# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18db1a2c-2665-57b2-8f7a-644ed0e5a1f3
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs AB-20-19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_006_AB-20-19_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A.   

 

 

 

Beschwerdegegner  B.  

 

beschwerdebeklagtes Amt  Betreibungsamt 

 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden 
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs 

 

Zirkular-Urteil vom 16. Dezember 2020 
 

Mitwirkende Präsident W. Kobler 

Oberrichter B. Oberholzer  

Oberrichterin S. Rohner-Staubli 

Gerichtsschreiberin B. Schittli 

 

 

 

Verfahren Nr. AB 20 19 

 

 

  

 

Gegenstand Zustellung Zahlungsbefehl und Pfändungsankündigung  

Beschwerde gegen die Verfügung des Betreibungsamtes O. vom 

4. November 2016 und die Verfügung des Betreibungsamtes  

vom 31. Augst 2020 

 

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Anträge 
 
 
a) des Beschwerdeführers: 
 
 (sinngemäss) Der Zahlungsbefehl vom 4. November 2016 und die Pfändungsankündi-

gung vom 31. August 2020 seien aufzuheben.  
 
 
b) des Beschwerdegegners: 
 
 (Sinngemäss) Die Beschwerde sei kostenpflichtig abzuweisen.  
 
 
c) des Betreibungsamtes: 
 
 (kein Antrag) 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

 

a) In der Betreibung Nr. 16000676 von B. über einen Betrag von CHF 26‘400.00 nebst 

Zins zu 5 % gegen A. wurde der Zahlungsbefehl vom 4. November 2016 am 

26. Januar 2017 an die Ehefrau des Letzteren zugestellt (act. 5/1).  

 

b) Per 31. Dezember 2016 meldete sich A. bei der Gemeinde O. nach E., Ungarn, ab 

(AB 2020 16, act. 2/2). Von dort zog er per 5. Oktober 2019 an die L.-Strasse in H. 

(AB 2020 16, act. 2/3).  

 

c) Auf Begehren von B. stellte die Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs 

die Frist zur Fortsetzung der Betreibung Nr. 16000676 des Betreibungsamtes O. mit 

Zirkular-Urteil vom 10. Juli 2020 (AB 20 16, act. 7) wieder her.  

 

d) Am 31. August 2020 erliess das Betreibungsamt  in der Betreibung Nr. 22004238 

die Pfändungsankündigung (act. 8).  

 

 

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B. Prozessgeschichte 

 

a) Gegen die Pfändungsankündigung vom 31. August 2020 sowie die „Zustellungen in 

diesem Fall“ erhob A. am 11. September 2020 Beschwerde mit dem eingangs 

erwähnten Begehren (act. 1, Postaufgabe).  

 

b) Am 15. September 2020 wurde der Beschwerdeführer um Mitteilung ersucht, gegen 

welche Verfügung(en) von welchem Betreibungsamt sich seine Beschwerde richte. 

Gleichzeitig wurde er aufgefordert, die angefochtene(n) Verfügung(en) einzureichen 

und einen klaren Antrag zu stellen. Für den Säumnisfall wurde ihm Nichteintreten 

auf die Beschwerde angedroht (act. 3).  

 

c) Mit Eingabe vom 21. September 2020 (act. 4, Postaufgabe) bezeichnete der 

Beschwerdeführer die angefochtenen Verfügungen und reichte diese nach (act. 5/1 

und 5/2).  

 

d) Mit Verfügung vom 24. September 2020 gab die Aufsichtsbehörde für Schuldbetrei-

bung und Konkurs den Verfahrensbeteiligten Kenntnis von der Beschwerde und 

räumte ihnen Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme ein (act. 6). 

 

e) Das Betreibungsamt  erklärte, es könne nicht beurteilen, ob die Zustellungen korrekt 

erfolgt seien, da der Zahlungsbefehl durch das Betreibungsamt O. ausgefertigt 

worden sei; es verzichtete deshalb auf eine Vernehmlassung (act. 7). Die 

Stellungnahme des Beschwerdegegners datiert vom 29. September 2020 (act. 9).  

 

f)  Mit Verfügung vom 23. Oktober 2020 wurde die Stellungnahme dem Beschwerde-

führer und dem Betreibungsamt zur Kenntnis gebracht und den 

Verfahrensbeteiligten mitgeteilt, dass kein zweiter Schriftenwechsel vorgesehen sei 

(act. 11).  

 

g) Auch zur Beschwerdeantwort äusserte sich das beschwerdebeklagte Amt nicht (act. 

12).  

 

 Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten kann verwiesen werden. Soweit für die 

Beurteilung erforderlich, ist im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darauf einzu-

gehen. 

 

 

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Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1 Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID-19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2) 

kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen 

auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Gesetz keine Verhandlung vorschreibt. Ent-

scheide, die auf dem Zirkularweg gefällt werden, bedürfen der Einstimmigkeit (Art. 52 

Abs. 2 Justizgesetz (JG, bGS 145.31). Da in casu keine Durchführung einer Verhandlung 

vorgesehen ist, hat das Obergericht den vorliegenden Entscheid im Zirkularverfahren 

gefällt.  

 

1.2 Als einzige Aufsichtsbehörde im Kanton amtet ein Gremium aus drei Mitgliedern des 

Obergerichts (Art. 24 Abs. 1 lit. d Justizgesetz [JG, bGS 145.31]; Art. 10 des Gesetzes 

über die Einführung des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und 

Konkurs [EG SchKG, bGS 241.1]). Die sachliche Zuständigkeit der angerufenen Behörde 

ist somit gegeben. 

 

1.3 Gemäss Art. 13 Abs. 2 EG SchKG richtet sich das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde 

nach den Art. 17-21 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG, 

SR 281.1) sowie subsidiär nach dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, 

bGS 143.1). Die Aufsichtsbehörde stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 20a 

Abs. 2 Ziff. 2 SchKG) und würdigt die Beweise frei. Sie darf, unter Vorbehalt von Art. 22 

SchKG, nicht über die Anträge der Parteien hinausgehen (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 3 SchKG). 

Der Entscheid ist zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen (Art. 

20a Abs. 2 Ziff. 4 SchKG). Als Rechtsmittel steht, unabhängig vom Streitwert, die 

Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht zur Verfügung (Art. 72 Abs. 2 lit. a 

i.V.m. Art. 74 Abs. 2 lit. c Bundesgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]). 

 

1.4 Zur Beschwerdeführung ist legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung eines 

Zwangsvollstreckungsorgans in seinen rechtlichen oder zumindest tatsächlichen Interes-

sen betroffen und dadurch beschwert ist und deshalb ein schutzwürdiges Interesse an der 

Aufhebung oder Abänderung der Verfügung hat (COMETTA/MÖCKLI, in: Basler Kommentar, 

Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl. 2010, N. 40 zu Art. 17 

SchKG mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerdelegitimation ist von der Aufsichtsbehörde 

als Eintretensvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen (dieselben, a.a.O., N. 45 zu Art. 

17 SchKG). Nach der herrschenden Lehre haben der am Vollstreckungsverfahren betei-

ligte Schuldner bzw. der Gläubiger generell ein schutzwürdiges Interesse (dieselben, 

 

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a.a.O., N. 41 zu Art. 17 SchKG; AMONN/WALTHER, Grundriss des Schuldbetreibungs- und 

Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 6 Rz. 25 und 27).  

 

 A. ist Schuldner in einem Betreibungsverfahren und damit zweifellos zur Beschwerde 

legitimiert (DIETH/WOHL, in: Hunkeler [Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 11 

zu Art. 17 SchKG).  

 

1.5 Beschwerdeobjekt ist eine Verfügung. Darunter ist eine bestimmte behördliche Handlung 

in einem konkreten zwangsvollstreckungsrechtlichen Verfahren zu verstehen, die in Aus-

übung amtlicher Funktionen auf Grund des SchKG und dessen Ausführungsbestimmun-

gen erlassen worden ist (COMETTA/MÖCKLI, a.a.O., N. 18 f. zu Art. 17 SchKG; 

AMONN/WALTHER, a.a.O., § 6 Rz. 7 f.; DIETH/WOHL, a.a.O., N. 2 ff. zu Art. 17 SchKG). Die 

Verfügung muss das Verfahren vorantreiben und Aussenwirkungen zeitigen. Weder der 

Wortlaut noch das formale Erscheinungsbild entscheidet darüber, ob eine anfechtbare 

Verfügung vorliegt, sondern der tatsächliche und rechtliche Gehalt.  

 

 Sowohl bei der Zustellung des Zahlungsbefehls (JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, SchKG, 

20. Aufl. 2020, N. 3 zu Art. 69 SchKG; BGE 121 III 284 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 

5A_5/2009 vom 9. Juli 2009 E. 3) als auch bei der Pfändungsankündigung handelt es sich 

um eine Verfügung im oben umschriebenen Sinn (COMETTA/MÖCKLI, a.a.O., N. 21 zu Art. 

17 SchKG; Urteil des Bundesgerichts 7B.97/2003 vom 6. Mai 2003 E. 2.2).  

 

1.6 Schreibt das Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage vor - dies ist in der Regel der Fall, 

wo materielle Rechtsfragen zu entscheiden sind oder besonders intensiv in die Stellung 

des Schuldners eingegriffen wird - ist die Beschwerde nach dem klaren Wortlaut von Art. 

17 SchKG ausgeschlossen. Sie ist mit anderen Worten zur Klage subsidiär (DIETH/WOHL, 

a.a.O., N. 7 zu Art. 17 SchKG; COMETTA/MÖCKLI, a.a.O., N. 9 ff. zu Art. 17 SchKG; 

AMONN/WALTHER, a.a.O., § 6 Rz. 3 f.).  

 

 Gegen die Zustellung des Zahlungsbefehls kann sich der Schuldner auf dem Beschwer-

deweg wehren (JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, a.a.O., N. 3 zu Art. 69 SchKG). Inhaltliche 

Mängel des Zahlungsbefehls, d.h. das Fehlen oder die Ungenauigkeit von Angaben, 

haben Nichtigkeit zur Folge, wenn sie wesentlich sind. […] Unwesentliche Mängel können 

durch Beschwerde (Art. 17 SchKG) berichtigt werden (MALACRIDA/ROESLER, in: Hunkeler 

[Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 10 zu Art. 69 SchKG; WÜTH-

RICH/SCHOCH in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 

2. Aufl. 2010, 27 ff69SchKG). Weiter wird der Erlass einer Pfändungsankündigung durch 

das Betreibungsamt, mithin das Tätigwerden eines Zwangsvollstreckungsorgans, kritisiert. 

 

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Eine Klage gegen dieses Vorgehen sieht das Gesetz nicht vor, weshalb der 

Beschwerdeweg auch hier offen steht.  

 

1.7 Die Pfändungsankündigung datiert vom 31. August 2020 (act. 8) und ist A. frühestens am 

1. September 2020 zugegangen. Die 10-tägige Beschwerdefrist nach Art. 17 Abs. 2 

SchKG ist demnach mit der Eingabe vom 11. September 2020 (act. 1, Postaufgabe) 

bezüglich der Pfändungsankündigung eingehalten. 

 

Der ebenfalls angefochtene Zahlungsbefehl vom 4. November 2016 wurde am 26. Januar 

2017 der Ehefrau des Beschwerdeführers zugestellt (act. 5/1). Mit der am 11. September 

2020 aufgegebenen Beschwerde (act. 1) wird die 10-tägige Beschwerdefrist nach Art. 17 

Abs. 2 SchKG nicht eingehalten und die Beschwerde erweist sich als verspätet. Sofern 

die Zustellung sich nicht als nichtig im Sinne von Art. 22 SchKG erweist (DIETH/WOHL, 

a.a.O., N. 24a zu Art. 17 SchKG), kann auf die Beschwerde daher nicht eingetreten wer-

den (JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, SchKG, 20. Aufl. 2020, N. 49 zu Art. 17 SchKG; 

COMETTA/MÖCKLI a.a.O., 5017SchKG). 

 

 

 

2. Materielles - Zustellung des Zahlungsbefehls bzw. der Pfändungsankündigung 

 

2.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend (act. 1 und 4), er fechte die Zustel-

lungen in diesem Fall an. Diese seien nicht auf dem gesetzlichen Weg erfolgt. Gegen alle 

Zustellungen habe er Rechtsvorschlag erhoben, soweit es ihm möglich gewesen sei, vor 

allem in einem so klaren Fall. Was genau schief gelaufen sei, könne er nicht nachvoll-

ziehen, da er bereits im Ausland, d.h. in Ungarn, gewesen sei.  

 

2.2 Der Beschwerdegegner bringt vor (act. 9, S. 1), der Beschwerdeführer habe das Zirkular-

Urteil vom 10. Juli 2020 (Verfahren AB 20 16), mit welchem die Frist zur Stellung des 

Fortsetzungsbegehrens wiederhergestellt worden sei, nicht angefochten. Dem von ihm 

erwähnten Schreiben vom 4. Mai 2020 komme deshalb keine rechtliche Bedeutung bei. 

Die Beschwerde sei bereits aus diesem Grund kostenfällig abzuweisen. Der Zahlungs-

befehl Nr. 16000676 vom 4. November 2016 sei am 26. Januar 2017 rechtsgenüglich der 

Ehefrau des Beschwerdeführers zugestellt worden. Dass diese zur Entgegennahme nicht 

legitimiert gewesen wäre, behaupte der Beschwerdeführer nicht; ein solches Vorbringen 

müsste zudem als verspätet zurückgewiesen werden. Rechtsvorschlag gegen die Betrei-

bung sei ebenfalls nicht erhoben worden (act. 9, S. 2).  

 

 

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2.3 Das beschwerdebeklagte Amt hat sich zur Zustellung des Zahlungsbefehls resp. der 

Pfändungsankündigung nicht vernehmen lassen (act. 7 und 12).  

 

2.4 Der Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes O. in der Betreibung Nr. 16000676 wurde am 

26. Januar 2017 von der Ehefrau des Schuldners, entgegengenommen. Die Unterschrift 

der zustellenden Person „S.“ ist identisch mit derjenigen, die für das Betreibungsamt O. 

bestätigt, dass kein Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl erhoben worden ist (act. 

5/1, S. 2). 

 

 Die Pfändungsankündigung des Betreibungsamtes datiert vom 31. August 2020 (act. 8). 

 

 Aus den Verfahren AB 20 16 und AB 20 18, welche ebenfalls vor der Aufsichtsbehörde für 

Schuldbetreibung und Konkurs Appenzell Ausserrhoden geführt wurden bzw. werden, ist 

gerichtsnotorisch, dass A. sich in O. per 31. Dezember 2016 nach E. (Ungarn) 

abgemeldet hat (AB 20 16, act. 2/2) und per 5. Oktober 2019 von Ungarn wieder in die 

Schweiz, nämlich an die L.-Strasse in H., gezogen ist (AB 20 16, act. 2/3). 

 

2.5 Zunächst stellt sich die Frage, ob die Zustellung des Zahlungsbefehls in der Betreibung 

Nr. 16000676 des Betreibungsamtes O. ordnungsgemäss erfolgt ist. Der 

Beschwerdeführer macht nämlich geltend, die Zustellung sei nicht auf dem gesetzlichen 

Weg erfolgt (act. 1) sowie der Zahlungsbefehl sei rechtswidrig bzw. gar nicht zugestellt 

worden (act. 4). 

 

Der Schuldner ist an seinem Wohnsitz zu betreiben (Art. 46 Abs. 1 SchKG). Massgeben-

der Zeitpunkt für die Bestimmung des Wohnsitzes ist die Zustellung des Zahlungsbefehls 

(JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, a.a.O., N. 7 zu Art. 46 SchKG; DANIEL STAEHELIN in: Basler 

Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, Ergänzungsband zur 

2. Aufl., 2017, ad 39 46SchKG; Urteile des Bundesgerichts 5A_362/2013 vom 14. Oktober 

2013 E. 3.2 und 5A_5/2009 vom 9. Juli 2009 E. 3). 

 

 Hatte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Zustellung des Zahlungsbefehls, d.h. am 

26. Januar 2017, seinen Wohnsitz in Ungarn, so war die Einleitung der Betreibung in der 

Schweiz wegen fehlenden Betreibungsortes selbstredend nicht möglich (ERNST F. SCHMID 

in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl. 2010, 

646SchKG). Nur bei Vorliegen eines (hier offensichtlich nicht gegebenen) objektiven 

Anknüpfungspunktes - etwa bei der gelegenen Sache (Art. 51 Abs. 2 SchKG), aufgrund 

eines Spezialdomizils (Art. 50 Abs. 2 SchKG) oder infolge Prosequierung eines 

Ausländerarrestes (Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG) - wäre ein Betreibungsort gegeben und 

 

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kann es bei einem Schuldner mit Wohnsitz im Ausland zu einer Betreibung in der Schweiz 

kommen (Urteil des Bundesgerichts 5A_5/2009 vom 9. Juli 2009 E. 4). Hat der 

Beschwerdeführer demgegenüber in der Schweiz Wohnsitz, gelten für die Zustellung des 

Zahlungsbefehls die Art. 71 f. SchKG sowie die allgemeinen Vorschriften von Art. 64 ff. 

SchKG über die Zustellung von Betreibungsurkunden. Gemäss Art. 64 SchKG werden 

Betreibungsurkunden dem Schuldner in seiner Wohnung oder am Ort seiner Berufsaus-

übung zugestellt, bei Abwesenheit auch durch Aushändigung an eine zu seiner Haushal-

tung gehörende erwachsene Person oder an einen Angestellten; subsidiär erfolgt die 

Zustellung durch die Polizei. Ist die Zustellung auf diesem Weg nicht möglich, namentlich 

wegen - vorliegend nicht gegebenen - unbekannten Aufenthaltes des Schuldners, wird sie 

durch öffentliche Bekanntmachung ersetzt (Art. 66 Abs. 4 SchKG). Eine rechtshilfeweise 

Zustellung von Betreibungsurkunden im Ausland gemäss Art. 66 Abs. 3 SchKG ist nur 

möglich, wenn der Schuldner tatsächlich am betreffenden Ort wohnt (PAUL ANGST, in: 

Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl. 2010, 

N. 13 zu Art. 66 SchKG; AMONN/WALTHER, a.a.O., § 12 Rz. 20). Diesfalls wäre aber die 

Einleitung der Betreibung in der Schweiz nach dem Gesagten unzulässig. Art. 66 Abs. 3 

SchKG begründet keinen Betreibungsort in der Schweiz (ERNST F. SCHMID, a.a.O., N. 9 zu 

Art. 46 SchKG), sondern regelt die Zustellung von Betreibungsurkunden, wenn in der 

Schweiz aus einem der in Art. 46 ff. SchKG geregelten Gründen ein Betreibungsort in der 

Schweiz gegeben ist, aber der Schuldner im Ausland wohnt, oder wenn er nach Ankündi-

gung der Pfändung oder Zustellung der Konkursandrohung seinen Wohnsitz ins Ausland 

verlegt hat (vgl. Art. 53 SchKG) und weitere Betreibungsurkunden zuzustellen sind (Urteil 

des Bundesgerichts 5A_5/2009 vom 9. Juli 2009 E. 4). 

 

 Vorliegend hat der Schuldner seinen Wohnsitz in der Schweiz nach Erheben des Betrei-

bungsbegehrens, aber vor der Zustellung des Zahlungsbefehls aufgegeben und einen 

neuen Wohnsitz in Ungarn begründet (AB 2020 16, act. 2/2 und 2/3). Da die Fixierung des 

Wohnsitzes erst nach Ankündigung der Pfändung eintritt (Art. 53 SchKG; JOLANTA KREN 

KOSTKIEWICZ, a.a.O., N. 1 zu Art. 53 SchKG), ist zu prüfen, welche Folgen die Zustellung 

des Zahlungsbefehls am 26. Januar 2017 an die Ehefrau des Schuldners hat.  

 

2.6 Es ist Sache des Gläubigers, dem Betreibungsamt die nötigen Angaben zu machen 

bezüglich des Wohnsitzes des Schuldners oder der sonstigen zuständigkeitsbegründen-

den Umstände. Der Betreibungsbeamte darf sich an die Angaben halten, wenn sie nicht 

mit notorischen oder ohne weiteres zu ermittelnden Tatsachen im Widerspruch stehen. 

Ändert der Schuldner seinen Wohnsitz während des Verfahrens, muss das Betrei-

bungsamt von Amtes wegen überprüfen, ob diese Wohnsitzänderung vor oder nach dem 

entscheidenden Zeitpunkt gemäss Art. 53 SchKG eingetreten ist. Die Aufsichtsbehörde 

 

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hat ihrerseits in jedem Stadium des Verfahrens darüber zu wachen, dass die Zustän-

digkeitsordnung eingehalten wird; sie schreitet von Amtes wegen ein, wenn das öffen-

tliche Interesse oder die Interessen Dritter auf dem Spiel stehen; handelt es sich einzig 

um die Interessen der am Betreibungsverfahren beteiligten Parteien, so können diese 

Beschwerde einreichen (BGE 120 III 110 E. 1 = Pra. 84 [1995] Nr. 148 E. 1 mit weiteren 

Hinweisen; AMONN/WALTHER, a.a.O., § 10 Rz 39 ff.). Der Schuldner, der einen von den 

Angaben des Gläubigers abweichenden Wohnsitz behauptet, ist hierfür beweispflichtig 

(ERNST F. SCHMID, a.a.O., N. 59 zu Art. 46 SchKG; JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, a.a.O., 

N. 5 zu Art. 46 SchKG; Urteile des Bundesgerichts 5A_542/2014 vom 18. September 

2014 E. 4.1.2 und 5A_403/2010 vom 8. September 2010 E. 2.2; BGE 120 III 110 E. 1b = 

Pra. 84 [1995] Nr. 148 E. 1b). Beweispflichtig ist auch der Schuldner, der behauptet, einen 

neuen Wohnsitz begründet zu haben (ERNST F. SCHMID, a.a.O., N. 59 zu Art. 46 SchKG; 

BGE 120 III 110 E. 1b = Pra. 84 [1995] Nr. 148 E. 1b; Urteil des Bundesgerichts 

7B.207/2003 vom 25. September 2003 E. 3.3). 

 

 Der fragliche Zahlungsbefehl datiert vom 4. November 2016, konnte indes erst am 26. Ja-

nuar 2017 zugestellt werden (act. 5/1). Aus diesem Umstand folgt, dass A. - als das 

Betreibungsbegehren einging und vom Betreibungsamt überprüft wurde - noch Wohnsitz 

in O. hatte und die Angaben des Gläubigers zutreffend waren. Das Betreibungsamt O. 

war auch befugt, den Zahlungsbefehlt der Ehefrau des Schuldners auszuhändigen (Art. 

64 Abs. 1 SchKG). Nach dem soeben Gesagten wäre die Ehefrau des Schuldners resp 

dieser selbst gehalten gewesen, das Betreibungsamt auf den neuen Wohnsitz des 

Letzteren in Ungarn hinzuweisen. Dies ist nicht geschehen. Die Einrede, er sei am 

falschen Ort betrieben worden, wurde von A. nicht einmal erhoben, als B. im April 2020 

das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Einreichung des Fortsetzungsbegehrens 

anhängig machte. Damals erhob er einzig materiell-rechtliche Einwände gegen die in 

Betreibung gesetzte Forderung (AB 2020 16, act. 4). Und auch das Zirkular-Urteil der 

Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs vom 10. Juli 2020, mit dem die Frist 

zur Fortsetzung der Betreibung Nr. 16000676 des Betreibungsamtes O. wiederhergestellt 

wurde, ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen (AB 2020 16, act. 7).  

 

2.7 Der vom unzuständigen Amt erlassene Zahlungsbefehl ist mit Beschwerde anfechtbar, die 

vom unzuständigen Amt erlassene Pfändungsankündigung ist dagegen nichtig (JOLANTA 

KREN KOSTKIEWICZ, a.a.O., N. 12 zu Art. 46 SchKG; ERNST F. Schmid, a.a.O., N. 30 f. zu 

Art. 46 SchKG; BGE 120 III 7; BGE 105 III 60; BGE 96 III 89). Beruft sich der Schuldner 

darauf, ausländischen Wohnsitz zu haben, so besteht von vornherein kein Grund, die 

Pfändung durch das unzuständige Betreibungsamt als nichtig zu betrachten, da keine 

Drittinteressen im Spiel sein können (KREN KOSTKIEWICZ, a.a.O., N. 13 zu Art. 46 SchKG; 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=pjpxa4tbl5rf6mbqha2f63s7ge2dq&groupIndex=13&rowIndex=0&facet=8008&dynamic-toc=praxis

 

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ERNST F. Schmid, a.a.O., N. 31 zu Art. 46 SchKG; BGE 105 III 60 E. 1; Urteil des Bun-

desgerichts 7B.165/2002 vom 5. November 2002 E. 3.1 = Pra. 92 [2003] Nr. 54 E. 3.1).  

 

 Im Folgenden gilt es daher, zwischen der Zustellung des Zahlungsbefehls am 26. Januar 

2017 und der Zustellung der Pfändungsurkunde Ende August 2020 zu unterscheiden. 

 

2.7.1 Gegen die Zustellung des Zahlungsbefehls hätte A. innerhalb von zehn Tagen gemäss 

Art. 17 Abs. 2 SchKG Beschwerde erheben müssen. Wann er erstmals vom 

Zahlungsbefehl Kenntnis erhalten hat, sagt er allerdings nicht, sondern bringt lediglich vor, 

dieser sei nicht ordnungsgemäss zugestellt worden. Es ist also nicht klar, ob und allenfalls 

wann ihn seine Ehefrau über die Zustellung informiert hat und das ergibt sich auch nicht 

aus den Akten. Indessen ist erstellt, dass im Verfahren AB 2020 16, in welchem B. um 

Wiederherstellung der Frist zur Einreichung des Fortsetzungsbegehrens ersuchte, dem 

Gesuchgegner A. nebst einer Kopie des Gesuchs vom 24. April 2020 auch der 

Zahlungsbefehl vom 4. November 2016 in der Betreibung Nr. 16000676 des 

Betreibungsamtes O. zugestellt worden ist (AB 2020 16, act. 3). In der Gesuchsantwort 

vom 4. Mai 2020 äusserte dieser sich lediglich zur Begründetheit der Forderung, erwähnte 

indes mit keinem Wort, er habe keine Kenntnis von der Betreibung oder der 

Zahlungsbefehl sei nicht resp. nicht ordnungsgemäss zugestellt worden (AB 2020 16, act. 

5). Allerspätestens in diesem Zeitpunkt hätte er eine unrichtige Zustellung des 

Zahlungsbefehls mittels Beschwerde geltend machen können und müssen. Das hat er 

jedoch nicht gemacht und kann sich somit im vorliegenden Verfahren nicht mehr auf die 

Unzuständigkeit berufen. Nach dem oben Gesagten ist der Zahlungsbefehl auch nicht 

nichtig. Was die Zustellung des Zahlungsbefehls vom 4. November 2016 in der Betrei-

bung Nr. 16000676 des Betreibungsamtes O. angeht, ist auf die Beschwerde daher 

wegen Verspätung nicht einzutreten (E. 1.7). 

 

2.7.2 Unterlässt es der Schuldner, die Unzuständigkeit des Betreibungsamtes zum Erlass des 

Zahlungsbefehls mittels Beschwerde geltend zu machen und ist dieser Zahlungsbefehl 

nicht nichtig, so kann die örtliche Zuständigkeit des Betreibungsamtes zur Pfändung nicht 

mit denjenigen Gründen angefochten werden, welche bereits bei Erlass des Zahlungs-

befehls hätten gerügt werden können (ERNST F. SCHMID, a.a.O., N. 34 zu Art. 46 SchKG; 

Urteil des Bundesgerichts 7B.165/2002 vom 5. November 2002 E. 3.1 = Pra. 92 [2003] Nr. 

54; BlSchK 2000, 180 f.).  

 

Das bedeutet, dass der Beschwerdeführer die Pfändungsankündigung vom 31. August 

2020 (act. 5/2) nicht deshalb anfechten kann, weil der Zahlungsbefehl seines Erachtens 

durch das unzuständige Betreibungsamt aus- und zugestellt worden ist. Kommt hinzu, 

 

Seite 11 

dass A. mittlerweile Wohnsitz in H. hat und die Pfändungsankündigung durch das zurzeit 

zuständige Betreibungsamt ausgefertigt worden ist. Auch diese Rüge ist daher 

unbehelflich. 

 

2.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gegen die Zustellung des Zahlungsbefehls 

durch das am 26. Januar 2017 nicht (mehr) zuständige Betreibungsamt O. nicht 

rechtzeitig Beschwerde erhoben worden ist. Die Pfändungsankündigung vom 31. August 

2020 ist - mangels Anfechtung des zugrundeliegenden Zahlungsbefehls - ebenfalls nicht 

zu beanstanden. Diese wurde zudem durch das nunmehr zuständige Betreibungsamt 

erlassen.  

 

 Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. 

 

 

 

3. Kosten 

 

 Das Beschwerdeverfahren vor der kantonalen Aufsichtsbehörde ist kostenfrei (Art. 20a 

Abs. 2 Ziff. 5 SchKG, Art. 61 Abs. 2 lit. a GebV SchKG) und eine Parteientschädigung darf 

nicht zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG; AMONN/WALTHER, a.a.O., § 6 

Rz. 62 und § 13 Rz. 11 und 13; COMETTA/MÖCKLI, a.a.O., N. 28 zu Art. 20a SchKG; 

LUZIUS EUGSTER, Kommentar GebV SchKG, 2008, N. 9 f. zu Art. 62 GebV SchKG).  

 

Seite 12 

Demnach erkennt die Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs: 

 

1. Auf die Beschwerde gegen den Zahlungsbefehl Nr. 16000676 des Betreibungsamtes O. 
vom 4. November 2016 wird nicht eingetreten. 

 
 
2. Die Beschwerde gegen die Pfändungsankündigung des Betreibungsamtes vom 

31. August 2020 wird abgewiesen. 
 
 
3. Es werden keine Kosten erhoben und keine Entschädigungen ausgerichtet.  
 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in Zivil-

sachen erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 
72 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizeri-
schen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schriftlich einzu-
reichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Versand am 17. Dezember 2020 an: 

- A, eingeschrieben 
- B, eingeschrieben 
- das beschwerdebeklagte Amt 

 

 

Der Präsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Barbara Schittli