# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79b4dac3-d1cb-5e3d-9e04-c360b5b332b2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-24
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 24.01.2022 BK 2021 549
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-549_2022-01-24.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 21 549

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. Januar 2022

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Volknandt 

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung

Strafverfahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung evtl. Ge-
fährdung des Lebens, vorsätzlicher Tötung, sexueller Handlungen 
mit Minderjährigen gegen Entgelt etc.

Beschwerde gegen die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland 
betreffend Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung i.S. O 19 
13560

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt 
gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ein Strafverfahren wegen 
vorsätzlicher Tötung, versuchter vorsätzlicher Tötung evtl. Gefährdung des Lebens, 
sexueller Nötigung, sexuellen Handlungen mit Kindern und sexuellen Handlungen 
mit Minderjährigen gegen Entgelt. Am 29. November 2021 reichte der Beschwerde-
führer Beschwerde ein und ersuchte die Beschwerdekammer in Strafsachen des 
Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) darum, die 
Staatsanwaltschaft unter Kosten- und Entschädigungsfolgen anzuweisen, unver-
züglich tätig zu werden, sowie um Feststellung einer Verletzung des Beschleuni-
gungsgebots. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme 
vom 16. Dezember 2021 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit das 
Beschwerdeverfahren nicht als gegenstandslos abzuschreiben sei. Die Stellung-
nahme wurde dem Beschwerdeführer am 20. Dezember 2021 zugestellt. 

2. Die Beschwerde ist zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der 
Strafverfolgungsbehörden, aber auch gegen Unterlassungen unter Einschluss der 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 Bst. a der Schweize-
rischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Beschwerden wegen Rechtsver-
weigerung und Rechtsverzögerung sind an keine Frist gebunden (Art. 396 Abs. 2 
StPO). Der Beschwerdeführer ist durch die gerügte Rechtsverzögerung unmittelbar 
in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO).

3. Der Generalstaatsanwaltschaft ist insofern zuzustimmen, als dass das aktuelle 
Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers betreffend sein Rechtsbegehren, 
wonach die Staatsanwaltschaft anzuweisen sei, tätig zu werden, nachträglich weg-
gefallen ist, da die Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich die Anklageerhebung in 
Aussicht gestellt und den Parteien am 14. Dezember 2021 Frist zur Stellung weite-
rer Beweisanträge gesetzt hat. Die Beschwerde ist insofern gegenstandslos ge-
worden. Der Beschwerdeführer hat aber immer noch ein aktuelles und praktisches 
Rechtsschutzinteresse an der Feststellung, ob eine Rechtsverweigerung bzw. 
Rechtsverzögerung vorliegt. In diesem Zusammenhang ist u.a. auch zu beurteilen, 
ob zwischen den letzten Untersuchungshandlungen vom 17. Februar 2021 und der 
Mitteilung vom 14. Dezember 2021 allenfalls zu viel Zeit vergangen ist. 

4.

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Staatsanwaltschaft habe am 5. Novem-
ber 2019 ein Verfahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung evtl. Gefährdung 
des Lebens z.N. von C.________ eröffnet (Verfahrensnummer O 19 13560). Mit 
Verfügung vom 6. November 2019 sei das Verfahren O 19 6219 (aussergewöhnli-
cher Todesfall von D.________) wieder aufgenommen und auf den Beschwerde-
führer wegen vorsätzlicher Tötung ausgedehnt worden. Die Verfahren O 19 6219 
und O 19 13560 seien vereinigt worden. Am 5. Dezember 2019 sei das Verfahren 
auf sexuelle Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt z.N. von E.________ 
und am 29. Januar 2020 auf sexuelle Nötigung z.N. von F.________, G.________ 

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und H.________, sexuelle Handlungen mit Kindern z.N. von I.________ und sexu-
elle Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt z.N. von J.________ ausge-
dehnt worden. Am 17. Februar 2021 habe die letzte Einvernahme von K.________ 
stattgefunden. Seither hätten keine Untersuchungshandlungen mehr stattgefunden. 
Mit Schreiben vom 5. November 2021 habe die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass 
sie den Abschluss des Verfahrens vorbereite und in den kommenden Wochen die 
Frist gemäss Art. 318 StPO ansetzen werde. Damit sei die Staatsanwaltschaft seit 
der letzten Einvernahme mehr als neun Monate untätig geblieben. 

