# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a53241e8-e4f2-5b0e-894b-25e01bfcc206
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.06.2017 IV 2014/572
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-572_2017-06-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/572

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 12.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2017
Lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision. Das interdisziplinäre 
Gutachten überzeugt auch vor dem Hintergrund der neuen 
höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden. Da die 
Beschwerdeführerin keine Erwerbseinbusse erleidet und im Haushalt nicht 
erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, hat die IV-Stelle die 
Rente zu Recht für die Zukunft aufgehoben. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 
2017, IV 2014/572). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_529/2017.

Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2017

A.   

A.a  A.___ meldete sich im September 2003 unter Hinweis auf eine Fibromyalgie bei der 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab 

an, in B.___ acht Jahre lang die Grundschule besucht zu haben. Einen Beruf habe sie 

nicht erlernt. Zuletzt sei sie als Produktionsmitarbeiterin für die C.___ AG tätig 

gewesen. Im Februar 20__ habe sie ihr erstes Kind geboren. Seit Oktober 2002 sei sie 

arbeitsunfähig. Die D.___ SA (Rechtsnachfolgerin der C.___ AG) informierte die IV-Stelle 

am 1. Oktober 2003 (IV-act. 10), dass sie die Versicherte von Februar 1998 bis 

September 2003 als Arbeiterin beschäftigt habe. Der Monatslohn habe sich ab dem 1. 

Juni 2002 auf Fr. 2'850.-- belaufen. Gemäss dem IK-Auszug hatte die Versicherte im 

Jahr 2001 ein Erwerbseinkommen von Fr. 36'280.-- erzielt (IV-act. 7).

A.b  Dr. med. E.___, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, berichtete 

am 6. Oktober 2003, dass die Versicherte wegen intensiver Schmerzen am ganzen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Körper seit dem 18. Oktober 2002 in jeglicher Tätigkeit voll arbeitsunfähig sei. Als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gab sie ein Panvertebralsyndrom bei 

Wirbelsäulenfehlhaltung und muskulärer Dysbalance, eine Hyperlaxität, eine 

Fibromyalgietendenz und eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion mittleren 

Grades an (IV-act. 13). Die Arbeitsunfähigkeit sei zur Hälfte den körperlichen und 

sicherlich zur Hälfte den psychischen Beschwerden zuzuschreiben. Die Klinik Valens 

hatte im Austrittsbericht vom 4. Februar 2003 über einen stationären 

Rehabilitationsaufenthalt vom 8. bis 22. Januar 2003 die folgenden Diagnosen 

angegeben (IV-act. 13-9 ff.):

•      Panvertebralsyndrom mit/bei schwerer Haltungsinsuffizienz, ausgeprägter 

muskulärer Dysbalance und Status nach diskretem thorakolumbalem M. Scheuermann

•      Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion mittleren Grades

•      Knick-Senkfuss beidseits.

Die Klinikärztinnen hatten der Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert.

A.c  Mit Verfügung vom 26. Oktober 2004 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab dem 

1. November 2004 gestützt auf einen reinen Einkommensvergleich bei einem IV-Grad 

von 100 % eine ganze Rente zu (IV-act. 40). Die rückwirkende Zusprache einer ganzen 

Rente ab 1. Oktober 2003 erfolgte mit zwei Verfügungen vom 24. Dezember 2004 (IV-

act. 41).

A.d  Im Revisionsfragebogen vom 19. September 2006 gab die Versicherte an, dass 

sich ihr Gesundheitszustand seit einem Verkehrsunfall vom 9. September 2004 

verschlimmert habe (IV-act. 45). Dr. E.___ bestätigte am 6. Oktober 2006, dass die 

Beschwerden im Nackengebiet nach einem Autoauffahrunfall mit Commotio cerebri am 

9. September 2004 zugenommen hätten (IV-act. 48). Am 22. November 2006 teilte die 

IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe 

(IV-act. 50).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e  Am 9. Januar 2009 berichtete Dr. E.___, dass die Versicherte verstärkte 

Schmerzen empfinde (IV-act. 63). Da die Versicherte immer noch stille (3. Geburt im 

März 20__, IV-act. 58 f.), sei nur eine abortive analgetische Therapie möglich. Die 

intensiven Schmerzen hätten zu einer leichten depressiven Verstimmung geführt. Die 

Versicherte sei weiterhin in jeglicher Tätigkeit voll arbeitsunfähig. Anlässlich einer 

Haushaltsabklärung vom 5. Mai 2009 (IV-act. 67) erklärte die Versicherte, dass sie als 

Gesunde auch mit drei Kindern voll erwerbstätig wäre. Sie machte im Haushalt eine 

Einschränkung von rund 65 % geltend. Die Abklärungsperson stellte sich auf den 

Standpunkt, dass die Versicherte in der jetzigen Lebenslage höchstens eine 

Teilerwerbstätigkeit von 50 % ausüben würde. Im Triage-Protokoll vom 13. Juli 2009 

wurde festgehalten, dass nicht die Statusänderung, sondern die medizinische 

Überprüfung (Wiedererwägung) im Vordergrund stehe (IV-act. 68). RAD-Ärztin Dr. med. 

F.___ notierte am 5. Januar 2010, eine Begutachtung mache keinen Sinn, da nicht 

beweisbar sei, dass die ursprüngliche Einschätzung grob unrichtig gewesen sei (IV-act. 

70). Am 18. Januar 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie bei einem IV-

Grad von 83 % weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 72). Der IV-Grad 

wurde neu anhand der gemischten Methode (50 % Erwerb, 50 % Haushalt) berechnet 

(IV-act. 71).

A.f  Im Dezember 2012 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (IV-act. 

75). Die Versicherte bezeichnete ihren Gesundheitszustand als unverändert. Dr. med. 

G.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, gab in ihrem Bericht vom 22./28. 

Januar 2013 die folgenden Diagnosen an (IV-act. 78):

•      Anhaltende somatoforme Schmerzstörung

•      rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradige 

depressive Episode.

Sie erklärte, dass der Gesundheitszustand unverändert sei. Die Konsultationen fänden 

ein- bis zweimal pro Jahr statt. Die Versicherte reagiere auf alle antidepressiven und 

neuroleptischen Medikamente mit Nebenwirkungen. Sie sei in jeglicher Tätigkeit voll 

arbeitsunfähig. Vom 14. Februar bis 11. März 2011 war die Versicherte in der Klinik 

H.___ stationär behandelt worden (Bericht vom 21. März 2011, IV-act. 78-6 ff.). Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Oberärztin Dr. med. I.___ hatte als Diagnosen eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung Psychalgie (ICD-10: F45.4) und eine schwere depressive Episode 

ohne psychotische Symptome (F32.2) angegeben. Die Versicherte sei nach einem 

insgesamt positiven Verlauf in stabilisierter psychischer und körperlicher Verfassung 

ausgetreten. Dr. E.___ berichtete am 1. Februar 2013 über einen stationären 

Gesundheitszustand (IV-act. 79). Dr. I.___ teilte am 31. Januar 2013 mit (IV-act. 80), 

dass ihr über den Verlauf nach dem Klinikaustritt keine Informationen vorlägen. Dr. 

med. J.___, Ärztin für Anästhesie FMH, berichtete am 30. Mai 2013 (IV-act. 87), dass 

der Gesundheitszustand stationär sei; sie verwies auf die Berichte von Dr. E.___. Dr. 

med. K.___ vom RAD notierte am 26. Juli 2013 (IV-act. 89), dass die 

rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit überwiegend mit einem Leiden gemäss den 

Schlussbestimmungen der IVG-Revision 6a begründet worden sei. Jedoch könne eine 

neu hinzugekommene depressive Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht 

ganz ausgeschlossen werden.

A.g  Im Fragebogen vom 10. September 2013 gab die Versicherte an, dass sie heute 

ohne Behinderung aus finanziellen Gründen voll erwerbstätig wäre (IV-act. 90). Die 

meisten Haushaltsarbeiten würden durch den Ehemann und die Schwiegereltern 

erledigt. Dr. G.___ berichtete am 11. Dezember 2013 über einen stationären 

Gesundheitszustand (IV-act. 95). Phasenweise trete eine starke Verschlechterung der 

Stimmungslage auf. Die Versicherte sei wenig belastbar und verfüge über praktisch 

keine Stresstoleranz. Sie sei weiterhin in jeglicher Tätigkeit voll arbeitsunfähig.

A.h  Anlässlich einer Haushaltsabklärung vom 14. November 2013 (IV-act. 96) 

bestätigte die Versicherte erneut, dass sie heute ohne Behinderung vollerwerbstätig 

wäre. Die Abklärungsperson hielt fest, dass an der bisherigen Qualifikation von 50 % 

Haushalt und 50 % Erwerb festzuhalten sei. Sie habe die Einschränkung im Haushalt 

nicht nachvollziehbar bemessen können. Die Arbeitsfähigkeit im Haushalt sei daher aus 

medizinischer Sicht festzusetzen. Auf Anfrage hin teilte Dr. G.___ am 6. Januar 2014 

mit (IV-act. 100), dass seit der Hospitalisation elf Konsultationen stattgefunden hätten 

(vier im 2011, zwei im 2012 und fünf im 2013). RAD-Arzt Dr. K.___ empfahl am 19. 

Februar 2014 eine Begutachtung (IV-act. 106).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.i   Im Juni/Juli 2014 wurde die Versicherte polydisziplinär (allgemeinmedizinisch, 

rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch) durch die ABI Aerztliches 

Begutachtungs-Institut GmbH (nachfolgend: ABI) untersucht (Gutachten vom 16. Juli 

2014, IV-act. 113). Die Gutachter nannten nur eine Diagnose mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit:

•      Chronisches multilokuläres bis generalisiertes Schmerzsyndrom

-      keine Hinweise für eine erklärende Erkrankung aus dem rheumatologischen 

Formenkreis

-      leichte Fehlhaltung der Wirbelsäule, myofasciales Nacken-/Schultergürtelsyndrom, 

Senkfüsse, Tendenz zu leichter allgemeiner Hyperlaxität, anzunehmende erhebliche 

Dekonditionierung im Rahmen eines Schonverhaltens

-      vergleiche Diagnose 5.2.1 (chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren).

Die Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

•      Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)

•      Status nach mittelgradiger depressiver Episode (F32.1)

•      Adipositas, BMI 30 kg/m2

•      minimes sensibles Karpaltunnelsyndrom rechts.

Dr. med. L.___ hielt fest, dass aus allgemeininternistischer Sicht keine Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne. Der psychiatrische Gutachter 

Dr. med. M.___ erklärte, dass sich die Versicherte aufgrund der Schmerzen nicht in der 

Lage fühle, zu arbeiten, und dass sie sich kaum in der Lage fühle, den Haushalt zu 

führen. Da das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden und die subjektive 

Krankheitsüberzeugung durch somatische Befunde nicht hinreichend objektiviert 

werden könnten, müsse eine psychische Überlagerung angenommen werden. Als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychosoziale Belastungen seien die ungewohnte berufliche Tätigkeit (1998 erstmals 

erwerbstätig), die Belastungen durch die Emigration und durch die Schwangerschaft 

sowie die Geburt der (ersten) Tochter zu erwähnen. Mit den Beschwerden habe die 

Versicherte vor sich und ihrer Umgebung die Rechtfertigung dafür gehabt, keiner Arbeit 

nachgehen zu müssen, Zeit für ihr Kind zu haben und die Unterstützung der Familie, 

insbesondere der Schwiegermutter, zu erhalten. Obwohl die Versicherte seit 1999 über 

heftigste Schmerzen klage, sich schwer depressiv fühle und sich seit 2002 aufgrund 

der Schmerzen nicht mehr arbeitsfähig fühle, sei sie 200_ und 200_ Mutter von zwei 

weiteren Kindern geworden. Dass alle gängigen Antidepressiva wegen 

Nebenwirkungen abgesetzt werden müssten, entspreche nicht der klinischen 

Erfahrung. Es lägen einige Diskrepanzen vor: Die Versicherte habe berichtet, dass der 

Haushalt praktisch von der Schwiegermutter geführt werde, da sie selber dazu nicht in 

der Lage sei. Allerdings habe sie auch erwähnt, dass die Schwiegereltern während den 

Frühlingsferien nach B.___ zurückkehrten und erst im Herbst wieder in die Schweiz 

kämen. Der Ehemann arbeite ganztags. Die Versicherte sei also in der Lage, sich um 

ihre drei Kinder zu kümmern. Die geklagten Konzentrations- und 

Orientierungsstörungen könnten in keiner Art und Weise nachvollzogen werden. Wie 

die somatischen Beschwerden verdeutliche die Versicherte auch ihre psychischen 

Beschwerden derart, dass sie vor sich und der Umgebung die Rechtfertigung dafür 

habe, nicht arbeiten zu müssen. Aus ihren Beschwerden ziehe sie auch einen hohen 

sekundären Krankheitsgewinn (u.a. jahrelange Berentung). Des Weiteren sei sie in der 

Lage gewesen, vor einigen Wochen zusammen mit ihrer Familie mit dem Bus nach 

B.___ zu reisen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die depressiven Verstimmungen 

leichtgradig ausgeprägt; sie seien im Rahmen der Schmerzstörung zu sehen. Weder 

liege eine ausgeprägte psychiatrische Komorbidität vor noch seien die Foerster-

Kriterien erfüllt (IV-act. 113-11 f.). Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine 

Einschränkung der Arbeits¬fähigkeit. Der neurologische Gutachter Dr. med. N.___ 

führte aus, dass der klinisch-neurologische Status bis auf die Angabe einer 

Dysästhesie und einer Dysalgesie an den radialen Fingern linksbetont beidseits normal 

gewesen sei. Insbesondere hätten sich keine Anhaltspunkte in Richtung einer 

radikulären Reiz- oder Ausfallssymptomatik gefunden. Deskriptiv liege ein 

„Ganzkörperschmerz-Syndrom“ vor, für das es aus neurologischer Sicht keine 

Erklärung gebe. Es sei von einer Schmerzfehlverarbeitung auszugehen. Das minime 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sensible Karpaltunnel-Syndrom rechts habe keine Bedeutung, da die Versicherte die 

Beschwerden als deutlich linksbetont angegeben habe, wo die Messwerte normal 

seien. Aus neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der 

rheumatologische Gutachter Dr. med. O.___ erklärte, dass bei der aktuellen klinischen 

Untersuchung keine relevanten Bewegungseinschränkungen wie auch keine artikulo- 

oder tenosynovitische Veränderungen nachweisbar gewesen seien. An der Wirbelsäule 

habe sich eine leichte Fehlhaltung mit gering betonter BWS-Kyphose und flacher 

linkskonvexer Skoliose gefunden. Das klinische Gesamtbild sei durch eine massive 

Schmerzfixierung und eine erhebliche Selbstlimitierung geprägt gewesen. Es hätten 

sich (massive) Diskrepanzen gezeigt (IV-act. 113-21). Hinweise für eine definierte und 

relevante Erkrankung des Bewegungsapparates oder eine systemisch-

rheumatologische Affektion seien nicht vorhanden gewesen; das klinische Gesamtbild 

wäre auch nicht mit einer bekannten Krankheitsidentität aus dem rheumatologischen 

Formenkreis vereinbar. Wegen der Dekonditionierung sei eine leichte Einschränkung 

der physischen Belastbarkeit zu attestieren. Körperlich schwere Tätigkeiten seien der 

Versicherten nicht mehr und körperlich mittelschwere Tätigkeiten nur noch zu 50 % 

zumutbar. Für eine körperlich leichte bis teilweise mittelschwere Tätigkeit mit der 

Möglichkeit zu Wechselpositionen und ohne monoton-repetitive Haltungen oder 

Bewegungen bestehe aus rein rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. In polydisziplinärer Hinsicht schätzten die Gutachter die 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit spätestens ab Juni 2014 auf 100 

%. Im Haushalt, wo die Versicherte nach eigenem Gutdünken Pausen zur Erholung 

einlegen und sich von ihrer Familie helfen lassen könne, attestierten sie der 

Versicherten keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dr. K.___ vom RAD 

erklärte am 4. August 2014, dass das Gutachten formal und inhaltlich den 

Anforderungen an ein versicherungsmedizinisches Gutachten entspreche (IV-act. 114).

A.j   Mit Vorbescheid vom 20. August 2014 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die 

Aufhebung der Rente an (IV-act. 118). Zur Begründung verwies sie auf die 

Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 18. März 2011. Sie erklärte, dass den 

vorliegenden medizinischen Unterlagen keine objektivierbaren anatomischen Befunde 

zu entnehmen seien, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte 

Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Dagegen liess die Versicherte am 11. 

September 2014/16. Oktober 2014 einwenden, dass die behandelnden Ärzte mit den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schlussfolgerungen der ABI-Gutachter nicht einverstanden seien (IV-act. 122 und 126). 

Dr. G.___ hatte am 17. September 2014 kritisiert, dass der psychiatrische Gutachter 

keine eigenständige Depression diagnostiziert habe, obwohl er leichtgradige 

depressive Verstimmungen festgestellt habe (IV-act. 126-4 f.). Der Gutachter habe zwar 

die Aussage der Versicherten, dass sie sich traurig fühle und Schuldgefühle habe, 

wiederholt; er habe die Versicherte jedoch nicht weiter exploriert. Die Versicherte leide 

weiterhin an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode. Phasenweise komme es zu Verschlechterungen der Stimmungslage. Die 

Foerster-Kriterien seien erfüllt. Die Medikamentenunverträglichkeit (nicht nur 

Psychopharmaka) sei seit Jahren bekannt. Dr. E.___ hatte am 12. Oktober 2014 erklärt, 

dass wegen der psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 126-2 f.). Sie stellte sich ebenfalls 

auf den Standpunkt, dass die Foerster-Kriterien erfüllt seien.

A.k  Mit Verfügung vom 14. November 2014 hob die IV-Stelle die Rente aus den im 

Vorbescheid angegebenen Gründen auf den ersten Tag des zweiten Monats nach 

Zustellung der Verfügung auf (IV-act. 127). Zum Einwand erwiderte sie, dass die 

Einschätzungen der behandelnden Ärztinnen als differente Wertung desselben 

medizinischen Sachverhalts anzusehen seien und bei gegebener Aktenlage nicht 

nachvollzogen werden könnten. Die Einschätzungen der Gutachter seien höher zu 

gewichten.

B.   

B.a  Gegen die Aufhebungsverfügung vom 14. November 2014 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 12. Dezember 2014 Beschwerde (act. G 1). In 

der Beschwerdebegründung vom 9. Januar 2015 (act. G 3) beantragte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung. Zudem stellte er 

ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur 

Begründung machte er geltend, dass die seinerzeitige Rentenzusprache nicht 

ausschliesslich aufgrund der Diagnose einer Fibromyalgie bzw. einer Tendomyalgie 

erfolgt sei. Vielmehr seien damals auch ein Panvertebralsyndrom bei 

Wirbelsäulenfehlhaltung und muskulärer Dysbalance und eine Hyperlaxität 

diagnostiziert worden. Zudem habe sich die Beschwerdeführerin bei einem Autounfall 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im September 2004 u.a. eine Commotio cerebri zugezogen. Ausserdem sei bereits 

damals eine Anpassungsstörung bei depressiver Reaktion mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit diagnostiziert worden. Auch im Revisionszeitpunkt habe nicht 

ausschliesslich ein syndromales Beschwerdebild vorgelegen. Die Gutachter seien zu 

Unrecht davon ausgegangen, dass lediglich noch leichte depressive Verstimmungen im 

Rahmen der Schmerzstörung vorlägen. Sie hätten auch nicht rechtsgenüglich 

abgeklärt, ob die Foerster-Kriterien erfüllt seien. Bei der teilweise schweren Depression 

handle es sich um eine psychische Komorbidität. Auch die Foerster-Kriterien seien 

erfüllt. Die Rente könne weder gestützt auf die Schlussbestimmungen zur 6. IV-

Revision noch gestützt auf Art. 17 ATSG (Revision) aufgehoben werden.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 12. Februar 2015 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung brachte sie vor, aus dem 

Austrittsbericht der Klinik Valens ergebe sich eindeutig, dass die diagnostizierte 

Anpassungsstörung eine Folge der Schmerzstörung und damit kein eigenständiges 

psychisches Leiden sei. Der Beschwerdeführerin sei also überwiegend gestützt auf ein 

syndromales Leiden eine Rente zugesprochen worden. Das ABI-Gutachten sei 

ausführlich abgefasst und dessen Schlussfolgerungen erschienen als begründet. Das 

Schreiben von Dr. G.___ sei sehr rudimentär und stütze sich nicht auf eine aktuelle 

psychiatrische Untersuchung. Ausserdem sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung 

überwiegend zugunsten ihrer Patienten aussagten. Gestützt auf das ABI-Gutachten sei 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit 

auszugehen. Im Übrigen handle es sich bei der erheblichen Verbesserung der 

depressiven Symptomatik um einen Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG.

B.c  Das Gericht bewilligte am 16. Februar 2015 das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 6).

B.d  In seiner Replik vom 10. März 2015 (act. G 8) machte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin ergänzend geltend, dass die seinerzeit diagnostizierte 

Anpassungsstörung nicht lediglich ein Teilaspekt einer Schmerzstörung dargestellt 

habe. Die Behauptung, dass sich die Beurteilung von Dr. G.___ nicht auf eine aktuelle 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Untersuchung stütze, sei nicht stichhaltig. Die Beschwerdeführerin befinde sich 

weiterhin bei Dr. G.___ in Behandlung. Der psychiatrische Gutachter habe die 

geschilderten depressiven Symptome nicht ausreichend exploriert. Dem Umstand, 

dass die psychischen Probleme zumindest teilweise gravierend gewesen seien, habe 

er nicht Rechnung getragen. Dr. G.___ hatte am 8. März 2015 ergänzend vorgebracht, 

ein voller sozialer Rückzug sei zu bejahen, da die Beschwerdeführerin nur noch Kontakt 

mit ihren Kindern, dem Ehemann und den Schwiegereltern habe (act. G 8.1). Die 

Versicherte sei immer motiviert gewesen, sich selber zu helfen, und sie habe an 

diversen Therapien teilgenommen. Sie sei immer kooperativ gewesen und habe 

versucht, ihre Gesundheit durch die vorgeschlagenen Massnahmen zu verbessern. Am 

11. März 2015 reichte der Rechtsvertreter ein Zeugnis von Dr. med. P.___, Fachärztin 

für Gynäkologie, vom 11. März 2015, ein (act. G 9). Diese hatte über eine Mastodynie 

(Schmerzhaftigkeit der Brust) mit Mamillensekretion berichtet und erklärt, dass die 

Beschwerden von der Einnahme der Psychopharmaka stammen könnten.

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10 f.).

B.f  Am 7. April 2017 räumte das Gericht den Parteien die Gelegenheit ein, zur 

Änderung der Rechtsprechung zur invalidenversicherungsrechtlichen Behandlung 

anhaltender somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer Leiden Stellung zu 

nehmen (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin antwortete am 12. April 2017, dass die 

Rechtsprechungsänderung keinen Anlass biete, ihre Beurteilung zu revidieren (act. G 

13). Es sei weiterhin auf das schlüssige ABI-Gutachten abzustellen. Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin erklärte am 10. Mai 2017, dass die Diagnose einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren nichts über 

deren Schweregrad aussage. Das Gutachten des ABI genüge den Anforderungen an 

eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens nicht. Es fehle 

eine „kriteriengeleitete“ Beurteilung der Funktionseinschränkungen, der 

Aktivitätsdimensionen und der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit.

B.g  Am 18. Mai 2017 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine 

Kostennote über einen Betrag von Fr. 4'657.40 (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) ein (act. G 16). Zur Begründung erklärte er, dass die nachträglichen 

Eingaben zu einem überdurchschnittlichen Aufwand geführt hätten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.   

1.1  Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. Oktober 2003 eine ganze Rente der 

Invalidenversicherung bezogen. Die Beschwerdegegnerin hat die Rentenleistungen mit 

der angefochtenen Verfügung vom 14. November 2014 per 1. Januar 2015 

aufgehoben. Strittig ist demnach, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2015 

weiterhin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

1.2  Gemäss der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen lit. a Abs. 1 der 

Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) vom 18. März 2011 (6. IV-Revision) werden 

Invalidenrenten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen 

Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, 

innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten dieser Änderungen überprüft. Sind die 

Voraussetzungen von Art. 7 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) nicht erfüllt, so wird die Rente 

herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 

ATSG nicht erfüllt sind. Keine Anwendung findet diese Bestimmung auf Personen, die 

im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben 

oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet worden ist, seit mehr als 15 

Jahren eine Rente der Invalidenversicherung bezogen haben (Abs. 4). Die Überprüfung 

der Rente ist im Dezember 2012 und somit innerhalb von drei Jahren seit dem 

Inkrafttreten der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision eingeleitet worden. Die 

Beschwerdeführerin ist im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung erst 35 

Jahre alt gewesen und hat die Rente im Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung erst 

seit neun Jahren bezogen.

1.3  Zu prüfen bleibt, ob die Rente aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren 

syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage 

zugesprochen worden ist. Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin ist lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision auch 

in Fällen anwendbar, in denen eine laufende Rente sowohl für unklare als auch für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erklärbare Beschwerden zugesprochen worden ist (vgl. BGE 140 V 197 E. 6.2.3; 

MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, N 99 zu Art. 

30-31). Gemäss einem internen Feststellungsblatt ist die ursprüngliche 

Rentenzusprache wegen eines Panvertebralsyndroms bei Wirbelsäulenfehlhaltung und 

muskulärer Dysbalance, einer Hyperlaxität und einer Fibroymalgietendenz erfolgt (siehe 

IV-act. 32). Es handelt sich hierbei um die von Dr. E.___ in ihrem Bericht vom 6. 

Oktober 2003 angegebenen Diagnosen (IV-act. 13). Dr. E.___ hat die Arbeitsunfähigkeit 

in diesem Bericht mit den intensiven Schmerzen am ganzen Körper begründet. Sie hat 

zudem darauf hingewiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit zur Hälfte den körperlichen und 

sicherlich zur Hälfte den psychischen Beschwerden zuzuschreiben sei. Demgegenüber 

hat die Klinik Valens die volle Arbeitsunfähigkeit nur auf psychiatrische Gründe 

zurückgeführt (IV-act. 13-9 ff.). Auch aus dem ABI-Gutachten vom 16. Juli 2014 geht 

hervor, dass die Rente zumindest überwiegend aufgrund eines pathogenetisch-

ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische 

Grundlage zugesprochen worden ist. Der rheumatologische Gutachter hat nämlich 

erklärt, dass auch in den Berichten von früheren rheumatologischen Untersuchungen 

(d.h. namentlich denjenigen von Dr. E.___ keine erklärenden Befunde als 

Beschwerdekorrelat im Bereich des Bewegungsapparates beschrieben worden seien 

(IV-act. 113-21). Vor diesem Hintergrund überzeugt die Einschätzung von RAD-Arzt Dr. 

K.___, dass die führende gesundheitliche Beeinträchtigung bereits im Zeitpunkt der 

ursprünglichen Rentenzusprache in einer Schmerzverarbeitungsstörung (anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung) gelegen hat (IV-act. 89-2). Lit. a Abs. 1 der 

Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision ist somit anwendbar. Demnach ist 

nachfolgend anhand der aktuellen Rechtsprechung zu prüfen, ob die 

Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2015 weiterhin einen Rentenanspruch hat. Der 

IV-Grad ist dabei anhand des in diesem Zeitpunkt aktuellen Sachverhalts zu ermitteln. 

Abzustellen ist dabei auf den Gesundheitszustand respektive die Arbeitsfähigkeit im 

Zeitpunkt des Erlasses der Einstellungsverfügung, d.h. am 14. November 2014.

2.   

2.1  Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG würde die Beschwerdeführerin weiterhin einen 

Anspruch auf eine Invalidenrente haben, sofern sie im Wirkungszeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung zu mindestens 40 % invalid gewesen wäre. Invalidität ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nichterwerbstätigen 

Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – namentlich bei im Haushalt tätigen 

Personen – wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass 

eine Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen 

(spezifische Methode des Betätigungsvergleichs; Art. 28a Abs. 2 IVG). Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter anderem die 

übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Bei versicherten Personen, die 

teilweise erwerbstätig sind, erfolgt die Invaliditätsbemessung nach der gemischten 

Methode. Dabei werden die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festgestellt und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in 

beiden Bereichen bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).

3.   

Bei der ursprünglichen Rentenzusprache ist die Invaliditätsbemessung anhand eines 

reinen Einkommensvergleichs erfolgt, d.h. die Beschwerdeführerin ist im 

Gesundheitsfall als zu 100 % erwerbstätig qualifiziert worden. Im Rahmen eines im 

Dezember 2008 eingeleiteten Revisionsverfahrens ist eine Statusänderung erfolgt, weil 

die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich Mutter von drei Kindern gewesen ist. Neu ist 

die Beschwerdeführerin als zu 50 % erwerbstätig und als zu 50 % im Haushalt tätig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einstuft worden. Die Kinder der Beschwerdeführerin sind im Verfügungszeitpunkt (14. 

November 2014) __, __ und __-jährig gewesen. Ihr Betreuungsbedarf hat seit der 

Revision im Januar 2010 (IV-act. 72) zwar abgenommen, sie sind aber immer noch auf 

eine enge Betreuung angewiesen gewesen. Demzufolge hat sich bezüglich des Status 

zwischenzeitlich keine erhebliche Sachverhaltsänderung eingestellt. Die Qualifikation 

der Beschwerdeführerin als zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig ist für 

das vorliegende Verfahren daher verbindlich, d.h. sie kann nicht auf ihre Richtigkeit hin 

überprüft werden.

4.   

4.1  Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. In medizinischer Hinsicht liegen 

insbesondere das ABI-Gutachten vom 16. Juli 2014 und die Berichte der behandelnden 

Rheumatologin Dr. E.___ vom 6. Oktober 2003, 1. Februar 2013 und 12. Oktober 2014 

sowie die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. G.___ vom 22. Januar 2013, 11. 

Dezember 2013, 17. September 2014 und 8. März 2015 im Recht.

4.2  Für die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schmerzen am ganzen 

Körper haben die Gutachter weder aus internistischer noch aus rheumatologischer 

oder neurologischer Sicht eine Erklärung gefunden. Als (in qualitativer Hinsicht) 

arbeitsfähigkeitsrelevant sind lediglich eine leichte Fehlhaltung der Wirbelsäule, ein 

myofasciales Nacken-/Schultergürtelsyndrom, Senkfüsse, eine Tendenz zu leichter 

allgemeiner Hyperlaxität und eine erhebliche Dekonditionierung im Rahmen eines 

Schonverhaltens beurteilt worden. Die Einschätzung der Gutachter, dass die 

Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in einer körperlich leichten bis teilweise 

mittelschweren Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen und ohne monoton-

repetitive Haltungen oder Bewegungen voll arbeitsfähig sei, überzeugt daher. Im 

Aufgabenbereich haben die Gutachter mit der Begründung, dass die 

Beschwerdeführerin nach eigenem Gutdünken Pausen zur Erholung einlegen und sich 

von ihrer Familie helfen lassen könne, ebenfalls keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit festgestellt. Zwar überzeugt diese Beurteilung nicht in allen Teilen: 

Einerseits wäre ein allenfalls erhöhter Pausenbedarf bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Haushalt zu berücksichtigen. Andererseits ist es nicht die Aufgabe der 

medizinischen Sachverständigen, eine allfällige Schadenminderungspflicht in ihre 

medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen zu lassen. Angesichts der vollen 

Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis teilweise mittelschweren Tätigkeit muss 

allerdings davon ausgegangen werden, dass auch im Haushalt eine geringe, aber keine 

anspruchsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit besteht. Die Berichte von Dr. 

E.___ vermögen keine Zweifel an dieser gutachterlichen Beurteilung zu wecken. 

Einerseits hat Dr. E.___ in ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung stets auch (fachfremde) 

psychiatrische Aspekte berücksichtigt (siehe Bericht vom 6. Oktober 2003). 

Andererseits hat sie zwar somatische Diagnosen genannt (Panvertebralsyndrom und 

Hyperlaxität), sie hat jedoch nie ausreichend begründet, weshalb diese auch in einer 

körperlich adaptierten Tätigkeit zu einer derart hohen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führen sollten. Der Umstand, dass sie die volle Arbeitsunfähigkeit mit 

den intensiven Schmerzen am ganzen Körper begründet hat, deutet zudem darauf hin, 

dass die Grundlage ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung die subjektive 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der Beschwerdeführerin und nicht eine objektive 

Einschätzung der noch zumutbaren Arbeitsleistung gewesen ist. Der im 

Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht der behandelnden Gynäkologin vom 11. 

März 2015 liefert offenkundig keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in einer optimal adaptierten Tätigkeit mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig ist. Auch in der Haushaltstätigkeit 

ist die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht wesentlich und damit IV-relevant eingeschränkt.

4.3  Der psychiatrische Gutachter hat als Diagnose eine chronische Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren sowie einen Status nach mittelgradiger 

depressiver Episode angegeben. Beiden Diagnosen hat er keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit beigemessen, weshalb er die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 

ab dem Begutachtungszeitpunkt auf 100 % geschätzt hat. Die behandelnde 

Psychiaterin Dr. G.___ hat die psychiatrische Situation demgegenüber diametral anders 

eingeschätzt und der Beschwerdeführerin gestützt auf die Diagnosen einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher 

Tätigkeit attestiert.

4.3.1      Der psychiatrische Gutachter hat zwar leichte depressive Verstimmungen 

festgestellt, diese jedoch im Rahmen der Schmerzstörung, d.h. nicht als eigenständige 

Erkrankung, angesehen. Dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden erheblich 

verdeutlicht, leuchtet angesichts der vom psychiatrischen Gutachter angegebenen 

Diskrepanzen auf: Dieser hat die geklagten Konzentrations- und 

Orientierungsstörungen in keiner Art und Weise nachvollziehen können. Auch die 

Aussagen, dass die Schwiegermutter praktisch den ganzen Haushalt erledige, effektiv 

aber während den Sommermonaten im Heimatland weilt, sind widersprüchlich. Die 

Beschwerdeführerin hat im Zeitraum April 2011 bis 6. Januar 2014 elf Konsultationen 

bei Dr. G.___ wahrgenommen; durchschnittlich haben also lediglich drei Konsultationen 

pro Jahr stattgefunden. Eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung mit einem 

wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit geht mit einem grossen Leidensdruck 

einher, weshalb sich die Betroffenen regelmässig in engmaschiger psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung befinden. Die abweichende Einschätzung von Dr. 

G.___ kann vor diesem Hintergrund nicht anders erklärt werden, als dass sie die 

ausgeprägte Verdeutlichung der psychischen Beschwerden verkannt hat. Aus diesem 

Grund muss ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung der Beweiswert abgesprochen werden. 

Die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters, dass die Beschwerdeführerin nicht 

(mehr) an einer depressiven Episode, sondern lediglich an (die Arbeitsfähigkeit nicht 

beeinträchtigenden) depressiven Verstimmungen leidet, überzeugt auch angesichts 

des psychiatrischen Befundes: Zwar hat er eine herabgesetzte Stimmung festgestellt. 

Der Antrieb ist jedoch nicht herabgesetzt und die Psychomotorik ist lebhaft gewesen, 

von Suizidgedanken und Suizidimpulsen hat sich die Beschwerdeführerin explizit 

distanziert, sie hat keine Zeichen einer Konzentrationsschwäche gezeigt, die 

Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen sind intakt gewesen und das Denken ist 

nicht eingeengt gewesen (gesamter Befund siehe IV-act. 113-9). Demnach ist davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Begutachtungszeitpunkt mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht an einer die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigenden depressiven Symptomatik gelitten hat.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.3.2      Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur 

Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer 

Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B. 

IV-Rundschreiben Nr. 334). Die neue Praxis gelangt auch bei Rentenüberprüfungen 

gemäss lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision zur Anwendung (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_354/2015 E. 5). Nach dem alten 

„Verfahrensstandard“ eingeholte Gutachten haben durch die Praxisänderung nicht per 

se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des 

Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen 

entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen 

Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist zu prüfen, ob 

die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒

gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige 

Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 

281 E. 8). Während die Beschwerdegegnerin der Meinung ist, dass weiterhin auf das 

ABI-Gutachten abgestellt werden könne, vertritt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin die Auffassung, dass das Gutachten die Anforderungen an eine 

ergebnisoffene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht erfülle. Nachfolgend ist somit zu 

prüfen, ob das psychiatrische Teilgutachten mit Bezug auf die Diagnose einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eine 

schlüssige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen 

Rechtsprechung erlaubt.

4.3.3      Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der 

versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher sie die Folge 

einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen 

Leidens, d.h. die subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung, überwinden könnte, 

aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung anhand eines 

Kataloges von Indikatoren des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. 

Die Handhabung des Katalogs muss stets den Umständen des Einzelfalls gerecht 

werden; es handelt sich nicht um eine "abhakbare Checkliste". Die im Regelfall 

beachtlichen Standardindikatoren sind:

1.    Funktioneller Schweregrad:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

-      Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;

-      Behandlungserfolg oder -resistenz;

-      Komorbiditäten;

-      "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende 

psychische Funktionen);

-      sozialer Kontext.

2.    Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):

-      Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);

-      Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;

-      Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.

Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Begutachtung über starke Schmerzen am 

ganzen Körper geklagt, die ihr die Ausübung einer Erwerbstätigkeit voll und die 

Erledigung des Haushalts weitgehend verunmöglichten. Der psychiatrische Gutachter 

hat erklärt (IV-act. 113-11), dass alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, 

hänge wesentlich damit zusammen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der 

ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, sich trotz 

allfälliger Restbeschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich den 

Belastungen der Arbeitswelt wieder auszusetzen. Das Vorliegen einer ausgeprägten 

psychiatrischen Komorbidität und/oder einer chronischen körperlichen 

Begleiterkrankung hat er verneint, was aufgrund der gestellten Diagnosen bzw. der 

geringen pathologischen Befunde einleuchtet (psychiatrisch Status nach mittelgradiger 

depressiver Episode und somatisch leichte Fehlhaltung der Wirbelsäule, myofasciales 

Nacken-/Schultergürtelsyndrom, Senkfüsse, Tendenz zu leichter allgemeiner 

Hyperlaxität und erhebliche Dekonditionierung im Rahmen eines Schonverhaltens). Der 

psychiatrische Gutachter hat keinen ausgeprägten sozialen Rückzug feststellen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

können. Die Beschwerdeführerin hat eine sehr gute Beziehung zu ihren Eltern und ihren 

Geschwistern; es besteht ein regelmässiger Kontakt und die Beschwerdeführerin 

besucht die Familienangehörigen regelmässig (IV-act. 113-7). Auch die Beziehung zum 

Ehemann ist gut (IV-act. 113-8). Die Schwiegermutter unterstützt die 

Beschwerdeführerin im Haushalt. Sonntags besteht Kontakt mit den 

Familienangehörigen des Ehemannes (IV-act. 113-8). Weiter ist die Beschwerdeführerin 

in der Lage, mit dem Bus nach B.___ in die Ferien zu fahren (IV-act. 113-9 und 113-11). 

Entgegen der Ansicht der behandelnden Ärztinnen und des Rechtsvertreters kann 

angesichts der guten familiären Einbettung nicht von einem vollen sozialen Rückzug 

gesprochen werden. Der psychiatrische Gutachter hat sodann darauf hingewiesen, 

dass sich keine schweren lebensgeschichtlichen Belastungen gefunden hätten. Auch 

Hinweise auf unbewusste Konflikte hätten gefehlt. Wie die somatischen Beschwerden 

verdeutliche die Beschwerdeführerin auch die psychischen Beschwerden derart, dass 

sie vor sich und der Umgebung die Rechtfertigung dafür habe, nicht arbeiten zu 

müssen. Die Beschwerdeführerin ziehe aus ihren Beschwerden einen hohen 

sekundären Krankheitsgewinn. Der psychiatrische Gutachter ist zum Schluss 

gekommen, dass die geklagten Schmerzen weder durch eine somatische noch durch 

eine psychiatrische Störung hinreichend erklärbar seien. Insbesondere unter 

Berücksichtigung einer fehlenden erheblichen psychiatrischen oder physischen 

Komorbidität, des hohen sekundären Krankheitsgewinns und der festgestellten 

Diskrepanzen bzw. erheblichen Inkonsistenzen überzeugt die Einschätzung des 

psychiatrischen Gutachters, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar ist, trotz der 

subjektiv empfundenen Schmerzen in einer körperlich angepassten Tätigkeit einer 

vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Beschwerdeführerin ist folglich aus 

psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Da das ABI-Gutachten eine schlüssige Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit anhand der neuen Standardindikatoren erlaubt hat, ist keine erneute 

psychiatrische Begutachtung notwendig.

4.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer 

körperlich adaptierten Tätigkeit spätestens seit dem Begutachtungszeitpunkt (Juni 

2014) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig ist.

5.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.1  Somit bleibt noch der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Wie in Erw. 3.1 dargelegt, ist 

die Beschwerdeführerin als zu 50 % erwerbstätig und als zu 50 % im Haushalt tätig 

einzustufen. Die Beschwerdeführerin hat vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2002 

ein unterdurchschnittliches Hilfsarbeiterinneneinkommen erzielt; ihr 

Erwerbseinkommen hat sich im Jahr 2001 auf Fr. 36'280.-- belaufen, während eine 

Hilfsarbeiterin im selben Jahr, aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche 

Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 46'911.-- verdient hat (Anhang 2 der IVG-Ausgabe 

der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006). Das im Jahr 2001 erzielte 

Erwerbseinkommen kann jedoch ohnehin nichts darüber aussagen, was die 

Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt, d.h. 13 Jahre später, verdienen würde, 

wenn sie nie invalid geworden wäre. Das Validen- und das Invalideneinkommen sind 

daher anhand des Tabellenlohnes zu bemessen, weshalb ein sog. Prozentvergleich 

vorgenommen werden kann. Da die Beschwerdeführerin in einer körperlich adaptierten 

Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, erleidet sie durch die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen keine Erwerbseinbusse. Der IV-Grad im Erwerb beträgt folglich 0 

%. Die Beschwerdeführerin benötigt bei der Erledigung des Haushaltes eventuell etwas 

vermehrte Pausen; zudem beinhaltet die Haushaltstätigkeit möglicherweise auch nicht 

optimal adaptierte Tätigkeiten. Die prozentuale Einschränkung wird aber so tief sein, 

dass der Gesamt-Invaliditätsgrad auf jeden Fall unter 40 % liegt. Der genaue IV-Grad 

im Haushalt kann daher offen bleiben. Die Beschwerdeführerin hat bei einem IV-Grad 

unter 40 % daher keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.

5.2  Folglich hat die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin zu Recht 

für die Zukunft, d.h. mit Wirkung per 1. Januar 2015, aufgehoben. Demnach ist die 

Beschwerde abzuweisen.

6.   

6.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr 

in der Höhe von Fr. 600.-- ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der 

Gerichtsgebühr zu befreien.

6.2  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. In einem durchschnittlichen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht 

praxisgemäss eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- zu. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote über den Betrag von Fr. 

4'657.40 eingereicht (Stundenlohn à Fr. 250.--, d.h. ohne Abzug von 20 % für die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung). Er hat erklärt, dass die nachträglichen Eingaben 

zu einem überdurchschnittlichen Aufwand geführt hätten. Das Aktendossier ist im 

vorliegenden Fall vergleichsweise dünn gewesen, der entsprechende Arbeitsaufwand 

also unterdurchschnittlich. Da der Rechtsvertreter jedoch wegen der 

Rechtsprechungsänderung zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und 

vergleichbarer Leiden neben der Beschwerdeschrift und der Replik eine weitere 

Eingabe getätigt hat, erschiene ein durchschnittliches pauschales Honorar von Fr. 

3'500.-- im vorliegenden Fall dennoch als angemessen. Die vom Rechtsvertreter 

geltend gemachten Kosten von Fr. 4'657.40 erweisen sich somit als deutlich übersetzt. 

Das Honorar von Fr. 3'500.-- ist zur Ermittlung des Vergütungsansatzes bei 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 

AnwG). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit 

Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

6.3  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung 

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).

Entscheid

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtskosten von Fr. 600.-- 

zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.   

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2017
	Lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision. Das interdisziplinäre Gutachten überzeugt auch vor dem Hintergrund der neuen höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden. Da die Beschwerdeführerin keine Erwerbseinbusse erleidet und im Haushalt nicht erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, hat die IV-Stelle die Rente zu Recht für die Zukunft aufgehoben. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 2017, IV 2014/572). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_529/2017.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:15:52+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen