# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67845d7d-8947-5610-b8e5-86f21b1fc65e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.03.2012 A-3043/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3043-2011_2012-03-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-3043/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), 

Richter Jérôme Candrian, Richter Alain Chablais,  

Richterin Kathrin Dietrich, Richter Markus Metz   

Gerichtsschreiberin Christa Baumann. 
 

 
 

Parteien 

 
Flughafen Zürich AG, Postfach, Kloten, 8058 Zürich,   

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roland Gfeller, Flora-

strasse 44, Postfach 1709, 8032 Zürich, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10, p.A.   

A._______,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Kostenverfügung. 

 

 

A-3043/2011 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Bei der eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 10 sind rund um 

den Flughafen Zürich zahlreiche Entschädigungsforderungen zur Abgel-

tung übermässiger Einwirkungen aus dem Flughafenbetrieb rechtshän-

gig. In diesen Verfahren treten die Flughafen Zürich AG und der Kanton 

Zürich als Enteigner auf. 

B.  

Mit Beschluss vom 11. März 2010 hat das Bundesverwaltungsgericht den 

damaligen Präsidenten der eidgenössischen Schätzungskommission 

Kreis 10, B._______, angewiesen, umgehend die im Hinblick auf eine be-

förderliche Erledigung der fraglichen Fälle benötigten Hilfskräfte einzu-

stellen, so rasch als möglich geeignete Büroräumlichkeiten zu mieten so-

wie durch Vermittlung der Aufsichtsdelegation für die zeitgerechte An-

schaffung der zweckmässigen Büroeinrichtung und die Einrichtung der 

Arbeitsplätze besorgt zu sein. Schliesslich wurde der Präsident der eid-

genössischen Schätzungskommission Kreis 10 angehalten, mit geeigne-

ten Vorkehrungen dafür zu sorgen, dass die rekrutierten Hilfskräfte und 

die zu errichtende Infrastruktur in den neuen Büroräumlichkeiten nur für 

die Bearbeitung der Flughafenfälle eingesetzt werde. Die für die Bearbei-

tung anderer Enteignungsverfahren anfallenden Kosten seien gegebe-

nenfalls aufzuteilen.   

C.  

In Umsetzung dieses Beschlusses löste B._______ das Mietverhältnis für 

die an der Stampfenbachstrasse 125 in Zürich gelegenen Büroräumlich-

keiten der eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 10 auf Ende 

2010 auf und mietete per 1. September 2010 neue Büroräumlichkeiten für 

die eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10 an der Minerva-

strasse 99, 8032 Zürich. Zugleich erwarb er über die Vermittlung des 

Bundesverwaltungsgerichts Büromöbel beim Bundesamt für Betrieb und 

Logistik (BBL) und die für eine zweckmässige Geschäftsverwaltung erfor-

derliche Hard- und Software. In personeller Hinsicht stockte B._______ 

das Sekretariat zunächst um 130, ab dem 1. Juni 2010 um 140 Stellen-

prozent auf. Per 1. Februar 2011 stellte er ausserdem einen juristischen 

Mitarbeiter ein, dessen Arbeitsverhältnis jedoch Ende Februar 2011 wie-

der aufgelöst wurde. Die fragliche Stelle hat die seit dem 1. Februar 2011 

als Präsidentin der eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 10 tä-

tige Dr. iur. Lena Fierz in der Zwischenzeit wieder besetzt. 

A-3043/2011 

Seite 3 

D.  

Für die Durchführung der den Flughafen Zürich betreffenden Enteig-

nungsverfahren hat der ehemalige Präsident der Eidgenössischen Schät-

zungskommission Kreis 10, B._______, von der Flughafen Zürich AG als 

Konzessionärin und Enteignerin mit Verfügung vom 11. November 2010 

einen Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 200'000.00 verlangt, der am 

10. Dezember 2010 bezahlt wurde. Mit Verfügung vom 15. April 2011 traf 

die derzeitige Präsidentin der eidgenössischen Schätzungskommission 

Kreis 10, A._______, in diesem Zusammenhang unter anderem folgende 

Anordnung: 

"2. Vom eingegangenen Vorschuss von CHF 200'000 sind bis 
31. März 2011 CHF 150'652.85 für Personalkosten einge-
setzt worden. Der verbleibende Saldo von CHF 49'437.15 
wird auf dem Konto vorgetragen. 

(…)" 

E.  

Dagegen hat die Flughafen Zürich AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 17. Mai 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einge-

reicht mit folgendem Antrag: 

"Rechtsbegehren 

1. Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz vom 
15. April 2011, sowie die Rechnungen Nrn. 053/2010, 
054/2010, 055/2010 und 061/2010, seien aufzuheben und 
es seien die der Beschwerdeführerin auferlegten Personal-
kosten von Fr. 150'562.85 auf Fr. 116'092.10, evtl. auf 
Fr. 119'062.10 zu reduzieren. Sodann sei der Personalkos-
tenbetrag in Aufhebung der Rechnungen Nrn. 50/2010, 
52/2010 und 65/2010 in noch zu bestimmender Höhe weiter 
zu reduzieren. Eventuell sei die Angelegenheit Zwecks (rec-
te: zwecks) Neufestsetzung des Rechnungsbetrages an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Staatskasse.  

In prozessualer Hinsicht wird beantragt: 

3. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen. 

4. Die Vorinstanz sei zu verpflichten, eine detaillierte Abrech-
nung betreffend das Fachmitglied Prof. Scagnamiglio zu 
edieren, aus der insbesondere hervorgeht, ob es sich bei 
den in Rechnung gestellten Arbeiten auch um Drittleistungen 

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Seite 4 

(z.B. von Mitarbeiterin der IAZI AG) handelt. Ausserdem sei 
die Vorinstanz zu verpflichten, bei den in Buchstaben D und 
E. Rz 23 – 34, behandelten Posten die jeweils verrechneten 
Kosten und Taggelder zu edieren." 

F.  

Die Präsidentin der eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 10 

(nachfolgend: Vorinstanz) schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 

2011 auf Abweisung der Beschwerde.  

G.  

Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Replik vom 19. September 2011 an 

ihrer Argumentation fest. 

H.  

Die Vorinstanz hat auf eine Duplik verzichtet. 

I.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich in den Akten befin-

denden Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1. 

1.1. Gemäss Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über 

die Enteignung (EntG; SR 711) unterliegen Entscheide der eidgenössi-

schen Schätzungskommissionen der Beschwerde an das Bundesverwal-

tungsgericht. Dasselbe gilt für einzelrichterliche Verfügungen der eidge-

nössischen Schätzungskommissionen. Die angefochtene Verfügung hat 

die derzeitige Präsidentin der eidgenössischen Schätzungskommission 

Kreis 10, A._______, erlassen. Die Beurteilung der dagegen erhobenen 

Beschwerde fällt somit in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsge-

richts. Das Beschwerdeverfahren richtet sich laut Art. 77 Abs. 2 EntG 

nach dem Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 

173.32), soweit das Enteignungsgesetz nichts anderes vorsieht. Das 

Verwaltungsgerichtsgesetz verweist in Art. 37 VGG seinerseits ergänzend 

auf das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-

verfahren (VwVG; SR 172.021).   

1.2. Mit Verfügung vom 15. April 2011 hat die Vorinstanz der Beschwerde-

führerin eröffnet, vom geleisteten Kostenvorschuss bis zum 31. März 

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Seite 5 

2011 Fr. 150'652.85 für Personalkosten verwendet zu haben. Dieser Ent-

scheid beendet als prozessleitende Verfügung die fraglichen Verfahren 

nicht, sondern stellt lediglich einen Schritt auf dem Weg dorthin dar. Bei 

der angefochtenen Verfügung handelt es sich folglich um eine selbständig 

eröffnete Zwischenverfügung (FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR, in: 

Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], VwVG, Praxiskommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009 

[nachfolgend zitiert: Praxiskommentar], Art. 45 N. 3, MARTIN KAYSER, in: 

Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008 [nachfolgend zitiert: Ver-

waltungsverfahren], Art. 45 N. 2; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 

2008, Rz. 2.41).  

1.2.1. Dass die kostenpflichtige Partei berechtigt ist, eine solche Verfü-

gung innert 30 Tagen bei der zuständigen Beschwerdeinstanz anzufech-

ten, war bis zum 31. Dezember 2006 ausdrücklich in Art. 113 aEntG vor-

gesehen (AS 47 689). Diese Regelung wurde im Zuge der Totalrevision 

der Bundesrechtspflege aufgehoben. In der dieser Reform zugrunde lie-

genden bundesrätlichen Botschaft vom 28. Juli 2001 (BBl 2001 4202 ff.) 

wird dazu ausgeführt, der Rechtsschutz im Kostenpunkt folge den allge-

meinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege (BBl 2001 4447). 

Daraus ist zu schliessen, dass im Enteignungsgesetz für die Anfechtung 

von Kostenentscheiden keine spezifische Rechtsmittelordnung mehr exis-

tiert. Freilich hält Art. 23 Abs. 2 der Verordnung vom 10. Juli 1968 über 

Gebühren und Entschädigungen im Enteignungsverfahren (Kostenver-

ordnung; SR 711.3) im Widerspruch dazu fest, die kostenpflichtige Partei 

könne gegen die von der Schätzungskommission, dem Gemeinderat, 

dem Grundbuch- sowie Verteilungsamt und dem Instruktionsrichter des 

Bundesgerichts festgelegten Gebühren oder Entschädigungen binnen 30 

Tagen seit Empfang der Rechnung beim Bundesgericht Beschwerde füh-

ren. Diese Regelung hat der Bundesrat indes bereits am 10. Juli 1968 er-

lassen. Sie vermag daher, selbst wenn sie ursprünglich als gesetzesver-

tretende Verordnungsbestimmung konzipiert wurde (vgl. zum Begriff:  

ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, Zürich/St. Gallen 2010, 6. Aufl., Rz. 136 f.), kein spezialge-

setzliches Beschwerderecht zu begründen, da sich der Gesetzgeber zu 

einem späteren Zeitpunkt explizit gegen ein solches ausgesprochen hat. 

Ob und unter welchen Umständen gegen die angefochtene Kostenverfü-

gung Beschwerde geführt werden kann, ist demzufolge nach der allge-

meinen Rechtsmittelordnung zu beurteilen.  

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Seite 6 

1.2.2. Danach sind bezüglich der Anfechtbarkeit von selbständig eröffne-

ten Zwischenverfügungen zwei Arten von Anordnungen zu unterscheiden, 

nämlich jene über die Zuständigkeit sowie den Ausstand (Art. 45 VwVG) 

und die übrigen (Art. 46 VwVG). Gegen erstere ist die Beschwerde stets 

zulässig (Art. 45 Abs. 1 VwVG). Letztere können hingegen nur angefoch-

ten werden, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil be-

wirken können oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen 

Endentscheid herbeiführen und der beschwerdeführenden Partei dadurch 

einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-

schwerdeverfahren ersparen könnte (Art. 46 Abs. 1 VwVG).  

1.2.3. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz in der angefochtenen Ver-

fügung weder über ihre Zuständigkeit entschieden noch ein Ausstands-

begehren abgewiesen. Ebenso wenig hätte die Gutheissung der vorlie-

genden Beschwerde die Beendigung der vor der Vorinstanz betreffend 

die Beschwerdeführerin anhängigen Entschädigungsverfahren zur Folge. 

Unter diesen Umständen stellt die angefochtene Zwischenverfügung nur 

dann ein taugliches Anfechtungsobjekt dar, wenn die Beschwerdeführerin 

dadurch einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von 

Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG erleidet. Dies ist zu bejahen, wenn der ihr 

durch die angefochtene Zwischenverfügung drohende Nachteil selbst 

durch für die Beschwerdeführerin günstig ausfallende Endentscheide in 

den vorinstanzlichen Entschädigungsverfahren nicht oder nicht vollstän-

dig behoben werden kann (BGE 137 III 382 E. 1.2.1, BGE 135 II 34 f. 

E. 1.3.2; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allge-

meines Verwaltungsrecht, Bern 2009, § 28 Rz. 84, MOSER/BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.45). Dabei muss der zu erwartende Nachteil 

nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichtes nicht zwingend rechtli-

cher, sondern kann auch tatsächlicher Natur sein. Nicht nötig ist überdies, 

dass der in Aussicht stehende Nachteil geradezu irreparabel ist; er muss 

aber von einigem Gewicht sein. Ein wirtschaftlicher Nachteil genügt, so-

fern es der beschwerdeführenden Partei bei der Anfechtung einer Zwi-

schenverfügung nicht lediglich darum geht, eine Verlängerung oder Ver-

teuerung des Verfahrens zu verhindern (BGE 128 V 201 ff. E. 2; Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichtes A-3121/2011 E. 1.4 und A-4580/2007 

vom 17. Januar 2007 E. 2.2; UHLMANN/WÄLLE-BÄR, Praxiskommentar, 

Art. 46 N. 7, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.47 f., je m.w.H.).  

1.2.4. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin in der angefochtenen 

Verfügung eröffnet, vom geleisteten Kostenvorschuss bis zum 31. März 

2011 Fr. 150'652.85 für Personalkosten verwendet zu haben. Auf diese 

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Anordnung kann sie sowohl in Bezug auf die Höhe als auch die Vertei-

lung der fraglichen Kosten jederzeit zurückkommen (MOSER/BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.51 f.). Demnach entscheidet die Vorinstanz in 

der angefochtenen Zwischenverfügung nicht endgültig über die besagten 

Verfahrenskosten. Für die hiermit zusammenhängenden Entschädi-

gungsverfahren ist der angefochtene Entscheid indes insofern von Be-

deutung, als davon Zeitpunkt und Höhe weiterer Kostenvorschüsse ab-

hängen. Hat die Vorinstanz die Kosten in der angefochtenen Verfügung, 

wie behauptet, zu hoch veranschlagt, so wird die Beschwerdeführerin zu 

früh angehalten, einen weiteren Kostenvorschuss zu bezahlen, der auf 

der Grundlage der bisherigen Richtlinien zur Kostenbemessung berech-

net wird und damit, sollte die Argumentation der Beschwerdeführerin zu-

treffen, abermals zu hoch ausfallen dürfte. Der wirtschaftliche Schaden, 

den die Beschwerdeführerin dadurch zu erleiden droht, kann selbst durch 

zu ihren Gunsten ausfallende Endurteile in den sie betreffenden vo-

rinstanzlichen Entschädigungsverfahren nicht vollends beseitigt werden. 

Zwar hätte die Vorinstanz die zu viel erhobenen Kostenvorschüsse in die-

sem Fall zurückzubezahlen, jedoch nicht zu verzinsen (MOSER/ BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.38). Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin 

als mutmasslich kostenpflichtige Partei (Art. 114 Abs. 1 EntG, vgl. E. 3.1.) 

einen Anspruch darauf, frühzeitig Gewissheit über die approximative Hö-

he der zu erwartenden Verfahrenskosten zu haben. Dementsprechend ist 

die angefochtene Zwischenverfügung geeignet, der Beschwerdeführerin 

einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zuzufügen, womit sie ein 

taugliches Anfechtungsobjekt darstellt.   

1.3. Die Beschwerdelegitimation richtet sich nach Art. 78 Abs. 1 EntG. 

Dieser Bestimmung zufolge sind neben den Hauptparteien auch die 

Grundpfandgläubiger, Grundlastberechtigten und Nutzniesser als Neben-

parteien zur Beschwerdeführung berechtigt, soweit sie infolge des Ent-

scheides der Schätzungskommission zu Verlust gekommen sind. Im Üb-

rigen gelten die allgemeine Voraussetzungen von Art. 48 Abs. 1 VwVG 

(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.5). Die Beschwerdeführerin 

ist Adressatin der angefochtenen Verfügung und durch die ihr darin aufer-

legte Zahlungspflicht materiell beschwert, womit sie ein schutzwürdiges 

Interesse an der Überprüfung der angefochtenen Verfügung hat. Sie ist 

folglich zur Beschwerdeführung berechtigt.  

1.4. Auf die im Übrigen frist- (Art. 50 VwVG) und formgerecht (Art. 51 

VwVG) eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.  

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Seite 8 

2.  

Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerdeschrift vom 17. Mai 2011 

beantragt, Ziff. 2 der Verfügung der Vorinstanz vom 15. April 2011 aufzu-

heben und die ihr darin auferlegten Personalkosten bezüglich der Rech-

nungen Nrn. 053/2010, 054/2010, 055/2010 und 061/2010 auf 

Fr. 116'062.10, evtl. auf Fr. 119'062.10 zu reduzieren. Im Weiteren sei der 

Personalkostenbetrag in Aufhebung der Rechnungen Nrn. 52/2010 und 

65/2010 in noch zu bestimmender Höhe weiter zu reduzieren. Subeven-

tualiter sei die Angelegenheit zur Neufestsetzung des Rechnungsbetra-

ges an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Tragweite dieser Anträge ist 

unter Beizug der in der Beschwerdeschrift enthaltenen Begründung nach 

Treu und Glauben zu ermitteln (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 

Rz. 2.213, FRANK SEETHALER/FABIA BOCHSLER, Praxiskommentar, Art. 52 

N. 50 und N. 103). 

2.1. Aus den Ausführungen in der Beschwerdeschrift geht hervor, dass 

sich die Beschwerde einerseits gegen die für die Fachmitglieder belaste-

ten Kosten von total Fr. 66'261.-- (Rechnung vom 18. Januar 2011 [Nr. 

53/2010]: Fr. 35'180.30, Rechnung vom 18. Januar 2011 [Nr. 54/2010]: 

Fr. 2'081.45, Rechnung vom 24. Januar 2011 [55/2010]: Fr. 18'139.60, 

Rechnung vom 25. Februar 2010 [61/2010]: Fr. 10'922.65 [11'346.15 – 

423.50 (Hilfspersonal zuzüglich Staatsgebühr]), andererseits gegen jene 

im Zusammenhang mit der Reorganisation der eidgenössischen Schät-

zungskommission Kreis 10 von total Fr. 35'752.50 (Rechnung vom 

24. Januar 2010 [052/2010]: Fr. 16'064.40, Rechnung vom 25. Februar 

2011 [065/2011]: Fr. 9'129.95, Rechnung vom 30. März 2011 [001/2011]: 

Fr. 844.20, Rechnung vom 31. März 2011 [002/2011]: Fr. 17'918.95 

[Fr. 6'003.40 + Fr. 1'411.90 + Fr. 2'309.-- Fr. 63.15 + Fr. 7'388.80 + 

Fr. 742.70]) sowie schliesslich gegen die Kostenüberbindung für die ver-

einigten bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren betreffend die Sistie-

rungsverfügungen des Bundesverwaltungsgerichtes A-2684/2010 und  

A-6465/2010 richtet. Hinsichtlich der übrigen Aufwandpositionen von ins-

gesamt Fr. 42'769.75 (Fr. 150'652.85 – Fr. 107'883.10 [Fr. 66'261.-- + 

Fr. 35'752.50 + Fr. 5'869.60) ist die vorinstanzliche Verfügung vom 

15. April 2011 unangefochten geblieben.  

2.2. Anschliessend ist demnach zu prüfen, ob die Vorinstanz der Be-

schwerdeführerin in der angefochtenen Anordnung zu Recht Kosten im 

Betrag von Fr. 107'883.10 belastet hat. Diese Frage prüft das Bundes-

verwaltungsgericht mit voller Kognition, d.h. gerügt werden kann nicht nur 

die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich unrichtiger oder unvoll-

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Seite 9 

ständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, sondern 

ebenfalls die Angemessenheit der angefochtenen Anordnung (Art. 49 

VwVG). 

3.  

Die eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10 ist für das Gebiet 

des Kantons Zürich zuständig und besteht aus einer Präsidentin 

(A._______) und zwei Stellvertretern (G._______ und H._______), die 

vom Bundesverwaltungsgericht gewählt wurden, sowie aus je fünf vom 

Bundesrat und der Regierung des Kantons Zürich gewählten Mitgliedern 

(J._______, K._______, L._______, M._______, F._______, N._______, 

E._______, O._______, C._______, D._______, vgl. zu den rechtlichen 

Grundlagen: Art. 59 Abs. 1 EntG i.V.m. Art. 1 Ziff. 10 der Verordnung vom 

17. Mai 1972 über die eidgenössischen Schätzungskreise [SR 711.11] 

und Art. 1 Ziff. 10 der Verordnung vom 17. Mai 1972 über die Zahl der 

kantonalen Mitglieder in den eidgenössischen Schätzungskommissionen 

[SR 711.12]). Die eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10 amtet 

als erstinstanzliches Fachgericht für Enteignungen nach Bundesrecht.  

3.1. Für ihre Inanspruchnahme erhebt sie Verfahrenskosten. Dabei han-

delt es sich um eine Kausalabgabe, genauer um eine (Verwaltungs-) 

Gebühr (BGE 134 I 180 f. E. 6; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 2628, RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA 

THURNHERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl., 

Basel 2010, Rz. 970, LORENZ KNEUBÜHLER, Die Kostenverteilung im Be-

schwerdeverfahren des Bundes, in: ZBl 2005, S. 450), die grundsätzlich 

der Enteigner zu tragen hat (Art. 114 Abs. 1 EntG), und zwar unabhängig 

davon, ob das Enteigungsverfahren durch Urteil, Enteignungsvertrag oder 

Verzicht auf die Enteignung endet (BBl 1970 I 1015, 1926 II 55, 108; 

HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, Kom-

mentar, Band I, Bern 1986, Art. 114 N. 5). Im Übrigen regelt das Enteig-

nungsgesetz weder die Zusammensetzung noch die Erhebung der Ge-

richtskosten. Es ermächtigt jedoch den Bundesrat, diese Fragen in einer 

Verordnung zu beantworten (Art. 113 und Art. 63 EntG).  

3.2. Von dieser Möglichkeit hat dieser mit dem Erlass der Kostenverord-

nung und der Verordnung für die eidgenössischen Schätzungskommissi-

onen (Verordnung ESchK; SR 711.1) Gebrauch gemacht. Danach können 

die eidgenössischen Schätzungskommissionen von der kostenpflichtigen 

Partei insbesondere in grossen oder sonst zeitraubenden Fällen Kosten-

vorschüsse verlangen, über die im Regelfall periodisch abzurechnen ist 

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Seite 10 

(Art. 18 Abs. 2 Kostenverordnung, Art. 56 Abs. 2 Verordnung ESchK; vgl. 

zum Ganzen: Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts T-2/2010 vom 

11. März 2010 E. 5.1). 

4.  

Dieses Vorgehen hat die Vorinstanz bezüglich der bei ihr zurzeit rund um 

den Flughafen Zürich anhängigen Entschädigungsverfahren gewählt. Da-

gegen hat die Beschwerdeführerin nichts einzuwenden. Sie beanstandet 

indessen die Höhe der ihr dabei überbundenen Personal- sowie einzelner 

Sachkosten.  

4.1. Hinsichtlich des erstgenannten Punktes macht sie in erster Linie gel-

tend, laut Art. 7 Kostenverordnung könnten nur Angehörige technischer 

Berufe ein berufsübliches Honorar beanspruchen. Für Juristen und Öko-

nomen sei eine Vergütung nach Taggeldern vorgesehen. Weder der Ju-

rist D._______ noch der Ökonom Prof. Dr. oec. C._______ seien daher 

nach Massgabe ihres Stundenaufwandes zu entschädigen. Anders ver-

halte es sich bei F._______ und E._______, die als selbständige Archi-

tekten für ihre Tätigkeit als Mitglieder der eidgenössischen Schätzungs-

kommission ein berufsübliches Honorar beanspruchen könnten. Bei der 

Festlegung der in diesen Fällen verrechenbaren Honoraransätze sei al-

lerdings zu berücksichtigen, dass die Tätigkeit als Mitglied einer eidge-

nössischen Schätzungskommission nicht fürstlich entlöhnt werde, son-

dern infolge ihres Milizcharakters stets auch ein Element eines unentgelt-

lichen und freiwilligen Dienstes an der Öffentlichkeit beinhalte. Diesem 

Gesichtspunkt würde nicht Rechnung getragen, wenn das berufsübliche 

Honorar nach Massgabe der SIA-Ordnung 102, die im Übrigen seit lan-

gem ausser Kraft sei, oder der Empfehlungen der Konferenz der Bau- 

und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) bemessen 

werde. Die Honoraransätze von F._______ und E._______ müssten sich 

vielmehr an den vorgesehenen Taggeldern orientieren; dürften jedenfalls 

jenes des Präsidenten der eidgenössischen Schätzungskommission von 

Fr. 800.-- nicht übersteigen. Entsprechend könnten F._______ und 

E._______ für ihre Tätigkeit maximal Fr. 100.-- pro Stunde fakturieren. 

Nur ein solcher Stundenansatz berücksichtige das Hierarchieprinzip, den 

Milizcharakter der eidgenössischen Schätzungskommission sowie den 

Umstand, dass der kostenpflichtige Enteigner keinen Einfluss auf die 

Wahl der Fachmitglieder habe. Die von den Mitgliedern der eidgenössi-

schen Schätzungskommission Kreis 10 für den Zeitraum von Dezember 

2010 bis März 2011 in Rechnung gestellten Entschädigungen seien ent-

sprechend diesen Grundsätzen zu reduzieren. 

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4.2. Dieser Argumentation hält die Vorinstanz entgegen, die in Frage ste-

henden Fachmitglieder würden viel und mit grossem Engagement für die 

eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10 arbeiten. Hierfür gebüh-

re ihnen eine ihrer Tätigkeit entsprechende Honorierung, welche ihnen 

die Kostenverordnung mit berufsüblichen Honoraren biete. Die Fachmit-

glieder E._______ und F._______ hätten ihren Aufwand als Architekten 

in Anwendung von Art. 7 Kostenverordnung nach Zeitaufwand zu einem 

Stundenansatz von Fr. 195.-- bzw. Fr. 150.-- abgerechnet. Als Richtlinie 

bei der Rechnungsstellung habe ihnen die frühere SIA-Ordnung 102 ge-

dient. Diese unterscheide sieben Honorarkategorien mit Stundenansät-

zen zwischen Fr. 210.-- bis Fr. 85.--, die im Hinblick auf die übernomme-

ne Verantwortung und die Bedeutung der erbrachten Leistung um bis zu 

20% auf Fr. 252.-- erhöht werden könnten. Auch die KBOB gebe Empfeh-

lungen zur Honorierung in der Grössenordnung der SIA-Ordnung 102 

heraus. Die von E._______ und F._______ unter Zugrundelegung dieser 

Richtlinien in Rechnung gestellten Stundenansätze erwiesen sich dem-

nach als angemessen. In Bezug auf D._______ und Prof. C._______ sei 

zunächst festzuhalten, dass diese ebenfalls ein berufsübliches Honorar 

beanspruchen könnten. Denn der Gesetzgeber habe die Wahl der Mit-

glieder der eidgenössischen Schätzungskommissionen nicht auf techni-

sche Berufe beschränkt, sondern die Wahlbehörde angehalten, alle Fach-

richtungen zu berücksichtigen, die der Kommission bei der Lösung der 

sich stellenden Fragen von Nutzen seien. Die Mitglieder, aus welchen 

Fachrichtungen auch immer, seien einander gleichgestellt. Dies müsse 

sich auch bei ihrer Honorierung niederschlagen. Entsprechend sei Art. 7 

Kostenverordnung auszulegen und anzuwenden. Für den zu beurteilen-

den Fall bedeute dies, dass sowohl D._______ als auch Prof. C._______ 

für ihre Tätigkeit als Mitglied der eidgenössischen Schätzungskommission 

ein branchenübliches Honorar zustehe. Unter diesem Blickwinkel seien 

die von ihnen verlangte Stundenansätze von Fr. 285.-- bzw. Fr. 250.-- 

nicht zu beanstanden.  

4.3. Die Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission üben die 

ihnen übertragenen Aufgaben nebenamtlich aus (vgl. zur Diskussion der 

Einführung vollamtlicher Präsidenten und Aktuare: BBl 1970 1012; Amtl. 

Bull. Nationalrat 1970, S. 802-804; Amtl. Bull. Ständerat 1971, S. 108 f.). 

Nebenamtliche Richter stehen im Regelfall, anders als ordentliche Rich-

ter, in keinem festen Anstellungsverhältnis zu dem von ihnen (mit-) 

konstituierten Gericht. Sie werden für ihre Arbeit im Allgemeinen in Form 

von Taggeldern, teilweise kombiniert mit einer Entschädigung nach Ar-

beitsstunden entgolten (vgl. dazu im Einzelnen: E. 5.3.9 und E. 8.4.1.). 

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Die Entschädigung der Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskom-

missionen ist in Art. 7 Kostenverordnung geregelt. Zwischen den Parteien 

ist Inhalt und Tragweite der fraglichen Regelung strittig.   

4.4. Welche Bedeutung eine Rechtsnorm im Einzelfall beizumessen ist, 

gilt es durch Auslegung zu ermitteln. Ausgangspunkt jeder Auslegung bil-

det der Wortlaut, wobei bei Erlassen des Bundesrechts die Fassungen in 

den drei Amtssprachen gleichwertig sind (BVGE 2010/49 E. 9.3.1; Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts A-559/2011 vom 1. November 2011 E. 4 

und A-8665/2010 vom 1. Dezember 2011 E. 6.3; ULRICH HÄFELIN/WALTER 

HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, Zü-

rich/Basel/ Genf 2008, 7. Aufl., Rz. 92 ff.).  

Gemäss Art. 7 Kostenverordnung beziehen Mitglieder der Schätzungs-

kommission und der Aktuar für ihre Mitwirkung bei der Verhandlung, für 

die Vorbereitung dazu und für besondere Arbeiten ein Taggeld von 

Fr. 400.00. Freierwerbende Angehörige technischer Berufe wie Architek-

ten, Ingenieure und Geometer haben Anspruch auf ein berufsübliches 

Honorar. Ist der Aktuar ein freierwerbender Anwalt, so bezieht er ein 

Taggeld von Fr. 500.00. Dieser Wortlaut stimmt inhaltlich mit der franzö-

sischen und italienischen Fassung der fraglichen Bestimmung überein, 

die sich allenfalls insofern als klarer erweisen, als darin, anders als in der 

deutschen Fassung, die für eine selbständige Erwerbstätigkeit übliche 

Ausdrucksweise ("les membres de condition indépendante"; "i membri di 

condizione indipendente") verwendet wird. Gemäss dem Wortlaut von 

Art. 7 Kostenverordnung werden Mitglieder der eidgenössischen Schät-

zungskommission folglich für ihre nebenrichterliche Tätigkeit grundsätz-

lich mit einem Taggeld von Fr. 400.00 entschädigt. Anders verhält es sich 

einzig bezüglich hauptberuflich selbständig erwerbender Angehöriger 

technischer Berufe, die ein berufsübliches Honorar beanspruchen kön-

nen.  

4.5. Dieses Ergebnis der grammatikalischen Auslegung ist jedoch nur 

massgebend, wenn es den wirklichen Sinn von Art. 7 Kostenverordnung 

widerspiegelt (BGE 137 IV 99 E. 1.2, BGE 137 V 126 E. 4.1). Ob dies zu-

trifft, ist mithilfe der anderen, herkömmlichen Methoden der Gesetzesaus-

legung (der systematischen, historischen und telelogischen Auslegung) 

zu ermitteln. Bei der systematischen Auslegung wird der Sinn einer Rege-

lung bestimmt durch ihr Verhältnis zu anderen Rechtsnormen und durch 

den systematischen Zusammenhang, in dem sie sich in einem Gesetz 

präsentiert. Die historische Auslegung stellt demgegenüber auf den Sinn 

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und Zweck ab, der einer Norm zum Zeitpunkt ihrer Entstehung beige-

messen wurde. Davon unterscheidet sich die teleologische Auslegung in-

sofern, als in diesem Fall von der Zweckvorstellung auszugehen ist, die 

mit einem Rechtssatz verbunden ist (BGE 134 II 251 f. E. 2.3; BGE 133 V 

10 f. E. 3.1; HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 97 ff.). Nach herrschen-

der Lehre und Rechtsprechung geniesst keine dieser Auslegungsmetho-

den Vorrang. Vielmehr sollen jene Methoden zur Anwendung gelangen, 

denen für den konkreten Fall im Hinblick auf ein vernünftiges und prakti-

kables Ergebnis am meisten Überzeugungskraft zukommt (BGE 129 III 

340 f. E. 4, BGE 121 III 225 f. E. 1d/aa; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 

a.a.O., Rz. 2.182). In der Praxis steht im Verwaltungsrecht allerdings re-

gelmässig die teleologische Auslegung im Vordergrund, da es in diesem 

Rechtsgebiet im Wesentlichen um die Erfüllung bestimmter Staatsaufga-

ben geht, die alle einen besonderen Zweck verfolgen (Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts A-959/2011 vom 5. Oktober 2011 E. 4.1; HÄFE-

LIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., Rz. 216 ff.; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, 

a.a.O., § 25 N. 5, HANS PETER WALTER, Der Methodenpluralismus des 

Bundesgerichts bei der Gesetzesauslegung, recht 1999, S. 157 ff.). Sind 

mehrere Lösungen denkbar, ist jene zu wählen, die der Verfassung ent-

spricht (BGE 134 II 249 E. 2.3, BGE 131 II 221 E. 2.3; BVGE 2007/41 

E. 4.2, Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-550/2011 vom 

1. November 2011 E. 4). 

4.6. Gemäss der ursprünglichen Fassung von Art. 7 Kostenverordnung 

bezogen die Mitglieder und die damals noch existierenden Ersatzmänner 

der Schätzungskommission sowie der Aktuar für die ihnen durch das 

Enteignungsgesetz übertragenen Aufgaben ein einheitliches Taggeld von 

Fr. 120.-- (AS 1968 926). Auf diese Regelung kam der Bundesrat mit Än-

derung vom 12. Mai 1982 zurück und sah für freierwerbende Angehörige 

technischer Berufe wie Architekten, Ingenieure und Geometer ein berufs-

übliches Honorar vor (Art. 7 Satz 2 Kostenverordnung 1983; AS 1982 

893). Schliesslich gestand er mit Änderung vom 3. Dezember 1990 Aktu-

aren, die hauptberuflich als selbständige Anwälte tätig sind, ein höheres 

Taggeld zu (Art. 7 Satz 3 Kostenverordnung, AS 1990 1971). Welche 

Gründe den Bundesrat zu diesen Revisionen bewogen haben, geht aus 

den Materialien nicht hervor. Dieser Entwicklungsprozess zeigt jedoch, 

dass sich der Verordnungsgeber ganz bewusst gegen eine einheitliche 

Vergütung entschieden und damit in Kauf genommen hat, gleiche Tätig-

keiten unterschiedlich zu vergüten.   

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Seite 14 

4.7. Wird die Bedeutung von Art. 7 Kostenverordnung im Sinne der sys-

tematischen Auslegung über ihr Verhältnis zu anderen Rechtsnormen er-

schlossen, so bietet sich der Beizug von Art. 6 Abs. 1 Kostenverordnung 

an. Laut dieser Bestimmung bezieht der Präsident der Schätzungskom-

mission oder sein Stellvertreter für die ihm durch das Enteignungsgesetz 

und durch die Verordnung übertragenen Obliegenheiten ein Taggeld von 

Fr. 500.--. Ist der Präsident oder sein Stellvertreter ein freierwerbender 

Anwalt, so steht ihm ein Taggeld von Fr. 800.-- zu. Der Verordnungsge-

ber hat folglich nicht nur für Mitglieder der eidgenössischen Schätzungs-

kommission, sondern ebenfalls für die mit der Verfahrensleitung betrau-

ten Personen unterschiedliche Vergütungen vorgesehen. Damit bestätigt 

die systematische Auslegung das Ergebnis der grammatikalischen und 

historischen Auslegung.  

4.8. Es finden sich keine Anhaltspunkte, wonach dieses Auslegungser-

gebnis im Widerspruch zu dem mit Art. 7 Kostenverordnung verfolgten 

Sinn und Zweck steht. Infolgedessen bestehen keine triftigen Gründe für 

die Annahme, dass der Wortlaut von Art. 7 Kostenverordnung nicht den 

wahren Sinn der fraglichen Regelung wiedergibt. Die Auslegung führt 

demnach zum Schluss, dass Mitglieder der eidgenössischen Schät-

zungskommissionen, die hauptberuflich einer selbständigen Erwerbstä-

tigkeit in einem technischen Beruf nachgehen, für ihre Tätigkeit als ne-

benamtliche Richter ein berufsübliches Honorar beanspruchen können, 

während den übrigen Mitgliedern der eidgenössischen Schätzungskom-

missionen grundsätzlich ein Taggeld von Fr. 400.00 zusteht. 

5.  

Zu prüfen bleibt, ob für eine auf dieser Grundlage erhobenen Gebühr eine 

ausreichende gesetzliche Grundlage besteht.  

5.1.   

5.1.1. Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche 

Handeln einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [BV, SR 101]). Werden Rechtsetzungskompetenzen des Gesetzge-

bers auf den Verordnungsgeber übertragen, so liegt eine Gesetzesdele-

gation vor. Eine solche ist zulässig, wenn sie nicht durch die Verfassung 

ausgeschlossen ist, in einem Gesetz im formellen Sinn vorgesehen ist, 

sich auf ein bestimmtes, genau umschriebenes Sachgebiet beschränkt 

und die Grundzüge der delegierten Materie im delegierenden Gesetz ent-

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Seite 15 

halten sind (Art. 164 Abs. 1 und 2 BV; BGE 128 I 113 E. 3c; BVGE 

2010/49 E. 8.3.1, BVGE 2010/33 E. 3.1.1). Delegiert der Gesetzgeber die 

Kompetenz zur Festlegung von Abgaben an eine nachgeordnete Behör-

de, so muss er zumindest den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegens-

tand sowie die Bemessungsgrundlagen der Abgabe selber festlegen 

(Art. 164 Abs. 1 Bst. d BV).  

5.1.2. Diese Anforderungen hat die Rechtsprechung in Bezug auf Kau-

salabgaben gelockert, bei denen die Höhe der Abgabe durch verfas-

sungsmässige Prinzipien wie das Kostendeckungs- und Äquivalenzprin-

zip begrenzt wird. Nach dem Kostendeckungsprinzip sollen die Gesamt-

eingänge den Gesamtaufwand für den betreffenden Verwaltungszweig 

nicht oder nur geringfügig überschreiten, was eine gewisse Schematisie-

rung und Pauschalisierung der Abgabe nicht ausschliesst (BGE 132 II 

374 E. 2.1, BGE 132 II 55, BGE 132 II 55). Das Äquivalenzprinzip ver-

langt in Konkretisierung des Verhältnismässigkeitsprinzips, dass eine 

Gebühr nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven 

Wert der bezogenen Leistung stehen darf und sich in vernünftigen Gren-

zen bewegt (BGE 132 II 375 E. 2.1). Beanspruchen diese beiden Prinzi-

pien für eine Abgabe Geltung, so darf sich der Bundesgesetzgeber darauf 

beschränken, das Subjekt und Objekt der Abgabe zu umschreiben, wäh-

rend er die Regelung des Umfangs der Abgabe delegieren kann. Die 

Tragweite des Legalitätsprinzips hängt demnach von der Art der in Frage 

stehenden Abgabe ab (BGE 132 II 374 E. 2.1, BGE 132 II 55 E. 4.1; Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts A-1875/2011 vom 15. Dezember 

2011 E. 3.1., ADRIAN HUNGERBÜHLER, Grundsätze des Kausalabgabe-

rechts, Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht 

[ZBl] 10/2003 S. 514 ff.).  

5.2. Das Enteignungsgesetz regelt die für das Enteignungsverfahren zu 

erhebenden Verfahrenskosten in den unter dem Titel "V. Kosten" stehen-

den Art. 113-116 EntG. Darin wird der Kreis der kostenpflichtigen Perso-

nen sowie die Verteilung der Verfahrenskosten im erstinstanzlichen Ver-

fahren (Art. 114 EntG), die Parteientschädigung (Art. 115 EntG) und die 

Verlegung der Prozesskosten im gerichtlichen Beschwerdeverfahren 

festgelegt (Art. 116 EntG). Die Zusammensetzung und die Höhe der Ver-

fahrenskosten regeln die Art. 113-116 EntG nicht. Art. 114 EntG bezeich-

net indes mit den kostenpflichtigen Parteien einerseits das Subjekt der in 

Frage stehenden Verwaltungsgebühr, andererseits deren Objekt, indem 

er den Grundsatz der vollständigen Überbindung der Verfahrenskosten 

an die Parteien statuiert. Für die im Enteignugnsverfahren zu erhebenden 

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Seite 16 

Verfahrenskosten gelten demnach sowohl das Äquivalenzprinzip als auch 

das Kostendeckungsprinzip. Unter diesen Umständen ist der Gesetzge-

ber berechtigt, dem Bundesrat in Art. 113 EntG die Regelung der Zu-

sammensetzung und Höhe der im Enteignungsverfahren zu erhebenden 

Kosten zu übertragen. Die fragliche Gesetzesdelegation erweist sich 

demnach als rechtmässig. 

5.3. Bei diesem Ergebnis ist Art. 7 Kostenverordnung anschliessend von 

Amtes wegen vorfrageweise auf seine Gesetzes- und Verfassungsmäs-

sigkeit hin zu überprüfen (sog. konkrete Normenkontrolle). Da es sich 

hierbei um eine unselbständige Verordnung handelt, prüft das Bundes-

verwaltungsgericht in erster Linie, ob sich der Bundesrat an die Grenzen 

der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnisse gehalten hat. Soweit das 

Gesetz ihn ermächtigt, von der Verfassung abzuweichen bzw. seine Re-

gelung nicht lediglich eine bereits im Gesetz angelegte Verfassungswid-

rigkeit übernimmt, beurteilt es im Weiteren deren Verfassungsmässigkeit. 

Wird dem Bundesrat für die Regelung auf Verordnungsebene ein sehr 

weiter Ermessenspielraum eingeräumt, so ist dieser nach Art. 190 BV für 

das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Es darf in diesem Fall sein 

Ermessen nicht an die Stelle desjenigen des Bundesrates setzen, son-

dern hat sich auf die Kontrolle zu beschränken, ob dessen Regelung den 

Rahmen der ihm im Gesetz delegierten Kompetenz offensichtlich sprengt 

oder sich aus anderen Gründen als gesetz- oder verfassungswidrig er-

weist (BGE 131 II 562 E. 3.2, BGE 130 I 26 E. 2.2.1; BVGE 2010/49 

E. 8.3.2; BVGE 2010/33 E. 3.1.1.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 

RZ. 2.178, OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, Praxiskommentar, Art. 49 

N. 13).  

5.3.1. Art. 7 Kostenverordnung befasst sich einerseits mit der Vergütung 

der Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission, andererseits 

mit jener des Aktuaren. Mit der Regelung dieser Frage bewegt sich der 

Bundesrat in dem ihm von Art. 113 EntG gesteckten Rahmen. Insoweit 

erweist sich Art. 7 Kostenverordnung folglich als gesetzmässig.  

5.3.2. Dies wird denn auch von der Vorinstanz nicht in Abrede gestellt. 

Diese macht jedoch geltend, eine wortlautgetreue Auslegung von Art. 7 

Kostenverordnung würde Art. 59 Abs. 2 EntG widersprechen. Diese Be-

stimmung hält den Bundesrat und die Kantonsregierungen an, als Mit-

glieder der eidgenössischen Schätzungskommissionen Personen aus un-

terschiedlichen Berufsgruppen zu wählen, welche die für die Schätzung 

nötigen Fachkenntnisse besitzen. Dem Wortlaut von Art. 59 Abs. 2 EntG 

A-3043/2011 

Seite 17 

kann indes nicht entnommen werden, dass diese Zielsetzung die Vergü-

tung der Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission beein-

flussen soll. Entsprechende Hinweise fehlen denn auch in den Materia-

lien. Darin wird lediglich ausgeführt, Art. 59 Abs. 2 EntG werde ins Gesetz 

aufgenommen, um die Bedeutung der Forderung zu unterstreichen, für 

die eidgenössischen Schätzungskommissionen Mitglieder mit den für die 

Schätzung benötigten Fachkenntnissen zu gewinnen. Die Frage der Ent-

schädigung derselben wird in diesem Zusammenhang nicht thematisiert 

(BBl 1970 1012). Dass Art. 59 Abs. 2 EntG keine diesbezüglichen Richtli-

nien enthält, legt zudem die systematischen Auslegung nahe, ansonsten 

zu erwarten gewesen wäre, dass in Art. 113 EntG (Abschnitt X: Verschie-

dene Bestimmungen) ausdrücklich auf Art. 59 Abs. 2 EntG (Abschnitt VI: 

Schätzung) Bezug genommen wird, um den Ermessensspielraum des 

Bundesrates bei der Ausgestaltung der Kostenverordnung entsprechend 

zu begrenzen. Nicht von der Hand zu weisen ist hingegen, dass ein inne-

rer Zusammenhang zwischen der vom Gesetzgeber angestrebten fach-

kompetenten Zusammensetzung der eidgenössischen Schätzungskom-

mission und der Vergütung ihrer Mitglieder besteht. Denn die Bereitschaft 

von Fachleuten, sich für eine solche Aufgabe zur Verfügung zu stellen, 

kann durch eine attraktive, idealerweise lohnentsprechende Vergütung 

gefördert werden. Dies allein genügt freilich nicht, um dem Gesetzgeber 

eine solche Intention, die sich weder im Wortlaut sowie den Materialien 

noch in der Gesetzessystematik niedergeschlagen hat, zu unterstellen. 

Art. 59 Abs. 2 EntG enthält folglich keine Vorgaben, die der Bundesrat bei 

der Ausgestaltung von Art. 7 Kostenverordnung hätte beachten müssen. 

Dass eine andere Regelung des Enteignungsgesetzes den Ermessens-

spielraum des Bundesrates bei der Ausgestaltung der Vergütungsord-

nung für die Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission ein-

schränkt, wurde weder geltend gemacht noch ist solches ersichtlich. 

Art. 7 Kostenverordnung erweist sich demnach als gesetzmässig. 

5.3.3. Zu prüfen bleibt, ob die interessierende Regelung in Einklang mit 

der Bundesverfassung steht. In dieser Beziehung stellt sich im vorliegen-

den Fall einerseits die Frage, ob sie sich auf ernsthafte sachliche Gründe 

stützen lässt oder Art. 9 BV widerspricht, weil sie sinn- oder zwecklos ist 

(BGE 134 I 42 E. 8, BGE 131 I 6 E. 4.2; BVGE 2010/49 E. 8.3.2, BVGE 

2010/33 E. 3.1.1; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 23 N. 24), an-

dererseits, ob sie das Gebot der Rechtsgleichheit im Sinne von Art. 8 BV 

beachtet. Das letztgenannte Grundrecht ist von allen Staatsorganen in al-

len Funktionen und auf sämtlichen Ebenen der Staatstätigkeit zu beach-

ten. Der Gesetzgeber verstösst dagegen, wenn er rechtliche Unterschei-

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Seite 18 

dungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhält-

nissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die sich 

aufgrund der Verhältnisse aufdrängen, wenn er also Gleiches nicht nach 

Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nicht nach Massgabe 

seiner Ungleichheit ungleich behandelt. Bei der Beurteilung der Frage, ob 

tatsächliche Unterschiede erheblich und die vorgenommenen Differenzie-

rungen sachgerecht sind, ist vom Zweck des Erlasses auszugehen. Nicht 

jeder tatsächlichen Ungleichheit muss indes mit einer unterschiedlichen 

Behandlung Rechnung getragen werden. Gewisse Typisierungen und 

Schematisierungen sind bisweilen für eine praktikable Lösung unerläss-

lich (BGE 134 I 42 f. E. 9.1, BGE 132 I 162 f. E. 4.1; GIOVANNI BIAGGINI, 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Zürich 2007, 

Art. 8 N. 10; HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 751). Für die Zweck-

mässigkeit der getroffenen Regelung trägt hingegen der Bundesrat die 

Verantwortung; es ist nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts, sich 

zu deren wirtschaftlicher oder politischer Sachgerechtigkeit zu äussern 

(BVGE 2010/49 E. 8.3.2, BVGE 2010/33 E. 3.1.1, je m.w.H.). 

5.3.4. Gemäss Art. 7 Satz 1 Kostenverordnung beziehen Mitglieder der 

eidgenössischen Schätzungskommission im Regelfall ein Taggeld von 

Fr. 400.--. Unter Zugrundelegung der gängigen Tagessollarbeitszeit von 

8.5 Stunden entspricht dies einem Stundenansatz von Fr. 50.--. Dabei 

dürfte es sich kaum um eine lohnentsprechende Vergütung handeln. Um 

diese Annahme zu überprüfen, bietet sich eine Gegenüberstellung mit der 

derzeitigen Zusammensetzung der in 13 Kreise eingeteilten eidgenössi-

schen Schätzungskommissionen an. Danach sind gegenwärtig 63 Inge-

nieure aus verschiedenen Fachrichtungen, 59 Architekten, sieben Geo-

meter, fünf Juristen, drei Immobilienschätzer, drei Immobilientreuhänder, 

drei Baumeister/Bauführer, zwei Malermeister, ein Baumeister, ein Biolo-

ge/Raumplaner, ein Zimmermann, ein Hochbautechniker, ein Liegen-

schaftsverwalter, ein Grundbuchführer, ein Ökonom und zwei Personen 

mit unbekannter beruflicher Qualifikation als Mitglieder der eidgenössi-

schen Schätzungskommissionen tätig. Es liegt auf der Hand, dass diese 

zumeist über eine mehrjährige Ausbildung verfügenden Fachkräfte in ih-

rer beruflichen Haupttätigkeit regelmässig einen das gesetzliche Taggeld 

deutlich übersteigenden Verdienst erzielen. Die Mitglieder der eidgenös-

sischen Schätzungskommission erhalten für ihre Tätigkeit als nebenamt-

liche Richter somit grundsätzlich keine lohnentsprechende Vergütung. Bei 

dieser Ausgangslage vermag sich das bundesrätliche Vergütungsmodell 

dann auf einen sachlichen Grund in den zu regelnden Verhältnissen zu 

stützen, wenn die nebenrichterliche Tätigkeit bei den Mitgliedern der eid-

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Seite 19 

genössischen Schätzungskommission zu unterschiedlichen Erwerbsein-

bussen führt, die durch die in Art. 7 Kostenverordnung vorgesehene, dif-

ferenzierte Vergütung ausgeglichen werden. Trifft dies nicht zu, so er-

weist sich das vorgesehene Vergütungsmodell unter dem Blickwinkel von 

Art. 8 und Art. 9 BV nur als zulässig, wenn hierfür gewichtige Gründe, wie 

etwa die fachkompetente Zusammensetzung der eidgenössischen Schät-

zungskommission, sprechen. Um beurteilen zu können, wie es sich dies-

bezüglich verhält, ist nachfolgend zunächst zu untersuchen, welche Per-

sonen unter den Begriff der selbständig erwerbstätigen Angehörigen 

technischer Berufe fallen. 

5.3.5. Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch ist mit der selbständigen 

Erwerbstätigkeit eine berufliche Arbeitstätigkeit auf eigenes finanzielles 

und soziales Risiko gemeint. Im Gegenzug werden Personen als unselb-

ständig erwerbend eingestuft, die Arbeit gegen Entgelt unter Eingliede-

rung in eine fremde Arbeitsorganisation erbringen (Brockhaus Enzyklo-

pädie, 17. Band, Wiesbaden 1973, S. 276). In diesem Sinne wird das 

Begriffspaar selbständig/unselbständig erwerbend mit gewissen Nuancie-

rungen ebenfalls in der Rechtswissenschaft verwendet (zum Privatrecht: 

THOMAS GEISER/ROLAND MÜLLER, Arbeitsrecht in der Schweiz, Bern 2009, 

Rz. 36 und 124 ff.; FRANK VISCHER, Der Arbeitsvertrag, 3. Aufl., Ba-

sel/Genf/München 2005, S. 4 f. und S. 20 ff.; zur davon leicht abweichen-

den Definition im Sozialversicherungsrecht: BGE 122 V 171 ff. E. 3; UELI 

KIESER, in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Alters- und Hinterlassenenversicherung, 

2. Aufl., Zürich 2005 [nachfolgend zitiert als: AHVG-Rechtsprechung], 

Art. 5 N. 4; zum Steuerrecht statt vieler: BGE 129 III 669 E. 3.3). Demzu-

folge gilt als selbständig- bzw., wie sich Art. 7 Kostenverordnung aus-

drückt, freierwerbend eine Person, die unter Aufbau einer eigenen Ar-

beitsorganisation auf eigenes Risiko eine Erwerbstätigkeit ausübt (vgl. 

dazu ausführlich: E. 8.1.).  

5.3.6. Der Bundesrat hat indes nicht sämtlichen hauptberuflich selbstän-

dig erwerbenden Mitgliedern der eidgenössischen Schätzungskommissi-

on, sondern nur den Angehörigen technischer Berufe eine privilegierte 

Vergütung zugestanden.  

Der Beruf wird traditionellerweise als eine Kombination von Tätigkeiten, 

die zu Erwerbszwecken dienen und für die bestimmte Kenntnisse und 

Fertigkeiten erforderlich sind, verstanden (URS MEIER, Handbuch zur Be-

rufsdatenbank, Bundesamt für Statistik [Hrsg.], Neuenburg 2003, S. 6). In 

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Seite 20 

der empirischen Sozialforschung wird allerdings meistens von einem brei-

teren Berufsverständnis ausgegangen. Danach umfasst ein Beruf alle auf 

Erwerb abzielenden Tätigkeiten (MEIER, a.a.O., S. 6). In der Schweiz 

werden diese Tätigkeiten, wie in allen Staaten mit zünftischer Tradition, 

üblicherweise nach Branchen gegliedert (MEIER, a.a.O., S. 8). Die Be-

rufsnomenklatur 2000 unterscheidet diesbezüglich zwischen Land- und 

forstwirtschaftlichen Berufen, Berufen der Tierzucht (1), Produktionsberu-

fen in der Industrie und im Gewerbe (ohne Bau) (2), technischen Berufen 

sowie Informatikberufen (3), Berufen des Bau- und Ausbaugewerbes und 

des Bergbaus (4), Handels- und Verkehrsberufen (5), Berufen des Gast-

gewerbes und Berufen zur Erbringung persönlicher Dienstleistungen (6), 

Berufen des Managements und der Administration, des Banken- und 

Versicherungsgewerbes und des Rechtswesens (7), Gesundheits-, Lehr- 

und Kulturberufe, Wissenschaftler (8) sowie nicht klassierbaren Angaben. 

Den technischen Berufen werden die Ingenieurberufe, Techniker/innen, 

technische Zeichenberufe, technische Fachkräfte und Maschinis-

ten/Maschinistinnen zugeordnet (MEIER, a.a.O., S. 34 ff.).  

Von dieser Einteilung ist bei der Auslegung von Art. 7 Kostenverordnung 

auszugehen, zumal sie sich zwanglos mit der dortigen beispielhaften Auf-

zählung vereinbaren lässt. Nach Art. 7 Kostenverordnung sind folglich 

sämtliche Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission, die in 

ihrem Hauptberuf selbständig erwerbstätige Ingenieure, Techniker, tech-

nische Zeichner, technische Fachkräfte und Maschinisten/ Maschinistin-

nen sind, für ihre Arbeit mit einem berufsüblichen Honorar zu entschädi-

gen. 

5.3.7. Diese Berufsgruppe nimmt innerhalb der Mitglieder der eidgenössi-

schen Schätzungskommission insofern eine Sonderstellung ein, als deren 

Fachwissen für die Erfüllung der den eidgenössischen Schätzungskom-

missionen im Enteignungsgesetz zugewiesenen Aufgaben von entschei-

dender Bedeutung ist (vgl. Art. 64 EntG). Zwar haben die eidgenössi-

schen Schätzungskommissionen im Entschädigungsverfahren in rechtli-

cher Hinsicht zunächst vorfrageweise zu überprüfen, ob die antragsstel-

lende Person ihre Entschädigungsforderung rechtzeitig angemeldet hat 

und überhaupt von einer Enteignung im Sinne von Art. 5 EntG betroffen 

ist (HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 64 N. 3). Ihre Hauptaufgabe besteht aller-

dings darin, die für die Enteignung geschuldete Entschädigung festzule-

gen. Für die Beurteilung dieser Frage sind Angehörige technischer Berufe 

aufgrund ihrer Aus- und Fortbildung sowie beruflichen Erfahrung prädes-

tiniert. Deshalb besteht ein grosses Interesse daran, solche Personen als 

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Seite 21 

Mitglieder einer eidgenössischen Schätzungskommission zu gewinnen. 

Diese Bereitschaft kann unter anderem dadurch gefördert werden, dass 

ihnen für die Tätigkeit als Mitglied einer eidgenössischen Schätzungs-

kommission mit einem berufsüblichen Honorar eine grundsätzlich lohn-

entsprechende Vergütung zugestanden wird. Die dadurch bewirkte Bes-

serstellung gegenüber den anderen Mitgliedern der eidgenössischen 

Schätzungskommissionen lässt sich mit der ihnen bei der Aufgabenerfül-

lung zukommenden entscheidenden Rolle rechtfertigen. Damit besteht 

durchaus ein sachlicher Grund den hauptberuflich selbständig erwerbstä-

tigen Angehörigen technischer Berufe innerhalb der Mitglieder der eidge-

nössischen Schätzungskommissionen eine Sonderposition zuzubilligen.  

