# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8455d220-4f92-5fb3-a48d-fc2a2f92d74b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-05-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 11.05.2005 SB 2005 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-1_2005-05-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 11. Mai 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 1 (mündlich eröffnet)

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Beschwerde hat 
das Bundesgericht mit Urteil vom 12. April 2006 (1P.761/2005) abgewiesen.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Möhr
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

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In der strafrechtlichen Berufung

der A., Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, amtlich verteidigt 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, c/o Lüthi & Lazzarini, Via Retica 26, 
7503 Samedan,

und

der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Anschlussbe-
rufungsklägerin

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 7. Oktober 2004, mitgeteilt am 20. De-
zember 2004, in Sachen gegen die Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbe-
klagte,

betreffend Betrug,

hat sich ergeben:

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A. A. kam am 2. Juli 1945 in S. zur Welt. In dieser Stadt wuchs sie ge-
meinsam mit drei Geschwistern bei den Eltern in geordneten Verhältnissen auf. Sie 
schloss die Schulen mit der mittleren Reife ab. Anschliessend absolvierte sie erfolg-
reich eine kaufmännische Schule. Im Jahre 1966 kam sie in die Schweiz. In der 
Nähe von T. arbeitete sie während drei Jahren als „Au Pair-Mädchen“. Im Jahre 
1970 heiratete sie M. und sie zogen nach Q.. Aus dieser Ehe entstammt ein Sohn. 
Ungefähr in der Mitte der Achtzigerjahre liess sich A. von ihrem Ehemann scheiden. 
In der Folge wohnte sie in O.. Auf Oktober 2002 hin zog sie nach R. Seit etwa 1994 
beschäftigt sich A. mit Lebensberatung via Business-Nummern der Swisscom. 
Gemäss Angaben des Steueramtes der Gemeinde R. versteuerte A. im Jahre 2003 
ein provisorisches Einkommen von Fr. 35'000.--; sie verfügt über kein Vermögen. 
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet. Aus dem Leu-
mundsbericht der Kantonspolizei St. Gallen vom 1. April 2003 geht über A. nicht 
Nachteiliges hervor. Ihr Verhalten gab nie zu Klagen Anlasse. 

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 6. Juli 2004 
wurde A. wegen mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB angeklagt. Der 
Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 6. 
Juli 2004 folgender Sachverhalt zu Grunde:

„1. A. offerierte in der Zeitschrift ‚N.’ ihre Dienste als Hellseherin unter 
der Telefonnummer xxxx, welche erstmals im November 1998 
zum Tarif von Fr. 2.50/Min. aktiviert wurde. Rief man diese Num-
mer an, so meldete sich ein Anrufbeantworter mit Sprechtext, wel-
cher einen aufforderte, die Nummer yyyy, welche im November 
2000 in Betrieb gesetzt wurde (Dossier 3, act. 24), anzurufen. Der 
Minutenpreis dieser Nummer, der Fr. 4.23 pro Min. betrug, wurde 
im Sprechtext nicht mitgeteilt. Bei der zweiten Nummer wurde der 
Anrufer mit A. verbunden. Diese Tätigkeit übte die Angeklagte in 
O. aus.

B. aus U./BE, damals in einer Ehekrise steckend und psychisch 
angeschlagen, rief die Angeklagte seit Mai/Juni 2000 täglich an. 
Im März 2002 merkte sie, angesichts der exorbitanten Telefon-
rechnungen, dass die Tarifierung mangelhaft war. Nach Interven-
tion der Swisscom bzw. des BAKOM, auf Ersuchen von B. (recte: 
B.) hin, wurde im Mai 2002 die festgestellte Unregelmässigkeit, 
namentlich die ungenügende Tarifierung, behoben (Dossier 1, 
act. 24.)
Der Deliktsbetrag betreffen die Zeitspanne November 2000 bis 
Februar 2002 beläuft sich auf rund Fr. 34'000.-- (Differenz zwi-
schen Fr. 2.50 und Fr. 4.23).

Mit Schreiben vom 6. Mai 2004 machte B. adhäsionsklageweise 
einen Schaden von Fr. 90'344.60 samt 5 % Verzugszins geltend.

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 2 Infolge Partnerschaftsprobleme rief C. ab Mitte Juni 2000 eben-
falls die Business-Nummer xxxx an, welche ab November 2000 
auf die Nummer yyyy verwies. Der Minuten-Preis dieser zweiten 
Nummer betrug Fr. 4.23 pro Min. und wurde nicht mitgeteilt.

Am 3. Mai 2004 reichte C. Adhäsionsklage gegen A. ein und ver-
langte die Rückerstattung des erlittenen Schadens, ohne diesen 
jedoch zu bestimmen. Der gemäss Akten erwiesene Schaden 
beläuft sich auf Fr. 584.48.“

C. Mit Urteil vom 6. Oktober 2004, mitgeteilt am 20. Dezember 2004, er-
kannte das Bezirksgericht Maloja:

„1. A. ist schuldig des mehrfachen vollendeten Betrugsversuchs im 
Sinne von Art. 146 Abs. 1 i. v. m. Art. 22 StGB.

 2. Dafür wird A. mit sechs Monaten Gefängnis bestraft.

 3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probe-
zeit von zwei Jahren aufgeschoben.

 4. Die Adhäsionsklage von C., V., vom 3. Mai 2004 wird auf den Zi-
vilweg verwiesen.

 5. Die Adhäsionsklage von B., U., vom 6. Mai 2004 wird auf den Zi-
vilweg verwiesen.

 6. Die Kosten der Strafuntersuchung (Fr. 3'172.00), des Gerichtsver-
fahrens (CHF 1'500.00) sowie der Verteidigung (CHF 15'235.40) 
werden der Angeklagten auferlegt.

 7. (Mitteilung).“

In der Begründung hielt es fest, dass die Aussagen von B. bezüglich demje-
nigen Teil, der den Tatbestand des Betrugs betreffe, während des ganzen Verfah-
rens gleich geblieben seien. Die Anzeige von B. erscheine nicht als Vergeltungsakt. 
B. habe im Gegenteil die Arbeit der Angeklagten gelobt. Dies würde darauf hinwei-
sen, dass sie der Angeklagten nicht habe eins auswischen wollen. C. habe wenig 
Eigeninitiative gezeigt, sie sei mehr Mitläuferin. Vor diesem Hintergrund erscheine 
es wenig wahrscheinlich, dass B. (recte: C.) durch eine falsche Darstellung unge-
rechtfertigten Profit aus den Telefongesprächen mit der Angeklagten schlagen 
wolle. Die Zeugenaussagen würden zudem eine Stütze in den Testanrufen der 
Swisscom und des BAKOM finden, welche beide ergeben hätten, dass von der 
Nummer xxxx auf die Nummer yyyy verwiesen werde, ohne die höhere Tarifierung 
der zweiten Nummer zu erwähnen. Bei den Testanrufen sei klar gewesen, worauf 
zu achten gewesen sei. Das Ergebnis sei schriftlich festgehalten worden. Der Be-
weiswert dieser Testanrufe sei daher besonders hoch einzustufen. Die Angeklagte 
habe eingewendet, sie sei infolge eines Rheumaschubes im Februar oder März 

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2002 notfallmässig mit der Ambulanz ins Kantonsspital St. Gallen transportiert wor-
den. In dieser Situation habe sie vergessen, auf dem Anrufbeantworter der ersten 
Nummer mitzuteilen, dass es auf der zweiten Nummer mehr koste. Sie sei sieben 
bis acht Tage lang in St. Gallen geblieben. Diesbezüglich sei festzuhalten, dass es 
zwar verständlich sei, wenn man bei einer notfallmässigen Einlieferung ins Spital 
nicht an alles denke. Es stelle sich aber die Frage, warum denn die Tonbandansage 
infolge des Spitalaufenthaltes überhaupt hätte angepasst werden müssen. Die Spi-
taleinweisung vermöchte nur zu erklären, dass auf der ersten Nummer niemand 
abgenommen habe und gar kein Tonband aktiviert gewesen sei, was vorliegend 
jedoch nicht zur Diskussion stehe. Für ein unvollständiges Tonband bestehe keine 
Rechtfertigung. Die Testanrufe seien zudem am 2. und 19. April 2002 erfolgt. Selbst 
wenn die Angeklagte sich getäuscht habe und erst im April 2002 ins Spital eingelie-
fert worden sei, so würden die Testanrufe doch 17 Tage auseinander liegen. Es 
wäre der Angeklagten zuzumuten gewesen, in dieser Zeit eine korrekte Tarifansage 
zu veranlassen. Überdies habe die Angeklagte an der Hauptverhandlung angege-
ben, der Spitalaufenthalt habe sieben bis acht Tage gedauert. Wenn man sich viel-
leicht auch nicht mehr an den genauen Spitaleintritt erinnern könne, so wisse man 
doch, ob der Aufenthalt sieben bis acht oder mehr als 17 Tage gedauert habe. Die 
Angeklagte sei folglich entweder am 2. oder am 19. April 2002 nicht im Spital gewe-
sen. Ihr Einwand sei vor diesen Hintergründen als reine Schutzbehauptung zu qua-
lifizieren. Im weiteren könne der Auffassung der Angeklagten, B. hätte beim Telefo-
nieren vom Publifon aus anhand des Displays erkennen können, wie hoch der Mi-
nutenpreis gewesen sei, nicht gefolgt werden. Dazu hätte B. die Dauer des Ge-
sprächs messen oder einigermassen genau schätzen müssen, wozu für sie aus ih-
rer Sicht jedoch kein Anlass bestanden habe. Wenn man nicht damit rechne, betro-
gen zu werden, konzentriere man sich nicht auf die exakte Dauer und den Minuten-
preis eines Telefongespräches, sondern auf dessen Inhalt, und stelle am Schluss 
einfach fest, dass es teuer gewesen sei. Das ärztliche Zeugnis vom 6. März 2002 
bestätige zudem, dass B. im Jahr 2000 in einem extremen psychischen Ausnahme-
zustand gewesen sei. Dazu komme, dass der Tatbestand des Betruges schon erfüllt 
gewesen sei, als nach der ersten Zeiteinheit erstmals ein Betrag von der Telefon-
karte abgebucht worden sei. Selbst wenn B. mit der Stoppuhr vor dem Telefon ge-
sessen wäre und sich nur auf den Minutenpreis konzentriert hätte, hätte sie diesen 
erst nach Vollendung ermitteln können. Aus diesen Gründen sei erstellt, dass sich 
die Angeklagte im Sinne der Anklageschrift verhalten habe. Im weiteren sei die Arg-
list dadurch zu begründen, dass die Geschädigten bis zur ersten detaillierten Tele-
fonabrechnung nicht oder nur erschwert hätten überprüfen können, wie viel die Mi-
nute koste. Zudem habe die Angeklagte damit rechnen können, dass ihre Kunden 

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sich nicht veranlasst sehen würden, den Minutenpreis zu überprüfen, weil sie auf 
die Preisbekanntgabe in der Zeitschrift vertrauen würden. Aufgrund dieser Täu-
schung seien die Geschädigten in einen Irrtum bezüglich der Kosten versetzt wor-
den und hätten eine Vermögensdisposition vorgenommen. Der Angeklagten habe 
bewusst sein müssen, dass dies geschehen könne, so dass sie zumindest eventu-
alvorsätzlich gehandelt habe. Damit sei ihre Absicht, sich unrechtmässig zu berei-
chern, ohne weiteres zu bejahen. Etwa ab Juni 2001 habe B. anhand der detaillier-
ten Telefonrechnung merken können, wie viel die Minute gekostet habe. Bei C. sei 
dies ab November 2001 der Fall gewesen. Dennoch hätten beide weiter telefoniert, 
weil ihnen die Gespräche mit der Angeklagten den höheren Preis offenbar wert ge-
wesen seien. Die Angeklagte sei daher nur wegen mehrfachem vollendeten Be-
trugsversuchs zu bestrafen. Für eine hohe Strafe spreche, dass die Angeklagte den 
Betrug x-fach begangen habe. Sie kenne sich in ihrem Business gut aus, habe jah-
relange Erfahrung. Ihr Verschulden wiege demnach schwer, ihre Krankheit redu-
ziere die Strafe nicht. Eine Strafe von sechs Monaten erscheine angemessen. Es 
könne davon ausgegangen werden, dass sich die Angeklagte in Zukunft wohlver-
halten werde, weshalb der bedingte Strafvollzug gewährt werde. Bezüglich der Ad-
häsionsklagen sei festzuhalten, dass als Schaden nicht ohne weiteres die Differenz 
geltend gemacht werden könne, die aufgrund des höheren Tarifs der zweiten Num-
mer gegenüber dem Tarif der ersten Nummer entstehe. Irgendwann sei der Zeit-
punkt gekommen, wo die Geschädigten den höheren Tarif der zweiten Nummer ge-
kannt hätten oder hätten kennen können. Ab diesem unbekannten Zeitpunkt sei der 
Schaden den Geschädigten zuzurechnen. Weil zum Festsetzen des Schadens 
nach Ermessen zuerst alle Beweis abgenommen werden müssten, was nur in ei-
nem separaten Zivilprozess möglich sei, würden die Adhäsionsklagen auf den Zivil-
weg verwiesen. 

D. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 3. Januar 2005 Beru-
fung beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. Sie beantragt:

„I. Anträge
Materielle:

1. Ziff. 1 - 3 und 6 des Dispositivs des Urteils vom 6. Oktober 2004 
des Bezirksgerichtes Maloja seien aufzuheben. Ziff. 4 f. seien zu 
ergänzen.

2. Die Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

3. Die Adhäsionsklägerin C. sei zu verpflichten, für das bezirksge-
richtliche Verfahren Frau A. ausseramtlich mit CHF 250.-- pau-
schal zu entschädigen.

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4. Die Adhäsionsklägerin B. sei zu verpflichten, für das bezirksge-
richtliche Verfahren Frau A. ausseramtlich mit CHF 2'000.-- pau-
schal zu entschädigen.

