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**Case Identifier:** f1e8e6f8-5d0a-530e-987e-68a42d8cee40
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.03.2025 IV 2024/85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-85_2025-03-10.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/85

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.05.2025

Entscheiddatum: 10.03.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 10.03.2025
Art. 28 Abs. 1 und 29 Abs. 1 und 3 IVG; Art. 43 Abs. 1 ATSG: Der Sachverhalt 
ist im vorliegenden Fall unvollständig festgestellt worden. Die angefochtene 
Verfügung ist damit in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 
Abs. 1 ATSG) ergangen. Demnach ist sie aufzuheben. Angesichts der bisher 
fehlenden Klärung der Auswirkungen der endokrinen Therapie auf die 
Arbeitsfähigkeit sowie des im Rahmen der Begutachtung fehlenden Beizugs 
der Fachdisziplin Onkologie und gegebenenfalls weiterer Fachdisziplinen, ist 
die Sache im Sinne der Erwägungen zur erneuten medizinischen 
Begutachtung und anschliessend neuer Verfügung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 10. März 2025, IV 2024/85).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 

Abteilung III 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 10. März 2025 

Besetzung  Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 
Mirjam Angehrn und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin 
Sabrina Bleile  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/85 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Zahner  

Anwälte AG, Neugasse 40, Postfach 2020, 9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Sachverhalt 

A.   

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich erstmals am .___ 2016 bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für Hilfsmittel (…) an (IV-act. 1). Mit Mitteilung vom .___ 

2016 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für (…) im Umfang von maximal Fr. 1'500.-- pro 

Kalenderjahr (IV-act. 3). 

A.b Am 6. Oktober 2016 meldete sich die Versicherte, die als (…) beim (…) in einem Pensum von 60 

% angestellt war (IV-act. 4-6), für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen bei der IV-Stelle an 

(IV-act. 4). In einem Bericht zur Eingliederung vom .___ 2016 hielten die behandelnden Ärzte des 

Brustzentrums des KSSG fest, dass bei der Versicherten .___ 2016 die Erstdiagnose eines invasiven 

Mammakarzinoms links gestellt worden sei. Im Rahmen der Operation und der adjuvanten 

Chemotherapie sei eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. Ab dem .___ 20__ habe die Versicherte 

ihre Arbeit in reduziertem Umfang bereits wieder aufgenommen. Aktuell werde noch immer eine 

adjuvante Radiotherapie und endokrine Therapie durchgeführt (IV-act. 13; zur Diagnose und Therapie 

des Brustkrebs vgl. IV-act. 112 ff.). Nach telefonischen Rückfragen bei der Versicherten (IV-act. 21-3) 

wies die IV-Stelle mit Mitteilung vom .___ 2017 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und 

Rentenleistungen ab, da die Versicherte lediglich vorübergehend in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 

gewesen sei, in der Zwischenzeit die bisherige Tätigkeit jedoch im ursprünglichen Rahmen wieder 

aufgenommen habe (IV-act. 23). 

A.c Am 17. März 2020 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle für berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen an (IV-act. 24). Sie gab an, im Jahr 2016 an Brustkrebs erkrankt 

zu sein, was zu zwei Operationen sowie zu Chemo- und Bestrahlungstherapien geführt habe. Seit 2017 

bis zum aktuellen Tag leide sie am Chronic Fatigue Syndrom mit schneller Erschöpfbarkeit, einem 

Gefühl der Schwäche, einer Antriebsstörung, einem Mangel an Motivation, Müdigkeit, Energiemangel, 

gesteigertem Ruhebedürfnis, reduzierter körperlicher Belastbarkeit, gestörtem Schlafverhalten und 

einer Konzentrationsstörung (vgl. dazu auch E-Mail der […]; IV-act. 78). Im Jahr 2018 sei als 

Gesundheitsproblem eine Frozen Shoulder hinzugekommen und im Jahr 2019 sei Hautkrebs 

diagnostiziert worden, was zu einer erneuten Operation geführt habe (IV-act. 24-6; zum 

entsprechenden Operationsbericht vgl. IV-act. 77-1 f. und 83-8 f.). In einem Begleitschreiben erklärte 

sie zudem, dass sie bis zum .___ 2019 trotz körperlicher Einschränkungen versucht habe, ihr volles 

Pensum von 60 % zu leisten. Ab dem .___ 2019 sei sie nun zu 50 % krankgeschrieben und ab dem 

.___ 2020 befinde sie sich in stationärer Behandlung in der Klinik B.___ (IV-act. 25). Im Austrittsbericht 

der Klinik B.___ wurde von PD Dr. med. C.___, FMH Medizinische Onkologie, FMH Innere Medizin, 

und Dr. med. D.___, Facharzt Innere Medizin, festgehalten, dass sich die Versicherte vom .___ bis zum 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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.___ 2020 zur stationären integrierten onkologischen Rehabilitation in der Klinik B.___ befunden habe. 

Als rehabilitationsrelevante Hauptdiagnosen wurden eine körperliche Dekonditionierung bei Cancer 

therapy related Fatigue Syndrom bei Status nach Hormontherapie und Radiochemotherapie bei 

Mammakarzinom, kompliziert mit einer psychischen Belastung mit Ängstlichkeit und Verunsicherung 

durch den Krankheitsverlauf sowie ein komplexes Schmerzsyndrom genannt (IV-act. 34-1 und 59-1). 

Als onkologische Hauptdiagnosen wurden ein invasives Mammakarzinom links (Erstdiagnose .___ 

2016) sowie ein Melanom am Fuss mit Exzision und Spalthauttransplantat im .___ 2019 erwähnt (IV-

act. 34-1 f. und 59-1 f.). Als weitere relevante Diagnosen wurden ein Krebstherapie-assoziiertes 

Müdigkeitssyndrom, eine mittelschwere Depression, eine psychische Belastungsreaktion, eine 

Malnutrition mit Verdacht auf Fehlernährung, chronifizierte Schmerzsyndrome sowie 

Gelenksschmerzen assoziiert mit Aromaaseinhibitor, dosis-abhängig, eine Neuropathie an Händen und 

Füssen Grad 1 sowie schlafstörende Wallungen genannt (IV-act. 34-2 f. und 59-2 f.). Weiter hiess es 

im Austrittsbericht, dass die körperliche Leistungsfähigkeit der Versicherten im Rahmen der 

Rehabilitation signifikant zugenommen habe, eine psychoemotionale Stärkung und 

Ressourcenaktivierung erfolgt sei und die Schmerzsymptomatik an der rechten Schulter relevant 

abgenommen habe, wobei die Gelenksschmerzen persistieren würden (IV-act. 34-6 und 59-6). Im 

Arztzeugnis vom .___ 2020 hatte Dr. D.___ für die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab dem .___ 2020 betrage die Arbeitsfähigkeit voraussichtlich 20 %, 

jedoch werde die nachbehandelnde Ärzteschaft gebeten, die Arbeitsfähigkeit ab dem .___ 2020 neu zu 

beurteilen (IV-act. 79-5 und 83-7). 

A.d In einer Aktenbeurteilung vom 24. Juni 2020 kam der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) zum 

Schluss, dass sich der Gesundheitszustand seit der Mitteilung der IV-Stelle vom .___ 2017 

(Referenzzeitpunkt) verändert habe. Im .___ 2019 sei eine Hautkrebserkrankung, im ___ 2019 eine 

mittelschwere depressive Episode und im .___ 2018 eine Frozen Shoulder hinzugekommen. Über die 

Jahre hinweg habe sich ausserdem ein krebstherapiebedingtes Fatiguesyndrom entwickelt. Ab sofort 

bestehe Eingliederungspotential in einem Pensum von 20 % (IV-act. 38-3). Am 15. Juli 2020 führte der 

IV-Eingliederungsverantwortliche ein Assessmentgespräch mit der Versicherten durch (IV-act. 66-1 ff.) 

und die Versicherte unterzeichnete einen Eingliederungsplan, mit dem Ziel, bei der aktuellen 

Arbeitgeberin das Pensum von 20 %, je nach gesundheitlichem Verlauf, sukzessive auf das Vorniveau 

von 60 % zu steigern (IV-act. 41). Mit Mitteilung vom 20. Juli 2020 gewährte die IV-Stelle der 

Versicherten Beratung und Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes (IV-act. 43). 

A.e Am 8. Februar 2021 berichtete lic. phil. E.___, Psychologin, Eidg. Anerkannte 

Psychotherapeutin/FSP, psychoonkologische Psychotherapeutin FSP und SGPO, dass die Versicherte 

vom .___ bis .___ Oktober 2020 bei ihr in Behandlung gestanden habe. Die Behandlung sei nun 

abgeschlossen. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und die Einschränkungen bei der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Haushaltsführung der Versicherten könne sie nicht beurteilen (IV-act. 54-2 ff.). In einem zuhanden der 

IV-Stelle erstellten Bericht vom .___ 2021 hielt Dr. med. F.___, (…), Brustzentrum des KSSG, fest, dass 

die Versicherte seit .___ 2016 bei ihr in Behandlung stehe und die letzte Konsultation am .___ 2021 

erfolgt sei. Die Versicherte erscheine alle drei bis sechs Monate zur klinischen Kontrolle. Sie leide am 

chronischen Fatigue-Syndrom (IV-act. 57-1). Unter der adjuvanten Therapie mit Letrozol bestünden 

starke Nebenwirkungen im Sinne von Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Arthralgien. 

Nach einer relevanten Dosisreduktion seien die Symptome zwar weiterhin bestehend, aber vereinbar 

mit dem Alltag und einer niedrigprozentigen Berufstätigkeit (IV-act. 57-2). Vom .___ 2019 bis .___ 2020 

sei die Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Zwischenzeitlich sei dann die weitere 

Arbeitsunfähigkeit durch die Klinik D.___ attestiert worden. Ab dem .___ 2020 attestiere sie der 

Versicherten erneut eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 57-1; vgl. dazu auch IV-act. 48). Es handle 

sich um eine langfristige chronische Symptomatik. Unter Anpassung der endokrinen Therapie und 

diversen supportiven Massnahmen habe der Zustand wieder verbessert werden können, sodass aktuell 

eine Arbeitstätigkeit in einem Pensum von 30 % machbar und zumutbar sei. Dies werde sich wegen 

der längerdauernd indizierten endokrinen Therapie auch in nächster Zeit nicht ändern (IV-act. 57-2). In 

einem gleichentags zu Handen der IV-Stelle erstellten Bericht hielt Dr. C.___ fest, dass ein typisches, 

klar diagnostizierbares Krebstherapie-assoziiertes Fatigue-Syndrom bestehe. Ergänzend zur 

Diagnosestellung könnte noch eine neuropsychologische Untersuchung hilfreich sein, welche eine 

semiobjektivierbare Beurteilung bei typischem kognitivem Fatigue gebe. Die Versicherte sei nach 

Austritt aus der Rehabilitation 30 % arbeitsfähig gewesen. Diese Arbeitsfähigkeit sei möglichweise nur 

wenig verbesserbar. Zentral sei eine langsame Steigerung, da sich die Versicherte an die steigende 

Belastung anpassen müsse. Der Eingliederung im Wege stehen könnte, dass die Versicherte die Reha-

Therapie nicht weiterführen könne. Die Versicherte habe nur wenig Energieeinheiten pro Tag. Wenn 

sie arbeitstätig sei, seien die Energiereserven aufgebraucht und für ein Training sei dann nicht mehr 

viel Energie da. Ein Survivorship Fatigue Syndrom manifestiere sich darin, dass die Versicherten für 

einige Stunden ihre Energiereserven abrufen können und voll leistungsfähig seien, die 

Leistungsfähigkeit dann aber abnehme (IV-act. 60). 

A.f In einer E-Mail vom .___ 2021 teilte die Versicherte dem IV-Eingliederungsverantwortlichen mit, 

dass sie aufgrund von mehreren personellen Ausfällen im Team aktuell höherprozentig arbeite, was ihr 

jedoch Mühe bereite. Vor allem die langen Arbeitstage ohne zwischenzeitliche Ruhepausen würden ihr 

zu schaffen machen. Sie schätze es jedoch sehr, im Team aushelfen zu können. Denn auch das Team 

habe ihr in den schwierigsten Phasen (…) abgenommen. Sie schätze auch die Arbeit und möchte 

längerfristig in diesem Team verbleiben. Sie merke aber auch, dass sie schnell an die körperlichen 

Grenzen komme, wenn sie es mit den (…) übertreibe. Sie bat um um ein persönliches Treffen für einen 

Austausch (IV-act. 62). Noch gleichentags antwortete der IV-Eingliederungsverantwortliche, dass 

kürzlich die Arztberichte von Dr. F.___ eingetroffen seien, welche dem RAD zur medizintheoretischen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Beurteilung zugestellt würden. Er schlage vor, die Stellungnahme des RAD abzuwarten und dann einen 

Gesprächstermin zu vereinbaren (IV-act. 63-1). In einem gleichentags geführten Telefongespräch 

erkärte der RAD gegenüber dem IV-Eingliederungsverantwortlichen, nach kurzer Aktendurchsicht der 

Meinung zu sein, dass eine weitere Erhöhung des Pensums möglich erscheine. Sollte die Versicherte 

subjektiv keine höhere Arbeitsfähigkeit für möglich erachten, wäre eine Begutachtung angezeigt. Die 

RAD-Stellungnahme werde in den nächsten drei Wochen erstellt werden (IV-act. 66-7; zur RAD-

Beurteilung vgl. IV-act. 68). Anlässlich eines Gesprächs vom .___ 2021 bei der Versicherten, erklärte 

diese gegenüber dem IV-Eingliederungsverantwortlichen, dass sie noch immer 50 % ihres 60 %-

Pensums arbeite, meist halbtags. Sie habe den Vorteil, (…) machen zu können. Die Arbeit gefalle ihr 

sehr gut, jedoch koste sie enorme Energie und nach zwei Stunden sei ihre Konzentration jeweils 

aufgebraucht. Als sie Stellvertretungen gemacht habe, sei sie total erschöpft gewesen und habe zu 

Hause gar nichts mehr machen können. Die 30 % seien die Belastungsgrenze. Der IV-

Eingliederungsverantwortliche wies die Versicherte darauf hin, dass die IV-Stelle gemäss aktueller 

Aktenlage davon ausgehe, dass das Pensum noch steigerbar wäre. Da sie sich selbst subjektiv nicht 

mehr als zu 30 % arbeitsfähig fühle, werde es im Rahmen der Rentenprüfung noch zu weiteren 

Abklärungen kommen (IV-act. 66-7). 

A.g Mit Vorbescheid vom .___ 2021 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des 

Begehrens auf weitere berufliche Massnahmen in Aussicht mit der Begründung, dass die Versicherte 

gemäss Bericht des IV-Eingliederungsberaters das Arbeitspensum in der gewohnten Tätigkeit bei der 

bisherigen Arbeitgeberin wieder auf 30 % (50 % des 60 %-Pensums) habe steigern können und eine 

weitere Steigerung für die Versicherte im Hinblick auf die gesundheitliche Situation nicht möglich sei. 

Weitere berufliche Massnahmen seien somit nicht angezeigt (IV-act. 71). In einem Schreiben vom .___ 

2021 erklärte die Versicherte, dass sie ein Gespräch mit der Arbeitgeberin geführt habe, bei dem ihr 

ein Änderungsvertrag mit einem neuen Pensum von 30 % statt 60 % vorgeschlagen worden sei. Der 

neue Arbeitsvertrag müsste jedoch vor (…) unterzeichnet werden. Sie habe Bedenken hinsichtlich einer 

sofortigen Vertragsänderung, weil sie Angst habe, dass sich die IV-Stelle dann zurückziehe und somit 

keine Leistungspflicht für die verbliebenen 30 % Krankheit bedingen würde. Seitens der Arbeitgeberin 

werde geprüft, ob bis zum Entscheid des RAD das Anstellungspensum bei 60 % belassen werde. 

Bezüglich des Entscheids über den Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen sei sie bereit, auf die 

normalen Fristen zu verzichten, damit möglichst umgehend die Rentenprüfung veranlasst werden 

könne. Sie sei dankbar, wenn die notwendigen Schritte eingeleitet würden (IV-act. 80). Mit Verfügung 

vom .___ 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren auf weitere berufliche Massnahmen im Sinne 

des Vorbescheids vom .___ 2021 ab (IV-act. 82).  

A.h In einem onkologischen Bericht des Brustzentrums St. Gallen vom .___ 2021 über die Vorstellung 

der Versicherten vom .___ 2021 wurde festgehalten, dass sich in der aktuellen klinischen und 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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bildgebenden Kontrolle kein Hinweis für ein Tumorrezidiv oder Zweitkarzinom zeige. Eine adjuvante 

endokrine Therapie sei bei Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom indiziert über eine Dauer von 

mindestens fünf Jahren, wobei das Rezidivrisiko im Fall der Versicherten durch eine verlängerte 

Therapie von sieben bis zehn Jahren weiter gesenkt werden könne. Die Versicherte sei motiviert, die 

endokrine Therapie weiter einzunehmen. In einer reduzierten Dosierung von einer halben Tablette alle 

zwei Tage sei dies aktuell möglich, jedoch unter Inkaufnahme von Auswirkungen. Es gelte deshalb 

jedes Mal wieder zwischen dem Nutzen und den Auswirkungen der Therapie abzuwägen, um die 

Behandlungsdauer festzulegen (IV-act. 87-2 f.). 

A.i Am .___ 2021 füllte die Versicherte zu Handen der IV-Stelle einen Fragebogen betreffend 

Erwerbstätigkeit und Haushalt aus (IV-act. 95). In einem Bericht vom .___ 2021 hielt Dr. med. G.___, 

FMH Dermatologie und Venerologie, fest, dass aus dermatologischer Sicht keine 

Funktionseinschränkungen bestünden, die sich auf die berufliche Tätigkeit auswirken würden (IV-act. 

101).  

A.j Mit Änderungsvertrag vom .___ wurde das Anstellungsverhältnis der Versicherten per .___ auf 

ein Pensum von 30 % reduziert (IV-act. 107). 

A.k Am .___ berichtete Dr. med. H.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, dass die 

Versicherte aktuell zu 30 % (drei Halbtage) arbeitsfähig sei (IV-act. 109). Am .___ hielt Dr. C.___ fest, 

dass die Versicherte aus seiner Sicht zu 60 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 144-3). Im Bericht der Klinik 

für Neurologie des KSSG vom .___ zu einer neuropsychologischen Untersuchung vom .___ wurde 

festgehalten, dass eine leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung bestehe. Bei einer 

solchen Störung sei von einer arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit von 50-70 % auszugehen. Unter 

Einbezug der objektivierbaren psychophysiologischen Erschöpfbarkeit sei aus neuropsychologischer 

Sicht von einer Leistungsfähigkeit von maximal 50 % auszugehen (IV-act. 157). 

A.l Am 26. Januar 2023 erstattete das Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) im Auftrag der 

IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten mit den Fachdisziplinen Chirurgische Orthopädie und 

Traumatologie, Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie (IV-act. 185-

1 f.). In der interdisziplinären Konsensbeurteilung nannten die Sachverständigen als Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein cancer-therapy related Fatigue-Syndrom mit körperlicher 

Dekonditionierung sowie einen Status nach leichter retraktiler Kapsulitis Schulter rechts (IV-act. 185-10 

f.). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten sie einen Status nach einer 

depressiven Episode im .___ 2019 (gegenwärtig remittiert), einen Status nach malignem Melanom 

Fussrücken rechts, einen Status nach Hysterektomie bei Hypermenorrhoe .___ und einen Status nach 

Exzision eines Basalioms Scapula links im .___ 2019 (IV-act. 185-11). Weiter kamen die 

Sachverständigen zum Schluss, dass in der angestammten Tätigkeit ohne (…) sowie ohne repetitive 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Überkopfarbeit ab Oktober 2021 (nach Abschluss der psychoonkologischen Behandlung) eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 %, gerechnet auf ein Pensum von 100 %, bestehe. In einer leichten bis zeitweise 

mittelschweren Tätigkeit, wechselbelastend, ohne repetitive Überkopfarbeit und ohne repetitives 

Heben/Tragen von Lasten über 10 kg (angepasste Tätigkeit) könne die Versicherte ebenfalls im Umfang 

von 50 %, gerechnet auf ein 100 % Pensum arbeiten, wobei die Einschätzung wiederum ab Oktober 

2021 gelte (IV-act. 185-12). Die Einschränkung im Haushalt entspreche im Wesentlichen den durch das 

orthopädische Leiden bedingten Einschränkungen. Eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

aufgrund der Fatigue-Symptomatik könne nicht begründet werden, da sich die Versicherte bei der 

Haushaltsarbeit die Arbeit einteilen könne (IV-act. 185-14). 

A.m Mit Vorbescheid vom 6. April 2023 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht mit der Begründung, sie sei in der angestammten und in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig, während im Haushalt keine Einschränkungen bestünden. Bei 

Qualifizierung der Versicherten als Teilzeiterwerbstätige (60 % Erwerb, 40 % Haushalt) ergebe dies bei 

Anwendung der gemischten Methode einen Invaliditätsgrad von 30 % (IV-act. 198). 

A.n Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt R. Zahner, St. 

Gallen, am 22. Mai 2023 Einwand (IV-act. 203). Dem Einwand legte sie eine gleichentags von Dr. C.___ 

verfasste E-Mail bei. Dieser hatte darin namentlich kritisiert, dass das Gutachten ohne Einbezug eines 

onkologischen Facharztes mit Erfahrung in Fatigue erfolgt sei. Das Verständnis der Mechanismen der 

krebstherapie-assoziierten Fatigue erfordere Fachwissen. Die neuropsychologische Beurteilung 

erfasse nur die neurokognitiven Fähigkeiten zu einem energetisch guten Zustand. In Bezug auf die 

Einschränkungen sei die Untersuchung falsch negativ und müsse wiederholt werden. Zudem beträfen 

die Einschränkungen durch die Behinderungen der Energiereserven alle Lebensbereiche, weshalb es 

nicht korrekt sei, die Alltagsarbeit und die Erwerbsarbeit zu trennen. Es müssten bei der Beurteilung 

der prozentualen Arbeitsfähigkeit zwingend die Arbeitsversuche mit höherem Pensum berücksichtigt 

werden (IV-act. 203-9; zu den eingereichten Eigen- und Fremdeinschätzungen betreffend 

Arbeitsversuche vgl. IV-act. 203-11 ff. und 205). 

A.o Am .___ 2023 erfolgte eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten (IV-act. 221), wobei die 

Abklärungspersonen die Einschränkung im Haushalt unter Berücksichtigung einer 

Schadenminderungspflicht von Familienmitgliedern auf 0 % schätzten (IV-act. 221-12 ff.).  

A.p Im Rahmen einer zweiten Anhörung zum Vorbescheid vom 6. April 2023 (IV-act. 222) nahm die 

Versicherte am 4. März 2024 erneut Stellung (IV-act. 227) und berief sich dabei für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit auf einen zwischenzeitlich ergangenen Bericht von Dr. C.___ vom 13. Juli 2023 zu einer 

Sprechstunde in der Onkologie des Spitals I.___ vom 7. Juli 2023, in welchem dieser längerfristig von 

einer 40%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen war (IV-act. 215).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.q Mit Verfügung vom 13. März 2024 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 30 % ab (IV-act. 228). 

B.  

B.a Gegen diese Verfügung erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Zahner vertretene Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 29. April 2024 Beschwerde. Sie beantragte, die Verfügung der 

IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 13. März 2024 sei vollumfänglich aufzuheben und 

ihr seien die ihr zustehenden gesetzlichen Leistungen aus IVG (Rente) zuzusprechen. Eventualiter sei 

vom Gericht ein Gerichtsgutachten bei der asim Begutachtung Universitätsspital Basel einzuholen; alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1). 

B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. August 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 6). 

B.c In ihrer Replik vom 19. September 2024 hielt die Beschwerdeführerin an den in der Beschwerde 

gestellten Anträgen fest (act. G 8). 

B.d Mit Schreiben vom 30. September 2024 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest und verzichtete auf die Erstattung einer ausführlichen Duplik 

(act. G 10). 

Erwägungen 

1.  

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente. 

2.  

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Wenn eine versicherte Person auch ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll erwerbstätig gewesen wäre, ist der Invaliditätsgrad nicht anhand 

eines reinen Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG) zu berechnen, sondern anhand der gemischten 

Methode. Hierbei ist der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Ob eine 

versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, 

ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2019, 

8C_820/2018, E. 3.2). Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin als Teilzeiterwerbstätige 

eingestuft (IV-act. 228), was von letzterer kritisiert wird (act. G 1 S. 9). Angesichts der noch 

unvollständigen medizinischen Aktenlage (vgl. dazu die nachfolgenden Erwägungen) braucht die 

Statusfrage vorliegend nicht abschliessend geklärt zu werden. 

3.  

3.1 Hinsichtlich des Erwerbsteils stützt sich die Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit in erster Linie auf das ZMB-Gutachten, welches der Beschwerdeführerin sowohl in der 

angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit bezogen auf ein Pensum von 100 % eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 185-12). 

3.2 Demgegenüber bestreitet die Beschwerdeführerin den Beweiswert dieses Gutachtens (act. G 1 

S. 6 ff.). Sie bemängelt, dass bei der Begutachtung kein Onkologe/Hämatologe mitgewirkt habe. Die 

gutachterlichen Experten wären verpflichtet gewesen, weitere medizinische Fachpersonen 

beizuziehen, wenn sie, wie vorliegend, mit Fragen konfrontiert worden seien, die nicht zu ihren 

Fachgebieten gehörten. Auch sei die gutachterliche Herleitung der Arbeitsfähigkeit respektive 

Arbeitsunfähigkeit mangels einer nachvollziehbaren Diskussion des Cancer Related Fatigue Syndroms 

nicht überzeugend. Eine Diskussion der plausibel begründeten Angaben von Dr. C.___, der ein 

ausgewiesener Facharzt für Tumorerkrankungen sei, könne dem Gutachten nicht entnommen werden. 

Ein Gutachten, welches die medizinischen Vorakten unzureichend berücksichtige, sei unvollständig 

(act. G 1 S. 7). Auch fehle im Gutachten eine nachvollziehbare gutachterliche Konsensdiskussion, 

namentlich eine nachvollziehbare Diskussion zum Cancer Related Fatigue Syndrom und dies obwohl 

die neurologische Gutachterin ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass ihre Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit anlässlich der Konsensbeurteilung durch die übrigen Fachgutachter, insbesondere 

durch die psychiatrische Fachgutachterin sowie die Neuropsychologin, mitgetragen werden müsse. Die 

Konsensbeurteilung erschöpfe sich in der Aneinanderreihung der Krankheitsgeschichten der einzelnen 

Fachdisziplinen, was einen deutlichen Mangel des Gutachtens darstelle, da keine echte und 

umfassende Gesamtbewertung erfolgt sei. Schliesslich seien auch die Arbeitsversuche im Gutachten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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nicht berücksichtigt worden, was ein weiterer Mangel des Gutachtens sei (act. G 1 S. 8). Schliesslich 

spreche sich das Gutachten ohnehin erst zur Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt Oktober 2021 aus. Für 

die Zeit davor enthalte es keine Arbeitsfähigkeitsschätzung, während der Rentenanspruch bereits ab 

November 2020 in Frage komme (act. G 1 S. 9). 

3.3 Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte ZMB-Gutachten ist mit der Beschwerdeführerin als 

mangelhaft einzustufen. Denn wie im neurologischen Teilgutachten korrekt ausgeführt worden ist, gilt 

es im vorliegenden Fall im Wesentlichen die Folgen der Tumorerkrankung bzw. der operativen und 

adjuvanten therapeutischen Massnahmen im Verlauf zu beurteilen (IV-act. 185-59). Angesichts dessen 

und da die internistische Gutachterin darauf hingewiesen hat, dass bei spezifischen Fragen zu den 

Folgen der Krebstherapie ein Onkologe beizuziehen sei (IV-act. 185-42), wäre der Beizug eines 

onkologischen Fachspezialisten angezeigt gewesen. Wenn sich die Gutachtenspersonen nicht im 

Stande gefühlt haben, eine onkologische Beurteilung abzugeben, obwohl gerade die Beurteilung der 

Folgen der Tumorerkrankung im Zentrum der Begutachtung gestanden hat, wären sie, wie von der 

Beschwerdeführerin zu Recht vorgebracht, verpflichtet gewesen, eine entsprechende Fachperson 

beizuziehen. Dass eine solche gemäss Angaben der internistischen Expertin im Begutachtungszentrum 

im Zeitpunkt der Begutachtung nicht zur Verfügung gestanden hat (IV-act. 185-42), ändert nichts daran. 

Vielmehr hätte eine geeignete Fachperson ausserhalb des Begutachtungsinstituts konsultiert werden 

können oder aber der Begutachtungsauftrag hätte als Ganzes zurückgewiesen werden müssen. Es 

geht jedenfalls nicht an, dass in einem Fall, in dem die Beurteilung der Folgen der Krebserkrankung im 

Zentrum des Begutachtungsauftrags steht, letztlich einzig ein Neurologe über den Umfang der 

Einschränkungen entscheidet. Gerade dies ist im vorliegenden Gutachten jedoch geschehen, indem 

abschliessend auf die neurologische Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 185-62) 

abgestellt worden ist. Denn die orthopädische Expertise hat sich naturgemäss nicht zu den 

onkologischen Leiden und Therapiefolgen ausgesprochen (IV-act. 185-44 ff.). Die psychiatrische 

Expertise hat sich im Wesentlichen in der Beurteilung erschöpft, dass seitens der Psychiatrie kein 

Leiden mehr vorliegt (IV-act. 185-70 f.). Das neuropsychologische Teilgutachten hat sich zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht abschliessend ausgesprochen (IV-act. 185-81 f.) und im 

internistischen Teilgutachten ist für die Beurteilung des Fatigue-Syndroms auf das neurologische und 

psychiatrische Fachgutachten verwiesen worden und für spezifische Fragen zu den Folgen der 

Krebstherapie, wie bereits erwähnt, auf den notwendigen Beizug eines Onkologen hingewiesen worden 

(IV-act. 185-42). 

