# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4fd0a2e-e17d-5cb0-ae23-d852ea5b8cf4
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-11
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 11.08.2025 RR.2024.110
**Docket/Reference:** RR.2024.110
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2024-110_2025-08-11

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Entscheid vom 11. August 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Giorgio Bomio-Giovanascini, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja 

   
 

Parteien 

  

1. A. AG, 

2. B., 

beide vertreten durch Rechtsanwalt Ramon Bühler, 

Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdeführer 2 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die  

Ukraine 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2024.110-111 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine führt seit dem 3. Novem-

ber 2017 unter der Verfahrensnummer 52017000000000752 gegen Unbe-

kannt eine Strafuntersuchung wegen Aneignung von Eigentum des Staates 

durch Amtsmissbrauch sowie Annahme eines ungerechtfertigten Vorteils 

durch Amtsträger, begangen nach der Erklärung der Unabhängigkeit der 

Ukraine am 24. August 1991. Beamte der C. Bezirksverwaltung (nachfol-

gend «C.») für die Haupterdölproduktleitung (Z./Ukraine) – damals einer 

Struktureinheit des südwestlichen Unternehmens für Haupterdölproduktlei-

tungen des russischen Konzerns D. – hätten eine in der Ukraine befindliche 

Rohrstrecke der Hauptölproduktleitung «[…]» unrechtmässig angeeignet 

und benutzt.  

 

In diesem Zusammenhang gelangten die ukrainischen Behörden mit Schrei-

ben vom 25. November 2000 an die Schweiz und ersuchten unter anderem 

um Herausgabe von Bankunterlagen betreffend auf die A. AG lautende 

Konten bei der Bank E. und der (damaligen) Bank F. (Verfahrensakten 

Bundesanwaltschaft [nachfolgend «Verfahrensakten»], Rubrik 1, Rechtshil-

feersuchen vom 25. November 2020). 

 

 

B. Nachdem das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») der Bundesanwalt-

schaft am 16. Dezember 2020 gestützt auf Art. 17 Abs. 4 und Art. 79 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 

20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) das ukrainische Rechts-

hilfeersuchen vom 25. November 2000 sowie allfällige Ergänzungsersuchen 

zum Vollzug übertragen hatte, trat die Bundesanwaltschaft am 15. März 

2021 auf das Rechtshilfeersuchen ein (Verfahrensakten, Rubrik 2, Delegati-

onsverfügung vom 16. Dezember 2020, und Rubrik 4, Eintretensverfügung 

vom 15. März 2021).  

 

 

C. Am 6. Mai 2021 ordnete die Bundesanwaltschaft bei der Bank E. die Her-

ausgabe der Bankunterlagen betreffend die Geschäftsbeziehungen mit der 

A. AG vom 1. April 2015 bis 30. Juni 2020 bzw. bis zu deren Saldierung an 

(Verfahrensakten, Rubrik 5, Editionsverfügung vom 6. Mai 2021).  

 

 

D. Am 12. Mai 2021 kam die Bank E. der Editionsverfügung nach und reichte 

die Bankunterlagen ein (Verfahrensakten, Rubrik 5, Schreiben vom 12. Mai 

2021). Mit Schreiben vom 24. Mai 2022 reichte die Bank E. 

- 3 - 

 

 

aufforderungsgemäss weitere Unterlagen ein, wie Dokumente betreffend die 

wirtschaftliche Berechtigung an den Konten der A. AG sowie die KYC-Doku-

mente (Verfahrensakten, Rubrik 5.102.1). 

 

 

E. Mit ergänzenden Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2022 und 12. Ok-

tober 2022 ersuchten die ukrainischen Behörden in der Strafuntersuchung 

Nr. 22021000000000065 gegen G. wegen Hochverrats (Art. 111 StGB- 

Ukraine), Aneignung von Eigentum des Staates durch Amtsmissbrauch 

(Art. 191 StGB-Ukraine) und Geldwäscherei (Art. 209 StGB-Ukraine) die 

Schweiz um weitere Rechtshilfe (Verfahrensakten, Rubrik 1, Rechtshilfe-

ersuchen vom 29. September 2022 und 12. Oktober 2022).  

 

 

F. Am 23. Dezember 2022 gewährte die Bundesanwaltschaft der A. AG Ein-

sicht in die Verfahrensakten, insbesondere in die Unterlagen und Daten, be-

treffend derer sie die Übermittlung an die ersuchende Behörde beabsichtigte 

(darunter die Kontounterlagen betreffend das Konto Nr. 1 bei der Bank E.). 

Sie räumte der A. AG Gelegenheit ein, sich zur beabsichtigen Übermittlung 

der Beweismittel zu äussern bzw. der vereinfachten Ausführung im Sinne 

von Art. 80c IRSG zuzustimmen (Verfahrensakten, Rubrik 14.101, nicht 

paginiert).  

 

 

G. Am 6. April 2023 verfügte die Bundesanwaltschaft in Ergänzung zu ihrer 

Verfügung vom 6. Mai 2021 (vgl. supra lit. C) bei der Bank E. die Herausgabe 

der Bankunterlagen zu allen Konten der A. AG bei der Bank E. für den 

Zeitraum vom 6. Mai 2021 bis dato, Details zu den Transaktionen an die H. 

und zur Zahlung vom 13. Mai 2020 an die I. Company in Höhe von 

USD 50’004.12 sowie Informationen zu IP-Adressen, mit welchen via eBan-

king auf das Konto Nr. 1 zugegriffen worden sei. Die angeforderten Bank-

unterlagen wurden der Bundesanwaltschaft am 24. April und 2. Mai 2023 

zugestellt (Verfahrensakten, Rubrik 5.102.1, nicht paginiert).  

 

 

H. Mit Schreiben vom 5. Mai 2023 verneinte die A. AG ihre Zustimmung zur 

vereinfachten Ausführung (Verfahrensakten, Rubrik 14, 14.101, nicht pagi-

niert).  

 

 

- 4 - 

 

 

I. Am 31. Mai 2024 gewährte die Bundesanwaltschaft der A. AG Einsicht in die 

Bankunterlagen zum Konto Nr. 1 bei der Bank E., welche sie als rechtshil-

ferelevant erachtete (Verfahrensakten, Rubrik 14, 14.101, nicht paginiert). 

 

 

J. Die A. AG verneinte am 5. Juni 2024 erneut ihre Zustimmung zur vereinfach-

ten Ausführung des Rechtshilfeersuchens und nahm mit Schreiben vom 

4. Juli 2024 Stellung zur beabsichtigten Herausgabe der Bankunterlagen an 

die ukrainischen Behörden (Verfahrensakten, Rubrik 14, 14.101, nicht pagi-

niert).  

 

 

K. Mit Schlussverfügung vom 27. August 2024 verfügte die Bundesanwaltschaft 

die Herausgabe der Bankunterlagen des Kontos Nr. 1, lautend auf die A. AG, 

bei der Bank E. (Verfahrensakten, Rubrik 16 = act. 1.4). 

 

 

L. Dagegen erhoben die A. AG und B. mit Eingabe vom 17. September 2024 

bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde. Sie 

beantragen die Aufhebung der Schlussverfügung vom 27. August 2024 und 

die Abweisung des Rechtshilfeersuchens. Eventualiter seien sämtliche nicht 

rechtshilferelevanten Informationen, insbesondere solche, die dem Berufs-

geheimnis unterliegen oder den Zeitraum vor 2016 betreffen, auszusondern 

und zu schwärzen. Subeventualiter sei die Schlussverfügung aufzuheben 

und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Anträge 2.a-b). 

In prozessualer Hinsicht beantragen die A. AG und B. unter anderem die 

Sistierung des Verfahrens bis zur Beendigung des Kriegs zwischen der 

Russischen Föderation und der Ukraine (act. 1, S. 3). 

 

  

M. Das BJ beantragt mit Schreiben vom 28. Oktober 2024 die Abweisung der 

Beschwerde (act. 6), während die Bundesanwaltschaft mit Beschwerdeant-

wort vom gleichen Tag die Abweisung der Beschwerden der A. AG und von 

B., soweit darauf einzutreten sei, beantragt (act. 7). Die A. AG und B. halten 

in ihrer Replik vom 2. Dezember 2024 unverändert an ihren in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest und stellen zudem zusätzlich den Ver-

fahrensantrag, der ersuchende Staat sei um vorgängige schriftliche Garan-

tieerklärung über die rechtmässige Verwendung der übermittelten Informati-

onen und die Nichtverwendung in Strafverfahren betreffend Hochverrat und 

andere politische Straftaten zu ersuchen (act. 12, S. 3). Das BJ und die 

Bundesanwaltschaft verzichteten auf die Einreichung einer Duplik, was sie 

dem Gericht mit Schreiben vom 9. und 10. Dezember 2024 mitteilten (act. 14 

- 5 - 

 

 

und 15). Mit Eingabe vom 18. Februar 2025 liessen die A. AG und B. dem 

Gericht einen Nachrichtenbericht zur politischen Lage der Ukraine zukom-

men (act. 21 und 21.1), was dem BJ und der Bundesanwaltschaft am 

20. Februar 2025 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 22).   

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Ukraine sind primär das 

Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) und das hierzu ergangene zweite Zusatz-

protokoll vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12) massgebend. 

Diese werden in concreto ergänzt durch das Übereinkommen vom 8. No-

vember 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und 

Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) sowie die 

Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Oktober 2003 der Vereinten Natio-

nen gegen Korruption (UNCAC; SR 0.311.56), in Verbindung mit Art. 14 und 

Art. 23 UNCAC betreffend die Geldwäscherei im Allgemeinen.  

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) 

Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt 

nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses ge-

ringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 147 II 432 E. 3.1; 

145 IV 294 E. 2.1; 142 IV 250 E. 3; jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt die 

Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 123 II 595 E. 7c; 

TPF 2020 64 E. 1.1).  

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 

Abs. 1 IRSG). 

 

 

- 6 - 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der aus-

führenden Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden 

Zwischenverfügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist 

beträgt 30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer 

persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h 

lit. b IRSG). Personen, gegen die sich das ausländische Strafverfahren rich-

tet, können Verfügungen nur anfechten, wenn eine Rechtshilfemassnahme 

sie persönlich und direkt betrifft und sie ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung oder Änderung haben (Art. 21 Abs. 3 IRSG). Die Beschwer-

devoraussetzungen gemäss Art. 21 Abs. 3 IRSG sind dieselben wie in 

Art. 80h lit. b IRSG (vgl. hierzu die Botschaft vom 29. März 1995 betreffend 

die Änderung des Rechtshilfegesetzes [...], BBl 1995 III S. 19, 30). Als per-

sönlich und direkt betroffen im Sinne der Art. 21 Abs. 3 und Art. 80h lit. b 

IRSG gilt bei der Erhebung von Kontoinformationen namentlich der 

Kontoinhaber (Art. 9a lit. a IRSV) bzw. gemäss Rechtsprechung in der Regel 

nur der Kontoinhaber (vgl. hierzu den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2020.291 vom 19. August 2021 E. 3.1 m.w.H. und E. 3.2). Der wirtschaft-

lich Berechtigte und andere bloss indirekt Betroffene sind nach der Recht-

sprechung grundsätzlich nicht zur Beschwerde legitimiert (BGE 130 II 162 

E. 1.1; 123 II 153 E. 2b, m.w.H.). Ausnahmsweise kann der bloss wirtschaft-

lich an einem Konto oder an einer direkt betroffenen Gesellschaft Berechtigte 

selbständig beschwerdelegitimiert sein, etwa dann, wenn eine juristische 

Person, über deren Konto Auskunft verlangt wird, nicht mehr besteht und die 

Auflösung der Gesellschaft nicht nur vorgeschoben oder rechtsmissbräuch-

lich erscheint (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 m.w.H.; 123 II 153 E. 2c-d). Die 

Stellung als Beschuldigter im ausländischen Strafverfahren, für welches die 

Bankinformationen geliefert werden sollen, genügt gemäss Rechtsprechung 

nicht, um eine direkte persönliche Betroffenheit im Sinne des Gesetzes zu 

begründen. Der Beschwerdeführer muss von der Rechtshilfemassnahme 

selbst direkt betroffen sein, nicht nur in einem generellen oder indirekten Sinn 

als Beteiligter im ausländischen Strafverfahren, für welches die Unterlagen 

rechtshilfeweise angefragt worden sind (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1; 129 II 268 

E. 2.3.3; 128 II 211 E. 2.3; 127 II 104 E. 3; 127 II 198 E. 2d; 126 II 258 E. 2d; 

TPF 2020 180 E. 4.4; 2015 141 E. 4.1; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2022.203-204 vom 27. Juni 2023 E. 2.1). 

 

2.2 Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf die Herausgabe von Bankun-

terlagen betreffend das Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank E., 

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weshalb diese zur Beschwerde legitimiert ist. Auf die im Übrigen fristgerecht 

erhobene Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 ist daher einzutreten. 

 

Der Beschwerdeführer 2 ist nicht Inhaber des von der gerügten Rechtshilfe-

massnahme betroffenen Kontos. Wie ausgeführt, genügen weder der Um-

stand, dass er als wirtschaftlich Berechtigter in den Kontoeröffnungsunterla-

gen der Beschwerdeführerin 1 genannt wird, noch dessen allfällige Stellung 

als Beschuldigter im ukrainischen Verfahren zur Bejahung seiner Beschwer-

delegitimation. Dass die Beschwerdeführerin 1 aufgelöst worden wäre und 

der Beschwerdeführer 2 Begünstigter am Liquidationserlös der Beschwerde-

führerin 1 sei, und damit ausnahmsweise dessen Legitimation zur vorliegen-

den Beschwerde zu bejahen wäre, wird nicht geltend gemacht. Auf die Be-

schwerde des Beschwerdeführers 2 ist daher nicht einzutreten.  

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin 1 beantragt die Sistierung des Verfahrens wegen 

der politischen Lage in der Ukraine bis sich diese stabilisiert habe (act. 1, 

S. 18).  

 

3.2 Eine Behörde kann auf Antrag oder von Amtes wegen ein bei ihr hängiges 

Verfahren bis zu einem bestimmten Termin oder Ereignis sistieren, wenn 

sich dies durch zureichende Gründe rechtfertigt. Eine Sistierung fällt – selbst 

gegen den Willen von Verfahrensbeteiligten – namentlich dann in Betracht, 

wenn sich unter den gegebenen Umständen ein sofortiger Entscheid mit 

Blick auf die Prozessökonomie nicht rechtfertigen würde. Als Grund für 

die Sistierung des Verfahrens kommt etwa die Hängigkeit eines anderen 

(gerichtlichen) Verfahrens in Frage, dessen Ausgang für das bei der Ent-

scheidbehörde hängige Verfahren von präjudizieller Bedeutung ist. Beim 

Entscheid darüber, ob ein Verfahren sistiert werden soll, kommt der entschei-

denden Behörde ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu (statt vieler vgl. 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-7484/2015 vom 19. Februar 2016 

E. 3 m.w.H.).  

 

3.3 Richtig ist, dass sich das Land im Krieg und damit in einer Ausnahmesitua-

tion befindet. Dass das Land politisch instabil ist, in einer Weise, die Einfluss 

auf die Funktionsfähigkeit der Justiz hätte, ist nicht bekannt. Bis dato verfü-

gen die Schweizer Behörden und auch das Bundesstrafgericht nicht über 

entsprechende Informationen. Im Gegenteil: ein Blick auf die Website der 

ermittelnden Behörde legt den Schluss nahe, dass diese sehr wohl operativ 

tätig ist (https://www.ssu.gov.ua/en). Die Beschwerdekammer hat denn auch 

seit Kriegsbeginn im Februar 2022 die Rechtshilfe an die Ukraine nicht 

https://www.ssu.gov.ua/en

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grundsätzlich in Frage gestellt (vgl. die Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2022.203-204 vom 27. Juni 2023 E. 9.1 und 9.2; RR.2022.30 vom 

18. Mai 2022 E. 4.2, betreffend Leistung sog. «kleiner Rechtshilfe» mit Hin-

weis auf das Urteil des Bundesgerichts 1C_81/2022 vom 4. März 2022). Da-

ran ist bis auf weiteres festzuhalten. Der Antrag auf Sistierung des Verfah-

rens ist daher abzuweisen. 

 

 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht in verschiedener Hinsicht eine Verletzung 

von Art. 2 lit. a und d sowie Art. 3 IRSG geltend. Das Rechtshilfeersuchen 

vom 25. November 2020 und die Ergänzungsersuchen seien rein politisch 

motiviert. Aus dem Erlass des Präsidenten der Ukraine vom 19. Feb-

ruar 2021 ergebe sich, dass dieser das Nationale Antikorruptionsbüro ange-

wiesen habe, die entsprechenden Strafverfahren zu führen. Eine solche 

präsidiale Anordnung widerspreche sämtlichen demokratischen Prinzipien 

(act. 1, S. 6 f.). Dem Rechtshilfeersuchen dürfe ferner auch deshalb nicht 

entsprochen werden, weil die Strafuntersuchung, die dem Rechtshilfe-

ersuchen zugrunde liege, unter anderem wegen Hochverrats, mithin einer 

Straftat mit politischem Charakter, geführt werde (act. 1, S. 7 ff.). Es bestehe 

weiter die reale Gefahr, dass das ukrainische Strafverfahren nicht den 

rechtsstaatlichen Grundsätzen entspreche. Die Ukraine sei wiederholt vom 

Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verurteilt worden, da 

sie grundlegen Menschenrechte verletzt habe, insbesondere im Hinblick auf 

die Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der Verfahrensrechte. In vielen 

Fällen seien politische Gegner durch strafrechtliche Verfahren verfolgt 

worden (act. 1, S. 12 f.). Schliesslich macht die Beschwerdeführerin eine 

Verletzung des schweizerischen Ordre public geltend (act. 1, S. 14 ff.).  

 

4.2 Einem Rechtshilfeersuchen wird nicht entsprochen, wenn Gründe für die 

Annahme bestehen, dass das Verfahren im Ausland durchgeführt wird, um 

eine Person wegen ihrer politischen Anschauungen, wegen ihrer Zugehörig-

keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder aus Gründen der Rasse, 

Religion oder Volkszugehörigkeit zu verfolgen oder zu bestrafen (Art. 2 lit. b 

IRSG). Einem Ersuchen wird auch nicht entsprochen, wenn Gegenstand des 

Verfahrens eine Tat ist, die nach schweizerischer Auffassung vorwiegend 

politischen Charakter hat (Art. 3 Abs. 1 IRSG). 

 

Gemäss Art. 2 lit. a IRSG wird einem Ersuchen um Zusammenarbeit in Straf-

sachen ebenfalls nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme beste-

hen, dass das Verfahren im Ausland den in der Europäischen Menschen-

rechtskonvention oder im Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966 über 

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bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) festgelegten 

Verfahrensgrundsätzen nicht entspricht. Mit Art. 2 IRSG soll vermieden 

werden, dass die Schweiz durch Leistung von Rechtshilfe im Rahmen der 

internationalen Zusammenarbeit die Durchführung solcher Strafverfahren 

unterstützt, in welchen den verfolgten Personen die ihnen in einem demo-

kratischen Rechtsstaat zustehenden und insbesondere durch die EMRK 

umschriebenen Minimalgarantien nicht gewährt werden oder welche den 

internationalen Ordre public verletzen (BGE 111 Ib 138 ff.; 109 Ib 64 ff.; 

108 Ib 408 ff.; ferner Urteil des Bundesgerichts A.156/1987 vom 1. Juli 1987 

E. 7a). 

 

4.3 Die Rechtsprechung zur Anwendbarkeit von Art. 2 IRSG nimmt auf die 

Umstände verschiedener Fallkonstellationen Rücksicht. Auf diese Bestim-

mung kann sich demnach diejenige Person berufen, deren Auslieferung oder 

Überstellung an ein internationales Strafgericht verlangt wird (BGE 130 II 217 

E. 8.2). Juristische Personen sind gemäss gefestigter Praxis per se nicht 

legitimiert, sich auf Art. 2 IRSG zu berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2; 129 II 268 

E. 6 m.w.H.; TPF 2016 138 E. 4.2 m.w.H.). Gemäss Rechtsprechung der 

Beschwerdekammer kann sich indes auch eine juristische Person auf Art. 2 

IRSG berufen, wenn sie selbst im ausländischen Verfahren beschuldigt ist. 

Ihre Rügemöglichkeit beschränkt sich dabei naturgemäss aber auf die 

Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK (TPF 2016 

138 E. 4.2 und E. 4.3; vgl. zuletzt u.a. die Entscheide des Bundesstraf-

gerichts RR.2022.229 vom 12. April 2023 E. 3.3; RR.2021.202 vom 4. Ap-

ril 2023 E. 6.2.2). Dieselben Überlegungen zur Rügemöglichkeit hinsichtlich 

Art. 2 IRSG gelten bei der Anrufung von Art. 3 IRSG (Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2023.358 vom 21. März 2014 E. 7.2 am Ende).  

 

4.4 Bei der Beschwerdeführerin 1 handelt es sich um eine juristische Person mit 

Sitz in der Schweiz und somit ausserhalb des ersuchenden Staates. Sie ist 

im Strafverfahren in der Ukraine unbestrittenermassen nicht beschuldigt. Bei 

dieser Sachlage kann sich demnach die Beschwerdeführerin 1 nicht auf 

eigene schützenswerte Interessen berufen. Ebenso wenig kommt nach bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung eine Überprüfung der Ausschlussgründe 

gemäss Art. 2 und 3 IRSG von Amtes wegen in Betracht, zumindest soweit 

es – wie vorliegend – um die Herausgabe von Beweismitteln geht (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_543/2023 vom 7. März 2024 E. 4.3). Darüber hinaus ist 

auf den in der angefochtenen Schlussverfügung angebrachten Spezialitäts-

vorbehalt sowie den ausdrücklichen Vorhalt, dass die Rechtshilfe ausge-

schlossen ist, für Verfahren wegen Taten, die nach schweizerischem Recht 

als politische oder militärische Delikte qualifiziert werden, namentlich wegen 

Hochverrats gemäss Art. 111 des ukrainischen Strafgesetzbuches, 

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hinzuweisen. Die Einhaltung des Spezialitätsprinzips durch die Vertragsstaa-

ten des EUeR wird nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip als selbst-

verständlich vorausgesetzt (BGE 143 II 136 E. 5.2.1; 142 II 161 E. 2.1.3; 121 

I 181 E. 2c/aa; 107 Ib 264 E. 4b; zum Spezialitätsprinzip selbst: BGE 139 IV 

137 E. 5.2.3; TPF 2008 68 E. 2.3). Anhaltspunkte, dass die Ukraine die Vor-

behalte der Schweiz missachten könnte, sind vorliegend keine ersichtlich. 

Auf die Rüge der Beschwerdeführerin 1, die Gewährung von Rechtshilfe 

würde vorliegend Art. 2 und Art. 3 IRSG verletzen, ist nach dem Gesagten 

nicht einzutreten. 

 

 

5. Vor dem Hintergrund des eben Ausgeführten ist sodann der in der Replik 

gestellte Antrag um Einholung einer schriftlichen Garantieerklärung über die 

rechtmässige Verwendung der übermittelten Informationen und die Nichtver-

wendung in Strafverfahren betreffend Hochverrat und andere politische 

Straftaten (act. 12, S. 3) ohne Weiteres abzuweisen. Die Einhaltung der in 

der Schlussverfügung erwähnten Vorbehalte durch die ukrainischen Behör-

den wird vermutet (vgl. supra E. 4.4), ohne dass die Einholung ausdrückli-

cher Zusicherungen notwendig wäre. Es ist darüber hinaus davon auszuge-

hen, dass die Vertragsstaaten der EMRK wie es die Schweiz und die Ukraine 

sind, auch die entsprechenden Garantien einhalten und damit ein faires 

Strafverfahren gewährleisten.  

 

 

6.  

6.1 Soweit die Beschwerdeführerin 1 ferner replicando der Ansicht ist, den er-

gänzenden Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2022 und 12. Okto-

ber 2022 fehle es an Rechtsmässigkeit, weil der gemäss ukrainischem Recht 

zwingend notwendige gerichtliche Beschluss über die Genehmigung von 

Rechtshilfeersuchen fehle (act. 12, S. 14, FN 1), ist Folgendes festzuhalten: 

 

Art. 76 lit. c IRSG sieht für Anträge auf Durchsuchung von Personen oder 

Räumen, Beschlagnahme oder Herausgabe von Gegenständen vor, dass 

die ersuchende Behörde ausser den Angaben und Unterlagen nach Art. 28 

IRSG, in ihrem Ersuchen eine Bestätigung aufführen oder ihrem Ersuchen 

eine Bestätigung beifügen muss, dass diese Massnahmen im ersuchenden 

Staat zulässig sind. Gestützt auf das zwischen den Staaten geltende Ver-

trauensprinzip braucht eine Bestätigung allerdings nicht in jedem Fall einge-

reicht zu werden, sondern nur dann, wenn starke Zweifel dafür bestehen, 

dass die ersuchende Behörde nach dem ausländischen Recht eine entspre-

chende Massnahme tatsächlich anordnen dürfte (KUSTER, Basler 

- 11 - 

 

 

Kommentar, 2015, N. 2 zu Art. 76 IRSG mit Hinweisen auf BGE 123 II 161 

E. 3.b; 118 Ib 457 E. 5).  

 

6.2 Wie bereits festgehalten, ist vorliegend für die Rechtshilfe zwischen der 

Ukraine und der Schweiz ohnehin in erster Linie das EUeR massgebend. 

Art. 14 EUeR schreibt vor, welche Angaben Rechtshilfeersuchen enthalten 

müssen. Anders als Art. 76 lit. c IRSG, sieht Art. 14 EUeR eine Bescheini-

gung über die Zulässigkeit der Zwangsmassnahmen nach dem Recht des 

ersuchenden Staates gerade nicht vor, weshalb sich die Rüge der 

Beschwerdeführerin der Verletzung von Art. 76 lit. c IRSG von vornherein als 

unbegründet erweist. Ob allenfalls nach ukrainischem Recht eine gericht-

liche Genehmigung von Rechtshilfeersuchen nötig ist, wie die Beschwerde-

führerin 1 behauptet, braucht vorliegend nicht geprüft zu werden.  

 

7.  

7.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht weiter eine Verletzung des Verhältnismäs-

sigkeitsprinzips, des anwaltlichen Berufsgeheimnisses und des rechtlichen 

Gehörs geltend.  

 

Über 95% der angeforderten Transaktionen würden Administrationskosten, 

darunter Mietzahlungen, Gebühren an Behörden und Lohnzahlungen betref-

fen. Diese hätten keinerlei Zusammenhang mit den in der Ukraine erhobe-

nen Vorwürfen. Die pauschale Herausgabe solcher Informationen ohne 

detaillierte Relevanzprüfung verletze das Erforderlichkeitsprinzip und sei 

unverhältnismässig. Viele Zahlungen würden aus einem Zeitraum datieren, 

der gemäss Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 irrelevant sei. Die 

herauszugebenden Bankunterlagen würden zudem Transaktionen zwischen 

der Beschwerdeführerin 1 und der J. Rechtsanwälte AG enthalten. Diese 

Transaktionen stünden im direkten Zusammenhang mit der anwaltlichen Be-

ratung und würden somit unter das Berufsgeheimnis fallen (act. 1, S. 9 ff.). 

Die Beschwerdeführerin habe vor der Vorinstanz substanziiert dargelegt, 

warum einzelne Zahlungen nicht rechtshilferelevant seien bzw. weshalb sie 

vom Berufsgeheimnis geschützt seien. Die Beschwerdegegnerin sei jedoch 

auf kein einziges Vorbringen der Beschwerdeführerin eingegangen und habe 

damit das rechtliche Gehör verletzt (act. 1, S. 10). 

 

7.2  

7.2.1 Der in Art. 29 Abs. 2 BV grundrechtlich verankerte Anspruch auf rechtliches 

Gehör wird im schweizerischen Rechtshilfeverfahren durch Art. 80b IRSG 

und Art. 26 ff. VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG konkretisiert (BGE 145 IV 99 

3.1; Urteil des Bundesgerichtes 1A.57/2007 vom 24. September 2007 E. 2.1; 

- 12 - 

 

 

TPF 2010 142 E. 2.1; 2008 91 E. 3.2). Das Recht auf eine begründete 

Verfügung respektive einen begründeten Entscheid bedeutet, dass die Be-

gründung den Entscheid für die Partei verständlich machen und ihr erlauben 

muss, ihn zu akzeptieren oder anzufechten. Bei Abschluss des Rechtshilfe-

verfahrens durch eine Verfügung ist die Begründungspflicht auch im IRSG 

erwähnt (Art. 80d IRSG). Die Behörde muss die Vorbringen des Betroffenen 

sorgfältig und ernsthaft prüfen und in der Entscheidfindung berücksichtigen. 

Die Überlegungen, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche 

sich ihr Entscheid stützt, müssen daher wenigstens kurz genannt werden. 

Dies bedeutet indessen nicht, dass sich diese ausdrücklich mit jeder tatbe-

ständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte beschränken (BGE 142 II 49 E. 9.2; 138 I 232 E. 5.1). Die 

Behörde hat demnach in der Begründung ihres Entscheids diejenigen Argu-

mente aufzuführen, die tatsächlich ihrem Entscheid zugrunde liegen 

(BGE 126 I 97 E. 2b). Ob diese Überlegungen zutreffend sind und inhaltlich 

für den Entscheid ausreichen, ist nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, 

sondern betrifft den Entscheid in seinem materiellen Gehalt. 

 

7.2.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 hat sich die Be-

schwerdegegnerin in ihrer Schlussverfügung nicht nur über sieben Seiten 

detailliert zur Verhältnismässigkeit der herauszugebenden Bankunterlagen 

sondern über weitere drei Seiten zu den Einwendungen der Beschwerdefüh-

rerin 1 hinsichtlich der Herausgabe der Bankunterlagen und dabei insbeson-

dere auch zur geltend gemachten Verletzung des anwaltlichen Berufsge-

heimnisses geäussert (act. 1.4, S. 12 ff.). Die Beschwerdegegnerin hat dabei 

ausdrücklich auf die von der Beschwerdeführerin 1 mit der Stellungnahme 

vom 4. Juli 2024 eingereichten und von ihr kommentierten Datensätzen mit 

den Bankunterlagen Bezug genommen (vgl. act. 1.4, Rz. 74 ff.). Der Begrün-

dungspflicht wurde Folge geleistet, und eine sachgerechte Anfechtung war 

möglich. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt damit 

nicht vor. Eine andere Frage ist, ob diese Überlegungen zutreffend sind und 

inhaltlich für den Entscheid ausreichen, was vorliegend von der Beschwer-

deführerin 1 bestritten wird. Diese Frage betrifft – wie bereits ausgeführt – 

den Entscheid in seinem materiellen Gehalt, worauf in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen wird. 

 

7.3  

7.3.1 Vom Schutz des Anwaltsgeheimnisses im Sinne von Art. 264 Abs. 1 StPO 

sind nur Tatsachen und Dokumente umfasst, die mit der typischen Tätigkeit 

des Anwalts zusammenhängen (vgl. auch Art. 321 StGB). Zur berufsspezifi-

schen Anwaltstätigkeit gehören – dem straf- und anwaltsrechtlichen Schutz 

- 13 - 

 

 

des Berufsgeheimnisses (Art. 321 Ziff. 1 StGB und Art. 13 BGFA) entspre-

chend – namentlich Prozessführung und Rechtsberatung, nicht jedoch 

berufsfremde Aktivitäten (sog. akzessorische anwaltliche «Geschäftstätig-

keiten») wie Vermögensverwaltung, Verwaltungsratsmandate, Geschäfts-

führung oder Sekretariat eines Berufsverbandes, Mäkelei oder Inkassoman-

date (vgl. BGE 135 III 597 E. 3.3; 132 II 103 E. 2.1; jeweils m.w.H.). Ent-

scheidendes Kriterium für die Abgrenzung ist, ob bei den fraglichen Dienst-

leistungen die kaufmännisch operativen oder die anwaltsspezifischen Ele-

mente objektiv überwiegen (Urteile des Bundesgerichts 1B_264/2018 vom 

28. September 2018 E. 2.1; 1B_433/2017 vom 21. März 2018 E. 4.2 m.w.H.). 

Zu beachten ist, dass im Rechtshilfeverfahren und speziell im gerichtlichen 

Verfahren der Überprüfung der Schlussverfügung eine weitergehendende 

Substanziierungspflicht zum Anwaltsgeheimnis gilt als im nationalen Straf-

verfahren (TPF 2015 121 E. 7.3). 

7.3.2 Die Begründung der Beschwerdeführerin 1, alle Zahlungen der J. Rechtsan-

wälte AG (ausser Mietzahlungen) seien aus dem Recht zu weisen oder zu 

schwärzen, da bereits der Umstand, dass eine Beziehung zu einer Anwalts-

kanzlei bestehe, vom Berufsgeheimnis geschützt sei (act. 1, S. 11), reicht 

zur Substanziierung des Anwaltsgeheimnisses im Rechtshilfeverfahren nicht 

aus. Daran ändert auch nichts, dass in den Kontounterlagen Zahlungen an 

die J. Rechtsanwälte AG aufgeführt sind, mit den Vermerken «Pauschale 

Rechtsberatung» und «Honorarrechnung». Die Zahlungen an die J. Rechts-

anwälte AG unter dem Titel «Pauschale Rechtsberatung» erfolgten in der 

Zeit von Juli 2020 bis Januar 2023 mindestens alle zwei Monate, teilweise 

auch monatlich, und zwar stets im gleichen Betrag von CHF 10'770.–. 

Rechtsanwalt K. von der J. Rechtsanwälte AG ist Präsident des Verwal-

tungsrates der Beschwerdeführerin 1. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die 

regelmässigen Zahlungen in der immer gleichen Höhe im Zusammenhang 

mit dem Verwaltungsratsmandat von Rechtsanwalt K. erfolgten. Gleiches 

lässt sich zur Honorarnote vom 6. Januar 2021 in der Höhe von 

CHF 25'758.– an Rechtsanwalt K. sagen. Alleine aufgrund der Vermerke 

«Pauschale Rechtsberatung» und «Honorarrechnung» kann nicht automa-

tisch geschlossen werden, dass es sich hierbei um Vergütungen von an-

waltstypischer Tätigkeit handelt. Darauf hat die Beschwerdegegnerin in ihrer 

Schlussverfügung bereits zu Recht hingewiesen. Die Beschwerdeführerin 1 

macht keine Ausführungen zum Hintergrund der Zahlung und weshalb diese 

den Anwaltsgeheimnis unterliegen sollen. Sie beschränkt sich – wie bereits 

dargelegt – auf den Umstand, dass eine Beziehung zu einer Anwaltskanzlei 

bestehe, weshalb das Berufsgeheimnis geschützt sei. Damit kommt die Be-

schwerdeführerin 1 ihrer Substantiierungspflicht nicht nach, weshalb ihre 

Rüge mangels hinreichender Begründung abzuweisen ist. 

 

- 14 - 

 

 

7.4  

7.4.1 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (statt vieler vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2022.174 vom 5. Juli 2023 E. 7.2.1). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolg-

ten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet 

sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor-

wand für eine unzulässige Beweisausforschung («fishing expedition») er-

scheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2; 136 IV 82 E. 4.1). Ob 

die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig 

oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem 

Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Der ersuchte 

Staat ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu 

übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachver- 

halt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für 

das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. po-

tentielle Erheblichkeit; BGE 136 IV 82 E. 4.4; 128 II 407 E. 6.3.1; 122 II 367 

E. 2c; TPF 2009 161 E. 5.1 m.w.H.). Hierbei ist auch zu beachten, dass für 

das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlas-

tende Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Ver-

dacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.).  

 

Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen 

gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 

E. 4.1). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzi-

siert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der ange-

strebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Vorausset-

zungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann 

eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermie-

den werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 

E. 5.1).  

 

Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-

mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind, so sind 

die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio-

nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden 

sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3; 

TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.).  

7.4.2 Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss nur aufzeigen, dass zwischen den 

von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der Straf-

untersuchung ein ausreichender Sachzusammenhang besteht und diejeni-

gen Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht zulässig ist 

- 15 - 

 

 

(BGE 122 II 367 E. 2c). Es ist demgegenüber Sache des von der Rechtshil-

femassnahme Betroffenen, klar und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu 

übermittelnden Unterlagen und Auskünfte den Rahmen des Ersuchens über-

schreiten oder für das ausländische Verfahren von keinerlei Interesse sein 

sollen (BGE 122 II 367 E. 2c). Für die vorzunehmende Ausscheidung der 

Unterlagen stützt sich die ausführende Behörde auf den Inhaber der Unter-

lagen ab, welcher nicht nur das Recht auf Teilnahme an der Triage, sondern 

auch die Obliegenheit hat, die Rechtshilfebehörde bei dieser Triage zu 

unterstützen (BGE 130 II 14 E. 4.3; 126 II 258 E. 9b/aa; 122 II 367 E. 2d, je 

mit Hinweisen).  

Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von sich aus nach Aktenstücken, die im 

ausländischen Verfahren (mit Sicherheit) nicht erheblich sein könnten 

(BGE 130 II 14 E. 4.3; 126 II 258 E. 9b/aa; Urteile des Bundesgerichts 

1A.223/2006 vom 2. April 2007 E. 4.1 sowie 1A.184/2004 vom 22. April 2005 

E. 3.1). 

7.4.3 Dem Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 sowie den Ergänzungen 

vom 29. September 2022 und 12. Oktober 2022 liegt folgender Sachverhalt 

zugrunde:  

Nach dem Zerfall der Sowjetunion sei das Eigentum an einem Teil der Öl-

pipeline «[…]», die sich auf dem Territorium der Ukraine befinde, gemäss 

der damals geltenden Gesetzgebung für den Staat der Ukraine anerkannt 

worden. Ab 1992 seien jedoch sämtliche Gebäude, Strukturen und techno-

logischen Objekte, die zu dieser Ölpipeline gehört hätten, entgegen den 

gesetzlichen Anforderungen, von einer Gesellschaft, die von der Regierung 

der Russischen Föderation über den Konzern D. kontrolliert worden sei, wie 

folgt genutzt worden: 

Funktionäre der C. Bezirksverwaltung für Haupterdölproduktion in Z./Ukraine 

hätten mit Unterstützung von weiteren ukrainischen und russischen Funktio-

nären sowie von mehreren Verantwortlichen von Unternehmen dafür 

gesorgt, dass der ukrainische Teil der Erdölleitung […] mit den dazugehöri-

gen Anlagen nach deren Eigentumsübergang von der Sowjetunion an die 

Ukraine von der C. angeeignet und genutzt worden sei. Die C. sei eine Toch-

tergesellschaft des südwestlichen Unternehmens für Haupterdölproduktlei-

tungen mit Sitz in Y./Russland gewesen, welche ihrerseits dem russischen 

Konzern D. gehört habe. Die Aneignung des Abschnittes der Erdölleitung 

[…] und die damit einhergehende Bereicherung sei durch verschiedenste 

Rechtsumwandlungen und Eigentumsübertragungen vertuscht worden. Zu 

diesem Zweck sei auf der Basis der C. im Jahr 1993 die Gesellschaft L. er-

richtet worden, die 2001 in die Gesellschaft M. und im Jahr 2017 schliesslich 

- 16 - 

 

 

in eine GmbH umgewandelt worden sei. Die Muttergesellschaft der C. habe 

im gleichen Zeitraum eine Umwandlung vom südwestlichen Unternehmen in 

die N. AG erfahren. In der Folge sei die Beschwerdeführerin 1 mit Sitz in St. 

Gallen durch Abschluss der Kaufverträge vom 19. August 2015 und vom 20. 

April 2017 Eigentümerin der N. AG bzw. der M. geworden. Der Eigentümer 

der Beschwerdeführerin 1 sei der Beschwerdeführer 2. Es habe festgestellt 

werden können, dass die Beschwerdeführerin 1 bei der Bank F. in Zürich ein 

Bankkonto mit der IBAN Nr. 2 habe. 

Es bestehe weiter der Verdacht, dass Aktionäre der jeweiligen Rechtsnach-

folger der C. durch die Ausschüttung von Dividenden und einige ukrainische 

Funktionäre durch den Erhalt von Geldbeträgen auf ihre Bankkonten von der 

oben dargelegten Aneignung profitiert hätten. Auch der am 2. April 2018 zwi-

schen der Beschwerdeführerin und der M. geschlossene Vertrag Nr. 177/08-

2018 habe die Bereicherung an der hiervor beschrieben Aneignung des uk-

rainischen Staatseigentums an mutmasslich in der Schweiz liegenden Bank-

konti der Beschwerdeführerin 1 bezweckt. 

7.4.4 Die ersuchende Behörde verfügt über konkrete Hinweise, dass auf dem 

Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank E. mit den IBAN 2, 3 und 4 

möglicherweise Gelder deliktischer Herkunft einbezahlt worden sind. Die 

Schlussverfügung bezieht sich dabei auf diese Geschäftsbeziehung (Nr. 1) 

der Beschwerdeführerin 1 bei der genannten Bank, weshalb die Unterlagen, 

deren Herausgabe verfügt werden, für das ausländische Verfahren bereits 

aus diesem Grund als potentiell erheblich einzustufen sind. Die Beschwer-

degegnerin hat darüber hinaus im Rahmen der angefochtenen Schlussver-

fügung mit Hinweis auf die Bankunterlagen überzeugend dargelegt, es be-

stehe der Verdacht, dass die betreffende Kundenbeziehung, lautend auf die 

Beschwerdeführerin 1, bei der Bank E. einen objektiven Zusammenhang mit 

den zu untersuchenden Straftaten habe. Dieser Verdacht ergebe sich bereits 

aus der Prüfung der Eröffnungs- und Korrespondenzunterlagen der betref-

fenden Bankverbindung der Beschwerdeführerin 1. Darauf kann ohne 

Weiteres verwiesen werden. So führt die Beschwerdegegnerin insbesondere 

aus, den KYC-Unterlagen sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin 1 

Rohstoffe mittels Pipeline über die ukrainische Tochtergesellschaft M. von 

der belarussischen/ukrainischen bis zur ungarischen/ukrainischen Grenze 

transportiert habe. Gestützt auf die Kontounterlagen habe festgestellt 

werden können, dass zwischen der Beschwerdeführerin 1 der M. grössere 

Transaktionen erfolgt seien. So seien in den Jahren 2017 bis 2019 auf das 

USD-Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank E. Überweisungen in der 

Höhe von mehreren Hunderttausend USD erfolgt, wobei als Zahlungszweck 

jeweils «Payment of dividends» angegeben worden sei. Im Jahr 2020 seien 

keine Gutschiften mehr sondern Belastungen auf dem USD-Konto der 

- 17 - 

 

 

Beschwerdeführerin 1 zu verzeichnen, nämlich ebenfalls wieder in der Höhe 

von mehreren Hunderttausend Dollar zugunsten der M. Als Zahlungszweck 

seien jeweils verschiedene Verträge angegeben worden, wie zum Beispiel 

Darlehensverträge. Die Beschwerdegegnerin konnte ferner etliche Überwei-

sungen an den Beschwerdeführer 2, und die O. S.R.O. feststellen. 

Ausserdem verweist sie auf ein sich bei den Bankunterlagen befindendes 

«Performance Agreement» vom 14. Februar 2020 zwischen der P. SA und 

der Beschwerdeführerin 1. Demgemäss stellte die Beschwerdeführerin 1 für 

die P. SA Transportdienstleistungen für Ölprodukte durch die in ihrem Eigen-

tum stehenden Ölpipeline in der Ukraine sicher, wofür ihr die P. SA Zahlun-

gen leistete. Gemäss Kontounterlagen habe die P. SA im Jahre 2020 

USD 9.6 Mio. und im Jahr 2021 USD 1 Mio. auf das Konto der Beschwerde-

führerin 1 bei der Bank E. überwiesen. Um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden, kann auf die entsprechenden Erwägungen in der Schlussverfü-

gung verwiesen werden (vgl. Schlussverfügung, Ziff. 56 ff.). Ziel des 

Rechtshilfeersuchens ist die Ermittlung der Geldflüsse und der wirtschaftlich 

Berechtigten an den fraglichen Vermögenswerten. Vor diesem Hintergrund 

sind die Bankunterlagen der Beschwerdeführerin 1 potentiell geeignet, mög-

liche Geldflüsse im Zusammenhang mit dem Rechtshilfeersuchen geschil-

derten Sachverhalt aufzudecken. Wie bereits ausgeführt, entspricht es der 

Rechtsprechung, dass die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich 

alle sichergestellten Aktenstücke zu übermitteln haben, welche sich auf den 

im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen können. Dies gerade dann, 

wenn das Rechtshilfeersuchen, wie vorliegend, auf die Ermittlung abzielt, auf 

welchem Weg Geldmittel mutmasslich strafbarer Herkunft verschoben wur-

den. Zur Rekonstruktion der Geldflüsse können somit auch Überweisungen, 

welche im Zusammenhang mit Lohnzahlungen, Krankenkassenprämienzah-

lungen, Mietzahlungen etc. getätigt wurden, für die untersuchenden Strafbe-

hörden in der Ukraine relevant sein. Darauf hat die Beschwerdegegnerin zu 

Recht hingewiesen. Die Beschwerdeführerin 1 legt denn auch nicht dar, 

inwiefern die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin nicht 

zutreffend sein sollen. Im Übrigen sind die Überweisungen auch als potentiell 

relevant zu bezeichnen, um darauf Rückschlüsse be- aber auch entlastender 

Natur über das den Beschuldigten vorgeworfene Verhalten zu ziehen. 

Soweit die Beschwerdeführerin 1 die Verhältnismässigkeit in zeitlicher Hin-

sicht rügt, indem sie pauschal geltend macht, viele Zahlungen würden aus 

einem Zeitraum datieren, der gemäss Rechtshilfeersuchen irrelevant sei, ist 

zunächst darauf hinzuweisen, dass ein angeblicher Deliktszeitraum den Zeit-

raum der zu erhebenden Unterlagen nicht darauf einschränkt. Insbesondere 

können Kontoeröffnungsunterlagen und Dokumente, welche die Verflech-

tung zwischen zahlreichen Unternehmen belegen, unabhängig ihres Datums 

potentiell erheblich sein. Ebenso können Unterlagen, die Kontobewegungen 

- 18 - 

 

 

zum Inhalt haben, nach dem Deliktszeitraum für die vollständige Rekonstruk-

tion der mutmasslich deliktischen Geldflüsse massgeblich sein. Vor diesem 

Hintergrund sind sämtliche von der Schlussverfügung betroffenen Unterla-

gen als potentiell erheblich einzustufen und der ersuchenden Behörde her-

auszugeben.  

 

Zusammenfassend steht fest, dass eine Verletzung des Verhältnismässig-

keitsprinzip nicht auszumachen ist und die diesbezügliche Rüge fehl geht. 

 

 

8. Andere Rechtshilfehindernisse werden nicht genannt und sind auch nicht 

ersichtlich. Die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

 

 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Beschwer-

deführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 4'000.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR), unter Anrechnung des geleisteten Kosten-

vorschusses in gleicher Höhe. 

 
  

- 19 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.– wird den Beschwerdeführern auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 12. August 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Ramon Bühler 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).