# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c5a6d2e-4d82-5eff-8a70-e15620296b12
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2020 B-5108/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5108-2019_2020-09-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

  

 

  

 

 Abteilung II 

 

Postfach 

CH-9023 St. Gallen 

Telefon +41 (0)58 465 25 60 

Fax +41 (0)58 465 29 80 

www.bundesverwaltungsgericht.ch 

 

Geschäfts-Nr. B-5108/2019 

flr/gid/bmm 

    
  

 Z w i s c h e n e n t s c h e i d  

v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 2 0  

 

Besetzung 
 Richter Ronald Flury (Vorsitz), 

Richterin Eva Schneeberger, Richter Marc Steiner; 

Gerichtsschreiber Davide Giampaolo. 

  In der Beschwerdesache 

   
Parteien 

 X._______ AG,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Glättli,  

Glättli Rechtsanwälte AG,  

Beschwerdeführerin,  

 

  gegen 

  
Bundesamt für Rüstung armasuisse,  

vertreten durch die Rechtsanwälte 

Dr. iur. Martin Zobl und/oder MLaw Bernadette Bucheli, 

Walder Wyss AG,  

Vergabestelle.  

 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen, 

Projekt "Entsorgungsleistungen von Sonderabfällen 

und anderen kontrollpflichtigen Abfällen"  

(SIMAP-Projekt-ID 177380), 

Zuschlagsverfügung vom 11. September 2019 

(SIMAP-Meldungsnummer 1095569), 

B-5108/2019 

Seite 2 

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: 

A.  

A.a Am 12. Oktober 2018 schrieb das Bundesamt für Rüstung armasuisse 

(nachfolgend: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP einen 

Dienstleistungsauftrag mit dem Projekttitel "Entsorgungsleistungen von 

Sonderabfällen und anderen kontrollpflichtigen Abfällen" im offenen Ver-

fahren aus (SIMAP-Projekt-ID 177380; SIMAP-Meldungs-Nr. 1041667).  

Neben diesem – vorliegend streitbetroffenen – Projekt Nr. 177380 führte 

die Vergabestelle im Zusammenhang mit Entsorgungsdiensten zwei wei-

tere Submissionsverfahren durch: Das Projekt Nr. 169408 betreffend "Ka-

nalreinigungen" wurde am 31. Juli 2018 auf SIMAP ausgeschrieben 

(SIMAP-Meldungs-Nr. 1014945); den Zuschlag für die in mehrere Lose 

aufgeteilte Beschaffung erhielten am 23. November 2018 die 

A._______ AG und die B._______ AG (SIMAP-Meldungs-Nr. 1040067, 

1040069, 1040077, 1040079, 1040083, 1040085 und 1040089). Das Pro-

jekt Nr. 159513 hatte gemäss Ausschreibung vom 31. August 2017 "Ent-

sorgungs- und Verwertungsleistungen" zum Gegenstand (SIMAP-Mel-

dungs-Nr. 981985). Der Zuschlag für dieses Projekt wurde am 5. Februar 

2018 der C._______ AG erteilt (SIMAP-Meldungs-Nr. 1005887).  

A.b Entsprechend Ziff. 1.3 der Ausschreibung vom 12. Oktober 2018 be-

stand für die Anbieter die Möglichkeit, bis zum 12. November 2018 Fragen 

zum Projekt Nr. 177380 mittels Forumseinträgen auf SIMAP zu stellen. Auf 

die Frage der X._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) hin, ob 

die (vorliegend ausgeschriebenen) Entsorgungsleistungen in Bezug auf 

Ölabscheiderabfälle und Sandfangmaterial, für welche entsprechende 

Preisofferten bereits im Rahmen des Projekts Nr. 169408 ("Kanalreinigun-

gen") angefordert worden seien, dem Gewinner des Projekts Nr. 177380 

oder dem Gewinner des Projekts Nr. 169408 gehörten, antwortete die 

Vergabestelle wie folgt (vgl. Ziff. 4 des Frage-Antwort-Katalogs): 

"Mit der Ausschreibung Kanalreinigung wurden die Leistungen zur Entsorgung 

folgender Abfallarten gemäss VeVa-Code ausgeschrieben: 13 05 02 S / 

13 05 08 S / 20 03 06 S / 19 08 09 ah / 19 08 10 S. Diese Leistung betrifft 

ausschliesslich die Entsorgung der oben angegebenen Abfallarten im Zusam-

menhang mit Kanalsanierungstätigkeiten. Da dieselben Abfallarten zum Teil 

auch ausserhalb von Sanierungstätigkeiten entsorgt werden müssen, wurden 

diese Abfallarten auch im aktuellen Preisblatt belassen. Auf die angegebene 

Menge im Preisblatt besteht jedoch keine Gewähr." 

B-5108/2019 

Seite 3 

A.c In der Folge gingen zwei Angebote ein, darunter dasjenige der Be-

schwerdeführerin. Die Offertöffnung fand am 23. November 2018 statt. 

A.d Am 25. Februar 2019 publizierte die Vergabestelle auf SIMAP den Ab-

bruch des Vergabeverfahrens betreffend das Projekt Nr. 177380 (SIMAP-

Meldungs-Nr. 1063061). Die Vergabestelle begründete den Abbruch damit, 

dass das Projekt eine "wesentliche Änderung" im Sinn von Art. 30 Abs. 3 

der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB; zitiert in 

E. 1.3.2) erfahren habe (vgl. Ziff. 3 der Abbruchverfügung), und führte dies-

bezüglich in einem an die Beschwerdeführerin gerichteten Schreiben vom 

22. Februar 2019 aus, die im Rahmen des SIMAP-Projekts Nr. 177380 

ausgeschriebenen Entsorgungsleistungen mit den "VeVa-Codes 

130502.1 – .3, 130508.1 + .2 sowie Kombiabsaugwagen" seien "bereits 

mit einer anderen Ausschreibung vergeben" worden. Anlässlich des De-

briefings vom 6. März 2019 teilte die Vergabestelle der Beschwerdeführe-

rin mit, dass "Abfälle mehrmals ausgeschrieben worden" seien, was der 

Hauptgrund für den Verfahrensabbruch sei.  

A.e Hiergegen wandte sich die Beschwerdeführerin mit Beschwerde vom 

18. März 2019 an das Bundesverwaltungsgericht (Verfahren 

B-1359/2019). Sie beantragte, die Abbruchverfügung vom 25. Februar 

2019 aufzuheben und den Zuschlag aufgrund der Akten zu erteilen, even-

tualiter sei das Verfahren zu dessen Fortsetzung an die Vergabestelle zu-

rückzuweisen. 

A.f Mit Verfügung vom 8. April 2019 kam die Vergabestelle auf ihren 

Abbruchentscheid vom 25. Februar 2019 zurück und hob diesen wiederer-

wägungsweise auf (Dispositiv-Ziff. 1). Sodann verfügte sie, dass das 

Vergabeverfahren betreffend das Projekt Nr. 177380 "in angepasster 

Form" weitergeführt werde (Dispositiv-Ziff. 2), und teilte mit, dass sie den 

teilnehmenden Anbietern ein angepasstes Leistungsverzeichnis zukom-

men lassen und ihnen eine Frist zur Einreichung von angepassten Offerten 

ansetzen werde (Dispositiv-Ziff. 3). 

Zur Begründung führte die Vergabestelle an, dass "gewisse in der Aus-

schreibung enthaltene Leistungen, insbesondere die Entsorgungsleistun-

gen mit den VeVa-Codes ‘130502.1’, ‘130502.2’, ‘130502.3’, ‘130508.1’ 

und ‘130508.2’ sowie die Spezialleistung ‘Kombiabsaugwagen’, bereits in 

der Ausschreibung ‘Kanalreinigungen’ (SIMAP-Projekt-ID 169408 vom 

31. Juli 2018) rechtskräftig vergeben" worden seien, wobei eine "Doppel-

B-5108/2019 

Seite 4 

ausschreibung und Doppelvergabe ein- und derselben Leistung nicht mög-

lich und nicht zulässig" sei. Weil aber "die bereits rechtskräftig vergebenen 

Leistungen nur einen untergeordneten Teil der ausgeschriebenen Leistun-

gen" des Projekts Nr. 177380 beträfen, erscheine es unter dem Aspekt der 

Verhältnismässigkeit als nicht angemessen, das Verfahren abzubrechen. 

Im Sinn einer milderen Massnahme sei es daher verhältnismässig, "die be-

reits rechtskräftig vergebenen Leistungen aus dem Leistungsgegenstand 

der Ausschreibung [des Projekts Nr. 177380] zu entfernen und das Verfah-

ren in angepasster Form weiterzuführen". 

A.g Mit Entscheid vom 1. Mai 2019 schrieb das Bundesverwaltungsgericht 

das Beschwerdeverfahren B-1359/2019 als durch Wiedererwägung ge-

genstandslos geworden ab, nachdem die Beschwerdeführerin und die 

Vergabestelle übereinstimmend ein entsprechendes Abschreibungsge-

such gestellt hatten. 

A.h Am 11. September 2019 widerrief die Vergabestelle die SIMAP-Publi-

kation vom 25. Februar 2019, weil der Abbruch durch Wiedererwägung 

aufgehoben worden sei (SIMAP-Meldungs-Nr. 1095253). 

B.  

B.a Mit E-Mail vom 15. Juli 2019 liess die Vergabestelle der Beschwerde-

führerin aktualisierte Ausschreibungsunterlagen zukommen. Gleichzeitig 

wurde der Beschwerdeführerin Frist bis zum 26. August 2019 angesetzt, 

um eine entsprechend angepasste Offerte einzureichen (vgl. Ziff. 8.2 des 

Pflichtenhefts Version 2.0). 

B.b Dagegen gelangte die Beschwerdeführerin mit Beschwerde vom 

5. August 2019 an das Bundesverwaltungsgericht (Verfahren 

B-3970/2019). Sie beantragte in der Sache die Aufhebung und Anpassung 

der aktualisierten Ausschreibungsunterlagen vom 15. Juli 2019 und rügte 

im Wesentlichen eine unzulässige Reduktion des vorgesehenen Leis-

tungsgegenstands bzw. der definierten Vertragslaufzeit. 

B.c Mit Zwischenverfügung vom 8. August 2019 wies das Bundesverwal-

tungsgericht das von der Beschwerdeführerin im Verfahren B-3970/2019 

gestellte Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und um vor-

sorgliche Abnahme der Angebotseingabefrist zur Zeit ab.  

B.d Am 16. August 2019 reichte die Beschwerdeführerin eine an die aktu-

alisierten Ausschreibungsunterlagen vom 15. Juli 2019 angepasste Offerte 

B-5108/2019 

Seite 5 

ein. In ihrem Begleitschreiben (Beschwerde-Beilage Nr. 2) hielt sie fest, 

dass die Offerte unpräjudiziell erfolge und dass die Beschwerdeführerin – 

ungeachtet des Zuschlagsentscheids – den nächsten Verfahrensschritt an-

fechten werde, um sicherzustellen, dass die erhobene Beschwerde auf je-

den Fall materiell geprüft werde. 

C.   

C.a  Mit Verfügung vom 11. September 2019 (publiziert auf SIMAP am 

13. September 2019; SIMAP-Meldungs-Nr. 1095569) erteilte die Vergabe-

stelle der Beschwerdeführerin den Zuschlag für das SIMAP-Projekt 

Nr. 177380. Die Vergabestelle begründete den Zuschlagsentscheid damit, 

dass die Beschwerdeführerin als einzige ein gültiges Angebot eingereicht 

habe (Ziff. 3.3 der Verfügung vom 11. September 2019). 

C.b Am 19. September 2019 fand eine Besprechung zwischen der Verga-

bestelle und der Beschwerdeführerin statt, anlässlich welcher der Be-

schwerdeführerin der Vertragsentwurf ("Dienstleistungsvertrag [Auftrag]" 

Nr. […] [iGeko-Nr. …] mit Annexen I–III) zur Unterzeichnung bis am 

30. September 2019 übergeben wurde (vgl. Schreiben der Vergabestelle 

vom 19. September 2019). 

C.c Am 26. September 2019 sandte die Vergabestelle den Zuschlagsemp-

fängern des Projekts Nr. 169408 betreffend "Kanalreinigungen", der 

A._______ AG und der B._______ AG, eine E-Mail mit folgendem Inhalt: 

"Die Analyse der aktuellen Bedarfe in der Kanalreinigung für die Logistikbasis 

der Armee hat ergeben, dass die Mengengerüste gemäss Vertrag und vorgän-

giger Ausschreibung zu tief geschätzt wurden und erhöht werden müssen. 

Weiter hat sich ein zusätzlicher Bedarf an Saug- und Entsorgungsleistungen 

ergeben. 

Im Attachment erhalten Sie daher die aktualisierten Mengengerüste und zu-

sätzlich benötigten Leistungen im Dokument ‘Leistungsanforderungen’ in der 

Version 2.0 mit der Bitte, uns bis spätestens am 4. Oktober 2019 mitzuteilen, 

ob Sie in der Lage und gewillt sind, diese höheren Mengen und zusätzlichen 

Leistungen ab 1. Januar 2020 erbringen zu können. 

Wenn ja, bitten wir Sie, uns die Preise für die zusätzlichen Leistungen und eine 

allfällige Preissenkung bei den erhöhten Mengen in beiliegendem Preisblatt in 

der Version 2.0 bis spätestens am 30. Oktober 2019 zu unterbreiten. Eine Er-

höhung der Preise auf nicht veränderten Leistungen und/oder Mengen ist je-

doch ausgeschlossen. Selbstverständlich können Sie für die zusätzlichen 

Leistungen und erhöhten Mengen auch Subunternehmen beiziehen; in diesem 

Falle bitten wir Sie um vollständige Angaben der beigezogenen Subunterneh-

men gemäss Lieferantenselbstdeklaration der Ausschreibung. 

B-5108/2019 

Seite 6 

Gerne erwarten wir die rechtsgültig unterzeichneten Dokumente Leistungsbe-

schreibung V2.0, Preisblatt V2.0 sowie beim Beizug von Subunternehmern die 

angepasste Lieferantenselbstdeklaration bis spätestens 30. Oktober 2019." 

Die Beschwerdeführerin erlangte Kenntnis von dieser E-Mail, nachdem die 

A._______ AG sie ihr am 26. September 2019 weitergeleitet hatte. 

C.d Gegen die Verfügung vom 11. September 2019 erhob die Beschwer-

deführerin mit Eingabe vom 30. September 2019 (Eingangsdatum: 2. Ok-

tober 2019) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (vorliegendes 

Verfahren B-5108/2019). In der Sache stellt sie folgende Rechtsbegehren: 

"1. Die Zuschlagsverfügung vom 11. September 2019 […] sei insofern aufzu-

heben, als dass der Beschwerdeführerin sämtliche in der ursprünglichen Aus-

schreibung zum SIMAP-Projekt Nr. 177380 betreffend Entsorgung von Son-

dermüll und anderen kontrollpflichtigen Abfällen ausgeschriebenen Leistun-

gen mit Ausnahme der in der Ausschreibung zum SIMAP-Projekt Nr. 169408 

betreffend Kanalreinigungen rechtskräftig vergebenen Leistungen zuzuschla-

gen und der Vertrag wie folgt entsprechend anzupassen sei: 

1.1 Die Vertragslaufzeit des Grundauftrags sei bei 4 Jahren (2020–2023) 

mit 3 jährlichen Optionen bis 2026 zu belassen (Dienstleistungsvertrag 

[Nr. …; iGeko-Nr. …] Ziff. 2.1, Annex II Ziff. 1.2). 

1.2 Die Streichung der Abfälle mit folgenden Veva-Codes sei aufzuheben: 

60205 (andere Basen), 100103 (Filterstäube aus Torffeuerung und Feue-

rung mit naturbelassenem Holz oder Restholz), 130205 (nichtchlorierte Ma-

schinen, Getriebe- und Schmieröle auf Mineralölbasis), 130208 (andere Ma-

schinen, Getriebe- und Schmieröle [einschliesslich Mineralölgemische]), 

130507 (öliges Wasser aus Öl/Wasserabscheidern), 130701 (Heizöl und 

Diesel), 130703 (andere Brennstoffe [einschliesslich Gemische], Düsen-

kraftstoffe, Kerosin), 130703.1 (andere Brennstoffe [einschliesslich Gemi-

sche]), 160113 (Bremsflüssigkeiten), 160114 (Frostschutzmittel, die gefähr-

liche Stoffe enthalten), 160115 (Frostschutzmittel mit Ausnahme derjenigen, 

die unter 160114 fallen), 160115.1 (Glykolgemische), 160708 (ölhaltige Ab-

fälle), 200137 (problematische Holzabfälle), 200304 (Fäkalschlamm), 

200301 (gemischte Siedlungsabfälle) (Annex III). 

1.3 Die ausgeschriebenen Mengen an Abfällen mit den Veva-Codes 

130502.1 (Ölabscheider < 30 % Feststoffe), 130502.2 (Ölabscheider 3 50 % 

Feststoffe), 130502.3 (Ölabscheider > 50 % Feststoffe), 130508.1 (Abfall-

gemische aus Sandfanganlagen und Öl/Wasserabscheidern < 30 %Fest-

stoffe), 130508.2 (Abfallgemische aus Sandfanganlagen und Öl/Wasserab-

scheidern 30–50 %Feststoffe) seien um die in der Ausschreibung ‘Kanalrei-

nigungen’ (SIMAP-Projekt-ID 169408 vom 31. Juli 2018) rechtskräftig ver-

gebenen Leistungen zu reduzieren (Annex III). 

1.4 Die Streichung der Kombisaugwagen 4-Achser und 5-Achser inkl. Be-

gleitmann sei aufzuheben (Annex III). 

B-5108/2019 

Seite 7 

1.5 Die Streichung der Anfahrtsorte Avully, Belp, Blankenburg, Boltigen, 

Bremgarten, Curaglia, Erstfeld, Niedergesteln, Rümlang, S-chanf, Stalden 

(Sarnen), Walenstadt und die Reduktion der Anzahl Anfahrten auf die ein-

zelnen Standorte seien aufzuheben (Beilage 3.2). 

2. Eventualiter sei das Verfahren zur Anpassung des Vertrages gemäss Ziff. 1 

an die Vergabestelle zurückzuweisen. 

3. Subeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der angefochtenen Verfügung fest-

zustellen." 

In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei der 

Vergabestelle superprovisorisch zu untersagen, mit den Zuschlagsempfän-

gern des Projekts Nr. 169408 betreffend "Kanalreinigungen" und/oder an-

deren Anbietern Verträge über die in Rechtsbegehren Ziff. 1.2 und 1.3 auf-

geführten Leistungen und die in Annex III zum Vertragsentwurf "Dienstleis-

tungsvertrag Nr. […] [iGeko-Nr. …]" enthaltenen Leistungen (Projekt 

Nr. 177380) abzuschliessen (superprovisorischer Antrag Ziff. 1). Sodann 

sei der Beschwerde superprovisorisch die aufschiebende Wirkung zuzuer-

kennen (superprovisorischer Antrag Ziff. 2) und es seien die Verfahren 

B-5108/2019 und B-3970/2019 zu vereinigen (prozessualer Antrag Ziff. 3). 

Des Weiteren seien der Beschwerdeführerin die zur Edition beantragten 

Akten, nämlich die im Rahmen des Verfahrens betreffend das Projekt 

Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") zwischen der Vergabestelle und den Zu-

schlagsempfängern abgeschlossenen Dienstleistungsverträge samt 

Annexen, zuzustellen und es sei ihr anschliessend Gelegenheit zur 

Präzisierung der Rechtsbegehren und Ergänzung der Beschwerde-

begründung zu geben (prozessualer Antrag Ziff. 4).  

C.e  

Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2019 ordnete der Instruktionsrich-

ter an, dass bis zum Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts über die 

(provisorische) Anordnung von vorsorglichen Massnahmen der Vergabe-

stelle einstweilen untersagt wird, mit anderen Anbietern Verträge über die 

in Rechtsbegehren Ziff. 1.2 und – soweit sie nicht im Rahmen des Projekts 

Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") rechtskräftig vergeben worden sind – die 

in Rechtsbegehren Ziff. 1.3 der Beschwerde vom 30. September 2019 ent-

haltenen Leistungen abzuschliessen. Ferner wurde der Vergabestelle 

einstweilen untersagt, die im Rahmen des Projekts Nr. 177380 mit Verfü-

gung vom 11. September 2019 der Beschwerdeführerin zugeschlagenen 

Leistungen anderweitig zu vergeben bzw. Verträge über diese Leistungen 

mit anderen Anbietern abzuschliessen.  

B-5108/2019 

Seite 8 

C.f Mit (innert erstreckter Frist erstatteter) Vernehmlassung vom 4. Novem-

ber 2019 (Eingangsdatum: 6. November 2019) beantragt die – nunmehr 

anwaltlich vertretene – Vergabestelle, auf die Beschwerde vom 30. Sep-

tember 2019 nicht einzutreten, eventualiter die Beschwerde abzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht beantragt sie, die Anträge der Beschwerdeführerin 

auf Anordnung von vorsorglichen Massnahmen und Erteilung der aufschie-

benden Wirkung abzuweisen und die mit Zwischenverfügung vom 2. Okto-

ber 2019 superprovisorisch angeordneten Massnahmen aufzuheben. 

Gleichzeitig reichte die Vergabestelle die Verfahrensakten betreffend das 

Projekt Nr. 177380 in elektronischer Form ein, jeweils in der Version "zu-

handen des Gerichts" und in der Version "Beschwerdeführerin" (mit parti-

ellen Abdeckungen und ohne die aus Sicht der Vergabestelle vom Akten-

einsichtsrecht auszunehmenden Dokumente). In Bezug auf das Editions-

begehren der Beschwerdeführerin schliesst die Vergabestelle auf dessen 

Abweisung, soweit dieses über den im Rahmen der Ausschreibung bereits 

öffentlich aufgelegten Vertragsentwurf "Dienstleistungsvertrag betreffend 

das Projekt [Nr. 169408] ‘Kanalreinigungen’" hinausgehe. 

C.g Mit Instruktionsverfügung vom 14. November 2019 wurde der Be-

schwerdeführerin das von der Vergabestelle elektronisch eingereichte Ak-

tendossier in der Version "Beschwerdeführerin" zugestellt. 

C.h Mit (innert erstreckter Frist eingereichter) Replik vom 12. Dezember 

2019 (Eingangsdatum: 13. Dezember 2019) hält die Beschwerdeführerin 

an ihren in der Beschwerde vom 30. September 2019 gestellten Anträgen 

fest. In prozessualer Hinsicht beantragt sie, die mit Zwischenverfügung 

vom 2. Oktober 2019 angeordneten Massnahmen für die Dauer des Ver-

fahrens aufrechtzuerhalten, und erneuert ihre Begehren um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung und um Edition der mit den Zuschlagsempfän-

gern des Projekts Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") abgeschlossenen Ver-

träge.  

C.i Mit Duplik vom 13. Januar 2020 (Eingangsdatum: 14. Januar 2020) be-

stätigt die Vergabestelle ihre Rechtsbegehren gemäss Vernehmlassung 

vom 4. November 2019. 

C.j Am 15. Januar 2020 teilte der Instruktionsrichter den Parteien mit, dass 

ein weiterer Schriftenwechsel nicht vorgesehen sei. 

B-5108/2019 

Seite 9 

D.  

Mit Entscheid B-3970/2019 vom 20. Februar 2020 wies das Bundesverwal-

tungsgericht den Vereinigungsantrag der Beschwerdeführerin ab und trat 

auf die Beschwerde vom 5. August 2019 (Verfahren B-3970/2019) nicht 

ein. Es erwog, dass die gegen die aktualisierten Ausschreibungsunterlagen 

vom 15. Juli 2019 gerichtete Beschwerde eines zulässigen Anfechtungs-

objekts ermangle, weshalb es an einer Eintretensvoraussetzung fehle. 

E.  

Die Akten der Verfahren B-1359/2019 und B-3970/2019 werden – soweit 

entscheidrelevant – beigezogen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit zum Entscheid über ein Gesuch um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung bzw. um Anordnung von vorsorglichen Massnah-

men richtet sich nach der Zuständigkeit in der Hauptsache (Art. 28 Abs. 2 

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Be-

schaffungswesen [BöB, SR 172.056.1]).  

Als durch Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht selbständig an-

fechtbare Verfügungen gelten unter anderem der Zuschlag oder der Ab-

bruch eines in den Anwendungsbereich des BöB fallenden Vergabeverfah-

rens (Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1 BöB; zum Anfechtungsobjekt 

vgl. E. 3.1.3). 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach 

dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 

17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 

BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemessenheit 

vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 

1.3 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Überein-

kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 

(Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter-

stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 mit Hinweisen “Areal- und Gebäudeüber-

wachung PSI“). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz 

B-5108/2019 

Seite 10 

untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich 

erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte Wert des zu vergebenden öffent-

lichen Auftrags den Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und 

keiner der Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 

1.3.1 Die Vergabestelle ist Teil der allgemeinen Bundesverwaltung und un-

tersteht damit dem BöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB). 

1.3.2 Die Vergabestelle schrieb die vorliegende Beschaffung als Dienst-

leistungsauftrag aus (vgl. Ziff. 1.8 der Ausschreibung vom 12. Oktober 

2018). Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungs-

auftrag" einen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter 

oder einer Anbieterin über die Erbringung einer Dienstleistung nach An-

hang 1 Annex 4 GPA. In diesem Anhang werden die unterstellten Dienst-

leistungen im Sinne einer Positivliste abschliessend aufgeführt (vgl. Bot-

schaft vom 19. September 1994 zu den für die Ratifizierung der 

GATT/WTO-Übereinkommen [Uruguay-Runde] notwendigen Rechtsan-

passungen − Öffentliches Beschaffungswesen [GATT-Botschaft 2], in: 

BBl 1994 IV 1181; vgl. zum Ganzen den Entscheid der Eidgenössischen 

Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen [BRK] im Ver-

fahren BRK 2001-009 vom 11. Oktober 2001, veröffentlicht in Verwaltungs-

praxis der Bundesbehörden [VPB] 66.4 E. 2b/cc). Gemäss Art. 3 Abs. 1 der 

Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungs-

wesen (VöB, SR 172.056.11) gelten als Dienstleistungen die in Anhang 1a 

zur VöB aufgeführten Leistungen. Die darin enthaltene Liste mit der Über-

schrift "Dienstleistungen im Anwendungsbereich des Gesetzes […]" ent-

spricht derjenigen des Anhangs 1 Annex 4 GPA, indem sämtliche dort auf-

geführten Dienstleistungen durch die VöB unverändert übernommen wer-

den. Nur für solche dem Gesetz unterstehenden Dienstleistungen steht der 

Rechtsmittelweg offen (BVGE 2008/48 E. 2.1 "Areal- und Gebäudeüber-

wachung PSI" und BVGE 2011/17 E. 5.2.1 "Personalverleih", je mit Hin-

weisen; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaf-

fungsrechts, 3. Aufl. 2013, Rz. 1228 mit Hinweisen). Nach Anhang 1 Annex 

4 GPA ist die Zentrale Produkteklassifikation der Vereinten Nationen mas-

sgeblich (CPCprov; Urteil des BVGer B-1773/2006 vom 25. September 

2008, auszugweise publiziert in BVGE 2008/48, E. 3 "Areal- und Gebäu-

deüberwachung PSI"; Urteil des BVGer B-8141/2015 vom 30. August 2016 

E. 3.3.4 f. "Übersetzungen ZAS"). Die Vergabestelle wies die Beschaffung 

der Gemeinschaftsvokabular-Referenznummer CPV 90000000 "Abwas-

ser- und Abfallbeseitigungs-, Reinigungs- und Umweltschutzdienste" zu 

(vgl. Ziff. 2.5 der Ausschreibung vom 12. Oktober 2018). Diese entspricht 

B-5108/2019 

Seite 11 

einer der CPCprov-Klassifikation Nr. 94 ("Abfall- und Abwasserbeseiti-

gung; sanitäre und ähnliche Dienstleistungen") zuzuordnenden Dienstleis-

tung, welche von dem Anhang I Annex 4 GPA bzw. Anhang 1a (Ziff. 18) zur 

VöB erfasst wird. Die Beschaffung fällt somit in den sachlichen Anwen-

dungsbereich des BöB. 

1.3.3 Das geschätzte Auftragsvolumen (vgl. Annex III zum Dienstleis-

tungsvertrag Nr. […] [iGeko-Nr. …], Beilage Nr. 3.1-Version 2.0, Register 

Nr. 3 "Übersicht Gesamtkosten" und Ziff. 3.2 der Zuschlagsverfügung vom 

11. September 2019) liegt deutlich über dem für Dienstleistungen gelten-

den Schwellenwert von Fr. 230'000.– (Art. 6 Abs. 1 Bst. b BöB bzw. Art. 6 

Abs. 2 BöB i.V.m. Art. 1 Bst. b der Verordnung des Eidgenössischen De-

partements für Wirtschaft, Bildung und Forschung [WBF] über die Anpas-

sung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen [in der vor-

liegend anwendbaren Fassung vom 22. November 2017 für die Jahre 2018 

und 2019; SR 172.056.12]). 

1.3.4 Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinn von Art. 3 BöB vorliegt, 

fällt die vorliegend streitbetroffene Beschaffung in den Anwendungsbereich 

des BöB. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der 

Streitsache und damit auch für den Entscheid über das Gesuch um Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung bzw. um Anordnung von vorsorglichen 

Massnahmen zuständig. 

2.  

Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids ist der Antrag der Be-

schwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung und auf An-

ordnung von vorsorglichen Massnahmen.  

2.1 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rah-

men der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwaltungs-

gericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenentscheid 

des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publi-

ziert in BVGE 2009/19, E. 1.2, mit Hinweisen; Zwischenentscheid des 

BVGer B-2955/2018 vom 4. Oktober 2018 E. 2.4; vgl. dazu GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1340, mit Hinweisen). Dies gilt auch dann, 

wenn – wie vorliegend – die Qualifikation des Anfechtungsgegenstands als 

Zuschlag einer näheren Prüfung bedarf.  

2.2 Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BöB vor, 

dass der Beschwerde von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung 

B-5108/2019 

Seite 12 

zukommt. Sie kann aber durch das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch 

hin erteilt werden (Art. 28 Abs. 2 BöB). 

2.2.1 Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung 

oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. 

Es können indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtspre-

chung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Da-

nach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die 

für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die 

für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 E. 3; 

Zwischenentscheid des BVGer B-6837/2010 vom 16. November 2010 E. 

2.1 mit Hinweis "Lüftung Belchentunnel"). Dass der Gesetzgeber im BöB 

den Suspensiveffekt in Abweichung zum VwVG nicht von Gesetzes wegen 

gewährte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im Submis-

sionsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung dieser Frage als not-

wendig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur ausnahmsweise gewährt 

haben wollte (vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer 

B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publiziert in 

BVGE 2009/19 E. 2.1 mit Hinweis).  

2.2.2 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so 

ist im Sinne einer prima facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in ei-

nem ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon 

auszugehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist 

dies der Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu ge-

währen. Dasselbe gilt für den Fall, dass auf die Beschwerde aller Voraus-

sicht nach nicht eingetreten werden kann (Zwischenentscheid des BVGer 

B-5293/2015 vom 4. November 2015 "E-Mail-Services für Ratsmitglieder" 

E. 3.1). Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt oder 

bestehen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschiebende 

Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. In die 

Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidgenössi-

schen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen (BRK), 

die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 

(E. 2.2) "Vermessung Durchmesserlinie" im Grundsatz zu eigen gemacht 

hat, einerseits die Interessen der Beschwerdeführerin an der Aufrechter-

haltung der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich ein ge-

wichtiges öffentliches Interesse an der Gewährung effektiven Rechtsschut-

zes besteht (Zwischenentscheid des BVGer B-6177/2008 vom 20. Oktober 

2008 E. 2 "Hörgeräte"). Diesen gegenüber stehen die öffentlichen Interes-

sen, welche die Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der GATT-

B-5108/2019 

Seite 13 

Botschaft 2 vom 19. September 1994 namentlich festgehalten, gegen den 

automatischen Suspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzögerungen 

und erheblichen Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; vgl. auch 

S. 1199; zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-3402/2009 

vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, 

E. 2.1). Entsprechend hält das Bundesgericht im Rahmen der Auslegung 

von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche 

Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) fest, dass dem öffentlichen 

Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides 

von vornherein ein erhebliches Gewicht zukommt (Urteil des BGer 

2P.103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hinweis; in diesem Sinne auch 

BVGE 2008/7 E. 3.3 "Prestations de planification Grolley/FR"). Auch allfäl-

lige Interessen Dritter, namentlich der übrigen an einem Beschaffungsge-

schäft Beteiligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Aus-

gangspunkt muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielset-

zung von Art. XX Ziff. 2 und 7 Bst. a GPA – die Gewährung eines effektiven 

Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das 

Rechtsmittel illusorisch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweis 

"Vermessung Durchmesserlinie"; zum Ganzen BVGE 2017 IV/3 E. 3 "Mo-

bile Warnanlagen").  

2.3 Gemäss Art. 56 VwVG können vorsorgliche Massnahmen getroffen 

werden, um den bestehenden Zustand zu erhalten oder bedrohte Interes-

sen einstweilen sicherzustellen. Für die Anordnung von vorsorglichen 

Massnahmen ist namentlich erforderlich, dass eine Abwägung der entge-

genstehenden Interessen (vgl. vorstehend E. 2.2.2) den Ausschlag für den 

einstweiligen Rechtsschutz gibt und dieser verhältnismässig erscheint. Vo-

rausgesetzt wird eine bestehende Dringlichkeit, d.h. es muss sich als not-

wendig erweisen, die fraglichen Vorkehren sofort zu treffen. Weiter muss 

der Verzicht auf Massnahmen für den Betroffenen einen Nachteil bewirken, 

der nicht leicht wiedergutzumachen ist. Der durch den Endentscheid zu 

regelnde Zustand darf dabei weder präjudiziert noch verunmöglicht werden 

(vgl. Urteil des BVGer A-359/2018 vom 14. Februar 2018 E. 4.2 m.w.H.; 

BGE 130 II 149 E. 2.2 und 127 II 132 E. 3).  

3.  

3.1 Das BöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur 

Beschwerdelegitimation, weshalb diese nach dem allgemeinen Verfah-

rensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 26 Abs. 1 BöB bzw. Art. 37 

VGG i.V.m. Art. 48 VwVG; BGE 137 II 313 E. 3.2 "Microsoft"; Urteil des 

B-5108/2019 

Seite 14 

BVGer B-1772/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 1.2.1 "Geo-Agrardaten"). 

Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vergabestelle am Ver-

fahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten 

hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefochtene Verfügung be-

sonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c 

VwVG). 

3.1.1 Die Vergabestelle bestreitet die Beschwerdelegitimation der Be-

schwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin sei die Zuschlagsempfängerin 

des streitbetroffenen Projekts Nr. 177380 und verfüge insofern über kein 

praktisches Rechtsschutzinteresse an der Anfechtung bzw. Aufhebung des 

zu ihren Gunsten ergangenen Zuschlags. Würde nämlich die Beschwerde 

gutgeheissen und der Zuschlag aufgehoben, führte dies zu einer Wieder-

holung des Submissionsverfahrens mit entsprechend offenem Ausgang, 

wobei es gut vorstellbar sei, dass die Beschwerdeführerin alsdann nicht 

mehr als Siegerin hervorginge. Soweit die Beschwerdeführerin die "Erwei-

terung" des Zuschlags bzw. den Zuschlag zusätzlicher Leistungen ver-

lange, lägen ihre Rechtsbegehren ausserhalb des (zulässigen) Streitge-

genstands: Der Beschaffungsgegenstand werde durch die Ausschreibung 

und ergänzend durch die Ausschreibungsunterlagen definiert. Insofern sei 

der Streitgegenstand der Zuschlagsanfechtung auf den Ausschreibungs-

gegenstand begrenzt, denn es könne beschwerdeweise nicht mehr und 

nichts anderes verlangt werden, als Teil des (berichtigten) Ausschreibungs-

gegenstands bilde. Im Ergebnis fordere die Beschwerdeführerin mit diesen 

Rechtsbegehren nichts anderes als die freihändige Vergabe von nicht aus-

schreibungsgegenständlichen Leistungen an sich selbst unter Eliminierung 

des Anbieterwettbewerbs. 

3.1.2 Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin vor, die Vergabestelle 

habe die Ausschreibungsunterlagen entgegen ihrer Zusicherung in der 

Wiedererwägungsverfügung vom 8. April 2019 nicht nur aktualisiert, son-

dern in vergaberechtswidriger Weise wesentlich geändert, wodurch sie die 

Beschwerdeführerin benachteiligt habe. Die Beschwerdeführerin habe sich 

bereits gegen die geänderten Ausschreibungsunterlagen zur Wehr gesetzt 

und in der Folge in ihrem Begleitschreiben vom 16. August 2019 ausdrück-

lich festgehalten, dass sie ungeachtet des Zuschlagsentscheids den fol-

genden Verfahrensschritt anfechten werde. Es sei kein wirksamer Rechts-

schutz gewährleistet, wenn einerseits gegen die Ausschreibungsunterla-

gen mangels Anfechtungsobjekt nicht Beschwerde geführt werden könne 

und andererseits der Zuschlag nicht angefochten werden könne, weil die 

B-5108/2019 

Seite 15 

eigenmächtig und unrechtmässig modifizierten Ausschreibungsunterlagen 

den – den Streitgegenstand begrenzenden – Ausschreibungsgegenstand 

definierten.  

3.1.3 Die Beschwerde richtet sich formell gegen den an die Beschwerde-

führerin selbst erteilten Zuschlag, welcher insoweit angefochten wird, als 

der Beschwerdeführerin nicht "sämtliche in der ursprünglichen Ausschrei-

bung [betreffend das Projekt Nr. 177380] (…) ausgeschriebenen Leistun-

gen mit Ausnahme der in der Ausschreibung [betreffend das Projekt 

Nr. 169408 ("Kanalreinigungen")] rechtskräftig vergebenen Leistungen [zu-

geschlagen worden sind]". Treffen die entsprechenden Rügen zu – was 

Gegenstand der materiellen Beurteilung ist –, so ist davon auszugehen, 

dass der angefochtenen Verfügung eine "dichotomische" Natur inhärent 

ist, indem sie einerseits einen expliziten "Zuschlags-Teil", andererseits aber 

auch einen impliziten "Abbruch-Teil" hinsichtlich der gegenüber der Aus-

schreibung vom 12. Oktober 2018 reduzierten Leistungen enthält, deren 

Reduktion über die Wiedererwägungsverfügung vom 8. April 2019 hinaus-

geht. Entgegen den Ausführungen der Vergabestelle richtet sich das Auf-

hebungsbegehren einzig gegen den sinngemäss präsumierten "Abbruch-

Teil" der Verfügung (vgl. Beschwerdeantrag Ziff. 1), weshalb die Ausfüh-

rungen in der Vernehmlassung vom 4. November 2019 zum fehlenden 

praktischen Interesse ins Leere stossen. Bei dieser Konzeption bilden mit-

hin diejenigen Leistungen den Streitgegenstand des vorliegenden Verfah-

rens, welche vom ursprünglichen Ausschreibungsgegenstand entfernt wor-

den sind, sofern deren Elimination von der Wiedererwägungsverfügung 

vom 8. April 2019 nicht erfasst wird. 

3.1.4 Die Frage, ob der präsumierte (Teil-)Abbruch des Verfahrens rechts-

konform war, stellt eine materielle Hauptfrage des Beschwerdeverfahrens 

dar (vgl. Urteil des BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020 E. 3.2). Im 

Rahmen der Beschwerdelegitimation ist praxisgemäss zu prüfen, ob die 

Beschwerdeführerin bei Gutheissung ihrer Anträge eine reelle Chance 

hätte, den Zuschlag zu erhalten (vgl. BGE 141 II 14 E. 4.6 ff.; Urteile des 

BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020 E. 3.2 und B-7133/2014 vom 

26. Mai 2015 E. 1.2). Die Beschwerdeführerin verlangt sinngemäss neben 

der Aufhebung des "Abbruch-Teils" der Verfügung vom 11. September 

2019 zusätzlich den Zuschlag hinsichtlich der betreffenden Leistungen ge-

mäss Rechtsbegehren Ziff. 1.2 und 1.3. Würde der präsumierte (Teil-)Ab-

bruch aufgehoben werden, entfiele die Beendigung des Verfahrens in Be-

zug auf diese Leistungen, womit die Beschwerdeführerin eine reelle 

Chance hätte, auch hierfür den Zuschlag zu erhalten.  

B-5108/2019 

Seite 16 

3.1.5 Demgemäss ist die Beschwerdeführerin prima facie zur Beschwerde 

legitimiert. 

3.2 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 30 BöB 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgemäss be-

zahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

3.3 Nach dem Gesagten ist mithin nicht davon auszugehen, dass auf die 

Beschwerde aller Voraussicht nach nicht eingetreten werden kann.  

4.  

Die Beschwerdeführerin wirft der Vergabestelle vor, dass sie unter Miss-

achtung ihrer eigenen Wiedererwägungsverfügung vom 8. April 2019 die 

Ausschreibungsunterlagen des Projekts Nr. 177380 nach Offertöffnung 

wesentlich geändert habe, um die "herausgebrochenen" Leistungen, die 

nur zu einem geringen Teil im Verfahren betreffend das Projekt Nr. 169408 

("Kanalreinigungen") tatsächlich rechtskräftig vergeben worden seien, 

nachträglich an die Zuschlagsempfänger des Projekts Nr. 169408 oder an 

Dritte freihändig zu vergeben. Die Beschwerdeführerin könne daher den 

(auf den geänderten Ausschreibungsunterlagen basierenden) Zuschlag für 

das Projekt Nr. 177380 in dieser Form nicht akzeptieren. Sie macht gel-

tend, die Vergabestelle habe in unzulässiger Weise sowohl den Leistungs-

gegenstand als auch die Vertragslaufzeit reduziert, und rügt eine Verlet-

zung des aus dem Transparenz- und Gleichbehandlungsgebot fliessenden 

Abänderungsverbots des Leistungsverzeichnisses. Indem die Vergabe-

stelle die Ausschreibungsunterlagen "nach Gutdünken" und ohne sachli-

chen Grund abgeändert und für die eliminierten Leistungen weitere Offer-

ten eingeholt habe, habe sie die Bestimmungen über den Verfahrensab-

bruch gemäss Art. 30 Abs. 3 VöB ausgehebelt. Dieses Vorgehen sei 

rechtsmissbräuchlich.  

4.1 Unbestritten ist, dass der mit Verfügung vom 11. September 2019 der 

Beschwerdeführerin zugeschlagene Leistungsgegenstand, welcher sich 

aus Annex III ("Beilage Nr. 3.1-Version 2.0 [Preisblatt]") zum Vertragsent-

wurf "Dienstleistungsvertrag Nr. […] (iGeko-Nr. …)" ergibt, gegenüber der 

Ausschreibung des Projekts Nr. 177380 vom 12. Oktober 2018 (vgl. "Bei-

lage Nr. 3.1-Version 1.0 [Preisblatt]" und Beschwerde-Beilage Nr. 29a im 

Verfahren B-3970/2019) um folgende Leistungspositionen (nach Veva-

Codes) bzw. Quantitäten davon reduziert worden ist (vgl. Vernehmlassung 

vom 4. November 2019, Rz. 39): 

B-5108/2019 

Seite 17 

Veva-Code Entsorgungsgüter / Leistungen 

60205 andere Basen 

100103 
Filterstäube aus Torffeuerung und Feuerung mit naturbelasse-
nem Holz oder Restholz 

130205 
nichtchlorierte Maschinen, Getriebe- und Schmieröle auf Mine-
ralölbasis 

130208 
andere Maschinen, Getriebe- und Schmieröle (einschliesslich 
Mineralölgemische) 

130502.1 Ölabscheider < 30 % Feststoffe 

130502.2 Ölabscheider 30-50 % Feststoffe 

130502.3 Ölabscheider > 50 % Feststoffe  

130507 öliges Wasser aus Öl/Wasserabscheidern 

130508.1 
Abfallgemische aus Sandfanganlagen und Öl/Wasserabschei-
dern < 30 %Feststoffe 

130508.2 
Abfallgemische aus Sandfanganlagen und Öl/Wasserabschei-
dern 30–50 % Feststoffe 

130701 Heizöl und Diesel 

130703 
andere Brennstoffe (einschliesslich Gemische), Düsenkraft-
stoffe, Kerosin 

130703.1 andere Brennstoffe (einschliesslich Gemische) 

160113 Bremsflüssigkeiten 

160114 Frostschutzmittel, die gefährliche Stoffe enthalten 

160115 
Frostschutzmittel mit Ausnahme derjenigen, die unter 160114 
fallen 

160115.1 Glykolgemische 

160708 ölhaltige Abfälle 

200137 problematische Holzabfälle 

200304 Fäkalschlamm 

200301 gemischte Siedlungsabfälle 

 

Sodann steht ebenfalls fest, dass die vorerwähnten Leistungen (mit Aus-

nahme der Veva-Codes 200137 und 200301) im überarbeiteten Dokument 

"Leistungsanforderungen-Version 2.0 vom 26. September 2019" des Pro-

jekts Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") aufgeführt sind, welches die Verga-

bestelle – nachträglich zu ihrer Wiedererwägungs- bzw. Zuschlagsverfü-

gung (8. April 2019 bzw. 11. September 2019) im streitbetroffenen Verfah-

ren – als Anhang zu ihrer E-Mail vom 26. September 2019 (vgl. Sachver-

haltsabschnitt C.c.) den Zuschlagsempfängern des Projekts Nr. 169408 

zusandte (vgl. Vernehmlassung vom 4. November 2019, Rz. 45 ff.). Ent-

sprechend den Ausführungen der Vergabestelle ist dabei davon auszuge-

hen, dass die Veva-Codes 130502 und 130508 bereits in der ursprüngli-

chen Version der Leistungsanforderungen zum Projekt Nr. 169408 figurier-

ten und die diesbezüglichen Entsorgungsleistungen in der betreffenden 

Version 2.0 des Dokuments mengenmässig erhöht wurden (vgl. Be-

schwerde-Beilage Nr. 11, S. 11 und 13), wohingegen die Veva-Codes 

60205, 100103, 130205, 130208, 130507, 130701, 130703, 160113, 

B-5108/2019 

Seite 18 

160114, 160115 160708 und 200304 erstmals explizit erwähnt wurden 

(vgl. Beschwerde-Beilage Nr. 11, S. 12 und 14; Vernehmlassung vom 

4. November 2019, Rz. 48). 

4.2 Zunächst ist unter dem Blickwinkel einer prima facie-Prüfung zu eruie-

ren, ob die dargelegte Reduktion des Ausschreibungsgegenstands im Wi-

derspruch zur Wiedererwägungsverfügung vom 8. April 2019 steht bzw. ob 

zwischen dem (ursprünglichen) Ausschreibungsgegenstand und dem zu-

geschlagenen Leistungsgegenstand eine Diskrepanz besteht, welche über 

die mit Wiedererwägungsverfügung vom 8. April 2019 festgelegte Reduk-

tion hinausgeht.  

4.2.1 Die Vergabestelle führt aus, sie habe die zu erbringenden Entsor-

gungsleistungen im Wesentlichen in drei Beschaffungsprojekte aufgeteilt 

(Projekte Nr. 159513, Nr. 169408 und Nr. 177380 [vorliegendes Submissi-

onsverfahren]). Das Projekt Nr. 169408 betreffend "Kanalreinigungen" be-

treffe dabei Flüssigabfälle, bei deren Entsorgung u.a. Saugwagen einge-

setzt würden. Im Zusammenhang mit dem Forumseintrag der Beschwer-

deführerin (Ziff. 4 des Frage-Antwort-Katalogs; vgl. Sachverhaltsabschnitt 

A.b) habe die Vergabestelle Abklärungen zu allfälligen weiteren Über-

schneidungen zwischen den Beschaffungsprojekten vorgenommen. Die 

Abklärungen hätten dabei ergeben, dass es nicht nur Überschneidungen 

mit bereits in den Ausschreibungen Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") und 

Nr. 177380 ausdrücklich genannten Veva-Codes gegeben habe, sondern 

auch hinsichtlich derjenigen Abfälle, zu deren Entsorgung Saugwagen 

nötig seien und mithin ebenfalls bereits Gegenstand der Ausschreibung 

Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") gewesen seien. Die Vergabestelle habe 

nämlich sämtliche Veva-Codes, die unter eine Abfallkategorie "mit Saugtä-

tigkeit" fielen, dem Projekt Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") zugeordnet. 

Dies sei deshalb sachgerecht, weil der zuständige Entsorger mittels Veva-

Code identifiziert werde und es betrieblich keinen Sinn mache, Abfälle mit 

gleichem Veva-Code von unterschiedlichen Entsorgungsunternehmen ab-

holen zu lassen. Die Vergabestelle habe daraufhin den Abbruch des Sub-

missionsverfahrens Nr. 177380 verfügt, welchen sie in der Folge in Wie-

dererwägung gezogen habe. Die Ausschreibungsunterlagen des Projekts 

Nr. 177380 seien entsprechend der nachstehenden Übersicht berichtigt 

worden. Die Bereinigung der Veva-Codes habe auch zu einer Anpassung 

der Anfahrtsorte geführt. Indessen sei die Vertragslaufzeit nicht gekürzt 

worden.  

 

B-5108/2019 

Seite 19 

Veva-Code Grund der Streichung gemäss Vergabestelle 

130502.1, 130502.2, 

130502.3, 130508.1, 

130508.2 

"Die Veva-Codes wurden bereits mit dem Pro-

jekt Nr. 169408 (‘Kanalreinigung’) vergeben." 

 

60205, 100103, 130205, 

130208, 130507, 130701, 

130703, 130703.1, 

160113, 160114, 160115, 

160115.1, 160708, 

200304 

"Die Veva-Codes werden mittels Saugwagen 

entsorgt. Die Streichung der Spezialleistung 

‘Kombisaugwagen’ führt sachlogisch zur Strei-

chung der entsprechenden Veva-Codes. Die 

Spezialleistung ‘Saugwagen’ wurde bereits mit 

dem Projekt Nr. 169408 (‘Kanalreinigung’) ver-

geben." 

 

200137, 200301 "Die Veva-Codes wurden bereits mit dem Pro-

jekt Nr. 159513 (‘Verwertungsleistungen’) verge-

ben." 

 

Die Bereinigung der Ausschreibungsunterlagen stehe nicht im Wider-

spruch zur Wiedererwägungsverfügung vom 8. April 2019. Die Vergabe-

stelle habe ihren Willen zur Vermeidung von Parallelzuständigkeiten be-

reits in der Wiedererwägungsverfügung kundgetan, indem sie auf unzuläs-

sige Doppelvergaben verwiesen habe. Sie habe dabei "insbesondere" – 

und damit "beispielhaft", nicht aber "ausschliesslich" – die Entsorgungsleis-

tungen mit den Veva-Codes 130502.1, 130502.2, 130502.3, 130508.1 und 

130508.2 sowie die Spezialleistung "Kombiabsaugwagen" erwähnt. Wie 

aus der Wortwahl hervorgehe, habe sich die Vergabestelle so die Bereini-

gung von weiteren Leistungen vorbehalten. Um sicherzustellen, dass die 

Zuschlagsempfänger des Projekts Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") die zu-

geschlagenen Leistungen auch in den aktualisierten Mengen erbringen 

könnten, habe die Vergabestelle die E-Mail vom 26. September 2019 

(vgl. Sachverhaltsabschnitt C.c) verschickt. Die Zuschlagsempfänger des 

Projekts Nr. 169408 seien dabei aber nicht nach zusätzlichen oder anderen 

Leistungen ausserhalb der bereits zugeschlagenen gefragt worden. So 

seien unter der Position 183.011 (Beschwerde-Beilage Nr. 11, S. 11 und 

13) lediglich die Mengen für die bereits in der ursprünglichen Version ex-

plizit genannten Veva-Codes 130502 und 130508 erhöht worden, wobei 

das Mengengerüst von Anfang an unter dem Vorbehalt gestanden habe, 

dass die Mengen durch den Auftraggeber unter- bzw. unterschritten wer-

den könnten. Auch sei die Vertragssumme trotz der aktualisierten Mengen 

gleich geblieben. Zudem seien die mit Saugwagen zu entsorgenden Ab-

fälle nachträglich mittels Veva-Codes konkretisiert worden (Beschwerde-

Beilage Nr. 11, S. 12 und 14). 

B-5108/2019 

Seite 20 

4.2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vergabestelle habe sich 

insofern nicht an die Wiedererwägungsverfügung vom 8. April 2019 gehal-

ten, als sie weit mehr als die gemäss Verfügung "bereits rechtskräftig ver-

gebenen Leistungen" aus dem Leistungsgegenstand des Projekts 

Nr. 177380 entfernt habe. So gebe die Vergabestelle mit der an die Zu-

schlagsempfänger des Projekts Nr. 169408 betreffend "Kanalreinigungen" 

gerichteten E-Mail vom 26. September 2019 zu erkennen, dass die im Rah-

men des Projekts Nr. 177380 reduzierten Entsorgungsleitungen entgegen 

den Angaben in der Wiedererwägungsverfügung nicht alle bereits rechts-

kräftig vergeben worden seien, sondern zum grössten Teil erst noch an die 

Zuschlagsempfänger verteilt werden sollen. Damit entpuppe sich die Aus-

sage der Vergabestelle, wonach eine Doppelvergabe nicht möglich und 

nicht zulässig sei, weshalb die bereits rechtskräftig vergebenen Leistungen 

aus dem Leistungsgegenstand der streitbetroffenen Ausschreibung zu ent-

fernen seien, als falsch. In Bezug auf die Veva-Codes 130502 (Ölabschei-

der) und 130508 (Abfallgemische aus Sandfanganlagen) seien insgesamt 

über 1'000 Tonnen gestrichen worden, währenddem im Verfahren "Kanal-

reinigungen" lediglich Kleinmengen im Umfang von 8.5 Tonnen ursprüng-

lich ausgeschrieben gewesen seien. Hinzu komme, dass Entsorgungsleis-

tungen im Zusammenhang mit den Veva-Codes 60205, 100103, 130205, 

130208, 130507, 130701, 130703, 130703.1, 160113, 160114, 160115, 

160115.1, 160708 und 200304 im Rahmen des Projekts Nr. 169408 ("Ka-

nalreinigungen") nicht ausgeschrieben und nicht rechtskräftig vergeben 

worden seien. Auch sei diesbezüglich irrelevant, ob diese Abfälle mittels 

Saugwagen oder als Stückgut entsorgt werden müssten. Abgesehen da-

von, dass ein Saugwagen ein Arbeitshilfsmittel sei, über dessen Einsatz 

das Entsorgungsunternehmen entscheide, und es insofern keine rechtliche 

Abfallkategorie "mit Saugtätigkeit" gebe, sei vorliegend einzig entschei-

dend, welche Leistungen den Zuschlagsempfängern des Projekts 

Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") rechtskräftig vergeben worden seien. Die 

Argumentation der Vergabestelle, dass sämtliche Veva-Codes, die mit 

einem Saugwagen entsorgt werden könnten, nachträglich dem Projekt 

"Kanalreinigungen" zugeordnet worden seien, damit die Bedarfsträger 

dadurch den zuständigen Entsorger identifizieren könnten, sei konstruiert. 

4.2.3 Verwaltungsrechtsakte sind nach dem Vertrauensprinzip auszule-

gen, d.h. dem Verwaltungsrechtsakt ist der Sinn zu geben, den ihr der 

Empfänger aufgrund der Umstände, die im Zeitpunkt des Empfangs be-

kannt waren oder hätten bekannt sein müssen, in guten Treuen beilegen 

durfte und beilegen musste (JÜRG BICKEL, Auslegung von Verwaltungs-

rechtsakten, 2014, S. 315; ferner BGE 115 II 415 E. 3a m.w.H.; BEATRICE 

B-5108/2019 

Seite 21 

WEBER-DÜRLER, Vertrauensschutz im öffentlichen Recht, 1983, S. 40; 

TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 

2014, § 29 Rz. 16). 

Unter vertrauenstheoretischen Gesichtspunkten ist zu konstatieren, dass 

das von der Vergabestelle dargelegte Entsorgungskonzept, dass sämtliche 

Veva-Codes, die unter eine Abfallkategorie "mit Saugtätigkeit" fallen, dem 

Projekt Nr. 169408 ("Kanalreinigungen") zugeordnet werden, – soweit er-

sichtlich – weder öffentlich kommuniziert wurde noch den Ausschreibungs-

unterlagen entnommen werden konnte. Hinzu kommt, dass die Vergabe-

stelle in ihrer Antwort im Frageforum ausführte, dass die Leistungen mit 

den Veva-Codes 130502 und 130508 deshalb sowohl in der Ausschrei-

bung Nr. 177380 als auch in der Ausschreibung Nr. 169408 ("Kanalreini-

gungen") figurierten, weil diese "auch ausserhalb von Kanalsanierungstä-

tigkeiten" benötigt würden, womit vertrauenstheoretisch auch darauf ge-

schlossen werden durfte, dass der direkte Konnex zur Kanalsanierungstä-

tigkeit das massgebliche Abgrenzungskriterium bildet. Im Lichte dessen ist 

auch nicht ersichtlich, inwiefern die Aufteilung der Abfälle mit gleichem 

Veva-Code auf mehrere Entsorgungsunternehmen a priori keinen Sinn ma-

chen würde. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die Formulierung 

in der Wiedererwägungsverfügung, wonach es "verhältnismässig [sei], die 

bereits rechtskräftig vergebenen Leistungen aus dem Leistungsgegen-

stand der rubrizierten Ausschreibung zu entfernen […]" [Hervorhebung hin-

zugefügt], einen retrospektiven Charakter suggeriert. In Ermangelung kon-

kreter Hinweise auf das von der Vergabestelle verfolgte Entsorgungskon-

zept sowie unter Berücksichtigung der gewählten Formulierung ("bereits 

rechtskräftig vergeben") ist prima facie davon auszugehen, dass die Be-

schwerdeführerin die Wiedererwägungsverfügung nach dem Vertrauens-

prinzip nicht so verstehen musste, dass die vorliegend streitbetroffenen 

Veva-Codes, soweit sie im Zeitpunkt der Wiedererwägungsverfügung nicht 

bereits rechtskräftig vergeben waren, aus dem Leistungsgegenstand des 

Projekts Nr. 177380 entfernt würden. 

4.2.4 Demnach ist festzuhalten, dass ein Widerspruch der Reduktion des 

Ausschreibungsgegenstands um die Veva-Codes 60205, 100103, 130205, 

130208, 130507, 130701, 130703, 130703.1, 160113, 160114, 160115, 

160115.1, 160708, 200137, 200304, 200301 bzw. (mengenmässig) 

130502.1, 130502.2, 130502.3, 130508.1 und 130508.2 zur Wiedererwä-

gungsverfügung vom 8. April 2019 prima facie nicht ausgeschlossen wer-

den kann. 

B-5108/2019 

Seite 22 

4.3 Es stellt sich die Frage, wie die Reduktion des Leistungsgegenstands 

submissionsrechtlich zu qualifizieren ist. 

4.3.1 Das Submissionsrecht beruht auf der Konzeption, dass ein einmal 

eingeleitetes Vergabeverfahren nur durch Zuschlag oder Abbruch beendet 

werden kann ("tertium non datur"; vgl. Urteile des BVGer B-2449/2012 vom 

6. September 2012 [auszugsweise publiziert in BVGE 2012/28] E. 3.2.1, 

B-1772/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 3.1 und B-536/2013 vom 29. Mai 

2013 E. 3.2.1; MARTIN BEYELER, Überlegungen zum Abbruch von Vergabe-

verfahren, AJP 7/2005, S. 784 Rz. 4; STEFAN M. SCHERLER, Abbruch und 

Wiederholung von Vergabeverfahren – Motive, Voraussetzungen und die 

Folgen, in: Zufferey/Stöckli, Aktuelles Vergaberecht 2008, S. 287 Rz. 2; 

STEFAN SUTER, Der Abbruch des Vergabeverfahrens, 2010, Rz. 13 und 18; 

vgl. auch Art. XIII Abs. 4 Bst. b GPA). Der Abbruch des auf Zuschlagsertei-

lung und Vertragsabschluss ausgerichteten Vergabeverfahrens bewirkt 

dessen vorzeitige Beendigung unter Verzicht auf Zuschlagserteilung und 

Vertragsabschluss im betreffenden Verfahren (vgl. Urteile des BVGer 

B-2449/2012 vom 6. September 2012 E. 3.2.1 und B-1772/2014 vom 

21. Oktober 2014 E. 3.1; BEYELER, AJP 7/2005, S. 786 Rz. 13).  

4.3.1.1 Der Abbruch des Vergabeverfahrens ist im BöB – de lege lata – 

nicht speziell geregelt, wird aber in Art. 30 VöB vorausgesetzt und basiert 

auf Art. XIII Abs. 4 Bst. b GPA (vgl. HANS RUDOLF TRÜEB, Beschaffungs-

recht, in: Biaggini/Häner/Saxer/Schott [Hrsg.], Fachhandbuch Verwal-

tungsrecht, 2015, Rz. 25.119 S. 1051). Entsprechend der in Art. XIII Abs. 4 

Bst. b GPA enthaltenen Vorgabe, dass von einem Zuschlag lediglich dann 

abgesehen werden darf, wenn die Beschaffungsstelle im öffentlichen Inte-

resse beschlossen hat, keinen Auftrag zu vergeben, hat der Verordnungs-

geber in Art. 30 VöB die Abbruchgründe wie folgt normiert (vgl. Urteile des 

BVGer B-1284/2017 vom 6. Juni 2017 E. 2.1 und B-7133/2014 vom 

26. Mai 2015 E. 2.3):  

"[Art. 30 VöB] Abbruch, Wiederholung und Neuauflage des Vergabeverfahrens  

1 Die Auftraggeberin bricht das Verfahren ab, wenn sie das Projekt nicht ver-

wirklicht.  

2 Die Auftraggeberin kann das Vergabeverfahren abbrechen und wiederholen, 

wenn:  

a.  kein Angebot die Kriterien und technischen Anforderungen erfüllt, die in 

der Ausschreibung und in den Ausschreibungsunterlagen aufgeführt 

sind;  

B-5108/2019 

Seite 23 

b.  günstigere Angebote zu erwarten sind, weil technische Rahmenbedin-

gungen ändern oder Wettbewerbsverzerrungen wegfallen.  

3 Die Auftraggeberin kann ein neues Vergabeverfahren durchführen, wenn sie 

das Projekt wesentlich ändert."  

Literatur und Rechtsprechung unterscheiden beim Abbruch zwischen 

einem definitiven und einem provisorischen Abbruch: Definitiv ist ein Ab-

bruch dann, wenn auf das Beschaffungsgeschäft endgültig verzichtet wird 

(vgl. Art. 30 Abs. 1 VöB). Es handelt sich dabei um Fälle, in denen der ur-

sprüngliche Beschaffungsbedarf komplett weggefallen ist, weil das damit 

verbundene unmittelbare Ziel nicht mehr erreicht werden soll oder kann. 

Beim definitiven Abbruch soll dem abgebrochenen Verfahren kein neues 

folgen (vgl. SUTER, a.a.O., Rz. 207). Provisorisch ist der Abbruch, wenn 

das Verfahren im Hinblick auf eine Wiederholung oder Neuauflage des Be-

schaffungsgeschäfts abgebrochen wird (vgl. Art. 30 Abs. 2 und 3 VöB; vgl. 

zum Ganzen: GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 792 ff. und Rz. 797 

ff.; SUTER, a.a.O., Rz. 219; BEYELER, AJP 7/2005, S. 785 Rz. 8; Urteile des 

BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020 E. 5.3; B-1284/2017 vom 

6. Juni 2017 E. 2.2 und B-7133/2014 vom 26. Mai 2016 E. 2.3). Der Leis-

tungsbedarf bleibt grundsätzlich bestehen, er soll jedoch erst mittelfristig 

befriedigt werden (vgl. SUTER, a.a.O., Rz. 219). Provisorische Abbrüche 

machen das Feld für ein neues Verfahren frei, währenddem definitive Ab-

brüche ein gegenstandsloses Verfahren beseitigen (vgl. BEYELER, 

AJP 7/2005, S. 785 Rz. 8). Anders als beim Verfahrensabbruch im Hinblick 

auf den endgültigen Verzicht auf das Beschaffungsgeschäft kann die 

Vergabebehörde nach herrschender Lehre von einem betroffenen Anbieter 

gezwungen werden, das laufende Verfahren weiterzuführen und es durch 

Zuschlagserteilung abzuschliessen, sofern sich die Abbruchverfügung als 

widerrechtlich erweist (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 797 f.; 

Urteile des BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020 E. 5.3 und 

B-1284/2017 vom 6. Juni 2017 E. 2.2).  

4.3.1.2 Der Abbruch des Vergabeverfahrens ist eine selbständig anfecht-

bare Verfügung (Art. 29 Bst. a BöB). In BVGE 2012/28 erwog das Bundes-

verwaltungsgericht, dass, wenn die Vergabestelle eine Neuausschreibung 

des Beschaffungsprojekts vornimmt, ohne das Verfahren vorgängig mit se-

parater Abbruchverfügung beendet zu haben, die Neuausschreibung 

gleichzeitig auch einen "impliziten" Abbruch des ursprünglichen Verfahrens 

darstellt (vgl. Urteil des BVGer B-2449/2012 vom 6. September 2012, aus-

zugsweise publiziert in BVGE 2012/28, E. 1.5 f., 3.1 und 4.1 f.).  

B-5108/2019 

Seite 24 

4.3.2 Einen Unterfall des (Gesamt-)Abbruchs bildet die Figur des Teilabb-

ruchs des Submissionsverfahrens (vgl. Urteil des BVGer B-2449/2012 vom 

6. September 2012 E. 3.2.1), welche nach herrschender Doktrin insbeson-

dere dann heranzuziehen ist, wenn die Vergabestelle einzelne Leistungen 

aus einem gesamthaft ausgeschriebenen Leistungspaket ausgliedert 

(vgl. SCHERLER, a.a.O., S. 291 Rz. 12; BEYELER, AJP 7/2005, S. 786 

Rz. 10; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 830, unter Referenzie-

rung des Entscheids des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 

25. Oktober 2011 [VB.2011.00330]; zum Ganzen vgl. auch SUTER, a.a.O., 

Rz. 223 ff.). Ungeachtet dessen, ob die ausgegliederten Leistungen in ei-

nem anderen Verfahren vergeben werden sollen oder nicht, handelt es sich 

beim Teilabbruch mit Bezug auf das ursprüngliche Verfahren um eine nach-

trägliche Reduktion des ausgeschriebenen Leistungsumfangs (vgl. SCHER-

LER, a.a.O., S. 291 Rz. 12; BEYELER, AJP 7/2005, S. 786 Rz. 10; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 829, wonach der Teilabbruch des Vergabe-

verfahrens auf eine nachträgliche Änderung des Beschaffungsgegen-

stands hinausläuft).  

4.3.3 Soweit die Reduktion des Ausschreibungsgegenstands von der Wie-

dererwägungsverfügung vom 8. April 2019 nicht erfasst wird, sind die be-

treffenden Leistungen Gegenstand des Projekts Nr. 177380 geblieben. In-

sofern, als die Vergabestelle diese Leistungen von der Zuschlagsverfü-

gung vom 11. September 2019 ausklammerte, ist prima facie von einem 

impliziten Teilabbruch auszugehen. Im Lichte dessen, dass die Vergabe-

stelle die betreffenden Leistungen im Verfahren Nr. 169408 betreffend "Ka-

nalreinigungen" zu beschaffen beabsichtigt, handelt es sich um einen pro-

visorischen Teilabbruch. 

4.4 Schliesslich ist die Rechtmässigkeit des Teilabbruchs zu prüfen. 

4.4.1 Dogmatisch lässt sich der Teilabbruch in Bezug auf dessen Rechts-

wirkungen als Unterfall des Gesamtabbruchs des Vergabeverfahrens ein-

ordnen, bildet aber aufgrund der inhärenten Leistungsreduktion gleichzeitig 

auch eine Sonderform der Projektänderung (vgl. SUTER, a.a.O., Rz. 228). 

Dementsprechend ist die Zulässigkeit eines Teilabbruchs mutatis mutandis 

vor dem Hintergrund der Regeln über den Gesamtabbruch und die Pro-

jektänderung zu beurteilen.  

4.4.1.1 Das Vergaberecht geht vom Grundsatz der Stabilität der Ausschrei-

bung aus: Danach ist die Vergabestelle an den definitiv, vollständig und 

widerspruchsfrei zu umschreibenden Leistungsgegenstand gebunden und 

B-5108/2019 

Seite 25 

darf, nach der Offertöffnung, innerhalb des konkreten Vergabeverfahrens 

grundsätzlich nicht mehr davon abweichen (vgl. Zwischenentscheid des 

BVGer B-998/2014 vom 6. Oktober 2014 E. 3.3 m.w.H.; SUTER, a.a.O., 

Rz. 241 m.w.H.; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 804 ff. und 830). 

Erfordern jedoch neue Erkenntnisse während des laufenden Submissions-

verfahrens eine Modifikation des Beschaffungsgegenstands, ist wie folgt 

zu differenzieren: Stellt die anvisierte Modifikation, etwa in der Form eines 

einseitigen Verzichts auf ausgeschriebene Positionen (Leistungsreduk-

tion), eine wesentliche Projektänderung dar (vgl. Art. 30 Abs. 3 VöB), so 

muss die Vergabestelle das Verfahren abbrechen – indem sie einen Ge-

samtabbruch des konkreten Verfahrens verfügt – und es in modifizierter 

Form neu auflegen. Diese Vorgehensweise ergibt sich aus den Geboten 

der Transparenz (Art. 1 Abs. 1 Bst. a BöB) und der Publizität hinsichtlich 

des Beschaffungsgegenstands und folgt überdies aus dem Grundsatz der 

Gleichbehandlung (Art. 1 Abs. 2 und Art. 8 Abs. 1 Bst. a BöB) 

(vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 804 und 807 ff., mit Verweis 

auf BRK 2004-014 vom 11. März 2005, E. 2c/aa; BEYELER, AJP 7/2005, S. 

786 Rz. 10; SUTER, a.a.O., Rz. 248 ff., wonach die "Kann"-Formulierung in 

Art. 30 Abs. 3 VöB insofern missverständlich ist, als sie einen Ermessens-

spielraum suggeriert). Denn die Ausschreibung verkäme zu einer blossen 

Formalität und die damit angestrebte Transparenz würde bedeutungslos, 

sofern die Vergabestelle den Beschaffungsgegenstand im Nachhinein sub-

stantiell verändern könnte, ohne dass neue potentielle Anbieter die Mög-

lichkeit hätten, ihrerseits eine Offerte einzureichen und den Zuschlag für 

die neue Beschaffung zu erhalten (vgl. SUTER, a.a.O., Rz. 241; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 804). Hinzu kommt, dass die Modifikation 

des Beschaffungsgegenstands in der Form einer nachträglichen Umlage-

rung bestimmter Leistungen in ein anderes Beschaffungsprojekt, bei des-

sen Ausschreibung diese Leistungen noch nicht eingeschlossen waren, 

einer freihändigen Vergabe ohne vorgängiges Ausschreibungsverfahren 

entspricht. Ein Abbruch zwecks anderweitigen freihändigen Vertragsab-

schlusses in Bezug auf die gleiche Leistung ist jedoch unzulässig. Von 

einer wesentlichen Projektänderung ist in der Regel dann auszugehen, 

wenn die Modifikation wettbewerbswirksam ist, d.h., wenn sie als geeignet 

erscheint, den Wettbewerb zwischen den Anbietern zu beeinflussen. Dies 

ist namentlich dann der Fall, wenn die Modifikation eine Ausweitung des 

Kreises potentieller Anbieter erwarten lässt, sich spürbar auf die Kalkulati-

onsgrundlagen der Anbieter auswirkt bzw. deren Kalkulationsfreiheit be-

schränkt oder eine Veränderung der Zuschlagskriterien nach sich zieht 

(vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 809; BEYELER, AJP 7/2005, 

S. 786 Rz. 10; SUTER, a.a.O., Rz. 251). Demgegenüber sind unwesentliche 

B-5108/2019 

Seite 26 

Leistungsreduktionen mittels Berichtigung im laufenden Verfahren erlaubt, 

sofern die Vergabestelle dabei die Grundsätze der Gleichbehandlung und 

der Transparenz einhält (vgl. BEYELER, AJP 7/2005, S. 786 Rz. 10; 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 829). 

Aus diesen Grundsätzen lässt sich ableiten, dass der Teilabbruch des Sub-

missionsverfahrens lediglich dann eine zulässige Vorgehensweise dar-

stellt, wenn dadurch der ausgeschriebene Leistungsumfang nur unwesent-

lich reduziert wird.  

4.4.1.2 Wie der Gesamtabbruch bedarf auch der Teilabbruch sachlicher 

Gründe (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 830; BEYELER, 

AJP 7/2005, S. 786 Rz. 10; MARTIN BEYELER, Der Geltungsanspruch des 

Vergaberechts, 2012, Rz. 2758 und 2817): Nach der Rechtsprechung darf 

die Vergabestelle ein bundesrechtliches Vergabeverfahren definitiv oder 

zwecks Neuauflage eines geänderten Projekts abbrechen bzw. einen be-

reits erfolgten Zuschlag widerrufen, wenn sachliche Gründe dieses Vorge-

hen rechtfertigen und damit nicht die gezielte Diskriminierung von einzel-

nen Anbietern beabsichtigt ist (BGE 134 II 199 E. 2.3 m.w.H.; BVGE 

2012/28 E. 3.6.3; Urteile des BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020 

E. 5.4, B-1284/2017 vom 6. Juni 2017 E. 2.2 und B-7133/2014 vom 

26. Mai 2015 E. 2.3). Das Vorliegen eines sachlichen Grundes für den Ab-

bruch darf nicht leichthin angenommen werden (GALLI/MOSER/LANG/STEI-

NER, a.a.O., Rz. 799 und 830). Ein Abbruch ist etwa dann zulässig, wenn 

die Vergabestelle die betreffende Leistung nicht mehr benötigt, die ur-

sprüngliche Umschreibung der Leistung nicht zu einer bedarfsgerechten 

Beschaffung führt, ein rechtmässiger Zuschlag nicht möglich ist oder das 

Verfahren zu keinem brauchbaren Ergebnis führt (vgl. BGE 141 II 353 

E. 6.5 f. und E. 7; Urteile des BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020 

E. 5.4 m.w.H. und B-1772/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 3.4). Umgekehrt 

wäre ein diskriminierendes Verhalten der Vergabestelle gegenüber einem 

Anbieter namentlich dann anzunehmen, wenn ein Abbruch darauf gerichtet 

ist, den Zuschlag an einen unerwünschten Anbieter zu verhindern, oder 

wenn die Vergabestelle in den Vertragsverhandlungen den Grundsatz von 

Treu und Glauben verletzt (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 798; 

Urteile des BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020 E. 5.4 und 

B-1772/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 3.5). Angesichts der grossen Pla-

nungs- und Ausgestaltungsfreiheit, welche Auftraggeber bei öffentlichen 

Beschaffungen anerkanntermassen geniessen (vgl. BGE 137 II 313 

E. 3.3.1), sind im Beschwerdeverfahren – im Interesse eines wirksamen 

B-5108/2019 

Seite 27 

Rechtsschutzes und einer griffigen Missbrauchskontrolle – an die Substan-

tiierung der Abbruchgründe strenge Massstäbe zu setzen (vgl. Urteil des 

BVGer B-1772/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 3.6). 

4.4.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, entsprechend Ziff. 1.2 der revi-

dierten "Leistungsanforderungen [Beilage Nr. 2.0]-Version 2.0" des Pro-

jekts Nr. 177380 sei das Mengengerüst gegenüber der ursprünglichen Ver-

sion von ca. 3'700 Tonnen Sonderabfällen auf ca. 2'100 Tonnen reduziert 

worden. Des Weiteren stünden nicht mehr 76 Standorte, sondern nur noch 

60 Standorte zur Verfügung und es könne pro Jahr nicht mehr mit ca. 500 

Entsorgungsfahrten, sondern nur noch mit ca. 350 Entsorgungsfahrten ge-

rechnet werden. Bei den im Preisblatt nach Veva-Codes aufgeschlüsselten 

Abfällen (vgl. E. 4.1) seien insgesamt 1'600 Tonnen Sonderabfälle elimi-

niert worden. Dabei handle es sich um Leistungen und Mengen im Umfang 

von rund Fr. 550'000.– pro Jahr, womit der Beschwerdeführerin bei einer 

4-jährigen Vertragslaufzeit mit dreimaliger Optionsmöglichkeit, unter Be-

rücksichtigung der Preissteigerung, ein Auftragsvolumen von rund 

4 Mio. Fr. entgehe. Die Beschwerdeführerin habe sich am Vergabeverfah-

ren Nr. 169409 betreffend "Kanalreinigungen" deshalb nicht beteiligt, weil 

bezüglich der Entsorgung von Öl- und Fettabscheidern im betreffenden 

Preisblatt nur Kleinmengen angegeben worden seien und die Beschwer-

deführerin nicht auf Kanalreinigungen, sondern auf Schachtentleerungen 

und das Absaugen von grösseren Abfallmengen spezialisiert sei. Dass im 

Projekt Nr. 169408 betreffend "Kanalreinigungen" die Vertragssumme an-

geblich trotz der erweiterten Leistungen gleichbleiben soll, habe auf die er-

hebliche finanzielle Einbusse, die der Beschwerdeführerin entstehe, 

keinen Einfluss. Es handle sich um eine wesentliche Leistungsreduktion, 

welche durch keinen sachlichen Grund gerechtfertigt sei. Insbesondere sei 

nicht ersichtlich, weshalb gestützt auf die Veva-Codes die entsprechenden 

Leistungen aus dem Leistungsgegenstand des Projekts Nr. 177380 zu ent-

fernen und sie in die Ausschreibung "Kanalreinigungen" zu verschieben 

seien, zumal es keine von Gesetzes wegen mittels Saugwagen zu entsor-

genden Abfälle gebe.  

4.4.3 Demgegenüber führt die Vergabestelle aus, der Leistungsgegen-

stands des Projekts Nr. 177380 sei nicht wesentlich reduziert worden. Bei 

der Beurteilung der Wesentlichkeit einer Änderung sei darauf abzustellen, 

ob sie sich auf den hypothetischen Anbieterwettbewerb auswirke (mit Ver-

weis auf JÄGER, Änderungen im Vergabeverfahren, in: Aktuelles Vergabe-

recht 2018, Rz. 23). Mit dem Kriterium der Wesentlichkeit würden somit 

B-5108/2019 

Seite 28 

potentielle Zuschlagsempfänger geschützt, nicht jedoch die Zuschlags-

empfängerin selbst. Zudem sei die Reduktion aus sachlichen Gründen er-

folgt: Die Vergabestelle arbeite mit vielen Bedarfsträgern zusammen. Über-

schneidungen bei Ausschreibungen könnten auch bei grösster Sorgfalt 

nicht ausgeschlossen werden. Daher müsse die Vergabestelle auch wäh-

rend des laufenden Verfahrens die Möglichkeit haben, Fehler zu korrigie-

ren (mit Verweis auf JÄGER, a.a.O., Rz. 10). Mit der vorgenommenen Be-

richtigung der Ausschreibungsunterlagen hätten solche Überschneidungen 

eliminiert werden können, was nicht nur sachlich begründet, sondern auch 

dringend geboten gewesen sei. 

4.4.4 Soweit die Vergabestelle sinngemäss geltend macht, die Beschwer-

deführerin sei als Zuschlagsempfängerin vom Schutzradius des Wesent-

lichkeitskriteriums nicht erfasst, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Be-

schwerdeführerin ist in Bezug auf die hier interessierende Leistungsreduk-

tion nicht Zuschlagsempfängerin. Mit Blick auf die substantielle Minderung 

des Leistungsgegenstands und auf die Wettbewerbswirksamkeit der anvi-

sierten Transferierung der Leistungen in das Verfahren Nr. 169408 ("Ka-

nalreinigungen") ist davon auszugehen, dass die über die Wiedererwä-

gungsverfügung hinausgehende Reduktion des Leistungsgegenstands 

wesentlich ist. Mithin ergibt sich, dass der mit Verfügung vom 11. Septem-

ber 2019 implizit verfügte, auf eine wesentliche Leistungsreduktion gerich-

tete Teilabbruch prima facie eine unzulässige Vorgehensweise darstellt. 

4.4.5 Schliesslich vermag auch die Argumentation der Vergabestelle, die 

angestrebte Fehlerkorrektur stelle vorliegend einen sachlichen Grund dar, 

nicht zu überzeugen. Gemäss den Ausführungen der Vergabestelle in der 

Vernehmlassung vom 4. November 2019 (Rz. 34) waren die zu korrigie-

renden Überschneidungen der Beschaffungsprojekte im Zeitpunkt des Er-

lasses der Wiedererwägungsverfügung bereits bekannt und mithin voraus-

sehbar (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-998/2014 vom 6. Oktober 

2014 E. 3.3). Ein sachlicher Grund für einen – entgegen der vertrauensthe-

oretischen Konzeption der Wiedererwägungsverfügung – implizit verfügten 

Teilabbruch über einen substantiellen Teil des Leistungsgegenstands kann 

darin nicht erblickt werden. 

4.4.6 Nach dem Gesagten ist die sinngemäss erhobene Rüge der Be-

schwerdeführerin, der implizite Teilabbruch sei rechtswidrig, prima facie 

nicht offensichtlich unbegründet. 

B-5108/2019 

Seite 29 

4.5 Als Zwischenergebnis ist daher davon auszugehen, dass die Be-

schwerde aufgrund eine prima facie-Würdigung nicht als offensichtlich un-

begründet erscheint. 

5.   

In der Folge ist in einem nächsten Schritt abzuwägen, ob die Interessen 

der Vergabestelle an einer sofortigen Vollstreckung gewichtiger sind als 

das Interesse der Beschwerdeführerin, dass ihre Chance auf einen Zu-

schlag gewahrt werden. 

5.1 Die Vergabestelle macht geltend, die beantragten Massnahmen lägen 

ausserhalb des Streitgegenstands. Da die Beschwerdeführerin den Zu-

schlag von Leistungen verlange, die über den Ausschreibungsgegenstand 

hinausgingen, sei die Beschwerde der aufschiebenden Wirkung nicht zu-

gänglich. Auch vorsorgliche Massnahmen könnten aufgrund ihrer Ak-

zessorietät zur Hauptsache nur zum Schutz von Interessen angeordnet 

werden, die innerhalb des Streitgegenstands lägen. Um eine sichere und 

fachgerechte Entsorgung der Abfälle zu gewährleisten, sei die Vergabe-

stelle dringend auf einen raschen Vertragsabschluss angewiesen, einer-

seits mit den Zuschlagsempfängern des Projekts Nr.169408 und anderer-

seits mit der Beschwerdeführerin im streitbetroffenen Projekt. Die Blockade 

durch die Beschwerdeführerin führe zu einer gesetzeswidrigen Situation. 

Es verstehe sich von selbst, dass die Vergabestelle die entsprechenden 

Abfälle, welche zum Teil toxisch seien, nicht in Verletzung von Umwelt-

schutzvorschriften selbst lagern und mit dem Leistungsbezug zuwarten 

könne.  

5.2 Soweit sich die Vergabestelle auf den Standpunkt stellt, die beantrag-

ten Massnahmen seien vom Streitgegenstand nicht erfasst, ist auf die Er-

wägungen in E. 3.1.3 zu verweisen. Die in Rechtsbegehren Ziff. 1.2 

und 1.3 aufgeführten Leistungen bilden Streitgegenstand des vorliegenden 

Verfahrens.  

5.3 Fest steht, dass die Vergabestelle dauernd auf die in Frage stehenden 

Entsorgungsleistungen angewiesen ist und ein gewichtiges und dringliches 

öffentliches Interesse an den Entsorgungsleistungen besteht. Dieses wird 

aber insofern relativiert, als die betreffenden Leistungen unbestrittener-

massen von der Beschwerdeführerin (zumindest faktisch) weiterhin er-

bracht werden. Soweit sich die Vergabestelle sodann auf die mit dieser 

faktischen Situation einhergehende fehlende Rechts- und Planungssicher-

heit beruft, ist zu beachten, dass nicht jedes Beschleunigungsinteresse der 

B-5108/2019 

Seite 30 

Vergabestelle einer Dringlichkeit entspricht, welche zur Verweigerung des 

vorsorglichen Rechtsschutzes führt. Der Umstand, dass gegen eine Verfü-

gung ein Rechtsmittel ergriffen werden kann, hat die Vergabestelle bei 

sorgfältiger Disponierung bereits in ihre Planung einzubeziehen und die 

Termine, die eingehalten werden müssen, entsprechend anzusetzen. Be-

schaffungsgeschäfte samt Durchführung des eigentlichen Submissions-

verfahrens und eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens sind demnach 

nach Möglichkeit so langfristig zu planen, dass grundsätzlich keine Dring-

lichkeit eintreten kann (vgl. Urteil des BGer 2C_339/2010 vom 11. Juni 

2010 E. 3.2). Aufgrund der gesamten Umstände und im Lichte dessen, 

dass aufgrund der Aktenlage eine mögliche freihändige Vergabe der streit-

gegenständlichen Leistungen als wahrscheinlich erscheint, ist das Inte-

resse der Beschwerdeführerin an einem wirksamen Rechtsschutz als über-

wiegend einzustufen. 

6.  

Nach dem Gesagten ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gutzuheissen, soweit mit der 

Verfügung vom 11. September 2019 das Vergabeverfahren betreffend das 

Projekt Nr. 177380 im Sinne der Erwägungen teilweise abgebrochen wor-

den ist. Der Suspensiveffekt bewirkt, dass das Vergabeverfahren hinsicht-

lich der streitgegenständlichen Leistungen nicht beendet wird. 

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Anordnung von vorsorglichen 

Massnahmen ist gutzuheissen. Bis zum Entscheid des Bundesverwal-

tungsgerichts in der Hauptsache ist der Vergabestelle einstweilen zu un-

tersagen, die folgenden Leistungen anderweitig zu vergeben bzw. über 

diese Leistungen Verträge mit anderen Anbietern abzuschliessen:  

-  Entsorgungsleistungen im Zusammenhang mit Abfällen mit den folgenden 

Veva-Codes: 60205, 100103, 130205, 130208, 130507, 130701, 130703, 

130703.1, 160113, 160114, 160115, 160115.1, 160708, 200137, 200304, 

200301; 

-  Entsorgungsleistungen im Zusammenhang mit Abfällen mit den folgenden 

Veva-Codes, soweit sie nicht im Rahmen des SIMAP-Projekts Nr. 169408 

"Kanalreinigungen" rechtskräftig vergeben worden sind: 130502.1, 130502.2, 

130502.3, 130508.1, 130508.2; 

-  sämtliche Leistungen im Rahmen des SIMAP-Projekts Nr. 177380, die mit der 

Verfügung vom 11. September 2019 der Beschwerdeführerin zugeschlagen 

worden sind (entsprechend Annex III ["Beilage Nr. 3.1-Version 2.0 [Preisblatt]"] 

zum Vertragsentwurf "Dienstleistungsvertrag Nr. […] [iGeko-Nr. …]"). 

B-5108/2019 

Seite 31 

7.  

Über die Kosten dieses Zwischenentscheids ist mit dem Entscheid in der 

Hauptsache zu befinden. 

  

B-5108/2019 

Seite 32 

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde wird gutgeheissen, soweit mit der Verfügung vom 

11. September 2019 das Vergabeverfahren betreffend das SIMAP-Projekt 

Nr. 177380 im Sinne der Erwägungen teilweise abgebrochen worden ist. 

2.  

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Anordnung von vorsorglichen 

Massnahmen wird gutgeheissen. Bis zum Entscheid des Bundesverwal-

tungsgerichts in der Hauptsache wird der Vergabestelle einstweilen unter-

sagt, die folgenden Leistungen anderweitig zu vergeben bzw. über diese 

Leistungen Verträge mit anderen Anbietern abzuschliessen: 

-  Entsorgungsleistungen im Zusammenhang mit Abfällen mit den folgenden 

Veva-Codes: 60205 (andere Basen), 100103 (Filterstäube aus Torffeuerung 

und Feuerung mit naturbelassenem Holz oder Restholz), 130205 (nichtchlo-

rierte Maschinen, Getriebe- und Schmieröle auf Mineralölbasis), 130208 (an-

dere Maschinen, Getriebe- und Schmieröle [einschliesslich Mineralölgemi-

sche]), 130507 (öliges Wasser aus Öl/Wasserabscheidern), 130701 (Heizöl 

und Diesel), 130703 (andere Brennstoffe [einschliesslich Gemische], Düsen-

kraftstoffe, Kerosin), 130703.1 (andere Brennstoffe [einschliesslich Gemi-

sche]), 160113 (Bremsflüssigkeiten), 160114 (Frostschutzmittel, die gefährli-

che Stoffe enthalten), 160115 (Frostschutzmittel mit Ausnahme derjenigen, die 

unter 160114 fallen), 160115.1 (Glykolgemische), 160708 (ölhaltige Abfälle), 

200137 (problematische Holzabfälle), 200304 (Fäkalschlamm), 200301 (ge-

mischte Siedlungsabfälle); 

-  Entsorgungsleistungen im Zusammenhang mit Abfällen mit den folgenden 

Veva-Codes, soweit sie nicht im Rahmen des SIMAP-Projekts Nr. 169408 

"Kanalreinigungen" rechtskräftig vergeben worden sind: 130502.1 (Ölab-

scheider < 30 % Feststoffe), 130502.2 (Ölabscheider 30-50 % Feststoffe), 

130502.3 (Ölabscheider > 50 % Feststoffe), 130508.1 (Abfallgemische aus 

Sandfanganlagen und Öl/Wasserabscheidern < 30 %Feststoffe), 130508.2 

(Abfallgemische aus Sandfanganlagen und Öl/Wasserabscheidern 30–50 % 

Feststoffe); 

-  sämtliche Leistungen im Rahmen des SIMAP-Projekts Nr. 177380, die mit der 

Verfügung vom 11. September 2019 der Beschwerdeführerin zugeschlagen 

worden sind (entsprechend Annex III ["Beilage Nr. 3.1-Version 2.0 [Preisblatt]"] 

zum Vertragsentwurf "Dienstleistungsvertrag Nr. […] [iGeko-Nr. …]"). 

3.  

Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentscheids wird mit dem 

Entscheid in der Hauptsache befunden. 

B-5108/2019 

Seite 33 

4.  

Dieser Zwischenentscheid geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde); 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. […]; Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde). 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Ronald Flury Davide Giampaolo 

 

  

B-5108/2019 

Seite 34 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Zwischenentscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung 

beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), sofern er 

einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 

Bst. a BGG) und sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung 

stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 2 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die 

Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht ein-

gereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 17. September 2020