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**Case Identifier:** 743c7f73-4dc2-5947-a3cb-7f867274cb6b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-04-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.04.2007 UV 2006/45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2006-45_2007-04-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2006/45

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 24.04.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2007
Art. 24 UVG. Integritätsentschädigung. Prüfung des Integritätsschadens als 
Folge einer Schussverletzung aus psychischer und somatischer Sicht. 
Rückweisung zur weiteren medizinischen Abklärung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. April 2007, UV 
2006/45).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner 

und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 24. April 2007

In Sachen

S.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Integritätsentschädigung

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hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- Der 1969 geborene S.___ war bei der A.___ tätig und dadurch bei der Suva 

unfallversichert, als er am 4. Februar 1996 eine Schussverletzung im Unterbauch erlitt. 

Nachdem im Anschluss an eine erste Rentenverfügung vom 24. September 1998 mit 

darauf folgendem Einsprache- und Beschwerdeverfahren eine vergleichsweise 

Einigung hinsichtlich der Leistungsausrichtung erzielt worden war (UV-act. 202, 209), 

sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 14. Januar 2002 rückwirkend ab 

1. Juni 1998 eine Invalidenrente auf der Basis eines IV-Grades von 75% und eines 

versicherten Jahresverdienstes von Fr. 42'650.-- zu (Suva-act. 211). Diese Leistungen 

stellte die Suva mit Verfügung vom 12. August 2002 ein, weil aufgrund der Ausrichtung 

einer Rente der Invalidenversicherung kein Komplementärrentenanspruch bestand (UV-

act. 219, 226). Nach Durchführung von medizinischen Abklärungen sprach die Suva 

dem Versicherten mit Verfügung vom 13. August 2004 für die verbliebene (psychische) 

Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 4. Februar 1996 eine Integritätsentschädigung 

von 35% zu (UV-act. 241). Die dagegen erhobene Einsprache (UV-act. 243, 246) wies 

die Suva mit Entscheid vom 21. Februar 2006 ab (UV-act. 249).

B.- Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, St. Gallen, mit 

Eingabe vom 22. Mai 2006 für den Versicherten Beschwerde mit den Anträgen, der 

Entscheid sei aufzuheben, und es sei dem Beschwerdeführer eine 

Integritätsentschädigung auszurichten, welche seiner Integritätseinbusse entspreche. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zur erneuten Prüfung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Zur Begründung erklärte der Rechtsvertreter den Bericht von Dr. med. 

B.___ vom 27. März 2006 (act. G 1.1 /3) zum integrierenden Bestandteil der 

Beschwerdeschrift. Der Beschwerdeführer sei aufgrund der psychischen 

Beeinträchtigungen zu 75% arbeitsunfähig und beziehe eine entsprechende 

Invalidenrente. Trotzdem werde die psychische Störung von der Beschwerdegegnerin 

als leicht bis mittelschwer beurteilt. Bei deutlich reduzierter Arbeitsfähigkeit sei gemäss 

Suva-Tabelle 19 (Integritätsschaden bei psychischen Folgen von Unfällen) von einer 

mittelschweren bis schweren psychischen Störung auszugehen. Kognitiv sei der 

Beschwerdeführer insbesondere durch eine gewisse Vergesslichkeit sowie 

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Konzentrationsstörungen eingeschränkt. Das Störungsbild beinhalte auch Rückzug, 

emotionale Taubheit, Interesseverlust und innere Teilnahmslosigkeit. Die psychische 

Symptomatik werde nicht bloss im Alltag und Beruf manifest (leichte bis mittelschwere 

Störung gemäss Suva-Tabelle 19), sondern reduziere die Arbeitsfähigkeit deutlich 

(mittelschwere Störung gemäss Suva-Tabelle 19). Betreffs der organischen Unfallfolgen 

müsse eine Integritätsschätzung durch entsprechende Fachärzte vorgenommen 

werden. Die Schmerzproblematik sei dann innerhalb einer Gesamtwürdigung des 

Integritätsschadens (und nicht nur innerhalb der psychiatrischen Beurteilung) zu 

betrachten. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin den 

Integritätsschaden ausschliesslich aufgrund der psychiatrischen Beurteilung vom 1. Juli 

