# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 981f198c-af4e-5cc3-93ed-15d82852d5ac
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2021 100 2020 269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-269_2021-12-20.pdf

## Full Text

100.2020.269U
KEP/TST/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Keller, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiber Tschumi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdeführer

gegen

Bauherrengemeinschaft …, bestehend aus:
1. B.________
2. C.________ 
beide vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdegegnerinnen

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

sowie

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 2

Einwohnergemeinde Thun
Bauinspektorat, Industriestrasse 2, Postfach 145, 3602 Thun

betreffend Baubewilligung; Neubau Mehrfamilienhaus, Abbruch und 
Neubau Autounterstand (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des 
Kantons Bern vom 16. Juni 2020; BVD 110/2020/7)

Sachverhalt:

A.

Die Parzelle Thun 2 (Strättligen) Gbbl. Nr. 1________ liegt am Ufer des 
Thunersees, ist 2'518 m2 gross und mit einem Einfamilienhaus sowie einem 
Autounterstand überbaut. Gemäss dem Zonenplan I der 
Einwohnergemeinde (EG) Thun vom 2. Juni 2002 befindet sie sich zum 
grössten Teil in der Wohnzone (W2). Der östliche, gegen den See hin 
gelegene Parzellenbereich ist der Uferschutzzone (USZ) zugeordnet (rund 
383 m2). Am 23. Juli 2019 stellten B.________ und C.________ bei der 
EG Thun ein Baugesuch für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit vier 
Wohnungen im westlichen Bereich des Grundstücks sowie für das 
Verschieben des bestehenden Autounterstandes um rund 10 m (Abbruch 
und Neubau). Gegen dieses Baugesuch erhoben mehrere Personen aus der 
Nachbarschaft Einsprache, unter ihnen A.________. Mit Gesamtentscheid 
vom 17. Dezember 2019 bewilligte die EG Thun das Bauvorhaben und wies 
die Einsprachen ab.

B.

Gegen diesen Entscheid erhob A.________ am 16. Januar 2020 
Beschwerde bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 3

Am 6. Mai 2020 reichten B.________ und C.________ einen geänderten 
Umgebungsplan ein, der im Unterschied zum früheren auf der ausge-
schiedenen Spielfläche neu zwei Spielgeräte vorsieht (Sandkasten und 
Spielhaus). Mit Entscheid vom 16. Juni 2020 bewilligte die BVD diese Pro-
jektänderung und erklärte die Beschwerde insoweit als gegenstandslos 
geworden (Dispositiv-Ziff. 1a). Weiter ergänzte sie die Baubewilligung in teil-
weiser Gutheissung der Beschwerde mit einer zusätzlichen Auflage zur 
Sicherstellung der Nutzung der Spielfläche (Dispositiv-Ziff. 1b). Im Übrigen 
bestätigte sie den Gesamtentscheid vom 17. Dezember 2019 und wies die 
Beschwerde ab (Dispositiv-Ziff. 1c).

C.

Dagegen hat A.________ am 16. Juli 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und dem 
Baugesuch sei der Bauabschlag zu erteilen. Eventuell sei die Sache zu 
neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

B.________ und C.________ sowie die BVD schliessen mit Be-
schwerdeantwort vom 18. August 2020 bzw. Vernehmlassung vom 7. Au-
gust 2020 auf Beschwerdeabweisung. Die EG Thun beantragt mit Stellung-
nahme vom 23. Juli 2020, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf sie 
einzutreten sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 4

nommen, ist als Stockwerkeigentümer des westlich an die Bauparzelle an-
grenzenden Grundstücks durch den angefochtenen Entscheid besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des 
Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]; Zaugg/Ludwig, Kom-
mentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, Art. 35-35c N. 17). Die 
Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist daher – unter Vorbehalt von E. 1.2 
hiernach – einzutreten.

1.2 Der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids umfasst an 
sich auch dessen Dispositiv-Ziff. 1a und 1b, wonach die Vorinstanz die Be-
schwerde aufgrund der eingereichten Projektänderung für teilweise gegen-
standslos erklärt und die Baubewilligung mit einer Auflage betreffend die Nut-
zung der Spielfläche ergänzt hat (vorne Bst. B). Aus der Begründung der 
Beschwerde geht jedoch nicht hervor, dass der angefochtene Entscheid in 
diesen Punkten Recht verletzen soll. Insoweit ist auf die Beschwerde des-
halb mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht einzutreten. 

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Streitig ist zunächst, ob die Vorinstanz die gewässerschutzrechtliche Aus-
nahmebewilligung für die unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels lie-
genden Bestandteile des geplanten Mehrfamilienhauses zu Recht bestätigt 
hat.

2.1 Die Bauparzelle befindet sich nach der kantonalen Gewässerschutz-
karte im Gewässerschutzbereich Au (vgl. Geoportal des Kantons Bern, Karte 
«Gewässerschutzkarte», einsehbar unter: <www.map.apps.be.ch/pub>), 
der besonders gefährdete Bereiche zum Schutz nutzbarer unterirdischer Ge-
wässer bezeichnet (vgl. Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. Januar 
1991 über den Schutz der Gewässer [Gewässerschutzgesetz, GSchG; 
SR 814.20] i.V.m. Art. 29 Abs. 1 Bst. a der Gewässerschutzverordnung vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 5

28. Oktober 1998 [GSchV; SR 814.201]). Sofern sie die Gewässer gefähr-
den kann, bedarf die Erstellung von Bauten in den besonders gefährdeten 
Bereichen einer kantonalen Bewilligung (Art. 19 Abs. 2 GSchG). Diese wird 
gemäss Art. 32 Abs. 4 GSchV erteilt, wenn mit Auflagen und Bedingungen 
ein ausreichender Schutz der Gewässer gewährleistet werden kann. Nach 
Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV dürfen im Gewässerschutzbereich Au 
grundsätzlich keine Anlagen erstellt werden, die unter dem mittleren Grund-
wasserspiegel liegen. Die Behörde kann aber Ausnahmen bewilligen, soweit 
die Durchflusskapazität des Grundwassers gegenüber dem unbeeinflussten 
Zustand um höchstens 10 Prozent vermindert wird (sog. 10 %-Regel), wobei 
die Durchflusskapazität der Grundwassermenge entspricht, welche bei vor-
gegebenem natürlichem Gefälle einen bestimmten Durchflussquerschnitt 
des Grundwasserleiters pro Zeiteinheit zu durchströmen vermag (Bundes-
amt für Umwelt, Wald und Landschaft [heute: Bundesamt für Umwelt], Weg-
leitung Grundwasserschutz, 2004, S. 58). Damit wird die Forderung von 
Art. 43 Abs. 4 GSchG präzisiert, wonach Speichervolumen und Durchfluss 
nutzbarer Grundwasservorkommen durch Einbauten nicht wesentlich und 
dauernd verringert werden dürfen. Wer um eine gewässerschutzrechtliche 
Bewilligung nach Art. 19 Abs. 2 GSchG nachsucht, muss nachweisen, dass 
die Anforderungen zum Schutz der Gewässer erfüllt sind, und er muss die 
dafür notwendigen Unterlagen, inklusive gegebenenfalls hydrogeologische 
Abklärungen, beibringen (Art. 32 Abs. 3 GSchV). Im Kanton Bern wird die 
entsprechende Ausnahmebewilligung vom Amt für Wasser und Abfall (AWA) 
erteilt (Art. 45 GSchG; Art. 11 Abs. 3 des Kantonalen Gewässerschutzgeset-
zes vom 11. November 1996 [KGSchG; BSG 821.0]; Art. 26 Abs. 2 Bst. g 
der Kantonalen Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 [KGV; BSG 
821.1]; Art. 10 Bst. a und f der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die 
Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion [OrV BVD; 
BSG 152.221.191]).

2.2 Der Grundwasserspiegel befindet sich im Bereich der Bauparzelle 
auf einem mittleren Niveau von ca. 557 m ü.M. (vgl. Geoportal des Kantons 
Bern, Karte «Grundwasserkarte»). Diesen Grundwasserspiegel soll das ge-
plante Mehrfamilienhaus in zweifacher Hinsicht unterschreiten: So ist ge-
mäss den Bauplänen vorgesehen, dass die Aushubsohle des Untergeschos-
ses 0,9 m unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels zu liegen kommt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 6

(vgl. Pläne «Querschnitt 1 1:100» und «Längsschnitt 1 1:100» vom 5.8.2019, 
Vorakten Gemeinde pag. 258 f.). Ausserdem soll unterhalb des Mehrfami-
lienhauses eine Tiefenfundation mit rund 40 Verdrängungspfählen erstellt 
werden (vgl. Fundationskonzept vom 21.8.2019, Vorakten Gemeinde 
pag. 257). Diese Pfähle haben einen Durchmesser von je 30 cm, reichen in 
eine Tiefe von 10 bis 13 m und befinden sich somit zum grössten Teil eben-
falls unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels.

2.3 Anfang August 2019 führten Mitarbeitende der D.________ AG auf 
der Projektparzelle im Auftrag der Bauherrinnen eine 
Baugrunduntersuchung mit vier Rammsondierungen durch. Gestützt auf die 
gewonnenen Erkenntnisse erstellten sie den «Nachweis der Grundwasser-
durchflusskapazität» vom 28. August 2019 (Vorakten Gemeinde 
pag. 247 ff.), wonach das Bauvorhaben die 10 %-Regel einhält. Laut der 
D.________ AG liegen gemäss diesen Untersuchungen am Standort des 
geplanten Mehrfamilienhauses die folgenden hydrogeologischen Verhält-
nisse vor: Die Deckschichten reichen bis in eine Tiefe von etwa 2,5 m 
(Höhenkote 556,1 m ü. M.). Unter ihnen befindet sich zunächst eine nicht 
durchgängige Schotterlage (Mächtigkeit bis 1,2 m) und daran anschliessend 
eine Schicht mit nur gering durchlässigen Seeablagerungen (Mächtigkeit von 
1 bis 1,6 m). Ab einer Tiefe von ca. 4,5 m unter Terrain (Kote von ca. 554,1 
m ü. M.) folgt eine rund 8 m mächtige Schicht mit locker gelagertem Schotter 
sowie eine weitere Schicht mit Seeablagerungen (vgl. geologisches Profil in 
Vorakten Gemeinde pag. 252). Nach Einschätzung der beauftragten Geolo-
ginnen und Geologen stellen die Deckschichten und die Seeablagerungen 
aufgrund ihrer geringeren Durchlässigkeit den Grundwasserstauer dar, wäh-
rend die besser durchlässigen Schotterschichten den Grundwasserleiter bil-
den. Die Grundwassermächtigkeit entspreche daher der Schottermächtigkeit 
von ca. 8 m, bzw. 9 m dort, wo unter der Deckschicht eine obere Schotter-
schicht vorhanden ist («Nachweis der Grundwasserdurchflusskapazität» 
Ziff. 3). Gestützt auf diese Befunde gelangte das Geologiebüro zum Schluss, 
das Untergeschoss des Mehrfamilienhauses beeinträchtige den Grundwas-
serfluss nicht, da es nur bis zur Unterkante der Deckschichten reiche, welche 
nicht Teil des Grundwasserleiters seien. Die Verdrängungspfähle der Ge-
bäudefundation reichten dagegen bis mindestens in den unteren Grundwas-
serstauer (Seeablagerungen unterhalb von ca. 546.1 m ü. M.). Die Pfahl-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 7

länge im Grundwasserleiter betrage 8 bis 9 m. Im ungünstigsten Fall lägen 
vier der Pfähle im angeströmten Bereich des Bauwerks. Dies führe insge-
samt zu einer Reduktion der Durchflusskapazität von rund fünf Prozent. Es 
müssten daher keine Ersatzmassnahmen ergriffen werden («Nachweis der 
Grundwasserdurchflusskapazität» Ziff. 4 f.).

2.4 Das AWA beurteilte den Nachweis der D.________ AG als 
«fachtechnisch konform». Gemäss diesem liege das Untergeschoss inner-
halb einer «Deckschicht», welche bis in eine Tiefe von ca. 4,5 m reiche und 
aus nicht durchgängigen Schotterlagen sowie Seeablagerungen bestehe. 
Ziel der Gewässerschutzgesetzgebung sei es, die Durchflusskapazität von 
grundwasserführenden Schichten zu erhalten. Bei der Beurteilung der 10%-
Regel werde daher lediglich die durchlässige, grundwasserführende 8 m 
mächtige Schotterschicht berücksichtigt, da es sich bei ihr um den eigentli-
chen Grundwasserleiter handle. Dies entspreche der «gängigen hydrogeo-
logischen Praxis» des AWA. Aus hydrogeologischer Sicht ergebe es keinen 
Sinn, den Nachweis bis in schlecht durchlässige Deckschichten auszudeh-
nen. Das AWA erachtete es daher gestützt auf den Nachweis als erwiesen, 
dass die Reduktion der Durchflusskapazität der grundwasserführenden 
Schotterschicht gegenüber dem unbeeinflussten Zustand deutlich unterhalb 
10 Prozent liege. Gestützt auf die eingereichten Projektunterlagen könne die 
erforderliche Ausnahmebewilligung unter Berücksichtigung von Auflagen er-
teilt werden (Stellungnahme AWA vor der Vorinstanz vom 5.2.2020, Vorak-
ten BVD pag. 39 f.; Fachbericht AWA vom 7.10.2019 Ziff. 1.4, Vorakten Ge-
meinde pag. 132 ff.).

2.5 Das Verwaltungsgericht auferlegt sich bei der Überprüfung von As-
pekten, die eine kantonale Fachbehörde aufgrund ihres Fachwissens besser 
beurteilen kann, praxisgemäss eine gewisse Zurückhaltung. Um von der Ein-
schätzung der Fachbehörde abzuweichen, bedarf es triftiger Gründe (BVR 
2014 S. 508 E. 5.3.2, 2013 S. 5 E. 5.6, 2010 S. 411 E. 1.5 mit Hinweisen; 
Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 19 N. 55). Solche liegen hier nicht vor: Anders als der Be-
schwerdeführer behauptet, bestehen zwischen dem AWA und der 
D.________ AG keine Unklarheiten in Bezug auf die Fragen, «welches 
Niveau als massgebend zu erachten ist und welche Durchlässigkeit die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 8

Schichten aufweisen» (vgl. Beschwerde Rz. 25). Vielmehr gehen die 
D.________ AG und die kantonale Fachbehörde übereinstimmend davon 
aus, dass sich der eigentliche Grundwasserleiter in der unteren (durchgän-
gigen) Schotterlage befindet, weshalb die Veränderung der Durchflusskapa-
zität grundsätzlich nur in Bezug auf diese Gesteinsschicht beurteilt werden 
muss (vgl. die entsprechenden Berechnungen der D.________ AG auf S. 4 
des eingereichten Nachweises). Dass gemäss der Einschätzung von beiden 
die obere nicht durchgängige, ebenfalls wasserführende Schotterschicht 
unberücksichtigt bleiben kann bzw. nicht zwingend als nutzbares 
Grundwasservorkommen im Sinn von Art. 43 Abs. 4 GSchG betrachtet wer-
den muss, erscheint plausibel und ist nicht zu beanstanden, zumal es hierbei 
um eine ausgesprochene Fachfrage geht. Um die Einhaltung der 10 %-Re-
gel zu beurteilen, sind die Behörden im Übrigen nicht verpflichtet, eigene 
Untersuchungen vor Ort durchzuführen oder solche in Auftrag zu geben, so-
weit der entsprechende Nachweis der Bauherrschaft – wie hier – fachgerecht 
erstellt und schlüssig ist (vgl. etwa VGE 2019/143 vom 30.3.2020 E. 3.3 [be-
stätigt durch BGer 1C_244/2020 vom 17.6.2021] mit weiteren Hinweisen zur 
vergleichbaren Situation bei Lärmprognosen). Entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers war daher weder das AWA noch die Vorinstanz ver-
pflichtet, «die tatsächlichen Verhältnisse weitergehend zu überprüfen», und 
liegt insofern keine unvollständige Sachverhaltsfeststellung vor. Daran än-
dert nichts, dass das AWA und die Vorinstanz im Unterschied zur 
D.________ AG nicht nur die oberste Bodenschicht, sondern alle Schichten 
oberhalb des eigentlichen Grundwasserleiters als «Deckschicht» 
bezeichnen und daher – wohl mit Blick auf die obere Schotterlage – etwas 
missverständlich von einer «nicht durchgängigen Deckschicht» sprechen 
(vgl. etwa Stellungnahme AWA vor der Vorinstanz vom 5.2.2020, Vorakten 
BVD pag. 40; angefochtener Entscheid E. 3f), zumal dies nach dem Gesag-
ten für die hier interessierende Frage keine Folgen hat. Entgegen der Auf-
fassung des Beschwerdeführers ist es daher nicht zu beanstanden, dass das 
AWA und mit ihm auch die Vorinstanzen für die Beurteilung der 10 %-Regel 
auf weitere Abklärungen verzichtet und stattdessen auf den eingereichten 
Nachweis der D.________ AG abgestellt haben.

2.6 Dem Beschwerdeführer ist auch nicht zu folgen, soweit er rügt, die 
Vorinstanz sei ohne gesetzliche Grundlage vom Grundsatz abgewichen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 9

«wonach der mittlere Grundwasserspiegel das massgebende Niveau dar-
stellt» (vgl. Beschwerde Rz. 26). Diesbezüglich kann auf die Erwägungen im 
angefochtenen Entscheid (E. 3f) verwiesen werden, wonach sich dieser an-
gebliche Grundsatz weder dem Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV noch der 
Praxis des AWA entnehmen lässt. Sowohl in der GSchV als auch im ein-
schlägigen Merkblatt des AWA «Bauten im Grundwasser und Grundwasser-
absenkungen» (Vorakten Gemeinde pag. 139 ff.) wird der mittlere Grund-
wasserspiegel nur insofern für massgeblich erklärt, als es um die Frage geht, 
ob eine Ausnahmebewilligung überhaupt nötig ist (vgl. auch vorne E. 2.1). 
Dies ist hier aber nicht umstritten.

2.7 Bei dieser Ausgangslage hat die Vorinstanz kein Recht verletzt, wenn 
sie zusammen mit dem AWA gestützt auf den Nachweis der D.________ AG 
davon ausging, dass das Bauvorhaben die 10 %-Regel einhält. Angesichts 
der hydrogeologischen Verhältnisse im Untergrund des Baugrundstücks 
kann überdies angenommen werden, dass die Erstellung grösserer 
Baukörper bzw. eine zonengerechte bauliche Nutzung ohne Pfahl-
fundationen kaum möglich ist. Da gemäss dem eingereichten Nachweis mit 
einer moderaten Reduktion der Durchflusskapazität von nur rund 5 % zu 
rechnen ist, liegen auch ausreichende private Interessen vor, welche die 
Gewährung einer Ausnahme nach Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV unter 
Auflagen zu rechtfertigen vermögen, und – soweit ersichtlich – keine öffent-
lichen Interessen, die dagegen sprechen. Entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers wurde die gewässerschutzrechtliche Ausnahmebewilligung 
folglich zu Recht erteilt.

3.

Weiter ist umstritten, ob der neue Autounterstand gegenüber dem auf dem 
Baugrundstück bereits bestehenden Einfamilienhaus und dem geplanten 
Mehrfamilienhaus Gebäudeabstände einhalten muss.

3.1 Gemäss Art. 12 Abs. 2 BauG sind für die gegenüber Nachbargrund-
stücken und gegenüber anderen Bauten und Anlagen einzuhaltenden 
Grenz- und Gebäudeabstände die Vorschriften der Gemeinden massge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 10

bend. Das Baureglement der EG Thun vom 2. Juni 2002 (nachfolgend: GBR) 
enthält im dritten Abschnitt («Die Grenzen des Bauens») die folgenden Be-
stimmungen:

Art. 13 Bauweise
1 Soweit nichts anderes bestimmt ist, gilt die offene Bauweise; die Bau-
ten haben allseitig die vorgeschriebenen Bauabstände einzuhalten.

[…]

Art. 14 Bauabstände
1 Die Bauabstände von Gebäuden richten sich nach:

a rechtsgültigen Baulinien und Baufeldbegrenzungen in besonde-
ren baurechtlichen Ordnungen;

b den Bestimmungen des Bundes und des Kantons sowie den 
Bauabständen von öffentlichen Strassen, soweit die entspre-
chenden Mindestmasse grösser sind als die Abstände gemäss 
lit. c; […]

c den Bauzonen und ihren baupolizeilichen Massen.
2 [Spezialbestimmung für Altstadt-, Ortsbild- und Strukturgebiete]
3 [Bauabstände gegenüber den Landwirtschaftszonen]
4 Die Messweise der Grenz- und Gebäudeabstände ist im Anhang 1 
Ziff. 1.2 GBR dargestellt und erläutert.

Art. 15 An- und Nebenbauten
1 An- und Nebenbauten sind Gebäude mit einer maximalen Grundfläche 
von 60 m² und einer maximalen Gebäudehöhe von 3.0 m.
2 Der allseitige Grenzabstand für bewohnte An- und Nebenbauten be-
trägt 3.0 m, derjenige für unbewohnte An- und Nebenbauten beträgt 
2.0 m; diese dürfen mit schriftlicher Zustimmung der betroffenen Nach-
barn an die gemeinsame Grenze gestellt werden.
3 [Gebiete mit geschlossener Bauweise]

Anhang 1 zum GBR enthält Darstellungen und Erläuterungen zur Mess-
weise. In Ziff. 1.2 zu den Bauabständen wird der Begriff «Gebäudeabstand» 
wie folgt umschrieben:

Der Abstand zweier Gebäude muss mindestens die Summe der dazwi-
schenliegenden erforderlichen Grenzabstände betragen. Das gilt auch 
für Gebäude auf dem gleichen Grundstück.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 11

Die Messweise der Grenz- und Gebäudeabstände wird in Anhang 1 Ziff. 1.2 
GBR mit der folgenden Skizze erläutert:

3.2 Die Gemeinden sind im Bereich ihrer Bau- und Zonenordnung im 
Rahmen der gesetzlichen Regelungen und der übergeordneten Planung au-
tonom (vgl. Art. 109 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1] und 
Art. 65 Abs. 1 BauG). Wird – wie hier – die Anwendung einer kommunalen 
Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die Rechts-
mittelinstanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde geltend gemachte Aus-
legung rechtlich haltbar ist, wobei auch ins Gewicht fällt, wie die Gemeinde 
die zur Diskussion stehende Gemeindevorschrift bisher in der Praxis ver-
standen und gehandhabt hat (BVR 2010 S. 113 E. 4.4 mit Hinweisen). Die 
Rechtsmittelinstanzen auferlegen sich aufgrund der Gemeindeautonomie 
mit andern Worten eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der Auffassung 
der Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeu-
tung der umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und rechtlich vertretbar 
wäre (statt vieler BVR 2019 S. 15 E. 3.2 mit Hinweisen; zum Ganzen Ruth 
Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 80 N. 23, Art. 66 N. 27).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 12

3.3 Die Verfahrensbeteiligten sind einig, dass auf der Bauparzelle die 
offene Bauweise gemäss Art. 13 Abs. 1 GBR gilt und dass es sich beim 
neuen Autounterstand um eine Nebenbaute im Sinn von Art. 15 Abs. 1 GBR 
handelt. Streitig ist hingegen die Frage, ob sich aus dem GBR zwingend 
ergibt, dass der Autounterstand gegenüber dem bestehenden Einfamilien-
haus und dem geplanten Mehrfamilienhaus auf der Bauparzelle einen Ge-
bäudeabstand einhalten muss. Die Gemeinde stellt sich auf den Standpunkt, 
das GBR mache «keine konkrete Aussage» zu Gebäudeabständen von Ne-
benbauten. Aus der Skizze in Anhang 1 Ziff. 1.2 sei jedoch abzuleiten, dass 
sich die Regelung nur auf Hauptbauten beziehe. Die von ihr seit mehreren 
Jahren verfolgte Praxis, bei Nebenbauten auf Gebäudeabstände zu verzich-
ten, bewege sich daher im Rahmen des ihr zustehenden kommunalen Beur-
teilungsspielraums. An Abteilungssitzungen des Bauinspektorats in den Jah-
ren 2014 und 2015 habe sie diese Praxis auch schriftlich festgehalten und 
konkretisiert. Im Übrigen sei gemäss den Brandschutzvorschriften parzellen-
intern zwischen Neben- und Hauptbauten ebenfalls kein Schutzabstand 
mehr erforderlich. Mit Blick auf die städtische, von Kleinparzellen geprägte 
Bebauungsstruktur in Thun sei schliesslich klar festzuhalten, dass es gar 
keinen Sinn ergebe, enorme Auswirkungen hätte und eine haushälterische 
Bodennutzung wesentlich erschweren würde, wenn bei Nebenbauten ein 
Gebäudeabstand verlangt würde (Stellungnahme vor der BVD vom 
26.3.2020, Vorakten BVD pag. 65 ff.). Die BVD äusserte im vorinstanzlichen 
Beschwerdeverfahren zunächst gewisse Zweifel an der Rechtmässigkeit der 
von der Gemeinde erläuterten Praxis (vgl. Verfügung der BVD vom 4.3.2020 
Ziff. 2a, Vorakten BVD pag. 58 f.). Im angefochtenen Entscheid gelangte sie 
jedoch zum Schluss, dass sich die von der Gemeinde vertretene Auslegung 
der einschlägigen Regelung namentlich mit Blick auf Sinn und Zweck von 
Gebäudeabständen und in Berücksichtigung der belegten langjährigen Pra-
xis sowie der Gemeindeautonomie als rechtlich haltbar erweise. Der ge-
plante Autounterstand falle folglich als unbewohnte Nebenbaute nicht in den 
Anwendungsbereich von Anhang 1 Ziff. 1.2 GBR und habe den dort verlang-
ten Gebäudeabstand nicht einzuhalten (angefochtener Entscheid E. 4e). 

3.4 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, es gebe keine gesetzliche 
Grundlage für eine besondere Behandlung von Nebenbauten in Bezug auf 
den Gebäudeabstand. Anhang 1 Ziff. 1.2 GBR spreche vom Abstand zweier 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 13

Gebäude, wobei auch Nebenbauten als solche zu qualifizieren seien. Son-
derbestimmungen für Nebenbauten fehlten, weshalb für diese dieselben 
Bestimmungen wie für alle anderen Gebäude gelten würden. Im Übrigen ent-
hielten weder die Skizze in Anhang 1 Ziff. 1.2 GBR noch die Kommentare 
zum GBR Hinweise auf eine Privilegierung von Nebenbauten. Die Auslegung 
der Vorinstanzen widerspreche dem klaren Wortlaut des Baureglements so-
wie den Skizzen und Kommentaren und sei rechtlich nicht haltbar. Da die zu- 
und wegfahrenden Fahrzeuge Lärm und Abgase verursachten, sei auch die 
Annahme der Vorinstanz unhaltbar, beim geplanten Autounterstand stehe 
der Schutz der benachbarten Wohnbauten vor Beeinträchtigungen im Hin-
tergrund (zum Ganzen Beschwerde Rz. 29 ff.).

3.5 Unbestritten ist, dass das Baugrundstück weder in einem Altstadt-, 
Ortsbild- oder Strukturgebiet liegt noch einer besonderen baurechtlichen 
Ordnung untersteht. Daher richten sich die Baubabstände gemäss der allge-
meinen Regelung von Art. 14 GBR grundsätzlich nach den Bauzonen und 
ihren baupolizeilichen Massen (Abs. 1 Bst. c), welche in Art. 21 GBR («Nut-
zungsmass der Bauzonen») festgelegt sind. Neben dieser allgemeinen Vor-
gabe enthält Art. 15 GBR eine Spezialbestimmung für An- und Nebenbauten 
mit abweichender, privilegierender Bauabstandsregelung, die auf den ge-
planten Autounterstand Anwendung findet: Laut dieser Bestimmung beträgt 
der allseitige Grenzabstand von An- und Nebenbauten 3 m (bewohnt) bzw. 
2 m (unbewohnt) bzw. dürfen mit schriftlicher Zustimmung der betroffenen 
Nachbarschaft an die gemeinsame Grenze gestellt werden (Abs. 2). Der hier 
interessierende Gebäudeabstand wird in Art. 15 GBR hingegen nicht er-
wähnt (vgl. vorne E. 3.1). Umstritten ist, ob es sich dabei um ein qualifiziertes 
Schweigen des kommunalen Gesetzgebers handelt.

3.6 Keine Klärung bringt entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers der Umstand, dass Anhang 1 Ziff. 1.2 GBR vom «Abstand zweier Ge-
bäude» spricht und auch eine Nebenbaute als Gebäude gelten mag. Denn 
gemäss Art. 14 Abs. 4 GBR wird in Anhang 1 Ziff. 1.2 GBR nur die «Mess-
weise» der Grenz- und Gebäudeabstände festgelegt. Die entsprechende 
Definition des Gebäudeabstands (zitiert vorne in E. 3.1) findet folglich nur 
dann Anwendung, wenn feststeht, dass ein Gebäudeabstand einzuhalten ist, 
was hier aber gerade umstritten ist. Zu beachten ist hingegen, dass laut 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 14

Ziff. 1 der Empfehlungen des Amtes für Gemeinden und Raumordnung des 
Kantons Bern zur Behandlung einiger Sonderfälle von baubewilligungspflich-
tigen Vorhaben (BSIG Nr. 7/721.0/10.1 [nachfolgend: BSIG-Empfehlung]) 
bei allen Bauten, welche die Abmessungen von unbewohnten An- und Ne-
benbauten im Sinn von Art. 12 Abs. 3 Satz 2 des Dekrets vom 10. Februar 
1970 über das Normalbaureglement (NBRD; BSG 723.13) nicht überschrei-
ten (Maximalfläche: 60 m2, maximale mittlere Fassadenhöhe: 4 m), – ausser 
bei den Kleinställen – auf die Einhaltung der Gebäudeabstände verzichtet 
werden kann. Einzuhalten bleibt einzig der kleine Grenzabstand; es sei denn, 
die Nachbarin oder der Nachbar stimme dessen Unterschreitung zu, wobei 
in diesem Fall keine Ausnahmebewilligung nötig ist. Voraussetzung für den 
Verzicht auf Gebäudeabstände ist gemäss der BSIG-Empfehlung nur, dass 
das kommunale Baureglement keine klare, abweichende Regelung enthält 
und die Gemeinde keine andere konstante Praxis verfolgt. Beide Vorausset-
zungen sind hier nach dem Gesagten erfüllt (vgl. vorne E. 3.3). Beim streit-
betroffenen Autounterstand (Grundfläche: rund 37 m2, Gesamthöhe: 2,60 m; 
vgl. die bewilligten Pläne in den Vorakten Gemeinde pag. 2 ff.) handelt es 
sich zudem zweifellos um eine eingeschossige Nebenbaute im Sinn von 
Art. 12 Abs. 3 Satz 2 NBRD. Somit ist es nicht zu beanstanden, wenn die 
Gemeinde beim Autounterstand in Übereinstimmung mit der BSIG-Empfeh-
lung auf Gebäudeabstände verzichtete, zumal diese Empfehlung als Aus-
druck der kantonalen Übung gilt (vgl. BSIG-Empfehlung Ziff. 1 einleitend; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 11). Entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers bedarf es keiner kommunalen Sonderbestimmung für den 
Gebäudeabstand von Nebenbauten; vielmehr genügt es, dass das GBR 
keine klare Regelung enthält. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Ent-
scheid (E. 4d) richtig erwog, bestehen im Übrigen keine Anhaltspunkte dafür, 
dass ein Verzicht auf Gebäudeabstände – wenn überhaupt – nur zwischen 
«zusammengehörenden» Haupt- und Nebenbauten zulässig ist. Entgegen 
dem Beschwerdeführer lässt sich der BSIG-Empfehlung schliesslich auch 
nicht entnehmen, dass ein Verzicht auf Gebäudeabstände bei Garagen we-
gen des Lärms und der Abgase von vornherein nicht in Frage kommen kann. 
Einen Verzicht auf Gebäudeabstände schliesst die BSIG-Empfehlung – wie 
dargelegt – nur bei Kleinställen aus.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 15

3.7 Zusammengefasst hält die Auffassung der Vorinstanzen, dass das 
GBR keine eindeutige Regelung zum Gebäudeabstand von Nebenbauten 
enthält, einer Überprüfung stand. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass 
Gemeinde und BVD (in Übereinstimmung mit der BSIG-Empfehlung) beim 
Autounterstand auf die Einhaltung von Gebäudeabständen verzichtet haben. 
Die entsprechende Rüge ist unbegründet.

4.

Zu prüfen ist ferner, ob das Attikageschoss des geplanten Mehrfamilienhau-
ses den massgebenden kommunalen Bauvorschriften genügt.

4.1 Attikageschosse sind im GBR wie folgt geregelt:

Art. 19 Dachausbau und Attikageschoss
1 [Einbau von Wohn- und Arbeitsräumen im Dachraum]
2 Auf Flachdächern kann zusätzlich zur maximalen Geschosszahl und 
Gebäudehöhe ein Attikageschoss erstellt werden.
3 Die Messweise für Attikageschosse und Dachaufbauten ist im An-
hang 1 Ziff. 1.3 GBR dargestellt.

In Anhang 1 Ziff. 1.3 GBR wird die Messweise für Attikageschosse wie folgt 
erläutert:

Volumen und Dachform des Attikageschosses können innerhalb der 
äusseren Begrenzung, wie sie sich durch ein gleich geneigtes Sattel-
dach mit einer Kniewandhöhe von 1,0 m und einer Dachneigung von 
40° ergeben würde, frei gewählt werden. Technische Aufbauten dürfen 
die Begrenzung des Attikageschosses um das technisch bedingte Mini-
mum überragen, Vordächer über offenen Sitzplätzen auf maximal 50 % 
der Fassadenlänge (FL).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 16

Anhang 1 Ziff. 1.3 GBR enthält ausserdem die folgende Darstellung:

4.2 Im angefochtenen Entscheid (E. 5d) erwog die BVD, Anhang 1 
Ziff. 1.3 GBR schreibe nur vor, dass sich das Attikageschoss innerhalb der 
«äusseren Begrenzung» befinden müsse, welche sich durch ein gleich ge-
neigtes Satteldach mit einer Kniewandhöhe von 1,0 m und einer Dachnei-
gung von 40° ergeben würde. Der Begriff «äussere Begrenzung» sei in der 
Bestimmung allerdings unklar definiert. Wenn die Gemeinde in der Praxis 
auf das tatsächliche Erscheinungsbild eines solchen Satteldaches abstelle, 
indem sie gestützt auf die Messweise für die Gebäudehöhe zur «äusseren 
Begrenzung» über dem massgebenden Messpunkt (Schnittpunkt 
Fassadenflucht und Oberkant Dachsparren) auch noch einen «üblichen 
Dachaufbau (Wärmedämmung, Abdichtung, Dachlattung, Ziegel)» berück-
sichtige, sei dies nachvollziehbar und rechtlich haltbar. Wie die Beschwerde-
gegnerinnen anhand des am 27. März 2020 eingereichten Plans überzeu-
gend belegten, halte das projektierte Attikageschoss die so verstandene 
«äussere Begrenzung» eines fiktiven Satteldaches mit einer Kniewandhöhe 
von 1,0 m und einer Dachneigung von 40° sowie einem üblichen Dachauf-
bau ein (Vorakten BVD Beilage 12, nach pag. 74).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 17

4.3 Wie auf dem folgenden Planausschnitt zu erkennen ist, überragt das 
vorgesehene Attikaprofil im Bereich des Flachdachabschlusses (mit dem 
Pfeil gekennzeichnete Stelle) die Oberkante des Dachsparrens des in An-
hang 1 Ziff. 1.3 umschriebenen fiktiven Satteldachs (geneigte rot gestrichelte 
Linie) um knapp 20 cm:

Der Beschwerdeführer ist daher der Auffassung, dass das projektierte Atti-
kageschoss die «äussere Begrenzung» eines fiktiven Satteldaches überragt 
(vgl. Beschwerde Rz. 38 ff.). Dass jedoch – wie er offenbar meint – die Ober-
kante des Dachsparrens des fiktiven Satteldachs den oberen Abschluss der 
Begrenzungsfläche bilden muss, lässt sich weder dem Wortlaut von An-
hang 1 Ziff. 1.3 GBR noch der dazugehörigen Skizze entnehmen (so auch 
die Gemeinde, vgl. Stellungnahme vor der BVD vom 26.3.2020 Ziff. 2). Wie 
die Vorinstanz zutreffend erwog, kann aus der Skizze in Anhang 1 Ziff. 1.1 
GBR zur Messweise für die Gebäudehöhe (GH) vielmehr darauf geschlos-
sen werden, dass bei einem Satteldach oberhalb des Dachsparrens (durch-
gezogene Linie) ein «üblicher Dachaufbau» (gestrichelte Linie) grundsätzlich 
zulässig ist:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 18

Weshalb dieser Dachaufbau bei der Bestimmung der Begrenzungsfläche für 
das Attikageschoss nicht berücksichtigt werden darf, leuchtet entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers nicht ein, zumal – wie die Vorinstanz 
nachvollziehbar erwog – auch unter Hinzurechnung des umstrittenen Dach-
aufbaus gewährleistet bleibt, dass das Attikageschoss in seiner tatsächli-
chen Erscheinungsform insgesamt jedenfalls nicht grösser ist als «Volumen 
und Dachform» des in Anhang 1 Ziff. 1.3 GBR umschriebenen Satteldachs. 
Soweit der Beschwerdeführer einwendet, bei einem solchen Verständnis der 
«äusseren Begrenzung» bleibe «völlig unklar», wie gross ein Attikageschoss 
höchstens sein dürfe, kann ihm nicht gefolgt werden, da diesbezüglich ana-
log auf die bestehende Praxis zu den Satteldächern zurückgegriffen werden 
kann. Die hier umstrittene Flachdachaufbordung ragt im Übrigen bloss um 
knapp 20 cm über den Dachsparren des fiktiven Satteldachs hinaus, wes-
halb jedenfalls im vorliegenden Fall von keinem ungewöhnlich grossen 
Dachaufbau gesprochen werden kann.

4.4 Anders als der Beschwerdeführer meint, deutet bei dieser Ausgangs-
lage nichts darauf hin, dass die Vorinstanz den Begriff der «äusseren Be-
grenzung» entgegen dem Wortlaut von Anhang 1 Ziff. 1.3 GBR und im 
Widerspruch zur dazugehörigen Skizze ausgelegt hat, zumal das von ihr ver-
tretene Begriffsverständnis auch der gängigen Praxis der Gemeinde ent-
spricht (vgl. die Praxisbeispiele in Vorakten BVD Beilagen 11-15, nach 
pag. 68). Die Vorinstanzen haben daher kein Recht verletzt, wenn sie zum 
Schluss gelangten, dass das geplante Attikageschoss des Mehrfamilien-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 19

hauses das vorgegebene Attikaprofil einhalte und bewilligungsfähig sei. Wei-
terungen zu den technischen Aufbauten im Sinn von Anhang 1 Ziff. 1.3 GBR 
erübrigen sich bei diesem Ergebnis (vgl. aber Beschwerde Rz. 48).

5.

Streitig ist im Weiteren, ob genügend besondere wettergeschützte Abstell-
flächen für Kinderwagen, Fahrräder usw. vorhanden sind.

5.1 Art. 15 Abs. 1 BauG schreibt vor, dass die Bauherrschaft beim Bau 
von Mehrfamilienhäusern unter anderem Abstellräume schafft. Gemäss 
Art. 47 Abs. 2 der Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
sind in der Nähe des Hauseingangs besondere wettergeschützte Abstell-
flächen für Kinderwagen, Fahrräder und dergleichen vorzusehen. Diese Re-
gelung will aus sozialpolitischen Gründen sicherstellen, dass die für ein an-
genehmes Wohnen wesentlichen Nebeneinrichtungen zur Verfügung stehen 
(Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 15 N. 1).

5.2 Die Vorinstanz erwog, gemäss dem Umgebungsplan verfüge der ge-
deckte Vorplatzbereich des projektierten Mehrfamilienhauses neben den Au-
toabstellplätzen über genügend besondere wettergeschützte Abstellflächen. 
Selbst wenn die im Plan eingetragenen Veloabstellplätze alle belegt sein 
sollten, könnten Kinderwagen in diesem gedeckten Bereich problemlos hin-
ter den Velos abgestellt werden. Diese Anordnung möge zwar im täglichen 
Gebrauch nicht ideal sein, genüge aber den rechtlichen Vorgaben, zumal für 
etwas kleinere Gegenstände wie Kindervelos oder Ähnliches ein grösserer 
Stauraum unmittelbar neben den Hauseingängen vorgesehen sei. Die Ab-
stellflächen befänden sich in der Nähe der jeweiligen Hauseingänge und 
seien überdacht, was ausreiche (angefochtener Entscheid E. 7c). 

5.3 Diese Ausführungen überzeugen: Gemäss dem bewilligten Plan 
«Umgebung 1:100» vom 4.5.2020 (Vorakten BVD Beilage 15, nach pag. 78) 
verfügen alle Wohneinheiten neben den Hauseingängen je über einen sepa-
raten überdachten «Stauraum». Weiter ist im überdachten Bereich vor den 
Hauseingängen (neben den Autoabstellplätzen) ausreichend Platz für das 
Abstellen von Velos und Kinderwagen vorgesehen. Die Behauptung des Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 20

schwerdeführers, es seien keine besonderen wettergeschützten Abstellflä-
chen für Kinderwagen, Fahrräder und dergleichen vorhanden, ist daher 
offensichtlich unzutreffend. Nicht nachvollziehbar ist, weshalb es sich bei 
den Abstellflächen neben den Parkplätzen um eine «improvisierte und nicht 
alltagstaugliche Abstellfläche hinter den Fahrrädern» handeln soll (vgl. Be-
schwerde Rz. 55). Wie die Vorinstanz zutreffend annahm, müssen die erfor-
derlichen Abstellflächen keine Ideallösungen darstellen, aber immerhin 
zweckmässig nutzbar sein (vgl. BVR 1993 S. 388 E. 3c; Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 15 N. 2). Davon kann hier nach dem Gesagten aufgrund der Pro-
jektpläne und in Übereinstimmung mit den Vorinstanzen ohne Weiteres aus-
gegangen werden. 

5.4 Die Rüge des Beschwerdeführers, das Bauvorhaben halte die Vor-
gaben von Art. 47 Abs. 2 BauV nicht ein, ist daher nicht stichhaltig.

6.

Der Beschwerdeführer zweifelt sodann daran, dass das Bauvorhaben den 
Gestaltungsvorschriften genügt.

6.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 GBR sind Bauten und Anlagen so zu gestalten, 
dass zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht, die 
sich namentlich an den Eigenheiten des Quartiers sowie den prägenden Ele-
menten und Merkmalen des Strassen-, Orts- und Landschaftsbilds auszu-
richten hat. Art. 6 Abs. 1 GBR schreibt weiter vor, dass öffentliche und pri-
vate Aussenräume so zu gestalten sind, dass zusammen mit den Bauten 
und Anlagen eine gute Gesamtwirkung entsteht und gleichzeitig die ökologi-
schen Qualitäten nach Möglichkeit erhalten und vermehrt werden. Mit diesen 
Bestimmungen hat die Gemeinde nähere Vorschriften im Sinn von Art. 9 
Abs. 3 BauG erlassen. Die (positiven) Einfügungs- und Verbesserungsge-
bote gehen in ihrem Regelungsgehalt und in ihrer Regelungsdichte über das 
Verunstaltungsverbot gemäss Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus und haben selb-
ständige Bedeutung (BVR 2009 S. 328 E. 5.2, 2006 S. 491 E. 6.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4 und 4a, je mit weiteren Hinweisen). Der 
Begriff der guten Gesamtwirkung stellt einen unbestimmten kommunalen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 21

Gesetzesbegriff dar, bezüglich dessen Auslegung das Verwaltungsgericht 
den kommunalen Behörden grundsätzlich einen gewissen Beurteilungsspiel-
raum einräumt. Es ist vorab Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie ihre 
eigene kommunale Ästhetikvorschrift verstanden haben will (vgl. vorne 
E. 3.2). Die «gute Gesamtwirkung» ist gemäss der Rechtsprechung weder 
an geringen noch an besonders hohen architektonischen Qualitäten zu mes-
sen, sondern bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten nur, 
dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich ein 
Bauvorhaben an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Um-
gebung zu orientieren hat (BVR 2009 S. 328 E. 5.3, 2006 S. 491 E. 6.3.1 f. 
mit Hinweisen; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4a und 5).

6.2 Wie sich den Akten entnehmen lässt, wurde das umstrittene Bauvor-
haben im Hinblick auf seine Gestaltung im Baubewilligungsverfahren vom 
Stadtarchitekten und dem Bauinspektorat an einer gemeinsamen Sitzung 
am 6. November 2019 beurteilt (vgl. Protokoll «Jour fixe Stadtarchitekt/
Bauinspektorat» vom 6.11.2019, Vorakten Gemeinde pag. 124 f.). Stadtar-
chitekt und Bauinspektorat gelangten dabei zur Auffassung, dass der Ge-
staltung der Gebäude aufgrund der prominenten Lage in Seenähe zwar all-
gemein eine erhöhte Beachtung zu schenken sei. Allerdings liege das 
geplante Mehrfamilienhaus selber nicht direkt am Seeufer. Das Projekt biete 
eine gute Baugestaltung und erfülle die gestalterischen Vorgaben. Es ver-
füge über ein klares Fassadenkonzept, die städtebauliche Struktur der da-
hinterliegenden, länglichen Mehrfamilienhäuser werde aufgenommen und 
die parkartige Gestaltung des Aussenraums werde grossmehrheitlich erhal-
ten. 

6.3 Gemeinde und BVD sind dieser Einschätzung gefolgt. Die Vorinstanz 
erwog im angefochtenen Entscheid (E. 8e) ergänzend, das Bauvorhaben be-
finde sich nicht in einem besonders geschützten Gebiet, weshalb an die Ein-
ordnung des Bauvorhabens grundsätzlich keine erhöhten Anforderungen 
gestellt werden könnten. Die Umgebung weise gemäss Luftbild eine hetero-
gene Bebauungsstruktur auf. Grösse, Grundform und Dachform seien über 
das ganze Quartier betrachtet uneinheitlich. Immerhin lasse sich erkennen, 
dass die Bebauungsstruktur vorne in der ersten Bebauungsreihe entlang des 
Sees lockerer und von eher kleineren Einzelbauten mit viel Grünraum ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 22

prägt sei und die Verdichtung zunehme, je mehr man sich vom Ufer entferne. 
Im Bereich des Bauvorhabens und dahinter fänden sich grössere Mehrfami-
lienhäuser auf engerem Raum, wenn auch in diesem Bereich die Gartenan-
lagen meist grosszügig ausgeführt seien. Das geplante Mehrfamilienhaus 
passe sich dieser Struktur an. Es liege in einer Linie mit dem dahinterliegen-
den Mehrfamilienhaus, weise in etwa die selbe Grösse und Grundform auf 
und orientiere sich bezüglich Stellung auch in nordsüdlicher Richtung an den 
Nachbarbauten. Das Vorhaben unterstütze den in der Umgebung bestehen-
den Übergang von lockeren Kleinbauten am Seeufer zu dichterer Bauweise 
mit grösseren Wohnbauten dahinter. Der vordere Bereich der Bauparzelle 
ab Höhe des bestehenden Einfamilienhauses bleibe unverändert und weise 
nach wie vor viel Grünfläche auf. Dem erhöhten Schutz des Umgebungsbil-
des aufgrund der Nähe zum Seeufer und des dort befindlichen Landschafts-
entwicklungsgebiets werde damit Rechnung getragen. Die Ausgestaltung 
mit Flachdach sei ebenfalls nicht quartierfremd und finde sich nicht nur bei 
den unmittelbar dahinterliegenden Mehrfamilienhäusern. Die Fassadenge-
staltung mittels Holzkonstruktion mit der Farbe «Natur/Vorvergraut» und 
grossen Fensterfronten ost- und westseitig entspreche einem üblichen, mo-
dernen Baustil und sei hinsichtlich der Einordnung ebenfalls nicht zu bean-
standen. Der neu geplante Autounterstand komme direkt hinter dem schon 
bestehenden Einfamilienhaus zu stehen und wirke dadurch unauffällig.

6.4 Diese Beurteilung ist schlüssig und nachvollziehbar. Was der Be-
schwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht: 

6.4.1 Anhand der Akten und der öffentlich zugänglichen Luftbilder ist klar 
ersichtlich, dass sich der geplante Neubau hinsichtlich Ausrichtung, Setzung 
und Grundform vor allem an den beiden Mehrfamilienhäusern auf der west-
lich benachbarten Parzelle Nr. 2________ orientiert (vgl. etwa die Beilagen 6 
und 7 zur Beschwerdeantwort vom 20.2.2020 an die Vorinstanz, Vorakten 
BVD nach pag. 56). Der Schluss der Vorinstanz, das Bauvorhaben nehme 
«die städtebauliche Struktur» der benachbarten Gebäude auf, leuchtet daher 
ohne weiteres ein. Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, das geplante 
Mehrfamilienhaus habe im Unterschied zu den umliegenden Gebäuden eine 
Holzfassade und grössere Fenster, ist ihm entgegenzuhalten, dass das Er-
fordernis der guten Gesamtwirkung keine vollständige Angleichung und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 23

Anpassung an das bereits Bestehende verlangt und auch Raum für neue 
gestalterische Ansätze oder Ausdrucksformen lässt (BVR 2006 S. 491 
E. 6.3.2). Dieser Gestaltungsfreiraum wird hier nicht überschritten, zumal 
keine Hinweise darauf bestehen, dass das Bauvorhaben vom Mittelmass der 
baulichen Umgebung abfällt oder zu dieser in anderer Weise einen stören-
den Gegensatz bildet. Dies gilt umso weniger, als die bestehende Bebauung 
im Quartier insgesamt soweit erkennbar keine besonders beachtenswerten 
gemeinsamen Gestaltungsmerkmale aufweist, wie die Vorinstanz zu Recht 
bemerkte. Um eine gute Gesamtwirkung zu erzielen, muss das umstrittene 
Mehrfamilienhaus entgegen dem Beschwerdeführer nicht zwingend die Ge-
staltung der am Ufer gelegenen Bauten übernehmen, da es in der zweiten, 
vom See rund 50 m entfernten Gebäudezeile und nicht direkt am Seeufer 
errichtet werden soll. 

6.4.2 Gemäss den Bauplänen soll das zwischen dem neuen Mehrfamilien-
haus und dem Seeufer gelegene Einfamilienhaus auf dem Baugrundstück 
bestehen bleiben, ebenso wie der Grünraum im östlichen Bereich der Par-
zelle (vgl. Plan «Umgebung 1:100» vom 4.5.2020, mit Stempel Rechtsamt 
BVD vom 7.5.2020, Vorakten BVD nach pag. 75). Aus diesem Grund dürfte 
das Bauvorhaben – wie die Beschwerdegegnerinnen zu Recht geltend ma-
chen (vgl. Beschwerdeantwort Rz. 19) – vom rund 50 m entfernten Spazier-
weg, der zwischen der Ostgrenze der Bauparzelle und dem Seeufer verläuft 
(S.___-weg), kaum störend in Erscheinung treten. Insofern ist nicht ersicht-
lich, weshalb das Bauvorhaben der Nähe zum Ufer unzureichend Rechnung 
tragen sollte. Entgegen dem Beschwerdeführer vermag daran der südlich 
des Baugrundstücks gelegene «Kanal», welcher «der parkähnlichen Land-
schaft in der Nähe des Seeufers umso mehr Gewicht» verleihen soll (Be-
schwerde Rz. 64), nichts zu ändern, zumal in seiner Nähe schon heute meh-
rere Bauten stehen (Einfamilienhaus auf der Bauparzelle, Wohnhaus und 
Bootshaus auf der südlichen Nachbarparzelle Nr. 3________). 

6.4.3 Soweit der Beschwerdeführer beanstandet, es werde «in der park-
ähnlichen Gartenanlage des bestehenden Einfamilienhauses ein Fremdkör-
per errichtet», ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass die kommunalen Ge-
staltungsvorschriften keine Verpflichtung enthalten, wonach Grünräume in 
den Bauzonen umfassend erhalten werden müssten. Vielmehr hat die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 24

Grundeigentümerschaft grundsätzlich das Recht, die Parzelle im Rahmen 
der zulässigen Masse baulich auszunützen, und liegt eine verdichtete Bau-
weise bzw. das Schaffen kompakter Siedlungen auch im öffentlichen Inte-
resse (BGE 145 I 52 E. 4.4; BVR 2021 S. 150 [VGE 2019/414/427 vom 
15.12.2020] nicht publ. E. 5.6). Dass der Grünraum im westlichen Bereich 
der Bauparzelle durch den Bau des umstrittenen Mehrfamilienhauses weit-
gehend verloren geht, steht dem Vorhaben daher nicht entgegen. 

6.4.4 Bei dieser Ausgangslage ist weder erkennbar, dass sich das Bauvor-
haben ungenügend in das Wohnquartier einfügt, noch dass die Gemeinde 
das ihr zustehende Ermessen bei der ästhetischen Beurteilung überdehnt 
hat. Nicht geteilt werden kann auch der Eindruck des Beschwerdeführers, 
wonach Stadtarchitekt und Bauinspektorat an ihrer gemeinsamen Sitzung 
vom 6. November 2019 «in keiner Weise auf das Orts- und Landschaftsbild» 
eingegangen sein sollen (vgl. vorne E. 6.2). Es ist daher grundsätzlich nicht 
zu beanstanden, dass Gemeinde und Vorinstanz ihrer Einschätzung gefolgt 
sind und dem Bauvorhaben eine gute Gesamtwirkung zugestanden haben.

6.5 Umstritten ist schliesslich, ob das Bauvorhaben von der kantonalen 
Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) hätte begut-
achtet werden müssen.

6.5.1 Nach Art. 10 Abs. 2 BauG beurteilt die OLK zuhanden der Baubewil-
ligungsbehörde «prägende» Bauvorhaben aus Sicht des Ortsbilds- und 
Landschaftsschutzes. Ihr Beizug ist regelmässig angezeigt, wenn der Stand-
ort des Bauvorhabens in einem besonderen Schutzgebiet liegt und gleich-
zeitig Bedenken oder Einwände bestehen, die nicht offensichtlich unbegrün-
det sind. Befindet sich der Standort des Vorhabens indes – wie hier – aus-
serhalb solcher Schutzgebiete, ist nur in besonderen Situationen von einem 
«prägenden» Bauvorhaben auszugehen. Eine Konsultation der OLK ist nur 
vorgesehen, wenn das Vorhaben in seiner Umgebung dominant wirkt bzw. 
hervorsticht, etwa wegen einer exponierten Lage, eines mächtigen Baukör-
pers oder einer untypischen Gestaltung (zum Ganzen BVR 2021 S. 150 
E. 3.5). Selbst bei «prägenden» Bauvorhaben ist gemäss Art. 22a Abs. 2 
des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Bau-
bewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) auf den Beizug der OLK zu verzich-
ten, wenn das fragliche Bauvorhaben bereits von einer leistungsfähigen ört-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 25

lichen Fachstelle begutachtet worden ist. Diese Einschränkung gilt allerdings 
nur im erstinstanzlichen Verfahren (VGE 2017/51 vom 1.5.2018 E. 5.2.2; 
zum Ganzen Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 9d).

6.5.2  Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe seinen 
Antrag um Beizug der OLK zu Unrecht abgelehnt, weil das Bauvorhaben in 
Bezug auf seine Gestaltung «noch von keiner unabhängigen Fachstelle ge-
prüft» worden sei. Eine Beurteilung durch eine einzelne fachkundige Person 
– soweit der Stadtarchitekt diese Funktion wahrnehmen sollte – genüge da-
gegen nicht. Vielmehr sei die OLK die zuständige Fachstelle, wenn es darum 
gehe, Fragen des Ortsbild- und Landschaftsschutzes zu beurteilen. Am An-
trag ein OLK-Gutachten einzuholen, werde deshalb festgehalten (Be-
schwerde Rz. 59 f. und 69). Die Gemeinde bringt dagegen vor, der Fachaus-
schuss für Bau- und Aussenraumgestaltung der Stadt Thun gelte als leis-
tungsfähige örtliche Fachstelle. Eine Beurteilung durch diesen Ausschuss 
sei im vorliegenden Fall erfolgt, weshalb der Antrag um Einholung eines Gut-
achtens der OLK abzuweisen sei (Beschwerdeantwort vom 23.7.2020, 
act. 3).

6.5.3 Wie sich aus dem bereits Erwogenen ergibt, bestehen keine Hin-
weise darauf, dass das umstrittene Bauprojekt in seiner Umgebung domi-
nant wirkt oder aus dieser hervorsticht (vgl. vorne E. 6.3 ff.). Die Gemeinde 
durfte deshalb davon ausgehen, dass es sich um kein «prägendes» Bauvor-
haben handelt. Nach dem Gesagten musste sie daher im Baubewilligungs-
verfahren die OLK nicht beiziehen. Nichts anderes galt unter diesen Um-
ständen für die BVD im vorinstanzlichen Verfahren, selbst wenn ein Beizug 
der OLK durch die BVD rechtlich zulässig gewesen wäre. Die BVD hat folg-
lich kein Recht verletzt, indem sie dem entsprechenden Antrag des Be-
schwerdeführers in antizipierter Beweiswürdigung nicht entsprochen hat 
(angefochtener Entscheid E. 8e a.E.). Der vor Verwaltungsgericht erneuerte 
Beweisantrag wird ebenfalls abgewiesen. Ob die Besprechung des Bauvor-
habens durch den Stadtarchitekten und das Bauinspektorat anlässlich der 
gemeinsamen Sitzung vom 6. November 2019 («Jour fixe Stadtarchitekt/
Bauinspektorat») als eine Begutachtung durch eine leistungsfähige örtliche 
Fachstelle im Sinn von Art. 22a Abs. 2 BewD anzusehen ist, kann bei diesem 
Ergebnis offen bleiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 26

6.6 Zusammengefasst ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstan-
zen dem Bauvorhaben eine gute Gesamtwirkung und eine genügende Ein-
ordnung in die Umgebung im Sinn der massgeblichen Gestaltungsvorschrif-
ten zugestanden haben. 

7.

Umstritten ist schliesslich, ob das Bauvorhaben genügend erschlossen ist.

7.1 Bauvorhaben dürfen nur bewilligt werden, wenn sichergestellt ist, 
dass das Baugrundstück spätestens zum Zeitpunkt der Fertigstellung des 
Baus genügend erschlossen sein wird (Art. 7 Abs. 1 BauG, Art. 22 Abs. 2 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung 
[Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]). Gemäss Art. 7 Abs. 3 BauG müssen 
die Erschliessungsanlagen insbesondere den Beanspruchungen gewach-
sen sein, die sich aus der Nutzung des Baugrundstücks und der weiteren 
Grundstücke ergeben können, denen sie nach der Planung zu dienen be-
stimmt sind. Wird eine Erschliessungsstrasse neu erstellt, soll ihre Fahrbahn-
breite gemäss Art. 7 BauV bei Einbahnstrassen 3 m und bei Strassen mit 
Gegenverkehr 4,2 m grundsätzlich nicht unterschreiten (Abs. 2). Bei beson-
deren Verhältnissen wie ungünstigen topographischen Gegebenheiten, vor-
handenen baulichen Hindernissen, gebotener Verlangsamung des Verkehrs, 
zu erwartender geringer Verkehrsbelastung sowie besonderen Verkehrsbe-
dürfnissen kann die Fahrbahnbreite auch bei Strassen mit Gegenverkehr auf 
3 m herabgesetzt werden; ist die Strasse auf einer grösseren Strecke nicht 
überblickbar, so sind Ausweichstellen anzulegen (Abs. 3). Für Bauvorhaben 
wie das vorliegende, die in einem weitgehend überbauten Gebiet liegen, sind 
gemäss Art. 8 Abs. 2 BauG i.V.m. Art. 5 Bst. a BauV bestehende Strassen 
ausreichend, wenn die insgesamt zu erwartende Mehrbelastung verhältnis-
mässig gering ist und Brandbekämpfung sowie Verkehrssicherheit gewähr-
leistet sind. Letztere ist nicht mehr gewährleistet, wenn die für neue Anlagen 
geltenden Normen massiv unter- bzw. überschritten werden (VGE 2012/208 
vom 31.1.2013 E. 3.2, 21028 vom 11.6.2001 E. 4a). Für die Beurteilung des 
Ausmasses der insgesamt zu erwartenden Mehrbelastung ist entscheidend, 
ob der Mehrverkehr mit Blick auf die konkreten örtlichen und baulichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 27

Verhältnisse (insb. bisherige Nutzung, Fahrbahnbreite) gering ist 
(VGE 2011/206 vom 4.5.2012 E. 7.2; zum Ganzen BVR 2019 S. 151 
E. 4.4.3; VGE 2020/186 vom 7.6.2021 E. 4.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 
N. 10).

7.2 Im vorliegenden Fall soll die strassenmässige Erschliessung des ge-
planten Mehrfamilienhauses ab der K.___-strasse über den rund 3,5 m brei-
ten Q.___-weg erfolgen (Sackgasse). Auf dem Q.___-weg gilt ein 
allgemeines Fahrverbot gemäss Art. 18 der Signalisationsverordnung vom 
5. September 1979 (SSV; SR 741.21), wobei der Zubringerdienst gestattet 
ist. Vom Fahrverbot ausgenommen sind nur die ersten rund 20 Meter ab der 
Einmündung in die K.___-strasse (vgl. etwa Google Maps [Street View], 
Standort Q.___weg). Gemäss den Angaben der EG Thun erschliesst der 
Q.___-weg derzeit 43 Wohnungen mit mindestens 45 Parkplätzen 
(Gesamtentscheid vom 17.12.2019 Ziff. III.7, Vorakten Gemeinde pag. 12 ff.; 
Amtsbericht kommunales Tiefbauamt vom 25.9.2019 Ziff. 1.1, Vorakten 
Gemeinde pag. 121 ff.). 

7.3 Die Vorinstanz erwog, gemäss den Angaben der Gemeinde enthalte 
das geplante Mehrfamilienhaus vier neue Wohnungen mit fünf zusätzlichen 
Autoabstellplätzen. Angesichts von mindestens 45 bestehenden Parkplätzen 
liege die Zunahme an erschlossenen Wohnungen bzw. Parkplätzen bei rund 
einem Zehntel. Die zu erwartende Mehrbelastung sei daher im Verhältnis 
zum bestehenden Verkehrsaufkommen verhältnismässig gering. Aufgrund 
der diversen Vorplätze und Abzweigungen sowie der guten Übersichtlichkeit 
sei die Situation bei der Einmündung in die K.___-strasse unproblematisch 
und auf dem Q.___-weg insgesamt trotz des fehlenden Trottoirs für den 
Langsamverkehr ungefährlich. In Übereinstimmung mit der Einschätzung 
der EG Thun sei die Verkehrssicherheit auf dem Q.___-weg auch unter 
Berücksichtigung eines gewissen Mehrverkehrs gewährleistet. Dies gelte 
ebenso für den Bereich der Grundstückszufahrten. Die entsprechenden 
Normen des Schweizerischen Verbands der Strassen- und 
Verkehrsfachleute (VSS) SN 40 050 «Grundstückzufahrten» und 
SN 40 273a «Knoten» seien dort eingehalten. Es sei im Übrigen zu Recht 
unbestritten, dass die Brandbekämpfung gewährleistet sei, zumal die 
Feuerwehr im Baubewilligungsverfahren keine Bemerkungen zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 28

Bauvorhaben angebracht habe (vgl. dazu die Stellungnahme der Feuerwehr 
vom 7.10.2019, Vorakten Gemeinde pag. 149). Zusammenfassend sei das 
umstrittene Bauvorhaben über den bestehenden Q.___-weg daher 
genügend erschlossen (zum Ganzen angefochtener Entscheid E. 9c ff.).

7.4 Der Beschwerdeführer wendet ein, für die Beurteilung der insgesamt 
zu erwartenden Mehrbelastung gemäss Art. 5 Bst. a BauV seien einzig die 
«Verkehrsverhältnisse im östlichen Bereich» des Q.___-wegs massgebend, 
wo «nur wenige und kleinere Bauten vorhanden» seien (vgl. Beschwerde 
Rz. 72-74); zu Unrecht: Als Zufahrt im Sinn von Art. 6 Abs. 1 BauV und damit 
auch als massgebliche (bestehende) Erschliessungsanlage im Sinn von 
Art. 5 BauV gilt die gesamte Strassenverbindung zwischen dem Baugrund-
stück und dem allgemeinen Strassennetz, im vorliegenden Fall also sowohl 
der östliche als auch der westliche Teil des Q.___-wegs. Es leuchtet nicht 
ein, dass für die Beurteilung der zu erwartenden Mehrbelastung nur ein Teil 
dieser Zufahrt (hier: nur der hintere Teil der Sackgasse) berücksichtigt 
werden soll. Ein solches Vorgehen entspricht weder der gängigen Praxis 
noch wird es von den einschlägigen Bestimmungen der BauV verlangt. 
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist es daher nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanzen bei einem Zuwachs von fünf 
Parkplätzen von einer Verkehrszunahme um rund 10 % und einer noch 
verhältnismässig geringen Mehrbelastung ausgehen. 

7.5 Unbehelflich ist auch der Einwand, die BVD habe nicht näher abge-
klärt, ob der Q.___-weg den Beanspruchungen gewachsen sei, die sich aus 
der künftigen baulichen Nutzung der anderen Grundstücke in seinem Ein-
zugsgebiet ergeben könnte (vgl. Beschwerde Rz. 75 f.): Auf den Luftbildern 
ist ersichtlich, dass sämtliche Grundstücke im Einzugsgebiet des Q.___-
wegs bereits weitgehend überbaut sind. Bloss theoretische 
Ausnützungsreserven auf bereits überbauten Grundstücken, deren 
Ausschöpfung einen Abbruch oder eine weitreichende Umgestaltung 
bestehender Gebäude erfordern würde, müssen bei der Prognose der 
künftigen Beanspruchung nicht zwingend berücksichtigt werden. Hinzu 
kommt, dass ein Bauabschlag nur gerechtfertigt ist, wenn die 
Erschliessbarkeit künftiger Bauten nahezu verunmöglicht oder zumindest 
stark erschwert wird (BVR 2019 S. 151 E. 4.3.6; BGer 1C_489/2017 vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 29

22.5.2018 E. 3.5 f., 1C_532/2010 vom 23.3.2011 E. 2.4; Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 7-8 N. 7). Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass hier 
eine solche Situation vorliegen könnte.

7.6 Ferner rügt der Beschwerdeführer, die BVD habe den Sachverhalt in 
Bezug auf die Verkehrssicherheit in verschiedener Hinsicht fehlerhaft und 
ungenügend abgeklärt.

7.6.1 Zunächst bringt er vor, die Vorinstanz sei bei der Bestimmung der 
Knotensichtweiten bei der Grundstückszufahrt von unzutreffenden Voraus-
setzungen ausgegangen. Sie habe ausser Acht gelassen, dass der Q.___-
weg – da es sich bei ihm um eine Zufahrt zum S.___-weg handle – häufig 
mit Velos befahren werde. Überdies habe sie nicht beachtet, dass die 
Höchstgeschwindigkeit 50 km/h betrage. Diese Geschwindigkeit müsse bei 
der Festlegung der erforderlichen Sichtweiten berücksichtigt werden (Be-
schwerde Rz. 84). – Die Vorinstanz hat die erforderlichen Knotensichtweiten 
anhand der massgeblichen VSS-Norm SN 40 273a (Knoten) beurteilt (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 9d). Gemäss Ziff. 4 dieser Norm ist die Knoten-
sichtweite aufgrund der Zufahrtsgeschwindigkeit festzulegen. Die Vorinstanz 
ging von einer Zufahrtsgeschwindigkeit von 20 km/h aus. Dieser Wert er-
scheint aufgrund der örtlichen Verhältnisse (Sackgasse, einspurige Fahr-
bahn) plausibel. Hingegen ist nicht damit zu rechnen, dass die Fahrzeuge 
auf dem Q.___-weg mit der theoretisch zulässigen Höchstgeschwindigkeit 
von 50 km/h unterwegs sind. Da auf dem Q.___-weg hauptsächlich Ortskun-
dige verkehren, kann vielmehr erwartet werden, dass die Fahrzeuglenkerin-
nen und -lenker die Geschwindigkeit den gegebenen Verhältnissen anpas-
sen und den Q.___-weg nur langsam befahren. Bei diesen Gegebenheiten 
ist die Knotensichtweite nicht auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
auszulegen. Weiter musste die Vorinstanz auch den angeblich regen 
Velodurchgangsverkehr nicht besonders berücksichtigen, da auf dem 
Q.___-weg ein allgemeines Fahrverbot gilt (vgl. vorne E. 7.2). Es besteht 
daher kein Grund zur Annahme, dass die Vorinstanz die Knotensichtweiten 
fehlerhaft ermittelt hat.

7.6.2 Der Beschwerdeführer bestreitet sodann, dass die Verkehrssicher-
heit auf dem Q.___-weg selber gewährleistet ist. Dieser verfüge über keine 
Ausweichmöglichkeiten, kein Trottoir und keine Wendeflächen. Die einspu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 30

rige Strasse vermöge die Verkehrssicherheit bereits heute nicht zu gewähr-
leisten, weshalb jede zusätzliche Beanspruchung unzulässig sei. Ausserdem 
gehe die Vorinstanz unzulässigerweise davon aus, dass private Vorplätze 
als Ausweichstellen dienen dürften (Beschwerde Ziff. 78 ff.). – Die Frage, ob 
die Verkehrssicherheit auf einer bestehenden Erschliessungsstrasse ge-
währleistet ist, ist grundsätzlich aufgrund einer Würdigung der tatsächlichen 
Verhältnisse vor Ort zu beurteilen (BGer 1C_532/2010 vom 29.3.2011 
E. 2.5.2). Verlangt wird im Allgemeinen, dass die Zufahrt auch für schwä-
chere Verkehrsteilnehmende (Kinder, Behinderte, Radfahrerinnen und Rad-
fahrer usw.) keine Gefahr darstellt, nicht aber eine Idealerschliessung ohne 
jegliche Probleme (z.B. bei Rückwärtsmanövern). Gleichzeitig soll auch das 
Gebot der haushälterischen Nutzung des Bodens beachtet werden 
(Zaugg/Ludwig, a.a.O., N. 7-8 N. 2 mit Hinweis). Der Q.___-weg ist rund 
3,5 m breit, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass sich der Be-
gegnungsfall zwischen einem Personenwagen und einem Fahrrad oder ei-
ner Fussgängerin bzw. einem Fussgänger grundsätzlich gefahrlos abwickeln 
lässt (vgl. Fussverkehr Schweiz, Faktenblatt 02/2017 «Begegnungsfälle und 
Fahrbahnbreiten» S. 6 f.; einsehbar unter: <www.fussverkehr.ch>, Rubriken 
«Publikationen, «Faktenblätter/Positionspapiere»). Da die Strasse bis zu 
den letzten Hauszufahrten gerade verläuft, kann mit den Vorinstanzen zu-
dem ohne weiteres angenommen werden, dass die Situation übersichtlich 
ist und sich entgegenkommende Fahrzeuge schon von weitem gegenseitig 
erkennen, so dass mit der Einfahrt in den Q.___-weg zugewartet werden 
kann, bis die Fahrbahn frei ist. Insgesamt erweist sich die Einschätzung der 
Vorinstanz, wonach die Verkehrssicherheit trotz des fehlenden Trottoirs 
auch für den Langsamverkehr gewährleistet ist, ohne weiteres als schlüssig 
und nachvollziehbar, zumal es sich beim Q.___-weg um eine reine Zufahrts-
strasse ohne Durchgangsverkehr handelt. Anders als der Beschwerdeführer 
behauptet, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Verkehrs-
sicherheit entgegen dem kommunalen Tiefbauamt und den Vorinstanzen be-
reits heute nicht gewährleistet wäre. Daran vermag auch sein Einwand nichts 
zu ändern, dass sich die erwähnten Ausweichstellen auf privaten Grund-
stücken befinden. Selbst bei neuen einspurigen Erschliessungsstrassen mit 
Gegenverkehr müssen Ausweichstellen gemäss Art. 7 Abs. 3 BauV nämlich 
nur dann angelegt werden, wenn die Strasse auf einer grösseren Strecke 
nicht überblickbar ist (vorne E. 7.1). Beim Q.___-weg ist dies nach dem Ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 31

sagten nicht der Fall. Es kann daher letztlich offenbleiben, ob die Vorinstanz 
die Ausweichmöglichkeiten auf den privaten Vorplätzen und Zufahrten be-
rücksichtigen durfte.

7.6.3 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, die Vorinstanz 
habe nicht berücksichtigt, dass die Zufahrt auf dem Baugrundstück selber 
sehr schmal sei, weshalb Rückwärtsmanöver auf dieser Zufahrt oder auf 
dem Q.___-weg zu erwarten seien. – Auch dies zu Unrecht: Wie bereits aus-
geführt wurde, verlangt das Erfordernis der genügenden Erschliessung keine 
Ideallösung. Auch wenn mit gelegentlichen Rückwärtsmanövern zu rechnen 
wäre, würde dies nicht bedeuten, dass die Verkehrssicherheit nicht gewähr-
leistet ist. Dies gilt im vorliegenden Fall umso mehr, als sich die fragliche 
Grundstückszufahrt im hinteren Teil des Q.___-wegs befindet, wo ohnehin 
nur ein sehr geringes Verkehrsaufkommen zu erwarten ist und gelegentliche 
Rückwärtsmanöver unproblematisch wären. 

7.6.4 Nach dem Gesagten haben die Vorinstanzen die Verkehrssicherheit 
zu Recht als gegeben erachtet.

7.7 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Ge-
meinde den ihr zustehenden Beurteilungsspielraum nicht überschritten hat, 
indem sie die Erschliessung des Bauvorhabens für ausreichend hielt, was 
die Vorinstanz zutreffend erkannte. Es kann auch nicht gesagt werden, dass 
die Vorinstanz rechtserhebliche Aspekte in Bezug auf die Erschliessungs-
situation nicht oder unzureichend erhoben und gewürdigt hat. Folglich hat 
sie kein Recht verletzt, indem sie auf die Durchführung eines Augenscheins 
und das Einholen eines Verkehrsgutachtens verzichtete. Die vor Verwal-
tungsgericht erneut gestellten Anträge werden deshalb in antizipierter Be-
weiswürdigung abgewiesen (vgl. allgemein statt vieler BGE 144 II 427 
E. 3.1.3; BVR 2021 S. 285 E. 3.3.2; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 27 f.).

8.

Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand und erweist sich die Beschwerde in allen Punkten als unbegründet. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 32

Sie ist daher sowohl im Haupt- als auch im Eventualstandpunkt abzuweisen, 
soweit auf sie einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der 
Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 106 VRPG). Zudem hat er den Beschwerdegegnerinnen die Parteikos-
ten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 4'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnerinnen für das Verfah-
ren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf 
Fr. 6'634.30 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Beschwerdegegnerinnen
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
- Einwohnergemeinde Thun
- Bundesamt für Umwelt

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2020.269U, 
Seite 33

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.