# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5e384bf-db5b-5b6a-9e54-56077fbf167b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.06.2019 100 2019 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-57_2019-06-25.pdf

## Full Text

100.2019.57U
DAM/SPA/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Juni 2019

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiber Spring 

1. A.________
2. B.________

gesetzlich vertreten durch seinen Vater A.________
beide vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Familiennachzug; nachträglicher Nachzug des Sohnes 
(Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
4. Januar 2019; 2018.POM.502)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der aus Bosnien und Herzegowina stammende A.________ (geb. … 1964) 
hat aus erster Ehe drei Kinder. Das jüngste, B.________, ist noch minder-
jährig (geb. … 2002). Am 16. November 2003 reiste A.________ zwecks 
Familiennachzugs zu seiner zweiten Ehefrau, C.________, in die Schweiz 
ein. Noch vor der Scheidung dieser zweiten Ehe erhielt A.________ am 
9. November 2006 eine Aufenthaltsbewilligung, da aus der Beziehung mit 
seiner neuen in der Schweiz niedergelassenen Lebenspartnerin, 
D.________, die gemeinsame Tochter E.________ geboren wurde. Das 
Paar hat mit F.________ eine zweite gemeinsame Tochter.

A.________ stellte am 14. März 2007 erstmals ein Gesuch um Nachzug 
seiner drei Kinder aus erster Ehe, welches mit Verfügung vom 29. August 
2007 vom Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP), 
Migrationsdienst (MIDI), abgewiesen wurde.

Am 29. Juni 2017 ersuchte B.________ bei der Schweizer Botschaft in 
Sarajevo um Erteilung eines Visums für den langfristigen Aufenthalt zwecks 
Verbleibs bei seinem Vater in der Schweiz. Mit Gesuch vom 13. Juli 2017 
beantragte A.________ seinerseits den Familiennachzug für seinen Sohn. 
Mit Verfügung vom 5. Juni 2018 wies das MIP das Gesuch um 
Familiennachzug ab.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 2. Juli 2018 Beschwerde 
beim MIP, das die Sache zuständigkeitshalber an die Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern (POM) weiterleitete. Mit prozessleitender 
Verfügung vom 1. November 2018 beteiligte die POM B.________ als 
notwendige Partei am Beschwerdeverfahren. Mit Entscheid vom 4. Januar 
2019 wies die POM die Beschwerde ab und wies B.________ aus der 
Schweiz weg. Sie legte eine Ausreisefrist auf den 22. Februar 2019 fest, 
weil dieser sich mittlerweile ohne Bewilligung in der Schweiz aufhielt.

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C.

Gegen diesen Entscheid haben A.________ und B.________ am 8. Fe-
bruar 2019 gemeinsam Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit 
folgenden Rechtsbegehren:

«1. Der Entscheid vom 4. Januar 2019 sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Der (nachträgliche) Familiennachzug sei gutzuheissen und 
B.________ sei eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

3. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden Sachverhalts-
feststellung und vollständigen Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.

– Unter Kosten- und Entschädigungsfolge –»

Des Weiteren haben sie den Antrag gestellt, der MIDI sei im Sinn einer 
superprovisorischen Massnahme anzuweisen, unverzüglich auf sämtliche 
Vollzugshandlungen zu verzichten, und B.________ sei während der Dauer 
des Verfahrens im Sinn einer vorsorglichen Massnahme der Aufenthalt in 
der Schweiz zu gestatten.

Mit Verfügung vom 11. Februar 2019 hat der (stellvertretende) Abteilungs-
präsident dem MIDI superprovisorisch untersagt, Vollzugshandlungen ge-
genüber B.________ vorzunehmen.

Die POM schliesst mit Vernehmlassung vom 4. März 2019 auf Abweisung 
der Beschwerde. Auf die beantragte vorsorgliche Massnahme (Bewilligung 
des prozeduralen Aufenthalts) sei nicht einzutreten. 

Nach Ablehnung eines Gesuchs um Ratenzahlung des Gerichtskosten-
vorschusses haben A.________ und B.________ am 28. März 2019 die 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als 
amtliche Anwältin beantragt. Mit Eingabe vom 30. April 2019 haben sie 
weitere Beilagen zum Gesuch eingereicht. Die POM hat sich zum Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege nicht vernehmen lassen.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführer haben am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-
hebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die im Übrigen form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-
gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung geändert hat. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz 
über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Aus-
länder- und Integrationsgesetz, AIG). Mit der Teilrevision sind die Anforde-
rungen an den Familiennachzug erhöht worden. Das vorliegende Verfahren 
wurde jedoch vor Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung eingeleitet, wes-
wegen das alte Recht (AuG und Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201] je in der 
bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung [AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 
S. 5497]) anwendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 AuG; vgl. VGE 2018/252 vom 
11.3.2019 E. 4 mit Hinweisen).

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3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Am 5. April 1989 heiratete der Beschwerdeführer 1 in …/Bosnien 
und Herzegowina die bosnische Staatsangehörige …, geb. … . Aus der 
Ehe gingen drei Kinder hervor: … (geb. … 1989), … (geb. … 1991) und 
B.________ (geb. … 2002). Durch die Ehescheidung am 29. August 2003 
erlangte der Beschwerdeführer 1 das elterliche Sorgerecht (Akten MIDI 5C 
pag. 31 f.). Am 16. November 2003 reiste der Beschwerdeführer 1 im 
Familiennachzug zu seiner zweiten Ehefrau, C.________, in die Schweiz 
ein (Akten MIDI 5B pag. 13). Diese Ehe hielt vom 8. November 2003 bis 
zum 1. Dezember 2006 (Akten MIDI 5B pag. 137 f.). Der 
Beschwerdeführer 1 erhielt am 9. November 2006 eine 
Aufenthaltsbewilligung, da aus der darauffolgenden Beziehung mit seiner in 
der Schweiz niedergelassenen Lebenspartnerin aus Bosnien und 
Herzegowina, D.________, die gemeinsame Tochter E.________ geboren 
wurde (… 2006; vgl. Akten MIDI 5B pag. 120 f., 128). Am … 2008 kam die 
zweite gemeinsame Tochter F.________ zur Welt (vgl. Akten MIDI 5B 
pag. 259). Der Beschwerdeführer 1 lebt zusammen mit seiner 
Lebenspartnerin und den beiden gemeinsamen Kindern in ... . In der 
gleichen Wohnung lebt auch der volljährige Sohn der Lebenspartnerin aus 
einer früheren Beziehung. Der Beschwerdeführer 1 stellte am 14. März 
2007 erstmals ein Gesuch um Nachzug seiner drei Kinder aus erster Ehe, 
welches mit Verfügung des MIP vom 29. August 2007 abgewiesen wurde 
(Akten MIDI 5B pag. 143 ff.).

