# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdbf8fac-8e12-5ab5-ad94-000a0d2232ce
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.02.2022 720 2021 30 (720 21 30)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2021-30_2022-02-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. Februar 2022 (720 21 194 / 30) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Schlüssigkeit des bidisziplinären Verwaltungsgutachtens bejaht. Rentenanspruch zu 

Recht verneint. 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Céline 
Christen 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 
4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1964 geborene A.____ war seit Februar 2008 bei der B.____ in einem Teilzeitpen-
sum als Pflegefachfrau tätig. Am 9. Februar 2011 erlitt sie bei einem Patiententransfer ein Ver-
hebetrauma. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit meldete sie sich am 2. Januar 2013 bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach einer Umschulung zur 

 

 
 
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Diabetesfachberaterin, welche die Versicherte erfolgreich abschloss, arbeitete sie ab 1. Juni 
2017 im Kantonsspital C.____ in einem Pensum von 50 %. Am 22. August 2017 beendete die 
IV-Stelle die beruflichen Massnahmen. Zur Prüfung der Rentenfrage veranlasste sie bei 
Dr. med. D.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, und Dr. med. E.____, FMH Psychi-
atrie und Psychotherapie, ein bidisziplinäres Gutachten, welches am 19./27. April 2020 erstattet 
wurde. Nach weiteren Abklärungen lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch in Anwendung 
der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung (80 % Erwerbstätigkeit, 20 % Haushalt) ab 
(Verfügung vom 21. Mai 2021). 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 
21. Juni 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die Verfügung der IV-Stelle vom 21. Mai 
2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, ihr ab Februar 2012 die ge-
setzliche Invalidenrente zu bezahlen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. Sube-
ventualiter sei die Sache zur Abklärung des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte sie 
im Wesentlichen geltend, dass der medizinische Sachverhalt unzureichend abgeklärt worden 
sei. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Juli 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. F.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom 30. Juni 2021 
bei. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 
Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 
129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes 

 

 
 
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über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der 
bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021 E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version 
wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 21. Mai 2021 entwickelt hat. 
Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü-
fungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belas-
tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu-
kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 
Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert 
schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls 
bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens wil-
lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen 
(vgl. BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund-

 

 
 
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heitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicher-
te Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die 
Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati-
ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (vgl. BGE 102 V 165; vgl. auch 
BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 
 
4.2.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1). Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich (z.B. Haus-
halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, 
wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in 
welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; 
Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich 
im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach 
Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invali-
dität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der 
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden 
Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). 
 
4.2.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig, teilzeitig oder als nichterwerbstätig einzustu-
fen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, 
wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches 
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden 
könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (vgl. BGE 133 V 504 
E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt täti-
gen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, 
das Alter, berufliche Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 
Begabungen zu berücksichtigen. 
 

 

 
 
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5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei-
teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandeln-
den Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit-
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-
ten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschied-
liche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

 

 
 
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(vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt 
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät-
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige –  und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretati-
on entspringende –  Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un-
gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, 
mit Hinweisen). 
 
6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid von Bedeutung sind. 
 
7.2 Am 9. September 2017 stellte med. pract. G.____, FMH Psychiatrie und Psychothera-
pie, eine rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradige Episode, fest. Hintergrund für 
die Entwicklung der depressiven Episode seien die anhaltende Schmerzproblematik und die 
reduzierte Belastbarkeit des rechten Arms. Zudem bestünden Sorgen durch Umstrukturierun-
gen am Arbeitsplatz, Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Schlafstörungen und ein eingeschränkter An-
trieb. Die Versicherte sei zu 50 % arbeitsfähig. 
 
7.3 Am 17. Juli 2019 diagnostizierte Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, 
eine Struma multinodosa beidseits, rezidivierende depressive Episoden, ein chronisches thera-
pieresistentes thorakovertebrales und zervikovertebrales Schmerzsyndrom, eine eingeschränk-
te Beweglichkeit der rechten Schulter bei Status nach Frozen shoulder rechts 2016 und eine 
rezidivierende Epicondylitis links. Die Versicherte leide unter einer latenten Schilddrüsenüber-
funktion (Hyperthyreose). In den sonographischen Verlaufskontrollen habe sich innert einem 
Jahr eine deutliche Grössenprogredienz gezeigt, weshalb im Januar 2019 eine operative He-
mithyreoidektomie stattgefunden habe. Trotz komplikationsloser Operation und Normalisierung 
der Schilddrüsenwerte bleibe klinisch eine rasche physische und psychische Erschöpfbarkeit. 
Zudem bestünden rezidivierende depressive Episoden mit Antriebslosigkeit, ausgeprägtem 
Grübeln und Gedankenkreisen, Zukunfts- und Existenzängsten, Ein- und Durchschlafstörungen, 
Hoffnungslosigkeit in Bezug auf die Schmerzsymptomatik und ein sozialer Rückzug. Die Versi-

 

 
 
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cherte zeige beim aktuellen Pensum von 50 % Symptome der Überforderung und Erschöpfung. 
Aus medizinischer Sicht sei eine Entlastung notwendig. Aktuell werde eine Gesprächstherapie 
aufgegleist. Bestenfalls könne das jetzige Pensum vom 50 % aufrecht- erhalten werden. 
 
7.4 Die IV-Stelle liess die Versicherte durch die Dres. D.____ und E.____ bidisziplinär be-
gutachten. Am 19. April 2020 stellte Dr. D.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
chronisches Schmerzsyndrom mit chronischem therapieresistentem, vorwiegend tendomyoti-
schem, cervico-thoracalem Schmerzsyndrom rechts und einen Status nach Capsulitis adhäsiva 
der Schulter rechts fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach tho-
raco-lumbalem Rotationstrauma rechts im Rahmen eines Verhebetraumas am 9. Februar 2011 
und anamnestisch eine Epicondylopathia humeri-radialis links, aktuell asymptomatisch und ab-
geheilt. Ab dem Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 9. Februar 2011 sei der Versicherten die 
angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau nicht mehr möglich. Die aktuelle Tätigkeit als Diabe-
tesfachberaterin sei aber leidensangepasst und ohne Einschränkung vollumfänglich zumutbar. 
Hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustands diagnostizierte Dr. E.____ am 27. April 
2020 einen Verdacht auf eine subdepressive oder leichte depressive Störung (ICD-10 F33.0). 
Die Stimmung scheine subjektiv eher vermindert, doch nicht völlig aufgehoben oder dauernd 
gedrückt zu sein. Hinweise auf Persönlichkeitsauffälligkeiten seien nicht ersichtlich. Die Anga-
ben der Versicherten bezüglich ihrer Aktivitäten seien verallgemeinernd, diffus und nicht ohne 
weiteres nachvollziehbar. In der Untersuchung wirke die Explorandin nicht durch eine allfällige 
psychische Problematik beeinträchtigt. Sie sollte durchaus in der Lage sein, auf ihre Fähigkei-
ten und Funktionen zurückzugreifen. Die subjektiven Angaben der erhöhten Erschöpfbarkeit 
seien nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Aus psychiatrischer Sicht sei ihr in der letzten Zeit 
nie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Aufgrund der Angaben der Explo-
randin könne angenommen werden, dass aufgrund des erhöhten Erholungsbedarfs eine Beein-
trächtigung der Leistungsfähigkeit von 20 % bestünde. Unklar sei jedoch, ab wann diese Beein-
trächtigung vorhanden sei. Die erhöhte Erschöpfbarkeit scheine sich auf jede Tätigkeit auszu-
wirken, es könne daher keine angepasste Tätigkeit genannt werden, bei der die Explorandin 
eine höhere Leistung erzielen könnte. 
 
7.5 Der behandelnde Arzt Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnos-
tizierte am 22. Juni 2020 eine rezidivierende mittelgradige depressive Störung mit somatischem 
Syndrom (ICD-10 F33.11), rezidivierende latente Hyperthyreosen in der Vorgeschichte, einen 
Status nach operativer Hemithyreoidektomie im Januar 2019 mit weiterbestehenden Sympto-
men der Erschöpfung, Antriebsschwäche und Depressionen, differenzialdiagnostisch eine per-
sistierende Hyperthyerose. Vermutlich würde sich die seit Jahren bestehende rezidivierende 
latente Hyperthyerose auf das psychische Befinden der Versicherten auswirken. Die Wechsel-
wirkungen biologischer und psychischer Faktoren könnten die subjektiven Angaben der Versi-
cherten erklären, welche von Dr. E.____ nicht ohne weiteres hätten nachvollzogen werden kön-
nen. Die Beurteilung von Dr. E.____ würde nicht auf den vollständigen Akten beruhen und er 
habe nicht geprüft, ob somatische Gründe für die rezidivierenden Depressionen vorlägen. Ent-
gegen dessen Auffassung würden die Befunde für eine mittelgradig ausgeprägte depressive 
Symptomatik sprechen. Insgesamt erfasse das Gutachten das komplexe psychische Krank-
heitsbild nicht hinreichend. Im Behandlungszeitraum vom 30. September 2019 bis 

 

 
 
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22. November 2019 habe die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zwischen 50 % und 60 % be-
tragen. 
 
7.6 Am 4. September 2020 nahm Dr. E.____ zu den Ausführungen des behandelnden 
Psychiaters Dr. I.____ vom 22. Juni 2020 Stellung. Dabei hielt er fest, dass eine Hyperthyerose 
sicher Einfluss auf den Gesundheitszustand habe. Dies müsse aber aus somatischer Sicht be-
urteilt werden. In diesem Fall wäre eine endokrinologische Beurteilung sinnvoll. Anlässlich der 
Begutachtung habe er psychopathologisch keinen auffälligen Befund erheben können. 
 
7.7 In einer weiteren Stellungnahme vom 8. Januar 2021 hielt Dr. E.____ fest, dass 
Dr. D.____ auch Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und damit durchaus in der Lage sei, 
eine Schilddrüsenerkrankung zu beurteilen. Zum Zeitpunkt der Begutachtung sei dieses Leiden 
adäquat behandelt worden, sodass kein Anlass bestanden habe, eine endokrinologische Abklä-
rung einzuholen. Erstaunlich sei, dass Dr. I.____ bis heute keine entsprechende Abklärung ver-
anlasst habe. 
 
7.8 Am 30. Juni 2021 nahm der RAD-Arzt Dr. F.____ Stellung. Er führte aus, Dr. I.____ 
könne insofern beigepflichtet werden, als eine Schilddrüsenerkrankung Symptome hervorrufen 
könne, welche sich mit der Depression teils überschneiden. Dies sei allerdings nur der Fall, 
wenn die Schilddrüsenerkrankung manifest klinisch hyper- oder hypothyreot sei. Im vorliegen-
den Fall sei die Hormonlage allerdings euthyreot. Damit könne eine manifeste schilddrüsen-
hormonelle Symptomatik, die derart gravierend wäre, dass sie die Arbeitsfähigkeit über das 
bereits attestierte Mass hinaus beeinflussen könne, ausgeschlossen werden. Zur Hyper- und 
allenfalls Hypothyreose sei festzuhalten, dass diese versicherungsmedizinisch wirksam und 
zweckmässig behandelt werden könne. Damit fehle es am Kriterium der Dauerhaftigkeit und 
Erheblichkeit des Gesundheitsschadens. Insgesamt seien keine Hinweise, Argumente oder 
Befunde erkennbar, welche geeignet wären, die bisherigen Abklärungen grundlegend in Zweifel 
zu ziehen. 
 
8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 21. Mai 2021 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands der Versicherten auf die Ergebnisse, zu denen die Gut-
achter Dres. D.____ und E.____ in ihrem bidiziplinären Gutachten vom 19./27. April 2020 ge-
langt waren. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ging sie aber entgegen der Auffassung der 
Dres. D.____ und E.____, welche eine 20%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit attestier-
ten, davon aus, dass der Versicherten die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang 
von 100 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie 
oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol-
ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-
chen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ und 
D.____ vom 19./27. April 2020 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie 
dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfas-

 

 
 
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send, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, 
es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es 
setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es 
ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
attestierte Dr. E.____ lediglich aufgrund der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin eine 
mögliche 20 %ige Leistungseinschränkung aufgrund des erhöhten Erholungsbedarfs. Damit die 
Leistungspflicht der IV ausgelöst wird, muss aber eine relevante Krankheit diagnostiziert sein. 
Ein blosser Verdacht auf eine (leichte) affektive Störung genügt invalidenversicherungsrechtlich 
nicht. Demnach ging die IV-Stelle zu Recht davon aus, dass die Versicherte in einer angepass-
ten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist. 
 
8.2.1 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Be-
weiskraft des Gutachtens der Dres. D.____ und E.____ vom 19./27. April 2020 in Frage zu stel-
len. Sie beanstandet, dass im Rahmen der Abklärung des medizinischen Sachverhalts fälschli-
cherweise die Hyperthyreose nicht berücksichtigt worden sei, folglich auch in neuropsychologi-
scher und endokrinologischer Sicht eine Begutachtung hätte stattfinden müssen. Diese Rüge ist 
nicht sichthaltig. Bei der Hyperthyreose handelt es sich um eine Überfunktion der Schilddrüse. 
Diesbezüglich führte Dr. F.____ in seiner Stellungnahme vom 30. Juni 2021 nachvollziehbar 
aus, dass bei der Beschwerdeführerin keine Dekompensation eingetreten sei, sodass keine 
schilddrüsenhormonelle Symptomatik vorliege, welche die Arbeitsfähigkeit allein oder im Zu-
sammenspiel mit einer allfälligen psychischen Erkrankung beeinträchtigen könne. Gemäss den 
medizinischen Akten (vgl. IV-act. 162) hat sich die Beschwerdeführerin im Januar 2019 für eine 
Hemithyreoidektomie bei subklinischer Hyperthyreose entschieden. Subklinisch bezeichnet ei-
nen milden Verlauf, meist ohne Symptome. Die Operation verlief gemäss Bericht von 
Dr. H.____ vom 17. Juli 2019 (vgl. E. 7.3 hiervor) gut, worauf sich die Schilddrüsenwerte nor-
malisierten. Damit fehlt es an der Erheblichkeit des Gesundheitsschadens, um invalidenversi-
cherungsrechtlich ins Gewicht zu fallen. Insgesamt legt Dr. D.____ schlüssig dar, dass die Ver-
sicherte aus somatischer Sicht weder qualitative noch quantitative Einschränkungen der Ar-
beitsfähigkeit aufweise. Da sich aus den vorliegenden medizinischen Akten keine Hinweise auf 
relevante somatische Beschwerden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ergeben, sind hinsicht-
lich des somatischen Gesundheitszustands keine zusätzlichen Abklärungen angezeigt.  
 
8.2.2 Auch die Kritik der Beschwerdeführerin am Gutachten von Dr. E.____ verfängt nicht. 
Soweit sie bemängelt, Dr. E.____ habe keine Verlaufsbeurteilung beim behandelnden Psychia-
ter Dr. I.____ eingeholt, ist darauf hinzuweisen, dass solche Rückfragen nicht zwingend erfor-
derlich sind. Die Notwendigkeit einer Fremdanamnese ist in erster Linie eine Frage des medizi-
nischen Ermessens (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2015, 8C_444/2015, 
E. 4.5 und vom 23. Juli 2014, 8C_323/2014, E. 5.2.1). Auch aus den Qualitätsleitlinien für versi-
cherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psy-
chotherapie ergibt sich in dieser Hinsicht nichts anderes (vgl. die 3. vollständige überarbeitete 
und ergänzte Auflage vom 16. Juni 2016; in: SZS 2016 S 435 ff.). Soweit Dr. E.____ in seiner 
Stellungnahme vom 4. September 2020 den Verzicht auf eine Kontaktaufnahme mit Dr. I.____ 
damit begründete, dass dieser kaum Angaben zum bisherigen Verlauf hätte machen können, 

 

 
 
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weil die Behandlung (erst) kurz vor der Begutachtung am 7. Dezember 2019 aufgenommen 
worden sei, vermag dies zwar nicht zu überzeugen, zumal ihm die Behandlungsfrequenz be-
kannt war, im Begutachtungszeitpunkt bereits mehrere Sitzungen stattgefunden hatten und er 
das Gutachten erst am 27. April 2020 fertig stellte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Behandlung 
bereits knapp sieben Monate angedauert, weshalb Dr. I.____ durchaus in der Lage gewesen 
wäre, zuverlässig über seinen bisher erhobenen Befund zu berichten. Eine Rücksprache mit 
dem behandelnden Psychiater wäre also durchaus möglich gewesen. Besondere Gründe, wes-
halb im vorliegenden Fall zwingend Auskünfte des behandelnden Psychiaters einzuholen ge-
wesen wären, liegen aber nicht vor, weshalb die Beschwerdeführerin aus ihrer Argumentation 
nicht zu ihren Gunsten ableiten kann.  
 
8.2.3 Wenn die Beschwerdeführerin weiter geltend macht, das psychiatrische Fachgutachten 
sei nicht beweistauglich, da Dr. E.____ nicht die vollständigen Akten gehabt habe, ist ihr entge-
genzuhalten, dass der Gutachter die bisherigen psychiatrischen Behandlungen zutreffend er-
fasste. So gab die Beschwerdeführerin im Explorationsgespräch an, bereits im Jahr 2017 kurz-
zeitig bei Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und hernach bei med. prakt.  
G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung gewesen sei. Nachdem 
Dr. J.____ krankheitsbedingt ausgefallen und sie mit med. prakt. G.____ nicht zurechtgekom-
men sei, sei es nach der dritten Therapiesitzung zum Abbruch der Behandlung gekommen. 
Während von Dr. J.____ kein Zeugnis in den Akten liegt, wird im Bericht von 
med. prakt. G.____ vom 9. September 2017 ausgeführt, dass drei Gespräche stattgefunden 
hätten. Sodann bestätigte sie am 2. Juli 2019, die Beschwerdeführerin letztmals am 18. August 
2017 gesehen zu haben. Aus den vorliegenden Unterlagen ergibt sich weiter, dass die Versi-
cherte Jahre zuvor bei Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wegen eines 
psychischen Leidensdrucks in Behandlung war, wobei im Jahr 2010 zwei Sitzungen stattfanden 
(Bericht vom 9. Februar 2012; IV-akt. 17 S. 72). Zudem berichtete Dr. med. L.____, FMH Psy-
chiatrie und Psychotherapie, die Versicherte in der Zeit vom 22. Januar 2010 bis 21. Dezember 
2011 behandelt und ihr vom 6. Juli 2011 bis 21. Juli 2011 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert zu haben (Bericht vom 5. Februar 2012; IV-Akt. 17 S. 66). Die Behandlung erfolgte – 
gemäss präzisierender Angaben der Beschwerdeführerin im Schreiben an die Unfallversiche-
rung vom 12. Juli 2012 (IV-act. 17 S. 16) – ausschliesslich zur Aufarbeitung einer Trennung und 
zur Reflexion der Beziehungsmuster bzw. zur Verarbeitung des väterlichen Suizids. In diesem 
Rahmen scheint auch ein stationärer Aufenthalt in der Klinik M.____ empfohlen worden zu sein, 
der jedoch – wohl wegen fehlender Kostengutsprache (vgl. IV-act. 17 S. 48) – nicht erfolgte. Vor 
diesem Hintergrund bestehen aus Sicht des Kantonsgerichts weder relevante Lücken in der 
Aktenlage als Ausgangspunkt für die gutachterliche Beurteilung noch Anhaltspunkte für eine 
längerdauernde psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin. Offenbar waren für Dr. E.____ 
die medizinischen Unterlagen und die Angaben der Beschwerdeführerin hinreichend präzise 
und kohärent genug, um sich ein zuverlässiges Bild über ihren psychischen Gesundheitszu-
stand machen zu können. Bei blossem Verdacht auf eine (höchstens) leichte Depression ist 
aber eine affektive Störung nicht hinreichend gesichert, weshalb invalidenversicherungsrecht-
lich keine relevante Krankheit bestätigt werden kann. Entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-
rerin ist nicht davon auszugehen, dass Dr. E.____ die Klassifizierung des Leidens als «schwie-
rig» empfand. Die Schwierigkeit ergab sich vielmehr aufgrund der Tatsache, dass die Angaben 

 

 
 
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der Versicherten vage und ungenau blieben. Dass der Gutachter die subjektiv geklagten Kon-
zentrationsstörungen aus objektiver Sicht nicht bestätigen konnte, ist denn auch nicht als Lücke 
im Gutachten zu werten. Bei dieser Sachlage bestand keine Notwendigkeit, eine neuropsycho-
logische Testung durchzuführen. 
 
8.2.4 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die abweichende Beurteilung des behandeln-
den Arztes Dr. I.____ beruft, ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass es die unterschiedliche 
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begut-
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 
(vgl. BGE 124 I 170 E. 4) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper-
sonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Weiter ist zu beach-
ten, dass eine Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie 
eröffnet den Gutachtern praktisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Inter-
pretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern die Gutachter – wie hier – lege artis 
vorgegangen sind. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil diese wichtige Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder unge-
würdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 8C_835/2018, E. 3 
mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin legt nicht substantiiert dar und es ist auch nicht ersicht-
lich, dass aus den vorliegenden Berichten des behandelnden Arztes Dr. I.____ Gesichtspunkte 
hervorgingen, die vom psychiatrischen Gutachter nicht berücksichtigt worden wären. Insgesamt 
ergibt sich aus den Akten nichts, was geeignet wäre, den Beweiswert des Gutachtens der 
Dres. D.____ und E.____ vom 19./27. April 2020 in Zweifel zu ziehen, weshalb in antizipierter 
Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklä-
rungen verzichtet und davon ausgegangen werden kann, dass die Beschwerdeführerin invali-
denversicherungsrechtlich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufweist. 
 
9. Bei der Bemessung der Invalidität ging die IV-Stelle davon aus, dass die Beschwerde-
führerin im Gesundheitsfall lediglich in einem 80 % Pensum erwerbstätig wäre, weshalb sie bei 
der Invaliditätsbemessung die gemischte Methode anwendete. Vorliegend fällt aber ins Ge-
wicht, dass die Beschwerdeführerin alleinstehend ist, keine Kinder hat und einen Ein-Personen-
Haushalt führt. Damit wäre es ihr im Gesundheitsfall möglich, den Haushalt neben einem 100 % 
Pensum zu führen. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung lässt sich in dieser Konstella-
tion neben dem Erwerb kein Aufgabenbereich «Haushalt» absondern. Die Beschränkung auf 
ein 80 %-Pensum wurde von der Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit aus freien Stücken 
gewählt. Die 20 % «Freizeit» sind invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant. Die Rentenbe-
rechnung muss deshalb auf der Basis der allgemeinen Methode für Teilerwerbstätige ohne Auf-
gabenbereich vorgenommen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2018, 
9C_583/2018, und vom 1. Dezember 2020, 9C_552/2020). Massgebend ist demnach, ob und 
allenfalls inwieweit die Beschwerdeführerin in einem 80%igen Erwerbspensum in der Arbeitsfä-
higkeit eingeschränkt ist. Dieses Pensum bildet die Basis für das Valideneinkommen. Da insge-
samt keine Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine längerdauernde Erkrankung mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten schliessen lassen könnten, ist mit der IV-Stelle 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im hier zu beurteilenden Zeitraum ein renten-

 

 
 
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ausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen könnte. Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine 
detaillierte Auseinandersetzung mit dem Einkommensvergleich. Die angefochtene Verfügung 
vom 21. Mai 2021 ist im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde deshalb abzuwei-
sen. 
 
10. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend unterliegt die Beschwerdeführerin, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Vorschuss 
in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin 
keine Parteientschädigung zuzusprechen. 
 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
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