3.4 Der fehlende Beizug eines Onkologen und das einseitige Abstellen auf die seitens des 

Neurologen attestierte Arbeitsunfähigkeit wirken umso gravierender als der Neurologe im Teilgutachten 

explizit darauf hingewiesen hat, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit anlässlich der 

Konsensbeurteilung durch die übrigen Fachgutachter, insbesondere durch die psychiatrische 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Fachgutachterin und die Neuropsychologin, mitgetragen werden müssten (IV-act. 185-61). Dem 

Neurologen war mithin bewusst, dass sich der Umfang der Einschränkungen nicht einzig aus 

neurologischer Sicht bestimmen lässt. Im interdisziplinären Konsens findet dann aber keine 

ausreichende Konsensbesprechung statt. Soweit ersichtlich, besteht die Konsensbeurteilung des 

Gutachtens zu einem grossen Teil aus Textblöcken, die aus den Teilgutachten reinkopiert worden sind 

(IV-act. 185-5 ff.) und infolgedessen ist im Gutachten auf die vom Neurologen postulierte 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit abgestellt worden (IV-act. 185-12), da in den anderen Teilgutachten keine 

Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden sind. Eine umfassende Konsensbesprechung, namentlich der 

onkologischen Therapiefolgen wie der Cancer-related-Fatigue-Symptomatik oder der Auswirkungen 

der endokrinen Therapie, fehlt. Im Gutachten wird nicht differenziert, welche Einschränkungen als Folge 

der endokrinen Therapie und welche als Folge der Fatiguesmyptomatik zu betrachten sind und wie sich 

die verschiedenen Therapien und Einschränkungen gegenseitig verstärken und überlagern. Zwar 

lassen sich möglicherweise die Ursachen einer Einschränkung nicht immer genau trennen, wie die 

Beschwerdegegnerin moniert (act. G 6 S. 3). Zumindest müssten die möglichen Ursachen jedoch 

diskutiert werden. Auch kommt gerade bei multikausalen Einschränkungen einer umfassenden 

polydisziplinären Konsensbesprechung erhöhtes Gewicht zu.  

3.5 Stossend ist in diesem Zusammenhang auch, dass im gesamten Gutachten praktisch keine 

Auseinandersetzung mit den Berichten der behandelnden Ärzteschaft stattfindet (unter allfällige 

Angaben von Dritten [auch behandelnde Ärzte] steht in den Teilgutachten jeweils "keine"; vgl. z.B. IV-

act. 185-57). Ebenso befassten sich die Gutachter nicht mit den gescheiterten Arbeitsversuchen mit 

höherem Pensum. Die fehlende Auseinandersetzung mit der Aktenlage, namentlich auch mit 

abweichenden ärztlichen Einschätzungen, stellt für sich brereits einen Mangel dar (Urteil des 

Bundesgerichts vom 2. September 2013, 8C_38/2013, E. 4.4.4), der umso gravierender wirkt, wenn als 

bedeutend erscheinende Fachdisziplinen nicht in die Begutachtung miteinbezogen worden sind.  

3.6 Unvollständig wirkt die gutachterliche Beurteilung auch hinsichtlich der endokrinen Therapie. Im 

onkologischen Bericht des Brustzentrums des KSSG vom .___ 2021 sind die geklagten Beschwerden 

vor allem als Folge der adjuvanten endokrinen Therapie angesehenen worden, die mindestens fünf, 

allenfalls sogar für fünf bis sieben Jahre indiziert sei. Zwar sei die Einnahme in reduzierter Dosis 

möglich, jedoch unter Inkaufnahme von Nebenwirkungen. Es sei jedes Mal zwischen Nutzen und 

Nebenwirkungen der Therapie abzuwägen (IV-act. 87 und 128). Nicht nur setzten sich die 

Sachverständigen des ZMB mit diesem Bericht des KSSG nicht auseinander. Vielmehr findet im 

Gutachten, soweit ersichtlich, generell keine Diskussion von Nutzen und Nebenwirkungen der 

endokrinen Therapie statt, was angesichts der fehlenden Beteiligung eines Onkologen auch nicht 

verwundert. Es ist nämlich anzunehmen, dass die Frage nach der Zumutbarkeit und dem Nutzen einer 

allfälligen weiteren Reduzierung der Medikamentendosis nicht ohne Beizug eines Onkologen – 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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möglicherweise ist sogar der Beizug weiterer Fachpersonen wie eines Gynäkologen erforderlich – 

beantwortet werden kann (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2022, 8C_163/2022, E. 

4.6). Folglich waren die Sachverständigen nicht in der Lage, eine Nutzen-Risiko-Abwägung der 

endokrinen Therapie vorzunehmen und eine umfassende Beurteilung zu den Therapiefolgen und -

risiken abzugeben. Sie wären folglich verpflichtet gewesen, entsprechende Fachpersonen beizuziehen, 

zumal auch gestützt auf die übrige Aktenlage die Auswirkungen der endokrinen Therapie nicht 

abgeschätzt werden können. 

3.7 Weiter fehlt in der Konsensbesprechung des ZMB-Gutachtens eine umfassende retrospektive 

Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit. Die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit (bezogen auf ein 

Pensum von 100 %) gilt laut Gutachten erst ab Oktober 2021 (IV-act. 185-12), während der frühest 

mögliche Beginn des Rentenanspruchs bei IV-Anmeldung im März 2020 (IV-act. 24) auf den September 

2020 fällt (Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 IVG), sofern zu diesem Zeitpunkt das Wartejahr bereits 

abgelaufen gewesen sein sollte (Art. 28 Abs. 1 IVG). Die Beschwerdegegnerin bringt in ihrer 

Beschwerdeantwort diesbezüglich vor (act. G 6 S. 4 f.), dass im Gutachten der Beginn der 50%igen 

Arbeitsfähigkeit auf das Ende der psychoonkologischen Therapie gesetzt worden sei, weshalb 

anzunehmen sei, die Beurteilung gelte nicht erst ab Oktober 2021 (Verschrieb), sondern ab Oktober 

2020 (betreffend Bericht zum Abschluss der psychoonkologischen Behandlung im Oktober 2020 vgl. 

IV-act. 54-3). Die Interpretation der Beschwerdegegnerin ist zwar durchaus denkbar, andererseits 

handelt es sich dabei aber lediglich um eine Mutmassung, die durch die Gutachterstelle nicht verifiziert 

worden ist. Selbst wenn die Interpretation der Beschwerdegegnerin stimmen würde, würde die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nur bis Oktober 2020 zurückreichen. Im psychiatrischen Teilgutachten ist 

aber beschrieben worden, dass in den Jahren 2019 bis 2021 psychische Beeinträchtigungen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestanden hätten (IV-act. 185-71), weshalb grundsätzlich auch 

dieser Zeitraum und die Umstände, die zu einer allfälligen Remission der depressiven Episode geführt 

haben (IV-act. 185-70), von Interesse sind. Angesichts der grossen Bedeutung, welche der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Beurteilung des Rentenanspruchs zukommt, drängen sich auch zur 

retrospektiven Beurteilung weitere Abklärungen auf.  

3.8 Schliesslich fehlt im ZMB-Gutachten auch eine schlüssige Beurteilung der Einschränkungen im 

Haushaltsbereich. Im vorliegenden Fall, in dem eine Fatigue-Symptomatik im Raum steht, überzeugt 

es nicht, wenn quantitative Einschränkungen mit dem blossen Hinweis darauf, dass im 

Haushaltsbereich die Zeit frei eingeteilt werden könne, verneint werden (IV-act. 185-14). Gerade bei 

der bei der Beschwerdeführerin vorliegenden Fatigue-Symptomatik scheint eine gesamtheitliche 

Betrachtung aller Einschränkungen – unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen – erforderlich. Die 

zusätzlich durch die Beschwerdegegnerin veranlasste Haushaltsabklärung vermag die nicht 

überzeugende gutachterliche Beurteilung für den Haushaltsbereich nicht wettzumachen, da daran keine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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medizinischen Fachpersonen mitgewirkt haben und eine gesamtheitliche medizinische Betrachtung des 

Aufgaben- und Arbeitsbereichs nicht stattgefunden hat (IV-act. 221). Auch mangelt es bei den 

Beurteilungen im Haushaltsbereich an einer Einschätzung eines Onkologen. Ob neben der Onkologie 

noch weitere Fachdisziplinen miteinzubeziehen sind, ist von medizinischer Seite (RAD und zu 

beauftragende Gutachterstelle) zu evaluieren. 

3.9 Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt im vorliegenden Fall unvollständig festgestellt worden. 

Die angefochtene Verfügung ist damit in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 

ATSG) ergangen. Demnach ist sie aufzuheben. Angesichts der bisher fehlenden Klärung der 

Auswirkungen der endokrinen Therapie auf die Arbeitsfähigkeit sowie des im Rahmen der 

Begutachtung fehlenden Beizugs der Fachdisziplin Onkologie und gegebenenfalls weiterer 

Fachdisziplinen, ist die Sache im Sinne der Erwägungen zur erneuten medizinischen Begutachtung und 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. dazu BGE 139 V 

100 E. 1.1 und 137 V 264 f. E. 4.4.1.4; Urteile des Bundesgerichts vom 9. Februar 2018, 8C_580/2017, 

E. 3.1, und vom 11. August 2022, 8C_163/2022, E. 4.6 f.). 

4.  

4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die Streitsache zu 

ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

als angemessen. Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als 

volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist 

die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 

4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur weiteren Abklärung als volles 

Obsiegen der Beschwerdeführerin zu betrachten ist. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde wird im Sinn der vorstehenden Erwägungen unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung dahingehend gutgeheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

2.  

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 10.03.2025
	Art. 28 Abs. 1 und 29 Abs. 1 und 3 IVG; Art. 43 Abs. 1 ATSG: Der Sachverhalt ist im vorliegenden Fall unvollständig festgestellt worden. Die angefochtene Verfügung ist damit in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen. Demnach ist sie aufzuheben. Angesichts der bisher fehlenden Klärung der Auswirkungen der endokrinen Therapie auf die Arbeitsfähigkeit sowie des im Rahmen der Begutachtung fehlenden Beizugs der Fachdisziplin Onkologie und gegebenenfalls weiterer Fachdisziplinen, ist die Sache im Sinne der Erwägungen zur erneuten medizinischen Begutachtung und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. März 2025, IV 2024/85).

		2026-01-28T04:38:15+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen