# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c97c5e3d-1c82-5f67-9470-955bb5c04a81
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** GG250002-H6
**Docket/Reference:** GG250002-H6
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/GG250002-H6.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Pfäffikon
Einzelgericht Strafsachen 

Geschäfts-Nr.: GG250002-H/U

Mitwirkend: Ersatzrichter MLaw R. Meli

Gerichtsschreiberin MLaw H. Gökdemir

Urteil vom 23. Mai 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin

A._____, 

Privatkläger

sowie

vertreten durch Beiständin MLaw X1._____, c/o Amt für Jugend und Berufsbera-

tung Regionaler Rechtsdienst, 

substituiert durch RAin lic. iur. X2._____, Amt für Jugend und Berufsberatung Re-

gionaler Rechtsdienst, 

gegen

B._____,  

Beschuldigter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Y._____, 

betreffend versuchte einfache Körperverletzung

- 2 -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich  vom  10. Ja-

nuar 2025 (act. 25/6) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:

(Prot. S. 8)

Der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers MLaw Y._____ sowie 

Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ für den Privatkläger.

Anträge:

A.

der Anklägerin (act. 25/6):

1.

Schuldigsprechung von B._____ im Sinne der Anklageschrift.

2. Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 

9. Februar 2023 ausgefällten bedingten Strafe von 150 Tagessätzen à 

CHF 30.00.

3.

Bestrafung – unter Einbezug der widerrufenen Strafe – mit einer Gelds-

trafe von 180 Tagessätzen à CHF 30.00 (entsprechend CHF 5'400.00) 

als Gesamtstrafe.

Vollzug der Geldstrafe.

Anrechnung von 35 Tagen Haft.

Vernichtung  der  unter  Polis-Geschäfts-Nr.  85682208  sichergestellten 

Spuren  und  Spurenträger:  Asservate-Nr. A017'531'009,  A017'531'010 

und A017'531'031.

Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft.

Kostenauflage  (Kosten  von  insgesamt  CHF 4'204.26,  inkl.  Gebühr  für 

das Vorverfahren von CHF 1'800.00).

4.

5.

6.

7.

8.

- 3 -

B.

des Privatklägers (act. 47 und Plädoyer):

1.

Der  Beschuldigte  sei  im  Sinne  der  Anklage  schuldig  zu  sprechen  und 

angemessen zu bestrafen.

2.

Es  sei  festzustellen  und  im  Dispositiv  ausdrücklich  festzuhalten,  dass 

der Beschuldigte aus den eingeklagten Straftathandlungen dem Grund-

satz nach gegenüber dem Privatkläger schadenersatzpflichtig ist.

3.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung 

in Höhe von CHF 2'000, zuzüglich 5% Zins seit dem 29. Juni 2023 zu 

bezahlen.

4.

Eventualiter sei das Verfahren betreffend Zivilforderungen auf den Zivil-

weg zu verweisen.

5.

Dem Privatkläger sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschuldig-

ten.

C.

des Beschuldigten (Plädoyer):

1.

2.

Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

Es sei auf den Antrag des Widerrufs des Strafbefehls vom 09.02.2023 

nicht einzutreten.

3.

Die Zivilforderungen seien vollumfänglich abzuweisen, eventualiter voll-

umfänglich auf den Zivilweg zu verweisen.

4.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, wobei dem Angeklagten ge-

stützt  auf  Art. 429  Abs.  1  lit.  c  StPO  für  den  unrechtmässig  erlittenen 

Freiheitsentzug eine Entschädigung von CHF 200.00 pro Tag (35 Tage), 

total  mindestens  CHF 5'000.00,  zuzüglich  Zinsen  von  5 %  seit 

17. Juli 2023 (mittlerer Verfall) zuzusprechen ist.

- 4 -

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1.

Nach durchgeführter Strafuntersuchung durch die Staatsanwaltschaft I wurde 

gegen  den  Beschuldigten  am  hiesigen  Bezirksgericht  mit  Anklageschrift  vom 

10. Januar 2025 (act. 25/6), hierorts eingegangen am 14. Februar 2025, Anklage 

erhoben. Mit Verfügung vom 8. April 2025 (act. 28) wurde zur Hauptverhandlung 

auf den 23. Mai 2025, um 8.45 Uhr vorgeladen. Gleichzeitig wurde den Parteien 

Frist angesetzt, um Beweisanträge zu stellen und zu begründen. Innert der ange-

setzten Frist gingen keine Beweisanträge ein.

2. Mit  Eingabe  vom  17. April  2025  (act. 30),  am  hiesigen  Bezirksgericht  am 

22. April 2025 eingegangen, stellte MLaw X1._____ für den Privatkläger einen An-

trag auf Ausschluss der Öffentlichkeit und ein Gesuch um Akteneinsicht. Mit Verfü-

gung  vom  23. April  2025  (act. 31)  wurde  der  Anklägerin  und  dem  Beschuldigten 

eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um sich zum Antrag des Privatklägers betref-

fend Ausschluss der Öffentlichkeit und zur Auferlegung von Auflagen an die Ge-

richtsberichterstatter an der Hauptverhandlung vom 23. Mai 2025, zu äussern. Die 

beantragten  prozessualen  Massnahmen  wurden  durch  die  Anklägerin  und  durch 

den  Beschuldigten  befürwortet  (act. 33;  act. 35).  Mit  Verfügung  vom  6. Mai  2025 

(act. 37) wurde die allgemeine Publikumsöffentlichkeit von der Hauptverhandlung 

ausgeschlossen.

3. Mit Eingabe vom 29. April 2025 (act. 34) ersuchte MLaw X1._____ um eine 

Fristerstreckung von 20 Tagen für die detaillierte Bezifferung und Begründung der 

Zivilforderungen, welche bewilligt wurde. Mit Eingabe vom 12. Mai 2025 (act. 38) 

ersuchte RAin X2._____ um die Abnahme der Vorladung für die Verhandlung vom 

23. Mai 2025 und die nochmalige Erstreckung der Frist für die Begründung der Zi-

vilforderungen um zehn Tage. Mit Verfügung vom 13. Mai 2025 (act. 42) wurde das 

Verschiebungsgesuch  sowie  das  Fristerstreckungsgesuch  abgewiesen.  Mit  Ein-

gabe vom 19. Mai 2025 reichte RAin X2._____ (act. 45) die Bezifferung und Be-

gründung der Zivilforderungen ein.

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4.

Zur Hauptverhandlung vom 23. Mai 2025 erschienen der Beschuldigte in Be-

gleitung von RA Y._____ persönlich und RAin lic. iur. X2._____ für den Privatklä-

ger. Der Beschuldigte wurde zunächst zur Person, zur Sache, zu den Ergebnissen 

des  Vorverfahrens  und  zur  beantragten  Strafe  befragt  (vgl.  Prot.  S. 9  bis  S. 28). 

Danach folgten je zwei Parteivorträge des Beschuldigten und der Geschädigten-

vertreterin  RA  lic. iur.  X2._____.  Im  Anschluss  daran  hielt  der  Beschuldigte  sein 

Schlusswort (vgl. Prot. S. 35).

5.

Im  Anschluss  an  die  Hauptverhandlung  wurde  das  Urteil  den  anwesenden 

Parteien mündlich eröffnet, kurz begründet und im Dispositiv ausgehändigt (act. 54 

und Prot. S. 35). Der Staatsanwaltschaft I wurde das Urteilsdispositiv schriftlich mit-

geteilt (vgl. act. 55). Mit Eingabe vom 2. Juni 2025 (act. 56), reichte der Beschul-

digte  Berufung  gegen  das  genannte  Urteil  ein.  Die  Staatsanwaltschaft  I  und  die 

Privatklägerschaft wurde am 2. Juni 2025 (act. 57) über den Eingang der Berufung 

durch den Beschuldigten informiert.

II. Prozessuales

1.

Der Verteidiger macht anlässlich seines Plädoyers geltend, dass der angege-

bene Tatzeitraum von vier Monaten zu ungenau sei, weshalb das Anklageprinzip 

verletzt worden sei (act. 51 S. 12).

1.1. Die  Anklageschrift  bezeichnet  gemäss  Art. 325  Abs. 1  lit. f  StPO  möglichst 

kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschrei-

bung  von  Ort,  Datum,  Zeit,  Art  und  Folgen  der  Tatausführung.  Nach  dem  aus 

Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK 

abgeleiteten und auch in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO festgeschriebenen Ankla-

gegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens 

(Umgrenzungsfunktion).  Zugleich  bezweckt  das  Anklageprinzip  den  Schutz  der 

Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf 

rechtliches  Gehör  (Informationsfunktion;  BGE 144 I  234 E. 5.6.1;  BGE 143  IV 63 

E. 2.2;  BGE 141  IV 132  E. 3.4.1;  je  mit  Hinweisen).  Das  Anklageprinzip  ist  unter 

anderem  dann  verletzt,  wenn  die  angeklagte  Person  für  Taten  verurteilt  wird, 

bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen Anforderungen nicht genügt 

- 6 -

(BGer 6B_1263/2020 vom 5. Oktober 2022 E. 3.3.3, mit Hinweisen). Die vorgewor-

fene Verhaltensweise ist so weit wie möglich zu spezifizieren. Wenn indes genaue 

Untersuchungsergebnisse fehlen, weil sich gewisse Umstände nicht rekonstruieren 

lassen, so müssen bzw. dürfen diese approximativ umschrieben werden (BGE 140 

IV 188 E. 1.4; BGer 6B_576/2021 vom 21. Februar 2022 E. 2.3.3; je mit weiteren 

Hinweisen; BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, Art. 325 N 19). Grosszügigere Zeitan-

gaben sind insoweit zulässig, als der Beschuldigte genau weiss, was ihm vorge-

worfen wird, so dass er sich verteidigen kann (BGer 6B.294/2008 vom 1. Septem-

ber  2008,  E. 4.4).  So  lässt  es  beispielsweise  das  Bundesgericht  genügen,  wenn 

zwar ein längerer Zeitraum angegeben, der Tatvorwurf aber in sachlicher und örtli-

cher Hinsicht so detailliert beschrieben ist, dass er sich genügend individualisieren 

lässt (BGer 6B_432/2011 vom 26. Oktober 2011, E. 1 und E. 2.4).

1.2. Vorliegend grenzt die Anklageschrift den Tatzeitraum zwischen 27. Februar 

2023 und 29. Juni 2023 ein. Die Untersuchungsergebnisse liessen aber keine prä-

zisere Umschreibung des Tatzeitpunktes zu, da es sich beim mutmasslichen Opfer 

um einen – dannzumal – vierjährigen Jungen handelt. Im Weiteren ist anzumerken, 

dass der Beschuldigte immer wusste, dass es sich bei der ihm vorgeworfenen Tat, 

um Gewalt gegen seinen Sohn handelte, welcher im vorgeworfenen Zeitraum unter 

seiner alleinigen Betreuungsverantwortung stand. Der Beschuldigte war sich also 

immer  im  Klaren,  welche  Tat  ihm  vorgeworfen  wurde,  seine  Verteidigungsrechte 

konnte er damit jederzeit effektiv und zielgerichtet wahrnehmen. Es liegt keine Ver-

letzung des Anklagegrundsatzes vor.

2.

Unbestritten ist, dass der minderjährige Privatkläger ab März 2023 unter der 

alleinigen  Obhut  des  Beschuldigten  stand.  Die  vorgeworfene  versuchte  einfache 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 al. 3 aStGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB ist demnach ein Offizialdelikt, welches von Amtes wegen 

zu verfolgen ist. Es ist hierfür kein Strafantrag notwendig.

- 7 -

III. Sachverhalt

1.

Anklagevorwurf

Die Staatsanwaltschaft I wirft dem Beschuldigten vor, er habe seinem Sohn, 

dem Privatkläger, mindestens je einen Faustschlag gegen den Bauch und die Hüfte 

sowie einen Fusstritt gegen die Beine versetzt. Dabei sei der Privatkläger nicht ver-

letzt  worden.  Der  Beschuldigte  habe  gewusst  bzw.  billigend  in  Kauf  genommen, 

dass  er  dem  erst  vierjährigen  Kind  durch  sein  Tun  Verletzungen  am  Bauch,  der 

Hüfte und den Beinen hätte zufügen können. Der Beschuldigte bestreitet im We-

sentlichen das ihm vorgeworfene Delikt (act. 2/3, Frage 10, 52, 73; act. 2/4, S. 7, 

S. 9, S. 12; act. 18/8, S. 2, S. 3). Somit ist nachfolgend zu überprüfen, ob sich der 

Sachverhalt gestützt auf die vorliegenden Beweismittel erstellen lässt.

2.

Beweiswürdigung - Grundlagen

2.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach 

seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften 

Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht ist bei der 

Würdigung und Abwägung der verschiedenen Beweise grundsätzlich frei und nicht 

an  eine  Rangordnung  oder  einen  numerus  clausus  der  Beweismittel  gebunden. 

Verwertet werden können auch Indizien und Hilfsbeweise. Entscheidend ist, dass 

die Beweise beim Richter die Überzeugung für die von ihm zu ziehenden Schlüsse 

zu wecken vermögen (vgl. NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Schweizerische Straf-

prozessordnung, Praxiskommentar, Art. 10 StPO N 6 ff.). 

2.2. Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Be-

schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein ver-

nünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der Ankla-

geschrift vorgeworfene Sachverhalt tatsächlich verwirklicht hat. Bestehen hingegen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so hat ein Freispruch zu ergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Wenn 

sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der Existenz 

noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu überzeugen ver-

mag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in dubio pro reo" 

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zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu unterdrückende Zwei-

fel  (d.h.  solche,  die  sich  nach  der  objektiven  Sachlage  aufdrängen),  so  muss  es 

den Beschuldigten freisprechen.

2.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen. Steht bei der Beweiswürdigung Aussage gegen Aussage, ist na-

mentlich anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und der Hauptver-

handlung ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend(er) ist, 

wobei bei der Abwägung von Aussagen insbesondere zwischen Glaubwürdigkeit 

einer  Person  und  Glaubhaftigkeit  ihrer  Aussagen  zu  unterscheiden  ist.  Während 

Erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person grundsätzlich getraut werden 

kann, ist Letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutsam, ob 

sich der behauptete Sachverhalt so zugetragen hat oder nicht. Bei der Prüfung der 

Glaubwürdigkeit darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaub-

würdigkeit  von  Aussagenden  abgestellt  werden.  Die  örtliche,  fachliche  und/oder 

persönliche Nähe bzw. Entfernung des Aussagenden zum Beweisthema oder das 

wirtschaftliche Interesse des Aussagenden am Prozessausgang ist für sich allein 

noch kein Grund, der Aussage zu misstrauen. Erst nach Hinzutreten weiterer, in 

dieselbe Richtung weisender Indizien - wie das Fehlen einer hinreichenden Anzahl 

von Realitätskriterien oder das Vorliegen von Phantasie- bzw. Lügensignalen - kön-

nen  solche  Aussagen  als  unzuverlässig  verworfen  werden.  Bei  der  Prüfung  der 

Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Angaben kommt es vorwie-

gend auf den inneren Gehalt der Aussagen an, verbunden mit der Art und Weise, 

wie die Angaben erfolgen. Die Aussagen sind einer kritischen Würdigung zu unter-

ziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten Realitätskriterien grosses 

Gewicht zu legen ist (vgl. BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von 

Zeugenaussagen, in: SJZ 81 [1985], S. 53 ff.; DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von 

Zeugenaussagen, Plädoyer 2/97 S. 28 ff., 33 ff.). Andererseits sind auch allfällige 

Phantasie- oder Lügensignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussa-

gen gelten Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 

die  Zurücknahme  oder  erhebliche  Abschwächungen  in  den  ursprünglichen  An-

schuldigungen, Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlauf von mehre-

ren Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten oder 

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gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen (vgl. zum Ganzen: ARNT-

ZEN/MICHAELIS-ARNTZEN, Psychologie der Zeugenaussagen, System der Glaubwür-

digkeitsmerkmale, 4. Aufl., München 2007).

