# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6ee7b18-3946-5cce-aa9a-63b599875574
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2022 C-259/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-259-2020_2022-05-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-259/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 2 2   

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richter Michael Peterli,  

Richterin Caroline Gehring,    

Gerichtsschreiberin Marion Sutter. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland),   

vertreten durch Dr. iur. Barbara Wyler, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Anspruch auf eine Invalidenrente, 

Verfügung IVSTA vom 27. November 2019. 

 

 

 

C-259/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) wurde am 

(…) 1972 geboren, ist deutscher Staatsangehöriger und lebt in Deutsch-

land. Er hat eine Tochter (Jg. 2012) aus einer früheren Beziehung (vgl. Ak-

ten der Sozialversicherungsanstalt B._______, Aktennummer [im Folgen-

den: IV-act.], 1, 7 S. 2 f.). In den Jahren 1999 bis 2015 war er in der Schweiz 

erwerbstätig und entrichtete dabei Beiträge an die obligatorische schwei-

zerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; vgl. 

IV-act. 59 S. 64 und 67 ff.). Zuletzt war der gelernte Forstwirt (vgl. IV-act. 6) 

ab März 2004 als LKW-Chauffeur angestellt bei der C._______, (…). Ende 

Februar 2015 wurde die Kündigung infolge einer Reorganisation des Fuhr-

parks (vgl. IV-act. 34 S. 166) ausgesprochen, die per Ende Oktober 2015 

wirksam wurde. Der letzte effektive Arbeitstag war der 27. März 2015  

(IV-act. 12). Am 28. März 2015 rutschte der Versicherte auf einer nassen 

Wiese aus und zog sich eine Verletzung des rechten oberen Sprungge-

lenks (im Folgenden auch: OSG) zu, wofür die Unfallversicherung 

D._______ anfänglich Leistungen erbrachte (vgl. D._______-Akten; IV-

act. 11 S. 201-206). Am 4. März 2016 (Eingang: 7. März 2016) liess der 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt E._______, bei der IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) seine IV-

Anmeldung zum Bezug von Leistungen der schweizerischen Invalidenver-

sicherung (berufliche Integration/Rente) vom 1. März 2016 (IV-act. 1) ein-

reichen (IV-act. 3). Als Krankheitsgrund gab er die folgende seit dem 

28. März 2015 bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung an: «Sprung-

gelenk/Fussgelenk rechts gebrochen, Nerven geschädigt» (IV-act. 1 S. 6).  

B.  

B.a Mit Schreiben vom 21. März 2016 übermittelte die IVSTA die IV-Anmel-

dung des Versicherten an die Sozialversicherungsanstalt B._______ (im 

Folgenden: kantonale IV-Stelle) zur Abklärung und Beschlussfassung  

(IV-act. 2). Die kantonale IV-Stelle klärte insbesondere unter Beizug der 

Akten der Unfallversicherung D._______ (IV-act. 11) die medizinischen und 

wirtschaftlichen Verhältnisse ab. Den von der kantonalen IV-Stelle mit 

Schreiben vom 2. März 2017 (vgl. IV-act. 39 S. 1) eingeholten «Fragebo-

gen Arbeitsvermittlung» vom 27. März 2017 liess der nunmehr durch 

Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler vertretene Versicherte mit Schreiben 

vom 29. März 2017 ins Recht legen (IV-act. 42). Mit Vorbescheid vom 

19. April 2017 kündigte die kantonale IV-Stelle dem Versicherten an, er ha-

ben keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen. Zur Begründung führte 

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sie aus, der Versicherte beziehe gemäss dem «Fragebogen Arbeitsvermitt-

lung» Arbeitslosengelder der Deutschen Arbeitslosenversicherung, womit 

der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen in der Schweiz erloschen 

sei (IV-act. 44). Mit Verfügung vom 15. Juni 2017 bestätigte die IVSTA den 

Vorbescheid vom 19. April 2017 (IV-act. 50 S. 4 ff.). Diese Verfügung trat 

in der Folge unangefochten in Rechtskraft. 

B.b Nach der Einholung einer Stellungnahme des regionalen ärztlichen 

Dienstes (nachfolgend: RAD) vom 2. März 2017 (vgl. S. 6 des internen 

[nicht in den Vorakten liegenden] Dokuments «Case Tracking» der kanto-

nalen IV-Stelle [Beilage zu BVGer-act. 4]) sowie nach der Durchführung 

des Einkommensvergleichs vom 27. April 2017 (IV-act. 64) kündigte die 

kantonale IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 31. Oktober 

2017 an, er habe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Zur Begrün-

dung führte sie aus, der Versicherte sei seit dem 28. März 2015 (Beginn 

der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Der 

RAD habe festgestellt, dass nach Ablauf der sechsmonatigen Wartefrist 

nach der Anmeldung in einer angepassten Tätigkeit medizinisch-theore-

tisch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgewiesen sei. Der Einkommens-

vergleich habe eine Erwerbseinbusse von Fr. 0.– und damit einen Invalidi-

tätsgrad von 0 % ergeben (IV-act. 63).  

B.c Den hiergegen vom Versicherten mit Eingabe vom 23. November 2017 

erhobenen Einwand im Wesentlichen mit den Anträgen, der Vorbescheid 

vom 31. Oktober 2017 sei aufzuheben und es sei ihm ab dem 1. August 

2016 eine Invalidenrente auszurichten (IV-act. 69), hiess die kantonale IV-

Stelle mit Mitteilung vom 16. Juni 2018 insoweit teilweise gut, als sie mit 

der beantragten Durchführung einer polydisziplinären medizinischen Un-

tersuchung einverstanden war (IV-act. 98). Mit Schreiben vom 12. Septem-

ber 2018 vergab die kantonale IV-Stelle den Auftrag für die polydisziplinäre 

Abklärung an die F._______, (…) (IV-act. 100). In der Folge teilte die kan-

tonale IV-Stelle dem Versicherten mit Mitteilung vom 3. Oktober 2018 die 

Namen der mit der Begutachtung betrauten Fachärzte mit und räumte ihm 

die Gelegenheit zur Einreichung triftiger Einwände gegen einen oder meh-

rere Gutachter ein (IV-act. 105). Die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung 

vom 28. Februar 2019 mitsamt den Teilgutachten in den Fachrichtungen 

Psychiatrie, Chirurgie, Neurologie und Allgemeinmedizin ging am 7. März 

2019 bei der kantonalen IV-Stelle ein (IV-act. 115). Am 11. März 2019 nahm 

der RAD zum F._______-Gutachten vom 28. Februar 2019 Stellung (vgl. 

S. 9 ff. des «Case Tracking» in Beilage zu BVGer-act. 4). 

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B.d Mit Vorbescheid vom 25. April 2019 kündigte die kantonale IV-Stelle 

dem Versicherten – in Ersetzung des Vorbescheids vom 31. Oktober 2017 

– die Abweisung seines Leistungsbegehrens an. Zur Begründung führte 

sie aus, das Wartejahr sei am 28. März 2016 abgelaufen. Ein Rentenan-

spruch entstehe jedoch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Die Anmeldung sei am 

7. März 2016 eingegangen. Ein allfälliger Leistungsanspruch würde damit 

erst per 1. September 2016 entstehen. Zu diesem Zeitpunkt habe jedoch 

gemäss dem RAD eine volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen. In dem im Vorbe-

scheid abgebildeten Einkommensvergleich errechnete die kantonale IV-

Stelle einen Invaliditätsgrad von 4 %. Da der lnvaliditätsgrad unter 40 % 

liege, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-act. 119). 

B.e Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 23. Mai 2019 Ein-

wand bei der kantonalen IV-Stelle (IV-act. 120). Nach gewährter Aktenein-

sicht (vgl. IV-act. 121) beantragte der Versicherte mit Einwandergänzung 

vom 24. Juni 2019, der Vorbescheid vom 25. April 2019 sei aufzuheben 

und es sei ihm nach Ablauf der Wartefrist eine ganze Invalidenrente aus-

zurichten. Er machte im Wesentlichen geltend, der behandelnde Ortho-

päde habe ihn an eine Fachklinik zwecks Vornahme einer Arthrodese (Ver-

steifung des oberen Sprunggelenks) überwiesen. Das interdisziplinäre 

Gutachten der F._______ müsse angesichts der bevorstehenden Verstei-

fung als unvollständig angesehen werden (IV-act. 123).  

B.f Mit Schreiben vom 9. August 2019 bat die kantonale IV-Stelle den Ver-

sicherten um Bekanntgabe, ob, wann sowie bei welchem Arzt die von ihm 

erwähnte Operation stattfinden werde. Gleichzeitig wies sie darauf hin, 

dass sie bei fehlender Operationsindikation durch einen Facharzt aufgrund 

der vorhandenen Akten über den Einwand entscheiden werde, wobei sie 

aufgrund der eingeholten Stellungnahme des RAD davon ausgehen 

werde, dass sich das derzeitige Restleistungsvermögen durch eine weitere 

Operation sehr wahrscheinlich nur verbessern könne (IV-act. 124). Mit 

Schreiben vom 6. September 2019 teilte der Versicherte mit, die Operation 

finde am 11. Oktober 2019 statt (IV-act. 127). Am 18. September 2019 er-

klärte die kantonale IV-Stelle dem Versicherten, sie werde die bevorste-

hende Operation vom 11. Oktober 2019 noch abwarten und bat ihn, den 

Operationsbericht und allfällige weitere sachdienliche Unterlagen so rasch 

wie möglich zuzustellen (IV-act. 129). Mit Schreiben vom 23. Oktober 2019 

legte der Versicherte insbesondere den vorläufigen Bericht des Klinikums 

G._______ vom 15. Oktober 2019 betreffend eine am 14. Oktober 2019 

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durchgeführte Arthroskopie des OSG rechts mit Synovialektomie, Knorpel-

glättung sowie Abtragung eines kleinen ventralen Osteophyten an der Tibia 

(vgl. IV-act. 131 S. 1-3) ins Recht (IV-act. 130).  

B.g Mit Verfügung vom 27. November 2019 hielt die Vorinstanz am Vorbe-

scheid vom 25. April 2019 fest und wies das Leistungsbegehren des Versi-

cherten ab. Zur Begründung führte sie ergänzend aus, der RAD habe fest-

gehalten, dass aufgrund der aktuell vorgelegten Berichte die angekündigte 

Versteifung des oberen Sprunggelenks nicht stattgefunden habe, da sie 

nicht erforderlich gewesen sei. Vielmehr sei lediglich eine komplikations-

lose Gelenkspiegelung durchgeführt worden. Der RAD habe damit an der 

bisherigen versicherungsmedizinischen Beurteilung – abgestützt auf die 

aktuellen Fachgutachten – festgehalten. Aufgrund dieser RAD-Stellung-

nahme sei der medizinische Sachverhalt vollständig abgeklärt. Die infolge 

der am 14. Oktober 2019 durchgeführten Arthroskopie aktuell bestehende 

Arbeitsunfähigkeit sei vorübergehender Natur und vermöge an der gut-

achterlichen Beurteilung nichts zu ändern (IV-act. 136). 

C.  

C.a Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch 

Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, mit Eingabe vom 14. Januar 2020 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die Verfü-

gung vom 27. November 2019 sei aufzuheben und das IV-Verfahren sei zu 

sistieren, bis das UVG-Verfahren abgeschlossen sei. Ausserdem seien zu-

sätzliche medizinische Abklärungen zu treffen. Eventualiter für den Fall, 

dass keine zusätzlichen medizinischen Abklärungen getroffen werden soll-

ten, sei dem Beschwerdeführer nach Ablauf der Wartefrist von sechs Mo-

naten nach der Anmeldung eine Invalidenrente zuzuerkennen. Subeventu-

aliter für den Fall, dass weder zusätzliche medizinische Abklärungen ge-

troffen werden sollten noch dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente zu-

gesprochen werden sollte, seien berufliche Massnahmen anzuordnen, un-

ter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Darüber 

hinaus stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung 

seines Sistierungsgesuchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen vor, dass ein reines Unfallgeschehen vorliege, so dass mit der Unfall-

versicherung koordiniert werden könne (Akten des Beschwerdeverfahrens 

vor dem Bundesverwaltungsgericht, Aktennummer [im Folgenden: BVGer-

act.] 1). 

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Seite 6 

C.b Mit Instruktionsverfügung vom 17. Januar 2020 forderte das Bundes-

verwaltungsgericht den Beschwerdeführer auf, das der Verfügung beige-

legte Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» ausgefüllt und 

mit den nötigen Beweismitteln versehen beim Bundesverwaltungsgericht 

einzureichen (BVGer-act. 3).  

C.c Mit Vernehmlassung vom 6. Februar 2020 stellte die Vorinstanz den 

Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung 

sei zu bestätigen. Im Übrigen verwies sie auf die von ihr eingeholte Stel-

lungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 31. Januar 2020. In dieser bean-

tragte die kantonale IV-Stelle ihrerseits die Abweisung der Beschwerde, 

verzichtete auf eine Stellungnahme und verwies auf die Akten, die Ausfüh-

rungen in der angefochtenen Verfügung sowie die Stellungnahmen des 

RAD (BVGer-act. 4).  

C.d Mit Schreiben vom 11. März 2020 verzichtete der Beschwerdeführer 

auf eine Replik (BVGer-act. 8). 

C.e Mit Verfügung vom 13. März 2020 schloss das Bundesverwaltungsge-

richt den Schriftenwechsel ab, unter Vorbehalt weiterer Instruktionsmass-

nahmen (BVGer-act. 9). 

C.f Mit Eingabe vom 17. März 2020 liess der Beschwerdeführer innert der 

mit Verfügung vom 18. Februar 2020 antragsgemäss erstreckten Frist 

(BVGer-act. 6 f.) das ausgefüllte Formular «Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege» inklusive Beilagen gemäss separatem Verzeichnis beim 

Bundesverwaltungsgericht einreichen (BVGer-act. 10).  

C.g Mit Zwischenverfügung vom 14. Mai 2020 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege gut und verzichtete entsprechend auf die Erhe-

bung von Verfahrenskosten. Gleichfalls hiess es das Gesuch des Be-

schwerdeführers um unentgeltliche Prozessverbeiständung gut und setzte 

ihm Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler als gerichtlich bestellte Anwältin 

bei (BVGer-act. 13).  

C.h Mit Instruktionsverfügung vom 27. November 2020 forderte das Bun-

desverwaltungsgericht den Beschwerdeführer auf mitzuteilen, ob er an sei-

nem Gesuch um Sistierung des vorliegenden Verfahrens festhalte (BVGer-

act. 14).  

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Seite 7 

C.i Mit Stellungnahme vom 7. Dezember 2020 beantragte der Beschwer-

deführer, das IV-Verfahren sei zu sistieren, bis das UVG-Verfahren abge-

schlossen sei oder bis er der Aufhebung der Sistierung freiwillig zustimme. 

Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, bei der Unfallversicherung 

D._______ seien die Einspracheverfahren gegen zwei D._______-Verfü-

gungen pendent. Es hätten ausserdem diverse medizinische Abklärungen 

bei deutschen orthopädischen Fachspezialisten und Radiologen stattge-

funden, vorwiegend betreffend die Frage, ob eine Versteifung des rechten 

oberen und unteren Sprunggelenks erforderlich sei. Letztlich sei dem Be-

schwerdeführer von der Versteifung abgeraten worden, solange die 

Schmerzsituation von ihm aushaltbar sei. Da weder der Unfallversicherung 

D._______-Grundfall noch die medizinische Behandlung abgeschlossen 

seien, sei der Sistierungsantrag gutzuheissen (BVGer-act. 15).  

C.j Die vom Bundesverwaltungsgericht ebenfalls zur Stellungnahme ein-

geladene Vorinstanz (vgl. BVGer-act. 16) verwies mit Schreiben vom 

30. Dezember 2020 auf die Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 

23. Dezember 2020 zum Sistierungsantrag des Beschwerdeführers, der 

sie nichts Weiteres hinzuzufügen habe (BVGer-act. 19). In der erwähnten 

Stellungnahme erklärte die kantonale IV-Stelle, der Beschwerdeführer 

habe in seinen Einwänden vom 23. November 2017 und 24. Juni 2019 je-

weils – neben den Unfallfolgen – auch ein psychisch auffälliges Verhalten 

thematisiert. Es erstaune daher, wenn der Beschwerdeführer nun argu-

mentiere, es würden reine Unfallfolgen vorliegen. Aufgrund der im IV-Ver-

fahren vorgenommenen medizinischen Abklärungen sei nicht nachvoll-

ziehbar, inwiefern sich durch das Verfahren bei der Unfallversicherung 

D._______ Änderungen bezüglich der Beurteilung des medizinischen 

Sachverhalts ergeben sollten. Es sei daher nicht notwendig, das Be-

schwerdeverfahren zu sistieren (Beilage zu BVGer-act. 21).  

C.k Mit Verfügung vom 5. Januar 2021 holte das Bundesverwaltungsge-

richt bei der Vorinstanz die aktualisierten Unfallversicherung D._______-

Akten ein (BVGer-act. 20), welche die Vorinstanz mit Schreiben vom 25. 

Januar 2021 (in Kopie sowie auf CD-Rom) einreichte (BVGer-act. 23). 

C.l Mit Zwischenverfügung vom 11. Februar 2021 sistierte das Bundesver-

waltungsgericht das vorliegende Beschwerdeverfahren und lud den Be-

schwerdeführer ein, zu gegebener Zeit die Wiederaufnahme des Verfah-

rens zu beantragen (BVGer-act. 24). 

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Seite 8 

C.m Mit Instruktionsverfügung vom 7. Januar 2022 lud das Bundesverwal-

tungsgericht den Beschwerdeführer ein, über den aktuellen Stand des Un-

fallversicherung D._______-Verfahrens zu informieren, insbesondere über 

allfällige zwischenzeitlich erfolgte medizinische Abklärungen, und mitzutei-

len, ob bereits ein Entscheid der Unfallversicherung D._______ vorliege 

(BVGer-act. 25).  

C.n Mit Noveneingabe vom 10. Februar 2022 erklärte der Beschwerdefüh-

rer, das Einspracheverfahren bei der Unfallversicherung D._______ sei im-

mer noch pendent und es seien zwischenzeitlich keine weiteren Erledi-

gungsschritte seitens der Unfallversicherung D._______ erfolgt. Auch sei 

die medizinische Behandlung bis heute nicht abgeschlossen. Der Be-

schwerdeführer legte der Eingabe Arbeitsfähigkeitsbescheinigungen und 

verschiedene, teilweise bereits in den Vorakten liegende medizinische Un-

terlagen der Jahre 2016 bis 2020 bei und hielt an seinem Antrag auf Gut-

heissung der Beschwerde fest (BVGer-act. 26). 

C.o Mit Verfügung vom 29. März 2022 hob das Bundesverwaltungsgericht 

die Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens auf und brachte 

der Vorinstanz die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 10. Februar 2022 

zur Kenntnis (BVGer-act. 27).  

C.p Auf die weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der 

angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb 

er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG [SR 

172.021]; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Nachdem ihm mit Zwi-

schenverfügung vom 14. Mai 2020 die unentgeltliche Rechtspflege ge-

währt worden war, ist auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 

VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG). 

C-259/2020 

Seite 9 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 27. November 2019, mit welcher die Vorinstanz das erst-

malige Leistungsgesuch des Beschwerdeführers mangels anspruchsbe-

gründender Invalidität abgelehnt hat. Aufgrund der Rechtsbegehren ist vor-

liegend Prozessthema respektive streitig und vom Bundesverwaltungsge-

richt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat und in diesem Zusammenhang vorab, ob die Vorinstanz den rechtser-

heblichen Sachverhalt in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt 

hat.  

Nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden demge-

genüber die vom Beschwerdeführer unter dem Subeventualstandpunkt be-

antragten beruflichen Massnahmen, denn die Vorinstanz hat bereits mit 

Verfügung vom 15. Juni 2017 rechtskräftig entschieden, dass infolge Be-

zugs von Arbeitslosengeldern in Deutschland der Anspruch auf berufliche 

Massnahmen erloschen sei (vgl. Sachverhalt Bst. B.a; zur res iudicata, vgl. 

Urteil des BVGer C-3943/2020 vom 14. September 2020 E. 1.2 m. w. H.). 

Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-

Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit 

ausübt, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies 

gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren 

ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der 

Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurück-

geht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

3.2 Der Beschwerdeführer war zuletzt als Grenzgänger im Kanton 

B._______ erwerbstätig und wohnte, namentlich auch im Zeitpunkt der An-

meldung, in Deutschland, wo er noch heute lebt. Er macht einen Gesund-

heitsschaden geltend, der auf den Zeitpunkt seiner Tätigkeit als Grenzgän-

ger zurückgeht. Unter diesen Umständen war die Sozialversicherungsan-

stalt B._______ zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zustän-

dig und die angefochtene Verfügung vom 27. November 2019 wurde zu 

Recht von der IVSTA erlassen.  

  

C-259/2020 

Seite 10 

4.  

4.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), 

weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 27. November 2019 in Kraft standen; weiter aber auch 

Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, 

die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-

che von Belang sind. Die am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderun-

gen (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2017 2535), insbeson-

dere des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) vom 19. Juni 2020 und des Bundesgesetzes über den Allge-

meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) finden dem-

gegenüber vorliegend noch keine Anwendung.  

4.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 27. November 2019) eingetretenen Sachver-

halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Diese sind indessen soweit 

zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzu-

sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des 

Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des BGer 9C_24/2008 

vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).  

4.3 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger, wohnt in 

Deutschland und war in der Schweiz erwerbstätig. Damit gelangen vorlie-

gend das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, 

SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinie-

rung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, ins-

besondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verord-

nungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung (vgl. Art. 80a Abs. 1 IVG). Seit 

dem 1. Januar 2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) 

Nr. 1244/2010 (AS 2015 343), Nr. 465/2012 (AS 2015 345) und 

Nr. 1224/2012 (AS 2015 353) erfolgten Änderungen in den Beziehungen 

zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vor-

liegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im 

Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach 

C-259/2020 

Seite 11 

schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).  

5.  

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 

IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-

chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 

Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder 

teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut-

bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit 

in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

5.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (im Sinne von Art. 6 ATSG) ge-

wesen sind (Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % 

invalid (im Sinne von Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). Zusätzliche kumulative Vo-

raussetzung für einen Rentenanspruch ist, dass der Versicherte im Sinne 

von Art. 36 Abs. 1 IVG beim Eintritt der Invalidität während mindestens drei 

Jahren Beiträge an die Alters- Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV) geleistet hat, was vorliegend unbestrittenermassen der Fall ist 

(vgl. Sachverhalt Bst. A). 

5.3 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 

nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

Vollendung des 18. Altersjahrs folgt (zum Verhältnis zwischen Art. 28 

C-259/2020 

Seite 12 

Abs. 1 Bst. b und Art. 29 Abs. 1 IVG vgl. BGE 142 V 547 E. 3.2). Der An-

spruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach 

Art. 22 IVG beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG).  

5.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invalidi-

tätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Vier-

telsrente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditäts-

grad von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, 

die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der 

Schweiz haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine ab-

weichende Regelung vorsehen. Eine solche Regelung gilt seit dem 1. Juni 

2002 für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, 

sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 VO [EG] 

883/2004 und bis 31. März 2012 Art. 2 der Verordnung [EWG] Nr. 1408/71 

[SR 0.831.109.268.1]; BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1).  

5.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, stützen sich die Verwal-

tung und im Beschwerdefall das Gericht bei der Beurteilung der Ar-

beits(un)fähigkeit auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebenenfalls 

auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 132 V 

93 E. 4 m. w. H.). Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung 

im Laufe der Zeit zu beschreiben, d. h. mit den Mitteln fachgerechter ärzt-

licher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden 

die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei 

der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigun-

gen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine ab-

schliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson 

zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d. h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie 

aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind 

die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurtei-

lung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet wer-

den können (BGE 140 V 193 E. 3.2 m. w. H.). Die medizinischen Sachver-

ständigen und die rechtsanwendenden Stellen haben sich (zur zuverlässi-

gen Nachvollzieh- und Überprüfbarkeit) bei ihrer Einschätzung und Beur-

teilung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientie-

ren (vgl. BGE 145 V 361 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 sowie 

C-259/2020 

Seite 13 

unten E. 5.7.3). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist ent-

scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseiti-

gen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich-

tigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und 

Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).  

5.6 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). So darf das Gericht den von Versicherungsträgern im Verfahren 

nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen Sachver-

ständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, vol-

len Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-

verlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 

E. 4.4 m. w. H.). Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auf-

tragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdi-

gen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behan-

delnden Spezialarzt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 

655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc). 

Allerdings dürfen auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder 

Ärzte nicht vergessen werden, namentlich wenn sie wichtige – und nicht 

rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benen-

nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie-

ben sind (Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 mit Hin-

weis). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh-

bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis; vgl. auch 

BGE 139 V 225 E. 5.2; Urteil des BGer 8C_262/2016 vom 22. September 

2016 E. 4.2 m. w. H.). Die Stellungnahmen des RAD, welche nicht auf ei-

genen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräf-

tig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur 

um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizini-

schen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 

9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 

E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je m. w. H).  

C-259/2020 

Seite 14 

5.7 Die Prüfung, ob eine psychische Erkrankung wie eine anhaltende so-

matoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches 

Leiden (vgl. hierzu z. B. Urteil des BVGer C-534/2019 vom 18. Januar 2021 

E. 5.4.1.1; vgl. auch BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen 

(BGE 143 V 409 und 418) eine rentenbegründende Invalidität zu begrün-

den vermag, hat grundsätzlich anhand eines strukturierten Beweisverfah-

rens nach BGE 141 V 281 zu erfolgen (BGE 143 V 409 E. 4.5; 143 V 418 

E. 6 ff.). 

5.7.1 Ausgangspunkt der Prüfung und damit erste Voraussetzung für eine 

Anspruchsberechtigung bildet eine psychiatrische, lege artis gestellte  

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 141 V 281 

E. 2.1; 143 V 409 E. 4.5.2; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). Eine invalidenver-

sicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, 

wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der ersten Ebene auch 

unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 

standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädi-

gung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer 

ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und E. 2.2.1).  

5.7.2 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine ver-

sicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt auf der zweiten Ebene an-

hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren 

eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichti-

gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-

baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6). Die für die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das Bundesgericht wie folgt 

systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie «funktioneller Schwe-

regrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheitsschädigung» (Ausprä-

gung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behandlungs- und 

Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), «Persön-

lichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychi-

sche Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kontext» (E. 4.3.3) sowie Kate-

gorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Fak-

toren gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-

gleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliede-

rungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2).  

C-259/2020 

Seite 15 

5.7.3 Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl 

die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsan-

wendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den norma-

tiven Vorgaben zu orientieren. Grundlage bildet die – den einschlägigen 

Indikatoren folgende – Einschätzung des Leistungsvermögens durch die 

sachverständige ärztliche Person anhand der diagnostizierten gesundheit-

lichen Beeinträchtigungen der versicherten Person (BGE 141 V 281 

E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbe-

sondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen 

Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die 

ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Ar-

beitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 6). Ohne Einbezug 

solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen Praxis zu den organisch 

nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern (BGE 141 V 281 

E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche Arbeitsfä-

higkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2). In den 

konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Partizipation einzube-

ziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denjenigen Befunden er-

geben, welche auch für die Diagnose der Gesundheitsbeeinträchtigung 

massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den Alltagsfunktionen, 

welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose gehört, wird mit 

den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und anhand von 

Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können geltend gemachte 

Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung be-

stätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2). Entscheidend 

bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Stö-

rung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend 

nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 141 V 281 E. 6). 

Der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte 

Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die 

Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden 

Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Le-

bensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit 

zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, 

was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten 

der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zum 

Ganzen auch BGE 144 V 50 E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 143 V 418 E. 6).  

C-259/2020 

Seite 16 

5.7.4 Hinzuweisen bleibt darauf, dass die ärztliche Beurteilung der Arbeits-

fähigkeit von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge auf-

weist (BGE 145 V 361 E. 3.2.1 und 137 V 210 E. 3.4.2.3 je m. w. H.; Urteile 

des BGer 9C_585/2016 vom 29. November 2016 E. 3.3, 9C_397/2015 vom 

6. August 2015 E. 5.3). Gleiches gilt für die psychiatrische Exploration. Den 

medizinischen Sachverständigen eröffnet sich praktisch immer ein gewis-

ser Spielraum, innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, 

zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegan-

gen ist (Urteile des BGer 9C_338/2016 vom 21. Februar 2017 E. 5.5 m. w. 

H.; 9C_634/2015 vom 15. März 2016 E. 6.1). Weiter ist dem Unterschied 

zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag Rechnung zu tragen 

(BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des BGer 9C_397/2015 E. 5.3) und zwar 

auch dann, wenn es um psychische Beeinträchtigungen geht (Urteil des 

BGer 9C_585/2016 E. 3.3). 

6.  

Nachfolgend sind zunächst die wesentlichen medizinischen Unterlagen zu-

sammenfassend darzustellen:  

6.1 Im Operationsbericht vom 28. März 2015 stellte der Operateur Dr. med. 

H._______ der Klinik I._______ die Diagnose Bimalleolarfraktur, Weichteil-

schaden III. Grades bei geschlossener Fraktur oder Luxation des Unter-

schenkels und erklärte, der Versicherte habe sich durch einen Sturz und 

Distorsionstrauma eine einfache Fraktur zugezogen, welche mittels offener 

Reposition im Gelenkbereich der Fibula distal durch eine Platte und im Ge-

lenkbereich der Fibula distal durch Schrauben und Unterlegscheiben ope-

riert versorgt worden sei (IV-act. 11 S. 119 f.). In einem weiteren Operati-

onsbericht vom 21. April 2016 berichteten Dres. med. H._______ und 

J._______ der Klinik I._______, die Metallentfernung durchgeführt zu ha-

ben, wobei sich der intra- und postoperative Verlauf komplikationslos ge-

staltet habe. Der Versicherte sei gleichentags ohne inadäquaten Druck-

schmerz und kreislaufstabil entlassen worden (IV-act. 38 S. 10 f.). Gemäss 

dem Operationsbericht vom 22. April 2016 sei schliesslich infolge einer in-

kompletten Metallentfernung vom Vortag die Metallentfernung vervollstän-

digt worden, bei intra- und postoperativ komplikationslosem Verlauf (IV-act. 

38 S. 12 f.). 

6.2 Gemäss dem Austrittsbericht vom 14. Juni 2016 hielt sich der Versi-

cherte vom 9. Mai 2016 bis zum 8. Juni 2016 in der Klinik K._______ auf. 

Die behandelnden Ärzte der Klinik stellten hierbei fest, dass im Rahmen 

C-259/2020 

Seite 17 

der stationären Rehabilitation keine namhafte Verbesserung der Be-

schwerden habe erzielt werden können. Es sei eine erhebliche Symptom-

ausweitung beobachtet worden und davon auszugehen, dass bei gutem 

Effort eine bessere Leistung hätte erbracht werden können, als bei den 

Leistungstests und im Behandlungsprogramm gezeigt worden sei. Das 

Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit 

den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersu-

chung und der bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenü-

gend erklären. Die berufliche Tätigkeit als Chauffeur sei aktuell nicht zu-

mutbar. Hingegen sei eine wechselbelastende leichte bis mittelschwere Ar-

beit ohne wiederholtes Treppensteigen und Gehen in unebenem Gelände 

ganztags zumutbar (IV-act. 59 S. 12 ff.). 

6.3 Im Bericht der Klinik K._______ vom 13. Juni 2016 betreffend das psy-

chosomatische Konsilium vom 11. Mai 2016 wurden die psychopathologi-

schen Diagnosen des Verdachts auf eine leichte Minderintelligenz (ICD-10 

Z64.0) sowie von Malingerin mit der Differenzialdiagnose einer somatofor-

men Schmerzstörung, begleitet von dysfunktionalem Denkmuster, gestellt. 

Der Versicherte habe eine erhebliche Inkonsistenz im Verhalten gezeigt. 

Ausserdem habe er während des psychotherapeutischen Settings mitge-

teilt, dass er kein Interesse an der Mitarbeit beim Training habe. Bei dem 

emotional ausgeglichenen Versicherten liege insgesamt keine psychische 

Störung vor, die eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen 

könnte (IV-act. 59 S. 22 ff.). 

6.4 Im von der Versicherung L._______ eingeholten unfallchirurgisch-or-

thopädischen Fachgutachten vom 22. Februar 2017 gaben Dres. med. 

M._______ (Chefarzt) und N._______ (Oberarzt), beide Fachärzte für Un-

fallchirurgie, Orthopädie und spezialisierte Unfallchirurgie, zunächst die 

Vorgeschichte sowie die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden 

wieder. Im Rahmen des Untersuchungsbefunds hielten sie insbesondere 

fest, dass der Einbeinstand rechts nicht möglich und eine erhebliche Be-

rührungsempfindlichkeit im Bereich des Fussrückens auffällig sei. Ausser-

dem finde sich eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich 

des oberen Sprunggelenks rechts sowie eine Einschränkung der Beweg-

lichkeit im Bereich des unteren Sprunggelenk rechts. Auf dem Röntgenbild 

vom 16. November 2016 sei eine deutliche Verschmälerung des tibio-tala-

ren Gelenkspaltes insbesondere in der dorsalen Hälfte mit bereits erkenn-

baren deutlichen ostephytären Anbauten am Talus und dorsal sowie an der 

ventralen Tibiakante zu erkennen. Darüber hinaus beschrieben die beiden 

Ärzte eine Narbenbildung und Schwellneigung im Bereich des rechten 

C-259/2020 

Seite 18 

Sprunggelenks, eine neurologisch nachgewiesene Affektion des Ramus 

superficialis des Nervus peronaus, eine belastungsabhängige Beschwer-

desymptomatik sowie einen nächtlichen Ruheschmerz. Sie stellten im 

Sinne einer vorläufigen Einschätzung eine Minderung der Gebrauchsfähig-

keit des rechten Beines durch den Unfall vom 28. März 2015 von aktuell 

1/5 fest (IV-act. 46 S. 4 ff., 91 und 115 S. 22 ff.).  

6.5 Mit Stellungnahme vom 2. März 2017 erklärte RAD-Arzt Dr. med. 

O._______, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, die vorliegen-

den Arztberichte erwähnten einen Unfall mit bimalleolärer OSG-Fraktur 

rechts und erster Operation am 28. März 2015. Es handle sich um ein rei-

nes Unfallgeschehen, so dass mit der Unfallversicherung koordiniert wer-

den könne. Tätigkeiten mit Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, 

mit Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten, in kniender oder knie-

beugender Körperhaltung sowie überwiegende Geh- und Stehbelastung 

sollten vermieden werden. Überwiegend sitzend ausgeübte, angepasste 

Tätigkeiten mit leichter Wechselbelastung seien medizinisch-theoretisch 

zumutbar. Das sporadische Anheben und Tragen von mittelschweren Ge-

wichten von 10 bis 15 Kilogramm sei ebenfalls möglich (vgl. S. 6 des «Case 

Tracking» in Beilage zu BVGer-act. 4). 

6.6 Gemäss dem vom Beschwerdeführer mit Einwand vom 23. November 

2017 (vgl. Sachverhalt Bst. B.c) eingereichten Entlassungsbericht vom 

23. Mai 2017 befand sich dieser vom 24. April 2017 bis zum 19. Mai 2017 

in einer stationären Behandlung in der Klinik P._______. Die behandelnden 

Ärzte stellten die Diagnosen bimalleoläre Fraktur des oberen Sprungge-

lenks rechts und Syndesmoseruptur am 28. März 2015, offene Reposition 

einer einfachen Fraktur, Entfernung des Osteosynthesemate-rials am 19. 

September 2015 sowie Arthrose im rechten Sprunggelenk. Sie führten als 

positives Leistungsvermögen auf, der Versicherte könne leichte bis gele-

gentlich mittelschwere körperliche Tätigkeiten im Wechsel zwischen über-

wiegend im Sitzen und Stehen sowie zeitweise im Gehen in allen Schicht-

formen für sechs Stunden und mehr verrichten, wobei das häufige Heben, 

Tragen und Bewegen von Lasten über 15 Kilogramm, länger andauernde 

Arbeiten im Knien und Hocken sowie häufiges Ersteigen von Treppen, Lei-

tern und Gerüsten vermieden werden sollten. In seiner langjährigen Tätig-

keit als LKW-Fahrer sei er weniger als drei Stunden täglich leistungsfähig. 

Der Versicherte werde arbeitsunfähig entlassen bis zur Diagnoseabklä-

rung. Als weitere REHA-relevante Erkrankung erwähnten die behandeln-

den Ärzte eine schizoide Persönlichkeitsstörung (IV-act. 59 S. 2 ff.; in den 

C-259/2020 

Seite 19 

Akten liegt derselbe Bericht auch datierend vom 24. Mai 2017 [IV-act. 55 

S. 10 ff.]). 

6.7 Im von der Versicherung L._______ eingeholten neurologischen Gut-

achten vom 9. Juni 2017 stellte Dr. med. Q._______, Facharzt für Neuro-

logie, Physikalische Therapie und Psychotherapie, nach der Wiedergabe 

der Vorgeschichte nach Aktenlage sowie der Angaben des Beschwerde-

führers eine Sensibilitätsstörung im Bereich des medialen Fussrückens be-

ziehungsweise auf der Dorsalseite der Zehen I-III im Sinne einer Berüh-

rungsempfindlichkeit fest. Darüber hinaus bestünden in diesem Bereich 

neuropathische Schmerzen. Diese Beschwerden seien einer Teilschädi-

gung des rechten N. cutaneus dorsalis medialis, d. h. eines Hautastes des 

N. peroneus superficialis, zuzuordnen. Motorische Defizite seien bei der 

neurologischen Untersuchung nicht nachweisbar gewesen. Die Beein-

trächtigung der Funktionsfähigkeit (Invalidität nach Gliedertaxe) betrage 

weniger als 1/20 pro Bein (IV-act. 115 S. 29 ff.). 

6.8 Mit Stellungnahme vom 25. April 2018 hielt RAD-Arzt Dr. med. 

R._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, aufgrund der in 

der neurologischen Beurteilung von Dr. med. Q._______ vom 9. Juni 2017 

und der unfallchirurgischen Beurteilung von Dr. med. M._______ vom 

16. November 2016 bescheinigten Funktionseinschränkungen von ledig-

lich 1/5 beziehungsweise 20 % des rechten Beines sei die Beurteilung ei-

ner ganztags zumutbaren leichten bis mittelschweren Arbeit nachvollzieh-

bar. Er empfehle zur vertieften Abklärung ein bidisziplinäres Gutachten 

(Unfallchirurgie, Neurologie). Mit Stellungnahme vom 3. Juli 2018 erklärte 

Dr. med. R._______ auf die entsprechende Rückfrage der kantonalen IV-

Stelle hin, es sei sinnvoll, ein MEDAS-Gutachten mit den Fachdisziplinen 

Allgemeine Medizin, Unfallchirurgie, Neurologie und Psychiatrie in Auftrag 

zu geben (vgl. S. 8 f. des «Case Tracking» in Beilage zu BVGer-act. 4; vgl. 

unten E. 6.10).  

6.9 Zwischenzeitlich stellte Dr. med. S._______, Facharzt für Orthopädie 

und Unfallchirurgie, nach einer stationären Schmerz-Behandlung des Ver-

sicherten im Klinikum T._______ vom 4. Juni 2018 bis zum 8. Juni 2018 im 

vorläufigen orthopädischen Bericht vom 8. Juni 2018 die Diagnosen chro-

nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-

10 F45.1), schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2) sowie Schmerzen 

im Bereich des rechten Sprunggelenks posttraumatisch mit erheblichen 

psychosozialen Begleitumständen. Zum Behandlungsverlauf erklärte er, 

der Versicherte habe sich mindestens einmal ohne ärztliche Erlaubnis vom 

C-259/2020 

Seite 20 

Krankenhausgelände (in Richtung Supermarkt) entfernt und dem Pflege-

personal zu Beginn suggeriert, es sei mit ihm eine ambulante Therapie ver-

einbart worden. Er habe in jedem Gespräch ein Verlassen des Kranken-

hausgebäudes durchzusetzen versucht. Im Rahmen der Gruppendynamik 

habe er sich völlig inkompetent und indolent verhalten. In einem Gespräch 

mit den behandelnden Ärzten habe er geäussert, ihm sei das Wohlergehen 

der Mitpatienten völlig egal. Unter diesen Umständen habe zum Schutz der 

Mitpatienten die stationäre Therapie nicht wie geplant fortgesetzt werden 

können und der Versicherte sei vorzeitig entlassen worden. Infolge des ge-

störten Verhältnisses der Arzt-Patienteninteraktion sei eine ambulante oder 

stationäre weitere Behandlung nicht möglich. Eine psychiatrische oder so-

ziale Therapie erscheine eher zweckmässig (IV-act. 115 S. 55 ff.).  

6.10 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des von der kantonalen 

IV-Stelle eingeholten F._______-Gutachtens vom 28. Februar 2019 (IV-

act. 115 S. 1-21) stellten die Gutachter Dr. med. U._______, Facharzt für 

Allgemeine Chirurgie, Traumatologie des Bewegungsapparates und Sport-

medizin, Dr. med. V._______, Facharzt für Neurologie, Dr. med. 

W._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. 

X._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie insgesamt die 

nachfolgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

 Status nach Distorsion beim Spaziergang im Wald vom 28. März 2015 mit 

Bimalleolarfraktur des rechten OSGs (Fibula und Volkmann'sches Drei-

eck) sowie Ruptur der vorderen Syndesmose, Status nach Reposition und 

Osteosynthese der Fibula, Reposition und Osteosynthese des Volk-

mann'schen Dreiecks mit Schrauben, Naht der Syndesmose, gleichen-

tags. Verdacht auf Nervenentrapment (Ast des Nervus peroneus superfi-

cialis rechts). Am 19. September 2015 Schraubenentfernung tibial, Neu-

rolyse und Dekompression der Nerven. Status nach Metallentfernung des 

OSGs rechts am 21. April 2016, Reoperation tags darauf bei vergessener 

Unterlagscheibe; 

 subjektiv persistierende Schmerzen und Schwellungstendenz im rechten 

OSG, bei aktuell leicht aktivierter Arthrose. 

Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie an: 

 rein sensible Schädigung peripherer Endäste des Nervus peroneus (N. 

cutaneus dorsalis medialis am rechten Fussrücken); 

 im klinischen Aspekt aktuell keine Hyperpathie, Hyperalgesie oder Allody-

nie; 

C-259/2020 

Seite 21 

 keine Diagnose von Tragweite aus psychiatrischer Sicht; 

 leichte Persönlichkeitsakzentuierung (schizoid, narzisstisch, anankas-

tisch; ICD-10 Z73); 

 Prae-Adipositas = Übergewicht (BMI 27.4); 

 leichte (praeklinische) Hypothyreose; 

 Status nach Zuggurtungsosteosynthese einer Olekranonfraktur links am 

29. Februar 2012. 

Die vom Versicherten angegebenen Schmerzen im rechten Sprunggelenk 

bei Belastung seien nachvollziehbar. Die angegebene Schmerzstärke er-

scheine jedoch eher überzeichnet, dies bei einer auffallend niedrigen Mo-

tivation zur Selbsteingliederung. Der Versicherte könne sich mit seinen Be-

schwerden im privaten Alltag arrangieren, indem er vermehrt Fahrrad fahre 

und hierbei die Gelenke, vor allem das rechte obere Sprunggelenk, weni-

ger belaste. Der Versicherte sei sicher vermindert belastbar mit seinem 

rechten Sprunggelenk, welches degenerative Veränderungen zeige nach 

einer Bimalleolarfraktur, jedoch nicht wesentlich. Er könne weiterhin bis 

mittelschwere Lasten tragen und die Gehstrecken sollten nicht zu lange 

sein. Sitzen sei ebenfalls möglich. Ideal seien wechselbelastende Tätigkei-

ten. Das Einsetzen als Lastwagenfahrer mit der Notwendigkeit von Heben 

und Tragen von schwereren Lasten bis 50 Kilogramm sei nicht mehr durch-

führbar. Der Versicherte habe genügend Ressourcen, in einer Anstellung 

mit adäquater Belastung 100 % zu arbeiten mit dem erwähnten Belas-

tungsprofil. Zusätzliche Einschränkungen aus neurologischer Sicht ergä-

ben sich nicht. Namentlich könne keine Allodynie oder Hyperpathie bestä-

tigt werden; die sensiblen Defizite am Fussrücken seien funktional nicht 

leistungsmindernd. Aus allgemein-internistischer Sicht bestünden keine 

Funktionsstörungen.  

Der Beschwerdeführer sei ab dem Unfall vom 28. März 2015 in seiner Tä-

tigkeit als Lastwagenfahrer nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten 

beruflichen Tätigkeit sei er indessen voll arbeitsfähig. Möglich seien wech-

selbelastende Tätigkeiten bei mittelschwerer Belastung und ohne lange 

Gehstrecken unter Belastung. Retrospektiv sei der Beschwerdeführer aus 

gutachterlicher Sicht ab dem 28. März 2015 (Bimalleolarfraktur rechts) bis 

und mit der postoperativen Phase nach Schraubenentfernung tibial und 

Neurolyse vom 19. September 2015, d. h. bis zum 31. Oktober 2015, zu 

100 % arbeitsunfähig gewesen, dies auch in einer ideal angepassten Tä-

tigkeit. Danach könne von einer Arbeitsfähigkeit von sicher 50 % ausge-

C-259/2020 

Seite 22 

gangen werden in einer ideal angepassten Tätigkeit bei radiologisch be-

reits im Juli 2015 durchgebauter Fraktur, dies bis zur Reoperation (Me-

tallentfernung) im April 2016 bei möglicher Irritation durch das Metall. Nach 

der postoperativen Phase dieses Eingriffs, d. h. ab dem 1. Juni 2016, könne 

von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgegangen werden in einer ideal 

angepassten Tätigkeit. 

6.10.1 Im psychiatrischen Teilgutachten führte Dr. med. X._______ aus, 

entgegen der psychiatrischen Beurteilung vom 13. Juni 2016 (vgl. oben 

E. 6.3) habe er beim Versicherten während der Untersuchung vom 30. Ok-

tober 2018 keine reduzierte Intelligenz feststellen können. Vielmehr sei von 

persönlichkeitsbedingten Verhaltensauffälligkeiten auszugehen. Das Ver-

halten des Versicherten in der Kindheit sei als normal beschrieben worden, 

bei einer Tendenz zu introvertiertem und einzelgängerischem Verhalten. 

Der Versicherte verfüge über gute persönliche Ressourcen. So habe er 

beispielsweise nach einem LKW-Unfall mit Todesfolge keine Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit aufgewiesen. Auch die Erwerbsbiographie zeige 

die stabile persönliche Ressourcenlage, da sich der Versicherte auch bei 

mehrfachem Stellenwechsel stets ausreichend gut zurechtgefunden habe. 

Die zuletzt von der Klinik T._______ (vgl. oben E. 6.9) genannten Diagno-

sen einer schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2) sowie die An-

nahme einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-

schen Faktoren (ICD-10 F45.41) könnten gleichermassen nicht begründet 

werden (vgl. dazu unten E. 7.1.5). Aufgrund der eher leicht schizoiden, ein-

zelgängerischen wie auch egozentrischen, teils etwas zwanghaften Per-

sönlichkeitszüge erscheine ein Einzelarbeitsplatz eher sinnvoll und sollten 

Teamarbeiten eher vermieden werden (IV-act. 115 S. 90 ff.). 

6.10.2 Dr. med. U._______ erkannte im chirurgischen Teilgutachten auf-

grund der Untersuchung vom 2. November 2018 insbesondere einen leicht 

rechtshinkenden Gang des Versicherten sowie eine symmetrisch normale 

Beweglichkeit. Beide oberen Sprunggelenke seien stabil und wiesen keine 

Druckschmerzhaftigkeit, Ödeme oder Varizen auf. Die apparative Untersu-

chung vom 29. November 2018 (2-Phasen-SPECT des Skeletts und CT 

beider unteren Extremitäten) habe insbesondere rechtsseitig eine erhal-

tene Artikulation mit mässigen Unregelmässigkeiten fibular und tibial nach 

alter bimalleolarer Fraktur, ohne sichtbare Pseudarthrosespalten, jedoch 

mit eindeutig zentralen Unregelmässigkeiten im OSG mit verschmälertem 

Knorpel und osteophytären Ausziehungen sowie auch talusseitig sub-

chondralen Spongiosasklerosen und kleinen Geröllzysten aufgezeigt. Ins-

C-259/2020 

Seite 23 

gesamt bestehe kein Zweifel an einer derzeit nur leicht aktivierten Sekun-

därarthrose im rechten OSG. Der Beschwerdeführer beklage belastungs-

abhängige Schmerzen und eine Schwellungstendenz im rechten oberen 

Sprunggelenk mit einer Einschränkung der Gehdauer auf eine halbe 

Stunde mit Pausen von 15 Minuten sowie eine totale Gehdauer von etwa 

drei Stunden. Ausserdem stellte Dr. med. U._______ fest, dass der Versi-

cherte durchaus mobil sei und sich noch gut bewegen könne. Ihm fehle 

jedoch der Wille, sich anderen Tätigkeiten zuzuwenden. Die bisherigen 

Massnahmen seien aus gutachterlicher Sicht ausgeschöpft. Die angege-

benen Schmerzen im rechten Sprunggelenk bei Belastung seien nachvoll-

ziehbar, der Versicherte könne sich aber mit diesen Beschwerden arran-

gieren, indem er vermehrt Fahrrad fahre. Auch könne der Versicherte noch 

Autofahren. So habe er den Weg von Deutschland in das F._______ – 

wenn auch mit Pausen – gut bewältigt. Die gesamte Gehzeit sei mit drei 

Stunden nicht wesentlich vermindert (IV-act. 115 S. 109 ff.). 

6.10.3 Im neurologischen Teilgutachten erklärte Dr. med. V._______ dar-

über hinaus, anlässlich der Untersuchung vom 7. November 2018 habe der 

Versicherte im intellektuellen Niveau etwas schlichter imponiert, aber den-

noch während der gesamten Untersuchung sehr aufmerksam zugehört, 

kleine Fehler spontan und sofort korrigiert, und sei durchwegs voll vigilant 

gewesen. Dr. med. V._______ habe äusserlich kein Schmerzausdrucks-

verhalten beobachten können, weder mit affektiven noch mit vegetativen 

Korrelaten. Im Sensibilitätsstatus habe der Versicherte bezüglich einer 

exakt begrenzbaren Zone, dem Areal des Ramus superficialis Nervus pe-

roneus am rechten Fussrücken, Hypästhesie und Hypalgesie sowie Ther-

mhypästhesie angegeben. Während der Untersuchung habe indessen, so-

wohl bei (sanfter und auch stärkerer) Berührung als auch mit dem Warten-

berg-Nadelrad, keine Berührungsüberempfindlichkeit oder Hyperalgesie 

ausgelöst werden können. Das Vibrationsempfinden sei mit 8/8 bimalleolär 

normal. Im aktuellen klinischen Befund finde sich lediglich ein residuales 

leichtes sensibles Defizit im Areal des Nervus peroneus superficialis am 

rechten Fussrücken, sonst jedoch keine Schädigung motorischer Funktio-

nen, auch keine Schädigung des Nervus tibialis oder Nervus suralis res-

pektive Nervus saphenus am rechten Fuss. Die rein sensiblen Defizite be-

gründeten alleine zumindest für eine leidensangepasste Tätigkeit keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und wären für sich alleine genommen 

auch nicht beeinträchtigend für die Tätigkeit als Chauffeur. Limitierend sei 

die subjektive Schmerzempfindlichkeit im Sprunggelenkbereich, welche je-

doch ins Fachgebiet der Chirurgie falle. Eine primär neurogene Ursache 

dieser angegebenen Schmerzen könne nicht plausibilisiert werden. Auch 

C-259/2020 

Seite 24 

die Ausprägung der geltend gemachten Schmerzen könne aus neurologi-

scher Sicht nicht plausibel erklärt werden. Zusammenfassend könne aus 

rein neurologischer Sicht aktuell, wie auch durchgängig retrospektiv, eine 

normale Arbeitsfähigkeit für jegliche berufliche Tätigkeit angenommen wer-

den (IV-act. 115 S. 130 ff.).  

6.10.4 Dem allgemein-internistischen Teilgutachten von Dr. med. 

W._______ ist schliesslich zu entnehmen, dass der Versicherte anlässlich 

der Untersuchung vom 7. November 2018 in der Schilderung seiner Be-

schwerden adäquat und authentisch gewirkt habe, wobei eine gewisse 

Verbitterung und Ressentiments gegenüber subjektiv als bevorzugt emp-

fundenen Bevölkerungsgruppen aufgefallen seien. Dr. med. W._______ 

habe als Allgemein-Internist keine wesentlichen psychiatrischen Symp-

tome oder Pathologien feststellen können. Aus internistischer Sicht be-

stehe auch keine relevante Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 115 S. 148 ff.). 

6.11 Mit Stellungnahme vom 11. März 2019 hielt RAD-Arzt Dr. med. 

R._______ fest, das umfassende F._______-Gutachten beruhe auf einer 

vollständigen Aktenlage, sei medizinisch nachvollziehbar und in den 

Schlussfolgerungen plausibel. Es erfülle daher die in der Praxis geforder-

ten Kriterien vollumfänglich und prüfe ausserdem die Indikatoren, weshalb 

auf das Gutachten abgestellt werden könne. Im Rahmen der versiche-

rungsmedizinischen Beurteilung erklärte Dr. med. R._______ zusammen-

fassend, dass beim Versicherten ein invalidisierender Gesundheitsscha-

den infolge einer schmerzhaften Minderbelastbarkeit des rechten Sprung-

gelenks vorliege, wodurch der Versicherte bei der Arbeit eingeschränkt sei. 

Für die letzte Tätigkeit als Lastwagenfahrer bestehe daher seit dem 

28. März 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Für alle angepassten 

Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt habe für die Zeit vom 28. März 

2015 bis zum 31. Oktober 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit und für die 

Zeit vom 1. November 2015 bis zum 31. Mai 2015 (recte: 2016) eine Ar-

beitsunfähigkeit von 50 % bestanden; ab dem 1. Juni 2016 bestehe eine 

volle Arbeitsfähigkeit für adaptierte, d. h. für mittelschwere und wechselbe-

lastende Tätigkeiten (vgl. S. 9 ff. des «Case Tracking» in Beilage zu BVGer-

act. 4).  

6.12 In seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2019 ergänzte RAD-Arzt 

Dr. med. R._______ aufgrund der mit Einwand des Beschwerdeführers 

vom 24. Juni 2019 geltend gemachten bevorstehenden Versteifung des 

rechten Sprunggelenks, der Beschwerdeführer habe keinen Operationster-

C-259/2020 

Seite 25 

min sowie Einweisung zur stationären Behandlung mit Operation vorge-

legt. Es sei damit weder eine Operationsindikation fachärztlich festgestellt 

worden noch liege eine Einwilligung des Patienten vor. Wenn wirklich zu 

einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft eine weitere Operation 

durchgeführt werden sollte, könne sich das derzeitige Restleistungsvermö-

gen sehr wahrscheinlich nur verbessern, da sonst der Chirurg keine Ope-

rationsindikation stellen und der Beschwerdeführer zu dem Eingriff auch 

nicht einwilligen würde. Damit ergäben sich keine neuen medizinischen Di-

agnosen oder Befunde, die eine Änderung der bisherigen versicherungs-

medizinischen Leistungsbeurteilung gemäss dem F._______-Gutachten 

erforderlich machen würden (vgl. S. 12 des «Case Tracking» in Beilage zu 

BVGer-act. 4). 

6.13 Gemäss dem vom Beschwerdeführer mit Schreiben vom 6. Septem-

ber 2019 (vgl. Sachverhalt Bst. B.g) eingereichten Bericht des Klinikums 

G._______ vom 24. Juli 2019 seien die Befunde der arthrotischen Verän-

derungen im rechten oberen Sprunggelenk mit dorsaler Knorpelläsion aus-

führlich mit dem Versicherten besprochen worden. Dieser sei sich hinsicht-

lich einer operativen Versorgung (OSG-Arthrodese) noch unschlüssig und 

wünsche eine Zweitmeinung. In Zusammenschau der klinisch-radiologi-

schen Befunde werde eine Arthroskopie mit Synovektomie und gegebe-

nenfalls Knorpelglättung empfohlen (IV-act. 128 S. 1 f.).  

6.14 Gemäss dem vom Beschwerdeführer mit Schreiben vom 6. Septem-

ber 2019 (vgl. Sachverhalt Bst. B.g) ebenfalls eingereichten Bericht des 

Y._______ Klinikums vom 2. August 2019 wurden aufgrund aktuell ange-

fertigter Röntgenbilder nur geringe degenerative Veränderungen im rech-

ten oberen Sprunggelenk erkannt sowie eine Diskrepanz zwischen den be-

klagten Beschwerden des Versicherten und der Bildgebung festgestellt (IV-

act. 128 S. 4 f.).  

6.15 Dem vom Beschwerdeführer mit Schreiben vom 23. Oktober 2019 

(vgl. Sachverhalt Bst. B.g) eingereichten vorläufigen Operationsbericht des 

Klinikums G._______ vom 15. Oktober 2019 ist zu entnehmen, dass beim 

Versicherten am 14. Oktober 2019 wie geplant eine Arthroskopie beim obe-

ren Sprunggelenk rechts mit Synovialektomie, Knorpelglättung sowie Ab-

tragung eines kleinen ventralen Osteophyten an der Tibia durchgeführt 

wurde und der Versicherte am 15. Oktober 2019 mit eigenständig sicherer 

Mobilisation und reizlosen Wundverhältnissen aus der Klinik entlassen 

werden konnte (vgl. IV-act. 131 S. 1-3).  

C-259/2020 

Seite 26 

6.16 Mit Stellungnahme vom 1. November 2019 hielt RAD-Arzt Dr. med. 

R._______ fest, die aktuell vorgelegten Berichte (Bericht des Klinikums 

G._______ vom 24. Juli 2019 [vgl. oben E. 6.16], Bericht des Y._______ 

Klinikums vom 2. August 2019 [vgl. oben E. 6.17], mehrere Arbeitsunfähig-

keitsbescheinigungen und vorläufiger Bericht des Klinikums G._______ 

vom 15. Oktober 2019 [vgl. oben E. 6.18]) zeigten, dass die angekündigte 

Versteifung des oberen Sprunggelenks nicht stattgefunden habe, da sie 

nicht erforderlich gewesen sei. Vielmehr sei lediglich eine komplikations-

lose Gelenkspiegelung durchgeführt worden. Damit sei eine Änderung der 

bisherigen versicherungsmedizinischen Beurteilung – abgestützt auf die 

aktuellen Fachgutachten – nicht erforderlich (vgl. S. 13 f. des «Case Tra-

cking» in Beilage zu BVGer-act. 4). 

6.17 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer – 

neben verschiedenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (vgl. BVGer-

act. 1, Beilage 8, und BVGer-act. 26, Beilage 16) – die nachfolgenden 

neuen medizinischen Unterlagen eingereicht. 

6.17.1 Im Kurzbericht vom 9. Januar 2020 stellte Dr. med. Z._______, 

Facharzt für Orthopädie, die Diagnose OSG-Arthrose rechts, bei Zustand 

nach Plattenosteosyntheseversorgung im Rahmen einer bimalleoläre 

Fraktur. Er erklärte, die Arthroskopie habe keine Besserung gebracht. Der 

Versicherte beklage weiterhin Schmerzen bei Belastung und die Beweg-

lichkeit sei weiterhin eingeschränkt und schmerzhaft. Daher empfahl er 

eine Versteifung des rechten oberen Sprunggelenks (Beschwerdebeilage 

7, eingereicht mit Beschwerde vom 14. Januar 2020 [BVGer-act. 1]). 

6.17.2 In zwei Überweisungsscheinen vom 21. April 2020 und einem Über-

weisungsschein vom 20. Mai 2020 stellte Dr. med. Aa._______, Facharzt 

für Orthopädie und Unfallchirurgie des Zentrums Bb._______, die Diagno-

sen OSG-Arthrose rechts, Neuralgie rechts und TN-Arthrose rechts und 

empfahl die Durchführung einer Skelettszintigraphie RSO, eines MRT des 

OSG rechts sowie einer RSO (Radiosynoviorthese) des rechten OSG. Im 

Überweisungsschein vom 2. November 2020 überwies Dr. med. 

Cc._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, den Versicherten überdies an 

die Nuklearmedizin (alle Überweisungsscheine enthalten in Beschwerde-

beilage 17, eingereicht mit Noveneingabe vom 10. Februar 2022 [BVGer-

act. 26]).  

C-259/2020 

Seite 27 

6.17.3 In zwei Kurzberichten vom 21. März 2019 und 15. Juli 2019 stellte 

Dr. med. et Dipl.-Psych. Dd._______, Facharzt für Neurologie (Facharztti-

tel abrufbar unter: https://www.aerzte.de, abgerufen am 6. Mai 2022), die 

Diagnosen «10. Januar 2019 gesichert Schmerzen, 21. März 2019 gesi-

chert Polyneuropathie» sowie die Befunde «21. März 2019 ASR abge-

schwächt, Vibrationsempfinden an den Füssen reduziert». Er empfahl eine 

neurologische Kontrolle sowie eine stationäre Schmerztherapie (Be-

schwerdebeilagen 21 und 22, eingereicht mit Noveneingabe vom 10. Feb-

ruar 2022 [BVGer-act. 26]).  

6.17.4 Im Bericht des Klinikums G._______ vom 19. Juli 2019 wurden als 

Befunde arthrotische Veränderungen im OSG mit subchondraler Sklerosie-

rung und ostephytären Anbauten, ventral und dorsal betont, ohne Nach-

weis einer kortikalen Läsion sowie bei unauffälliger Knochenstruktur ange-

geben (Beschwerdebeilage 23, eingereicht mit Noveneingabe vom 

10. Februar 2022 [BVGer-act. 26]). 

6.17.5 Im Bericht des Klinikums G._______ vom 14. Oktober 2019 wurden 

sodann aufgrund einer MRT-Untersuchung des Sprunggelenks rechts als 

Befunde höhergradige fokale fissurale Knorpelschäden Grad IV (ICRS) im 

OSG im mittleren Anteil der Malleolengabel nach bimalleolärer Fraktur so-

wie eine geringfügige Signalalteration der Achillessehne ohne Nachweis 

einer Tendinopathie beschrieben (Beschwerdebeilage 27, eingereicht mit 

Noveneingabe vom 10. Februar 2022 [BVGer-act. 26]). 

6.17.6 Im Bericht vom 29. April 2020 stellte Dr. med. Ee._______ des Zent-

rums Ff._______, aufgrund einer Dreiphasen-Skelettszintigraphie einen 

pathologisch vermehrten Knochenstoffwechsel im ventralen Anteil des 

rechten OSG, medial stärker als lateral, mit geringer Weichteilkomponente 

fest. Dieser Befund sei gut vereinbar mit einer medial betonten OSG-Arth-

rose mit leicht entzündlicher Komponente. Ebenfalls lägen Hinweise auf 

eine geringe Insertionstendopathie der Glutealmuskulatur sowie auf eine 

laterale Gonarthrose links vor (Beschwerdebeilage 28, eingereicht mit No-

veneingabe vom 10. Februar 2022 [BVGer-act. 26]). 

6.17.7 Im Bericht vom 6. Mai 2020 beschrieb Dr. med. Gg._______ des 

Zentrums Ff._______ nach der Durchführung einer Kernspintomographie 

des rechten OSG/USG eine diffuse Ausdünnung des Knorpelbelags ohne 

Nachweis eines freien Gelenkkörpers oder gröbere ostephytäre Randkan-

tenanbauten des OSG. Ebenfalls liege kein Gelenkerguss vor. Es seien 

C-259/2020 

Seite 28 

leichte degenerative Veränderungen des Talonavikulargelenkes ohne hö-

hergradige Arthose erkennbar. Die Bandstrukturen des OSG seien intakt 

(Beschwerdebeilage 29, eingereicht mit Noveneingabe vom 10. Februar 

2022 [BVGer-act. 26]). 

6.17.8 Im Bericht vom 7. Mai 2020 erklärte Dr. med. Aa._______, der Ver-

sicherte habe starke Schmerzen, vor allem bei Belastung, angegeben. In 

der klinischen Untersuchung habe sich das OSG frei beweglich gezeigt, 

ohne Torsionsschmerz. Es sei nicht gänzlich klar, ob die Schmerzen vor-

wiegend von der Neuralgie bei posttraumatatisch geheiltem Nerv oder von 

der nachgewiesenen OSG- und TN-Arthrose herrührten. Gegen Letztes 

spräche der erwähnte klinische Befund. Er habe den Versicherten deshalb 

zur Kernspintomographie sowie zur Skelett-Szintigraphie überwiesen (Be-

schwerdebeilage 30, eingereicht mit Noveneingabe vom 10. Februar 2022 

[BVGer-act. 26]). 

6.17.9 Im Bericht vom 18. Juni 2020 erklärte der Nuklearmediziner 

Dr. med. Hh._______, es sei eine Indikation zur Radiosynoviorthese der 

Synovitis des klinisch aktiven OSG rechts bei weiter ablehnender Haltung 

zur Operation gegeben. Er habe den Versicherten darauf hingewiesen, 

dass durch die RSO immer nur die Beseitigung der entzündlichen Kompo-

nente der aktivierten Arthrose angestrebt werde und ein Erfolg immer nur 

zeitlich befristet für mehrere Monate bis ein Jahr eintreten könne. Die zu 

Grunde liegende Arthrose könne dadurch nicht direkt behandelt und nur 

durch operative Massnahmen (Versteifung, Prothese) beseitigt werden 

(Beschwerdebeilage 32, eingereicht mit Noveneingabe vom 10. Februar 

2022 [BVGer-act. 26]). Im Bericht vom 10. September 2020 berichtete 

Dr. med. Hh._______ über eine durchgeführte RSO des oberen und unte-

ren Sprunggelenks rechts (Beschwerdebeilage 33, eingereicht mit Noven-

eingabe vom 10. Februar 2022 [BVGer-act. 26]).  

6.17.10 Im Bericht vom 11. November 2020 stellte Dr. med. Aa._______ 

schliesslich die Diagnosen posttraumatische OSG- und TN-Arthrose und 

neuralgieformes Schmerzsyndrom des rechten Fusses und erklärte, auf-

grund der bildmorphologisch geringen Ausprägung der Arthrosen be-

stimme der Versicherte selbst den Zeitpunkt weiterer operativer Massnah-

men, wobei er hierbei eher eine OSG- sowie TN-Arthrodese empfehlen 

würde. Er habe den Versicherten darauf hingewiesen, dass die neuralgie-

formen Schmerzen hierdurch nicht beeinflusst würden (Beschwerdebei-

lage 34, eingereicht mit Noveneingabe vom 10. Februar 2022 [BVGer-

act. 26]). 

C-259/2020 

Seite 29 

7.  

In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 27. November 2019 hat 

die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht auf das polydisziplinäre Gutachten 

vom 28. Februar 2019 sowie auf die Beurteilung "dieser Unterlagen" durch 

den RAD abgestellt. Die Beurteilung des RAD habe ergeben, dass der Be-

schwerdeführer seit dem 28. März 2015 (Beginn der einjährigen gesetzli-

chen Wartezeit) zu 100 % arbeitsunfähig sei in seiner angestammten Tä-

tigkeit als LKW-Chauffeur. In adaptierten Tätigkeiten (mittelschwer und 

wechselbelastend) habe vom 28. März 2016 (recte: 1. November 2015) bis 

zum 31. Mai 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden. Seit dem 

1. Juni 2016 sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig in adaptierten 

Tätigkeiten.  

7.1 Das im Verfahren nach Art. 44 ATSG durch die kantonale IV-Stelle ein-

geholte polydisziplinäre F._______-Gutachten vom 28. Februar 2019 be-

ruht auf einer detaillierten Anamneseerhebung, den erforderlichen fach-

ärztlichen Untersuchungen in den vorliegend relevanten Fachdisziplinen 

Unfallchirurgie, Neurologie, Allgemeine Medizin und Psychiatrie, ist für die 

streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der Vorakten erstellt. 

Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend 

dar, setzten sich mit den geklagten Beschwerden sowie dem Verhalten des 

Beschwerdeführers auseinander und nahmen eine interdisziplinäre Beur-

teilung vor. Die vorgenommenen Schlussfolgerungen wurden für den 

Rechtsanwender nachvollziehbar begründet, wobei auch eine Auseinan-

dersetzung mit den früheren medizinischen Beurteilungen stattfand. Insbe-

sondere wurden im Gutachten im Fachgebiet der Psychiatrie auch die mit 

BGE 141 V 281 etablierten Standardindikatoren in die Beurteilung mit ein-

bezogen. Darüber hinaus finden sich auch in den weiteren Teil-Gutachten 

sowie in der interdisziplinären Beurteilung Antworten zu den entsprechen-

den Fragen bezüglich Konsistenz, Plausibilität, Fähigkeiten sowie Res-

sourcen und Belastungen des Versicherten (vgl. unten E. 7.1.6). Das 

F._______-Gutachten vom 28. Februar 2019, dem sich auch RAD-Arzt 

Dr. med. R._______ in seiner Stellungnahme vom 11. März 2019 vollum-

fänglich angeschlossen hat (vgl. oben E. 6.11), entspricht damit insgesamt 

den allgemeinen rechtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gutach-

ten (vgl. E. 5.5 zweiter Satz), weshalb ihm dem Grundsatz nach Beweis-

wert zukommt. 

7.1.1 Gemäss dem F._______-Gutachten vom 28. Februar 2019 haben le-

diglich Diagnosen aus der Fachdisziplin Orthopädie einen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Namentlich gaben die Gutachter 

C-259/2020 

Seite 30 

als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den Status nach dem 

Unfall vom 28. März 2015 (mitsamt den in der Folge durchgeführten ope-

rativen Eingriffen) sowie die subjektiv persistierenden Schmerzen des Be-

schwerdeführers mit einer Schwellungstendenz im rechten oberen Sprung-

gelenk sowie einer leicht aktivierten Arthrose an. Hierbei stellte der chirur-

gische F._______-Gutachter Dr. med. U._______ anlässlich der Untersu-

chung insbesondere eine volle Beweglichkeit des rechten Sprunggelenks 

fest. Interdisziplinär erklärten die Gutachter, dass sich der Beschwerdefüh-

rer mit seinen Schmerzen im privaten Alltag arrangiert habe, indem er z. B. 

vermehrt Fahrrad fahre. Die vom Beschwerdeführer beklagten Schmerzen 

bei Belastung im rechten Sprunggelenk wurden im neurologischen Teilgut-

achten detailliert wiedergegeben. Der Beschwerdeführer habe Schmerzen 

der Stufe 6 bis 7 auf einer Schmerzskala bis 10 angegeben. Bei Ablenkung 

reduzierten sich diese bestenfalls auf Stufe 3. Es bestehe ein Dauerruhe-

schmerz. Die ebenfalls geltend gemachte Sensibilitätsveränderung im me-

dialen Fussrückenbereich habe der Beschwerdeführer demgegenüber 

nicht genau beschreiben können. Diesbezüglich führten die Gutachter in-

terdisziplinär aus, die angegebene Schmerzstärke sei eher überzeichnet. 

Auch unter Berücksichtigung des im Rahmen der Rehabilitation in der Kli-

nik K._______ im Jahr 2016 beschriebenen auffälligen Verhaltes des Be-

schwerdeführers, das als niedrige Motivation bezüglich der Arbeitsauf-

nahme gedeutet werden könne, schlossen die Gutachter eine Rentenbe-

gehrenshaltung nicht aus. Dieses auffällige Verhalten lasse sich insbeson-

dere nicht durch krankheitswerte psychische Störungen erklären. 

7.1.2 In neurologischer Hinsicht fand Dr. med. V._______ im klinischen Be-

fund lediglich ein residuales leichtes sensibles Defizit im Areal des Nervus 

peroneus superficialis am rechten Fussrücken. Dieses begründe zumin-

dest für eine leidensangepasste Tätigkeit alleine keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Seine Angaben stützte Dr. med. V._______ auf die körper-

liche Untersuchung des Beschwerdeführers, Laborbefunde (Blutwerte) so-

wie eine Elektroneurografie.  

7.1.3 Die in allgemeinmedizinischer Hinsicht gestellten Diagnosen der Prä-

Adipositas sowie der präklinischen leichten Hypothyreose haben gemäss 

dem allgemeinmedizinischen F._______-Gutachter Dr. med. W._______ 

keine Folgen auf die Arbeitsfähigkeit. Diese Einschätzung entspricht einer-

seits dem vom Bundesgericht aufgestellten Erfahrungsgrundsatz, dass 

eine Adipositas (sowie umso mehr eine Prä-Adipositas als Vorstufe zur Adi-

positas) nicht ohne Weiteres eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach 

C-259/2020 

Seite 31 

sich zieht (vgl. hierzu z. B. Urteil des BGer 8C_663/2017 vom 12. Dezem-

ber 2017 E. 3.2) und ist andererseits auch in Bezug auf die Hypothyreose 

aufgrund der lediglich leichten, präklinischen Form nicht zu beanstanden. 

7.1.4 In psychiatrischer Hinsicht stellte der psychiatrische F._______-Gut-

achter Dr. med. X._______ keine Diagnose von Tragweite. Er diagnosti-

zierte einzig eine schizoide, narzisstische, anankastische Persönlichkeits-

akzentuierung, die jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. 

Bei den beim Beschwerdeführer vorliegenden schizoid, teils narzisstisch 

und auch anankastisch anmutenden Persönlichkeitszügen sei lediglich die 

Gruppenfähigkeit etwas vermindert, was bei der Wahl der beruflichen Tä-

tigkeit zu berücksichtigen sei. Demgegenüber liessen sich gutachterlich 

weder eine depressive Störung, eine Angststörung oder eine psychotische 

Störung noch die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit soma-

tischen und psychischen Faktoren bestätigten. 

7.1.5 Dabei hat sich Dr. med. X._______ auch mit den in den Vorakten 

gestellten psychiatrischen Diagnosen einlässlich auseinandergesetzt und 

seine Feststellung, wonach die in der Klinik T._______ im Juni 2018 diag-

nostizierte schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2) und chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 

F45.1) nicht zutreffe, nachvollziehbar begründet. In diesem Zusammen-

hang hat er betreffend die dort diagnostizierte schwere depressive Episode 

ausgeführt, dass der Umstand, dass sich der Versicherte im Rahmen der 

stationären Therapie in der Durchsetzung seiner Ziele vehement, aber 

auch lustlos und desinteressiert zeige und gezeigt habe vielmehr dem Ziel-

konflikt bei gänzlich divergenten eigenen versus den therapeutischen Er-

wartungen geschuldet sei und nicht mit dem Störungsbild einer Depression 

gleichgesetzt werden dürfe. So zeige und zeigte der Versicherte vehe-

mente Durchsetzungskraft und Energie in der Verfolgung seiner Ziele, was 

einem schwer depressiven Menschen kaum möglich wäre. Auch ange-

sichts des bei der aktuellen psychiatrischen Begutachtung im Oktober 

2018 festgestellten unauffälligen psychischen Gesundheitszustands wäre 

es gemäss dem psychiatrischen F._______-Gutachter erstaunlich, wenn 

sich die psychopathologische Befundlage in der kurzen Zeit seit der Ent-

lassung aus der Klinik T._______ so durchgreifend gewandelt haben sollte, 

ohne dass irgendeine psychiatrische Behandlung stattgefunden hatte. Dr. 

med. X._______ wies sodann darauf hin, dass in der Vergangenheit – fach-

ärztlich – nie eine Depression diagnostiziert oder beobachtet worden ist. 

Bezüglich der in der Klinik T._______ weiter diagnostizierten chronischen 

C-259/2020 

Seite 32 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren wies er zu-

dem auf verschiedene Inkonsistenzen hin, welche an dem Schweregrad 

der Schmerzsymptomatik zweifeln liessen (vgl. hierzu auch unten 

E. 7.1.6.6). So finde sich eine Inkongruenz zwischen den persönlichen Ta-

gesaktivitäten (aktive Lebensgestaltung) und der fehlenden Motivation für 

eine adaptierte berufliche Tätigkeit (der Versicherte fahre noch Auto, Fahr-

rad und mache Spaziergänge, sehe sich aber beruflich selber nicht moto-

viert für eine adaptierte Arbeit). Auch die sehr niedrige Therapieaktivität 

lasse nicht erkennen, dass ein erhöhter Leidensdruck bestehe. Der Versi-

cherte habe auch als Ziel genannt, Reisen unternehmen zu wollen. Zudem 

benötige der Beschwerdeführer das ihm verschriebene Schmerzmittel Tra-

madol nicht sehr oft. Aktuell habe sich ein nur niedriger Wirkstoffspiegel 

dieses Schmerzmittels gezeigt; der Versicherte habe auch angegeben, es 

nur am Vortag eingenommen zu haben. Einen schmerzgeplagten Eindruck 

habe der Versicherte zudem nicht gemacht, trotz Angabe von subjektiv 

starken Schmerzen. 

Diese Beurteilung von Dr. med. X._______ vermag zu überzeugen, dies 

insbesondere angesichts der im Gutachten dargestellten Untersuchungs-

befunde und der vorgenommenen Würdigung der weiteren psychiatrischen 

Arztberichte. Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass im orthopädischen 

Bericht der Klinik T._______ für die im Juni 2018 gestellte Diagnose 

schwere depressive Episode eine klinisch-psychopathologische Befundbe-

schreibung fehlt. Zudem konnten die im Rahmen der gutachterlichen Ab-

klärung bestimmten Laborwerte eine Einnahme des unter "aktuelle Medi-

kation" aufgeführten Amitriptylins (trizyklisches Antidepressivum; vgl. auch 

Bericht der Klinik T._______ vom 8. Juni 2018) nicht bestätigen. Zusam-

menfassend erscheint die vom psychiatrischen F._______-Gutachter ein-

zig gestellte Diagnose einer schizoiden, narzisstischen, anankastischen 

Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73) nachvollziehbar. 

7.1.6 Im Weiteren hat der psychiatrische F._______-Gutachter bei der Be-

urteilung der funktionellen Auswirkungen der fachärztlich einwandfrei ge-

stellten Diagnose einer schizoiden, narzisstischen, anankastischen Per-

sönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73; vgl. oben E. 7.1.5 Abs. 2) die mas-

sgebenden Standardindikatoren (vgl. hierzu oben E. 5.7.2) mit einbezogen: 

7.1.6.1 In der Kategorie «funktioneller Schweregrad» mit dem Komplex 

«Gesundheitsschädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 

und Symptome) hat Dr. med. X._______ als psychiatrische Untersu-

C-259/2020 

Seite 33 

chungsbefunde schizoid, teils narzisstisch und auch anankastisch anmu-

tende Persönlichkeitszüge festgestellt. Diesbezüglich hat er ausgeführt, 

dass keine relevanten frühen Belastungen eruierbar seien. Das Verhalten 

des Versicherten in der Kindheit sei als weitgehend normal beschrieben 

worden, wenn auch früher schon eher eine Tendenz zu introvertiertem, ein-

zelgängerischem Verhalten beschrieben worden sei. Bereits in der Klinik 

K._______ seien gewisse schizioide Persönlichkeitszüge festgestellt wor-

den, ohne dass jedoch eine Persönlichkeitsstörung klassifiziert worden sei. 

Die Erwerbsbiografie zeige auch, dass der Versicherte vorzugsweise al-

leine gearbeitet habe, was seiner Persönlichkeitsstruktur entgegengekom-

men sei. Dies passe zu den Kriterien einer schizioiden Persönlichkeits-

struktur, welche durch einen Rückzug von affektiven, sozialen und anderen 

Kontakten mit Vorliebe für einzelgängerisches Verhalten und in sich ge-

kehrte Zurückhaltung gekennzeichnet sei. Auch unter Berücksichtigung 

des weitgehend unauffälligen Verhaltens des Versicherten in den Ge-

sprächskontakten bei den somatischen Gutachtern sei die Ausprägung 

beim Versicherten als nur leicht zu werten. Unter Mitberücksichtigung der 

Ergebnisse im Mini-ICF-APP (vgl. Näheres dazu E. 7.1.6.4 unten), einer 

Hilfsuntersuchung, welcher im Vergleich zur klinischen Untersuchung le-

diglich eine untergeordnete Bedeutung zukommt (vgl. hierzu z. B. Urteile 

des BGer 9C_362/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 3.4; 8C_231/2019 vom 

12. Juli 2019 E. 3.2.2), hielt Dr. med. X._______ fest, einzig die Gruppen-

fähigkeit erscheine mittelgradig reduziert zu sein. Durch eine entspre-

chende Anpassung eines Arbeitsplatzes sei dies indessen gut kompensier-

bar. Optimalerweise arbeite der Versicherte eher an einem Einzelarbeits-

platz. Diese Einschätzung des psychiatrischen F._______-Gutachters, wo-

nach die von ihm festgestellten schizoid, teils narzisstisch und auch anan-

kastisch anmutenden Persönlichkeitszüge von einer nur leichten Ausprä-

gung sind, erscheint – auch unter Berücksichtigung der nachfolgenden 

Ausführungen zu den weiteren Standardindikatoren, insbesondere ange-

sichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer keinerlei psychiatrische 

Behandlungen wahrgenommen hat respektive in Anspruch nimmt (vgl. un-

ten E. 7.1.6.2) – nachvollziehbar.  

7.1.6.2 Hinsichtlich des Indikators «Behandlungs- und Eingliederungser-

folg oder -resistenz» hielt Dr. med. X._______ fest, im bisherigen Thera-

pieverlauf seien vorrangig somatische Interventionen und Behandlungen 

erfolgt. Es seien keine psychiatrischen Behandlungen durchgeführt wor-

den. Auch in somatischer Hinsicht habe der Beschwerdeführer eine ge-

ringe Therapieaktivität und eine geringe Therapiebereitschaft gezeigt. Die 

Therapieabbrüche seien aus nicht krankheitswertigen Gründen erfolgt. Es 

C-259/2020 

Seite 34 

seien deutliche Hinweise für Kooperationsprobleme aktenkundig vorhan-

den, welche jedoch persönlichen Zielvorstellungen unterlägen und nicht als 

krankheitswertig zu bezeichnen seien. Die Integrationsprognose werde 

von der Klärung der motivationalen Aspekte und Erwartungen abhängig 

sein. Zur Begründung wies er darauf hin, dass die Kündigung des Arbeits-

platzes schon vor dem Unfallereignis erfolgt sei, und auch aktenkundig wie-

derholt der Eindruck gewonnen worden sei, dass ein sekundärer Krank-

heitsgewinn eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen scheine. Im chirur-

gischen Teilgutachten wurde sodann erklärt, der Medikamentenspiegel 

zeige, dass der Beschwerdeführer die ihm verschriebenen Antidepressiva 

mit Sicherheit nicht regelmässig oder nicht adäquat einnehme. Demgegen-

über seien die bisherigen in somatischer Hinsicht durchgeführten Mass-

nahmen angemessen gewesen. Die Behandlungsmöglichkeiten seien aus-

geschöpft. Die gesamte Prognose bezüglich eines Wiedererlangens der 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Arbeit mit adäquater Belastung sei 

aus somatischer Sicht grundsätzlich sehr gut. Es fehle dem Versicherten 

jedoch an der positiven Einstellung hierzu, indem er angebe, dass alle an-

deren Arbeiten, ausser Lastwagenfahren, "nicht sein Ding" seien. Auch im 

neurologischen Teilgutachten wurde darauf hingewiesen, dass die Thera-

pieaktivitäten ausgesprochen gering erschienen. Es habe offensichtlich 

keine neurologische Weiterbetreuung stattgefunden.  

Dass der Beschwerdeführer keinerlei psychiatrische Behandlungen wahr-

genommen hat, spricht für keinen ausgewiesenen Leidensdruck (BGE 143 

V 409 E. 4.2.2; vgl. vorne E. 5.7.2). Dasselbe lässt sich auch aus den gut-

achterlich festgestellten Kooperationsproblemen ableiten, bezüglich wel-

cher Dr. med. X._______ ausdrücklich festgehalten hat, dass diese nicht 

als krankheitswertig zu bezeichnen seien. Vielmehr ist dieses inkonsistente 

Verhalten des Beschwerdeführers (vgl. hierzu auch unten E. 7.1.6.6) als 

ein Indiz dafür zu gewichten, dass die geltend gemachten Einschränkun-

gen anders begründet sind als durch eine versicherte Gesundheitsbeein-

trächtigung (vgl. hierzu BGE 141 V 281 E. 4.4.2).  

7.1.6.3 Beim Indikator «Komorbiditäten» sind «psychiatrische Komorbidi-

täten», aber auch «körperliche Begleiterkrankungen» zu berücksichtigen. 

Erforderlich ist eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sons-

tigen Bezüge der Schmerzstörung respektive psychischen Störung zu 

sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (vgl. BGE 141 V 

281 E. 4.3.1.3). Vorliegend sind in diesem Zusammenhang die orthopädi-

schen Gesundheitsprobleme des Beschwerdeführers zu beachten, mithin 

C-259/2020 

Seite 35 

der Status nach dem Unfall vom 28. März 2015 mitsamt den verbleiben-

den, vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen, mit einer Schwellungs-

tendenz im rechten oberen Sprunggelenk, bei einer leicht aktivierten Arth-

rose (vgl. hierzu oben E. 7.1.1; siehe auch E. 6.17.6 f.). Diesbezüglich ho-

ben die Gutachter hervor, dass sich der Beschwerdeführer mit seinen Ein-

schränkungen im privaten Alltag arrangiert habe (vgl. oben E. 6.10 und 

7.1.1). Für eine berufliche Tätigkeit sind gemäss den Gutachtern die fol-

genden funktionellen Einschränkungen (Belastungsprofil) zu beachten: 

Tragen bis mittelschwere Lasten, nicht zu lange Gehstrecken unter Belas-

tung, Tätigkeiten im Sitzen, idealerweise wechselbelastende Tätigkeiten 

sowie mässig verminderte Gruppenfähigkeit.  

7.1.6.4 Im Komplex der Persönlichkeit (Persönlichkeitsdiagnostik, persön-

liche Ressourcen) ist beachtlich, dass insbesondere keine Beeinträchti-

gungen in den Fähigkeiten zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur 

Planung und Strukturierung von Aufgaben, zur Anwendung fachlicher Kom-

petenzen, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Durchhaltefähig-

keit, der Selbstbehauptungsfähigkeit, der Fähigkeit zu Spontan-Aktivitäten 

sowie der Fähigkeit zur Selbstpflege vorliege. Es bestünden hingegen 

leichte Beeinträchtigungen der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der 

Kontaktfähigkeit zu Dritten und der Fähigkeit zu familiären und intimen Be-

ziehungen. Einzig die Gruppenfähigkeit sei mittelgradig eingeschränkt; 

durch eine entsprechende Anpassung des Arbeitsplatzes sei dies aber gut 

kompensierbar (IV-act. 115 S. 105 oben mit Hinweis auf den Mini-ICF-

APP). Der Versicherte verfüge darüber hinaus über gute persönliche Res-

sourcen, da er auch nach einer schweren Konfliktsituation (LKW-Unfall mit 

Todesfolge) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgewiesen habe 

und damit die emotionalen Reaktionen aus dieser Belastungssituation 

habe überwinden können. Auch die Erwerbsbiographie zeige die stabile 

persönliche Ressourcenlage, indem sich der Versicherte auch bei mehrfa-

chem Stellenwechsel stets ausreichend gut zurechtgefunden habe. Auch 

lägen beim Versicherten starke Ressourcen vor hinsichtlich der Durchset-

zung seiner eigenen Ziele. Hierbei sei der Versicherte durchaus sthenisch, 

fast kämpferisch, setze sich dabei auch teils egozentrisch gegen Bedürf-

nisse anderer durch und zeige sich teils wenig änderungs- und kompro-

missbereit. So sei es wiederholt auch zu vorzeitigen Entlassungen aus sta-

tionären Massnahmen (Klinik K._______, Klinik T._______) gekommen. 

Diese stark ich-zentrierte Strukturierung mute in gewisser Weise eher nar-

zisstisch, teils zwanghaft an, indem die eigenen Ziele auch gegen Wider-

stand hartnäckig verfolgt würden, aber offensichtlich stark auf wirtschaftli-

che Kompensation ausgerichtet seien.  

C-259/2020 

Seite 36 

Diese von Dr. med. X._______ in der Persönlichkeitsdiagnostik beschrie-

benen verhaltensbezogenen Indikatoren erlauben den Rückschluss, dass 

der Beschwerdeführer durchaus über positive, gut ausgeprägte Ressour-

cen für die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit verfügt, was bei der 

Überprüfung der gutachterlichen Folgenabschätzung der erhobenen ge-

sundheitlichen Beeinträchtigungen (vgl. unten E. 7.1.6.7) mitzuberücksich-

tigen ist (vgl. zum Ganzen: oben E. 5.5).  

7.1.6.5 Hinsichtlich der Kategorie «Sozialer Kontext» ist dem Gutachten zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer nicht gänzlich sozial isoliert ist, 

auch wenn er eine Tendenz zu introvertiertem und einzelgängerischem 

Verhalten aufweist. So wird im Gutachten mehrfach beschrieben, dass der 

Beschwerdeführer einen regelmässigen Kontakt mit seiner Tochter pflegt 

(er könne das Kind jeden zweiten Tag sehen und übernehme es immer 

wieder, zum Beispiel in den Ferien) und aktuell wieder bei seinen Eltern 

wohnt. Auch wenn der Beschwerdeführer gegenüber dem psychiatrischen 

F._______-Gutachter angegeben hat, dass er zwar viele Kollegen durch 

die Arbeit kenne, sich dies jedoch alles etwas verlaufen habe, liegt nach 

dem Gesagten jedenfalls kein vollständiger Rückzug aus allen sozialen Be-

reichen des Lebens vor. Dies wird vom Beschwerdeführer auch zu Recht 

nicht geltend gemacht. 

7.1.6.6 Zur Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens) ge-

hört schliesslich einerseits die gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und andererseits der 

Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesene Leidens-

druck. Diesbezüglich erklärten die Gutachter in der interdisziplinären Beur-

teilung, es ergäben sich Inkonsistenzen aufgrund der auffällig niedrigen 

Motivation zur Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit, obwohl der Versi-

cherte durchaus sehr gute Tagesaktivitäten zeige (eine Stunde Fahrradfah-

ren, Autofahren halbe Stunde, drei Kilometer Gehen ebenerdig, aktiver All-

tag) und nicht sozial isoliert sei. Darüber hinaus seien die von ihm wahrge-

nommenen Therapieaktivitäten auffallend gering im Widerspruch zu den 

subjektiv so stark angegebenen Schmerzen, für welche es im klinischen 

Eindruck kein affektives und vegetatives Korrelat gebe. Eben diese Inkon-

sistenzen fielen auch dem psychiatrischen F._______-Gutachter Dr. med. 

X._______ bei seiner Beurteilung auf. Überdies erschienen ihm die 

Schmerzangabe und das Schmerzausdruckverhalten des Versicherten als 

nicht kongruent. Dr. med. U._______ stellte im chirurgischen Teilgutachten 

darüber hinaus eine Inkonsistenz zwischen den vom Beschwerdeführer 

angegebenen starken Schmerzen und der von ihm angegebenen sowie im 

C-259/2020 

Seite 37 

Blutbild festgestellten geringen Einnahme von Schmerzmitteln fest. Als 

weitere Diskrepanzen respektive Inkonsistenzen gab der neurologische 

F._______-Gutachter an, dass der Versicherte bei der Verabschiedung ge-

genüber der Klinik K._______ gesagt habe, er habe "seinen Spass in der 

Schweiz gehabt", woraus Dr. med. V._______ sinngemäss folgerte, dass 

der Versicherte primär keine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt an-

strebe, obwohl der Versicherte selber immerhin zugestehe, dass eine lei-

densangepasste Tätigkeit durchaus auch ganztägig möglich sei. Hier be-

stünden eher innere Zielkonflikte, ohne dass jedoch primär organische Ur-

sachen vorlägen.  

Angesichts dieser gutachterlich festgestellten erheblichen Inkonsistenzen 

steht zunächst fest, dass der Beschwerdeführer keine gleichmässige Ein-

schränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei-

chen aufweist. Weiter haben die Gutachter keine erheblichen Einschrän-

kungen des Beschwerdeführers in seinem doch aktiv gestalteten Alltag er-

kennen können, sondern vielmehr festgestellt, dass sich der Beschwerde-

führer mit seinen Einschränkungen im privaten Alltag arrangiert hat (vgl. 

oben E. 6.10, 7.1.1 und 7.1.6.3). Damit zeigt sich ein klarer Widerspruch 

zwischen der vom Beschwerdeführer subjektiv geltend gemachten vollen 

Arbeitsunfähigkeit für jegliche berufliche Tätigkeit (vgl. unten E. 8 Abs. 2) 

und dem von den Gutachtern erhobenen doch aktiven Privatleben mit 

durchaus sehr guten Tagesaktivitäten (vgl. oben E. 7.1.6.6 Abs. 1). Man-

gels relevanter Einschränkung des Beschwerdeführers in seinen Alltags-

funktionen erscheint damit die Einschätzung von Dr. med. X._______, 

dass die psychiatrischen Befunde insbesondere bei Beachtung der eher 

leicht verminderten Gruppenfähigkeit keine Einschränkungen im Berufsle-

ben nach sich ziehen, plausibel (vgl. vorne E. 5.7.3).  

7.1.6.7 Nach dem Gesagten ist von einem geringen funktionellen Schwe-

regrad der psychischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auszuge-

hen. Insbesondere erscheint angesichts der von Dr. med. X._______ in 

nachvollziehbarer Weise vorgenommenen Einschätzung plausibel, dass 

es sich bei den von ihm festgestellten schizoid, teils narzisstisch und auch 

anankastisch anmutenden Persönlichkeitszüge lediglich um eine leichte 

Persönlichkeitsakzentuierung handelt, bei welcher einzig die Gruppenfä-

higkeit des Beschwerdeführers etwas vermindert ist. Seine Beurteilung hat 

Dr. med. X._______ zudem lege artis vorgenommen und bleibt innerhalb 

des bei psychiatrischen Explorationen zulässigen Ermessenspielraums 

(vgl. vorne E. 5.7.4), weshalb sie zu respektieren ist.  

C-259/2020 

Seite 38 

7.1.7 Zusammenfassend bildet das polydisziplinäre F._______-Gutachten 

vom 28. Februar 2019 eine taugliche Grundlage für die vorinstanzliche Be-

urteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers. Die Experten 

sind lege artis vorgegangen. Damit erfüllt dieses Gutachten die rechtlichen 

Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Entscheidgrund-

lage (vgl. oben E. 5.5 f.), weshalb darauf abzustellen ist (vgl. BGE 145 V 

361 E. 3.2.1 und E. 4.1.2 m. w. H.). Somit steht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass dem Beschwerdeführer 

seine bisherige berufliche Tätigkeit als Lastwagenchauffeur seit dem 

28. März 2015 nicht mehr zumutbar ist (dies einzig aufgrund der somatisch 

bedingten Einschränkung betreffend das Heben und Tragen von schweren 

Lasten bis 50 kg). Hingegen ist ihm seit dem 1. Juni 2016 vollzeitlich und 

ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit eine angepasste berufliche Tä-

tigkeit zumutbar, welche dem gutachterlich definierten Belastungsprofil 

(Tragen bis mittelschwere Lasten, nicht zu lange Gehstrecken unter Belas-

tung, Tätigkeiten im Sitzen sowie idealerweise wechselbelastende Tätig-

keiten) entspricht. Dabei ist ein Einzelarbeitsplatz respektive ein Arbeits-

platz mit nicht allzu hohen Anforderungen an die Gruppenfähigkeit sinnvoll.  

7.2 Der RAD hat entsprechend in seiner Stellungnahme vom 11. März 

2019 (vgl. oben E. 6.11) zu Recht festgestellt, dass die kantonale IV-Stelle 

(respektive die Vorinstanz) auf das F._______-Gutachten und insbeson-

dere auf die von den Gutachtern interdisziplinär vorgenommene Beurtei-

lung der Arbeitsfähigkeit abstellen durfte.  

7.3 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend die von den 

F._______-Gutachtern festgestellten Diskrepanzen auch in verschiedenen 

Berichten der behandelnden Ärzte beschrieben wurden. So wurde im psy-

chosomatischen Konsilium der Klinik K._______ vom 13. Juni 2016 sogar 

die psychopathologische Diagnose Malingerin (auf Deutsch: Simulation) 

gestellt (vgl. oben E. 6.3). Auch im Austrittsbericht vom 14. Juni 2016 wurde 

eine erhebliche Symptomausweitung beschrieben bei wenig Einsatz des 

Beschwerdeführers, bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm 

eine gute Leistung zu erzielen. Die behandelnden Ärzte stellten namentlich 

fest, dass das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen 

sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden nur ungenügend 

erklären lasse (vgl. oben E. 6.2). Die im F._______-Gutachten themati-

sierte geringe Therapiebereitschaft des Beschwerdeführers wurde sodann 

insbesondere auch im vorläufigen orthopädischen Bericht vom 8. Juni 

2018 deutlich, gemäss welchem der Beschwerdeführer zum Schutz der 

C-259/2020 

Seite 39 

Mitpatienten vorzeitig aus der Therapie entlassen werden musste (vgl. 

oben E. 6.9).  

8.  

In seiner Beschwerde hat der Beschwerdeführer keine Einwände gegen 

das F._______-Gutachten erhoben. Vielmehr hat er sich bei der Begrün-

dung seines Sistierungsgesuchs selbst auf das F._______-Gutachten vom 

28. Februar 2019 abgestützt, indem er ausführte, die interdisziplinäre Be-

gutachtung habe ergeben, dass bei ihm keine relevante Beeinträchtigung 

ausser der orthopädischen Einschränkung vorliege (Ziff. 6 der Be-

schwerde). Der Beschwerdeführer lässt jedoch geltend machen, das 

F._______-Gutachten sei medizinisch überholt und berücksichtige nicht die 

aktuelle Entwicklung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung. Sein 

rechter Fuss sei nicht richtig belastbar und schwelle bei der kleinsten Be-

lastung an. Die Fuss- und Gelenkschmerzen strahlten in das ganze rechte 

Bein aus und schränkten die Mobilität erheblich ein. Darüber hinaus leide 

er an einer aktivierten progredienten OSG-Arthrose sowie unter erhebli-

chen Nervenschmerzen. Damit liege auch eine neurologische Diagnose 

vor. Es stehe die Versteifung des rechten OSG bevor, da die bereits durch-

geführte Arthroskopie mit Knorpelglättung zu keiner Schm