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**Case Identifier:** 9448632c-872f-5ca1-a3ca-0078b9dd3230
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.07.2024 BG.2024.2
**Docket/Reference:** BG.2024.2
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2024-2_2024-07-29

## Full Text

Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 29. Juli 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

 

   
Parteien  KANTON BASEL-STADT, Staatsanwaltschaft 

des Kantons Basel-Stadt,  

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

1. KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft 

des Kantons Zürich,  

 

2. KANTON BERN, Generalstaatsanwaltschaft 

des Kantons Bern,  

 

3. KANTON AARGAU, Oberstaatsanwaltschaft 

des Kantons Aargau,  

 

4. KANTON THURGAU, Generalstaatsanwalt-

schaft des Kantons Thurgau,  

 

 

Gesuchsgegner 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2024.2 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

   

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

  

- 3 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt (nachfolgend «StA BS») 

führt ein Verfahren gegen A. und Unbekannt (Aktenzeichen 

VT.2020.2877/UT.2020.1278). Das Verfahren stützt sich auf sechs Anzeigen 

bzw. Berichte der Polizei der Kantone Thurgau, Zürich, Aargau, Bern und 

Basel-Stadt wegen Verdachts der unbefugten Datenbeschaffung (Art. 143 

StGB), des Betrugs (Art. 146 StGB), des betrügerischen Missbrauchs einer 

Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 StGB), des Missbrauchs einer Fernmel-

deanlage (Art. 179septies StGB), der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB), der 

Erschleichung einer falschen Beurkundung (Art. 253 StGB) und unrichtiger 

Namensangaben gegenüber Behörden (Art. 15 des Gesetzes über das kan-

tonale Strafrecht des Kantons Bern vom 9. April 2009 [KStrG/BE; BSG 

311.1]). 

 

 

B. Bei der Kantonspolizei Thurgau erstattete am 3. September 2019 B. Straf-

anzeige. Eine unbekannte Täterschaft habe die Limite seiner Kreditkarte bei 

der Bank C. von Fr. 5'000.– auf Fr. 12'000.– erhöht, die hinterlegte Mobilte-

lefonnummer für die Zusendung des Codes für die Bestätigung von Zahlun-

gen verändert und in der Folge mit den Daten der Kreditkarte neun Transak-

tionen von insgesamt Fr. 8'518.12 getätigt (Verfahrensakten StA BS, 

pag. 331 ff.). 

 

 

C. Bei der Kantonspolizei Zürich erstattete mit Schreiben vom 21. Oktober 2019 

die Bank C. Strafanzeige. Ein Mann mit österreichischem oder eventuell bay-

rischem Dialekt habe beim Contact Center respektive der E-Banking Hotline 

angerufen und die Änderungen der Kartenlimite und der hinterlegten Mobil-

telefonnummer veranlasst. In der Folge seien missbräuchliche online-Trans-

aktionen durchgeführt worden. Neben dem Kreditkartenkonto von B. sei 

auch ein Kreditkartenkonto von D. betroffen. Die Bank C. führte weiter aus, 

sie sei auf dieselbe Täterschaft bereits im Jahre 2015 aufmerksam gewor-

den. Im Juli 2016 habe die nächste Welle mit dem gleichen Vorgehen einge-

setzt, worauf die Bank C. am 12. August 2016 eine erste Strafanzeige bei 

der Kantonspolizei Zürich eingereicht habe (Verfahrensakten StA BS, 

pag. 359 ff.). 

 

 

D. Bei der Kantonspolizei Aargau meldete am 3. Oktober 2019 E. am Schalter, 

dass sie kein Geld mehr abheben könne und sie von der Bank informiert 

worden sei, dass jemand versucht habe, alle ihre Bankkarten neu zu 

- 4 - 

 

 

bestellen. Ebenfalls bei der Kantonspolizei Aargau erstattete mit Schreiben 

vom 24. Januar 2020 die Bank F. Strafanzeige. Die Kantonspolizei Aargau 

rapportierte unter anderem, eine männliche Person mit österreichischem Di-

alekt habe sich am 23. September 2019 bei der Bank. C. beim Kundendienst 

als G. ausgegeben und eine neue Adresse an der Z.-Strasse in Y./ZH 

mitgeteilt. In der Folge habe die unbekannte Täterschaft am 27. und 30. Sep-

tember sowie 2. Oktober 2019 versucht, alle Bank- sowie Kreditkarten neu 

zu bestellen. Am 22. Oktober 2019 habe die Bank F. einen Kartenantrag für 

Kreditkarten auf den Namen von G. erhalten. Die ausgelieferten Karten seien 

für insgesamt Fr. 8'989.45 benutzt worden (Verfahrensakten StA BS, 

pag. 409 ff.). 

 

 

E. Bei der Kantonspolizei Bern erstattete am 16. Dezember 2019 die Gemeinde 

X./BE Strafanzeige. Eine unbekannte Täterschaft habe sich als H. ausgege-

ben und eine Wohnsitzbescheinigung sowie Kontoabrechnungen beantragt 

und erhalten. Mit diesen Dokumenten und einem gefälschten Reisepass 

habe die unbekannte Täterschaft bei verschiedenen Firmen Kreditkarten be-

stellt und diese auch verwendet. Zudem habe die unbekannte Täterschaft 

bei der Bank C. eine neue Kontokarte und den dazugehörigen PIN bestellt 

und damit mehrere Transaktionen getätigt, bis das betroffene Konto von H. 

leer gewesen sei. Die Kantonspolizei Bern rapportierte unter anderem, die 

Bank C. habe ihr Ton- und Bildaufnahmen des angeblichen H. übergeben. 

Auf den Videobildern sei eine männliche Person mit rotem Baseballcap und 

schwarzer Daunenjacke zu sehen. Bei den Audio-Aufnahmen der Telefon-

gespräche sei zu hören, dass die mutmassliche Täterschaft deutsch spre-

che, eventuell mit österreichischem oder süddeutschem Akzent (Verfahren-

sakten StA BS, pag. 453 ff.). 

 

 

F. Bei der StA BS erstattete am 3. Februar 2020 die Bank C. Strafanzeige. Die 

unbekannte Täterschaft habe sich am Telefon gegenüber der Bank C. als G. 

ausgegeben. Sie habe eine Adressänderung an die W.-Allee in V./BS veran-

lasst (Verfahrensakten StA BS, pag. 556 ff.). 

 

Am 4. Februar 2020 hielt die Kantonspolizei Basel-Stadt A. an, nachdem er 

zwei Briefumschläge aus dem Briefkasten an der W.-Allee in V./BS genom-

men hatte, wovon der eine an G. und der andere an I. adressiert war. A. trug 

bei seiner Anhaltung ein rotes Baseballcap und eine schwarzer Daunenja-

cke. Während der Anhaltung von A. ging auf der Polizeiwache ein Anruf einer 

männlichen Person ein, die sich als J1. bzw. J. ausgab und sich nach A. 

erkundigte (Verfahrensakten StA BS, pag. 30 ff.). 

- 5 - 

 

 

 

Anlässlich einer Einvernahme vom 5. Februar 2020 erklärte A. gegenüber 

der StA BS, er habe im Auftrag eines ihm flüchtig bekannten K. gehandelt. 

K. habe ihn beauftragt, die Namen von G. und I. am Briefkasten an der W.-

Allee in V./BS anzubringen und diesen anschliessend zu leeren. Auf Vorhalt 

der Bilder Überwachungskamera der Bank C., welche diese im Fall H. an die 

Berner Kantonspolizei weitergegeben hatte, gab A. an, der abgebildete 

Mann sehe ihm sehr ähnlich. A. führte weiter aus, die Stimme von K. wieder-

zuerkennen, als ihm die Audio-Aufnahme der Gespräche zwischen der Bank 

C. und einer Person, welche sich als H. ausgab, vorgespielt wurde (Verfah-

rensakten StA BS, pag. 179 ff., 186, 212). Ein Mitarbeiter der Kantonspolizei 

Basel-Stadt konnte die Stimme des mit österreichisch klingendem Akzent 

sprechenden Anrufers zudem auch als jene des angeblichen J. identifizieren 

(Verfahrensakten StA BS, pag. 220). 

 

Des Weiteren erstattete bei der StA BS mit Schreiben vom 5. Februar 2020 

die L. AG Strafanzeige. Sie brachte vor, eine unbekannte Täterschaft habe 

telefonisch eine Adressänderung ihres Bankkunden I. an die W.-Allee in 

V./BS gemeldet. In der Folge habe die unbekannte Täterschaft eine neue 

Debitkarte und einen neuen PIN-Code für diese Karte sowie Kontoauszüge 

an die vorerwähnte Adresse bestellt (Verfahrensakten StA BS, pag. 528 ff.). 

 

 

G. Mit Gerichtsstandsanfrage vom 12. Februar 2020 gelangte die StA BS an die 

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern (nachfolgend «GStA BE») und 

ersuchte um Übernahme ihres Verfahrens (Verfahrensakten, pag. 297 ff.). 

Die GStA BE lehnte die Übernahme am 18. Februar 2020 ab (Verfahrensak-

ten, pag. 300 ff.). 

 

 

H. Mit Gerichtsstandsanfrage vom 15. März 2020 gelangte die StA BS an die 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich (nachfolgend «OStA ZH») und 

ersuchte um Übernahme ihres Verfahrens (Verfahrensakten StA BS, 

pag. 304 ff.). Die OStA ZH lehnte die Übernahme am 21. Mai 2020 ab (Ver-

fahrensakten StA BS, pag. 308 ff.). 

 

 

I. Mit Gerichtsstandsanfrage vom 7. September 2022 gelangte die StA BS 

erneut an die OStA ZH und ersuchte um Übernahme ihres Verfahrens 

(Verfahrensakten StA BS, pag. 324 ff.). Die OStA ZH lehnte die Übernahme 

am 27. September 2022 ab (Verfahrensakten StA BS, pag. 329 ff.). 

 

- 6 - 

 

 

 

J. Auf das Gesuch der StA BS vom 11. Oktober 2022, es seien gestützt auf 

Art. 31 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 1 StPO die Strafverfolgungsbehörden des 

Kantons Zürich zur Strafverfolgung von A. für zuständig zu erklären, trat die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Beschluss BG.2022.37 

vom 22. Mai 2023 nicht ein, da kein abschliessender Meinungsaustausch mit 

sämtlichen ernstlich in Frage kommenden Kantonen stattgefunden habe. 

 

 

K. Mit Gerichtsstandsanfrage vom 29. August 2023 betreffend «Abschliessen-

der Meinungsaustausch» gelangte die StA BS an die GStA BE und ersuchte 

um Prüfung der Zuständigkeit (Verfahrensakten StA BS, nicht paginiert). Am 

13. September 2023 teilte die GStA BE der StA BS mit, dass eine Zustän-

digkeit des Kantons Bern vorliegend ausser Betracht falle (Verfahrensakten 

StA BS, nicht paginiert). 

 

 

L. Mit Gerichtsstandsanfrage vom 19. September 2023 betreffend «Abschlies-

sender Meinungsaustausch» gelangte die StA BS an die Oberstaatsanwalt-

schaft des Kantons Aargau (nachfolgend «OStA AG») und ersuchte um 

Prüfung der Zuständigkeit (Verfahrensakten StA BS, nicht paginiert). Am 

25. September 2023 teilte die OStA AG der StA BS mit, dass die Zuständig-

keit des Kantons Aargau ausser Betracht falle (Verfahrensakten StA BS, 

nicht paginiert). 

 

 

M. Nach einer ersten Gerichtsanfrage vom 27. September 2023 betreffend 

«Abschliessender Meinungsaustausch», auf welche die Generalstaatsan-

waltschaft des Kantons Thurgau (nachfolgend «GStA TG») am 3. Oktober 

2023 mangels Begründung des Gesuchs sinngemäss nicht eintrat, gelangte 

die StA BS mit Gerichtsstandsanfrage vom 27. Oktober 2023 an die Staats-

anwaltschaft Frauenfeld und ersuchte um Prüfung der Zuständigkeit (Ver-

fahrensakten StA BS, nicht paginiert). Am 14. November 2023 teilte die 

Staatsanwaltschaft Frauenfeld der StA BS mit, dass das Gerichtsstandser-

suchen vom 27. Oktober 2023 abgelehnt werde (Verfahrensakten StA BS, 

nicht paginiert). 

 

 

N. Mit Gerichtsstandsanfrage vom 23. November 2023 gelangte die StA BS an 

die GStA TG und ersuchte um Prüfung der Zuständigkeit (Verfahrensakten 

StA BS, nicht paginiert). Am 18. Januar 2024 teilte die GStA TG der StA BS 

- 7 - 

 

 

mit, dass sie die Übernahme des Verfahrens ablehne (Verfahrensakten 

StA BS, nicht paginiert). 

 

 

O. Mit Gesuch vom 26. Januar 2024 gelangt die StA BS an die Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts und beantragt, es seien gestützt auf Art. 31 

Abs. 1 und Art. 34 Abs. 1 StPO die Strafverfolgungsbehörden des Kantons 

Zürich zur Strafverfolgung von A. und der bislang unbekannten Täterschaft 

für zuständig zu erklären (act. 1). 

 

 

P. Mit Gesuchsantwort vom 1. Februar 2024 verzichtete die GStA BE unter 

Verweisung auf die Ausführungen in der bisherigen Gerichtsstandskorres-

pondenz auf eine Stellungnahme (act. 3). 

 

 

Q. Die OStA AG verzichtete mit Gesuchsantwort vom 1. Februar 2024 (Post-

eingang: 5. Februar 2024) unter Hinweis auf die Ausführungen vom 25. Sep-

tember 2023 an die StA BS auf eine Stellungnahme (act. 4). 

 

 

R. Mit Gesuchsantwort vom 6. Februar 2024 (Posteingang: 12. Februar 2024) 

beantragt die OStA ZH, es sei das Gesuch des Kantons Basel-Stadt, wonach 

die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich zur Strafverfolgung gegen 

A. sowie gegen die unbekannte Täterschaft als zuständig zu erklären seien, 

abzuweisen (act. 5). 

 

 

S. Mit Gesuchsantwort vom 12. Februar 2024 beantragt die GStA TG, es seien 

die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich für berechtigt und ver-

pflichtet zu erklären, die dem Beschuldigten A. zur Last gelegten Delikte zu 

verfolgen und zu beurteilen (act. 6). 

 

 

T. Mit Schreiben vom 19. Februar 2024 wurden den Parteien die Gesuchsant-

worten zur Kenntnis gebracht (act. 7). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

- 8 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und 

Form) sind vorliegend erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 

das Gesuch ist einzutreten. 

 

2.  

2.1 Der Kanton Basel-Stadt bringt unter anderem vor, der Ablehnung des 

Kantons Zürich liege die Annahme zugrunde, dass A. und Unbekannt wegen 

Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB (als schwerstes Delikt) verfolgt würden. 

Dieser Auffassung könne nicht gefolgt werden. Die verfolgten Sachverhalte 

seien unter den Straftatbestand des betrügerischen Missbrauchs einer Da-

tenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 StGB (als schwerstes Delikt) 

zu subsumieren (act. 1 S. 4 f.). Der Argumentation des Kantons Zürich fol-

gend, wonach aufgrund des im Hintergrund agierenden «J.»/«K.» ein De-

liktskonnex zwischen allen Delikten im Sinne der Mittäterschaft mit A. in 

sämtlichen Kantonen gegeben sei und deshalb das zuerst beanzeigte, voll-

endete (und damit schwerste) Delikt im Kanton Thurgau zur Gerichtsstands-

klärung beizuziehen wären, müsste dem Umstand Rechnung getragen wer-

den, dass betreffend die Täterschaft bereits am 12. August 2016 eine erste 

Strafanzeige bei der Kantonspolizei Zürich eingereicht worden sei (act. 1 

S. 6). Der Annahme einer konkludenten Anerkennung der Verfahrensfüh-

rung könne schliesslich nicht gefolgt werden, da effektiv zielführende Ermitt-

lungshandlungen, neben der ursprünglich angestrebten Auswertung der Mo-

biltelefone, nicht ersichtlich gewesen seien und weiterhin auch nicht ersicht-

lich seien. Der Abbruch der Auswertung der Mobiltelefone sei im Sinne der 

Verfahrensökonomie und des Beschleunigungsgebots erfolgt (act. 1 S. 7). 

 

2.2 Der Kanton Bern bringt (in seiner Ablehnung vom 13. September 2023) vor, 

A. und dem bislang nicht identifizierten «J.»/«K.» würden in mehreren Kan-

tonen mehrere gleichartige Delikte vorgeworfen. Im Kanton Bern seien we-

der die ersten Verfolgungshandlungen vorgenommen worden noch sei im 

Kanton Bern ein mit schwererer Strafe bedrohtes Delikt begangen worden 

als in den anderen beteiligten Kantonen. Darüber hinaus sei festzustellen, 

dass im Kanton Bern auch kein Tatort bestehe. Handlungen einer Strafver-

folgungsbehörde eines örtlich nicht zuständigen Kantons entfalteten bei der 

Bestimmung des forum praeventionis keine Wirkung. Damit falle die Zustän-

digkeit des Kantons Bern vorliegend ausser Betracht (act. 3; Verfahrensak-

ten StA BS, nicht paginiert). 

 

- 9 - 

 

 

2.3 Der Kanton Aargau bringt (in seiner Ablehnung der Zuständigkeit vom 

25. September 2023) vor, es sei davon auszugehen, dass im Kanton Aargau 

weder die ersten Verfolgungshandlungen vorgenommen noch das 

schwerste Delikt begangen worden seien. Entgegen den Ausführungen in 

der Strafanzeige vom 15. Februar 2020 sei die angeblich in U./AG 

vorgenommene Postumleitung vom 5. September 2019 tatsächlich mittels 

eines Nachsendeauftrags am 5. September 2019 am Schalter einer Post-

filiale in Basel erteilt und vor Ort sogleich auch bezahlt worden. Auch die 

übrigen Tathandlungen seien – soweit bekannt – nicht im Kanton Aargau 

ausgeführt worden. Insoweit bestehe auch kein Tatort im Kanton Aargau 

(act. 4; Verfahrensakten StA BS, nicht paginiert). 

 

2.4 Der Kanton Zürich bringt (in seiner Ablehnung vom 21. Mai 2020) vor, A. 

würden mehrere gleiche bzw. ähnlich gelagerte Handlungen an verschiede-

nen Orten bzw. in verschiedenen Strafanzeigen, die in mehreren Kantonen 

eingereicht worden seien, vorgeworfen. Weiter sei davon auszugehen, dass 

A. zusammen mit einem unbekannten Auftraggeber gehandelt habe. Nach 

der vorliegenden Aktenlage bestehe der Verdacht, die beiden Personen hät-

ten als Mittäter gehandelt. Vorliegend werde im Kanton Basel-Stadt bisher 

wegen versuchter, in den übrigen Kantonen wegen vollendeter Tatbegehung 

des Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB (als schwerstes Delikt) verfolgt. Der 

Gerichtsstand richte sich nach dem Ort der ersten Anhebung. Anknüpfungs-

punkte seien in allen bisher involvierten Kantonen gegeben. Ausgehend vom 

Eingang der Strafanzeige als Ort der ersten Anhebung ergebe sich, dass ein 

Verfahren wegen (vollendeten) Betrugs zuerst im Kanton Thurgau angeho-

ben worden sei, nämlich am 3. September 2019 (act. 5.1 S. 5 f.). 

 

Ausserdem macht der Kanton Zürich (in seiner Ablehnung vom 27. Septem-

ber 2022) geltend, nachdem der Kanton Basel-Stadt seit der Ablehnung der 

Verfahrensübernahme durch den Kanton Zürich am 21. Mai 2020 keine 

weiteren Verfahrensschritte unternommen habe, als die Auswertung des 

sichergestellten Mobiltelefons in Auftrag zu geben, betreffend welcher der 

Kanton Basel-Stadt am 4. Juli 2022 endlich habe feststellen müssen, dass 

dieser offenbar kein Erfolg beschieden sei, sei von einer konkludenten 

Anerkennung des Gerichtsstands auszugehen (act. 5.2 S. 3 f.). 

 

Betreffend den Hinweis in der Anzeige vom 21. Oktober 2019, wonach 

«diese Täterschaft» (unbekannt, mit österreichischem/bayrischem Dialekt) 

bereits im Dezember 2015 aufgefallen und der Kantonspolizei Zürich am 

12. August 2016 eine erste Strafanzeige eingereicht worden sei, sei bei den 

Staatsanwaltschaften des Kantons Zürich nichts bekannt. Diese allfällige 

- 10 - 

 

 

Anzeige könne heute keine gerichtsstandsbestimmende Relevanz (mehr) 

erlangen (act. 5 S. 3). 

 

2.5 Der Kanton Thurgau bringt unter anderem vor, wollte man der Argumentation 

des Kantons Zürich folgen, wonach aufgrund des im Hintergrund agierenden 

«J.»/«K.» ein Deliktskonnex zwischen allen Delikten im Sinne der Mittäter-

schaft mit dem Beschuldigten A. in sämtlichen Kantonen gegeben sei und 

deshalb das zuerst beanzeigte vollendete Delikt gerichtsstandsrelevant sei, 

so bliebe die Zuständigkeit dennoch im Kanton Zürich. Das Schreiben der 

Bank C. an die Kantonspolizei Zürich vom 21. Oktober 2019 betreffe zwei-

felsohne die vorliegend gegenständlichen Delikte. In diesem Schreiben er-

kläre die Bank, dass sie erstmals im Dezember 2015 auf diese Täterschaft 

aufmerksam geworden sei. Im Juli 2016 habe die nächste Welle mit dem 

gleichen Vorgehen eingesetzt, worauf sie am 12. August 2016 eine erste 

Strafanzeige bei der Kantonspolizei Zürich eingereicht habe. Damit sei bei 

einer Annahme von Mittäterschaft zwischen den Beschuldigten A. und 

«J.»/«K.» dies die erste Verfolgungshandlung, welche das forum praeventi-

onis begründe, womit sich wiederum die Zuständigkeit des Kantons Zürich 

ergebe. Ausserdem sei anzumerken, dass im Kanton Thurgau kein Hand-

lungsort liege. Im Kanton Thurgau sei nur der Schaden des Geschädigten B. 

eingetreten (act. 6 S. 3). 

 

 

3. Das vom Kanton Basel-Stadt geführte Verfahren umfasst insbesondere 

folgende Sachverhaltsvorwürfe: 

 

Tatzeit (ca.) Sachverhalt (grob zusammengefasst) Täterschaft 

 Sachverhalt 1  

14.08.2019 

bis 

16.08.2019 

Täterschaft ruft Bank an, gibt sich als Karteninhaber 

B. aus, lässt Kartenlimite erhöhen und führt in der 

Folge mit den Kartendaten neun online-Transaktio-

nen durch (Verfahrensakten StA BS, pag. 331 ff.). 

Anrufer: unbekannt, 

Mann, österreichi-

scher oder ev. 

bayrischer Dialekt. 

   

  

- 11 - 

 

 

 Sachverhalt 2  

21.08.2019 Täterschaft ruft Bank an, gibt sich als Karteninhaber 

D. aus, lässt Kartenlimite erhöhen und führt in der 

Folge mit den Kartendaten eine online-Transaktionen 

durch (Verfahrensakten StA BS, pag. 359). 

Anrufer: unbekannt, 

Mann, österreichi-

scher oder ev. 

bayrischer Dialekt. 

   

 Sachverhalt 3  

05.09.2019 

bis 

22.10.2019 

Unter anderem ruft Täterschaft Bank an, gibt sich als 

Karteninhaber G. aus, meldet neue Adresse (Z.-

Strasse in Y./ZH), versucht neue Karten zu bestellen 

und mit Kartendaten des Karteninhabers G. beim 

Bahnhof ZZ./ZH Käufe zu tätigen (Verfahrensakten 

StA BS, pag. 409 ff.). 

Anrufer: unbekannt, 

männliche Person 

mit österreichischem 

Dialekt. 

   

 Sachverhalt 4  

02.12.2019 

bis 

31.01.2020 

Unter anderem ruft Täterschaft bei der Bank an, gibt 

sich als Kontoinhaber H. aus, bestellt Karten und 

führt damit verschiedene Transaktionen aus (Verfah-

rensakten StA BS, pag. 453 ff.). 

Anrufer: unbekannt, 

spricht deutsch, evtl. 

mit österreichischem 

oder süddeutschem 

Akzent. 

 

Am Bankomaten: 

männliche Person, 

rotes Baseballcap, 

schwarze Daunen-

jacke, schwarzer 

Rucksack etc. 

   

 Sachverhalt 5  

23.12.2019 

bis 

04.02.2020 

Täterschaft ruft Bank an, gibt sich als Kontoinhaber I. 

aus und lässt sich neue Bankkarten an neue Adresse 

(W.-Allee in V./BS) ausgeben, wo diese aus dem zu-

vor von der Täterschaft mit dem Namen des Kontoin-

habers beschrifteten Briefkasten genommen werden 

(Verfahrensakten StA BS, pag. 528 ff.). 

Anrufer: unbekannt, 

österreichischer 

Akzent. 

 

Bei Anhaltung am 

Briefkasten: A., trägt 

rotes Baseballcap, 

schwarze 

Daunenjacke. 

   

  

- 12 - 

 

 

 Sachverhalt 6  

31.01.2020 

bis 

04.02.2020 

Täterschaft ruft Bank an, gibt sich als Kontoinhaber 

G. aus und lässt sich neue Bankkarten an neue 

Andresse (W.-Allee in V./BS) ausgeben, wo diese 

aus dem zuvor von der Täterschaft mit dem Namen 

des Kontoinhabers beschrifteten Briefkasten genom-

men werden (Verfahrensakten StA BS, pag. 556 ff.). 

 

Anrufer: unbekannt. 

 

Bei Anhaltung am 

Briefkasten: A., trägt 

rotes Baseballcap, 

schwarze 

Dauenjacke. 

 

Die Beschwerdekammer hat in ihrem Beschluss BG.2022.37 vom 22. Mai 

2023 (E. 1.5) erwogen, dass aufgrund der Aktenlage sich die Annahme, der 

bislang nicht identifizierte «J.»/«K.» (als Anrufer) sei an allen angeführten 

Sachverhaltsvorwürfen als (Mit-)Täter beteiligt, nicht von vornherein als halt-

los oder sicher ausgeschlossen erweise. Daran ändert sich nichts. Modus 

operandi und die ähnliche Wahrnehmung der (Aus-)Sprache des Anrufers 

bilden vorliegend genügend konkrete Anhaltspunkte für die Annahme. Hin-

sichtlich des Hinweises auf eine Anzeige vom 12. August 2016 scheinen 

keine Akten vorzuliegen, weshalb daraus vorliegend nichts weiter abgeleitet 

werden kann. Begehen mehrere Beschuldigte zusammen in verschiedenen 

Kantonen mehrere Delikte, so sind Art. 33 Abs. 2 und Art. 34 Abs. 1 StPO 

so miteinander zu kombinieren, dass in der Regel alle Mitwirkenden an dem 

Orte verfolgt werden, wo von einem Mittäter die mit der schwersten Strafe 

bedrohte Tat verübt worden ist. Bei gleich schweren Strafdrohungen be-

stimmt sich der Gerichtsstand für alle Beteiligten nach dem Ort, wo zuerst 

Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind (TPF 2022 146 E. 2.1). 

 

 

4.  

4.1 Die Parteien sind sich uneins, ob das der Täterschaft vorgeworfene Verhal-

ten unter den Tatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 StGB oder unter 

jenen des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

gemäss Art. 147 StGB zu subsumieren ist. 

 

4.2 Die Beschwerdekammer beurteilt die der beschuldigten Person vorgeworfe-

nen Handlungen frei, unabhängig von der rechtlichen Würdigung durch die 

kantonalen Strafverfolgungsbehörden (Beschlüsse des Bundesstrafgerichts 

BG.2023.60 vom 24. Januar 2024 E. 2.1.2; BG.2023.18 vom 24. Mai 2023 

E. 2.3; BG.2022.43 vom 22. Februar 2023 E. 2.2; BG.2022.40 vom 15. Feb-

ruar 2023 E. 2.1.2; vgl. schon die Rechtsprechung der Anklagekammer des 

Bundesgerichts BGE 112 IV 61 E. 2; 92 IV 153 E. 1; BAUMGARTNER, Die 

Zuständigkeit im Strafverfahren, 2014, S. 52; SCHWERI/BÄNZIGER, Interkan-

tonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl. 2004, N. 288). Der 

- 13 - 

 

 

Gerichtsstand bestimmt sich nach dem, was der beschuldigten Person 

vorgeworfen wird, das heisst, was aufgrund der Aktenlage überhaupt in 

Frage kommt. Es gilt der Grundsatz in dubio pro duriore, wonach im 

Zweifelsfall auf den für die beschuldigte Person ungünstigeren Sachverhalt 

abzustellen bzw. das schwerere Delikt anzunehmen ist (TPF 2021 167 

E. 3.2.3; TPF 2019 82 E. 2.4; TPF 2019 52 E. 2.1; TPF 2019 28 E. 2.2; 

TPF 2016 180 E. 2.2). 

 

4.3 In BGE 129 IV 22 (in: Pra 2003 Nr. 132) erwog das Bundesgericht Folgendes 

(a.a.O., E. 4.2; vgl. auch MRÁZ, in: Graf [Hrsg.], Annotierter Kommentar, 

2020, Art. 147 StGB N. 17): «En principe, l'infraction d'utilisation frauduleuse 

d'un ordinateur, qui a été introduite dans le code pénal pour combler une 

lacune dans les cas où l'auteur, au lieu de tromper une personne, manipule 

une machine de manière à obtenir un résultat inexact aboutissant à un 

transfert d'actifs ou à sa dissimulation et qui est parfois aussi qualifiée 

d'‹escroquerie informatique›, revêt ainsi un caractère subsidiaire par rapport 

à l'escroquerie; si la manipulation d'une machine ne suffit pas pour obtenir le 

résultat, mais qu'il faut encore qu'une personne soit trompée, l'escroquerie 

prime l'utilisation frauduleuse d'un ordinateur […].» 

 

4.4 Da vorliegend davon auszugehen ist, dass die Täterschaft nicht nur Maschi-

nen manipulierte, sondern auch Personen täuschte, könnte es also nahelie-

gen, das der Täterschaft vorgeworfene Verhalten unter den Tatbestand des 

Betrugs gemäss Art. 146 StGB zu subsumieren. Allerdings muss das der 

Täterschaft vorgeworfene Verhalten selbstverständlich den Tatbestand des 

Betrugs gemäss Art. 146 StGB erfüllen, damit der Vorrang gegenüber dem 

Tatbestand des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsan-

lage gemäss Art. 147 StGB zum Tragen kommen kann. 

 

4.5 Der Tatbestand des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB setzt neben 

arglistiger Täuschung und Irrtum eine irrtumsbedingte Vermögensverfügung 

der getäuschten Person voraus, wodurch diese sich selbst bzw. das ihrer 

tatsächlichen Verfügung unterliegende Vermögen einer Drittperson unmittel-

bar schädigt (BGE 147 IV 73 E. 6.1). 

 

Zu den vermögensvermindernden Handlungen gehören namentlich die Aus-

zahlung von Geld, Herausgabe von Sachen, das Erbringen von geldwerter 

Leistung, der Verzicht auf Forderungen und das Eingehen vertraglicher Ver-

pflichtungen (DONATSCH, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 

11. Aufl. 2018, S. 241 mit Hinweisen). Nicht als Vermögensdisposition gelten 

ganz allgemein Verhaltensweisen, die lediglich anderweitige Vermögensde-

likte des Täters bzw. eines Komplizen ermöglichen oder erleichtern 

- 14 - 

 

 

(DONATSCH, a.a.O., S. 243). Betrug scheidet in jedem Falle aus, wenn der 

Schaden erst aufgrund einer weiteren selbstständigen Handlung des Täters 

oder gar eines Dritten eintritt (STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches 

Strafrecht, BT I, 8. Aufl. 2022, § 15 N. 33). 

 

4.6 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Check- und Kreditkar-

tenmissbrauch (Art. 148 StGB) wird der Aussteller nicht schon durch die 

Überlassung der Karte an einen Zahlungsunfähigen oder Zahlungsunwilligen 

am Vermögen geschädigt, sondern erst dadurch, dass dieser die Karte 

tatsächlich verwendet. Das Risiko beziehungsweise die Wahrscheinlichkeit, 

dass der zahlungsunfähige oder zahlungsunwillige Inhaber die ihm vom 

Aussteller überlassene Karte verwenden wird, stellt noch keinen rechtlich 

relevanten Vermögensschaden dar. Ein solcher Vermögensschaden tritt erst 

dann ein, wenn der Inhaber die ihm überlassene Karte verwendet und die 

damit entstandene Forderung des Ausstellers infolge der Zahlungsunfähig-

keit oder Zahlungsunwilligkeit des Inhabers der Karte in ihrem Wert vermin-

dert ist (BGE 127 IV 68 E. 2c und 2d; vgl. bereits JENNY, Aktuelle Fragen 

des  Vermögens- und Urkundenstrafrechts, ZBJV 1988, S. 393 ff., 409; 

SCHUBARTH, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, 1990, Art. 148 

StGB N. 64; vgl. auch DONATSCH, a.a.O., S. 243; MAEDER, Gefährdung – 

Schaden – Vermögen, Zum sogenannten Schaden durch Vermögensgefähr-

dung im Strafrecht, 2017, N. 961 Fn. 1441; MAEDER/NIGGLI, Basler Kommen-

tar, 4. Aufl. 2019, Art. 146 StGB N. 203 ff.; PIETH/ARNAIZ/EYMANN/SCHULTZE/ 

ZERBES, Fallsammlung Strafrecht BT, 3. Aufl. 2019, S. 189 f.; STRATEN-

WERTH/BOMMER, a.a.O., § 15 N. 33; im Ergebnis anders BGE 129 IV 22 

E. 4.3, wo das Bundesgericht den Tatbestand der räuberischen Erpressung 

nach Art. 156 Ziff. 3 StGB bejaht hat, wenn ein Täter bewirkt, dass das 

Opfer seine Bankkarten mit dem zugehörigen Pincode preisgibt und er sie 

anschliessend zum Geldbezug verwendet, und Urteil des Bundesgerichts 

6B_491/2009 vom 26. Oktober 2009 E. 5; vgl. hierzu ferner WEISSENBERGER, 

Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 156 StGB N. 25 ff.). 

 

4.7 Nichts anderes kann gelten, wenn – wovon vorliegend bei einem Teil der 

vorgeworfenen Sachverhalte auszugehen ist – der Aussteller die Karte (bzw. 

deren Daten) aufgrund einer arglistigen Täuschung einer nichtberechtigten 

Person überlässt. Die Überlassung der Karte (bzw. deren Daten) stellt noch 

keinen rechtlich relevanten Vermögensschaden dar. Dieser tritt erst ein, 

wenn die nichtberechtigte Person die ihr überlassene Karte (bzw. deren 

Daten) verwendet. Ebenso wenig stellt das Ändern der Adressen und die 

Erhöhung der Kartenlimiten durch den Aussteller einen rechtlich relevanten 

Vermögensschaden dar. 

 

- 15 - 

 

 

4.8 Hatte somit das Verhalten der angerufenen Mitarbeitenden der Banken 

keinen unmittelbaren Vermögensschaden zur Folge, scheidet eine Sub-

sumtion unter den Straftatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 StGB aus. 

 

4.9 Die Verwendung einer Bankomatkarte durch den Nichtberechtigten ist ein 

typischer Anwendungsfall von Art. 147 StGB. Der Täter wirkt mit Daten 

(Codekarte und Code), zu deren Verwendung er nicht befugt ist, auf eine 

Datenverarbeitungsanlage (Bankomat) ein und führt eine Vermögensver-

schiebung zum Schaden eines andern herbei (Urteil des Bundesgerichts 

6S.247/2001 vom 10. Mai 2001 E. 2a). Als Angriffsobjekte der unbefugten 

Verwendung von Daten werden neben den Geldautomaten und den Syste-

men zur bargeldlosen Bezahlung (wie z.B. ec-direct, Postcard) insbesondere 

das Home- und Telebanking, das Videotext-Verfahren, das Telepostcheck-

konto, das automatisierte Lastschriftenverfahren sowie die nur über Codes 

zugänglichen kostenpflichtigen Datenbanken genannt (vgl. BGE 129 IV 315 

E. 2.2.1 mit Hinweis). 

 

4.10 Entsprechend ist im Rahmen der Bestimmung des Gerichtsstands davon 

auszugehen, dass die Sachverhalte unter den Straftatbestand des betrüge-

rischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 StGB 

subsumiert werden können, wobei jedenfalls bei den Sachverhalten 1, 2 und 

4 von einem vollendeten Delikt auszugehen ist. 

 

4.11 Bei gleich schweren Strafdrohungen bestimmt sich der Gerichtsstand für alle 

Beteiligten nach dem Ort, wo zuerst Verfolgungshandlungen vorgenommen 

wurden, wobei Verfolgungshandlungen eines örtlich unzuständigen Kantons 

unbeachtlich sind (BAUMGARTNER, a.a.O., S. 179; SCHWERI/BÄNZIGER, 

a.a.O., N. 155). 

 

4.12 Die erste Anzeigeerstattung erfolgte am 3. September 2019 beim Kantons-

polizeiposten Frauenfeld betreffend Sachverhalt 1. Als «Ort» rapportierte die 

Kantonspolizei Thurgau London (GB), Örtlichkeit gemäss Bankauszug. 

Diesbezüglich dürfte der Bankauszug allerdings nicht aussagekräftig sein, 

da es sich um online-Transaktionen handeln soll. Der Ort, wo die Daten des 

Karteninhabers B. unbefugt verwendet wurden, ist aufgrund der aktuellen 

Aktenlage nicht bestimmbar. Subsidiär ist auf den Ort des Erfolgseintritts zu-

rückzugreifen. Für die Bestimmung des Ortes der Vermögensverfügung ist 

der Ort des Verarbeitungszentrums der Kartenausstellerin massgebend, d.h. 

der Ort, wo die von der Datenverarbeitungsanlage vorgenommene Vermö-

gensverschiebung erfolgte (TPF 2022 140 E. 3.3.4). Aufgrund der aktuellen 

Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Kartenausstellerin, Bank C., ihren 

Sitz im Kanton Zürich hat. Mangels anderweitiger Hinweise ist davon 

- 16 - 

 

 

auszugehen, dass sich deren Verarbeitungszentrum ebenfalls im Kanton Zü-

rich befindet. Auch der Ort des Schadenseintritts ist im Kanton Zürich anzu-

nehmen, da der effektive Schaden letztlich bei der Kartenausstellerin mit Sitz 

im Kanton Zürich entstanden sein dürfte (vgl. dazu TPF 2022 140 E. 3.3.5). 

Zusammenfassend ist von einem Tatort im Kanton Zürich auszugehen. Die 

Strafverfolgungsbehörden des Kantons Thurgau sind für den beanzeigten 

Sachverhalt örtlich nicht zuständig, weshalb deren Verfolgungshandlungen 

für das forum praeventionis irrelevant sind. 

 

4.13 Die zweite Anzeigeerstattung erfolgte am 3. Oktober 2019 bei der Kantons-

polizei Aargau betreffend Sachverhalt 3. Eine örtliche Zuständigkeit der 

Strafverfolgungsbehörden des Kantons Aargau für den beanzeigten Sach-

verhalt ist nicht ersichtlich, weshalb deren Verfolgungshandlungen für das 

forum praeventionis ebenfalls irrelevant sind. 

 

4.14 Die dritte Anzeigeerstattung erfolgte am 21. Oktober 2019 bei der Kantons-

polizei Zürich betreffend Sachverhalt 1 und 2. Der Ort, wo die Daten der 

Karteninhaber B. und D. unbefugt verwendet wurden, ist aufgrund der aktu-

ellen Aktenlage nicht bestimmbar. Subsidiär ist auf den Ort des Erfolgsein-

tritts zurückzugreifen. Dieser ist im Kanton Zürich anzunehmen (vgl. vorn 

E. 4.12). Nachdem von einem Tatort im Kanton Zürich auszugehen ist, ist 

der Eingang der Strafanzeige bei der Kantonspolizei Zürich für das forum 

praeventionis relevant. 

 

4.15 Nach dem Gesagten liegt der gesetzliche Gerichtsstand für die A. und Un-

bekannt zur Last gelegten Straftaten im Kanton Zürich. 

 

 

5.  

5.1 Die Beschwerdekammer kann (wie die beteiligten Staatsanwaltschaften 

untereinander auch) einen andern als den in den Art. 31–37 StPO vorgese-

henen Gerichtsstand festlegen, wenn der Schwerpunkt der deliktischen 

Tätigkeit oder die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person es 

erfordern oder andere triftige Gründe vorliegen (Art. 40 Abs. 3 StPO). Ein 

solches Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand soll indes die Aus-

nahme bleiben. Die Überlegungen, welche den gesetzlichen Gerichtsstand 

als unzweckmässig erscheinen lassen, müssen sich gebieterisch aufdrän-

gen; die Anforderungen, um vom gesetzlichen Gerichtsstand abzuweichen, 

sind entsprechend hoch anzusetzen. Überdies kann ein Kanton entgegen 

dem gesetzlichen Gerichtsstand nur für zuständig erklärt werden resp. sich 

selber als zuständig erklären, wenn dort tatsächlich ein örtlicher 

- 17 - 

 

 

Anknüpfungspunkt besteht (TPF 2019 82 E. 2.3; TPF 2018 38 E. 3.1; TPF 

2017 170 E. 3.3.1; TPF 2012 66 E. 3.1; TPF 2011 178 E. 3.1). 

 

5.2  

5.2.1 Der Kanton Zürich bringt vor, der Gesuchsteller habe den Gerichtsstand 

konkludent anerkannt. Seit dem 21. Mai 2020 (erste Ablehnung der Gerichts-

standsanfrage durch den Kanton Zürich) habe sich abgesehen von der 

Beauftragung der Auswertung der Mobiltelefone, welche – wie nach zwei 

Jahren festgestellt werden musste – resultatlos geblieben und abzubrechen 

war, in diesem beim Kanton Basel-Stadt hängigen Verfahren nichts ereignet. 

 

5.2.2 Eine konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes darf nicht leichthin 

angenommen werden. Nach dem Eingang einer Strafanzeige haben die 

Strafverfolgungsbehörden von Amtes wegen, summarisch und beschleunigt 

zu prüfen, ob ihre örtliche Zuständigkeit und damit die Gerichtsbarkeit ihres 

Kantons gegeben ist, um Verzögerungen des Verfahrens zu vermeiden. Die 

mit der Prüfung befasste Behörde muss alle für die Festlegung des Gerichts-

standes wesentlichen Tatsachen erforschen, die dazu notwendigen 

Erhebungen durchführen und insbesondere den Ausführungsort ermitteln. 

Hat der Beschuldigte in mehreren Kantonen delinquiert, so hat jeder Kanton 

vorerst die Ermittlungen voranzutreiben, die für die Bestimmung des 

Gerichtsstandes wesentlich sind. Beschränkt sich ein Kanton nicht darauf, 

sondern nimmt er während längerer Zeit weitere Ermittlungen vor, obwohl 

längst Anlass bestand, die eigene Zuständigkeit abzuklären, so kann darin 

eine konkludente Anerkennung erblickt werden. Beschränkt sich die 

Behörde dagegen im Wesentlichen auf die Abklärung von Tatsachen, die für 

die Bestimmung des Gerichtsstandes von Bedeutung sind oder führt eine 

Behörde während der Abklärung der Gerichtsstandsfrage die Strafuntersu-

chung mit der gebotenen Beschleunigung weiter, so kann darin keine 

konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes gesehen werden. Diese 

Ermittlungshandlungen haben für sich allein keine zuständigkeitsbegrün-

dende Wirkung, denn es wäre unbillig, jene Behörden, welche Abklärungen 

für die Ermittlung des Gerichtsstandes vornehmen, allein deswegen schon 

zu verpflichten, nachher auch das ganze Verfahren durchzuführen 

(TPF 2017 170 E. 3.3.2 m.w.H.). 

 

5.2.3 Dem Kanton Zürich kann insoweit gefolgt werden, als bei einer über zwei-

jährigen Zeitspanne zwischen der Ablehnung der Gerichtsstandsanfrage 

durch den Kanton Zürich am 21. Mai 2020 und der erneuten Anfrage des 

Gesuchstellers am 7. September 2022 kaum mehr von einer summarischen 

und beschleunigten Prüfung der Zuständigkeit gesprochen werden kann. 

Allerdings hielt der Kanton Zürich in seiner Ablehnung vom 21. Mai 2020 

- 18 - 

 

 

selbst dafür, dass die Auswertung des sichergestellten Mobiltelefons von A. 

durch den Gesuchsteller nachzuholen sei, bevor weitere Ersuchen um Ver-

fahrensübernahmen an andere Kantone gestellt würden. Dem Gesuchsteller 

nun vorzuhalten, durch den Versuch, das sichergestellte Mobiltelefon auszu-

werten, habe dieser den Gerichtsstand anerkannt, erscheint nicht 

angebracht. Ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand drängt sich vor-

liegend jedenfalls nicht auf. 

 

 

6. Nach dem Gesagten ist das Gesuch gutzuheissen und es sind die Strafbe-

hörden des Kantons Zürich für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die A. 

und Unbekannt zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

 

7. Praxisgemäss ist bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten keine Ge-

richtsgebühr zu erheben (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG 

per analogiam; vgl. schon BGE 87 IV 145). 

- 19 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafbehörden des Kantons Zürich sind berechtigt und verpflichtet, die A. 

und Unbekannt zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 29. Juli 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

- Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau 

- Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.