# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71de5a17-a3a4-52ef-9600-7d52130e7670
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.01.2014 IV 2012/84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-84_2014-01-20.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/84

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 20.01.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 20.01.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Erheblichkeit einer mittelgradigen depressiven 
Störung bejaht. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 20. Januar 2014, IV 2012/84). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 9C_140/2014.

Entscheid Versicherungsgericht, 20.01.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 20. Januar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach, 

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, geboren 19__, meldete sich am 18. Mai 2010 wegen einer depressiven 

Entwicklung und einer Diskushernie der Halswirbelsäule (C5/C6, C6/C7) zum Bezug 

von IV-Leistungen an (act. G 5.1; zum psychischen Leiden vgl. den Bericht des 

behandelnden Dr. med. B.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 24. Februar 

2010, act. G 5.2). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 10. Juni 2010 mit, aufgrund 

ihres Gesundheitszustands seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich 

(act. G 5.13).

A.b  Der behandelnde Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 

bescheinigte im Bericht vom 15. September 2010 (Datum Posteingang IV-Stelle) eine 

20 bis 30%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.17). Dr. B.___ diagnostizierte in der 

Stellungnahme vom 22. September 2010 eine lang andauernde depressive Entwicklung 

(ICD-10: F43.21), eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2), eine Diskushernie der 

Halswirbelsäule (C5/C6, C6/C7) und eine HWS-Operation vom 12. Mai 2009 wegen 

chronischem schwerem Zervikalsyndrom mit Zervikobrachialgie links, begleitet von 

Schwindel und Migräne. Er hielt die Versicherte für 20 bis 30% arbeitsfähig (act. 

G 5.18).

A.c  Die IV-Stelle führte am 15. Februar 2011 eine Abklärung im Haushalt der 

Versicherten durch. Im Abklärungsbericht vom 14. März 2011 kam die 

Abklärungsperson zum Schluss, die Versicherte wäre im Gesundheitsfall voll 

erwerbstätig (act. G 5.27). Dr. B.___ berichtete am 4. April 2011 von einem stationären 

Verlauf. Beruflich scheine die Versicherte mit der selbstständigen buchhalterischen 

Tätigkeit während 2 bis 3 Stunden pro Tag momentan an der Grenze ihrer Belastbarkeit 

zu sein. Er hoffe, dass sich der Zustand verbessere, wenn die 

Scheidungsangelegenheit einmal geregelt sei und die Versicherte eine Perspektive 

sehe. Zudem sei zu hoffen, dass die Versicherte auf die antidepressive Therapie mit der 

Zeit noch besser anspreche (act. G 5.31).

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A.d  Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte vom 30. Mai bis 1. Juni 2011 in der 

MEDAS Ostschweiz polydisziplinär untersucht (internistisch, rheumatologisch und 

psychiatrisch). Im Gutachten vom 19. August 2011 stellten die Experten folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: mittelgradige depressive Störung 

ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.10) sowie ein rezidivierendes 

cervicocephales und -brachiales Schmerzsyndrom links mit/bei vorderer Discektomie 

und Einsetzen einer Bandscheibenprothese C5/6 und C6/7 im Mai 2009. Die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei primär eingeschränkt durch psychische Faktoren 

einer mittelgradigen depressiven Störung. Die aktuell geschätzte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 50% beziehe sich auf eine ganztägige Beschäftigung mit 

reduzierter Leistung. Somatischerseits bestünden eher qualitative Einschränkungen 

bezüglich der Belastungen von Nacken und Schultergürtel. Aufgrund der Vorgeschichte 

werde davon ausgegangen, dass eine anfänglich wahrscheinlich volle 

Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Seit Beginn der psychiatrischen Behandlung bei 

Dr. B.___  bzw. seit August 2009 werde die Versicherte zu 50% arbeitsfähig erachtet 

(act. G 5.36). Der RAD-Arzt Dr. med. D.___, Facharzt für Prävention und 

Gesundheitswesen, kam zum Schluss, dass der gutachterlichen Beurteilung 

uneingeschränkt gefolgt werden könne (Stellungnahme vom 2. September 2011, act. 

G 5.38).

A.e  In der internen Stellungnahme vom 8. November 2011 führte der 

Rechtsdienstmitarbeitende der IV-Stelle aus, die diagnostischen Kriterien für die 

Diagnose einer mittelgradigen Depression seien nur geringgradig erfüllt. Die 

gutachterliche Einschätzung basiere einzig auf den Angaben der Versicherten. 

Entgegen der Ansicht des Gutachters bestünden keine Schlafstörungen (normaler 

Weise könne sie durchschlafen). Er könnte sich durchaus vorstellen, dass ein anderer 

Psychiater lediglich eine leichte oder leicht bis mittelgradige depressive Episode 

diagnostizieren würde. Die Depression rühre einzig aus der Scheidung her, was einen 

"IV-fremden Faktor" darstelle. Dies hätten die Ärzte nicht berücksichtigt. Die Trennung 

als einziger Faktor könne nicht als "IV-relevant taxiert werden". Im Übrigen überzeuge 

das Gutachten nicht. Sofern man das Leistungsbegehren nicht direkt abweisen 

möchte, schlage er eine neue psychiatrische (RAD-)Begutachtung vor. Zumindest 

müsse ein RAD-Psychiater das Gutachten einmal studieren und seine Stellungnahme 

dazu abgeben (act. G 5.39). Daraufhin begründete der RAD-Arzt Dr. med. E.___, 

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Facharzt u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, ausführlich, weshalb das Gutachten 

den Qualitätsanforderungen genüge und auf die darin enthaltene Beurteilung abgestellt 

werden könne (Stellungnahme vom 9. November 2011; act. G 5.40).

A.f   Mit Vorbescheid vom 18. November 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen, da überwiegend invaliditätsfremde 

Faktoren vorliegen würden, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten. Mit der 

nötigen Willensanstrengung sei es der Versicherten zumutbar, sich wieder voll in den 

Arbeitsprozess zu integrieren und ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen 

(act. G 5.43). Dagegen erhob die Versicherte am 10. Januar 2012 Einwand. Sie brachte 

im Wesentlichen vor, gestützt auf das vom RAD bestätigte MEDAS-Gutachten sei eine 

Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% zuzusprechen (act. 

G 5.48). Am 25. Januar 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentenbegehrens (act. G 5.49).

B.    

B.a  Gegen die Verfügung vom 25. Januar 2012 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 29. Februar 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Zusprache einer 

Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%. Zur 

Begründung führte sie aus, ihre Ehe sei am 5. November 2010 geschieden worden. 

Zwischenzeitlich seien die Ehescheidung und die Regelung bezüglich der Nebenfolgen 

rechtskräftig geworden. Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung sei davon 

auszugehen, dass ihre Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit um 50% 

eingeschränkt sei. Der RAD habe sich dieser Sichtweise angeschlossen. Dass das 

Rentenbegehren trotzdem einzig gestützt auf die anderslautende, unzutreffende 

Einschätzung des Rechtsdienstmitarbeitenden abgewiesen worden sei, sei willkürlich 

(act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 20. April 2012 

die Abweisung der Beschwerde. Eine Trennungserfahrung würden rund 50% aller 

verheirateten Paare machen. Relativ häufig würden bei den Beteiligten auch depressive 

Symptome auftreten. Falls die Beschwerdeführerin heute noch bzw. wieder mit ihrem 

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Ex-Mann leben würde, wäre sie höchst wahrscheinlich psychisch gesund und dadurch 

100% arbeitsfähig. Die Trennung stelle einen "IV-fremden" Faktor dar und müsse vom 

sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich bleiben (act. G 5).

B.c  Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 15. Mai 2012 unverändert an den 

Beschwerdeanträgen fest (act. G 8).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.

1.1   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun­

fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für 

einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG 

durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf 

eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

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1.2   Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet 

sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.     

In einem ersten Schritt ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt 

rechtsgenüglich abgeklärt worden ist. Der RAD (Stellungnahmen vom 2. September 

2011, act. G 5.38, und vom 9. November 2011, act. G 5.40) sowie die 

Beschwerdeführerin halten das von der MEDAS Ostschweiz am 19. August 2011 

erstellte Administrativgutachten für beweiskräftig (act. G 1, S. 9). Demgegenüber erhob 

der Rechtsdienstmitarbeitende der Beschwerdegegnerin in der internen Stellungnahme 

vom 8. November 2011 verschiedene Einwände gegen die Aussagekraft des MEDAS-

Gutachtens (act. G 5.39).

2.1   Zunächst wendet der Rechtsdienstmitarbeitende ein, "seines Erachtens" seien die 

diagnostischen Kriterien für eine mittelschwere Depression nur geringgradig erfüllt. Die 

Einschätzung basiere einzig auf den Angaben der Beschwerdeführerin (act. G 5.39-1). 

Der RAD-Arzt Dr. med. E.___, Facharzt u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, hat 

sich in der Stellungnahme vom 9. November 2011 ausführlich mit diesem Vorbringen 

auseinandergesetzt und schlüssig dargelegt, weshalb die Kritik des 

Rechtsdienstmitarbeitenden nicht zutrifft (act. G 5.40). Darauf kann vollumfänglich 

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verwiesen werden und es ergibt sich kein Anlass, an der gutachterlichen Diagnose 

einer mittelgradigen depressiven Störung zu zweifeln.

2.2   Der Rechtsdienstmitarbeitende macht ferner geltend, entgegen der 

gutachterlichen Ansicht bestünden keine Schlafstörungen (normaler Weise könne sie 

durchschlafen). Die Problematik der Schlafstörungen sei falsch eingeschätzt worden 

(act. G 5.39). Dieser Standpunkt beruht auf einer ungenauen Lektüre des MEDAS-

Gutachtens. Denn die Beschwerdeführerin klagte - entgegen der scheinbaren 

Annahme des Rechtsdienstmitarbeitenden - nicht über Durchschlaf-, sondern über 

Einschlafstörungen (act. G 5.36-17). Der Vorhalt, die Beschwerdeführerin könne 

normaler Weise durchschlafen, zielt daher ins Leere. Ein Mangel an der gutachterlichen 

Einschätzung, die das Vorliegen von (Ein-)Schlafstörungen einbezog (act. G 5.36-17), 

ist daher zu verneinen, zumal auch der RAD in der Stellungnahme vom 9. November 

2011 ausdrücklich von "Einschlafstörungen" sprach (act. G 5.40).

2.3   Des Weiteren macht der Rechtsdienstmitarbeitende geltend, die Depression rühre 

einzig aus der Scheidung her, was einen "IV-fremden" Faktor darstelle und die Ärzte 

nicht berücksichtigt hätten (act. G 5.39-1). Hierzu ist zu bemerken, dass dieser 

Einwand nicht die medizinische Aussagekraft des Gutachtens beschlägt und deshalb 

nur im Rahmen der (invalidenversicherungsrechtlichen) Erheblichkeit des depressiven 

Leidens zu prüfen ist (vgl. hierzu nachstehende E. 3 ff.).

2.4   Der Rechtsdienstmitarbeitende wirft den Gutachtern eine widersprüchliche 

Diagnosestellung vor. So erwähne der psychiatrische Gutachter mal eine Depression 

mit somatischem Syndrom, an anderer Stelle sei die Diagnose ohne somatisches 

Syndrom aufgeführt (act. G 5.39-2). In der Tat spricht der psychiatrische Gutachter 

unter dem Titel "Beurteilung" von einer mittelgradigen depressiven Störung "mit 

somatischem Syndrom mit gedrückter Stimmung […]" (act. G 5.36-19). Entscheidend 

ist allerdings, dass er in der Diagnoseliste des Teilgutachtens (act. G 5.36-20) sowie 

des Gesamtgutachtens (act. G 5.36-9) eine mittelgradige depressive Störung ohne 

somatisches Syndrom aufführte, im Teilgutachten den entsprechenden ICD-Code 

("F32.10 ohne somatisches Syndrom" und nicht etwa "F32.11 mit somatischem 

Syndrom"; vgl. hierzu H. Dilling und H.J. Freiberger [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10-

Klassifikation psychischer Störungen, 5., überarbeitete Auflage, 2011, S. 136) 

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verwendet hat (act. G 5.36-20), und im Rahmen der gesamtgutachterlichen Beurteilung 

von einer depressiven Störung "ohne somatisches Syndrom" (act. G 5.36-10) die Rede 

war. Damit geht einher, dass auch Dr. B.___ die von ihm diagnostizierten psychischen 

Leiden nicht mit einem somatischen Syndrom verband (Bericht vom 22. September 

2010, act. G 5.18) und der RAD von der Diagnose "mittelgradige depressive Störung 

ohne somatisches Syndrom (F32.10)" ausging (Stellungnahme vom 2. September 

2011, act. G 5.38). Im Licht dieser Umstände ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon auszugehen, dass es sich bei den Ausführungen im Rahmen der Beurteilung 

("mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom mit gedrückter 

Stimmung […]") um einen nicht relevanten Verschrieb handelte, weshalb ein weiterer 

Abklärungsbedarf zu verneinen ist. Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass 

weder ersichtlich noch geltend gemacht wurde, eine Diagnose "mit somatischem 

Syndrom" hätte das depressive Leiden in den Hintergrund gedrängt oder eine andere 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zur Folge gehabt, bleiben doch die festgestellten Befunde 

und deren beeinträchtigenden Auswirkungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

entscheidend.

2.5   Schliesslich kritisiert der Rechtsdienstmitarbeitende, die Beschwerdeführerin soll 

in ihrer Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt sein, könne indessen gleichzeitig Sudoku 

spielen, jedoch nur die schweren. Zur (gesundheitlichen) Problematik passe auch ihr 

Hobby "Börse" nicht ins Bild. Die Untersuchung basiere soweit ersichtlich wenig auf 

eigenen Untersuchungen, sondern auf den Angaben der Beschwerdeführerin in ihrem 

Persönlichkeitstest, was bekanntlich weitgehend manipuliert werden könne. Allgemein 

scheine die Beschwerdeführerin in ihrem Tagesablauf nicht derart eingeschränkt zu 

sein, dass eine 50%ige Einschränkung gerechtfertigt erscheine (act. G 5.39).

2.5.1         Der Rechtsdienstmitarbeitende übersieht bei den von ihm gemachten 

Hinweisen auf Sudoku und das Hobby "Börse", dass die Gutachter keine vollständige, 

sondern eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte (Buchhalterin) sowie eine 

leidensangepasste Tätigkeit bescheinigten und nicht zum Schluss gelangten, die 

Beschwerdeführerin könne überhaupt keine Konzentrationsleistungen mehr erbringen. 

Der psychiatrische Gutachter hat keine wesentlichen Aufmerksamkeits- und 

Gedächtnisstörungen festgestellt (act. G 5.36-17), geschweige diesen tragenden 

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Einfluss bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung zugemessen (act. G 5.36-19 f.). Ein Mangel 

an der gutachterlichen Beurteilung ist daher auch unter diesem Aspekt zu verneinen.

2.5.2         Bei der Kritik des Rechtsdienstmitarbeitenden hinsichtlich der 

vorgenommenen Untersuchungen kann ihm der Vorwurf, sich widersprüchlich zu 

verhalten, nicht erspart bleiben. So bemängelt dieser einerseits, die Gutachter hätten 

keine hinreichenden Untersuchungen und Abklärungen vorgenommen (act. G 5.39-2), 

andererseits sieht er sich - ohne über medizinisches Fachwissen zu verfügen und ohne 

die Beschwerdeführerin je selbst gesehen zu haben - offenbar in der Lage, die 

gutachterlich bescheinigte, medizinisch vom RAD bestätigte (act. G 5.38) 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.36) einzig mit Blick auf den von ihm selbst gewürdigten 

"Tagesablauf" als "nicht gerechtfertigt" zu bezeichnen, "die diagnostischen Kriterien" 

lediglich als "nur geringgradig" zu bewerten und der Beschwerdeführerin eine volle 

Arbeitsfähigkeit zuzumuten ("Mit der nötigen Willensanstrengung dürfte es der 

Versicherten durchaus zumutbar sein, sich wieder voll in den Arbeitsprozess zu 

integrieren", act. G 5.39). Dass sein Einwand gegenüber der Begutachtung überdies 

unzutreffend ist, hat der RAD in der ausführlichen Stellungnahme vom 9. November 

2011 schlüssig dargelegt (act. G 5.40), worauf verwiesen wird.

2.6   Bei der Würdigung des MEDAS-Gutachtens fällt weiter ins Gewicht, dass es auf 

eigenständigen gründlichen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange um­

fassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die 

Attestierung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie 

leidensadaptierte Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Ein 

medizinischer Abklärungsbedarf ist daher zu verneinen, zumal sich auch der RAD der 

gutachterlichen Einschätzung anschloss (act. G 5.38 und 5.40).

3.     

Zwischen den Parteien ist ferner umstritten, ob Anhaltspunkte bestehen, die ein 

Abweichen von der gutachterlichen Bescheinigung einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit 

rechtfertigen. Die Beschwerdegegnerin vertritt in der angefochtenen Verfügung den 

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Standpunkt, es lägen überwiegend invaliditätsfremde Faktoren vor, welche die 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten. Mit der nötigen Willensanstrengung sei es der 

Beschwerdeführerin zumutbar, sich wieder voll in den Arbeitsprozess zu integrieren 

und ihr früheres Einkommen zu erzielen (act. G 5.49).

3.1   Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die 

Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis 

auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der 

freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht 

- weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen 

Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sich die ärztlichen Einschätzungen und 

Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten 

sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die 

rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die 

ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 

mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 

unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der 

Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).

3.2   Der Gesetzgeber hat im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich hervorgehoben, dass 

depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich relevant sind und nicht als 

pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder gelten (vgl. Votum 

Kleiner Marianne ["Nicht dazu gehören diagnostizierte Depressionen, …"], sowie 

diverse Voten Burkhalter Didier ["ne sont pas et ne seront jamais concernées par cette 

disposition les maladies telle que la dépression, …"], Amtliches Bulletin Nationalrat, 

16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117 ff.; vgl. auch Amtliches Bulletin Ständerat, 

1. März 2011, AB 2011 S. 39 f.). Gemäss gesetzgeberischem Willen ist nicht die 

Ursache des depressiven Leidens für die Frage nach Rentenleistungen entscheidend - 

was mit einer finalen Sozialversicherung wie der IV auch nicht vereinbar wäre -, 

sondern einzig, ob ein klinisch festgestellter psychischer Gesundheitsschaden - wie 

etwa eine Depression - vorliegt (vgl. Votum Burkhalter Didier, Amtliches Bulletin 

Nationalrat, a.a.O. AB 2010 N 2122: "Toutes celles qui peuvent être clairement établies 

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au moyen d'examens cliniques, c'est-à-dire psychiatriques, en seront pas concernées, 

soit - je cite à nouveau pour que ce soit vraiment clair - la dépression, …" sowie Votum 

Kleiner Marianne, Amtliches Bulletin Nationalrat, a.a.O., AB 2010 N 2118 f.: "Es handelt 

sich nicht um Beschwerdebilder, bei denen gestützt auf klinische oder auch 

psychiatrische Untersuchungen eine klare Diagnose gestellt werden kann … z. B. 

Depressionen, …"). Was Auslöser der depressiven Erkrankung war - sei es nun eine 

Hirnschädigung, ein psychosozialer Umstand, ein Unfall oder Schmerzen -, ist deshalb 

für die Bestimmung der dadurch verursachten Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigung 

invalidenversicherungsrechtlich irrelevant. Mit anderen Worten sind 

Kausalitätsüberlegungen in der Invalidenversicherung (weiterhin) fehl am Platz.

3.3   Die quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit wurden einzig mit dem 

psychischen Leiden (depressive Störung ohne somatisches Syndrom; vgl. vorstehende 

E. 2.4) begründet (act. G 5.36-10). Die somatischerseits gestellte Diagnose des 

rezidivierenden cervicocephalen und -brachialen Schmerzsyndroms links mit/bei 

vorderer Discektomie und Einsetzen einer Bandscheibenprothese C5/6 und C6/7 

beruht auf nachweisbaren organischen Grundlagen (vgl. zu den Röntgenbefunden act. 

G 5.36-7 sowie zum organischen Substrat die Berichte von Dr. med. I. Taner vom 

4. Mai und 18. Mai 2009, act. G 5.21-1 ff.) und hat lediglich "eher qualitative 

Einschränkungen" der Arbeitsfähigkeit zur Folge. Die quantitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wird mit anderen Worten im Wesentlichen 

einzig mit dem depressiven Leiden begründet. Ein pathogenetisch ätiologisch unklares 

syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage liegt nicht vor. 

Die vorliegende Streitigkeit fällt damit nicht in den Anwendungsbereich der 

Überwindbarkeitspraxis gemäss BGE 130 V 352.

4.     

Zu prüfen ist damit die Erheblichkeit der mittelgradigen depressiven Störung ohne 

somatisches Syndrom.

4.1   Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass 

50% aller verheirateten Paare eine Trennungserfahrung machen würden. Aufgrund der 

"allgemeinen Lebenserfahrung" könne erwartet werden, dass mit der nötigen 

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Willensanstrengung die mit der Trennung einhergehenden Probleme überwunden 

werden könnten. Die Trennung sei ein nicht zu berücksichtigender invaliditätsfremder 

Faktor (act. G 5.49).

4.2   Was den statistischen Hinweis der Beschwerdegegnerin anbelangt, so ist zu 

bemerken, dass sich Ehetrennungen und -scheidungen nach verschiedenen Mustern 

und Lebensumständen abspielen und unterschiedliche seelische Belastungen zur 

Folge haben können. Zudem ist auch die Prädisposition der Beteiligten vielfältig. 

Entscheidend ist, dass vorliegend der konkrete Einzelfall zu beurteilen ist und nicht ein 

Durchschnittsmensch, den bloss die Statistik kennt. Die Beschwerdegegnerin kann 

daher aus dem genannten statistischen Ergebnis für den konkreten Fall nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, zumal sich

daraus keine medizinischen Aussagen entnehmen lassen.

4.3   Soweit die Beschwerdegegnerin die Abweisung des Rentenbegehrens mit dem 

Vorliegen eines invaliditätsfremden Faktors begründet, gilt es Folgendes zu beachten:

4.3.1         Vorliegend ist ein medizinisches Substrat für eine psychisch bedingte 

Invalidität ärztlicherseits schlüssig und einhellig festgestellt (mittelgradige depressive 

Störung; vgl. vorstehende E. 2.4, E. 2.6 und E. 3.3). Sämtliche nicht behandelnden 

medizinischen Fachpersonen bestätigten hinsichtlich leidensangepasster Tätigkeiten 

eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (act. G 5.36 und G 5.38; Dres. C.___ und B.___ gingen 

gar von einer Restarbeitsfähigkeit von höchstens 2 bis 3 Stunden täglich aus, act. 

G 5.17 und G 5.31; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. September 2013, 

9C_415/2013, E. 4).

4.3.2         Ferner ist wesentlich, dass die Arbeitsfähigkeit nicht mit einer Art 

Trennungsschmerz begründet wurde, sondern mit dem Bestehen eines 

selbstständigen mittelgradigen depressiven Leidens (act. G 5.36-10). Die für die 

Beschwerdeführerin unerwartete Ehetrennung bzw. -scheidung (vgl. zum 

Trennungsvorgang act. G 5.36-16) kann lediglich als Auslöser der depressiven 

Erkrankung betrachtet werden. So stürzte die Versicherte "im Rahmen der Trennung 

vom Ehemann, […], […] in eine schwere Krise". "Aufgrund der Krise" begab sie sich in 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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ärztliche Behandlung. Am 24. Februar 2010 berichtete Dr. B.___ erstmals von einer 

depressiven Entwicklung, die in der Folge stationär verlief (act. G 5.36-19), und 

schliesslich in die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung mündete (act. 

G 5.36-20). Diese Sichtweise wird durch die gutachterlichen Ausführungen bestätigt, 

wonach eine mittelgradige depressive Störung besteht und "daneben" verschiedene 

psychosoziale Belastungen wie etwa "Scheidung" vorhanden sind (act. G 5.36-19 f.). 

Aus dem Gutachten ergibt sich eine klare Trennung von eigenständigem psychischem 

Leiden und der Scheidungsproblematik. Da somit ein verselbstständigter 

Gesundheitsschaden im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht, ist für 

dessen Anspruchserheblichkeit nicht bedeutsam, ob soziale Umstände (wie die 

Scheidung) bei seiner Entstehung eine massgebende Rolle spielten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. September 2013, 9C_415/2013, E. 4). Gemäss Aktenlage 

blieb schliesslich zu Recht unbestritten, dass das depressive Leiden nicht durch 

soziokulturelle Umstände beeinflusst wird. Hinzu kommt, dass der psychiatrische 

Gutachter sich eingehend mit dem Bestehen psychosozialer bzw. invaliditätsfremder 

Faktoren auseinandersetzte (act. G 5.36-19 f.) und die bescheinigte 50%ige 

Arbeitsfähigkeit einzig mit dem depressiven Leiden begründete (act. G 5.36-10 und 

G 5.36-20). Es kann deshalb durchaus davon ausgegangen werden, dass er solche 

Aspekte im Rahmen seiner Arbeitsunfähigkeitsschätzung ausgeklammert hat (Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. April 2013, 8C_651/2012, E. 5.3). Zumindest ergibt sich weder 

aus dem Gutachten (act. G 5.36) noch aus den Stellungnahmen des RAD (G 5.38 und 

G 5.40), die psychosozialen Faktoren seien ausgeprägt bzw. das psychische Leiden 

gehe darin auf (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 25. September 2013, 

9C_415/2013, E. 5.4, und vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2).

4.3.3         Für die Annahme eines leistungsrelevanten Depressionsleidens spricht 

weiter, dass die Beschwerdeführerin seit 25. Oktober 2009 eine konsequente - nach 

gutachterlicher Empfehlung fortzuführende (act. G 5.36-20) - Depressionstherapie 

(Gespräche und Medikamente) bei Dr. B.___ befolgt (act. G 5.18 und 5.31) und 

trotzdem ein chronifiziertes depressives Bild eingetreten ist (act. G 5.31-1). Zu 

berücksichtigen ist auch, dass es keine Hinweise auf ein suboptimales 

Leistungsverhalten bzw. auf relevante Inkonsistenzen gibt (RAD-Stellungnahmen vom 

2. September 2011, act. G 5.38-2, und vom 9. November 2011, act. G 5.40-2). 

Schliesslich hat der RAD-Arzt Dr. E.___ zutreffend darauf hingewiesen, dass der vom 

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psychiatrischen Gutachter bei Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung nicht ausgeschlossenen Möglichkeit einer gesundheitlichen Verbesserung 

(act. G 5.36-20) durch die kurzfristige Ansetzung eines Revisionstermins ("Mitte 2013") 

Rechnung getragen werden kann (act. G 5.40). Auf jeden Fall kann es nicht angehen, in 

Antizipation einer "möglichen" zukünftigen Verbesserung des psychischen 

Gesundheitszustands einen Rentenanspruch zu verneinen, zumal vorliegend keine 

Aussagen zur Prognose getroffen werden konnten (act. G 5.36-20).

5.     

Nach dem Gesagten ist gestützt auf das vom RAD bestätigte Gutachten vom 

19. August 2011 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für die 

angestammte buchhalterische sowie leidensangepasste Tätigkeiten ab Oktober 2009 

über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (act. G 5.36-10). Da die angestammte 

Tätigkeit als leidensangepasst zu betrachten ist, kann auf eine konkrete Ermittlung der 

Vergleichseinkommen verzichtet und stattdessen ein Prozentvergleich vorgenommen 

werden. Anlass für die Vornahme eines Tabellenlohnabzugs besteht aufgrund dessen, 

dass die Beschwerdeführerin bei der Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf keinen 

Tätigkeitswechsel angewiesen ist bzw. die angestammte Tätigkeit einer 

leidensangepassten entspricht, nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 

2011, 8C_10/2011, E. 7). Der Invaliditätsgrad beträgt damit 50%. Die 

Beschwerdeführerin meldete sich am 18. Mai 2010 zum Bezug von IV-Leistungen an 

(act. G 5.1), weshalb sie in Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG ab November 2010 

einen Anspruch auf eine halbe Rente hat.

6.     

6.1   In Gutheissung der Beschwerde vom 29. Februar 2012 ist die angefochtene Ver­

fügung vom 25. Januar 2012 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 

1. November 2010 eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der 

Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

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6.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss der 

Beschwerdeführerin von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

6.3   Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

25. Januar 2012 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. November 

2010 eine halbe Rente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe 

sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.01.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Erheblichkeit einer mittelgradigen depressiven Störung bejaht. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Januar 2014, IV 2012/84). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_140/2014.

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