# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 690285ed-c973-51af-9290-0d8be206c392
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2025 E-8691/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8691-2025_2025-11-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 
 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8691/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger,   

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 5. November 2025 / N (…). 

 

 

 

E-8691/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin stellte am 11. September 2025 in der Schweiz ein 

Asylgesuch. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) er-

gab, dass die Beschwerdeführerin am 31. Juli 2025 in Griechenland um 

Asyl ersucht hatte und ihr am 5. August 2025 von den griechischen Behör-

den Schutz gewährt worden war. 

C.  

C.a Am 19. September 2025 gewährte das SEM der Beschwerdeführerin 

Gelegenheit, sich zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid und zur 

Wegweisung nach Griechenland, sowie namentlich zu ihrer Lebenssitua-

tion in Griechenland zu äussern. 

C.b In ihrer am 24. September 2025 eingegangenen Stellungnahme führte 

die Beschwerdeführerin aus, dass sie in Griechenland keine Familienan-

gehörige oder Bekannte habe und bei ihren Eltern und ihrem Bruder in der 

Schweiz bleiben wolle, da ihre Eltern auf ihre Unterstützung angewiesen 

seien. Sie sei etwa Ende August 2025 – noch vor Erhalt des Schutzstatus 

durch die griechischen Behörden – weitergereist, nachdem sie erfahren 

habe, dass es ihrem Vater gesundheitlich sehr schlecht gegangen sei und 

er deswegen ins Spital habe eingeliefert werden müssen. Überdies habe 

sie festgestellt, dass das Fortkommen für alleinstehende Frauen in Grie-

chenland schwierig sei. In Bezug auf ihren Gesundheitszustand brachte 

sie vor, dass sie an Vergesslichkeit leide und eine ihrer Nieren nicht mehr 

funktionsfähig sei. 

C.c Mit Eingabe vom 25. September 2025 reichte die Beschwerdeführerin 

Kopien der Aufenthaltsbewilligungen ihrer Angehörigen in der Schweiz zu 

den Akten. 

D.  

Am 2. Oktober 2025 stimmten die griechischen Behörden einem Rück-

übernahmeersuchen der Vorinstanz vom 16. September 2025 zu. Gleich-

zeitig bestätigten sie, dass die Beschwerdeführerin als Flüchtling aner-

kannt und ihr eine bis zum 4. August 2028 gültige Aufenthaltsbewilligung 

ausgestellt worden sei. 

  

E-8691/2025 

Seite 3 

E.  

E.a Am 4. November 2025 wurde der Rechtsvertretung der Beschwerde-

führerin der Entscheidentwurf des SEM zur Stellungnahme ausgehändigt. 

E.b Die Beschwerdeführerin liess am 5. November 2025 Stellung zum Ent-

scheidentwurf nehmen und zeigte sich mit diesem nicht einverstanden.  

Im Wesentlichen wies sie auf die Abhängigkeit ihrer Eltern von ihr hin.  

Ferner brachte sie vor, in der Türkei Opfer eines sexuellen Übergriffs durch 

einen Schlepper geworden zu sein. Es sei eine persönliche Anhörung 

durch ein Frauenteam durchzuführen und ihre psychische Verfassung sei 

vertieft abzuklären. 

F.  

Mit Verfügung vom 5. November 2025 – eröffnet am 6. November 2025 – 

trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein und ordnete die Weg-

weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

G.  

Die amtliche Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin informierte das 

SEM mit Eingabe vom 6. November 2025 über die Beendigung des Man-

datsverhältnisses. 

H.  

Mit Eingabe vom 12. November 2025 erhob die Beschwerdeführerin beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und be-

antragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und diese sei anzu-

weisen auf ihr Asylgesuch einzutreten; eventualiter sei ihr die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen und subsubeventualiter seien spezifi-

sche Garantien betreffend eine adäquate Unterbringung und medizinische 

Versorgung von den griechischen Behörden einzuholen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihrer Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren und der Wegweisungs-

vollzug sei superprovisorisch auszusetzen. Ferner sei ihr die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses zu verzichten. 

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

13. November 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

  

E-8691/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  

1.4 Nachdem der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wir-

kung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese auch nicht (in 

Anwendung von Art. 55 Abs. 2 VwVG) entzogen hat, ist auf die Verfahrens-

anträge auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie superprovisori-

sche Aussetzung des Wegweisungsvollzugs nicht einzutreten. 

