# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f455ff5-b4ca-57a7-bc9e-c060f3cba65b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.06.2021 D-2787/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2787-2021_2021-06-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2787/2021 

law/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton;   

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Staatsangehörigkeit unbekannt,   

vertreten durch MLaw Nathalie Kux, HEKS Rechtsschutz 

Bundesasylzentren (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 4. Juni 2021 / N (…). 

 

 

 

D-2787/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 19. Mai 2021 in der Schweiz um Asyl er-

suchte,  

dass er verschiedene Dokumente aus Frankreich und Spanien einreichte, 

dass der Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Da-

tenbank «Eurodac» ergab, dass dieser am 12. März 2021 in Frankreich ein 

Asylgesuch eingereicht hat, 

dass das SEM am 25. Mai 2021 die zuständige französische Behörde um 

Übernahme des Beschwerdeführers, gestützt auf die einschlägigen Staats-

verträge (Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 

Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asyl-

antrags [Dublin-Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392. 68]; Verordnung 

[EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist [Dublin-III-VO]; Verordnung [EG] 

Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchfüh-

rungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO 

Dublin]) zur Durchführung des Asylverfahrens ersuchte, 

dass er am 26. Mai 2021 durch das SEM zu seinen Personalien befragt 

erklärte, er sei spanischer Staatsangehöriger, sein letzter Wohnort sei 

B._______ (Marokko), wo er auf der Strasse gelebt habe, sein Vater lebe 

in Frankreich und im Jahr 2018 sei er illegal nach Spanien ausgereist, 

dass er im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur Anwendung der Rechtsbe-

stimmungen des Dublin-Regimes vom 1. Juni 2021 ausführte, sein Vater 

sei Spanier und seine Mutter Marokkanerin, er wolle nicht nach Frankreich 

zurückkehren, er habe dort verschiedene Probleme mit Organisationen – 

wie dem Roten Kreuz – gehabt, und er habe viel in seinem Leben gelitten, 

dass er zum medizinischen Sachverhalt im Wesentlichen angab, er sei 

psychisch krank, in Spanien habe er einen Arzt besucht, er würde nerven-

beruhigende Medikamente einnehmen, auch im BAZ habe er einen Arzt 

aufgesucht, er möchte ambulant behandelt werden, 

D-2787/2021 

Seite 3 

dass die Rechtsvertreterin anlässlich des rechtlichen Gehörs professio-

nelle psychische Hilfe für den Beschwerdeführer beantragte und sich auf-

grund der Verständigungsschwierigkeiten zwischen dem Dolmetscher und 

dem Beschwerdeführer das Recht vorbehielt, das rechtliche Gehör schrift-

lich zu ergänzen, 

dass die zuständige französische Behörde dem Ersuchen um Übernahme 

des Beschwerdeführers am 3. Juni 2021 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO zustimmte, 

dass sich das SEM am 3. Juni 2021 bei den Pflegefachkräften im BAZ er-

kundigte, ob sich der Beschwerdeführer bei ihnen gemeldet habe und ob 

es Datenblätter beziehungsweise Arztberichte gebe, 

dass die Pflegefachkräfte am 4. Juni 2021 dem SEM mitteilten, der Be-

schwerdeführer habe sich am 21. Mai 2021 bei ihnen gemeldet und ihnen 

erklärt, dass er seit dem Jahr 2012 Valium nehme, er habe auch Schnitt-

verletzungen am Arm und Thorax gezeigt, die er sich selbst zugefügt habe, 

jedoch habe er sich aufgrund dieser Problematik nicht mehr bei ihnen ge-

meldet und es bestünden auch keine medizinischen Datenblätter oder Arzt-

berichte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 4. Juni 2021 – eröffnet am 7. Juni 2021 

– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Frankreich 

anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

14. Juni 2021 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, sich für das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers für zuständig zu erachten, eventualiter sei die Verfü-

gung zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen, 

D-2787/2021 

Seite 4 

dass er zudem beantragte, es sei im Sinne vorsorglicher Massnahmen die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzu-

weisen, von einer Überstellung nach Frankreich abzusehen, bis das Bun-

desverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden hat, 

dass auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die un-

entgeltliche Prozessführung zu gewähren sei, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, es sei beim Dublin-Ge-

spräch am 1. Juni 2021 zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen dem 

D-2787/2021 

Seite 5 

Dolmetscher und dem Beschwerdeführer gekommen und die Antworten 

des Beschwerdeführers seien nicht vollständig rückübersetzt worden,  

dass zu Beginn des Dublin-Gesprächs vom 1. Juni 2021 im Zusammen-

hang mit der an den Beschwerdeführer gerichteten Frage, ob er den Dol-

metscher verstehe, im Protokoll festgehalten wurde, es gebe sprachliche 

Probleme, weil der Beschwerdeführer nicht auf Hocharabisch zu sprechen 

begonnen habe, habe der Dolmetscher bei Rückfragen ins Spanische und 

Französische gewechselt; es seien nicht alle Fragen beantwortet worden 

und es habe dem Beschwerdeführer nicht alles rückübersetzt werden kön-

nen (vgl. SEM-Akte 33/2), 

dass der Beschwerdeführer wie auch seine Rechtsvertretung allerdings 

gleichwohl unterschriftlich bestätigten, dass dem Beschwerdeführer die 

Aussagen von seiner Rechtsvertretung Satz für Satz vorgelesen und durch 

den Dolmetscher in eine ihm verständliche Sprache übersetzt worden 

seien, er zudem die Aussagen verstanden habe und das Festgehaltene 

seinen freien Äusserungen entspreche, 

dass die Rechtsvertretung im Anschluss an das Dublin-Gespräch bezie-

hungsweise in den zwei Tagen bis zum Erlass der Verfügung keine weite-

ren schriftlichen Ergänzungen anbrachte, 

dass deshalb davon auszugehen ist, dass der relevante Sachverhalt be-

treffend die Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahren vom SEM hinreichend festgestellt worden ist, 

dass ferner aus den Akten zwar ersichtlich ist, dass dem Beschwerdeführer 

vom Pflegepersonal Tabletten verabreicht worden sind und ein Drogen-

screening gemacht worden ist (vgl. SEM-Akte 31/3), dazu aber offenbar 

seitens des Personals keine Aufzeichnungen verfasst wurde, die Eingang 

in die Akten gefunden haben,  

dass sich das SEM mit den aus den Akten hervorgehenden gesundheitli-

chen Problemen des Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung 

dennoch auseinandergesetzt und dargelegt hat, warum diese einer Weg-

weisung nach Frankreich nicht entgegenstehen würden, 

dass der Gesundheitszustand im Dublin-Verfahren kein zuständigkeitsbe-

gründendes Kriterium ist, weshalb das SEM auch nicht gehalten war, die 

französischen Behörden bereits im Übernahmeersuchen über den Ge-

sundheitszustand zu informieren, 

D-2787/2021 

Seite 6 

dass nach dem Gesagten der relevante Sachverhalt hinreichend festge-

stellt worden ist und keine Verletzungen des rechtlichen Gehörs festzustel-

len sind, weshalb der Rückweisungsantrag abzuweisen ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass das SEM auf das Asylgesuch nicht eintritt, sofern die Prüfung der Zu-

ständigkeitskriterien zur Feststellung führt, dass ein anderer Mitgliedstaat 

für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, und der betreffende Mit-

gliedstaat einer Übernahme zugestimmt hat oder von dessen Zustimmung 

infolge unterlassener Antwort innerhalb der einschlägigen Frist auszuge-

hen ist (Art. 22 Abs. 7 sowie Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass die französische Behörde dem auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO 

gestützte Übernahmeersuchen vom 25. Mai 2021 am 3. Juni 2021 zu-

stimmten, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Frankreichs somit gegeben ist und 

diese vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird, 

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, gegen eine 

Rückkehr nach Frankreich spreche, dass er dort obdachlos gewesen sei, 

er keine Unterstützung erhalten habe und unter Drogeneinfluss vergewal-

tigt worden sei, 

dass in der Beschwerde eingewendet wird, eine Überstellung nach Frank-

reich im Hinblick auf seine gesundheitliche Verfassung eine tatsächliche 

Gefahr (real risk) einer Verletzung von Art. 3 EMRK mit sich bringen würde, 

dass er bereits der französischen Asylbehörde kundgetan habe, dass er 

gerne einen Arzt sehen möchte, dies gemäss Akten in Frankreich jedoch 

nie veranlasst worden sei, 

dass er infolge seiner schweren Suchterkrankung und seiner psychischen 

Beschwerde als besonders vulnerable Person zu qualifizieren sei, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

D-2787/2021 

Seite 7 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung aus humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass Frankreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden kann, Frankreich anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass keine Gründe für die Annahme vorhanden sind, Frankreich werde im 

Falle des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-Refoulements miss-

achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein 

Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-

fährdet sind oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden, 

dass festzuhalten ist, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung in 

Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts festgestellt hat, es gebe keinen Grund für die Annahme, das Asylver-

fahren und die Aufnahmebedingungen in Frankreich würden systemische 

Schwachstellen aufweisen, weshalb die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 

Satz 2 Dublin-III-VO von vornherein nicht gerechtfertigt ist, 

dass mit der in der Beschwerde am französischen Asylsystem erhobenen 

Kritik und dem skizzierten mutmasslichen Szenario, welches sich für den 

Beschwerdeführer im Falle der Überstellung nach Frankreich ergebe, nicht 

D-2787/2021 

Seite 8 

hinreichend konkret aufgezeigt wird, dass für ihn in Frankreich tatsächlich 

eine aktuelle und ernsthafte Gefahr einer Verletzung von im Völkerrecht 

verankerten, direkt anwendbaren Individualrechten besteht (vgl. BVGE 

2010/45 E. 7.4 und 7.5), 

dass das SEM zutreffend festgestellt hat, Frankreich sei ein Rechtsstaat, 

welcher über eine funktionierende Polizeibehörde verfügt, die sowohl als 

schutzwillig wie auch als schutzfähig gilt, weshalb sich der Beschwerde-

führer betreffend die geltend gemachte Vergewaltigung durch eine Privat-

person an die zuständigen staatlichen Stellen wenden kann, 

dass der Beschwerdeführer gemäss der beim SEM eingereichten Doku-

menten in Frankreich ein Asylgesuch einreichen konnte, welches registriert 

worden ist, und er über ein Domizil verfügte (vgl. SEM-Akte A17/6), wes-

halb nicht nachvollziehbar ist, warum er in Frankreich obdachlos gewesen 

sein soll, 

dass der Beschwerdeführer geltend macht, er habe psychische Probleme 

und in der Beschwerde ausgeführt wird, er sei drogenabhängig, 

dass er zwar gemäss einem eingereichten Formular aus Frankreich ange-

kreuzt hatte, dass er von einem Arzt untersucht werden möchte (vgl. SEM-

Akte A17/6 S. 3), 

dass der Beschwerdeführer jedoch weder im erstinstanzlichen Verfahren 

geltend machte noch in der Beschwerde aufzeigt, geschweige denn doku-

mentiert wird, dass er sich diesbezüglich nochmals an die französischen 

Behörden gewandt hat, um eine medizinische Behandlung zu erhalten und 

ihm diese verwehrt worden sei, 

dass er sodann auch in der Schweiz der Aufforderung, sich bei der Pflege 

im BAZ zu melden, um eine ärztliche Behandlung in Anspruch zu nehmen, 

nicht Folge geleistet hat (vgl. SEM-Akte A37/1), 

dass vor diesem Hintergrund kein hinreichender Grund zur Annahme be-

steht, Frankreich habe ihm die gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden 

minimalen Lebensbedingungen vorenthalten oder werde dies ihm gegen-

über in Zukunft tun, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann,  

D-2787/2021 

Seite 9 

dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-

nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),  

dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss neuerer Praxis des EGMR 

aber auch vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Ab-

schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-

staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen 

und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands 

ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen 

Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

41738/10, §§ 180–193 m.w.H.), 

dass ein derartiges Szenario im Falle des Beschwerdeführers offensicht-

lich auszuschliessen ist,  

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,  

dass sich das Bundesverwaltungsgericht unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, und der diesbezügli-

che gestellte sinngemässe Antrag abzuweisen ist,  

dass nach dem Gesagten kein Grund für die Ausübung des Selbsteintritts-

rechts gemäss Art. 17 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 be-

steht, und ergänzend festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO den Schutz-

suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber 

auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Frankreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

D-2787/2021 

Seite 10 

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, 

dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache die Gesuche um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Sinne von Art. 107a AsylG, um 

Anordnung von vorsorglichen Massnahmen gegenüber den Vollzugsbe-

hörden und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ge-

genstandslos geworden sind, 

dass die Beschwerdebegehren, wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt, als aussichtslos zu bezeichnen sind, 

dass damit die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 102m 

AsylG nicht erfüllt und folglich das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2787/2021 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige  

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Sarah Ferreyra 

 

 

Versand: