# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b474437-b3ca-584b-8465-40652e9d87ea
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.02.2022 UV 2021/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-15_2022-02-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.08.2022

Entscheiddatum: 25.02.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2022
Art. 6 UVG: Die Beschwerdegegnerin hat ihre Versicherungsleistungen zu 
Unrecht per 27. April 2020 eingestellt. Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. 
Februar 2022, UV 2021/15).

Entscheid vom 25. Februar 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2021/15

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Diane Günthart, Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG als Z.___ angestellt und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als 

er am 2. Juni 2019 auf nassem Boden ausrutschte (vgl. Suva-act. 1). Am 17. Juni 2019 

begab sich der Versicherte wegen seit dem 2. Juni 2019 bestehender und 

zunehmender Kniebeschwerden in ärztliche Behandlung in die Arztpraxis C.___ (vgl. 

Suva-act. 15). Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 18. Juni 2019 meldete die 

Arbeitgeberin des Versicherten der Suva das Ereignis vom 2. Juni 2019 (Suva-act. 1).

A.a. 

Eine MRT-Untersuchung vom 5. Juli 2019 zeigte einen komplexen Riss des 

medialen Meniskus mit horizontaler und longitudinaler Komponente sowie Extrusion 

der Pars intermedia. Weiter kamen eine Dislokation eines Lappenfragmentes der Pars 

intermedia nach distal, ein diskretes Knochenmarksödem im lateralen Tibiaplateau 

sowie ein grossvolumiger Kniegelenkserguss zur Darstellung (Suva-act. 11).

A.b. 

Am 15. Juli 2019 wurde der Versicherte in der chirurgischen Klinik/Orthopädie des 

Spitals D.___ vorstellig. Im dazu ergangenen Untersuchungsbericht vom 22. August 

2019 hielt der behandelnde Arzt in der Anamnese fest, der Versicherte habe davon 

berichtet, bei einem vorher asymptomatischen Kniegelenk am 2. Juli (recte: 2. Juni) 

2019 einen Sturz mit Knacken im medialen Kniegelenk erlitten zu haben. Seither 

bestünden belastungsabhängige Schmerzen und auch Nachtschmerzen. Der 

Versicherte sei auf Schmerzmittel angewiesen. Weiter wurde im Bericht ausgeführt, 

dass sich der Meniskustest für den Innenmeniskus eindeutig positiv gezeigt habe. Der 

Versicherte habe sich eine mediale Komplexläsion des Meniskus zugezogen. Die 

retropatellare Chondropathie sei klinisch nicht relevant und asymptomatisch. Die 

Optionen der konservativen und operativen Therapie seien erörtert worden. Bei einer 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

operativen Therapie müsste aufgrund der ausgedehnten Läsion ein Grossteil des 

Meniskus entfernt werden. Daher sei ein konservativer Therapieversuch mit 

Physiotherapie und Kortisoninfiltration gestartet worden (Suva-act. 9).

Im Bericht vom 27. September 2019 über die nach drei verabreichten 

Kniegelenksinfiltrationen durchgeführte Verlaufskontrolle vom 24. September 2019 

gaben die behandelnden Ärzte der chirurgischen Klinik/Orthopädie des Spitals D.___ 

an, dass der Versicherte über einen guten, anhaltenden Infiltrationseffekt berichtet 

habe. Im Alltag bestünden keine Schmerzen mehr. Auch die Beweglichkeit sei besser 

geworden, jedoch bemerke er noch eine störende Schwellung in der Kniekehle, 

weshalb Knien nicht komplett möglich sei. Mit der verordneten Physiotherapie habe er 

ca. zwei Wochen zuvor aufgehört, mache aber die Übungen zu Hause weiter. Eine 

Arbeitsunfähigkeit bestehe aktuell nicht. Bei bisher gutem Verlauf der konservativen 

Therapie empfahlen die Ärzte die Fortführung der Physiotherapie und gaben dem 

Versicherten eine entsprechende Verordnung mit. Eine erneute Infiltrationstherapie 

hielten sie frühestens in drei bis sechs Monaten für angezeigt, wobei im Falle einer 

Änderung der Beschwerdesymptomatik über eine vorgezogene Infiltration oder auch 

ein arthroskopisches Vorgehen zu diskutieren sei (vgl. Suva-act. 3).

A.d. 

Im Bericht vom 7. November 2019 über die Verlaufsuntersuchung vom 5. 