1.5 Im Übrigen ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht 

auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

E-8691/2025 

Seite 5 

3.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung Fol-

gendes aus: 

5.1.1 Die Beschwerdeführerin sei in Griechenland als Flüchtling anerkannt 

worden und die griechischen Behörden hätten sich bereit erklärt, sie zu-

rückzunehmen. Als volljährige Person sei sie nicht Mitglied der aus ihren 

Eltern und ihrem minderjährigen Bruder bestehenden Kernfamilie. Zudem 

lasse sich den Akten (auch denjenigen der Eltern) nichts entnehmen, das 

für ein unter den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallendes Abhängigkeits-

verhältnis zwischen ihr und ihren Eltern sprechen würde. Es seien keine 

diesbezüglichen medizinischen Unterlagen eingereicht oder spezifische 

Angaben gemacht worden. Zudem seien ihre Angehörigen vor ihrer Ein-

reise während längerer Zeit in der Lage gewesen, ihren Lebensalltag ohne 

die Unterstützung der Beschwerdeführerin zu bewältigen. Der von ihr ge-

schilderte sexuelle Übergriff in der Türkei erfülle den Straftatbestand des 

Menschenhandels nicht. Eine mündliche Befragung hierzu sei nicht ange-

zeigt, da vorliegend über eine Wegweisung nach Griechenland zu ent-

scheiden sei, wozu ihr das rechtliche Gehör gewährt worden sei. Sie habe 

bisher keine psychischen Beschwerden vorgebracht oder dem Gesund-

heitsdienst gemeldet und keine ärztlichen Unterlagen eingereicht. Dem-

nach bestehe auch kein Grund für vertiefte diesbezügliche Abklärungen. 

Der Sachverhalt sei ausreichend erstellt.  

  

E-8691/2025 

Seite 6 

5.1.2 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts könne davon ausge-

gangen werden, dass der Vollzug von Wegweisungen anerkannter Flücht-

linge nach Griechenland grundsätzlich zulässig und zumutbar sei. Es ge-

linge der Beschwerdeführerin nicht, die Legalvermutung, dass Griechen-

land als sicherer Drittstaat seine völkerrechtlichen Verpflichtungen ein-

halte, umzustossen; sie habe nicht dargetan, dass Griechenland seinen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen als Signatarstaat der EMRK, des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (Folterkonven-

tion, FoK; SR 0.105), des Abkommens über die Rechtsstellung der Flücht-

linge (Flüchtlingskonvention, FK; SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls 

der FK vom 31. Januar 1967 in ihrem konkreten Fall nicht nachkommen 

würde. Betreffend die von ihr vorgebrachte Gefährdung alleinstehender 

Frauen sei darauf hinzuweisen, dass es sich bei Griechenland um einen 

Rechtsstaat mit einer funktionierenden Polizeibehörde handle. Insbeson-

dere würden in Griechenland auch staatliche und nicht-staatliche Hilfsan-

gebote für Opfer sexueller Gewalt existieren. Schliesslich seien auch die 

ganz aussergewöhnlichen Umstände unter denen gemäss Praxis des 

EGMR der Vollzug der Wegweisung abgewiesener Asylsuchender mit ge-

sundheitlichen Problemen einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen 

würden, vorliegend nicht erfüllt. Die anerkanntermassen schwierigen öko-

nomischen Lebensbedingungen in Griechenland würden die gesamte Be-

völkerung treffen. Die Beschwerdeführerin könne sich auf die Garantien 

der Richtlinie 2011/95/EU des europäischen Parlaments und des Rats vom 

13. Dezember 2011 über Normen für die Anerkennung von Drittstaatsan-

gehörigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf internationa-

len Schutz, für einen einheitlichen Status für Flüchtlinge oder für Personen 

mit Anrecht auf subsidiären Schutz und für den Inhalt des zu gewährenden 

Schutzes (sog. Qualifikationsrichtlinie) berufen. Es lasse sich den Akten 

nicht entnehmen, dass sie alles ihr Zumutbare unternommen habe, um in 

Griechenland zu ihren Rechten und den ihr zustehenden Leistungen zu 

kommen.  

5.1.3 Aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin gehe hervor, dass 

sie nach Erhalt des Schutzstatus in Griechenland stets Zugang zu einer 

staatlichen Unterkunft gehabt habe und in der Lage gewesen sei, sich auch 

sonst selber zu versorgen. Auch ihr Gesundheitszustand lasse nicht darauf 

schliessen, dass es sich bei ihr um eine äusserst vulnerable Person im 

Sinn der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts handle. Den Ak-

ten liessen sich auch keine Hinweise auf gesundheitlichen Beschwerden 

mit Behandlungsbedarf entnehmen. 

E-8691/2025 

Seite 7 

5.2  

5.2.1 In ihrer Beschwerdeschrift betonte die Beschwerdeführerin zunächst 

die gegenseitige Abhängigkeit zwischen ihr und ihren in der Schweiz le-

benden Angehörigen, die in praktischer wie emotionaler Hinsicht auf ihre 

Unterstützung angewiesen seien.  

5.2.2 Das SEM habe durch das Unterlassen vertiefter Abklärungen betref-

fend ihre psychische Verfassung den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Im 

Falle einer Rückkehr nach Griechenland drohe ihr eine drastische Ver-

schlechterung ihres psychischen Wohlbefindens. Aktuelle Länderberichte 

würden aufzeigen, dass Personen mit Schutzstatus in Griechenland unter 

menschenunwürdigen Bedingungen leben müssten, da sie nicht auf staat-

liche Unterstützung zählen könnten. Es stünden ihnen auch keine wirksa-

men Rechtsmittel zur Verfügung. Die Situation sei insbesondere für allein-

stehende Frauen besonders problematisch. Unter diesen Umständen 

könne Griechenland nicht als sicherer Drittstaat qualifiziert werden. Der 

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) habe überdies entschieden, 

dass ein Asylgesuch nicht allein deswegen abgelehnt werden dürfe, weil 

Schutz bereits in einem anderen EU-Staat gewährt wurde, wenn in diesem 

Staat eine Verletzung von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäi-

schen Union (GRC) beziehungsweise Art. 3 EMRK drohe. Dies werde auch 

in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts anerkannt. Sie sei 

besonders schutzbedürftig, da ihre Lage im Falle einer Rückkehr nach 

Griechenland in mehrerer Hinsicht prekär wäre. Ihr drohe eine ernsthafte 

Gefahr ("real risk") im Sinn von Art. 4 GRC beziehungsweise Art. 3 EMRK. 

Eine Rückführung dorthin wäre daher mit den internationalen Verpflichtun-

gen der Schweiz nicht vereinbar. 

6.  

Der in der Rechtsmitteleingabe subeventualiter gestellte Rückweisungs-

antrag ist unbegründet und abzuweisen: 

6.1 Die Vorinstanz hat den relevanten Sachverhalt hinsichtlich des Nicht-

eintretens auf das Asylgesuch, insbesondere aber auch in Bezug auf die 

Situation in Griechenland für dort anerkannte Flüchtlinge sowie die persön-

liche Situation der Beschwerdeführerin, rechtsgenüglich festgestellt und 

sich damit in der angefochtenen Verfügung in erforderlichem Umfang  

sowie mit genügender Differenziertheit auseinandergesetzt. Namentlich er-

geben sich aus den Akten keine Hinweise auf erhebliche gesundheitliche 

Probleme, die nähere diesbezügliche Abklärungen erfordern würden.  

E-8691/2025 

Seite 8 

6.2 Zu Recht stellte das SEM ferner fest, dass aus dem bedauerlichen von 

der Beschwerdeführerin vorgebrachten sexuellen Übergriff in der Türkei 

nicht auf Anhaltspunkte für das Vorliegen von Menschenhandel im Sinn 

von Art. 4 EMRK in Verbindung mit dem Zusatzprotokoll zur Verhütung, 

Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des 

Frauen- und Kinderhandels vom 15. November 2000 zum Übereinkommen 

der vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kri-

minalität (sog. Palermo-Protokoll; SR 0.311.542) und des Übereinkom-

mens zur Bekämpfung des Menschenhandels vom 16. Mai 2005 (ÜBM; 

SR 0.311.543) zu schliessen ist. Es war demnach weder verpflichtet, den 

diesbezüglichen Sachverhalt mittels besonderer Anhörung näher abzu- 

klären, noch entsprechende Ermittlungen einzuleiten oder Massnahmen zu 

treffen (vgl. BVGE 2016/27 E. 5.2.4 ff.).  

7.  

7.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn die asylsuchende Person in einen gemäss Art. 6a Abs. 2 

Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in wel-

chem sie sich vorher aufgehalten hat. 

7.2 Gemäss Akten wurde die Beschwerdeführerin in Griechenland als 

Flüchtling anerkannt und verfügt über eine griechische Aufenthaltsbewilli-

gung. Zudem haben die griechischen Behörden ihrer Rückübernahme vor-

behaltlos zugestimmt. Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass sie 

nach Griechenland zurückkehren und sich dort legal aufhalten kann. 

7.3 Griechenland ist ein EU-Mitgliedstaat und gilt gemäss einem – bisher 

nicht revidierten – Beschluss des Bundesrats vom 14. Dezember 2007 als 

sicherer Drittstaat im Sinn von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Diese Regelver-

mutung kann im Einzelfall mit konkreten und substanziierten Hinweisen  

widerlegt werden. Solche ergeben sich nicht aus den Akten und werden 

auch in ihrer Beschwerdeeingabe nicht vorgebracht. Daran ändern die Ver-

weise auf divers Länderberichte und Urteile nichts, zumal keine auf die Be-

schwerdeführerin bezogenen besonderen Gründe vorliegen, die eine Ab-

weichung von der Regelanwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG recht-

fertigen würden. Sodann betreffen ihre Ausführungen grösstenteils die Fra-

gen der Zulässigkeit und der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges,  

die nachfolgend materiell zu beurteilen sein werden (vgl. Urteil BVGer E-

7596/2025 vom 13. Oktober 2025 E. 6.3). 

7.4 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten. 

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Seite 9 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde somit ebenfalls zu Recht an-

geordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

9.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

10.  

10.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

10.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erweist sich der 

Vollzug der Wegweisung nach Griechenland in Beachtung der völker- und  

landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig. Bei Griechenland handelt 

es sich um einen sicheren Drittstaat, in welchem sie Schutz vor Rückschie-

bung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Das Land ist sodann Signatar-

staat der EMRK, der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK 

vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das 

Bundesverwaltungsgericht, dass die Lebensbedingungen in Griechenland 

für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen 

Lebens schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich 

E-8691/2025 

Seite 10 

gestaltet. Gemäss koordinierter Praxis ist aber nicht von einer Situation 

auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene 

und erniedrigende Behandlung im Sinn einer Verletzung von Art. 3 EMRK 

drohen würde (vgl. das Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-

3431/2021 vom 28. März 2022, E. 11.2).  

10.3 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Lage Schutzberechtig-

ter in Griechenland fügen den der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts zugrundeliegenden Informationen zur Situation in Griechen-

land keine neue Dimension hinzu und vermögen an seiner bisherigen Ein-

schätzung nichts zu ändern.  

10.4 Selbst bei Vorliegen einer nahen, echten und tatsächlich gelebten Be-

ziehung der volljährigen Beschwerdeführerin zu ihren sich in der Schweiz 

aufhaltenden Eltern ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhal-

ten, dass die praxisgemäss sehr hohen Anforderungen an das Bestehen 

eines in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallenden besonderen Abhän-

gigkeitsverhältnisses vorliegend nicht erfüllt sind. Daran vermag auch die 

mit der Beschwerde eingereichte Bestätigung des Roten Kreuzes, wonach 

sie ihre Mutter jeweils zu deren Terminen begleite, nichts zu ändern. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffenden Ausführungen 

in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. Verfügung S. 5 ff. 

und S. 14). Es ist nicht ersichtlich, dass die von der Beschwerdeführerin in 

Aussicht gestellten Arztberichte betreffend ihre Eltern eine andere Schluss-

folgerung rechtfertigen könnten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung 

deren Einreichung nicht abzuwarten ist. 

10.5 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellen (vgl. BVGE 2011/9 E. 7; Urteil des Europäischen  

Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen Belgien 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Eine 

solche Situation ist vorliegend offensichtlich nicht gegeben.  

10.6 Die Beschwerdeführerin kann sich in Griechenland – wie die Vor- 

instanz in ihrer Verfügung zu Recht aufgezeigt hat – auf die Garantien der 

Qualifikationsrichtlinie berufen (insbesondere die Regeln betreffend den 

Zugang zu Beschäftigung [Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu Sozialhilfeleis-

tungen [Art. 29], zu medizinischer Versorgung [Art. 30] und zu Wohnraum 

[Art. 32]), zu deren Einhaltung sich Griechenland völkerrechtlich verpflich-

tet hat. Auch unter Berücksichtigung der schwierigen Lebensbedingungen 

E-8691/2025 

Seite 11 

in Griechenland ist nicht von einem "real risk" auszugehen, dass sie bei 

einer Rückkehr nach Griechenland einer menschenrechtswidrigen Be-

handlung ausgesetzt sein wird. Es obliegt der Beschwerdeführerin, bei den 

zuständigen Behörden ihre Rechte geltend zu machen, nötigenfalls auf 

dem Rechtsweg und mithilfe einer der zahlreichen griechischen Hilfs- 

organisationen. Es liegen damit keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, 

dass sie bei einer Rückkehr nach Griechenland einer menschenunwürdi-

gen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt wäre. Die in der Be-

schwerde zitierten Berichte ohne konkreten Bezug zur Beschwerdeführerin 

vermögen an dieser Einschätzung, wie erwähnt, nichts zu ändern. 

10.7 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin ist demnach zu-

lässig. 

11.  

11.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

11.2 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist eine Wegweisung in einen EU- oder 

EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legalvermutung gilt mit Be-

zug auf Griechenland grundsätzlich auch für vulnerable Personen wie bei-

spielsweise Menschen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die 

nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind; hingegen erachtet 

das Gericht den Vollzug der Wegweisung von äussert vulnerablen schutz-

berechtigten Personen grundsätzlich als unzumutbar, ausser, es bestün-

den besonders begünstigende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise 

vom Gegenteil ausgegangen werden kann (vgl. zum Ganzen das zitierte 

Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.5.1 und E. 11.5.3). Be-

steht die Legalvermutung der Zumutbarkeit, hat die betroffene Person die 

Möglichkeit, diese umzustossen. Dazu hat sie jedoch ernsthafte Anhalts-

punkte dafür vorzubringen, dass sie in Griechenland aufgrund von indivi-

duellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in 

eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). 

11.3 Zu Recht hat die Vorinstanz festgestellt, dass es sich bei der Be-

schwerdeführerin nicht um eine äussert vulnerable Person im Sinn der zi-

tierten Rechtsprechung handelt. Es liegen keine konkreten Hinweise dafür 

vor, dass die Beschwerdeführerin gesundheitliche Probleme – namentlich 

E-8691/2025 

Seite 12 

psychischer Natur – hat, für welche eine adäquate Behandlung in  

Griechenland nicht verfügbar wäre. Sie hat im Weiteren keine ernsthaften 

Anhaltspunkte dafür vorgebracht, dass sie aufgrund von individuellen Um-

ständen sozialer oder wirtschaftlicher Art bei einer Rückkehr nach Grie-

chenland in eine existenzielle Notlage geraten würde. Zwar dürfte sie bei 

einer Rückkehr nach Griechenland mit Hindernissen zu kämpfen haben; 

diese erscheinen bei zumutbarer Eigeninitiative jedoch nicht unüberwind-

bar. Es ist erneut darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin sich 

als anerkannter Flüchtling auf die Qualifikationsrichtlinie berufen kann (vgl. 

oben E. 10.6). Es obliegt ihr, ihre Rechte vor Ort geltend zu machen und 

durchzusetzen. 

11.4 Nach dem Gesagten bestehen keine konkreten und glaubhaften An-

haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin in Griechenland aufgrund 

von individuellen Umständen in eine existenzielle Notlage geraten würde. 

Es ist ihr nicht gelungen, die Legalvermutung zugunsten der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs umzustossen. 

11.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

11.6 Nachdem die Beschwerdeführerin die genannten Vermutungen nicht 

umzustossen vermag, besteht auch kein Raum zur Einholung individueller 

Garantien bezüglich einer angebrachten Unterbringung und der medizini-

schen Versorgung der Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr nach Grie-

chenland (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-5814/2022 vom 17. August 

2023 E. 9.4). Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

12.  

Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Griechenland 

ist schliesslich möglich, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 

Abs. 2 AIG), zumal die griechischen Behörden einer Rückübernahme der 

Beschwerdeführerin ausdrücklich zugestimmt haben und es der Beschwer-

deführerin obliegt, nötigenfalls bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere 

mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). 

13.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

E-8691/2025 

Seite 13 

14.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen soweit auf diese einzutreten 

ist. 

15.  

15.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

15.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

ungeachtet der geltend gemachten prozessualen Bedürftigkeit abzuwei-

sen, weil die Beschwerdebegehren aussichtslos waren (Art. 65 Abs. 1 

VwVG).  

15.3 Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1000.– der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-8691/2025 

Seite 14 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen soweit auf diese eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.‒ werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

Versand: