# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e59f56e1-e876-5478-8982-9bd73b048b5c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.07.2020 D-3614/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3614-2018_2020-07-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3614/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 17. Mai 2018 / N (…). 

 

 

 

D-3614/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am 

3. Oktober 2015 und gelangte über Saudi-Arabien, Jordanien und weitere 

ihm unbekannte Länder am 24. Oktober 2015 in die Schweiz, wo er am 

27. Oktober 2015 ein Asylgesuch stellte. Am 10. November 2015 wurde er 

summarisch befragt und am 1. September 2016 einlässlich sowie am 

20. April 2018 ergänzend angehört. 

Zur Begründung gab er dabei im Wesentlichen an, sein Vater sei im Jahr 

2007 aufgrund seines Engagements für die Tamil National Alliance (TNA) 

für ein Jahr inhaftiert und misshandelt worden. Sein Bruder, der in einem 

Geschäft für (…) gearbeitet habe, habe einem Cousin von ihnen auf des-

sen Verlangen hin immer wieder (…) gegeben, die auf den Namen des 

Bruders gelautet hätten. Später hätten sie erfahren, dass ihr Cousin bei 

den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen sei. Nachdem dieser 

verdächtigt worden sei, ein leitendes Mitglied der People's Liberation Or-

ganisation of Tamil Eelam (PLOTE) erschossen zu haben, und unterge-

taucht sei, sei sein Bruder im Jahr 2008 immer wieder befragt und schliess-

lich einen Monat beziehungsweise vierzehn Tage lang festgehalten und 

gefoltert worden. Gegen Bezahlung sei er wieder freigelassen worden. 

Weil ihr Cousin nicht mehr aufgetaucht sei, sei sein Bruder schliesslich 

Ende des Jahres 2009 ausgereist. Nach der Ausreise seines Bruders seien 

die Sicherheitskräfte ständig zu ihnen nach Hause gekommen und hätten 

ihn nach seinem älteren Bruder und dem Cousin gefragt. Sie hätten seiner 

Mutter gesagt, wenn sie ihn mitnehmen würden, würde sich sein älterer 

Bruder melden. Als seine Mutter das habe verhindern wollen, sei sie mit 

einem Eisenstock geschlagen worden. Sie hätten gesagt, sie würden am 

nächsten Tag wiederkommen, dann müsse sein älterer Bruder zu Hause 

sein. Danach habe er ein Jahr im Joseph-Camp Unterschrift leisten müs-

sen. Im Jahr 2010 sei sein Cousin nach Sri Lanka zurückgekommen. Kurz 

nach seiner Einreise sei er einen Monat inhaftiert worden und nach der 

Entlassung an den Folgen der erlittenen Misshandlungen gestorben. Die 

Besuche der Beamten (beim Beschwerdeführer) seien danach unverän-

dert weitergegangen. Aus diesem Grund habe er sich nachts bei einem 

Freund aufgehalten. Die ältere Schwester seines Freundes sei wie eine 

Schwester für ihn gewesen. Sie habe als Zeitungsreporterin und seit dem 

Jahr 2009 bei der Human Rights Commission (HRC) gearbeitet. Sie habe 

über die Probleme der Tamilen und über Vergewaltigungen von tamilischen 

Frauen geschrieben. Deswegen habe sie Drohanrufe erhalten. Am (…) 

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Seite 3 

2014 sei sie tot in einem Weiher aufgefunden worden. Weil sie Spuren von 

Misshandlung am Körper gehabt habe, sei er mit seinem Freund und ihrem 

Vater nach der Beerdigung zur Polizei gegangen, um Anzeige zu erstatten. 

Sie seien auf dem Polizeiposten beschimpft und davongejagt worden. Da-

raufhin hätten sie bei der HRC eine Anzeige gemacht. Am (…) 2014 seien 

sie bei seinem Freund zu Hause mitgenommen und eine Woche im Jo-

seph-Camp inhaftiert worden, wo sie schwer misshandelt worden seien. 

Gegen Bezahlung seines Vaters seien sie wieder freigekommen. Als sein 

Freund gehört habe, dass seine Schwester schwanger gewesen sei, als 

sie gestorben sei, habe er trotz ihrer Probleme ein Verfahren beim High 

Court anstreben wollen. Er (der Beschwerdeführer) habe sich aber gewei-

gert, da mitzumachen. Im (…) 2014 habe ein Gerichtstermin angestanden. 

Im (…) 2014 seien unbekannte Personen zuerst beim Haus seines Freun-

des und dann bei ihm erschienen. Sein Vater habe gesagt, dass er nicht 

zu Hause sei. Derweil sei er durch den Hinterausgang des Hauses geflüch-

tet und habe sich mit seinem Freund drei Monate bei dessen Grossmutter 

versteckt. Danach seien sie wieder zurückgekehrt. Nachdem wieder Leute 

mit einem weissen Van beim Haus seines Freundes aufgetaucht seien, sei 

dieser, ohne ihm etwas zu sagen, untergetaucht. Daraufhin sei er (der Be-

schwerdeführer) zu seinem Onkel nach Colombo gegangen. Unbekannte 

Personen hätten weiter bei ihm zu Hause nach ihm gefragt. Nachdem er 

erfahren habe, dass sein Freund nach Kanada geflüchtet sei, sei er eben-

falls ausgereist. Nach seiner Ausreise sei er weiterhin gesucht worden. 

Zur Stützung seines Gesuches reichte der Beschwerdeführer unter ande-

rem diverse Dokumente bezüglich der ermordeten Freundin zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 17. Mai 2018 – eröffnet am 22. Mai 2018 – lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegwei-

sung sowie den Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 21. Juni 2018 erhob der Beschwerdeführer – handelnd 

durch seinen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde. Darin beantragte er, es seien das Spruch-

gremium und dessen zufällige Auswahl sowie andernfalls die konkreten 

objektiven Auswahlkriterien bekannt zu geben. Weiter sei ihm Einsicht in 

die Akten seines Bruders (N […]) zu gewähren, sämtliche nicht öffentlich 

zugänglichen Quellen des Lagebildes des SEM vom 16. August 2016 zu 

Sri Lanka offen zu legen und eine angemessene Frist zur Einreichung einer 

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Seite 4 

Beschwerdeergänzung anzusetzen. Ferner sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Als 

Eventualbegehren beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung und die Gewährung von Asyl unter Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft sowie die Feststellung der Unzulässigkeit oder zumindest der Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. 

Zur Stützung seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer zahlreiche 

Beweismittel zur Lage in Sri Lanka und zu seiner ermordeten Freundin zu 

den Akten. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2018 stellte die Instruktionsrichterin 

fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Gleichzeitig verzichtete sie auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses und gab den Spruchkörper bekannt. Auf den Antrag auf 

Bestätigung der zufälligen Zusammensetzung des Spruchkörpers wurde 

nicht eingetreten. Das Gesuch um Offenlegung sämtlicher nicht öffentlicher 

Quellen zur SEM-Publikation wurde abgewiesen. Die Akten wurden dem 

SEM zur Behandlung des Gesuchs um Einsicht in die Asylakten des Bru-

ders übermittelt. 

E.  

Mit Ergänzung vom 2. Juli 2018 machte der Beschwerdeführer weitere 

Ausführungen zu den gestellten Anträgen. 

F.  

Mit Verfügung vom 5. Juli 2018 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer 

teilweise Einsicht in die Akten seines Bruders. 

G.  

In seiner Vernehmlassung vom 11. Juli 2018 hielt das SEM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. 

H.  

Mit Eingaben vom 13. Juli 2018 ans SEM und ans Bundesverwaltungsge-

richt monierte der Beschwerdeführer, das SEM habe ihm mit Verfügung 

vom 5. Juli 2018 nur teilweise Einsicht in die Akten seines Bruders gewährt. 

Entsprechend verlangte er die vollständige Akteneinsicht. 

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Seite 5 

I.  

Mit Verfügung vom 17. Juli 2018 gewährte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer vollständige Einsicht in die Asylakten seines Bruders. 

J.  

Mit Eingabe vom 4. September 2018 nahm der Beschwerdeführer zu den 

Asylakten seines Bruders Stellung. 

K.  

Mit Replik vom 21. September 2018 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-

nehmlassung des SEM Stellung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist, vorbehältlich nachfolgender Einschränkungen, einzutreten. 

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Seite 6 

2.  

In Anbetracht nachfolgender Erwägungen muss auf die formellen Anträge 

und Rügen des Beschwerdeführers, soweit diese nicht ohnehin bereits im 

Instruktionsverfahren abschliessend behandelt wurden, nicht weiter einge-

gangen werden. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen 

aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft. So wür-

den seine Angaben zeitlich nicht aufgehen. Folge man seinen zeitlichen 

Angaben, wonach er nach der Haftentlassung noch drei oder dreieinhalb 

Monate zu Hause geblieben sei, so ergebe sich daraus, dass er spätestens 

Mitte (…) 2014 nach B._______ geflohen wäre und nicht, wie er im Hinblick 

auf den Gerichtstermin angeführt habe, erst im (…) 2014. Addiere man nun 

zu diesem Datum ([…] 2014) jene drei Monate Aufenthaltsdauer in 

B._______, die er mehrfach genannt habe, wäre er effektiv erst frühestens 

im (…) 2015 nach Colombo gegangen. Durch derartig schwerwiegende in-

haltliche und zeitliche Widersprüche ergäben sich erste Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen insgesamt. Weitere Widersprüche ergä-

ben sich bezüglich seiner Aussagen zur Freilassung aus dem Joseph 

Camp. An der Befragung habe er angegeben, sein Vater habe diese durch 

seine Kontakte und eine Geldzahlung erwirken können. An der Anhörung 

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habe er im Gegensatz dazu vorgebracht, seine Eltern hätten eine Anzeige 

auf dem Polizeiposten gemacht. Und anlässlich der ergänzenden Anhö-

rung habe er zusätzlich angeführt, nicht zu wissen, wie die Polizisten beim 

Joseph Camp zu seinen Gunsten interveniert hätten. Beim diesbezügli-

chen Erklärungsversuch, wonach er erst nach der Entlassung erfahren 

habe, dass seine Eltern den Polizisten Geld bezahlt hätten, handle es sich 

um eine Anpassung des Sachverhaltes, welche zurückzuweisen sei. Wei-

ter habe er an der Befragung im Zusammenhang mit der Anzeigeerstattung 

nach dem Tod seiner Freundin einen Obduktionsbericht erwähnt, woraus 

ersichtlich geworden sei, dass sie Spuren von Folter am Körper gehabt 

habe. An der Anhörung habe er diesen nicht erwähnt und angegeben, nicht 

zu wissen, was ein Obduktionsbericht sei. Vielmehr habe er aufgrund von 

Kratzspuren im Hals- und Brustbereich sowie der zerrissenen Kleidung, die 

er bei der Toten gesehen habe, auf die Todesursache geschlossen. Im 

Rahmen des rechtlichen Gehörs habe er diese Aussage erneut geändert, 

indem er nun geäussert habe, es habe zwar eine Autopsie gegeben, doch 

sei er nicht in der Nähe geblieben, weil das nicht erlaubt sei. Auch hinsicht-

lich seiner Ausreise hätten sich seine Aussagen in der Abfolge und bezüg-

lich der Anzahl Flüge widersprochen. Als er an der ergänzenden Anhörung 

auf die abweichenden Aussagen angesprochen worden sei, habe er er-

klärt, er könne sich nicht mehr genau an seine Reiseroute erinnern, weil es 

schon länger her sei und er aufgeregt gewesen sei. Dies erkläre indessen 

nicht, dass ihm auch grundlegende Informationen dieser Reise entfallen 

sein sollten, wie beispielsweise die Anzahl Flüge oder die verschiedenen 

Flughäfen respektive Länder.  

Hinzu komme, dass sein Bruder im Rahmen seiner Anhörung vom 8. August 

2014 Aussagen über seine Situation in Sri Lanka gemacht habe, die in kla-

rem Widerspruch zu seinen eigenen Angaben stünden. So habe sein Bru-

der berichtet, er (der Beschwerdeführer) sei wegen der Ausreise des Bru-

ders im Jahr 2011 während vier Tagen in Polizeigewahrsam genommen 

und befragt worden. Als seine Familie daraufhin bei der HRC Anzeige er-

stattet habe, habe er keine Probleme mehr in Sri Lanka gehabt. Sein Bru-

der habe hingegen mit keinem Wort erwähnt, dass er kurz vor seiner An-

hörung, nämlich im (…) 2014, zwei Wochen lang im gleichen Camp wie er 

seinerzeit inhaftiert und gefoltert worden sei. Ferner habe er (der Be-

schwerdeführer) an der Anhörung dargelegt, sein Vater sei nie im Ausland 

gewesen. Er habe sich aber nach der Entlassung aus der Haft wenigstens 

ein Jahr lang versteckt gehalten. Sein Bruder habe hingegen geäussert, 

der Vater habe sich von 2008 bis 2010 in Indien aufgehalten. Schliesslich 

habe er (der Beschwerdeführer) dargelegt, sich vor Januar 2015 nie für 

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längere Zeit in Colombo aufgehalten zu haben, ebenso wenig seine Eltern. 

Demgegenüber habe sein Bruder vorgebracht, dass er sich zum Zeitpunkt 

seiner Anhörung seit etwa drei Monaten mit seinen Eltern in Colombo auf-

halte. Auf diese Widersprüche angesprochen, habe er die Aussagen seines 

Bruders als unkorrekt zurückgewiesen. Diese Behauptung sei als offen-

sichtlich unwahr zurückzuweisen, denn sein Bruder sei anlässlich seiner 

Anhörung vom August 2014 direkt auf ihn und seine allfälligen Probleme in 

Sri Lanka angesprochen worden. Es sei auch nicht einzusehen, weshalb 

sein Bruder seine Probleme explizit hätte verneinen sollen, hätte dies sein 

eigenes Asylgesuch doch beträchtlich gestützt, wenn er hätte glaubhaft 

machen können, dass er bis zu seiner Ausreise im Oktober 2015 seinet-

wegen unentwegt Probleme gehabt habe. Sein Einwand, wonach die Fa-

milie dem Bruder nichts von den Problemen mitgeteilt habe, damit er sich 

keine Sorgen mache, sei daher als haltlos zurückzuweisen. Weiter habe er 

geschildert, dass sein Bruder wegen des Erwerbs von (…) für ihren Cousin 

Probleme mit den Behörden erhalten habe. Sein Bruder habe dies jedoch 

nicht berichtet und vielmehr angegeben, dank der Kontakte des Inhabers 

dieses (…)ladens aus der Haft entlassen worden zu sein. Da demzufolge 

der von ihm genannte Ausreisegrund seinen Bruder betreffend nicht glaub-

haft sei, sei logischerweise auch auszuschliessen, dass ihn die sri-lanki-

schen Behörden deswegen über Jahre hin hätten verfolgen sollen. Ange-

sichts seines damaligen jungen Alters müsse den sri-lankischen Behörden 

zudem klar gewesen sein, dass er nicht über jene Art Kenntnisse verfüge, 

die für sie wertvoll gewesen sein könnten.  

Es sei ihm im Rahmen der ergänzenden Anhörung zudem nicht gelungen, 

eine Verbindung zwischen dem Tod seiner Freundin und den geltend ge-

machten Verfolgungsmassnahmen gegen ihn herzustellen. Er habe keine 

Gründe zu benennen vermocht, weshalb die Behörden hätten unterdrü-

cken sollen, dass sie nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen sei 

und in den Zeitungen nicht darüber berichtet worden sei. Er habe lediglich 

vage angeführt, dass es sonst Probleme in der Umgebung gegeben hätte. 

Während das Ableben seiner Freundin selbst nicht anzuzweifeln sei, so 

seien die Verfolgungsmassnahmen, die er aus diesem Ereignis ableite, 

nicht nachzuvollziehen. Der Todesfall sei von den Behörden vielmehr ge-

setzeskonform behandelt worden, wie aus der von ihm als Beweismittel 

eingereichten Kopie der Todesurkunde implizit hervorgehe. Zudem ent-

behre es jeglicher Logik, dass er, ohne ein Familienmitglied zu sein, ledig-

lich aufgrund der Begleitung zur Anzeigeerstattung in den Fokus der Be-

hörden geraten sei. Auch sein eigenes Verhalten spreche gegen die gel-

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Seite 9 

tend gemachten Verfolgungsmassnahmen, habe er sich doch gemäss sei-

nen Aussagen im Januar 2015 nicht mit der Absicht nach Colombo bege-

ben, ausreisen zu wollen. Trotz andauernder Verfolgungsmassnahmen von 

Januar 2015 bis Oktober 2015 habe er sich weiterhin im Land aufgehalten, 

was Probleme bei der Finanzierung der Ausreise nicht zu erklären ver-

möchten. So habe er zahlreiche Verwandte im Ausland. Auch sein Bruder 

lebe in der Schweiz, unterstütze die Familie seit Jahren und habe einen 

Teil der Ausreisekosten beglichen. 

4.2 Der Beschwerdeführer hielt den Ausführungen des SEM entgegen, er 

habe zahlreiche Beweismittel zum politischen Hintergrund seiner Freundin, 

seiner engen persönlichen Beziehung zu dieser Person und deren Tod bei-

gebracht. Anstatt diese zu würdigen, nehme das SEM eine unbehelfliche 

Glaubhaftigkeitsprüfung vor. Das SEM verkenne somit die Relevanz und 

die Bedeutung der eingereichten Beweismittel. Diese würden nämlich die 

Glaubhaftigkeit seiner gesamten Aussagen erhöhen. Weiter habe er durch-

aus eine Verbindung zwischen dem Tod seiner Freundin und den geltend 

gemachten Verfolgungsmassnahmen durch die sri-lankischen Behörden 

benennen können, indem er aufgezeigt habe, dass er aufgrund der Leiche 

seiner Freundin, die er als Zeuge gesehen habe, davon ausgegangen sei, 

dass diese Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sei. Seine Freundin 

habe sich regimekritisch engagiert und deswegen kurz vor ihrer Ermordung 

anonyme Drohanrufe erhalten. Nach der versuchten Anzeigeerstattung 

seien sie von den sri-lankischen Sicherheitskräften inhaftiert und nach ihrer 

Freilassung weiter behördlichen verfolgt worden. Die sri-lankischen Behör-

den hätten alles darangesetzt, um deren Todesursache – oder eben deren 

extralegale Liquidierung – zu vertuschen. Deshalb sei es auch logisch, 

dass er als Zeuge in den Fokus der Behörden geraten sei. Warum ihn als 

familiärer Angehöriger das behördliche Verfolgungsinteresse mehr getrof-

fen hätte, bleibe fraglich. Schliesslich vermöchten auch die Ausführungen 

des SEM bezüglich des längeren Aufenthaltes in Colombo nicht zu über-

zeugen. Er habe sich dort bei seinem Onkel versteckt gehalten. Es handle 

sich um das grösstenteils gewählte Vorgehen tamilischer Flüchtlinge, sich 

zuerst in ein Versteck ins vermeintlich sichere Colombo abzusetzen, um 

von dort aus die weitere Flucht ins Ausland zu planen. Mit dem Bruder sei-

ner Freundin, der sich in Kanada aufhalte, bestehe zudem ein Zeuge für 

seine Asylvorbringen. 

Nach Einsicht in die Asylakten seines Bruders hielt der Beschwerdeführer 

in seiner Beschwerdeergänzung fest, es werde nicht bestritten, dass tat-

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Seite 10 

sächlich Ungereimtheiten bestünden. Dazu müsse aber festgehalten wer-

den, dass er mit seinem Bruder, seit dieser Sri Lanka im Jahr 2009 verlas-

sen habe, nur noch in sporadischem Kontakt gestanden habe. Die weiteren 

Vorkommnisse in Sri Lanka habe dieser nur von Drittpersonen respektive 

vom Hörensagen erfahren. Sri-lankische Familien würden ihre Verwandten 

im Ausland nicht regelmässig über alle Ereignisse in Sri-Lanka informieren, 

um diesen keine Sorgen zu bereiten und sie zu schützen. Zwischen der 

letzten Anhörung seines Bruders am 8. August 2014 und seiner eigenen 

am 20. April 2018 seien rund vier Jahre vergangen. Schliesslich sei er wäh-

rend den fluchtauslösenden Ereignissen betreffend seinen Bruder noch ein 

Kind gewesen. Es sei unter diesen Voraussetzungen klar, dass hier ent-

sprechende Abweichungen bestünden. Für den vorliegenden Fall relevant 

wäre bei einer korrekten Prüfung aber lediglich, dass er und sein Bruder 

dasselbe Risikoprofil aufwiesen, nämlich eine asylrelevante Reflexverfol-

gung in Sri Lanka, aufgrund ihrer familiären Verbindungen zu den LTTE. 

Die Erkenntnisse aus dem Asylverfahren des Bruders seien als Auskünfte 

einer Drittperson im Sinne von Art 12 lit. c VwVG zu würdigen. Eine Glaub-

haftigkeitsprüfung, wie das SEM sie vornehme, habe hier keinen Platz. 

4.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM fest, dem Beschwerdeführer 

sei es nicht gelungen, eine Verfolgung in Sri Lanka aufgrund der geltend 

gemachten LTTE-Nähe seiner Familie glaubhaft zu machen. Daran ändere 

auch der Umstand nichts, dass sein Bruder anerkannter Flüchtling in der 

Schweiz sei, denn die Prüfung der Glaubhaftigkeit habe sich ausschliess-

lich auf die Person des Beschwerdeführers bezogen. 

4.4 In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer dem entgegen, das SEM 

verkenne vorliegend offensichtlich, dass der Umstand, dass sein Bruder 

als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebe, relevant für die Glaubhaf-

tigkeitsprüfung sei. Der Argumentation des SEM, wonach sich die Prüfung 

der Glaubhaftigkeit ausschliesslich auf seine Person beziehe, könne nicht 

gefolgt werden. Schliesslich könne eine Person, insbesondere ein Bruder, 

der wie in diesem Fall auch aufgrund familiärer LTTE-Verbindungen Asyl 

erhalten habe, die asylrelevante Reflexverfolgung gegen ihn nicht nur 

glaubhaft machen, sondern auch das Verfolgungsinteresse an ihm bele-

gen. Nicht zu ignorieren sei auch der Umstand, dass der jetzige Aufenthalt 

am selben Ort wie der geflüchtete Bruder ein zusätzliches Verdachtsmo-

ment in den Augen der Sicherheitsbehörden darstelle. Überdies handle es 

sich beim Aufenthaltsort um die Schweiz, also einen Hort des tamilischen 

Separatismus. 

D-3614/2018 

Seite 11 

5.  

5.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt durch-

aus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Be-

schwerdeführers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamt-

beurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen 

Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche 

Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller bzw. die Ge-

suchstellerin sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn 

die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es 

demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber 

in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Um-

stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

5.2 Das Gericht kommt vorliegend zum Schluss, dass das SEM vorliegend 

zu Unrecht davon ausgegangen ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers 

würden die oben genannten Anforderungen an die Glaubhaftmachung 

nicht erfüllen.  

5.2.1 Zunächst ist auf die sehr ausführliche und überaus detaillierte Erzähl-

weise des Beschwerdeführers bereits an der Befragung und auch an der 

Anhörung hinzuweisen. Fragen beantwortete er meist kohärent und gedul-

dig. Auch entstandene Widersprüche verstand er, wie nachfolgend darge-

legt, grösstenteils aufzulösen. Auffallend ist vorliegend insbesondere, dass 

der Beschwerdeführer dreimal in einem Zeitabstand von zweieinhalb Jah-

ren sehr ausführlich angehört beziehungsweise befragt wurde und dabei in 

der Lage war, seine Aussagen grossmehrheitlich übereinstimmend zu wie-

derholen. Auch in Bezug auf die Vorbringen seines Bruders, der zwei Jahre 

zuvor in die Schweiz gekommen war, fielen die Aussagen grossmehrheit-

lich übereinstimmend aus. Auf die vom SEM geltend gemachten Wider-

sprüche ist nachfolgend einzugehen. In der Beschwerde wird richtig aus-

geführt, dass der Umstand, dass der Bruder des Beschwerdeführers in der 

Schweiz Asyl erhalten hat, für die Glaubhaftigkeitsprüfung vorliegend rele-

vant ist, zumal die Verfolgungsgeschichte zum Teil deckungsgleich ist. Der 

Hinweis des SEM auf die Einzelfallprüfung geht hier fehl. Zu beachten gilt 

es überdies, dass es sich bei den Vorbringen des Beschwerdeführers um 

eine sehr differenzierte Geschichte mit etlichen beteiligten Personen han-

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Seite 12 

delt, die nicht einfach von zwei Personen im Abstand von vier Jahren kon-

gruent wiederzugeben wäre, wäre sie bloss erfunden worden. So wurde 

zuerst der Vater aufgrund seines Engagements für die TNA im Jahr 2007 

in Haft genommen. Anschliessend erhielt sein Bruder aufgrund eines 

Cousins, der eine Verbindung zu den LTTE aufwies, Probleme mit den Be-

hörden und musste schliesslich ausreisen. Daraufhin wurde der Beschwer-

deführer selber belästigt und musste ein Jahr lang Unterschrift leisten. Nach-

dem der Cousin im Jahr 2010 wieder einreiste, wurde dieser verhaftet und 

starb anschliessend an den Folgen der Misshandlungen. Der Beschwerde-

führer besuchte ihn in dieser Zeit oft im Spital. Aufgrund des Todesfalles sei-

ner Freundin, den der Beschwerdeführer zusammen mit dessen Bruder als 

Mord an einer regimekritischen Journalistin aufgeklärt haben wollte, geriet 

der Beschwerdeführer wiederum in den Fokus der Behörden und wurde 

festgenommen. Daraufhin versuchten sie sich zuerst zu verstecken und 

reisten aufgrund der fortgehenden Suche nach ihnen schliesslich aus.  

5.2.2 Im Gegensatz zum SEM stuft das Gericht die Vorbringen des Be-

schwerdeführers denn auch als sehr plausibel ein. Zunächst entspricht es 

dem gängigen Vorgehen sri-lankischer Sicherheitskräfte, untergetauchten 

Personen habhaft zu werden, indem sie Druck auf die Angehörigen ausü-

ben. Auch die Verhaftung anlässlich der Anzeigeerstattung im Zusammen-

hang mit dem Todesfall einer regimekritischen Journalistin passt ins Bild. 

Dass es sich bei deren Vergewaltigung um ein Offizialdelikt handelte, spielt 

für das Gericht hierbei keine Rolle. Der Beschwerdeführer wollte mit deren 

Bruder aufdecken, dass sie vergewaltigt, misshandelt und umgebracht 

wurde. Dies sah er im Zusammenhang mit ihrer Berufstätigkeit als regime-

kritische Journalistin. Dass die sri-lankischen Behörden ein solches Ver-

brechen an einer regimekritischen Journalistin nicht hätten aufklären wol-

len, liegt auf der Hand. Es erscheint deshalb auch logisch, dass sie den 

Beschwerdeführer und den Bruder der Ermordeten einschüchtern wollten. 

Dass der Beschwerdeführer kein Familienmitglied war, vermag als Argu-

ment gegen eine Verfolgung nicht zu überzeugen, zumal er bei der Anzei-

geerstattung beteiligt war und der Familie auch im Übrigen sehr nahestand. 

Auch dass gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers in den Zeitun-

gen nicht über den Todesfall berichtet wurde, spricht für das Gericht nicht 

genügend gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers. Weiter entspricht es durchaus dem Vorgehen von Verfolgten, und ist 

auch im Sinne einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative, sich zuerst im 

Landesinneren beziehungsweise in der Anonymität der Grossstadt Colombo 

zu verstecken und erst auszureisen, wenn kein anderer Weg mehr gese-

hen wird. So begab sich denn auch der Beschwerdeführer zwar nicht mit 

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Seite 13 

dem Plan einer Ausreise nach Colombo, aber dennoch um dort zunächst 

Sicherheit zu suchen.  

5.2.3 Das SEM geht in seiner Verfügung auf diese Zusammenhänge in kei-

ner Weise ein und konzentriert sich vor allem auf nebensächliche Wider-

sprüche. Die in der Verfügung genannten Widersprüche innerhalb der Aus-

sagen des Beschwerdeführers können denn auch nicht als diametral be-

zeichnet werden und lassen sich zum Teil auch auflösen. So lassen sich 

die Angaben des Beschwerdeführers entgegen den Erwägungen des SEM 

zeitlich einordnen. So gab der Beschwerdeführer zwar zunächst an, er sei 

im (…) 2014 nach B._______ gegangen. Anlässlich des rechtlichen Ge-

hörs zu diesem zeitlichen Widerspruch, korrigierte er sich hingegen und 

sagte, dies sei im (…) 2014 gewesen. So lässt sich auch sein Weggang 

nach Colombo im (…) 2015 korrekt zeitlich einordnen. Zudem ist es allge-

mein bekannt, dass es schwierig sein kann, Daten in Stresssituationen, wie 

sie der Beschwerdeführer im Jahr 2014 erlebte, genau zu erinnern und 

wiederzugeben. Bezüglich seiner Aussagen zur Freilassung aus dem Jo-

seph Camp kann das Gericht keine Widersprüche erkennen. So ist es 

durchaus möglich, dass seine Eltern eine Anzeige bei der Polizei machten 

und gleichzeitig eine Geldzahlung leisteten. Logischerweise erfuhr der Be-

schwerdeführer hiervon erst nach seiner Entlassung und weiss nicht ge-

nau, wie die Polizisten zu seinen Gunsten intervenierten. Auch bezüglich 

des Obduktionsberichtes ist kein Widerspruch erkennbar. An der Befra-

gung sagte der Beschwerdeführer aus, sie hätten den Beamten bei der 

Anzeigeerstattung gesagt, aus dem Obduktionsbericht sei ersichtlich ge-

wesen, dass die Ermordete Spuren von Folter am Körper gehabt habe (vgl. 

Akten des SEM A3 S. 9). An der Anhörung gab er an, sie hätten die Kratz- 

und Platzwunden sowie die zerrissenen Kleider gesehen (vgl. A11 F43). 

Offenbar sprach der Beschwerdeführer an der Befragung nicht von einem 

klassischen Obduktionsbericht, wie vom SEM angenommen. So gab er 

denn an der ergänzenden Anhörung auf Nachfrage an, es handle sich hier-

bei um das «death certificat». Daraufhin übersetzte das SEM, dies sei der 

Totenschein, und fragte, ob er denn wisse, was ein Obduktionsbericht sei, 

was er verneinte. Er erklärte, mit dem Obduktionsbericht an der Befragung 

habe er gemeint, dass es eine Autopsie gegeben habe, er aber nicht in der 

Nähe geblieben sei. Gleichzeitig bestätigte er seine Aussagen an der An-

hörung, dass er Spuren von Gewalteinwirkung an der Leiche gesehen 

habe (vgl. A14 F92 ff.). Somit hat er im Rahmen des rechtlichen Gehörs 

nicht seine Aussage geändert, sondern den Widerspruch insofern aufge-

löst, als er keinen Obduktionsbericht im klassischen Sinn gesehen, son-

dern die Male auf dem Körper der Ermordeten gedeutet habe. Hinsichtlich 

D-3614/2018 

Seite 14 

der Widersprüche bezüglich der Ausreise gilt es festzuhalten, dass es sich 

bei der Anzahl Flüge oder den verschiedenen Flughäfen nicht um grundle-

gende Informationen handelt, die Rückschlüsse auf die Fluchtgründe zu-

lassen. So vermag denn auch die Erklärung des Beschwerdeführers an der 

ergänzenden Anhörung im Jahr 2018, mithin zweieinhalb Jahre nach der 

Ausreise, wonach er sich nicht mehr genau an seine Reiseroute erinnern 

könne, sehr wohl zu überzeugen. 

5.2.4 In Zusammenhang mit den Aussagen des Bruders ist zunächst da-

rauf hinzuweisen, dass dieser lange vor dem Beschwerdeführer angehört 

wurde. Die Widersprüche in Bezug auf den Aufenthaltsort des Vaters im 

Jahre 2008 bis 2010 – hierzu gab der Beschwerdeführer immerhin an, der 

Vater habe sich in dieser Zeit, als er selber überdies noch ein Jugendlicher 

war, versteckt gehalten – und den Aufenthalt der Familie in Colombo sind 

denn wiederum auch nicht als diametral zu bezeichnen. Es gilt dabei ins-

besondere zu bedenken, dass der Bruder des Beschwerdeführers zu die-

sem Zeitpunkt bereits seit fünf Jahren ausser Landes war und nur in spo-

radischem Kontakt zu seiner Familie stand. Die Aussagen des Beschwer-

deführers und seines Bruders weichen jedoch insofern diametral voneinan-

der ab, als dass Letzterer aussagte, der Beschwerdeführer sei im Jahr 

2011 wegen ihm vier Tage in Polizeigewahrsam gewesen, die Haft im Jahr 

2014 jedoch nicht erwähnte. Dabei scheint es aber nicht ausgeschlossen, 

dass der Bruder des Beschwerdeführers seine Vorbringen leicht überstei-

gert darzustellen versucht hatte. So sprach der Beschwerdeführer in Bezug 

auf den gleichen Zeitraum nach der Ausreise seines Bruders zumindest 

auch von diversen Besuchen durch die Sicherheitskräfte sowie von gewalt-

samen Mitnahmeversuchen. Die angebliche Festhaltung des Beschwerde-

führers war in der Fluchtgeschichte seines Bruders denn auch nicht zent-

ral, sodass er anlässlich seiner Anhörung nicht detailliert dazu befragt 

wurde. Auch hatte er diese an der Befragung im Oktober 2013 noch nicht 

erwähnt. Dass der Bruder des Beschwerdeführers im August 2014 nichts 

von der Haft des Beschwerdeführers im (…) 2014 wusste, scheint ange-

sichts der eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten über die Ferne nicht aus-