5. Die Kosten der Strafuntersuchung, des erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahrens und des Berufungsverfahrens seien dem Staat 
aufzuerlegen. Dieser sei zudem zu verpflichten, die Angeklagte 
für die Aufwendungen der Verteidigung im Strafuntersuchungs-
verfahren sowie im Gerichtsverfahren (erste Instanz) und im Be-
rufungsverfahren zu entschädigen.

Formelle:

1. Es sei eine mündliche Berufungsverhandlung anzuordnen und die 
Angeklagte persönlich eingehend zur Person und zur Sache zu 
befragen.

2. Es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als amtlicher Verteidi-
ger zu ernennen.“

In der Begründung führt sie aus, es bestehe vorliegend ein Anspruch auf die 
Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung, nachdem ein Freispruch 
und damit die vollumfängliche Aufhebung des vorinstanzlichen Schuldspruchs be-
antragt werde. Es würden sich heikle Tat- und Rechtsfragen stellen. Die Angeklagte 
wolle zu den ihr zur Last gelegten Tatsachen befragt werden. Weil sich heikle Tat- 
und Rechtsfragen stellen würden und die Angeklagte mit dem ihr Vorgeworfenen 
durch die Sensationspresse stark belastet worden sei, aber auch weil die Anklage 
wohl wieder mündlich vertreten werde, werde die amtliche Verteidigung durch den 
unterzeichnenden Rechtsanwalt beantragt. Im weiteren sei der Anklagegrundsatz 
verletzt worden. Die Anklage habe weder in der Strafuntersuchung noch in der An-
klageverfügung oder insbesondere in der Anklageschrift noch an der Verhandlung 
vor Bezirksgericht konkret dargelegt, wann genau zu welchem genauen Zeitpunkt 
in genau welchem Fall und bei welchen Anrufen genau (Tag, Monat, Jahr) die An-
geklagte einen Anrufbeantworter in Betrieb gehabt habe mit der Aufforderung, die 
zweite Nummer zu wählen, ohne mitgeteilt zu haben, dass diese zweite Nummer zu 
einem höheren Tarif angeboten werde. Damit habe sich die Angeklagte nicht genü-
gend konkret gegen die Vorwürfe wehren können. Es handle sich im weiteren nicht 
um einen (mehrfachen) Betrug. Die Vorinstanz habe es unterlassen, ganz konkret 
aufzuzeigen und darzulegen, bei welchen Anrufen die Angeklagte sich strafbar ge-
macht habe. Es müsse gemäss Lehre und Rechtsprechung klar und deutlich kon-
kret jeder einzelne Fall behandelt werden, und zwar für sich. Dies habe das Gericht 
nicht getan und damit die Angeklagte quasi „über die Leiste“ zu Unrecht schuldig 
gesprochen. Aus den Telefon- und Publifonabrechnungen von B. gehe ganz klar 
hervor, dass diese nie zuerst auf die erste Nummer und hernach direkt auf die 

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zweite (teurere) Nummer angerufen habe. Sie habe somit auf der ersten Nummer 
gar keinen Anrufbeantworter hören können. Von Betrug, Arglist, Betrugsversuch, 
Irreführung und so weiter könne nicht ansatzweise die Rede sein. B. habe die Auf-
wendungen für die Telefongespräche mit der Angeklagten bei der Steuer in Abzug 
bringen wollen. Dafür habe sie von der Angeklagten eine Bestätigung verlangt, wel-
che diese nicht gegeben habe, weil sie dazu auch nicht verpflichtet gewesen sei. 
Als scheinbarer Racheakt habe B. in der Folge versucht, über eine Strafanzeige zu 
ihrem Geld zu kommen, welches sie bei der Steuer nicht habe abziehen können. 
Von einer unbefangenen, am Ausgang des Verfahrens nicht interessierten Zeugin 
zu sprechen, sei daher gewagt. Im übrigen habe B. vorgängig ebenfalls mit dem 
Business-Nummern-Geschäft beziehungsweise mit der Lebensberatung begonnen, 
was aktenkundig sei. Handfest, wie es die Vorinstanz nenne, sei die unglückliche 
Verweisung der Angeklagten einzig im Frühjahr 2002, und zwar nur einmal, festge-
stellt durch einen Testanruf der Swisscom. Dies sei zu einer Zeit geschehen, als die 
Angeklagte ernsthaft krank gewesen sei und nicht in O. gelebt habe, wo der (billi-
gere) Festnetzanschluss in Betrieb gewesen sei. Sie habe das (teurere) Handy mit-
genommen, weil einerseits gewisse Kunden jederzeitige Erreichbarkeit wünschten, 
und andererseits teurere Kommunikationskosten bei den Telefonanbietern angefal-
len seien. In der Hektik und der Belastung durch ihre Krankheit habe sie etwas un-
glücklich auf das Tonband den Hinweis gesprochen, den die Swisscom beim Tes-
tanruf zur Kenntnis genommen habe. Sie habe ihren Kunden, zu denen im Frühjahr 
2002 nachweislich weder B. noch C. gehört hätten, einen Dienst anbieten wollen, 
nämlich jederzeitige Erreichbarkeit. Mit Arglist und Irreführung habe dies nichts zu 
tun. Es könne ihr allenfalls, wenn überhaupt, eine ganz leichte Sorgfaltspflichtver-
letzung nachgewiesen werden. B. und C. seien im Frühjahr 2002 nicht in die Irre 
geführt worden und hätten auch keine Vermögensdisposition vorgenommen, da sie 
die Lebensberatung der Angeklagten in dieser Zeit nicht beansprucht hätten. Früher 
seien keine Testanrufe von Swisscom nachgewiesen. An der Hauptverhandlung 
wolle die Angeklagte Seite für Seite der Rechnungen von B. und C. durchgehen und 
befragt werden. Es werde dann klar erstellt werden, dass diese beiden von Beginn 
weg nur auf die teurere Nummer angerufen hätten, also den Text des Anrufbeant-
worters gar nicht hätten kennen können. Es werde bestritten, dass es bis Ende 2001 
überhaupt einen Hinweis auf einem Telefonbeantworter gegeben habe. Die Beru-
fungsklägerin sei daher von Schuld und Strafe freizusprechen. Bezüglich der Adhä-
sionsklagen habe die Berufungsklägerin vor der Vorinstanz deren Verweisung auf 
den Zivilweg beantragt. Diesem Antrag sie die Vorinstanz vollumfänglich nachge-
kommen. Die Berufungsklägerin habe auch eine ausseramtliche Entschädigung be-
antragt gehabt. Das Gericht habe keine Entschädigung zugesprochen, ohne zu be-

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gründen warum. Dies sei eine formelle Rechtsverweigerung. Es werde beantragt, 
das Urteil der Vorinstanz in diesem Punkt zu ergänzen und die Adhäsionsklägerin-
nen zu verpflichten, die Adhäsionsbeklagte ausseramtlich zu entschädigen.

E. a) Mit Schreiben vom 17. Januar 2005 hat die Staatsanwaltschaft 
Graubünden eine Vernehmlassung zur Berufung eingereicht sowie Anschlussberu-
fung erhoben. Sie beantragt:

„1. Die Berufung sei abzuweisen.

 2. Ziffer 1 des Urteils sei aufzuheben.

 3. A. sei des mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB 
schuldig zu sprechen.

 4. Gesetzliche Kostenfolge.“

In der Begründung führt sie aus, dass sich die Anschlussberufung einzig da-
gegen richte, dass die Berufungsklägerin von der Vorinstanz nur wegen mehrfachen 
vollendeten Betrugsversuchs und nicht wegen mehrfachen Betrugs schuldig ge-
sprochen worden sei. Die Vorinstanz führe zur Begründung aus, dass nur ein Be-
trugsversuch vorliege, wenn die Getäuschten selbst in Kenntnis des wahren Sach-
verhalts bereit gewesen wären, die Vermögensdisposition vorzunehmen; ab Juni 
2001 habe B. anhand der detaillierten Telefonrechnung gemäss Vorinstanz merken 
können, wie viel die Minute gekostet habe, ab November 2001 sei dies bei C. der 
Fall gewesen; trotzdem hätten sie weiterhin Gespräche mit der Angeklagten geführt, 
weil diese ihnen offenbar das Geld wert gewesen seien, weshalb die Angeklagte 
nur wegen vollendetem Betrugsversuch zu bestrafen sei. Es treffe nun aber nicht 
zu, dass B. und C. hätten anhand der Telefonabrechnung merken können, wie viel 
die Minute gekostet habe. Selbst wenn den Ausführungen der Vorinstanz gefolgt 
werde, könnten nur Mutmassungen darüber angestellt werden, wie das Gericht zu 
einem blossen Versuch komme. Denkbar sei, dass das Gericht das Verhalten der 
Angeklagten ab Juni 2001 beziehungsweise November 2001 überhaupt nicht mehr 
als strafbar erachtet habe und für die Zeit davor davon ausgehe, die beiden Ge-
schädigten hätten auch in dieser Zeit, auch wenn sie den Minutenpreis gekannt hät-
ten, trotzdem auf die teurere Nummer telefoniert. Diese Überlegung sei rein hypo-
thetisch und berücksichtige nicht, dass die Geschädigten von einem Minutenpreis 
von Fr. 2.50 ausgegangen seien. Ihnen nun nachträglich zu unterstellen, es sei ih-
nen gleichgültig gewesen, zu welchem Tarif sie telefoniert hätten, widerspreche kla-
rerweise der Aktenlage. Im weiteren sei die Feststellung der Vorinstanz, B. habe ab 
Juni 2001 und C. ab November 2001 anhand der detaillierten Telefonabrechnung 
den Minutentarif feststellen können, klar aktenwidrig. Auch aus den detaillierten Te-

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lefonrechnungen sei ein solcher Minutenpreis nicht ersichtlich. Von den Geschädig-
ten zu verlangen, sie hätten einen Vergleich zwischen zeitlicher Dauer der Tele-
fonate und Gesprächstaxen vornehmen müssen, sprenge den Rahmen ihrer Sorg-
faltspflicht im Sinne einer Opfermitverantwortung, zumal beide Geschädigten da-
mals keine Anhaltspunkte gehabt hätten, dass höhere Gesprächstaxen in Rech-
nung gestellt würden. Man könne den Geschädigten daher nicht unterstellen, sie 
hätten trotz Kenntnis des höheren Minutenpreises weiter telefoniert. Ebenso wenig 
könne ihnen vorgeworfen werden, sie hätten bei minimaler Vorsicht merken müs-
sen, dass der Minutenpreis höher war. Ein rechtlich relevanter Schaden sei daher 
seit Inbetriebnahme der zweiten Nummer bis Ende Februar / anfangs März 2002 
entstanden. Bezüglich der in der Berufung geltend gemachten Verletzung des An-
klageprinzips führt die Staatsanwaltschaft Graubünden aus, es gehe aus der Ankla-
geschrift zur Genüge hervor, was der Berufungsklägerin vorgeworfen werde. Dass 
jeder einzelne Anruf aufgeführt werde, sei nicht nötig. Massgebend sei, dass alle 
Telefonanrufe, die auf die teurere Nummer gegangen seien, mit einer den Anrufe-
rinnen nicht bekannten Tarifierung versehen gewesen seien. Der Vorwurf sei nicht, 
dass die Berufungsklägerin Telefonate auf der teureren Nummer entgegen genom-
men habe. Der Vorwurf sei, dass sie die teurere Tarifierung nicht angegeben habe. 
Dieser Vorwurf sei in der Anklageschrift ausreichend umschrieben. Der in diesem 
Zusammenhang von der Berufungsklägerin gestellte Verfahrensantrag, es sei eine 
Befragung bezüglich jeder einzelnen Rechnung durchzuführen, sei daher abzuwei-
sen. Im weiteren hätten die beiden Geschädigten von der teureren Nummer erst 
durch den Telefonbeantworter erfahren, sie hätten jedoch den höheren Tarif nicht 
gekannt. Dass ein Band tatsächlich bestanden habe, werde von der Berufungsklä-
gerin in einem Schreiben an B. selber bestätigt. In diesem Schreiben erkläre sie im 
weiteren, dass das Band ganz klar den höheren Tarif der zweiten Nummer nenne. 
Demgegenüber würden die Testanrufe der Swisscom und des BAKOM bestätigten, 
dass die höhere Tarifierung nicht angegeben worden sei. Im übrigen sei es völlig 
bedeutungslos, ob die Geschädigten zuerst auf die billigere Nummer angerufen hät-
ten und dann auf die teurere verwiesen worden seien oder ob sie direkt die teurere 
Nummer gewählt hätten. Im einen wie im anderen Fall sei ihnen der höhere Tarif 
nicht bekannt gegeben worden. Es sei durchaus nachvollziehbar, dass mit der Zeit 
nur noch die zweite Nummer gewählt worden sei, da die Geschädigten sowieso 
gewusst hätten, dass bei einem Anruf auf die erste Nummer eine Umleitung erfolge. 
Aus dem Umstand, dass die Berufungsklägerin B. eine Bestätigung für die Steu-
ererklärung verweigert habe, abzuleiten, dass es sich bei der Strafanzeige um einen 
Racheakt handle, sei abwegig. Die verlangte Bestätigung habe mit der Tatsache, 
dass die höhere Tarifierung der zweiten Nummer nicht bekannt gegeben worden 

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sei, was für die Strafbarkeit allein relevant sei, nichts zu tun. Die Berufungsklägerin 
mache in der Berufung weiter geltend, sie habe in der Hektik und der Belastung 
ihrer Krankheit etwas unglücklich auf das Tonband gesprochen. Sie mache damit 
geltend, dass sie vor ihrem Spitaleintritt das Band neu besprochen und dabei den 
Hinweis auf den Tarif der zweiten Nummer vergessen habe. Es sei nun schlechter-
dings nicht nachvollziehbar, weshalb die Berufungsklägerin das Tonband vor dem 
Spitaleintritt neu hätte besprechen sollen. Das Band habe vor dem Spitaleintritt 
schon lange Zeit bestanden und für eine neue Besprechung des Tonbandes habe 
keine Notwendigkeit bestanden, auch nicht für den Fall einer längeren Abwesenheit. 
Bei der teureren Nummer habe es sich um ein Handy gehandelt, mit dem die Beru-
fungsklägerin auch bei anderen längeren Abwesenheiten jederzeit erreichbar ge-
wesen sei. Es sei daher davon auszugehen, dass das Tonband nur einmal bespro-
chen worden und die höhere Gesprächstaxe der zweiten Nummer nicht angegeben 
worden sei.

b) Mit Schreiben vom 19. Januar 2005 verzichtete die Vorinstanz auf eine 
Stellungnahme unter Hinweis auf die Akten.

c) Mit Stellungnahme vom 22. Januar 2005 erklärt B., es treffe nicht zu, dass 
sie ab Juni 2001 gemerkt habe, dass die Telefonanrufe Fr. 4.23 gekostet hätten. 
Sie sei immer davon ausgegangen, dass die Anrufe, wie im Inserat angegeben, Fr. 
2.50 kosten würden, und sie habe keinen Anlass gehabt, etwas anderes zu vermu-
ten. Aus den detaillierten Telefonabrechnungen sei ein solcher Minutenpreis nicht 
ersichtlich gewesen. Ebenso wenig habe man in den Publifonkabinen, wo sie mit 
der Kreditkarte telefoniert habe, ersehen können, was die Minute koste. Da sie kei-
nen Grund gehabt habe, misstrauisch zu sein, und weil sie zu jener Zeit psychisch 
stark angeschlagen gewesen sei, betrachte sie es als Unterstellung, sie hätte mer-
ken müssen, dass der Minutenpreis bei Fr. 4.23 gelegen habe. Sie habe bis Anfang 
März 2002 nicht gemerkt, dass der Minutenpreis höher gewesen sei, als in der Zeit-
schrift angegeben. A. habe nie den Tarif der Telefonnummer yyyy angegeben. Sie, 
B., habe erst Strafanzeige erstattet, als A. sich geweigert habe, eine Bestätigung zu 
schreiben. Sie habe kein Geld mehr gehabt und habe wenigstens versuchen wollen, 
die Gesprächskosten bei der Steuer abzuziehen. A. habe ihr immer wieder Hoffnung 
gemacht, dass sie die Bestätigung schreiben werde. Dies habe bis im März 2002 
gedauert und sie habe diese Telefonate auch noch bezahlen müssen, obwohl sie 
keine Beratung gewesen seien. Sie sei skeptisch geworden, weil sie nicht verstan-
den habe, warum A. die Bestätigung nicht schreiben wolle. Erst in jenem Zeitpunkt 
seien ihr Zweifel gekommen und sie habe begonnen nachzuprüfen. Es sei über-

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haupt kein Racheakt gewesen. Sie habe A. mehrfach schriftlich aufgefordert, ihr das 
Geld zurückzugeben, aber A. habe die eingeschriebenen Briefe nicht mehr abge-
holt. A. habe in einem Schreiben vom 23. Mai 2002 bestätigt, dass ein Band existiert 
habe. Die Tonbandaufnahme habe sie, B., gemacht, als sie gemerkt habe, dass die 
Nummer yyyy Fr. 4.23 pro Minute koste. Die Testanrufe der Swisscom und des BA-
KOM würden klar bestätigen, dass die höhere Tarifierung nicht angegeben worden 
sei. Weil sie, B., bei Anrufen auf die Nummer xxxx immer auf die Nummer yyyy 
umgeleitet worden sei, habe sie mit der Zeit direkt auf die Nummer yyyy angerufen, 
zwischendurch aber immer wieder mal versucht, auf die Nummer xxxx anzurufen, 
was die beigelegten Telefonrechnungen belegen würden. Die Telefonrechnungen 
würden auch zeigen, dass sie in der Anfangsphase der Nummer yyyy oft versucht 
habe, A. auf die Nummer yyyy anzurufen. Die Behauptung des Verteidigers stimme 
im weiteren nicht, dass sie im Frühjahr 2002 A. nicht mehr angerufen hätte. Bezüg-
lich der von ihr beim Kreisgericht Burgdorf eingereichten Klage gegen A. hielt sie 
fest, A. sei zum Aussöhnungsversuch nicht erschienen, worauf sie die Klagebewil-
ligung erhalten habe.

d) Mit Schreiben vom 23. Januar 2005 hielt C. fest, es spiele doch keine 
Rolle, wann genau A. die Aufforderung auf das Band gesprochen habe. Es gehe 
doch rein darum, dass der höhere Tarif nicht genannt worden sei. Weil sie im wei-
teren immer nach der Wahl der Nummer xxxx auf die zweite verwiesen worden sei 
und A. nicht habe erreichen können, habe sie (nachdem A. ihr gesagt habe, sie sei 
jetzt unter dieser Nummer zu erreichen) begonnen, auf die Nummer yyyyanzurufen. 
A. habe ihr gesagt, dass sie krank sei, dass sie beim Gespräch aber in einem Spi-
talbett gelegen wäre, habe sie nie erwähnt. Swisscom und BAKOM hätten zwei Tes-
tanrufe gemacht. Da sie, C., zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit A. telefoniert habe, 
weil sie den Betrug bemerkt gehabt habe, seien wahrscheinlich andere Kunden be-
trogen worden. Und schliesslich zur ausseramtlichen Entschädigung: warum solle 
sie A. noch Geld bezahlen, wenn diese von ihr schon zu viel Geld bekommen habe?

F. Mit Schreiben vom 31. Januar 2005 beantragt A. in ihrer Vernehmlas-
sung zur Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft Graubünden was folgt: 

„1. Die Anschlussberufung sei abzuweisen.

 2. Es sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen und die An-
schlussberufungsbeklagte zur Person und zur Sache eingehend 
zu befragen.

 3. Es sei der Unterzeichnende auch betr. Anschlussberufung als 
amtlicher Verteidiger zu bezeichnen.

12

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Anschluss-
berufungsklägerin.“

Sie hielt fest, dass die sachverhaltlichen und rechtlichen Behauptungen der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vollumfänglich bestritten würden. Nähere Aus-
führungen zur Anschlussberufung würden sich vor der zwingend durchzuführenden 
Berufungsverhandlung erübrigen. 

G. Anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung vom 11. Mai 2005 
vor dem Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden waren die Berufungsklägerin 
und Anschlussberufungsbeklagte und ihr amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. 
iur. Stefan Metzger, anwesend. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hatte auf eine 
Teilnahme an der Berufungsverhandlung verzichtet. Gegen Zuständigkeit und Zu-
sammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben. In der Befragung 
hielt A. unter anderem fest, sie habe in der Werbung immer den Tarif der Nummer 
yyyy angegeben. Die Geschädigten müssten diese Nummer aus der Werbung er-
fahren haben. Sie habe zudem nie vor ihrem Spitalaufenthalt im Frühjahr 2002 auf 
dem Telefonbeantworter auf eine andere Nummer hingewiesen. Nur während etwa 
drei Wochen habe die Verweisung auf die teurere Nummer bestanden. Weiter 
bestätigte sie ihre in der Strafuntersuchung und vor Schranken der Vorinstanz ge-
machten Aussagen. Der Verteidiger hielt sich in seinem Plädoyer an die bereits vor 
der Vorinstanz und in der Berufungsschrift gemachten Ausführungen. Die Beru-
fungsklägerin erklärte in ihrem Schlusswort, sie habe schlussendlich immer sofort 
das Telefon abgehängt, wenn B. angerufen habe, und diese habe sehr oft angeru-
fen, es sei nicht mehr erträglich gewesen. Es tue ihr Leid, dass Ende März 2002 ein 
Fehler geschehen sei. Sie habe sehr grosse Schmerzen gehabt. Nie vorher sei so 
etwas passiert, sonst hätte es bei der Swisscom sicher viele Klagen gegeben. Es 
sei nie die Rede von einer falschen Tarifierung gewesen, erst als sie sich geweigert 
habe, eine Bestätigung zu unterzeichnen. B. schreibe dies ja selbst in ihrer Stel-
lungnahme an das Kantonsgericht. Sie, A., sei nicht schuldig. Wenn ihr für kurze 
Zeit ein Fehler unterlaufen sei, so tue ihr dies leid.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil, in den Rechtsschrif-
ten, im Sachvortrag an der mündlichen Berufungsverhandlung - das mündliche Plä-
doyer des Verteidigers wurde schriftlich zu den Akten gereicht - sowie in der per-
sönlichen Befragung der Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

13

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. a) Gegen Urteile der Bezirksgerichte können der Verurteilte und der 
Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 
StPO). Dazu ist die Berufung innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
des angefochtenen Entscheides einzureichen; sie ist zu begründen und hat darzu-
tun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob das 
ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). 
Der Staatsanwalt und der Verurteilte können innert zehn Tagen seit Zustellung der 
Berufungsschrift die Anschlussberufung erklären. Mit ihr können auch Teile des vor-
instanzlichen Urteils, die nicht Gegenstand der Berufung bilden, angefochten wer-
den. Sie unterliegt den gleichen Anforderungen wie die Berufung (Art. 143 Abs. 2 
StPO). Sowohl die vorliegende Berufung von A. als auch die Anschlussberufung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vermögen den gesetzlichen Anforderungen zu 
genügen. Auf die frist- und formgerecht eingereichten Rechtsmittel ist daher einzu-
treten. 

b) Gemäss Art. 128 lit. d StPO hat das schriftliche Urteil im Urteilsspruch 
unter anderem eine Rechtsmittelbelehrung zu enthalten. Die Vorinstanz hat im Dis-
positiv ihres Urteils keine Rechtsmittelbelehrung angebracht. A., die schon im Un-
tersuchungsverfahren und auch vor der Vorinstanz anwaltlich vertreten war, hat un-
abhängig davon rechtzeitig und formgültig das richtige Rechtmittel ergriffen. Es sind 
ihr mithin aus der fehlenden Rechtsmittelbelehrung keine Nachteile erwachsen, 
weshalb das Fehlen der Rechtsmittelbelehrung nicht weiter beachtet werden muss. 
Die Vorinstanz ist jedoch nachdrücklich darauf hinzuweisen, dass die gesetzlichen 
Anforderungen an ein schriftliches Urteil einzuhalten sind.

c) Der Verteidiger von A., Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, beantragt in 
der Berufung seine Einsetzung als amtlicher Verteidiger. Gemäss Art. 102 Abs. 1 
lit. c StPO, welcher sowohl für das Gerichtsverfahren vor der ersten Instanz als auch 
für das Berufungsverfahren gilt (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung 
des Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage, Chur 1996, S. 274), hat der Ange-
klagte Anspruch auf einen amtlichen Verteidiger, wenn die tatsächliche oder recht-
liche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt. Die Schwierigkeit hängt von den Um-
ständen des Einzelfalles ab. Zur relativen Schwere des Falles müssen besondere 
tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten treten, denen der Angeklagte nicht ge-
wachsen ist, so zum Beispiel im Hinblick auf seinen Bildungsstand, seine Fähigkei-
ten, die prozessualen Erfahrungen des Angeklagten, allfällige komplizierte Bewei-

14

serhebungen oder verwickelte Rechtsprobleme (BGE 120 Ia 43; Padrutt, a.a.O., S. 
127). Vorliegend handelt es sich offensichtlich um einen komplexen Sachverhalt 
und es stellen sich schwierige rechtliche Fragen, wie die Erwägungen im Folgenden 
aufzeigen. Unter diesen Umständen kann dem Antrag auf Einsetzung von Rechts-
anwalt lic. iur. Stefan Metzger als amtlichem Verteidiger von A. stattgegeben wer-
den. 

2. Der Verteidiger hat in der Berufungsschrift geltend gemacht, die An-
klage habe weder im Untersuchungsverfahren, noch in der Anklageschrift oder an 
der Verhandlung vor der Vorinstanz dargelegt, wann genau (Tag, Monat, Jahr) A. 
einen Anrufbeantworter mit der Aufforderung, eine andere Nummer zu wählen, in 
Betrieb gehabt habe, ohne den höheren Tarif der zweiten Nummer mitzuteilen. Da-
mit habe sich A. nicht genügend konkret gegen die Vorwürfe wehren können, wes-
halb das Anklageprinzip verletzt worden sei. Im mündlichen Vortrag anlässlich der 
Berufungsverhandlung hat der Verteidiger weiter ausgeführt, die Anklagebehörde 
habe es unterlassen darzulegen, aufgrund welcher vertraglichen oder gesetzlichen 
Pflicht nach ihrer Auffassung A. hätte über den höheren Minutentarif der zweiten 
Nummer aufklären müssen. A. habe sich daher gar nicht richtig verteidigen können. 
Weiter habe die Staatsanwaltschaft nicht ausgeführt, welches Verhalten von A. arg-
listig gewesen sei. Schliesslich habe die Anklagebehörde auch nicht angegeben, 
wie der Schaden errechnet werden müsse beziehungsweise errechnet worden sei. 
Der Anklagegrundsatz sei damit mehrfach verletzt worden, weshalb A. freizuspre-
chen sei. 

a) Der Anklagegrundsatz bildet ein unverzichtbares Element eines rechtss-
taatlichen Strafprozesses. Ihm kommt Verfassungsrang zu. Er leitet sich aus dem 
durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleisteten Prinzip der Gehörsgewährung ab. Der Kan-
tonsgerichtsausschuss hat daher auf die Rüge einer mangelhaften Anklageschrift 
einzutreten, obwohl für das Vorbringen dieser Rüge grundsätzlich das Rechtsmittel 
der Beschwerde gemäss Art. 138 StPO zu ergreifen wäre (PKG 1996 Nr. 34). Die 
Anklageschrift muss als fundamentale Grundlage des Gerichtsverfahrens den in Art. 
98 Abs. 2 StPO aufgestellten und aus Art. 4 aBV abgeleiteten Anforderungen genü-
gen, ansonsten das Gerichtsverfahren nicht durch einen Schuldspruch abgeschlos-
sen werden kann. Kommt die in materieller Hinsicht entscheidende Gerichtsinstanz 
zum Schluss, dass die Anklageschrift den Anforderungen nicht entspreche, darf das 
Gericht mangels genügender Grundlage des Gerichtsverfahrens keinen den Pro-
zess beendenden Schuldspruch aussprechen. Es hat vielmehr die Anklageschrift 
an die Staatsanwaltschaft zur Verbesserung zurückzuweisen. Auf eine Rückwei-

15

sung der Anklageschrift kann diesfalls nur verzichtet werden, wenn die urteilende 
Instanz zum Schluss kommt, dass offensichtlich kein strafbarer Tatbestand vorliegt. 
In diesem Fall erfolgt ohne Weiteres ein Freispruch. Wegen der grundlegenden Be-
deutung der Anklageschrift ist die Rüge der Verletzung des Akkusationsprinzips vor-
weg zu prüfen (vgl. PKG 1996 Nr. 34). 

b) Der Anklagegrundsatz wird zur Hauptsache durch die Anforderungen kon-
kretisiert, welche an die Anklageschrift gestellt werden. Gemäss dem in Art. 98 Abs. 
2 lit. b StPO verankerten Anklageprinzip hat die Anklageschrift des Staatsanwaltes 
die Darstellung und die rechtliche Qualifikation des Sachverhaltes zu enthalten. Da-
durch wird das urteilende Gericht in tatsächlicher Hinsicht an den Gegenstand des 
Anklage bildenden Sachverhaltes gebunden. Der Richter hat sich folglich bei seiner 
Kognitionstätigkeit auf den unter Anklage gestellten historischen Vorgang zu be-
schränken, wie er sich ihm nach der Gesamtheit der in der Untersuchung und in der 
Hauptverhandlung ermittelten Tatsachen darstellt. Aus dem Akkusationsprinzip wird 
der Immutabilitätsgrundsatz abgeleitet, der besagt, dass die Anklage das Prozess- 
und das Urteilsthema für alle Instanzen fixiert. Der Angeklagte soll aus der Ankla-
geschrift ersehen, wessen er angeklagt ist und wie sein Verhalten strafrechtlich qua-
lifiziert wird. Das Akkusationsprinzip bezweckt somit zugleich den Schutz der Ver-
teidigungsrechte des Angeklagten wie auch die Erfüllung des Anspruchs auf recht-
liches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV und Art 6 EMRK (PKG 1996 Nr. 34 mit Hinwei-
sen). Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat, so dass der Angeklagte 
sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann und nicht der Gefahr von Über-
raschungen ausgesetzt ist (Ludwig, Die Anklageschrift, ZStR 1945 S. 221; Pfennin-
ger, Anklage, Urteil und Rechtskraft, SJZ 1942/43 S. 353; Schmid, Die Staatsan-
waltschaft im bündnerischen Recht, Diss., Zürich 1966, S. 115; PKG 1996 Nr. 34, 
PKG 1992 Nr. 58). Die Umschreibung des Sachverhaltes beziehungsweise des vor-
geworfenen historischen Ereignisses hat so präzise zu erfolgen, dass die Vorwürfe 
im objektiven und subjektiven Bereich in einem Mass konkretisiert sind, dass das 
Gericht weiss, worüber es zu urteilen hat, und der Angeklagte genau erkennen 
kann, welches konkrete Verhalten ihm durch die Anklage vorgeworfen wird. Wieweit 
aber in concreto die Individualisierung gehen muss, hängt von den Umständen des 
Einzelfalles ab. Allgemein kann gelten, dass sich die Anklage auf das Notwendigste 
beschränken und auf Weitschweifigkeiten verzichten kann und auch soll, um zu ver-
meiden, dass durch eine zu ausführliche Darstellung und Erörterung das Gericht 
zum Nachteil des Angeklagten beeinflusst werde (Pfenninger, a.a.O., S. 354). Das 
Anklageprinzip fordert im weiteren nur eine Darstellung des Sachverhalts in tatsäch-
licher und rechtlicher Beziehung, nicht aber auch eine Begründung (Schmid, a.a.O., 

16

S. 116). Der Beweis des dargestellten Sachverhalts ist in der Beweisverhandlung 
zu führen (Art. 112 ff. StPO), nicht in der Anklageschrift (vgl. zum Ganzen BGE 103 
Ia 6). Die Anklageschrift ist nicht Parteischrift, sondern sie hat den Sachverhalt kurz, 
aber vollständig, objektiv, sachlich, genau aktenmässig darzustellen. Aus der An-
klageschrift muss daher erhellen, welches historische Ereignis, welcher Lebensvor-
gang, welche Handlung oder Unterlassung des Angeklagten Gegenstand der Beur-
teilung bilden soll, und welches Delikt, welcher strafrechtliche Tatbestand in dieser 
Handlung zu finden sei. Die Beschreibung muss so sein, dass die Sachverhaltsan-
gaben dem Gericht eine Beurteilung ermöglichen, ob der Angeklagte durch sein 
Handeln sämtliche objektiven und subjektiven Tatbestandselemente der ihm zur 
Last gelegten Straftat erfüllt hat. Einerseits muss die Tat individualisiert, d.h. müs-
sen ihre tatsächlichen Umstände oder Tatbestandsmerkmale - Zeit, Ort, Art der Be-
gehung und Form der Mitwirkung, angestrebter oder verwirklichter Erfolg (einsch-
liesslich Kausalzusammenhang) - angegeben sein; andererseits sind die einzelnen 
rechtlichen Elemente des Deliktes hervorzuheben. Die Darstellung des tatsächli-
chen Vorgangs ist auszurichten auf den gesetzlichen Tatbestand, der nach Auffas-
sung der Anklage als erfüllt zu betrachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche einzel-
nen Vorgänge und Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes 
entsprechen (BGE 120 IV 348; vgl. auch Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 257 ff.; PKG 1996 Nr. 34 
mit Hinweisen). 

c) A. macht in ihrer Berufungsschrift geltend, die Anklage hätte konkret dar-
legen müssen, wann genau zu welchem genauen Zeitpunkt in genau welchem Fall 
und bei welchen Anrufen genau (Tag, Monat, Jahr) sie den Telefonanrufbeantworter 
mit dem Verweis auf die teurere Nummer in Betrieb gehabt habe, ohne auf den 
höheren Tarif hinzuweisen. Dem kann nicht zugestimmt werden. Diese Forderung 
würde die Anforderungen an eine Anklageschrift überspannen. Auch wenn sich aus 
der Anklageschrift nicht ergibt, wie oft und wann genau der Anrufbeantworter den 
Verweis auf eine andere Telefonnummer enthalten hat, ohne den höheren Tarif der 
zweiten Nummer zu nennen, so geht doch klar hervor, was A. vorgeworfen wird. Es 
wird ihr zur Last gelegt, dass sie den Verweis auf dem Telefonbeantworter ange-
bracht hat, ohne die höhere Tarifierung zu nennen, dass sie dabei arglistig gehan-
delt hat und die Absicht hatte, sich unrechtmässig zu bereichern. Inwiefern es A. bei 
dieser Umschreibung des eingeklagten Sachverhaltes unmöglich gewesen sein 
soll, sich im Schuld- und im Strafpunkt wirksam zu verteidigen, ist nicht ersichtlich 
und wird in der Berufung auch nicht dargelegt. Allein die Tatsache, dass die Vorin-
stanz A. verurteilt hat, ist jedenfalls kein Indiz für eine ungenügende Verteidigungs-

17

möglichkeit. Es liegt im weiteren in der Natur der Sache, dass die Anzeigeerstatte-
rinnen B. und C. mehrere Monate nach den jeweiligen Telefonaten nicht mehr ge-
nau angeben konnten, wann und wie oft sie auf dem Telefonbeantworter den Ver-
weis auf eine teurere Nummer gehört haben wollten, ohne dass ein Hinweis auf den 
höheren Tarif erfolgt war. Wie zudem der Aussage von L. entnommen werden kann, 
ist im Nachhinein nicht mehr feststellbar, wie der Text auf dem Anrufbeantworter 
wann gelautet hat (rechtshilfeweise Einvernahme vom 23. Januar 2004, act. 3.33, 
S. 8 Mitte). Unter diesen Umständen aber ist es nicht zu beanstanden, dass die 
Staatsanwaltschaft Graubünden davon abgesehen hat, die genauen Daten anzu-
geben. In einem weiteren Punkt rügt A., die Anklageschrift gebe keine Auskunft 
darüber, aufgrund welcher vertraglichen oder gesetzlichen Grundlage eine Auf-
klärungspflicht bestanden habe. Es trifft zu, dass in der Anklageschrift die Grund-
lage der Aufklärungspflicht keine explizite Erwähnung findet. Nachdem es vorlie-
gend um die Bekanntgabe von Preisen für eine Dienstleistung geht, ist für eine ju-
ristisch ausgebildete Person jedoch erkennbar, dass sich die Anklage auf die Preis-
bekanntgabeverordnung stützt. A. war bereits im Untersuchungsverfahren durch ei-
nen Rechtsanwalt vertreten. Wie sich den Ausführungen des Verteidigers vor der 
Vorinstanz entnehmen lässt, war dieser sich denn auch durchaus bewusst, woraus 
die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Aufklärungspflicht ableitete. A. war somit 
in der Lage, sich gebührend zu verteidigen. Die Anklageschrift vermag daher in die-
sem Punkt gerade noch zu genügen. Es ist jedoch festzuhalten, dass die Nennung 
der Preisbekanntgabeverordnung mit dem einschlägigen Artikel vorzuziehen gewe-
sen wäre. Bezüglich des Tatbestandsmerkmals der Arglist beanstandet A., dass die 
Staatsanwaltschaft Graubünden nicht umschrieben habe, was für ein Verhalten arg-
listig gewesen sei. In der Anklageschrift wird ausgeführt, A. habe auf dem Anrufbe-
antworter der billigeren Nummer einen Verweis auf die teurere Nummer gemacht, 
ohne deren höheren Tarif zu nennen. Daraus ist ohne weiteres abzuleiten, dass die 
Anklagebehörde von einem Betrug durch Schweigen ausgeht. Arglist ist gemäss 
Rechtsprechung in diesem Fall unter denselben Voraussetzungen gegeben wie bei 
der Unterdrückung von Tatsachen. Damit aber ist klar, wogegen sich A. zu verteidi-
gen hatte. Die Anklageschrift genügt in diesem Punkt gerade noch den an sie zu 
stellenden Anforderungen. Schliesslich rügt A., in der Anklageschrift werde zwar 
eine Schadenssumme genannt, es sei aber überhaupt nicht klar, woraus diese be-
stehe und wie diese errechnet worden sei. Gemäss Anklageschrift ist B. in der Zeit 
von November 2000 bis Februar 2002 ein Schaden von rund Fr. 34'000.-- entstan-
den, welcher sich aus der Differenz zwischen Fr. 2.50 und Fr. 4.23 ergebe. Wie sich 
diese Summe konkret zusammensetzt ist tatsächlich nicht erkennbar. Es scheint, 
dass es sich dabei um die Summe der gesamten Kosten aller Anrufe auf die teurere 

18

Nummer in der angegeben Zeit handelt, und nicht nur um die Differenz zwischen 
dem höheren und dem tieferen Tarif. Es ist indessen darauf hinzuweisen, dass die 
Höhe des Schadens vorliegend nicht von entscheidender Bedeutung ist. Denn für 
die Erfüllung des eingeklagten Tatbestandes des Betrugs ist nicht die Schadens-
höhe ausschlaggebend, sondern allein die Tatsache, dass überhaupt ein Schaden 
entstanden ist. Dasselbe ist mit Bezug auf den Schaden zu sagen, den die Anklage 
bezüglich C. aufführt. Die Anklageschrift vermag daher auch in diesem Punkt ge-
rade noch zu genügen. A. ist jedoch gesamthaft gesehen darin zuzustimmen, dass 
die Anklageschrift äusserst knapp ausgefallen ist und sie eben gerade noch den 
Anforderungen zu genügen vermag, die an sie gestellt werden müssen. Detaillier-
tere Ausführungen wären durchaus wünschenswert und angebracht gewesen.

3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft A. vor, sie habe seit Novem-
ber 2000, als sie die zweite, teurere Nummer in Betrieb genommen habe, auf der 
günstigeren Nummer mittels einer Tonbandaufnahme die Anrufer aufgefordert, auf 
die teurere, zweite Nummer anzurufen, ohne den teureren Tarif anzugeben. A. be-
streitet dies. Sie gibt an, dass sie erstmals im März 2002 auf einem Tonband von 
der günstigeren Nummer auf die teurere Nummer verwiesen habe. Dabei habe sie 
den Hinweis auf den höheren Tarif der zweiten Nummer tatsächlich vergessen, weil 
sie grosse Schmerzen gehabt und notfallmässig ins Spital habe eingeliefert werden 
müssen. In der Hektik habe sie das Tonband etwas unglücklich besprochen. Es ist 
somit im Folgenden zu prüfen, ob sich in den Akten für die Sachverhaltsdarstellung 
der Staatsanwaltschaft genügend Anhaltspunkte finden lassen oder nicht.

a) Es ist Aufgabe des Gerichtes, die materielle Wahrheit bezüglich der Sach-
verhalte zu ermitteln, die Gegenstand des Verfahrens bilden. Dabei hat das Gericht 
die vorhandenen Beweise zu würdigen. Bei der Würdigung der Beweismittel ent-
scheidet das Gericht nach Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 
StPO auch im Berufungsverfahren nach freier Überzeugung (vgl. Schmid, Strafpro-
zessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 286). Die Beweislast für die dem Angeklagten 
zur Last gelegte Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat (Padrutt, a.a.O., S. 306). 
An den Beweis der zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. Ver-
langt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis 
der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden 
Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Sachrichter jedoch nicht von 
der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt er-
klären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt 
so verwirklicht hat, oder mit anderen Worten Zweifel an den tatsächlichen Voraus-

19

setzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss the-
oretische Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind 
und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um 
erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die 
sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Rich-
ters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu über-
winden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entschei-
den, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein 
muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und 
Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen 
vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, a.a.O., S. 307; Schmid, a.a.O., N 289). 
Die allgemeine Rechtsregel "in dubio pro reo" kommt im Übrigen nicht schon dann 
zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämt-
licher sich aus den Akten ergebender Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung 
der Staatsanwaltschaft oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen ver-
mag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen 
Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für 
den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 Nr. 31; 
Padrutt, a.a.O., S. 307). 

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die 
Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige 
Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist we-
niger die Form, als vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der 
Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit ande-
ren Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (ZR 91/92 
1992/1993 Nr. 35; Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, 
Basel 1999, S. 269; Vogel, Die Auskunftsperson im Zürcher Strafprozessrecht, 
Diss., Zürich 1999, S. 2). Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des 
Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit 
eines Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten 
Aussage (vgl. Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des 
Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussa-
gen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung 
des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu 
werten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur 
von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres 

20

Indiz für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage spricht 
unter anderem die Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen. Bei 
wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien 
für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe 
Widersprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächun-
gen oder Übersteigerungen im Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, ver-
schwommene oder ausweichende Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende 
Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition muss alsdann auf ihre Übereinstimmung 
mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen ge-
prüft werden. Auch im System der Glaubwürdigkeitskriterien von Arntzen (Arnt-
zen/Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdig-
keitsmerkmale, 3. Auflage, München 1993) steht an erster Stelle die Aussage 
selbst. Kriterien des glaubhaften Aussageinhalts sind der Grad der Detaillierung und 
der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homogenität der Aussage. Die Glaubwür-
digkeit aus dem Verlauf der Aussageentwicklung ergibt sich aus der relativen Kon-
stanz einer Aussage in zeitlich auseinanderliegenden Befragungen sowie die Er-
gänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden Befragungen. Nacherlebende Ge-
fühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussageweise sprechen im Bereich der Aussa-
geweise für einen hohen Wahrheitsgehalt. Der Grad der Objektivität ist schliesslich 
massgebend für den Grad der Glaubwürdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld 
ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.).

b) A. hat bezüglich der Aussagen von B. sowohl vor Schranken der Vorin-
stanz als auch anlässlich der Berufungsverhandlung geltend gemacht, B. habe die 
Strafanzeige nur aus Rache eingereicht, weil sie, A., nicht gewillt gewesen sei, eine 
Bestätigung für die Steuerbehörde zu unterzeichnen. B. hat in ihrer Stellungnahme 
vom 22. Januar 2005 zur Berufung bestätigt, dass sie die Strafanzeige gegen A. 
erst eingereicht habe, nachdem diese sich geweigert habe, eine Bestätigung für die 
Steuerbehörde zu unterzeichnen (act. 06). Dies ändert jedoch nichts daran, dass 
die Strafanzeige rechtlich zulässig war und wirksam eingereicht wurde, spielt die 
Motivation dabei doch überhaupt keine Rolle, sondern kommt es einzig drauf an, ob 
eine strafbare Tat begangen wurde oder nicht. Selbst wenn davon ausgegangen 
werden müsste, B. habe sich mit der Strafanzeige rächen wollen, hat dies keinen 
Einfluss auf die Gültigkeit der Strafanzeige oder auf die Rechtmässigkeit des an-
schliessenden Untersuchungsverfahrens. Die Motivation von B. zur Einreichung der 
Strafanzeige könnte allenfalls bei der Würdigung ihrer Aussagen eine Rolle spielen. 
Vorliegend finden sich in den Akten jedoch nicht genügend Hinweise, dass B. aus 
Rache gehandelt hat. Allein aus der Tatsache, dass B. die Strafanzeige erst einge-

21

reicht hat, als A. die Bescheinigung für die Steuerbehörde nicht unterzeichnen 
wollte, kann augenscheinlich nicht geschlossen werden, sie habe sich mit der Straf-
anzeige rächen wollen. Denn es gibt viele verschiedene mögliche Gründe, warum 
B. mit der Strafanzeige zugewartet haben könnte. Zum einen hat sie gemäss eige-
ner Aussage erst anfangs März 2002 erkannt, dass der Tarif der zweiten Nummer 
höher war als derjenige der ersten Nummer (Stellungnahme vom 22. Januar 2005 
zur Berufung, act. 06). Die Frage nach der Bescheinigung für die Steuerbehörden 
war jedoch offensichtlich Ende Februar 2002 sehr dringend (vgl. Schreiben von B. 
an A. vom 21., 22. und 27. Februar 2002, act. 3.22, Beilagen 1 bis 3). Zum andern 
scheint es, dass sich B. zuerst mit A. besprechen und eine gütliche Einigung bezüg-
lich des entstandenen Schadens erzielen wollte, bevor sie sich rechtlichen Mitteln 
zuwandte (B. hat auch eine zivilrechtliche Klage gegen A. eingeleitet, vgl. Aussöh-
nungsversuch vom 25. September 2002, act. 06.4). Ebenso gut könnte es aber auch 
sein, dass sie die Ergebnisse ihrer Beschwerden bei der Swisscom und beim BA-
KOM abwarten wollte, bevor sie über das weitere Vorgehen entschied. Es sind 
durchaus noch weitere Gründe für ihr Zuwarten bis zum 14. Juli 2002, an welchem 
Tag sie die Strafanzeige eingereicht hat, denkbar. Für keinen dieser Gründe finden 
sich in den Akten jedoch Anhaltspunkte, die auf Rache schliessen lassen. Es kann 
vorliegend daher nicht davon ausgegangen werden, B. habe die Strafanzeige aus 
Rache eingereicht. Ihre Aussagen sind zudem von der Strafanzeige über die unter-
suchungsrichterliche Einvernahme und die Adhäsionsklage bis zur Stellungnahme 
zur Berufung im Kern gleich geblieben. Sie hat von Anfang an erklärt, dass A. auf 
der billigeren Nummer einen Verweis auf die teurere Nummer gemacht habe, ohne 
deren höheren Tarif zu nennen, dass sie diesen Verweis gehört und anschliessend 
auf die teurere Nummer angerufen habe, ohne zu wissen, dass dies mehr koste, 
und dass sie den Schaden, der ihr dadurch entstanden sei, von A. ersetzt haben 
wolle. B. hat diese Aussagen auch als Zeugin, also unter der Strafdrohung von Art. 
307 StGB, bestätigt. Die Abweichungen betreffen Nebenpunkte wie den Beginn der 
Beratung oder die Höhe des geforderten Schadenersatzes. Zudem werden ihre 
Aussagen durch die übrigen Akten in den Kernpunkten bestätigt, wie die Erwägun-
gen des vorliegenden Urteils zeigen. Es erweist sich daher, dass die Aussagen von 
B. in den Kernpunkten glaubhaft sind. Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, 
dass neben der Strafanzeige von B. eine weitere Strafanzeige gegen A. vorliegt, 
nämlich jene von C.. Auch wenn C. eine Kollegin von B. ist und erst auf deren Auf-
forderung hin eine Strafanzeige gemacht hat, kann ihre Strafanzeige nicht einfach 
als Gefälligkeit B. gegenüber abgetan werden. Aus den Akten geht ohne Zweifel 
hervor, dass sich C. durch A. beraten liess, und dass sie dabei auf die teurere Num-
mer angerufen hat. C. hat vorliegend als Zeugin ausgesagt, also unter der Strafdro-

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hung von Art. 307 StGB. Ihre Aussagen sind in den Kernpunkten sowohl in der Straf-
anzeige, als auch in der rechtshilfeweisen Einvernahme, der Adhäsionsklage und 
der Stellungnahme zur Berufung im Kern gleich geblieben. Sie decken sich mit dem 
Beweisergebnis aus den übrigen Akten. Allein aus dem Umstand, dass C. und B. 
Kolleginnen sind (vgl. rechtshilfeweise Einvernahme von C. vom 14. April 2004, act. 
4.11, S. 1, Zeile 3), kann nicht geschlossen werden, C. habe bewusst und fälschli-
cherweise zu Lasten von A. ausgesagt. Auch die Aussagen von C. sind daher im 
Kerngehalt glaubhaft.

4. a) A. hat geltend gemacht, sie habe gegen Ende März 2002 wegen 
schlimmer Schmerzen notfallmässig nach St. Gallen ins Spital eingewiesen werden 
müssen. Sie sei liegend im Krankenwagen transportiert worden. In der Hektik und 
der Belastung habe sie auf dem Anrufbeantworter versehentlich den Verweis auf 
die teurere Nummer gemacht, ohne auf den höheren Tarif hinzuweisen. Die teurere 
Nummer habe zu ihrem Handy gehört, welches sie ins Spital mitgenommen habe, 
um für ihre Kunden jederzeit erreichbar zu sein. Der Sohn von A., D., hat am 30. 
Dezember 2004 bestätigt, dass seine Mutter Ende März bis anfangs April 2002 in 
seiner Wohnung gewohnt habe. An die genaue Dauer könne er sich jedoch nicht 
mehr erinnern, es könnten etwa zehn bis zwölf Tage gewesen sein (Einlage Beru-
fungsverfahren). Bezüglich dem Zeitpunkt, wann seine Mutter bei ihm war, nämlich 
Ende März bis anfangs April 2002, ist die Bestätigung von D. sehr klar und sicher. 
Es besteht keine Veranlassung, seinen Aussagen nicht zu glauben. A. hat vor der 
Vorinstanz zwar geltend gemacht, sie sei Ende Februar, anfangs März 2002 für 
sieben oder acht Tage im Spital in St. Gallen gewesen. Anlässlich der Berufungs-
verhandlung vor dem Kantonsgerichtsausschuss Graubünden haben jedoch sowohl 
A. als auch ihr Verteidiger mehrfach betont, dass A. O. Ende März 2002 verlassen 
habe. Damit ist davon auszugehen, dass A. Ende März 2002 nach R. zu ihrem Sohn 
gegangen ist. Aus der Bestätigung von PD Dr. med. E., Kantonsspital St. Gallen, 
vom 3. November 2004 (Einlage Berufungsverfahren) geht hervor, dass A. am 5. 
April 2002 zum ersten Mal in der Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen war. 
Es gibt in den Akten keine Hinweise, dass A. vorher an einer anderen Abteilung des 
Kantonsspitals St. Gallen behandelt worden wäre. Insbesondere macht dies A. 
selbst auch nicht geltend. Zwischen dem Verlassen von O. (Ende März 2002) und 
dem Beginn der (ambulanten) Behandlung am Kantonsspital St. Gallen (5. April 
2002) verstrichen daher zumindest fünf Tage. Dies spricht eindeutig gegen eine not-
fallmässige Einlieferung von O. ins Spital. Es wäre nämlich nicht einsehbar, weshalb 
A. bereits Ende März 2002 notfallmässig hätte transportiert werden müssen, wenn 
die (ambulante) Behandlung im Kantonsspital St. Gallen erst am 5. April 2002 be-

23

gann. Zudem wäre nicht nachvollziehbar, dass A. notfallmässig zu ihrem Sohn nach 
R. hätte gebracht werden müssen, ist ihr Sohn doch offensichtlich keine medizini-
sche Fachperson. Im Weiteren geht aus dem bereits erwähnten Schreiben von PD 
Dr. med. E. hervor, dass die Behandlung von A. am 5. April 2002 auf Überweisung 
des Hausarztes Dr. F. (R.) von der Praxis G. (P.) übernommen worden sei. A. hat 
folglich in R. zuerst einen weiteren Arzt aufgesucht, nämlich Dr. F. - offensichtlich 
kein Rheumatologe, sondern Allgemeinmediziner (vgl. Briefkopf des ärztlichen 
Zeugnisses von Dr. med. F. vom 25. Oktober 2003, Einlage Berufungsverfahren) -, 
und hat sich erst anschliessend ins Spital begeben. Auch dies spricht klar und ein-
deutig gegen eine notfallmässige Einlieferung. Es mag allenfalls zutreffen, dass A. 
- wie geltend gemacht - mit dem Krankenwagen von O. nach R. gebracht worden 
ist, auch wenn sich dafür neben der Aussage von A. in den Akten keine weiteren 
Hinweise finden lassen (obwohl es für A. ein Leichtes gewesen wäre, den Kranken-
transport mittels Arztzeugnis oder Rechnung zu belegen). Für einen allfälligen Kran-
kentransport gäbe es jedoch ohne weiteres andere mögliche Gründe als eine not-
fallmässige Einlieferung ins Spital, zum Beispiel dass A. nicht mehr selbst Auto fah-
ren konnte oder wollte (sie hat vor Schranken des Kantonsgerichtsausschusses an-
gegeben, sie habe damals den Arm nicht mehr heben können aufgrund eines 
Krankheitsschubes) und ihr eine Reise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht 
zugemutet wurde. Dies würde jedoch offensichtlich nicht für eine notfallmässige Spi-
taleinweisung sprechen. Die zeitliche Dringlichkeit, die A. im Zusammenhang mit 
ihrer Behandlung am Kantonsspital St. Gallen geltend macht, ist aufgrund der Akten 
daher nicht nachgewiesen. Vielmehr sprechen die Akten - wie dargelegt - klarer-
weise gegen eine notfallmässige Überweisung von O. ins Spital und damit auch 
gegen die geltend gemachte zeitliche Dringlichkeit. Aus den Akten ergibt sich das 
Bild einer geplanten, über einen gewissen Zeitraum von zwei Ärzten (Dr. med. G. in 
P. und Dr. med. F. in R.) vorbereiteten ambulanten Behandlung im Spital. Die Aus-
sage von A., sie sei notfallmässig ins Spital eingeliefert worden und habe in der 
Hektik versehentlich vergessen, den höheren Tarif der zweiten Nummer zu nennen, 
erscheint unter diesen Umständen als Schutzbehauptung. Auch ihr Hinweis anläss-
lich der Berufungsverhandlung, sie habe grosse Schmerzen gehabt und daher nicht 
mehr an alles gedacht, vermag nicht zu überzeugen. Denn immerhin fühlte sie sich 
offensichtlich trotz der geltend gemachten Schmerzen in der Lage, zu arbeiten und 
ihre Kunden zu betreuen. Aus den Akten geht auf jeden Fall nicht hervor, dass A. 
vor den Abklärungen im Kantonsspital St. Gallen nicht hätte arbeiten können. A. 
macht dies denn auch selbst nicht geltend. Zudem nahm sie ja gerade ihr Handy 
mit nach R., um für ihre Kunden auch während ihrer Abwesenheit von O. erreichbar 
zu sein. Wenn A. in der Lage war, ihre Kunden weiterhin und sogar während des 

24

Aufenthaltes in R. zu beraten und zu betreuen, so darf davon ausgegangen werden, 
dass die Schmerzen sie nicht dermassen stark beziehungsweise nicht ständig so 
sehr beeinträchtigten, dass sie nicht mehr an die Bekanntgabe des teureren Tarifs 
hätte denken können beziehungsweise müssen. Aus dem Gesagten erhellt, dass 
ein notfallmässiger Spitaleintritt von O. aus nicht nachgewiesen ist, ja, die Akten 
sogar eindeutig gegen eine solche notfallmässige Überweisung ins Spital sprechen, 
und dass die von A. geltend gemachten Schmerzen ihr Fehlverhalten nicht zu be-
gründen oder gar zu rechtfertigen vermögen. A. hat nicht geltend gemacht, sie habe 
die Nennung des höheren Tarifs aus anderen, zureichenden Gründen vergessen 
beziehungsweise unterlassen, und es sind auch aus den Akten keine Anhaltspunkte 
erkennbar, die zureichende Gründe erkennen liessen. Unter diesen Umständen 
aber ist davon auszugehen, dass A. den höheren Tarif der zweiten Nummer, auf die 
verwiesen wurde, im April 2002 entgegen ihren Aussagen bewusst weggelassen 
hat. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass A. in der Unter-
suchung ihren Spitalaufenthalt im April 2002 nur nebenbei erwähnte, im übrigen 
ohne Hinweis auf eine notfallmässige Überweisung (untersuchungsrichterliche Ein-
vernahme vom 19. September 2003, act. 3.23, S. 2 unten), und dass sie zudem 
bestritt, im April 2002 überhaupt eine fehlerhafte Bandansage gemacht zu haben 
(vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 19. September 2003, act. 3.23, 
S. 3 oben, wo sie bestreitet, dass die Angaben im Schreiben der Swisscom vom 11. 
April 2002 zutreffen würden; damit hat sie implizit bestritten, eine fehlerhafte Band-
ansage verwendet zu haben). Sie hat vielmehr darauf hingewiesen, dass sie sich 
völlig korrekt verhalten habe (vgl. ihre Aussage an der untersuchungsrichterlichen 
Einvernahme vom 19. September 2003, act. 3.23, S. 3: „Herr L. soll Ihnen aus mei-
nem Dossier die Unterlagen schicken, die beweisen, dass ich mich richtig verhalten 
habe. …“). A. hatte sich offensichtlich sehr gut auf die untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 19. September 2003 vorbereitet, war sie doch zum Beispiel in 
der Lage, die Telefonnummer von W. aus X. zu nennen (act. 3.23, S. 4 Mitte), ob-
wohl sie nach eigenem Bekunden an der Berufungsverhandlung diesen Mann nicht 
kennt und auch nie Kontakt zu ihm hatte. A. war zudem über den Gegenstand der 
Strafuntersuchung und was ihr vorgeworfen wurde, bestens informiert, hatte das 
Untersuchungsrichteramt Samedan ihrem Verteidiger am 24. März 2003 doch alle 
bis dahin vorhandenen Untersuchungsakten (ausser der Eröffnungsverfügung) zur 
Einsichtnahme zugestellt (act. 1.11) und hatten sowohl A. als auch ihr Verteidiger 
am 25. Juni 2003 an der untersuchungsrichterlichen Zeugeneinvernahme vom B. 
teilgenommen und Ergänzungsfragen an die Zeugin gestellt (act. 3.20). Im übrigen 
weist allein schon die Tatsache, dass A. am 19. September 2003 gegenüber dem 
Untersuchungsrichter Aussagen gemacht hat, darauf hin, dass sie über den Gegen-

25

stand der Untersuchung genau im Bilde war. Denn gegenüber der Polizei am 28. 
Oktober 2002 (act. 3.07) und anlässlich der ersten Einvernahme durch den Unter-
suchungsrichter am 18. März 2003 (act. 3.12) hatte sie von ihrem Recht, die Aus-
sage zu verweigern, Gebraucht gemacht. Der Verteidiger hat dazu an der Beru-
fungsverhandlung ausgeführt, er habe seiner Mandantin damals jeweils geraten, 
nichts zu sagen, weil sie noch keine Akteneinsicht gehabt hätten und nicht im Bilde 
darüber gewesen seien, worum es gehe und was A. vorgeworfen werde. Dass A. 
an der zweiten untersuchungsrichterlichen Einvernahme Aussagen machte, belegt 
somit, dass sie genau wusste, worum es ging und was ihr vorgeworfen wurde. Trotz-
dem hat sie bestritten, im April 2002 überhaupt einen Fehler gemacht zu haben. 
Nachdem sich im weiteren Verlauf der Untersuchung herausgestellt hatte, dass am 
2. April 2002 die Bandansage auf der billigeren Telefonnummer von A. von Z. und 
L., zwei Mitarbeitern der Swisscom, persönlich überprüft und dabei festgestellt wor-
den war, dass der Hinweis auf die höhere Tarifierung der zweiten Nummer, auf die 
verwiesen wurde, fehlte, und nachdem L. diesen Sachverhalt anlässlich seiner 
rechtshilfeweisen Einvernahme vom 23. Januar 2004 bestätigt hatte (act. 3.33, S. 
7), erklärte A. vor Schranken der Vorinstanz, dass es im April 2002 doch zu einem 
Fehler gekommen sei, weil sie unter dem Druck und der Hektik der notfallmässigen 
Spitaleinweisung nicht mehr an alles gedacht habe. Neben der Tatsache, dass sich 
A. damit in klaren Widerspruch zu ihren Aussagen in der Untersuchung setzte, auf 
die sie sich gut vorbereitet hatte und die sie in Kenntnis der Aktenlage machte, kann 
sich das Gericht des Eindrucks nicht erwehren, dass A. erst bereit war, die fehler-
hafte Bandansage im April 2002 zuzugestehen, nachdem unumstössliche Beweise 
dafür vorlagen durch die Einvernahme von L. sowie die Einlage von Dokumenten 
über den E-Mail-Verkehr zwischen Z. und L. im Zusammenhang mit der bei der 
Überprüfung festgestellten Gesetzesverletzung, und dass der Spitalaufenthalt in St. 
Gallen als Erklärung herhalten musste. Daran vermag auch der Umstand nichts zu 
ändern, dass A. an der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 19. Septem-
ber 2003 zur Bekräftigung ihrer Aussage ein Schreiben von L., Betreuer des Kun-
dendossiers von A. bei der Swisscom, vom 7. Juli 2003 einlegte (act. 3.24, Beilage 
3). In diesem Schreiben bestätigt L. nämlich nur, dass am 2. April 2002 die teurere 
Nummer von A. von der Swisscom überprüft worden sei und diese Nummer den 
Leistungsbestimmungen der Swisscom für Businessnummern entspreche. Es ist of-
fensichtlich, dass dieses Schreiben nicht den Gegenstand der Strafuntersuchung 
betrifft, ging es in dieser doch immer nur und von Anfang an um die billigere Num-
mer, von welcher mittels einer Bandansage auf die teurere Nummer verwiesen 
wurde, ohne den höheren Tarif zu nennen. Dies ergibt sich klar aus den Akten und 
war daher auch A. bekannt. Das Schreiben von L. vom 7. Juli 2003 entlastet A. 

26

daher in keiner Weise, was bereits beim Durchlesen dieses Schreibens leicht er-
kannt werden kann. Kommt hinzu, dass die fehlerhafte Bandansage A. am 23. April 
2002 die Eröffnung eines Nummernwiderrufsverfahrens durch das BAKOM einge-
bracht hat, was für A. sicher nicht ein alltäglicher Vorgang war und deswegen nicht 
so leicht vergessen gehen konnte. Trotzdem hat sie gegenüber dem Untersu-
chungsrichter erklärt, sie habe sich richtig verhalten, und erst vor Schranken der 
Vorinstanz, als die Verwendung eines Verweises auf die zweite Nummer ohne Nen-
nung des höheren Tarifs im April 2002 nachgewiesen war, hat sie die fehlerhafte 
Bandansage eingestanden, gleichzeitig jedoch eine notfallmässige Spitaleinliefe-
rung geltend gemacht. Auch unter diesem Gesichtpunkt erscheint die Aussage von 
A., sie habe unter Duck gestanden wegen einer notfallmässigen Überweisung ins 
Spital und dabei die Nennung des höheren Tarifs der zweiten Nummer vergessen, 
als Schutzbehauptung. Auch die weiteren Ausführungen von A. anlässlich der un-
tersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 19. September 2003 betreffend das 
Schreiben der Swisscom vom 11. April 2002, dass es sich dabei nämlich um ein 
Gefälligkeitsschreiben handeln müsse, denn B. sei eine Kundin der Swisscom und 
arbeite auch mit einer Business-Nummer, weshalb die Swisscom viel Geld mit ihr 
verdiene, vermögen augenscheinlich und leicht erkennbar von vornherein nicht zu 
überzeugen, denn A. ist ebenso Kundin der Swisscom und betreibt sogar mehrere 
Business-Nummern, so dass die Swisscom auch mit ihr viel Geld verdient.

Aus dem Gesagten erhellt, dass aufgrund der Aktenlage davon auszugehen 
ist, dass A. im April 2002 auf dem Anrufbeantworter der billigeren Nummer einen 
Verweis auf die teurere Nummer verwendete, wobei sie die Nennung des höheren 
Tarifs der zweiten Nummer entgegen ihren Aussagen bewusst unterlassen hat. 

b) Der Vollständigkeit halber sei auch darauf hingewiesen, dass zwischen 
den Aussagen von A. in der Untersuchung und vor Schranken des Kantonsgerichts-
ausschusses bezüglich ihres Verhaltens im Zusammenhang mit dem Verweis auf 
die teurere Nummer im April 2002 und den übrigen Akten noch weitere Wider-
sprüche und Unstimmigkeiten bestehen, als die bereits aufgezeigten. So hat sie vor 
Schranken des Kantonsgerichtsausschusses geltend gemacht, sie habe die An-
sage sofort korrigiert, als sie wieder zu Hause gewesen sei. Nach eigenen Angaben 
vor der Vorinstanz ist A. sieben bis acht Tage in St. Gallen geblieben, gemäss 
Bestätigung von D. zehn bis zwölf Tage. Wenn A. O. Ende März 2002 - wovon vor-
liegend auszugehen ist - verlassen hat und anschliessend sieben bis acht oder zehn 
bis zwölf Tage in R. geblieben ist, dann war sie spätestens am 12. April 2002 wieder 
in O.. Beim Testanruf des BAKOM, welcher am 19. April 2002 erfolgte (act. 1.26, 

27

Beilage 1), also rund eine Woche nach der Rückkehr von A., war noch immer die 
fehlerhafte Bandansage geschaltet. A. hat die Bandansage augenscheinlich nicht 
sofort nach ihrer Rückkehr korrigiert. Die Akten sprechen sogar dafür, dass A. erst 
auf Intervention des BAKOM vom 23. April 2002 mit Eröffnung eines Nummernwi-
derrufsverfahrens hin (act. 1.26, Beilage 1) die Ansage geändert hat (act. 1.26, Bei-
lage 2). Ihre Aussage vor dem Kantonsgerichtsausschuss, sie habe das Band sofort 
nach ihrer Rückkehr korrigiert, trifft offensichtlich nicht zu. Gegenüber der Vorin-
stanz hat A. im weiteren ausgesagt, die Umleitung aufs Natel sei nur einmal erfolgt, 
als sie in St. Gallen gewesen sei. Da sie den Fehler bemerkt habe, habe sie dem 
BAKOM telefoniert. Das BAKOM habe gesagt, es sei alles in Ordnung (Protokoll 
der Verhandlung vor der Vorinstanz vom 6. Oktober 2004, Akten der Vorinstanz, 
act. 05.13, S. 5). Aus den Akten ergibt sich hingegen - wie eben ausgeführt -, dass 
das BAKOM gegen A. am 23. April 2002 ein Nummernwiderrufsverfahren eröffnet 
und sie aufgefordert hat, die Bandansage auf der billigeren Nummer den gesetzli-
chen Anforderungen anzupassen, und dass A. anschliessend eine gesetzeskon-
forme Bandansage geschaltet hat, was sie dem BAKOM am 4. Mai 2002 offensicht-
lich schriftlich angezeigt hat (Schreiben des BAKOM an A. vom 23. April 2002 und 
vom 24. Mai 2002, act. 1.26). Auch trifft es augenscheinlich nicht zu, dass ein Ver-
weis auf die teurere Nummer nur einmal und zwar während ihres Aufenthaltes in St. 
Gallen verwendet worden ist, wie A. vor der Vorinstanz - und im übrigen auch vor 
Schranken des Kantonsgerichtsausschusses - aussagte. Im Schreiben vom 24. Mai 
2002 hat das BAKOM nämlich festgehalten, A. habe in ihrem Schreiben vom 4. Mai 
2002 die Vornahme der notwendigen Korrekturmassnahmen bestätigt, indem sie 
nun beim mündlichen Verweis auf die teurere Nummer den dazugehörigen Tarif 
angegeben habe. Ein Testanruf des BAKOM habe diese Korrekturmassnahmen 
bestätigt (act. 1.26, Beilage 2). Offensichtlich verwendete A. im Mai 2002 einen Ver-
weis auf die teurere Nummer und daher nicht nur während ihres Aufenthaltes in R.. 
Aus dem erwähnten Schreiben des BAKOM ist sogar zu schliessen, dass A. den 
Verweis auf die teurere Nummer weiterhin verwenden wollte, ansonsten sie den 
Text einfach hätte löschen können. Schliesslich hat A. vor Schranken des Kantons-
gerichtsausschusses ausgesagt, sie habe das Telefon im Büro (mit der billigeren 
Nummer) jeweils einfach klingeln lassen, wenn sie nicht im Büro gewesen sei. Auf 
die weitere Frage, ob sie nur einmal eine Ansage auf dem Telefonbeantworter ge-
macht habe, sagte sie ja, im März 2002 (was, wie aufgezeigt, nicht zutrifft, hat sie 
gemäss BAKOM die fehlerhafte Ansage doch den gesetzlichen Anforderungen an-
gepasst, das Band also neu besprochen). Auf die Frage, ob sie eine Drittperson mit 
dem Besprechen des Telefonbeantworters beauftragt habe, erklärte sie nein, sie 
habe diesen immer selbst besprochen. Auf die Nachfrage, ob sie denn nun doch 

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den Telefonbeantworter mehr als einmal besprochen hätte, antwortete sie, wenn 
sie nicht im Büro gewesen sei, habe sie auf dem Telefonbeantworter angegeben, 
ab wann sie wieder erreichbar sei. A. hat offensichtlich in der Untersuchung und vor 
Schranken des Kantonsgerichtsausschusses mehrfach widersprüchlich ausgesagt. 
Ihre Aussagen erscheinen daher wenig glaubhaft.

5. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft A. vor, sie habe gleich zu 
Beginn, als sie die teurere Nummer in Betrieb genommen habe, also im November 
2000, auf der billigeren Nummer einen Verweis auf die teurere Nummer geschaltet, 
ohne deren höheren Tarif zu nennen. A. bestreitet, dass sie vor dem April 2002 
überhaupt jemals von der billigeren Nummer auf die teurere Nummer verwiesen 
habe. Sie macht weiter geltend, B. und C. müssten die teurere Nummer aus der 
Werbung erfahren haben. Der Verteidiger hat in seinem mündlichen Vortrag vor 
Schranken des Kantonsgerichtsausschusses zudem ausgeführt, A. habe die teu-
rere Nummer auch nicht mündlich an B. weiter gegeben; diese könne sie daher nur 
aus der Werbung kennen. 

a) Aus den Akten ergibt sich, dass die teurere Nummer am 30. Oktober 2000 
in Betrieb gesetzt worden ist (act. 1.22, Beilage 2). Auf den Rechnungskopien, die 
B. ins Recht gelegt hat, erscheint die teurere Telefonnummer zum ersten Mal am 
12. November 2000 (Beilagen Publifon, act. 3.36, Abrechnung Eurocard vom 23. 
Februar 2001). Gemäss Abrechnung hat B. an diesem 12. November 2000 vom 
Publifon aus direkt die teurere Telefonnummer angewählt. Der Verteidiger hat dar-
auf hingewiesen, dass B. beim ersten schriftlichen Nachweis, dass sie die teurere 
Nummer angewählt habe, nicht zuerst auf die billigere Nummer und anschliessend 
auf die teurere Nummer angerufen habe. Vielmehr habe sie eben direkt auf die teu-
rere Nummer angerufen. Dies belege, dass B. die teurere Nummer aus der Wer-
bung gekannt habe und nicht vom Telefonbeantworter auf der billigeren Nummer 
erhalten haben könne, denn ohne Anruf auf die billigere Nummer habe sie einen 
allfälligen Text auf dem Telefonbeantworter gar nicht hören können. Diese Argu-
mentation ist aus den folgenden Gründen nicht stichhaltig. Im November 2000 ver-
fügte B. auch über ein Mobiltelefon sowie einen Festnetzanschluss. In den Akten 
findet sich für den Monat November 2000 die Rechnung von Swisscom Mobile für 
das Handy von B. (act. 3.3, Rechnung vom 10. Dezember 2000). Aus dieser Rech-
nung geht hervor, dass B. im November 2000 für mehrere hundert Franken mit ih-
rem Natel telefoniert hat. Leider sind die Zielnummern der Anrufe nicht aufgeführt, 
so dass nicht gesagt werden kann, welche Telefonnummern B. im November 2000 
von ihrem Handy aus konkret angewählt hat. Es kann aber auch nicht ausgeschlos-

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sen werden, dass B. im November 2000 über ihr Handy auf die billigere Nummer 
von A. angerufen hat. Bezüglich des Festnetzanschlusses von B. findet sich mit 
Bezug auf den November 2000 in den Akten nur ein Kontoauszug für die Zeit vom 
1. Januar 2000 bis zum 24. Juli 2001 (act. 3.3). Darauf ist nicht ohne weiteres zu 
erkennen, welcher Betrag den November 2000 betrifft. Kontrolliert man jedoch die 
grösseren Beträge auf dem Kontoauszug, für welche auch die Monatsabrechnun-
gen in den Akten sind (act. 3.3), so fällt auf, dass die Telefonkosten eines Monats 
immer im nächsten Monat in Rechnung gestellt worden sind. Es ist daher wohl da-
von auszugehen, dass der Betrag, welcher im Dezember 2000 in Rechnung gestellt 
worden ist, den November 2000 betrifft. Leider sind auch auf dem Kontoauszug die 
jeweils angewählten Zielnummern nicht aufgeführt. Unter diesen Umständen be-
steht zwar keine Klarheit darüber, wen B. im November 2000 von ihrem Festnetz-
anschluss aus angerufen hat. Es kann jedoch auch nicht ausgeschlossen werden, 
dass sie über ihren Festnetzanschluss die billigere Nummer von A. angewählt hat. 
Gemäss Aktenlage besteht mithin die Möglichkeit, dass B. vor dem 12. November 
2000 von ihrem Handy beziehungsweise von ihrem Festnetzanschluss aus auf die 
billigere Nummer angerufen und dabei die teurere Nummer erfahren hat. Aus dem 
Umstand, dass B. am 12. November 2000 direkt auf die teurere Nummer angerufen 
hat, kann daher nicht geschlossen werden, sie habe vor diesem Anruf den Anrufbe-
antworter auf der billigeren Nummer gar nie hören können. B. hat denn auch immer 
betont, dass sie die teurere Nummer vom Anrufbeantworter auf der billigeren Num-
mer erfahren habe (vgl. Strafanzeige vom 14. Juli 2002, act. 3.1; Adhäsionsklage 
vom 6. Mai 2004, act, 3.35). Bezüglich dem Argument der Verteidigung, B. habe die 
teurere, zweite Nummer aus der Werbung erfahren, ist festzuhalten, dass, wie be-
reits dargelegt, die teurere Nummer am 30. Oktober 2000 in Betrieb genommen 
worden ist (act. 1.22, Beilage 2). B. hat erwiesenermassen bereits am 12. November 
2000 auf diese teurere Nummer angerufen. A. hat anlässlich der Berufungsverhand-
lung die Kopie einer Seite aus einer Illustrierten eingereicht, auf welcher ein Inserat 
für die zweite, teurere Nummer zu finden ist (Einlage Berufungsverfahren). Das In-
serat ist nicht datiert. A. hat jedoch erklärt, dieses Inserat sei ungefähr im November 
2000 erschienen. Im Inserat wird angegeben, dass das Medium AA. unter der zwei-
ten, teureren Nummer sowie einer weiteren Business-Nummer Lebensberatung an-
biete. Handschriftlich hat A. auf der Kopie festgehalten, dass sie unter dem Namen 
AA. gearbeitet habe, damit B. diese Nummer nicht finde. Aus dem Inserat war somit 
gewollt nicht ersichtlich, dass die inserierte Nummer auch A. gehörte. Es ist unter 
diesen Umständen auszuschliessen, dass B. aufgrund des Inserats hätte erkennen 
können, dass A. sich hinter dem Namen AA. verbarg, und sie deswegen auf die 
teurere Nummer angerufen hätte. B. hätte daher rein zufälligerweise gerade an-

30

fangs November 2000, also als die teurere Nummer erst seit kurzem beworben 
wurde, unter all den Inseraten im Bereich Lebensberatung/Hellsehen gerade das 
Inserat von A. sehen, herauspicken und auf die teurere Nummer anrufen müssen, 
hätte sie die zweite, teurere Nummer tatsächlich aus der Werbung erfahren. Das-
selbe ist bezüglich C. zu sagen. Auch sie hätte aufgrund des Inserats nicht erkennen 
können, dass diese zweite Nummer A. gehört. Auch C. hätte daher - völlig unab-
hängig von B. und ungefähr zur selben Zeit - aus den vielen Inseraten gerade das-
jenige von A. sehen, auswählen und auf die teurere Nummer anrufen müssen, wenn 
sie die teurere Nummer tatsächlich aus der Werbung erfahren hätte. Dass jedoch 
beide Geschädigten unabhängig von einander und etwa zur gleichen Zeit unter den 
vielen Inseraten im Bereich Lebensberatung und Hellsehen gerade das Inserat von 
A. mit der teureren Nummer in der Werbung sehen, auswählen und daraufhin die 
teurere Nummer anwählen, ist so unwahrscheinlich, dass es ausgeschlossen wer-
den kann. Kommt hinzu, dass aufgrund der Akten nicht erstellt ist, dass B. und C. 
im November 2000 überhaupt eine neue Beraterin, einen neuen Berater suchten, 
waren beide doch mit der Beratung von A. zufrieden. Der Argumentation der Vertei-
digung, dass nämlich B. und C. die teurere Nummer aus der Werbung erfahren ha-
ben müssten, ist damit der Boden entzogen. In diesem Zusammenhang sei auch 
darauf hingewiesen, dass A. mit einer weiteren Business-Nummer arbeitet, nämlich 
der Nummer zzzz. A. hat vor Schranken des Kantonsgerichtsausschusses erklärt, 
diese Nummer sei seit Februar 2002 aufgeschaltet gewesen. (An einer anderen 
Stelle der Befragung sprach sie davon, diese Nummer sei seit März 2002 aktiv ge-
wesen.) Sie erklärte weiter, B. müsse auch diese Nummer aus der Werbung erfah-
ren haben, denn sie habe auch auf diese Nummer angerufen. Bereits in ihrer Be-
schwerde vom 10. März 2002 an die Swisscom, also nur kurze Zeit nach Inbetrieb-
nahme dieser dritten Nummer, erwähnte B. die Nummer zzzz (act. 3.29, Beilage 1). 
Anlässlich ihrer untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 19. September 2003 
gab A. drei Inserate betreffend das Medium AA. zu den Akten, aus welchen hervor-
geht, dass dieses unter der Nummer zzzz Lebensberatung anbiete (act. 3.24, Bei-
lage 2). Auch aus der Werbung für diese dritte Business-Nummer war somit nicht 
erkennbar, dass sie A. gehörte. Es kann daher ausgeschlossen werden, dass B. auf 
diese dritte Nummer anrief, weil sie aus dem Inserat erkannt hatte, dass die Num-
mer A. gehörte. Weiter würde es einem höchst unwahrscheinlichen Zufall entspre-
chen, wenn B. in der kurzen Zeit, seit diese dritte Nummer vor dem 10. März 2002 
beworben wurde, gerade diese Nummer gesehen, ausgewählt und angerufen hätte. 
Dies kann praktisch ausgeschlossen werden. Kommt hinzu, dass durch die Ton-
bandaufnahmen des Telefonbeantworters von A., welche B. gemacht hat und die 
sich bei den Akten befinden, nachgewiesen ist, dass A. auf diese dritte Nummer 

31

verwiesen hat. Es ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass B. von der 
dritten Nummer über den Telefonbeantworter von A. erfahren hat und nicht aus der 
Werbung. Die Vorgänge im November 2000 und im März 2002 sind augenscheinlich 
praktisch identisch. Es ist auszuschliessen, dass B. und C. im November 2000 aus 
der Werbung von der teureren, zweiten Nummer erfahren haben. Beide bestätigen 
denn auch, dass sie die teurere Nummer von der Ansage auf dem Telefonbeant-
worter auf der billigeren Nummer her kennen würden (Strafanzeige von B. vom 14. 
Juli 2002, act. 3.1; Adhäsionsklage von B. vom 6. Mai 2004, act. 3.35; Strafanzeige 
von C. vom 21. Januar 2004, act. 4.01; Adhäsionsklage von C. vom 3. Mai 2004, 
act. 4.14). Aus dem Umstand, dass A. nach eigenem Bekunden unter dem Namen 
AA. gearbeitet hat, damit B. die zweite Nummer nicht finden würde, darf zudem 
geschlossen werden, dass A. die zweite - eben teurere - Nummer nicht als solche 
an B. weiter gegeben hat. Der Verteidiger hat dies denn auch in seinem mündlichen 
Vortrag bestätigt, wo er ausdrücklich festgehalten hat, A. habe B. die zweite, teurere 
Nummer nicht gesagt. Damit steht fest, dass B. und C. die teurere, zweite Nummer 
weder aus der Werbung noch von A. persönlich erfahren haben (C. hat in ihrer Stel-
lungnahme zur Berufung, act. 07, zwar festgehalten, A. habe ihr gesagt, sie sei nun 
auf der teureren Nummer erreichbar. Aus der Formulierung wird jedoch ganz klar, 
dass C. zuerst den Anrufbeantworter auf der billigeren Nummer mit dem Verweis 
auf die teurere Nummer gehört hat und erst später von A. aufgefordert wurde, auf 
die teurere Nummer anzurufen. Zudem geht aus den Angaben von C. nicht hervor, 
dass A. ihr den teureren Tarif der zweiten Nummer genannt hätte). Die Aussage 
von B. und C., dass auf der ersten, billigeren Nummer ein Verweis auf die zweite, 
teurere Nummer gemacht worden sei, wird daher von den Akten bestätigt. Es ist 
mithin davon auszugehen, dass A. schon im November 2000 auf der billigeren Te-
lefonnummer einen Verweis auf die teurere Business-Nummer machte und dass B. 
und C. so Kenntnis von dieser Nummer erhielten. Daran ändern auch die Schreiben 
von H. vom 26. Mai 2004 (Akten der Vorinstanz, act. 05/1), von J. vom 10. Juli 2003 
(act. 3.24, Beilage 4) und von I. vom 14. Juli 2003 (act. 3.24, Beilage 5) nichts. Bei 
allen drei Personen handelt es sich um (teilweise langjährige) Kunden von A.. Alle 
drei haben bestätigt, dass sie nie auf eine andere Nummer verwiesen beziehungs-
weise dass ihre Anrufe immer persönlich beantwortet worden sind. Es ist jedoch 
aufgrund der Aktenlage erstellt, dass A. im April und Mai 2002 einen Verweis auf 
eine andere Telefonnummer gemacht hat (vgl. Schreiben der Swisscom vom 11. 
April 2002, act. 3.2, Beilage 2; Schreiben des BAKOM vom 24. Mai 2002, act. 1.26, 
Beilage 2). Wie bereits ausgeführt, legt das Schreiben des BAKOM vom 24. Mai 
2002 sogar den Schluss nahe, dass A. auch nach dem Mai 2002 einen Verweis auf 
die teurere Telefonnummer verwenden wollte und auch verwendet hat, ansonsten 

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sie die Bandansage nicht hätte ändern müssen, sondern direkt hätte löschen kön-
nen. Wenn nun H. im Mai 2004, J. im Juli 2003 und I. ebenfalls im Juli 2003, also 
nach der Zeit, in welcher A. unbestreitbar einen Verweis auf die teurere Nummer 
gemacht hat, bestätigen, sie seien nie auf eine andere Nummer verwiesen worden 
beziehungsweise ihre Anrufe seien immer persönlich entgegen genommen worden, 
so geht aus den Aussagen der drei Kunden nur hervor, dass diese nie angerufen 
haben, als der Telefonbeantworter geschaltet war. Es kann aus ihren Angaben je-
doch nicht geschlossen werden, dass A. vor April 2002 nie einen Verweis auf die 
teurere Nummer benutzt hat, denn offensichtlich besteht die Möglichkeit, dass die 
Anrufe dieser Kunden auch vor April 2002 immer zu einem Zeitpunkt erfolgt sind, 
an welchem der Anrufbeantworter nicht eingeschaltet war. Die Aussagen der Kun-
den lassen jedoch den Schluss zu, dass A. den Anrufbeantworter auf der billigeren 
Nummer nicht ständig eingeschaltet hatte, sondern zeitweise auch auf dieser Num-
mer Anrufe entgegen genommen hat. 

b) Aus dem Gesagten erhellt, dass A. gemäss Aktenlage bereits im Novem-
ber 2000 auf der billigeren Nummer einen Verweis auf die teurere Nummer gemacht 
hat. Es stellt sich nun die Frage, ob sie bei diesem Verweis den höheren Tarif der 
zweiten Nummer angegeben hatte. Sowohl B. als auch C. bestreiten dies (Strafan-
zeige von B. vom 14. Juli 2002, act. 3.1; Adhäsionsklage von B. vom 6. Mai 2004, 
act. 3.35; Stellungnahme von B. vom 22. Januar 2005 zur Berufung, act. 06; Straf-
anzeige von C. vom 21. Januar 2004, act. 4.01; Adhäsionsklage von C. vom 3. Mai 
2004, act. 4.14; Stellungnahme von C. vom 23. Januar 2005, act, 07). B. hat in 
ihrer Beschwerde vom 10. März 2002 an die Swisscom (act. 3.29, Beilage 1) ange-
führt, A. habe den Tarif der zweiten Nummer ohne Ankündigung massiv auf Fr. 4.23 
pro Minute erhöht. Bis vor kurzem sei der Tarif noch Fr. 2.50 pro Minute gewesen. 
Offensichtlich hat B. in diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst, dass der Tarif der 
zweiten Nummer von Anfang an Fr. 4.23 pro Minute betragen hat, ansonsten sie 
wohl kaum eine nicht mitgeteilte Tariferhöhung, sondern eine fehlende Mitteilung 
des höheren Tarifs beanstandet hätte, wie sie es später denn auch getan hat. Es 
hätte für sie gar keinen Sinn gemacht, eine nicht mitgeteilte Tariferhöhung zu rekla-
mieren, wenn sie gewusst hätte, dass der Tarif von Anfang an so hoch gewesen ist. 
Denn es ist von vornherein klar, dass die Swisscom über die notwendigen Unterla-
gen verfügt, um nachzuprüfen, ob eine Tariferhöhung erfolgte oder nicht. Daher 
wäre eine Reklamation wegen einer nicht mitgeteilten Tariferhöhung, die gar nicht 
stattgefunden hatte, von Beginn weg erkennbar ohne Wirkung und damit ohne Sinn 
gewesen. Nachdem B. erwiesenermassen die zweite Nummer durch den Text auf 
dem Telefonbeantworter der ersten Nummer erfahren hat und nachdem sie offen-

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sichtlich über den höheren Tarif der zweiten Nummer bis im Frühjahr 2002 nicht im 
Bilde war sowie aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Geschädigten, ist 
ohne Weiteres davon auszugehen, dass der höhere Tarif der zweiten Nummer im 
Verweis auf dem Telefonbeantworter der ersten Nummer nicht genannt worden ist, 
als B. und C. ab November 2000 auf die erste, billigere Nummer angerufen haben. 
Der Verteidiger hat in diesem Zusammenhang festgehalten, B. habe zuerst gar nie 
geltend gemacht, es sei nicht auf den höheren Tarif der zweiten Nummer hingewie-
sen worden. Erst als die Swisscom sie mit Schreiben vom 11. April 2002 auf diese 
Idee gebracht habe, habe B. sich diesen Vorwurf zu eigen gemacht. Diesbezüglich 
ist zu sagen, dass B. zunächst ja wie dargelegt noch gar nicht wusste, dass die 
zweite Nummer von Beginn weg den höheren Tarif gehabt hatte. Sie ging vielmehr 
davon aus, A. habe den Tarif erst kurz vor der Reklamation bei der Swisscom vom 
10. März 2002 erhöht. Somit konnte B. die fehlende Mitteilung des höheren Tarifs 
zunächst gar nicht beanstanden, weder gegenüber A. noch gegenüber sonst jeman-
dem, weil sie davon noch gar nichts wusste. Aus dem Umstand, dass B. zunächst 
gar nicht von einer fehlenden Mitteilung auf den höheren Tarif sprach, kann A. daher 
nichts zu ihren Gunsten ableiten. Schliesslich ist noch darauf hinzuweisen, dass 
auch für den Monat Dezember 2000 davon ausgegangen werden muss, dass A. die 
Ansage auf dem Anrufbeantworter der billigeren Nummer verwendet hat, mit wel-
cher sie auf die teurere Nummer verwies, ohne deren höheren Minutenpreis zu nen-
nen. Dies ergibt sich aus folgenden Überlegungen. B. und C. haben beide in ihren 
Stellungnahmen zu der Berufung unabhängig von einander erklärt, weil sie bei den 
Anrufen auf die billigere Nummer immer auf die teurere verwiesen worden seien, 
hätten sie mit der Zeit angefangen, direkt auf die teurere Nummer anzurufen (Stel-
lungnahme von B. vom 22. Januar 2005, act. 06; Stellungnahme von C. vom 23. 
Januar 2005, act. 07). Ihre Aussagen werden durch die weiteren Akten bestätigt. 
Aus den Abrechnungen der Kreditkartengesellschaft für B. geht hervor, dass sie im 
Dezember 2000 noch mehrmals versucht hat, A. auf der billigeren Nummer zu er-
reichen. Im Januar 2001 versuchte sie es noch einmal, nämlich am 19. Januar 2001. 
Alle diese Telefonate haben nur sehr kurz gedauert, was anhand der jeweiligen Kos-
ten leicht erkennbar ist. Dies spricht klar dafür, dass B. A. auf der billigeren Nummer 
nicht erreicht hat. Da jedoch jeweils eine Verbindung zustande gekommen ist (an-
sonsten keine Kosten entstanden wären), muss davon ausgegangen werden, dass 
B. mit dem Telefonbeantworter auf der billigeren Nummer verbunden worden ist. Es 
fällt auf, dass B. in den Monaten September und Oktober 2000, als die teurere Num-
mer noch nicht aktiv war, gemäss Abrechnungen der Kreditkartengesellschaft A. auf 
der billigeren Nummer nur selten nicht erreicht hat (Beilagen Publifon, act. 3.36). Im 
Dezember 2000 kam trotz mehrerer Versuche über die billigere Nummer kein Ge-

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spräch mit A. mehr zustande. Auf der teureren Nummer erreichte B. A. im Dezember 
2000 aber fast jedes Mal (Beilagen Publifon, act. 3.36). Daraus ist zu schliessen, 
dass A. zum einen die billigere Business-Nummer nicht mehr so häufig bediente wie 
vor der Aufschaltung der teureren Nummer und dass sie zum andern recht häufig 
mit der teureren Nummer arbeitete. Trotzdem machte sie weiterhin Werbung für die 
billigere Nummer (vgl. die Inserate in der „N.“ vom 2. März 2001 und vom 17. August 
2001, Beilagen zu act. 1.23). Es macht kaum Sinn, die billigere Nummer zu bewer-
ben und sie anschliessend nicht mehr so oft zu bedienen, da damit mögliche Neu-
kunden, aber auch Kunden, die schon früher angerufen haben, verloren gehen kön-
nen. Dieser „Verlust“ ist jedoch aufzufangen, wenn auf der billigeren Nummer ein 
Verweis auf eine andere Nummer gemacht wird, auf der A. gut erreicht werden 
kann. Der Umstand, dass A. ab Dezember 2000 die billigere Nummer weiterhin be-
warb, auf der billigeren Nummer aber nur noch reduziert, auf der teureren Nummer 
dagegen sehr gut erreichbar war, spricht eindeutig dafür, dass sie auf dem Anruf-
beantworter der billigeren Nummer einen Verweis auf die teurere Nummer gemacht 
hat. Dass sie dabei den Tarif der teureren Nummer nicht angegeben hat, folgt auch 
hier aus dem Umstand, dass B., die im Dezember 2000 nachweislich auf die billigere 
Nummer angerufen hat und mit dem Anrufbeantworter verbunden worden ist, bis im 
Frühjahr 2002 nicht wusste, dass die zweite Nummer einen höheren Minutentarif 
hatte (vgl. ihre Beschwere an die Swisscom vom 10. März 2002, act. 3.29, Beilage 
1). Aus den Akten und den Aussagen der Geschädigten ergibt sich mithin, dass A. 
auch im Dezember 2000 den fehlerhaften Verweis auf die teurere Nummer verwen-
det hat. 

Aus dem Gesagten erhellt, dass A. im November und Dezember 2000 auf 
der billigeren Nummer eine Tonbandansage geschaltet hatte, in welcher sie auf die 
teurere Nummer verwies, ohne den höheren Tarif dieser zweiten Nummer zu nen-
nen, und dass sowohl B. als auch C. die teurere Nummer erfahren haben, als sie 
auf die billigere Nummer angerufen und den Telefonbeantworter gehört haben, wor-
auf sie die teurere Nummer anwählten.

6. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich derjenige des Betrugs schul-
dig, der in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, je-
manden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 
und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder 
einen anderen am Vermögen schädigt. Der Betrug enthält somit fünf Tatbestands-
merkmale, nämlich die arglistige Täuschung, den Irrtum des Getäuschten, eine Ver-

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mögensdisposition durch den Getäuschten, einen Vermögensschaden sowie die 
Absicht der unrechtmässigen Bereicherung. 

a) Das Merkmal der Arglist will Fälle qualifizierter Täuschung von Verhaltens-
weisen abgrenzen, bei welchen der Täter jemanden lediglich durch eine einfache, 
leicht durchschaubare Lüge irreführt. Bedient sich der Täter dagegen besonderer 
Machenschaften und Tricks, so handelt er arglistig und macht sich nach Art. 146 
StGB strafbar. Nach der Rechtsprechung gilt eine Täuschung als arglistig, wenn der 
Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften 
oder Kniffe bedient. Arglist wird aber auch bei einfachen falschen Angaben bejaht, 
wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 
zumutbar ist, sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen 
Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Über-
prüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlas-
sen werde (BGE 126 IV 165; 122 IV 246; 120 IV 122). Mit dem Tatbestandsmerkmal 
der Arglist verleiht das Gesetz dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung we-
sentliche Bedeutung. Danach ist bei der Prüfung der Arglist nicht aufgrund einer rein 
objektiven Betrachtungsweise darauf abzustellen, wie ein durchschnittlich vorsich-
tiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. Vielmehr ist die jewei-
lige Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall zu berücksichtigen, 
soweit der Täter diese kennt und ausnützt. Auf der anderen Seite ist die besondere 
Fachkenntnis und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen. Auch un-
ter dem Gesichtpunkt der Opfermitverantwortung ist für die Erfüllung des Tatbestan-
des indes nicht erforderlich, dass das Opfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt 
und alle denkbaren Vorsichtsmassnahmen trifft. Entscheidend ist nicht, ob der Be-
troffene alles vorgekehrt hat, um den Irrtum zu vermeiden. Arglist scheidet lediglich 
aus, wenn das Opfer die grundlegendesten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet 
hat. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit 
des Opfers, sondern nur bei Leichtfertigkeit (BGE 126 IV 165 mit Hinweisen). - Vor-
liegend hat A. im November und Dezember 2000 auf der billigeren Nummer einen 
Verweis auf die teurere Nummer gemacht, ohne den höheren Tarif der zweiten 
Nummer zu nennen. In seinem Plädoyer hat der Verteidiger bestritten, dass A. eine 
gesetzliche Aufklärungspflicht getroffen habe, auch nicht im Sinne von Art. 10 Abs. 
1 lit. q der Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen (PBV). Diese Vorschrift 
besage nämlich lediglich, dass Preise bekannt zu geben seien. Art. 10 Abs. 1 lit. q 
PBV sei immer eingehalten worden. In der Werbung sei immer auf den Minutentarif 
der teureren Nummer verwiesen worden, was auch die Staatsanwaltschaft 
Graubünden nicht bestreite. Die angeblichen Opfer hätten den Minutentarif der teu-

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reren Nummer aus der Werbung gekannt, weshalb A. ihnen gegenüber keine Auf-
klärungspflicht getroffen habe. Gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. q PBV sind für Dienstleis-
tungen im Bereiche der auf Fernmeldediensten aufbauenden Mehrwertdienste die 
tatsächlich zu bezahlenden Preise in Schweizerfranken anzugeben. Es kann nicht 
ernstlich bestritten werden, dass sowohl die erste als auch die zweite Nummer von 
A. unter den Bereich Mehrwertdienste, die auf Fernmeldediensten aufbauen, fällt. 
Für beide Nummern hatte A. daher die tatsächlich zu