# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a9b6d50-90d4-54e8-9ed2-a509a2b22275
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.06.2017 D-361/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-361-2016_2017-06-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-361/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter Bendicht Tellenbach, 

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Sri Lanka,  

c/o Schweizerische Vertretung in Kathmandu, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des SEM vom 4. Dezember 2015 / N_______. 

 

 

 

D-361/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Der Beschwerdeführer, ein aus B._______ in der (Nennung Provinz) 

stammender sri-lankischer Staatsangehöriger singhalesischer Ethnie mit 

letztem Wohnsitz in C._______ (Nennung Provinz), suchte mit in engli-

scher Sprache verfasstem Schreiben vom 16. Dezember 2010 (Eingang 

Botschaft: 20. Dezember 2010) an die Schweizer Vertretung in Kathmandu 

um Asyl in der Schweiz nach. Dieses Gesuch wurde am 31. Dezember 

2010 von der Schweizer Vertretung an das BFM übermittelt.  

A.b Mit Eingaben vom 4., 6. und 7. Januar 2011 liess er beziehungsweise 

liessen Drittpersonen in seinem Namen oder in durch ihn mitunterzeichne-

ten Schreiben der Schweizer Vertretung weitere Informationen zu seinem 

Asylgesuch zukommen. 

A.c Am 3. Februar 2011 gewährte das BFM dem Beschwerdeführer das 

rechtliche Gehör zu einer möglichen Ablehnung seines Asylgesuchs. Dazu 

liess er sich mit Eingabe vom 23. März 2011 vernehmen. 

A.d Mit Eingaben vom 31. März 2011, 5. April 2011, 13. April 2011, 

21. März 2012, 27. März 2012, 16. April 2012, 24. April 2012, 19. Juni 2012, 

21. Juli 2012, 13. August 2012, 23. August 2012, 2. November 2012, 

21. Januar 2013, 1. Juli 2013, 5. August 2013, 18. November 2013 und 

3. Januar 2014 stellte er der Vorinstanz zusätzliche Informationen und Un-

terlagen zu. 

A.e Am 7. Mai 2014 wurde er durch die Schweizer Vertretung in Kath-

mandu zu seinen Asylgründen befragt. In der Folge liess der Beschwerde-

führer der Vorinstanz mit E-Mail-Eingaben vom 14. Oktober 2014, 7. Ja-

nuar 2015, 9. April 2015, 15. Mai 2015, 6. August 2015, 13. August 2015, 

4. September 2015, 18. September 2015, 1. November 2015 und 6. No-

vember 2015 weitere Auskünfte zukommen beziehungsweise erkundigte 

sich nach dem Stand seines Verfahrens. 

A.f Zur Begründung seines Gesuchs führte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen aus, er habe sich seit den (...)er Jahren politisch engagiert, so 

zunächst in der D._______. Später sei er der E._______ und Ende des 

Jahres (...) der F._______ beigetreten. Aufgrund von Meinungsverschie-

denheiten in einer Parteikoalition mit der G._______ habe er sich im Jahre 

(...) aus der Politik zurückgezogen und sich danach auf seine Arbeit beim 

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(Nennung Behörde) konzentriert. Zudem habe er sich gewerkschaftlich en-

gagiert, sich aktiv gegen steigende Preise im öffentlichen Verkehr gewehrt, 

eine Zeitung gegründet und verschiedene Projekte – so unter anderem zur 

Stromgewinnung – lanciert. Im Rahmen dieser Tätigkeiten sei er oftmals 

mit Präsidentin Chandrika Kumaratunge von der D._______ in Kontakt ge-

kommen. Als er wieder in die Politik eingestiegen sei, sei er erneut der 

F._______ beigetreten, welche Mahinda Rajapakse (M.R.) bei den Präsi-

dentschaftswahlen im Jahr (...) unterstützt habe. Die F._______ habe 

H._______ als Kandidat gestellt, um für M.R. Kampagne zu machen. Im 

Jahre (...) sei er Parteichef der F._______ geworden. Da M.R. seine Ver-

sprechen nach seinem Wahlsieg nicht eingehalten habe, habe seine Partei 

im Jahre (...) beschlossen, General Fonseka bei den Präsidentschaftswah-

len von (...) zu unterstützen. Er habe aus der Zeitung erfahren, dass 

H._______, der damals gar nicht mehr der F._______ angehört habe, für 

seine Partei erneut bei den Wahlen für den Präsidenten M.R. antreten 

werde. Er habe sich daraufhin umgehend zum Election Commissioner be-

geben, um die Angelegenheit zu bereinigen. Von der Wahlkommission 

habe er erfahren, dass dieser Auftrag von M.R. persönlich gekommen sei. 

Er habe die Nominierung von H._______ sofort streichen lassen, was am 

nächsten Tag auch in den Zeitungen zu vernehmen gewesen sei. Darüber 

sei M.R. sehr erbost gewesen und habe wiederholt seine Leute ins Büro 

der F._______ geschickt, welche die dort anwesenden Parteimitglieder be-

droht hätten. Auch er sei telefonisch bedroht worden. Diese Drohungen 

hätten bis (...) gedauert. In der Folge und nach der Wahlniederlage des 

Generals habe er trotz seiner Anmeldung die Anträge für die F._______, 

um an den Parlamentswahlen vom (...) teilzunehmen, nicht erhalten. Des-

halb sei ihre Partei nicht nominiert worden. Nach den Parlamentswahlen 

sei das Criminal Investigation Departement (CID) in ihrem Parteibüro er-

schienen und habe diverse Gegenstände beschlagnahmt. Er selber sei da-

raufhin vom CID zweimal verhört worden. 

Im Weiteren habe sich im (Nennung Distrikt) ein Armeeoffizier namens 

I._______ für die Partei von General Fonseka, die J._______, als Kandidat 

für die Parlamentswahlen gestellt. I._______ sei zwar nicht ins Parlament 

gewählt worden, habe aber die meisten Präferenzstimmen erhalten. Nach 

der Verhaftung des Generals und zwei Monate nach den Parlamentswah-

len habe I._______ auf die Seite der Regierung gewechselt. Dadurch und 

aufgrund der Verwandtschaft zum Präsidenten sei I._______ zum Manager 

für das Projekt (...) ernannt worden. Dieser habe ihm sodann die Stelle des 

Direktors der staatlichen Tee-Plantagen versprochen, wenn er anlässlich 

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einer Pressekonferenz den General vor dem anwesenden Verteidigungs-

minister verraten und diesen beschuldigen würde, ein Attentat geplant und 

der F._______ Waffen geliefert zu haben. Da er nicht habe lügen wollen, 

habe er sich anlässlich der Pressekonferenz im (...) im letzten Moment mit 

einer Ausrede davongeschlichen. Dadurch sei I._______ zu seinem gröss-

ten Feind geworden. Noch gleichentags sei das CID in seiner Abwesenheit 

ins Parteibüro gekommen, habe Computer und sein Telefon beschlag-

nahmt und ihn für den nächsten Tag zu einer Befragung vorgeladen. Dort 

seien ihm diverse Gegenstände zwecks Identifizierung gezeigt worden. Als 

er sich eines Tages zum Parteibüro habe begeben wollen, hätten ihn drei 

Männer auf Motorrädern umzingelt und bedroht. Nachdem er mit Schreien 

die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt habe, hätten die Männer von ihm ab-

gelassen. Er sei jedoch nicht mehr ins Büro gegangen, sondern habe sich 

danach bei Freunden versteckt und seine Ausreise geplant. I._______ 

habe er nicht mehr angetroffen, er sei jedoch von verschiedenen Personen 

informiert worden, dass dieser an verschiedenen Orten aufgetaucht sei, an 

denen er sich üblicherweise aufhalte. Auch seine Sekretärin sei bedroht 

worden und einer seiner Freunde, der beim CID arbeite, habe ihm zur Aus-

reise geraten. Er sei danach am (...) zusammen mit seiner Sekretärin nach 

Nepal ausgereist. 

In Nepal sei er vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten 

Nationen (UNHCR) als Flüchtling anerkannt worden. Zudem habe ihn dort 

I._______ vier bis fünf Mal telefonisch bedroht. Der oberste Gerichtshof 

von Sri Lanka habe ihn im Jahre (...) telefonisch kontaktiert, er habe aber 

wegen seiner Landesabwesenheit nicht vor Gericht erscheinen können. 

Deshalb befürchte er die Ausstellung eines Haftbefehls gegen ihn und dass 

ihn die sri-lankischen Behörden in Nepal aufsuchen könnten. Das Leben in 

Nepal als Flüchtling sei überdies schwierig und das UNHCR könne im 

Jahre 2016 wegen Budgetproblemen vermutlich nicht mehr die gleichen 

Unterstützungsleistungen an die Flüchtlinge erbringen. 

B.  

Mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 – eröffnet am 18. Dezember 2015 – 

verweigerte das SEM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz 

und lehnte dessen Asylgesuch vom 16. Dezember 2010 ab. Zur Begrün-

dung führte die Vorinstanz im Wesentlichen an, dem Beschwerdeführer 

könne die Einreise gestützt auf die Bestimmungen von aArt. 20 AsylG in 

Verbindung mit aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht bewilligt werden. Auch seien in 

den Akten keine Hinweise auf allfällige Anknüpfungspunkte zur Schweiz 

ersichtlich, weshalb er den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz 

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nicht benötige. Es sei dem Beschwerdeführer daher zuzumuten, in Nepal 

zu bleiben. 

C.  

Mit Eingabe an die Botschaft vom 11. Januar 2016 – dort eingegangen am 

12. Januar 2016 – erhob der Beschwerdeführer gegen den Entscheid des 

SEM Beschwerde. Diese Eingabe wurde von der Botschaft an das Bun-

desverwaltungsgericht weitergeleitet und traf dort am 19. Januar 2016 ein. 

In seiner Rechtsmitteleingabe, welche sich sowohl aus einem in Deutsch 

als auch in Englisch gehaltenen Text – jeweils im Umfang einer A4-Seite – 

zusammensetzt, beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Bewilligung der Einreise in 

die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens. Auf die Begrün-

dung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

D.  

Die an die Schweizer Vertretung in Kathmandu gerichteten E-Mails des 

Beschwerdeführers vom 3. April 2016 und vom 1. November 2016 wurden 

am 25. April 2016 respektive am 2. November 2016 an das SEM und von 

diesem an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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1.3 Das vorliegende Verfahren ergeht gestützt auf die Übergangsbestim-

mung zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (in Kraft 

getreten am 29. September 2012), wonach für Asylgesuche, die im Aus-

land vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt 

worden sind, die Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen 

Fassung des Asylgesetzes Geltung haben. 

1.4 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Die Beschwer-

deeingabe wurde frist- und formgerecht bei der Schweizer Vertretung in 

Kathmandu eingereicht (Art. 21 Abs. 1 VwVG). Zwar hat er seine Be-

schwerde einesteils in Deutsch und anderenteils – seiner Ansicht nach in 

inhaltlich überarbeiteter Form – in Englisch, somit hinsichtlich des englisch-

sprachigen Teils seiner Beschwerdeschrift nicht in einer der Amtssprachen 

des Bundes verfasst. Da sich bereits dem in Deutsch gehaltenen Text – 

und ohnehin auch demjenigen in Englisch – in sinngemässer Form die Be-

gehren und die Begründung entnehmen lassen (Art. 52 Abs. 1 VwVG), ist 

auf eine Rückweisung des fremdsprachigen Teils der Rechtsmitteleingabe 

zwecks Übersetzung aus prozessökonomischen Gründen zu verzichten. 

Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten einzutreten. 

1.5 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

1.6 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der 

Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 

Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen 

auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 

AsylG). 

2.  

2.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah-

rens bei der Schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

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eine Befragung durchführt. Davon kann nur abgewichen werden, wenn 

eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmässi-

gen Gründen unmöglich ist, oder wenn der Sachverhalt bereits aufgrund 

des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint (vgl. 

BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). 

2.2 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, ist die 

Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für 

Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaub-

haft gemacht wird (aArt. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick auf die 

Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, wenn für 

die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt 

im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat 

nicht zumutbar erscheint (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Asyl – und damit die Ein-

reise in die Schweiz – ist ihr zu verweigern, wenn keine Hinweise auf eine 

aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr zuzumu-

ten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen (aArt. 52 Abs. 2 

AsylG). 

2.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessenspielraum zukommt. Ne-

ben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind mit Blick 

auf den Ausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG namentlich die Bezie-

hungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die praktische Möglichkeit 

und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche sowie die vo-

raussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht 

zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126). 

3.  

3.1 Das SEM brachte zur Begründung seines ablehnenden Entscheids im 

Wesentlichen vor, die Ausführungen im Asylgesuch, in den schriftlichen 

Eingaben sowie anlässlich der Anhörung vom 7. Mai 2014 würden nicht mit 

Sicherheit ausschliessen lassen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt 

seiner Ausreise aus Sri Lanka – auch wenn die diesbezüglichen Ausfüh-

rungen gewisse Ungereimtheiten aufweisen würden – ernstzunehmende 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erlitten haben oder ihm solche drohen 

würden. Es sei daher zu prüfen, ob einer allfälligen Asylgewährung durch 

die Schweiz der Ausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG entgegen-

stehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn es 

ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme 

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zu bemühen. Der Beschwerdeführer halte sich seit August 2010 in Nepal 

auf und sei vom UNHCR am 22. Juli 2011 als Flüchtling anerkannt worden. 

Er lebe demnach bereits seit über fünf Jahren in Nepal, weshalb die Hür-

den für eine zumutbare Existenz vor Ort offensichtlich nicht unüberwindbar 

scheinen würden. Er mache zwar die Befürchtung geltend, auch in Nepal 

von den sri-lankischen Behörden aufgesucht zu werden. Aus den Akten 

würden sich indes keinerlei konkrete Hinweise auf eine solche Suche er-

geben. Zur schwierigen Situation der Flüchtlinge in Nepal und ihren ge-

sundheitlichen Beschwerden sei anzufügen, dass es ihm im Falle ernsthaf-

ter Schwierigkeiten zuzumuten sei, sich an das UNHCR zu wenden. Bei 

der Anwendung von aArt. 52 Abs. 2 AsylG seien zudem in einer Gesamt-

schau die Beziehungsnähe zur Schweiz und diejenige zu anderen Staaten 

zu prüfen. Seinen Angaben zufolge würden keine nahen Verwandten oder 

Bezugspersonen von ihm in der Schweiz leben. Auch sonst seien den Ak-

ten keine Hinweise auf allfällige Anknüpfungspunkte zur Schweiz ersicht-

lich. Aufgrund dessen sei keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz 

gegeben, die die vorangegangenen Feststellungen umzustossen vermöge. 

Somit liege ein Asylausschlussgrund vor, weshalb er den zusätzlichen sub-

sidiären Schutz der Schweiz nicht benötige und ihm ein weiterer Verbleib 

in Nepal zuzumuten sei.  

Auch die eingereichten Dokumente vermöchten an diesen Erkenntnissen 

nichts zu ändern, würden diese doch lediglich seine Identität beziehungs-

weise seine Vorbringen in Sri Lanka belegen, welche nicht grundsätzlich 

angezweifelt worden seien. 

3.2 Der Beschwerdeführer wies in seiner Rechtsmitteleingabe zunächst 

auf die nach wie vor bestehende Gefährdungssituation in seiner Heimat Sri 

Lanka sowie auf einen gegen ihn vor dem höchsten Gericht hängigen po-

litischen Prozess hin. Er hätte bereits vor fünf Jahren verschiedene Mög-

lichkeiten gehabt, in die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) zu emig-

rieren. Da sich aber verschiedene seiner politischen Feinde dort aufhalten 

würden, habe er diesen Schritt nicht mehr in Erwägung gezogen. Während 

seines Aufenthalts in Nepal habe er sich genügend Englischkenntnisse an-

geeignet, um sich im täglichen Leben verständigen zu können. Er wolle in 

die Schweiz kommen, da er von Freunden gehört habe, dass es ein siche-

res Land sei. Zudem hielt er der vorinstanzlichen Argumentation entgegen, 

er verfüge über Bezugspersonen in der Schweiz, welche es möglich ma-

chen könnten, dass er seine Kinder eines Tages wieder treffen könne res-

pektive welche ihm im Bedarfsfall Unterstützung geben könnten. 

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3.3 Aufgrund der Akten ist vorliegend festzustellen, dass die Vorbringen 

des Beschwerdeführers im Resultat nicht geeignet sind, die als zutreffend 

zu erachtenden Schlüsse des SEM betreffend die grundsätzliche Zumut-

barkeit eines weiteren Verbleibs in Nepal umzustossen. Der Beschwerde-

führer – welcher sich schon seit über sechs Jahren, wovon über fünf Jahre 

als vom UNHCR anerkannter Flüchtling in Nepal aufhält – ist nicht auf eine 

subsidiäre Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen (vgl. dazu 

aArt. 52 Abs. 2 AsylG). In dieser Hinsicht ist festzuhalten, dass bei einem 

Asylgesuch aus einem Drittstaat nach Lehre und Praxis die (widerlegbare) 

Regelvermutung besteht, die betreffende Person habe dort bereits ander-

weitig Schutz gefunden, was zur Ablehnung des Asylgesuchs und zur Ver-

weigerung der Einreisebewilligung führt (vgl. dazu Entscheidungen und 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 

Nr. 21 E. 4, m.w.H.). In diesem Zusammenhang wies das SEM in seinem 

Entscheid zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer in Nepal vom 

UNHCR am 22. Juli 2011 als Flüchtling anerkannt wurde und mittlerweile 

bereits seit über sechs Jahren dort lebt, weshalb offensichtlich keine un-

überwindbaren Hürden für eine zumutbare Existenz vor Ort bestehen und 

ihm nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts auch keine Abschie-

bung in die Heimat droht. Auch sind den Akten keinerlei konkrete Indizien 

zu entnehmen, welche seine Befürchtung, die sri-lankischen Behörden 

könnten ihn in Nepal aufsuchen, in irgendeiner Weise stützen würden. 

Auch die schwierige Lage von Flüchtlingen in Nepal – die das Bundesver-

waltungsgericht nicht verkennt – und die gesundheitlichen Probleme des 

Beschwerdeführers vermögen einen weiteren Verbleib in diesem Land 

nicht als unzumutbar erscheinen zu lassen. Zunächst ist diesbezüglich auf 

die Möglichkeit hinzuweisen, die Hilfe des UNHCR in Anspruch zu nehmen. 

Sodann bringt der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene vor, er könne 

sich zum Leben ohne grössere Probleme in Nepal sprachlich verständigen 

und im Bedarfsfall auf die Hilfe von Gönnern beziehungsweise von Freun-

den zurückgreifen. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass sein 

Grundbedarf an Versorgung und Betreuung hinreichend gedeckt ist und 

weiterhin bleiben wird. Sodann lässt der nunmehr mehrere Jahre andau-

ernde Aufenthalt des Beschwerdeführers in Nepal darauf schliessen, er sei 

nicht in seiner Existenz gefährdet. Schliesslich vermag auch der Hinweis, 

er habe in der Schweiz Bezugspersonen, nicht zu einer anderen Einschät-

zung zu führen. Zum einen gab er anlässlich der Befragung durch die Bot-

schaft noch an, es würden keine nahen Verwandten oder andere Bezugs-

personen in der Schweiz leben (vgl. act. A56/15 S. 3). Auch in seinen wei-

teren Eingaben an die Schweizer Asylbehörden vom 14. Oktober 2014, 

7. Januar 2015, 9. April 2015, 15. Mai 2015, 6. August 2015, 13. August 

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Seite 10 

2015, 4. September 2015, 18. September 2015, 1. November 2015 und 

vom 6. November 2015 erwähnte er keine solchen, sich in der Schweiz 

aufhaltenden Personen. Zum anderen führte er diesbezüglich auf Be-

schwerdeebene lediglich aus, es handle sich bei diesen Personen um Gön-

ner respektive ihm wohlgesinnte Personen beziehungsweise um 

„Freunde“, ohne diesbezüglich irgendwelche näheren Angaben zu ma-

chen. Zudem wird aus seinen Ausführungen auf Beschwerdeebene nicht 

zweifelsfrei ersichtlich, ob sich diese Personen sowohl in Nepal als auch in 

der Schweiz oder ausschliesslich hierzulande aufhalten würden. Erst in sei-

ner Eingabe (E-Mail-Schreiben) vom 3. April 2016 – welche am 25. April 

2016 an das SEM überwiesen wurde – konkretisierte er seinen in der Be-

schwerdeschrift gemachten Hinweis und zählte drei Personen sri-lanki-

scher Herkunft auf, die er als „Freunde“ bezeichnete“, welche sich in der 

Schweiz aufhalten und ihn gut kennen würden. Gleichzeitig gab er deren 

Namen und Berufe bekannt. Zudem führte er aus, dass ihn die erwähnten 

Personen unterstützen würden, falls er in der Schweiz irgendwelche Prob-

leme hätte. Insgesamt vermag dieses Vorbringen jedoch keine besondere 

Beziehungsnähe zur Schweiz zu begründen, welche die vorangehenden 

Schlussfolgerungen umzustossen vermöchte. 

3.4 Zusammenfassend ist mit dem SEM davon auszugehen, der Be-

schwerdeführer – welcher keine Beziehungsnähe zur Schweiz erkennen 

lässt – sei an seinem derzeitigen Aufenthaltsort in Nepal faktisch sicher und 

der weitere Aufenthalt dort sei für ihn zumutbar. Unter diesen Umständen 

hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht die Erteilung einer Ein-

reisebewilligung verweigert und sein Asylgesuch aus dem Ausland abge-

lehnt. 

4.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

5.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dem Beschwerdeführer an sich 

Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungsökonomi-

schen Gründen respektive zufolge voraussichtlicher Uneinbringlichkeit der 

Kosten ist jedoch von einer Kostenauflage abzusehen (vgl. Art. 6 des Reg-

lements vom 21.Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das SEM. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniela Brüschweiler Stefan Weber 

 

 

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