geschlossen. Der Erklärung des Beschwerdeführers, wonach sie den Bru-

der nicht informiert hätten, um diesen nicht zu beunruhigen beziehungs-

weise um ihn zu schützen, kann überdies ebenfalls nicht als haltlos be-

zeichnet werden. Nach dem Gesagten greift auch das Argument des SEM 

nicht, wonach der Bruder die Haft nicht explizit verneint hätte, da diese sein 

Gesuch gestützt hätte. Jedenfalls ist der Widerspruch zu den Aussagen 

des Bruders nicht als derart zu bezeichnen, dass es sich rechtfertigen 

D-3614/2018 

Seite 15 

würde, die Darstellung des Beschwerdeführers deshalb insgesamt als un-

glaubhaft zu bezeichnen. Dass der Beschwerdeführer im Zusammenhang 

mit der Haft seines Bruders den Erwerb von (…) für den Cousin erwähnte, 

steht nicht im Widerspruch zu den Aussagen seines Bruders, dank der 

Kontakte des Inhabers dieses (…)ladens aus der Haft entlassen worden 

zu sein. Es kann demzufolge nicht davon gesprochen werden, dass der 

vom Beschwerdeführer genannte Ausreisegrund seinen Bruder betreffend 

nicht glaubhaft und deshalb logischerweise auch auszuschliessen sei, 

dass ihn die sri-lankischen Behörden deswegen verfolgt hätten, zumal der 

Beschwerdeführer die Umstände der Haft ansonsten identisch zu seinem 

Bruder schilderte. Auch geht das SEM fehl, wenn es ausführt, angesichts 

des damaligen Alters des Beschwerdeführers müsse den sri-lankischen 

Behörden klar gewesen sein, dass er nicht über jene Art Kenntnisse ver-

füge, die für sie wertvoll gewesen sein könnten. Die Behörden wollten keine 

Informationen vom Beschwerdeführer, sondern lediglich Druck ausüben, 

damit dessen Bruder sich melden würde. 

5.3 Nach Abwägung aller Argumente, die für die Glaubhaftigkeit, und denje-

nigen, die dagegensprechen, kommt das Gericht insgesamt zum Schluss, 

dass die Wahrscheinlichkeit, die zu beurteilende Verfolgungsgeschichte 

entspreche in den wesentlichen Punkten den Tatsachen, höher ist, als die 

– wenn auch nicht restlos auszuschliessende – Möglichkeit, sie entspreche 

nicht den Tatsachen. Bei einer Gesamtbeurteilung aller massgeblichen As-

pekte überwiegen die für die Richtigkeit der Asylvorbringen des Beschwer-

deführers sprechenden Elemente gegenüber den von der Vorinstanz zu 

Recht erkannten Unglaubhaftigkeitsindizien. Dem Beschwerdeführer ist es 

demnach gelungen, den zur Begründung seines Asylgesuches vorgetrage-

nen Sachverhalt in den wesentlichen Punkten glaubhaft zu machen. 

6.  

Damit ist im Folgenden davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund der Haft seines Vaters, der Verbindungen zur TNA aufwies, und 

vor allem seines Bruders, dem Verbindungen zu den LTTE unterstellt wur-

den, nach dessen Ausreise immer wieder durch die Sicherheitskräfte auf-

gesucht wurde. Nachdem er im Jahr 2014 den vermuteten Mord an einer 

Freundin, die als regimekritische Journalistin gearbeitet hatte, aufzudecken 

versuchte, wurde er im (…) 2014 verhaftet und nach seiner Entlassung 

weiterhin regelmässig behördlich aufgesucht, insbesondere nachdem sein 

Freund Ende des Jahres 2014 den Fall hat vor Gericht bringen wollen. 

  

D-3614/2018 

Seite 16 

7.  

7.1 Nach Lehre und Praxis setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 AsylG voraus, dass die asylsuchende Person 

ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungs-

weise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nach-

teile müssen gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen 

oder zugefügt worden sein. Die betroffene Person muss zudem einer lan-

desweiten Verfolgung ausgesetzt sein. Ausgangspunkt für die Beurteilung 

der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage, ob im Zeitpunkt der Ausreise eine 

Verfolgung oder eine begründete Furcht vor einer solchen bestand. Die 

Verfolgungsfurcht muss im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein 

(vgl. dazu BVGE 2013/11 E. 5.1; BVGE 2010/57 E. 2 und 2008/12 E. 5 je 

m.w.H.). 

7.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts se-

hen sich in Sri Lanka Personen einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausge-

setzt, die gewissen Risikogruppen angehören. Zu diesen Risikogruppen ge-

hören namentlich der politischen Opposition verdächtigte Personen (E. 8.1), 

kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende, Menschenrechts-

aktivisten und regimekritische Nichtregierungsorganisationen-Vertreter 

(E. 8.2), ferner Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Menschen-

rechtsverstösse wurden oder diesbezüglich juristische Schritte einleiten 

(E. 8.3), sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den 

LTTE unterstellt werden (E. 8.4) beziehungsweise die über beträchtliche 

finanzielle Mittel verfügen (E. 8.5). (vgl. BVGE 2011/24 E. 8). Im Urteil  

D-1470/2014 vom 5. Juni 2014 hat das Bundesverwaltungsgericht mit Ver-

weis auf Berichte internationaler Organisationen festgestellt, die Lage in 

Sri Lanka habe sich seit dem Ende des Krieges im Jahre 2009 in menschen-

rechtlicher Hinsicht nicht verbessert. Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht schliesslich festgehalten, 

es scheine auch heute noch – mithin sieben Jahre nach Ende des Bürger-

krieges und nach dem Machtwechsel vom Januar 2015 in Sri Lanka – ein 

wichtiges Ziel des sri-lankischen Staates zu sein, jegliches Aufflammen des 

tamilischen Separatismus im Keim zu ersticken. So sei der drakonische 

Prevention of Terror Act (PTA) – mit dem Verhaftungen und Inhaftierungen 

von Personen legitimiert werden, die im Verdacht stehen, Verbindungen zu 

den LTTE zu haben – weiterhin in Kraft, obwohl die damalige Regierung 

nach Angaben von Amnesty International (AI) im September 2015 verspro-

chen habe, den PTA zu widerrufen und durch ein Anti-Terrorismusgesetz 

D-3614/2018 

Seite 17 

zu ersetzen, das mit internationalen Standards vereinbar sei. Auch die Prä-

senz der Sicherheitskräfte und die damit einhergehende Überwachung der 

Bevölkerung im Norden und Osten des Landes seien nach wie vor sehr 

hoch (vgl. a.a.O. E. 8.5.1). Mit Blick auf diese Umstände wurde sodann 

festgehalten, eine geltend gemachte Verbindung zu den LTTE vermöge 

dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im asylrechtlichen 

Sinn zu begründen, wenn der betroffenen Person aus Sicht der sri-lanki-

schen Behörden aufgrund der Verbindung ein Interesse am Wiederaufflam-

men des tamilischen Separatismus in Sri Lanka zugeschrieben und die 

Person von daher als Gefahr für die nach dem Krieg wiedergewonnene 

Einheit des Landes wahrgenommen werde. Davon seien keineswegs nur 

in besonderem Masse exponierte Personen betroffen, zumal die sri-lanki-

sche Regierung auch sieben Jahre nach Ende des Bürgerkrieges noch 

über ein Wiederaufleben respektive Wiedererstarken der LTTE besorgt sei 

und jeglichen Verdacht entsprechender Bestrebungen mit grösster Auf-

merksamkeit verfolge. An der Lageeinschätzung ist weiterhin festzuhalten 

(vgl. etwa Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5377/2019 E. 7.1). 

7.3 Der Beschwerdeführer wurde aufgrund der Haft seines Vaters, der Ver-

bindungen zur TNA aufwies, und vor allem seines Bruders, dem Verbin-

dungen zu den LTTE unterstellt wurden, nach dessen Ausreise immer wie-

der durch die Sicherheitskräfte aufgesucht und eingeschüchtert. Nachdem 

er im Jahr 2014 den vermuteten Mord an einer Freundin, die als regimekri-

tische Journalistin gearbeitet hatte, aufzudecken versuchte, wurde er im 

(…) 2014 verhaftet und nach seiner Entlassung weiterhin regelmässig be-

hördlich aufgesucht, insbesondere nachdem sein Freund Ende des Jahres 

2014 den Fall hat vor Gericht bringen wollen. Damit erfüllt er verschiedene 

der oben aufgezählten Risikofaktoren und hat bereits vor seiner Ausreise 

ernsthafte Nachteile erlitten. Nachdem der Freund des Beschwerdeführers 

Ende des Jahres 2014 doch noch an den High Court gelangte, hatte der 

Beschwerdeführer objektiv begründete Furcht, in Zukunft weiterhin bezie-

hungsweise noch stärkeren Nachteilen ausgesetzt zu sein. Mit seiner Aus-

reise im Oktober 2015 ist auch der Kausalzusammenhang zwischen der 

Verfolgung und der Ausreise zu bejahen, zumal er sich zwischenzeitlich in 

Colombo zu verstecken versuchte. Es ist daher für den Zeitpunkt der Aus-

reise von einer asylrelevanten Vorverfolgung des Beschwerdeführers aus-

zugehen. Da die Verfolgung von staatlichen Behörden ausgeht, steht ihm 

auch keine innerstaatliche Schutzalternative zur Verfügung. Die Verfol-

gungsfurcht ist zudem heute noch aktuell. Die Voraussetzungen zur Aner-

kennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und Art. 7 AsylG sind 

D-3614/2018 

Seite 18 

somit erfüllt. Aus den Akten ergeben sich zudem keine konkreten Hinweise 

auf das Vorliegen von Asylausschlussgründen (vgl. Art. 49 AsylG).   

7.4 Nach dem Gesagten erfüllt der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft. Das SEM hat deshalb sein Asylgesuch zu Unrecht abgelehnt. 

8.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, soweit darauf ein-

zutreten ist. Die angefochtene Verfügung des SEM vom 17. Mai 2018 ist 

aufzuheben. Der Beschwerdeführer ist als Flüchtling anzuerkennen und 

das SEM anzuweisen, ihm Asyl zu gewähren. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

9.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE eine Entschädi-

gung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzuspre-

chen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote 

eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann jedoch verzichtet 

werden, da sich im vorliegenden Verfahren der Aufwand zuverlässig ab-

schätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Entschädigungspflichtig ist nur der 

notwendige Aufwand, weshalb es zu berücksichtigen gilt, dass die Be-

schwerdeeingaben sowohl redundante Passagen als auch weitschweifige 

Ausführungen zur allgemeinen Lage in Sri Lanka, die sich auch in den Ein-

gaben des Rechtsvertreters in anderen Beschwerdeverfahren finden, ent-

halten. Die von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung ist in 

Berücksichtigung dieser Umstände sowie der übrigen massgeblichen Be-

messungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) auf Fr. 1‘500.– (inkl. Mehrwertsteu-

erzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3614/2018 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Der Beschwerdeführer wird als Flüchtling anerkannt. 

3.  

Die angefochtene Verfügung vom 17. Mai 2018 wird aufgehoben und das 

SEM angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1’500.– auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner