# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68af5336-1af0-543a-a2eb-256deaba2009
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.01.2015 UB140175
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UB140175_2015-01-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UB140175-O/U 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. A. Gürber 

 

Beschluss vom 22. Januar 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Anordnung Untersuchungshaft  
 
Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des 
Bezirks Zürich vom 24. Dezember 2014, GH141828-L 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwalt-

schaft) führt gegen A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) eine Strafunter-

suchung wegen Mordes etc. (Urk. 21). Der Beschwerdeführerin wird vorgeworfen, 

sie sei in der Nacht vom 9. auf den 10. November 2013 zusammen mit B._____ 

mit einem durch die Beschwerdeführerin Tage zuvor entwendeten Passepartout-

Schlüssel in die Wohnung von †C._____ (nachfolgend: Geschädigte) eingedrun-

gen, um aus dieser Wohnung Schmuck, Geld und Uhren der Geschädigten zu 

behändigen. Dabei hätten die Beschwerdeführerin und B._____ ein Tuch mit dem 

flüssigen Gift Salmiakgeist nass gemacht und B._____ habe dieses Tuch der Ge-

schädigten während ca. einer bis drei Minuten gegen das Gesicht gedrückt, ins-

besondere gegen die  Atemöffnungen (Mund und Nase). Später habe auch die 

Beschwerdeführerin dieses Tuch gegen das Gesicht der Geschädigten gedrückt, 

insbesondere wiederum gegen die Atemöffnungen. Durch das Drücken des mit 

Salmiak genässten Tuchs gegen Mund und Nase habe die Geschädigte Ätzver-

letzungen im Mund-Wangenbereich erlitten und sei infolge Erstickens (mechani-

sches Verlegen der Atemwege) gestorben. Die Beschwerdeführerin und B._____ 

hätten zahlreiche Wertgegenstände behändigt und in der Folge die Wohnung der 

Geschädigten verlassen (Urk. 9/1 S. 2 f.). 

2. Die Beschwerdeführerin wurde am 11. November 2013 verhaftet 

(Urk. 21/Ordner 14/act. 52/1 S. 2) und mit Verfügung des Zwangsmassnahmen-

gerichts des Bezirks Zürich vom 15. November 2013 in Untersuchungshaft ver-

setzt (Urk. 21/Ordner 14/act. 52/4/3). Mit Verfügung vom 2. April 2014 wurde der 

Beschwerdeführerin der vorzeitige Strafvollzug bewilligt (Urk. 21/Ord-

ner 14/act. 52/7/1). Nachdem ein erstes Haftentlassungsgesuch der Beschwerde-

führerin abgewiesen worden war (vgl. Urk. 21/Ordner 14/act. 52/8/4), liess die Be-

schwerdeführerin mit Eingabe vom 1. Dezember 2014 ein weiteres Haftentlas-

sungsgesuch stellen (Urk. 21/Ordner 14/act. 52/9/1). Mit Verfügung vom 

9. Dezember 2014 wies das Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich die-

- 3 - 

ses Haftentlassungsgesuch ab (Urk. 21/Ordner 14/act. 52/9/5), wogegen die Be-

schwerdeführerin bei der hiesigen Kammer Beschwere erheben liess (Verfahren 

UB140164-O). Mit Verfügung vom 23. Dezember 2014 widerrief die Staatsanwalt-

schaft die Bewilligung des vorzeitigen Strafvollzugs (Urk. 9/2) und beantragte 

gleichentags beim Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich (nachfolgend: 

Vorinstanz) die Anordnung von Untersuchungshaft (Urk. 9/1). Nachdem es der 

Vorinstanz am 24. Dezember 2014 nach Eingang des erwähnten Antrages nicht 

gelang, den Verteidiger der Beschwerdeführerin zu erreichen, um abzuklären, ob 

auf die Durchführung einer Verhandlung verzichtet werde (vgl. Urk. 9/Prot. S. 2), 

versetzte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 

24. Dezember 2014 ohne Durchführung einer Verhandlung in Untersuchungshaft 

(Urk. 3/2).  

3. Gegen diese vorinstanzliche Verfügung liess die Beschwerdeführerin innert 

Frist Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen (Urk. 2 S. 2): 

"In der Hauptsache 
1. Die Verfügung des Bezirksgericht Zürich, Zwangsmassnahmen-

gericht vom 24. Dezember 2014 sei aufzuheben. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates. 
Im Verfahren 

4. Es seien die Akten der Vorinstanz und Staatsanwaltschaft beizu-
ziehen." 

4. Mit Verfügung vom 30. Dezember 2014 setzte der Präsident der Kammer 

der Vorinstanz und der Staatsanwaltschaft Frist zur Stellungnahme sowie zur Ein-

sendung der Akten bzw. der notwendigen Akten, wobei die Staatsanwaltschaft 

darauf hingewiesen wurde, dass die Akten nur insofern einzureichen seien, als 

sich diese nicht bereits am Obergericht befänden (Urk. 5). Aufgrund der Verfü-

gung der Vorinstanz vom 24. Dezember 2014 wurde das Verfahren UB140164-O 

zufolge Gegenstandlosigkeit als erledigt abgeschrieben (Beschluss UB140164-O 

vom 31. Dezember 2014), wobei die Untersuchungsakten in das vorliegende Ver-

fahren überwiesen und als Urk. 21 zu den Akten genommen wurden. Die Vor- 

instanz reichte mit Eingabe vom 31. Dezember 2014 ihre Akten ein und verzichte-

te auf Vernehmlassung (Urk. 8 und Urk. 9 [Akten]). Die Staatsanwaltschaft bean-

- 4 - 

tragte mit Eingabe vom 5. Januar 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11) 

und reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 12/1-8). Auf entsprechende Fristanset-

zung hin (Urk. 14) reichte der Verteidiger mit Eingabe vom 8. Januar 2015 die 

Replik ein, worin er an den in der Beschwerdeschrift gestellten Anträgen festhielt 

(Urk. 18). Zudem reichte er zwei Beilagen zu den Akten (Urk. 19/3-4). 

II.  

1. Der Verteidiger der Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs. Er führt aus, die Vorinstanz habe gemäss Verfügung vom 

24. Dezember 2014 mehrmals versucht, ihn zu kontaktieren. Es sei ihm jedoch 

weder ein Telefax oder eine E-Mail zugegangen noch sei eine Nachricht auf dem 

Anrufbeantworter hinterlassen worden. Die Ausführungen bezüglich des Ver-

suchs, ihn zu erreichen, seien daher nicht glaubwürdig und müssten als falsch 

angesehen werden. Auch die Tatsache, dass ihm bis heute die Verfügung nicht 

zugegangen sei, zeige die Bemühungen der Vorinstanz, ihn [gemeint wohl: nicht] 

rechtzeitig zu informieren. Bereits deshalb sei die Verfügung aufzuheben (Urk. 2 

S. 3 f.). 

1.1. Die Staatsanwaltschaft führte hierzu aus, gemäss Schreiben der Anstalten 

… vom 23. Dezember 2014 habe nicht nur die Vorinstanz, sondern auch die Be-

schwerdeführerin versucht, den Verteidiger zu erreichen, was ihr nicht gelungen 

sei. Es gebe keinerlei Hinweise, dass die Vorinstanz den Verteidiger nicht wie im 

Protokoll vermerkt kontaktiert habe, weshalb keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs vorliege (Urk. 11 S. 1). 

1.2. Entgegen der Ansicht des Verteidigers ist eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs nicht darin zu erblicken, dass die Vorinstanz ihn einzig per Telefon und 

nicht auch per Fax und E-Mail zu erreichen versucht hat bzw. keine Nachricht auf 

seinem Anrufbeantworter hinterlassen hat. Es besteht kein Grund, an den Ausfüh-

rungen der Vorinstanz betreffend telefonische Nichterreichbarkeit des Verteidigers 

(Urk. 9/Prot. S. 2) zu zweifeln. Der Verteidiger macht denn auch nicht geltend, er 

sei - entgegen der Darstellung der Vorinstanz - am Vormittag des 24. Dezember 

- 5 - 

2014 tatsächlich telefonisch (oder auf andere Weise) erreichbar gewesen. So er-

folgte denn auch eine Kontaktaufnahme des Verteidigers mit der Beschwerdefüh-

rerin, welche ihm am 23. Dezember 2014 eine Nachricht auf dem Anrufbeantwor-

ter hinterlassen hatte, erst am 24. Dezember 2014 nach dem Mittag (Urk. 18 

S. 2). Auch die Folgerung des Verteidigers, die Vorinstanz habe ihn [nicht] recht-

zeitig informieren wollen, da ihm die Verfügung vom 24. Dezember 2014 am 

29. Dezember 2014 noch nicht zugegangen sei, entbehrt jeglicher Grundlage. 

Gemäss dem Mitteilungssatz der Verfügung vom 24. Dezember 2014 war eine 

Zustellung an den Verteidiger vorgesehen. Dass diese am 29. Dezember 2014 

noch nicht erfolgt ist, dürfte auf die dazwischenliegenden Feiertage und das daran 

anschliessende Wochenende zurückzuführen sein. 

1.3. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin ist vorlie-

gend jedoch aus anderen Gründen zu bejahen: 

1.3.1. Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz gingen davon aus, dass sich das 

Verfahren betreffend Anordnung von Untersuchungshaft nach einem Widerruf des 

vorzeitigen Strafvollzugs nach Art. 224 ff. StPO richte (vgl. Urk. 9/1 und 

Urk. 9/Prot. S. 2). Entsprechend wäre die Vorinstanz nach Art. 225 Abs. 1 StPO 

verpflichtet gewesen, eine Verhandlung durchzuführen, ausser die Beschwerde-

führerin hätte ausdrücklich darauf verzichtet (Art. 225 Abs. 5 StPO). Ein derartiger 

Verzicht lag nicht vor: Die Beschwerdeführerin, welcher der Antrag auf Anordnung 

von Untersuchungshaft am 23. Dezember 2014 vorgelegt worden war, verweiger-

te die Unterschrift und machte keine Angaben zu einem allfälligen Verzicht auf ei-

ne Verhandlung (vgl. Urk. 12/8 S. 2 und S. 3). Der Verteidiger der Beschwerde-

führerin konnte weder am späteren Nachmittag des 23. Dezember 2014 noch am 

Vormittag des 24. Dezember 2014 erreicht werden (vgl. Urk. 12/8 S. 2 und S. 3; 

Urk. 9/Prot. S. 2). In der Folge ordnete die Vorinstanz mit Verfügung vom 24. De-

zember 2014 (11:45 Uhr) Untersuchungshaft an, ohne eine Verhandlung durchzu-

führen oder der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Verteidiger in anderer Form Ge-

legenheit für eine Stellungnahme zu geben. Insofern wurde das rechtliche Gehör 

der Beschwerdeführerin verletzt. 

- 6 - 

1.3.2. Lediglich als Einschub ist zu erwähnen, dass auch denkbar gewesen wäre, 

das Verfahren vor Vorinstanz nach der Bestimmung von Art. 227 StPO betreffend 

Haftverlängerung durchzuführen. Rechtsprechung und Lehre haben sich - soweit 

ersichtlich - noch nicht zu dieser Frage geäussert. Die Anordnung von Untersu-

chungshaft nach einem Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs unterscheidet sich 

insofern wesentlich von einer erstmaligen Anordnung von Untersuchungshaft, als 

sich die betreffende Person zuvor nicht in Freiheit befand, sondern im vorzeitigen 

Strafvollzug. Mithin ging es vorliegend faktisch nicht um die erstmalige Anordnung 

eines Freiheitsentzuges, sondern vielmehr um eine Änderung des Haftregimes. 

Zudem hat bei dieser Sachlage bereits mindestens einmal ein Gericht über den 

Freiheitsentzug entschieden. Die Anordnung von Untersuchungshaft nach einem 

Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs ist deshalb vergleichbar mit der Situation, 

wenn bei vorbestehender Untersuchungshaft die strafprozessuale Haft in Form 

von Sicherheitshaft angeordnet wird oder wenn bereits angeordnete Untersu-

chungshaft verlängert wird, wobei sich in diesen beiden Fällen das Verfahren 

nach der Vorschrift von Art. 227 StPO richtet (vgl. Art. 229 Abs. 3 lit. b StPO). 

Durch die Anwendung von Art. 227 StPO würde auch den tatsächlichen Gege-

benheiten besser Rechnung getragen, befinden sich Strafvollzugsanstalten doch  

manchmal - wie im vorliegenden Fall - relativ weit entfernt, was die Einhaltung der 

in Art. 224 ff. StPO vorgesehenen kurzen Fristen verunmöglicht oder zumindest 

stark erschwert. 

1.3.3. Die Frage des anwendbaren Verfahrensrechts kann vorliegend jedoch offen 

gelassen werden, da gemäss Art. 227 Abs. 3 und Abs. 6 StPO der Beschwerde-

führerin bzw. ihrem Verteidiger hätte Gelegenheit für eine schriftliche Stellung-

nahme gegeben werden müssen. Eine derartige Stellungnahme wurde nicht ein-

geholt, weshalb in Bezug auf eine Verlängerung der Haft eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin zu bejahen ist. 

1.4. Zu prüfen bleibt, welche Folgen die soeben festgestellte Gehörsverletzung 

im vorliegenden Fall hat. Die Beschwerdeführerin liess beantragen, die Verfügung 

vom 24. Dezember 2014 sei aus diesem Grund aufzuheben (Urk. 2 S. 4 oben). 

Auch wenn dies nicht ausdrücklich verlangt wird, ist davon auszugehen, dass 

- 7 - 

damit die Entlassung der Beschwerdeführerin aus der Untersuchungshaft bean-

tragt werden soll. Eine unverzügliche Entlassung der Beschwerdeführerin kommt 

vorliegend jedoch nicht in Betracht, sind doch - wie nachfolgend zu zeigen ist -

sämtliche Voraussetzungen für die Anordnung von Untersuchungshaft gegeben. 

Zu entscheiden bleibt, ob die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen werden 

muss oder ob die Verletzung des rechtlichen Gehörs im Beschwerdeverfahren 

geheilt werden kann. 

1.4.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Eine Verletzung des 

Anspruches führt grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids, 

unabhängig davon, ob die Gewährung des rechtlichen Gehörs den Ausgang der 

materiellen Streitentscheidung zu beeinflussen vermag. Jedoch anerkennt das 

Bundesgericht in seiner Rechtsprechung, dass eine Verletzung geheilt werden 

kann, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmit-

telinstanz zu äussern, die über die gleiche Kognition in Sachverhalts- wie auch in 

Rechtsfragen verfügt wie die Vorinstanz. Hingegen soll eine derartige Heilung die 

Ausnahme bleiben und zudem ausgeschlossen sein, wenn es sich um eine be-

sonders schwerwiegende oder regelmässige Verletzung der Parteirechte handelt. 

Das Bundesgericht nimmt bei der Frage, ob eine Gehörsverletzung geheilt wer-

den kann, eine Interessenabwägung vor. Dabei wägt es die Interessen des Be-

troffenen an einem raschen Verfahren mit den Interessen an einem korrekten Ver-

fahren ab und lässt eine Heilung nur zu, wenn die Interessen an einer beförderli-

chen Beurteilung im Vordergrund stehen. Stellt die Rückweisung der Sache zur 

Gewährung des rechtlichen Gehörs einen formalistischen Leerlauf dar und führt 

sie zu unnötigen Verzögerungen, die mit den Interessen der betroffenen Partei an 

einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren sind, ist das 

Bundesgericht selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung der Ansicht, dass 

von einer Rückweisung abzusehen ist (Vest/Horber, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 

[Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Ba-

sel 2014, N 6 zu Art. 107 mit Hinweisen). 

1.4.2. Die Beschwerde stellt gestützt auf die in Art. 393 Abs. 2 StPO aufgezählten 

Beschwerdegründe ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel dar. Die Be-

- 8 - 

schwerdeinstanz verfügt über volle Kognition. Mit der Beschwerde können alle 

Mängel des angefochtenen Entscheids geltend gemacht werden (Guidon, in: Nig-

gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Strafprozess-

ordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 15 zu Art. 393). Die III. Strafkammer des 

Obergerichts verfügt damit als Beschwerdeinstanz über die gleiche (umfassende) 

Kognition wie die Vorinstanz. 

1.4.3. Festzuhalten ist zunächst, dass die Vorinstanz sich vorliegend bemühte, 

der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Verteidiger das rechtliche Gehör einzuräu-

men. Die Vorinstanz, welche - wenn man von der Anwendbarkeit von Art. 224 ff. 

StPO ausgeht - spätestens innert 48 Stunden nach Eingang des Antrages (mithin 

bis spätestens 26. Dezember 2014, 8:00 Uhr) über den Haftantrag entscheiden 

musste (Art. 226 Abs. 1 StPO), stand zudem aufgrund der unmittelbar bevorste-

henden Feiertage unter besonderem zeitlichen Druck. Insofern ist der Entscheid, 

die Beschwerdeführerin ohne Durchführung einer Verhandlung in Untersu-

chungshaft zu versetzen, nachvollziehbar, war aber dennoch mit einer Gehörsver-

letzung verbunden, welche zwar grundsätzlich als schwerwiegend zu qualifizieren 

wäre, in der vorliegenden Konstellation der Feiertage und der mangelnden Er-

reichbarkeit des Verteidigers aber kaum zu vermeiden war, wenn man keine tage-

langen Verzögerungen in Kauf nehmen wollte. Zwar hat die hiesige Kammer bis-

her in Fällen, bei welchen entgegen Art. 225 Abs. 1 und Abs. 5 StPO keine Ver-

handlung durchgeführt worden war, das Verfahren an die Vorinstanz zurückge-

wiesen (vgl. Beschluss UB110130-O vom 16. Dezember 2011 S. 9 und Beschluss 

UB120098-O vom 5. September 2012 S. 4 f.). Aufgrund einer Interessenabwä-

gung ist vorliegend jedenfalls von einer Rückweisung an die Vorinstanz abzuse-

hen: Die im Beschwerdeverfahren durch die Staatsanwaltschaft neu eingereichten 

Unterlagen wurden dem Verteidiger im Rahmen des vorliegenden Verfahrens zu-

gestellt und dieser konnte in der Replik sämtliche Unterlagen berücksichtigen und 

Stellung dazu nehmen. Eine Rückweisung an die Vorinstanz würde einen forma-

listischen Leerlauf darstellen und im vorliegenden Haftverfahren, welches von be-

sonderer zeitlicher Dringlichkeit ist, zu nicht im Interesse der Beschwerdeführerin 

liegenden Verzögerungen führen. Dies gilt vorliegend umso mehr, als bereits eine 

von der Beschwerdeführerin erhobene Haftbeschwerde zufolge Gegenstandslo-

- 9 - 

sigkeit abgeschrieben werden musste (vgl. den Beschluss UB140164-O vom 

31. Dezember 2014). Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf einen möglichst 

raschen, mit umfassender Kognition gefällten Entscheid über ihre weitere Inhaftie-

rung. Zudem steht es der Beschwerdeführerin frei, jederzeit bei der Staatsanwalt-

schaft ein Haftentlassungsgesuch zu stellen und damit ein neues Haftprüfungs-

verfahren zu erwirken. Und schliesslich fällt auch ins Gewicht, dass die anwaltlich 

vertretene Beschwerdeführerin keine Rückweisung an die Vorinstanz beantragen 

liess. Damit ist die erfolgte Gehörsverletzung als geheilt zu betrachten. 

2. Im Zusammenhang mit dem Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs macht 

der Verteidiger eine Ungleichbehandlung und Repressionshandlungen durch die 

Staatsanwaltschaft geltend (Urk. 2 S. 4). Diese Ausführungen richten sich jedoch 

im Wesentlichen gegen den Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs. Die entspre-

chende Verfügung der Staatsanwaltschaft (Urk. 9/2) blieb unangefochten. Im vor-

liegenden Verfahren ist nur die Verfügung der Vorinstanz vom 24. Dezember 

2014 betreffend Anordnung von Untersuchungshaft angefochten, weshalb einzig 

zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für eine Rückversetzung in die Untersu-

chungshaft gegeben sind. Der Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs ist nicht Ge-

genstand des vorliegenden Verfahrens. Auf die entsprechenden Ausführungen 

des Verteidigers ist daher nicht einzutreten. Im Übrigen wiederholt der Verteidiger 

die erwähnten Vorwürfe in seinen Ausführungen zur Kollusionsgefahr, weshalb 

bei der Prüfung dieses besonderen Haftgrundes noch (kurz) darauf einzugehen 

sein wird.  

III. 

1. Gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO ist Untersuchungshaft zulässig, wenn die be-

schuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und 

zudem ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich entweder durch Flucht dem Straf-

verfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtgefahr; lit. a), dass 

sie Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfin-

dung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder dass sie durch schwere 

Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem 

- 10 - 

sie bereits früher gleichartige Straftaten begangen hat (Wiederholungsgefahr; 

lit. c). Der in Art. 221 Abs. 2 StPO geregelte selbständige Haftgrund der Ausfüh-

rungsgefahr liegt vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre 

Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen. 

Die Untersuchungshaft darf nicht länger dauern, als die zu erwartende Freiheits-

strafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). Sie ist aufzuheben, sobald ihre Voraussetzungen 

nicht mehr erfüllt sind, die vom Gesetz vorgesehene oder von einem Gericht be-

willigte Dauer abgelaufen ist, oder Ersatzmassnahmen an ihrer Stelle zum glei-

chen Ziel führen (vgl. Art. 212 Abs. 2 StPO sowie Art. 237 Abs. 1 StPO). 

