# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e4657bb-a45c-5dac-8821-408b2b6cd966
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 14.11.2008 R 2008 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2008-23_2008-11-14.pdf

## Full Text

R 08 23

4. Kammer 

URTEIL
vom 14. November 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baugesuch und Wiederherstellungsverfügung BAB

1. … ist Eigentümer der in …, Gemeinde …, in der Landwirtschaftszone 

gelegenen Parzelle Nr. 624 (Wohn/Ferienhaus mit Umschwung), welche seit 

einem Zukauf von 938 m2 Land im Juli 2006 ab der angrenzenden Parzelle 

Nr. 623 zwischenzeitlich insgesamt 1'404 m2 umfasst. 

Im Verlaufe des Sommers 2007 begann er den z.T. bereits bestehenden Zaun 

zu erneuern und (über den bestehenden Teil hinaus) weitere Bereiche seiner 

Parzelle neu zu umzäunen. Auf entsprechende Aufforderung hin stellte er am 

15. November 2007 nachträglich bei der Gemeinde ein Gesuch um Sanierung 

und Ausbau des an der Grundstücksgrenze verlaufenden Holzzauns mit der 

Begründung „Grundstücksabgrenzung zum bestmöglichen Schutz vor 

Fremdeinwirkungen“. Ergänzend reichte er am 30. November 2007 noch eine 

Ansicht des geplanten Holzzaunes (Höhe 1.2 m, +/- 5 bis 10 cm) nach.

Am 7. Februar 2008 lehnte der Gemeindevorstand … nach erfolgter Prüfung 

der Unterlagen das Gesuch ab. Der vorgesehene Zaun stehe in keinem 

Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Nutzung des Bodens und sei 

daher auch nicht zonenkonform. Es käme allenfalls die Erteilung einer 

Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24c oder Art. 24 des Bundesgesetzes über 

die Raumplanung (RPG; SR 700) in Frage. Ersterer falle bereits deshalb 

ausser Betracht, weil letztlich ein Neubau eines Zauns angestrebt werde. Ein 

derart ausgestalteter Zaun sei unnötig. Um weidendes Vieh vom Wohnhaus 

wegzuhalten, genüge ein saisonal eingerichteter Elektroweidezaun, welcher 

nach aussen moderat und lediglich temporär in Erscheinung trete. Damit sei 

bereits gesagt, dass eine Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 24 RPG 

ebenfalls ausser Betracht falle. Weil er das Bauvorhaben keiner 

nachträglichen Baubewilligung als zugänglich erachte, ordnete der 

Gemeindevorstand gleichzeitig an, dass die bereits erstellten Bauteile bis am 

30. April 2008 abzubrechen und der ursprüngliche Zustand wieder 

herzustellen seien. Ausserhalb des seit Jahren vorhandenen Zauns östlich 

der Liegenschaft dürften keine weiteren baulichen Veränderungen, wie 

Anlegung eines Sitzplatzes etc., vorgenommen werden. Von der Ausfällung 

einer Busse werde abgesehen, da dem Gesuchsteller durch die vorzeitige 

Zaunerstellung kein finanzieller Nutzen entstanden sei. Die Baupolizeigebühr 

wurde mit CHF 100.00 bemessen.

2. Dagegen reicht … beim Verwaltungsgericht am 5. März 2008 frist- und 

formgerecht Beschwerde ein, mit dem sinngemäss enthaltenen Antrag nach 

Aufhebung des angefochtenen Entscheides und Erteilung einer 

Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24c RPG. Zur Begründung machte er im 

Wesentlichen geltend, dass sein Grundstück bereits bis anhin eingezäunt 

gewesen sei. Die Erneuerung der bestehenden Zaunteile müsse, ebenso wie 

deren Erweiterung, möglich sein, zumal der Zaun nötig sei. Er wies dabei auf 

den fehlenden Absturzschutz (im Bereich unterhalb der kantonalen 

Verbindungsstrasse) und die mit einer Umzäunung einhergehende 

Verbesserung der Verkehrssicherheit im fraglichen Bereich hin. Ferner 

verbessere ein Zaun auch den Steinschlagschutz, da er herabfallende Steine 

zurückhalte. Mit einem Zaun könnte auch der Garten vor Wild geschützt 

werden. Der Zaun werde sich nach wenigen Monaten auch farblich gut ins 

Landschaftsbild einfügen (natürliche Verwitterung des Holzes), allenfalls 

könnte auch mit einer Auflage (so zur Farbwahl, oder durch eine 

Sichtschutzbepflanzung) den ästhetischen Vorgaben nachgelebt werden. 

Zäune seien in allen Zonen der Region weit verbreitet; deren Höhe bewege 

sich jeweils zwischen 0,87 - 1,2 m).

3. Die Gemeinde … beantragte die  Abweisung der Beschwerde. Entgegen der 

Darstellung des Beschwerdeführers sei der im Jahre 2006 erworbene 

Landwirtschaftsboden (963 m2) mit Ausnahme der nördlichen Abgrenzung 

entlang der kantonalen Verbindungstrasse nie mit einem festen Zaun 

versehen gewesen. Folglich handle es sich hier um die Neuerstellung eines 

Zauns, womit Art. 24c RPG nicht zum Tragen kommen könne. Um Vieh vom 

Grundstück fernzuhalten, genüge ein während des zeitlich limitierten 

Weidgangs aufgestellter Elektroweidezaun. Deswegen sei auch eine 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG nicht möglich. Es könne dahingestellt 

bleiben, ob dem Bauvorhaben überwiegende Interessen entgegenstünden.

4. Das beigeladene kantonale Amt für Raumentwicklung (ARE) hielt fest, dass 

das Bauvorhaben seitens der kantonalen Stellen noch nicht geprüft worden 

sei. Gemäss Zonenplan vom 16. Juni 2006 befinde sich der entlang der 

nördlichen Abgrenzung der Parzelle 624 führende Zaun teils in der 

Landwirtschaftszone, teils im Wald. Der übrige Teil der entlang der Ost- resp. 

Südgrenze von Parzelle 623 führende Zaun befinde sich in der 

Landwirtschaftszone. Unklar sei, ob ein neuer Zaun erstellt oder ein bereits 

bestehender Zaun geändert worden sei. Es sei zu prüfen, ob der fragliche und 

nicht landwirtschaftlichen Zwecken dienende Holzzaun, der sich teils im Wald 

und grösstenteils in der Landwirtschaftszone befinde, gestützt auf Art. 24 oder 

24c RPG nachträglich bewilligt werden könne. Mit der Gemeinde sei davon 

auszugehen, dass der Zaun nicht standortgebunden sei und ein saisonal 

eingerichteter Weidezaun den verfolgten Zielen (Fernhaltung von Vieh) 

genüge. Ein 1.2 m hoher Holzzaun stelle sodann weder einen wirksamen 

Schutz vor Wildverbissschäden dar, noch könne er die Steinschlaggefahr 

vermindern. Er diene vorliegend lediglich der Einfriedung eines weder 

standortgebundenen noch zonenkonformen Wohnhauses. Art. 24c RPG 

komme in erster Linie auf solche Bauten und Anlagen zur Anwendung, welche 

vor dem 1. Juli 1972 errichtet worden seien. Ein bestimmungsgemäss 

nutzbarer, zonenfremder Zaun könne ausserhalb der Bauzonen erneuert, 

teilweise geändert, massvoll erweitert oder wieder aufgebaut werden, sofern 

er rechtmässig erstellt oder geändert worden sei. In jedem Fall bleibe die 

Vereinbarung mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung, wie etwa mit den 

Natur- und Landschaftsschutzinteressen gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG 

vorbehalten. Art. 42 der Raumplanungsverordnung (RPV, SR 700.1) 

konkretisiere die Besitzesstandsnorm von Art. 24c RPG. Ob die Identität der 

Baute einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt 

bleibe, sei unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen.

5. Mit Verfügung vom 11. April 2008 erteilte der Instruktionsrichter der 

Beschwerde die anbegehrte aufschiebende Wirkung.

6. In einem zweiten Schriftenwechsel erhielten die Parteien die Gelegenheit die 

von ihnen vertretenen Rechtsstandpunkte zu ergänzen und zu vertiefen. Das 

ARE beantragte neu die Abweisung der Beschwerde. Es hielt fest, dass … 

auf der (ehemals) 466 m2 grossen Parzelle Nr. 624 im Jahre 1967 ein 

Wohnhaus erstellt und im Jahre 2006 eine 938 m2 grosse Teilfläche der östlich 

angrenzenden Parzelle 623 erworben habe. Das dabei neu erworbene 

Teilstück sei in der Folge in die Hausparzelle integriert worden. Es könne 

daher davon ausgegangen werden, dass entlang der östlichen Grenze der 

ursprünglichen Hausparzelle Nr. 624 bereits ein ca. 19 m langer Zaun 

bestanden habe. Ebenso sei auf dem (vormaligen) Teil von Parzelle Nr. 623  

entlang der nördlichen Abgrenzung parallel zur dort vorbeiführenden 

Kantonsstrasse ein Zaun vorhanden gewesen, der vermutungsweise eine 

Länge von ca. 45 m aufgewiesen und dem Viehtrieb, mithin 

landwirtschaftlichen Zwecken, gedient habe. Nicht mehr eruierbar sei, ob die 

ursprüngliche Hausparzelle Nr. 624 gänzlich oder nur teilweise eingefriedet 

gewesen sei, d.h. ob längs der nördlichen, ca. 45 m langen 

Grundstücksgrenze resp. längs der südwestlichen und ca. 48 m langen 

Grundstücksgrenze ebenfalls ein Zaun vorhanden gewesen sei. Gemäss 

Baugesuch solle der an der östlichen Grenze 19 m lange Holzzaun 

abgerissen, ca. 45 m ostwärts verschoben und in einer Länge von ca. 25 m 

neu errichtet werden. Zudem solle der von Parzelle 623 2006 erworbene 

Grundstücksteil entlang seiner nördlichen Abgrenzung auf einer Länge von 

ca. 46 m sowie längs seiner südwestlichen Abgrenzung auf einer Länge von 

rund 47 m eingezäunt werden, was durch den Beschwerdeführer bereits 

weitgehend ausgeführt sei. Die umschriebene Verlängerung des Zauns 

entlang der Ostgrenze der ursprünglichen Hausparzelle resp. dessen 

Verschiebung um 45 m nach Osten und der Wiederaufbau auf einer Länge 

von 25 m seien nun aber weder mit dem Grundsatz der Identitätswahrung 

noch mit den Bewilligungsvoraussetzungen für einen Abbruch und 

Wiederaufbau nach Art. 42 Abs. 4 RPV vereinbar. Zudem erscheine der Zaun 

in der Landwirtschaftszone als künstlich geschaffenes Element und sei mit 

Art. 3 Abs. 2 lit. b und d RPG nicht vereinbar, weil es sich nicht mehr um eine 

geringfügige Standortverschiebung handle. Selbst wenn die Grenzwertregel 

von Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV (30%-ige Erweiterung) anwendbar wäre, könnte 

das Bauvorhaben nicht bewilligt werden. Die Hausparzelle habe früher einen 

Zaun mit einer Gesamtlänge von 112 m aufgewiesen. Er solle jetzt um 99 m 

verlängert werden, was einer prozentualen Erweiterung der Zaunlänge von 

88% entspreche. Sofern nur auf den ehemaligen Zaun entlang der Ostseite 

(Länge rund 19 m) abgestellt werden müsste, würde die zulässige 30%-ige 

Erweiterung gar um ein Vielfaches überschritten.

7. Weil Teile des vorbestehenden und projektierten Zaunes im Waldareal liegen, 

lud der Instruktionsrichter noch das kantonale Amt für Wald bei. Dieses hielt 

in seiner Vernehmlassung fest, dass die Strasse, welche die Bestockung zum 

Wald abgrenze, rund 3.75 m breit sei. Gemäss den kantonalen Richtlinien für 

die Waldfeststellung gelte die beidseitige Bestockung als 

zusammenhängender Bestand. Der Zaun im Wald sei in dieser Ausführung 

nicht notwendig; um den Durchtrieb vom Vieh auf den Weg zu leiten, erweise 

sich ein temporärer Zaun als ausreichend.

8. Die Parteien erhielten daraufhin die Gelegenheit, zur Vernehmlassung des 

AfW Stellung zu nehmen. Während die Gemeinde ausdrücklich darauf 

verzichtete, sah das ARE von der Einreichung einer solchen ab. Der 

Beschwerdeführer hielt demgegenüber und unter Hinweis auf verschiedene 

Zäune in der näheren und weiteren Umgebung seiner Parzelle an seiner 

Auffassung fest. Ferner rügte er die Berechnung des ARE.

9. Am 26. August 2008 führte die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts einen 

Augenschein durch, an welchem der Beschwerdeführer und der 

Gemeindepräsident sowie ein Vertreter des AfW teilnahmen. Allen 

Anwesenden wurde dabei Gelegenheit geboten, sich zu allen aufgeworfenen 

Fragen auch noch mündlich ausführlich zu äussern. Aufgrund der 

Erkenntnisse und einer Anregung des Gerichts am Augenschein wurde das 

Beschwerdeverfahren zwecks einvernehmlicher Regelung bis 31. Oktober 

2008 sistiert. Nach Ablauf der Sistierungsfrist teilten die Parteien dem Gericht 

jedoch das Scheitern ihrer Bemühungen mit.

Auf die Ausführung der Parteien am Augenschein und ihre weiteren 

Darlegungen in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Baubescheid vom 7. Februar 2008, mit welchem 

das Bauvorhaben „Holzzaun“ zum Schutz vor Fremdeinwirkung auf der 

Grundstücksgrenze von Parzelle Nr. 624 (Ziff. 1 - 4) abgewiesen und der 

Abbruch des rechtswidrig erstellten Zauns bis Ende April 2008 angeordnet 

worden ist.

2. a) Kraft Art. 94 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 107 Abs. 2 Ziff. 6 des 
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) sind 

materiell vorschriftswidrige Zustände auf Anordnung der zuständigen 

Behörde zu beseitigen, gleichgültig, ob für deren Herbeiführung ein 

Bussverfahren durchgeführt wurde. Unabdingbare Voraussetzung für die 

Anordnung einer Wiederherstellung ist - wie sich der zitierten Bestimmung 

unschwer entnehmen lässt - das Vorliegen eines materiell vorschriftswidrigen 

Zustandes. Ob ein solcher vorliegt, ist vorerst im Rahmen eines 

nachträglichen Baubewilligungsverfahrens zu prüfen, wobei, wenn die 

materielle Vorschriftswidrigkeit seiner baulichen Vorkehren bejaht werden 

kann, die Wiederherstellung grundsätzlich (ganz oder teilweise) angeordnet 

werden darf.   

b) Wie letztlich auch der Beschwerdeführer mit seinem Antrag erkannt hat, 

erweist sich das Bauvorhaben „Holzzaun“ weder hinsichtlich seines in der 

Landwirtschaftszone noch (im nördlichen Bereich, entlang der kantonalen 

Verbindungstrasse) in der Forstwirtschaftszone gelegenen Teils als 

zonenkonform im Sinne von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG i.V. mit Art. 16 RPG, da 

der Zaun für die Bewirtschaftung dieser Flächen weder wegen der 

Bodenbeschaffenheit noch aus technischen Gründen erforderlich noch 

(mangels eines Land- und/oder Forstwirtschaftsbetriebes) betriebsnotwendig 

ist. Zur Fernhaltung des Viehs genügt ein saisonal aufgestellter Weidezaun 

bzw. zum (wirksamen) Schutz vor Wildverbiss müsste ein weit höherer (PVG 

1997, Nr. 52) - i.c. jedoch nicht notwendiger - Zaun erstellt werden. Auch die 

angeführten weiteren Überlegungen (Schutz vor Steinschlag, 

Verkehrssicherheit) sind angesichts der Beschaffenheit und Situierung des 

Zauns nicht geeignet, die Zonenkonformität des Bauvorhabens zu begründen. 

Weil bei Landwirtschaftsbetrieben der Begriff der Zonenkonformität im 

Wesentlichen mit dem Begriff der Standortgebundenheit gemäss Art. 24 Abs. 

1 RPG übereinstimmt (vgl. BGE 125 II 278 ff., Erw. 3a) und die 

Voraussetzungen an ein (standortgebundenes) Bauvorhaben in der 

Forstwirtschaftszone noch strenger sind, ist bereits gesagt, dass der Holzzaun 

am geplanten Standort auch nicht standortgebunden sein kann. Die 

Vorinstanz hat daher zu Recht von der Erteilung einer ordentlichen 

Baubewilligung gestützt auf Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG i.V. mit Art. 16 f. sowie 

Art. 18 Abs. 3 RPG bzw. einer Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 24 Abs. 

1 RPG abgesehen. Zu prüfen bleibt, ob es allenfalls der Erteilung einer 

Ausnahmebewilligung gestützt auf die Ausnahmeregelungen von Art. 24a ff. 

RPG zugänglich ist, wobei sich die Prüfung - angesichts des oben 

Ausgeführten - auf die Vorgaben von Art. 24c RPG beschränken kann.

3. a) Gemäss Art. 24c RPG können bestehende zonenwidrige Bauten und Anlagen 

in Nichtbauzonen mit Bewilligung der zuständigen Behörde erneuert oder 

wiederhergestellt werden, sofern sie bestimmungsgemäss nutzbar und 

rechtmässig erstellt oder geändert worden sind (Bestandesgarantie). In jedem 

Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung 

vorbehalten (Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG). Diese Vorschrift findet gemäss Art. 41 

RPV indes nur Anwendung, wenn die Baute bzw. Anlage ursprünglich in 

Übereinstimmung mit dem materiellen Recht erstellt wurde und folglich erst 

durch die nachträgliche Änderung von Erlassen oder Plänen zonenwidrig 

wurde. In aller Regel handelt es sich hierbei um das Inkrafttreten des ersten 

Gewässerschutzgesetzes am 1. Juli 1972. Damit wird für landwirtschaftliche 

Bauten, die vor obgenanntem Datum ihre landwirtschaftliche Bestimmung 

verloren haben, die Erweiterungsmöglichkeit eröffnet (vgl. Walter Haller/Peter 

Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. Aufl., Zürich 1999, S. 152, 

193 ff.; Peter Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. 

Aufl., Bern 2002, S. 194 ff., 207 ff.; VGU R 07 36). Ferner sind Änderungen 

an Bauten und Anlagen, auf die Artikel 24c RPG anwendbar ist, nur dann 

zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer 

Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt und das Bauvorhaben 

zudem auch mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist (Art. 

24c Abs. 2 RPG; Art. 42 Abs. 1 RPV). Ob die Identität im Wesentlichen 

gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen. 

Bei Erweiterungen von Nutzflächen ist die Identität in jedem Fall nicht mehr 

gewahrt, wenn die massgebliche und zonenwidrig genutzte Fläche u.a. nach 

aussen um mehr als 30% erweitert wird (Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV). Im Rahmen 

der Besitzstandsgarantie dürfen sodann Anlagen u.a. dann abgebrochen und 

- allenfalls mit Standortverschiebung - wieder aufgebaut werden, wenn dies 

objektiv geboten erscheint und der Standort der Ersatzanlage von demjenigen 

der früheren Anlage geringfügig abweicht (Art. 42 Abs. 4 RPV).

b) Aufgrund der Akten und der Erkenntnisse am Augenschein ist davon 

auszugehen, dass die zwischen der kantonalen Verbindungsstrasse und 

einem davon abgehenden, landwirtschaftlichen Strässchen liegende, bereits 

im Jahre 1967 mit einem Wohnhaus überbaute, damals lediglich ca. 466 m2 

umfassende ehemalige Parzelle Nr. 624 bereits vor 1972 vollständig mit 
einem Zaun bestückt war. Diese Umzäunung wurde aber seither nur 

eingeschränkt unterhalten und war daher mangels Unterhalt seit längerem 

nicht mehr in allen Teilen bestimmungsgemäss nutzbar. Letzteres trifft 

insbesondere auf den Zaun entlang der kantonalen Verbindungsstrasse 

(zwischen Einmündung und alter Grenze der Parzelle Nr. 624, ca. 45 m) zu. 

Diesbezüglich hat der Beschwerdeführer nämlich selbst ausgeführt, dass dort 

„verfallene und beschädigte Zaunteile nicht mehr ersetzt worden seien“. 

Ferner ist davon auszugehen, dass das im Jahre 2006 gegen Osten hin ab 

Parzelle Nr. 623 zugekaufte Land (938 m2), das in der Folge mit der Parzelle 

Nr. 624 vereinigt worden ist, lediglich entlang der kantonalen 

Verbindungsstrasse - nicht aber im Süden, im Bereich gegen das unterhalb 

vorbeiführende landwirtschaftliche Strässchen und auch nicht gegen Osten 

hin - einen Zaun (ca. 46 m) aufwies, wobei dessen Erstellung jedoch 

unbestrittenermassen lange nach 1972 erfolgte. 

c) Gemäss dem bei den Akten liegenden Baugesuch vom 15. November 2007 

soll der entlang der östlichen Grenze der früheren Hausparzelle Nr. 624 

führende, rund 19 m lange Holzzaun abgerissen, ca. 45 m ostwärts 

verschoben und dort in einer Länge von ca. 25 m neu errichtet werden. 

Sodann soll der im Jahre 2006 neu erworbene Grundstücksteil entlang der 

nördlichen Grenze (ca. 46 m) sowie im Süden (rund 47 m) neu eingezäunt 

werden. Wie sich am Augenschein gezeigt hat, wurde das Bauvorhaben mit 

einer Gesamtlänge von rund 211m bereits weitgehend realisiert. Im Lichte der 

oben gemachten Vorgaben zeigt sich nun ohne weiteres, dass das 

umschriebene Bauvorhaben (Abbruch des in Hausnähe gelegenen ca. 19 m 

langen Zaunteils entlang der ehemaligen Ostgrenze der alten Parzelle Nr. 

624; Wiederaufbau des Zauns an der neuen Ostgrenze der erweiterten 

Parzelle Nr. 624 mit einer Länge von 25 m, Standortverschiebung um rund 45 

m) weder mit den oben erwähnten Bewilligungsvoraussetzungen nach Art. 42 

Abs. 4 RPV noch mit den Schutzzielen von Art. 3 Abs. 2 lit. b und d RPG 

vereinbar ist. Objektive Gründe, welche eine Standortverschiebung des 

Zaunes im vorgesehenen Masse rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich. 

Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Überlegungen stellen lediglich 

Wünsche dar, die aber kein objektives Bedürfnis für den geplanten Abbruch 

und Wiederaufbau des Zaunes entlang der östlichen Grenze der Parzelle Nr. 

624 zu rechtfertigen vermögen. Der Beschwerdeführer verkennt sodann auch, 

dass sein Bauvorhaben bereits aufgrund der grossen Distanz der geplanten 

Verschiebung (45 m) offenkundig gegen den mit Art. 42 Abs. 1 und 3 RPV 

umschriebenen Grundsatz der Identitätswahrung verstösst, was bereits für 

sich allein betrachtet die Abweisung des Bauvorhabens rechtfertigt.

d) Das geplante Bauvorhaben lässt sich in seiner Gesamtheit auch nicht gestützt 

auf die Grenzwertregel von Art. 42 Abs. 3 lit. b RPG (30%-Regel) bewilligen, 

weil es das zulässige Mass offensichtlich bei weitem überschreitet. Wie oben 

ausgeführt, war zwar die ursprüngliche Hausparzelle bereits vor 1972 zur 

Gänze umzäunt. Es bestanden also zusammenhängende Zaunteile in der 

Länge von ca. 19 m entlang der östlichen Grenze, von ca. 45 m entlang der 

kantonalen Verbindungsstrasse sowie von ca. 48 m entlang des ins unterhalb 

gelegene Landwirtschaftsland führenden Meliorationssträsschens. Dies 

entsprach damals einer Gesamtlänge von 112 m Zaun. Aufgrund fehlenden 

Unterhalts und Untergangs nicht mehr herangezogen können für die 

Berechnung der Ausgangslage heute der ehemals rund 45 m lange Zaunteil 

entlang der kantonalen Verbindungsstrasse. Seine bestimmungsgemässe 

Nutzbarkeit ist zufolge fehlenden Unterhalts längst untergegangen. Nicht 

berücksichtigt werden darf in diesem Zusammenhang sodann auch der auf 

dem zugekauften Grundstücksteil gelegene, lange nach 1972 erstellte Zaun 

(ca. 46 m) entlang der kantonalen Verbindungsstrasse. Dies deshalb, weil er 

eingestandenermassen lediglich dem Viehtrieb von Dritten, also - weil 

grundstücksunabhängig - nichtlandwirtschaftlichen Zwecken diente, was 

einen Bewilligung gestützt auf Art. 24c RPG ebenfalls ausschliesst. Damit 

steht aber fest, dass für eine Bewilligung gestützt auf die eben erwähnte 

Bestimmung bestenfalls noch eine Zaunlänge von rund 77 m herangezogen 

werden kann und darf, wodurch ohne weiteres gesagt ist, dass die geplante 

Erweiterung des Zauns (neu auf rund 211 m) den zulässigen 

Erweiterungsrahmen (von 30%) bei weitem überschreitet. Die streitige 

Bewilligungsverweigerung erweist sich auch aus dieser Sicht betrachtet ohne 

weiteres als rechtens, weshalb die Beschwerde diesbezüglich auch 

abzuweisen ist.

4. a) Erweist sich das Bauvorhaben als materiell baurechtswidrig, durfte die 

Gemeinde im Lichte der eingangs erwähnten Bestimmung betrachtet auch die 

Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes anordnen. 

b) Hinsichtlich des Umfangs der vorliegend erforderlichen Wiederherstellung 

wird die Gemeinde jedoch nicht umhin kommen, diese - anstelle der pauschal 

angeordneten Massnahme - konkreter auszugestalten. Wie oben ausgeführt, 

ist zwar das konkrete Bauvorhaben in seiner Gesamtheit offensichtlich 

baurechtswidrig und keiner nachträglichen Bewilligung zugänglich. Soweit der 

alte Zaun (immerhin auf einer Länge von 77 m) aber noch 

bestimmungsgemäss nutzbar war (und ist), kann dem Beschwerdeführer die 

Erweiterung (30% Regel) nicht verweigert werden. Ebenso wird die 

Bewilligungsfähigkeit des rund 46 m langen Zaunteils (auf dem ehemals zur 

Parzelle Nr. 623 gehörenden Land entlang der kantonalen 

Verbindungsstrasse) im Benehmen mit dem ARE noch genauer zu prüfen 

sein. Danach wird in dem den eben umschriebenen Rahmen übersteigenden 

Umfang die Wiederherstellung (Abbruch der bereits erstellten Zaunteile) 

anzuordnen und vom Beschwerdeführer dann innert einer neu 

anzusetzenden Frist auch zu vollziehen sein. Die Beschwerde ist daher in 

diesem Sinne abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des 

Beschwerdeführers (Art. 73 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

[VRG; BR 370.100]). Von der Zusprechung einer Parteientschädigung an die 

Beschwerdegegner kann abgesehen werden, da sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegten (Art. 78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 344.--

zusammen Fr. 1'844.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.