# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1dc8614-3c07-5f7c-af26-76a3dbf63435
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.02.2014 IV 2011/231
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-231_2014-02-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/231

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 13.02.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2014
Art. 28 IVG. Anspruch auf eine Rente. Würdigung medizinische Berichte. 
Höhe Tabellenlohnabzug. Anspruch auf ein halbe Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2014, IV 
2011/231).

Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 13. Februar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Emil Nisple, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.      

A.a  Die 19__ geborene A.___, Küchenangestellte (IV-act. 16), meldete sich am 30. Mai 

2008 zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen an (IV-act. 1), nachdem sie am 8. November 2007 auf einer Treppe gestürzt 

war und sich dabei mehrere Kontusionen in der unteren Lendenwirbelsäule zugezogen 

hatte. Der Hausarzt hatte konsiliarische Untersuchungen in der Klinik für Neurochirurgie 

am Kantonspital St. Gallen vom 5. Dezember 2007 und 13. Februar 2008 (IV-act. 7.3-6) 

sowie in der Klinik Stephanshorn, Wirbelsäulenchirurgie Ostschweiz, vom 18. März 

2008 veranlasst (IV-act. 7.7 f.). Eine ossäre Läsion konnte nicht festgestellt werden, 

doch zeigten sich unter anderem fortgeschrittene degenerative Veränderungen der 

lumbalen Wirbelsäule, die durch das Sturzereignis traumatisiert worden seien. Am 

10. Juli 2008 berichtete Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, 

von einer konsiliarischen Untersuchung im Auftrag der Unfallversicherung: Zurzeit 

bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, eine stationäre Rehabilitation mit rascher 

Reintegration in den Arbeitsprozess sei aber sinnvoll (IV-act. 20).

A.b  In einem Arztbericht der Klinik Valens vom 17. November 2008 - wo sich die Ver­

sicherte vom 30. September bis 23. Oktober 2008 in stationärer 

Rehabilitationsbehandlung befunden hatte (IV-act. 33.14-17) - hielten die 

behandelnden Medizinalpersonen fest, die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten noch 

zu 50% mit einer 10%igen Leistungsminderung wegen vermehrter Pausen zumutbar; in 

einer leichten bis mittelschweren Verweistätigkeit sei sie beginnend zu 50%, 

längerfristig aber auf 100% steigernd arbeitsfähig (IV-act. 27).

A.c  Gestützt auf einen Verlaufsbericht des Hausarztes Dr. med. C.___, Allgemeine 

Medizin FMH, vom 3. Juni 2009 (IV-act. 33.1-5) hielt der Regionale Ärztliche Dienst 

(RAD) Ostschweiz in einer Stellungnahme vom 10. Juni 2009 fest, anfangs November 

2008 sei es zu einer erneuten Schmerzexacerbation der Lumboischialgie und neu zu 

einem sensomotorischen Ausfallsyndrom im Ausbreitungsgebiet des Nerven S1 

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gekommen. Deshalb habe man die von der Klinik Valens attestierte Arbeitsfähigkeit von 

50% nicht umsetzen können: Eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe sowohl in der 

angestammten als auch in der adaptierten Tätigkeit (IV-act. 34).

A.d  Das Wirbelsäulenzentrum am D.___ erstellte am 1. Oktober 2009 ein Gutachten im 

Auftrag der Unfallversicherung. Dr. med. E.___ erklärte darin unter Hinweis auf die 

Diagnose Lumboischialgie, posttraumatisch aufgetreten, Folgendes: Die Versicherte 

habe Prellungen und Stauchungen erlitten, die in der Regel innert weniger Monate 

vollständig ausheilen würden. Häufig beobachte man aber bei Menschen mit bisher 

asymptomatischen, degenerativ vorgeschädigten Wirbelsäulen, dass sie nach banalen 

Verletzungen über lange Zeit persistierende Beschwerden klagten. Es entwickle sich 

dann eine massive Dekonditionierung, weil die betroffene Person feststelle, Aktivität 

verstärke die Beschwerden, während Ruhe, zumindest anfänglich, eher Linderung 

bringe. Vorliegend habe die Versicherte anlässlich der Rehabilitation diese Erfahrung 

gemacht; man habe dann darauf bestanden, die Trainings fortzusetzen, und ihr seien 

dafür keine adäquaten Erklärungen gegeben worden. Die Beeinträchtigung persistiere 

noch heute, denn ein Trauma habe sie zuerst ausgelöst und dazu seien die 

vorbestehenden degenerativen Veränderungen sowie eine ungenügende Führung der 

Versicherten gekommen; aktuell sei die Versicherte als Küchenhilfe zu 100% 

arbeitsunfähig (IV-act. 45.3, 5).

A.e  Die Versicherte wurde am 18./19. November 2009 im Auftrag der 

Unfallversicherung am Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene (AEH) 

mittels einer Funktionsorientierten Medizinischen Abklärung (FOMA) untersucht. 

Gemäss AEH-Bericht vom 1. März 2010 bestehe das arbeitsbezogene relevante 

Problem in einer schmerzbedingt verminderten Belastungstoleranz der unteren 

Lendenwirbelsäule und der Beine. Das Hauptproblem sei ein ausgeprägtes Schmerz- 

und Schonverhalten. Aufgrund der Selbstlimitierung könne für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit nicht allein auf das Ergebnis der durchgeführten Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) abgestellt werden. Diese Beurteilung müsse 

deshalb ärztlich medizinisch-theoretisch erfolgen: Die angestammte Tätigkeit als 

Küchenhilfe sei in reduziertem Zeitumfang (fünf Stunden wegen fehlender 

Wechselpositionierung) und in angepasster Form (kein Hantieren von mittelschweren 

Gewichten) aktuell zu 50% zumutbar, in prognostischer Hinsicht längerfristig aber eher 

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ungünstig; eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit hingegen sei ganztägig zumutbar, 

wobei zusätzliche Pausen von eineinhalb Stunden verteilt auf diese Arbeitsleistung, die 

Möglichkeit der Wechselhaltung (Sitzen, Stehen und Gehen) und die Vermeidung von 

monotonen Zwangshaltungen erforderlich seien (IV-act. 68.27-30).

A.f   Im Auftrag der IV-Stelle untersuchte die ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut 

GmbH am 8. März 2010 die Versicherte polydisziplinär (internistisch, orthopädisch und 

psychiatrisch). Im Gutachten vom 30. März 2010 stellten die ABI-Gutachter folgende 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches, vorwiegend 

sakrokokzygeal betontes Schmerzsyndrom der unteren Wirbelsäule ohne radikuläre 

Symptomatik (ICD-10: M54.88) bei deutlich degenerativen Veränderungen der unteren 

Lendenwirbelsäule mit bilateraler Spondylolyse von L5 und Spondylolisthesis Grad I 

nach Meyerding sowie Osteochondrosen und Spondylosen der unteren LWS, klinisch 

und MR-tomographisch ohne Neurokompression (ICD-10: M43.0/M43.1/M47.87/

M51.2). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine arterielle Hypertonie, derzeit 

medikamentös gut eingestellt (ICD-10: I10), sowie eine Schmerzausweitung und ein 

teilweise inadäquat wirkendes Schmerzverhalten. Aus orthopädischer Sicht bestehe für 

körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position eine zeitlich und leistungsmässig 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, wobei die Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht 

überschritten werden sowie keine Zwangshaltungen des Rumpfes vorkommen sollten - 

die angestammte Tätigkeit als Hilfsköchin sei nicht mehr zumutbar. Aus psychiatrischer 

und internistischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (IV-

act. 68.23 f.).

A.g  Mit Vorbescheid vom 23. März 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass vorgesehen sei, 

das Leistungsbegehren abzuweisen: Seit dem Treppensturz 2007 sei die Versicherte in 

der früheren Tätigkeit als Küchenhilfe als vollständig arbeitsunfähig einzustufen; 

hingegen bestünden in einer angepassten wechselbelastenden Tätigkeit keinerlei 

Einschränkungen (IV-act. 96). Am 15. Juni 2011 verfügte die IV-Stelle entsprechend. 

Der Einwand vom 10. Mai 2011, wonach keine Gesamtwürdigung der Diagnosen 

stattgefunden hätte (vgl. IV-act. 97), treffe nicht zu, denn das ABI-Gutachten habe sich 

ausführlich mit den vorgängigen ärztlichen Zeugnissen und Gutachten 

auseinandergesetzt (IV-act. 103).

B.    

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B.a  Gegen die Verfügung vom 15. Juni 2011 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 12. August 2011. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache mindestens einer 

Viertelsrente ab dem 12. Mai 2010. Eventualiter seien weitere medizinische 

Abklärungen vorzunehmen mit anschliessender Neubeurteilung des 

Leistungsbegehrens. Zur Begründung führt sie zunächst aus, es treffe nicht zu, dass 

sie nach dem Unfall im November 2007 nur für kurze Zeit arbeitsunfähig gewesen sei. 

Im Weiteren dürfe die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht überwiegend gestützt auf 

die medizinisch-theoretische Einschätzungen im Rahmen der EFL erfolgen, denn diese 

Ergebnisse seien noch im Licht vorzunehmender Abklärungen zu validieren. Zudem 

seien weitere medizinische Abklärungen erforderlich, weil unterschiedliche ärztliche 

Beurteilungen in den Vorakten vorliegen würden. Auch der Einkommensvergleich 

werde bestritten. Umstände, die einen höheren Tabellenlohnabzug rechtfertigten, seien 

nicht näher geklärt bzw. geprüft worden. Es gelte überdies, den aktuellen 

Gesundheitszustand zu berücksichtigen. Die Bemessung des Invaliditätsgrads durch 

die Beschwerdegegnerin sei realitätsfremd: Eine Stelle mit den medizinisch 

angezeigten Anforderungen sei auf dem Arbeitsmarkt nicht vorhanden (act. G 1).

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 27. September 2011 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dabei stellt sie sich auf den 

Standpunkt, die angefochtene Verfügung stütze sich nicht auf die EFL, sondern auf das 

ABI-Gutachten. Die ABI habe die vorgebrachten Einschränkungen ausführlich abgeklärt 

und in der Beschwerdeschrift werde nicht erklärt, inwiefern das Gutachten fehlerhaft 

sein sollte. Es treffe nicht zu, dass es kaum mehr eine geeignete Arbeitsstelle für die 

Beschwerdeführerin auf dem vorausgesetzten ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe. Ein 

Tabellenlohnabzug von nicht mehr als 10% könne nur gestützt darauf begründet 

werden, dass sie lediglich noch körperlich leichte Tätigkeiten ausführen könne. Die 

geltend gemachten invaliditätsfremden Faktoren habe die Beschwerdegegnerin 

insofern berücksichtigt, als das Invalideneinkommen gestützt auf die niedrige 

Qualifikationsstufe 4 der Tabellenlöhne berechnet worden sei (act. G 5).

B.c  Die Beschwerdeführerin setzt sich in der Replik vom 24. Oktober 2011 

insbesondere mit den Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur Bemessung des 

Invalideneinkommens auseinander (act. G 9).

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B.d  Mit Präsidialentscheid vom 28. Oktober 2011 wird dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das 

Beschwerdeverfahren entsprochen (act. G 10).

B.e  In der Duplik vom 3. November 2011 hält die Beschwerdegegnerin an der 

beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 12).

C.    

C.a  Mit Entscheid vom 9. Mai 2011 hatte die III. Abteilung des Versicherungsgerichts 

im Verfahren UV 2010/71 die Beschwerde von A.___ gegen den Einspracheentscheid 

der Zürich Versicherungs-Gesellschaft vom 15. Juli 2010 abgewiesen. Die gegen 

dieses Urteil erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 5. 

Dezember 2011, 8C_476/2011, teilweise gut, indem es die Sache zur ergänzenden 

Abklärung an das Versicherungsgericht zurückwies. In der Folge holte die III. Abteilung 

des Versicherungsgerichts bei der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) am 

Universitätsspital Basel ein Gutachten ein. Gestützt auf das asim-Gutachten vom 

3. Dezember 2012 wies es die Beschwerde mit Entscheid vom 12. März 2013, 

UV 2011/100, erneut ab. Dieses Urteil wurde vom Bundesgericht bestätigt (Urteil vom 

5. September 2013, 8C_320/2013).

C.b  Das Versicherungsgericht beschloss am 29. August 2013 den Beizug des asim-

Gutachtens vom 3. Dezember 2012. Es stellte den Parteien mit Schreiben vom 18. 

September 2013 in Aussicht, diverse Fragen betreffend die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin durch Prof. Dr. med. F.___, Orthopädie FMH, der als 

orthopädischer Teilgutachter (orthopädisches Teilgutachten vom 10. August 2012) am 

asim-Gutachten mitgewirkt hatte, beantworten zu lassen. Gleichzeitig wurden die 

Parteien über den Beizug des asim-Gerichtsgutachtens vom 3. Dezember 2012 

orientiert (act. G 17). Die Beschwerdeführerin äusserte sich hierzu am 8. Oktober 2013 

(act. G 18), währenddem die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme verzichtete. 

Am 11. Oktober 2013 beauftragte das Versicherungsgericht Prof. F.___ - in Ergänzung 

des Teilgutachtens vom 10. August 2012 - mit der Beantwortung der in Aussicht 

gestellten Fragen (act. G 20).

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C.c  In der Stellungnahme vom 23. Dezember 2013, die sich auf die im Rahmen der 

UV-Gerichtsbegutachtung gemachten Erkenntnisse stützt (vgl. hierzu act. G 23), 

diagnostiziert Prof. F.___ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 

lumbovertebrales linksbetontes Schmerzsyndrom bei: schwerer erosiver 

Osteochondrose L3/4 mit Spondylose, Spondylarthrose, Retrolisthesis, segmentaler 

translatorischer Instabilität und beginnendem Drehgleiten; fortgeschrittener 

Osteochondrose und Spondylarthrose L4/5 mit fixer Retrolisthesis; mässiger 

Osteochondrose und Spondylose L1/2 und Th12/L1; Lordoseverlust der LWS; 

struktureller linkskonvexer Lumbalskoliose; Diskusprotrusion L3/4 und L4/5 mit 

diskreter neurologischer Symptomatik gemäss neurologischem Fachgutachten. Die 

angestammte Tätigkeit als Küchenhilfe sei wegen der dabei unvermeidlichen Hebe- 

und Tragebelastung, der Arbeiten in Vorneige oder Armvorhalte und des 

überwiegenden Stehens auf Dauer nicht mehr zumutbar. Für eine leidensangepasste 

Tätigkeit verfüge die Beschwerdeführerin über eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit (act. 

G 21).

C.d  Die Beschwerdeführerin äussert sich am 27. Januar 2013 zur Einschätzung von 

Prof. F.___. Ferner bringt sie vor, es sei nicht ersichtlich, was für eine angepasste 

Tätigkeit auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt für sie in Frage kommen könnte. Es 

dürfte kaum ein Arbeitgeber zu finden sein, der eine solche Anstellung ins Auge fassen 

würde (act. G 24). Die Beschwerdegegnerin hat keine Stellungnahme eingereicht.

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

1.1   Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) in Kraft getreten. Vorliegend meldete sich die Beschwerdeführerin am 

30. Mai 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (IV-act. 1), und die 

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leistungsverweigernde Verfügung erging am 15. Juni 2011 (IV-act. 103). Zu beurteilen 

ist ein Sachverhalt, der am 8. November 2007 (Unfallzeitpunkt) - vor dem Inkrafttreten 

der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision - begonnen hat. Nachfolgend werden 

ausschliesslich die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen wiedergegeben, denn 

das neue Recht hat hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine 

substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage 

gebracht und im konkreten Fall wäre ein allfälliger Rentenbeginn sowohl nach dem 

alten als auch nach dem neuen Recht frühestens auf den 1. November 2008 

festzulegen (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG in Kraft seit 1. Januar 2008), weil im zu 

beurteilenden Fall die einjährige Wartezeit am siebten Tag dieses Monats endete (vgl. 

Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in Kraft seit 1. Januar 2008 und aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG in Kraft 

gestanden bis 31. Dezember 2007).

1.2   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

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gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

1.4   Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).

2.     

Vorab ist die Frage zu beantworten, auf welcher medizinischen Grundlage der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu beurteilen ist.

2.1   Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf die im 

polydisziplinären (psychiatrisch-orthopädischen) ABI-Gutachten vom 30. März 2010 

(IV-act. 68-2 ff.) für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 103).

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2.1.1         Bezüglich des orthopädischen Gutachtensteils ist festzustellen, dass bei der 

Begutachtung vom 8. März 2010 keine bildgebenden Untersuchungen vorgenommen 

worden sind. Der ABI-Orthopäde stützt sich allein auf die Ergebnisse bildgebender 

Untersuchungen vom 25. Oktober 2008 (Lendenwirbelsäule in zwei Ebenen mit seit­

licher Funktionsaufnahme sowie Sakrum-Zielaufnahme), vom 29. Oktober 2008 (MR-

Tomographie Lendenwirbelsäule) und vom 27. Februar 2009 (Myelographie und Myelo-

CT; IV-act. 68-18). Angesichts dessen, dass der orthopädische ABI-Gutachter von 

deutlich degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule - mithin von 

einem nicht statischen Geschehen - sprach (IV-act. 68-19), ist nicht nachvollziehbar, 

weshalb er keine aktuellen bildgebenden Untersuchungen durchführte, zumal die von 

ihm beschriebenen bildgebenden Untersuchungsergebnisse im Zeitpunkt der 

Begutachtung bereits mehr als ein Jahr zurücklagen. Des Weiteren begründete er auch 

nicht, zumindest nicht schlüssig, weshalb er auf aktuelle bildgebende Abklärungen 

verzichtete. In der Regel werden bildgebende Untersuchungen der zur Diskussion 

stehenden Regionen wiederholt, falls die zur Verfügung stehenden Bilder älter als 

6 Monate sind. Lediglich bei stabilem Beschwerdebild - was vorliegend aufgrund des 

degenerativen Leidens gerade nicht der Fall ist (zur inhärenten Progressionstendenz 

der Degeneration siehe auch die Einschätzung von Prof. F.___, act. G 21, S. 5) - und 

(gemäss Akten) unverändertem klinischem Befund reichen auch ältere konventionelle 

Aufnahmen aus (vgl. Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie, in: 

Schweizerische Ärztezeitung, 2007; 88: 17, S. 738; vgl. zur vorzunehmenden 

Röntgenaufnahme Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, Leitfaden für die 

Begutachtung im Rahmen der sozialen und privaten Unfall-, Kranken- und 

Rentenversicherung, 3. Auflage, Bern 1994, S. 174). Im Licht dieser Umstände 

erscheint das orthopädische ABI-Teilgutachten als nicht beweiskräftig, da es sich nicht 

auf umfassende Untersuchungen zu stützen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 2. Dezember 2013, 8C_139/2013, E. 2.3.1 am Schluss). Dies hat umso mehr zu 

gelten, als ein am 10. Mai 2011 durchgeführtes MRI mit seiner Signalgebung auf eine 

Aktivierung der Osteochondrose L3/4 und L4/5 und eine zunehmende 

Translationsinstabilität L3/4 hinwies (act. G 21, S. 2, unten). Gegen die Beweiskraft des 

orthopädischen ABI-Gutachtens sprechen auch die von Prof. F.___ schlüssig 

dargestellten Mängel (act. G 21, S. 4; etwa ungenügende Auseinandersetzung mit den 

degenerativen Veränderungen der gesamten unteren Lendenwirbelsäule oder 

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unzureichende Befundung der Funktionsmyelographie vom 27. Februar 2009), worauf 

vollumfänglich verwiesen werden kann (vgl. auch nachstehende E. 2.3.2).

2.1.2         Demgegenüber bestehen grundsätzlich keine Anhaltspunkte, die gegen die 

vom psychiatrischen ABI-Gutachter erhobene Feststellung sprechen würden, aus 

psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 68-15). 

Auch die Beschwerdeführerin bringt dagegen keine Einwände vor.

2.2   Was das im Auftrag des Unfallversicherers in Auftrag gegebene AEH-Gutachten 

vom 1. März 2010 (IV-act. 68-27 ff.) anbelangt, so hat Prof. F.___ zutreffend dargelegt, 

dass sich dieses nicht auf eine vollständige Voraktenlage stützt. Insbesondere stand 

den AEH-Experten die Funktionsmyelographie vom 27. Februar 2009 nicht zur 

Verfügung (act. G 21, S. 4, oben), zumindest wird es unter dem Titel "Röntgenbefunde" 

nicht aufgeführt (IV-act. 68-34). Gegen die Beweistauglichkeit des AEH-Gutachtens 

spricht ferner, dass keine bildgebenden Untersuchungen vorgenommen wurden (vgl. 

zu deren Notwendigkeit für den vorliegenden Fall vorstehende E. 2.1.1).

2.3   Zu würdigen ist damit noch die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Prof. F.___ vom 

23. Dezember 2013 (act. G 21).

2.3.1         Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass Prof. F.___ aufgrund seiner Beteiligung 

an der UV-Gerichtsbegutachtung umfassend Kenntnis von den vollständigen - vor 

allem auch bildgebenden - Vorakten und der Person der Beschwerdeführerin hat (vgl. 

orthopädisches Teilgutachten vom 10. August 2012, Beilage 4, act. G 23). An der 

konsensualen polydisziplinären Besprechung war er beteiligt (Gesamtgutachten vom 

3. Dezember 2012, S. 29, act. G 23). Das Teilgutachten von Prof. F.___ wurde vom 

Versicherungsgericht im unfallversicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren als 

vollumfänglich beweiskräftig erachtet (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 

12. März 2013, UV 2011/100, E. 2.1.6), was vom Bundesgericht bestätigt wurde 

(Entscheid des Bundesgerichts vom 5. September 2013, 8C_,320/2013, E. 3.2). 

Gestützt auf diese umfassenden Kenntnisse nahm Prof. F.___ eine 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vor.

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2.3.2         Zugunsten der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Prof. F.___ spricht weiter, 

dass er sich schlüssig und ausführlich mit den abweichenden Beurteilungen der ABI 

und des AEH auseinandersetzt. Er legte nachvollziehbar dar, dass sich der 

orthopädische ABI-Gutachter stark auf die bilaterale Spondylolyse L5 und das geringe 

Ausmass der Spondylolisthese gegenüber S1, die in der Tat keine funktionelle 

Bedeutung hätten, fokussiert habe. Die "degenerativen Veränderungen der gesamten 

unteren Lendenwirbelsäule" würden im ABI-Gutachten ohne nähere Analyse ihrer Art 

und Bedeutung darauf reduziert, dass sie keine "erkennbare Beeinträchtigung neuraler 

Strukturen" verursachen würden. Eine Translationsinstabilität mit Drehgleiten in einer 

Skoliose bei erosiver Osteochondrose stelle jedoch eine wesentlich bedeutendere 

Pathologie dar als die im Alter der Beschwerdeführerin häufigen einfachen 

Spondylosen und Spondylarthrosen. Die Funktionsmyelographie vom 27. Februar 2009 

werde vom orthopädischen ABI-Gutachter lediglich im Hinblick auf die neuralen 

Strukturen befundet. Eine Bildanalyse hinsichtlich Wirbelgleiten L3/4 erfolge nicht. Das 

spätere MRI vom 10. Mai 2011 bestätige mit der aktivierten Signalgebung im Segment 

L3/4 die damals schon anzunehmende Translationsinstabilität, die sich in den 

Funktionsaufnahmen 2012 noch deutlicher darstelle. Die Beschwerdeführerin habe 

gegenüber dem orthopädischen ABI-Gutachter in erster Linie über Kreuzbein-/

Steissbeinschmerzen geklagt, was er (Prof. F.___) im Rahmen ihrer mehrfach 

festgestellten Verdeutlichungstendenz dem Bemühen zuschreibe, einen 

Unfallzusammenhang mit dem Treppensturz auf das Gesäss sichtbar zu machen. Es 

seien jedoch nach Aktenverlauf daneben immer wieder Schmerzen in Projektion auf die 

Ileosakralgelenke, gluteale und lumbale Schmerzen sowie Schmerzausstrahlungen in 

die Beine, teils als pseudoradikulär, teils als Wurzelreizsyndrom eingestuft, 

dokumentiert. Die jeweils angeführten Beschwerden seien durch die degenerativen 

Veränderungen der Lendenwirbelsäule erklärt, für die mehrfach und unabhängig 

voneinander eine ausgedehnte Operationsbedürftigkeit vorausgesehen worden sei (act. 

G 21, S. 3; zur Auseinandersetzung mit dem AEH-Gutachten siehe act. G 21, S. 2 f.).

2.3.3         Prof. F.___ führte nachvollziehbar aus, dass ein degeneratives organisches 

Leiden vorliegt, das unbeachtlich subjektiver Symptompräsentation objektiv zu einer 

mechanisch bedingten Einschränkung der zumutbaren Lendenwirbelsäulen-

Beanspruchung führt, das eine inhärente Tendenz zu langsamer Verschlechterung aus 

eigener Dynamik aufweise und das bildgebend belegt sei (act. G 21, S. 2). In einer 

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leidensangepassten Tätigkeit hält er die Beschwerdeführerin - entgegen ihrer davon 

abweichenden Selbstüberzeugung - medizinisch-theoretisch für teilweise arbeitsfähig. 

Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei sowohl zeitlich als auch leistungsmässig 

bedingt. Die zeitliche Einschränkung wegen vermehrter Pausen schätze er auf 20%; in 

der restlichen Arbeitszeit sei jedoch die erbringbare Leistung auch in angepasster 

Tätigkeit erheblich vermindert, weil Bewegungen im instabilen Segment L3/4 nicht 

vermeidbar seien und Anlass zum Innehalten geben sowie alle Tätigkeiten 

verlangsamen, und weil die beschwerdearme Sitzdauer und Stehdauer mit jeweils ca. 

15 Minuten auch für wechselbelastende Tätigkeiten so kurz seien, dass eine ständige 

Unterbrechung des Arbeitsflusses resultiere. Die Leistungsminderung in der zeitlichen 

80%igen Tätigkeit schätze er auf 40%. Aus der Kombination resultiere eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 21, S. 3). Diese Beurteilung erfolgte explizit unabhängig vom 

Beschwerdepräsentationsverhalten der Beschwerdeführerin gestützt auf die 

objektivierten strukturellen Befunde an der LWS zum Zeitpunkt der angefochtenen 

Verfügung (act. G 21, S. 5).

2.3.4         Vor diesem Hintergrund besteht kein Anlass, von der von Prof. F.___ vor­

genommenen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vom 23. Dezember 2013 abzuweichen, 

zumal diese auch von den Parteien nicht in Frage gestellt wird.

3.    

Ausgehend von der von Prof. F.___ bescheinigten 50%igen Arbeitsfähigkeit ist der 

Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin gestützt auf einen Einkommensvergleich zu 

bestimmen.

3.1   Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass ihr die Verwertung 

der Restarbeitsfähigkeit nicht zugemutet werden könne (act. G 24, S. 2).

3.1.1         Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. 

Insbesondere kann von einer verwertbaren Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen 

werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass 

sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 

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realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als 

ausgeschlossen erscheint. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und 

abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in 

wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote 

und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare 

und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE 134 V 71 E. 4.2.1 mit Hinweis). Die 

wirtschaftliche Verwertbarkeit der noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit auf dem als 

ausgeglichen gedachten Arbeitsmarkt bedeutet eine Einschätzung der Chancen der 

versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich 

Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem 

durchschnittlichen Arbeitgeber noch angestellt zu werden. Es geht dabei um die 

konkrete Beurteilung der für die versicherte Person realistischerweise noch 

vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchancen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2; vgl. auch Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).

3.1.2         Eine leidensangepasste Tätigkeit umschrieb Prof. F.___ wie folgt: leichte 

wechselbelastende Tätigkeiten, die kein Heben, Bewegen oder Tragen von Gewichten 

über 5 kg, kein repetitives Vorneigen, Bücken oder Drehen des Rumpfes, keine 

Arbeiten über Schulterhöhe, keine Vibrationen und kein Einhalten von 

Zwangspositionen enthalten und die eine möglichst freie Wahl der Körperhaltungen 

erlauben (act. G 21, S. 3).

3.1.3         Vorliegend ist nicht davon auszugehen, dass der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt keine Stelle für die Beschwerdeführerin offenhält. Zu berücksichtigen ist 

zunächst, dass die Beschwerdeführerin durchaus auch noch für sie ungünstige 

Rumpfbewegungen ausführen kann und diese lediglich im Rahmen repetitiver 

Vorgänge nicht mehr zumutbar sind. Tätigkeiten mit freier Wahl der Körperhaltung 

dürften darüber hinaus gerade bei leichten wechselbelastenden Arbeiten keine 

wesentliche Einschränkung begründen. Daran vermag die davon abweichende 

Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, zumal auch ihr Alter 

(geboren 19__) einer realistischen Verwertbarkeit nicht entgegensteht. Ins Gewicht fällt 

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weiter, dass gerade auch in der Umschreibung der quantitativen Arbeitsfähigkeit den 

eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin umfassend 

Rechnung getragen wird (act. G 21, S. 3). Obschon eine leidensangepasste Tätigkeit 

erhebliche Anforderungen an einen Arbeitsplatz stellt, besteht insgesamt nach dem 

Gesagten kein Anlass, die Zumutbarkeit der Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt und damit jegliche zumutbare Erwerbsmöglichkeit zu verneinen.

3.2   Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine ver­

sicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend 

für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen 

Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns (vor­

liegend 1. November 2008, vgl. vorstehende E. 1.1) verdient hätte. Bei der Bestimmung 

dieses zuletzt erzielten Einkommens sind sämtliche Erwerbseinkommen (auch etwa 

Nebeneinkünfte) oder regelmässig geleistete Überstunden, für die eine AHV-

Beitragspflicht besteht, zu berücksichtigen. Es kann bei der Ermittlung des 

hypothetischen Valideneinkommens aber nur relevant sein, was grundsätzlich zum 

massgebenden Lohn gemäss des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) zu zählen wäre (Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_465/2009, E. 2.1). Angesichts dessen, dass 

die Beschwerdeführerin seit dem Sturz vom 8. November 2007 arbeitsunfähig gewesen 

ist und sie im Rahmen ihrer bisherigen Tätigkeit regelmässige, monatlich schwankende 

Lohnzulagen erhielt ("Samstag-Sonntag Zulage"), die sie gesundheitsbedingt im 

November 2007 wohl nur teilweise und im Dezember 2007 gar nicht mehr zu erzielen 

vermochte (IV-act. 16-10), rechtfertigt es sich, zur Bestimmung des 

Valideneinkommens auf den im Jahr 2006 erzielten Verdienst von Fr. 51'717.60 

abzustellen (IV-act. 16-13). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (2007: 

+ 1,5%; 2008: + 1,8%) resultiert für das Jahr 2008 ein Valideneinkommen von 

Fr. 53'438.--.

3.3   Da die Beschwerdeführerin kein Erwerbseinkommen mehr erzielt, sind 

rechtsprechungsgemäss die LSE-Tabellenlöhne als Grundlage für die Bestimmung des 

Invalideneinkommens heranzuziehen (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1). Der einschlägige 

statistische Jahreslohn für Tätigkeiten des Anforderungsniveaus 4, Frauen, beträgt für 

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das Jahr 2008 Fr. 51'368.-- (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe 

der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2012).

3.3.1         Zu klären bleibt damit noch die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem 

Umfang ein Tabellenlohnabzug bei der Bestimmung des Invalideneinkommens 

gerechtfertigt erscheint.

3.3.2         Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 

weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).

3.3.3         Die Beschwerdegegnerin anerkannte in der Beschwerdeantwort vom 

27. September 2011 einen 10%igen Abzug, da die Beschwerdeführerin nur noch 

körperlich leichte Hilfstätigkeiten ausführen könne (act. G 5, Rz 4). Mit Blick darauf, 

dass Prof. F.___ die qualitativen Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit in 

der nach der Beschwerdeantwort ergangenen Stellungnahme vom 23. Dezember 2013 

(act. G 21, S. 3; vgl. vorstehende E. 3.1.2) erheblich einschränkender als noch die ABI-

Gutachter (worin unter anderem die Hebe- und Traglimite noch auf 10 kg geschätzt 

wurde, vgl. hierzu IV-act. 68-24) formulierte, erscheint ein Abzug von insgesamt 15% 

den Umständen angemessen. Weitere Gesichtspunkte, die eine zusätzliche Erhöhung 

des Abzugs zu rechtfertigen vermöchten, sind nicht ersichtlich.

3.3.4         Unter Berücksichtigung einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit sowie eines 

15%igen Tabellenlohnabzugs resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 21'831.-- 

(Fr. 51'368.-- x 0.5 x 0.85).

3.4   Bei einem Valideneinkommen von Fr. 53'438.-- und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 21'831.-- ergeben sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 31'607.-- (Fr. 53'438.-- -

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 Fr. 21'831.--) und ein Invaliditätsgrad von 59,15% ([Fr. 31'607.-- / Fr. 53'438.--] x 100) 

bzw. abgerundet 59% (zu den Rundungsregeln siehe BGE 130 V 121 ff.). Damit hat die 

Beschwerdeführerin ab 1. November 2008 (vgl. vorstehende E. 1.1) Anspruch auf eine 

halbe Rente.

4.     

4.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 12. August 2011 in Aufhebung der 

Verfügung vom 15. Juni 2011 gutzuheissen und der Beschwerdeführerin mit Wirkung 

ab 1. November 2008 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der 

Rentenleistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- 

erscheint unter Berücksichtigung der zusätzlichen Beweisvorkehr (Stellungnahme von 

Prof. F.___ vom 23. Dezember 2013, act. G 21) und der damit verbundenen 

Verfahrensaufwände als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss 

die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- zu bezahlen. Die im Beschwerdeverfahren 

entstandenen medizinischen Abklärungskosten von Fr. 4'000.-- (act. G 21.1) sind von 

der Beschwerdegegnerin zu tragen. Denn die entsprechenden Kosten wurden durch 

die diesbezüglich unzureichenden medizinischen Abklärungen im Verwaltungsverfahren 

verursacht. Mit Blick auf die Untersuchungspflicht der Verwaltung ist dieser Mangel 

dem Risikobereich der IV-Stelle zuzuschreiben (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 

2. Aufl., Zürich 2009, N 12 zu Art. 45, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).

4.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote 

verzichtet. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint 

bis

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eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer). Die Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G 10) erübrigt sich.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In Gutheissung der Beschwerde vom 12. August 2011 wird die Verfügung vom 

15. Juni 2011 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. November 

2008 eine halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenleistungen wird die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.    Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- und die im 

Gerichtsverfahren angefallenen Expertenkosten von Fr. 4'000.-- zu bezahlen

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2014
	Art. 28 IVG. Anspruch auf eine Rente. Würdigung medizinische Berichte. Höhe Tabellenlohnabzug. Anspruch auf ein halbe Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2014, IV 2011/231).

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