# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6dae5e8e-120c-5109-8920-1a081eff183c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.01.2023 725 2022 128 / 18 (725 22 128 / 18)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2022-128---18_2023-01-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 26. Januar 2023 (725 22 128 / 18) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Keine geringen Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung des Gesundheitszustands und 

der Leistungsfähigkeit (E. 7), Bemessung Valideneinkommen nach LSE-Tabellen, An-

wendung von Kompetenzniveau 1 bei Fehlen von Berufsabschluss oder formaler Weiter-

bildung (E. 8.2), Bemessung Invalideneinkommen nach LSE-Tabellen, anwendbare Tabel-

le (E. 8.3) 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichtsschreiber Pascal 
Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Christian Möcklin-Doss, 
Advokat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Reto Bachmann, Rechtsanwalt, LISCHER 
ZEMP & PARTNER, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 

 

 
 
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A. Der 1980 geborene A.____ war zuletzt vom 18. Juni 2018 bis 30. November 2019 bei 
der B.____AG in X.____ als Hilfsarbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung beschäftigt 
und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligato-
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 23. Juli 2018 zog er sich eine Mittelge-
sichtsfraktur mit Zahnverlust zu. Sodann geriet er am 4. Dezember 2019 mit dem Fahrrad in 
eine Tramschiene und stürzte. Dabei zog er sich gemäss Bericht des Spitals C.____ vom 
9. Dezember 2019 eine mediale Schenkelhalsfraktur links zu. Am 16. November 2020 wurde 
dem Versicherten eine Hüft-Totalprothese eingesetzt. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht 
für die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heil-
behandlung). Mit Schreiben vom 3. Dezember 2021 stellte sie die Heilkosten- und Taggeldleis-
tungen per 31. Dezember 2021 ein. Mit Verfügung vom 24. Dezember 2021 sprach sie A.____ 
für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfallereignis vom 4. Dezember 2019 eine Integ-
ritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % zu. Gleichzeitig lehnte sie 
einen Rentenanspruch ab. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 30. März 2022 fest. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Christian Möcklin-Doss, am 2. Mai 
2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei der Einspracheentscheid vom 30. März 2022 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen 
auszurichten. Es seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen; unter o/e-
Kostenfolge, wobei ihm für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Ad-
vokat Christian Möcklin-Doss als Rechtsvertreter zu bewilligen sei.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann, schloss in 
ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2022 auf Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Mit Verfügung vom 12. Juli 2022 wies der instruierende Präsident das Gesuch des Be-
schwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Christian Möklin-
Doss als Rechtsvertreter ab. 
 
E. Am 13. Juli 2022 zog das Kantonsgericht die Akten der Invalidenversicherung (IV) bei. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in Y.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 

 

 
 
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und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene Beschwerde vom 2. Mai 2022 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist der Leistungsanspruch des Versicherten. Massgebend ist dabei der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 30. März 2022 
entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richter-
lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). Der Anspruch auf eine Integritätsentschädi-
gung ist mangels Anfechtung in (Teil-)Rechtskraft erwachsen und deshalb nicht Gegenstand 
des vorliegenden Verfahrens. 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-
handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeits-
unfähigkeit 80 % des versicherten Verdiensts. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG 
gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls 
zu mindestens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-
sicherung (IV) abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG). Ob eine namhafte Besserung noch 
möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder 
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Ver-
wendung des Begriffs "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch 
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung 
ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht. Diese Frage ist prospektiv zu beurteilen (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.1; 
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2021, 8C_102/2021, E. 6.1 mit Hinweisen). 
 
3.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in 
einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 
(BGE 129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 
natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich or-
ganisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 
mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2). Bei banalen Unfällen wie z.B. bei 
geringfügigem Anschlagen des Kopfs oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie 
z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang 

 

 
 
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zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint 
werden. Ohne aufwändige Abklärungen im psychischen Bereich darf aufgrund der allgemeinen 
Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse, davon ausge-
gangen werden, dass ein banaler bzw. leichter Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden 
psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Hier mangelt es dem Unfallereignis offen-
sichtlich an der erforderlichen Schwere, welche allgemein geeignet wäre, zu einer psychischen 
Fehlentwicklung beispielsweise in Form einer reaktiven Depression zu führen. Es ist eine Erfah-
rungstatsache, dass bei dieser Gruppe von Unfällen wegen der Geringfügigkeit des Unfallereig-
nisses auch der psychische Bereich nur marginal tangiert wird. Treten entgegen jeder Voraus-
sicht dennoch nennenswerte psychische Störungen auf, so sind diese mit Sicherheit auf unfall-
fremde Faktoren zurückzuführen wie z.B. die ungünstige konstitutionelle Prädisposition. Unter 
solchen Umständen ist der Unfall nur eine Schein- oder Gelegenheitsursache für die psychi-
schen Störungen (BGE 115 V 133 E. 6a). 
 
4.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozial-
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 
Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a mit Hinweis). 
 
4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 
E. 8.5).  

 

 
 
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5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
6.2 Am 10. Juni 2021 berichtete der behandelnde Arzt Dr. med. D.____, FMH Allgemeine 
Innere Medizin, dass beim Versicherten wegen der Folgen des Unfalls vom 23. Juli 2018 eine 
engmaschige Psychotherapie vorgenommen worden sei. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass 
von April 2019 bis Dezember 2019 insgesamt sechzehn Psychotherapiesitzungen durchgeführt 
wurden. Zudem hielt Dr. D.____ fest, dass dem Versicherten wegen der Schlafstörungen (zu-
folge der Ängste, der Panikattacken und der Albträume) und der Schmerzen diverse Medika-
mente verabreicht würden.  
 
6.3 Im Bericht vom 14. Oktober 2021 hielt der behandelnde Arzt Dr. med. E.____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, fest, dass er ledig-
lich die somatische Arbeitsfähigkeit beurteilen könne. Dem Versicherten sei die bisherige Tätig-
keit auf dem Bau nicht mehr zumutbar. Für angepasste Tätigkeiten (wechselbelastend, über-
wiegend sitzend, keine Arbeit auf Leitern etc. und ohne starke Belastung) könne nach einer 
Angewöhnungszeit eine Arbeitsfähigkeit diskutiert werden. 
 
6.4 Am 17. November 2021 berichtete Dr. E.____, dass es dem Versicherten ein Jahr nach 
der Hüft-Transplantation gut gehe. Er habe wieder Kraft und in der Hüfte keine Schmerzen 
mehr. Lediglich nach schwerer körperlicher Arbeit fühle er eine gewisse Symptomatik im Hüft-
bereich. Rückenbeschwerden bestünden ebenfalls nicht mehr. Der Versicherte sei in seinem 
bisherigen Beruf als Bauarbeiter vollständig arbeitsunfähig. 
 
6.5 Der Kreisarzt Dr. med. F.____, Facharzt für Chirurgie, hielt am 1. Dezember 2021 fest, 
dass unter Berücksichtigung des Sprechstundenberichts von Dr. E.____ vom 17. November 
2021 der Endzustand als erreicht postuliert werden könne. Ein Jahr nach Implantation einer 
Hüft-Totalprothese links habe der Versicherte wieder Kraft und keine Schmerzen in der Hüfte 
mehr. Von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit keine namhafte Besserung der Unfallfolgen zu erwarten. Dem Versicherten seien wechsel-
belastende mittelschwere Tätigkeiten ohne regelmässiges Treppensteigen und ohne regelmäs-

 

 
 
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sige Arbeiten auf Leitern, Gerüsten oder auf unebenem Grund ganztags zumutbar. Regelmäs-
sige Beschäftigungen in Zwangshaltungen (hockend, kauernd, kniend) und Tätigkeiten mit re-
gelmässigen Vibrationen, Schlägen oder Stössen seien zu vermeiden. 
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
30. März 2022 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Leistungsfähigkeit des 
Versicherten auf den Bericht des Kreisarztes Dr. F.____ vom 1. Dezember 2021. Sie ging in der 
Folge davon aus, dass ein Jahr nach der Hüft-Totalprothese keine namhafte Verbesserung des 
Gesundheitszustands zu erwarten sei und dem Versicherten angepasste Verweistätigkeiten 
ganztags zumutbar seien. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. 
Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderun-
gen zu stellen, wenn sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich auf versicherungsinterne 
medizinische Unterlagen stützt. Bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Vorlie-
gend ergibt sich indes nichts, was Zweifel an der Stichhaltigkeit der Angaben des Kreisarztes 
Dr. F.____ wecken würde. Seine Beurteilung beruht auf einem sorgfältigen Studium der vor-
handenen medizinischen Akten und erweist sich sowohl in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen als überzeu-
gend. Insgesamt erfüllt sie die höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringt vollen 
Beweis, weshalb darauf abzustellen ist. Demnach war hinsichtlich der Hüftbeschwerden der 
medizinische Endzustand erreicht. Es ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die 
Tätigkeit auf dem Bau unfallbedingt nicht mehr möglich ist. Angepasste Verweistätigkeiten sind 
ihm hingegen ganztags zumutbar. 
 
7.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Soweit er unter Hinweis 
auf das frühere Unfallereignis vom 23. Juli 2018 sowie die Berichte der behandelnden Ärzte 
Dres. D.____ und E.____ vom 10. Juni 2021 und 14. Oktober 2021 geltend macht, die Be-
schwerdegegnerin habe es in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes unterlassen, seinen 
psychischen Gesundheitszustand abzuklären, kann ihm nicht beigepflichtet werden. Zwar be-
stätigte Dr. D.____, dass wegen der Folgen des früheren Unfalls vom 23. Juli 2018 eine Psy-
chotherapie durchführt und Medikamente abgegeben worden seien. Diese Behandlung wurde 
aber abgeschlossen und Dr. D.____ attestierte dem Versicherten hinsichtlich der psychischen 
Beschwerden des Unfalls vom 23. Juli 2018 ab dem 1. Januar 2020 eine vollständige Arbeitsfä-
higkeit (vgl. Schreiben von Dr. D.____ vom 3. Februar 2020, act. 36). Hinweise darauf, dass der 
Beschwerdeführer in der Folge eine unfallversicherungsrechtlich relevante psychische Erkran-
kung mit Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit aufgewiesen hätte, sind aufgrund der vorliegen-
den medizinischen Unterlagen nicht ausgewiesen. Zudem handelte es sich beim Ereignis vom 
4. Dezember 2019 (Sturz mit dem Fahrrad) um einen leichten Unfall, der nicht geeignet war, 
einen (invalidisierenden) psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen resp. zu einer psy-
chischen Fehlentwicklung beispielsweise in Form einer reaktiven Depression zu führen 
(vgl. E. 3.2 hiervor). Vor diesem Hintergrund ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellt, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2021 relevante psychi-
sche Beschwerden bestanden, weshalb die Beschwerdegegnerin – ohne den Untersuchungs-
grundsatz zu verletzen – auf weitere Abklärungen verzichten durfte. In somatischer Hinsicht 

 

 
 
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stellte der Beschwerdeführer die Beurteilung des Kreisarztes Dr. F.____ vom 1. Dezember 
2021, wonach ein Jahr nach Implantation der Hüft-Totalprothese nicht mehr mit einer namhaf-
ten Verbesserung der Unfallfolgen gerechnet werden konnte und dem Beschwerdeführer ange-
passte Verweistätigkeiten ganztags zumutbar seien, zu Recht nicht in Frage. Soweit der Be-
schwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin hätte die Rentenprüfung erst nach Abschluss der 
Eingliederungsmassnahmen durch die IV vornehmen dürfen, ist ihm entgegenzuhalten, dass im 
Zeitpunkt des Fallabschlusses per 31. Dezember 2021 keine IV-Eingliederungsmassnahmen 
durchgeführt wurden oder in Aussicht waren (vgl. dazu die Aktennotiz vom 18. November 2021, 
wonach nach Auskunft der Sachbearbeiterin der IV-Stelle keine Kostengutsprache für berufliche 
Massnahmen erteilt worden sei; act. 165). Gegenteiliges ist aus den Akten nicht ersichtlich. 
Demnach waren die Voraussetzungen für den Fallabschluss im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG 
(vgl. E. 3.1 hiervor) gegeben. 
 
8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 18 Abs. 2 UVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla-
ge erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkom-
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er-
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-
den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me-
thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 
 
8.2.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son im massgebenden Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (hier: 1. Januar 2022) 
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte. 
Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich festzusetzen. Da nach empirischer Erfah-
rung in der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt 
worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich 
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der 
realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1; Urteil des Bun-
desgerichts vom 17. November 2020, 9C_109/2020, E. 2.2.2). Ausnahmen müssen mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Ist ein kon-
kreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so können die Zahlen der Lohnstrukturerhebung 
(LSE) des Bundesamts für Statistik (BfS) herangezogen werden (Urteile des Bundesgerichts 
vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). 
 
8.2.2 Da das Arbeitsverhältnis bei der B.____AG aus invaliditäsfremden Gründen beendet 
wurde, ermittelte die Suva das Valideneinkommen im angefochtenen Einspracheentscheid auf-

 

 
 
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grund der Tabellenlöhne (LSE 2018, TA1, Wirtschaftszweige 41-43 [Baugewerbe], Männer, 
Kompetenzniveau 1) und errechnete für das Jahr 2018 einen an die betriebsübliche wöchentli-
che Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden angepassten Lohn von Fr. 70'332.-- (Fr. 5'622.-- : 40 x 
41,7 x 12). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2022 resultierte ein 
massgebendes Jahreseinkommen von Fr. 71'676.05. Dem hält der Beschwerdeführer entgeg-
nen, dass aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung das Kompetenzniveau 2 angewendet 
werden müsse und das Valideneinkommen demnach Fr. 75'630.75 betrage. 
 
8.2.3 Diesem Ansinnen des Beschwerdeführers kann nicht beigepflichtet werden. Zwar kön-
nen Versicherte ohne (qualifizierte) Berufsausbildung, aber mit in langjähriger praktischer Tätig-
keit erworbenem handwerklichen Geschick grundsätzlich in einem höheren Kompetenzniveau 
eingestuft werden (Urteile des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2011, 9C_800/2011, 
E. 2.3.2, und vom 13. Dezember 2010, 8C_439/2010, E. 3.3.3). Allerdings hat das Bundesge-
richt festgehalten, dass eine mehrjährige Berufserfahrung zwar nicht ausser Acht zu lassen sei, 
heutzutage indessen in den meisten Berufssparten ein Abschluss oder zumindest (formalisierte) 
Aus- und Weiterbildungen verlangt würden, was wiederum gegen eine höhere Einstufung spre-
che (Urteile des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2011, 9C_800/2011, E. 2.3.2, und vom 
23. Juni 2010, 9C_837/2009, E. 3.4). Vorliegend verfügt der Beschwerdeführer weder über ei-
nen Berufsabschluss noch über allfällige formale Weiterbildungen oder andere erworbene be-
sondere Qualifikationen. Anzeichen für ein berufliches Fortkommen und eine entsprechende 
Lohnsteigerung (z.B. eine geplante oder begonnene Weiterbildung oder ein konkretes Stellen-
angebot im Unfallzeitpunkt) liegen ebenfalls nicht vor. Vielmehr spricht die Tatsache, dass er 
bei der B.____AG lediglich temporär angestellt war, gegen die Annahme einer fortschreitenden 
beruflichen Etablierung. Vor diesem Hintergrund vermag seine Berufserfahrung die Einstufung 
in das Kompetenzniveau 2 für sich allein nicht zu rechtfertigen. Dies gilt umso mehr, als der 
Beschwerdeführer während seiner gesamten beruflichen Laufbahn nie auch nur annähernd ein 
Einkommen von Fr. 75'630.75 erzielte, wie dem in den Akten liegenden IK-Auszug (vgl. act. 96) 
zu entnehmen ist. Das im angefochtenen Einspracheentscheid ermittelte Valideneinkommen 
aufgrund des Kompetenzniveaus 1 von Fr. 71'676.05 ist demnach nicht zu beanstanden. 
 
8.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret 
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson-
ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleiben-
de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch-
lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom-
men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so 
sind für die Bemessung des Invalideneinkommen die Tabellenlöhne heranzuziehen 
(BGE 143 V 295 E. 2.2). Einer erschwerten Verwertbarkeit der trotz des Gesundheitsschadens 
noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit kann dabei allenfalls dadurch Rechnung getragen werden, 
dass auf einen anderen als auf den durchschnittlichen Lohn in allen Wirtschaftszweigen des 
privaten Sektors ("Total") abgestellt wird (BGE 129 V 472 E. 4.3.2). Diese Ausnahmeregelung 

 

 
 
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kommt aber nur dann zum Zug, wenn der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit der-
art enge Grenzen gesetzt sind, dass praktisch alle Tätigkeiten eines bestimmten Wirtschafts-
zweigs ausser Betracht fallen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. September 2006, I 295/06, 
E. 3.2.1). 
 
8.3.2 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, 
weshalb auch für die Bemessung des Invalideneinkommens auf lohnstatistische Werte der 
LSE abzustellen ist. Die Beschwerdegegnerin ging innerhalb der TA1 der LSE 2018 vom "Total" 
der Männerlöhne im Kompetenzniveau 1 und somit von einem Monatslohn von Fr. 5'417.-- aus. 
Angepasst an die Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden ergibt dies ein Invalideneinkommen von 
jährlich Fr. 67'766.65 (Fr. 5'417.-- : 40 x 41,7 x 12). Unter Berücksichtigung der Nominallohn-
entwicklung bis ins Jahr 2022 resultierte ein Jahreseinkommen von Fr. 69'061.50. Der Be-
schwerdeführer beanstandet dieses Vorgehen. Er vertritt die Auffassung, dass ihm beschwer-
debedingt und aus sprachlichen Gründen nicht alle Wirtschaftszweige offenstehen, weshalb für 
die Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabelle TA1, Ziff. 77-82 (sonstige wirtschaftliche 
Dienstleistungen), Kompetenzniveau 1, Männer (Fr. 4'767.--), massgebend sei. 
 
8.3.3 Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer schwere Arbeiten nicht mehr zumutbar 
sind. Nach der massgebenden Beurteilung des Kreisarztes Dr. F.____ vom 1. Dezember 2021 
(E. 6.5 hiervor) sind ihm aber wechselbelastende mittelschwere Tätigkeiten ohne regelmässiges 
Treppensteigen und ohne regelmässige Arbeiten auf Leitern, Gerüsten oder auf unebenem 
Grund ganztags zumutbar, wobei regelmässige Beschäftigungen in Zwangshaltungen (ho-
ckend, kauernd, kniend) und Tätigkeiten mit regelmässigen Vibrationen, Schlägen oder Stössen 
zu vermeiden sind. Bei diesem Tätigkeitsprofil kann nicht gesagt werden, die Arbeitsfähigkeit 
des Beschwerdeführers sei auf den Dienstleistungssektor beschränkt. Zwar ist er angesichts 
seines gesundheitsbedingt erschwerten Zugangs zum Arbeitsmarkt sowie des eingeschränkten 
Anforderungsprofils nicht leicht vermittelbar. Dennoch lässt sein Gesundheitszustand resp. sei-
ne Leistungsfähigkeit einen grundsätzlichen Einsatz in allen Wirtschaftszweigen zu. Bei dieser 
Sachlage ist weder ersichtlich noch substantiiert dargetan, weshalb praktisch alle Tätigkeiten 
eines bestimmten Wirtschaftszweigs ausser Betracht fallen sollten. Es ist daher nicht zu bean-
standen, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen ausgehend vom "Total" des 
LSE-Tabellenlohns für Männer im privaten Sektor bestimmte und mit Fr. 69'061.50 bezifferte. 
 
8.3.4 Wird das Invalideneinkommen anhand der LSE ermittelt, kann der entsprechende Aus-
gangswert allenfalls gekürzt werden. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal se-
parat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalidenein-
kommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 
E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei 
deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr 
Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende 
Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allge-
meinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise an-

 

 
 
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ders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen wer-
den, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen können, die 
eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 126 V 75 
E. 6 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 
 
8.3.5 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid bei der 
Bemessung des Invalideneinkommens keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Der 
Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass ein solcher von mindestens 20 % angemessen sei. Die-
ser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Die leidensbedingten Einschränkungen sind mit dem 
Belastungsprofil bereits berücksichtigt und dürfen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
nicht nochmals – als abzugsrelevant – herangezogen werden (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hin-
weis). Die Tatsache, dass dem Versicherten nur noch körperlich angepasste Arbeiten zumutbar 
sind, stellt aber auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit keinen Grund für einen Abzug dar, 
weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl solcher Tätigkeiten umfasst 
(Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.2 und vom 16. Juli 2014, 
8C_97/2014, E. 4.2). Weiter rechtfertigt der Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht mehr im 
Bauhauptgewerbe tätig sein kann, auch deshalb keinen Leidensabzug, weil die Beschäftigun-
gen, die dem LSE-basierten lnvalideneinkommen zugrunde liegen, weder eine Ausbildung noch 
Berufserfahrung voraussetzen. Ein Abzug wegen Teilzeitarbeit entfällt, da der Versicherte in 
einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Was den Ausländerstatus (Aufenthalts-
bewilligung B) anbelangt, ist vorliegend nicht ersichtlich, dass dieser die Möglichkeit des Be-
schwerdeführers erheblich schmälert, auf dem für ihn in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit 
einem durchschnittlichen Lohn rechnen zu können (vgl. dazu LSE Tabelle TA 12). Nicht ge-
rechtfertigt ist schliesslich ein Abzug aus sprachlichen Gründen, da diesem Umstand wie auch 
den schulischen und beruflichen Voraussetzungen durch die Wahl des Kompetenzniveaus 1 
beim Invalideneinkommen bereits angemessen Rechnung getragen wurde. Ausserdem gibt der 
Beschwerdeführer in seinem Lebenslauf an, mündlich gute und schriftlich mittelgute Deutsch-
kenntnisse zu haben. Damit kann nicht gesagt werden, er verfüge nur über rudimentäre Kennt-
nisse der deutschen Sprache. Andere Gründe, die für einen leidensbedingten Abzug sprechen, 
sind nicht ersichtlich. Folglich ist aufgrund der vorliegenden Sachlage ein leidensbedingter Ab-
zug nicht in Betracht zu ziehen. Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg-
nerin keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt hat und es besteht – entgegen der Ansicht des 
Beschwerdeführers – kein Anlass, in ihr Ermessen korrigierend einzugreifen. 
 
8.4 Stellt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkommen von Fr. 69'061.50 dem 
Valideneinkommen von Fr. 71'676.05 gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse 
von Fr. 2'614.55, was einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von aufgerundet 4 % 
ergibt (Art. 18 Abs. 1 UVG; zur Rundungspraxis des Bundesgerichts: BGE 130 V 121). Somit 
hat die Suva einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente zu Recht abgelehnt. 
 
9. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 
30. März 2022 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 

 

 
 
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10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens 
nicht ausgerichtet. 
 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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