# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 866827b3-64bd-5125-937d-6063201ba464
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 30.06.2020 UV 2018/72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2018-72_2020-06-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/72

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 13.11.2020

Entscheiddatum: 30.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 30.06.2020
Art. 18 UVG. Art. 19 Abs. 1 UVG. Festlegung des Zeitpunktes des 
Fallabschlusses. Damals lagen noch gewisse unfallkausale organische 
Beschwerden vor, die Unfalladäquanz der psychischen Beschwerden war 
jedoch zu verneinen (Psycho-Praxis; BGE 115 V 133). Die 
Beschwerdeführerin war gemäss der beweiskräftigen kreisärztlichen 
Beurteilung adaptiert voll arbeitsfähig und der errechnete Invaliditätsgrad 
nicht zu beanstanden. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Juni 2020, UV 
2018/72). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_542/2020.

Entscheid vom 30. Juni 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja 

Meili

Geschäftsnr.

UV 2018/72

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Emil Nisple, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war als Wäschereileiterin bei der B.___ tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von 

Unfällen obligatorisch versichert, als sie am 1. Dezember 2008 auf das linke Knie 

stürzte (Suva-act. I/1). Eine am 5. Dezember 2008 im Diagnostic Center C.___ 

durchgeführte MR-Untersuchung ergab eine intramurale Läsion im medialen 

Meniskushinterhorn, einen kleinen radiären Einriss im Meniskuscorpus, eine fokal 

deutliche Chondropathie im medialen Kompartiment und eine Bakerzyste (Suva-act. I/

2). Dr. med. D.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 30. März und 1. Mai 2009, 

die Behandlung bei ihm sei am 9. Dezember 2008 abgeschlossen gewesen, eine 

Arbeitsunfähigkeit habe nicht vorgelegen (Suva-act. I/3 f.; Datum der Erstbehandlung 

gemäss Angabe ebenfalls am 9. Dezember 2008).

A.a. 

Am 26. März 2009 war die Versicherte auf ihrem Mofa mit einem Lieferwagen 

kollidiert und auf den rechten Arm gestürzt (Suva-act. II/1 f.). Der gleichentags 

erstbehandelnde Dr. med. E.___ hatte eine Prellung an der Schulter und am Arm rechts 

diagnostiziert. Er hatte Schmerzmittel sowie eine Schiene zur Ruhigstellung verordnet 

und der Versicherten vom 26. März bis 13. April 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% 

A.b. 

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und ab 14. April 2009 eine solche von 50% attestiert (Suva-act. II/3, II/11). Eine am 30. 

April 2009 durchgeführte MR-Untersuchung des Ellbogengelenkes rechts hatte keinen 

Nachweis posttraumatischer ossärer Läsionen erbracht. Es hatten sich diffuse 

Signalstörungen im Musculus trizeps im Sinne von Kontusionsherden sowie ein 

Hämatom über dem Musculus trizeps gezeigt (Suva-act. II/4-3). Dr. D.___ verordnete 

der Versicherten am 1. Juli 2009 Physiotherapie (Suva-act. II/9). Die Suva kam für die 

Folgen der Unfälle vom 1. Dezember 2008 und 26. März 2009 auf.

Eine MR-Untersuchung der Schulter rechts vom 29. Juni 2010 erbrachte unter 

anderem den Nachweis einer Ruptur im ansatznahmen Bereich der 

Supraspinatussehne (Suva-act. II/16). Dr. med. F.___ und Dr. med. G.___, beide FMH 

Orthopädische Chirurgie/Traumatologie, attestierten der Versicherten ab 8. Juli 2010 

eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (Suva-act. I/26). Am 22. September 2010 führte Dr. 

G.___ eine Arthroskopie der Schulter rechts, eine offene Rekonstruktion der 

Supraspinatussehne, eine Acromioplastik der Schulter rechts, eine Arthroskopie des 

Knies links, eine medialen Meniscusteilresektion sowie eine Resektion der Plica medio- 

und infrapatellaris durch (Suva-act. I/30, I/53). Er attestierte der Versicherten ab 21. 

September 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, ab 28. Februar 2011 eine solche 

von 50% betreffend die Schulter bzw. 25% betreffend das Knie (Suva-act. I/33, I/37, I/

42, II/33, II/40).

A.c. 

Am 1. März 2011 unternahm die Versicherte einen Arbeitsversuch mit einem 

Pensum von 50%, welcher jedoch scheiterte (Suva-act. II/32, II/35, II/44). Dr. D.___ 

attestierte der Versicherten ab 2. März 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-

act. II/37, vgl. Suva-act. II/39, II/82). Aufgrund einer symptomatischen Reruptur der 

Supraspinatussehne (vgl. Suva-act. II/49, II/55, II/64) unterzog sich die Versicherte am 

15. Juli 2011 in der Klinik H.___ einer Schulterarthroskopie, einer AC-Gelenksresektion, 

einem subacromialen Débridement, einer Bicepstenotomie und einem PASTA-Repair 

rechts (Suva-act. II/84 f.). Prof. Dr. med. I.___, Klinik H.___, attestierte ihr vom 14. Juli 

bis 23. Oktober 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 24. bis 31. Oktober 2011 

eine solche von 50% (Suva-act. I/59). Ab 7. November 2011 war die Versicherte 

stundenweise in einem angepassten Arbeitsbereich wieder für ihre Arbeitgeberin tätig 

(Suva-act. II/88 f., II/97). Prof. I.___ attestierte ihr ab dann eine Arbeitsunfähigkeit von 

70% (Suva-act. II/96, II/98). Ab Mitte November 2011 wurde die Präsenzzeit reduziert 

A.d. 

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(Suva-act. II/103) und am 16. Januar 2012 der Eingliederungsversuch als vorerst 

gescheitert erachtet (Suva-act. II/106).

Die behandelnden Ärzte der Klinik H.___ berichteten am 17. Februar 2012, die 

Versicherte zeige das Beschwerdebild einer Capsulitis der Schulter rechts. Es liege 

eine kleine bursaseitige Reruptur an der Supraspinatussehne vor. Die Versicherte 

könne in absehbarer Zeit nicht mehr in ihrem angestammten Beruf arbeiten (Suva-act. 

II/109,

vgl. MRT vom 6. Januar 2012; Suva-act. II/105).

A.e. 

Am 19. Juni 2012 berichtete Dr. D.___, eine Abklärung in der Klinik J.___ habe die 

Indikation für eine psychotherapeutische Behandlung wegen Verdachts auf eine 

posttraumatische Belastungsstörung ergeben. Die Versicherte möchte jedoch keine 

ambulante Behandlung bei einem Psychiater beginnen, sondern sich stationär in einer 

Rehabilitationsstätte behandeln lassen (Suva-act. II/121). Die Arbeitgeberin kündigte 

das Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2012 (Suva-act. II/115).

A.f. 

Vom 10. Juli bis 7. August 2012 befand sich die Versicherte stationär in der Klinik 

K.___. Die dort behandelnden Ärzte listeten im Austrittsbericht vom 10. August 2012 als 

Diagnosen unter anderem chronische Schmerzen der rechten Schulter, eine leichte 

depressive Episode und eine Gonarthrose links auf (Suva-act. II/134). Auf Nachfrage 

der Suva (vgl. Suva-act. II/136) befanden die behandelnden Ärzte der Klinik K.___ am 

11. September 2012, der Versicherten sei die angestammte Tätigkeit nicht mehr 

zumutbar. Die Zumutbarkeit für eine adaptierte Tätigkeit sei grundsätzlich gegeben 

(Suva-act. II/146). Prof. I.___ hatte am 6. September 2012 ausgeführt, die moderate Re-

Ruptur der Supraspinatussehne rechts erkläre die bestehenden Beschwerden nicht. Er 

erachte es bei sehr moderaten Erfolgsaussichten als knapp gerechtfertigt, eine 

Rearthroskopie durchzuführen. Sollte auch diese Massnahme ohne Erfolg sein, wäre 

längerfristig ausser einer inversen Totalprothese keine andere Behandlungsmöglichkeit 

mehr vorhanden. Es sei zu befürchten, dass der Endzustand erreicht sei. Die 

Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. II/142 f.).

A.g. 

Am 27. September 2012 unterzog sich die Versicherte in der Klinik H.___ einer 

Schulterarthroskopie, einem Débridement, einer AC-Gelenksnachresektion, einer Acro­

A.h. 

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mioplastik und Biopsieentnahmen der Schulter rechts. Die behandelnden Ärzte 

attestierten ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. II/155, II/161 vgl. Suva-act. 

II/157). Der behandelnde Arzt der Klinik K.___ hielt am 7. Dezember 2012 als Diagnosen 

fortdauernde Schmerzen der rechten Schulter, eine Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21), einen Status nach idiopathischer 

Faszialisparese rechts am 18. April 2004 sowie eine Migräne mit Aura fest (Suva-act. II/

166).

Mit Schreiben vom 14. Dezember 2012 teilte die Suva dem Rechtsvertreter der 

Versicherten mit, sie entrichte entgegenkommenderweise bis vorerst Ende 2012 die 

Taggeldleistungen im bisherigen Rahmen. Gemäss Suva-Kreisarzt wäre aber allenfalls 

eine Teilarbeitsfähigkeit zumutbar (Suva-act. II/168). Die behandelnden Ärzte der Klinik 

H.___ berichteten am 15. Januar 2013, bei ihnen sei vorerst keine weitere Kontrolle 

mehr geplant. Eine körperliche Arbeitsfähigkeit betreffend die rechte Schulter sei kaum 

zu erwarten. Sie attestierten der Versicherten bis zum 28. Februar 2013 weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. II/169 f.). Dr. D.___ hielt am 5. März 2013 fest, 

betreffend die Schulter sei keine weitere Behandlung mehr vorgesehen. Betreffend das 

linke Knie sei eine Behandlung mit Condrosulf 800 über einen Zeitraum von zwei 

Jahren geplant (Suva-act. II/180). Er attestierte der Versicherten weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. II/179, II/185).

A.i. 

Am 18. Juni 2013 befanden Prof. I.___ und die behandelnde Assistenzärztin, die 

starken persistierenden Schmerzen in der Schulter rechts liessen sich nicht 

nachvollziehen. Die von der Versicherten gewünschte Implantation einer 

Schulterprothese befürworte er nicht (Suva-act. II/189). Am 20. Juni 2013 hielt Prof. 

I.___ fest, eine Infektion habe nie nachgewiesen werden können. Die ausgedehnten 

Knorpelläsionen, welche sich bereits bei der ersten Arthroskopie vom 14. Juli 2011 

gezeigt hätten, könnten für die Schmerzen zumindest mitverantwortlich sein. 

Mittelfristig sei eine Schultertotalprothesenimplantation wohl doch indiziert (Suva-act. 

II/191).

A.j. 

Nach einer Untersuchung vom 30. Juli 2013 beurteilte Kreisarzt Dr. med. L.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

FMH, die früher ausgeübte Tätigkeit in der Wäscherei sei der Versicherten nicht mehr 

A.k. 

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zumutbar. Bezüglich des allgemeinen Zumutbarkeitsprofils sei eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit indiziert (Suva-act. I/73). Den Integritätsschaden 

schätzte er am 2. August 2013 auf insgesamt 20% (Suva-act. I/74). Im Auftrag der 

Suva (vgl. Suva-act. II/197) führte die ergonomicsystems AG am 15. und 16. August 

2013 eine teilgutachterliche Beurteilung im Rahmen der funktionellen arbeitsbezogenen 

Leistungsfähigkeit (EFL) durch (Suva-act. II/198). In ihrer Beurteilung vom 7. September 

2013 äusserten die zuständigen medizinischen Fachpersonen den Verdacht auf eine 

somatoforme Schmerzstörung. Sie befanden, die von der Versicherten beklagten 

Beschwerden bzw. die demonstrierten Funktionseinschränkungen seien weitgehend 

inkonsistent gewesen, es bestünden hochgradige Hinweise auf eine Selbstlimitierung. 

Es könne keine aussagekräftige Beurteilung der funktionellen Ressourcen erfolgen. Für 

eine umfassende Zumutbarkeitsbeurteilung werde daher eine polydisziplinäre 

Begutachtung empfohlen (Suva-act. II/205).

Kreisarzt Dr. L.___ beurteilte am 4. Februar 2014, die frühere Tätigkeit in der 

Wäscherei sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine adaptierte Tätigkeit sei 

ganztags möglich (Suva-act. II/211, vgl. auch die Präzisierung der Angaben zur 

Arbeitsfähigkeit in Suva-act. II/222). Mit Verfügung vom 10. April 2014 sprach die Suva 

der Versicherten für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 26. März 

2009 mit Wirkung ab 1. April 2014 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 

23% sowie für die Folgen der Unfälle vom 1. Dezember 2008 und 26. März 2009 eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20% zu (Suva-

act. I/77). Dagegen erhob die Helsana, Krankenversicherung der Versicherten, am 25. 

April 2014 Einsprache (Suva-act. I/81). Am 12. Mai 2014 erhob die Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. E. Nisple, St. Gallen, ebenfalls Einsprache (Suva-

act. II/237).

A.l. 

Am 22. Juli 2014 unterzog sich die Versicherte im Universitätsspital Zürich 

(nachfolgend: USZ) aufgrund eines nicht-rupturierten Aneurysmas der Mediabifurkation 

rechts einer pterionalen Kraniotomie rechts für Clipping eines unrupturierten subgiant 

MCA Aneurysmas. Während der Hospitalisation kam es zu einem fokalen, sekundär 

generalisierten epileptischen Anfall (Suva-act. II/245-5 ff., vgl. Suva-act. II/249-5 f.). 

Kreisarzt Dr. L.___ beurteilte am 27. November 2014, das Aneurysma der rechten 

Bifurkation und die Epilepsie seien nicht überwiegend wahrscheinlich im Rahmen der 

A.m. 

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Unfälle entstanden. Bezüglich der unfallbedingten Beschwerden sei der Endzustand 

Ende Juli 2013 erreicht worden (Suva-act. II/254).

Mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2014 hiess die Suva die Einsprache 

der Helsana insofern teilweise gut, als sie feststellte, die Versicherte habe Anspruch auf 

Heilbehandlungen. Im Übrigen wies sie die Einsprachen ab (Suva-act. I/87).

A.n. 

Am 5. und 8. Dezember 2014 berichtete Dr. med. M.___, Oberarzt m.b.F. 

Orthopädie, Spital N.___, unter anderem über eine primär symptomatische horizontale 

AC-Gelenksinstabilität der Schulter rechts, einen Verdacht auf eine somatoforme 

Schmerzproblematik und eine leichtgradige laterale Epicondylopathie des Ellenbogens 

rechts. Er führte eine Infiltration durch und empfahl darauf einen stabilisierenden 

operativen Eingriff (Suva-act. II/256 f.). Prof. I.___ sowie ein Assistenzarzt untersuchten 

die Versicherte am 18. März 2015 im Sinne einer Zweitmeinung und befand am 27. 

März 2015, das Beschwerdebild sei komplex, das AC-Gelenk scheine aber klinisch 

tatsächlich sehr schmerzhaft zu sein. Die Beurteilung von Dr. M.___ könne 

nachvollzogen werden (Suva-act. II/285). Nach Durchführung einer Infiltration und 

Beizug von MRI-Bildern beurteilte er am 4. Mai 2015, die Schmerzproblematik könne 

zuverlässig nicht alleinig auf das AC-Gelenk reduziert werden. Dieses scheine jedoch 

für einen grossen Teil der Schmerzen verantwortlich zu sein. Er befürwortete einen 

Eingriff im Bereich des AC-Gelenks (Suva-act. II/289). Kreisarzt Dr. L.___ befand am 28. 

Mai 2015, es könne davon ausgegangen werden, dass mit der vorgesehenen 

Operation im Bereich des AC-Gelenks eine Verbesserung des Gesundheitszustandes 

an der rechten Schulter erwartet werden könne. Es könne nicht mehr von einem 

Endzustand ausgegangen werden (Suva-act. II/292).

A.o. 

Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Nisple, hatte am 21. Januar 2015 

gegen den Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2014 Beschwerde erhoben (Suva-

act. II/266, vgl. Suva-act. II/269, zur Sistierung des Verfahrens vgl. Suva-act. II/280 ff.). 

Mit Schreiben vom 1. Juni 2015 teilte die Suva der Verfahrensleitung mit, sie hebe ihren 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2014 auf und nehme die Sache ins 

Verwaltungsverfahren zurück (Suva-act. II/294). Am 16. Juni 2015 schrieb das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen das Verfahren ab (Suva-act. II/296). Mit 

Schreiben vom 15. Juli 2015 teilte die Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten mit, 

A.p. 

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die seit der Verfügung vom 10. April 2014 eingegangenen Akten hätten gezeigt, dass 

der Fallabschluss zu früh erfolgt sei. Sie nehme deshalb ihren Entscheid vom 10. April 

2014 sowie den Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2014 vollumfänglich zurück. 

Die vom 1. April 2014 bis 31. Juli 2015 bezahlten Rentenleistungen würden mit der 

Taggeldnachzahlung verrechnet. Die bereits ausbezahlte Integritätsentschädigung 

werde mit allfälligen späteren Integritätsentschädigungsleistungen verrechnet. Die 

Einsprache vom 28. April 2014 erachte sie als formlos erledigt (Suva-act. I/88).

Am 21. August 2015 unterzog sich die Versicherte in der Klinik H.___ einer 

Schulterarthroskopie, einer Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion, einer AC-Resektion 

und einer Biopsieentnahme rechts (Suva-act. II/305 f.). Auf Nachfrage der Suva hielten 

Prof. I.___ und Dr. med. O.___, Assistenzarzt Orthopädie, Klinik H.___, am 3. März 2016 

fest, mit einem medizinischen Endzustand sei in ca. drei bis sechs Monaten zu 

rechnen. Es sei davon auszugehen, dass sich das Zumutbarkeitsprofil betreffend die 

Schulter im Vergleich zum 4. Februar 2014 nicht mehr ändern werde (Suva-act. II/325, 

vgl. sinngemäss gleiche Einschätzung in Suva-act. II/335). Am 25. Mai 2016 befanden 

Prof. I.___ sowie eine Assistenzärztin der Klinik H.___, die Versicherte leide weiterhin 

unter einer schmerzhaften Capsulitis der rechten Schulter. Die nächste chirurgische 

Lösung wäre die Implantation einer inversen Schulterprothese, was in dieser 

hochkomplexen Schmerzsituation jedoch von zu unsicherem Resultat sei, um diesen 

irreversiblen Eingriff zu rechtfertigen (Suva-act. II/328).

A.q. 

PD Dr. med. P.___ und med. pract. Q.___, USZ, stellten am 5. April 2017 ein 

Kostengutsprachegesuch für eine stationäre multimodale rheumatologische 

Komplexbehandlung (Suva-act. II/344, vgl. Suva-act. II/345). Eine am 6. April 2017 

durchgeführte MR-Untersuchung des rechten Schultergelenks erbrachte den Nachweis 

einer kompletten Reruptur der Supraspinatussehne, auf die Infraspinatussehne 

übergreifend (Suva-act. II/343).

A.r. 

Kreisarzt Dr. med. R.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates, untersuchte die Versicherte am 9. Mai 2017. Gleichentags 

beurteilte er, aktuell liege eine mittelgradige Funktionsbeeinträchtigung mit 

Einschränkung der Bewegungsausmasse der Schulter rechts vor. Das linke Knie sei 

funktionstüchtig (fälschlicherweise als "funktionsfrei" bezeichnet) und voll belastbar. 

A.s. 

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B.  

Eine erneute Rekonstruktion der rechten Schulter oder eine plastische Deckung 

erscheine nicht erfolgsversprechend. Auch eine weiterführende Versorgung mit einer 

inversen Schulterprothese werde von den Schulterspezialisten derzeit als nicht 

zielführend angesehen. Er empfehle den Abschluss des Schadenfalls und erachte den 

Vorschlag einer stationären rheumatologischen Schmerzbehandlung als nicht 

zielführend. Eine adaptierte Tätigkeit sei der Versicherten ganztags zumutbar. Die 

eventuelle weiterführende operative Versorgung des rechten Schultergelenkes mit einer 

Endoprothese führe bei normalem Verlauf zu keiner Änderung des formulierten 

Zumutbarkeitsprofils und werde von der Versicherten derzeit auch nicht gewünscht 

(Suva-act. II/350). Mit Schreiben vom 15. Mai 2017 wies die Suva das 

Kostengutsprachegesuch vom 5. April 2017 ab (Suva-act. II/353). Mit Schreiben vom 

21. August 2017 teilte die Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten mit, sie stelle die 

Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. August 2017 ein. Für die Kosten der 

weiterhin notwendigen ärztlichen Kontrollen werde sie jedoch aufkommen (Suva-act. II/

363).

Mit Verfügung vom 7. September 2017 sprach die Suva der Versicherten für die 

Folgen der Unfälle vom 1. Dezember 2008 und 26. März 2009 mit Wirkung ab 1. 

September 2017 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 24% 

sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20% zu (Suva-

act. I/91).

A.t. 

Rechtsanwalt Nisple erhob dagegen am 4. Oktober 2017 in Vertretung der 

Versicherten Einsprache (Suva-act. I/101). Er reichte unter anderem einen Bericht des 

behandelnden Arztes Dr. P.___ vom 24. September ein, in welchem dieser befunden 

hatte, bezüglich der rechten Schulter sei der medizinische Endzustand noch nicht 

erreicht (Suva-act. I/100).

B.a. 

Am 20. September 2017 hatten Prof. I.___ und eine Assistenzärztin der Klinik 

H.___ über eine Re-Ruptur der Rotatorenmanschette und eine veränderte 

Schmerzverarbeitung berichtet. Die Versicherte wünsche die Implantation einer 

inversen Schulterprothese (Suva-act. II/373). Am 30. Oktober 2017 befanden Prof. I.___ 

sowie ein an der Klinik H.___ tätiger Assistenzarzt, durch einen endoprothetischen 

B.b. 

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C.  

Ersatz könne die aktuelle Beschwerdesituation der rechten Schulter verbessert werden 

(Suva-act. II/392). Am 13. November 2017 wurde der Versicherten in der Klinik H.___ 

trotz fehlender Kostengutsprache der Suva eine Schulter-Totalprothese rechts 

eingesetzt (Suva-act. II/394 f., vgl. Suva-act. II/382 f., II/386). Kreisarzt Dr. R.___ nahm 

am 20. Februar 2018 erneut Stellung zum Fall (Suva-act. II/406). Am 22. März 2018 

berichteten die behandelnden Ärzte der Klinik H.___, Mitte Februar seien ohne 

erinnerliches Trauma plötzlich erneut Schmerzen in der rechten Schulter aufgetreten, 

welche zu einer starken Bewegungseinschränkung und Kraftminderung geführt hätten 

(Suva-act. II/408, vgl. Suva-act. II/411). Am 7. Juni 2018 führten sie aus, bei der 

weiterhin stark schmerzgeplagten Versicherten habe ein periprothetischer Infekt nicht 

voll ausgeschlossen werden können. Sie empfahlen eine diagnostische 

Schultergelenksarthroskopie mit mikrobiologischer Probenentnahme (Suva-act. II/416). 

Die Suva erteilte am 1. September 2018 Kostengutsprache für den geplanten Eingriff 

(Suva-act. II/422 f.)

Am 4. Oktober 2018 unterzog sich die Versicherte in der Klinik H.___ einer 

diagnostischen Schulterarthroskopie mit Biopsieentnahme (Suva-act. II/428 f., vgl. 

Suva-act. II/425). Am 29. Oktober 2018 berichtete die behandelnde Ärztin, die 

Beschwerden seien gleich wie vor der Operation. Ein Low grade-Infekt könne mit sehr 

grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Eine Lockerung der Prothese 

habe bereits mittels CT im Mai 2018 ausgeschlossen werden können. Die 

Beschwerden könnten nicht chirurgisch-orthopädisch verbessert werden (Suva-act. II/

430).

B.c. 

Mit Entscheid vom 17. September 2018 hatte die Suva die Einsprache vom 4. 

Oktober 2017 abgewiesen (Suva-act. I/107).

B.d. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 17. September 2018 hatte die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Nisple, die 

vorliegende Beschwerde vom 17. Oktober 2018 erhoben. Sie hatte darin dessen 

vollumfängliche Aufhebung beantragen lassen. Es sei festzustellen, dass der 

medizinische Endzustand der rechten Schulter noch nicht erreicht sei. Es seien ihr 

während der unfallbedingten Heilungsphase weiterhin Unfalltaggelder auszubezahlen. 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem Ereignisse aus den Jahren 2008 und 2009 zur Diskussion stehen, die 

bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.  

Eventualiter sei eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung durchzuführen und 

die Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit neu festzusetzen. Es sei ihr die 

unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten-  

und Entschädigungsfolge (act. G1).

Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 27. November 2018 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids (act. 

G7).

C.b. 

Am 5. Dezember 2018 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. 

G8).

C.c. 

Mit Replik vom 10. Mai 2019 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

festhalten (act. G16).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Duplik unbenützt 

ablaufen (act. G18).

C.e. 

Dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. September 2018 (Suva-act. I/

107) liegt die Verfügung vom 7. September 2017 zugrunde. In dieser befasste sich die 

Beschwerdegegnerin primär mit dem Anspruch auf eine Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung. Sie verwies jedoch einleitend auf ihr Schreiben vom 21. 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/25

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August 2017, mit welchem sie die bisher erbrachten Heilkosten- und Taggeldleistungen 

per 31. August 2017 eingestellt hatte (Suva-act. I/91, II/363). In ihrer Einsprache vom 4. 

Oktober 2017 liess die Beschwerdeführerin primär beantragen, es sei festzustellen, 

dass der medizinische Endzustand der rechten Schulter noch nicht erreicht sei und ihr 

weiterhin Unfalltaggelder auszubezahlen seien (Suva-act. I/101). Die 

Beschwerdegegnerin äusserte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. 

September 2018 sodann ausführlich zum Zeitpunkt des Fallabschlusses (Suva-act. I/

107). Die vorliegenden Anträge der Beschwerdeführerin auf Feststellung, dass der 

medizinische Endzustand bezüglich der Schulter rechts noch nicht erreicht sei und auf 

weitere Ausrichtung von Unfalltaggeldern (act. G1), sind damit vom 

Anfechtungsgegenstand erfasst. Bezüglich der Beschwerden am Knie links war der 

medizinische Endzustand unbestritten und aktenmässig ausgewiesen spätestens im 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. August 2017 erreicht (vgl. Suva-act. II/350). 

In Bezug auf die Integritätsentschädigung blieb die Verfügung vom 7. September 2017 

(Suva-act. I/91) unangefochten und erwuchs in Teilrechtskraft.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat 

zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist 

die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Wenn von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der 

versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind, 

entsteht der Rentenanspruch. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 

Taggeldleistungen dahin (Fallabschluss; Art. 19 Abs. 1 UVG). Eine noch zu erwartende 

Verbesserung des Gesundheitszustandes reicht nicht aus, um auf den Fallabschluss zu 

verzichten. Taggeld und Heilbehandlung sind nur so lange zu gewähren, wie die 

prognostizierte Verbesserung noch namhaft ist, unbedeutende Verbesserungen 

genügen nicht. Die namhafte Verbesserung bezieht sich hierbei in erster Linie auf die 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit. Die Möglichkeit einer namhaften Besserung ist 

prognostisch und nicht auf Grund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen 

(Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer 

[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 144 f., 

vgl. Philipp Geertsen, in: Kommentar zum schweizerischen Unfallversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 3 ff. zu Art. 19 UVG).

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/25

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Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, in: UVG Kommentar, a.a.O., 

N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 66 zu Art. 6 UVG, Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig 

auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG 

Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu 

Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie 

in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 

2009, je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, BGE 127 V 103 E. 5b/bb; 

SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) 

fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die 

Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine 

eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 

133, E. 6c/aa vorzunehmen.

2.3. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/25

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3.  

Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und 

Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 

353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 

Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) geben keinen 

formellen Anspruch auf eine versicherungsexterne Begutachtung, wenn 

Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die 

rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere 

ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen (BGE 135 V 471 E. 4.7; 

RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).

Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung in medizinischer 

Hinsicht auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. R.___ vom 9. Mai 2017. Dieser befand, es 

liege eine mittelgradige Funktionsbeeinträchtigung mit Einschränkung der 

Bewegungsausmasse ab der Horizontalen und eine Kraftminderung des rechten Armes 

bei messtechnisch objektivierbarer Muskeldominanz der rechten Oberarm-, Unterarm- 

und Handbinnenmuskulatur vor. Das behauptete Schonverhalten könne 

ausgeschlossen werden. Trotz verschiedener operativer Rekonstruktionsversuche sei 

es letztendlich zur Entwicklung einer schmerzhaften, inoperablen 

Rotatorenmanschettenmassenruptur gekommen, die eine erneute Rekonstruktion oder 

eine plastische Deckung nicht erfolgreich erscheinen lasse. Auch eine weiterführende 

Versorgung des rechten Schultergelenks mit einer inversen Schulterprothese sei von 

den Schulterspezialisten zumindest derzeit als nicht zielführend angesehen worden. Es 

sei nach nunmehr achtjähriger Behandlung des rechten Schultergelenks mit 

verschiedenen operativen Eingriffen und Rekonstruktionsversuchen und jahrelanger 

konservativer Therapie einschliesslich erfolgloser Vorstellung der Beschwerdeführerin 

in der Schmerztherapie nicht mehr davon auszugehen, dass es durch eine konservative 

oder auch eine weiterführende operative Versorgung zu einer namhaften Verbesserung 

der anerkannten Schädigung des rechten Schultergelenks kommen werde. Er empfehle 

den Abschluss des Schadenfalls (Suva-act. II/350). 

3.1. 

Am 21. August 2015 hatte sich die Beschwerdeführerin einem operativen Eingriff 

an der Schulter rechts unterzogen (Suva-act. II/305 f.). Prof. I.___ und Dr. O.___ 

befanden am 3. März 2016, bei einer Rotatorenmanschettenrekonstruktion sei zirka 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/25

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neun bis zwölf Monate postoperativ mit einem Endzustand zu rechnen. Demnach wäre 

in drei bis sechs Monaten ein solcher erreicht. Bezüglich des Zumutbarkeitsprofils der 

rechten Schulter deckten sich die am 4. Februar 2014 geäusserten Einschränkungen 

mit der aktuellen Situation. Es sei zwar noch kein definitiver Endzustand erreicht, sie 

gingen aber davon aus, dass die aktuelle Situation in etwa den Endpunkt darstellen 

werde und sich somit das Zumutbarkeitsprofil nicht mehr ändern werde (Suva-act. II/

325). Dr. med. S.___, Oberarzt Orthopädie, Klinik H.___, führte am 10. März 2016 auf 

Nachfrage des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin aus, das Endresultat sei 

sicherlich noch nicht erreicht. Erwartungsgemäss liege ein eher zögerlicher Verlauf mit 

jedoch nun indolentem AC-Gelenk und deutlicher Verbesserung der Beweglichkeit vor. 

Der Heilungsprozess sei noch nicht abgeschlossen. In der Regel gingen sie von einer 

Verbesserung bis zu einem Jahr postoperativ aus (Suva-act. II/335). Die zuständigen 

Ärzte der Klinik H.___ prognostizierten damit übereinstimmend, dass spätestens ein 

Jahr nach dem Eingriff vom 21. August 2015, mithin also Ende August 2016, der 

Endzustand erreicht sein sollte. Indem die Beschwerdegegnerin erst ein Jahr später, 

Ende August 2017, die Leistungen einstellte, trug sie einer allfällig überdurchschnittlich 

langen Heilungsdauer der Beschwerdeführerin grundsätzlich genügend Rechnung.

Dr. P.___, USZ, hatte am 5. April 2017 ein Kostengutsprachegesuch für eine 

stationäre multimodale rheumatologische Komplexbehandlung gestellt. Er hatte 

ausgeführt, die ambulanten Ressourcen seien ausgeschöpft. Die bisherige 

Schmerzbehandlung und -kontrolle habe sich trotz regelmässiger 

physiotherapeutischer Behandlung in den letzten Jahren schwierig und mit wenig 

positiver Dynamik gestaltet. Es bestehe ein Chronifizierungsprozess der Schmerzen. 

Die interdisziplinäre Betreuung erscheine ihm zentral. Die Komplexbehandlung sei 

indiziert bei ambulantem Therapieversagen und zur Durchbrechung der aktuellen 

Lebensgewohnheiten. Die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit seien 

gegeben (Suva-act. II/344, vgl. Suva-act. II/345). Wie die Beschwerdegegnerin zu 

Recht festhält (act. G7), hatte sich Dr. P.___ jedoch nicht dazu geäussert, inwiefern eine 

namhafte Verbesserung des Zustandes, insbesondere der Arbeitsfähigkeit, zu erwarten 

sei. Eine solche ist insbesondere angesichts der erwähnten Chronifizierung der 

Schmerzsituation fraglich. Dr. R.___ erachtete den Vorschlag dieser stationären 

Behandlung nach der langjährigen erfolglosen Behandlung als nicht zielführend (Suva-

act. II/350), worauf die Suva mit Schreiben vom 15. Mai 2017 das 

Kostengutsprachegesuch vom 5. April 2017 abwies (Suva-act. II/353). Nachdem der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dagegen interveniert hatte, fragte die 

Beschwerdegegnerin erneut bei Dr. R.___ nach (vgl. Suva-act. II/358 f.). Dieser führte 

am 19. Juli 2017 aus, umfangreiche Studien und jahrzehntelange persönliche 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/25

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Erfahrungen stützten die nach acht Jahren erfolgte Entscheidung zum Abschluss des 

Schadenfalls. Es müsse betont werden, dass es sicherlich kurzfristig zu einer 

vorübergehenden Verbesserung der Schmerzsituation durch eine zusätzliche stationäre 

Behandlung kommen könne. Es sei aber nicht davon auszugehen, dass eine namhafte 

bzw. dauerhafte Verbesserung der Gesamtsituation zu erzielen sei. Für die Erhaltung 

der Restarbeitsfähigkeit reiche eine ambulante Behandlung als weiterführende 

schmerzlindernde und rehabilitative Massnahme aus. Sinngemäss hielt er weiter fest, 

die stationäre Behandlung wäre wohl schon früher vorgeschlagen worden, wenn sie 

tatsächlich durchschlagenden Erfolg versprechen würde (Suva-act. II/359). Am 24. 

September 2017 befand Dr. P.___, bezüglich der rechten Schulter sei der medizinische 

Endzustand noch nicht erreicht. Er habe der Beschwerdeführerin die stationäre 

Rehabilitation empfohlen, da bisher keine solche stattgefunden habe und zumindest 

eine gewisse Chance bestehen würde, den Zustand günstig zu beeinflussen (Suva-act. 

I/100). Daraus lässt sich jedoch ebenfalls nicht schliessen, dass von der 

vorgeschlagenen stationären Komplexbehandlung mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin, insbesondere mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, zu erwarten 

wäre. Eine lediglich mögliche (vorübergehende bzw. geringfügige) Verbesserung des 

Gesundheitszustandes durch die stationäre Behandlung steht dem Fallabschluss nicht 

entgegen.

Die Beschwerdeführerin lässt weiter vorbringen, der Endzustand habe per 1. 

September 2017 nicht erreicht sein können, da ihr im November 2017 eine 

Schulterprothese eingesetzt worden sei. Die behandelnden Ärzte hätten diese 

Operation nicht vorgenommen, wenn keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes hätte erwartet werden können. Es sei nicht nachvollziehbar, 

dass die Beschwerdegegnerin den operativen Eingriff, welcher nur sechs Monate nach 

dem angeblichen Erreichen des medizinischen Endzustandes erfolgt sei, als Rückfall 

anerkannt habe (act. G1).

3.4. 

Wie Dr. R.___ festgestellt hatte, wünschte die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt 

der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. Mai 2017 keine Implantation einer 

Schulterprothese (Suva-act. II/350). Zudem hatten die behandelnden Ärzte zuletzt von 

einem solchen Eingriff abgeraten. Am 25. Mai 2016 hatten Prof. I.___ sowie die 

zuständige Assistenzärztin ausgeführt, die nächste chirurgische Lösung wäre die 

Implantation einer inversen Schulterprothese. In dieser hochkomplexen 

Schmerzsituation sei das Resultat jedoch zu unsicher, um diesen irreversiblen Eingriff 

zu rechtfertigen. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sähen sie beim chronischen Verlauf 

3.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/25

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und bei Status nach mehrfacher Voroperation keine Aussicht auf die Wiederherstellung 

einer Belastbarkeit (Suva-act. II/328; bezüglich früheren Empfehlungen für bzw. gegen 

eine Prothese vgl. Suva-act. II/189, II/191). Dr. R.___ beurteilte zudem nachvollziehbar, 

eine operative Versorgung mit einer Endoprothese zur palliativen Schmerzbehandlung 

führe bei normalem Verlauf zu keiner Änderung des Zumutbarkeitsprofils (Suva-act. II/

350). Im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung im Mai 2017 bzw. der 

Leistungseinstellung per 31. August 2017 war folglich nicht damit zu rechnen, dass 

eine Schulterprothese zu einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustandes 

führen würde.

Am 19. September 2017, mithin nach der Leistungseinstellung, liess Prof. I.___ 

eine MR-Untersuchung durchführen. Tags darauf berichteten er und die behandelnde 

Assistenzärztin der Klinik H.___ über eine erneute Re-Ruptur der Rotatorenmanschette, 

welche für einen Teil der Beschwerden verantwortlich gemacht werden könne. Es liege 

eine veränderte Schmerzverarbeitung vor. Die Situation sei für die Beschwerdeführerin 

so schlimm, dass sie eine aktive Vorgehensweise wünsche. Unter diesen Umständen 

könne eine Implantation einer inversen Schulterprothese durchgeführt werden. Jedoch 

könne er nicht garantieren, dass danach sämtliche Schmerzen verschwänden. Bei der 

nachgewiesenen Läsion sei das Vorgehen durchaus erfolgsversprechend (Suva-act. II/

373). Vor dem Hintergrund der neu aufgetretenen Re-Ruptur sowie der 

verschlimmerten Schmerzsituation und der dadurch veränderten Indikation für die 

Implantierung einer Schulterprothese ist nachvollziehbar, dass die 

Beschwerdegegnerin den Schaden im weiteren Verlauf (trotz fehlender 

Kostengutsprache für die Prothesenoperation; vgl. Suva-act. II/382 f., II/386) als 

Rückfall anerkannte und wieder vorübergehende Leistungen erbrachte (Suva-act. I/

107-17, II/423, vgl. Suva-act. II/422). Die Ausführungen des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin, wonach davon auszugehen sei, dass die behandlungsbedürftige 

Ruptur bereits vor dem 31. August 2017 vorgelegen habe (act. G16), sind spekulativ 

und medizinisch nicht ausgewiesen. Selbst wenn es sich dabei jedoch um dieselbe 

Ruptur gehandelt haben sollte, ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu 

beanstanden. Wie gesagt, bestand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine 

Aussicht auf eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes, auch nicht durch 

eine Prothesenimplantation (vgl. voranstehende E. 3.4.1). Bis zur Untersuchung in der 

Klinik H.___ vom 19. September 2017 hat sich die Schmerzsituation derart 

verschlimmert, dass die Beschwerdeführerin ein aktives Vorgehen wünschte und die 

behandelnden Ärzte eine Prothesenversorgung als valable Option erachteten (vgl. 

Suva-act. II/373). Die nach der Leistungseinstellung erfolgte Operation ist damit nicht 

3.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/25

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geeignet, den Fallabschluss per 31. August 2017 in Frage zu stellen. Es ist auch darauf 

hinzuweisen, dass die Schulterprothese schlussendlich zu keiner wesentlichen 

Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin geführt hat 

(Suva-act. II/430). Die im Zusammenhang mit dem Rückfall erbrachten Leistungen sind 

sodann nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.

Die Beschwerdeführerin leidet zudem unter weiteren somatischen Beschwerden, 

welche jedoch unfallfremd sind. So musste sie sich unter anderem am 22. Juli 2014 im 

USZ aufgrund eines nicht-rupturierten Aneurysmas der Mediabifurkation rechts einer 

pterionalen Kraniotomie rechts unterziehen. Während der Hospitalisation war es zu 

einem fokalen, sekundär generalisierten epileptischen Anfall gekommen (Suva-act. II/

245-5 ff., vgl. Suva-act. II/249-5 f.). Kreisarzt Dr. L.___ befand am 27. November 2014 

überzeugend, das behandelte Aneurysma der rechten Bifurkation und die Epilepsie 

seien überwiegend wahrscheinlich nicht auf die Unfälle zurückzuführen (Suva-act. II/

254). Auch der Status nach CVI mit rechtsseitiger Fascialisparese im Jahr 2002, die 

Migräne-Attacken, die Hyperthyreose, die periphere arterielle Verschlusskrankheit 

(PAVK) Stadium II links, die Reflux-Erkrankung, die Osteoporose und die Psoriasis 

vulgaris sind offensichtlich nicht unfallkausal. Soweit die Beschwerdeführerin dies in 

ihrer Beschwerde in Frage stellt (vgl. act. G1, G16), ist dies nicht nachvollziehbar. 

Diesbezügliche weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich.

3.5. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, es müsse in einem polydisziplinären 

Gutachten abgeklärt werden, ob die persistierenden Schmerzen im Bereich ihrer 

rechten Schulter auf eine organische Erkrankung oder auf eine somatoforme 

Schmerzstörung zurückzuführen sei (act. G1). Inwiefern ihre Schmerzen somatisch 

und/oder psychisch verursacht sind, kann jedoch vorliegend offenbleiben. Dies, zumal 

Dr. R.___ die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der Schmerzen in einer 

adaptierten Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig erachtete (vgl. Suva-act. II/350) und 

allfällige psychische Beschwerden - wie sich nachfolgend ergibt (Erwägung 4) - als 

nicht unfallkausal zu betrachten sind. Ist der adäquate Kausalzusammenhang zu 

verneinen, erübrigt sich grundsätzlich die Prüfung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1). Die Tatsache, dass Dr. R.___ bei 

seiner Beurteilung die nicht unfallkausalen psychischen Beschwerden nicht 

berücksichtigte, ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (act. G1) nicht dazu 

geeignet, seine Einschätzung in Zweifel zu ziehen.

3.6. 

Die bezüglich der somatischen Beschwerden gestützt auf die überzeugende 

Beurteilung von Dr. R.___ erfolgte Leistungseinstellung per 31. August 2017 ist damit 

nicht zu beanstanden. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich. Per 31. 

3.7. 

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4.

Weiter ist die Adäquanz der psychischen Beschwerden zu prüfen. Die 

Beschwerdeführerin befand sich mindestens vorübergehend in psychotherapeutischer 

Behandlung (Suva-act. II/172) und aus den Akten ergeben sich weitere Hinweise auf 

eine psychiatrische Problematik. So wurde von den behandelnden Ärzten mehrfach 

über eine (mögliche) posttraumatische Belastungsstörung (Suva-act. I/121, II/162), eine 

leichte depressive Episode (Suva-act. II/134), eine Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion (Suva-act. II/166) bzw. einen Verdacht auf eine somatoforme 

Schmerzstörung (Suva-act. II/205, II/256 f.) berichtet.

August 2017 waren die Eingliederungsmassnahmen der IV-Stelle zudem 

abgeschlossen (vgl. Suva-act. I/66).

Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom 

Unfallereignis auszugehen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

hat im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen 

Behandlung der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise Platz zu greifen 

(BGE 115 V 135 E. 4b). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den 

Beschwerden und dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung 

für die Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise 

werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden 

zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle 

andererseits und in einen dazwischen liegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. 

Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall 

und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, 

weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, 

dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen 

Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate 

Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, 

invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer 

nur solche Unfälle, bei denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des 

Unfallereignisses und die Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine 

für die versicherte Person aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/25

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Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und 

der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, 

objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang 

stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders 

dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die 

Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine 

ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erhebliche verschlimmert; ein 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die 

Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133 E. 6). Um die 

adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. 

Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren 

Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonders bzw. 

ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien 

herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung 

führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass 

nach weiteren Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte 

Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil 

vom 29. Januar 2010 (8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung 

zur Anzahl der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern 

präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien 

genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise 

vorliegen. Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind 

hingegen vier Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. 

Dezember 2009, 8C_487/2009 E. 5 mit Hinweis).

4.2. 

Bezüglich des Unfalls vom 1. Dezember 2008 ist lediglich bekannt, dass die 

Beschwerdeführerin auf das linke Knie stürzte (Suva-act. I/1). Es ist demnach von 

einem banalen oder höchstens von einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu den 

leichten Unfällen auszugehen. Am 26. März 2009 befand sich die Beschwerdeführerin 

gemäss Polizeirapport auf ihrem Mofa in einem Verkehrskreisel. Ein Lieferwagenfahrer, 

welcher zuvor bei der Einmündung angehalten hatte, übersah die Beschwerdeführerin 

und fuhr mit Schritttempo in den Verkehrskreisel. Die Beschwerdeführerin sah den 

einfahrenden Lieferwagen, prallte aber trotz Ausweichen und Bremsen mit der 

Lenkstange des Mofas mittig gegen die linke Fahrzeugseite des Lieferwagens. Durch 

4.3. 

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den Aufprall stürzte die Beschwerdeführerin mit dem Mofa auf die rechte Seite (Suva-

act. II/6). Angesichts der geringen Geschwindigkeit der beiden Fahrzeuge und der 

vergleichsweise geringen auf den Körper der Beschwerdeführerin einwirkenden Kräfte 

ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G7, davon abweichend noch Suva-act. I/107) 

von einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen auszugehen.

Bei mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen 

für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens vier der 

relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise 

erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu 

lassen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa).

4.4. 

Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht 

was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll 

entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr 

psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Es bestehen 

keine Hinweise auf besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit der beiden Unfälle.

4.4.1. 

Beim Unfall vom 1. Dezember 2008 erlitt die Versicherte primär eine intramurale 

Läsion im medialen Meniskushinterhorn und einen kleinen radiären Einriss im 

Meniskuscorpus (Suva-act. I/2). Anlässlich des Unfalls vom 26. März 2009 zog sich die 

Beschwerdeführerin eine Prellung an der Schulter und am Arm rechts zu (Suva-act. II/3, 

II/11). Am 29. Juni 2010 wurde als Folge des Unfalls eine Ruptur der 

Supraspinatussehne rechts festgestellt (Suva-act. II/16). Diese Verletzungen können 

weder als besonders schwer, noch als Verletzungen besonderer Art eingestuft werden. 

Auch sind derartige Verletzungen in der Regel nicht geeignet, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen.

4.4.2. 

Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein 

der zeitliche Massstab massgeblich. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die Art 

und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine Besserung 

des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3, BGE 134 V 

128, E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des 

Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung 

grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen 

kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des 

4.4.3. 

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Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Zwischen den 

Unfällen vom 1. Dezember 2008 bzw. 26. März 2009 und der Leistungseinstellung per 

31. August 2017 vergingen mehr als acht Jahre. Die Beschwerdeführerin unterzog sich 

am 22. September 2010, am 15. Juli 2011, am 27. September 2012 und am 21. August 

2015 operativen Eingriffen (Suva-act. I/30, II/84 f., II/155, II/305 f.). Dabei betraf der 

erste Eingriff sowohl das Knie links als auch die Schulter rechts, alle anderen nur die 

Schulter rechts. Dazwischen wurde die Beschwerdeführerin ambulant medikamentös 

sowie physiotherapeutisch behandelt und begab sich regelmässig in ärztliche Kontrolle 

(vgl. Suva-act. I/13, II/9). Zudem befand sie sich vom 10. Juli bis 7. August 2012 

stationär in der Klinik K.___ (Suva-act. II/134). Sämtliche Behandlungen erwiesen sich 

als wenig erfolgreich (vgl. Suva-act. II/344, II/350). Das Kriterium der langen ärztlichen 

Behandlung ist damit zwar als erfüllt zu erachten, aufgrund ihrer zwischen den 

operativen Eingriffen geringen Intensität sowie der dadurch nur beschränkt erzielten 

Besserung des Gesundheitszustandes jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. 

Seit der erstmaligen, später widerrufenen Leistungseinstellung per 1. April 2014 (vgl. 

Suva-act. I/77) ist es zu keiner nennenswerten Verbesserung der Beschwerden an der 

Schulter rechts mehr gekommen.

Die Beschwerdeführerin äusserte in nahezu sämtlichen aktenkundigen 

Arztberichten Schmerzen (vgl. u.a. Suva-act. II/134, II/166, II/189, II/289). Das Kriterium 

der Dauerschmerzen ist zwar als erfüllt zu betrachten, wegen der psychosomatischen 

Komponente (die geäusserten Schmerzen waren für die Ärzte nur teilweise somatisch 

nachvollziehbar; Suva-act. II/189, II/205, II/289, II/430) jedoch nicht in besonders 

ausgeprägter Weise.

4.4.4. 

Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den 

Parteien geltend gemacht.

4.4.5. 

Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten 

alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende 

Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert 

haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2, und 

vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Solche besonderen Gründe sind vorliegend 

nicht zu erkennen.

4.4.6. 

Die behandelnden Ärzte attestierten der Beschwerdeführerin ab dem 26. März 

2009 bis zum 7. November 2011 phasenweise Arbeitsunfähigkeiten von 50 bzw. 100% 

(vgl. Suva-act. I/33, I/37, I/42, I/59, I/83 f., II/3, II/11, II/26, II/33, II/40). Ein 

4.4.7. 

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Arbeitsversuch im März 2011 war nach einem Tag gescheitert (Suva-act. II/32, II/35, II/

44). Ab 7. November 2011 war die Beschwerdeführerin stundenweise in einem 

angepassten Arbeitsbereich wieder für ihre damalige Arbeitgeberin tätig und Prof. I.___ 

attestierte ihr eine Arbeitsfähigkeit von 30% (Suva-act. II/88 f., II/96 ff.). Ab Mitte 

November 2011 wurde die Präsenzzeit jedoch reduziert und der Eingliederungsversuch 

am 16. Januar 2012 als gescheitert betrachtet (Suva-act. II/106). Die behandelnden 

Ärzte erachteten die angestammte Tätigkeit darauf als nicht mehr zumutbar und die 

Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2012 (Suva-act. II/109, II/115). 

Die zuständigen Ärzte der Klinik K.___ befanden am 11. September 2012, für eine 

adaptierte Tätigkeit sei die Zumutbarkeit grundsätzlich gegeben (Suva-act. II/146). 

Nach dem operativen Eingriff vom 27. September 2012 wurde der Beschwerdeführerin 

erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (Suva-act. II/155, II/161). Die 

behandelnden Ärzte der Klinik H.___ hielten am 15. Januar 2013 fest, eine körperliche 

Arbeitsfähigkeit betreffend der rechten Schulter sei kaum zu erwarten. Sie attestierten 

der Beschwerdeführerin bis zum 28. Februar 2013 weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 

100%, äusserten sich jedoch nicht zu Adaptionskriterien und einer allfälligen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (Suva-act. II/169 f.). Die abklärenden 

Fachpersonen der ergonomicsystems AG äusserten in ihrer Beurteilung vom 7. 

September 2013 den Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung. Aufgrund der 

beobachteten Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin konnten sie keine 

aussagekräftige Beurteilung der funktionellen Ressourcen vornehmen (Suva-act. II/

205). Kreisarzt Dr. L.___ hielt am 4. Februar 2014 die angestammte Tätigkeit für nicht 

mehr, eine adaptierte Tätigkeit hingegen für ganztags zumutbar (Suva-act. II/211, vgl. 

Suva-act. II/222). Dr. D.___ führte am 8. September 2014 zwar aus, er halte die 

Beschwerdeführerin seit 17. Januar 2012 für anhaltend arbeitsunfähig. Er bezog bei 

seiner Einschätzung jedoch auch unfallfremde Beschwerden mit ein (Suva-act. II/243-3 

f.). Infolge der Operation vom 21. August 2015 (Suva-act. II/305 f.) war die 

Beschwerdeführerin erneut arbeitsunfähig (vgl. Suva-act. II/316). Nach der 

Untersuchung vom 9. Mai 2017 ging Dr. R.___ sodann von einer Arbeitsfähigkeit von 

100% in einer adaptierten Tätigkeit aus. Das Kriterium der langdauernden 

Arbeitsunfähigkeit ist damit zu bejahen, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. 

Dies, da - abgesehen von den Zeiten der Rekonvaleszenz nach den jeweiligen 

operativen Eingriffen - davon auszugehen ist, dass bereits seit mehreren Jahren 

(aktenkundig erstmals am 11. September 2012; Suva-act. II/146) in einer adaptierten 

Tätigkeit mindestens eine Teilarbeitsfähigkeit bestand.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/25

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5.

Zusammengefasst ist die Leistungseinstellung per 31. August 2017 damit nicht zu 

beanstanden und der Antrag der Beschwerdeführerin auf weitere vorübergehende 

Leistungen der Beschwerdegegnerin abzuweisen.

6.

Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit hat die 

Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von 24% ermittelt (vgl. Suva-act. I/91). 

Diese Berechnung ist nachvollziehbar und aufgrund der Akten ausgewiesen (vgl. Suva-

act. I/89 f., II/362). Die Beschwerdeführerin beanstandet den Invaliditätsgrad nur 

insofern, als sie vorbringt, Dr. R.___ habe bei seiner Zumutbarkeitsbeurteilung vom 9. 

Mai 2017 (vgl. Suva-act. II/350) nicht sämtliche unfallkausalen Beschwerden 

berücksichtigt und die Beurteilung sei vor dem Erreichen des medizinischen 

Endzustandes erfolgt (act. G16). Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, 

trifft dies jedoch nicht zu. Der Endzustand war erreicht und Dr. R.___ berücksichtigte in 

seiner überzeugenden Beurteilung sämtliche unfallkausalen Beschwerden des Knies 

links und der Schulter rechts (Suva-act. II/350). Der von der Beschwerdegegnerin 

ermittelte Invaliditätsgrad und der Rentenbeginn sind damit nicht zu beanstanden.

7.  

Da somit drei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, keines jedoch in 

besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den 

Unfällen vom 1. Dezember 2008 bzw. 26. März 2009 und den psychischen 

Beschwerden zu verneinen.

4.4.8. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.7.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).7.2. 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; 

sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, 

siehe Art. 30  HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu 

7.3. 

bis

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 3'200.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des 

Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

7.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.06.2020
	Art. 18 UVG. Art. 19 Abs. 1 UVG. Festlegung des Zeitpunktes des Fallabschlusses. Damals lagen noch gewisse unfallkausale organische Beschwerden vor, die Unfalladäquanz der psychischen Beschwerden war jedoch zu verneinen (Psycho-Praxis; BGE 115 V 133). Die Beschwerdeführerin war gemäss der beweiskräftigen kreisärztlichen Beurteilung adaptiert voll arbeitsfähig und der errechnete Invaliditätsgrad nicht zu beanstanden. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Juni 2020, UV 2018/72). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_542/2020.

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