# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6435390-2b29-5bf1-aae3-dc0a5775c2b2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 30.03.2007 S 2007 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2007-18_2007-03-30.pdf

## Full Text

S 07 18

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 30. März 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) Der heute 56-jährige … (geb. …) lebt seit über 20 Jahren in der Schweiz und 

war als Steinfräser bei einer Firma in … tätig und durch diese bei der 

Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA) gegen Berufs- und 

Nichtberufsunfälle versichert. Im Oktober 1999 stürzte der neunfache Vater 

vom Fahrrad auf die rechte Seite, wobei er sich das Schlüsselbein brach 

(laterale Claviculafraktur) und das Brustbein verrenkte 

(Sternoclavicularluxation) sowie eine Hirnerschütterung (Commotio cerebri) 

mit Bluterguss beim rechten Auge (Monokelhämatom) zuzog. Kurz danach 

wurde er an der rechten Schulter operiert und der Schlüsselbeinbruch mit 

einer Metallplatte fixiert (Osteosynthese mit AO-Hakenplatten), welche 

anfangs November 1999 wieder operativ entfernt wurde.

b) Im März 2001 sprach die SUVA dem Versicherten eine Invalidenrente auf der 

Basis eines Invaliditätsgrades von 25% ab 01.04.2001 und eine einmalige 

Integritätsentschädigung von Fr. 9'720.-- (Lebensqualitätseinbusse 10%) zu. 

Eine hiergegen erhobene Einsprache wurde von der Vorinstanz abgewiesen. 

Eine dagegen weiter erhobene Beschwerde wurde vom Verwaltungsgericht 

am 04.07.2002 (VGU S 02 111) sowie vom Eidgenössischen 

Versicherungsgericht am 26.04.2004 (EVG-Urteil U 9/03) abgewiesen und 

somit der IV-Grad von 25% als auch die Entschädigung bestätigt.

c) Bereits im Juli 2000 hatte der Versicherte bei der IV-Stelle Graubünden ein 

Gesuch um eine IV-Rente gestellt. Mit Verfügung vom 21.10.2005 wurde ihm 

eine ganze Rente auf der Basis eines IV-Grads von 100% ab 01.10.2000 

befristet bis 31.03.2001 gewährt. Dies mit der Begründung, dass bei ihm keine 

Unfallrentenleiden vorlägen, die IV-Charakter hätten, weshalb die Beurteilung 

der SUVA auch für sie (IV-Stelle) Gültigkeit habe. Basierend auf einem 

mutmasslichen Jahreseinkommen für 2001 ohne Behinderung 

(Valideneinkommen) von Fr. 54'100.-- sowie einer Verdienstmöglichkeit 2001 

trotz Behinderung (Invalideneinkommen) von Fr. 41'062.-- habe nur eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 13'038.-- bzw. ein IV-Grad von 24.1% resultiert, 

weshalb kein Anspruch auf eine IV-Rente (erst ab 40%) bestanden habe. Eine 

dagegen erhobene Einsprache betreffend Aufhebung der Rentenbefristung 

bis Ende März 2001 hiess die IV-Stelle nach Einholung und Prüfung weiterer 

Arztatteste (Bericht Neurologe Dr. … v. 28.11.2005; Berichte Psychiatrischer 

Dienst GR v. 11.09. und 13.11.2006; Austrittsbericht Kreuzspital Chur v. 

28.09.2006) am 21.12.2006 insofern gut, als sie darin in Aussicht stellte, dass 

sie angesichts der in jenen Arztattesten tatsächlich erstellten 

Verschlechterung des Gesundheitszustands des Versicherten samt neuer 

Diagnosen über den Rentenanspruch ab 01.11.2005 neu befinden werde. 

Hingegen halte sie an der angefochtenen Rentenbefristung bis 31.03.2001 

bzw. am Fehlen des Anspruchs auf eine IV-Rente für die Zeitspanne 

01.04.2001-31.10.2005 gestützt auf die der SUVA zur Verfügung 

gestandenen ärztlichen Abklärungen (massgebend dazu: Austrittsbericht 

Reha-Klinik … v. 21.12.2000) und selbst unter Einbezug des Attests des 

Hausarzts Dr. … v. 11.11.2005 unverändert fest.

2. Dagegen erhob der Versicherte am 22.01.2007 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des strittigen Einspracheentscheids vom 21.12.2006 

(Aufhebung Rentenbefristung) und um erneute Prüfung eines Anspruchs auf 

eine IV-Rente ab 01.04.2001 und nicht – wie in Aussicht gestellt – erst ab 

01.11.2005. Ferner wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. … als Rechtsbeistand beantragt. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die IV-Stelle nicht 

einfach für die Zeitspanne 01.04.2001-31.10.2005 unbesehen auf den zeitlich 

längst überholten Abklärungsbericht der Klinik … vom Dez. 2000 hätte 

abstellen dürfen, sondern zwischenzeitlich von sich aus neue Abklärungen 

hätte treffen und weitere Atteste über den Gesundheitszustand des 

Versicherten hätte einholen müssen. Im Übrigen sei die IV-Stelle bloss 

bezüglich der unfallbedingten Leiden an den Entscheid der SUVA vom März 

2001 gebunden gewesen. Seitdem hätten nun aber gewichtige Anhaltspunkte 

für den Eintritt unfallfremder Leiden mit invalidisierendem Charakter 

bestanden, was die IV-Stelle von sich aus zum Handeln hätte veranlassen 

müssen; zumal bereits im erwähnten Klinikbericht auf ein maladaptives 

Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit Symptomausweitungstendenz 

bei einfach strukturierter Persönlichkeit erkannt worden sei. Jene Leiden seien 

klarerweise unfallfremd gewesen, wann genau sie später dann Krankheitswert 

erlangt hätten und damit für eine allfällige IV-Rente von Bedeutung gewesen 

wären, sei aber eben gerade im Dunkeln geblieben, was nun bestimmt nicht 

dem Versicherten zur Last gelegt werden dürfe. Dass eine psychische 

Krankheit erstmals am 11.11.2005 dokumentiert werde, hänge einzig damit 

zusammen, dass der Versicherte erst damals vom Hausarzt Dr. … an einen 

Psychiater überwiesen und in dieser Beziehung untersucht worden sei. Auf 

jeden Fall müsse die IV-Stelle darum noch eigene Abklärungen für den 

gesamten Zeitraum (2001-2005) vornehmen; dies umso mehr, als die 

Berichte des Neurologen Dr. … im Nov. 2005 und der psychiatrischen Klinik 

… im Herbst 2006 erhebliche Indizien für eine bereits früher eingetretene 

Gesundheitsverschlechterung geliefert hätten. Zum Gesuch um Bewilligung 

der unentgeltlichen Rechtspflege wurden auf die Erwerbslosigkeit seit dem 

Sturzunfall im Jahre 1999, die seither geringen Einkünfte (SUVA-Rente nur 

Fr. 1'026.-- im Monat) sowie die Unterstützungspflichten gegenüber einem 

noch minderjährigen Kind in seiner Grossfamilie hingewiesen. Zudem könne 

die Beschwerde auch nicht zum vornherein als aussichtslos bezeichnet 

werden.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle (Vorinstanz) die Abweisung 

der Beschwerde. Den Einwänden des Beschwerdeführers hielt sie entgegen, 

dass im massgeblichen Abklärungsbericht der Klinik … vom Dez. 2000 keine 

Indizien für eine spezifische psychische Störung mit Krankheitswert 

vorgelegen hätten. Bis Nov. 2005 seien – nebst dem klar unfallfremden 

Hinweis auf ein maladaptives Bewältigungsmuster mit 

Ausdehnungstendenzen bei einfacher Persönlichkeitsstruktur – vielmehr 

gerade keine Leiden mit Krankheitswert aktenkundig. Es sei darum 

anzunehmen, dass solange der Versicherte eine bereits vorhandene 

psychische Störung verdrängt bzw. nicht selbst wahrgenommen hätte, eine 

solche auch nicht IV-relevant gewesen sein könnte. Der seit Jahren anwaltlich 

vertretene Versicherte hätte sich nicht gescheut, sich an einen Arzt zu 

wenden, hätte effektiv schon viel früher ein seelisches Leiden mit 

Krankheitswert vorgelegen. Auch aus der Tatsache, dass die Klinik … im 

Attest vom 13.11.2006 nur noch auf eine Restarbeitsfähigkeit von 30% 

(Arbeitsunfähigkeitsgrad 70%) ab 04.07.2006 erkannt habe, könne 

selbstverständlich nicht schon geschlossen werden, dass ein IV-relevantes 

Leiden viel früher, also weit vor dem 01.11.2005, mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu bejahen gewesen wäre. Vielmehr sei bisher nicht 

einmal erstellt, dass ab jenem Zeitpunkt (Nov. 2005) ein Leiden mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit 

vorliege, zumal es bei der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung bloss 

unter sehr beschränkten Voraussetzungen als unzumutbar erachtet werde, 

dass der Versicherte die Schmerzen überwinde. So sprächen z.B. 

unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter 

ambulanter und/oder stationärer Therapiebemühungen und gescheiterte 

Reha-Massnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung für die 

ausnahmsweise Unüberwindlichkeit solcher Störungen. Vorliegend habe aber 

bis Juli 2006 keine psychiatrische Behandlung stattgefunden, sodass mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass der 

Versicherte allenfalls existierende somatoforme Schmerzstörungen bis dahin 

hätte überwinden können. Sie habe darum zu Recht auf die frühere SUVA-

Verfügung (samt IV-Grad 25%) bis 31.10.2005 abgestellt.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise 

wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 

1 IVG (SR 831.20) in Verbindung mit Art. 8 ATSG (SR 830.1) bewirken. Nicht 

als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit 

invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 

Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 

Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; 

das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 

131 V 49 E. 1.2, 127 V 298 E. 4c, 102 V 165). Die Annahme eines psychischen 

Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte 

Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem 

voraus (BGE 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Wie jede andere psychische 

Beeinträchtigung begründet aber auch eine diagnostizierte anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine Invalidität. Ein 

Abweichen von diesem Grundsatz fällt nur in jenen Fällen in Betracht, in 

denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des 

Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten Person die 

Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei 

objektiver Betrachtung – und unter Ausschluss von Einschränkungen der 

Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind – 

sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar 

untragbar ist (BGE 130 V 354 E. 2.2.3). Die - nur in Ausnahmefällen - 

anzunehmende Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und 

eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls das Vorliegen 

einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbität/Erkrankung von 

erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das 

Vorliegen anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter 

Kriterien voraus. So sprechen insbesondere folgende Umstände für die 

ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung: (1) 

Chronische körperliche Begleiterkrankungen sowie mehrjähriger 

Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 

längerfristige Remission; (2) ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen 

Belangen des Lebens; (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr heilbarer 

innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber 

entlastenden Konfliktbewältigung oder schliesslich (4) unbefriedigende 

Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter o. 

stationärer Behandlungsbemühungen sowie gescheiterte 

Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und 

Eigenanstrengung der versicherten Person (BGE 130 V 355 E. 2.2.3).

2. a) Im konkreten Fall ist einzig strittig geblieben, ob die Vorinstanz aufgrund der 

ihr bis Herbst 2005 bekannten Fakten (Medizinalakten) mit Grund darauf 

schliessen durfte, dass die Rentenbefristung (01.10.2000-31.03.2001) korrekt 

war und somit eben auch eine weitere Berentung für die Zeitspanne 

(01.04.2001-31.10.2005) ausser Betracht fiel. Die zusätzliche Beurteilung 

eines allfälligen Anspruchs auf eine Rente für die Zeit ab 01.11.2005 anhand 

der seither neu dazu gekommenen Arztberichte erübrigt sich hier indessen 

(vorläufig), da die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid selbst ausdrücklich 

in Aussicht stellte, die Rentenfrage ab jenem Zeitpunkt nochmals eingehend 

zu prüfen und (separat anfechtbar) dann noch darüber zu befinden. Diese 

Zusage gründete offensichtlich auf den ab Nov. 2005 neu erstellten Arzt- und 

Klinikberichten, die einhellig eine massive Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustands des Versicherten und somit eine erhebliche 

Einschränkung seiner Arbeitsfähigkeit ab spätestens Mitte  2006 bestätigten. 

Einziges Beschwerdethema ist hier somit die Rentenberechtigung ab 

01.04.2001 bis 31.10.2005, was eine Erhöhung des von der SUVA im März 

2001 ermittelten IV-Grads von 25% voraussetzen würde.

b) Folgende Arzt-, Klinik- und Spitalberichte sind aktenkundig und für die zu 

prüfende Rentenberechtigung (01.04.2001-31.10.2005) von Bedeutung:

• Im Austrittsbericht vom 21.12.2000 der Reha-Klinik … wurde aufgrund 
eines psychosomatischen Konsiliums festgestellt, dass sich beim einfach 
strukturierten Patienten (aus Kosovo) mit psychosozialer Belastung (9 
Kinder, geringes Einkommen) und nur bescheidenen Ressourcen zur 
Problembewältigung zwar Hinweise für ein maladaptives Überzeugungs- 
und Bewältigungsmuster mit Symptomausweitungstendenz finden 
liessen; es sich dabei aber nicht um eine psychische Störung mit 
Krankheitswert handle. Bei den Belastungstests habe es ihm klar an der 
nötigen Leistungsbereitschaft gefehlt. In wechselseitigen, leichten 
Tätigkeiten wäre er ganztags noch zu 80% arbeitsfähig (AUF 20%).

• Im Schreiben vom 11.11.2005 hielt der Hausarzt Dr. … zum aktuellen 
Gesundheitszustand des Versicherten fest, dass dieser regelmässig bei 
ihm in der Sprechstunde wegen anhaltender Nacken-, Schulter- und 

Armbeschwerden mit Kraftverlust sei. Er leide unter anderem an Rücken-
Hemmithorakalenschmerzen links (starker Raucher). Im Moment sei er 
bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig, wobei zusätzliche Abklärungen 
beim Neurologen Dr. … bereits veranlasst worden seien.

• Aus dem Facharztbericht vom 28.11.2005 des Neurologen Dr. … geht 
hervor, dass die Zukunftsprognose bezüglich Arbeitsfähigkeit heute 
sicher ungünstig sei, da sich das Schmerzsyndrom mit 
Symptomausweitung chronifiziert habe. Die neurologischen Probleme 
(Nervenfunktionsstörungen) seien nur noch ein Teil der ganzen 
Problematik. Es dominiere ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit 
Symptomausweitung bei Verdacht auf eine posttraumatische 
Anpassungsstörung. Die Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit müsse 
daher noch interdisziplinär (unter Beizug eines Traumatologen und 
Psychiaters – allenfalls MEDAS) erfolgen.

• Im Austrittsbericht vom 11.09.2006 der Psychiatrischen Dienste GR 
(Klinik …; Dres. …; nach zwei stationären Aufenthalten vom 04.-27.07. 
und 08.-25.08.2006) wurde die Hauptdiagnose einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung [F45.4] bzw. Nebendiagnose einer 
mittelgradigen depressiven Episode [F32.1] gestellt. Die Arbeitsfähigkeit 
wurde im Monat August 2006 auf 0% (100% AUF) geschätzt. Eine 
ambulante Weiterbetreuung sei aus psychiatrischer Sicht angezeigt, da 
seine psycho-soziale Situation (Familienoberhaupt von neun Kindern; 
Monatseinkommen nur SUVA-Rente Fr. 1'050.--; Ein- und 
Durchschlafstörungen; Depressionsschübe; Gedankengang insgesamt 
deutlich eingeengt und fokussiert auf Schmerzgefühle; aber ohne 
Wahnstörungen, Halluzinationen oder Ich-Störungen) immer noch 
angespannt sei.

• Im Bericht des Kreuzspitals Chur vom 28.09.2006 (Dres. …) wurde 
bestätigt, dass der Versicherte vom 22.-29.09.2006 wegen akuter 
Bauchschmerzen (perityphlitischer Abszess, gekammert im rechten 
Unterbauch; mehrere Leberhämanginome) mit anschliessender 
Operation [Laparoskopische Appendektomie] hospitalisiert gewesen sei. 
Daneben wurden ihm eine medikamentös behandelte arterielle 
Hypertonie (Bluthochdruck), eine Thalassämia minor (Eisenmangel in 
Blutzellen) und eine Depression mit chronischem Schmerzsyndrom 
bescheinigt.

• Auf entsprechende Anfrage des Regionalen Sozialdienstes GR bestätigte 
die Klinik … (Dr. …) mit Facharztattest vom 13.11.2006 noch, dass die 
psychischen Leiden (Behinderungen) beim Patienten so ausgeprägt 
seien, dass sie seine Arbeitsunfähigkeit auf 70% (AUF; bzw. nur noch 
30% AF) seit 04.07.2006 bis auf weiteres schätze und deshalb bei der IV 
ein Leistungsanspruch geltend gemacht werden könnte.

c) Im Lichte der soeben aufgezählten Arzt-, Klinik- und Spitalberichte ist das 

Gericht aber zur Überzeugung gelangt, dass keine Anhaltspunkte ersichtlich 

sind, die schon für die Zeitspanne (01.04.2001-31.10.2005) mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine psychische Komorbität mit 

Krankheitswert bzw. mit IV-relevanten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

bis und mit Oktober 2005 hätten schliessen lassen. Aufgrund des eindeutigen 

Berichts der Reha-Klinik … im Dezember 2000 ist vielmehr das Gegenteil 

bewiesen, wurde die bereits damals erkannte psychische Störung 

(maladaptives Überzeugungs-/Bewältigungsmuster mit 

Symptomausweitungstendenz) darin doch noch ausdrücklich für die 

verbliebene Arbeitsfähigkeit als irrelevant bzw. ohne Einfluss eingestuft. Die 

beim Sturzunfall mit dem Fahrrad im Oktober 1999 erlittenen 

Körperverletzungen (Schlüsselbeinbruch; Brustbeinluxation) wurden daher 

auch schon von der SUVA im März 2001 dahingehend bewertet, dass in 

Zukunft bei der Arbeit (unfallbedingt) bloss noch mit einem Minderverdienst 

auf der Basis eines IV-Grads von 25% zu rechnen sei (Resultat 

Einkommensvergleich 2001: VAE Fr. 54'100.-- mit IVE Fr. 41'062.--). Diese 

Gesamtbeurteilung wurde mit Rechtsmittelurteil im Juli 2002 (VGU S 02 111) 

und April 2004 (EVG-Urteil U 9/03) noch bestätigt. Der Beschwerdeführer 

vermochte mit seinen Vermutungen im neuen Beschwerdeverfahren gegen 

den nun strittigen Entscheid der IV-Stelle vom Dezember 2006 aber gerade 

nichts vorzubringen, was jene fachliche Gesamtwürdigung der SUVA nicht 

auch für den nachfolgenden Zeitraum (01.04.2001-31.10.2005) als 

gerechtfertigt und daher weiterhin verbindlich (IV-Grad 25%) hätte erscheinen 

lassen. Nebst dem Klinikbericht vom Dezember 2000 liegen nämlich keine 

Arztatteste vor, die zuverlässig Auskunft über die in nächster Zeit zu 

erwartende Arbeits- und Erwerbsfähigkeit erteilt hätten. Umgekehrt ist erstellt, 

dass der Versicherte während fast vier Jahren (2001-2005) nicht auf 

professionelle bzw. psychiatrische Hilfe angewiesen war, was nach der für 

somatoforme Schmerzstörungen entwickelten Rechtsprechung (vgl. vorn 

Erw. 1) bedeutet, dass der Beschwerdeführer trotz allfällig bereits früher latent 

vorhandener psychischer Defekte, zumindest bis November 2005 

(Konsultation bei Hausarzt Dr. … am 11.11.2005) noch aus eigener 

Willenskraft im Stande war, die spätestens ab Juli 2006 (Klinikberichte 

Waldhaus vom 11.09./13.11.2006) aktenkundig ausgewiesenen psychischen 

Geistesstörungen (ausgeprägte Depression; Minderwertigkeitsgefühle mit 

Auswirkungen auf AF; neu: 70% AUF) selbst zu überwinden und somit also 

bis dahin auch in Eigenverantwortung zu meistern. Bei dieser klaren Sach- 

und Rechtslage war die Vorinstanz indessen auch berechtigt, jede weitere IV-

Berentung für die Zeitspanne 01.04.2001-31.10.2005 mangels fachärztlicher 

Belege für eine drastische Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit 

März 2001 (damals korrekt: IV-Grad 25%) bis Ende Oktober 2005 zu 

verweigern und erst ab jenem Zeitpunkt (01.11.2005) die Rentenfrage anhand 

der seither neu erstellten Arztatteste nochmals zu prüfen und darüber dann 

noch einmal von Neuem separat zu verfügen.

3. a) Der angefochtene Entscheid vom 21.12.2006 ist somit in jeder Beziehung 

rechtmässig, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren seit 01.07.2006 – in 

Abweichung zu Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung (inkl. 

Verlängerung) oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Der Kostenrahmen beträgt dabei Fr. 

200.-- bis Fr. 1'000.--. Da der angefochtene Einspracheentscheid nach 

Inkrafttreten der IVG-Revision erlassen worden ist, kommt vorliegend die 

neue Kostenregelung zur Anwendung. Aufgrund des einfachen 

Schriftenwechsels rechtfertigt es sich hier, dem unterliegenden 

Beschwerdeführer Kosten von Fr. 500.-- aufzuerlegen. Eine 

aussergerichtliche Parteientschädigung an die Beschwerdegegnerin entfällt 

hingegen (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

4. Zum Gesuch betreffend unentgeltlicher Verbeiständung auf Kosten des 

Staats im Beschwerdeverfahren (Art. 61 lit. f ATSG) wegen ausgewiesener 

Bedürftigkeit des Gesuchstellers sei vorweg auf die höchstrichterliche 

Rechtsprechung verwiesen, wonach die Gewährung jener Rechtswohltat 

gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV nebst der (finanziellen) Bedürftigkeit noch 

voraussetzt, dass die Erhebung einer Beschwerde nicht zum voraus als 

aussichtslos erscheint. Als aussichtslos gelten solche Prozessanträge, bei 

denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die 

Verlustgefahren und die daher kaum mehr als ernsthaft bezeichnet werden 

können. Massgebend ist dabei, ob eine Streitpartei, die über die nötigen 

finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung ebenfalls zum 

Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll also einen Prozess, den sie auf 

eigene Rechnung und Gefahr so nicht führen würde, nicht nur deshalb 

anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 129 I 129 E. 2.3.1; BGE 

19.06.2003 [4P.107/2003] E. 1; 19.06.2005 [2A.111/2005] E. 3). Aufgrund des 

Umstands, dass die Vorinstanz im Einspracheentscheid noch ausdrücklich 

auf den fehlenden Beweis für eine IV-relevante Beeinträchtigung vor dem 

01.10.2005 hinwies, sich aber für die Zeit danach anhand der seither neu 

erstellten Medizinalberichte selber bereit erklärte, die ganze Sache anhand 

jener neuen Fakten nochmals zu prüfen, wäre es dem Gesuchsteller bzw. 

seinem Anwalt vor dem Weiterzug jenes Einspracheentscheids mittels 

Beschwerde ans Verwaltungsgericht jedoch zumutbar gewesen, sich selbst 

ebenfalls nochmals vertieft mit den Erkenntnissen und Schlussfolgerungen 

der IV-Stelle auseinanderzusetzen. Bei vernünftiger Würdigung der dort 

enthaltenen Feststellungen einschliesslich der komprimiert in der 

Vernehmlassung noch einmal erläuterten Praxis bezüglich somatoformer 

Schmerzstörung hätte der Gesuchsteller bzw. sein Anwalt aber erkennen 

müssen, dass eine neuerliche Beschwerde für den Zeitabschnitt (2001-2005) 

zum vornherein keine Erfolgschancen haben könnte. Das angerufene 

Versicherungsgericht gewährt deshalb die unentgeltliche Rechtspflege infolge 

Aussichtslosigkeit des Streitfalls vorliegend nicht. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung in der Person von 

Rechtsanwalt lic. iur. … wird abgewiesen.