2. Die Beschwerdeführerin bestreitet das Vorliegen eines dringenden Tatver-

dachts nicht (Urk. 2 S. 4), sie wendet sich jedoch gegen die Annahme von Kollu-

sions- und Fluchtgefahr (Urk. 2 S. 4 ff.). 

3. Zum allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachtes muss kumulativ 

zumindest einer der besonderen Haftgründe nach Art. 221 Abs. 1 lit. a-c StPO 

hinzukommen. Mit dem Haftgrund der Kollusions- bzw. Verdunkelungsgefahr ge-

mäss lit. b dieser Bestimmung soll verhindert werden, dass die Wahrheitsfindung 

durch Machenschaften der beschuldigten Person beeinflusst wird. Im Vorder-

grund steht dabei das Bestreben, Absprachen der beschuldigten Person mit mög-

lichen Mitbeschuldigten, Sachverständigen, Auskunftspersonen oder Zeugen zu 

verhindern. Zudem soll vermieden werden, dass die beschuldigte Person auf Be-

weismittel einwirkt, z.B. Sachbeweise beseitigt oder Spuren verwischt. Es müssen 

konkrete Indizien für die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen, wobei das 

Vorliegen des Haftgrundes nach Massgabe der Umstände des jeweiligen Einzel-

falles zu prüfen ist. Konkrete Anhaltspunkte können sich namentlich aus dem bis-

herigen Verhalten des Angeschuldigten im Strafprozess, aus seinen persönlichen 

Merkmalen, aus seiner Stellung und seinen Tatbeiträgen im Rahmen des unter-

suchten Sachverhaltes sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihm 

und den ihn belastenden Personen ergeben. Je näher die Strafuntersuchung ih-

rem Abschluss ist, umso eher bedarf der Haftgrund der Kollusionsgefahr einer 

sorgfältigen Prüfung. Zwar dient der Haftgrund in erster Linie der Sicherung einer 

ungestörten Strafuntersuchung. Im Hinblick auf die unter der neuen eidgenössi-

- 11 - 

schen Strafprozessordnung verstärkt geltende und künftig wohl auch vermehrt 

beanspruchte (beschränkte) Unmittelbarkeit bei der Beweiserhebung anlässlich 

der Hauptverhandlung, wird jedoch selbst nach Abschluss der Untersuchung und 

erfolgter Anklage auch die richterliche Sachaufklärung vor unzulässigen Einfluss-

nahmen zu bewahren sein (Hug/Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 

2014, N 19 ff. und N 26 zu Art. 221 m.w.H.; Schmid, Praxiskommentar Schweize-

rische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 7 ff. zu 

Art. 221; Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Auflage, 

Zürich/St. Gallen 2013, N 1023). 

3.1. Die Vorinstanz erwog zur Kollusionsgefahr, aufgrund des Widerrufs sämtli-

cher Aussagen durch die Beschwerdeführerin und angesichts des sehr unter-

schiedlichen Aussageverhaltens der Mitbeschuldigten sei nicht auszuschliessen, 

dass anlässlich der Hauptverhandlung die Mitbeschuldigten erneut durch das 

Zwangsmassnahmengericht einvernommen würden, weshalb wieder von Kollusi-

onsgefahr auszugehen sei. Zudem könnte die Beschwerdeführerin versucht sein, 

sowohl auf das Aussageverhalten der Mitbeschuldigten Einfluss zu nehmen oder 

sich mit ihnen abzusprechen (Urk. 3/2 S. 2 f.). 

3.2. Hiergegen liess die Beschwerdeführerin vorbringen, die Staatsanwaltschaft 

habe nicht aufgezeigt, welche Untersuchungshandlungen sie noch beabsichtige. 

Die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft die Beschwerdeführerin bereits über 

die durchgeführten geheimen Zwangsmassnahmen informiert habe, deute darauf 

hin, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen seien. Es stehe 

einzig noch die Schlusseinvernahme an. Die letzte Konfrontationseinvernahme 

habe stattgefunden. Die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft der Mittäterin 

B._____ den vorzeitigen Strafantritt bewilligt habe, lasse darauf schliessen, dass 

die Staatsanwaltschaft selber nicht an eine Kollusionsgefahr geglaubt habe und 

es vorliegend um Repressionsmassnahmen gehe, weil die Beschwerdeführerin 

ihre Aussagen widerrufen habe. Die Argumentation, die Beschwerdeführerin 

könnte mit D._____ kolludieren, sei ebenfalls nicht stichhaltig, habe die Staatsan-

waltschaft der Beschwerdeführerin doch erlaubt, sich nach der Konfrontationsein-

- 12 - 

vernahme vom 24. November 2014 ohne Aufsicht während ca. 20 Minuten mit 

D._____ zu unterhalten. Es bestünden keine konkreten Hinweise für Kollusions-

gefahr (Urk. 2 S. 5 f.). 

3.3. Die Staatsanwaltschaft verwies in diesem Zusammenhang auf die bisheri-

gen Verfügungen des Zwangsmassnahmengerichts sowie auf ihre Vernehmlas-

sung im Beschwerdeverfahren UB140164-O und führte ergänzend aus, nach dem 

Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs sei ein Schreiben der Mitbeschuldigten 

B._____ eingegangen, welches zeige, dass die Beschwerdeführerin die Mitbe-

schuldigte B._____ in ihrem Aussageverhalten zu beeinflussen versucht habe. 

Daraus sei klar zu schliessen, dass einerseits Kollusionsgefahr bestehe und dass 

andererseits ein Verbleiben der Beschwerdeführerin im vorzeitigen Strafvollzug 

schlicht nicht möglich gewesen sei (Urk. 11 S. 2). 

3.4. In der Replik liess die Beschwerdeführerin geltend machen, es sei erstaun-

lich, dass die Staatsanwaltschaft ausgerechnet am 23. Dezember 2014, nachdem 

sie vom Obergericht die Aufforderung zur Stellungnahme im Verfahren 

UB140164-O erhalten habe, feststelle, dass die Voraussetzungen für einen vor-

zeitigen Vollzug nicht mehr gegeben seien. Dieser Zeitpunkt erwecke den Ein-

druck, dass die Beschwerdeführerin über die Festtage mit einem Kontaktverbot zu 

ihrer Familie habe belegt werden sollen, weil sie sich erlaubt habe, kurzfristig vor 

den Festtagen Beschwerde zu erheben (Urk. 18 S. 2). Das Schreiben der Mitbe-

schuldigten B._____ sei beim Antrag auf Untersuchungshaft offensichtlich noch 

nicht vorgelegen. Zum damaligen Zeitpunkt habe es keine Anzeichen für Kollusi-

onsgefahr gegeben. Das Schreiben habe die Beschwerdeführerin selber über-

rascht. Sie könne sich nicht erklären, wie die Mitbeschuldigte B._____ zu ihren 

Aussagen in diesem Schreiben komme. Betrachte man die übrige Korrespondenz 

der Mitbeschuldigten B._____ und beachte man, dass diese offensichtlich in die 

Beschwerdeführerin verliebt gewesen sei, sei das vorliegende Schreiben nicht 

aussagekräftig und könne nicht als einziges Indiz für Kollusionsgefahr hinhalten. 

Die Beschwerdeführerin lege in einem Schreiben die Umstände des gemeinsa-

men Transports mit der Mitbeschuldigten B._____ dar. Zudem kenne die Be-

schwerdeführerin in Dielsdorf niemanden und hätte die Mitbeschuldigte B._____ 

- 13 - 

gar nicht unter Druck setzen können, was logisch und nachvollziehbar erscheine. 

Die Vorwürfe seien offensichtlich haltlos und das Schreiben sei nicht glaubhaft. 

Hingegen erstaune, dass die Mitbeschuldigte B._____ überhaupt Gelegenheit er-

halten habe, der Beschwerdeführerin Briefe zu senden, wenn angeblich bereits 

vor diesem Schreiben Kollusionsgefahr bestanden habe. Auch hätte die Be-

schwerdeführerin bei Bestehen von Kollusionsgefahr gar nie unbeaufsichtigt Kon-

takt mit der Mitbeschuldigten B._____ haben dürfen. Daraus könne nur geschlos-

sen werden, dass beim Stellen des Gesuchs um Untersuchungshaft nicht von 

Kollusionsgefahr ausgegangen worden sei und dieses Gesuch nachträglich mit 

dem Schreiben der Mitbeschuldigten B._____ gerechtfertigt werden solle (Urk. 18 

S. 3 f.). 

3.5. Zwar wurden die Beschwerdeführerin und die weiteren Tatbeteiligten bereits 

polizeilich und staatsanwaltlich befragt und fanden mehrere Konfrontationseinver-

nahmen statt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann aber auch in 

einer späten Phase des Verfahrens die Annahme von Kollusionsgefahr begründet 

sein, so insbesondere wenn konkrete Hinweise auf Beeinflussungsversuche be-

stehen (vgl. Bger 1P.788/2000 E. 2 d. und Bger 1P.612/2004 E. 3.4.).  

3.5.1. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführerin Mord und 

damit ein äusserst schweres Verbrechen vorgeworfen wird. Die Vorwürfe der 

Staatsanwaltschaft stützen sich sodann auf mehrere Indizien sowie auf die bishe-

rigen Aussagen der Beschwerdeführerin und der Mitbeschuldigten B._____, wo-

bei zwischen diesen Aussagen der beiden Tatbeteiligten ganz erhebliche Unter-

schiede bestehen. Der ebenfalls in die Tat involvierte D._____ hat bislang die 

Aussage weitestgehend verweigert. Mit anderen Worten kommt insbesondere den 

Aussagen der Beschwerdeführerin und der Mitbeschuldigten B._____ eine we-

sentliche Bedeutung zu und werden diese durch das Sachgericht einer einlässli-

chen Würdigung zu unterziehen sein. Es besteht aus diesen Gründen ein erhöh-

tes öffentliches Interesse an der Verhinderung von Beeinflussungen der weiteren 

Tatbeteiligten. 

3.5.2. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind in der Regel Beweise 

vom Gericht erneut zu erheben, wenn über den Tathergang eines Gewaltdelikts in 

- 14 - 

wesentlichen Punkten divergierende Aussagen bestehen (Bger 1B_388/2012 

E. 2.5). Wie bereits erwähnt weisen die Aussagen der Beschwerdeführerin und 

der Mitbeschuldigten B._____ ganz erhebliche Unterschiede auf, weshalb ohne 

Weiteres anzunehmen ist, dass das Sachgericht zumindest die Mitbeschuldigte 

B._____ und allenfalls auch D._____ befragen wird. Das Interesse an der Ver-

meidung von Kollusionshandlungen ist daher auch aus diesem Grund nach wie 

vor gegeben. 

3.5.3. Für Mord im Sinne von Art. 112 StGB ist im Gesetz lebenslängliche Frei-

heitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren vorgesehen. Würde die 

Beschwerdeführerin entsprechend verurteilt, müsste sie folglich mit einer langjäh-

rigen Freiheitsstrafe rechnen. Aus diesem Grund besteht für die Beschwerdefüh-

rerin bei einer Freilassung ein beträchtlicher Anreiz, die weiteren Tatbeteiligten zu 

einem Widerruf oder Änderung ihrer Aussagen zu veranlassen. 

3.5.4. Als starkes Indiz für das Bestehen von Kollusionsgefahr sind sodann auch 

die bei der Beschwerdeführerin festgestellten psychischen Auffälligkeiten zu wer-

ten. Im Gutachten von Prof. Dr. med. E._____ vom 4. August 2014 wird ausge-

führt, dass bei der Beschwerdeführerin zwar keine psychiatrische Störung vorlie-

ge, dass aber auffällige Persönlichkeitszüge mit antisozialen, histrionischen und 

narzisstischen Merkmalen vorhanden seien (Urk. 21/Ordner 16/act. 54/9/4 S. 46). 

Die Beschwerdeführerin habe ein manipulatives Verhalten an den Tag gelegt, das 

bereits von früheren Arbeitgebern und Ärzten beschrieben worden sei 

(Urk. 21/Ordner 16/act. 54/9/4 S. 51). Zudem sei Lügen und Täuschen ein offen-

sichtlicher Bestandteil ihres Verhaltensrepertoires (Urk. 21/Ordner 16/act. 54/9/4 

S. 38). Sodann habe die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit mehrfach ver-

antwortungsloses Verhalten gezeigt (unbezahlte Rechnungen, Schulden, über-

liess die Erziehung ihres Sohnes lange ihren Eltern, meldete sich teilweise zu 

spät zur Arbeit krank oder war telefonisch für den Arbeitgeber nicht erreichbar, 

fuhr häufig zu schnell und erhielt viele Bussen, ging die ganze Nacht in den Aus-

gang, obschon sie offiziell krankgeschrieben war; Urk. 21/Ordner 16/act. 54/9/4 

S. 40). Sie unterliege den jeweiligen Bedürfnissen und orientiere sich kaum an 

längerfristigen Perspektiven (Urk. 21/Ordner 16/act. 54/9/4 S. 53). 

- 15 - 

3.5.5. Und schliesslich fällt auch ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin ge-

mäss einem Schreiben der Mitbeschuldigten B._____ bereits konkrete Kollusi-

onshandlungen vorgenommen hat. In diesem Schreiben an die Beschwerdeführe-

rin vom 20. Dezember 2014 führte B._____ aus, die Beschwerdeführerin habe ihr 

erzählt, dass sie - die Beschwerdeführerin - sich rächen wolle und dass sie - 

B._____ - die Aussagen zurück ziehen solle. Zudem habe sie - B._____ - von ei-

ner Insassin erfahren, was sie zu tun habe, nämlich die Aussage zurückziehen, 

da er - der zuständige Staatsanwalt - keine Beweise habe (Urk. 12/8 S. 4). Grün-

de, weshalb im vorliegenden Verfahren nicht auf dieses Schreiben abgestellt wer-

den könnte, sind keine ersichtlich. Inwiefern sich aus der "übrigen Korrespon-

denz" von B._____ sowie aus der Tatsache, dass B._____ in die Beschwerdefüh-

rerin verliebt war, ergeben soll, dass das vorliegende Schreiben nicht "aussage-

kräftig" sei, ist nicht nachvollziehbar und wird auch vom Verteidiger nicht näher 

ausgeführt (Urk. 2 S. 3). Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Vorfälle 

anders schildert und insbesondere die Vornahme von Kollusionshandlungen be-

streitet (vgl. Urk. 19/3), liegt in der Natur der Sache und kann nicht dazu führen, 

das Schreiben der Mitbeschuldigten B._____ gänzlich unberücksichtigt zu lassen. 

3.5.6. In Würdigung all dieser Umstände ist zweifellos auch im heutigen Zeitpunkt 

von erheblicher Kollusionsgefahr auszugehen. 

3.5.7. An diesem Ergebnis ändern auch die weiteren Vorbringen der Beschwerde-

führerin nichts: Aus der Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft der Mitbeschuldig-

ten B._____ mit Verfügung vom 25. November 2014 den vorzeitigen Strafvollzug 

bewilligt hat, kann nicht geschlossen werden, die Staatsanwaltschaft selbst sei 

nicht von Kollusionsgefahr ausgegangen. Die Staatsanwaltschaft hat in dieser 

Verfügung ausdrücklich eine Trennung von B._____ und der Beschwerdeführerin 

angeordnet (Urk. 21/Ordner 15/act. 53/Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 

25. November 2014, Dispositiv-Ziff. 4). Hinweise dafür, dass es sich bei der An-

nahme von Kollusionsgefahr und dem Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs 

durch die Staatsanwaltschaft um "Repressionsmassnahmen" für den Widerruf des 

Geständnisses und/oder für die Beschwerdeerhebung kurz vor Weihnachten han-

deln könnten, sind keine ersichtlich. Die Beschwerdeführerin hat ihr Geständnis 

- 16 - 

bereits am 25. April 2014 und damit rund acht Monate vor dem am 23. Dezember 

2014 erfolgten Widerruf des vorzeitigen Strafvollzugs widerrufen (Urk. 21/Ordner 

2/act. 3/18). Mit E-Mail vom 22. Dezember 2014 (16:13h) wurde die Staatsanwalt-

schaft darüber informiert, dass die von ihr verlangte Trennung von B._____ und 

der Beschwerdeführerin in den Anstalten … nicht möglich sei (Urk. 12/7), weshalb 

am darauffolgenden Tag aufgrund der bestehenden Kollusionsgefahr der der Be-

schwerdeführerin bewilligte vorzeitige Strafvollzug widerrufen wurde (Urk. 9/2). 

Aus diesen zeitlichen Abläufen geht ohne Weiteres hervor, dass die Staatsan-

waltschaft auf Seiten der Beschwerdeführerin stets und insbesondere nach dem 

Widerruf ihres Geständnisses von Kollusionsgefahr ausging und dass der vorzei-

tige Strafvollzug erst widerrufen wurde, nachdem klar war, dass der bestehenden 

Kollusionsgefahr in den Anstalten … nicht hinreichend Rechnung getragen wer-

den kann. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe nach der Ein-

vernahme vom 24. November 2014 mit D._____ ohne Aufsicht sprechen können 

(Urk. 2 S. 5), ist festzuhalten, dass dies aus dem Protokoll der entsprechenden 

Einvernahme nicht hervorgeht (vgl. Urk. 21/Ordner 2/act. 3/21 S. 18) und insofern 

nicht überprüft werden kann. Im Vordergrund steht jedoch ohnehin die von der 

Beschwerdeführerin ausgehende Kollusionsgefahr hinsichtlich der Mitbeschuldig-

ten B._____. Dass die Beschwerdeführerin und B._____ offenbar gemeinsam 

transportiert worden waren (vgl. das Schreiben von B._____ [Urk. 12/8 S. 4 f.] 

sowie die Stellungnahme der Beschwerdeführerin dazu [Urk. 19/3]), dürfte auf ein 

organisatorisches Versehen zurückzuführen sein und kann jedenfalls nicht dazu 

führen, dass das Bestehen von Kollusionsgefahr im heutigen Zeitpunkt zu vernei-

nen wäre. 

4. Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob der Haftgrund der Fluchtgefahr 

besteht. Offenkundig zu verneinen ist er jedenfalls nicht. 

5. Die Untersuchungshaft erweist sich mit Blick auf die der Beschwerdeführerin 

im Falle einer Verurteilung drohenden langjährigen Freiheitsstrafe ohne Weiteres 

als verhältnismässig. Der bestehenden Kollusionsgefahr kann nicht mittels Er-

satzmassnahmen wirksam begegnet werden, und solche Massnahmen wurden 

von Seiten der Beschwerdeführerin denn auch nicht beantragt. Dass das weniger 

- 17 - 

als ein Jahr alte Kind der Beschwerdeführerin bei einem Verbleib der Beschwer-

deführerin im Untersuchungsgefängnis … allenfalls fremdplatziert werden muss 

(vgl. Urk. 15 und Urk. 18 S. 2), hat angesichts der Schwere der gegenüber der 

Beschwerdeführerin erhobenen Vorwürfe, der Höhe der in Aussicht stehenden 

Strafe sowie der Erheblichkeit der bestehenden Kollusionsgefahr nicht zur Folge, 

dass ein weiterer Verbleib der Beschwerdeführerin in Untersuchungshaft als un-

verhältnismässig zu qualifizieren und die Beschwerdeführerin zu entlassen wäre. 

Die Staatsanwaltschaft ist jedoch anzuhalten, falls möglich die weitere Untersu-

chungshaft in einer Einrichtung zu vollziehen, in welcher ein Verbleib des Kindes 

bei der Beschwerdeführerin vertretbar ist. 

6. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten ist. 

IV. 

Aufgrund der erfolgten Gehörsverletzung sind die Kosten des Beschwerdeverfah-

rens auf die Gerichtskasse zu nehmen und ist die erbeten anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren aus der Gerichtskasse zu ent-

schädigen. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Verordnung des 

Obergerichts vom 8. September 2010 über die Anwaltsgebühren (AnwGebV, 

LS ZH 215.3). Angesichts der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des 

notwendigen Zeitaufwandes, ist die Entschädigung auf Fr. 2'000.-- zuzüglich 8% 

Mehrwertsteuer festzusetzen (§§ 2, 3 und 19 Abs. 1 AnwGebV). 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

- 18 - 

3. Die Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 2'160.-- 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den erbetenen Verteidiger der Beschwerdeführerin, zweifach für sich 
und die Beschwerdeführerin (vorab per Fax […], per Gerichtsurkunde) 

− die Vorinstanz, ad GH141828-L, unter Rücksendung der beigezogenen 
Akten [Urk. 9] (gegen Empfangsbestätigung) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, ad B-2/2013/201101212, 
unter Beilage der Doppel von Urk. 18 und Urk. 19/3-4 sowie unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 21] (vorab per Fax [044 
248 31 59], gegen Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:  

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte 

5. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen.  

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 
 
Zürich, 22. Januar 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Gürber 
 

	Beschluss vom 22. Januar 2015
	 Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse genommen.
	3. Die Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 2'160.-- aus der Gerichtskasse entschädigt.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den erbetenen Verteidiger der Beschwerdeführerin, zweifach für sich und die Beschwerdeführerin (vorab per Fax […], per Gerichtsurkunde)
	 die Vorinstanz, ad GH141828-L, unter Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 9] (gegen Empfangsbestätigung)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, ad B-2/2013/201101212, unter Beilage der Doppel von Urk. 18 und Urk. 19/3-4 sowie unter Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 21] (vorab per Fax [044 248 31 59], gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte

	5. Rechtsmittel:  Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art...