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**Case Identifier:** 1b2a098c-075d-50a4-810e-76c658a0bdbd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.09.2016 200 2015 981
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-981_2016-09-15.pdf

## Full Text

200 15 981 IV
MAW/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. September 2016

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Oktober 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2016, IV/15/981, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde am 25. Februar 2000 von einer Dachlawine am Hinterkopf und im 
Genick getroffen (vgl. Unfallmeldung vom 28. März 2000; Akten der Invali-
denversicherung [IV; act. IIB] 193.3). Am 10. Januar 2001 meldete sie sich 
wegen einer HWS-Distorsion und einer leichten traumatischen Hirnverlet-
zung bei der IV zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. IIA] 1). Gestützt 
auf die daraufhin durchgeführten erwerblichen und medizinischen Erhe-
bungen, insbesondere unter Einschluss eines Gutachtens der Begutach-
tungsstelle C.________, (nachfolgend: MEDAS), vom 3. Februar 2003 (act. 
IIA 51 S. 3), sprach die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) der 
Versicherten mit Verfügung vom 10. September 2003 (act. IIA 72 S. 2) 
rückwirkend ab dem 1. Februar 2001 eine Viertelsrente zu. Die dagegen 
erhobene Einsprache (act. IIA 74 S. 11) wies sie mit Entscheid vom 7. Mai 
2004 (act. IIA 79) ab. Mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 
vom 3. April 2007, IV 64608 (act. IIB 111), wurde der Einspracheentscheid 
bestätigt. 

B.

Im Rahmen einer von Amtes wegen am 8. September 2009 eingeleiteten 
Revision (act. IIB 128) machte die Versicherte geltend, ihr Zustand habe 
sich seit September 2007 verschlimmert. In der Folge tätigte die IVB er-
werbliche sowie medizinische Abklärungen und veranlasste, entsprechend 
einer Anweisung des Bundesgerichts (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 3. Juli 2013, 9C_207/2012; Akten der IV [act. II] 200), erneut 
eine Begutachtung bei der MEDAS (vgl. Gutachten vom 16. Februar 2015, 
act. II 244.1 S. 2). Mit Vorbescheid vom 11. Mai 2015 (act. II 246) stellte die 
IVB der Versicherten bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 10% die 
Aufhebung der bisherigen Viertelsrente in Aussicht. Zur Begründung legte 
sie dar, der Gesundheitszustand habe sich gebessert; in einer angepassten 
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestehe eine Arbeits- und 

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Leistungsfähigkeit von 100%. Nachdem Einwand erhoben worden war (act. 
II 251; 256) und die IVB das Dossier dem Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) zur Stellungnahme unterbreitet hatte (act. II 255 S. 2), verfügte sie 
am 2. Oktober 2015 (act. II 263) die Aufhebung der Rente per 30. Novem-
ber 2015.

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 5. November 2015 Beschwerde. Sie ersucht um kosten-
fällige Aufhebung der Verfügung vom 2. Oktober 2015. Zudem sei die Be-
schwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu ge-
währen und ab dem 1. Dezember 2009 eine ganze Rente zuzusprechen. 
Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten unter Berücksichtigung der neuen 
Abklärungsvorgaben gemäss BGE 141 V 281 einzuholen und gestützt dar-
auf die Leistungen festzulegen.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2015 beantragt die Beschwer-
degegnerin, die Beschwerde sei insofern gutzuheissen, als eine ganze 
Rente vom 1. Juli 2013 bis zum 31. Januar 2014 zuzusprechen sei; soweit 
weitergehend sei die Beschwerde abzuweisen. Dies begründete sie damit, 
dass sich die Beschwerdeführerin im April 2013 einem Eingriff an der lum-
balen Wirbelsäule habe unterziehen müssen und es dadurch zu einer kurz-
fristigen Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sei.

Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 12. Mai 2016 an den gestell-
ten Rechtsbegehren fest. Im Rahmen der Duplik vom 16. Juni 2016 ver-
zichtete die Beschwerdegegnerin auf eine ausführliche Stellungnahme.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Oktober 2015 (act. II 
263). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Rente der IV und dabei insbesondere die Frage, ob die Viertelsrente 
für die Zeit nach der im September 2009 eingeleiteten Revision von Amtes 
wegen zu erhöhen resp. per Ende November 2014 aufzuheben sei.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

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ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen  
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 
E. 3.5 S. 349).

2.6.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.6.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

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3.

3.1 Vorliegend ist der Sachverhalt im Zeitpunkt des Einspracheent-
scheides vom 7. Mai 2004 (act. IIA 79), welcher durch das Urteil des Ver-
waltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2007, IV 64608 (act. IIB 
111), bestätigt wurde, mit demjenigen im Zeitpunkt der rentenaufhebenden 
Verfügung vom 2. Oktober 2015 (act. II 263) zu vergleichen und zu prüfen, 
ob in den für den Leistungsanspruch relevanten Tatsachen eine wesentli-
che Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in an-
spruchsrelevanter Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.6.1 hiervor).

3.2 Dem Einspracheentscheid vom 7. Mai 2004 (act. IIA 79) lag in me-
dizinischer Hinsicht im Wesentlichen das MEDAS-Gutachten vom 3. Fe-
bruar 2003 (act. IIA 51 S. 3) zugrunde. Darin finden sich mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen (S. 14 f.): Zervikozephaler Sympto-
menkomplex, Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23), Hypersomnie (ICD-10 
G47.1) und Adipositas permagna (ICD-10 E66.0). Die angestammte Tätig-
keit als … in einem … könne die Explorandin seit dem Unfall vom 25. Fe-
bruar 2000 nicht mehr ausführen. Ihr sei eine medizinisch-theoretische Ar-
beitsfähigkeit von 50% in einer leidensadaptierten Tätigkeit (ohne Heben, 
Stossen und Ziehen von Lasten über 5kg, intermittierend 10kg, ohne ar-
beitsmässige Überlastung der Oberarme und insbesondere ohne Über-
kopftätigkeiten, mit der Möglichkeit zu Wechselbelastung) zumutbar, wobei 
beispielsweise die aktuell ausgeübte Beschäftigung als selbstständige … 
im Bereich der … einem solchen Tätigkeitsprofil entspreche (S. 16 f.).

3.3 Hinsichtlich des Verlaufs des Gesundheitszustands nach Erlass des 
Einspracheentscheides vom 7. Mai 2004 (act. IIA 79) ergibt sich aus den 
medizinischen Unterlagen im Wesentlichen das Folgende:

3.3.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
diagnostizierte im November 2009 (vgl. undatierter Verlaufsbericht; Ein-
gang bei der IVB am 11. November 2009, act. IIB 131) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirn-
trauma, eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, Diabetes melli-
tus, Adipositas, ein Schlafapnoe-Syndrom, Hypersomnie, Restless legs, 
Hashimoto-Thyreoiditis sowie eine Fibromyalgie (S. 2). U.a. attestierte er 

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ab dem 3. Oktober 2007 bis zum 17. September 2009 eine 100%ige und 
ab dem 18. September 2009 im Rahmen eines Arbeitsversuches eine 
80%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3).

3.3.2 Im Bericht vom 3. März 2010 (act. IIB 141 S. 3) stellte Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin 
FMH, folgende Diagnosen: Chronische cervikocephale Schmerzen, Fibro-
myalgie, Schlafapnoe-Syndrom mit schwerer Schlafstörung, Adipositas, 
Diabetes mellitus Typ II, Anpassungsstörung mit längerer depressiver Re-
aktion und Hashimoto-Thyreoiditis. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gab 
sie an, die Patientin sei als selbstständige … tätig; im März 2009 habe das 
Pensum 30 bis 45% betragen (S. 4). 

3.3.3 Am 10. September 2010 (act. IIB 149) teilte Dr. med. D.________ 
mit, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, es liege eine Zu-
nahme der generalisierten Muskel- und Gelenkschmerzen, der Kopf-
schmerzen, der depressiven Verstimmung und der Schlafprobleme vor. 
Eine Beurteilung der Erwerbsfähigkeit traue er sich angesichts des komple-
xen Falles nicht zu (S. 2 f.).

3.3.4 Dr. med. E.________ führte im Oktober 2010 (act. IIB 150) aus, es 
bestehe eine Zunahme der Schmerzen im Bereich des gesamten Körpers, 
vor allem bei der unteren HWS und beim Kopf. In letzter Zeit habe die Pati-
entin starke Beckenschmerzen; die Schubhäufigkeit sei zunehmend. Sie 
spüre jede Wetterschwankung und habe am ganzen Körper Tenderpoints. 
Zudem lägen deutliche neurovegetative Beschwerden vor. Nach ein bis 
zwei Stunden Arbeit könne sich die Patientin nicht mehr konzentrieren, 
müsse sich ausruhen und schlafen. Sie gebe noch stundenweise …; dabei 
handle es sich um eine Tätigkeit von ein bis zwei Stunden pro Tag (nicht 
täglich; S. 2). Dr. med. E.________ attestierte eine ca. 70 bis 80%ige Ar-
beitsunfähigkeit (S. 1). 

3.3.5 Mit Bericht vom 2. Mai 2011 (act. IIB 155) hielt Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Endokrinologie/Diabetologie und Allgemeine 
Innere Medizin FMH, fest, der Gesundheitszustand sei sich verschlech-
ternd; seit 2003 liege eine Verschlechterung des Gesamtzustandes – so-

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wohl psychisch als auch physisch – vor. Die Arbeit als selbstständige … sei 
nicht mehr zumutbar (S. 2 f.).

3.3.6 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin und Anästhesiologie FMH, legte in der Stellungnahme vom 31. Mai 
2011 (act. IIB 158 S. 4) dar, nach Durchsicht der aktuellen medizinischen 
Unterlagen seien von den behandelnden Ärzten im Wesentlichen subjekti-
ve, von der Versicherten angegebene Beschwerden als Grundlage für die 
Darlegung eines sich verschlechterten Gesundheitszustandes angeführt 
worden. Aus psychischer Sicht bestehe aktuell, offensichtlich seit 2007, 
eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, die allerdings nach den 
vorliegenden medizinischen Unterlagen bisher fachärztlich nicht ausgewie-
sen worden sei. Die weiteren, geltend gemachten Diagnosen beeinflussten 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
nicht zusätzlich bzw. seien bereits hinreichend in der zuvor angegebenen 
Zumutbarkeitsbeurteilung für eine angepasste Tätigkeit berücksichtigt wor-
den (vgl. MEDAS-Gutachten vom 3. Februar 2003). Offensichtlich sei eine 
objektivierbare Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht ausge-
wiesen, aber aufgrund des möglichen, aktuell veränderten psychischen 
Sachverhaltes nicht völlig ausgeschlossen. Dr. med. G.________ riet, ein 
rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten zu veranlassen.

3.3.7 Am 11. April 2013 (act. II 244.3 S. 3) berichtete Dr. med. 
E.________, sie habe die Patientin wegen einem dekompensierten 
Schmerzsyndrom im Bereich der HWS mit Kopfschmerzen sowie lumbos-
pondylogenen Schmerzen links am 2. April 2013 im J.________ hospitali-
siert. Die Hospitalisation sei zudem zum Anlass für eine psychosomatische 
Beurteilung durch Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, genommen worden. Weiter habe der hinzugezogene Neuro-
chirurg Dr. med. I.________, Facharzt für Neurochirurgie FMH, am 9. April 
2013 eine epidurale Infiltration durchgeführt. Über deren Verlauf könne 
noch keine sichere Auskunft gegeben werden (S. 5). 

Mit Bericht vom 29. Mai 2013 (act. II 244.3) teilte Dr. med. E.________ mit, 
dass durch Dr. med. I.________ am 24. Mai 2013 eine Dekompressions-
operation erfolgt sei. Der Verlauf zeige sich sehr erfreulich. Die Ischialgie 

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links sei vollständig verschwunden. Trotzdem habe die Patientin immer 
noch deutliche Beschwerden von Seiten ihrer übrigen Diagnosen (S. 2).

3.3.8 Das MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 2015 (act. II 244.1) basiert 
auf einer allgemeininternistischen Untersuchung sowie auf den Fachgut-
achten in den Bereichen Psychiatrie, Orthopädie, Neurologie, Neuropsy-
chologie und Otorhinolaryngologie. Unter Berücksichtigung aller Fachge-
biete stellten die Gutachter folgende Diagnosen (S. 44 f. Ziff. 5):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

- Chronisches zervikal und lumbosakral betontes panvertebrales Schmerzsyndrom 

(ICD-10 M54.80)

- Chronische belastungsabhängige Knieschmerzen rechts (ICD-10 M25.56)

- Klinischer Verdacht auf leichtgradiges subakromiales Impingement Schulter 

rechts (ICD-10 M75.4)

- Metabolisches Syndrom

- Intermittierende Schwindelsymptomatik (ICD-10 H82)

- Tinnitus beidseits (ICD-10 H93.1)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)/Somatisierungsstörung

- Dysthymie (ICD-10 F34.1)

- Anamnestisch Hashimoto-Thyreoiditis (ICD-10 E06.3)

- Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (ICD-10 G47.3)

- Status nach Unfall mit Contusio capitis, axialem Wirbelsäulentrauma (Differential-

diagnose: HWS-Distorsion)

- Leichtgradige Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit links (ICD-10 H90.4)

Die Gutachter hielten nach durchgeführter Konsensbesprechung fest, für 
die angestammte Tätigkeit als … bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. 
In einer leichten bis mittelschweren, angepassten Tätigkeit (mit Wechsel-
positionen, ohne länger dauernde Zwangshaltungen von Nacken, Rumpf 
und dem rechten Knie, ohne repetitive Überkopfbewegungen der Arme, 
ohne regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 10kg, ohne erhöh-
ten Störlärm, ohne häufige Kopfrotationsbewegungen, ohne sturzgefähr-
dende Tätigkeiten, ohne Arbeiten an gefährlichen Maschinen und an Fahr-
zeugen, ohne Tätigkeiten in Höhen, auf Leitern oder Treppen sowie ohne 

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Schichtarbeiten) sei die Explorandin dagegen zu 100% arbeitsfähig (S. 46 
f. Ziff. 6.2). Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbe-
funde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsun-
fähigkeit sei davon auszugehen, dass der Zeitpunkt des Auftretens der oto-
neurologischen Beschwerdesymptomatik seit einigen Jahren angenommen 
werden könne. Aus Sicht des Bewegungsapparates könne eine vorüberge-
hende volle Arbeitsunfähigkeit bei Zustand nach Eingriff an der lumbalen 
Wirbelsäule im April 2013 nachvollzogen werden. Bei dokumentiertem un-
auffälligem Verlauf sei jedoch spätestens nach sechs Monaten, somit ab 
November 2013, wieder von oben genanntem Arbeits- und Leistungsprofil 
auszugehen. Aus rein psychiatrischer Sicht könne keine Zunahme der Ar-
beitsunfähigkeit im Verlauf bescheinigt werden. Die im MEDAS-Gutachten 
vom 3. Februar 2003 attestierte Anpassungsstörung lasse sich aufgrund 
der ICD-Kriterien nicht länger als zwei Jahre aufrechterhalten. Zurzeit lägen 
eine somatoforme Schmerzstörung/Somatisierungs-störung und eher leich-
tere depressive Verstimmungszustände im Sinne einer Dysthymie vor, wo-
bei sich unter Berücksichtigung der Försterkriterien daraus keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe. Nach wechselndem Verlauf sei die 
polydisziplinäre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit Sicherheit ab Januar 
2015 zu bestätigen (S. 25 Ziff. 4.1.5 und 4.1.8 sowie S. 46 f. Ziff. 6.2 f.). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

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tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 2. Oktober 2015 (act. II 263) massgeblich auf das MEDAS-
Gutachten vom 16. Februar 2015 (act. II 244.1) gestützt und basierend 
darauf die bisherige Viertelsrente aufgehoben resp. mit Beschwerdeantwort 
vom 9. Dezember 2015 die Ausrichtung einer ab dem 1. Juli 2013 bis zum 
31. Januar 2014 befristeten ganzen Rente beantragt. 

3.5.1 Zunächst ist festzustellen, dass sich die MEDAS-Gutachter nicht 
einlässlich zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Revisi-
onszeitpunkt (September 2009) sowie für die darauf folgende Periode 
geäussert haben (vgl. act. II 244.1 S. 25 Ziff. 4.1.8, S. 32 f. Ziff. 4.2.7, S. 37 
Ziff. 4.3.7, S. 40 Ziff. 4.4.7), dies obwohl die behandelnden Ärzte in dieser 
Zeit von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgingen 
(act. II 131; 141 S. 3; 149; 150; 155). Die Beschwerdeführerin hat denn 
auch gestützt auf die damaligen medizinischen Berichte die Erhöhung der 
Rente ab dem 1. Dezember 2009 beantragt (vgl. u.a. Beschwerde S. 13 f. 
Ziff. 29).

Nachdem die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Revision von 
Amtes wegen im September 2009 angegeben hatte, der Gesundheitszu-
stand habe sich seit September 2007 verschlimmert (act. IIB 128), wurde 
im undatierten Arztbericht des Hausarztes Dr. med. D.________ im No-
vember 2009 u.a. ab dem 3. Oktober 2007 bis zum 17. September 2009 
eine 100%ige und ab dem 18. September 2009 bis auf weiteres eine 
80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. IIB 131 S. 3). Diese Bescheini-
gung steht im Widerspruch zu den Angaben im Bericht von Dr. med. 
E.________ vom 3. März 2010, wonach das Pensum der Beschwerdefüh-
rerin als selbstständige … im März 2009 30 bis 45% betragen hat (act. IIB 
141 S. 4). Die von Dr. med. D.________ postulierte aber nicht näher be-
gründete 100%ige Arbeitsunfähigkeit ist daher nicht nachvollziehbar. Dies 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2016, IV/15/981, Seite 13

umso weniger, als sich Dr. med. D.________ im Bericht vom 10. Septem-
ber 2010 (act. IIB 149) aufgrund der Komplexität des Falles nicht mehr in 
der Lage sah, die Erwerbsfähigkeit zu beurteilen. Es kann aber auch nicht 
abschliessend auf die Berichte von Dr. med. E.________ abgestellt wer-
den, da auch diesen eine medizinisch fundierte Begründung der attestier-
ten Arbeitsunfähigkeit fehlt. Vielmehr ist diesbezüglich davon auszugehen, 
dass sich diese Einschätzungen einzig auf die subjektiven Angaben der 
Beschwerdeführerin stützen (vgl. dazu auch die Stellungnahme des RAD-
Arztes Dr. med. G.________ vom 31. Mai 2011, act. IIB 158 S. 4). Ob – wie 
im Bericht von Dr. med. G.________ dargelegt – im Revisionszeitpunkt 
resp. in der daran anschliessenden Zeitspanne eine erhebliche Verände-
rung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist, kann unter diesen Um-
ständen nicht abschliessend beurteilt werden. 

3.5.2 Während der orthopädischen Begutachtung am 27. Oktober 2014 
(act. II 244.1 S. 27) berichtete die Beschwerdeführerin, im April 2013 habe 
Dr. med. I.________ eine lumbale Diskushernie operiert, was für einige 
Monate eine gewisse Beschwerdelinderung gebracht habe. Spätestens 
Ende 2013 seien aber die gleichen Schmerzen wie präoperativ wieder vor-
handen gewesen. Gestützt auf diese Angaben wurde im MEDAS-
Gutachten vom 16. Februar 2015 eine vorübergehende sechs Monate dau-
ernde volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II 244.1 S. 47 Ziff. 6.3).

Dazu ist zu bemerken, dass kein Bericht von Dr. med. I.________ über 
eine Operation im April 2013 resp. über deren Nachsorge in den Akten vor-
liegt, womit das Attestieren der 100%igen Arbeitsunfähigkeit lediglich auf 
einer Annahme beruht und nicht fundiert abgestützt ist. Insbesondere ist in 
diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass Dr. med. E.________ in 
ihrem Bericht vom 29. Mai 2013 (act. II 244.3 S. 2) eine am 24. Mai 2013 
von Dr. med. I.________ durchgeführte Dekompression L4/5 links erwähn-
te und dazu ausführte, der Verlauf sei sehr erfreulich gewesen, die Ischial-
gie links sei vollständig verschwunden. Zudem gilt zu erwähnen, dass die 
Beschreibung der MR-Tomographie der LWS vom 8. August 2013 im ME-
DAS-Gutachten (act. II 244.1 S. 29 Ziff. 4.2.2.2) unauffällige postoperative 
Verhältnisse festhält und auch sonst keinen Anlass dafür gibt, zu diesem 
Zeitpunkt – selbst für eine angepasste Tätigkeit – von einer vollständigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2016, IV/15/981, Seite 14

Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die von den MEDAS-Gutachtern ab April 
bis November 2013 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit ist daher weder 
schlüssig begründet noch nachvollziehbar belegt.

3.5.3 Im Weiteren ist festzuhalten, dass die medizinischen Akten nicht 
vollständig sind. So erwähnte Dr. med. E.________ im Verlaufsbericht vom 
11. April 2013 (act. II 244.3 S. 5) als Beilage einen Bericht von Dr. med. 
I.________, welcher sich allerdings nicht in den Akten befindet. Zudem 
fehlen die medizinischen Unterlagen, die den verschiedentlich erwähnten 
stationären Aufenthalt im Spital J.________ vom 2. bis zum 11. April 2013, 
die psychosomatische Beurteilung von Dr. med. H.________ sowie die 
Dekompressionsoperation vom 24. Mai 2013 (act. II 244.3 S. 4 f.) doku-
mentieren. Zu einer am 9. April 2013 erfolgten Infiltration liegt zwar ein Be-
richt über deren Durchführung vor (vgl. act. II 244.3 S. 7), aber kein Bericht 
des behandelnden Arztes über den anschliessenden Verlauf (vgl. dazu die 
Angaben von Dr. med. E.________ vom 11. April 2013, act. II 244.3 S. 5). 
Diese Unterlagen haben auch den MEDAS-Gutachtern nicht zur Verfügung 
gestanden, wie die Auflistung der vorhandenen Akten in chronologischer 
Reihenfolge zeigt (act. II 244.1 S. 5 ff.). In dieser Auflistung fehlen ausser-
dem diverse weitere von Dr. med. E.________ eingereichte medizinische 
Dokumente aus dem Jahre 2013, welche der Beschwerdegegnerin offen-
bar zwischen dem Gutachtensauftrag und der Begutachtung bzw. Erstel-
lung des Gutachtens zugegangen sind (vgl. act. II 244.3 S. 7 ff.).

3.5.4 Da dem MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 2015 nicht alle medi-
zinischen Dokumente zu Grunde lagen, ist dessen Beweiswert geschmä-
lert. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich dabei um Unterlagen handelt, 
welche aus einer Zeitspanne stammen, in welcher allenfalls entscheidende 
gesundheitliche Veränderungen bei der Beschwerdeführerin aufgetreten 
sind. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit diese sämtliche medizinischen Unterlagen aus der fraglichen Zeit 
beschafft und diese dann der Gutachtensstelle zur Würdigung zustellt. Da-
bei hat die ergänzende Beurteilung der MEDAS insbesondere den höch-
strichterlichen Anforderungen hinsichtlich der Frage nach revisionsbegrün-
denden Veränderungen für die gesamte Zeit ab September 2009 zu genü-
gen (vgl. SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 6.1.2; Entscheid des BGer vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2016, IV/15/981, Seite 15

30. September 2015, 8C_162/2015, E. 2.2). Gleichzeitig haben die Gutach-
ter Gelegenheit, ihr Gutachten im Lichte der Rechtsprechung gemäss BGE 
141 V 281 zu ergänzen.

3.6 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 2. Okto-
ber 2015 (act. II 263) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die entspre-
chenden Sachverhaltserhebungen trifft und danach erneut über den Ren-
tenanspruch befindet. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Die obsiegende Beschwerde führende Person hat 
demnach Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Diese 
werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit 
des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2016, IV/15/981, Seite 16

Mit Kostennote vom 28. Juni 2016 macht Rechtsanwalt B.________ einen 
Aufwand von 17.20 Stunden geltend, ohne dabei den Stundenansatz zu 
nennen. Zudem ist im Zeitaufwand die Anmeldung beim bzw. die Korre-
spondenz mit dem „Sozialamt“ aufgeführt. Dieser Aufwand steht nicht in 
unmittelbarem Zusammenhang mit dem verwaltungsgerichtlichen Verfah-
ren und ist daher von der unterliegenden Beschwerdegegnerin auch nicht 
zu vergüten. Das Honorar für den gebotenen Prozessaufwand ist deshalb 
auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 2. Oktober 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr.  4'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2016, IV/15/981, Seite 17

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.