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**Case Identifier:** ee237086-5b7f-5bcf-aced-7aec64098dd7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 22.07.2021 720 20 187/195
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-187-195_2021-07-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 22. Juli 2021 (720 20 187 / 195) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung des Rentenanspruchs bei einem Versicherten mit einem Sehleiden (Aphakie  

und Amblyopie) sowie psychischen Beeinträchtigungen (rezidivierende, mittelgradige 

depressive Episode, generalisierte Angststörung und schizoide Persönlichkeitsstörung); 

Würdigung eines Gerichtsgutachtens mit den Fachrichtungen Ophthalmologie und Psy-

chiatrie 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1973 geborene A.____ ist kaufmännischer Angestellter und arbeitete vom 1. Februar 
1997 bis 31. Mai 2016 als Sachbearbeiter Kundendienst bei der B.____ AG, zuletzt in einem 
80%-Arbeitspensum ab 1. Januar 2012. Am 21. Oktober 2015 meldete er sich erstmals bei der 

 
 
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Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) unter Hinweis auf ein einäugiges Sehen infolge 
grauen Stars sowie psychischen Beschwerden zum Leistungsbezug an. Nach erfolgloser Durch-
führung von beruflichen Massnahmen sowie gesundheitlichen und erwerblichen Abklärungen gab 
die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein polydisziplinäres Gutachten bei der Ärztlichen Be-
gutachtungsinstitut GmbH (ABI) in Auftrag. Gestützt auf das Gutachten der ABI vom 13. August 
2018 und deren Ergänzung vom 3. September 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit 
Verfügung vom 31. März 2020 eine vom 1. November 2016 bis 31. Juli 2017 befristete ganze 
Invalidenrente zu. Für die Zeit danach lehnte sie einen Rentenanspruch ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat Nikolaus Tamm, 
am 15. Mai 2020 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht). Er beantragte, es sei ihm in Abänderung der angefochtenen Verfügung über den 31. Juli 
2017 hinaus eine unbefristete, ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein Obergut-
achten anzuordnen, subeventualiter sei die Angelegenheit zur erneuten Abklärung an die Vo-
rinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung beanstandete er im Wesent-
lichen die Beweistauglichkeit des Gutachtens der ABI.   
 
C.  In ihrer Vernehmlassung vom 30. Juni 2020 schloss die IV-Stelle unter Verweis auf die 
Stellungnahme von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher 
Dienst (RAD), vom 27. Mai 2020 auf Abweisung der Beschwerde.  
 
D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 24. September 2020 kam das Kantonsgericht zum 
Schluss, dass dem Gutachten der ABI vom 13. August 2018 samt der Ergänzung vom 3. Sep-
tember 2018 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Unsicherheiten und Unklarheiten 
beständen namentlich hinsichtlich der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes des 
Versicherten. Zudem überzeuge die nachträgliche Auseinandersetzung der ABI mit dem Verlauf 
der Arbeitsunfähigkeit in ihrem Ergänzungsschreiben vom 3. September 2018 nicht. Da auch die 
übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte nicht genügend beweiskräftig seien, sei 
eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische 
Aktenlage nicht möglich. Es stellte deshalb den Fall aus und ordnete – aufgrund der möglichen 
Wechselwirkung zwischen dem Sehleiden und der psychischen Störung des Versicherten – ein 
psychiatrisch-ophthalmologisches Gutachten an. Als Gutachter bestimmte es Dr. med. D.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. E.____, FMH Ophthalmologie. Das ophthal-
mologische Fachgutachten wurde am 4. März 2021 und die psychiatrische Expertise inkl. Kon-
sensbeurteilung am 21. März 2021 erstattet.  
 
E. Die IV-Stelle stellte in ihrer Eingabe vom 14. April 2021 unter Verweis auf die Stellung-
nahme von Dr. C.____ vom 6. April 2021 fest, dass das Gutachten von Dr. E.____ vom 4. März 
2021 schlüssig sei, weshalb darauf abgestellt werden könne. Demgegenüber überzeuge das psy-
chiatrische Gutachten von Dr. D.____ nicht, weshalb nicht von der gutachterlich festgestellten 
70%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden könne.  
 

 
 
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F. Mit Eingabe vom 26. April 2021 führte der Versicherte, weiterhin vertreten durch Advokat 
Nikolaus Tamm, aus, dass das Gerichtsgutachten sehr umfassend und sorgfältig erstellt sei. Auf-
grund der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 70 % sowohl in der angestammten als auch in einer 
leidensangepassten Tätigkeit habe er Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.   
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – 
Beschwerde vom 15. Mai 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist.  
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsgerichts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län-
gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist 
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht 
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine 
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund-
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei-
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der 
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 
141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

 
 
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In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, dass grundsätzlich sämt-
liche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 
unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte 
Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren 
einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tat-
sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 - 3.6 und 
4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es 
gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu 
tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruchs bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen 
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die 
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 
 
3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 

 
 
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4.1 Gestützt auf den Beschluss vom 24. September 2020 gab das Kantonsgericht ein bidis-
ziplinäres Gutachten bei Dr. E.____ und Dr. D.____ in Auftrag. Dr. E.____ führte in seinem oph-
thalmologischen Fachgutachten vom 4. März 2021 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä-
higkeit eine Aphakie (= Fehlen einer Augenlinse) nach juveniler Katarakt-Operation ca. 1978 so-
wie eine hochgradige Amblyopie (= Schwachsichtigkeit) durch den juvenilen Katarakt auf. Der 
Versicherte habe die Augen ca. 1978 und 1993 infolge des grauen Stars operieren müssen. Am 
rechten Auge sei 1993 eine Kunstlinse eingepflanzt und am linken sei die Linsenlosigkeit bei der 
Operation im Jahr 1978 belassen worden. Es bestehe eine Einäugigkeit; das linke Auge sei hoch-
gradig schwachsichtig. Mit dem rechten Auge könne der Visus knapp voll korrigiert werden. Die 
Sehfunktion des rechten Auges sei seit der letzten Operation im Jahr 1993 ungefähr stabil ge-
blieben. Der zunehmend schlechte Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
lasse sich mit den augenärztlichen Befunden nicht erklären. Er schliesse sich deshalb der oph-
thalmologischen Beurteilung der ABI vom 13. August 2018 an, wonach die Arbeitsfähigkeit infolge 
des erhöhten Pausenbedarfs zur Kompensation der Sehstörung zu 15 % eingeschränkt sei.  
 
4.2.1 Dr. D.____ diagnostizierte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 21. März 2021 mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende, derzeit mittelgradige depressive Epi-
sode (ICD-10 F33.1), eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und eine schizoide Per-
sönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.1). Zudem bestehe ein Verdacht auf ein Residuum nach Psy-
chosen (ICD-10 F20.5). Seinem Gutachten ist zu entnehmen, dass der Versicherte aufgrund ei-
ner psychotischen Dekompensation im Jahr 2007 erstmals in der Klinik F.____ stationär behan-
delt wurde. Auf Veranlassung der behandelnden Psychiaterin, Dr. med. G.____, FMH für Psychi-
atrie und Psychotherapie, befand er sich im September 2015 zur psychiatrischen Behandlung 
stationär in der Klinik H.____ (vgl. auch Bericht der Klinik H.____ vom 12. September 2015). Dort 
habe sich eine psychotische Problematik entwickelt, welche dazu geführt habe, dass er am 17. 
September 2015 notfallmässig in die Klinik I.____ verlegt worden sei (vgl. auch Berichte der Klinik 
I.____ vom 12. Oktober 2015 und 3. November 2015). Am 12. Oktober 2015 sei er zur weiteren 
stationären Behandlung in die Klinik F.____ überwiesen worden (vgl. auch Berichte der Klinik 
F.____ vom 2. und 7. Dezember 2015). Vom 16. November 2015 bis 22. Januar 2016 sei er in 
der Klinik J.____ tagesstationär behandelt worden (vgl. auch Berichte der Klinik J.____ vom 5. 
Januar 2016 und 4. Februar 2016). Im Dezember 2016 sei er aufgrund seiner psychischen Prob-
lematik auf der Kriseninterventionsstation der Klinik K.____ hospitalisiert gewesen (vgl. auch Be-
richt der Klinik K.____ vom 4. Januar 2017). Von der behandelnden Ärzteschaft sei er seit dem 
17. August 2015 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden. Aufgrund der Anmeldung bei der 
IV habe der Versicherte in den Jahren 2016 und 2017 verschiedene Arbeits- und Belastbarkeits-
trainings absolviert (vgl. Berichte der L.____ vom 9. Juni 2016 und 17. Juli 2017 und Abschluss-
berichte der Eingliederungsmassnahmen vom 26. April 2016 und 29. November 2016). Zuletzt 
habe er am 1. Juli 2017 ein Arbeitstraining bei der M.____ aufgenommen, welches jedoch am 31. 
August 2017 abgebrochen worden sei, weil er die Anforderungen der Arbeitgeberin an Arbeits-
tempo sowie Durchhaltevermögen nicht habe erfüllen und sein Fachweissen nicht genügend 
habe einbringen können (vgl. Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 6. Septem-
ber 2017). Seit dem 1. August 2018 arbeite er durch die Vermittlung eines Bekannten als Hilfsar-
beiter in der N.____ AG in einem 30%-Pensum.  
 

 
 
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4.2.2 In der Beurteilung führte Dr. D.____ aus, dass der Versicherte auf der affektiven Ebene 
an einer depressiven Symptomatik sowie an einer generalisierten Angststörung und auf struktu-
reller Ebene an einer dekompensierten Persönlichkeitsstörung leide. In Bezug auf die depressive 
Symptomatik sei festzustellen, dass die Stimmung des Versicherten gedrückt sei. Er sei freudlos 
und zeige einen Interessenverlust sowie einen verminderten Antrieb. Er klage über eine heftige 
Schlafstörung und eine damit verbundene erhöhte Ermüdbarkeit sowie einen verminderten Ap-
petit. Ausserdem bestehe ein deutlicher Libidoverlust. Die Freudlosigkeit bestehe gemäss seinen 
Angaben schon seit längerer Zeit, was angesichts des Krankheitsverlaufs auch nachvollziehbar 
sei. Er weise eine verlangsamte, quantitativ reduzierte Ideenproduktion sowie Unsicherheit auf; 
sein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen seien vermindert. Er habe Suizidwünsche und Gedan-
ken, die auf eine heftige Selbstaggression hindeuteten, derer er sich nicht bewusst sei. Er wirke 
angespannt und zeige wenig Mimik und Gestik. Zudem sei die Psychomotorik eingeschränkt. Der 
Versicherte lebe eine Vita minima. Er habe kein Hobby, betreibe keinen Sport und sei in keinem 
Verein aktiv. Er pflege nur wenige soziale Kontakte; sein Leben beschränke sich auf seine Ehe-
frau und auf vereinzelte Beziehungen.  
 
Die generalisierte Angststörung zeige sich beim Versicherten in einer dauernden Befürchtung 
und einer Sorge über ein künftiges Unglück, einer Unsicherheit, einer Nervosität, Konzentrations-
schwierigkeiten, einer inneren Unruhe, Spannungskopfschmerzen, einem Zittern sowie  
einer vegetativen Übererregbarkeit mit andauernden Oberbauchbeschwerden. Zudem habe er 
Angst und pessimistische Zukunftsaussichten. Die Ängstlichkeit sei im Rahmen des Strukturde-
fizits, der postpsychotischen Erkrankung und der latenten psychotischen Entgleisungen zu se-
hen. Es handle sich dabei um eine Angst in Bezug auf eine psychotische Denkstörung, eine Stö-
rung der Wahrnehmung sowie deren allfällige wahnhafte Interpretation und Bedrohung. Die 
Symptomatik sei insgesamt mittelgradig bis schwer ausgeprägt.  
 
Gleichzeitig erfülle der Versicherte die diagnostischen Leitlinien einer schizoiden Persönlichkeits-
störung. Er empfinde kaum an irgendeiner Tätigkeit ein Vergnügen oder eine Lust, seine Affekti-
vität sei flach, seine Emotionalität kühl und die Mimik sowie die Gestik seien steif. Er habe wenig 
Libido und wünsche wenig Zärtlichkeiten. Lob stehe er eher gleichgültig gegenüber; er ängstige 
sich aber vor Kritik. Zudem habe er eine Vorliebe für eine einzelgängerische Beschäftigung. Er 
befasse sich stark mit sich selbst sowie mit der Kontrolle über seine Körperfunktionen und seine 
Wahrnehmungen. Weiter habe er einen Mangel an engen Freunden und an vertrauensvollen 
Beziehungen. Ausserdem bestehe eine deutliche psychische Instabilität. Aufgrund seiner Intelli-
genz könne er Situationen recht gut beschreiben, weshalb es nicht schwerfalle, sich in seine 
Innenwelt einzuleben und sich davon distanzierend wieder der Befunderhebung, der Beschrei-
bung und den diagnostischen Überlegungen zuzuwenden. Die schon im frühen jugendlichen Alter 
erlittenen Psychosen deuteten auf eine brüchige Ich-Stärke; seine psychische Struktur reiche 
jedoch aus, dass sich bis anhin bei ihm keine anhaltende psychotische Erkrankung entwickelt 
habe.  
 
Angesichts der durchgemachten Psychosen sei differentialdiagnostisch an ein schizophrenes Re-
sidualsyndrom nach Psychosen zu denken. Dabei handle es sich um eine Problematik, die mit 
sogenannten negativen Symptomen (psychomotorische Verlangsamung, verminderte Aktivität, 

 
 
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Affektverflachung, Passivität, Initiativemangel, Verarmung hinsichtlich Menge und Inhalt des Ge-
sprochenen, geringe nonverbale Kommunikation resp. Mimik und Gestik, verminderter Blickkon-
takt) einhergingen. Eine Abgrenzung zur Persönlichkeitsstörung sei schwierig; allenfalls über-
lappe sich die Symptomatik. Da die Psychosen relativ lange zurücklägen und nicht ausgespro-
chen schwerwiegend gewesen seien, sei eher die Diagnose der Persönlichkeitsstörung bei deut-
lich beeinträchtigter Ich-Struktur und eingeschränkten Funktionseinschränkungen zu stellen.  
 
Der Versicherte sei zwar über Jahre hinweg in der Lage gewesen, seinen Beruf auszuüben. Es 
sei jedoch zu berücksichtigen, dass er hierfür angesichts seiner Persönlichkeitsproblematik im-
mer wieder eine Extraleistung habe erbringen müssen und dabei mit Versagensängsten gekämpft 
habe. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dürfe bei einer seit Geburt bestehenden Sehbehin-
derung die Persönlichkeitsentwicklung im familiären Umfeld und Art der Unterstützung der per-
sönlichen Resilienz des Sehbehinderten sowie die seelische Gesundheit nicht ausser Acht ge-
lassen werden. Der Versicherte sei nicht in einer entwicklungsfördernden, empathischen Familie 
aufgewachsen. Ein sehgestörtes Kind sei aber auf eine zusätzliche empathische Leistung der 
Bezugspersonen angewiesen. Ein mangelndes Verständnis oder ein Desinteresse für Emotions-
erkennung in der anderen Person führe zu einer Problematik auf der Ebene der Affekterkennung 
und –steuerung. Gerade schizoide Menschen fühlten sich darin auf affektiver Ebene höchst un-
sicher und würden sich zurückziehen. Eine solche Unsicherheit sei unter anderem beim Versi-
cherten festzustellen. Seine Realitätsbewältigung, seine Resilienz und seine Integrationsleistung 
seien stets mit einem weit höheren Aufwand verbunden gewesen, als dies für eine gesunde Per-
son der Fall sei, die in einem entwicklungsfördernden, empathischen familiären Umfeld aufge-
wachsen sei. Seine Coping-Mechanismen seien im Laufe der Zeit aufgrund der erheblichen Dau-
erbelastung und der Neigung zu psychotischen Dekompensationen zusammengebrochen.  
 
Die Ressourcen des Versicherten seien eingeschränkt. So sei sein Selbstwertgefühl mittelgradig 
bis schwer und seine Zuversicht mittelgradig beeinträchtigt. Die Ausgeglichenheit und das Be-
wältigungsverhalten seien zwar aktiv, aber auf einem sehr tiefen Niveau. Auch seine Fähigkeit, 
Ziele langfristig zu verfolgen, seien sehr gering. Seine Genussfähigkeit sei deutlich herabgesetzt. 
Der Versicherte sei fähig, sich an Regeln und Routinen anzupassen. Er könne sich auch soziale 
Unterstützung holen und sich in sozialen Gruppen integrieren, dies aber nur in einem ganz engen 
Bereich. Ausserdem sei er nur eingeschränkt in der Lage, zu planen und zu strukturieren. Zudem 
könne er seine fachlichen Kompetenzen nur teilweise anwenden. Er sei wenig flexibel und wenig 
umstellungsfähig. Ausserdem sei er rigide auf sich konzentriert und schnell verunsichert. Zur 
Konsistenz und Plausibilität der Angaben des Versicherten führte Dr. D.____ aus, dass die sub-
jektiven Angaben und die objektiven Befunde keine Widersprüche aufweisen würden; der Versi-
cherte habe einen deutlichen Leidensdruck. 
 
4.2.3 In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit stellte Dr. D.____ fest, dass die zahlreichen Arbeitstrai-
nings gezeigt hätten, dass der Versicherte in seinem angestammten Beruf als kaufmännischer 
Angestellter bei guter Motivation in seiner Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt sei. Es sei 
ihm schwergefallen, bei Unklarheiten fachlicher Art nachzufragen und persönliche Befindlichkei-
ten bei Problemen an die Leitung zu adressieren. Diese Selbstbezogenheit sei ein Teil der schi-
zoiden Problematik. Der Arbeitsversuch bei der M.____ sei abgebrochen worden, weil er dort den 

 
 
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Leistungsanforderungen nicht gerecht worden sei. Unter Berücksichtigung der Standardindikato-
ren, der Befunde, des Krankheitsverlaufs, der Aktenlage und der Angaben des Versicherten sei 
dieser als kaufmännischer Angestellter an einer Arbeitsstelle, an welcher der Arbeitgeber Ver-
ständnis für seine gesundheitlichen Einschränkungen, seine schwankende Leistungsfähigkeit 
und Persönlichkeit habe, zu 30 % arbeitsfähig, d.h. er könne bei einer 42-Stunden-Woche 3 Stun-
den täglich arbeiten und dabei eine 100%ige Leistung erbringen. Dieses Profil entspreche der 
derzeit ausgeübten Tätigkeit bei der N.____ AG. Diese Arbeit sei für den Versicherten optimal. 
Denn die jetzige Arbeitgeberin könne die Arbeitsstelle dem Leiden des Versicherten anpassen 
und Rücksicht auf dessen Befindlichkeiten nehmen. Wenn der Versicherte die ihm übertragenen 
Aufgaben nicht vollständig erledigen könne, übergebe sie ihm andere leichtere Aufgaben. Da es 
keinen besseren Arbeitsplatz für den Versicherten gebe, entfalle eine Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit in einer Verweistätigkeit. Diese Beurteilung gelte seit der letzten Psychose bzw. seit der 
Herzoperation im November 2016.  
 
4.3 In der Konsensbeurteilung stellten die beiden Gutachter fest, dass die psychische Prob-
lematik im Vordergrund und das ophthalmologische Leiden im Hintergrund stehe. Es sei deshalb 
die psychiatrische Beurteilung für die Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit massge-
bend.  
 
5.1 Wie alle Beweismittel unterliegen Gerichtsgutachten der freien richterlichen Beweiswür-
digung. Kriterien der Beweiswürdigung bilden die Vollständigkeit, die Nachvollziehbarkeit und die 
Schlüssigkeit des Gutachtens. Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten alle Fragen beant-
wortet, sich auf den zutreffenden Sachverhalt stützt und den Befund ausreichend begründet. In 
Sachfragen weicht das Gericht jedoch "nicht ohne zwingende Gründe" von einer gerichtlichen 
Expertise ab. Aufgabe des medizinischen Experten ist es, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar-
keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch erfassen zu können 
(BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise 
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender 
Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner ge-
rechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht 
als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, 
dass es die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober-
expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht 
(BGE 118 V 286 E. 1b, 112 V 30 E. 1a mit Hinweisen).  
 
5.2.1 Der Versicherte ist der Auffassung, dass das bidisziplinäre Gutachten keine Mängel auf-
weise und deshalb als beweiskräftig zu betrachten sei. Demgegenüber stellt sich die IV-Stelle auf 
den Standpunkt, dass lediglich die ophthalmologische Beurteilung von Dr. E.____, aber nicht 
diejenige von Dr. D.____ den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweiskräftiges 
Gutachten erfülle. Zur Begründung verweist sie auf die RAD-Stellungnahme von Dr. C.____ vom 
6. April 2021, welcher die psychiatrischen Diagnosen einer generalisierten Angststörung und ei-
ner schizoiden Persönlichkeitsstörung als nicht hinreichend begründet sieht. Zudem ständen sie 
im Widerspruch zu praktisch allen anderen psychiatrischen Berichten.  
 

 
 
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5.2.2 Nach Würdigung der vorliegenden Aktenlage geht das Gericht mit den Parteien einig, 
dass dem Gutachten von Dr. E.____ volle Beweiskraft beizumessen ist. Entgegen der Ansicht 
der IV-Stelle liegen auch keine zwingenden Gründe vor, von den Schlussfolgerungen von 
Dr. D.____ abzuweichen. Sowohl das ophthalmologische als auch das psychiatrische Fachgut-
achten vom 4. und 21. März 2021 sind sorgfältig erstellt worden. Sie beruhen auf persönlichen 
Untersuchungen und sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Die beiden Teilgutachten 
leuchten sodann in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der 
medizinischen Situation ein. Auch die Konsensbeurteilung ist nachvollziehbar. Die Anamnese im 
Gutachten von Dr. D.____ zeigt auf, dass der Versicherte ausführlich befragt und einlässlich auf 
seine Angaben eingegangen worden ist. Dadurch ergibt sich ein umfassendes Bild über die Per-
sönlichkeit und der Krankheitsentwicklung des Versicherten. Zudem beruht die psychiatrische 
Diagnose auf einer ausführlichen diagnostischen Diskussion. Ausserdem setzt es sich mit den 
anderen ärztlichen Einschätzungen, namentlich mit der abweichenden psychiatrischen Beurtei-
lung von Dr. med. O.____, ABI, vom 13. August 2018 substantiiert auseinander. Die massge-
bende psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann in der Gesamtschau der gutachterli-
chen Ausführungen von Dr. D.____ gut nachvollzogen werden. Seine Begründung, weshalb der 
Versicherte sowohl in seiner angestammten als auch in einer anderen Tätigkeit nur noch zu 30 
% arbeitsfähig sei, überzeugt. Damit bildet auch das psychiatrische Gutachten eine rechtsgenüg-
liche Grundlage, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beurtei-
len zu können.  
 
6.1 An der ausschlaggebenden Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens von Dr. D.____ 
vermögen die Einwände der IV-Stelle nichts zu ändern. Die Kritik von Dr. C.____ an der Diagno-
sestellung von Dr. D.____ ist nicht stichhaltig. Sein Vorbringen, wonach ausser Anspannung und 
Schwitzen keine typischen Symptome einer generalisierten Angststörung beschrieben würden, 
trifft nicht zu. Auf Seite 23 seines Fachgutachtens führt Dr. D.____ weitere Symptome (dauernde 
Befürchtung und Sorge über ein zukünftiges Unglück, Unsicherheit, Nervosität, Konzentrations-
schwierigkeiten, innere Unruhe sowie vegetative Übererregbarkeit mit andauernden Oberbauch-
beschwerden) auf, die den Merkmalen einer generalisierten Angststörung nach ICD-10 F41.1 
entsprechen (vgl. Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Kli-
nisch-diagnostische Leitlinien, Dilling Horst et al. [Hrsg.], Bern 2011, 198 f.). Diese Symptome 
erwähnt im Übrigen auch die behandelnde Psychiaterin, Dr. G.____, in ihrem Bericht vom 29. 
April 2020. Die entsprechende Kritik von Dr. C.____ ist deshalb nicht geeignet, an der Diagnose 
einer generalisierten Angststörung zu zweifeln. 
 
6.2 Soweit Dr. C.____ die ICD-Kriterien für die diagnostizierte schizoide Persönlichkeitsstö-
rung gemäss ICD-10 F60.1 nicht als erfüllt erachtet, ist festzustellen, dass die meisten Merkmale 
dieser Diagnose beim Versicherten vorliegen (vgl. zu den diagnostischen Leitlinien: Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., S. 278). So stellt Dr. D.____ fest, dass der Versi-
cherte kaum an irgendeiner Tätigkeit ein Vergnügen oder eine Lust empfinde. Des Weiteren be-
stehe eine flache Affektivität, eine kühle Emotionalität sowie eine eingeschränkt steife Mimik und 
Gestik. Er habe wenig Libido und wünsche sich wenig Zärtlichkeiten. Ausserdem sei der Versi-
cherte eher gleichgültig gegenüber Lob und habe eine übermässige Vorliebe für einzelgängeri-
sche Beschäftigungen. Zudem sei er stark mit seinen Wahrnehmungen und seiner Kontrolle über 

 
 
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seine Körperfunktionen beschäftigt. Ob das diagnostische Kriterium "Mangel an engen, vertrau-
ensvollen Beziehungen" erfüllt ist, ist auf den ersten Blick nicht ganz klar. Dr. C.____ weist in 
dieser Hinsicht darauf hin, dass der Versicherte eine langjährige funktionierende Ehe führe, re-
gelmässig seine Eltern, seine Schwiegermutter und einen guten Freund sehe, ein- bis zweimal 
den Schwiegervater und seinen Bruder besuche, mit einem Kollegen in England immer wieder 
telefoniere und somit sozial integriert sei. Diese Kontakte sagen jedoch nichts darüber aus, wie 
eng die Beziehungen zu diesen Personen sind. Gemäss den Ausführungen von Dr. D.____ 
scheint der Versicherte einzig zu seiner Ehefrau eine vertrauensvolle Beziehung zu haben, wobei 
er auch in der Ehe eine Vita minima lebt (vgl. Gutachten S. 23 unten). Offensichtlich muss sich 
der Versicherte vor Reizüberflutung schützen, um weitere Psychosen zu vermeiden. Es ist daher 
nachvollziehbar, dass er sich zurückzieht und nur wenig Kontakt zu anderen Menschen hat. Unter 
diesen Umständen leuchtet es ein, dass Dr. D.____ dieses Kriterium als erfüllt betrachtet. Dem-
gegenüber geht aus dem Gutachten von Dr. D.____ klar hervor, dass der Versicherte in der Lage 
ist, sich an gesellschaftliche Regeln zu halten, weshalb das letzte diagnostische Kriterium nicht 
gegeben ist. Insgesamt sind somit 8 von 9 Kriterien erfüllt. Entgegen der Ansicht von Dr. C.____ 
müssen für die Diagnose der schizoiden Persönlichkeitsstörung lediglich drei entsprechende Ei-
genschaften oder Verhaltenswesen vorliegen (vgl. Internationale Klassifikation psychischer Stö-
rungen, a.a.O., S. 277). Es gibt daher keinen Grund, an der von Dr. D.____ sorgfältig erhobenen 
und nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem begründeten Diagnose ei-
ner schizoiden Persönlichkeitsstörung zu zweifeln. Daran vermag auch der Einwand des RAD, 
wonach die schizoide Persönlichkeitsstörung beim Versicherten erst im Alter von 47 Jahren auf-
getreten sei, nichts zu ändern. Es trifft zu, dass eine spezifische Persönlichkeitsstörung ICD-10 
F60 schon in der Kindheit oder in der Jugend beginnen und sich auf Dauer im Erwachsenenalter 
manifestieren muss (vgl. Internationale Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., S. 277). Ge-
mäss den Ausführungen von Dr. D.____ berichtete der Versicherte über zwei kurzzeitige psycho-
tische Vorfälle im frühen Jugendalter (vgl. Gutachten S. 16 und 24). Diese psychischen Störungen 
beschrieb der Versicherte auch gegenüber der behandelnden Ärzteschaft der Klinik J.____ (vgl. 
Bericht vom 4. Februar 2016, S. 2) und dem begutachtenden Psychiater der ABI, Dr. O.____ (vgl. 
ABI-Gutachten vom 13. August 2018, S. 24). Keiner der medizinischen Fachpersonen zweifelte 
an der Glaubwürdigkeit dieser Angaben. Es ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen, dass der Versicherte seit seiner Jugend Symptome einer Persönlichkeitsstö-
rung aufweist.  
 
6.3.1 Soweit Dr. C.____ das Gutachten von Dr. D.____ nicht als beweiskräftig bezeichnet, weil 
es im Widerspruch zu den von anderen Fachpersonen gestellten Diagnosen stehe, ist darauf 
hinzuweisen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessens-
frei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen 
Spielraum eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen 
möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist 
(BGE 124 I 170 E. 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2011, 8C_260/2011, 
E. 5.2). Anhaltspunkte, dass Dr. D.____ nicht lege artis vorgegangen wäre, liegen nicht vor. Sol-
che bringt auch Dr. C.____ nicht vor. Dazu kommt, dass Dr. D.____ in seinem Gutachten deutlich 
aufzeigt, weshalb er den abweichenden Beurteilungen nicht folgen kann. So führt er auf Seite 33 

 
 
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seines Gutachtens nachvollziehbar aus, die Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung seien der-
art deutlich, dass es nicht verständlich sei, weshalb Dr. O.____ diese  
Diagnose nicht diskutiert habe. Er habe im Gegensatz zu Dr. O.____ beim Versicherten eine 
erheblich verminderte Ideenproduktion und Suizidgedanken feststellen können. Zudem habe der 
Versicherte insgesamt spröde, affektiv, wenig schwingungsfähig gewirkt und sei ganz auf sich 
konzentriert bis misstrauisch angespannt und nervös gewesen. Entgegen den Feststellungen von 
Dr. O.____ habe er auch nicht feststellen können, dass der Selbstwert des Versicherten erhalten 
sei. Im Gegenteil, der Versicherte sei selbstunsicher gewesen und habe stark an sich gezweifelt. 
Desgleichen sei Dr. O.____ auf die grossen Ängste des Versicherten nicht eingegangen. Ausser-
dem habe er es unterlassen, die Kindheit des Versicherten eingehender zu betrachten. Er habe 
daher die Augenprobleme und die damit verbundenen negativen Erlebnisse in der Kindheit und 
in der Jugend nicht berücksichtigen können. Insofern erscheint die Beurteilung von Dr. O.____ 
als zu oberflächlich, weshalb diese nicht geeignet ist, ernsthafte Zweifel an der Einschätzung von 
Dr. D.____ zu erwecken.  
 
6.3.2 Aus der Tatsache, dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung von den Vorgutach-
tern und den behandelnden medizinischen Fachpersonen nicht gestellt wurde, kann nicht ohne 
weiteres gefolgert werden, dass der Versicherte nicht an einer solchen Störung leidet. Bei näherer 
Betrachtung der vorliegenden ärztlichen Beurteilungen fällt nämlich auf, dass teilweise Symptome 
einer Persönlichkeitsstörung beschrieben worden sind. So ist insbesondere den Berichten der 
Klinik I.____ vom 12. Oktober 2015 und 3. November 2015 sowie der Klinik F.____ vom 7. De-
zember 2015 zu entnehmen, dass der Versicherte Ich-Störungen gezeigt habe, was doch deutlich 
auf eine Persönlichkeitsstörung hinweist (vgl. ULRIKE HOFMANN-RICHTER, Die psychiatrische Be-
gutachtung, Stuttgart 2005, S. 78). Dass weder die behandelnde Psychiaterin, Dr. G.____, noch 
die übrigen involvierten psychiatrischen Fachpersonen eine Persönlichkeitsstörung diagnostizier-
ten, könnte darauf zurückgeführt werden, dass sie eine solche Diagnose nicht zu vorschnell stel-
len wollten, da sie einerseits eine gravierende psychische Erkrankung darstellt und andererseits 
eine starke negative moralische Prägung hat (vgl. VOLKER FAUST, Persönlichkeitsstörungen, in: 
Psychiatrie heute, Seelische Störungen erkennen, verstehen, verhindern, behandeln, online: 
URL: https://bit.ly/3zQdrs8 [22.07.2021]).   
 
6.4 Aufgrund dieser Ausführungen ist festzustellen, dass das Gutachten von Dr. D.____ und 
Dr. E.____ vom 4. und 21. März 2021 eine zuverlässige und rechtsgenügliche Grundlage bildet, 
um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beurteilen zu können. Es 
ist deshalb davon auszugehen, dass der Versicherte in jeglicher Tätigkeit seit spätestens Novem-
ber 2016 im Umfang von 30 % arbeitsfähig ist. 
 
7.1 Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu 
prüfen. Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

 
 
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geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 
zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der 
Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1). 
 
7.2 Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügung vom 31. März 2020 davon aus, dass 
der Versicherte aufgrund einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 1. November 2016 bis 31. Ja-
nuar 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Einen Rentenanspruch für die Zeit da-
nach verneinte sie mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrads, weil sie gestützt auf das ABI-
Gutachten annahm, dass der Versicherte zu 80 % arbeitsfähig sei. Sie ging bei der Ermittlung 
des Invaliditätsgrads von einem Valideneinkommen von Fr. 90'858.-- und einem Invalidenein-
kommen von Fr. 72'686.-- bei einer zumutbaren 80%igen Arbeitsfähigkeit aus. Dabei stützte sie 
sich auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebung (LSE) 2014. Sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen zog sie den 
statistischen Durchschnittslohn der Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziffer 65 (Versicherungen), 
Kompetenzniveau 2, Spalte Männer, von monatlich Fr. 7'276.-- heran. Diese Berechnungsgrund-
lage wird vom Versicherten zu Recht nicht bestritten. Da die Vergleichseinkommen auf der Grund-
lage des gleichen Tabellenlohns zu berechnen sind, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 
Arbeitsunfähigkeit (sogenannter Prozentvergleich; zur Zulässigkeit des Prozentvergleichs: Urteil 
des Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.5 mit Hinweisen). Da gemäss dem 
hier ausschlaggebenden Gerichtsgutachten von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % auszugehen 
ist, beträgt der Invaliditätsgrad ebenfalls 70 %. Demgemäss hat der Versicherte über den 31. 
Januar 2017 hinaus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Beschwerde ist in diesem Sinne 
gutzuheissen. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Gemäss 
§ 20 Abs. 3 VPO sind der IV-Stelle als unterliegende Partei die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-
- aufzuerlegen. 
 
8.2  Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu über-
nehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so 
übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs 
unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Vorliegend 
war das Gericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 24. September 2020 zum Ergebnis 
gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage 
nicht möglich sei. Das Gutachten der ABI vom 13. August 2018 samt Ergänzung vom 3. Septem-
ber 2018, auf welches sich die IV-Stelle bei ihrer befristeten Rentenzusprache abstützte, erwies 
sich als nicht genügend beweiskräftig, um darauf abstellen zu können. Auch die übrigen bei den 

 
 
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Akten liegenden medizinischen Berichte bildeten keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. 
Demnach wies das Verwaltungsverfahren Untersuchungsmängel auf, welche die Einholung eines 
bidisziplinären Gutachtens notwendig machte. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung 
gezeigt hat, war das Gutachten der Dres. D.____ und E.____ für eine abschliessende Beurteilung 
des medizinischen Sachverhalts unerlässlich. Es rechtfertigt sich deshalb, die Kosten, welche 
sich gemäss Rechnungen vom 21. und 22. März 2021 auf insgesamt Fr. 6'829.85 belaufen, der 
IV-Stelle zu überbinden.  
 
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Da der Versicherte vorliegend obsiegt hat, ist ihm eine Parteientschädigung zuzuspre-
chen. Sein Rechtsvertreter hat in seiner Kostennote vom 21. Mai 2021 für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 35 Minuten ausgewiesen, was in An-
betracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Die Be-
mühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche 
Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Ebenfalls 
nicht zu bemängeln sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von Fr. 57.20. Damit beläuft 
sich die geltend gemachte Parteientschädigung auf insgesamt Fr. 4'257.40 (15 Stunden und 35 
Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 57.20 + 7,7 % Mehrwertsteuer).  
 

  

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Basel-Landschaft vom 31. März 2020 aufgehoben und es wird 
festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. November 2016 Anspruch 
auf eine ganze Invalidenrente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten der Dres. E.____ und D.____ 
vom 4. bzw. 21. März 2021 in der Höhe von insgesamt Fr. 6'829.85 wer-
den der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'257.40 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) auszurichten.