November 2019 schilderte der behandelnde Arzt des Spitals D.___ einen weiterhin 

guten Verlauf der konservativen Therapie. Der Versicherte werde diesen Winter mit 

Skifahren beginnen. Anamnestisch bestünden im Alltag keine Schmerzen mehr. 

Lediglich bei längerem Wandern werde noch ein leichtes Ziehen medial und lateral 

gespürt. Sollte es zu erneuten Schmerzen kommen, sei eine Wiederholung der 

Infiltrationstherapie sowie die Wiederaufnahme der Physiotherapie möglich. Abhängig 

vom klinischen Aspekt sollte dann auch über ein arthroskopisches Vorgehen diskutiert 

werden (Suva-act. 8).

A.e. 

Im Bericht des Spitals D.___ zu einer Sprechstunde vom 22. April 2020 hielt der 

behandelnde Arzt fest, dass der Versicherte nach einer im Jahr zuvor erlittenen 

Distorsion des linken Kniegelenks über anhaltende Schmerzen vor allem medialseitig 

klage. Mittels konservativer Therapie sei es bis Dezember 2019 primär gut gegangen. 

Seit Januar 2020 bestünden permanente Beschwerden. Die MRT-Untersuchung vom 

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Herbst 2019 habe eine komplexe Läsion des Innenmeniskus links mit lappenförmigem 

Ausriss bei ansonsten intakter Struktur lateral bei unauffälligen Knorpelverhältnissen 

und unauffälligen Kreuzbändern gezeigt. Aufgrund der anhaltenden Schmerzen und der 

ausgereizten konservativen Massnahmen bestehe die Indikation zur Kniearthroskopie 

(Suva-act. 7). Gleichentags informierte der Versicherte die Suva telefonisch darüber, 

dass er sich am 27. April 2020 im Spital D.___ einer Operation unterziehen müsse. Die 

Suva erklärte, dass sie aktuell noch keine Kostengutsprache erteilen könne, da ihr 

diverse Unterlagen noch nicht vorlägen (vgl. Suva-act. 6). Das entsprechende 

Kostengutsprachegesuch des Spitals D.___ ging bei der Suva am 27. April 2020 ein 

(Suva-act. 12). Gleichentags wurde beim Versicherten eine Kniearthroskopie links mit 

Mikrofrakturierung femoral und Teilmeniskektomie medial durchgeführt (Suva-act. 14). 

Am darauffolgenden Tag konnte der Versicherte in gutem Allgemeinzustand und mit 

trockenen, reizlosen Wundverhältnissen bereits aus dem Spital nach Hause entlassen 

werden (vgl. Suva-act. 18). In einer telefonischen Besprechung vom 7. Mai 2020 

schilderte der Versicherte der Suva den Unfallhergang sowie den Heilungsverlauf aus 

seiner Sicht (vgl. Suva-act. 19).

In einer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 29. Mai 2020 kam Dr. med. E.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, zum Schluss, dass der Unfall 

vom 2. Juni 2019 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen strukturellen, 

objektivierbaren Läsionen geführt habe. Die operierten Schäden seien nicht 

überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen. Es sei anzunehmen, dass 

eine vorbestehende Gonarthrose mit degenerativem Meniskusschaden durch das 

Ereignis vom 2. Juni 2019 symptomatisch bzw. aktiviert worden sei. Die Unfallfolgen 

würden jedoch ca. sechs Monate nach dem Ereignis für das Beschwerdebild keine 

Rolle mehr spielen (Suva-act. 20).

A.g. 

 Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit Verweis auf 

die kreisärztliche Beurteilung mit, dass sie für die Operation vom 27. April 2020 keine 

Kostengutsprache erteilen und ab diesem Datum keine weiteren 

Versicherungsleistungen (Heilkosten und Taggeld) mehr ausrichten werde (Suva-act. 

22). In einem Telefonat vom 4. Juni 2020 brachte der Versicherte gegenüber der Suva 

zum Ausdruck, mit der Einstellung der Versicherungsleistungen nicht einverstanden zu 

sein. Die Suva habe das Ereignis vom 2. Juni 2019 als Unfall anerkannt und Leistungen 

A.h. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

erbracht. Nachdem es zur Operation gekommen sei, wolle sie plötzlich nicht mehr 

zahlen. Dies verstehe er nicht. Die Suva stellte dem Versicherten die Einholung einer 

weiteren kreisärztlichen Beurteilung und für den Fall, dass sie auch danach am 

bisherigen Entscheid festhalten müsse, die Zustellung einer einsprachefähigen 

Verfügung in Aussicht (vgl. Suva-act. 24).

Nachdem die Suva die intraoperativen Videoprints eingeholt hatte (vgl. Suva-act. 

25 und 31), legte sie die Akten Dr. E.___ am 23. Juni 2020 zur erneuten Beurteilung vor 

(vgl. Suva-act. 32). In einer Aktenbeurteilung vom 28. Juli 2020 hielt dieser an seiner 

Einschätzung, wonach das Unfallereignis vom 2. Juni 2019 zu einer vorübergehenden 

Verschlimmerung eines vorbestehenden Leidens geführt habe, jedoch sechs Monate 

nach dem Ereignis keine Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten, fest. Den Zeitpunkt, in 

dem ein Zustand bestand, wie er sich auch ohne Unfall eingestellt hätte, datierte Dr. 

E.___ einerseits auf den 5. November 2019 (Datum einer Sprechstunde im Spital D.___) 

und andererseits auf Ende Dezember 2019 (vgl. Suva-act. 33).

A.i. 

Mit Verfügung vom 29. Juli 2020 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen per 

27. April 2020 ein und lehnte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen ab. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass der Zustand, wie er sich ohne 

Unfall ereignet hätte, gemäss der kreisärztlichen Beurteilung per 5. November 2019 

erreicht gewesen sei bzw. die Unfallfolgen sechs Monate nach dem Ereignis abgeheilt 

gewesen seien (vgl. Suva-act. 34).

A.j. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch die Helsana 

Rechtsschutz AG, am 13. August 2020 Einsprache (vgl. Suva-act. 40). Zusammen mit 

einer ergänzenden Einsprachebegründung vom 8. September 2020 reichte er eine 

Beurteilung eines Vertrauensarztes der Helsana, […] Dr. med. F.___, Facharzt für 

Chirurgie, FMH Schwerpunkt Allgemeinchirurgie und Traumatologie, vom 25. August 

2020 ein und stellte sich auf den Standpunkt, dass Dr. F.___ zwar ebenfalls diverse 

degenerative Schäden bestätigt habe, jedoch im Zusammenhang mit dem 

ausgestanzten Knorpeldefekt am femoralen Kondylus zu einer anderen Beurteilung 

gekommen sei. Für Dr. F.___ sei entscheidend gewesen, ob der operierende Arzt 

zunächst alle Zotten debridiert habe und der Knorpeldefekt erst dann zum Vorschein 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

gekommen sei oder ob es sich beim Defekt um einen Nativzustand handle. Dr. F.___ 

sei der Auffassung, dass der auf den intraoperativen Bildern dargestellte Knorpeldefekt 

ganz klar traumatisch wäre, falls es sich dabei um einen Nativzustand gehandelt habe. 

Wie der operierende Arzt in einer E-Mail vom 26. August 2020 bestätigt habe, handle 

es sich beim Knorpelschaden um einen nativen Befund (vgl. Suva-act. 43).

Auf Nachfrage der Suva erklärte Dr. E.___ am 9. September 2020 mit einem 

kurzen "Ja", dass trotz des Einwandes des Versicherten weiterhin an der 

kreisärztlichen Beurteilung vom 28. Juli 2020 festgehalten werden könne (vgl. Suva-act. 

44).

B.b. 

In einer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 26. Januar 2021 kam Dr. med. G.___, 

Facharzt für Chirurgie, unter Berücksichtigung der mit der Einsprache eingereichten 

ärztlichen Beurteilung von Dr. F.___ zum Schluss, dass die Folgen des Unfalls vom 2. 

Juni 2019 als am 5. November 2019 abgeheilt bezeichnet werden könnten. Der im April 

2020 operierte Schaden sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall 

zurückzuführen. Zur Beurteilung von Dr. F.___ bzw. den Einwänden des Versicherten 

führte er unter anderem aus, dass auf der intraoperativen Aufnahme der Serie 1, Bild 3, 

der Defekt im Bereich der Femurkondyle zur Darstellung komme. Man erkenne im 

Hintergrund dieser Aufnahme aber bereits den resezierten Innenmeniskus. Hiermit sei 

diese Aufnahme keineswegs bei der ersten Inspektion des Kniegelenks entstanden, 

sondern nach der Resektion des Innenmeniskus (Suva-act. 51). Mit einer E-Mail vom 

27. Januar 2021 gelangte die Suva an den Operateur mit der Frage, ob er bestätigen 

könne, dass das intraoperative Bild 3 der Serie 1 nach Resektion des Innenmeniskus 

entstanden sei. Am 28. Januar 2021 antwortete der Operateur in einer E-Mail, dass das 

Bild nach der Teilresektion des Innenmeniskus und vor Mikrofrakturierung des Defekts 

gemacht worden sei (Suva-act. 53).

B.c. 

Mit Einspracheentscheid vom 29. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab (Suva-act. 54).

B.d. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin MLaw D. Günthart, am 12. Februar 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Versicherungsleistungen zu Recht per 27. April 2020 eingestellt hat (vgl. Suva-act. 34 

und 55).

2.  

2021 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 29. Januar 

2021 sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen und allfälligen vertraglichen 

Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zwecks Einholung eines orthopädischen und radiologischen 

Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über seine gesetzlichen 

Ansprüche entscheide; unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin 

(act. G 1 S. 2). Zusammen mit seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer eine 

weitere Aktenbeurteilung von Dr. F.___ vom 9. Februar 2021 ein (act. G 1.3).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. April 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 12. Februar 2021 und die 

Bestätigung des Einspracheentscheides vom 29. Januar 2021 (act. G 5). Sie legte ihrer 

Beschwerdeantwort eine weitere Aktenbeurteilung von Dr. G.___ vom 16. April 2021 

bei (act. G 5.1).

C.b. 

In seiner Replik vom 25. Mai 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 7). Weiter reichte er eine 

Aktenbeurteilung von Dr. med. H.___, Radiologie FMH, Klinik I.___, vom 3. Mai 2021 

ein, in welcher sich dieser auf den Standpunkt gestellt hatte, der Knorpelschaden sei 

zwar überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt, der Meniskusriss jedoch 

überwiegend wahrscheinlich unfallkausal (act. G 7.1).

C.c. 

In ihrer Duplik vom 30. Juni 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

auf Abweisung der Beschwerde vollumfänglich fest (act. G 9).

C.d. 

Der Unfallversicherer hat bei Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

830.1) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser 

in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 

832.20]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 55 und 58). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers gegenüber dem natürlichen 

Kausalzusammenhang praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 

3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der 

Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache des Gesundheitsschadens 

darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (allenfalls krankhafte) 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften oder andersartig geschädigten Vorzustandes auch ohne den Unfall 

früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 

2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Von einer 

richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur dann, wenn 

medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine 

je wieder erreicht werden können (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, E. 3.1). Wird davon 

ausgegangen, dass die nach einem Unfall aufgetretenen Beschwerden Folge einer 

durch den Unfall lediglich aktivierten (zuvor stummen) vorbestehenden 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitsschädigung sind, hat der Unfallversicherer nur Leistungen für das 

unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu 

erbringen. Solange der Status quo sine oder ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der 

Unfallversicherer in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und 

Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach 

Art. 10 UVG fallen. Unter Umständen hat der Versicherte damit auch Anspruch auf 

eine, operative Eingriffe miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im 

Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 

(vorzeitigen) Beseitigung der von den Unfällen zumindest mitverursachten Schmerzen 

dient und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch die Unfälle 

bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt 

notwendig geworden (zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 

8C_423/2012, E. 5.3, und vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2; je mit weiteren 

Hinweisen; Art. 36 Abs. 1 UVG). Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung 

wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne 

das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur 

hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts conditio sine qua non war (Urteile des 

Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E. 4.1, und vom 5. April 2007, U 

413/05, E. 4.2).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um 

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der 

vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war 

- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 54 f.; je mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, 

welche damals thematisiert worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung 

bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05, E. 3.2). 

Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast 

nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen 

des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4 und 

55).

Der Beschwerdeführer hat sich wegen des von der Beschwerdegegnerin als Unfall 

anerkannten Ereignisses vom 2. Juni 2019 (vgl. dazu Suva-act. 34, wo die Suva von 

Unfallfolgen spricht) ab dem 17. Juni 2019 in ärztliche Behandlung begeben (vgl. Suva-

act. 15). Am 5. Juli 2019 und somit in zeitlicher Nähe zum Unfallereignis ist in einer 

MRT-Untersuchung ein Meniskusriss festgestellt worden (vgl. Suva-act. 11). In der 

Sprechstunde vom 15. Juli 2019 hat sich auch eine dazu passende Klinik mit eindeutig 

positivem Meniskustest gezeigt (vgl. Suva-act. 9). Dementsprechend haben die 

behandelnden Ärzte in ihren Berichten vom 22. August 2019 (Suva-act. 9), 27. 

September 2019 (Suva-act. 3) sowie 7. November 2019 (Suva-act. 8) als Diagnose eine 

Innenmeniskusläsion angegeben. Die Heilbehandlungen bis Ende des Jahres 2019 sind 

in erster Linie auf die Therapie dieser Läsion ausgerichtet gewesen, was sowohl aus 

den ärztlichen Berichten (vgl. Suva-act. 3, 8, 9 und 15) als auch aus den 

Physiotherapieverordnungen (vgl. Suva-act. 2 und 5) ersichtlich ist. So ist im 

Sprechstundenbericht vom 22. August 2019 beispielsweise festgehalten worden, dass 

die Optionen einer konservativen und einer operativen Therapie der Komplexläsion des 

Meniskus erörtert worden seien und man sich vorerst für einen konservativen 

Therapieversuch entschieden habe, da bei einem arthroskopischen Vorgehen aufgrund 

der ausgedehnten Läsion ein Grossteil des Meniskus entfernt werden müsste (vgl. 

Suva-act. 9). In Kenntnis der im Raum stehenden Diagnose (vgl. Suva-act. 2 und 3) hat 

die Beschwerdegegnerin stets Leistungen erbracht, ohne festzuhalten, dass sie den 

Meniskusschaden nicht als unfallkausal anerkenne (zu den lange Zeit erbrachten 

Leistungen vgl. Suva-act. 22, 24, 34 und 55). Daher ist anzunehmen, der 

Meniskusschaden sei von der Anerkennung mitumfasst gewesen bzw. habe gar deren 

zentralen Kern gebildet. Dass die Beschwerdegegnerin sich nach Erhalt des 

Kostengutsprachegesuchs für die Operation vom 27. April 2020 (vgl. Suva-act. 12) auf 

den Standpunkt gestellt hat, sie müsse ihre Leistungspflicht zunächst prüfen (vgl. 

Suva-act. 13; vgl. ferner Suva-act. 6), ändert daran nichts. Denn die implizite 

Anerkennung der Unfallkausalität der Meniskusläsion ist bereits zu einem früheren 

Zeitpunkt durch die faktische Leistungserbringung in Kenntnis der Meniskusläsion und 

im Wissen, dass die Therapie auf diese Läsion ausgerichtet gewesen ist, erfolgt (vgl. 

dazu namentlich Suva-act. 2 ff.). Da die Operation unter anderem der Behandlung 

genau dieser Meniskusläsion gedient hat (vgl. Suva-act. 14), besteht grundsätzlich 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auch eine Leistungspflicht für die Operation und deren Folgen. Anderes gilt, wenn der 

Nachweis gelingt, dass der Meniskusschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit - 

entgegen der ursprünglichen Annahme der Beschwerdegegnerin - doch nicht 

unfallkausal ist. Bei Beweislosigkeit hinsichtlich der Meniskusläsion trägt die 

Beschwerdegegnerin, die den Meniskusschaden zunächst implizit als unfallkausal 

anerkannt hat, die Beweislast.

Die beiden Kreisärzte Dr. G.___ und Dr. E.___ sind in ihren Aktenbeurteilungen zum 

Schluss gekommen, dass sowohl die operierte Meniskusläsion als auch der operierte 

Knorpelschaden degenerativer Natur seien. Der Unfall habe weder zu einer 

strukturellen Schädigung noch zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung geführt 

(vgl. Suva-act. 20, 35, 44 und 51; vgl. act. G 5.1). Dr. F.___ teilt zwar die Ansicht der 

Kreisärzte, wonach der mediale Meniskushinterhornriss degenerativ sei. Er ist jedoch 

der Ansicht, dass der im Operationsbericht beschriebene Bereich mit ausgebrochener 

Knorpelsubstanz und freiliegendem Knochen mit scharf begrenzten Knorpelrändern 

einem traumatischen Schaden entspreche (vgl. Suva-act. 43, namentlich 43-21; vgl. 

ferner act. G 1.3). Er hat dies in erster Linie damit begründet, dass man in der 

entsprechenden intraoperativen Abbildung direkt auf den Knochen blicke. Am 

Femurkondylus sei kein Knorpel mehr sichtbar und der knorpellose Bezirk sei scharf 

berandet. Das sei eigentlich das klassische Bild eines traumatischen Knorpelschadens, 

sofern es einem nativen Befund entspreche. Wäre das Bild erst entstanden, nachdem 

der Operateur alle Zotten debridiert hätte, wie er es beim Meniskus getan habe, dann 

wäre der Knorpelschaden als degenerativ einzustufen. Wenn das entsprechende Bild 

jedoch den Nativzustand des Defektes zeige, also den Zustand, bevor mit dem Shaver 

etwas gemacht worden sei, handle es sich um ein klar traumatisches Ulcus (vgl. Suva-

act. 43-9, 43-11 und 43-19). Nachdem der Operateur in einer E-Mail vom 26. August 

2016 bestätigt habe, dass es sich bei diesem Knorpelschaden um einen nativen 

Befund handle (vgl. Suva-act. 43-12), sei von einem traumatischen Schaden 

auszugehen (vgl. Suva-act. 43-21; vgl. ferner act. G 1.3). Bezüglich dieser 

Argumentation hat Dr. G.___ in seiner Aktenbeurteilung vom 26. Januar 2021 

beanstandet, dass auf dem einschlägigen Bild, auf dem der Defekt im Bereich der 

Femurkondyle zur Darstellung komme, im Hintergrund der resezierte Innenmeniskus 

erkennbar sei. Folglich sei die Aufnahme keineswegs bei der ersten Inspektion des 

Kniegelenks, sondern nach der Resektion des Innenmeniskus entstanden (vgl. Suva-

act. 51-6). Die Beschwerdegegnerin hat daraufhin den Operateur per E-Mail angefragt, 

ob er bestätigen könne, dass das entsprechende Bild nach Resektion des 

Innenmeniskus gemacht worden sei, was dieser bejaht, jedoch gleichzeitig angemerkt 

hat, dass die Teilresektion vor Mikrofrakturierung des Defekts gemacht worden sei (vgl. 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Suva-act. 53). Daraus leitet die Beschwerdegegnerin einen Widerspruch in der 

Argumentation von Dr. F.___ ab. Sie ist der Ansicht, es habe sich geklärt, dass es sich 

beim Bild um keinen nativen, präoperativen Zustand handle, weshalb nun auch Dr. 

F.___ - entsprechend seiner eigenen Argumentation - beim Knorpelschaden von einem 

degenerativen Zustand ausgehen müsste (vgl. act. G 5 S. 4 f. und G 9). Allerdings 

haben - entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin - weder Dr. F.___ noch der 

Operateur je in Abrede gestellt, dass die fragliche Abbildung nach Debridement des 

Innenmeniskus entstanden ist. Dr. F.___ hat die entsprechende Abbildung gerade 

dahingehend kommentiert, dass der an den Knorpeldefekt angrenzende 

Innenmeniskus schon debridiert worden sei und die intrameniskale Degeneration am 

Rand der Debridierung gut erkennbar sei (Suva-act. 43-9). Aus diesem Grund hat sich 

für ihn wohl gerade die Frage gestellt, ob die Aufnahme des auf derselben Abbildung 

dargestellten Knorpeldefekts auch erst nach einem Debridement entstanden ist oder 

eben vorher und somit einem nativen Zustand entspricht (vgl. Suva-act. 43-11). Der 

Operateur hat in der E-Mail vom 26. August 2020 bestätigt, dass es sich beim 

Knorpelschaden um einen nativen Befund handle, mithin im Bereich des 

Knorpelschadens kein Debridement stattgefunden habe (vgl. Suva-act. 43-12), was 

aber nicht damit gleichzusetzen ist, dass die entsprechende Abbildung auch vor 

Behandlung des Innenmeniskus entstanden ist. In der E-Mail vom 28. Januar 2021 an 

die Beschwerdegegnerin hat der Operateur nochmals nachvollziehbar erläutert, dass 

das entsprechende Bild zwar nach der Teilresektion des Innenmeniskus, jedoch vor

der Mikrofrakturierung des Defekts, also des Knorpelschadens, gemacht worden sei 

(vgl. Suva-act. 53). Folglich ist kein Widerspruch in den Auskünften des Operateurs 

auszumachen. Auch widersprechen die Auskünfte des Operateurs der Argumentation 

von Dr. F.___ nicht. Die vermeintlichen Widersprüche haben Dr. G.___ sowie die 

Beschwerdegegnerin selber konstruiert, indem sie die Auskünfte des Operateurs bzw. 

die Beurteilung von Dr. F.___ wohl missverstanden haben. Der mit Bezug auf die 

intraoperative Bildgebung durchaus nachvollziehbaren Beurteilung von Dr. F.___, 

wonach der Knorpelschaden überwiegend wahrscheinlich einem traumatischen 

Schaden entspreche, widerspricht neben den Kreisärzten aber auch Dr. H.___. Dieser 

geht - übereinstimmend mit den Kreisärzten - davon aus, dass die Bildgebung für eine 

traumatisch verursachte Knorpelläsion keine eindeutigen Hinweise liefere. 

Demgegenüber ist Dr. H.___ - entgegen den Kreisärzten und entgegen Dr. F.___ - der 

Auffassung, dass der Lappenriss des Innenmeniskushinterhorns mit hoher 

Wahrscheinlichkeit durch das Distorsionstrauma verursacht worden sei (vgl. act. G 7.1).

Nach dem Gesagten befinden sich in den Akten drei unterschiedliche ärztliche 

Einschätzungen zur Frage der Unfallkausalität der am 27. April 2020 operierten 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

Die Frage, ob das Unfallereignis vom 2. Juni 2019 zu einer strukturellen Schädigung 

des Kniegelenks oder zumindest zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung eines 

Vorschadens geführt hat, braucht vorliegend jedoch nicht abschliessend beantwortet 

zu werden. Denn selbst wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt wäre, dass 

sowohl die Meniskusläsion als auch der Knorpelschaden degenerativer und nicht 

traumatischer Genese wären, entfiele die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für 

die Operation vom 27. April 2020 und die daran anschliessende Heilungsphase nicht. 

Der Unfall vom 2. Juni 2019 hat nämlich unbestrittenermassen zumindest zu einer 

vorübergehenden Aktivierung eines Vorzustandes bzw. zu einer Schmerzzunahme 

geführt. Die Einstellung der Leistungen ist somit erst auf den Zeitpunkt möglich, in dem 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch sämtlichen schmerzverstärkenden 

unfallkausalen Faktoren keine Bedeutung mehr zukommt (vgl. dazu E. 2). Die Kreisärzte 

vertreten die Auffassung, dass die durch den Unfall vom 2. Juni 2019 bewirkte 

vorübergehende Verschlimmerung des vorbestehenden degenerativen Prozesses im 

Bereich des Kniegelenks spätestens am 5. November 2019 respektive per Ende 

Dezember 2019 oder sechs Monate nach dem Unfall, was dem 2. Dezember 2019 

entsprechen würde, wieder abgeheilt gewesen sei (vgl. Suva-act. 20, 34 und 51). Die 

unterschiedlichen Angaben zum Zeitpunkt, wann der Zustand, wie er sich auch ohne 

Unfall eingestellt hätte, wieder erreicht gewesen sein soll, machen deutlich, dass sich 

dieser Zeitpunkt auch nach Auffassung der Kreisärzte nur schwer feststellen lässt. Die 

Begründung, wonach es dem Beschwerdeführer bis Ende Dezember 2019 primär recht 

gut gegangen sei, während dann aber ab Januar 2020 permanent Beschwerden 

aufgetreten seien, sodass die unfallkausale Verschlimmerung zum Zeitpunkt der 

Sprechstunde vom 5. November 2019 oder per Ende Dezember 2019 als abgeheilt 

anzusehen sei, überzeugt nicht (vgl. dazu namentlich Suva-act. 33-4 f.). Denn wie Dr. 

F.___ in seiner Beurteilung vom 9. Februar 2021 zu Recht angemerkt hat (vgl. act. G 1.3 

S. 3, unten), ist die konservative Therapie (unter anderem Infiltrationen und 

Physiotherapie) gerade mit dem Ziel durchgeführt worden, die Schmerzsymptomatik zu 

lindern. Dass sich die Schmerzen vorübergehend gebessert, sich nach einer 

Meniskusläsion sowie des gleichzeitig operierten Knorpelschadens (vgl. Suva-act. 14). 

Gemäss einer Einschätzung ist der Meniskusschaden unfallkausal, jedoch der 

Knorpelschaden nicht. Nach einer zweiten Einschätzung ist der Knorpelschaden 

unfallkausal, jedoch der Meniskusschaden nicht. Nach einer dritten Einschätzung sind 

beide Schäden degenerativer Natur. Keine der ärztlichen Beurteilungen vermag die 

anderen überzeugend zu widerlegen und nachvollziehbar aufzuzeigen, von welcher 

Genese der operierten Schäden auszugehen ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bestimmten Zeit jedoch wieder verschlechtert haben, muss somit nicht dem Abheilen 

des unfallkausalen Schmerzschubes geschuldet sein, sondern kann wohl auch auf das 

Abklingen der Wirkung der Infiltrationen zurückgeführt werden. Eine komplette 

Beschwerdefreiheit ist denn selbst im Bericht des Spitals D.___ vom 7. November 

2019, auf den sich die Kreisärzte berufen, nicht dokumentiert. Vielmehr ist in diesem 

Bericht unter anderem festgehalten worden, dass vom Beschwerdeführer bei längerem 

Wandern noch ein leichtes Ziehen medial und lateral gespürt werde (vgl. Suva-act. 8). 

Von einer schmerzfreien Belastungsfähigkeit zu sprechen, wie dies Dr. G.___ in seiner 

Aktenbeurteilung vom 26. Januar 2021 getan hat (vgl. Suva-act. 51-7), ist demnach 

aktenwidrig. Schliesslich kann Dr. G.___ auch nicht gefolgt werden, wenn er behauptet, 

dass am 5. November 2019 der Behandlungsabschluss erfolgt sei (vgl. Suva-act. 51-5, 

unten). Von einem Behandlungsabschluss ist im besagten Bericht nichts zu lesen (vgl. 

Suva-act. 8). Bereits am 16. Dezember 2019 ist eine erneute Verordnung zur 

Physiotherapie ausgestellt worden (vgl. Suva-act. 5), sodass die Annahme eines 

Behandlungsabschlusses per 5. November 2019 nicht passt. Schon im Januar 2020 ist 

es dann gemäss dem Sprechstundenbericht vom 22. April 2020 zu einer erneuten und 

andauernden Beschwerdezunahme gekommen (vgl. Suva-act. 7), worauf auch Dr. 

E.___ hingewiesen hat (vgl. Suva-act. 33-4). Ausserdem ist die Wiederaufnahme der 

Infiltrationstherapie sowie der Physiotherapie bereits anlässlich der Sprechstunde vom 

5. November 2019 besprochen und ein arthroskopisches Vorgehen angedacht worden 

(vgl. Suva-act. 8), was für einen Zusammenhang zwischen den von der 

Beschwerdegegnerin als unfallkausal anerkannten Beschwerden und denjenigen, die 

schliesslich zur Operation geführt haben, spricht. Der soeben dargelegte 

Beschwerdeverlauf lässt die Annahme, dass ein durch das Unfallereignis vom 2. Juni 

2019 ausgelöster Beschwerdeschub bereits im November oder Dezember 2019 

abgeheilt gewesen sei, nicht zu. Dazu passend hat die Beschwerdegegnerin ihre 

Versicherungsleistungen denn auch nicht per November oder Dezember 2019 

eingestellt. Vielmehr hat sie eine Leistungspflicht und damit zumindest ein als 

unfallkausal anerkanntes Beschwerdebild bis zum 26. April 2020 anerkannt (vgl. Suva-

act. 34; im Dispositiv des Einspracheentscheides ist die Einsprache abgewiesen und 

damit der Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung bestätigt worden; vgl. Suva-act. 

55). Dass nun aber der durch das Unfallereignis bewirkte Beschwerdeschub genau am 

Tag der Operation vom 27. April 2020, auf den die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungen eingestellt hat, abgeheilt gewesen sein soll, ist ebenso wenig überzeugend. 

Vielmehr ist anzunehmen, dass diejenigen Beschwerden, die am 26. bzw. 27. April 

2020 bestanden haben, mitursächlich für die am 27. April 2020 durchgeführte 

Operation gewesen sind. Folglich hat die Beschwerdegegnerin, welche die 

Beschwerden bis zum 26. April 2020 als unfallkausal anerkannt hat, auch für die durch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Beschwerden bedingte Operation sowie die daran anschliessende Heilungsphase 

aufzukommen (vgl. dazu E. 2).

5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 29. Januar 2021 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen auch über den 26. April 2020 hinaus zu erbringen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheides vom 29. Januar 2021 gutzuheissen.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (vgl. Art. 61 lit. f  ATSG).5.2. bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit erscheint mit Blick auf die thematisch beschränkte Problematik und das 

wenig umfangreiche Aktendossier eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

5.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2022
	Art. 6 UVG: Die Beschwerdegegnerin hat ihre Versicherungsleistungen zu Unrecht per 27. April 2020 eingestellt. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Februar 2022, UV 2021/15).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T01:58:44+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen