# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24d4263e-c14a-5db1-8921-8075a61712f0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2014 E-6060/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6060-2014_2014-11-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6060/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Markus König, 

Mit Zustimmung von Richter Walter Lang,  

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   Parteien 
 

A._______, 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 2. Oktober 2014 / N (…). 

 

 

E-6060/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-

staat im (…) 2010 und gelangte über Äthiopien, Sudan, Libyen nach Ita-

lien, wo er sich von Ende November 2010 bis zum (…) April 2014 auf-

gehalten habe. Am (…) April 2014 reiste er illegal in die Schweiz und 

stellte am 29. April 2014 ein Asylgesuch. Anlässlich der Befragung zur 

Person (BzP) vom 2. Juni 2014 führte der Beschwerdeführer unter ande-

rem aus, er habe in Italien einen legalen Aufenthaltsstatus gehabt, sei je-

doch nicht als Flüchtling anerkannt gewesen. Er sei mit einer Landsfrau 

verheiratet, die in der Schweiz lebe und hier als Flüchtling anerkannt 

worden sei (N …); Er habe sie Ende 2010 in Eritrea und am (…). Oktober 

2012 in der Schweiz zuletzt gesehen. Sie hätten einen gemeinsamen 

Sohn.  

Zur Begründung des Asylgesuchs führte er an, er sei Ende 2010 aus dem 

eritreischen Militärdienst desertiert und habe deswegen seinerzeit den 

Heimatstaat verlassen.  

B.  

Im Rahmen der Abklärungen im Hinblick zur allfälligen Durchführung des 

Dublin-Verfahrens ergab sich für das BFM, dass der Beschwerdeführer in 

Italien subsidiären Schutz gefunden hatte. Mit Zwischenverfügung vom 

6. August 2014 gewährte das BFM dem Beschwerdeführer das rechtliche 

Gehör im Hinblick darauf, bei dieser Sachlage voraussichtlich ein Nicht-

eintretensentscheid gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) 

zu fällen sei.  

Der Beschwerdeführer reichte am 15. August 2014 fristgerecht seine Stel-

lungnahme sowie ein Begleitschreiben seiner Ehefrau zu den Akten.  

Am 9. September 2014 stimmten die zuständigen italienischen Behörden 

einer Rückübernahme des Beschwerdeführers zu. 

C.  

Mit Verfügung vom 2. Oktober 2014 – eröffnet am 14. Oktober 2014 – trat 

das BFM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte seine Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete an, er müsse die Schweiz am Tag nach Eintritt der 

Rechtskraft der vorliegenden Verfügung verlassen. Gleichzeitig mit der 

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Seite 3 

Verfügung wurden dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten 

gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt.  

D.  

Mit Eingabe vom 20. Oktober 2014 an das Bundesverwaltungsgericht 

liess der Beschwerdeführer durch seine Rechtvertreterin Beschwerde ge-

gen die vorinstanzliche Verfügung einreichen. Dabei wurde namentlich 

die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung beantragt; das BFM sei 

anzuweisen, auf das vorliegende Asylgesuch einzutreten. In prozessualer 

Hinsicht wurden der Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses, die 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Beigabe eines 

unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person der Rechtsvertreterin be-

antragt.  

E.  

Der Instruktionsrichter bestätigte am 22. Oktober 2014 den Eingang der 

Beschwerde und verfügte, der Beschwerdeführer könne gemäss Art. 42 

AsylG den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend 

– endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher 

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Seite 4 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 2 

AsylG). 

1.4 Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

BFM ablehnt, ein Asylgesuch (oder ein Wiedererwägungsgesuch nach 

negativem Asylentscheid) auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, ist 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz nach Lehre und Pra-

xis auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht nicht eingetreten 

ist. Stellt die Beschwerdeinstanz fest, dass der Nichteintretensentscheid 

nicht hätte ergehen dürfen, enthält sie sich deshalb einer selbständigen 

materiellen Prüfung, hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die 

Sache zu neuer Entscheidfindung an die Vorinstanz zurück. 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG).  

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründete ihren Nichteintretensentscheid im Wesent-

lichen damit, es stehe fest, dass der Beschwerdeführer in Italien, einem 

sicheren Drittstaat, als Flüchtling anerkannt sei. Italien habe sich am 

9. September 2014 zu seiner Rückübernahme bereit erklärt. Soweit der 

Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 15. August 2014 den 

Wunsch geäussert habe, bei seiner Familie in der Schweiz bleiben zu 

wollen, sei unter anderem mit Hinweis auf die Rechtsprechung des Bun-

desverwaltungsgerichts festzuhalten, dass gemäss Art. 8 EMRK ver-

wandtschaftliche Bande nur dann unter den Schutz der Einheit der Fami-

lie fallen würden, wenn eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Bezie-

hung bestehe.  

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Seite 5 

4.2 Vor diesem Hintergrund sei vorliegend festzuhalten, dass die Anga-

ben des Beschwerdeführers bezüglich der Beziehung zur angeblichen 

Ehefrau widersprüchlich seien. So wolle er seine Frau zuletzt am (…) 

Februar 2012 in der Schweiz gesehen haben; gemäss Angaben der Frau 

im Begleitschreiben zur Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 15. 

August 2014 hätten sich die angeblichen Eheleute jedoch im Jahr 2010 

aus den Augen verloren und erst im Jahr 2014 wieder gefunden. Es be-

stünden zudem Zweifel daran, ob der Beschwerdeführer ernsthaftes Inte-

resse an dieser Ehebeziehung habe, zumal er seit Ende November 2010 

in Italien gelebt habe, dabei erst im April 2014 in die Schweiz gereist sei. 

Bei echtem Interesse wäre es ihm jedoch möglich gewesen, wesentlich 

früher in die Schweiz zu kommen. Sodann habe der Beschwerdeführer 

seit seiner Flucht aus Eritrea im Jahr 2010 bis zur Einreise in die Schweiz 

im Jahr 2014 keinen Kontakt zu seiner angeblichen Frau gehabt; deren 

am (…) geborener Sohn könne deshalb unmöglich sein Kind sein. Jeden-

falls könne nicht von einer echten Beziehung zu diesem Kind gesprochen 

werden, welches der Beschwerdeführer offenbar erst nach seiner Einrei-

se in die Schweiz kennengelernt habe.  

Insgesamt könne die Beziehung mit der angeblichen Ehefrau nicht als ge-

lebte Beziehung betrachtet werden, diese sei daher nicht schützenswert 

im Sinn von Art. 8 EMRK. Von einer Beziehung zum angeblichen Sohn 

könne nach dem Gesagten auch nicht die Rede sein.  

4.3 Es bestünden zwar Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllen würde, da er in Italien 

als Flüchtling anerkannt worden sei. Diesbezüglich müsste er jedoch im 

Sinn von Art. 25 Abs. 2 VwVG ein schutzwürdiges Interesse nachweisen, 

sollte einem Begehren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft in der 

Schweiz entsprochen werden. Dieser Nachweis könne vorliegend offen-

sichtlich nicht gelingen, wenn in einem Drittstaat bereits die Flüchtlingsei-

genschaft festgestellt und Schutz vor Verfolgung gewährt worden sei.  

4.4 Nach dem Gesagten könne der Beschwerdeführer nach Italien zu-

rückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non-Refoule-

ment-Prinzips befürchten zu müssen.  

5.  

5.1 In der Rechtsmitteleingabe wird gerügt, die Vorinstanz gehe fälschli-

cherweise davon aus, dass der Beschwerdeführer in Italien als Flüchtling 

anerkannt worden sei. Dieser habe dort gemäss Schreiben vom 9. Sep-

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Seite 6 

tember 2014 nur subsidiären Schutz erhalten, was ungefähr einer vorläu-

figen Aufnahme entspreche, nicht aber einer Anerkennung als Flüchtling.  

5.2 Soweit die Vorinstanz von einer nicht-gelebten Beziehung des Be-

schwerdeführers mit seiner Frau ausgehe, sei diesen Ausführungen nicht 

zuzustimmen: Der Beschwerdeführer habe seine Frau am (…) geheiratet; 

eine Heiratsurkunde hätten sie nicht mitnehmen können, jedoch existiere 

ein Hochzeitsfoto in den Akten der Ehefrau. Die Eheleute seien zeitlich 

nacheinander aus Eritrea geflüchtet und getrennt nach Europa gelangt, 

wo sie sich erst im Oktober 2012 wieder gefunden hätten. Der Beschwer-

deführer habe seine Frau darauf in der Schweiz besucht, sei jedoch wie-

der nach Italien zurückgekehrt, da ihr Asylverfahren hier noch hängig ge-

wesen sei. Zur Geburt des Sohnes sei der Beschwerdeführer noch ein-

mal in die Schweiz gekommen. Ende 2013 habe die Ehefrau in der 

Schweiz Asyl erhalten. In der Folge habe der Beschwerdeführer zunächst 

das Geld beschaffen müssen, um wieder in die Schweiz reisen zu kön-

nen. Er sei darauf rasch möglichst zu seiner Familie gezogen und wohne 

seither mit dieser in Zürich.  

5.3 Die Ausführungen der Vorinstanz, wonach sich die Eheleute wider-

sprüchlich geäussert hätten, was aus der Stellungnahme respektive dem 

Begleitschreiben (beide vom 15. August 2014 datierend) der Ehefrau her-

vorgehe, seien nicht zutreffend. Das BFM stelle hierbei und auch im Wei-

teren falsche Behauptungen auf respektive gehe es von falschen Annah-

men aus: So werde fälschlicherweise geschlossen, der Beschwerdeführer 

könne aufgrund dessen, dass er zuletzt im Februar 2012 in der Schweiz 

gewesen sei, nicht der Vater des Kindes sein. Wie den Akten zu entneh-

men sei, habe der Beschwerdeführer gesagt, er habe seine Frau am 

(…) Oktober 2012 in der Schweiz zuletzt gesehen. In der summarischen 

Befragung sei zwar sein zweiter Besuch bei der Geburt des Sohnes nicht 

protokolliert worden; den Protokollstellen sei aber zu entnehmen, dass 

hier der Inhalt der Fragen falsch übersetzt oder verstanden worden sei.  

5.4 Dass der Beschwerdeführer nicht früher zu seiner Frau in die Schweiz 

gereist sei, obwohl er seit Ende 2010 in Italien gelebt habe, liege darin 

begründet, dass er erst im Oktober 2012 überhaupt erfahren habe, dass 

sich seine Frau in der Schweiz aufhalte. Er habe damals seine Frau so-

fort besucht. Er sei nur deswegen wieder nach Italien zurückgekehrt, weil 

damals ihr Asylverfahren noch hängig und es daher wahrscheinlich ge-

wesen sei, dass er von den Behörden nach Italien zurückgeschickt wer-

den würde. Hingegen seien die Eheleute telefonisch in engem Kontakt 

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geblieben. Dem Beschwerdeführer sei es in Italien angesichts der dort 

widrigen Lebensumstände knapp möglich gewesen, sein Leben zu 

bestreiten, allein aus diesem Grund seien ihm weitere Besuche in der 

Schweiz finanziell nicht möglich gewesen. 

5.5 Vor diesem Hintergrund sei sehr wohl von einer gelebten Beziehung 

der Eheleute zu sprechen; beide hätten sich zudem nach der Einreise 

des Beschwerdeführers in die Schweiz sofort darum bemüht, hier auch 

gemeinsam leben zu können. Seine Ehefrau bestätige denn auch in ih-

rem Begleitschreiben, dass sie mit ihm leben wolle und ausserdem bei 

der Erziehung und Betreuung des gemeinsamen Kindes auf seine Hilfe 

angewiesen sei. Die Vorinstanz lasse sodann ausser Acht, dass der Be-

schwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz mit seiner Frau und 

seinem kleinen Kind lebe, wobei sich in dieser Zeit durchaus eine enge 

Beziehung habe entwickeln können, zumal er sich aktiv an der gemein-

samen Betreuung seines Sohnes beteilige und sich um ihn kümmere. 

Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass die Ehefrau erneut von ihm 

schwanger sei.  

5.6 Insgesamt sei vorliegend von einer schützenswerten Beziehung im 

Sinn von Art. 8 EMRK zu sprechen. Der Beschwerdeführer habe somit 

ein schutzwürdiges Interesse am Verbleib bei seiner Ehefrau und na-

mentlich daran, dass er nicht nach Italien weggewiesen werde, auch 

wenn er dort über einen Schutzstatus verfüge. Die Vorinstanz sei folglich 

anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und die Wegweisung nach 

Italien aufzuheben.  

5.7 Da der Beschwerdeführer ausserdem seit dem (…) 2010 verheiratet 

sei, die Ehefrau nunmehr in der Schweiz als Flüchtling anerkannt sei, wä-

re überdies zu prüfen gewesen, ob die Voraussetzungen für den Einbe-

zug in das Familienasyl gemäss Art. 51 AsylG erfüllt sind. Die Vorinstanz 

habe diese Prüfung vorliegend unterlassen.  

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt aufgrund der vorliegenden Ak-

ten zum Schluss, dass sich die Rügen in der Beschwerde als im Wesent-

lichen berechtigt erweisen:  

6.2 So ist festzustellen, dass in der vorinstanzlichen Verfügung die einge-

reichte Stellungnahme des Beschwerdeführers und auch das von der 

Ehefrau verfasste Begleitschreiben offensichtlich mindestens teilweise 

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falsch wiedergegeben und interpretiert werden. So führt das BFM bei-

spielsweise aus, im Begleitschreiben bestätige die Frau, die Eheleute hät-

ten sich im Jahr 2010 aus den Augen verloren und erst im Jahr 2014 wie-

der gefunden. Diese Zeitangaben sind im besagten Begleitschreiben je-

doch nicht genannt; bestätigt wird darin lediglich, dass sich die Eheleute 

durch Flucht aus den Augen verloren hätten und glücklich seien, sich 

"nun" wieder gefunden zu haben. Diese Aussage ist mehrdeutig und die 

erwähnte Schlussfolgerung des BFM deshalb nicht zwingend. Die Vor-

instanz wäre gehalten gewesen, die Angaben der Ehefrau im Kontext zu 

den entsprechenden Protokollen zu betrachten und zu prüfen. Dazu wä-

ren auch die Akten der der Ehefrau beizuziehen gewesen – den Akten ist 

nicht zu entnehmen, dass dies geschehen wäre.  

6.3 Als unzutreffend erweist sich sodann die Feststellung des BFM, der 

Beschwerdeführer sei in Italien "als Flüchtling anerkannt" worden (vgl. 

Verfügung S. 4). Gemäss Schreiben der italienischen Behörden vom 

9. September 2014 wurde dem Beschwerdeführer dort "la protezione 

sussidiaria" gewährt, was mit dem Rechtstitel der vorläufigen Aufnahme 

in der Schweiz vergleichbar ist.  

6.4 Aus den vom Bundesverwaltungsgericht für das vorliegende Be-

schwerdeverfahren beigezogenen Akten der Ehefrau ergibt sich einer-

seits, dass diese im Wesentlichen identische Angaben zu ihrer Ehe-

schliessung machte wie der Beschwerdeführer. Das BFM scheint diese 

als glaubhaft erachtet zu haben; jedenfalls enthält der interne "Antrag po-

sitiver Asylentscheid N (…)" (Aktenstück A15/3) die Formulierung: "Ihren 

Ehemann konnte sie in der Zwischenzeit über eine Schwester des Ehe-

mannes ausfindig machen. Er hält sich zurzeit in Italien auf und hat sie 

bereits in der Schweiz besucht. Ihr gemeinsamer Sohn wurde am (…) 

geboren". Als zentraler Grund für die Asylgewährung wurde in diesem Ak-

tenstück "Ehefrau eines Deserteurs" vermerkt. 

6.5 Auch die zeitlichen Annahmen des BFM im Zusammenhang mit der 

Geburt des Sohnes erweisen sich bei Durchsicht der Akten, wie in der 

Beschwerde zu Recht gerügt, als unzutreffend. Der Beschwerdeführer 

hatte das Ende (respektive den Anfang) eines einwöchigen Besuchs in 

der Schweiz nicht auf den "(…). Februar 2012" (vgl. Verfügung S. 3), 

sondern zweimal auf den (…) Oktober 2013 datiert (vgl. Protokoll BzP S. 

3 und 5). Mit dieser Zeitangabe lässt sich eine Vaterschaft des Be-

schwerdeführers zu dem am (…) geborenen Kind offensichtlich problem-

los vereinbaren.  

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Seite 9 

Hinzu kommt, dass bereits in der Geburtsmitteilung vom (…), die sich in 

den Akten der Ehefrau befindet, als Familienname des Sohnes derjenige 

des Beschwerdeführers aufgeführt wurde. Im nun eingereichten Auszug 

aus dem Zivilstandsregister ist ebenfalls der Beschwerdeführer als Vater 

des Kindes namentlich eingetragen.  

6.6 Schliesslich setzt sich die Vorinstanz in ihrer Verfügung auch nicht mit 

der Tatsache auseinander, dass der Beschwerdeführer spätestens seit 

seiner Einreise in die Schweiz im April 2014 mit seiner Familie zusammen 

wohnt, mithin die Beziehung zu Frau und Kind nun offenbar seit ungefähr 

einem Dreivierteljahr lebt.  

6.7 Dem BFM ist insofern beizupflichten, als das Verhalten des Be-

schwerdeführers, der seine Ehefrau ein- beziehungsweise zweimal in der 

Schweiz zurückgelassen haben und nach Italien zurückgekehrt sein will, 

in der Tat schwer nachvollziehbar erscheint. Allerdings wurde er bei der 

Kurzanhörung vom 2. Juni 2014 zu seinen Beweggründen nicht näher be-

fragt. Die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde (vgl. dort 

S. 2 und 3 f.) erscheinen jedenfalls nicht unplausibel. 

6.8 Nach dem Gesagten hat das BFM in mehrfacher Hinsicht den Sach-

verhalt falsch festgestellt. Vor diesem Hintergrund konnte das Nichteintre-

ten gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG nicht rechtskonform ergehen. 

6.9 Nachdem sich die Frage nach einer Heilung dieser Mängel nicht stel-

len kann, ist direkt zu entscheiden und in Anwendung von Art. 111a Abs. 1 

AsylG auf die Durchführung eines Schriftenwechsels zu verzichten. 

6.10 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, der ange-

fochtene Nichteintretensentscheid ist aufzuheben und die Sache an das 

BFM zur rechtskonformen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts zurückzuweisen. Dabei wird das BFM auch dem neu auf Beschwer-

deebene genannten Vorbringen, die Ehefrau sei erneut vom Beschwerde-

führer schwanger, Rechnung zu tragen haben. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

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Seite 10 

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wur-

de keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten 

aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Ge-

stützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 

VGKE) ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine Parteient-

schädigung von insgesamt Fr. 800.– (inkl. sämtlicher Auslagen und Ne-

benkosten). 

7.3 Bei diesem Verfahrensausgang werden die Anträge auf Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung, auf Befreiung von der Kostenvor-

schusspflicht und auf Beigabe einer amtlichen Rechtsvertretung gegen-

standslos. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Nichteintretensverfügung des BFM vom 2. Oktober 2014 wird aufge-

hoben. Die Sache wird zur Weiterführung des Verfahrens an das BFM 

überwiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 800.– 

auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Markus König Eveline Chastonay 

 

 

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