# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e13236b4-3691-5dca-87fe-e6eec040e571
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.09.2025 SK.2022.46
**Docket/Reference:** SK.2022.46
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2022-46_2025-09-16

## Full Text

Verwendung zu Gunsten der Geschädigten (Art. 73 StGB);;Verwendung zu Gunsten der Geschädigten (Art. 73 StGB);;Verwendung zu Gunsten der Geschädigten (Art. 73 StGB);;Verwendung zu Gunsten der Geschädigten (Art. 73 StGB)

Urteil vom 16. September 2025 
Strafkammer 

Besetzung 

 

Bundesstrafrichter Sylvia Frei, Vorsitz, 

Miriam Forni und Stefan Heimgartner, 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava  

Parteien 

 

705 GESUCHSTELLERINNEN UND GESUCHSTEL-

LER (gemäss separatem Verzeichnis) 

 

Gegenstand 

 

Verwendung zu Gunsten der Geschädigten  

(Art. 73 StGB) 

 

 

 

 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2022.46 

- 2 - 

Prozessgeschichte: 

A. Mit Urteil SK.2015.44 vom 30. September 2016 und 30. März 2017 (nachfolgend: 

Urteil SK.2015.44) verurteilte die Strafkammer des Bundesstrafgerichts Dieter 

Behring wegen gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB) 

zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe. Die Strafkammer verfügte die Einziehung 

von diversen beschlagnahmten Vermögenswerten von Dieter Behring sowie von 

Drittpersonen und begründete zu Lasten des Verurteilten eine Ersatzforderung 

der Eidgenossenschaft in Höhe von Fr. 100'000'000.–. Im Weiteren entschied die 

Strafkammer adhäsionsweise über die Zivilklagen einer Vielzahl von Privatklä-

gern: Sie verpflichtete Dieter Behring, einem Teil der Privatkläger Schadenersatz 

zu zahlen, teilweise zuzüglich Zins zu 5% seit dem 1. Oktober 2004; die Zivilkla-

gen eines anderen Teils der Privatkläger verwies sie auf den Zivilweg. Zudem 

traf sie Anordnungen betreffend die Parteientschädigung zu Gunsten einzelner 

Privatkläger. Sodann bestimmte die Strafkammer, dass über eine allfällige Ver-

wendung der eingezogenen Gegenstände und Vermögenswerte bzw. von deren 

Verwertungserlös sowie der Ersatzforderung zu Gunsten der Geschädigten in 

einem separaten Verfahren entschieden werde, wenn die Voraussetzungen von 

Art. 73 StGB vorliegen. 

B. Gegen dieses Urteil führten Dieter Behring sowie einzelne Privatkläger und von 

der Einziehung betroffene Drittpersonen Beschwerden in Strafsachen beim Bun-

desgericht.  

C. Mit Urteil 6B_28/2018 vom 7. August 2018 wies das Bundesgericht die Be-

schwerde von Dieter Behring ab, soweit es darauf eintrat. Die Beschwerden der 

Privatkläger und der Einziehungsbetroffenen hiess es hingegen mehrheitlich gut, 

hob das angefochtene Urteil in den betreffenden Punkten auf und wies die Sa-

chen zur Neubeurteilung an die Strafkammer zurück. 

D. Nachdem die zurückgewiesenen Streitfälle betreffend die Vermögenseinziehun-

gen und die Zivilklagen durch die Strafkammer, die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts, die (per 1. Januar 2019 neugeschaffene) Berufungskam-

mer des Bundesstrafgerichts bzw. das Bundesgericht rechtskräftig entschieden 

worden waren, eröffnete die Strafkammer mit Wirkung ab 13. Juli 2022 das vor-

liegende Verfahren betreffend die Verwendung der mit Urteil SK.2015.44 einge-

zogenen Vermögenswerte, von deren Verwertungserlös sowie der gegen Dieter 

Behring begründeten Ersatzforderung zu Gunsten der Geschädigten und lud die 

potentiell anspruchsberechtigten Personen (zunächst mit Schreiben vom 

13. Juli 2022 resp. öffentlicher Bekanntmachung vom 29. Juli 2022 sowie in der 

Folge – in Einzelfällen – mit weiteren Schreiben) ein, Anträge i.S.v. Art. 73 StGB 

zu stellen. 

- 3 - 

E. Im Laufe des Verfahrens reichten 705 Personen Anträge auf Verwendung der 

zur Diskussion stehenden Vermögenswerte zu ihren Gunsten bei der Strafkam-

mer ein. Ein Teil der von der Strafkammer adressierten Personen verzichtete ex-

plizit auf eine Beteiligung am Verfahren bzw. liess sich nicht vernehmen. 

F. Dieter Behring verstarb in der Zwischenzeit am 5. März 2019. Nachdem sämtli-

che Erben die Annahme der Erbschaft ausgeschlagen hatten, ordnete das Be-

zirksgericht Laufenburg/AG am 14. Juni 2019 eine konkursamtliche Liquidation 

über den Nachlass des Verstorbenen an. Mit der Durchführung der Liquidation 

wurde das Konkursamt Aargau, Amtsstelle Brugg, beauftragt, welches die A. AG 

(als Hilfsperson) für die Durchführung des Nachlassliquidationsverfahrens bevoll-

mächtigte. Die A. AG legte vom 14. Februar bis 4. März 2024 den Kollokations-

plan auf. Vom 18. Oktober bis 7. November 2024 wurde der Kollokationsplan neu 

aufgelegt. Das Verfahren ist derzeit pendent (TPF 662.001 ff.). 

 

Die Strafkammer erwägt: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 363 Abs. 1 StPO trifft das Gericht, welches das erstinstanzliche Ur-

teil gefällt hat, auch die einer gerichtlichen Behörde übertragenen selbstständi-

gen nachträglichen Entscheide, sofern Bund oder Kantone nichts anderes be-

stimmen. Dazu gehört ein Entscheid über die nachträgliche Zuweisung von Ver-

mögenswerten an die geschädigten Personen gemäss Art. 73 StGB (Beschluss 

des Bundesstrafgerichts SK.2021.32 vom 22. Oktober 2021). 

Die Zuständigkeit der Strafkammer ist vorliegend gegeben, da sie das erstin-

stanzliche Urteil gefällt hat. 

1.2 Die zuständige Behörde – in casu die Strafkammer – leitet das Verfahren auf 

Erlass eines nachträglichen richterlichen Entscheids von Amtes wegen ein, so-

fern das Bundesrecht nichts anderes bestimmt (Art. 364 Abs. 1 StPO; JO-

SITSCH/SCHMID, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 364 StPO N. 1). Das Ge-

richt prüft, ob die Voraussetzungen für den nachträglichen richterlichen Ent-

scheid erfüllt sind, und ergänzt wenn nötig die Akten oder lässt weitere Erhebun-

gen durch die Polizei durchführen. Es gibt den betroffenen Personen und Behör-

den Gelegenheit, sich zum vorgesehenen Entscheid zu äussern und Anträge zu 

stellen (Art. 364 Abs. 3 und 4 StPO). Das Gericht entscheidet in Verfahren wie 

dem vorliegenden grundsätzlich gestützt auf die Akten. Es erlässt seinen Ent-

scheid schriftlich und begründet ihn kurz (Art. 365 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). 

1.3 Die geschädigten Personen erhielten Gelegenheit, Anträge i.S.v. Art. 73 StGB zu 

stellen. Die Strafkammer holte zudem die für die Beurteilung des Falls erforderli-

- 4 - 

chen Beweismittel ein, insbesondere den im Verfahren der konkursamtlichen Li-

quidation des Nachlasses von Dieter Behring erstellten Kollokationsplan. Im Üb-

rigen bilden die bisherigen Akten (aus dem Verfahren SK.2015.44 und den ent-

sprechenden Rückweisungsverfahren) Grundlage für den vorliegenden Ent-

scheid. 

2. Gemäss Art. 73 StGB spricht das Gericht dem Geschädigten, der durch ein Ver-

brechen oder Vergehen einen Schaden erleidet, welcher nicht durch eine Versi-

cherung gedeckt ist, auf dessen Verlangen bis zur Höhe des Schadenersatzes 

bzw. der Genugtuung, die gerichtlich oder durch Vergleich festgesetzt wurden, 

unter anderem die eingezogenen Gegenstände und Vermögenswerte oder deren 

Verwertungserlös unter Abzug der Verwertungskosten (Abs. 1 lit. b) und die Er-

satzforderungen (Abs. 1 lit. c) zu, wenn anzunehmen ist, dass der Täter den 

Schaden nicht ersetzen oder eine Genugtuung nicht leisten wird. Das Gericht 

kann die Verwendung zu Gunsten des Geschädigten jedoch nur anordnen, wenn 

der Geschädigte den entsprechenden Teil seiner Forderung an den Staat abtritt 

(Art. 73 Abs. 2 StGB).   

Anspruchsberechtigt gemäss Art. 73 StGB ist, wer «durch ein Verbrechen oder 

Vergehen einen Schaden» erleidet. Darunter fällt jede natürliche oder juristische 

Person (inkl. deren Rechtsnachfolger), die einen zivilrechtlichen Anspruch auf 

Ersatz eines durch die Anlasstat entstandenen Schadens hat, selbst wenn sie 

sich nicht am Strafverfahren beteiligt hat (BGE 145 IV 237 E. 5.1; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_204/2023 vom 25. September 2023 E. 2.1; BAUMANN, Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, Art. 73 StGB N. 5; THOMMEN, in: Acker-

mann [Hrsg.], Kommentar Kriminelles Vermögen - Kriminelle Organisationen, Bd. 

I, 2018, Art. 73 StGB N. 21 ff.). 

3.  

3.1 Zur Verwendung zu Gunsten der Geschädigten im Sinne von Art. 73 StGB stehen 

vorliegend die mit Urteil SK.2015.44 rechtskräftig eingezogenen und infolge der 

Vollstreckung des Urteils durch die Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, effektiv 

erhältlich gemachten Vermögenswerte bzw. deren Verwertungserlös im Gesamt-

betrag von Fr. 67'671'267.28 zur Verfügung (TPF 661.048 ff., …058 ff.). 

3.2 In Bezug auf einen (kleineren) Teil der im Verfahren SK.2015.44 rechtskräftig 

eingezogenen Vermögenswerte, die sich im Ausland befinden, konnte das Urteil 

bislang nicht vollzogen werden. Gemäss Auskunft der Bundesanwaltschaft, Ur-

teilsvollzug, sind in diesem Zusammenhang derzeit mehrere Rechtshilfeverfah-

ren mit den entsprechenden Ländern betreffend die Herausgabe der eingezoge-

nen Vermögenswerte an die Schweiz hängig (TPF 661.054, …063). Wann diese 

Verfahren zum Abschluss gebracht und die betreffenden Vermögenswerte für die 

Verwendung zu Gunsten der Geschädigten effektiv zur Verfügung stehen wer-

den, ist derzeit nicht absehbar. Ein Zuwarten auf den Vollzug des Urteils in Bezug 

- 5 - 

auf die fraglichen Vermögenswerte ist angesichts dieser Unwägbarkeit nicht an-

gezeigt. Über die Verwendung dieser Vermögenswerte zu Gunsten der Geschä-

digten gemäss Art. 73 StGB wird gegebenenfalls in einem separaten nachträgli-

chen Gerichtsverfahren zu entscheiden sein. 

3.3 Gleiches gilt für die Verwendung der mit Urteil SK.2015.44 gegen Dieter Behring 

begründeten Ersatzforderung zu Gunsten der Geschädigten gemäss Art. 73 

StGB. Der dem Staat aus der Ersatzforderung zufliessende Betrag kann gemäss 

Rechtsprechung erst nach der SchKG-Vollstreckung der Ersatzforderung zu-

gunsten der geschädigten Personen verwendet werden (Urteil des Bundesge-

richts 6B_204/2023 vom 25. September 2023 E. 2.1). Die Ersatzforderung der 

Eidgenossenschaft gegen Dieter Behring ist von der Bundesanwaltschaft, Ur-

teilsvollzug im oben erwähnten Nachlassliquidationsverfahren angemeldet und 

im Kollokationsplan zugelassen worden (TPF 662.017). Die Höhe des Betrags, 

welche der Eidgenossenschaft im Nachlassliquidationsverfahren im Ergebnis 

ausgerichtet wird, ist derzeit nicht bestimmbar. Die Strafkammer wird über die 

Verwendung des Verwertungserlöses der Ersatzforderung zu Gunsten der Ge-

schädigten gemäss Art. 73 StGB ebenfalls in einem separaten nachträglichen 

Gerichtsverfahren zu entscheiden haben. 

4.   

4.1 Beim überwiegenden Teil der Gesuchsteller handelt es sich um Privatkläger 

(bzw. ihre Erben/Rechtsnachfolger), deren Zivilklagen gegen Dieter Behring mit 

Urteil SK.2015.44 (mindestens teilweise) gutgeheissen wurden; die Strafkammer 

verpflichtete Dieter Behring, diesen Personen jeweils einen bestimmten Betrag 

als Schadenersatz, teilweise zzgl. Zins zu 5% seit dem 1. Oktober 2004) 

und/oder Parteientschädigung, zu zahlen (Dispositiv-Ziff. IV 1.2.1, IV 1.2.2 und 

IV 1.4.1). Bei den Gesuchstellern dieser Gruppe handelt es sich mithin um durch 

die Anlasstat geschädigte Personen; die Höhe des von ihnen jeweils geltend ge-

machten Schadenersatzes ist gerichtlich rechtskräftig festgesetzt. Die übrigen 

Voraussetzungen von Art. 73 StGB sind ebenfalls erfüllt.  

4.2  
4.2.1 Bei den folgenden Gesuchstellern 

(20 Gesuchsteller) 

handelt es sich zum einen um Privatkläger (bzw. ihre Erben), deren Zivilklagen 

gegen Dieter Behring mit Urteil SK.2015.44 auf den Zivilweg verwiesen wurden 

(Dispositiv-Ziff. IV 1.3). Zum anderen handelt es sich um Anleger (bzw. ihre Er-

ben) in angeblich nach dem «System Behring» bewirtschaftete Finanzprodukte, 

die sich nicht als Privatkläger am Verfahren SK.2015.44 beteiligten (vgl. Dispo-

sitiv-Ziff. IV 1.1). Diese Personen haben indessen ihre Forderungen im erwähn-

- 6 - 

ten Verfahren der konkursamtlichen Liquidation des Nachlasses von Dieter Beh-

ring erfolgreich geltend gemacht; die Forderungen wurden im Kollokationsplan 

rechtskräftig zugelassen (TPF 662.135 f.).  

4.2.2 Es stellt sich die Frage, ob die Zulassung der Forderung in einem konkursamtli-

chen Nachlassliquidationsverfahren eine genügende Grundlage für eine Zuwei-

sung nach Art. 73 StGB darstellt.  

Gemäss Art. 73 StGB muss der Schadenersatz «gerichtlich oder durch Ver-

gleich» festgesetzt worden sein. Bei der mit der Durchführung eines Nachlassli-

quidationsverfahrens beauftragten Konkursverwaltung handelt es sich um die 

Rechtsnachfolgerin des verstorbenen Schuldners. Die Anerkennung der Forde-

rung durch die Konkursverwaltung ist somit einem durch den Schuldner abge-

schlossenen Vergleich gleichzusetzen. Umstritten ist, ob sich die Zuwendung 

nach Art. 73 StGB nur auf vor Gericht abgeschlossene oder vom Gericht geneh-

migte Vergleiche stützen kann oder auch aussergerichtliche Vergleiche als 

Grundlage dienen können (vgl. zur Diskussion THOMMEN, a.a.O., N. 65). Gegen 

Letztere wird im Wesentlichen eingewendet, die Zuwendung nach Art. 73 StGB 

solle auf einer gesicherten Grundlage beruhen; bei einem aussergerichtlichen 

Vergleich bestehe die Gefahr, dass dem Geschädigten Werte in einem Ausmass 

zugesprochen werden, die vergleichsweise festgelegt worden seien, aber den 

entstandenen Schaden übersteigen würden (BOMMER, Offensive Verletzten-

rechte im Strafprozess, 2006, 117; THOMMEN, a.a.O., N. 65). Solche Bedenken 

bestehen vorliegend nicht. Die infragestehenden Forderungen wurden durch 

eine durch das Gericht eingesetzte Verwaltungsstelle in einem staatlich normier-

ten Verfahren (Art. 244 ff. SchKG) geprüft und anerkannt. Mit der Involvierung 

einer staatlichen Instanz ist die materielle Kontrolle gewährleistet. Die Zulassung 

einer Forderung im konkursamtlichen Nachlassliquidationsverfahren ist somit un-

ter dem Gesichtspunkt von Art. 73 StGB gleichwertig mit einem gerichtlichen Ver-

gleich und stellt demzufolge eine genügende Grundlage für die Zuwendung von 

Vermögenswerten gemäss dieser Bestimmung dar. 

4.2.3 Die übrigen Voraussetzungen von Art. 73 StGB sind bei den vorstehend genann-

ten Gesuchstellern ebenfalls erfüllt. Insbesondere handelt es sich bei den zur 

Diskussion stehenden Forderungen um solche, die aus Investitionsgeschäften 

abgeleitet werden, für welche Dieter Behring mit Urteil SK.2015.44 des gewerbs-

mässigen Betrugs schuldig gesprochen wurde (TPF 662.131 f.). Der Konnex zwi-

schen dem Schadenersatzanspruch und der Anlasstat ist demnach gegeben.  

4.3 Die folgenden Gesuchsteller verfügen über keinen Forderungstitel i.S.v. Art. 73 

StGB («gerichtlich oder durch Vergleich» festgesetzter Schadenersatz); ihre An-

träge auf Zuweisung der Vermögenswerte sind folglich abzuweisen: 

(74 Gesuchsteller) 

- 7 - 

4.4 In Bezug auf die Gesuchstellerin B. AG in Liquidation ergibt sich das Folgende: 

Die B. AG in Liquidation beantragt, es seien ihr die gemäss Dispositiv-Ziff. II.2.1 

lit. s al. 2 des Urteils SK.2015.44 eingezogenen Vermögenswerte (Saldo des 

Kontos Nr. 1, lautend auf C. SA, bei der Bank D., Lettland) gestützt auf Art. 73 

StGB zuzusprechen (TPF 554.4.014).  

Bei der B. AG in Liquidation handelt es sich nicht um eine durch die im Urteil 

SK.2015.44 abgeurteilte Straftat geschädigte Person. Sie leitet ihren Anspruch 

auf die infragestehenden Vermögenswerte, wie sie selbst ausführt, aus einem 

Sachverhalt (sog. «Deal E.»/«Operation Cashback») ab, der nicht Gegenstand 

des Verfahrens SK.2015.44 war (vgl. TPF 554.4.016 ff.). Es fehlt mithin an einem 

– durch Art. 73 StGB vorausgesetzten – Konnex zwischen dem behaupteten 

Schaden und der Anlasstat (vgl. oben E. 2). Die B. AG in Liquidation ist folglich 

nicht anspruchsberechtigt i.S.v. Art. 73 StGB, weshalb auf ihren Antrag nicht ein-

zutreten ist. 

5. Die an die einzelnen anspruchsberechtigten Gesuchsteller auszurichtenden Be-

träge bestimmen sich nach den folgenden Kriterien: 

5.1 Die Berechnungsgrundlage ist – unter Vorbehalt der nachstehenden Ausführun-

gen – jeweils der im Urteil SK.2015.44 zugesprochene Schadenersatzbetrag, 

ggf. zzgl. Zins und/oder Parteientschädigung (betrifft die in E. 4.1 thematisierten 

Gesuchsteller) bzw. die im Kollokationsplan zugelassene Forderung (betrifft die 

in E.4.2 genannten Gesuchsteller).  

5.2 Sofern im vorliegenden Verfahren die Zuweisung eines tieferen als im Strafurteil 

zugesprochenen bzw. im Kollokationsplan zugelassenen Betrags beantragt wird, 

ist gemäss Dispositionsmaxime der tiefere Betrag gemäss Antrag massgebend. 

Daraus folgt u.a., dass der im Urteil SK.2015.44, Dispositiv-Ziff. IV 1.2.1 zuge-

sprochene Zins ab 1. Oktober 2004 hier nur zu berücksichtigen ist, wenn dieser 

auch im vorliegenden Verfahren beantragt wurde.  

5.3 Der Zinsenlauf bei den Schadenersatzbeträgen, die gemäss Urteil SK.2015.44, 

Dispositiv-Ziff. IV 1.2.1 – und soweit hier beantragt – zu verzinsen sind, begann 

am 1. Oktober 2004 und hörte mit der Eröffnung des Konkurses über den Nach-

lass von Dieter Behring am 14. Juni 2019 (TPF 554.3.259) auf (vgl. Art. 209 Abs. 

1 SchkG). Dies ergibt einen Zins von 73.52%. 

5.4 Bei Schadenersatzbeträgen, die im Urteil SK.2015.44, Dispositiv-Ziff. IV 1.2.2 

ohne Zins zugesprochen wurden, besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Verzin-

sung für die Zeit ab der Urteilseröffnung (im Zivilpunkt) bis zur Konkurseröffnung 

(vgl. TPF 662.137, …140). Für den Zeitraum vom 31. März 2017 bis 14. Juni 

2019 ergibt dies einen Zins von 11.027%. Auch dieser Zins wird nicht von Amtes 

wegen berücksichtigt, sondern muss vorliegend beantragt worden sein. 

- 8 - 

5.5  

5.5.1 Zum durch die Straftat entstandenen Schaden zählen auch die notwendigen Auf-

wendungen der geschädigten Person im Strafverfahren. Entsprechend gewährt 

Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO der geschädigten Person, wenn sie sich am Verfahren 

als Privatklägerin beteiligt und obsiegt hat, einen Anspruch gegenüber der be-

schuldigten Person auf Ersatz solcher Aufwendungen. Der Anspruch der geschä-

digten Person, sich aus den gemäss Art. 73 StGB zu verwendenden Vermögens-

werten schadlos zu halten, umfasst somit die Parteientschädigung i.S.v. Art. 433 

Abs. 1 lit. a StPO. Auch diesbezüglich gilt die Dispositionsmaxime: die im Urteil 

SK.2015.44, Dispositiv-Ziff. IV 1.4.1 festgesetzten Parteientschädigungen sind 

vorliegend nur auf einen entsprechenden Antrag zu berücksichtigen. 

5.5.2 In Bezug auf die Parteientschädigung besteht kein Anspruch auf Verzinsung (vgl. 

BGE 143 IV 495 E. 2.2.4). 

5.6 Einem Teil der Privatkläger wurde im Urteil SK.2015.44 Schadenersatz in einer 

Fremdwährung (EUR bzw. USD) zugesprochen. Die betreffenden Beträge sind 

vorliegend in Schweizer Franken umzurechnen. Massgebend sind die Devisen-

kurse per 14. Juni 2019 (Tag der Konkurseröffnung) (vgl. analog Art. 67 Abs. 1 

Ziff. 3 SchKG; BGE 137 III 623 E. 3), d.h. CHF/EUR von 1.12174 bzw. CHF/USD 

von 0.99391 (vgl. www.oanda.com). 

6.  

6.1 Im Ergebnis belaufen sich die zu berücksichtigenden Schadenersatzansprüche 

auf insgesamt Fr. 220'656'381.32. Zur Verwendung zu Gunsten der Geschädig-

ten i.S.v. Art. 73 StGB stehen demgegenüber effektiv Fr. 67'671'267.28 zur Ver-

fügung (E. 3.1). Angesichts der Unterdeckung ist dieser Betrag an die berechtig-

ten Gesuchsteller proportional zu ihren Ansprüchen zu verteilen (vgl. THOMMEN, 

a.a.O., N. 30). Die Verteilungsquote beträgt 30.6681668913%. 

6.2 Nachstehend werden die berechtigten Gesuchsteller jeweils mit dem bei der Be-

rechnung berücksichtigten Schadenersatzanspruch und effektiv zugewiesenen 

Betrag aufgelistet. 

Name Schadenersatz  zugewiesener Betrag 

(630 Gesuchsteller) (…) (…) 

7. In Bezug auf die Verlegung der Kosten dieses Verfahrens ist in Ermangelung 

einer spezifischen gesetzlichen Grundlage grundsätzlich das allgemeine Krite-

rium des Obsiegens bzw. Unterliegens massgeblich (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_265/2016 vom 1. Juni 2016 E. 2.3; Verfügung des Bundesstrafgerichts 

SK.2018.24 vom 29. Januar 2019 E. 9.1). Aufgrund der Besonderheit des vorlie-

genden Falls ist auf die Kostenerhebung indes zu verzichten. 

- 9 - 

Die Strafkammer erkennt: 

1. Den nachstehenden Personen werden folgende Beträge aus den mit Urteil der Straf-

kammer des Bundesstrafgerichts SK.2015.44 vom 30. September 2016 und 

30. März 2017 eingezogenen Vermögenswerten und deren Verwertungserlös aus-

gerichtet: 

 Name Betrag 

(630 Gesuchsteller) (…) 

2. Die Anträge der folgenden Personen auf Verwendung der mit Urteil der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts vom SK.2015.44 vom 30. September 2016 und 

30. März 2017 eingezogenen Vermögenswerte, von deren Verwertungserlös und 

der gegen Dieter Behring begründeten Ersatzforderung zu ihren Gunsten werden 

abgewiesen: 

(74 Gesuchsteller) 

3. Auf den Antrag der B. AG in Liquidation auf Zuweisung der mit Urteil der Strafkam-

mer des Bundesstrafgerichts vom SK.2015.44 vom 30. September 2016 und 

30. März 2017, Dispositiv-Ziff. II.2.1 lit. s al. 2 eingezogenen Vermögenswerte 

(Saldo des Kontos Nr. 1, lautend auf C. SA, bei der Bank D., Lettland) wird nicht 

eingetreten. 

4. Es werden keine Kosten erhoben. 

5. Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

Die Vorsitzende  Der Gerichtsschreiber 

 
 
 
 
Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 

-  Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 

 
 
 
 
 

- 10 - 

Rechtsmittelbelehrung 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen dieses Urteil ist das Rechtsmittel der Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts ge-

geben (Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 

 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 

gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-

verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-

wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).  

 

Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung dieses Urteils eine schriftliche Beru-

fungserklärung bei der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts (Viale Stefano Franscini 7, CH-6500 Bel-

linzona) einzureichen. Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, 

welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden 

nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt 

(Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Versand: 30. September 2025