# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4e9a331-6f03-5948-9f91-9adcda13e154
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-10-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.10.2015 E-6212/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6212-2015_2015-10-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6212/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  O k t o b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet; 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach 

Italien (Dublin-Verfahren); Verfügung des SEM vom 

17. September 2015 / N (…). 

 

 

 

E-6212/2015 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer Mitte 2014 in den Sudan ausgereist sei, um 

über Libyen nach Europa zu gelangen; am 26. Juni 2015 reiste er in die 

Schweiz ein und suchte am 27. Juni 2015 hier um Asyl nach, 

dass das SEM mit Verfügung vom 17. September 2015 – eröffnet am 

25. September 2015 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien 

anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1. Oktober 2015 (Poststem-

pel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

erhob und dabei beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und das Ver-

fahren sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventua-

liter sei die Vorinstanz anzuweisen, gestützt auf Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 auf 

das Gesuch einzutreten, 

dass darüber hinaus die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei und die 

Vollzugsbehörden anzuweisen seien, von einer Überstellung nach Italien 

abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Beschwerde ent-

schieden habe, 

dass ferner auf einen Kostenvorschuss zu verzichten und die unentgeltli-

che Prozessführung zu gewähren sei, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 5. Oktober 2015 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

  

E-6212/2015 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

E-6212/2015 

Seite 4 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (take charge) – wie 

das vorliegende – die in Kapitel III (Art. 8-5 Dublin-III-VO) genannten Krite-

rien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zustän-

digkeitskriterien; Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei 

von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asyl-

suchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2; CHRISTIAN FILZWIESER/AN-

DREA SPRUNG, Dublin III-VO, Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, 

Stand 1.2.2014, K4 zu Art. 7), 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, Art. 22 und Art. 29 Dublin-III-VO auf-

zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Befragung zur Person im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen vom 3. Juli 2015 

ausführte, er sei auf dem Seeweg nach Messina (Italien) gekommen, wo 

er zwei Tage geblieben sei; er sei zwar mit Namen registriert worden, aber 

er sei weder fotografiert noch daktyloskopiert worden (A7 S. 6), 

dass das SEM die italienischen Behörden am 15. Juli 2015 um Aufnahme 

des Beschwerdeführers ersuchte, 

E-6212/2015 

Seite 5 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, wo-

mit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-

III-VO), 

dass die Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, was vom Beschwerde-

führer auch nicht bestritten wird (A7 S. 8), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 Charta der Grundrechte 

der Europäischen Union (nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich 

bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger 

Mitgliedstaat bestimmt werden kann, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien würden sys-

temische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschli-

chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU-Grund-

rechtecharta mit sich bringen, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; Selbsteintritts-

recht), 

dass darunter auch Zuständigkeiten nach der Dublin-III-VO zu subsumie-

ren sind, welche indes eine Verletzung der Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK) be-

deuten und daher zu einem zwingenden Selbsteintrittsrecht führen würden 

(vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin III-VO, a.a.O., K2 zu Art. 17),  

E-6212/2015 

Seite 6 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vorbrachte, dass 

sich die EU-Innenminister darauf geeinigt hätten, dass 120'000 Flüchtlinge 

aus Italien, Griechenland und Ungarn auf das restliche Europa zu verteilen 

seien, was vom schweizerischen Bundesrat begrüsst worden sei, 

dass das SEM es indes unterlassen habe, sich zu zur verbindlichen Aus-

sage des Bundesrates – es seien 1'500 Flüchtlinge aufzunehmen – zu äus-

sern, weshalb es sein Ermessen, im Rahmen von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

einzutreten, unterschritten und damit Bundesrecht verletzt habe, 

dass darüber hinaus eine Wegweisung nach Italien als unverhältnismässig 

erscheine und nicht im öffentlichen Interesse liege, da die Schweiz auf-

grund der geplanten Umverteilung von Flüchtlingen bald eine grosse Per-

sonengruppe aufnehmen werde, 

dass der Beschwerdeführer mit diesen Vorbringen die Anwendung der Er-

messensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das 

Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von 

Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert, gemäss welcher das SEM das Asylgesuch 

"aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür ge-

mäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass zunächst zu erwähnen ist, dass Italien Signatarstaat der EMRK, des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK) 

und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-

linge (FK) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 ist und 

seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,  

dass der junge und gesunde (A6 S. 8) Beschwerdeführer ferner kein kon-

kretes und ernsthaftes Risiko dargetan hat, die italienischen Behörden wür-

den sich weigern ihn aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen 

Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

E-6212/2015 

Seite 7 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-

ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben 

oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 

oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-

zwungen zu werden,  

dass der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für die Annahme 

dargetan hat, Italien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmericht-

linie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und er sich 

bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls an die 

italienischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedin-

gungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmericht-

linie), 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. zum Ganzen das Grundsatzurteil E-641/2014 vom 13. März 

2015, zur Publikation vorgesehen) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass der Beschwerdeführer zwar geltend macht, die Feststellung des SEM, 

Italien sei zuständig, sei in Verletzung seines rechtlichen Gehörs (insbe-

sondere von Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 29 Abs. 1 BV) ergangen, wobei er 

sich auf den geplanten EU-Verteilschlüssel für Antragsteller beruft, 

dass gemäss Art. 5 Abs. 2 BV staatliches Handeln im öffentlichen Interesse 

liegen und verhältnismässig sein muss, und laut Art. 29 Abs. 1 BV jede 

Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf 

gleiche und gerechte Behandlung hat, 

dass der Bundesratsbeschluss vom 18. September 2015 – es seien 1'500 

schutzbedürftige Asylsuchende, welche in Italien oder Griechenland regis-

triert worden seien, aufzunehmen – sich auf das erste EU-Relocation-Pro-

gramm stützt, welches verbindlich vorsieht, 40'000 Personen in ein ande-

res Dublin-Land umzusiedeln, 

dass dieses Vorhaben indes nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-

rens ist, folglich nicht ersichtlich ist, inwiefern die angerufenen Rechte des 

Beschwerdeführers von der Vorinstanz verletzt worden sein sollten, 

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Seite 8 

dass bis anhin bei der Einigung der EU-Innenminister – es seien 120'000 

Flüchtlinge unter Beteiligung der Schweiz umzusiedeln (zweites EU-Relo-

cation-Programm) – lediglich von einer politischen Willenskundgabe aus-

zugehen ist; diesbezüglich hat auch der Bundesrat noch keinen konkreten 

Beschluss gefasst, demzufolge kann keine Ermessensunterschreitung 

durch das SEM festgestellt werden, 

dass nach dem Gesagten aufgrund der Akten keine Gründe ersichtlich 

sind, welche in rechtserheblicher Weise gegen eine Überstellung des Be-

schwerdeführers in diesen Staat sprechen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts "aus humanitären Gründen" 

enthält, 

dass auch die Rüge der Unverhältnismässigkeit offenkundig unbegründet 

ist, 

dass ferner keine Anhaltspunkte zu erkennen sind, welche zu einem zwin-

genden Selbsteintritt führen würden, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-      

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 

Abs. 3 und 4 AuG nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstel-

lungshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides 

gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), 

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist, 

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Seite 9 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wirkung, 

um vorsorgliche Massnahmen und um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses als gegenstandslos erweisen, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–       

Art. 1-3 VGKE) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-6212/2015 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

Versand: