# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5efb213-36e3-5f52-96d1-840a79d83393
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 07.07.2021 810 20 261
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-20-261_2021-07-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 7. Juli 2021 (810 20 261) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Härtefall)  

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus 

Clausen, Jgnanz Jermann, Kantonsrichterin Helena Hess, 
Gerichtsschreiberin i.V. Giulia Kiefer 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, 
vertreten durch Marc Spescha, Rechtsanwalt 
 
 

 gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Härtefall) (RRB 

Nr. 1374 vom 13. Oktober 2020) 
  

Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. Die türkische Staatsangehörige A.____ (geb. 1966) lebte bis zu ihrem 27. Lebensjahr 
in der Türkei. Im Jahr 1993 reiste sie zu Studienzwecken in die Schweiz ein. Sie absolvierte von 
Oktober 1994 bis Dezember 2004 an der Universität Zürich ein Studium (Psychologie, Sozio-
logie und Kriminologie), das sie mit einer Lizentiatsarbeit (B.____) abschloss. Anfang 2005 
kehrte sie in die Türkei zurück, wo sie bis Juni 2006 lebte. Am 24. Juni 2006 reiste A.____  
erneut zu Studienzwecken (Nachdiplomstudium am Europainstitut der Universität Basel) in die 
Schweiz ein. Nachdem sie im September 2008 das Nachdiplomstudium am Europainstitut der 
Universität in Basel abgeschlossen hatte, begann A.____ im Jahr 2009 mit einer Doktorarbeit 
an der Universität Zürich. 
 
B. Anfang 2012 zog A.____ in den Kanton Basel-Landschaft und ersuchte am 22. Januar 
2012 um einen Kantonswechsel. Das Amt für Migration und Bürgerrecht Basel-Landschaft 
(AFMB) entsprach dem Gesuch am 2. Februar 2012 und erteilte A.____ eine Aufenthalts-
bewilligung zu Studienzwecken. Mit Schreiben vom 23. August 2012 informierte A.____ das 
AFMB, ihre Dissertation zum Thema "C.____" definitiv im Juni 2014 abzuschliessen und im 
Anschluss eine Arbeitsstelle sowohl in der Türkei als auch im europäischen Raum zu suchen. 
Nachdem A.____ in der Folge Verzögerungen des Abschlusses geltend gemacht hatte, verlän-
gerte das AFMB A.____s Aufenthaltsbewilligung zu Studienzwecken mehrmals. Am 
2. November 2016 ersuchte A.____ bei der Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft (SID) um 
Einbürgerung in der Gemeinde D.____. Das Einbürgerungsgesuch zog sie später wieder zu-
rück. 
 
C. Am 17. Oktober 2017 verfügte das AFMB die Nichtverlängerung der Aufenthalts-
bewilligung von A.____ sowie ihre Wegweisung aus der Schweiz, weil sie ihre Ausbildung nicht 
speditiv und zielgerichtet vorangetrieben habe und deshalb die Voraussetzungen für die aus-
nahmsweise Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht mehr vorlägen. Eine von A.____, 
vertreten durch Mehmet Sigirci, Advokat, erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit 
Beschluss Nr. 2018-404 vom 20. März 2018 ab. Die von A.____ dagegen erhobene 
Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs-
recht (Kantonsgericht), schrieb das Kantonsgericht am 20. Mai 2019 als gegenstandslos ab, 
nachdem A.____ ihre Promotionsprüfung erfolgreich abgelegt und ihre Beschwerde zurück-
gezogen hatte. 
 
D. Am 30. April 2019 beantragte A.____, nunmehr vertreten durch Marc Spescha, 
Rechtsanwalt, beim AFMB die vorläufige Zulassung für die Dauer von sechs Monaten zur Stel-
lensuche im Sinne von Art. 21 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Aus-
länder und über die Integration (AIG) vom 16. Dezember 2005, welchem am 6. Mai 2019 ent-
sprochen wurde. Infolge fehlender Arbeitsstelle teilte das AFMB A.____ am 1. November 2019 
mit, dass sie die Schweiz bis zum 30. November 2019 verlassen müsse. 
 
E. A.____ reichte am 15. November 2019 beim AFMB ein Gesuch für eine Härtefall-
bewilligung ein, wobei sie mit Schreiben vom 23. Dezember 2019 ergänzte, bei der E.____ AG 
im Kanton F.____ eine Anstellung gefunden zu haben. Am 13. Februar 2020 wurde sie vom 
Amt für Migration F.____ darüber informiert, dass ihr das Einverständnis für den Stellenantritt 

Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nicht erteilt werde. Mit Verfügung vom 2. Juni 2020 verweigerte das AFMB A.____ eine Härte-
fallbewilligung. 
 
F. Dagegen reichte A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Marc Spescha, mit Eingabe 
vom 18. Juni 2020 beim Regierungsrat Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung sowie die Erteilung einer Härtefallbewilligung. 
 
G. Mit Beschluss Nr. 2020-1374 vom 13. Oktober 2020 wies der Regierungsrat die 
Beschwerde ab. 
 
H. Mit Beschwerde vom 26. Oktober 2020 wendet sich A.____, weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt Marc Spescha, an das Kantonsgericht, mit dem Begehren, es sei der Beschluss 
Nr. 2020-1374 vom 13. Oktober 2020 aufzuheben und es sei ihr unter Vorbehalt der Zustim-
mung durch das SEM eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen; dies unter Zusprechung einer 
Parteientschädigung. 
 
I. Der Beschwerdegegner beantragt in seiner Vernehmlassung vom 26. Januar 2021 
unter Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die kostenfällige Abweisung 
der Beschwerde. 
 
J. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 5. März 2021 eine Replik und 
eine Honorarnote ein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein 
Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vor-
liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
gegeben. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene 
Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Änderung oder Aufhebung hat. Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des ange-
fochtenen Entscheids und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die 
übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 
 
1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 
werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen 
von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 
 

Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Verweigerung der Härtefallbewilligung der 
Beschwerdeführerin zu Recht erfolgte. 
 
3.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG kann von den Zulassungsvoraussetzungen nach 
Art. 18 - 29 AIG abgewichen werden, um einem schwerwiegenden persönlichen Härtefall Rech-
nung zu tragen. Bei der Beurteilung, ob eine Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwie-
genden persönlichen Härtefalles zu erteilen ist, sind nach Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 die Integration der 
gesuchstellenden Person anhand der Integrationskriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG (die Beach-
tung der öffentlichen Sicherheit, die Respektierung der Werte der Bundesverfassung, die 
Sprachkompetenzen und die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung), die 
Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, 
der Gesundheitszustand und die Möglichkeit für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat zu 
beachten. 
 
3.2 Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG stellt eine Ausnahmebestimmung dar, deren Voraussetzungen 
restriktiv zu prüfen sind. Da es sich um eine Kann-Vorschrift handelt, liegt die Erteilung der 
Bewilligung im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 96 AIG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung wird vorausgesetzt, dass sich die ausländische Person in einer persönlichen Notlage 
befindet und die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung für die betroffene Person schwer-
wiegende Nachteile zur Folge hat. Bei der Beurteilung sind alle Gesichtspunkte und Besonder-
heiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Eine lange Anwesenheit und fortgeschrittene 
Integration sowie klagloses Verhalten führen für sich allein noch nicht zu einem persönlichen 
Härtefall. Ebenso wenig reicht es für dessen Annahme aus, wenn die während des Aufenthalts 
in der Schweiz geknüpften beruflichen, freundschaftlichen und nachbarschaftlichen Bezie-
hungen aufgegeben werden müssen. Vielmehr muss die Beziehung zwischen der auslän-
dischen Person und der Schweiz so eng sein, dass von ihr nicht verlangt werden kann, in ein 
anderes Land, insbesondere das Herkunftsland, zu gehen und dort zu leben. Insofern stellen 
Arbeits-, Freundschafts- oder Nachbarschaftsbeziehungen, welche die ausländische Person 
während ihres Aufenthaltes in der Schweiz geknüpft hat, grundsätzlich keine derart engen 
Bindungen zur Schweiz dar, dass sie den Ausnahmecharakter von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG 
rechtfertigen (vgl. zum Ganzen: BGE 130 II 39 E. 3; BGE 124 II 110 E. 3 je m.w.H.). 
 
3.3 Die Vorinstanz hält fest, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um keinen schwer-
wiegenden persönlichen Härtefall handle, da sie ungeachtet ihres langandauernden Studien-
aufenthalts keine relevante enge Bindung zur Schweiz aufweise. Weiter sei ihr die berufliche 
Wiedereingliederung in die Türkei ohne grosse Schwierigkeiten möglich. Ferner habe sie bei 
einer Rückkehr in ihren Heimatstaat keine persönlichen oder familiären Schwierigkeiten zu 
erwarten. Sodann könne ihre langandauernde Anwesenheitsdauer nicht mit derjenigen eines 
Sans-Papiers verglichen werden. Schliesslich empfehle das Ministerkomitee des Europarates 
den Regierungen der Mitgliedstaaten, jeden Ausländer als "langjährigen Einwanderer" anzu-
erkennen, der sich gesetzlich und gewöhnlich seit mindestens fünf und höchstens zehn Jahren 
auf seinem Gebiet aufhalte, ausser wenn er während dieser Zeit ausschliesslich einen Studen-
tenstatus innegehabt habe (Empfehlung 2000/15 des Ministerkomitees des Europarats vom 

Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

13. September 2000 über den sicheren Aufenthalt von langjährigen Einwanderern, Ziffer 1, 
lit. a, i) [Empfehlung des Europarats]). Die Beschwerdeführerin habe folglich keinen Anspruch 
auf eine Aufenthaltsbewilligung und habe um eine Härtefallbewilligung ersucht, deren Erteilung 
im Ermessen der Behörde liege. 
 
3.4 Die Beschwerdeführerin wendet ein, Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG finde neben der Regu-
lierung von Sans Papiers auch bei ausländischen Personen mit bisher gültiger Aufenthalts-
bewilligung Anwendung, sofern diese nicht mehr verlängert werde, da in einem solchen Fall der 
bisherige Aufenthaltszweck dahinfalle. Ob ein Härtefall vorliege, sei unter einer Gesamt-
würdigung der Härtefallkriterien zu entscheiden. Dabei genüge es, wenn einzelne Kriterien oder 
gar ein Kriterium (besonders) ausgeprägt erfüllt sei (MARC SPESCHA, in: 
Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/Fanny de Weck [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., 
Zürich 2019, N 13 zu Art. 30 AIG). Vorliegend habe die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig 
respektive unvollständig festgestellt sowie die Beurteilungskriterien verkannt. Indem die Vor-
instanz eine relevante Bindung zur Schweiz verneint habe, lägen zudem eine Ermessens-
unterschreitung sowie Willkür vor. Sodann sei die Auffassung der Vorinstanz, wonach ihr die 
Wiedereingliederung in die Türkei ohne grosse Schwierigkeiten möglich sei, nicht sachgerecht. 
Es sei korrekt, dass sie gegenüber den hiesigen Behörden wiederholt beteuert habe, die 
Schweiz nach Abschluss des Studiums zu verlassen. Daraus könne jedoch kein Verzicht 
geschlossen werden, nach Abschluss ihres Studiums unter den dann vorliegenden Umständen 
ein Härtefallgesuch zu stellen oder ein Verbleiberecht geltend zu machen. Im Lichte dieser Pra-
xis sei es offensichtlich willkürlich, bei ihr einen Härtefall zu verneinen. Ferner habe die Vor- 
instanz in diesem Zusammenhang die Praxis der Regularisierung von Sans-Papiers referiert 
und qualifiziert. Es entspreche gefestigter Praxis, bei einem Aufenthalt von über zehn Jahren in 
zeitlicher Hinsicht einen persönlichen Härtefall zu bejahen (vgl. SPESCHA, a.a.O., N 13 zu 
Art. 30 AIG m.w.H.). Die Entgegenhaltung der Vorinstanz sei daher willkürlich und verstosse 
gegen das Rechtsgleichheitsgebot, ohne Letzteres zu rechtfertigen. Die Verweisung der Vor- 
instanz auf die Empfehlung des Europarates sei zwar richtig, gleichzeitig werde jedoch darauf 
hingewiesen, dass es jedem Mitgliedstaat freigestellt sei, die Definition eines "langjährigen Ein-
wanderers" zu erweitern. Auch diese Einwendung der Vorinstanz sei somit offensichtlich akten-
widrig und willkürlich.  
 
3.5.1 Zu prüfen ist zunächst das Kriterium der Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin 
(Art. 31 Abs. 1 lit. e VZAE) in der Schweiz. 
 
3.5.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt der bisherigen Aufenthaltsdauer 
eine erhebliche Bedeutung zu. Je länger jemand in einem bestimmten Land lebt, desto enger 
werden im allgemeinen die Beziehungen sein, die er dort geknüpft hat, und desto gewichtiger 
wird dieses Element in der Interessenabwägung. Auch in der bisherigen Rechtsprechung des 
Bundesgerichts ist die Aufenthaltsdauer ein (gewichtiges) Element nebst anderen zur Beur-
teilung, ob Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK) vom 4. November 1950 verletzt ist. In die gleiche Richtung geht die Empfehlung des 
Europarats; dieser empfiehlt den Mitgliedstaaten des Europarats, diejenigen Personen, die 
(ausser ausschliesslich zu Studienzwecken) rechtmässig ihren gewöhnlichen Aufenthalt seit 

Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

mehr als fünf bis zehn Jahren auf ihrem Territorium haben, als langjährige Einwanderer zu 
betrachten, die ihr Aufenthaltsrecht nur unter bestimmten Voraussetzungen verlieren. Die 
Empfehlungen des Europarats sind zwar nicht völkerrechtlich verbindlich. Sie können aber als 
Ausdruck eines vorherrschenden europäischen Rechtsverständnisses betrachtet und als 
solcher bei der Konkretisierung von Grundrechten berücksichtigt werden. Somit ist davon aus-
zugehen, dass ab einer gewissen Anwesenheitsdauer das Aufenthaltsrecht nicht mehr ohne 
Weiteres entzogen werden kann; das Ermessen, das den Migrationsbehörden ausserhalb von 
Anspruchsbewilligungen grundsätzlich zusteht, wird in diesem Sinne eingeschränkt (BGE 144 I 
266 E. 3.9 m.w.H.). 
 
3.5.3 Zu Gunsten der Beschwerdeführerin spricht ihre sehr lange Aufenthaltsdauer in der 
Schweiz, da sie sich seit 1993 – mit einem Unterbruch in den Jahren 2005 und 2006 – in der 
Schweiz aufhält. Der Beschwerdeführerin wurde der bisherige und langjährige Aufenthalt 
jedoch unbestrittenermassen lediglich zu Studienzwecken bewilligt. Somit musste ihr stets 
bewusst sein, dass sie nach Abschluss ihrer Ausbildungen entweder eine Zulassungs-
voraussetzung nach dem AIG zu erfüllen oder andernfalls die Schweiz zu verlassen hat. 
Obschon die lange Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen zu ihren 
Gunsten spricht, ist diese infolge des ausschliesslich zu Studienzwecken gewährten Aufenthalts 
zu relativieren. 
 
3.6.1 In Bezug auf ihre Integration (Art. 58a Abs. 1 AIG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 lit. a 
VZAE) bringt die Beschwerdeführerin vor, ihr engster Freundeskreis befinde sich in der 
Schweiz, zudem habe sie in den letzten Jahren einen äusserst losen Kontakt zu ihrem Heimat-
land gepflegt. Sodann erfülle sie aufgrund ihres – wenn auch nur vorübergehenden – Ausbil-
dungsaufenthalts zweifellos das Kriterium des Erwerbs von Bildung (Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG). 
Dem Erwerb von Bildung gleichgestellt sei die Teilnahme am Wirtschaftsleben. Im Rahmen der 
Beurteilung eines Härtefalls seien die Erwerbsperspektiven auf der Basis der erworbenen Aus-
bildung von Belang, welche im vorliegenden Fall aufgrund ihrer akademischen Karriere und 
aktenkundigen Stellenofferte zweifellos und offenkundig intakt seien. Zusammenfassend sei sie 
in der Schweiz in überdurchschnittlichem Masse verankert. 
 
3.6.2 Mit Eingabe vom 25. Januar 2021 reichte die Beschwerdeführerin diverse Referenz-
schreiben von in der Schweiz lebenden Verwandten und Freunden ein, welche ihre soziale 
Verankerung in der Schweiz bestätigen und sie zusammenfassend als bestens integrierte 
Person und Bereicherung für die Schweiz bezeichnen (Referenzschreiben vom 10. November 
2020, 7. Dezember 2020, 15. Dezember 2020, 24. Dezember 2020 und 7. Januar 2021). Weiter 
hat sich die Beschwerdeführerin während ihrer Anwesenheit in der Schweiz aus- und weiter-
bilden lassen, sich korrekt verhalten und sozial sowie sprachlich integriert. 
 
3.6.3 Zusammenfassend kann aus den Akten geschlossen werden, dass sich die Be-
schwerdeführerin während ihrer Anwesenheit in der Schweiz ein überdurchschnittlich gutes 
soziales Netz aufgebaut hat und hierzulande entsprechend verankert ist. 
 

Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.7.1 Hinsichtlich ihrer beruflichen und wirtschaftlichen Integration bzw. finanziellen Verhält-
nisse (Art. 31 Abs. 1 lit. d VZAE) wendet die Beschwerdeführerin ein, infolge eines gesetz-
geberischen Versehens sei die Hürde für die effektive Zulassung von Hochschulabgängerinnen 
und Hochschulabgängern zum Arbeitsmarkt derart hochgeschraubt worden, dass die mit Art. 21 
Abs. 3 AIG beabsichtigte erleichterte Zulassung von ausländischen Personen mit Schweizer 
Hochschulabschluss auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt weitgehend zum toten Buchstaben 
verkommen sei (MARC SPESCHA, Vom Geist der Abwehr und von toten Buchstaben des Geset-
zes, in: 40 Jahre Demokratische Jurist_innen Schweiz [DJS]: unbequem, kritisch, engagiert, 
Bern 2018, S. 67 ff.). Nach PETER UEBERSAX sei die praxisgemässe Verweigerung der Zulas-
sung zur Erwerbstätigkeit trotz erfolgreicher Stellensuche "nachgerade widersprüchlich und 
gegen Treu und Glauben, unter Berufung auf das Ermessen die eigentliche Anwesenheits-
bewilligung zu verneinen, wenn im Rahmen der vorläufigen Zulassung zwecks Stellensuche 
eine Erwerbstätigkeit gefunden wurde" (PETER UEBERSAX, Das AuG von 2005: Zwischen Erwar-
tungen und Erfahrungen, in: Achermann/Caroni/Kälin/Uebersax/Epiney/Amarelle [Hrsg.], Jahr-
buch für Migrationsrecht 2011/2012, Bern 2012, S. 16). Weiter habe die Vorinstanz ausge-
blendet, dass sie während ihres Studiums regelmässig und nebenberuflich im Rahmen ihrer 
beschränkten Möglichkeiten gearbeitet habe und ihre Erwerbsperspektiven in der Schweiz 
intakt seien, zumal bereits ein Arbeitsvertrag abgeschlossen worden sei. Der fragliche Bezug 
von Ergänzungsleistungen nach ihrer Pensionierung könne zwar nicht ausgeschlossen werden. 
Sie sei jedoch gewillt und in der Lage, über das ordentliche Pensionsalter hinaus zu arbeiten 
und die Versicherungsjahre der Pensionskasse nachzuzahlen. Dementsprechend sei es realis-
tisch, dass sie bis zur effektiven Pensionierung mit Leistungen aus der ersten und zweiten 
Säule ein existenzsicherndes Einkommen realisieren könne, ohne auf Ergänzungsleistungen 
angewiesen zu sein. 
 
3.7.2 Den Akten kann entnommen werden, dass das AFMB der Beschwerdeführerin am 
6. Mai 2019 eine Kurzaufenthaltsbewilligung bis zum 30. September 2019 zur Stellensuche 
erteilt hat. Ihre einzig belegte gefundene Stelle bei der E.____ AG im Kanton F.____ war im 
Gastrobereich und wurde ihr nicht bewilligt. Der Beschwerdeführerin wurde folglich die Möglich-
keit der erleichterten Zulassung im Sinne von Art. 21 Abs. 3 AIG gegeben, sie hat allerdings 
keine ihrer akademischen Ausbildung entsprechende Stelle gefunden. Schliesslich macht die 
Beschwerdeführerin mit der Replik geltend, dass sie – sollte sie eine Härtefallbewilligung erhal-
ten – in der Naturheilpraxis ihrer Nichte möglicherweise eine Stelle in einem anderen Bereich in 
Aussicht habe. Dabei verkennt sie, dass auch bei dieser Stelle die Voraussetzungen nach 
Art. 21 Abs. 1 AIG erfüllt sein müssten. Trotz ihrer akademischen Ausbildung in der Schweiz 
und ihrer darauffolgenden Kurzaufenthaltsbewilligung zur Stellensuche ist ihr hier keine beruf-
liche Integration gelungen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin während 
des Doktorats von zwei in den USA lebenden Schwestern finanziell unterstützt werden musste. 
Angesichts ihres in der Schweiz erzielten Einkommens von Fr. 4'647.-- (Auszug aus dem indivi-
duellen Konto der SVA BL vom 7. September 2020) war es ihr nicht möglich, eine ausreichende 
Vorsorge aufzubauen, weshalb eine künftige Belastung der Sozialwerke in Form von Ergän-
zungsleistungen sehr wahrscheinlich ist. Daran vermag auch die Bereitschaft der Beschwerde-
führerin, über ihr Pensionsalter hinaus zu arbeiten und dadurch einige Versicherungsjahre ein-
zukaufen, nichts zu ändern. 

Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
3.8 In Bezug auf die Familienverhältnisse (Art. 31 Abs. 1 lit. c VZAE) ist unbestritten, dass 
die Beschwerdeführerin nicht verheiratet ist, sich nicht in einer Partnerschaft befindet und keine 
Kinder hat. In der Türkei leben aktuell noch drei ihrer Geschwister. Aus dem Referenzschreiben 
von G.____ vom 10. November 2020 erhellt, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor Kontakt 
zu ihren Familienmitgliedern in der Türkei pflegt (vgl. Referenzschreiben von G.____ vom 
10. November 2020). In der Schweiz leben namentlich zwei Nichten und ein Neffe. 
 
3.9.1 Hinsichtlich ihres gesundheitlichen Zustands (Art. 31 Abs. 1 lit. f VZAE) bringt die 
Beschwerdeführerin vor, bei ihr sei im Jahr 2020 ein erneuter, eventuell operativ zu entfernen-
der Blasentumor festgestellt worden – wobei über einen allfällig operativen Eingriff bis Mitte Mai 
2021 entschieden werde –, was eine zusätzliche Belastung für sie darstelle. 
 
