichen Behörde sie nicht 

habe um Schutz nachsuchen können. Diesbezügliche Aussagen sind so-

mit mangels Substanz wenig glaubhaft. Darüber hinaus belegt das einge-

reichte, offenbar vom Friedensrichter vereidigte Affidavit nur die Aussagen 

der Beschwerdeführerin, ohne dass dessen Inhalt überprüft worden wäre, 

weshalb es als Beweismittel untauglich ist. Ferner will sie gemäss der 

Eingabe vom 21. September 2010 auch von unbekannten Drittpersonen 

verfolgt worden sein, was sich mit der Eingabe vom 23. Juli 2010 nicht 

vereinbaren lässt, zumal dort nur von einer Verfolgung durch das Militär 

die Rede ist. In einer dritten Version legte die Beschwerdeführerin dar, sie 

werde von derjenigen Person verfolgt, welche ihren in der Schweiz le-

benden Bruder angeschossen habe und sich nun im Camp von 

J._______ befinde (vgl. Akte E3/3 S. 3). Dann wieder macht sie geltend, 

diese Person stehe nur unter dem Verdacht, ihren Bruder angeschossen 

zu haben (vgl. Akte E3/3 S. 3 unten), während sie an einer weiteren Stelle 

D-6864/2013 

Seite 23 

davon spricht, dass die Männer, welche ihren Bruder angeschossen und 

verletzt hätten, in B._______ seien und ihr Leben bedrohten (vgl. Akte 

E4/14 S. 1 und 3). Während der Befragung schliesslich will sie dann 

plötzlich wissen, wer die Urheber der Bedrohungen sind, nämlich Armee-

angehörige (vgl. Akte 6/12 S. 6). Später dann erwähnt sie, es handle sich 

um Angehörige der Sicherheitskräfte und von paramilitärischen Gruppie-

rungen, wobei die gleichen Leute auch ihre Eltern und einen Teil der Ge-

schwister umgebracht hätten (vgl. Akte E10/4 S. 2). Diese zahlreichen 

und wesentliche Teile des Sachvortrags betreffenden Ungereimtheiten 

und Ungenauigkeiten allein über die Urheber der Verfolgung vermögen 

nicht zu überzeugen, sondern sprechen dagegen, dass die Beschwerde-

führerin wie vorgebracht verfolgt und bedroht wurde.  

7.9 Unterschiedlich gab die Beschwerdeführerin auch an, wann sie erst-

mals wegen ihres in der Schweiz lebenden Bruders belangt worden sein 

will: Während dies anfänglich der 6. August 2010 gewesen sei (vgl. Akte 

E3/3 S. 2 und E4/14 S. 2), korrigiert sie dieses Datum anlässlich der Be-

fragung auf den 16. August 2010 (vgl. Akte E6/12 S. 6).  

7.10 Die Beschwerdeführerin wurde darüber hinaus anlässlich der Befra-

gung in Colombo gebeten, die in diesem Zusammenhang geltend ge-

machten Bedrohungen näher auszuführen. Ausweichend legte sie dar, 

nach diesem Vorfall hätten sie und ihre Schwester nicht mehr an ihrem 

Wohnort gelebt, sondern sich bei ihrer Schwägerin in H._______ auf-

gehalten (vgl. Akte E6/12 S. 7 oben). Auch diese ausweichende Sub-

stanzlosigkeit spricht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben.  

7.11 Für die Zeit zwischen dem 6. beziehungsweise 16. August 2010 und 

dem Termin der Befragung am 1. November 2010 machte sie keine Ver-

folgungsmassnahmen geltend (vgl. Akte E6/12 S. 7). Vielmehr sagte sie 

aus, das sei die erste und letzte Bedrohung gewesen. Dies spricht gegen 

das von ihr dargelegte eminente Interesse an ihrer Person. Andernfalls 

wäre damit zu rechnen gewesen, dass mit weiteren Handlungen den Dro-

hungen auch Nachdruck verliehen worden wäre. Allein aus den Angaben, 

welche sie von ehemaligen Nachbarn gehört haben soll, nämlich dass 

des nachts Hunde bellen würden und sich Personen um ihr Haus herum 

befänden, kann überdies nicht der Schluss gezogen werden, die Urheber 

der Bedrohungen – wer auch immer das sein mag – hätten nach wie vor 

Interesse an ihrer Person. Auch gestützt darauf bestehen ernsthafte 

Zweifel daran, dass die Beschwerdeführerin weiteren Behelligungen aus-

gesetzt gewesen sein soll. 

