# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7788ab8f-0527-57d0-93a6-f9194b982a47
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.04.2013 SB120467
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120467_2013-04-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120467-O/U/eh 
 
 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

Ch. von Moos und Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie 

die Gerichtsschreiberin lic. iur. N. Weinmann 

 

Urteil vom 18. April 2013 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Scherrer,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  

Beschuldigte und II. Berufungskläger 

1.  amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

2.  amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend  

Raub etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom  
12. Juni 2012 (DG110393) 

 

-   2   - 

Anklage: 
(Urk. 31) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

16. Dezember 2011 ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 76 S. 50ff.) 

Es wird erkannt: 
 

1a. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;  

− des Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB. 

1b. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der Gehilfenschaft zum Raub 

im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB 

sowie der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;  

− des Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB.  

3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 515 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind, als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Ober-

gerichts Zürich vom 20. Oktober 2010 ausgefällten Strafe. 

4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von 72 Tage durch Haft erstanden sind. 

5. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird vollzogen. 

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6. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird vollzogen. 

7. Der bedingte Vollzug der gegen den Beschuldigten B._____ mit Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich vom 7. Januar 2008 ausgefällten Strafe von 

6 Monaten Freiheitsstrafe wird widerrufen. 

8. Die sichergestellten und beim Forensischen Institut Zürich unter der  

Geschäftsnummer … lagernden Gegenstände 

− Nagelfeile (…) 

− Schälmesser (…) 

− 1 Paar Arbeitshandschuhe (…) 

− Brotmesser (…) 

− T-Shirt (…) 

 werden dem rechtmässigen Eigentümer nach Eintritt der Rechtskraft auf  

erstes Verlangen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer  

dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet. 

9. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger 

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach  

schadenersatzpflichtig sind. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger C._____ auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

10. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden solidarisch verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ eine Genugtuung von Fr. 500.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 10. Oktober 2010 zu bezahlen. 

11. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger D._____ 

und E._____ werden auf den Zivilweg verwiesen. 

 

 

-   4   - 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 4'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 9'631.65   Auslagen Untersuchung 

Fr. 18'802.05   amtliche Verteidigung Rechtsanwältin X._____ 

Fr. 6'254.80   amtliche Verteidigung Rechtsanwalt Y._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausge-

nommen derjenigen bezüglich des Nebendossiers 1 (darauf entfallen eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.– sowie sämtliche das ND1 betreffende Unter-

suchungskosten), der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Ver-

beiständung der Privatklägerschaft – werden den Beschuldigten je zur Hälfte 

auferlegt, jedoch definitiv abgeschrieben. 

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse  

genommen; vorbehalten bleiben Nachforderungen gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO, wobei sich die Nachforderung gegen den Beschuldigten A._____ auf 
fünf Sechstel reduziert. 

15. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft  

werden auf die Gerichtkasse genommen. 

Berufungsanträge: 

im Verfahren SB120466: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten F._____: 

 (Urk. 161 S. 2f. [Prozess Nr.120466]) 

1. Es sei der Beschuldigte wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie 

einfacher Körperverletzung zum Nachteil von G._____ schuldig zu sprechen 

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und mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 50.00 zu be-

strafen. Die Probezeit sei auf zwei Jahre festzusetzen.  

2. Von den restlichen Vorwürfen gemäss Urteil der Vorinstanz vom 26. Juni 

2012 sei der Beschuldigte freizusprechen. 

3. Der Beschuldigte sei umgehend aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu ent-

lassen. 

4. Die Schadenersatz und Genugtuungsbegehren der Eheleute 

D._____/E._____ seien abzuweisen bzw. auch bezüglich Genugtuung auf 

den Zivilprozessweg zu verweisen.  

5. Der Beschuldigte sei für die erstandene Haft seit dem 8. April 2011 ange-

messen zu entschädigen. 

6. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschul-

digten zu ¼ aufzuerlegen, jedoch aufgrund offensichtlicher Uneinbringlich-

keit definitiv abzuschreiben. 

7. Eventualtiter: 

Das vorinstanzliche Urteil sei bezüglich Schuldspruch zu bestätigen und der 

Beschuldigte sei mit einer teilbedingten Strafe von 36 Monaten zu bestrafen 

(unter Anrechnung der seit 8. April 2011 erstandenen Haft.) 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Prot. II S. 13) 

1. Das vorinstanzliche Urteil sei betreffend den Beschuldigten F._____ mit 

Ausnahme der Strafe zu bestätigen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu bestrafen. 

 

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c) Der Privatklägerschaft E._____ und D._____: 

(Urk. 164 S. 1 [Prozess Nr. 120466]) 

1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten. 

im Verfahren SB120467: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Prot. II S. 15 und 16) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu  

bestrafen. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

2. Der Beschuldigte B._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu be-

strafen und der bedingte Vollzug der Strafe des Urteils des Bezirksgerichts 

Zürich vom 7. Januar 2008 sei zu widerrufen. 

3. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____: 

(Prot. II. S. 21) 

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen. 

2. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 

3. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen seien abzuweisen. 

4. Der Beschuldigte sei für die unrechtmässig erstandene Haft angemessen zu 

entschädigen. 

5. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

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c) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____: 

(Urk. 128 S. 1f.; Prot. II S. 24) 

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen. 

2. Der Beschuldigte sei in allen Anklagepunkten freizusprechen. 

3. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 12. Juni 2012, 

erklärte Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich vom 7. Juni 2008 gegen den Beschuldigten B._____ ausgefällten 

Strafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe sei nicht zu widerrufen, bzw. es sei 

die Probezeit weiterlaufen zu lassen. 

4. Der Beschuldigte B._____ sei nicht zu verurteilen, dem Privatkläger C._____ 

eine Genugtuung von Fr. 500.-- zuzüglich 5% Zins ab Oktober 2010 zu be-

zahlen. 

5. Sämtliche Kosten seien ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen. 

Anträge Eventualiter für den Fall einer Verurteilung: 

1. Bei einem Schuldspruch sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 

20 Monaten zu bestrafen. 

2. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Januar 2008 gewährte  

bedingte Strafe sei zu widerrufen und zu vollziehen. 

3. Der Vollzug der heutigen Strafe sei aufzuschieben und eine Probezeit von  

5 Jahren anzusetzen. 

4. Die Kosten seien ausgangsgemäss dem Beschuldigten aufzuerlegen, je-

doch zufolge Uneinbringlichkeit auf die Staatskasse zu nehmen und definitiv 

abzuschreiben. 

 

         

-   8   - 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Der Verlauf des Verfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus 
dem Entscheid vom 12. Juni 2012 (Urk. 76 S. 5 ff.). 

Am 12. Juni 2012 verurteilte das Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, den  

Beschuldigten A._____ wegen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
und wegen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB. Vom Vorwurf der 

Gehilfenschaft zum Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 25 StGB sowie der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB wurde er 

freigesprochen. Der Beschuldigte A._____ wurde mit einer Freiheitsstrafe von  

36 Monaten, als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Obergerichts Zürich vom  

20. Oktober 2010 ausgefällten Strafe, bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe 

wurde nicht aufgeschoben. 

Der Beschuldigte B._____ wurde des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB und wegen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig  

gesprochen und dafür mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten bestraft. Der Voll-

zug der Freiheitsstrafe wurde nicht aufgeschoben. Weiter wurde der bedingte 

Vollzug der gegen den Beschuldigten B._____ mit Urteil des Bezirksgerichts Zü-

rich vom 7. Januar 2008 ausgefällten Strafe von 6 Monaten widerrufen. 

1.2. Gegen den genannten vorinstanzlichen Entscheid erhoben die Staatsanwalt-
schaft, der Beschuldigte B._____ und der Beschuldigte A._____ mit Datum vom  

14. Juni 2012 und 18. Juni 2012 (Beschuldigter A._____) Berufung (Urk. 60, 61 

und 64). Die schriftlichen Berufungserklärungen gingen hierorts mit Eingaben vom 

26. Oktober 2012 (Staatsanwaltschaft, Urk. 77 und 79), 2. November 2012  

(Beschuldigter A._____, Urk. 84) und 5. Dezember 2012 (Beschuldigter B._____,  

Urk. 90) ein.  

-   9   - 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 13. November 2012 wurde den Parteien die  
jeweiligen schriftlichen Berufungserklärungen zugestellt und Frist zur Erklärung 

einer Anschlussberufung angesetzt sowie um begründet ein Nichteintreten zu  

beantragen. Weiter wurde der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um zum  

Beweisantrag des Beschuldigten A._____ Stellung zu nehmen (Urk. 88).  

In der Folge verzichteten die beiden Beschuldigten auf Anschlussberufung  

(Urk. 90 und 92). 

1.4. Das Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten A._____ vom 8. August 2012 
wurde mit Präsidialverfügung vom 8. Januar 2013 abgewiesen (Urk. 107). 

1.5. Mit Präsidialverfügung vom 27. Februar 2013 wurden H._____ als Zeugin 
und C._____ und I._____ als Auskunftspersonen für die Berufungsverhandlung 

am 18. April 2013 vorgeladen (Urk. 116).  

1.6. Am 18. April 2013 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die  
beiden Beschuldigten mit ihren amtlichen Verteidigern, der Staatsanwalt und der 

Vertreter der Privatkläger D._____/E._____ erschienen (Prot. II S. 7). Zudem 

wurde H._____ als Zeugin und C._____ als Auskunftsperson befragt (Urk. 125 

und 126). I._____ erschien nicht zur Berufungsverhandlung. 

2. Prozessuales 

2.1. Umfang der Berufung 

Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich hat ihre Berufung bezüglich beider 

Beschuldigten auf die Strafzumessung (Dispositivziffern 3 und 4) beschränkt 

(Urk. 77 und 79).  

Der Beschuldigte A._____ liess die Schuldsprüche wegen Raubes im Sinne von 
Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

(Dispositivziffer 1a), die Strafzumessung (Dispositivziffer 3 und 5), den Entscheid 

über das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ 

(Dispositivziffern 9 und 10) sowie die Regelung betreffend Nachforderungsrecht 

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der Kosten der amtlichen Verteidigung (Dispositivziffer 14) beanstanden. Ferner 

wurde beantragt, es seien C._____ und I._____ an der Berufungsverhandlung als 

Auskunftspersonen einzuvernehmen (Urk. 84).  

Der Beschuldigte B._____ ficht das gesamte Urteil an. Diese Anfechtung bezieht 
sich auf den Schuldspruch wegen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB und Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dispositivziffer 2), die  

Sanktion (Dispositivziffern 4, 6 und 7), den Entscheid über das Schadenersatz- 

und Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ (Dispositivziffern 9 und 10) 

sowie die Regelung betreffend Nachforderungsrecht der Kosten der  

amtlichen Verteidigung (Dispositivziffer 14).  

Nicht angefochten und demgemäss in Rechtskraft erwachsen sind die Frei-

sprüche des Beschuldigten A._____ von den Vorwürfen der Gehilfenschaft zum 

Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB 

sowie der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB (Dispositivziffer 1b), der 

Entscheid über die sichergestellten Gegenstände (Dispositivziffer 8), der Verweis 

der Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger D._____ und 

E._____ auf den Zivilweg (Dispositivziffer 11), die Kostenfestsetzung (Dispositiv-

ziffer 12), die Kostenverlegung und definitive Abschreibung der Kosten (Disposi-

tivziffer 13) und die Übernahme der Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung 

der Privatklägerschaft auf die Gerichtskasse (Dispositivziffer 15). Die Rechtskraft 

ist vorab mittels Beschluss festzustellen (Art. 399 Abs. 3 StPO in  

Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO). 

2.2. Beweisanträge 

Den Beweisanträgen der Verteidigerin des Beschuldigten A._____ wurde Folge 
geleistet. Allerdings konnten die Vorladungen an I._____ wegen unbekannten 

Aufenthalts nicht zugestellt werden. Der an der Berufungsverhandlung als  

Auskunftsperson befragte Privatkläger C._____ konnte keine Angaben über den 

Aufenthaltsort von I._____ machen (Urk. 126 S. 4).  

Andere Beweisanträge wurden keine gestellt. 

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2.3. Zeugeneinvernahme 

Von Amtes wegen wurde an der Berufungsverhandlung ferner H._____ befragt 

(Urk. 125). Sie war im Untersuchungsverfahren lediglich polizeilich einvernommen 

worden, kam jedoch als allfällige Alibizeugin für den Beschuldigten B._____ in 
Frage.  

2.4. Verwertbarkeit der Aussagen des Beschuldigten A._____ vom 2.12.2010 

Die Vorinstanz hat diese Einvernahme (HD Urk. 8/3), welche ein Geständnis des 

Beschuldigten enthält, als nicht verwertbar erachtet, weil nicht ausgeschlossen 

werden könne, dass dieses Geständnis – in Erwartung eines Strafbefehls – in 

Folge eines Deals mit dem untersuchenden Staatsanwalt abgeschlossen worden 

sei. In analoger Anwendung von Art. 362 Abs. 4 StPO sei daher die genannte 

Einvernahme unverwertbar (Urk. 76 S. 7 f.). 

Dem kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz übersieht in ihrer Argumentation, 

dass – sofern von einem beabsichtigten „Deal“ ausgegangen würde – solche 

„Deals“ nicht nur im abgekürzten Verfahren, wo solche Vereinbarungen per  

1. Januar 2011 gesetzlich geregelt worden sind, abgeschlossen werden (und 

wurden), sondern dass es durchaus üblich ist, solche Vereinbarungen auch im 

Strafbefehlsverfahren zu treffen, ohne dass die Voraussetzungen des abge-

kürzten Verfahrens gegeben wären. Solche im Hinblick auf eine Erledigung durch 

Strafbefehl erfolgte Einvernahmen mit entsprechenden Zugeständnissen des  

Beschuldigten bleiben selbstverständlich verwertbar. Der Analogieschluss der  

Vorinstanz auf eine im damaligen Zeitpunkt noch nicht in Kraft getretene Bestim-

mung ist somit unzulässig. Abgesehen davon wären die Voraussetzungen für ein 

abgekürztes Verfahren im damaligen Zeitpunkt ohnehin nicht gegeben gewesen, 

bestritt der Beschuldigte doch in Anwesenheit seiner Verteidigerin den Vorwurf 

des Betäubungsmittelhandels (HD Urk. 8/3 S. 6 f.). Im Sinne einer unechten Vor-

wirkung der Bestimmungen über das abgekürzte Verfahren wäre es durchaus  

zulässig gewesen, bereits im Dezember 2010 den Abschluss des Untersuchungs-

verfahrens darauf auszurichten (vgl. Schmid, Übergangsrecht  der schweizeri-

schen Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2010, N 77). Dies wurde von der 

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Staatsanwaltschaft allerdings so nicht getan, sondern es wurde dem Beschuldig-

ten der Verfahrensabschluss bis zum Strafbefehl erläutert (HD Urk. 8/3 S. 7).  

Die amtliche Verteidigerin stellt sich allerdings auch auf den Standpunkt, dass es 

dem in Art. 3 StPO verankerten Gebot der Fairness widerspreche, den Beschul-

digten vor dem Hintergrund des in Aussicht gestellten Strafbefehls auf seinen  

Zugeständnissen anlässlich der Einvernahme vom 2.12.2010 zu behaften  

(Urk. 54 S. 4). Dazu ist zu bemerken, dass der Beschuldigte bereits bei den  

Einvernahmen vom 3. November 2010 (Zeuge C._____, HD Urk. 11/2) und 10. 

November 2010 (Zeugin I._____, HD Urk. 10/2) von seiner erbetenen Verteidige-

rin begleitet wurde. Auch bei der Einvernahme vom 2. Dezember 2010 (HD Urk. 

8/3) befand er sich in Begleitung seiner (nunmehr amtlichen, vgl.  

HD Urk. 18/4) Verteidigerin. Es muss zwingend davon ausgegangen werden, 

dass die Aussagen des Beschuldigten vom 2. Dezember 2010 mit der Verteidige-

rin abgesprochen waren. Dies geht u.a. daraus hervor, dass die Verteidigerin am 

Schluss der Einvernahme auf Ergänzungsfragen verzichtete (a.a.O. S. 7). Es geht 

nun aber nicht an, bei der Untersuchungsbehörde ein Geständnis abzulegen, um 

sich später, wenn sich die Aussicht auf eine Erledigung mittels Strafbefehl  

zerschlagen hat, das Geständnis zu widerrufen und die Unverwertbarkeit eben 

dieser Einvernahme einzufordern. Ein Verstoss gegen das Fairnessgebot gemäss 

Art. 3 Abs. 2 StPO kann nicht erblickt werden, jedenfalls nicht seitens des  

Staates.  

Vielmehr sind die Aussagen des Beschuldigten in der Einvernahme vom  

2. Dezember 2010 im Rahmen der Beweiswürdigung genauer zu betrachten.  

2.5. Rückzug Strafantrag Privatkläger C._____ 

Der Privatkläger C._____ stellte am 10. Oktober 2010 gegen den Beschuldigten  

A._____ und gegen zwei unbekannte Männer Strafantrag wegen Hausfriedens-

bruchs, Tätlichkeiten und Sachbeschädigung (Urk. HD 4). Anlässlich der heutigen 

Einvernahme als Auskunftsperson erklärte er, er wolle den Fall fallen lassen und 

bestätigte auf Nachfragen, dass er den Strafantrag zurückziehe (Urk. 126 S. 10 

und 12). Der Rückzug erfolgte vor Eröffnung des Urteils der hiesigen Berufungs-

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instanz (Art. 33 Abs. 1 StGB), weshalb das Verfahren betreffend Hausfriedens-

bruch einzustellen ist (Art. 319 Abs. 1 lit. d und Art. 379 StPO). Da die Vorinstanz 

keinen Schuldspruch betreffend Tätlichkeiten und Sachbeschädigung erlassen 

hat, ist diesbezüglich nichts vorzukehren.  

2.6.Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung nicht zu behandeln 

(Prot. II S. 10f.). 

3. Sachverhalte 

3.1. Beweiswürdigung 

3.1.1. Die Vorinstanz hat die massgebenden Regeln der Beweiswürdigung in  
ihrem Entscheid soweit erforderlich dargestellt, es kann  mit nachfolgenden  

Ergänzungen und  Ausnahmen - darauf verwiesen werden (Urk. 76 S. 8 ff., Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

3.1.1.1. Zum Grundsatz in dubio pro reo, ist zu ergänzen, dass aus der aus Art. 8 
und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten ist, 

dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist (Urteile des 

Bundesgerichts 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2. und 1P.437/2004 vom 

1. Dezember 2004, E. 4.2. f.; Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f. Nr. 180; BGE 

127 I 40, 120 Ia 31 E. 2b). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass 

sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünsti-

gen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung 

Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Überzeugung 

des Richters muss auf einem verstandesgemäss einleuchtenden Schluss beruhen 

und für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/ 

Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, Rz 11 

ff. zu § 54). Dabei beruht die nötige richterliche Überzeugung nicht auf äusseren, 

sondern alleine auf der inneren Autorität eines Beweismittels, bestehend in  

dessen zwingend-überzeugender Kraft (Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl.,  

-   14   - 

Zürich 2004, Rz 291; drs. Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts,  

Zürich/St.Gallen 2009, Rz 229).  

Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des 

Beschuldigten hätte zweifeln müssen (BGE 127 I 41, 124 IV 87 E. 2a). Wenn  

erhebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sach-

verhalt so abgespielt hat, wie er eingeklagt ist, so ist der Beschuldigte nach dem 

Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen (statt vieler: Corboz, "in dubio pro 

reo", in ZBJV 1993 S. 419 f.). Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der 

Nachweis der Tat mit Indizien zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen  

Indizien, deren "Mosaik" (Arzt, In dubio contra, in Zeitschrift für Strafrecht 115,  

S. 197) zu würdigen ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 257 Ziff. 1.4; Pra 2002 

Nr. 180 S. 962 f. Ziff. 3.4.).  

Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des  

Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür 

vorliegen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den 

ihm zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Dabei kann nicht verlangt 

werden, dass die Tatschuld gleichsam mathematisch sicher und unter allen  

Aspekten unwiderlegbar feststehe (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. A., 

Zürich 2004, Rz 288, S. 96). Es muss genügen, wenn vernünftige Zweifel an der 

Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können. Aufgabe des Richters 

ist es, seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesamten  

Beweisergebnisses, zu prüfen, ob er von einem bestimmten Sachverhalt über-

zeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden  

vermag (§ 284 StPO; ZR 72 Nr. 80; Guldener, Beweiswürdigung und Beweislast, 

S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 257 Ziff. 1.4.; BGE 124 IV 88, 120 Ia 31 E. 2c). Es liegt in 

der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute  

Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es genügen, 

dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. Kassa-

tionsgerichtsentscheid vom 26. Juni 2003 Nr. 2002/387S E. 2.2.1 samt  

Hinweisen). Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht mass-

gebend sein, weil solche immer möglich sind (Hauser/Schweri/Hartmann, 

-   15   - 

Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel/Genf/München 2005, Rz 12 

zu § 54, und Urteile des Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom 4. September 2007 

E. 3.4. und 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2.). Es genügt also, wenn 

vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können, hingegen darf 

ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. Lässt sich ein 

Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen mensch-

lichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht, subjektiv mit 

Gewissheit davon überzeugt zu sein.  

Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei 

zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den 

Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend 

ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, ver-

bunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Bei der Würdigung von 

Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdig-

keit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Glaub-

haftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Gemäss BGE 129 I 49 

E.5 hat sich bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Aussagen die Aus-

sageanalyse weitgehend durchgesetzt. Nach dem empirischen Ausgangspunkt 

der Aussageanalyse erfordern wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche 

geistige Leistungen. Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypothese, ob die 

aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen 

Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen  

Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise 

vorgenommen, dass das im Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens 

durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerkmale, so genannte Real-

kennzeichen) und Bewertung der Entstehungsgeschichte der Aussage sowie des 

Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft 

und die persönliche Kompetenz der aussagenden Person analysiert werden. Bei 

der Glaubhaftigkeitsbegutachtung ist immer davon auszugehen, dass die Aus-

sage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese  

Unwahrhypothese (Nullhypothese) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Über-

einstimmung stehen kann, so wird sie verworfen. Es gilt dann die Alternativ-

-   16   - 

hypothese, dass die Aussage wahr sei. Erforderlich ist dafür besonders auch die 

Analyse der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Aussage (vgl. dazu 

die im erwähnten BGE angegebene Literatur). 

Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, das heisst der 

verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tat-

bestandselemente nachzuweisen (vgl. dazu Schmid, a.a.O., S. 198, N 599) und 

nicht der Angeklagte hat seine Unschuld zu beweisen (BGE 127 I 40 und Urteile 

des Bundesgerichtes 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2. und 1P.437/2004 

vom 1. Dezember 2004, E. 4.3.; 6S.154/2004 vom 30. November 2005 E. 4) 

3.1.1.2. Im Entscheid der Vorinstanz wird mehrfach ausgeführt, die Aussagen der 
Beschuldigten seien wenig glaubhaft – "vor allem auch vor dem Hintergrund der 

fehlenden Wahrheitspflicht, da sich der Beschuldigte nach Art. 113 StPO nicht 

selber belasten müsse" (Urk. 76 S. 12 und 13). An anderer Stelle wird erwogen, 

den Aussagen des Beschuldigten sei mit Skepsis zu begegnen, weil er keiner 

Wahrheitspflicht unterliege (a.a.O. S. 22). Dieser Schluss ist unzulässig, er wider-

spricht dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung und letztlich der Unschulds-

vermutung: Es kann nicht zum Nachteil eines Beschuldigten darauf geschlossen 

werden, seine Aussagen seien deshalb weniger glaubhaft, weil er nicht verpflich-

tet ist, wahrheitsgemäss auszusagen.  

Ins gleiche Kapitel gehört die Ausführung der Vorinstanz, wonach einer Zeugen-

aussage höhere Beweiskraft zukommen solle, – "vor allem auch im Hinblick auf 

die Wahrheitspflicht und die drohende Straffolge von Art. 307 StGB, welcher sie 

als Zeugin untersteht.“ (Urk. 76 S. 16 und 17). Auch dieser Schluss ist unzulässig. 

Die prozessuale Stellung einer einvernommenen Person verleiht den Aussagen 

dieser Person nicht per se eine höhere oder tiefere Glaubhaftigkeit. Die Aussagen 

eines Beschuldigten sind grundsätzlich gleichrangig wie diejenigen eines Zeugen 

oder einer Auskunftsperson. Es ist alleine Sache der freien richterlichen Beweis-

würdigung, die Glaubhaftigkeit der Aussagen einer Person zu beurteilen, handle 

es sich nun um einen Beschuldigten, einen Zeugen oder eine Auskunftsperson. 

Allerdings sind die Folgen einer wissentlich falschen Aussage je nach prozessua-

ler Stellung unterschiedlich.  

-   17   - 

3.1.2. Zu Recht ist die Vorinstanz nirgends auf die Glaubwürdigkeit der einver-
nommenen Personen eingegangen. Denn der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer 

einvernommen Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kommt 

kaum mehr relevante Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfin-

dung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten 

Aussagen (BGE 6B_692/2011 vom 9. Februar 2012, E. 1.4; BGE 133 I 33 E. 4.3, 

je mit Hinweisen). Vorliegend geht aus den Akten nichts hervor, was die Glaub-

würdigkeit einer der einvernommenen Personen entscheidend beeinträchtigen 

würde. 

3.2. Raub (HD) 

3.2.1. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt und die vom Beschuldigten A._____ 
unbestrittenen Sachverhaltselemente in ihrem Entscheid zutreffend zusammen-

gefasst, es kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden 

(Urk. 76 S. 10 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.2.2. Den in der Anklageschrift aufgeführten Tatbestand der Freiheitsberaubung 
(vgl. Urk. 31 S. 2 f) hat die Vorinstanz als durch den Schuldspruch hinsichtlich 

Raub konsumiert betrachtet (Urk. 76 S. 29 f.). Nachdem die Staatsanwaltschaft IV 

des Kantons Zürich die Schuld- resp. Freisprüche nicht angefochten hat und ein 

zusätzlicher Schuldspruch dem Verbot der reformatio in peius (Verschlechte-

rungsverbot, Art. 391 Abs. 2 StPO) widersprechen würde, ist auf den Tatbestand 

der Freiheitsberaubung nicht mehr weiter einzugehen.  

3.2.3. Sachliche Beweismittel 

Die Vorinstanz legte in ihrem Entscheid dar, gestützt auf die Aussagen der Privat-

klägerin I._____ und aufgrund der forensischen Beweise sei erstellt, dass der  

Beschuldigte A._____ die Privatklägerin I._____ mit einem Messer bedroht, ihr  

gedroht habe, sie umzubringen und sie unter Drohung in den Keller mitzukommen 

gezwungen habe (Urk. 76 S. 18).  

An diesem Ort ist vorab lediglich darauf hinzuweisen, dass die Sachbeweise  

diese Schlussfolgerung nicht stützen. Am sichergestellten Brotmesser konnten 

-   18   - 

keine verwertbaren Daktylospuren gefunden werden (HD Urk. 14/2). An der  

Klinge des Brotmessers konnte ein DNA-Profil des Beschuldigten A._____ nach-

gewiesen werden (blutverdächtige Anhaftung, HD Urk. 14/3 S. 2). An allen ande-

ren sichergestellten Beweismitteln konnten keine zuordenbare Spuren nach-

gewiesen werden (a.a.O. S. 3 f.). Damit ist lediglich der Nachweis erbracht, dass 

sich an der Klinge des Brotmessers eine vom Beschuldigten A._____ stammende 

Blutanhaftung befand – mehr nicht. Wie diese Spur entstand, wird auf Grund der 

Aussagen der Beteiligten zu eruieren sein. 

3.2.4. Beschuldigter B._____ 

3.2.4.1. Der Beschuldigte B._____ bestritt von allem Anfang, an der ihm zur Last  
gelegten Tat beteiligt gewesen zu sein, er habe sich bei seiner damaligen  

Freundin, H._____, aufgehalten (HD Urk. 9/1 S. 5 ff., Urk. 9/2 S. 2, Urk. 9/3 S. 2, 

Urk. 9/4 S. 3; Urk. 50 S. 4). Dabei blieb er auch heute (Urk. 124  

S. 4).  

3.2.4.2. Der Beschuldigte B._____ wird belastet durch die Aussagen der Privat-
klägerin I._____, die B._____ sowohl bei einer Fotowahlkonfrontation (HD Urk. 

10/3 S. 5, Anhang Fotobogen Nr. 3, HD Urk. 6 S. 6) als auch in der direkten Ge-

genüberstellung in der Befragung als Auskunftsperson erkannte (HD Urk. 10/4 S. 

3). 

Eine weitere Belastung findet sich in den Einvernahmen mit C._____. Bei der Po-

lizei sagte er aus, er würde die beiden weiteren Täter wieder erkennen, wenn er 

sie sähe (Urk. 11/1 S. 4). In einer weiteren polizeilichen Einvernahme erklärte er, 

eine Person, genannt „…“,  auf dem gezeigten Fotobogen als Mitbeteiligten wie-

der zu erkennen (Person Nr. 2, HD Urk. 11/3 S. 3 f., Urk. 13/1; vgl. Urk. 6 S. 7 und 

Anhang zu Urk. 10/3, Fotobogen Nr. 1). Als Zeuge – dem Beschuldigten B._____  

direkt gegenübergestellt – sagte C._____ aus, B._____, den er als „…“ kenne, sei 

ebenfalls dabei gewesen, er habe ihn (C._____) mit einer Flasche schlagen wol-

len (HD Urk. 11/4 S. 3). In der heutigen Berufungsverhandlung deponierte 

C._____ erneut, er sei sich zu 100% sicher, dass der Beschuldigte B._____ am 

10. Oktober 2010 auch vor Ort gewesen sei. Dieser habe eine Flasche gehalten. 

-   19   - 

B._____ sei vom Balkon gesprungen und sei ihm nachgerannt, als er weggerannt 

sei. B._____ habe ihn mit der Flasche, welche er in der Hand gehalten habe, nicht 

geschlagen, aber eine Drohbewegung gemacht, als ob er ihn schlagen würde. 

Weiter bestätigte er, dass diejenige Person, welche er in der Untersuchung als 

"…" bezeichnet habe, der Beschuldigte B._____ sei (Urk. 126 S. 5-9). 

3.2.4.3. Nicht belastet wird er vom Mitbeschuldigten A._____, der aussagte, er sei 
alleine bei C._____ und I._____ gewesen (HD Urk. 8/1 S. 3, Urk. 8/2 S. 2, Urk. 

8/4 S. 2) resp. er könne keine Angaben über die zwei weiteren Männer machen  

(HD Urk. 8/3 S. 2) resp. der Unbekannte sei ein Kollege von C._____ gewesen  

(HD Urk. 8/5 S. 4). Heute blieb er dabei, dass B._____ nicht dabei gewesen sei  

(Urk. 123 S. 6).  

3.2.4.4. H._____ wurde im Untersuchungsverfahren lediglich polizeilich befragt 
(die Vorinstanz bezeichnete sie gleichwohl als Zeugin: Urk. 76 S. 17). Sie sagte 

aus, sie sei am fraglichen Morgen mit dem Beschuldigten B._____ zusammen 

gewesen (HD Urk. 12/2). Die Vorinstanz stellte nicht auf die Aussagen von 

H._____ ab, sondern führte aus, ihre Aussage wirke wenig glaubhaft und es sei 

ihr wenig Gewicht beizumessen. Sodann wurde ins Feld geführt, das Fehlen einer 

formellen Einvernahme als Zeugin durch die Staatsanwaltschaft  

ziehe keine Konsequenzen nach sich, da sie zu Gunsten des Beschuldigten aus-

gesagt habe. Damit seien die Verteidigungsrechte des Beschuldigten nicht  

verletzt worden (Urk. 76 S. 17 f.). Dies ist falsch. Die Vorinstanz hat die Aussagen 

von H._____ zu Lasten des Beschuldigten B._____ nicht berücksichtigt. Wäre die 

Aussage zu Gunsten des Beschuldigten B._____ berücksichtigt worden, wäre da-

von auszugehen gewesen, dass B._____ im fraglichen Zeitpunkt bei seiner dama-

ligen Freundin H._____ war. Erst dann hätte beantwortet werden müssen, wem 

das Gericht Glauben schenkt. Der Beschuldigte B._____ hatte selbstverständlich 

das Recht, dass die von ihm genannte Entlastungszeugin formgerecht gehört 

wird. Dies wurde heute von der Berufungsinstanz nachgeholt.  

H._____ sagte in der polizeilichen Einvernahme aus, B._____ sei in der Nacht 

von Samstag, 9. Oktober 2010, auf den Sonntag, 10. Oktober 2010 die ganze 

Nacht bei ihr gewesen und habe die Wohnung erst am Sonntagnachmittag wieder 

-   20   - 

verlassen. Das Datum konnte sie deshalb angeben, weil sie und B._____ am 

Montag vor dem genannten Wochenende ihr einjähriges Beziehungs-Jubiläum 

gefeiert hätten, mithin am 4. Oktober 2010. B._____ sei die ganze Nacht bei ihr  

gewesen. Wenn er die Wohnung verlassen hätte, hätte sie dies bemerkt. Auf den 

Vorhalt, die Privatklägerin habe aber B._____ eindeutig als Täter erkannt, antwor-

tete H._____ mit der Gegenfrage, „Ist sie sich wirklich sicher?“. Das könne fast 

nicht sein, sie wisse, dass er bei ihr (H._____) gewesen sei. Dies würde sie auch 

gegenüber dem Untersuchungsrichter als Zeugin bestätigen (HD Urk. 12/2 S. 5 

f.).  

H._____ bestätigte heute als Zeugin, sie sei damals die Freundin des Beschuldig-

ten B._____ gewesen. Sie habe damals bei der polizeilichen Befragung die 

Wahrheit gesagt. Sie bestätigte auf entsprechende Fragen, dass sie den  

Beschuldigten B._____ am 27. September 2009 kennen gelernt habe und sie seit 

dem 4. Oktober 2009 dann richtig zusammen gewesen seien. Von sich aus  

konnte sie diese Daten nicht selber nennen, es sei schon lange her. Es sei richtig, 

dass der Beschuldigte damals am Wochenende ab und zu bei ihr übernachtet  

habe. Das Wochenende beginne für sie am Freitag. Sie hätten Anfang Oktober 

2010 das einjährige Jubiläum und den vorgezogenen Geburtstag des Beschuldig-

ten B._____ gefeiert. Das genaue Datum wisse sie nicht mehr. Anfang Oktober  

bedeute für sie in der ersten Woche des Oktober. Es sei zwei bis drei Wochen vor 

dem Geburtstag von B._____ gewesen, genau wisse sie es aber nicht mehr. Der  

Beschuldigte B._____ habe am tt. Oktober Geburtstag. Das habe er ihr so gesagt 

(Urk. 125). 

3.2.4.5. Damit stehen den Aussagen von I._____ und C._____ die Aussagen der  
Zeugin H._____ gegenüber. Es ist folglich zu entscheiden, welcher Version ge-

folgt werden kann. 

Einschränkend zu den Ausführungen der Vorinstanz, die davon ausging, die Aus-

sagen von C._____ seien glaubhaft (Urk. 76 S. 16 f.), ist zu erwähnen, dass 

C._____ nicht in der Wohnung war, als I._____ gemäss ihren Aussagen von drei 

Männern angegangen wurde. Er konnte daher zum Geschehen in der Wohnung 

keine Angaben machen und folglich die Aussagen von I._____ auch nicht bestäti-

-   21   - 

gen (HD Urk. 11/1 S. 3). Es fällt ferner auf, dass C._____ in der ersten polizeili-

chen Befragung zwar von drei Angreifern sprach. Einer habe einen Hammer, der 

andere eine Jack-Daniels-Flasche gehabt (a.a.O. S. 1). Als Zeuge ergänzte er 

dann, einer habe einen Pfefferspray gehabt (HD Urk. 11/2 S. 3 ff.). Dass er bei 

der ersten Einvernahme den Pfefferspray nicht erwähnte, ist unverständlich, war 

doch genau dieser Pfefferspray (und jener von C._____ selber) Thema im Ge-

spräch mit der herbeigerufenen Polizei (a.a.O.). Nicht nachvollziehbar ist, dass 

C._____ die von ihm herbeigerufene Polizei wieder beschwichtigte und fortschick-

te, obwohl er gemäss seinen Aussagen vom Beschuldigten A._____ massiv und 

„sehr stark“ mit dem Hammer geschlagen worden sei (a.a.O.). Allerdings sind die 

von C._____ behaupteten Verletzungen im Protokoll der ärztlichen Untersuchung 

nicht zu finden (HD Urk. 15/8 S. 2). Insgesamt können die Aussagen von C._____ 

nicht als uneingeschränkt glaubhaft bezeichnet werden.  

Die Aussagen der Privatklägerin I._____ erwecken indessen ebenfalls gewisse 

Zweifel, worauf bereits die Vorinstanz hingewiesen hat (Urk. 76 S. 18 ff.).  

Zunächst ist nicht nachvollziehbar, dass sie die Fotos von B._____, die sie von 

Facebook heruntergeladen und angeblich auf ihrem Handy hatte, löschte und sie  

offensichtlich auch nicht der Polizei zeigte (HD Urk. 10/2 S. 4 f., Urk. 10/3 S. 2 ff., 

Urk. 13/3), denn immerhin handelte es sich um jenen Täter, der sie mit einer 

Schere und einem Hammer bedroht haben soll (HD Urk. 10/4 S. 4). Ihre Aussage, 

sie habe die Fotos gelöscht, weil sich niemand dafür interessiert habe (HD  

Urk. 10/3 S. 3) erscheint alles andere als glaubhaft. Auf die Bemerkung des  

Polizeibeamten, ob es denn so unmöglich gewesen wäre, die Fotos noch einmal 

herunterzuladen, folgte die Ausrede, sie habe kein Internet gehabt (a.a.O. S. 4), 

was ebenso unglaubhaft wirkt. Sodann hat I._____ den dritten Mann auf dem Fo-

tobogen der Polizei zunächst zu 50 % und danach zu 99 % erkannt. Es handelt 

sich um die Foto von J._____ (a.a.O. S. 4 f., vgl. Anhang, Fotobogen 2 und HD 

Urk. 13/2). Allerdings schloss die Polizei dann wegen des  

Grössenunterschieds mit grösster Wahrscheinlichkeit aus, dass der Genannte als 

Täter in Frage kommt (HD Urk. 6 S. 7). I._____ sagte ferner aus, der Beschuldigte 

habe das Brotmesser, mit welchem er sie bedroht habe, im Keller in die hintere 

Gesässtasche seiner Hose gesteckt. Sie habe es in einem unbemerkten Augen-

-   22   - 

blick herausziehen und bei der Eingangstüre in einer Schachtel mit Zeitungen 

verstecken können (HD Urk. 10/1 S. 2 f., Urk. 10/2 S. 10 f.). Das Messer wurde 

dort auch aufgefunden (HD Urk. 2 S. 8 f.). Es handelt sich um ein Messer mit  

einer Klingenlänge von ca. 21 cm und einer Gesamtlänge von ca. 33,5 cm  

(HD Urk. 14/1 S. 4). Es erscheint schon sehr aussergewöhnlich, dass der  

Beschuldigte A._____ das eher grosse Messer in seine Gesässtasche gesteckt 

haben soll und er dann nichts bemerkte, als I._____ es ihm wegnahm. Ebenso  

ungewöhnlich ist, dass der Beschuldigte A._____ später nach dem Messer  

gefragt, sich aber nicht mehr darum gekümmert haben soll (HD Urk. 10/1 S. 3). 

I._____ zählte als Deliktsgut bei der Polizei zunächst die folgenden Gegenstände 

auf (HD Urk. 10/1 S. 3 f.): zwei oder drei Uhren, Hemden, einen Laptop, ein Mobil-

telefon und weitere Sachen. Am Ende der Einvernahme ergänzte I._____ die Lis-

te mit einer Flasche Parfüm und dem Autoschlüssel. Sie ergänzte, es habe sich 

bei den Uhren um zwei Roleximitate und eine Swatch gehandelt, es seien zudem  

etwa 15 Hemden gewesen (a.a.O. S. 8). Als Zeugin sagte sie dann nichts mehr 

von ihrem Mobiltelefon und dem Autoschlüssel (HD Urk. 10/2 S. 12). Das Handy 

erwähnte I._____ dafür in der Befragung als Auskunftsperson wieder. Ferner 

nannte sie den Laptop sowie Hemden und Uhren. Aus dem Parfüm wurde nun ei-

ne „Tasche mit wertvollen Parfüms“. Hinzu kam eine Tasche aus Stoff (HD Urk. 

10/4 S. 4 ff.). Die Aussagen über das Deliktsgut wirken insgesamt nicht sehr ver-

trauenerweckend (und widersprechen teilweise jenen von C._____, vgl. HD  

Urk. 11/4 S. 4). Ergänzt wurde die Beschuldigung gegenüber dem Beschuldigten 

B._____: Er habe ihr „ein bisschen Haare abgeschnitten mit der Schere“ (a.a.O. 

S. 4, Urk. 10/2 S. 13). Davon war allerdings in der ersten Einvernahme noch nicht 

die Rede gewesen: Der dritte Mann habe mit der Schere vor ihrem Gesicht her-

um-geschnippt, sie wisse nicht mehr, ob er sie damit berührt habe (HD Urk. 10/1  

S. 7). Zu Beginn sagte I._____ wiederholt aus, sie wisse nicht, welcher der Män-

ner ihr die Kratzer am Bauch zugefügt habe (HD Urk. 10/1 S. 4, Urk. 10/2 S. 13). 

In der letzten Einvernahme sagte sie dann als Auskunftsperson aus, es sei der  

Beschuldigte A._____ gewesen (HD Urk. 10/4 S. 4). 

All diese Ungereimtheiten erwecken wie erwähnt gewisse Zweifel an der Glaub-

haftigkeit der Aussagen von I._____. Es kann zwar nicht gesagt werden, dass ihre 

-   23   - 

Aussagen insgesamt unglaubhaft seien, sind doch gewisse Abweichungen von 

Einvernahme zu Einvernahme durchaus üblich und erklärbar. Angesichts des 

Umstandes, dass teilweise Kernbereiche der Beschuldigungen nicht ohne  

Weiteres erklärbare Ungereimtheiten aufweisen, kann nicht gesagt werden, die 

Aussagen von I._____ seien von grosser Überzeugungskraft.  

Die Aussagen des Beschuldigten B._____ entziehen sich einer genaueren Analy-

se, machte er doch angesichts seiner Bestreitung, überhaupt beteiligt gewesen zu 

sein, keine Aussagen zum Sachverhalt. Es kann aber zu seinem Nachteil nicht 

einfach aus den Bestreitungen auf Unglaubhaftigkeit der Aussagen geschlossen 

werden.  

Auch heute konnte die Zeugin H._____ dem Beschuldigten B._____ kein wasser-

dichtes Alibi geben. Dies, da sie auch heute nicht mit letzter Sicherheit sagen 

konnte, ob der Beschuldigte B._____ am Wochenende vom 9./10. Oktober 2010 

bei ihr gewesen ist. Aber aufgrund der Anknüpfung, dass sie Anfang Oktober 

2010 das einjährige Jubiläum und den vorgezogenen Geburtstag des Beschuldig-

ten B._____ gefeiert hätten, deutet einiges daraufhin, dass der Beschuldigte am 

9./10. Oktober 2010 bei der Zeugin H._____ gewesen ist. Auch bestätigte sie 

heute die bei der Polizei gemachten Aussagen. Der 9./10. Oktober 2010 war das 

dem 4. Oktober 2010 folgende Wochenende und lag in der ersten "vollständigen"  

Oktoberwoche. Die Aussagen der Zeugin H._____ sind daher, auch wenn sie kein 

sicheres Alibi liefern, als grundsätzlich glaubhaft und zu Gunsten des  

Beschuldigten B._____ zu gewichten. Daran ändert nichts, dass sie von einem  

falschen Geburtsdatum von B._____ ausging, lässt sich den Akten doch nicht 

entnehmen, auf welche Weise ihr das Geburtsdatum effektiv übermittelt wurde; 

sie will es von B._____ erfahren haben. 

3.2.4.6. Dafür, dass sich der Beschuldigte B._____ in der Wohnung des Privat-
klägers C._____ an der … [Adresse] aufgehalten hat, liegen keine Sachbeweise 

vor. Wie erwähnt stammen die einzigen gefunden Spuren vom Beschuldigten 

A._____ und wurden am sichergestellten Messer festgestellt (vgl. Ziff. 3.2.3. hier-

vor). Dass keine Spuren in der Wohnung gesichert wurden, bedeutet zwar nicht 

per se, dass sich der Beschuldigte B._____ nicht in der Wohnung  

-   24   - 

befunden hat. Offenbar wurde aber in der Wohnung keine Spurensicherung vor-

genommen, was angesichts des Tatvorwurfs erstaunt; dies darf jedoch nicht dem 

Beschuldigten angelastet werden. Somit liegen zur Klärung, ob der Beschuldigte 

B._____ ebenfalls am Tatort zugegeben war, einzig die Aussagen der Privatklä-

ger I._____ und C._____ sowie des Beschuldigten A._____ vor, nebst jenen von 

B._____ selbst. 

Zur Identifikation des Beschuldigten B._____ bzw. dass dieser am besagten Mor-

gen in der Wohnung des Privatklägers C._____ zugegen war, liegen nur die Aus-

sagen der Privatkläger I._____ und C._____ vor. Wie die Privatklägerin I._____ 

auf den Beschuldigten B._____ als einer der Täter kam, ist nicht ganz nachvoll-

ziehbar. Die Version der Privatklägerin, dass sie den Beschuldigten B._____ im 

Facebook auf einem Foto erkannt habe, die Polizei aber kein Interesse an diesem 

Foto gehabt habe, überzeugt nicht. Weiter erstaunt, wie es die Verteidigerin des 

Beschuldigten A._____ korrekt ausführte (Urk. 127 S. 6), dass die Privatklägerin 

I._____ den Beschuldigten B._____ erst bei der zweiten Einvernahme als "…" 

bezeichnete, obwohl sie diesen offenbar gekannt haben soll. Auch dass die Pri-

vatklägerin zuerst einen J._____ als den dritten Täter erkannt haben will, und sich 

dann bei der späteren Konfrontation doch wieder nicht ganz sicher war, lässt ge-

wisse Zweifel an der Identifikation der mutmasslichen Täter durch die Privatkläge-

rin I._____ aufkommen. Es ist jedoch nicht gänzlich auszuschliessen, dass die 

Privatklägerin zwar überzeugt war, den Beschuldigten B._____ als Täter zu er-

kennen, diesen jedoch verwechselt hat. Wenn man die Fotos der Wahlbild-

konfrontation betrachtet (Anhang zu HD Urk. 10/3), ist nicht zu verkennen, dass 

sich einige der abgebildeten Personen ähnlich sehen. Nicht zu unterschätzen ist 

allerdings auch die Gefahr, dass dann, wenn eine Person beispielsweise anhand 

einer Foto identifiziert worden ist, die gleiche Person später erneut als Täter  

bezeichnet wird. Dies heisst, wenn bei einer ersten Identifizierung eine Falsch-

identifizierung vorgenommen wurde, kann dies in einer späteren Identifizierung 

nachwirken, und zwar auch dann, wenn die spätere Identifizierung nach allen  

Regeln der Kunst vorgenommen wird (G. Köhnken, Gegenüberstellungen, Krimi-

nalistik 1993, S, 231). 

-   25   - 

Der Privatkläger C._____ erklärte bei der ersten Befragung zwar, er hätte die bei-

den anderen Angreifer schon mit dem Beschuldigten A._____ gesehen. Er erinne-

re sich aber nicht an die beiden Namen (HD Urk. 11/1 S. 4). Auffallend ist aber, 

dass er dann bei der dritten Einvernahme auf Vorhalt eines Fotobogens erklärt, 

der zweite Täter heisse "…". Das habe ihm einer gesagt. Weiter erklärte er, eine  

Freundin [die Privatklägerin I._____] habe ihm erzählt, dieser "…" habe sie in der 

Wohnung bedroht. Sie habe ihm auch Fotos auf Facebook von "…"  

gezeigt (HD Urk. 11/1 S. 3f.). Dieses Aussageverhalten lässt etwas den Verdacht 

aufkommen, dass er den zweiten Täter erst unter dem Einfluss seiner vormaligen 

Freundin, der Privatklägerin I._____, als den Beschuldigten B._____ erkannte. 

Zur Wahlbildkonfrontation durch die Privatkläger C._____ und I._____ am 18. 

bzw. 19. Oktober 2010 (HD Urk. 13) liegen keine Fotos bei den Akten und bringen  

daher zur Erstellung des Sachverhalts bzw. der Identifikation der Täter nichts.  

Insgesamt bestehen daher gewisse Zweifel an der Identifikation der mutmassli-

chen Täter durch die Privatkläger I._____ und C._____. 

3.2.4.7.  Es ist richtig, dass sowohl die Privatklägerin I._____ als auch der Privat-
kläger C._____ konsequent von drei Tätern sprechen, was für die Version der  

Anklage spricht. Aber der Beschuldigte A._____ sagte von Anfang an immer aus, 

alleine gewesen zu sein. Auch als die Polizei an den Wohnort der Privatkläger 

ausrückte, traf sie bei beiden Malen nur auf den Beschuldigten A._____. Weitere 

Personen - nebst der Privatklägerin I._____ in der Wohnung und dem Anzeige-

erstatter C._____ - wurden nicht angetroffen, so auch nicht der Beschuldigte 

B._____ (HD Urk. 1). Zudem ist schwer nachvollziehbar, wenn es dem Beschul-

digten A._____ nur darum gegangen sein soll, das Darlehen zurück zu erhalten, 

und wenn beim Überfall in der Wohnung der Privatkläger tatsächlich wie in der  

Anklage umschrieben drei Täter beteiligt gewesen sein sollen, dass dann dem 

Privatkläger C._____, welcher im angeblichen Tatzeitpunkt bzw. bei der Kontrolle 

vor Ort einen grösseren Bargeldbetrag auf sich trug (HD Urk. 11/1 S. 4), dieses 

Bargeld nicht abgenommen wurde. Bei einer Übermacht von drei gegen eins wäre 

dies wohl möglich und zu erwarten gewesen. Dazu kommen wie erwähnt die Aus-

-   26   - 

sagen der Zeugin H._____, welche für die Sachverhaltsversion sprechen, dass 

der Beschuldigte B._____ nicht beteiligt und am Tatort nicht anwesend war.  

3.2.4.8. Während die Aussagen von I._____ – zumindest bezüglich Beteiligung 
des Beschuldigten B._____ - durch jene von C._____ gestützt werden, finden die 

Aussagen von H._____ in den Depositionen des Beschuldigten B._____ eine 

Stütze. Eine klare Überzeugung für die eine oder andere Version lässt sich nicht 

gewinnen, wobei wie erwähnt aufgrund des Aussageverhaltens der Privatkläger 

I._____ und C._____ deutliche Zweifel an deren Sachverhaltsversion aufkommen. 

Insgesamt bleiben daher unüberwindbare Zweifel, dass sich der Sachverhalt an-

klagegemäss zugetragen hat, insbesondere dass der Beschuldigte B._____ und 

ein weiterer dritter unbekannter Täter beteiligt gewesen sein soll. Dazu hält die 

Verteidigerin des Beschuldigten A._____ zutreffend fest (Urk. 127 S. 4), wenn der 

Beschuldigte B._____ nicht in der Wohnung des Privatklägers C._____ war, bzw. 

an der Tat nicht beteiligt war, müssen die Aussagen der Privatkläger I._____ und 

C._____ zumindest diesbezüglich als unglaubhaft taxiert werden und das Funda-

ment der Anklage betreffend den Beschuldigten B._____ fällt in sich zusammen.  

In Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo (im Zweifel zu Gunsten des An-

geklagten, Art. 10 Abs. 3 StPO) ist daher der Beschuldigte B._____ der einge-

klagten Delikte freizusprechen. 

3.2.5. Beschuldigter A._____ 

3.2.5.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten zusammengefasst, 
es kann vorab darauf verwiesen werden (Urk. 76 S. 11 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.2.5.2. Die Aussagen wurden von der Vorinstanz als wenig nachvollziehbar und 
wenig glaubhaft bezeichnet (a.a.O. S. 12). Dies ist zu überprüfen. 

Zunächst ist auf die Einvernahme einzugehen, in welcher der Beschuldigte im 

Hinblick auf eine Erledigung mittels Strafbefehl ein vollumfängliches Geständnis 

ablegte und welche die Vorinstanz als unverwertbar erachtete. Hier ist zunächst 

festzuhalten, dass ihm in dieser Einvernahme mehrfache Tätlichkeiten, Haus-

friedensbruch, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfache Drohung und mehr-

-   27   - 

fache Nötigung vorgeworfen wurde, nicht aber Raub (HD Urk. 8/3 S. 3 ff.). Im  

Berufungsverfahren anerkennt der Beschuldigte A._____ Tätlichkeiten und Sach-

beschädigung (Urk. 84 S. 2). Es ist somit nicht so abwegig, wenn der Beschuldig-

te A._____ ausführt, er habe mit der damals zuständigen Staatsanwältin einen 

„Deal“ machen wollen, um in den Genuss von gemeinnütziger Arbeit zu kommen 

(Urk. 49 S. 4). In diesem Sinne argumentierte auch seine Verteidigerin (Urk. 54  

S. 3). Das „Geständnis“ vom 2. Dezember 2010 kann daher nicht zum Nennwert 

genommen werden. Immerhin kann entnommen werden, dass der Beschuldigte 

A._____ schon damals bestätigte, gegen die Privatklägerin I._____ handgreiflich 

geworden zu sein und den in der Wohnung festgestellten Sachschaden ange-

richtet zu haben. 

Der Argumentation der Vorinstanz, das Lachen des Beschuldigten während der 

Einvernahmen und das Bezichtigen der Privatkläger der Lüge und der Spinnerei, 

seien Lügensignale (Urk. 76 S. 12), kann nicht ohne Weiteres gefolgt werden. 

Denn wenn die Version des Beschuldigten A._____ als wahr unterstellt wird, 

mussten ihm die ihm vorgehaltenen Aussagen der Privatkläger I._____ und 

C._____ in der Tat als „Spinnerei“, als völlig übertrieben und teilweise erfunden, 

vorkommen. Aus dieser Sicht wären die Reaktionen des Beschuldigten zumindest 

nicht völlig weltfremd, sondern einfühlbar. 

Es fällt auf, dass der Beschuldigte bereits in der ersten Einvernahme zugab, dem 

Privatkläger C._____ vor dessen Wohnung Pfefferspray ins Gesicht gesprayt zu  

haben. Ferner gestand er, auf der Suche nach Geld, welches er C._____ vor lan-

ger Zeit ausgeliehen habe, die Wohnung und den Keller durchsucht und dabei die 

Wohnung „durcheinander“ gebracht zu haben (HD Urk. 8/1). Er stellte auch in der 

staatsanwaltschaftlichen Befragung in Abrede, ein Messer gehabt und I._____ 

damit bedroht zu haben. Er habe auch nichts aus der Wohnung weggenommen 

und habe C._____ nicht mit dem Hammer geschlagen (HD Urk. 8/2). In der 

Schusseinvernahme vom 28. Oktober 2011 wiederholte er die früheren Aussa-

gen. Nachdem er in der Wohnung eine Stunde lang vergeblich auf C._____ ge-

wartet habe, habe er begonnen, dessen Sachen kaputt zu machen. Als C._____ 

dann gekommen sei, seien sie aufeinander losgegangen, von Hand, aber nicht 

-   28   - 

mit dem Hammer (HD Urk. 8/5). Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Aussagen des 

Beschuldigten A._____ – wird vom „Geständnis“ in der Einvernahme vom 2. De-

zember 2010 abgesehen – folgerichtig und widerspruchsfrei. Gleich verhält es 

sich auch mit der spärlichen Befragung durch die Vorinstanz (Urk. 49), auch dort 

lassen sich keine Widersprüche finden.  

Auffallend ist weiter, dass der Beschuldigte A._____ das Eintreffen der Polizei 

abwartete, obwohl er gemäss den Aussagen von C._____ diesen massiv mit ei-

nem Hammer geschlagen haben soll. Hier überzeugen wohl eher die Aussagen 

des Beschuldigten A._____ als jene von C._____. Ferner hat der Beschuldigte 

A._____ auch freimütig zugegeben, C._____ Pfefferspray ins Gesicht gesprüht 

und die Wohnung „zerstört“ zu haben, was als Realkennzeichen zu Gunsten der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu werten ist. Die Schilderung, dass er in der  

Wohnung eine Flasche Champagner genommen, daraus getrunken und sich 

dann nach unten begeben habe, als er die Polizei ein zweites Mal habe kommen 

hören, deckt sich mit den Feststellungen der Polizei (HD Urk. 1 S. 6), den Aus-

sagen von C._____ (HD Urk. 11/2 S. 4) und jenen von I._____ (HD Urk. 10/1 S. 

5). Es ist nicht einzusehen, dass der Beschuldigte A._____ ruhig in der Wohnung 

auf das Eintreffen der Polizei gewartet haben soll, sollten die Vorwürfe bezüglich 

Raub etc. tatsächlich zutreffen. Letztlich ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

A._____ nicht im Besitze von Diebesgut war, als er von der Polizei verhaftet  

wurde.  

Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz können im Aussageverhalten des  

Beschuldigten A._____ keine relevanten Widersprüche und Lügensignale erkannt 

werden. Seine Aussagen können daher nicht so ohne Weiteres als wenig glaub-

haft bezeichnet werden.  

3.2.5.3. Werden die Aussagen des Beschuldigten A._____ jenen der beiden  
Privatkläger I._____ und C._____ gegenübergestellt, kann keine klar überwie-

gende Überzeugung für die eine oder andere Version gewonnen werden. Die ein-

zige Person, welche den Beschuldigten A._____ in der Wohnung (und allenfalls 

im Keller) beobachtete, war die Privatklägerin I._____. Der Privatkläger C._____ 

konnte dazu nichts sagen. Die Aussagen der Privatklägerin I._____ sind indessen 

-   29   - 

nicht derart überzeugend, dass alleine gestützt darauf eine Verurteilung wegen 

Raubes erfolgen könnte. Hinzu kommt, dass die Aussagen des Privatklägers 

C._____ über das Geschehen auf der Strasse in recht grossen Teilen mit den 

Aussagen des Beschuldigten A._____ und den Feststellungen der Polizei über-

einstimmen. Und schliesslich bestehen wie erwähnt Zweifel an den Aussagen der 

Privatkläger I._____ und C._____ betreffend der Identifikation bzw. der Teilnahme 

des Beschuldigten B._____ am zu beurteilenden Vorfall, was ebenfalls Zweifel an 

der Glaubhaftigkeit der restlichen Sachverhaltsschilderungen der Privatkläger 

aufkommen lässt und schliesslich nicht unüberwindbare Zweifel bestehen, ob sich 

der Sachverhalt in Bezug auf den Beschuldigten A._____ anklagegemäss zuge-

tragen hat. 

3.2.5.4. Dies führt daher auch beim Beschuldigten A._____ in Anwendung des 
Grundsatzes in dubio pro reo zum Freispruch hinsichtlich des Vorwurfes des 

Raubes.  

3.3. Hausfriedensbruch 

Das Verfahren wegen Hausfriedensbruch ist wie vorstehend erwähnt (Ziff. 2.5) 

aufgrund des Rückzugs des Strafantrages einzustellen, weshalb sich weitere Aus-

führungen erübrigen.  

3.4. Tätlichkeiten und Sachbeschädigung 

3.4.1. Der Beschuldigte A._____ hat zwar vor Vorinstanz eine Verurteilung  
wegen dieser Delikte beantragt (Urk. 84 S. 2). Heute führte die Verteidigerin 

 jedoch aus, der Vorwurf der Tätlichkeiten werde bestritten (Prot. II S. 26). Ein 

Schuldspruch wegen Sachbeschädigung scheitert schon daran, dass dieses  

Delikt in der Anklageschrift nicht umschrieben ist (Urk. 31 S. 3 f.). Ebenfalls nicht 

umschrieben ist, dass der Beschuldigte A._____ gegen den Privatkläger C._____ 

den Pfefferspray eingesetzt habe. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung 

vor Vorinstanz kann daher in diesem Punkt auch keine Verurteilung ihres  

Mandanten wegen Tätlichkeiten erfolgen.  

 

-   30   - 

3.4.2. Als Tätlichkeiten resp. Sachbeschädigung umschrieben finden sich die  
folgenden Handlungen (Urk. 31 S. 3 f.): 

- "(…) wo er [A._____] begann, den Keller zu durchsuchen und Kissen 

aufzuschneiden." 

- „Zudem schnitt er [der Beschuldigte B._____] ihr auch etwas Haar ab.“  

- „(…) und A._____ zerschnitt mit einem Messer das T-Shirt I._____s, 

wodurch diese zwei ca. 5 cm lange, oberflächliche Kratzer am Bauch 

erlitt.“  

- „Als C._____ in der Folge gegen ca. 08.50 Uhr bei seiner  

Wohnung eintraf, gingen A._____ und B._____ auf ihn los, wobei 

A._____ den Geschädigten C._____ mit einem Hammer zweimal auf 

den Oberarm schlug (…)“ 

Strafanträge von I._____ und C._____ liegen vor (HD Urk. 3 und 4);  

allerdings zog C._____ seinen Strafantrag anlässlich der Berufungsverhandlung  

zurück.   

3.4.2.1. Nachdem hinsichtlich dem Beschuldigten B._____ ein Freispruch wegen 
Raubes und Hausfriedensbruchs erfolgt, weil nicht rechtsgenügend nachge-

wiesen werden kann, dass er zur fraglichen Zeit in der Wohnung von C._____ 

war, kann auch nicht nachgewiesen werden, dass B._____ der Geschädigten 

I._____ Haare abgeschnitten hat. 

3.4.2.2. Der Beschuldigte A._____ hat anerkannt, im Keller gewesen zu sein und 
dort alles durchsucht zu haben (HD Urk. 8/1 S. 4, Urk. 8/2 S. 2). Auf den Vorhalt, 

Kissen aufgeschnitten zu haben, antwortete A._____, er habe kein Messer  

gehabt, das stimme nicht (HD Urk. 8/1 S. 5).  

Auf den Fotos des Tatortes kann nicht erkannt werden, ob der Beschuldigte  

A._____ im Keller Kissen aufgeschnitten hat (HD Urk. 2 S. 5 f.). Im Rapport der 

Stadtpolizei sind unter der Rubrik "Sachschaden" keine aufgeschnittenen Kissen 

aufgeführt (HD 2 Urk. 1 S. 7). 

-   31   - 

3.4.2.3. Anlässlich der Untersuchung am 10. Oktober 2010 durch das Institut für 
Rechtsmedizin der Universität Zürich wurden am Oberbauch der Privatklägerin 

I._____ auf der rechten Seite zwei parallel zueinander verlaufende, strichförmige 

und oberflächliche Hautabschürfungen festgestellt. Gemäss Beurteilung der 

Rechtsmediziner sind diese Hautveränderungen Ausdruck stattgehabter, stumpfer 

Gewalteinwirkung und könnten durchaus im Rahmen des geltend gemachten  

Ereignisses, beispielsweise durch Ritzen der Haut mit der Spitze eines Messers 

oder einer Schere, entstanden sein. Aufgrund der erreichbaren Lokalisation und 

der Morphologie (Oberflächlichkeit) dieser Hautabschürfungen sei eine Selbst-

beibringung nicht auszuschliessen (HD Urk. 15/9 S. 2). 

Das Forensische Institut Zürich hält in seinem Vorbericht vom 27. Oktober 2010 

fest, das sichergestellte schwarze T-Shirt weise zwei je etwa 9 bis 10 cm lange 

Beschädigungen auf, die ein Dreieck bilden. Diese Defekte lägen ungefähr im 

 Bereich der parallel verlaufenden Ritz-/Kratzspuren. Das Spurenbild weise darauf 

hin, dass im Bereich der Defekte gerissen worden sei. Nur durch Schneiden/  

Stechen alleine seien die Defekte aber nicht verursacht worden (HD Urk. 14/1  

S. 4). 

Die Privatklägerin sagte als Zeugin aus, der Beschuldigte A._____ habe im Bad 

ein Messer in der Hand gehabt, ein normales Küchenmesser. "…" habe 

 eine Schere gehabt (HD Urk. 10/2 S. 6, S. 13). Die pauschale Frage, ob der  

Beschuldigte A._____ sie tätlich angegangen habe, verneinte die Zeugin (a.a.O. 

S. 11). Danach gefragt, wer ihr T-Shirt aufgeschnitten habe, sagte die Zeugin  

I._____ aus, sie wisse es nicht genau, damals seien [die Täter] zu Dritt gewesen. 

Sie habe Angst gehabt und sich nach unten geneigt (a.a.O. S. 13). In diesem  

Sinne hatte sie schon bei der Polizei ausgesagt (HD Urk. 10/1 S- 4). In der nächs-

ten Einvernahme als Auskunftsperson machte I._____ dann geltend, A._____ ha-

be ihr das T-Shirt mit dem Messer zerschnitten und dabei habe sie die Kratzer am 

Bauch erlitten (HD Urk. 10/4 S. 4). Die Aussagen von I._____ sind - nebst den  

Aussagen zur Anzahl und Identität der angeblichen Täter - auch hinsichtlich der 

erlittenen Verletzung am Bauch alles andere als stringent, widerspruchsfrei und 

überzeugend.  

-   32   - 

Der Beschuldigte A._____ bestritt über alle Einvernahmen hinweg, ein Messer in 

der Hand gehalten, die Privatklägerin I._____ damit bedroht oder sie gar mit dem 

Messer verletzt zu haben, es kann dazu auf die vorstehenden Erwägungen ver-

wiesen werden.  

Am sichergestellten Messer konnten am Griff keine Spuren festgestellt werden 

(HD Urk. 14/3 S. 3). Die Blutanhaftung an der Klinge des Messers, die dem  

Beschuldigten A._____ zugeordnet werden konnte (a.a.O. S. 2), beweist nicht, 

dass A._____ das Messer gegen die Privatklägerin I._____ eingesetzt, ihr damit 

das T-Shirt aufgerissen und ihr die Kratzer am Bauch zugefügt hat.  

Die vorhandenen Beweismittel genügen folglich nicht, den in der Anklage aufge-

führten Sachverhalt nachzuweisen.  

3.4.3. Wie bereits ausgeführt (vorne Ziff. 3.2.5.2 f.), kann mit den Aussagen der 
Privatkläger der Nachweis nicht erbracht werden, dass der Beschuldigte A._____ 
den Geschädigten C._____ mit einem Hammer geschlagen haben soll. 

3.4.4. Eine Verurteilung des Beschuldigten B._____ wegen Tätlichkeiten (Haare  
abgeschnitten) resp. des Beschuldigten A._____ wegen Sachbeschädigung  
(Beschädigung des T-Shirts) oder Tätlichkeiten (Zufügen von oberflächlichen 

Kratzern und Schläge mit dem Hammer) fällt damit ausser Betracht. 

Nachdem die Vorinstanz hinsichtlich der unter dieser Ziffer aufgeführten Teil-

sachverhalte weder Schuldsprüche noch Freisprüche ins Dispositiv aufgenommen 

hat, erübrigen sich vorliegend Freisprüche.  

3.5. Zusammengefasst sind die Beschuldigten B._____ und A._____ des Raubes 
im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des Hausfriedensbruches im Sinne 

von Art. 186 StGB, somit vollumfänglich, freizusprechen. 

 

 

-   33   - 

4. Zivilforderungen 

Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ ist 
dem Ausgang des Verfahrens entsprechend mangels Haftungsgrundlage abzu-

weisen (Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO). 

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

5.1. Kosten 

Die Kosten der amtlichen Verteidigungen für das Untersuchungsverfahren und 

das erstinstanzliche Gerichtsverfahren sind ohne Nachforderungsrecht auf die 

Gerichtskasse zu nehmen.  

Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen 

Verteidigungen, sind auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

5.2. Entschädigungen 

5.2.1. Allgemeines 

Die freigesprochene Person hat u.a. Anspruch auf eine Entschädigung der  

wirtschaftlichen Einbusse, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafver-

fahren entstanden sind und auf Genugtuung für besonders schwere Verletzungen 

ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 

StPO).  

Aus der Praxis des Bundesgerichtes (Entscheid 6B_574/2010 vom 31. Januar 

2011E.2.3, mit Hinweisen) lässt sich der Grundsatz ableiten, dass demjenigen, 

der zu Unrecht einer schweren Straftat verdächtigt und deshalb ungerechtfertigt 

inhaftiert worden ist, ein gewisser Mindestbetrag als Genugtuung zustehen muss, 

sofern eine Gesetzesgrundlage für eine entsprechende Entschädigung für recht-

mässige aber unverschuldete Haft besteht. Dieser Mindestbetrag ist nach Mass-

gabe der Dauer der vollzogenen Haft zu erhöhen. Da die Tatsache der schweren 

strafrechtlichen Verdächtigung einen Hauptbestandteil des erlittenen "tort moral" 

ausmacht, wäre jedoch eine lineare Erhöhung des erwähnten Grundbetrages 

-   34   - 

nicht gerechtfertigt. Im Sinne dieser Praxis ist für die Tatsache der Inhaftierung 

wegen Verdachts einer schweren Straftat ein gewisser minimaler Grundbetrag 

von jedenfalls einigen tausend Franken zuzusprechen, der aufgrund der erlittenen 

Haft und der damit zusätzlich verbundenen immateriellen Beeinträchtigungen 

heraufzusetzen ist. Dabei ist jedoch keine "lineare" Multiplikation mit der Anzahl 

der Hafttage vorzunehmen. Die Festlegung der Höhe der Genugtuung beruht auf 

richterlichem Ermessen. Bei dessen Ausübung kommt den Besonderheiten des 

Einzelfalles entscheidendes Gewicht zu. Aufgrund der Art und der Schwere der 

Verletzung ist zunächst die Grössenordnung der in Frage kommenden Genugtu-

ung zu ermitteln. In einem zweiten Schritt sind die Besonderheiten des Einzel-

falles, die eine Verminderung oder Erhöhung der zuzusprechenden Summe nahe-

legen, zu würdigen. Das Bundesgericht erachtet bei kürzeren Freiheitsentzügen 

Fr. 200.-- pro Tag als angemessene Genugtuung, sofern nicht aussergewöhnliche 

Umstände vorliegen, die eine höhere oder eine geringere Entschädigung zu recht-

fertigen vermögen. Bei längerer Untersuchungshaft (von mehreren Monaten  

Dauer) ist der Tagessatz nach der dargelegten Praxis in der Regel zu senken, da 

die erste Haftzeit besonders erschwerend ins Gewicht fällt. 

5.2.2. Beschuldigter B._____ 

Der Beschuldigte B._____ befand sich vom 6. April 2011, 08.00 Uhr (HD Urk. 

22/2), bis zum 16. Juni 2011, 11.10 Uhr (HD Urk. 22/15), mithin während 72 Ta-

gen in Haft.  

Er ist nicht verheiratet, hat aber zwei Kinder im Alter von (heute) 7 und 6 Jahren, 

die bei ihrer Mutter leben (Urk. 124 S. 2). Bei der Vorinstanz führte er aus, er  

arbeite weiterhin und habe jedes Wochenende die beiden Kinder (Urk. 50 S. 3 f.). 

Auch heute führte er aus, dass er noch am selben Ort arbeite und einen sehr 

guten Kontakt zu seinen Kindern habe (Urk. 124 S. 2). 

Im vorinstanzlichen Verfahren hat sein Verteidiger die Höhe der Entschädigung 

für die erlittene Haft dem Gericht überlassen (Urk. 56 S. 8). Im Berufungsver-

fahren stellte er keine expliziten Anträge zur Genugtuung (Urk. 128). 

-   35   - 

Für die ersten 30 Tage der Haft ist die Genugtuung in Anbetracht der persönli-

chen Verhältnisse des Beschuldigten - vor allem der mit den Kindern erschwerte 

Kontakt - auf Fr. 4'000.- festzusetzen. Für die restliche Haftdauer rechtfertigt sich 

eine etwas reduzierte Summe von Fr. 3'000.-. Demgemäss sind dem Beschuldig-

ten B._____ für die erlittene Haft Fr. 7'000.- als Genugtuung zuzusprechen. 

Eine Entschädigung für wirtschaftliche Einbussen wurde weder beantragt noch ist 

eine Grundlage dafür vorhanden. 

5.2.3. Beschuldigter A._____ 

Der Beschuldigte A._____ befand sich vom 10. Oktober 2010, 11.00 Uhr  

(HD Urk. 19/1), bis 12. November 2010, 09.15 Uhr (HD Urk. 19/6), und vom  

16. Februar 2011, 01.45 Uhr (HD Urk. 19/10), bis heute, 18. April 2013, somit 

während 826 Tagen, in Haft.  

Vor seiner Verhaftung lebte er mit seinem Stiefvater und seiner Mutter zu-

sammen. Er ist nicht verheiratet und hat keine Kinder (HD Urk. 8/5 S. 7). Gemäss  

früheren Aussagen habe er vor seiner Verhaftung beim Temporärbüro K._____  

gearbeitet, er habe Aufräum- und Hilfsarbeiten auf Baustellen gemacht (Urk. 49  

S. 3). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er aus vor seiner Verhaftung 

weder Arbeit noch einen Verdienst gehabt zu haben ( Urk. 123 S.  2)  

Bei der ersten Instanz hatte er beantragen lassen, er sei für die erstandene Über-

haft angemessen, mit einem Tagessatz von Fr. 100.- zu entschädigen (Urk. 54  

S. 20). Dies liess er auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung bean-

tragen (Prot. II S. 25).  

Wie beim Beschuldigten B._____ ist die Genugtuung für die ersten 30 Tage zu-

nächst auf Fr. 4'000.- festzusetzen. Angesichts der persönlichen Verhältnisse des  

Beschuldigten A._____, bei dem der Eingriff in das bisher geführte Leben durch 

die Haft etwas geringer ausfällt, ist die Summe etwas zu reduzieren. Unter  

Berücksichtigung der verbleibenden 796 Hafttage erscheint es angemessen, dem 

Beschuldigten A._____ insgesamt pauschal eine Genugtuung von Fr. 54'000.-- 

-   36   - 

aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Die weitergehende Genugtuungsforderung 

ist abzuweisen. Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.  

Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren betreffend Hausfriedensbruch wird eingestellt. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 12. Juni 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1a. (…). 

1b. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der Gehilfenschaft zum Raub im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB sowie der Hehlerei 

im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB freigesprochen. 

2. (…)  

3. (…) 

4. (…) 

5. (…) 

6. (…) 

7. (…) 

8. Die sichergestellten und beim Forensischen Institut Zürich unter der Geschäfts-

nummer … lagernden Gegenstände 

− Nagelfeile (…) 

− Schälmesser (…) 

− 1 Paar Arbeitshandschuhe (…) 

-   37   - 

− Brotmesser (…) 

− T-Shirt (…) 

 werden dem rechtmässigen Eigentümer nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes 

Verlangen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist 

von der Lagerbehörde vernichtet. 

9. (…) 

10. (…) 

11. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger D._____ und 

E._____ werden auf den Zivilweg verwiesen. 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 4'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 9'631.65   Auslagen Untersuchung 

Fr. 18'802.05   amtliche Verteidigung Rechtsanwältin X._____ 

Fr. 6'254.80   amtliche Verteidigung Rechtsanwalt Y._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausgenommen 

derjenigen bezüglich des Nebendossiers 1 (darauf entfallen eine Gerichtsgebühr 

von Fr. 1'000.– sowie sämtliche das ND1 betreffende Untersuchungskosten), der 

amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatkläger-

schaft – werden den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt, jedoch definitiv abge-

schrieben. 

14. (…) 

15. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft werden auf 

die Gerichtkasse genommen." 

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

-   38   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird vollumfänglich freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte B._____ wird vollumfänglich freigesprochen. 

3. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ 

werden abgewiesen. 

4. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen für das Untersuchungsverfahren 

und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren werden ohne Nachforderungs-

recht auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtli-

chen Verteidigungen, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Dem Beschuldigten A._____ werden pauschal Fr. 54'000.-- als  

Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen. Die weitergehende 

Genugtuungsforderung wird abgewiesen. 

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten. 

7. Dem Beschuldigten B._____ werden Fr. 7'000.-- als Genugtuung aus der 

Gerichtskasse zugesprochen.  

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste betreffend den Beschuldigten A._____  
− die Privatklägerin I._____  
− den Privatkläger C._____  

-   39   - 

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss  

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopien von Urk. 81 und Urk. 82 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben  
(§ 54a Abs. 1 PolG) 

− an das Forensische Institut Zürich 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

-   40   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 18. April 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. N. Weinmann 
 

 
 
 

	Urteil vom 18. April 2013
	Es wird erkannt:
	1a. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;
	 des Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB.

	1b. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der Gehilfenschaft zum Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB sowie der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB freigesprochen.
	2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;
	 des Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB.

	3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 515 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind, als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Obergerichts Zürich vom 20. Oktober 201...
	4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 72 Tage durch Haft erstanden sind.
	5. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird vollzogen.
	6. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird vollzogen.
	7. Der bedingte Vollzug der gegen den Beschuldigten B._____ mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Januar 2008 ausgefällten Strafe von 6 Monaten Freiheitsstrafe wird widerrufen.
	8. Die sichergestellten und beim Forensischen Institut Zürich unter der  Geschäftsnummer … lagernden Gegenstände
	 Nagelfeile (…)
	 Schälmesser (…)
	 1 Paar Arbeitshandschuhe (…)
	 Brotmesser (…)
	 T-Shirt (…)

	werden dem rechtmässigen Eigentümer nach Eintritt der Rechtskraft auf  erstes Verlangen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer  dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet.
	9. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger C._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach  schadenersatzpflichtig sind. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger ...
	10. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden solidarisch verpflichtet, dem Privatkläger C._____ eine Genugtuung von Fr. 500.– zuzüglich 5 % Zins ab 10. Oktober 2010 zu bezahlen.
	11. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger D._____ und E._____ werden auf den Zivilweg verwiesen.
	12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausgenommen derjenigen bezüglich des Nebendossiers 1 (darauf entfallen eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.– sowie sämtliche das ND1 betreffende Untersuchungskosten), der amtlichen Verte...
	14. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse  genommen; vorbehalten bleiben Nachforderungen gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO, wobei sich die Nachforderung gegen den Beschuldigten A._____ auf fünf Sechstel reduziert.
	15. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft  werden auf die Gerichtkasse genommen.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Beschuldigte wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie einfacher Körperverletzung zum Nachteil von G._____ schuldig zu sprechen und mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 50.00 zu bestrafen. Die Probezeit sei auf zwei ...
	2. Von den restlichen Vorwürfen gemäss Urteil der Vorinstanz vom 26. Juni 2012 sei der Beschuldigte freizusprechen.
	3. Der Beschuldigte sei umgehend aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu ent-lassen.
	4. Die Schadenersatz und Genugtuungsbegehren der Eheleute D._____/E._____ seien abzuweisen bzw. auch bezüglich Genugtuung auf den Zivilprozessweg zu verweisen.
	5. Der Beschuldigte sei für die erstandene Haft seit dem 8. April 2011 angemessen zu entschädigen.
	6. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten zu ¼ aufzuerlegen, jedoch aufgrund offensichtlicher Uneinbringlichkeit definitiv abzuschreiben.
	7. Eventualtiter:
	Das vorinstanzliche Urteil sei bezüglich Schuldspruch zu bestätigen und der Beschuldigte sei mit einer teilbedingten Strafe von 36 Monaten zu bestrafen (unter Anrechnung der seit 8. April 2011 erstandenen Haft.)
	1. Das vorinstanzliche Urteil sei betreffend den Beschuldigten F._____ mit Ausnahme der Strafe zu bestätigen.
	2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu bestrafen.
	1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen.
	2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten.
	1. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu  bestrafen. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
	2. Der Beschuldigte B._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu bestrafen und der bedingte Vollzug der Strafe des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Januar 2008 sei zu widerrufen.
	3. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
	1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen.
	2. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.
	3. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen seien abzuweisen.
	4. Der Beschuldigte sei für die unrechtmässig erstandene Haft angemessen zu entschädigen.
	5. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen.
	2. Der Beschuldigte sei in allen Anklagepunkten freizusprechen.
	3. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 12. Juni 2012, erklärte Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Juni 2008 gegen den Beschuldigten B._____ ausgefällten Strafe von sechs Monaten Fr...
	4. Der Beschuldigte B._____ sei nicht zu verurteilen, dem Privatkläger C._____ eine Genugtuung von Fr. 500.-- zuzüglich 5% Zins ab Oktober 2010 zu bezahlen.
	5. Sämtliche Kosten seien ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen.
	Anträge Eventualiter für den Fall einer Verurteilung:
	1. Bei einem Schuldspruch sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten zu bestrafen.
	2. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Januar 2008 gewährte  bedingte Strafe sei zu widerrufen und zu vollziehen.
	3. Der Vollzug der heutigen Strafe sei aufzuschieben und eine Probezeit von  5 Jahren anzusetzen.
	4. Die Kosten seien ausgangsgemäss dem Beschuldigten aufzuerlegen, jedoch zufolge Uneinbringlichkeit auf die Staatskasse zu nehmen und definitiv abzuschreiben.
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Der Verlauf des Verfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem Entscheid vom 12. Juni 2012 (Urk. 76 S. 5 ff.).
	Am 12. Juni 2012 verurteilte das Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, den  Beschuldigten A._____ wegen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und wegen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB. Vom Vorwurf der Gehilfenschaft zum Raub im...
	Der Beschuldigte B._____ wurde des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und wegen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig  gesprochen und dafür mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstra...
	1.2. Gegen den genannten vorinstanzlichen Entscheid erhoben die Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte B._____ und der Beschuldigte A._____ mit Datum vom  14. Juni 2012 und 18. Juni 2012 (Beschuldigter A._____) Berufung (Urk. 60, 61 und 64). Die schrift...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 13. November 2012 wurde den Parteien die  jeweiligen schriftlichen Berufungserklärungen zugestellt und Frist zur Erklärung einer Anschlussberufung angesetzt sowie um begründet ein Nichteintreten zu  beantragen. Weiter w...
	In der Folge verzichteten die beiden Beschuldigten auf Anschlussberufung  (Urk. 90 und 92).
	1.4. Das Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten A._____ vom 8. August 2012 wurde mit Präsidialverfügung vom 8. Januar 2013 abgewiesen (Urk. 107).
	1.5. Mit Präsidialverfügung vom 27. Februar 2013 wurden H._____ als Zeugin und C._____ und I._____ als Auskunftspersonen für die Berufungsverhandlung am 18. April 2013 vorgeladen (Urk. 116).
	1.6. Am 18. April 2013 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die  beiden Beschuldigten mit ihren amtlichen Verteidigern, der Staatsanwalt und der Vertreter der Privatkläger D._____/E._____ erschienen (Prot. II S. 7). Zudem wurde H._____ als ...
	2. Prozessuales
	2.1. Umfang der Berufung
	Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich hat ihre Berufung bezüglich beider Beschuldigten auf die Strafzumessung (Dispositivziffern 3 und 4) beschränkt (Urk. 77 und 79).
	Der Beschuldigte A._____ liess die Schuldsprüche wegen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dispositivziffer 1a), die Strafzumessung (Dispositivziffer 3 und 5), den Entscheid über das Scha...
	Der Beschuldigte B._____ ficht das gesamte Urteil an. Diese Anfechtung bezieht sich auf den Schuldspruch wegen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dispositivziffer 2), die  Sanktion (Disp...
	Nicht angefochten und demgemäss in Rechtskraft erwachsen sind die Freisprüche des Beschuldigten A._____ von den Vorwürfen der Gehilfenschaft zum Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB sowie der Hehlerei im Sinne...
	2.2. Beweisanträge
	Den Beweisanträgen der Verteidigerin des Beschuldigten A._____ wurde Folge geleistet. Allerdings konnten die Vorladungen an I._____ wegen unbekannten Aufenthalts nicht zugestellt werden. Der an der Berufungsverhandlung als  Auskunftsperson befragte Pr...
	Andere Beweisanträge wurden keine gestellt.
	2.3. Zeugeneinvernahme
	Von Amtes wegen wurde an der Berufungsverhandlung ferner H._____ befragt (Urk. 125). Sie war im Untersuchungsverfahren lediglich polizeilich einvernommen worden, kam jedoch als allfällige Alibizeugin für den Beschuldigten B._____ in Frage.
	2.4. Verwertbarkeit der Aussagen des Beschuldigten A._____ vom 2.12.2010
	Die Vorinstanz hat diese Einvernahme (HD Urk. 8/3), welche ein Geständnis des Beschuldigten enthält, als nicht verwertbar erachtet, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass dieses Geständnis – in Erwartung eines Strafbefehls – in Folge eines Deals...
	Dem kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz übersieht in ihrer Argumentation, dass – sofern von einem beabsichtigten „Deal“ ausgegangen würde – solche „Deals“ nicht nur im abgekürzten Verfahren, wo solche Vereinbarungen per  1. Januar 2011 gesetzlic...
	Die amtliche Verteidigerin stellt sich allerdings auch auf den Standpunkt, dass es dem in Art. 3 StPO verankerten Gebot der Fairness widerspreche, den Beschuldigten vor dem Hintergrund des in Aussicht gestellten Strafbefehls auf seinen  Zugeständnisse...
	Vielmehr sind die Aussagen des Beschuldigten in der Einvernahme vom  2. Dezember 2010 im Rahmen der Beweiswürdigung genauer zu betrachten.
	2.5. Rückzug Strafantrag Privatkläger C._____
	Der Privatkläger C._____ stellte am 10. Oktober 2010 gegen den Beschuldigten  A._____ und gegen zwei unbekannte Männer Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs, Tätlichkeiten und Sachbeschädigung (Urk. HD 4). Anlässlich der heutigen Einvernahme als Auskun...
	2.6.Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung nicht zu behandeln (Prot. II S. 10f.).
	3. Sachverhalte
	3.1. Beweiswürdigung
	3.1.1. Die Vorinstanz hat die massgebenden Regeln der Beweiswürdigung in  ihrem Entscheid soweit erforderlich dargestellt, es kann  mit nachfolgenden  Ergänzungen und  Ausnahmen - darauf verwiesen werden (Urk. 76 S. 8 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO).
	3.1.1.1. Zum Grundsatz in dubio pro reo, ist zu ergänzen, dass aus der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten ist, dass der wegen...
	Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen (BGE 127 I 41, 124 IV 87 E. 2a). Wenn  erhebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so abgespielt...
	Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des  Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür vorliegen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm zur Last geleg...
	Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es v...
	Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, das heisst der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (vgl. dazu Schmid, a.a.O., S. 198, N 599) und nicht der Angeklagte ...
	3.1.1.2. Im Entscheid der Vorinstanz wird mehrfach ausgeführt, die Aussagen der Beschuldigten seien wenig glaubhaft – "vor allem auch vor dem Hintergrund der fehlenden Wahrheitspflicht, da sich der Beschuldigte nach Art. 113 StPO nicht selber belasten...
	Ins gleiche Kapitel gehört die Ausführung der Vorinstanz, wonach einer Zeugenaussage höhere Beweiskraft zukommen solle, – "vor allem auch im Hinblick auf die Wahrheitspflicht und die drohende Straffolge von Art. 307 StGB, welcher sie als Zeugin unters...
	3.1.2. Zu Recht ist die Vorinstanz nirgends auf die Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen eingegangen. Denn der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer einvernommen Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kommt kaum mehr relevante Bed...
	3.2. Raub (HD)
	3.2.1. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt und die vom Beschuldigten A._____ unbestrittenen Sachverhaltselemente in ihrem Entscheid zutreffend zusammengefasst, es kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden (Urk. 76 S. 10 f., Art. 8...
	3.2.2. Den in der Anklageschrift aufgeführten Tatbestand der Freiheitsberaubung (vgl. Urk. 31 S. 2 f) hat die Vorinstanz als durch den Schuldspruch hinsichtlich Raub konsumiert betrachtet (Urk. 76 S. 29 f.). Nachdem die Staatsanwaltschaft IV des Kanto...
	3.2.3. Sachliche Beweismittel
	Die Vorinstanz legte in ihrem Entscheid dar, gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin I._____ und aufgrund der forensischen Beweise sei erstellt, dass der  Beschuldigte A._____ die Privatklägerin I._____ mit einem Messer bedroht, ihr  gedroht habe...
	An diesem Ort ist vorab lediglich darauf hinzuweisen, dass die Sachbeweise  diese Schlussfolgerung nicht stützen. Am sichergestellten Brotmesser konnten keine verwertbaren Daktylospuren gefunden werden (HD Urk. 14/2). An der  Klinge des Brotmessers ko...
	3.2.4. Beschuldigter B._____
	3.2.4.1. Der Beschuldigte B._____ bestritt von allem Anfang, an der ihm zur Last  gelegten Tat beteiligt gewesen zu sein, er habe sich bei seiner damaligen  Freundin, H._____, aufgehalten (HD Urk. 9/1 S. 5 ff., Urk. 9/2 S. 2, Urk. 9/3 S. 2, Urk. 9/4 S...
	3.2.4.2. Der Beschuldigte B._____ wird belastet durch die Aussagen der Privatklägerin I._____, die B._____ sowohl bei einer Fotowahlkonfrontation (HD Urk. 10/3 S. 5, Anhang Fotobogen Nr. 3, HD Urk. 6 S. 6) als auch in der direkten Gegenüberstellung i...
	Eine weitere Belastung findet sich in den Einvernahmen mit C._____. Bei der Polizei sagte er aus, er würde die beiden weiteren Täter wieder erkennen, wenn er sie sähe (Urk. 11/1 S. 4). In einer weiteren polizeilichen Einvernahme erklärte er, eine Pers...
	3.2.4.3. Nicht belastet wird er vom Mitbeschuldigten A._____, der aussagte, er sei alleine bei C._____ und I._____ gewesen (HD Urk. 8/1 S. 3, Urk. 8/2 S. 2, Urk. 8/4 S. 2) resp. er könne keine Angaben über die zwei weiteren Männer machen  (HD Urk. 8/3...
	3.2.4.4. H._____ wurde im Untersuchungsverfahren lediglich polizeilich befragt (die Vorinstanz bezeichnete sie gleichwohl als Zeugin: Urk. 76 S. 17). Sie sagte aus, sie sei am fraglichen Morgen mit dem Beschuldigten B._____ zusammen gewesen (HD Urk. 1...
	H._____ sagte in der polizeilichen Einvernahme aus, B._____ sei in der Nacht von Samstag, 9. Oktober 2010, auf den Sonntag, 10. Oktober 2010 die ganze Nacht bei ihr gewesen und habe die Wohnung erst am Sonntagnachmittag wieder verlassen. Das Datum kon...
	H._____ bestätigte heute als Zeugin, sie sei damals die Freundin des Beschuldigten B._____ gewesen. Sie habe damals bei der polizeilichen Befragung die Wahrheit gesagt. Sie bestätigte auf entsprechende Fragen, dass sie den  Beschuldigten B._____ am 27...
	3.2.4.5. Damit stehen den Aussagen von I._____ und C._____ die Aussagen der  Zeugin H._____ gegenüber. Es ist folglich zu entscheiden, welcher Version gefolgt werden kann.
	Einschränkend zu den Ausführungen der Vorinstanz, die davon ausging, die Aussagen von C._____ seien glaubhaft (Urk. 76 S. 16 f.), ist zu erwähnen, dass C._____ nicht in der Wohnung war, als I._____ gemäss ihren Aussagen von drei Männern angegangen wur...
	Die Aussagen der Privatklägerin I._____ erwecken indessen ebenfalls gewisse Zweifel, worauf bereits die Vorinstanz hingewiesen hat (Urk. 76 S. 18 ff.).  Zunächst ist nicht nachvollziehbar, dass sie die Fotos von B._____, die sie von Facebook herunterg...
	All diese Ungereimtheiten erwecken wie erwähnt gewisse Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von I._____. Es kann zwar nicht gesagt werden, dass ihre Aussagen insgesamt unglaubhaft seien, sind doch gewisse Abweichungen von Einvernahme zu Einvern...
	Die Aussagen des Beschuldigten B._____ entziehen sich einer genaueren Analyse, machte er doch angesichts seiner Bestreitung, überhaupt beteiligt gewesen zu sein, keine Aussagen zum Sachverhalt. Es kann aber zu seinem Nachteil nicht einfach aus den Bes...
	Auch heute konnte die Zeugin H._____ dem Beschuldigten B._____ kein wasserdichtes Alibi geben. Dies, da sie auch heute nicht mit letzter Sicherheit sagen konnte, ob der Beschuldigte B._____ am Wochenende vom 9./10. Oktober 2010 bei ihr gewesen ist. Ab...
	3.2.4.6. Dafür, dass sich der Beschuldigte B._____ in der Wohnung des Privatklägers C._____ an der … [Adresse] aufgehalten hat, liegen keine Sachbeweise vor. Wie erwähnt stammen die einzigen gefunden Spuren vom Beschuldigten A._____ und wurden am sich...
	Zur Identifikation des Beschuldigten B._____ bzw. dass dieser am besagten Morgen in der Wohnung des Privatklägers C._____ zugegen war, liegen nur die Aussagen der Privatkläger I._____ und C._____ vor. Wie die Privatklägerin I._____ auf den Beschuldigt...
	Der Privatkläger C._____ erklärte bei der ersten Befragung zwar, er hätte die beiden anderen Angreifer schon mit dem Beschuldigten A._____ gesehen. Er erinnere sich aber nicht an die beiden Namen (HD Urk. 11/1 S. 4). Auffallend ist aber, dass er dann ...
	Zur Wahlbildkonfrontation durch die Privatkläger C._____ und I._____ am 18. bzw. 19. Oktober 2010 (HD Urk. 13) liegen keine Fotos bei den Akten und bringen  daher zur Erstellung des Sachverhalts bzw. der Identifikation der Täter nichts.
	Insgesamt bestehen daher gewisse Zweifel an der Identifikation der mutmasslichen Täter durch die Privatkläger I._____ und C._____.
	3.2.4.7.  Es ist richtig, dass sowohl die Privatklägerin I._____ als auch der Privat-kläger C._____ konsequent von drei Tätern sprechen, was für die Version der  Anklage spricht. Aber der Beschuldigte A._____ sagte von Anfang an immer aus, alleine gew...
	3.2.4.8. Während die Aussagen von I._____ – zumindest bezüglich Beteiligung des Beschuldigten B._____ - durch jene von C._____ gestützt werden, finden die Aussagen von H._____ in den Depositionen des Beschuldigten B._____ eine Stütze. Eine klare Überz...
	3.2.5. Beschuldigter A._____
	3.2.5.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten zusammengefasst, es kann vorab darauf verwiesen werden (Urk. 76 S. 11 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).
	3.2.5.2. Die Aussagen wurden von der Vorinstanz als wenig nachvollziehbar und wenig glaubhaft bezeichnet (a.a.O. S. 12). Dies ist zu überprüfen.
	Zunächst ist auf die Einvernahme einzugehen, in welcher der Beschuldigte im Hinblick auf eine Erledigung mittels Strafbefehl ein vollumfängliches Geständnis ablegte und welche die Vorinstanz als unverwertbar erachtete. Hier ist zunächst festzuhalten, ...
	Der Argumentation der Vorinstanz, das Lachen des Beschuldigten während der Einvernahmen und das Bezichtigen der Privatkläger der Lüge und der Spinnerei, seien Lügensignale (Urk. 76 S. 12), kann nicht ohne Weiteres gefolgt werden. Denn wenn die Version...
	Es fällt auf, dass der Beschuldigte bereits in der ersten Einvernahme zugab, dem Privatkläger C._____ vor dessen Wohnung Pfefferspray ins Gesicht gesprayt zu  haben. Ferner gestand er, auf der Suche nach Geld, welches er C._____ vor langer Zeit ausgel...
	Auffallend ist weiter, dass der Beschuldigte A._____ das Eintreffen der Polizei abwartete, obwohl er gemäss den Aussagen von C._____ diesen massiv mit einem Hammer geschlagen haben soll. Hier überzeugen wohl eher die Aussagen des Beschuldigten A._____...
	Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz können im Aussageverhalten des  Beschuldigten A._____ keine relevanten Widersprüche und Lügensignale erkannt werden. Seine Aussagen können daher nicht so ohne Weiteres als wenig glaubhaft bezeichnet werden.
	3.2.5.3. Werden die Aussagen des Beschuldigten A._____ jenen der beiden  Privatkläger I._____ und C._____ gegenübergestellt, kann keine klar überwiegende Überzeugung für die eine oder andere Version gewonnen werden. Die einzige Person, welche den Bes...
	3.2.5.4. Dies führt daher auch beim Beschuldigten A._____ in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo zum Freispruch hinsichtlich des Vorwurfes des Raubes.
	3.3. Hausfriedensbruch
	3.4. Tätlichkeiten und Sachbeschädigung
	3.4.1. Der Beschuldigte A._____ hat zwar vor Vorinstanz eine Verurteilung  wegen dieser Delikte beantragt (Urk. 84 S. 2). Heute führte die Verteidigerin  jedoch aus, der Vorwurf der Tätlichkeiten werde bestritten (Prot. II S. 26). Ein Schuldspruch weg...
	3.4.2. Als Tätlichkeiten resp. Sachbeschädigung umschrieben finden sich die  folgenden Handlungen (Urk. 31 S. 3 f.):
	- "(…) wo er [A._____] begann, den Keller zu durchsuchen und Kissen aufzuschneiden."
	- „Zudem schnitt er [der Beschuldigte B._____] ihr auch etwas Haar ab.“
	- „(…) und A._____ zerschnitt mit einem Messer das T-Shirt I._____s, wodurch diese zwei ca. 5 cm lange, oberflächliche Kratzer am Bauch erlitt.“
	- „Als C._____ in der Folge gegen ca. 08.50 Uhr bei seiner  Wohnung eintraf, gingen A._____ und B._____ auf ihn los, wobei A._____ den Geschädigten C._____ mit einem Hammer zweimal auf den Oberarm schlug (…)“
	Strafanträge von I._____ und C._____ liegen vor (HD Urk. 3 und 4);  allerdings zog C._____ seinen Strafantrag anlässlich der Berufungsverhandlung  zurück.
	3.4.2.1. Nachdem hinsichtlich dem Beschuldigten B._____ ein Freispruch wegen Raubes und Hausfriedensbruchs erfolgt, weil nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden kann, dass er zur fraglichen Zeit in der Wohnung von C._____ war, kann auch nicht nachge...
	3.4.2.2. Der Beschuldigte A._____ hat anerkannt, im Keller gewesen zu sein und dort alles durchsucht zu haben (HD Urk. 8/1 S. 4, Urk. 8/2 S. 2). Auf den Vorhalt, Kissen aufgeschnitten zu haben, antwortete A._____, er habe kein Messer  gehabt, das stim...
	Auf den Fotos des Tatortes kann nicht erkannt werden, ob der Beschuldigte  A._____ im Keller Kissen aufgeschnitten hat (HD Urk. 2 S. 5 f.). Im Rapport der Stadtpolizei sind unter der Rubrik "Sachschaden" keine aufgeschnittenen Kissen aufgeführt (HD 2 ...
	3.4.2.3. Anlässlich der Untersuchung am 10. Oktober 2010 durch das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich wurden am Oberbauch der Privatklägerin I._____ auf der rechten Seite zwei parallel zueinander verlaufende, strichförmige und oberfläch...
	Das Forensische Institut Zürich hält in seinem Vorbericht vom 27. Oktober 2010 fest, das sichergestellte schwarze T-Shirt weise zwei je etwa 9 bis 10 cm lange Beschädigungen auf, die ein Dreieck bilden. Diese Defekte lägen ungefähr im  Bereich der par...
	Die Privatklägerin sagte als Zeugin aus, der Beschuldigte A._____ habe im Bad ein Messer in der Hand gehabt, ein normales Küchenmesser. "…" habe  eine Schere gehabt (HD Urk. 10/2 S. 6, S. 13). Die pauschale Frage, ob der  Beschuldigte A._____ sie tätl...
	Der Beschuldigte A._____ bestritt über alle Einvernahmen hinweg, ein Messer in der Hand gehalten, die Privatklägerin I._____ damit bedroht oder sie gar mit dem Messer verletzt zu haben, es kann dazu auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden.
	Am sichergestellten Messer konnten am Griff keine Spuren festgestellt werden (HD Urk. 14/3 S. 3). Die Blutanhaftung an der Klinge des Messers, die dem  Beschuldigten A._____ zugeordnet werden konnte (a.a.O. S.