# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8da96fbe-0986-5744-ac5f-5db827e14896
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.04.2014 200 2012 975
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-975_2014-04-08.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 27. Juni 2014 abgewiesen (8C_373/2014).

200 12 975 IV
KNB/IMD/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. April 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. September 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Dezember 2008 erstmals zum Bezug einer 
Rente der Invalidenversicherung (nachfolgend IV) bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) an. Zur Art der Behinderung 
gab sie eine Depression an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1 S. 6). 
Die IVB nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor, 
namentlich veranlasste sie eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Gutachten 
vom 8. Juni 2009; AB 16). Nach Erstellung eines Abklärungsberichtes 
Haushalt vom 14. Juli 2009 (AB 18) und Durchführung des Vorbescheidver-
fahrens (AB 19) verneinte die IVB mit Verfügung vom 30. September 2009 
(AB 25) einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 2 %, wobei 
sie von einem Status von 70 % Erwerb und 30 % Haushalt ausging. Diese 
Verfügung blieb unangefochten.

B.

Im Mai 2010 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei 
der IVB an (AB 27). Nach Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (RAD) vom 22. Februar 2011 
(AB 35) stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 28. Februar 
2011 das Nichteintreten auf ihr Leistungsgesuch mangels Glaubhaftma-
chung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse in 
Aussicht (AB 36). Nach Intervention des Rechtsvertreters der Versicherten, 
unter Hinweis auf bislang nicht abgeklärte somatische Erkrankungen 
(AB 42), trat die IVB auf das Leistungsgesuch ein und nahm weitere medi-
zinische Abklärungen vor. Sie holte u.a. ein kardiologisches Gutachten des 
Spitals H.________ vom 9. Dezember 2011 ein (AB 52) und legte die me-
dizinischen Unterlagen dem RAD vor. Dieser hielt in der Stellungnahme 
vom 7. Februar 2012 fest, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes nicht ausgewiesen und die Situation gegenüber Juni 2009 als un-

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verändert anzusehen sei (AB 53). Mit Vorbescheid vom 21. Februar 2012 
kündigte die IVB die Abweisung des Gesuches bei einem unveränderten 
Invaliditätsgrad von 2 % an (AB 55), woraufhin der Rechtsvertreter der Ver-
sicherten eine fehlende psychiatrische Verlaufsbegutachtung rügte (AB 58). 
Die IVB beauftragte in der Folge Dr. med. C.________ mit der psychiatri-
schen Begutachtung (Gutachten vom 21. Juni 2012; AB 69.1) und lehnte 
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 14. Sep-
tember 2012 das Leistungsgesuch mangels invalidisierenden Gesundheits-
schadens ab (AB 70, 77).

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 16. Oktober 2012 Beschwerde mit dem Antrag, es sei die 
Verfügung vom 14. September 2012 aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin zu verurteilen, ihr ab dem 1. Juni 2012 eine Dreiviertelsrente zuzüg-
lich allfälliger Kinderrenten auszurichten. Eventualiter seien die Akten zur 
weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Be-
gründung bringt sie im Wesentlichen vor, mit dem Gutachten von Dr. med. 
C.________ sei ein von Aggravationsverhalten, soziokulturellen Faktoren 
und Somatisierungsstörung unabhängiger invalidisierender psychischer 
Gesundheitsschaden ausgewiesen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2012 schloss die Beschwerde-
gegnerin unter Verweis auf die Begründung in der angefochtenen Verfü-
gung auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

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Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 14. September 2012 (AB 77). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-

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tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere 
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri-
ger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter 
Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in 
allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be-
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht 
in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu-
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu-
tischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-
den Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraus-
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 
V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.3 S. 354). Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende 
Gerichtspraxis ist weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 
2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche 

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Natur des Kriterienkataloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren 
Annahmen (SVR 2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5

2.5.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

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warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.5.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.6 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Dies gilt auch für Revisionsgesuche 
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie 
analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 
V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 

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neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
eingetreten ist und den Rentenanspruch in der angefochtenen Verfügung 
vom 14. September 2012 (AB 77) materiell geprüft hat. Die Eintretensfrage 
ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum 
zwischen der Verfügung vom 30. September 2009 (AB 25) und der Verfü-
gung vom 14. September 2012 (AB 77) eine Veränderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in 
einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu beeinflussen (vgl. 
E. 2.6 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 30. September 2009 (AB 25) basierte in medizi-
nischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. C.________ vom 8. Juni 2009 (AB 16). Dieser diagnostizierte eine 
rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33), aktuell leichte bis mittel-
gradige depressive Episode (ICD-10: F33.0 bzw. F33.1), und eine Pa-
nikstörung bzw. eine episodisch paroxymale Angst (ICD-10: F41.0) mit 
schädlichem Benzodiazepingebrauch (ICD-10: F13.1) bei 51jähriger aus … 
stammender Frau mit fehlender kultureller Eingewöhnung (ICD-10: Z60.3) 
und Problemen in der engen Bezugsgruppe, einschliesslich familiärer Um-

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stände (ICD-10: Z63). In der Untersuchung fänden sich als Hauptbefunde 
eine Nervosität, eine Verunsicherung, eine Desorientiertheit und vor allem 
eine erhebliche "klagsame und jammrige" Befindlichkeit, daneben eine Er-
schöpfung, eine Müdigkeit, eine subdepressive bis leicht depressive Stim-
mungslage mit Freudlosigkeit und Zukunftslosigkeit, Angstäquivalente und 
eine Fixiertheit darauf sowie eine Hypersomnie tagsüber. In Bezug auf die 
Arbeitsfähigkeit seien von Seiten der affektiven Erkrankung bzw. der rezidi-
vierenden depressiven Störung wie von Seiten der Panikstörung gewisse 
Einschränkungen zu erwarten. Es sei von zwei leichten Gesundheitsschä-
den auszugehen, die als Ganzes den leichten Gesundheitsschaden über-
treffen dürften. Insgesamt sei von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von rund 20 % auszugehen. Eine Arbeitstätigkeit von sechs bis maximal 
sieben Stunden täglich, sei dies im Reinigungsdienst oder in einer anderen 
unqualifizierten Tätigkeit, dürfte zumutbar sein. Die Mittagspause sei auf-
grund der Müdigkeit auf mindestens zwei Stunden anzusetzen. Von einer 
Leistungseinbusse sei nicht auszugehen. Bezüglich der Therapie sei an-
zumerken, dass diese nicht ausgeschöpft sei, zumal die Versicherte immer 
wieder Termine nicht einhalte. Die psychosozialen und iv-fremden Faktoren 
(ICD-10: Z60.3 und Z63) dürften weiterhin einen Teil der Symptomatik be-
dingen und nähren. In diesem Sinne sei den wenig optimistischen Zu-
kunftsprognosen des behandelnden Psychiaters zuzustimmen.

3.3 Hinsichtlich des im Rahmen der erstmaligen IV-Anmeldung nicht 
weiter abgeklärten somatischen Gesundheitszustandes sowie der Entwick-
lung des somatischen und des psychischen Gesundheitszustandes seit 
Erlass der Verfügung vom 30. September 2009 (AB 25) lässt sich den Ak-
ten im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Im Schreiben vom 30. Mai 2006 (AB 47 S. 6) berichtete Dr. med. 
D.________, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie FMH, über eine 
am 1. Mai 2006 stattgefundene laparoskopische Adrenalektomie und Ne-
phrektomie links. Die Patientin habe sich vom Eingriff gut erholt. Sie klage 
noch über etwas Müdigkeit und vermehrt depressive Stimmungszustände. 
Es liege eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 1. bis zum 31. Mai 2006 
vor.

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3.3.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Rheumatologie FMH, diagnosti-
zierte im Bericht vom 23. Januar 2009 (AB 45 S. 5 ff.) ein panvertebrales, 
vor allem thorakolumbalbetontes Schmerzsyndrom bei deutlicher Hal-
tungsanomalie, degenerativen Veränderungen (vor allem BWS), myofaszi-
aler Komponente und muskulärer Dysbalance sowie eine Depression und 
einen Status nach Entfernung einer Schrumpfniere links. Differentialdia-
gnostisch ergäben sich keine Hinweise für eine Systemaffektion. Des Wei-
teren fehlten Anhaltspunkte für ein radikuläres Reizsyndrom. Das Be-
schwerdebild sei dem degenerativ-weichteilrheumatischen Formenkreis mit 
myofaszialer Komponente zuzuordnen, wobei die Definitionskriterien für 
Fibromyalgie nicht erfüllt seien. Durch gezielte Physiotherapie sei eine Ver-
besserung, aufgrund der Gesamtkonstellation inklusive der Depression 
jedoch nicht eine vollständige Beschwerdefreiheit zu erwarten. Die Progno-
se sei als günstig anzusehen.

3.3.3 Im Bericht vom 15. Juli 2009 (AB 47 S. 4 f.) hielt Dr. med. 
D.________ fest, die Patientin habe sich wegen multipler Beschwerden 
gemeldet, die seit mehreren Monaten andauern würden. Hauptsächlich 
klage sie über vermehrte Müdigkeit, häufiges Schwitzen, manchmal Herz-
klopfen, Trockengefühl im Hals und intermittierende Bauchschmerzen. Er 
finde für die Beschwerden der Patientin zurzeit kein organisches Korrelat. 
Bei Zustand nach Adrenalektomie und Nephrektomie links wegen primärem 
Aldosteronismus und Schrumpfniere sei der Blutdruck aktuell normoton. 
Die rechte Niere funktioniere einwandfrei. Eine Kardiopathie sei im Jahr 
2008 ausgeschlossen worden, das BNP sei normal. Am ehesten könnten 
die Symptome eine Nebenwirkung der Nortrilen-Therapie sein.

3.3.4 Prof. Dr. med. F.________, Facharzt für Kardiologie und Allgemeine 
Innere Medizin FMH, führte im Bericht vom 5. März 2010 (AB 46 S. 3 f.) 
aus, bei der Patientin mit ausgeprägtem kardiovaskulärem Risikoprofil und 
bekannten atypischen thorakalen Beschwerden beständen einige Episoden 
von thorakalen, drückenden Schmerzen sowie Strangulationsgefühl, belas-
tungsinduziert, welche suggestiv für eine Angina pectoris seien. Eine im 
Oktober 2009 durchgeführte Ergometrie sei elektrisch negativ, jedoch kli-
nisch positiv gewesen. Echokardiographisch könne weiter eine gute Situa-
tion mit erhaltener linksventrikulärer Pumpfunktion mit grenzwertiger 

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Wandhypertrophie des linken Ventrikels im Sinne einer arteriellen Hyperto-
nie ohne strukturelle Herzerkrankung bestätigt werden. Prof. Dr. med. 
F.________ empfahl die Durchführung einer Herzkatheteruntersuchung. Im 
Rahmen dieser Untersuchung konnte eine Erkrankung des rechten Her-
zens oder der Pulmonalgefässe sowie ein Shuntvitium auf Vorhof- oder 
Ventrikelebene ausgeschlossen werden. Es bleibe kardial das Vorliegen 
der hypertensiven Herzerkrankung (Bericht des Spitalzentrums Biel vom 
24. Juni 2010 [AB 46 S. 7]).

3.3.5 Im Aufnahmebericht der Psychiatrischen Dienste G.________ vom 
15. April 2010 (AB 31 S. 3 f.) wurde eine rezidivierende depressive 
Störung, aktuell mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 
F33.10), diagnostiziert. Möglicherweise liege eine Traumatisierung vor.

3.3.6 Mit Schreiben vom 9. Februar 2011 (AB 45 S. 2 ff.) berichtete 
Dr. med. E.________ über eine im November 2009 durchgeführte Fazette-
ninfiltration L5/S1, welche fünf Monate lang geholfen habe. Seither bestän-
den wiederum zunehmend Schmerzen lumbo-sakral, aber auch im Bereich 
der BWS und der HWS. Akupunktur habe nicht geholfen, aktuell werde 
keine Physiotherapie durchgeführt. Hinweise auf eine Systemaffektion oder 
ein radikuläres Reizsyndrom ergäben sich nicht. Aus somatischer Sicht 
seien die Beschwerden mechanisch-statisch bedingt bei degenerativen 
Veränderungen und myofaszialer Komponente mit muskulärer Dysbalance. 
Überlagert werde das Beschwerdebild durch die schwergradige Anpas-
sungsstörung mit Angststörung und ausgeprägter Neigung zu somatofor-
men Störungen. Die konventionellen Röntgenbilder würden abgesehen von 
einer leichten Zunahme der degenerativen Veränderungen im LWS-Bereich 
praktisch stationäre Befunde innerhalb der letzten zwei bis drei Jahre zei-
gen. Aus rheumatologischer Sicht liege kein ernsthaftes körperliches Lei-
den vor.

3.3.7 Dr. med. D.________ verwies im Bericht vom 19. April 2011 (AB 47 
S. 2 f.) auf einen in der Sprechstunde gemessenen normalen Blutdruck 
ohne Einnahme von Blutdruck-Medikamenten. Die Niere sei gegenüber 
den Voruntersuchungen stabil, ihre Funktion betrage geschätzt 65 %. Aus 
Sicht seines Fachgebietes könne keine gesundheitsbedingte Beeinträchti-
gung der Arbeitsfähigkeit postuliert werden. Die Nierenfunktion sei nur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 13

leicht eingeschränkt und verursache keine Symptome. Der Blutdruck sei 
nach Entfernung der Nebenniere anlässlich der Kontrollen bei ihm immer 
normal gewesen.