2004 festgelegt habe. Dies widerspreche nicht nur der Abklärungspflicht, sondern auch 

der dem Entscheid zugrunde liegenden ärztlichen Beurteilung, welche 

unmissverständlich fordere, dass betreffs der Schmerzsymptomatik und der 

organischen Unfallfolgen eine erweiterte Beurteilung zu erfolgen habe. Die 

psychiatrische Beurteilung vom 1. Juli 2004 entspreche nicht den Anforderungen an 

einen Arztbericht gemäss Rechtsprechung. Es lägen objektiv feststellbare erhebliche 

Unfallfolgen vor. Insbesondere das neuropathische Schmerzsyndrom sei mehrmals 

fachärztlich bestätigt worden. Nach der aktuellsten Beurteilung von Dr. B.___ habe sich 

sodann erneut eine Narbenhernie gebildet. Diese objektiv festgestellten chronischen 

Folgen der Schussverletzung bestünden neben den psychischen Problemen. Der 

Hinweis der Beschwerdegegnerin auf ein angeblich fehlendes organisches Korrelat sei 

schlicht unverständlich. Organische Unfallfolgen würden nicht nur vom Hausarzt 

bestätigt, sondern mehrfach auch durch die medizinische Abklärungsstelle der IV 

(MEDAS); sie seien auch aus der jeweils angeführten Anamnese ersichtlich. Bloss weil 

die bestehende Problematik keine urologische bzw. gastroenterologische Ursache 

habe, könne nicht einfach auf deren Nichtvorhandensein geschlossen werden. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin ihrer Prüfungspflicht nicht nachgekommen sei, sei 

sie anzuweisen, eine erneute umfassende Beurteilung des Integritätsschadens 

vorzunehmen.

In der erweiterten Beschwerdebegründung vom 12. Juni 2006 führte der 

Rechtsvertreter ergänzend aus, die kognitiven Einschränkungen seien zwar nicht 

ausserordentlich ausgeprägt, jedoch vorhanden. Mit Blick auf die Abstufungen in Suva-

Tabelle 19 sei allein aus psychischen Gründen von einem mittelschweren bis schweren 

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Integritätsschaden auszugehen. Die psychische Symptomatik sei ausserordentlich 

ausgeprägt und manifestiere sich insbesondere in der somatoformen Schmerzstörung.

C.- Mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2006 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Einsprache-Entscheids. Zur Begründung verweist sie auf die Ausführungen im 

angefochtenen Entscheid sowie die medizinischen Zusatzabklärungen vom 12. und 20. 

Juli 2006 (UV-act. 256f).

D.- Mit Replik vom 24. Oktober 2006 (UV-act. 12) und Duplik vom 10. November 2006 

(UV-act. 15) hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. Beide verzichteten auf die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G 17f).

II.

1.- a) Streitig ist die Höhe des beim Beschwerdeführer vorliegenden 

Integritätsschadens aufgrund des Unfalls vom 4. Februar 1996. Die 

Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid die rechtlichen Voraussetzungen 

für die Zusprache einer Integritätsentschädigung und die Beweisanforderungen 

zutreffend dargelegt (Erw. 2 und 3); darauf kann verwiesen werden. Im ZMB-Gutachten 

vom 12. Juli 2001 wurden als Diagnosen eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (narzisstischer Mechanismus), ein Status nach posttraumatischer 

Belastungsstörung (März 1998, Juni 1998), ein Status nach Diagnose einer 

andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung im Juli 1999 

(Differentialdiagnose: Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen), 

ein Status nach Schussverletzung am 4. Februar 1996 mit Perforation des Sigma und 

des rechten Urethers und nach mehreren operativen Eingriffen, ein Status nach 

Laparotomie am 17. Januar 2000 mit Adhäsiolyse und Narbenhernienplastik, eine 

residuelle Neuropathie mehrerer inguinaler Nerven sowie ein Status nach lumbaler 

Sympathikolyse LWK 1 + 2 rechts im Oktober 2000 angeführt. Der ZMB-Psychiater Dr. 

med. C.___ hielt unter anderem fest, der Beschwerdeführer wirke leicht ängstlich, vor 

allem aber angespannt, unter Druck stehend. Es zeigten sich auch depressive Affekte 

im Sinn der Hilflosigkeit und der Ohnmacht. Trotz multiplen therapeutischen invasiven 

Behandlungen persistiere seit der Schussverletzung insbesondere im Bereich des 

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rechten Beckens ein Schmerzsyndrom, welches organisch nicht vollständig zu erklären 

sei, sondern im Gegenteil als hauptsächlich psychogen überlagert anzusehen sei. 

Massgebend erscheine die ausserordentliche Fixierung auf die 

Schmerzfehlverarbeitung. Aufgrund der somatischen Befunde sei der 

Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit kaum beeinträchtigt. Diese werde durch 

das psychische Erleben reduziert. Da die Schmerzsensationen mehr oder weniger 

immer vorhanden seien, sei davon auszugehen, dass er auch bei einer leichten 

Tätigkeit erheblich in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei. Die in den Akten immer 

wieder beschriebenen unfallfremden und psychosozialen Faktoren würden eine 

weniger dominante Rolle für die somatoforme Schmerzstörung spielen. Auslösendes 

Ereignis sei sicherlich das Erleben des psychischen Integritätsschadens, der bei 

Personen mit dem kulturellen Hintergrund des Beschwerdeführers bekanntlich sehr 

stark im Somatischen thematisiert werde (UV-act. 198 S. 20, 21). Rein somatisch wäre 

der Explorand in der Lage, adaptierte Arbeiten ohne Einschränkung zu verrichten. 

Aufgrund des psychischen Krankheitsbildes sei er im jetzigen Zeitpunkt jedoch bei 

allen Arbeiten in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Die psychiatrischen 

Beschwerden hinderten ihn daran, eine Vollzeitstelle zu versehen. Unfallfremde Gründe 

habe man nicht feststellen können (UV-act. 198 S. 24). Am 24. März 2003 berichtete 

Dr. med. B.___, Facharzt FMH Allgemeine Medizin, über eine Zunahme der 

Abdominalbeschwerden (UV-act. 228). Im Bericht der Klinik D.___ vom 14. Mai 2003 

wurde unter anderem festgehalten, dass sich keine Leistenhernie ertasten lasse. Auch 

klinisch bestehe kein Hinweis für einen Narbenbruch. Alle Narben seien reizlos (UV-act. 

231). Eine Abklärung in der Klinik für Urologie am Spital E.___ ergab gemäss Bericht 

vom 11. Juli 2003, dass die vom Patienten angegebenen rechtsseitigen 

Unterbauchbeschwerden nicht in Korrelation mit den urologischen Befunden gebracht 

werden könnten. Der urologische Status sei unauffällig (UV-act. 232). Im Bericht des 

Departements Innere Medizin des Spitals E,___ vom 8. September 2003 wurde 

festgehalten, es habe sich kein Hinweis für ein gastroenterologisches Leiden gefunden. 

Auffällig sei, dass die Schmerzen beim Anspannen der Abdominalmuskulatur ausgelöst 

würden. Gleichzeitig bestehe eine muskuläre Dysbalance beim Stehen und Laufen. Es 

werde eine erneute rheumatologisch-orthopädische Evaluation und erneute 

Physiotherapie empfohlen (UV-act. 233). Dr. B.___ hielt in den Berichten vom 22. 

Dezember 2003 und 23. Januar 2004 fest, der jetzige Zustand des Patienten sei sicher 

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massiv reduziert. Die Schmerzen beeinträchtigten seine Lebensgestaltung ausgeprägt, 

und er leide an chronischen Schlafstörungen. Physiotherapien würden nicht so viel 

bringen, dagegen bringe der Aufenthalt in warmem Wasser eine gewisse Linderung 

(UV-act. 235).

b) In der psychiatrischen Beurteilung vom 1. Juli 2004 führt Suva-Ärztin Dr. med. F.___, 

Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, unter anderem aus, der adäquate 

Kausalzusammenhang für die psychischen Beschwerden sei zu bejahen. Aufgrund des 

Beschwerdebildes sowie der bestehenden Diagnosen zeige der Beschwerdeführer 

psychische Unfallfolgen, welche gemäss Tabelle 19 im Bereich leicht bis mittelschwer 

einzuordnen seien. Daraus ergebe sich eine Integritätsentschädigung für die 

psychischen Unfallfolgen von 35% (UV-act. 239). In der Beurteilung vom 12. Juli 2006 

hielt Dr. F.___ unter anderem fest, die Schätzung der Integritätsentschädigung habe sie 

auf die psychiatrische Begutachtung durch Dr. C.___ im Rahmen des MEDAS-

Gutachtens vom 12. Juli 2001 abgestützt. Dieser erachte sowohl die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung, die 1998 gestellt worden sei, als auch jene einer 

anhaltenden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, die 1999 gestellt worden 

sei, nicht mehr als den Diagnosekriterien entsprechend. Im Vordergrund stehe die 

ausserordentliche Fixierung auf die Schmerzfehlverarbeitung. Bei der von Dr. B.___ 

beschriebenen posttraumatischen Belastungsstörung gemäss ICD-10 (F43.1) handle es 

sich um eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder 

eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalen Ausmasses, die bei 

fast jeder Person eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Die typischen Merkmale 

seien das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen oder 

Träumen vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und 

emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit sowie der Vermeidung von 

Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. 

Obwohl Dr. B.___ die Diagnosekriterien aufführe, nehme er keinen Bezug zum aktuell 

bestehenden Beschwerdebild. Die für eine posttraumatische Belastungsstörung 

typischen Merkmale seien im Bericht von Dr. C.___ nicht beschrieben worden. 

Entsprechend habe dieser die Symptomatik nicht mehr mit der Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung erfasst. Die von Dr. B.___ gestellte Diagnose der 

posttraumatischen Belastungsstörung sei nicht nachvollziehbar. Ihre 

Integritätsschaden-Schätzung beziehe sich auf die von Dr. C.___ gestellte Diagnose 

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einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Bei dieser Diagnose sei ein 

andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen 

Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden könne, 

vorherrschend. Der Schmerz trete in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder 

psychosozialen Problemen auf. Entsprechend sei mit der Integritätsentschädigung für 

die anhaltende somatoforme Schmerzstörung die gesamte Schmerzproblematik 

berücksichtigt. Dr. C.___ habe klar festgehalten, dass der Beschwerdeführer nicht unter 

Konzentrationsstörungen leide, dass aber eine gewisse Vergesslichkeit vorliege. Die 

klinischen fachärztlichen Untersuchung hätten keine kognitiven oder mnestischen 

Leistungseinschränkungen ergeben. Das Denken sei gekennzeichnet durch einen 

normalen formalen Ablauf und Gedankenkreisen um die Schmerzen. Aufgrund der 

Gesamtsituation mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik, aber kaum vorhandenen 

kognitiven Einbussen sei der Integritätsschaden als leicht bis mittelschwer einzustufen 

(UV-act. 256). Suva-Arzt Dr. med. G.___ kam in seiner Beurteilung vom 20. Juli 2006 

zum Schluss, es liege keine Narbenhernie mehr vor. Diese sei anlässlich der Operation 

vom 17. Januar 2000 behoben worden. Dies gehe auch aus dem Bericht der Klinik für 

Chirurgie vom 14. Mai 2003 hervor, sowie daraus, dass im CT vom 2. Mai 2003 kein 

Passage-Hindernis zur Darstellung gekommen sei. Auch der urologische Status sei 

gemäss Bericht der Klinik für Urologie vom 7. Juli 2003 völlig normal ausgefallen. Die 

Gastroenterologen hätten am 4. September 2003 keine Hinweise für eine Passage-

Störung finden können; sie hätten eine gezielte Physiotherapie zur Stärkung der 

abdominalen Muskulatur und zur Behebung einer muskulären Dysbalance empfohlen. 

Als Folge des Unfalls vom 4. Februar 1996 liege ein chronifiziertes Schmerzsyndrom 

vor, dass in seinem Ausmass mit den erlittenen Verletzungen nicht erklärt werden 

könne. In der Schätzung von Dr. F.___ sei das Schmerzsyndrom und damit auch der 

neuropathische Schmerz in der rechten Inguina vollumfänglich mitberücksichtigt. Ein 

zusätzlicher Integritätsschaden aus chirurgischer Sicht erübrige sich. Bei globaler 

Berücksichtigung der Unfallfolgen sei der Wert von 35% korrekt (UV-act. 257).

2.- a) Beim Beschwerdeführer steht gemäss Beurteilung der ZMB-Gutachter die 

psychisch bedingte Einschränkung im Sinn einer psychogenen Überlagerung klar im 

Vordergrund (vgl. Beurteilung des ZMB-Psychiaters Dr. C.___; UV-act. 198 S. 20f). Die 

Gutachter verneinten aus rein somatischer Sicht eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit (UV-act. 198 S. 24). Nachdem der Hausarzt Dr. B.___ im März 2003 

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über verstärkte Abdominalbeschwerden des Beschwerdeführers berichtet hatte (UV-

act. 228), wurden zusätzliche Abklärungen in chirurgischer, urologischer und 

gastroenterologischer Hinsicht vorgenommen. Diese blieben allesamt ohne 

(somatischen) Befund (UV-act. 231, 232, 233). Aufgrund dieser Aktenlage erscheint die 

Schlussfolgerung von Dr. G.___, wonach ein in seinem Ausmass durch die erlittenen 

(somatischen) Verletzungen nicht erklärbares Schmerzsyndrom vorliege, grundsätzlich 

nachvollziehbar und begründet. Wenn trotz entsprechender Abklärungen kein 

organisches Korrelat für die Schmerzen gefunden werden konnte, so fehlte es - 

jedenfalls im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids - auch an einer Grundlage für 

die Zusprache einer somatisch begründeten Integritätsentschädigung. Die Feststellung 

von Dr. B.___, wonach der Beschwerdeführer an einem neuropathischen 

Schmerzsyndrom leide (act. G 1.1 /3 S. 4), vermag für sich allein einen somatisch 

begründeten Integritätsschaden nicht zu belegen. Für seine Behauptung, dass die 

intraoperativ wiederholt festgestellten Adhäsionen nach den viermaligen Laparatomien 

mit Sicherheit Ursache der chronischen Abdominalschmerzen seien (act. G 1.3 S. 4), 

fehlt es - jedenfalls in den aktuell zur Verfügung stehenden medizinischen Akten - an 

konkreten medizinischen Anhaltspunkten. Allerdings ist festzuhalten, dass die 

Untersuchungen im Spital E.___ im Zeitpunkt des Einsprache-Entscheids fast drei 

Jahre zurücklagen.

b) Im Bericht vom 27. März 2006 führte Dr. B.___ ebenfalls aus, es habe sich eine neue 

Narbenhernie gebildet (act. G 1.1 /3 S. 4). Dr. G.___ vermerkte hiezu in seiner 

Stellungnahme vom 6. November 2006, anlässlich seiner Beurteilung vom 29. Juli 2006 

habe ihm dieser Bericht nicht vorgelegen. Er verwies auf Tabelle 9.2 

Integritätsentschädigung gemäss UVG, wonach das Vorliegen eines erheblichen 

Integritätsschadens bei grösseren oder auffällig gelegenen Hernien dann bejaht werden 

dürfe, wenn ein Korrektureingriff nicht zumutbar erscheine und somit die 

Voraussetzung der Dauerhaftigkeit gegeben sei. Er schlage vor, dass der 

Beschwerdeführer erneut in der viszeralchirurgischen Sprechstunde des Kantonsspitals 

St. Gallen bezüglich des Abdominalbefunds sowie der Frage, ob aktuell ein 

Narbenhernienrezidiv und eine gastrointestinale Passagestörung vorliege, untersucht 

werde. Anlässlich der Operation vom 17. Januar 2000 seien Adhäsionen gelöst worden. 

Wieweit heute erneut Adhäsionen vorliegen würden, sei nicht bekannt. Aktenkundig sei, 

dass am 2. Mai 2003 eine Passagestörung computertomographisch ausgeschlossen 

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werden konnte. Seit dem Bericht der Gastroenterologen des Spitals E.___ vom 8. 

September 2003 seien keine Berichte ergangen, welche eine Passagestörung wegen 

Adhäsionen belegen würden. Allfällige adhäsionsbedingte Beschwerden seien genauso 

wie die neuropathischen Beschwerden in der rechten Inguina in der Schätzung des 

Integritätsschadens durch Dr. F.___ mit abgegolten (act. G 15.1).

c) Vorweg ist in verfahrensmässiger Hinsicht darauf hinzuweisen, dass das Datum des 

angefochtenen Einspracheentscheids (21. Februar 2006) die zeitliche Grenze für die 

Überprüfungsbefugnis des Gerichts bildet (BGE 121 V 362 Erw. 1b mit Hinweisen). Im 

weiteren ist von Bedeutung, dass eine Revision der Integritätsentschädigung lediglich 

im Fall einer nicht voraussehbaren, nachträglichen Verschlimmerung des 

Gesundheitsschadens in Betracht kommt (SZS 1988, 274). Dies hat zur Folge, dass 

voraussehbare, dauerhafte Entwicklungen bereits bei der Festsetzung der 

Entschädigung zu berücksichtigen sind. Vorliegend ist zu beachten, dass Verfügungs- 

und Einsprache-Entscheid-Zeitpunkt rund eineinhalb Jahre auseinander liegen. Im 

Zeitpunkt der Verfügung vom 13. August 2004 war nicht voraussehbar, dass sich 

später eine - von Dr. B.___ am 27. März 2006 bestätigte und gemäss Beurteilung von 

Dr. G.___ noch näher abzuklärende - erneute Narbenbildung einstellen könnte. Die 

Festsetzung der Integritätsentschädigung allein aufgrund auf des psychischen Befunds 

- ohne Berücksichtigung einer somatischen Integritätseinbusse - lässt sich bei 

Zugrundelegung der im August 2004 vorliegenden medizinischen Verhältnisse nicht 

beanstanden. Auch im Zeitpunkt des Einsprache-Entscheids (21. Februar 2006) lag der 

Bericht von Dr. B.___ noch nicht vor, so dass die Beschwerdegegnerin in diesem 

Zeitpunkt keine Anhaltspunkte für eine erneute Hernienbildung bzw. eine allfällige 

somatisch bedingte Integritätseinbusse haben konnte. Bezogen auf diesen Punkt lässt 

sich der Einsprache-Entscheid somit nicht beanstanden. Die Beschwerdegegnerin 

erklärte sich indessen bereit, den Integritätsschaden mit Bezug auf die geltend 

gemachte erneute Narbenbildung und die weiteren Befunde ausserhalb des 

vorliegenden Prozesses nochmals zu prüfen (act. G 15, 15.1).

3.- a) Abzuklären ist sodann der psychisch bedingte Integritätsschaden. Gemäss 

Integritätsentschädigungs-Tabelle 19, Ausgabe 2004, S. 5, setzt die Annahme einer 

leichten bis mittelschweren psychischen Störung (Integritätsschaden zwischen 20 und 

35%) voraus, dass die Symptomatik das übliche Mass an Auffälligkeiten, wie sie beim 

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Durchschnitt der Bevölkerung vorliegen, deutlich überschreitet. Auch erwartbare 

Symptome im Rahmen einer vorbestehenden akzentuierten Persönlichkeit oder einer 

neurotischen Störung oder sonstiger Symptome nach einschneidenden 

Lebensereignissen müssen deutlich überschritten werden. Die ängstliche, depressive 

Verhaltensstörung oder sonstige Symptomatik muss das übliche Mass einer 

Begleitsymptomatik bei körperlichen Störungen, chronischen Schmerzen oder 

sonstigen körperlichen Restfolgen des Unfallereignisses ebenfalls überschreiten. Unter 

starken Belastungen muss die Symptomatik im Alltag und im Beruf manifest werden. 

Bei der mittelschweren psychischen Störung (Integritätsschaden 50%) sind ausser der 

psychischen Symptomatik und deren Folgen eindeutige Auswirkungen auf die 

kognitiven Leistungen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration und komplexere 

exekutive Funktionen fassbar, die nicht nur in stark belastenden Situationen, sondern 

bereits bei Anforderungen auftreten, die das alltägliche Mass überschreiten. Das 

alltägliche Leben ist beeinträchtigt, die Arbeitsfähigkeit reduziert (Tabelle 19, S. 5). Aus 

der Höhe der Arbeitsunfähigkeit allein lassen sich aber für die Bemessung der 

Integritätsentschädigung keine unmittelbaren Schlussfolgerungen ziehen; sie bildet 

lediglich ein Kriterium unter mehreren. Dr. B.___ erklärte im Bericht vom 27. März 2006, 

der Beschwerdeführer leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das 

Störungsbild sei geprägt durch Konzentrationsstörungen, emotionale Taubheit, 

Rückzug, Interesseverlust und innere Teilnahmslosigkeit. Von einer 

Ausbreitungstendenz der Schmerzen könne aber keine Rede sein, würden sich diese 

doch im Bereich der Verletzungen und nicht anderswo lokalisieren (act. G 1.1 /3 S. 4). 

Demgegenüber hielt Dr. F.___ im Bericht vom 12. Juli 2006 fest, die für eine 

posttraumatische Belastungsstörung typischen Merkmale seien im Bericht von Dr. 

C.___ nicht beschrieben worden; entsprechend habe er die Symptomatik nicht mehr 

mit dieser Diagnose erfasst. Die von Dr. B.___ gestellte Diagnose der 

posttraumatischen Belastungsstörung sei nicht nachvollziehbar (UV-act. 256).

b) Der Beschwerdeführer hatte gegenüber dem Psychiater Dr. C.___ im Jahr 2001 

angegeben, wohl nicht unter Alpträumen und Konzentrationsstörungen, jedoch unter 

einer gewissen Vergesslichkeit zu leiden. Dr. C.___ hatte damals festgehalten, dass 

klinisch keine kognitiven oder mnestischen Leistungseinbussen bestünden (UV-act. 

198 S. 18). Demgegenüber gab Hausarzt Dr. B.___ am 27. März 2006 unter anderem 

das Bestehen von Konzentrationsstörungen an (act. G 1.1 /3 S. 4). Für die 

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Begutachtung psychischer Störungen sind Anfragen beim behandelnden Arzt unter 

anderem dann wertvoll, wenn sie erweiterte Auskünfte über Persönlichkeit, Compliance 

und den aktuellen Gesundheitszustand erwarten lassen. Die Beurteilungen von Dr. 

F.___ stützen sich im Wesentlichen auf die Feststellungen von Dr. Hoffmann ab (vgl. 

UV-act. 256 S. 1). Obschon die psychiatrische Begutachtung durch Dr. C.___ bereits 

mehrere Jahre zurücklag, wurde Hausarzt Dr. B.___ vor Erstellung der Berichte von Dr. 

F.___ zur aktuellen (psychischen) Situation bzw. zu der von ihm gestellten Diagnose 

nicht im einzelnen befragt und damit der aktuelle Psychostatus nicht vollständig 

erhoben (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 

2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 24. Januar 2006 I/S B. [I 

756/05] Erw. 2.3).

Die Rechtsprechung erachtet Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein 

vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und 

diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, 

damit der Experte im Stand ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein 

lückenloses Bild zu verschaffen (PVG 1996, 265 Erw. 3b). Für psychiatrische Berichte 

ist demgegenüber in der Regel eine persönliche Untersuchung der betroffenen Person 

vorausgesetzt (Urteil EVG vom 30. November 2004 i/S E.M., Erw. 3.2.4 [I 163/04]). Den 

beiden Beurteilungen von Dr. F.___ vom 1. Juli 2004 und 12. Juli 2006 gingen keine 

persönlichen Untersuchungen des Beschwerdeführers voraus. Sie stützten sich 

ausschliesslich auf die psychiatrische Begutachtung durch Dr. C.___ von 2001 (vgl. UV-

act. 239, 256). Mit Blick auf den Umstand, dass die ZMB-Begutachtung im Zeitpunkt 

der ersten Beurteilung durch Dr. F.___ im Jahr 2004 bereits drei Jahre zurück lag, wäre 

eine persönliche psychiatrische Untersuchung angezeigt gewesen. Aufgrund der 

dargelegten Umstände (psychiatrisches Aktengutachten gestützt auf eine zeitlich weit 

zurückliegende Untersuchung, und ohne detaillierte Befragung des behandelnden 

Arztes) kann auf die Beurteilung von Dr. F.___ nicht abgestellt werden. Entsprechend 

ist die Angelegenheit zur Durchführung einer erneuten psychiatrischen Abklärung des 

Integritätsschadens - im Nachgang zu der ebenfalls noch vorzunehmenden Abklärung 

in medizinisch-somatischer Hinsicht und im Sinn einer ganzheitlichen Würdigung - an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

4.- Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 21. Februar 2006 dahingehend gutzuheissen, dass die 

Angelegenheit zur Durchführung von weiteren medizinischen Abklärungen und 

anschliessender neuer Verfügung der Integritätsentschädigung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 

lit. a ATSG). Hingegen hat der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang 

Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese auf 

pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 

21. Februar 2006 aufgehoben und die Sache zur Durchführung von medizinischen 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu neuer Verfügung des Integritätsschadens 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3'500.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2007
	Art. 24 UVG. Integritätsentschädigung. Prüfung des Integritätsschadens als Folge einer Schussverletzung aus psychischer und somatischer Sicht. Rückweisung zur weiteren medizinischen Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. April 2007, UV 2006/45).

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		2025-07-19T16:32:14+0200
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