# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 132d06bb-b62a-5f31-9c6f-cf8183eb6fb4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.11.2015 S 2014 150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-150_2015-11-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 14 150

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 5. November 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ reiste im Jahr 1979 in die Schweiz ein, wo sie bis am 30. April 

1997 im Gastgewerbe als Serviceangestellte tätig war. Am 24. Juli 1997 

meldete sie sich erstmals bei der IV-Stelle des Kantons Zürich zum Bezug 

von IV-Leistungen an. Mit Verfügung vom 3. Mai 2000 sprach ihr die IV-

Stelle des Kantons Zürich mit Wirkung ab dem 1. Januar 1998 eine ganze 

Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 70 % zu. 

2. Per 30. Januar 2002, 30. Juni 2005 sowie per 1. März 2011 wurden zur 

Prüfung des Anspruchs auf Rentenleistungen durch die nunmehr zustän-

dige IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) Revisio-

nen von Amtes wegen eingeleitet. Bei der Prüfung des Invaliditätsgrades 

wurden jedoch keine sich auf die Rente auswirkenden Änderungen fest-

gestellt. Am 7. Mai 2002, 14. Februar 2006 sowie letztmals am 17. August 

2011 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass sie aufgrund eines Invaliditäts-

grades von 70 % nach wie vor Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 

habe.

3. Mit Schreiben vom 3. Mai 2012 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass zur 

Klärung ihrer Leistungsansprüche medizinische (psychiatrische und 

rheumatologische) Abklärungen notwendig seien. Nach Einholung eines 

bidisziplinären Gutachtens bei Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ 

sowie einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 

von Dr. med. D._____ teilte die IV-Stelle A._____ mit Vorbescheid vom 

6. Mai 2013 mit, dass ihr Anspruch auf eine Invalidenrente infolge der 

6. Revision der Invalidenversicherung überprüft worden sei. Gleichzeitig 

stellte die IV-Stelle A._____ in Aussicht, dass die bisherige ganze Invali-

denrente auf eine Viertelsrente (Invaliditätsgrad 41 %) herabgesetzt wer-

de. 

4. Gegen diesen Vorbescheid erhob A._____ am 23. Mai beziehungsweise 

am 27. Juni 2013 Einwand und beantragte die Weiterausrichtung der bis-

herigen Rente. Eventualiter seien weitere Abklärungen zu tätigen. In der 

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Folge reichte A._____ der IV-Stelle diverse Arztberichte der Kliniken Va-

lens sowie einen Arztbericht des Kantonsspitals Graubünden ein. 

5. Mit Schreiben vom 27. Januar 2014 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass 

sie auf ihren Einwand eintrete und weitere Abklärungen in die Wege leiten 

werde. 

6. Mit Schreiben vom 3. Februar 2014 teilte die IV-Stelle Dr. med. B._____ 

mit, dass sie aufgrund der Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu den 

Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a an der Beurteilung, wonach die 

Rente aufgrund eines ätiologisch-pathogenetisch unklaren syndromalen 

Beschwerdebilds gesprochen worden sei, nicht mehr festhalten könne. 

Gleichzeitig ersuchte die IV-Stelle Dr. med. B._____ um Beantwortung 

der Frage, ob sich der Gesundheitszustand von A._____ im Vergleich zur 

letzten materiellen Entscheidung am 3. Mai 2000 wesentlich gebessert 

habe und − wenn ja − anhand welcher konkreter Befunde. Nach Eingang 

der entsprechenden Stellungnahme von Dr. med. B._____ vom 8. April 

2014 sowie nach Einholung einer weiteren ärztlichen Stellungnahme beim 

RAD-Arzt Dr. med. D._____ erliess die IV-Stelle am 27. Mai 2014 einen 

neuen Vorbescheid, welcher denjenigen vom 6. Mai 2013 ersetzte. Darin 

stellte die IV-Stelle in Aussicht, die bisherige ganze Invalidenrente auf ei-

ne Dreiviertelsrente (recte: Viertelsrente; Invaliditätsgrad 41 %) herabzu-

setzen. 

7. Dagegen erhob A._____ am 2. Juli 2014 erneut Einwand und beantragte 

die Ausrichtung der bisherigen Rente. Eventualiter seien weitere Ab-

klärungen zu tätigen. 

8. Mit Verfügung vom 17. September 2014 setzte die IV-Stelle die bisherige 

ganze Invalidenrente per 1. November 2014 auf eine Viertelsrente (Invali-

ditätsgrad 41 %) herab und entzog einer Beschwerde gegen diese Verfü-

gung die aufschiebende Wirkung. Begründend führte die IV-Stelle im We-

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sentlichen aus, dass sich der Gesundheitszustand von A._____ seit dem 

Jahr 2000 deutlich gebessert habe. Aus ärztlicher Sicht gelte A._____ seit 

dem 19. September 2012 in körperlich leichten, wechselbelastenden 

Tätigkeiten als zu 80 % arbeitsfähig. Es könne diesbezüglich auf die Ab-

schlussbeurteilung des RAD vom 23. Oktober 2013 (recte: 2012) sowie 

die Ergänzung vom 20. Mai 2014 abgestellt werden. Dr. med. B._____ 

habe zwar eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte 

depressive Episode (ICD-10: F33.0), mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit diagnostiziert. Aufgrund dieser psychiatrischen Diagnose bestünden 

indes nur qualitative Einschränkungen (keine hohen Anforderungen an 

Stress- und Frustrationstoleranz, emotionale Belastbarkeit und soziale 

Kompetenzen). Damit sei die Diagnose zu Recht bei den Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt, auch wenn sie in adaptier-

ten Tätigkeiten nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe. In 

den von A._____ eingereichten Arztberichten seien im Vergleich zum im 

bidisziplinären Gutachten festgehaltenen Gesundheitszustand keine neu-

en Erkenntnisse festgehalten. Insbesondere weiche die psychiatrische 

Beurteilung von Dr. med. E._____ vom 23. Juli 2013 nicht wesentlich von 

jener von Dr. med. B._____ ab. Schliesslich sei auch der praxisgemäss 

gewährte Leidensabzug von 5 % für die noch zumutbaren leichten Tätig-

keiten gerechtfertigt. Aus einem Valideneinkommen als Serviceangestell-

te von Fr. 70'064.-- sowie einem Invalideneinkommen auf Basis der LSE 

2010 (Anforderungsniveau 4, Leistungsfähigkeit 80 %, Leidensabzug 

5 %) von Fr. 41'614.-- resultiere ein gerundeter Invaliditätsgrad von 41 %. 

9. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 22. Okto-

ber 2014 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den mit folgenden Anträgen:

"1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.

2. Die bisherige Invalidenrente sei weiterhin auszurichten.

3. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdeführerin zur weiteren Ab-
klärung zurückzuweisen.

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4. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung beizugeben.

5. Es sei meiner Mandantin die unentgeltliche Prozessführung und ein unent-
geltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichnenden zu bewilligen.

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."

Die in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte aufschiebende Wirkung 

der Beschwerde wurde von der Instruktionsrichterin mit prozessleitender 

Verfügung vom 10. November 2014 nicht gewährt. Zur Begründung führte 

die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass es widersprüchlich 

sei, wenn Dr. med. B._____ Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-

fähigkeit stelle und handkehrum feststelle, dass die Beschwerdeführerin 

voll arbeitsfähig sei. Sodann sei die Feststellung der IV-Stelle, wonach die 

Depression lediglich einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in 

der bisherigen Tätigkeit, jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in 

einer Verweistätigkeit habe, in den Akten nicht belegt. Die Feststellung sei 

zudem unrealistisch, da die Depression die Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin tatsächlich generell einschränke, auch wenn sie nur ei-

ne Hilfsarbeit verrichte. Des Weiteren sei von der IV-Stelle unberücksich-

tigt geblieben, dass die rechte Hand der Beschwerdeführerin kaum mehr 

funktionsfähig sei. Die Gutachter hätten sich hierzu nicht geäussert. Unter 

Berücksichtigung dieser physischen Einschränkung sei die Beschwerde-

führerin auch in einer Verweistätigkeit gänzlich arbeitsunfähig. Schliess-

lich sei auch der von der IV-Stelle festgelegte Leidensabzug von 5 % an-

gesichts des hohen Alters der Beschwerdeführerin zu tief. Angemessen 

wäre ein Leidensabzug von 15 %. 

10. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Ver-

nehmlassung vom 7. November 2014 (Poststempel) die Abweisung der 

Beschwerde. Aufgrund der von Dr. med. B._____ gestellten psychiatri-

schen Diagnose bestünden nur qualitative Einschränkungen. Die Diagno-

se sei zu Recht bei den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit aufgeführt, auch wenn sie in adaptierten Tätigkeiten (wozu auch die 

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angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin gehöre) nicht zu einer 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe. Die Handprobleme seien im 

rheumatologischen Gutachten ausführlich untersucht und beurteilt und in 

den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit berücksichtigt 

worden. Auch dem Arztbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 

8. September 2014 könne die objektiven Befunde betreffend nichts Neues 

entnommen werden. Betreffend Leidensabzug habe sich die Beschwerde-

führerin nicht mit den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung aus-

einander gesetzt. Es sei zudem höchstrichterlich bestätigt, dass Lei-

densabzüge von 5 % zulässig seien. 

11. Am 19. November 2014 (Poststempel) hielt die Beschwerdeführerin repli-

cando an ihren Anträgen fest und wiederholte ihre Argumentation. 

12. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 25. November 2014 unter Ver-

weis auf ihre Vernehmlassung auf die Einreichung einer Duplik.

13. Mit Schreiben vom 14. und 23. Januar 2015 sowie vom 5. Mai 2015 stellte 

die Beschwerdeführerin dem streitberufenen Gericht noch weitere Arztbe-

richte des Kantonsspitals Graubünden sowie des medizinischen Zentrums 

gleis d zu. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme 

hierzu. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf die angefochtene Verfügung vom 17. September 2014 wird, so-

weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

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rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. An-

fechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 17. September 2014, sodass die ört-

liche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden 

zu bejahen ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes er-

gibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Als formelle und materielle Adressatin der angefochtenen Ver-

fügung ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2. In der angefochtenen Verfügung vom 17. September 2014 hat die IV-

Stelle das Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG 

bejaht und der Beschwerdeführerin auf der Grundlage der getätigten Be-

weisvorkehren die bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente im Rahmen 

des von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens infolge Verbes-

serung des Gesundheitszustands seit dem 3. Mai 2000 per 1. November 

2014 auf eine Viertelsrente herabgesetzt. Streitig und nachfolgend zu prü-

fen ist, ob diese Rentenherabsetzung rechtens ist. 

a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Der rentenbegründende Invaliditätsgrad ist in diesem Fall aufgrund eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung 

mit Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicher-

te Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi-

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nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch ei-

ne ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid ge-

worden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensver-

gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe-

tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdif-

ferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Ein-

kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein renten-

begründender Invaliditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte Person ihre 

Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-

derherstellen, erhalten oder verbessern kann, während mindestens eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 

40 % im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen 

ist und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 

Abs. 1 IVG). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht der versicherten 

Person nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des An-

spruchs, frühestens im Monat der Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 

Abs. 1 IVG), bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Vier-

telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % eine Dreiviertels-

rente und bei einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu 

(Art. 28 Abs. 2 IVG).

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre-

chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG in Ver-

bindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung 

über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche 

Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be-

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einflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen 

Veränderung des Gesundheitszustands mit entsprechender Beeinflus-

sung der Erwerbsfähigkeit, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn 

sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Ge-

sundheitszustands erheblich verändert haben, eine andere Art der Be-

messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 

Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 134 V 131 E.3, 133 V 545 E.6.1, 

130 V 343 E.3.5; Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 

2013 E.3.1.1; vgl. auch MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der 

Rentenrevision in der Invalidenversicherung, Diss., Freiburg 2003, S. 133 

Rz. 486). Dagegen bildet nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

die unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für 

sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 

ATSG (BGE 115 V 308 E.4a/bb; Urteil des Bundesgerichtes 9C_552/2007 

vom 17. Januar 2008 E.3.1.2; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E.2). Eine ärztli-

che Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der be-

urteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine 

unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzu-

führen (vgl. BGE 137 V 210 E.3.4.2.3; Urteile des Bundesgerichtes 

8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 E.2.1, 8C_29/2014 vom 25. Juni 

2014 E.3.1).

c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prü-

fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei 

Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E.5; vgl. auch SVR 2010 

IV Nr. 54 S. 167 E.2.1; Urteile des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 

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25. Juli 2013 E.3.1.2, 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1; KIESER, 

ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 17 Rz. 9). Wird bei dieser 

Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur Beurtei-

lung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung erfahren hat, 

bleibt es beim bisherigen Rechtszustand und das abermalige Leistungs-

begehren ist abzuweisen (Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorliegen eines Revisionsgrun-

des zu bejahen und die zugesprochene Rente entsprechend der festge-

stellten Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-31 Rz. 13). 

3. Vorliegend hat die damals noch zuständige IV-Stelle des Kantons Zürich 

den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin letztmals im Verfahren ge-

prüft, welches mit Verfügung vom 3. Mai 2000 (alt IV-act. 51) seinen Ab-

schluss fand. Die in der Folge formlos ergangenen Bestätigungen des 

Rentenanspruchs vom 7. Mai 2002 (alt IV-act. 69), 14. Februar 2006 (IV-

act. 16) sowie vom 17. August 2011 (IV-act. 40) sind revisionsrechtlich 

nicht relevant, da sie nicht gestützt auf eine umfassende materielle Prü-

fung erfolgten. Ob sich die gesundheitliche Verfassung der Beschwerde-

führerin und, als Folge davon, deren Arbeitsfähigkeit, wie in der angefoch-

tenen Verfügung angenommen, in einer für den Rentenanspruch mass-

geblichen Weise verbessert haben, beurteilt sich demnach durch den 

Vergleich des Sachverhalts, welcher der Verfügung vom 3. Mai 2000 zu-

grunde lag, mit jenem Sachverhalt, welcher sich bis zum Erlass der ange-

fochtenen Verfügung am 17. September 2014 verwirklicht hat. Davon 

ausgehend wird anschliessend zunächst zu untersuchen sein, auf wel-

chem Sachverhalt die Verfügung vom 3. Mai 2000 beruht. Daraufhin wird 

der rechtserhebliche Sachverhalt zu ermitteln sein, der sich bis zum Ab-

schluss des vorinstanzlichen Verfahrens zugetragen hat. Schliesslich wird 

durch Gegenüberstellung dieser beiden Sachverhalte zu entscheiden 

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sein, ob die massgeblichen Verhältnisse eine rechtserhebliche Änderung 

erfahren haben, welche die Herabsetzung der zugesprochenen ganzen 

Invalidenrente auf eine Viertelsrente rechtfertigt.

4. Die Verfügung vom 3. Mai 2000, mit welcher die IV-Stelle des Kantons 

Zürich der Beschwerdeführerin aufgrund eines Invaliditätsgrades von 

70 % ab dem 1. Januar 1998 eine ganze Invalidenrente zugesprochen 

hat, beruhte in erster Linie auf dem Schlussbericht der beruflichen Ab-

klärungsstelle (BEFAS) Appisberg vom 14. Juli 1998 (alt IV-act. 41 

S. 9 ff.). Darin wurden als invalidisierende Beschwerden eine schmerzhaf-

te Funktionseinschränkung, Beugekontraktur und Sensibilitätsstörung am 

rechten Ringfinger (Status nach Sehnentransplantat 6/89 und 8/89 sowie 

Tenolyse/Arthrolyse 11/89 bei Zustand nach Durchtrennung beider Beu-

gesehnen Dig. IV rechts 4/89) sowie eine schmerzhafte verminderte 

Fusssohlen-Belastbarkeit links (Status nach Knotenexcision/Entfernung 

von 2/3 des medialen Teils der plantaren Aponeurose 10/91, bei Morbus 

Ledderhose mit schmerzhaftem plantarem Knoten Fusssohle links; Kon-

sekutiv gestörtes Gangbild mit muskulärer Dysbalance, Insertionstendi-

nopathie am Beckenkamm links) diagnostiziert (alt IV-act. 41 S. 11). Hin-

sichtlich der beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit wurde im erwähn-

ten Schlussbericht der BEFAS Appisberg vom 14. Juli 1998 ausgeführt, 

dass behinderungsbedingt den linken Fuss und die rechte Hand mittel bis 

stark belastende Tätigkeiten nicht mehr empfohlen werden könnten. In 

der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Service-Angestellte sei die Be-

schwerdeführerin zu mehr als zwei Drittel arbeitsunfähig. Behinderungs-

bedingt nicht mehr möglich seien alle Tätigkeiten, die überwiegend ste-

hend oder gehend ausgeübt werden müssten und die einen uneinge-

schränkten Einsatz der dominanten rechten Hand voraussetzten. Bei den 

linken Fuss und die rechte Hand nur leicht belastenden Tätigkeiten könne 

aus medizinischer Sicht sowie unter Berücksichtigung der praktischen 

Abklärungsresultate aktuell eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wer-

den. Behinderungsgerecht seien vorwiegend sitzend ausübbare Tätigkei-

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ten, bei denen die Möglichkeit zur Wechselbelastung (kurzes Stehen oder 

Gehen) bestehe. In Frage kämen überwiegend auf Tischhöhe ausübbare 

Arbeiten, bei denen die rechte Hand nur für leichtere Hilfsfunktionen ein-

gesetzt werden müsse und ein uneingeschränktes Funktionieren des 

rechten Ringfingers nicht verlangt werde. Gewichtsbelastungen mit der 

rechten Hand seien nur unter 5 kg zumutbar. Nicht behinderungsgerecht 

seien unter anderem Tätigkeiten, die mit stereotypen Bewegungsabläufen 

oder im Bereiche der rechten Hand wiederholten Kraftaufwendungen ver-

bunden seien. Aufgrund der schwachen intellektuellen Leistungen und der 

Vergesslichkeit der Beschwerdeführerin kämen nur einfache Verpa-

ckungs-, Abfüll- und Kontrollarbeiten in einem industriellen Betrieb in Fra-

ge, vorzugsweise ohne Kontakt zu kalten oder metallischen Gegenstän-

den. Einfache Sortier-, Versand-, Kopierarbeiten und Archivierungsaufga-

ben wären ebenfalls möglich. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit bei behinde-

rungsangepassten Tätigkeiten sollte, sofern es sich nicht um eine reine 

Überwachungsaufgabe ohne Armeinsatz rechts handle, möglichst bei et-

was erhöhtem Zeitaufwand verwertet werden können, damit die Be-

schwerdeführerin auch die Möglichkeit zu gelegentlich allfällig nötigen 

kurzen Entlastungspausen habe. Die Beschwerdeführerin traue sich ak-

tuell bezüglich beruflicher Eingliederung wenig zu und weise auch darauf 

hin, dass sie keine berufliche Ausbildung habe. Aus medizinischer Sicht 

zu begrüssen wäre deswegen eine Übergangslösung, beispielsweise im 

Rahmen eines Arbeitstrainings bei behinderungsgerechter Tätigkeit, wo 

eventuell bei sehr günstigem Verlauf sogar eine gewisse Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit zu erwarten wäre (alt IV-act. 41 S. 12). Hinsichtlich der 

psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin wird im Schlussbericht 

der BEFAS Appisberg vom 14. Juli 1998 ausgeführt, dass sich die Be-

schwerdeführerin als vorsichtig, manchmal sogar fast misstrauisch ge-

zeigt und einen sehr leidenden Gesichtsausdruck gehabt habe. Sie habe 

resigniert gewirkt, überhaupt kein Vertrauen mehr in ihre eigene Leis-

tungsfähigkeit gehabt und ihre Schmerzen stark betont. Begleitend zu ei-

ner beruflichen Massnahme hätte sie bei einer geeigneten psychologi-

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schen oder psychiatrischen Fachperson eine stützende und motivations-

stärkende Gesprächstherapie beginnen wollen (alt IV-act. 41 S. 11 und 

13). Weitere Hinweise auf psychische Beschwerden der Beschwerdefüh-

rerin zum damaligen Zeitpunkt ergeben sich aus den alten Akten der IV-

Stelle nur am Rande: So wurde im Abklärungsbericht der Schulthess Kli-

nik vom 22. Oktober 1999 von einer sehr depressiv wirkenden Patientin 

gesprochen (alt IV-act. 41 S. 2), während im Arztbericht von Dr. med. 

F._____, Innere Medizin FMH, vom 21. März 2002 festgehalten wurde, 

dass die Beschwerdeführerin verschlossen, bedrückt und ohne Zukunfts-

perspektiven gewirkt habe und für diesen Zustand neben somatischen 

Befunden (rechte Hand, linker Fuss) psychische Ursachen eine bedeu-

tende Rolle gespielt hätten (alt IV-act. 68 S. 2). In keinem der vorerwähn-

ten Berichte wurde indes eine psychiatrische Diagnose gestellt oder An-

gaben zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

aus psychiatrischer Sicht gemacht. Erstmals diagnostiziert wurde eine 

psychische Störung, mithin eine Somatisierungsstörung mit multiplen, re-

zidivierenden und wechselnden körperlichen Symptomen sowie ein Alko-

holabhängigkeitssyndrom, von Dr. med. G._____, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, im Arztbericht vom 29. November 2005 (IV-

act. 15 S. 13).

5. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung der 

Beschwerdeführerin seit dem 3. Mai 2000 derart verbessert hat, dass sich 

eine Herabsetzung der ganzen Invalidenrente auf eine Viertelsrente recht-

fertigen lässt, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls an-

dere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des Arz-

tes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig − sei-

ne Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln 

fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjek-

tiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagno-

se zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür die 

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Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der 

Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit Stel-

lung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so sub-

stanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte bilden sodann 

eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis-

tungen der Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 

140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).

b) Im vorliegenden Fall ordnete die Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der 

Frage, ob sich die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin 

seit dem 3. Mai 2000 in einer für den Rentenanspruch massgeblichen 

Weise verändert hat, eine bidisziplinäre (psychiatrisch/rheumatologisch) 

Begutachtung der Beschwerdeführerin durch Dr. med. B._____, Psychia-

trie und Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, 

und Dr. med. C._____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, zertifi-

zierter medizinischer Gutachter SIM, an. Nach Eingang des bidiszi-

plinären Gutachtens von Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ ersuch-

te die Beschwerdegegnerin Dr. med. B._____ am 3. Februar 2014 über-

dies um Beantwortung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin im Vergleich zur letzten materiellen Entscheidung am 

3. Mai 2000 wesentlich gebessert habe und − wenn ja − anhand welcher 

konkreter Befunde. Der Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens von 

Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ vom 29. September 2012 (IV-

act. 54) einschliesslich der Stellungnahme von Dr. med. B._____ vom 

8. April 2014 (IV-act. 91) hängt rechtsprechungsgemäss davon ab, ob 

diese für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersu-

chungen beruhen, die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer-

den berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

wurden, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchten und ob die Schluss-

- 15 -

folgerungen der Experten begründet sind und zu überzeugen vermögen. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens von 

Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ vom 29. September 2012 ist 

grundsätzlich somit weder dessen Herkunft noch Bezeichnung (vgl. 

134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 160 E.1c). Dennoch hat es die 

Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als ver-

einbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Danach 

kommt Gutachten versicherungsexterner Ärzte − wie dem vorliegend in 

Frage stehenden bidisziplinären Gutachten − voller Beweiswert zu, wenn 

sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 

E.3b/bb). Nur wenn die Schlüssigkeit eines versicherungsexternen Gut-

achtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint, sind ergänzende 

Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und nötigenfalls anzuordnen. An-

dernfalls ist ihnen voller Beweiswert beizumessen, womit bei der Beurtei-

lung der strittigen Leistungsansprüche darauf abgestellt werden kann 

(BGE 121 Ia 146 E.1c). 

c) In Revisionsfällen im Sinne von Art. 17 ATSG gilt es bei der Erhebung 

und Würdigung des medizinischen Sachverhalts darüber hinaus noch 

Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisionsbegründenden 

Veränderung durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des 

aktuellen Zustands erfolgt, bildet Gegenstand des Beweises das Vorhan-

densein einer entscheidungserheblichen Differenz in den − den medizini-

schen Gutachten zu entnehmenden − Tatsachen. Die Feststellung des 

aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner funktionellen Auswirkun-

gen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unab-

hängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich 

einen Unterschied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. 

Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthe-

- 16 -

ma − erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts − bezieht. Einer für sich 

allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medi-

zinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der 

Rentenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 231 E.5.1, 

125 V 351 E.3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderli-

chen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztli-

che Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine ef-

fektive Veränderung des Gesundheitszustands stattgefunden hat. Vorbe-

halten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitli-

chen Verhältnisse sich verändert haben (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 

2013 E.6.1.2 und 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.4.2). 

Von diesen Grundsätzen ausgehend ist nachfolgend zu prüfen, ob dem 

bidisziplinären Gutachten von Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ 

vom 29. September 2012 einschliesslich der Stellungnahme von Dr. med. 

B._____ vom 8. April 2014 voller Beweiswert zukommt. 

6. a) Hinsichtlich der getätigten Untersuchungen geht aus dem bidisziplinären 

Gutachten vom 29. September 2012 hervor, dass Dr. med. C._____ die 

Beschwerdeführerin am 14. Juni 2012 persönlich untersuchte. Dr. med. 

B._____ untersuchte die Beschwerdeführerin seinerseits am 19. Septem-

ber 2012. 

Im rheumatologischen Gutachten vom 27. August 2012 führt Dr. med. 

C._____ aus, dass als rheumatologisch objektivierbare Befunde eine 

mässige (altersentsprechende) Degeneration der LWS vorlägen, dazu 

muskuläre Dysbalancen und eine Haltungsinsuffizienz. Im Weiteren be-

stehe eine Osteopenie mit leichter Deckenplattenimpressionsfraktur 

LWK1. Dazu sei eine Flexionskontraktur am PIP und DIP des Ringfingers 

rechts vorhanden bei Status nach Beugsehnenverletzung des Ringfingers 

rechts 1989. Der leicht positive Rheumafaktor sei völlig unspezifisch, die 

- 17 -

gesamte übrige Rheumaserologie sei negativ und klinisch lägen keine 

Hinweise einer entzündlich rheumatischen Erkrankung vor. Auch für eine 

radikuläre Problematik lägen keine Anhaltspunkte vor. Im Weiteren be-

stehe ein Fibromyalgie-Syndrom, deren Kriterien anamnestisch und in der 

klinischen Untersuchung erfüllt seien. Es bestünden im Untersuchungs-

status Beschwerdediskrepanzen (drei positive Waddel-Tests). Zudem 

seien weitere Diskrepanzen festzustellen. Des Weiteren bestehe eine 

normale Muskeltrophik, eine normale palmare und plantare Beschwie-

lung. Auch sei die Beschwerdeführerin in der Lage, mit nur wenig Fremd-

hilfe ihre Haushaltarbeiten zu verrichten. Insgesamt seien die subjektiv 

angegebenen Funktionslimiten aus rheumatologischer Sicht nicht nach-

vollziehbar (IV-act. 54 S. 28). In der angestammten Tätigkeit bestehe aus 

rheumatologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei voller Leistungs-

fähigkeit, während die Beschwerdeführerin in einer ideal dem Leiden an-

gepassten Tätigkeit 80 % arbeitsfähig sei (IV-act. 54 S. 29). 

Im psychiatrischen Gutachten vom 29. September 2012 hält Dr. med. 

B._____ fest, dass anhand der geschilderten Befunde und Erkenntnisse 

aus der aktuellen psychiatrischen Untersuchung von einer rezidivierenden 

depressiven Störung mit gegenwärtig weitgehend remittierten, allenfalls 

leichten depressiven Symptomatik auszugehen sei. In den somatischen 

Berichten, welche vor mehr als zehn Jahren zur Rentenzusprache geführt 

hätten, werde eine depressive Symptomatik erwähnt, die wohl retrospek-

tiv aus psychiatrischer-gutachterlicher Sicht beurteilt in etwa mittelgradig 

ausgeprägt gewesen sei. Psychiatrische Befunde aus dieser Zeit, auf die 

man sich beziehen könnte, lägen im IV-Dossier nicht vor und seien wohl 

auch nicht vorhanden. Inzwischen habe sich somit die depressive Sym-

ptomatik wesentlich gebessert (IV-act. 54 S. 9). Bezüglich der diagnosti-

zierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung führt Dr. med. 

B._____ aus, dass der von der Beschwerdeführerin geschilderte Schmerz 

und ihre subjektiv gefühlten Einschränkungen in der Lebensführung durch 

diesen Schmerz durch den Nachweis eines physiologischen Prozesses 

- 18 -

oder einer körperlichen Störung nur teilweise erklärbar seien. Es sei der 

Beschwerdeführerin bei Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung 

möglich, die Schmerzen zu überwinden und in adaptierten Tätigkeiten 

wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen (IV-act. 54 S. 9 f.). Sowohl in 

der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin im Service als auch in einer 

adaptierten Tätigkeit bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 54 S. 12).

In der interdisziplinären Zusammenfassung und Beurteilung, welche sich 

im psychiatrischen Gutachten findet, gelangten Dr. med. B._____ und 

Dr. med. C._____ zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin an einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte depressive Epi-

sode (ICD-10: F33.0) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide. Aus 

rheumatologischer Sicht beeinträchtigten das chronische Panvertebral-

syndrom (Geringgradige [5-10 %] Deckplattenimpressionen im ventralen 

Anteil LWK 1. Kein perivertebrales Hämatom als Hinweis auf eine mögli-

che frische Fraktur. Spondylose L3/4. Keine Bandscheibenhernie, keine 

neuroforaminale Enge. Geringe Spondylarthrosen L4/5 und L5S1 [CT 

LWS/BWS 20.03.2012]; Muskuläre Dysbalancen, Haltungsinsuffizienz), 

eine Osteopenie (DXA 12.11.2009) sowie die Folgen einer am 17. April 

1989 erlittenen Glassplitterverletzung mit Beugsehnenverletzung am Fin-

ger IV rechts (Status nach Operation Ringfinger Beugsehne rechts 1999; 

persistierende Beugekontraktur PIP und DIP Finger IV rechts) die Arbeits-

fähigkeit der Beschwerdeführerin. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit diagnostizierten Dres. med. B._____ und C._____ eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), Psychische und Verhal-

tensstörungen durch Alkohol (Abhängigkeitssyndrom, V.a. episodischen 

Substanzgebrauch [ICD-10: F10.26]), einen Status nach Commotio cere-

bri am 4. Januar 2005 (rezidivierende Hyperventilationen 2005, rezidivie-

rende Kopfschmerzen und Schwindel), akzentuierte Persönlichkeitszüge 

mit emotional-instabilen und histrionischen Anteilen (ICD-10: Z73.1), eine 

behandelte arterielle Hypertonie, eine COPD bei Nikotinabusus (ca. 35 

- 19 -

py), einen Status nach Entfernung plantares Knötchen links und medialer 

Teil der plantaren Aponeurose bei schmerzhaftem Knoten plantar links 

am 9. Oktober 1991 sowie einen Status nach Clavus planta pedis links 

2003 (IV-act. 54 S. 11). Hinsichtlich der beschwerdeführerischen Arbeits-

fähigkeit führten Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ aus, dass in der 

bisherigen angestammten Tätigkeit aus interdisziplinärer Sicht eine an-

dauernde Arbeitsfähigkeit von 50 % bei voller Leistungsfähigkeit bestehe. 

In einer dem Leiden ideal angepassten Tätigkeit bestehe aus interdiszi-

plinärer Sicht spätestens ab dem Untersuchungszeitpunkt (Ju-

ni/September 2012) eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bei voller Leistungs-

fähigkeit (IV-act. 43 S. 14 f). Die adaptierte Arbeitstätigkeit umfasse eine 

körperlich leichte, wechselbelastende Arbeitstätigkeit ohne länger dau-

ernde Zwangshaltungen, insbesondere nicht in vornüber geneigter Kör-

perposition und ohne repetitive, stereotype Belastungen der rechten 

Hand. Dies lasse sich begründen aufgrund der eingeschränkten Belast-

barkeit des Achsenskeletts und des rechten Ringfingers. Als ideal adap-

tierte Tätigkeit seien einfache und angelernte Tätigkeiten zu nennen, die 

keine besonders hohen Anforderungen an die Stress- und Frustrationsto-

leranz, die emotionale Belastbarkeit oder die sozialen Kompetenzen be-

inhalten. Die angestammte Tätigkeit in Restaurants oder anderen Einrich-

tungen des Gastgewerbes mit ständiger Verfügbarkeit von Alkohol sei 

aufgrund der Suchtproblematik der Beschwerdeführerin eher nicht mehr 

zu empfehlen. Eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei unter Beachtung 

der quantitativen und qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 

aus interdisziplinärer Sicht möglich. Eine Tätigkeit in geschützten Rahmen 

sei allenfalls im Übergang fakultativ zu diskutieren (IV-act. 54 S. 15). Die 

Selbsteinschätzung, wonach sich die Beschwerdeführerin nicht vorstellen 

könne, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen, sei aus objektiv-

gutachterlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Es müssten auch über Ver-

deutlichungstendenzen hinausgehende Tendenzen von Aggravation und 

ein hoher sekundärer Krankheitsgewinn sowie eine ganze Reihe psycho-

sozialer Belastungsfaktoren beachtet werden (IV-act. 54 S. 15 f.). 

- 20 -

b) Nachdem die Beschwerdegegnerin Dr. med. B._____ am 4. Februar 2014 

(vgl. IV-act. 90) noch die von der Beschwerdeführerin nach dem Einwand 

eingereichten medizinischen Berichte zugestellt hatte, ohne diese konkret 

zu bezeichnen (es ist aber davon auszugehen, dass es sich dabei um die 

mit Schreiben vom 20. August 2013 eingereichten Arztberichte der Klini-

ken Valens vom 23., 26. und 29. Juli 2013 [vgl. IV-act. 75], den mit 

Schreiben vom 20. November 2013 eingereichten Arztbericht der Kliniken 

Valens vom 2. September 2013 [vgl. IV-act. 81] sowie die mit Schreiben 

vom 1. Februar 2014 eingereichten Arztberichte des Kantonsspitals 

Graubünden vom 6. Dezember 2013 und der Kliniken Valens vom 

17. Dezember 2013 [vgl. IV-act. 88 und 89] handelt), führte Dr. med. 

B._____ in seiner Stellungnahme vom 8. April 2014 (IV-act. 91) nach Prü-

fung und Würdigung dieser medizinischen Berichte aus, dass die Selbst-

einschätzung der Beschwerdeführerin, wonach sie keiner (adaptierten) 

Arbeitstätigkeit mehr nachgehen könne, sowohl aus rheumatologischer 

als auch aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar sei. Sowohl in 

psychiatrischer als auch in rheumatologischer Hinsicht sei es bis zum Un-

tersuchungszeitpunkt (Juni/September 2012) zu einer wesentlichen Ver-

besserung des Gesundheitszustands im Vergleich zur letzten materiellen 

Entscheidung am 3. Mai 2000 gekommen (IV-act. 91 S. 1 und 3). 

c) Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrer Verfügung vom 17. Septem-

ber 2014 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und bei ih-

rem Entscheid über die Frage, ob seit der Zusprache einer ganzen Invali-

denrente mit Verfügung vom 3. Mai 2000 eine wesentliche Verbesserung 

des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten ist, vollum-

fänglich auf die Ergebnisse des vorstehend auszugsweise wiedergegebe-

nen bidisziplinären Gutachtens von Dr. med. B._____ und Dr. med. 

C._____. Sie ging demzufolge davon aus, dass spätestens ab dem Zeit-

punkt der Begutachtung eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit besteht. Das Gericht weicht bei der Würdigung des medizini-

- 21 -

schen Sachverhalts praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der 

Einschätzung der versicherungsexternen medizinischen Experten ab, de-

ren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfü-

gung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfas-

sen. Vorliegend sind denn auch keine Gründe ersichtlich, die Anlass ge-

ben könnten, das Gutachten in Bezug auf Befund und Diagnosestellung 

grundsätzlich in Frage zu stellen, zumal es weder formale noch inhaltliche 

Mängel aufweist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

worden ist. Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

nichts zu ändern. 

d) Wie bereits in Erwägung 5c hiervor ausgeführt, gelten bei der Erhebung 

und Würdigung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen nach 

Art. 17 ATSG jedoch besondere Anforderungen an die Beweistauglich-

keit. Beweisthema dieser Gutachten ist nicht bloss die Feststellung des 

aktuellen Gesundheitszustands und seiner funktionellen Auswirkungen, 

sondern insbesondere auch der Vergleich dieses Befunds mit dem frühe-

ren Gesundheitszustand. Die Gutachter, namentlich Dr. med. B._____, 

gehen davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-

rerin seit der letzten Rentenzusprache vom 3. Mai 2000 wesentlich ver-

bessert habe und ihr aus medizinischer Sicht die Ausübung einer adap-

tierten Tätigkeit im Umfang von 80 % zumutbar sei. Vorliegend haben es 

Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ − wie nachfolgend dargestellt − 

indes unterlassen, sich hinreichend nachvollziehbar darüber zu äussern, 

inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustands seit dem 

massgeblichen Referenzzeitpunkt, mithin dem 3. Mai 2000, stattgefunden 

haben soll. 

aa) Dr. med. B._____ führt im psychiatrischen Teilgutachten vom 29. Sep-

tember 2012 (IV-act. 54 S. 9) sowie in seiner Stellungnahme vom 8. April 

2014 (IV-act. 91 S. 2) zwar aus, dass sich die depressive Symptomatik 

- 22 -

inzwischen wesentlich gebessert habe. Er begründet seine Ansicht damit, 

dass in den somatischen Berichten, die vor mehr als zehn Jahren zur 

Rentenzusprache geführt hätten, eine depressive Symptomatik erwähnt 

werde, die wohl − auch wenn psychiatrische Befunde aus dieser Zeit im 

IV-Dossier nicht vorlägen − retrospektiv aus psychiatrisch-gutachterlicher 

Sicht beurteilt in etwa mittelgradig ausgeprägt gewesen sei. Anhand der 

geschilderten Befunde und Erkenntnisse aus der aktuellen psychiatri-

schen Untersuchung sei von einer rezidivierenden depressiven Störung 

mit einer gegenwärtig weitgehend remittierten, allenfalls leichten depres-

siven Symptomatik, auszugehen. Folglich habe sich die psychiatrische 

Verfassung der Beschwerdeführerin gegenüber dem 3. Mai 2000 verbes-

sert. Diese Ausführungen vermögen das Gericht nicht zu überzeugen. 

Wie Dr. med. B._____ selber einräumt ist den früheren medizinischen Be-

richten hinsichtlich des damaligen psychiatrischen Zustands der Be-

schwerdeführerin nur sehr wenig zu entnehmen. In keinem der früheren 

Arztberichte wurde eine psychiatrische Diagnose gestellt. Zudem finden 

sich in den erwähnten Berichten auch keine Ausführungen zur Einschät-

zung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer 

Sicht. Dr. med. B._____ mutmasst zwar, dass in den früheren somati-

schen Berichten, die damals zu einer Rentenzusprache geführt hätten, 

eine depressive Symptomatik erwähnt werde, die retrospektiv aus psych-

iatrisch-gutachterlicher Sicht beurteilt wohl in etwa mittelgradig ausge-

prägt gewesen sei. Folgte man dieser Einschätzung, wäre zwar in der Tat 

von einer Verbesserung der depressiven Symptomatik seit dem 3. Mai 

2000 auszugehen, diagnostizierte Dr. med. B._____ im Begutachtungs-

zeitpunkt, mithin am 19. September 2012, doch "bloss" noch eine rezidi-

vierende depressive Störung mit einer gegenwärtig weitgehend remittier-

ten, allenfalls leichten depressiven Symptomatik (ICD-10: F33.0). Wie 

vorstehend bereits dargestellt (vgl. E.4) wurde im Schlussbericht der BE-

FAS Appisberg vom 14. Juli 1998 aber lediglich ausgeführt, dass die Be-

schwerdeführerin vorsichtig, misstrauisch und resigniert gewirkt, einen 

sehr leidenden Gesichtsausdruck gehabt, ihre Schmerzen stark betont 

- 23 -

und überdies überhaupt kein Vertrauen mehr in ihre eigene Leistungs-

fähigkeit gehabt habe (alt IV-act. 41 S. 11 und 13). Sodann wurde im Ab-

klärungsbericht der Schulthess Klinik vom 22. Oktober 1999 von einer 

sehr depressiv wirkenden Patientin gesprochen (alt IV-act. 41 S. 2), 

während im Arztbericht von Dr. med. F._____ vom 21. März 2002 ausge-

führt wurde, dass die Beschwerdeführerin damals verschlossen, bedrückt 

und ohne Zukunftsperspektive gewirkt habe (alt IV-act. 68 S. 2). Wenn 

Dr. med. B._____ retrospektiv einzig aufgrund dieser Hinweise, welche 

überdies allesamt nicht von Psychiatern stammen, auf eine im Zeitpunkt 

der Rentenzusprache vorgelegene mittelgradig ausgeprägte depressive 

Episode schliesst, vermag dies nicht zu überzeugen, zumal hinsichtlich 

des damaligen psychiatrischen Zustands der Beschwerdeführerin − wie 

gesehen − in keinem der früheren medizinischen Berichte eine Diagnose 

gestellt wurde. Darüber hinaus weckt aber auch der Arztbericht von 

Dr. med. E._____ vom 23. Juli 2013 (IV-act. 75 S. 9), wonach im Unter-

suchungszeitpunkt (22. Juli 2013) eine leicht bis mittelgradig ausgepräg-

ten depressive Episode mit somatischem Syndrom bestanden habe, 

Zweifel an der Schlussfolgerung von Dr. med. B._____, wonach sich die 

depressive Symptomatik seit dem 3. Mai 2000 wesentlich gebessert ha-

be. 

bb) Auch in Bezug auf den rheumatologischen Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführerin führt Dr. med. B._____ in seiner Stellungnahme vom 

8. April 2014 (IV-act. 91 S. 3) aus, dass seit der Verfügung vom 3. Mai 

2000 eine wesentliche Verbesserung festzustellen sei. Diese in rheumato-

logischer Hinsicht festgestellte Verbesserung des Gesundheitszustand 

gegenüber dem Jahr 2000 ist einerseits insofern nicht überzeugend, als 

die Beurteilung vom Psychiater Dr. med. B._____ und nicht vom Rheuma-

tologen Dr. med. C._____ stammt. Dies obwohl die Handgelenksproble-

matik − welche im Zentrum der von der Beschwerdeführerin nach dem 

Einwand eingereichten Arztberichte der Kliniken Valens und des Kan-

tonsspitals Graubünden steht − anerkanntermassen in das Aufgabenge-

- 24 -

biet des Rheumatologen Dr. med. C._____ und nicht in jenes des Psych-

iaters Dr. med. B._____ fällt. Anderseits begründet Dr. med. B._____ mit 

keinem Wort, inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-

rerin in rheumatologischer Hinsicht wesentlich verbessert haben soll. Da 

sich auch Dr. med. C._____ im rheumatologischen Gutachten vom 

27. August 2012 (IV-act. 54 S. 18 ff.) nicht darüber ausspricht, inwiefern 

eine effektive Veränderung des beschwerdeführerischen Zustands in 

rheumatologischer Hinsicht stattgefunden hat, sondern sich vielmehr dar-

auf beschränkt, den gesundheitlichen Befund und seine funktionellen 

Auswirkungen im Untersuchungszeitpunkt darzustellen, ist vorliegend − 

entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin − keineswegs ausge-

wiesen, dass sich der rheumatologische Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführerin gegenüber dem Referenzzeitpunkt tatsächlich wesent-

lich verbessert hat. Dies zumal sich die rheumatologische Diagnose als 

solche in der Zeit zwischen dem 3. Mai 2000 und dem 17. September 

2014 nicht wesentlich verändert hat. Gegenüber der Diagnosestellung im 

Schlussbericht der BEFAS Appisberg vom 14. Juli 1998 hat sich aus 

rheumatologischer Sicht nämlich nur die Tatsache geändert, dass 

gemäss Dr. med. C._____ die Fussproblematik links keinen Einfluss mehr 

auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat. Hingegen wurden 

von Dr. med. C._____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit neu eine 

geringe Deckenplattenimpression LWK 1, eine Spondylose L3/4 sowie ei-

ne geringe Spondylarthrose L4/5 und L5S1 diagnostiziert (IV-act. 54 

S. 27). Vor diesem Hintergrund ist es keinesfalls evident, dass sich die 

gesundheitlichen Verhältnisse in rheumatologischer Hinsicht wesentlich 

verändert haben. 

e) Wie gesehen hängt der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstell-

ten Gutachtens wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Be-

weisthema − erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts − bezieht (vgl. 

vorstehend E.5c). Wenn sich die ärztliche Einschätzung aber − wie vorlie-

gend − nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Ver-

- 25 -

änderung des Gesundheitszustands stattgefunden hat, mangelt es dem 

Gutachten am rechtlich erforderlichen Beweiswert. Dementsprechend 

kann aber dem psychiatrisch-rheumatologischen Gutachten vom 29. Sep-

tember 2012 einschliesslich der Stellungnahme von Dr. med. B._____ 

vom 8. April 2014 im vorliegenden Revisionsfall kein voller Beweiswert 

zukommen, haben es Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ doch fast 

gänzlich unterlassen, sich darüber zu äussern, inwiefern eine effektive 

Veränderung des Gesundheitszustands seit dem massgeblichen Refe-

renzzeitpunkt (3. Mai 2000) stattgefunden hat. Entgegen der beschwer-

degegnerischen Auffassung kann somit gestützt auf das bidisziplinäre 

Gutachten von Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ nicht mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit auf eine wesentliche Verbesserung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin mit entsprechender Beein-

flussung der Erwerbsfähigkeit in der Zeit zwischen der letzten rechtskräf-

tigen Verfügung (3. Mai 2000) und der angefochtenen Verfügung 

(17. September 2014) geschlossen werden. Da auch die übrigen bei den 

Akten liegenden medizinischen Berichte nicht auf eine wesentliche Ver-

besserung des beschwerdeführerischen Gesundheitszustands schliessen 

lassen, ist vorliegend davon auszugehen, dass die im psychiatrisch-

rheumatologischen Gutachten von Dr. med. B._____ und Dr. med. 

C._____ vom 29. September 2012 attestierte Erhöhung der ursprünglich 

erhobenen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50 auf 80 % 

nicht auf eine erhebliche Verbesserung der gesundheitlichen Situation der 

Beschwerdeführerin im Vergleich zum gesundheitlichen Zustand, welcher 

der Verfügung vom 3. Mai 2000 zugrunde lag, zurückzuführen ist. Viel-

mehr ist davon auszugehen, dass das medizinische Ermessen der Ärzte 

hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von den beteiligten Ärzten 

bloss unterschiedlich ausgeübt wurde (vgl. vorstehend E.2b in fine). 

7. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass ein Vergleich des 

Sachverhalts, welcher der Verfügung vom 3. Mai 2000 zugrunde lag, mit 

jenem Sachverhalt, welcher sich bis zum Erlass der angefochtenen Ver-

- 26 -

fügung am 17. September 2014 verwirklicht hat, − entgegen der be-

schwerdegegnerischen Auffassung − nicht auf eine wesentliche Verbes-

serung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin schliessen 

lässt, welche die Herabsetzung der zugesprochene ganzen Invalidenrente 

auf eine Viertelsrente rechtfertigt. Folglich ist vorliegend aber eine Ren-

tenrevision im Sinne von Art. 17 ATSG nicht zulässig. In Gutheissung der 

Beschwerde ist deshalb die angefochtene Verfügung vom 17. September 

2014, mit welcher die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Invaliden-

rente der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. November 2014 auf eine 

Viertelsrente herabgesetzt hat, aufzuheben und es ist festzustellen, dass 

die Beschwerdeführerin auch über den 1. November 2014 hinaus weiter-

hin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 

8. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren − in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG − bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsge-

richt kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1'000.-- 

festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich, 

der unterliegenden Beschwerdegegnerin Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu 

überbinden. 

b) Die Beschwerdegegnerin hat die anwaltlich vertretene Beschwerdeführe-

rin gemäss Art. 61 lit. g ATSG zudem aussergerichtlich angemessen zu 

entschädigen. Die am 19. November 2014 vom Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin eingereichte Honorarnote von gesamthaft Fr. 1'928.-- 

(7.75 h à Fr. 220.-- [= Fr. 1'705.--] zuzüglich Spesen [Fr. 81.--] und 8 % 

MWST von Fr. 1'786.-- [= Fr. 142.--]) kann übernommen werden. Die Be-

schwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin somit aussergerichtlich mit 

Fr. 1'928.-- (inkl. MWST) zu entschädigen. 

- 27 -

c) Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung ist bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenstandslos geworden, 

da der obsiegenden Beschwerdeführerin keine Gerichtskosten zu aufer-

legen sind und ihr zudem eine aussergerichtliche Entschädigung zuzu-

sprechen ist. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 17. September 2014 aufgehoben 

und die IV-Stelle des Kantons Graubünden verpflichtet, A._____ auch 

über den 1. November 2014 hinaus weiterhin eine ganze Invalidenrente 

auszurichten. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ ausserge-

richtlich mit gesamthaft Fr. 1'928.-- (inkl. MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]