# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0a8827f-9ec4-5ad2-b672-0cb069f22ccc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 15.01.2024 460 23 181 (460 2023 181)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-23-181_2024-01-15.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

15. Januar 2024 (460 23 181) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Mehrfache vorsätzliche, ev. fahrlässige Tierquälerei etc. 

 

 
 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Dominique Steiner (Ref.), 

Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Pierre Comment 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Allgemeine Delikte, 

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, 

Anklagebehörde und Berufungsklägerin 

  

gegen 

 

 A.____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Alessandro Alfano, 

Gewerbepark Bata 10, Postfach 250, 4313 Möhlin, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand Mehrfache vorsätzliche, ev. fahrlässige Tierquälerei etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidenten 

Basel-Landschaft vom 7. Juni 2023 

  

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A.  Mit Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgerichts-

präsident bzw. Strafgericht) vom 7. Juni 2023 wurde A.____ der Tierquälerei (Misshandlung 

eines Tieres), der Widerhandlung gegen das eidgenössische Jagdgesetz (Tötung eines jagdba-

ren Tieres) sowie der Widerhandlung gegen das kantonale Wildtier- und Jagdgesetz (Aneig-

nung von toten Tieren) schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 

120 Tagessätzen zu je CHF 80.00, bei einer Probezeit von vier Jahren, sowie zu einer Busse 

von CHF 1'000.00 (im Falle deren schuldhaften Nichtbezahlung zu einer Ersatzfreiheitsstrafe 

von zehn Tagen) verurteilt (Dispositivziffer 1). Vom Vorwurf der Tierquälerei gemäss Ziffer 2 der 

Anklageschrift (qualvolle Tötung eines Tieres) wurde er demgegenüber freigesprochen (Dispo-

sitivziffer 2). Die am 10. November 2020 von der Staatsanwaltschaft Solothurn bedingt ausge-

sprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 130.00, unter Auferlegung einer Probezeit 

von zwei Jahren, wurde nicht für vollziehbar erklärt. Indes wurde die Probezeit um ein Jahr ver-

längert (Dispositivziffer 3). Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 2'995.00, bestehend aus 

den Kosten des Vorverfahrens von CHF 995.00 und der Gerichtsgebühr von CHF 2'000.00, 

wurden A.____ auferlegt (Dispositivziffer 4). 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der anschliessenden Eingaben der Parteien wird, so-

weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

B.  Am 12. Juni 2023 meldete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung 

Allgemeine Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft resp. Berufungsklägerin) die Berufung 

gegen das Strafgerichtsurteil vom 7. Juni 2023 an. Nach Ausfertigung der schriftlichen Urteils-

begründung stellte jene mit Berufungserklärung vom 8. August 2023 folgende Rechtsbegehren: 

 "A. Ziff. 2. des Urteils des Strafgerichtes Basel-Landschaft vom 7. Juni 2023 sei auf-

zuheben und der Beschuldigte sei gemäss Anklageziffer 2. wegen vorsätzlicher 

Tierquälerei (qualvolle Tötung eines Tieres) schuldig zu sprechen (Art. 399 

Abs. 4 lit. a StPO). 

  B. Ziff. 1. des Urteils des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 7. Juni 2023 sei unter 

Berücksichtigung des unter A. beantragten Schuldspruchs wegen vorsätzlicher 

Tierquälerei (qualvolle Tötung eines Tieres) und unter Bestätigung des unter 

Ziff. 1 des Urteils ergangenen Schuldspruchs wegen Tierquälerei (Misshandlung 

eines Tieres), Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Jagd und den 

Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Tötung eines jagdbaren Tieres) und 

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wegen Widerhandlung gegen das Wildtier- und Jagdgesetz BL (Aneignung von 

toten Tieren) hinsichtlich der Bemessung der Strafe abzuändern. Der Beschuldig-

te sei zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 8 Monaten, bei einer 

Probezeit von 3 Jahren, sowie zu einer Busse in der Höhe von CHF 1'500.00 zu 

verurteilen. Im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse sei an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen auszusprechen (Art. 399 Abs. 4 lit. b 

StPO). 

  C. Ziff. 3 des Urteils des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 7. Juni 2023 sei aufzu-

heben und die durch die Staatsanwaltschaft Solothurn am 10. November 2020 

bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 130.00, Pro-

bezeit 2 Jahre, sei zu widerrufen und für vollziehbar zu erklären (Art. 399 Abs. 4 

lit. g StPO). 

  D. Es sei darüber hinaus das Urteil des Strafgerichts vom 7. Juni 2023 zu bestäti-

gen. 

  E. (...)" 

 

C.  Ebenso meldete A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Pius Koller, mit Eingabe vom 

16. Juni 2023 die Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil an. Am 22. August 2023 erklärte 

auch er die Berufung, wobei folgende Begehren gestellt wurden: 

 "1. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 7. Juni 2023 (Dossier Nr. 300 22 

248) sei vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte sei vom Vorwurf der 

Tierquälerei (Misshandlung eines Tieres), der Widerhandlung gegen das Bun-

desgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Tö-

tung eines jagdbaren Tieres) und der Widerhandlung gegen das Wildtier- und 

Jagdgesetz BL (Aneignung von toten Tieren) frei zu sprechen. 

  2. Die Verlängerung der Probezeit der am 10. November 2020 von der Staatsan-

waltschaft Solothurn ausgesprochenen Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 

Fr. 130.00 um 1 Jahr sei aufzuheben. 

  3. Die Verfahrenskosten für das Vorverfahren und das erst- sowie zweitinstanzliche 

Gerichtsverfahren seien auf die Staatskasse [zu] nehmen. 

  4. Dem Beschuldigten sei zu Lasten der Staatskasse eine Parteientschädigung 

gemäss einer noch einzureichenden Kostennote zuzusprechen." 

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D. Mit Schreiben vom 29. August 2023 teilte die Staatsanwaltschaft dem Kantonsgericht 

Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht bzw. Berufungsinstanz) 

innert der 20-tägigen Frist mit, von der Berufungserklärung von A.____ (nachfolgend: Beschul-

digter resp. Berufungskläger) Kenntnis genommen zu haben und weder einen Antrag auf Nicht-

eintreten zu stellen, noch Anschlussberufung zu erklären. Hinsichtlich der staatsanwaltschaftli-

chen Berufungserklärung verzichtete der Beschuldigte stillschweigend auf einen Nichteintre-

tensantrag und auf eine Anschlussberufung. 

 

E. Der Präsident des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, setzte mit 

verfahrensleitender Verfügung vom 18. September 2023 dem Beschuldigten sowie der Staats-

anwaltschaft eine Frist zur Begründung ihrer jeweiligen Berufungen bzw. zur Ergänzung der 

zusammen mit der Berufungserklärung bereits eingereichten Summarbegründung bis zum 

19. Oktober 2023 an. Die Anklagebehörde antwortete am 20. September 2023, auf eine ergän-

zende Berufungsbegründung in schriftlicher Form zu verzichten und sich eine solche anlässlich 

der Berufungsverhandlung vorzubehalten. 

 

F. Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Oktober 2023 wurde festgestellt, dass der 

Beschuldigte keine schriftliche Begründung seiner Berufung innert der ihm angesetzten Frist 

eingereicht hat. Er wurde aufgefordert, etwaige Beweisanträge spätestens bis zum 

20. November 2023 einzureichen. Darüber hinaus wurde das mündliche Verfahren angeordnet, 

wobei sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft zum persönlichen Erscheinen 

anlässlich der Berufungsverhandlung aufgefordert worden sind. Am 20. November 2023 stellte 

der Beschuldigte den (Beweis-) Antrag, B.____, Wildhüter und Landwirt, wohnhaft am 

V.____acker 1 in W.____, als Zeuge zu befragen. Diesem Ersuchen wurde mit Verfügung vom 

22. November 2023 stattgegeben und der Schriftenwechsel geschlossen. 

 

G. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 15. Januar 2024 haben sowohl die Staats-

anwaltschaft als auch der Beschuldigte an ihren jeweiligen Rechtsbegehren festgehalten. 

  

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Erwägungen 

I. Formelles 

(...) 

 

4. Sowohl die Berufung der Staatsanwaltschaft als auch diejenige des Beschuldigten er-

füllen mithin ohne Weiteres sämtliche Formalien, weshalb darauf einzutreten ist. 

 

5. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als 

Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a 

StPO in Verbindung mit § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung (EG StPO, SGS 250). 

 

 

II. Materielles 

1. Gegenstand der Berufung und Verfahrensgrundsätze 

1.1 Nach Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Art. 399 Abs. 3 StPO sieht 

vor, dass die Berufung auf gewisse Punkte beschränkt werden kann. Wer nur Teile des Urteils 

anficht, hat in der Berufungs- resp. Anschlussberufungserklärung verbindlich anzugeben, auf 

welche Teile sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Gemäss lit. a von Art. 399 

Abs. 4 StPO kann die Berufung u.a. auf den Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Hand-

lungen, beschränkt werden. Dabei ist freilich zu beachten, dass im Falle einer auf die Anfech-

tung von Schuld- und Freisprüchen beschränkten Berufung eine Gutheissung ohne Weiteres 

dazu führt, dass die mit dem Schuldspruch eng verknüpften Teile des Urteils (z.B. Sanktion, 

Nebenfolgen, Kosten- und Entschädigungsfolgen) überprüft und gegebenenfalls neu geregelt 

werden müssen, auch wenn diesbezüglich keine ausdrücklichen Anträge vorliegen (SVEN 

ZIMMERLIN, in: Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, N. 19 zu Art. 399 StPO mit Hinweisen 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung; siehe auch DANIEL JOSITSCH / NIKLAUS SCHMID, 

Praxiskommentar StPO, 4. Aufl. 2023, N. 18 zu Art. 399 StPO; DIES., Handbuch des Schweize-

rischen Strafprozessrechts [nachfolgend: Handbuch StPO], 4. Aufl. 2023, N. 1548; JÜRG 

BÄHLER, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 7 zu Art. 399 StPO). 

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In casu liegen sowohl eine Berufung der Staatsanwaltschaft als auch eine solche des Beschul-

digten vor. In ihrer Berufungserklärung vom 8. August 2023 begehrt die Staatsanwaltschaft in 

Abänderung des erstinstanzlichen Urteils einen zusätzlichen Schuldspruch gemäss Ziffer 2 ihrer 

Anklageschrift sowie eine empfindliche Erhöhung der vom Strafgericht ausgesprochenen Stra-

fe, während der Beschuldigte in seiner Eingabe vom 22. August 2023 einen vollumfänglichen 

und kostenlosen Freispruch beantragt. Damit steht vorliegend grundsätzlich das gesamte Urteil 

des Strafgerichtspräsidenten vom 7. Juni 2023 zur Disposition. 

 

1.2 Gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nach-

teil der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (sog. Verbot der reformatio in peius). 

Diese Konstellation liegt hier aufgrund der zwei eigenständigen Berufungen der Anklagebehör-

de einerseits und des Beschuldigten andererseits nicht vor. Entsprechend kann das Kantonsge-

richt das vorinstanzliche Urteil nach Massgabe der Parteianträge entweder bestätigen, zu 

Gunsten des Beschuldigten mildern oder zu dessen Lasten verschärfen. 

 

1.3 Entsprechend dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat 

das urteilende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren 

gewonnenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu ent-

scheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von 

der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen und ohne Rücksicht 

auf die Art des Beweismittels. Ebenso besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist 

allein deren Stichhaltigkeit bzw. innere Autorität (CHRISTOF RIEDO / GERHARD FIOLKA / MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI, Schweizerisches Strafprozessrecht, 2011, N. 234; vgl. ESTHER TOPHINKE, 

in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 54 ff. zu Art. 10 StPO; WOLFGANG WOHLERS, in: 

Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, N. 25 ff. zu Art. 10 StPO). 

 

1.4 Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist gemäss der aus Art. 32 

Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessen-

den und in Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

(EMRK, SR 0.101) verankerten Maxime in dubio pro reo im Sinne einer Beweiswürdigungsregel 

bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass die wegen einer strafbaren 

Handlung angeklagte Person unschuldig ist. Bestehen nach Würdigung aller vorhandenen Be-

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weise unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der ange-

klagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus. 

Der vorgenannte Grundsatz verpflichtet den Richter, den Beschuldigten freizusprechen, wenn 

bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Tatbestands-

verwirklichung bestehen oder bestehen müssten. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel ge-

nügen in diesem Zusammenhang allerdings nicht, weil solche immer möglich sind und absolute 

Gewissheit nicht verlangt werden kann. Sie müssen sich nach der objektiven Sachlage vielmehr 

aufdrängen (BGE 138 V 74 E. 7; BGE 127 I 38 E. 2a; BGE 124 IV 86 E. 2a; TOPHINKE, a.a.O., 

N. 82 zu Art. 10 StPO; JOSITSCH / SCHMID, Handbuch StPO, N. 233; DIES., Praxiskommentar 

StPO, N. 4 ff. zu Art. 10 StPO; WOHLERS, a.a.O., N. 11 ff. zu Art. 10 StPO). 

Eine Verurteilung darf mithin nur ergehen, wenn das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel 

hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht 

erfüllt sind. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht aus. Auf der anderen Sei-

te ist absolute Gewissheit angesichts der Unvollkommenheit der Erkenntnismittel und des 

menschlichen Urteilsvermögens nicht erreichbar. Gefordert ist indes ein sehr hoher Grad an 

Wahrscheinlichkeit bzw. eine mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit. Wichtige Bedeu-

tung für die Nachvollziehbarkeit der Sachverhaltsfeststellung haben neben der Urteilsbegrün-

dung Denk- und Naturgesetze, Erfahrungssätze, technische und wissenschaftliche Erkenntnis-

se, gesicherte empirische Befunde, Lebenserfahrung und nicht zuletzt der gesunde Menschen-

verstand (BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018 E. 1.1.2 und E. 1.3.1; TOPHINKE, a.a.O., 

N. 83 zu Art. 10 StPO mit weiteren Hinweisen). 

 

1.5 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittel-

instanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts 

auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf 

neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittel-

verfahren vorgetragen werden (NILS STOHNER, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 13 zu 

Art. 82 StPO; DANIELA BRÜSCHWEILER / RETO NADIG / REBECCA SCHNEEBELI, in: Zürcher Kom-

mentar StPO, 3. Aufl. 2020, N. 10 f. zu Art. 82 StPO ‒ je mit Hinweisen). 

  

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2. Ziffer 1 der Anklageschrift vom 11. Oktober 2022: vorsätzliche, eventuell fahrläs-

sige Tierquälerei (Misshandlung eines Tieres) sowie vorsätzliche, eventuell fahrlässige 

Widerhandlung gegen das eidgenössische Jagdgesetz (Missachtung von Massnahmen 

zum Schutz der Tiere vor Störung) 

2.1 Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung 

2.1.1 Die Staatsanwaltschaft legt dem Beschuldigten zusammengefasst folgenden Sachver-

halt zur Last: Am 18. Mai 2022, etwa um 13:30 Uhr, sei er zu seiner landwirtschaftlichen Pacht-

parzelle 561 am X.____weg in Y.____ gefahren, um diese zu mähen. Vor Ort soll C.____, der 

Schwager des Landwirts D.____, welcher seine eigene, unmittelbar angrenzende Pachtparzelle 

am Morgen desselben Tages gemäht habe, den soeben mit den Mäharbeiten beginnenden Be-

schuldigten über die mögliche Anwesenheit mindestens eines Rehkitzes im zu mähenden Gras 

gewarnt haben. Rund eine halbe Stunde vor dem Eintreffen des Berufungsklägers, mithin ge-

gen 13:00 Uhr, seien nämlich zwei Rehkitze, die dank eines frühmorgendlichen Drohnenüber-

flugs ausfindig gemacht und gegen 06:00 Uhr geborgen worden seien, wieder freigelassen 

worden. C.____ habe hierbei beobachten können, wie sich eines der Rehkitze auf die vom Be-

schuldigten bewirtschaftete Parzelle 561 begeben habe und dort im hohen Gras liegegeblieben 

sei. Dieser habe jedoch die offenkundige Warnung bewusst ignoriert und es wissentlich sowie 

willentlich unterlassen, das Feld nach Rehkitzen abzusuchen. Dadurch habe er die mögliche 

Anwesenheit von Rehkitzen auf seiner Pachtparzelle zumindest in Kauf genommen. Der Beru-

fungskläger habe ob dieser Warnung genervt reagiert und den augenscheinlich gehbehinderten 

C.____ aufgefordert, selbst nach dem Rehkitz zu suchen, wenn er dies denn wolle. Daraufhin 

habe jener seine Mähtätigkeit fortgesetzt und widerwillig gebilligt, dass Letzterer im hohen, 

schwer begehbaren Gras zirka eineinhalb Meter vor dem Messerbalken seiner Handmähma-

schine vorausgehe, um allfällige Rehkitze zu entdecken. 

Der Berufungskläger habe seine Mähtätigkeit im Wissen um die Untauglichkeit dieser Mass-

nahme, allfällige Rehkitze rechtzeitig zu orten, mit hohem Tempo fortgesetzt. Dass es C.____ 

unter diesen Umständen nicht möglich gewesen sei, mögliche Wildtiere vor dem Vermähen zu 

bergen, habe der Beschuldigte gewollt oder zumindest in Kauf genommen. Damit habe dieser 

zudem sämtliche Massnahmen zum Schutz der Tiere vor Störungen missachtet. Die Mäharbei-

ten mit dem vorausgehenden C.____ seien auf diese Weise weitergeführt worden, bis wenig 

später einem im Gras liegenden Rehkitz ein Vorder- sowie ein Hinterbein abgeschnitten worden 

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seien, welches aufgrund dieser erheblichen Schädigungen an seinen Läufen unter Schmerzen 

sowie Ängsten gelitten und laute Schreie von sich gegeben habe. 

Im Sinne einer Eventualanklage wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, sorgfalts-

pflichtwidrig vorgegangen zu sein, indem er als für die fragliche Pachtparzelle verantwortlicher 

Landwirt und aufgrund der Warnung von C.____ sämtliche Schutzmassnahmen gegen die Stö-

rung sowie Verletzung von Tieren missachtet habe, da er das mögliche Vermähen und die da-

mit einhergehenden Qualen des Rehkitzes bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte erkennen sowie 

vorhersehen können resp. müssen. Nach Ansicht der Anklagebehörde hätte er das Feld vor 

dem Mähen durchschreiten und sorgfältig nach Rehkitzen absuchen müssen (Ziffer 1 der An-

klageschrift vom 11. Oktober 2022). 

 

2.1.2 Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil vom 7. Juni 2023 den angeklagten Sachverhalt als 

erstellt erachtet. Nach deren Überzeugung habe der Beschuldigte trotz seiner langjährigen Be-

rufserfahrung in Anbetracht der mehrfachen und konkreten Warnungen von C.____ damit rech-

nen müssen und auch tatsächlich damit gerechnet, dass sich noch ein Rehkitz auf seiner Par-

zelle befunden habe. Ungeachtet dessen habe er bewusst und gewollt keinerlei irgendwie ge-

eignete (Vorsichts-) Massnahme ergriffen und sich zur Fortsetzung seiner Mähtätigkeit ent-

schieden, wobei er bloss den für ihn erkennbar gehbehinderten C.____ im hohen Gras habe 

vorausgehen lassen. Er habe gewusst, dass dieses Mittel nicht zum rechtzeitigen Auffinden des 

Rehkitzes geeignet gewesen sei und damit dessen erhebliche Verletzung in Kauf genommen 

(E. II./1.1 des angefochtenen Urteils). 

 

2.1.3 Der Beschuldigte weist die Vorwürfe der Tierquälerei und der Missachtung von Mass-

nahmen zum Schutz der Tiere vor Störung anlässlich des Mähvorganges vom 18. Mai 2022 

entschieden von sich (Ziffer 4. f. der Berufungserklärung vom 22. August 2023). 

In tatsächlicher Hinsicht rügt der Berufungskläger zunächst, die Anwesenheit von Wildtieren auf 

seiner Pachtparzelle sei am fraglichen Tag ‒ anders als vom Vorderrichter angenommen ‒ sehr 

unwahrscheinlich gewesen, zumal die umliegenden Felder am Morgen mit Drohnen abgesucht 

und anschliessend gemäht worden seien, was allfällige Rehkitze seiner langjährigen Erfahrung 

nach hätte verscheuchen müssen. Des Weiteren habe C.____ nicht etwa gesagt, auf der zu 

mähenden Parzelle würden sich mit Sicherheit Rehkitze befinden, sondern nur, dass er ein 

Rehkitz in Richtung der betreffenden Parzelle habe fliehen gesehen, weshalb es sich dort be-

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finden könne. Entgegen der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung habe der Berufungsklä-

ger folglich nicht zwangsläufig mit einem Rehkitz auf seiner Pachtparzelle rechnen müssen. 

Vielmehr habe er in Wahrheit nicht damit gerechnet, womit er auch dessen Verletzung nicht in 

Kauf genommen habe. Im Übrigen sei gar nicht erwiesen, dass das Rehkitz rechtzeitig hätte 

gerettet werden können, wenn der Berufungskläger das Feld vor dem Mähen abgesucht hätte, 

wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwerfe. Er sowie C.____ hätten nämlich beide nach Wildtieren 

Ausschau gehalten, aufgrund des hohen Grases das Rehkitz indes übersehen. Solche seien 

mitunter extrem klein und würden sich noch zusammenrollen, wodurch sie in Feldern fast un-

möglich zu entdecken seien. 

Ferner moniert der Beschuldigte die strafgerichtliche Feststellung, wonach er keine geeigneten 

Massnahmen ergriffen habe, um die Verletzung des Rehkitzes zu vermeiden. Die Parzellen "in 

der Gegend" seien am Morgen des fraglichen Tages mit Drohnen abgesucht worden. Die um-

liegenden Felder seien bereits gemäht gewesen, als er die Arbeiten auf seiner Pachtparzelle in 

Angriff genommen habe. Dadurch würden allfällige Wildtiere "in der Regel" verscheucht, womit 

eine risikoarme Ausgangslage bestanden habe. Im Sinne einer Vorsichtsmassnahme habe er 

mit den Mäharbeiten bewusst erst nach den Drohnenflügen und dem Mähen der benachbarten 

Parzellen begonnen. Des Weiteren würden solche Arbeiten, wenn immer möglich, mit einem 

Traktor durchgeführt, weil dieser viel schneller und effizienter sei als der Handmäher. Doch die 

Gefahr, ein Wildtier zu übersehen, sei aufgrund der schlechteren Sicht vom Fahrersitz aus hö-

her. Durch die Verwendung des viel langsameren Handmähers habe der Berufungskläger mit-

hin die für Wildtiere weniger riskante Methode gewählt und damit die ohnehin schon sehr gerin-

ge Wahrscheinlichkeit der Verletzung eines Tieres noch weiter minimiert. Nichtsdestotrotz habe 

er als zusätzliche Vorsichtsmassnahme mit C.____ vereinbart, dass dieser vorausgehen und 

sie beide zusammen Ausschau nach dem Rehkitz halten würden. Der Handmäher sei sodann 

auf die geringste Geschwindigkeitsstufe eingestellt worden und C.____ habe sich damals zuge-

gebenermassen nicht über ein zu schnelles Tempo beschwert. Darüber hinaus verwehrt sich 

der Berufungskläger des Vorwurfs, wonach ein vorgängiges Abgehen seiner Parzelle zur Ver-

meidung von Tierschädigungen geeigneter gewesen wäre, als das Absuchen während des Mä-

hens durch ihn und C.____. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall, womit es an einer vorwerfba-

ren Sorgfaltspflichtverletzung fehle. Schliesslich könne ihm auch nicht die Unterlassung eines 

nochmaligen Drohneneinsatzes angelastet werden, zumal es sich hierbei um eine sehr neuarti-

ge und noch wenig verbreitete Methode handle. Es stünden nur wenige Drohnen zur Verfü-

gung, weshalb es einem Landwirt nicht zugemutet werden könne, jedes Quadratmeter Land vor 

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Arbeitsbeginn aus der Luft auf allfällige Wildtiere zu überprüfen. Im Übrigen vermöge auch der 

Einsatz von Drohnen keine absolute Sicherheit zu bieten. Wie der vorliegende Fall zeige, könne 

nie ausgeschlossen werden, dass sich nach erfolgtem Überflug wiederum Tiere auf die abge-

suchte Parzelle begehen. Der Beschuldigte habe demnach mehr als genug geeignete Mass-

nahmen ergriffen, um Verletzungen von Wildtieren zu vermeiden und habe keine Sorgfalts-

pflichtverletzung begangen. 

 

2.1.4 Der Sachverhalt, welcher dem Beschuldigten unter Ziffer 1 der Anklageschrift zur Last 

gelegt wird, ist insoweit unbestritten, als der Landwirt D.____ seine am X.____weg in Y.____ 

gelegenen Pachtparzellen am 18. Mai 2022 morgens gegen 06:00 Uhr durch die lokale Jagd-

gesellschaft mit Drohnen hat absuchen lassen, um allfällige Wildtiere vor dem Mähen ausfindig 

zu machen und vor Schaden zu bewahren. Hierbei wurden zwei Rehkitze gefunden und vo-

rübergehend in Kisten untergebracht. Nachdem D.____ seine Felder gemäht hatte, wurden die 

beiden Rehkitze am frühen Nachmittag wieder freigelassen. Der in der Nähe wohnhafte C.____ 

konnte dabei beobachten, wie sich eines der Rehkitze in das hohe Gras auf die Pachtparzel-

le 561 des Beschuldigten begeben hat und setzte ihn bei dessen Eintreffen vor Ort gegen 

13:30 Uhr hierüber in Kenntnis (Prot. Einvernahme von C.____ vom 2. Juni 2022, S. 1 f. / 

act. 27 und act. 29; Prot. Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 2022, S. 1 f. / act. 37 

und act. 39; Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 2 f. / act. 55 und act. 57; 

Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 3 / act. S51; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, 

S. 4). Ebenso unstreitig ist, dass der Berufungskläger auf diese Warnung von C.____ mit Un-

glauben reagiert und entgegnet hat, auf seiner Pachtparzelle könne sich kein Rehkitz befinden, 

weil die Felder wenige Stunden zuvor mit Drohnen abgeflogen worden sind und D.____ die di-

rekt angrenzenden Parzellen soeben selbst gemäht hatte, was allfällige Wildtiere seiner lang-

jährigen Erfahrung nach verscheuche. Dennoch forderte der Beschuldigte C.____ zur Sicher-

heit auf, während des Mähvorgangs vorauszugehen und nach allfälligen Wildtieren Ausschau 

zu halten. Dieser Aufforderung kam Letzterer trotz seiner Gehbehinderung nach und ging "die 

ganze Zeit" dem vom Berufungskläger bedienten Mäher mit etwa eineinhalb bis zwei Meter Ab-

stand im Gras voraus, bis das Rehkitz vermäht und an dessen Extremitäten schwerstverletzt 

worden ist (Prot. Einvernahme von C.____ vom 2. Juni 2022, S. 1 f. / act. 27 und act. 29; Prot. 

Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 2022, S. 1 / act. 37; Prot. Konfrontationseinver-

nahme vom 12. Juli 2022, S. 3 f. / act. 57 und act. 59; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, 

S. 4 und S. 8). 

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2.1.5 Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist demgegenüber, ob der Beschuldigte vor Ar-

beitsbeginn von der Anwesenheit des Rehkitzes auf der zu mähenden Pachtparzelle wusste 

resp. hätte wissen müssen, und ‒ wenn ja ‒ ob er dessen Verletzung billigend in Kauf genom-

men oder darauf vertraut hat, es rechtzeitig entdecken und verschonen zu können. 

 

2.1.5.1 Hinsichtlich seines damaligen Wissensstandes macht der Berufungskläger geltend, er 

sei aufgrund des erfolgten Drohnenüberflugs und der eigenen Mäharbeiten von D.____ der 

Überzeugung gewesen, auf seiner Pachtparzelle könne sich gar kein Rehkitz befinden. Er habe 

sich in den letzten 20 Jahren immer nach D.____ gerichtet, wobei es nie zu einem solchen Zwi-

schenfall gekommen sei (Prot. Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 2022, S. 2 / 

act. 39; Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 2 bis S. 4 / act. S49 bis act. S53; Prot. Haupt-

verhandlung Kantonsgericht, S. 4 und S. 8). 

Fürwahr wurden am Morgen des 18. Mai 2022 nicht nur die Felder von D.____, sondern auch 

die Pachtparzelle 561 des Beschuldigten auf der Suche nach Wildtieren mit Drohnen abgeflo-

gen (Polizeirapport vom 24. Juni 2022, S. 3 / act. 23). Indes hat der Beschuldigte ausdrücklich 

anerkannt, von C.____ über die kurz davor erfolgte Sichtung von zwei Rehkitzen orientiert und 

vor der möglichen Anwesenheit mindestens eines davon auf seiner Pachtparzelle gewarnt wor-

den zu sein (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 4). Wie die Vorinstanz zu Recht er-

kannt hat (E. II./1.1 des angefochtenen Urteils), konnte er sich mithin nicht auf sein Erfahrungs-

wissen aus früheren Jahren stützen, da er über die tatsächlichen damaligen Verhältnisse direkt 

und unmissverständlich informiert worden ist. Ob C.____ von einer sicheren oder bloss mögli-

chen Anwesenheit von Wildtieren auf der betreffenden Pachtparzelle gesprochen hat (Ziffer 1.4 

und Ziffer 2.9 der schriftlichen Fassung des zweitinstanzlichen Parteivortrages der Verteidi-

gung), vermag daran nichts zu ändern und kann folglich offenbleiben. 

 

2.1.5.2 In Bezug auf die Willenskomponente hat der Berufungskläger während des gesamten 

Verfahrens stets vehement beteuert, das Vermähen des Rehkitzes tue ihm leid. Er habe das 

Vorgefallene nicht gewünscht und sich gegenüber einer solchen Eventualität ebenso wenig 

gleichgültig gezeigt (Prot. Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 2022, S. 2 / act. 39; 

Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 4 / act. 59; Prot. Hauptverhandlung 

Strafgericht, S. 3 / act. S51; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 8 f. und S. 21). Das 

Strafgericht hat hierzu erwogen, die mögliche Anwesenheit des Rehkitzes auf dem zu mähen-

den Feld sei dem Beschuldigten im damaligen Zeitpunkt "egal" gewesen, weshalb dieser mit 

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der Fortsetzung seiner Tätigkeit eine nicht rechtzeitige Bergung billigend in Kauf genommen 

habe (E. II./1.1 des angefochtenen Urteils). Dieser Schluss hält einer kritischen Würdigung aller 

Umstände des vorliegenden Falles freilich nicht stand, zumal nachfolgende Indizien gegen eine 

solche Annahme sprechen. 

Erstens wurden die Pachtparzellen von D.____ und des Beschuldigten just am Morgen jenes 

Tages mithilfe von Drohnen auf Wildtiere überprüft, was Letzterer ‒ wie bereits in den Vorjah-

ren ‒ zum Anlass nahm, unmittelbar nach Letzterem auch sein eigenes Feld zu mähen (Polizei-

rapport vom 24. Juni 2022, S. 3 / act. 23; Prot. Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 

2022, S. 2 / act. 39; Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 3 / act. 57; Prot. 

Hauptverhandlung Strafgericht, S. 2 bis S. 4 / act. S49 bis act. S53; Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht, S. 4 f. und S. 8). 

Zweitens beantwortete der Beschuldigte die Warnung von C.____ nicht etwa dahingehend, 

dass ihm die Anwesenheit von Rehkitzen egal gewesen wäre. Vielmehr erwiderte er, dies kön-

ne ‒ nach den geräuschintensiven Drohnenüberflügen und Mäharbeiten von D.____ ‒ seiner 

Meinung nach einfach nicht sein (Prot. Einvernahme von C.____ vom 2. Juni 2022, S. 1 / 

act. 27; Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 3 / act. 57). Die Behauptung, 

dem Berufungskläger sei es "egal" gewesen, stammt von C.____ und beruht auf seine eigene 

Interpretation der Aussage von Ersterem, wonach er nach dem Rehkitz suchen solle, wenn er 

dies wolle (Prot. Einvernahme von C.____ vom 2. Juni 2022, S. 2 / act. 29). 

Drittens hat der Berufungskläger ‒ entgegen der vorderrichterlichen Annahme ‒ nicht jedwede 

Vorkehrung zum Schutz von Wildtieren unterlassen oder gar abgelehnt, sondern C.____ (im-

merhin) "die ganze Zeit" im Gras vorausgehen lassen, damit sie beide nach Rehkitzen Aus-

schau halten konnten (Polizeirapport vom 24. Juni 2022, S. 3 / act. 23; Prot. Einvernahme von 

C.____ vom 2. Juni 2022, S. 2 / act. 29; Prot. Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 

2022, S. 1 bis S. 3 / act. 37 bis act. 41; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 22). Wie der 

Beschuldigte anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022 pointiert zu C.____ 

sagte: "Wenn ich nicht zugehört haben wollte, hätte ich zu dir gesagt, dass du zum Teufel ge-

hen könntest. Wenn ich das gesagt hätte und richtig 'verrückt' geworden wäre, dann kann ich 

verstehen, wenn du zu mir gesagt hättest, es hätte mich nicht interessiert" (dort auf S. 4 / 

act. 59). In der Tat hat das Vorausgehenlassen des gehbehinderten C.____ die Arbeitsverrich-

tung des Berufungsklägers an jenem Nachmittag zweifelsohne erschwert bzw. verlangsamt, 

und trotzdem hat er ihn nicht kurzerhand weggeschickt, obwohl er dazu sicherlich in der Lage 

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gewesen wäre. Ob C.____ aus freiem Willen vorausgegangen ist oder sich vom Beschuldigten 

unter Druck gesetzt gefühlt hat (Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 5 / 

act. 61), ist im vorliegenden Zusammenhang höchstens zweitrangig. Fest steht, dass C.____ 

dem Berufungskläger nicht gesagt hat, es gehe ihm zu schnell resp. er könne das Tempo nicht 

mithalten (Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 5 / act. 61; Prot. Hauptver-

handlung Kantonsgericht, S. 22), weshalb unklar bleibt, ob dies der Beschuldigte bemerkt hat. 

Auch der Frage der Tauglichkeit der Massnahme kommt in dieser Relation keine ausschlagge-

bende Bedeutung zu. Erwähnenswert ist indes die Aussage des Zeugen B.____, Landwirt und 

Wildhüter, in der Berufungsverhandlung, wonach er in einer ähnlichen Situation auch jemanden 

vorausgeschickt hätte (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 10 und S. 18). Massgebend 

ist letztlich, dass der Beschuldigte eine Erschwerung seiner Arbeit akzeptiert hat, indem er 

C.____ hat vorausgehen lassen, obwohl das Wetter offenbar umzuschlagen drohte (Prot. 

Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 20), was gerade nicht dem typischen Verhalten einer 

Person entspricht, welche sich nicht um das Schicksal von Rehkitzen schert. 

Viertens hat der Berufungskläger nach dem Vorfall sein Feld nicht einfach weitergemäht, son-

dern seine Mähtätigkeit bis zum nächsten Tag unterbrochen, da auch die Anwesenheit des 

zweiten an jenem Morgen gesichteten Rehkitzes nicht ausgeschlossen werden konnte (Prot. 

Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 2022, S. 2 / act. 39; Prot. Konfrontationseinver-

nahme vom 12. Juli 2022, S. 6 / act. 63; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 6 und 

S. 19). Seither kümmert er sich auch selbst darum, dass seine Pachtparzelle unmittelbar vor 

dem Mähen mit Drohnen abgesucht wird (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 5 / act. S55). 

Die Vorinstanz hat überwiegend aufgrund ihrer Würdigung der jeweiligen Aussagen des Be-

schuldigten und von C.____ darauf geschlossen, es sei "durchaus glaubhaft", dass das Rehkitz 

jenem "egal" gewesen sei (E. II./1.1 des angefochtenen Urteils). Die vier vorstehend aufgeführ-

ten objektiven Umstände sprechen freilich zumindest indiziell gegen eine solche Gleichgültigkeit 

seitens des Berufungsklägers. Der strafgerichtlichen Erwägung, wonach der Beschuldigte mit 

seiner Aussage, er habe C.____ "die Chance geben wollen", das Rehkitz zu suchen, mangeln-

des Verantwortungsbewusstsein offenbart habe (a.a.O., E. II./1.1), muss im Lichte des Darge-

legten namentlich entgegengehalten werden, dass er anfänglich zwar durchaus skeptisch ge-

wesen ist, jedoch bereits nach kurzer Diskussion zu besserer Einsicht gelangt ist und C.____ 

ermöglicht hat, vorauszugehen und nach dem Jungtier Ausschau zu halten, obwohl er dessen 

Warnung in den Wind hätte schlagen können und ohne diese Massnahme sicherlich schneller 

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mit seiner Arbeit vorangekommen wäre. Wenn ferner ausgeführt wird, der Berufungskläger ha-

be mit seinem anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung spontan geäusserten Ver-

gleich zum Töten von Kaninchen zum Ausdruck gebracht, der Tod von Tieren gehöre nun mal 

zur Landwirtschaft und sei zumindest früher normal gewesen (a.a.O., E. II./1.1), muss insofern 

widersprochen werden, als der entsprechende Passus aus dem Zusammenhang gerissen wor-

den ist. Er wurde nämlich zu einem anderen Sachverhaltsabschnitt gefragt, wie er "getestet" 

habe, dass das Rehkitz sofort tot gewesen sei, worauf er verbaliter zur Antwort gab: "Ich habe 

ja das Rehkitz dann mitgenommen. Es ist kein Lebenszeichen mehr gekommen. Wie gesagt, 

ich musste schon als Bub überzählige Küngel töten" (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 4 / 

act. S53 in fine). In dieser Aussage kann keine Bagatellisierung des Tötens von Tieren erblickt 

werden. Vielmehr ergibt sich daraus, dass er aufgrund einschlägiger Erfahrung wusste, wie 

Kleintiere rasch von ihren Leiden erlöst werden können, wenn sich dies notwendig erweist. Da-

rauf wird im entsprechenden Sachverhaltsabschnitt zurückzukommen sein. 

 

2.1.5.3 Während das Wissen(müssen) des Berufungsklägers um die mögliche Anwesenheit 

von Rehkitzen auf seiner Pachtparzelle als erstellt zu betrachten ist, bestehen für das Kantons-

gericht nach dem soeben Ausgeführten unüberwindliche Zweifel daran, ob ihm damals beim 

Mähen eine schwere Schädigung von Tieren wirklich schlicht "egal" gewesen ist, so wie das 

Strafgericht angenommen hat, oder ob er nicht vielmehr ‒ wenn auch möglicherweise frivol ‒ 

aufgrund des Vorausgehenlassens von C.____ auf eine rechtzeitige Entdeckung und Bergung 

vertraut hat. Unter diesen Umständen muss von der für den Beschuldigten günstigeren ‒ und 

damit von letzterer ‒ Sachverhaltsvariante ausgegangen werden. 

 

2.1.6 Weiter gilt es zu untersuchen, ob der Beschuldigte alles Zumutbare unternommen hat, 

um das Risiko des Vermähens eines Rehkitzes soweit möglich zu reduzieren. 

 

2.1.6.1 In ihrer Anklageschrift vom 11. Oktober 2022 erhebt die Staatsanwaltschaft den Vor-

wurf, in casu seien sämtliche Schutzmassnahmen gegen die Störung sowie Verletzung von 

Tieren missachtet worden, obwohl der Beschuldigte das mögliche Vermähen und die damit ein-

hergehenden Qualen des Rehkitzes bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte erkennen sowie vorher-

sehen können resp. müssen. Nach Ansicht der Anklagebehörde hätte er das Feld vor dem Mä-

hen durchschreiten und sorgfältig nach Rehkitzen absuchen müssen (a.a.O., Ziffer 1). Dass er 

noch weitere Massnahmen hätte ergreifen müssen, ist nicht Gegenstand der Anklage. 

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Die Vorinstanz hat den angeklagten Sachverhalt auch in dieser Hinsicht als erstellt erachtet und 

erwogen, die einzige von ihm getroffene Massnahme, nämlich das Vorausgehenlassen des 

gehbehinderten C.____, sei von vornherein ungeeignet gewesen, wie er bereits im Vorverfah-

ren eingeräumt habe (E. II./1.1 des angefochtenen Urteils). 

Der Beschuldigte vertritt vor den Schranken des Kantonsgerichts den Standpunkt, er und 

C.____ hätten „ihre Sache“ gemacht, wobei immer ein Restrisiko bleibe (Prot. Hauptverhand-

lung Kantonsgericht, S. 5). Mit dem Balkenmäher sei er im ersten Gang, im Schritttempo, un-

terwegs gewesen. C.____ habe sich auch nicht über eine zu hohe Geschwindigkeit beschwert. 

Gegenüber dem Einsatz des mit einem Mähwerk ausgerüsteten Traktors habe er hinter dem 

Balkenmäher stehend eine viel bessere Sicht nach vorne gehabt (a.a.O., S. 22). 

 

2.1.6.2 Der Zeuge B.____ hat sich in der heutigen Berufungsverhandlung einlässlich zu ver-

schiedenen ‒ mehr oder weniger tauglichen ‒ Vorsichtsmassnahmen beim bzw. vor dem Mä-

hen von Feldern geäussert. 

Zur Frage des Verblendens führte der Zeuge aus, ein Rehkitz flüchte nicht von selbst, wenn 

verblendet werde. Das Muttertier müsse es holen. Daher werde am Vorabend und in der Nacht 

verblendet, nicht erst kurz vor Beginn der Mäharbeiten. Die Technik des Verblendens sei weit 

verbreitet, könne indes keine hundertprozentige Sicherheit bieten (Prot. Hauptverhandlung Kan-

tonsgericht, S. 10 f.). Wenn ‒ wie in casu ‒ bereits um die betreffende Parzelle herum gemäht 

worden sei, dann seien die Chancen sehr gering, dass die Geiss ihre Kitze aus dem hohen 

Gras trage, weil das noch nicht gemähte Feld den einzigen Rückzugsort darstelle. Wäre hier 

verblendet worden, hätte das Risiko bestanden, dass sich weitere Wildtiere darin verkriechen. 

Auch beim Verblenden hole ein Muttertier ihre Jungen nur, wenn sie vorgängig eine sichere 

Alternative entdeckt habe (a.a.O., S. 19). 

Die Durchführung eines zweiten Drohnenüberflugs unmittelbar vor Beginn der Mäharbeiten am 

frühen Nachmittag, nachdem die Pachtparzelle des Beschuldigten bereits an jenem Morgen mit 

Drohnen abgesucht worden war (Polizeirapport vom 24. Juni 2022, S. 3 / act. 23), wäre nach 

Aussage des Zeugen untauglich gewesen, zumal die Drohnen mit Wärmebildkameras ausge-

stattet seien und die Umgebungstemperatur am Nachmittag zu hoch sei, um auf dem Bild ir-

gendeine sich vom Boden abhebende Wärmequelle ausfindig zu machen (Prot. Hauptverhand-

lung Kantonsgericht, S. 11 und S. 18). 

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Vom Beizug eines Hundes hält der Zeuge gar nichts. Einerseits sei ein Rehkitz geruchslos, 

weshalb der Hund das Tier nicht riechen könne. Andererseits bestehe die Gefahr einer Geruch-

sübertragung vom Hund auf das Rehkitz mit der Folge, dass die Geiss dieses hernach als 

fremd verstosse (a.a.O., S. 11). 

Hinsichtlich der Massnahme, welche als Einzige Eingang in Ziffer 1 der Anklageschrift gefunden 

hat (die Staatsanwaltschaft hält dem Beschuldigten lediglich vor, er hätte das Feld vor dem Mä-

hen durchschreiten und sorgfältig nach Rehkitzen absuchen müssen), meldete der Zeuge er-

hebliche Bedenken an. Wenn ein Landwirt seine Parzelle vor dem Mähen durchschreite, be-

merke ein Rehkitz die Annäherung eines Menschen und könne sich ungesehen vom noch nicht 

inspizierten Bereich in den bereits kontrollierten Teil des Feldes begeben, sodass es trotz des 

sorgfältigen Absuchens vermäht werde. Wirksamer sei, jemanden vor dem laufenden Balken-

mäher den Boden überprüfen zu lassen, denn die Tiere könnten diesfalls nicht unbemerkt vom 

noch nicht untersuchten Bereich mit dem hohen Gras in den bereits kontrollierten gemähten 

Bereich wechseln (a.a.O., S. 11). In der hier interessierenden Situation gab der Zeuge an, er 

hätte auch jemanden vorausgeschickt (a.a.O., S. 10). 

B.____ ist nicht nur Landwirt, sondern gleichzeitig auch Wildhüter (a.a.O., S. 9 f.), weshalb an 

seiner fachlichen Qualifikation nicht zu zweifeln ist. Überdies erweist sich seine vorstehend wie-

dergegebene Einschätzung zu den verschiedenen Techniken und Massnahmen als sehr gut 

nachvollziehbar resp. einleuchtend. Daher besteht für das Kantonsgericht kein Anlass, in seiner 

eigenen Würdigung der vorliegenden Umstände von den Schlussfolgerungen des Zeugen ab-

zuweichen. Die Staatsanwaltschaft hat im Rahmen ihres zweitinstanzlichen Parteivortrages 

zwar (pauschal) eingewendet, der Zeuge habe "reine Gefälligkeitsaussagen" gemacht, doch ist 

sie einer näheren Begründung hierfür schuldig geblieben (a.a.O., S. 27 in initio). Zudem wurde 

er vom Gericht auf seine Wahrheitspflicht sowie auf die Folgen eines falschen Zeugnisses hin-

gewiesen (a.a.O., S. 9 f.), weshalb nicht leichthin von Gefälligkeitsaussagen ausgegangen wer-

den kann. Lediglich in einem einzigen, hier noch nicht erwähnten Punkt kann dem Zeugen tat-

sächlich nicht beigepflichtet werden. Es handelt sich um seine Einschätzung, der Beschuldigte 

habe in casu genug unternommen, um das Risiko von Tierverletzungen zu minimieren (a.a.O., 

S. 18). Gewiss wird immer ein Restrisiko bestehen bleiben, doch die Aussage, jede Person 

könne die Rolle des Vorausgehenden übernehmen, selbst wenn diese hinke (a.a.O., S. 10), ist 

nicht nachvollziehbar. Auch wenn das Vorausgehenlassen per se durchaus eine taugliche Vor-

sichtsmassnahme darstellt, war der sichtlich gehbehinderte C.____ nach dem Dafürhalten der 

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Berufungsinstanz nicht geeignet, diese Aufgabe wirksam zu übernehmen, was für den Beschul-

digten erkennbar war, selbst wenn sich C.____ zugegebenermassen nicht über eine zu hohe 

Geschwindigkeit der Mähmaschine beschwert hat (Prot. Konfrontationseinvernahme vom 

12. Juli 2022, S. 5 / act. 61; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 22). Der Berufungsklä-

ger muss sich daher vorwerfen lassen, eine körperlich nicht geeignete Person mit dem Voraus-

gehen betraut zu haben, obwohl es ihm zweifelsohne möglich und zumutbar gewesen wäre, 

eine jüngere, jedenfalls nicht gehbehinderte Person beizuziehen. 

 

2.1.7 In Bezug auf Ziffer 1 der Anklageschrift ist in tatsächlicher Hinsicht zusammenfassend 

zu konstatieren, dass der Beschuldigte von der möglichen Anwesenheit mindestens eines Reh-

kitzes im hohen Gras seiner Pachtparzelle 561 wusste resp. hätte wissen müssen, ihm jedoch 

keine völlige Gleichgültigkeit gegenüber dem jungen Tier nachzuweisen ist. Ferner ist ihm der 

Beizug des gehbehinderten C.____ als vorausgehende Person vorzuwerfen, nicht aber die in 

der Anklageschrift aufgeführte Unterlassung des Durchschreitens und Absuchens des ganzen 

Feldes vor Beginn der Mäharbeiten. 

 

2.2 Rechtliche Würdigung 

2.2.1 Die Vorinstanz hat in objektiver Hinsicht erwogen, im Vermähen und Abtrennen von 

Extremitäten liege zweifellos eine Tiermisshandlung vor, zumal dem Rehkitz dadurch erhebliche 

Schäden und Schmerzen zugefügt worden seien, was die vom Beschuldigten sowie C.____ 

rapportierten Schreie belegen würden. Ebenso habe es unter erheblichen Ängsten gelitten. 

Damit sei der objektive Tatbestand der Tierquälerei im Sinne der Misshandlung eines Tieres 

erfüllt (E. II./1.2.1 des angefochtenen Urteils). 

Nach Art. 26 Abs. 1 lit. a des Tierschutzgesetzes (TSchG, SR 455) macht sich der Tierquälerei 

schuldig, wer ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder dessen Wür-

de in anderer Weise missachtet. Entgegen einem Teil der Lehre, welcher bei gewissen Tatbe-

standsvarianten von Art. 26 TSchG ein Gefährdungsdelikt annimmt (vgl.  GIERI BOLLIGER / 

MICHELLE RICHNER / ANDREAS RÜTTIMANN / NILS STOHNER, Schweizer Tierschutzstrafrecht in 

Theorie und Praxis, 2. Aufl. 2019, S. 119 f., S. 236 f. und S. 327), handelt es sich bei der Tier-

quälerei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung um ein Erfolgsdelikt. Demnach muss bei 

jeder Tatbestandsvariante eine Missachtung der Würde des Tieres vorliegen, ansonsten nicht 

von Tierquälerei gesprochen werden kann. Von einer solchen Missachtung der Würde ist aus-

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zugehen, wenn das Wohlergehen des Tieres beeinträchtig ist, weil Schmerzen, Leiden, Schä-

den oder Angst nicht vermieden werden (vgl. Art. 3 lit. a und lit. b Ziff. 4 TSchG; siehe auch 

Art. 4 Abs. 2 TSchG in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 der Tierschutzverordnung, TSchV, 

SR 455.1; BGer 6B_175/2021 vom 24. August 2022 E. 4.2.2; BGer 6B_638/2019 vom 

17. Oktober 2019 E. 1.5.1; BGer 6B_635/2012 vom 14. März 2013 E. 3.2.1). 

Wie das Strafgericht richtigerweise erkannt hat, wurden dem Rehkitz durch das Abtrennen von 

Extremitäten mit dem Balkenmäher am 18. Mai 2022 schwerste Verletzungen und Schmerzen 

zugefügt, wobei es gewiss auch in Todesangst versetzt worden ist. Das Wohlergehen des Tie-

res wurde dadurch massiv beeinträchtigt und die Würde des Rehkitzes in elementarer Weise 

missachtet. Der objektive Tatbestand von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG ist folglich klar erfüllt. 

 

2.2.2.1 In Bezug auf den subjektiven Tatbestand hat der Strafgerichtspräsident festgehalten, 

der Beschuldigte habe aufgrund der mehrfachen Warnung von C.____ mit einer Anwesenheit 

des Rehkitzes auf der zu mähenden Parzelle rechnen müssen, wobei er auch billigend in Kauf 

genommen habe, es mit der Mähmaschine zu erfassen und diesem dadurch Qualen zuzufügen. 

Damit habe er (eventual-) vorsätzlich gehandelt (E. II./1.2.1 des angefochtenen Urteils). 

 

2.2.2.2 Gemäss Art. 12 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) ver-

übt ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Der 

Vorsatz erfordert auf der Wissensseite ein aktuelles Wissen um die Tatumstände (für Einzelhei-

ten vgl. MARCEL ALEXANDER NIGGLI / STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 

2019, N 25 zu Art. 12 StGB; GÜNTER STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht ‒ Allgemeiner 

Teil I: Die Straftat, 4. Aufl. 2011, § 9 Rz. 65 ff.). Bei Delikten, die den Eintritt eines Erfolges er-

fordern, gehört zur Wissensseite des Vorsatzes eine Vorstellung über den Zusammenhang zwi-

schen dem eigenen Handeln und dem Erfolg. Der Vorsatz bezieht sich nicht nur auf Tatum-

stände, deren Vorhandensein oder Eintreten der Täter für sicher hält. Er kann sich auch auf 

solche erstrecken, deren Vorhandensein oder Eintreten er nur für möglich erachtet (vgl. 

BGE 125 IV 242 E. 3c; BGE 103 IV 65 E. I./2; NIGGLI / MAEDER, a.a.O., N. 26 zu Art. 12 StGB; 

STRATENWERTH, a.a.O., § 9 Rz. 75). Neben dem Wissen um die reale Möglichkeit der Tatbe-

standserfüllung verlangt der Vorsatz auch den Willen, den Tatbestand zu verwirklichen. Der 

Täter muss sich gegen das rechtlich geschützte Gut entscheiden (vgl. BGE 130 IV 58 E. 8.2). 

Dieser Wille ist gegeben, wenn die Verwirklichung des Tatbestandes das eigentliche Hand-

lungsziel des Täters ist oder ihm als eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung seines 

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Zieles erscheint. Dasselbe gilt, wenn die Verwirklichung des Tatbestandes für den Täter eine 

notwendige Nebenfolge darstellt, mag sie ihm auch gleichgültig oder gar unerwünscht sein (vgl. 

NIGGLI / MAEDER, a.a.O., N. 46 f. und N. 50 zu Art. 12 StGB; STRATENWERTH, a.a.O., § 9 

Rz. 95 ff.). Neben diesem direkten Vorsatz erfasst Art. 12 Abs. 2 StGB auch den Eventualvor-

satz. Hier strebt der Täter den Erfolg nicht an, sondern weiss lediglich, dass dieser möglicher-

weise mit der willentlich vollzogenen Handlung verbunden ist. Die Rechtsprechung bejaht Even-

tualvorsatz, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für 

möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf 

nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (vgl. BGE 130 IV 58 E. 8.2; 

BGE 125 IV 242 E. 3c; BGE 121 IV 249 E. 3a; BGE 119 IV 1 E. 5a ‒ je mit weiteren Hinwei-

sen). Handelt ein Täter in Kenntnis, dass ihm bestimmte Umstände nicht bekannt sind, und ent-

scheidet er sich somit bewusst für Nichtwissen, kann er sich nicht darauf berufen, die Tatbe-

standsverwirklichung sei nicht zu antizipieren gewesen (vgl. BGE 135 IV 12 E. 2.3.1). 

Für die Willenskomponente des Vorsatzes gilt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesge-

richts, dass nicht unbesehen vom Wissen des Täters auf dessen Willen geschlossen werden 

darf. Indessen kann sich der Nachweis des Vorsatzes regelmässig nur auf äusserlich feststell-

bare Indizien stützen, die Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Täters erlauben. Hierzu 

gehört unter anderem die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je schwerer diese wiegt, des-

to eher darf auf die Inkaufnahme der Tatbestandsverwirklichung geschlossen werden (vgl. 

BGE 134 IV 29 E. 3.2.2; BGE 131 IV 1 E. 2.2; BGE 130 IV 58 E. 8.4). Dahinter steckt der an-

hand von Körperverletzungsdelikten entwickelte Gedanke, dass in der Missachtung elementarer 

Sorgfaltsregeln eine Gleichgültigkeit gegenüber Integritätsinteressen Dritter zum Ausdruck 

kommt, welche in besonders krassen Fällen auch den Schluss auf die Inkaufnahme des Verlet-

zungserfolgs zulässt (vgl. BGE 135 IV 12 E. 2.3.2). Zu den relevanten Umständen können aber 

auch die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung gehören (vgl. BGE 130 IV 58 

E. 8.4; BGE 125 IV 242 E. 3c mit Hinweisen). 

Im Unterschied zum eventualvorsätzlich handelnden Täter vertraut demgegenüber die bewusst 

fahrlässig handelnde Person darauf, dass der Erfolg nicht eintreten werde. Die Abgrenzung 

zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzelfall schwierig sein (vgl. 

STRATENWERTH, a.a.O., § 9 Rz. 61 ff.). Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der fahrlässig 

handelnde Täter wissen um die Möglichkeit oder das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. 

Hinsichtlich der Wissensseite stimmen somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbe-

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standes überein. Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment: Der bewusst fahrlässig 

handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als 

möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintrete, sich das Risiko der Tatbestandserfüllung mithin 

nicht verwirklichen werde. Das gilt selbst für denjenigen Täter, der sich leichtfertig bzw. frivol 

(vgl. BGE 69 IV 75 E. 5) über die Möglichkeit der Tatbestandserfüllung hinwegsetzt und mit der 

Einstellung handelt, es werde schon nichts passieren. Demgegenüber nimmt der eventualvor-

sätzlich handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm 

und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg derart in Kauf nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 12 

Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der Täter den Erfolg "billigt" (vgl. BGE 133 IV 9 E. 4.1; 

eingehend bereits BGE 96 IV 99; BGE 103 IV 65 E I./2.; STRATENWERTH, a.a.O., § 9 Rz. 105; 

zum Ganzen auch KGer BL 460 20 23 vom 7. Mai 2021 E. III./9.2). 

 

2.2.2.3 Wie supra (E. II./2.1.5.1) konstatiert worden ist, wusste der Beschuldigte aufgrund des 

Hinweises von C.____, wonach er etwa eine halbe Stunde zuvor gesehen habe, wie sich ein 

Rehkitz auf die zu mähenden Pachtparzelle begeben habe, von der möglichen Anwesenheit 

von Tieren. Mithin konnte er auch nicht ignorieren, dass dem Rehkitz ‒ sollte es beim Mähen 

nicht rechtzeitig bemerkt werden ‒ qualvolle Verletzungen zugefügt werden könnten. Auf der 

anderen Seite stand aber nicht mit Sicherheit fest, ob sich das Tier bei Beginn bzw. Fortsetzung 

der Mäharbeiten überhaupt noch im betreffenden Bereich aufhielt oder bereits weitergezogen 

war. Ebenso wenig erschien es zu jenem Zeitpunkt als sicher, dass das Rehkitz beim Mähen 

zwingend vom Mähbalken erfasst würde, sollte es sich noch auf der Pachtparzelle befinden. 

Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist demnach festzuhalten, dass der Beschuldigte mit der 

Möglichkeit eines Eintritts des Taterfolgs rechnen musste. Von einem sicheren Erfolgseintritt 

war demgegenüber nicht auszugehen. 

 

2.2.2.4 In Bezug auf den damaligen Willen des Berufungsklägers fällt eine Schädigungsabsicht 

von vornherein ausser Betracht. Ganz offensichtlich entsprach es nicht seinem Ziel, sich nach 

Y.____ zu begeben, um einem Tier die Extremitäten abzuschneiden und es dadurch schweren 

Qualen auszusetzen. Auch kann ihm kein Wille zur Misshandlung des Rehkitzes in dem Sinne 

vorgehalten werden, als dessen Verletzung für ihn eine notwendige Voraussetzung oder zwin-

gende Nebenfolge des Mähens seiner Pachtparzelle dargestellt hätte. Direkter Vorsatz ersten 

und zweiten Grades scheiden demgemäss aus. 

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Seite 22  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Zu klären bleibt, ob der Beschuldigte die als möglich vorausgesehene Verstümmelung des Tie-

res billigend in Kauf genommen hat, um das Feld noch vor dem erwarteten Wetterumschwung 

mähen zu können, oder ob er vielmehr darauf vertraut hat, er und der vorausgehende C.____ 

würden das Rehkitz schon noch rechtzeitig entdecken, womit letztlich doch nichts passieren 

würde. Wie vorstehend (obige E. II./2.1.5.2) unter Würdigung aller vorliegenden Umstände ein-

gehend dargelegt, sprechen vier gewichtige Indizien dafür, dass der Beschuldigte ‒ wenn auch 

leichtfertig ‒ darauf vertraut hat, es werde schon nichts passieren: Erstens hat er die Gelegen-

heit ergriffen, die eigene Pachtparzelle am selben Tag wie D.____, welcher zur Vermeidung 

eines derartigen Vorfalles einen Abflug der Felder mittels Drohnen veranlasst hatte, zu mähen. 

Wenn sich der Berufungskläger mit der Möglichkeit eines Vermähens von Rehkitzen abgefun-

den hätte, wäre er an einem beliebigen Tag mähen gegangen und hätte sich nicht nach D.____ 

gerichtet. Zweitens hat er auf die Warnung von C.____ nicht mit Gleichgültigkeit gegenüber 

dem Tierwohl oder einer abfälligen Äusserung über Wildtiere reagiert, sondern mit Unglauben 

unter Hinweis auf seine Erfahrung aus den letzten 20 Jahren. Seine anfängliche Skepsis, irgen-

detwas zu unternehmen, beruhte nicht auf einer Geringschätzung von Tieren. Drittens liess er 

C.____ vorausgehen, obwohl er davon ausgehen musste, dadurch weniger schnell mit dem 

Mähen voranzukommen. Wäre die Verstümmelung von Rehkitzen von ihm in Kauf genommen 

worden, hätte er aufgrund des erwarteten Wetterumschwungs eine rasche Arbeitserledigung 

vorgezogen und ‒ wie er selbst ausgesagt hat ‒ C.____ "zum Teufel geschickt". Viertens hat er 

die Mäharbeiten nach dem Vorfall umgehend abgebrochen und erst am nächsten Tag fortge-

setzt, was darauf hinweist, dass ihm (erst) in dem Moment bewusstgeworden ist, zu Unrecht auf 

die Nichtverwirklichung des Taterfolgs vertraut zu haben. Folglich kann ‒ entgegen der Vo-

rinstanz ‒ keine Inkaufnahme seitens des Beschuldigten bejaht werden, womit nach dem direk-

ten Vorsatz auch der Eventualvorsatz zu verneinen ist. 

 

2.2.2.5 Im Sinne einer Eventualanklage wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, er 

hätte nach dem konkreten Hinweis von C.____ zur Vermeidung der voraussehbaren Schwerst-

verletzung des Rehkitzes die Parzelle vor dem Mähen durch Durchschreiten sorgfältig nach 

Rehkitzen absuchen müssen (Ziffer 1 in fine der Anklageschrift vom 11. Oktober 2022). 

Der subjektive Tatbestand der Tierquälerei kann gemäss Art. 26 Abs. 2 TSchG nicht nur (even-

tual-) vorsätzlich, sondern auch fahrlässig erfüllt werden (siehe hierzu BOLLIGER / RICHNER / 

RÜTTIMANN / STOHNER, a.a.O., S. 231 f.). Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tierquälerei 

setzt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung voraus, dass der Täter eine der in Abs. 1 

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Seite 23  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

derselben Bestimmung aufgezählten Verletzungen der Würde und des Wohlergehens von Tie-

ren durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Handlungswei-

se, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und 

Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Tieres hätte erkennen können 

und müssen, darüber hinaus zugleich auch die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten 

hat. Die zum Taterfolg bzw. zur Gefährdung führenden Geschehensabläufe müssen für den 

konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Wo besondere 

Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorg-

falt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorg-

faltspflichtverletzung und mithin einer Fahrlässigkeitshaftung bilden die Voraussehbarkeit und 

die Vermeidbarkeit des Erfolgs (BGer 6B_638/2019 vom 17. Oktober 2019 E. 1.5.2 mit weiteren 

Hinweisen). 

In casu wurde bereits erwähnt, dass sich der Beschuldigte vorwerfen lassen muss, mit dem 

gehbehinderten C.____ keine geeignete Person zum Absuchen des Feldes vor dem Balkenmä-

her beigezogen zu haben, da dieser aufgrund seiner körperlichen Gebrechen nicht in der Lage 

war, das hohe Gras hinreichend effizient abzusuchen. Abgesehen davon war die Vorgehens-

weise indes nicht per se sorgfaltspflichtwidrig, zumal der Zeuge D.____ in der Berufungsver-

handlung ausgesagt hat, das Vorausgehenlassen einer (hierzu geeigneten) Person sei unter 

den gegebenen Umständen die sicherste Methode, welche er selbst in analoger Situation auch 

angewandt hätte (supra E. II./2.1.6.2). Der Berufungskläger hätte folglich das Risiko eines Ver-

mähens des Rehkitzes erheblich reduzieren können und damit keine Sorgfaltspflichtverletzung 

begangen, wenn seinerseits eine jüngere, gesunde sowie motivierte Person zur Unterstützung 

beigezogen worden wäre, welche das Gras vor dem Balkenmäher wirksam auf allfällige Wildtie-

re hätte überprüfen können. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in ihrer Anklageschrift allerdings 

nur vor, die Parzelle vor dem Mähen nicht "durch Durchschreiten sorgfältig nach Rehkitzen ab-

gesucht" zu haben. Doch diese von der Anklagebehörde postulierte Methode wurde vom Zeu-

gen mit einleuchtender Begründung als untauglich zurückgewiesen (obige E. II./2.1.6.2). Nach 

der vom Bundesgericht und der herrschenden Lehre favorisierten Wahrscheinlichkeitstheorie 

muss das pflichtgemässe Verhalten den Eintritt des deliktischen Erfolgs mit an Sicherheit gren-

zender Wahrscheinlichkeit verhindern können. Mit dem Durchschreiten der Parzelle vor dem 

Mähen wäre die Verletzung des Rehkitzes freilich keineswegs mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit verhindert worden. Gleich verhielt es sich, wenn der von nur einem Teil der 

Lehre bevorzugten Risikoerhöhungstheorie gefolgt würde, wonach das pflichtwidrige Verhalten 

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das Risiko einer Rechtsgutsbeeinträchtigung erhöhen müsse. Das Vorausgehenlassen von 

C.____ hat das Risiko des Vermähens eines Wildtieres mitnichten erhöht (BGE 135 IV 56 

E. 5.1; BGE 116 IV 306 E. 2). 

 

2.2.2.6 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 

lit. a und lit. b EMRK abgeleiteten Anklagegrundsatz (Art. 9 StPO und Art. 325 StPO) bestimmt 

die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Ankla-

ge hat darin die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Da-

tum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung möglichst kurz, aber genau zu bezeichnen 

(Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Sodann hat die Anklage gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. g StPO die nach 

Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren 

Gesetzesbestimmungen anzugeben. Die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte 

sind somit in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und 

subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den 

Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf 

rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Unter diesem Gesichtspunkt muss die beschuldigte 

Person aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Dies bedingt eine zu-

reichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher 

konkreter Handlungen er beschuldigt und welchen Straftatbestand er durch sein Verhalten er-

füllt haben soll, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann (BGE 143 IV 63 

E. 2.2; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f; BGer 6B_638/2019 vom 17. Oktober 

2019 E. 1.4.1). Kernstück der Anklageschrift bildet die Darstellung der dem Beschuldigten zur 

Last gelegten Tat. Die Darstellung des tatsächlichen Vorgangs ist auf den gesetzlichen Tatbe-

stand auszurichten, der nach Auffassung der Anklage erfüllt zu betrachten ist, d.h. es ist anzu-

geben, welche einzelnen Vorgänge und Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbe-

standes entsprechen (BGer 6B_434/2019 vom 5. Juli 2019 E. 2.1; BGer 6B_217/2019 vom 

4. April 2019 E. 1.1). Handelt es sich um ein Fahrlässigkeitsdelikt, hat die Anklageschrift insbe-

sondere die gesamten Umstände anzugeben, nach welchen das Verhalten des Täters als un-

vorsichtige Pflichtwidrigkeit erscheint und inwieweit der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfol-

ges für den Beschuldigten voraussehbar und vermeidbar war (BGer 6B_638/2019 vom 

17. Oktober 2019 E. 1.4.2; BGer 6B_434/2019 vom 5. Juli 2019 E. 2.1; STEFAN HEIMGARTNER / 

MARCEL ALEXANDER NIGGLI, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 32 und N. 35 zu 

Art. 325 StPO). 

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Seite 25  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Indem die Staatsanwaltschaft im hiesigen Fall bei der Umschreibung des Fahrlässigkeitsvor-

wurfs ein zur Reduzierung des Risikos des Erfolgseintritts untaugliches Vorgehen aufgeführt 

(Durchschreiten des Feldes vor dem Mähen) und das gebotene, sorgfältige Verhalten (nämlich 

eine geeignete Person vorauszuschicken) demgegenüber nicht erwähnt hat, fehlt in der Ankla-

geschrift die zwingende Umschreibung, inwieweit der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs 

für den Beschuldigten voraussehbar und vermeidbar war. Damit ging für den Beschuldigten aus 

der Anklageschrift nicht hinreichend hervor, wessen genau er angeklagt ist resp. wie er sich 

hätte verhalten müssen, um das Risiko des Erfolgseintritts soweit möglich zu reduzieren und 

keine Sorgfaltspflichtverletzung zu begehen. Es obliegt nicht der beschuldigten Person, sich zu 

allen im Einzelfall irgendwie erdenklichen Verhaltensvarianten zu äussern. Vielmehr darf sie 

sich im Rahmen ihrer Verteidigung auf die in der Anklageschrift explizit vorgeworfenen Sorg-

faltspflichtverletzungen beschränken und muss nicht damit rechnen, erst vor Gericht mit neuen 

Vorwürfen konfrontiert zu werden. 

Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tierquälerei mit der Begründung, der Beschuldigte habe 

mit C.____ eine ungeeignete Person vorausgeschickt, würde mithin das Akkusationsprinzip 

verletzen. 

 

2.2.3 Gemäss Ziffer 1 der Anklageschrift erfülle das Vermähen des Rehkitzes am 18. Mai 

2022 durch den Beschuldigten nicht nur den Tatbestand der Tierquälerei nach Art. 26 Abs. 1 

lit. a TSchG, sondern zugleich auch denjenigen der vorsätzlichen, eventuell fahrlässigen Miss-

achtung von Massnahmen zum Schutz der Tiere vor Störung im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. e 

des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagd-

gesetz, JSG, SR 922.0). 

Aus denselben Erwägungen, welche einen Schuldspruch wegen (vorsätzlicher oder fahrlässi-

ger) Tierquälerei durch Misshandlung eines Tieres ausschliessen, scheidet auch eine Verurtei-

lung wegen Missachtung von Massnahmen zum Schutz der Tiere vor Störung aus. Der Beru-

fungskläger hat nicht (eventual-) vorsätzlich Massnahmen zum Schutz der Tiere vor Störung 

missachtet, da er ‒ wenn auch frivol ‒ davon ausging, mit dem Beizug von C.____ "seine Sa-

che" gemacht resp. das ihm Zumutbare vorgekehrt zu haben, damit es schon nicht zu über-

mässigen Einwirkungen auf die Wildtiere komme (supra E. II./2.1.6.1 und E. II./2.2.2). Da die 

Staatsanwaltschaft ihre Eventualanklage der fahrlässigen Missachtung von Schutzmassnah-

men ebenso auf den (unzutreffenden) Vorwurf stützt, der Beschuldigte hätte das Feld vor dem 

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Seite 26  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Mähen durch Durchschreiten sorgfältig nach Rehkitzen absuchen müssen, verbietet das Akku-

sationsprinzip auch einen diesbezüglichen Schuldspruch. 

 

 

2.3 Zwischenfazit zu Ziffer 1 der Anklageschrift 

Nach dem Ausgeführten ist als Zwischenfazit festzuhalten, dass der subjektive Tatbestand der 

vorsätzlichen Tierquälerei (Misshandlung eines Tieres, Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG) sowie der 

vorsätzlichen Widerhandlung gegen das Jagdgesetz (Missachtung von Massnahmen zum 

Schutz der Tiere vor Störung, Art. 18 Abs. 1 lit. e JSG) entgegen den vorderrichterlichen 

Schlussfolgerungen nicht erfüllt ist, womit der Berufungskläger von den entsprechenden Vor-

würfen in Abänderung des angefochtenen Urteils freizusprechen ist. Sodann würde ein Schuld-

spruch wegen fahrlässiger Tatbegehung den Anklagegrundsatz verletzen, weshalb auch kein 

entsprechender Schuldspruch ergehen kann. 

 

 

3. Ziffer 2 der Anklageschrift vom 11. Oktober 2022: vorsätzliche, eventuell fahrläs-

sige Tierquälerei (qualvolle Tötung eines Tieres) und vorsätzliche, eventuell fahrlässige 

Widerhandlung gegen das Jagdgesetz (Töten eines jagdbaren Tieres) 

3.1 Dem Beschuldigten wird unter Ziffer 2 der Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft 

vorgeworfen, das schwerverletzte und an erheblichen Schmerzen leidende Rehkitz nach dem 

Vermähen am verbliebenen Hinterbein aufgehoben und wissentlich sowie willentlich qualvoll mit 

dem Kopf gegen einen Baum geschlagen zu haben, sodass dieses verstummte und schliesslich 

verendete. Eventualiter habe er diese Tathandlungen sorgfaltspflichtwidrig vorgenommen, in-

dem er habe erkennen und vorhersehen können, dass dem schwerverletzten Rehkitz auf diese 

Weise zusätzliche Schmerzen, Ängste und Leiden zugefügt worden seien. Überdies habe er 

gewusst, über keine Bewilligung zum Töten eines jagdbaren Wildtieres verfügt zu haben. 

Das Strafgericht ist der Staatsanwaltschaft in diesem Anklagepunkt nur teilweise gefolgt. Der 

Beschuldigte habe behauptet, das Rehkitz sei durch den Schlag gegen den Baum sofort getötet 

worden und habe deswegen nicht (zusätzlich) gelitten. C.____ habe seinerseits nicht sagen 

können, ob es sofort gestorben sei. Da ein gezielter Schlag gegen den weichen Schädel des 

Rehkitzes nach Ansicht der Vorinstanz durchaus geeignet sei, den Tod umgehend herbeizufüh-

ren und Gegenindizien fehlten, sei ‒ in dubio pro reo ‒ von einem sofortigen Tod des Tieres 

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Seite 27  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auszugehen, womit es nicht weiter unter erheblichen Schmerzen und an Ängsten habe leiden 

müssen. Alternative Instrumente seien nicht zur Verfügung gestanden, und der Beschuldigte 

habe unter diesen Umständen folglich diejenige Vorgehensweise gewählt, welche am schnells-

ten zum Tod geführt habe. Das Tier sei nicht in qualvoller Weise getötet worden, und der Be-

schuldigte habe es lediglich von seinen Leiden erlösen wollen, weshalb weder der objektive 

noch der subjektive Tatbestand der qualvollen Tötung eines Tieres gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. b 

TSchG erfüllt sei (E. II./2.1 und E. II./2.2.1 des angefochtenen Urteils). Demgegenüber folgte 

der Vorderrichter der Anklage insoweit, als der Beschuldigte in seiner Eigenschaft als Landwirt 

nicht berechtigt gewesen sei, das Rehkitz selbst zu töten, wobei er sich mit Wissen und Willen 

darüber hinweggesetzt und mithin den Tatbestand von Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG erfüllt habe 

(a.a.O., E. II./2.2.2). 

In ihrer Berufungserklärung vom 8. August 2023 sowie im Rahmen ihres zweitinstanzlichen Par-

teivortrages kritisiert die Staatsanwaltschaft die vorinstanzliche Annahme, wonach der Beschul-

digte diejenige Vorgehensweise gewählt habe, welche am schnellsten zum Tod geführt habe. 

Da er nicht einmal versucht habe, den Wildhüter zu kontaktieren, habe er nicht wissen können, 

wie lange der Wildhüter für die Anfahrt zum Vollzug der ‒ ihrer Auffassung nach ‒ weitaus 

schonenderen Tötung mittels Fangschuss benötigt hätte. Eine Kontaktaufnahme mit dem Wild-

hüter hätte angeblich auch dazu dienen können, sich zu versichern, mit welchem Vorgehen er 

allenfalls selbst eine möglichst schonende Tötung hätte vornehmen können, oder ob er gege-

benenfalls einen Tierarzt zur Euthanasie hätte aufbieten sollen. Ferner liege es auf der Hand, 

dass ein Schlag mit dem Schädel gegen einen Baum schwere Schmerzen und Todesängste 

hervorrufe. Der Beschuldigte habe sich nicht vergewissert, ob das Rehkitz effektiv tot gewesen 

sei, und es sei durchaus naheliegend, dass es durch den Schlag gegen den Baum nicht sofort 

tot, sondern bewusstlos gewesen sei (lit. A der staatsanwaltschaftlichen Berufungserklärung 

vom 8. August 2023; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 24). 

Der Berufungskläger rügt das erstinstanzliche Urteil zusammengefasst dahingehend, als es 

widersprüchlich anmute, einerseits die berechtigte Erlösung des schwerverletzten Rehkitzes 

von dessen Qualen (richtigerweise) anzuerkennen, ihn aber andererseits die unerlaubte Tötung 

eines Tieres vorzuwerfen (Ziffer 3 der schriftlichen Fassung des zweitinstanzlichen Parteivortra-

ges der Verteidigung). 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 28  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.2 Was die Staatsanwaltschaft zur Begründung ihrer Berufung gegen den erstinstanzli-

chen Freispruch vom Vorwurf der qualvollen Tötung eines Tieres vorbringt, vermag nicht zu 

überzeugen. 

Im Verlaufe des Verfahrens gab der Beschuldigte nachvollziehbar, widerspruchsfrei und damit 

glaubhaft zu Protokoll, er habe das Rehkitz nach dem Schlag gegen den nur fünf Schritte ent-

fernten Baum betrachtet und sei sich ob dessen sofortigen Ablebens sicher gewesen, da solche 

Jungtiere einen weichen Schädel hätten. Mit seinem gezielten Schlag habe er nur den Kopf 

getroffen. Er habe es beim Aufheben "richtig angefasst" und keinen Puls gespürt. Die "Pumpe" 

habe nicht mehr funktioniert. Es habe sich nicht mehr geregt und keine Lebenszeichen mehr 

von sich gegeben. Das Rehkitz sei folglich nicht bloss bewusstlos gewesen. Da er schon als 

Bub überzählige Kaninchen habe töten müssen, sei er sich dessen sicher gewesen. C.____ sei 

währenddessen auf der Suche nach dem zweiten Rehkitz gewesen, weshalb er gar nicht habe 

sehen können, inwiefern er sich vom sofortigen Todeseintritt vergewissert habe. Aufgrund der 

Schreie habe er es umgehend von den Qualen erlösen wollen, zumal ein solches Tier nicht "re-

pariert" werden könne (Prot. Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 2022, S. 2 f. / 

act. 39 und act. 41; Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 5 / act. 61; Prot. 

Hauptverhandlung Strafgericht, S. 2 und S. 4 / act. S49 und act. S53; Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht, S. 21 f.). Dass er es eigentlich nicht selbst habe töten dürfen, sei ihm durchaus 

bewusst gewesen, doch es hätte seiner Überzeugung nach nicht gerettet werden können, und 

das Leid des Rehkitzes habe ihm wehgetan (Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 

2022, S. 2 / act. 55). Die Jagdgesellschaft habe er nicht angerufen, weil es viel zu lang gedauert 

hätte, bis jemand für den Fangschuss vor Ort eingetroffen wäre und das Tier geschrien habe 

(Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, S. 5 / act. 61). Was geschehen sei, täte 

ihm sehr leid, doch könne er es nicht mehr ändern. Seiner Auffassung nach sei die rasche Tö-

tung das einzig Richtige für das leidende Tier gewesen. Ein Jäger hätte es auch getötet, jedoch 

erst eine halbe oder ganze Stunde später (Prot. Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2022, 

S. 6 / act. 63; Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 3 / act. S51). 

Der Zeuge B.____, welcher als Wildhüter immer wieder mit solchen Fällen konfrontiert wird, hat 

in der Berufungsverhandlung bestätigt, zwischen fünf Minuten und einer Stunde für die Anreise 

zu benötigen, weshalb er "froh" sei, wenn der betreffende Landwirt die Tötung selbst vorneh-

men könne. Bei voraussichtlich längeren Anreisezeiten frage er den Betroffenen daher, ob er 

sich in der Lage sehe, das Tier selbst zu erlösen. Der Schlag gegen einen Baum sei durchaus 

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eine denkbare Vorgehensweise, zumal ein Landwirt auf dem Feld keine Waffe bei sich trage. 

Dem Tier sei in solchen Situationen nur geholfen, wenn es rasch sterbe. Sich damit zum Tier-

arzt zu begeben, bringe nach Aussage des Zeugen "gar nichts" (Prot. Hauptverhandlung Kan-

tonsgericht, S. 13 bis S. 15). 

Wie der Vorderrichter zu Recht konstatiert hat, fehlen Gegenindizien, welche darauf hindeuten 

würden, dass sich der Sachverhalt anders als vom Berufungskläger geschildert resp. wie von 

der Staatsanwaltschaft behauptet abgespielt haben könnte (E. II./2.2.1 des angefochtenen Ur-

teils). Den Tatbestand der qualvollen Tötung eines Tieres gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. b TSchG 

erfüllt der Berufungskläger somit klarerweise nicht. 

 

3.3 Hinsichtlich des vom Strafgericht bejahten (verbotenen) Tötens eines jagdbaren Tieres 

(Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG) ist der Verteidigung, welche darin einen gewissen Widerspruch er-

blickt (Ziffer 3 der schriftlichen Fassung des zweitinstanzlichen Parteivortrages der Verteidi-

gung), beizupflichten. Zunächst wird dem Beschuldigten zugestanden, durch die umgehende 

Tötung des unter schwersten Qualen leidenden Rehkitzes nicht tatbestandsmässig und damit 

rechtmässig gehandelt zu haben, worauf ihm kurzerhand vorgeworfen wird, er sei nicht berech-

tigt gewesen, dasselbe Tier zu töten. Wenn er aber dessen Leiden nicht sogleich selbst ein En-

de gesetzt und stattdessen ‒ wie von der Staatsanwaltschaft suggeriert ‒ zuerst mit dem Wild-

hüter und hernach noch mit einem Tierarzt Ferngespräche geführt hätte, um sich über die beste 

Methode auszutauschen, wäre das Tier gerade dann unnötig lange den unerträglichen Schmer-

zen ausgesetzt gewesen. Die Pflicht, die unerträglichen Qualen umgehend zu beenden und das 

Tier zu erlösen, kollidiert mit der Pflicht, eine Tötung ohne entsprechende Berechtigung zu un-

terlassen. 

Neben den gesetzlichen anerkennen Rechtsprechung und Lehre auch ausser- oder überge-

setzliche Rechtfertigungsgründe, wozu die Pflichtenkollision (als Sonderfall des Notstands) und 

die Wahrung berechtigter Interessen gehören (STEFAN TRECHSEL / CHRISTOPHER GETH, in: Pra-

xiskommentar StGB, 4. Aufl. 2021, N. 10 und N. 15 zu Art. 14 StGB mit zahlreichen weiteren 

Hinweisen). Eine Pflichtenkollision führt dann zur Rechtfertigung, wenn eine Unterlassungs-

pflicht mit einer Handlungspflicht kollidiert und sich der Täter für die Erfüllung der Unterlas-

sungspflicht entscheidet, weil die Unterlassungspflicht unter sonst gleichen Bedingungen immer 

der Handlungspflicht vorgeht. In vielen Fällen ist das Ergebnis allerdings nicht eindeutig und 

eine Abwägung nach den allgemeinen Kriterien des Notstands notwendig (MARCEL ALEXANDER 

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NIGGLI / CAROLA GÖHLICH, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N. 27 zu Art. 17 StGB mit 

Hinweis auf BGE 106 IV 65 E. 4). 

Das Erschlagen oder Ertränken eines verletzten oder kranken Tieres, um ihm weitere Leiden zu 

ersparen, kann erforderlich und somit gerechtfertigt sein, wenn eine veterinärmedizinische Be-

handlung oder notfalls eine schmerzlose, fachgerechte Tötung durch einen Tierarzt nicht mög-

lich ist (vgl. BOLLIGER / RICHNER / RÜTTIMANN / STOHNER, a.a.O., S. 99). Im Sinne eines rechts-

vergleichenden Blickes über die Grenze ist noch anzufügen, dass in Deutschland die sog. Not-

tötung von Tieren jeder beliebigen Person erlaubt ist, sofern auch für einen Laien keinerlei 

Zweifel am Fehlen jeglicher Heilungschancen bestehen. Ein solcher Fall liegt insbesondere 

dann vor, wenn der sichere Tod des Tieres durch ein Abwarten nur noch hinausgezögert würde 

und eine Nottötung das Tier von den dabei zu erwartenden Qualen erlöst. In Notsituationen, 

wenn keine ärztliche Hilfe erreichbar ist, kann auch auf die ansonsten grundsätzlich vorge-

schriebene Betäubung verzichtet werden. Dabei muss allerdings das nach den Umständen 

schonendste Mittel zur Tötung eingesetzt werden (KATHRIN HERRMANN, Landestierschutzbeauf-

tragte Berlin, https://www.berlin.de/lb/tierschutz/wildtiere/artikel.1380144.php ‒ Stand am 

13. Juni 2024). 

Im vorliegenden Fall erweist sich das Erschlagen des für jedermann erkennbar schwerstverletz-

ten und todgeweihten Rehkitzes durch den Beschuldigten nach dem vorstehend Erwogenen als 

alternativlose Notwendigkeit, um ihm weitere Leiden zu ersparen, zumal eine schmerzlose, 

fachgerechte Tötung durch einen Tierarzt oder den Wildhüter innert nützlicher Zeit ganz offen-

sichtlich ausgeschlossen war. Jegliches weitere Zuwarten hätte den sicheren Tod nur noch hin-

ausgezögert. Der Beschuldigte, welcher den Tod durch einen einzigen und sofortigen Schlag 

herbeigeführt hat, erfüllt zwar den Tatbestand des (verbotenen) Tötens eines jagdbaren Tieres 

gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG, sein Vorgehen war infolge einer notstandsähnlichen Situation 

indes ausnahmsweise gerechtfertigt, womit die Rechtswidrigkeit entfällt. 

 

3.4 Der Beschuldigte erfüllt den Tatbestand der qualvollen Tötung eines Tieres gemäss 

Art. 26 Abs. 1 lit. b TSchG nicht, weshalb der vorinstanzliche Freispruch in diesem Anklage-

punkt zu bestätigen ist. Sodann ist er in Aufhebung des erstinstanzlich ergangenen Schuld-

spruchs wegen des Tötens eines jagdbaren Tieres (Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG) freizusprechen. 

  

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4. Ziffer 4 der Anklageschrift vom 11. Oktober 2022: Widerhandlung gegen das 

Wildtier- und Jagdgesetz Basel-Landschaft (Aneignung von toten Tieren) 

4.1 Schliesslich wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, das tote Rehkitz mit 

seinem Fahrzeug nach Z.____ in die dortige Kadaversammelstelle gebracht und entsorgt zu 

haben, wobei er dies im Wissen und unter Inkaufnahme, dass es im Besitze der Jagdgesell-

schaft Z.____ (recte: Y.____) stand. 

Das Strafgericht hat den angeklagten Sachverhalt als erstellt erachtet und den Beschuldigten 

demgemäss der Widerhandlung gegen das Gesetz über den Schutz der wildlebenden Säuge-

tiere und Vögel sowie deren Lebensräume und die Jagd (Wildtier- und Jagdgesetz, WJG, 

SGS 520) im Sinne von § 36 Abs. 1 WJG in Verbindung mit § 53 WJG schuldig gesprochen 

(E. II./3. des angefochtenen Urteils). 

Der Beschuldigte opponiert im Berufungsverfahren, bei der Kadaversammelstelle Z.____ hand-

le es sich um eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, woraus erhelle, dass er mit der Entsorgung 

des toten Rehkitzes keinerlei Verheimlichungsabsicht verfolgt habe. Vielmehr habe er eine Fut-

terkontamination vermeiden wollen, weswegen er sich auf einen rechtfertigenden Notstand 

(Art. 17 StGB) berufen könne. Des Weiteren habe er schlicht nicht gewusst, dass tote Wildtiere 

gemeldet werden müssten, womit er in Anwendung von Art. 21 StGB auch nicht schuldhaft ge-

handelt haben will. 

 

4.2 Im Vorverfahren sagte der Beschuldigte aus, er habe die Entsorgung des toten Rehkit-

zes D.____, dem Pächter des Feldes, worauf das leblose Tier vorübergehend gelegt worden 

sei, mitgeteilt. Dieser soll ihm daraufhin geantwortet haben, "man könne nichts machen", wes-

wegen der Berufungskläger auf eine weitere Meldung verzichtet habe. Er sei davon ausgegan-

gen, dass nach erfolgter Information von D.____ "ganz Y.____" vom Vorfall erfahren werde 

(Prot. Einvernahme des Beschuldigten vom 16. Juni 2022, S. 3 / act. 41; Prot. Konfrontations-

einvernahme vom 12. Juli 2022, S. 4 f. / act. 59 und act. 61). Vor den Schranken des Strafge-

richts setzte er sich auf den Standpunkt, von einer Meldepflicht gegenüber der Jagdgesellschaft 

Y.____ nichts gewusst zu haben (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 4 / act. S53). In der 

zweitinstanzlichen Hauptverhandlung präzisierte er, zwar gewusst zu haben, dass das tote Tier 

der Jagdgesellschaft gehöre, jedoch keine Kenntnis einer etwaigen Meldepflicht gehabt zu ha-

ben. Er habe keine Verheimlichungsabsicht verfolgt, den tragischen Vorfall indes auch nicht "an 

die grosse Glocke hängen" wollen, da sich Landwirte für das Vermähen von Wildtieren schä-

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men müssten (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 20 f.). Der Zeuge B.____ bestätigte, 

viele Landwirte würden solche Fälle nicht melden, weil sie Angst hätten, deswegen in Verruf zu 

geraten. Oft werde schlecht über Landwirte gesprochen, welchen so etwas passiert sei (a.a.O., 

S. 15). 

 

4.3 Dass der Beschuldigte als Landwirt mit langjähriger Berufserfahrung nichts von einer 

Meldepflicht gegenüber der Jagdgesellschaft bzw. dem Wildhüter gewusst haben will, kann 

nicht ernsthaft angenommen werden. Jedenfalls müsste ihm eine allfällige Unkenntnis als gro-

bes Selbstverschulden angelastet werden, womit die Schuld nicht entfiele. Seine Aussage, über 

die Eigentumsverhältnisse durchaus im Klaren gewesen zu sein, nicht aber über die Informati-

onspflicht gegenüber der Eigentümerin von getöteten Wildtieren, ergibt keinen Sinn. Ein recht-

fertigender Notstand im Zusammenhang mit der Vermeidung einer potenziellen Futterkontami-

nation kann in dieser Konstellation nicht erkannt werden, zumal ihm nicht (nur) die Entsorgung 

des toten Rehkitzes vorgeworfen wird, sondern insbesondere auch die unterlassene Meldung 

an die Jagdgesellschaft oder den Wildhüter. Im Übrigen sei gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO auf 

die vorinstanzlichen Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen (dort E. II./3.). 

Mithin bleibt es beim vorinstanzlichen Schuldspruch wegen Aneignung eines toten Tieres ge-

mäss § 36 Abs. 1 WJG in Verbindung mit § 53 WJG. 

 

 

5. Fazit 

Summa summarum ergibt sich, dass der Beschuldigte in teilweiser Gutheissung seiner Beru-

fung sowie in entsprechender Abänderung des angefochtenen Urteils von der Anklage der Tier-

quälerei (Misshandlung eines Tieres), der Missachtung von Massnahmen zum Schutz der Tiere 

vor Störung sowie der Tötung eines jagdbaren Tieres freizusprechen ist. Der strafgerichtliche 

Freispruch vom Vorwurf der Tierquälerei (qualvolle Tötung eines Tieres) ist in Abweisung der 

Berufung der Staatsanwaltschaft zu bestätigen. Ebenso zu bestätigen (allerdings in Abweisung 

der Berufung des Beschuldigten) ist der vorderrichterliche Schuldspruch wegen Aneignung ei-

nes toten Tieres. Lediglich deswegen hat sich der Beschuldigte strafbar gemacht. 

  

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6. Strafzumessung 

6.1 Nach Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Tä-

ters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Be-

weggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inne-

ren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 

(Art. 47 Abs. 2 StGB). 

 

6.2 Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens der anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Ge-

setzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rech-

nung zu tragen. Der gesetzgeberisch vorgegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Re-

gel, für eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt das Gericht nament-

lich in die Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu berücksichtigen (vgl. 

BGE 136 IV 55 E. 5.8; BGer 6B_935/2017 vom 9. Februar 2018 E. 2.3). Ausgehend von der 

objektiven Tatschwere, beschreibend die Tat, wie sie nach aussen in Erscheinung tritt und die-

se objektiv festgestellten Tatsachen bewertend, hat das Gericht die subjektive Tatschwere, sci-

licet den Vorwurf, der einem bestimmten Täter für den von ihm begangenen Rechtsbruch ge-

macht wird, einzustufen und zu bewerten, ob durch diese die objektive Tatschwere reduziert, 

bestätigt oder erhöht werden soll. Es hat gemäss Art. 50 StGB im Urteil darzutun, welche ver-

schuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben 

sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (vgl. BGE 144 IV 

313 E. 1.2; BGE 136 IV 55 E. 5.5; HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, 

Rz. 77 ff., Rz. 142 ff., Rz. 154 ff., Rz. 159 ff. und Rz. 277 f. ‒ mit weiteren Hinweisen). Es liegt 

im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungs-

faktoren veranschlagt. Jenes ist nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es 

die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.6 unter Hinweis 

u.a. auf BGE 127 IV 101 E. 2c ‒ mit Hinweisen). Das Tatverschulden ist im Urteil zu qualifizie-

ren und ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schwe-

regrad auszugehen ist (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). 

Im Übrigen betont das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung, dass die Formulierung des 

Verschuldens und die Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müs-

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Seite 34  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sen (BGer 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.; BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 

E. 4.1; MATHYS, a.a.O., Rz. 277). Die verschuldensangemessene Strafe kann schliesslich auf-

grund von Umständen, die mit der Tatbegehung an sich nichts zu tun haben, modifiziert wer-

den. Hierbei geht es um Faktoren, welche beim Täter liegen und geeignet sind, ihn im Hinblick 

auf die Höhe der Strafe zu belasten oder zu entlasten. Sie werden allgemein als Täterkompo-

nenten bezeichnet (vgl. Art. 47 Abs. 1 StGB sowie MATHYS, a.a.O., Rz. 309 ff. mit weiteren 

Hinweisen). 

 

6.3 Nach § 36 Abs. 1 WJG gehören im Revier erlegte oder tot aufgefundene Tiere der 

Jagdgesellschaft. Widerhandlungen gegen diese sowie weitere Bestimmungen des Wildtier- 

und Jagdgesetz werden mit Busse bis zu CHF 20'000.00 bestraft (§ 53 WJG). 

 

6.4 In Bezug auf die Tatkomponenten ist die objektive Tatschwere im untersten Bereich 

anzusiedeln. Der Beschuldigte hat sich nicht etwa ein wertvolles oder seltenes Tier angeeignet. 

Es wurde lediglich ein ‒ rein wirtschaftlich betrachtet ‒ wertloses, verstümmeltes Rehkitzkada-

ver der nächsten Sammelstelle zur fachgerechten Entsorgung zugeführt. Auch im Falle einer 

gehörigen Meldung wäre es dort entsorgt worden. Wie der als Zeuge befragte Wildhüter B.____ 

vor der Berufungsinstanz erklärte, diene die Information lediglich statistischen Zwecken. Er 

müsse ein "Wildbuch" führen, worin die "Abgänge" eingetragen würden. Daher "wäre es gut", 

wenn er wüsste, was "gegangen" sei (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 15). Weiter 

kann sich das Kantonsgericht der vorinstanzlichen Erwägung, wonach der Beschuldigte das 

Geschehene wohl gerade habe verheimlichen wollen (E. II./3.1 des angefochtenen Urteils), 

nicht anschliessen. Wahrscheinlicher ist, dass er sich davor fürchtete, bei den anderen Landwir-

ten in der Umgebung in Verruf zu geraten (supra E. II./4.2), wofür ein gewisses Verständnis 

aufgebracht werden kann. Insgesamt liegt bloss ein sehr leichtes Verschulden vor, und eine 

Busse von CHF 400.00 erscheint dem angemessen Rechnung zu tragen. 

 

6.5 Zu den Täterkomponenten ist festzuhalten, dass das Vorleben des Beschuldigten 

grundsätzlich keine strafzumessungsrelevanten Besonderheiten aufweist, welche ihn im Hin-

blick auf die Höhe der Strafe in erwähnenswerter Weise belasten oder entlasten würden. Für-

wahr ist er im Strafregister mit einer (einzigen) bedingten Vorstrafe von 20 Tagessätzen vom 

10. November 2020 wegen Verstosses gegen das Bundesgesetz über den Schutz der Gewäs-

ser (Gewässerschutzgesetz, GSchG, SR 814.20) und das Bundesgesetz über die Fischerei 

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(BGF, SR 923.0) verzeichnet. Zu behaupten, damit habe er gezeigt, dass rechtliche Gebote und 

Verbote für ihn keine Geltung hätten (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 26), geht ent-

schieden zu weit. Daher bleibt es bei der aufgrund der Tatkomponenten auf CHF 400.00 fest-

gesetzten Busse, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall deren schuldhaften Nichtbezah-

lung praxisgemäss auf vier Tage festzulegen ist. 

 

 

7. Widerruf der bedingt ausgesprochenen Vorstrafe vom 10. November 2020 

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu 

erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe 

oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). Ist hingegen nicht zu erwarten, dass 

der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das Gericht auf einen Widerruf. Es 

kann den Verurteilten diesfalls verwarnen oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der im 

Urteil festgesetzten Dauer verlängern. Für die Dauer der verlängerten Probezeit kann das Ge-

richt Bewährungshilfe anordnen und Weisungen erteilen (Art. 46 Abs. 2 StGB). 

Das am 18. Mai 2022 begangene, neue Delikt im Sinne der Aneignung eines toten Tieres fällt in 

den letzten sechs Monaten der zweijährigen Probezeit der bedingt ausgesprochenen Vorstrafe. 

Nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Einschlägigkeit der einzigen Vorstrafe attestiert das Kan-

tonsgericht dem Beschuldigten nach wie vor eine günstige Legalprognose. Demnach ist sowohl 

auf einen Widerruf des bedingten Vollzugs als auch auf eine Verlängerung der Probezeit zu 

verzichten. 

 

 

III. Kosten 

(...) 

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Landschaft vom 

7. Juni 2023, auszugsweise lautend: 

 

"1. A.____ wird der Tierquälerei (Misshandlung eines Tieres), der 

Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Jagd und 

den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Tötung eines 

jagdbaren Tieres) und der Widerhandlung gegen das Wildtier- 

und Jagdgesetz BL (Aneignung von toten Tieren) schuldig er-

klärt und verurteilt 

 

 zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tages-

sätzen zu je CHF 80.00, 

 

 bei einer Probezeit von 4 Jahren sowie 

 

 zu einer Busse von CHF 1'000.00, 

 

 im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 3 lit. a 

TSchG und Art. 4 Abs. 2 TSchG i.V.m. Art. 16 Abs. 1 TSchV; 

Art. 17 Abs. 1 lit. a JSG; § 36 Abs. 1 WJG BL i.V.m. § 53 WJG 

BL; Art. 34 StGB; Art. 42 Abs. 1 StGB; Art. 44 Abs. 1 StGB; 

Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB. 

 

 2. A.____ wird vom Vorwurf der Tierquälerei (Anklageschrift 

Ziff. 2, qualvolle Tötung eines Tieres) freigesprochen. 

 

 3. Die am 10. November 2020 von der Staatsanwaltschaft Solo-

thurn bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen 

zu je CHF 130.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren, wird in 

Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht für vollziehbar er-

klärt. Hingegen wird die Probezeit um 1 Jahr verlängert. 

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Seite 37  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorver-

fahrens von CHF 995.00 und der Gerichtsgebühr von 

CHF 2'000.00. 

 

 A.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 

Abs. 1 StPO. 

 

 (...)" 

 

wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten 

sowie in Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft wie 

folgt neu gefasst: 

 

1. A.____ wird der Widerhandlung gegen das Wildtier- und Jagd-

gesetz BL (Aneignung von toten Tieren) schuldig erklärt und 

verurteilt 

 

 zu einer Busse von CHF 400.00, 

 

 im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen, 

 

 in Anwendung von § 36 Abs. 1 WJG BL i.V.m. § 53 WJG BL 

und Art. 106 StGB. 

 

2. A.____ wird von den Vorwürfen der mehrfachen Tierquäle-

rei (Misshandlung und qualvolle Tötung eines Tieres) so-

wie der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die 

Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel 

(Tötung eines jagdbaren Tieres) freigesprochen. 

 

3. Die am 10. November 2020 von der Staatsanwaltschaft Solo-

thurn bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen 

zu je CHF 130.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren, wird in 

Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht für vollziehbar er-

klärt. Die Probezeit wird nicht verlängert. 

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Seite 38  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorver-

fahrens von CHF 995.00 sowie der Gerichtsgebühr von 

CHF 2'000.00, werden in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 

StPO zu 10% (ausmachend total CHF 299.50) A.____ aufer-

legt und gehen zu 90% (ausmachend total CHF 2'695.50) 

zu Lasten des Staates. 

 

 II. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 8'000.00, beinhaltend 

eine Gebühr von CHF 7'850.00 sowie Auslagen von CHF 150.00, 

werden zu 10% (ausmachend total CHF 800.00) A.____ auferlegt 

und gehen zu 90% (ausmachend total CHF 7'200.00) zu Lasten des 

Staates. 

 

 III. A.____ wird für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung in 

der Höhe von insgesamt CHF 6'775.40 (inklusive Auslagen von 

CHF 193.90, 7.7% Mehrwertsteuer von CHF 138.70 für Aufwände 

im Jahre 2023 und 8.1% Mehrwertsteuer von CHF 347.80 für Auf-

wände im Jahre 2024) aus der Staatskasse entrichtet. 

 

 IV. (Mitteilung) 

 

 

Präsident 

 

 

Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 

 

 

Pierre Comment 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

 

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