# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56b722ea-2bcd-57aa-94b0-89a12a3c762c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.06.2021 UV 2020/42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-42_2021-06-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/42

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.03.2022

Entscheiddatum: 23.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 23.06.2021
Art. 6 UVG. Verneinung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem Unfall und der über den Leistungseinstellungszeitpunkt geklagten 
Schulterbeschwerden. Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 23. Juni 2021, UV 2020/42).

Entscheid vom 23. Juni 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers,Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; Gerichts-schreiberin Annina 

Janett

Geschäftsnr.

UV 2020/42

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

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Branchen Versicherung Genossenschaft, Sihlquai 255, Postfach, 8031 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gilles Benedick, LL.M., Benedick Studio legale e 

notarile, Via Ariosto 6, P.O. Box 5251, 6901 Lugano,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der B.___ AG in der Produktion tätig und dadurch bei der Branchen 

Versicherung Genossenschaft (Branchen Versicherung), Zürich, obligatorisch gegen die 

Folgen von Unfällen versichert, als sie am 16. November 2018 bei der Arbeit auf dem 

Boden ausrutschte und mit der rechten Schulter und dem Kopf auf den Boden fiel 

(Schadenmeldung vom 29. November 2018, UV-act. K1).

A.a. 

Die Erstbehandlung erfolgte am 21. November 2018 durch den Hausarzt Dr. med. 

C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, der eine Dolenz rechte Schulter vorne und 

Bewegungseinschränkung feststellte. Er veranlasste eine MRI-Untersuchung des 

rechten Schultergelenks, die am 18. Januar 2020 in der Radiologie D.___ durchgeführt 

wurde (UV-act. M2, M3). Am 28. Januar 2020 wurde in der Orthopädie des Spitals 

E.___ eine subacromiale Infiltration vorgenommen (UV-act. M6). Da die Symptome 

persistierten, wurde die Versicherte am 4. März 2019 an der Schulter operiert (UV-act. 

M8, M9). Am 9. April 2019 erfolgte in der Radiologie D.___ eine MRI-Untersuchung der 

Halswirbelsäule (UV-act. M12; vgl. auch den Untersuchungsbericht des Spitals E.___ 

vom 11. April 2019, UV-act. M13). Am 31. Mai 2019 wurde ein weiteres MRI der 

rechten Schulter durchgeführt (UV-act. M15).

A.b. 

Am 12. Juni 2019 wurde die Versicherte bei Dr. med. F.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vorstellig. 

A.c. 

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Dieser erhob die Diagnosen periartikuläre Kapsulitis Schulter rechts, Verdacht auf 

Algodystrophie Schulter rechts und Status nach Bizepssehnentenotomie, 

Acromioplastik Schulter rechts (Bericht vom 14. Juni 2019, UV-act. M16). Am 1. Juli 

2019 wurde die Versicherte durch Dr. F.___ erneut an der Schulter operiert (UV-act. 

M21, vgl. auch UV-act. K16). Am 6. Dezember 2019 erfolgte in der Klinik für Radiologie 

und Nuklearmedizin ein weiteres MRI der rechten Schulter (UV-act. M32).

Die Branchen Versicherung richtete der Versicherten vom 21. November 2018 bis 

31. Juli 2019 ein Taggeld aus (vgl. UV-act. K26) und übernahm im Wesentlichen Kosten 

der Heilbehandlung (vgl. insbesondere die Kostengutsprache vom 21. Februar 2019, 

UV-act. K6). Eine Übernahme der Kosten der MRI-Untersuchung vom 9. April 2019 

lehnte sie ab (Mitteilung vom 7. Mai 2019, UV-act. K10/1).

A.d. 

Im Februar 2020 stellte der Hausarzt der Versicherten ein 

Kostengutsprachegesuch für eine stationäre Rehabilitation im Rehazentrum G.___ (UV-

act. K40, vgl. auch M34). Infolgedessen legte die Branchen Versicherung die 

Unterlagen ihrem Vertrauensarzt, Dr. med. H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, vor. Dieser hielt in seiner Beurteilung 

vom 10. Februar 2020 im Wesentlichen fest, dass die aktuellen diffusen rechtsseitigen 

Schulterbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf die Kontusion 

der Schulter vom 16. November 2018 zurückzuführen seien. Der 

Rehabilitationsaufenthalt sei zwar medizinisch indiziert, aber es handle sich um ein 

unerklärbares Schmerzsyndrom, dessen Behandlung von der Krankenkasse zu tragen 

sei (UV-act. M35). Gestützt darauf lehnte die Branchen Versicherung die Übernahme 

der Kosten der Behandlung im Rehazentrum G.___ ab (E-Mail vom 11. Februar 2020, 

UV-act. K41).

A.e. 

Mit Verfügung vom 13. Februar 2020 stellte die Branchen Versicherung die 

Leistungen per Ende Februar 2020 ein. Begründend führte sie an, der Status quo ante 

sei spätestens 4 Wochen nach der ersten Operation vom 4. März 2019 erreicht 

worden. Sie hielt fest, auf die Rückerstattung der zu Unrecht erbrachten Leistungen zu 

verzichten (UV-act. K47).

A.f. 

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B.  

C.  

Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht per 

Ende Februar 2020 eingestellt hat. Auch wenn in Verfügung und Einspracheentscheid 

nicht explizit definiert, handelt es sich dabei offenkundig um die vorübergehenden 

Leistungen. Zu weiteren Leistungen (insbesondere Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung) liegt kein Anfechtungsobjekt vor.

Dagegen erhob die Versicherte am 21. und 28. Februar 2020 Einsprache und 

reichte zudem ein Schreiben von Dr. C.___ vom 18. Februar 2020 ein (UV-act. K52, 

K55, M36). Am 25. Februar 2020 nahm Dr. H.___ dazu Stellung (UV-act. M37).

B.a. 

Mit Entscheid vom 13. Mai 2020 wies die Branchen Versicherung die Einsprache 

ab (UV-act. K59).

B.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid vom 13. Mai 2020 liess die Versicherte am 

11. Juni 2020 durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde erheben und beantragen, der 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und ihr seien ab dem 1. März 2020 weiterhin 

Leistungen gemäss UVG zu erbringen (act. G 1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 5).

C.b. 

Mit Replik vom 30. Oktober 2020 und Ergänzung vom 7. Dezember 2020 hielt die 

Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und reichte einen provisorischen 

Austrittsbericht des Rehazentrums G.___ vom 4. Dezember 2020 ein (act. G 11, 13, 

13.1).

C.c. 

Mit Duplik vom 11. Dezember 2020 bestätigte die Beschwerdegegnerin im 

Wesentlichen ihre Standpunkte (act. G 15).

C.d. 

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2.  

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufs­

unfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem 

Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).

2.1. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (vgl. André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser 

[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 

53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf 

Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Die Adäquanz 

spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch 

keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt 

(BGE 134 V 111 f. E. 2). Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs muss 

mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein bzw. verneint werden können. Die blosse 

Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Thomas 

Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 

N 58 f.).

2.2. 

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge­

wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

mehr die natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden 

darstellt, d.h., wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruhen. Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen 

2.3. 

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Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung 

immer noch eine Teilursache darstellt. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 

58). Dahingefallen ist die kausale Bedeutung, wenn entweder der Gesundheitszustand, 

wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf einer Vorerkrankung auch 

ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (Nabold, 

a.a.O., N 54 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Da es sich um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, 

ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht 

bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (statt vieler BGE 117 V 261 

E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. 

Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu 

verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte 

Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 

8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes 

Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen 

sind.

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, BGE 121 V 210 E. 6c). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte; bei einer leistungsaufhebenden Tatfrage liegt die Beweislast 

somit beim Unfallversicherer, bei einer leistungsbegründenden Tatfrage bei der 

versicherten Person. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).

2.4. 

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3.  

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis).

2.5. 

Die Beschwerdeführerin rutschte am Freitag, 16. November 2018, bei der Arbeit 

aus und fiel auf die rechte Schulter. Sie wurde nach eigenen Angaben (vgl. act. G 1 

S. 4) erst bei ihrem Hausarzt vorstellig, als die Schmerzen nach dem Wochenende und 

zwei weiteren Arbeitstagen unerträglich wurden. Seitdem berichtet sie mehr oder 

minder unverändert über starke Schulterbeschwerden, die über die 

Leistungseinstellung hinaus andauern. Die Beschwerdeführerin wurde im Verlauf 

verschiedentlich klinisch und radiologisch untersucht.

3.1. 

Die erste MRI-Untersuchung des Schultergelenks vom 18. Januar 2019 ergab im 

Wesentlichen eine AC-Gelenksarthrose, eine Tendinose der Supraspinatussehne mit 

begleitender Bursitis, eine Labrumläsion proximal anterior des Bizepssehnenankers 

entsprechend einer SLAP-Läsion und einen kaudalen Labrumeinriss entsprechend 

einer Bankartläsion, eine Tendinose der langen Bizepssehne (LBS) im intraartikulär 

verlaufenden Anteil, und einen Verdacht auf einen Mindestpartialriss des mittleren 

glenohumeralen Ligaments (MGHL) und der vorderen Gelenkskapsel, wahrscheinlich in 

Folge der stattgehabten Luxation (UV-act. M3).

3.2. 

Im April 2019 wurde zudem ein MRI der HWS durchgeführt. Diese ergab im 

Segment HWK 5/6 links eine medio-laterale flache Diskusherniation mit möglicher C6 

Alteration, konzentrische Protrusionen HWK 4/5 und eine flache links mediolaterale 

Herniation HWK 7/BWK 1 ohne Wurzelalteration (UV-act. M12). Im 

Untersuchungsbericht der Orthopädie des Spitals E.___ vom 11. April 2019 wurde bzgl. 

der MRI-Untersuchung ausgeführt, dass sich keine Affektion im Bereich der HWS 

3.3. 

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gezeigt habe, welche nach rechts ausstrahlen könnte. Es wurde der Verdacht auf ein 

Schmerzverarbeitungsproblem festgehalten (UV-act. M13).

Die zweite MRI-Untersuchung der rechten Schulter vom 31. Mai 2019 ergab im 

Wesentlichen eine massive Bursitis subacromialis/subdeltoidea, einen Status nach 

Labrumrefixation mit Verplumpung desselben, jedoch ohne Dislokation, und einen 

persistierenden Gelenkserguss (UV-act. M15). Dr. F.___ nannte im Bericht vom 14. Juni 

2019 die Diagnosen periartikuläre Kapsulitis Schulter rechts, Verdacht auf 

Algodystrophie Schulter rechts und Status nach Bizepssehnentenotomie, 

Acromioplastik Schulter rechts. Er hielt fest, dass sich im MRT keine wesentliche 

Verletzung gezeigt habe. Aufgrund der Schmerzsituation sei ein Low grade Infekt nicht 

auszuschliessen, wobei äusserlich die Schulter komplett unauffällig sei und die 

Schmerzperioden nicht typisch dafür seien (UV-act. M16).

3.4. 

Am 6. Dezember 2019 wurde in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, 

Rorschach, eine dritte MRI-Untersuchung der rechten Schulter durchgeführt. Diese 

ergab Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis, geringe Ausfaserungen des gelenkseitigen 

und bursaseitigen Sehnenblattes der Supraspinatussehne und einen kurzen 

interstitiellen Einriss der Supraspinatussehnenfussplatte. Ein Gelenkserguss wurde 

nicht festgestellt (UV-act. M32).

3.5. 

Die Beschwerdeführerin wurde zweimal an der Schulter operiert. Nach der ersten 

Schulterarthroskopie mit Acromioplastik und Bizepstenotomie zeigte sich postoperativ 

ein komplikationsloser Verlauf (Operation vom 4. März 2019; UV-act. M8, M9). 

Hinsichtlich der zweiten Schulteroperation hielt Dr. F.___ fest, dass sich beim Eingriff 

eine fehlende Bizepssehne, eine intakte Subscapularissehne und eine ausgefaserte 

Supraspinatussehne im vorderen Anteil gezeigt habe. Der Rest der 

Supraspinatussehne sei unauffällig gewesen. Es habe sich ein Knorpelschaden in der 

Hauptbelastungszone Grad IV des Oberarmkopfes sowie glenoidalseitig eine 

Knorpelfissur mit einem mobilen Knorpelfragment gezeigt, dieses werde entfernt. 

Insgesamt lägen ausgeprägte arthrotische Veränderungen intraartikulär vor (Operation 

vom 1. Juli 2019; Bericht vom 4. Juli 2019, UV-act. M21). Nachdem die 

Beschwerdeführerin im postoperativen Verlauf nach anfänglicher deutlicher Besserung 

der Beschwerdesituation wieder über vermehrte Beschwerden geklagt hatte (vgl. UV-

act. M25, M28, M30 f.), bezeichnete Dr. F.___ die Schmerzen als diffus und die 

Herkunft der Beschwerden als unklar. Er hielt fest, dass, da keine Schmerzmedikation 

und kein Kortisonsschema wirke, eine unklare Schmerzsituation vorliege (Bericht vom 

6. Februar 2020, UV-act. M33).

3.6. 

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4.  

Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die 

Beschwerdesymptomatik spätestens per Ende Februar 2020 nicht mehr in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 16. November 2018 stehe, 

womit ab diesem Zeitpunkt keine Versicherungsleistungen mehr geschuldet seien. Die 

Beschwerdeführerin macht ihrerseits über den Zeitpunkt der Einstellung hinaus 

Leistungen geltend.

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung insbesondere 

auf die Beurteilung von Dr. H.___ vom 10. Februar 2020. Dieser hielt im Wesentlichen 

fest, dass die aktuellen diffusen rechtsseitigen Schulterbeschwerden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf die Kontusion der Schulter vom 16. 

November 2018 zurückzuführen seien. Im zwei Monate nach dem Unfall erstellten MRT 

habe sich eine isolierte anteriore Schultersymptomatik mit vorbestehender AC-

Gelenksarthrose, degenerativer Tendinose der Supraspinatussehne und einer 

Labrumläsion isoliert proximal und anterior im Sinne einer SLAP-Läsion sowie ein 

kaudaler Labrumriss entsprechend einer Bankartläsion gezeigt. Hinweise dafür, dass 

anlässlich des Ereignisses vom 15. November 2018 eine Schulterluxation stattgefunden 

habe, hätten keine bestanden; dies sei auch nicht denkbar bei einer Unfallmeldung 13 

Tage später. Damit sei der Befund als überwiegend wahrscheinlich vorbestehend und 

degenerativer Natur zu werten. Eine anteriore Schulterinstabilität habe zu keiner Zeit 

bestanden. Die anfänglichen ventralen Befunde hätten auch nicht einer Schädigung 

des anterioren Labrums entsprochen. Es bestehe eine diffuse degenerativ bedingte 

Schmerzsymptomatik. Die milden anterioren Labrumbefunde spielten überwiegend 

wahrscheinlich keine Rolle in dem diffusen Beschwerdebild und hätten nie eine 

gespielt, da dieser Befund intraoperativ am 4. Juli 2019 belassen worden sei und 

aktuell klinisch nicht überwiegend wahrscheinlich zur vorhandenen Symptomatik 

beitrage. Im MRI vom 31. Mai 2019 sei das Labrum zwar "verplumpt" erschienen, 

(gemeint wohl: dies) habe jedoch keinen Bezug zur diffusen Symptomatik der rechten 

Schulter. Man würde hier eine ventrale Instabilität erwarten, die aber weder befundlich 

erwähnt noch jemals klinisch relevant geschildert worden sei. Damit sei die zwei 

Monate nach dem Ereignis vorhandene Labrumauffälligkeit ventral zu keinem Zeitpunkt 

für die rechtsseitigen Schulterbeschwerden verantwortlich gewesen. 

Zusammenfassend hielt Dr. H.___ fest, die aktuell vorliegende Kapsulitis der rechten 

Schulter mit degenerativer Supraspinatussehnenläsion und AC-Gelenksarthrose stehe 

überwiegend wahrscheinlich in keinem kausalen Zusammenhang zum Ereignis vom 

November 2018, denn alle drei Befunden seien anlässlich der sehr dünnen, 

4.2. 

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erstzeitlichen Berichterstattung nicht vorhanden gewesen und seien überwiegend 

wahrscheinlich typisch degenerativer Natur. Hinzu komme, dass auch Dr. F.___ sich 

die Beschwerden anlässlich der letzten Konsultation der Beschwerdeführerin am 4. 

Februar 2020 nicht habe erklären können. Damit seien die aktuellen, diffusen und 

unerklärlichen Beschwerden an der rechten Schulter überwiegend wahrscheinlich 

unfallfremd. Ein Status quo sine sei bei multiplen degenerativen Veränderungen 

spätestens vier Wochen nach der ersten Operation vom 4. März 2019 erreicht 

gewesen. Danach sei die Beschwerdeführerin dokumentiert ventral stabil gewesen. 

Anlässlich der MRT-Untersuchung vom 31. Mai 2019 und dem Wechsel des 

behandelnden Orthopäden hätten sich keine ventralen oder anderen traumatischen 

Befunde an der rechten Schulter mehr gezeigt, die für die Beschwerden und die 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auch nur annährend hätten verantwortlich 

gemacht werden können (UV-act. M35).

Dr. H.___ hat sich mit den klinischen und bildgebenden Befunden ausführlich 

auseinandergesetzt und nachvollziehbar dargelegt, dass die von der Beschwerde­

führerin geklagten Beschwerden an der rechten Schulter mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis 

stehen, sondern vielmehr degenerative Veränderungen vorliegen. Ob der Status quo 

sine tatsächlich bereits vier Wochen nach der ersten Operation im März 2019 erreicht 

gewesen ist, ist zwar retrospektiv fraglich, hat aber für die vorliegende Frage der 

Leistungseinstellung per Ende Februar 2020 – und damit knapp ein Jahr später – keine 

Relevanz mehr. Insgesamt vermögen die Ausführungen des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin die Schlussfolgerungen des Vertrauensarztes nicht in Zweifel zu 

ziehen. Dies gilt insbesondere auch für die Ausführungen des Rechtsvertreters bzgl. 

"SLAP-Läsion" (act. G 1 S. 4 ff.: G 12, S. 3 ff.), mit welcher sich Dr. H.___, wie 

vorstehend (E. 4.2) festgehalten, eingehend befasst hat. Das Vorliegen altersbedingter 

Vorzustände wird vom Rechtsvertreter überdies nicht bestritten (vgl. act. G 1 S. 4). 

Entgegen dem Vorbringen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, dass Dr. 

H.___ entweder nicht alle Akten zur Verfügung gehabt oder diese nicht richtig gelesen 

habe (act. G 1 S. 5), ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die Beurteilung des 

Facharztes für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

nicht lege artis erfolgt wäre. Soweit sich der Rechtsvertreter auf den Standpunkt stellt, 

dass die Abklärungen des Vertrauensarztes unvollständig seien, da er die 

Beschwerdeführerin nicht selber untersucht habe, ist schliesslich darauf hinzuweisen, 

dass das Fehlen einer persönlichen Untersuchung den Beweiswert der Beurteilung des 

Vertrauensarztes nicht per se schmälert. Die Richtigkeit einer reinen Aktenbeurteilung 

ist insbesondere dann in Frage zu stellen, wenn sich eine abweichende Beurteilung 

4.3. 

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5.  

6.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 13. Mai 2020 

nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichts­

kosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen 

der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des 

Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2). Dies ist vorliegend jedoch 

nicht der Fall; zumal selbst der Hausarzt der Beschwerdeführerin im Schreiben vom 18. 

Februar 2020 anmerkte, dass Dr. H.___ vermutlich insgesamt schon recht habe, aber 

der Zeitpunkt der Ablehnung äusserst ungeschickt sei (UV-act. M36). Schliesslich 

vermag die Beschwerdeführerin auch aus dem im Beschwerdeverfahren eingereichten 

provisorischen Austrittsbericht des Rehazentrums G.___ vom 4. Dezember 2020 (act. G 

13.1) hinsichtlich der Frage der Unfallkausalität nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.

Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie vor dem Unfall weitgehend 

beschwerdefrei und arbeitsfähig gewesen sei, ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. UV-

act. K59 S. 3) darauf hinzuweisen, dass die Argumentation „post hoc ergo propter hoc“ 

für sich alleine nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen vermag (vgl. BGE 

119 V 335 E. 2b/bb mit Hinweis, Urteil des Bundesgerichts 8C_636/2016 vom 

16. November 2016 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).

4.4. 

Zusammenfassend ist gestützt auf die vorliegende Aktenlage überwiegend 

wahrscheinlich erstellt, dass die geltend gemachten Beschwerden spätestens im 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung per Ende Februar 2020 keine kausalen Unfallfolgen 

mehr darstellten. Mit Blick auf die vorliegenden Akten ist davon auszugehen, dass die 

über die Leistungseinstellung hinaus fortdauernden Beschwerden nicht mehr auf den 

Unfall vom November 2018 zurückzuführen sind.

5.1. 

Da nach dem Gesagten keine Unfallrestfolgen mehr vorliegen, ist die Verweigerung 

weiterer vorübergehender Leistungen (Heilkostenübernahme und Taggelder) für die Zeit 

nach dem 29. Februar 2020 zu Recht erfolgt.

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.06.2021
	Art. 6 UVG. Verneinung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und der über den Leistungseinstellungszeitpunkt geklagten Schulterbeschwerden. Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Juni 2021, UV 2020/42).

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		2025-07-19T02:41:33+0200
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