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**Case Identifier:** 4706318f-cf35-5a37-9273-b77797dd80d1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.08.2023 200 2023 130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-130_2023-08-30.pdf

## Full Text

200 23 130 IV
A.________
FUE/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. August 2023

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. Januar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1999 geborene A.________, nach der Lehre zur … ohne (Fest-)
Anstellung, meldete sich im Oktober 2019 unter Hinweis auf eine emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin; act. II] 10; vgl. auch act. II 12, 21). Nach erwerbli-
chen und medizinischen Abklärungen, in deren Rahmen die IVB die Versi-
cherte fachpsychiatrisch begutachten liess (Expertise vom 21. April 2021; 
act. II 66.1), sprach sie mit Verfügung vom 7. Oktober 2021 eine vom 
1. August 2020 bis 31. Mai 2021 befristete Viertelsrente (bei einem Invali-
ditätsgrad von 40 %; in der Folge Invaliditätsgrad von 15 %) zu (act. II 78). 
Diese Verfügung blieb unangefochten.

Im Januar 2022 ersuchte die Versicherte um "erneute Rentenprüfung" (act. 
II 81; vgl. auch act. II 79 f.), dies unter Hinweis auf eine Retraumatisierung 
im Sommer 2021 mit massiver Zustandsverschlechterung (act. II 84). Die 
IVB tätigte neuerliche medizinische sowie erwerbliche Abklärungen und 
holte eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 
9. November 2022 ein (act. II 108). Mit Vorbescheid vom 17. November 
2022 verneinte sie eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes und demzufolge einen Rentenanspruch (act. II 109). Auf Einwand 
der Versicherten hin (act. II 113) und nach Stellungnahme des RAD vom 
19. Januar 2023 (act. II 116) verfügte die IVB am 24. Januar 2023 (act. II 
117) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 20. Februar 2023 Be-
schwerde. Sie beantragt sinngemäss, in Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung sei ihr eine Rente in gesetzlicher Höhe ab wann rechtens zuzu-
sprechen. Zur Begründung wurden aktuelle Berichte des behandelnden 
Psychiaters vom 21. Februar 2023 (Akten der Beschwerdeführerin 

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[act. I] 1) und des Hausarztes vom 23. Februar 2023 (in den Gerichtsakten) 
ein- bzw. nachgereicht.

Mit weiterer Eingabe vom 2. März 2023 liess die Beschwerdeführerin ein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einreichen (Akten der Beschwer-
deführerin [act. IA]).

Mit Beschwerdeantwort vom 6. April 2023 schliesst die Beschwerdegegne-
rin – verweisend auf eine Stellungnahme des RAD vom 9. März 2023 (in 
den Gerichtsakten) – auf Abweisung der Beschwerde.

Am 17. Mai 2023 reichte der behandelnde Psychiater im Auftrag der Be-
schwerdeführerin Schlussbemerkungen ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. Januar 2023 (act. II 
117). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Rente der IV und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob seit 
Erlass der Verfügung vom 7. Oktober 2021 (act. II 78) eine Veränderung 
des Gesundheitszustandes eingetreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene Verfü-
gung datiert vom 24. Januar 2023 (act. II 117) und der frühestmögliche 
Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs liegt mit Blick 
auf die im Januar 2022 erfolgte Neuanmeldung (act. II 81; für den Zeitpunkt 
ist die formungültige Anmeldung massgebend [vgl. Art. 29 Abs. 3 ATSG]) 
und die sechsmonatige Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG im Jahr 
2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 
der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung massgebend sind.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente wegen 

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eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). 

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Januar 
2022 (act. II 81) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft. Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht 
zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Ver-
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 7. Oktober 2021 
(act. II 78) und demjenigen bei Erlass der nunmehr angefochtenen Verfü-
gung vom 24. Januar 2023 (act. II 117) zu prüfen, ob in den tatsächlichen 
Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, 
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. 
E. 2.4.2 und 2.4.3 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 7. Oktober 2021 (act. II 78) basierte in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem Gutachten der Dr. med. 
B.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. April 
2021 (act. II 66.1), gemäss welchem die Beschwerdeführerin an einer emo-
tional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 
F60.31), gegenwärtig in Teilremission mit insgesamt leichter Ausprägung, 
sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einem Status nach mul-
tiplem Substanzgebrauch (Alkohol, Cannabis, LSD, Kokain, Amphetamine, 
Ecstasy) und einem Status nach rezidivierender depressiver Störung, ge-
genwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), leidet (act. II 66.1/18 Ziff. 6; vgl. auch 
act. II 66.1/20 f. und 66.1/23). Die frühe Trennung und Scheidung der leibli-
chen Eltern, als die Beschwerdeführerin ein bzw. zwei Jahre alt gewesen 
sei, sei ihr nicht erinnerlich, habe aber wahrscheinlich Spuren in ihr hinter-
lassen. Sie sei mit dem älteren Bruder bis zum 16. Lebensjahr bei der Mut-
ter aufgewachsen und habe dann in die neue Familie des leiblichen Vaters 

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gewechselt. Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule habe sie 
eine Au-Pair-Zeit nach wenigen Monaten abgebrochen, da sie aufgrund 
täglichen Drogenkonsums unter psychischen Schwierigkeiten gelitten habe. 
Nach einem Motivationssemester im "…" habe sie im Sommer 2016 eine 
dreijährige Ausbildung zur ... begonnen und diese mit dem eidg. Fähig-
keitszeugnis und der Note 5.2 abgeschlossen. Retrospektiv betrachtet hät-
ten ca. 2010/2011 Anzeichen der Entwicklung einer Borderline-Persönlich-
keitsstörung mit ersten Selbstverletzungen durch Zufügen von Hautschnit-
ten begonnen. Angaben der aktuell behandelnden Psychotherapeutin zu-
folge habe die Beschwerdeführerin im Alter von neun oder zehn Jahren 
(2009/2010) ein schwerwiegendes Trauma erlebt; über ein solches habe 
sie in der aktuellen Untersuchung jedoch nicht berichtet, sondern über 
"Mobbing" durch Mitschüler und die Lehrerin sowie ein in den Rücken fallen 
der Mutter wegen schlechter Leistungen im Fach Mathematik. Die Sym-
ptome hätten nach Beendigung der Schulzeit bzw. während des Sprach-
aufenthalts als Au-Pair erheblich zugenommen und es sei im Zeitraum von 
2017 bis 2019 zu mehreren stationären Therapieaufenthalten gekommen. 
Seit einer lebensgefährlichen Amphetaminintoxikation Ende August 2019 
sei es nach einem depressiven Tiefpunkt zu einer allmählichen Wende mit 
zunehmender Besserung und Teilremission der vorliegenden Borderline-
Störung gekommen (act. II 66.1/24 Ziff. 7.1; vgl. auch act. II 66.1/18). Im 
Oktober 2020 habe sie eine eigene Wohnung bezogen. Seither seien nur 
noch tageweise Stimmungseinbrüche mit Suizidideen und Affektschwan-
kungen aufgetreten. Selbstschädigendes Verhalten, schädlicher Gebrauch 
von Alkohol und Drogen miteinbezogen, komme seit Oktober 2020 nicht 
mehr vor. Auch habe die Beschwerdeführerin keine schweren dissoziativen 
Zustände mehr. Zur Tagesstrukturierung arbeite sie halbtags auf einem 
Bauernhof und habe ihr Hobby, das Reiten, wieder aufgegriffen (act. II 
66.1/23 f.). Der Suchtmittelgebrauch sei einhergegangen mit der Entwick-
lung einer Persönlichkeitsstörung und habe die Symptome begünstigt. Es 
bestehe Rückfallgefahr. Absolute Abstinenz von Suchtmitteln oder Sub-
stanzen mit potentiellem Suchtrisiko sei zu empfehlen. Im Falle einer psy-
chischen Dekompensation sollte eine Kontrolle von CDT (Alkohol) und ein 
Drogenscreening im Urin stattfinden (act. II 66.1/27 unten).

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Der Beschwerdeführerin seien im psychiatrischen Fachgebiet seit 2017 in 
chronologischer Reihenfolge zudem die folgenden Diagnosen attestiert 
worden: Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2), Verdacht auf multiple Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10 F44.81) und komplexe posttraumatische Belas-
tungsstörung (PTBS, nach ICD-11; act. II 66.1/2 Ziff. 1.2). Zwar habe sich 
die Beschwerdeführerin eigenanamnestisch nach der (frühzeitigen) Been-
digung der Au-Pair-Zeit 1.5 Jahre lang in einer belastenden Situation (mit 
akustischen Halluzinationen in Form kommentierender Stimmen, die 
schlecht über sie reden würden; vgl. act. II 66.1/18 unten) befunden, doch 
würden zum klinischen Bild einer Anpassungsstörung gemäss ICD-Krite-
rien keine akustischen Halluzinationen gehören, weshalb diese Diagnose 
allein gestellt die damals vorhandene Symptomatik nicht umfassend genug 
beschrieben habe (act. II 66.1/19 unten). Dissoziative Störungen seien sehr 
häufig als Komorbidität einer PTBS, aber auch bei der Borderline-Störung 
zu finden. Die bei der Beschwerdeführerin geäusserte Verdachtsdiagnose 
einer multiplen Persönlichkeitsstörung als Unterform einer Identitätsstörung 
sei selten und es werde kontrovers diskutiert, inwieweit sie iatrogen oder 
kulturspezifisch sei. Für eine iatrogene Auslösung könnte bei der Be-
schwerdeführerin der Beginn einer Schematherapie verantwortlich gewe-
sen sein, in welcher die Arbeit mit Modi, welche Persönlichkeitsanteile mit 
Verhaltensmustern unterscheiden, einen Schwerpunkt bilde. Bei der Dia-
gnose einer dissoziativen Störung handle es sich auch um eine Aus-
schlussdiagnose. Es werde verlangt, dass die Störung nicht auf die Wir-
kung einer Substanz oder eines neurologischen oder anderen medizini-
schen Faktors zurückzuführen sei. Als potentiell auslösender Substanzkon-
sum seien die Einnahme von LSD, von Amphetaminen, der fast tägliche 
Konsum von Cannabis und sporadische Alkoholexzesse angegeben wor-
den. Auch aufgrund der verordneten und unregelmässig eingenommenen 
Medikamente seien toxische Wechselwirkungen denkbar. Eine Persönlich-
keitsspaltung infolge einer sexuellen Traumatisierung wäre denkbar, habe 
aber nicht ausreichend nachvollzogen werden können (act. II 66.1/21 f.). 
Aufgrund der Symptomüberschneidungen von Halluzinationen unter Can-
nabinoiden sowie Dissoziationen und Identitätsstörungen im Rahmen einer 
Borderline-Diagnose scheine die Abgrenzung einer PTBS erschwert, da 
weder die Beschwerdeführerin noch deren Therapeutin noch Aktenunterla-
gen konkrete Anhaltspunkte lieferten. Als komorbide Störungen träten bei 

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der Borderline-Störung häufiger affektive Störungen (v.a. Depressionen) 
und Substanzabhängigkeit oder -missbrauch auf. Depressive Phasen hät-
ten bei der Beschwerdeführerin eigenanamnestisch im 9. und 12./13. Le-
bensjahr bestanden, eine Diagnose und Therapie hätten damals nicht 
stattgefunden. Nach Manifestation der Borderline-Störung seien nach situa-
tiven Auslösern wiederholt suizidale Krisen aufgetreten; die Zeitkriterien für 
die Diagnosestellung einer eigenständigen depressiven Episode seien häu-
fig nicht erfüllt gewesen, da die Symptome meist kürzer als 14 Tage ange-
halten hätten, wobei es vereinzelt depressive Episoden gegeben habe, 
welche zu stationären Behandlungen geführt hätten (act. II 66.1/23).

Die Beschwerdeführerin sei ab dem Begutachtungszeitpunkt sowohl in der 
angestammten Tätigkeit (...) als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 80 - 
90 % arbeitsfähig. Es bestehe ein vermehrter Pausenbedarf, um der Be-
schwerdeführerin die Möglichkeit zu geben, die erlernten Skills zur Auf-
rechterhaltung ihrer affektiven Stabilität anzuwenden (act. II 66.1/26 f.).

3.3 Seit Erlass der Verfügung vom 7. Oktober 2021 (act. II 78) präsen-
tiert sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:

3.3.1 Mit Berichten vom 21. Oktober 2021 (act. II 79/1), 15. Februar 2022 
(act. II 84) und 26. April 2022 (act. II 91) wiesen Dres. med. C.________ 
und D.________, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, letzterer 
zusätzlich für Neurologie, darauf hin, eine nach der Begutachtung begon-
nene Eingliederungsmassnahme habe wegen Nichterreichens der Anforde-
rungen und Verschlechterung des Zustandsbilds abgebrochen werden 
müssen. Nachdem die Beschwerdeführerin im Sommer 2021 Zeugin einer 
Gewalttat geworden sei (Mitanhören, wie ihr Nachbar zusammengeschla-
gen worden sei), sei es zu einer Destabilisierung gekommen, wobei eine 
Hospitalisation nur angesichts einer intensiven ambulanten Therapie (mit 
einmaliger Krisenintervention) habe verhindert werden können. Seither 
habe sich die Beschwerdeführerin nur auf einem sehr tiefen Funktionsni-
veau stabilisieren können. Sie habe von Dissoziationen, Amnesien, Körpe-
rintrusionen (Schmerzen, Ziehen, Herzrasen, Halbseitenlähmung der Arme, 
Kribbeln in einem Arm – dies ohne somatische Korrelate) und Albträumen 
sowie massiver Zunahme der chronischen Suizidalität berichtet. Die An-
spannung habe sich erhöht und der Antrieb sei gemindert. Es sei nach lan-

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ger Zeit wieder zu mehrmaligem selbstverletzendem Verhalten gekommen. 
Im damaligen Gutachten seien keine traumaspezifischen Fragebögen an-
gewandt worden (act. II 79/1; act. II 91/1 f. Ziff. 1.2, 2.1 f. und 91/5 Ziff. 3.4).

Es sei der Beschwerdeführerin nicht möglich, in diesem Zustand einer Ta-
gesstruktur nachzugehen. Aufgrund dessen sei sie seit August 2021 
durchgehend zu 100 % krankgeschrieben. Sie habe sich im Verlauf der 
Behandlung auf weitere Diagnostik im Traumatologiebereich einlassen 
können; es bestehe der hohe Verdacht einer dissoziativen Identitätsstörung 
(DIS; ICD-11 6B64; act. II 84, 91/1 Ziff. 1.3 und 91/4 Ziff. 2.7). Die Diagno-
se einer DIS (ED Anfang 2022, davor lange Verdachtsdiagnose) sei die 
Hauptdiagnose; als Nebendiagnose leide die Beschwerdeführerin unter 
einer komplexen Traumafolgestörung (ICD-11 6B40; ED 2020). Es handle 
sich um eine Störung der Identität durch unterschiedliche Persönlichkeits-
zustände, verbunden mit deutlichen Unterbrechungen des Selbsterlebens 
und der eigenen Handlungsfähigkeit. Unterschiedliche Persönlichkeitszüge 
übernähmen wiederholt die exekutive Kontrolle über das Bewusstsein und 
das Handeln in den Interaktionen mit Anderen oder der Umwelt (act. II 91/3 
Ziff. 2.4 f.). Die Beschwerdeführerin habe sich in den Sitzungen immer wie-
der stark verändert präsentiert. Ihre Emotionen, Kognitionen, das Erfassen 
der Situation sowie ihr Interagieren seien verändert gewesen und hätten in 
der nächsten Stunde nicht mehr oder nur noch teilweise erinnert werden 
können. Neben diesen Symptomen habe die Beschwerdeführerin aufgrund 
der komplexen Traumafolgestörung auch die folgenden Symptome: 
Störung der Selbstorganisation, schwere, tiefgreifende Probleme der Affek-
tregulation, Probleme mit dem Selbstbild, selbstherabsetzende Überzeu-
gungen, andauernde Schwierigkeiten in tragenden Beziehungen, Vermei-
dung von Triggern und Hyperarousal (act. II 91/2 Ziff. 2.2). Die Symptome 
könnten bei der Beschwerdeführerin nicht durch andere psychische Er-
krankungen, eine Verhaltensstörung oder neurologische Entwicklungs-
störungen erklärt werden und seien auch nicht die Folge von Substanz-
missbrauch oder die Nebenwirkungen von Medikamenten (act. II 91/3 Ziff. 
2.4).

3.3.2 Auf Empfehlung des RAD (vgl. act. II 97) beantwortete der Hausarzt 
Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, im August 

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2022 die verwaltungsseitige Frage nach den Konsultationen in seiner Pra-
xis dahingehend, dass solche am 11. Juni (Erkältung) sowie 21. Juli 2021 
(Panikattacken; keine pathologischen Befunde) und im Jahr 2022 am 
25. Januar (panvertebrales Schmerzsyndrom), 28. Januar (Ohrspülung 
rechts), 11. Februar (leichte Sialadenopathie) sowie 22. März (Covid-19-
Erkrankung) stattgefunden hätten (act. II 103).

3.3.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, legte in der Stellungnahme vom 9. November 2022 
dar (act. II 108/4), die Gutachterin habe die Diagnose einer emotional in-
stabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), ge-
genwärtig in Teilremission mit insgesamt leichter Ausprägung (vgl. act. II 
66.1/18 Ziff. 6), ausführlich unter Zugrundelegung des ICD-10-Klassifikati-
onssystems hergeleitet (vgl. act. II 66.1/20) und sich auch ausführlich mit 
früher gestellten Diagnosen (PTBS und DIS) auseinandergesetzt (vgl. act. 
II 66.1/21 ff.). Seit der Gutachtenserstellung lägen im psychiatrischen 
Fachgebiet keine objektiv erhobenen Befunde (Psychostatus nach AMDP) 
vor. Eine Behandlungsintensivierung ([teil-]stationäre Behandlung) habe 
nicht stattgefunden; die medikamentöse Behandlung werde (wie auch 
schon in der Vergangenheit) durch die Beschwerdeführerin abgelehnt, so 
dass von einem geringen Leidensdruck ausgegangen werden könne. Glei-
ches gelte in Bezug auf die bei den ambulanten Behandlern vorgetragenen 
körperlichen Beschwerden (so Halbseitenlähmung der Arme und Herzra-
sen), worüber die Beschwerdeführerin anlässlich der wenigen hausärztli-
chen Konsultationen nichts berichtet habe. Von der Gutachterin empfohle-
ne Kontrolluntersuchung in Bezug auf Alkohol und Drogen seien nicht ver-
anlasst worden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei von einem un-
veränderten Gesundheitszustand auszugehen, weshalb weiterhin auf die 
gutachterliche Einschätzung abgestellt werden könne (act. II 108/6; vgl. 
auch act. II 116/3).

3.3.4 In dem im vorliegenden Verfahren eingereichten Bericht vom 
21. Februar 2023 wies Dr. med. D.________ darauf hin, die Beschwerde-
führerin habe seit dem Ereignis vom August 2021 (akustisch wahrgenom-
mene Gewalttat) eine starke Angst gegenüber Menschen entwickelt und 
sich sozial zurückgezogen. Sie leide stark unter zeitweise aufdrängenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 13

Suizidgedanken, starkem Gedankenkreisen und einer chronischen Er-
schöpfung (act. I 1/3). Vordergründig liege eine Agoraphobie mit ausge-
prägter und übermässiger Angst in diversen Situationen vor, in denen eine 
Flucht schwierig sein könnte oder keine Hilfe verfügbar sei. Die Symptoma-
tik sei so schwerwiegend, dass dies zu erheblichem Leidensdruck und zu 
erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, sozialen und beruflichen 
Funktionsbereichen geführt habe. Weiter leide die Beschwerdeführerin seit 
2019 an einer Hypochondrie, welche gekennzeichnet sei durch die ständi-
ge Sorge oder Angst, eine oder mehrere schwere oder lebensbedrohliche 
Krankheiten zu haben; die Besorgnis werde begleitet von wiederholten und 
exzessiven gesundheitsbezogenen und maladaptiven Verhaltensweisen 
aus Scham, nicht ernst genommen zu werden. Es sei anzunehmen, dass 
die Beschwerdeführerin zudem an einer komplexen Traumafolgestörung 
aufgrund von diversen traumatischen Erfahrungen in der Kindheit und Ju-
gend leide; in früheren Therapien seien die Diagnosen DIS und komplexe 
PTBS festgehalten worden (act. I 1/4). Aufgrund einer Verschlechterung 
der vorgängig vorhandenen Hypochondrie und der neu aufgetretenen Ago-
raphobie sei es nach dem Ereignis im August 2021 zu einer massiven Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands gekommen mit seither voller Ar-
beitsunfähigkeit. Aufgrund der vorliegenden Agoraphobie sei es der Be-
schwerdeführerin kaum möglich, ihr Haus zu verlassen und somit einer 
Tagesstruktur bzw. Tätigkeit nachzugehen (act. I 1/5 f.).

3.3.5 Mit Bericht vom 23. Februar 2023 (in den Gerichtsakten) teilte der 
Hausarzt mit, die Beschwerdeführerin leide unter einer Hypochondrie. Da-
mit im Zusammenhang stünden mehrheitlich die in den letzten drei Jahren 
erfolgten Konsultationen bei ihm wegen Irritationsgefühl im Hals, dem Ge-
fühl von Atemnot, von Missempfindungen im Körper, von brennenden 
Brustschmerzen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Es sei davon aus-
zugehen, dass die körperlichen Beschwerden am ehesten psychosomati-
scher Ätiologie seien.

3.3.6 Die RAD-Ärztin wies in der Stellungnahme vom 9. März 2023 (in 
den Gerichtsakten) nochmals darauf hin, dass auch dem neusten (psychia-
trischen) Bericht des Dr. med. D.________ vom 21. Februar 2023 (vgl. act. 
I 1) keine objektiven Befunde zu entnehmen seien. Ausführlich werde über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 14

Selbstauskünfte der Beschwerdeführerin im Sinne von vorgebrachten Kla-
gen und Beschwerden berichtet. Sämtliche dieser Beschwerden habe die 
Beschwerdeführerin bereits anlässlich der gutachterlichen Untersuchung 
vorgetragen, insbesondere habe sie schon damals über Hypochondrie be-
richtet. Diese Beschwerden und Symptome seien durch die psychiatrische 
Gutachterin medizinisch plausibel einer anderen Diagnose zugeordnet 
worden. Auch habe die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der gutach-
terlichen Untersuchung über verschiedenste Ängste (Soziophobie, Angst, 
ohne Begleitung das Haus zu verlassen etc.) geklagt. Diese Beschwerden 
seien von der Gutachterin bei der Beurteilung des funktionellen Leistungs-
vermögens berücksichtigt worden. Zusammengefasst sei davon auszuge-
hen, dass überwiegend wahrscheinlich seit der gutachterlichen Untersu-
chung der gleiche medizinische Sachverhalt vorliege, welcher durch die 
aktuellen Behandler lediglich anders beurteilt werde, zumal den seither 
erstellten Arztberichten auch keine stattgehabten oder geplanten Behand-
lungsintensivierungen zu entnehmen seien. Medizinisch-theoretisch gehe 
die von der Gutachterin diagnostizierte emotional-instabile Persönlich-
keitsstörung vom Borderline-Typ typischerweise mit wiederholten, aber 
jeweils nur kurze Zeit andauernden emotionalen Krisen einher, welche 
dann vorübergehend das funktionelle Leistungsvermögen beeinflussen 
könnten.

3.3.7 Im Bericht vom 17. Mai 2023 (in den Gerichtsakten) bekräftigte 
Dr. med. D.________ eine (massive) Zustandsverschlechterung seit dem 
Ereignis im August 2021; die entsprechenden Beschwerden seien aufgrund 
ihrer Intensität zusätzlich unter den neuen Diagnosen Hypochondrie und 
Agoraphobie eingeordnet worden.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 15

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen 
an ein ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch 
hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen 
vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 
S. 12 E. 3.2, 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

3.5 Die Beschwerdeführerin liess die sich auf das psychiatrische Gut-
achten vom 21. April 2021 (vgl. act. II 66.1) stützende Verfügung vom 
7. Oktober 2021 (vgl. act. II 78) unangefochten in Rechtskraft erwachsen, 
ersuchte dann aber bereits im Januar 2022 um erneute Rentenprüfung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 16

(Neuanmeldung; act. II 81) unter Hinweis auf eine Retraumatisierung im 
Sommer 2021 mit massiver Zustandsverschlechterung (vgl. act. II 84).

3.5.1 In diesem Sinne wird im Bericht der behandelnden Dres. med. 
C.________ und D.________ vom 26. April 2022 von einer Dekompensati-
on bzw. Retraumatisierung durch ein Ereignis im August 2021 – nota bene 
vor Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 7. Oktober 2021 (act. 
II 78) – ausgegangen (act. II 91/2 Ziff. 2.1), wobei die Hauptdiagnose die 
DIS sei und daneben eine komplexe PTBS bestehe (act. II 91/3 Ziff. 2.5). 
Diese beiden Diagnosen waren bereits im Zeitpunkt der Begutachtung 
durch Dr. med. B.________ vordiagnostiziert, wurden von der Expertin in-
des nicht bestätigt (act. II 66.1/22 f.). Insoweit liegt lediglich eine (unverän-
derte) andere Würdigung des im Wesentlichen gleich gebliebenen medizi-
nischen Sachverhalts vor, welche im neuanmeldungsrechtlichen Kontext 
unbeachtlich ist (BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105). 

3.5.2 Im Bericht vom 21. Februar 2023 rapportiert Dr. med. D.________ 
eine seit 2019 bestehende, erstmals aber im Dezember 2022 diagnostizier-
te Hypochondrie (act. I 1/4 f. Ziff. 2.4 f.) und eine massive Zunahme der 
Symptome (act. I 1/3 f. Ziff. 2.2). Auch vom hypochondrischen Verhalten 
der Beschwerdeführerin hatte die Gutachterin Kenntnis ("[…] sei sie auch 
sozialphobisch oder hypochondrisch" [act. II 66.1/14]; "Sie könne geradezu 
hypochondrisch reagieren, wenn sie Körpersymptome habe. Aber auch 
wenn andere ihr über Körpersensationen berichten, zum Beispiel ihr 
Freund, denke sie gleich an Krebs, Schlaganfall oder Herzschaden, weil er 
sagte, ihm sei schwindlig" [act. II 66.1/16]), doch stellte sie – wie damals 
auch die behandelnden Ärzte trotz angeblich seit 2019 bestehender Sym-
ptomatik – keine entsprechende Diagnose, sodass wiederum eine andere 
Würdigung des im Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachver-
halts vorliegt. 

3.5.3 Schliesslich geht Dr. med. D.________ im Bericht vom 21. Februar 
2023 von einer neu diagnostizierten Agoraphobie aus, die dergestalt sei, 
dass die Beschwerdeführerin kaum das Haus verlassen und keiner Tätig-
keit nachgehen könne (act. I 4 f. Ziff. 2.4 f.). Diese Symptome einer Agora-
phobie wurden bereits im Rahmen der Begutachtung geklagt ("Gesteiger-
tes Misstrauen in für sie neuen Situationen und unbekannten Personen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 17

gegenüber, ohne Geschlechtsunterschied. Sie differenzierte weiter, vor 
Männern habe sie Angst wegen ihrer körperlichen Überlegenheit, vor Frau-
en wegen ihrer potentiellen Verlogenheit […]. Sie habe Angst davor[,] 
fremd- und autoaggressiven Impulsen Folge zu leisten, situativ die Kontrol-
le zu verlieren […]. Sie bemerkte leichte Kontrollzwänge, vor allem wenn 
sie die Haustüre abschliesse. Es könne sein, dass sie bis zu zweimal 
zurücklaufe[,] um nachzusehen, ob sie wirklich abgesperrt habe. Sie habe 
Angst vor Einbrechern, besonders, wenn sie sich alleine zu Hause aufhält." 
[act. II 66.1/14]; "Körperlich überlegene Männer in unübersichtlichen Situa-
tionen fürchte sie. Aber auch offene Plätze […]. Sie gehe grundsätzlich 
nicht gerne unbegleitet aus dem Haus." [act. II 66.1/17]; "[…] ausgeprägte 
soziale Rückzug" [act. II 66.1/21]). Die Diagnose einer Agoraphobie wurde 
von der Gutachterin indes nicht gestellt, obschon die nun geschilderten 
Verhaltensweisen im Wesentlichen bereits gegenüber der Gutachterin ge-
schildert worden waren. In diesem Punkt leidet der Bericht von Dr. med. 
D.________ vom 21. Februar 2023 denn auch an einem Widerspruch da-
hingehend, dass die Diagnose einer Agoraphobie erstmals im Dezember 
2022 gestellt worden ist (act. I 1/5 Ziff. 2.5), sich diese aber bereits nach 
dem Ereignis vom August 2021 massiv verschlechtert habe (act. I 1/5 
Ziff. 2.7). Abgesehen vom Dargelegten läge die postulierte Verschlechte-
rung vor dem hier massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor).

3.5.4 Insgesamt bestehen im Vergleich zum psychiatrischen Gutachten 
vom 21. April 2021 (act. II 66.1) bzw. zur Verfügung vom 7. Oktober 2021 
(act. II 78) im vorliegenden Neuanmeldungsverfahren bloss nominelle Diffe-
renzen diagnostischer Art. Die vorbestandenen Tatsachen haben sich im 
Vergleichszeitraum zudem auch in ihrem Ausmass nicht substantiell verän-
dert. Zwar ist die Rede von einer Dekompensation bzw. Retraumatisierung 
seit Sommer 2021 (act. II 91/2 Ziff. 2.1). In diesem Zusammenhang gilt es 
jedoch zu beachten, dass es der begutachtenden Psychiaterin nicht gelun-
gen ist, überhaupt eine (erstmalige bzw. ursprüngliche) Traumatisierung 
herzuleiten (vgl. act. II 66.1/23 f.). Gleich verhält es sich nunmehr in Bezug 
auf das im Neuanmeldungsverfahren geltend gemachte Mitanhören, wie ihr 
Nachbar zusammengeschlagen worden sei, handelt es sich doch dabei 
offensichtlich nicht um eine aussergewöhnlich schwere oder kontinuierliche 
Belastung (vgl. dazu die Definition zu ICD-10 F43.- [Reaktionen auf schwe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 18

re Belastungen und Anpassungsstörungen]) bzw. Extrembelastung (vgl. 
dazu die Definition zu ICD-10 F62.0 [andauernde Persönlichkeitsänderung 
nach Extrembelastung]). Ohnehin hat die Gutachterin bereits anlässlich der 
Begutachtung im Jahr 2021 darauf hingewiesen, dass eine Rückfallgefahr 
bestehe, absolute Abstinenz von Suchtmitteln oder Substanzen mit poten-
tiellem Suchtrisiko zu empfehlen sei und im Falle einer psychischen De-
kompensation eine Kontrolle von CDT (Alkohol) und ein Drogenscreening 
im Urin stattfinden sollte (act. II 66.1/27 unten). Letzteres wurde seitens der 
behandelnden Ärzte offensichtlich nicht veranlasst (vgl. act. II 108/6 unten). 
Auch lässt sich trotz der von den behandelnden Ärzten postulierten Desta-
bilisierung – denn nur so lässt sich die seit Ende August 2021 bis auf weite-
res attestierte volle Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. I 1/1 f. Ziff. 1.3) erklären – 
keine anhaltende Intensivierung der Behandlung bzw. Medikation feststel-
len, was gemäss der RAD-Ärztin auf einen (eher) geringen Leidensdruck 
der Beschwerdeführerin schliessen lässt (vgl. act. II 108/6): Zwar wurden 
zunächst ab Sommer 2021 über längere Zeit drei psychotherapeutische 
Gespräche pro Woche (act. II 79/1), später noch deren zwei (act. II 84, 91/1 
Ziff. 1.2) bzw. seit 9. Dezember 2022 werden noch wöchentliche oder 
zweiwöchentliche Einzelpsychotherapien (act. I 1/1 Ziff. 1.1) abgehalten 
und die Beschwerdeführerin hat allein Nozinan-Tropfen 4 % in Reserve 
(act. I 1/4 Ziff. 2.3), was in etwa (wieder) der Situation im Begutachtungs-
zeitpunkt 2021 entspricht (i.d.R. einmal in der Woche ein ambulanter Ter-
min à 50 min [act. II 43/4 Ziff. 7] und Nozinan-Tabletten-Reserve [act. II 
66.1/10]). Diesbezüglich führte die RAD-Ärztin in der Stellungnahme vom 
9. März 2023 (S. 5 unten [in den Gerichtsakten]) nachvollziehbar aus, me-
dizinisch-theoretisch gehe die von der psychiatrischen Gutachterin für die 
Beschwerdeführerin diagnostizierte emotional-instabile Persönlichkeitss-
törung vom Borderline-Typ typischerweise mit wiederholten, aber jeweils 
nur kurze Zeit andauernden emotionalen Krisen einher, welche dann vorü-
bergehend das funktionelle Leistungsvermögen beeinflussen könnten. So-
weit die behandelnden Ärzte dem entgegen eine seit Jahren bestehende 
gänzliche Arbeitsunfähigkeit attestieren (act. I 1/1 f. Ziff. 1.3), darf und soll 
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mit-
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels-
fällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc 
S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 19

allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden 
Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit 
seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklag-
ten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 
20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Folglich ist mit dem RAD von einem seit 
7. Oktober 2021 im Wesentlichen unveränderten medizinischen Zustand 
auszugehen.

3.6 Nach dem Dargelegten stellen die abweichenden Beurteilungen 
bzw. Diagnosen der behandelnden Ärzte – soweit diese überhaupt den 
neuanmeldungsrechtlich relevanten Zeitraum betreffen (vgl. E. 3.1 hier-
vor) – eine im Neuanmeldungskontext unbeachtliche andere Würdigung 
des im Wesentlichen unveränderten medizinischen Zustands dar. Dem-
nach ist im massgeblichen Überprüfungszeitraum in den medizinischen 
Verhältnissen keine wesentliche Veränderung eingetreten. Auch hinsicht-
lich der erwerblichen oder anderer tatsächlicher Verhältnisse ist eine solche 
nicht auszumachen und wird denn auch nicht geltend gemacht. Folglich hat 
keine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen (E. 2.4.2 
hiervor) und die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2023 (act. II 117) 
ist nicht zu beanstanden. 

4.

Mit der Abweisung der Beschwerde wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 108 VRPG), weshalb nachfolgend vorab das (mangels 
Rechtsverbeiständung auf die unentgeltliche Prozessführung beschränkte) 
Gesuch um Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege zu prüfen 
ist. 

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 
Abs. 1 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 20

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der dokumentierten 
finanziellen Verhältnisse respektive ihrer Sozialhilfebedürftigkeit ausgewie-
sen (act. IA 1 ff.). Im Weiteren ist die Beschwerde nicht als aussichtslos zu 
qualifizieren, weshalb die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf 
unentgeltliche Prozessführung vorliegend erfüllt sind. Das entsprechende 
Gesuch der Beschwerdeführerin ist somit gutzuheissen.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG) und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufer-
legt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 4.1 
hiervor) wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht be-
freit (Art. 113 VRPG).

4.3 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin von vornherein 
keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 21

die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern (samt Eingaben vom 23. Februar und 17. Mai 2023)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2023, IV/23/130, Seite 22

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.