# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b32260cd-46a6-571d-a025-802672a093c1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.01.2022 720 21 196/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-196-14_2022-01-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. Januar 2022 (720 21 196 / 14) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Angelegenheit wird an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese zunächst die 

versicherungsmässigen Anspruchsvoraussetzungen prüft. Falls diese gegeben 

sind, hat sie den medizinischen Sachverhalt erneut abzuklären. 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Margit 
Campell 
 
 

Parteien A.____, c/o KESB, Curt Götz-Strasse 2, 4102 Binningen, Beschwer-
deführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin, Advokatur Bi-
aggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A.1 Die 1984 in X.____ geborene und aufgewachsene A.____ reiste am 23. Juni 2010 mit 
ihrem Schweizer Ehemann und ihrer im Jahr 2009 geborenen Tochter in die Schweiz ein. Die 

 
 
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Ehe wurde im Jahr 2014 geschieden. In der Zeit vom September 2014 bis Dezember 2014 arbei-
tete sie im Restaurant B.____ und bei der C.____ AG in Y.____.  
 
A.2 Am 28. Februar 2020 meldete sich A.____ unter Hinweis auf psychische und Verhaltens-
störungen durch Alkohol, ein Abhängigkeitssyndrom, eine Bulimia nervosa und eine emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline Typs bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) untersuchte die er-
werblichen und die gesundheitlichen Verhältnisse und holte bei Dr. med. D.____, Facharzt Psy-
chiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten ein, welches am 23. November 2020 erging. Gestützt 
auf diese Abklärungsergebnisse lehnte die IV-Stelle – nach Durchführung des Vorbescheidver-
fahrens – mit Verfügung vom 15. Juni 2021 einen Rentenanspruch der Versicherten bei einem 
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 0 % ab. Zur Begründung gab sie an, dass die Ver-
sicherte in der angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe oder Reinigungskraft nicht in der Arbeits-
fähigkeit eingeschränkt sei.  
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 22. Juni 2021 
Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu 
verpflichten, ihr die gesetzliche Invalidenrente auszuzahlen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutach-
ten einzuholen. Subeventualiter sei die Sache zur gutachterlichen Abklärung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung 
führte sie im Wesentlichen aus, dass sich die IV-Stelle im angefochtene Entscheid auf unzu-
reichende medizinische Unterlagen stütze. 
 
C. Mit Verfügung vom 28. Juni 2021 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Raffaella Biaggi als Rechtsver-
treterin bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. 
 
D. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 11. August 2021 auf Abweisung der 
Beschwerde. Unter Hinweis auf die Ausführungen des Arztes des Regionalen Ärztlichen Diensts 
(RAD), Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie sowie Allgemeine Innere Medizin, 
vom 15. Juli 2021 hielt sie an den im angefochtenen Entscheid geäusserten Standpunkten fest.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 

 
 
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vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 22. Juni 2021 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 
1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 
2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 
8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert 
und angewendet. 
 
2. Vorliegend ist streitig, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 
Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
15. Juni 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze 
der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Bevor die Frage eines allfälligen Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin beurteilt wer-
den kann, ist zu prüfen, ob sie die versicherungsmässigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. 
Gemäss Art. 6 Abs. 1 IVG haben schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie 
Staatenlose Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Versichert sind laut Art. 1b IVG 
Personen, die gemäss Art. 1a und Art. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 obligatorisch oder freiwillig versichert sind. 
Obligatorisch versichert sind unter anderem die natürlichen Personen mit Wohnsitz in der 
Schweiz (Art. 1a Abs. 1 lit. a AHVG). 
 
3.2 Art. 6 Abs. 2 IVG bestimmt, dass ausländische Staatsangehörige anspruchsberechtigt 
sind, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern 
sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich 
ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben. Anspruch auf eine or-
dentliche Rente haben Versicherte jedoch nur, wenn sie bei Eintritt der Invalidität während min-
destens drei Jahren Beiträge geleistet haben (Art. 36 Abs. 1 IVG). Anspruch auf eine ausseror-
dentliche Rente haben invalide Ausländer und Staatenlose, die als Kinder die Voraussetzungen 
von Art. 9 Abs. 3 IVG erfüllt haben (Art. 39 Abs. 3 IVG). 
 
3.3.1 Gestützt auf die eingereichten IV-Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin am 
23. Juni 2010 in die Schweiz eingereist ist (vgl. act. 11). Es ist daher davon auszugehen, dass 
sie sich im Juni 2020 während 10 Jahren in der Schweiz aufgehalten hat und damit die Voraus-
setzung von Art. 6 Abs. 2 IVG erfüllt.  
 
3.3.2 Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin auch die Voraussetzungen von Art. 36 
Abs. 1 IVG erfüllt und im Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität während drei Jahren Beiträge ge-
leistet hat. Für die Berechnung der ordentlichen Renten sind auch dafür die Bestimmungen des 

 
 
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AHVG sinngemäss anwendbar. Gemäss Art. 29ter Abs. 2 AHVG gelten als Beitragsjahre Zeiten, 
in welchen eine Person Beiträge geleistet hat (lit. a), in welchen der Ehegatte gemäss Art. 3 Abs. 
3 AHVG mindestens den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat (lit. b) oder für die Erziehungs- 
oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können (lit. c).  
 
3.3.3 Gemäss den Angaben im Auszug des individuellen Kontos (IK-Auszug) der Beschwerde-
führerin steht fest, dass sie die Voraussetzungen von Art. 29ter Abs. 2 lit. a und lit. b AHVG nicht 
erfüllt. So leistete sie nicht während der erforderlichen Zeit persönliche Beiträge an die AHV, ging 
sie doch einzig in der Zeit von September 2014 bis Dezember 2014 aufgrund ihrer Tätigkeiten im 
Restaurant B.____ sowie der C.____ AG einer beitragspflichtigen Beschäftigung nach. Zudem 
entrichtete auch der Ehemann nicht den doppelten Mindestbeitrag.  
 
Fraglich ist jedoch, ob die Erfüllung der Beitragszeit aufgrund der Erziehungsgutschriften zu be-
jahen ist. Diese wird Versicherten für diejenigen Jahre angerechnet, in welchen ihnen die elterli-
che Sorge für eines oder mehrere Kinder zusteht, die das 16. Altersjahr noch nicht erreicht haben 
(Art. 29sexies Abs. 1 AHVG). Die Beschwerdeführerin ist Mutter einer Tochter, die am 25. Mai 2009 
geboren wurde und die mit ihren Eltern im Juni 2010 in die Schweiz eingereist ist. Den Akten ist 
weiter zu entnehmen, dass die Tochter fremdplatziert ist (vgl. act. 13), wobei nicht festgestellt 
werden kann, ab wann dies der Fall war und ob die Beschwerdeführerin die elterliche Sorge 
trotzdem innehatte. Die elterliche Sorge über ihre Tochter wurde ihr aber im Zeitpunkt, als ihre 
Ehe im September 2014 geschieden wurde, entzogen. Seither hat der Vater des Kindes das al-
leinige Sorgerecht (vgl. act. 7). Diese Angaben in den eingereichten Akten reichen nach Auffas-
sung des Gerichts nicht aus, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen zu können, ob 
die Beschwerdeführerin die dreijährige Mindesbeitragszeit im Sinne von Art. 29ter Abs. 2 lit. c 
AHVG erfüllt hat. 
 
3.4 Zu beachten ist ferner, dass die Mindestbeitragszeit vor Eintritt der Invalidität geleistet 
werden muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2014, 8C_721/2013, E. 4.1). Ein An-
spruch auf Rentenleistungen kann somit nur entstehen, wenn bei der um Leistungen nachsu-
chenden Person der Versicherungsfall erst nach der Einreise in die Schweiz eingetreten ist. Vor-
liegend ist der Zeitpunkt des Eintritts der leistungsspezifischen Invalidität unklar, was nachfolgend 
zu prüfen ist. 
 
4.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 
7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich-
tigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 
überwindbar ist (Satz 2). 
 

 
 
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4.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung 
setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2 und 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu beto-
nen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psy-
chosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein inva-
lidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG 
setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit we-
sentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt 
der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu-
tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet wer-
den kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). 
Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbs-
unfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; 
entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft 
untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
4.3.1 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht im Entscheid 143 V 418 entschieden hat, dass 
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die 
– unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kom-
pensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreich-
bare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 3.6). 
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es ge-
lingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und 
Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tra-
gen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
4.3.2 Das Bundesgericht hat mit BGE 145 V 215 weiter erkannt, dass auch fachärztlich ein-
wandfrei diagnostizierten Abhängigkeitssyndromen und Substanzkonsumstörungen nicht zum 
vornherein jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen werden kann. Primäre 
Abhängigkeitssyndrome sind daher – wie sämtliche psychischen Erkrankungen – grundsätzlich 
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Mithin fallen Suchter-
krankungen als invalidenversicherungsrechtlich beachtliche (psychische) Gesundheitsschäden 
nunmehr ebenfalls in Betracht. Diese Rechtsprechungsänderung ist im Grundsatz sofort und 
überall anwendbar. Sie gilt nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung 
hängigen Fälle, weshalb sie auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle 
anzuwenden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2018, 8C_756/2017, E. 4 mit Hinweisen).  
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwal-
tung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1). 

 
 
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Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 
der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte 
Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren 
persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet 
werden können (vgl. ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, 
in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversiche-
rung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle relevanten Be-
weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-
achten (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 
 
5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 
für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richt-
linien in BGE 125 V 351 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hin-
weisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 
1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden 
Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von 
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungs-
auftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) lässt 
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei-
terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun-
gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, 

 
 
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weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent-
springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts vom 26. November 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit 
Hinweis, und vom 8. April 2020, 8C_60/2020, E. 3.2). 
 
6. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwal-
tung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis 
über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klar-
heit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu be-
weisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz 
ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bun-
desgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen verschiedene medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden werden diejenigen Gutachten und 
Berichte wiedergegeben, welche sich als zentral erweisen. 
 
7.2 Dr. D.____ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 23. November 2020 mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und disso-
zialen Anteilen sowie eine Abhängigkeit von Alkohol und Metamphetaminen, derzeit im geschütz-
ten Rahmen abstinent, wobei ein erneuter Konsum von Suchtmitteln und somit ein Rückfall sehr 
wahrscheinlich sei. Unter den aktuellen Bedingungen (eines geschützten und hochstrukturierten 
Rahmens in der Justizvollzugsanstalt [JVA] Z.____) sei die Beschwerdeführerin aus gutachterli-
cher Sicht sehr wohl in der Lage, einer Arbeitstätigkeit als Küchenhilfe oder Reinigungskraft (ent-
sprechend ihren letzten Arbeitstätigkeiten) nachzugehen. Sie habe im Gutachtungszeitpunkt (19. 
Oktober 2020) in der JVA-internen Wäscherei gearbeitet und über keine diesbezüglichen Prob-
leme berichtet. Es läge ein fast vollschichtiges Leistungsvermögen im Bereich des allgemeinen 
Arbeitsmarkts vor und die Beschwerdeführerin könne intellektuell einfache Tätigkeiten im Rah-
men einer engmaschigen Führung erledigen. Aktuell seien weder psychotische Symptome noch 
ausgeprägte affektive Auffälligkeiten feststellbar. Aus diesem Grund seien dauerhafte Einschrän-
kungen der beruflichen Leistungsfähigkeit nur aufgrund der Abhängigkeitserkrankung für Tätig-
keiten mit Gefährdungen, Durchführen und Bedienen komplexer Maschinen und Fahrgeräten, 
Erklettern von Leitern und Gerüsten sowie Hantieren mit Gefahrstoffen festzustellen.  
 
7.3 Zum Gutachten von Dr. D.____ liess sich der RAD-Arzt Dr. E.____ am 22. Januar 2021 
verlauten. Er hielt im Wesentlichen fest, dass die Diagnosen sowie die daraus resultierende Ar-
beitsfähigkeit plausibel begründet seien. Dr. D.____ habe korrekt zwischen krankheitsbedingten 
und invaliditätsfremden Faktoren differenziert. Auch habe er die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
nachvollziehbar anhand des strukturierten Beweisverfahrens unter Berücksichtigung der bundes-
gerichtlichen Vorgaben erläutert. Demnach lägen durchaus Ressourcen vor, indem die Be-
schwerdeführerin unter geeigneten Umgebungsbedingungen voll arbeite. Aus dem Gutachten 
gehe hervor, dass der Substanzentzug in einem äusserlich strukturierten Rahmen vollständig 

 
 
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problemlos gewesen sei und keine nennenswerten resp. keine unbeherrschbaren Entzugser-
scheinungen erwähnt worden seien. Damit müssen das Vorliegen einer schweren und therapie-
resistenten Suchterkrankung sowie dauerhafte und invalidisierende Folgeschäden verneint wer-
den. Der Suchtproblematik fehle damit zumindest betreffend die Arbeitsfähigkeit das wichtige Kri-
terium der Dauerhaftigkeit und der Erheblichkeit, denn im Rahmen der JVA arbeite die Beschwer-
deführerin annähernd vollzeitig. Hinzu komme, dass es ihr zumutbar sei, in der laufenden Be-
handlung umfassend mitzuwirken, zumal sie im vollen Besitz ihrer Urteils- und Handlungsfähig-
keit sei. Im Ergebnis könne auf das Gutachten von Dr. D.____ vollumfänglich abgestellt werden.  
 
7.4 In den Akten befindet sich auch der Bericht des die Beschwerdeführerin in der JVA be-
handelnden Psychiaters Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Forensisch Psy-
chiatrischer Dienst V.____, vom 15. März 2021. Er führte aus, dass seinem Eindruck nach die 
psychischen Funktionen der Beschwerdeführerin deutlich schwerer beeinträchtigt seien, als dies 
im Gutachten von Dr. D.____ festgestellt worden sei. Gemäss Dr. F.____ handle es sich bei den 
kognitiven Defiziten um Langzeitfolgen des Alkoholkonsums und des Metamphetamin-Ge-
brauchs. Es sei davon auszugehen, dass die vorbestehende Persönlichkeitsstörung durch den 
mehrjährigen, teilweise exzessiven Substanzmittelgebrauch sowie die daraus resultierenden fort-
bestehenden Schädigungen und deren alltagspraktischen Auswirkungen massiv verstärkt werde. 
Dr. F.____ erachtete die gutachterlichen Untersuchungen als ungenügend und das Gutachten für 
die Feststellung des medizinischen Sachverhalts als unzureichend. Gemäss seiner Einschät-
zung, welche in Kenntnis der Aktenlage und unter Berücksichtigung der eigenen Untersuchungen 
sowie der gezeigten alltagspraktischen und beruflichen Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin erfolgt sei, sei sie unter Berücksichtigung der Bedingungen in der freien Wirtschaft allerhöchs-
tens teilarbeitsfähig. Diese Problematik sei nicht unmittelbar auf die Substanzwirkung zurückzu-
führen, sondern sei sehr wahrscheinlich eine Kombination aus den Auswirkungen der Persön-
lichkeitsstörung und der substanzbedingten (weiterhin) persistierenden Folgeschäden. Aus die-
sem Grund seien weitere Abklärungen, insbesondere eine neuropsychologische Untersuchung 
und gegebenenfalls eine erneute psychiatrische Begutachtung, in Erwägung zu ziehen. 
 
7.5 Dr. E.____ hielt am 10. Mai 2021 und am 15. Juli 2021 zum Bericht von Dr. F.____ und 
dessen Kritik am Gutachten von Dr. D.____ fest, dass es weder in den Akten noch in der gut-
achterlichen Untersuchung Hinweise für neuropsychologische Defizite gebe, welche eine Arbeit 
in den in Frage kommenden Tätigkeiten als Küchenhilfe und Reinigungstätigkeit grundsätzlich 
einschränken könnten. Zwar sei die Konzentration der Beschwerdeführerin durch eine gewisse 
Sprunghaftigkeit etwas vermindert, doch habe die Beschwerdeführerin dem gutachterlichen Ex-
plorationsgespräch einwandfrei folgen können. Als Küchenhilfe und in einer Reinigungstätigkeit 
seien die Konzentrationsanforderungen nicht derart hoch, dass die Arbeitsfähigkeit durch eine 
gewisse Weitschweifigkeit beeinträchtigt werden würde. Zudem habe es in der Vergangenheit nie 
Arbeitsabbrüche aufgrund der Konzentrationsanforderungen gegeben, sondern aufgrund der 
Persönlichkeitsstörung und des Substanzmissbrauchs. Diese Diagnosen habe Dr. D.____ in sei-
nem Gutachten aber berücksichtigt. Dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des Aufenthalts in 
der JVA dysphorisch sei und eine niedergeschlagene Stimmung zeige, sei den äusseren Um-
ständen des Freiheitsentzugs zuzuordnen sowie der Persönlichkeitsstörung, welche im Gutach-
ten aber bereits hinlänglich beschrieben worden sei. Zusammenfassend komme er zum Schluss, 
dass sich aus dem Bericht von Dr. F.____ keine objektiven medizinischen Befunde, Sachverhalte 

 
 
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oder anderweitige Argumente entnehmen liessen, welche es erlauben würden, das Gutachten 
des forensischen Psychiaters Dr. D.____ grundlegend in Frage zu stellen. Auch könne daraus 
keine Indikation für eine neuropsychologische Untersuchung abgeleitet werden. 
 
8.1.1 Die IV-Stelle Basel-Landschaft stützte ihre Verfügung vom 15. Juni 2021 bei der Beurtei-
lung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das Gutach-
ten von Dr. D.____ vom 23. November 2020. Sie ging davon aus, dass die Versicherte keinen 
Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufweise und daher in den ange-
stammten Tätigkeiten als Küchenhilfe und Reinigungsfachfrau zu 100 % arbeitsfähig sei. Wie 
oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der 
Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu-
zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. 
Vorliegend ergeben sich unüberwindbare Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des 
von der Beschwerdegegnerin als massgebend erachteten Gutachtens von Dr. D.____ vom 23. 
November 2020. So fällt bereits im Rahmen der Befunderhebung auf, dass der Gutachter sich in 
erster Linie auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin stützte und diese unkritisch übernahm, 
ohne sie zu hinterfragen. Auch fehlt es an einer nachvollziehbaren Herleitung der gestellten Di-
agnosen und an einer Auseinandersetzung mit der Frage der Komorbidität des Alkohol- und Me-
tamphetaminkonsums sowie der anderen psychischen Störung. Die kombinierte Persönlichkeits-
störung mit emotional-instabilen sowie dissozialen Anteilen stützte Dr. D.____ nicht auf seine 
eigenen Untersuchungen, sondern in erster Linie auf die Angaben in den ihm zugänglichen me-
dizinischen Berichten. In der Folge fehlt auch eine plausible Begründung, warum diese Diagnose 
– wie der Gutachter festhält – nicht im Vordergrund stehen soll. Er fokussierte sich dann auf die 
ebenfalls festgestellte Abhängigkeit von Alkohol und Metamphetaminen. Dazu liess er verlauten, 
dass die Beschwerdeführerin aktuell im geschützten Rahmen der JVA nicht oder nur unter er-
schwerten Bedingungen an Suchtmittel gelange. Die Rückfallquote einer Abhängigkeitserkran-
kung sei insgesamt sehr hoch und die Situation nach Beendigung der Haftstrafe sei sehr ungüns-
tig. Dennoch attestierte er ihr auch für die Zeit nach der Entlassung aus der JVA eine vollständige 
Arbeitsfähigkeit in den angestammten Tätigkeiten, was nicht nachvollzogen werden kann. Dabei 
scheint der Gutachter zu verkennen, dass die Situation im Vollzug, welche er selbst als geschützt 
und hochstrukturiert bezeichnet, bei der Zumutbarkeitsbeurteilung nicht ohne weiteres auf den 
ersten Arbeitsmarkt übertragen werden kann. Er stützte sich dabei auf die Angaben der Be-
schwerdeführerin, wonach sie gerne in der Wäscherei arbeite und dort keine Probleme habe. Dr. 
D.____ hinterfragte diese Ausführungen nicht und übernahm sie unkritisch als Basis für seine 
Zumutbarkeitsbeurteilung im Gutachten. Zu beachten ist, dass diese Informationen der Be-
schwerdeführerin diskrepant den Angaben im Bericht von Dr. F.____ vom 15. März 2021 wider-
sprechen, der die Beschwerdeführerin seit Ende September 2020 während der stationären Mas-
snahme in der JVA betreut. Seine Feststellungen ergeben ein differenzierteres als das vom Gut-
achter vertretene Bild des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin. Dr. F.____ bringt vor, 
dass sich während seiner Behandlung eine deutlich schwerere Beeinträchtigung der Beschwer-
deführerin gezeigt habe. Unter Berücksichtigung der Bedingungen in der freien Wirtschaft sei sie 
allerhöchstens teilarbeitsfähig. Auch wies er daraufhin, dass bei der Beschwerdeführerin deutli-
che affektive Auffälligkeiten und kognitive Defizite vorliegen würden. Es habe sich gezeigt, dass 

 
 
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die Beschwerdeführerin den Anforderungen in der Wäscherei nicht gewachsen gewesen sei, 
denn ihre Leistungen seien weder quantitativ noch qualitativ gut gewesen. Sie brauche eine 1:1 
Betreuung und sei deshalb ins Werkatelier versetzt worden. Diese Ausführungen von Dr. F.____ 
stellen die gutachterlichen Erkenntnisse von Dr. D.____ in Frage und verursachen erhebliche 
Zweifel an seiner Beurteilung. Daran ändert nichts, dass auch spezialärztlich behandelnde Medi-
zinalpersonen im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter 
eher zugunsten ihrer Patienten oder Patientinnen aussagen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. 
September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2 mit Hinweisen). Es ist unter diesen Umständen nicht 
nachvollziehbar, warum die Beschwerdegegnerin keine Stellungnahme von Dr. D.____ zum Be-
richt von Dr. F.____ veranlasste und Dr. E.____ das Gutachten als beweistauglich bezeichnete.  
 
8.1.2 Entgegen der Auffassung von Dr. E.____ (vgl. Bericht vom 22. Januar 2021, oben E. 7.3) 
enthält das psychiatrische Gutachten keine Indikatorenprüfung nach einem strukturierten norma-
tiven Prüfungsraster. Es entspricht daher auch unter diesem Aspekt nicht den bundesgerichtli-
chen Vorgaben an einen beweistauglichen ärztlichen Bericht. Eine solche wäre aber mit Blick auf 
das in BGE 145 V 215 publizierte Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2019, 9C_724/2018, 
erforderlich gewesen. Wie zuvor erwähnt (vgl. oben E. 4.3.2), hat das Bundesgericht in diesem 
Urteil entschieden, dass auch Abhängigkeitssyndrome und Substanzkonsumstörungen dem 
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Eine solche Überprü-
fung fehlt im psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____. Entsprechend der früheren Rechtspre-
chung hat er es in seinem Gutachten vom 23. November 2020 unterlassen, die Folgen der 
Suchterkrankung der Versicherten anhand der normativen Vorgaben eines strukturierten Beweis-
verfahrens darauf hin zu überprüfen, ob und inwieweit sich das von ihm fachärztlich diagnosti-
zierte Abhängigkeitssyndrom auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Unter diesen Umständen ist ins-
besondere die Frage offengeblieben, ob die willentliche Natur eines fortgesetzten Substanzkon-
sums durch die Versicherte vorbehaltlos bejaht werden kann. Damit wurde letztlich nicht geklärt, 
ob der Beschwerdeführerin eine Abstinenz, wie sie für die Verwirklichung ihrer Arbeitsfähigkeit 
vorausgesetzt wäre, überhaupt zumutbar ist. Das Gutachten von Dr. D.____ vom 23. November 
2020 vermag daher auch mit Blick auf die neue Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht zu 
überzeugen. Die gesundheitlichen Verhältnisse der Versicherten sind daher unter Berücksichti-
gung einer Indikatorenprüfung erneut abzuklären. Dies drängt sich auch in Anbetracht der Tatsa-
che auf, dass der Gutachter bei der Beschwerdeführerin das Vorliegen einer Simulation oder 
Aggravation nicht bestätigen konnten (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1).  
 
8.2 Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehenden Ausführungen festzustellen, dass das 
Gutachten von Dr. D.____ erhebliche Mängel aufweist. So fehlt eine seriöse Auseinandersetzung 
mit der Krankengeschichte sowie eine Beurteilung der Wechselwirkungen zwischen den erhobe-
nen Befunden. Zudem fehlt eine Indikatorenprüfung im Sinne der in BGE 145 V 215 geänderten 
Rechtsprechung. Dies ist vorliegend unverständlich, denn der Gutachter betrachtete bei der Be-
urteilung der medizinischen Situation und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin die Alko-
hol- und die Metamphetaminabhängigkeit als zentral. Die IV-Stelle hätte daher vor Erlass des 
angefochtenen Entscheids und auch unter Berücksichtigung des Berichts von Dr. F.____ bei Dr. 
D.____ eine entsprechende Ergänzung des Gutachtens verlangen müssen. Indem sie sich dies-
bezüglich einzig auf die nicht überzeugenden Angaben des RAD-Arztes Dr. E.____ vom 22. Ja-
nuar 2021 stützte, fehlt es an einer lege artis durchgeführten Indikatorenprüfung, weshalb sie den 

 
 
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rechtserheblichen Sachverhalt ungenügend abgeklärt hat. Eine erneute Prüfung des Rentenbe-
gehrens in Form ergänzender Abklärungen ist bei dieser Aktenlage unerlässlich.  
 
8.3.1 Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungs-
gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Ver-
waltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgut-
achten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt 
überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem 
rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hinge-
gen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten 
Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung 
oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1).  
 
8.3.2 Einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz steht vorliegend nichts entgegen. Dabei 
hat die Beschwerdegegnerin – wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. 3.3.3) – zunächst zu prüfen, ob 
die Beschwerdeführerin die versicherungsmässigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Wenn 
diese gegeben sind, hat sie die im Verwaltungsverfahren versäumten medizinischen Abklärungen 
nachzuholen. Die IV-Stelle hat den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten 
nochmals umfassend durch einen in den Bereichen Persönlichkeitsstörungen und Suchterkran-
kungen qualifizierten Facharzt oder eine qualifizierte Fachärztin der Psychiatrie gutachterlich ab-
zuklären. Dabei wird auch die Frage zu untersuchen sein, seit wann und in welchem Ausmass 
die erhobenen Diagnosen attestiert werden können. Zudem wird diese Fachperson auch über die 
Notwendigkeit einer neuropsychologischen Abklärung zu entscheiden haben. Gestützt auf die 
Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Leistungsanspruch 
der Beschwerdeführerin neu zu befinden haben. Nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen hat sie über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen. Die vorlie-
gende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfah-
renskosten ihr aufzuerlegen sind.  
 
9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch 
auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Beschwerde 
führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der 
Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick 

 
 
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auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung aus-
zurichten. Ihre Rechtsvertreterin machte in der Honorarnote vom 17. August 2021 einen Zeitauf-
wand von 10 Stunden und 45 Minuten geltend, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden 
Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Diese Bemühungen sind zu dem in 
Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelan-
genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in der 
Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 127.80. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin 
somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'032.10 (10 Stunden und 45 Minuten à Fr. 
250.-- plus Fr. 127.80 und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 
 
10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid 
handelt es sich um solchen einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn 
eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den 
in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet 
das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrückli-
chen Vorbehalt. 

 
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 15. Juni 2021 aufgeho-
ben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von 3'032.10 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 
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