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**Case Identifier:** 4a8c4ba4-0b53-5691-b8d1-80790a205667
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-14
**Language:** de
**Title:** Grundstückgewinnsteuer (Revision)
**Docket/Reference:** GR.2018.14
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-gr.2018.14.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 GR.2018.14 

Entscheid 

 14. Mai 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiberin Cécile Schmidlin 

1.  A ,    

2.  B ,    

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrenten,  

G e m e i n d e   D ,    

diese vertreten durch E AG,  

Rekursgegnerin,  

betreffend 

Grundstückgewinnsteuer (Revision) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A und B (nachfolgend der/die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) veräus-

serten 

im  April  2014  das  Grundstück  Kat.  Nr.  XXXX,  GBBl.  YYYY,  5.5-

Zimmerwohnung,  …….strasse  in  der  Gemeinde  D  zum  Preis  von  Fr.  1'800'000.-.  Mit 

Veranlagungsentscheid  vom  15.  September  2014  setzte  die  Kommission  für  Grund-

steuern der Gemeinde D für diese Handänderung eine Grundstückgewinnsteuer in der 

Höhe  von  Fr.  101'084.-  basierend  auf  einem  steuerbaren  Grundstückgewinn  von 

Fr. 672'872.50 fest. Im Umfang von Fr. 304'856.10 schob die Behörde den Gewinn auf, 

da  die  Pflichtigen  mit  Vorausbeschaffung  vom  10.  September  2013/3.  Oktober  2013 

ein  ausserkantonales  Ersatzobjekt  zum  Preis  von  Fr.  1'260'000.-  zuzüglich  weiteren 

Anlagekosten  zu  gesamthaft  Fr.  1'433'682.60  erworben  hatten.  Diese  Grundstückge-

winnsteuerveranlagung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.  

Mit  Gesuch  vom  2.  März  2017  beantragten  die  Pflichtigen  die  Revision  des 

Veranlagungsentscheids vom 15. September 2014. Sie machten geltend, dass sie die 

ausserkantonale  4.5-Zimmer-Wohnung  im  Dezember  2016/  Januar  2017  zum  Preis 

von Fr. 1'260'000.- wieder veräussert und stattdessen im Dezember 2016 per Februar 

2017  eine  neue  4.5-Zimmer-Eigentumswohnung  in  einem  Drittkanton  zum  Preis  von 

Fr.  1'840'000.-  erworben  hätten.  Da  der  Kaufpreis  der  Wohnung  im  Drittkanton  den 

Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaft in der zürcherischen Gemeinde D übersteige, 

sei  auf  diese  Veranlagung  zurückzukommen  und  nachträglich  ein  vollumfänglicher 

Aufschub  der  Grundstückgewinnsteuer  zu  gewähren.  Mit  Entscheid  vom  18.  Septem-

ber 2017 wies die Grundsteuerkommission der Gemeinde D das Revisionsgesuch ab.  

B. Am 20. Oktober 2017 erhoben die Pflichtigen Einsprache gegen den Revi-

sionsentscheid  und  hielten  am  Antrag  fest,  dass  zufolge  nunmehr  vollumfänglicher 

Reinvestition des Verkaufserlöses aus dem Verkauf der Liegenschaft in der Gemeinde 

D die mit Entscheid vom 15. September 2014 veranlagte Grundstückgewinnsteuer zu-

rückzuerstatten  sei.  Am  26.  März  2018  wies  die  Kommission  für  Grundsteuern  der 

Gemeinde  D  die  Einsprache  zufolge  Ablaufs  der  zweijährigen  Unbedenklichkeitsfrist 

ab.  

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C. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 20. April 2018 Rekurs und beantrag-

ten, dass die Grundstückgewinnsteuer revisionshalber auf Fr. 0.- festzusetzen sei. Mit 

Rekursantwort vom 20. Juli 2018 schloss die Gemeinde D auf kostenfällige Abweisung 

des  Rechtsmittels  unter  Zusprechung  einer  Parteientschädigung.  Hierzu  nahmen  die 

Pflichtigen mit Schreiben vom 20. August 2018 erneut Stellung.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Gemäss  § 155  Abs. 1  des  Steuergesetzes  des  Kantons  Zürich  vom 

8. Juni 1997 (StG) kann ein rechtskräftiger Entscheid auf Antrag oder von Amtes we-

gen zu Gunsten des Pflichtigen revidiert werden, u.a., wenn erhebliche Tatsachen oder 

entscheidende  Beweismittel  entdeckt  werden  (lit. a).  § 156  StG  bestimmt,  dass  das 

Revisionsbegehren  innert  90  Tagen  nach  Entdeckung  des  Revisionsgrundes  (relative 

Frist),  spätestens  aber  innert  zehn  Jahren  nach  Mitteilung  des  Entscheids  (absolute 

Frist) eingereicht werden muss. Bei diesen Fristen handelt es sich um Verwirkungsfris-

ten. 

Im  Fall  der  Geltendmachung  einer  Ersatzbeschaffung  beginnt  die  relative 

Revisionsfrist  von  90  Tagen  zu  laufen,  sobald  alle  Voraussetzungen  einer  Ersatzbe-

schaffung im Sinn von § 216 Abs. 3 lit. i StG erfüllt sind. Dies setzt grundsätzlich vo-

raus,  dass  sowohl  der  Erwerb  des  Ersatzobjekts  stattgefunden  hat  als  auch  die  Nut-

zung  am  Erwerbsobjekt  aufgenommen  wurde.  Mit  dem  Eintritt  derjenigen 

Voraussetzung,  welche  später  erfüllt  ist,  beginnt  die  relative  Revisionsfrist  zu  laufen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A.,  Zürich 

2013, § 216 N 282). 

b)  Anfang  Februar  2017  fand  die  Eigentumsübertragung  der  mit  Kaufvertrag 

vom  Dezember  2016  erworbenen  Liegenschaft  im  Drittkanton  statt.  Mit  dem  Revisi-

onsgesuch vom 2. März 2017 ist die Revisionsfrist von 90 Tagen gewahrt. Für die Gel-

tendmachung ihres Begehrens um (nachträglichen zusätzlichen) Aufschub der Grund-

stückgewinnsteuer  haben  die  Pflichtigen  sodann  zu  Recht  das  Revisionsverfahren 

gewählt (RB 1992 Nr. 42 = StE 1993 B 42.38 Nr. 11).  

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2. a) Gemäss § 216 Abs. 3 lit. i StG kann die Grundstückgewinnsteuer aufge-

schoben werden, wenn eine dauernd und ausschliesslich selbstgenutzte Wohnliegen-

schaft  veräussert  wird,  soweit  der  Erlös  innert  angemessener  Frist  zum  Erwerb  oder 

zum Bau einer gleichgenutzten Ersatzliegenschaft im Kanton verwendet wird. Darüber 

hinaus  haben  die  Kantone  einen  entsprechenden  Steueraufschub  auch  bei  kantons-

übergreifender Ersatzbeschaffung zu gewähren (Art. 12 Abs. 3 lit. e des Bundesgeset-

zes  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom 

14. Dezember 1990, StHG; § 226a Abs. 1 StG).  

b)  Mit  der  Frage  der  kurzfristigen  fortgesetzten  Ersatzbeschaffung  für  selbst-

genutztes Wohneigentum (Kaskadenersatzbeschaffung), insbesondere hinsichtlich der 

Auslegung von Art. 12 Abs. 3 lit. e StHG bzw. § 216 Abs. 3 lit. i StG sowie der Verein-

barkeit  der  Anwendung  des  diesbezüglichen  Rundschreibens  der  Finanzdirektion 

(Rundschreiben der Finanzdirektion an die Gemeinden über den Aufschub der Grund-

stückgewinnsteuer bei Ersatzbeschaffung einer dauernd und ausschliesslich selbstge-

nutzten  Wohnliegenschaft  vom  31. März  2014,  ZStB  Nr.  37/461)  im  Falle  von  Kaska-

denersatzbeschaffungen mit selbigen, hat sich die frühere Steuerrekurskommission III 

(seit  dem  1.  Januar  2011  Steuerrekursgericht)  bereits  mehrfach  auseinandergesetzt 

und  ihre  im  Jahr  2008  begründete  Rechtsprechung  (StRK  III,  25.  März  2008, 

3  GR.2007.24,  ZStP  2009,  338)  wiederholt  bestätigt  (StRK  III,  17.  September  2008, 

3  GR.2007.81+82,  ZStP  2009,  348;  StRK  III,  27.  März  2009,  3  GR.2009.1;  StRK  III, 

22. November 2010, 3 GR.2009.39; StRK III, 11. November 2009, 3 GR.2009.46; StRK 

III,  16.  November  2010,  3 GR.2010.21).  Nach  dieser  alten  Praxis  war  die  mehrfache 

Privilegierung  durch  kurzfristige  Ersatzbeschaffungen  ausgeschlossen:  Wurde  nach 

einer  Ersatzbeschaffung  eines  selbstbewohnten  Eigenheims  innerhalb  von  5  Jahren 

ein zweites Ersatzobjekt angeschafft und selbstbewohnt, wurde die ursprüngliche Ver-

äusserung  mit  dem  zweiten  Ersatzobjekt  verknüpft;  die  zweite  Ersatzbeschaffung  trat 

an  die  Stelle  der  ersten,  wie  wenn  das  zweite  Ersatzobjekt  von  Anfang  an  statt  des 

ersten  erworben  worden  wäre.  Das  erste  Ersatzobjekt  wurde  als  normaler  An-  und 

Verkauf  behandelt;  auf  dem  dabei  allenfalls  erzielten  Gewinn  war  die  Grundstückge-

winnsteuer nicht aufschiebbar (StRK III, 27. März 2009, 3 GR.2009.1, E. 2b sowie Leit-

sätze  von  StRK  III,  25. März 2008,  3 GR.2007.24,  ZStP  2009,  338  und  StRK  III, 

17. September 2008, 3 GR.2007.81+82, ZStP 2009, 348). 

Diese  Rechtsprechung  wurde  zunächst  durch  das  Verwaltungsgericht 

(VGr, 7. Juli 2010, SB.2009.00050, www.vgrzh.ch) bestätigt. In seinem Entscheid vom 

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14. März 2012 hat das Verwaltungsgericht allerdings in Abkehr von dieser Rechtspre-

chung erwogen, es könne nicht allein massgebend sein, ob das erste Ersatzobjekt in-

nert fünf Jahren veräussert worden sei. Vielmehr sei lediglich den rechtsmissbräuchli-

chen  kurzfristigen  Kaskadenersatzbeschaffungen  ein  Steueraufschub  zu  verwehren. 

Dies könne namentlich dann der Fall sein, wenn bereits von Anfang an geplant gewe-

sen sei, das erste Ersatzobjekt allein aus spekulativen Motiven zu erwerben, um nach 

einer  kurzen  Besitzesdauer  ein  zweites  Ersatzobjekt  zu  kaufen  und  den  Zwischenge-

winn abzuschöpfen. Werde hingegen ein Eigenheim auch bei einer Besitzesdauer von 

weniger  als  fünf  Jahren  in  dieser  Zeit  selbst  bewohnt,  daran  den  Bedürfnissen  des 

Eigentümers entsprechende wertvermehrende Investitionen getätigt und der Erlös aus 

nachvollziehbaren Gründen nach dem Verkauf wieder in ein weiteres Ersatzobjekt in-

vestiert,  so liege  keine missbräuchliche  Wertabschöpfung  vor,  die  zu  einer  Verweige-

rung des Steueraufschubs führe (VGr, 14. März 2012, SB.2011.00154). 

c)  Die  Pflichtigen  verkauften  am  30.  April  2014  ihre  Liegenschaft  in  der  Ge-

meinde  D,  wobei  sie  mittels  Vorausersatzbeschaffung  am  10.  September  2013  eine 

ausserkantonale Wohnung erworben hatten. Per 1. Februar 2017 veräusserten sie die 

Liegenschaft wieder und erwarben ein neues Objekt in einem Drittkanton. 

Es  liegt  demnach  eine  Kaskadenersatzbeschaffung  vor,  wobei  nach  der  bis 

2012 geltenden Rechtsprechung (erst) der Erwerb des zweiten Ersatzobjekts (im Dritt-

kanton)  als  Aufschubstatbestand  hinsichtlich  der  ersten  Handänderung  zu  betrachten 

gewesen  wäre,  während  ein  allfälliger  Gewinn  aus  dem  Verkauf  des  ersten  (ausser-

kantonalen)  Ersatzobjekts  nicht  hätte  aufgeschoben  werden  können.  Die  aktuelle 

Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts  führt  indessen  dazu,  dass  die  Besteuerung 

sowohl  des  aus  der  Handänderung  an  der  Liegenschaft  in  der  Gemeinde  D  resultie-

renden  Gewinns  als  auch  desjenigen  aus  dem  Verkauf  der  Liegenschaft  der  ersten 

(ausserkantonalen) Ersatzliegenschaft aufzuschieben ist.  

Die  geltende  Rechtsprechung  bedeutet  nämlich,  dass  auch  bei  kurzer  Halte-

dauer eines Ersatzobjekts der Erwerb desselben  zu einem Steueraufschub  führt (und 

nach dessen Veräusserung keine nachträgliche Veranlagung des Gewinns erfolgt), da 

auch bei einem unter 5-jährigen Bewohnen eine Dauerhaftigkeit angenommen werden 

kann, sofern der Erwerb der Liegenschaft nicht rechtsmissbräuchlich erfolgte. Damit ist 

aber gleichzeitig gesagt, dass eine solche Ersatzbeschaffung abschliessend als Ersatz 

für das ursprüngliche Objekt betrachtet wird. Es ist nach der neueren Rechtsprechung 

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also  nicht  mehr  so,  dass  erst  das  zweite  Ersatzobjekt  als  Aufschubstatbestand  hin-

sichtlich  des  ursprünglich  verkauften  Objekts  verstanden  wird,  sondern  es  reiht  sich 

eine Ersatzbeschaffung an die andere, mit den jeweils entsprechenden Aufschubsmo-

dalitäten.  Wenn  nun  anlässlich  der  ersten  (ausserkantonalen)  Ersatzbeschaffung  nur 

ein  teilweiser  Aufschub  erfolgen  konnte,  weil  für  den  Erwerb  desselben  nicht  der  ge-

samte Erlös aus dem Verkauf der ursprünglichen Liegenschaft in der Gemeinde D auf-

gewendet  werden  musste,  so  ist  dies  aufgrund  der  neueren  Rechtsprechung  hinzu-

nehmen, auch wenn später ein weiteres Objekt (im Drittkanton) erworben wird, das den 

Erlös aus dem Verkauf der ursprünglichen Liegenschaft (Gemeinde D) übersteigt, denn 

das  erste  (ausserkantonale)  Ersatzobjekt  bleibt  auch  nach dem  Erwerb  des  nächsten 

Ersatzobjekts (im Drittkanton) das (einzige) Ersatzobjekt hinsichtlich der ursprünglichen 

Liegenschaft (Gemeinde D).  

Aufgrund der neueren Rechtsprechung steht daher zwar grundsätzlich ausser 

Frage,  dass  ein  allfälliger  Gewinn  aus  der  Handänderung  der  1.  Ersatzbeschaffung 

(ausserkantonale Wohnung) ebenfalls hätte aufgeschoben werden können. Ein solcher 

ist indessen nicht angefallen. Auf die Veranlagung vom 15. September 2014 betreffend 

Handänderung  an  der  Liegenschaft  in  der  Gemeinde  D  ist  indessen  nicht  zurückzu-

kommen,  da  als  Ersatzobjekt  einzig  die  1.  (ausserkantonale)  Ersatzliegenschaft  zu 

betrachten ist.  

Dass  der  Erwerb  der  1.  (ausserkantonalen)  Ersatzliegenschaft  rechtsmiss-

bräuchlich  erfolgt  wäre,  wird  von  keiner  Seite  geltend  gemacht.  Grund  für  den  ersten 

Umzug  in  einen  anderen  Kanton  war  ein  Stellenwechsel  des  Pflichtigen  mit  neuem 

ausserkantonalem  Arbeitsort,  welcher  mit  dem  neuen  ausserkantonalen  Wohnort 

übereinstimmte.  Mit  der  Absicht  des  dauerhaften  Bewohnens  nahmen  die  Pflichtigen 

erhebliche  Mehrkosten  für  die  individuelle  Ausgestaltung  der  Wohnung  in  Kauf.  Dies 

führte  zu  Recht  zum  teilweisen  Steueraufschub  gemäss  Veranlagungsentscheid  vom 

15.  September  2014.  Die  Beendigung  des  neuen  (ausserkantonalen)  Arbeitsverhält-

nisses bereits per Ende 2015 und der neuerliche Wechsel in den Drittkanton als neuer 

Direktor einer Gesundheitsinstitution per 1. September 2015 war ‒ soweit sich dies den 

Akten entnehmen lässt ‒ nicht geplant, sondern hatte sich so ergeben, da das Arbeits-

verhältnis sich als unpassend herausstellte. 

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3. a) Zwischen dem Pflichtigen und dem Steueramt der Gemeinde D ist eine 

E-Mail-Korrespondenz aktenkundig, in welcher das Steueramt dem Pflichtigen am 14. 

August 2015 konkrete Fragen zum Thema (neuerliche) Ersatzbeschaffung und Steuer-

aufschub  beantwortete.  Insbesondere  bejahte  der  Steuersekretär  der  Gemeinde  D 

ausdrücklich  die  Frage,  ob  ein  nachträglicher  vollumfänglicher  Aufschub  der  Grund-

stückgewinnsteuer  (betreffend  Handänderung  in  der  Gemeinde  D)  möglich  sei,  wenn 

das  neue  Ersatzobjekt  (im  Drittkanton)  teurer  sei  als  der  damalige  Erlös,  dies  sofern 

die  1.  (ausserkantonale)  Liegenschaft  innerhalb  von  5  Jahren  nach  dem  Erwerb  ver-

äussert werde.  

b)  Nach  dem  in  Art.  5  Abs.  3  und  insbesondere  Art.  9  der  Schweizerischen 

Bundesverfassung  vom  18. April  1999  (BV)  verankerten  Grundsatz  von  Treu  und 

Glauben hat der Bürger unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Schutz sei-

nes  berechtigten  Vertrauens  in  die  Richtigkeit  und  Vollständigkeit  behördlicher  Aus-

künfte  und  Zusicherungen,  wodurch  das  Prinzip  der  gesetzmässigen  Verwaltung 

durchbrochen  wird.  Die  hierfür  in  Lehre  und  Rechtsprechung  entwickelten  Kriterien 

sind  das  Ergebnis  einer  Abwägung  der  durch  die  genannten  Prinzipien  geschützten 

Interessen  (vgl.  RB  1987  Nr.  51).  Dabei  ist  aber  im  Steuerrecht,  das  vom  Legalitäts-

prinzip  beherrscht  wird, ein  strengerer  Massstab  anzulegen als  in  anderen  Rechtsbe-

reichen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  VB  zu  §§ 119-131  N  60  mit  Hinweisen).  Die 

Bindung an eine falsche Auskunft setzt unter anderem voraus, dass diese von der zu-

ständigen Behörde erteilt worden ist, oder dass der Bürger die Auskunft erteilende Be-

hörde  aus  zureichenden  Gründen  als  zuständig  betrachten  durfte,  dass  die  Auskunft 

sich auf einen genau umschriebenen Sachverhalt bezogen hat und vorbehaltlos erteilt 

worden  ist,  und  dass  ihre  Unrichtigkeit  für  den  Fragesteller  nicht  ohne  Weiteres  er-

kennbar  war  (ZStP  2004,  121).  Ebenso  wird  vorausgesetzt,  dass  die  Rechtslage  zur 

Zeit der Verwirklichung des Tatbestands noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Aus-

kunftserteilung (BGE 121 II 479 mit Hinweisen). Erforderlich ist sodann, dass der Ad-

ressat  der  Auskunft  gestützt  hierauf  unwiderrufliche  Dispositionen  getroffen  hat,  die 

ihm im Fall einer gesetzmässigen Entscheidung zum Nachteil gereichen (vgl. RB 1981 

Nr.  71).  Auskünfte  über  steuerliche  Konsequenzen,  welche  erst  nach  der  Vornahme 

des rechtlich relevanten Verhaltens erteilt werden, rechtfertigen keine Abweichung vom 

Legalitätsprinzip,  weshalb  das  Vertrauen  des  Steuerpflichtigen  in  die  erteilte  Auskunft 

nicht geschützt wird (ZStP 2004, 121; RB 1960 Nr. 78; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

VB zu §§ 119-131 N 73). 

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Will  der  Pflichtige  die  Behörde  an  eine  erteilte  unrichtige  Auskunft  binden, 

trägt er für das Vorliegen der genannten Voraussetzungen als steuermindernde Tatsa-

che die Beweislast (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu §§ 119-131 N 77). Der vom 

Pflichtigen  anzutretende  Nachweis  erfordert  namentlich  im  Rekursverfahren  eine 

substanziierte  Sachdarstellung,  die  spätestens  innerhalb  der  Rekursfrist  vorgetragen 

werden  muss  (ZStP  2008,  263,  auch  zum  Folgenden).  Als  substanziiert  gilt  eine 

Sachdarstellung,  die  hinsichtlich  Art,  Motiv  und  Rechtsgrund  alle  Tatsachenbehaup-

tungen  enthält  und  somit  ohne  weitere  Untersuchung,  aber  unter  Vorbehalt  der 

Beweiserhebung,  die  rechtliche  Würdigung  der  geltend  gemachten  Steueraufhebung 

oder -minderung erlaubt. Bei ungenügender Substanziierung hat die Rekurskommissi-

on  nicht  von  Amtes  wegen  eine  Untersuchung  durchzuführen,  um  sich  die  fehlenden 

Grundlagen  zu  beschaffen  (RB  1987  Nr. 35).  Eine  unvollständige  Sachdarstellung 

kann  nicht  im  Beweisverfahren  nachgeholt  werden,  dient  doch  dieses  vielmehr  nur 

noch  dazu,  die  Richtigkeit  des  substanziiert  dargelegten  Sachverhalts  zu  überprüfen. 

Genügt  die  Sachdarstellung  den  genannten  Anforderungen  nicht,  ist  zu  Lasten  des 

Pflichtigen anzunehmen, die betreffenden Tatsachen hätten sich nicht verwirklicht, was 

in der Regel zur Nichtberücksichtigung der geltend gemachten Steuerminderung führt 

(RB 1980 Nr. 72). 

c) Anders als noch im Revisionsgesuch berufen sich die Pflichtigen in der Ein-

sprache sowie im Rekurs nicht mehr auf den Vertrauensschutz. Zwar durfte der Pflich-

tige  ‒  auch  wenn  der  Entscheid  schliesslich  der  Grundsteuerkommission  obliegt  ‒  in 

guten  Treuen  annehmen,  dass  er  unter  der  E-Mail-Adresse  steueramt@gemeinde.ch 

die zuständige Amtsstelle erreicht. Indessen fällt der Schutz berechtigten Vertrauens in 

die unrichtig erfolgte Auskunft des Steueramts der Gemeinde D vorliegend allein schon 

deshalb ausser Betracht, weil die Pflichtigen nicht darlegen, welche konkreten unwider-

ruflichen  Dispositionen  sie  im  Vertrauen  auf  die  Richtigkeit  der  E-Mail-Auskunft  des 

Steueramts  der  Gemeinde  D  vom  14.  August  2015  getroffen  haben,  die  nicht  ohne 

Nachteil rückgängig gemacht werden könnten.  

Zwar  darf  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Pflichtigen  aufgrund  der 

steueramtlichen Auskunft auf die Rückzahlung der bereits veranlagten Grundstückge-

winnsteuer von Fr. 101'084.-  vertraut  hatten.  Inwiefern  sie dies aber veranlasste, Dis-

positionen vorzunehmen, welche nicht ohne Nachteil wieder rückgängig gemacht wer-

den  können,  ist  nicht  zu  erkennen.  So  enthalten  die  Akten  beispielsweise  keine 

Hinweise darauf, dass die erwartete Rückzahlung der veranlagten Grundstückgewinn-

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steuer  essentiell  für  den  Kauf  der  neuen  Wohnung  im  Drittkanton  (zu  diesem  Preis) 

gewesen wäre.  

4.  Nach  alledem  muss  es  bei  der  Grundstückgewinnsteuerveranlagung  vom 

15. September 2014 sein Bewenden haben, weshalb der Rekurs abzuweisen ist.  

Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  den  Pflichti-

gen  aufzuerlegen  und  bleibt  ihnen  eine  Parteientschädigung  versagt  (§ 151  Abs. 1 

StG  und  §  152  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom 

24. Mai 1959/8. Juni 1997). Mangels besonderen Aufwands sowie angesichts der Tat-

sache, dass die Rekursgegnerin Anlass zum vorliegenden Verfahren gab, entfällt auch 

die Zusprechung einer Parteientschädigung an die Rekursgegnerin.  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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