# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b50ec12b-b219-5e3a-9f4b-473446eea607
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.06.2008 IV 2007/24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-24_2008-06-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/24

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 25.06.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2008
Art. 8 Abs. 1, 8 Abs. 3 lit. b, 18 Abs. 1 und 28 Abs. 1 IVG; Art. 16 ATSG. 
Prüfung des Rentenanspruchs und des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 
2008, IV 2007/24). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_728/2008.

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Ver-sicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 25. Juni 2008

in Sachen

D.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Auer, Bahnhofstrasse 32A, Postfach, 

8360 Eschlikon TG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente; Arbeitsvermittlung

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Sachverhalt:

A.   

D.___, geb. 1951, meldete sich am 23. August 2004 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an. Dr. med. A.___ bescheinigte am 14. September 2004 unter 

anderem die Diagnosen eines chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms sowie 

einer psychischen Überlastungssituation. Der Arzt legte dar, der Beschwerdeführer sei 

seit Anfang 1999 in seiner Behandlung. Seit Anfang 2004 hätten die Beschwerden 

zugenommen; die psychische Situation sei intensiviert worden. Seit dem 23. April 2004 

bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 10). Nach Durchführung von ärztlichen 

und erwerblichen Abklärungen eröffnete die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem 

Versicherten mit Verfügung vom 9. Juni 2006, bei einem Invaliditätsgrad von 35% 

(Valideneinkommen von Fr. 64'717.-- und Invalideneinkommen von Fr. 41'990.--) 

bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente (IV-act. 45). In einer gleichentags erlassenen 

weiteren Verfügung gab die IV-Stelle dem Versicherten bekannt, die Arbeitsvermittlung 

sei zur Zeit nicht möglich. Sie werde daher abgeschlossen. Gemäss den Unterlagen 

fühle er sich nicht im Ausmass der attestierten Arbeitsfähigkeit von 80% arbeitsfähig 

(IV-act. 46). Die gegen diese Verfügungen vom Rechtsvertreter des Versicherten 

erhobene Einsprache (IV-act. 48, 52) wies die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 

27. November 2006 ab.

B.  

B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Max Auer, 

Eschlikon, für den Versicherten mit Eingabe vom 12. Januar 2007 Beschwerde mit den 

Anträgen, der Entscheid sowie die Verfügungen vom 9. Juni 2006 seien aufzuheben 

und es sei dem Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente seit 1. September 2005 

zuzusprechen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, es sei 

aktenmässig ausgewiesen, dass auch der Einsatzbereich des Beschwerdeführers bei 

sehr leichten und leichten Tätigkeiten deutlich eingeschränkt sei, und dass er deshalb 

nicht ohne weiteres eine Arbeitsstelle, auch in einem Teilzeitpensum mit einer leichten 

Belastung, ohne irgendeine Einschränkung annehmen könne. Das psychiatrische 

Konsilium gemäss MEDAS-Gutachten sei in sich widersprüchlich und deshalb nur 

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bedingt aussagekräftig; im Minimum aber lasse sich daraus lediglich eine 

Arbeitsfähigkeit von maximal 70% ableiten. Diesbezüglich aussagekräftiger und 

glaubwürdiger sei das Arztgutachten von Dr. med. B.___ vom 4. Februar 2006, wonach 

der Beschwerdeführer für jede Tätigkeit zu 70% arbeitsunfähig sei und die 

Beschwerden einen invalidisierenden Charakter hätten. Dass Dr. B.___ nicht eine 

Gefälligkeitsbescheinigung erstellt habe, belege der aktuellste Arztbericht von Dr. med. 

C.___, welcher dem Beschwerdeführer ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 60% 

attestiere. Dabei sei zu berücksichtigen, dass der psychiatrische Konsiliararzt der 

MEDAS den Beschwerdeführer lediglich einmal während rund einer Stunde gesehen 

habe. Alle anderen Ärzte hätten den Beschwerdeführer mehrfach untersucht und 

könnten deshalb eine verlässlichere Diagnose abgeben. Es sei im Minimum von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 60%, im Eventualfall aber in jedem Fall von 30% auszugehen. 

Der konkrete Einkommensvergleich mit einem Leidensabzug von 10% ergebe dann 

Anspruch auf eine ganze Rente, im Minimum aber auf eine halbe Rente. Aufgrund des 

MEDAS-Gutachtens sei ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf 

berufliche Massnahmen und auch auf Arbeitsvermittlung besitze. Der 

Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm (act. G 1.1.2) belege auch, dass der 

Beschwerdeführer motiviert sei.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2007 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 

Darlegungen im angefochtenen Entscheid.

B.c Mit Eingabe vom 28. Februar 2007 reichte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers ein psychiatrisches Gutachten von Dr. med. C.___, Klinik Teufen, 

vom 19. Februar 2007 ein (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine 

Stellungnahme.

Erwägungen:

1.   

1.1  Streitig ist zum einen, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine IV-Rente hat. 

Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (Erwägung 1) die 

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rechtlichen Grundlagen der Rentenzusprechung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. 

- Dr. med. E.___ bestätigte im Bericht vom 14. Dezember 2004 eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht für eine körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit. Sodann hielt er fest, der psychiatrische Konsiliararzt 

attestiere eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20% (IV-act. 15-6/39f). Dr. med. F.___, 

Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte am 2. Oktober 2004 

Verstimmungszustände bei chronischem Schmerzsyndrom infolge körperlicher 

Krankheit diagnostiziert und eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20% aus 

psychischen Gründen bescheinigt (IV-act. 15-17/39). Von Seiten der Klinik Valens 

wurde am 5. April 2005 festgehalten, für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit sollte 

der Beschwerdeführer unter Vermeidung von Überkopfarbeiten weiterhin zu 100% 

arbeitsfähig sein (IV-act. 20-3/3). Im Bericht vom 17. Mai 2005 hielt die IV-

Eingliederungsberaterin fest, in der Stellensuche werde der Beschwerdeführer 

weiterhin über das RAV betreut. Seitens der beruflichen Eingliederung könne ihm kein 

vernünftiges Angebot gemacht werden. Auch fühle sich der Beschwerdeführer nicht im 

attestierten Ausmass von 80% arbeitsfähig (IV-act. 24-1/2). Dr. med. B.___, Spezialarzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, bescheinigte im Bericht vom 4. Februar 2006, dass 

der Beschwerdeführer seit dem 29. April 2005 in seiner Behandlung stehe. Es liege 

eine mittelgradige depressive Störung mit somatischen Symptomen auf dem Boden 

einer anankastischen Persönlichkeit vor; sodann bestehe ein chronifiziertes 

Schmerzsyndrom. Aus rein psychiatrischer Sicht halte er (der Arzt) ihn zumindest zu 

70% arbeitsunfähig. Auch den eventuellen Rest seiner Arbeitsfähigkeit könne man 

nicht in eine normale Tätigkeit investieren, sondern nur in einem geschützten Rahmen 

realisieren (IV-act. 53). Gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 7. April 2006 leidet der 

Beschwerdeführer an einem chronischen lumbospondylogenen und 

zervikospondylogenen Syndrom, einer chronischen Tendinopathie der 

Supraspinatussehne beidseits, einer leichten Varusgonarthrose beidseits, einer 

Femoropatellararthrose rechts und einer depressiven Reaktion. Die bisherige Tätigkeit 

als Bauarbeiter und Hilfsmaurer sei (seit 23. April 2004) nicht mehr zumutbar. Für 

körperlich leichte, wechselnd belastende und nur gelegentlich mit mittelschweren 

Arbeiten dotierte Tätigkeiten bestehe (ab 17. März 2006) eine Arbeitsfähigkeit von 80%, 

wobei die psychiatrischen Befunde die Grenzen setzen bzw. in einer körperlich 

adaptierten Tätigkeit die Arbeitsunfähigkeit von 20% bewirken würden (IV-act. 38). Dr. 

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A.___ bestätigte am 21. April 2006, dass dem Beschwerdeführer eine leichte, nicht 

rückenbelastende Tätigkeit zu 50% zumutbar sei (IV-act. 54). Die IV-

Eingliederungsberaterin hielt im Bericht vom 19. Mai 2006 unter anderem fest, mit 

Bezug auf die 50%-Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung und die Weigerung 

des Beschwerdeführers, bei einem Einsatzprogramm (50%) der 

Arbeitslosenversicherung mitzuwirken, sowie aufgrund seiner Überzeugung, diesem 

Einsatz weder physisch noch psychisch gewachsen zu sein, werde klar, dass sich der 

Beschwerdeführer weiterhin nicht im Ausmass der von der MEDAS attestierten 

Arbeitsfähigkeit von 80% arbeitsfähig fühle. Er habe auch nach Beendigung der 

Rahmenfrist die Möglichkeit, vom RAV als Stellensuchender begleitet zu werden. Eine 

durch die IV unterstützte Stellensuche könne nicht empfohlen werden. Nebst der 

subjektiven Krankheitsüberzeugung würden auch IV-fremde Faktoren wie Alter, 

Ausbildung und Sprachproblematik mitwirken (IV-act. 41-1/2).

1.2  Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es liegen sich widersprechende Einschätzungen vor. 

Während der Internist Dr. E.___ im Dezember 2004 und die Klinik Valens im April 2005 

aus somatischer (rheumatologischer) Sicht für eine angepasste Tätigkeit eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bescheinigten (IV-act. 15-6/39; 20-3/3), erachtete 

der Hausarzt Dr. A.___, ohne dass sich zwischenzeitlich eine gesundheitliche 

Veränderung ergeben hätte, im April 2006 lediglich eine 50%-Tätigkeit zumutbar (IV-

act. 54). In psychiatrischer Hinsicht hatte Dr. F.___ im Oktober 2004 eine höchstens 

20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt (IV-act. 15-7/39), wohingegen 

Dr. B.___ im Februar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von zumindest 70% als gegeben 

erachtete (IV-act. 53). Die Ärzte der MEDAS gaben die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers gestützt auf eine im Februar 2006 erfolgte multidiziplinäre 

Abklärung in der angestammten Tätigkeit mit 100% an, erachteten jedoch in einer 

anderen Tätigkeit eine Einschränkung von lediglich 20% - dies im Wesentlichen aus 

psychiatrischen Gründen - als gegeben (IV-act. 38). Daraus kann nicht ohne weiteres 

auf die Notwendigkeit weiterer Sachverhaltsabklärung geschlossen werden. Dies wäre 

nur dann der Fall, wenn keine der Schätzungen zu überzeugen vermöchte. Dabei ist zu 

beachten, dass bei Zusammentreffen verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen 

sich deren erwerbliche Auswirkungen in der Regel überschneiden, weshalb der Grad 

der Arbeitsunfähigkeit diesfalls aufgrund einer sämtliche Behinderungen umfassenden 

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ärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist. Eine blosse Addition der mit Bezug auf 

einzelne Funktionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten 

Arbeitsunfähigkeitsgrade ist nicht zulässig (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 3. März 2003 i/S E. [U 850/02] Erw. 6.4.1).

1.3  Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Hausärzten dürfen nicht generell unter 

Verweis auf eine mögliche Befangenheit als unbeachtlich beiseite geschoben werden. 

Für die Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Hausärzte wird 

regelmässig vorgebracht, die Hausärzte hätten sich lange und intensiv um die 

Gesundheitsbeeinträchtigungen ihrer Patienten gekümmert und könnten diese deshalb 

besser beurteilen als jene Ärzte, die sich nur ganz kurz gutachterlich mit den Patienten 

befasst hätten. Die lange Beschäftigung mit den Gebrechen der Patienten kann aber 

genauso gut gegen die Überzeugungskraft der Hausarztschätzungen ins Feld geführt 

werden. Die (pessimistische) subjektive Einschätzung eines Patienten schlägt sich 

nämlich in der Arbeitswelt sofort nieder. Dies wiederum erweckt den Anschein, dass 

die Selbsteinschätzung richtig sei, sie bestätigt sich sozusagen selbst. Bei den 

Hausärzten muss deshalb damit gerechnet werden, dass sie sich durch die "Macht des 

Faktischen" von der Einschätzung ihrer Patienten überzeugen lassen (vgl. Entscheid 

des Versicherungsgerichts vom 27. März 2003 i/S M. [IV 2002/10]). Im vorliegenden Fall 

kommt hinzu, dass den Dres. A.___ und B.___ bei der Beurteilung der Auswirkungen 

der psychischen Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers die 

arbeitsmedizinische Erfahrung des Psychiaters der MEDAS fehlte. Den behandelnden 

Ärzten fehlte ausserdem die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit den Spezialisten 

verschiedener Fachrichtungen. Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der 

Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater 

daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, 

sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der 

Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE 124 I 175 

Erw. 4; Urteil des EVG i/S P. vom 13. Juni 2001 [I 506/00]) kann es nicht angehen, eine 

medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und 

zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher 

zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten 

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abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die 

behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im 

Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, 

zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des EVG vom 13. März 2006 i/S G. 

[I 676/05] Erw. 2.4). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, das 

psychiatrische Konsilium gemäss MEDAS-Gutachten sei in sich widersprüchlich und 

deshalb nur bedingt aussagekräftig; im Minimum aber lasse sich daraus lediglich eine 

Arbeitsfähigkeit von maximal 70% ableiten (act. G 1 S. 6). Dazu ist festzuhalten, dass 

der Psychiater Dr. G.___ in seiner Funktion als MEDAS-Konsiliararzt ausdrücklich eine 

Einschränkung der Leistung im Umfang von 20% und eine Arbeitsunfähigkeit in 

gleicher Höhe bescheinigte (IV-act. 38-40/41). Wenn er festhielt, dass eine Präsenzzeit 

von 90-100% mit vermehrten Pausen möglich sei, so brachte er damit lediglich zum 

Ausdruck, innerhalb welcher Präsenzzeit die Arbeitsfähigkeit von 80% verwertet 

werden kann; eine über 20% hinausgehende Arbeitsunfähigkeit resultiert daraus nicht. 

Eine Widersprüchlichkeit ist nicht ersichtlich.

1.4  Aus den dargelegten Gründen vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS 

mehr zu überzeugen als diejenige der Dres. B.___ und A.___. Auch dem 

Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm lässt sich im Ergebnis nichts anderes 

entnehmen. Dort wurde - im Sinn der späteren Bestätigung von Dr. A.___ (IV-act. 54) - 

ein Pensum von 50% als medizinisch zumutbar bezeichnet und im Wesentlichen 

festgehalten, dass der Beschwerdeführer mindestens alle zwei Stunden wechselnde 

Tätigkeiten benötigt, diese Tätigkeiten sehr rückenschonend sein müssten und kein 

Tragen von Gewichten über 10kg beinhalten dürften (IV-act. 21-3/7). Die 

Beschwerdegegnerin ging insgesamt zu Recht von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 

80% aus.

1.5  Konkret sind die Verhältnisse bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids 

(27. November 2006) zu prüfen (BGE 121 V 362 Erw. 1b). Im Gutachten vom 19. 

Februar 2007 hielt der Psychiater Dr. C.___ unter anderem fest, nach Angaben des 

Beschwerdeführers habe sich sein Zustand in den letzten Monaten aus psychiatrischer 

Sicht zusätzlich verschlechtert. Es sei die Diagnose von rezidivierenden depressiven 

Störungen, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen, zu 

stellen. Der Verlust der Tagesstruktur, die prekäre psychosoziale Situation, 

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insbesondere die depressive Erkrankung der Ehefrau, Statusverlust, Existenzängste, 

Schmerzzunahme und zum Teil schmerzbedingte Schlafstörungen hätten trotz 

regelmässiger psychiatrischer Behandlung offensichtlich zur weiteren Verschlechterung 

des Zustandes des Beschwerdeführers geführt. Die Zunahme der psychischen 

Probleme habe auch zunehmend die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Gegenwärtig 

schätze er die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht um ca. 50% vermindert (act. 

G 5.1 S. 2). Mit Blick auf diese Ausführungen bestehen Anhaltspunkte, dass sich die 

gesundheitlichen (psychischen) Verhältnisse beim Beschwerdeführer im Nachgang zum 

MEDAS-Gutachten und zum angefochtenen Entscheid verschlechtert haben. Diese 

Umstände können jedoch in das vorliegende Verfahren aufgrund der erwähnten 

zeitlichen Prüfungsgrenze nicht einbezogen werden. Der Beschwerdeführer hat die 

Möglichkeit, bei der Beschwerdegegnerin allenfalls ein entsprechendes Gesuch um 

Neuprüfung der Angelegenheit einzureichen (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.   

2.1  Das Valideneinkommen 2006 von Fr. 64'717.-- legte die Beschwerdegegnerin 

gestützt auf die Angaben der H.___ fest, welche für 2004 den Lohn ohne 

Gesundheitsschaden mit Fr. 63'505.-- (13x Fr. 4'885.--) bezifferte (IV-act. 5, 41-1/2). 

Von diesem Betrag ist nachstehend auszugehen. Einig sind sich die Parteien 

grundsätzlich, dass das zumutbare Invalideneinkommen anhand der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf 

Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen ist. 

Zugrunde zu legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2006 

bzw. diejenigen im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs (vgl. BGE 128 V 174). 

Massgebend sind dabei die gesamtschweizerischen Werte und nicht diejenigen der 

Grossregion (vgl. SVR-UV 2007 Nr. 17, 56 Erw. 8.1-8.5). Der Beschwerdeführer ist zwar 

auf leichte Hilfsarbeiten beschränkt, aber er wäre in der Lage, seine 

Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor Produktion als 

auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom allgemeinen 

Durchschnittslohn aller Branchen gemäss LSE 2006 TA 1 Niveau 4 von Fr. 56'784.-- 

(12 x Fr. 4'732.--). Unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 

Stunden und einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80% resultiert ein Wert von Fr. 

47'358.--.

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2.2  Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die 

gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre 

Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche 

und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben. Hingegen ist zu beachten, dass nicht immer sämtliche Ausländer weniger 

Einkommen als der Totalwert aller Schweizer und Ausländer erzielen; vielmehr können 

sich je nach Aufenthaltskategorie und Anforderungsniveau weit gehende Unterschiede 

ergeben, insbesondere bei Inhabern einer Niederlassungsbewilligung C, bei welchen 

der Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten darüber liegen kann (vgl. 

BGE 126 V 75 Erw. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzuges, der eine 

Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das 

Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 Erw. 6).

Der Beschwerdeführer besuchte sechs Jahre die Grundschule. 1976 kam er erstmals 

als Saisonnier in die Schweiz und reiste 1985 definitiv ein. Von September 1999 bis Mai 

2004 war er als Maurer bei der H.___ tätig. Die Arbeitgeberin hatte das 

Arbeitsverhältnis infolge Betriebsaufgabe gekündigt (IV-act. 1 und 5). Der 

Beschwerdeführer verfügt über eine Niederlassungsbewilligung C. Er ist bei 

Tätigkeiten, welche gehäufte Überkopfarbeiten, eine vorgeneigte oder abgedrehte 

Haltung oder gehäuft kniende oder kauernde Positionen beinhalten, eingeschränkt und 

kann diesbezüglich nur noch leichte Arbeiten ausführen. Er verrichtete ohne 

abgeschlossene berufliche Ausbildung während des ganzen Erwerbslebens manuelle 

Arbeit und ist nun auch für leichte Arbeiten eingeschränkt. Diesem Umstand trägt ein 

Abzug von 10% zureichend Rechnung. Die Limitierung auf ein Teilzeitpensum von 80% 

rechtfertigt keinen weiteren Abzug, zumal keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 

der Beschwerdeführer (bei reduzierter Leistung) nicht vollzeitlich (90-100%; vgl. IV-act. 

38-40/41) an einem Arbeitsplatz anwesend sein könnte (vgl. Urteil des EVG vom 18. 

Juli 2005 i/S A.P.-G. [I 104/05] Erw. 3 mit Hinweisen, und vom 2. November 2007 i/S 

S.A. [I 69/07] Erw. 5.2). Einem Valideneinkommen von Fr. 64'717.-- steht demgemäss 

ein Invalideneinkommen von Fr. 42'622.-- gegenüber, woraus sich ein 

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Erwerbsunfähigkeitsgrad von 34% errechnet. Die Beschwerdegegnerin lehnte unter 

diesen Umständen den Rentenanspruch zu Recht ab. 

3.   

3.1  Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar 

bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese 

notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. 

Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichtigen. Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art 

(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und 

Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

3.2  Notwendig für die Bejahung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung nach Art. 18 

Abs. 1 IVG sind die allgemeinen Voraussetzungen für Leistungen der IV gemäss Art. 4ff 

und Art. 8 IVG, d.h. insbesondere eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 Abs. 2 

IVG), die im Rahmen von Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG schon bei relativ geringen 

gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten in der Suche nach einer Arbeitsstelle erfüllt 

ist (BGE 116 V 81 neues Fenster Erw. 6a mit Hinweis; AHI 2000 S. 69 Erw. 2b). Es 

muss für die Bejahung einer Invalidität im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG zwischen 

dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung ein 

Kausalzusammenhang bestehen (Urteil des EVG vom 15. Juli 2002 [I 421/01; publiziert 

in AHI 2003, 268ff]). Gesundheitliche Schwierigkeiten bei der Suche einer neuen 

Arbeitsstelle erfüllen den leistungsspezifischen Invaliditätsbegriff, wenn die 

Behinderung bleibend oder während voraussichtlich längerer Zeit Probleme bei der - in 

einem umfassenden Sinn verstandenen - Stellensuche selber verursacht. Das trifft 

beispielsweise zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein 

Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potentiellen Arbeitgeber die besonderen 

Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen, damit 

der Behinderte überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten. 

Zur Arbeitsvermittlung nach Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG ist im Weiteren berechtigt, wer 

aus invaliditätsbedingten Gründen spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz (z.B. 

Sehhilfen) oder den Arbeitgeber (z.B. Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt 

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notwendigen Ruhepausen) stellen muss und demzufolge aus invaliditätsbedingten 

Gründen für das Finden einer Stelle auf das Fachwissen und entsprechende Hilfe der 

Vermittlungsbehörden angewiesen ist. Bei der Frage der Anspruchsberechtigung nicht 

zu berücksichtigen sind demgegenüber invaliditätsfremde Probleme bei der 

Stellensuche, wie etwa Sprachschwierigkeiten (im Sinne fehlender Kenntnisse der 

Landessprache) oder fehlende berufliche Ausbildung (zum Ganzen: AHI 2003, 269f 

Erw. 2c mit Hinweisen). Vorausgesetzt für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung ist 

sodann, dass die versicherte Person objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist (vgl. 

mit weiteren Hinweisen Urteil des EVG vom 24. März 2006 [I 427/05], Erw. 4.1.1).

3.3  Beim Beschwerdeführer liegt eine durch den psychiatrischen Befund 

eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 80% vor, und die MEDAS-Ärzte bejahten eine 

raschmöglichste Wiedereingliederung in eine adaptierte Arbeitsstelle mit Hilfe der IV 

(IV-act. 38-23/41). Bereits im Bericht vom 5. April 2005 hatte die Rheumatologin Dr. 

med. I.___ berufliche Massnahmen der IV empfohlen (IV-act. 20-3/3). Hingegen lag die 

subjektive Eingliederungsbereitschaft im Zeitpunkt der Verfügung vom 9. Juni 2006 

insofern nicht vor, als der Beschwerdeführer die Zuteilung in ein ALV-Einsatzprogramm 

(50%) mit der Begründung ablehnte, er fühle sich dazu physisch und psychisch nicht in 

der Lage (IV-act. 41-1/2). Letzteres blieb von Seiten des Beschwerdeführers 

unbestritten, weshalb sich ein Beizug der diesbezüglichen ALV-Akten erübrigt. 

Anhaltspunkte dafür, dass sich die subjektive Bereitschaft bis zum Erlass des 

angefochtenen Entscheids (27. November 2006) geändert hätte, sind aus den Akten 

nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Vielmehr lässt der 

Beschwerdeführer in diesem Verfahren mit Wirkung ab September 2005 die 

Ausrichtung einer ganzen Rente beantragen. Die Beschwerdegegnerin lehnte unter 

diesen Umständen den Anspruch auf Arbeitsvermittlung zu Recht ab. Die Formulierung 

in der Verfügung vom 9. Juni 2006, dass eine Arbeitsvermittlung zur Zeit nicht möglich 

sei (IV-act. 46), zeigt im Übrigen, dass es sich bei dieser Leistungsablehnung um eine 

Momentaufnahme handelt, welche eine spätere Anmeldung zur Arbeitsvermittlung 

nicht ausschliesst.

4.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 27. November 2006 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. lit. b der Schlussbestimmungen des IVG zur 

Änderung vom 16. Dezember 2005).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2008
	Art. 8 Abs. 1, 8 Abs. 3 lit. b, 18 Abs. 1 und 28 Abs. 1 IVG; Art. 16 ATSG. Prüfung des Rentenanspruchs und des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2008, IV 2007/24). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_728/2008.

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