3.2 Der Beschwerdeführer 2 verblieb nach dem Umzug seines Vaters in 
die Schweiz zusammen mit seinen Geschwistern in Bosnien und Herze-
gowina. Die Betreuung übernahmen vorerst … und …, der Onkel und die 
Tante der Kinder, bevor sie der Grossmutter, ... (Angabe des Jahrgangs in 
den Akten nicht einheitlich: 1938 bzw. 1939), übertragen wurde (Akten 
MIDI 5B pag. 145; Akten MIDI 5C pag. 3, 40, 93). Die leibliche Mutter der 
Kinder nahm nur eine untergeordnete Betreuungsfunktion wahr (Akten 
MIDI 5C pag. 3; Vorakten POM 5A pag. 26). Der Beschwerdeführer 2 lebte 
fortan mit seinen Geschwistern bei seiner Grossmutter im Haushalt. Nach 
der Gründung einer eigenen Familie zog die Schwester aus. Sie lebt heute 

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mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in einem Nachbardorf (Akten MIDI 
5C pag. 40). Der Beschwerdeführer 2 schloss 2016/2017 die neunte Klasse 
der Grundschule ab (Akten MIDI 5C pag. 66). Im Schuljahr 2017/2018 
besuchte er die erste Klasse des Gymnasiums für «Computer und 
Informatik» (Akten MIDI 5C pag. 64). Der Beschwerdeführer 2 ist laut 
Angaben seines Vaters ein «hervorragender Schüler» und verfüge über 
Grundkenntnisse der deutschen Sprache (Akten MIDI 5C pag. 3, 61 f.). 
Sein Vater besuchte ihn zwei bis drei Mal jährlich, während sich der Sohn 
zumeist in den Sommerferien in der Schweiz aufhielt. Der 
Beschwerdeführer 2 sei zudem von seinem Vater monatlich finanziell 
unterstützt worden (Akten MIDI 5C pag. 60 ff., 93).

3.3 Am 24. Februar 2017 verstarb die Mutter des Beschwerdeführers 2 
(Akten MIDI 5C pag. 21). Da er 79 Stunden unentschuldigt fehlte, schloss 
ihn die Lehrerkonferenz am 2. Februar 2018 im Sinn einer «Ordnungs-
massnahme» für das Schuljahr 2017/2018 vom Gymnasium aus. Gleich-
zeitig stellte die Schule fest, dass er sich für das Schuljahr 2018/2019 nicht 
eingeschrieben hat und auch keine Möglichkeit auf Einschreibung für die 
erste Klasse der Mittelschule im Schuljahr 2019/2020 besteht (Beschwer-
debeilage [BB] 5). Der Bruder des Beschwerdeführers 2 hat seit längerer 
Zeit ein (wiederkehrendes) Alkoholproblem und befindet sich deshalb in 
ärztlicher Behandlung (Akten MIDI 5C pag. 107). Bei einem Aufenthalt in 
der Psychiatrie im April 2018 wurden bei ihm folgende Diagnosen nach der 
internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter 
Gesundheitsprobleme (ICD-10) gestellt: psychische und Verhaltens-
störungen durch Alkohol (Code F10), ein pathologischer Umgang mit 
Glücksspielen (Code F63.0) sowie eine depressive Episode (Code F32). 
Laut einem Psychiatriebericht vom 11. Januar 2019 ist es zu «Verhaltens-
störungen, Familienkonflikten, Ordnungsstörungen und polizeilichen Inter-
ventionen» gekommen. Der Bruder gehe Gelegenheitsarbeiten nach und 
verfüge über kein geregeltes Einkommen (BB 10). Die Grossmutter des Be-
schwerdeführers 2 leidet gemäss einem ärztlichen Zeugnis vom 19. Juni 
2018 an Bluthochdruck (Code I10), einer schweren depressiven Episode 
ohne psychotische Symptome (Code F32.2) sowie Rückenschmerzen 
(Code M54). Sie sei «hilfsbedürftig» und brauche «eine Betreuungsperson 
und alltägliche Hilfe im Haushalt» (Akten MIDI 5C pag. 110). Ein jüngeres 

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ärztliches Zeugnis vom 15. Januar 2019 bestätigt diese Diagnosen. Die 
Grossmutter befinde sich in psychiatrischer Überwachung und nehme ihre 
Medikamente regelmässig ein. Sie bewege sich daneben schwer und sei 
sehr vergesslich (BB 11). Mit Schreiben vom 21. Januar 2019 erklärte ..., 
der Onkel des Beschwerdeführers 2, dass ... nun in seinem Familienhaus 
lebe und nicht mehr fähig sei, für den Beschwerdeführer 2 zu sorgen 
(BB 12). Der Beschwerdeführer 2 wurde bei der Einreichung des 
Einreisegesuchs zwecks Familiennachzugs am 29. Juni 2017 von seiner 
Schwester zur Schweizer Botschaft in Sarajevo begleitet (Akten MIDI 5C 
pag. 25, 28). Sie war auch beim Gespräch des Beschwerdeführers 2 mit 
den Sozialbehörden am 27. Juli 2017 anwesend (Akten MIDI 5C pag. 40). 
In einem undatierten Schreiben gab die Schwester an, sie sei arbeitslos 
und wolle sich primär auf die Erziehung ihrer zwei Kinder (zwei- und 
achtjährig) konzentrieren. Sie verzichte deshalb auf «alle Ansprüche auf 
Ausübung der elterlichen Sorge» hinsichtlich des jüngeren Bruders (BB 8).

3.4 Laut Angaben des Beschwerdeführers 1 hält sich der Beschwerde-
führer 2 seit Ende 2017/Anfang 2018 bei ihm und seiner Familie in ... auf 
(Schreiben vom 7.11.2018: «fast ein Jahr»; Vorakten POM 5A pag. 28). 
Der Sohn führt aus, er fühle sich hier sicher und habe keine Übergriffe 
seines Bruders wegen übermässigen Alkoholkonsums zu befürchten. 
Neben einem Deutschkurs verbringe er seine Zeit auch in einer Fuss-
ballmannschaft. Er sehe in der Schweiz viele Chancen, um seine Berufs-
ziele als «professioneller Fussballspieler oder […] Informatiker» zu ver-
wirklichen (Vorakten POM 5A pag. 26).

4.

In der Sache ist strittig, ob die Vorinstanz den Nachzug des Beschwerde-
führers 2 zu Recht verweigert hat. Für den vorliegenden Fall sind folgende 
rechtliche Grundlagen massgebend:

4.1 Gemäss Art. 44 des hier noch anwendbaren AuG (vgl. vorne E. 2) 
kann ausländischen Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von 
Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt 

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werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte 
Wohnung vorhanden ist und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. 
Diese Bestimmung vermittelt für sich genommen keinen Rechtsanspruch 
auf Familiennachzug. Vielmehr bleibt hier die Bewilligungserteilung – auch 
wenn die diesbezüglichen Voraussetzungen erfüllt sind – im fremden-
polizeilichen Ermessen (BGE 139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.2). Der aus-
ländische Elternteil kann sich für den Familiennachzug allerdings auf den 
Schutz des Familienlebens nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechts-
konvention (EMRK; SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101) berufen, wenn sie oder er über ein gefestigtes Anwesenheits-
recht verfügt und die familiären Beziehungen tatsächlich gelebt werden 
(vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen). Wie die POM zu-
treffend festgehalten hat, sind diese Voraussetzungen hier erfüllt. Insbe-
sondere ist das Anwesenheitsrecht des Beschwerdeführers 1 gefestigt, ver-
fügen doch die beiden Töchter, die er mit seiner Lebenspartnerin hat, wie 
ihre Mutter über die Niederlassungsbewilligung (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 5c S. 7). Der Familiennachzug setzt zusätzlich zu den in Art. 44 
AuG genannten Erfordernissen voraus, dass der Nachzug innerhalb von 
zwölf Monaten geltend gemacht wird (Kinder über zwölf Jahre; Art. 47 
Abs. 1 und 3 AuG sowie Art. 73 Abs. 1 VZAE), kein Rechtsmissbrauch und 
keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG gegeben sind, der nachziehende 
Elternteil das Sorgerecht hat und das Kindeswohl dem Nachzug nicht ent-
gegensteht. Ein Nachzug ausserhalb der erwähnten Frist wird nur bewilligt, 
wenn wichtige familiäre Gründe geltend gemacht werden (sog. nachträg-
licher Familiennachzug; Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG und Art. 73 Abs. 3 
VZAE; vgl. zum Ganzen BGE 137 I 284 E. 2.7, 136 II 78 E. 4.7 f. 
[Pra 99/2010 Nr. 70]). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist die Ver-
weigerung des Familiennachzugs grundsätzlich mit Art. 8 EMRK bzw. 
Art. 13 Abs. 1 BV vereinbar (vgl. etwa BGE 139 I 330 E. 2 mit Hinweisen). 
Aus dem Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des 
Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) ergeben sich keine 
weitergehenden Bewilligungsansprüche (BGE 143 I 21 E. 5.5.2).

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4.2 Es ist unstreitig, dass die Frist gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG mit dem 
Gesuch vom 29. Juni 2017 nicht eingehalten worden ist und deshalb einzig 
ein nachträglicher Familiennachzug zur Diskussion steht. Die Beschwerde-
führer sind indes der Ansicht, die POM habe zu Unrecht das Vorliegen 
wichtiger familiärer Gründe verneint (vgl. Beschwerde S. 5 ff.). Sie habe da-
bei auch den Vorgaben der EMRK und der KRK nicht gebührend Rech-
nung getragen (Beschwerde S. 10 f.).

4.3 Wichtige familiäre Gründe für die Bewilligung des nachträglichen 
Nachzugs nach Art. 47 Abs. 4 AuG liegen vor, wenn das Kindeswohl nur 
durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE). 
Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist nach der 
Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzu-
stellen; es bedarf vielmehr der Würdigung aller erheblichen Umstände im 
Einzelfall. Dabei ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dem 
vom Gesetzgeber beabsichtigten Zweck der Fristenregelung Rechnung zu 
tragen, welche die Integration der Kinder erleichtern will, indem diese durch 
einen frühzeitigen Nachzug unter anderem auch eine möglichst um-
fassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen (vgl. 
BGer 2C_634/2017 vom 14.8.2018 E. 3.4.2, 2C_38/2017 vom 23.6.2017 
E. 4.2; zu den im Einzelfall zu berücksichtigenden Elementen vgl. etwa 
BGer 2C_132/2016 vom 7.7.2016 E. 2.3.3). Zudem geht es darum, Nach-
zugsgesuchen entgegenzuwirken, die erst kurz vor Erreichen des er-
werbsfähigen Alters gestellt werden, wobei die erleichterte Zulassung zur 
Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten Familien-
gemeinschaft im Vordergrund steht. Die Bewilligung des Nachzugs nach 
Ablauf der Frist muss nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme 
bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG aber so zu handhaben, dass 
der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. 
Art. 13 Abs. 1 BV im Rahmen der erforderlichen Interessenabwägung ge-
wahrt bleibt (vgl. etwa BGer 2C_802/2017 vom 10.6.2018 E. 4.1, 
2C_1/2017 vom 22.5.2017 E. 4.1.3, je mit weiteren Hinweisen). Im Einzel-
fall ist sorgfältig zu prüfen, ob dem Kindeswohl durch eine Kontinuität der 
bisherigen Betreuung oder durch einen Umzug in die (unvertraute) neue 
Umgebung besser entsprochen werden kann (BGer 2C_182/2016 vom 
11.11.2016 E. 2.2, u.a. mit Hinweis auf BGer 2C_303/2014 vom 20.2.2015 

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E. 6.1). Ein wichtiger Grund liegt etwa vor, wenn die weiterhin notwendige 
Betreuung der Kinder im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes 
oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewährleistet ist. 
Praxisgemäss liegen indes keine wichtigen familiären Gründe vor, wenn im 
Heimatland alternative Pflegemöglichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl 
besser entsprechen, weil dadurch vermieden werden kann, dass die Kinder 
aus ihrer bisherigen Umgebung und dem ihnen vertrauten Beziehungsnetz 
gerissen werden (vgl. BGer 2C_550/2018 vom 21.12.2018 E. 2.2, 
2C_591/2017 vom 16.4.2018 E. 2.2.2; zum Ganzen VGE 2018/252 vom 
11.3.2019 E. 5.2).

4.4 Zu prüfen ist somit, ob bzw. inwieweit eine Änderung der Betreu-
ungs- und Erziehungsmöglichkeiten eingetreten ist, die eine Übersiedlung 
des Beschwerdeführers 2 in die Schweiz notwendig erscheinen lässt, und 
keine alternativen Betreuungsmöglichkeiten bestehen, die seinen Bedürf-
nissen besser entsprechen als ein Umzug in die Schweiz (vgl. zum Prüf-
programm auch VGE 2017/137 vom 2.2.2018 E. 3.5). Es obliegt im 
Rahmen der prozessualen Mitwirkungspflicht der nachzugswilligen Person, 
die entsprechenden Umstände nicht nur zu behaupten, sondern auch zu 
belegen (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AuG; BGer 2C_1154/2016 
vom 25.8.2017 E. 3.1, 2C_1/2017 vom 22.5.2017 E. 4.1.4). An den Nach-
weis der fehlenden Betreuungsmöglichkeit im Heimatland stellt die Recht-
sprechung umso höhere Anforderungen, je älter das nachzuziehende Kind 
ist und je grösser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm hier 
drohen (BGE 137 I 284 E. 2.2; BGer 2C_550/2018 vom 21.12.2018 E. 2.2, 
2C_340/2017 vom 15.6.2018 E. 2.3). Dabei geht es inhaltlich nicht darum, 
dass alternative Betreuungsmöglichkeiten im Heimatland überhaupt fehlen. 
Es ist nach der Rechtsprechung mit Art. 8 EMRK nicht vereinbar, einen 
Familiennachzug erst dann zuzulassen, wenn keine einzige andere Alter-
native zur Betreuung des Kindes in seinem Heimatland zur Verfügung 
steht. Eine solche Alternative muss aber dann ernsthaft in Betracht ge-
zogen und sorgfältig geprüft werden, wenn das Kind bereits älter ist, sich 
seine Integration schwieriger gestalten dürfte und die zum in der Schweiz 
lebenden Elternteil aufgenommene Beziehung noch nicht allzu eng er-
scheint (BGer 2C_591/2017 vom 16.4.2018 E. 2.2.2, 2C_467/2016 vom 

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13.2.2017 E. 3.1.3, je mit Hinweis auf BGE 133 II 6 E. 3.1.2 [Pra 96/2007 
Nr. 124]; zum Ganzen VGE 2018/252 vom 11.3.2019 E. 5.3).

5.

Zu klären ist, ob im Fall des Beschwerdeführers 2 wichtige familiäre 
Gründe für die Bewilligung des nachträglichen Familiennachzugs vorliegen.

5.1 Die Beschwerdeführer bringen vor, dass durch die (zunehmenden) 
gesundheitlichen Probleme der Grossmutter und des Bruders von einer 
veränderten Betreuungssituation ausgegangen werden müsse. Aufgrund 
einer schweren depressiven Episode könne die Grossmutter nicht einmal 
mehr moralische Unterstützung leisten und werde nunmehr im Haus des 
Onkels des Beschwerdeführers 2 gepflegt. Der (weiterhin) unter Alkohol-
sucht leidende Bruder – der bereits mit der Betreuung der Grossmutter 
überfordert gewesen sei – könne sich nicht um den Beschwerdeführer 2 
kümmern. Vielmehr gefährde die Betreuung durch den Bruder das Kindes-
wohl. Der Beschwerdeführer 2 habe aufgrund des Todes seiner leiblichen 
Mutter gleichzeitig einen erhöhten Betreuungsbedarf. Er sei nicht mehr in 
der Lage gewesen, ein geordnetes Leben zu führen, was unter anderem 
den Ausschluss aus dem Gymnasium bewirkt habe (vgl. Beschwerde 
S. 6 ff.).

5.2 Zwar lässt sich aus den ins Recht gelegten Arztberichten in Bezug 
auf den Gesundheitszustand der 80-jährigen Grossmutter entnehmen, dass 
diese neben den gängigen Alterserscheinungen (Bluthochdruck und 
Rückenschmerzen) an einer schweren depressiven Episode ohne psy-
chotische Symptome leidet und auf eine Betreuungsperson angewiesen ist 
(vgl. vorne E. 3.3). Jedoch lässt sich aus den Berichten nicht erkennen, in-
wieweit die (nur stichwortartig festgehaltenen) Diagnosen aus medizi-
nischer Sicht zu einer Beeinträchtigung ihrer Betreuungsfähigkeit führen. 
Insgesamt kann aufgrund der kurzen, nicht näher begründeten Arztberichte 
zwar davon ausgegangen werden, dass die Grossmutter gesundheitlich an-
geschlagen ist und keine umfassende Betreuung des Beschwerdeführers 2 
(mehr) wahrnehmen kann. Dass er in Zukunft überhaupt auf keine Unter-
stützung von ihr mehr zurückgreifen könnte, vermögen die Arztberichte in-
des nicht zu belegen (vgl. für diese Würdigung auch BGer 2C_1116/2013 

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vom 10.11.2014 E. 3.3.3, 2C_532/2012 vom 12.6.2012 E. 2.3.3, 
2C_751/2011 vom 22.3.2012 E. 4.2; VGE 2014/87 vom 2.2.2015 E. 5.4). 
Die Grossmutter wird im Haus des Onkels des Beschwerdeführers 2 von 
dessen Familie gepflegt. Zudem befindet sie sich unter psychiatrischer 
Überwachung und scheint ihre Medikamente regelmässig einzunehmen 
(vgl. vorne E. 3.3). Damit sind die Voraussetzungen für ein erfolgreiches 
Überwinden der depressiven Episode gegeben. Mit der Vorinstanz darf 
davon ausgegangen werden, dass die Grossmutter in Zukunft in der Lage 
ist, ihn zumindest noch moralisch zu unterstützen. Zudem ist nicht ausge-
schlossen, dass der Beschwerdeführer 2 das Haus seiner Grossmutter als 
Unterkunft weiternutzen kann, sofern sein Betreuungsbedarf das alleinige 
Wohnen erlaubt.

5.3 Ähnlich präsentiert sich die Lage in Bezug auf den Gesundheits-
zustand des Bruders des Beschwerdeführers 2. Laut den eingereichten 
Arztberichten hat der Bruder offensichtlich ein Alkoholproblem mit nega-
tiven Begleiterscheinungen (Glücksspielsucht, depressive Episode, kein 
geregeltes Einkommen; vgl. vorne E. 3.3). Jedoch lassen auch hier die Be-
richte offen, inwieweit diese Diagnosen aus medizinischer Sicht zu einer 
Beeinträchtigung seiner Betreuungsfähigkeit führen. Die vorgelegten Dia-
gnosen sind zu allgemein, um den Grad der Erkrankungen und damit ein-
hergehende Einschränkungen beurteilen zu können. Um auf eine schwere 
Erkrankung schliessen zu können, welche die Betreuung des Beschwerde-
führers 2 verunmöglichen würde, bedürfte es eines ausführlichen ärztlichen 
Berichts. In Bezug auf die angeblich durch den Bruder ausgelösten 
«familiären Schwierigkeiten» (Beschwerde S. 8) lässt sich keine konkrete 
Gefährdung des Kindeswohls des Beschwerdeführers 2 ableiten. Es wird 
nicht in Frage gestellt, dass die Alkoholsucht des Bruders wohl zu einem 
erhöhten Konfliktpotenzial mit seinen Mitmenschen geführt hat. Jedoch er-
geben sich weder aus den Arztberichten noch aus den Akten konkrete Hin-
weise, dass es deswegen zu Übergriffen des Bruders gegenüber dem Be-
schwerdeführer 2 gekommen ist. Es gilt zudem zu berücksichtigen, dass 
sich der Bruder, trotz Rückfällen, in psychiatrischer Betreuung befindet und 
auf staatliche Unterstützung zurückgreifen kann, was sich positiv auf die Si-
tuation des Beschwerdeführers 2 auswirken dürfte. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 13

5.4 Damit kann höchstens insofern von einer veränderten Betreuungs-
situation ausgegangen werden, als die Grossmutter und der Bruder keine 
umfassende Betreuung mehr wahrnehmen können. Mit Blick auf das Alter 
des Beschwerdeführers 2 liegt darin für sich allein indes kein wichtiger 
familiärer Grund für den gewünschten Nachzug. Bei Gesuchseinreichung 
im 29. Juni 2017 stand er kurz vor seinem 15. Geburtstag; mittlerweile ist er 
beinahe 17 Jahre alt. In diesem Alter ist der Ablösungsprozess von Zu-
hause regelmässig weit fortgeschritten und es besteht eine gewisse Selb-
ständigkeit. Es kann davon ausgegangen werden, dass er – wie bei 
Jugendlichen in seinem Alter üblich – in der Lage ist, tägliche Verrich-
tungen selbständig wahrzunehmen, regelmässig die Schule zu besuchen, 
und dass nur noch punktuelle Betreuungsmassnahmen erforderlich sind 
(vgl. etwa BGer 2C_449/2015 vom 4.8.2015 E. 4.3; VGE 2017/137 vom 
2.2.2018 E. 5.3). In schwierigen Lebenssituationen erscheint zwar eine ge-
wisse Betreuung weiterhin nötig, jedoch kann selbst in diesen auf die punk-
tuelle Unterstützung von Vertrauenspersonen – auch ausserhalb der 
engeren Familie – zurückgegriffen werden (vgl. BGer 2D_5/2013 vom 
22.10.2013 E. 5.3, 2C_578/2012 vom 22.2.2013 E. 5.3, 2C_174/2012 vom 
22.10.2012 E. 4.2, 2C_305/2012 vom 1.10.2012 E. 4.2; VGE 2013/430 
vom 13.1.2015 E. 3.3.2, 2012/397 vom 3.6.2013 E. 5.1). Dass der Be-
schwerdeführer 2 generell eine vom Normalfall abweichende Entwicklung 
aufweist und besonderer Betreuung bedürfte, ist nicht anzunehmen. Daran 
ändert auch der Tod seiner Mutter im Jahr 2017 nichts. Das Verwaltungs-
gericht bezweifelt nicht, dass der Verlust der Mutter ein einschneidendes 
Ereignis im Leben des Beschwerdeführers 2 war. Jedoch ist nicht er-
wiesen, dass er psychische Probleme davontrug, die über eine Trauer-
verarbeitung hinausgehen, wie sie Jugendliche leisten können. Die Mutter 
hatte im Leben des Beschwerdeführers 2 nur eine ungeordnete Betreu-
ungsfunktion (vgl. vorne E. 3.2), womit er zumindest nicht die Haupt-
betreuungsperson verloren hat. Aus dem Beschluss der Lehrerkonferenz 
vom 2. Februar 2018 lässt sich kein Grund für die 79 unentschuldigten 
Lektionen entnehmen, die schlussendlich zum vorübergehenden Aus-
schluss des Beschwerdeführers 2 vom Gymnasium geführt haben. Der Hin-
weis auf allgemein gehaltene Internetquellen zu einer erhöhten Suizidrate 
von Minderjährigen in vergleichbaren Lebenssituationen ist zur Ermittlung 
des konkreten psychischen Gesundheitszustands des Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 14

führers 2 zudem unbehelflich (vgl. BB 6 und 7). Der Beschwerdeführer 2 
scheint (auch in der Schweiz) keine psychologische Hilfe in Anspruch 
nehmen zu müssen, womit keine Anzeichen für ein «möglicherweise resul-
tierende[s] Trauma» bestehen (Beschwerde S. 10). 

5.5 Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift (S. 9) ist mit 
der POM weiter davon auszugehen, dass in der Heimat des Beschwerde-
führers 2 genügend Bezugspersonen leben, welche die altersentsprechend 
noch notwendige punktuelle Betreuung gewährleisten können: So leben 
sein Onkel und seine Tante – offenbar mit einer grossen Zahl von weiteren 
Familienangehörigen (BB 12) – in der Nähe. Dass sein Onkel und seine 
Tante (bzw. die übrigen dort lebenden volljährigen Verwandten) neben der 
übernommenen Pflege der Grossmutter nicht auch zumindest punktuell Be-
treuungsaufgaben wahrnehmen und als Vertrauenspersonen gegenüber 
dem Beschwerdeführer 2 wirken können, ist nicht ersichtlich. Daran vermag 
der – im Übrigen auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht belegte 
– Hinweis auf ein angebliches Kriegstrauma des Onkels nichts zu ändern. 
Der Beschwerdeführer 2 verbrachte vor seiner Unterbringung bei seiner 
Grossmutter eine gewisse Zeit bei seinem Onkel und seiner Tante (vgl. 
vorne E. 3.2), was doch auf eine Vertrauensstellung dieser Verwandten 
schliessen lässt. Ähnlich verhält es sich mit der Schwester des Beschwer-
deführers 2. Obwohl diese pauschal «alle Ansprüche auf Ausübung der 
elterlichen Sorge» abweist, ist auch bei ihr davon auszugehen, dass sie 
ihren Bruder ab und an unterstützen und ihm zumindest in schwierigen 
Situationen als Vertrauensperson beistehen kann. Dafür spricht, dass sie in 
der Nähe wohnt und durch ihre Arbeitslosigkeit – trotz ihrer zwei Kinder – 
zeitlich gewisse Kapazitäten haben dürfte. Zudem hat sie ihrem Bruder 
auch in der Vergangenheit schon bei Behördenkontakten geholfen (vgl. 
vorne E. 3.3). Möglich und zumutbar wäre angesichts des Alters des Be-
schwerdeführers 2 gegebenenfalls auch eine Betreuung durch Personen 
ausserhalb der Familie, die mit finanzieller Hilfe des Beschwerdeführers 1 
beigezogen werden könnten (vgl. E. 5.4 hiervor). Schliesslich kann die 
Grossmutter trotz ihrer körperlichen und psychischen Beschwerden wie er-
wähnt nach wie vor als Bezugsperson berücksichtigt werden, die jedenfalls 
noch moralisch Beistand anzubieten vermag und in deren Haus der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 15

schwerdeführer 2 nach wie vor wohnen könnte. Die Beziehung zum Bruder 
kann ebenfalls unterstützend sein. 

5.6 Der Schluss der Vorinstanz, dass trotz des Gesundheitszustands 
der Grossmutter bzw. seines Bruders eine adäquate Betreuung des Be-
schwerdeführers 2 in Bosnien und Herzegowina aufrechterhalten werden 
kann, ist somit nicht zu beanstanden. Selbst wenn keine oder keiner der 
Verwandten willens oder in der Lage sein sollte, die noch notwendige 
Unterstützung bzw. Betreuung allein zu gewährleisten, besteht insgesamt 
ein ausreichendes, stabiles Beziehungsnetz, welches gegebenenfalls durch 
externe Personen ergänzt werden könnte. Ein erhöhter Betreuungsbedarf 
ist nicht erstellt. Soweit die Beschwerdeführer auf die anspruchsvolle Ver-
arbeitung des Todes der Mutter des Beschwerdeführers 2 hinweisen, ist zu 
entgegnen, dass der Beschwerdeführer 1 und seine Lebenspartnerin auch 
von der Schweiz aus einen Teil der Betreuungsaufgaben übernehmen 
können. Seit dem Tod der Mutter sind zudem über zwei Jahre vergangen. 
Bereits in der Vergangenheit reiste der Beschwerdeführer 1 regelmässig in 
seine Heimat bzw. der Beschwerdeführer 2 während den Schulferien in die 
Schweiz (vgl. vorne E. 3.2). Nebst gegenseitigen Besuchen stehen sodann 
auch die herkömmlichen Kommunikationsmittel zur Verfügung. In finan-
zieller Hinsicht kann der Beschwerdeführer 1 seinem Sohn (zusammen mit 
seiner Lebenspartnerin) weiterhin von der Schweiz aus behilflich sein.

5.7 Hinsichtlich der Beziehung zwischen Vater und Sohn ist weiter be-
achtlich, dass der Beschwerdeführer 1 sein Heimatland bereits kurz nach 
der Geburt des Beschwerdeführers 2 verlassen hat und das Familienleben 
insoweit seit jeher lediglich über Besuche und die gängigen Kommuni-
kationsmittel gepflegt werden konnte. Der Beschwerdeführer 1 nahm die 
Trennung von seinen Kindern bewusst in Kauf, als er – als Sorge-
berechtigter – vor rund 16 Jahren die zuvor während 14 Jahren bestehende 
familiäre Situation aufgab und in die Schweiz übersiedelte. Er ist nicht ge-
zwungen worden, sein Lebensmittelpunkt in die Schweiz zu verlegen. Den 
Beschwerdeführern kann nicht gefolgt werden, soweit sie den Nachzug da-
mit begründen wollen, dass die Trennung vom Vater dem Kindeswohl 
widerspreche, was namentlich auch unter dem Gesichtswinkel von Art. 8 
EMRK bzw. Art. 13 BV von Bedeutung ist (vgl. für vergleichbare Beur-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 16

teilungen BGer 2C_363/2016 vom 25.8.2016 E. 2.4; 2C_205/2011 vom 
3.10.2011 E. 4.3 f.; VGE 2018/252 vom 11.3.2019 E. 6.6).

5.8 Mit der Vorinstanz ist schliesslich darin einig zu gehen, dass ein 
Nachzug des Beschwerdeführers 2 mit erheblichen Integrationsschwierig-
keiten verbunden wäre. Er ist in Bosnien und Herzegowina aufgewachsen, 
hat dort seine gesamte obligatorische Schulzeit sowie Teile des Gymnasi-
ums durchlaufen und ist vollumfänglich in seiner Heimat sozialisiert 
worden. Der Wegzug hätte den definitiven Abbruch der laufenden Schul-
bildung zur Folge. Das ins Recht gelegte Schreiben der Lehrerkonferenz 
vom 2. Februar 2018 lässt einzig darauf schliessen, dass der Beschwerde-
führer 2 bei seinem bisherigen Gymnasium bis zum Schuljahr 2019/2020 
vom Unterricht freigestellt ist (vgl. vorne E. 3.3). Damit ist nicht ausge-
schlossen, dass er nicht eine andere (öffentliche oder private) Schule für 
Informatik besuchen bzw. sich ab dem Schuljahr 2020/2021 bei der jetzi-
gen Bildungsstätte wieder einschreiben kann. Zur Schweiz hat er dem-
gegenüber mit Ausnahme zu seinem Vater bzw. zu dessen neuen Familie 
unbestrittenermassen keine Verbindung. Bis auf höchstens elementare 
Deutschkenntnisse und gelegentliche Ferienbesuche ist der Beschwerde-
führer 2 mit den hiesigen kulturellen Verhältnissen nicht vertraut (vgl. vorne 
E. 3.2). Zusätzlich fällt das Alter des Beschwerdeführers 2 ins Gewicht: 
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt gerade für Jugendliche 
über 13 Jahre die Übersiedlung in ein anderes Land einen bedeutenden 
Eingriff dar, weil dies zu einer empfindlichen Entwurzelung und erheblichen 
Integrationsschwierigkeiten führen kann (BGer 2C_781/2015 vom 1.4.2016 
E. 4.2, 2C_29/2014 vom 10.11.2014 E. 3.3). Die Beschwerdeführer räumen 
denn auch selbst ein, dass eine (endgültige) Übersiedlung in die Schweiz 
zu einer gewissen Entwurzelung führen würde (Beschwerde S. 10). Das 
Kindeswohl kann bei dieser Konstellation gegen einen Nachzug bzw. für 
die Beibehaltung der bisherigen Situation sprechen. Das gilt entgegen den 
Vorbringen in der Beschwerdeschrift auch, wenn zwar bereits zu einem 
früheren Zeitpunkt um Familiennachzug ersucht wurde, damals die Voraus-
setzungen hierfür aber nicht erfüllt waren (vgl. Beschwerde S. 10 f.). Dass 
der Beschwerdeführer 2 in der Schweiz erfolgreich eine Ausbildung absol-
vieren und sich hier integrieren könnte, erscheint unter diesen Umständen 
kaum realistisch. Es ist denn auch weder geltend gemacht noch ersichtlich, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 17

dass entsprechende Vorkehrungen getroffen worden wären; konkrete 
Pläne liegen nicht vor. Während der Beschwerdeführer 2 in seinem Heimat-
land noch das Gymnasium besuchte, scheint er die Zeit in der Schweiz mit 
einem nicht belegten Deutschkurs und im Fussballklub – mit dem Berufs-
wunsch «professioneller Fussballspieler» – zu verbringen (vgl. vorne 
E. 3.4). Als «hervorragender Schüler» (vorne E. 3.2) verfügt der Beschwer-
deführer 2 über gute Voraussetzungen, um nach Wiederaufnahme und Be-
endigung eines gymnasialen Bildungsgangs ein Studium oder eine beruf-
liche Ausbildung in seiner Heimat zu beginnen, womit die Berufschancen in 
Bosnien und Herzegowina jedenfalls nicht schlechter als in der Schweiz 
stehen (vgl. für diese Beurteilung auch BGer 2C_771/2015 vom 5.10.2015 
E. 2.2.1, 2C_29/2014 vom 10.11.2014 E. 3.3).

6.

6.1 Zusammenfassend ergibt sich Folgendes: Der Wunsch des Be-
schwerdeführers 1, seinen Sohn in die Schweiz nachzuziehen und in die 
hiesige Familiengemeinschaft aufzunehmen und ihm eine bessere wirt-
schaftliche Zukunft zu ermöglichen, ist verständlich. Die Beschwerdeführer 
können aber keine Umstände namhaft machen, die einen Nachzug er-
forderlich erscheinen lassen. Durch die gesundheitlichen Probleme der 
Grossmutter und des Bruders bzw. den Tod seiner Mutter im Jahr 2017 
sind zwar Veränderungen in der Betreuungssituation des Beschwerde-
führers 2 eingetreten. Diese sind mit Blick auf die Gesamtumstände indes 
zu wenig einschneidend, als dass sie wichtige familiäre Gründe im Sinn 
des nachträglichen Familiennachzugs darstellen. Vielmehr ist davon auszu-
gehen, dass eine altersgerechte Betreuung des Beschwerdeführers 2 in 
seiner Heimat nach wie vor gewährleistet werden kann, da mehrere Be-
zugspersonen vor Ort leben und mithin ein stabiles Beziehungsnetz be-
steht. Da er mit knapp 17 Jahren schon fast volljährig ist, sein gesamtes 
Leben in Bosnien und Herzegowina verbracht hat und bisher nur gelegent-
lich Kontakt mit seinem Vater hatte, wäre ein Umzug in die Schweiz dem 
Kindeswohl wenig förderlich. Unter Berücksichtigung der verschiedenen 
Interessen (namentlich auch des Kindeswohls) ergibt sich somit, dass die 
Vorinstanz zu Recht das Vorliegen wichtiger Gründe im Sinn von Art. 47 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 18

Abs. 4 AuG verneint hat. Vor diesem Hintergrund erweist sich der ange-
fochtene Entscheid auch im Licht von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV 
sowie der KRK als rechtmässig (vgl. vorne E. 4.3). Da keine Hinweise auf 
eine Gefährdung von Leben oder Gesundheit des Beschwerdeführers 2 
(insbesondere Suizidgefahr; vgl. vorne E. 5.4) bestehen, ist insbesondere 
auch nicht von einer Verletzung von Art. 6 KRK auszugehen. Aufgrund der 
prozessualen Mitwirkungspflicht wäre es an den Beschwerdeführern ge-
wesen, wichtige familiäre Gründe für einen nachträglichen Familiennach-
zug zu belegen (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AuG; vgl. etwa 
BVR 2015 S. 391 E. 5.5; VGE 2018/252 vom 11.3.2019 E. 5.3 mit Hin-
weisen). Die angebotenen Beweismittel (Befragung der Parteien und von 
Auskunftspersonen; Beschwerde S. 9) lassen in den entscheiderheblichen 
Punkten keine zusätzlichen Erkenntnisse erwarten, weshalb weitere Sach-
verhaltsabklärungen unterbleiben können (vgl. zur sog. antizipierten Be-
weiswürdigung statt vieler BVR 2017 S. 556 E. 7.4; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 18 N. 9 f.). Die Beweisanträge der Beschwerdeführer werden daher 
abgewiesen. 

6.2 Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet und 
ist abzuweisen. Wie bereits die POM festgehalten hat, ist mit der Nicht-
erteilung der Aufenthaltsbewilligung als gesetzliche Folge die Wegweisung 
verbunden (Art. 64 Abs. 1 Bst. c AuG; angefochtener Entscheid E. 8b). Da 
die vorinstanzlich angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss 
eine neue festzulegen. Mit dem vorliegenden Urteil in der Sache erübrigt es 
sich, auf den einstweiligen Rechtsschutz einzugehen bzw. das Super-
provisorium durch eine ordentliche vorsorgliche Massnahme abzulösen 
(vorne Bst. D; vgl. BVR 2012 S. 314 E. 5.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
a.a.O., Art. 28 N. 5).

7.

7.1 Bei diesem Verfahrensausgang werden die unterliegenden Be-
schwerdeführer an sich kostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz 
haben sie nicht (Art. 108 Abs. 1 und 3 VPRG). Sie haben aber um unent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 19

geltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche 
Anwältin ersucht.

7.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den 
gleichen Voraussetzungen kann einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt 
beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse 
es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Der kantonalrechtliche Anspruch 
deckt sich insoweit mit der Garantie von Art. 29 Abs. 3 BV (BVR 2016 S. 65 
E. 3.2.1, 2014 S. 437 E. 7.1).

7.3 Eine Person ist prozessbedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, die 
Gerichtskosten innert zumutbarer Frist aufzubringen, weil sie über kein Ver-
mögen verfügt und das ihr zur Verfügung stehende Einkommen nicht 
grösser ist als ihr prozessualer Zwangsbedarf; massgebend ist insoweit 
das Kreisschreiben Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des Ver-
waltungsgerichts des Kantons Bern über die Ermittlung und den Nachweis 
der Prozessarmut im Sinn von Art. 117 Bst. a ZPO und Art. 111 Abs. 1 
VRPG vom 25. Januar 2011 (nachfolgend KS 1; einsehbar unter: 
<www.justice.be.ch>, Rubriken «Verwaltungsgerichtsbarkeit», «Verwal-
tungsgericht», «Downloads & Publikationen», «Kreisschreiben»). Danach 
ist dem Einkommen der zivilprozessuale Zwangsbedarf gegenüberzu-
stellen, wobei allfällig vorhandenes Vermögen zu berücksichtigen ist (KS 1 
Bst. A). Für die Bestimmung des Zwangsbedarfs ist zunächst von den 
Grundbeträgen auszugehen, wie sie für die Berechnung des betreibungs-
rechtlichen Existenzminimums gelten (vgl. Kreisschreiben Nr. B1 der 
Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern 
vom 1. Januar 2011, nachfolgend KS B1; einsehbar unter: 
<www.justice.be.ch>, Rubriken «Verwaltungsgerichtsbarkeit», «Verwal-
tungsgericht», «Downloads & Publikationen», «Kreisschreiben»). Der 
massgebende Grundbetrag ist alsdann um 30 % zu erhöhen. Weiter sind ‒ 
soweit entsprechender Aufwand ausgewiesen ist ‒ die im KS 1 Bst. C 
Ziff. 2 vorgesehenen Zuschläge aufzurechnen, wobei ergänzend wiederum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
Seite 20

die Regeln zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums 
bzw. das KS B1 heranzuziehen sind. Erreicht das Einkommen der be-
troffenen Person den so bestimmten prozessualen Zwangsbedarf nicht, so 
ist ‒ jedenfalls wenn keine Vermögenswerte vorhanden sind ‒ ohne weite-
res von einer Prozessbedürftigkeit im Sinn von Art. 111 Abs. 1 VRPG aus-
zugehen. Übersteigt das Einkommen demgegenüber den prozessualen 
Zwangsbedarf, so ist zu prüfen, welche Verfahrenskosten (und allenfalls 
Anwaltskosten) der beabsichtigte Prozess verursachen kann. Erlaubt der 
errechnete Überschuss, die Kosten des Prozesses innert Jahresfrist bzw. 
jene eines kostspieligeren Verfahrens innert zweier Jahre zu tilgen, so liegt 
keine Prozessbedürftigkeit vor und die unentgeltliche Rechtspflege ist zu 
verweigern (KS 1 Bst. E).

7.4 Der Nachweis der Prozessbedürftigkeit obliegt der gesuch-
stellenden Partei; diese hat ihre wirtschaftlichen Verhältnisse umfassend 
darzulegen und soweit möglich zu belegen (Art. 112 Abs. 2 VRPG i.V.m. 
Art. 119 Abs. 2 ZPO; BVR 2016 S. 369 E. 4.3.2, 2016 S. 65 E. 3.2.4; zum 
Ganzen Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 111 N. 6 ff.). Abzustellen 
ist grundsätzlich auf die Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung 
(BVR 2016 S. 65 E. 3.2.2, 2014 S. 437 E. 7.2), wobei jedoch Verbesse-
rungen der wirtschaftlichen Situation während der Dauer des Verfahrens zu 
berücksichtigen sind (vgl. BVR 2018 S. 376 [VGE 2017/209 vom 
17.5.2018] nicht publ. E. 5.2 mit Hinweisen).

7.5 Aufgrund der gemeinsamen Kinder ist die Konkubinatsgemeinschaft 
zwischen dem Beschwerdeführer 1 und seiner Lebenspartnerin in Bezug 
auf die Bedürftigkeitsberechnung bei der unentgeltlichen Rechtspflege als 
Gesamteinheit zu betrachten (BGE 142 III 36 E. 2.3; vgl. auch KS B1 Bei-
lage 1 Ziff. I). Dazu gehört namentlich auch der Beschwerdeführer 2, der 
sich (unbewilligt) in der Schweiz befindet und kein Einkommen erzielt. Aus 
den aktuellsten verfügbaren Taggeldabrechnungen ergibt sich, dass der 
momentan arbeitsunfähige Beschwerdeführer 1 in den Monaten Okto-
ber 2018 bis Februar 2019 durchschnittlich Fr. 2'352.-- verdiente (BB 24; 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 28.3.2019 S. 3). Unter Be-
rücksichtigung der ab 1. Juni 2019 verbesserten Anstellungsbedingungen 
der Lebenspartnerin des Beschwerdeführers 1 ist zudem ein monatliches 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
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Nettoeinkommen von rund Fr. 6'753.-- hinzuzurechnen. Das Brutto-
einkommen beträgt Fr. 6'882.-- (BB 20; Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege vom 28.3.2019 S. 3), wovon geschätzte Versicherungs- und 
Pensionskassenbeiträge von Fr. 850.-- abzuziehen sind; zu berücksich-
tigen sind aber auch Familienzulagen für die beiden minderjährigen Töchter 
von Fr. 721.-- (vgl. Übersicht Anstellungsbedingungen Stadt Bern 2019, 
Ziff. 10, einsehbar unter: <www.bern.ch>, Rubriken «Politik und Ver-
waltung», «Stadtverwaltung», «Direktion für Finanzen, Personal und Infor-
matik», «Personalamt», «Was können Sie erwarten»). Für die Familie sind 
damit monatliche Mittel von Fr. 9'105.-- verfügbar.

7.6 Der prozessuale Zwangsbedarf berechnet sich wie folgt:

7.6.1 Folgende Posten können ohne weiteres berücksichtigt werden: Die 
Grundbeträge und Krankenkassenprämien für den Beschwerdeführer 1 und 
seine Lebenspartnerin sowie für die zwei Töchter (BB 13 ff.), die Miet-
kosten der Wohnung in ... (Akten MIDI 5C pag. 14), die unumgänglichen 
Berufskosten der Lebenspartnerin (auswärtige Verpflegung und Fahrten 
zum Arbeitsplatz), sowie die laufenden Steuern der Lebenspartnerin 
(BB 22).

7.6.2 In Bezug auf den 24-jährigen Sohn der Lebenspartnerin, der auch in 
der Familienwohnung in ... lebt und offenbar arbeitslos ist, machen die 
Beschwerdeführer einen Grundbetrag von Fr. 850.-- sowie Krankenkassen-
kosten von Fr. 305.-- geltend, weil er «aktuell keine Arbeitsstelle» innehabe 
(Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 28.3.2019 S. 2 f.; BB 15). – 
Volljährige Kinder fallen bei der Berechnung des prozessualen Zwangs-
bedarfs grundsätzlich ausser Betracht (Art. 277 Abs. 1 des Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]), da sie für ihren Lebensunter-
halt selbst aufzukommen haben (vgl. Art. 276 Abs. 3 ZGB). Zudem wird 
auch nicht ein ausstehender Abschluss der ordentlichen Berufsausbildung 
des volljährigen Sohnes der Lebenspartnerin geltend gemacht (Art. 277 
Abs. 2 ZGB) oder dargelegt, ob bzw. weshalb er keine anderen Einnahmen 
hat (z.B. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe). Ob Aufwendungen für ihn als ge-
setzlich vorgesehene (Art. 328 Abs. 1 ZGB) oder moralische Unter-
stützungsbeiträge überhaupt im prozessualen Zwangsbedarf zu berück-
sichtigen wären (vgl. BGer 5P.486/2006 vom 16.1.2007 E. 3.4; Alfred 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.06.2019, Nr. 100.2019.57U, 
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Bühler, Betreibungs- und prozessrechtliches Existenzminimum, in AJP 
2002 S. 644 ff., 649), kann mit Blick auf das Ergebnis der Bedürftigkeits-
berechnung offengelassen werden.

7.6.3 Weiter machen die Beschwerdeführer für den Beschwerdeführer 2 
einen Grundbetrag von Fr. 600.-- (Kind über zehn Jahre) und geschätzte 
Krankenkassenkosten von Fr. 100.-- geltend (Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege vom 28.3.2019 S. 2 f.). – Der Beschwerdeführer 2 befindet 
sich seit nunmehr über einem Jahr in der Schweiz. Er hat den Entscheid 
über das Nachzugsgesuch nicht in seinem Heimatland abgewartet, son-
dern mit seinem (verfrühten) Umzug zum Beschwerdeführer 1 unrecht-
mässige Tatsachen geschaffen. Die Beschwerdeführer dürfen durch dieses 
Verhalten – unter Berücksichtigung des Rechtsmissbrauchsverbots (vgl. 
Daniel Wuffli, Die unentgeltliche Rechtspflege in der ZPO, Diss. Bern 2015, 
N. 152 ff.) – bei der Ermittlung ihres prozessualen Zwangsbedarf nicht 
besser gestellt werden, als wenn der Beschwerdeführer 2 bis auf weiteres 
in Bosnien und Herzegowina geblieben wäre. Da die dortigen Lebens-
haltungskosten wesentlich tiefer ausfallen als in der Schweiz, ist der Grund-
betrag des Beschwerdeführers 2 nach unten zu korrigieren (vgl. 
BGer 5P.486/2006 vom 16.1.2007 E. 3.4; Daniel Wuffli, a.a.O., N. 266). 
Gemäss dem Bundesamt für Statistik liegt das bosnische bei rund 35 % 
des schweizerischen Preisniveaus (Tabelle Preisniveauindizes im welt-
weiten Vergleich vom 21.12.2015, einsehbar unter: <www.bfs.admin.ch>, 
Rubriken «Statistiken finden», «Preise», «Kaufkraftparitäten»; vgl. für die 
anerkannten Umrechnungsmethoden BGer 5A_736/2007 vom 20.3.2008 
E. 3.2). Der geltend gemachte Grundbetrag von Fr. 600.-- ergibt damit, auf 
das bosnische Preisniveau angepasst, einen Wert von Fr. 210.--. Da er-
wartet werden darf, dass der Beschwerdeführer 2 in Bosnien und Herze-
gowina in altersentsprechendem Mass von erwachsenen Personen betreut 
wird (vgl. vorne E. 5.5), drängt sich – zumal er auch noch nicht volljährig ist 
– kein Einsetzen des Grundbetrags für alleinstehende Personen auf. In Be-
zug auf die Krankenkassenkosten des Beschwerdeführers 2 ist darauf hin-
zuweisen, dass selbst Auslagen, die unstreitig zum Zwangsbedarf zählen, 
nur insoweit in dessen Berechnung im konkreten Einzelfall einfliessen 
können, als sie hinreichend belegt werden (vorne E. 7.4). Weder für die 

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Schweiz noch für Bosnien und Herzegowina haben die Beschwerdeführer 
solche belegt. 

7.6.4 Entgegen den Angaben der Beschwerdeführer im beigelegten Ge-
suchsformular vom 28. März 2019 (BB 26) sind beim Beschwerdeführer 1 
aufgrund seiner bereits vom Lohn abgezogenen Quellenbesteuerung (vgl. 
Taggeldabrechnungen Oktober 2018 bis Februar 2019; BB 24) keine lau-
fenden Steuern im Zwangsbedarf zu berücksichtigen (KS 1 Bst. C Ziff. 2 
Bst. g).

7.6.5 Nach dem Gesagten setzt sich der prozessuale Zwangsbedarf der 
Beschwerdeführer wie folgt zusammen:

Grundbetrag Paar mit Kindern Fr.1'700.00
Grundbetrag Tochter bis zu 10 Jahren Fr. 400.00
Grundbetrag Tochter über 10 Jahren Fr. 600.00
Grundbetrag Beschwerdeführer 2 Fr. 210.00
Zuschlag von 30 % Fr. 873.00
Wohnkosten Fr.1'795.00
Krankenkassenprämien Fr. 967.40
unumgänglichen Berufskosten Fr. 299.00
laufende Steuern Fr. 467.00

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prozessualer Zwangsbedarf Fr.7'311.40

Dem Zwangsbedarf von Fr. 7'311.40 steht ein Einkommen von Fr. 9'105.-- 
gegenüber, womit für die Beschwerdeführer ein Überschuss von monatlich 
Fr. 1'793.60 bzw. jährlich Fr. 21'523.20 resultiert. Selbst bei Berücksich-
tigung der geltend gemachten Auslagen für den Sohn der Lebenspartnerin 
(Grundbetrag und Krankenkasse von monatlich Fr. 1'155.-- mit entspre-
chender Anpassung des prozessualen Zuschlags von Fr. 255.--) würde den 
Beschwerdeführern immer noch ein Überschuss von monatlich rund 
Fr. 384.-- bzw. jährlich Fr. 4'603.-- zur Verfügung stehen.

7.7 Bei einem monatlichen Überschuss von Fr. 1'793.60 bzw. Fr. 384.-- 
ist es den Beschwerdeführern ohne weiteres möglich, die reduzierte Pau-
schalgebühr für das Verfahren vor Verwaltungsgericht von Fr. 500.-- zu be-

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zahlen (vgl. E. 7.8 hiernach). Auch die Anwaltskosten vermögen die Be-
schwerdeführer mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln selber zu 
tragen. Insgesamt sind für das Verfahren vor Verwaltungsgericht ein-
schliesslich Honorar der Anwältin Auslagen von unter Fr. 4'500.-- zu er-
warten. Einen Betrag in dieser Grössenordnung können die Beschwerde-
führer in weniger als einem Jahr bezahlen, weshalb sie nicht als prozess-
arm gelten (vgl. vorne E. 7.3). Nach dem Erwogenen ist das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege unter amtlicher Verbeiständung abzuweisen.

7.8 Da über das Gesuch erst im Endentscheid befunden wird und die 
Beschwerdeführer deshalb keine Gelegenheit hatten, ihr Rechtsmittel nach 
Abweisung dieses Begehrens zurückzuziehen und damit Kosten zu sparen, 
sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen Abschreibungs-
gebühren zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer 2 wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 8. August 2019.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung der 
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer als amtliche Anwältin wird ab-
gewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden den Beschwer-
deführern auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführern
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- dem Staatssekretariat für Migration

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Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.