5.3.8. Bildet die berufliche Qualifikation nach dem Gesagten den sachli-

chen Grund für die in Art. 7 Satz 2 Kostenverordnung enthaltene Rege-

lung, so stellt sich zusätzlich die Frage, weshalb Mitglieder mit derselben 

Qualifikation, die hauptberuflich unselbständig oder nicht erwerbstätig 

sind, nicht dieselbe Vergütung beanspruchen können. Für Selbständig-

erwerbende ist nach dem Ausgeführten unter anderem bezeichnend, 

dass sie für die Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit eine eigene Arbeitsorga-

nisation aufbauen müssen (vgl. E. 5.3.5.). Die hierdurch verursachten 

Raum-, Personal- und Sachkosten fallen bis zu einem gewissen Grad 

ungeachtet dessen an, ob sie ihre selbständige Erwerbstätigkeit ausüben 

oder nicht. Deshalb sehen sich hauptberuflich selbständig erwerbende 

Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission infolge ihrer ne-

benrichterlichen Tätigkeit regelmässig mit einem höheren Erwerbsausfall 

konfrontiert als hauptberuflich nicht oder unselbständig Erwerbende, die 

ausschliesslich einen (allfälligen) Lohnausfall hinzunehmen haben. Inso-

fern besteht durchaus ein sachlicher Grund, Mitglieder der eidgenössi-

schen Schätzungskommission, die hauptberuflich eine selbständige Er-

werbstätigkeit in einem technischen Beruf ausüben, im Vergleich zu den 

Mitgliedern mit der gleichen beruflichen Qualifikation, die hauptberuflich 

unselbständig erwerbend oder nicht erwerbstätig sind, zu privilegieren. 

Diesbezüglich hält die Regelung vor dem Rechtsgleichheitsgebot stand. 

5.3.9. Eine andere Frage ist freilich, ob sich die in Art. 7 Satz 2 Kosten-

verordnung verankerte berufsübliche Honorierung im Sinne von Art. 9 BV 

als sinn- und zwecklos erweist. Dabei handelt es sich um eine wohl sin-

guläre Regelung (vgl. E. 6.4.1.), die sich überdies schlecht in das Gefüge 

der bundesrätlichen Vergütungsordnung einfügt, die der besonderen Si-

tuation anderer für die eidgenössischen Schätzungskommissionen tätigen 

Personen, die hauptberuflich selbständig erwerbend sind, ansonsten mit 

A-3043/2011 

Seite 22 

einer Erhöhung der üblichen Taggeldansätze Rechnung trägt (vgl. Art. 6 

Abs. 1 Satz 2 und Art. 7 Satz 3 Kostenverordnung). Sie vermag sich je-

doch insofern auf einen sachlichen Grund zu stützen, als sie, wie darge-

legt, geeignet ist, die Bereitschaft der für die eidgenössischen Schät-

zungskommission besonders wichtigen Angehörigen technischer Berufe 

zu fördern, sich als nebenamtliche Richter zur Verfügung zu stellen. 

Überdies hat der Bundesrat mit der in Art. 7 Satz 2 Kostenverordnung 

vorgesehenen Regelung den ihm in Art. 113 EntG zugestandenen Er-

messensspielraum nicht offensichtlich überschritten. Damit erweist sich 

die in Frage stehende Regelung weder als offensichtlich missbräuchlich 

noch steht sie in krassem Widerspruch zum Gerechtigkeitsempfinden. 

Dem Bundesverwaltungsgericht ist es deshalb verwehrt, dieser in ihrer 

Ausgestaltung singulären und zu einer merklichen Besserstellung von 

gewissen Mitgliedern der eidgenössischen Schätzungskommission füh-

renden Regelung gestützt auf Art. 9 BV die Anwendung zu versagen. 

5.3.10. Art. 7 Kostenverordnung erweist sich jedoch insoweit nicht als 

verfassungskonform, als der Bundesrat darin auf eine durchgängige Privi-

legierung von Mitgliedern, die hauptberuflich eine selbständige Erwerbs-

tätigkeit ausüben, verzichtet hat. Selbst wenn angenommen wird, die mit 

der Führung einer eigenen Arbeitsorganisation verbundenen Fixkosten 

würden von Branche zu Branche variieren, so ändert dies nichts daran, 

dass hauptberuflich selbständig erwerbende Mitglieder durch die Vergü-

tung ihrer nebenrichterlichen Tätigkeit mit einem Taggeld von Fr. 400.-- 

im Vergleich zu hauptberuflich unselbständigen oder nicht erwerbstätigen 

Mitgliedern eine grössere Erwerbseinbusse erleiden. Hinzu kommt, dass 

der Bundesrat in der Kostenverordnung nicht nur für hauptberuflich selb-

ständig erwerbstätige Angehörige technischer Berufe, sondern ebenfalls 

für hauptberuflich als Anwälte tätige Juristen eine privilegierte Vergütung 

vorgesehen hat. Sind diese für eine eidgenössische Schätzungskommis-

sion als Aktuare tätig, so können sie ein Taggeld von Fr. 500.—

beanspruchen (Art. 7 Satz 3 Kostenverordnung). Amten sie als Präsiden-

ten einer eidgenössischen Schätzungskommission oder deren Stellvertre-

ter, so beziehen sie ein Taggeld von Fr. 800.-- (Art. 6 Abs. 1 Satz 2 Kos-

tenverordnung). Dies entspricht weder im einen noch im anderen Fall ei-

nem berufsüblichen Honorar, beläuft sich dieses doch selbst bei zurück-

haltende Einschätzung auf mindestens Fr. 200.-- pro Stunde, mithin auf 

Fr. 1'700.-- pro Arbeitstag (Fr. 200.-- x 8.5 Stunden als Tagessollarbeits-

zeit; vgl. zum Stundenansatz amtlicher: BGE 132 I 209 ff. E. 3.4 ff., 

BGE 122 I 3 E. 3a, BGE 118 Ia 134 E. 2b). Gleichwohl hat der Bundesrat 

damit die hauptberuflich selbständig erwerbenden Juristen merklich ge-

A-3043/2011 

Seite 23 

genüber ihren unselbständigen Berufskollegen privilegiert, indem er das 

ihnen zugestandene Taggeld um einen Viertel (Aktuar) bzw. um drei 

Fünftel (Instruktionsrichter) erhöht hat. Es ist kein sachlicher Grund er-

sichtlich, weshalb andere Mitglieder der eidgenössischen Schätzungs-

kommission, die hauptberuflich einer selbständigen Erwerbstätigkeit aus-

serhalb eines technischen Berufes nachgehen, als einzige hauptberuflich 

selbständig erwerbende Mitglieder des Spruchkörpers der eidgenössi-

schen Schätzungskommission keine privilegierte Vergütung beanspru-

chen können. Diese Ungleichbehandlung lässt sich sachlich nicht be-

gründen und ist vom Enteignungsgesetz nicht vorgegeben. In dieser Hin-

sicht verstösst Art. 7 Kostenverordnung daher gegen Art. 8 BV, womit er 

sich diesbezüglich als verfassungswidrig erweist.  

6.  

Bei diesem Ergebnis bleibt zu prüfen, ob und inwieweit das im konkreten 

Einzelfall angerufene Bundesverwaltungsgericht die festgestellte Verfas-

sungswidrigkeit von Art. 7 Kostenverordnung beseitigen darf.  

6.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung führt eine im Rahmen 

der konkreten Normenkontrolle festgestellte Verfassungswidrigkeit – im 

Unterschied zur abstrakten Normenkontrolle (BGE 123 I 313 E. 2a, 

BGE 122 I 345 E. 3a) – nicht zur Aufhebung der betroffenen Norm, son-

dern regelmässig lediglich zu deren Nichtanwendung im strittigen Einzel-

fall (BGE 117 V 324 E. 5a, BGE 116 V 216 E. II. 3b, BGE 116 Ia 118 

E. 3e). Allerdings hat die verwaltungsgerichtliche Normenkontrolle im 

Dienste eines wirksamen Rechtsschutzes auch dort zu greifen, wo es der 

richterlichen Lückenfüllung bedarf. Die Möglichkeiten der richterlichen Lü-

ckenfüllung bleiben indes wesensmässig beschränkt. So untersagt das 

Gebot der Gewaltenteilung dem Richter eine Regelung zu treffen, die in 

einem Bundesgesetz enthalten sein muss; für die mithin eine Gesetzes-

delegation ausgeschlossen ist (Art. 164 BV). Für öffentliche Abgaben ist 

eine richterliche Lückenfüllung daher hinsichtlich des Kreises der Abga-

bepflichtigen sowie des Gegenstandes und der Bemessung der Abgabe 

ausgeschlossen (Art. 164 Abs. 1 Bst. d BV, ULRICH HÄFELIN, Zur Lücken-

füllung im öffentlichen Recht, in: Häfelin/Haller/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Festschrift zum 70. Geburtstag von Hans Nef, Zürich 1981, S. 120). 

Schliesslich können die Komplexität der zu regelnden Verhältnisse sowie 

die Vielzahl der Normierungsmöglichkeiten einer richterlichen Lückenfül-

lung entgegenstehen (BGE 117 V 324 E. 5a).  

A-3043/2011 

Seite 24 

6.2. Wird Art. 7 Kostenverordnung, insoweit er nach dem vorangehend 

Ausgeführten gegen die Verfassung verstösst, nicht angewandt, so kann 

die Vergütung von Mitgliedern der eidgenössischen Schätzungskommis-

sion, die hauptberuflich eine selbständige Erwerbstätigkeit ausserhalb ei-

nes technischen Berufes ausüben, nicht festgelegt werden. Damit bietet 

Art. 7 Kostenverordnung für eine Frage, ohne deren Beantwortung die 

Festlegung der solchen Mitgliedern geschuldeten Taggeldern nicht mög-

lich ist, keine Antwort. Nach traditioneller Auffassung weist Art. 7 Kosten-

verordnung damit eine echte Lücke auf, die sich auf einen delegierbaren 

Sachbereich bezieht (vgl. E. 5.2) und vom im konkreten Einzelfall angeru-

fenen Gericht zu schliessen ist, ansonsten es gegen das Rechtsverwei-

gerungsgebot verstösst (HÄFELIN, a.a.O., S. 91-93, HÄFELIN/HALLER/KEL-

LER, a.a.O., Rz. 139 f., HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 237 f.). 

Nach neuerer Terminologie, der sich das Bundesgericht teilweise ange-

schlossen hat (vgl. etwa: BGE 123 II 73 E. 3c, BGE 102 Ib 225 f. E. 2), 

handelt es sich hierbei um eine planwidrige Unvollständigkeit des Geset-

zes (HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 141; HÄFELIN, a.a.O., S. 100 

und S. 113 f., HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 243), die das Ge-

richt zwecks Herstellung der verfassungsmässigen Ordnung zu schlies-

sen hat. Im einen wie im anderen Fall ist eine richterliche Lückenfüllung 

somit geboten und vom Bundesverwaltungsgericht vorzunehmen.  

6.3. Dabei hat es jene Regelung zu schaffen, die der Bundesrat als Ver-

ordnungsgeber nach umfassender Würdigung der generell-abstrakten In-

teressenlage unter dem Gesichtspunkt der Realien, der Gerechtigkeit und 

Rechtssicherheit hätte treffen sollen (Art. 1 Abs. 2 des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]). Mit anderen 

Worten ist die interessierende Verordnungslücke nach jener Regel zu 

schliessen, die ein konsequenter Gesetzgeber aufgestellt hätte. Die Ver-

pflichtung des Bundesverwaltungsgerichts auf die Realien rückt dabei die 

Bedeutung der Normen in den Vordergrund, die bisher beachtet worden 

sind. Ausserdem soll sich die richterliche Rechtsregel nach Möglichkeit in 

das vorgegebene System einfügen, im Bestreben gleichgelagerte Rechts-

fragen nicht ohne Not unterschiedlich zu beantworten (BGE 126 III 138 

E. 4, BGE 124 V 307 E. 4c, BGE 125 V 14 E. 4c). Rechtssetzungslücken 

sind daher mit Hilfe eines Analogieschlusses zu schliessen, wenn die in 

Frage stehende Situation wertungsmässig einer bestehenden Regelung 

entspricht.  

6.4. Der Bundesrat hat drei Regelungen für die Entschädigung selbstän-

dig erwerbender Mitglieder des Spruchkörpers der eidgenössischen 

A-3043/2011 

Seite 25 

Schätzungskommission konzipiert: In einem Fall hat er sich für eine be-

rufsübliche Honorierung (Art. 7 Satz 2 Kostenverordnung), in zwei Fällen 

für eine Erhöhung der üblichen Taggeldansätze um einen Viertel (Aktuar 

[Art. 6 Abs. 1 Satz 2 Kostenverordnung]) bzw. drei Fünftel (Instruktions-

richter [Art. 7 Satz 3 Kostenverordnung]) ausgesprochen (vgl. E. 5.3.10).  

6.4.1. Die Verordnung der Bundesversammlung vom 23. März 2007 über 

die Taggelder und über die Vergütung von Dienstreisen der Bundesrich-

ter und Bundesrichterinnen (SR 172.121) unterscheidet bei der Festle-

gung der Taggelder für die nebenrichterliche Tätigkeit ebenfalls nach dem 

Erwerbsstatus der Richter. Danach beträgt das Taggeld für nebenamtli-

che Bundesrichter, die haupterwerblich eine selbständige Erwerbstätig-

keit ausüben, Fr. 1'300.--, für die anderen Fr. 1'000.-- (Art. 1 Abs. 2 der 

fraglichen Verordnung).  

Auf kantonaler Ebene legen, soweit ersichtlich, ausschliesslich die Kan-

tone Bern sowie Basel-Stadt die Taggelder in Abhängigkeit zur haupter-

werblich ausgeübten Erwerbstätigkeit fest, wobei dieses Vergütungsmo-

dell im Kanton Bern auf Richter mit Präsidialfunktionen beschränkt ist 

(vgl. Art. 12 Abs. 2 Bst. a des Dekrets des Kantons Bern vom 9. Juni 

2010 über die Entschädigung nebenamtlicher Richterinnen und Richter 

des Kantons Bern [EnRD, 166.1]: Fr. 150.-- pro Stunde für Selbständig-

erwerbende, andere Fr. 100.-- pro Stunde; § 1 der Verordnung des Re-

gierungsrates des Kantons Basel-Stadt vom 6. Februar 1973 betreffend 

Richterentschädigung [154.300]: Taggeld von Fr. 520.-- für Selbständig-

erwerbende, andere Fr. 420.--). Die übrigen konsultierten Kostendekrete, 

welche nebenamtlichen Richtern nicht den Status von teilzeitlich Erwerbs-

tätigen zuerkennen (so etwa: § 29 ff. der Personalverordnung des Kan-

tons Zürich vom 16. Dezember 1988 [177.11]), sehen für deren Tätigkeit 

ungeachtet der hauptberuflich ausgeübten Erwerbstätigkeit mehrheitlich 

Taggelder, vereinzelt Stundenpauschalen vor, die bisweilen von der aus-

geübten Funktion abhängen und sich für erstinstanzliche Richter zwi-

schen Fr. 200.-- bis Fr. 935.-- bewegen, im Allgemeinen jedoch deutlich 

weniger als Fr. 500.-- betragen (vgl. im Einzelnen: Anhang zum EnRD: 

Taggeld pro Sitzungstag von Fr. 261.--; Art. 6 Abs. 1 der Verordnung des 

Kantons Graubünden vom 14. Dezember 2010 über die Organisation, die 

Besoldung und das Rechnungswesen der Bezirksgerichte [BR 173.500]: 

Fr. 300.-- bis Fr. 500.--; § 6 des Gesetzes des Kantons Zug vom 

27. Januar 1994 über die Entschädigung der nebenamtlichen Behörden-

mitglieder [154.25]: bis zu zwei Stunden: Fr. 166.--, bis zu drei Stunden: 

Fr. 184.--, über drei Stunden: Fr. 221; § 5 und § 7 des Dekrets des Kan-

A-3043/2011 

Seite 26 

tons Aargau vom 21. September 2010 über die Entschädigung neben-

amtlicher Richterinnen und Richter [155.60]: grundsätzlich Fr. 110.-- pro 

Stunde; Beschluss des Staatsrates des Kantons Freiburg vom 

5. Dezember 1977 betreffend die Festsetzung der Entschädigung der 

Mitglieder der Gerichtsbehörden [130.61]: Fr. 190.-- [halber Sitzungstag: 

Fr. 125.--]; Art. 11 Abs. 1 Bst. a der Verordnung des Kantons St. Gallen 

vom 19. Mai 2009 über die Entschädigung nicht festangestellter Richte-

rinnen und Richter sowie Mitglieder der Schlichtungsbehörden [Entschä-

digungsverordnung, 941.13]: Fr. 270.--, bei erheblicher Erwerbseinbusse 

infolge der nebenrichterlichen Tätigkeit maximal Fr. 540.-- [Art. 5 Abs. 2]). 

Eine berufsübliche Honorierung kennt keiner dieser Kantone. 

6.4.2. Den nebenamtlichen Richtern für ihre Tätigkeit ein berufsübliches 

Honorar auszurichten, liegt damit ausserhalb der in der Schweiz gängi-

gen Vergütungsmodelle. Zudem billigt die Kostenverordnung diese Form 

der Vergütung nur einem Teil der Mitglieder der eidgenössischen Schät-

zungskommission zu und privilegiert diese Gruppe dadurch in einer Wei-

se, die zwar weder rechtsungleich noch geradezu willkürlich (vgl. 

E. 5.3.9), jedoch absolut singulär ist. Deshalb ist es abzulehnen, Art. 7 

Satz 2 Kostenverordnung zur Lückenfüllung heranzuziehen. Schliesslich 

ist zu beachten, dass die in den Kantonen auf erstinstanzlicher Ebene für 

die nebenrichterliche Tätigkeit ausgerichteten Taggelder in den meisten 

deutschsprachigen Kantonen deutlich unter Fr. 500.-- liegen. Insofern 

entspricht Art. 7 Satz 3 Kostenverordnung eher den in diesem Bereich 

üblichen Vergütungen. Wird ausserdem berücksichtigt, dass Mitglieder 

der eidgenössischen Schätzungskommission aufgrund der innerhalb des 

Spruchkörpers bestehenden Hierarchie kein höheres Taggeld beziehen 

sollten als der Instruktionsrichter, so erscheint es angezeigt, Art. 7 Satz 3 

Kostenverordnung zur Lückenfüllung analog anzuwenden. Dies bedeutet, 

dass alle Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission, die 

hauptberuflich eine selbständige Erwerbstätigkeit in einem nicht techni-

schen Beruf ausüben, für ihre Tätigkeit bei der eidgenössischen Schät-

zungskommission ein Taggeld von Fr. 500.-- beanspruchen können. 

7.  

Im Ergebnis kann damit festgehalten werden, dass Mitglieder der eidge-

nössischen Schätzungskommissionen für ihre Tätigkeit als nebenamtliche 

Richter grundsätzlich ein Taggeld von Fr. 400.-- beanspruchen können. 

Anders verhält es sich in Bezug auf Mitglieder, die hauptberuflich einer 

selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Diesen steht ein berufsübli-

ches Honorar zu, wenn sie hauptberuflich einen technischen Beruf aus-

A-3043/2011 

Seite 27 

üben. Andernfalls können sie ein Taggeld von Fr. 500.-- beanspruchen. 

Die nach Massgabe dieser Regelungen ausgeschütteten Taggelder ha-

ben gemäss Art. 18 Abs. 1 Kostenverordnung die kostenpflichtigen Par-

teien, d.h. regelmässig der Enteigner (vgl. Art. 114 Abs. 1 EntG; vgl. im 

Weiteren E. 3.1.), zu tragen. Ob die angefochtene Verfügung diesen An-

forderungen genügt, ist anschliessend zu prüfen. 

8.  

Die Beschwerdeführerin geht davon aus, Prof. Dr. oec. C._______ sei 

hauptberuflich unselbständig erwerbend. Zur Begründung dieser Auffas-

sung führt sie im Wesentlichen aus, dieser sei einerseits als Miteigentü-

mer und CEO der IAZI AG, andererseits als Abteilungsleiter und Dozent 

bei der Universität Bern, Institut für Finanzmanagement, tätig. Diese bei-

den Tätigkeiten seien als lohnabhängige Arbeit einzustufen, weshalb er 

als unselbständig erwerbend gelte. Gegen diese Argumentation wendet 

die Vorinstanz ein, aus der Bestätigung der Sozialversicherungsanstalt 

des Kantons Zürich gehe hervor, dass Prof. Dr. oec. C._______ seit dem 

1. Februar 2002 der Ausgleichskasse des Kantons Zürich als Selbstän-

digerwerbender im Haupterwerb angeschlossen sei. Dem beglaubigten 

Handelsregisterauszug sei ferner zu entnehmen, dass er am 14. Februar 

2002 ein Einzelunternehmen mit dem Zweck "Einbringen von Dienstlei-

tungen aller Art im Finanz- und Immobilienbereich" gegründet habe und 

dieses seither führe. Schliesslich bestätige die IAZI AG, Prof. Dr. oec. 

C._______ für seine Tätigkeit in Form von Honoraren zu entschädigen. 

Damit stehe fest, dass dieser weder in einem Anstellungsverhältnis zur 

IAZI AG noch zur Universität Bern stehe, womit er als selbständig erwer-

bend einzustufen sei. Im Übrigen sei ausgewiesen, dass er die von ihm in 

Rechnung gestellten Arbeiten selber vorgenommen habe.  

8.1. Die Vergütung, die einem Mitglied der eidgenössischen Schätzungs-

kommission zusteht, hängt nach dem Ausgeführten unter anderem davon 

ab, ob es als im Haupterwerb unselbständig oder selbständig erwerbend 

einzustufen ist.  

8.1.1. Im Privatrecht findet sich dieses Begriffspaar jeweils zur 

Abgrenzung des Anwendungsbereichs der arbeitsvertraglichen 

Regelungen (Art. 319 ff. OR), die ausschliesslich für Vertragsverhältnisse 

gelten, in denen jemand auf der Grundlage eines Vertrages Arbeit gegen 

Entgelt unter Eingliederung in eine fremde Arbeitsorganisation erbringt 

(MANFRED REHBINDER, Schweizerisches Arbeitsrecht, 12. Aufl., S. 34 ff.; 

A-3043/2011 

Seite 28 

ULLIN STREIFF/ADRIAN VON KAENEL, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu 

Art. 319-362 OR, 6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Art. 319 N. 2).  

8.1.2. Eine davon abweichende Umschreibung der (un-)selbständigen 

Erwerbstätigkeit kennt das Steuer-, Ausländer-, öffentliche Arbeits- und 

Sozialversicherungsrecht (STREIFF/VON KAENEL, a.a.O., Art. 319 N. 2). 

Vor allem im letztgenannten Gebiet besteht eine reichhaltig Praxis zur 

Qualifikation einer Person als selbständig oder unselbständig erwerbend. 

Danach ist derjenige grundsätzlich als unselbständig erwerbend 

einzustufen, der von seinem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. 

arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches 

Unternehmerrisiko trägt (BGE 122 V 171 E. 3a; KIESER, AHVG-

Rechtsprechung, Art. 5 N. 3; vgl. im Übrigen die gesetzliche Umschrei-

bung in Art. 10 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Demgegenüber gilt als selbständig erwerbend, wer durch Einsatz von 

Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation und nach aussen 

hin sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, 

Dienstleistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inan-

spruchnahme oder Erwerb durch finanzielle bzw. geldwerte Leistungen 

abgegolten wird (BGE 119 V 163 E. 3b, 115 V 170 E. 9a; KIESER, AHVG-

Rechtsprechung, Art. 5 N. 5, UELI KIESER, Schweizerisches Sozial-

versicherungsrecht, Zürich/St. Gallen 2008, § 4 Rz. 40). Ob das eine oder 

andere zutrifft, ist nach der Rechtsprechung unter Zugrundelegung des 

formell rechtskräftigen AHV-Status zu entscheiden, sofern sich dieser 

nicht als offensichtlich unrichtig erweist (BGE 119 V 158 E. 3a, BGE 115 

Ib 42 E. 4b; HANS ULRICH STAUFFER/BARBARA KUPFER BUCHER, in: 

Murer/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeits-

losenversicherung und Insolvenzentschädigung, 3. Aufl., Zürich/Basel/ 

Genf 2008, S. 7, je m.w.H.). Dieses im Sozialversicherungsrecht 

entwickelte Verständnis der (un-)selbständigen Erwerbstätigkeit ist für die 

Auslegung von Art. 7 Kostenverordnung massgebend, da bei der 

Auslegung von öffentlich-rechtlichen Normen stets auf jene Regelungen 

abzustellen ist, die das öffentliche Recht für verwandte Fälle bereithält 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 305 für die Lückenfüllung).   

8.2. Mit Schreiben vom 24. Juni 2011 hält die Sozialversicherungsanstalt 

des Kantons Zürich fest, C._______ sei seit dem 1. Februar 2002 ihrer 

Ausgleichskasse als selbständig erwerbend im Hauptberuf 

angeschlossen. Nach dem vorangehend Ausgeführten ist er demzufolge 

A-3043/2011 

Seite 29 

als selbständig erwerbend einzustufen, wenn sich diese Einschätzung 

nicht als offensichtlich unrichtig erweist.   

8.2.1. In tatsächlicher Hinsicht steht diesbezüglich fest, dass C._______ 

seit 2002 eine auf seinen Namen ins Handelsregister eingetragene 

Einzelfirma führt, die Dienstleistungen aller Art im Finanz- und 

Immobilienbereich erbringt (http://www.hra.zh.ch/internet/justiz_ 

inneres/hra/de/home.html > Firmensuche > Firmen im Kanton Zürich > 

Scoganmiglio, besucht am 16. Februar 2012). Ausserdem ist er einerseits 

als Dozent bei der Universität Bern, Institut für Finanzmanagement 

(http://www.unibe.ch/ > Organisation > Fakultäten und Institute > 

Wirtschafts- und Sozialwissenschaft > Departemente und Institute > 

Institut für Finanzmanagement > Team, besucht am 16. Februar 2012), 

andererseits als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der der IAZI AG 

tätig (http://www.iazicifi.ch/ > Über uns > Team, besucht am 16. Februar 

2012).  

8.2.2. Dass die Tätigkeit als Einzelkaufmann einer im Handelsregister 

eingetragenen Unternehmung ohne eigene juristische Persönlichkeit eine 

selbständige Erwerbstätigkeit darstellt, liegt auf der Hand und bedarf 

keiner weiteren Begründung. Dagegen hängt es von den Umständen des 

Einzelfalles ab, ob dasselbe für die Tätigkeit als Universitätsdozent gilt. In 

der Schweiz wird an den Universitäten und den eidgenössischen 

Hochschulen (ETH/EPFL) hinsichtlich der Professoren im Allgemeinen 

zwischen Ordinariaten, Extraordinariaten und Titularprofessoren 

unterschieden (http://de.wikipedia.org > Professor in der Schweiz, 

besucht am 16. Februar 2012). Erstere verfügen im Allgemeinen über 

einen Lehrstuhl und sind grundsätzlich vollzeitlich erwerbstätig, während 

Titularprofessoren nicht in die Arbeitsorganisation der Universität 

eingebunden sind, für ihre Arbeit ein Honorar erhalten und im Regelfall 

eine Lehrverpflichtung von zwei bis vier Semesterwochenstunden 

übernehmen. Im Sozialversicherungsrecht gelten Ordinariaten sowie 

Extraordinariaten daher im Regelfall als unselbständig, Titularprofessoren 

hingegen als selbständig erwerbend. Für den vorliegenden Fall bedeutet 

dies, dass die Tätigkeit von C._______ als Dozent an der Universität 

Bern wohl als selbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist, zumal sie 

teilzeitlich ausgeübt und in Form von Honoraren entschädigt wird, 

jedenfalls erweist sich diese Auffassung nicht als offensichtlich 

unzutreffend.  

http://www.hra.zh.ch/internet/justiz_%20inneres/hra/de/home.html
http://www.hra.zh.ch/internet/justiz_%20inneres/hra/de/home.html
http://www.iazicifi.ch/

A-3043/2011 

Seite 30 

8.2.3. Zu prüfen bleibt, wie es sich hinsichtlich der Tätigkeit als 

geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IAZI AG verhält. Die Tätigkeit 

als Organ einer juristischen Person gilt nach gefestigter bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung als unselbständige Erwerbstätigkeit, sofern 

der Verwaltungsrat diese Tätigkeit nicht als Arbeitnehmer eines Dritten 

ausübt (BGE 133 V 500 E. 3.2, BGE 105 V 114 f. E. 3; KIESER, AHVG-

Rechtsprechung, Art. 5 N. 67). Ist ein Verwaltungsrat allerdings nicht nur 

in seiner Eigenschaft als Organ für eine juristische Person tätig, sondern 

zugleich als Rechtsanwalt, so ist bezüglich der Qualifikation der an ihn 

ausgerichteten Entschädigung massgebend, ob die Tätigkeit, für welche 

er entschädigt wird, mit dem Amt des Verwaltungsrates verbunden ist 

oder ob sie ebenso gut losgelöst von diesem Amt ausgerichtet würde 

(BGE 105 V 115 E. 3; KIESER, AHVG-Rechtsprechung, Art. 5 N. 87). 

Hinsichtlich der Tätigkeit von C._______ bei der IAZI AG steht aufgrund 

der Parteiangaben fest, dass dieser ausschliesslich als 

geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied tätig ist. In dieser Beziehung 

ist er folglich als unselbständig erwerbend einzustufen.  

8.2.4. Für die Qualifikation von C._______ als im Hauptberuf selbständig 

oder unselbständig erwerbend ist demnach entscheidend, welche dieser 

Arbeitstätigkeiten er überwiegend ausübt. In den Akten deutet nichts 

darauf hin, dass C._______ hauptsächlich als geschäftsführendes 

Verwaltungsratsmitglied der IAZI AG tätig ist. Die AHV-rechtliche 

Qualifikation von C._______ erweist sich somit nicht als offensichtlich 

unzutreffend, weshalb darauf abzustellen ist. 

8.3. Bei diesem Ergebnis bleibt zu untersuchen, ob C._______ einen 

technischen Beruf im Sinne von Art. 7 Kostenverordnung ausübt. Laut der 

Berufsnomenklatur 2000 sind Lehrtätigkeiten, zu denen die Dozententä-

tigkeit zählt, der Gruppe 8 zuzuordnen. Die andern von C._______ aus-

geübten Erwerbstätigkeiten dürften als Berufe des Managements zur 

Gruppe 7 gehören (vgl. zu der fraglichen Kategorisierung: E. 4.2.6). Je-

denfalls handelt es sich weder im einen noch im anderen Fall um einen 

technischen Beruf. Demzufolge kann C._______ für seine Tätigkeit als 

nebenamtlicher Richter der eidgenössischen Schätzungskommission 

Kreis 10 ein Taggeld von Fr. 500.-- beanspruchen.  

8.4. Das Taggeld ist darauf ausgerichtet, den Arbeitsaufwand eines ne-

benamtlichen Richters am Verhandlungstag abzugelten. Konsequenter-

weise sieht Art. 8 Kostenverordnung vor, für einen angefangenen und 

halben Verhandlungstag ein halbes Taggeld auszurichten (Abs. 1), wobei 

A-3043/2011 

Seite 31 

die Zeit der Reise zur Verhandlung und zurück dabei in Anschlag zu brin-

gen ist (Abs. 2).  

8.4.1. Mit Hilfe dieses Vergütungsmodelles lassen sich Arbeiten, welche 

die Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommissionen an ver-

schiedenen Tagen während einiger Stunden zur Vorbereitung der Ver-

handlungen vornehmen, wie insbesondere das Aktenstudium sowie allfäl-

lige Berechnungen und Berichte, schwerlich angemessen entlöhnen. 

Neuere Kostenverordnungen sehen für die Abgeltung solcher Tätigkeiten 

daher explizit Stundenpauschalen vor (vgl. z.B.: Art. 1 Abs. 3 der Verord-

nung der Bundesversammlung vom 23. März 2007 über die Taggelder 

und über die Vergütung von Dienstreisen der Bundesrichter und Bundes-

richterinnen; § 4 der Verordnung des Kantonsrates des Kantons Schwyz 

vom 29. Oktober 1997 über die Entschädigung der nebenamtlichen Rich-

ter, Erziehungsräte und ausserparlamentarischen Kommissionsmitglieder 

[140.520]; Art. 5 Abs. 1 Bst.  b des Dekretes des Kantons Bern vom 

6. Juni 2010 über die Entschädigung der nebenamtlichen Richterinnen 

und Richter geregelten Mitwirkungsvergütungen; Art. 7 der Besoldungs-

verordnung des Kantonsrates des Kantons Appenzell vom 13. September 

2010 für die gerichtlichen Organe [145.12]). Eine solche Regelung fehlt in 

der Kostenverordnung. Weder aus den Materialien noch aus dem Wort-

laut der Kostenverordnung geht allerdings hervor, dass sich der Bundes-

rat im Sinne eines qualifizierten Schweigens bewusst gegen eine Stun-

denpauschale ausgesprochen hätte. Diesbezüglich erweist sich die Kos-

tenverordnung folglich als lückenhaft.  

8.4.2. Diese Lücke (vgl. hinsichtlich der massgeblichen Begriffe: E. 6.2) 

hat das Bundesverwaltungsgericht nach jener Regel zu schliessen, die 

der Bundesrat als Verordnungsgeber nach umfassender Würdigung der 

generell-abstrakten Interessenlage unter dem Gesichtspunkt der Realien, 

der Gerechtigkeit und Rechtssicherheit aufgestellt hätte, wenn er erkannt 

hätte, dass sich eine Entschädigung von Arbeiten, welche die Mitglieder 

der eidgenössischen Schätzungskommission an unterschiedlichen Tagen 

während weniger Stunden vornehmen, mit einem ganzen oder halben 

Taggeld nicht als angemessen erweist (Art. 1 Abs. 2 ZGB). Dabei hat sich 

das Bundesverwaltungsgericht an der bestehenden Vergütungsordnung 

zu orientieren. Insofern bietet es sich an, Arbeiten von Mitgliedern der 

eidgenössischen Schätzungskommission, die nicht am Verhandlungstag 

getätigt werden, mit einer Stundenpauschale zu entschädigen, die sich 

aus der Division des massgeblichen Taggeldansatzes durch die übliche 

Tagessollarbeitszeit von 8.5 Stunden ergibt. Für Mitglieder der eidgenös-

A-3043/2011 

Seite 32 

sischen Schätzungskommission, die hauptberuflich eine selbständige Er-

werbstätigkeit ausserhalb eines technischen Berufes ausüben, beträgt die 

entsprechende Stundenpauschale Fr. 58.80 (Fr. 500.-- : 8.5 Stunden). 

8.5. Im strittigen Zeitraum hat die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für 

die nebenrichterliche Tätigkeit von C._______ ausgehend von einem 

Stundenansatz von Fr. 250.-- insgesamt Fr. 15'425.-- verrechnet (vgl. 

Rechnung vom 24. Januar 2011 [055/2010]). Der detaillierten Rechnung 

vom 22. Dezember 2010 kann entnommen werden, dass vom fakturierten 

Stundenaufwand nur zehn Stunden (Arbeiten vom 19. September 2010 

[1.5 Stunden + 2.0 Stunden + 0.5 Stunden] und vom 8. Dezember 2010 

[6.0 Stunden]) auf Verhandlungstage entfallen. Die übrigen Arbeiten hat 

C._______ an anderen Tagen getätigt, weshalb sie nach Stunden zu ent-

schädigen sind. Dies bedeutet, dass die Vorinstanz der Beschwerdefüh-

rerin für die nebenrichterliche Tätigkeiten von C._______ im strittigen 

Zeitraum gestützt auf Art. 7 i.V.m. Art. 18 Abs. 1 Kostenverordnung eine 

Vergütung im Gesamtbetrag von Fr. 3'790.-- verrechnen darf (halbes 

Taggeld für den 19. September 2010: Fr. 250.-- + Taggeld für den 

8. Dezember 2011: Fr. 500.-- + 3'040.-- [51.7 Stunden ([Fr. 15'425.-- : 

Fr. 250.--] - 10) x Fr. 58.80]). Hinzu kommt laut Art. 5 Kostenverordnung 

eine Staatsgebühr von Fr. 379.-- (Fr. 3'790.-- x 0.1). Für den strittigen 

Zeitraum darf die Vorinstanz der Beschwerdeführerin somit als Folge der 

nebenrichterlichen Tätigkeit von C._______ insgesamt Fr. 4'179.-- 

(Fr. 3'790.-- + Fr. 379.--) belasten. Soweit die Vorinstanz der Beschwer-

deführerin in der angefochtenen Anordnung in darüber hinausgehendem 

Umfang Kosten auferlegt hat, erweist sich die Beschwerde als begründet, 

weshalb die angefochtene Verfügung diesbezüglich aufzuheben ist. 

9.  

Zu prüfen bleibt, wie es sich hinsichtlich der Taggelder verhält, welche die 

Vorinstanz der Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung für 

die Tätigkeit von D._______ verrechnet hat. 

9.1. Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass D._______ 

hauptberuflich als selbständiger Anwalt tätig ist (Beschwerdeschrift, S. 7, 

Vernehmlassung, S. 4). Das Gericht hat keinen Anlass, an der Richtigkeit 

dieser Feststellung zu zweifeln. Damit ist D._______ als Selbständiger-

werbender einzustufen. Hinsichtlich seiner beruflichen Qualifikation ist 

bekannt, dass er Rechtswissenschaft studiert und anschliessend in die-

sem Bereich doktoriert hat. Ausserdem hat er sich zum Immobilienbewer-

ter CAS FH fortgebildet. Ob Dr. iur. D._______ hauptberuflich vorwiegend 

A-3043/2011 

Seite 33 

im einen oder anderen Bereich tätig ist, kann den Akten nicht entnommen 

werden. Diese Frage kann indes offengelassen werden, wenn es sich bei 

keiner dieser Erwerbstätigkeiten um einen technischen Beruf im Sinne 

von Art. 7 Kostenverordnung handelt.  

9.2. Ausgeschlossen werden kann dies ohne Weiteres für sämtliche Er-

werbstätigkeiten, die Dr. iur. D._______ aufgrund seiner rechtswissen-

schaftlichen Aus- und Fortbildung ausübt, da solche Tätigkeiten gemäss 

der Berufsnomenklatur 2000 der Gruppe 7 zuzuweisen sind (vgl. 

E. 5.3.6.). Nicht gleichermassen eindeutig ist die Ausgangslage beim Im-

mobilienbewerter CAS FH. Laut der Homepage der Hochschule Luzern 

werden im Rahmen eines solchen Lehrganges Kenntnisse über die ge-

bräuchlichen Methoden zur Ermittlung des Wertes von Immobilien vermit-

telt, wobei insbesondere auf die unterschiedliche rechtliche Ausgestal-

tung der Grundeigentumsverhältnisse (Baurecht, Wohnrecht, Nutznies-

sung, Stockwerkeigentum) und die diesbezüglich anzuwendenden Schät-

zungsmethoden eingegangen wird (konventionelle Schätzungsmethoden, 

Barwertmethode usw.; vgl.: http://www.hslu.ch/ > Weiterbildung > Certifi-

cate of Advanced Studies CAS > Immobilienbewerter CAS, besucht am 

16. Februar 2012). Dieser Lehrgang befähigt jemanden folglich nicht, als 

Ingenieur, Techniker, technischer Zeichner, technische Fachkraft oder 

Maschinist zu arbeiten. Hierbei handelt es sich demnach nicht um einen 

technischen Beruf im Sinne von Art. 7 Kostenverordnung. Infolgedessen 

darf die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für die nebenrichterliche Tä-

tigkeit von D._______ lediglich ein Taggeld von Fr. 500.-- belasten. 

9.3. In der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz der Beschwerde-

führerin für die nebenrichterliche Tätigkeit von D.________ unter Zugrun-

delegung eines Stundenansatzes von Fr. 285.-- total Fr. 31'706.25 ver-

rechnet (Rechnung vom 18. Januar 2011 [053/2010]: Fr. 21'303.75, 

Rechnung vom 18. Januar 2011 [054/2010]: Fr. 1'781.25, Rechnung vom 

25. Februar 2011 [061/2010]: Fr. 8'621.25). Daraus ist zu folgern, dass 

D._______ im interessierenden Zeitraum 111.25 Stunden für die eidge-

nössische Schätzungskommission Kreis 10 gearbeitet hat (Fr. 31'706.25 : 

Fr. 285.--). Wie viele dieser fakturierten Arbeitsstunden auf einen Ver-

handlungstag entfallen, geht aus den Akten nicht hervor. Die Angelegen-

heit erweist sich daher in dieser Beziehung nicht als spruchreif. In Gut-

heissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung demzufolge 

hinsichtlich der Kosten, welche der Beschwerdeführerin als Folge der ne-

benrichterlichen Tätigkeit von D.________ belastet wurden, aufzuheben 

und die Angelegenheit zur Ergänzung des entscheidrelevanten Sachver-

http://www.hslu.ch/

A-3043/2011 

Seite 34 

haltes und Neuberechnung der im strittigen Zeitraum an D._______ zu 

entrichtenden Taggelder zuzüglich der darauf geschuldeten Staatsgebühr 

zurückzuweisen. Bei der Berechnung der fraglichen Taggelder hat die 

Vorinstanz von einem Taggeldansatz von Fr. 500.-- sowie einem Stun-

denansatz von Fr. 58.80 auszugehen (vgl. zum prozessualen Vorgehen: 

Art. 61 Abs. 1 VwVG; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-

3035/2011 vom 1. März 2012 E. 9.2 und A-8516/2010 vom 15. November 

2011 E. 9.4; MADELEINE CAMPRUBI, Verwaltungsverfahren, Art. 61 N. 11, 

PHILIPPE WEISSENBERGER, Praxiskommentar, Art. 61 N. 16, MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.195).  

10.  

Im Weiteren ist umstritten, welche Kosten die Vorinstanz der Beschwer-

deführerin für die nebenrichterliche Tätigkeit von E._______ und 

F._______ verrechnen darf. Dabei stellen die Parteien zu Recht nicht in 

Abrede, dass diese hauptberuflich als selbständige Architekten tätig sind 

und demzufolge für ihre nebenrichterliche Tätigkeit gestützt auf Art. 7 

Satz 2 Kostenverordnung ein berufsübliches Honorar beanspruchen kön-

nen. Strittig und anschliessend zu überprüfen sind einzig die in Rechnung 

gestellten Honoraransätze. 

10.1. Die berufsübliche Honorierung dient – wie dargelegt – der Kompen-

sation des Erwerbsausfalles, den ein Mitglied der eidgenössischen 

Schätzungskommission infolge seiner nebenrichterlichen Tätigkeit erlei-

det (vgl. E. 5.3.8 ff.). Daraus ist zu folgern, dass der massgebliche Hono-

raransatz nicht von der einem Mitglied in der eidgenössischen Schät-

zungskommission zugewiesenen Aufgabe abhängt, sondern von dessen 

hauptberuflichen Erwerbstätigkeit. Im Falle von E._______ und 

F._______ entspricht der verrechenbare Honoraransatz demzufolge dem 

berufsüblichen Honorar eines Architekten. 

10.2. Die Parteien eines Architekturvertrags, der bisweilen auch als Archi-

tektenvertrag bezeichnet wird, sind im von Art. 20 und Art. 21 OR gesetz-

ten Rahmen frei, die dem Architekten geschuldete Vergütung festzulegen 

(vgl. dispositive Regelungen in Art. 372, Art. 373 und Art. 394 Abs. 3 OR). 

Für verkehrstypische Verträge enthält allerdings die SIA-Ordnung 102, 

die vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) bereits 

vor Jahrzehnten ausgearbeitet und seither mehrfach überarbeitet wurde, 

Richtlinien zur Bemessung des Architektenhonorars. In deren Zentrum 

steht die Beschreibung der üblichen Leistungen des Architekten in Form 

einer umfangreichen Tabelle sowie die Festlegung von Methoden für die 

A-3043/2011 

Seite 35 

Honoarabrechnung. Dabei wird grundsätzlich zwischen einer Honorarab-

rechnung nach Baukosten und jener nach Zeitaufwand unterschieden 

(Art. 6 und 7 der SIA-Ordnung 102, Fassung 2003; http://www.sia.ch/ 

down-load/1002_checkliste.pdf, besucht am 16. Februar 2012). Bei Letz-

terer kann der massgebliche Stundenansatz nach Qualifikationskatego-

rien, Gehältern oder nach einem mittleren Ansatz bestimmt werden (Art. 6 

SIA-Ordnung 102, Fassung 2003). Nach der von der Vorinstanz einge-

reichten Honorarordnung 2001 beträgt der nach diesen Kriterien festge-

legte Stundenansatz minimal Fr. 85.-- bis maximal Fr. 252.-- (Fr. 210.-- x 

120%). Im Mittel beläuft er sich auf Fr. 140.--. Zurzeit erprobt der SIA ein 

neues Honorierungsmodell, das sog. Leistungsmodell 95. Dieses soll die 

bewährten SIA-Ordnung 102 ergänzen. Die SIA-Ordnung 102, allenfalls 

in Verbindung mit dem Leistungsmodell 95, gelangt nur zur Anwendung, 

wenn sie die Parteien ausdrücklich oder stillschweigend für anwendbar 

erklären (statt vieler: PETER LEHMANN, in: Honsell [Hrsg.], Basler Kom-

mentar, Obligationenrecht I, Art. 1-529 OR, Basel 2008, Art. 363 N. 11). 

Gleichwohl ist sie in der Praxis weit verbreitet. 

10.3. Erstmals im Jahr 2008 hat sodann die KBOB unter Mitwirkung der 

SBB AG und der Post AG Empfehlungen zur Honorierung von Architek-

ten herausgegeben (www.kbob.ch, besucht am 16. Februar 2012). Diese 

wurden seither mehrfach überarbeitet, letztmals im Jahr 2011. Sie sehen 

für nach Zeitaufwand abzurechnende Architekturleistungen Stundenan-

sätze zwischen Fr. 96.-- bis Fr. 210.-- vor. Innerhalb dieser Bandbreite ist 

der Honoraransatz nach den in der SIA-Ordnung 102 enthaltenen Kate-

gorien in Abhängigkeit zur Schwierigkeit der sich stellenden Probleme 

und dem Grad der übernommenen Verantwortung festzulegen. Im Mittel 

beträgt der Stundenansatz Fr. 160.--. Auf der Grundlage dieser Richtli-

nien entschädigt die schweizerische Eidgenossenschaft im Allgemeinen 

die von ihr beigezogenen Architekten (vgl. http://www.bbl. admin.ch/kbob/ 

> Organisation und Rechtsgrundlagen, besucht am 16. Februar 2012).  

10.4. Werden diese in der Praxis weit verbreiteten Regelwerke als Grad-

messer für das berufsübliche Honorar eines Architekten genommen, so 

bewegt sich dieses zwischen Fr. 85.-- bis Fr. 252.--. Innerhalb dieses 

Rahmens ist das Honorar in Abhängigkeit zur Schwierigkeiten der zu lö-

senden Probleme und der vom Architekten übernommenen Verantwor-

tung festzulegen. Von der Erfahrungstatsache ausgehend, dass Architek-

ten in der Praxis mit grossen, aber auch alltäglichen Projekten betraut 

werden, dürfte sich deren Honorar durchschnittlich im mittleren Bereich 

der durch die SIA-Ordnung 102 und die Empfehlungen der KBOB festge-

http://www.sia.ch/%20down-load/1002_checkliste.pdf
http://www.sia.ch/%20down-load/1002_checkliste.pdf
http://www.kbob.ch/

A-3043/2011 

Seite 36 

legten Bandbreite bewegen. Jedenfalls kann ausgeschlossen werden, 

dass es stets im oberen Bereich anzusiedeln ist. Werden die von der Vor-

instanz für E._______ und F._______ verlangten Honoraransätze von 

Fr. 195.-- bzw. Fr. 150.-- an diesen Anforderungen gemessen, so er-

scheinen diese angemessen. Die von der Vorinstanz ausgehend von die-

sen Honoraransätzen vergüteten und der Beschwerdeführerin in der an-

gefochtenen Verfügung überbundenen Taggelder im Gesamtbetrag von 

Fr. 4'139.50 (Rechnung vom 18. Januar 2011, 053/2010: Fr. 2'287.-- + 

[E._______] Fr. 1'852.50 [F._______],) sind daher ebenso wenig wie die 

darauf erhobene Staatsgebühr von Fr. 413.95 (Fr. 4'139.50 x O.1; Art. 5 

Kostenverordnung) zu beanstanden.   

10.5. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag nicht zu 

überzeugen. Freilich trifft es zu, dass die Tätigkeit als Mitglied der eidge-

nössischen Schätzungskommission, wie der im Allgemeinen geltende 

Taggeldansatz von Fr. 400.-- bis Fr. 500.-- zeigt, grundsätzlich ein Ele-

ment eines unentgeltlichen und freiwilligen Dienstes an der Öffentlichkeit 

beinhaltet. Von dieser Konzeption hat sich der Bundesrat allerdings in 

Bezug auf Mitglieder der eidgenössischen Schätzungskommission, die 

hauptberuflich eine selbständige Erwerbstätigkeit in einem technischen 

Beruf ausüben, distanziert, indem er ihnen ein berufsübliches Honorar 

zugestanden hat. An diesen Entscheid des zuständigen Verordnungsge-

bers, der durch das Enteignungsgesetz und die Verfassung gedeckt ist 

(vgl. E. 5 ff.), ist das Bundesverwaltungsgericht gebunden, weshalb es 

sich darauf zu beschränken hat, mit einer Plafonierung der zulässigen 

Honorarsätze auf den unteren bis mittleren Bereich gängiger Honorarord-

nungen Exzesse zu vermeiden. Soweit die Beschwerdeführerin im Weite-

ren fordert, auf die Honoraransätze des Jahres 1990 abzustellen, da 

Art. 7 Kostenverordnung zu diesem Zeitpunkt letztmals revidiert worden 

sei, ist anzumerken, dass ein solches Vorgehen im Widerspruch zum 

Wortlaut von Art. 7 Satz 2 Kostenverordnung steht, der mit der Anknüp-

fung an ein berufsübliches Honorar die dauernde Anpassung des mass-

geblichen Entschädigungssatzes impliziert. Die der Beschwerdeführerin 

infolge der Tätigkeit von E._______ und F._______ in der angefochtenen 

Verfügung in Rechnung gestellten Fr. 4'553.45 (Fr. 4'139.50 + Fr. 413.95) 

erweisen sich somit als korrekt, weshalb die dagegen erhobene Be-

schwerde abzuweisen ist. 

10.6. Eine andere Frage ist, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in 

diesem Zusammenhang zusätzlich Auslagen im Betrag von total Fr. 189.- 

(Fr. 27.-- + Fr. 162.--, Rechnung vom 18. Januar 2011 [053/2010]) be-

A-3043/2011 

Seite 37 

lasten darf. Worum es sich hierbei handelt, kann den Akten nicht ent-

nommen werden, womit die entsprechenden Aufwendungen nicht belegt 

sind. Da die Angelegenheit jedoch bereits aus anderen Gründen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. E. 9.3), wird der Vorinstanz die Mög-

lichkeit eingeräumt, die entsprechenden Auslagen zu spezifizieren sowie 

nachzuweisen. In diesem Sinne ist die angefochtene Verfügung hinsicht-

lich der Auslagen von Fr. 189.-- aufzuheben und die Angelegenheit zur 

Ergänzung des entscheidrelevanten Sachverhaltes und zur Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG, vgl. im Üb-

rigen die Hinweise in E. 8.3).  

11.  

Schliesslich erachtet es die Beschwerdeführerin als unzulässig, dass ihr 

die Vorinstanz den mit der Reorganisation der eidgenössischen Schät-

zungskommission Kreis 10 verbundenen Personalaufwand auferlegt hat. 

Zur Begründung dieses Standpunktes führt sie im Wesentlichen aus, laut 

dem Enteignungsgesetz müsse für jeden Kreis eine eidgenössische 

Schätzungskommission eingerichtet und mit dem notwendigen Personal 

besetzt werden. Die Grundkosten, die mit dem Betrieb einer solchermas-

sen dotierten Schätzungskommission verbunden seien, habe die öffentli-

che Hand zu tragen. Demzufolge könnten der Beschwerdeführerin die 

Kosten für die Arbeiten im Zusammenhang mit der Reorganisation der 

eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 10 nicht überbunden wer-

den. Dasselbe gelte für die Aufwendungen, die auf die von der Vorinstanz 

angestrengten bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren gegen die Sis-

tierungsverfügungen des Bundesverwaltungsgerichtes in den Verfahren 

A-2684/2010 und A-6465/201 zurückzuführen seien. Das Bundesgericht 

sei auf die fraglichen Beschwerden mangels Beschwerdelegitimation 

nicht eingetreten. Diesen Verfahrensausgang hätte die Vorinstanz bei ge-

botener Sorgfalt erkennen müssen, stehe ihr doch in den zur Diskussion 

stehenden Verfahren weder ein besonderes Beschwerderecht nach 

Art. 89 Abs. 2 BGG noch ein allgemeines nach Art. 89 Abs. 1 BGG zu. 

Gegen diese Argumentation wendet die Vorinstanz ein, vom Bundesver-

waltungsgericht in seiner Eigenschaft als Aufsichtsbehörde über die Eid-

genössischen Schätzungskommissionen angehalten worden zu sein, den 

räumlichen und personellen Ausbau der eidgenössischen Schätzungs-

kommission Kreis 10 umgehend in Angriff zu nehmen. Die im Nachgang 

an diesen Beschluss getroffenen Anordnungen würden diesem Beschluss 

entsprechen und sich im Rahmen der dort festgelegten Vorgaben bewe-

gen. Sie seien daher nicht zu beanstanden. Soweit sich die Beschwerde-

führerin gegen die Überbindung der Kosten des bundesgerichtlichen Be-

A-3043/2011 

Seite 38 

schwerdeverfahrens wende, sei festzuhalten, dass die Ausgangslage in 

diesem Fall nicht eindeutig gewesen sei und die Vorinstanz auf eine ra-

sche Erledigung der fraglichen Verfahren angewiesen sei. 

11.1. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin in der angefochtenen 

Anordnung im Zusammenhang mit der Reorganisation der eidgenössi-

schen Schätzungskommission Kreis 10 Taggelder für B._______, 

A._______, G._______ sowie H._______ zuzüglich der auf dieser Grund-

lage berechneten Staatsgebühr belastet. Ausserdem hat sie ihr den Per-

sonalaufwand für die bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren in Form 

von Taggeldern zuzüglich Staatsgebühr verrechnet. Ob sich dieses Vor-

gehen als zulässig erweist, hängt davon ab, welche Tätigkeiten mit dem 

Taggeld zu entschädigen sind.  

11.1.1. Der Gesetzgeber hat auf eine allgemeingültige Legaldefinition des 

Taggeldes verzichtet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dieser Begriff, 

soweit ersichtlich, ausschliesslich im Zusammenhang mit den Sozialver-

sicherungen verwendet, indem hiermit eine vorübergehende, nach Tagen 

berechnete Geldleistung bezeichnet wird, mit deren Hilfe ein infolge des 

Eintritts des versicherten Risikos erlittener Einkommensausfall ganz oder 

teilweise kompensiert wird (http://www.socialinfo.ch/cgi-bin/dicopossode/ 

alpha.cfm [Wörterbuch der Sozialpolitik] > Taggelder, besucht am 

16. Februar 2011). Dieses Begriffsverständnis entspricht der im Sozial-

versicherungsrecht geltenden Definition des Taggeldes (vgl. statt vieler: 

UELI KIESER, in: ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Bern/Basel/Genf 2009, Art. 15 

N. 7). Wird sie auf den Bereich der Entschädigung einer nebenrichterli-

chen Tätigkeit übertragen, so handelt es sich hierbei um das pro Ar-

beitstag geschuldete Erwerbseinkommen. 

11.1.2. In der Kostenverordnung finden sich keine Anhaltspunkte, wonach 

der Bundesrat von einem anderen Begriffsverständnis ausgegangen wä-

re. Im Gegenteil lässt die Aufzählung der durch die Taggelder abgegolte-

nen Tätigkeiten in Art. 6 Abs. 2 Kostenverordnung ("Das Taggeld umfasst 

die gesamte vom Präsidenten der eidgenössischen Schätzungskommis-

sion oder seinem Stellvertreter in der Leitung des einzelnen Enteignungs-

falles zu leistende Arbeit, insbesondere die Prüfung aller Eingaben und 

Gesuche sowie der Rechnungen über Gebühren und Entschädigungen, 

die Verfügungen, Entscheide, Beweismassnahmen, Vornahme von Au-

genscheinen, Leitung der Einigungsverhandlung und der Verhandlung der 

Schätzungskommission, endlich die Führung des Protokolls dieser Ver-

handlung sowie der Einigungsverhandlung, sofern kein besonderer Aktu-

http://www.socialinfo.ch/cgi-bin/dicopossode/

A-3043/2011 

Seite 39 

ar beigezogen wird") sowie Art. 7 Abs. 1 Kostenverordnung ("Die Mitglie-

der der Schätzungskommission und der Aktuar beziehen für ihre Mitwir-

kung bei den Verhandlungen, für die Vorbereitung dazu und für besonde-

re Arbeiten ein Taggeld […]") kaum Raum für eine andere Interpretation. 

Dementsprechend ist davon auszugehen, dass mit dem Taggeld sä