# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e3b6ed8-e966-5c29-b224-f38bbd947c1d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 11.05.2022 SST.2021.263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-263_2022-05-11.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2021.263 
(ST.2020.225; ST.2019.4907) 

 

 

Urteil vom 11. Mai 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

Privatklägerin 1  A._____, 

[…]  

 

Privatkläger 2  B._____, 

[…] 

 

Privatkläger 3  C._____, 

[…] 

 

Privatklägerin 4  D._____, 

[…] 

 

1, 2, 3 und 4 vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Bürgi,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   E._____,  

geboren am tt.mm.1978, von Dietikon, 

[…] 

z.Zt.: Zentralgefängnis Lenzburg, Wilstrasse 51, 5600 Lenzburg  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin F._____,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Mord, Pornografie 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der Sachverhalt gemäss Anklage der Staatsanwaltschaft Baden vom 

26. Oktober 2021 lautet wie folgt: 

 

1. Mord 
 
Der Beschuldigte hat vorsätzlich einen Menschen getötet und handelte besonders 
skrupellos, namentlich war sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der 
Ausführung besonders verwerflich. 
 
Einleitung: 
Der Beschuldigte ist der Ehemann der Nichte von +G. und es bestand seit mehreren Jahren 
zwischen der Opferfamilie und derjenigen des Beschuldigten eine angespannte Situation.  
Der Beschuldigte unterhielt zu +G. im Zeitraum vom 07.10.2018 bis am 27.10.2018 mit 
dem fiktiven Facebook Benutzername ‘ H. 927' und im Zeitraum vom 02.11.2018 bis am 
22.03.2019 mit dem fiktiven Facebook Anzeigename 'I.' Kontakt. Im Rahmen erfolgter 
Kommunikationen, welche über den Facebook Messenger getätigt wurden, gab sich der 
Beschuldigte gegenüber +G. als Frau aus. Beim Inhalt der Kommunikationen ging es 
primär um sexuelle Anmache. +G. wurde entsprechendes Fotomaterial zugeschickt.  
 

Tatvorbereitung und Tathandlung: 
Am 05.05.2019, ca. 02:53 Uhr, folgte der Beschuldigte spätestens ab Schlieren, 
Bernstrasse, auf Höhe der Mercedes-Garage mit seinem Personenwagen 'Audi A4', 
[Kennzeichen], dem vor ihm von +G. gelenkten Lieferwagen 'Peugeot Expert', 
[Kennzeichen], in allgemeine Richtung Dietikon. +G. hielt sich zuvor in der Sporthalle 
'Unterrohr' in Schlieren an einem Montenegrinischen Fest als Mitorganisator und Helfer 
auf. Um ca. 02:49 Uhr fuhr +G. vom Parkplatz der Sporthalle 'Unterrohr' in Schlieren weg. 
 
Nach der Ankunft vor dem Wohnort von +G. in Killwangen, X-Strasse um ca. 03:01 Uhr, 
kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und +G. Beide 
befanden sich zu diesem Zeitpunkt ausserhalb ihrer Fahrzeuge. Im Verlauf des Streites 
stach der Beschuldigte sieben Mal mit einem einschneidigen Messer ohne Wellenschliff 
und einer Klingenbreite von mindestens 1.3 cm auf +G. ein. 
 
Der verletzte +G. begab sich um ca. 03:05 Uhr via Tiefgarage in seine Wohnung, in der ihn 
seine Ehefrau in Empfang nahm. Um 03:16 Uhr erfolgte durch Familienangehörige, welche 
erste Hilfe leisteten, die Alarmierung der Ambulanz. Das Opfer wurde in der Folge durch 
die Ambulanz unter Reanimation in den Schockraum des Kantonsspital Baden überführt, 
in dem dieses um 05:10 Uhr an den Folgen der Verletzungen verstarb. 
 
Der Beschuldigte fügte +G. folgende Schnitt- und Stichverletzungen zu: 
 
Schnittverletzungen: 
1) Halbkreis- bzw. lappenförmige Abhebung der Kopfschwarte im Bereich der rechten 

Geheimratsecke auf einer Fläche von 8 cm im Durchmesser. Im Zentrum eine ca. 2.5 
cm lange und 0.1 cm tiefe, quer zur Pfeilachse ausgerichtete Kerbe an der äusseren 
Knochentafel. 

2) 2 cm lange und maximal 1 cm tiefe Läsion über dem rechten Unterkieferast (oben). 
3) 3.8 cm lange und maximal 1 cm tiefe Läsion über dem rechten Unterkieferast (unten). 
 
Stichverletzungen: 
1) 4.5 cm lange, schräg von oben-aussen nach unten-innen ausgerichtete Läsion mit 

Eröffnung der Brusthöhle und umschriebener Verletzung des Lungenfells des rechten 
Lungenoberlappens. 

 - 3 - 

 

 

2) Durchstich des linken Oberarms mit L-förmiger, 7 cm langer Läsion an der Vorderseite 
und schräg von aussen-unten nach innen-oben ausgerichtetem Stichkanal. 
Vollständige Durchtrennung der Oberarmarterie und schlitzförmige Eröffnung der 
Oberarmvene. 

3) 1.3 cm lange Läsion an der Aussenseite des linken Oberschenkels mit einem 
annähernd parallel zur Körperlängsachse bzw. steil nach oben ausgerichteten und 
blind in der Muskulatur endenden Stichkanals. 

4) 2.8 cm lange Läsion an der Rückseite des rechten Oberschenkels mit einem 
annähernd horizontal bzw. von aussen nach innen ausgerichteten Stichkanals. 

 
+G. verstarb durch Verbluten. Als wesentlicher Befund konnte der Durchstich des linken 
Oberarms mit vollständiger Durchtrennung der Oberarmarterie und schlitzförmiger 
Eröffnung der Oberarmvene (Stichverletzung Nr. 2) festgestellt werden. Die weiteren Stich- 
und Schnittverletzungen haben über einen zusätzlichen Blutverlust zum Todeseintritt 
beigetragen, hätten für sich alleine aber nicht zum Tod geführt. 
 
Nachdem der Beschuldigte +G. mehrere Stich- und Schnittverletzungen zugefügt hatte, 
stieg er um ca. 03:05 Uhr am Tatort in Killwangen, X-Strasse, in sein Fahrzeug und fuhr 
mit diesem um ca. 03:07 Uhr am Kamerastandort S., V-Strasse in Killwangen vorbei, in 
allgemeine Richtung Spreitenbach. 
 
Indem der Beschuldigte in der oben beschriebenen Art und Weise mit einem 
einschneidigen Messer mit einer Klingenbreite von mindestens 1.3 cm, mehrfach derart 
heftig gegen den Kopf- und Körperbereich von +G. einstach handelte er vorsätzlich. Indem 
der Beschuldigte sieben Mal auf +G. einstach und es ihm lediglich um die Elimination eines 
ihm lästig empfundenen Menschen ging, handelte der Beschuldigte besonders verwerflich 
und aus skrupellosem Beweggrund. 
 
 
2. Pornographie  
 
Der Beschuldigte hat Bildaufnahmen, welche sexuelle Handlungen mit Tieren zum Inhalt 
haben, zum Eigenkonsum besessen. 
 
Der Beschuldigte besass zum Zeitpunkt seiner Festnahme am 17.10.2019, 05:37 Uhr, in 
Q., ein Mobiltelefon iPhone 6S, auf welchem sich ein Video befindet, welches einen jungen 
Mann beim Geschlechtsverkehr mit einem Esel während einer Minute und 22 Sekunden 
zeigt. Das Video erhielt der Beschuldigte per WhatsApp am 09.10.2019 zugestellt. Der 
Beschuldigte hat dieses Video gesehen und war wissentlich und willentlich im Besitz des 
fraglichen Videos. 
 
Der Beschuldigte wusste, nahm aber zumindest in Kauf und rechnete damit, dass das 
obgenannte Video verbotene Tierpornografie beinhaltete. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Baden fällte am 19. Mai 2021 folgendes Urteil: 

 

1. 
Der Beschuldigte E. ist schuldig 
- des Mordes i.S.v. Art. 112 i.V.m. Art. 111 StGB sowie 
- der Pornographie i.S.v. Art. 197 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 StGB. 
 
2. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
Art. 34, Art. 40 und Art. 47 StGB bestraft mit 
 

 - 4 - 

 

 

einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren und 
 
30 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 10.00, d.h. total Fr. 300.00. 
 
3. 
Die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 581 Tagen (17. Oktober 2019 
bis und mit 19. Mai 2021) wird dem Beschuldigten gemäss Art. 51 StGB auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
4. 
Der Vollzug der ausgefällten Geldstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. Die 
Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
5. 
5.1 
Die folgenden, aus dem Besitz des Beschuldigten stammenden beschlagnahmten 
Gegenstände werden diesem auf Verlangen innert 20 Tagen nach Rechtskraft des Urteils 
zurückgegeben bzw. nach unbenutztem Ablauf der Frist ohne weitere Mitteilung vernichtet: 

- Mobiltelefon Apple iPhone 6S (IMEI [...], mit SIM-Karte)  
- Mobiltelefon Apple iPhone 6, IMEI [...], ohne SIM-Karte  
- Mobiltelefon Apple iPhone 5, mit Schutzhülle, IMEI [...], ohne SIM-Karte 
- Mobiltelefon Samsung SM-G928F Galaxy S6 Edge, IMEI [...], mit SIM-Karte  

 
5.2 
Die folgenden, aus dem Besitz des Opfers stammenden beschlagnahmten Gegenstände 
werden den Angehörigen des Opfers (Privatklägerschaft) auf Verlangen innert 20 Tagen 
nach Rechtskraft des Urteils zurückgegeben bzw. nach unbenutztem Ablauf der Frist ohne 
weitere Mitteilung vernichtet: 

- Mobiltelefon Apple iPhone Xs Max mit Schutzhülle, IMEI [...], mit SIM-Karte  
- Mobiltelefon Samsung SM-J330F Galaxy mit Schutzhülle, IMEI [...] und IMEI [...], 

inkl. zwei SIM-Karten  
- Mobiltelefon Apple iPhone 6 mit Schutzhülle, IMEI [...], ohne SIM-Karte 
- Mobiltelefon Nokia 2220 slide, IMEI [...], ohne SIM-Karte 
- Mobiltelefon Apple iPhone 3 GS, IMEI [...], ohne SIM-Karte 
- Mobiltelefon Samsung GT-E1080i, IMEI [...], mit SIM-Karte  
- lose SIM-Karte M-Budget Mobile, Nr. [...]  
- lose SIM-Karte M-Budget Mobile, Nr. [...] 

 
5.3 
Die beschlagnahmten Waschpläne für die Monate Januar bis März 2019 (ab 
Abreisskalender in der Waschküche des Beschuldigten) werden eingezogen und nach 
Rechtskraft des Urteils vernichtet. 
 
5.4 
Das von der Anklägerin rechtshilfeweise in den Niederlanden beschlagnahmte und gegen 
Auszahlung des Dritteigentümers in die Schweiz zurückgeführte Fahrzeug  

- Audi A4, grau, Jahrgang 2003 [...] 
wird eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft durch die Oberstaatsanwaltschaft 
verwertet bzw. vernichtet, sollte sich herausstellen, dass der voraussichtliche 
Verwertungserlös die Kosten nicht zu decken vermag. 
 
Ein allfälliger Verwertungserlös ist nach Abzug der Kosten dem Strafgericht Baden, 
Abteilung 1, zur Deckung der Verfahrenskosten auszuhändigen bzw. zu überweisen. 
 
Es wird von der (bereits mit Verfügung vom 10. September 2019 gestützt auf Art. 434 
Abs. 2 StPO von der Staatsanwaltschaft zugesprochenen und ausgerichteten) 

 - 5 - 

 

 

Entschädigung von K., NL-[...], in der Höhe von EUR 6'185.38 bzw. Fr. 7'020.40 Vormerk 
genommen. 
 
5.5 
Es wird Vormerk genommen, dass die Anklägerin zu Ermittlungszwecken (Durchführung 
von Vergleichsfahrten) folgende zwei weitere Fahrzeuge zu Eigentum des Kantons Aargau 
gekauft hat: 

- Audi A61.9 TDi Automat, grau, Jahrgang 2004, und 
- Seat Exeo ST 1.8 TFSI, grau, Jahrgang 2011 

 
Die Oberstaatsanwaltschaft wird mit der Verwertung der genannten Fahrzeuge beauftragt 
bzw. mit deren Vernichtung, sollte sich herausstellen, dass der voraussichtliche 
Verwertungserlös die Kosten nicht zu decken vermag. Ein allfälliger Verwertungserlös ist 
nach Abzug der Kosten dem Strafgericht Baden, Abteilung 1, zur Deckung der 
Verfahrenskosten auszuhändigen bzw. zu überweisen.  
 
6. 
6.1 
Der Beschuldigte wird in teilweiser Gutheissung der Zivilklagen verpflichtet, 
 

- der Zivil- und Strafklägerin 1, D., Schadenersatz in der Höhe von Fr. 498’482.55 
sowie eine Genugtuung von Fr. 55'000.00, insgesamt Fr. 553'482.55, zu 
bezahlen, 

- dem Zivil- und Strafkläger 2, C., Schadenersatz in der Höhe von Fr. 217.70 sowie 
eine Genugtuung von Fr. 30'000.00, insgesamt Fr. 30'217.70, zu bezahlen, 

- dem Zivil- und Strafkläger 3, B., Schadenersatz in der Höhe von Fr. 47'017.00 
sowie eine Genugtuung von Fr. 30'000.00, insgesamt Fr. 77'017.00, zu 
bezahlen, 

- der Zivil- und Strafklägerin 4, A., Schadenersatz in der Höhe von Fr. 278.60 
sowie eine Genugtuung von Fr. 20'000.00, insgesamt Fr. 20'278.60, zu 
bezahlen, 

 
alles je zzgl. Zins zu 5 % seit 5. Mai 2019. 
 
6.2 
Es wird Vormerk genommen, dass die bezifferten Schadenersatzforderungen der 
Privatkläger 1 bis 4 im Sinne von Teilklagen mit ausdrücklichem Nachklagevorbehalt 
erhoben worden sind. 
 
6.3 
In Bezug auf die künftigen Schadenersatzforderungen (insbesondere allfälliger 
Versorgerschaden, allfällige künftige Behandlungskosten in Folge der Straftat etc.) der 
Zivil- und Strafkläger 1 bis 4 wird der Beschuldigte dem Grundsatze nach zu 100 % 
schadenersatzpflichtig erklärt; im Übrigen werden die diesbezüglichen Ansprüche auf den 
Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 3 StPO).  

 
6.4 
Im Übrigen werden die Zivilklagen abgewiesen. 
 
6.5 
Der Beschuldigte hat den Zivil- und Strafklägern 1-4 je eine gerichtlich auf Fr. 5'319.95 (je 
inkl. MwSt. von Fr. 380.35) festgesetzte Prozessentschädigung (total Fr. 21'279.80 inkl. 
MwSt. von Fr. 1'521.40) zu entrichten (Art. 433 Abs. 1 StPO). 
 
7. 
7.1 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 

 - 6 - 

 

 

a) der Gerichtsgebühr Fr.  15’000.00 
b) der Anklagegebühr Fr. 9'500.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung Fr.  93'360.80 
d) den Kosten für die Übersetzung Fr.  1’320.00 
e) den Beweiskosten des Gerichts Fr.  1’755.00 
f) den Kosten für die Mitwirkung anderer Behörden Fr.  212’182.17 
g) den Spesen des Gerichts (inkl. laufende 

Autoeinstellkosten) Fr. 5’982.10 
h) den Spesen für das begründete Urteil Fr.  135.00 

 
Total Fr.  339'235.07 
 
7.2 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren gemäss Dispositiv-Ziff. 0 lit. a) und b) sowie die 
Kosten gemäss Dispositiv-Ziff. 0 lit. e) –h) im Gesamtbetrag von Fr. 244'554.27 auferlegt. 
 
7.3 
Die Kosten für die Übersetzung gemäss Dispositiv-Ziff. 0 lit. d) gehen zu Lasten des 
Staates (Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO). 
 
8. 
8.1 
Der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten, P., Fürsprecherin, wird eine Entschädigung 
von Fr. 93'360.80 (inkl. 7.7 % MwSt. von Fr. 6'674.80) zu Lasten der Staatskasse 
zugesprochen (Kosten gemäss Dispositiv-Ziff. 0 lit. c) und die Gerichtskasse Baden 
angewiesen, die Auszahlung vorzunehmen. 
 
Die Entschädigung wird einstweilen auf der Gerichtskasse Baden vorgemerkt. Der Betrag 
von Fr. 93'360.80 wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
8.2 
Im Übrigen hat der Beschuldigte seine Parteikosten selber zu tragen. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 30. November 2021 beantragte der 

Beschuldigte, er sei vom Vorwurf des Mordes sowie der Pornografie 

freizusprechen. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung fand am 11. Mai 2022 statt. 

 

  

 - 7 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf des Mordes 

gemäss Art. 112 StGB sowie der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 

Satz 1 i.V.m. Abs. 1 StGB freizusprechen. 

 

2. 

2.1.  

2.1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des Mordes an G. gemäss Art. 112 

StGB schuldig gesprochen. Sie erwog nach einer Würdigung der Beweise 

(insbesondere Auswertungen des das Opfer verfolgenden Autos, 

Blutrückstandsanalyse im ehemaligen Fahrzeug des Beschuldigten, 

Telefonauswertungen, Facebook-Chat-Auswertungen des Opfers, 

Aussageverhalten des Beschuldigten, Nachtatverhalten des 

Beschuldigten, Hinweise aus abgehörten Gesprächen), dass der 

Beschuldigte G. in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 2019 vor seinem 

Wohnhaus in Killwangen mit sieben Schnitt- und Stichverletzungen auf 

besonders verwerfliche Art und Weise und mit einem skrupellosen 

Beweggrund ermordet habe. Dass eine dem Opfer unbekannte Täterschaft 

das Tötungsdelikt verübt haben könnte, schloss die Vorinstanz aus 

(vorinstanzliches Urteil E. I/1.5.3 – I/1.5.12). 

 

2.1.2.  

Der Beschuldigte bestreitet seine Täterschaft. Er bringt im Wesentlichen 

vor, es fehle das Tatmotiv sowie die Tatwaffe. Auch in Würdigung der 

einzelnen Indizien, die grösstenteils als Beweis untauglich seien, könne 

nicht nachgewiesen werden, dass er die Tat verübt habe. Vielmehr lägen 

entlastende Beweise vor und würden andere Abläufe in der Tatnacht 

weitaus wahrscheinlicher erscheinen (GA act. 254 f.; Berufungs-

begründung vom 11. Mai 2022, S. 2 ff.; Plädoyer der Verteidigung, S. 2 ff.).  

 

2.2. 

Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, erfüllt den Grundtatbestand der 

vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB. Ist der Täter zudem 

besonders skrupellos vorgegangen, hat er den qualifizierten Tatbestand 

des Mordes gemäss Art. 112 StGB verwirklicht. Besondere Skrupellosigkeit 

liegt namentlich dann vor, wenn der Beweggrund des Täters, der Zweck 

der Tat oder die Art der Tatausführung besonders verwerflich sind. Nach 

der Rechtsprechung zeichnet sich Mord durch eine aussergewöhnlich 

krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung seiner eigenen 

Absichten aus. Es geht um die besonders verwerfliche Auslöschung eines 

Menschenlebens. Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht 

abschliessender Aufzählung auf äussere (Ausführung) und innere 

Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese müssen nicht alle erfüllt sein, um 

 - 8 - 

 

 

Mord anzunehmen. Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung der äusseren 

und inneren Umstände der Tat. Die für eine Mordqualifikation konstitutiven 

Elemente sind jene der Tat selber, während Vorleben und Verhalten nach 

der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der 

Täterpersönlichkeit geben (BGE 141 IV 61 E. 4.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_271/2015 vom 26. August 2015 E. 2.3.1; jeweils mit 

Hinweisen). Affekt und verminderte Schuldfähigkeit schliessen die 

Qualifizierung einer Tötung als Mord nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 

6B_305/2013 vom 22. August 2013 E. 4.6 mit Hinweisen). 

 

2.3.  

In tatsächlicher Hinsicht ist gestützt auf den Obduktionsbericht (UA 

[Untersuchungsakten] BO [Bundesordner] 16 Reg. [Register] 3), die 

Spurensicherung am Tatort (UA BO 6 Reg. 2) sowie die edierten 

Überwachungskameraaufnahmen entlang der gefahrenen Strecke (vgl. 

Bericht der Kriminaltechnik der Kantonspolizei Aargau vom 14. August 

2019, UA BO 26 Reg. 2) erstellt sowie unbestritten geblieben, dass G. am 

Abend des 4. Mai 2019 in der Sporthalle Unterrohr in Schlieren an einem 

montenegrinischen Fest als Mitorganisator teilnahm. Er verliess das Fest 

um ca. 02:49 Uhr als einer der letzten Besucher, stieg in den weissen 

Peugeot Expert Lieferwagen seines Geschäfts und fuhr damit auf direktem 

Weg an seinen Wohnort an der X-Strasse in Killwangen. Kurz nach seiner 

Ankunft um ca. 03:01 Uhr, nachdem er den Lieferwagen gewendet und 

entlang des Trottoirs der X-Strasse – auf Höhe der Einfahrt zur Tiefgarage 

– parkiert hatte, wurden ihm durch Fremdeinwirkung mit einem 

einschneidigen Messer ohne Wellenschliff und einer Klingenbreite von 

mindestens 1.3 cm die in der Anklageschrift aufgelisteten sieben Schnitt- 

und Stichverletzungen beigefügt (Anklage Ziff. I/1). Der Angriff wurde von 

vorne her durchgeführt, wobei fehlende Abwehrverletzungen einerseits auf 

einen Überraschungseffekt bei einem Übergriff in der Dunkelheit 

zurückgeführt sowie durch ein Packen des rechten Unterarms (Bluterguss) 

bei gleichzeitigen Einstechen gegen Kopf, Brust und Oberarm erklärt 

werden. Es war G. noch möglich, sich trotz grossen Blutverlusts in seine 

Wohnung zu begeben, wo er zu Boden sank. Seine Ehefrau D. sowie seine 

von der Ehefrau dazu geholte Nichte AA. leisteten erste Hilfe. 

Letztgenannte alarmierte die Rettungskräfte. Auf Nachfrage der 

Anwesenden, was passiert sei, sagte G. lediglich auf montenegrinisch «Wir 

wurden angegriffen» (UA BO 10 Reg. 1 act. 2963 f.; UA BO 11 Reg. 16 

act. 3577 und 3579). Fast zeitgleich trafen Polizei und Ambulanz ein (UA 

BO 16 Reg. 8 act. 4829 f.). G. verstarb trotz Reanimationen im 

Krankenwagen sowie im Kantonsspital Baden schliesslich um 05:10 Uhr 

(UA BO 16 Reg. 5 act. 4793 f.) durch Verbluten nach aussen aufgrund der 

Durchtrennung der Oberarmarterie (UA BO 16 Reg. 3 act. 4749). 

 

Umstritten ist, wer G. die tödlichen Verletzungen zugefügt hat. Der 

Beschuldigte bestreitet, G. getötet zu haben.  

 - 9 - 

 

 

2.4.  

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen 

Voraussetzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach der 

objektiven Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; «in 

dubio pro reo»). Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht 

massgebend, weil solche immer möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro 

reo» verlangt indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln 

unbesehen auf den für den Beschuldigten günstigeren Beweis abzustellen 

wäre. Die Entscheidregel «in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem 

alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und 

ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich 

erheblicher Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu 

begründen vermag (BGE 144 IV 345; Urteil des Bundesgerichts 

6B_295/2021 vom 31. März 2022 E. 3.3.2). 

 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten 

Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind 

(Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache 

geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet 

nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache 

oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in 

ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen 

rechtsgenüglichen Beweis von Tat und Täter erlauben (statt vieler: Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 mit 

Hinweisen).  

 

2.5.  

Es gibt keine direkten Beweise für eine Täterschaft des Beschuldigten. Es 

liegen jedoch zahlreiche Indizien und Umstände vor, die es erlauben, die 

Geschehnisse, die einen zuverlässigen Rückschluss auf die Täterschaft 

des Beschuldigten ermöglichen, zu rekonstruieren: 

 

2.5.1.  

G. verbrachte den Abend des 4. Mai 2019 als Mitorganisator an einem 

montenegrinischen Fest in der Sporthalle Unterrohr in Schlieren (ZH). Der 

weisse Lieferwagen seines Geschäfts war von 16:53 Uhr bis 02:49 Uhr vor 

der Festlokalität parkiert. Eine in unmittelbarer Nähe stehende 

Überwachungskamera beim Green Data Center, Unterrohrstrasse 4 in 

Schlieren, zeichnete dies auf (Bericht vom 14. August 2019, UA BO 26, 

Reg. 2, act. 7527). Auf ebendiesem Gelände zeichnete eine weitere 

Überwachungskamera im späteren Verlauf des Abends auf, wie ein grauer 

 - 10 - 

 

 

Kombi (vgl. unten) zwei Mal jeweils um 22:31 Uhr sowie um 00:28 Uhr auf 

das Gelände fuhr und wendete (Bericht vom 14. August 2019, UA BO 26, 

Reg. 1, act. 7521 ff.). Dazu passt auch die Videoaufzeichnung von einer 

ca. 290 Meter von der Festlokalität entfernten Überwachungskamera auf 

dem Mercedes Benz Areal, Bernstrasse in Schlieren, wonach jeweils einige 

Minuten vor bzw. nach dem Wendemanöver (22:19 Uhr bzw. 22:37 Uhr 

sowie 00:22 Uhr bzw. 00:34 Uhr) ein grauer Kombi von bzw. in Richtung 

Dietikon (ZH) fährt (Bericht vom 14. August 2019, UA BO 26, Reg. 1, 

act. 7521 ff.). Die letztgenannte Überwachungskamera zeigt im Verlauf des 

Abends zwei weitere Hin- bzw. Rückfahrten des grauen Kombis (01:19 Uhr 

bzw. 01:43 Uhr sowie 02:38 Uhr bzw. 02:53 Uhr; Bericht vom 14. August 

2019, UA BO 26, Reg. 1, act. 7521 ff.). Anlässlich seiner letzten Wegfahrt 

fährt der graue Kombi dem weissen Lieferwagen von G. auf seiner 

Heimfahrt an die X-Strasse in Killwangen hinterher (Bericht vom 14. August 

2019, UA BO 26, Reg. 1, act. 7523; Bericht vom 14. August 2019, UA 

BO 26, Reg. 2, act. 7527). Der von G. gefahrene weisse Lieferwagen 

wurde dabei von weiteren Überwachungskameras aufgezeichnet 

(Mercedes Benz Areal, Bernstrasse in Schlieren um 02:53 Uhr; Shell-

Tankstelle, Überlandstrasse in Fahrweid um 02:55 Uhr; Avia-Tankstelle 

/Shop, Überlandstrasse 150 in Dietikon um 02:59; Bertani Baugerüste AG, 

Überlandstrasse in Dietikon um 02:58 Uhr; Kamerastandort S., V-Strasse 

in Killwangen um 03:01 Uhr; Kamerastandort T., V-Strasse in Killwangen 

um 03:00 Uhr; Kamerastandort U., V-Strasse in Killwangen um 03:00 Uhr; 

Bericht vom 14. August 2019, UA BO 26, Reg. 2, act. 7527 ff.; vgl. Bericht 

vom 16. April 2020, BO 26, Reg. 4, act. 7574 f.). Jede der 

Überwachungsaufnahmen zeigt jeweils acht bis 22 Sekunden später den 

dem weissen Lieferwagen von G. nachfolgenden grauen Kombi (Bericht 

vom 14. August 2019, UA BO 26, Reg. 2, act. 7527 ff.). Ob es sich bei 

einem Abstand von 22 Sekunden noch um ein «Verfolgen» im eigentlichen 

Sinn handeln kann, wie von der Verteidigung negiert, kann offengelassen 

werden, zumal die Täterschaft genauso gut den Wohnort von G. gekannt 

haben kann (GA act. 263 f.). Die letzte Aufnahme, auf der beide Autos 

nacheinander ersichtlich sind, wurde beim Kamerastandort U., V-Strasse 

in Killwangen zwischen 03:00 Uhr und 03:01 Uhr aufgezeichnet (Bericht 

vom 14. August 2019, UA BO 26, Reg. 2, act. 7527 ff.), was mithin nur ca. 

[...] Meter vom Wohnort von G. entfernt ist. Ein entgegenkommender 

RVBW-Nachtbus, der zwischen 03:01 Uhr bis 03:02 Uhr ebenfalls auf der 

V-Strasse in Gegenrichtung unterwegs war, konnte mit seiner Frontkamera 

keines der beiden Fahrzeuge erfassen. Daraus ist zu schliessen, dass 

keines der beiden Fahrzeuge ab deren letztbekannten Erfassung beim 

Kamerastandort U., V-Strasse in Killwangen in gleichbleibender Richtung 

auf der V-Strasse weitergefahren sein kann, da sie sonst den 

heranfahrenden Bus hätten kreuzen müssen und von dessen Frontkamera 

erfasst worden wären. Der graue Kombi fuhr – dazu passend – einige 

Minuten später zumindest einen Teil der Strecke in Richtung der 

Festlokalität zurück (Kamerastandort S., V-Strasse in Killwangen um 

 - 11 - 

 

 

03:08 Uhr; Bericht vom 14. August 2019, UA BO 26, Reg. 2, act. 7530 f.; 

vgl. Bericht vom 16. April 2020, BO 26, Reg. 4, act. 7574 f.). Das 

Tötungsdelikt hat sich denn auch in diesem Zeitraum zwischen 03:01 Uhr 

und 03:08 Uhr vor der Garage des Wohnorts von G. ereignet, zumal die 

Blutspuren dort beginnen, dieser bereits um ca. 03:15 Uhr mit den Schnitt- 

und Stichverletzungen in seiner Wohnung war (UA BO 10, Reg. 1, 

act. 2964), der Notruf um 03:18 Uhr erging (Bericht vom 8. Mai 2019, UA 

BO 16 Reg. 8, act. 4826) und die Nachbarin AB. ca. 15 bis 20 Minuten vor 

dem Eintreffen der Rettungskräfte mindestens zwei Männer für maximal 

eine Minute laut streiten gehört habe. Sie ergänzte, dass sie nach der 

Auseinandersetzung ein Auto laut aufheulend wegfahren gehört habe 

(Einvernahme von AB. vom 14. Juni 2019, UA BO 12, Reg. 10, 

act. 3752 f.). 

 

Aufgrund des Abpassens von G. an der Festlokalität, der Verfolgung bis in 

die Nähe seines Wohnorts sowie der sofort im Anschluss an die Tatzeit 

angetretenen Rückfahrt ist davon auszugehen, dass es sich beim gefilmten 

grauen Kombi – wie von der Staatsanwaltschaft dargelegt – um das von 

der Täterschaft gelenkte Fahrzeug handelt. Hingegen gibt es für ein von 

der Verteidigung vor Vorinstanz vorgebrachtes Auflauern einer 

unbekannten Täterschaft in der Tiefgarage von G. keinerlei Hinweise (GA 

act. 266 f.). Insbesondere erschöpft sich die von der Verteidigung 

vorgebrachte Sachverhaltsversion, wonach G. von einer unbekannten 

Drittperson – mitunter, weil er aus Montenegro stamme und dem 

muslimischen Glauben angehöre – getötet worden sei (GA act. 281 f.), in 

einer bloss theoretischen Möglichkeit, welche nicht geeignet ist, 

massgebliche Zweifel zu wecken. Es ist denn auch nicht bekannt, dass G. 

im Zusammenhang mit dem montenegrinischen Fest bedroht oder 

angefeindet worden wäre. 

 

Auch das von der Verteidigung vor Vorinstanz vorgebrachte 

Alternativszenario, wonach der graue Kombi eine Person am Bahnhof 

Killwangen abgeholt haben könnte (GA act. 264), liegt ausserhalb einer 

vernünftigen Betrachtungsweise. Der graue Kombi fuhr an sämtlichen 

geeigneten Haltemöglichkeiten in Bahnhofsnähe vorbei. Die letztmögliche 

Haltemöglichkeit auf der verlassenen Westseite des Bahnhofs ist als 

Abholpunkt wenig naheliegend, da sie sich rund 100 Meter weit weg von 

der Unterführung zu den zwei Perrons befindet, wo sich auch eine 

ausgeschilderte Haltezone sowie ein grösserer Parkplatz befindet. Ein 

Stopp an jenem Ort, d.h. vor dem Passieren der Kamera des 

Kamerastandorts U., ist jedoch aufgrund des sich verringernden Abstands 

zum Opferfahrzeug auszuschliessen (beim Kamerastandort S. hatte der 

Abstand noch 21 Sekunden betragen, beim Kamerastandort T. und U. 

jedoch nur noch 13 Sekunden [Bericht vom 14. August 2020, UA BO 26, 

Reg. 2, act. 7529]). 

 

 - 12 - 

 

 

2.5.2. 

Zum Fahrzeug des grauen Kombis ergibt sich Folgendes: Aufgrund der 

Analyse der Kriminaltechnik, Fachbereich Film, handle es sich bei dem G. 

nachfahrenden und im Vorfeld an seine Heimfahrt mehrmals in der Nähe 

der Festlokalität aufgezeichneten Autos mutmasslich um einen 

Personenwagen Kombi Audi A4 älterer Ausführung in grauer oder silberner 

Farbe (vgl. Bericht vom 14. August 2019, UA BO 26, Reg. 2, act. 7526; GA 

act. 127 f und 129). Dies wurde durch informell befragte Mitarbeiter des 

Autohauses AC. bestätigt, welche das Fahrzeugmodell auf einen Audi A4 

oder A6 des Jahrgangs 2003 eingrenzten (GA Beilage zur Eingabe der 

Staatsanwaltschaft vom 30. November 2020, Erhebungsbericht vom 

26. November 2020; vgl. Rapport vom 4. September 2020, UA BO 1, 

Reg. 3, act. 49.88, Ziff. 3.7). Entgegen der Verteidigung (Plädoyer der 

Verteidigung, S. 3) ist auf die Erkenntnisse und Einschätzungen dieser 

Fachpersonen abzustellen, zumal sie selbst auf mögliche Unsicherheiten 

hingewiesen haben und die Erkenntnisse der Kriminaltechnik sowie der 

Mitarbeiter des Autohauses AC. unabhängig voneinander entstanden sind 

(vgl. GA Beilage zur Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 30. November 

2020, Erhebungsbericht vom 26. November 2020, S. 3). 

 

Der Beschuldigte verfügte im Tatzeitpunkt über einen «hellgrauen-met.»-

farbenen Audi A4 mit Erstinverkehrsetzung am tt.mm.2003 (vgl. 

Fahrzeugausweis, UA BO 15, Reg. 16, act. 4718) und somit ein 

Fahrzeugmodell, wie es auf den Videoaufnahmen zu erkennen ist. 

 

2.5.3. 

Der zeitliche Ablauf der Geschehnisse in der Tatnacht, insbesondere die 

mit den Überwachungskameras aufgenommenen Standorte des 

Fahrzeugs der Täterschaft stehen im Einklang mit den Auswertungen der 

Rand- und Bewegungsdaten des Mobiltelefons des Beschuldigten mit der 

Telefonnummer [...] sowie den Auswertungen der auf selbigem Gerät 

installierten «Health App». Konkret sind die Verbindungen des 

Mobiltelefons zu den jeweiligen Antennen so erfolgt, dass der Beschuldigte 

die durch die Überwachungskameras ermittelten Standorte des grauen 

Audis der Täterschaft abgefahrenen haben kann (vgl. oben; Antenne 

Badenerstrasse 21 in Dietikon um 22:13 Uhr im Einklang mit 

Kameraaufnahme auf dem Mercedes Benz Areal, Bernstrasse in Schlieren 

um 22:19 Uhr; Antenne Brandstrasse 24 in Schlieren um 22:33 Uhr im 

Einklang mit Kameraaufnahmen beim Green Data Center, 

Unterrohrstrasse 4 in Schlieren um 22:31 Uhr sowie auf dem Mercedes 

Benz Areal, Bernstrasse in Schlieren um 22:37 Uhr; Antenne 

Steinackerstrasse 31 in Urdorf (ZH) um 00:19 Uhr im Einklang mit 

Kameraaufnahmen auf dem Mercedes Benz Areal, Bernstrasse in 

Schlieren um 00:22 Uhr sowie beim Green Data Center, Unterrohrstrasse 4 

in Schlieren um 00:28 Uhr; Antenne Engstringerstrasse 55 in Schlieren um 

01:21 Uhr im Einklang mit Kameraaufnahmen auf dem Mercedes Benz 

 - 13 - 

 

 

Areal, Bernstrasse in Schlieren um 01:19 Uhr sowie um 01:43 Uhr; Bericht 

vom 15. August 2019, UA BO 26, Reg. 8, act. 7646 ff.). Um 02:21 Uhr, kurz 

nachdem G. um 02:09 Uhr sein Auto auf dem Parkplatz des Festlokals zu 

beladen begonnen hat (Bericht vom 14. August 2019, UA BO 26, Reg. 2, 

act. 7527), erfolgte die letzte Verbindung des Mobiltelefons des 

Beschuldigten vor der Tat in die Antenne, Brandstrasse 24 in Schlieren nur 

wenige hundert Meter von der Festlokalität entfernt, die in die 

Netzabdeckung dieser Antenne fällt (Bericht vom 15. August 2019, UA 

BO 26, Reg. 8, act. 7646; Vollzugsbericht vom 1. April 2020, UA BO 26, 

Reg. 9, act. 7722 f.). Zwischen 02:21 Uhr und 03:22 Uhr und somit zur 

Tatzeit erfolgte keine Verbindung zu einer Antenne, insbesondere nicht in 

der Nähe des Wohnortes von G. (Erhebungsbericht vom 21. August 2019, 

UA BO 26, Reg. 12, act. 7788). Das Verschieben in eine Funkzelle bei 

eingeschaltetem Mobiltelefon bedeutet hingegen nicht zwingend, dass 

Randdaten generiert werden, welche bei einer rückwirkenden 

Teilnehmeridentifikation abgerufen werden können. Nur wenn es 

tatsächlich zu einer Netzwerkbeanspruchung kommt, weil beispielsweise 

ein ein- oder ausgehender Anruf oder eine Internetverbindung aufgebaut 

wird, werden Randdaten generiert (GA act. 208 f.). Folglich entlastetet es 

den Beschuldigten mit der Vorinstanz nicht, dass sein Mobiltelefon um den 

Zeitpunkt des Delikts keine Antenne in der Region Spreitenbach-

Killwangen beanspruchte, zumal das Mobiltelefon im fraglichen Zeitpunkt – 

soweit ersichtlich – auch nicht mit einer anderen Antenne ausserhalb der 

Region verbunden war (vgl. vorinstanzliches Urteil, E. 1.5.5.1.3). Das 

Vorbringen der Verteidigung, wonach die Täterschaft des Beschuldigten 

ausgeschlossen werde, da eine Suchanfrage auf «localsearch» unmittelbar 

vor der Tat am 5. Mai 2019 um 02:55 Uhr mit den Begriffen «X-Strasse + 

Killwangen» (Strasse an der G. wohnte) erfolgt sei (Berufungsbegründung 

vom 11. Mai 2022, S. 7; Vollzugsbericht vom 30. Januar 2020, BO18, Reg. 

26, act. 5354 f.), ist abwegig. Die Suchanfragen beziehen sich nicht 

spezifisch auf das Opfer, sondern vielmehr auf die gesamte X-Strasse. 

Eine Verbindung zu der Täterschaft ist nicht eruierbar. Erst um 03:22 Uhr 

beanspruchte das Mobiltelefon des Beschuldigten wieder eine 

Netzverbindung. Die Verbindung erfolgte mit der Antenne der Y-Strasse in 

Q., die insbesondere den Wohnort des Beschuldigten abdeckt (Bericht vom 

15. August 2019, UA BO 26, Reg. 8, act. 7646 ff.; Bericht vom 8. Mai 2020, 

UA BO 26, Reg. 10, act. 7744). 

 

Die Daten der auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten installierten «Health 

App» zeigen sodann auf, dass er bereits um 03:16 Uhr 235.62 Meter sowie 

ein Stockwerk zurücklegte und dabei sein Mobiltelefon auf sich trug 

(Beilage zur Einvernahme vom 2. Juli 2020, UA BO 7, Reg. 11, act. 2344 f.; 

für die vollständigen Daten seit 2016 vgl. separaten Datenträger 

«Mobiltelefonauswertungen», Ordner H-2019-450). Gemäss durch-

geführten Zeitmessungen der Polizei ist es möglich, die Strecke zwischen 

dem Tatort und dem Wohnort des Beschuldigten je nach Geschwindigkeit 

 - 14 - 

 

 

und gewählter Strecke innert 7.83 bis 11.93 Minuten zurückzulegen und 

nicht wie vom Beschuldigten an der Berufungsverhandlung behauptet 

innert 18 Minuten (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 8). Das 

entspricht dem Zeitfenster, das mit dem Geschehen am Tatort, den 

Auswertungen der Überwachungskameras, den Rand- und 

Bewegungsdaten sowie der «Health App» übereinstimmt (Bericht vom 

19. März 2020, UA BO 26, Reg. 5, act. 7584 f.; Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 15: Bei Einhaltung der jeweiligen Geschwindigkeiten 

dauere der Fahrweg vom Tatort bis zum Wohnort des Beschuldigten rund 

9 Minuten und 20 Sekunden). 

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die ermittelten Daten zu den 

Bewegungen des Beschuldigten sich in den zeitlichen Ablauf der 

Geschehnisse in der Tatnacht nahtlos einfügen lassen. Bei weiteren 

Verbindungen des Mobiltelefons des Beschuldigten vor der Tatzeit in 

Zürich (zwischen 22:52 Uhr und 23:40 Uhr), Dietikon (zwischen 00:16 Uhr 

und 00:17 Uhr) und Urdorf (zwischen 00:18 Uhr und 00:19 Uhr) liegen 

keine Aufnahmen von Überwachungskameras vor (vgl. Bericht vom 

15. August 2019, UA BO 26, Reg. 8, act. 7647 ff.). Jedoch lassen sich 

diese Daten ebenso in das Gesamtbild einordnen und widersprechen den 

von den Aufnahmen der Überwachungskameras aufgezeichneten 

Standorten des grauen Audis zu keinem Zeitpunkt. Vielmehr sind die 

Verbindungen in Zürich, Dietikon und Urdorf insofern in sich stimmig, als 

von einem Auflauern des Täters auf G. auszugehen ist (vgl. unten) und 

dessen Heimfahrt aufgrund seines Status als Mitorganisator erst zum Ende 

des Festes zu erwarten war. Das mehrfache Überprüfen, ob sich das Fest 

dem Ende zuneigt und damit einhergehende mehrmalige Hinfahrt nach 

Schlieren erscheint vor diesem Hintergrund stimmig. 

 

2.5.4. 

Der Beschuldigte hat kein Alibi für den Tatzeitpunkt. Dass er sich ab 

spätestens 02:00 Uhr, wie von ihm in seinen ersten Einvernahmen 

(Einvernahme als Auskunftsperson am 11. Juli 2019, UA BO 7, Reg. 1, 

act. 2128 f.; Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 

18. Oktober 2019, UA BO 2, Reg. 3 act. 431 f.) und von seiner Ehefrau AD. 

ausgesagt wurde (Einvernahme AD. vom 11. Juli 2019, UA BO 8, Reg. 1, 

act. 2354; Einvernahme AD. vom 17. Oktober 2019, UA BO 8, Reg. 2, 

act. 2368), zuhause befand, ist nach dem oben Gesagten nicht möglich. 

 

Andere Beweise für ein Alibi sind weder ersichtlich noch vom Beschuldigten 

vorgebracht worden. Es liegen einzig seine Aussagen zu möglichen 

Alternativerklärungen vor, wie es insbesondere zu den Verbindungen 

seines Mobiltelefons sowie den Daten des «Health Apps» gekommen sein 

könnte. Seine diesbezüglichen Aussagen sind jedoch nicht konstant und 

als in verschiedener Hinsicht nicht nachvollziehbar, in sich widersprüchlich 

sowie widerlegt und damit insgesamt als nicht glaubhaft anzusehen. Seine 

 - 15 - 

 

 

Aussage, wonach die Verbindungen in der Tatnacht mit Antennen des 

Raums Schlieren (um 21:51 Uhr, 22:33 Uhr, 01:21 Uhr und 02:21 Uhr; vgl. 

oben) zum Teil aufgrund der Zumba-Veranstaltung seiner Tochter erfolgt 

seien, ist auszuschliessen (Einvernahme vom 5. Februar 2020, UA BO 7, 

Reg. 5, act. 2185; vgl. Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht 

vom 18. Oktober 2019 BO 2, Reg. 3, act. 431: Ohne Bezugnahme auf 

Verbindungen in Antennenstandorte im Raum Schlieren). Die Zumba-

Veranstaltung endete gemäss Angaben der Tochter bereits um 20:30 Uhr 

(Einvernahme vom 17. Oktober 2019, UA BO 9, Reg. 5, act. 2786). 

 

Als nicht glaubhafte Schutzbehauptungen sind seine Aussagen zu 

qualifizieren, wonach er sich in der Tatnacht in seinem Schrebergarten-

häuschen mit ein bis zwei Prostituierten/Tänzerinnen aufgehalten habe, die 

er kurz zuvor an der Langstrasse in Zürich in verschiedenen Bars getroffen 

habe oder die mit einem Chauffeur zu einem Treffpunkt gefahren worden 

seien und er sie dort abgeholt habe (vgl. Einvernahme vom 20. November 

2019, UA BO 7, Reg. 3, act. 2159; Einvernahme vom 11. Dezember 2019, 

UA BO, 7, Reg. 4, act. 2175 f.; Einvernahme vom 5. Februar 2020, UA 

BO 7, Reg. 5, act. 2185; vgl. GA act. 150; vgl. Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 8 f.). Diese abenteuerlich anmutende Geschichte konnte 

denn auch von niemandem bestätigt werden. 

 

Sodann konnte seine weitere Aussage widerlegt werden, wonach eine 

serbische Prostituiertenvermittlerin (vgl. unten) seine SIM-Karte in der 

Tatnacht in ihr Mobiltelefon eingelegt habe, etwas einkaufen gegangen sei 

und dabei die Rand- und Bewegungsdaten in Schlieren erzeugt haben soll, 

währendem er sich in seinem Schrebergartenhäuschen mit den 

Prostituierten/Tänzerinnen vergnügt haben will (Einvernahme vor dem 

Zwangsmassnahmengericht vom 10. Juli 2020, UA BO 4A, Reg. 2, 

act. 1480 f.; GA act. 141 S. 45 f. und act. 150: Ohne Erwähnung der SIM-

Karte). Es steht jedoch fest, dass die SIM-Karte in der Tatnacht einzig mit 

dem Mobiltelefon des Beschuldigten verwendet worden ist (Bericht vom 

15. Juli 2020, UA BO 25, Reg. 10; vgl. auch Bericht vom 8. Mai 2020, UA 

BO 26, Reg. 10, act. 7744). 

 

Schliesslich erklärt der Beschuldigte seine getätigten Schritte ab 03:16 Uhr 

wie folgt: Er sei vom Schrebergartenhäuschen zur Wohnung gegangen und 

habe dort gesehen, dass das Licht in der Wohnung gebrannt habe. Durch 

die sich im Wohnzimmer befindende Kamera habe er sehen können, dass 

sein Sohn AE. wach gewesen sei. Er habe deswegen seine Frau angerufen 

und sie zudem nach den Einstellungen der Waschmaschine gefragt, weil 

sie Waschtag gehabt hätten (Einvernahme vor dem 

Zwangsmassnahmengericht vom 10. Juli 2020, UA BO 4A, Reg. 2, 

act. 1480 f.; GA act. 141, S. 46 und 142, S. 47; Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 10 f.). Auch dabei handelt es sich um eine 

offensichtliche Schutzbehauptung zur Erklärung der getätigten Schritte 

 - 16 - 

 

 

sowie der Nachfrage nach den Einstellungen der Waschmaschine. Der 

Beschuldigte hatte vorher noch nie die Waschmaschine bedient (vgl. 

Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 10. Juli 2020, UA 

BO 4A, Reg. 2, act. 1480; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 10) und 

es liegt ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise, dass er dies 

genau in der Tatnacht um 03:22 Uhr hätte tun sollen. Auffällig erscheint in 

diesem Zusammenhang auch, dass der Waschplan im Wohnhaus der 

Familie des Beschuldigten einzig für den Monat Mai verschwunden ist, 

sodass nicht verifiziert werden konnte, ob sie an diesem Tag effektiv 

Waschtag hatten (Bericht vom 5. August 2020, UA BO 26, Reg. 13). 

 

2.5.5.  

Auffällig, wenn auch nicht von entscheidender Bedeutung, erscheint das 

Verhalten des Beschuldigten in Bezug auf seinen grauen Audi A4 und den 

WhatsApp-Chatverlauf. Die Ausserverkehrsetzung des grauen Audi A4 ist 

am 16. Juli 2019 erfolgt (vgl. Fahrzeugausweis, UA BO 15, Reg. 16, 

act. 4718), mithin fünf Tage nach der Befragung des Beschuldigten als 

Auskunftsperson vom 11. Juli 2019 und erst rund zwei Jahre nach dessen 

Erwerb. Der Grund der Ausserverkehrsetzung sowie des späteren 

Verkaufs konnte nicht abschliessend geklärt werden. Der Beschuldigte 

äusserte sich dahingehend, dass das Fahrzeug reparaturbedürftig 

gewesen sei und aufgrund eines anstehenden Vorführtermins verkauft 

worden sei, was durchaus im Bereich des Möglichen liegt, zumal effektiv 

ein Aufgebot der Motorfahrzeugkontrolle vorlag (vgl. Anzeigerapport vom 

4. September 2020, UA BO 1 Reg. 3 act. 49.103). Ob der graue Audi A4 

des Beschuldigten reparaturbedürftig war, konnte hingegen nicht 

abschliessend geklärt werden. Insgesamt kann nicht erstellt werden, ob der 

Verkauf des grauen Audi A4 im Zusammenhang mit der Ermordung an G. 

oder aus anderen Gründen erfolgte, weshalb nicht weiter darauf 

einzugehen ist. Ebenso wenig gelang der Nachweis oder der Ausschluss 

der Annahme, dass sich Rückstände von menschlichem Blut an besagtem 

Auto befunden hätten (GA act. 124, S. 12). Der Beschuldigte löschte 

zudem sämtliche WhatsApp-Nachrichten vor dem 4./5. Juli 2019 manuell. 

Die Löschung erfolgte lediglich einen Tag nachdem er telefonisch zur 

Einvernahme als Auskunftsperson vorgeladen worden war (vgl. Aktennotiz 

UA BO 7, Reg. 1, act. 2133). Wie es sich damit genau verhält, kann jedoch 

ebenfalls offenbleiben. 

 

2.5.6.  

Bemerkenswert sind die Chat-Unterhaltungen via Facebook-Messenger, 

die im Zeitraum vom 7. Oktober 2018 bis 22. März 2019 zwischen G. und 

dem Beschuldigten mit den Profilen unter den weiblichen Anzeigenamen 

«H.» und/oder «I.» stattfanden. Die mit G. chattende «Frau» forderte ihn 

wiederholt zur Übermittlung von Fotos seines Penis auf (grafische 

Aufbereitung nach Wochentagen und Uhrzeit, UA BO 21, Reg. 4, act. 6206 

bis 6211 und 6241 f.). Sie behauptete, dass sie einander schon lange 

 - 17 - 

 

 

kennen würden, verwandt seien und früher, als sie noch ledig gewesen sei, 

miteinander sexuell verkehrt hätten (grafische Aufbereitung nach 

Wochentagen und Uhrzeit, UA BO 21, Reg. 4, act. 6201 ff., 6206 und 

6207). In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 2018 wurden G. Fotos 

zugesandt, welche eine in Reizwäsche bekleidete, anzüglich posierende 

Frau von hinten mit abgewandtem Gesicht zeigen. Gleichzeitig fragte «sie» 

ihn mehrfach, ob er sie denn nicht erkenne (grafische Aufbereitung nach 

Wochentagen und Uhrzeit in BO 21, Reg. 4, act. 6204 f.) bzw. forderte ihn 

auf, zu erraten, wer sie sei (grafische Aufbereitung nach Wochentagen und 

Uhrzeit, UA BO 21, Reg. 4, act. 6236). Die aufreizenden Fotos zeigen die 

Ehefrau des Beschuldigten  AD. (Einvernahme AD. vom 17. Oktober 2019, 

UA BO 8, Reg. 2, act. 2372; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 8). Die 

Verbindung zum Beschuldigten ist neben den anzüglichen Fotos seiner 

Ehefrau – in deren Besitz lediglich sie selbst sowie der Beschuldigte waren 

–, insofern erstellt, als das Facebook-Profil von I. mit dem Benutzernamen 

« E. 9» erstellt und mit dem Mobiltelefon des Beschuldigten benutzt worden 

ist. Am 4. Juni 2019 und damit rund einen Monat nach der Tat wurde das 

Facebook-Profil gelöscht (Bericht vom 4. Dezember 2019, BO 25, Reg. 5, 

act. 7230, Ziff. 4; Bericht vom 24. März 2020, BO 25, Reg. 7). Ähnliches 

ergibt sich auch in Bezug auf das Facebook-Profil von H. (Benutzername 

« H. 927»), welches mittels einer Mobiltelefonnummer, die auf AD. lautet, 

verifiziert wurde (Bericht vom 4. Dezember 2019, BO 25, Reg. 5, act. 7230, 

Ziff. 4), wobei letztgenannte selbst weder über ein Mobiltelefon noch über 

ein Facebook-Profil verfügt hat (Einvernahme AD. vom 17. Oktober 2019, 

B 8, Reg. 2, act. 2366; Einvernahme AE. vom 17. Oktober 2019, UA BO 8, 

Reg. 5, act. 2506). Zudem sind Anmeldungen in dieses Facebook-Profil 

vom selben Gerät aus zu verzeichnen, wie auch Anmeldungen in das 

Facebook-Profil des Beschuldigten erfolgten. Am 30. Oktober 2018 und 

damit rund ein halbes Jahr vor der Tat wurde das Profil deaktiviert (Bericht 

vom 4. Dezember 2019, BO 25, Reg. 5, act. 7230, Ziff. 4). 

 

Der Beschuldigte bestreitet die falschen Facebook-Profile erstellt und die 

anzüglichen Chatunterhaltungen mit G. geführt zu haben. Seine 

diesbezüglichen in verschiedenster Hinsicht inkonsistenten, wider-

sprüchlichen und nicht nachvollziehbaren Aussagen entbehren jedoch 

jeglichen Realitätsbezugs. Kurz nach seiner Festnahme führte der 

Beschuldigte aus, dass eine brasilianische Frau aus der Langstrasse etwas 

damit zu tun haben könnte. Sie habe von ihm ein altes Samsung 

Mobiltelefon mit kaputtem Display ausgeliehen, das unter anderem die 

erotischen Bilder seiner Frau enthalten haben soll. Er habe jedoch weder 

das Gerät noch die Frau jemals wiedergesehen (Eröffnung Festnahme vom 

17. Oktober 2019, UA BO 2, Reg. 2, act. 327 f.). Im Verlauf der Zeit änderte 

er seine diesbezügliche Aussage komplett, wobei sich deren Inhalt als noch 

abstruser darstellt: Es sei möglich, dass eine serbische Prostitutions-

vermittlerin namens Mara, die ihm jeweils Frauen vermittle und ihm zum 

Teil beim Sex mit den Frauen zuschaue, Zugriff auf ein im Gartenhaus 

 - 18 - 

 

 

deponiertes Mobiltelefon von ihm gehabt habe – und somit auch auf die 

darin enthaltenen erotischen Bilder von AD.. Darüber habe sie die 

genannten Fake-Profile erstellen und mit G. in Kontakt treten können 

(Einvernahme vom 12. Februar 2020, UA BO 7, Reg. 6, act. 2207 und 

2209 f.; Einvernahme vom 12. März 2020, UA BO 7, Reg. 9, act. 2235 ff.; 

GA act. 144 ff.; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 7 f.). Dass die 

Chatnachrichten ausschliesslich in den kühleren Monaten stattfanden 

(Ende Oktober, Anfang und Ende November, Anfang Dezember, Mitte 

Januar und Ende März) verstärkt den Widerspruch seiner Aussagen. Die 

Vorstellung, dass der Beschuldigte selbst im Winter bei Temperaturen um 

die Minusgrade herum Stunden mit mehreren Tänzerinnen/Prostituierten 

und einer Vermittlerin im kleinen Schrebergartenhäuschen verbracht haben 

will, obschon er dort nach eigenen Angaben nie geheizt habe, sie lediglich 

Kerzen gehabt hätten und es sehr kalt gewesen sein soll, ist lebensfremd. 

Ebenso abwegig ist das Vorbringen des Beschuldigten, wonach es nicht 

möglich sei, dass er die Facebook-Nachrichten geschrieben habe, weil er 

einen montenegrinischen Dialekt mit einem albanischen Akzent habe 

(Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 7). Die vom Forensischen Institut 

Zürich durchgeführte linguistische Untersuchung zeigte eine 

Identitätstendenz zwischen dem Vergleichsmaterial des Beschuldigten aus 

seinen WhatsApp-Chats und den Facebook-Chatnachrichten der 

genannten Profile auf. Insbesondere konnten bei beiden Merkmale für 

regional bedingte Eigenheiten aus der Grenzregion zwischen Montenegro 

und Serbien festgestellt werden (Linguistischer Untersuchungsbericht des 

Forensischen Instituts Zürich vom 18. September 2020, UA BO 25, Reg. 9, 

act. 7358.12 und 7358.14). Auf die offensichtlichen Schutzbehauptungen 

des Beschuldigten kann nicht abgestellt werden. 

 

Nach dem Gesagten ist die Urheberschaft der Chatverläufe durch den 

Beschuldigten erstellt. Aus diesen ergibt sich auch ein mögliches Tatmotiv 

des Beschuldigten. Der Beschuldigte deutet in den Chatverläufen eine 

sexuelle Beziehung zwischen seiner Ehefrau AD. und dem Adressaten der 

Chat-Nachrichten, G., vor der Heirat von AD. an. Das lässt auf ein 

Eifersuchtsmotiv schliessen, zumal in der Kommunikation des 

Beschuldigten die Suche nach einer Bestätigung hervorgeht, dass G. die 

Frau auf den Fotos – AD. – erkennt und ein sexuelles Verhältnis zu ihr 

zugibt. Als dies nicht funktionierte, wird ein mögliches Rachemotiv sichtbar, 

wonach der Beschuldigte mit immer grösser werdender Insistenz 

versuchte, G. ein Penisfoto zu entlocken, was G. zumindest in eine 

erpressbare Lage gebracht hätte.  

 

Gestärkt werden die Erkenntnisse aus den Facebook-Chatverläufen zum 

Motiv des Beschuldigten durch den vom Beschuldigten initiierten und nicht 

nachvollziehbaren Kontaktabbruch zu der Familie von G. (Einvernahme 

AD. vom 11. Juli 2019, UA BO 8, Reg. 1, act. 2350; Einvernahme AF. vom 

9. Oktober 2019, UA BO 10, Reg. 4, act. 3105; Einvernahme AG. vom 

 - 19 - 

 

 

8. Oktober 2019, UA BO 11, Reg. 17, act. 3609: «von heute auf morgen»). 

Zum anderen zeichnet die systematische Überwachung und 

Unterdrückung von AD. durch den Beschuldigten eine hochgradig 

eifersüchtige Persönlichkeit des Beschuldigten. AD. verfügte denn auch 

über kein eigenes Mobiltelefon, keine eigene E-Mailadresse oder Social 

Media-Konten (Einvernahme AE. vom 17. Oktober 2019, UA BO 8, Reg. 5, 

act. 2495; Fragen 98; vgl. OSINT-Bericht vom 24. Oktober 2019, UA BO 

31, Reg. 1, act. 8959). Darüber hinaus war das Wohnzimmer der Familie 

des Beschuldigten ca. seit 2017 rund um die Uhr videoüberwacht mit einer 

Kamera, auf die einzig der Beschuldigte mobilen Zugriff hatte 

(Einvernahme AH. vom 17. Oktober 2019, UA BO 9, Reg. 5, act. 2782 f.; 

Einvernahme AI. vom 17. Oktober 2019, UA BO 9, Reg. 1, act. 2491).  

 

Die Facebook-Chatverläufe erlauben einen Einblick in die inneren 

Vorgänge des Beschuldigten. Aus ihnen erhellt, dass der Beschuldigte 

Gefühle von Eifersucht und Hass gegenüber G. aufgrund eines vermuteten 

Verhältnisses mit der eigenen Ehefrau gehabt haben muss, was ohne 

Weiteres ein plausibles Motiv für die Tatbegehung darstellt.  

 

2.6.  

Zusammengefasst ist gestützt auf die Gesamtheit der vorgenannten 

Indizien und Umstände folgender Kernsachverhalt erstellt: 

 

Der Beschuldigte lauerte G. in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 2019 bei 

der Festlokalität eines montenegrinischen Fests in Schlieren auf. 

Spätestens ab 02:53 Uhr folgte der Beschuldigte mit seinem grauen Audi 

A4 G., der mit dem weissen Peugeot Expert Lieferwagen seines Geschäfts 

auf dem Heimweg von Schlieren nach Killwangen war. Sein Fahrzeug, 

diverse Aufzeichnungen von Überwachungskameras in Verbindung mit 

Verbindungen des Mobiltelefons des Beschuldigten in angrenzende 

Antennenstandorte sowie die Datenauswertungen der «Health App» 

zeigen auf, dass es sich beim Verfolger von G. um den Beschuldigten 

gehandelt haben muss. Nach der Ankunft am Wohnort von G. an der X-

Strasse in Killwangen um ca. 03:01 Uhr kam es vor dessen 

Garageneinfahrt zu einem lauten, ca. einminütigen Streit zwischen dem 

Beschuldigten und G., was durch Vorgenanntes und die Zeugenaussage 

der Nachbarin AB. belegt ist. In der Folge fügte der Beschuldigte G. 

insgesamt drei Schnittverletzungen und vier Stichverletzungen mit einem 

einschneidigen Messer gemäss Anklage zu. Auf die Tat folgend fuhr der 

Beschuldigte mit seinem Audi A4 an seinen Wohnort in Q. zurück, wo er 

um 03:16 Uhr ankam. G. konnte sich zuerst noch in seine Wohnung 

begeben, ist dann aber als Folge des Blutverlustes im Spital verstorben. 

 

Der Beschuldigte verfügt über kein Alibi. Er verwickelt sich vielmehr in 

lebensfremde Konstrukte einer serbischen Prostitutionsvermittlerin und 

vermag keine nachvollziehbaren Erklärungen für seine Bewegungen bis 

 - 20 - 

 

 

zur Tatzeit liefern. Ebenso wenig überzeugen die Erklärungen seiner 

Handlungen nach der Tatzeit. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte wenige Minuten nach dem Tatzeitpunkt Spuren auf seiner 

Kleidung vernichten wollte und deshalb gezwungenermassen seine 

Wäsche selbst waschen musste. Weitere Spuren hat er mit dem Entfernen 

des Wäscheplans sowie der Löschung sämtlicher WhatsApp-Nachrichten 

vernichtet. 

 

Währenddessen zeigt das alltägliche Verhalten des Beschuldigten vor 

allem gegenüber AD. eine systematische Überwachungs- und 

Unterdrückungstendenz und lässt auf einen hochgradig eifersüchtigen 

Mann schliessen. Darin sieht das Obergericht auch das Motiv des 

Beschuldigten: Indem der Beschuldigte in diversen Facebook-Chats unter 

dem Deckmantel von Frauennamen G. unterstellte, eine sexuelle 

Beziehung mit AD. gehabt zu haben und versuchte, ihn durch das 

Entlocken eines Penisfotos erpressbar zu machen, zeigte er Eifersuchts- 

und Rachemotive gegenüber G.. Dass ein unbekannter Dritter der Täter 

sein könnte, liegt ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise. 

 

Unter diesen Umständen bestehen keine rechtserheblichen Zweifel daran, 

dass der Beschuldigte G. getötet hat. 

 

2.7. 

Die Aussagen des Beschuldigten vermögen das Beweisergebnis nicht zu 

erschüttern. Der Beschuldigte bestreitet zwar konstant die Ermordung von 

G. begangen zu haben. Ansonsten vermögen seine Aussagen in vielerlei 

Hinsicht keine Konstanz aufzuweisen, sind widersprüchlich und nicht 

schlüssig, mithin sogar lebensfremd und folglich nicht glaubhaft (vgl. oben). 

Sein Aussageverhalten gleicht vielmehr einer systematischen Anpassung 

an neue Ermittlungsergebnisse. Je mehr Ergebnisse ihm präsentiert 

wurden, desto konkreter und detaillierter konnte er sich im Verlauf der 

Untersuchung an seinen Aufenthalt und seine Aktivitäten in der Tatnacht 

erinnern. Es handelt sich dabei um offensichtliche Schutzbehauptungen. 

 

Bei seiner ersten Einvernahme als Auskunftsperson vom 11. Juli 2019 

behauptete er beispielsweise, in der Tatnacht spätestens um 02:00 Uhr 

zuhause gewesen zu sein (vgl. oben; Einvernahme vom 11. Juli 2019, UA 

BO 7, Reg. 1, act. 2127 f.; Einvernahme vom 17. Oktober 2019, UA BO 2, 

Reg. 2, act. 395 f.; Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 

18. Oktober 2019, UA BO 2, Reg. 3, act. 431). Nach Vorhalt der 

Ermittlungsergebnisse bei seiner Einvernahme anlässlich seiner 

Inhaftierung vom 17. Oktober 2019, dass sich sein Mobiltelefon in der 

Tatnacht um 02:21 Uhr mit einer Antenne in Schlieren verband und folglich 

im offenen Widerspruch zu seiner vorhergehenden Aussage war, nach 

02:00 Uhr zuhause gewesen zu sein, änderte er seine Aussage bei seiner 

Einvernahme vom 20. November 2019 – mithin nach einmonatiger 

 - 21 - 

 

 

Bedenkzeit – komplett und gab an, um 02:21 Uhr auf dem Weg nach Zürich 

gewesen zu sein und sich zur Tatzeit (zwischen 03:00 Uhr und 03:15 Uhr) 

im Schrebergartenhäuschen befunden zu haben (Einvernahme vom 

20. November 2019, UA BO 7, Reg. 3, act. 2159). Bei seiner Einvernahme 

vom 11. Dezember 2019 ergänzte er, sich dort mit ein oder zwei 

Prosituierten/Tänzerinnen aufgehalten zu haben (Einvernahme vom 

11. Dezember 2019, UA BO 7, Reg. 4, act. 2175 f.). Diese habe er um 

01:20 Uhr bzw. um 02:21 Uhr in Zürich abholen wollen (Einvernahme vom 

5. Februar 2020, UA BO 7, Reg 5, act. 2105). Später änderte er auch diese 

Aussage ab und ging davon aus, dass sich neben den Prostituierten auch 

eine serbische Prostitutionsvermittlerin bei ihm im Schrebergarten 

befunden habe (vgl. oben; Einvernahme vom 12. Februar 2020, UA BO 7, 

Reg. 6, act. 2207, Einvernahme vom 12. März 2020, UA BO 7, Reg. 9, act. 

2237; GA act. 143, S. 49) und diese um 01:20 Uhr sowie um 02:21 Uhr mit 

seiner Sim-Karte ausgestattet etwas einkaufen gegangen sei und so die 

Verbindungen zur Antenne in Schlieren zustande gekommen seien, 

währendem er sich mit den Prostituierten im Gartenhäuschen vergnügt 

habe (vgl. oben; Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 

10. Juli 2020, UA BO 4A, Reg. 2, act. 1480 f.; GA act. 141, S. 45 f. und 

act. 150, S. 63: Ohne Erwähnung der SIM-Karte). Der Beschuldigte 

verwendete das Konstrukt der serbischen Prostitutionsvermittlerin auch zur 

Erklärung weiterer Unstimmigkeiten. Nachdem seine Mutmassungen nicht 

schlüssig erschienen, wonach eine brasilianische Prostituierte ein altes 

Mobiltelefon von ihm gestohlen habe und so an die aufreizenden Fotos von 

AD. gekommen sein könnte, die G. in den Facebook-Chats zugesandt 

wurden (vgl. oben; Einvernahme vom 17. Oktober 2019, UA BO 2, Reg. 2, 

act. 327 f.), zumal die Facebook-Chats in serbischer Sprache geführt 

worden sind, änderte der Beschuldigte seine Geschichte mit der neuen 

Erklärung ab, wonach die bei seiner Einvernahme vom 12. Februar 2020 

ins Spiel gebrachte Prostitutionsvermittlerin Zugriff auf sein Mobiltelefon 

gehabt habe und die Chatnachrichten mit dem aufreizenden Foto von AD. 

an G. versandt haben könnte (vgl. oben; Einvernahme vom 12. Februar 

2020, UA BO 7, Reg. 6, act. 2267). 

 

2.8.  

Indem der Beschuldigte G. von Schlieren aus bis an seinen Wohnort folgte 

und umgehend innerhalb von wenigen Augenblicken mit einem 

mitgebrachten Messer sieben Mal auf ihn einstach, wobei drei 

Schnittverletzungen in den Kopf sowie vier Stichverletzungen in Brust, 

Oberarm und Oberschenkel gingen, der Beschuldigte ihn stark blutend auf 

der Strasse zum Sterben zurückliess und dieser im Anschluss auch an den 

Folgen der Verletzungen verstarb, tötete er ihn nicht nur vorsätzlich, 

sondern geplant, kaltblütig, heimtückisch und brutal und handelte folglich 

besonders verwerflich. Auch in Bezug auf den Beweggrund ist von einer 

besonderen Verwerflichkeit auszugehen: Der Beschuldigte tötete G. 

aufgrund von Eifersuchts- und Rachemotiven, ausgelöst durch die von ihm 

 - 22 - 

 

 

angenommenen früheren sexuellen Kontakten von G. zu seiner Ehefrau. 

Er handelte damit ausschliesslich aus egoistischen Motiven, die einer 

Elimination einer lästig gewordenen Person immanent sind. 

 

Die äusseren und die durch die Tatbegehung demonstrierten inneren Tat-

umstände sowie die Motivlage des Beschuldigten zeugen insgesamt von 

einer Geringschätzung des Lebens, welche als «besonders verwerflich» im 

Sinne von Art. 112 StGB zu qualifizieren ist. Rechtfertigungs- oder 

Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. Der Beschuldigte hat sich 

somit des Mordes gemäss Art. 112 StGB schuldig gemacht. 

 

3.  

3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich des auf seinem 

Mobiltelefon festgestellten Videos, das einen jungen Mann beim 

Geschlechtsverkehr mit einem Esel zeigt, der Pornografie gemäss Art. 197 

Abs. 5 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. 

 

Der Beschuldigte bringt dagegen vor, das Video sei aufgrund einer «fishing 

expedition» nicht verwertbar. Eventualiter habe er ohne Vorsatz bzw. 

Eventualvorsatz gehandelt (GA act. 292 f.; Berufungsbegründung vom 

11. Mai 2022 S. 8 f.). 

 

3.2. 

Gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr 

oder Geldstrafe bestraft, wer u.a. tierpornografische Videodateien 

konsumiert oder zum eigenen Konsum herstellt, einführt, lagert, erwirbt, 

sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besitzt. 

 

3.3. 

In tatsächlicher Hinsicht erstellt und unbestritten geblieben ist, dass das 

fragliche Video tierpornografisches Material enthält, auf dem Mobiltelefon 

des Beschuldigten gespeichert war und dort anlässlich einer Durchsuchung 

als Zufallsfund entdeckt wurde. Umstritten ist hingegen, ob das Video 

verwertet werden darf und ob der Beschuldigte vorsätzlich gehandelt hat. 

 

Die Einwände der Verteidigung sind unbegründet. Von einer «fishing 

expedition» spricht man, wenn einer Zwangsmassnahme kein genügender 

Tatverdacht zugrunde lag, sondern planlos Beweisabnahmen getätigt 

wurden (vgl. BGE 137 I 218 E. 2.3.2). Das war vorliegend nicht der Fall. 

Das in der Anklage umschriebene Video wurde anlässlich einer 

umfassenden Auswertung bzw. Durchsuchung des Mobiltelefons des 

Beschuldigten festgestellt (Anzeigerapport vom 9. Juli 2020, UA BO 1, 

Reg. 4). Die Auswertung basierte auf einem ordnungsgemässen 

schriftlichen Durchsuchungsbefehl des verfahrensleitenden Staats-

anwaltes (Art. 241 Abs. 1 i.V.m. Art. 246 StPO; UA BO 5, Reg. 2, act. 1505) 

 - 23 - 

 

 

und wurde mit der Beweissicherung im Zusammenhang mit dem Verdacht 

auf eine schwere Straftat, namentlich der vorsätzlichen Tötung, evtl. Mord 

begründet. Dieser Tatverdacht war vorbestehend und, wie sich gezeigt hat, 

begründet. Bei dieser Sachlage kann nicht von einer unzulässigen «fishing 

expedition» ausgegangen werden. Auch die Voraussetzung der 

hypothetischen Zulässigkeit der Zwangsmassnahme ist zu bejahen, da es 

sich beim Tatbestand der Pornografie um ein Vergehen handelt (Art. 197 

Abs. 5 StGB i.V.m. Art. 10 Abs. 3 StGB) und das Mobiltelefon des 

Beschuldigten auch im Hinblick darauf hätte durchsucht werden dürfen. 

Folglich steht einer Verwertung des Videos nichts im Weg. 

 

Anlässlich seiner Einvernahme vom 26. Februar 2020 gab der 

Beschuldigte auf Vorhalt des Tatvorwurfs mitsamt Fotovorlage zu Protokoll, 

das Video angeschaut zu haben, sich aber nicht mehr genau daran zu 

erinnern. Wenn ihm ein Video nicht gefalle, schaue er es sich nicht zu Ende 

an. Er habe vergessen, das Video zu löschen (Einvernahme vom 

26. Februar 2020, UA BO 7, Reg. 7, act. 2215 und 2217). In seinen 

weiteren Einvernahmen insbesondere vor dem Zwangsmassnahmen-

gericht vom 10. Juli 2020, seiner Schlusseinvernahme vom 23. September 

2020, an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sowie an der 

Berufungsverhandlung bestritt der Beschuldigte hingegen, das Video 

angesehen zu haben. Dies ist als Schutzbehauptung zu werten. Die 

Behauptung des Beschuldigten, dass seine erste Aussage auf den Vorhalt 

unrichtig protokolliert worden sei, ist nicht glaubhaft (Einvernahme vor dem 

Zwangsmassnahmengericht vom 10. Juli 2020, BO 4a, Reg. 2, 

act. 1488 f.; Schlusseinvernahme vom 23. September 2020, BO 7, 

Reg. 12, act. 2347.8; GA act. 136 S. 35 und 154, S. 72: Ohne Äusserung, 

dass seine Aussage falsch protokolliert worden sei; Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 11 f.). Das Protokoll wurde nach Rück-

übersetzung vom Beschuldigten unterschrieben. Die Einvernahme wurde 

überdies im Beisein der amtlichen Verteidigung geführt, welche bei einem 

derart wesentlichen Protokollierungsfehler mit Sicherheit interveniert hätte. 

Entsprechend ist trotz des Widerrufs auf das Geständnis des Beschuldigten 

vom 26. Februar 2020 abzustellen und davon auszugehen, dass er das 

Video gesehen, es jedoch vergessen hat zu löschen. Indem der 

Beschuldigte das Video nicht sofort nach Erhalt oder bei einer anderen 

Gelegenheit löschte, nahm er in Kauf, das Video weiterhin zu besitzen. 

 

Der Beschuldigte hat sich folglich der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 

Satz 1 StGB schuldig gemacht. 

 

4.  

4.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

 - 24 - 

 

 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Hinsichtlich des Mordes an G. ergibt sich Folgendes: 

 

Wer vorsätzlich einen Menschen tötet und dabei skrupellos handelt, wird 

nach Art. 112 StGB mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe 

nicht unter zehn Jahren bestraft. 

 

Die Vernichtung fremden Lebens ist immer von einer extremen Schwere. 

Allein der Umstand, dass der Beschuldigte das höchste Rechtsgut eines 

Menschen, das Leben, verletzt hat, rechtfertigt aber nicht per se die Aus-

fällung der Maximalstrafe. Die Rechtsgutverletzung als solche ist 

unergiebig, wenn es um eine Tötung geht. Die Vernichtung des höchsten 

Rechtsguts begründet den Tatbestand des Art. 111 StGB. Der mit der 

Tötung als solcher verbundene Unrechtsgehalt kann aber – anders als 

etwa bei einer Körperverletzung – nicht abgestuft werden. Insoweit ist aus 

der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten. 

Die objektive Tatschwere bestimmt sich vielmehr anhand des Tathergangs 

und der Tatumstände. Es wäre jedoch unzulässig, die objektive Tatschwere 

rein anhand des äussern Tatablaufs und der unmittelbaren Vorbereitungs-

handlungen – gleichsam aus der Sicht eines unwissenden Beobachters – 

zu bewerten. Eine solche aus jeglichem Kontext gelöste Betrachtung wäre 

mit der tatbeständlichen Struktur der Tötungsdelikte nicht vereinbar. Bei 

Totschlag (Art. 113 StGB) und bei Mord (Art. 112 StGB) kennzeichnen 

subjektive Elemente (eine entschuldbare heftige Gemütsbewegung oder 

eine grosse seelische Belastung resp. eine besondere Skrupellosigkeit) 

den privilegierten resp. qualifizierten Tatbestand. Subjektive Merkmale wie 

Motive, Beweggründe und Absichten des Täters sind implizit aber auch 

beim hier einschlägigen Grundtatbestand des Art. 111 StGB massgeblich, 

wenn es um die Festlegung des (objektiven) Schweregrades geht. Dieser 

bestimmt sich mit andern Worten anhand aller Tatkomponenten, welche 

einem gesetzlichen Tatbestandsmerkmal zuzuordnen sind (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1).  

 

Zu beachten ist, dass Umstände, die zur Anwendung eines höheren 

Strafrahmens führen, innerhalb des geänderten Strafrahmens nicht noch 

einmal als Straferhöhungs- oder Strafminderungsgrund berücksichtigt 

werden dürfen. Sonst würde dem Täter der gleiche Umstand zweimal zur 

Last gelegt. Indes ist es dem Gericht nicht verwehrt, bei der 

Strafzumessung zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein 

qualifizierender oder privilegierender Tatumstand gegeben ist. Das Gericht 

verfeinert damit nur die Wertung, die der Gesetzgeber mit der Festsetzung 

des Strafrahmens vorgezeichnet hat (Urteil des Bundesgerichts 

 - 25 - 

 

 

6B_592/2014 vom 25. September 2014 E. 2; BGE 120 IV 67 E. 2b S. 72 

mit Hinweis). Es liegt denn auch auf der Hand, dass die Bemessung der 

konkreten Strafe innerhalb des weiten Strafrahmens für Mord gerade auch 

vom Ausmass der besonderen Skrupellosigkeit abhängt, welches die 

Schwere des Verschuldens wesentlich mitbestimmt (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_55/2015 vom 7. April 2015 E. 3.3). 

 

Mit Blick auf die Art und Weise der Tatausführung ist Folgendes 

festzuhalten: Der Beschuldigte lauerte G. mehrere Stunden lang auf und 

wartete darauf, dass dieser nach Hause fuhr. Er passte ihn schliesslich kurz 

vor 03:00 Uhr nachts ab und folgte ihm planmässig bis an seinen Wohnort. 

Den Entscheid, G. zu töten, hatte er bereits Stunden zuvor gefasst. Am 

Wohnort angekommen fügte er ihm sieben Schnitt- und Stichverletzungen 

zu, wobei drei Schnittverletzungen in den Kopf sowie vier 

Stichverletzungen in Brust, Oberarm und Oberschenkel gingen. Die 

planmässige und besonders brutale Ausführung der zugefügten Schnitt- 

und Stichverletzungen wird durch ausserordentliche Heimtücke und 

Kaltblütigkeit in der Tatumsetzung übertroffen. G. war mitten in der Nacht 

nichtsahnend auf dem Heimweg. An seinem Wohnort angekommen nutzte 

der Beschuldigte den Überraschungseffekt aus, hielt G. am linken 

Unterarm fest und stach ihm ohne Skrupel innerhalb weniger Augenblicke 

in Kopf, Brust und Oberarm, sodass sich dieser nicht einmal wehren 

konnte. Abwehrverletzungen liessen sich keine finden. Schliesslich 

überliess er das schwerstverletzte und stark blutende Opfer sich selbst und 

einem langsamen Todeskampf durch Verbluten. Nach dem Gesagten ist 

festzuhalten, dass die Art und Weise der Tatausführung in erheblicher 

Weise über die blosse Erfüllung des Tatbestands hinausgeht und mithin 

besonders verwerflich erscheint.  

 

Die Höhe des Verschuldens variiert sodann mit dem Mass an 

Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden muss: Je 

leichter es für den Täter gewesen ist, die von ihm übertretene Norm zu 

respektieren, desto schwerer wiegt seine Entscheidung gegen deren 

Befolgung und damit seine Schuld (BGE 127 IV 101 E. 2a; 116 IV 296 

E. 2b; 117 IV 7 E. 3a/aa). Der Beschuldigte ging G. bereits seit einigen 

Jahren gewollt aus dem Weg. Es bestand auch weder ein offener Streit, 

noch gab es regelmässige Berührungspunkte der beiden. Rache- sowie 

Eifersuchtsmotive gegenüber G. sind folglich absolut unverständlich. 

Selbst in der Annahme, es habe tatsächlich eine sexuelle inzestuöse 

Beziehung zwischen G. und AD. vor ihrer Heirat mit dem Beschuldigten im 

Jahr 1997 stattgefunden, wären allfällige Rache- und Eifersuchtsmotive 

mehr als 20 Jahre später nicht nachvollziehbar. Es wäre dem 

Beschuldigten ein leichtes gewesen, G. weiterhin aus dem Weg zu gehen. 

Gründe für eine verminderte Schuldfähigkeit sind keine ersichtlich. 

 

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 - 26 - 

 

 

Nach dem Gesagten ist für den vollendeten Mord in Relation zum 

Strafrahmen insgesamt von einem schweren Tatverschulden und einer 

angemessenen Strafe von 18 Jahren auszugehen.  

 

4.2.2. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft und befand sich in stabilen Verhältnissen, was 

allerdings den Normalfall darstellt und deshalb neutral zu beurteilen ist 

(BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). 

 

Der Beschuldigte hat sich zwar weder geständig noch kooperativ gezeigt, 

was sich nicht zu seinen Lasten auswirkt, da sich eine beschuldigte Person 

nicht selbst belasten muss und namentlich das Recht hat, die Aussage und 

Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO). 

Damit steht aber auch fest, dass eine Strafminderung, wie sie bei einem 

von Anfang an geständigen, einsichtigen und reuigen Täter möglich ist, 

vorliegend ausscheidet. 

 

Damit wirkt sich die Täterkomponente neutral aus. Aufgrund des 

Verschlechterungsverbotes bleibt es hingegen bei der von der Vorinstanz 

ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 17 Jahren (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

 

4.3. 

Hinsichtlich der Pornografie ergibt sich Folgendes: 

 

Wer Gegenstände oder Vorführungen, die sexuelle Handlungen mit Tieren 

zum Inhalt haben, besitzt, wird nach Art. 197 Abs. 5 StGB mit 

Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. 

 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen à Fr. 10.00 bei einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt. 

Sie begründete in nachvollziehbarer Weise die Wahl der Sanktionsart 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.2), die Anzahl sowie die Höhe der Tagessätze 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.3) und das Aussprechen der Sanktion als 

bedingte Strafe mit einer Probezeit von zwei Jahren (vorinstanzliches Urteil 

E. 4.4). Die Geldstrafe von 30 Tagessätzen befindet sich im untersten 

Bereich des Strafrahmens der Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder 

Geldstrafe und kann unter keinem Titel herabgesetzt werden. Der 

Beschuldigte macht denn auch für den Fall der Abweisung der Berufung im 

Schuldpunkt der Pornografie keine Ausführungen zur Strafzumessung. 

Folglich kann auf die unbestritten gebliebenen sowie korrekten 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Somit ist der Beschuldigte 

hinsichtlich der Pornografie zu einer bedingten Geldstrafe von 30 

Tagessätzen à Fr. 10.00, Probezeit 2 Jahre, zu verurteilen. 

 

 - 27 - 

 

 

5. 

In der Berufung des Beschuldigten findet sich hinsichtlich der vorinstanzlich 

vorgenommenen Einziehungen und Herausgaben von Gegenständen und 

Beweismitteln keine Ausführungen. Es kann dazu deshalb auf die 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

6.  

6.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten verpflichtet, den Privatklägern 

Schadenersatz sowie Genugtuungen nebst Zins zu bezahlen. 

 

Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Zivilforderungen mit der 

Begründung, im Falle eines Freispruchs fehle es an einer Grundlage für die 

Gutheissung von Zivilansprüchen.  

 

6.2. 

Aufgrund des Ausgangs des Berufungsverfahrens besteht kein Grund, auf 

die von der Vorinstanz vollumfänglich gemäss Anträgen zugesprochenen 

Schadenersatzforderungen sowie die teilweise gutgeheissenen 

Genugtuungsforderungen zurückzukommen, zumal der Beschuldigte für 

den Fall eines Schuldspruchs explizit keine substantiierten Einwendungen 

erhoben hat (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 4). 

 

7. 

7.1. 

Die Berufung des Beschuldigten ist vollumfänglich abzuweisen. 

Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte die obergerichtlichen Verfahrens-

kosten von Fr. 10'000.00 zu bezahlen (Art. 428 Abs. 1 StPO; Art. 422 

Abs. 2 lit. e StPO; § 18 VKD).  

 

7.2. 

Die amtliche Verteidigerin ist für das Berufungsverfahren aus der 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT). Auf die eingereichte Kostennote kann jedoch nur teilweise 

abgestellt werden. 

 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist im Rahmen der 

amtlichen Verteidigung nicht jeder Aufwand zu entschädigen, der im 

Strafverfahren entstanden ist, sondern nur die Aufwendungen für eine 

angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (BGE 138 IV 197 E. 2.3.4 

mit Hinweisen). Entschädigungspflichtig sind mithin nur jene Bemühungen, 

die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im 

Strafverfahren stehen und die notwendig und verhältnismässig sind (BGE 

141 I 124 E. 3.1). Als Massstab für die Beantwortung der Frage, welcher 

Aufwand für eine angemessene Verteidigung notwendig ist, hat der 

erfahrene Anwalt zu gelten, der im Bereich des materiellen Strafrechts und 

 - 28 - 

 

 

des Strafprozessrechts über fundierte Kenntnisse verfügt und seine 

Leistungen von Anfang an zielgerichtet und effizient erbringen kann (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_74/2014 vom 7. Juli 2014 E. 1.4.2). Den Kantonen 

steht bei der Bemessung des Honorars des amtlichen Anwalts ein weites 

Ermessen zu (BGE 141 I 124 E. 3.2). 

 

Die amtliche Verteidigerin war mit dem Sachverhalt und den sich in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht stellenden Fragen bereits aus dem 

erstinstanzlichen Verfahren, für das sie mit Fr. 93'360.80 entschädigt 

wurde, bestens vertraut. Obwohl der Aktenumfang beachtlich war und 

aufgrund des Mordvorwurfs eine hohe Freiheitsstrafe im Raum stand, 

stellten sich weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht besonders 

schwierige Fragen und die zu studierenden Akten waren weitgehend 

bekannt. Entsprechend geringer ist der dafür angemessene Aufwand im 

Berufungsverfahren zu veranschlagen. 

 

Der geltend gemachte Aufwand betreffend die Berufungsanmeldung wird 

grundsätzlich mit der Entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren 

abgegolten. Dass dieser Aufwand teilweise nur geschätzt werden kann, 

ändert daran nichts. 

 

Bei den Positionen «Schreiben an Klient» vom 30. November 2021 sowie 

vom 14. Februar 2022 dürfte es sich – da im Zusammenhang mit 

(eingereichten sowie erhaltenen) Eingaben erfolgt – um Weiterleitungen an 

den Beschuldigten zur Kenntnis und damit um Orientierungskopien, mithin 

um Sekretariatsarbeit, handeln. Sekretariatsarbeit ist grundsätzlich nicht 

separat zu entschädigen, da sie bereits im Stundenansatz der Verteidigerin 

enthalten ist, ausgenommen sind die hierfür notwendigen Auslagen (vgl. 

Urteil SK.2017.58 des Bundesstrafgerichts vom 4. Dezember 2018 

E. 5.4.2.3 i.V.m. E. 3.1.3). Da die Aufwände nicht separat ausgewiesen 

wurden, ist der Aufwand bezüglich den nicht bereits aus anderen Gründen 

gekürzten Positionen ermessensweise um 0.5 Stunden zu kürzen. 

 

Der Aufwand von 9.5 Stunden für die Berufungserklärung sowie 

vorgängige Fallbearbeitung und Aktenstudium vom 16., 26. und 

30. November 2021 (Kürzung von ermessensweise 0.25 Stunden für das 

«Schreiben an Klient» vom 30. November 2021 bereits abgezogen [vgl. 

oben]) ist massiv überhöht und um 8.5 Stunden auf 1 Stunde zu kürzen. Es 

wurde an den bisherigen erstinstanzlichen Anträgen festgehalten. 

Entsprechend geringer fällt der notwendige Aufwand auch unter 

Berücksichtigung einer (nochmaligen) Auseinandersetzung mit dem 

vorinstanzlichen Urteil aus. 

 

Der geltend gemachte Aufwand von 66.85 Stunden für die 11-seitige 

Berufungsbegründung mit vorgängiger Fallbearbeitung, Aktenstudium und 

Indizienrecherche ist ebenfalls massiv überhöht und um 61.85 Stunden auf 

 - 29 - 

 

 

angemessene 5 Stunden zu kürzen. Es wurde an der 

Verteidigungsstrategie weitgehend festgehalten, so dass grundsätzlich auf 

den Ausführungen vor Vorinstanz aufgebaut werden konnte. Einzig das 

Indiz der Suchabfrage beim «localsearch»-Anbieter in der Tatnacht (vgl. 

oben) wurde zusätzlich aufgenommen. Die Stellungnahme zur 

Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft sowie der Privatkläger konnte 

nur ad hoc erfolgen, weshalb dieser Aufwand bereits mit der Entschädigung 

für die Verhandlung abgegolten ist (vgl. unten).  

 

Der Aufwand für die Vorbereitung der Berufungsverhandlung insbesondere 

inklusive dem 17-seitigen Plädoyer von 31.9 Stunden ist um 27.9 Stunden 

auf 4 Stunden zu kürzen. Es erfolgten im Wesentlichen keine neuen 

Ausführungen, sondern es wurde ein prägnantes Schlussplädoyer mit einer 

Zusammenfassung bzw. einer Rekapitulation der Indizien gehalten, 

teilweise wörtlich mit dem Plädoyer vor Vorinstanz übereinstimmend mit 

zusätzlicher Bezugnahme auf das umfangreiche Urteil der Vorinstanz von 

122 Seiten. 

 

Der geltend gemachte Aufwand für vier Besprechungen mit dem 

Beschuldigten im Zentralgefängnis in Lenzburg von insgesamt 11.15 

Stunden (inkl. Weg) ist nicht mehr angemessen. Es ist nicht ersichtlich, 

weshalb dazu vier Treffen notwendig waren. Es ist allein der notwendige 

Zeitaufwand für das konkrete Strafverfahren zu vergüten, nicht hingegen 

z.B. Aufwand für bloss soziale Betreuung (Urteil des Bundesgerichts 

6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 18.4.3, nicht publ. in: BGE 143 IV 214). 

Dem Obergericht erscheint ein Besuch zur Vorbereitung der 

Berufungsverhandlung ausreichend, womit der Aufwand um 7.75 Stunden 

auf den Aufwand für die längste Besprechung (inkl. Weg) von 3.4 Stunden 

zu kürzen ist. 

 

Der geschätzte Aufwand von 8 Stunden für die Berufungsverhandlung 

sowie der Nachbesprechung mit dem Klienten ist aufgrund der effektiven 

Verhandlungsdauer von rund 4.75 Stunden zuzüglich Wegzeit von 0.5 

Stunden und einer Nachbesprechung mit dem Beschuldigten von 0.5 

Stunden um 2.25 Stunden auf 5.75 Stunden zu reduzieren. 

 

Der geltend gemachte Aufwand für die Durchsicht und Prüfung des 

Berufungsurteils sowie Erklärungen und Telefonat mit dem Beschuldigten 

von 2.5 Stunden erscheint hoch, zumal das Urteil bereits mündlich eröffnet 

und begründet wurde und ist um 1.5 Stunde auf angemessene 1 Stunden 

zu reduzieren.  

 

In Anbetracht der vorstehenden Ausführungen sowie unter Berück-

sichtigung angemessener Honorarnoten in vergleichbaren Fällen – das 

Obergericht verfügt bei zahlreichen Berufungen pro Jahr über einen 

grossen Erfahrungswert – ergibt dies gesamthaft einen um 110.75 Stunden 

 - 30 - 

 

 

reduzierten Aufwand von 22.9 Stunden. Hinzu kommen die Auslagen von 

Fr. 1'098.30 und die gesetzliche Mehrwertsteuer, woraus eine 

Entschädigung für das Berufungsverfahren von gerundet Fr. 6'120.00 

resultiert. 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine finanziellen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Der 

Beschuldigte hat der amtlichen Verteidigung ausserdem die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und 

dem vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00), zuzüglich der auf dieser 

Differenz geschuldeten Mehrwertsteuer zu erstatten, ausmachend total 

Fr. 490.00, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 135 

Abs. 4 lit. b StPO). 

 

7.3. 

Der Beschuldigte hat zudem den Privatklägern die von ihnen beantragte 

und mit eingereichter Kostennote substantiierte Parteientschädigung von je 

rund Fr. 1'390.00 (Aufwand von insgesamt 22.75 Stunden à Fr. 220.00 

zuzüglich Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer) zu bezahlen (Art. 436 

Abs. 1 i.V.m. Art. 433 Abs. 1 lit. a und b StPO).  

 

8. 

8.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Kosten, wenn sie verurteilt wird. Nachdem die Berufung des 

Beschuldigten abzuweisen und er bereits im erstinstanzlichen Verfahren 

vollumfänglich schuldig gesprochen worden ist, ist die vorinstanzliche 

Kostenverlegung nach wie vor korrekt. Die vorinstanzlichen 

Verfahrenskosten sind dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

8.2. 

Die der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 93'360.80 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 

vom 28. Januar 2019). Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten 

ausgangsgemäss zurückzufordern, sobald es seine finanziellen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Der Beschuldigte hat 

zudem der amtlichen Verteidigerin die Differenz zwischen der amtlichen 

Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und dem vollen Honorar 

(Stundenansatz Fr. 220.00) zu erstatten, d.h. gerundet insgesamt 

Fr. 8'450.00, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen 

(Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO). 

 - 31 - 

 

 

 

Die Parteikosten für den Beizug des freigewählten Verteidigers hat der 

Beschuldigte ausgangsgemäss selbst zu tragen (Art. 429 Abs. 1 StPO e 

contrario). 

 

8.3. 

Die Höhe der Entschädigung des Vertreters der Privatkläger aus dem 

erstinstanzlichen Verfahren ist im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.4). Der 

Beschuldigte ist zu verpflichten, den Privatklägern für das erstinstanzliche 

Verfahren je eine Parteientschädigung von Fr. 5'319.95 zu bezahlen (Art. 

433 Abs. 1 lit. a StPO).  

 

9. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich 

abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar 

2018 E. 4 mit Hinweisen). 

  

 - 32 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig  

- des Mordes gemäss Art. 112 StGB; 

- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 StGB. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss Art. 112 StGB und Art. 197 Abs. 5 

StGB sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, 

Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 44 StGB zu einer 

 

Freiheitsstrafe von 17 Jahren und einer bedingten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. Fr. 300.00, Probezeit 2 Jahre, verurteilt. 

 

2.2. 

Die ausgestandene Haft von insgesamt 938 Tagen (17. Oktober 2019 bis 

und 11. Mai 2022) wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

3. 

3.1. 

Dem Beschuldigten werden auf Verlangen folgende beschlagnahmten 

Gegenstände herausgegeben: 

 

- Mobiltelefon Apple iPhone 6S (IMEI [...], mit SIM-Karte)  

- Mobiltelefon Apple iPhone 6, IMEI [...], ohne SIM-Karte  

- Mobiltelefon Apple iPhone 5, mit Schutzhülle, IMEI [...], ohne SIM-Karte 

- Mobiltelefon Samsung SM-G928F Galaxy S6 Edge, IMEI [...], mit SIM-Karte 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 20 Tagen seit Eintritt der 

Rechtskraft herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

3.2. 

Den Privatklägern werden auf Verlangen folgende beschlagnahmten 

Gegenstände herausgegeben: 

 

- Mobiltelefon Apple iPhone Xs Max mit Schutzhülle, IMEI [...], mit SIM-Karte  

- Mobiltelefon Samsung SM-J330F Galaxy mit Schutzhülle, IMEI [...] und IMEI [...], inkl. 

zwei SIM-Karten  

- Mobiltelefon Apple iPhone 6 mit Schutzhülle, IMEI [...], ohne SIM-Karte 

- Mobiltelefon Nokia 2220 slide, IMEI [...], ohne SIM-Karte 

- Mobiltelefon Apple iPhone 3 GS, IMEI [...], ohne SIM-Karte 

- Mobiltelefon Samsung GT-E1080i, IMEI [...], mit SIM-Karte  

- lose SIM-Karte M-Budget Mobile, Nr. [...]  

 - 33 - 

 

 

- lose SIM-Karte M-Budget Mobile, Nr. [...] 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 20 Tagen seit Eintritt der 

Rechtskraft herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

3.3. 

Die beschlagnahmten Waschpläne für die Monate Januar bis März 2019 

(ab Abreisskalender in der Waschküche des Beschuldigten) werden 

eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet. 

 

3.4. 

Das beschlagnahmte Fahrzeug Audi A4, Jahrgang 2003 wird eingezogen 

und nach Eintritt der Rechtskraft verwertet. 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

Der Verwertungserlös ist, nach Abzug allfälliger Verwertungskosten, der 

Obergerichtskasse abzuliefern. 

 

3.5. 

Die folgenden Fahrzeuge sind nach Eintritt der Rechtskraft zu verwerten: 

 

- Audi A6, grau, Jahrgang 2004 

- Seat Exeo ST, grau, Jahrgang 2011 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

Der Verwertungserlös ist, nach Abzug allfälliger Verwertungskosten, der 

Obergerichtskasse abzuliefern. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird in teilweiser Gutheissung der Zivilklagen verpflichtet, 

 

- der Privatklägerin A. Schadenersatz in der Höhe von Fr. 278.60 sowie 

eine Genugtuung von Fr. 20'000.00, insgesamt Fr. 20'278.60, zu 

bezahlen; 

 

- dem Privatkläger B. Schadenersatz in der Höhe von Fr. 47'017.00 sowie 

eine Genugtuung von Fr. 30'000.00, insgesamt Fr. 77'017.00, zu 

bezahlen; 

- dem Privatkläger C. Schadenersatz in der Höhe von Fr. 217.70 sowie 

eine Genugtuung von Fr. 30'000.00, insgesamt Fr. 30'217.70, zu 

bezahlen; 

 

 - 34 - 

 

 

- der Privatklägerin D. Schadenersatz in der Höhe von Fr. 498'482.55 

sowie eine Genugtuung von Fr. 55'000.00, insgesamt Fr. 553'482.55, zu 

bezahlen; 

 

alles je zuzüglich 5 % Zins ab 5. Mai 2019. 

 

4.2. 

Der Beschuldigte ist den Privatklägern dem Grundsatz nach für sämtliche 

Forderungen, die auf den Mord zurückzuführen sind (allfälliger 

Versorgerschaden, Behandlungskosten usw.) zu 100 % schadenersatz-

pflichtig. Im Übrigen werden die diesbezüglichen Ansprüche auf den 

Zivilweg verwiesen. 

 

5. 

5.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 10'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

5.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 6'120.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

Der Beschuldigte hat der amtlichen Verteidigerin die Differenz zwischen der 

amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar in der Höhe von 

Fr. 490.00 zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

zulassen. 

 

5.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern eine Partei-

entschädigung von je Fr. 1'390.00 zu entrichten. 

 

6. 

6.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 244'554.27 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 9'500.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

6.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 93'360.80 

auszurichten. 

 

 - 35 - 

 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

Der Beschuldigte hat der amtlichen Verteidigerin die Differenz der 

amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar in der Höhe von 

Fr. 8'450.00 zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

zulassen. 

 

6.3. 

Der Beschuldigte hat seine Parteikosten für die freigewählte Verteidigung 

im erstinstanzlichen Verfahren selbst zu tragen. 

 

6.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von je Fr. 5'319.95 zu 

bezahlen. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

  

 - 36 - 

 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 11. Mai 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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