D-6864/2013 

Seite 24 

7.12 Für die Zeit nach dem 1. November 2010 bis zum heutigen Zeitpunkt 

machte die Beschwerdeführerin weitere Behelligungen geltend: So sollen 

sich am 25. März 2011 sechs Personen – die gleichen Leute, welche ih-

ren in der Schweiz lebenden Bruder angeschossen hätten – nach ihrem 

Aufenthalt erkundigt haben (vgl. Akte E 9/2 S. 2). Gemäss Eingabe vom 

21. September 2011 sollen diese Leute auch ihre Eltern und einen Teil ih-

rer Geschwister erschossen haben und zu den Sicherheitskräften und zu 

einer paramilitärischen Gruppierung gehören. In einen anonymen Brief 

soll sie ferner von Leuten, welche zur EDPD Beziehungen hätten, mit 

dem Tod bedroht worden sein, wobei es dieses Mal um eine Landstreitig-

keit gegangen sei. Ferner hätten am 2. Mai 2012 bewaffnete Kräfte an ih-

rem Wohnort nach ihrem verschollenen Bruder gefragt, worauf sie am fol-

genden Tag mit der Schwägerin das Camp aufgesucht habe, indessen 

nichts Neues über ihren verschollenen Bruder erfahren habe, sondern 

über ihren in der Schweiz lebenden Bruder befragt und bedroht worden 

sei. Am 28. November 2012 seien ihr ferner unbekannte Männer gefolgt, 

worauf sie sich im Garten beim Haus habe verstecken müssen. Am 

4. Dezember 2012 habe man sie ins Camp bestellt, wohin sie mit der 

Schwester ihrer Mutter gegangen sei, in einem Raum geführt und be-

tastet worden sei. Am 6. September 2013 sei sie erneut auf Geheiss ei-

nes Polizisten zur Befragung auf die Polizeistation gegangen, wo man ihr 

vorgeworfen habe, dass ihr in der Schweiz lebender Bruder beim (…) ei-

ne Klage gegen den sri-lankischen Staat eingereicht habe, und wo man 

sie habe nötigen wollen, diese Anklage zurückzuziehen und ein Foto ih-

res Bruders zu schicken. Sie werde ständig vom Militär und von Angehö-

rigen des CID bedroht. Am 27. September 2013 sei zudem ihr Haus 

durchsucht worden. Dabei habe man den Asylantrag des Bruders gefun-

den. All diese Vorbringen entbehren der notwendigen Substanz und er-

scheinen damit pauschal, plakativ und nacherzählt. Sie könnten von je-

dermann erfunden oder berichtet worden sein. Zudem sind sie in sich 

nicht logisch: Würde man tatsächlich nach der Person der Beschwerde-

führerin suchen, hätte mehrmals die Gelegenheit bestanden, sie im Camp 

oder auf dem Posten festzunehmen und behördliche Massnahmen gegen 

sie festzulegen. Nichts davon ist indessen geschehen. Auch die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Drohungen sind unter diesem 

Gesichtspunkt zu sehen: Es bestand offenbar in all den Jahren kein An-

lass, einer Drohung Nachdruck zu verleihen, zumal sie immer ohne Fol-

gen geblieben sind. Zwar ist es denkbar, dass sich die Behörden nach 

dem in der Schweiz lebenden Bruder und nach seinen Absichten erkun-

digen sowie der Beschwerdeführerin als seiner Schwester dessen Ankla-

gen oder gerichtliche Eingaben, welche den sri-lankischen Staat allenfalls 

D-6864/2013 

Seite 25 

kritisieren, zum Vorwurf machen und diese Vorwürfe mit Drohungen un-

termauern; indessen ist aus dem Vorgehen der Sicherheitskräfte keine 

ernsthafte Absicht, der Beschwerdeführerin ein Leid anzutun oder sie in 

asylrelevanter Weise zu verfolgen, ersichtlich. Die Beschwerdeführerin 

war zudem gestützt auf ihre Aussagen jeweils in Begleitung einer ver-

wandten Person auf dem Posten zur Befragung, woraus ersichtlich ist, 

dass sie offensichtlich trotz des Verlustes ihrer nächsten Familienangehö-

rigen immer noch in einem funktionierenden familiären Beziehungsnetz 

eingebunden ist, welches ihr Schutz bietet und ihr behilflich ist. Allfällige 

Drohungen seitens Angehöriger der Sicherheitskräfte kann sie mit deren 

Hilfe bei den zuständigen Behörden ihres Heimatlandes anzeigen.  

7.13 Insgesamt sind die für den Zeitraum zwischen der Anhörung bei der 

schweizerischen Botschaft in Colombo vom 1. November 2011 und der 

Erhebung der Beschwerde am 24. Dezember 2013 geltend gemachten 

Vorfälle somit nicht konkret, wenig substanziell und beruhen auf den 

mehrmals wiederholten pauschalen Angaben, weshalb insgesamt man-

gels glaubhafter Angaben nicht von einer unmittelbar drohenden Verfol-

gungsgefahr im Sinne des Gesetzes auszugehen ist. 

7.14 Auch aus dem Verschwinden des anderen Bruders, der gemäss 

Zeugenaussagen (vgl. Akte E3/3 S. 2) zu einer Untersuchung mitgenom-

men worden sein soll, kann sie keine Verfolgung für sich ableiten, zumal 

entsprechende Beweismittel fehlen und es sich um eine blosse Parteibe-

hauptung handelt, welcher in Würdigung des Gesamtzusammenhangs 

kein Glaube geschenkt werden kann. Insbesondere gibt die Beschwerde-

führerin in diesem Zusammenhang einerseits an, sie habe erfahren, dass 

er tot sei (vgl. Akte E3/3 S. 2), während sie andererseits aussagte, er wer-

de vermisst (vgl. Akte E6/12 S. 2) beziehungsweise man habe keine Neu-

igkeiten von ihm (vgl. Akte E11/3 S. 2), was die Unglaubhaftigkeit der 

Aussagen untermauert.  

7.15 Insgesamt ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, glaubhaft 

darzustellen, dass sie in ihrem Heimatland in asylrelevanter Weise be-

droht ist. An dieser Einschätzung vermögen die im Mai 2014 – nach Ge-

währung des rechtlichen Gehörs zur Motivsubstitution – nachgereichten 

Beweismittel  und die mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 und mit Eingabe 

vom 4. November 2014 beigelegten Schreiben nichts zu ändern. Es han-

delt sich dabei gestützt auf die Angaben der Rechtsvertretung der Be-

schwerdeführerin um Bestätigungen von Parlamentsmitgliedern, gemäss 

welchen der in der Schweiz lebende Bruder der Beschwerdeführerin in 

D-6864/2013 

Seite 26 

seinem Heimatland verfolgt worden sei, weshalb für die Beschwerdefüh-

rerin die Gefahr einer Reflexverfolgung bestehe. In einem der Beweismit-

tel werde sogar erwähnt, dass sich die Beschwerdeführerin in Sri Lanka 

in Gefahr befinde. In einem weiteren Beweismittel werde bestätigt, dass 

sie Mitglied der LTTE gewesen sei, unter Beobachtung der Regierung 

stehe sowie oft aufgesucht, mit dem Tod bedroht und nach dem Aufent-

haltsort des Bruders gefragt worden sei. Ihr Leben sei gemäss Einschät-

zung des  Parlamentsmitgliedes in Gefahr. Gemäss Angabe der Rechts-

vertretung machte sie zudem mit Schreiben vom 20. Oktober 2014 (vgl. 

Eingabe vom 31. Oktober 2014) geltend, vom CID belästigt zu werden. 

Dazu ist Folgendes festzuhalten: 

7.15.1 Zunächst werden von Seiten der Rechtsvertretung keine konkreten 

und genauen Angaben darüber gemacht, auf welchem Weg diese Be-

weismittel in die Schweiz gelangt sind. Es wird einzig ausgeführt, der Bru-

der der Beschwerdeführerin sei auf der Beratungsstelle vorbeigekommen 

und habe darum gebeten, die Beweismittel nachzureichen beziehungs-

weise – unter Beilage eines Zustellcouverts aus Sri Lanka – die Be-

schwerdeführerin habe das Schreiben vom 20. Oktober 2014 geschickt. 

Angesichts der Angabe in der Stellungnahme vom 7. März 2014, wonach 

die Beschwerdeführerin nicht erreichbar sei und ihr in der Schweiz leben-

der Bruder aufgrund seines angeschlagenen psychischen Gesundheits-

zustandes nicht in der Lage sei, ein Gespräch zu führen, um zu den vor-

geworfenen Ungereimtheiten Stellung zu nehmen, erscheint es seltsam, 

dass dieser mit Parlamentsabgeordneten aus Sri Lanka Kontakt aufneh-

men und sie zu den eingereichten Stellungnahmen bewegen konnte. 

Schon aus diesem Grund bestehen grundsätzliche Zweifel an der Authen-

tizität der eingereichten Beweismittel. Zudem lassen sich diese Aussagen 

nicht vereinbaren mit der nachträglichen Sendung vom 4. November 

2014, wonach die Beweismittel – ebenfalls als Kopien – an die Schweize-

rische Vertretung in Colombo gesandt wurden.  

7.15.2 Sodann handelt es sich bei diesen Beweismitteln nicht um Origina-

le, sondern um Kopien. Beweismittelkopien haben indessen infolge der 

verhältnismässig einfachen Möglichkeit zur Fälschung einen geringen Be-

weiswert und sind insbesondere nicht geeignet, einen Sachverhalt zu be-

legen, der aus andern Gründen – wie vorliegend – nicht als glaubhaft zu 

betrachten ist.  

7.15.3 Darüber hinaus geben die Schreiben der Parlamentsabgeordneten 

inhaltlich den von der Beschwerdeführerin und ihrem Bruder dargestellten 

D-6864/2013 

Seite 27 

Sachverhalt wider, wobei nicht ersichtlich ist, ob die unterzeichneten Ab-

geordneten den Sachverhalt überprüft haben oder nicht. Unter diesen 

Umständen ist es – insbesondere im Hinblick auf die bereits festgestellte 

Unglaubhaftigkeit der Angaben – naheliegend oder kann zumindest nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass es 

sich um Gefälligkeitsschreiben handelt, welche als Beweismittel untaug-

lich sind. 

7.15.4 Schliesslich ist auch festzustellen, dass einzelne Teile der erwähn-

ten Schreiben inhaltlich nicht zu den Angaben der Beschwerdeführerin 

passen und in sich widersprüchlich sind: So geht aus dem Schreiben vom 

5. April 2014 zunächst hervor, dass der in der Schweiz lebende Bruder 

der Beschwerdeführerin das einzige übrig gebliebene Familienmitglied 

sei, was aktenwidrig ist. Dann wird im gleichen Schreiben jedoch er-

wähnt, dass ein weiterer Bruder vermisst und eine seiner Schwestern an 

verschiedenen Meetings und Demonstrationen teilgenommen habe sowie 

von der sri-lankischen Polizei und dem militärischen Geheimdienst ver-

folgt werde. Sollte damit die Beschwerdeführerin gemeint sein, so machte 

diese weder eine Verfolgung durch den militärischen Geheimdienst noch 

die Teilnahme an Meetings und Demonstrationen geltend. Im Schreiben 

vom 4. Juli 2014 wird ferner festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in 

B._______ lebe und im Schreiben vom 14. Mai 2014 wurde dargelegt, sie 

lebe in einem der Häuser der Familie. Angesichts dieser Angabe müsste 

mit ihr ein Kontakt hergestellt werden können, was indessen in der Stel-

lungnahme vom 7. März 2014 bestritten wurde. Im Schreiben vom 

14. Mai 2014 wurde zudem dargelegt, der in der Schweiz lebende Bruder 

der Beschwerdeführerin habe einen Brief geschrieben, womit deutlich 

zum Ausdruck kommt, dass er offenbar trotz seiner Traumatisierung in 

der Lage ist, Stellung zu nehmen, was mit der Darstellung in der Eingabe 

vom 7. März 2014 ebenfalls nicht übereinstimmt.  

7.15.5 Ferner fällt auf, dass die mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 einge-

reichten Beweismittel derart gefaltet sind, dass sie gar nicht in das beige-

gelegte Zustellcouvert passen. Vielmehr wäre zu erwarten, dass – sollten 

das Schreiben vom 20. Oktober 2014 und die Beweismittelkopien tat-

sächlich miteinander in die Schweiz geschickt worden sein – alle die glei-

chen Papierfalze aufweisen müssten, was nicht der Fall ist und vermuten 

lässt, dass sie nicht miteinander im gleichen Couvert geschickt worden 

sein können. Im Übrigen sind auch diese Beweismittel bloss als Kopien 

vorhanden und weisen – wie bereits erwähnt – schon aus diesem Grund 

einen tiefen Beweiswert auf.  

D-6864/2013 

Seite 28 

7.15.6 Angesichts dieser Ungereimtheiten sind die nachgereichten 

Schreiben von Parlamentsabgeordneten nicht tauglich, den aus andern 

Gründen als unglaubhaft dargelegten Sachverhalt in einem glaubhaften 

Licht erscheinen zu lassen.  

7.16 Gegen die dargelegte Gefährdung spricht schliesslich auch, dass 

betreffend der im Heimatland lebenden Schwester von der Beschwerde-

führerin keine asylrelevante Verfolgung geltend gemacht wurde.    

7.17 Der Beschwerdeführerin ist es demnach nicht gelungen, glaubhaft 

zu machen, dass sie im Fall des Verbleibs in ihrem Heimatland aufgrund 

ihrer früheren Aktivitäten für die LTTE und wegen der Tätigkeiten ihres in 

der Schweiz lebenden Bruders dem Risiko einer Verfolgung beziehungs-

weise Reflexverfolgung im Sinne des Asylgesetzes oder demjenigen ei-

ner menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt wäre. Entgegen der 

Darstellung im Beschwerdeverfahren ist der Sachverhalt in genügender 

Weise erstellt. 

8.  

Zusammenfassend hat das BFM das Gesuch um Einreise in die Schweiz 

zu Recht abgelehnt, da die Schutzbedürftigkeit der Beschwerdeführerin 

im Sinne von Art. 20 i.V.m. Art. 3 AsylG nicht gegeben ist. Auch das Asyl-

gesuch aus dem Ausland wurde zu Recht abgelehnt, da es der Be-

schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 

AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Unter diesen 

Umständen kann auf die Prüfung der Zumutbarkeit der Ausreise in einen 

Drittstaat verzichtet werden, und die Verfügung der Vorinstanz ist zu bes-

tätigen. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass 

die Beschwerdeführerin nicht als schutzbedürftig zu erachten ist.  

9.  

Aus den Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-

desrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach 

abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen und in Gutheissung des Gesuchs um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung ist indessen in Anwendung 

D-6864/2013 

Seite 29 

von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

  

D-6864/2013 

Seite 30 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird 

gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige schweizerische Vertretung. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

Versand: