# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37e437ee-5ce8-517a-8b34-adf06b83a23f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 02.11.2018 RU180060
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU180060_2018-11-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RU180060-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. H.A. Müller, Vorsitzender,  

Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos 

Würgler sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke 

Beschluss vom 2. November 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagter und Beschwerdegegner 

 

betreffend Forderung (Kostenfolgen)  
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes Langnau vom 
10. Oktober 2018 (GV.2018.00009 / SB.2018.00009) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Mit Eingabe vom 19. Juni 2018 reichte die Klägerin beim Frie-

densrichteramt Langnau a.A. (Vorinstanz) gegen den Beklagten eine Klage auf 

"Einforderung des Erbpflichtteils" ein (Urk. 1). Im Anschluss an die Schlichtungs-

verhandlung vom 17. Juli 2018 (Urk. 4) unterbreitete die Vorinstanz den Parteien 

einen Vergleichsvorschlag mit Zustimmungsvorbehalt (Urk. 5), welcher innert Frist 

von der Klägerin am 15. September 2018 und vom Beklagten am 18. September 

2018 unterzeichnet wurde (Urk. 6, Urk. 7). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2018 

entschied die Vorinstanz (Urk. 8 = Urk. 10). 

1. Das Verfahren wird als durch Vergleich erledigt abgeschrieben. 
2. Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 615.00 festgesetzt und mit dem Kos-

tenvorschuss der Klägerin verrechnet. 
3. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Der Beklagte 

wird verpflichtet, der Klägerin den Kostenvorschuss im Umfang von 
307.50 zu erstatten. 

4. [Schriftliche Mitteilung] 
5. [Rechtsmittelbelehrung] 

b) Hiergegen hat die Klägerin am 16. Oktober 2018 rechtzeitig Beschwer-

de erhoben (Urk. 9). 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwer-

de sogleich als unzulässig bzw. unbegründet erweist, kann auf weitere Prozess-

handlungen verzichtet werden (vgl. Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. In der Beschwerdeschrift müssen konkrete Anträge gestellt werden. 

Aus diesen muss eindeutig hervorgehen, in welchem Umfang der vorinstanzliche 

Entscheid angefochten wird und wie der Entscheid stattdessen zu lauten hätte; 

ohne genügende Anträge kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. 

BGE 137 III 616). Die Beschwerdeschrift der Klägerin enthält keine Anträge und 

auch aus der (kurzen) Begründung lassen sich solche nicht mit genügender Si-

cherheit herauslesen. Die Klägerin erhebt "Beschwerde gegen die mir auferlegten 

Gerichtskosten". In der von ihr beigelegten angefochtenen Verfügung sind sowohl 

die Satzteile "Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 615.00" aus Dispositiv-Ziffer 2 als 

- 3 - 

auch "Umfang von 307.50" aus Dispositiv-Ziffer 3 mit Leuchtstift hervorgehoben; 

damit ist nicht klar, ob die Klägerin mit ihrer Beschwerde nur die vollumfängliche 

Auflage der Gerichtskosten an den Beklagten oder auch eine Reduktion der Ge-

richtsgebühr erreichen will. Mangels genügender Beschwerdeanträge kann daher 

auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. 

3. a) Aber auch wenn davon auszugehen gewesen wäre, die Klägerin 

fechte mit ihrer Beschwerde einzig die Kostenverteilung an und wolle eine vollum-

fängliche Kostenauflage an den Beklagten erreichen, wäre der Beschwerde kein 

Erfolg beschieden gewesen. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsan-

wendung und offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend ge-

macht werden (Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Be-

schwerde konkret dargelegt werden muss, was genau am angefochtenen Ent-

scheid unrichtig sein soll; was nicht in dieser Weise beanstandet wird, braucht von 

der Beschwerdeinstanz grundsätzlich nicht überprüft zu werden. 

b) Die Klägerin macht in ihrer Beschwerde geltend, sie habe ihren Erb-

pflichtteil bei Gericht einfordern müssen, weil der Beklagte keine gütliche Einigung 

akzeptiert habe; ihr Schreiben an ihn vom 5. Mai 2018 sei unbeantwortet geblie-

ben. Damit macht sie geltend, die Kosten seien dem Beklagten aufzuerlegen, weil 

dieser das Verfahren verursacht habe (vgl. Art. 108 ZPO). 

c) Wird ein Verfahren durch Vergleich beendet – wie vorliegend das vor-

instanzliche Schlichtungsverfahren –, sind die Prozesskosten nach Massgabe des 

Vergleichs zu verteilen (Art. 109 Abs. 1 ZPO). Da der Vergleich der Parteien vom 

15. bzw. 18. September 2018 keine Vereinbarung über die Kostentragung enthält 

(Urk. 6-8), sind die Kosten gemäss Art. 106-108 ZPO zu verteilen (Art. 109 Abs. 2 

lit. a ZPO), d.h. grundsätzlich nach Massgabe des Obsiegens bzw. Unterliegens. 

Ein Vergleich ist ein gegenseitiges Nachgeben der an ihm beteiligten Parteien. 

Wenn dabei nicht feststeht, wer in welchem Umfang auf seine Ansprüche verzich-

tet bzw. nachgegeben hat, ist von einem beidseitigen Unterliegen bzw. Obsiegen 

auszugehen und sind die Kosten entsprechend zu teilen. So verhält es sich auch 

beim vorliegenden Vergleich: Auch die Klägerin hat auf allfällige Mehrforderungen 

verzichtet (vgl. Ziffer 3 des Vergleichs), und es ist nicht auszumachen, wer in wel-

- 4 - 

chem Umfang nachgegeben hat. Dass bei dieser Sachlage die Vorinstanz ihre 

Verfahrenskosten beiden Parteien je zur Hälfte auferlegt hat, ist somit nicht zu 

beanstanden.  

d) Nach dem Gesagten wäre daher die Beschwerde abzuweisen gewe-

sen, wenn ein genügender Antrag vorgelegen hätte. 

3. a) Für das Beschwerdeverfahren beträgt der Streitwert Fr. 307.50. 

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 3 und § 12 der Ge-

richtsgebührenverordnung auf Fr. 100.-- festzusetzen.  

b) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss 

der Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

c) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen, der Klägerin zufolge ihres Unterliegens, dem Beklagten mangels rele-

vanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 100.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Klägerin aufer-

legt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten unter Beilage der 

Doppel von Urk. 9 und Urk. 11, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangs-

schein. 

Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

- 5 - 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 307.50. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 2. November 2018 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
versandt am: 
am 
 

	Beschluss vom 2. November 2018
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 100.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Klägerin auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten unter Beilage der Doppel von Urk. 9 und Urk. 11, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...