# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c480b63e-ac23-58b5-a33c-7d99dc5a40c5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.10.2025 SST.2025.132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-132_2025-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2025.132 
(ST.2025.16; STA.2025.529) 

 

 

Urteil vom 13. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Cotti  

Oberrichterin Möckli      

Gerichtsschreiber Stutz  

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

    
    

Beschuldigter   A._____, geboren am tt.mm.1975, von Teuffenthal BE, 

[…]  

verteidigt durch Rechtsanwalt Fred Hofer,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erhob gegen den Beschul-

digten am 19. März 2025 Anklage wegen Einfuhr einer Waffe ohne Bewilli-

gung sowie Übertragens einer Imitationswaffe ohne schriftlichen Vertrag. 

 

2. 

2.1. 

Mit Urteil vom 28. April 2025 erkannte der Präsident des Bezirksgerichts 

Laufenburg: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage 
- der Einfuhr einer Waffe ohne Bewilligung gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. g 

WG, Art. 6 WV, Art. 25 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 
- der Übertragung einer Imitationswaffe ohne schriftlichen Vertrag 

gemäss Art. 11 Abs. 1 und 2 WG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 lit. d WG 
 
2. 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB werden die zwei Imitationswaffen, 
Marke "NERF", Modell "NERF LMTD Destiny 2 Ace" eingezogen und der 
Fachstelle SIWAS zu Verwendung nach Gutdünken oder Vernichtung 
überlassen. 
 
3. 
3.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gebühr von Fr. 1'500.00 
b) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  0.00 
c) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr.  0.00 
d) den Kosten für Übersetzungen von Fr.  0.00 
e) den Kosten für Gutachten von Fr.  0.00 
f) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  0.00 
g) den Spesen von Fr.  214.00 
h) den anderen Auslagen Fr.  0.00 
i) der Anklagegebühr Fr. 900.00 
Total Fr. 2'614.00 
 
3.2. 
Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten der Staatskasse. 
 
4. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem Verteidiger des Beschuldigten, 
lic. iur. Fred Hofer, Rechtsanwalt in Baden, eine richterlich festgesetzte 
Parteientschädigung von Fr. 1'759.10 (inkl. Fr. 131.81 MwSt) auszu-
richten. 

 

2.2. 

Nachdem die Vorinstanz das Urteil direkt begründet und der Staatsanwalt-

schaft am 12. Mai 2025 eröffnet hatte, erklärte diese gleichentags Berufung 

und beantragte, das Urteil des Bezirksgerichts Laufenburg, Präsidium des 

 - 3 - 

 

 

Strafgerichts, vom 28. April 2025 (ST.2025.16) sei aufzuheben und – unter 

Kostenfolgen zu Lasten des Beschuldigten – wie folgt neu zu fassen: 

 
1. 
Der Beschuldige ist schuldig 
- der Einfuhr einer Waffe ohne Bewilligung gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. g WG, Art. 25 Abs. 1 WG sowie Art. 6 WV 
- der Übertragung einer Imitationswaffe ohne schriftlichen Vertrag 

gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. d WG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 und 2 WG 
 
2. 
2.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten 
Bestimmungen und gestützt auf Art. 47 StGB und Art. 34 StGB zu einer 
Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 210.00 verurteilt. 
 
2.2. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geldstrafe 
der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 
Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
2.3. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten 
Bestimmungen und gestützt auf Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB 
zu einer Busse von CHF 600.00 verurteilt.  
 
2.4. 
Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse gemäss Ziff. 2.3. 
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 
 
3. 
Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in Höhe von CHF 2'614.00 werden 
dem Beschuldigten auferlegt.  
 
4. 
Dem Beschuldigten wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  
 
5. 
Die beschlagnahmten zwei Imitationswaffen, Marke "NERF", Modell 
"NERF LMTD Destiny 2 Ace" werden gestützt auf Art. 249 Abs. 1 StGB 
eingezogen und vernichtet. 
 

 

2.3. 

Mit Verfügung des Verfahrensleiters vom 16. Mai 2025 wurde das mündli-

che Berufungsverfahren angeordnet. 

 

2.4. 

Am 20. Mai 2025 erklärte der Beschuldigte Anschlussberufung mit dem An-

trag auf Rückgabe der Spielzeugwaffen Marke "NERF", Modell "NERF 

LMTD Destiny 2 Ace", unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 - 4 - 

 

 

2.5. 

Am 23. Mai 2025 begründete die Staatsanwaltschaft ihre Berufung. Mit Ein-

gabe vom 2. Juni 2025 verzichtete sie darauf, das Nichteintreten auf die 

Anschlussberufung zu beantragen. 

 

2.6. 

Am 5. Juni 2025 begründete der Beschuldigte seine Anschlussberufung 

und erstattete Berufungsantwort mit dem Antrag auf Abweisung der Beru-

fung.  

 

2.7. 

Mit Anschlussberufungsantwort vom 11. Juni 2025 beantragte die Staats-

anwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Anschlussberufung.  

 

3. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 

13. Oktober 2025 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die vorinstanzlichen 

Freisprüche sowie die damit zusammenhängenden Punkte (Strafe und 

Kostenfolgen). Mit Anschlussberufung wehrt sich der Beschuldigte gegen 

die Einziehung und Verwendung bzw. Vernichtung der beschlagnahmten 

Gegenstände. Damit ist das vorinstanzliche Urteil umfassend angefochten 

und zu überprüfen (vgl. Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozess-

ordnung vom 5. Oktober 2007 [Strafprozessordnung, StPO, SR 312.0]). 

 

2. 

2.1. 

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift Folgendes zur Last gelegt: 

 

Einfuhr einer Waffe ohne Bewilligung   

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. g WG und Art. 6 WV, Art. 25 

Abs. 1 WG  

Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, eine 

Imitationswaffe, die aufgrund ihres Aussehens mit echten Feuerwaffen 

verwechselt werden kann, ohne Berechtigung in das schweizerische 

Staatsgebiet verbracht. 

 

Übertragung einer Imitationswaffe ohne schriftlichen Vertrag 

Art. 34 Abs. 1 lit. d WG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 und 2 WG 

Der Beschuldigte ist seinen Pflichten nach Art. 11 Abs. 1 und 2 WG 

vorsätzlich, d. h. wissentlich und willentlich, nicht nachgekommen.  

 

 - 5 - 

 

 

Der Beschuldigte bestellte an seinem Wohnort in Q._____, R-Strasse, zu 

einem unbekannten Zeitpunkt zwischen dem 1. November 2024 sowie 

dem 18. November 2024 wissentlich und willentlich über das Internet von 

einem Unternehmen in den Niederlanden eine aus Kunststoff gefertigte, 

bunte Imitationswaffe der Marke "NERF", Modell "NERF LMTD Destiny 2 

Ace". Die an ihn adressierte Postsendung wurde am 25. November 2024 

in der Schweiz durch den Zoll Nord abgefangen.  

 

Zu einem späteren Zeitpunkt im Januar 2025 wurde, obschon der 

Beschuldigte nur die oben erwähnte, abgefangene Bestellung ausgelöst 

hatte, ein zweites Exemplar dieser Waffe an den Beschuldigten geliefert, 

welche er in der Folge an seinem Wohnort aufbewahrte. Für diese ihm 

übertragene vertragspflichtige Waffe schloss der Beschuldigte keinen 

schriftlichen Vertrag ab, der den Anforderungen von Art. 11 Abs. 2 WG 

genügt. Entsprechend hat der Beschuldigte auch keinen solchen Vertrag 

aufbewahrt. 

 

Der Beschuldigte wusste nicht, dass es sich bei der von ihm bestellten 

Imitationswaffe um eine einfuhrbewilligungspflichtige sowie vertrags-

pflichtige Waffe nach Waffengesetz handelt. Er hätte diesen Irrtum jedoch 

durch gehörige Vorabklärungen vor der Auslösung der Bestellung 

vermeiden können.  

 

Ort:  Q._____, R-Strasse 

Zeit:  unbekannter Zeitpunkt zwischen 1. November 2024 und 

18. November 2024  

 

Im Schlussbericht zur Anklage hält die Staatsanwaltschaft sodann fest: 

 

Erläuterungen zum Sachverhalt und zur Beweiswürdigung: Qualifikation 
als Imitationswaffe 
 
Kern des vorliegend angeklagten Sachverhaltes bildet die Qualifikation 
des aus Kunststoff gefertigten, weiss-schwarz-orange gehaltenen 
Gegenstands "NERF LMTD Destiny 2 Ace" des Herstellers "NERF" als 
sogenannte "Imitationswaffe" nach Art. 4 Abs. 1 lit. g WG. Dies, da 
Imitationswaffen, welche aufgrund ihres Aussehens mit echten 
Feuerwaffen verwechselt werden können, den Regeln für 
Nichtfeuerwaffen unterstehen, mitunter also der Vertrags- und 
Einfuhrbewilligungspflicht nach Art. 11 WG resp. Art. 25 WG unterliegen. 
Der Verstoss gegen diese Pflichten resultiert in einer Strafbarkeit nach 
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG sowie Art. 34 Abs. 1 lit. d WG.  
 
Gemäss Art. 6 WV ist von einer Verwechselbarkeit mit Feuerwaffen 
auszugehen, wenn der betreffende Gegenstand auf den ersten Blick 
echten Feuerwaffen gleicht, und zwar unabhängig davon, ob eine 
Fachperson oder sonst jemand nach kurzer Prüfung die Verwechselbarkeit 
erkennt. Konkretere Kriterien nennen das Waffengesetz und die 
Waffenverordnung nicht; entscheiden ist jedenfalls die äussere 
Erscheinungsform des zu beurteilenden Gegenstands und damit nicht 
etwa dessen Gewicht oder Vertriebsweg. Streng dem (grammatikalischen) 
Wortlaut des Art. 4 Abs. 1 lit. g WG folgend, kann – der Verwechsel-
barkeitsprüfung vorgelagert – nur eine Waffe sein, was eine Imitations-

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waffe (oder Schreckschuss- oder Soft-Air-Waffe) ist. Daraus liesse sich 
das (zusätzliche) Kriterium der Zweckbestimmung – in casu das 
Imitieren – ableiten, was nach hier vertretener Auffassung im Lichte des in 
Art. 1 Abs. 1 WG normierten Präventionsziels nicht überzeugt. 
 
Für die Beurteilung, welche Gegenstände echten Feuerwaffen gleichen, 
ist von zentraler Bedeutung, wie echte Feuerwaffen aussehen. 
Insbesondere den zivilen Endkundenmarkt des letzten Jahrzehnts vor 
Augen, zeigt sich ein Wandel: Während Feuerwaffen früher meist brüniert 
– es resultiert ein anthraziter oder schwarzer Glanz – oder in 
unbehandelter Stahloptik gehalten waren, haben sich die Oberflächen-
behandlungstechniken stark weiterentwickelt. Insbesondere durch 
polymer- und keramikbasierte Beschichtungsverfahren sind Feuerwaffen 
heute in allen erdenklichen Farben und Musterungen erhältlich und 
verbreitet. Gleiches gilt für Waffen mit Kunststoffteilen, wo mittlerweile gar 
transparente Fabrikate möglich sind. Kurz: Die Nachfrage nach farblich 
individualisierten Produkten hat auch den Handel mit Feuerwaffen erreicht. 
Im Lichte dessen ist die Farbigkeit eines Gegenstandes heute kein 
verlässliches Abgrenzungskriterium mehr. 
 
Ähnlich verhält es sich mit den eingesetzten Materialien: Während sich die 
Verwendung von Kunststoffen bis vor wenigen Jahren auf Griffstücke resp. 
Gehäuseunterteile und Zubehör beschränkt hat, können heute – wenn 
auch bisher nicht langlebig und daher unpopulär – durch Fortschritte im 
Bereich der additiven Fertigungstechnik ("3D-Druck") ganze Feuerwaffen 
– inklusive Lauf – aus Kunststoff hergestellt werden. Wenn nicht ohnehin 
schon trügerisch, ist also auch das verwendete Material heute kein 
hinreichendes Unterscheidungskriterium mehr. 
 
Der vorliegend zu beurteilende Gegenstand spricht die Formsprache eines 
Revolvers; so weist er alle prägenden Elemente – das Griffstück, den 
Spannhammer, die Trommel, das Abzugsgehäuse samt Abzug, den Lauf 
sowie Kimme und Korn – auf. Dies überrascht nicht, ist dieses Modell doch 
der futuristischen Schusswaffe "Ace of Spades" aus dem Videospiel 
"Destiny 2" nachempfunden. Sucht man statt einer fiktiven nach einer 
realen Vorlage, so wäre – wenn auch kleiner – beispielsweise an das 
Modell "Rhino" des italienischen Herstellers "Chiappa" zu denken. Die für 
einen Revolver nach wie vor atypische Färbung und Materialwahl ändern 
nichts an der Form und sind – wie oben dargelegt – keine verlässlichen 
Abgrenzungskriterien mehr. Vor diesem Hintergrund qualifiziert die Staats-
anwaltschaft den Gegenstand "NERF LMTD Destiny 2 Ace" des 
Herstellers "NERF" als Imitationswaffe im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. g WG. 
 

2.2. 

Die Vorinstanz erwog, bei der erforderlichen Gesamtwürdigung des Gegen-

stands komme es entgegen der Staatsanwaltschaft auch auf das verwen-

dete Material sowie die Farbe an. Daran ändere nichts, dass heutzutage 

bei der Waffenherstellung auch hochwertige Kunststoffe verwendet und 

auch echte Waffen ganz oder teilweise farbig angeboten würden. Das frag-

liche Objekt habe eine Zwischenform zwischen einem Gewehr mit einem 

gezogenen Lauf und einer Pistole. Es ähnle einen grossen Colt. In der 

Hand falle jedoch sein leichtes Gewicht auf, was auf die Verwendung eines 

nicht hochwertigen Kunststoffes schliessen lasse, der die materialtechni-

schen Voraussetzungen für die Abgabe eines echten Schusses nicht er-

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fülle. Die Details des mutmasslich gegossenen Gegenstands seien zudem 

lediglich angedeutet bzw. nicht wirklichkeitsgetreu. Hinzu kämen eine 

weisse Grundlackierung und orange Flächen und Verzierungen (z.B. Pa-

tronentrommel, Abzug und Mündung). Insgesamt handle es sich um billige 

Massenware, deren Spielzeugcharakter für den objektiven Betrachter so-

fort erkennbar sei. Eine Verwechselbarkeit mit einer echten Waffe sei nicht 

gegeben (vorinstanzliches Urteil S. 9 f.). 

 

2.3. 

Die Staatsanwaltschaft verweist zur Begründung ihrer Berufung vorab auf 

ihre Ausführungen im Schlussbericht. Ergänzend führt sie aus, das von der 

Vorinstanz verwendete Kriterium des Gewichts sei untauglich. Um eine 

Verwechslung mit einer echten Waffe zu verhindern, könne es allein auf 

das Optische ankommen. Die Annahme einer Imitationswaffe schliesse in 

solchen Fällen auch keine Sammlertätigkeit aus, stelle doch eine Samm-

lertätigkeit einen grundsätzlich anerkannten Grund für den Erhalt einer Er-

werbs- bzw. Einfuhrbewilligung dar (Berufungsbegründung S. 3 f.).  

 

2.4. 

Der Beschuldigte hält in seiner Berufungsantwort dafür, es komme auf das 

Gesamtbild an. Der zur Debatte stehende Gegenstand sei zu gross für ei-

nen echten Revolver. Der orangefarbige Aufsatz auf der Mündung werde 

angebracht, um zu zeigen, dass es sich um keine echte Waffe handle. Wer 

drohen oder einen unangemessenen Eindruck erzeugen wolle, setze eine 

Imitationswaffe mit klassischem Design ein, also mit den Farben Schwarz, 

Bluesteel oder Silber. Gemäss Fedpol soll es bezüglich der Verwechsel-

barkeit einer Imitationswaffe mit einer echten Waffe künftig auf das Auge 

von Fachpersonen ankommen. Der geplanten Gesetzesänderung sei im 

Rahmen der Auslegung der geltenden Vorschriften bereits Rechnung zu 

tragen (Berufungsantwort S. 1 f.). 

 

3. 

3.1. 

Nach Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Waffen, Waffenzubehör 

und Munition vom 20. Juni 1997 (Waffengesetz, WG; SR 514.54) wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich 

ohne Berechtigung (unter anderem) Waffen in das schweizerische Staats-

gebiet verbringt. Gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 11 Abs. 1 und 2 

WG wird ferner mit Busse bestraft, wer Waffen überträgt, ohne einen 

schriftlichen Vertrag i.S.v. Art. 11 Abs. 1 und 2 WG abzuschliessen, oder 

es versäumt, diesen Vertrag während zehn Jahren aufzubewahren.  

 

Als Waffen i.S.v. der vorgenannten Bestimmungen gelten nach Art. 4 

Abs. 1 lit. g WG auch Imitationswaffen, die aufgrund ihres Aussehens mit 

echten Feuerwaffen verwechselt werden können. Imitationswaffen sind mit 

Feuerwaffen verwechselbar, wenn sie auf den ersten Blick echten Feuer-

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waffen gleichen, und zwar unabhängig davon, ob eine Fachperson oder 

sonst jemand nach kurzer Prüfung die Verwechselbarkeit erkennt (Art. 6 

der Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition vom 2. Juli 

2008 [Waffenverordnung, WV; SR 514.541]). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Auslegung des Gesetzes ist auf die Regelungsabsicht des Gesetzge-

bers und die von ihm erkennbar getroffenen Wertentscheidungen auszu-

richten. Ausgangspunkt der Auslegung einer Norm bildet ihr Wortlaut. Vom 

daraus abgeleiteten Sinne ist jedoch abzuweichen, wenn triftige Gründe 

dafür bestehen, dass der Gesetzgeber diesen nicht gewollt haben kann. 

Solche Gründe können sich insbesondere aus der Entstehungsgeschichte 

der Norm, aus ihrem Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen 

Vorschriften ergeben. Insoweit wird vom historischen, teleologischen und 

systematischen Auslegungselement gesprochen. Bei der Auslegung einer 

Norm sind daher neben dem Wortlaut diese herkömmlichen Auslegungs-

elemente zu berücksichtigen (BGE 151 II 2 E. 4.1; 145 II 270 E. 4.1; 144 V 

333 E. 10.1;143 III 385 E. 4.1). 

 

3.2.2. 

Ausgangspunkt bei der Auslegung bildet nach dem Gesagten die gramma-

tikalische Auslegung. Gemäss dem Wortlaut von Art. 4 Abs. 1 lit. g WG 

i.V.m. Art. 6 WV kommt es bei der Frage, ob ein Gegenstand als Imitati-

onswaffe zu qualifizieren ist, auf die Verwechselbarkeit mit einer echten 

(funktionsfähigen) Feuer- bzw. Schusswaffe an. Die Verwechselbarkeit be-

urteilt sich anhand der visuellen Erscheinung bzw. der Optik ("aufgrund 

ihres Aussehens", Art. 4 Abs. 1 lit. g WG; "auf… Blick", Art. 6 WV). Ent-

scheidend ist sodann, wie sich der Gegenstand auf den "ersten" Blick ei-

nem Dritten präsentiert. Daraus lässt sich folgern, dass es für die Frage der 

Verwechselbarkeit mit einer echten Schusswaffe auf eine sofortige visuelle 

Beurteilung ankommt, die ohne viel Überlegung und ohne genaue Betrach-

tung auskommt. Visuell wahrnehmbar sind Grösse, Farbe, Form und Be-

schaffenheit eines Gegenstands. Dass eine Fachperson oder auch ein Laie 

schon nach kurzer (näherer) Prüfung erkennen würden, dass es sich um 

keine echte Waffe handelt, steht einer Verwechselbarkeit im Sinne des Ge-

setzes nicht entgegen (vgl. Art. 6 WV, letzter Satzteil).  

 

Nachdem das Gesetz einzig auf die visuelle Wahrnehmung abstellt, steht 

auch fest, dass die Frage der Verwechselbarkeit aus einer gewissen (im 

Gesetz nicht näher definierten) Distanz zu beurteilen ist (ASLANTAS FATIH, 

in: Stämpflis Handkommentar, Waffengesetz [WG], Facincani/Sutter 

[Hrsg.], Bern 2017, Art. 4 N. 15 WG m.H.; Urteil des Obergerichts Zürich 

SB230164 vom 10.10.2023 E. III/E. 4.3.1). Da es für die Qualifikation eines 

Gegenstands als Imitationswaffe nach dem Wortlaut des Gesetzes allein 

darauf ankommt, wie sich der Gegenstand einer beliebigen Person präsen-

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tiert, kann es keine Rolle spielen, wie ein Gegenstand beim Kauf beschrie-

ben wird.  

 

3.2.3. 

Die rechtliche Gleichstellung von Imitationswaffen mit funktionsfähigen 

Schusswaffen in Art. 4 Abs. 1 lit. g WG nimmt darauf Rücksicht, dass Waf-

fenimitate wegen ihrer einfachen Verfügbarkeit immer wieder zu kriminellen 

Handlungen missbraucht werden (Botschaft zur Änderung des Bundesge-

setzes über Waffen, Waffenzubehör und Munition [Waffengesetz, WG] vom 

11. Januar 2006 [BBl 2006 2722]). Dritte können sich dabei durch Imitati-

onswaffen in gleicher Weise bedroht fühlen wie durch funktionsfähige 

Schusswaffen. Es muss verhindert werden, dass es durch eine Bedrohung 

mit einer Imitationswaffe zu einer Traumatisierung von Opfern oder zu ge-

fährlichen Notwehr(hilfe)-oder Fluchtreaktionen kommt, weil das Opfer 

oder Drittpersonen das effektive Ausmass einer Bedrohung falsch ein-

schätzen (vgl. auch Botschaft, a.a.O., S. 2741 f.). Entsprechend soll der 

Zugang zu Imitationswaffen (und auch deren Tragen an öffentlich zugäng-

lichen Orten) erschwert werden (vgl. auch Botschaft, a.a.O., S. 2722). 

 

Diesem Gesetzeszweck entsprechend muss es bei der Frage der Verwech-

selbarkeit sowohl auf die Perspektive eines unmittelbar bedrohten Opfers 

als auch auf diejenige von Drittpersonen ankommen, welche eine fremde 

Bedrohung wahrnehmen und sich deswegen zum Einschreiten veranlasst 

sehen könnten. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Distanzen 

schliessen, auf die es bei der visuellen Beurteilung eines Gegenstands an-

kommen muss. Während das selbst bedrohte Opfer das Tatwerkzeug in 

der Regel wohl aus nächster Nähe wahrnehmen kann, könnte sich eine 

Drittperson im Falle der Verwechselbarkeit eines Gegenstands mit einer 

echten Schusswaffe schon aus grösserer Distanz zu gefährlichen Notwehr-

hilfehandlungen veranlasst sehen. Zu denken ist in diesem Zusammen-

hang namentlich an einen Polizisten, der bei einer Bedrohung einer Dritt-

person entscheiden muss, ob er von seiner Pistole oder seines Destabili-

sierungsgeräts Gebrauch machen will. Pistolen und Destabilisierungsge-

räte werden in der polizeilichen Praxis in der Regel auf Distanzen unter 

10 m eingesetzt (vgl. im Zusammenhang mit Pistolen CLEMENS LOREI, Zu 

verschiedenen Taktiken beim polizeilichen Schießen, Ziff. 3, in: polizei-

aktuell vom 28. Juni 2024, abrufbar unter https://ksv-polizeipraxis.de/zu-

verschiedenen-taktiken-beim-polizeilichen-schiessen/, zuletzt abgerufen 

am 13. Oktober 2025, unter Hinweis auf LOREI/BALANESKOVIC, Schuss-

waffengebrauch gegen Personen in Deutschland 2013-2017, in: Studien 

zum Schusswaffeneinsatz: Polizeilicher Schusswaffengebrauch in 

Deutschland und Europa, Clemens Lorei [Hrsg.], Frankfurt am Main 2020, 

S. 3 ff.; im Zusammenhang mit dem Destabilisierungsgerät Axon Taser 10, 

das von der Kantonspolizei Aargau eingesetzt wird: Die Kantonspolizei 

Aargau setzt jetzt Strom gegen Verbrecher ein: Die Mythen über den Taser 

im Realitäts-Check, AZ vom 19. März 2025; abrufbar unter 

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https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/ausbildung-die-

kantonspolizei-aargau-setzt-jetzt-strom-gegen-verbrecher-ein-die-mythen-

ueber-den-taser-im-realitaets-check-ld.2747705, zuletzt abgerufen am 

13. Oktober 2025). Für die Frage, aus welcher Entfernung die Frage der 

Vergleichbarkeit zu beurteilen ist, erscheint es damit sachgerecht, auf eine 

Beurteilungsdistanz von mehreren Metern abzustellen. Dabei darf auch bei 

suboptimalen Sichtverhältnissen (Dämmerung, schlechter Witterung) keine 

Verwechslungsgefahr entstehen. Weil sich die Verwechselbarkeit somit 

aus einigen Metern Entfernung und nach dem ersten Blick beurteilt, steht 

auch fest, dass es bei der Frage der Verwechselbarkeit in der Regel nicht 

darauf ankommen kann, ob sich die Einzelteile eines schusswaffenähnli-

chen Gegenstands (Patronentrommel, Schlaghammer, Sicherungshebel, 

etc.) bedienen lassen oder ob deren Funktionsfähigkeit lediglich vorge-

täuscht wird. Solches wird sich auf eine Distanz von mehreren Metern bei 

einer primavista-Beurteilung kaum klar erkennen lassen.  

 

3.2.4. 

Aus dem Zusammenhang von Art. 4 Abs. 1 lit. g WG und Art. 6 WV mit 

anderen Gesetzesvorschriften lassen sich keine zusätzlichen Erkenntnisse 

für die Auslegung des Begriffs der Imitationswaffe gewinnen.  

 

3.3. 

Diese allgemeinen Beurteilungsgrundsätze sind auf den konkreten Fall an-

zuwenden: 

 

3.3.1. 

Die fragliche NERF LMTD Destiny 2 Ace, die der Beschuldigte bestellt bzw. 

ohne schriftlichen Vertrag erworben haben soll, verfügt über eine weisse 

Grundfarbe und eine Musterung, die teilweise aus Pokersymbolen besteht. 

Der Abzug zum Abschuss der aus Schaum- und Kunststoff gefertigten 

NERF-Darts sowie der Bügel zum Öffnen der Patronentrommel, das Korn, 

die Mündung und Teile der Patronentrommel sind zudem mit leuchtend 

oranger Farbe versehen.  

 

Der Staatsanwaltschaft ist grundsätzlich darin zuzustimmen, dass die Her-

steller von echten Schusswaffen heutzutage vermehrt auch farbige Pro-

dukte anbieten. Das gilt namentlich auch für den von der Staatsanwalt-

schaft erwähnten Hersteller Chiappa, der den Revolver Rhino in verschie-

denen Farben (Rahmen und Griff) anbietet (vgl. etwa unter 

https://www.shooting-store.ch/ki/Produkte/Waffen/Revolver/Chiappa/Chia-

ppa-Revolver.html, zuletzt abgerufen am 13. Oktober 2025). Farbliche 

Ähnlichkeiten mit der NERF LMTD Destiny 2 Ace weist insbesondere der 

Revolver Chiappa Firearms Rhino Stormhunter .357 Magnum auf, der 

ebenfalls über einen weissen Rahmen und schwarze Schattierungen ver-

fügt, was wohl dem Gegenstand – wie bei der NERF LMTD Destiny 2 Ace 

– einen "used-look" verleihen soll (vgl. etwa https://waffen-friedrichs.com/-

 - 11 - 

 

 

chiappa-rhino-60-ds-stormhunter-357-mag-6-special-edition/, zuletzt ab-

gerufen am 13. Oktober 2025). Hinsichtlich der Bemusterung mit Symbolen 

unterscheiden sich jedoch die NERF LMTD Destiny 2 Ace klar von den 

Standard-Modellen Rhino aus dem Hause Chiappa. Die Chiappa Rhino 

weist im Gegensatz zur NERF LMTD Destiny 2 Ace auch keine leuchtend 

orangen Kennzeichnungen an der Mündung, am Korn oder am Abzug auf. 

Derartige knallbunte Farben wären auch für andere echte Schusswaffen 

untypisch. Gerade solche leuchtbunten Markierungen werden von den 

Herstellern von Spielzeugwaffen dazu verwendet, um diese von echten 

Schusswaffen unterscheidbar zu machen (vgl. auch Urteil des Obergerichts 

Zürich SB230164 vom 10.10.2023 E. III/E. 4.3.1). Sie lassen sich im 

Allgemeinen auch aus einer Entfernung von mehreren Metern ohne 

weiteres erkennen.  

 

3.3.2. 

Der Staatsanwaltschaft ist grundsätzlich auch darin beizupflichten, dass die 

Formsprache der NERF LMTD Destiny 2 Ace derjenigen der echten Waffe 

Chappa Rhino gleicht bzw. dürfte die NERF LMTD Destiny 2 Ace der ech-

ten Schusswaffe Rhino sogar nachempfunden worden sein. Hierfür spricht, 

dass sich der Lauf in beiden Fällen auf der Höhe der untersten Patrone im 

Patronenlager und nicht auf der Höhe der obersten Patrone im Patronen-

lager befindet, wo man ihn eigentlich (bei einer funktionsfähigen Waffe) auf-

grund der Höhe des Schlaghammers vermuten würde. Ausserdem ist die 

Trommel bei beiden Produkten nicht rund, sondern sechseckig ausgebildet. 

