# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f24e6678-92fc-529c-9ac3-903a6a222484
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-11
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 11.01.2024 S2 2023 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S2-2023-29_2024-01-11.pdf

## Full Text

20230831_143123_ANOM.docx

II. Strafabteilung S 2023 29

Oberrichter A. Sidler, Abteilungspräsident
Oberrichter St. Dalcher
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber F. Eller

Urteil vom 11. Januar 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch Staatsanwalt A.________, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

gegen

B.________, geb. tt.mm.1998 in C.________, türkischer Staatsangehöriger, 
wohnhaft in D.________,  
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin E.________,
Beschuldigter und Berufungskläger,

betreffend

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz

(Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Einzelgericht, 
vom 13. April 2023; SE 2022 29)

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) wirft B.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) in der Anklageschrift vom 6. Mai 2022 (nachfolgend: Anklage) 
zusammengefasst vor, er sei am 4. Februar 2020 im Besitz von 80,5 Gramm Kokaingemisch 
(73,2 Gramm reines Kokain) gewesen, wobei er beabsichtigt habe, das Kokaingemisch in 
Kleinstmengen an diverse unbekannte Abnehmer zu verkaufen. Zudem habe der Beschuldig-
te im Zeitraum von Mitte/Ende März 2019 bis Anfang Februar 2020 bei insgesamt 15 Gele-
genheiten total 46 Gramm Kokaingemisch (32,4 Gramm reines Kokain) zum Gesamtpreis 
von CHF 5'150.00 an F.________ verkauft (SE GD 1). 

2. Mit Verfügung vom 6. September 2022 stellte die zuständige Einzelrichterin am Strafgericht 
des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz) fest, dass die Akten ordnungsgemäss erstellt 
und die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und zurzeit keine Verfahrenshindernisse beste-
hen würden (SE GD 4). Die Vorinstanz zog die Akten des Amts für Migration des Kantons 
Luzern über den Beschuldigten bei (SE GD 5). 

3. Auf Vorladung hin erschien der Beschuldigte am 29. März 2023 zusammen mit seiner amtli-
chen Verteidigung und dem zuständigen Staatsanwalt zur Hauptverhandlung bei der Vor-
instanz. Die Vorinstanz und die Parteien warfen keine Vorfragen auf. Der Beschuldigte wurde 
im Beweisverfahren zur Sache und zur Person befragt, wobei er die Aussagen zur Sache 
verweigerte. Die amtliche Verteidigung beantragte im Beweisverfahren den Beizug der Akten 
des Strafverfahrens 1A 2019 1861 gegen G.________, wobei die Vorinstanz diesen Bewei-
santrag bis zur Urteilsberatung sistierte. Nach dem Beweisverfahren hielten die Parteien ihre 
Plädoyers. Der Beschuldigte äusserte ferner seine Ansichten in einem Schlusswort. Die Par-
teien erklärten sich mit einer schriftlichen Urteilseröffnung einverstanden (SE GD 17). 

4. Das Urteil der Vorinstanz vom 13. April 2023 wurde den Parteien im Dispositiv eröffnet und 
konnte der amtlichen Verteidigung am 17. April 2023 zugestellt werden (SE GD 17/5/1). Mit 
Eingabe vom 18. April 2023 meldete die amtliche Verteidigung Berufung gegen das Urteil der 
Vorinstanz an (OG GD 18). 

5. Am 17. August 2023 versandte die Vorinstanz das schriftlich begründete Urteil an die Partei-
en (SE GD 20). Der amtlichen Verteidigerin konnte das Urteil am 25. August 2023 zugestellt 
werden. Der Urteilsspruch lautete wie folgt (SE GD 17/5): 

"1. Der Beschuldigte B.________ wird schuldig gesprochen

1.1 der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG;

1.2 der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG.

2. Er wird dafür bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft 

von 51 Tagen und unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges für eine Probezeit von 3 Jahren. 

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3.

3.1 Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für die Dauer von fünf Jahren aus der Schweiz 

verwiesen. 

3.2 Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.

4.

4.1 Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen und sind nach 

Eintritt der Rechtskraft des Urteils durch die Zuger Polizei zu vernichten:

4.1.1 ein Kokain-Stein 81,23 Gramm (Position 1 des Beschlagnahmeverzeichnisses der Staatsanwaltschaft);

4.1.2 eine Digitalwaage (Position 2 des Beschlagnahmeverzeichnisses);

4.1.3 eine Plastikschale mit Löffel (Position 3 des Beschlagnahmeverzeichnisses);

4.1.4 ein Minigrip mit Nr. 3490 Apple-Karte (Position 4 des Beschlagnahmeverzeichnisses);

4.1.5 eine Klarsichtfolie (Position 5 des Beschlagnahmeverzeichnisses); 

4.1.6 ein Minigrip mit 0,65 Gramm Kokain (Position 6 des Beschlagnahmeverzeichnisses).

4.2 Das beschlagnahmte Notengeld in Höhe von CHF 7'210.00 und EUR 10.00 (Positionen 7 und 8 des Be-

schlagnahmeverzeichnisses der Staatsanwaltschaft) wird anteilsmässig mit den Forderungen des Kantons 

Zug (Verfahrenskosten) verrechnet. 

5.

5.1 Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten, Rechtsanwältin MLaw E.________, wird für ihre Bemühungen 

mit CHF 16'978.65 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

5.2 Der Beschuldigte hat dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

6.

6.1 Die Verfahrenskosten (exkl. Kosten der amtlichen Verteidigung) betragen 

CHF 7'503.80Kosten des Vorverfahrens (exkl. «Patientenüberwachung Securitas»)

CHF 3'000.00Entscheidgebühr 

CHF 260.00 Auslagen

CHF 10'763.80Total

und werden dem Beschuldigten auferlegt.

6.2 Die Forderung des Kantons Zug aus den Verfahrenskosten wird anteilsmässig mit dem beim Beschuldigten 

beschlagnahmten Notengeld verrechnet (CHF 7'210.00 und EUR 10.00 gemäss Ziffer 4.2 des Urteilsspru-

ches).

[Rechtsmittel]

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6. Mit Eingabe vom 30. August 2023 reichte die amtliche Verteidigung eine Berufungserklärung 
für den Beschuldigten ein. Die amtliche Verteidigung teilte mit, dass sie das Urteil der Vor-
instanz vollumfänglich anfechte. Sie stellte die folgenden Anträge (OG GD 2): 

"1. Die Ziffern 1, 1.1, 1,2, 2, 3.1, 3.2, 4.1, 4.2, 5.1, 5.2, 6.1, 6.2 des Urteils des Strafgerichts des Kantons Zug 

vom 18.04.2023 [recte: wohl 13.04.2023] (SE 2022 29) seien aufzuheben. 

2.1 Der Berufungskläger sei freizusprechen. 

2.2 Eventualiter sei der Berufungskläger der Gehilfenschaft zur Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz im Sinne von Art. 25 StGB i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu spre-

chen und mit einer Freiheitsstrafe von maximal 10 Monaten zu bestrafen. 

2.3 Die erstandene Untersuchungshaft von 51 Tagen sei dem Berufungskläger anzurechnen. 

2.4 Die Freiheitsstrafe sei bedingt auszusprechen. 

2.5 Von einer Landesverweisung sei abzusehen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats." 

7. Mit Präsidialverfügung vom 31. August 2023 übermittelte die Verfahrensleitung des Gerichts 
die Berufungserklärung des Beschuldigten an die Staatsanwaltschaft und setzte Fristen für 
Anschlussberufung und Beweisanträge (OG GD 3). Mit Schreiben vom gleichen Tag zog die 
Verfahrensleitung Datenträger bei der Zuger Polizei bei und holte diverse Unterlagen und 
Auskünfte bei Arbeitslosenkassen, Sozialämtern und Betreibungsämtern der Kantone Zug 
und Luzern ein (OG GD 4/1). 

8. Mit Präsidialverfügung vom 28. September 2023 stellte die Verfahrensleitung des Gerichts 
fest, dass die Staatsanwaltschaft keine Anschlussberufung und keine Anträge auf Nichtein-
treten auf die Berufung des Beschuldigten vom 30. August 2023 erhoben hat. Die von der 
Verfahrensleitung von Amtes wegen erhobenen Beweismittel wurden zu den Akten genom-
men und den Parteien Akteneinsicht auf deren Antrag hin offeriert. Der Antrag des Beschul-
digten, es seien die Akten des Verfahrens 1A 2019 1861 gegen G.________ beizuziehen, 
wurde abgewiesen und festgestellt, dass die Parteien keine weiteren Beweisanträge stellten. 
Sodann wurden die Vorladung von F.________ als Zeuge sowie der Spruchkörper des Ge-
richts bekannt gegeben (OG GD 4/2). 

9. Mit Präsidialverfügung vom 9. Oktober 2023 wurde der Termin für die Berufungsverhandlung 
auf den 18. Dezember 2023 festgelegt. Der Beschuldigte und der Zeuge F.________ wurden 
zur Berufungsverhandlung vorgeladen (OG GD 4/3).

10. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2023 ersuchte die amtliche Verteidigung um Akteneinsicht und 
teilte den Rückzug der Berufung hinsichtlich der angefochtenen Dispositivziffer 4.1 (Einzie-
hung) mit (OG GD 3/4). Der amtlichen Verteidigung wurde Akteneinsicht gewährt (OG GD 
3/5). 

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11. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2023 teilte die amtliche Verteidigung mit, dass sie die Beru-
fung hinsichtlich der angefochtenen Dispositivziffern 5.1 und 5.2 zurückziehe (OG GD 3/6).  

12. Am 18. Dezember 2023 erschienen der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidi-
gung und der fallzuständige Staatsanwalt zur Berufungsverhandlung. Die Parteien warfen 
keine Vorfragen auf. Im Beweisverfahren erfolgte die Einvernahme des Beschuldigten sowie 
des Zeugen F.________. Die Parteien beantragten keine Beweisergänzungen. Im Rahmen 
ihres Parteivortrages präzisierte die amtliche Verteidigerin, dass sie in Abänderung ihrer An-
träge eventualiter eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten, bedingt aufgeschobenen mit einer 
Probezeit von zwei Jahren, beantrage. Die Staatanwaltschaft beantragte die Abweisung der 
Berufung des Beschuldigten. Der Beschuldigte hielt ein Schlusswort und die Parteien erklär-
ten sich mit der schriftlichen Eröffnung des Urteils einverstanden (OG GD 7/1).

Erwägungen

I. Formelles 

1. Die in Art. 399 StPO für die Einlegung der Berufung vorgesehenen zwei Parteihandlungen 
(Berufungsanmeldung innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils und Berufungserklärung 
innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils) erfolgten von der amtlichen Ver-
teidigung fristgerecht. Nichteintretensgründe wurden nicht geltend gemacht und sind auch 
nicht ersichtlich. Auf die Berufung des Beschuldigten ist einzutreten. 

2. Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner Be-
rufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 399 
Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung verbind-
lich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, 
Bemessung der Strafe etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Beru-
fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 
Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 
StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der Grund-
satz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung durch 
das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte werden, un-
ter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO, rechtskräftig. Eine spätere Ausdehnung der Be-
rufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu umfassend Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

3. Die amtliche Verteidigung hat das Urteil der Vorinstanz vollumfänglich angefochten. Die Be-
rufung richtet sich gegen den Schuldspruch (Ziff. 1.1-1.2), die Sanktion (Ziff. 2), die Landes-
verweisung mitsamt Ausschreibung im Schengener Informationssystem (Ziff. 3.1-3.2) und die 
Verrechnung des sichergestellten Bargeldes des Beschuldigten mit den Forderungen des 
Kantons Zug (Ziff. 4.2). Die Berufung betreffend die Einziehung des sichergestellten Kokains 
und weiterer Drogenutensilien (Ziff. 4.1) wurde indessen zurückgezogen; die Dispositivziffer 
4.1 ist mithin in Rechtskraft erwachsen. Ferner hat die amtliche Verteidigung die Festsetzung 
des amtlichen Honorars (Ziff. 5.1) und dessen Auferlegung an den Beschuldigten angefoch-
ten (Ziff. 5.2). Auch betreffend diese Dispositivziffern zog die amtliche Verteidigung die Beru-

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fung zurück. Dispositivziffer 5.1 ist somit in Rechtskraft erwachsen. Die Auferlegung der Kos-
ten der amtlichen Verteidigung an den Beschuldigten gemäss Dispositivziffer 5.2 betrifft in-
dessen die Kostenregelung, welche gemäss Art. 428 Abs. 3 StPO bei einem neuen Ent-
scheid der Berufungsinstanz unabhängig von den Anträgen des Beschuldigten zu überprüfen 
ist. In diesem Punkt ist mithin trotz dem Berufungsrückzug keine Rechtskraft eingetreten. 
Ebenfalls angefochten wurden die Auferlegung der Verfahrenskosten an den Beschuldigten 
(Ziff. 6.1) sowie die Verrechnung dieser Kosten mit den beschlagnahmten Barschaften des 
Beschuldigten (Ziff. 6.2). 

4.1 Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den Beweisen, die im 
Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Von Amtes we-
gen oder auf Antrag einer Partei kann die Rechtsmittelinstanz die erforderlichen zusätzlichen 
Beweise erheben (Art. 389 Abs. 3 StPO). Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der 
Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, nicht Beweis geführt 
(Art. 139 Abs. 2 StPO). 

4.2 Die amtliche Verteidigung beantragte in der Berufungserklärung den Beizug der Akten des 
Strafverfahrens 1A 2019 1861 gegen G.________. Im Rahmen dieser Untersuchung sei 
auch gegen ihren Mandanten ermittelt worden. Die Verfahren seien getrennt geführt worden, 
obwohl die Polizei davon ausgegangen sei, dass der Beschuldigte und G.________ Kompli-
zen gewesen seien. So seien die Observationsberichte nicht vollständig in den Akten des 
Beschuldigten enthalten gewesen (OG GD 2). Die Verfahrensleitung hat den Antrag der amt-
lichen Verteidigung mit Präsidialverfügung vom 28. September 2023 abgewiesen (OG 
GD4/2). An der Berufungsverhandlung stellte die amtliche Verteidigerin den Beweisantrag 
nicht erneut (OG GD 7/1). 

