# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d4ce32e-7312-5a39-b5be-49ef6f704f75
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-22
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 22.11.2022 BS 2022 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2022-65_2022-11-22.pdf

## Full Text

20221012_103947_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 65

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Gerichtsschreiberin MLaw J. Berweger

Beschluss vom 22. November 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________,
vertreten durch RA Dr.iur. C.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin lic.iur. E.________, 
Beschwerdegegnerin,

betreffend

DNA-Profilerstellung und erkennungsdienstliche Massnahmen

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft führt gegen B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ein 
Verfahren betreffend sexuelle Handlungen mit einem Kind (Verfahren 1A 2022 214). Gemäss 
Strafanzeige vom tt.mm.2022 soll der Beschwerdeführer am tt.mm.2020 als Osteopath 
während einer Behandlung dem damals 15-jährigen A.________ die Unterhosen 
heruntergezogen, den Jungen manuell befriedigt, dessen Penis in den Mund genommen und 
ihn im Intimbereich geküsst haben. 

2. Am 28. Juli 2022 erliess die Staatsanwaltschaft eine Verfügung betreffend "DNA-Profilerstel-
lung, invasive Probeentnahme und erkennungsdienstliche Behandlung".

3. Dagegen erhob der Beschwerdeführer Beschwerde beim Obergericht Zug und stellte 
folgende Anträge:

1. Es sei die Verfügung vom 28. Juli 2022 der Staatsanwaltschaft Zug vollumfänglich aufzuheben. 
Es sei der bereits abgenommene Wangenschleimhautabstrich zu vernichten, auf die Erstellung 
eines DNA-Profils des Wangenschleimhautabstrichs des Beschwerdeführers zu verzichten 
sowie die angeordnete erkennungsdienstliche Erfassung vollumfänglich zu löschen.

2. Eventualiter sei die Verfügung vom 28. Juli 2022 der Staatsanwaltschaft Zug aufzuheben und 
zur neuen Begründung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten des Staates.

4. In ihrer Stellungnahme vom 11. August 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die 
Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz.

5. Am 25. August 2022 replizierte der Beschwerdeführer auf die Stellungnahme der 
Staatsanwaltschaft und reichte neue Beweismittel zu den Akten.

 

Erwägungen

1. Die Staatsanwaltschaft begründet in der Verfügung vom 28. Juli 2022 und ihrer 
Stellungnahme vom 11. August 2022 die Anordnung der DNA-Profilerstellung und der 
erkennungsdienstlichen Behandlung zusammengefasst wie folgt:

1.1 Das Vorgehen des Beschuldigten gemäss Strafanzeige erfülle zumindest den objektiven 
Tatbestand der sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB. Der 
Beschwerdeführer habe die Tat zugegeben. Es bestehe somit ein hinreichender Verdacht auf 
eine sexuelle Handlung mit einem Kind und somit auf ein Verbrechen mit der in der 
Rechtsprechung geforderten "gewissen" Schwere.

1.2 Die streitige erkennungsdienstliche Behandlung und DNA-Profilerstellung werde zur 
Aufklärung noch unbekannter bzw. zukünftiger Delinquenz angeordnet. Dabei stehe der 

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Schutz der sexuellen Integrität Minderjähriger – eines der höchsten Rechtsgüter – im 
Vordergrund. Die Registrierung von Sexualstraftätern lasse sich mit dem durch die DNA-
Profilerstellung verfolgten Zweck vereinbaren und widerspreche auch nicht dem 
Verhältnismässigkeitsprinzip.

1.3 Der zu beurteilende sexuelle Übergriff sei während einer professionellen osteopathischen 
Behandlung für A.________ völlig überraschend und unerwartet erfolgt. Der 
Beschwerdeführer habe vorsätzlich gehandelt und das bestehende Vertrauen, die konkrete 
Situation und die Schutzlosigkeit des Opfers auf egoistische Weise ausgenutzt. 

Beim Beschwerdeführer könne nicht per se von einer günstigen Prognose betreffend weitere 
noch ungeklärte bzw. künftige Delikte ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer sei zwar 
nicht vorbestraft. Die Antwort auf Frage 2 in der Einvernahme vom 13. Juli 2022 sei jedoch 
mehrdeutig ausgefallen und könne auch dahingehend interpretiert werden, dass sexuelle 
Handlungen mit Klienten schon vorgekommen, diese aber nicht angezeigt worden seien. 
Wichtiger sei indessen, dass die hier untersuchten bzw. die zu befürchtenden neuen Delikte 
bei gesamthafter Betrachtung nicht von leichtzunehmender Natur seien. Der 
Beschwerdeführer betrachte das Vorgefallene indessen eher als Bagatelle (leichter Fall), was 
bezüglich eines möglichen Rückfalls eher ungünstig sei. Zudem fühle er sich gemäss eigener 
Aussage zu jungen Männern ab 18 Jahren hingezogen. Abgesehen davon, dass der 
Beschwerdeführer im Rahmen einer polizeilichen Befragung das Alter wohl eher höher 
angegeben habe, sei es in dieser Altersgruppe aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung 
der einzelnen Personen schwierig zu definieren, ob nun jemand 15 oder 18 Jahre alt sei. Es 
bestehe für den Beschwerdeführer deshalb ein latentes Risiko, wieder auf minderjährige 
Sexualpartner zu treffen. Somit sei auch seine Alterspräferenz im Zusammenhang mit einer 
Rückfallprognose nicht günstig. Obschon der Beschwerdeführer seine berufliche Existenz 
aufgrund des Strafverfahrens sofort aufgegeben habe, habe er offenbar keine Notwendigkeit 
gesehen, seinen "Kontrollverlust" fachärztlich aufzuarbeiten, jedenfalls sei den Akten hierzu 
nichts zu entnehmen. Demzufolge seien sexuelle Übergriffe zum Nachteil Minderjähriger 
künftig nicht auszuschliessen und denkbar.

1.4 Die DNA-Profilerstellung und erkennungsdienstliche Erfassung seien deshalb geeignet, den 
Ermittlungsbehörden sachdienliche Informationen zur Aufklärung von weiteren untersuchten 
oder künftigen Straftaten zu verschaffen.

2. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber zusammengefasst Folgendes geltend:

2.1 Für die Aufklärung des zur Anzeige gebrachten Sachverhalts erwiesen sich die Abnahme 
eines Wangenschleimhausabstichs zur Erstellung eines DNA-Profils sowie weitere 
erkennungsdienstliche Massnahmen als völlig ungeeignet. Es seien bis zum jetzigen 
Zeitpunkt keine DNA-Spuren oder sonstige Beweissicherungsmassnahmen zur 
Tataufklärung durchgeführt worden. Es gebe auch keine anderen Tathandlungen, deren der 
Beschwerdeführer verdächtigt werde. Trotz Betreuung tausender Patienten in der 
Vergangenheit bestünden nicht einmal geringste Anzeichen, dass sich andere Delikte 
ereignet hätten. Weitere Beweissicherungsmassnahmen seien nicht geplant und würden 
angesichts des umfassenden Geständnisses des Beschwerdeführers auch keinen Sinn 

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ergeben. Die angeordneten Massnahmen seien somit völlig ungeeignet, um irgendetwas zur 
Tataufklärung beizutragen.

2.2 Den Akten seien keine Anzeichen zu entnehmen, welche darauf schliessen liessen, dass der 
Beschwerdeführer weitere Delikte begangen habe. Auch das mutmassliche Opfer habe 
anlässlich der Einvernahme vom 18. Mai 2022 ausgesagt, dass es trotz mehrerer 
Konsultationen nur an einem Termin, dem tt.mm.2020, zu sexuellen Handlungen gekommen 
sei. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien angesichts des umfassenden 
Geständnisses glaubhaft, weshalb auch seine Aussage, dass es sich um einen einzelnen, 
isolierten Fall gehandelt habe, ebenfalls glaubhaft sei. Doch selbst wenn andere Delikte des 
Beschwerdeführers aufgrund dessen jahrelanger Tätigkeit als Osteopath als wahrscheinlich 
erachtet würden, würde die Feststellung von Biomaterial oder anderen Spuren des 
Beschwerdeführers keine Aussagekraft hinsichtlich eines Tathergangs liefern können. Die 
Erstellung eines DNA-Profils und die Speicherung weiterer biometrischer Daten sei deshalb 
nicht zur Aufklärung anderer, vergangener Straftaten geeignet.

2.3 Es stelle sich zudem die Frage, woraus sich die erhöhte Wahrscheinlichkeit bezüglich 
künftiger Delikte ergeben solle. Der Beschwerdeführer sei nicht vorbestraft und habe mit dem 
sofortigen Geständnis keinen Anlass für die Annahme der Beteiligung an zukünftigen 
Straftaten gegeben. 

Entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft sei die Antwort auf Frage 2 in der 
Einvernahme vom 13. Juli 2022 nicht mehrdeutig ausgefallen. Die Aussagen des 
Beschwerdeführers seien vielmehr der offenen Fragestellung geschuldet. Zuerst habe er in 
grundsätzlicher Weise die sexuellen Handlungen bestätigt. Bei der Aussage "Ich frage bei 
allen Patienten immer wieder nach, ob es in Ordnung ist, was ich mache" sei es hingegen um 
das allgemeine Vorgehen des Beschwerdeführers bei den osteopathischen Behandlungen 
gegangen. Das ergebe sich übrigens auch aus der Antwort auf Frage 62. 

Die Tatumstände deuteten angesichts der Dauer des Vorfalls, des Alters des mutmasslichen 
Opfers, der gänzlich fehlenden Gegenwehr desselben sowie der Singularität des Übergriffs 
auf einen leichten Fall sexueller Handlungen mit Kindern hin. Der Beschwerdeführer nehme 
dabei nur seine Verteidigungsrechte wahr und zeige die Unverhältnismässigkeit der DNA-
Profilerstellung auf, indem er auf diese Umstände hinweise. Dies könne dem 
Beschwerdeführer jedoch nicht als ungünstige Rückfallprognose entgegengehalten werden.

Der Beschwerdeführer habe bestritten, pädophile Neigungen zu haben. Das mutmassliche 
Opfer sei denn auch 15 Jahre alt gewesen, während Pädophile sexuelle Neigungen zu 
Kindern unter 14 Jahren hätten, weshalb der Beschwerdeführer klarerweise nicht 
darunterfalle. Es sei sodann nicht ersichtlich, was die Staatsanwaltschaft mit ihrer Aussage 
bezwecken wolle, wonach es schwierig sei zu definieren, ob jemand 15 oder 18 Jahre alt sei. 
Vorliegend stehe kein Irrtum über das Alter zur Diskussion und die Rechtsprechung verlange 
bei Zweifeln klare Rückfragen an den potentiell minderjährigen Partner. Auch werde mit 
keinem Wort erwähnt, in welchem Kontext der Beschwerdeführer weitere minderjährige 
Sexualpartner treffen sollte. Es erscheine zudem zynisch, dass die Staatsanwaltschaft 
bezüglich der Aufarbeitung des "Kontrollverlustes" des Beschwerdeführers auf ihre eigenen 
Akten Bezug nehme, ohne hierzu Abklärungen vorgenommen zu haben. Tatsächlich sei der 

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Beschwerdeführer in fachärztlicher Behandlung und habe den "Kontrollverlust" aufgearbeitet. 
Aufgrund der Aufgabe seiner Praxis und der Einstellung der Tätigkeit als Osteopath könnten 
ähnliche situative Umstände wie beim einmaligen Kontrollverlust des Beschwerdeführers 
künftig gar nicht mehr auftreten.

2.4 Es greife sodann zu kurz, bei jedem Beschuldigten routinemässig von einer erhöhten 
Gefährdung auszugehen. Aus einem einmaligen Kontrollverlust während der Tatbegehung 
könne nicht auf eine generell mangelnde Kontrolle geschlossen werden. Auch könne aus 
einem einmaligen Vorfall nicht geschlossen werden, der Beschwerdeführer würde zukünftig 
in ähnlichen Situationen erneut so reagieren und schwere Delikte gegen die körperliche 
Integrität begehen. Gegen eine solche Annahme sprächen vorliegend im Übrigen auch die 
fehlenden Vorstrafen. 

3. Zur Aufklärung eines Verbrechens oder eines Vergehens kann von der beschuldigten Person 
eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt werden (Art. 255 Abs. 1 lit. a StPO). 

3.1 Ein solches Vorgehen ist nicht nur möglich zur Aufklärung bereits begangener und den 
Strafverfolgungsbehörden bekannter Delikte, deren die beschuldigte Person verdächtigt wird. 
Wie aus Art. 259 StPO in Verbindung mit Art. 1 Abs. 2 lit. a DNA-Profil-Gesetz vom 20. Juni 
2003 (SR 363) hervorgeht, soll die Erstellung eines DNA-Profils vielmehr auch erlauben, 
Täter von Delikten zu identifizieren, die den Strafverfolgungsbehörden noch unbekannt sind. 
Dabei kann es sich um vergangene oder künftige Delikte handeln. Das DNA-Profil kann so 
Irrtümer bei der Identifikation einer Person und die Verdächtigung Unschuldiger verhindern. 
Es kann auch präventiv wirken und damit zum Schutz Dritter beitragen. Art. 255 StPO 
ermöglicht aber nicht bei jedem hinreichenden Tatverdacht die routinemässige (invasive) 
Entnahme von DNA-Proben, geschweige denn deren generelle Analyse. Das zur DNA-
Probenahme und -Profilerstellung Ausgeführte gilt gleichermassen für die 
erkennungsdienstliche Erfassung gemäss Art. 260 Abs. 1 StPO, mit dem Unterschied, dass 
diese auch für Übertretungen angeordnet werden kann. Art. 260 Abs. 1 StPO erlaubt 
indessen ebensowenig wie Art. 255 Abs. 1 StPO eine routinemässige erkennungsdienstliche 
Erfassung.

3.2 Erkennungsdienstliche Massnahmen und die Aufbewahrung der Daten können das Recht auf 
persönliche Freiheit bzw. körperliche Integrität (Art. 10 Abs. 2 BV) und auf informationelle 
Selbstbestimmung berühren (Art. 13 Abs. 2 BV und Art. 8 EMRK). Einschränkungen von 
Grundrechten bedürfen nicht nur einer gesetzlichen Grundlage (Art. 36 Abs. 1 BV), sondern 
müssen auch durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt und verhältnismässig sein 
(Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). Dies wird in Art. 197 Abs. 1 StPO präzisiert. Danach können 
Zwangsmassnahmen nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind (lit. a), wenn 
ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (lit. b), die damit angestrebten Ziele nicht durch 
mildere Massnahmen erreicht werden können (lit. c) und die Bedeutung der Straftat die 
Zwangsmassnahme rechtfertigt (lit. d).

3.3 Es ist unbestritten, dass die Aufklärung vergangener und die Verhinderung zukünftiger 
Straftaten mittels erkennungsdienstlicher Massnahmen im öffentlichen Interesse liegen. 
Sowohl die erkennungsdienstliche Erfassung als auch die DNA-Profilerstellung sind zudem 
grundsätzlich geeignet, zur Aufklärung von bereits begangenen oder künftigen Delikten 

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beizutragen, sofern DNA-Spuren bzw. Fingerabdrücke sichergestellt werden können, anhand 
welcher der Täter identifiziert werden könnte. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt 
jedoch weiter, dass eine behördliche Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen oder 
im privaten Interesse liegenden Zieles nicht nur geeignet, sondern auch erforderlich ist und 
sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung als 
zumutbar erweist. Es muss eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation vorliegen. Überdies ist 
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Erstellung eines DNA-Profils, das nicht 
der Aufklärung der Anlass dazu gebenden Straftaten eines laufenden Strafverfahrens dient, 
nur dann verhältnismässig, wenn erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, 
dass der Beschuldigte in andere – auch künftige – Delikte verwickelt sein könnte. Dabei 
muss es sich um Delikte von einer gewissen Schwere handeln (zum Ganzen: BGE 147 I 372 
E. 2 und 4.2 m.w.H.).

4. Vorliegend sind die Voraussetzungen für die Erstellung eines DNA-Profils nicht erfüllt.

4.1 Die Parteien stimmen zu Recht darin überein, dass die DNA-Profilerstellung vorliegend nicht 
zur Aufklärung der Anlasstat erfolgen soll. Die Staatsanwaltschaft sieht jedoch beim 
Beschwerdeführer erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass er in andere oder künftige Delikte 
von gewisser Schwere verwickelt sein könnte.

4.1.1 Die Staatsanwaltschaft führt als Anhaltspunkt die angeblich zweideutige Antwort des 
Beschwerdeführers auf Frage 2 der Einvernahme vom 13. Juli 2022 an, wonach er bei den 
Patienten immer nachfrage, ob es in Ordnung sei, was er mache (Vi act. 2/2/1). Im Kontext 
gelesen bezieht sich der Beschwerdeführer bei dieser Aussage jedoch wohl auf 
osteopathische Behandlungen im Allgemeinen und nicht auf allfällige weitere sexuelle 
Handlungen mit Kindern. Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, verneinte er in 
derselben Einvernahme, dass es je zu sexuellen Handlungen mit anderen Kunden 
gekommen sei (Vi act. 2/2/1 Frage 62). Die Aussagen des Beschwerdeführers können somit 
nicht als genügender Anhaltspunkt für andere sexuelle Handlungen mit Kindern dienen. 

4.1.2 Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft kann auch aus dem Umstand, dass der 
Beschwerdeführer den Vorfall als leichten Fall einer sexuellen Handlung mit Kindern 
bezeichnet, nicht auf eine erhöhte Rückfallgefahr geschlossen werden. Der 
Beschwerdeführer hat seine Auffassung anhand objektiver juristischer Kriterien begründet, 
ohne dabei seine Tathandlung oder deren objektive Umstände abzustreiten. Er bezweckte 
damit aufzuzeigen, dass die angeordnete Zwangsmassnahme unverhältnismässig sei. Eine 
in dieser Weise geäusserte rechtliche Qualifikation bildet aber noch keinen Anhaltspunkt für 
mögliche zukünftige Sexualdelikte. 

4.1.3 Hingegen könnte die sexuelle Alterspräferenz des Beschwerdeführers für Jugendliche oder 
junge Erwachsene ein Anhaltspunkt für zukünftige Delikte gegen die sexuelle Integrität von 
Kindern darstellen. Anders als bei pädosexuellen Neigungen bestehen für die sexuelle 
Präferenz des Beschwerdeführers jedoch legale Möglichkeiten, diese auszuleben, da der 
strafrechtliche Schutz von Art. 187 StGB nur Jugendliche unter 16 Jahren erfasst. Die 
sexuelle Präferenz für sich allein ist somit kein genügender Anhaltspunkt, dass der 
Beschwerdeführer auch in Zukunft sexuelle Handlungen mit Kindern unter 16 Jahren 
vornehmen könnte.

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4.1.4 Der Beschwerdeführer hat schliesslich zumindest glaubhaft dargelegt, dass er seinen 
"Kontrollverlust" fachärztlich aufarbeitet. Die gegenteiligen Erwägungen der 
Staatsanwaltschaft taugen sich somit ebenfalls nicht als Hinweis auf zukünftige Delikte.  

4.2 Der Beschwerdeführer ist nicht vorbestraft und es wird ihm nur eine einmalige Tathandlung 
vorgeworfen. Er ist geständig, hat sich beim Opfer entschuldigt und hat gemäss den 
eingereichten ärztlichen Attesten und eigenen Angaben eine psychotherapeutische 
Behandlung begonnen, um sein Verhalten aufzuarbeiten (act. 5/1-2). Der Beschwerdeführer 
hat zudem seine osteopathische Praxis aufgegeben, ist aus dem Verband der Osteopathen 
ausgetreten und liess sich aus dem erfahrungsmedizinischen Register streichen (act. 1/3-5). 
Er hat damit freiwillig Vorkehrungen getroffen, um zukünftige Delikte dieser Art zu 
verhindern. 

4.3 Auch weist der Beschwerdeführer zutreffend darauf hin, dass keine Vorwürfe anderer 
Patienten gegen ihn vorliegen und entsprechend auch keine DNA-Spuren gesichert wurden, 
welche mit seinem DNA-Profil hätten abgeglichen werden können. Es gibt auch keinerlei 
Hinweise, dass der Beschwerdeführer auf andere Art regelmässig Kontakt mit Kindern unter 
16 Jahren pflegt oder zukünftig pflegen könnte. Es fehlen somit Anhaltspunkte, dass der 
Beschwerdeführer andere Delikte, insbesondere andere sexuelle Handlungen mit Kindern, 
begangen haben könnte oder begehen wird. 

4.4 Der Staatsanwaltschaft ist zwar zuzustimmen, dass mit dem Schutz der sexuellen Integrität 
Minderjähriger eines der höchsten Rechtsgüter betroffen ist. Die alleinige Tatsache, dass der 
Beschwerdeführer ein Sexualdelikt zum Nachteil eines Kindes unter 16 Jahren begangen 
hat, reicht hingegen nicht aus, um ein DNA-Profil zu erstellen und den Beschwerdeführer 
erkennungsdienstlich zu erfassen. Vorliegend sind keine erheblichen und konkreten 
Anhaltspunkte ersichtlich, dass der Beschuldigte in andere – auch künftige – Delikte 
verwickelt sein könnte. Ohne solche Anhaltspunkte ist es aufgrund der gesetzlichen 
Konzeption nicht zulässig, ein DNA-Profil zu erstellen. 

5. Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei am 16. Juli 2022 auch erkennungsdienstlich 
erfasst worden, ohne dass eine entsprechende anfechtbare Verfügung erlassen worden sei. 
Tatsächlich ergibt sich aus dem ED-Befehl/ED-Auftrag vom 16. Juli 2022 (Vi act. 13/3) und 
dem Vollzugsprotokoll ED Erfassung vom 18. Juli 2022 (Vi act. 13/4), dass der 
Beschwerdeführer auch erkennungsdienstlich erfasst wurde (inkl. Daktyloskopie). Die 
vorliegend angefochtene Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Juli 2022 ordnete zwar 
nicht ausdrücklich eine erkennungsdienstliche Erfassung an, führte aber bei der Begründung 
aus, dass die Ausführungen "für die angeordnete erkennungsdienstliche Erfassung" 
gleichermassen gelte (act. 1/1). Es ist somit davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft 
mit der angefochtenen Verfügung auch die erkennungsdienstliche Behandlung anordnen 
wollte. 

Für die Anordnung der erkennungsdienstlichen Erfassung gelten bei Verbrechen und 
Vergehen dieselben Voraussetzungen wie für die DNA-Profilerstellung. Insbesondere ist eine 
erkennungsdienstliche Behandlung, welche nicht der Aufklärung der Anlass dazu gebenden 
Straftaten eines laufenden Strafverfahrens dient, ebenfalls nur dann verhältnismässig, wenn 

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erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschuldigte in andere 
– auch künftige – Delikte verwickelt sein könnte. Wie vorstehend erörtert, sind solche 
Anhaltspunkte vorliegend nicht ersichtlich.

6. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 
28. Juli 2022 betreffend DNA-Profilerstellung, invasive Probenahme und 
erkennungsdienstliche Behandlung (Verfahren 1A 2022 214) aufzuheben. 

Die Staatsanwaltschaft ist deshalb anzuweisen, den abgenommenen 
Wangenschleimhautabstrich vernichten und die mittels erkennungsdienstlicher Erfassung 
erhobenen Daten löschen zu lassen. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, 
dass die abgenommenen Fingerabdrücke im automatisierten Fingerabdruck-Identifikations-
System (AFIS) gespeichert wurden. Ein solcher Eintrag wäre ebenfalls zu löschen (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 1B_285/2020 vom 22. April 2021 E. 5, nicht publiziert in: BGE 147 I 
372).

7. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu 
nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO) und der Beschwerdeführer ist für die notwendigen 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 436 
Abs. 2 StPO).

Beschluss

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Juli 
2022 betreffend DNA-Profilerstellung, invasive Probenahme und erkennungsdienstliche 
Behandlung (Verfahren 1A 2022 214) aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft wird angewiesen, 
den abgenommenen Wangenschleimhautabstrich sowie die mittels erkennungsdienstlicher 
Erfassung erhobenen Daten (PCN Nummer 3551360929) vernichten und einen allfälligen 
Eintrag in der Fingerabdruck-Datenbank (AFIS) löschen zu lassen. 

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 20.00 Auslagen
CHF 820.00 Total

und werden auf die Staatskasse genommen.

3. Der Beschwerdeführer wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit 
CHF 2'500.00 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. 
BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 

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Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

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5. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer MLaw J. Berweger
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am: