# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da21394e-451e-5146-b946-97822f68c0f9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.07.2008 E-4322/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4322-2008_2008-07-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4322/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  J u l i  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X._______, Kolumbien,
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren);
Verfügung des BFM vom 20. Juni 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4322/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin  am 7. Juni  2008 bei  den Grenzpolizei-
behörden am Flughafen Zürich-Kloten ein Asylgesuch einreichte,

dass das BFM mit gleichentags eröffneter Verfügung der Beschwerde-
führerin die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigerte und ihr ge-
mäss Art. 22 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
den Transitbereich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zuwies,

dass  die  Beschwerdeführerin  am 8. Juni  2008 summarisch zu  ihren 
Asylgründen befragt wurde und am 18. Juni 2008 die Bundesanhörung 
stattfand,

dass  sie  dabei  im  Wesentlichen  vorbrachte,  sie  sei  kolumbianische 
Staatsangehörige mit  letztem Wohnsitz in A._______ und sei wie ihr 
Bruder  Mitglied  der  (...),  die  gegen jegliche rebellische Aktivitäten  – 
insbesondere jene der 'Fuerzas Militares Revolutionarias de Colombia' 
(FARC) – sei und sowohl den kandidierenden Bürgermeister (...) sowie 
einen  Cousin  (der  Beschwerdeführerin),  der  für  den  Gemeinderat 
kandidiert habe, unterstützt habe,

dass ihr Vater Anführer dieser Partei gewesen sei, 

dass ihr  Vater im Dezember 2001 spurlos verschwunden sei,  worauf 
ihre  Familie  Nachforschungen  über  seinen  Verbleib  unternommen 
habe,

dass  diese  Nachforschungen  ergeben  hätten,  dass  ihr  Vater 
zusammen mit drei Verwandten und einem Freund der Familie von der 
FARC gefoltert und umgebracht worden seien,

dass  ihre  Mutter  im  August  2002  von  Mitgliedern  der  FARC  zur 
Zahlung von 30 Millionen Pesos erpresst  und zur Überlassung ihres 
Viehbestandes gezwungen worden sei,  ansonsten einer  ihrer  Söhne 
ebenfalls umgebracht würde,

dass sie im Januar 2004 eine Arbeitsstelle im (...) gefunden habe, wo 
sie im Rahmen des Projekts (...) viel Kontakt mit (...) gehabt habe, mit 
welchen sie oft über die Guerilla sowie über das Schicksal ihres Vaters 
und der vier anderen Opfer gesprochen habe,

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dass sie im Januar 2006 einen ersten Drohanruf  der FARC erhalten 
habe und aufgefordert worden sei, die Nachforschungen bezüglich des 
Todes  der  fünf  Personen  einzustellen,  ansonsten  sie  umgebracht 
würde,

dass  sie  mit  Hilfe  eines  Cousins,  der  in  B._______  lebe,  eine 
dreimonatige  Arbeitsbewilligung  in  B._______  erhalten  habe,  worauf 
sie  dorthin  gezogen,  jedoch  nach  einem  Monat  wieder  nach 
A._______ zurückgekehrt sei, da ihr die Arbeit nicht gefallen habe,

dass sie und ihr Bruder im Januar/Februar 2008 von einem Landwirt 
erfahren hätten, dass sowohl ihr Vater als auch die vier anderen Opfer 
vor ihrem Tod brutal  gefoltert  und misshandelt  worden seien, worauf 
sie ihre Nachforschungen eingestellt habe,

dass  sie  im  Juni  2007  zu  Hause  von  Guerilleros  aufgesucht, 
beschimpft und erneut aufgefordert worden sei, ihre Nachforschungen 
zu unterlassen,

dass sie tags darauf nach C._______ gefahren sei, um dort  Anzeige 
zu erstatten und um Schutz zu ersuchen, jedoch an die Behörden in 
D._______  verwiesen  worden  sei,  die  ihre  Anzeige 
entgegengenommen  und  ihr  dort  angeboten  hätten,  eine  sichere 
Unterkunft in D._______ zu organisieren,

dass die Behörden in C._______ zudem die Behörden in A._______ 
aufgefordert hätten, ihr den nötigen Schutz zu gewähren,

dass  sie  das  Angebot  der  sicheren  Unterkunft  in  D._______  nicht 
angenommen habe, sondern nach A._______ zurückgekehrt sei, und 
die Polizei in der Folge von Zeit zu Zeit Kontrollgänge vor ihrem Hause 
durchgeführt habe,

dass  sie  als  Vertriebene  anerkannt  und  ihr  sowie  ihrer  Familie  eine 
staatliche finanzielle Unterstützung entrichtet worden sei,

dass ihre Familie einen Cousin, der ebenfalls der (...) angehöre und für 
das  Bürgermeisteramt  von  A._______  kandidiert  habe,  unterstützt 
habe,

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dass  dieser  Cousin  jedoch  einem  Bewerber  der  Partei  FARC 
stimmenmässig unterlegen gewesen sei,  weshalb sie und ihr  Bruder 
seit diesem Zeitpunkt in Gefahr gewesen seien,

dass  sie  darauf  zu  einer  Tante  in  A._______  und  später  zu  einem 
Freund nach C._______ gegangen seien,

dass sie im Dezember 2007 von ihrer Mutter erfahren habe, dass die 
FARC immer noch nach ihr und ihrem Bruder suchen würden, worauf 
sie mit Hilfe von Onkeln und Tanten nach (...) ausgereist seien,

dass  sie  und  ihr  Bruder  am  26.  Februar  2008  in  (...)  erfolglos  ein 
Asylgesuch gestellt  hätten,  worauf  sie  über  C._______ am 13. März 
2008 wieder nach A._______ zurückgekehrt seien,

dass sie und ihr  Bruder  zurück in  A._______ wiederholt  Drohanrufe 
der FARC erhalten hätten und behelligt worden seien,

dass sie am 25. März 2008 bei der Staatsanwaltschaft in A._______ 
Anzeige  habe  einreichen  wollen,  worauf  sie  an  die  Polizei  weiter-
gewiesen, jedoch auch dort nicht ernstgenommen worden sei,

dass sie am 26. März 2008 nach E._______ gegangen sei und dort mit 
Hilfe eines Angestellten der Staatsanwaltschaft Anzeige an die Präsi-
dentschaft  der  Republik,  an  die  'Defensoría  del  Pueblo'  und  an  die 
'Personeria' erstattet habe, worauf sie nach C._______ zurückgekehrt 
sei,

dass ihre Familie am 1. April 2008 wiederum einen Drohbrief erhalten 
habe und am 3. April 2008 wiederum Schüsse auf ihr Haus abgegeben 
worden seien, so dass auch ihr Bruder nach C._______ habe flüchten 
müssen,

dass sie am 16. Mai 2008 von einem Angestellten des CTI, Departe-
ment Nariño, angerufen worden sei, welcher ihr mitgeteilt  habe, dass 
das Präsidentenamt dem Untersuchungsrichteramt in A._______ den 
Auftrag erteilt  habe, ihre Anzeige entgegenzunehmen, und sie in der 
Folge am 18. Mai 2008 nach A._______ zurückgekehrt sei, um diese 
Anzeige zu erstatten,

dass am 1. Juni 2008 erneut ein Drohanruf bei ihr eingegangen sei,

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dass sie und ihr Bruder am 3. Juni 2008 einen Angestellten der CTI 
getroffen  hätten,  welcher  ihnen  Ratschläge  zu  Sicherheitsmass-
nahmen  (Wohnungswechsel,  Wechsel  der  Mobiltelefonnummer,  etc.) 
erteilt habe, 

dass  er  auch  die  genauen  Umstände  des  Todes  ihres  Vaters  habe 
aufklären und zudem dafür sorgen wollen, dass dem Untersuchungs-
richter  und den Polizisten,  die sich anfangs nicht  um sie gekümmert 
hätten, gekündigt werde,

dass sie seitens der  Behörden nicht  die erhoffte  Hilfe erhalten habe 
und die FARC immer noch gewusst habe, wo sie und ihr Bruder sich 
aufgehalten hätten, 

dass sie aus diesen Gründen mit Hilfe der 'Defensoria del Pueblo' ihr 
Heimatland verlassen habe,

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 
vom  20.  Juni  2008  ablehnte,  sie  aus  dem  Transitbereich  des  Flug-
hafens Zürich wegwies und den Vollzug der Wegweisung anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, bei den Vor-
bringen der Beschwerdeführerin  handle es sich nicht  um eine staat-
liche  Verfolgung  und  der  kolumbianische  Staat  verfüge  über  eine 
funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur  – so einen funktio-
nierenden Polizeiapparat sowie ein Rechts- und Justizsystem –, wes-
halb  vom Schutzwillen  und der  Schutzfähigkeit  des kolumbianischen 
Staates auszugehen sei und die notwendigen staatlichen Organe zur 
Verfügung stehen würden, respektive in Anspruch genommen werden 
könnten,

dass die Beschwerdeführerin selbst zu Protokoll gegeben habe, dass 
der  Staat  Massnahmen  getroffen  habe,  um  ihre  Verfolgung  zu 
verhindern  und  die  Untersuchungs-  und  Polizeiorgane  angewiesen 
worden  seien,  der  Beschwerdeführerin  den  nötigen  Schutz  zu 
gewähren,  wie  beispielsweise  durch  das  Angebot  einer  sicheren 
Unterkunft  in  D._______,  die  Patrouillienfahrten,  die  finanzielle 
Unterstützung durch den Staat sowie die Zusicherung, dass gewisse 
amtliche Personen aus oben genannten Gründen entlassen würden,

dass  es  sich  bei  der  Beschwerdeführerin  zudem  nicht  um  eine 
landesweit  bekannte  Persönlichkeit  handle,  weshalb  nicht  ersichtlich 

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sei, was für ein Verfolgungsinteresse die FARC an ihr haben sollte und 
ihr folglich eine innerstaatliche Fluchtalternative zur Verfügung stünde,

dass die FARC aufgrund der jüngsten Ereignisse sehr geschwächt sei 
und daher nicht in der Lage wäre, die Beschwerdeführerin landesweit 
zu verfolgen, selbst wenn die FARC dazu willig wäre,

dass  die  Vorbringen der  Beschwerdeführerin,  sie  sei  noch weiterhin 
mehrfach  bedroht  worden,  nachdem  sie  mit  ihren  Nachforschungen 
über den Tod ihres Vaters aufgehört habe, auch unter dem Blickwinkel 
der Glaubwürdigkeit keine Asylrelevanz begründen würden,

dass  nicht  glaubhaft  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund der 
Unterstützung ihres Cousins, der für das Bürgermeisteramt kandidiert 
habe, bedroht worden sei, 

dass viele Bewohner  von A._______ ihren Cousin unterstützt  hätten 
und von der FARC nicht behelligt  worden seien, so auch der Cousin 
der  Beschwerdeführerin,  der  selbst  keine  Probleme  mit  der  FARC 
gehabt habe,

dass die Aussagen der Beschwerdeführerin betreffend ihre aktive Mit-
gliedschaft bei der konservativen Partei äusserst dürftig und unsubs-
tanziiert ausgefallen seien,

dass sie schliesslich auch nicht  in der Lage gewesen sei,  die Droh-
anrufe zu beschreiben oder den Inhalt der Drohbriefe den Grundzügen 
nach darzulegen,

dass ihre Vorbringen insgesamt den Anforderungen an die Flüchtlings-
eigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  sowie  den  Anforderungen  an  die 
Glaubwürdigkeit  gemäss Art.  7  AsylG  nicht  standhalten  würden  und 
das Asylgesuch abzulehnen sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  verschiedenste  Dokumente  – unter 
anderem auch ihren echten Reisepass – ins Recht legte,

dass die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe vom 27. Juni  2008 gegen 
diesen  Entscheid  Beschwerde  erhob,  die  Aufhebung  der  angefoch-
tenen  Verfügung  und  die  Asylgewährung  oder  jedenfalls  die  Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft beantragt,

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dass sie eventualiter beantragt, es sei die Unzulässigkeit, allenfalls die 
Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  die 
vorläufige Aufnahme anzuordnen, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht schliesslich beantragt, es sei 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  die 
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  30.  Juni  2008  beim  Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  des BFM 
entscheidet  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  31-24  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]; 
Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung 
berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

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dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung des Leibes, 
des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken,  gelten,  wobei  den 
frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu tragen ist,

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das BFM in der angefochtenen Verfügung darlegt,  weshalb die 
geltend gemachten Verfolgungsvorbringen den Anforderungen an die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  genügen  und  keine  den  Vollzug  der 
Wegweisung  nach  Kolumbien  undurchführbar  erscheinen  lassende 
Gründe vorliegen,

dass  sich  aufgrund  der  Akten die  vorinstanzlichen  Erwägungen  als 
zutreffend erweisen,

dass vorweg zur Vermeidung von Wiederholungen daher auf die nicht 
zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann (Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 
AsylG und Art. 4 VwVG),

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dass die Vorbringen und die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe 
nicht  geeignet  sind,  eine  Änderung  der  angefochtenen  Verfügung 
herbeizuführen,

dass  sich  die  Vorinstanz  –  entgegen  den  Vorbringen  der  Beschwer-
deführerin  –  genügend  differenziert  und  einlässlich  mit  ihrem  Asyl-
gesuch auseinandergesetzt  hat  und die Vorbringen der Beschwerde-
führerin  sowie  die  Lage  in  Kolumbien  eingehend  und  umfassend 
geprüft hat,

dass  zwar  wie  die  Beschwerdeführerin  ausführt,  die  schweizerische 
Asylpraxis zur flüchtlingsrechtlichen Relevanz einer Verfolgung inzwi-
schen von der Zurechenbarkeitstheorie  – wonach die von einer Asyl 
suchenden Person erlittenen Nachteile ihrem Heimat- oder Herkunfts-
staat entweder unmittelbar oder mittelbar in einer Weise zugerechnet 
werden  konnten,  dass  dieser  dafür  zumindest  mitverantwortlich  er-
schien – zur Schutztheorie übergegangen ist (vgl. Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2006 Nr. 18),

dass nach der  Schutztheorie  die flüchtlingsrechtliche Relevanz einer 
Verfolgung  somit  nicht  von  der  Frage  ihres  Urhebers,  sondern  vom 
Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat oder 
unter gewissen Umständen durch einen so genannten Quasi-Staat ab-
hängt,  und  in  diesem  Sinne  auch  der  Unterscheidung  zwischen 
Schutzunwilligkeit  und  -unfähigkeit  des  Heimatstaats  (beziehungs-
weise allenfalls eines Quasi-Staats) grundsätzlich keine entscheidende 
Bedeutung mehr zukommt (a.a.O., E. 10.2, S. 202),

dass damit Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat als 
ausreichend zu qualifizieren ist, wenn die betroffene Person effektiven 
Zugang zu einer funktionierenden und effizienten Infrastruktur hat und 
ihr  die  Inanspruchnahme  eines  solchen  innerstaatlichen  Schutz-
systems  individuell  zumutbar  ist,  wobei  es  der  entscheidenden 
Behörde obliegt, die konkrete Effektivität des Schutzes im Heimatland 
abzuklären und zu begründen (a.a.O., E. 10.3, S. 203),

dass  die  Vorinstanz  diesbezüglich  zutreffend  ausführte,  der  Staat 
verfüge  über  eine  funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur, 
insbesondere  über  einen funktionierenden Polizeiapparat  sowie  über 
ein  Rechts-  und  Justizsystem  und  die  kolumbianischen  Behörden 

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würden  die  Aktivitäten  der  Guerilla  mit  allen  ihnen  zur  Verfügung 
stehenden Mitteln bekämpfen,

dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Aussagen auf Departe-
mentsebene  wie  auch  auf  staatlicher  Ebene  effektiven  Zugang  zu 
einer funktionierenden und effizienten Schutz-Infrastruktur hat, die sie 
bereits in Anspruch nahm und künftig bei Bedarf wieder in Anspruch 
nehmen kann, wodurch von der Schutzfähigkeit des kolumbianischen 
Staates auszugehen ist,

dass  nach  dem  Gesagten  eine  Schutzgewährung  der  Beschwerde-
führerin seitens der kolumbianischen Behörden nicht zu verneinen ist,

dass  zusammenfassend  festzuhalten  ist,  dass  damit  die  Vorbringen 
der Beschwerdeführerin  nicht  asylrelevant  sind und es sich erübrigt, 
auf die entsprechenden Ausführungen in der Beschwerde noch näher 
einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können,

dass dennoch der Vollständigkeit halber zu erwähnen ist, dass die Vor-
bringen der Beschwerdeführerin  in  zentralen Punkten nicht  nachvoll-
ziehbar sind,

dass sie bezüglich ihrer Verfolgung aussagte, aufgrund der familiären 
Unterstützung der Kandidatur ihres Cousins als Bürgermeister würden 
sie und ihr Bruder von der FARC gesucht und bedroht,

dass diesbezüglich nicht nachvollzogen werden kann, wieso weder ihr 
Cousin,  der  sich  mit  seiner  Kandidatur  für  die  (...)  exponierte  und 
gegen FARC-Mitglieder in den Wahlkampf stieg, nicht selbst von den 
Guerillas behelligt worden ist,

dass des Weiteren unglaubhaft  ist,  dass auch ihre übrigen Familien-
mitglieder  von der  FARC weder  bedroht  noch behelligt  worden  sind 
und  insbesondere  ihr  Bruder  nach  dem  negativen  Asylentscheid  in 
Spanien wieder nach C._______ gezogen sei und bis zu ihrer Ausreise 
immer noch dort  gelebt  habe,  obwohl  auch er  bedroht  und behelligt 
worden sei,

dass die Schilderungen der Beschwerdeführerin zu ihren Verfolgungs-
gründen nicht nachvollzogen werden können,

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dass sie aussagte, nach dem Tod ihres Vaters im Dezember 2001 von 
der FARC bedroht worden zu sein und erst sieben Jahre danach mit 
ihrem Bruder nach (...),  und am 6. Juni 2008 alleine in die Schweiz 
ausgereist zu sein,

dass  damit  nicht  ersichtlich  und  nicht  nachvollziehbar  ist,  dass  die 
FARC überhaupt ein Verfolgungsinteresse an der Beschwerdeführerin 
hat, zumal die Beschwerdeführerin nicht in einer exponierten Stellung 
für die konservative Partei tätig war,

dass  die  Beschwerdeführerin  zudem  keine  landesweit  bekannte 
Persönlichkeit ist und sie auch nicht dartut, inwiefern sie sich für die 
konservative Partei politisch aktiv engagiert habe,

dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelungen ist, die Flücht-
lingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, 
weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 

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(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat der 
Beschwerdeführerin  noch individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der Wegwei-
sung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion gegen-
standslos geworden ist,

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dass  die  Beschwerdeführerin  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG beantragt,

dass gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG von der Erhebung von Verfahrens-
kosten abgesehen werden kann,  wenn die  Beschwerdeführerin  nicht 
über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt  und  ihr  Begehren  nicht  aus-
sichtslos erscheint,

dass das Verfahren aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aus-
sichtslos  zu  bezeichnen  ist  und  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  somit 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. 
Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  der  Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 600.--  werden der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; 
Beilage: Einzahlungsschein; vorab per Telefax)

- das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren,  mit  den  Akten  Ref-Nr. 
N_______ (per Express, in Kopie; vorab per Telefax)

- die  Flughafenpolizei,  Grenzpolizeiliche  Massnahmen  /  Asyl  (per 
Telefax)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand:

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