4.2.1 Die belastenden Beweise gegen den Beschuldigten ergeben sich gemäss dem Urteil der Vor-
instanz primär aufgrund (1.) der Hausdurchsuchung vom 4. Februar 2020 und den dabei auf-
gefundenen 80,5 Gramm Kokaingemisch sowie (2.) seinen im Strafverfahren edierten Konto-
auszügen, den Chatnachrichten und dem Aussageverhalten des Beschuldigten und von 
F.________ im Rahmen der Einvernahmen. Aus diesen Beweismitteln ergeben sich keinerlei 
Hinweise auf eine Beteiligung von G.________ an den Sachverhalten, welche dem Beschul-
digten in der Anklage vorgeworfen wurden. Die Anklage behauptet ferner auch keine Beteili-
gung von G.________, genauso wenig wie der Beschuldigte. Es wird dem Beschuldigten 
nicht vorgeworfen, er habe Betäubungsmittel von G.________ erworben, solche an 
G.________ verkauft oder Erlöse aus dem Handel geteilt. Es ist kein wesentlicher Bezug der 
beiden Anklagevorwürfe zum Strafverfahren, welches gegen G.________ geführt wird, er-
sichtlich. Entsprechend wurden die Verfahren separat geführt und keine der Parteien hatte 
eine Verfahrensvereinigung nach Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO beantragt. 

4.2.2 Aus dem Rapport der Zuger Polizei vom 12. Februar 2021 ergibt sich, dass vom 26. Novem-
ber 2019 bis am 25. Dezember 2019 und vom 15. Januar 2020 bis am 4. Februar 2020 eine 
polizeiliche Observation gegen G.________ wegen Verdachts auf Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz stattfand. Es sei dabei festgestellt worden, dass G.________ einen 
engen Bezug zum Beschuldigten gepflegt habe und dass sie bei einer Betäubungsmittelü-
bergabe im Jahr 2019 gemeinsam unterwegs gewesen seien (act. 1/8). Aus den beiden poli-
zeilichen Anträgen auf Observation des Beschuldigten ergibt sich, dass der Beschuldigte 

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G.________, der bereits bei Betäubungsmittelübergaben beobachtet werden konnte, fast 
täglich traf. Es konnte im Observationszeitraum auch erkannt werden, dass der Beschuldigte 
das Fahrzeug von G.________ verwendete. G.________ konnte dabei beobachtet werden, 
wie er am 21. Januar 2020 unmittelbar nach Besuchen in der Wohnung des Beschuldigten 
mutmasslich Betäubungsmittel an H.________ verkaufte (act. 6/1/2/4). Im Anschluss wurde 
beobachtet, wie der Beschuldigte und G.________ zusammen auf dem oberen Postplatz an-
hielten, wo der Beschuldigte das Fahrzeug ohne Grund für ca. drei Minuten verlassen habe 
(act. 6/1/2/4). Am 22. Januar 2020 konnte beobachtet werden, wie der Beschuldigte an der 
I.________strasse 173 in J.________ einen unbekannten Mann traf, wobei es mutmasslich 
zu einer Betäubungsmittelübergabe kam (act. 6/1/2/5). Der Beschuldigte konnte sodann be-
obachtet werden, wie es mutmasslich am 4. Februar 2020 mit K.________ zu einer weiteren 
Betäubungsmittelübergabe kam (act. 6/1/2/5+12). 

4.2.3 Aufgrund der von der Polizei dargelegten Observationsergebnisse, insbesondere den Einsät-
zen vom 21. Januar 2020 und 22. Januar 2020 (beide betreffend G.________) bestand aus-
reichender Anlass, die Observation im Sinne von Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 282 
StPO auf den Beschuldigten auszudehnen. Die Ausweitung der Observation auf den Be-
schuldigten wurde von der Staatsanwaltschaft mit Befehl vom 30. Januar 2020 angeordnet 
(act. 6/1/2/7). Aufgrund des Einsatzes vom 4. Februar 2020 (insb. die beobachtete mutmass-
liche Betäubungsmittelübergabe an K.________) bestanden mehrere belastende Elemente, 
welche zumindest den hinreichenden Verdacht im Sinne von Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO nahe-
legten, dass der Beschuldigte mit Betäubungsmitteln handelte. Aufgrund dieses Umstands 
bestand ein hinreichender Anlass zur Vermutung, dass der Beschuldigte in seiner Wohnung 
Betäubungsmittel oder sonstige sachdienliche Beweismittel lagerte. Die entsprechenden Be-
lastungen waren in ihrer Summe ausreichend konkret und sie hatten gesamthaft betrachtet 
keinen spekulativen oder willkürlichen Charakter. Die Hausdurchsuchung beim Beschuldig-
ten basierte aufgrund der aktenkundigen Observationsberichte der Zuger Polizei auf einem 
zumindest hinreichenden Tatverdacht und waren rechtmässig. Da bei der Hausdurchsuchung 
in der Wohnung des Beschuldigten eine nicht unerhebliche Menge Kokain aufgefunden wur-
de, war eine Durchsuchung des Mobiltelefons des Beschuldigten und eine Edition seiner 
Bankunterlagen bei der L.________ Bank gerechtfertigt. 

4.2.4 Entsprechend ist es für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht von Bedeutung, welche 
weiteren Straftaten G.________ zur Last gelegt werden und wie die Observationsergebnisse 
bezüglich dieser Straftaten lauteten. Die Verfahren wurden getrennt geführt. Da dem Be-
schuldigten zu keinem Zeitpunkt eine mittäterschaftliche Tatbegehung oder ein bandenmäs-
siges Handeln im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG vorgeworfen wurde, ist dies auch 
nicht zu beanstanden. Es ist diesbezüglich nicht aktenkundig, dass je Anträge auf Verfah-
rensvereinigung gestellt wurden. Die hinreichende Verdachtslage gegen den Beschuldigten 
lässt sich bereits überzeugend aus dem Observationseinsatz der Polizei vom 4. Februar 
2020 sowie den früheren Observationseinsätzen betreffend G.________ herleiten. Es ist 
auch nicht davon auszugehen, dass die Observationsergebnisse oder die Untersuchungsak-
ten betreffend G.________ den Beschuldigten entlasten könnten, zumal diesem in der An-
klage Besitz von Betäubungsmitteln mit Weiterverkaufsabsicht sowie effektive Verkäufe an 
einen einzigen Kunden vorgeworfen werden. Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, dass die 
Vorinstanz vorliegend nicht aktenkundige Erkenntnisse aus dem Strafverfahren gegen 
G.________ gegen den Beschuldigten verwendete. 

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4.2.5 Der Entscheid der Verfahrensleitung gemäss der Präsidialverfügung vom 28. September 
2023, wonach die Strafakten im Verfahren gegen G.________ aufgrund fehlender Erheblich-
keit im Sinne von Art. 139 Abs. 2 StPO nicht beigezogen werden, ist mithin nicht zu bean-
standen. 

4.3 Die Verfahrensleitung zog zur Vorbereitung der Berufungsverhandlung von Amtes wegen am 
31. August 2023 folgende Dokumente von verschiedenen Behörden bei und nahm diese 
nach Übermittlung an das Gericht zu den Akten des Strafverfahrens (OG GD 5/2 ff.)

Behörde Beweismittel 
Betreibungsamt C.________ Betreibungs- und Verlustscheinregister 
Betreibungsamt D.________ Betreibungs- und Verlustscheinregister 
Sozialamt C.________ Auflistung Sozialhilfe 
Sozialamt D.________ Auflistung Sozialhilfe 
Arbeitslosenkasse Zug Auflistung Arbeitslosenbezüge 
Arbeitslosenkasse Luzern Auflistung Arbeitslosenbezüge 
Zuger Polizei Sicherung Mobiltelefon des Beschuldigten 

4.4 Die Verfahrensleitung holte vor der Berufungsverhandlung von Amtes wegen einen neuen 
Strafregisterauszug ein und veranlasste die Übermittlung des Strafbefehls und des Polizei-
rapports hinsichtlich eines neuen Strafregistereintrags des Beschuldigten (OG GD 6/1 und 
6/2). Den Parteien wurden die kurzfristig vor der Berufungsverhandlung eingeholten Doku-
mente an der Berufungsverhandlung ausgehändigt (OG GD 7/1 S. 2). 

4.5 Die Verfahrensleitung lud von Amtes wegen F.________ zur Berufungsverhandlung vor, da 
dieser möglicherweise sachdienliche Angaben zum Anklagesachverhalt machen könnte. Die 
Befragung von F.________ erfolgte als Zeuge. Aufgrund der Akten gab es zwar Anhalts-
punkte, dass F.________ als potenzieller (Klein-)Abnehmer des Beschuldigten zwischen 
März 2019 und Februar 2020 Betäubungsmittel konsumiert und in diesem Zusammenhang 
auch erworben und besessen haben könnte. Die Zeugenaussage von F.________ stand mit-
hin in Bezug zu dessen möglichen Verstoss gegen Art. 19a BetmG. Die Staatsanwaltschaft 
hat indessen kein Strafverfahren gegen F.________ eröffnet und nie Verfolgungshandlungen 
gegen F.________ eingeleitet. Der Vorwurf eines etwaigen Betäubungsmittelkonsums nach 
Art. 19a BetmG im Zeitraum März 2019 bis Februar 2020 gegen F.________ wäre nach 
Art. 25 BetmG i.V.m. Art. 109 StGB ab Februar 2023 verjährt. Folglich konnte sich 
F.________ durch seine eigenen Aussagen nicht selber belasten und es bestand keine Kon-
stellation, in welcher die einzuvernehmende Person Gefahr lief, sich mittels wahrheitsgetreu-
er Aussage selber einer Bestrafung zuzuführen. In diesen Konstellationen finden die Aus-
nahmetatbestände nach Art. 178 lit. d-f StPO keine Anwendung und es hat eine Zeugenver-
nehmung zu erfolgen (BGE 144 IV 97 E. 3.3). Überdies hat F.________, der an der Beru-
fungsverhandlung über seine Zeugnisverweigerungsrechte, insbesondere Art. 169 Abs. 1 
StPO, belehrt wurde, während der Befragung keinen Gebrauch vom Zeugnisverweigerungs-
recht gemacht. Auch die anwesenden Parteien haben nicht gegen die Vernehmung von 
F.________ als Zeuge opponiert. Selbst wenn – im Sinne einer Eventualerwägung – 
F.________ als Auskunftsperson hätte vernommen werden müssen, kann der Beschuldigte 
nichts daraus ableiten. So ist die beschuldigte Person grundsätzlich nicht legitimiert, prozes-

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suale Normen, die den Schutz anderer Verfahrensbeteiligter wie etwa einer Auskunftsperson 
bezwecken, anzurufen (Urteil des Bundesgerichts 6B_269/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 
1.4). Zumindest ergibt sich in dieser Konstellation keine Unverwertbarkeit der Einvernahme 
aus dem Gesetz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1039/2014 vom 25. März 2015 E. 2.4.3).

4.6 Der Beschuldigte wurde an der Berufungsverhandlung zu den Vorwürfen gemäss der Ankla-
ge befragt. Er verweigerte erneut die Aussagen zur Sache (OG GD 7/1 Ziff. 48 ff.). 

II. Anklagevorwürfe

1. Rechtliche Grundlagen 

1.1 Die Vorinstanz legte die rechtlichen Bestimmungen und die bundesgerichtliche Praxis betref-
fend die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz umfassend dar (OG GD 1 
E. II.1. Ziff. 1.1-1.4 S. 6-7). Diese Ausführungen werden von der amtlichen Verteidigung nicht 
in Abrede gestellt. Darauf kann verwiesen werden. 

1.2 Soweit erforderlich, erfolgen weitere Ausführungen im Rahmen der Subsumption des festge-
stellten Sachverhalts unter das Recht. 

2. Beweislage, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung betreffend den Vorwurf des 
Besitzes von 80,5 Gramm Kokaingemisch 

2.1 Die Vorinstanz legt die Beweislage betreffend den ersten Anklagevorwurf umfassend dar 
(OG GD 1 E. II.2. Ziff. 2.2.1-2.2.2). Die entsprechenden Darlegungen werden von der amtli-
chen Verteidigung nicht in Abrede gestellt. Darauf kann verwiesen werden. 

2.2 Während der Hausdurchsuchung vom 4. Februar 2020 wurden in der Wohnung des Be-
schuldigten in D.________, welche dieser mit seiner Freundin M.________ bewohnte, ein 
Kokainstein mit 80,5 Gramm Kokain aufgefunden. Gemäss dem entsprechenden Fotobericht 
befand sich das Kokain zusammen mit Betäubungsmittelutensilien auf der vorderen Seite der 
Küchenabdeckung in der Wohnung des Beschuldigten frei ausgelegt (act. 5/2/19). Aus den 
Fotoaufnahmen ist ersichtlich, dass eine App Store-Karte mit einer Restmenge an Kokain 
(act. 5/2/39) zusammen mit einem Löffel auf eine Plastikschale gelegt wurde. Neben der 
Plastikschale befand sich eine Digitalwaage mitsamt dem verpackten, grösseren Kokainstein 
(act. 5/2/20). Auf dem Salontisch im Wohnzimmer des Beschuldigten war Bargeld (5x 
CHF 200.00; 6x CHF 100.00; 8x CHF 50.00; 10x CHF 20.00, 1x CHF 10.00, 1x EUR 10.00, 
total CHF 2'210.00 und EUR 10.00, vgl. act. 5/2/23) offen ausgelegt, zusammen mit einem 
Minigrip mit Kokain. Weiter befand sich am gleichen Ort ein verschlossenes Couvert, in wel-
chem CHF 5'000.00 (5x CHF 200.00 und 40x CHF 100.00, total CHF 5'000.00) enthalten wa-
ren (act. 5/2/25). Die beschriebene Situation wurde gemäss der Dokumentation der Polizei 
so betroffen, als der alleine zu Hause anwesende Beschuldigte die Haustüre öffnete und von 
der Polizei mit dem Durchsuchungsbefehl konfrontiert wurde (act. 4/2/3). 

2.3 Bereits aufgrund der während der Hausdurchsuchung angetroffenen Lage, welche darauf 
hinweist, dass das Kokain in zeitlicher Hinsicht unmittelbar vor dem polizeilichen Zugriff in 

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der Wohnung vom dort alleine anwesenden Beschuldigten abgepackt wurde, bestehen wenig 
Zweifel, dass der Beschuldigte 80,5 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgrad von 91 % (+/- 
5 %) besass und dabei zeitnah beabsichtigte, dieses Kokain allenfalls zu strecken, zu portio-
nieren, in Minigrips umzupacken und weiterzuverkaufen. 

2.4 Der Beschuldigte verweigerte im Untersuchungsverfahren sowie an der Hauptverhandlung 
bei der Vorinstanz und an der Berufungsverhandlung die Aussage betreffend die Frage, wem 
das in seiner Wohnung aufgefundene Kokain gehörte (act. 2/1/4 Ziff. 39; act. 4/2/12 Ziff. 5; 
SE GD 17/1 S. 6; OG GD 7/1 Ziff. 48 ff.). Entsprechende Erklärungsversuche der amtlichen 
Verteidigung im Rahmen ihres Plädoyers bei der Vorinstanz, wonach das aufgefundene Ko-
kain in der Wohnung des Beschuldigten einer anderen Person gehört haben könnte, sind vor 
diesem Hintergrund spekulativ und nicht geeignet, Zweifel an der Täterschaft des Beschul-
digten zu wecken. Eine Zwischenlagerung von Kokain durch eine andere Person ist nicht 
plausibel, denn in einem solchen Fall wäre das Kokain nicht offen zusammen mit weiteren 
Drogenutensilien in der Küche ausgelegt gewesen. Da der Beschuldigte während der Haus-
durchsuchung alleine in der Wohnung angetroffen wurde, ist ausreichend sicher erstellt, dass 
er für das offen ausgelegte Kokain und die Drogenutensilien (Waage, Verpackungsmaterial, 
Schale, Löffel etc.), welche zeitnahe Portionierungsarbeiten nahelegen, verantwortlich war.

2.5 Auch die neuen Ausführungen der amtlichen Verteidigung an der Berufungsverhandlung, 
wonach G.________ ab und zu in der Wohnung des Beschuldigten gewesen sei und es sich 
um dessen Kokain handeln könnte, sind nicht überzeugend (OG GD 7/1/5 Ziff. 13). 

2.5.1 Gegen eine längerfristige Lagerung des Kokains durch G.________ in der Wohnung des Be-
schuldigten spricht, wie dargelegt, die Art und Weise, wie der Kokainstein zusammen mit 
Betäubungsmittelutensilien betroffen wurde. Auch eine kurzfristige Lagerung ist nicht plausi-
bel. So war G.________ zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung, als das Kokain und die Dro-
genutensilien aufgefunden wurden, nicht in der Wohnung anwesend. Zudem geht aus den 
Akten hervor, dass G.________ in seinem Zimmer in der elterlichen Wohnung in N.________ 
ebenfalls Kokain und Betäubungsmittelutensilien gelagert hatte (11,67 Gramm Kokainge-
misch; 1-Milligramm-Waage, Plastiktüten, Backpulver, Tresor, Schlagstock, vgl. act. 2/2/4 
Ziff. 8 ff.). G.________ war mithin nicht darauf angewiesen, die Wohnung des Beschuldigten 
als Fremddepotort zu verwenden. Ob G.________ Betäubungsmittel vom Beschuldigten er-
warb, kann offenbleiben, zumal dies nicht Teil der Anklage ist. 

2.5.2 Dass gemäss den (nicht belegten) Behauptungen der amtlichen Verteidigung anderes, bei 
G.________ sichergestelltes Kokain denselben Reinheitsgehalt aufgewiesen haben soll, wie 
der beim Beschuldigten in der Wohnung sichergestellte Kokainstein, kann auf einen gemein-
samen Lieferanten oder auf Verkäufe durch den Beschuldigten an G.________ hindeuten. Es 
ist indessen nicht anzunehmen, dass damals sämtliches Kokain mit einem bestimmten Rein-
heitsgrad in der Schweiz G.________ gehörte. Eine solche Schlussfolgerung ist nicht zuläs-
sig. Zudem ist auch die Nachricht von G.________ an H.________, wonach er wieder da sei, 
falls er etwas brauche (vgl. OG GD 7/1/5 Ziff. 13), nicht geeignet, die Besitzverhältnisse am 
in der Wohnung des Beschuldigten aufgefundene Kokain zu klären. Nicht überzeugend ist 
zudem die Argumentation der amtlichen Verteidigung, wonach die Staatsanwaltschaft keine 
Abnehmer des Beschuldigten habe nachweisen können. Gemäss den Observationsberichten 
konnte am 22. Januar 2020 und am 4. Februar 2020 zwei mutmassliche Betäubungsmittelü-

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bergaben des Beschuldigten beobachtet werden (act. 6/1/2/5+12). Dass die befragten Ab-
nehmer weitgehend die Aussagen verweigerten, ist diesbezüglich nicht entscheidend. Aus-
serdem ergibt sich aus den Chatnachrichten sowie der Zeugenaussage von F.________ an 
der Berufungsverhandlung, dass der Beschuldigte ihm am 30. Januar 2020 und 3. Februar 
2020 jeweils fünf Gramm Kokain verkaufte und dieses zu ihm nach Hause in J.________ lie-
ferte (OG GD 7/1 Ziff. 74 ff.; act. 2/3/63f f.). Es steht damit ohne wesentliche Zweifel fest, 
dass der Beschuldigte in den Tagen unmittelbar vor der Hausdurchsuchung am 4. Februar 
2020 selbstständige Handelsaktivitäten mit Kokain entfaltete. Dafür brauchte er den in seiner 
Wohnung sichergestellten Kokainstein und die Betäubungsmittelutensilien. Die entsprechen-
de Lage, in welcher der Beschuldigte während der Hausdurchsuchung angetroffen wurde, ist 
gesamthaft gewürdigt derart verfänglich, dass an der Täterschaft des Beschuldigten keine 
vernünftigen Zweifel bestehen.

2.6 Zumindest hätte vom Beschuldigten eine detaillierte Erklärung – und nicht nur unsubstantiier-
te und oberflächliche Spekulationen, welche die amtliche Verteidigung vortrug – erwartet 
werden können, um begründete Zweifel an seinem Besitz des Kokains und der Drogenuten-
silien zu wecken (Urteile des Bundesgerichts 6B_1205/2022 vom 22. März 2023 E. 2.4.1; 
6B_1202/2021 vom 11. Februar 2022 E. 1.8.2; 6B_1018/2021 vom 24. August 2022 E. 1.3.1; 
6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4). Das Ausbleiben einer zumutbaren Erklärung 
betreffend den Drogenbesitz bestätigt letztlich nur noch das bereits schon mit ausreichender 
Sicherheit feststehende Beweisergebnis. 

2.7 Der Besitz des Kokainsteins durch den Beschuldigten ist damit erstellt. Die in der Wohnung 
des Beschuldigten vorgefundenen Drogenutensilien indizieren dabei typische Vorbereitungs-
handlungen hinsichtlich eines weiteren Verkaufs (Urteil des Bundesgerichts 6B_134/2021 
vom 20. Juni 2022 E.1.5). Ferner ergibt sich aus dem hohen Reinheitsgrad des Kokains von 
über 90 % (+/- 5 %), dass der Beschuldigte wahrscheinlich gute Kontakte zu Grosslieferan-
ten hatte und das Kokain zum Weiterverkauf bestimmt war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_932/2018 vom 24. Januar 2019 E. 1.2.1, nicht publ. in BGE 145 IV 146). Letztlich indiziert 
auch das offen ausgelegte Bargeld, für welches der damals einkommenslose Beschuldigte 
keinen einleuchtenden Grund nennen konnte, dass er Betäubungsmittelhandel betrieb. Auch 
wenn der Beschuldigte im Verlauf des Verfahrens nie behauptete, dass das aufgefundene 
Kokain dem Eigenkonsum gedient habe, kann dies vorliegend aufgrund der genannten Um-
stände verlässlich ausgeschlossen werden. Wie zudem noch aufzuzeigen ist, indizieren auch 
die Observationsergebnisse sowie die Whatsapp-Nachrichten und die Finanztransaktionen 
mit F.________ die genannten Drogenhandelsaktivitäten des Beschuldigten. Dazu kommt, 
dass F.________ wie dargelegt an der Berufungsverhandlung glaubhaft ausgesagt hat, dass 
der Beschuldigte über längere Zeit sein Kokainlieferant gewesen sei und mit ihm per Whats-
app am 30. Januar 2020 und am 3. Februar 2020 über Drogenlieferungen nach J.________ 
verhandelt habe (unten, E.II.3. Ziff. 3.4 ff.). Es ist damit erstellt, dass der Beschuldigte plante, 
den Kokainstein mit einem hohen Reinheitsgrad allenfalls zusätzlich unter Zuhilfenahme des 
Löffels und der Plastikschale zu strecken, mittels der Digitalwaage zu portionieren, in Mini-
grips abzupacken und diese an eine unbekannte Anzahl von Betäubungsmittelkonsumenten 
zu veräussern.

2.8 Der Kokainstein wog gemäss den unbestrittenen Feststellungen der Polizei 80,5 Gramm. Bei 
einer durchschnittlichen Konsumationsmenge von 100 Milligramm Kokain entspricht dies ca. 

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800 gezogenen Linien Kokain. Die Messunsicherheit beim Reinheitsgrad des Kokains (5,5 % 
Vertrauensbereich gemäss act. 3/2/3/R) ist zu Gunsten des Beschuldigten zu werten. Es ist 
mithin erstellt, dass er 68,8 Gramm reines Kokain mit der Absicht zum Weiterverkauf besass 
(91 % - 5,5 %, d.h. 85,5 % von 80,5 Gramm).

2.9 Aufgrund der vorstehenden Feststellungen ist der Besitz des Beschuldigten betreffend den 
aufgefundenen Kokainstein erstellt. Der Beschuldigte wollte den Kokainstein kommerziell zu 
seinen Gunsten mittels Verkaufs gegen Geld verwerten, behandelte diesen mithin als sein 
Eigentum und handelte hinsichtlich des Besitzes wissentlich und willentlich. Er besass damit 
in rechtlicher Hinsicht den Herrschaftswillen wie auch die Herrschaftsmacht über den Ko-
kainstein. Der Beschuldigte wusste sodann aus früheren Verfahren im Zusammenhang mit 
Kokain im Kanton Luzern, dass der Besitz von Kokain verboten ist. Er verstiess mithin vor-
sätzlich gegen Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG. Ebenfalls wurde bereits dargelegt, dass der Be-
schuldigte den Kokainstein zwecks Weiterveräusserung besass. Aufgrund der geplanten 
Weiterveräusserung von 68,8 Gramm reinen Kokains an einen unbekannten Abnehmerkreis 
steht zudem fest, dass die Handlungen des Beschuldigten geeignet waren, mittelbar oder 
unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung zu Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG in Gefahr zu bringen (BGE 145 IV 312 E. 2.1). Der ob-
jektive und subjektive Tatbestand einer Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 
i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG liegt vor. Rechtfertigungsgründe oder Schuldausschluss-
gründe wurden nicht vorgebracht und sind auch nicht ersichtlich. 

2.10 Da ein Schuldspruch betreffend die genannten Strafbestimmungen erfolgt, muss der Eventu-
alantrag der amtlichen Verteidigung, wonach der Beschuldigte wegen Gehilfenschaft zum 
Betäubungsmittelhandel aufgrund des zur Verfügung stellen der Wohnung schuldig zu spre-
chen sei (OG GD 7/5/1 S. 2 und Ziff. 23 ff.), nicht geprüft werden. 

3. Beweislage, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung betreffend den Vorwurf des 
Verkaufs von Kokaingemisch an F.________ 

3.1 Die Vorinstanz legt die Beweislage betreffend den zweiten Vorwurf umfassend dar (OG GD 1 
E.II.3. Ziff. 3.2.1-3.2.3 S. 11-13). Darauf kann verwiesen werden. 

3.2 F.________, der im Untersuchungsverfahren als Auskunftsperson bei der Polizei die Aussa-
gen weitgehend verweigerte, wurde vor Gericht im Berufungsverfahren als Zeuge unter Aus-
sage- und Wahrheitspflicht befragt. Er sagte aus, dass er den Beschuldigten kenne und von 
diesem Kokain erworben habe. Im Chatnachrichtenaustausch mit dem Beschuldigten sei es 
um Kokainerwerb gegangen. "5 with payment via transfer for Monday" bedeute die Bestel-
lung von fünf Gramm Kokain, "so 540" bedeute, dass er dafür CHF 540.00 als Kaufpreis ver-
einbart habe. Er habe normalerweise CHF 100.00 pro Gramm bezahlt. Es sei vorgekommen, 
dass der Beschuldigte ihm das Kokain nach Hause gebracht habe. Die Zahlungseingänge 
auf dem Konto des Beschuldigten würden mit Kokain im Zusammenhang stehen. Er habe in-
dessen auch ab und zu Geld überwiesen für den Beschuldigten und seine Familie, weil er 
[der Zeuge] ein gutes Herz habe. Es seien einige Male ein paar hundert Franken gewesen, 
es könnten so CHF 700.00 bis CHF 800.00 gewesen sein. Er wisse allerdings nicht mehr, ob 
er diese Zuwendungen an den Beschuldigten in bar, mit Twint oder mit einer anderen Zah-

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lungsmethode erbracht habe. Er könne unmöglich sagen, ob die Zuwendungen für den Be-
schuldigten und seine Familie auf den vorlegten Kontoauszügen aufgeführt seien. Er habe 
den Beschuldigten mittels Whatsapp, SMS, Telefonanrufen und Telegram kontaktiert (OG 
GD 7/1 Ziff. 63-99). 

3.3 Es ist aufgrund der von der Staatsanwaltschaft edierten Bankunterlagen erstellt, dass der 
Beschuldigte von F.________ die nachfolgenden Banküberweisungen erhielt (act. 2/3/95 ff. 
ff.): 

Datum Betrag act. 
25.03.2019 CHF 200.00 2/3/95
23.04.2019 CHF 350.00 2/3/96
02.09.2019 CHF 340.00 2/3/97
06.09.2019 CHF 340.00 2/3/97
11.09.2019 CHF 340.00 2/3/97
23.09.2019 CHF 340.00 2/3/98
02.10.2019 CHF 340.00 2/3/98
08.11.2019 CHF 120.00 2/3/99
20.11.2019 CHF 240.00 2/3/99
10.01.2020 CHF 340.00 2/3/100
14.01.2020 CHF 340.00 2/3/100
20.01.2020 CHF 440.00 2/3/101
21.01.2020 CHF 440.00 2/3/101
27.01.2020 CHF 440.00 2/3/101
03.02.2020 CHF 540.00 2/3/101

3.4 Es sind nachfolgende Whatsapp-Chatnachrichten zwischen dem Beschuldigten und 
F.________ aktenkundig: 

3.4.1 Aus der Konversation vom 30. Januar 2020 wird ersichtlich, dass F.________ den Beschul-
digten anfragte, ob er immer noch das gleiche "Zeugs" habe. Der Beschuldigte bejahte dies 
und fragte F.________ an, ob er "es" denn nicht möge. Dieser antwortete, dass er "es" sehr 
möge und ob der Beschuldigte noch mehr davon habe. Dieser bejahte. F.________ fragte 
den Beschuldigten, ob er "es" morgen übergeben könne, heute sei zu spät. Der Beschuldigte 
bestätigte dies (act. 2/3/63 ff.). 

