# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a90a79a-ef2f-56a6-9360-cd536118f8d9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.07.2008 C-567/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-567-2006_2008-07-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-567/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

1. X._______,
2. Y._______, ihr Kind,
Beschwerdeführer,
beide vertreten durch Matthias Camenzind, 
Rechtsanwalt, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Zustimmung und Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-567/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin (geb. 1982) ist peruanische Staatsangehörige. 
Am 12. Juli 2003 gelangte sie in die Schweiz und am 17. Oktober 2003 
heiratete sie hier den Schweizer Bürger A._______. In der Folge er-
hielt  sie  vom  Kanton  Zug  eine  Aufenthaltsbewilligung  zum  Verbleib 
beim Ehemann, die letztmals mit Wirkung bis 16. Oktober 2006 verlän-
gert  wurde. Der Ehe entspross am 1. Januar 2004 ein Sohn, der Be-
schwerdeführer.  Kraft  Geburt  erwarb  er  das  Schweizer  Bürgerrecht 
des Vaters. Am 20. Juli 2006 verstarb der Ehemann der Beschwerde-
führerin bei einem Sportunfall.

B.
Am 8. August 2006 führte die zuständige Migrationsbehörde des Kan-
tons Zug eine Einvernahme der Beschwerdeführerin durch, die deren 
weiteren Aufenthalt in der Schweiz nach dem Tod des Ehegatten zum 
Gegenstand  hatte. Gestützt  auf  Erkenntnisse,  welche  sie  bei  dieser 
Gelegenheit  gewann,  überwies  die  kantonale  Migrationsbehörde  die 
Angelegenheit  noch am gleichen Tag der  Vorinstanz und stellte  den 
Antrag, einer Erneuerung der Aufenthaltsbewilligung durch den Kanton 
sei trotz Wegfalls des ursprünglichen Zulassungsgrundes die Zustim-
mung zu erteilen.

C.
Am 15. August 2006 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, 
dass erwogen werde, die Zustimmung zur Verlängerung der kantona-
len Aufenthaltsbewilligung zu verweigern, und räumte ihr Gelegenheit 
zur  Stellungnahme  ein.  Davon  machte  die  Beschwerdeführerin  mit 
Schreiben vom 31. August 2006 Gebrauch.

D.
Mit Verfügung vom 3. November 2006 verweigerte die Vorinstanz die 
Zustimmung  zur  Verlängerung  der  kantonalen  Aufenthaltsbewilligung 
und wies die Beschwerdeführerin unter Ansetzung einer Ausreisefrist 
bis zum 3. Februar 2007 aus der Schweiz weg. Zur Begründung führte 
sie aus, der gesetzliche Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbe-
willigung sei mit dem Tod des Ehemannes erloschen, und es lägen kei-
ne besonderen Gründe vor, die dennoch eine Erneuerung des Aufent-
haltsrechts gebieten würden. Im übrigen seien auch keine Gründe ge-
geben, die den Vollzug der unter den gegebenen Umständen anzuord-

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nenden Wegweisung als  nicht  möglich,  nicht  zulässig oder nicht  zu-
mutbar erscheinen liessen.

E.
Die Beschwerdeführer gelangten mit Eingabe vom 6. Dezember 2006 
an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) und be-
antragten sinngemäss die Aufhebung der vorgenannten Verfügung und 
die Erteilung der Zustimmung zur Verlängerung der kantonalen Aufent-
haltsbewilligung.

F.
Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 4. April 2007 auf 
Abweisung der Beschwerde.

G.
In ihrer Replik vom 13. Juli 2007 hielten die Beschwerdeführer vollum-
fänglich an ihrem Rechtsmittel fest.

H.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betr. Zustimmung zu einer kantonalen Auf-
enthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz unterliegen der 
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie 
Art.  33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]).

1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
beim EJPD bereits hängige Rechtsmittelverfahren vorliegenden Inhalts 
wurden vom Bundesverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung 
erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht  (Art.  53  Abs.  2  VGG).  Gemäss 
Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  soweit  das  Verwaltungsge-
richtsgesetz nichts anderes bestimmt (vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).

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1.3 Die  Beschwerdeführer  sind  zur  Beschwerde  legitimiert,  und  ihr 
Rechtsmittel  wurde frist-  und formgerecht  eingereicht  (48  ff.  VwVG). 
Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 
1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 
vom 28. März 2003). Unter Vorbehalt des Verbots echter Rückwirkung 
ist  in gleicher Weise das zum Zeitpunkt des Entscheids in Kraft  ste-
hende Recht anzuwenden. Dessen Übergangsbestimmungen können 
freilich  für  gewisse  Sachverhalte  die  Nachwirkung  des  alten  Rechts 
vorsehen.

2.2 Am 1. Januar  2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) und seine Ausführungsverordnungen in Kraft – unter anderem 
die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  wie  es  vorliegend  der  Fall  ist, 
bleibt nach der übergangsrechtlichen Ordnung des AuG das alte mate-
rielle Recht anwendbar. Dabei ist ohne Belang, ob das Verfahren auf 
Gesuch hin (Art. 126 Abs. 1 AuG) oder von Amtes wegen eröffnet wur-
de (per analogiam Art. 126 Abs. 1 AuG; vgl. BVGE 2008/1 E. 2 mit Hin-
weisen). Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über 
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum 
vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG), die 
Verordnung  vom  20. April  1983  über  das  Zustimmungsverfahren  im 
Ausländerrecht  (nachfolgend:  alt  Zustimmungsverordnung,  AS  1983 
535, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 91 Ziff. 2 VZAE) und 
die Verordnung vom 6. Oktober  1986 über  die  Begrenzung der  Zahl 

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der  Ausländer  (alt  Begrenzungsverordnung,  aBVO,  AS  1986  1791, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 91 Ziff. 5 VZAE).

3.
3.1 Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von Aufent-
haltsbewilligungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone 
(Art. 15 Abs. 1 und 2 aANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung des 
BFM zu bewilligungsgewährenden Entscheiden, wenn das Ausländer-
recht eine solche für notwendig erklärt (Art. 18 aANAG). Gemäss Arti-
kel 1 Absatz 1 alt Zustimmungsverordnung ist  die Zustimmung erfor-
derlich,  wenn  bestimmte  Gruppen  von  Ausländern  im  Interesse  der 
Koordination  der  Praxis  auf  Weisungsebene  der  Zustimmungspflicht 
unterstellt werden (Bst. a), wenn der Ausländer keine gültigen und an-
erkannten  heimatlichen  Ausweispapiere  besitzt  und  in  der  Schweiz 
weder als Flüchtling noch als Staatenloser anerkannt ist (Bst. b) oder 
wenn  das  BFM die  Unterbreitung  zur  Zustimmung im Einzelfall  ver-
langt (Bst. c). Über die Erteilung oder Verweigerung der Zustimmung 
entscheidet  das  BFM im  Rahmen  der  gesetzlichen  Vorschriften  und 
der Verträge mit dem Ausland nach pflichtgemässem Ermessen (Art. 4 
aANAG). Eine Bindung an die kantonale Beurteilung besteht nicht. Das 
Gesagte gilt selbst dann, wenn auf kantonaler Ebene ein Gericht auf 
Erteilung  oder  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  erkannt  hat 
(vgl. grundlegend BGE 127 II  49 E. 3 S. 51 ff; ferner Entscheid des 
EJPD vom 15. April  2005 E. 12 in: Verwaltungspraxis der Bundesbe-
hörden [VPB] 69.76).

3.2 Vorliegend  geht  es  um  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilli-
gung einer peruanischen Staatsangehörigen nach der  Auflösung der 
Ehe mit einem Schweizer Bürger durch den Tod des letzteren. Die Zu-
stimmungsbedürftigkeit  des  kantonalen  Verlängerungsentscheids  er-
gibt sich deshalb aus Art. 1 Abs. 1 Bst. a alt Zustimmungsverordnung 
in  Verbindung  mit  den Weisungen und Erläuterungen des BFM vom 
Mai 2006 über Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt (aANAG-Weisun-
gen), welche in Ziff. 132.4 Bst. e vorsehen, dass die Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung eines Ausländers oder einer Ausländerin nach 
Scheidung  vom  schweizerischen  Ehegatten  oder  nach  dessen  Tod 
dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten ist, falls der Ausländer oder 
die Ausländerin nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der EG 
stammt. Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich die Beschwerdeführerin 1 
auf einen Anspruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung und 
damit zugleich auf Zustimmung zu deren Verlängerung berufen kann. 

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Sollte dies nicht der Fall sein, wäre zu prüfen, ob die Verweigerung der 
Zustimmung in fehlerhafter Ausfüllung des Ermessens ergangen oder 
unangemessen ist, soweit das anzuwendende Recht Ermessensspiel-
räume vorsieht (Art. 4 aANAG).

4.
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin aus dem innerstaatli-
chen Gesetzesrecht  keinen Anspruch auf  Verlängerung ihrer  Aufent-
haltsbewilligung  ableiten  kann.  Art.  7  Abs.  1  aANAG  fällt  als  An-
spruchsgrundlage ausser Betracht, denn die Ehe der Beschwerdefüh-
rerin  wurde nach weniger  als  drei  Jahren Dauer  durch den Tod des 
Ehemannes aufgelöst (vgl. BGE 130 II 49 E. 3.2.3 S. 54 f., 128 II 145 
E. 1.1.4 S. 149 mit Hinweisen, 120 Ib 16 E. 2c S. 18 ff.). Eine andere 
Anspruchsgrundlage  des  innerstaatlichen  Gesetzesrechts  besteht 
nicht. Eine solche kann namentlich nicht im Art. 50 AUG erblickt wer-
den, der zwar neue Ansprüche auf Verlängerung der Aufenthaltsbewil-
ligung nach Auflösung der Ehe vorsieht, auf die vorliegende Streitsa-
che wegen der intertemporalen Unterstellung unter das alte Recht je-
doch nicht anwendbar ist (vgl. oben Ziff. 2.2, ferner Urteile des Bun-
desgerichts  2C_245/2008  vom  27.  März  2008  E.  2.2.2  und 
2C_451/2007 vom 22. Januar 2008 E. 1.2).

5.
Die  Beschwerdeführerin  leitet  einen  Anspruch  denn  auch  nicht  aus 
den Landesrecht  ab,  sondern  aus  dem Staatsvertragsrecht,  nämlich 
aus  Art.  8  der  Konvention  vom 4. November  1950 zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Sie begrün-
det  ihren Standpunkt mit  dem Familienleben zwischen ihr  und ihrem 
Kind, das durch die angefochtene Verfügung verletzt werde.

5.1
5.1.1 Art. 8 Ziff. 1 EMRK gewährleistet das Recht auf Privat- und Fa-
milienleben. Auf den Teilaspekt des Familienlebens kann sich im aus-
länderrechtlichen  Bewilligungsverfahren  berufen,  wer  nahe  Familien-
angehörige in der Schweiz hat, sofern diese hier über ein gefestigtes 
Anwesenheitsrecht  verfügen  und  die  familiäre  Beziehung  tatsächlich 
gelebt wird und intakt ist. Wird ihm selbst ein Aufenthaltsrecht verwei-
gert, so liegt darin ein nach Massgabe von Art. 8 Ziff. 2 EMRK recht-
fertigungsbedürftiger Eingriff in das Familienleben (vgl. BGE 129 II 215 
E. 4.1-4.2 S. 218 f.). 

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Mit Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) wurde Art. 8 EMRK auf 
Verfassungsebene rezipiert und ein gleichwertiger Schutz des Privat- 
und Familienlebens geschaffen. Darauf muss nachfolgend nicht weiter 
eingegangen werden, denn Art. 13 Abs. 1 BV entspricht materiell Art. 
8 EMRK und vermittelt darüberhinaus im Bereich des Ausländerrechts 
keine zusätzlichen Ansprüche (BGE 126 II 377 E. 7 S. 394).

5.1.2 Der am 1. Januar 2004 geborene Beschwerdeführer steht nach 
dem Tod seines Vaters unter der alleinigen elterlichen Sorge der Be-
schwerdeführerin. Kraft  Abstammung verfügt  er  über  das  Schweizer 
Bürgerrecht und damit über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht im Sin-
ne  der  obenstehenden  Ausführungen.  Da  das  Verhältnis  zwischen 
Mutter und Kind intakt ist und gelebt wird, besteht kein Zweifel daran, 
dass die Beziehung als Familienleben vom Schutzbereich von Art. 8 
Ziff. 1 EMRK erfasst ist.

5.2
5.2.1 Der  Anspruch  auf  Achtung  des  Familienlebens  gemäss  Art.  8 
Ziff. 1 EMRK gilt nicht absolut (BGE 126 II 335 E. 3a S. 342). Vielmehr 
ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte 
Rechtsgut statthaft,  soweit  er eine Massnahme darstellt,  die in einer 
demokratischen Gesellschaft  für die nationale Sicherheit, die öffentli-
che Ruhe und Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlun-
gen, zum Schutze der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und 
Pflichten anderer  notwendig ist. Die Konvention verlangt  eine Abwä-
gung  der  sich  gegenüberstehenden  Interessen  an  der  Erteilung  der 
Bewilligung und den öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, 
wobei letztere in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff 
als notwendig erweist (BGE 122 II 1 E. 2 S. 6 mit Hinweis). Als zulässi-
ges öffentliches Interesse im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gilt unter 
anderem  die  Durchsetzung  einer  restriktiven  Migrationspolitik  (dazu 
BGE 120 Ib 1 E. 3b S. 5, 22 E. 4a S. 25).

Die Konventionsgarantie des Art. 8 EMRK schützt indessen das Famili-
enleben als solches, und nicht die frei Wahl des für den Aufbau und 
die  Führung  des Familienlebens  günstigsten  Ortes  (vgl.  JENS MEYER-
LADEWIG, Europäische  Menschenrechtskonvention,  Handkommentar, 
2. Aufl., Baden-Baden 2006, Rz. 25b zu Art. 8 mit Hinweisen). Deshalb 
geht die schweizerische Rechtsprechung dem Grundsatz nach davon 
aus, dass durch die Verweigerung einer ausländerrechtlichen Bewilli-

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gung Art. 8 EMRK zum Vornherein nicht verletzt wird, wenn es für das 
in der Schweiz anwesenheitsberechtigte Familienmitglied ohne weite-
res zumutbar ist, mit dem ausländischen Familienangehörigen auszu-
reisen, dem die Bewilligung verweigert wird. Eine umfassende Interes-
senabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK kann in diesem Fall unterblei-
ben,  bzw. es kann angenommen werden,  dass die Zumutbarkeit  der 
Ausreise  im  Rahmen  der  Interessenabwägung  den  Ausschlag  gibt 
(BGE 122 II 289 E. 3b S. 297; Urteile des Bundesgerichts 2A.514/2005 
vom 31. Januar  2006 E. 2.1; 2A.508/2005 vom 16. September 2005 
E. 2.2.1;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-7331/2007  vom  9. 
Mai 2008 E. 5.2.1.1)). 

Bei  Kindern  im anpassungsfähigen  Alter  nimmt  die  Rechtsprechung 
vermutungsweise an, dass es ihnen im dargestellten Sinne zugemutet 
werden  kann,  den  Eltern  oder  dem  sorgeberechtigten  Elternteil  ins 
Ausland zu folgen, auch wenn der ausländerrechtlichen Zulassung der 
letzteren  lediglich  die  Durchsetzung  der  restriktiven Migrationspolitik 
entgegensteht.  Bei  einem Kleinkind  ist  dies  –  besondere  Umstände 
vorbehalten – regelmässig der Fall. Das Gesagte gilt auch dann, wenn 
das Kind die Niederlassungsbewilligung oder gar das Schweizer Bür-
gerrecht besitzt. Die Annahme beruht auf der entwicklungspsycholgi-
schen Tatsache, dass das Kind vorerst keine selbständigen Beziehun-
gen zu seiner weiteren Umwelt, bzw. zu einem bestimmten Land hat, 
sondern solche während der ersten Lebensjahre ausschliesslich durch 
die Eltern vermittelt werden (vgl. BGE 127 II 60 E. 2a und b S. 67f; 122 
II  289  E.  3c  S.  298  mit  Hinweis;  ferner  Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.562/2006  vom  16.  Februar  2007  E.  3.2  und  2A.534/2006  vom 
19. Oktober 2006 E. 2.2, 2A.179 vom 21. April 2006 E. 4.2; vgl. sodann 
Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts C-7331/2007 vom 9. Mai 2008 
E. 5.2.1.2). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer rechtfer-
tigt es sich deshalb nicht, die Frage der Zumutbarkeit grundsätzlich zu 
verneinen, wenn ein Elternteil  verstorben ist. Auf fehlende Zumutbar-
keit kann im Gegenteil gerade dann geschlossen werden, wenn beide 
Elternteile leben und der Wegzug mit dem sorgeberechtigten Elternteil 
zu einer Trennung vom nicht sorgeberechtigten führen würde (vgl. Ziff. 
5.2.2).

5.2.2 Der Beschwerdeführer ist viereinhalb Jahre alt. Er befindet sich 
somit in einem Alter, in dem gemäss Rechtsprechung noch davon aus-
gegangen werden  kann,  ein  Wegzug  mit  dem sorgeberechtigten  El-
ternteil  ins Ausland sei ohne weiteres zumutbar. Diese Annahme be-

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ruht letztlich auf einem Erfahrungssatz und gilt deshalb nicht absolut, 
wie bereits weiter oben mit dem Vorbehalt besonderer Umstände an-
getönt  wurde.  Das  Bundesgericht  anerkennt  etwa,  wenn  auch  aus-
nahmsweise,  die  Relevanz  der  Beziehungen  des  Kindes  zum  nicht 
sorgeberechtigten Elternteil in der Schweiz, wenn sie in affektiver und 
wirtschaftlicher Hinsicht besonders eng sind (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 2C_185/2007 vom 12. Juni 2007 E. 3.3.4 mit Hinweisen). Noch 
grössere Zurückhaltung rechtfertigt sich, wenn die Beziehung zu ent-
fernteren Verwandten oder gar zu Dritten in Frage steht. Die Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer wie jedes Kind seines Alters enge Bezie-
hungen zur  Verwandtschaft  väterlicherseits  unterhält  und anfängt  al-
tersgerechte eigene Kontakte zur Aussenwelt zu knüpfen, ist jedenfalls 
für sich allein nicht geeignet, einen solchen besonderen Umstand zu 
begründen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-7331/2007 
vom 9. Mai 2008 E. 5.2.2). Der entsprechende Einwand der Beschwer-
deführer kann mithin nicht gehört werden. Ansonsten ist festzustellen, 
dass es an den Beschwerdeführern gelegen hätte, Umstände gesund-
heitlicher oder anderer Art darzulegen, die ihrer Auffassung nach dem 
Kind ein Leben in Peru in unzumutbarer Weise erschweren (zur Mitwir-
kungspflicht  im  Verwaltungsverfahren  vgl.  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts C-497/2006 vom 21. April  2008 E. 6.2.2). Dazu hatten 
sie im Verlauf des Verfahrens hinreichend Gelegenheit. Die Beschwer-
deführer taten jedoch nichts dergleichen. Sie verzichteten gar darauf, 
eine  entsprechende  Behauptung  aufzustellen. Unter  den  gegebenen 
Umständen erweist sich ihre nebenbei geäusserte Rüge der ungenü-
genden  Sachverhaltsabklärung  als  zum  vornherein  unbehelflich.  Es 
deutet nichts darauf hin, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage 
wäre, sich mit Unterstützung der Mutter, seiner wichtigsten Bezugsper-
son, auch an wesentlich andere Lebensumstände innert kürzester Zeit 
anzupassen.

5.3 Im  Sinne  eines  Zwischenergebnisses  ist  festzuhalten,  dass  die 
Beschwerdeführerin weder aus dem geltenden Landesrecht noch aus 
staatsvertraglichen  Bestimmungen einen  Anspruch  auf  Verlängerung 
ihrer Aufenthaltsbewilligung herleiten kann.

6.
Der Begriff  der  „pflichtgemässen Ermessensausübung“  impliziert  die 
Beachtung rechtlicher Schranken bei  der Ausfüllung der Ermessens-
spielräume. Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit 
von  Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt 

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der  Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen 
zwischen dem öffentlichen Interesse an der Verweigerung der Zustim-
mung einerseits und den durch die Verweigerung beeinträchtigten pri-
vaten  Interessen  des  (oder  der)  Betroffenen  andererseits  (vgl.  statt 
vieler  ULRICH HÄFELIN /  GEORG MÜLLER /  FELIX UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. Gallen 2006, S.127 f.).

7.
7.1 Die Schweiz verfolgt zur Verwirklichung der in Art. 1 aBVO formu-
lierten migrationspolitischen Ziele eine restriktive Linie gegenüber er-
werbstätigen ausländischen Personen aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum 
(in  der  Folge:  Drittstaatsangehörige).  Diese  Politik  findet  ihren  Aus-
druck  insbesondere  in  den  strengen  regulatorischen  Zulassungsbe-
schränkungen der alten Begrenzungsverordnung, denen erwerbstätige 
Drittstaatsangehörige  namentlich  in  Gestalt  hoher  Anforderungen an 
die berufliche Qualifikation (Art. 8 aBVO) und der Höchstzahlen (Art. 
12 aBVO) unterworfen sind. Das erhebliche Gewicht des öffentlichen 
Interesses an der Durchsetzung der restriktiven Einwanderungspolitik 
gegenüber Drittstaatsangehörigen zeigt  sich  daran,  dass humanitäre 
Gründe in diesem rechtlichen Zusammenhang erst Bedeutung erlan-
gen, wenn die Betroffenheit des Einzelnen die Grenze zum schwerwie-
genden persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 13 Bst. f aBVO über-
schreitet. Nach der Auflösung der Ehe, die sie von restriktiven qualita-
tiven und quantitativen Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungs-
verordnung ausnehmen, muss die ausländische Person dieses öffentli-
che  Interesse  grundsätzlich  wieder  gegen  sich  gelten  lassen  (auch 
wenn sie nach Massgabe von Art. 12 Abs. 2 aBVO den Höchstzahlen 
der Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht untersteht). Es ist des-
halb ein vergleichsweise strenger Massstab angebracht,  wenn es zu 
beurteilen gilt, ob nach Wegfall des Privilegierungsgrundes private In-
teressen bestehen, denen gegenüber das öffentliche Interesse an der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat. 
Dementsprechend geht  das Bundesverwaltungsgericht  mit  der Vorin-
stanz  davon  aus,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung 
nach Auflösung der Ehe in erster Linie ein Instrument zur Vermeidung 
von  Härtefällen  darstellt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-4302/2007 vom 20. Dezember 2007 E. 4.1 mit Hinweisen; ferner Ziff. 
654 aANAG-Weisungen).

7.2 Bei der Prüfung der Frage, ob die auf dem Spiele stehenden priva-
ten Interessen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtferti-

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gen, ist zu untersuchen, inwieweit es der ausländischen Person in per-
sönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer  Hinsicht  zugemutet  werden 
kann,  den Aufenthalt  in  der Schweiz aufzugeben, in ihre Heimat zu-
rückzukehren und dort zu leben. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige 
Situation im Ausland den persönlichen Verhältnissen in  der  Schweiz 
gegenüberzustellen. Darüber  ist  nach  Massgabe  der  gesamten  Um-
stände  des  Einzelfalles  zu  befinden.  Dazu  gehören  allgemeine,  von 
der Ehe unabhängige Elemente, wie die Dauer des Aufenthaltes in der 
Schweiz, der Grad der sozialen und wirtschaftlichen Integration in die 
hiesigen Verhältnisse, das Alter und der gesundheitliche Zustand, so-
weit  Kinder  vorhanden  sind,  deren  Alter  und  schulische  Integration, 
aber auch die Unterkunft  und die Reintegrationsmöglichkeiten in der 
Heimat,  ferner ehespezifische Elemente, wie die Dauer der Ehe und 
die Umstände, die zu deren Auflösung geführt haben. Steht fest, dass 
der  ausländischen  Person  eine  Weiterführung  der  ehelichen  Bezie-
hung nicht länger zugemutet werden konnte, namentlich weil sie Opfer 
von Misshandlungen geworden war, so ist dies besonders zu berück-
sichtigen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-7331/2007 vom 
9. Mai 2008 E. 7.2 mit Hinweis; ferner Ziff. 654 aANAG-Weisungen).

7.3 Die  notwendige  Schwere  der  Betroffenheit  in  den  persönlichen 
Verhältnissen ist mit Blick auf die Regelung des Art. 7 Abs. 1 aANAG 
zu beurteilen, der ausländischen Ehegatten nach fünf Jahren Ehe auf 
schweizerischem Territorium einen vom weiteren Bestand der Ehe un-
abhängigen Anspruch auf Aufenthalt vermittelt. Vor dem Erreichen die-
ser zeitlichen Grenze kommt es entscheidend darauf an, welche Be-
deutung  den  ehespezifischen  Elementen  im  konkreten  Einzelfall  zu-
kommt, das heisst der Dauer der ehelichen Gemeinschaft auf schwei-
zerischem Territorium, der Existenz gemeinsamer Kinder, den Umstän-
den der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft und – in letzterem Zu-
sammenhang – allfälligen Gewalterfahrungen in der Ehe. Je mehr die-
se Elemente ins Gewicht fallen, um so eher wird man von einer hinrei-
chend schweren Betroffenheit ausgehen können. Umgekehrt rechtfer-
tigt  sich  ein  um so  strengerer  Massstab,  als  sich  die  Härtesituation 
nicht gerade aus den oben genannten ehespezifischen Elementen ab-
leiten  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-1872/2007 
vom  20.  September  2007  E.  4.3;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.212/2004  vom  10. Dezember  2004  E.  4.4;  ferner  Entscheid  des 
Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements vom 15. April 2005, 
E. 15.2,  in: VPB 69.76,;  vgl. schliesslich  die  abgestufte Regelung in 
Art. 50 AuG).

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8.
8.1 Die Ehe der Beschwerdeführerin mit  einem Schweizer Bürger ist 
nach knapp drei Jahren durch den Tod des Ehegatten aufgelöst wor-
den.  Aus  der  Ehe  stammt  ein  gemeinsames  Kind,  das  selbst  das 
Schweizer Bürgerrecht besitzt. Die Dauer der Ehe, die Art ihrer Auflö-
sung und das Vorhandensein eines gemeinsamen Kindes schweizeri-
scher  Staatsangehörigkeit  stellen  Elemente  dar,  die  im  Sinne  der 
obenstehenden Erwägungen geeignet sind, die Anforderungen an das 
Mass der Betroffenheit erheblich zu senken (vgl. Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts C-7331/2007 vom 9. Mai 2008 E. 8.1). Daran vermag 
nichts zu ändern, dass die Ehe vor dem Tod des Ehemannes während 
Monaten  eine  ernste  Krise  durchlief.  Der  Rechtsvertreter  der  Be-
schwerdeführer, der den verstorbenen Ehemann im damals hängigen 
Eheschutzverfahren  vertrat,  versichert  auf  Grund  eigener  Wahrneh-
mung, dass sich die Ehegatten kurz vor dem tragischen Unfalltod des 
Mannes ausgesöhnt hatten und einen Neuanfang wagten. Es besteht 
kein Anlass, an seinen Aussagen zu zweifeln.

8.2  Die Beschwerdeführerin lebt seit fünf Jahren in der Schweiz. Es 
ist  unwidersprochen  geblieben,  dass  sie  seit  ihrer  Einreise  regel-
mässig Integrationskurse besuchte und nach Einschätzung der kanto-
nalen Migrationsbehörde über vergleichsweise gute Kenntnisse einer 
Landessprache  verfügt  (Stand  August  2006). Wirtschaftlich  steht  sie 
dank einer Lebensversicherung und den Hinterbliebenenleistungen der 
AHV und der Pensionskasse des verstorbenen Ehemannes auf eige-
nen Füssen. Ihr Leumund ist  im Wesentlichen nicht zu beanstanden. 
Ansonsten  ist  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführerin  Bekannte 
und Freunde in der Schweiz gewinnen konnte und enge Beziehungen 
zur Familie ihres verstorbenen Ehemannes unterhält. Zwar scheint ihr 
Verhältnis zu der Schwiegermutter, der sie die Verantwortung für ihre 
eigenen ehelichen Probleme zuschrieb, längere Zeit  angespannt ge-
wesen zu sein. Das Bundesverwaltungsgericht geht jedoch davon aus, 
dass sich die Beiden nicht nur ausgesöhnt haben, wie die Beschwer-
deführer geltend machen, sondern dass die Beziehung zwischen den 
Beteiligten durch den tragischen Tod des Ehemannes eine erhebliche 
qualitative  und  quantitative  Wandlung  erfuhr. Von Bedeutung  ist  na-
mentlich das Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der Fa-
milie seines verstorbenen Vaters. Auch wenn die Beziehung nicht der-
gestalt ist, dass sie der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 8 EMRK 
bzw. Art. 13 Abs. 1 BV einen Anspruch auf Verlängerung der Aufent-
haltsbewilligung vermitteln könnte (vgl. oben Ziff. 5.2.2), so fällt sie im 

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Rahmen der Interessensabwägung zu Gunsten der Beschwerdeführer 
ins Gewicht.

8.3 Bis auf die letzten fünf Jahre verbrachte die Beschwerdeführerin 
ihr gesamtes Leben in ihrer Heimat, zu der sie nach wie vor enge Be-
ziehungen unterhält. Das jedenfalls  muss ihren Aussagen anlässlich 
der Einvernahme vom 8. August 2006 durch die kantonale Migrations-
behörde entnommen werden, aus denen hervorgeht, dass sie ein Jahr 
zuvor  Peru  besuchte  und  für  das  laufende  Jahr  eine  weitere  Reise 
plante,  um ihre  dortige  Familie  zu  besuchen. Die  Beschwerdeführer 
beschränken  sich  im  Rahmen  des  vorliegenden  Verfahrens  darauf, 
enge familiäre Bande nach Peru ohne substantiierte geschweige denn 
überprüfbare Angaben zu bestreiten, wobei sie sich teilweise in Wider-
spruch zu den Akten setzen. Zum persönlichen und gesellschaftlichen 
Hintergrund der Beschwerdeführerin in ihrer Heimat, die für die Beur-
teilung  der  dortigen  Lebensperspektiven von entscheidender  Bedeu-
tung  wären,  schweigen  sich  die  Beschwerdeführer  aus  (zur  Mitwir-
kungspflicht  im  Verwaltungsverfahren  vgl.  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  C-497/2006  vom 21.  April  2008  E. 6.2.2).  Bekannt  ist 
nur,  dass  die  Beschwerdeführerin  aus  der  Stadt  P._______  stammt 
und  im  Alter  von  18  Jahren  in  die  Hauptstadt  zog.  Unter  den 
gegebenen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass 
einer Rückkehr nach Peru unüberwindliche oder auch nur erhebliche 
Hindernisse entgegenstünden. Gleichwohl  ist  einzuräumen, dass der 
Neuaufbau einer Existenz für eine alleinstehende Mutter naturgemäss 
mit einigen Mühen verbunden ist. Diese müssen umso schwerer wie-
gen, als sie sich für die Beschwerdeführerin als direkte Folge schuld-
los gescheiterter Lebenspläne darstellen. Solche Umstände sind zwar 
für sich allein nicht entscheidend; im Rahmen einer Gesamtschau sind 
sie in einer Konstellation wie der vorliegenden dennoch zu berücksich-
tigen. 

8.4 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände gelangt das Bun-
desverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass eine Nichterneuerung der 
Aufenthaltsbewilligung in rechtserheblicher Weise in die persönlichen 
Verhältnisse der Beschwerdeführer eingreift. Das öffentliche Interesse 
an der Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik – Personen aus 
dem Nicht-EFTA/EU-Raum betreffend  –  muss  unter  den  gegebenen 
Umständen gegenüber dem Interesse der Beschwerdeführer an einer 
weiteren  ausländerrechtlichen  Regelung  des  Aufenthaltes  der  Be-
schwerdeführerin zurückstehen. Indem die Vorinstanz dem öffentlichen 

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Interesse grösseres Gesicht beigemessen und gestützt darauf die Zu-
stimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, 
erweist sich ihre Anordnung als unverhältnismässig. 

9.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung Bundesrecht verletzt (Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwerde 
ist  deshalb  gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben, 
und der Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung ist die Zu-
stimmung zu erteilen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), und den Beschwerdeführern 
ist  gestützt  auf  Art.  64  VwVG i.V.m. Art.  7  ff.  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  zu  Lasten  der  Vorin-
stanz eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.

(Dispositiv S. 15)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben, und der Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung durch den Kanton Zug wird die Zustimmung 
erteilt.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss im 
Betrag von Fr. 600.-- wird den Beschwerdeführern zurückerstattet.

4.
Die Vorinstanz  hat  die  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Fr. 1'500.--  (inkl. MwSt.)  zu entschädi-
gen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (...)
- die Vorinstanz (...)
- das Amt für Migration des Kantons Zug (...)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Julius Longauer

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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