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**Case Identifier:** d5d1b795-b38d-514d-926d-151185fea0db
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.11.2016 IV 2014/186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-186_2016-11-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/186

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 29.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2016
Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG: Beweistauglichkeit eines Gutachtens, wonach die 
Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit voll arbeitsfähig ist. Die 
Gutachter haben insbesondere einer diagnostizierten andauernden 
somatoformen Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
zuerkannt. Auch die nach neuer Rechtsprechung erforderliche Abwägung 
beeinträchtigender und ressourcenbildender Indikatoren führt zu diesem 
Ergebnis (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
29. November 2016, IV 2014/186).

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Lisbeth Mattle Frei und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2014/186

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhof-strasse 21, 

Postfach 1016, 9102 Herisau,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 25. Januar 2010 (Eingang SVA: 19. Februar 2010) wegen 

starker Rückenschmerzen, Weichteilrheuma, Fibromyalgiesyndrom sowie Schmerzen 

an Skelett und Bewegungsapparat bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 1).

A.b  Dr.med. B.___, Praktischer Arzt, teilte dem regionalen ärztlichen Dienst der IV-

Stelle (RAD) mit, die Versicherte leide an einem Fibromyalgiesyndrom, einem 

depressiven Syndrom und an einem LWS-Syndrom. Zur Zeit sei sie nicht arbeitsfähig 

(Gesprächsprotokoll vom 2./8. März 2010, IV-act. 18-1 f.; vgl. auch Attest von Dr. B.___ 

vom 27. Januar 2010, IV-act. 5-1). Dr.med. C.___, Orthopädische Chirurgie FMH, 

berichtete dem Hausarzt am 15. März 2010, aufgrund eines MRI der LWS (aktenkundig 

ist ein CT LWS vom 3. März 2010, IV-act. 18-5) sei eine Diskushernie L5/S1 rechts 

foraminal mit Kompression der Nervenwurzel L5 rechts bei Hypoplasie des 

Intervertebralgelenks L5/S1 links und Hemispondylolyse diagnostiziert worden. Weiter 

bestehe der Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (Fremdakten, act. G 4.2).

A.c  Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde in der Klinik Valens eine 

interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung durchgeführt. Als Diagnosen wurden ein 

chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts (ICD-10: M54.4, F54), ein 

chronischer unspezifischer Weichteilrheumatismus (ICD-10: R52.2) sowie eine 

beginnende Fingerpolyarthrose (ICD-10: M15.8) festgehalten. Zusammenfassend 

könne festgehalten werden, dass die Versicherte aktuell vor allem an 

muskuloskelettalen Problemen mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit 

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leide, welche die Arbeitsfähigkeit in relevantem Ausmass beeinträchtigten. 

Psychiatrischerseits habe keine wesentliche Komorbidität festgestellt werden können. 

Der Versicherten wurde eine stationäre Rehabilitation empfohlen. In ihrer bisherigen 

Tätigkeit sei sie zu 50 % arbeitsfähig (verminderte Belastbarkeit hinsichtlich Sitzen und 

Stehen). Eine adaptierte (leichte bis mittelschwere) Tätigkeit wäre alternativ ganztags 

möglich, wobei zusätzliche Pausen von momentan ca. zwei bis drei Stunden pro 

Arbeitstag eingelegt werden müssten (Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 40 

%; Bericht interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung vom 18. März 2010, 

Fremdakten act. G 4.2).

A.d  Vom 19. August bis 15. September 2010 erfolgte ein Rehabilitationsaufenthalt in 

der Klinik Valens. Im Austrittsbericht vom 27. September 2010 wurden folgende 

Diagnosen verzeichnet: ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts bei 

Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule, muskulärer Dysbalance/muskulärer 

Insuffizienz, Tendenz zur generalisierten Hyperlaxizität, degenerativen Diskopathien der 

unteren LWS, in Verbindung mit den Verlauf bestimmenden psychologischen Faktoren 

und Verhaltensfaktoren (ICD-10: M54.4, F54), ein chronischer unspezifischer 

Weichteilrheumatismus (ICD-10: R52.2) sowie eine beginnende Fingerpolyarthrose Typ 

Heberden (ICD-10: M15.8). Die Versicherte sei ab Austritt in einer leichten, 

wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, wobei für mindestens einen 

Monat eine Leistungsminderung von 25 % bestehe (IV-act. 84-1 ff.).

A.e  Mit Vorbescheid vom 22. März 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung der Begehren um berufliche Massnahmen und Rente in Aussicht, da eine 

100 %ige Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 44). Die Versicherte anerkannte mit Eingabe 

vom 27. Mai 2011, dass derzeit kein Rentenanspruch bestehe, jedoch machte sie einen 

Anspruch auf berufliche Massnahmen geltend (IV-act. 47).

A.f  Mit Attesten vom 7. Juni und vom 18. Juli 2011 bescheinigte Dr. B.___ die 

Diagnosen eines (chronischen) skelettomuskulären Schmerzsyndroms sowie eines 

(chronischen) depressiven Syndroms. Es bestünden erneute invalidisierende 

Schmerzen im Wirbelsäulenbereich in Kombination mit möglicher Haglund Ferse bzw. 

Achillodynie links mehr als rechts und eine sehr schwierige psychosoziale Situation. 

Die Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 50; IV-act. 53). Dr.med. D.___, 

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Orthopädie, Orthopädie E.___, diagnostizierte gemäss Bericht vom 9. August 2011 eine 

Fasziitis plantaris und eine Insertionstendinopathie der Achillessehne (IV-act. 56-3).

A.g  Prof. Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Wirbelsäulenzentrum 

G.___, stellte gemäss Bericht an den damaligen Rechtsvertreter der Versicherten vom 

22. August 2011 die Diagnosen einer Lumboischialgie rechts bei Foramenstenose L5/

S1 rechts, einer partielle Spondylolyse L5 sowie einer Fibromyalgie und attestierte eine 

Arbeitsfähigkeit adaptiert von 100 % (IV-act. 98). Im Bericht vom 21. Dezember 2011 

hielt er fest, die Rückenschmerzen hätten sich nach langfristiger Behandlung 

gebessert. Es bestünden aber weiterhin belastungsabhängige sehr stark wechselnde 

Beschwerden in Armen und Beinen, die wohl auf die bestehende Fibromyalgie 

zurückzuführen seien. Im Gegensatz zu seinem Schreiben vom 22. August 2011 halte 

er die Versicherte aufgrund der nun längeren therapeutischen Beobachtung nicht für 

arbeitsfähig. Die Fibromyalgie sei seiner Meinung nach die Ursache dafür. Eine genaue 

Beurteilung dieser Erkrankung obliege aber dem rheumatologischen Fachbereich (IV-

act. 70).

A.h  Dr.med. H.___, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, berichtete dem Hausarzt 

am 14. Mai 2012, die Versicherte leide an einem chronischen Panvertebralsyndrom mit 

spondylogenen Ausstrahlungen in alle Extremitäten und Generalisierungstendenz bei 

Hohl-Rundrücken, muskulären Dysbalancen, Haltungsschwäche, mässiggradiger 

medianer bis beidseits foraminaler Discushernie L5/S1 und degenerativen 

Veränderungen der unteren LWS (MRI 27.07.2011), an dorsalen und plantaren 

Fersenschmerzen bds. bei Tendomyosen der Wadenmuskulatur, möglicherweise 

teilweise spondylogen, an einer psycho-sozialen Problematik und anamnestisch an 

einer depressiven Verstimmung. In stehenden Arbeiten sei sie wegen Fersenschmerzen 

zu 100 % und in vorwiegend sitzenden Arbeiten wegen lumbaler Beschwerden zu 50 

% eingeschränkt (IV-act. 76).

A.i Med.pract. I.___, Psychiatrie und Psychotherapie, erwähnte im Arztbericht vom 10. 

August 2012 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: 

F45.41) sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine akzentuierte 

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Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10: F60.6). Die 

Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen betrage ca. 40 %, medizinisch-

theoretisch sei ein 100 %iges Leistungsvermögen möglich (IV-act. 87).

A.j Die Versicherte wurde im Auftrag der IV-Stelle am 2./4. Juli 2013 durch die MEDAS 

Ostschweiz internistisch-rheumatologisch (Dr.med. J.___, Innere Medizin/

Rheumatologie FMH) und psychiatrisch (Dr.med. K.___, Eidg. Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie) begutachtet. Die Gutachter fanden als Diagnose mit 

Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom bei degenerativen und anlagebedingten Veränderungen im 

Bewegungssegment L5/S1 (ICD-10: M51.1) und als Diagnosen ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung 

(ICD-10: Z60.3), einen Status nach Ehescheidung (ICD-10: Z63.5), ein chronisches 

weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom sowie einen Spreizfuss mit beginnender 

Hallux valgus- und Hammerzehenbildung und anamnestisch rezidivierende 

Fersenschmerzen. Aufgrund des chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms 

bestehe eine Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen 

von Lasten über ca. 10 kg. Für körperlich leichte bis mittelschwere, entsprechend 

rückenadaptierte Tätigkeiten sei die Arbeitsfähigkeit uneingeschränkt (Gutachten vom 

12. September 2013, IV-act. 119).

A.k  Gestützt auf das Gutachten und eine RAD-Stellungnahme vom 10. Oktober 2013 

(IV-act. 120) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 9. Januar 2014 

die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 127). Mit Einwand vom 7. 

Februar 2014 machte die Versicherte geltend, das Gutachten stehe im Widerspruch zur 

Beurteilung durch die behandelnden Ärzte, und ihr Zustand habe sich seit der IV-

Anmeldung ständig verschlechtert (IV-act. 128).

A.l Mit Verfügung vom 24. Februar 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. 

Mit ihrem Einwand habe die Versicherte keine neuen Erkenntnisse oder medizinische 

Unterlagen vorgelegt, welche eine andere Beurteilung der Sachlage zuliessen (IV-act. 

129).

B. 

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B.a  Gegen die Verfügung vom 24. Februar 2014 lässt A.___ am 27. März 2014 

Beschwerde erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ihr eine IV-Rente auszurichten. 

Eventuell sei die Streitsache zur weiteren Abklärung und zu anschliessender neuer 

Beurteilung bzw. Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Arbeitsfähigkeit sei von (den behandelnden) Ärzten völlig anders (als von den 

Gutachtern) beurteilt worden. Es sei von einer vollständigen, zumindest aber von einer 

teilweisen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen und einer 

sonstigen leidensangepassten Tätigkeit auszugehen. Grund dafür bildeten 

offensichtlich nicht nur die Diagnose "Weichteilrheuma/Fibromyalgie", sondern Leiden, 

die nicht unter die IV-Revision 6a fallen würden. Vor einem Entscheid seien weitere 

Abklärungen zu tätigen, falls die vorliegende Aktenlage nicht ausreiche, um ihr eine IV-

Rente zuzusprechen (act. G 1). Die Beschwerdeführerin reicht ein weiteres Attest von 

Dr. B.___ vom 26. Februar 2014 ein. Danach erhalte die Beschwerdeführerin stärkere 

Schmerzmedikamente, die ihre Reaktionsfähigkeit einschränken könnten. Des Weiteren 

bestünden Schlafstörungen und Depressionen, mit bedeutungsvollen psychischen 

Einschränkungen. Es bestehe weiterhin eine von ihm geschätzte 100 %ige 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.2).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Der Einschätzung der MEDAS komme grosses Gewicht 

zu. Demgegenüber vermöge die Einschätzung von Dr. B.___ nicht zu überzeugen. 

Dieser sei als Allgemeinmediziner nicht fachärztlich kompetent, die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin bezüglich ihres psychischen Leidens und ihres Schmerzsyndroms 

zu bestimmen. Zudem habe Dr. B.___ bei seiner Beurteilung vor allem auf die 

Schilderungen der Beschwerdeführerin abgestellt. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund von 

objektiven Faktoren zu bestimmen. Geltend gemachte Schmerzen bzw. 

Einschränkungen dürften nur insofern in die Beurteilung einbezogen werden, als diese 

durch entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien. Dies sei bei der 

Beschwerdeführerin nicht der Fall. Insgesamt ergäben sich keine Anhaltspunkte, die 

gegen die Schlüssigkeit des MEDAS-Gutachtens sprächen. Es sei demnach 

vollumfänglich darauf abzustellen, zumal die Beschwerdeführerin keine substanziierten 

Einwände dagegen vorbringe. Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig, weil 

die MEDAS die geltend gemachten Einschränkungen ausführlich abgeklärt habe. 

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Demnach sei die Beschwerdeführerin in einer rückenadaptierten Tätigkeit voll 

arbeitsfähig (act. G 4).

B.c  In ihrer Replik vom 14. Juli 2014 macht die Beschwerdeführerin insbesondere 

geltend, es könne keine Rede davon sein, dass sie aus "psychiatrischer Sicht" voll 

arbeitsfähig sei (act. G 8).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10)

Erwägungen

1. 

Gegenstand des Verfahrens bildet ein allfälliger Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin.

1.1  Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember 

2015, 8C_586/2015, E. 2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; 

BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 

aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/

bb).

1.4  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

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nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 

5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2. 

2.1  Eine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit muss in jedem 

Einzelfall unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie 

ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein (BGE 127 V 298 E. 4c, mit weiteren 

Hinweisen). Subjektive (Schmerz-)Angaben der versicherten Person genügen in 

Anbetracht der sich naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten für die 

Begründung einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit alleine nicht. Voraussetzung einer 

invalidisierenden Gesundheitseinschränkung ist zunächst, dass diese Folge einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 

(BGE 130 V 396; BGE 141 V 285 E. 2.1). Den unklaren Beschwerden (wie etwa der 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung) ist eigen, dass mittels klinischer 

Untersuchungen weder Pathologie noch Ätiologie (vollständig) nachweis- oder 

erklärbar sind. Wie das Bundesgericht in Änderung der Rechtsprechung entschieden 

hat, ist in solchen Fällen anhand eines strukturierten Beweisverfahrens ergebnisoffen 

zu prüfen, wieweit aus objektivierter Betrachtungsweise ein invalidisierender 

Gesundheitsschaden nachgewiesen ist (BGE 141 V 281).

2.2  Das Bundesgericht hat die Vermutung, Schmerzsyndrome und vergleichbare 

psychosomatische Leiden seien überwindbar, in BGE 141 V 281 aufgegeben. Das 

bisherige Regel-/Ausnahme-Modell wurde durch einen strukturierten, normativen 

Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f.). Das funktionelle Leistungsvermögen 

sei anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 296 f. E. 4.1 und S. 298 ff., E. 4.3). 

Diese betreffen den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung (zit. Urteil E. 4.3.1), die 

Persönlichkeit (zit. Urteil E. 4.1.3 ff.), den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.3) sowie die 

Konsistenz (zit. Urteil E. 4.4). Der medizinische Gutachter hat das Leistungsvermögen 

einzuschätzen und dabei den einschlägigen Indikatoren zu folgen. Die Rechtsanwender 

überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 

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massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie 

ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die 

versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage 

erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn, 

je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und 

derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, 

getrennte Prüfung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (zit. Urteil, 

E. 5.2.2. und 5.2.3).

3. 

3.1  Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das Gutachten der 

MEDAS Ostschweiz vom 12. September 2013. Dieses hat durch die Änderung der 

Rechtsprechung seine Beweiskraft nicht per se eingebüsst; vielmehr ist zu prüfen, ob 

es deren Anforderungen genügt bzw. eine der neuen Rechtsprechung genügende 

Beurteilung zulässt (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309; Urteil des Bundesgerichts vom 13. 

April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).

3.2  Die Gutachter diagnostizierten mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

einzig ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen und 

anlagebedingten Veränderungen im Bewegungssegment L5/S1 (ICD-10: M51.1; IV-act. 

119-26). Festzustellen seien aktuell weiterhin lumbospondylogene Beschwerden, 

vorwiegend aber ein chronisches weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom 

panvertebral und auch pektoral links, einhergehend mit vielen vegetativen 

Begleitbeschwerden. Die bildgebenden Befunde (MRI HWS/BWS vom 19. Juni 2013, 

lumbales MRI vom 27. Juli 2011, vgl. IV-act. 119-20) seien nicht gravierend und nicht 

operationsbedürftig (IV-act. 119-27). Aufgrund des chronischen lumbospondylogenen 

Schmerzsyndroms bestehe eine Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeit mit 

Heben und Tragen von Lasten über ca. 10 kg. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sitzend in 

einem Montagebetrieb eines Kaffeeherstellers habe dieses Leistungsprofil nicht 

überstiegen (IV-act. 119-28). Die behandelnde Psychiaterin habe im Zusammenhang 

mit einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren die 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses 

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gestellt, welche derzeit remittiert sei. Im Vordergrund stünden psychosoziale Faktoren. 

Die Willensanstrengung zur adäquaten Überwindung ihres syndromalen Zustandes sei 

der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht voll zumutbar (IV-act. 119-24, 28). 

Die zu diagnostizierenden anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), 

Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10: Z60.3) sowie der Status 

nach Ehescheidung (ICD-10: Z63.5) blieben ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. 

IV-act. 119-27).

3.3  Die beklagten Schmerzen der Beschwerdeführerin weisen einerseits ein 

organisches Korrelat auf, indem eine Foramenstenose L5/S1, eine Spondylolyse L5 

bzw. degenerative Veränderungen der unteren LWS und eine 

Nervenwurzelkompromittierung L5 bildgebend nachgewiesen wurden (vgl. Bericht Prof. 

F.___ vom 22. August 2011, IV-act. 98; Interdisziplinäre Schmerzsprechstunde, Klinik 

Valens, Untersuchungsbericht Innere Medizin/Rheumatologie vom 18. März 2010, 

Fremdakten act. G 4.2; Bericht Radiologie L.___ vom 4. März 2010 betr. CT LWS vom 

3. März 2010, IV-act. 18-5; Bericht Dr. H.___ vom 14. Mai 2012, IV-act. 76). 

Andererseits wurden neben den somatisch fassbaren auch syndromale Leiden 

diagnostiziert, so in der Klinik Valens ein Verdacht auf Fibromyalgie (Austrittsbericht 

vom 27. September 2010, IV-act. 84-1 ff. und S. 5; vgl. auch Untersuchungsbericht 

Innere Medizin/Rheumatologie vom 18. März 2010 und Bericht Interdisziplinäre 

arbeitsspezifische Abklärung vom 18. März 2010, Fremdakten act. G 4.2), durch Dr. 

C.___ der Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (Bericht vom 15. März 2010 an den 

Hausarzt, Fremdakten act. G 4.2), durch Dr. H.___ ein chronisches 

Panvertebralsyndrom mit spondylogenen Ausstrahlungen in alle Extremitäten und 

Generalisierungstendenz (Bericht Dr. H.___ vom 14. Mai 2012, IV-act. 76-3 f.), durch 

Prof. F.___ ein Fibromyalgiesyndrom (Berichte vom 22. August und 21. Dezember 

2011, IV-act. 98 und IV-act. 70) und durch Dr. B.___ zunächst ein Fibromyalgiesyndrom 

(Attest vom 27. Januar 2010, IV-act. 5-1; Gesprächsprotokoll 2./8. März 2010, IV-act. 

18-1) und später ein (chronisches) skelettomuskuläres Schmerzsyndrom (Atteste vom 

7. Juni und 18. Juli 2011, IV-act. 50 und 53-1 f., und vom 26. Februar 2014, act. G 1.2). 

Auch in der psychiatrischen Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41; Bericht med. pract. I.___ vom 

10. August 2012, IV-act. 87) widerspiegelt sich die lediglich teilweise somatische 

Erklärbarkeit der Schmerzen.

