# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29933459-1ee4-5176-aa08-ff9ebbe00b60
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.09.2018 IV 2017/446
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-446_2018-09-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/446

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.09.2019

Entscheiddatum: 18.09.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 18.09.2018
Art. 42quater IVG. Assistenzbeitrag. Sachverhaltsermittlung. „FAKT2“. 
Assistenzbedarf eines Blinden. Bedeutung des „maximalen“ 
Assistenzbeitrages: Kostenbegrenzung nach oben im Sinne eines 
„Kostendachs“. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 18. September 2018, IV 2017/446). Aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 9C_726/2018.

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.  

IV 2017/446

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch die Beratungs- und Rehabilitationsstelle für Seh-behinderte und Blinde 

des Kantons Bern, Zähringerstrasse 54, 3012 Bern,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Hilflosenentschädigung (Assistenzbeitrag)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ wurde im Mai 1994 erstmals unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 2). Der 

Neuropädiater Dr. med. B.___ vom Ostschweizer Kinderspital berichtete im März 1998 

(IV-act. 12), der Versicherte leide an einem Bardet-Biedl-Syndrom, an einer Adipositas 

per magna, an einem gemischten Entwicklungsrückstand sowie an einem Status nach 

einer chirurgischen Entfernung einer Hexadactylie. Beim Bardet-Biedl-Syndrom handle 

es sich um eine selten auftretende genetisch autosomale rezessive Erkrankung mit 

einer klinischen Heterogenität. Kardinalsymptome seien eine Adipositas und schwere 

Sehprobleme mit einer schweren retinalen Dystrophie, die meist ab einem Alter von vier 

Jahren zur Nachtblindheit und im weiteren Verlauf dann zu schweren Sehstörungen 

führe. Kein Patient mit diesem Syndrom habe im Alter von 16 Jahren einen Visus von 

mehr als 0,1. Bei gut 40 Prozent der Patienten trete eine mentale Retardierung auf. In 

fast allen Fällen zeigten sich Nierenfehlfunktionen. Beim Versicherten sei die 

psychomotorische Entwicklung nicht ganz altersentsprechend. Insbesondere liege eine 

Sprachentwicklungsstörung vor. Diagnostisch seien die Kriterien der Ziff. 417 und 422 

Anh. GgV erfüllt. Die IV-Stelle, die bereits mit zwei Verfügungen vom 12. Juli 1994 und 

von 19. Dezember 1996 das Vorliegen der Geburtsgebrechen Ziff. 177 und 425 Anh. 

GgV anerkannt hatte (IV-act. 5 und 10), stellte mit einer Verfügung vom 20. April 1998 

fest, dass der Versicherte am Geburtsgebrechen Ziff. 422 Anh. GgV litt (IV-act. 15). Im 

Oktober 1999 fand eine Abklärung betreffend einen allfälligen Anspruch auf 

Pflegebeiträge in der Wohnung der Eltern des Versicherten statt. Die 

Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle berichtete (IV-act. 36), im Vordergrund stehe die 

eingeschränkte Sehfähigkeit des Versicherten. An unbekannten Orten müsse sich 

dieser gemäss den Angaben der Mutter jeweils zuerst orientieren; man müsse ihm alles 

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zeigen. In der Wohnung und in der Schule sei er hingegen weitgehend selbständig. Im 

Freien habe er vor allem nachts, bei starker Sonne oder bei Schnee Mühe, weil er dann 

die Unebenheiten auf der Strasse nicht sehe. Ansonsten habe er keine grösseren 

gesundheitlichen Probleme. Er sei lediglich aufgrund seines Gewichts etwas 

ungeschickt und schwerfällig. Die Abklärungsbeauftragte habe die Mutter im Rahmen 

der Abklärung auf die Möglichkeit zum Bezug von Hauspflegebeiträgen aufmerksam 

gemacht, aber diese habe erklärt, sie habe zuhause noch nie Hilfe benötigt. Die 

Abklärungsbeauftragte hielt in ihrem Bericht weiter fest, momentan sei ohnehin nicht 

anzunehmen, dass ein Mehraufwand von mehr als zwei Stunden anfallen würde. 

Gesamthaft liege eine Hilflosigkeit leichten Grades „im Sonderfall“ vor. Angesichts der 

verspäteten Anmeldung bestehe ab dem 1. September 1997 ein Anspruch auf 

entsprechende Pflegebeiträge. Mit einer Verfügung vom 15. Dezember 1999 sprach die 

IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. September 1997 einen Pflegebeitrag 

für eine Hilflosigkeit leichten Grades zu (IV-act. 42). Im August 2001 führte die IV-Stelle 

eine weitere Abklärung in der Wohnung der Eltern des Versicherten durch. Die 

Abklärungsbeauftragte berichtete (IV-act. 48), der Gesundheitszustand des 

Versicherten habe sich seit der letzten Abklärung eigentlich nicht gross verändert. Die 

Sehfähigkeit habe sich allerdings eher etwas verschlechtert. Mit einer Verfügung vom 

31. August 2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit ab dem 1. April 2001 

weiterhin einen Pflegebeitrag für eine Hilflosigkeit leichten Grades zu (IV-act. 50). Nach 

dem Inkrafttreten der vierten IVG-Revision ersetzte die IV-Stelle den Pflegebeitrag mit 

einer Verfügung vom 31. März 2004 rückwirkend per 1. Januar 2004 durch eine 

Hilflosenentschädigung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades (IV-act. 59). Nachdem Dr. 

med. C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) im September 2011 

gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte notiert hatte, dass die medizinischen 

Zusprachekriterien für eine Hilflosenentschädigung im Sonderfall (weiterhin) 

ausgewiesen seien (IV-act. 151), sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit einer 

Verfügung vom 8. Dezember 2011 für die Zeit ab dem 1. März 2011 weiterhin eine 

Entschädigung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades zu (IV-act. 157). Mit einer 

Mitteilung vom 24. März 2016 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ohne eine 

vorgängige Sachverhaltsabklärung auch für die Zeit ab dem 1. April 2016 eine 

Entschädigung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades zu (IV-act. 272).

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A.b  Am 7. Juni 2017 beantragte der Versicherte die Zusprache eines 

Assistenzbeitrages (IV-act. 303). Die Blindenschule D.___, in deren Wohnheim der 

Versicherte bis Ende Juli 2017 gewohnt hatte, berichtete im August 2017 (IV-act. 322), 

der Versicherte sei bei der selbständigen Haushaltführung weiterhin auf eine punktuelle 

Unterstützung angewiesen. In der Wohngruppe habe er alle zwei Wochen ein 

Abendessen für vier bis acht Personen zubereitet. Beim Beziehen der Bettwäsche sei 

er unterstützt worden; die Wäsche habe er selbständig erledigt. Er lege grossen Wert 

auf einen gepflegten Kleidungsstil und benutze regelmässig Kosmetikprodukte. Die 

Medikamente nehme er selbständig ein. Bei der individuellen Tages- und 

Wochenplanung sei er auf keine Unterstützung angewiesen. Am 5. September 2017 

fand eine Abklärung betreffend die Hilflosigkeit des Versicherten in dessen Wohnung 

statt. Die Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle berichtete (IV-act. 325), der Versicherte 

wohne zusammen mit seinem Bruder und mit einer weiteren Person, die über die 

Aussenwohngruppe der Blindenschule vermittelt worden sei, zusammen. Die 

Haushaltsarbeiten würden vom Versicherten und dessen Bruder verrichtet. Aktuell sei 

die Anstellung einer Assistenzperson geplant. Der Versicherte benötige weder eine 

dauernde Pflege noch eine ständige persönliche Überwachung. Beim An- und 

Auskleiden, beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen, beim Essen, beim Verrichten der 

Notdurft sowie bei der Körperpflege (mit Ausnahme der Pflege der Finger- und 

Fussnägel) sei der Versicherte selbständig. Ein relevanter Hilfebedarf bestehe nur 

bezüglich der Fortbewegung respektive der Pflege der gesellschaftlichen Kontakte, 

wobei angesichts der weitgehenden Blindheit des Versicherten die Voraussetzungen 

für die Weiterausrichtung einer Hilflosenentschädigung im Sonderfall erfüllt seien. Zur 

Prüfung des Begehrens des Versicherten um einen Assistenzbeitrag erfasste die IV-

Stelle dessen Angaben bei der Abklärung der Hilflosigkeit mittels des 

Abklärungssystems „FAKT2“ (IV-act. 358 ff.). Sie berücksichtigte einen Assistenzbedarf 

von einer Minute pro Tag für das An- und Auskleiden, keinen Assistenzbedarf für das 

Aufstehen, Absitzen und Abliegen, einen Assistenzbedarf von vier Minuten pro Tag für 

das Essen und Trinken, einen Assistenzbedarf von fünf Minuten pro Tag für die 

Körperpflege, einen Assistenzbedarf von vier Minuten pro Tag für das Verrichten der 

Notdurft, keinen Zusatzaufwand für die alltäglichen Lebensverrichtungen, einen 

Assistenzbedarf von drei Minuten pro Tag für die Administration des Haushaltes, einen 

Assistenzbedarf von 16 Minuten pro Tag im Zusammenhang mit der Ernährung, einen 

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Assistenzbedarf von fünf Minuten pro Tag für die Wohnungspflege, einen 

Assistenzbedarf von fünf Minuten pro Tag für Besorgungen, einen Assistenzbedarf von 

zwei Minuten pro Tag für die Wäsche und die Kleiderpflege, einen Assistenzbedarf von 

zwei Minuten pro Tag für Freizeitaktivitäten, einen Assistenzbedarf von einer Minute pro 

Tag für gesellschaftliche Kontakte, einen Assistenzbedarf von fünf Minuten pro Tag für 

die Mobilität „draussen“ sowie einen Assistenzbedarf von fünf Minuten pro Tag für 

Ferien und Reisen. Das ergab einen Hilfebedarf von 29,82 Stunden pro Monat. Davon 

zog die IV-Stelle den durch den Stundenansatz für eine Assistenzperson dividierten 

Gegenwert der Hilflosenentschädigung von 470 Franken pro Monat – 14,29 Stunden 

pro Monat – ab.

A.c  Mit einem Vorbescheid vom 25. September 2017 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit (IV-act. 336), dass sie die Zusprache eines Assistenzbeitrages von 

monatlich durchschnittlich 510.95 Franken respektive von jährlich maximal 6’131.40 

Franken frühestens ab dem 12. Juni 2017 vorsehe. Das entspreche einem monatlichen 

Assistenzbedarf von 15,53 Stunden bei einem Stundenansatz von 32.90 Franken. Am 

10. Oktober 2017 liess der Versicherte gegen den Vorbescheid vom 25. September 

2017 einwenden (IV-act. 344), er sei bei Konzert- und Sportveranstaltungen auf eine 

umfassende Assistenz angewiesen. Diesbezüglich müsse ein Assistenzbedarf der Stufe 

3 anstelle eines solchen der Stufe 1 berücksichtigt werden. Auch für die Mobilität 

ausser Hause benötige er eine Assistenz entsprechend der Stufe 3 (statt Stufe 2). Auf 

Reisen und in den Ferien sei er völlig unselbständig; diesbezüglich müsse die Stufe 4 

berücksichtigt werden. Mit einer Verfügung vom 27. Oktober 2017 sprach die IV-Stelle 

dem Versicherten mit Wirkung ab dem 12. Juni 2017 einen Assistenzbeitrag von 510.95 

Franken pro Monat beziehungsweise von 6’131.40 Franken pro Jahr zu (IV-act. 351). 

Bezugnehmend auf die Einwände des Versicherten führte sie aus, bei der Pflege 

gesellschaftlicher Kontakte werde für blinde Personen stets die Stufe 1 berücksichtigt. 

Auch die Berücksichtigung der Stufe 2 betreffend die Mobilität draussen entspreche 

den Vorgaben. Bezüglich Reisen und Ferien sei die Berücksichtigung einer höheren als 

der Stufe 2 nicht gerechtfertigt.

B. 

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B.a  Am 30. November 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Oktober 2017 erheben (act. G 1). Seine 

Vertreterin beantragte die Berücksichtigung eines (höheren) Assistenzbedarfs der Stufe 

3 im Bereich der gesellschaftlichen Teilhabe und Freizeitgestaltung. Zur Begründung 

führte sie an, bei gesellschaftlichen Anlässen sei der blinde Beschwerdeführer nicht nur 

auf eine Assistenz bei der Anreise angewiesen. Er benötige auch eine Orientierungshilfe 

während eines Anlasses sowie eine Hilfe beispielsweise bei der Wahl einer Speise aus 

einer Speisekarte. Auf Reisen respektive in den Ferien könne er sich nicht orientieren. 

Er benötige diesbezüglich sehr viel Dritthilfe.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 26. Januar 

2018 die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, 

gemäss den Vorgaben des „FAKT2“ könne für Personen mit einer hochgradigen 

Sehschwäche, die ansonsten gesund seien, im Bereich der gesellschaftlichen Kontakte 

nur ein Assistenzbedarf der Stufe 1 berücksichtigt werden. Die Stufe 2 sei für 

hochgradig sehschwache Personen reserviert, die sich nur sehr schwer verständlich 

ausdrücken könnten; die Stufe vier für solche, die nur mittels der Gebärdensprache 

kommunizieren könnten. Hinsichtlich der Mobilität im Freien entspreche der vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Assistenzbedarf an ihm fremden Orten den 

Vorgaben des „FAKT2“ für die Stufe 2. Ein Assistenzbedarf der Stufe 3 könnte nur 

berücksichtigt werden, wenn der Beschwerdeführer nur ganz wenige kurze, gut 

vertraute Wegstrecken selbständig bewältigen könnte, was aber hier nicht der Fall sei. 

Im Bereich Ferien und Reisen könne für eine hochgradig sehschwache, aber ansonsten 

gesunde Person kein höherer Assistenzbedarf als jener der Stufe 2 berücksichtigt 

werden. Zusammenfassend erweise sich die Berechnung des Assistenzbedarfs 

respektive die angefochtene Verfügung als rechtmässig.

B.c  Am 1. Februar 2018 bewilligte die verfahrensleitende Richterin dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 7).

B.d  Mit einer Replik vom 1. März 2018 liess der Beschwerdeführer an seinem Antrag 

festhalten (act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen

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1. 

1.1  Laut dem Art. 42quater IVG haben Versicherte einen Anspruch auf einen 

Assistenzbeitrag, wenn sie eine Hilflosenentschädigung beziehen, wenn sie zuhause 

leben und wenn sie volljährig sind. Der Assistenzbeitrag wird gemäss dem Art. 

42quinquies IVG für Hilfeleistungen gewährt, die von der versicherten Person benötigt 

und regelmässig von einer Assistenzperson erbracht werden. Die Grundlage für die 

Berechnung des Assistenzbeitrages bildet gemäss dem Art. 42sexies Abs. 1 IVG die für 

die Hilfeleistungen benötigte Zeit. Der Assistenzbeitrag soll also jene Zeit entschädigen, 

die eine Assistenzperson im konkreten Einzelfall aufwenden muss. In der Praxis wird 

der Assistenzbedarf minutengenau ermittelt und entsprechend auf fünf Rappen genau 

festgesetzt. Darin unterscheidet sich der Assistenzbeitrag wesentlich von der 

Hilflosenentschädigung, bei der nur zwischen drei Stufen einer Hilflosigkeit 

unterschieden wird. Weil bei der Festsetzung der Hilflosenentschädigung nur danach 

gefragt wird, ob eine Hilflosigkeit leichten, mittleren oder schweren Grades vorliegt, 

kann der Hilfebedarf weitgehend pauschaliert ermittelt werden. Für das schematische, 

pauschalierte Ergebnis spielt es mit anderen Worten keine Rolle, wie hoch der für die 

notwendigen Hilfeleistungen erforderliche zeitliche Aufwand genau ist. Das ist beim 

Assistenzbeitrag anders, denn entscheidend für dessen Höhe ist, wie viel Zeit genau 

eine Assistenzperson aufwenden muss, um die notwendige Hilfeleistung zu erbringen. 

Die Frage nach dem konkreten, individuellen Zeitaufwand lässt sich aber nur 

beantworten, wenn ganz genau feststeht, wie hoch der einzelfallspezifische 

Assistenzbedarf ist. Mit jeder Pauschalierung oder Schematisierung wird die 

Beantwortung der Frage nach dem massgebenden Zeitaufwand erschwert, denn bei 

einer Pauschalierung oder Schematisierung wird auf einen – nicht massgebenden – 

gewöhnlichen Durchschnittsfall statt auf den – allein massgebenden – konkreten 

Einzelfall abgestellt. Für die Festsetzung eines Assistenzbedarfs darf deshalb gemäss 

der Rechtsprechung des St. Galler Versicherungsgerichtes (vgl. die Entscheide IV 

2012/133 vom 8. Mai 2013, IV 2014/101 vom 19. Januar 2016 und IV 2017/311 vom 

17. September 2018) und des Bundesgerichtes (Urteil 8C_161/2016 vom 26. August 

2016, E. 3.1.2) nicht auf standardisierte beziehungsweise pauschalierte Vorgaben 

abgestellt werden. Vielmehr müssen sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalls 

ermittelt werden.

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1.2  Ob die Ergebnisse der Sachverhaltsabklärung, die in aller Regel einen 

Augenschein beinhalten dürfte, in einem „gewöhnlichen“ Abklärungsbericht oder im 

„FAKT2“ erfasst werden, ist dabei nicht entscheidend. Die Beschwerdegegnerin hat zur 

Ermittlung des Assistenzbedarfs des Beschwerdeführers vorliegend eine Abklärung in 

dessen Wohnung durchgeführt. Dabei hat es sich offensichtlich nicht um einen 

Augenschein, sondern nur um eine Befragung des Beschwerdeführers gehandelt, 

wobei diese angesichts der knappen Ausführungen im Abklärungsbericht relativ 

oberflächlich durchgeführt worden sein dürfte. Die Eintragungen im „FAKT2“ sind 

weitgehend anhand eines standardisierten Rasters durchgeführt worden, wie die 

Stellungnahme der Beschwerdegegnerin zum Einwand des Beschwerdeführers und 

ihre Ausführungen in der Beschwerdeantwort zeigen. Da der Beschwerdeführer jedoch 

– abgesehen von seiner starken Sehbehinderung – an keiner relevanten 

Gesundheitsbeeinträchtigung leidet und weil der Hilfebedarf von fast ganz oder 

vollständig blinden Personen in den allermeisten Fällen weitgehend identisch ist, hat 

der genaue Hilfebedarf vorliegend ganz ausnahmsweise ohne einen Augenschein, nur 

anhand der Selbstangaben des Beschwerdeführers ermittelt werden können. Der 

Beschwerdeführer hat sich denn auch nicht grundsätzlich gegen die Berechnung des 

Assistenzbedarfs gewendet, sondern nur bezüglich einzelner Positionen die 

Berücksichtigung eines höheren Assistenzbedarfs beantragt. Vorliegend ist folglich nur 

anhand der Einwände des Beschwerdeführers zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

dessen Assistenzbedarf in Minuten betreffend die fraglichen Positionen korrekt 

ermittelt hat.

2. 

2.1  Bezüglich der Festsetzung des Betrages für den Assistenzbeitrag besteht eine 

gewisse Parallele zur Vergütung der Kosten für Kinderspitexleistungen: Sowohl die 

Kosten einer Kinderspitex als auch die Kosten für eine bestimmte Assistenzleistung 

können erst ermittelt werden, wenn die Leistungen effektiv erbracht worden sind; die 

versicherte Person muss aber schon im Voraus wissen, in welchem Rahmen sich die 

vergütungsfähigen Kosten bewegen. Bei den Kinderspitexleistungen wird in aller Regel 

mit einem sogenannten „Kostendach“ operiert: Die IV-Stelle ermittelt im Voraus den 

maximalen Umfang der vergütungsfähigen Kosten und erlässt dann eine 

Feststellungsverfügung über das entsprechende „Kostendach“. Nachdem die 

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Kinderspitexleistungen später effektiv erbracht worden sind, vergütet sie deren Kosten, 

wobei dafür nicht das prospektiv festgesetzte „Kostendach“, sondern vielmehr der 

tatsächliche Umfang der Kosten massgebend ist. Wenn das „Kostendach“ nicht 

vollständig ausgeschöpft wird, muss die IV-Stelle also auch keine Zahlung im Umfang 

des „Kostendachs“ leisten (vgl. zum Ganzen etwa den Entscheid IV 2015/352 des St. 

Galler Versicherungsgerichtes vom 29. November 2016, E. 3.1; bestätigt durch das 

Urteil des Bundesgerichtes 9C_46/2017 vom 6. Juni 2017). Auch beim Assistenzbeitrag 

gehen die IV-Stellen so vor: Sie sprechen den Versicherten ausgehend von dem bei der 

Abklärung an Ort und Stelle ermittelten Zeitaufwand einen „maximalen“ 

Assistenzbeitrag zu, der als ein „Kostendach“ zu verstehen ist, das den 

höchstmöglichen erforderlichen Assistenzbedarf abdecken soll. In der Folge müssen 

die Versicherten Nachweise über die tatsächlich bezogenen Assistenzleistungen 

einreichen. Daraufhin vergüten die IV-Stellen nicht etwa den prospektiv festgesetzten 

„maximalen“ Assistenzbeitrag, sondern vielmehr nur jene Kosten, die den Versicherten 

tatsächlich angefallen sind; übersteigen diese allerdings das „Kostendach“, können sie 

nur bis zur Höhe des „Kostendachs“ von der IV-Stelle vergütet werden.

2.2  Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, dass er für die gesellschaftliche 

Teilhabe, für die Mobilität „draussen“ sowie für Ferien und Reisen auf eine erhebliche 

Dritthilfe angewiesen sei. Dagegen hat die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen 

eingewendet, sie könne nicht mehr als den „typischen“ Durchschnittsassistenzbedarf 

eines Blinden für diese Verrichtungen berücksichtigen. Sie hat also offensichtlich 

verkannt, dass für den vorliegenden Fall nicht ein „typischer“ Durchschnittsbedarf, 

sondern der tatsächliche Bedarf an Assistenzleistungen massgebend ist. Nicht jeder 

Blinde besucht beispielsweise gleich viele gesellschaftliche Anlässe wie alle anderen 

Blinden. Der noch sehr junge Beschwerdeführer geht offenbar häufiger an Konzerte 

oder in die Ferien als andere Blinde. Der von ihm für die gesellschaftliche Teilhabe, für 

die Mobilität „draussen“ sowie für Ferien und Reisen geltend gemachte 

Assistenzbedarf mag deshalb höher als jener eines „durchschnittlichen“ Blinden sein, 

aber das ändert nichts an der Tatsache, dass beim Beschwerdeführer ein 

entsprechend höherer und nicht nur ein „Durchschnittsbedarf“ besteht und dass für die 

Ermittlung des „Kostendachs“ des Assistenzbeitrages nicht der „Durchschnittsbedarf“, 

sondern der konkrete Bedarf im Einzelfall massgebend ist. Angesichts der 

überzeugenden Ausführungen des Beschwerdeführers zu seinem Bedarf im Bereich 

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der gesellschaftlichen Teilhabe und Freizeitgestaltung kann sein diesbezüglicher 

Assistenzbedarf ohne weitere Abklärungen (anders als etwa im Entscheid IV 2017/311 

des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 17. September 2018) direkt festgesetzt 

werden. Der von ihm geltend gemachte Assistenzbedarf in der Höhe der Stufe 3 

gemäss dem „FAKT2“ ist folglich als ausgewiesen zu erachten.

3. 

Die angefochtene Verfügung ist folglich in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben 

und die Sache ist zur Festsetzung eines Assistenzbeitrages an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, der im Bereich der gesellschaftlichen Teilhabe 

und Freizeitgestaltung einen Assistenzbedarf der Stufe 3 gemäss dem „FAKT2“ 

berücksichtigt. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der nicht durch anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 

2017 aufgehoben und die Sache wird zur neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen.

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