3.9.2 Diesbezüglich ist darauf zu verweisen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Replik die 
Möglichkeit einer allfälligen Tumoroperation in der Türkei anerkennt. Somit ist eine angemes-
sene medizinische Betreuung und Unterstützung der Beschwerdeführerin grundsätzlich auch in 
der Türkei gewährleistet. 
 
3.10.1 Im Hinblick auf die Möglichkeiten der Reintegration im Herkunftsland (Art. 31 Abs. 1 
lit. g VZAE) wendet die Beschwerdeführerin ein, im Falle einer Rückkehr in die Türkei würde sie 
– nach dem Tod ihrer 82-jährigen Mutter – keine Angehörigen antreffen, da ihre restlichen 
Familienmitglieder, ihre drei verbliebenen Geschwister, kurz vor ihrer Auswanderung in die Ver-
einigten Staaten stünden. Davon abgesehen blende die Vorinstanz die aktuellen und realen 
Verhältnisse in der Türkei aus, welche für sie, die in der Schweiz intellektuell sozialisiert sei, 
erhebliche Integrationshindernisse darstellten. Sie, die mit dem demokratischen schweize-
rischen Verfassungsstaat vertraut sei und sich damit identifiziere, müsste in ein äusserst autori-
tär und antipluralistisch regiertes Land zurückkehren, in welchem Oppositionelle verfolgt und 
bereits kritische Äusserungen Intellektueller kriminalisiert würden, was einem Kulturschock 
gleichkäme. Dass sie unter der Diktatur Erdogans als westlich sozialisierte Geisteswissen-
schaftlerin und Intellektuelle von Anfang an unter Verdacht stünde, sei naheliegend und 
entsprechend erschwert wäre auch ihre dortige wirtschaftliche Integration. Es komme hinzu, 
dass ihre Erwerbsperspektiven unter den türkischen Verhältnissen trotz ihrer Ausbildung eben-
so altersbedingt sehr ungünstig wären. Weiter komme sie aus einer liberalen alevitischen Fami-
lie. Die alevitische Minderheit in der Türkei sei nicht nur hinsichtlich ihrer Religionsrechte diskri-
miniert, sondern auch insofern, als sie in öffentlichen Diensten äusserst selten eine Anstellung 
bekomme. Dass ihre soziale und berufliche Wiedereingliederung in der Türkei stark gefährdet 
erscheine, ändere sich auch nicht mit der Tatsache, dass sie in der Türkei Verwandte habe. 
Folglich sei entgegen der Vorinstanz Art. 31 Abs. 1 lit. g VZAE ausgeprägt erfüllt und spreche 
klar für die Bejahung eines Härtefalles. 
 
3.10.2 Zu den Möglichkeiten der Integration im Herkunftsstaat gilt es festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführerin angesichts ihrer Ausbildung in der Schweiz im Falle einer Rückkehr in die 
Türkei bessere berufliche Perspektiven hat. Ferner hat sie dort mehrere Familienmitglieder. 
Dass ihre Geschwister beabsichtigen, in die Vereinigten Staaten auszuwandern, ist aktuell ir-

Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

relevant, da sie gegenwärtig noch in der Türkei leben und die allfällige Auswanderung noch 
nicht bewilligt ist. Sodann ist ihre Reintegration in die Türkei nicht besonders schwierig, da sie 
bis zu ihrem ersten Studienabschluss in der Türkei lebte, eine Erwerbstätigkeit in Ankara hatte 
und es ihr bei ihrer Rückkehr in die Türkei im Jahr 2005 möglich war, sich dort beruflich zu 
integrieren. Weiter ist sie nach wie vor offensichtlich mit den dortigen Gepflogenheiten vertraut 
sowie der türkischen Sprache mächtig. Aus ihren wiederholten Beteuerungen gegenüber dem 
AFMB, die Schweiz nach Abschluss ihrer Ausbildung wieder zu verlassen, erhellt weiter, dass 
sie ein Leben in der Türkei nicht per se ausschliesst. Dies wird auch dadurch ersichtlich, dass 
die Beschwerdeführerin während ihres Masterstudiums am Europainstitut der Universität Basel 
eine Masterarbeit mit dem Titel "H.____" sowie im Nachgang an der Universität Zürich eine Dis-
sertation mit dem Thema "C.____" schrieb und sich daher jahrelang sowie bewusst mit Themen 
in Verbindung mit ihrem Herkunftsstaat befasste. Hinzu kommt, dass sie ihre hiesigen Kontakte 
in der Schweiz mit modernen Kommunikationsmitteln oder gegenseitigen Besuchen ohne Wei-
teres pflegen kann. Die von ihr wiederholt dargelegte politische Situation rechtfertigt schliesslich 
keine individuelle Notlage, da diese alle rückkehrpflichtigen türkischen Staatsangehörigen 
gleichermassen trifft. 
 
3.11 In Gesamtwürdigung sämtlicher Umstände ist nach dem Gesagten festzustellen, dass 
die Beschwerdeführerin eine Rückkehr in ihre Heimat angesichts ihres langen Aufenthalts in der 
Schweiz zweifellos schwer trifft. Sie hat hier studiert und doktoriert und während eines beinahe 
ununterbrochenen 28 Jahre langen Aufenthalts soziale Kontakte geknüpft. Da sie ihre Kinder-, 
Jugend- und jungen Erwachsenenjahre aber in ihrer Heimat verbracht hat, ist sie offenkundig 
mit den dortigen Gepflogenheiten vertraut und beherrscht die türkische Sprache. In Anbetracht 
dessen, dass sie keine engen familiären Beziehungen in der Schweiz hat sowie ihre berufliche 
Integration als nicht gelungen angesehen werden muss, ist nicht ersichtlich, inwiefern der 
Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in die Türkei derart schwere Nachteile drohen würden, 
dass von ihr nicht verlangt werden könnte, in ein anderes Land, insbesondere in ihr Herkunfts-
land, zu gehen und dort zu leben, zumal sie gegenüber dem AFMB auch wiederholt geäussert 
hatte, die Schweiz nach der Ausbildung wieder zu verlassen. Nach dem Gesagten ist die Nicht- 
erteilung der Härtefallbewilligung durch die Vorinstanz als rechtens anzusehen. 
 
4. Soweit sich die Beschwerdeführerin im Übrigen auf Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung 
des Privat- und Familienlebens) beruft, ist ihr zu entgegnen, dass – wie zuvor dargelegt – die 
Voraussetzungen, welche die Rechtsprechung für das Bestehen eines tatsächlich gelebten 
Familienlebens (BGE 135 I 143 E. 3.1) oder eines zehnjährigen rechtmässigen Aufenthalts 
(ausser zu Studienzwecken) (BGE 144 I 266 E. 3.9 mit zahlreichen Hinweisen) aufstellt, nicht 
vorliegen. Deshalb ist nicht ersichtlich, dass Art. 8 EMRK der unverheirateten und kinderlosen 
Beschwerdeführerin, die sich ausschliesslich zu Studienzwecken in der Schweiz aufgehalten 
hat und beruflich-wirtschaftlich nicht gut integriert ist, unter dem Aspekt des Familienlebens 
bzw. des Privatlebens einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vermitteln 
würde. 
 
5. Nach dem Gesagten ist die Nichterteilung der Härtefallbewilligung nicht zu beanstan-
den. Die Beschwerde ist deshalb vollumfänglich abzuweisen. 

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren so-
wie die Beweiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei 
in angemessenem Ausmass auferlegt. Die Beschwerdeführerin unterliegt vollumfänglich, wes-
halb ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- aufzuerlegen und mit dem von ihr 
geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen sind. Die Parteikosten 
sind ausgangsgemäss wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). 
  

Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr 1’400.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 

   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
 

Gegen diesen Entscheid wurde am 14. Oktober 2021 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah-
rensnummer 2D_43/2021) erhoben.