3.

Übersicht über die Beweismittel

Zur Erstellung des Sachverhaltes dienen im Wesentlichen die Aussagen des 

Beschuldigten,  die  Aussagen  des  Privatklägers  anlässlich  der  Kindesanhörung 

vom 1. Februar 2024 (act. 4/6) und die dazugehörige Bericht der Videobefragung 

vom 1. Februar 2024 (act. 4/5). Ferner ist auch die polizeiliche Einvernahme vom 

C._____ vom 3. Juli 2023 (act. 3/1), sowie von der Auskunftsperson D._____ vom 

1. Februar 2024 (act. 5/1) beweisrelevant. Darüber hinaus dient das Einsatzproto-

koll vom 29. Juni 2023 (act. 1/5), die Fotodokumentation der Kantonspolizei Zürich 

über die Wohnung des Beschuldigten und des Privatklägers (act. 1/2), das Proto-

koll der ärztlichen Untersuchung vom 3. Juli 2023 (act. 8/5 und act. 8/6), das Gut-

achten zur körperlichen Untersuchung vom 20. Juli 2023 (act. 8/7), die IRM Bilder 

des Privatklägers vom 30. Juni 2023 (act. 10/1 und act. 10/2), das Gutachten des 

Forensischen Instituts Zürich vom 2. Oktober 2023 (act. 10/7), der Bericht der Spe-

zialsprechstunde Frühe Kindheit der PUK vom 27. März 2025 (act. 47/4), der Aus-

trittsbericht  des  Kantonsspitals  Winterthur  vom  30. Juni  2023  (act. 11/1  resp. 

act. 11/9), sowie die ambulante Notfalluntersuchung vom 10. Juli 2023 (act. 11/8) 

der Sachverhaltserstellung.

3.1. Aussagen des Beschuldigten

3.1.1. Polizeiliche Einvernahme vom 30. Juni 2023 (act. 2/1)

An  der  polizeilichen  Einvernahme  vom  30. Juni  2023  (act. 2/1),  an  welcher 

der Beschuldigte in Begleitung seines Verteidigers RA Y._____, zum vorgeworfe-

nen Sachverhalt befragt wurde, machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht 

Gebrauch.

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3.1.2. Hafteinvernahme vom 1. Juli 2023 (act. 2/3)

3.1.2.1. An der Hafteinvernahme vom 1. Juli 2023 (act. 2/3) gab der Beschuldigte 

an,  den  Privatkläger  nie  misshandelt  zu  haben  (act. 2/3,  Frage 10).  Das  Gericht 

habe entschieden, dass der Privatkläger ab März ganz bei ihm leben solle (act. 2/3, 

Frage 11). Die Kindsmutter habe den Privatkläger am 27. Februar 2023 zu ihm ge-

bracht und sei mit dem Privatkläger überfordert gewesen (act. 2/3, Frage 12 und 

Frage 27).  Er  würde  sich  das  Sorgerecht  mit  der  Kindsmutter  teilen  (act. 2/3, 

Frage 13).  Der  Beschuldigte  gab  an,  dass  er  ebenfalls  eine  Beiständin  für  seine 

finanziellen Angelegenheiten hätte (act. 2/3, Frage 18 bis Frage 21). Er habe mit 

der Kindesmutter wegen des Kindes telefonischen Kontakt (vgl. act. 2/3, Frage 23). 

Der Beschuldigte führte weiter aus, dass ihm der Privatkläger erzählt hätte, dass 

seine Kindsmutter ihn geschlagen hätte und dass er des Öfteren beim Privatkläger 

blaue Flecken entdeckt hätte. Ob die Kindsmutter jedoch den Privatkläger tatsäch-

lich geschlagen hätte, könne er nicht sagen (act. 2/3, Frage 31). 

3.1.2.2. Am Abend des 29. Juni 2023 sei er mit dem Privatkläger mit dem Roller 

nach  Hause  gefahren,  nachdem  sie  bei  seinem  Bruder  gewesen  seien  (act. 2/3, 

Frage 32). Er sei mit dem Privatkläger eine Stunde bevor der Rettungswagen ge-

kommen sei, nach Hause gekommen (act. 2/3, Frage 33). Der Privatkläger sei ne-

ben dem Roller umgefallen und hätte sich im Rucksack verfangen. Dort habe es 

einen Stein gehabt und er habe sehr stark geweint (act. 2/3, Frage 34). Der habe 

Privatkläger Hunger gehabt, dieser aber erst geduscht werden sollte. Er habe ge-

tanzt und sei dann ausgerutscht und habe sich mit dem Kopf an der Wanne aufge-

schlagen (act. 2/3, Frage 34). Er sei mit dem Gesicht nach vorne gestürzt und habe 

neben dem Weinen auch mit dem Erbrechen begonnen. Er sei wackelig gewesen 

und sein Kopf hätte zu Zittern begonnen. Seine Augen seien von links nach rechts 

gegangen und der Beschuldigte habe versucht ihn in die Hände zu nehmen und 

ihn hinzulegen. Der Beschuldigte habe versucht den Privatkläger zu wecken und 

habe seinen Namen gerufen. Er sei unter Schock gestanden und habe versucht ihn 

zu reanimieren. Er habe mit einer Herzmassage begonnen und sei Schleim aus der 

Nase  und  dem  Mund  gekommen.  Der  Beschuldigte  habe  in  der  Folge  den  Ret-

tungswagen gerufen und mit der Reanimation weitergemacht. Der Privatkläger sei 

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nach einer Zeit zu sich gekommen und habe an die Wand gestarrt. Irgendwann sei 

er aufgestanden und habe sich nach vorne gebeugt und Zeichen gegeben, dass 

ihm der Bauch weh tun würde. Der Privatkläger habe auch Wasser getrunken und 

habe danach ziemlich viel erbrochen. Der Krankenwagen sei dann gekommen und 

man habe den Privatkläger in das Spital gebracht (act. 2/3, Frage 35). 

3.1.2.3. Auf  Vorhalt  der  Verletzungen  des  Privatklägers  führte  der  Beschuldigte 

aus,  dass  er  bereits  mit  dem  Privatkläger  bezüglich  der  Verletzungen  beim  Arzt 

gewesen sei und dass der Privatkläger von anderen Kindern geschlagen und an 

den Ohren gezogen worden sei. Der Arzt habe ihm eine Creme gegeben, da hinter 

den Ohren Risse entstanden seien (act. 2/3, Frage 36). Auf Vorhalt einer Kurz-Fo-

todokumentation der Kantonspolizei Zürich über die körperliche Untersuchung des 

Privatklägers  durch  das  IRM  Zürich  führte  der  Beschuldigte  Folgendes  aus:  Die 

Bilder 1 und 2 würden Verletzungen der Ohren zeigen. Das Bild 3 würde aus dem 

Vorfall resp. Unfall mit dem Roller resultieren. Auch das Bild 4 und 5 würde aus 

dem Unfall mit dem Roller resultieren. Der Privatkläger sei fast unter den Roller des 

Beschuldigten geraten, als dieser auf dem Fahrrad gefahren sei. Er sei fast mit dem 

Roller kollidiert. Die Verletzungen auf den Bildern 6 und auf dem Bild 7 seien auf 

die gleiche Weise geschehen. Die Verletzungen auf Bild 8 würden aus einer Aus-

einandersetzung  zwischen  vier  weiteren  Kindern  und  dem  Privatkläger  auf  dem 

Spielplatz resultieren, als der Privatkläger geschlagen und gegen den Rücken und 

gegen die Beine getreten wurde. Das Gleiche würde man aus den Verletzungen 

aus Bild 9 sehen können (act. 2/3, Frage 43). Dem Privatkläger sei in das Gesäss 

gebissen worden von einem anderen Kind, was der Beschuldigte gesehen haben 

will (act. 2/3, Frage 46 und Frage 47). Der betreffende Vater des Kindes hätte je-

doch nicht reagiert, woraufhin der Beschuldigte den Privatkläger vom Spielplatz in 

E._____ genommen hätte und gegangen sei (act. 2/3, Frage 47). Der Beschuldigte 

könne sich nicht erinnern, wann diese Vorfälle passiert seien (act. 2/3, Frage 50). 

Er habe dem Privatkläger diese Verletzungen nicht zugeführt (act. 2/3, Frage 52). 

Er  würde  nie  die  Kontrolle  über  sich  verlieren  und  in  Situationen,  in  welchen  es 

dazu kommen könnte, eher weggehen (act. 2/3, Frage 54). Er gibt an, dass er ab 

und  zu  als  Alleinerziehender,  wie  andere  Alleinerziehende  auch,  Hilfe  benötigen 

würde. Der Privatkläger sei ein sehr aktives Kind und würde nicht immer hören. Er 

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habe früher viele Kinder geschlagen und gebissen. Der Privatkläger habe sehr viel 

Energie und da sei man als Elternteil auch schnell mal überfordert. Der Privatkläger 

habe ihn, den Beschuldigten, auch manchmal geschlagen und gebissen. Der Pri-

vatkläger habe bereits mehrfach seine Spielsachen zerstört als er ausrastete oder 

wütend gewesen sei (act. 2/3, Frage 55). Der Beschuldigte gibt an, dass er früher 

selten Drogen konsumiert habe, dies jetzt jedoch nicht mehr tun würde (act. 2/3, 

Frage 63). Der Beschuldigte gibt an, dass er öfters daheim aufgeräumt hätte, je-

doch mit einem Kind als Alleinerziehender, nicht immer die Zeit finden würde, auf-

zuräumen (act. 2/3, Frage 72). Es seien sechs Zimmer und wenn er mit dem Putzen 

beginnen würde, würde es an einer anderen Stelle wieder dreckig sein (act. 2/3, 

Frage 72).  Der  Beschuldigte  weist  die  Vorwürfe,  den  Privatkläger  geschlagen  zu 

haben, zurück (act. 2/3, Frage 73).

3.1.3. Einvernahme vor dem ZMG vom 3. Juli 2023 (act. 18/8)

Anlässlich der Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht machte der 

Beschuldigte die folgenden Aussagen: Er sei von den Vorwürfen schockiert gewe-

sen (act. 18/8, S. 2). Er habe den Privatkläger nicht misshandelt (act. 18/8, S. 3). 

Weiter führte der Beschuldigte aus, dass der Privatkläger seinen Kopf in der Bade-

wanne verletzt habe, die Verletzungen an der Schulter von einem Sturz mit dem 

Velo stammen würden, und der Privatkläger ein sehr aktives Kind sei und sich oft 

verletzen würde (act. 18/8, S. 3). Auf den Hinweis, dass die Wohnung des Beschul-

digten dreckig und verwahrlost sei, äusserte sich der Beschuldigte dahingehend, 

er würde jeweils erst am Abend aufräumen und dass der Privatkläger viel Unord-

nung  machen  würde  (act. 18/8,  S. 4).  Der  Beschuldigte  führte  aus,  dass  er  eine 

Persönlichkeitsstörung, sowie Panikattacken habe (act. 18/8, S. 5).

3.1.4. Konfrontationseinvernahme vom 3. August 2023 (act. 2/4)

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme führte der Beschuldigte aus, dass 

er nie den Privatkläger geschlagen, gestossen, misshandelt oder mit ihm über se-

xuelle  Dinge  gesprochen  habe  (act. 2/4,  S. 7).  Auf  die  Ausführungen  von  Frau 

C._____, wonach das sexualisierte Verhalten des Privatklägers für sie neu gewe-

sen seien und der Privatkläger ihr gegenüber geäussert hätte sich beim Beschul-

- 13 -

digten das sexualisierte Verhalten abgeschaut zu haben, gibt der Beschuldigte an, 

dass er dies nie vor dem Privatkläger getan hätte und dies auch noch nie bei ihm 

gesehen hätte (act. 2/4, S. 8). Der Beschuldigte stellt die Vermutung auf, dass das 

sexualisierte  Verhalten  des  Privatklägers  auf  wechselnde  Partner  von  Frau 

C._____  zurückzuführen  sei  (act. 2/4,  S.  8).  Der  Beschuldigte  gibt  an,  nie  seine 

Nerven verloren zu haben, wenn der Privatkläger ausgeflippt sei und ihn entweder 

herumschreien liess oder ihn in die Arme genommen habe (act. 2/4, S. 9). Ange-

sprochen  auf  das  Urteil  des  Bezirksgerichts  Hinwil  vom  25. Juli  2023,  worin  der 

Beschuldigte wegen sexueller Handlungen mit Kindern und sexueller Nötigung ver-

urteilt wurde, führt der Beschuldigte aus, dass das nicht stimmen würde und er be-

weisen könne, dass die Anschuldigungen resp. die Verurteilungen nicht stimmen 

würden.  Seine  Mutter  würde  einen  dicken  Ordner  haben,  mit  dem  er  beweisen 

könne, dass das Urteil nicht stimmen würde (act. 2/4, S. 11). Der Beschuldigte blieb 

bei seiner Aussage, der Privatkläger habe durch Stürze mit dem Fahrrad und durch 

den Vorfall auf dem Spielplatz die Verletzungen erlitten. Er sei, wenn die Blessuren 

resp. Verletzungen schlimm gewesen seien, zum Arzt gegangen und hätte sonst 

eine Creme auf die Wunden getan und diese dann beobachtet (act. 2/4, S. 12). Der 

Beschuldigte  sagte  auch,  dass  der  Privatkläger  ihn  schon  geschlagen  hätte.  Er 

habe auch beobachtet, dass der Privatkläger sich selbst verletzt hätte, als dieser 

Sachen  mit  dem  Kopf  kaputt  gemacht  habe  (act. 2/4,  S.  13).  Der  Beschuldigte 

führte aufgrund der Konfrontation mit dem Vorwurf der Wegsperrung des Privatklä-

gers aus, dass dies so in dem Umfang nicht passiert sei und er den Privatkläger 

nicht weggesperrt habe (act. 2/4, S. 15).

3.1.5. Schlusseinvernahme vom 30. September 2024 (act. 2/5)

Anlässlich  der  Schlusseinvernahme  machte  der  Beschuldigte  von  seinem 

Aussageverweigerungsrecht gebrauch.

3.1.6. Aussagen anlässlich der Hauptverhandlung (Prot. S. 8 ff.)

3.1.6.1.1. Anlässlich  der  Hauptverhandlung  vom  23. Mai  2025  gab  der  Beschul-

digte zu Protokoll, nicht mehr zu wissen, ob der Privatkläger vom 27. März 2023 bis 

zum 29. Juni 2023 bei ihm, beim Beschuldigten, in E._____ gelebt habe. Er habe 

- 14 -

den Privatkläger niemals geschlagen, getreten oder misshandelt (Prot. S. 15). Der 

Beschuldigte führt zu den Geschehnissen vom 29. Juni 2023 aus, dass er und der 

Privatkläger von seinem Bruder nach Hause gekommen seien. Sie seien mit ihm 

einkaufen gewesen. Der Beschuldigte habe noch mit seiner Beiständin Telefonate 

geführt.  Er  habe  die  Badewanne  vorbereitet  und  habe  eigentlich  noch  nicht  das 

Wasser in die Badewanne gelassen. Der Beschuldigte sei herumgelaufen, da er 

noch Sachen aufräumen musste. Irgendwann habe der Beschuldigte ein Geräusch 

gehört und sei ins Badezimmer gegangen und habe gesehen, dass der Privatkläger 

gezittert  habe.  Dann  habe  der  Körper  und  die  Augen  des  Privatklägers  gezuckt. 

Der  Beschuldigte  habe  den  Privatkläger  aus  der  Badewanne  herausgenommen. 

Der Beschuldigte habe dann den Krankenwagen gerufen und gesagt, dass sie so-

fort kommen sollten. Es sei wie ein epileptischer Anfall gewesen. Auch sei der Pri-

vatkläger dann komplett weg gewesen. Daraufhin habe der Beschuldigte den Pri-

vatkläger angefangen zu reanimieren. Es sei für den Beschuldigten ein Schock ge-

wesen. Dann seien sie ins Spital gegangen. Der Beschuldigte habe im Spital aus-

gesagt, dass er mit dem Privatkläger vor zwei Wochen beim Arzt gewesen seien. 

Im Spital habe man ihm nicht zuhören wollen. Der Privatkläger habe lang auf die 

Medikamente warten müssen. Der Beschuldigte habe dann mit dem Spital disku-

tieren müssen, da der Privatkläger müde und hungrig gewesen sei. Der Beschul-

digte habe immer wieder nach den Medikamenten gefragt und ob der Privatkläger 

etwas zu Essen haben könne, da der Privatkläger nach Hause gehen wollte. Der 

Beschuldigte habe dann mit dem Spital diskutiert. Der Beschuldigte sei bereits we-

gen den Verletzungen vom Privatkläger beim Arzt gewesen. Der Privatkläger sei 

auf dem Spielplatz umgefallen und habe sich mit Kindern gestritten (Prot. S. 16). 

3.1.6.2. Auf Vorhalt des Gutachtens zur körperlichen Untersuchung vom 2. Oktober 

2023, gibt der Beschuldigte an, dass der Privatkläger ein Tollpatsch sei. Der Privat-

kläger würde sich meistens verletzen und man müsse immer auf ihn aufpassen, 

sonst sei der Privatkläger überall. Der Privatkläger habe jedes Mal was am Fuss 

gehabt. Weiter führt der Beschuldigte aus, dass der Privatkläger auch auf seinem 

Bett  herumspringen  würde,  sich  das  Knie  anschlagen  und  Saltos  oder  Purzel-

bäume  machen  würde.  Der  Privatkläger  sei  sehr  hibbelig  und  es  würde  auch  in 

allen Berichten stehen, dass der Privatkläger ein sehr aktives Kind sei (Prot. S. 17). 

- 15 -

Weiter führt der Beschuldigte aus, dass als er den Privatkläger von der Auskunfts-

person,  C._____,  abgeholt  habe,  der  Privatkläger  auch  Hämatome  gehabt  habe 

und der Privatkläger meinte, dass die Auskunftsperson das getan hätte (Prot. S. 17 

und 18). Ob dies so gewesen sei, wisse er nicht, aber er wisse, dass der Privatklä-

ger  jedes  Mal  was  an  den  Beinen  oder  am  Arm  gehabt  hätte.  Der  Beschuldigte 

bestätigte,  dass  der  Privatkläger  vor  dem  Spitaleintritt  bei  ihm  gewesen  sei.  Der 

Privatkläger  habe  mal  etwas  an  den  Ohren  gehabt,  wofür  der  Beschuldigte  eine 

Creme von der Auskunftsperson erhalten habe. Er wisse jedoch nicht, um was es 

sich dazumal bei den Ohren gehandelt habe (Prot. S. 18). 

3.1.6.3. Auf Vorhalt der Aussagen des Privatkläger in der Kinderbefragung, wonach 

der Beschuldigte ihn geschlagen und gekickt habe, nachdem er in das Bett gepin-

kelt habe, führt der Beschuldigte aus, dass der Privatkläger sehr manipulierbar sei. 

Der Beschuldigte gibt an, dass er sich das Video der Kinderbefragung angeschaut 

habe und die Aussagen des Privatklägers als verwirrend empfunden habe. Er habe 

das Gefühl, dass man dem Privatkläger vorgeschrieben habe, was dieser zu sagen 

habe. Weiter führt der Beschuldigte aus, dass er den Gastvater resp. Pflegevater 

des Privatklägers nicht kennen würde und kein gutes Gefühl beim Pflegevater hätte 

(Prot.  S. 19  f.).  Dem  Beschuldigten  sei  aufgefallen,  dass  der  Privatkläger  seine 

Hände vor das Gesicht gehalten habe und "bitte nicht" gesagt habe, nachdem der 

Beschuldigte den Privatkläger von der Auskunftsperson abgeholt habe und einmal 

lauter geworden sei. Der Privatkläger hätte dem Beschuldigten nicht erklären kön-

nen, weswegen er dies getan habe (Prot. S. 20). Der Beschuldigte führt ergänzend 

aus, dass er den Privatkläger lieben würde, egal was dieser sagen oder tun würde 

(Prot. S. 23). 

3.1.6.4. Angesprochen  auf  den  Anruf  bei  der  Notrufzentrale,  führte  der  Beschul-

digte aus, dass der Privatkläger scharfe Mayonnaise aus einer grossen Tube sowie 

Chips gegessen habe. Diese Chips seien sehr scharf gewesen (Prot. S. 23). Der 

Beschuldigte habe den Speichel, der aus dem Mund des Privatklägers gekommen 

sei, probiert und festgestellt, dass dieser scharf gewesen sei. Weiter führt der Be-

schuldigte aus, dass er mit der Beiständin Frau F._____ telefoniert hätte und dafür 

auf  den  Dachboden  gegangen  sei.  Er  habe  dann  den  Privatkläger  herumrennen 

- 16 -

gehört. Dann habe er das Geräusch gehört und sei im hinuntergegangen und habe 

den Privatkläger in der Badewanne angetroffen (Prot. S. 24). Auch die Grossmutter 

sowie seine Kollegen hätten ab und zu auf den Privatkläger aufgepasst. Diese hät-

ten über den Privatkläger ausgesagt, dass man immer auf den Privatkläger achten 

müsste, sonst wäre der Privatkläger weg. Auch sei der Privatkläger als sehr an-

strengend  bezeichnet  worden  (Prot.  S.  25).  Der  Beschuldigte  führte  über  seinen 

Erziehungsstil aus, dass dieser sehr offen, aber auch strikt sei. Er habe auch seine 

Pläne und seine Regeln. Wenn Pläne nicht aufgehen würden, dann sei dies so, so 

wäre das mit einem Kind. Der Privatkläger habe immer zum Beschuldigten gehen 

können, wenn dieser traurig gewesen sei. Der Beschuldigte habe sich kein Bett mit 

dem Privatkläger geteilt. Er habe auf dem Sofa und der Privatkläger im Bett ge-

schlafen  (Prot.  S. 26).  Der  Beschuldigte  habe  immer  noch  per  Video  einmal  pro 

Monat Kontakt zum Privatkläger. Der Privatkläger würde ihn bei jedem Kontakt fra-

gen, wann sie sich sehen können (Prot. S. 27).

3.2. Aussagen des Privatklägers

3.2.1. Der Privatkläger wurde im Rahmen einer Videoeinvernahme am 1. Februar 

2024 (act. 4/6) vernommen. Die Kinderbefragung wurde in Gegenwart des Pflege-

vaters  des  Privatklägers  durchgeführt  und  aufgezeichnet  (act. 4/3  und  act. 4/4). 

Laut Bericht der Videobefragung vom 1. Februar 2024 handle es sich beim Privat-

kläger um einen aufgeweckten, lebhaften 5-jährigen Jungen, der lieber spielen, als 

reden möchte. Die Befragung wurde altersadäquat durchgeführt (act. 4/5).

3.2.2. Anlässlich der Kinderbefragung machte der Privatkläger die folgende Aussa-

gen: Sein "Papi" sei der im Raum anwesende Pflegevater D._____ (act. 4/6, Frage 

3).  Der  Privatkläger  würde  seinen  Pflegevater  "Papi"  oder  "D'._____"  nennen 

(act. 4/6, Frage 11). Er habe noch einen anderen "Papi", dieser sei "Papi" B._____ 

(act. 4/6,  Frage  12).  Der  Privatkläger  gibt  an,  dass  ihm  nicht  gesagt  worden  sei, 

was er an der Kinderbefragung sagen müsste (act. 4/6, Frage 16). Der Privatkläger 

nickt, als er gefragt wurde, ob er einmal jemandem gesagt habe, dass er vom Papi 

einmal geschlagen worden sei (act. 4/6, Frage 22). Der Privatkläger habe ins Bett 

gepinkelt, woraufhin der Beschuldigte ihn geschlagen und gekickt habe (act. 4/6, 

Frage 23). Der Beschuldigte habe dem Privatkläger in die Beine gekickt und dann 

- 17 -

geboxt (act. 4/6, Frage 24). Auf die Frage, wohin er geboxt worden sei, wird von 

dem Privatkläger auf seine Stirn, seine Backe, seine Brust, seinen Bauch sowie auf 

die Oberschenkel gezeigt (act. 4/6, Frage 25). Auf die Frage, ob der Beschuldigte 

den Privatkläger mit dem Fuss gekickt worden sei, nickt dieser (act. 4/6, Frage 31). 

Der Privatkläger führt aus, dass er vom Beschuldigten mit den Händen gegen sei-

nen Bauch und seine Hüfte geschlagen hätte (act. 4/6, Frage 32, 33 und 46). Er 

habe ihn mit der Faust geschlagen (act. 4/6, Frage 34). Der Beschuldigte habe den 

Privatkläger  in  die  kalte  Dusche  gestellt,  als  dieser  in  das  Bett  gemacht  habe 

(act. 4/6, Frage 35). Der Privatkläger führt aus, dass seine Mutter ihn nicht geschla-

gen habe (act. 4/6, Frage 42). Der Privatkläger führt aus, dass der Beschuldigte ihn 

einmal oder mehrmals geschlagen habe (act. 4/6, Frage 51 und 52). Der Privatklä-

ger ergänzt, dass der Beschuldigte ihn erst geschlagen und gekickt hat und er da-

nach gepinkelt hätte (act. 4/6, Frage 58).

3.3. Aussagen von C._____

3.3.1. Polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2023 (act. 3/1)

3.3.1.1. An der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2023 erzählte C._____, dass 

sie sich bereits während der Schwangerschaft vom Beschuldigten getrennt habe, 

da dieser sie psychisch unterdrückt habe. Sein Verhalten habe auf einen narzissti-

schen Charakter hingewiesen. Der Beschuldigte sei sehr oft aggressiv geworden, 

wenn es nicht so gelaufen sei, wie er es wollte. Der Beschuldigte habe sie bedroht 

und gestalkt. Das habe angefangen, als sie sich von ihm trennte. Die Auskunfts-

person führt aus, dass auch schon die Ambulanz gekommen sei und ihre Eltern für 

Abstand zwischen dem Beschuldigten und ihr sorgen mussten (act. 3/1, Frage 13). 

Seit der Geburt des Privatklägers habe sie Angst gehabt, mit ihm alleine zu sein. 

Ihre Eltern hätten sie unterstützt (act. 3/1, Frage 14). Aufgrund des Verhaltens des 

Beschuldigten sei es zur Trennung nach ein bis zwei Jahren Beziehung gekommen 

(act. 3/1, Frage 24 und 25). Sie habe Angst vor dem Beschuldigten gehabt. Er habe 

aggressives  Verhalten  und  Ticks  gezeigt  (act. 3/1,  Frage 25).  Der  Beschuldigte 

würde schnell ausrasten und sie von einem auf den anderen Augenblick beschimp-

fen. Er habe ihr gedroht das Leben zur Hölle zu machen und habe sie oft ange-

schrien (act. 3/1, Frage 26). Sie wohne im Kosovo mit ihrer Tochter und ihrem Ver-

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lobten,  welcher  aus  Deutschland  abgewiesen  worden  sei  (act. 3/1,  Frage 28  bis 

Frage 31). Das Sorgerecht und die Obhut sei seit der Geburt des Privatklägers bei 

ihr, der Mutter, gewesen (act. 3/1, Frage 32). Es habe kein Kontakt zwischen dem 

Privatkläger und dem Beschuldigten zu dieser Zeit gegeben. Sie hätte den Privat-

kläger dem Beschuldigten nicht anvertraut, wobei jedoch das Besuchsrecht durch 

das Gericht in Laufenburg geregelt worden sei. Die Beiständin habe das Besuchs-

recht organisiert und sei an den persönlichen Kontakten zwischen dem Privatkläger 

und dem Beschuldigten anwesend gewesen (act. 3/1, Frage 32). Der Kontakt zwi-

schen dem Beschuldigten und dem Privatkläger sei nicht lange gut gegangen, da 

der Beschuldigte den Privatkläger in ein Zimmer eingesperrt habe. Der Beschul-

digte habe den Privatkläger bestrafen wollen, weil er den Brei nicht aufgegessen 

habe (act. 3/2, Frage 33). Der Privatkläger sei jedes Mal nach den Besuchen beim 

Beschuldigten mit Flecken und Verletzungen zurückgekommen. Sie habe die Ver-

letzungen  dokumentiert  und der Beiständin  gemeldet. Der  Beschuldigte habe  je-

weils Ausreden für die Verletzungen gesucht, wie zum Beispiel, dass der Privatklä-

ger in die Tür gerannt sei. Der Privatkläger habe jedoch ihr, der Auskunftsperson, 

die Vorfälle anders geschildert. Das Verhalten des Privatklägers sei immer schlim-

mer geworden, sodass sie der Meinung gewesen sei, sich professionelle Hilfe holen 

zu müssen den Privatkläger zu einer Tagesklinik bringen wollte (act. 3/1, Frage 35). 

