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**Case Identifier:** 68d7e7e5-0028-5259-935f-49bd87f8bffa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.01.2007 IV 2006/58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-58_2007-01-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/58

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 22.01.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 22.01.2007
Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG. Mit dem Ablauf des sogenannten 
Wartejahres entsteht ein Rentenanspruch, auch wenn die Eingliederung 
noch nicht abgeschlossen oder noch gar nicht begonnen worden ist. Art. 6 
ATSG. Der für die "vorläufige" Invalidenrente massgebende Invaliditätsgrad 
wird einen sich auf die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf stützenden 
Einkommensvergleich ermittelt (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 22. Januar 2007, IV 2006/58).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 22. Januar 2007

In Sachen

H.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Schultz, Rorschacherstrasse 107,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- H.___ meldete sich am 22. April 2001 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie gab an, 

sie sei von 1996 bis Juni 2000 im Bereich Geburtshilfe (Hebammenpraxis, 

Hausgeburtshilfe, Kurstätigkeiten) selbständig erwerbstätig gewesen. Von April 2000 

bis Juni 2001 habe sie eine Fortbildung als Projektleiterin absolviert. Dr. med. X.___ 

berichtete der IV-Stelle am 10. Juli 2001, die Versicherte leide an einem rezidivierenden 

schweren zervikobrachialen Schmerzsyndrom rechts bei Diskushernie C4/5 und C5/6, 

verstärkt durch ein am 22. Februar 2001 erlittenes Trauma mit reaktiver depressiver 

Verarbeitungsstörung. In der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit bestehe seit dem 22. 

Februar 2001 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Ausübung des 

Hebammenberufes werde nicht mehr möglich sein. Am 21. August 2001 teilte Dr. med. 

X.___ ergänzend mit, in einem anderen Beruf sei die vollständige Wiederherstellung der 

Arbeitsfähigkeit denkbar. Er übermittelte der IV-Stelle am 22. November 2001 den 

Austrittsbericht der Klinik Y.___. Darin war folgende Diagnose angegeben worden: St.n. 

HWS- und Schädelkontusionstrauma infolge Gewaltereignis, akute Exazerbation eines 

chronischen zervikobrachialen Schmerzsyndroms linksbetont, leichte bis mittelschwere 

neuropsychologische Defizite, Dysfunktion des Kiefergelenks, Diskushernie C4/5 und 

C5/6, WS-Fehlhaltung, muskuläre Dysbalance, Nackenhartspann und 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt. Der Austrittsbericht 

enthielt keine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Dr. med. X.___ führte in seinem 

Begleitschreiben aus, aufgrund der ungünstigen Kopfhaltung bei den Geburten sei die 

Versicherte als Hebamme zu 100% arbeitsunfähig. Er empfehle eine Umschulung.

B.- Der RAD A.___ betrachtete diese Arbeitsfähigkeitsschätzung am 20. Februar 2002 

als nicht nachvollziehbar. Er empfahl eine bidisziplinäre rheumatologische und 

psychiatrische Abklärung. Der Psychiater Dr. med. Z.___ gab am 27. August 2002 an, 

die Versicherte leide psychisch (subjektiv) nicht mehr an dem Trauma, das ihr Leben 

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vollständig verändert habe. Ob inzwischen weitere Gefühle wegen des Traumas an die 

Oberfläche gekommen seien, müsste in einer weiteren Sitzung geklärt werden. Es sei 

möglich, dass weitere Therapien eine nochmalige Verbesserung bringen könnten. Der 

Rheumatologe Dr. med. U.___ führte in seinem Gutachten vom 24. September 2002 

aus, am Bewegungsapparat fänden sich einige Befunde, die mit den geschilderten 

Beschwerden vereinbar seien. Die Befunde seien aber eher diskret und genügten nicht, 

um eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer idealen, angepassten Tätigkeit zu 

begründen. Die Beurteilung durch Dr. med. Z.___ sei nicht genügend, weil keine harten 

psychiatrischen Fakten erwähnt würden, die eine Arbeitsunfähigkeit begründen 

würden. Umgekehrt seien die geklagten Beschwerden aber insgesamt glaubwürdig. Er 

empfehle eine nochmalige psychiatrische Begutachtung unter Einbezug eines 

neuropsychologischen Testverfahrens. Als Hebamme sei die Versicherte höchstens 

noch zu 20% arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit sei seit dem 21. Februar 2001 stabil. 

Aus rein rheumatologischer Sicht wäre eine leichte, wechselbelastende Bürotätigkeit, 

möglichst frei einteilbar und ohne stereotype Haltung zu 70% und mehr zumutbar. Der 

RAD A.___ bezeichnete diese Arbeitsfähigkeitsschätzung am 7. Oktober 2002 als 

unklar und spekulativ. Er empfahl die Einholung eines Berichts von Dr. med. Z.___. Der 

entsprechende Bericht vom 25. Oktober 2002 brachte keine Klärung. Der RAD A.___ 

empfahl daraufhin die Aufnahme der Berufsberatung, um keine Zeit zu verlieren. Er 

wies darauf hin, dass immer noch eine psychiatrische Abklärung durchgeführt werden 

könne, wenn sich die Versicherte bei der Eingliederung neuropsychologisch oder 

psychisch beeinträchtigt fühle.

C.- Gemäss einer Besprechungsnotiz vom 17. März 2003 gab die Versicherte dem 

Berufsberater der IV-Stelle an, sie wäre an sich sehr an einer Umschulung interessiert. 

Momentan sei sie aber wegen der Beschwerden nicht fähig, sich Gedanken zu den 

beruflichen Möglichkeiten zu machen, geschweige denn eine Umschulung 

durchzustehen. Sie beantragte eine zwischenzeitliche Berentung. Dr. med. B.___ 

berichtete am 9. April 2003, die Versicherte sei als Hebamme immer noch zu 100% 

arbeitsunfähig. Daran werde sich nichts mehr ändern. Die Neurologin Dr. med. C.___ 

teilte am 15. April 2003 mit, die gesundheitliche Störung bewirke eine körperliche und 

psychische Überforderung. Es bestehe ein HWS-Distorsionstrauma mit einem 

persistierenden zervikalen und zervikozephalem Schmerzsyndrom, 

neuropsychologischen Ausfällen und Schwindelbeschwerden. Eine Besserung sei 

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denkbar, aber eine Arbeit als Hebamme werde nicht mehr möglich sein, so dass eine 

Berufsabklärung sinnvoll sei. Der RAD A.___ stellte am 23. April 2003 fest, es sei 

medizinisch nicht nachvollziehbar, weshalb die Versicherte eine berufliche Massnahme 

als undurchführbar betrachte. Eine polydisziplinäre Abklärung durch die MEDAS sei 

sinnvoll. Dr. med. B.___ teilte am 23. Mai 2003 mit, die Versicherte sei bezüglich der 

Konzentration und der Gedächtnisleistung eingeschränkt, so dass es für eine 

Umschulung noch zu früh sei. Er schlage die Zusprache einer ganzen Rente mit einer 

Revision in ca. einem Jahr, dann eine Neubeurteilung durch die MEDAS und die 

Einleitung der Umschulung vor. Am 4. März 2003 hatte das Universitätsspital D.___ Dr. 

med. C.___ mitgeteilt, die Versicherte leide an einer deutlich verminderten Belastbarkeit 

im Sinne einer starken Leistungsabnahme bei langanhaltenden Tätigkeiten, einer 

reduzierten gerichteten und geteilten Aufmerksamkeitsleistung sowie leichten 

Abrufschwierigkeiten bei komplexen figuralen Informationen. Die IV-Stelle beauftragte 

daraufhin die MEDAS mit einer polydisziplinären Abklärung.

D.- Die MEDAS führte in ihrem Gutachten vom 1. Oktober 2003 aus, eine 

polydisziplinäre Untersuchung habe folgende Diagnose ergeben: undifferenzierte 

Somatisierungsstörung bei Persönlichkeit mit leicht narzisstischen Zügen, 

multifaktoriell bedingte kognitive Leistungseinschränkungen hauptsächlich betreffend 

Kognition von schwankender Ausprägung sowie psychophysische 

Belastungsminderung bei St. n. HWS- und Schädelkontusionstrauma am 21. Februar 

2001, chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom linksbetont mit vegetativen 

Begleitbeschwerden. Der psychiatrische Gutachter hatte angegeben, die Versicherte 

zeige weder eine psychiatrische Erkrankung noch schwere neurotische Symptome. Sie 

sei etwas erfolgsorientiert und nach sozialer Anerkennung strebend. Zwei wichtige 

Dinge im Leben, die Ehe und die Arbeit als selbständige Hebamme, seien nicht gut 

gelaufen, was einerseits eine erhebliche Belastung und andererseits vermutlich eine 

tiefgehende Kränkung bedeutet habe. Dies erkläre, warum der Gewaltausbruch des Ex-

Ehemannes über den Unfall hinaus destabilisiert habe. Die Versicherte habe aber 

Ressourcen. Die erste Psychotherapie sei erfolgreich gewesen. Eine Reintegration in 

eine befriedigende Arbeit dürfte bei einem Pensum von 70% zumutbar sein mit einer 

Steigerung innert weniger Monate. Der neuropsychologische Gutachter hatte 

verglichen mit den früheren Befunden ähnliche Schwerpunkte festgestellt. Er hatte aber 

keine Schwierigkeiten mit der visuellen Orientierung oder beim Abzeichnen komplexer 

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geometrischer Figuren mehr festgestellt. Er ging davon aus, dass sich eine weitere 

Stabilisierung ergeben werde. Der rheumatologische Gutachter hatte bei der 

Beweglichkeitsprüfung der Wirbelsäule eine Einschränkung der Reklination um die 

Hälfte, aber keine Einschränkungen der übrigen Bewegungen festgestellt. Allerdings 

hatte die Versicherte ein endphasiges Ziehen im Nacken und eine diffuse Druckdolenz 

aller Dornfortsätze sowie der Nackenmuskulatur angegeben. Neurologische Ausfälle 

waren, wie schon bei den früheren Untersuchungen, nicht festgestellt worden. Die 

Versicherte hatte aber viele Zeichen eines nichtorganischen Krankheitsverhaltens 

gezeigt (diffuse Symptombeschreibung, hohe Schmerzbewertung, unwesentliche 

Besserung nach zweieinhalb Jahren, nicht plausibles Ausmass im Vergleich zu den 

verschiedenen klinischen Beurteilungen, sehr tiefe Bewertung der eigenen 

Leistungsfähigkeit). Die polydisziplinäre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ergab, dass 

der Versicherten die Tätigkeit als Hebamme wegen der damit verbundenen 

psychischen und körperlichen Stressfaktoren nicht mehr zumutbar war. Für eine 

körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne besondere Zwangshaltungen oder 

Stressbelastungen bestand – vorwiegend aufgrund der psychischen und der 

neuropsychologischen Faktoren – eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 30%.

E.- Der Berufsberater der IV-Stelle hielt am 19. März 2004 fest, die 

Berufsberatungsarbeit verlaufe harzig, da die Versicherte aufgrund ihrer Überzeugung, 

mehr oder weniger vollständig erwerbsunfähig zu sein, sozusagen eine 

Zwangsumschulung durchlaufen müsse. Am 16. Juli 2004 hielt er fest, die Arbeit gehe 

immer noch langsam voran. Erst im Juni 2004 habe die Versicherte eine berufliche 

Massnahme mehr oder weniger vorbehaltlos bejahen können. Am 4. August 2004 

sprach die IV-Stelle der Versicherten einen Vorbereitungskurs auf administrative 

Tätigkeiten (9. August bis 9. Oktober 2004) zu. Am 20. August 2004 folgten 

Taggeldverfügungen für die Zeit ab 1. Juni 2004. Der Berufsberater stellte am 2. 

November 2004 fest, dass die Entwicklung unerwartet positiv sei. Es sei eine 

tendenzielle Abnahme der Klagen und eine wachsende Leistungszuversicht zu 

beobachten. Als erster Ausbildungsschritt sei eine einjährige Ausbildung zur 

technischen Kauffrau vorgesehen. Die IV-Stelle sprach der Versicherten am 26. 

November 2004 eine entsprechende Ausbildung zu. Am 17. Dezember 2004 folgte die 

entsprechende Taggeldverfügung.

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F.- Die Versicherte ersuchte am 28. Januar 2005 erneut um die Prüfung eines 

Rentenanspruchs für die Zeit ab der Anmeldung bis Juni 2004. Die IV-Stelle nahm eine 

Abklärung an Ort und Stelle vor. Im Abklärungsbericht wurde ausgeführt, die 

Versicherte sei von 1997 bis 2000 freiberufliche Hebamme gewesen. Das 

beitragspflichtige Einkommen habe in den Jahren 1997 bis 1999 Fr. 20'000.-, Fr. 

31'527.- und Fr. 23'300.- betragen. 2000/01 habe die Versicherte die Leitung eines 

Projekts zur Entwicklung eines Spiels innegehabt, mit welchem die Teambildung und 

die Organisationsentwicklung in Spitälern hätte gefördert werden sollen. Die 

Versicherte habe beabsichtigt, als Beraterin im Bereich Imageförderung und 

Organisationsentwicklung an einem Spital eine Anstellung zu finden und dann die 

freiberufliche Hebammentätigkeit auf 50% zu reduzieren. Der mutmassliche Verdienst 

an einer solchen Stelle könne nur geschätzt werden (Fr. 25'000.-). Das mutmassliche 

Valideneinkommen betrage somit Fr. 37'500.-, nämlich Fr. 25'000.- und die Hälfte des 

Einkommens aus der freiberuflichen Hebammentätigkeit (Fr. 12'500.-). Die Versicherte 

führte ergänzend aus, die Ausbildung zum Cultural Navigator sei eine 

Projektleiterausbildung gewesen. Als freiberufliche Hebamme habe sie zwar 24 Std. am 

Tag Bereitschaftsdienst gehabt, aber das effektive Pensum habe nur ca. 60% 

betragen. Da ihr Sohn selbständiger geworden sei, habe sie eine Erhöhung auf 100% 

angestrebt. Der abklärende Sachbearbeiter hielt dazu u.a. fest, das rückwirkende 

Rentenbegehren sei für die Zeit ab 1. Februar 2002 bis 31. Mai 2004 (Beginn der 

Taggeldberechtigung) zu prüfen. Als Hebamme sei die Versicherte in einem sehr 

spezifischen Beruf tätig gewesen, d.h. sie hätte nicht einfach eine x-beliebige 

leidensangepasste Tätigkeit im Gesundheitswesen ausüben können. Die zumutbare 

Tätigkeit müsse sich deshalb auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beziehen. Das 

zumutbare Invalideneinkommen sei anhand des statistischen Durchschnittslohnes der 

Hilfsarbeiterinnen zu ermitteln (Fr. 49'284.-). Davon seien 23% wegen des 

Minderverdienstes (Valideneinkommen Fr. 37'500.-) abzuziehen. Bei einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% resultiere ein Einkommen von Fr. 26'577.-. Davon seien 

insbesondere wegen der durch die undifferenzierte Somatisierungsstörung schlechten 

Vermittelbarkeit 20% abzuziehen. Das ergebe ein zumutbares Invalideneinkommen von 

Fr. 21'222.-, was einem Invaliditätsgrad von 43% entspreche. Am 24. August 2005 

teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Zusprache einer Viertelsrente für 

die Periode 1. Februar 2002 bis 31. Mai 2004 beschlossen habe. Am 22. Dezember 

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2005 sprach sie der Versicherten für die genannte Periode nicht die angekündigte 

Viertelsrente, sondern eine halbe Rente im Härtefall zusammen mit der entsprechenden 

Kinderrente zu.

G.- Die Versicherte erhob am 30. Januar 2006 Einsprache gegen diese Verfügung. Sie 

beantragte die Zusprache mindestens einer halben Rente. Zur Begründung machte sie 

insbesondere geltend, Dr. med. B.___ habe ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab 

dem Unfalltag attestiert. Auch Dr. med. C.___ habe angegeben, es seien nur körperlich 

leichte Tätigkeiten im Rahmen von ca. 50% zumutbar. Die MEDAS sei demgegenüber 

von einer Arbeitsunfähigkeit von lediglich 30% ausgegangen. Seltsam sei, dass die 

MEDAS die abweichenden Einschätzungen durch die genannten beiden Ärzte mit 

keinem Wort gewürdigt habe. Es handle sich nicht um Haus-, sondern um Fachärzte. 

Diese Ärzte seien aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen und 

nach Einsicht in die Akten zu schlüssigen Ergebnissen gelangt. Die IV-Stelle sei von 

einem zu tiefen Valideneinkommen als Hebamme ausgegangen. Das Einkommen von 

Fr. 25'000.- entspreche einem Beschäftigungsgrad von 60%, so dass sie bei dem 

damals vorgesehenen Beschäftigungsgrad von 50% deutlich mehr als Fr. 12'500.- 

verdient hätte. Das Einkommen aus der anderen Tätigkeit von Fr. 25'000.- sei nicht zu 

begründen. Es sei von einem Valideneinkommen von Fr. 65'000.- auszugehen. Bei 

einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 27'440.- resultiere ein Invaliditätsgrad 

von 57%.

H.- Die IV-Stelle wies die Einsprache am 24. Februar 2006 ab. Sie machte geltend, Dr. 

med. B.___ habe am 23. Mai 2003 angegeben, aufgrund der prekären finanziellen 

Situation der Versicherten sollte eine ganze Rente zugesprochen werden. Demnach 

beruhe diese Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht auf medizinischen Überlegungen. Auf sie 

könne nicht abgestellt werden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C.___ 

beruhe auf der Annahme einer körperlichen und psychischen Überforderung der 

Versicherten. Neurologische Befunde, welche eine Arbeitsunfähigkeit stützen könnten, 

fehlten. Beide Ärzte hätten also keine schlüssige Arbeitsfähigkeitsschätzung 

abgegeben. Abzustellen sei auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS. Das 

effektiv aus der Hebammentätigkeit erzielte Einkommen belaufe sich auf 

durchschnittlich Fr. 25'000.-. Dabei habe es sich um ein Vollpensum bestehend aus der 

eigentlichen Hebammenarbeit und dem Bereitschaftsdienst gehandelt. Bei einem 

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geplanten Beschäftigungsgrad von 50% würde ein anteiliges Einkommen von Fr. 

12'500.- resultieren. Das Einkommen aus der Tätigkeit als Cultural Navigator sei 

ermessensweise auf Fr. 50'000.- bzw. bei einem Beschäftigungsgrad von 50% auf Fr. 

25'000.- geschätzt worden. Somit betrage das Valideneinkommen Fr. 37'500.-. Das 

Invalideneinkommen von Fr. 21'222.- sei nicht bestritten. Der Invaliditätsgrad betrage 

43%.

I.- Die Versicherte erhob am 29. März 2006 Beschwerde gegen diesen 

Einspracheentscheid. Sie beantragte die Zusprache einer halben Rente für die Periode 

1. Februar 2002 bis 31. Mai 2004. Zur Begründung machte sie insbesondere geltend, 

Dr. med. B.___ habe am 4. März 2003 angegeben, dass die verminderte Belastbarkeit 

und die Konzentrationsschwierigkeiten mit den Folgen eines HWS-Distorsionstraumas 

mit chronischen Schmerzen und psychischer Belastung vereinbar seien. Bei der 

Durchsicht des MEDAS-Gutachtens falle auf, dass die rheumatologische Komponente 

nicht in die Schätzung der Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten eingeflossen sei. 

Aufgrund der Angaben von Dr. med. U.___müsse davon ausgegangen werden, dass 

allein schon aufgrund der rheumatologischen Beschwerden eine massgebliche 

Arbeitsunfähigkeit gegeben sei. Da sie, die Beschwerdeführerin, sich beruflich habe 

weiterentwickeln wollen, wäre sie nicht auf der Stufe Projektleiterin/Intercultural 

Navigator stehen geblieben. Sie hätte ein Valideneinkommen von Fr. 65'000.- 

generieren können. Das zumutbare Invalideneinkommen betrage Fr. 27'440.- (LSE, 

Stufe 4, Frauen Fr. 49'000.- x 0,7 x 0.8 wegen schwerer Vermittelbarkeit). Selbst bei 

der bestrittenen Arbeitsfähigkeit von 70% resultiere also ein Invaliditätsgrad von 58%.

J.- Die IV-Stelle beantragte am 4. April 2006 die Abweisung der Beschwerde.

II.

1.- a) Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

zu durchschnittlich 40% arbeitsunfähig gewesen, entsteht ein Rentenanspruch. Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen geht in ständiger Praxis davon aus, dass 

dies auch für jene Fälle gilt, in denen die Eingliederung bei Ablauf des sogenannten 

Wartejahres noch nicht abgeschlossen ist bzw. in denen die Eingliederungsfähigkeit bei 

Ablauf des Wartejahres noch nicht definitiv verneint werden kann (vgl. etwa die 

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unveröffentlichten Urteile vom 26. März 1998, IV 221/96, vom 30. Juni 1999, IV 

1997/156, und vom 12. Dezember 2006, IV 2005/127). Dasselbe muss in Fällen wie 

dem vorliegenden gelten, in denen die Eingliederung noch gar nicht hat aufgenommen 

werden können. Der Rentenbeginn wird demnach nicht durch den Abschluss der 

Eingliederung (bzw. die Feststellung, dass keine Eingliederung möglich ist), sondern 

durch den Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG definiert. Diese Bestimmung lässt also – entgegen 

der höchstrichterlichen Praxis – nicht nur in jenen Fällen vor dem Abschluss der 

Eingliederung einen Rentenanspruch entstehen, in denen eine versicherte Person noch 

nicht eingliederungsfähig ist oder in denen eine Abklärung hinsichtlich der 

Eingliederungsfähigkeit durchgeführt wird, die schliesslich mit der Erkenntnis endet, 

dass eine Eingliederung nicht möglich sei (vgl. AHI-Praxis 1996 S. 189 ff.). Eine 

derartige Einschränkung der Wirkung des Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (und ihr Ersatz durch 

die Anordnung, dass auf keinen Fall ein Rentenanspruch entstehen könne, solange die 

Eingliederung nicht abgeschlossen sei) hätte nämlich eine durch nichts zu 

rechtfertigende Benachteiligung jener versicherten Personen zur Folge, die sich noch 

keiner Eingliederung unterziehen können, die noch nicht auf eine konkrete 

Eingliederungsmassnahme warten und deshalb keinen Anspruch auf ein Taggeld 

begründen oder die sich zwar einer Eingliederungsmassnahme unterziehen, zu der sie 

nach dem Grundsatz der 'Eingliederung vor Rente' verpflichtet sind, die aber keinen 

Taggeldanspruch entstehen lässt, weil sie keine Eingliederungsmassnahme der 

Invalidenversicherung ist (beispielsweise eine langdauernde stationäre Rehabilitation 

nach einer Krankheit).

b) Auch die einen vorläufigen Rentenanspruch begründende Invalidität ist durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dieser Einkommensvergleich stützt sich aber

– abweichend von Art. 16 ATSG – auf die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf (Art. 6 

Satz 1 ATSG), es sei denn, es wäre der versicherten Person zumutbar, durch die ohne 

jede Eingliederung mögliche Ausübung eines anderen Berufes den Eintritt einer 

rentenbegründenden vorläufigen Invalidität zu verhindern oder zumindest den 

Invaliditätsgrad zu reduzieren (Art. 6 Satz 2 ATSG). Objektiv möglich ist dieses 

"eingliederungslose" Ausweichen auf einen anderen Beruf, in dem der 

Arbeitsfähigkeitsgrad höher ist, wenn der Arbeitsmarkt entsprechende Stellen bereit 

hält und wenn zwischen der Schadenminderungspflicht in der Form des Wechsels in 

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den anderen Beruf und der damit erreichten Einsparung der Invalidenversicherung kein 

Missverhältnis besteht (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar N. 12 zu Art. 6 ATSG). Da es 

auch im Zusammenhang mit einer vorläufigen Invalidenrente darum geht, das 

Invaliditätsrisiko vom Arbeitslosigkeitsrisiko abzugrenzen, kann hier – anders als 

insbesondere bei der Arbeitsunfähigkeit als Voraussetzung eines Taggeldanspruchs – 

nicht auf den tatsächlichen örtlichen Arbeitsmarkt abgestellt werden (vgl. aber Ueli 

Kieser, a.a.O., N. 12 zu Art. 6 ATSG). Massgebend muss vielmehr der allgemeine und 

ausgeglichene Arbeitsmarkt sein, denn sonst könnte der Fall eintreten, dass die 

vorläufige Invalidenrente nicht ein arbeitsunfähigkeitsbedingtes Invaliditätsrisiko, 

sondern nur die Arbeitslosigkeit im zumutbaren anderen Beruf (in dem die versicherte 

Person zu 100% arbeitsfähig wäre) abdecken würde. Weist der allgemeine und 

ausgeglichene Arbeitsmarkt Stellen auf, an denen die versicherte Person die 

Arbeitsfähigkeit durch den zumutbaren Wechsel des Berufes gemäss Art. 6 Satz 2 

ATSG ganz oder teilweise verwerten könnte, so liegt im entsprechenden Ausmass nur 

eine arbeitsmarktbedingte und keine arbeitsunfähigkeitsbedingte Erwerbslosigkeit vor. 

Ist ein Berufswechsel gemäss Art. 6 Satz 2 ATSG objektiv möglich, so ist weiter zu 

prüfen, ob er auch subjektiv möglich ist. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn mit dem 

Berufswechsel kein unzumutbarer sozialer Abstieg verbunden ist, wenn die 

persönlichen Verhältnisse der versicherten Person nicht in unzumutbarer Weise tangiert 

sind und wenn die Ausübung des anderen Berufes nicht mit einer 

Eingliederungsmassnahme in Konflikt tritt (vgl. Ueli Kieser, a.a.O., N. 12 zu Art. 6 

ATSG). In Analogie zu Art. 16 AVIG ist die subjektive Zumutbarkeit des ohne jede 

Eingliederungsmassnahme möglichen Wechsels in einen anderen Beruf bzw. die darin 

zum Ausdruck kommende Schadenminderungspflicht grundsätzlich für jede Arbeit zu 

bejahen.

2.- a) Dr. med. X.___ hat am 10. Juli 2001 berichtet, als Hebamme sei die 

Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig. Dr. med. U.___ hat am 24. September 

2002 eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als Hebamme von 80% 

angegeben. Diese Einschätzung ist von Dr. med. B.___ am 9. April 2003 und von Dr. 

med. C.___ am 15. April 2003 bestätigt worden. Auch die MEDAS hat in ihrem 

Gutachten vom 1. Oktober 2003 die Auffassung vertreten, eine Arbeit als Hebamme sei 

der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Ausgehend von der Arbeitsunfähigkeit in 

ihrem erlernten Beruf als Hebamme wäre die Beschwerdeführerin also im 

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massgebenden Zeitraum von Februar 2002 bis Mai 2004 auf jeden Fall zu mehr als 

70% vorläufig invalid gewesen, d.h. es bestünde für diese Zeit ein Anspruch auf eine 

vorläufige ganze Invalidenrente. Zu prüfen ist, ob ihr ein Ausweichen auf einen anderen, 

der Behinderung besser angepassten Beruf ohne eine berufliche 

Eingliederungsmassnahme möglich und zumutbar gewesen wäre. Dr. med. X.___ hat 

am 21. August 2001, also noch vor dem Ablauf des sogenannten Wartejahres, 

angegeben, in einem angepassten Beruf könnte die Beschwerdeführerin ihre 

Arbeitsfähigkeit wiedererlangen. Dr. med. U.___ hat die Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einem angepassten Beruf am 24. September 2002 auf 30% 

oder weniger geschätzt. Dr. med. B.___ hat am 23. Mai 2003 ausgeführt, aufgrund der 

Einschränkung in der Konzentration und in der Gedächtnisleistung wäre es für die 

Beschwerdeführerin noch zu früh, um eine Umschulung anzufangen. Die MEDAS 

schliesslich hat am 1. Oktober 2003 berichtet, dass eine körperlich angepasste, 

wechselbelastende Tätigkeit zu mindestens 70% möglich sei und dass die 

Einschränkung hauptsächlich aus einer psychischen und neuropsychologischen 

Beeinträchtigung resultiere. Gestützt auf diese ärztlichen Stellungnahmen kann davon 

ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin, betrachtet man nur die 

Beeinträchtigung ihrer körperlichen Gesundheit, von Februar 2002 bis Mai 2004 

durchgehend in der Lage gewesen wäre, zu mindestens 70% einer leichten, 

wechselbelastenden Tätigkeit nachzugehen. Eine weitergehende Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit müsste also 

psychische oder neuropsychologische Gründe gehabt haben. Der Psychiater Dr. med. 

Z.___ hat sich nie eindeutig zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus der Sicht 

seines Fachgebietes geäussert. Dr. med. B.___ hat zwar am 23. Mai 2003 eine 

Umschulungsfähigkeit (und damit im Ergebnis wohl auch eine Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit) verneint, dies aber mit Ursachen begründet, die nicht zu seinem 

Fachgebiet, der Rheumatologie, gehören (Einschränkungen in der 

Konzentrationsfähigkeit und der Gedächtnisleistung). In psychiatrischer Hinsicht fehlt 

somit bis zur Erstattung des MEDAS-Gutachtens eine verlässliche und genaue 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Auch in bezug auf die neuropsychologischen Probleme der 

Beschwerdeführerin fehlt bis zum MEDAS-Gutachten eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, 

obwohl zwei Untersuchungen (in der Klinik Y.___ und am Universitätsspital D.___) 

stattgefunden haben. Immerhin bestehen Indizien dafür, dass die neuropsychologische 

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Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht immer so gut gewesen sein könnte 

wie anlässlich der Abklärung durch die MEDAS. Im neuropsychologischen Bericht der 

Klinik Y.__ vom 4. Oktober 2001 ist nämlich auf ein leicht beeinträchtigtes 

Leistungsprofil mit Schwierigkeiten in der gerichteten Aufmerksamkeit, der flexiblen 

visuellen Orientierung, im figurativen Gedächtnis und beim Abzeichnen von komplexen 

geometrischen Figuren hingewiesen worden, und die neuropsychologische Abklärung 

durch das Universitätsspital D.___ am 27. Februar 2003 hat eine deutlich verminderte 

Belastbarkeit im Sinne einer starken Leistungsabnahme bei lang anhaltenden 

Tätigkeiten, eine reduzierte gerichtete und geteilte Aufmerksamkeit und leichte 

Abrufschwierigkeiten bei komplexen figuralen Informationen ergeben. Dies deutet 

darauf hin, dass sich der neuropsychologische Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin in der Zeit ab dem Ende des Wartejahres bis zur MEDAS-

Begutachtung verbessert hat. Bis zum 1. Oktober 2003 fehlt also auch aus 

neuropsychologischer Sicht eine genaue und verlässliche Arbeitsfähigkeitsschätzung. 

Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Rückbezug der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS auf die Zeit ab Februar 2002 erweist sich somit 

als unzulässig. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer der Behinderung 

angepassten Tätigkeit muss deshalb rückwirkend ab Februar 2002, am einfachsten 

wohl durch Ergänzungsfragen an die MEDAS, noch abgeklärt werden. Nur für die Zeit 

ab Oktober 2003 steht fest, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten, 

wechselbelastenden Tätigkeit in einem Ausmass von mindestens 70% arbeitsfähig 

gewesen ist. Nur für diese beschränkte Zeit von Oktober 2003 bis Mai 2004 kann die 

Frage nach der objektiven Fähigkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 

6 Satz 2 ATSG in einem anderen Beruf zu verwerten, definitiv bejaht werden.

b) Die Beschwerdeführerin wäre aufgrund ihrer Ausbildung als Hebamme objektiv ohne 

weiteres in der Lage gewesen, eine angepasste leichte Hilfsarbeit im 

Gesundheitswesen auszuüben. Der allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt hat in 

dieser Zeit sicherlich entsprechende Stellen aufgewiesen (wobei es irrelevant ist, ob der 

reale und aktuelle Arbeitsmarkt damals offene Stellen geboten hat, da die vorläufige 

Invalidität und nicht die Arbeitslosigkeit relevant ist). Eine vorläufige, d.h. auf die Zeit 

bis zum Beginn einer Umschulung in eine qualifizierte Berufstätigkeit beschränkte 

Ausübung einer Hilfstätigkeit im Bereich des Gesundheitswesens hätte keinen 

unzumutbaren sozialen Abstieg und auch keine unzumutbare Reduktion des 

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Lohnniveaus zur Folge gehabt. Auch die familiären Verhältnisse hätten die 

Beschwerdeführerin nicht daran gehindert, zu 70% einer Hilfsarbeit nachzugehen, denn 

der 1991 geborene Sohn musste bereits vorher während der Einsätze der 

Beschwerdeführerin als selbständige Hebamme entweder durch eine andere Person 

betreut werden oder allein zurechtkommen. Diesbezüglich hätte sich also durch die 

Aufnahme einer Hilfsarbeit kaum etwas geändert. Trotzdem bestehen Zweifel an der 

subjektiven Möglichkeit, die Restarbeitsfähigkeit durch einen Wechsel in eine 

Hilfsarbeit zu verwerten und damit eine vorläufige rentenspezifische Invalidität zu 

verhindern bzw. klein zu halten. Es bestand nämlich von Anfang an aufgrund der 

definitiven vollständigen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als Hebamme ein 

Anspruch auf eine Umschulung in einen qualifizierten Beruf. Möglicherweise wäre es 

schwierig gewesen, die Ausübung einer Hilfsarbeit und die berufsberaterische Planung 

und Vorbereitung einer Umschulung zu kombinieren. Dies würde insbesondere dann 

zutreffen, wenn erst ab Oktober 2003 eine Arbeitsfähigkeit von 70% bestanden hätte. 

Bei einer bereits zum Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres 50% oder mehr 

betragenden Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten leichten, 

wechselbelastenden Tätigkeit müsste allerdings davon ausgegangen werden, dass die 

Aufnahme einer Hilfstätigkeit trotz der Notwendigkeit einer Umschulung zumutbar 

gewesen wäre. Möglicherweise hätte das Bewusstsein einer 

Schadenminderungspflicht in der Form eines Wechsels in eine Hilfstätigkeit den 

berufsberaterischen Prozess beschleunigt, so dass die Beschwerdeführerin früher mit 

der Umschulung begonnen hätte.

c) Art. 6 Satz 2 ATSG wird als Ausprägung der Schadenminderungspflicht qualifiziert 

(vgl. Ueli Kieser, a.a.O., N. 12 zu Art. 6 ATSG m.H.). Für die Arbeitsunfähigkeit als 

Grundlage beispielsweise der Taggeldberechtigung trifft dies zu, denn sie bezieht sich 

auf den realen und aktuellen Arbeitsmarkt. Hier besteht die Schadenminderungspflicht 

darin, dass die versicherte Person sich in einem anderen Beruf, in dem sie ohne eine 

Eingliederungsmassnahme ihre Restarbeitsfähigkeit besser verwerten kann als im 

bisherigen Beruf, eine Arbeitsstelle sucht. Erst wenn sie eine geeignete Arbeitsstelle 

gefunden hat, endet die auf die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf bezogene 

Taggeldberechtigung und wird gegebenenfalls durch die tiefere Arbeitsunfähigkeit im 

anderen Beruf, d.h. an der neuen Arbeitsstelle ersetzt. Hier macht es Sinn, gestützt auf 

Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG die Schadenminderungspflicht (Suche einer der 

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Behinderung besser angepassten Arbeitsstelle) abzumahnen und nötigenfalls deren 

Verletzung durch eine Leistungseinstellung oder –reduktion zu sanktionieren. Auf die 

vorliegend zu beurteilende Problematik, bei welcher die vorläufige rentenspezifische 

Invalidität anhand des anderen Berufes gemäss Art. 6 Satz 2 ATSG bezogen auf den 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt bemessen wird, kommt zwar Art. 21 

Abs. 4 Satz 1 ATSG zur Anwendung, aber Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG erweist sich als 

sinnlos. Es geht um eine Abgrenzung des Risikos der vorläufigen rentenspezifischen 

Invalidität vom Risiko der arbeitsmarktbedingten Erwerbslosigkeit (Arbeitslosigkeit). 

Wenn nur die hypothetische, weil auf den allgemeinen und ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt bezogene Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in einem anderen, 

ohne berufliche Eingliederungsmassnahme auszuübenden Beruf besser zu verwerten, 

massgebend ist, dann macht eine Abmahnung, diesen anderen Beruf zu ergreifen, 

keinen Sinn. Ob dieser Wechsel in den anderen Beruf tatsächlich erfolgt, ist nämlich 

völlig irrelevant, denn das Risiko der Arbeitslosigkeit kann dadurch als Grundlage eines 

Rentenanspruchs ausgeschlossen werden, dass der Wechsel in den anderen Beruf 

fingiert wird. Im vorliegenden Fall hat also nie eine Notwendigkeit bestanden, die 

Beschwerdeführerin zu mahnen, eine Hilfsarbeit anzunehmen, um damit die 

verbliebene Arbeitsfähigkeit besser als im erlernten Beruf als Hebamme zu verwerten. 

Es hat genügt, dass ein derartiger Wechsel möglich und objektiv und subjektiv 

zumutbar gewesen ist, denn damit ist die Beschwerdeführerin im Ausmass ihrer 

Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin arbeitslos und nicht invalid gewesen. Für die Zeit ab 

der Erstellung des MEDAS-Gutachtens, das entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin vollumfänglich zu überzeugen vermag, steht fest, dass die 

Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin an einer der Behinderung angepassten 

Arbeitsstelle zu 70% arbeitslos ist. Die für einen allfälligen Rentenanspruch 

massgebende vorläufige Invalidität bemisst sich nur nach der Erwerbseinbusse, die 

durch die 30%ige Arbeitsunfähigkeit als Hilfsarbeiterin in Kombination mit einem 

allfälligen Einkommensverlust als Folge des Berufswechsels bewirkt wird. Für die Zeit 

vor der Begutachtung durch die MEDAS wird die Beschwerdegegnerin die 

medizinische Zumutbarkeit einer der körperlichen Behinderung angepassten Hilfsarbeit 

und gegebenenfalls das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit in einer solchen Hilfsarbeit 

noch abzuklären haben.

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3.- a) Die sich aus den Geschäftsabschlüssen der Beschwerdeführerin ergebenden 

Einkommenszahlen sind zur Bemessung des Valideneinkommens unbrauchbar, da sie 

auf einer Teilauslastung der Beschwerdeführerin als einer selbständigen Hebamme 

beruhen, d.h. da sie nicht das Ergebnis einer gewollten Beschränkung des 

Beschäftigungsgrades sind. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nicht 

ausreichte, um der Beschwerdeführerin eine volle Auslastung zu sichern. Da eine 

Veränderung des Umsatzes nicht einfach einen proportionalen Anstieg des Gewinnes 

zur Folge hat (wofür allein schon die Fixkosten sorgen), kann das Valideneinkommen 

bei einem Beschäftigungsgrad von 100% nicht aus den Geschäftsabschlüssen 

abgeleitet werden, indem die dort ausgewiesenen Gewinne von 60% auf 100% 

umgerechnet werden. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin selbst durch ihre 

Ausbildung zum Cultural Navigator eine tiefgreifende Umstrukturierung ihrer 

Erwerbssituation eingeleitet hatte. Eine durch nichts belegte "ermessensweise" 

Einschätzung des Einkommens, das die Beschwerdeführerin in diesem neuen Beruf 

erzielen könnte, verstösst gegen den Untersuchungsgrundsatz. Da offenbar keine 

Zahlen zum durchschnittlichen Einkommen eines Cultural Navigators im 

Gesundheitsbereich existieren und da auch nicht feststeht, dass die 

Beschwerdeführerin ihr neu erworbenes berufliches Wissen tatsächlich hätte verwerten 

können, bleibt als einzige Möglichkeit zur Bemessung der erwerblichen 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens 

das Abstellen auf den Durchschnittslohn einer angestellten Hebamme mit der 

spezifischen Ausbildung, der Berufserfahrung und der Befähigung der 

Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen 

ist, wird diesen Durchschnittslohn noch abzuklären haben.

b) Zur Bemessung der zumutbaren Invalideneinkommens wird die 

Beschwerdegegnerin auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS abstellen. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist nämlich auch die 

rheumatologische Komponente der Gesundheitsbeeinträchtigung in diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen. Die Begutachtung beinhaltete auch eine 

umfassende Abklärung der somatischen Beeinträchtigung. Die psychiatrische und die 

neuropsychologische Abklärung sind als Consilien hinzugekommen. Die klinische 

Untersuchung der körperlichen Beschwerden hat nur geringe Einschränkungen, aber 

viele Zeichen für ein nichtorganisches Krankheitsverhalten aufgezeigt. Bereits Dr. med. 

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B.___ hat am 9. April und am 23. Mai 2003 darauf hingewiesen, dass eine starke 

psychische und neuropsychologische Komponente beteiligt sei. Er hat nie eine hohe 

Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten leichten Tätigkeit angegeben, die durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit ausgelöst worden wäre. Dr. med. U.___ 

hat in seinem Gutachten vom 24. September 2002 festgehalten, dass die somatischen 

Befunde eher als diskret zu bezeichnen seien und dass sie nicht genügten, um eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer idealen, angepassten Tätigkeit zu begründen. Er 

hat darauf hingewiesen, dass durch eine intensive psychotherapeutische Betreuung 

mehr herauszuholen wäre. Aus diesen Berichten kann also entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin nicht der Schluss gezogen werden, dass die somatisch 

bedingten Beschwerden allein bereits eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 30% in 

einer angepassten Tätigkeit bewirken würden. Dies zeigt sich im übrigen auch darin, 

dass die Beschwerdeführerin der im Sommer 2004 begonnenen Umschulung, die einer 

leichten, wechselbelastenden Tätigkeit gleichzustellen ist, mit geringen 

Einschränkungen gewachsen gewesen ist. Das zumutbare Invalideneinkommen wird 

deshalb ab Oktober 2003 ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 30% in einer 

leichten, wechselbelastenden Hilfsarbeit im Gesundheitswesen zu ermitteln sein. Die 

Beschwerdegegnerin wird dabei auf statistische Durchschnittslöhne abstellen, die auch 

den öffentlichen Sektor einbeziehen, und sie wird das entsprechende Einkommen um 

höchstens 10% reduzieren, da die Art der Behinderung für einen potentiellen 

Arbeitgeber keine besonders grossen Nachteile bewirken und demnach die 

Konkurrenzfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem Markt für leichte, 

wechselbelastende Hilfsarbeiten im Gesundheitswesen bei einem Beschäftigungsgrad 

von 70% nicht wesentlich vermindern würde.

4.- Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung und zur 

anschliessenden neuen Entscheidung über den vorläufigen Rentenanspruch für 

Februar 2002 bis und mit Mai 2004 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (lit. c der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005). Die Rückweisung an die Verwaltung zur 

weiteren Abklärung stellt praxisgemäss (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a) in bezug 

auf den Anspruch auf eine Parteientschädigung ein vollständiges Obsiegen dar. Die 

Beschwerdeführerin hat deshalb einen Anspruch auf eine ungekürzte 

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Parteientschädigung. Diese ist gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. Eine 

Entschädigung von Fr. 2500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) erscheint als 

angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 24. 

Februar 2006 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur neuen 

Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2500.- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.01.2007
	Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG. Mit dem Ablauf des sogenannten Wartejahres entsteht ein Rentenanspruch, auch wenn die Eingliederung noch nicht abgeschlossen oder noch gar nicht begonnen worden ist. Art. 6 ATSG. Der für die "vorläufige" Invalidenrente massgebende Invaliditätsgrad wird einen sich auf die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf stützenden Einkommensvergleich ermittelt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Januar 2007, IV 2006/58).

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