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3.4  Das Gutachten erweist sich insoweit als schlüssig, als keine bildgebenden oder 

klinischen Befunde erhoben werden konnten, welche das Vorhandensein von 

Schmerzen in einem die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Ausmass erklären (vgl. IV-

act. 119-27). Dies betrifft ausdrücklich die lumbalen Beschwerden, ergibt sich aber 

auch für die Finger und die Füsse bzw. Fersen aus den klinischen Untersuchungen, 

wonach eine mässige Handbeschwielung und beginnende Heberdenarthrosen sowie 

keine klar umschriebene Druckdolenz an der Ferse oder Achillessehne festgestellt 

wurden. Der rheumatologische Gutachter hielt sodann fest: einen unauffälligen und 

hinkfreien Gang, die Beschwerdeführerin sei bei der Befragung eine Stunde lang ruhig 

auf dem Stuhl gesessen, Strich- und Fersengang seien ohne Schmerzangabe in den 

Fersen durchführbar gewesen (vgl. IV-act. 119-19). In somatischer Hinsicht kann somit 

auf das Gutachten abgestellt werden.

3.5  Der psychiatrische Gutachter Dr. K.___ diagnostiziert die Schmerzen, soweit sie 

nicht somatisch erklärbar sind, als anhaltende somatoforme Schmerzstörung und führt 

dazu aus, im Vordergrund stünden psychosoziale Faktoren und das eigene 

Krankheitskonzept mit Selbstlimitierung, das die Beschwerdeführerin aus subjektiver 

Sicht erwerbsunfähig mache. Depressive Symptome beziehungsweise Verstimmungen 

würden eine chronifizierte Schmerzstörung sehr häufig begleiten, seien aber vorliegend 

nicht als eigenständiges Krankheitsbild im Sinne einer Komorbidität zu werten. Die von 

der behandelnden Psychiaterin diagnostizierte rezidivierende mittelgradige depressive 

Störung sei remittiert (IV-act. 119-24). Dies erscheint nachvollziehbar, denn die 

Beschwerdeführerin gab anlässlich der Begutachtung an, die vor zwei Jahren stärkeren 

depressiven Zustände und Ängste hätten sich unter der Gesprächs- und 

medikamentösen Therapie gebessert (IV-act. 119-16), wobei die Häufigkeit der 

Therapie mit einmal bzw. zweimal monatlich unterschiedlich angegeben wird (IV-act. 

119-16, 21) und gemäss Laborbefund die Einnahme des Antidepressivums Cymbalta 

(Duloxetin; vgl. dazu www.compendium.ch) nicht ausgewiesen ist (IV-act. 119-22, 24). 

Daran, dass die Remission plausibel erscheint, ändert nichts, dass Dr. B.___ als 

Allgemeinmediziner im Attest vom 26. Februar 2014 erneut von einem chronischen 

depressiven Syndrom berichtet (act. G 1.2). Eine Auseinandersetzung mit dem 

Gutachten fehlt in diesem Arztbericht vollständig, so dass der Hausarzt lediglich an 

seiner bisherigen Beurteilung festhält. Eine wesentliche Veränderung gegenüber der 

Begutachtung (neue depressive Episode) ergibt sich daraus nicht. Es bleibt damit zu 

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prüfen, ob die diagnostizierte andauernde somatoforme Schmerzstörung eine 

invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 

begründen vermag.

3.6  Das Gutachten legt dar, die durch einen physiologischen Prozess oder eine 

körperliche Störung nicht vollständig erklärbaren Schmerzen träten in Verbindung mit 

emotionalen Konflikten und psychosozialen Problemen auf, die schwer genug seien, 

um als entscheidender ursächlicher Faktor gelten zu könnten. Die Beschwerdeführerin 

habe eine schwierige Ehe hinter sich, was 2004 zur Trennung und 2009 zur Scheidung 

geführt habe. Sie verfüge über keine berufliche Ausbildung, ihre Sprachkenntnisse 

seien dürftig, es bestünden dadurch Schwierigkeiten bei der soziokulturellen 

Eingewöhnung. Der jüngste Sohn sei delinquent (IV-act. 119-24). Diese Ausführungen 

decken sich mit den Angaben der Beschwerdeführerin, der vor allem der Sohn grosse 

Sorgen bereite (IV-act. 119-22). Nach der interdisziplinären arbeitsspezifischen 

Abklärung in Valens im März 2010 hat die Beschwerdeführerin ihre Arbeit nicht im ihr 

zumutbaren Umfang (50 %) wieder aufgenommen (vgl. Fremdakten). In der 

vierwöchigen Rehabilitation in Valens vom 19. August bis 15. September 2010 zeigte 

sich sodann bei den Basistests der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit 

eine erhebliche Symptomausweitung. Die Leistungsbereitschaft wurde als nicht 

zuverlässig eingeschätzt. Beobachtungen bei den Tests wiesen auf eine deutliche 

Selbstlimitierung hin. Die Konsistenz bei den Tests war schlecht (IV-act. 84-9). Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt keine Krankheit im Sinne der 

Invalidenversicherung vor, soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 

selbstständig und insofern direkte Ursachen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

sind. Lediglich wenn und soweit solche Umstände zu einer eigentlichen 

Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen 

verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad 

seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen 

verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2, mit weiteren Verweisen). 

Letzteres ist gemäss Gutachten vorliegend gerade nicht ausgewiesen. Hinsichtlich des 

Schweregrads der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ist die tiefe 

Selbsteinschätzung und Selbstlimitierung der Versicherten zu berücksichtigen, auch 

wenn diese vom RAD als krankheitsimmanent gewertet und Inkonsistenzen bzw. ein 

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suboptimales Leistungsverhalten verneint wurden (RAD-Stellungnahme vom 10. 

Oktober 2013, IV-act. 120). Die Beschwerdeführerin verfügt über Ressourcen. Sie 

schildert, sie gehe jeden Tag mindestens eine Stunde nach draussen, schaue fern, lese 

und höre am liebsten Musik. Sie habe einige Freundinnen, besuche regelmässig die 

Kinder oder empfange deren Besuche und verbringe Ferien in M.___ (IV-act. 119-16, 

21). Der psychiatrische Gutachter hält nachvollziehbar fest, die Beschwerdeführerin 

nehme am alltäglichen Leben teil (Kontakt zur Familie, Einkäufe, Lesen, Fernsehen, 

Spazieren, Ferien); sie lebe zwar alleine, aber keinesfalls zurückgezogen. Sie leide 

(nebst der Schmerzstörung) an keiner psychischen Störung von erheblicher Schwere, 

Intensität, Ausprägung und Dauer, die ihre Willensanstrengung beeinträchtigen würde. 

Die soziokulturelle Integration und die Willensanstrengung zur Überwindung des 

syndromalen Zustandes seien ihr zumutbar (IV-act. 119-24, 28).

3.7  Zusammenfassend ist mit dem RAD davon auszugehen, dass in körperlich leichten 

und der zuletzt ausgeübten Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit nicht 

invalidenversicherungsrechtlich relevant eingeschränkt ist. Auch die Würdigung der 

Indikatoren gemäss der neuen Rechtsprechung führt zu keinem anderen Ergebnis. Dr. 

B.___ führt in seinem Attest vom 26. Februar 2014 aus, die Beschwerdeführerin leide 

an Beschwerden der Wirbelsäule mit Einschränkungen der Belastbarkeit, Funktion und 

Beweglichkeit. Daneben zeigten sich Schmerzen der Muskulatur und Sehnenbereiche, 

mit empfindlichen Triggerpunkten und konsekutiver Schwäche der Extremitäten. 

Daneben bestünden Schlafstörungen, vegetative Störungen, Müdigkeit und Mattigkeit 

sowie Depressionen mit bedeutungsvollen psychischen Einschränkungen. 

Konsultationen bei diversen Spezialisten und eine Behandlung in der 

Rehabilitationsklinik hätten nur kurzzeitige Besserung gebracht. Zurzeit schätze er die 

Arbeitsunfähigkeit nach wie vor auf 100 % (act. G 1.2). Die vom Hausarzt 

beschriebenen Befunde wurden im Gutachten diskutiert und gewürdigt, indem eine 

qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit angenommen wurde. Dr. B.___ bringt 

keine neuen medizinischen Gesichtspunkte vor, die im Gutachten nicht berücksichtigt 

wurden. Sein Attest vermag daher an der Massgeblichkeit des Gutachtens nichts zu 

ändern. Es ist daher spätestens seit dem aktuellen Gutachtenzeitpunkt (Juli 2013; IV-

act. 119-28) von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen.

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3.8  Das Gutachten nimmt nicht direkt Stellung zum vorgängigen Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit. Indes wurde die Beschwerdeführerin bereits nach dem stationären 

Aufenthalt in der Klinik Valens vom 19. August bis 15. September 2010 in adaptierter 

Tätigkeit 100 % arbeitsfähig geschätzt (nach einer Leistungsminderung von 25 % 

während eines Monats; Austrittsbericht vom 27. Oktober 2010, IV-act. 84-1 ff.). Nicht 

zu folgen ist sodann der Einschätzung von Prof. F.___ vom 21. Dezember 2011, 

wonach die Beschwerdeführerin aufgrund von Beschwerden in Armen und Beinen, die 

"wohl" auf die bestehende Fibromyalgie zurückzuführen seien, nicht arbeitsfähig sei 

(IV-act. 70). Sie weicht in nicht nachvollziehbarer Weise von seiner früheren 

Einschätzung vom 22. August 2011 ab, wo er die Beschwerdeführerin noch als 100 % 

arbeitsfähig betrachtete (IV-act. 98), und ist - wie er selbst zugibt - fachfremd 

begründet. Med. prakt. I.___ führte im Arztbericht vom 10. August 2012 aus, als 

Einschränkungen bestünden eine Verlangsamung, eine rasche Erschöpfbarkeit, eine 

reduzierte Stressbelastbarkeit und eine Vermeidung von Herausforderungen. Die 

Arbeitsunfähigkeit betrage aus psychischen Gründen ca. 40 %. Medizinisch-

theoretisch sei ein 100 %iges Leistungsvermögen möglich. Zu Beginn sei eine 

behinderungsangepasste Tätigkeit während vier Stunden pro Tag möglich. Die 

Beschwerdeführerin sei im Konzentrationsvermögen, im Auffassungsvermögen durch 

sprachliche Defizite, in der Anpassungsfähigkeit durch geringe soziale Flexibilität und in 

der Belastbarkeit durch rasche Ermüdbarkeit, Verlangsamung und Schonhaltung 

wegen Schmerzen eingeschränkt (IV-act. 87). Die Einschränkungen durch sprachliche 

Defizite und durch geringe soziale Flexibilität sind nicht gesundheitlich begründet, 

mithin invaliditätsfremd. Die Einschätzung durch med. prakt. I.___ ist demnach so zu 

verstehen, dass sie bei ganztägiger Arbeitsfähigkeit eine Leistungseinbusse von ca. 40 

% attestiert, welche teilweise auf psychosoziale bzw. soziokulturelle 

Belastungsfaktoren (sprachliche Defizite, geringe soziale Flexibilität) und lediglich 

teilweise auf Folgen der diagnostizierten Krankheiten (Erschöpfbarkeit, Verlangsamung) 

zurückzuführen ist. Eine rentenbegründende Invalidität ist auch mit ihrem Bericht nicht 

ausgewiesen, zumal sich die die Arbeitsfähigkeit einschränkende Depression als 

innerhalb relativ kurzer Zeit remittiert herausgestellt hat. Eine invaliditätsbegründende 

Arbeitsunfähigkeit ist damit auch für die Zeit vor der Begutachtung nicht gegeben.

4. 

4.1  Die Beschwerde ist somit abzuweisen.

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4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2016
	Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG: Beweistauglichkeit eines Gutachtens, wonach die Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit voll arbeitsfähig ist. Die Gutachter haben insbesondere einer diagnostizierten andauernden somatoformen Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt. Auch die nach neuer Rechtsprechung erforderliche Abwägung beeinträchtigender und ressourcenbildender Indikatoren führt zu diesem Ergebnis (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2016, IV 2014/186).

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