3.4.2 Am gleichen Tag, ca. 25 Minuten später, fragte F.________ den Beschuldigten erneut an, ob 
sein Cousin "etwas" habe. Der Beschuldigte teilte mit, dass dies nicht der Fall sei. Aber für 
"5" könne er zu dieser Zeit noch vorbeikommen. F.________ fragte nach, ob "5" mit Zahlung 
mittels Banktransfer am Montag gehe. F.________ fragte zudem an, ob die Zahl "540" gelte. 
Der Beschuldigte bestätigte dies. Der Beschuldigte bestätigte erneut, dass es sich um das 
gleiche "Zeugs" wie früher handelte und F.________ drückte seine Freude über diesen Um-
stand aus. F.________ versuchte daraufhin den vereinbarten Betrag von "540" dem Be-
schuldigten mit Twint zu überweisen, was indessen nicht funktionierte. Der Beschuldigte 
vermerkte, dass er von vielen Leuten Überweisungen erhalte und das Limit erreicht sein 
könnte. Der Beschuldigte fuhr daraufhin ca. 20 Minuten später zu F.________ und übergab 
ihm die "5" (act. 2/3/67 ff.).

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3.4.3 Vom 3. Februar 2020 sind weitere Konversationen zwischen dem Beschuldigten und 
F.________ aktenkundig. F.________ fragte nach, ob der Beschuldigte den "gleichen Ku-
chen" oder etwas Anderes habe. Der Beschuldigte antwortete darauf, aber löschte seine 
Antworten umgehend. F.________ befürchtete, dass viel Geld die Toilette runtergehe, wenn 
er für "5" zahle und "es" scheisse sei. F.________ fragte nach, ob der Beschuldigte alle 
Nachrichten gelöscht habe. Er bestätigte, dass der Beschuldigte in einer Stunde wegen "5" 
komme, oder ansonsten morgen wegen "3" komme. Er werde am Mittwoch Geld senden. Der 
Beschuldigte antwortete, löschte aber die Nachrichten (act. 2/3/84 ff.).

3.4.4 Nachdem F.________ im Whatsapp-Chat vom 30. Januar 2020 gegenüber dem Beschuldig-
ten die Zahlung für "5" am Montag versprach (act. 2/3/67), erfolgte am Montag, 3. Februar 
2020, auf dem Bankkonto des Beschuldigten ein Zahlungseingang über CHF 540.00 (act. 
2/3/101). Am 22. Januar 2020, konnte der Beschuldigte zudem gemäss den Observationsbe-
richten an der I.________strasse 173 in J.________ beobachtet werden, wo es um 20:50 
Uhr zu einer mutmasslichen Drogenübergabe an einen unbekannten Mann kam (act. 
6/1/2/5). F.________ wohnte damals an der I.________strasse 173 in J.________ (act. 1/5).

3.5 Trotz der verklausulierten Sprache und der gelöschten Nachrichten des Beschuldigten steht 
fest, dass der Beschuldigte an F.________ ein Produkt gegen Geld verkaufte (über das man 
nicht im Chat sprechen durfte), welches er dann persönlich – auch noch ca. um 10 Uhr 
abends – aus dem Kanton Luzern nach J.________ im Kanton Zug zu F.________ brachte. 
Aufgrund der Chatnachrichten von F.________ muss es sich dabei um ein Produkt gehandelt 
haben, dessen Qualität schwankte und dessen Erhalt F.________ glücklich machen würde. 
F.________ zahlte dem Beschuldigten als Gegenleistung für dieses Produkt Geld mittels 
Twint-Überweisungen. Aufgrund der dargelegten Konversation zwischen F.________ und 
dem Beschuldigten ist offenkundig, dass es nicht um Aktivitäten wie bspw. mit dem Hund 
spazieren ging (act. 2/3/58 Ziff. 2). Mithin ist ebenfalls erstellt, dass F.________ an der poli-
zeilichen Einvernahme vom 21. September 2020 als Auskunftsperson absichtlich tatsachen-
widrig aussagte. 

3.6 Gewürdigt werden kann, dass der Beschuldigte anlässlich der Hausdurchsuchung vom 
4. Februar 2020 mit ca. 80 Gramm Kokain, grösseren Bargeldsummen und Drogenutensilien 
angetroffen wurde. Angesichts der genannten Umstände, insbesondere (1.) dem verfängli-
chen Chatverlauf zwischen F.________ und dem Beschuldigten, (2.) den Twint-
Überweisungen und Übergaben, (3.) dem unredlichen Aussageverhalten von F.________ am 
21. September 2020, (4.) dem Observationsergebnis vom 22. Januar 2020 wie auch (5.) dem 
Umstand, dass der Beschuldigte am 4. Februar 2020 mit einer erheblichen Menge an Kokain 
angetroffen wurde, bestehen keine wesentlichen Restzweifel, dass die "5" bzw. "es" bzw. das 
"Zeugs", welches F.________ vom Beschuldigten erwerben wollte, Kokain war. Eine andere 
plausible Sachverhaltsalternative ist vor dem geschilderten Hintergrund nicht denkbar. Der 
Beschuldigte schildert denn auch keine glaubhafte Sachverhaltsalternative, obwohl ihm dies 
aufgrund der verfänglichen und belastenden Beweislage durchaus zumutbar gewesen wäre.

3.7 Letztlich bestätigte F.________ auch an der Berufungsverhandlung, dass er vom Beschuldig-
ten Kokain erworben hatte und die Zahlungen auf das Bankkonto des Beschuldigten weitge-
hend damit im Zusammenhang standen. Angesichts der vorgenannten belastenden Beweis-

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mittel und der bereits bestehenden, hohen Beweissicherheit, hatten die entsprechenden 
Aussagen von F.________ an der Berufungsverhandlung weitgehend bestätigenden Charak-
ter.  

3.8 Aufgrund der Passage "5 with payment via transfer for Monday?" (act. 2/3/67) und "so 540?" 
(act. 2/3/68) ist von einem durchschnittlichen Preis von rund CHF 110.00 pro Gramm Kokain 
auszugehen. F.________ schilderte zwar an der Berufungsverhandlung, dass der Preis je-
weils CHF 100.00 pro Gramm Kokain war. Jedoch ist unklar, ob dies auch Kokain beinhalte-
te, welches der Beschuldigte zu ihm nach Hause lieferte. So ist es grundsätzlich nachvoll-
ziehbar, dass ein Drogenhändler einen höheren Preis verlangt, wenn er die Ware über die 
Kantonsgrenzen hinweg frei Haus liefert, wie dies der Beschuldigte am 30. Januar 2020 und 
am 3. Februar 2020 bei F.________ tat. Zu Gunsten des Beschuldigten ist von einem Ver-
kaufspreis von CHF 110.00 pro Gramm Kokain auszugehen. Überdies schilderte F.________ 
glaubhaft, dass er auch Zuwendungen an den Beschuldigten erbrachte, welche nicht mit Ko-
kainkäufen im Zusammenhang standen. Die Höhe und die Zahlungsart dieser Zuwendungen 
sind indessen unklar. Aufgrund der Beweisunsicherheit sind die Angaben von F.________ zu 
Gunsten des Beschuldigten auszulegen. So ist mit der amtlichen Verteidigung davon auszu-
gehen, dass CHF 800.00 aus den Überweisungen Zuwendungen von F.________ an den 
Beschuldigten und seine Familie waren. Dies ergibt somit total Zahlungen in der Höhe 
CHF 4'350.00, welche F.________ im Zusammenhang mit dem Erwerb von Kokain an den 
Beschuldigten leistete. Dies entspricht einer Menge von ca. 39,5 Gramm Kokaingemisch. 
Angepasst an den durchschnittlichen Reinheitsgrad von ca. 70 % in den Jahren 2019 und 
2020 für Kleinstmengen an Kokain (1-10 Gramm) gemäss der Statistik der Schweizerischen 
Gesellschaft für Rechtsmedizin (sgrm.ch) ergibt dies eine Menge von 27,6 Gramm reinem 
Kokain, welches der Beschuldigte im Tatzeitraum an F.________ verkaufte (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_892/2010 vom 22. Dezember 2010 E. 1.4). Die genannten statistischen 
Annahmen wirken sich dabei zu Gunsten des Beschuldigten aus, zumal F.________ in den 
Whatsapp-Nachrichten die bisherige Qualität des Kokains lobte und eine vergleichbare Qua-
lität einforderte. 

3.9 Aufgrund der Feststellungen des Gerichts veräusserte der Beschuldigte Betäubungsmittel im 
Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG. Die genannte Reinmenge von 27,6 Gramm reines Ko-
kain übersteigt dabei den bundesgerichtlich festgelegten Grenzwert nach Art. 19 Abs. 2 lit. a 
BetmG von 18 Gramm deutlich. Zwar wendete die amtliche Verteidigung ein, dass Lieferun-
gen an nur einen Abnehmer nicht eine Vielzahl von Personen gefährden würden (OG GD 
7/1/5 Ziff. 40). Allerdings besteht auch bei Lieferungen an einen einzelnen Abnehmer eine 
abstrakte Gefährdung einer Vielzahl von Personen. So ist es nicht ausgeschlossen, dass die 
vom Beschuldigten gelieferte Menge von bis zu fünf Gramm Kokaingemisch (was bei einer 
durchschnittlichen Menge von ca. 100 Milligramm pro Linie Kokain ca. 50 Konsumationen 
entspricht) von F.________ gemeinsam mit anderen Personen konsumiert wurde, zumal 
Betäubungsmittel nicht selten mit anderen Betäubungsmittelkonsumenten im Rahmen des 
gemeinsamen Konsums geteilt werden. Der Beschuldigte kannte dabei diese abstrakte Ge-
fährdungslage im Zusammenhang mit seinen Kokainlieferungen. Da der Beschuldigte mit 
seinen Verkäufen einzig beabsichtigte, sich durch den Drogenhandel so viele unrechtmässi-
ge Einkünfte wie möglich zuzuschanzen, ist ebenfalls erstellt, dass er es zumindest billigend 
in Kauf nahm, dass F.________ das Kokaingemisch auch weiteren Personen zugänglich 
machen und diese damit gefährden könnte. 

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3.10 Letztlich ist die Frage der abstrakten Gefährdung bei Lieferungen an einen Abnehmer in 
rechtlicher Hinsicht irrelevant. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird bei Art. 19 
Abs. 2 lit. a BetmG einzig auf die Reinmenge abgestellt. Es ist aufgrund des abstrakten Ge-
fährdungscharakters eines qualifizierten Verstosses nach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG bedeu-
tungslos, ob nur die Verkäufe an einen Abnehmer nachgewiesen werden können (Hug-Beeli, 
Kommentar Betäubungsmittelgesetz, 2015, Art. 19 N. 861; BGE 118 IV 200 E. 3f). Eine Aus-
nahme würde einzig dann bestehen, wenn die Drogen an den drogensüchtigen Partner ab-
gegeben worden wären (BGE 120 IV 334 E. 2b/aa.). 

3.11 Der objektive und subjektive Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG sowie Art. 19 Abs. 2 
lit. a BetmG ist mithin erstellt. Die Berufung des Beschuldigten ist abzuweisen und dieser ist 
im Zusammenhang mit den Kokain-Verkäufen an F.________ des Verstosses gegen Art. 19 
Abs. 2 lit. a BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG schuldig zu sprechen. 

III. Sanktion 

1. Die Vorinstanz legte die Grundsätze der Strafzumessung zutreffend dar (OG GD 1 E. III.1. 
Ziff. 1.1-1.2 S. 14 f.). Darauf kann verwiesen werden. Mit dem am 1. Juli 2023 nach dem Ur-
teil der Vorinstanz in Kraft getretenen Bundesgesetz über die Harmonisierung der Strafrah-
men ist die Sanktion bei Art. 19 Abs. 2 BemtG minim geändert worden. Das revidierte Gesetz 
sieht als Sanktion einzig eine Freiheitsstrafe vor. Der Wegfall der Möglichkeit einer Verbin-
dungsgeldstrafe bei Art. 19 Abs. 2 BetmG ist als Verschärfung des Gesetzes zu qualifizieren, 
da ein Teil der Sanktion – in Anpassung an die frühere Revision des Strafgesetzbuches (vgl. 
aArt. 42 Abs. 4 StGB) – nicht mehr in der Form einer Geldstrafe ausgesprochen werden 
kann. Es findet somit gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB die alte und mildere Fassung von aArt. 19 
Abs. 2 BetmG Anwendung. Bei der Möglichkeit nach altem Recht, einen Teil der Sanktion 
gemäss aArt. 19 Abs. 2 BetmG als Verbindungsgeldstrafe auszufällen, handelte es sich um 
eine "Kann-Vorschrift" und es bestand ein weiter Ermessensspielraum des Gerichts (Hug-
Beeli, a.a.O., Art. 19 BetmG N. 838). 

2. Der Beschuldigte wurde im Zusammenhang mit dem Besitz von 68,8 Gramm reinen Kokains 
(bzw. 80,5 Gramm Kokaingemisch, bzw. ca. 800 "Linien"/nasale Konsumationen von Kokain) 
des Verstosses gegen Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig 
gesprochen. Der anwendbare Strafrahmen beträgt mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe und 
maximal 20 Jahre Freiheitsstrafe, wobei die Freiheitsstrafe nach dem anwendbaren alten 
Recht mit einer Geldstrafe verbunden werden kann. Die zwecks Weiterveräusserung vom 
Beschuldigten besessene Menge überschreitet die Schwelle von 18 Gramm um knapp das 
Vierfache. Die Tatschwere des Gesetzesverstosses des Beschuldigten wiegt innerhalb der 
grossen Bandbreite an möglichen qualifizierten Betäubungsmitteldelikten – darunter auch 
Verstösse mit einer wesentlich höheren Menge an reinem Kokain – vergleichsweise leicht. In 
subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit Direktvorsatz, was neutral zu werten ist. 
Da es nicht ersichtlich ist, dass der Beschuldigte in besonderer finanzieller Not war (zumin-
dest seine zahlreichen Prostituiertenbesuche vor seiner Verhaftung indizieren keine Finanz-
not, vgl. OG GD 7/1/3), bestand aus seiner Perspektive eine hohe Freiheit, sich gegen den 
Betäubungsmittelhandel zu entscheiden. Gesamthaft ist das Verschulden als leicht zu taxie-

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ren. Dies ermöglicht eine Einsatzstrafe im untersten Bereich des ordentlichen Strafrahmens. 
Mit der Vorinstanz ist angesichts der genannten Umstände eine Einsatzstrafe von 18 Mona-
ten Freiheitsstrafe angemessen. Eine Verbindungsgeldstrafe drängt sich aus spezialpräven-
tiven Gründen nicht auf (vgl. dazu E. III.3. Ziff. 6).

3. Der Beschuldigte wurde sodann im Zusammenhang mit dem Verkauf von ca. 27,6 Gramm 
reinen Kokains an F.________ des Verstosses gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG i.V.m. 
Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gesprochen. Der anwendbare Strafrahmen beträgt auch 
hier mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe und maximal 20 Jahre Freiheitsstrafe, wobei die 
Freiheitsstrafe nach dem anwendbaren alten Recht mit einer Geldstrafe verbunden werden 
kann. Die an F.________ veräusserte Menge überschreitet die Schwelle von 18 Gramm 
deutlich. Auch der Deliktszeitraum ist mit knapp einem Jahr nicht unerheblich. Erneut ist aber 
hinsichtlich der Tatschwere wesentlich, dass deutlich umfangreichere Betäubungsmittel-
transaktionen unter dem Tatbestand von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG möglich sind und letztlich 
mit 27,6 Gramm eine relativ kleine Menge reines Kokain veräussert wurde. Die Tatschwere 
wiegt leicht. In subjektiver Hinsicht nahm der Beschuldigte die Gefährdung vieler Menschen 
zumindest billigend in Kauf, wobei er aus finanziellem Eigennutz handelte und über einen 
grossen Handlungsspielraum verfügte, sich gegen seine gesetzeswidrigen Machenschaften 
zu entscheiden. Das Verschulden liegt damit deutlich im leichten Bereich, was eine Festle-
gung der Sanktion im untersten Bereich des Strafrahmens ermöglicht. Es rechtfertigt sich, die 
Sanktion für die Widerhandlung nahe der Minimalstrafe bei 13 Monaten Freiheitsstrafe fest-
zulegen. Obwohl im Berufungsverfahren die Veräusserung einer leicht tieferen Menge reinen 
Kokains als bei der Vorinstanz festgestellt wurde, besteht kein Anlass, auf die gesetzliche 
Mindeststrafe zu erkennen, zumal die Reinmenge von 27,6 Gramm den Schwellenwert von 
18 Gramm deutlich überschreitet und eine Mindeststrafe nur angemessen wäre, wenn die 
Reinmenge nahe oder sehr nahe am Schwellenwert gelegen wäre. Eine Verbindungsgelds-
trafe drängt sich aus spezialpräventiven Gründen nicht auf (vgl. dazu E. III. Ziff. 9.3). 

4. Nach Art. 49 Abs. 1 StGB sind die beiden Freiheitsstrafe zu asperieren. Wie die Vorinstanz 
zutreffend festgestellt hat, besteht ein relativ enger sachlicher, räumlicher und zeitlicher Be-
zug zum Erstdelikt, zumal davon auszugehen ist, dass das an F.________ am 30. Januar 
2020 und am 3. Februar 2020 gelieferte Kokaingemisch aus dem gleichen Kokainstein 
stammt, dessen Besitz dem Beschuldigten vorgeworfen wurde. Indessen zog sich die Betäu-
bungsmittelhandelstätigkeit mit F.________ vor den genannten Zeitpunkten über fast ein 
Jahr hinweg und beinhaltete mit Veräusserungen eine andere Tatbestandsvariante von 
Art. 19 Abs. 1 BetmG. Insbesondere der zeitliche Aspekt rechtfertigt deshalb eine leicht 
strengere Strafschärfung aufgrund eines Zweitdelikts, als dies die Vorinstanz annahm. Folg-
lich ist die Erststrafe um die Hälfte der Zweitstrafe zu schärfen. Die Erststrafe von 18 Mona-
ten Freiheitsstrafe ist somit aufgrund der Zweitstrafe um sechseinhalb Monate auf insgesamt 
24 Monate und 15 Tage Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

5. Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten, welche im Abschnitt zur Landesver-
weisung noch detailliert dargestellt werden, ergeben sich keine Umstände, um die Sanktion 
zu erhöhen oder zu senken. Wie noch aufzuzeigen ist, muss der Beschuldigte trotz einer ge-
wissen persönlichen Härte (wobei in E. V.3 die Frage des persönlichen schweren Härtefalls 
im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB offengelassen wird) des Landes verwiesen werden. Die-

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ser Umstand ist ermessensweise mit einer Reduktion der Sanktion um einen Monat zu wür-
digen. 

6. Betreffend den Strafregisterauszug des Beschuldigten wird auf das Urteil der Vorinstanz 
verwiesen (OG GD 1 E. III.3. Ziff. 3.4.2). Mit der Vorinstanz wird auf eine Strafschärfung auf-
grund der Vorstrafen verzichtet. Der Beschuldigte beging allerdings nur kurz nach der Ankla-
geerhebung am 4. Juni 2022 eine grobe Verkehrsregelverletzung, indem er die Höchstge-
schwindigkeit von 120 km/h auf der Autobahn um 50 km/h überschritt. Ferner konnte im Be-
rufungsverfahren erkannt werden, dass der Beschuldigte wegen einer Widerhandlung gegen 
das Waffengesetz verurteilt wurde (Schreckschusspistole, getragen im Spielcenter 
O.________ in P.________ am 25. Januar 2023, vgl. OG GD 6/2). Die entsprechende Delin-
quenz ist zwar nicht einschlägig, zeugt indessen aufgrund zweier Straftaten während den 
laufenden Gerichtsverfahren von einer erheblichen Geringschätzung der Rechtsordnung 
(BGE 121 IV 49 E. 2d/cc). Dies ist deutlich straferhöhend zu werten. Die Sanktion ist mithin 
um zwei Monate und 15 Tage Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

7. Die amtliche Verteidigung rügte die Verletzung des Beschleunigungsgebots. Die Vorinstanz 
erblickte indessen bei der Prüfung der einzelnen Verfahrensphasen keine Verletzung. Es 
mag zwar zutreffen, dass vorliegend keine überjährige Bearbeitungslücke bei der Polizei und 
der Staatsanwaltschaft vorlag. Trotzdem dauerte das vorliegende Strafverfahren gesamthaft 
gewürdigt zu lange. Der Beschuldigte wurde am 4. Februar 2020 verhaftet. Die wesentlichen 
Ermittlungen der Polizei wurden gegen Ende September 2020 abgeschlossen. Vor diesem 
Hintergrund ist es trotz Verfahrensschritten wie (1.) der notwendigen Prüfung des Abschlus-
ses der Ermittlungen mitsamt der Rapportierung der delegierten Untersuchungsergebnisse 
an die Staatsanwaltschaft, (2.) dem Beschlagnahmebefehl vom 5. November 2021 und 
(3.) dem rechtlichen Gehör betreffend die Landesverweisung eher schwer nachvollziehbar, 
dass bis zur Anklageerhebung am 6. Mai 2022 mehr als eineinhalb Jahre vergingen. Dies er-
scheint als zu lange. Dabei kann allerdings auch gewürdigt werden, dass die initiale Fallbe-
arbeitung während der Untersuchungshaft des Beschuldigten zügig vorgenommen wurde, 
was die Verletzung des Beschleunigungsgebots über den gesamten Untersuchungszeitraum 
hinweg deutlich relativiert. Insgesamt muss trotzdem auf eine leichte Verletzung des Be-
schleunigungsgebots durch den Staat erkannt werden. Diese Rechtsverletzung ist gemäss 
den Ausführungen der amtlichen Verteidigung durch eine Reduktion der Sanktion aufzuwie-
gen (OG GD 7/1/5 Ziff. 45). Gesamthaft gewürdigt rechtfertigt es sich, die Sanktion wegen 
der Verletzung des Beschleunigungsgebots um zwei Monate zu senken. 

8. Tat- und täterangemessen ist mithin eine Sanktion von 24 Monaten Freiheitsstrafe. Es bleibt 
damit bei der Sanktionshöhe, welche die Vorinstanz festgelegt hatte. Die Berufung des Be-
schuldigten ist mithin in diesem Punkt abzuweisen. 

9. Am 14. Dezember 2023 holte die Verfahrensleitung des Gerichts einen neuen Strafregister-
auszug des Beschuldigten ein (OG GD 6/1). Darauf konnte ein neuer Strafregistereintrag er-
kannt werden. Die Verfahrensleitung zog den Strafbefehl, den Polizeirapport sowie das Be-
fragungsprotokoll im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 25. Januar 2023 bei und händigte 
diese den Parteien an der Berufungsverhandlung aus. Aufgrund des neuen Strafregisterein-
trags erfolgte an der Berufungsverhandlung zudem der Hinweis an die Parteien, dass sich 
das Gericht vorbehalte, in Anwendung von Art. 391 Abs. 2 StPO trotz fehlender Anschluss-

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berufung der Staatsanwaltschaft allenfalls eine unbedingte Freiheitstrafe auszufällen oder die 
Probezeit der Sanktion zu erhöhen (OG GD 7/1 S. 21; vgl. dazu BGE 146 IV 172 E. 3.4.2). 

9.1 Gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Berufungsinstanz Entscheide nicht zum Nachteil der 
beschuldigten Person abändern, wenn ein Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen wor-
den ist. Dieses Verschlechterungsverbot gilt auch bei der Frage der Gewährung des beding-
ten Vollzugs der Sanktion (BGE 142 IV 89 E. 2.1). Vorbehalten bleibt gemäss Art. 391 Abs. 2 
StPO eine strengere Bestrafung aufgrund von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht 
nicht bekannt sein konnten. Dabei kann jedes Novum relevant sein, welches zu einer we-
sentlichen strengeren Bestrafung führt (Keller, Basler Kommentar, 3. A. 2023, Art. 391 StPO 
N. 5). So führen beispielsweise verbesserte finanzielle Verhältnisse zum Zeitpunkt der Beru-
fungsverhandlung zu einer Erhöhung des Tagessatzes, auch wenn keine Berufung oder An-
schlussberufung der Staatsanwaltschaft erhoben wurde (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1309/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.3.2). Eine strengere Bestrafung aufgrund neuer Tatsa-
chen durch die Berufungsinstanz führt somit nicht zu einer Verletzung von Art. 391 Abs. 2 
StPO. 

9.2 Es trifft dabei entgegen der Auffassung der amtlichen Verteidigung nicht zu, dass die Vor-
instanz den neuen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm bzw. das laufende 
Strafverfahren bereits kannte (OG GD 6/2). Die Strafuntersuchung war im von der Vorinstanz 
eingeholten Strafregisterauszug nicht aufgeführt (SE GD 13) und der entsprechende Schuld-
spruch des Beschuldigten ist erst nach dem Urteil der Vorinstanz vom 13. April 2023 ergan-
gen. Dabei ist der Strafregisterauszug massgeblich, denn dieser dient der Koordination mit 
anderen hängigen Strafverfahren und es ist weder vorgesehen noch geboten, dass Gerichte 
ohne Anlass nach hängigen polizeilichen Ermittlungsverfahren forschen. Entsprechend han-
delte es sich beim Vorfall vom 25. Januar 2023 und dem damit zusammenhängenden rechts-
kräftigen Strafbefehl vom 5. Juli 2023 um Tatsachen, die im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO 
der Vorinstanz nicht bekannt sein konnten. Diese Tatsachen sind dabei, wie noch aufzuzei-
gen ist, für die Sanktionsbemessung bei der Frage des bedingten Aufschubs der Strafe nach 
Art. 42 Abs. 1 StGB von Bedeutung. 

Im Übrigen konnte die zusätzliche gegen den Beschuldigten ausgefällte Strafe zum Zeitpunkt 
des Ablaufs der Frist zur Berufungsanmeldung auch der Staatsanwaltschaft nicht bekannt 
sein. Die Staatsanwaltschaft konnte wegen der unbekannten Tatsache unmöglich antizipie-
ren, ob eine Berufungsanmeldung notwendig war. Auch unter diesem Aspekt wäre es stos-
send, diese Tatsachen, die erst im Berufungsverfahren bekannt wurden, von einer Beurtei-
lung auszunehmen (vgl. Botschaft Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezem-
ber 2005 BBl 2005 S. 3111). Das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO fin-
det damit aufgrund des Umstands, dass der Vorinstanz die erneute Delinquenz des Beschul-
digten während des erstinstanzlichen Verfahrens nicht bekannt war, betreffend den Aspekt 
des bedingten Vollzugs der Sanktion und der damit zusammenhängenden Probezeit keine 
Anwendung. 

9.3 Das Gericht ist somit auch ohne Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft gesetzlich zur 
Prüfung berechtigt, ob beim Beschuldigten gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB eine ungünstige Le-
galprognose gestellt werden muss. Dabei gilt, dass einer günstigen Prognose im Zweifelsfall 
– bzw. im breiten Mittelfeld der Ungewissheit der Prognose – den Vorzug zu geben ist (BGE 

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134 IV 1 E. 4.2.2). Es trifft dabei zu, dass die Vorstrafen des Beschuldigten betreffend mehr-
fache Nötigung gemäss Art. 181 StGB (19. Dezember 2013) und Führen eines Motorfahr-
zeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 2 
lit. b SVG (4. Februar 2020) nicht einschlägig sind. Trotzdem haben die beiden bedingt aus-
gesprochenen Vorstrafen den Beschuldigten nicht davon abgehalten, während den hängigen 
Gerichtsverfahren am 4. Juni 2022 und am 1. Februar 2023 zwei neue Straftaten zu bege-
hen. Diese waren zwar erneut nicht einschlägig und mit 30 und 60 Tagessätzen Geldstrafe 
(letztere indessen unbedingt ausgesprochen) handelt es sich nicht um besonders schwer 
sanktionierte Straftaten. Beide Straftaten wurden aber vom Beschuldigten direktvorsätzlich 
begangen. Zu würdigen ist dabei auch, dass der Beschuldigte im Zusammenhang mit der 
vorliegend beurteilten Betäubungsmitteldelinquenz am 4. Februar 2020 für 51 Tage in Unter-
suchungshaft versetzt wurde. Es wäre diesbezüglich zu erwarten gewesen, dass die lange 
Untersuchungshaft beim Beschuldigten ein gewisses Mass an Einsicht bewirkt hätte. Gleich-
falls war zu den beiden Tatzeitpunkten die Anklageschrift vom 6. Mai 2022, in welcher die 
Staatsanwaltschaft einen Landesverweis beantragte, dem Beschuldigten bereits bekannt. 
Auch unter diesem Aspekt wäre zu erwarten gewesen, dass dieser Antrag beim Beschuldig-
ten zumindest während der begrenzten Zeitdauer der Gerichtsverfahren eine Umkehr im 
Verhalten bewirkt hätte, zumal er stets vehement zum Ausdruck brachte, wie sehr der Lan-
desverweis ihn persönlich belasten würde. Es kann somit gefolgert werden, dass der Be-
schuldigte grundsätzlich hinsichtlich der Gesetzesnachachtung uneinsichtig ist und sich nicht 
an die Gesetze halten kann oder will. Er hat auch in einer Lebenslage, wo er unter besonde-
rer Beobachtung steht, Schwierigkeiten, sich an die geltenden Gesetze zu halten. Diese Un-
einsichtigkeit spricht für eine schlechte Legalprognose. In persönlicher Hinsicht sind zudem 
keine veränderten Elemente ersichtlich, aus denen sich verlässlich eine positive Wirkung auf 
die Legalprognose des Beschuldigten ableiten lässt. So war der Beschuldigte bereits selbst-
ständig für die Top Marketing GmbH beruflich tätig, als er am 25. Januar 2023 mit einer ille-
galen Schreckschusspistole in einem Spielsalon angetroffen wurde. Gesamthaft gewürdigt 
kann eine schlechte Legalprognose im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB vorliegend nur ganz 
knapp verneint werden. Es bleibt die Hoffnung, dass die Landesverweisung und die Untersu-
chungshaft von 51 Tagen beim Beschuldigten dennoch eine gewisse Umkehr bewirken bzw. 
bewirkt haben, auch wenn die erneuten Straftaten dies als nicht überwiegend wahrscheinlich 
erscheinen lassen. Ausnahmsweise kann folglich beim Beschuldigten das letzte Mal der be-
dingte Strafvollzug gewährt werden. Die Probezeit ist indessen in Abweichung vom Urteil der 
Vorinstanz wegen der vorliegend sehr starken Restbedenken auf fünf Jahre festzulegen. 

10. Der Beschuldigte wird somit unter Anrechnung der erstandenen Haft von 51 Tagen mit einer 
Freiheitsstrafe von 24 Monaten bestraft. Der Vollzug der Strafe wird bedingt aufgeschoben 
unter Ansetzung einer Probezeit von fünf Jahren. Betreffend die Wirkung einer bedingten 
Strafe wurde der Beschuldigte bereits von der Vorinstanz gemäss Art. 44 Abs. 3 StGB be-
lehrt. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 1 E. III.3. Ziff. 3.8 S. 18). Der Beschuldigte 
wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine bedingte Strafe keine 
"Nicht-Strafe" ist, sondern dass einzig der Vollzug dieser Strafe von seinem Wohlverhalten 
während der Probezeit abhängig ist. 

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IV. Einziehung 

1. Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen zur Einziehung sowie zur Verrechnung mit 
den Verfahrenskosten treffend dar. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 1 E. V.1. Ziff. 1-
1.2 S. 24 f.). 

2. Die Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände (Kokain-Stein, Digitalwaage, Plastik-
schale und Löffel, Minigrip mit Apple-Karte, Klarsichtfolie sowie ein Minigrip mit Kokain) ist 
aufgrund des Rückzugs der Berufung des Beschuldigten rechtskräftig. 

3. Das aus dem Vermögen des Beschuldigten beschlagnahmte Bargeld von CHF 7'210.00 und 
EUR 10.00 bleibt bis zur Rechtskraft dieses Urteils weiterhin zwecks Kostendeckung gemäss 
Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO beschlagnahmt und wird mit den Forderungen des Kantons Zug im 
Zusammenhang mit den Gerichts- und Anwaltskosten gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO verrech-
net. 

V. Landesverweisung 

1. Rechtliche Grundlagen 

1.1 Gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB verweist das Gericht den Ausländer, der wegen einer 
qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen wurde, 
unabhängig von der Höhe der Strafe für die Zeitdauer von 5-15 Jahren aus der Schweiz. 
Nach Art. 66a Abs. 2 StGB kann vom Landesverweis nur ausnahmsweise abgesehen wer-
den, wenn er einen persönlichen schweren Härtefall bewirken würde und die öffentlichen In-
teressen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am 
Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Auslän-
dern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind. 

1.2 Die sog. Härtefallklausel gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB dient der Umsetzung des Verhältnis-
mässigkeitsprinzips und soll augenfällig stossende Ergebnisse abwenden. Sie ist restriktiv 
anzuwenden. Dabei ist anhand der gängigen Integrationskriterien eine Einzelfallprüfung vor-
zunehmen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur Prüfung des Härte-
falls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung über den 
schwerwiegenden persönlichen Härtefall in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 
2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen. Zu 
berücksichtigen sind namentlich der Grad der persönlichen und wirtschaftlichen Integration, 
die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die Respektierung der Werte der 
Bundesverfassung, die Sprachkompetenzen, die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am 
Erwerb von Bildung. Ferner sind die familiären Bindungen des Ausländers in der Schweiz 
bzw. in der Heimat zu würdigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_75/2020 vom 19. Januar 
2021 E. 2.2, Urteil des Bundesgerichts 6B_1474/2019 vom 23. März 2020 E. 1.2). 

1.3 Selbst bei einer Bejahung eines persönlichen schweren Härtefalls kann eine Landesverwei-
sung erfolgen, wenn die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung die privaten In-
teressen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz überwiegen (Art. 66a Abs. 2 StGB). 

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2. Feststellung des Sachverhalts 

2.1 Der heute 25-jährige Beschuldigte B.________ wurde am 9. Juli 1998 als Sohn von 
Q.________ und R.________ in C.________ geboren. Der Beschuldigte ist Staatsangehöri-
ger der Republik Türkei (OG GD 5/1 S. 1). Er wohnte seit seiner Geburt bis im Jahr 2013 bei 
seinen Eltern in C.________ im Kanton Zug, wo er die Schulen besuchte. Der Vater des Be-
schuldigten war dabei gegenüber seiner Ehegattin gewalttätig und musste wegen seiner 
Straffälligkeit die Schweiz zeitweise verlassen (OG GD 5/1 S. 61 ff.). Im Verlauf des Jahres 
2013 trennten sich seine Eltern und die Mutter des Beschuldigten kehrte dauerhaft in die 
Türkei zurück (act. 13/2/6), wo sie sich im Jahr 2016 von ihrem Ehegatten scheiden liess. 
Der Beschuldigte zog mit seinem obhutsberechtigten Vater im Oktober 2013 nach 
S.________ im Kanton Luzern um, wo er die Sekundarschule absolvierte (act. 13/2/7). 

2.2 Im Alter von 13 Jahren wurde der Beschuldigte zum ersten Mal straffällig. Er erwarb zwi-
schen dem 8. und dem 10. Juli 2011 von T.________ ein beinahe neuwertiges Mobiltelefon 
zum Preis von CHF 70.00, wobei er aufgrund des tiefen Preises annehmen musste, dass 
T.________ das Mobiltelefon nicht rechtmässig erworben hatte. Der Beschuldigte wurde von 
der Jugendanwaltschaft der Hehlerei schuldig gesprochen und zu einer persönlichen Leis-
tung von vier Tagen verpflichtet (OG GD 5/1 S. 17). 

2.3 Im Alter von 14 Jahren wurde der Beschuldigte erneut straffällig. Er packte am 22. Dezember 
2012 U.________ beim Bahnhof C.________ und zog diesen in ein Gebüsch. Er wollte ihm 
Geld abnehmen, indem er ihm mit Schlägen drohte. Schliesslich nötigte der Beschuldigte 
U.________ zu sagen, dass er ihm CHF 400.00 geben müsse, was er als erpressten Beweis 
der Schuldanerkennung auf Video aufzeichnete. Dabei drohte er U.________ erneut mit 
Schlägen (OG GD 5/1 S. 8). Der Beschuldigte wurde im Rahmen des Untersuchungsverfah-
rens aus der Schule polizeilich vorgeführt, wobei er wegen seines unkooperativenen Verhal-
tens gebunden und fixiert werden musste (OG GD 5/1 S. 11). Mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft vom 19. Dezember 2013 wurde der Beschuldigte der Nötigung schuldig gespro-
chen (OG GD 5/1 S. 149 ff.)

2.4 Im Alter von 15 Jahren wurde der Beschuldigte erneut straffällig. Er behändigte am 27. Sep-
tember 2013 im Restaurant V.________ im Einkaufscenter W.________ unrechtmässig das 
Mobiltelefon von X.________, der im genannten Restaurant vor Y.________ Schutz suchte. 
Der Beschuldigte behändigte das Mobiltelefon, um X.________ damit zu zwingen, das Re-
staurant zu verlassen, wo Y.________ wartete. Als X.________ das Restaurant verliess, hielt 
ihm sein Kollege Y.________ einen Dolch an den Hals und bedrohte ihn damit mit dem Tod 
(OG GD 5/1 S. 142 f.). Im Rahmen des entsprechenden Ermittlungsverfahrens vermerkte der 
zuständige Beamte des Jugenddienstes der Kriminalpolizei, dass der Beschuldigte eine ne-
gative Verhaltensweise an den Tag gelegt habe, welche er vorher noch nie erlebt habe. Der 
Beschuldigte habe den zuständigen Polizeibeamten mehrfach mit Gestik, Mimik und mit der 
Körperhaltung provoziert. Mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft vom 19. Dezember 2013 
wurde der Beschuldigte der Nötigung schuldig gesprochen (OG GD 5/1 S. 149 ff.). Ebenfalls 
im Alter von 15 Jahren wurde der Beschuldigte von der Jugendanwaltschaft Luzern verurteilt, 
weil er am 6. Juni 2014 auf einem Motorrad ohne Schutzhelm herumfuhr, obwohl er nicht im 
Besitz eines Führerausweises war. Der Beschuldigte missachtete zudem polizeiliche Anwei-
sungen (OG GD 5/1 S. 153). 

Seite 23/34

2.5 Im Alter von 16 Jahren rapportierte die Polizei erneut Straftaten des Beschuldigten. Während 
eines Streites zerstörte der Beschuldigte am 10. April 2015 mit einem Teleskopschlagstock 
die Frontscheibe eines Personenwagens. Zwecks Einschüchterung der beteiligten Personen 
posierte der Beschuldigte danach mit einer Soft-Air Pistole (OG GD 5/1 S. 58).

2.6 Im Alter von 17 Jahren störte der Beschuldigte erneut Ruhe und Ordnung. Am 16. Oktober 
2015 rannte er von Mitarbeitern des Luzerner Sicherheitsdienstes davon, die ihn wegen einer 
Rangelei konfrontieren wollten. Der Beschuldigte warf auf der Flucht das mitgetragene 
Klappmesser weg. Bei der Anhaltung durch die Polizei verhielt sich der Beschuldigte verbal 
aggressiv und schrie herum. Der Beschuldigte war stark alkoholisiert, aufbrausend und ag-
gressiv. Er musste am Boden fixiert und gebunden werden (OG GD 5/1 S. 167). 

2.7 Im Alter von 18 Jahren wurde der Beschuldigte erneut straffällig. Er wurde wegen des Kon-
sums von neun Gramm Marihuana im Zeitraum vom 1. Mai 2017 bis am 11. Juni 2017 mit ei-
ner Busse bestraft (OG GD 5/1 S. 170). 

2.8 Im Alter von 19 Jahren missachtete der Beschuldigte am 7. Dezember 2017 die Auflage, im 
Strassenverkehr ein Fahrzeug nur mit Brille oder Kontaktlinsen zu führen. Er wurde mit einer 
Busse bestraft (OG GD 5/1 S. 172). Am 19. Mai 2018 wurde der Beschuldigte sodann mit ei-
ner Busse bestraft, weil er die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 29 km/h überschritten 
hatte (OG GD 5/1 S. 178).  

2.9 Im Alter von 20 Jahren fuhr der Beschuldigte am 28. Juli 2018 einen gemieteten BMW M5, 
ohne einen Führerausweis zu besitzen. Er wurde mit einer Busse und einer Geldstrafe be-
straft (OG GD 5/1 S. 207). Im gleichen Jahr wurde der Beschuldigte der Widerhandlung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz verdächtigt. Im Rahmen einer Hausdurchsuchung in einem 
anderen Verfahren wurde eine Kühlbox mit diversen Betäubungsmitteln (über 200 Gramm 
Kokaingemisch, Amphetamine) und Betäubungsmittelutensilien aufgefunden, welche nach 
Auffassung der Polizei mit dem Beschuldigten im Zusammenhang stand. Beim Beschuldigten 
wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Der Beschuldigte wurde einvernommen, wobei 
er die Aussage verweigerte. Sodann verweigerte der Beschuldigte die Bekanntgabe der 
Passwörter seines Mobiltelefons, so dass dieses nicht ausgewertet werden konnte. Am 
19. Dezember 2019 wurde das Strafverfahren gegen den Beschuldigten aufgrund einer un-
genügenden Beweislage eingestellt (OG GD 5/1 S. 205 f.).

2.10 Im Alter von 21 Jahren wurde der Beschuldigte am 4. Februar 2020 im Zusammenhang mit 
dem vorliegenden Strafverfahren verhaftet und am 25. März 2020 nach 51 Tagen wieder aus 
der Untersuchungshaft entlassen (OG GD 5/1 S. 209). 

2.11 Im Alter von 22 Jahren lenkte der Beschuldigte am 4. Februar 2021 ein Fahrzeug ausserorts, 
wobei er die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 25 km/h überschritt. Er wurde mit einer 
Busse bestraft (OG GD 5/1 S. 213). Wenige Monate später warnte der Beschuldigte am 
20. Mai 2021 andere Verkehrsteilnehmer in einer Whatsapp-Gruppe vor einer Geschwindig-
keitskontrolle der Polizei, weswegen er erneut mit einer Busse bestraft werden musste 
(OG GD 5/1 S. 219). 

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2.12 Im Alter von 23 Jahren überschritt der Beschuldigte am 4. Juni 2022 um 02:03 Uhr auf der 
Autobahn A14 auf der Höhe von Buchrain mit dem Fahrzeug Mercedes Benz D seines Va-
ters die Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Die gemessene Fahrgeschwindigkeit betrug 
177 km/h (OG GD 5/1 S. 230). Der Beschuldigte wurde wegen der groben Verkehrsregelver-
letzung mit einer unbedingten Geldstrafe bestraft (SE GD 13). 

2.13 Im Alter von 24 Jahren wurde der Beschuldigte von der Vorinstanz am 13. April 2023 wie er-
wähnt der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gespro-
chen und mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten bestraft (OG GD 1). 

2.14 Im Alter von 24 Jahren wurde der Beschuldigte erneut straffällig. Er wurde von der Staatsan-
waltschaft Zofingen-Kulm mit Strafbefehl vom 5. Juli 2023 der Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe und einer Busse bestraft. Der 
Beschuldigte wurde wie erwähnt am 25. Januar 2023 angetroffen, als er im Spielcenter 
O.________ in P.________ eine Schreckschusspistole (Schusswaffenimitat) des Typs Röhm 
RG 96 trug (OG GD 6/2). 

2.15 In sozialer Hinsicht ist zu vermerken, dass der der Beschuldigte im Jahr 2020 zusammen mit 
seiner damaligen Freundin M.________ in S.________ wohnte. An der Hauptverhandlung 
am 29. März 2023 gab er zu Protokoll, dass er keine Freundin mehr habe (SE GD 17/1 S. 4). 
Es lebe nur noch seine Mutter in der Türkei, die weiteren Verwandten seien in der Schweiz. 
Die türkische Sprache beherrsche er schlecht. Er verstehe türkisch und könne sich darin 
aber nicht so gut äussern wie in der schweizerdeutschen Sprache (SE GD 17/1 S. 5). Die 
Freizeit verbringe er mit seinen Freunden und mit Sport (SE GD 17/1 S. 4). Aus den sicher-
gestellten Mobiltelefondaten des Beschuldigten ergibt sich ein fortgesetzter Austausch in der 
türkischen Sprache mit seinen Eltern und anderen türkischen Kollegen. Mit seiner Mutter in 
der Türkei unterhielt sich der Beschuldigte zudem noch telefonisch am Tag vor seiner Ver-
haftung (OG GD 7/1/2; OG GD 7/1 Ziff. 22). 

2.16 In beruflicher Hinsicht gab der Beschuldigte an der Einvernahme vom 22. April 2020 zu Pro-
tokoll, dass er eine kaufmännische Lehre abgeschlossen habe. Er würde temporär bei ver-
schiedenen Firmen arbeiten. Er sei psychisch angeschlagen und leide bereits seit seiner Ju-
gend an psychischen Störungen und Rheuma. Er sei aber nicht in ärztlicher Behandlung 
(act. 13/2/7 f.). An der Einvernahme während der Hauptverhandlung am 29. März 2023 gab 
der Beschuldigte zu Protokoll, dass es ihm psychisch nicht gut gehe. Er habe bei der 
Z.________ GmbH gearbeitet und sich im Dezember 2022 im Bereich Marketing selbststän-
dig gemacht. Zur Frage, ob er im Rahmen seiner selbstständigen Tätigkeit ein Einkommen 
erzielte, verweigerte der Beschuldigte seine Aussagen (SE GD 17/1 S. 3). Auch an der Beru-
fungsverhandlung wollte der Beschuldigte zu seiner neuen Tätigkeit keine detaillierte Aus-
kunft geben (OG GD 7/1 Ziff. 23 ff.). 

2.17 Betreffend die finanzielle Lage des Beschuldigten steht fest, dass er keine Betreibungsvor-
gänge aufweist und er soweit ersichtlich nie Sozial- oder Arbeitslosenhilfe bezogen hat 
(OG GD 5/2 ff.). Das aktuelle Einkommen des Beschuldigten ist nicht bekannt. Er verweiger-
te die Aussagen dazu und aufgrund seiner selbstständigen Tätigkeit haben sich weiterge-
hende Untersuchungshandlungen erübrigt. Wie der Beschuldigte zurzeit sein Leben finan-
ziert und mit welchen Mitteln er für seine Wohnung den Mietzins von ca. CHF 1'510.00 pro 

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Monat bezahlt, ist nicht bekannt. Die finanzielle Lage des Beschuldigten zum Zeitpunkt der 
Berufungsverhandlung im Jahr 2023 ist letztlich genauso intransparent wie seine finanzielle 
Lage im Februar 2020 zu Beginn des Strafverfahrens. So ergeben sich aus den sicherge-
stellten Mobiltelefondaten Hinweise auf zahlreiche teure Aufwendungen des Beschuldigten 
(Leasingauto [vgl. dazu OG GD 7/1/4 S. 25], fast täglicher Besuch von Prostituierten/Escort-
Service [OG GD 7/1/3 f.], Ausgang etc.), wobei die damit zusammenhängenden Ausgaben in 
einem augenscheinlichen Kontrast zur damals erwerbs- und einkommenslosen Lage des Be-
schuldigten im Februar 2020 stehen. 

3. Prüfung eines Härtefalls 

3.1 Der Beschuldigte kann sich als unverheirateter, kinderloser und allein in einer Mietwohnung 
lebender Staatsangehöriger der Republik Türkei nicht auf eine internationale Konvention be-
rufen, welche ihm einen Anspruch auf ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz einräumen wür-
de. Die Beziehung des Beschuldigten zu seinem Vater geht über die normale Beziehung ei-
nes erwachsenen Mannes zu seinem Vater nicht hinaus. Ein Abhängigkeitsverhältnis oder 
eine besondere emotionale Bindung gegenüber zu seinem Vater und damit ein Anspruch 
nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK besteht nicht (vgl. bspw. Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2020 
vom 21. August 2020 E. 3.4.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_1144/2021 vom 24. April 2023 
E. 1.4.3). 

3.2 Der Beschuldigte wurde in der Schweiz geboren und ist hier aufgewachsen. Diesem Um-
stand kommt bei der Würdigung eines schweren persönlichen Härtefalls zwar eine hohe, 
nicht aber eine alleinentscheidende Bedeutung zu (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; Urteil des Bun-
desgerichts 6B_1123/2020 vom 2. März 2021 E. 3.3.4). Bereits aus dem Gesetzeswortlaut 
von Art. 66a Abs. 2 StGB ergibt sich, dass nicht bei jeder Person, die in der Schweiz geboren 
und aufgewachsen ist, automatisch ein schwerer persönlicher Härtefall bei einer Landesver-
weisung anzunehmen wäre. 

3.3 Der lebenslange hauptsächliche Aufenthalt des Beschuldigten in der Schweiz widerspiegelt 
vorliegend primär seine Kenntnisse des lokalen Schweizer Dialekts, der deutschen Sprache 
und seine Einbindung im Rahmen eines Freundeskreises in der Schweiz. Sodann wohnen 
der Vater des Beschuldigten und weitere Verwandte in der Schweiz. Darüber hinaus kann 
sich der Beschuldigte nicht auf besonders starke Verbindung zur Schweizer Gesellschaft, ih-
rer Kultur und ihrem Brauchtum berufen. 

3.4 Auf der anderen Seite sind die sozialen Verbindungen des Beschuldigten in die Türkei eben-
falls nicht übermässig stark. Zwar wohnt seine Mutter dort, aber bis auf regelmässige Besu-
che (zumindest in den Jahren 2018, 2020 [geplanter Besuch], 2022) verfügt der Beschuldigte 
nicht über eine vertiefte Beziehung zum Land. Aufgrund der Beziehung zu einem türkischen 
Vater und einer türkischen Mutter, seiner Besuche im Land sowie seiner Kenntnisse der tür-
kischen Sprache kann indessen davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte mit der 
türkischen Kultur und den lokalen Gegebenheiten in der Türkei in den wesentlichen Grund-
zügen vertraut ist. Sein familiäres Verhältnis zur Mutter ist zudem intakt, auch wenn diese 
seit mehreren Jahren nicht mehr in der Schweiz lebt. Entsprechend verfügt der Beschuldigte 
mit seiner Mutter, die bei AA.________ in AB.________ lebt, über einen komfortablen Emp-
fangsraum, welcher aufgrund der Unterkunft sowie hinsichtlich der Vertiefung von sprachli-

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chen Kenntnissen und von kulturellen Werten eine etwaige Härte im Rahmen einer Auswei-
sung in die Heimat erheblich leichter machen könnte. 

3.5 In wirtschaftlicher Hinsicht hat der Beschuldigte die Schule und eine kaufmännische Lehre 
absolviert. Obwohl seine Arbeitstätigkeit nicht fortdauernd war, konnten keine Anzeichen ei-
ner Schuldenwirtschaft festgestellt werden. Gleichfalls bemühte sich der Beschuldigte soweit 
ersichtlich um die Schulabschlüsse sowie um die Absolvierung einer Lehre. Die wirtschaftli-
che Integration des Beschuldigten ist mithin zurzeit vorsichtig als neutral bis leicht positiv zu 
werten. Diese Zurückhaltung ist deshalb geboten, weil die Einkommens- und Vermögensver-
hältnisse des Beschuldigten letztlich intransparent sind. Ferner muss berücksichtigt werden, 
dass der Beschuldigte am Anfang seiner Karriere steht und ein Lehrabschluss sowie fehlen-
de Anzeichen einer Schuldenwirtschaft und/oder Sozialabhängigkeit zwar darauf hindeuten, 
dass der Weg in die richtige Richtung verläuft, indessen aber nicht eine überdurchschnittliche 
Leistung darstellen, welche von einem Einwohner der Schweiz nicht abverlangt werden kann 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2021 vom 31. März 2022 E. 1.4.2). 

3.6 Betreffend den Aspekt der Einhaltung der geltenden Regeln und der Beachtung der öffentli-
chen Ordnung und Sicherheit ist der Beschuldigte hingegen schlecht in die Schweizer Ge-
sellschaft integriert. Er ist seit dem 13. Altersjahr in regelmässigen Abständen straffällig ge-
worden. Seine Delinquenz ist polymorph und verfügt u.a. mit (1.) der dokumentierten Sach-
beschädigung, (2.) den Drohungen mit Schlägen, und (3.) dem nötigenden und aggressiven 
Verhalten, teilweise auch gegenüber Sicherheitsorganen, eine Gewaltkomponente. Sozial 
auffällig ist dabei auch die Waffenaffinität des Beschuldigten, der u.a. mit einem Klappmes-
ser, einem Teleskopschlagstock, einer Soft-Air Pistole oder einer Schreckschusspistole an-
getroffen worden ist. Die in regelmässigen Abständen erfolgte Delinquenz des Beschuldigten 
seit frühem Jugendalter belegt seinen fehlenden Respekt gegenüber den Interessen der All-
gemeinheit resp. der geltenden öffentlichen Ordnung deutlich. Angesichts der genannten 
Neigung des Beschuldigten ist es wenig überraschend, dass sein Verhalten mit der qualifi-
zierten Betäubungsmitteldelinquenz seinen Höhepunkt nahm. Es ist davon auszugehen, dass 
die entsprechende Charakterhaltung beim mittlerweile 25-jährigen Beschuldigten chronifiziert 
ist. Die seit über einem Jahrzehnt dokumentierte, fehlende Ansprechbarkeit des Beschuldig-
ten auf zahlreiche einschneidende Vorgänge wie Strafverfahren, Verhaftungen, Einvernah-
men bei Polizei und Staatsanwaltschaft, Bussen, Geldstrafen, einem Freiheitsentzug im Ju-
gendstrafverfahren etc. indiziert, dass beim Beschuldigten in Zukunft ein besseres Verhalten 
unwahrscheinlich ist. In diesem Zusammenhang kann auch sein Verhalten im vorliegenden 
Verfahren gewertet werden, wo er fortgesetzt trotz erdrückender Beweislage betreffend den 
Besitz des Kokain-Steins die Aussagen verweigerte und zu keinem Zeitpunkt auch nur an-
satzweise Einsicht und Reue hinsichtlich seines Verhaltens ausdrückte. 

3.7 Aufgrund der schlechten Integration des Beschuldigten hinsichtlich der Einhaltung der Re-
geln der Rechtsordnung in die Schweizer Gesellschaft sowie dem komfortablen Empfangs-
raum bei seiner Mutter in der Türkei könnte beim Beschuldigten der schwere persönliche 
Härtefall durchaus verneint werden. Trotzdem besteht eine gewisse Härte bei einer Landes-
verweisung, zumal die sozialen Kontakte des Beschuldigten zur Türkei trotz der dort wohn-
haften Mutter nur schwach ausgeprägt sind. Die entsprechende Frage des persönlichen 
schweren Härtefalls kann indessen vorliegend offengelassen werden, da eine Interessenab-
wägung gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB beim Beschuldigten deutlich für eine Landesverwei-

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sung spricht (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 7B_181/2022 vom 27. September 2023 
E. 5.4.1). 

4. Interessenabwägung 

4.1 Bei einem schweren persönlichen Härtefall hat die Landesverweisung gemäss Art. 66a 
Abs. 2 StGB trotzdem zu erfolgen, wenn das öffentliche Interesse an einer Landesverwei-
sung die privaten Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz überwie-
gen. Auf der anderen Seite muss ein schwerer persönlicher Härtefall nicht abschliessend be-
urteilt werden, wenn das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung die privaten Inter-
essen des Beschuldigten überwiegt. 

4.2 Gemäss Bundesgericht ist insbesondere bei Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz 
ein hohes öffentliches Interesse an einer Landesverweisung zu sehen und im Rahmen der 
Interessenabwägung rigoros vorzugehen (BGE 139 I 145 E. 2.5; Urteil des Bundesgerichts 
6B_399/2021 vom 13. Juli 2022 E. 1.3.4 und Urteil des Bundesgerichts 6B_1124/2021 vom 
16. Dezember 2022 E. 3.2.1). Dies gilt umso mehr, wenn weitere Vorstrafen vorliegen (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1124/2021 vom 16. Dezember 2022 E. 3.2.1; vgl. auch Urteil des 
Bundesgerichts 6B_513/2021 vom 31. März 2022 E. 1.5.3). Dabei müssen auch Jugendstra-
fen im Rahmen der richterlichen Wertung gewürdigt werden (Urteil des Bundesgerichts 
6B_419/2023 vom 5. September 2023 E. 1.5.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_1037/2021 
vom 3. März 2022 E. 6.3.2). 

4.3 Bei den privaten Interessen des Beschuldigten ist vorab zu würdigen, dass der Beschuldigte 
in der Schweiz geboren wurde und hier aufgewachsen ist. Sein Beziehungsnetz befindet sich 
in der Schweiz, beinhaltet indessen wohl überwiegend Personen aus dem Migrantenkreis mit 
kulturellen Wurzeln aus der Gegend des Balkans und der Türkei. Seine Beziehungen zur 
Türkei sind indessen aufgrund seiner Geburt in der Schweiz trotzdem als deutlich schwächer 
zu beurteilen. Dies relativiert sich indessen dadurch, dass der Beschuldigte noch in einem Al-
ter ist, in dem neue soziale Bindungen leicht fallen und er die türkische Sprache und Kultur in 
ihren Grundzügen kennt. Ausserdem lebt mit seiner Mutter eine wichtige Bezugsperson in 
der Türkei, welche ihm eine Unterkunft bieten und soziale, kulturelle und sprachliche Kennt-
nisse vermitteln kann. Der soziale Empfangsraum des Beschuldigten in der Türkei ist mithin 
vorliegend komfortabel. Aufgrund der engen verwandtschaftlichen Beziehung zu seiner Mut-
ter wird der Empfangsraum kurzfristig ausreichend sein, um einen Umzug des Beschuldigten 
in die Republik Türkei zu erleichtern. Darüber hinaus wird der Empfangsraum voraussichtlich 
auch mittel- und langfristig bestand haben. In beruflicher Hinsicht ist zudem nicht erstellt, 
dass sich der Beschuldigte in der Schweiz mit Mühe und Einsatz eine Existenz aufgebaut 
hätte, deren Verlust besonders schwer wiegen würde. Es kann indessen zu Gunsten des Be-
schuldigten gewürdigt werden, dass eine schweizerische kaufmännische Ausbildung nicht 
optimal für eine Berufskarriere in der Türkei ist. Zwar sind die dadurch erlangten Kenntnisse 
im Bereich der computerbasierten Datenverarbeitungs- und Informationssysteme, betreffend 
die englische Sprache sowie die generellen Kenntnisse im Bereich Marketing (vgl. OG GD 
7/1 Ziff. 23, wonach der Beschuldigte zurzeit Werbedesign und Marketing betreibe), Volks-
wirtschaftslehre und dem Rechnungswesen auch in der Türkei gut einsetzbar. Auf der ande-
ren Seite muss indessen auch berücksichtigt werden, dass betreffend die kaufmännische Ar-
beit durch den Beschuldigten in der Türkei wohl auch ein Weiterbildungsbedarf bestehen 

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würde, insbesondere was die lokalen Gepflogenheiten des kaufmännischen Berufs anbe-
langt. Nicht relevant sind dabei die unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse zwischen 
der Türkei und der Schweiz, insbesondere das unterschiedliche Lohnniveau und der unter-
schiedliche Arbeitsmarkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1024/2019 vom 29. Januar 2020 
E. 1.3.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_1454/2021 vom 26. Mai 2023 E. 6.4.4). Solche Unter-
schiede bestehen zwischen der Schweiz und jedem anderen Land. Diese Faktoren sind dy-
namisch und können sich mittel- und langfristig ändern. Der Hinweis des Beschuldigten auf 
schlechtere wirtschaftliche Verhältnisse in der Türkei in seinem Schlusswort ist somit unbe-
achtlich. Gesamthaft gewürdigt ist das private Interesse des Beschuldigten am Verbleib in 
der Schweiz trotzdem als erheblich zu würdigen. 

4.4 Der 25-jährige Beschuldigte ist grundsätzlich familiär und partnerschaftlich ungebunden, ge-
sund und arbeitsfähig. Sofern der Beschuldigte über intermittierende Phasen mit besonderer 
psychischer Belastung klagt, so ergibt sich aus der Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichts, dass die Republik Türkei seinen Bürgerinnen und Bürgern grundsätzlich eine 
ausreichende medizinisch-psychiatrische Grundversorgung zur Verfügung stellt (vgl. bspw. 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 7.3.5.3; Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts D-167/2022 vom 30. Mai 2022 E. 8.3.5). Es ist somit nicht er-
sichtlich, dass eine Landesverweisung beim Beschuldigten hinsichtlich seiner weitgehend dif-
fusen psychischen Befindlichkeitsstörungen zu einer Erschwerung seiner Lage führen könn-
te.

4.5 Der Beschuldigte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Das sich in die-
sem Strafmass manifestierende Verschulden ist aus ausländerrechtlicher Perspektive als 
schwer einzustufen; eine entsprechende Verurteilung stellt migrationsrechtlich einen Grund 
für den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG dar. So wären 
bei Verurteilungen mit einem Strafmass von zwei Jahren Freiheitsstrafe selbst bei einem Be-
schuldigten mit einer Schweizer Ehepartnerin aussergewöhnliche Umstände notwendig, um 
von einer Landesverweisung abzusehen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1198/2020 vom 
19. Juli 2021 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 E. 2.6).

4.6 Qualifizierend kommt hinzu, dass der Beschuldigte mit der genannten Sanktion von 24 Mo-
naten Freiheitsstrafe aufgrund von qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz bestraft wurde. Die zwecks Veräusserung besessene oder veräusserte Rein-
menge an Kokain betrug 96,4 Gramm und übersteigt damit die bundesgerichtlich festgesetz-
te Grenze für den qualifizierten Fall um das Fünffache. Die vom Beschuldigten gehandelte 
Droge war zudem Kokain, dessen besondere Gefährlichkeit in diversen Urteilen des Bun-
desgerichts in den letzten Jahrzehnten bestätigt wurde (vgl. dazu BGE 109 IV 143 E. 3b.; 
BGE 120 IV 334 E. 2a und BGE 145 IV 312 E. 2.1.3). Die erhebliche Menge an reinem Ko-
kain, mit welcher der Beschuldigte handelte oder die er zwecks Weiterverkaufs besass, liegt 
in einem Bereich, die üblicherweise zu einer Landesverweisung führt (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 E. 1.2 und E. 6.5.2 mit ca. 31,9 Gramm reinen 
Kokains oder Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2021 vom 31. März 2022 E. 1.4.1 mit ca. 33 
Gramm reinen Kokains).

4.7 So war das Verhalten des Beschuldigten in erheblichem Ausmass sozialschädlich. Der Han-
del mit sog. harten Drogen stellt ein gesellschaftliches Übel dar. Es mag sein, dass es neben 

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Gelegenheitskonsumenten auch Personen gibt, die trotz Drogensucht gesellschaftlich und 
beruflich zumindest eine gewisse Zeit lang funktional leben können. Es ist aber auch be-
kannt, dass der regelmässige Konsum von harten Drogen statistisch mit schweren (Gewalt-) 
Straftaten sehr stark korreliert und zwar auf der Täterseite wie auch auf der Opferseite (vgl. 
dazu Walser/Biberstein/Kilias, Alkohol und Gewalt, Studie für das Bundesamt für Gesundheit, 
24.06.2014. S. 4 und S. 35 f. sowie S. 40 Ziff. 4 und 5; abrufbar unter: www.bag.admin.ch 
/bag/de/home/gesund-leben/sucht-und-gesundheit/alkohol/ soziale-folgen/gewalt.html; Do-
kument "Bericht Sekundäranalyse von Daten aus Opfer- und Täterbefragungen). Ebenfalls ist 
allgemein bekannt, dass Suchtbetroffene (insb. bei Kokain und Opioiden) einen sozialen Zer-
fall erfahren, welcher sich negativ auf Erwerbsfähigkeit, Leistungsfähigkeit, stabile Wohnsi-
tuation und psychische Gesundheit auswirkt (vgl. Labhart/Maffli/Notari, La situation sociale 
des personnes touchées par une problématique d’addiction, 2021, S. 47; abrufbar unter 
www.bag.admin.ch). Drogensucht ist mithin potentiell geeignet, Menschen in der Schweiz 
und anderswo zu ruinieren und ins Elend zu treiben. Von diesen negativen Effekten werden 
naturgemäss auch Freunde, Verwandte und Familie der betroffenen Personen tangiert. 
Darüber hinaus fördert auch der Drogenhandel auf der untersten Hierarchiestufe letztlich in-
direkt die organisierte Kriminalität. Der Bekämpfung des Drogenhandels kommt folglich eine 
wesentliche gesellschaftliche Bedeutung zu, was auch in gesetzlicher Hinsicht in den ver-
gleichsweise hohen Sanktionen des Betäubungsmittelgesetzes Niederschlag gefunden hat 
und zu einem erheblichen öffentlichen Wegweisungsinteresse führt (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6B_143/2019 vom 6. März 2019 E. 3.4.2: "En l'espèce, les intérêts présidant à 
l'expulsion du recourant sont importants, dès lors que celui-ci s'est livré à un trafic de 
stupéfiants. A cet égard, on rappellera que la Cour européenne des droits de l'Homme 
estime que, compte tenu des ravages de la drogue dans la population, les autorités sont 
fondées à faire preuve d'une grande fermeté à l'encontre de ceux qui contribuent à la 
propagation de ce fléau […]"). Ferner sollen Drogenhändler gemäss dem unzweideutigen 
Wortlaut von Art. 121 Abs. 3 lit. a der Bundesverfassung, welcher am 28. November 2010 
von der Mehrheit von Volk und Ständen beschlossen wurde, unabhängig von ihrem auslän-
derrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht in der Schweiz verlieren. Die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung, bei Fällen von schweren Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung erheblich 
zu gewichten, ist insgesamt nachvollziehbar und überzeugend. In casu ist eine Landesver-
weisung nicht nur geeignet, weiteren zukünftigen Handel des Beschuldigten mit Drogen zu 
unterbinden, sondern kann auch gegenüber Ausländerinnen und Ausländern als einschnei-
dende Massnahme generalpräventiv eine Signalwirkung entfalten. Das öffentliche Interesse 
an einer Landesverweisung ist damit vorliegend gewichtig.
 

4.8 Deutlich akzentuiert wird das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung vorliegend 
durch die andauernde, polymorphe Straffälligkeit des Beschuldigten, welche sich seit seinem 
13. Lebensjahr kontinuierlich bis zum heutigen Tag fortsetzt. Die Häufigkeit der Vorstrafen 
des Beschuldigten zeigt deutlich auf, dass er seine eigenen Bedürfnisse kontinuierlich vor 
den Interessen der Allgemeinheit einstuft und nicht bereit ist, den in der Schweiz geltenden 
Regeln durch ein gesetzeskonformes Leben Nachachtung zu verschaffen. Zwar sind keine 
erheblichen Straftaten unter den Vorstrafen des Beschuldigten, wesentlicher ist aber indes-
sen die Persistenz der Gesetzesverstösse seit jungem Alter. Dies legt eine fehlende An-
sprechbarkeit und Beeinflussbarkeit des Beschuldigten durch strafrechtlichen Sanktionen 
nahe. Eine pro-soziale Geisteshaltung ist beim Beschuldigten zudem nicht im Ansatz zu er-

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kennen. Hinzu kommt eine bedenkliche Waffenaffinität des Beschuldigten, der bereits mehr-
fach mit gefährlichen Waffen oder mit Waffenimitaten angetroffen wurde. Das Risiko, dass 
der Beschuldigte kurz-, mittel- und langfristig weiterhin Straftaten begehen wird, ist gegenü-
ber der Normalpopulation entsprechend deutlich erhöht. So konnte dem Beschuldigten auch 
der bedingte Strafvollzug nur mit grossen Bedenken gewährt werden. Bei einer grundsätzlich 
selbstsüchtigen und anti-sozialen Geisteshaltung sind zudem auch schwere Straftaten nicht 
ausgeschlossen. Es kann dabei auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen werden 
(E. V.2. Ziff. 2.2 ff. und E. V.3. Ziff. 3.6). 

4.9 Auf mitigierende Umstände, bspw. ein eigenes Suchtverhalten, einen ansonsten tadellosen 
Leumund, eine eingeschränkte Schuldfähigkeit, eine schwere persönliche Notlage oder der-
gleichen, kann sich der Beschuldigte dabei nicht berufen. Der Beschuldigte wollte sich mit 
den Erlösen aus dem Betäubungsmittelhandel primär Vorteile im Zusammenhang mit seinem 
Lebenswandel leisten, so bspw. hinsichtlich der fast täglichen Besuche von und bei Prostitu-
ierten vor der Verhaftung (OG GD 7/1/3). Das Mass der Freiheit des Beschuldigten, sich ge-
gen die Betäubungsmitteldelinquenz zu entscheiden, war vorliegend während der gesamten 
Deliktsdauer sehr hoch. Sein Verhalten muss deswegen in hohem Masse als selbstsüchtig 
und asozial bezeichnet werden. 

4.10 Gesamthaft gewürdigt ist das öffentliche Wegweisungsinteresse im Zusammenhang mit dem 
Beschuldigten hoch, während das private Interesse des Beschuldigten am Verbleib in der 
Schweiz zwar erheblich ist, aber insbesondere durch den komfortablen Empfangsraum bei 
der Mutter in der Türkei relativiert wird. Gesamthaft gewürdigt überwiegt das öffentliche 
Wegweisungsinteresse das private Interesse des Beschuldigten am weiteren Verbleib in der 
Schweiz deutlich. Die Berufung des Beschuldigten ist abzuweisen. Der Beschuldigte ist des 
Landes zu verweisen. Es gilt bezüglich der Dauer der Landesverweisung das Verschlechte-
rungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1031/2019