# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d371295a-65b3-5157-a39f-d6732aa9bb34
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-23
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 23.01.2023 Z2 2022 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z2-2022-60_2023-01-23.pdf

## Full Text

20230109_093609_ANOM.docx

II. Zivilabteilung Z2 2022 60

Oberrichter A. Staub, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter St. Scherer
Gerichtsschreiberin K. Fotsch

Urteil vom 23. Januar 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

ProLitteris, Schweizerische Genossenschaft für Urheberrechte an Literatur und Kunst, 
Universitätsstrasse 100, 8006 Zürich,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
Klägerin,

gegen

C.________ AG,
Beklagte,

betreffend

Forderung aus Urheberrecht

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Rechtsbegehren

Klägerin

1. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 252.70 gemäss den Forderungen aus dem 
Jahre 2021 zu bezahlen, zzgl. Zins zu 5 % seit 22.08.2022.

2. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 47.70 gemäss den Forderungen aus dem 
Jahre 2022 zu bezahlen, zzgl. Zins zu 5 % seit 22.08.2022.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der beklagten Partei.

Sachverhalt und Erwägungen

1. Mit Eingabe vom 25. Oktober 2022 reichte die ProLitteris, Schweizerische Genossenschaft 
für Urheberrechte an Literatur und Kunst (nachfolgend: Klägerin) gegen die C.________ AG 
(nachfolgend: Beklagte) beim Obergericht des Kantons Zug Klage ein und stellte das 
eingangs wiedergegebene Rechtsbegehren (act. 1).

2. Die Beklagte wurde mit Präsidialverfügung vom 2. November 2022 aufgefordert, binnen 
10 Tagen eine schriftliche Klageantwort einzureichen (act. 2).

Nachdem die Beklagte innerhalb der ihr angesetzten Frist nicht reagiert hatte, wurde ihr am 
6. Dezember 2022 eine Nachfrist von 10 Tagen zur Einreichung einer Klageantwort 
angesetzt (act. 4). Die Beklagte liess auch diese Frist unbenützt verstreichen.

3. Da die Beklagte somit auch innert der Nachfrist keine Klageantwort eingereicht hat, kann das 
Gericht die klägerischen Tatsachenbehauptungen als unbestritten betrachten. 
Urteilsgrundlage bildet der von der Klägerin geschilderte Sachverhalt. Bei der 
Anspruchsprüfung hat das Gericht jedoch auch rechtshemmende, rechtshindernde und 
rechtsaufhebende Tatsachen zu berücksichtigen, soweit sie in der Klage selbst angeführt 
sind. Andere Tatsachen, die aus den Akten ersichtlich sind, dürfen nur insoweit 
berücksichtigt werden, als es für das Vorhandensein der von Amtes wegen zu prüfenden 
Prozessvoraussetzungen von Bedeutung ist. Da die Angelegenheit spruchreif ist, kann das 
Gericht ohne Hauptverhandlung und damit ohne weitere Anhörung der Parteien das Urteil 
fällen (Art. 223 Abs. 2 und Art. 153 Abs. 2 ZPO; vgl. Leuenberger, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 223 ZPO N 5; Gasser/Rickli, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 2. A. 2014, Art. 223 ZPO N 2). 

4. Die Beklagte hat ihren Sitz in ________, weshalb die Gerichte des Kantons Zug zur 
Beurteilung der Klage örtlich zuständig sind (Art. 10 Abs. 1 ZPO). Sodann liegt eine 
Streitigkeit im Zusammenhang mit geistigem Eigentum im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO 
vor (vgl. Wey, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 5 ZPO N 9 ff.), 
weshalb das Obergericht, II. Zivilabteilung, als einzige kantonale Instanz sachlich zuständig 
ist (vgl. § 19 lit. a GOG; § 5 Abs. 2 der Geschäftsordnung des Obergerichts). 

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5. Die Klägerin macht als Verwertungsgesellschaft Vergütungsansprüche im Sinne von Art. 19 
Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 20 Abs. 2 URG (Vergütung für den Eigengenbrauch) für die Jahre 
2021 und 2022 gegen die Beklagte geltend. Die Forderungsbeträge stützen sich auf die 
Gemeinsamen Tarife 8 VII (Reprografie in der Industrie, im verarbeitenden Gewerbe und im 
Dienstleistungsbereich; Gültigkeitsdauer des Tarifs: 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021, 
verlängert bis 31. Dezember 2022; nachfolgend: GT 8 [act. 1/5]) und 9 VII (Nutzung von 
geschützten Werken und geschützten Leistungen in elektronischer Form zu betrieblichen 
Eigengebrauch in der Industrie, im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich; 
Gültigkeitsdauer des Tarifs: 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021, verlängert bis 
31. Dezember 2022; nachfolgend: GT 9 [act. 1/5]). Diese Tarife wurden von der 
Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und 
verwandten Schutzrechten genehmigt (act. 1 Rz 6).

Nach ihrer unbestritten gebliebenen Darstellung hat die Klägerin der Beklagten 
Erhebungsformulare zur Bekanntgabe der Mitarbeiterzahl und der Branchenzugehörigkeit 
zukommen lassen, um die Höhe der Vergütung zu eruieren. Da die Beklagte die 
Erhebungsformulare nicht ausgefüllt retourniert hat, hat die Klägerin den 
Vergütungsanspruch gestützt auf Ziff. 6 ff. des GT 8 und des GT 9 geschätzt. Für die 
Einschätzung verrechnete sie der Beklagten gemäss Ziff. 8.3 des GT 8 und des GT 9 pro 
Tarif einen einmaligen Verwaltungsaufwand von CHF 100.00 (act. 1 Rz 7 f.). Sie ordnete die 
Beklagte der Kategorie "Übrige Dienstleistungsunternehmen" zu und schätzte die 
Mitarbeiterzahl auf 1-9 (act. 1/4). Die Beklagte hat es sodann unterlassen, diese 
Einschätzung zu beanstanden (act. 1 Rz 8). Daraufhin stellte die Klägerin folgende 
Pauschalgebühren in Rechnung (act. 1 Rz 10; act. 1/4):

- Jahr 2021: CHF 25.50 + CHF 100.00 [Verwaltungsaufwand] zzgl. MWST von 2,5 % (= 
CHF 3.15) und CHF 21.00 + CHF 100.00 [Verwaltungsaufwand] zzgl. MWST von 2,5 % 
(= CHF 3.05);

- Jahr 2022: CHF 25.50 zzgl. MWST von 2,5 % (= CHF 0.65) und CHF 21.00 zzgl. MWST 
von 2,5 % (= CHF 0.55).

Trotz mehrmaliger Aufforderung zur Zahlung hat die Beklagte die ausstehenden 
Forderungen bis heute nicht beglichen (act. 1 Rz 9). 

6. Veröffentlichte Werke dürfen zum Eigengebrauch verwendet werden (Art. 19 Abs. 1 URG). 
Erlaubt ist dabei insbesondere auch das Vervielfältigen von Werkexemplaren in Betrieben für 
die interne Information und Dokumentation (Art. 19 Abs. 1 lit. c URG). Wer sich dieser Form 
des Eigengebrauchs bedient, schuldet jedoch dem Urheber oder der Urheberin hierfür eine 
Vergütung (Art. 20 Abs. 2 URG). Dafür sieht das Gesetz zwingend die kollektive Verwertung 
vor: Der Vergütungsanspruch kann nur von zugelassenen Verwertungsgesellschaften 
(Art. 40 ff. URG) geltend gemacht werden (Art. 20 Abs. 4 URG). Dafür haben die 
Verwertungsgesellschaften Tarife aufzustellen und diese der Eidgenössischen 
Schiedskommission zur Genehmigung vorzulegen und nach erfolgter Genehmigung zu 
veröffentlichen (Art. 46 Abs. 1 und 3 URG; vgl. zum Ganzen: BGE 125 III 141 E. 3). 
Rechtskräftig genehmigte Tarife sind für die Gerichte verbindlich (Art. 59 Abs. 3 URG). 

Der GT 8 umschreibt den Verwendungsbereich, die Bedingungen und die Vergütungen für 
das Vervielfältigen urheberrechtlich geschützter und veröffentlichter Werke (u.a.) auf Papier 

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(Ziff. 1.1 und 3.3 des GT 8). Unter dem GT 8 schulden die tarifpflichtigen Nutzer 
grundsätzlich eine pauschale oder individuelle Vergütung für das betriebsinterne 
Vervielfältigen gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c URG (Ziff. 6.2.1). Der GT 9 regelt gesetzlich 
erlaubte, vergütungspflichtige Nutzungen geschützter Werke zum Eigengebrauch gemäss 
Art. 19 und 20 URG mittels betriebsinterner Netzwerke, soweit diese Nutzungen nicht bereits 
in anderen Tarifen geregelt sind. Der GT 9 bezieht sich auf Nutzer mit betriebsinternen 
Netzwerken, die über die entsprechenden technischen Einrichtungen (PC, Scanner oder 
ähnliche Geräte) verfügen (Ziff. 1.1 des GT 9). 

Um den geschuldeten Vergütungsbetrag zu bestimmen, hat die Klägerin grundsätzlich mittels 
Erhebungsformular die nötigen Informationen (Anzahl Angestellte und 
Branchenzugehörigkeit der potenziellen Nutzer etc.) zu ermitteln (Ziff. 8.2 des GT 8 und des 
GT 9). Jeder neue Nutzer (z.B. Neugründungen), dessen Tarifpflicht geprüft werden muss, 
erhält von der Klägerin einen Erhebungsbogen, mittels welchem er innert 30 Tagen nach 
Aufforderung alle für die Rechnungsstellung notwendigen Angaben wie Anzahl 
Mitarbeitende, Gesamtkopiemenge, Pressespiegel, Branche usw. zu melden hat (Ziff. 8.2 
lit. c des GT 8 und des GT 9). Werden die notwendigen Angaben nach einer schriftlichen 
Mahnung auch innert Nachfrist nicht eingereicht, kann die Klägerin die Angaben schätzen 
und gestützt darauf Rechnung stellen. Die Schätzung gilt als anerkannt, wenn der Nutzer die 
für die Berechnung notwendigen Angaben innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung der 
Schätzung nicht schriftlich bekannt gibt (Ziff. 8.3 des GT 8 und des GT 9). 

7. Die Klägerin ist gestützt auf die Bewilligung des Eidgenössischen Instituts für Geistiges 
Eigentum vom 27. September 2017 befugt, als Verwertungsgesellschaft den 
Vergütungsanspruch für das Vervielfältigen von Werken zum Eigengebrauch (Art. 20 URG) 
einzufordern (act. 1/2). Die Aktivlegitimation der Klägerin ist damit ohne weiteres gegeben.

Gemäss Handelsregistereintrag bezweckt die Beklagte den "________" (act. 1/3). Damit fällt 
sie unbestrittenermassen in die Kategorie "Übrige Dienstleistungsunternehmen" gemäss 
Ziff. 6.4.27 des GT 8 und des GT 9. Sie ist somit passivlegitimiert.

8. Vorliegend ist davon auszugehen, dass die Beklagte Reprografiegeräte besitzt und über ein 
betriebsinternes Netzwerk verfügt. Damit ist die Beklagte vergütungspflichtig. Mangels 
Rücksendung der Erhebungsformulare hat die Klägerin den Vergütungsanspruch im Einklang 
mit dem im GT 8 und GT 9 beschriebenen Einschätzungsverfahren festgesetzt. Die Klägerin 
hat somit zu Recht eine eigene Einschätzung vorgenommen. Die von der Klägerin geltend 
gemachten Forderungsbeträge von CHF 128.65 und CHF 124.05 für das Jahr 2021 sowie 
CHF 26.15 und CHF 21.55 für das Jahr 2022 entsprechen sodann den in Ziff. 6.4.27 und 8.3 
des GT 8 und des GT 9 sowie den in Ziff. 6.6 des GT 8 und Ziff. 6.7 des GT 9 
vorgeschriebenen Vergütungen. Die Beklagte ist damit in Gutheissung der Klage zu 
verpflichten, der Klägerin den Betrag von insgesamt CHF 300.40 zu bezahlen.

9. Für den ausstehenden Betrag von CHF 300.40 für die Jahre 2021 und 2022 verlangt die 
Klägerin einen Zins von 5 % seit 22. August 2022. Sie stützt sich auf die Mahnung vom 
10. August 2022 (act. 1/6), worin die Beklagte aufgefordert wurde, den ausstehenden Betrag 
für die Jahre 2021 und 2022 von CHF 300.40 bis spätestens 20. August 2022 zu bezahlen. 
Mit Ablauf der Zahlungsfrist geriet die Beklagte in Verzug und schuldet daher den 
Verzugszins von 5 % (Art. 104 Abs. 1 OR). 

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10. Nach dem Gesagten dringt die Klägerin mit ihrer Klage vollumfänglich durch. Bei diesem 
Verfahrensausgang sind die Prozesskosten der Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 
ZPO). Bei einem Streitwert von CHF 300.40 beträgt die Spruchgebühr gemäss § 11 Abs. 1 
KoV OG CHF 150.00. Ferner ist die Beklagte zur Leistung einer Parteientschädigung von 
CHF 220.00 (inkl. MWST) zu verpflichten (§ 3 Abs. 1 AnwT).

Urteilsspruch

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 300.40 nebst Zins zu 5 % seit 22. August 
2022 zu bezahlen.

2. Die Gerichtskosten von CHF 150.00 werden der Beklagten auferlegt und mit dem von der 
Klägerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die Beklagte hat der Klägerin den 
Kostenvorschuss im Umfang von CHF 150.00 zu ersetzen.

3. Die Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 220.00 (inkl. MWST) zu 
bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 
95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und 
der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Gerichtskasse (im Dispositiv)
- Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum (IGE), Stauffacherstrasse 65/59g, 

3003 Bern (nach Eintritt der Rechtskraft)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Zivilabteilung

A. Staub K. Fotsch
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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