# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 561328b1-9d8c-5cc4-a27c-5426b338c692
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 21.08.2025 ZSU.2025.179
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2025-179_2025-08-21.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 3. Kammer 

 

ZSU.2025.179  
([...])  

Art. 57 

 

Entscheid vom 21. August 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Massari, Präsidentin  

Oberrichter Holliger 

Oberrichterin Merkofer 

Gerichtsschreiber i.V. F. Steiner         

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____,  

[…] 

 

    

 

 
 

Gegenstand  Eheschutz / Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Entscheid vom 13. Juni 2025 wurde das von B._____ (Gesuchstellerin 

im Verfahren [...] betreffend Eheschutz) mit Eingabe vom 26. Septem-

ber 2022 gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege vom Bezirksgericht Zurzach, Präsidium des Familiengerichts, bewil-

ligt. Als unentgeltliche Rechtsvertreterin wurde die von B._____ bevoll-

mächtigte Beschwerdeführerin eingesetzt.  

 

2. 

2.1. 

Die Beschwerdeführerin reichte beim Bezirksgericht Zurzach am 

31. März 2025 für ihre Tätigkeit eine Kostennote über den Betrag von 

Fr. 10'640.25 (inkl. Fr. 265.72 Auslagen und Fr. 786.20 Mehrwertsteuer) 

ein.  

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 23. Juni 2025 stellte die Gerichtspräsidentin von Zurz-

ach fest, dass die Beschwerdeführerin keine Kostennote eingereicht habe 

und wies die Gerichtskasse an, der Beschwerdeführerin ein Honorar von 

Fr. 6'788.60 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszubezahlen.  

 

3. 

Gegen die ihr am 24. Juni 2025 zugestellte Verfügung vom 23. Juni 2025 

erhob die Beschwerdeführerin am 3. Juli 2025 beim Obergericht des Kan-

tons Aargau Beschwerde, mit dem Hauptantrag, ihr eine Entschädigung 

von Fr. 10'640.25 auszurichten. 

 

4. 

4.1. 

Mit Verfügung vom 2. Juli 2025 berichtigte die Gerichtspräsidentin von 

Zurzach Dispositiv-Ziffer 1 ihrer Verfügung vom 23. Juni 2025. Die Ge-

richtskasse wurde angewiesen, der Beschwerdeführerin ein Honorar von 

Fr. 6'878.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszubezahlen.  

 

4.2. 

Gegen die ihr am 7. Juli 2025 zugestellte Verfügung vom 2. Juli 2025 erhob 

die Beschwerdeführerin am 8. Juli 2025 beim Obergericht des Kantons 

Aargau Beschwerde, wiederum mit dem Hauptantrag, ihr eine Entschädi-

gung von Fr. 10'640.25 auszurichten. 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Gegen den Entscheid über die Höhe der Entschädigung eines unentgeltli-

chen Rechtsbeistandes (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO) ist die Beschwerde ge-

geben (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO), sofern der Kostenentscheid wie vorlie-

gend selbständig, d.h. nicht zusammen mit der Hauptsache, angefochten 

wird (Art. 110 ZPO). Mit der Beschwerde können die unrichtige Rechtsan-

wendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes 

geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO).  

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz erwog in den angefochtenen Verfügungen, die Grundent-

schädigung für ein durchschnittliches Eheschutzverfahren betrage 

Fr. 3'350.00, womit die Instruktion, das Aktenstudium, die rechtlichen Ab-

klärungen, die Korrespondenz, Telefongespräche sowie eine Rechtsschrift 

und die Teilnahme an einer behördlichen Verhandlung abgedeckt seien. 

Damit sei das Gesuch vom 20. September 2022 sowie das verbesserte Ge-

such vom 26. September 2022 bereits abgegolten. Hinzu kämen vier wei-

tere Rechtsschriften. Die Eingaben vom 28. November 2024 und 24. Feb-

ruar 2025 würden die Grundentschädigung um 20 % respektive 10 % er-

höhen. Die freiwilligen Stellungnahmen vom 18. und 31. März 2025 würden 

die Grundentschädigung um je 5 % erhöhen. Demgemäss erhöhe sich die 

Grundentschädigung um insgesamt 40 %. Aufgrund der vielen fremdspra-

chigen Unterlagen und den Fragen nach der internationalen Zuständigkeit 

und des anwendbaren Rechts seien zusätzlich ausserordentliche Zu-

schläge i.S.v. § 7 des Dekrets über die Entschädigung der Anwälte (An-

waltstarif, AnwT) von [insgesamt] 30 % zu gewähren. Die Einreichung einer 

Kostennote würde an der Festsetzung der Entschädigung nichts ändern, 

da diese anhand einer Grundentschädigung sowie weiterer Erhöhungen 

und Zuschläge festgesetzt werde. Einzig in Bezug auf die Auslagen sei die 

Kostennote massgebend. Folglich setzte die Vorinstanz die Entschädigung 

der Beschwerdeführerin für das Eheschutzverfahren auf Fr. 6'878.10 

(= Fr. 6'097.00 [Grundentschädigung inkl. Zuschläge gemäss § 6 Abs. 3 

und § 7 Abs. 1 AnwT] zzgl. Fr. 265.72 Auslagen und Fr. 515.38 Mehrwert-

steuer) fest.  

 

2.2. 

Die Beschwerdeführerin bringt in ihren Beschwerden im Wesentlichen vor, 

die Vorinstanz sei ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen, indem 

sie die eingereichte Kostennote um fast die Hälfte gekürzt habe, ohne dar-

zulegen, welche Aufwandpositionen inwiefern ungerechtfertigt seien. Im 

Gegensatz zu einem Standard-Eheschutzverfahren habe das vorliegende 

Eheschutzverfahren einen signifikant höheren Aufwand ausgewiesen, was 

Resultat der mehrjährigen Verfahrensdauer sowie der Komplexität der 

 - 4 - 

 

 

internationalrechtlichen Fragen gewesen sei. Auch habe der Aufwand für 

die Hauptverhandlung am 25. November 2024 über 6 Stunden betragen. 

Die Vorinstanz habe den vorliegenden Fall ebenfalls als komplex erachtet, 

was sich aus dem über 60 Seiten langen Entscheid ableiten lasse. In der 

Lehre werde festgehalten, dass die pauschale Entschädigung von 

Fr. 3'350.00 für ein durchschnittliches Eheschutzverfahren im Kanton Aar-

gau dazu führen könne, dass der tatsächliche Aufwand nicht angemessen 

vergütet werde. Die Ansätze seien derart tief, dass eine kostendeckende 

Vertretung unter Einhaltung der anwaltlichen Sorgfaltspflicht von vornhe-

rein unrealistisch erscheine. Wenngleich eine pauschalisierende Entschä-

digung grundsätzlich zulässig sei, setze diese aber voraus, dass die Stun-

denentschädigung von Fr. 180.00 eingehalten werde. Kein Spielraum für 

eine abstrahierende Bemessungsweise bestehe, wenn eine Entschädi-

gung zugesprochen werden soll, die im Ergebnis zu einem Stundenansatz 

von deutlich unter Fr. 180.00 führen würde. Der dies festhaltende Leitent-

scheid BGE 132 I 201 sei mittlerweile bereits über 20-jährig, weshalb die 

neuere Lehre zum Schluss komme, dass der Stundensatz sich heute in der 

Grössenordnung von Fr. 210.00 – 200.00 [sic] bewegen müsse. Die von 

der Vorinstanz zugesprochene Entschädigung von Fr. 6'097.00 (ohne Aus-

lagen und Mehrwertsteuer) würde beim geltend gemachten Aufwand von 

43.35 Stunden zu einem Stundenansatz von gerundet Fr. 140.00 führen. 

Dies liege unter dem verfassungsmässig garantierten Standard und sei da-

her unzulässig.  

 

3. 

3.1. 

Die kantonale Tarifhoheit (Art. 96 ZPO) umfasst die Kompetenz der Kan-

tone, die Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes 

zu regeln. Der Bundesgesetzgeber hat darauf verzichtet, in der Schweize-

rischen Zivilprozessordnung die Entschädigung des unentgeltlichen 

Rechtsanwaltes zu regeln und den Grundsatz der vollen Entschädigung 

durchzusetzen. Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO verlangt lediglich, dass die Ent-

schädigung angemessen sein muss (Urteil des Bundesgerichts 

5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.1 unter Hinw. auf BGE 137 III 

185 E. 5.2). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Im Kanton Aargau bemisst sich die Entschädigung der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung in Zivilsachen gemäss § 10 AnwT nach den §§ 3–8 

AnwT. Gemäss § 3 Abs. 1 lit. b AnwT wird bei nicht vermögensrechtlichen 

Streitsachen, worunter auch die Festsetzung familienrechtlicher Unter-

halts- und Unterstützungsbeiträge fällt (lit. d), die Grundentschädigung 

nach dem mutmasslichen Aufwand des Anwaltes sowie nach der Bedeu-

tung und der Schwierigkeit des Falles im Rahmen von Fr. 1'210.00 bis 

Fr. 14'740.00 festgesetzt. In Summarsachen – dazu zählen Eheschutz-, 

 - 5 - 

 

 

Präliminar- und die entsprechenden Abänderungsverfahren (Art. 271 lit. a 

und Art. 276 ZPO), nicht aber die Vollstreckungsverfahren – beträgt die 

Grundentschädigung 25–100 % dieses Ansatzes (§ 3 Abs. 2 AnwT). Mit 

der expliziten Erwähnung des "mutmasslichen Aufwands des Anwaltes" ne-

ben der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles als Bemessungskriterium 

in der per 1. Juli 2011 in Kraft getretenen Fassung von § 3 Abs. 1 lit. b 

AnwT wurde der Charakter dieser Bestimmung als Pauschaltarif nicht ge-

ändert (AGVE 2013 Nr. 75 S. 396 f.). 

 

3.2.2. 

Durch die Grundentschädigung gemäss § 3 AnwT sind abgegolten: Instruk-

tion, Aktenstudium, rechtliche Abklärungen, Korrespondenz und Telefon-

gespräche sowie eine Rechtsschrift und die Teilnahme an einer behördli-

chen Verhandlung (§ 6 Abs. 1 AnwT). Wird das Verfahren nicht vollständig 

durchgeführt oder vertrat der Anwalt eine Partei nicht während des ganzen 

Verfahrens, vermindert sich die Entschädigung gemäss den §§ 3–6 AnwT 

entsprechend den Minderleistungen des Anwaltes (§ 6 Abs. 2 AnwT). Für 

zusätzliche Rechtsschriften und Verhandlungen erhöht sich die Grundent-

schädigung um je 5–30 %. Praxisgemäss wird ein Zuschlag von 20 % für 

eine zweite Rechtsschrift und eine zweite Verhandlung sowie von 10 % für 

die Stellungnahme zu einer Expertise gewährt (AGVE 1991 S. 74). Plädo-

yernotizen gelten nicht als zusätzliche Rechtsschriften, sondern werden mit 

der Vergütung für die Verhandlung erfasst (Entscheid des Obergerichts 

ZSU.2022.37 vom 4. April 2022 E. 3.3). Überflüssige Eingaben fallen nicht 

in Betracht (§ 6 Abs. 3 AnwT). 

 

Erfordert ein Verfahren ausserordentliche Aufwendungen eines Anwaltes, 

kann die Entschädigung gemäss den §§ 3–6 AnwT um bis zu 50 % erhöht 

werden (§ 7 Abs. 1 AnwT). Erfordert ein Verfahren nur geringe Aufwendun-

gen, vermindert sich die Entschädigung um bis zu 50 % (§ 7 Abs. 2 AnwT). 

Bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten ist ausserordentlichem Auf-

wand allerdings stets im Rahmen einer Erhöhung der Grundentschädigung 

nach § 3 Abs. 1 lit. b AnwT Rechnung zu tragen. Diesfalls werden die Kri-

terien der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles bereits beim innerhalb 

des Rahmens von Fr. 1'210.00 bis Fr. 14'740.00 festzulegenden Grundho-

norar gemäss § 3 Abs. 1 lit. b AnwT berücksichtigt. Insofern bleibt für die 

Anwendung von § 7 Abs. 1 AnwT kein Raum mehr (AGVE 1996 Nr. 27 

S. 91). 

 

3.2.3. 

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2022 des Obergerichts des Kantons Aar-

gau betreffend Parteientschädigungen in familienrechtlichen Verfahren 

wurde unter Berücksichtigung der bisherigen Praxis und der zunehmenden 

Komplexität familienrechtlicher Verfahren festgelegt, dass per 1. Januar 

2023 von folgenden Grundentschädigungen in familienrechtlichen Verfah-

ren ausgegangen wird: 

 - 6 - 

 

 

− im durchschnittlichen Ehescheidungsverfahren: Fr. 4'500.00 

− im durchschnittlichen Präliminar-/Eheschutzverfahren: Fr. 3'350.00 

− im durchschnittlichen Verfahren betreffend Abänderung Präliminar-

/Eheschutzentscheid: Fr. 2'700.00 

− im durchschnittlichen Verfahren im Kindes- und Erwachsenen-

schutz: Fr. 2'700.00 

 

3.3. 

3.3.1. 

3.3.1.1. 

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das vorliegende Verfahren sei 

aufwändiger als ein durchschnittliches Eheschutzverfahren und verlange 

dementsprechend nach einer höheren Entschädigung, scheint sie zu über-

sehen, dass dies auch die Vorinstanz erkannt und berücksichtigt hat, indem 

sie gestützt auf § 7 AnwT einen Zuschlag von 30 % gewährte. Zwar war die 

vorinstanzliche Vorgehensweise nach dem Gesagten (E. 3.2.2) systema-

tisch nicht korrekt, weil in nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten § 7 

AnwT grundsätzlich nicht zur Anwendung kommt, sondern der überdurch-

schnittliche Aufwand bereits bei der Festlegung der Grundentschädigung 

zu berücksichtigen, d.h. die Pauschale zu erhöhen ist. Eine Korrektur än-

dert rechnerisch im vorliegenden Fall aber nichts am Ergebnis, weshalb es 

mit diesem Hinweis sein Bewenden hat. 

 

Der von der Vorinstanz gewährte Zuschlag von 30 %, welcher bezogen auf 

die Grundentschädigung von Fr. 3'350.00 einer Erhöhung von Fr. 1'005.00 

entspricht, wird von der Beschwerdeführerin zwar gerügt, indem sie geltend 

macht, dass es sich "klarerweise" nicht um ein Standard-Eheschutzverfah-

ren gehandelt habe. Der signifikant höhere Aufwand resultiere nicht nur aus 

der mehrjährigen Dauer des Verfahrens, sondern auch aus der Komplexität 

der internationalen Rechtsfragen. Diese hätten sich aus dem saudi-arabi-

schen Wohnsitz der Gegenpartei, einer möglichen Kindsentführung sowie 

der Frage nach der Zuständigkeit eines schweizerischen Gerichts ergeben. 

Diese Ausführungen reichen indes nicht aus, um den geltend gemachten 

Aufwand zu begründen (vgl. dazu E. 3.4). Eine überjährige Verfahrens-

dauer in Eheschutzverfahren mit Auslandsbezug ist zudem keine Selten-

heit, abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin nicht darlegt, wes-

halb ihr dadurch ein wesentlicher Mehraufwand entstanden sein soll. Zwar 

ergibt sich aus den Akten, dass nach der Gesuchstellung am 26. Septem-

ber 2022 bis zur Gesuchsantwort der Gegenpartei am 1. respektive 18. No-

vember 2024 in der Sache selber nichts ging, im Anschluss daran jedoch 

die Verhandlung am 25. November 2024 stattfand und die letzten Eingaben 

im März 2025 erfolgten. Ein erneutes Einarbeiten in die Materie nach Ein-

gang einer gegnerischen Rechtsschrift ist aber ebenfalls nichts Ausserge-

wöhnliches und erfordert kein über das normale Mass hinausgehendes auf-

wändiges Wiedereinarbeiten in die Materie nach grösseren Unterbrüchen.  

 

 - 7 - 

 

 

Die behauptete Kindsentführung war im Eheschutzverfahren sodann einzig 

bezüglich der örtlichen Zuständigkeit von Belang. Die Vorinstanz erachtete 

auch diesen Punkt als einen die Grundentschädigung erhöhenden Um-

stand. Ob dies zutreffend ist, kann offen gelassen werden. Dies zum einen, 

weil die Beschwerdeführerin sich auch diesbezüglich sowie der internatio-

nalen Rechtsfragen wegen nicht substanziiert zu dem ihr deswegen angeb-

lich übermässig entstandenen Aufwand äussert und sich Entsprechendes 

auch nicht etwa anhand ihrer Ausführungen in den vorinstanzlichen 

Rechtsschriften nachvollziehen lässt. Zum anderen aber auch mit Blick da-

rauf, dass im vorliegenden Fall die Obhut über die Kinder von Beginn weg 

unbestritten war, womit das Eheschutzverfahren in diesem Punkt nicht ei-

nem durchschnittlichen Fall entsprach. Auch so betrachtet erweist sich die 

Erhöhung der Grundentschädigung um total Fr. 1'005.00 wegen fremdspra-

chigen Materials, der Frage der internationalen Zuständigkeit sowie des 

anwendbaren Rechts jedenfalls als angemessen.  

 

3.3.1.2. 

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass ihr im Zusammenhang 

mit der Hauptverhandlung überdurchschnittlicher Aufwand entstanden sei, 

weil diese inklusive Hin- und Rückreise über 6 Stunden in Anspruch ge-

nommen habe.  

 

Die reine Verhandlungsdauer betrug 2.5 Stunden (act. 152), lag somit im 

Durchschnitt. Die Reise von S._____ nach Bad-Zurzach dauert gemäss 

Routenplaner sowohl mit dem Auto als auch dem Zug ungefähr eine 

Stunde, weshalb unter Berücksichtigung von allfälligen Verkehrsstörungen 

mit einer Reisezeit für beide Wege von insgesamt 3 Stunden zu rechnen 

ist. Diese Dauer erscheint überdurchschnittlich, was eine Erhöhung der 

Grundentschädigung zur Folge hat. Da die Reisezeit nicht mit der Arbeits-

zeit gleichzusetzen ist, sind der Beschwerdeführerin hierfür ermessens-

weise Fr. 200.00 auszurichten.  

 

3.3.2. 

Die Grundentschädigung beträgt somit Fr. 4'555.00 (= Fr. 3'350.00 [Grun-

dentschädigung für durchschnittlichen Fall] + Fr. 1'205.00 [übermässiger 

Aufwand]).  

 

3.3.3. 

Die Grundentschädigung wurde von der Vorinstanz sodann aufgrund der 

Eingaben vom 28. November 2024 und 24. Februar 2025 und den freige-

stellten Stellungnahmen vom 18. und 31. März 2025 gestützt auf § 6 Abs. 3 

AnwT um insgesamt 40 % erhöht. Die Beschwerdeführerin begründet auch 

hier nicht substanziiert, inwiefern ihr prozessuales Handeln mit diesen Zu-

schlägen finanziell nicht abgedeckt sein soll, sondern belässt es wiederum 

beim pauschalen Verweis auf die Komplexität des Falles. Dieser wurde 

 - 8 - 

 

 

jedoch, wie eben aufgezeigt, bereits mit der Erhöhung der Grundentschä-

digung Rechnung getragen.  

 

Es bleibt deshalb bei einer Erhöhung der Grundentschädigung von 40 %. 

Unter Berücksichtigung von Auslagen und Mehrwertsteuer resultiert eine 

Entschädigung von gerundet Fr. 7'181.00 (Fr. 6'377.00 [= Fr. 4'555.00 + 

Fr. 1'822.00 {Zuschläge von 40 %} zzgl. Auslagen von Fr. 265.72 und 

8.1 % Mehrwertsteuer von Fr. 538.05).  

 

3.4. 

Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Vorinstanz die eingereichte Kosten-

note so gekürzt habe, dass der Stundenansatz unter dem garantierten Mi-

nimum liege, ohne dies im Einzelnen zu begründen, weshalb sie ihr recht-

liches Gehör verletzt habe.  

 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zulässig, das Honorar 

der unentgeltlichen Rechtsvertreterin nach Pauschalen, wie sie der aargau-

ische Anwaltstarif vorsieht, zu bemessen. Ein solches Vorgehen dient der 

Gleichbehandlung und begünstigt eine effiziente Mandatsführung. Zudem 

entlasten sie das Gericht davon, sich mit der Aufstellung des erbrachten 

Zeitaufwands im Einzelnen auseinandersetzen zu müssen (BGE 143 IV 

453 E. 2.5.1 m.w.H.). Deshalb setzt das pauschalisierende Vorgehen – ent-

gegen einzelnen nicht in der amtlichen Sammlung publizierten Bundesge-

richtsentscheiden, insbesondere dem von der Beschwerdeführerin erwähn-

ten Entscheid 5A_157/2015 vom 12. November 2015 (E. 3.3.2) – nicht eine 

systematische Kontrollrechnung mit einem Stundenansatz von Fr. 180.00 

voraus. Es ist nicht in das Belieben der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 

gestellt, durch das Aufschreiben einer übermässigen Anzahl Stunden auf 

die Festsetzung des Grundhonorars Einfluss zu nehmen. Richten sich Ho-

norarpauschalen nicht in erster Linie nach dem Umfang der Bemühungen, 

ist der tatsächlich geleistete Aufwand zunächst nur sehr bedingt massge-

bend. Gleichwohl sind die sachbezogenen und angemessenen Bemühun-

gen zu entschädigen. Wird mit Blick auf den in der Gebührenverordnung 

gesetzten Rahmen erkennbar, dass der geleistete Aufwand auch nach ei-

nem Minimalansatz zu einer Entschädigung führt, welche über das Mass 

dessen hinausgeht, was für Fälle der betreffenden Art üblicherweise als 

geboten und damit entschädigungspflichtig angesehen wird, muss die un-

entgeltliche Rechtsvertreterin - von sich aus, gegebenenfalls auf gerichtli-

che Aufforderung hin - darlegen, inwiefern zur gehörigen Erledigung des 

Prozessmandats ein solcher Aufwand erforderlich war. Die blosse Auflis-

tung von Aufwandpositionen in der Honorarnote ist hierfür nicht ausrei-

chend. Jedenfalls wenn eine Anwältin weiss oder zumindest in Erfahrung 

bringen kann, auf welchen Pauschalbetrag die zuständige Behörde in 

durchschnittlichen Verfahren gleicher Art die Grundentschädigung praxis-

gemäss festsetzt, hat die Rechtsvertreterin eine substanziierte Begründung 

 - 9 - 

 

 

ihres Honoraranspruchs zu erbringen (zum Ganzen BGE 143 IV 453 

E. 2.5.1 m.H.).  

 

Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich offensichtlich um eine erfah-

rene Rechtsanwältin (Rz. 14 der Beschwerde vom 8. Juli 2025). Von ihr 

kann deshalb verlangt werden, die hiesige Praxis im Zusammenhang mit 

Kostennoten zu kennen oder ansonsten sich darüber zu informieren, bevor 

sie eine Kostennote einreicht. Angesichts der Grundentschädigung von 

Fr. 3'350.00 für ein durchschnittliches Eheschutzverfahren und eines dar-

aus resultierenden Stundenansatzes von möglicherweise weniger als 

Fr. 180.00 wäre es an der Beschwerdeführerin gelegen, aufzuzeigen, in-

wiefern ihr Aufwand erforderlich war. Die blosse Auflistung der einzelnen 

Aufwandpositionen in der eingereichten Honorarnote ist dafür nicht ausrei-

chend. Mangels substanziierter Begründung des Honoraranspruchs war 

die Vorinstanz nicht gehalten gewesen, aufzuzeigen, welche Aufwandposi-

tion sie inwiefern als ungerechtfertigt erachtete. Eine Verletzung des recht-

lichen Gehörs kann ihr demzufolge nicht vorgeworfen werden.  

 

4. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens, die Beschwerdeführerin unterliegt zu 

mehr als 90 %, rechtfertigt es sich, die obergerichtliche Entscheidgebühr 

von Fr. 1'000.00 (§ 8 GebührD) vollständig der Beschwerdeführerin aufzu-

erlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr wird mit dem von ihr 

in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet (Art. 111 Abs. 1 

ZPO). Anspruch auf Entschädigung besteht bei diesem Verfahrensaus-

gang nicht. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziffer 1./1. der 

Verfügung des Gerichtspräsidiums Zurzach vom 2. Juli 2025 aufgehoben 

und wie folgt ersetzt: 

 
1. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 
lic. iur. A._____, […] S._____, das gerichtlich festgelegte Honorar für die 
unentgeltliche Rechtsvertretung der Gesuchstellerin in Höhe von 
CHF 7'181.00 (inkl. Auslagen und MWSt.) auszubezahlen. 
 
[…] 

 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

 

 - 10 - 

 

 

2. 

Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 

  

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

  

Mitteilung an:  

[…] 
 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens 

Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 3'762.15. 

 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die subsidi-

äre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, so-

weit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 1, Art. 90, 

Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 - 11 - 

 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungs-

beschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen 

(Art. 119 Abs. 1 BGG). 

 

 
   

Aarau, 21. August 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

 

Massari F. Steiner