# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3201b8d-2afb-5d96-8c1f-c7ad0bc30531
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2000-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht I. öffentlich-rechtliche Abteilung 26.06.2000 1P.614/1999
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_001_1P-614-1999_2000-06-26.html

## Full Text

[AZA 3] 

1P.614/1999/sch 

 

    
            I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG
  
 

          ********************************** 

 

    
  26. Juni 2000 
  
 

 

Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der 

 

    
  I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter
  
 

Aeschlimann, Ersatzrichter Meyer und Gerichtsschreiber 

Haag. 

--------- 

 

In Sachen 

 

- 
  Erbengemeinschaft Stefan K r e i e r, bestehend aus:
 

 

1. Silvia Kreier-Räss, Hauptstrasse 71, Lommis, 

2.Silvia Keller-Kreier, Oberdorfstrasse 5, Dozwil, 

3.Stefan Kreier, Sägestrasse 5, Oberwangen, 

4.Helena Kreier Zacharias, Chraiehof, Lommis, 

5.Paul Kreier, Hubertingerstrasse 3, Goldingen, 

6.Cäcilia Cavelti-Kreier, Fuschina 10, Bergün/Bravuogn, 

7.Bernhard Kreier, Au, Schönenberg, 

8.Matthias Kreier, Sägestrasse 5, Oberwangen, 

9.Felix Kreier, Hofstrasse 40A, Wetzikon, 

- 
  Silvia K r e i e r - Räss, Hauptstrasse 71, Lommis,
 

- 
  Matthias K r e i e r, Sägestrasse 5, Oberwangen,
 

Beschwerdeführer, alle vertreten durch Rechtsanwalt Lukas 

Nater, Löwenstrasse 16, Kreuzlingen, 

 

gegen 

 

    
  Politische Gemeinde L o m m i s, vertreten durch den
 

Gemeinderat, 

    
  Departement für Bau und Umwelt des Kantons T h u r g a u,
 

    
  Verwaltungsgericht des Kantons T h u r g a u,
 

 

betreffend 

Zonenplan, 

hat sich ergeben: 

 

    
  A.- 
  
 

 Am 16. Juni 1998 verabschiedete die Gemeindever-  

sammlung von Lommis eine einheitliche baurechtliche Grund- 

ordnung für die früheren Ortsgemeinden Lommis, Weingarten 

und Kalthäusern. Gemäss neuem Zonenplan besteht namentlich 

entlang des Kaabachs und der Lauche ein 20 m breiter Land- 

schaftsschutzgürtel sowie eine Naturschutzzone im Gebiet 

Lommiserriet. 

 

       Zweck der Landschaftsschutzzone ist nach Ziff. 4.4.2 

Abs. 1 des Baureglementes die dauernde Erhaltung der ausge- 

schiedenen Gebiete in ihrer natürlichen Schönheit und Eigen- 

art. Im Übrigen lautet die massgebende Bestimmung wie folgt: 

Bauten und Anlagen sind untersagt, wenn sie nicht zur War- 

tung oder Bewirtschaftung des Gebietes notwendig sind; für 

zulässige Bauten gelten die Vorschriften der Landwirtschafts- 

zone (Abs. 2). Die Art der landwirtschaftlichen Nutzung und 

Massnahmen zum Zwecke der Bodenverbesserung sowie geringfü- 

gige Terrainveränderungen werden durch diese Zonenvorschrif- 

ten nicht eingeschränkt (Abs. 3). Zum Eindecken von Bach- 

läufen und Roden von Gehölzen und Hecken können in dieser 

Zone keine Bewilligungen erteilt werden. Die als Unterhalt 

notwendige Lichtung der Gehölze ist möglich und erwünscht 

(Abs. 4). 

 

       Der Zweck der Naturschutzzone besteht gemäss 

Ziff. 4.4.3 des Baureglementes darin, die ausgeschiedenen 

Gebiete in ihrer heutigen Struktur mit der dazugehörenden 

Pflanzen- und Tierwelt umfassend zu schützen (Abs. 1). Bau- 

ten und Anlagen sind nicht zulässig. Eingriffe irgendwelcher 

Art sind bewilligungspflichtig. Der Gemeinderat holt vor- 

gängig eine Stellungnahme bzw. eine Ausnahmebewilligung der 

zuständigen kantonalen Fachstelle (Amt für Raumplanung) ein 

(Abs. 2). In der Naturschutzzone gilt ein gänzliches Ablage- 

rungs- und Deponieverbot. Entwässerungen mit dem Zweck der 

Trockenlegung eines Gebietes sind untersagt (Abs. 3). Wei- 

tergehende Vorschriften über die Erhaltung und Pflege der 

Naturschutzgebiete sowie der Tier- und Pflanzenwelt werden 

durch Verordnungen, privatrechtliche Verträge oder Grund- 

bucheinträge geregelt (Abs. 4). 

 

    
  B.- 
  
 

 Die Mitglieder der Erbengemeinschaft des Stefan  

Kreier sind Eigentümer der Parzelle Lommis Gbbl.-Nr. 1262, 

die nördlich an die Lauche, westlich an den Kaabach an- 

grenzt, während die ebenfalls an die Lauche anstossende 

Nachbarparzelle Gbbl.-Nr. 1537 mit dem "Chraiehof" im 

Eigentum von Silvia Kreier steht. Ihr gehört ausserdem 

die in der Naturschutzzone gelegene Parzelle Lommis 

Gbbl.-Nr. 1288 im Lommiserriet. Eigentümer der südlich 

anschliessenden, ebenfalls der Naturschutzzone zugeteilten 

Parzelle Gbbl.-Nr. 1290 ist Matthias Kreier. 

 

       Gegen die Ausscheidung eines Landschaftsschutz- 

gürtels bzw. einer Naturschutzzone auf ihren Parzellen er- 

hoben die Erben des Stefan Kreier sowie Silvia und Matthias 

Kreier Einsprache, welche die Gemeinde am 15. Juni 1998 ab- 

wies. 

 

    
  C.- 
  
 

 Die hierauf beim Departement für Bau und Umwelt  

des Kantons Thurgau geführten Beschwerden blieben ebenfalls 

erfolglos. Das Departement wies sie nach Durchführung eines 

Augenscheins am 23. Dezember 1998 allesamt ab. 

 

    
  D.- 
  
 

 Mit Entscheid vom 18. August 1999 hiess das Ver-  

waltungsgericht des Kantons Thurgau - nachdem es ebenfalls 

einen Augenschein durchgeführt hatte - die bei ihm geführte 

Beschwerde schliesslich teilweise gut, indem es die Breite 

des Landschaftsschutzgürtels auf Parzelle Gbbl.-Nr. 1537 auf 

10 m herabsetzte. Im Übrigen hat es die Beschwerde abgewie- 

sen. 

 

    
  E.- 
  
 

 Mit Eingabe vom 15. Oktober 1999 führen sowohl die  

Erben des Stefan Kreier als auch Silvia und Matthias Kreier 

staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht. Sie beantra- 

gen, der Entscheid des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben, 

ebenso der Entscheid des Departementes für Bau und Umwelt 

sowie die beiden Einspracheentscheide der Politischen Ge- 

meinde Lommis, und die Sache sei zur Neubeurteilung an die 

kantonalen oder kommunalen Behörden zurückzuweisen. 

 

       Das Verwaltungsgericht, das Departement für Bau und 

Umwelt sowie die Politische Gemeinde Lommis schliessen auf 

Abweisung der Beschwerde. Im Rahmen eines zweiten Schriften- 

wechsels nehmen die Beschwerdeführenden und das Verwaltungs- 

gericht erneut Stellung, während das Departement für Bau und 

Umwelt sowie die Gemeinde Lommis auf eine Duplik verzichten. 

 

    
  F.- 
  
 

 Mit Verfügung vom 9. Dezember 1999 hat der Präsi-  

dent der I. öffentlichrechtlichen Abteilung der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung zuerkannt. 

 

    
  Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 
  
 

 

    
  1.- 
  
 

 a) Nutzungspläne unterliegen grundsätzlich der  

staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 34 Abs. 3 des Bundes- 

gesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 [RPG; 

SR 700]). Voraussetzung ist allerdings, dass die behaup- 

tete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder 

Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer andern Bundes- 

behörde gerügt werden kann (Art. 84 Abs. 2 OG). 

 

       Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist zulässig 

gegen Verfügungen, die sich auf öffentliches Recht des 

Bundes stützen oder hätten stützen sollen (Art. 5 VwVG 

i.V.m. Art. 97 OG), sofern diese von den in Art. 98 OG 

genannten Vorinstanzen erlassen worden sind und keiner 

der in Art. 99 ff. OG oder in der Spezialgesetzgebung vor- 

gesehenen Ausschlussgründe vorliegt. Dies gilt auch für 

gemischtrechtliche Verfügungen, die sowohl auf kantonalem 

wie auch auf Bundesrecht beruhen, falls und soweit die 

Verletzung von unmittelbar anwendbarem Bundesrecht in Frage 

steht (BGE 121 II 72 E. 1a S. 75; 120 Ib 27 E. 2a S. 29; 

118 Ib 381 E. 2a S. 389). Diese Erfordernisse gelten bei 

der Anfechtung von Nutzungsplänen dann als erfüllt, wenn 

und soweit die Pläne anlagebezogen derart detaillierte und 

verbindliche Anordnungen treffen, dass allfällig nachfol- 

gende Bewilligungsverfahren weitgehend präjudiziert sind 

oder gar überflüssig werden, so dass gesagt werden kann, 

es liege eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG vor. 

Solches trifft zum Beispiel auf Quartier- und Gestaltungs- 

pläne, Überbauungsordnungen oder Sondernutzungspläne für 

die Realisierung von Deponien zu, soweit die Anwendung von 

bundesrechtlichen Vorschriften etwa aus dem Gebiet des Um- 

weltschutzes oder des Natur- und Heimatschutzes mit Ein- 

schluss des Moorschutzes streitig ist (BGE 119 Ia 285 E. 3c 

S. 290 mit Hinweisen), ebenso auf die in einem Kulturplan 

im Hinblick auf die Kiesausbeutung festgelegte Kiesabbauzone 

(BGE 123 II 88 E. 1a S. 91 mit Hinweisen). 

 

       b) Dem Grundsatz nach ist der Schutz von Natur und 

Heimat Sache der Kantone (Art. 78 Abs. 1 BV, Art. 24sexies  

Abs. 1 aBV). Zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt besitzt 

hingegen der Bund die Gesetzgebungshoheit (Art. 78 Abs. 4 

BV, Art. 24sexies Abs. 4 aBV). Ihm obliegt demnach die 

Rechtsetzung zum Arten- und Biotopschutz ( 
  Thomas Fleiner-
  
 

    
  Gerster, Kommentar zur Bundesverfassung, N. 28 ff. zu
 

Art. 24sexies). Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) 

ist dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten 

durch die Erhaltung genügend grosser Lebensräume (Biotope) 

und andere geeignete Massnahmen entgegenzuwirken. Bei diesen 

Massnahmen ist schutzwürdigen land- und forstwirtschaftli- 

chen Interessen Rechnung zu tragen. Besonders zu schützen 

sind nach Absatz 2 dieser Vorschrift Uferbereiche, Riedge- 

biete und Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, Feld- 

gehölze, Trockenrasen und weitere Standorte, die eine aus- 

gleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders 

günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufweisen. 

Die Kantone haben für Schutz und Unterhalt der Biotope von 

regionaler und lokaler Bedeutung zu sorgen (Art. 18b Abs. 1 

NHG). 

 

       In der vorliegenden Angelegenheit ist einerseits 

umstritten, ob die Ausscheidung von Landschaftsschutzstrei- 

fen entlang der Gewässer auf den Parzellen der Beschwerde- 

führenden rechtmässig ist. Diese Massnahme dient in erster 

Linie dem Landschaftsschutz. Dass sie gleichzeitig im Inter- 

esse des Gewässer-, Arten- und Biotopschutzes steht, ändert 

nichts daran, dass nicht die Anwendung von Bundesrecht 

strittig ist. Zum andern wird die Rechtmässigkeit der im 

Lommiserriet errichteten Naturschutzzone bestritten. Die 

Beschwerdeführenden machen namentlich geltend, mit einer 

Landschaftsschutzzone hätte der Schutz dieses Gebietes 

ebenso gut gewährleistet werden können. Damit erheben sie 

eine rein planungsrechtliche Rüge. Die Frage, welche Mass- 

nahmen zum Schutze von Biotopen konkret zu ergreifen sind, 

ist von den Kantonen bzw. den für die Ortsplanung zustän- 

digen Gemeinden zu beantworten (vgl. Art. 25 RPG, Art. 18a f. 

NHG, Art. 26 NHV; § 2 des Planungs- und Baugesetzes des 

Kantons Thurgau vom 16. August 1995 [PBG]). Es wird somit 

ausschliesslich die Anwendung von selbständigem kantonalem 

Recht beanstandet. Die Beschwerde ist deshalb sowohl be- 

treffend die Landschaftsschutz- als auch bezüglich Natur- 

schutzzone als staatsrechtliche Beschwerde entgegenzunehmen. 

 

       c) Die Beschwerdeführer machen geltend, durch den 

angefochtenen Entscheid werde die Eigentumsgarantie ver- 

letzt. Zur Erhebung dieser Rüge sind sie als Grundeigentümer 

der von der Planung betroffenen Grundstücke ohne weiteres 

berechtigt. Soweit sie eine Verletzung des Willkürverbots 

geltend machen, kommt dieser Verfassungsbestimmung neben 

der Eigentumsgarantie keine selbständige Bedeutung zu. 

 

       d) Die staatsrechtliche Beschwerde ist kassatori- 

scher Natur. Soweit mehr oder anderes verlangt wird als die 

Aufhebung des angefochtenen Entscheides, kann auf die Be- 

schwerde deshalb nicht eingetreten werden (BGE 125 I 104 

E. 1b S. 107 mit Hinweisen). Ansonsten ist auf die im Übri- 

gen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzu- 

treten. 

 

    
  2.- 
  
 

 Umstritten ist, ob die im Zonenplan vorgesehene  

Ausscheidung eines Landschaftsschutzstreifens entlang der 

Gewässer auf den Parzellen der Beschwerdeführer ihre verfas- 

sungsmässigen Rechte beachte. Im Hinblick auf die Eigentums- 

garantie trifft dies zu, wenn die Massnahme auf einer aus- 

reichenden gesetzlichen Grundlage beruht, im öffentlichen 

Interesse liegt und verhältnismässig ist. Enteignungen und 

Eigentumsbeschränkungen, die einer Enteignung gleichkommen, 

werden voll entschädigt (Art. 26 und 36 BV; Art. 22ter aBV). 

 

       a) Die Beschwerdeführer behaupten zu Unrecht, die 

Ausscheidung von Landschaftsschutzgürteln entlang der kom- 

munalen Gewässer entbehre einer genügenden gesetzlichen 

Grundlage sowie eines öffentlichen Interesses. 

 

       Nach Art. 1 Abs. 2 RPG unterstützen Bund, Kantone 

und Gemeinden mit Massnahmen der Raumplanung insbesondere 

die Bestrebungen, die natürlichen Lebensgrundlagen wie Bo- 

den, Luft, Wasser, Wald und Landschaft zu schützen (lit. a). 

Dabei ist die Landschaft zu schonen (Art. 3 Abs. 2 RPG). 

Naturnahe Landschaften und Erholungsräume sollen erhalten 

bleiben (lit. d). Es besteht mithin eine bundesrechtliche 

Verpflichtung, mittels raumplanerischer Massnahmen den 

Schutz von naturnahen Landschaftsräumen zu gewährleisten. 

Wie das Verwaltungsgericht bereits dargelegt hat, umfassen 

Schutzzonen im Sinne des Raumplanungsgesetzes namentlich 

Bäche und ihre Ufer (Art. 17 Abs. 1 lit. a RPG). Das Pla- 

nungs- und Baugesetz des Kantons Thurgau nennt an Schutz- 

zonen insbesondere Landschaftsschutz- sowie Naturschutzzonen 

(§ 13 Abs. 2 lit. b und e PBG). Die für die Ortsplanung zu- 

ständige Gemeinde Lommis kann sich demnach für die Ausschei- 

dung einer Landschaftsschutzzone entlang ihrer Gewässer auf 

eine ausreichende gesetzliche Grundlage stützen. 

 

       Dass am Schutz von naturnahen Landschaften in Ufer- 

bereichen ein erhebliches öffentliches Interesse besteht, 

ergibt sich ausserdem aus Art. 18 NHG. Danach ist dem Aus- 

sterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch die Er- 

haltung genügend grosser Lebensräume (Biotope) und andere 

geeignete Massnahmen entgegenzuwirken (Art. 18 Abs. 1 NHG). 

Besonders zu schützen sind namentlich Uferbereiche. 

Schliesslich haben die Kantone auch nach Art. 7 Abs. 1 

des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über die Fischerei 

(BGF; SR 923.0) dafür zu sorgen, dass Bachläufe, Uferpartien 

und Wasservegetationen, die dem Laichen und dem Aufwachsen 

der Fische dienen, erhalten bleiben. 

       b) Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, der 

Schutz der beiden Bäche sei, auch wenn ihre Parzellen in der 

Landwirtschaftszone verblieben, aufgrund des Gewässerschutz- 

rechts, des kantonalen Planungs- und Baugesetzes sowie des 

kommunalen Baureglements bereits genügend gewährleistet. 

Eine Landschaftsschutzzone sei deshalb nicht notwendig, 

schiesse über das Ziel hinaus und sei deshalb willkürlich. 

Zunächst ist klarzustellen, dass die angefochtene planeri- 

sche Massnahme nicht primär dem Gewässerschutz, sondern dem 

Landschaftsschutz verpflichtet ist. Insofern stossen die 

Vorbringen der Beschwerdeführer ins Leere. Soweit sie sinn- 

gemäss geltend machen, der Eingriff in ihr Eigentum sei un- 

verhältnismässig, kann ihnen ebenfalls nicht gefolgt werden. 

 

       Wie das Verwaltungsgericht bereits dargelegt hat, 

wird die zulässige landwirtschaftliche Nutzung der neu der 

Landschaftsschutzzone zugehörigen Parzellenteile ausdrück- 

lich nicht eingeschränkt. Ebenso sind Massnahmen zur Boden- 

verbesserung sowie geringfügige Terrainveränderungen weiter- 

hin möglich (vgl. Ziff. 4.4.2 Abs. 3 Baureglement). Bauten 

und Anlagen dürfen hingegen in der Landschaftsschutzzone 

ausschliesslich zum Unterhalt und zur Bewirtschaftung des 

Gebiets errichtet werden. Damit werden im Vergleich zur 

Landwirtschaftszone strengere Baubeschränkungen erlassen. 

Allerdings sind diese weitergehenden Vorschriften vor dem 

Hintergrund des ohnehin einzuhaltenden Gewässerabstands zu 

betrachten. Nach § 64 PBG haben Bauten und Anlagen gegenüber 

Gewässern grundsätzlich einen Abstand von mindestens 15 m 

einzuhalten. Ein grundsätzliches Bauverbot entlang der Bäche 

hat somit bereits vor Erlass der Landschaftsschutzzone ge- 

golten. Die Breite des neu mit Baubeschränkungen belegten 

Streifens beträgt auf der Parzelle Nr. 1262 demnach nicht 

20 m, sondern im Ergebnis bloss 5 m. Auf der Parzelle 

Nr. 1537 hat das Verwaltungsgericht die Landschaftsschutz- 

zone sogar auf eine Breite von 10 m vermindert. 

       In Anbetracht der Tatsache, dass die Parzellen der 

Beschwerdeführer bereits vor dieser planerischen Massnahme 

dem Nichtbaugebiet angehörten (Landwirtschaftszone) und ins- 

besondere die bisher zulässige Nutzung unverändert weiter 

besteht, erscheint das Ausscheiden eines mit zusätzlichen 

Baubeschränkungen belegten Streifens von 5 m auf der Par- 

zelle Nr. 1262 im Lichte der erheblichen öffentlichen Inter- 

essen am Landschafts- und insbesondere Uferschutz und damit 

einhergehend am Biotopschutz sowie der weitgehenden kommuna- 

len Autonomie in Planungsfragen nicht als unverhältnismäs- 

sig. 

 

       Schliesslich lässt sich auch aus der Tatsache, dass 

das Verwaltungsgericht den Landschaftsschutzstreifen auf der 

Parzelle Nr. 1537 auf 10 m verringert hat, nichts zugunsten 

der angrenzenden Parzelle herleiten. Das Verwaltungsgericht 

hat seinen Entscheid mit Argumenten der Gleichbehandlung ge- 

genüber der an die Parzelle Nr. 1537 angrenzenden Parzelle 

Nr. 1263 begründet, auf der unmittelbar am Ufer eine Lager- 

halle steht und auf die Ausscheidung einer Schutzzone gänz- 

lich verzichtet worden ist. Zwar trifft es zu, dass das Ver- 

waltungsgericht dabei von der falschen Annahme ausgegangen 

ist, die Parzelle Nr. 1263 sei neu der WG3 zugewiesen. Der 

eigentliche Grund für die Andersbehandlung dieser sowie der 

Parzelle Nr. 1537 hat es hingegen nicht in der Zonenzugehö- 

rigkeit, sondern in der Tatsache erblickt, dass die beste- 

hende bauliche Nutzung auf diesen Parzellen in Zukunft mög- 

licherweise erweitert werden könnte, so dass sich Baube- 

schränkungen viel einschneidender auswirken. 

 

    
  3.- 
  
 

 Die Beschwerdeführer bestreiten sodann die Recht-  

mässigkeit der im Lommisried ausgeschiedenen Naturschutz- 

zone, so weit sie ihre Parzellen Nrn. 1286 und 1290 be- 

trifft. Sie machen geltend, die Schutzwürdigkeit des Ge- 

bietes sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Das Ver- 

waltungsgericht habe sich zu Unrecht auf den kantonalen 

Richtplan sowie seine eigene Wahrnehmung gestützt. Auch 

seien die privaten Interessen zu wenig gewürdigt und eine 

Prüfung der Verhältnismässigkeit unterlassen worden. 

 

       a) Das Bundesgericht überprüft Sachverhaltsfest- 

stellungen und die Beweiswürdigung durch die letzte kanto- 

nale Instanz im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde 

auf Willkür hin (BGE 119 Ia 362 E. 3a S. 366 mit Hinweisen). 

Die Vermutung, dass es sich beim Lommiserriet um ein Gebiet 

handeln könnte, dem besonderer Schutz gebührt, ergibt sich 

zunächst aufgrund der Bezeichnung als Ried. Das Verwaltungs- 

gericht hat sich an Ort und Stelle begeben und befunden, die 

Schutzwürdigkeit sei offensichtlich und abgesehen von den 

Beschwerdeführern allseits anerkannt. Tatsächlich sind die 

Parzellen der Beschwerdeführer beidseits von Grundstücken 

umgeben, die ebenfalls der Naturschutzzone zugeteilt wurden. 

Es wird nichts vorgebracht, was diese Feststellung als ge- 

radezu willkürlich erscheinen liesse. Es sprechen vielmehr 

verschiedene Argumente für die Richtigkeit dieser Annahme: 

 

       Im kantonalen Richtplan ist das Lommiserriet in der 

Liste der Naturschutzgebiete als Festsetzung aufgeführt. 

Dies ist für die Behörden verbindlich (Art. 9 Abs. 1 RPG), 

d.h. die Gemeinde war verpflichtet, im Rahmen der Ortspla- 

nung die Festsetzung zu berücksichtigen, wonach das Lommi- 

serriet einer Naturschutzzone zuzuweisen ist. 

 

       Wie sich aus dem Landschaftsschutzplan der Gesamt- 

melioration Lommis - Bettwiesen vom September 1984 ergibt, 

wurde das Lommiserriet als zusammenhängende Riedfläche aus- 

geschieden. Die Legende lautet "Ried, Landschaftsschutz- 

zonen". Dem Massnahmenkatalog ist zu entnehmen, dass der 

grössere Teil des Lommiserriets der Naturschutzzone zuge- 

wiesen werde. Diesen klaren Kundgebungen entsprechend wurde 

der Landpreis tief bewertet. Die Beschwerdeführer haben sich 

trotz - oder vielleicht gerade wegen - dieser Ausgangslage, 

die ihnen bekannt sein musste, gerade um die Parzellen im 

Ried bemüht. 

 

       Schliesslich ergeben sich auch aus dem von den Be- 

schwerdeführern in Auftrag gegebenen Privatgutachten keine 

Zweifel an der Schutzwürdigkeit des Lommiserriets. Darin 

wird vielmehr die Bedeutung der Riedfläche für den "Chraie- 

hof" betont, einer Kombination aus Wohn- und Werkstätte für 

Behinderte sowie Landwirtschaftsbetrieb. Über die Schutzwür- 

digkeit des Rieds spricht sich der Bericht nur insofern aus, 

als mit der Zuweisung der Parzellen der Beschwerdeführer zur 

Landschaftsschutzzone und einer Fortführung der bisherigen 

Bewirtschaftung (als wenig intensive Wiese gemäss Ökobei- 

tragsverordnung) für das Gebiet sehr viel gewonnen wäre. 

Implizit wird die Schutzwürdigkeit des Gebiets damit eben- 

falls anerkannt. 

 

       b) Ist an der Schutzwürdigkeit des Lommiserriets 

nicht zu zweifeln, ist damit gestützt auf die bereits er- 

wähnten Rechtsgrundlagen gleichzeitig gezeigt, dass ein 

erhebliches öffentliches Interesse an entsprechenden Schutz- 

massnahmen besteht. Dass die Zuteilung zur Naturschutzzone 

ein strengeres Nutzungsregime mit sich bringt, ist von den 

Beschwerdeführern hinzunehmen, da der Schutzzweck sich an- 

ders nicht umsetzen liesse. Im Übrigen haben die Beschwerde- 

führer die Riedfläche bereits bisher bloss extensiv bewirt- 

schaftet. Allfällige zusätzliche Einschränkungen in der zu- 

lässigen Bewirtschaftung treffen die Beschwerdeführer des- 

halb nicht unverhältnismässig, zumal sie sich - wie erwähnt 

- im Wissen um die Schutzabsichten ausdrücklich um diese 

Parzellen beworben haben. Auch eine gegenüber den bisherigen 

Möglichkeiten noch extensivere Bewirtschaftung der Fläche 

bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für Behinderte, und eine 

allenfalls erforderliche teilweise Umstrukturierung des Be- 

triebs, weil möglicherweise die Eigenproduktion an Futter- 

mitteln sowie die Fläche zur Ausbringung von Dünger abnimmt, 

lässt die Massnahme ebenfalls nicht als unverhältnismässig 

erscheinen. 

 

    
  4.- 
  
 

 Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet,  

soweit auf sie eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang 

des Verfahrens werden die Beschwerdeführer kostenpflichtig 

(Art. 156 OG). 

 

    
  Demnach erkennt das Bundesgericht: 
  
 

 

    
  1.- 
  
 

 Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen,  

soweit darauf einzutreten ist. 

 

    
  2.- 
  
 

 Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird den  

Beschwerdeführern auferlegt. 

 

    
  3.- 
  
 

 Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, der  

Politischen Gemeinde Lommis sowie dem Departement für Bau 

und Umwelt und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau 

schriftlich mitgeteilt. 

 

______________ 

 

 

Lausanne, 26. Juni 2000 

 

           

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung  

                                         

des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS  

                       

Der Präsident:   

  

  

Der Gerichtsschreiber: