# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23ac80e9-b23b-555f-9d44-74dab57b5366
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-08-30
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2019
**Docket/Reference:** ST.2022.115
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2022.115.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2022.115 

Verfügung 

30. August 2022 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiber Sven Tschalèr 

A   A G ,    
bei B AG,  

vertreten durch B AG,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2019 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  A  AG  (nachfolgend  die  Pflichtige)  wurde im  Jahr  2013  gegründet  und 

hatte  ihren  Sitz  zunächst  in  C/SZ  (im  …  2021  Sitzverlegung  nach  D/SO).  Weil  die 

Pflichtige  für  die  Steuerperiode  1.1.  -  31.12.2019  im  Kanton  Schwyz  trotz  Mahnung 

keine  Steuererklärung  einreichte,  veranlagte  sie  die  Steuerverwaltung  des  Kantons 

Schwyz  mit  Entscheid  vom  15.  Dezember  2020  für  die  kantonalen  Steuern  nach 

pflichtgemässem  Ermessen  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr.  66'600.-.  Den 

satzbestimmenden  Reingewinn  legte  die  Steuerbehörde  ebenfalls  nach  pflichtgemäs-

sem Ermessen auf Fr. 244'000.- fest, wobei sie davon Fr. 88'700.- nach E/AG und Fr. 

88'700.-  nach  F/ZH  ausschied.  Das  satzbestimmende  Eigenkapital  betrug 

Fr. 1'219'000.-,  wobei  davon  aufgrund  der  Ausscheidung  je  Fr.  10'000.-  auf  E  und  F 

entfielen.  

Die Pflichtige reichte trotz öffentlicher Aufforderung und individueller Mahnung 

vom 20. Oktober 2020 sodann auch im Kanton Zürich keine Steuererklärung ein. Das 

kantonale  Steueramt  erliess  deshalb  für  die  erwähnte  Steuerperiode  am  30.  Novem-

ber 2021 einen Einschätzungsentscheid, in welchem sie die bereits durch den Kanton 

Schwyz  nach  pflichtgemässem  Ermessen  festgelegten  Steuerfaktoren  übernahm 

(steuerbarer Reingewinn im Kanton Zürich Fr. 88'700.-; satzbestimmender Reingewinn 

Fr. 244'000.-; steuerbares Eigenkapital Kanton Zürich Fr. 10'000.-; Eigenkapital gesamt 

Fr. 1'219'000.-).  

B.  Die  Pflichtige  erhob  gegen  den  Einschätzungsentscheid  am  22.  Dezem-

ber 2021 Einsprache. Dem Rechtsmittel lag eine ausgefüllte Steuererklärung des Kan-

tons Schwyz sowie eine Bilanz und eine Erfolgsrechnung bei. Die Pflichtige beantragte, 

sie  sei  unter  Aufhebung  der  Ermessenseinschätzung  ordentlich,  gemäss  Steuererklä-

rung  einzuschätzen  mit  einem  steuerbaren  bzw.  satzbestimmenden  Reingewinn  von 

Fr. 0.- und einem satzbestimmenden Eigenkapital von Fr. 571'947.-. Der Verlust für die 

Steuerperiode 2019 betrug gemäss eingereichter Jahresrechnung Fr. 117'512.-. Einen 

Antrag,  in  welcher  Höhe  das  Eigenkapital  in  den  Kanton  Zürich  auszuscheiden  sei, 

stellte  die  Pflichtige  nicht.  Das  kantonale  Steueramt  verlangte  mit  Verfügung  vom 

20. Januar 2022 die Einreichung sämtlicher Kontoblätter sowie chronologisch geordne-

te Belege  des  Kontos  "Dienstleistungsaufwand Ausland" mit  Nachweis der geschäfts-

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mässigen Begründetheit sowie Zahlungnachweis der Aufwendungen ins Ausland. Wei-

ter  sollte  die  Pflichtige  Kopien  sämtlicher  Mietverträge  als  Nachweis  des  verbuchten 

Mietaufwands  sowie  eine  Steuerausscheidung  für  die  Zweigniederlassungen  im  Kan-

ton  Zürich  und  Kanton  Aargau  einreichen.  Die  Pflichtige  reagierte  auf  diese  Auflage 

nicht, weshalb das kantonale Steueramt am 24. März 2022 eine Mahnung erliess. 

Die  Pflichtige  reichte  am  13.  April  2022  die  verlangten  Kontoblätter  ein.  Die 

Einreichung der übrigen Unterlagen stellte sie lediglich in Aussicht.  

Mit Entscheid vom 4. Mai 2022 wies das kantonale Steueramt die Einsprache 

ab.  

C.  Hiergegen  erhob  die Pflichtige  am  7.  Juni  2022  (Poststempel)  Rekurs  mit 

dem Antrag, sie sei im ordentlichen Verfahren einzuschätzen. Die Einschätzung nach 

pflichtgemässem  Ermessen  sei  aufzuheben.  Als  Begründung  führte  sie  an,  die  Höhe 

des satzbestimmenden Reingewinns entbehre jeglicher Realität. 

Zudem stellte die Pflichtige ein Gesuch um Erstreckung der Frist zur Nachrei-

chung der nach wie vor fehlenden Unterlagen bis 31. Juli 2022.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

8. Juli 2022 auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  aa)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Kapitalgesellschaft  setzt  sich  ge-

mäss  § 64  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  zusammen  aus  dem 

Saldo  der  Erfolgsrechnung,  unter  Berücksichtigung  des  Saldovortrags  des  Vorjahres 

(Ziff. 1),  und  (unter  anderem)  allen  vor  Berechnung  des  Saldos  der  Erfolgsrechnung 

ausgeschiedenen  Teilen  des  Geschäftsergebnisses,  die  nicht  zur  Deckung  von  ge-

schäftsmässig  begründetem  Aufwand  verwendet  werden  (Ziff. 2),  wie  insbesondere 

geschäftsmässig  nicht  begründete  Abschreibungen  und  Rückstellungen  (Ziff.  2  lit. b) 

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sowie  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen  und  geschäftsmässig  nicht  be-

gründete Zuwendungen an Dritte (lit. e).  

bb)  Ausgangspunkt  für  die  steuerrechtliche  Bestimmung  des  Unternehmens-

gewinns  ist  die  kaufmännische  Jahresrechnung,  bestehend  aus  Bilanz  und  Erfolgs-

rechnung.  Dabei  sind  die  handelsrechtlichen  Vorschriften  zu  beachten,  damit  das 

Steuerrecht  darauf  abstellen  kann  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  Kommentar  zum 

Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 64 N 4 StG). Die Buchführung bildet die Grundla-

ge  der  Rechnungslegung.  Sie  erfasst  diejenigen  Geschäftsvorfälle  und  Sachverhalte, 

die  für  die  Darstellung  der  Vermögens-,  Finanzierungs-  und  Ertragslage  des  Unter-

nehmens  (wirtschaftliche  Lage)  notwendig  sind  (Art.  957a  Abs.  1  OR).  Sie  folgt  den 

Grundsätzen  ordnungsmässiger  Buchführung.  Namentlich  sind  zu  beachten:  Die  voll-

ständige,  wahrheitsgetreue  und  systematische  Erfassung  der  Geschäftsvorfälle  und 

Sachverhalte  (Art.  957a  Abs. 2  Ziff. 1  OR),  der  Belegnachweis  für  die  einzelnen  Bu-

chungsvorgänge  (Ziff.  2),  die  Klarheit  (Ziff.  3),  die  Zweckmässigkeit  mit  Blick  auf  die 

Art und Grösse des Unternehmens (Ziff. 4) sowie die Nachprüfbarkeit (Ziff. 5). Als Bu-

chungsbeleg gelten alle schriftlichen Aufzeichnungen auf Papier oder in elektronischer 

oder vergleichbarer Form, die notwendig sind, um den einer Buchung zugrunde liegen-

den  Geschäftsvorfall  oder  Sachverhalt  nachvollziehen  zu  können  (Art.  957a  Abs. 3 

OR).  

b)  Die  Veranlagungsbehörden  stellen  zusammen  mit  dem  Steuerpflichtigen 

die  für  eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung  massgebenden  tatsächlichen  und 

rechtlichen Verhältnisse fest (§ 132 Abs. 1 StG). Der Steuerpflichtige muss das Formu-

lar  für  die  Steuererklärung  wahrheitsgemäss  und  vollständig  ausfüllen,  persönlich  un-

terzeichnen  und  samt  den  vorgeschriebenen  Beilagen  fristgemäss  der  zuständigen 

Behörde einreichen (§ 133 Abs. 2 StG). Juristische Personen müssen der Steuererklä-

rung  die  unterzeichneten  Jahresrechnungen  (Bilanzen,  Erfolgsrechnungen)  der  Steu-

erperiode  einreichen  (§  134  Abs.  2  lit.  a  StG).  Der  Steuerpflichtige  muss  im  Weitern 

alles tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Er muss auf 

Verlangen  der  Veranlagungsbehörde  insbesondere  mündlich  oder  schriftlich  Auskunft 

erteilen, Geschäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über 

den Geschäftsverkehr vorlegen (§ 135 Abs. 1 und 2 StG).  

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2.  a)  aa)  Hat  ein  Steuerpflichtiger  trotz  Mahnung  seine  Verfahrenspflichten 

nicht  erfüllt  oder  können  die  Steuerfaktoren  mangels  zuverlässiger  Unterlagen  nicht 

einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerbehörde gemäss § 139 Abs. 2 Satz 1 

StG die Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor. Die Vornahme einer Ein-

schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  setzt  also  einen  Untersuchungsnotstand 

voraus. Dieser ist im Regelfall dadurch verursacht, dass der Steuerpflichtige trotz Mah-

nung  Verfahrenspflichten  nicht  oder  nicht  gehörig  erfüllt  hat,  d.h.  seinen  Mitwirkungs-

pflichten nicht oder nur unvollständig nachgekommen ist.  

bb) Die Pflichtige hat trotz öffentlicher Aufforderung und individueller Mahnung 

vom 20. Oktober 2020 im Kanton Zürich keine Steuererklärung eingereicht und damit 

die  grundlegendste  aller  Mitwirkungspflichten  verletzt.  Der  steuerlich  relevante  Sach-

verhalt  blieb  der  Steuerbehörde  deshalb  verborgen.  Das  kantonale  Steueramt  nahm 

damit zu Recht mit Entscheid vom 30. November 2021 eine Einschätzung nach pflicht-

gemässem Ermessen vor. 

b) aa) aaa) Eine zu Recht ergangene Ermessenseinschätzung kann der Steu-

erpflichtige laut § 140 Abs. 2 StG einzig wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. 

Diese  Norm  enthält  eine  Kognitionsbeschränkung  der  Prüfungsinstanzen.  Letztere 

können  eine  zu Recht getroffene  Ermessenseinschätzung bzw.  -veranlagung  nur  auf-

heben, wenn sie sich als offensichtlich falsch erweist (Zweifel/Hunziker, in: Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A. 

2017,  Art.  130  N  49  DBG).  Den  entsprechenden  Nachweis  kann  der  Steuerpflichtige 

auf zwei Arten erbringen (Zweifel/Hunziker, Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht,  Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und 

Gemeinden,  2017,  Art.  48  N 46 ff.  StHG,  auch  zum  Folgenden):  Vorab  kann  er  den 

tatsächlichen  Sachverhalt  dartun  und  den  entsprechenden  Nachweis  leisten,  mit  der 

Folge, dass die im Streit stehende Ermessenseinschätzung durch eine ordentliche Ein-

schätzung  ersetzt  wird  und  die  Steuerfaktoren  nach  den  für  "gewöhnliche"  Einschät-

zungen geltenden Regeln ermittelt werden. Ist die Ermessensveranlagung Folge einer 

versäumten  Mitwirkungspflicht,  so  muss  der  Steuerpflichtige  dabei  insbesondere  die 

versäumten Handlungen innerhalb der Rechtsmittelfrist nachholen (RB 1999 Nr. 150). 

Der Nachweis hat umfassend zu sein. Der Nachweis ist dann umfassend, wenn er den 

gesamten  von  der  Ermessenseinschätzung  betroffenen  Teil  des  Entscheids  umfasst. 

Blosse Teilnachweise genügen grundsätzlich nicht. Die steuerpflichtige Person hat im 

Sinne  einer  strikten  Umkehr  der  Beweislast  die  Richtigkeit  der  von  ihr  verfochtenen 

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Einschätzung nach allen Seiten darzutun und zu beweisen. Die säumige steuerpflichti-

ge Person treffen beim Unrichtigkeitsnachweis u.U. höhere Anforderungen hinsichtlich 

ihrer  Mitwirkungspflichten,  als  sie  vor  der  Säumnis  an  die  steuerpflichtige  Person  ge-

stellt wurden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 140 N 76 f. StG) 

bbb) Ist dieser Nachweis nicht möglich oder misslingt er, so kann der Steuer-

pflichtige  noch  darlegen und  nachweisen,  dass  die  angefochtene  Einschätzung offen-

sichtlich  unrichtig  ist.  Dies  trifft  dann  zu,  wenn  sie  sachlich  nicht  begründbar  

(z.B. erkennbar pönal oder fiskalisch begründet) ist, sich auf sachwidrige Schätzungs-

grundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst wie mit den konkreten akten-

kundigen Verhältnissen aufgrund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht verein-

bar ist (Prüfung auf Willkür hin; Zweifel/Hunziker, Art. 48 N 59 StHG mit Hinweisen).  

bb)  aaa)  Die  Pflichtige  hat  mit  der  Einsprache  zwar  ihre  Deklarationspflicht 

zunächst  nachgeholt  und  Steuererklärung,  Erfolgsrechnung  und  Bilanz  eingereicht. 

Nachdem sie indessen trotz Auflage vom 20. Januar 2022 und Mahnung vom 24. März 

2022 im Einspracheverfahren die Buchhaltungsbelege zum Konto "Dienstleistungsauf-

wand  Ausland",  welche  aufgrund  des  erwähnten  Belegprinzips  zwingend  Teil  der 

Buchhaltung darstellen, und die Kopien  sämtlicher  Mietverträge  nicht  einreichte,  blieb 

die  Buchhaltung  unvollständig.  Von  einer  Nachholung  der  versäumten  Mitwirkungs-

pflichten  bzw.  einem  umfassenden  Nachweis  des  rechtlich  relevanten  Sachverhalts 

durch Vorlage einer rundum korrekten Buchhaltung konnte damit keine Rede sein, zu-

mal  der  "Dienstleistungsaufwand  Ausland"  mit  über  Fr.  1,4  Mio.  rund  die  Hälfte  des 

Gesamtaufwands der Pflichtigen ausmachte. Der Unrichtigkeitsnachweis war damit im 

Einspracheverfahren  gescheitert,  weshalb  die  Einschätzung  nach  pflichtgemässem 

Ermessen bestehen blieb.  

bbb)  Der  Steuerbehörde  blieb  unter  diesen  Umständen  nichts  anderes  

übrig,  als  die  Schätzung  auf  Willkür  hin  zu  überprüfen  (VGr,  27.  Oktober  2010, 

SB.2010.00020). Sie kam dabei – mangels anderweitiger aktenkundiger Indizien – zum 

nachvollziehbaren  Schluss,  dass  ein  satzbestimmender  Reingewinn  von  Fr. 244'000.- 

bei einem Gesamtumsatz von Fr. 3 Mio. für ein G durchaus erzielbar sei. Auch die Zu-

weisung von 36 Prozent des Gewinns an den Kanton Zürich war aus Sicht der Behörde 

keineswegs aktenwidrig, insbesondere mit Blick auf die Tatsache, dass auf den Kanton 

Schwyz  mit  Fr.  5'536.-  viel  geringere  Mietaufwendungen  als  auf  die  Kantone  Zürich  

(Fr. 25'020.-) und Aargau (Fr. 48'555) entfielen. Von groben Schätzfehlern sei deshalb 

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nicht auszugehen, weshalb, so die Behörde, die im Einschätzungsverfahren getroffene 

Schätzung zu bestätigen sei. 

3.  a)  aa)  Gemäss  §  147  Abs.  1  StG  kann  der  Steuerpflichtige  einen  Ein-

spracheentscheid  des  kantonalen  Steueramts  innert  30  Tagen  nach  Zustellung  mit 

Rekurs  anfechten.  Beschwerde-  und  Rekursschrift  selber  müssen  einen  Antrag  und 

eine  Begründung  enthalten  (§  147  Abs.  4  StG).  Genügen  Beschwerde-  bzw.  Rekurs-

schrift diesen Anforderungen nicht, so wird dem Rekurrenten eine Nachfrist zur Behe-

bung  des  Mangels  angesetzt  unter  der  Androhung,  dass  sonst  auf  die  Beschwerde 

bzw.  den  Rekurs  nicht  eingetreten  werde.  Dies  gilt  jedoch  nicht  für  die  Anfechtung  

einer Ermessenseinschätzung:  

bb) aaa) Gegen die Veranlagung bzw. Einschätzung kann der Steuerpflichtige 

laut § 140 StG binnen 30 Tagen nach Zustellung beim kantonalen Steueramt schriftlich 

Einsprache erheben (je Abs. 1). Nicht erforderlich sind dabei grundsätzlich Antrag und 

Begründung.  Richtet  sich  die  Einsprache  jedoch  gegen  eine  Einschätzung  nach 

pflichtgemässem Ermessen, kann der Steuerpflichtige diese nur wegen offensichtlicher 

Unrichtigkeit anfechten (Abs. 3 Satz 1 bzw. Abs. 2 Satz 1). Zudem ist die Einsprache in 

diesem  Fall  zu  begründen  und  sind  allfällige  Beweismittel  zu  nennen  (je  Satz  2).  Die 

Begründung stellt hier eine Prozessvoraussetzung und damit ein Gültigkeitserfordernis 

der Einsprache dar (BGE 131 II 548, E. 2.3; BGE 123 II 552, E. 4c). Erfüllt die Einspra-

che  diese  Anforderungen  nicht,  tritt  das  kantonale  Steueramt  darauf  nicht  ein  

(Pra  1988  Nr. 151  =  ASA  67,  66).  Das  Erfordernis,  wonach  eine  Einsprache  gegen 

eine  Ermessensveranlagung  bzw.  -einschätzung  zu  begründen  ist  und  allfällige  

Beweismittel  nennen  muss,  ist  nach  der  Rechtsprechung  nicht  bloss  eine  Ordnungs-

vorschrift,  sondern  eine  Prozessvoraussetzung,  bei  deren  Fehlen  auf  die  Einsprache 

nicht  eingetreten  wird  (BGr,  9.  Januar 2015,  2C_568/2014  und  2C_569/2014,  E.  3.1, 

www.bger.ch; BGE 131 II 548 E. 2.3, je mit weiteren Hinweisen).  

Die  eingeschränkte  Anfechtbarkeit  einer  (zu  Recht  ergangenen)  Ermessens-

veranlagung bzw. -einschätzung bedeutet eine Kognitionsbeschränkung der Prüfungs-

instanzen  (Thomas  Meister,  Rechtsmittelsystem  der  Steuerharmonisierung,  1995, 

S. 144;  vgl.  Zweifel/Hunziker,  Art. 132  N 33  DBG).  Diese  können  eine  zu  Recht  

getroffene  Ermessenstaxation  nur  aufheben,  wenn  sie  sich  als  offensichtlich  falsch 

erweist.  Vor  diesem  Hintergrund  muss  die  Begründung  der  Einsprache  sachbezogen 

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sein  und  hinreichend  detaillierte  Darlegungen  über  den  steuerlich  massgeblichen 

Sachverhalt  enthalten,  welche  geeignet  erscheinen,  der  Überprüfungsinstanz  ein voll-

ständiges  und  verlässliches  Bild  darüber  zu  verschaffen.  Der  Einsprecher  muss  sich 

mit  anderen  Worten  mit  der  angefochtenen  Verfügung  sachbezogen  befassen  (BGr, 

19. Dezember 1984 = StE 1985 B 96.11 Nr. 1). Die Begründung muss als tauglich er-

scheinen,  die  angefochtene  Einschätzung  zu  überprüfen.  Sie  muss  so  ausgestaltet 

sein,  dass  die vom  Steuerpflichtigen  verfochtene  Veranlagung im  Einzelnen  nachvoll-

ziehbar ist und – soweit möglich – beweismässig überprüft werden kann. Dagegen ist 

nicht erforderlich, dass die vorgetragenen Gründe und Sachdarlegungen (wenigstens) 

geeignet  sind,  die  offensichtliche  Unrichtigkeit  der  angefochtenen  Ermessensveranla-

gung  bzw.  -einschätzung  darzutun  oder gar  zu  belegen;  denn  dies ist  eine  Frage der 

materiellen Prüfung und keine Eintretensfrage (StRK II, 19. März 2007, 2 ST.2006.279; 

vgl. Zweifel/Hunziker, Art. 132 N 34 ff. DBG).  

Die  Begründung  muss  aus  der  Einsprache  selber  hervorgehen.  Bloss  pau-

schale  Verweisungen  sind  nicht  zu  berücksichtigen,  denn  es  ist  nicht  Sache  der  Ein-

sprachebehörde, in den Akten nach möglichen Gründen für die Einsprache zu forschen 

(vgl.  VGr,  16. Dezember  2010,  SB.2010.00075, E. 3.2).  Die fehlende  Substanziierung 

kann weder in einer mündlichen Verhandlung noch in einem Beweisverfahren nachge-

holt werden (RB 1973 Nr. 35). Die formellen Erfordernisse sind binnen der Einsprache-

frist  zu  erfüllen;  nachträgliche  Eingaben  sind  unbeachtlich  und  vermögen  allfälliges 

Ungenügen nicht zu heilen. 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  ist  auf  die  Einsprache  eines 

Steuerpflichtigen,  welcher  wegen  der  nicht  eingereichten  Steuererklärung  zulässiger-

weise  nach  Ermessen  veranlagt  bzw.  eingeschätzt  worden  ist  und  der  auch  mit 

der  Einsprache  seiner  Deklarationspflicht  nicht  nachkommt,  nicht  einzutreten  (BGr, 

23. Mai 2005  =  ZStP  2005  Nr. 29;  BGr,  19. Juni  2002,  2A.442/2001,  www.bger.ch; 

BGr,  9. September 2004,  2P.234/2003  und  2A.407/2003,  www.bger.ch).  Das  gilt  in-

dessen  nur  dann,  wenn  es  wegen  der  nicht  nachgereichten  Deklaration  an  der  not-

wendigen  Begründung  der  Einsprache  fehlt.  Das  Nachbringen  der  Steuererklärung 

oder allgemein das Nachholen der versäumten Mitwirkungshandlung ist nach der diffe-

renzierten höchstrichterlichen Praxis nicht in jedem Fall eine Gültigkeitsvoraussetzung 

(BGr,  4. Juli  2005  =  StR  2005,  976  f.;  VGr,  27. Februar 2008,  SB.2007.00082).  Aus-

nahmsweise genügen andere hinreichend substanziierte Vorbringen. So ist die Anfech-

tung  einer  Ermessensveranlagung  bzw.  -einschätzung  auch  dann  möglich,  wenn  der 

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Steuerpflichtige aus besonderen Gründen nicht in der Lage ist, eine vollständig ausge-

füllte  Steuererklärung  einzureichen.  Entscheidend  ist  allein,  ob  eine  genügende  Be-

gründung  vorliegt.  Als  solche  kann  selbstredend  (je  nach  Umständen)  namentlich  die 

Steuererklärung  gelten;  doch  ist  deren  Vorlage  nicht  zwingend.  Es  genügt  vielmehr, 

wenn  eine  hinreichende  Sachdarstellung  und  ein  zu  deren  Untermauerung  erforderli-

ches Beweisangebot vorliegen (vgl. BGr, 2. Juli 2008, 2C_620/2007 und 621/2007, mit 

Hinweis auf StR 2005, 976 f.).  

bbb) Weil die Überprüfungsbefugnis des Steuerrekursgerichts in gleicher Wei-

se  eingeschränkt  ist  wie  jene  des  kantonalen  Steueramts  im  Einspracheverfahren 

(StE 1999  B 95.2  Nr. 3;  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 147  N 49  StG),  kann  es 

nicht  angehen,  dass  die  Formanforderungen  an  das  gegen  eine  Ermessensveranla-

gung bzw.  -einschätzung gerichtete  Rechtsmittel  vor  der  ersten Instanz,  also  der  Ein-

sprachebehörde, strenger sind als vor dem Steuerrekursgericht als Oberinstanz. Zwar 

steht  es  dem  Steuerpflichtigen  frei,  den  Unrichtigkeitsnachweis  formgerecht  erst  im 

Beschwerde- bzw. Rekursverfahren anzutreten und zu leisten. Doch muss er dazu die 

Begründung  spontan  binnen  der  Rechtsmittelfrist  liefern,  widrigenfalls  seine  Eingabe 

als  ungültig  zu  würdigen  ist.  Anders  zu  entscheiden,  hiesse  den  Rechtsuchenden  im 

Beschwerde- bzw. Rekursverfahren besser zu stellen als im Einspracheverfahren, was 

sachwidrig  wäre.  Dass  wohl  das  Beschwerde-  bzw.  Rekurs-,  nicht  aber  das  Ein-

spracheverfahren die Möglichkeit der Nachbesserung der Rechtsschrift kennt, vermag 

daran nichts zu ändern (StRK II, 20. August 2009, 2 ST.2009.159). 

b)  aa)  Die  Pflichtige  erklärte  mit  Rekurs  lediglich,  sie  sei  aus  verschiedenen 

Gründen nicht in der Lage, die noch fehlenden Belege betreffend den Dienstleistungs-

aufwand im Ausland beizubringen; sie sei daran, die Belege nachzukonstruieren. Hier-

für ersuchte sie um Gewährung einer Frist bis Ende Juli 2022. Nachdem die Belege zu 

den  Auslandsdienstleistungen  bis  zum  heutigen  Tag  nicht  eingereicht  wurden,  und  in 

der  Rekursschrift  nicht  detailliert  ausgeführt  wird,  welche  Personen  wann  für  das  

Abhandenkommen  der  angeblich  "nicht  zu  vernachlässigenden  Anzahl  an  Akten"  

(welche?) beim Umzug in den Kanton Solothurn verantwortlich sein sollen, fehlt es an 

einer  sachbezogenen  Begründung  dafür,  dass  der  Unrichtigkeitsnachweis  nicht  er-

bracht werden konnte.  

bb)  Doch  auch  wenn  der  Unrichtigkeitsnachweis  unverschuldeterweise  nicht 

hätte  erbracht  werden  können,  wäre  die  Pflichtige  gehalten  gewesen,  zumindest  zur 

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Höhe  und  den  Grundlagen  der  Schätzung  einen  Antrag  und  eine  nachvollziehbare, 

sachbezogene  Begründung  vorzutragen  (vgl.  StRG,  25.  Mai  2018,  1 DB.2018.57/ 

1 ST.2018.74, bestätigt durch VGr, 24. Juli 2018, SB.2018.00065 und SB.2018.00066). 

Davon kann vorliegend keine Rede sein, denn die Pflichtige beschränkt sich darauf, die 

Schätzung des satzbestimmenden Reingewinns als fern jeglicher Realität zu bezeich-

nen. Klare ziffernmässige Anträge dazu, wie hoch denn der satzbestimmende und im 

Kanton  Zürich  steuerbare  Reingewinn  und  das  steuerbare  Kapital  nach  Ansicht  der 

Pflichtigen  angesichts  der  nach  wie  vor  völlig  unzulänglichen  Buchhaltung  durch  die 

Behörde  bzw.  das  Steuerrekursgericht  zu  schätzen  wären,  wurden keine gestellt.  So-

dann äusserte sich die Pflichtige mit keinem Wort dazu, welche Grundlagen und Hilfs-

faktoren zur Vornahme einer willkürfreien Schätzung zu Hilfe zu nehmen wären. Eine 

Nachfrist war den Pflichtigen wie bereits erwähnt nicht anzusetzen. Auf den Rekurs ist 

mangels genügender Begründung und mangels eines ziffernmässigen Antrags deshalb 

nicht einzutreten. 

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die (reduzierten) Verfahrenskos-

ten den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss verfügt der Einzelrichter: 

1.  Auf den Rekurs wird nicht eingetreten. 

[…] 

2 ST.2022.115