# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34a2a4a5-aa28-5d96-9014-287a2a1e6d3a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.04.2024 B-654/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-654-2018_2024-04-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-654/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richter Kathrin Dietrich, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiber Robert Weyeneth. 
 

 
 

/Parteien 
 1. Crestageo AG,  

Felsenaustrasse 47, 7000 Chur,   

2. Mettler Prader AG,  

Felsenaustrasse 47, 7000 Chur,   

3. Zindel Gruppe AG,  

Felsenaustrasse 47, 7000 Chur,   

alle vertreten durch die Rechtsanwälte  

Dr. iur. Reto Jacobs und Dr. iur. Daniel Zimmerli,  

Walder Wyss AG,  

Seefeldstrasse 123, Postfach, 8034 Zürich,  

Beschwerdeführerinnen,   
 

 
gegen 

 
 

Wettbewerbskommission WEKO,  

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Wettbewerbsabreden im Hoch- und Tiefbau im Engadin, 

Sanktionsverfügung vom 2. Oktober 2017  

(22-0460, Engadin III). 

 

 

B-654/2018 

Seite 2 

Inhaltsübersicht 

Sachverhalt .................................................................................................................................................. 3 

Erwägungen: .............................................................................................................................................. 11 

1. Prozessvoraussetzungen .................................................................................................................... 11 

2. Zweck und Geltungsbereich des KG .................................................................................................. 12 

3. Streitgegenstand .................................................................................................................................. 12 

4. Terminologie ........................................................................................................................................ 13 

5. Editionsantrag ...................................................................................................................................... 14 

6. Abstimmung über das Eingabeverhalten ........................................................................................... 18 

7. Wettbewerbsverhältnis und Bezwecken einer Wettbewerbsbeschränkung .................................... 25 

7.1 Wettbewerbsverhältnis ...................................................................................................................... 25 

7.2 Bezwecken Wettbewerbsbeschränkung ........................................................................................... 36 

8. Qualifikation als Preis- und Geschäftspartnerabrede ....................................................................... 41 

9. Beseitigung oder erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs ................................................... 42 

10. Rechtfertigung nach Art. 5 Abs. 2 KG ............................................................................................... 52 

11. Zwischenergebnis .............................................................................................................................. 52 

12. Sanktionierung ................................................................................................................................... 53 

12.1 Sanktionierbarkeit ............................................................................................................................ 53 

12.2 Methode der Bemessung ................................................................................................................. 58 

12.3 Basisbetragssatz .............................................................................................................................. 61 

12.4 Erschwerungs- und Milderungsgründe .......................................................................................... 68 

12.5 Verhältnismässigkeit des Sanktionsbetrags .................................................................................. 69 

14. Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens ......................................................................................... 70 

15. Kosten des Beschwerdeverfahrens und Parteientschädigung....................................................... 72 

 

  

B-654/2018 

Seite 3 

 

Sachverhalt: 

A.  

Gegenstand der vorliegend zu beurteilenden Verfügung der Wettbewerbs-

kommission (nachfolgend: Vorinstanz) vom 2. Oktober 2017 sind wettbe-

werbswidrige Abreden über das Eingabeverhalten an den folgenden Aus-

schreibungen in den Jahren 2008-2011: 

– (...) Baumeisterarbeiten, 2011-2012 (nachfolgend: [...]), 

– (...), Baumeisterarbeiten, 2011 (nachfolgend: [...]), 

– (...), 2008 (nachfolgend: [...]), 

– Punt Pedra, Strecke Scuol-Ramosch, 2008. 

Die soeben erwähnte Verfügung auferlegt den nachfolgenden Gesellschaf-

ten Verwaltungssanktionen und Massnahmen:  

Einerseits den folgenden Gesellschaften der Zindel-Gruppe (nachfolgend: 

Beschwerdeführerinnen oder Zindel-Gesellschaften), nämlich 

– der Crestageo AG mit Sitz in Chur (nachfolgend: Crestageo oder Be-

schwerdeführerin 1), 

– der Mettler Prader AG mit Sitz in Chur (nachfolgend: Mettler Prader 

oder Beschwerdeführerin 2), hervorgegangen aus einer Fusion zwi-

schen der Mettler AG (bis 2005 firmiert als Mettler Söhne AG), Chur, 

und der Prader AG, Chur, im Jahr 2016, und 

– der Zindel Gruppe AG mit Sitz in Chur (nachfolgend: Zindel oder Be-

schwerdeführerin 3), Muttergesellschaft der Beschwerdeführerinnen 1 

und 2, 

und den folgenden Gesellschaften der Foffa Conrad-Gruppe andererseits: 

– der Foffa Conrad AG mit Sitz in Zernez (nachfolgend: Foffa Conrad) 

und 

– der Bezzola Denoth AG mit Sitz in Scuol (nachfolgend: Bezzola  

Denoth).  

B-654/2018 

Seite 4 

Die (damalige) Prader AG (heute: Mettler Prader) und die Bezzola Denoth 

haben sich an den Ausschreibungen (...) und (...) jeweils durch Einreichung 

einer Offerte beteiligt. Bezzola Denoth hat jeweils den Zuschlag erhalten. 

Crestageo und Foffa Conrad haben an der Ausschreibung (...) je eine Of-

ferte eingereicht. Der Zuschlag wurde Crestageo erteilt.  

In Bezug auf eine unzulässige Wettbewerbsabrede über das Bauprojekt 

Punt Pedra, Strecke Scuol-Ramosch, stellt die Verfügung das Verfahren 

ein. 

B.  

Am 30. Oktober 2012 eröffnete das Sekretariat der Wettbewerbskommis-

sion (nachfolgend: Sekretariat) im Einvernehmen mit einem Mitglied des 

Präsidiums gegen 19 Unternehmen der Baubranche eine Untersuchung 

nach Art. 27 des Kartellgesetzes (KG; SR 251), unter anderem auch gegen 

Bezzola Denoth und Foffa Conrad (Verfahren-Nr. 22-0433: Bau Unteren-

gadin). 

Das Sekretariat führte in seinem Eröffnungsschreiben vom 30. Oktober 

2012 an Foffa Conrad und Bezzola Denoth aus, es lägen aufgrund einer 

Anzeige Anhaltspunkte für mutmassliche Wettbewerbsabreden in der Bau-

branche im Unterengadin vor, namentlich bezüglich der Märkte für Hoch-, 

Tief- und Strassenbau. Es bestehe der Verdacht, dass verschiedene Bau-

unternehmen, darunter Foffa Conrad und Bezzola Denoth, sich abgespro-

chen hätten, insbesondere um bei Ausschreibungen die Angebote und An-

gebotssummen zu koordinieren und allenfalls die Bauprojekte und Kunden 

aufzuteilen (vgl. Vorinstanz, act. I.009, 22-0433; amtliche Publikation der 

Untersuchungseröffnung im Schweizerischen Handelsamtsblatt [SHAB] 

vom 13. November 2012, Nr. 221, sowie im Bundesblatt vom 13. Novem-

ber 2012 [BBl 2012 8999]). 

C.  

Am 9. November 2012 reichten Bezzola Denoth und Foffa Conrad in der 

Untersuchung Nr. 22-0433 (Bau Unterengadin) eine Selbstanzeige ge-

mäss Art. 49a Abs. 2 KG i.V.m. Art. 8 ff. der KG-Sanktionsverordnung 

(SVKG; SR 251.5) ein (vgl. Vorinstanz, act. IX.C.3 [25-0039]).  

Am 30. November 2012 reichte Foffa Conrad im Rahmen ihrer Bonusmel-

dung eine Liste ihrer Offerten in den Jahren 2007-2012 zu Bauprojekten im 

Engadin ein. Auf der Liste ist auch das Projekt (...) aufgeführt und mit einem 

Kreuz gekennzeichnet. Gemäss der Legende bedeutete dies, dass das 

B-654/2018 

Seite 5 

Projekt von einer "Absprache" betroffen war (vgl. Vorinstanz, act. IX.C.024, 

pag. 18 [25-0039]).  

Am 4. Dezember 2012 reichte Bezzola Denoth im Rahmen ihrer Bonus-

meldung eine Liste ihrer Offerten in den Jahren 2006-2012 zu Bauprojek-

ten im Engadin ein. Auf der Liste ist auch das Projekt (...) aufgeführt, mit 

der Anmerkung: "Schutz erhalten von Prader Davos. Hinweis in unserem 

Mailverkehr". Zudem ist das Projekt (...) aufgeführt, mit der Anmerkung: 

"Möglicherweise Alibieingabe von Prader Davos. Hinweis in unserem Mail-

verkehr. Ob tatsächlich Eingabe erfolgte ist unklar." (act. IX.C.027, pag. 21 

[(...)]; pag. 19 [(...)]). 

Am 1. Februar 2013 ergänzten Bezzola Denoth und Foffa Conrad ihre 

Selbstanzeige bezüglich der erwähnten Projekte und reichten zu diesen 

Unterlagen ein (act. IX.C.035, pag. 51, 52, 54, 60 [(...)]; pag. 42, 60 [(...)]; 

pag. 11 [(...); 25-0039]).  

D.  

Am 22. April 2013 dehnte das Sekretariat die Untersuchung in örtlicher Hin-

sicht auf den gesamten Kanton Graubünden und in persönlicher Hinsicht 

auf sieben weitere Unternehmen, darunter auf Zindel, aus (vgl. amtliche 

Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt [SHAB] vom 28. Mai 

2013, Nr. 100, sowie im Bundesblatt vom 28. Mai 2013 [BBl 2013 3369]). 

Es führte das Verfahren Nr. 22-0433 unter der Bezeichnung "Bauleistungen 

Graubünden" fort. 

E.  

Mit Schreiben vom 23. November 2015 dehnte das Sekretariat die Unter-

suchung Nr. 22-0433 (Bauleistungen Graubünden) auf weitere Unterneh-

men der Baubranche, unter anderem auf Crestageo sowie auf die (dama-

lige) Prader AG (heute: Mettler Prader), aus. 

Anschliessend trennte das Sekretariat mit verfahrensleitender Verfügung 

vom 23. November 2015 die Untersuchung Nr. 22-0433 (Bauleistungen 

Graubünden) in zehn verschiedene Verfahren auf, unter anderem in die 

Untersuchung Nr. 22-0460 (Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin III).  

Als Untersuchungsgegenstand dieses Verfahrens bezeichnete die verfah-

rensleitende Verfügung mutmassliche Wettbewerbsabreden über die Pro-

jekte (...), (...), (...) sowie Punt Pedra. Als Parteien des Untersuchungsver-

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Seite 6 

fahrens nannte sie Bezzola Denoth, Crestageo, Foffa Conrad, die (dama-

lige) Prader AG (heute: Mettler Prader) und Zindel (vgl. Rz. 26 f.; Vor-

instanz, act. I 505, 22-0433). 

F.  

Am 19. Februar 2016 stellte das Sekretariat der G._______ als Vertreterin 

der Bauherrschaft beim Projekt (...) einen Fragebogen zu, den diese am 

2. März 2016 beantwortet retournierte (vgl. Vorinstanz, act. 20 [22-0460]).  

G.  

Am 25. Februar 2016 befragte das Sekretariat – jeweils im Rahmen einer 

Parteibefragung – A._______, (...) der Crestageo, B._______, (...) der 

Mettler Prader und C._______, (...) der Mettler Prader (vgl. Vorinstanz, act. 

16, 17, 18 [22-0460]). 

H.  

Am 15. März 2016 befragte das Sekretariat D._______, ehemaliger (...) der 

(damaligen) Prader AG (heute: Mettler Prader) im Zeitraum vom 1. Januar 

2010 bis 31. Dezember 2012, als Zeuge. 

I.  

Am 29. März 2017 stellte das Sekretariat den Untersuchungsadressaten 

seinen Verfügungsantrag zur Stellungnahme zu. 

J.  

Mit Eingabe vom 15. Juni 2017 nahmen die Zindel-Gesellschaften zum 

Verfügungsantrag des Sekretariats Stellung. Sie machten im Wesentlichen 

geltend, es habe bei den ihnen vorgeworfenen Absprachen an einem Wett-

bewerbsverhältnis zwischen ihnen und den anderen beteiligten Unterneh-

men, namentlich der Bezzola Denoth, gefehlt. Der jeweilige Informations-

austausch habe eine Wettbewerbsbeschränkung weder bezweckt noch 

bewirkt, weshalb keine Wettbewerbsabreden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG 

vorlägen.  

Eventualiter rügten die Zindel-Gesellschaften, es sei unzulässig, umsatz-

lose Abredebeteiligungen mit einer Verwaltungssanktion zu ahnden und 

hierbei auf fiktive Umsätze abzustellen. Sodann sei die Bemessung im Ver-

gleich mit der bisherigen Praxis nicht rechtsgleich erfolgt. Schliesslich sei 

die Höhe der ihnen auferlegten Sanktionen unverhältnismässig (vgl. Vor-

instanz, act. 64 [22-0460]). 

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Seite 7 

K.  

Am 18. September 2017 hörte die Vorinstanz die Beschwerdeführerinnen 

an. Diese wurden dabei durch E._______, (...) der Zindel-Gruppe, 

F._______, (...) der Zindel-Gruppe, und ihren Rechtsvertreter vertreten 

(vgl. Vorinstanz, act. 81, 22-0460). 

L.  

Am 2. Oktober 2017 erliess die Vorinstanz im Verfahren Nr. 22-0460 (Hoch- 

und Tiefbauleistungen Engadin III) eine Verfügung mit folgendem Disposi-

tiv: 

"Aufgrund des Sachverhalts und der vorangehenden Erwägungen verfügt 

die Wettbewerbskommission (Art. 30 Abs. 1 KG): 

1.  Der Bezzola Denoth AG, der Foffa Conrad AG, der Crestageo AG, der 

Mettler Prader AG und der Zindel Gruppe AG wird untersagt: 

1.1 Konkurrenten im Zusammenhang mit der Erbringung von Hoch- und 

Tiefbauleistungen um Schutz, Stützofferten oder den Verzicht auf eine 

Offerteingabe anzufragen oder derartiges anzubieten; 

1.2 sich in Zusammenhang mit der Erbringung von Hoch- und Tiefbauleis-

tungen mit Konkurrenten vor Ablauf der Offerteingabefrist – oder, so-

fern nicht vorhanden, vor rechtskräftiger Auftragserteilung – über Of-

fertpreise, Preiselemente sowie die Zu- und Aufteilung von Kunden 

und Gebieten auszutauschen; davon ausgenommen ist der Aus-

tausch unabdingbarer Informationen im Zusammenhang mit 

a)  der Bildung und Durchführung von Arbeitsgemeinschaften (ARGE) 

sowie 

b)  der Mitwirkung an der Auftragserfüllung als Subunternehmer. 

2. Mit Sanktionen nach Art. 49a Abs. 1 KG wegen Beteiligung an der 

gemäss Art. 5 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 KG unzulässigen Wettbewerbsab-

rede mit folgenden Beträgen belastet werden: 

2.1 die Bezzola Denoth AG, Scuol, sowie die Foffa Conrad AG, Zernez, 

solidarisch mit einem Betrag von CHF (...), 

2.2  die Crestageo AG, Chur, sowie die Zindel Gruppe AG, Chur, solida-

risch mit einem Betrag von CHF (...), 

2.3 die Mettler Prader AG, Chur, sowie die Zindel Gruppe AG, Chur, soli-

darisch mit einem Betrag von CHF (...). 

3.  (...) 

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Seite 8 

4. Die Verfahrenskosten betragen CHF 64'730 und werden folgender-

massen auferlegt: 

4.1  Die Foffa Conrad AG trägt CHF 24'273, davon CHF 16'182 solidarisch 

mit der Bezzola Denoth AG. 

4.2  Die Crestageo AG und die ZINDEL GRUPPE AG tragen solidarisch 

CHF 8‘091. 

4.3  Die METTLER PRADER AG und die ZINDEL GRUPPE AG tragen so-

lidarisch CHF 16‘182. 

4.4 Die übrigen Verfahrenskosten von CHF 16'184 gehen zulasten der 

Staatskasse. 

5. [Eröffnung]" 

Zur Begründung führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, dass den Be-

schwerdeführerinnen bei den Bauprojekten (...), (...) (jeweils Bezzola De-

noth und Prader [heute: Mettler Prader]) und (...) (Crestageo und Foffa 

Conrad) die Teilnahme an je einer unzulässigen Wettbewerbsabrede nach 

Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG nachgewiesen werden könne.  

Obwohl die (damalige) Prader mit ihrer Abredebeteiligung bei den Projek-

ten (...) und (...) als Schutzgeberin sowie Crestageo als Schutznehmerin 

beim Projekt (...) keinen Umsatz erzielt haben, sei ihr Verhalten nach 

Art. 49a Abs. 1 KG zu sanktionieren.  

Zur Bestimmung des Basisbetrags zog die Vorinstanz die Offertsumme von 

Bezzola Denoth als Schutznehmerin in der Höhe von Fr. (...) ([...]) und in 

der Höhe von Fr. (...) ([...]) sowie von Crestageo als Schutznehmerin in der 

Höhe von Fr. (...) ([...], jeweils exkl. MwSt.) heran.  

Gestützt auf die Annahme eines schwerwiegenden ([...] und [...]) und mit-

telschweren ([...]) Verstosses erachtete die Vorinstanz die folgenden Sank-

tionsbeträge als angemessen: 

- Fr. (...) für die (damalige) Prader (heute: Mettler Prader) und für Zindel 

([...]) sowie  

- Fr. (...) für die (damalige) Prader (heute: Mettler Prader) und für Zindel 

([...]) und  

- Fr. (...) für Crestageo und Zindel ([...]). 

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Seite 9 

M.  

Gegen diese Verfügung haben die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe 

vom 31. Januar 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erho-

ben. Sie stellen folgende Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Vorinstanz vom 2. Oktober 2017 in der Untersu-

chung "22-0460: Hoch und Tiefbauleistungen Engadin III" sei aufzu-

heben. 

2. Eventualiter: Ziffer 2.2 und Ziffer 2.3 des Dispositivs der Verfügung der 

Vorinstanz vom 2. Oktober 2017 in der Untersuchung "22-0460: Hoch 

und Tiefbauleistungen Engadin III" seien aufzuheben, und es sei da-

rauf zu verzichten, die Beschwerdeführerinnen mit einer Sanktion 

nach Art. 49a Abs. 1 KG zu belasten. 

3.  Subeventualiter: Ziffer 2.2 und Ziffer 2.3 des Dispositivs der Verfügung 

der Vorinstanz vom 2. Oktober 2017 in der Untersuchung "22-0460: 

Hoch und Tiefbauleistungen Engadin III" seien insofern aufzuheben 

und abzuändern, als die Beschwerdeführerinnen mit Pauschalbeträ-

gen als Sanktionen nach Art. 49a Abs. 1 KG in maximal folgender 

Höhe zu belasten seien: 

a. Beschwerdeführerin 1 (Crestageo AG): CHF 1'000.00; 

b. Beschwerdeführerin 2 (Mettler-Prader AG): CHF 6'000.00; 

4. Sub-subeventualiter: Ziffer 2.2 und Ziffer 2.3 des Dispositivs der Ver-

fügung der Vorinstanz vom 2. Oktober 2017 in der Untersuchung  

"22-0460: Hoch und Tiefbauleistungen Engadin III" seien insofern  

aufzuheben und abzuändern, als die Beschwerdeführerinnen mit 

Sanktionen nach Art. 49a Abs. 1 KG in maximal folgender Höhe zu 

belasten seien: 

a. Beschwerdeführerin 1 (Crestageo AG): CHF 2'009.00; 

b. Beschwerdeführerin 2 (Mettler-Prader AG): CHF 91'155.00. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Bundes." 

Zudem stellen die Beschwerdeführerinnen die folgenden Editionsanträge: 

"Edition  Verfahrensakten der Vorinstanz 

Edition  Den Beschwerdeführerinnen sei offenzulegen, bei wie vielen 

Objekten im Verfahren, das zur "Verfügung vom 16. Dezember 

2011 in Sachen Wettbewerbsabreden im Strassen- und Tief-

bau im Kanton Aargau" führte, das Unternehmen WALO als 

"Schutzgeberin" aufgetreten war. 

B-654/2018 

Seite 10 

Edition Den Beschwerdeführerinnen seien die Offertsummen der Ob-

jekte im Verfahren, das zur "Verfügung vom 16. Dezember 

2011 in Sachen Wettbewerbsabreden im Strassen- und Tief-

bau im Kanton Aargau" führte, offenzulegen, bei welchen das 

Unternehmen WALO als "Schutzgeberin" aufgetreten war. 

Edition Den Beschwerdeführerinnen seien die Offertsummen der Ob-

jekte im Verfahren, das zur "Verfügung vom 16. Dezember 

2011 in Sachen Wettbewerbsabreden im Strassen- und Tief-

bau im Kanton Aargau" führte, offenzulegen, bei welchen das 

Unternehmen KÄPPELI als "Schutzgeberin" aufgetreten war. 

Edition Den Beschwerdeführerinnen sei die Offertsumme des Objekts 

im Verfahren, das zur "Verfügung vom 16. Dezember 2011 in 

Sachen Wettbewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im 

Kanton Aargau" führte, offenzulegen, bei welchen das Unter-

nehmen SUSTRA als Schutzgeberin" aufgetreten war." 

Edition Den Beschwerdeführerinnen sei offenzulegen, an wie vielen 

"Schutzgewährungen" das Unternehmen SCHIESS, das mit 

Verfügung der Vorinstanz vom 22. April 2013 in Sachen "Wett-

bewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Zürich" 

sanktioniert wurde, beteiligt war, und wie hoch das von den Ab-

sprachen betroffene Umsatzvolumen der einzelnen Objekte 

war." 

Zur Begründung führen die Beschwerdeführerinnen im Wesentlichen aus, 

es habe in Bezug auf die ihnen vorgeworfenen Abredebeteiligungen jeweils 

kein Wettbewerbsverhältnis vorgelegen. Eine Wettbewerbsbeschränkung 

habe damit nicht bezweckt werden können. Es habe deshalb keine Wett-

bewerbsabrede bestanden. Eventualiter erheben sie mehrere Rügen ge-

gen die Sanktionierung der ihnen vorgeworfenen Abredebeteiligungen und 

die Sanktionsbemessung. So sei es unzulässig, umsatzlose Abredebeteili-

gungen mit einer Verwaltungssanktion zu ahnden. In Zusammenhang mit 

der Bemessung rügen die Beschwerdeführerinnen auch die Verletzung der 

Rechtsgleichheit und der Verhältnismässigkeit. 

N.  

In ihrer Vernehmlassung vom 18. Mai 2018 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde und der darin gestellten Verfahrensanträge. 

O.  

In ihrer Replik vom 15. August 2018 halten die Beschwerdeführerinnen an 

den in der Beschwerde gestellten Anträgen fest. 

B-654/2018 

Seite 11 

P.  

Mit Duplik vom 7. September 2018 bekräftigt die Vorinstanz ihre Anträge. 

Q.  

Mit Eingabe vom 15. Januar 2021 reichten die Beschwerdeführerinnen 

eine ergänzende Stellungnahme ein.  

R.  

Mit Eingabe vom 3. Februar 2021 nahm die Vorinstanz zur Eingabe der 

Beschwerdeführerinnen vom 15. Januar 2021 Stellung. 

S.  

Auf diese und weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen nachstehender Erwägungen eingegangen. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1. Prozessvoraussetzungen 

Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der Vor-

instanz vom 2. Oktober 2017 (zugestellt am 21. Dezember 2017) und damit 

gegen ein zulässiges Beschwerdeobjekt im Sinne von Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juli 2005 (VGG, SR 173.32) i.V.m. Art. 5 

des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 

172.021). Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 33 Bst. f VGG 

i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Bst. b VwVG zur Behandlung der vorliegenden Streit-

sache zuständig, zumal keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor-

liegt. Die Beschwerdefrist von 30 Tagen wurde unter Berücksichtigung des 

Fristenstillstands vom 18. Dezember 2017 bis und mit 2. Januar 2018 (Art. 

22a Abs. 1 Bst. c VwVG) gewahrt (Art. 50 i.V.m. Art. 20 ff. VwVG). Da auch 

die anderen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde 

grundsätzlich einzutreten. Die Beschwerdeführerinnen fechten die Verfü-

gung im Hauptbegehren integral an (vgl. E. 3). Es kann auf dieses Begeh-

ren jedoch nur insoweit eingetreten werden, als sie Adressatinnen der an-

gefochtenen Verfügung und infolgedessen im Sinne von Art. 48 Abs. 1 

Bst. b VwVG besonders berührt sind. 

 

B-654/2018 

Seite 12 

2. Zweck und Geltungsbereich des KG 

2.1 Das KG bezweckt, volkswirtschaftlich oder sozial schädliche Auswir-

kungen von Kartellen und anderen Wettbewerbsbeschränkungen zu ver-

hindern und damit den Wettbewerb im Interesse einer freiheitlichen markt-

wirtschaftlichen Ordnung zu fördern (Art. 1 KG). 

2.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 KG gilt das Gesetz für Unternehmen des privaten 

und des öffentlichen Rechts, die Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden 

treffen, Marktmacht ausüben oder sich an Unternehmenszusammen-

schlüssen beteiligen. Als Unternehmen gelten nach Art. 2 Abs. 1bis KG 

sämtliche Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleistungen im 

Wirtschaftsprozess, unabhängig von ihrer Rechts- oder Organisationsform. 

Über den Wortlaut von Art. 2 Abs. 1bis KG hinaus muss ein Teilnehmer am 

Wirtschaftsprozess über wirtschaftliche Selbständigkeit verfügen, um als 

Normadressat des Kartellgesetzes erfasst zu werden. Bei Konzernen stel-

len die rechtlich selbstständigen Konzerngesellschaften mangels wirt-

schaftlicher Selbstständigkeit keine Unternehmen im Sinne von Art. 2 

Abs. 1bis KG dar. Als Unternehmen gilt in solchen Fällen der Konzern als 

Ganzes (vgl. Urteile des BVGer B-831/2011 vom 18. Dezember 2018 

E. 35 ff., 48 ff., Six und B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E.  3.1.2 m.w.H., 

Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne). 

Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 bilden – was sich aus den Akten ergibt 

und unstreitig ist (vgl. auch Verfügung, Rz. 78, 227 f., 355) – gemeinsam 

ein Unternehmen im Sinne des KG, dem die Vorinstanz die Beteiligung an 

je einer Wettbewerbsabrede nach Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG (vgl. zum 

Wortlaut der Bestimmungen E. 9) über die oben erwähnten Bauprojekte 

(vgl. Sachverhalt, A) vorwirft. Der persönliche, sachliche und örtliche Gel-

tungsbereich des KG nach Art. 2 KG ist demzufolge eröffnet (vgl. zur Frage 

der rechtmässigen Verfügungsadressaten E. 12.1.4). 

3. Streitgegenstand 

Beim Streitgegenstand handelt es sich um das Rechtsverhältnis, das Ge-

genstand der angefochtenen Verfügung – des Anfechtungsgegenstandes 

– bildet, soweit es im Streit liegt. Innerhalb des Anfechtungsgegenstandes 

bestimmen somit die Anträge der beschwerdeführenden Partei den Streit-

gegenstand (vgl. SEETHALER/PORTMANN, in: Praxiskommentar VwVG, 

3. Aufl. 2023, Art. 52 N. 38). 

B-654/2018 

Seite 13 

Gegenstand der angefochtenen Verfügung ist, soweit die Beschwerdefüh-

rerinnen betreffend, insbesondere die Auferlegung einer Verwaltungssank-

tion nach Art. 49a Abs. 1 KG für die Beteiligung an Wettbewerbsabreden 

nach Art. 5 Abs. 3 KG über die Projekte (...), (...) und (...) (Dispositiv-Ziffer 

2.2 und 2.3). Zudem auferlegte die Vorinstanz den Beschwerdeführerinnen 

Verhaltenspflichten (Dispositiv-Ziffer 1) und Verfahrenskosten (Dispositiv-

Ziffer 4.2 und 4.3). 

Die Beschwerdeführerinnen beantragen die Aufhebung der Verfügung hin-

sichtlich der ihnen auferlegten Sanktion.  

Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist somit die 

Rechtmässigkeit einer Verwaltungssanktion von Fr. (...) (gegenüber den 

Beschwerdeführerinnen 1 [Crestageo] und 3 [Zindel]) sowie von Fr. (...) 

(gegenüber den Beschwerdeführerinnen 2 [Mettler Prader] und 3 [Zindel]), 

welche die Vorinstanz aufgrund einer Beteiligung an Wettbewerbsabreden 

nach Art. 5 Abs. 3 KG über die drei erwähnten Projekte auferlegt hat (vgl. 

zur Auferlegung von Verfahrenskosten der Vorinstanz E. 14). 

Nicht Streitgegenstand ist die Auferlegung von Verhaltenspflichten durch 

die Vorinstanz. Obschon die Beschwerdeführerinnen die Verfügung integ-

ral anfechten, erheben sie in der Begründung der Beschwerde hiergegen 

keine Rügen. Im Lichte des im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesver-

waltungsgericht geltenden Rügeprinzips (vgl. E. 6.7) ist auf diesen Aspekt 

nicht weiter einzugehen. 

4. Terminologie 

In terminologischer Hinsicht sind im Zusammenhang mit den den Be-

schwerdeführerinnen vorgeworfenen Beteiligungen an Submissionsab-

sprachen vorab einzelne begriffliche Klärungen vorzunehmen:  

Eine Stützofferte zeichnet sich dadurch aus, dass das stützende Unterneh-

men die Offerte eines anderen Unternehmens – der designierten Schutz-

nehmerin – auf der Grundlage einer gegenseitigen Abstimmung bewusst 

überbietet, d.h. sein Angebot zu einem höheren Preis einreicht. Die Schutz-

geberin reicht die eigene Offerte damit nur zum Schein ein. Eine Schutz-

nahme ist erfolgreich, wenn die designierte Schutznehmerin den Zuschlag 

tatsächlich erhält (vgl. Urteil des BGer 2C_845/2018 vom 3. August 2020, 

Sachverhalt, A, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht; Urteil 

des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 8.1.2 f., 9.3.4.1 f., Strassen- 

B-654/2018 

Seite 14 

und Tiefbau im Kanton Aargau Erne, m.w.H.). Die Beweggründe der ab-

redebeteiligten Unternehmen – insbesondere des stützenden Unterneh-

mens – sind insoweit unerheblich (vgl. auch E. 6.4). 

Auf den Einwand der Beschwerdeführerinnen, Schutz könne nur gewäh-

ren, wer selbst in der Lage wäre, ein konkurrenzfähiges Angebot einzu-

reichen (vgl. Beschwerde, Rz. 121 ff.), ist im Rahmen des Merkmals des 

Wettbewerbsverhältnisses (E. 7.1) einzugehen. 

5. Editionsantrag 

5.1 Die Beschwerdeführerinnen stellen den Antrag auf Edition von einzel-

nen Verfahrensakten aus zwei vorinstanzlichen Verfahren: aus dem Ver-

fahren der Vorinstanz in Sachen Submissionsabsprachen Kanton Aargau 

(abgeschlossen durch Verfügung der Vorinstanz vom 16. Dezember 2011 

[veröffentlicht in: RPW 2012/2 S. 270 ff.]) und dem Verfahren in Sachen 

Wettbewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Zürich (abge-

schlossen durch Verfügung der Vorinstanz vom 22. April 2013 [veröffent-

licht in: RPW 2013/4 S. 524 ff.]).  

Sie begründen den Antrag im Wesentlichen damit, dass die Vorinstanz in 

der angefochtenen Verfügung von ihrer früheren Praxis abgewichen sei, 

umsatzlose Beteiligungen an Submissionsabsprachen mit geringen Pau-

schalsanktionen zu ahnden. Die Beschwerdeführerinnen beantragen ins-

besondere die Edition von Unterlagen über die Offertsummen. Sie ersu-

chen damit um Auskunft darüber, in welcher Höhe einzelne mit Pauschal-

beträgen sanktionierte Bauunternehmen seinerzeit offeriert haben. In Be-

zug auf zwei ebenfalls mit einem Pauschalbetrag belastete Unternehmen 

wird zudem Auskunft darüber beantragt, an wie vielen "Schutzgewährun-

gen" diese beteiligt gewesen seien. Der Antrag beschränkt sich auf Anga-

ben über Unternehmen, die gemäss dem Beweisergebnis der Vorinstanz 

aus ihrer Abredebeteiligung keinen Umsatz erzielt haben. Die beantragte 

Edition soll – so die Beschwerdeführerinnen sinngemäss – Klarheit darüber 

bringen, wie die Vorinstanz in den betreffenden Verfahren die Verwaltungs-

sanktion bei umsatzlosen Beteiligungen an Submissionsabsprachen be-

messen habe. 

5.2 Die Vorinstanz wendet gegen den Antrag ein, die von den Beschwer-

deführerinnen begehrten Informationen seien für die Sanktionierung der 

Beschwerdeführerinnen nicht relevant. Denn es sei aus rechtlichen Grün-

B-654/2018 

Seite 15 

den geboten und zulässig, die Sanktionsentscheidung in Bezug auf die Be-

schwerdeführerinnen ohne Ansehung der konkreten Sanktionsbemessun-

gen bezüglich anderer Parteien der genannten Verfahren zu treffen. Es be-

stehe mithin keine Beweiseignung. Sie verweist in diesem Zusammenhang 

darauf, dass sie keine gefestigte Praxis zur Bemessung der Sanktion bei 

umsatzlosen Abredebeteiligungen habe. Zudem verweist sie auf ihre Aus-

führungen in der angefochtenen Verfügung, wonach die in Frage stehen-

den Projekte ein weit höheres Volumen haben als die den Verfügungen in 

Sachen Submissionsabsprachen Kanton Aargau und Kanton Zürich zu-

grunde liegenden Projekte (vgl. Vernehmlassung, Rz. 70 ff.). 

5.3  

5.3.1 Der Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, 

Art. 29 ff. VwVG) hat mehrere Teilgehalte, die der Gesetzgeber teilweise 

im VwVG konkretisiert hat, das auch auf Kartellverwaltungsverfahren an-

wendbar ist (Art. 39 KG). So nimmt die Behörde ihr angebotene Beweise 

ab, wenn diese zur Abklärung des Sachverhaltes tauglich erscheinen 

(Art. 33 Abs. 1 VwVG). Sie kann dementsprechend auf die Abnahme von 

Beweisen verzichten, wenn diese eine rechtlich nicht erhebliche Tatsache 

betreffen oder offensichtlich ungeeignet sind, um eine rechtsrelevante Tat-

sache zu beweisen (vgl. statt vieler BGE 106 Ia 161 E. 2; 127 I 54 E. 2b, 

Urteil des BGer 2C_596/2019 vom 2. November 2022 E. 3.1.5, Six; Urteil 

des BVGer B-2597/2017 vom 19. Januar 2022 E. 4.7, Vifor Pharma).  

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt ebenfalls nicht vor, wenn ein 

Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es auf 

Grund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet 

hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen 

kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge-

ändert würde (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3; vgl. Urteil des 

BVGer B-2798/2018 vom 16. Februar 2021 E. 14, Naxoo). 

5.3.2 Bei der gerichtlichen Beurteilung der Rechtmässigkeit der Bemes-

sungsmethode ist unter anderem das allgemeine verfassungsrechtliche 

Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV) zu beachten (vgl. Urteil des BVGer  

B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 11.4.8.7 Strassen- und Tiefbau im Kan-

ton Aargau Umbricht). Danach sind Sachverhalte, die in den rechtlich rele-

vanten tatsächlichen Elementen übereinstimmen, rechtlich gleich zu be-

handeln (vgl. Urteil des BGer 2C_180/2014 vom 28. Juni 2016 E. 9.8.3 

[nicht publizierte Erwägung in BGE 143 II 297], Gaba; Urteil des BVGer  

B-654/2018 

Seite 16 

B-807/2012 vom 25.6.2018 E. 11.5.8.12, Strassen- und Tiefbau Kanton 

Aargau Erne). Die Rechtsgleichheit und die Rechtssicherheit können einer 

Änderung einer gefestigten Praxis entgegenstehen (vgl. BGE 142 II 136 E. 

3.4; BGE 127 I 49 E. 3; TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 5. Aufl. 2022, § 23 Rz. 13). Eine Praxisänderung kann nur dann 

vorliegen, wenn über längere Zeit eine gefestigte Praxis bestanden hat, 

d.h. in mehreren Fällen gleich entschieden und so eine Erwartung mit Blick 

auf künftige Fälle begründet worden ist. Eine gefestigte Praxis kann damit 

grundsätzlich nicht auf einzelne Fälle zurückgeführt werden (vgl. Urteile 

des BVGer A-185/2016 vom 6. Mai 2016 E. 2.6.3, m.w.H.; B-880/2012 vom 

25. Juni 2018 E. 11.4.8.12, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Um-

bricht; B-716/2018 vom 23. November 2023 E. 9.2.3.2 Engadin VI Imple-

nia). 

Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid in Sachen Wettbewerbsabreden im 

Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau vom 16. Dezember 2011 gegen-

über einzelnen Unternehmen, die durch ihre Abredebeteiligungen keinen 

Umsatz generiert haben, Pauschalsanktionen auferlegt (vgl. Verfügung der 

Vorinstanz vom 16. Dezember 2011 in der Untersuchung betreffend Wett-

bewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau [veröffent-

licht in: RPW 2012/2 S. 270 ff.], Rz. 1089 ff., 1144).  

Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid in Sachen Wettbewerbsabreden im 

Strassen- und Tiefbau im Kanton Zürich vom 22. April 2013 jedoch ange-

kündigt, auf umsatzlose Abredebeteiligungen zukünftig eine andere Be-

messungsmethode anzuwenden, die sich am Volumen des relevanten 

Markts orientiert (vgl. Verfügung der Vorinstanz vom 22. April 2013 betref-

fend Wettbewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Zürich [ver-

öffentlicht in: RPW 2013/4 S. 524 ff.], Rz. 951). Im Einzelnen führte die Vor-

instanz Folgendes aus: 

"[...] Um dem Gesetz Nachachtung zu verschaffen, muss in solchen Fällen von 

einer wortgetreuen Anwendung von Art. 3 SVKG abgesehen und die Bestim-

mung des Basisbetrags anderweitig vorgenommen werden. Dabei ist eine Ori-

entierung am Volumen des relevanten Marktes – wie dies auch dem Art. 3 

SVKG zu Grunde liegenden Gedanken entspricht – naheliegend" (Rz. 951). 

Es besteht demzufolge und entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin-

nen keine gefestigte Praxis der Wettbewerbsbehörden zur Sanktionsbe-

messung bei umsatzlosen Beteiligungen an Wettbewerbsabreden, wonach 

umsatzlose Abredebeteiligungen mit einer (tieferen) Pauschalsanktion zu 

B-654/2018 

Seite 17 

ahnden seien (vgl. Urteil des BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 

E. 9.4., Engadin II Rocca + Hotz).  

Nichts zu ihren Gunsten vermögen die Beschwerdeführerinnen diesbezüg-

lich aus den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen Strassen- 

und Tiefbau im Kanton Aargau vom 25. Juni 2018 (Urteile des BVGer  

B-807/2012 E. 11.5.8, Erne; B-880/2012 E. 11.4.8, Umbricht; B-829/2012 

E. 10.5.8, Granella und B-771/2012 E. 9.6.8, Cellere) abzuleiten. Das Bun-

desverwaltungsgericht hat sich in den betreffenden Urteilen zwar zu den 

Grundsätzen der Sanktionierung und der Sanktionsbemessung bei um-

satzlosen Beteiligungen an Submissionsabsprachen geäussert. Es hat je-

doch offengelassen, nach welcher Methode die Bemessung der Sanktion 

im Rahmen dieser Grundsätze im Einzelnen zu erfolgen hat (vgl. Urteil des 

BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 E. 9.4.3, Engadin II Rocca + 

Hotz). Dies entspricht im Übrigen auch der Rechtsprechung der EU-Ge-

richte, wonach die EU-Kommission bei der Wahl der Bemessungsmethode 

ein weites Ermessen habe und insoweit eine Vielzahl von Faktoren berück-

sichtigen könne (EuGH, EU:C:2007:277, Rz. 81, SGL Carbon). 

Bei dieser Ausgangslage kann entgegen dem Vorbringen der Beschwerde-

führerinnen (vgl. Beschwerde, Rz. 207 ff.) von vornherein keine unzuläs-

sige rückwirkende Praxisänderung vorliegen. 

Im Übrigen sind weder das Bundesverwaltungsgericht noch das Bundes-

gericht bei der Auslegung und Anwendung von Rechtsnormen an die Pra-

xis der Verwaltungsbehörden gebunden, andernfalls der verfassungsrecht-

lich gewährleistete Rechtsschutz auf richtige Anwendung des Rechts un-

terlaufen würde (vgl. BGE 143 II 297 E. 5.3.3, Gaba; Urteil des BVGer  

B-5130/2019 vom 9. August 2021 E. 6.2.4, Strassenbau Graubünden 

Schlub). 

Die Heranziehung der im Editionsbegehren erwähnten Unterlagen ist des-

halb für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Sanktionsbemessung im 

vorliegenden Verfahren (vgl. E. 12) von vornherein nicht notwendig. Die 

Editionsanträge sind damit abzuweisen. 

5.4 Die Beschwerdeführerinnen beantragen schliesslich die Edition der Ak-

ten des vorinstanzlichen Verfahrens. Das Bundesverwaltungsgericht hat 

diese gestützt auf Art. 57 Abs. 1 VwVG von Amtes wegen eingeholt. 

 

B-654/2018 

Seite 18 

6. Abstimmung über das Eingabeverhalten 

6.1 In materieller Hinsicht bestreiten die Beschwerdeführerinnen eine Be-

teiligung an je einer unzulässigen Wettbewerbsabrede nach Art. 5 Abs. 1 

i.V.m. Art. 4 Abs. 1 KG bei den Projekten (...), (...) und (...). Sie machen zur 

Begründung im Wesentlichen geltend, es habe zwischen den angeblich 

abredebeteiligten Unternehmen kein Wettbewerbsverhältnis bestanden 

(vgl. Beschwerde, Rz. 16 ff.). 

6.2 Nach Art. 5 Abs. 1 KG sind Abreden, die den Wettbewerb auf einem 

Markt für bestimmte Waren oder Leistungen erheblich beeinträchtigen und 

sich nicht durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz rechtfertigen lassen, 

sowie Abreden, die zur Beseitigung wirksamen Wettbewerbs führen, unzu-

lässig. Als Wettbewerbsabreden gelten nach Art. 4 Abs. 1 KG rechtlich er-

zwingbare oder nicht erzwingbare Vereinbarungen sowie aufeinander ab-

gestimmte Verhaltensweisen von Unternehmen gleicher oder verschiede-

ner Marktstufen, die eine Wettbewerbsbeschränkung bezwecken oder be-

wirken. 

6.3 Es sind vorab die Beweisregeln darzustellen. In deren Lichte ist an-

schliessend zu beurteilen, ob den Beschwerdeführerinnen eine Abstim-

mung mit der jeweiligen Gesellschaft der Foffa Conrad-Gruppe über das 

Eingabeverhalten an den in Frage stehenden Projekten rechtsgenüglich 

nachgewiesen werden kann.  

Während die objektive Beweislast regelt, welche Partei die Folgen der Be-

weislosigkeit einer rechtlich relevanten Tatsache zu tragen hat, bestimmt 

die subjektive Beweislast die Beweisführungslast (vgl. Urteile des BVGer 

B-3938/2013 vom 30. Oktober 2019 E. 6.4, Buchhändler Dargaud;  

B-5685/2012 vom 17. Dezember 2015 E. 4.5.4, Altimum). Die objektive 

und subjektive Beweislast für das Vorliegen einer Abstimmung über das 

Eingabeverhalten liegt bei der Vorinstanz (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2; Ur-

teile des BVGer B-829/2012 vom 25. Juni 2018 E. 6.3, Strassen- und Tief-

bau im Kanton Aargau Granella; B-552/2015 vom 14. November 2017 

E. 3.2, Türbeschläge). Dass die Vorinstanz hinsichtlich der Beweislast von 

unzutreffenden Annahmen ausgegangen ist, legen die Beschwerdeführe-

rinnen zu Recht nicht dar. 

Vorliegend ist mit der Vorinstanz vom Regelbeweismass des Überzeu-

gungsbeweises auszugehen (vgl. Verfügung, Rz. 34). Hierfür sprechen die 

B-654/2018 

Seite 19 

– auch in Kartellsanktionsverfahren grundsätzlich geltende – Unschulds-

vermutung (vgl. BGE 144 II 246 E. 6.4.3, Altimum; Urteil des BVGer  

B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 6.3, Strassen- und Tiefbau im Kanton 

Aargau Erne; vgl. auch Urteil des BGer 2C_845/2018 vom 3. August 2020 

E. 4.2, Strassen und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht) und die Tatsa-

che, dass keine besonders komplexe Beweislage vorliegt. Demnach muss 

ein Gericht oder eine Behörde nach objektiven Gesichtspunkten von der 

Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt sein. Dabei genügt es, wenn 

das Gericht oder die Behörde keine ernsthaften Zweifel am Vorliegen eines 

rechtserheblichen Umstands hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als 

leicht erscheinen (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2; Urteile des BVGer  

B-710/2014 vom 16. November 2022 E. 9.1.2, Luftfracht; B-7834/2015 vom 

16. August 2022 E. 6.3.1 f., Autohändler; B-3938/2013 vom 30. Oktober 

2019 E. 6.4, Buchhändler Dargaud; B-807/2012 vom 25. Juni 2018 

E. 8.4.4.1, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne; B-552/2015 vom 

14. November 2017 E. 4.4, Türbeschläge). Der Grundsatz "in dubio pro 

reo" greift mithin – als Beweislastregel – erst, wenn alle aus Sicht des ur-

teilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben worden sind; ist der 

Sachverhalt nach Auffassung des Gerichts nicht ausreichend abgeklärt, 

sind entweder die fehlenden rechtserheblichen Tatsachen im Rechtsmittel-

verfahren zu erheben oder die Sache ist zur Beweisergänzung an die Vor-

instanz zurückzuweisen (vgl. Urteil des BVGer B-552/2015 vom 14. No-

vember 2017 E. 3.2, Türbeschläge, m.H. auf Urteil des BGer 

2C_1016/2014 vom 19. Oktober 2017 E. 2.2, Fensterbeschläge Siegenia). 

Vorbehalten bleiben die Grundsätze zur Rüge- und Begründungspflicht 

(E. 6.7). 

6.4 Eine Wettbewerbsabrede nach Art. 4 Abs. 1 KG (zum Wortlaut vgl. 

E. 6.2) setzt nach dem Gesagten zunächst ein bewusstes und gewolltes 

Zusammenwirken ("action collective, consciente et voulue") von Unterneh-

men über ihr Marktverhalten voraus (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.2 f., Hors-Liste 

Medikamente Pfizer und BGE 144 II 246 E. 6.4.1, Altimum, jeweils m.H. 

auf die Botschaft zu einem Bundesgesetz über Kartelle und andere Wett-

bewerbsbeschränkungen vom 23. November 1994, BBl 1995 I 468 ff., 545, 

nachfolgend: Botschaft KG 1995). Die Motive der Unternehmen sind dabei 

unerheblich (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 

E. 7.3.3, Engadin IV Foffa Conrad).  

Die Bestimmung von Art. 4 Abs. 1 KG sieht als – rechtlich gleich zu behan-

delnde – Erscheinungsformen von Wettbewerbsabreden sowohl die Ver-

einbarung als auch die abgestimmte Verhaltensweise vor. Die vorliegend 

B-654/2018 

Seite 20 

von der Vorinstanz angenommene Erscheinungsform der Vereinbarung er-

fordert eine übereinstimmende gegenseitige Willensäusserung, sich auf ei-

nem Markt in einer bestimmten Weise zu verhalten (vgl. BGE 147 II 72 

E. 3.3, Hors-Liste Medikamente Pfizer; Urteile des BVGer B-7834/2015 

vom 16. August 2022 E. 8.3.1, Autohändler; B-552/2015 vom 14. Novem-

ber 2017 E. 4.1, Türbeschläge, B-843/2015 vom 19. Dezember 2017 E. 7; 

Hors-Liste Medikamente und B-3618/2013 vom 24. November 2016 

Rz. 295, Ticketvertrieb Hallenstadion; zum Begriff der Wettbewerbsabrede 

allgemein vgl. auch BGE 144 II 246 E. 6.4.1, Altimum; Urteile des BVGer 

B-5685/2012 vom 17. Dezember 2015 E. 4.1, Altimum; B-4669/2013 vom 

30. Oktober 2019 E. 7.1, Buchhändler Les Editions des 5 frontières und  

B-8404/2010 vom 23. September 2014 E. 5.1.3, 5.3.7.1 f., Baubeschläge 

SFS unimarket, sowie für das EU-Recht, dem das Begriffspaar entnommen 

ist, EuGH, C-41/69, EU:C:1970:71, Rz. 112, ACF Chemiefarma).  

6.5 Ausgehend davon ist zunächst zu prüfen, ob der jeweiligen Zindel-Ge-

sellschaft eine Abstimmung im Sinne eines Einvernehmens über das Ein-

gabeverhalten rechtsgenüglich nachgewiesen werden kann. 

6.6 Gemäss dem Beweisergebnis der Vorinstanz hat die (damalige) Prader 

(heute: Mettler Prader) sich bei den Projekten (...) und (...) an einer Abstim-

mung mit Bezzola Denoth darüber beteiligt, wer den Zuschlag für das je-

weils ausgeschriebene Projekt erhalten und dementsprechend zum tiefs-

ten Preis offerieren soll. Zudem soll sich Crestageo an einer entsprechen-

den Abstimmung mit Foffa Conrad über das Projekt (...) beteiligt haben. 

6.7 Die Beschwerdeschrift beschränkt sich insoweit zunächst auf eine pau-

schale Bestreitung der tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, soweit 

diese sich nicht mit den Ausführungen der Beschwerdeführerinnen deck-

ten. Der entsprechende Passus lautet wie folgt: 

"Soweit sich die tatsächlichen Darstellungen in der Verfügung nicht mit den 

Ausführungen der Beschwerdeführerinnen decken und soweit sie nicht Zuge-

ständnisse an die Beschwerdeführerinnen enthalten, werden sie bestritten." 

(vgl. Beschwerde, Rz. 13) 

In Bezug auf die ihnen vorgeworfene Beteiligung an einer Abstimmung 

über die Projekte (...) und (...) erheben die Beschwerdeführerinnen keine 

spezifischen Einwände (vgl. Beschwerde, Rz. 47 ff. [(...)], Rz. 101 ff. [(...)]; 

Vernehmlassung, Rz. 11). 

B-654/2018 

Seite 21 

Die in Art. 13 VwVG verankerte Pflicht der Parteien zur Mitwirkung an der 

Feststellung des Sachverhaltes besteht im Rechtsmittelverfahren darin, 

dass die beschwerdeführende Partei die ihre Rügen stützenden Tatsachen 

darlegen und allfällige Beweismittel einreichen muss (Art. 52 Abs. 1 VwVG; 

vgl. Urteil des BVGer B-581/2012 vom 16. September 2016 E. 5.5.3, Ni-

kon; KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Praxiskommentar VwVG, 

3. Aufl. 2023, Art. 13 N. 3, m.H.; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Ver-

fahrensrecht, 2. Aufl. 2015, Rz. 677 ff.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, 

Rz. 460, 463 ff.). Soll die Rechtsmittelinstanz die Ermittlung des rechtser-

heblichen Sachverhalts durch die Vorinstanz überprüfen, ist die beschwer-

deführende Partei gehalten, in der Begründung des Rechtsmittels konkret 

und unter Nennung der ihre Ausführungen untermauernden Beweismittel 

darzulegen, inwiefern der Sachverhalt ihrer Ansicht nach unrichtig oder un-

vollständig festgestellt worden ist (vgl. SEETHALER/PORTMANN, in: Praxis-

kommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 52 N. 52 ff., 65 ff., m.H.; Urteil des 

BVGer B-1050/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 1.2). Missachtet eine Partei 

diese ihr obliegende Mitwirkungspflicht, muss sie je nach den konkreten 

Umständen des Einzelfalls möglicherweise Rechtsnachteile auf sich neh-

men (vgl. Urteil des BVGer B-880/2012 vom 25. Juni 2018 E. 8.7.2.6, Wett-

bewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht, 

m.w.H.). 

Von den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerinnen war vorliegend 

ohne Weiteres zu erwarten, dass sie dem Bundesverwaltungsgericht ihre 

Beanstandungen tatsächlicher Natur zu den ihnen vorgeworfenen Beteili-

gungen an je einer Abstimmung über die Projekte (...) und (...) aus eigenem 

Antrieb substantiiert vortragen. Mit der erwähnten pauschalen Bestreitung 

unterbreiten die Beschwerdeführerinnen dem Bundesverwaltungsgericht 

mit Bezug auf das Merkmal einer Abstimmung jedoch keine konkreten Be-

anstandungen. Sie führen nicht substantiiert aus, warum die vorinstanzli-

che Einschätzung der Beweislage insoweit fehlerhaft sein soll (vgl. Urteil 

des BVGer B-880/2012 vom 25. Juni 2018 E. 8.7.2.7, Wettbewerbsabre-

den im Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht, m.w.H.).  

Soweit die Beschwerdeführerinnen in ihrer Beschwerde die "tatsächlichen 

Darstellungen in der Verfügung" lediglich pauschal bestreiten (vgl. Be-

schwerde, Rz. 13), genügen sie demzufolge ihrer Begründungs- und Sub-

stantiierungsobliegenheit (Art. 52 Abs. 1 und Art. 13 VwVG) nicht. 

B-654/2018 

Seite 22 

Mangels konkreter Beanstandungen gebietet es der Untersuchungsgrund-

satz nicht, dass im vorliegenden Rechtsmittelverfahren von Amtes wegen 

eine eingehende Prüfung vorgenommen werden müsste, ob der Vorinstanz 

bei der Erforschung der materiellen Wahrheit hinsichtlich des Vorliegens 

einer nicht spezifisch bestrittenen Abstimmung der jeweiligen Zindel-Ge-

sellschaft mit der jeweiligen Gesellschaft der Foffa Conrad-Gruppe mög-

licherweise Fehler unterlaufen sind. Aufgrund der faktisch nicht beanstan-

deten vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung rechtfertigt es sich viel-

mehr, dass das Bundesverwaltungsgericht die Prüfungsdichte bei der Be-

urteilung der Beweislage in diesen Fällen zurücknimmt. Die Beschwerde-

führerinnen können es nicht einfach dem Bundesverwaltungsgericht als 

Rechtsmittelinstanz überlassen, die sie betreffenden Beweislagen in die-

sen Fällen zu überprüfen. Sachverhaltserkenntnisse aus weiteren gegen 

die Verfügung der Vorinstanz anhängig gemachten Beschwerdeverfahren 

muss das Gericht zur Gewährleistung der Verfahrenskoordination als ge-

richtsnotorisch in die Beurteilung der Beweislage einfliessen lassen (vgl. 

Urteil des BVGer B-880/2012 vom 25. Juni 2018 E. 8.7.2.8, Wettbewerbs-

abreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht). 

Die in diesem Sinne erfolgte Durchsicht und Prüfung der vorliegenden Ak-

ten ergibt unter Mitberücksichtigung der (gerichtsnotorischen) Erkennt-

nisse aus dem Parallelverfahren B-652/2018 (Foffa-Gruppe, Verfahren der 

Vorinstanz in Sachen Engadin III) keine Hinweise darauf, dass die Vor-

instanz die rechtserheblichen Sachverhalte mit Bezug auf das Verhalten 

der Beschwerdeführerin 2 in diesen Fällen unrichtig festgestellt hat.  

Es besteht damit kein Anlass, an der Richtigkeit des vorinstanzlichen Be-

weisergebnisses, wonach eine Abstimmung zwischen der (damaligen) 

Prader und Bezzola Denoth sowie zwischen Crestageo und Foffa Conrad 

([...]) über die Projekte (...) bzw. (...) vorgelegen habe, zu zweifeln, zumal 

dieses auf einer sorgfältigen und schlüssigen Beweiswürdigung beruht. 

Wie die Vorinstanz in ihrer Beweiswürdigung jeweils überzeugend aufzeigt, 

kann der Informationsaustausch zwischen der (damaligen) Prader und Be-

zzola Denoth ([...]) sowie zwischen Crestageo und Foffa Conrad ([...]) nur 

vor dem Hintergrund einer zuvor erzielten Abstimmung über die Koordinie-

rung der Angebote vernünftig verstanden werden. Sie weist zu Recht da-

rauf hin, dass die (damalige) Prader beim Projekt (...) sowie Foffa Conrad 

beim Projekt (...) die ihr von der designierten Schutznehmerin (Bezzola De-

noth [(...) und (...)] sowie Crestageo [(...)]) zugesandte vorkalkulierte Offerte 

im Wesentlichen unverändert als ihr eigenes Angebot an der fraglichen 

Ausschreibung eingereicht haben. Diese haben den jeweiligen Offertpreis 

B-654/2018 

Seite 23 

demnach gerade nicht im Sinne des Selbständigkeitspostulats unabhängig 

von ihrer Mitbewerberin, sondern gestützt auf die von dieser erhaltenen 

Informationen festgelegt (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 

2023 E. 7.3.15, Engadin IV Foffa Conrad; E. 7.2.3.3). 

6.8 Hinsichtlich der Einreichung einer Offerte beim Projekt (...) führen die 

Beschwerdeführerinnen aus, die (damalige) Prader (heute: Mettler Prader) 

habe "diesen Entscheid autonom" getroffen (vgl. Beschwerde, Rz. 79). 

Der entsprechende Passus lautet im Einzelnen wie folgt:  

"5.3. Objekt "(...)"  

Auch bei diesem Objekt handelte es sich um Baumeisterarbeiten im Engadin, 

die Prader von Davos aus nicht zu konkurrenzfähigen Bedingungen anbieten 

konnte. Deshalb war für Prader von Anfang an klar, dass sie für dieses Objekt 

nicht offerieren würde. Prader traf diesen Entscheid autonom (...)." 

6.8.1 Mit dem Vorbringen, an der in Frage stehenden Ausschreibung ge-

stützt auf einen "autonom getroffenen Entscheid" ein Angebot eingereicht 

zu haben, bringen die Beschwerdeführerinnen zum Ausdruck, dass die 

(damalige) Prader (heute: Mettler Prader) ihr Angebot unabhängig von den 

anderen Anbietern ausgearbeitet habe (vgl. Urteil des BVGer 645-2018 

vom 14. August 2023 E. 17.4.10, Engadin IV Foffa Conrad).  

Soweit sich der Einwand der Beschwerdeführerinnen, ihr Angebot aus 

freiem Entschluss eingereicht zu haben, gegen das Bestehen einer Abstim-

mung richtet, ist er jedoch unbehelflich. Die (damalige) Prader kannte auf-

grund der ihr von Bezzola Denoth mit E-Mail vom 7. April 2011 zugesand-

ten vorkalkulierten Offerte den ungefähren Offertpreis, zu dem diese ihr 

Angebot einzureichen beabsichtigte. Es ist dabei aufgrund der von den Be-

teiligten bekundeten Interessenlage – dem Interesse der Bezzola Denoth 

am Erhalt des Zuschlags stand ein offenbares Desinteresse der (damali-

gen) Prader am Zuschlag gegenüber – davon auszugehen, dass der in der 

Offerte aufgeführte Preis höher als der Preis war, zu dem die Bezzola De-

noth ihr Angebot einzureichen beabsichtigte. Die Zusendung einer Offerte 

zu einem tieferen Preis hätte aus der Sicht der Bezzola Denoth ökono-

misch keinen Sinn gehabt, zumal sie dadurch ihre Chancen auf den Zu-

schlag verringert hätte (vgl. Urteil des BVGer B-648/2018 vom 7. Dezem-

ber 2023 E. 7.3.12, Engadin VI Bezzola Denoth). Der besagte Informati-

onsaustausch hat demzufolge die Unsicherheit über das Verhalten des an-

B-654/2018 

Seite 24 

deren Unternehmens bei der fraglichen Ausschreibung beseitigt, was ei-

nem autonomen Eingabeverhalten entgegensteht (vgl. zur Abgrenzung ei-

ner abgestimmten Verhaltensweise von einem zulässigen Parallelverhal-

ten BGE 147 II 72 E. 3.4.2, Hors-Liste Medikamente Pfizer; BGE 129 II  

18 E. 6.3, Sammelrevers). 

Die (damalige) Prader (heute: Mettler Prader) hat die ihr zugesandte vor-

kalkulierte Offerte sodann im Wesentlichen unverändert als ihr Angebot 

eingegeben und damit bewusst eine preislich teurere Offerte eingereicht. 

Sie hat den Offertpreis demnach gerade nicht im Sinne des Selbständig-

keitspostulats unabhängig von ihrer Mitbewerberin, sondern gestützt auf 

die von dieser erhaltenen Informationen festgelegt (vgl. E. 6.7; 7.2.3.3). 

6.8.2 Das Vorbringen der Beschwerdeführerinnen, die (damalige) Prader 

habe ihre "pro Forma-Offerte" allein wegen des ausdrücklichen Wunsches 

des Tiefbauamts eingereicht (vgl. Beschwerde, Rz. 224), ist unerheblich, 

zumal es insoweit – wie erwähnt (vgl. E. 6.4) – nicht auf das Motiv an-

kommt. 

6.9 Im Rahmen seiner Überprüfung kommt das Bundesverwaltungsgericht 

damit zum Ergebnis, dass die Vorinstanz die Beteiligung der (damaligen) 

Prader ([...] und [...]) sowie von Crestageo ([...]) an einer Abstimmung über 

die betreffenden Projekte rechtsgenüglich, d.h. unter Wahrung des hier an-

zuwendenden Beweismasses des Überzeugungsbeweises (vgl. E. 6.3), 

nachgewiesen hat. 

Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die (damalige) 

Prader (heute: Mettler Prader) sich bei den Ausschreibungen (...) und (...) 

sowie Crestageo beim Projekt (...) an einer Abstimmung über das Einga-

beverhalten beteiligt haben. Hieran besteht auch für das Bundesverwal-

tungsgericht kein ernsthafter Zweifel. 

Das Verhalten der (damaligen) Prader ([...] und [...]) und der Crestageo 

([...]) ist mit der Vorinstanz als Beteiligung an einer Wettbewerbsabrede in 

Form einer Vereinbarung nach Art. 4 Abs. 1 KG einzustufen. 

6.10 Die Beschwerdeführerinnen machen des Weiteren geltend, die Vor-

instanz habe Foffa Conrad und Bezzola Denoth als Selbstanzeigerinnen in 

unzulässiger Weise gedrängt, wenigstens "'potentielle Auswirkungen' der 

ihnen vorgeworfenen Abredebeteiligungen zuzugestehen". Auf diesem 

Weg erzwungene – falsche – Zugeständnisse seien auch gegenüber den 

Beschwerdeführerinnen nicht verwertbar (vgl. Beschwerde, Rz. 37). Die 

B-654/2018 

Seite 25 

Beschwerdeführerinnen beziehen sich auf das Schreiben der Vorinstanz 

an die Foffa Conrad-Gruppe vom 15. August 2017. Darin forderte die Vor-

instanz diese Foffa Conrad-Gesellschaften im Rahmen ihrer Selbstanzeige 

zur Beantwortung der Frage auf, ob das Verhalten der Parteien im Zusam-

menhang mit den Bauprojekten (...), (...) und (...) "zumindest potentielle 

Auswirkungen auf die Wettbewerbsverhältnisse" gehabt habe. 

Dieses Vorbringen ist rechtlich unerheblich. So hat das Bundesverwal-

tungsgericht in seinem Urteil in Sachen Engadin IV Foffa Conrad festge-

halten, dass eine entsprechende Konstellation keinen unverhältnismässi-

gen Zwang darstelle, der gegen das Verbot des Zwangs zur Selbstbelas-

tung verstiesse (vgl. Urteile des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 

E. 18.4.3, Engadin IV Foffa Conrad; B-3096/2018 vom 28. November 2023 

E. 125, Engadin I Foffa Conrad). Zudem ist nicht ersichtlich, dass die Vor-

instanz bei ihrer Beweisführung auf die entsprechende Aussage der Foffa 

Conrad-Gesellschaften abgestellt hat.  

7. Wettbewerbsverhältnis und Bezwecken einer Wettbewerbsbe-

schränkung 

Umstritten ist des Weiteren, ob zwischen den jeweils abredebeteiligten Ge-

sellschaften der Zindel- und der Foffa Conrad-Gruppe ein tatsächliches 

oder potentielles Wettbewerbsverhältnis vorgelegen hat und ob die jewei-

lige Abstimmung eine Wettbewerbsbeschränkung im Sinne von Art. 4 

Abs. 1 KG bezweckt oder bewirkt hat. 

7.1 Wettbewerbsverhältnis 

7.1.1 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, es habe zwischen der 

(damaligen) Prader (heute: Mettler Prader) und Bezzola Denoth ([...] und 

[...]) sowie zwischen Crestageo und Foffa ([...]) an einem Wettbewerbsver-

hältnis gefehlt. 

Horizontale Wettbewerbsabreden im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c 

KG könnten nur vorliegen, sofern sie zwischen Unternehmen getroffen 

werden, die tatsächlich oder der Möglichkeit nach miteinander im Wettbe-

werb stehen. Im Fall einer Submissionsabsprache sei zusätzlich Voraus-

setzung, dass die Unternehmen in Bezug auf das konkret ausgeschriebene 

Objekt im Zeitpunkt der Ausschreibung tatsächlich miteinander im Wettbe-

werb stünden (vgl. Beschwerde, Rz. 31). 

B-654/2018 

Seite 26 

Die Vorinstanz ignoriere die Tatsache, dass die (damalige) Prader bei den 

Objekten (...) und (...) wegen der geographischen Lage und Foffa Conrad 

beim Objekt (...) wegen fehlender technischer Fähigkeiten jeweils nicht in 

der Lage gewesen sei, in den Wettbewerb einzutreten und ein konkurrenz-

fähiges Angebot einzureichen (vgl. Beschwerde, Rz. 28; 121).  

Die Beschwerdeführerinnen werfen der Vorinstanz weiter vor, das Vorlie-

gen eines Wettbewerbsverhältnisses nicht im wirtschaftlichen Kontext zu 

betrachten. Die Vorinstanz unterlasse in bundesrechtswidriger Weise eine 

wirtschaftliche Analyse und gehe rein theoretisch von einem Wettbewerbs-

verhältnis aus. Dies, obwohl die beteiligten Unternehmen einstimmig und 

wiederholt festgehalten hätten, dass sie in Bezug auf diese drei Objekte 

nicht im Wettbewerb miteinander gestanden seien und bei zwei Objekten 

sogar aktenkundig sei, dass dies auch der Bauherrschaft bekannt gewesen 

sei. Ihr Vorgehen verletze Art. 4 Abs. 1 KG sowie die gerichtliche Praxis 

und sei Ausdruck einer willkürlichen Beweiswürdigung (vgl. Beschwerde, 

Rz. 27 f.). 

Hinsichtlich der Ausschreibung (...) bringen die Beschwerdeführerinnen im 

Einzelnen Folgendes vor: 

Die (damalige) Prader sei von vornherein nicht daran interessiert gewesen, 

den Zuschlag zu erhalten (vgl. Beschwerde, Rz. 65 ff.). Sie sei von der 

G._______ aber zur Offertstellung eingeladen worden. Da Prader in Davos 

schon verschiedentlich für G._______ tätig gewesen sei und da 

G._______ und H._______ in Davos für Prader wichtige Bauherren seien, 

habe Prader G._______ und H._______ nicht vor den Kopf stossen wollen. 

Dies wäre aber geschehen, hätte Prader trotz Einladung keine Offerte ein-

gereicht. Die künftige Geschäftsbeziehung mit G._______ und H._______ 

wäre empfindlich belastet worden. Dies bestätige auch Bezzola Denoth in 

ihren Eingaben. Kein Bauunternehmen – schon gar nicht ein mittelständi-

sches wie Prader – könne es sich leisten, einem wichtigen Auftraggeber zu 

signalisieren, es habe einen Auftrag nicht nötig oder interessiere sich nicht, 

selbst wenn dies der Realität entspreche. Wer auf Einladung hin keine Of-

ferte abgebe, habe für den nächsten Auftrag schlechte Karten. Indem die 

Vorinstanz dies ohne weitere Abklärungen verkenne, erhebe sie den Sach-

verhalt unvollständig und würdige die Zusammenhänge willkürlich (Art. 49 

VwVG, Art. 9 BV; vgl. Beschwerde, Rz. 66). 

Die Beschwerdeführerinnen führen in Bezug auf das Projekt (...) im Einzel-

nen Folgendes aus: 

B-654/2018 

Seite 27 

"Ein gutes Einvernehmen mit den Mitarbeitern des kantonalen Tiefbauamts ist 

für jedes Tiefbauunternehmen essentiell. Deshalb blieb Prader nichts anderes 

übrig, als der Forderung des Mitarbeiters des Tiefbauamts zu entsprechen, 

obwohl sie kein Interesse an diesem Objekt hatte. Dies war dem Tiefbauamt 

von Anfang an bekannt (...). Ein kleines Unternehmen wie Prader kann es sich 

aus geschäftsstrategischen Gründen schlicht nicht leisten, eine solche Auffor-

derung des kantonalen Tiefbauamts – des grössten Auftraggebers – einfach 

zu ignorieren." (vgl. Beschwerde, Rz. 90 [(...)]) 

Die Beschwerdeführerinnen betonen des Weiteren wiederholt, Prader 

habe in den letzten 25 Jahren und bis heute noch nie einen Hochbau im 

Engadin realisiert (vgl. Beschwerde, Rz. 49).  

Prader sei aufgrund des langen Anfahrtswegs von Davos her schlichtweg 

nicht in der Lage gewesen, im Engadin Hochbauten zu realisieren, ge-

schweige denn, dies im Vergleich zu lokalen Unternehmen (wie Bezzola) 

zu konkurrenzfähigen Bedingungen zu machen (vgl. Beschwerde, Rz. 55). 

Prader habe ihren Standort in Davos. Die Reisezeit mit einem Personalbus 

von Davos ins Unterengadin via Flüelapass betrage mindestens 60 Minu-

ten pro Weg, also 120 Minuten pro Tag. Falle Schnee, was auf dem Flüela-

pass mit fast 2'400 Metern über Meer nicht nur im Winter, sondern auch im 

Spätfrühling und Frühherbst immer wieder der Fall sei, müsse via Klosters / 

Vereinatunnel verladen werden, was die Reisezeit noch erhöhe und die 

Planung zusätzlich kompliziere. Diese Reisezeit müsste Prader den Mitar-

beitern bezahlen, was bei einem Projekt von der Dauer des vorliegenden 

etwa einem Betrag von Fr. (...) entspreche. Hinzu kämen die Kosten für die 

auswärtige Verpflegung und die Transportkosten. Insgesamt resultierten 

Kosten von rund Fr. (...). Bevor Prader mit den Arbeiten im Engadin über-

haupt beginnen könne, sei Prader bei einem solchen Objekt (...) teurer als 

die lokale Konkurrenz. Damit habe Prader schlicht keine Chance (vgl. Be-

schwerde, Rz. 57). Sodann verweisen die Beschwerdeführerinnen auf Aus-

sagen der Foffa Conrad-Gesellschaften im Untersuchungsverfahren der 

Vorinstanz, wonach ein Anfahrtsweg von einer Stunde bedeute, dass keine 

wettbewerbsfähige Offerte abgegeben werden könne, weshalb Prader 

keine echte Konkurrentin um das vorliegende Projekt gewesen sei (vgl. 

Beschwerde, Rz. 59). Prader habe deshalb kein Interesse an der Ausfüh-

rung des Projekts gehabt. 

Zum Projekt (...) führen die Beschwerdeführerinnen aus, Prader habe diese 

Baumeisterarbeiten im Engadin von Davos aus nicht zu konkurrenzfähigen 

Bedingungen anbieten können. Deshalb sei für Prader von Anfang an klar 

gewesen, dass sie für dieses Objekt nicht offerieren würde. Prader könne 

von Davos aus solche Objekte im Engadin wegen der Distanz und den 

B-654/2018 

Seite 28 

daraus entstehenden Versetzkosten nicht zu konkurrenzfähigen Konditio-

nen anbieten. Die Beschwerdeführerinnen verweisen dabei auf die fol-

gende Zeugenaussage von D._______, (...) der (damaligen) Prader im Be-

reich (...) im Zeitraum 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012 auf die Frage 

des Sekretariats, weshalb die Prader "keine derartigen Projekte im Enga-

din durchgeführt" habe (vgl. Beschwerde, Rz. 79 ff. [(...)]): 

"...Von Chur ins Engadin ist es ein weiter Weg, der kostet. Wir hätten sämtliche 

Arbeiter jeden Tag verschieben müssen. Die Versetzkosten oder Fahrspesen 

sind zu hoch. Deswegen bleibt man nach Möglichkeit in der Region." (vgl. Vor-

instanz, act. 26 Ziff. 202 [22-0460]). 

In Bezug auf das Projekt (...) machen die Beschwerdeführerinnen geltend, 

es habe sich hierbei um eine spezielle Arbeit gehandelt. Foffa Conrad sei 

nicht in der Lage gewesen, das Projekt auszuführen, zumindest nicht zu 

Marktpreisen; sie sei nicht in der Lage gewesen eine konkurrenzfähige Of-

ferte einzugeben. Das Projekt sei zudem nie realisiert worden, womit eine 

Beeinträchtigung des Wettbewerbs bei diesem Objekt per se ausgeschlos-

sen sei (vgl. Beschwerde, Rz. 35, 102).  

7.1.2 Die Vorinstanz bejaht bei allen drei Projekten die horizontale Natur 

der jeweiligen Abrede. Denn die jeweils abredebeteiligten Gesellschaften 

seien als Unternehmen auf derselben Marktstufe tätig und als solche Kon-

kurrenten hinsichtlich der Vergabe des betreffenden Bauprojekts (vgl. Ver-

fügung, Rz. 101 [(...)], Rz. 249 [(...)], 376 [(...)]) gewesen. 

Die Vorinstanz führt weiter aus, dass es für das Vorliegen eines (tatsächli-

chen) Wettbewerbsverhältnisses im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG und Art. 5 

Abs. 3 KG einzig darauf ankomme, dass die Dienstleistungen der Abrede-

teilnehmer auf dem gleichen Markt angeboten oder nachgefragt worden 

seien, was vorliegend in allen drei beurteilten Fällen unstreitig der Fall ge-

wesen sei (vgl. Vernehmlassung, Rz. 30 ff., 33). 

Eine eingeladene Bauunternehmung stehe nämlich mit anderen eingela-

denen Bauunternehmungen in einem zumindest potentiellen Wettbewerbs-

verhältnis. Dies unabhängig von der Grösse ihres Interesses am Zuschlag 

für ein konkretes Projekt (vgl. Verfügung, Rz. 98 [(...)]) und unabhängig da-

von, ob das Unternehmen diese Art Arbeiten in dieser Region bereits vor-

gängig ausgeführt habe (vgl. Verfügung, Rz. 98 [(...)], Rz. 247 [(...)]).  

Wenn das Unternehmen an der Submission teilnehme und eine Offerte 

einreiche, werde es eine tatsächliche Konkurrentin (vgl. Verfügung, Rz. 98 

B-654/2018 

Seite 29 

[(...)], Rz. 247 [(...)], Rz. 373 [(...)]). Dies unabhängig vom Umstand, ob der 

Submittent über die notwendige Kompetenz oder Erfahrung in den nach-

gefragten Bauleistungen verfüge. Wie das Unternehmen das Projekt aus-

zuführen gedenkt, sei nicht erheblich. Ein Unternehmen ohne entspre-

chende Kompetenzen oder erforderliche Kapazitäten hinsichtlich der nach-

gefragten Bauleistungen bedürfe zur Ausführung des Auftrages z.B. eines 

Subunternehmers, einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) oder der Anstellung 

zusätzlichen Personals (vgl. Verfügung, Rz. 247 Fn. 136, Rz. 373 Fn. 167 

[(...)]). 

Der Bauherr gehe denn auch davon aus, dass ein Unternehmen, welches 

eine Offerte einreiche, auch in der Lage sei, das Projekt auszuführen (vgl. 

Verfügung, Rz. 98 [(...)], Rz. 247 [(...)], Rz. 373 [(...)]).  

Dies habe Foffa Conrad für das Projekt (...) ausdrücklich bestätigt. Nach 

ihren Angaben habe sie in der Vergangenheit bereits im Rahmen von Ar-

beitsgemeinschaften mit Crestageo bei derartigen Arbeiten zusammenge-

arbeitet (vgl. Verfügung, Rz. 373). 

Zum Projekt (...) führt die Vorinstanz an, aus der Tatsache, dass die (da-

malige) Prader (heute: Mettler Prader) im Unterengadin bislang nie Hoch-

bauprojekte ausgeführt habe, ergebe sich nicht, dass diese keine Konkur-

rentin von Bezzola Denoth gewesen sei. Sie sei eine ortsfremde Anbieterin, 

von welcher durchaus Wettbewerb ausgegangen sei. Der Anfahrtsweg von 

Davos nach Scuol von rund einer Stunde sei zu bewältigen gewesen. Auch 

sonst hätten für die (damalige) Prader keine grundsätzlichen Hindernisse 

bestanden, ein Projekt dieser Art und Grössenordnung auszuführen. Damit 

sei ein Wettbewerbsverhältnis zwischen Prader und Bezzola Denoth zu 

bejahen (vgl. Verfügung, Rz. 63, 98).  

7.1.3 Nach Art. 5 Abs. 3 KG zeichnet sich eine horizontale Wettbewerbs-

abrede unter anderem dadurch aus, dass sie zwischen Unternehmen auf 

gleicher Marktstufe getroffen wird; diese müssen auf einem bestimmten 

Markt "tatsächlich oder der Möglichkeit nach" miteinander im Wettbewerb 

stehen. Erforderlich ist mit anderen Worten ein aktuelles oder potentielles 

Konkurrenzverhältnis auf demselben sachlichen und räumlichen Markt 

(vgl. Urteile des BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 E. 6.4, Enga-

din II Rocca + Hotz; B-3618/2013 vom 24. November 2016 Rz. 298, Ticket-

vertrieb Hallenstadion, m.w.H.; B-8404/2010 und B-8430/2010 vom 

23. September 2014 E. 5.1.5, 5.2.13, Baubeschläge SFS unimarket; AM-

B-654/2018 

Seite 30 

STUTZ/CARRON/REINERT, in: Commentaire romand, Droit de la concur-

rence, 2. éd. 2013, Art. 4 N. 104; BANGERTER/ZIRLICK, in: DIKE-Kommentar 

KG, 2018, Art. 4 N. 80, 84).  

7.1.4 Es besteht kein sachlicher Grund, in Abweichung von der aufgezeig-

ten Rechtslage und Praxis der Auffassung der Beschwerdeführerinnen zu 

folgen, wonach im Fall einer Submissionsabsprache zusätzlich Vorausset-

zung sei, dass die Unternehmen in Bezug auf das konkret ausgeschrie-

bene Objekt im Zeitpunkt der Ausschreibung tatsächlich miteinander im 

Wettbewerb stünden (vgl. Beschwerde, Rz. 31). So ist kein stichhaltiger 

Grund erkennbar, weshalb bei der Vergabe von Aufträgen ein tatsächliches 

Wettbewerbsverhältnis erforderlich sein soll, um den Geltungsbereich der 

materiellrechtlichen Tatbestände von Art. 5 KG zu eröffnen. Die materiell-

rechtliche Bestimmung von Art. 5 KG soll vielmehr auch den potentiellen 

Wettbewerb schützen (vgl. BGE 143 II 297 E. 5.4.2, Gaba). Dies zeigt sich 

auch darin, dass der Vermutungstatbestand von Art. 5 Abs. 3 KG ein po-

tentielles Wettbewerbsverhältnis zwischen den abredebeteiligten Unter-

nehmen ausreichen lässt. 

7.1.5 Der sachliche Markt umfasst gemäss dem vorliegend analog an-

wendbaren Art. 11 Abs. 3 Bst. a der Verordnung vom 17. Juni 1996 über 

die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen (VKU; SR 251.4) alle 

Waren oder Leistungen, die von der Marktgegenseite hinsichtlich ihrer Ei-

genschaften und ihres vorgesehenen Verwendungszwecks als austausch-

bar angesehen werden (vgl. Urteil des BVGer B-2977/2007 vom 27. April 

2010 E. 5.1, Publigroupe). Der räumliche Markt umfasst demgegenüber 

das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die den sachlichen Markt um-

fassenden Waren oder Leistungen nachfragt oder anbietet (Art. 11 Abs. 3 

Bst. b VKU). 

7.1.6 Die vorliegend in Frage stehenden Ausschreibungen haben die fol-

genden Projekte zum Gegenstand (vgl. Sachverhalt, A): 

- (...),  

- Strassenbauarbeiten (...), und 

- (...).  

Wie die Vorinstanz ausführt, beschränkte sich der jeweilige sachlich rele-

vante Markt auf die ausgeschriebenen Sanierungsarbeiten. 

B-654/2018 

Seite 31 

Des Weiteren steht aufgrund der Akten fest, dass diejenigen Gesellschaf-

ten der Foffa Conrad- und der Zindel-Gruppe, die bei den Projekten (...) 

und (...) ein Angebot eingereicht haben, von der jeweiligen Bauherrin zur 

Einreichung eines Angebots eingeladen worden sind.  

Beim Projekt (...) handelte es sich zwar um eine offene Ausschreibung des 

Kantons nach Art. 13 Abs. 1 Bst. a des Submissionsgesetzes des Kantons 

Graubünden vom 10. Februar 2004 (SubG; BR 803.300); es konnten dem-

entsprechend grundsätzlich alle Bauunternehmen ein Angebot einreichen. 

Gemäss dem im Untersuchungsverfahren als Zeuge befragten D._______, 

früherer (...) der (damaligen) Prader im Bereich (...), hat jedoch ein Vertre-

ter des Tiefbauamts an der Begehung die (damalige) Prader zur Offertstel-

lung gebeten (vgl. Vorinstanz, act. 26 Ziff. 109 ff. [22-0460]; in diesem 

Sinne auch die Beschwerdeführerinnen, vgl. Beschwerde, Rz. 86).  

Die entsprechende Aussage lautet wie folgt: 

"Aufgrund der Ausschreibung sind wir an die Begehung gegangen. Der (...) 

[Vertreter des] Tiefbauamt (...) sagte mir: 'Gebt die Offerte ein, wir bekommen 

nur ein bis zwei Offerten.' Ich sagte, wir werden aber nicht konkurrenzfähig 

sein. Er sagte, ich solle trotzdem eingeben." (vgl. Vorinstanz, act. 26 

Ziff. 109 ff. [22-0460]). 

7.1.7 Dass die Bauherrin die (damalige) Prader (Projekte (...) und [...]) und 

Foffa Conrad ([...]) jeweils zur Einreichung eines Angebots eingeladen hat, 

kann nur so verstanden werden, dass sie die erwähnten Unternehmen als 

zur Projektausführung in der Lage erachtete. Es hätte für die Bauherrin 

ansonsten ökonomisch keinen Sinn gehabt, die betreffenden Unternehmen 

zur Offertstellung einzuladen, wenn sie diese nicht als zur Projektausfüh-

rung in der Lage erachtet hätte. Vielmehr erhoffte sie sich – wovon mit der 

Vorinstanz auszugehen ist (vgl. Verfügung, Rz. 96 [(...)], Rz. 119 [(...)]) – 

mit der Einladung neben einer grösseren Auswahl an Anbietern einen er-

höhten Wettbewerb im Unterengadin (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 

vom 14. August 2023 E. 9.3.3, Engadin IV Foffa Conrad). 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt (vgl. Verfügung, Rz. 98), begründet 

eine Einladung zur Teilnahme an der jeweiligen Ausschreibung keine 

Pflicht, eine Offerte einzureichen. Vielmehr stand es der (damaligen) Pra-

der ([...] und [...]) sowie Foffa Conrad ([...]) frei, auf die Teilnahme an der 

Ausschreibung zu verzichten. Dass der betreffenden Gesellschaft im Fall 

einer Nichtbeteiligung bei künftigen Ausschreibungen Nachteile erwachsen 

B-654/2018 

Seite 32 

wären, erscheint höchst unwahrscheinlich. Vielmehr hätte die Bauherr-

schaft objektiv betrachtet eine – sachlich begründete – Absage der (dama-

ligen) Prader oder von Foffa Conrad gegenüber einer Stützofferte bevor-

zugt. 

Nicht gefolgt werden kann den Beschwerdeführerinnen sodann, wenn sie 

in Bezug auf das Projekt (...) vorbringen, die Bauherrin habe die Abgebots-

runde nur mit Bezzola und der Lazzarini AG mit Sitz in Samedan (nachfol-

gend: Lazzarini) durchgeführt, was beweise, dass ihr bewusst gewesen 

sei, dass die (damalige) Prader im Engadin keine Konkurrentin der Bezzola 

sei (vgl. Beschwerde, Rz. 51). Daraus, dass die Bauherrin nach Erhalt der 

Angebote mit einzelnen Anbietern in Verhandlungen tritt, kann nicht ge-

schlossen werden, dass die nicht berücksichtigten Anbieter keine Wettbe-

werber gewesen seien. 

7.1.8 Hinzu kommt, dass die Bauherrin das Verhalten der jeweiligen Be-

schwerdeführerin nach Treu und Glauben dahingehend verstehen durfte 

und musste, dass diese über die erforderlichen Fähigkeiten zur Ausführung 

des Projekts verfügte. Denn indem die (damalige) Prader ([...] und [...]) so-

wie Foffa Conrad ([...]) sich durch Abgabe einer – nach Art. 5 OR verbind-

lichen – Offerte an der Ausschreibung beteiligt haben, haben sie zum Aus-

druck gebracht, dass sie zur Ausführung der ausgeschriebenen Arbeiten 

grundsätzlich in der Lage seien. Selbst wenn die Bauherrin die von der 

jeweiligen Schutzgeberin bei der Eingabe gemachte Mentalreservation er-

kannt hätte, würde dies an der rechtlichen Ausgangslage nichts ändern 

(vgl. JÄGGI/GAUCH, ZH-Komm. OR, 1979, Art. 18 N. 93; CHRISTOPH MÜL-

LER, Berner Komm. OR, 2018, Art. 18 N. 317). Es wird von den Beschwer-

deführerinnen im Übrigen weder substantiiert dargetan noch ist ersichtlich, 

dass es der jeweils abredebeteiligten Gesellschaft für die Bauherrin er-

kennbar unmöglich war, das Projekt – gegebenenfalls unter Beizug von 

Subunternehmern – auszuführen. Die Beschwerdeführerinnen machen zu 

Recht nicht geltend, dass die Bauherrin nach Treu und Glauben Anlass 

hatte, sich bei der jeweiligen Gesellschaft zu vergewissern, ob sie die er-

forderlichen Fähigkeiten für die Projektausführung habe (vgl. Urteil des B-

645/2018 vom 14. August 2023 E. 9.3.4, Engadin IV Foffa Conrad). 

In Bezug auf das Projekt (...) wird diese Beurteilung dadurch bestätigt, dass 

die (damalige) Prader gemäss der vorerwähnten Aussage des Zeugen 

D._______ an der vom kantonalen Tiefbauamt organisierten Begehung 

teilgenommen hat. Die Teilnahme an der Begehung hätte für die (damalige) 

B-654/2018 

Seite 33 

Prader ökonomisch keinen Sinn gehabt, wenn sie von vornherein zur Pro-

jektausführung nicht in der Lage gewesen wäre.  

7.1.9 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Zindel 

Gruppe ein vergleichsweise grosses Bauunternehmen im Kanton Grau-

bünden und sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau tätig ist. Auf ihren Web-

seiten bezeichnen sich Mettler Prader und die Zindel Gruppe denn auch 

als "Baumeister Graubündens" (www.mettlerprader.ch, www.zindel-

gruppe.ch, abgerufen im März 2024; vgl. auch Die Südostschweiz vom 

24. August 2013, S. 9 ["Vor 75 Jahren mit dem Bau eines Imperiums be-

gonnen"], wonach die Zindel-Gruppe rund 390 Mitarbeitende beschäftige 

und sich der konsolidierte Jahresumsatz aus dem Baugeschäft auf  

100 Mio. Franken belaufe). 

7.1.10 Angesichts dieser Umstände durfte die Bauherrin nach Treu und 

Glauben davon ausgehen, dass die (damalige) Prader (Projekte (...) und 

[...]) grundsätzlich in der Lage war, die ausgeschriebenen Arbeiten auszu-

führen. Unerheblich ist vor diesem Hintergrund der von den Beschwerde-

führerinnen in Bezug auf das Projekt (...) vorgebrachte Einwand, dass die 

(damalige) Prader und die Zindel-Gruppe "in den letzten 25 Jahren und bis 

heute" im Unterengadin nie im Hochbau tätig gewesen seien (vgl. Be-

schwerde, Rz. 49 ff.).  

Dass es der (damaligen) Prader (heute: Mettler Prader) grundsätzlich mög-

lich war, Bauprojekte im Unterengadin durchzuführen, bestätigt auch die 

Aussage des als Zeuge einvernommenen (...) der (damaligen) Prader AG 

im Bereich (...), D._______. Dieser bejahte die Frage, ob die Prader AG in 

der Lage gewesen sei, das Projekt (...) auszuführen, wie folgt: 

"Ja. Sofern die Zeit eine Ausführung zuliesse. (...) Kapazitätsmässig kann man 

zum Zeitpunkt der Offertstellung es nicht sagen. Zum Zeitpunkt, als die Offerte 

gerechnet wurde, wurden auch noch etwa 50 weitere Objekte gerechnet. Des-

wegen konnte man das kapazitätsmässig noch nicht abschätzen. Technisch 

war die PRADER AG in der Lage. Sonst hätte die PRADER AG auf eine Ein-

gabe verzichtet." (vgl. Vorinstanz, act. 26 Ziff. 85 ff. [22-0460]) 

7.1.11 Dasselbe gilt auch für Foffa Conrad als Schutzgeberin in Zusam-

menhang mit dem Projekt (...). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin-

nen, Foffa Conrad sei nicht in der Lage gewesen, das Projekt auszuführen, 

ist darum unbehelflich. Dies umso mehr, als die Foffa Conrad-Gruppe im 

Unterengadin das grösste Hoch- und Tiefbauunternehmen ist (vgl. Urteil 

des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 E. 9.3.6, Engadin IV Foffa 

Conrad). 

B-654/2018 

Seite 34 

7.1.12 An dieser Einschätzung nichts zu ändern vermag der Umstand, 

dass die Fahrtzeit zwischen dem Standort der (damaligen) Prader in Davos 

und dem Standort der einzelnen Projekte im Unterengadin bei einer Dis-

tanz von ca. 30-50 Kilometern (über den Flüelapass) rund 40-60 Minuten 

beträgt (von Davos nach (...): ca. 40 Minuten bei einer Distanz von ca. 30 

Kilometern, von Davos nach Scuol: ca. 60 Minuten bei einer Entfernung 

von ca. 50 Kilometern; vgl. Verfügung, Rz. 63). Dies gilt umso mehr, als 

weder dargetan wird noch ersichtlich ist, dass es der (damaligen) Prader 

unmöglich gewesen wäre, für die Dauer der Projektausführung einen loka-

len Standort zu errichten. Vielmehr hatte die Bauherrin keinen Anlass, da-

ran zu zweifeln, dass die Ausführung des Projekts der jeweiligen Bauun-

ternehmung möglich gewesen wäre. Dieses Ergebnis wird im Übrigen auch 

durch die Aussage von A._______, (...) von Crestageo, an der Befragung 

durch das Sekretariat der Vorinstanz bestätigt, wonach die Beschwerde-

führerin 1 auch ausserhalb des Kantons Graubünden und im Ausland tätig 

sei (act. 16 Rz. 81 ff. [22-0460]).  

7.1.13 Für das Vorliegen eines Wettbewerbsverhältnisses ergibt sich aus 

dem Gesagten Folgendes: Während die (damalige) Prader beim Projekt 

(...) sowie Foffa Conrad beim Projekt (...) aufgrund der Einladung der Bau-

herrin zur Offertstellung zunächst potentielle Konkurrentinnen der – eben-

falls zur Teilnahme an der Ausschreibung eingeladenen – Bezzola Denoth 

([...]) und Crestageo ([...]) wurden, haben sie sich durch Abgabe einer Of-

ferte um die Ausführung der ausgeschriebenen Arbeiten beworben und 

sich als tatsächliche Konkurrentinnen der Bezzola Denoth ([...]) und Cre-

stageo ([...]) manifestiert (vgl. auch Urteile des BVGer B-8386/2015 vom 

24. Juni 2021 E. 7.3, Swisscom WAN-Anbindung; B-645/2018 vom 14. Au-

gust 2023 E. 9.3.8, Engadin IV Foffa Conrad; B-5172/2019 vom 26. Okto-

ber 2023 E. 6.4.8.5, Engadin II Rocca + Hotz; sowie die Verfügung der Vo-

rinstanz vom 2. Oktober 2017 i.S. Engadin III, Rz. 98). Dies gilt sinngemäss 

auch für das Projekt (...), bei dem die offene Ausschreibung des Kanton 

Graubündens ein potentielles Wettbewerbsverhältnis zwischen der Bez-

zola Denoth und der (damaligen) Prader begründete; indem Prader ein An-

gebot einreichte, betätigte sie sich als tatsächliche Konkurrentin der Bez-

zola Denoth. 

Durch die Einreichung eines Angebots hat die jeweilige Schutzgeberin sich 

verpflichtet, im Fall einer Annahme ihres Angebots durch die Bauherrin den 

Auftrag zu den ausgeschriebenen Bedingungen zu übernehmen. Ob sie 

ein Interesse an der Ausführung des jeweiligen Projekts hatte, ist für die 

B-654/2018 

Seite 35 

Beurteilung, ob zur designierten Schutznehmerin ein potentielles oder tat-

sächliches Wettbewerbsverhältnis vorlag, unerheblich. In Bezug auf das 

Projekt (...) ist anzumerken, dass neben der (damaligen) Prader mit Klu-

cker mit Standort in Klosters-Serneus ein weiteres ortsfremdes, jedoch 

nicht an der Abrede beteiligtes Bauunternehmen offeriert hat. Wie die Vor-

instanz ausführt, zeigt dieser Umstand, dass das Projekt auch für weiter 

entfernte Anbieterinnen interessant war und dass somit von ortsfremden 

Anbietern durchaus Wettbewerbsdruck ausgehen kann (vgl. Verfügung, 

Rz. 247). 

7.1.14 Es kann dabei für das Vorliegen eines potentiellen oder tatsächli-

chen Wettbewerbsverhältnisses nicht ausschlaggebend sein, ob die Aus-

führung des Projekts zu dem offerierten Preis sich für das betreffende Un-

ternehmen in dem Sinne lohnt, als es einen Gewinn erzielen kann. Eine 

entsprechende Voraussetzung lässt sich weder aus dem Wortlaut noch aus 

Sinn und Zweck der vorliegend anwendbaren kartellgesetzlichen Normen 

(Art. 5 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 KG) ableiten. Sie würde zudem die Analyse der 

Kostenstruktur der jeweiligen Unternehmen und die Bestimmung eines 

Marktpreises erfordern, was – wie die Vorinstanz zutreffend ausführt (vgl. 

Vernehmlassung, Rz. 21) – regelmässig wenig praktikabel bzw. mit einem 

unverhältnismässigen Aufwand verbunden wäre.  

Unerheblich ist auch das Vorbringen der Beschwerdeführerinnen, die (da-

malige) Prader ([...] und [...]) sowie Foffa Conrad ([...]) seien zur Einrei-

chung einer konkurrenzfähigen Offerte nicht in der Lage gewesen. Denn 

eine Bauherrin führt eine Ausschreibung gerade deshalb durch, um sich 

einen Überblick über die Marktverhältnisse zu verschaffen; dies im Ver-

trauen darauf, dadurch den unverfälschten Marktpreis und das wirtschaft-

lich vorteilhafteste Angebot zu eruieren (vgl. auch E. 12.3.8). Erst die Aus-

schreibung ermöglicht somit eine Beurteilung, welche Offerten in dem 

Sinne "konkurrenzfähig" sind, dass sie für die Bauherrin in die engere Wahl 

kommen. Es ist auf die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz zu 

verweisen (vgl. auch Vernehmlassung, Rz. 17-24). 

7.1.15 Zusammenfassend ist für die Projekte (...) und (...) festzuhalten, 

dass die (damalige) Prader als jeweilige Schutzgeberin in der Lage war, 

das Projekt auszuführen. Dasselbe gilt auch für Foffa Conrad als Schutz-

geberin beim Projekt (...). 

B-654/2018 

Seite 36 

Demnach ist die Vorinstanz zu Recht von einem Wettbewerbsverhältnis 

zwischen der jeweils abredebeteiligten Zindel-Gesellschaft und der jewei-

ligen Gesellschaft der Foffa Conrad-Gruppe hinsichtlich der Ausführung 

der in Frage stehenden Arbeiten ausgegangen. Die entsprechende  

Voraussetzung für eine horizontale Abrede liegt vor. 

7.2 Bezwecken Wettbewerbsbeschränkung  

Strittig ist des Weiteren das Vorliegen des Merkmals des Bezweckens oder 

Bewirkens einer Wettbewerbsbeschränkung. 

7.2.1 Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, da es jeweils an einem 

Wettbewerbsverhältnis gefehlt habe, hätten die "Kontakte zwischen diesen 

Nicht-Konkurrenten" weder eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs be-

zwecken noch eine solche bewirken können (vgl. Beschwerde, Rz. 20, 33). 

7.2.2 Die Vorinstanz führt an, es sei nicht von Belang, dass das Verhalten 

der (damaligen) Prader (Projekte (...) und [...]) und von Crestageo (Projekt 

[...]) – wie diese vorbringe – allenfalls nicht primär darauf gezielt habe, den 

Wettbewerb zu beeinflussen. Die abredebeteiligten Unternehmen hätten 

mit der "Angebotskoordination – zumindest auch –" bezweckt, sich nicht zu 

konkurrenzieren. Somit sei die jeweilige Abrede objektiv geeignet gewe-

sen, den Wettbewerb einzuschränken (vgl. Verfügung, Rz. 96, 100 [(...)], 

Rz. 245, 248 [(...)], Rz. 371, [(...)]). 

7.2.3  

7.2.3.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 KG muss die Abstimmung eine Beschrän-

kung des Wettbewerbs bezwecken oder bewirken. Wie sich bereits aus 

dem Wortlaut der Bestimmung ergibt, handelt es sich um alternative Tat-

bestandsvoraussetzungen (vgl. Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 

2018 E. 9.3.1, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht, bestätigt 

durch Urteil des BGer 2C_845/2018 vom 3. August 2020). Durch eine Wett-

bewerbsabrede verzichten Unternehmen auf ihre Handlungsfreiheit im In-

nen- oder Aussenwettbewerb hinsichtlich eines oder mehrerer Wettbe-

werbsparameter (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.6, Hors-Liste Medikamente Pfizer; 

BGE 129 II 18 E. 5.1, Sammelrevers; Urteile des BVGer B-3618/2013 vom 

24. November 2016 Rz. 301, Ticketvertrieb Hallenstadion, m.w.H.,  

B-5685/2012 vom 17. Dezember 2015 E. 4.1, Altimum und B-8404/2010 

vom 23. September 2014 E. 5.1.2, Baubeschläge SFS unimarket; AM-

STUTZ/CARRON/REINERT, in: Commentaire romand, 2. éd. 2013, Art. 4 

N. 72). 

B-654/2018 

Seite 37 

Was das Tatbestandsmerkmal des Bezweckens anbelangt, ist – wie die 

Vorinstanz zutreffend ausführt (vgl. Verfügung, Rz. 96 ff. [(...)], 245 [(...)], 

371 [(...)]) – ein objektivierter Zweckbegriff massgebend; entscheidend ist, 

ob eine Abstimmung ihrem Wesen nach, d.h. objektiv geeignet erscheint, 

den Wettbewerb zu beschränken (vgl. Urteile des BVGer B-645/2018 vom 

14. August 2023 E. 9.3.11, Engadin IV Foffa Conrad;  

B-581/2012 vom 16. September 2016 E. 4.2, Nikon, m.w.H.). 

Eine Abrede bezweckt demzufolge eine Wettbewerbsbeschränkung, wenn 

die Abredebeteiligten die Ausschaltung oder Beeinträchtigung eines oder 

mehrerer Wettbewerbsparameter zum Programm erhoben haben. Der Ge-

genstand der Verhaltenskoordination, d.h. der Regelungsinhalt der Abrede, 

besteht in einer Einschränkung des Wettbewerbs, m.a.W. wohnt der wett-

bewerbsbeschränkende Zweck der Verhaltenskoordination inne. Dabei 

muss die Abrede objektiv geeignet sein, eine Wettbewerbsbeschränkung 

durch Beeinträchtigung eines Wettbewerbsparameters zu verursachen. 

Eine dahingehende subjektive Absicht ist nicht notwendig, unerheblich ist 

auch, von welcher Abredepartei die Initiative zur Aufnahme des unterneh-

merischen Zusammenwirkens ausging. Tatsächliche Auswirkungen der Ab-

rede sind nicht notwendig (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.6, Hors-Liste Medika-

mente Pfizer, m.w.H.; vgl. auch Urteile des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 

2018 E. 9.3.1, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne, m.w.H.;  

B-3618/2013 vom 24. November 2016 Rz. 303, Ticketvertrieb Hallensta-

dion). 

Fehlt ein Bezwecken, so kann ein Verhalten allenfalls eine Wettbewerbs-

beschränkung bewirken. Eine Abrede zeitigt dann eine Wirkung auf dem 

Markt, wenn es aufgrund ihrer Umsetzung zu einer Ausschaltung oder Be-

grenzung eines Wettbewerbsparameters führt. So ist eine die freie Preis-

bildung einschränkende Abrede geeignet, eine Wettbewerbsbeeinträchti-

gung zu bewirken (vgl. BGE 147 II 72 E. 3.6, Hors-Liste Medikamente Pfi-

zer, m.w.H.). 

7.2.3.2 Vorliegend ist hinsichtlich der in Frage stehenden Bauprojekte un-

bestritten und ergibt sich aus den Akten, dass sich der Zuschlag primär 

nach dem Offertpreis richtete, der somit der wichtigste Wettbewerbspara-

meter war (vgl. auch Urteil des BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 

E. 7.3.2, Engadin II Rocca + Hotz). So sagte der als Zeuge einvernommene 

frühere (...) der (damaligen) Prader (heute: Mettler Prader) im Bereich (...), 

D._______, in Bezug auf das Projekt (...), der "Billigste" erhalte in der Regel 

den Zuschlag (vgl. Vorinstanz, act. 26 Ziff. 202 [22-0460]). 

B-654/2018 

Seite 38 

Inhalt der Abstimmung zwischen der (damaligen) Prader (heute: Mettler 

Prader) und Bezzola Denoth bei den Projekten (...) und (...) sowie zwischen 

Crestageo und Foffa Conrad beim Projekt (...) war nach dem Gesagten 

(vgl. E. 6.9 sowie nachstehend E. 8), dass Prader ([...] und [...]) und Foffa 

Conrad ([...]) als designierte Schutzgeberinnen zu einem höheren Preis of-

ferieren sollen als die jeweilige Schutznehmerin, so dass Letztere die bes-

seren Chancen auf Erhalt des Zuschlags hat. 

7.2.3.3 Eine solche Abstimmung über die Festlegung der Offertpreise ist 

objektiv geeignet, eine Wettbewerbsbeschränkung im Sinne von Art. 4 

Abs. 1 KG zu bewirken (vgl. AMSTUTZ/CARRON/REINERT, in: Commentaire 

romand, 2. éd. 2013, Art. 4 N. 80 f.). Die jeweilige Gesellschaft der Zindel-

Gruppe und die jeweilige Gesellschaft der Foffa Conrad-Gruppe haben 

dadurch ihre Handlungsfreiheit bei der Festlegung des Offertpreises (vgl. 

BGE 144 II 246 E. 6.4.2, 6.8, Altimum; BGE 129 II 18 E. 5.1, Sammelre-

vers) und bei der Wahl des Geschäftspartners eingeschränkt und den 

Wettbewerb im Innenverhältnis anhand dieser Parameter beseitigt (vgl. 

E. 9). Sie haben dem Grundanliegen des Kartellgesetzes zuwidergehan-

delt, wonach die auf einem Markt tätigen Unternehmen die relevanten 

Wettbewerbsparameter unabhängig voneinander festzulegen haben (sog. 

Selbständigkeitspostulat; vgl. BGE 147 II 72 E. 3.2, Hors-Liste Medika-

mente Pfizer; Urteile des BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 

E. 6.5.5.6 ff., 6.7.1.41, 7.3.2, Engadin II Rocca + Hotz; B-3938/2013 vom 

30. Oktober 2019 E. 5.2, Buchhändler Dargaud; B-645/2018 vom 14. Au-

gust 2023 E. 9.3.13, Engadin IV Foffa Conrad). 

7.2.3.4 Soweit die Beschwerdeführerinnen auch gegen das Merkmal des 

Bezweckens einer Wettbewerbsabrede einwenden, die (damalige) Prader 

sei bei den Projekten (...) und (...) wegen der geographischen Entfernung 

und Foffa Conrad beim Projekt (...) wegen fehlender technischer Fähigkei-

ten nicht in der Lage gewesen, in den Wettbewerb einzutreten (vgl. Be-

schwerde, Rz. 28, 121 ff.), überzeugt ihr Einwand aus den zum Vorliegen 

eines Wettbewerbsverhältnisses dargelegten Gründen (vgl. E. 7.1.3 ff.) 

nicht. Wie aufgezeigt ist vielmehr davon auszugehen, dass die jeweils ab-

redebeteiligte Zindel-Gesellschaft zur Ausführung des ausgeschriebenen 

Projekts in der Lage war. Demzufolge war die jeweilige Abrede auch unter 

diesem Aspekt objektiv geeignet, den Wettbewerb zu beschränken. 

7.2.3.5 Die Beschwerdeführerinnen wenden gegen das Merkmal des Be-

zweckens einer Wettbewerbsabrede weiter ein, sie hätten keinen wettbe-

B-654/2018 

Seite 39 

werbswidrigen Zweck verfolgt, zumal die (damalige) Prader bei den Pro-

jekten (...) und (...) kein Interesse an einem Zuschlag gehabt habe (vgl. 

Beschwerde, Rz. 65 [(...)], Rz. 90 [(...)]). Dieses Vorbringen betrifft die Mo-

tive der jeweils abredebeteiligten Gesellschaft. Aus welchen Motiven die 

(damalige) Prader und Crestageo und die jeweilige Gesellschaft der Foffa 

Conrad-Gruppe sich über die Wettbewerbsparameter Preis und Geschäfts-

partner abgestimmt haben, ist mit Blick auf den objektivierten Zweckbegriff 

jedoch unerheblich (vgl. Urteil des BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 

2023 E. 6.5.5.10, Engadin II Rocca + Hotz). 

7.2.3.6 Die Abrede war aus diesen Gründen objektiv geeignet, den Wett-

bewerb in Bezug auf einen relevanten Parameter zu beschränken (vgl. Ur-

teile des BVGer B-3938/2013 vom 30. Oktober 2019 E. 5.2, Buchhändler 

Dargaud, B-3618/2013 vom 24. November 2016 Rz. 302 f., Ticketvertrieb 

Hallenstadion und B-506/2010 vom 19. Dezember 2013 E. 3.2.3, Gaba). 

Die gegen das Tatbestandsmerkmal des Bezweckens einer Wettbewerbs-

beschränkung gerichteten Einwände der Beschwerdeführerinnen sind da-

rum – wie die Vorinstanz in Bezug auf das Projekt (...) zutreffend ausführt 

(vgl. Verfügung, Rz. 98 ff.) – unerheblich. 

7.2.3.7 Die Beschwerdeführerinnen rügen in Bezug auf das Merkmal des 

Bezweckens einer Wettbewerbsabrede sodann, die Vorinstanz unterlasse 

in bundesrechtswidriger Weise eine wirtschaftliche Betrachtungsweise 

(vgl. Beschwerde, Rz. 25 ff.). Dieser Einwand geht fehl. Eine wirtschaftliche 

Betrachtungsweise liegt der gesetzgeberischen Ausgestaltung des Kartell-

gesetzes im Allgemeinen und den materiellen Grundnormen von Art. 4 und 

5 KG im Besonderen bereits zugrunde (vgl. Botschaft KG 95, 533 ff.). Sie 

kommt unter anderem dadurch zum Ausdruck, dass die Legaldefinition ei-

ner Wettbewerbsabrede nach Art. 4 Abs. 1 KG alternativ auf ein Bezwe-

cken oder Bewirken einer Wettbewerbsbeschränkung abstellt. Dies vor 

dem Hintergrund, dass bestimmte Formen der Kollusion zwischen Unter-

nehmen bereits ihrer Natur nach schädlich sind (vgl. E. 9.2.18.3 und rechts-

vergleichend EuGH, EU:C:2009:343, Rz. 29 ff., T-Mobile Netherlands, in 

Bezug auf das Merkmal des Bezweckens oder Bewirkens einer Wettbe-

werbsbeschränkung nach aArt. 81 Abs. 1 EG-Vertrag [Art. 101 Abs. 1 Ver-

trag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, AEUV]). 

7.2.3.8 Die Beschwerdeführerinnen bringen weiter vor, das Objekt (...) sei 

nie realisiert worden, womit eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs bei 

diesem Objekt per se ausgeschlossen sei (vgl. Beschwerde, Rz. 35, 

Rz. 116). Dieser Einwand geht mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen 

B-654/2018 

Seite 40 

an der Sache vorbei. Wie ausgeführt, ist es für die Beurteilung des Merk-

mals des Bezweckens einer Wettbewerbsbeschränkung unerheblich, ob 

eine Abrede tatsächliche Auswirkungen auf den Wettbewerb gehabt hat. 

Das Kartellrecht schützt – wie die Vorinstanz zutreffend ausführt (vgl. Ver-

fügung, Rz. 374) – den Wettbewerb an sich und nicht ein bestimmtes Er-

gebnis des Wettbewerbs. 

7.2.3.9 Die Beschwerdeführerinnen machen sodann gegen das Merkmal 

des Bezweckens einer Wettbewerbsbeschränkung geltend, ihr Verhalten 

sei mit der Bildung einer ARGE vergleichbar. Es verhalte sich vorliegend 

gleich wie bei ARGE's, zu denen die Lehre festhalte, dass eine Wettbe-

werbsabrede nur dann vorliegen könne, wenn sich durch die Bildung einer 

ARGE die Anzahl Angebote reduziere. Werde die Anzahl Angebote nicht 

reduziert, z.B. weil die ARGE-Partner allein gar nicht offerieren würden, so 

liege keine bezweckte oder bewirkte Wettbewerbsbeschränkung und damit 

auch keine Wettbewerbsabrede im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG vor (vgl. 

Beschwerde, Rz. 34). 

Zwar können offene, d.h. dem Auftraggeber offengelegte ARGE kartell-

rechtlich zulässig sein. Eine solche ARGE erscheint insbesondere in Fällen 

kartellrechtlich unbedenklich, in denen mehrere Unternehmen im Sinne ei-

ner Bietergemeinschaft eine gemeinsame Offerte einreichen, weil sie das 

Projekt nicht für sich alleine, sondern nur gemeinsam ausführen können 

(vgl. Urteile des BVGer 807/2012 vom 15. Juni 2018 E. 9.3.4.3, 10.3.7.4 

Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne; B-645/2018 vom 14. August 

2023 E. 9.3.17, Engadin IV Foffa Conrad; BANGERTER/ZIRLICK, in: DIKE-

Kommentar, Art. 5 N. 550 ff., 554 ff.; BIRKHÄUSER, Kartellrecht und Bussen-

Verfahren der Wettbewerbskommission im Bau, BR 2014, S. 77 f.; 

STÜSSI/LÜTHI, Zulässige ARGE im Kartellrecht, BR 4/2015, S. 205 f.; 

TSCHUDIN, Bau-Kartellrecht: Wie die Dinge stehen, Baurechtstagung 2019, 

224 f.; WEBER/VOLZ, Fachhandbuch Wettbewerbsrecht, 2. Aufl 2023, 

N 2.132). In einem solchen Fall ermöglicht es die ARGE, dass ein zusätz-

licher Wettbewerber an der Ausschreibung teilnimmt, was den Wettbewerb 

verstärkt (vgl. BANGERTER/ZIRLICK, in: DIKE-Kommentar, Art. 5 N. 554 ff., 

m.w.H.). 

Vorliegend haben die (damalige) Prader bzw. Crestageo und Bezzola De-

noth sowie Foffa Conrad jedoch gerade nicht als Mitglieder einer offenen 

ARGE gehandelt; vielmehr hat jedes Bauunternehmen eine eigene Offerte 

eingereicht und der Bauherrin vorgegeben, diese autonom ausgearbeitet 

B-654/2018 

Seite 41 

zu haben. Soweit die Beschwerdeführerinnen die von der (damaligen) Pra-

der (heute: Mettler Prader; Projekte (...) und [...]) bzw. von Foffa Conrad 

(Projekt [...]) abgegebene "Pro-Forma-Offerte" der Bildung einer ARGE 

gleichsetzen möchten, ist ihnen nicht zu folgen. 

7.2.4 Es ist demzufolge mit der Vorinstanz darauf zu schliessen, dass die 

jeweilige Abstimmung eine Beschränkung des Wettbewerbs im Sinne von 

Art. 4 Abs. 1 KG bezweckt hat. Im Übrigen wäre vorliegend eine Wettbe-

werbsbeschränkung auch im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG bewirkt worden, 

zumal die (damalige) Prader ([...] und [...]) und Foffa Conrad ([...]) in Um-

setzung der jeweiligen Abrede eine preislich höhere Offerte als die desig-

nierte Schutznehmerin eingereicht haben. 

8. Qualifikation als Preis- und Geschäftspartnerabrede  

Die Abstimmung zwischen den Beschwerdeführerinnen und der jeweiligen 

Gesellschaft der Foffa Conrad-Gruppe hatte nach dem Gesagten zum Ge-

genstand, dass – bei den Projekten (...) sowie (...) – Bezzola Denoth sowie 

– beim Projekt (...) – Crestageo als designierte Schutznehmerin zu einem 

günstigeren Preis als das andere abredebeteiligte Unternehmen offerieren 

und so die besseren Chancen haben soll, den Zuschlag zu erhalten. 

Zugleich hatte die jeweilige Submissionsabsprache zum Inhalt, die zu ver-

gebende Arbeit – und damit die ausschreibende Stelle als potentielle Ge-

schäftspartnerin – einem der Abredebeteiligten zuzuteilen (vgl. Urteile des 

BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 10.2.2, Strassen- und Tiefbau im 

Kanton Aargau Erne; B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 E. 7.3, Enga-

din II Rocca + Hotz).  

Die vorinstanzliche Qualifikation des Verhaltens der jeweiligen Zindel-Ge-

sellschaft als Beteiligung an einer horizontalen Abrede über die Preisfest-

legung und die Zuteilung von Märkten nach Geschäftspartnern nach Art. 5 

Abs. 3 Bst. a und c KG (vgl. Verfügung, Rz. 104 [(...)], Rz. 252 [(...)], 

Rz. 379 [(...)]; vgl. zum Wortlaut der erwähnten Bestimmungen E. 9) ist im 

Lichte der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zutreffend 

(vgl. Urteile des BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 E. 7.3.2, En-

gadin II Rocca + Hotz; B-645/2018 vom 14. August 2023 E. 11.2.5, Enga-

din IV Foffa Conrad, B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 10.2.2, Strassen- 

und Tiefbau im Kanton Aargau Erne, m.w.H.; BVGer B-420/2008 vom 1. 

Juni 2010 E. 7, Strassenbeläge Tessin). 

 

B-654/2018 

Seite 42 

9. Beseitigung oder erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs 

9.1 Nach Art. 5 Abs. 3 KG wird die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs 

unter anderem bei folgenden Abreden vermutet, sofern sie zwischen Un-

ternehmen getroffen werden, die tatsächlich oder der Möglichkeit nach mit-

einander im Wettbewerb stehen: 

– Abreden über die direkte oder indirekte Festsetzung von Preisen (Art. 5 

Abs. 3 Bst. a KG); 

– Abreden über die Aufteilung von Märkten nach Gebieten oder Ge-

schäftspartnern (Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG).  

Da die Vermutungsbasis nach Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG gegeben ist, 

greift die in Art. 5 Abs. 3 KG festgelegte Rechtsfolge, wonach die Beseiti-

gung wirksamen Wettbewerbs vermutet wird (vgl. Urteil des BVGer  

B-420/2008 vom 1. Juni 2010 E. 7, Strassenbeläge Tessin).  

9.2 Es stellt sich die Frage, ob diese Vermutung vorliegend widerlegt wer-

den kann. Zur Widerlegung ist der Nachweis erforderlich, dass trotz der 

Abrede wirksamer aktueller oder potentieller Aussen- und/oder Innenwett-

bewerb bestand (vgl. BGE 129 II 18 E. 8.1., 8.3.2, Sammelrevers; Urteil 

des BVGer B-420/2008 vom 1. Juni 2010 E. 9, Strassenbeläge Tessin, 

m.w.H.). Es gilt dabei der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. 

Art. 37 VGG; Botschaft KG 1995, S. 564 ff.). 

9.2.1 Die Vorinstanz vertritt bei allen drei Projekten den Standpunkt, dass 

die Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs nicht widerlegt 

werden könne. Sie begründet dies im Wesentlichen damit, dass weder ein 

Innen- noch ein ausreich