# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16eb77e0-5699-5726-a52c-8004530e30ef
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.06.2010 S 2010 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-5_2010-06-22.pdf

## Full Text

S 10 5

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 22. Juni 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. …, geboren 1979, war als Disponent der … AG in … bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert, 

als er am 12. August 2006 Opfer einer Auffahrkollision wurde. Auf der 

Kantonsstrasse bei … TI fuhr ein Personenwagen von hinten auf sein 

ausserorts vor einem Kreisel in einer Kolonne stehendes Fahrzeug auf. Der 

Versicherte konnte selbst aussteigen und die Polizei alarmieren. Durch die 

Wucht der Auffahrkollision waren tragende Karosserieteile zerstört worden 

und die Versicherung anerkannte in der Folge einen Totalschaden.

2. Am zweiten Tag nach dem Unfall, dem 14. August 2006, suchte der 

Versicherte seinen Hausarzt, Dr. med. …, Facharzt für Allgemeine Medizin, 

in … auf. Dieser diagnostizierte eine HWS-Distorsion 2. Grades und 

verschrieb Schmerzmittel. Im "Dokumentationsbogen für Erstkonsultation 

nach kranio-cervikalem Beschleunigungstrauma" gab er am 31. August 2006 

an, nach Angaben des Patienten seien sofort nach dem Unfall Kopf- und 

Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit aufgetreten.

3. Am 16. August 2006 wurde im Spital … ein Computertomogramm des 

Schädels gemacht, welches keine inkranielle Blutung, intakte Liquorräume 

sowie keine abgrenzbaren Hypodensitäten des Marklagers oder der Rinde 

aufzeigte. Am 21. August 2009 ergab eine Kernspintomographie im Spital … 

abgesehen von geringfügigen spondylo-chondrotischen Veränderungen 

regelrechte Verhältnisse im Bereich der HWS.

Am 25. August 2009 wurde der Versicherte von Dr. med. …l, Chefarzt der 

Klinik … untersucht. Es zeigte sich ein Zustand nach kraniozervicalem 

Beschleunigungstrauma mit einer Beschwerdesituation im Rahmen vor allem 

eines zervikozephalen Schmerzsyndroms. In der ausführlichen 

neurologischen Abklärung habe eine sichere Beteiligung des 

Zentralnervensystems wie auch des peripheren Nervensystems 

ausgeschlossen werden können.

4. Ab November 2006 nahm der Versicherte seine Arbeit für täglich 2 bis 3 

Stunden wieder auf. Am 15. Dezember 2006 wurde in der Klinik … ein 

ambulantes Assessment gemacht. Die Diagnose lautete auf HWS-Distorsion 

QTF II, cervico-cephales Syndrom und Verdacht auf Commotio labyrithi 

(Drehschwindel). Wegen letzterem wurde eine neuro-otologische Abklärung 

vorgeschlagen, ansonsten die Fortführung des Schwindeltrainings und der 

Physiotherapie.

5. Mit Bericht vom 29. Januar 2007 hielt die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik in 

ihrer biomechanischen Kurzbeurteilung fest, die durch die Kollision bedingte 

Geschwindigkeitsänderung dürfte innerhalb oder oberhalb eines Bereiches 

von 10 bis 15 km/h gelegen haben. Durch die dabei wirksamen 

Beschleunigungskräfte habe sich der Versicherte relativ zum Fahrzeug nach 

hinten links bewegt. Die Beschwerden seien durch die Kollisionseinwirkung 

„eher erklärbar“.

6. Ab dem 12. Februar 2007 arbeitete der Versicherte wieder zu 50%. Am 26. 

März 2007 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung. Nach Angabe des 

Versicherten standen zu diesem Zeitpunkt weiterhin die Schwindel- und 

Brechreizattacken im Vordergrund. Die Arbeitsfähigkeit gab Kreisarzt Dr. … 

mit 60% an. Ab dem 4. Juni 2007 konnte die Arbeitsfähigkeit auf 70% 

gesteigert werden.

7. Am 16. Juli 2007 wurde im Universitätsspital Zürich eine neuro-otologische 

Abklärung gemacht. Mit Bericht vom 31. Juli 2007 wurde dazu festgehalten, 

es bestehe der Verdacht auf einen phobischen Schwankschwindel 

(Differentialdiagnose vestibuläre Migräne), der Verdacht auf Angststörung 

und auf Migräne. Es wurde eine Verhaltenstherapie empfohlen. Dem 

Versicherten erschienen diese Diagnosen wenig plausibel, so dass er der 

Empfehlung nicht nachkam. Als sich die Beschwerden wieder 

verschlimmerten, suchte er Dr. med. …, Medicina interna FMH, in … auf. 

Dieser hielt mit Bericht vom 16. November 2007 fest, der Unfall scheine ihm 

geeignet, die aktuellen Beschwerden des Patienten auszulösen, allerdings 

wahrscheinlich verschlimmert durch eine psychische Komponente. Dr. med. 

… bescheinigte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 17. Oktober 2007 

und empfahl eine Untersuchung bei Dr. med. …, FMH Medicina interna e 

reumatologia, Medicina psicosomatica e psicosociale AMPP. Dieser teilte mit 

Bericht vom 11. Dezember 2007 mit, es handle sich um eine komplexe 

Situation nach einem Schleudertrauma. Es lägen keine organischen Befunde 

vor, welche die geklagten Beschwerden erklärten. Er empfahl eine 

multidisziplinäre Behandlung mit Medikamenten, Physiotherapie und 

psychologischer Unterstützung.

8. Vom 30. Januar bis am 15. Februar 2008 wurde der Versicherte in der 

Rehaklinik … untersucht und behandelt. Im Austrittsbericht vom 26. Februar 

2008 wurden ein zerviko-cephales Syndrom und der Verdacht auf phobischen 

Schwankschwindel diagnostiziert, letzteres mit Differentialdiagnosen 

zervikogener Schwindel und vestibuläre Migräne. Es wurde darauf 

hingewiesen, dass das Verhalten des Versicherten in gewissen Aspekten im 

Widerspruch zu seinen Aussagen gestanden habe. Die Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten und in einer angepassten mittelschweren Arbeit wurde mit 

100% angegeben. Diese Einschätzung teilte der Versicherte, der angab, an 

seinen Arbeitsplatz zurückkehren zu wollen. 

9. Als die Beschwerden trotz weiterer Physiotherapie nicht abklangen, wurde der 

Versicherte von Dr. med. …, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, 

Manuelle Medizin SAMM, untersucht. Mit Bericht vom 12. Dezember 2008 

teilte Dr. med. … mit, der klinische Befund zeige eine deutliche Dysfunktion 

der Kopfgelenksregion. Des Weiteren hätten sich deutliche sekundäre 

myofasciale Befunde entwickelt. Es habe offensichtlich keine strukturelle 

Läsion im Bereiche der ligamentären und osteodiscalen Strukturen der oberen 

HWS stattgefunden; dafür hätten sich frühzeitig die segmentalen 

Funktionsstörungen und myofascialen Befunde chronifiziert, und es hätten 

sich entsprechende fortgeleitete Schmerzen und Symptome entwickelt. Die in 

der Folge verordnete Physiotherapie nahm der Versicherte nicht wahr. Die 

medizinische Trainingstherapie liess sich gemäss Bericht der Betreuerin im 

Fitnessclub … vom 4. März 2009 nicht zufrieden stellend durchführen, da der 

Versicherte aufgrund von Zeitmangel und Stress keine genügende aktive 

Mitarbeit gezeigt habe.

10. In seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 8. April 2009 gab Dr. med. …, 

Innere Medizin FMH, eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 7. April 2009 

an. Gestützt hierauf meldete der Arbeitgeber des Versicherten bei der SUVA 

einen Rückfall an. Am 1. Mai 2009 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt. 

In seinem Bericht hielt der Kreisarzt Dr. med. … fest, im Vordergrund stehe 

ein gesundheitliches Defizit mit vorwiegend vegetativen Beschwerden und 

einem musculo-skelettalen Symptomenkomplex. Ein objektivierbares, 

strukturell fassbares Verletzungskorrelat sei nicht nachweisbar und 

substantiell ausschliesslich unfallkausal erklärbar. Es bestehe ein 

hochgradiges Chronifizierungspotential. Von weiteren medizinischen 

Massnahmen sei voraussichtlich keine wesentliche Besserung mehr zu 

erwarten. Im Rahmen des Zumutbaren bestehe ab dem 4. Mai 2009 eine volle 

Arbeitsfähigkeit aufgrund ausschliesslich unfallkausaler Befunde. 

11. Mit Verfügung vom 9. Juni 2009 stellte die SUVA die Versicherungsleistungen 

per 30. Juni 2009 ein. Die heute noch geklagten Beschwerden seien 

organisch nicht hinreichend nachweisbar, und die Adäquanz sei gestützt auf 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verneinen. Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 26. 

November 2009 ab.

12. Gegen diesen Entscheid liess der Versicherte am 8. Januar 2010 Beschwerde 

ans Verwaltungsgericht erheben. Er beantragte, der angefochtene Entscheid 

sei aufzuheben, und es seien ihm die gesetzlich vorgesehenen Leistungen 

zuzusprechen. Zur Begründung machte er geltend, die von der SUVA 

vorgenommene Adäquanzprüfung sei falsch. Es habe sich um einen mittleren 

Unfall an der Grenze zu den schweren Unfällen gehandelt (ausserorts, 

ungebremste Kollision mit Ausgangsgeschwindigkeit von ca. 70 km/h, 

Totalschaden infolge Zerstörung tragender Karosserieteile, Beschädigung der 

Rückenlehne). Es sei eine genügende Erstabklärung gemacht worden. Die 

erlittenen Verletzungen seien schwer gewesen, da die Kollision bei leicht 

rotiertem Kopf erfolgt sei. Er sei seit dem Unfall medikamentös und mit 

Physiotherapie behandelt worden. Der Unterbruch der Behandlung im 

Zusammenhang mit der Einstellung der UVG-Leistungen habe zu einem 

Rückfall mit massiver Beschwerdezunahme geführt, so dass er aktuell wieder 

in physiotherapeutischer Behandlung sei; er beantrage die Einholung eines 

diesbezüglichen Zwischenberichts. Weiter seien die Kriterien der erheblichen 

Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 

Anstrengung erfüllt.

13. Die SUVA beantragte die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

verwies sie im Wesentlichen auf die Ausführungen im Einspracheentscheid. 

14. Im Nachgang an ihre Beschwerdeantwort reichte die SUVA ein Gutachten 

vom 26. Januar 2010 ein, welches die IV-Stelle des Kantons Graubünden 

beim Ärztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) Basel in Auftrag gegeben hatte. 

Die Gutachter kommen zum Schluss, dass beim Exploranden sowohl aus 

physischer wie auch aus psychischer Sicht eine 100%-ige Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit bestehe. Anlässlich der polydisziplinären Begutachtung 

hätten keine Befunde oder Diagnosen festgestellt werden können, welche die 

Arbeitsfähigkeit des Exploranden einschränkten, hingegen jedoch eine 

ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung, welche krankheitsfremd und 

somit auch therapieresistent sei; medizinische Massnahmen seien deshalb 

nicht geeignet, die volle berufliche Reintegration zu fördern.

15. Der Beschwerdeführer liess in der Replik ausführen, das ABI-Gutachten sei 

im Auftrag der IV erstellt worden, und setze sich nicht mit der 

unfallspezifischen Fragestellung auseinander. Das Gutachten stelle eine Fülle 

von Diagnosen, welche zum typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsion 

gehören. Diesen Diagnosen werde fälschlicherweise kein Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit beigemessen. Er verwies auf den vom Bundesamt für 

Sozialversicherung (BSV) in Auftrag gegebenen Forschungsbericht 4/08, 

gemäss welchem die Befunde, die nach einer Begutachtung vorlägen, oft 

nicht für eine fundierte Bestimmung der Arbeitsfähigkeit reichten. Weiter 

führte er aus, gemäss diesem Forschungsbericht stünden die Gutachter unter 

grossem und zunehmendem Druck seitens der IV, die 

Arbeitsunfähigkeitswerte möglichst tief anzusetzen. Das ABI sei eine jener 

Gutachtenstellen, die ihr Geschäftsmodell erfolgreich darauf ausgerichtet 

habe, die Arbeitsunfähigkeitswerte möglichst tief anzusetzen.

16. Die SUVA verzichtete auf eine Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegenstand der Beschwerde ist die Frage, ob die SUVA ihre Leistungspflicht 

im Zusammenhang mit den gesundheitlichen Problemen des 

Beschwerdeführers zu Recht ab dem 30. Juni 2009 verneint hat, 

beziehungsweise ob es zutrifft, dass diese gesundheitlichen Probleme nicht 

mehr in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 12. 

August 2006 stehen.

2. Versicherungsleistungen des Unfallversicherers werden gemäss Art. 6 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss 

Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und 

adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181). Die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt, sobald der Unfall nicht mehr 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt.

3. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (BGE 129 V 181). Hat die 

versicherte Person ein Schleudertrauma der HWS erlitten, und liegen die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden 

Beeinträchtigungen wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes die natürliche Kausalität 

zwischen dem Unfall und den Beschwerden in der Regel anzunehmen (BGE 

117 V 360). Vorausgesetzt ist dabei, dass eine eingehende medizinische 

Abklärung stattgefunden hat (BGE 134 V 109). Im vorliegenden Fall 

konsultierte der Beschwerdeführer am zweiten Tag nach dem Unfall seinen 

Hausarzt, welcher sofort eine CT- und MR-Untersuchung sowie eine 

Untersuchung durch einen Spezialisten veranlasste. In der Folge wurden 

verschiedene spezialärztliche und polydisziplinäre Untersuchungen 

vorgenommen. Die medizinische Abklärung genügt damit den 

bundesgerichtlichen Anforderungen offensichtlich. Alle involvierten Ärzte sind 

sich darin einig, dass der Beschwerdeführer bei der Auffahrkollision am 12. 

August 2006 eine HWS-Distorsion beziehungsweise ein Schleudertrauma 

erlitten hat, und dass die entsprechenden Beeinträchtigungen vor allem in der 

Form von Kopfschmerzen und Schwindel vorliegen. Der natürliche 

Kausalzusammenhang ist demnach zu bejahen.

4. Ursachen im Sinne des adäquaten Kausalzusammenhangs sind Ereignisse, 

die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet sind, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181). Im Bereich 

organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier 

die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Anders verhält 

es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv 

ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom 

augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem 

weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 112).

5. Vorliegend geht aus den ärztlichen Unterlagen übereinstimmend hervor, dass 

die geklagten Beschwerden organisch nicht nachweisbar sind. 

Hervorzuheben sind folgende Untersuchungsergebnisse:

- Spital …, CT, 16. August 2006: Keine inkranielle Blutung, intakte 

Liquorräume, keine abgrenzbaren Hypodensitäten des Marklagers oder 

der Rinde

- Spital …, MR-Untersuchung, 21. August 2006: Abgesehen von 

geringfügigen spondylochondrotischen Veränderungen regelrechte 

Verhältnisse im Bereich der HWS

- Dr. med. …, Chefarzt Klinik …, 25. August 2006: Eine sichere Beteiligung 

des Zentralnervensystems wie auch des peripheren Nervensystems könne 

ausgeschlossen werden. 

- Dr. med. …, SUVA Kreisarzt, 1. Mai 2009: Ein strukturell fassbares 

Verletzungssubstrat sei nicht nachgewiesen worden. 

6. Mit BGE 117 V 359 begründete das Bundesgericht seine sogenannte 

"Schleudertraumapraxis". Dieser Praxis liegt die Annahme zugrunde, dass 

eine bei einem Unfall erlittene Verletzung im Bereich von HWS oder Kopf auch 

ohne organisch nachweisbare objektivierbare Funktionsausfälle zu länger 

dauernden, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden 

Beschwerden führen kann. In BGE 134 V 109 bestätigte und präzisierte das 

Bundesgericht diese Praxis nach eingehender Auseinandersetzung mit der 

dagegen laut gewordenen Kritik und unter Berücksichtigung der Entwicklung 

in der Medizin. Zur Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist 

deshalb vorliegend - wie dies die Beschwerdegegnerin getan hat - auf die 

Schleudertraumapraxis gemäss BGE 117 V 359  und 134 V 109 abzustellen. 

Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im 

Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für 

die Entstehung der gesundheitlichen Probleme beziehungsweise der 

Arbeitsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse 

Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die 

Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - 

ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. 

leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich 

dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während 

der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne 

weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die 

Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund 

des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv 

erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 

stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, 

in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. 

7. Die Beschwerdegegnerin hat den Auffahrunfall des Beschwerdeführers als 

mittelschweren Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen qualifiziert. Dies 

ist - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, der den Unfall als 

mittelschwer oder gar an der Grenze zu schwer einstuft - korrekt. Gemäss 

Polizeirapport und Aussagen der Beteiligten stand der Beschwerdeführer mit 

seinem PW ausserorts als letzter in einer Kolonne still, als die 

Unfallverursacherin von hinten auf sein Fahrzeug auffuhr, weil sie dieses zu 

spät gesehen hatte. Der Beschwerdeführer war auf die Kollision gefasst, weil 

er das Fahrzeug im Rückspiegel hatte kommen sehen. Gegenüber der Polizei 

gab der Beschwerdeführer am Unfalltag an, er habe nur einen leichten Schlag 

am Hals, aber keine Verletzung erlitten. Über die Geschwindigkeit der 

Unfallverursacherin besteht keine Klarheit; sie selber gab gegenüber der 

Polizei an, etwa 40 km/h gefahren zu sein, der Beschwerdeführer macht im 

Nachhinein geltend, die Ausgangsgeschwindigkeit habe bei 70 km/h gelegen. 

Gemäss Biomechanischer Kurzbeurteilung wurden beide Fahrzeuge 

"mittelstark beschädigt", lag die Geschwindigkeitsänderung (delta-v) inner- 

oder oberhalb eines Bereiches von 10-15 km/h, und sind die Beschwerden 

"eher erklärbar". Solche einfachen Auffahrkollisionen auf ein stehendes 

Fahrzeug werden von der Rechtsprechung in der Regel als mittelschwer im 

Grenzbereich zu leicht eingestuft (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237; Urteil des 

Bundesgerichts U 615/06 vom 9. Januar 2008 E.2.4). Vorliegend gibt es 

keinen Grund, von dieser Regel abzuweichen. Vielmehr ist darauf 

hinzuweisen, dass das Bundesgericht auch bei heftigeren einfachen 

Auffahrkollisionen mit höheren Geschwindigkeitsänderungen (Delta-v) und 

ohne besondere, spektakuläre Begleitumstände nicht von mittelschweren an 

der Grenze zu schweren Unfällen liegenden Ereignissen ausgegangen ist 

(Urteile des Bundesgerichts U 615/06 vom 9. Januar 2008 E.2.4 und U 197/94 

vom 17. Januar 1995, in: RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90).

8. Nach der Schleudertraumapraxis des Bundesgerichtes (BGE 134 V 109, 

Präzisierung der bisherigen nach BGE 117 V 367 geltenden Kriterien) sind bei 

mittelschweren Unfällen bei der Beurteilung der Adäquanz folgende Kriterien 

zu prüfen: (1) besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls; (2) die Schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen; (3) fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 

(4) erhebliche Beschwerden; (5) ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert; (6) schwieriger Heilungsverlauf und 

erhebliche Komplikationen; (7) erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz 

ausgewiesener Anstrengungen. Steht wie vorliegend ein mittelschwerer 

Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen in Frage, so ist die Adäquanz 

dann zu bejahen, wenn ein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

ist, oder wenn mehrere in gehäufter und auffälliger Weise gegeben sind (BGE 

134 V 109).

8.1. Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit 

des Unfalls (Kriterium 1) sind vorliegend zu verneinen und werden vom 

Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.

8.2. Nach der Klassifikation der Quebec Task Force (QTF) gibt es bei der HWS-

Distorsion fünf Schweregrade. Bei allen Graden können Hörstörungen, 

Schwindel, Kopfschmerz, Schmerzen beim Kauen und Schlucken und 

Gedächtnisbeeinträchtigungen auftreten. Bei  QTF O gibt es darüber hinaus 

innerhalb der ersten 3 Tage nach dem Unfallereignis keine Symptome, bei 

QTF 2 liegen typischerweise Beschwerden im Nacken und objektive 

muskuloskelettale Befunde wie Bewegungseinschränkung und 

Druckschmerzempfindlichkeit vor, und beim höchsten Schweregrad QTF 5 

sind Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen, neurologische 

Befunde, Frakturen, Dislokationen und Rückenmarkschädigungen gegeben. 

Der Beschwerdeführer hat eine HWS-Distorsion 2. Grades erlitten. 

Angesichts des aufgezeigten Spektrums stellt Grad 2 eine mittlere und nicht 

eine besondere Schwere dar. Auch der Zustand des Beschwerdeführers 

unmittelbar nach dem Unfall spricht klar gegen das Vorliegen von schweren 

oder besonderen Verletzungen im Sinne von Kriterium 2. Der 

Beschwerdeführer konnte aus dem Wagen aussteigen, der 

unfallgegnerischen PW-Lenkerin helfen, die Polizei und die Ambulanz 

herbeirufen, der Polizei Auskunft erteilen und am Abend des Unfalltages mit 

einem Mietauto nach Buchs zurückfahren. Der Beschwerdeführer macht 

geltend, gemäss dem vom erstbehandelnden Arzt ausgefüllten 

Dokumentationsbogen sei die Kollision unter leicht rotiertem Kopf erfolgt, und 

gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung sei er durch den exzentrischen 

Anstoss und die leichte Drehbewegung im Uhrzeigersinn leicht nach hinten 

links bewegt worden. Dies trifft zu, vermag aber entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers keine besondere Schwere der Verletzung zu begründen.

8.3. Der Beschwerdeführer wurde von Anfang an lediglich medikamentös und 

physiotherapeutisch behandelt. Damit liegt keine fortgesetzt spezifische, 

belastende ärztliche Behandlung (Kriterium 3) vor. Einerseits stellen die 

medikamentöse Schmerzbehandlung und die Physiotherapie keine 

eigentliche ärztliche Behandlung dar, und andererseits gilt eine 

medikamentöse und physiotherapeutische Behandlungsbedürftigkeit 

während zwei bis drei Jahren nach einer HWS-Distorsion durchaus als üblich 

und wird nicht als besonders belastend eingestuft (Urteil des Bundesgerichts  

8C_402/2007 vom 23. April 2008).

8.4. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist auch das Kriterium (4) der 

erheblichen Beschwerden nicht ausreichend erfüllt. In seinem Bericht vom 26. 

Januar 2010 kam das Ärztliche Begutachtungsinstitut ABI nach eingehender 

polydisziplinärer Untersuchung zum Schluss, es fänden sich weder aus 

neurologischer, psychiatrischer, allgemein-internistischer noch aus 

anderweitiger somatischer Sicht Befunde oder Diagnosen, welche die 

Arbeitsfähigkeit des Exploranden sowohl in der aktuellen wie auch in anderen 

Tätigkeiten einschränkten. Diese Einschätzung ist mit dem Kriterium der 

erheblichen Beschwerden nicht vereinbar. Dem ABI-Gutachten kommt 

entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ein hoher Beweiswert zu. Es 

wurde zwar im Auftrag der IV erstellt, es berücksichtigt aber auch sämtliche 

SUVA-Akten und nimmt eine Gesamtbeurteilung vor. Es beruht auf allseitigen 

Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, und leuchtet in 

der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation ein (BGE 122 V 160). Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers haben die ABI-Gutachter ihre Schlussfolgerungen 

nachvollziehbar begründet und nicht einfach "fliessbandmässig eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert". Nachstehend werden beispielhaft einzelne Punkte 

herausgegriffen. Für den geklagten Schwindel ergab sich weder unter der 

Frenzelbrille noch bei den Koordinationstest ein entsprechendes Korrelat, so 

dass er als funktionell, gegebenenfalls mit phobischer Komponente, 

eingeordnet wurde. Betreffs des HWS-Syndroms zeigte sich bei expliziter 

Prüfung ein starkes aktives Gegenspannen, bei Ablenkung hingegen eine 

völlig freie Rotation. Bezüglich der Kopfschmerzen gab es ebenfalls 

Widersprüche; der Beschwerdeführer nahm am Untersuchungstag trotz der 

durch die Anreise und die Untersuchungen vermehrten Belastung kein 

Analgetikum ein, obwohl er angab, andauernd unter Kopfschmerzen zu leiden 

und pro Tag bis 4 Tabletten à 500 mg Mefenacid einzunehmen. Ebenfalls 

berücksichtigt wurde, dass der Beschwerdeführer regelmässig grössere 

Distanzen Auto fährt und viel Sport treibt. Das ABI-Gutachten lag im Zeitpunkt 

des Einspracheentscheids (26. November 2009) noch nicht vor. Die 

Beschwerdegegnerin stützte sich auf den Austrittsbericht der Rehaklinik … 

vom 26. Februar 2008, welcher mit den Einschätzungen im ABI-Gutachten in 

den wesentlichen Punkten übereinstimmt und welchem ebenfalls 

uneingeschränkte Beweiskraft zukommt. Die Beschwerdegegnerin verneinte 

somit das Vorliegen erheblicher Beschwerden zu Recht. An diesem Ergebnis 

vermag der vom Beschwerdeführer angerufene Forschungsbericht 4/08 des 

BSV nichts zu ändern.

8.5. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte (Kriterium 5), liegt nicht vor und wird vom 

Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Ein schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (Kriterium 6) sind klarerweise 

ebenfalls zu verneinen.

8.6. Schliesslich ist auch das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz 

ausgewiesener Anstrengungen nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer verunfallte 

am 12. August 2006. Bereits ab 30. Oktober 2006 konnte er wieder zu 20% 

arbeiten, ab Mitte Februar 2007 zu 50%, ab 2. April 2007 zu 60% und ab 4. 

Juni 2007 zu 70%. Nach erneuter Arbeitsunfähigkeit ab Mitte Oktober 2007 

wurde ihm bei Austritt aus der Rehaklinik … am 15. Februar 2008 sowohl in 

der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert, welche in der Folge lediglich durch ein kurze 

Arbeitsunfähigkeit von 50% vom 7. April 2009 bis am 3. Mai 2009 

unterbrochen wurde.

8.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass keines der gemäss bundesgerichtlicher 

Schleudertraumapraxis erforderlichen Kriterien erfüllt ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat demnach die Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs zu Recht verneint.

9. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der von der Beschwerdegegnerin 

für den Fallabschluss gewählte Zeitpunkt nicht zu beanstanden ist. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat der Fallabschluss und damit 

verbunden die Adäquanzprüfung in dem Zeitpunkt zu erfolgen, in dem von der 

Weiterführung der medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung 

des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind 

(Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109). Vorliegend hielt Dr. med. … in seinem 

Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 1. Mai 2009 fest, 

von weiteren medizinischen Massnahmen sei voraussichtlich keine 

wesentliche Besserung der Befunde mehr zu erwarten. Diese Sichtweise 

steht in Einklang mit den übrigen ärztlichen Einschätzungen und wird durch 

das ABI-Gutachten vom 26. Januar 2010 explizit bestätigt. 

Eingliederungsmassnahmen der IV sind aus den Akten nicht ersichtlich und 

wurden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.

10. Nach dem Grundsatz der antizipierten Beweiswürdigung ist auf die Abnahme 

weiterer Beweise zu verzichten, wenn ein bestimmter Sachverhalt als 

überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist, und wenn anzunehmen ist, 

dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts 

mehr ändern könnten (BGE 122 II 469 Erw. 4a). Vorliegend wurde der 

medizinische Sachverhalt umfassend abgeklärt. Auf die vom 

Beschwerdeführer beantragte Einholung eines Zwischenberichtes bei der 

Physiotherapeutin Kerstin Metzler kann deshalb verzichtet werden.

11. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtmässig, und die 

dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten werden keine 

erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich 

kostenlos ist. Eine Parteientschädigung ist angesichts des 

Verfahrensausganges nicht geschuldet (Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.