3.3.1.2. Ihr Sohn, der Privatkläger, habe sich einmal ein Kabel um den Hals gelegt 

und Sachen mit dem Messer gemacht. Der Privatkläger sei in eine Kita gegangen, 

die er dann aufgrund seines Verhaltens nicht mehr besuchen konnte. Danach sei 

der Privatkläger zu Pflegeeltern gekommen. Der Privatkläger habe in der Kita er-

zählt, dass der Beschuldigte ihn geschlagen habe. Dies habe der Privatkläger auch 

ihr, der Auskunftsperson, gesagt. Nach zwei Wochen bei den Pflegeeltern habe sie 

den Privatkläger wieder von den Pflegeeltern abholen müssen. Danach habe sie 

sich um den Privatkläger gekümmert, in der Hoffnung Unterstützung für den Privat-

kläger zu bekommen (act. 3/1, Frage 36). Auch den Pflegeltern habe der Privatklä-

ger von den Schlägen des Beschuldigten erzählt. Als sie mit dem Privatkläger al-

leine gelebt habe, habe sie sich vom Privatkläger schlagen lassen. Der Privatkläger 

sei in der Nacht häufig wach gewesen und habe ihr gesagt, dass der Beschuldigte 

den Privatkläger gegen die Wand geschlagen habe (act. 3/1, Frage 37). Der Privat-

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kläger sei durch sie, ihre Eltern und durch ihre Grosseltern betreut worden (act. 3/1, 

Frage 39 bis Frage 41). Der Entwicklungsstand des Privatklägers sei sehr schlecht, 

vor allem psychisch. Er könne gut reden, habe aber grosse Mühe mit anderen Din-

gen.  Er  könnte  nicht  ruhig  am  Tisch  sitzen.  Das  Verhalten  des  Privatklägers  sei 

besser  gewesen,  als  dieser  noch  bei  ihr  gelebt  habe  Der  Privatkläger  habe  sich 

einmal vor ihr ausgezogen und sich selbst stimuliert. Der Privatkläger habe erzählt, 

dass der Beschuldigte dies auch vor ihm gemacht habe. Auch sei der Privatkläger 

bereits trocken gewesen, jedoch müsse er nun wieder Windeln tragen. Der Privat-

kläger habe sich Sachen in die Hose gesteckt und sich an ihren Beinen gerieben. 

Auch habe der Privatkläger sich bereits mal auf seine kleine Cousine gelegt und 

gesagt, dass dies der Beschuldigte auch mache (act. 3/2, Frage 42).

3.3.1.3. Die Auskunftsperson C._____ erzählte weiter, dass sie sich nicht mehr um 

den Privatkläger habe kümmern können, da dessen Verhalten d so schlimm gewe-

sen sei und er fachliche Hilfe benötigt hätte (act. 3/1, Frage 44). Der Beschuldigte 

habe jegliche Hilfe für die Betreuung des Privatklägers abgelehnt. Der Privatkläger 

sei nicht nur psychisch, sondern auch körperlich vom Beschuldigten misshandelt 

worden (act. 3/1, Frage 46). Auf Vorhalt der Verletzungen des Privatklägers führte 

C._____ aus, dass diese durch Schläge durch den Beschuldigten entstanden seien 

(act. 3/1, Frage 58 und 59). Der Beschuldigte habe die sie nie geschlagen, jedoch 

geschubst, gepackt und psychisch unter Druck gesetzt (act. 3/2, Frage 61).

3.3.2. Konfrontationseinvernahme vom 3. August 2023 (act. 2/4)

3.3.2.1. An der Konfrontationseinvernahme vom 3. August 2023 machte C._____ 

die folgenden Aussagen: Sie habe sich nicht getraut den Privatkläger zu fragen, 

woher die Blessuren im Gesicht stammen würden, da sie das Gefühl gehabt habe, 

dass der Privatkläger Angst vor dem Beschuldigten habe. Sie habe auch beim zwei-

ten Treffen im Gesicht Pulver entdeckt, konnte ihn jedoch nicht darauf ansprechen 

(act. 2/4, S. 4). Die Verletzungen des Privatkläger seien durch Gewalt, vermutlich 

durch den Beschuldigten, zugefügt worden. Auch führt sie aus, dass der Privatklä-

ger manipuliert worden sei, gesagt zu haben, dass sie den Privatkläger schlagen 

würde und dass dieser ihr gegenüber erzählt habe, vom Beschuldigten geschlagen 

worden zu sein (act. 2/4, S. 5). Sie führt aus, dass sie nicht mit dem Privatkläger 

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überfordert gewesen sei, sondern nur mit dessen Verhalten und dass sie versucht 

habe, sich und dem Privatkläger angemessene Unterstützung zu sichern (act. 2/4, 

S. 6). Wenn der Privatkläger sie geschlagen habe, habe sie ihn gepackt und ge-

wartet, bis er mit dem Schreien fertig gewesen sei. Daraufhin habe sie ihm gesagt, 

dass man weder in der Kita, noch gegenüber  der Mutter sich so verhalten dürfe 

(act. 2/4, S. 6 f.). 

3.3.2.2. C._____  führte  weiter  aus,  dass  der  Privatkläger  vor  ihr  sexuelle  Dinge 

getan hätte, die für sie bis zu dem Zeitpunkt neu gewesen seien. Der Privatkläger 

habe  gegenüber  C._____  ausgesagt,  dass  er  dies  beim  Beschuldigten  gesehen 

hätte. Der Privatkläger habe vor ihr mastrubiert und sich an ihrem Bein gerieben 

(act. 2/4, S. 7). Ihr sei das stark sexualisierte Verhalten des Privatklägers aufgefal-

len und sei deswegen zu einer Kinderpädagogin in G._____, zur Stiftung H._____ 

und zu Dr. I._____ (Kinderarzt) gegangen. C._____ gibt an, dass der Privatkläger 

keine  sexuellen  Handlungen  bei  ihr  und  ihren  Partnern  beobachten  konnte  und 

dass  dessen  sexuelles  Verhalten  erst  bei  der  50/50  Betreuung  begonnen  habe 

(act. 2/4, S. 8). Auf die Frage, ob der Privatkläger durch den Beschuldigten einge-

sperrt worden sei, führte sie aus, dass der Beschuldigte aufgrund dessen, dass der 

Privatkläger als Baby keinen Brei essen wollte, einen Wutanfall gehabt habe und 

den Privatkläger als Strafe in sein Zimmer eingesperrt und das Schloss verriegelt 

habe (act. 2/4, S. 15).

3.4. Aussagen des Zeugen D._____ (act. 5/1)

Der  Zeuge  D._____,  der  Pflegevater  des  Privatklägers,  führte  aus,  wie  der 

Privatkläger spontan von sich aus über häusliche Gewalt seitens des Beschuldigten 

berichtet habe. Der Privatkläger habe erzählt, dass er von seinem Vater geschlagen 

worden sei und er auf keinen Fall wieder dort hingehen wolle. Der Privatkläger habe 

davon berichtet, dass,  wenn er zum  Beispiel  Wasser löste im Bett, er mit  einem 

Schlag auf den Hintern bestraft worden sei. Er erzählte, dass er teilweise kalt und 

heiss abgeduscht worden sei. Er erzählt von Schlägen gegen Kopf, Brust, Seite, 

gesamthaften  Körper.  Diese  Aussagen  mache  er  immer  wieder  macht  (act. 5/1, 

Frage 10). 

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3.5. Medizinische Unterlagen

3.5.1. Bilder Verletzungen Privatkläger (act. 10/1 und act. 10/2)

In der Dokumentation der Verletzungen des Privatklägers der Kantonspolizei 

Zürich (act. 10/1 und act. 10/2) ist Folgendes zu sehen: Verletzungen hinter dem 

linken Ohr (act. 10/1, S. 1). Verletzungen hinter dem rechten Ohr (act. 10/1, S. 2). 

Angezeigt wird eine ungefähr 6 cm lange Narbe, sowie an der linken Schulter einen 

runden  Bluterguss  (act.  10/1  S. 3).  Eine  4  cm  breite  und  6  cm  lange  Verletzung 

oder Bluterguss inklusive mehrere länglicher Narben, sowie am Bauch des Privat-

klägers mehrere Blutergüsse (act. 10/1 S. 4). Am rechten Trizeps einen 3 cm brei-

ten und 4 cm breiten dunklen Bluterguss, sowie am Unterarm mehrere Blutergüsse 

(act. 10/1 S. 5). An der linken Schulter ein 3 cm langer Bluterguss, sowie mehrere 

Blutergüsse und Narben am ganzen Arm verteilt (act. 10/1 S. 6). Am linken Unter-

arm  im  Bereich  des  Ellbogens  einen  5  cm  breiten  und  7  cm  langen  Bluterguss, 

sowie mehrere Narben (act. 10/1 S. 7). Am rechten Bein mehrere Blutergüsse am 

Oberschenkel, am Knie und mehrere relativ gleichmässig verteilte rundliche Blut-

ergüsse und am linken Bein am Oberschenkel, in der Nähe des Gesässes, einen 

runden  dunklen  Bluterguss  und  an  der  linken  Wade  zwei  direkt  übereinanderlie-

gende rundliche Blutergüsse (act. 10/1 S. 8). Am mittleren Rücken, in der Nähe der 

Wirbelsäule, vier in Bezug auf die Grösse der Blutergüsse mit absteigender Grösse 

rundliche Blutergüsse (act. 10/1 S. 9). Über 8 cm breite und 8 cm lange unregel-

mässig verteilte Blutergüsse (act. 10/1 S. 10). Auf der linken Gesässseite ein 5 cm 

breiter und 5 cm langer dunkler Bluterguss (act. 10/1 S. 11).

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3.5.2. Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Privatklägers (act. 10/7)

Laut  Gutachten  des  IRM  zur  körperlichen  Untersuchung  des  Privatklägers 

vom 2. Oktober 2023 (act. 10/7), wirkte der Privatkläger während der Untersuchung 

aufgebracht, beschimpfte die anwesenden Personen und zeigte wiederholt den Mit-

telfinger und trat und schlug um sich. Beim Privatkläger würde es sich um ein win-

deltragendes Kind mit reduziertem Pflegezustand handeln. Bei der Untersuchung 

seien zahlreiche Blutergüsse und Hautabschürfungen verschiedenen Alters am ge-

samten Körper festgestellt worden. Die Verletzungen seien in ihrer Anzahl, Vertei-

lung und Art überwiegend hochgradig verdächtig auf körperliche Kindesmisshand-

lung. Konkret fanden sich Verletzungen am Kopf (Stirn, Ohren, Wangen, Nasenrü-

cken) sowie Hauteinrisse hinter den Ohren, die auf stumpfe Gewalt und Ziehen an 

den  Ohren  hindeuten.  Am  Hals  deuten  Blutergüsse  und  Abschürfungen  auf 

stumpfe Gewalteinwirkung hin, möglicherweise durch Kratzen oder Ziehen an Klei-

dung.  Weiter  wurden  vielfältige  Blutergüsse  und  Hautabschürfungen  an  Rumpf, 

Gesäss, Armen und Beinen entdeckt, die alle unterschiedlich alt sind und auf wie-

derholte stumpfe Gewalteinwirkung schliessen würden. Einige Blutergüsse liessen 

sogar Schläge mit Gegenständen oder einen Biss vermuten. Insgesamt sei die An-

zahl der Verletzungen selbst bei einem aktiven Kind als auffallend hoch einzustu-

fen. Weiter befanden sich die Verletzungen teils an Lokalisationen, welche grund-

sätzlich  misshandlungsverdächtig  seien,  da  diese  nicht  zu  typischen  Anstoss- 

und/oder Sturzlokalisationen passen. Entsprechende Verletzungen konnten beim 

Privatkläger an den Ohrmuscheln und hinter den Ohren, am Hals, am Brustkorb, 

am Bauch, am Rücken, am Gesäss, an den Beugeseiten der Arme sowie an den 

Rückseiten und Innenseiten der Ober- und Unterschenkel festgestellt werden (vgl. 

act. 10/7, S. 5 ff.).

3.5.3. Bericht der ambulanten Notfalluntersuchung (act. 11/8)

Im Bericht der ambulanten Notfalluntersuchung vom 10. Juli 2023 (act. 11/8) 

der  Psychiatrischen  Universitätsklinik  Zürich  wird  Folgendes  zusammengefasst 

festgehalten: Die Pflegefamilie, bei welcher der Privatkläger untergekommen sei, 

habe  die  Betreuung  nach  10  Tagen  abbrechen  müssen,  da  der  Privatkläger  auf 

andere Kinder losgegangen sei und Tiere gequält habe (act. 11/8, S. 2). Der Pri-

- 23 -

vatkläger würde ein stark sexualisiertes Verhalten an den Tag legen. Der Privatklä-

ger habe sich schon mehrmals und bei verschiedenen Bezugspersonen die Decke 

in die Windeln gesteckt und habe sich im Intimbereich gerieben und gleichzeitig die 

Zehen der Bezugsperson streicheln wollen. Auch habe der Privatkläger mit zwei 

Fingern in den Intimbereich der weiblichen Bezugspersonen dringen wollen. Beim 

Privatkläger würde sich beim Spielen, sowie in der Kommunikation viel um Gewalt 

drehen. Er habe erzählt, dass er von allen geschlagen worden sei. Nach drei Tagen 

im J._____ habe der Privatkläger erstmalig nach seiner Mutter gefragt und mit dem 

Vater  habe  der  Privatkläger  nicht  reden  wollen  (act. 11/8,  S.  3).  Es  bestehe  der 

akute Verdacht, dass der Privatkläger massive physische Gewalt, sowie sexuelle 

Übergriffe erlebt habe (act. 11/8, S. 4). 

3.5.4. Austrittsbericht des Kantonsspital Winterthur (act. 11/1 und act. 11/9)

Laut  Beurteilung  des  Austrittsberichtes  des  Kantonsspitals  Winterthur  vom 

30. Juni 2023 (act. 11/1 und act. 11/9) präsentierte sich der Privatkläger in einem 

ordentlichen Allgemeinzustand. Es fielen multiple Hämatome, Kratzer und Schürf-

verletzungen am gesamten Integument, sowie Bissverletzungen am rechten Unter-

arm auf. Der Beschuldigte habe gemäss Bericht vom 30. Juni 2023 den Notfall mit 

dem Privatkläger sofort verlassen wollen, als ihm kommuniziert worden sei, dass 

das Verletzungsmuster des Privatklägers suspekt sei. Das Kantonsspital wendet 

sich wegen dringenden Tatverdachts auf Kindesmisshandlung an die Kantonspoli-

zei (act. 11/1 und act. 11/9, S. 3). 

3.5.5. Medizinische Unterlagen des Beschuldigten (act. 8/5-7)

Gemäss Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung des Beschuldig-

ten vom 20. Juli 2023 (act. 8/7), wurden bei der körperlichen Untersuchung zahlrei-

che, jedoch nicht relevante Hautveränderungen festgestellt (act. 8/7, S. 2 bis S. 4). 

Zudem war der Beschuldigte am Vorfall vom 30. Juni 2023 weder unter Alkohol- 

noch Drogeneinfluss (act. 8/6, S. 2).

- 24 -

3.5.6. Bericht der Spezialsprechstunde Frühe Kindheit (act. 47/4)

Der Privatkläger wurde aufgrund seines ausgesprochen expansiven Verhal-

tens in der Spezialsprechstunde Frühe Kindheit zur Untersuchung angemeldet. Im 

Bericht vom 23. März 2025 (act. 47/4) wird festgehalten, dass der Privatkläger aus-

gesprochen hyperaktiv sei und volle Aufmerksamkeit erfordere. Der Pflegevater – 

welcher  selbst  Sozialpädagoge  sei  –  und  die  Sondertagesschule  seien  an  ihre 

Grenzen gestossen. Laut Beurteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich 

läge beim Privatläger eine Bindungsstörung vor, welche möglicherweise durch eine 

unzureichende Betreuung in der frühen Kindheit entstanden sein könnte. Der Pri-

vatkläger habe vor allem zu Beginn der Platzierung distanzloses Verhalten gezeigt, 

welches Stand Herbst 2024 nachgelassen habe. Der Privatkläger zeige eine auf-

fällig hohe emotionale Bedürftigkeit und andauernde Rückversicherung bei der Be-

zugsperson (Pflegevater). Dies würde dazu führen, dass er als sehr anforderungs-

reich und anstrengend erlebt werde. Es könne nicht bestimmt werden, ob das klini-

sche Bild von ADHS zusätzlich zur Bindungsstörung bestehen würde, oder ob dies 

auf diese zurückzuführen sei. Es könne auch eine posttraumatische Belastungs-

störung durch Misshandlungserfahren bestehen, deren Symptome aktuell jedoch 

nicht  im  Vordergrund  stehen  würden.  Neben  einer  aktuellen  privaten  und  schuli-

schen Unterstützung sei zusätzlich eine Pharmakotherapie durchzuführen. 

3.6. Weitere Beweismittel 

In  der  Fotodokumentation  der  Kantonspolizei  Zürich  (act. 1/2)  wurden  die 

Wohnverhältnisse des Beschuldigten aufgenommen. Zu sehen ist eine grosse Un-

ordnung in der Küche (Bild 4 und 5), im Esszimmer (Bild 6 und 7), im Bad (Bild 8 - 

12), im Flur (Bild 13 und 14), im Kinderzimmer (Bild 15 - 17), im mittleren Zimmer 

(Bild 18 - 2) und im Schlafzimmer resp. des Wohnzimmers des Beschuldigten (Bild 

22- 24).

4. Glaubwürdigkeit

4.1. Der Beschuldigte ist vom Strafverfahren direkt betroffen und hat deshalb ein 

legitimes Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht dar-

- 25 -

zustellen, was dazu führt, dass seine Aussagen vor dem Hintergrund der Interes-

senlage zu würdigen sind. Es liegen aber keine Anhaltspunkte vor, die von vorn-

herein gegen seine Glaubwürdigkeit sprechen würden.

4.2. Die Auskunftsperson C._____ hat aufgrund ihrer Stellung als ursprünglich 

Mitbeschuldigte ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens. Sie könnte da-

her versucht sein, die Geschehnisse in einem für sie günstigen Licht darzustellen, 

was  bei  der  Würdigung  ihrer  Aussagen  entsprechend  zu  berücksichtigen  ist.  Es 

liegen jedoch keine Anhaltspunkte vor, welche an ihrer allgemeinen Glaubwürdig-

keit zweifeln lassen.

4.3. Der Privatkläger war zum Zeitpunkt seiner Befragung ein fünfjähriger Junge. 

Vor diesem Hintergrund sind seine Aussagen deshalb mit einer gewissen Vorsicht 

zu würdigen.

5.

Sachverhaltserstellung

5.1. Der Beschuldigte bestreitet konstant, den Privatkläger geschlagen, getreten 

oder sonst wie misshandelt zu haben (act. 2/3, Frage 10, 52, 73; act. 2/4, S. 7, 9, 

12; act. 18/8, S. 2, 3, Prot. S. 15). Die Aussagen des Beschuldigten sind jedoch als 

nicht glaubhaft einzustufen. Der Beschuldigte macht widersprüchliche Aussagen, 

welche sich nicht mit den anderen Beweismitteln und Aussagen der übrigen Per-

sonen in Einklang bringen lassen.

5.2. Bereits die Erklärungen des Beschuldigten zu den dokumentierten Verletzun-

gen des Privatklägers vermögen nicht zu überzeugen. Auf Vorhalt der Bilder 1 und 

2 der Verletzungen des Privatklägers (vgl. act. 10/1, S. 1 und 2) behauptet der Be-

schuldigte zunächst, dass andere Kinder den Privatkläger an den Ohren gezogen 

hätten. Der Privatkläger habe Risse hinter den Ohren gehabt und vom Arzt eine 

Creme verschrieben bekommen (act. 2/3, Frage 36 und 43). Dagegen führt er an-

lässlich der Hauptverhandlung aus, dass der Privatkläger "mal etwas an den Ohren 

hatte"  und  er  deswegen  von  der  Kindsmutter  eine  Creme  erhalten  habe  (Prot. 

S. 18). Weiter erzählte der Beschuldigte, dass die Verletzungen auf Bild 8 und 9 

von einem Vorfall auf einem Spielplatz stammen würden, wo ein Mädchen den Pri-

- 26 -

vatkläger gegen den Rücken und die Beine getreten habe und der Privatkläger auf 

einen Stein gefallen sei (act. 2/3, Frage 43 und Frage 44). In Bezug auf die Verlet-

zungen auf Bild 10 und 11 will der Beschuldigter gesehen haben, wie ein Kind auf 

dem Spielplatz den Privatkläger ins Gesäss gebissen habe (act. 2/3, Frage 45 -48). 

Bei der Verletzung am Gesäss handelt es sich um einen grossen, handförmigen 

Bluterguss, (vgl. act. 10/1 S. 11) welcher nur schwierig mit dem einem Biss eines 

Kindes in Einklang zu bringen ist. Die Aussagen des Beschuldigten zur scheinbaren 

Kinderattacke auf den Privatkläger, die zahlreiche Verletzungen hervorgerufen ha-

ben soll, sind weder stringent noch detailliert. Auf das eigentliche Kerngeschehen, 

die angebliche Attacke gegen den Privatkläger durch fremde Kinder, geht der Be-

schuldigte nicht gross ein. Ein genaues Datum zu den angeblichen Vorfällen auf 

dem Spielplatz konnte der Beschuldigte auch nicht nennen (act. 2/3, Frage 49 und 

50; act. 2/4, S. 12). Mit der Vertreterin des Privatklägers (vgl. act. 50, S.5) ist nicht 

nur  fraglich,  ob  Kinder  tatsächlich  solche  Verletzungen  zufügen  könnten.  Es  ist 

auch fraglich, wieso der Beschuldigte nicht eingeschritten ist, wenn es sich tatsäch-

lich so zugetragen hätte. Es war nämlich keine einfache Rauferei zwischen Kinder, 

sondern der Privatkläger zog sich mehrere Blutergüsse zu. Der Beschuldigte führte 

lediglich aus, dass er den Arzt nach dem angeblichen Geschehen auf dem Spiel-

platz angerufen habe (act. 2/4, S. 12). Darüber hinaus versucht der Beschuldigte 

die Verletzungen damit zu erklären, dass der Privatkläger ein aktives Kind und toll-

patschig sei (vgl. act. 2/3, Frage 45, 54; Prot. S. 17). Dieser Argumentation wider-

spricht  das  Gutachten  des  IRM,  wonach  die  Anzahl  der  Verletzungen  selbst  bei 

einem aktiven Kind auffallend hoch seien und die Verletzungen nicht zu typischen 

Anstoss- und/oder Sturzlokalisationen passen (vgl. act. 10/7, S. 5 f.). Auch die An-

gaben des Beschuldigten zu den Ereignissen vom 29. Juni 2023 sind widersprüch-

lich.  Zum  einen,  kann  der  Beschuldigte  den  Sturz  des  Privatklägers  genau  be-

schreiben, so soll der Privatkläger in der Badewanne getanzt haben, dann ausge-

rutscht und mit dem Gesicht nach vorne gefallen sein (vgl. act. 2/3, Frage 33 - 35), 

und zum anderen will der Beklagte ausserhalb des Badezimmers gewesen sein, 

als der Privatkläger in der Badewanne stürzte (vgl. Prot. S. 16). Schliesslich wird 

die Behauptung des Beschuldigten, wonach er im Umgang mit dem Privatkläger 

nicht überfordert sei (vgl. act. 2/3, Frage 54 und 55) durch die Fotodokumentation 

- 27 -

der Kantonspolizei Zürich (act. 1/2) über die Wohnverhältnisse widerlegt. Die mas-

sive Unordnung in der Wohnung zeigt deutlich, dass der Beschuldigte bereits mit 

der  Alltagsbewältigung  erhebliche  Probleme  hat.  Auch  der  desolate  Zustand  im 

Kinderzimmer macht die Überforderung in der Kinderbetreuung deutlich. Insgesamt 

erscheinen die Aussagen des Beschuldigten wenig glaubhaft und vermögen den 

Anklagesachverhalt nicht zu widerlegen. 

5.3.

Im Gegensatz dazu sind die Aussagen des Privatklägers als glaubhaft einzu-

stufen. So ist mit der Beiständin des Privatklägers (vgl. Prot. S. 30) vorab festzu-

halten, dass Kinder gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich ab 

etwa  vier  Jahren  als  aussagetüchtig  gelten  (BGer  6B_301/2022  vom  26. August 

2022, E. 3.4.3). Beim Privatkläger ist gemäss Bericht der ambulanten Notfallunter-

suchung  vom  10. Juli  2023  der  Psychiatrischen  Universitätsklinik  Zürich  das  Be-

wusstsein  und  die  Orientierung  altersgemäss  entwickelt,  er  hat  eine  starke  Ein-

schränkungen in der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit. Es gibt jedoch 

kein Anhalt für eine formale Denkstörung und keine Hinweise für Wahn, Sinnestäu-

schungen oder Ich-Störungen sowie Ängste oder Zwänge (act. 11/8 S. 3).

5.4. Anlässlich  der  Kinderbefragung  zeigte  sich  der  Privatkläger  als  ein  aufge-

weckter und aktiver Junge, der grundsätzlich lieber spielen wollte anstatt Fragen 

zu  beantworten.  Nichtsdestotrotz  waren  seine  Ausführungen  zum  Missbrauch 

durch den Beschuldigten konstant (vgl. act. 4/6, Frage 24, 25, 31, 32, 33, 35 und 

46). Er gab wieder, wohin und wie der Beschuldigte ihn geschlagen haben will. So 

habe sein Vater, der Beschuldigte, ihn gegen die Beine gekickt und gegen die Stirn, 

Backe, Brust, Bauch und gegen Oberschenkel geboxt (vgl. act. 4/6, Frage 24 und 

25). Er zeigte auf, wo der Beschuldigte ihn mit den Fäusten auf seinen Bauch und 

seine Hüfte geschlagen habe (vgl. act. 4/6, Frage 33). Der Privatkläger konnte da-

bei unterscheiden, wen er genau mit "Papi" meinte. Der Pflegevater habe ihn nicht 

geschlagen, sondern umarmt und ihm liebe Worte gesagt habe (vgl. act. 4/6, Frage 

45). Auch gibt er deutlich wieder, dass die Auskunftsperson, die Kindsmutter des 

Privatklägers, ihn nicht geschlagen habe (act. 4/6, Frage 42). Vielmehr schilderte 

er glaubhaft, dass es zu den Schlägen und Tritten kam, nachdem er in sein Bett 

gepinkelt habe (act. 4/6, Frage 23) und der Beschuldigte ihn danach unter die kalte 

- 28 -

Dusche gestellt habe (act. 4/6, Frage 35). Den Vorfall mit der Bestrafung nach dem 

Bettnässen  schilderte  der  Privatkläger  ebenfalls  gegenüber  seinem  Pflegevater 

(vgl. act. 5/1, Frage 10). Entgegen der Ansicht der Verteidigung erfolgte die Kinds-

befragung nicht suggestiv (vgl. act. 51 S. 8 f.), sondern wurde gemäss Bericht der 

Fachpsychologin SBAP in Kinder- und Jugendpsychologie, Frau K._____, welche 

der Einvernahme beiwohnte, altersadäquat durchgeführt (vgl. act. 4/5). Mit der Bei-

ständin (vgl. Prot. S. 30) kann ebenfalls festgehalten werden, dass die zeitliche Ein-

gliederung des Erzählten in sich stimmig ist und seine Aussagen zur Beule am Hin-

terkopf zeigen, dass er sich klar erinnert und sich nichts suggerieren lassen hat.

5.5. Die Aussagen des Privatklägers stehen zudem im Einklang mit den weiteren 

Beweismitteln. So sind die erwähnten medizinischen Unterlagen und dokumentier-

ten Verletzungen (vgl. E. III.3.5) ein starkes Indiz dafür, dass der Privatkläger – wie 

von  diesem  ausgesagt  –  geschlagen  und  getreten  wurde.  So  decken  sich  seine 

Aussagen auch mit den unzähligen Verletzungsbildern, die der Privatkläger an be-

sagten  Stellen  aufweist  (vgl.  act. 10/1).  Ob  die  dokumentierten  Verletzungen  tat-

sächlich durch Schläge und Tritte des Beschuldigten entstanden, kann jedoch nicht 

mit Sicherheit festgestellt werden. 

5.6. Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers spricht weiter, dass 

dieser gemäss dem Zeugen D._____ auf keinen Fall mehr zum Beschuldigten zu-

rück wollte (act. 5/1, Frage 10). Auch der Bericht der ambulanten Notfalluntersu-

chung vom 10. Juli 2023 stellte fest, dass der Privatkläger nicht mit dem Beschul-

digten reden wollte und sich lediglich nach seiner Mutter erkundigte (act. 11/8, S. 

3). Dabei passt ins Bild, dass der Beschuldigte gemäss Austrittsbericht des Kan-

tonsspital Winterthur, den Notfall mit dem Privatkläger sofort verlassen wollen, als 

ihm kommuniziert worden sei, dass das Verletzungsmuster des Privatklägers su-

spekt sei (act. 11/1 und act. 11/9, S. 3). Schliesslich berichtete die Mutter des Pri-

vatklägers, dass dieser jeweils nach den Besuchen beim Beschuldigten mit Verlet-

zungen  zurückgekommen  sei  (act. 3/2,  Frage  35)  und  sie  Blessuren  im  Gesicht 

während Face-Time-Telefonaten entdeckt habe, welche mit Puder überdeckt ge-

wesen seien (act. 2/4, S. 4). Insgesamt sind daher die Aussagen des Privatklägers 

als glaubhaft einzustufen. Gestützt auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 

- 29 -

sowie die weiteren Beweismittel kann demnach festgestellt werden, dass der Be-

schuldigte  dem  Privatkläger  mindestens  je  einen  Faustschlag  gegen  den  Bauch 

und gegen die Hüfte sowie einen Fusskick gegen die Beine versetzt hat. Der An-

klagesachverhalt ist im Sinne der Anklage erstellt.

IV. Rechtliche Würdigung

1.

Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich würdigt das Verhalten des Be-

schuldigten  in  rechtlicher  Hinsicht  als  versuchte  einfache  Körperverletzung  im 

Sinne  von  Art. 123  Ziff. 1  und  Ziff. 2  al. 3  aStGB  in  Verbindung  mit  Art. 22 

Abs. 1 StGB.

2.

Vorab ist in intertemporaler Hinsicht darauf hinzuweisen, dass am 1. Juli 2023 

die Revision des Schweizerischen Strafgesetzbuches in Kraft getreten ist, welche 

die  Harmonisierung  der  Strafrahmen  bezweckte.  Unter  anderem  wurden  die  Be-

stimmungen von Art. 122 und 123 StGB neu gefasst und die Mindeststrafe für die 

schwere  Körperverletzung  von  sechs  Monaten  auf  ein  Jahr  angehoben  (vgl.  Art. 

122 StGB) und die Privilegierung der leichten Fälle der einfachen Körperverletzung 

gemäss  Art. 123  Ziff.  1  Abs.2  aStGB  aufgehoben  (vgl.  Art.  123  StGB).  Gemäss 

Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach neuem Recht grundsätzlich nur beurteilt, wer nach 

dessen Inkrafttreten ein Delikt begangen hat (Grundsatz des Rückwirkungsverbo-

tes). Auf Taten, die noch vor Inkrafttreten begangen wurden, ist daher grundsätzlich 

das alte, zum Tatzeitpunkt geltende Recht anzuwenden. Wenn jedoch ausnahms-

weise das neue Recht milder ist, als das zum Begehungszeitpunkt geltende, kommt 

gestützt auf Art. 2 Abs. 2 StGB neues Recht zur Anwendung (Grundsatz der lex 

mitior). Ob das neue Recht das mildere ist, ist nach der konkreten Methode zu be-

urteilen. Das Recht bei Begehung und bei Beurteilung wird konkret verglichen, d.h. 

der Sachverhalt wird je unter die Gesamtheit der in den beiden Zeitpunkten gelten-

den Rechte gestellt. Bestandteile des Vergleichs bilden Normen, welche im aktuel-

len Fall in Betracht kommen und nur in der Art, wie sie anzuwenden sind. Zudem 

können  nicht  beide  Rechte  partiell  angewendet  werden.  Da  im  neuen  Recht  die 

Privilegierung der leichten Fälle der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 

- 30 -

Ziff. 1 Abs.2 aStGB entfallen ist, erweist sich das neue Recht nicht als milder. Es 

findet demnach das alte Recht Anwendung.

3.

Art. 123 Ziff. 1 StGB erfasst alle Körperverletzungen, welche noch nicht als 

schwer im Sinne von Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr als blosse Tätlichkeiten 

im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu werten sind. In Abgrenzung zur Tätlichkeit 

ist bei der Körperverletzung eine nicht mehr bloss harmlose Beeinträchtigung der 

körperlichen  Integrität  oder  des  gesundheitlichen  Wohlbefindens  zu  fordern  (vgl. 

statt vieler: ROTH/BERKEMEIER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-

tar, Strafgesetzbuch I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 123 N 3 m.w.H.). Diese Abgrenzung 

ist jedoch fliessend und dem Sachrichter ist bei der Beurteilung der Frage, ob eine 

Einwirkung bereits zu einer Schädigung an Körper oder Gesundheit führt, ein wei-

tes Ermessen zuzugestehen (BSK StGB I–ROTH/KESHELAVA, a.a.O., Art. 126 N 

5). Verletzungen welche derart harmlos sind, dass sie in kürzester Zeit vorüberge-

hen und ausheilen, erfüllen den Tatbestand der Körperverletzung jedenfalls nicht 

(BSK StGB I–ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., Art. 123 N 4). Bei der Abgrenzung zur 

Tätlichkeit sind nicht nur die objektiven Verletzungsfolgen, sondern auch die objek-

tiven  und  subjektiven  Umstände  der  Tat  zu  berücksichtigen  (DONATSCH,  Straf-

recht III, Delikte gegen den Einzelnen, 11. Aufl., Zürich 2018, S. 65). 

4.

Vorliegend  hat  der  Beschuldigte  dem  Privatkläger  mindestens  zwei  Faust-

schläge (Bauch und Hüfte) sowie einen Fusstritt gegen die Beine versetzt. Diese 

Handlungen  sind  objektiv  geeignet,  Schmerzen  und  damit  eine  Beeinträchtigung 

der  körperlichen  Integrität  hervorzurufen.  Ob  durch  die  angewandte  Gewalt  tat-

sächlich eine Verletzung (z.B. Hämatome) eingetreten ist, konnte nicht erstellt wer-

den  (vgl. E. III.5.5).  Entsprechend  kommt  von  vornherein  nicht  eine  Verurteilung 

wegen  vorsätzlicher  (einfacher)  Körperverletzung,  sondern  nur  eine  solche  zum 

Versuch dazu in Betracht. Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjek-

tiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, 

ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150, 

E. 3.4; BGE 137 IV 113, E. 1.4.2). Folglich ist für die rechtliche Würdigung ohne 

Belang, dass der Privatkläger keine bleibenden Verletzungen erlitten hat.

- 31 -

5.

Durch die Schläge und Tritte hat der Beschuldigte unmittelbar zur Tat ange-

setzt.  Wer  gezielt  Faustschläge  und  Fusstritte  gegen  den  Körper  eines  anderen 

führt, nimmt mindestens in Kauf, dass er diesen verletzt. Dies gilt umso mehr, als 

die Faustschläge und Tritte gegen ein Kind erfolgten. Dass eine solche Gewaltein-

wirkung auf den Bauch, Hüfte und Beine eines vierjährigen Kindes naturgemäss 

Verletzungen nach sich ziehen kann, ist als Allgemeinwissen vorauszusetzen und 

war folglich auch dem Beschuldigten bekannt oder hätte dies zumindest sein müs-

sen. Der Beschuldigte war im Zeitpunkt der Tat 80 kg schwer (act. 8/5), während 

der Privatkläger nur knapp 17 kg wog (act. 11/9, S. 2). Der Privatkläger war gegen-

über dem Beschuldigten, unter dessen Obhut er stand, völlig wehrlos. Kicks und 

Faustschläge bergen bei dieser Ausgangslage grundsätzlich das Risiko, erhebliche 

Quetschungen  oder  schlimmere  Verletzungen  zu  verursachen.  Anhaltspunkte, 

dass der Beschuldigte, der ein vierfaches Körpergewicht des Kindes aufweist, die 

Intensität seiner Faustschläge und Fusstritte so dosierte, dass eine Verletzung des 

Privatklägers ausgeschlossen werden konnte, sind nicht ersichtlich. Entscheidend 

ist nicht, wie schwer die Folgen der angewandten Gewalt tatsächlich waren, son-

dern welche Folgen hätten eintreten können. Somit gehen die Ausführungen des 

Verteidigers  zur  "gesellschaftlich  geduldeten"  leichten  körperlichen  Züchtigung 

(vgl. act. 51 S. 11 f.) komplett an der Sache vorbei. Eine solche "gesellschaftliche 

geduldeten"  Züchtigung  oder  eine  Tätlichkeit  nach  Art. 126  Abs.  1  StGB  ist  hier 

offensichtlich nicht gegeben. 

6.

Nach dem Gesagten musste sich dem Beschuldigten bei seiner Vorgehens-

weise das Risiko einer Verletzung des Privatklägers als derart wahrscheinlich auf-

drängen, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme einer (einfa-

chen)  Körperverletzung  gewertet  werden  kann.  Dem  Einwand  der  Verteidigung 

(vgl. act. 51 S. 11), der Beschuldigte habe den Privatkläger nicht verletzen wollen, 

kann daher nicht gefolgt werden. Wer ein Kind mit der Faust schlägt und gegen die 

Beine kickt, nimmt mindestens eine einfache Körperverletzung in Kauf. Der subjek-

tive  Tatbestand  der  einfachen  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art.  123  Abs. 1 

aStGB  ist  erfüllt.  Da  in  objektiver  Hinsicht  der  tatbestandsmässige  Erfolg  ausge-

blieben ist, liegt ein Versuch in Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vor. Rechtfertigungs- 

oder  Schuldausschlussgründe  werden  weder  geltend  gemacht  noch  sind  solche 

- 32 -

ersichtlich.  Der  Beschuldigte  ist  deshalb  der  versuchten  einfachen  Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 al. 3 aStGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

V. Strafzumessung

1.

Strafrahmen

Bei  der  Strafzumessung  ist  zunächst  vom  gesetzlichen  Strafrahmen  für  die 

einfache  Körperverletzung  auszugehen.  Art. 123  Abs. 1  aStGB  sieht  hierfür  eine 

Freiheitsstrafe  bis  zu  drei  Jahren  oder  Geldstrafe  vor.  Aussergewöhnliche  Um-

stände, die es angezeigt erscheinen lassen, den ordentlichen Strafrahmen zu ver-

lassen, sind vorliegend nicht ersichtlich. 

2. Grundlagen zur Strafzumessung

Innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach 

dem  Verschulden  des  Täters  zu,  wobei  das  Vorleben,  die  persönlichen  Verhält-

nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen 

sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Han-

delns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit 

der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefähr-

dung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der 

Strafe ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden. Bei der 

Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objektive Schwere des Delikts festzule-

gen  und  zu  bewerten.  Dabei  ist  anhand  des  Ausmasses  des  Erfolgs  sowie  auf 

Grund der Art und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich 

geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls von Bedeutung sind die 

kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tatausführung durch mehrere Täter sowie ein 

allfälliger  Versuch.  Hinsichtlich  des  subjektiven  Verschuldens  sind  insbesondere 

das  Motiv,  die  Beweggründe,  die  Willensrichtung  sowie  das  Mass  an  Entschei-

dungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täterkomponente umfasst die persönli-

chen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhal-

- 33 -

ten, und das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte 

Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis (WOHLERS, Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, Handkommentar, 5. A., 2024, Art. 47, N 1 ff.).

3.

Tatkomponente

3.1. Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

dem Privatkläger je einen Faustschlag gegen den Bauch und gegen die Hüfte sowie 

einen Fusskick gegen die Beine versetzt hat. Damit befindet sich die angewendete 

Gewalt  des  Beschuldigten  hinsichtlich  ihrer  Schwere  auf  der  unteren  Bandbreite 

aller  denkbaren,  unter  Art. 123  aStGB  fallenden  Tathandlungen.  Erschwerend 

kommt  hinzu,  dass  der  Privatkläger  als  Sohn  des  Beschuldigten  im  Tatzeitraum 

unter dessen alleinigen Obhut stand und gegenüber dem Beschuldigten völlig aus-

geliefert war. Der Privatkläger war zudem aufgrund seiner Körpergrösse und Kör-

pergewicht gegenüber dem Beschuldigten komplett wehrlos. In Anbetracht dieser 

Umstände ist von einem nicht mehr leichtem Verschulden auszugehen 

3.2.

In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten das eventualvorsätzliche Han-

deln zu Gute zu halten. Ebenfalls kann dem Beschuldigten kein verwerfliches Motiv 

oder rein egoistische Beweggründe angelastet werden. Beides ist leicht verschul-

densmindernd zu werten. Zu Gunsten des Beschuldigten ist sodann davon auszu-

gehen, dass dieser aufgrund seiner Überforderung mit dem Verhalten des Privat-

klägers, körperliche Gewalt anwendete. Das konkrete Tatvorgehen zeugt dennoch 

von einem erheblichen Aggressionspotential. Die subjektive Tatschwere führt damit 

zu einer leichten Relativierung der objektiven Tatschwere, weshalb das Verschul-

den  bezüglich  der  objektiven  wie  auch  der  subjektiven  Tatkomponente  als  noch 

leicht zu qualifizieren. Nach dem Gesagten erscheint eine hypothetische Einsatz-

strafe von 90 Strafeinheiten als angemessen. 

3.3. Da der tatbestandsmässige Erfolg nicht eintrat und der Privatkläger durch die 

Faustschläge und den Fusstritt keine Körperverletzung erlitt, ist die verschulden-

sunabhängige  Tatkomponente  der  versuchten  Tatbegehung  zu  gewichten.  Das 

Mass der zulässigen Strafreduktion beim vollendeten Versuch hängt u.a. von der 

Nähe des tatbestandsmässigen Erfolges und den tatsächlichen Folgen der Tat ab. 

- 34 -

Sie hat umso geringer auszufallen, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je 

schwerer die tatsächlichen Folgen der Tat waren (BGE 121 IV 49 E. 1b). Mit der 

Beendigung der Schläge hat der Beschuldigte alles getan, was er nach seiner Vor-

stellung  zur  Herbeiführung  des  tatbestandsmässigen  Erfolges,  der  Körperverlet-

zung, für notwendig hielt. Der Privatkläger wurde nicht verletzt. Es lag somit nur 

teilweise am Beschuldigten, dass der Erfolg nicht eingetreten ist. Eine Reduktion 

der  Einsatzstrafe  auf  60  Tagessätze  trägt  diesem  Strafminderungsgrund  ausrei-

chend Rechnung.

4.

Täterkomponente

4.1. Betreffend der für die Strafzumessung relevanten persönlichen Verhältnisse 

und das Vorleben des Beschuldigten kann auf die Befragungen zur Person in der 

Untersuchung  und  anlässlich  der  Hauptverhandlung  verwiesen  werden  (act. 2/3; 

Prot.  S. 10  ff.).  Zusammenfassend  ist  Folgendes  festzuhalten:  Der  Beschuldigte 

wuchs in L._____ auf und konnte keine Ausbildung abschliessen (Prot. S. 10). Er 

ist derzeit nicht erwerbstätig und wird vom Sozialamt unterstützt (act. 2/1, Frage 60, 

91; Prot. S. 10). Der Beschuldigte war als Jugendlicher in psychiatrischer Behand-

lung  (act. 2/3,  Frage  65).  Er  lebt  alleine  in  seiner  Wohnung  und  hat  ausser  dem 

Privatkläger keine weiteren Kinder (Prot. S. 11). Der Beschuldigte hat kein Vermö-

gen,  jedoch  Schulden  (Prot.  S.  12).  Es  ergeben  sich  daraus  keine  strafzumes-

sungsrelevanten Faktoren.

4.2. Der Beschuldigte weist einen ganzen Katalog von Vorstrafen auf (act. 21/1): 

Mit Urteil Bezirksgericht Hinwil vom 25. Juli 2013 wurde er wegen sexuellen Hand-

lungen mit einem Kind i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 StGB, sexueller Nötigung i.S.v. Art. 189 

Abs. 1 StGB, Drohung (Versuch) i.S.v. Art. 180 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 

zu einer zu einer persönlichen Leistung von 8 Tagen in einer geschlossenen Un-

terbringung nach Art. 15 Abs. 2 JStGB verurteilt. Mit Urteil des Strafgerichts Basel 

Stadt vom 11. Oktober 2016 wurde er wegen Drohung i.S.v. Art. 180 StGB, unbe-

rechtigtes Verwenden eines Fahrrads i.S.v. Art. 94 Abs. 4 SVG, Mitfahrt in einem 

entwendeten  Motorfahrzeug  i.S.v.  Art. 94  Abs.  1  lit.  b  SVG,  Sachbeschädigung 

i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB mit einer Busse von Fr. 1'000.– und einer Geldstrafe 

bestraft.  Mit  Strafbefehl  vom  29. März  2017  der  Staatsanwaltschaft  Zürich  Sihl 

- 35 -

wurde er wegen geringfügigem Diebstahl i.S.v. Art. 139 Ziff. 1 und Art. 172ter Abs. 1 

StGB, einfacher Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie mehrfa-

cher  Übertretung  des  Betäubungsmittelgesetzes  i.S.v.  Art. 19a  BetmG  mit  einer 

Busse von Fr. 2'000.– und Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 70.– als Zusatz-

strafe bestraft. Mit Strafbefehl vom 23. Februar 2022 der Staatsanwaltschaft Rhein-

felden-Laufenburg wurde er wegen Beschimpfung i.S.v. Art. 177 Abs. 1 StGB zu 

einer unbedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.– bestraft. Schliesslich 

wurde  der  Beschuldigte  mit  Strafbefehl  vom  9. Februar  2023  der  Staatsanwalt-

schaft  See/Oberland  wegen  Verletzung  der  Verkehrsregeln  i.S.v.  Art. 90  Abs.  1 

SVG,  Übertretung  der  Verkehrsregelverordnung  i.S.v.  Art. 96  VRV,  Fahren  ohne 

Haftpflichtversicherung i.S.v. Art. 96 Abs. 2 SVG, Fahren ohne Fahrzeugausweis 

oder Kontrollschilder i.S.v. Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG, Führen eines Motorfahrzeugs 

ohne erforderlichen Führerausweis i.S.v. Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG und Fahren eines 

Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG mit einer 

Busse  von  Fr. 1'500.–  und  Geldstrafe  von  150  Tagessätzen  zu  Fr. 30.–  bestraft. 

Hierbei wurde der Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von fünf 

Jahren aufgeschoben. Ins Gewicht fällt dabei insbesondere die einschlägige Vor-

strafe  wegen  einfacher  Körperverletzung  i.S.v.  Art. 123  Ziff.  1  Abs.  1  StGB.  Die 

Vorstrafen rechtfertigen eine deutliche Straferhöhung.

4.3.

In Bezug auf das Nachtatverhalten ist zu bemerken, dass der Beschuldigte 

weder Reue noch Einsicht zeigte, welche strafmindernd zu berücksichtigen wären. 

Insgesamt  wirken  sich  damit  die  Täterkomponenten  deutlich  straferhöhend  aus. 

Unter  Berücksichtigung  der  Täterkomponenten  erweist  sich  eine  Strafe  von  80 

Strafeinheiten als angemessen.

5.

Sanktionsart

5.1. Das  Gericht  kann  nach  Art. 41  Abs. 1  lit. a StGB  einerseits  anstelle  einer 

Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine solche geboten erscheint, 

um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. 

Hiervon  ist  auszugehen,  wenn  der  Täter  aufgrund  seines  Vorlebens  oder  seiner 

Einstellung an den Tag gelegt hat, dass er sich von Geldstrafen nicht beeindrucken 

lässt. Von der Bestimmung erfasst werden insbesondere Rückfalltäter im tiefen und 

- 36 -

mittleren Kriminalitätsbereich, die auch nach Auferlegung von Geldstrafen erneut 

delinquiert  haben  (HEIMGARTNER,  in:  Donatsch  [Hrsg.],  StGB/JStG  Kommentar, 

21. Aufl. 2022, Art. 41 N 5). Andererseits kann eine Freiheitsstrafe ausgesprochen 

werden, wenn die Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 

Abs. 1 lit. b StGB). Kein Kriterium für die Wahl der Strafart sind indes die wirtschaft-

lichen Verhältnisse des Täters und dessen voraussichtliche Zahlungs(un)fähigkeit 

(BGE 134 IV 97 E. 5.2.3 S. 104 f.). Auch lässt sich die Ausfällung einer Freiheits-

strafe nicht damit begründen, dass der Verurteilte eine Geldstrafe vermutlich des-

halb  nicht  bezahlen  würde,  weil  ihm  der  Zahlungswille  fehlt  (BGer  6B_922/2016 

vom 14. Juli 2017 E. 3.2 mit Hinweisen).

5.2. Zwar  wurde  dem  Beschuldigten  mit  Strafbefehl  vom  23. Februar  2022  der 

Staatsanwaltschaft  Rheinfelden-Laufenburg  bereits  mit  einer  unbedingten 

Geldstrafe  von  10 Tagessätzen  bestraft,  was  aber  noch  nicht  auf  eine  Unbeein-

druckbarkeit  des  Beschuldigten  schliessen  lässt.  Es  sind  daher  keine  Umstände 

ersichtlich, welche ein Abweichen vom Vorrang der Geldstrafe nahelegen würden. 

Eine Geldstrafe erscheint denn auch zweckmässig und angemessen, weshalb eine 

solche auszusprechen ist.

6. Widerruf

6.1. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen 

und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft 

das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 

Satz 1 StGB). Erneute Delinquenz bildet demnach einen Widerrufsgrund. Ein Wi-

derruf hat allerdings erst dann zu erfolgen, wenn von einer negativen Einschätzung 

der Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. aufgrund der erneuten Straffällig-

keit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.2 f.). 

6.2. Mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  vom  9. Februar 2023 

wurde dem Beschuldigten für eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– un-

ter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren der bedingte Vollzug gewährt (vgl. Ak-

ten der Staatsanwaltschaft See / Oberland, act. D1/7). Der Beschuldigte beging die 

heute zu beurteilende Tat während laufender Probezeit. Zudem weist der Beschul-

- 37 -

digte zahlreiche Vorstrafen auf, was im Hinblick auf sein künftiges Wohlverhalten 

zu  einer  Schlechtprognose  führt,  weshalb  der  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwalt-

schaft See/Oberland vom 9. Februar 2023 gewährte, bedingte Vollzug der Gelds-

trafe zu widerrufen ist. 

7. Gesamtstrafe und Vollzug

7.1. Sind die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet das Gericht in 

sinngemässer Anwendung von Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe (Art. 46 Abs. 1 Satz 

2 StGB). Bei der Gesamtstrafenbildung hat das Gericht methodisch von derjenigen 

Strafe als "Einsatzstrafe" auszugehen, die es für die während der Probezeit neu 

verübte Straftat nach den Strafzumessungsgrundsätzen von Art. 47 ff. StGB aus-

fällt. Anschliessend ist diese mit Blick auf die zu widerrufende Vorstrafe angemes-

sen zu erhöhen. Daraus ergibt sich die Gesamtstrafe. Bilden die "Einsatzstrafe" für 

die neu zu beurteilenden Probezeitdelikte und die Vorstrafe ihrerseits Gesamtstra-

fen, kann das Gericht der bereits im Rahmen der jeweiligen Gesamtstrafenbildung 

erfolgten Asperation durch eine gemässigte Berücksichtigung bei der Gesamtstra-

fenbildung Rechnung tragen (BGE 145 IV 146 E. 2.4.2).

7.2. Mit  der  widerrufenen  Strafe  und  er  und  der  neu  auszufällenden  Geldstrafe 

liegen zwei gleichartige Strafen vor, weshalb aus den dargelegten Gründen eine 

Gesamtstrafe  zu  bilden  ist.  Die  neu  auszufällende  Strafe  ist  daher  zwingend  zu 

vollziehen. Es ist von der neu auszufällenden Geldstrafe von 80 Tagessätzen als 

"Einsatzstrafe" auszugehen. Es erscheint angemessen, die aufgrund des Widerrufs 

zu vollziehende Strafe zu zwei Drittel, sprich 100 Tagessätzen zu berücksichtigen. 

Der Beschuldigte ist daher mit einer Gesamtstrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe 

zu bestrafen.

8.

Höhe des Tagessatzes

8.1. Ein  Tagessatz  beträgt  in  der  Regel  mindestens  Fr.  30.–  und  höchstens  Fr. 

3'000.–. Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse 

des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis auf Fr. 10.– gesenkt werden. Das 

Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaft-

- 38 -

lichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkom-

men  und  Vermögen,  Lebensaufwand,  allfälligen  Familien-  und  Unterstützungs-

pflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Das Existenz-

minimum stellt dabei ein Berechnungskriterium, jedoch keine Grenze für die Höhe 

des Tagessatzes dar. Sinn und Zweck der Geldstrafe liegen nicht primär im Entzug 

von  finanziellen  Mitteln,  sondern  in  der  daraus  folgenden  Beschränkung  des  Le-

bensstandards sowie im Konsumverzicht (BGE 134 IV 97, E. 5.2.3).

8.2. Der Beschuldigte erklärte, dass er arbeitslos sei und durch das Sozialamt fi-

nanziert  würde.  Er  würde  vom  Sozialamt  im  Monat  zwischen  Fr. 590.–  und 

Fr. 600.–  erhalten  und  ihm  würde  noch  seine  Wohnung  finanziert  werden  (Prot. 

S. 11). Er verfüge über kein Vermögen und habe Schulden, welche er nicht bezif-

fern könne (Prot. S. 12). Er lebe alleine und müsse gegenwärtig keine Unterhalts-

zahlungen  leisten  (Prot.  S.  11).  Unter  Berücksichtigung  der  finanziellen  Verhält-

nisse des Beschuldigten ist ein Tagessatz auf Fr. 30.– festzusetzen.

9.

Anrechnung Untersuchungshaft

Gemäss  Art.  51  StGB  rechnet  das  Gericht  die  vom  Täter  während  diesem 

oder einem anderen  Verfahren  erstandene  Untersuchungshaft auf  die  Strafe  an. 

Ein Tag Haft entspricht dabei einem Tagessatz Geldstrafe. Der Beschuldigte be-

fand  sich  zwischen  dem  30.  Juni  2023  und  dem  3. August  2023  in  Haft  (vgl. 

act. 18/1 und act. 18/25), was 35 Tagen entspricht. Die vom Beschuldigten erstan-

dene Haft von 35 Tagen ist an die Geldstrafe anzurechnen. 

VI. Zivilansprüche

1.

Rechtliche Grundlagen

Hat sich eine geschädigte Person im Vorverfahren als Privatklägerschaft kon-

stituiert, kann sie zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat entweder selbständig 

auf  dem  Wege  des  Zivilprozesses  oder  adhäsionsweise  durch  schriftliches  oder 

mündliches Begehren an das für den Entscheid über die Anklage zuständige Straf-

gericht  geltend  machen  (Art. 122  Abs. 1  in  Verbindung  mit  Art. 115  Abs. 1  und 

Art. 119 Abs. 2 lit. b StPO). Die Zivilklage ist nach Möglichkeit zu beziffern und kurz 

- 39 -

schriftlich zu begründen (Art. 123 Abs. 1 StPO), mithin müssen die Zivilforderungen 

genügend  substantiiert  sein.  Das  Strafgericht  entscheidet  über  die  anhängig  ge-

machte  Zivilklage,  wenn  es  die  beschuldigte  Person  schuldig  spricht  (Art. 126 

Abs. 1 lit. a StPO). Wäre die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhält-

nismässig aufwendig, so kann das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach 

entscheiden und sie im Übrigen auf den Zivilweg verweisen (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

Die Zivilklage wird sodann gänzlich auf den Zivilweg verwiesen, wenn die Privat-

klägerschaft  ihre  Klage  nicht  hinreichend  begründet  oder  beziffert  hat  (Art. 126 

Abs. 2 lit. b StPO). 

2.

Schadenersatz

2.1. Wer einem anderen widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es 

aus Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatz verpflichtet (Art. 41 Abs. 1 OR). Voraus-

setzungen  einer  Schadenersatzpflicht  sind:  Schaden,  Widerrechtlichkeit,  Kausal-

zusammenhang und Verschulden.

2.2. Der Privatkläger konstituierte sich am 12. Juli 2023 (act. 12/2) als Straf- und 

Zivilkläger  und  verlangt  die  Feststellung  einer  grundsätzlichen  Schadenersatz-

pflicht  (act. 45  S. 1).  Zur  Begründung  führt  die  Vertreterin  des  Privatklägers  aus, 

dass seine zukünftige Entwicklung von A._____ aufgrund seines Alters aktuell noch 

nicht abschliessend beurteilt werden könne. Generell sei offen, wie Kinder auf eine 

erlittene Belastung in Zukunft reagieren und wie sie diese verarbeiten. Um sicher 

zu stellen, dass dem Privatkläger allfällige Folgeschäden (wie bspw. Therapiekos-

ten)  auch  in  Zukunft  ersetzt  würden,  sei  die  grundsätzliche  Schadenersatzpflicht 

des Beschuldigten ins Dispositiv des Strafurteils aufzunehmen, auch wenn aktuell 

namens des Privatklägers noch keine zahlenmässig ausgewiesenen Schadener-

satzforderungen gegen den Beschuldigten erhoben würden (act. 45 S. 8).

2.3. Der  Verteidiger  des  Beschuldigten  stellt  sich  auf  den  Standpunkt,  dass  die 

körperlichen Verletzungen nicht vom Beschuldigten stammen würden. Hinsichtlich 

der Grundsatzverpflichtung für zukünftige Schäden mangle es an der Widerrecht-

lichkeit, der Kausalität und einem Verschulden (act. 51 S. 13). 

- 40 -

2.4. Ein Schaden ist eine unfreiwillige Vermögenseinbusse, welche in Form einer 

Minderung der Aktiven, einer Mehrung der Passiven oder als entgangener Gewinn 

auftreten kann. Vorliegend besteht der Schaden, wie die Vertreterin des Privatklä-

gers richtig ausführt (vgl. act. 45 S. 5), hauptsächlich in den psychischen Folgen, 

welche der Privatkläger durch die Tat erlitten hat bzw. im Laufe seiner Entwicklung 

erleiden wird und den damit verbundenen, zukünftig, anfallenden Kosten für deren 

Behandlung. Die Widerrechtlichkeit liegt vor, da einerseits die psychische Integrität 

des Privatklägers ein absolut geschütztes Rechtsgut darstellt und andererseits der 

Beschuldigte gegen Art. 123 StGB verstiess. Der natürliche Kausalzusammenhang 

ist gegeben, da das schädigende Ereignis nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass der Erfolg – der Schaden – entfiele. Der Kausalzusammenhang ist ausserdem 

adäquat, da die Tathandlungen des Beschuldigten unter den gegebenen Umstän-

den  nach  dem  natürlichen  Lauf  der  Dinge  und  den  Erfahrungen  des  Lebens  als 

geeignet erscheint, einen derartigen Schaden (Behandlungskosten für die psychi-

schen  Folgen  der  Tat)  wie  den  eingetretenen  hervorzurufen.  Schliesslich  ist  der 

Beschuldigte  als  urteilsfähig  zu  betrachten.  Der  Beschuldigte  handelte  im  straf-

rechtlichen Sinne eventualvorsätzlich. Er handelte nahm den Erfolg zumindest in 

Kauf. Damit handelte er auch im zivilrechtlichen Sinne mit Vorsatz. Das Verschul-

den liegt vor.

2.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen der Schaden-

ersatzpflicht erfüllt sind. Insoweit steht einer grundsätzlichen Feststellung der Scha-

denersatzpflicht im Sinne von Art. 126 Abs. 3 StPO für durch die Tat des Beschul-

digten verursachten Vermögensschäden nichts im Wege.

3. Genugtuung

3.1. Der Privatkläger beantragt eine Genugtuung in Höhe von Fr. 2'000.– (act. 45 

S. 1). Bei Tötung eines Menschen oder Körperverletzung kann das Gericht unter 

Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten oder den Angehörigen des 

Getöteten  eine  angemessene  Geldsumme  als  Genugtuung  zusprechen  (Art. 47 

OR). 

- 41 -

3.2. Der  Verteidiger  des  Beschuldigten  stellt  sich  auf  den  Standpunkt,  dass  die 

psychische Belastung und die seelischen Schmerzen des Privatklägers nicht direkt 

dem  Verhalten  des  Beschuldigten  zuzuordnen  seien,  sondern  ihre  Ursache  viel-

mehr im jahrelangen Obhutsstreit zwischen den Kindseltern haben dürften. Für die 

Zusprache einer Genugtuung mangle es nicht nur an der Widerrechtlichkeit und der 

Kausalität, sondern auch an einem Verschulden. Darüber hinaus wäre bei einer wie 

hier vorgeworfenen einmaligen Tätlichkeit die erforderliche Intensität der Schwere 

der Verletzung für die Zusprache einer Genugtuung nicht erreicht (act. 51 S. 13).

3.3. Der Zweck der Genugtuung besteht darin, dass durch eine schadenersatzun-

abhängige Geldleistung ein gewisser Ausgleich für den erlittenen physischen und 

seelischen Schmerz (immaterielle Unbill) geschaffen wird. Die Schwierigkeit liegt 

darin, dass in Geld etwas abgegolten werden soll, was ganz allgemein nicht und 

erst recht nicht mit Geld messbar ist. Die Genugtuung ist auch keine Ersatzstrafe; 

sie soll vielmehr Mittel zum Ausgleich des Gefühls erlittenen Unrechts sein und dem 

Opfer eine gewisse Befriedigung verschaffen. Sie orientiert sich weder an der Ein-

kommens- noch an der Vermögenssituation des Opfers oder des Täters. Die Be-

rechnung der Genugtuung hat nach der Rechtsprechung einzelfallweise zu erfol-

gen und die gesamten Umstände sind zu berücksichtigen. Massgebende Kriterien 

zur Bemessung sind die Art und Schwere der Verletzung, die Intensität und Dauer 

der Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen, ein allfälliges Selbstver-

schulden des Geschädigten sowie der Grad des Verschuldens des Haftpflichtigen. 

Das Bundesgericht betont, dass die Festsetzung der Höhe der Genugtuung eine 

Entscheidung nach Billigkeit sei und deren Bemessung nicht nach schematischen 

Massstäben erfolgen dürfe (vgl. LANDOLT, Genugtuungsrecht, 2. Auflage, Zürich/St. 

Gallen 2020, S. 115 ff. mit Verweisen).

3.4. Gemäss  Leitfaden  zur  Bemessung  der  Genugtuung  nach  Opferhilfegesetz 

vom 3. Oktober 2019 wird eine Genugtuung bis Fr. 6'000.– vorgesehen bei nicht 

unerheblicher, wenn auch vorübergehender psychischer Beeinträchtigung, sofern 

erschwerende, auf die Tat bezogene Umstände vorliegen. Als Beispiel wird etwa 

eine Tatbegehung an einem geschützten Ort genannt (Leitfaden, S. 17). 

- 42 -

3.5. Vorliegend sind die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Der Privatkläger erlitt 

glücklicherweise keine körperlichen Verletzungen. Dennoch wurde er von seinem 

Vater geschlagen und getreten. Dies stellt fraglos ein traumatisches Ereignis dar. 

Der Privatkläger war seinem Vater völlig ausgeliefert und die sofortige Fremdplat-

zierung hat erhebliche Folgen auf die psychische Integrität. Nachvollziehbar ist des-

halb, dass der Privatkläger in seiner Entwicklung als stark gefährdet eingestuft wird 

(vgl. act. 45, S. 7). Vor diesem Hintergrund ist von einer psychischen Beeinträchti-

gung ohne körperliche Folgen auszugehen. Aufgrund dieser konkreten Umstände 

und unter Berücksichtigung des vorerwähnten Leitfadens rechtfertigt sich eine Ge-

nugtuungssumme in Höhe von Fr. 2'000.–, zuzüglich Zins zu 5% ab 29. Juni 2023.

VII. Einziehung und Beschlagnahmung

Im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens wurden Spuren und Spurenträ-

ger sichergestellt (act. 6/4). Die Anklägerin beantragt die Vernichtung der unter der 

Polis-Geschäfts-Nr.: 85682208 sichergestellten Spuren und Spurenträger. Die Ver-

teidigung äusserte sich nicht zu diesem Antrag sich diesem Antrag an. Antragsge-

mäss ist deshalb die Vernichtung der Verletzungsdokumentation des Beschuldig-

ten  (Ass-Nr.: A017'531'009),  des  Fingernagelschmutz  Hand 

links  (Ass-Nr.: 

A017'531'010) und des Fingernagelschmutz Hand rechts (Ass-Nr.: A017'531'021) 

anzuordnen. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Ge-

bühren  zur  Deckung  des  Aufwandes  und  den  Auslagen  im  konkreten  Straffall 

(Art. 422 Abs. 1 StPO). Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich nach der Gebüh-

renverordnung  des  Obergerichts  (GebV  OG)  vom  8. September  2010  (§ 1  lit. c 

GebV OG). Entscheidet das Einzelgericht materiell über eine Anklage, beträgt die 

Gebühr grundsätzlich zwischen Fr. 150.– bis Fr. 12'000.– (§ 14 Abs. 1 lit. b GebV 

OG). Gestützt auf § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG und angesichts der Bedeutung und 

der Schwierigkeit des Falls sowie dem Zeitaufwand des Gerichts (vgl. § 2 Abs. 1 

- 43 -

lit. b-d GebV OG) rechtfertigt sich eine Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 3'000.– 

festzusetzen. Die weiteren Gebühren und Auslagen können dem Kostenblatt ent-

nommen werden: Die Gebühr des Vorverfahrens beträgt Fr. 1'800.–, die Kosten für 

das Gutachten belaufen sich auf Fr. 2'255.76 und die weiteren Auslagen betrugen 

Fr. 148.50 (act. 25/7). Nachdem der Beschuldigte verurteilt wurde sind ihm die Ver-

fahrenskosten des Hauptverfahrens vollumfänglich aufzuerlegen. 

2.

Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich nach der Verord-

nung über die Anwaltsgebühren (AnwGebV; Art. 135 Abs. 1 StPO; Art. 138 Abs. 1 

StPO). Gemäss § 23 Abs. 1 AnwGebV bemisst sich die Gebühr für den amtlichen 

Verteidiger nach dieser Verordnung. Sie wird festgesetzt, nachdem der Rechtsver-

treter dem Gericht eine Aufstellung über den Zeitaufwand und die Auslagen einge-

reicht hat (§ 23 Abs. 2 AnwGebV). Mit dieser Aufstellung kann ein Antrag zur Höhe 

der beanspruchten Vergütung verbunden werden. Solche sind in der Form der ein-

gereichten Honorarnoten zu sehen. Die konkrete Bemessung der Entschädigung 

richtet sich nach § 16 ff. AnwGebV. Demnach ist lediglich das Honorar für das Vor-

verfahren ein Aufwandshonorar (§ 16 AnwGebV). Vor den Einzelgerichten ist eine 

Pauschalgebühr vorgesehen, welche in der Regel Fr. 600.– bis Fr. 8'000.– beträgt. 

Sie schliesst die Vorbereitung des Parteivortrags und Teilnahme an der Hauptver-

handlung ein (§ 17 AnwGebV). Die Höhe dieser Grundgebühr hängt im Wesentli-

chen von der Schwierigkeit des Falls in punkto Beweiswürdigung, Komplexität der 

prozessualen und materiellen Fragen, des Aufwands und des Aktenumfangs ab. 

Zur  Grundgebühr  werden  Zuschläge  hinzugerechnet,  so  z.  Bsp.  für  jede  weitere 

notwendige Rechtsschrift (§17 Abs. 2 AnwGebV). Dabei sind § 11 Abs. 2 und 3 

AnwGebV analog anwendbar. Sie besagen, dass für weitere notwendige Rechts-

schriften ein Einzelzuschlag von höchstens der Hälfte der Grundgebühr oder ein 

Pauschalzuschlag hinzugerechnet werden. Die Entschädigung für das Hauptver-

fahren  berechnet  sich  folglich  -  anders  als  im  Vorverfahren  -  pauschal  und  nicht 

anhand des konkreten Aufwands. Die Einreichung der Honorarnote soll dem Ge-

richt lediglich einen Hinweis hinsichtlich des Aufwands des Rechtsvertreters liefern 

(zum Ganzen vgl. OGer ZH v. 1. Februar 2024, SB230046-O, E. 3.).

- 44 -

3. Mit der eingereichten Honorarnote vom 23. Mai 2025 listet der amtliche Ver-

teidiger einen Aufwand von 77:50 Stunden auf und verrechnet total Fr. 19'324.43 

inkl.  Barauslagen  und  7.7  %  bzw.  8.1  %  MwSt.  (act.  53).  In  seiner  Honorarnote 

wurde der Aufwand für das Vorverfahren nicht separat ausgewiesen. Aus der Stun-

denauflistung geht jedoch hervor, dass rund 47:40 Stunden für das Vorverfahren 

und 30:10 Stunden auf das Hauptverfahren entfielen. Die geltend gemachten Auf-

wendungen  für  das  Vorverfahren  von  47:40  Stunden  à  Fr. 220.–,  entsprechend 

Fr. 10'486.60, sind als Aufwandshonorar zu entschädigen. Für die Leistungen im 

Jahr 2023 von 32:30 Stunden ist ein Mehrwertsteuerzuschlag von 7.7% (entspricht 

Fr. 550.55) und jene im Jahr 2024 für 15:10 Stunden ein solcher von 8.1% (ent-

spricht  Fr. 270.25)  hinzuzurechnen.  Insgesamt  sind  damit  für  das  Vorverfahren 

Fr. 11'307.40 als Entschädigung zu bezahlen. In Bezug auf das Hauptverfahren ist 

zu berücksichtigen, dass das Strafverfahren für den Beschuldigten von einiger Be-

deutung war. Hingegen weist der Fall weder in prozessualer noch materieller Hin-

sicht komplexe Rechtsfragen auf. Ungeachtet der Bedeutung des Verfahrens für 

den Beschuldigten persönlich ist die Tragweite des Falles innerhalb der Bandbreite 

der möglichen Delikte bestenfalls als maximal durchschnittlich zu bezeichnen. Vor 

diesem Hintergrund erscheint die beantragte Gebühr für das Hauptverfahren von 

30:10 Stunden à Fr. 220.–, entsprechend Fr. 6'636.65, als zu hoch. Drittelt man die 

Bandbreite der Grundgebühr von Fr. 600.– bis Fr. 8'000.– für das Hauptverfahren 

in leicht, mittel und schwer, ist der vorliegende Fall höchstens im untersten Bereich 

der  mittleren  Kategorie  anzusiedeln.  In  Anbetracht  der  dargelegten  Umstände 

rechtfertigt sich, eine Gebühr von Fr. 3'000.– für die Erstellung des Parteivortrags 

und  Teilnahme  an  der  Hauptverhandlung  anzusetzen.  Hinzuzurechnen  ist  ein 

Mehrwertsteuerzuschlag von 8.1% und damit Fr. 243.–. Die (Pauschal-)Entschädi-

gung  des  amtlichen  Verteidigers  ist  demzufolge  für  das  Hauptverfahren  auf  Fr. 

3'243.– (inkl. 8.1 %MwSt.) festzusetzen. Hinsichtlich der geltend gemachten Bar-

auslagen liegt keine detaillierte Aufstellung vor, insbesondere erscheinen die gel-

tend gemachten Barauslagen für die "Reproduktion von 600 Seiten à 0.50" nicht 

notwendig, da die ganzen Akten des Vorverfahrens digital vorhanden waren. Ins-

gesamt rechtfertigt sich die (Pauschal-)Entschädigung des amtlichen Verteidigers 

für das gesamte Verfahren auf Fr. 15'000.- (inkl. MwSt. und Auslagen) festzuset-

- 45 -

zen. Diese Kosten sind unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Ge-

richtskasse zu nehmen.

4.

Die  Beiständin  des  Privatklägers  muss  nicht  entschädigt  werden  (vgl.  Prot. 

S. 28).  Da  dem  Privatkläger  keine  Kosten  auferlegt  werden,  ist  sein  Gesuch  um 

unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig der versuchten einfachen Körperverletzung im 

Sinne  von  Art. 123  Ziff. 1  und  Ziff. 2  al. 3  aStGB  in  Verbindung  mit  Art. 22 

Abs. 1 StGB.

2.

Die  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  vom  9. Fe-

bruar 2023 ausgefällte bedingte Strafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird 

widerrufen.

3.

Der  Beschuldigte  wird  unter  Einbezug  der  widerrufenen  Strafe  bestraft  mit 

180 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 30.– als Gesamtstrafe, wovon 35 Tages-

sätze durch Haft erstanden sind.

Die Geldstrafe wird vollzogen.

Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids werden die folgenden, unter 

der Polis-Geschäfts-Nr.: 85682208 sichergestellten Spuren und Spurenträger 

4.

5.

vernichtet:

–

–

–

A017'531'009,

A017'531'010,

A017'531'021.

6.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte aus den eingeklagten Strafhand-

lungen  dem  Grundsatz  nach  gegenüber  dem  Privatkläger  schadenersatz-

pflichtig ist.

- 46 -

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 2'000.– zuzüglich 5% 

Zins ab 29. Juni 2023 als Genugtuung zu bezahlen.

8.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'000.–

; die weiteren Kosten betragen:

1'800.– Gebühr für das Vorverfahren,

2'255.76 Gutachten/Expertisen,

148.50 Auslagen Untersuchung,

Fr.

15'000.–

Entschädigung amtliche Verteidigung, RA MLaw Y._____ 
(inkl. Auslagen und MwSt. von 7.7% bzw. 8.1%).

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich 

die Gerichtsgebühr um einen Drittel.

9.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt.

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genom-

men; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

11. Das  Gesuch  des  Privatklägers  um  unentgeltliche  Rechtspflege  wird  als  ge-

genstandslos geworden abgeschrieben.

12. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung als unbegründe-

tes Urteil an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten (übergeben);

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt);

die Vertreterin des Privatklägers (übergeben);

die  Bezirksgerichtskasse  zur  Auszahlung  des  Honorars  des  amtlichen 
Verteidigers, Rechtsanwalt MLaw Y._____;

und nach Eintritt der Rechtskraft an



in  die  Untersuchungsakten  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  (Ak-
tenzeichen 1);

- 47 -







das Obergericht des Kantons Zürich, Zentrales Inkasso, betreffend den 
Vollzug der Geldstrafe gemäss Dispositiv-Ziffer 3;

die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Asservaten Triage, Güterstrasse 
33, Postfach, 8010 Zürich (Polis-Geschäfts-Nr.: 85682208), unter Hin-
weis auf Dispositiv-Ziffer 5;

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B sowie For-
mular "Löschung DNA-Profil und Vernichtung ED-Material".

13. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Bezirks-

gericht Pfäffikon, Einzelgericht Strafsachen, Hörnlistrasse 55, 8330 Pfäffikon, 

mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder wenn 

ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit  der  Berufung  kann  das  Urteil  in  allen  Punkten  umfassend  angefochten 

werden.  Mit  der  Berufung  können  gerügt  werden:  Rechtsverletzungen,  ein-

schliesslich  Überschreitung  des  Ermessens,  Rechtsverweigerung  und 

Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrichtige Feststellung des Sach-

verhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des be-

gründeten  Entscheids  dem  Obergericht  des  Kantons  Zürich,  Strafkammer, 

Postfach,  8021 Zürich,  eine  schriftliche  Berufungserklärung  einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. Wer-

den nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf welche 

sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

- 48 -

BEZIRKSGERICHT PFÄFFIKON
Einzelgericht in Strafsachen

Der Ersatzrichter:

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw R. Meli

MLaw H. Gökdemir