Der Beschwerdeführer bezieht sich auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung und 
jene der Beschwerdekammer und erachtet die geltende gemachte Rechtsverzöge-
rung unter diesen Umständen als begründet. Mit neun Monaten liege eine überlan-
ge untätige Zeitspanne in einem sicherlich nicht als in strafrechtlicher Hinsicht 
komplex zu beurteilenden Fall vor. 

4.2 In ihrer Stellungnahme vom 16. Dezember 2021 hält die Generalstaatsanwaltschaft 
fest, dass der Umfang und die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und 
Rechtsfragen – anders als in den vom Beschwerdeführer zitierten Entscheiden – 
als überdurchschnittlich anzusehen seien. Massgebend sei auch, dass von der 
Staatsanwaltschaft nicht erwartet werden könne, dass sie sich ausschliesslich ei-
nem einzigen Fall widme. Wie der Beschwerdeführer richtigerweise vorbringt, dürfe 
neben der Komplexität des Verfahrens auch eine hohe Geschäftslast bei der Beur-
teilung der angemessenen Verfahrensdauer berücksichtigt werden. Vorliegend sei-
en die letzten Ermittlungshandlungen mit den Einvernahmen von E.________ und 
K.________ am 17. Februar 2021 vorgenommen worden. Anschliessend seien die 
Anklageschrift ausgearbeitet und die teilweisen Verfahrenseinstellungen vorbereitet 
worden. Am 5. November 2021 habe die fallführende Staatsanwältin dem Be-
schwerdeführer auf Nachfrage mitgeteilt, dass sie in den kommenden Wochen die 
Frist gemäss Art. 318 StPO ansetzen werde, was sie schliesslich am 14. Dezember 
2021 getan habe. Angesichts dieser Umstände könne der Zeitraum von rund 10 
Monaten für die Ausarbeitung der Anklage noch nicht als übermässig lange ange-
sehen werden. 

5. Zur Garantie eines gerechten Verfahrens nach Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gehören der ausdrück-
liche Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist und das Verbot der 
Rechtsverzögerung. Sie gelten in allgemeiner Weise für sämtliche Sachbereiche 
und alle Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden. Art. 5 StPO konkreti-
siert das Beschleunigungsgebot für den Bereich des Strafrechts. Nach Abs. 1 die-
ser Bestimmung nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren unverzüglich an die 
Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss. Dabei sind 
nach Abs. 2 Verfahren vordringlich zu behandeln, wenn sich die beschuldigte Per-
son in Haft befindet. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird der Anspruch auf Beurteilung 
innert angemessener Frist missachtet, wenn die Sache über Gebühr verschleppt 
wird. Die Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht sich starren 
Regeln. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die Dauer unter den konkreten 

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Umständen als angemessen erweist, in der Regel in einer Gesamtbetrachtung. Der 
Streitgegenstand und die damit verbundene Interessenlage können raschere Ent-
scheide erfordern oder längere Behandlungsperioden erlauben. Zu berücksichtigen 
sind der Umfang und die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und 
Rechtsfragen, das Verhalten der beschuldigten Person und der Behörden sowie 
die Zumutbarkeit für die Parteien (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1 mit Hinweis; Urteile des 
Bundesgerichts 1B_552/2020 vom 12. Februar 2021 E. 3.1; 1B_441/2019 vom 23. 
März 2020 E. 2.1 und 1B_217/2019 vom 13. August 2019 E. 3.2).

Eine Rechtsverzögerung kann insbesondere vorliegen, wenn die Behörde im Ver-
fahren über mehrere Monate hinweg untätig gewesen ist, mithin das Verfahren re-
spektive der Verfahrensabschnitt innert wesentlich kürzerer Zeit hätte abgeschlos-
sen werden können (Urteil des Bundesgerichts 1B_441/2019 vom 23. März 2020 
E. 2.1 mit Hinweis). Dass das Verfahren zwischen gewissen Prozessabschnitten 
zeitweise ruht oder dass einzelne Verfahrenshandlungen auch früher hätten erfol-
gen können, begründet für sich alleine hingegen noch keine Bundesrechtswidrig-
keit (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Im Rahmen der gesetzlichen Rege-
lung steht der Staatsanwaltschaft bei der zeitlichen Priorisierung und Verfahrens-
beschleunigung sodann ein erheblicher Ermessensspielraum zu (Urteile des Bun-
desgerichts 1B_441/2019 vom 23. März 2020 E. 2.1 und 1B_55/2017 vom 24. Mai 
2017 E. 3.4 mit Hinweisen). Anspruch auf Verfahrensbeschleunigung haben primär 
beschuldigte Personen, in etwas geringerem Mass aber auch die übrigen Verfah-
rensbeteiligten wie die Privatklägerschaft (Urteile des Bundesgerichts 1B_441/2019 
vom 23. März 2020 E. 2.1 und 1B_55/2017 vom 24. Mai 2017 E. 4).

6.

6.1 Die Beschwerdekammer kann sich den Ausführungen der Generalstaatsanwalt-
schaft nicht in allen Teilen anschliessen. Es mag zutreffen, dass das vorliegende 
Verfahren umfangreich und zeitaufwändig ist. Auch trifft es zu, dass eine hohe Ge-
schäftslast mit prioritär zu behandelnden Haftfällen bei der Beurteilung der ange-
messenen Verfahrensdauer zu berücksichtigen ist, wobei der zitierte Beschluss 
des Obergerichts des Kantons Bern BK 17 373 vom 26. Oktober 2017 eine be-
schuldigte Person betraf, welche – anders als vorliegend – nicht inhaftiert war. 

6.2 Das Strafverfahren O 19 13560 gegen den Beschwerdeführer wurde am 5. No-
vember 2019 eröffnet. Am 6. November 2019 wurde das Verfahren O 19 6219 
(aussergewöhnlicher Todesfall von D.________) wiederaufgenommen und fortan 
gegen den Beschwerdeführer geführt. Die Verfahren O 19 13560 und O 19 6219 
wurden vereinigt. Das zunächst gegen unbekannte Täterschaft geführte Verfahren 
BM 19 34262 wegen sexueller Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt z.N. 
von E.________ wurde mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 auf den Beschwer-
deführer ausgedehnt und unter BM 19 50845 weitergeführt. Schliesslich wurde das 
Strafverfahren O 19 13560 wegen sexueller Nötigung z.N. von F.________, 
G.________ und H.________, wegen sexueller Handlungen mit Kindern z.N. von 
I.________ und wegen sexueller Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt 
z.N. von J.________ ausgedehnt. Der Beschwerdeführer wurde am 5. November 
2019 vorläufig festgenommen und befindet sich seither in Haft. Sein Gesuch um 

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vorzeitigen Strafantritt vom 6. Mai 2020 wurde mit Verfügung vom 6. Oktober 2020 
gutgeheissen. Der Sammelrapport ging am 22. Mai 2020 bei der Staatsanwalt-
schaft ein. In der Zeit vom 5. November 2019 bis 17. Februar 2021 wurden der Be-
schwerdeführer, die sechs Opfer, der Zeuge K.________ und weitere Auskunfts-
personen einvernommen. Mehrheitlich im November 2019 bzw. anfangs 2020 fan-
den zwei Hausdurchsuchungen am Domizil des Beschwerdeführers, Durchsuchun-
gen von Personenwagen des Beschwerdeführers sowie von Mobiltelefonen und 
der Internetkonten des Beschwerdeführers statt. Daneben wurden unter anderem 
Videobilder des Coop M.________, Fahrzeugdaten betreffend die eingelösten 
Fahrzeuge des Beschwerdeführers sowie die Krankenakten von C.________ 
ediert. Die letzte staatsanwaltschaftliche Einvernahme des Beschwerdeführers fand 
am 5. Oktober 2020 statt. Die Opfer wurden zwischen Juni und Dezember 2020 
seitens der Staatsanwaltschaft befragt. Die letzte Befragung von E.________ fand 
am 17. Februar 2021 statt. Ebenso die Zeugeneinvernahme von K.________. Am 
14. Dezember 2021 teilte die zuständige Staatsanwältin den Parteien mit, dass sie 
die Untersuchung als vollständig erachte und setzte ihnen die Frist gemäss Art. 
318 StPO an, um weitere Beweisanträge zu stellen. Zudem liess sie ihnen den 
Entwurf der Anklageschrift zukommen. 

Die Zeitspanne von rund 10 Monaten zwischen den letzten Einvernahmen im Fe-
bruar 2021 und der Mitteilung vom 14. Dezember 2021 ist weder sachlich noch 
durch die Komplexität des Strafverfahrens zu rechtfertigen. Es ist zutreffend, dass 
das vorliegend zu beurteilende Verfahren zahlreiche Ermittlungshandlungen erfor-
derte und einen entsprechenden Aktenumfang generierte. Bei der Durchsicht der 
vorliegenden Verfahrensakten fällt indes auf, dass die Staatsanwaltschaft bereits 
Ende 2019 und im Jahr 2020 weitestgehend sämtliche Untersuchungshandlungen 
– mit Ausnahme der beiden genannten Einvernahmen – getätigt hat. Ab Juni 2020 
wurden mit Ausnahme von Einvernahmen keine weiteren Beweiserhebungen mehr 
durchgeführt und nach den Einvernahmen vom 17. Februar 2021 erfolgten wieder-
um bis zum 14. Dezember 2021 keine weiteren Untersuchungshandlungen mehr. 
Nachdem die Verteidigung des Beschwerdeführers die Staatsanwaltschaft am 
28. Oktober 2021 ersucht hatte, sie über das weitere Vorgehen zu informieren, er-
klärte diese ihr, dass derzeit der Abschluss des Verfahrens vorbereitet werde und 
in den kommenden Wochen die Frist gemäss Art. 318 StPO angesetzt werden 
könne, was schliesslich am 14. Dezember 2021 geschah. Ein früherer Abschluss 
der Untersuchung durch Ansetzen der Frist gemäss Art. 318 StPO hätte sich vor-
liegend insbesondere deshalb aufgedrängt, da die Ermittlungshandlungen 2020 
überwiegend abgeschlossen waren und sich der Beschwerdeführer in Haft befin-
det. Dass die fallführende Staatsanwältin noch andere Fälle zu bearbeiten hatte, 
rechtfertigt keinen rund neunmonatigen Stillstand der Strafuntersuchung. Soweit 
die Generalstaatsanwaltschaft ausführt, es könne von der Staatsanwaltschaft nicht 
erwartet werden, dass sie sich ausschliesslich einem einzigen Fall widme, geht 
dies mit Blick auf die konkreten Umstände an der Sache vorbei und ist ihr entgegen 
zu halten, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung chronische Überlas-
tung und strukturelle Mängel nicht vor dem Vorwurf der Rechtsverzögerung und 
-verweigerung zu bewahren vermögen (Urteil des Bundesgerichts 1B_549/2012 
vom 12. November 2012 E. 2.4.2). Insgesamt ruhte das Verfahren in einer Haftsa-

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che faktisch über einen Zeitraum von rund neun Monaten, wobei keine nachvoll-
ziehbare Erklärung für die Verzögerung betreffend den Abschluss der Untersu-
chung geltend gemacht wird. Mithin geht es in der vorliegenden Situation, in der die 
Ermittlungen offensichtlich spätestens Ende Februar 2021 abgeschlossen waren 
und nur noch die Anklageerhebung ausstand, nicht an, über Monate mit dieser zu-
zuwarten. Der Stillstand von rund neun Monaten ist mit dem Verbot der Rechtsver-
zögerung unvereinbar.

Die Rechtsverzögerungsbeschwerde ist daher gutzuheissen und es ist festzustel-
len, dass die Staatsanwaltschaft das Beschleunigungsgebot verletzt hat. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Staat die Verfahrenskosten (Art. 428 
Abs. 1 StPO). 

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschwerdeführers für seine 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren ist am Ende des Verfahrens durch das ur-
teilende Gericht festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO). Für die auszurichtende amtli-
che Entschädigung besteht weder eine Rückzahlungspflicht noch ein Nachforde-
rungsrecht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als festgestellt wird, dass die Regionale 
Staatsanwaltschaft Oberland das Beschleunigungsgebot verletzt hat. Soweit weiter-
gehend wird die Beschwerde als gegenstandslos abgeschrieben. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'200.00, trägt der Kanton 
Bern. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch das urteilende Gericht festgesetzt. Für die auszurichtende amtliche Ent-
schädigung besteht weder eine Rückzahlungspflicht noch ein Nachforderungsrecht 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland, Staatsanwältin L.________ 

(mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 24. Januar 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Volknandt
i.V. Gerichtsschreiber Rudin

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.