# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbef2d80-ea00-5ecf-9266-e6db6f1c717b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2017 D-6267/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6267-2017_2017-12-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6267/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti;   

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zugunsten von  

B._______, geboren am (…), Eritrea;  

Verfügung des SEM vom 4. Oktober 2017 / N (…). 

 

 

 

D-6267/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger von Eritrea, welcher seine 

Heimat (…) 2014 verlassen hat und vor seiner Ausreise während Jahren 

als Berufsmilitär im Rang eines Offiziers ([…]) in der eritreischen Armee 

(…) gedient hatte (vgl. dazu die Akten) – ersuchte am 1. August 2014 um 

die Gewährung von Asyl in der Schweiz. 

Seinem Gesuch wurde mit Verfügung des SEM vom 6. Januar 2016 voll-

umfänglich entsprochen, indem er vom Staatssekretariat als Flüchtling an-

erkannt und ihm Asyl in der Schweiz gewährt wurde. 

B.  

Im Rahmen des Asylverfahrens berichtete Beschwerdeführer in erster Linie 

über seine Gesuchsgründe (vgl. dazu act. A4 und A18: Protokolle der Be-

fragung zur Person vom 13. August 2014 und zur Anhörung vom 3. De-

zember 2016). Er wurde aber auch zu seinen familiären Verhältnissen be-

fragt. Dabei reichte er im Verlauf des Verfahrens, zusammen mit anderen 

Beweismitteln, Kopien seines Ehescheins und der Taufurkunden seiner 

leiblichen Kinder zu den Akten (vgl. act. A16: Beweismittelumschlag).  

Zu seinen familiären Verhältnissen führte er im Rahmen der Befragung zur 

Person aus, er sei seit (…) 2000 mit C._______ verheiratet und sie hätten 

zusammen vier Kinder (D._______, E._______, F._______ und 

G._______). Sie lebten bis heute an seiner offiziellen Adresse in 

H._______ (eine kleine Ortschaft südwestlich von I._______), zusammen 

mit B._______. Bei ihr handle es sich um die Nichte seiner Ehefrau, welche 

schon seit 2003 bei ihnen (ihm und seiner Familie) lebe, weil ihre Eltern 

verstorben seien. In H._______ lebe auch noch seine betagte Mutter, sein 

Vater sei bereits verstorben. Daneben habe er noch (…) Schwestern, wel-

che in J._______, K._______ und L._______ (eine kleine Ortschaft nörd-

lich von I._______) lebten. Zu Beginn der Anhörung bestätigte der Be-

schwerdeführer auf einleitende Nachfrage hin, er stehe mit seiner Familie 

in Kontakt, dies über seine in J._______ lebende Schwester, da ein direkter 

Kontakt mit dem Heimatdorf schwierig sei. Seine Familie wohne weiterhin 

in H._______ und seine Schwestern lebten auch weiterhin in Eritrea. Wei-

tere Fragen zu seiner Familie wurden dem Beschwerdeführer nicht gestellt, 

jedoch zeigte er im Verlauf der Anhörung auf, dass seine Familie vormals 

auf sein gegenüber normalen Soldaten erhöhtes Einkommen angewiesen 

war und er auch aus diesem Grund während Jahren im Militär verblieb. 

Zudem sei seine Ehefrau von Anfang an gegen eine Ausreise gewesen. 

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Nach seiner Ausreise sei sie für eine Woche ins Gefängnis gekommen, 

wobei sie die Kinder während dieser Zeit alleine habe zuhause zurücklas-

sen müssen. Nach seiner Ausreise habe seine Ehefrau ihn finanziell unter-

stützt, wobei sie alle Tiere und ihren Schmuck habe verkaufen müssen (vgl. 

act. A18, F. 22, 29 ff., 44, 52 ff. und 69 ff.).  

Vor dem Hintergrund der nachfolgenden Erwägungen ist an dieser Stelle 

der Ordnung halber anzumerken, dass die Angaben und Ausführungen des 

Beschwerdeführers zu seinen Gesuchsgründen und zu seiner Person vom 

SEM unmittelbar vor dem Asylentscheid im Rahmen einer internen Akten-

notiz (act. A19: nicht zur Edition freigegeben) als überdurchschnittlich de-

tailliert, substanziiert und nachvollziehbar bewertet wurden, weshalb kein 

Zweifel an deren Glaubhaftigkeit bestehe.  

C.  

Am 31. März 2016 gelangte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsver-

treterin mit einer als "Gesuch um Einreisebewilligung zwecks Familienzu-

sammenführung gemäss Art. 51 AsylG" bezeichneten Eingabe ans SEM. 

Mit dieser Eingabe ersuchte er darum, seinen Familienangehörigen – sei-

ner Ehefrau C._______, seinen Kindern D._______, E._______, 

F._______ und G._______ und seiner Pflegtochter B._______ – die Ein-

reise in die Schweiz zu bewilligen. Dabei erklärte seine Rechtsvertreterin 

in ihren kurzen Ausführungen zur Sache, bei der Pflegtochter B._______ 

handle es sich um die kleine Schwester der Ehefrau des Beschwerdefüh-

rers, welche schon seit 2003 bei der Familie lebe. Mit dem Gesuch wurden 

Kopien der Identitätskarte der Ehefrau, des Ehescheins und der Geburts-

urkunden der fünf Kinder sowie Passfotos eingereicht.  

D.  

Mit Schreiben vom 31. Mai 2016 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

mit, zwecks Beleg des Abstammungsverhältnisses hätten er, seine Ehefrau 

und seine leiblichen Kinder in die Durchführung eines DNA-Tests einzuwil-

ligen, wobei sich seine Ehefrau und die Kinder bei einem durch die Schwei-

zerische Botschaft in Khartum bestimmten Labor zu melden hätten. Gleich-

zeitig wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, sein Gesuch um Einrei-

sebewilligung zwecks Familienzusammenführung betreffend B._______ 

zu substanziieren. Insbesondere habe er das Verwandtschafts- sowie das 

Pflegeverhältnis mit geeigneten Dokumenten (inkl. Übersetzung) zu bele-

gen. Im Weiteren forderte das Staatssekretariat den Beschwerdeführer zur 

Beantwortung eines Fragekatalogs zum vormaligen Zusammenleben mit 

seiner Ehefrau, zur Frage der Kontakt- und Beziehungswahrung seit seiner 

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Ausreise, zu den wirtschaftlichen Verhältnissen seiner Familie, zur Anzahl 

und zum Aufenthaltsort der Geschwister seiner Ehefrau und zu allfälligen 

weiteren Kindern seiner Ehefrau aus anderen Beziehungen auf (vgl. dazu 

im Einzelnen die Akten).  

E.  

Am 31. August 2016 teilte die Rechtsvertreterin dem SEM mit, die Ehefrau 

des Beschwerdeführers und die Kinder hätten im Frühjahr einen illegalen 

Grenzübertritt versucht, welcher gescheitert sei. Die Ehefrau sei im Ge-

fängnis gewesen und da sich die Familie nach wie vor in Eritrea aufhalte, 

bestehe derzeit keine Möglichkeit, einen DNA-Test zu organisieren. Dane-

ben beantwortete die Rechtsvertreterin in eher kurzen Worten den Frage-

katalog des SEM (vgl. dazu die Akten). Zu den Fragen zu den Geschwis-

tern der Ehefrau führte sie das Folgende aus: Die Ehefrau des Beschwer-

deführers habe eine Schwester und einen Bruder gehabt, welche beide 

bereits verstorben seien. Der Bruder sei (…) im Militär verstorben, die 

Schwester 2003 an einer Krankheit. Diese Schwester sei die Mutter von 

B._______ gewesen, welche seither das Pflegekind des Beschwerdefüh-

rers und seiner Ehefrau sei.  

Aufgrund dieser Eingabe erstreckte das SEM die Frist zur Einreichung des 

einverlangten DNA-Tests bis zum 31. Januar 2017. 

F.  

Am 31. Januar 2017 teilte die Rechtsvertreterin dem SEM mit, die Ehefrau 

des Beschwerdeführers und die Kinder hätten im vergangenen Jahr noch-

mals einen illegalen Grenzübertritt versucht. Dabei sei die Ehefrau erneut 

festgenommen worden und noch bis (…) im Gefängnis gewesen. Sie 

würde jetzt nochmals versuchen, nach Äthiopien oder in den Sudan zu ge-

langen, weshalb nochmals um eine Verlängerung der angesetzten Frist er-

sucht werde.  

Aufgrund dieser Eingabe erstreckte das SEM die Frist zur Einreichung des 

einverlangten DNA-Tests bis zum 31. Juli 2017. 

G.  

Am 28. Juni 2017 teilte die Rechtsvertreterin dem SEM mit, in der Zwi-

schenzeit habe es auch die Ehefrau des Beschwerdeführers geschafft, zu-

sammen mit den Kindern E._______, F._______ und G._______ die 

Grenze zu Äthiopien zu überqueren. Den beiden anderen Kindern sei dies 

ja schon früher gelungen. Mittlerweile halte sich die Ehefrau mit allen fünf 

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Kindern im Lager M._______ auf. Da die Durchführung des DNA-Tests erst 

jetzt möglich geworden sei, werde nochmals um einer Erstreckung der an-

gesetzten Frist ersucht.  

Aufgrund dieser Eingabe erstreckte das SEM die Frist zur Einreichung des 

einverlangten DNA-Tests bis zum 15. September 2017. Gleichzeitig for-

derte das Staatssekretariat den Beschwerdeführer zur Bekanntgabe der 

Kontaktdaten seiner Ehefrau in Äthiopien auf.   

H.  

Am 15. September 2017 teilte die Rechtsvertreterin dem SEM mit, die Be-

kanntgabe der Ergebnisse des DNA-Tests habe sich verzögert, da das be-

auftragte Labor diese erst nach Zahlung seiner Rechnung freigebe. Die 

Zahlung sei nun von der für den Beschwerdeführer zuständigen Betreu-

ungsorganisation in Auftrag gegeben worden.  

Am 26. September 2017 reichte die Rechtsvertreterin das vom SEM ein-

verlangte Abstammungsgutachten zu den Akten, aus welchem sich er-

gebe, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau die biologischen El-

tern ihrer vier leiblichen Kinder seien. 

I.  

Am 4. Oktober 2017 entschied das SEM im Rahmen von zwei separaten 

Verfügungen über das "Gesuch um Einreisebewilligung zwecks Familien-

zusammenführung gemäss Art. 51 AsylG" vom 31. März 2016:  

Mit der ersten Verfügung vom 4. Oktober 2017 entsprach das Staatssekre-

tariat dem vorgenannten Ersuchen insofern, als es die Schweizerische Ver-

tretung in Addis Abeba gestützt auf Art. 51 Abs. 4 AsylG (SR 142.31) er-

mächtigte respektive anwies, der Ehefrau des Beschwerdeführers und den 

vier gemeinsamen, leiblichen Kindern Einreisevisa auszustellen.  

Mit der zweiten Verfügung vom 4. Oktober 2017 (eröffnet am 6. Oktober 

2017) lehnte das SEM das vorgenannte Ersuchen ab, soweit es sich auf 

B._______ bezieht, indem es ihr eine Einreise in die Schweiz nicht bewil-

ligte und das Gesuch um Familienzusammenführung ablehnte. Dabei hielt 

das Staatssekretariat im Wesentlichen fest, zwar hätten gemäss Art. 51 

Abs. 1 und 3 AsylG Ehegatten, eingetragene Partner und minderjährige 

Kinder eines anerkannten Flüchtlings grundsätzlich Anspruch auf Einbezug 

in dessen Flüchtlingseigenschaft, wobei unter dem Begriff der minderjähri-

gen Kinder (im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG) gemäss Rechtsprechung 

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nicht nur die gemeinsamen Kinder der Partner, sondern auch beispiels-

weise Stief- und Adoptiv- sowie Pflegekinder subsumiert würden. Bei 

B._______ handle es sich jedoch nicht um ein solches Kind, da es sich 

gemäss Aktenlage entweder um die Nichte der Ehefrau des Beschwerde-

führers oder deren kleine Schwester handle, womit sie nicht per se der 

Kernfamilie zuzurechnen sei. Nachdem der Beschwerdeführer im Verlauf 

seines Asylverfahrens bloss die Taufurkunden seiner vier leiblichen Kinder 

eingereicht habe, wogegen die Taufurkunde von B._______ erst mit dem 

Familiennachzugsgesuch vorgelegt worden sei, sei davon auszugehen, 

dass er zwischen seinen leiblichen Kindern und diesem Kind unterscheide 

und dieses nicht als selbstverständlichen Teil seiner Familie betrachte. 

Schliesslich habe er das Verwandtschaftsverhältnis zu B._______ auch 

nicht hinreichend substanziiert, indem er entgegen der Aufforderung vom 

31. Mai 2016 das Verwandtschafts- und Pflegeverhältnis nicht mit Urkun-

den ausgewiesen habe. Damit habe er es versäumt, die Identität seiner 

angeblichen Pflegetochter zu beweisen und den Wahrheitsgehalt seiner 

Angaben zum Verhältnis zu B._______ zu belegen oder zumindest ange-

messen zu substanziieren. Dieses Versäumnis lasse darauf schliessen, 

dass sein Interesse an B._______ in Wirklichkeit ausgesprochen gering 

sei, weshalb nicht vom behaupteten Pflegekindsverhältnis auszugehen sei.  

J.  

Unter Bezugnahme auf den erstgenannten Entscheid vom 4. Oktober 2017 

reichte der Beschwerdeführer am 10. Oktober 2017 beim SEM ein Gesuch 

um Übernahme der Einreisekosten ein. Diesem Ersuchen wurde vom SEM 

nach Instruktion der Sache entsprochen, indem das Staatssekretariat mit 

Verfügung vom 8. November 2017 gestützt auf Art. 92 Abs. 1 AsylG in Ver-

bindung mit Art. 53 Bst. d AsylV 2 (SR 142.312) zur Übernahme der vom 

IOM veranschlagen Reisekosten bereit erklärte (vgl. dazu die Akten).  

K.  

Gegen den zweitgenannten Entscheid vom 4. Oktober 2017 erhob der Be-

schwerdeführer am 6. November 2017 durch seinen Rechtsvertreterin Be-

schwerde, wobei er in seiner Eingabe zur Hauptsache die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung beantragte, verbunden mit der Anweisung an 

das SEM, seiner Pflegetochter B._______ die Einreise in die Schweiz zu 

bewilligen und dem Gesuch um Familienzusammenführung zu entspre-

chen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Erlass der Verfahrenskos-

ten, um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht und um Beigabe seiner 

Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin. Im Rahmen der Be-

schwerde führte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers aus, aus 

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den Akten gehe bereits hervor, dass es beim Grenzübertritt der Familie 

Probleme gegeben habe, indem 2016 nur den Kindern D._______ und 

B._______ eine Ausreise nach Äthiopien gelungen sei. Da sich die Kinder 

danach im Lager M._______ aufgehalten hätten, habe sich von da an die 

Beschaffung von Dokumenten als schwierig gestaltet. Der Ehefrau des Be-

schwerdeführers sei nach zweimaliger Festnahme mit den andern Kindern 

erst am (…) 2017 die Flucht gelungen. Darüber hinaus sei ihr – der Rechts-

vertreterin – in der Gesuchseingabe ein inhaltlicher Fehler unterlaufen. So 

sei B._______, welche schon seit 2003 bei der Familie des Beschwerde-

führers lebe, nicht die Schwester der Ehefrau, sondern vielmehr die Tochter 

ihrer verstorbenen Schwester. Werde B._______ nicht eine gemeinsame 

Einreise bewilligt, müsste sie alleine in Addis Abeba zurückbleiben. Sie 

lebe jedoch schon seit 14 Jahren im Kreis ihrer Familie, womit C._______ 

für sie zur Mutter geworden sei. Nachdem sie zusammen mit ihrer Kernfa-

milie nach Äthiopien geflohen sei, sei ihr die Einreise zwecks Familienzu-

sammenführung zu bewilligen. Mit der Beschwerde wurde als Beweismittel 

die Kopie eines handschriftlichen Schreibens vorgelegt (inkl. Überset-

zung), bei welchem es sich laut der Rechtsvertreterin um eine Bestätigung 

des Dorfvorstehers von H._______ zum Pflegekindverhältnis handelt und 

welches nur sehr schwer zu beschaffen gewesen sei.  

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM; dabei entschei-

det das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorlie-

gend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des 

Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 ff. AsylG).  

1.3 Die Kognition des Gerichts und die zulässigen Rügen richten sich im 

Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts 

nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 8 

1.4 Der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und seine 

Eingabe erweist sich als frist- und formgerecht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist.  

1.5 Die Beschwerde ist sodann aufgrund der vorliegenden Aktenlage – wie 

nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich begründet zu erkennen, wes-

halb über diese in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 

Bst. e AsylG). Auf einen Schriftenwechsel ist zu verzichten und der Ent-

scheid nur summarisch zu begründen (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Nach Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – na-

mentlich die Ehegatten und die minderjährigen Kinder von Flüchtlingen ih-

rerseits als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl in der Schweiz, wenn 

keine besonderen Umstände dagegen sprechen. Diese Bestimmung zielt 

auf die Mitglieder der Kernfamilie ab, welche mit einem Flüchtling in die 

Schweiz eingereist sind, ihrerseits aber keine eigenen Asylgründe (im Sin-

ne von Art. 3 Abs. 1 AsylG) geltend machen können, sondern sich auf der 

Basis ihrer Familienbande ebenfalls auf die Gesuchsgründe des Flücht-

lings abstützen. Zentrale Bedingung für den Einbezug in die Flüchtlingsei-

genschaft ist dabei, dass bereits vor der Flucht eine Familiengemeinschaft 

bestanden hat (vgl. dazu die Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes 

sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlas-

sung der Ausländer vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 1 ff., insbesondere 

S. 68): „Der Leitgedanke des Familienasyls besteht darin, den Rechtssta-

tus der zum Zeitpunkt der Flucht bestehenden Kernfamilie eines Flücht-

lings einheitlich zu regeln, sofern sie dieselbe Nationalität wie der Flücht-

ling besitzt. Diese einheitliche Regelung rechtfertigt sich, da davon ausge-

gangen wird, dass die engsten Familienangehörigen unter der Verfolgung 

des Ehegatten beziehungsweise der Ehegattin respektive eines Elternteils 

im Heimatstaat mitgelitten haben oder selbst der Gefahr der Verfolgung 

ausgesetzt waren. Dabei ist es unerheblich, ob einzelne Familienmitglieder 

tatsächlich verfolgt wurden. Eine "conditio sine qua non" der Konzeption 

des Familienasyls ist daher die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Flucht 

eine Familiengemeinschaft bestanden haben muss.” 

2.2 Art. 51 Abs. 4 AsylG bestimmt sodann, dass jenen Personen, welche 

aufgrund ihrer persönlichen Beziehung (im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG) 

einen Anspruch auf Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und die Gewäh-

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rung von Asyl haben, auf Gesuch hin die Einreise in die Schweiz zu bewil-

ligen ist, wenn sie sich noch im Ausland befinden und sie durch die Flucht 

getrennt wurden. Diese Bestimmung zielt auf Mitglieder der Kernfamilie ab, 

welche aufgrund der Umstände der Flucht von der in der Schweiz als 

Flüchtling anerkannten Person getrennt wurden. Darunter fallen nament-

lich die Ehegatten und die noch minderjährigen Kinder von Flüchtlingen, 

welche sich noch im Heimatstaat befinden oder erst einen Drittstaat er-

reicht haben. Diesen ist – im Sinne eines asylrechtlichen Familiennachzu-

ges respektive der Familienzusammenführung – die Einreise in die 

Schweiz zu bewilligen, jedoch ebenfalls nur dann, wenn eine Trennung 

durch die Fluchtumstände stattgefunden hat. Auch in diesem Fall bildet 

demnach die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Flucht eine Familienge-

meinschaft bestanden haben muss, eine "conditio sine qua non". Zweck 

der Bestimmung von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist somit alleine die Wiederverei-

nigung von vorbestandenen Familiengemeinschaften.  

2.3 Gemäss Rechtsprechung der vormaligen Schweizerischen Asylrekurs-

kommission, welche vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführt wird, 

werden unter dem Begriff der minderjährigen Kinder im Sinne von Art. 51 

Abs. 1 AsylG nicht nur die gemeinsamen Kinder der Ehegatten, sondern 

ebenso die Stief- und Adoptivkinder und andere subsumiert, da diese Norm 

nach ihrer ratio legis die Herstellung eines einheitlichen Rechtsstatus in-

nerhalb der Kernfamilie bezweckt (vgl. EMARK 1997 Nr. 1 E. 5b und 2000 

Nr. 22). Solche Kinder wurden daher schon vor der Asylgesetzrevision vom 

14. Dezember 2012 nicht unter den Begriff der "anderen nahen Angehöri-

gen" subsumiert, wie er in der altrechtlichen Bestimmung aArt. 51 Abs. 2 

AsylG definiert war (aufgehoben per 1. Februar 2014; vgl. dazu AS 2013 

4375 und 5357). Das SEM geht fehl, wenn es – dem wesentlichen Sinn-

gehalt nach – das Kind B._______ als einen solchen "anderen nahen An-

gehörigen" des Beschwerdeführers oder seiner Ehefrau darstellen will. 

B._______ stellt sich aufgrund der Aktenlage vielmehr als Kind dar, wel-

ches nach dem Bestimmungszweck von Art. 51 Abs. 1 AsylG in gleicher 

Weise zu regeln ist, wie die anderen Mitglieder seiner Kernfamilie, zumal 

– wie im Folgenden aufgezeigt – aufgrund der Aktenlage keine Zweifel hin-

sichtlich der Art und Qualität der familiären Beziehung bestehen.  

2.4 B._______ stellt sich zunächst nur schon aufgrund ihres Alters als fak-

tisches Kind des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau C._______ und 

als Geschwister der Kinder D._______, E._______, F._______ und 

G._______ dar. Sie ist nicht nur fast zwanzig Jahre jünger als C._______, 

sondern auch bloss sechs Monate älter als D._______. Gleichzeitig hat der 

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Beschwerdeführer schon im Rahmen der Befragung zur Person vom 

13. August 2014 aufgezeigt, dass sie schon seit 2003 – und damit von 

Kleinkindalter an – im Kreis seiner Familie lebt, weil ihre eigenen Eltern tot 

sind. In diesem Zusammenhang bleibt festzuhalten, dass aufgrund der Ak-

tenlage die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Familie ebenso we-

nig in Zweifel zu ziehen sind, wie seine anderen Angaben und Ausführun-

gen, welche vom SEM aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Qualität als 

zweifelsohne glaubhaft erkannt wurden (vgl. oben, Bst. B [dritter Absatz]). 

Der Beschwerdeführer hat dabei im Rahmen seines Asylverfahrens von 

Anfang an nicht nur von seiner Ehefrau und von seinen leiblichen Kindern 

berichtet, sondern an gleicher Stelle und in gleicher Weise auch vom Kind 

B._______. Die entsprechende Aktenpassage lässt ohne weiteres erken-

nen, dass er auch dieses Kind als integralen Bestandteil seiner Kernfamilie 

versteht. Tatsächlich hat seine Rechtsvertreterin mit ihren Ausführungen im 

Rahmen der Gesuchseingabe vom 31. März 2016 für Verwirrung gesorgt 

(vgl. oben, Bst. C). Die dort gemachte Fehlangabe wurde jedoch schon im 

Rahmen der Stellungnahme vom 31. August 2016 korrigiert (vgl. oben, 

Bst. E). Mit Blick darauf vermögen die Mutmassungen des SEM, bei dem 

Kind handle es sich möglicherweise doch um die Schwester der Ehefrau, 

von vornherein nicht zu überzeugen. Der Vorhalt geht im Übrigen auch von 

daher fehl, da aufgrund der vorliegenden Aktenlage auch dann von einem 

rechtserheblichen Pflegekindverhältnis auszugehen wäre, wenn 

B._______ biologisch gesehen effektiv die kleine Schwester seiner Ehe-

frau wäre; als massgeblich erweist sich im vorliegenden Sachzusammen-

hang der tatsächlich gelebte familiäre Kontext. Als haltlos zu erkennen ist 

schliesslich der vorinstanzliche Vorhalt, der Beschwerdeführer messe die-

sem Kind einen geringeren Wert zu, als seinen leiblichen Kindern, respek-

tive er habe an diesem Kind gar kein echtes Interesse. Dieser Vorhalt findet 

in den Akten keinerlei Stütze.  

2.5 Zusammenfassend lässt sich zwischen B._______ und den anderen 

Familienmitgliedern – welchen vom SEM der asylrechtliche Familiennach-

zug bereits bewilligt worden ist – kein rechtserheblicher Unterschied ma-

chen. In ihrem Fall ist ebenso von einer schützenswerten Eltern-Kind-Be-

ziehung auszugehen (bezogen sowohl auf den Beschwerdeführer als auch 

auf seine Ehefrau), wie bei den andern Kindern. Auch sie ist vom Be-

schwerdeführer durch die Flucht getrennt worden und auch in ihrem Fall 

wird augenscheinlich eine Wiederherstellung der getrennten Familienge-

meinschaft angestrebt. Bei dieser Sachlage sind in ihrem Fall die Voraus-

setzungen von Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG ebenso erfüllt, wie bei den an-

deren Mitgliedern der Kernfamilie des Beschwerdeführers.  

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Seite 11 

2.6 Nach dem Gesagten kann auf eine weitergehende Auseinanderset-

zung mit den Beschwerdevorbringen verzichtet werden, ebenso auf eine 

Auseinandersetzung mit dem auf Beschwerdeebene vorgelegten Beweis-

mittel (Art. 33 Abs. 1 VwVG); nachdem die anspruchsbegründenden Sach-

verhaltsmomente bereits aufgrund der vorliegenden Aktenlage als glaub-

haft gemacht zu erkennen sind (Art. 7 AsylG), bedarf es weder weitere Ab-

klärungen zur Sache noch zusätzlicher Erwägungen dazu.  

3.  

Nach vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung in Gut-

heissung der Beschwerde aufzuheben und das SEM anzuweisen, 

B._______ die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und das Kind in das 

A._______ gewährte Asyl miteinzubeziehen.  

4.  

Mit dem vorliegenden Entscheid wird das Gesuch um Befreiung von der 

Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos, 

ebenso das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG), da bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens keine Kosten 

aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1-3 VwVG).  

Auf eine Auseinandersetzung mit dem Gesuch um amtliche Verbeistän-

dung (im Sinne von Art. 110a Abs. 1 und 3 AsylG) kann verzichtet werden, 

da dem obsiegenden Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zuzu-

sprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 

21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Da von seiner Rechtsvertreterin 

keine Kostennote eingereicht wurde, ist der sachlich notwendige Aufwand 

für die Beschwerdeführung – welcher aufgrund der Aktenlage mässig ge-

wesen sein dürfte – abzuschätzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Die Parteient-

schädigung, welche dem Beschwerdeführer vom SEM zu entrichten ist, ist 

demnach aufgrund der Aktenlage und der massgeblichen Bemessungsfak-

toren (Art. 8-13 VGKE) auf Fr. 300.– festzusetzen.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 4. Oktober 2017 wird aufgehoben.  

3.  

Das SEM wird angewiesen, B._______ die Einreise in die Schweiz zu be-

willigen und das Kind in das A._______ gewährte Asyl miteinzubeziehen.  

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 300.– zuge-

sprochen, welche ihm durch das SEM zu entrichten ist. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Lorenz Mauerhofer 

 

 

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