# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d064b435-836e-5080-abbb-669a0e830b87
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.01.2024 SK 2022 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-160_2024-01-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 160-163

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Januar 2024 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin),
Oberrichter Knecht,
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Imboden

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________
v.d. Advokat C.________

Beschuldigter 1/Berufungsführer 1

D.________
a.v.d. Rechtsanwältin E.________

Beschuldigter 2/Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (beide Be-
schuldigte/Berufungsführer) und Widerrufsverfahren (Beschuldig-
ter 2/Berufungsführer 2)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 3. Dezember 2021 (PEN 21 
57+58)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend Vor-
instanz) fällte am 3. Dezember 2021 folgendes Urteil (pag. 1145 ff.; Hervorhebun-
gen im Original):

A. A.________

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, bandenmässig qualifiziert, 
begangen in der Zeit vom 01.10.2018 bis 24.07.2019 in K.________ (Ortschaft), durch An-
bau, Herstellung, Verkauf, Aufbewahrung, Besitz und Anstaltentreffen zum Verkauf von 
Cannabis

2. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am 23.07.2019 
bzw. festgestellt am 24.07.2019 in Q.________ (Ortschaft) durch Konsum einer unbekannten 
Menge Cannabis

und in Anwendung der Art. 40, 47, 51, 66a Abs. 1 Bst. o, 106 StGB; 
Art. 426 Abs. 1 StPO;
Art. 19 Abs. 1 Bst. a, c, d und g sowie Abs. 2 Bst. b, Art. 19a Ziff. 1 BetmG

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 69 Tagen wird im Umfang von 69 Tagen auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

4. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 6'900.00 und Auslagen von CHF 921.60, insgesamt bestimmt auf CHF 7'821.60.

[…]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 6'821.60.

B. D.________

I.

D.________ wird schuldig erklärt:

3

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, bandenmässig qualifiziert, begangen in 
der Zeit vom 01.10.2018 bis 24.07.2019 in K.________ (Ortschaft), durch Anbau, Herstellung, Ver-
kauf, Aufbewahrung, Besitz und Anstaltentreffen zum Verkauf von Cannabis
und in Anwendung der Art. 40, 42, 44, 47, 51, 66a Abs. 2 StGB; 
Art. 426 Abs. 1 StPO;
Art. 19 Abs. 1 Bst. a, c, d und g sowie Abs. 2 Bst. b BetmG

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten.

Die Polizeihaft von 2 Tagen wird im Umfang von 2 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerech-
net.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Auf die Anordnung einer Landesverweisung wird verzichtet.

3. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 6'900.00 und Auslagen von CHF 2'279.40, insgesamt bestimmt auf CHF 9'179.40. […]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 8'179.40.

II.

1. Der D.________ mit Urteil des Strafgerichts des Kantons P.________ (________) vom 
28.03.2019 für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug 
wird nicht widerrufen

2. Der D.________ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons P.________ (________) 
vom 13.05.2019 für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 100.00 gewährte bedingte 
Vollzug wird nicht widerrufen. 

3. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden D.________ aufer-
legt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

Auf die Ausrichtung einer Entschädigung wird verzichtet.

C. AMTLICHE ENTSCHÄDIGUNGEN

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ (im Zeitraum vom 25.07.2019 bis 26.03.2021) werden wie folgt 
bestimmt: […]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 2'759.60. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 675.30 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

4

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von D.________ 
durch Rechtsanwältin E.________ werden wie folgt bestimmt: […]

Rechtsanwältin E.________ hat kein volles Honorar geltend gemacht.

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin E.________ für die amtliche Verteidigung von 
D.________ mit CHF 16'615.75. 

D.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

D. WEITERE VERFÜGUNGEN

1. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- Schlosszylinder + 2 Schlüssel neuer Zylinder (Ass.-Nr. 1.E.2)

- 1 Badge SALTO (Ass.-Nr. 1.E.3)

- 1 Bartschlüssel MP3 (aus Effekten A.________)

2. Folgende Gegenstände werden eingezogen und verbleiben als Beweismittel bei den Akten 
(Art. 69 StGB)

- 1 Schreibblock (Ass.-Nr. 1.A.3)

- 1 Schreibblock (Ass.-Nr. 1.B.3)

- 1 Schreibblock (Ass.-Nr. 1.C.3)

- Notizzettel (Ass.-Nr. 1.D.3)

- Notizzettel (Ass.-Nr. 1.E.1)

- Notizen (Ass.-Nr. 1.E.4)

- Notizen (Ass.-Nr. 1.E.5)

3. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN ________) von A.________ nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt.

4. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN ________) von D.________ nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt.

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von D.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt

7. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

8. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten A.________, privat verteidigt durch die Advokaten 
C.________ und F.________, und D.________, amtlich verteidigt durch Rechts-
anwältin E.________, am 6. Dezember 2022 resp. 13. Dezember 2022 fristgerecht 

5

Berufung an (pag. 1153 und pag. 1156). Daraufhin stellte die Vorinstanz den Par-
teien die schriftliche Urteilsbegründung, datierend vom 18. März 2022, zu 
(pag. 1228 ff.). 

In der Berufungserklärung vom 11. April 2022 beschränkte A.________ seine Beru-
fung auf den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen bandenmässig begangener 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und die entsprechende Verur-
teilung zu einer Freiheitsstrafe, die Landesverweisung sowie die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen (pag. 1244 f.). D.________ sodann beschränkte seine Berufung 
mit Berufungserklärung vom 4. April 2022 auf den Schuldspruch wegen banden-
mässig begangener Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und die 
entsprechende Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe sowie die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen. Weiter focht er die Auferlegung der Kosten für die Widerrufs-
verfahren an (pag. 1237 ff.).

Am 4. Mai 2022 erhob die Generalstaatsanwaltschaft Anschlussberufung in Bezug 
auf die Berufungen beider Beschuldigter. Sie beschränkte diese jeweils auf den 
Schuld- und Sanktionspunkt (pag. 1252 f.). Die Beschuldigten liessen sich nicht zur 
Anschlussberufung vernehmen (pag. 1269 f.). 

3. Absetzung und Verschiebung der Berufungsverhandlung

Am 25. Mai 2023 teilte die Verfahrensleiterin Advokat C.________ und der Gene-
ralstaatsanwaltschaft telefonisch mit, die auf den 6./8. Juni 2023 angesetzte Beru-
fungsverhandlung müsse aufgrund krankheitsbedingter Abwesenheit ihrerseits ver-
schoben werden. Rechtsanwältin E.________ war telefonisch nicht erreichbar 
(pag. 1320). Ihr wurde mit der Absetzungsverfügung vom 26. Mai 2023 mitgeteilt, 
es stehe ihr frei, den Grund der Absetzung zu erfragen (pag. 1321 f.).

Entsprechend der Vorladung vom 6. Juni 2023 (pag. 1335 ff.) fand die Berufungs-
verhandlung schliesslich am 16./18. Januar 2024 statt.

4. Oberinstanzliche Beweisanträge und -ergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich von A.________ Strafregisterauszüge 
(datierend vom 8. Mai 2023 und vom 22. Dezember 2023; pag. 1313 f. und 
pag. 1381 f.), Leumundsberichte inkl. Berichte über die wirtschaftlichen Verhältnis-
se (datierend vom 18. April 2023 und vom 14. Dezember 2023; pag. 1291 ff. und 
pag. 1371 ff.) sowie Betreibungsregisterauszüge samt Schuldnerinformationen (da-
tierend vom 8. Mai 2023 und vom 21. Dezember 202; pag. 1302 ff. und 
pag. 1373.2) eingeholt. Weiter wurden aktualisierte Berichte hinsichtlich der Prü-
fung der strafrechtlichen Landesverweisung beim Amt für Migration und Bürger-
recht des Kantons O.________ (datierend vom 5. April 2023 und vom 20. Dezem-
ber 2023; pag. 1280 f. und pag. 1374 ff.) einverlangt.

Von D.________ wurden Strafregisterauszüge (datierend vom 8. Mai 2023 und 
vom 22. Dezember 2023; pag. 1311 f. und pag. 1383 f.), Leumundsberichte inkl. 
Berichte über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 14. April 2023 und 
vom 6. Dezember 2023; pag. 1282 ff. und pag. 1360 ff.) sowie Betreibungsregister-
auszüge samt Schuldnerinformationen (datierend vom 8. Mai 2023 und vom 

6

21. Dezember 2023; pag. 1308 ff. und pag. 1373.1) eingeholt. Mit E-Mail vom 
5. Januar 2024 teilte die Staatsanwaltschaft O.________ mit, das bei ihr hängige 
Strafverfahren ________ betreffend Drohung und Beschimpfung werde zufolge 
Rückzugs des Strafantrags eingestellt (pag. 1386 f.).

An der Berufungsverhandlung reichte Advokat C.________ für A.________ folgen-
de Unterlagen ins Recht: Nicht unterzeichnetes Schreiben des Treuhänders vom 
25. Mai 2023, Bilanz der «R.________ GmbH» per 31. Dezember 2022, drei Be-
treibungsregisterauszüge (datierend vom 12. Januar 2024, vom 26. April 2023 und 
vom 19. November 2019) inkl. Quittungen Nr. ________ und Nr. ________, Brief 
der Mutter H.________ vom 3. Januar 2024 und Brief der Freundin I.________ 
vom 20. Dezember 2023 (pag. 1391 f. und pag. 1437 ff.).

Ferner wurden die Beschuldigten oberinstanzlich einvernommen (pag. 1393 ff.).

5. Oberinstanzliche Anträge der Parteien

5.1 A.________

Advokat C.________ stellte und begründete für A.________ an der Berufungsver-
handlung folgende Anträge (pag. 1414 und pag. 1425):

1. Herr A.________ sei – in Abänderung des Urteils des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
vom 3. Dezember 2021 – der Gehilfenschaft zur einfachen Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz schuldig zu sprechen und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 
5 Monaten zu verurteilen.

2. Eventualiter sei A.________ – in Abänderung des Urteils des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau vom 3. Dezember 2021 – der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz schuldig zu sprechen und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 10 Mona-
ten zu verurteilen.

3. Es sei von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen und Ziffer A. 3. des Urteils des 
Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 3. Dezember 2021 vollumfänglich aufzuheben.

4. Vollumfängliche Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft

5. Unter e/o Kostenfolge zu Lasten des Staates

Art. 429 ff. StPO: Zusprechung einer Entschädigung für Verteidigungskosten in der Höhe von 
mindestens CHF 3'997.60 (zuzüglich der Aufwand für die heutige HV) 

5.2 D.________

Rechtsanwältin E.________ beantragte und begründete für D.________ was folgt 
(pag. 1416):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau (Einzelgericht) 
vom 3. Dezember 2021 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

1.1. auf die Anordnung einer Landesverweisung verzichtet wurde. (Ziffer B. I. 2 des Urteils)

1.2. der D.________ mit Urteil des Strafgerichts des Kantons P.________ (________) vom 
28.03.2019 für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte 
Vollzug nicht widerrufen wurde. (Ziffer B. Il. 1. des Urteils)

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1.3. der D.________ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons P.________ 
(________) vom 13.05.2019 für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 100.00 ge-
währte bedingte Vollzug nicht widerrufen wurde. (Ziffer B. 11.2. des Urteils)

1.4. dem zuständigen Bundesamt die Zustimmung zur Löschung des erstellen DNA-Profils 
(PCN ________) von D.________ erteilt wurde. (Ziffer D. 4. des Urteils)

1.5. dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst die Zustimmung zur Löschung der er-
hobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von D.________ erteilt wurde. 
(Ziffer D. 6. des Urteils)

2. D.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen der Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, qualifiziert (banden- und gewerbsmässig) begangen durch Anbau, Herstel-
lung, Verkauf, Aufbewahrung, Besitz und Anstalten Treffen zum Verkauf von Marihuana, angeb-
lich begangen in der Zeit vom 01.10.2018 bis 24.07.2019 an der J.________ (Strasse) in 
K.________ (Ortschaft), gemeinsam mit A.________.

3. Die Kosten des erst- und oberinstanzlichen Verfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

4. D.________ sei eine Entschädigung für die Verteidigungskosten im erst- und zweitinstanzlichen 
Verfahren auszurichten sowie einer Genugtuung von mindestens CHF 400.00 auszurichten.

5. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

5.3 Generalstaatsanwaltschaft

Für die Generalstaatsanwaltschaft beantragte und begründete Staatsanwältin 
S.________ nachstehendes (pag. 1418 f. und pag. 1426 f.; Hervorhebungen im 
Original):

A. Rechtskraft

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 3. De-
zember 2021 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als die beschlagnahmten Gegenstände ein-
gezogen worden sind (Ziff. D.1 und 2. des Urteilsdispositivs);

sowie soweit A.________ schuldig erklärt wurde der Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, begangen am 23. Juli 2019 resp. festgestellt am 24. Juli 2019 in Q.________ 
(Ortschaft) durch Konsum einer unbekannten Menge Cannabis und dafür verurteilt wurde zu ei-
ner Übertretungsbusse von CHF 200.00.

B. A.________

A.________ sei schuldig zu erklären der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetzt, 
banden- und gewerbsmässig qualifiziert begangen in der Zeit vom 1. Oktober 2018 bis 24. Ju-
li 2019 in K.________ (Ortschaft), durch Anbau, Herstellung, Verkauf, Aufbewahrung, Besitz und 
Anstaltentreffen zum Verkauf von Cannabis.

und er sei dafür zu verurteilen

1. zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Unter-
suchungshaft von 69 Tagen; der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben bei einer 
Probezeit von 4 Jahren; 

2. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren;

3. zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr 
von gemäss Art. 21 VKD).

