# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8201b7c3-3395-5319-be65-101f19d98ff0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.01.2022 A-5238/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5238-2021_2022-01-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 08.03.2022 (2C_189/2022) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-5238/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Keita Mutombo, 

Gerichtsschreiber Kevin Müller. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer; Vorsteuerabzug (Steuerperioden  

2012 bis 2017). 

 

 

 

A-5238/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV oder 

Vorinstanz) wies mit Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2021 die Ein-

sprache von A._______, Inhaberin des Einzelunternehmens «[…]» (nach-

folgend: Steuerpflichtige), ab und stellte fest, dass die Steuerpflichtige ge-

schuldete Mehrwertsteuern in der Höhe von insgesamt Fr. (…) zu bezahlen 

habe. 

B.  

Mit Eingabe datierend vom 29. November 2021 erhebt die Steuerpflichtige 

(nachfolgend auch: Beschwerdeführerin) beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2021 und 

beantragt sinngemäss dessen Aufhebung. 

C.  

C.a Mit Zwischenverfügung vom 9. Dezember 2021 bestätigte das Bun-

desverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde und forderte die Be-

schwerdeführerin zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von 

Fr. 6'000.-- auf. 

C.b Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten focht die Be-

schwerdeführerin die Zwischenverfügung vom 9. Dezember 2021 beim 

Bundesgericht an und beantragte deren Aufhebung bzw. die Festlegung 

eines angemessenen Betrags sowie einer angemessenen Frist zur Leis-

tung des Kostenvorschusses. Das Bundesgericht trat mit Urteil 

2C_1029/2021 vom 28. Dezember 2021 nicht auf die Beschwerde ein und 

überwies die Sache «als Gesuch um Stundung oder Bewilligung von Ra-

tenzahlungen» an das Bundesverwaltungsgericht. 

D.  

Mit Verfügung vom 12. Januar 2022 forderte das Bundesverwaltungsge-

richt die Beschwerdeführerin auf, zur Frage der Einhaltung der Beschwer-

defrist Stellung zu nehmen. 

E.  

Mit innert Frist erfolgter Eingabe vom 20. Januar 2022 macht die Be-

schwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass ihr der Einspracheent-

scheid der Vorinstanz vom 29. Oktober 2021 am 1. November 2021 zuge-

stellt worden sei und ihre Beschwerde, von der Post abgeholt am 30. No-

vember 2021, somit fristgerecht erfolgt sei. 

A-5238/2021 

Seite 3 

F.  

Auf die einzelnen Vorbringen in der Eingabe der Beschwerdeführerin wird 

– soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 

(VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gegeben ist 

(Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. Der angefochtene 

Entscheid ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Die ESTV ist zu-

dem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Art. 33 VGG). 

Dieses ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustän-

dig. Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

– nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). 

2.  

2.1. Die Beschwerde ist gemäss Art. 50 Abs. 1 VwVG innerhalb von 30 Ta-

gen seit der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Dabei sind schriftliche 

Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde einzureichen 

oder zu deren Handen der schweizerischen Post zu übergeben (Art. 21 

Abs. 1 VwVG). 

2.2. Nach den hier einschlägigen Rechtsgrundlagen besteht keine Pflicht 

der ESTV, ihre Verfügungen betreffend die Mehrwertsteuer gegen einen 

von der empfangenden Person unterzeichneten Zustellnachweis zuzustel-

len; sowohl Art. 82 Abs. 2 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 

(MWSTG, SR 641.20) als auch Art. 34 Abs. 1 VwVG sehen nämlich einzig 

die schriftliche Eröffnung vor. Der Vorinstanz steht bei postalischer Über-

mittlung folglich auch die einfache, d.h. uneingeschriebene Sendung als 

Zustellungsart offen (Urteile des BVGer A-3812/2021 vom 14. Januar 2022 

E. 4.1.6, A-1838/2021 vom 8. Juni 2021 E. 2.1.1 [angefochten vor Bundes-

gericht], A-4807/2019 vom 27. November 2019 E. 2.1.1 und 3.3 [nicht ver-

öffentlichtes Urteil]; vgl. auch: Urteil des BGer 2C_463/2019 vom 8. Juni 

2020 E. 3.2.2 i.V.m. E. 3.4.2; FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHILLING-

SCHWANK, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwal-

tungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 34 N 10 ff.). 

A-5238/2021 

Seite 4 

2.3. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfolgt die 

fristauslösende Zustellung einer uneingeschriebenen Sendung bereits 

dadurch, dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach (bzw. 

den Machtbereich [«sphère de puissance»]) des Adressaten gelegt wird 

und sich damit in dessen Verfügungsbereich befindet. Dass der Empfänger 

von der Verfügung tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich (vgl. 

zum Ganzen: BGE 142 III 599 E. 2.4.1, 122 I 139 E. 1; Urteile des BGer 

2C_463/2019 vom 8. Juni 2020 E. 3.2.2, 2C_875/2015 vom 2. Oktober 

2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.2, je mit weiteren 

Hinweisen). 

2.4. Sogenannte A-Post Plus-Sendungen werden wie gewöhnliche unein-

geschriebene Sendungen in den Briefkasten oder ins Postfach des Adres-

saten gelegt, ohne dass dieser den Empfang unterschriftlich bestätigen 

müsste. Dementsprechend erfolgt bei dieser Versandart im Fall der Abwe-

senheit des Adressaten keine Avisierung durch Hinterlegung einer Abho-

lungseinladung. Im Unterschied zu herkömmlichen A-Post-Sendungen 

werden A-Post Plus-Sendungen aber mit einer Nummer versehen, was die 

elektronische Sendungsverfolgung im Internet («Track & Trace») und damit 

die Verfolgung der Sendung bis zum Empfänger ermöglicht (BGE 142 III 

599 E. 2.2; Urteile des BGer 2C_476/2018 vom 4. Juni 2018 E. 2.3.2, 

2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom 20. Feb-

ruar 2015 E. 2.2; Urteile des BVGer A-3967/2020 vom 29. Oktober 2020 

S. 3, A-1651/2019 vom 6. Mai 2019 S. 4). 

2.5. Für die ordnungsgemässe Zustellung der Verfügungen ist die Verwal-

tungsbehörde beweisbelastet (UHLMANN/SCHILLING-SCHWANK, a.a.O., 

Art. 34 N 10). Bei eingeschriebener Briefpost gilt eine natürliche Vermu-

tung für die ordnungsgemässe Zustellung der Abholungseinladung via 

Briefkasten bzw. Postfach. Dasselbe gilt nach der Rechtsprechung für das 

Verfahren «A-Post Plus», bei welchem der Briefträger den Brief nicht nur 

in den Briefkasten legt, sondern zugleich den Zustellzeitpunkt in seinem 

elektronischen System festhält (dazu etwa: Urteile des BGer 2C_476/2018 

vom 4. Juni 2018 E. 2.3.2, 2C_195/2018 vom 2. März 2018 E. 2.2). Mit der 

Verfolgung im «Track & Trace-Auszug» wird somit die Zustellung nicht di-

rekt bewiesen. Bewiesen wird nur, dass die Post einen entsprechenden 

Eintrag in ihrem Erfassungssystem gemacht hat. Im Sinne eines Indizes 

lässt sich aus diesem Eintrag aber dennoch darauf schliessen, dass die 

Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten gelegt 

wurde (BGE 142 III 599 E. 2.2; zum Ganzen auch: Urteile des BGer 

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Seite 5 

2C_463/2019 vom 8. Juni 2020 E. 3.2.3, 2C_1059/2018 vom 18. Januar 

2019 E. 2.2.2, 2C_16/2019 vom 10. Januar 2019 E. 3.2.2). 

2.6. Eine fehlerhafte Postzustellung ist nicht zu vermuten, sondern nur an-

zunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die 

Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, 

ist abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist 

und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube 

zu vermuten ist (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 mit weiteren Hinweisen). Rein 

hypothetische Überlegungen des Empfängers reichen nicht aus. Die nie 

auszuschliessende Möglichkeit von Zustellfehlern genügt für sich allein 

nicht, um die Vermutung umzustossen. Vielmehr müssen konkrete Anzei-

chen für einen Fehler vorhanden sein (zum Ganzen: Urteil des BGer 

2C_1059/2018 vom 18. Januar 2019 E. 2.2.3 mit weiteren Hinweisen; Ur-

teil des BVGer A-3967/2020 vom 29. Oktober 2020 S. 4). 

2.7. Die Beschwerdefrist bei einer A-Post Plus-Sendung beginnt in Anwen-

dung von Art. 20 Abs. 1 VwVG sowie rechtsprechungsgemäss am Tag 

nach Hinterlegung der Sendung zu laufen, und zwar auch dann, wenn die 

Sendung an einem Samstag im Postfach des Verfügungsadressaten oder 

dessen Rechtsvertreter abgelegt wird (Urteile des BGer 2C_463/2019 vom 

8. Juni 2020 E. 3.4.4, 2C_1126/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.2 f.; Urteil 

des BVGer A-1651/2019 vom 6. Mai 2019 S. 4; siehe ferner: URS PETER 

CAVELTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz 

über das Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 20 N 9). 

3.  

3.1. Im vorliegenden Fall macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

geltend, der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 29. Oktober 2021 sei 

am 1. November 2021 zugestellt worden, weshalb die Beschwerdefrist am 

2. November 2021 zu laufen begonnen habe und am 1. Dezember 2021 

abgelaufen sei. Mithin sei die von der Post am 30. November 2021 abge-

holte Beschwerde fristgereicht eingereicht worden. 

3.1.1. Die Beschwerdeführerin führt aus, der Einspracheentscheid der 

Vorinstanz vom 29. Oktober 2021 sei an das Postfach ihres Geschäftssit-

zes und Sekretariats gegangen. Das Sekretariat – betrieben durch die 

B._______ AG (nachfolgend: B._______) – nehme jeweils die Post entge-

gen und sende diese einmal wöchentlich bzw. je nach Dringlichkeit an die 

Privatadresse (der Beschwerdeführerin). 

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Bei A-Post Plus- und eingeschriebenen Sendungen bestehe die Vereinba-

rung, dass die B._______ den Eingang per E-Mail mitteile und die Sendun-

gen gleichentags per A-Post Plus an sie (die Beschwerdeführerin) weiter-

leite, damit sie «keine allfälligen Fristen und dringlichen Informationen» 

verpasse. Beim Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 29. Oktober 

2021 habe dies nicht funktioniert. Sie habe den Einspracheentscheid erst 

am Donnerstag, 4. November 2021, zusammen mit der restlichen Post er-

halten.  

3.1.2. Die Beschwerdeführerin hält des Weiteren fest, dass die B._______ 

sämtliche eingehenden Briefe mit dem tagesaktuellen Stempel versehe. 

Da der Eingangsstempel auf dem Umschlag mit dem Einspracheentscheid 

vom 29. Oktober 2021 den 1. November 2021 gezeigt habe, habe sie zwin-

gend davon ausgehen müssen, dass dies das richtige Eingangsdatum ge-

wesen sei. Es habe für sie keinen Anlass gegeben, von einem früheren 

Eingang bzw. einer anderen Frist auszugehen. Zudem sei davon auszuge-

hen, dass die Mitarbeiter der B._______ nicht erkennen könnten, ob ein 

Schreiben am Samstag oder am Montag angekommen sei. Die Post werde 

jeweils nach dem Wochenende am Montag zugestellt. 

3.1.3. Da es auch schon vorgekommen sei, dass A-Post Plus-Sendungen 

mit einigen Wochen Verspätung angekommen seien, habe sie (die Be-

schwerdeführerin) von der Vorinstanz schon mehrmals verlangt, dass 

Schreiben an sie «per Einschreiben oder via E-Mail/Privasphere» ver-

schickt würden. Aufgrund längerer, geschäftlich bedingter Abwesenheiten 

könne sie zeitweise weder Briefe entgegennehmen noch fristgerecht be-

antworten. Die Vorinstanz sei sich dessen wohl bewusst und sende Briefe 

manchmal per Einschreiben bzw. informiere vorab per E-Mail. Eine (ins 

Recht gelegte) E-Mail vom 23. Juli 2021, mit welcher die Vorinstanz ein 

Schreiben betreffend Fristverlängerung vorab zustellte, sei die letzte Kor-

respondenz vor dem Erlass des Einspracheentscheids gewesen. Sie (die 

Beschwerdeführerin) habe deshalb davon ausgehen können, dass die 

Vorinstanz zu der von ihr geforderten Praxis übergegangen sei und «auch 

weitere wichtige Schreiben entweder per Einschreiben oder A-Post-plus 

bei [ihr] eintreffen würden, dann mit Voranmeldung per E-Mail». Bei der 

Zustellung des Einspracheentscheids vom 29. Oktober 2021 habe die 

Vorinstanz ihre Praxis ohne Ankündigung wiederum geändert und dadurch 

Verwirrung gestiftet und Rechtsunsicherheit geschaffen.  

  

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Seite 7 

3.2.  

3.2.1. Gemäss der elektronischen Sendungsverfolgung der Post (Nr. […]) 

wurde der angefochtene Einspracheentscheid am Freitag, 29. Oktober 

2021, um 17.34 Uhr, mit A-Post Plus versandt und am Samstag, 30. Okto-

ber 2021, um 07.17 Uhr, via Postfach zugestellt. Die Zustellung erfolgte 

somit vermutungsweise am Samstag, 30. Oktober 2021 (vgl. oben 

E. 2.3 ff.), der Fristenlauf begann am Sonntag, 31. Oktober 2021 und en-

dete am Montag, 29. November 2021 (vgl. oben E. 2.7). Die vorliegende, 

am 30. November 2021 der Post übergebene Beschwerde wäre damit ver-

spätet eingereicht worden. Es läge nun an der Beschwerdeführerin die an-

hand der Sendungsverfolgung begründete natürliche Vermutung (bzw. den 

Indizienbeweis) zu erschüttern und konkrete Anzeichen für einen Zustell-

fehler darzutun (vgl. oben E. 2.6). 

3.2.2. Der Beschwerdeführerin gelingt es mit ihren Ausführungen nicht, die 

durch die Sendungsverfolgung begründete natürliche Vermutung umzu-

stossen. 

Die Beschwerdefrist beginnt am Tag nach Hinterlegung der A-Post Plus-

Sendung zu laufen; insbesondere auch dann, wenn die Sendung an einem 

Samstag im Postfach des Verfügungsadressaten abgelegt wird. Die dage-

gen vorgebrachten Einwände der Beschwerdeführerin, namentlich, dass 

Behörden und die meisten Unternehmungen an einem Samstag nicht ar-

beiteten bzw. nicht erreichbar seien, verfangen angesichts der gefestigten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht (vgl. oben E. 2.7).  

Aus dem Umstand, dass das Sekretariat (d.h. die B._______) den Um-

schlag mit dem angefochtenen Einspracheentscheid mit dem Eingangs-

stempel vom 1. November 2021 versehen hat, kann die Beschwerdeführe-

rin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Vielmehr hat sie sich diesen Irrtum 

anrechnen zu lassen, gilt das von ihr beauftragte Sekretariat doch als Hilfs-

person im Sinne des Obligationenrechts (Art. 101 des Obligationenrechts 

vom 30. März 1911 [SR 220, nachfolgend: OR]; vgl. BGE 107 Ia 168 E. 2; 

Urteil des BVGer A-3541/2017 vom 21. August 2017 E. 2.1.2; CAVELTI, 

a.a.O., Art. 21 N 13). Den Mitarbeitenden des Sekretariats wie auch der 

Beschwerdeführerin wäre es ohne Weiteres zuzumuten gewesen, den 

Fristenlauf mittels Sendungsverfolgung der schweizerischen Post zu über-

prüfen. 

A-5238/2021 

Seite 8 

3.2.3. Auch die Argumentation, die Vorinstanz habe der Beschwerdeführe-

rin zuweilen Schreiben vorab per E-Mail zugestellt, weshalb sie wieder da-

mit habe rechnen können, verfängt nicht. Inwiefern eine Vorabinformation 

per E-Mail zu einer abweichenden bzw. korrekten Fristberechnung geführt 

hätte, ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht 

dargetan. Ebenso wenig war die Vorinstanz verpflichtet, den angefochte-

nen Einspracheentscheid eingeschrieben zuzustellen (vgl. oben E. 2.2). 

3.2.4. Des Weiteren kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, 

wenn sie vorbringt, die Sendungsverfolgung der schweizerischen Post 

weise mit den darin enthaltenen Einträgen («07.16 Verspätete Ankunft» 

und «07.17 Zugestellt via Postfach») einen Widerspruch auf. Die Be-

schwerdeführerin legt denn auch nicht dar, worin der angebliche Wider-

spruch bestehen soll. Dass die Sendung bei der zustellenden Poststelle 

(pünktlich oder eben verspätet) ankommt, bevor sie via Postfach zugestellt 

wird, ist nachvollziehbar. Der pauschale Hinweis, dass es bekanntlich im-

mer wieder vorkomme, dass Sendungen der Post nicht pünktlich ankämen, 

genügt rechtsprechungsgemäss auch nicht, um die Aussagekraft der Sen-

dungsverfolgung im vorliegend konkret zu beurteilenden Fall anzuzweifeln 

(vgl. oben E. 2.6). 

3.2.5. Letztlich sind die Bestimmungen des Strafprozessrechts (wie auch 

des Zivilprozessrechts) vorliegend nicht einschlägig. Deshalb stossen auch 

die Hinweise der Beschwerdeführerin auf die diesbezügliche Rechtspre-

chung des Bundesgerichts ins Leere. Für die ESTV besteht eben gerade 

keine gesetzliche Pflicht, ihre Verfügungen betreffend die Mehrwertsteuer 

gegen einen von der empfangenden Person unterzeichneten Zustellnach-

weis zuzustellen (oben E. 2.2). 

Sodann lässt sich auch aus dem von der Beschwerdeführerin angeführten 

Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich nichts zu ihren Gunsten ablei-

ten. Insbesondere ist vorliegend gar nicht grundsätzlich bestritten, dass der 

Einspracheentscheid zugestellt wurde, sondern es geht lediglich um den 

Zeitpunkt der Zustellung. Diesbezüglich wurde bereits ausgeführt, dass die 

Beschwerdeführerin die Aussagekraft der Sendungsverfolgung nicht zu er-

schüttern vermag, wie es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung erforderlich wäre (vgl. oben E. 2.6 und 3.2.4). 

3.3. Nach dem hiervor Ausgeführten hat die am 30. November 2021 einge-

reichte Beschwerde somit als verspätet zu gelten, weshalb auf diese im 

A-5238/2021 

Seite 9 

einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten ist (vgl. Art. 23 Abs. 1 Bst. b 

VGG). 

4.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten grundsätzlich der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und es ist ihr keine 

Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario; 

Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). 

Die Verfahrenskosten können jedoch ganz oder teilweise erlassen werden, 

wenn Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unverhält-

nismässig erscheinen lassen, diese Kosten der Partei aufzuerlegen (Art. 6 

Bst. b VGKE). Vorliegend rechtfertigt es sich, auf die Erhebung von Verfah-

renskosten zu verzichten. 

 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

A-5238/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 20. Januar 2022 geht an 

die Vorinstanz. 

2.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Keita Mutombo Kevin Müller 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

Versand:  

A-5238/2021 

Seite 11 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde; Beilage: Stellungnahme 

der Beschwerdeführerin vom 20. Januar 2022)