Mit dem tiefliegenden Lauf und der sechseckigen Trommel übernimmt zwar 

die NERF LMTD Destiny 2 Ace die Formsprache der Chiappa Rhino, un-

terscheidet sich aber in dieser unorthodoxen Baubeweise deutlich von an-

deren echten Schusswaffen (vgl. dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Ch-

iappa_Rhino, zuletzt abgerufen am 13. Oktober 2025). Obwohl die NERF 

LMTD Destiny 2 Ace in ihrer Formsprache mit der echten Schusswaffe 

Chiappa Rhino vergleichbar erscheint, bestehen erhebliche Unterschiede 

bei der Grösse: Während die Chiappa Rhino in der grössten Version (60 

DS) eine Gesamtlänge von 26.6 cm aufweist (vgl. https://www.waffen-

zimmi.ch/produkt/revolver-chiappa-rhino-6/, zuletzt abgerufen am 13. Ok-

tober 2025), beträgt die Gesamtlänge der NERF LMTD Destiny 2 Ace rund 

48 cm. Auch die Volumina der NERF LMTD Destiny 2 Ace und der Chiappa 

Rhino 60 DS unterscheiden sich signifikant. Zwar gibt es auf dem Markt 

auch Revolver anderer Hersteller mit einer vergleichbaren Gesamtlänge 

wie die NERF LMTD Destiny 2 Ace (z.B. Smith & Wesson Model 500H; 

https://de.wikipedia.org/wiki/Smith_%26_Wesson_Model_500, zuletzt ab-

gerufen am 13. Oktober 2025), diese sind jedoch von ihrer gesamten 

Erscheinung (Form und Volumen) her wiederum nicht verwechselbar mit 

einer NERF LMTD Destiny 2 Ace. Diese ist in Grösse und Volumen derart 

übertrieben ausgebildet, dass man sie auch ohne besondere Fachkennt-

nisse, ohne nähere Prüfung und aus einigen Metern Entfernung selbst bei 

suboptimalen Sichtverhältnissen sofort als Spielzeugwaffe erkennt. 

 - 12 - 

 

 

Hinzu kommt, dass sich die NERF LMTD Destiny 2 Ace auch von ihrer 

Materialisierung her optisch deutlich von einer echten Schusswaffe unter-

scheidet. Es ist auch aus einiger Distanz, bei suboptimalen Sichtverhältnis-

sen und auf den ersten Blick klar erkennbar, dass es sich bei der NERF 

LMTD Destiny 2 Ace um eine billige Massenproduktionsware aus Plastik 

handelt, welche die Anforderungen an eine echte Schusswaffe in Bezug 

auf Festigkeit des Materials nicht erfüllen kann. Daran ändert der Umstand 

nichts, dass es heutzutage grundsätzlich möglich ist, Schusswaffen zumin-

dest teilweise aus Kunststoff (Polymer) herzustellen.  

 

3.3.3. 

Bei einer Gesamtbetrachtung von Grösse, Farbe, Form und Beschaffenheit 

besteht auch aus einiger Distanz, bei suboptimalen Sichtverhältnissen und 

einer primavista-Beurteilung keine ernstzunehmende Gefahr, dass die 

NERF LMTD Destiny 2 Ace mit einer echten Schusswaffe verwechselt wer-

den könnte. Entsprechend ist mit der Vorinstanz von einer Spielzeugwaffe 

auszugehen. Da es an der tatbestandsmässigen Voraussetzung einer Imi-

tationswaffe fehlt, ist der Beschuldigte von den Vorwürfen der Einfuhr einer 

Waffe ohne Bewilligung sowie der Übertragung einer Waffe ohne schriftli-

chen Vertrag freizusprechen.  

 

4. 

4.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. De-

zember 1937 (StGB. SR 311.0) verfügt das Gericht ohne Rücksicht auf die 

Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, 

die zur Begehung einer Straftat gedient haben oder bestimmt waren oder 

die durch eine Straftat hervorgebracht worden sind, wenn diese Gegen-

stände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche 

Ordnung gefährden. 

 

4.2. 

Die Vorinstanz hat die beschlagnahmten Spielzeugwaffen trotz Freispruchs 

eingezogen mit der Begründung, deren Verwechselbarkeit könne kontro-

vers beurteilt werden (vorinstanzlicher Entscheid S. 10).  

 

4.3. 

Der Beschuldigte beantragt mit Anschlussberufung die Herausgabe der 

beiden Spielzeugwaffen, weil sie weder zur Begehung einer Straftat ge-

dient hätten noch dazu bestimmt gewesen oder durch eine Straftat hervor-

gebracht worden seien. Es handle sich um Spielzeuge, die nicht dazu ge-

eignet seien, die Sittlichkeit oder öffentliche Ordnung zu gefährden. Eine 

Verwechselbarkeit liege gerade nicht vor (Anschlussberufungsbegründung 

S. 2).  

 

 - 13 - 

 

 

4.4. 

Eine Sicherungseinziehung nach Art. 69 Abs. 1 StGB scheitert im konkre-

ten Fall schon am erforderlichen Deliktkonnex, haben doch die Spielzeug-

waffen nach dem zuvor Gesagten weder zur Begehung einer Straftat ge-

dient noch waren sie dazu bestimmt oder gingen sie aus einer solchen her-

vor. Für eine Einziehung der beiden NERF LMTD Destiny 2 Ace fehlt es 

überdies am Erfordernis, dass die beschlagnahmten Spielzeugwaffen eine 

konkrete Gefährdung für die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder 

die öffentliche Ordnung bewirken. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicher-

heit im Sinne von Art. 69 Abs. 1 StGB lässt sich entgegen der Vorinstanz 

auch nicht mit der Verwechselbarkeit der Gegenstände mit echten Waffen 

begründen, nachdem es daran gerade fehlt (vgl. vorne, E. 3). Eine straf-

rechtliche Sicherungseinziehung fällt damit ausser Betracht. 

 

Denkbar bliebe eine administrative Einziehung gestützt auf Art. 31 Abs. 2 

WG, worüber die dafür zuständige Verwaltungsbehörde, im Kanton Aargau 

die Kantonspolizei (vgl. Art. 31 WG i.V.m. Art. 30 Abs. 1 der Verordnung 

über die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit [Polizeiverordnung, 

PolV; SAR 531.211]), zu entscheiden hätte. Die Verwaltungsbehörde hat 

eine Prognose über das Risiko der missbräuchlichen Verwendung von be-

schlagnahmten Gegenständen vorzunehmen. Dabei ist sie nicht abhängig 

von strafrechtlichen Erkenntnissen, vielmehr hat sie die öffentliche Ord-

nung und Sicherheit unabhängig davon zu schützen, ob die beschlagnahm-

ten Gegenstände einen Zusammenhang mit einer Straftat aufweisen oder 

eine konkrete Gefährdung besteht (vgl. BGE 150 II 519 E. 4.3.2). Mit Blick 

auf die Einheit der Rechtsordnung sind die Verwaltungsbehörden im 

Grundsatz aber an die (übrigen) tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil 

gebunden. Sie dürfen auch nicht grundlos von den strafrechtlichen Erkennt-

nissen abweichen, ansonsten die Rechtssicherheit gefährdet wäre und un-

gerechtfertigte Wertungsdisparitäten entstünden (BGE 150 II 519 E. 4.5). 

 

Nach dem zuvor Gesagten (vorne, E. 3) handelt es sich bei den beschlag-

nahmten Gegenständen nicht um Waffen im Sinne des Waffengesetzes. 

An diese Erkenntnis ist die Verwaltungsbehörde mit Blick auf den Grund-

satz der Einheit der Rechtsordnung gebunden. Dem Beschuldigten wird 

sodann im konkreten Fall zu Recht keine missbräuchliche Verwendung der 

beschlagnahmten Gegenstände vorgeworfen. Damit fehlt es offensichtlich 

auch an einer rechtlichen Grundlage für eine definitive Einziehung nach 

Art. 31 Abs. 3 WG. Zur Vermeidung eines unnötigen prozessualen Leer-

laufs ist unter diesen Umständen auf eine Überweisung der beschlagnahm-

ten Gegenstände an die Kantonspolizei zu verzichten. Diese sind dem Be-

schuldigten in Gutheissung der Anschlussberufung herauszugeben.  

  

 - 14 - 

 

 

5. 

5.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich als unbegründet und ist 

abzuweisen, während der Beschuldigte mit seiner Anschlussberufung 

durchdringt. Ausgangsgemäss sind die obergerichtlichen Verfahrenskos-

ten auf die Staatskasse zu nehmen.  

 

5.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 

E. 4.1; 137 IV 352 E. 2.4.2). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte An-

spruch auf Ersatz seiner Parteikosten im Berufungsverfahren.  

 

Der freigewählte Verteidiger des Beschuldigten ist gestützt auf die am 

13. Oktober 2025 eingereichte Kostennote für einen Aufwand von 

6.43 Stunden (inkl. Gerichtsverhandlung und Reisezeit) zu einem Ansatz 

von Fr. 240.00, zuzüglich Auslagen von Fr. 71.60 und Mehrwertsteuer, mit 

rund Fr. 1'746.50 aus der Staatskasse zu entschädigen.  

 

5.3. 

Bei diesem Verfahrensausgang erweist sich der vorinstanzliche Kostenent-

scheid nach wie vor als korrekt, weshalb es dabei bleibt.  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldige wird von Schuld und Strafe freigesprochen. 

 

2. 

Die beiden beschlagnahmten Spielzeugwaffen NERF LMTD Destiny 2 Ace 

werden dem Beschuldigten auf Verlangen innert 30 Tagen seit Eintritt der 

Rechtskraft durch das Obergericht herausgegeben.   

 

Werden die Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemäs-

sen Verfügungen. 

 

3. 

3.1. 

Die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten werden auf die Staats-

kasse genommen. 

 

 - 15 - 

 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Verteidiger des Beschuldig-

ten, lic. iur. Fred Hofer, Rechtsanwalt in Baden, für das Berufungsverfahren 

eine Entschädigung von Fr. 1'746.50 auszurichten. 

 

3.3. 

Die Gerichtskasse Laufenburg wird – soweit noch keine Auszahlung erfolgt 

ist – angewiesen, dem Verteidiger des Beschuldigten, lic. iur. Fred Hofer, 

Rechtsanwalt in Baden, für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädi-

gung von Fr. 1'759.10 (inkl. Fr. 131.81 MwSt) auszurichten. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 13. Oktober 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

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