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C. D.________

1. D.________ sei schuldig zu erklären der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetzt, banden- und gewerbsmässig qualifiziert begangen in der Zeit vom 1. Okto-
ber 2018 bis 24. Juli 2019 in K.________ (Ortschaft), durch Anbau, Herstellung, Verkauf, 
Aufbewahrung, Besitz und Anstaltentreffen zum Verkauf von Cannabis.

und er sei dafür zu verurteilen

1.1 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Polizeihaft von 2 Tagen; der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben bei ei-
ner Probezeit von 3 Jahren; 

1.2 zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

2. Auf eine Landesverweisung sei zu verzichten.

3. Der D.________ mit Urteil des Strafgerichts des Kantons P.________ vom 28.03.2019 
gewährte bedingte Vollzug sei nicht zu widerrufen. Der D.________ mit Strafgerichts des 
Kantons P.________ vom 13.05.2019 gewährte bedingte Vollzug sei nicht zu widerrufen. 
Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren seien D.________ aufzuerlegen.

D. Verfügungen

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an-
zuordnen. 

2. Es sei die vorzeitige Zustimmung zu erteilen zur Löschung der erstellten DNA-Profile und 
der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist.

3. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Die Berufung von A.________ richtet sich gegen den Schuldspruch 
wegen bandenmässig begangener Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie 
die Anordnung einer Landesverweisung und damit implizit auch auf die Ausschrei-
bung im Schengener Informationssystem (SIS). Die Berufung von D.________ so-
dann erstreckt sich auf den Schuldspruch wegen bandenmässig begangener Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und die entsprechenden Sankti-
ons-, Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie die Auferlegung der Verfahrenskos-
ten für das erstinstanzliche Widerrufsverfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft ih-
rerseits beschränkte die Anschlussberufung auf den Schuld- und Sanktionspunkt. 
Besagte Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind durch die Kammer neu zu beur-
teilen. Ebenfalls neu zu befinden ist über die Verfügung der Vorinstanz betreffend 
die Löschung der erstellten DNA-Profile und der erhobenen biometrischen erken-
nungsdienstlichen Daten der Beschuldigten, welche nicht der Rechtskraft zugäng-
lich ist.

9

In Bezug auf die angefochtenen resp. zu überprüfenden Punkte verfügt die Kam-
mer über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Betreffend die angefochtenen 
Schuldsprüche und die entsprechenden Sanktionsfolgen ist sie zufolge Anschluss-
berufung der Generalstaatsanwaltschaft nicht an das Verschlechterungsverbot 
(Art. 391 Abs. 2 StPO) gebunden. Im Weiteren darf sie das erstinstanzliche Urteil 
nicht zum Nachteil der Beschuldigten abändern. 

Die weiteren Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind unangefochten in Rechts-
kraft erwachsen. Hinsichtlich A.________ sind dies die Verurteilung wegen Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Konsum und die entsprechen-
de Verurteilung zu einer Übertretungsbusse sowie die Höhe der amtlichen Ent-
schädigung seines ehemaligen amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt B.________, 
inkl. Rück- und Nachzahlungspflichten. Betreffend D.________ ist dies die Höhe 
der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwältin E.________. Ferner sind die wei-
teren Verfügungen betreffend Einziehung und Vernichtung in Rechtskraft erwach-
sen. 

Betreffend D.________ ist zu beachten, dass der vorinstanzliche Verzicht auf den 
Widerruf und die Anordnung einer Landesverweisung nicht angefochten wurden. 
Diese Punkte können jedoch nicht in Rechtskraft erwachsen, weil mit der Anfech-
tung der Verurteilung wegen bandenmässig begangener Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz die Rückfall- resp. Katalogtat angefochten ist. Wegen des 
Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) darf die Kammer gleichwohl we-
der die bedingt gewährten Geldstrafen widerrufen noch einen Landesverweis an-
ordnen.

7. Keine Verletzung des Anklagegrundsatzes

7.1 Vorbringen der Parteien

Beide Beschuldigte rügten erst- und oberinstanzlich eine Verletzung des Anklage-
grundsatzes betreffend die Qualifikationsmerkmale der Bandenmässigkeit (Art. 19 
Abs. 2 lit. b BetmG) und der Gewerbsmässigkeit (Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG). Be-
treffend die Bandenmässigkeit führten sie aus, diese sei nicht rechtsgenüglich um-
schrieben. Die Anklageschrift nenne einzig die Gesetzesbestimmung, äussere sich 
jedoch weder zur Rollenteilung und Organisation noch zum Organisationsgrad und 
der Hierarchie; sie äussere sich nicht zu den Strukturen einer Bande, die über eine 
blosse Mittäterschaft hinausgingen. Die Anklageschrift lege auch nicht dar, worin 
sich die jeweiligen bandenmässigen Tatbeiträge auszeichneten. Bezüglich der Ge-
werbsmässigkeit monierten sie, die Anklageschrift setze sich nicht mit den Grund-
voraussetzungen dieses Qualifikationsmerkmals auseinander. Sie äussere sich 
nicht zum berufsmässigen Handeln. Zudem hätte die Anklageschrift festhalten 
müssen, bei wem der namhafte Betrag eingetreten sei (pag. 1117, pag. 1120, 
pag. 1415 und pag. 1418). 

Die (General-)Staatsanwaltschaft äusserte sich zur geltend gemachten Verletzung 
des Anklagegrundsatzes weder erst- noch oberinstanzlich. 

10

7.2 Rechtliche Grundlagen

Eine Straftat kann gerichtlich nur beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft 
gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts 
beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 Abs. 1 StPO). Die Anklage-
schrift bezeichnet möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorge-
worfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tataus-
führung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO).

Laut dem in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO normierten Anklagegrundsatz be-
stimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungs-
funktion). Die Anklage hat das der beschuldigten Person zur Last gelegte Delikt in 
ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und 
subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklage-
prinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garan-
tiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die beschuldigte 
Person muss aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das be-
dingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschul-
digte Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie bezichtigt und wie ihr 
Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vor-
bereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit 
neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (Urteil des Bundesgerichts 
7B_248/2022 vom 03.11.2023 E. 4.2). Ungenauigkeiten sind daher so lange nicht 
von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte Person keine Zweifel 
darüber bestehen, welches Verhalten ihr angelastet wird (Urteil des Bundesgerichts 
6B_466/2021 vom 13.10.2021 E. 1.3). Die nähere Begründung der Anklage erfolgt 
erst an Schranken. Es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzu-
stellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt gebunden 
(Immutabilitätsprinzip), nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdi-
gung (Art. 350 Abs. 1 StPO). Der Anklagegrundsatz ist verletzt, wenn der Beschul-
digte für Taten verurteilt wird, bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen 
Anforderungen nicht genügt, resp. wenn das Gericht mit seinem Schuldspruch über 
den angeklagten Sachverhalt hinausgeht (Urteil des Bundesgerichts 7B_248/2022 
vom 03.11.2023 E. 4.2). Die Beachtung des Anklagegrundsatzes ist eine Prozess-
voraussetzung i.S.v. von Art. 329 Abs. 1 lit. b StPO.

Das Bundesgericht äusserte sich verschiedentlich zum Anklagegrundsatz im Zu-
sammenhang mit Anschuldigungen wegen Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz sowie banden- und/oder gewerbsmässiger Deliktsbegehung. Im 
Urteil 6B_709/2021 vom 12. Mai 2022 beispielsweise entschied das Bundesgericht, 
es sei nicht zwingend, dass die Anklage anhand der legalen Einkommen des Be-
schuldigten rechnerische Überlegungen dazu anstelle, in welchem prozentualen 
Umfang die deliktischen Vermögensdispositionen zu seinem Lebensunterhalt bei-
trugen. Im Urteil 6B_600/2020 vom 7. September 2020 hielt das Bundesgericht 
fest, wenn sich die zeitlichen Verhältnisse nicht exakt rekonstruieren liessen, genü-
ge die Angabe eines bestimmten Zeitraums, solange für die beschuldigte Person 
kein Zweifel darüber bestünde, welches Verhalten ihr vorgeworfen werde. Auch in 
der Erwähnung «unbekannte Abnehmer» liege keine Verletzung des Anklage-

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grundsatzes. Es sei eine Frage der Beweiswürdigung, ob ein Verkauf an unbe-
kannte Abnehmer erstellt sei (a.a.O. E. 4.7). Im Urteil 6B_288/2014 vom 22. Janu-
ar 2015 erwog das Bundesgericht, nebst dem Deliktszeitraum, dem Produktionsort 
sowie der Art und Menge der Betäubungsmittel werde dem Beschuldigten ein er-
zielter Umsatz von über CHF 100'000.00 angelastet. Der «Umsatz» als Gesamt-
wert abgesetzter Ware impliziere den Vorwurf, dass der Beschuldigte mit den 
Betäubungsmitteln gehandelt habe. Dass die Vorinstanz dem Beschuldigten unter 
anderem auch den Verkauf der Betäubungsmittel zuschreibe, sei deshalb mit Blick 
auf die Umgrenzungsfunktion der Anklage und das Immutabilitätsprinzip nicht zu 
beanstanden. Daran ändere nichts, dass dem Beschuldigten kein konkretes Ver-
kaufsgeschäft mit einer bestimmten Person vorgeworfen werde. Der Beschuldigte 
habe gewusst, was Gegenstand der Anklage bilde. Er sei mit den vorinstanzlichen 
Vorwürfen nicht überrascht worden (a.a.O. E. 1.3.). Im Urteil 6B_215/2007 vom 
2. Mai 2008 hielt das Bundesgericht sinngemäss fest, im Hinblick auf die Vielzahl 
von Straftaten, die bei Banden- und Gewerbsmässigkeit begangen werden, sei es 
nicht erforderlich, jede einzelne Tat in der Anklageschrift besonders zu erwähnen. 
Jede einzelne Tat werde in das «Kollektivdelikt» einbezogen, sofern die Vor-
aussetzungen für ihre Begehung erfüllt seien (a.a.O. E. 5.2). 

7.3 Erwägungen der Kammer

Die Kammer verkennt nicht, dass die vorliegende Anklageschrift (siehe E. II.8 hier-
nach) knapp gehalten ist und eine präzisere Umschreibung der Qualifikations-
merkmale der Banden- und Gewerbsmässigkeit begrüssenswert gewesen wäre 
(siehe zur Begriffsdefinition E. III.16.4 und III.16.5 hiernach). Unter Berücksichti-
gung der hiervor erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist jedoch keine 
Verletzung des Anklagegrundsatzes auszumachen:

Nebst dem Deliktszeitraum, dem Produktionsort sowie der Art und Menge des 
Betäubungsmittels äussert sich die Anklageschrift auch hinreichend zu den Qualifi-
kationsmerkmalen der Banden- und Gewerbsmässigkeit: Zum einen geht aus der 
Anklageschrift unmissverständlich hervor, dass die Beschuldigten beruhend auf ei-
nem «gemeinsamen Entschluss» sowie «in Absprache und Zusammenarbeit» die 
Hanf-Indooranlage aufgebaut, die Cannabispflanzen gepflegt und geerntet sowie 
das verarbeitete Marihuana an unbekannte Abnehmer verkauft haben sollen. Sie 
sollen «sich zum zumindest konkludent geäusserten Willen zusammengefunden 
[haben], zur Herstellung und zum gewinnbringenden Verkauf von Marihuana eine 
Hanf-Indooranlage zu betreiben und das dadurch gewonnene Marihuana unter Er-
zielung eines finanziellen Gewinnes zu verkaufen». Dies impliziert eine arbeitsteili-
ge, dauerhafte und verbindliche Zusammenarbeit und damit Bandenmässigkeit 
i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG. Zum anderen beziffert die Anklageschrift den Ge-
winn auf «rund CHF 50'000.00, jedenfalls CHF 10’000.00 deutlich übersteigend», 
was einem erheblichen Gewinn i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG entspricht. Bei 
bandenmässigem Vorgehen i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG hat sich jedes Ban-
denmitglied den von der Bande erzielten und den Grenzwert von CHF 10'000.00 
übersteigenden Gewinn vollumfänglich zuzurechnen (E. III.16.5 hiernach). Daher 
ist ausreichend, dass die Anklageschrift den insgesamt erzielten Gewinn nennt, 
ohne diesen betragsmässig je den beiden Beschuldigten zuzuordnen. Die Ankla-

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geschrift äussert sich nicht explizit dazu, dass die Beschuldigten die deliktische 
Tätigkeit in der Art eines Berufs ausgeübt haben und ihr Verhalten dazu ausgerich-
tet war, ein Einkommen zu erzielen und damit zur Bestreitung des eigenen Le-
bensunterhaltes beizutragen. Sie spricht jedoch von «gewinnbringendem Verkauf» 
und «Erzielung eines finanziellen Gewinnes». Sodann weist der Vorwurf, die in 
L.________ (Ortschaft) wohnhaften Beschuldigten hätten zwischen dem 1. Okto-
ber 2018 und dem 24. Juli 2019 (d.h. innerhalb von knapp zehn Monaten) in 
K.________ (Ortschaft) eine Hanf-Indooranlage aufgebaut sowie drei Mal rund 600 
Pflanzen angepflanzt, gepflegt und teilweise bereits geerntet, auf gewerbsmässiges 
Handeln i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG hin. Wie das Obergericht des Kantons 
Bern im Urteil SK 15 76+77 vom 29. März 2016 festhielt, kann sich die Gewerbs-
mässigkeit aus der Menge der gehandelten Drogen ergeben, von welcher vernünf-
tigerweise auf die Höhe des erzielten Umsatzes resp. Gewinns geschlossen wer-
den kann. Auch sind bei der Gewerbsmässigkeit die gesamten Umstände des de-
liktischen Handelns (wie die Zeitdauer, während der delinquiert wird, und der be-
triebene Aufwand) zu berücksichtigen (a.a.O. E. 1.4). Die vorliegende Anklage-
schrift benennt diese Umstände und gibt Auskunft über die den Beschuldigten vor-
geworfene Drogenmenge. Damit kommt sie ihrer Informationsfunktion hinreichend 
nach. 

Den Beschuldigten war somit bekannt, dass ihnen banden- und gewerbsmässige 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen wird.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorwurf gemäss Anklageschrift

In der Anklageschrift vom 19. Februar 2021 (pag. 974 ff.) wird den Beschuldigten 
vorgeworfen, sich der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig 
gemacht zu haben, gemeinsam qualifiziert (banden- und gewerbsmässig) began-
gen in der Zeit vom ca. 1. Oktober 2018 bis 24. Juli 2019 an der J.________ 
(Strasse) in K.________ (Ortschaft), durch Anbau, Herstellung, Verkauf, Aufbewah-
rung, Besitz und Anstaltentreffen zum Verkauf von Cannabis/Marihuana. Die An-
klageschrift umschreibt den Sachverhalt für A.________ und D.________ wort-
gleich wie folgt (pag. 974 f.):

Der Beschuldigte installierte in Absprache und Zusammenarbeit mit D.________ [resp. A.________] 
zur Gewinnung sowie zum gewinnbringenden Verkauf von illegalen Betäubungsmitteln eine Hanf-
Indooranlage und pflanzte darin unbefugt THC-haltiges Cannabis an, indem in drei Zelten je ca. 200 
Pflanzen, d.h. insgesamt ca. 630 Pflanzen, aufgezogen wurden. 

Der Beschuldigte und D.________ [resp. A.________] erntete sodann die mit den Pflanzen gewach-
senen Hanfblüten, welche einen durchschnittlichen THC-Gehalt von ca. 12% aufwiesen, und verarbei-
tete diese (schneiden, trocknen). 

Insgesamt wurden mindestens zwei Ernten gemacht, wobei eine unbekannte Menge Marihuana ge-
wonnen wurde; bzw., ausgehend von 1260 Pflanzen und durchschnittlich mindestens 12 g gewonne-
nem Marihuana pro Pflanze, eine Gesamtmenge von mindestens 15.12 kg. 

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Das fertig verarbeitete Marihuana wurde anschliessend vom Beschuldigten oder D.________ [resp. 
A.________], jedenfalls gestützt auf einen gemeinsamen Entschluss und in Absprache mit dem je-
weils anderen, an unbekannte Abnehmer verkauft. Der Beschuldigte und D.________ [resp. 
A.________] handelten hierbei in Absprache und Zusammenarbeit miteinander und haben sich zum 
zumindest konkludent geäusserten Willen zusammengefunden, zur Herstellung und zum gewinnbrin-
genden Verkauf von Marihuana eine Hanf-Indooranlage zu betreiben und das dadurch gewonnene 
Marihuana unter Erzielung eines finanziellen Gewinnes zu verkaufen. Bei Verkaufspreisen von zwi-
schen. CHF 5.00/g bis CHF 8.00/g erzielten A.________ und D.________ damit einen Ertrag von total 
mindestens CHF 75’000.00. Nach Abzug der angefallenen Kosten verblieb ihnen ein Gewinn von 
rund CHF 50'000.00, jedenfalls CHF 10’000.00 deutlich übersteigend. 

Am 24.07.2019 wurden in der Anlage in K.________ (Ortschaft) insgesamt 630 Pflanzen sowie 
1545 g Marihuanablüten sichergestellt, welche sich in den gemieteten Räumen im Besitz des Be-
schuldigten und D.________ [resp. A.________] befanden. Die beiden bewahrten das von ihnen ge-
erntete Marihuana dort in der Absicht auf, es ebenfalls an unbekannte Abnehmer zu verkaufen.

9. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 1175 f.). 

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass es das Recht jeder beschuldigten Person 
ist, sich nicht belasten zu müssen sowie namentlich die Aussage und Mitwirkung im 
Strafverfahren zu verweigern (Art. 113 Abs. 1 StPO). Entsprechend ist es unzuläs-
sig, ihr Schweigen als Indiz für ihre Schuld zu werten. Hingegen ist es nicht ausge-
schlossen, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die freie Beweis-
würdigung miteinzubeziehen. So insbesondere, wenn sie sich weigert, zu ihrer Ent-
lastung erforderliche Angaben zu machen, resp. wenn sie es unterlässt, entlasten-
de Behauptungen näher zu substantiieren, obschon eine Erklärung angesichts der 
belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden darf. Folglich darf 
in Situationen, die nach einer Erklärung rufen, das Schweigen der beschuldigten 
Person bei der Gewichtung belastender Elemente mitberücksichtigt werden, es sei 
denn, die beschuldigte Person berufe sich zu Recht auf ein Zeugnisverweigerungs-
recht (Urteile des Bundesgerichts 6B_1018/2021 vom 24.08.2022 E. 1.3.1 und 
6B_1202/2021 vom 11.02.2022 E. 1.8.2).

10. Beweismittel

Auf eine Zusammenfassung der Beweismittel wird verzichtet. Soweit für das vorlie-
gende Verfahren notwendig, wird direkt im Rahmen der konkreten Würdigung dar-
auf eingegangen. Im Übrigen wird vollumfänglich auf die korrekte Zusammenfas-
sung der Vorinstanz (pag. 1178 ff.) und die amtlichen Akten verwiesen.

11. Vorbringen der Parteien

11.1 A.________

Advokat C.________ führte an der Berufungsverhandlung namens seines Mandan-
ten zusammengefasst aus, sein Mandant habe zugegeben, Aushilfs- und Gärtner-
tätigkeiten ausgeführt und dafür Benzingeld und Marihuana erhalten zu haben. Ihm 
könne jedoch nicht nachgewiesen werden, konkreteres gewusst zu haben (etwa 

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hinsichtlich Business-Plan, Raummiete, Steckling-Lieferung). Es gebe keine Be-
weise dafür, dass er weitergehend involviert oder gar federführend gewesen sei. 
Sein Mandant habe lediglich Weisungen entgegengenommen und die «Drecksar-
beit» (Stecklinge einpflanzen und Pflanzen giessen) erledigt. Er sei bloss der 
«Gärtner» der Hanf-Indooranlage gewesen. Mithin habe er – im Vergleich zu 
D.________ – eine bloss untergeordnete Rolle gespielt. Auf die gegenteiligen resp. 
belastenden Aussagen von D.________ dürfe nicht abgestellt werden. Zu berück-
sichtigen sei auch die spezielle Situation zu Beginn des Strafverfahrens: Während 
sich sein Mandant in Untersuchungshaft befunden habe, hätten D.________ und 
T.________ genügend Zeit gehabt, sich eine Verteidigungsstrategie zurechtzule-
gen. Die vorinstanzliche Annahme, sein Mandant sei kaum bloss mit «Spesen» 
entschädigt worden, sei eine blosse Vermutung. Es gebe keine Beweise dafür, 
dass sein Mandant über eine Aushilfstätigkeit hinaus entschädigt worden sei. Zwar 
habe sein Mandant mehr in der Hanf-Indooranlage gearbeitet als D.________, da-
bei habe er aber bloss Arbeiten von untergeordneter Bedeutung erledigt; Business-
Plan, Verkauf, Absatz etc. seien nicht in seinen Zuständigkeitsbereich gefallen. In 
rechtlicher Hinsicht sei daher – in dubio pro reo – von Gehilfenschaft auszugehen 
und nicht von Bandenmässigkeit. Weiter fehlten Hinweise für den Verkauf von Ma-
rihuana. Es sei auch nicht bewiesen, dass überhaupt je ein Gewinn erwirtschaftet 
worden sei. Erfahrungsgemäss bestünden Absatz- und Inkassoschwierigkeiten. 
Daher falle (auch) eine Verurteilung wegen gewerbsmässiger Deliktsbegehung 
ausser Betracht (pag. 1415).

11.2 D.________

Rechtsanwältin E.________ monierte namens ihres Mandanten insbesondere, die 
Vorinstanz habe die objektiven Beweismittel nicht gewürdigt, sondern einzig auf die 
Aussagen des Mitangeklagten A.________ abgestellt. Sie habe ausser Acht gelas-
sen, dass bei der Hausdurchsuchung am Domizil ihres Mandanten keine einschlä-
gigen Gegenstände (wie Schlüssel oder Bargeld) sichergestellt worden seien und 
sich auch keine DNA von ihm an den Gegenständen in der Hanf-Indooranlage be-
funden hätten. Der ominöse Mietvertrag sei nicht unterzeichnet und trotz Mietbe-
ginn per Oktober 2018 sei der erste Mietzins bereits im August 2018 eingegangen. 
Wäre ihr Mandant beim Vertragsabschluss zugegen gewesen, hätte der Vermieter 
U.________ ihn erkannt sowie ihm den Mietvertrag und den Schlüssel ausgehän-
digt und den Mietzins von ihm erhalten. Trotz aufwändiger Ermittlungen inkl. Vi-
deoüberwachung gebe es keine Hinweise auf eine Beteiligung ihres Mandanten. 
Ergo sei die vorinstanzliche Schlussfolgerung, ihr Mandant sei regelmässig vor Ort 
gewesen, falsch. Zudem habe die Auswertung der Mobiltelefone keine Hinweise 
auf einen Austausch zwischen ihrem Mandanten und A.________ zu Tage ge-
bracht. Das werfe die Frage auf, wie die beiden die Hanf-Indooranlage gemeinsam 
gebaut und betrieben und sich abgesprochen haben sollen. Zwischen ihrem Man-
danten und A.________ habe kein Kommunikationskanal bestanden, A.________ 
und T.________ hingegen hätten nachweislich per Mobiltelefon miteinander kom-
muniziert. Schliesslich zeigten die Finanzunterlagen ihres Mandanten, dass er ein 
Einkommen aus legaler Tätigkeit erzielt habe. Weder auf den Bankkonti noch in bar 
sei ein Erlös aus dem Verkauf von Drogen gefunden worden. 

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In Bezug auf die subjektiven Beweismittel sei zu beachten, dass sich die Aussagen 
ihres Mandanten mit den objektiven Beweismitteln deckten. Er sei von einer CBD-
Anlage ausgegangen und entsprechend schockiert gewesen, als er von der Polizei 
zu einer illegalen Hanf-Indooranlage befragt worden sei. Er sei lediglich drei Mal in 
K.________ (Ortschaft) gewesen: Zweimal habe er A.________ gefahren und ein-
mal habe er diesem mit den Töpfen geholfen, ansonsten habe er lediglich Geld 
(CHF 15'000.00) beigesteuert. Angesichts der kurzen Zeitspanne zwischen der 
Geldleihe und dem Auffliegen der Hanf-Indooranlage sei es auch nicht realitäts-
fremd, dass er wegen des CBD-Bezugs nicht «gestürmt» habe. Details zu den 
Pflanzen und der Ernte habe er nicht gekannt. Das beweise, dass er nicht jene 
«Rolle» spielte, die ihm nun angelastet werde. Es sei offenkundig, dass 
A.________ nicht als Alleintäter dastehen wolle und daher ihren Mandanten falsch 
belaste. Ihr Mandant sei davon ausgegangen, A.________ CHF 15'000.00 für den 
Betrieb einer legalen CBD-Anlage zu überlassen, um im Gegenzug CBD für den 
eigenen V.________ (Laden) beziehen zu können. Er sei von A.________ über die 
illegalen Machenschaften getäuscht und an der Nase herumgeführt worden 
(pag. 1416 f.).

11.3 Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin S.________ führte aus, es sei schlichtweg nicht möglich, dass es 
nur zwei Gehilfen gegeben haben soll. Massgebend seien die tatnächsten Aussa-
gen von A.________, wonach er die Hanf-Indooranlage gemeinsam mit 
D.________ aufgebaut und betrieben habe. Dass er nun ein blosser «Helfer» ge-
wesen sein will, sei eine Schutzbehauptung: A.________ habe kaum etwas zur an-
geblichen Aufgabenteilung sagen können und einen langen Anreiseweg auf sich 
genommen. Auch habe er zugegeben, teilweise täglich in der Hanf-Indooranlage 
gewesen zu sein und sich Notizen gemacht zu haben. Es sei unglaubhaft, dass er 
für seinen Aufwand bloss Spesen (Benzingeld) erhalten haben will, zumal er auch 
kein eigenes Auto besessen habe, d.h. ein solches jeweils habe organisieren müs-
sen. Es sei lebensfremd, dass er nicht einen höheren Betrag eingefordert haben 
will, zumal es im Drogenbusiness um das «grosse Geld» gehe. Überdies habe ihn 
T.________ als Betreiber und Anleiter bezeichnet. 

D.________ habe zugegeben, CHF 15'000.00 für eine vermeintliche CBD-Anlage 
beigesteuert zu haben. Im Übrigen wolle er lediglich Fahrer gewesen sein und beim 
Füllen der Töpfe geholfen haben. Das sei nicht plausibel. Wäre D.________ 
tatsächlich von CBD ausgegangen, so hätte er sich bei A.________ nach dessen 
Verbleib erkundigt und hätte er auch keinen Grund gehabt, seine Beteiligung her-
unterzuspielen. Auch mache es keinen Sinn, Kapital ohne Abmachung zu investie-
ren. Umso weniger als D.________ finanziell nicht gut gestellt gewesen und ihm 
ein erstes Projekt zu teuer gewesen sei. Unklar sei auch, woher die investierten 
CHF 15'000.00 stammten. Bei den Finanzen stimme es einfach nicht. D.________ 
müsse noch Einnahmen oder Geld gehabt haben, das in den Steuerunterlagen 
nicht verzeichnet sei.

Die Anklageschrift gehe gestützt auf die Aussagen von A.________ von einem 
Verkaufspreis von mindestens CHF 5.00 pro Gramm aus. Das sei mit Blick auf die 

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Angaben von «Suchtmonitoring Schweiz» (CHF 8.00 bis 13.00 pro Gramm) sehr 
tief, aber vertretbar.

Im Ergebnis und mit der Vorinstanz habe der angeklagte Sachverhalt als erstellt zu 
gelten (pag. 1419 f.).

12. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt, Beweisfragen

A.________ und D.________ bestreiten nicht, in den Betrieb der Hanf-
Indooranlage involviert gewesen zu sein. Umstritten ist jedoch die Art und Weise ih-
rer jeweiligen Beteiligung. A.________ gibt zu, am Aufbau der Hanf-Indooranlage 
mitgewirkt sowie sich um die Cannabispflanzen gekümmert und bei zwei Ernten 
mitgeholfen zu haben. Er bestreitet jedoch, in den Verkauf des Cannabis involviert 
gewesen zu sein. D.________ seinerseits gibt zu, CHF 15'000.00 in die Hanf-
Indooranlage investiert sowie A.________ einmalig beim Füllen der Pflanzentöpfe 
mit Sand geholfen und ihn zwei Mal zur Hanf-Indooranlage gefahren zu haben. Er 
bestreitet jedoch, gewusst zu haben, dass es sich um THC-haltiges Cannabis han-
delt. Mithin schieben beide die Hauptverantwortung dem jeweils anderen zu: 
Während A.________ bloss der «Gärtner» und Helfer von D.________ gewesen 
sein will, sieht sich D.________ als «Geldgeber» einer vermeintlichen CBD-Anlage. 

Vor diesem Hintergrund hat die Kammer beweismässig zu klären, wie A.________ 
und D.________ in den Betrieb der Hanf-Indooranlage und den Verkauf des geern-
teten Marihuanas involviert waren sowie ob D.________ wusste, dass es sich um 
THC-haltiges Cannabis handelte. Mit Blick auf die rechtliche Würdigung des ange-
klagten Sachverhalts ist zudem auf die Rollen- und Arbeitsteilung und die Intensität 
des Zusammenwirkens einerseits sowie die umgesetzte Cannabismenge und den 
durch den Verkauf des Marihuanas erzielten Umsatz und Gewinn andererseits ein-
zugehen.

13. Erwägungen der Kammer

13.1 Zur Hanf-Indooranlage im Allgemeinen

Am 24. Juli 2019 führte die Polizei im Industrieareal an der J.________ (Strasse) in 
K.________ (Ortschaft) eine Hausdurchsuchung durch. Dabei stellte sie mehrere 
Hanf-Indooranlagen fest. Im vorliegend interessierenden «Raum 1» (mit einer 
Fläche von 200 bis 300 m2; pag. 372 Z. 155 f.) kamen vier Zelte zum Vorschein. 
Darin wurden 630 Cannabispflanzen, verteilt auf drei Gewächszelte, und 1'545 g 
Marihuanablüten in einem Trocknungszelt sichergestellt (pag. 81 ff.). 

Wie die Fotodokumentation der Kantonspolizei Bern vom 24. Juli 2019 zeigt, be-
fanden sich in den drei Gewächszelten Cannabispflanzen in unterschiedlichen 
Wachstumsstadien (20 und 40 cm; pag. 83), eingepflanzt in schwarzen Töpfen und 
aufgestellt in Reih und Glied. Die Gewächszelte waren u.a. ausgestattet mit Wär-
melampen, Ventilatoren sowie weiteren Gerätschaften zur Klimaregulation. Im 
Trocknungszelt befanden sich zwei Trocknungsnetze und ein ebenfalls ausgeklü-
geltes System zur Klimaregulation (pag. 125 ff.). Ausserhalb war ein Steuerungs-
kasten montiert, mit welchem die Lüftung/Beleuchtung, ev. auch die Bewässerung, 
gesteuert werden konnte (pag. 777). Die Polizei stellte vor Ort vier Notizzettel si-

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cher, auf denen handschriftlich diverse Kennwerte vermerkt waren, die alle zwei bis 
vier Tage aktualisiert wurden (pag. 353 f.). Unter Berücksichtigung der Aussagen 
von A.________ und T.________ (pag. 316 Z. 88 ff., pag. 318 Z. 198 ff., pag. 350 
Z. 770 f., pag. 1101 Z. 2 ff. und pag. 1140 Z. 16 f.) geht die Kammer davon aus, 
dass sich die Kennwerte u.a. auf die Wasser- resp. Giessmenge, die Temperatur, 
den PH-Wert und die Düngermenge bezogen.

Laut undatiertem und nicht unterzeichnetem Mietvertrag begann das Mietverhältnis 
betreffend «Raum 1» am 1. Oktober 2018. Der Mietzins für den unbeheizten Raum 
betrug monatlich CHF 2’000.00 resp. CHF 3'000.00. Zudem war eine Sicherheits-
leistung von CHF 6'000.00 geschuldet (pag. 872). Gemäss Debitorenkontoauszug 
der Vermieterschaft wurden zwischen dem 29. August 2018 und dem 3. Juli 2019 
rund CHF 24'000.00 an die Vermieterschaft überwiesen (pag. 880 f.). Zudem sind 
zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 24. Juli 2019 Stromkosten von 
CHF 6'500.00 angefallen (pag. 878 f.). 

K.________ (Ortschaft) ist eine relativ kleine Ortschaft. Das Dorf ist an die Auto-
bahn A1 angeschlossen und daher verkehrstechnisch gut erreichbar. Der vorlie-
gend interessierende «Raum 1» war via Einstellhalleneinfahrt oder über einen Kel-
lereingang im Innenhof zugänglich (pag. 777) und somit relativ unauffällig erreich-
bar. 

Aus dem Aufgeführten erhellt, dass die Hanf-Indooranlage im «Raum 1» sehr pro-
fessionell, funktional und kostspielig aufgebaut und ausgestattet war. In ihren Auf-
bau und Betrieb wurden offenkundig erhebliche Arbeitszeit und finanzielle Mittel in-
vestiert. Das weist klar darauf hin, dass die Hanf-Indooranlage darauf ausgelegt 
war, längerfristig und im grösseren Stil – d.h. nicht rein hobbymässig – Cannabis 
anzubauen und gewinnbringend zu verkaufen. 

13.2 Zur Drogenmenge 

Am 24. Juli 2019 befanden sich 630 Cannabispflanzen und 1'545 g getrocknete 
Marihuanablüten in der Hanf-Indooranlage (pag. 83). Laut A.________ erfolgten 
zuvor bereits zwei Ernten à rund 600 Pflanzen, wobei pro Pflanze zehn bis fünf-
zehn Gramm Marihuana gewonnen werden konnten. Auf Nachfrage bestätigte 
A.________, es könne zutreffen, dass seit Mitte Januar 2019 rund 1'200 Pflanzen à 
je 12 g Marihuana geerntet wurden, ausmachend 14.4 kg Marihuana (pag. 384 
Z. 240). 

Die Kammer erachtet diese Aussagen als glaubhaft. Es ist naheliegend, dass je-
weils die gesamte Anbaufläche von rund 210 Pflanzen pro Gewächszelt ausgenutzt 
wurde. Weder A.________ noch D.________ machten zudem geltend, ein Teil der 
Ernte sei nicht brauchbar gewesen. Vor dem Hintergrund, dass Cannabispflanzen, 
wie von A.________ angegeben (pag. 384 Z. 237 f.), bis zur Erntereife rund zwei 
bis zweieinhalb Monate benötigen, ist auch plausibel, dass zwischen Mitte Janu-
ar 2019 (erste Anpflanzung; pag. 384 Z. 234 f.) und dem 24. Juli 2019 (Razzia) 
zwei Ernten erfolgten. Somit geht die Kammer – wie bereits die Staatsanwaltschaft 
in der Anklageschrift und die Vorinstanz (pag. 1185) – davon aus, dass im Zuge 
von zwei früheren Ernten total 1'260 Pflanzen abgeerntet wurden und dabei pro 
Pflanze durchschnittlich 12 g Marihuana gewonnen werden konnten. Es gilt somit 

18

für die Kammer als erstellt, dass bis zum 24. Juli 2019 insgesamt 15.12 kg Marihu-
ana geerntet wurden. 

13.3 Zum THC-Gehalt 

Am 10. September 2019 beauftragte die Kantonspolizei das Institut für Rechtsme-
dizin (IRM) mit der Untersuchung einer der am 24. Juli 2019 sichergestellten Can-
nabispflanzen (Hanfpflanze mit Blüte) auf ihren THC-Gehalt hin (pag. 166 f.). Laut 
forensisch-chemischem Abschlussbericht des IRM wies die untersuchte Cannabis-
blüte einen THC-Gehalt von 12 % auf (pag. 168 f.).

Zufolge A.________ wurde jeweils Cannabis der Sorte Amnesia angepflanzt 
(pag. 384 Z. 229). Daher und mit Blick auf die weitgehend konstanten Anbaubedin-
gungen in den drei Gewächszelten geht die Kammer – mit der Vorinstanz 
(pag. 1196) – davon aus, dass auch die zuvor geernteten 15.12 kg Marihuana ei-
nen THC-Gehalt von rund 12 % aufwiesen. 

13.4 Zum erzielten Umsatz und Gewinn

Laut A.________ hat ein Gramm Marihuana einen Wert/Preis von ca. CHF 4.00 bis 
CHF 4.50. Dies sei bei grösseren Mengen; bei kleinen Mengen wisse er es gar 
nicht. So wie er gehört habe, immer noch CHF 4.00 bis CHF 5.00 (pag. 384 Z. 259 
ff.). Mit Staatsanwältin S.________ (E. II.11.3 hiervor) erachtet die Kammer diese 
Verkaufspreise als eher tief. Sofern das Marihuana Grossabnehmer überlassen 
und nicht auf der Strasse an Endkonsumenten verkauft wurde, ist der von 
A.________ genannte Preis gleichwohl plausibel. Ausgehend von einem durch-
schnittlichen Verkaufspreis von CHF 4.25 wurde mit den verkauften 15.12 kg Mari-
huana somit ein Umsatz von rund CHF 64'260.00 generiert. 

Für die Berechnung des erzielten Gewinns brachte die Vorinstanz vom Umsatz das 
von D.________ gewährte Startkapital von CHF 15'000.00 und einen Betrag von 
CHF 24'000.00 für die laufenden Mietkosten in Abzug (pag. 1195). Die Kammer 
sieht dies anders: Die abzugsfähigen Mietkosten betragen CHF 18'000.00. Bei den 
am 29. August 2018 einbezahlten CHF 6'000.00 handelt es sich um die geschulde-
te Sicherheitsleistung (pag. 872 und pag. 880). Diese ist nach Beendigung des 
Mietverhältnisses zurückzuerstatten, weshalb sie sich nicht gewinnmindernd aus-
wirkt. Zudem ist nicht bekannt, wofür das Startkapital verwendet wurde, d.h. ob es 
gewinnmindernd zu berücksichtigen ist. Das ist insofern zweifelhaft, als 
D.________ die CHF 15'000.00 gemäss eigenen Angaben in drei Raten leistete 
(CHF 6'000.00+CHF 6'000.00 + CHF 3'000.00; pag. 270 Z. 74 ff.) und die erste Ra-
te betragsmässig der mietvertraglichen Sicherheitsleistung entspricht, welche kei-
nen Einfluss auf den Gewinn hat. Schliesslich sind neben den bekannten Kosten 
für Miete (CHF 18'000.00) und Strom (CHF 6'500.00; pag. 878 f.) auch die weiteren 
und wertmässig nicht bekannten wiederkehrenden Ausgaben (etwa für Wasser, 
Stecklinge, Erde und Dünger) und die einmaligen Anschaffungskosten (etwa für die 
Gewächszelte, Wärmelampen, Bewässerungssysteme und Lüftungsinstallationen) 
zu berücksichtigen. Wenngleich sich der erzielte Gewinn betragsmässig nicht im 
Detail bestimmen lässt, bestehen für die Kammer keine Zweifel, dass er mehrere 
zehntausend Franken beträgt, d.h. über CHF 10'000.00 liegt.

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13.5 Zur Rolle sowie dem Wissen und Wollen von A.________

A.________ wurde am 24. Juli 2019 während der laufenden Durchsuchung der 
Hanf-Indooranlage von der Polizei angehalten, als er in Begleitung seiner Freundin 
I.________ in die Einstellhalle des Industrieareals fuhr (pag. 84). An der gleichen-
tags durchgeführten Einvernahme führte er aus, die Hanf-Indooranlage gemeinsam 
mit D.________ ca. Ende Dezember 2018 aufgebaut zu haben. Sie hätten zwei bis 
drei Wochen für den Aufbau benötigt und Mitte Januar 2019 zum ersten Mal Mari-
huana angepflanzt (pag. 360 Z. 115). 

Gemäss eigenen Angaben war A.________ zu Beginn, d.h. während des rund 
dreiwöchigen Aufbaus der Hanf-Indooranlage, fast jeden Tag vor Ort (pag. 362 
Z. 212 ff. und pag. 383 Z. 178 ff.). Später sei er rund zwei bis drei Mal wöchentlich 
für ein bis zwei Stunden mit dem X.________ (Automarke) seines Bruders nach 
K.________ (Ortschaft) gefahren, zwecks Giessens, Schneidens, Erntens und 
Trocknens (pag. 362 Z. 209 f., pag. 371 Z. 95 ff., pag. 422 Z. 40 ff., pag. 423 
Z. 54 ff. und pag. 427 Z. 220 ff.). Entsprechend konnte er sehr genaue Angaben 
dazu machen, wie hoch die Cannabispflanzen in den drei Gewächszelten waren 
und in welchem Wachstumsstadium sie sich befanden, wie lange die Cannabis-
pflanzen bis zur Ernte benötigten und wie viele Ernten bereits gemacht wurden 
(pag. 360 Z. 99 ff. und pag. 383 Z. 208 ff.). Bestätigt werden seine detaillierten, 
selbstbelastenden und insofern glaubhaften Aussagen von W.________, der als 
Hauswart des Industrieareals amtete. Dieser identifizierte A.________ als Mieter 
des «Raum 1» und erklärte, er habe A.________ bis zur Razzia am 24. Juli 2019 
regelmässig, d.h. rund zwei Mal pro Woche, kommen und gehen gesehen. 
A.________ sei meistens mit einem X.________ (Automarke) in die Einstellhalle 
gefahren (pag. 177 Z. 304 ff. und pag. 204 Z. 442 f.).

Folglich ist als erstellt anzusehen, dass A.________ am zwei- bis dreiwöchigen 
Aufbau der Hanf-Indooranlage hauptbeteiligt war und später als «Gärtner» fungier-
te. Er nahm zwei bis drei Mal wöchentlich eine Autofahrt von rund 60 km pro Weg 
auf sich, um die Cannabispflanzen zu wässern, düngen, schneiden, ernten und zu 
trocknen. Soweit A.________ jedoch eine darüber hinausgehende Tatbeteiligung 
bestreitet und geltend macht, lediglich die Weisungen von D.________ entgegen-
genommen und umgesetzt zu haben und nicht zu wissen, was mit dem geernteten 
Marihuana geschah sowie ohne finanzielle Absichten und ohne Gewinnbeteiligung 
aus reiner Kollegialität gegenüber D.________ gehandelt zu haben, ist ihm – mit 
der Vorinstanz (pag. 1185 ff.) – nicht zu folgen: 

Aufgrund seines Werdegangs steht für die Kammer ausser Frage, dass 
A.________ neben seiner Arbeitskraft als «Gärtner» auch die für die Inbetriebnah-
me und den Unterhalt der Hanf-Indooranlage erforderliche Erfahrung besass und 
das notwendige Sachwissen beisteuerte und damit der «Kopf» hinter der professi-
onell betriebenen Hanf-Indooranlage war. A.________ betrieb bereits von Novem-
ber 2012 bis Mai 2013 eine Hanf-Indooranlage (pag. 823 f.). Anders als 
D.________ verfügte er somit über eine einschlägige Vorerfahrung. Daher erachtet 
die Kammer die Behauptung von A.________, er und D.________ hätten sich das 
für den Aufbau und Betrieb der Hanf-Indooranlage nötige Wissen im Internet ange-
eignet (pag. 362 Z. 225), nur als bedingt wahr, jedoch auch nicht weiter relevant. 

20

Als Y.________ (Berufsbezeichnung) brachte A.________ zudem das für den Auf-
bau der Hanf-Indooranlage notwendige handwerkliche Geschick und technische 
Grundwissen mit, auch verfügte er über die notwendigen Gerätschaften. Er sagte 
auf Vorhalt der Fotodokumentation (pag. 393 ff.) denn auch aus, die am Tatort si-
chergestellten «Werkzeugsachen» gehörten ihm und seien zur Installation benötigt 
worden (pag. 383 Z. 192 ff.). Er und D.________ hätten die Elektroinstallationen 
gemacht (pag. 425 Z. 136 f.) und die Lichteinstellungen überwacht (pag. 425 
Z. 157). Dass A.________ (und nicht D.________) das ausgeklügelte System be-
züglich der Aufzucht der Cannabispflanzen initiierte und grösstenteils allein unter-
hielt, zeigen ausserdem die am Tatort sichergestellten und von A.________ hand-
schriftlich verfassten Notizzettel, auf denen er zugegebenermassen detailliert fest-
hielt, wann er was mit den Pflanzen tat (pag. 1400 Z. 14 ff.). Vor dem Hintergrund, 
dass der arbeits- und kinderlose A.________ über deutlich mehr freie Zeit verfügte 
als D.________ und keine Verpflichtungen hatte (beispielhaft: «Ich stehe am Mor-
gen auf und warte den Tag ab, was passiert», pag. 359 Z. 42 f.), steht für die 
Kammer fest, dass A.________ viel öfters vor Ort war als D.________ und mehr 
Arbeit/Zeit in die Hanf-Indooranlage investierte. 

Auch kümmerte sich A.________ um organisatorische und finanzielle Belange. So 
wurde er gemäss eigenen Angaben auf die gemietete Räumlichkeit durch 
U.________ aufmerksam, den er von früher kannte, und stellte er den Kontakt zwi-
schen D.________ und U.________ her (pag. 385 Z. 300). Er räumte auch ein, mit 
U.________ einen Mietzins von CHF 3'000.00 vereinbart und diesem den von 
D.________ stammenden Mietzins jeweils in bar übergeben zu haben (pag. 371 
Z. 119 ff. und pag. 428 Z. 373 ff.). Ferner gestand A.________ an der Berufungs-
verhandlung selbst ein: «Wir haben es zusammen gemacht. Alles haben wir zu-
sammen gemacht. Von A bis Z» (pag. 1399 Z. 19 f.). Zwar relativierte er diese 
Aussage auf Frage, er solle seine eigene Rolle näher beschreiben, wie folgt: «Ich 
war sozusagen nur der Helfer dort. Ich hatte gar kein Geld für das alles» 
(pag. 1399 Z. 23). Auf den Widerspruch in seinen Aussagen angesprochen, meinte 
er: «Hätte ich investiert, wären wir zusammen gewesen. Aber ich hatte kein Geld. 
Ich wollte nur helfen» (pag. 1399 Z. 27 f.). Mit diesen Aussagen gestand 
A.________ nach Ansicht der Kammer implizit ein, in sämtliche Arbeitsvorgänge 
involviert gewesen zu sein. Mit Blick auf seine damaligen finanziellen Verhältnisse 
(mehrjährige Arbeitslosigkeit und Verlustscheine in der Höhe von CHF 72'677.21; 
pag. 358, pag. 380 Z. 42 ff. und pag. 502) steht für die Kammer ausser Frage, dass 
A.________ finanziell nicht in der Lage war, sich monetär am Aufbau der Hanf-
Indooranlage zu beteiligen sowie in der Aufbauphase die Miet- und Stromkosten zu 
tragen. Ein weisungsgebundener Helfer von D.________ war A.________ insbe-
sondere auch gestützt auf die vorangegangenen und nachfolgenden Ausführungen 
angesichts seiner Auftrags- und Weisungsbefugnisse gegenüber T.________ und 
der Erledigung organisatorischer und administrativer Belange nicht. Bezeichnend 
ist in diesem Zusammenhang auch die tatnächste Aussage von A.________, wo-
nach er und D.________ die Hanf-Indooranlage zusammen aufgebaut haben 
(pag. 360 Z. 116 f.), und seine spätere Äusserung, D.________ und er hätten die 
zu erledigenden Aufgaben untereinander abgesprochen (pag. 423 Z. 66 f. und 
81 f.). Wer in den Aufbau und die Aufgabenverteilung involviert ist, ist nicht bloss 

21

ein «Helfer». Ein solcher würde lediglich und stillschweigend die ihm aufgetragenen 
Arbeiten erledigen und nicht in die Entscheidfindung und Aufgabenverteilung ein-
gebunden werden.

Für die Kammer ist undenkbar, dass A.________ – wie behauptet – nur helfen 
wollte, für seine «Mithilfe» kaum einen Verdienst erhielt und nicht am Gewinn betei-
ligt war (beispielhaft: «Wie erklären Sie, dass Sie trotz Ihres Einsatzes bei dieser 
Sache gar nicht am Gewinn beteiligt gewesen sein sollten? – «Das wollte ich nicht. 
Ich habe es nur aus Kollegialität gemacht. Ich hatte Zeit es zu machen», pag. 430 
Z. 319 ff). A.________ fuhr anfangs täglich und später zwei bis drei Mal wöchent-
lich von L.________ (Ortschaft) nach K.________ (Ortschaft), um die Hanf-
Indooranlage aufzubauen resp. um sich um die Cannabispflanzen zu kümmern. Er 
investierte somit neben seiner Arbeitskraft auch erhebliche Zeit in die Hanf-
Indooranlage. Allein der «Arbeitsweg» betrug für die Hin- und Rückfahrt total rund 
120 km und war damit zeit- und kostspielig. Weil A.________ kein eigenes Auto 
besass, musste er entweder den X.________ (Automarke) seines Bruders leihen 
(pag. 383 Z. 168 ff.) oder sich von T.________ resp. D.________ chauffieren las-
sen. Diese von A.________ unternommenen Anstrengungen übersteigen das übli-
che Mass eines Freundschaftsdienstes bei Weitem. Gerade auch angesichts seiner 
damaligen Arbeitslosigkeit ist es unrealistisch, dass A.________ den ganzen Auf-
wand aus Kollegialität und lediglich für Auslagenersatz (Benzingeld und Essen; 
Spesenentschädigung von CHF 200.00 pro Ernte resp. von total rund 
CHF 1'000.00) und 20 bis 30 g Cannabis für den Eigenbedarf betrieb und keinen 
Anteil am Verkaufserlös erhielt (pag. 374 Z. 223 ff., pag. 385 Z. 273 und pag 429 
Z. 299). Dies umso mehr, als A.________ genau wusste, zu welchem Grammpreis 
das zuvor geerntete Marihuana verkauft wurde. Ihm war somit bekannt, dass pro 
Ernte ein Umsatz von über CHF 30'000.00 generiert werden kann (siehe auch 
pag. 430 Z. 326 ff.). A.________ wird von der Kammer nicht als derart altruistisch 
und selbstlos eingeschätzt, dass er die Hanf-Indooranlage weitgehend im Allein-
gang bewirtschaftet, deren finanziellen Ertrag aber allein D.________ überlässt. 
Die Kammer hat keine Zweifel, dass der zum Tatzeitpunkt arbeitslose A.________ 
nicht aus Kollegialität gegenüber D.________ handelte, sondern aus pekuniären 
Motiven. Der damals 33-jährige A.________, der noch immer bei seiner Mutter 
wohnte und von dieser sowie von seinem Bruder und seiner Freundin finanziert 
wurde (pag. 26 ff.), wollte mit dem regelmässigen Verkauf des alle zwei bis zwei-
einhalb Monate erntereifen Marihuanas eine fortlaufende Einkommensquelle gene-
rieren. Weil er jedoch nicht über die für den Aufbau einer Hanf-Indooranlage erfor-
derlichen finanziellen Mittel verfügte, wandte er sich im Juni 2018 (erneut) an sei-
nen Bekannten D.________ mit der Bitte, das für den Aufbau einer gemeinsamen 
Hanf-Indooranlage erforderliche Startkapital einzuwerfen (pag. 270 Z. 55 ff. und 
E. II.13.6 hiernach), womit das gemeinsame Projekt seinen Anfang nahm.

Vor dem Hintergrund, dass sich die geernteten 15.12 kg Marihuana offenkundig 
«nicht in Luft aufgelöst» haben können und es Abnehmer gegeben haben muss, 
erachtet es die Kammer als erstellt, dass das geerntete Marihuana durch 
A.________ und/oder D.________ an unbestimmte Abnehmer verkauft wurde. Be-
zeichnend ist in diesem Zusammenhang auch, dass A.________ an der ersten 
Einvernahme vom 24. Juli 2019 einen Verkaufspreis nennen konnte, an der Ein-

22

vernahme vom 4. August 2020 dann aber geltend machte, er wisse nicht, zu wel-
chem Preis das geerntete Marihuana verkauft wurde (pag. 430 Z. 333 f.). Bei der 
später geltend gemachten Unwissenheit betreffend den Verkaufspreis handelt es 
sich offenkundig um eine unbeholfene Schutzbehauptung, um die eigene Rol-
le/Tatbeteiligung zu verschleiern; A.________ hat den Verkaufspreis des selbst 
angebauten und geernteten Marihuana mitnichten vergessen. Ob A.________ und 
D.________ oder nur einer von beiden Verkaufshandlungen vornahm, ist mit Blick 
auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts irrelevant (siehe E. III.17 hiernach) 
und kann daher offen bleiben. Ausgeschlossen ist nach Ansicht der Kammer jeden-
falls, dass A.________, der den Aufbau der Hanf-Indooranlage initiierte und diese 
grösstenteils allein bewirtschaftete, nicht wusste, was mit dem Marihuana nach der 
Ernte resp. dem Trocknen passierte. A.________ und D.________ sahen sich bei-
nahe täglich im V.________(Laden) von D.________ (pag. 1108 Z. 26 ff. und 
pag. 1407 Z. 20 ff.). Daher und vor dem Hintergrund, dass beide erhebliche Ar-
beit/Zeit (im Falle von A.________) resp. finanzielle Mittel (im Falle von 
D.________) in das gemeinsame Projekt investierten und aus pekuniären Motiven 
handelten (siehe betreffend Rolle und Motivlage von D.________ E. II.13.6 hier-
nach) ist unvorstellbar, dass sie sich nie über das Schicksal des zwecks gewinn-
bringenden Verkaufs angebauten und geernteten Marihuana unterhielten. Aufgrund 
der Gesamtumstände steht für die Kammer fest, dass auch der Verkauf des Mari-
huanas an unbekannte Abnehmer gestützt auf einen gemeinsamen Entschluss 
durch mindestens einen von beiden erfolgte.

Schliesslich erachtet es die Kammer gestützt auf die glaubhaften Aussagen von 
T.________ und dessen Verurteilung wegen Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz durch Gehilfenschaft zum Betrieb der vorliegenden Hanf-
Indooranlage als erstellt, dass A.________ T.________ anwarb und Anweisungen 
erteilte: A.________ liess sich im Mai/Juni 2019 regelmässig von T.________ zur 
Hanf-Indooranlage fahren und beim Schneiden der Cannabispflanzen helfen. Er 
übernahm die Benzinkosten und lud T.________ zum Nachtessen ein. Während 
einer Ferienabwesenheit überliess er T.________ zudem seinen Schlüssel und be-
traute ihn damit, die Hanf-Indooranlage zu «überwachen» und die Cannabispflan-
zen zu giessen. Er erklärte T.________ die einzelnen Arbeitsschritte und schrieb 
ihm auch auf, wie die Pflanzen zu pflegen sind (pag. 316 Z. 76 ff. und Z. 87 ff., 
pag. 318 Z. 197 ff., pag. 319 Z. 213 ff., pag. 1100 Z. 22 f., pag. 1101 Z. 1 ff. und 
pag. 1042). Die Behauptung von A.________ an der Berufungsverhandlung, er ha-
be die Frage an der Einvernahme vom 4. August 2020 betreffend seine Instruktio-
nen gegenüber T.________ falsch verstanden und die zu erledigenden Aufgaben 
nicht für T.________ aufgelistet, sondern für D.________ notiert (pag. 1400 
Z. 4 ff.), ist als nachgeschobene Schutzbehauptung zu werten. Die damalige Frage 
war klar formuliert und ein Missverständnis ist auszuschliessen. Zudem sind für die 
Kammer keine Gründe für eine Falschbelastung durch T.________ ersichtlich. Vor 
dem Hintergrund, dass A.________ bemüht war, seine Rolle/Tatbeteiligung herun-
terzuspielen, erstaunt auch nicht, dass er die Zusammenarbeit mit T.________ (im 
Unterschied zu jener mit D.________) nicht von sich aus preisgab. Damit hätte er 
seine Behauptung, er sei nur ein «Helfer» gewesen, selbst widerlegt. Als Auftrags- 
und Weisungsgeber von T.________ nahm A.________ eine weitaus gewichtigere 

23

Rolle ein, als er eingesteht. Sinnbildlich dafür ist der Umstand, dass T.________ 
die Telefonnummer von A.________ unter dem Namen «________» abgespeichert 
hatte. T.________ erklärte dies schlüssig damit, A.________ habe dies so gemacht 
und ihm gesagt, er solle nicht seinen richtigen Namen schreiben. Er (T.________) 
solle den Kontakteintrag so benennen, damit man ihn (A.________) nicht erkenne 
(pag. 344 Z. 468 ff.).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass A.________ nicht bloss der «Gärtner» 
war, der die – von Advokat C.________ als «Drecksarbeit» bezeichneten (pag. 
1415) – Gärtnerarbeiten erledigte und die Weisungen von D.________ umsetzte. 
Vielmehr initiierte er den Aufbau der Hanf-Indooranlage und kümmerte er sich um 
die technischen, finanziellen und organisatorischen Belange, für die er zufolge Ar-
beits- und Kinderlosigkeit deutlich mehr Zeit zur Verfügung hatte, als sein Ge-
schäftspartner D.________. Er stand auch mit dem Vermieter U.________ in Kon-
takt, fungierte als Anwerber und Weisungsgeber von T.________ und brachte sei-
ne bereits gemachten Erfahrungen aus dem Betrieb einer Hanf-Indooranlage ein. 
Damit nahm A.________ nicht bloss Arbeiten von untergeordneter Bedeutung war. 
Im Übrigen sei betont, dass die Rolle von A.________ selbst dann nicht von unter-
geordneter Bedeutung zu qualifizieren wäre, wenn er lediglich die zugestandenen 
«Gärtnerarbeiten» verrichtet hätte, waren diese Arbeiten essentiell für den ertrag-
reichen und gewinnbringenden Betrieb der Hanf-Indooranlage.

13.6 Zur Rolle sowie dem Wissen und Wollen von D.________

Erstmals mit dem Verdacht konfrontiert, in K.________ (Ortschaft) eine Hanf-
Indooranlage zu betreiben, gab sich D.________ sehr erstaunt. Er stellte sich auf 
den Standpunkt, nicht zu wissen, worum es geht (beispielhaft: «Ich weiss nicht, 
worum es geht. Ich bin erstaunt, dass ich eine Indooranlage betreiben soll», 
pag. 262 Z.15 f.; «Es belastet mich, dass es um ein Indooranlage gegen soll. […] 
Ich weiss wirklich von nichts», pag. 263 Z. 37; «Ich bin im Schock. A.________ 
sagte, dass er etwas gemacht hätte und das zusammen mit mir?», pag. 264 
Z. 82 ff.). Er bestritt vehement, von der Existenz der Hanf-Indooranlage gewusst zu 
haben, geschweige denn die Räumlichkeit gemietet und für deren Mietzins aufge-
kommen zu sein (pag. 264 Z.104 ff.). Tags darauf gab er an der Hafteinvernahme 
allerdings zu, A.________ in drei Raten CHF 15'000.00 in bar als «Schuld» zum 
Aufbau einer Hanf-Indooranlage überlassen zu haben (pag. 270 Z. 59 ff., Z. 68 und 
Z. 74 ff. sowie pag. 271 Z. 87 ff.). Eine Gewinnbeteiligung sei nicht vereinbart wor-
den (beispielhaft: «Wir haben nichts Konkretes abgemacht. Er hat mir einfach ge-
sagt, dass ich Prozente erhalten werde. Also die Schulden und dann zusätzlich 
noch etwas», pag. 271 Z. 97 ff.). A.________ habe ihm gesagt, es handle sich um 
eine CBD-Anlage (pag. 270 Z. 70 ff). Weiter gab D.________ an, A.________ wie-
derholt zur Hanf-Indooranlage gefahren (pag. 272 Z. 143 ff.) sowie ihm beim Auf-
bau (Tragen von Material; pag. 270 Z. 62 f.) und beim Befüllen der Töpfe mit Sand 
(pag. 271 Z. 112 f. und Z. 118 ff. sowie pag. 272 Z. 131 f.) geholfen zu haben. 
A.________ habe ihm gesagt, was er machen soll (pag. 275 Z. 265 und pag. 276 
Z. 280 f.). Er sei im Dezember 2018 zwecks Besichtigung der Räumlichkeit 
(pag. 271 Z. 122 ff.), im Februar 2019 zwecks Befüllen der Töpfe mit Sand 

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(pag. 272 Z. 131 f.) sowie im April 2019 und Juni 2019 zwecks Fahrdiensten 
(pag. 272 Z. 143 ff. und Z. 156 ff.) vor Ort gewesen.

Soweit sich D.________ mit diesen ersten und tatnächsten Aussagen selbst belas-
tet, ist darauf abzustellen. Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, ist jedoch 
unglaubhaft, dass er davon ausgegangen sein will, es handle sich um eine CBD-
Anlage. Unglaubhaft ist auch seine Aussage, dass er über die investier-
ten/geliehenen CHF 15'000.00 hinaus nicht in das Projekt involviert gewesen sei 
und A.________ das Startkapital ohne Gewinnerzielungsabsicht überlassen haben 
will:

Bezeichnend ist zunächst die eingangs geschilderte Erstreaktion von D.________. 
Obwohl er von der Existenz der Hanf-Indooranlage in K.________ (Ortschaft) 
wusste und nachweislich in diese investierte, bestritt er zunächst vehement zu wis-
sen, worum es geht. Dieses Verhalten ist nicht mit der Behauptung von 
D.________ in Einklang zu bringen, er sei davon ausgegangen, in eine CBD-
Anlage zu investieren. Wäre er (irrtümlich) von legalem CBD ausgegangen, hätte 
er strafrechtlich kaum etwas zu befürchten und entsprechend keinen Grund gehabt, 
sich derart aus der Verantwortung zu nehmen und pauschal jegliche Beteiligung an 
der Hanf-Indooranlage zu bestreiten. Auch hätte ihn nicht die Existenz der Hanf-
Indooranlage an sich überrascht, sondern einzig der Umstand, dass A.________ 
THC-haltiges Cannabis anpflanzte. Es wäre daher zu erwarten gewesen, dass 
D.________, mit dem Vorwurf des Betriebs einer illegalen Hanf-Indooranlage kon-
frontiert, lediglich geltend macht, er sei von einer CBD-Anlage ausgegangen. Dazu 
passt, dass D.________ erst an der dritten Einvernahme erstmals behauptete, er 
habe in seinem V.________(Laden) CBD-Produkte verkauft und A.________ habe 
in Aussicht gestellt, CBD zu günstigeren Konditionen direkt bei ihm beziehen zu 
können (pag. 304 Z. 239 ff., pag. 1409 Z. 9 ff. und pag. 1412 Z. 3 ff.). An der Beru-
fungsverhandlung hatte D.________ keine Antwort auf die Frage, in welcher Form 
A.________ das CBD hätte liefern sollen resp. in welcher Form er selbst das gelie-
ferte CBD im V.________(Laden) hätte verkaufen wollen (pag. 1412 Z. 36 ff.). Da-
zu passt, dass D.________ mehrere tausend Franken in die Hanf-Indooranlage in-
vestierte, ohne sich dazu Gedanken gemacht und ohne sich jemals mit 
A.________ darüber unterhalten zu haben, wie aus den zu erntenden CBD-Blüten 
ein verkaufsfähiges Produkt entstehen soll. Unerklärlich ist auch, dass sich 
D.________ nie bei A.________ nach dem Verbleib der angeblichen Gegenleis-
tung erkundigt haben will (pag. 1409 Z. 40 ff.), obwohl die Rede davon gewesen 
sein soll, dass er das CBD nach drei bis sechs Monaten erhält (pag. 1410 Z. 4) und 
obgleich er A.________ beinahe täglich im eigenen V.________(Laden) sah 
(pag. 1108 Z. 26 ff. und pag. 1407 Z. 20 ff.). Diese Gleichgültigkeit gegenüber dem 
Verbleib des vermeintlichen CBD ist nur damit erklärbar, dass es D.________ gar 
nie darum ging, CBD für den Weiterverkauf in seinem V.________(Laden) zu er-
werben bzw. dass er wusste, dass es sich nicht um CBD-haltiges Marihuana han-
delte.

Aufgrund des Ausgeführten ist die Behauptung von D.________, von CBD ausge-
gangen zu sein, klar als Schutzbehauptung zu werten. Selbst wenn D.________ 
ursprünglich angenommen hätte, A.________ wolle CBD anpflanzen, hätte er auf-

25

grund der ihm bekannten Umstände (Übergabe der CHF 15'000.00 sowie des 
Mietzinses an A.________ resp. U.________ in bar, vom Wohnort weit entfernter 
Standort, unbemerkt zugängliche Räumlichkeit, professionell und kostspielig aus-
gestattete Hanf-Indooranlage, hohe Miet- und Stromkosten, etc.) stutzig werden 
und einen allfälligen Irrtum rasch bemerken können und auch müssen.

D.________ hat zugestandenermassen einmal vor Ort mitgeholfen. Betreffend Art 
und Dauer seiner Mithilfe machte er jedoch widersprüchliche Aussagen. Bezeich-
nend ist das an der Hafteinvernahme vom 21. August 2019 Ausgeführte: «Ich habe 
ihm geholfen beim setzen…. nein setzen nicht, beim Material tragen» (pag. 270 
Z. 62 ff.). Auch in seinen späteren Aussagen stellte sich D.________ auf den 
Standpunkt, nichts mit den Stecklingen zu tun gehabt zu haben resp. nicht einmal 
zu wissen, was Stecklinge sind (pag. 303 Z. 168 ff. und Z. 176 f.). Er habe lediglich 
die «Töpfli» mit Sand gefüllt und geholfen, diese schön zusammenzustellen. Er ha-
be einfach das gemacht, was A.________ ihm gesagt habe (pag. 271 Z. 113, 
pag. 302 Z. 151 ff., pag. 302 Z. 129 ff. und Z. 149 ff., pag. 303 Z. 184 f. und 
pag. 1409 Z. 7 ff.). Weiter erklärte D.________ betreffend die Dauer seiner Mithilfe 
an der Hafteinvernahme vom 21. August 2019 nachvollziehbar: «Als wir gingen, 
blieben wir gleich 7 bis 8 Stunden. Das war immer sonntags. Montag bis Samstag 
arbeite ich immer den ganzen Tag» (pag. 272 Z. 135). «Ich war nur einmal dort. Er 
sagte, er hat 240 und für das haben wir 7 bis 8 Stunden gebraucht» (pag. 272 
Z. 139 f.). An späteren Einvernahmen reduzierte er die investierte Zeit auf einen 
einzigen Einsatz im Januar 2019 im Umfang von drei bis vier Stunden (pag. 301 
Z. 92 f.) resp. von einer halben bis einer ganzen Stunde (pag. 1408 Z. 8). Diese 
kürzeren Zeitangaben erklärte er damit, dass er jeweils bis 19:00 Uhr in seinem 
V.________(Laden) gearbeitet habe und erst nach Feierabend mit A.________ zur 
Hanf-Indooranlage gefahren sei (pag. 301 Z. 92 f.). Dies sind weitere Schutzbe-
hauptungen: Nach anfänglich «immer sonntags» und während sieben bis acht 
Stunden will D.________ letztendlich nur noch einmal für eine knappe Stunde mit-
geholfen haben. Gestützt auf die tatnächste und schlüssigste Aussage erachtet es 
die Kammer als erstellt, dass D.________ mindestens einmal im Februar 2019 
während sieben bis acht Stunden gemeinsam mit A.________ Stecklinge ein-
pflanzte. Anders als die Vorinstanz (pag. 1187) geht die Kammer jedoch nicht da-
von aus, dass D.________ regelmässig in der Hanf-Indooranlage war und mithalf. 
Das wäre ihm neben seiner selbständigen Erwerbstätigkeit (Sechstagewoche im 
V.________(Laden)) und seinen familiären Verpflichtungen (zwei kleine Kinder mit 
Jahrgang 20________ und 20________; Ehefrau, die 70 % in einem Z.________ 
arbeitete; pag. 614 und pag. 1406 Z. 22) kaum möglich gewesen. 

