# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c3e701c-df99-59ae-99ef-4f2ec2add106
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-12-02
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2016 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2016
**Docket/Reference:** DB.2019.80
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2019.80--2-st.2019.104.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2019.80 
2 ST.2019.104 

Entscheid 

 2. Dezember 2019 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Micheline Roth und Gerichtsschreiberin Cécile Schmidlin 

1.  A ,    
2.  B ,    

vertreten durch RA lic.iur. C,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/  
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2016 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2016 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A und B (nachfolgend der/die Pflichtige bzw. die Pflichtigen) deklarierten in 

der Steuererklärung 2016 ein steuerbares Einkommen von Fr. 44'183.- (Bundessteuer) 

sowie Fr. 47'216.- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 1'128'470.- (Staats- und Ge-

meindesteuer).  Dabei  wiesen sie  Einkommen  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  als 

Arzt in der Höhe von Fr. 320'180.- und als D von Fr. 14'812.- aus. Der Pflichtige dekla-

rierte Autokosten (ohne Abschreibungen; abzüglich Privatanteil) von Fr. 29'754.-. 

Mit Auflage vom 11. Januar 2019 forderte das kantonale Steueramt die Pflich-

tigen  auf,  zur  Überprüfung  des  geltend  gemachten  Fahrzeugaufwands  die  vollständi-

gen  Belege  und  den  Nachweis  mittels  substantiierter  Sachdarstellung  zu  erbringen, 

dass die verbuchten Fahrzeugkosten von Fr. 29'754.- geschäftsmässig begründet sei-

en. Es forderte diesbezüglich diverse Unterlagen ein.  Die Auflage wurde am  22. Feb-

ruar 2019 ohne Erfolg gemahnt.  

B.  Am  22.  März  2019  veranlagte  das kantonale  Steueramt  die  Pflichtigen für 

das  Steuerjahr  2016  für  die  direkte  Bundessteuer  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von Fr. 99'300.- und schätzte sie für die Staats- und Gemeindesteuer mit einem steu-

erbaren Einkommen von Fr. 100'200.- (satzbestimmend Fr. 100'200.-) und einem steu-

erbaren  Vermögen  von  Fr.  1'128'000.-  (satzbestimmend  Fr.  1'152'000.-)  ein.  Dabei 

wurden unter anderem die Autokosten auf Fr. 14'754.- (Fr. 29'754.- - Fr. 15'000.-) ge-

schätzt, da die Auflage trotz Mahnung unerfüllt geblieben ist.  

Die  Pflichtigen  erhoben  am  24.  April  2019  Einsprache  gegen  die  Veranla-

gungsverfügung bzw. den Einschätzungsentscheid und ersuchten um Festlegung des 

steuerbaren  Einkommens  für  die  direkte  Bundessteuer  auf  Fr.  73'500.-  (satzbestim-

mend Fr. 73'600.-) und für die Staats- und Gemeindesteuern auf Fr. 74'900.- (satzbe-

stimmend Fr. 74'900.-). 

Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 10. Mai 2019 ab. 

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C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs ersuchten die Pflichtigen um Festlegung des 

steuerbaren  Einkommens  für  die  direkte  Bundessteuer  mit  Fr.  84'300.-  (satzbestim-

mend Fr. 84'300.-) sowie für die Staats- und Gemeindesteuer mit Fr. 85'200.- (satzbe-

stimmend  Fr. 85'200.-),  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  der  Be-

schwerdegegnerin bzw. des Rekursgegners.  

Das kantonale Steueramt  beantragte  in  seiner Beschwerde-  bzw.  Rekursant-

wort vom 27. Juni 2019 die Abweisung der Rechtsmittel. 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit rechtserheblich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  18  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Ju-

ni 1997 (StG) sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und 

Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbststän-

digen  Erwerbstätigkeit  steuerbar.  Von  diesen  Einkünften  werden  gemäss  Art. 27 

Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kos-

ten  abgezogen.  Abzugsfähig  ist  der  gesamte  Aufwand,  der  für  die  selbstständige  Er-

werbstätigkeit  notwendig  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum 

DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  27  N  3  f.  DBG,  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz, 

3. A., 2013, § 27 N 3 f. StG; je auch zum Folgenden). Voraussetzung für die Abzugsfä-

higkeit  ist  demnach,  dass  der  Aufwand  mit  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  zu-

sammenhängt.  

Geschäftsmässig  begründet  sind  Kosten,  wenn  sie  aus  unternehmungswirt-

schaftlicher Sicht vertretbar erscheinen; nach der Rechtsprechung sind Aufwendungen 

dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit dem erzielten Erwerb unternehmungs-

wirtschaftlich  in  einem  unmittelbaren  und  direkten  (organischen)  Zusammenhang  ste-

hen (BGr, 23. Juni 2010, StE 2010 B 27.6 Nr. 16). Somit muss alles, was nach kauf-

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männischer  Auffassung  in  guten  Treuen  zum  Kreis  der  Unkosten  gerechnet  werden 

kann,  steuerlich  als  geschäftsmässig  begründet  anerkannt  werden.  Dabei  spielt  es 

keine Rolle, ob ein Betrieb auch ohne den infrage stehenden Aufwand ausgekommen 

wäre  und  ob  dieser  Aufwand  im  Sinne  einer  rationellen  und  gewinnorientierten  Be-

triebsführung zweckmässig war. Nicht dazu zählen namentlich Aufwendungen, welche 

die  Gesellschaft  einzig für  den  privaten  Lebensaufwand  des  Aktionärs  oder  einer  ihm 

nahestehenden  Person  erbringt.  Sie  dürfen  nicht  unter  dem  Vorwand  von  Geschäfts- 

oder  Repräsentationsspesen  als  Geschäftsaufwand  verbucht  werden  (BGr,  16.  Ju-

li 2013, StE 2013 B 93.5 27; Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, Art. 58 N 111 

DBG).  

b)  Der  Nachweis  der  geschäftsmässig  begründeten  Kosten,  d.h.  für  deren 

tatsächlichen Anfall als auch für den Zusammenhang mit der selbstständigen Erwerbs-

tätigkeit,  obliegt  dem  Steuerpflichtigen,  da  es  sich  dabei  um  steuermindernde  Tatsa-

chen  handelt  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  27  N  22  DBG  und  § 27  N 22  StG). 

Hierzu  muss  er  spätestens  im  Rechtsmittelverfahren  eine  ausreichend  substantiierte 

Sachdarstellung  mit  gleichzeitigem  Angebot  geeigneter  Beweismittel  vorbringen.  Ge-

nügend  substantiiert  ist  eine  Sachdarstellung,  wenn  sie  hinsichtlich  Art,  Motiv  und 

Rechtsgrund  all  jene  Tatsachenbehauptungen  enthält,  die  –  ohne  weitere  Untersu-

chung,  aber  unter  Vorbehalt  der  Beweiserhebung  –  die  rechtliche  Würdigung  der  

geltend  gemachten  Steuerminderung  erlauben  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 140 N 57 DBG und § 147 N 55 StG).  

c)  Zu  den  geschäftsmässig  begründeten  Aufwendungen  gehören  grundsätz-

lich auch die Autokosten, welche im Rahmen der Ausübung der Geschäftstätigkeit an-

fallen.  Besitzen  selbstständig  erwerbstätige  Pflichtige  mehrere  Fahrzeuge,  ist  dabei 

zunächst zu bestimmen, ob ein Fahrzeug überwiegend geschäftlich oder überwiegend 

privat genutzt  wird.  Aufgrund  der  Präponderanzmethode fällt  das  Auto  dann  dem  Ge-

schäfts- oder dem Privatvermögen zu. Benutzt eine selbstständig erwerbstätige Person 

ein  Geschäftsfahrzeug  auch  für  private  Fahrten,  so  ist  der  diesbezügliche  Geschäfts-

aufwand um einen Privatanteil zu kürzen. Der Privatanteil ist dabei auf 0.8% des Kauf-

preises  des  Geschäftswagens  pro  Monat  zu  bemessen  bzw.  9.6%  pro  Jahr  (vgl.  die 

Weisung des kantonalen Steueramts über die Ermittlung des Naturaleinkommens aus 

der  Verwendung  eines  Geschäftsautos  für  private  Fahrten  bei  Unselbstständigerwer-

benden  und  des  Privatanteils  an  den  Autokosten  bei  Selbstständigerwerbenden  

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vom  13.  Oktober  2011,  ZStB  Nr.  17.1,  nachfolgend  Weisung).  Bei  Fahrzeugen  der  

gehobenen Preisklasse rechtfertigt sich unter Umständen auch ein höherer Privatanteil 

(vgl.  diesbezüglich  im  Zusammenhang  mit  Abschreibungen  BGr,  1.  Mai  2015, 

2C_697/2014, E. 3.3).  

d) Der Steuerpflichtige muss alles tun, um eine vollständige und richtige Ver-

anlagung  zu  ermöglichen  (Art.  126  Abs.  1  DBG  bzw.  §  135  Abs.  1  StG).  Hat  er  trotz 

Mahnung  seine  Verfahrenspflichten  nicht  erfüllt  oder  können  die  Steuerfaktoren  man-

gels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Veran-

lagungsbehörde die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor (Art. 130 Abs. 2 

DBG bzw. § 139 Abs. 2 StG). 

Bei ungewissen Sachverhalten ist in erster Linie nach der objektiven Beweis-

last zu entscheiden mit der Folge, dass zuungunsten der beweisbelasteten Partei ent-

schieden wird. Zu einer Schätzung wird dann Zuflucht genommen, wenn das Beweis-

verfahren  genügend  Anhaltspunkte 

für  einen  steuerbegründenden/-mehrenden 

Sachverhalt ergeben hat, ohne dass im Quantitativen eine eindeutige Abklärung mög-

lich war (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 130 N 23 DBG und § 139 N 43 StG).  

2.  a)  Strittig  ist  vorliegend  der  Umfang  der  geschäftsmässig  begründeten 

Fahrzeugaufwendungen des Pflichtigen.  

Die Pflichtigen wohnen an der …strasse 100 in E, von wo aus der Pflichtige zu 

den Patientinnen und Patienten fahre. Er sei als Notfallarzt tätig, wobei sich seine Tä-

tigkeit auf Hausbesuche bei Patientinnen und Patienten im Kanton Zürich beschränke. 

Die Pflichtigen seien 2016 im Besitz von einem F (Jahrgang 2005), einem G und einem 

H Motorrad gewesen. 

Der eingereichten Steuererklärung bzw. dem Hilfsblatt A (für Selbstständiger-

werbende mit vereinfachter Buchführung) des Pflichtigen waren ein Fahrzeugwert von 

Fr.  12'664.-  abzüglich  einer  Abschreibung  von  Fr.  5'066.-  sowie  Autokosten  von 

Fr. 29'754.- (Fr. 33'060.- minus 10% Privatanteil Fr. 3'306.-) zu entnehmen. 

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b)  Zur  Überprüfung  dieser  Positionen  forderte  das  kantonale  Steueramt  die 

Pflichtigen  mit  Auflage  vom  11.  Januar  2019  auf,  die  vollständigen  Belege  und  den 

Nachweis  mittels  substantiierter  Sachdarstellung  zu  erbringen,  dass  die  verbuchten 

Fahrzeugkosten von Fr. 29'754.- geschäftsmässig begründet seien. Weiter seien eine 

Kopie  des  Kauf-  bzw.  Leasingvertrages  der  Fahrzeuge  und  des  Motorrads  sowie  Ko-

pien der Fahrzeugausweise einzureichen. Es sei zudem der Nachweis des Kilometer-

stands  der  Fahrzeuge  und  des  Motorrads  per  1.  Januar  2016  und  per  31.  Dezember 

2016  (z.B.  durch  Servicerechnungen)  zu  erbringen.  Das  Fahrtenbuch  der  Fahrzeuge 

und  des  Motorrads  (mit  Angaben  über  Datum,  Abfahrtsort,  Zielort,  Anfangskilometer-

stand,  Endkilometerstand,  wahrheitsgetreue  Anfangs-  und  Endzeit,  Angabe  des  ge-

schäftlichen  Zwecks  sowie  Nachweis,  dass  die entsprechende  Fahrt geschäftsmässig 

begründet ist) vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 sowie Kopien der Garagenmiet-

verträge und geschäftsmässige Begründung für Garagenplätze seien einzureichen.  

Da die Pflichtigen innert der Auflage- bzw. Mahnfrist die nachgefragten Unter-

lagen nicht einreichten, nahm das kantonale Steueramt somit zu Recht für beide Pflich-

tigen  eine  teilweise  Einschätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vor  und  schätzte 

die Höhe des Fahrzeugaufwands auf Fr. 14'754.-. 

3.  a)  Eine  zu  Recht  ergangene  Ermessenseinschätzung  kann  der  Steuer-

pflichtige  nur  wegen  offensichtlicher  Unrichtigkeit  anfechten  (Art.  132  Abs. 3  Satz 1 

DBG bzw. § 140 Abs. 2 Satz 1 StG). Dieser hat den entsprechenden Nachweis selbst 

zu  erbringen,  wobei  ihm  zwei  Möglichkeiten  offenstehen  (Zweifel/Hunziker,  in:  

Kommentar zum Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kan-

tone und Gemeinden, 3. A., 2017, Art. 48 N 45 ff. StHG; Zweifel/Hunziker, in: Kommen-

tar  zum  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  3. A.,  2017,  Art. 132  N  38 ff. 

DBG, je auch zum Folgenden): 

Er  kann  den  tatsächlichen  Sachverhalt  dartun  und  den  entsprechenden 

Nachweis leisten, mit der Folge, dass die Ermessensveranlagung durch eine ordentli-

che Veranlagung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Ver-

anlagungen geltenden Regeln ermittelt werden. Dieser Nachweis muss allerdings um-

fassend  sein,  d.h.  den  gesamten  von  der  Ermessensveranlagung  betroffenen  Teil 

umfassen. Blosse Teilnachweise genügen grundsätzlich nicht (Richner/Frei/Kaufmann/ 

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Meuter, Art. 132 N 63 f. DBG und § 140 N 75 f. StG, je mit verschiedenen Hinweisen; 

Zweifel/Hunziker, Art. 48 N 49 StHG und Art. 132 N 42 DBG, je auch zum Folgenden). 

Die  versäumten  Mitwirkungshandlungen  müssen  vollständig  und  formell  ordnungsge-

mäss nachgeholt werden. 

Ist dieser Nachweis nicht möglich oder misslingt er, kann der Steuerpflichtige 

noch  darlegen  und  nachweisen,  dass  die  angefochtene  Veranlagung  offensichtlich 

unrichtig  ist.  Als  offensichtlich  unrichtig  (namentlich  zu  hoch)  erweist  sich  eine  Schät-

zung  dann,  wenn  sie  sachlich  nicht  begründbar  (z.B.  erkennbar  pönal  oder  fiskalisch 

begründet) ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel 

stützt oder sonst wie mit den konkreten aktenkundigen Verhältnissen aufgrund der Le-

benserfahrung  vernünftigerweise  nicht  vereinbar  ist  (Zweifel/Hunziker,  Art. 48  N 59 

StHG  und  Art. 132  N  52  DBG,  je  mit  Hinweisen).  Ist  dieser  Nachweis  geleistet,  bleibt 

es zwar bei einer Ermessensveranlagung, doch wird die angefochtene durch eine neue 

(tiefere) Schätzung der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

Dem  Steuerrekursgericht  sind  –  ebenso  wie  der  Einsprachebehörde  –  im 

Rahmen  der  Willkürprüfung  weitere  Untersuchungen  verwehrt.  Es  hat  vielmehr  bei 

seiner eingeschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf offensichtliche 

Unrichtigkeit hin nur jene im Zeitpunkt der Entscheidfällung vorhandenen Schriftstücke 

zu berücksichtigen, welche den behaupteten Sachverhalt sofort beweisen oder zumin-

dest  als  sehr  wahrscheinlich  erscheinen  lassen  (VGr,  27.  Mai  1986,  SB 10/1986  und 

11. September 1986, SB 38/1986; Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im Steu-

erveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

b) In der Einsprache bestritten die Pflichtigen unter anderem die Kürzung der 

Fahrzeug- und Garagenkosten und erklärten, dass der Pflichtige keine Praxisräumlich-

keiten  habe,  sondern  ausschliesslich  als  Notfallarzt  tätig  sei  und so  schätzungsweise 

90% dienstlich unterwegs sei. Er fahre mit seinem Auto bzw. Motorrad zu seinen Pati-

enten  nach  Hause.  Ein  Privatanteil  für  Privatfahrten  von  ca.  10%  sei  bereits  berück-

sichtigt  worden.  Er  reichte  diesbezüglich  die  Korrespondenz  mit  der  I  ag  ein,  welche 

eine  Liste  der  Einsatzgemeinden  des  Pflichtigen  und  den  dazugehörigen  Fahrtzeiten 

sowie eine private Statistik der Notfalldienste 2015, eine Beispielsberechnung für den 

Weg  von  der  …strasse  100  in  E  zur  …strasse  75  in  E  und  den  Einsatzplan  für  das 

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2015, enthält. Das Einreichen der Garagenmietverträge für seine Dienstfahrzeuge stell-

te er in Aussicht.  

In seiner Beschwerde bzw. seinem Rekurs reicht der Pflichtige den Dienstplan 

2016, die Mietverträge für 2 Garagen an der …strasse und 1 Garage an der …strasse, 

die  Betriebsrechnung  2016  und  die  Korrespondenz  mit  der  I  ag,  welche  der  obenge-

nannten  Einsprachebeilage  entspricht,  ein.  Es  wird  ausgeführt,  die  Tätigkeit  2016  sei 

identisch  mit  derjenigen  2015  gewesen,  weshalb  auf  die  detaillierte  Aufstellung  der 

Notfalleinsätze 2015 verwiesen werden könne. Die Pflichtigen bringen ausserdem vor, 

dass die Pflichtige als selbstständige D ebenfalls auf ein Fahrzeug angewiesen sei und 

die  diesbezüglichen  Kosten  in  der  Erfolgsrechnung  des  Pflichtigen  ausgewiesen  wür-

den.  

Das  kantonale  Steueramt  bringt  in  seiner  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort 

vor, die Pflichtigen hätten die Auflage vom 11. Januar 2019 nie erfüllt. Es würden nach 

wie vor die einzelnen Belege mit geschäftsmässiger Begründung der Fahrzeugkosten, 

Kaufvertrag/Leasingvertrag  sowie  die  Fahrzeugausweise  der  einzelnen  Fahrzeuge, 

Nachweis des Kilometerstandes der Fahrzeuge und die Fahrtenbücher fehlen.  

c)  aa)  Dem  Einsatzplan  2016  ist  zu  entnehmen,  dass  der  Pflichtige  während 

rund 23 Wochen à 7 Tage im Dienst war.  

Aus der Betriebsrechnung 2016 ist ersichtlich, dass sich die Abgaben und die 

Fahrzeugversicherungen  auf  Fr.  9'434.50,  das  Benzin auf  Fr.  1'832.61,  die Reparatu-

ren  auf  Fr.  10'431.50  und  die  Garagenmiete  und  das  Parking  auf  Fr. 11'361.30,  total 

Fr. 33'059.91, beliefen. Die "Abschreibung auf Auto" gemäss Betriebsrechnung betrug 

Fr. 4'559.-, währendem im Hilfsblatt eine Abschreibung von Fr. 5'066.- aufgeführt wor-

den ist.  

Den vor Steuerrekursgericht neu eingereichten Mietverträgen für die drei Ga-

ragenplätze sind monatliche Kosten von total Fr. 450.-, jährlich Fr. 5'400.-, zu entneh-

men.  Wohingegen  in  der  Betriebsrechnung  2016  Garagenmietkosten  von  gesamthaft 

Fr. 10'520.90 aufgeführt sind.  

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bb) Wie das kantonale Steueramt zu Recht vorbrachte, fehlt es – abgesehen 

von  den  mittlerweile  eingereichten  Garagenmietverträgen  –  an  den  belegmässigen 

Nachweisen zu den geltend gemachten Fahrkosten; z.B. wurden etwa keine Ausweise, 

Verträge  und  Fahrtenbücher  eingereicht.  Weiter  wurde  der  Nachweis  der  geschäfts-

mässigen  Begründetheit  der  geltend  gemachten  Aufwendungen  nicht  erbracht.  Der 

Pflichtige  begnügt  sich  damit,  theoretische  Ausführungen  zu  seinen  Arbeitseinsätzen 

zu machen,  so  etwa anhand  einer  Beispielsberechnung  einer möglichen Wegstrecke. 

Dies  vermag  keine  konkret  angefallenen  Aufwendungen  zu  beweisen.  Ebenso  wenig 

die Aufzählung aller Gemeinden im Einsatzgebiet, mit den jeweiligen Fahrtdauern vom 

Wohnort des Pflichtigen dorthin.  Entgegen der Ansicht des Pflichtigen ist für das Jahr 

2016 zudem auch nicht auf Einsatzstatistiken vom Jahr 2015 abzustellen. So mag viel-

leicht  die  Tätigkeit  des  Pflichtigen  im  Jahr  2016  die  gleiche  sein  wie  im  Jahr  2015, 

jedoch  mit  Sicherheit  nicht  die  Anzahl  und  die  Lokalität  der  Einsätze  (und  damit  die 

geschäftsmässig  begründeten  Fahrtkosten).  Es  hätte  am  Pflichtigen  gelegen,  pro 

Fahrzeug  ein  chronologisches,  handschriftliches  Fahrtenbuch  mit  Aufstellung  aller 

Fahrten,  unter  Angabe  des  Datums  und  des  Zwecks  der  jeweiligen  Fahrten  (bspw. 

Arbeitsweg,  Privatfahrt,  Geschäftsfahrt)  sowie  der  jeweiligen  Abfahrtszeiten  und  -orte 

sowie Ankunftszeiten und -orte, zu führen. Es ist weiter offensichtlich, dass in den vom 

Pflichtigen  geltend  gemachten  Fahrzeugaufwendungen  von  Fr.  29'754.-  die  Kosten 

mehrerer  Fahrzeuge  verrechnet  worden  sind  (mehrere  Garagenplätze,  mehrere  Zah-

lungen  an  Versicherungen,  das  Strassenverkehrsamt  und  den  Verkehrsclub,  Kauf 

zweier Vignetten, etc.). Weshalb der Pflichtige zur Ausübung seines Berufs drei Fahr-

zeuge braucht, hat er nicht dargetan. Sofern der Pflichtige in diesem Zusammenhang 

zudem geltend macht, die Autokosten der Pflichtigen seien ebenfalls in seiner Betriebs-

rechnung verbucht worden, kann er nicht gehört werden: Dem Hilfsblatt A der Pflichti-

gen sowie ihrer Betriebsrechnung 2016 sind entgegen dieser Aussage sehr wohl eige-

ne  Autokosten  von  Fr.  1'054.-  (Fr. 1'405.-  minus  einem  Privatanteil  von  Fr.  351.-)  zu 

entnehmen, welche vom kantonalen Steueramt als Ausgaben zum  Abzug zugelassen 

wurden.  

Entsprechend  ist  es  aufgrund  der  Akten  –  mangels  Fahrtenbuch  (-bücher) 

bzw. einer sauberen Abgrenzung zwischen Geschäftsfahrzeug(en) und privatem Fahr-

zeugaufwand  –  unmöglich,  eine  exakte  Bestimmung  der geschäftlich  bedingten  Fahr-

kosten  vorzunehmen.  Die  tatsächlichen  Verhältnisse  lassen  sich  nicht  ermitteln.  Der 

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Unrichtigkeitsnachweis  ist  vorliegend  somit  nicht  erbracht,  weshalb  einzig  noch  die 

Höhe der vom kantonalen Steueramt vorgenommenen Schätzung zur Diskussion steht.  

cc)  Das  kantonale  Steueramt  schätzte  den  Fahrzeugaufwand  auf  jährlich 

Fr. 14'754.-. Dabei handelt es sich um knapp die Hälfte der geltend gemachten Kosten.  

Letztlich kann aufgrund der lückenhaften Unterlagen über die Höhe des Fahr-

zeugaufwands  nur  gemutmasst  werden.  Festgestellt  werden  kann  einzig,  dass  der 

Pflichtige  als  Notfallarzt  während  164  Diensttagen  pro  Jahr,  d.h.  während  gut  23 

Dienstwochen  (à  7  Arbeitstage),  ein  Fahrzeug  benötigt.  Diesbezüglich  sind  ihm  die 

Kosten  für  einen  Garagenplatz  von  durchschnittlich  Fr.  150.-/Monat  bzw.  Fr.  1'800.-/ 

Jahr  anzurechnen.  Es  bleiben  knapp  Fr.  13'000.-  für  Benzin,  Reparaturen,  Versiche-

rungen,  etc. Geht man  von  einer  Kilometerpauschale von  Fr. 0.70  aus, so könnte  der 

Pflichtige jährlich 18'500  Kilometer  zurücklegen, dies ergibt  115  Kilometer  pro  Dienst-

tag,  was  nicht  abwegig  erscheint.  Es  kann  somit  nicht  als  offensichtlich  unrichtig  (zu 

tief) gelten, wenn der Fahrzeugaufwand des Pflichtigen auf Fr. 14'754.- geschätzt wird.  

4.  Demnach  sind  Beschwerde  und  Rekurs  abzuweisen.  Ausgangsgemäss 

sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art.  144 

Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG). Parteientschädigungen werden nicht ausgerichtet.  

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

2 DB.2019.80 
2 ST.2019.104