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**Case Identifier:** 16737189-1de3-5415-a5d0-1c09be1e672f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.08.2019 200 2019 219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-219_2019-08-29.pdf

## Full Text

200 19 219 IV
SCJ/BRM/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. August 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Braune

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Februar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2019, IV/2019/219, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene ... Staatsangehörige und am 30. Mai 2008 in die 
Schweiz eingereiste A.________ meldete sich am 31. Januar 2018 unter 
Hinweis auf ein psychisches Leiden und Rückenbeschwerden für berufliche 
Integration/Rente bei der IV-Stelle Bern (IVB) an (Akten der IVB [act. II] 1). 
Die IVB holte erwerbliche (act. II 10, 11, 12.1-12.4) und medizinische (act. 
II 17, 20, 22, 24) Unterlagen ein und führte am 20. Februar 2018 ein Erst-
gespräch mit dem Versicherten (act. II 14). Aufgrund der medizinischen 
Unterlagen erachtete der Regionale Ärztliche Dienst (RAD), Dr. med. 
B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in seinem 
Bericht vom 28. Juni 2018 eine psychiatrische Begutachtung für erforder-
lich (act. II 28 S. 4), was die RAD-Ärztin Dr. med. C.________, Fachärztin 
für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, gleichentags 
bestätigte (act. II 30); der damit in der Folge beauftragte Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie FMH (act. II 37), erstattete sein Gut-
achten am 16. November 2018 (act. II 42.1). 

Bereits am 3. Juli 2018 hatte die IVB dem Versicherten mitgeteilt, dass kei-
ne Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Anspruch auf eine 
Rente geprüft werde (act. II 32). Mit Vorbescheid vom 12. Dezember 2018 
stellte die IVB die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels eines inva-
lidisierenden Gesundheitsschadens in Aussicht (act. II 43). Zu den hierge-
gen von Seiten des Versicherten erhobenen Einwänden (act. II 48) liess die 
IVB den RAD Stellung nehmen (act. II 52) und verfügte am 18. Februar 
2019 entsprechend dem Vorbescheid (act. II 56).

B.

Mit an die IVB adressierter und von dieser dem Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern weitergeleiteter Eingabe vom 12. März 2019 beschwerte sich 
A.________ gegen diese Verfügung und stellte eine fachlich-thera-
peutische Begründung in Aussicht. Innert der instruktionsrichterlich ange-

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setzten Nachfrist (vgl. prozessleitende Verfügung vom 19. März 2019) 
reichte der Versicherte zwei Arztberichte ein (Beschwerdebeilage [act. I] 2, 
3), wonach heute nicht mehr die Alkoholabhängigkeit, sondern die depres-
sive Symptomatik und die Angstproblematik für die Arbeitsunfähigkeit im 
Vordergrund stehe. Der Patient strebe eine berufliche Wiedereingliederung 
in seinen angestammten oder – mit entsprechender Umschulung – in einen 
verwandten Bereich an, wofür er indessen die Unterstützung der IV benöti-
ge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2019 beantragt die IVB die Abweisung 
der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

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1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 18. Februar 2019 (act. II 56). 
Streitig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch des Versicherten gegenü-
ber der Invalidenversicherung, wobei sich aus dem im Beschwerdeverfah-
ren eingereichten ärztlichen Bericht von med. pract. E.________ vom 2. 
April 2019 (act. II 3) ergibt, dass es in erster Linie um die Gewährung von 
beruflichen Massnahmen und nicht um eine Invalidenrente geht.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweili-
gen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, 
nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkeh-
ren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so 

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weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 
ist (BGE 142 V 523 E. 6.3 S. 535).

Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz keinen 
Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen gewährt 
werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmassnahmen 
unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 
Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben den dort 
ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendig-
keit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im enge-
ren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu 
genügen.

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
141 V 281 E. 2.1 S. 285). 

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

Nach bisheriger Rechtsprechung begründeten Alkoholismus, Medikamen-
tenmissbrauch und Drogensucht für sich allein keine Invalidität im Sinne 
des Gesetzes. Vielmehr wurde eine solche Sucht invalidenversicherungs-
rechtlich erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt 
hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Er-
werbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, 

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oder wenn sie selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 
E. 3c S. 268; SVR 2016 IV Nr. 3 S. 7 E. 2.2.1). Mit Urteil vom 11. Juli 2019, 
9C_724/2018, hat das Bundesgericht erkannt, dass – nachvollziehbar dia-
gnostizierte – Abhängigkeitssyndrome bzw. Substanzkonsumstörungen 
grundsätzlich als invalidenversicherungsrechtlich beachtliche (psychische) 
Gesundheitsschäden in Betracht fallen. Dabei sind die Auswirkungen des 
bestehenden Gesundheitsschadens auf die funktionelle Leistungsfähigkeit 
im Einzelfall für die Rechtsanwendenden ärztlich festzustellen und es ist – 
gleich wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen – nach dem struk-
turierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 zu ermitteln, ob und 
gegebenenfalls inwieweit sich ein fachärztlich diagnostiziertes Abhängig-
keitssyndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person 
auswirkt. Ein strukturiertes Beweisverfahren bleibt etwa dann entbehrlich, 
wenn für eine – länger dauernde – Arbeitsunfähigkeit nach bestehender 
Aktenlage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweis-
wertiger fachärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise ver-
neint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztli-
cher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemes-
sen werden kann.  

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich im Wesentlichen wie 
folgt:

3.1.1 Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. F.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 13. Februar 2018 zuhanden der 
IVB, dass sich der bereits seit Jahren bestehende schädliche Alkohol- und 
Medikamentenkonsum des Versicherten nach dem Verlust seiner Arbeit im 
... in ... gesteigert habe und er wegen Suizidalität im Sinne einer fürsorgeri-
schen Unterbringung vom 10. Oktober bis 10. Dezember 2015 in der Klinik 
G.________ hospitalisiert gewesen sei. Nach erneutem starkem Alkohol-
konsum mit körperlichen Folgeschäden sei er vom 21. September bis 9. 
November 2017 in der gleichen Klinik wiederum stationär behandelt wor-
den. Seither sei der Patient abstinent und versuche eine Tagesstruktur auf-

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zubauen, habe aber immer noch Mühe morgens aufzustehen und die 
nötigsten Haushaltsarbeiten vorzunehmen. Somatisch gehe es ihm deutlich 
besser, er sei wieder leistungsfähig und die Laborwerte hätten sich norma-
lisiert. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (gestellt von 
der Klinik G.________) nannte Dr. med. F.________ ein Abhängigkeits-
syndrom (ICD-10: F10.2), soziale Phobien (ICD-10: 40.1) und eine rezidi-
vierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0). 
In den nächsten Monaten werde der Patient noch nicht arbeitsfähig sein, 
mit viel Unterstützung könnte sich dies im Verlauf des Jahres 2018 ändern. 
Derzeit werde eine Tagesstruktur aufgebaut, was den Versicherten bereits 
stark fordere; über allfällige Ressourcen habe der Hausarzt keine Kennt-
nisse (act. II 17 S. 9-11).

3.1.2 Die Psychiatrischen Dienste H.________, gaben im Bericht vom 20. 
Februar 2018 an, dass seit dem 13. November 2017 mit dem Patienten alle 
drei Wochen ambulante, psychiatrisch-psychothera-peutische Gespräche 
stattfänden und daneben der interne Sozialdienst involviert sei. Der Patient 
sei für jede Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitsunfähig. Die Dia-
gnosen psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängig-
keitssyndrom (bei Eintritt abstinent), rezidivierende depressive Störung, 
ggw. und unter Medikation leichte Episode, soziale Phobien und damit ver-
bunden soziale Isolation (ICD-10: F10.2, F33.0, F40.1, X78, Z56.0, Z60.2) 
wirkten sich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aufgrund der psychiatrischen Er-
krankung bestünden eine klar verminderte Arbeitsfähigkeit sowie eine deut-
lich herabgesetzte Fähigkeit, sich verbindlich auf Vereinbarungen einlassen 
zu können. Es sei von einer schlechten Prognose auszugehen. Erschwe-
rende Faktoren seien die substanzbezogenen Verhaltensänderungen, die 
soziale Ängstlichkeit bzw. das vermeidende Verhalten und die nun recht 
lang anhaltende Isolation, wie auch die ausgeprägten Insuffizienzgefühle 
und die erhöhte Kränkbarkeit, wobei diese Schwächen öfters hinter der 
Kritik Anderer versteckt werde. Neue Aufgaben und Herausforderungen 
führten zu Stress, was das Risiko für einen Alkoholrückfall erhöhe (act. II 
20). 

3.1.3 Im Austrittsbericht vom 20. November 2017 (stationäre Behandlung 
vom 21. September bis zum 24. November 2017) hielt die Klinik 

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G.________ als Diagnosen Psychische und Verhaltensstörungen durch 
Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.2), soziale Phobien (ICD-10: 
40.1) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Epi-
sode (ICD-10: F33.0), fest. Anamnestisch wurde von einer depressiven 
Episode mit 20 Jahren, von fünf Suizidversuchen aus Liebeskummer mit 
Pulsaderschnitt im Jahre 1984, von einem Suizidversuch 1990 mit Medi-
kamenteneinnahme und Alkohol (mit anschliessendem 1-monatigem Koma 
und kurzzeitiger dialysepflichtiger Niereninsuffizienz) berichtet; nach einer 
erste Alkoholentzugsbehandlung im Jahre 1993 sei er acht Jahre abstinent 
gewesen. In den Jahren 2009 und 2015 habe er Entzugs- und Entwöh-
nungsbehandlungen gemacht. Für die Zeit des Klinikaufenthaltes wurde 
vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. II 24 S. 2-9).

3.1.4 Infolge einer akuten Intoxikation (akuter Rausch) hat der Versicherte 
vom 22. Juni bis zum 8. August 2018 erneut in der Klinik G.________ eine 
stationäre Alkoholentzugs- und Entwöhnungsbehandlung absolviert. Die im 
vorangegangenen Bericht (vgl. E. 3.1.3 hiervor) gestellten Diagnosen wur-
den bestätigt. Nach dem letzten stationären Aufenthalt und anschliessen-
dem mehrwöchigem Besuch ... in ..., sei es dem Patienten aufgrund seiner 
sozialen Isolierung, ca. 100 erfolglosen Stellenbewerbungen sowie dem 
erneuten Alkoholkonsum zunehmend schlechter gegangen. Der medika-
mentengestützte Substanzentzug sei komplikationslos verlaufen, die anhal-
tende depressive Symptomatik (insbesondere die Antriebslosigkeit) habe 
sich nach geänderter Medikation verbessert, jedoch ohne vollständige Re-
mission. Zudem habe der Patient ein individuell angepasstes, psychia-
trisch-psychotherapeutisches Therapieprogramm erhalten. Am 8. August 
2018 sei er in psychisch und physisch stabilem Zustand, frei von Selbst- 
oder Fremdgefährdung ins häusliche Umfeld ausgetreten, mit anschlies-
sender ambulanter Betreuung (act. II 42.2).

3.1.5 In seinem Gutachten vom 16. November 2018 hielt Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnose 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0), fest. Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine Alkoholabhängigkeit, gegen-
wärtig abstinent, in Behandlung mit aversiven Medikamenten (ICD-10: 

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F10.23), eine Benzodiazepinabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (ICD-10: 
F13.20), ein Status nach Cannabisabhängigkeit und Abhängigkeit von an-
deren Stimulantien (ICD-10: F12.20, F152), soziale Phobien (ICD-10: 
F40.1) sowie selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1). Der 
Patient habe bedrückt, leichtgradig depressiv gewirkt und von Antriebslo-
sigkeit sowie fehlender Energie, von innerer Unsicherheit und von teilwei-
sen Ängsten vor sozialen Kontakten berichtet. Der Explorand sei wach, 
bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ sowie zur eigenen Person orien-
tiert gewesen und habe sich differenziert ausgedrückt. Merkfähigkeit und 
Gedächtnisleistung seien vorhanden gewesen, wahnhaftes Denken oder 
Wahnvorstellungen seien nicht festgestellt worden. Der Explorand schildere 
seine Funktionseinbussen konsistent, diese seien auch mit den Untersu-
chungsergebnissen nachvollziehbar. Er sei verunsichert und vermehrt mit 
seiner inneren Unsicherheit konfrontiert, seit er keinen Alkohol mehr kon-
sumiere, sei durch die schwierige berufliche Situation sowie finanziell be-
lastet, aber kooperativ und motiviert, auf den Konsum von psychoaktiven 
Substanzen zu verzichten und sich beruflich wieder zu integrieren. Seine 
letzte Tätigkeit als ... in einem ... könne er zur Zeit während 6-8 Stunden 
ausüben, wobei die Leistungsfähigkeit aufgrund der inneren Unsicherheit 
sowie den Ängsten vor sozialen Kontakten eingeschränkt sei, d.h. in der 
bisherigen Tätigkeit bestehe seit Oktober 2015 wegen der depressiven 
Störung eine Arbeitsfähigkeit von 80%. In einer angepassten Tätigkeit (oh-
ne Leitungsfunktion) könne der Versicherte auf dem freien Arbeitsmarkt 
100% arbeiten. Die psychotherapeutische und die antidepressive Therapie 
sei weiterhin notwendig und die Abstinenz dringend zu fordern. Bei fortge-
setzter Abstinenz sei zu erwarten, dass sich der psychische Gesundheits-
zustand innerhalb von 4-6 Monaten soweit stabilisiere, dass in der ange-
stammten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vorläge 
(act. II 42.1).

3.1.6 Am 4. April 2019 führte Dr. med. F.________ aus, dass seit der Al-
koholabstinenz nach der letzten stationären Behandlung in der Klinik 
G.________ die übrigen psychiatrischen Diagnosen deutlich mehr in den 
Vordergrund treten würden, insbesondere das depressive Syndrom und die 
Angstproblematik. Aus hausärztlicher Sicht sei die derzeitige Arbeitsun-
fähigkeit nicht mehr auf die Suchtproblematik, sondern auf die – anamnes-

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tisch seit der Jugend und bereits vor der Alkoholerkrankung bestehende – 
psychiatrische Problematik zurückzuführen. Es scheine daher eher wahr-
scheinlich, dass die Alkoholerkrankung durch die psychiatrische Erkran-
kung ausgelöst worden sei (act. I 2). 

3.1.7 Med. pract. E.________ geht in seinem Bericht vom 2. April 2019 
von einer gegenwärtig mindestens mittelschweren rezidivierenden depres-
siven Episode mit somatischem Syndrom aus und weist auf die familiäre 
Vorbelastung mütterlicher- und väterlicherseits hin. Die depressiven Sym-
ptome habe der Patient – wie dies häufig und typisch bei unbehandelten 
Depressionen zu beobachten sei – mit diversen Suchtmitteln zu „behan-
deln“ versucht. Gegenwärtig stehe die Behandlung der depressiven Er-
krankung im Zentrum der Konsultationen; den Suchtmittelkonsum habe der 
Patient seit einem dreiviertel Jahr erfolgreich sistiert und er sei konsequent 
abstinent. Bei weiterhin regelmässiger Behandlung – der Patient arbeite 
dabei gut mit und sei motiviert – bestehe grundsätzlich eine gute Prognose. 
Das Ziel des Patienten sei eine berufliche Wiedereingliederung im ange-
stammten Beruf oder allenfalls – mittels Umschulung – in einen verwandten 
Bereich (act. I 3).

3.2 Das Gutachten von Dr. med. D.________ vom 16. November 2018 
erfüllt die nach der geltenden höchstrichterlichen Rechtsprechung an eine 
Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.5 hiervor), weshalb darauf 
abzustellen ist. Der Gutachter hielt als Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leich-
te Episode (ICD-10: F33.0), fest. Dagegen hat die Alkoholabhängigkeit 
nach gutachterlicher Einschätzung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit mehr, da der Beschwerdeführer seit dem letzten stationären Aufenthalt 
in der Klinik G.________ vom 22. Juni bis 8. August 2018 abstinent ist und 
mit aversiven Medikamenten behandelt wird. Die Diagnosen wurden vom 
Experten nachvollziehbar anhand der klassifikatorischen Vorgaben be-
gründet und stehen überdies weitgehend im Einklang mit den Beurteilun-
gen der behandelnden Ärzte (vgl. z.B. act. I 2 und 3). Hinsichtlich der Alko-
holabhängigkeit bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sich diesbezüg-
lich seither eine Änderung ergeben hätte, bestätigen doch sowohl der be-
handelnde Psychiater med. pract. E.________ als auch der Hausarzt Dr. 

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med. F.________ noch im April 2019, dass der Patient weiterhin abstinent 
ist. Unter diesen Umständen ist im Lichte der neuesten, mit Urteil vom 11. 
Juli 2019, 9C_724/2018, geänderten Rechtsprechung des Bundesgerichts 
(BGer) zu den Suchterkrankungen im vorliegenden Fall die Durchführung 
eines strukturierten Beweisverfahrens entbehrlich (BGer 9C_724/2018, E. 
7; vgl. E. 2.3 letzter Absatz hiervor).

Die vom Gutachter als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit festgestellte rezidivierende depressive Störung steht derzeit – 
auch nach Auffassung der behandelnden Ärzte – nebst der Angstproblema-
tik im Vordergrund. Gestützt auf seine Untersuchung vom 2. November 
2018 ging der Gutachter lediglich von einer leichten Episode aus (act. II 
42.1 S. 21), während der behandelnde Psychiater (act. I 3) – wie auch noch 
die Klinik G.________ im Austrittsbericht vom 22. August 2018 (act. II 42.2) 
– eine mittelgradige Episode beschrieben haben. In diesem Zusammen-
hang ist immerhin festzuhalten, dass die unterschiedliche Würdigung des 
Schweregrades einer depressiven Störung durch behandelnde Fachärzte 
nicht bereits dazu führt, dass auf die gutachterliche Beurteilung nicht mehr 
abgestellt werden könnte, zumal die Zuordnung des Grades einer depres-
siven Störung stets Ermessenszüge in sich trägt. Zu beachten ist zudem, 
dass bei den meisten Erkrankungen kein direkter Zusammenhang besteht 
zwischen Diagnose und Arbeits(un)fähigkeit bzw. Invalidität; vielmehr sind 
die Auswirkungen des bestehenden Gesundheitsschadens auf die funktio-
nelle Leistungsfähigkeit im Einzelfall für die Rechtsanwendenden nachvoll-
ziehbar ärztlich festzustellen (BGer 9C_724/2018 E. 6.1 mit Hinweisen). 
Soweit die behandelnden Ärzte darauf hinweisen, nach der Sistierung des 
Suchtmittelabusus stehe nun die depressive Erkrankung im Vordergrund, 
ist dies keine neue Erkenntnis, sondern entspricht der Situation, wie sie 
vom Gutachter nach dem erfolgreichen Entzug in der Klinik G.________ 
vom 22. Juni bis zum 8. August 2018 (act. II 42.2) beurteilt worden ist. 

Hinzu kommt, dass die behandelnden Ärzte die Arbeits(un)fähigkeit in ihren 
Berichten nicht näher beziffern. Demgegenüber führt Dr. med. D.________ 
in seinem Gutachten mit nachvollziehbarer Begründung aus, dass der Be-
schwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als ... in einem ... aufgrund der 
depressiven Störung zu 80% und in einer angepassten Tätigkeit bereits ab 

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dem Zeitpunkt des Gutachtens voll arbeitsfähig sei. Bei weitergeführter 
psychotherapeutischer Behandlung sowie fortgesetzter Abstinenz sei zu 
erwarten, dass sich der psychische Gesundheitszustand innerhalb von vier 
bis sechs Monaten soweit stabilisieren werde, dass auch in der ange-
stammten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vorliege.

Die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Berichte der be-
handelnden Ärzte geben nach dem Gesagten keinen Anlass, bis zum für 
die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt (Verhältnisse bei Er-
lass der angefochtenen Verfügung am 18. Februar 2019; vgl. BGE 131 V 
242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) an der vorgenannten Beurtei-
lung und Prognose des psychiatrischen Gutachters zu zweifeln. Dies umso 
weniger, als der Beschwerdeführer die Behandlung bei med. pract. 
E.________ erst am 22. Januar 2019 aufgenommen hat und der Hausarzt 
Dr. med. F.________ nicht über die fachärztliche Qualifikation verfügt, eine 
psychiatrische Prognose schlüssig zu beurteilen. 

Was die im Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug angegebenen 
Rückenschmerzen (act. II 1 S. 6 Ziff. 6.1) anbelangt, ist darauf hinzuwei-
sen, dass diese bereits lange vor der Anmeldung mit gutem Erfolg behan-
delt worden sind (vgl. dazu act. II 17 S. 50); vom behandelnden Arzt wer-
den sie denn auch unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit aufgeführt (act. II 17 S. 10 Ziff. 2.6). Unter diesen Umständen durf-
te die Beschwerdegegnerin mit Fug davon ausgehen, dass einzig die Aus-
wirkungen des psychischen Leidens abzuklären sind.

Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die IVB einen An-
spruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung 
mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens verneint hat. Die 
gegen die entsprechende Verfügung vom 18. Februar 2019 erhobene Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2019, IV/2019/219, Seite 14

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2019, IV/2019/219, Seite 15

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2019, IV/2019/219, Seite 16

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.