3.3.8 Im kardiologischen Gutachten des Spitals H.________ vom 9. De-
zember 2011 (AB 52) wurde festgehalten, insgesamt habe sich bei der Un-
tersuchung eine schwere Leistungseinschränkung ohne muskuläre, pulmo-
nale oder kardiale Ursache gezeigt. Die beschriebenen thorakalen Be-
schwerden seien aufgrund der normalen Koronarangiographie (vgl. AB 46 
S. 5), der normalen Rechtsherzkatheteruntersuchung (vgl. AB 46 S. 8), der 
negativen Ergometrien sowie der atypischen Beschwerdebeschreibung klar 
nicht-kardialer Ursache. Zu denken sei an eine psychosomatische oder 
psychogene Ätiologie. Weder anamnestisch noch klinisch hätten sich Hin-
weise für eine Herzinsuffizienz gezeigt. In der Echokardiographie sei eine 
normale systolische Funktion vorhanden gewesen. Bei konzentrischer Hy-
pertrophie habe jedoch eine diastolische Dysfunktion bestanden. Als Ursa-
che davon müsse an ein "Überbleibsel" der früher bestehenden Hypertonie 
oder aber an eine infiltrative Herzerkrankung wie z.B. eine Amyloidose oder 
ein Morbus Fabry gedacht werden. Diesbezüglich sowie zur Beurteilung 
der in den Akten beschriebenen Unklarheit hinsichtlich einer Ektasie der 
Aorta ascendens werde ein kardiales MRI durchgeführt. Dem entsprechen-
den Bericht vom 10. Februar 2012 (AB 54) kann entnommen werden, dass 
einerseits die Aorta ascendens mit maximal 39 Millimeter Durchmesser 
noch normalkalibrig sei und andererseits keine Hinweise auf eine infiltrative 
Kardiopathie, eine kardiale Amyloidose oder einen Morbus Fabry vorlägen. 
Die geklagten Beschwerden seien somit nicht kardial bedingt. Insgesamt 
beständen aus kardiologischer Sicht keine Beeinträchtigungen, die Belast-
barkeit sei uneingeschränkt möglich. Es liege keine verminderte Leistungs-
fähigkeit vor (AB 52 S. 4 f.).

3.3.9 Im Gutachten vom 21. Juni 2012 (AB 69.1) diagnostizierte Dr. med. 
C.________ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-
gradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: 
F33.11), eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1), feh-
lende kulturelle Eingewöhnung (ICD-10: Z60.3) und diverse Probleme in 
der engen Bezugsgruppe, einschliesslich familiärer Umstände (ICD-10: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 14

Z63) sowie ein Nichtbefolgen ärztlicher Anordnungen (ICD-10: Z91.1). Be-
züglich des Verlaufs seit der letzten Begutachtung im Juni 2009 wisse man 
wenig bzw. habe die Versicherte nur sehr rudimentäre Angaben gemacht. 
Es sei augenfällig, dass eine erhebliche Einengung auf die Beschwerden 
bestehe. Diese dürften heute praktisch alleiniger Lebensinhalt sein. Diese 
Fixiertheit auf ihre Beschwerden, mitunter die Schmerzen, eine heute klar 
depressive Stimmungslage sowie dissoziativ anmutende Phänomene in 
Form von Empfindungsstörungen ("Ameisenlaufen") seien im Juni 2009 so 
noch nicht festgestellt worden, was auf eine Akzentuierung bzw. Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes hinweise. Laut Angaben der Pa-
tientin und ihres Mannes bestehe diese seit drei Monaten (AB 69.1 S. 20). 
In der Untersuchung fänden sich als Hauptbefunde eine Nervosität, eine 
Verunsicherung, eine Desorientiertheit, eine klagende und "jammrige" Be-
findlichkeit, daneben eine Erschöpfung, eine Müdigkeit, eine depressive 
Stimmungslage mit Freudlosigkeit und Zukunftslosigkeit, diverse Angstä-
quivalente, auch des hypochondrischen Kreises und eine Fixiertheit darauf 
sowie Schlafstörungen mit frühem Erwachen am Morgen, eine Hypersom-
nie tagsüber, eine Appetitstörung, ein Libidoverlust usw. (AB 69.1 S. 22). 
Während im Jahr 2009 die Somatisierung und die Angst im Vordergrund 
gestanden sein dürften, seien nun die depressiven Beschwerden wie die 
Somatisierung als in etwa gleichermassen im Vordergrund anzusehen. 
Neben der psychiatrischen Multimorbidität von rezidivierender depressiver 
Störung und undifferenzierter Somatisierungsstörung leide die Versicherte 
unter diversen psychosozialen bzw. krankheitsunabhängigen Problemen. 
Es sei davon auszugehen, dass neben biographischen Momenten diese 
psychosozialen Probleme für die psychiatrische Pathologie bzw. insbeson-
dere für die depressive Symptomatik mit aktuell sozialem Rückzug und 
regressivem Verhalten wie auch für das Verharren darin bzw. das Entge-
genhalten einer adäquaten Behandlung verantwortlich zeichneten. Bezüg-
lich der Arbeitsfähigkeit könne davon ausgegangen werden, dass ein tägli-
ches Arbeitspensum von viereinhalb Stunden bzw. von 50 % im Reini-
gungsdienst zumutbar sei. Die Behandlung sei als nicht ausgeschöpft zu 
betrachten, zumal die Versicherte immer wieder Termine bei ihrem behan-
delnden Psychiater nicht einhalte. Zu empfehlen und auch zumutbar sei 
eine Therapie im halbstationären Rahmen in einer psychiatrischen Tages-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 15

klinik, wobei dem verschiedene psychosoziale Faktoren entgegenstehen 
dürften. 

3.4 Gestützt auf die hiervor wiedergegebenen ärztlichen Berichte ist 
erstellt, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht nicht in ihrer 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, obwohl sie an verschiedenen körperli-
chen Beschwerden leidet. So wurde diesen sowohl aus rheumatologischer, 
als auch aus nephrologischer und kardiologischer Sicht kein Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit beigemessen (vgl. E. 3.3.6 bis 3.3.8 hiervor). Etwas 
anderes wird denn auch seitens der Beschwerdeführerin nicht vorgebracht.

3.5 In psychiatrischer Hinsicht spricht die Beschwerdegegnerin den von 
Dr. med. C.________ festgehaltenen Diagnosen bzw. Beeinträchtigungen 
(AB 69.1 S. 25) mit Verweis auf ein Aggravationsverhalten und psychoso-
ziale Faktoren, welche für die psychiatrische Pathologie verantwortlich 
zeichnen würden, einen invalidisierenden Charakter ab. Dies ist nachfol-
gend zu prüfen.

3.5.1 Dr. med. C.________ hielt im Gutachten vom 21. Juni 2012 fest, 
dass neben biographischen Momenten – welche er in seiner ersten gutach-
terlichen Beurteilung ausgeführt habe – psychosoziale Probleme für die 
psychiatrische Pathologie bzw. insbesondere für die depressive Sympto-
matik mit aktuell sozialem Rückzug und regressivem Verhalten wie auch für 
das Verharren darin bzw. das Entgegenhalten einer adäquaten Behandlung 
verantwortlich zeichneten. Als psychosoziale bzw. krankheitsunabhängige 
Probleme führte er zunächst eine fehlende kulturelle Eingewöhnung (ICD-
10: Z60.3) erheblichen Grades an, die sich neben den mangelnden 
Sprachkenntnissen auch in mangelndem Zurechtfinden in der Gesellschaft, 
einer Art sozialer Hilflosigkeit ausdrücke, was in den letzten Jahren zu De-
pendenz und wenig Motivation geführt habe und weiter führen dürfte. Zu 
nennen seien weiter diverse Probleme in der engen Bezugsgruppe, einsch-
liesslich familiärer Umstände (ICD-10: Z63) wie mitunter die Erkrankung 
und Gehbehinderung des Ehemannes, dessen Arbeitslosigkeit und da-
durch verbundene Geldprobleme sowie Probleme mit ihren adoleszenten 
Söhnen (AB 69.1 S. 25). Bezüglich der von ihm erwähnten "biographischen 
Momente" hielt Dr. med. C.________ im Gutachten vom 8. Juni 2009 fest, 
seit oder mit der Einreise in die Schweiz im Jahr 1991 dürfte sich ein Bruch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 16

ereignet haben, seit dem die Versicherte in hausärztlicher und mit – wenn 
auch grösseren – Unterbrüchen in psychiatrischer Behandlung gestanden 
sei. Die im Rahmen der einzigen Hospitalisierung in einer psychiatrischen 
Klinik im Jahr 1994 festgestellten Befunde würden der heutigen Beurteilung 
bzw. dem aktuellen Psychostatus entsprechen. Neben diesem Kulturbruch 
seien bezüglich der krankheitsgenerierenden oder -auslösenden Momente 
die zahlreichen Verluste von Menschen ihres unmittelbaren Umfeldes (Va-
ter [als 21-Jährige], Mutter [wenige Monate nach Einreise in die Schweiz], 
Bruder [sechs Monate nach der Mutter] und Halbschwester [ein paar Jahre 
später]) zu diskutieren (AB 16 S. 13).

In den letzten drei Jahren vor der erneuten Begutachtung seien gemäss Dr. 
med. C.________ weitere Momente hinzugekommen, welche mit der Ak-
zentuierung bzw. der Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu tun 
haben könn(t)en. Zu nennen seien der Stellenverlust und die Arbeitslosig-
keit des Ehemannes seit zwei Jahren, sodann der Verlust ihres Hausarztes 
(Praxisaufgabe), der über viele Jahre eine Art Vertrauter geworden sein 
dürfte, sie am besten gekannt und ihr mit … eine kleine Arbeitsstelle zur 
Verfügung gestellt habe. Auffallend sei die zeitliche Koinzidenz zwischen 
der Praxisaufgabe und der nun festgestellten Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustandes. Denkbar sei, dass die Versicherte mit ihrem heutigen 
regressiven und auf Rückzug bedachten Verhalten familiendynamisch ge-
sehen dem Ehemann im Sinne der Sinnstiftung entgegenkommen könnte, 
wenn sie sich nun zunehmend hilfloser gebärde bzw. sich in seine pflegeri-
sche Obhut begeben habe und dies wohl weiter tun werde. Entsprechend 
habe sich auch der Hausarzt dahingehend geäussert, dass möglicherweise 
aus systemischer Sicht der Ehemann eine wichtige Rolle spiele, welcher 
bei einem "Gesundwerden" der Ehefrau seine über Jahre gepflegte Rolle 
als "Beschützer" der Familie verlieren würde. Dies wäre angesichts seiner 
Behinderung und der Spannungen mit den beiden Söhnen sicherlich mit 
einer gewissen Abwertung verbunden (AB 69.1 S. 21; 31 S. 6). 

3.5.2 Aufgrund der Darlegungen des Gutachters liegen – unstreitig – er-
hebliche psychosoziale bzw. krankheitsunabhängige Probleme vor. Derar-
tige Faktoren vermögen medizinisch zwar die Diagnose einer mittelschwe-
ren Depression zu begründen, führen rechtlich aber nicht ohne Weiteres zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 17

einer Invalidität. Die Biographie der Beschwerdeführerin war und ist ge-
prägt von verschiedenen Belastungssituationen, welche sukzessive aufge-
treten sind. Ob vor diesem Hintergrund eine von der soziokulturellen oder 
psychosozialen Belastungssituation unzweideutig zu unterscheidende und 
in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störung mit Auswirkungen 
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit gegeben ist, erscheint mehr als zwei-
felhaft. Vielmehr enthält die Aktenlage deutliche Anhaltspunkte dafür, dass 
sich die invaliditätsfremden Elemente nicht klar vom medizinischen Leiden 
selbst trennen lassen (vgl. dazu auch Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 11. März 2014, 8C_842/2013, E. 5.1). 

Entscheidend ist zudem, dass die Therapiemöglichkeiten gemäss Dr. med. 
C.________ als nicht ausgeschöpft zu betrachten sind. Zurzeit fänden laut 
Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater durchschnittlich alle drei 
Wochen Sitzungen statt, wobei die Versicherte immer wieder auch unab-
gemeldet fehle. Zudem habe es einen mehrmonatigen Unterbruch gegeben 
(AB 69.1 S. 17). Bereits im Gutachten vom 8. Juni 2009 ging Dr. med. 
C.________ von einer nicht ausgeschöpften Therapie aus, zumal die Ver-
sicherte immer wieder Termine nicht einhalte (AB 16 S. 16). Dieselbe Fest-
stellung findet sich – wie erwähnt – ebenfalls im aktuellen Gutachten (AB 
69.1 S. 27). Dr. med. C.________ hielt weiter fest, angesichts einer gewis-
sen Verschlechterung des Gesundheitszustandes in den letzten Jahren 
und insbesondere auf Grund der regressiven Tendenzen, eines sozialen 
Rückzugs, einer Verkettung (im Sinne einer Art "folie à deux") mit ihrem 
Ehemann sei ein ambulantes Setting derzeit als ungenügend zu erachten. 
Zu empfehlen sei ein halbstationärer Rahmen bzw. ein längerer (mehrmo-
natiger und ganztägiger) Aufenthalt in einer psychiatrischen Tagesklinik. 
Dies nicht zuletzt, damit die Versicherte wieder eine gewisse Autonomie 
erlangen könne. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die verschiedenen 
psychosozialen Faktoren dem entgegenstünden. Trotzdem dürfte ihr diese 
Behandlungsform zumutbar sein. Unter Ausschöpfung der beschriebenen 
therapeutischen Möglichkeiten wäre eine gewisse Aufhellung der Be-
schwerde zu erwarten, jedoch nicht eine wesentliche Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit, was jedoch auch der Einengung von Seiten der Biogra-
phie, der aktuell schwierigen psychosozialen Situation, dem Aggravations-
verhalten und nun auch dem fehlenden Behandlungswillen zuzuschreiben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 18

sei (AB 69.1 S. 27). Angesichts dieser fachmedizinischen Einschätzung 
und des Umstands, dass leichte bis höchstens mittelschwere Störungen 
aus dem depressiven Formenkreis als therapierbar gelten (Entscheid des 
BGer vom 14. August 2013, 9C_917/2012, E. 3.2), ist zu folgern, dass die 
psychische Beeinträchtigung hier keinen invalidisierenden Charakter auf-
weist. 

3.5.3 Für denselben Schluss spricht im Übrigen auch das bereits erwähn-
te Aggravationsverhalten der Beschwerdeführerin (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 
51; SVR 2013 IV Nr. 12 S. 30 E. 5.2). Diesbezüglich hält der Gutachter 
fest, in der Untersuchung für Suchtstoffe im Urin (AB 69.2) hätten sich kei-
ne Benzodiazepine nachweisen lassen, was völlig konträr zu den Schilde-
rungen der Versicherten und ihres Ehemannes stehe, wonach sie aufgrund 
ihrer Beschwerden bis zu vier Tabletten Temesta einnehme, wobei die ers-
te Medikation bereits um drei oder vier Uhr morgens erfolge (AB 69.1 
S. 22). Der geschilderte Benzodiazepinkonsum dürfte als Vortäuschung 
falscher Tatsachen zu verstehen sein. Die geschilderten frühmorgendlichen 
Beschwerden seien im Sinne eines Aggravationsverhaltens, im Sinne einer 
subjektiven Überzeichnung eines Leidenszustandes sowie einer Übertrei-
bung vorhandener, in ihren tatsächlichen Auswirkungen nicht so schwer 
wiegender Beeinträchtigungen des aktuellen Gesundheitszustandes zu 
verstehen. Auf Grund dieser übertriebenen und aggraviert daherkommen-
den Schilderungen der frühmorgendlichen Beschwerden sei im Sinne des 
Wahrscheinlichen davon auszugehen, dass auch bezüglich der anderen 
Beschwerden ein Aggravationsverhalten vorliege (AB 69.1 S. 24). Unter 
diesen Umständen stellt sich die Frage, ob mit dem Gutachter überhaupt 
von einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit 
seiner letzten Begutachtung ausgegangen werden kann, sind doch die von 
ihm erhobenen Befunde in beiden Gutachten relativ ähnlich (AB 16 S. 14; 
69.1 S. 22; vgl. E. 3.3 und 3.3.9 hiervor). Diese Frage kann jedoch offen 
bleiben, da – wie vorstehend aufgezeigt – der attestierten depressiven Er-
krankung auch aktuell kein invalidisierender Charakter beizumessen ist. 

3.5.4 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag zu keiner 
anderen Einschätzung zu führen. Gemäss ihr treffe es zu, dass Dr. med. 
C.________ ein Aggravationsverhalten und soziokulturelle Belastungsfak-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 19

toren festgestellt habe, entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ha-
be er sich jedoch bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit explizit mit die-
ser Problematik auseinandergesetzt und detailliert ausgeführt, inwiefern 
sich die einzelnen Komponenten (psychisches Leiden, Somatisierungs-
störung, Aggravationsverhalten, weitere Faktoren) auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirken würden. Nach profunder Abwägung der einzelnen Aspekte 
komme Dr. med. C.________ zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit 50 % 
betrage (Beschwerde S. 7 Ziff. 4). Es ist zwar korrekt, dass Dr. med. 
C.________ sich mit den verschiedenen Diagnosen sowie weiteren Fakto-
ren auseinandersetzt und deren jeweiligen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
diskutiert, allerdings sind seine Ausführungen diesbezüglich (AB 69.1 S. 
26) bei objektiver Beweiswürdigung nicht überzeugend: Zunächst hält er 
fest, auch wenn keine kognitiven Einschränkungen vorlägen, die Antriebs-
problematik nicht als schwer einzustufen sei, dürften die somatisierten Be-
schwerden und vor allem die Schmerzen auf Grund der depressiven Stim-
mungslage, ihrer Hoffnungs- und Zukunftslosigkeit usw. die Toleranz einer 
Arbeitstätigkeit reduzieren. Damit lässt der Gutachter durchblicken, dass 
die von ihm diagnostizierte undifferenzierte Somatisierungsstörung der 
Hauptgrund für die attestierte Arbeitsunfähigkeit darstelle. Im Gegensatz 
dazu spricht er im Weiteren von einer aufgrund des mittelgradig depressi-
ven Zustandsbildes um 50 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, welche auf-
grund der Somatisierungsstörung – vor allem weil sie in Kombination mit 
der affektiven Störung auftrete – zusätzlich eingeschränkt werde, so dass 
insgesamt von einem zumutbaren Arbeitspensum von täglich drei bis vier 
Stunden auszugehen sei. Schliesslich führt der Gutachter aus, aufgrund 
des Vorliegens eines Aggravationsverhaltens dürfte die zumutbare Arbeits-
fähigkeit entsprechend etwas höher, insgesamt bei 50 %, liegen. Hierzu ist 
festzuhalten, dass einerseits eine Ausscheidung von invaliditätsfremden 
bzw. psychosozialen Faktoren entgegen der Darstellung der Beschwerde-
führerin nicht erfolgt ist, hat der Gutachter doch festgehalten, psychosoziale 
Probleme seien für die psychiatrische Pathologie bzw. für das Verharren 
darin verantwortlich (AB 69.1 S. 25; E. 3.5.1 hiervor). Eine Ausscheidung 
erfolgte lediglich hinsichtlich des Aggravationsverhaltens. Diesbezüglich 
stellt sich in der Konsequenz dann jedoch die Frage, ob – auch unter 
Berücksichtigung der im Vergleich zum Vorgutachten ähnlichen Befunde 
(vgl. E. 3.5.3 hiervor) – die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Epi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 20

sode überhaupt gestellt werden kann. Auch dies kann beim vorliegenden 
Ergebnis offen bleiben.

3.5.5 Was die diagnostizierte undifferenzierte Somatisierungsstörung 
(ICD-10: F45.1) betrifft, sind auf diese die zu den somatoformen Schmerz-
störungen entwickelten Grundsätze analog anwendbar, da es aus Gründen 
der Rechtssicherheit geboten ist, sämtliche pathogenetisch-ätiologisch un-
klaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische 
Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen zu 
unterstellen (BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 
E. 3.2.3 S. 283).

Im Vordergrund der Prüfung der Möglichkeit der willentlichen Überwindung 
der somatoformen Schmerzstörung bzw. hier der undifferenzierten Somati-
sierungsstörung steht die Frage, ob eine psychische Komorbidität von er-
heblicher Schwere, Ausprägung und Dauer gegeben ist (vgl. E. 2.2.3 hier-
vor), welche ein von den belastenden Lebensumständen verselbstständig-
tes und davon unterscheidbares Leiden darstellt (Entscheid des BGer vom 
27. November 2009, 8C_591/2009, E. 4.1). Wie vorstehend ausgeführt, 
trifft dies auf die gutachterlich attestierte rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischen Sympto-
men (ICD-10: F33.11) nicht zu (vgl. E. 3.5.2 hiervor).

Sodann lassen die weiteren Kriterien (vgl. E. 2.2 hiervor) nicht auf eine 
ausnahmsweise Unzumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung 
schliessen: Zwar spricht Dr. med. C.________ von einem sozialen Rück-
zug (AB 69.1 S. 21). Dieser ist allerdings insofern zu relativieren, als die 
Beschwerdeführerin bis rund zwei Monate vor der Begutachtung zwei Mal 
wöchentlich bei ihrem damaligen Hausarzt … verrichtet hatte. Von einem 
schwerwiegenden, nahezu umfassenden sozialen Rückzug mit gleichsam 
apathischem Verharren in sozialer Isolierung (BGE 130 V 352 E. 3.3.2 
S. 359) ist damit nicht auszugehen. Es bestehen chronische körperliche 
Begleiterkrankungen, welchen jedoch keine Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit zukommt (vgl. E. 3.4 hiervor). Ein mehrjähriger, chronifizierter 
Krankheitsverlauf mit weitgehend unveränderter Symptomatik ohne länger 
dauernde Rückbildung lässt sich zwar mit Bezug auf die Schmerzproble-
matik nicht von der Hand weisen; dieser Verlauf ist jedoch für Somatisie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 21

rungsstörungen diagnosespezifisch und daher nicht ausschlaggebend 
(Entscheid des BGer vom 16. Dezember 2008, 8C_195/2008, E. 7.3). Fer-
ner sind keine Anzeichen für einen primären Krankheitsgewinn vorhanden. 
Im Gegenteil ist im Sinne der vom Gutachter erwähnten familiendynami-
schen Situation (Sinnstiftung für den Ehemann; AB 69.1 S. 21) eher von 
einem iv-rechtlich unbeachtlichen sekundären Krankheitsgewinn auszuge-
hen. Schliesslich ist mit dem Gutachter nicht von einem Scheitern einer 
konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz 
kooperativer Haltung der versicherten Person auszugehen (AB 69.1 S. 27; 
vgl. E. 3.5.2 hiervor). 

3.6 Nicht zu beanstanden ist entgegen dem Vorbringen der Beschwer-
deführerin (Beschwerde S. 6 Ziff. 3), dass die Beschwerdegegnerin nun-
mehr einen invalidisierenden Gesundheitsschaden verneint, während sie in 
der Verfügung vom 30. September 2009 (AB 25) den Invaliditätsgrad noch 
bei 2 % festgesetzt hat. Es kann nämlich offen bleiben, ob ein Neuanmel-
dungsgrund vorliegt oder nicht, da so oder anders kein Anspruch auf eine 
Rente besteht.

3.7 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin das Leistungsge-
such der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde er-
weist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/12/975, Seite 22

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.