Ein weiteres gewichtiges Indiz für die Beteiligung von D.________ an der Hanf-
Indooranlage sind sodann der auf ihn lautende Mietvertrag (pag. 872) und die auf 
ihn lautenden Kontoauszüge der Vermieterschaft (pag. 878 ff.). Der Mietvertrag ist 
zwar weder unterzeichnet noch datiert, enthält jedoch die korrekte Wohnadresse 
von D.________ (pag. 872). Die Kammer schliesst aus, dass A.________ beim 
Abschluss des Mietvertrags eigenmächtig die Wohnadresse von D.________ an-
gab. A.________ kannte die genaue Privatadresse von D.________ nicht 
(pag. 373 Z. 196 ff.), den er - laut D.________ - nur einmal zu Hause besuchte 
(pag. 1408 Z. 4 ff.). Überdies traut die Kammer A.________ nicht eine derart krimi-

26

nelle Energie zu, dass er den Mietvertrag in weiser Voraussicht auf den Namen von 
D.________ abschloss, um dereinst von sich selbst ablenken zu können. Wäre 
A.________ derart gerissen und hätte er beabsichtigt, seine Spuren zu verwischen, 
hätte er zudem kaum den Geldgeber als vermeintlichen Mieter genannt und hätte 
er sich wohl auch nicht persönlich mit U.________ und T.________ getroffen, die 
ihn identifizieren konnten. Weil D.________ zweifellos solventer als A.________ 
war, machte es durchaus Sinn, dass der Mietvertrag auf D.________ ausgestellt 
wurde. Unbehilflich ist denn auch der Einwand von D.________, dass ihn 
U.________ auf der am 2. September 2019 vorgelegten Fotoverweisung nicht er-
kannte. U.________ erklärte glaubhaft, es seien einmal zwei Personen bei ihm ge-
wesen, um den Mietvertrag zu machen. Er habe den Mietvertrag «A.________» 
(A.________) übergeben und erst nach der polizeilichen Intervention bemerkt, dass 
der Mietvertrag nie unterschrieben wurde. D.________ habe er nur ganz am An-
fang einmal gesehen. «A.________» und «D.________» seien zwei verschiedene 
Personen (pag. 240 Z. 58 ff.). Aufgrund des Zeitablaufs und weil U.________ 
D.________ nur einmal sah und mit zahlreichen Personen Mietverträge abschloss, 
ist nachvollziehbar, dass er D.________ rund ein Jahr nach Vertragsabschluss 
nicht wiedererkannte. Dies umso mehr, als es U.________ offenbar auch egal war, 
wer im Vertrag als Mieter ausgewiesen ist. Die Sache war für ihn erledigt, «als die 
Zahlung [r]einkam» (pag. 240 Z. 49 ff.). Im Übrigen gibt es keine Hinweise auf eine 
andere Person als D.________, die A.________ zum Treffen mit U.________ be-
gleitet haben könnte. Ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten kann 
D.________ aus dem Umstand, dass U.________ den Mietzins von A.________ 
erhielt. A.________ konnte plausibel erklären, dass er U.________ den Mietzins 
jeweils in bar übergab, weil D.________ dafür keine Zeit hatte (pag. 428 Z. 276 ff.). 
Es ist nur logisch, dass der arbeits- und kinderlose A.________ mehr Zeit zur Ver-
fügung hatte, als der selbständig Erwerbende und zweifache Familienvater 
D.________. Ohnehin fuhr A.________ mehrmals pro Woche zur Hanf-
Indooranlage, so dass ihn die Treffen mit U.________ keine zusätzliche Zeit koste-
ten. Weil der hochverschuldete A.________ mindestens bis zur ersten Ernte 
im Frühling 2019 offenkundig mittellos war, steht für die Kammer auch fest, dass 
D.________ mindestens für die am 29. August 2018 geleistete Sicherheitsleistung 
von CHF 6'000.00 und die ersten Monate für den Mietzins von CHF 2'000.00 resp. 
CHF 3'000.00 (pag. 872 und pag. 880) aufkam. 

Nach dem Gesagten erachtet es die Kammer als erstellt, dass D.________ am Ab-
schluss des Mietvertrags beteiligt war und der Mietvertrag nicht nur auf ihn ausge-
stellt war, sondern auch dahingehend gelebt wurde, dass D.________ zumindest in 
den ersten Monaten allein für den Mietzins und die Nebenkosten aufkam. Das ver-
deutlicht wiederum, dass D.________ intensiver am Projekt beteiligt war, als er 
eingesteht. Dass besagter Mietvertrag den Verwendungszweck mit «Lager / Hob-
by-Werkstatt» umschrieb und für den unbeheizten Raum einen relativ hohen Miet-
zins von CHF 2'000.00 resp. CHF 3'000.00 vorsah (pag. 872), ist sodann ein weite-
res Indiz dafür, dass D.________ wissentlich und willentlich in eine illegale Hanf-
Indooranlage investierte, um eine zusätzliche Einkommensquelle zu generieren. 
Anders als mit Gewinnerzielungsabsicht lässt sich auch nicht erklären, dass 
D.________ bei einem monatlichen Familieneinkommen von rund CHF 6'358.00 

27

und fehlendem Vermögen eine Investition von CHF 15’000.00 tätigte und hohe 
monatliche Fixkosten für die Miete der Räumlichkeit auf sich nahm (siehe zur fi-
nanziellen Situation hiernach). Wer derart viel Geld investiert, das er eigentlich 
nicht hat, handelt evidentermassen aus pekuniären Motiven. 

Aufgrund des Ausgeführten kann D.________ zudem aus der Aussage von 
T.________, A.________ sei der Betreiber und Eigentümer der Hanf-Indooranlage 
gewesen und ausser ihnen beiden habe niemand mitgearbeitet (pag. 318 Z. 165 ff., 
Z. 190 ff. und Z. 194 f.), nichts zu seinen Gunsten ableiten. T.________ wurde von 
A.________ angefragt und instruiert. Aus seiner Sicht war es daher naheliegend, 
davon auszugehen, dass es nur A.________ gibt. Über die tatsächlichen Verhält-
nisse sagen die Annahmen von T.________ indessen nichts aus.

Auch die Einwänden von Rechtsanwältin E.________ an der Berufungsverhand-
lung (E. II.Error! Reference source not found. hiervor) sind nicht zu Gunsten von 
D.________ zu würdigen: Soweit geltend gemacht wird, am Wohndomizil von 
D.________ seien keine einschlägigen Gegenstände (Schlüssel und Bargeld) ge-
funden worden, ist entgegenzuhalten, dass die Hausdurchsuchung erst am 20. Au-
gust 2019 stattfand (pag. 448 ff.). Folglich hatte D.________ nach der Razzia vom 
24. Juli 2019 hinlänglich Zeit, allfällige belastende Gegenstände verschwinden zu 
lassen. Auch das Argument, am Tatort sei keine DNA von D.________ gefunden 
worden, verfängt nicht. Zwar wurde von D.________ ein DNA-Profil erstellt 
(pag. 758 ff.), jedoch wurden weder der Tatort noch die dort sichergestellten Ge-
genstände je auf DNA untersucht. Unbehilflich ist ferner das Vorbringen, die Vi-
deoüberwachung des Zugangsbereichs zur Hanf-Indooranlage habe keine Hinwei-
se auf eine Tatbeteiligung von D.________ zu Tage gebracht. Die Videoüberwa-
chung war auf den Zeitraum vom 12. Juni 2019 bis 31. August 2019 beschränkt 
(pag. 786). Weil D.________ nur selten vor Ort war, ist naheliegend, dass er auf 
dem Videomaterial nicht zu sehen ist. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann 
D.________ ferner aus der Tatsache, dass auf den Mobiltelefonen keine einschlä-
gige Korrespondenz und keine Telefonverbindungen zwischen ihm und 
A.________ gefunden wurden. Wie D.________ selbst aussagte, hielt sich 
A.________ täglich bei ihm im V.________(Laden) auf (pag. 1108 Z. 26 ff. und 
pag. 1407 Z. 20 ff.). Die beiden verfügten mithin über hinreichend Möglichkeiten, 
sich bilateral beim V.________(Laden) über die Hanf-Indooranlage zu unterhalten. 
Schliesslich überzeugt auch die Erklärung von D.________ an der Berufungsver-
handlung nicht, er diene als Sündenbock von A.________, dem eine Landesver-
weisung drohe (pag. 1411 Z. 7 ff.). Zum einen belastete A.________ D.________ 
bereits ganz zu Beginn des Strafverfahrens, als die Landesverweisung noch kein 
Thema war. Zum anderen beschuldigte A.________ D.________ nicht von sich 
aus, sondern kam er eher nebenbei und ohne Namensnennung auf ihn zu spre-
chen, als er schilderte: «Ich habe einen Schlüssel für die Haupttüre links und der 
Kollege hat den anderen Schlüssel für die Doppeltür rechts» (pag. 360 Z. 91 f.). 
D.________ nannte er erst, als sich die Polizei nach dem Namen des besagten 
Kollegen erkundigte (pag. 360 Z. 94 ff.). Dass er die Hanf-Indooranlage gemeinsam 
mit D.________ betreibt, berichtete A.________ sodann erst auf Frage der Polizei, 
wer die Hanf-Indooranlage aufgebaut hat («Wer hat die Anlage aufgebaut? – Ich 
und D.________»; pag. 360 Z. 115 ff.). 

28

Soweit D.________ schliesslich behauptet, mit dem Verkauf des Marihuanas nichts 
zu tun sowie mit der Hanf-Indooranlage nichts verdient zu haben, sind seine Aus-
sagen – wie schon jene von A.________ (E. II. 13.5 hiervor) – realitätsfremd. Es ist 
nicht nachvollzieh- und erklärbar, dass D.________ A.________ CHF 15'000.00 
übergab, ohne sich vorgängig auch nur ansatzweise mit den Rückzahlungsmoda-
litäten und den Gewinnaussichten auseinanderzusetzen. Die Familie D.________ 
hatte im Jahr 2018 Einkünfte von CHF 76'295.00 (CHF 30'357.00 aus dem 
V.________(Laden) von D.________ und CHF 45'938.00 aus der Anstellung von 
G.________, entsprechend einem monatlichen Einkommen von CHF 6'358.00; 
pag. 609 und pag. 618) und kaum Vermögen (CHF 4'812.00 bei der Raiffeisenbank 
und CHF 49.67 bei der UBS Switzerland AG; pag. 611 und pag. 619 ff.). Laut Be-
treibungsregisterauszug vom 4. September 2019 hatte D.________ zudem Betrei-
bungen von CHF 6'770.90 und Verlustscheine von CHF 23'303.25 (pag. 504). Die 
finanzielle Lage der vierköpfigen Familie D.________ liess einen leichtfertigen Um-
gang mit grösseren Geldbeträgen somit nicht zu. D.________ sagte denn auch 
selbst, er habe Mühe gehabt, die eigene Miete zu zahlen (pag. 264 Z. 107) und ein 
von A.________ zuvor vorgeschlagenes Projekt über CHF 50'000.00 sei ihm zu 
teuer gewesen (pag. 270 Z. 56 ff. und pag. 272 Z. 165 ff.). Daher glaubt die Kam-
mer D.________ nicht, dass er aus reiner Kollegialität und ohne Gewinnerzie-
lungsabsicht (pag. 1108 Z. 36 ff., pag. 1414 Z. 15 ff. und pag. 1408 Z. 17 ff.) resp. 
ohne eine finanzielle Gegenleistung erhalten zu haben (pag. 304 Z. 239 ff. und 
pag. 1111 Z. 23 ff.) gehandelt haben will. Ohnehin ist mit Blick auf die gesamte Si-
tuation für die Kammer undenkbar, dass sich «Gärtner» (A.________) und «Geld-
geber» (D.________) nie über das Schicksal der geernteten Marihuanablüten un-
terhalten haben wollen. Für die Kammer steht ausser Frage, dass D.________ sich 
finanziell an der Hanf-Indooranlage beteiligte, um durch den Betäubungsmittelhan-
del eine zusätzliche regelmässige Einkommensquelle zu generieren und so das 
Familienbudget aufzubessern.

Es stellt sich gestützt auf die finanziellen Ressourcen der Familie D.________ die 
Frage, woher das Geld stammte, das D.________ in die Hanf-Indooranlage inves-
tierte. Mit dieser Frage konfrontiert, gab D.________ divergierende Erklärungen. 
Von ehelichen Ersparnissen in der Höhe von CHF 22'000.00 (pag. 270 85 ff.), über 
Geburts- und Geburtstagsgeld des ältesten Sohns im Umfang von rund 
CHF 7’500.00 (pag. 277 Z. 319 ff. und pag. 1109 Z. 40) bis hin zu Lohnersparnis-
sen seiner Ehefrau von CHF 6'000.00 auf dem Konto der Kantonalbank (pag. 305 
Z. 257 ff.) sowie Geld vom Inventar des V.________ (Ladens) (pag. 1109 Z. 40) 
waren im Verlaufe des Strafverfahrens zu hören. Diese Erklärungen sind wider-
sprüchlich und mit den damaligen finanziellen Verhältnissen der Familie 
D.________ nicht in Einklang zu bringen. Diese deklarierte in den Steuererklärun-
gen 2017 und 2018 «Wertschriften und Guthaben» von CHF 4'812.00 resp. 
CHF 2'921.00 (pag. 633 und pag. 619), weshalb die CHF 15'000.00 nicht von kor-
rekt deklarierten Bankkonti bezogen worden sein können. Auch aus dem schlecht 
laufenden V.________(Laden) (pag. 615, pag. 636 und pag. 666) konnte das Geld 
nicht stammen. Die Familie D.________ muss folglich über nicht deklarierte Ver-
mögenswerte verfügt haben. Das ergibt sich auch daraus, dass sie ihr Doppelein-
familienhaus mit dem Verkaufserlös des V.________ (Ladens) von CHF 65'000.00 

29

und ersparten CHF 40'000.00 gekauft haben will (pag. 1406 Z. 34 ff.), aber nie Er-
sparnisse über CHF 40'000.00 versteuerte. Woher D.________ das in die Hanf-
Indooranlage investierte Geld hatte und von wo die später in den Hauskauf inves-
tierten CHF 40'000.00 stammten, muss letztlich offen bleiben. Naheliegenderweise 
dürfte D.________ jedoch über illegale Einnahmequellen verfügt haben. Die von 
D.________ nicht erklärbaren Unstimmigkeiten in den Familienfinanzen sind jeden-
falls ein weiteres Indiz dafür, dass er am Erlös der verkauften 15.12 kg Marihuana 
beteiligt war.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass D.________ mitnichten der unwissende «Geld-
geber» war. Vielmehr beschloss er gemeinsam mit A.________, in K.________ 
(Ortschaft) eine Hanf-Indooranlage zu betreiben und das geerntete THC-haltige 
Marihuana gewinnbringend zu verkaufen, um das Einkommen seiner vierköpfigen 
Familie aufzubessern. Sein Tatbeitrag war primär finanzieller Natur. Zudem stellte 
er seine Person resp. seinen Leumund für den Abschluss des Mietvertrags zur Ver-
fügung. Soweit es ihm neben seiner Erwerbstätigkeit im eigenen 
V.________(Laden) und seinen familiären Verpflichtungen möglich war, half 
D.________ auch beim Aufbau und Betrieb der Hanf-Indooranlage mit. 

14. Beweisergebnis

Gestützt auf die vorangegangenen Ausführungen erachtet die Kammer folgenden 
Sachverhalt als erstellt: 

Die in L.________ (Ortschaft) wohnhaften A.________ und D.________ betrieben 
gestützt auf die Initiative von A.________ und beruhend auf einem gemeinsamen 
Entschluss im rund 60 km entfernten K.________ (Ortschaft) gemeinschaftlich eine 
professionell aufgebaute Hanf-Indooranlage. Beide leisteten ihren Anteil entspre-
chend ihren zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten und ihres Sachwissens und 
ergänzten sich so gegenseitig:

A.________ steuerte das für den Bau und Betrieb der Hanf-Indooranlage erforder-
liche Wissen bei und baute die Hanf-Indooranlage mit sporadischer Hilfe von 
D.________ auf. Später fuhr er zwei bis drei Mal wöchentlich von L.________ 
(Ortschaft) nach K.________ (Ortschaft), um die Stecklinge einzutopfen, die Can-
nabispflanzen zu giessen sowie um die Hanfblüten zu ernten und trocknen. Er leite-
te auch mindestens einmal D.________ an, wie die Stecklingen einzutopfen und 
die Töpfe im Gewächszelt aufzureihen sind. Ferner engagierte und instruierte er 
T.________, der ihn im Mai/Juni 2019 beim Betrieb der Hanf-Indooranlage unter-
stützte und während einer Ferienabwesenheit vertrat. Sodann stand er mit dem 
Vermieter U.________ in Kontakt, dem er den Mietzins in bar überreichte. 

D.________ seinerseits investierte das Startkapital von CHF 15'000.00, übernahm 
mindestens bis zum gewinnbringenden Verkauf der ersten Ernte im Frühling 2019 
die laufenden Miet- und Stromkosten und beteiligte sich am Aufbau der Hanf-
Indooranlage. Soweit es seine familiären und beruflichen Verpflichtungen zulies-
sen, fuhr er A.________ zur Hanf-Indooranlage und half bei der Aufzucht der Can-
nabispflanzen mit. So fuhr er im Dezember 2018 mit A.________ nach K.________ 
(Ortschaft), um sich gemeinsam die Räumlichkeit anzusehen, half A.________ im 
Februar 2019 während sieben bis acht Stunden beim Eintopfen von Stecklingen 

30

und fungierte im April und Juni 2019 je einmal als Fahrer von A.________. Ob 
D.________ auch an der Detailplanung der Hanf-Indooranlage beteiligt war, ist 
aufgrund des gemeinsamen Tatentschlusses irrelevant, angesichts der Vorerfah-
rung von A.________ jedoch zu bezweifeln.

A.________ und D.________ taten sich zusammen, um gemeinsam eine Hanf-
Indooranlage zu betreiben und durch den periodischen Verkauf der geernteten Ma-
rihuanablüten eine weitere resp. überhaupt eine regelmässige Einnahmequelle zu 
haben. Während A.________ primär Arbeitskraft und Zeit in das gemeinsame Pro-
jekt investierte, steuerte D.________ vorwiegend Geld bei. Sie pflanzten bewusst 
THC-haltiges Cannabis an.

Am 24. Juli 2019 befanden sich in der Hanf-Indooranlage 630 Cannabispflanzen 
und 1'545 g Marihuanablüten mit einem THC-Gehalt von 12 %. 

Zwischen Frühling 2019 und vor dem 24. Juli 2019 ernteten A.________ und 
D.________ bereits zwei Mal je 7.56 kg Marihuana mit einem THC-Gehalt von 
12 %. Dieses Marihuana verkauften sie mit einem Grammpreis von CHF 4.25 an 
unbekannte Abnehmer. Dabei generierten sie einen Umsatz von CHF 64'260.00 
und einen Gewinn von über zehntausend Franken. Wer von den beiden das Mari-
huana verkaufte und wie sie den Gewinn untereinander aufteilten, ist mit Blick auf 
die rechtliche Würdigung des Sachverhalts irrelevant (siehe E. III.17 hiernach). 

III. Rechtliche Würdigung

15. Vorbringen der Parteien

15.1 A.________

Advokat C.________ führte an der Berufungsverhandlung aus, sein Mandant be-
streite nicht, sich der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
nach Art. 19 Abs. 1 BetmG schuldig gemacht zu haben. Er wende sich jedoch ge-
gen den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Täterschaft anstelle von Gehilfen-
schaft und die vorinstanzlich bejahte Bandenmässigkeit sowie die von der (Gene-
ral-)
Staatsanwaltschaft behauptete Gewerbsmässigkeit. Betreffend die Bandenmässig-
keit sei zu beachten, dass T.________ im Parallelverfahren wegen Gehilfenschaft 
nach Art. 19 Abs. 1 BetmG i.V.m. Art. 25 StGB und nicht als Mitglied einer Bande 
i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG verurteilt wurde. Ausgehend von der vorliegenden 
Anklageschrift müsste T.________ somit Gehilfe einer Bande gewesen sein. Das 
sei juristisch jedoch nicht möglich. Gehe man von einer Bande aus, sei jedermann 
Mitglied (und nicht Gehilfe). Im Übrigen sei vorliegend gar keine Bandenstruktur 
nachgewiesen. Sein Mandant habe lediglich Weisungen entgegengenommen und 
die «Drecksarbeit» (Stecklinge einpflanzen und Pflanzen giessen) erledigt. Analog 
T.________ sei sein Mandant als Gehilfe zu qualifizieren resp. in dubio pro reo sei 
von Gehilfenschaft auszugehen und nicht von Bandenmässigkeit. Hinsichtlich die 
Gewerbsmässigkeit sei zu berücksichtigen, dass es sich dabei um ein persönliches 
Merkmal i.S.v. Art. 27 StGB handle (pag. 1414 f.).

31

15.2 D.________

Rechtsanwältin E.________ verlangte für ihren Mandanten einen Freispruch zufol-
ge Sachverhaltsirrtums nach Art. 13 Abs. 1 StGB. Dieser sei irrtümlich davon aus-
gegangen, in eine CBD-Anlage zu investieren.

15.3 Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin S.________ betonte, die vorinstanzliche Qualifikation von 
A.________ und D.________ als Täter (und nicht Gehilfen) sei korrekt, ebenso die 
Bejahung der Bandenmässigkeit. A.________ habe keinen bloss untergeordneten 
Tatbeitrag geleistet; D.________ sei nicht in der Lage gewesen, die Hanf-
Indooranlage allein zu betreiben. Die Hanf-Indooranlage sei mit dem Handeln von 
A.________ gestanden und gefallen. Wenngleich unklar bleibe, wer von beiden 
das Marihuana verkauft habe, könne als erstellt gelten, dass es Verkäufe gegeben 
habe. A.________ und D.________ müssten sich (auch) diese Handlung gegensei-
tig anrechnen lassen. Die Vorinstanz habe die Gewerbsmässigkeit fälschlicherwei-
se verneint. Es lägen ein gestaffelter Anbau und regelmässige Ernten vor und 
A.________ habe die Hanf-Indooranlage in der Art eines Berufes bewirtschaftet. 
Das Handeln von A.________ und D.________ sei darauf ausgerichtet gewesen, 
ein Einkommen zu erzielen und damit zur Bestreitung des Lebensunterhalts beizu-
tragen. Unbestrittenermassen sei ein Gewinn von über CHF 10'000.00 erzielt wor-
den, den sich die beiden zufolge Bandenmässigkeit anzurechnen hätten.

16. Rechtliche Grundlagen 

16.1 Gesetzeswortlaut

Eine einfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nach Art. 19 
Abs. 1 BetmG begeht, wer Betäubungsmittel unbefugt anbaut, herstellt oder auf 
andere Weise erzeugt (lit. a), unbefugt veräussert, verordnet, auf andere Weise ei-
nem andern verschafft oder in Verkehr bringt (lit. c), unbefugt besitzt, aufbewahrt, 
erwirbt oder auf andere Weise erlangt (lit. d) oder zu einer Widerhandlung nach 
Art. 19 Abs. 1 lit. a bis f BetmG Anstalten trifft (lit. g). Der qualifizierten Widerhand-
lung gegen das Betäubungsmittelgesetz nach Art. 19 Abs. 2 BetmG macht sich 
strafbar, wer als Mitglied einer Bande gehandelt hat, die sich zur fortgesetzten 
Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelhandels zusammengefunden hat 
(Bandenmässigkeit; lit. b) sowie wer durch gewerbsmässiges Handeln einen gros-
sen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt hat (Gewerbsmässigkeit; lit. c). 

Für die rechtlichen Grundlagen wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen (pag. 1190 ff.). Ergänzend/wiederholend ist, unter anderem auch 
mit Blick auf die Vorbingen der Parteien an der Berufungsverhandlung (E. III.15 
hiervor), nachstehendes festzuhalten.

16.2 Grenzwert für den Gesamt-THC-Gehalt und für Cannabis

Als Betäubungsmittel gilt Cannabis mit einem Gesamt-THC-Gehalt von mind. 1% 
(Art. 2 lit. a BetmG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit dem Verzeichnis d 
(Anhang 5) der Betäubungsmittelverzeichnisverordnung [BetmVV-EDI; 

32

SR 812.121.11]). Der Gesamt-THC-Gehalt wird durch Addition des freien THC mit 
der decarboxylierten THC-Carbonsäure bestimmt (BGE 145 IV 513 E. 2.3.3).

16.3 Gehilfenschaft vs. (Mit-)Täterschaft

Als Gehilfe macht sich strafbar, wer zu einem Verbrechen oder Vergehen vorsätz-
lich Hilfe leistet (Art. 25 aStGB). Als Hilfeleistung gilt jeder kausale Beitrag, der die 
Tat fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders abgespielt hät-
te. Der Gehilfe fördert eine Tat, wenn er sie durch einen untergeordneten Tatbei-
trag unterstützt resp. wenn er die Ausführung der Haupttat durch irgendwelche 
Vorkehren oder durch psychische Hilfe erleichtert. Die Hilfeleistung muss tatsäch-
lich zur Tat beitragen und die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung 
erhöhen. Nicht erforderlich ist, dass es ohne die Beihilfe nicht zur Tat gekommen 
wäre. In subjektiver Hinsicht muss der Gehilfe mindestens damit rechnen und in 
Kauf nehmen, durch sein Verhalten die Haupttat zu fördern; Eventualvorsatz 
genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_138/2022 vom 04.11.2022 E. 2.1.2). 

Als Mittäter demgegenüber gilt, wer bei der Entschliessung, Planung und/oder Aus-
führung des Deliktes vorsätzlich sowie in massgebender und arbeitsteiliger Weise 
mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Ent-
scheidend ist, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und 
dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm 
steht oder fällt. Es ist nicht erforderlich, dass der Tat ein gemeinsamer Tatent-
schluss oder eine allenfalls stillschweigende Vereinbarung zur Hilfestellung vor-
ausgingen. Es genügt, dass sich der Täter später den Vorsatz seiner Mittäter zu ei-
gen macht. Die Inkaufnahme durch Billigen oder Einverständnis im Sinne des 
Eventualvorsatzes erfasst auch den unerwünschten, aber um des Handlungsziels 
Willen hingenommenen Erfolg. In Mittäterschaft begangene Tatbeiträge werden je-
dem Mittäter zugerechnet. Mithin muss nicht jedem Mittäter jede Teilhandlung ei-
nes komplexen Tatgeschehens im Detail nachgewiesen und akribisch zugeordnet 
werden können. Wer die Kriterien der Mittäterschaft erfüllt, muss sich die Taten 
seiner Mittäter grundsätzlich zurechnen lassen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_939/2013 vom 17.06.2014 E. 2).

Die allgemeinen Regeln des Strafgesetzbuchs über Täter und Teilnahme gelten 
auch im Bereich der Betäubungsmitteldelikte (Art. 26 BetmG). Dabei ist zu beach-
ten, dass Art. 19 Abs. 1 BetmG nahezu alle Unterstützungshandlungen als 
selbständige Handlungen umschreibt. Aufgrund der hohen Regelungsdichte be-
steht kein Bedürfnis, unterstützende Tatbeiträge über die Regeln der Mittäterschaft, 
Anstiftung oder Gehilfenschaft in die eigentliche Tat einzubeziehen. Diese Dichte 
hat eine starke Einschränkung des Anwendungsbereichs von Art. 25 aStGB (Gehil-
fenschaft) zur Folge. Gehilfenschaft liegt nur vor, wenn die objektive Mitwirkung an 
der Tat eines anderen sich auf einen untergeordneten, vom Gesetz nicht als 
selbständiges Delikt erfassten Beitrag beschränkt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_138/2022 vom 04.11.2022 E. 2.1.1). 

16.4 Bandenmässigkeit nach Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG

Der Handel mit Betäubungsmitteln stellt einen qualifizierten Verstoss i.S.v. Art. 19 
Abs. 2 lit. b BetmG dar, wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die sich 

33

zur fortgesetzten Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelhandels zusammen-
gefunden hat. Bandenmässigkeit ist anzunehmen, wenn zwei oder mehr Täter sich 
mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten Willen zusammenfinden, ins-
künftig zur Verübung mehrerer selbständiger im Einzelnen noch unbestimmter 
Straftaten zusammenzuwirken. Das Qualifikationsmerkmal der Bande setzt gewis-
se Mindestansätze einer Organisation, etwa Rollen- oder Arbeitsteilung, und eine 
Intensität des Zusammenwirkens in einem Masse voraus, dass von einem stabilen 
Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses nur kurzlebig ist. In subjektiver 
Hinsicht muss sich der Täter des Zusammenschlusses und der Zielrichtung der 
Bande bewusst sein. Sein Vorsatz muss die die Bandenmässigkeit begründenden 
Tatumstände umfassen. Bandenmässige Tatbegehung ist nur anzunehmen, we