# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc7230df-cd4c-5c27-ba13-32949a796b1b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 29.09.2003 ZF 2003 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-22_2003-09-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 29. September 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 22 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgericht

Präsident Brunner, Kantonsrichter Heinz-Bommer, Lazzarini, Rehli und Sutter-Am-
bühl, Aktuar ad hoc L. Duff

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In der zivilrechtlichen Berufung

des A., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch lic. iur. Claudia Ziörjen, c/o 
Anwaltsbüro Buchli, Caviezel, Just, Postfach 414, Masanserstrasse 35, 7001 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 12. März 2003, mitgeteilt am 28. März 
2003, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen die G e m e i n d e  B . , 
Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. oec. HSG Reto 
Marugg, Postfach, Maienfelderstrasse 2, 7310 Bad Ragaz,

betreffend Erstreckung eines Mietverhältnisses,

hat sich ergeben:

A. Am 15. Oktober 1980 schloss A. mit der Gemeinde B. einen unbefris-
teten Mietvertrag über die Liegenschaft “X.” in B. ab. Bei dieser handelt es sich um 

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ein nach dem 1. Weltkrieg im heutigen Umfang errichtetes Einfamilienhaus mit Ga-
ragenanbau, Stall sowie etwa 2'000 m2 Umschwung. In den Jahren 1964 und 1982 
wurden nach Angaben der Gemeinde B. einige Renovationsarbeiten durchgeführt. 
Die Gebäulichkeiten befinden sich im übrigen Gemeindegebiet, der Boden in der 
Landwirtschaftszone 1. Dem Berufungskläger ist die Benutzung der gesamten Lie-
genschaft gestattet, wobei der gegenwärtige bauliche Zustand des Mietobjekts nicht 
die Bewohnung sämtlicher Räume ermöglicht. Der monatliche Mietzins beläuft sich 
derzeit auf Fr. 450.--. Das Wohnhaus ist nicht ans Kanalisationsnetz angeschlos-
sen, die Erstellung der entsprechenden Leitung ist jedoch vorgesehen und wird von 
der Gemeinde vorfinanziert. Anlässlich einer am 8. Februar 2002 durchgeführten 
Brandschutzkontrolle beanstandete das Feuerpolizeiamt verschiedene Mängel an 
den Öfen und setzte der Eigentümerin Frist, diese bis zum 31. Mai 2002 zu behe-
ben. Auf Gesuch hin wurde diese mit Schreiben vom 6. November 2002 bis zum 31. 
August 2003 verlängert. 

B. Im Jahre 1996 wurde der Berufungkläger erstmals über die Verkaufs-
absichten der Gemeinde in Kenntnis gesetzt. In der Folge hat ein solcher  jedoch 
nicht stattgefunden. Schliesslich gelangte die Gemeinde B. am 12. Februar 2002 
erneut an A. und orientierte ihn über ihre Verkaufsabsichten. Zusätzlich wurde dem 
Berufungskläger eröffnet, dass der Mietvertrag - unter Vorbehalt der Genehmigung 
des Verkaufs durch die Gemeindeversammlung - voraussichtlich auf Ende Septem-
ber 2002 gekündigt werde. Nach der Publikation entsprechender Inserate im Be-
zirksamtsblatt meldeten sich zahlreiche Interessenten, woraufhin in den Monaten 
April und Mai 2002 verschiedene Hausbesichtigungen stattfanden. Am 27. Juni 
2002 kündigte die Gemeinde das Mietverhältnis frist- und formgerecht auf den 30. 
September 2002. In einem gleichentags verfassten Begleitschreiben bot man dem 
Berufungskläger Hilfe bei der Suche nach geeigneten Ersatzobjekten an. Davon 
machte A. jedoch keinen Gebrauch. An der Gemeindeversammlung vom 5. Dezem-
ber 2002 wurde dem Verkauf an einen Interessenten zu einem Kaufpreis von Fr. 
550'000.-- mit 133 Ja- zu 22 Neinstimmen definitiv stattgegeben. Bereits am 9. Ok-
tober 2002 war die Zustimmung mit 130 zu 45 Stimmen erfolgt, das Geschäft wurde 
aber wegen formeller Mängel - Verletzung der Ausstandspflicht durch den Kaufin-
teressenten, welcher an der Versammlung mitgewirkt hatte - neu traktandiert. 

C. Nach ausgesprochener Kündigung gelangte A. mit Eingabe vom 24. 
Juli 2002 innert der in Art. 273 Abs. 2 OR vorgesehenen Frist an die Schlichtungs-
behörde für Mietsachen des Bezirks Landquart mit dem Begehren, es sei das Miet-
verhältnis um das gesetzliche Höchstmass von vier Jahren zu erstrecken. Mit Ent-

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scheid vom 2. September 2002, mitgeteilt am 5. September 2002, hiess die Schlich-
tungsbehörde das Begehren teilweise gut und gewährte dem Berufungskläger eine 
Erstreckung bis zum 31. März 2003. Mit Prozesseingabe vom 1. Oktober 2002 beim 
Bezirksgericht Landquart erneuerte A. sein Begehren. In ihrer Prozessantwort vom 
22. Oktober 2002 trug die Gemeinde B. auf kostenfällige Abweisung des Gesuchs 
an. Das Bezirksgericht Landquart  erkannte in seinem Urteil vom 12. März 2003, 
mitgeteilt am 28. März 2003, was folgt:

"1. Die Klage wird abgewiesen.

 2. Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Landquart, beste-
hend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr.   2’800.--
- einer Schreibgebühr von Fr.   460.--   
- den Barauslagen von Fr.  240.--
total somit Fr. 3’500.--

werden dem Kläger auferlegt. Dieser hat der Beklagten überdies 
eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 3'141.80 (Mehrwert-
steuer inbegriffen) zu bezahlen. Das Verfahren vor der Schlich-
tungsbehörde ist kostenlos (Art. 274d Abs. 2 OR).

3. (Mitteilung).” 

D. Gegen das am 28. März 2003 mitgeteilte Urteil liess A. durch seine 
Rechtsvertreterin innert Frist am 22. April 2003 Berufung einlegen, mit den folgen-
den Rechtsbegehren: 

 "1. Es seien die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs des angefochtenen 
Urteils in Gutheissung der Berufung aufzuheben und es sei das 
Mietverhältnis betreffend Einfamilienhaus auf der Liegenschaft 
“X.”, welches auf den 30. September 2002 gekündigt wurde, auf 
das erlaubte Höchstmass, das heisst um vier Jahre, zu erstre-
cken.

 2. Unter voller  Kosten- und Entschädigungsfolge für das Verfahren 
vor Bezirksgericht Landquart und vor Kantonsgericht Graubünden 
zu Lasten der Berufungsbeklagten.”

In prozessrechtlicher Hinsicht wurde die Einholung einer Expertise zur Frage 
über die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierung und deren Auswirkungen auf 
den Mietzins beantragt. Eventualiter sei ein Augenschein sowohl ausser- wie auch 
innerhalb der Liegenschaft vorzunehmen. Ebenso sei ein Gutachten über den phy-
sischen und psychischen Gesundheitszustand des Berufungsklägers zu erstellen. 

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Nach Anordnung des schriftlichen Verfahrens gemäss Art. 224 Abs. 2 ZPO 
erstattete der Berufungskläger die schriftliche Berufungsbegründung am 24. Juli 
2003. Darin wurde insbesondere aufgeführt, beim Berufungskläger habe aufgrund 
der langen Mietdauer von 22 Jahren begründetes Vertrauen auf eine längerfristige 
Bindung bestanden; überdies sei A. mit seiner näheren Umgebung sehr verwurzelt. 
Auch die gesundheitlichen Beschwerden - Diabetes und eine langjährig bestehende 
Sehbehinderung - hätten zur Folge, dass für die Suche nach einem geeigneten Er-
satzobjekt mehr Zeit benötigt werde. Im Übrigen könne dem Berufungskläger nicht 
der Vorwurf gemacht werden, er habe sich nicht ernsthaft um eine andere Wohnung 
bemüht. Zum einen seien gut ausgerüstete Wohnungen nicht an jeder Ecke zu fin-
den, zum anderen könne A., da er sei ganzes bisheriges Leben in B. verbracht habe, 
sehr gut beurteilen, ob die inserierten Wohnungen für ihn geeignete Objekte seien. 
Zudem sei er wegen seines geringen Einkommens auf eine preisgünstige Wohnung 
angewiesen; gerade dort herrsche aber erwiesenermassen der grösste Mangel. 
Beim Berufungskläger liege somit eine Härtesituation vor. Die vorzunehmende In-
teressenabwägung falle klar zu seinen Gunsten aus, da die Gemeinde B. rein finan-
zielle Interessen geltend mache, welche als solche nicht schützenswert seien. 

E. In ihrer Berufungsantwort vom 26. August 2003 trug die Gemeinde B. 
auf kostenfällige Abweisung der Berufung an. Zur Sache führte sie zunächst aus, 
die beim Berufungskläger bestehende Zuckerkrankheit hindere ihn nicht an einem 
allfälligen Umzug; die Sehbehinderung stelle insofern keinen Härtegrund dar, als 
diese durch eine Mieterstreckung nicht gemildert werden könne. Im Übrigen sei A. 
immer wieder über die Verkaufsabsichten der Berufungsbeklagten orientiert wor-
den, weshalb bei ihm kein begründetes Vertrauen in eine längerfristige oder gar 
immerwährende Miete geweckt worden sei. Die umfassende Renovationsbedürftig-
keit des Mietobjektes sei hinreichend ausgewiesen; die Erstellung einer diesbezüg-
lichen Expertise sei unnötig. Die finanziellen Verhältnisse seien keinesfalls derart 
prekär, dass er zwingend auf eine sehr günstige Wohnung angewiesen wäre. A. 
habe auch keinen Anspruch darauf, sich nur an seinem bisherigen Wohnort B. nach 
einem geeigneten Objekt umzusehen, sondern müsse auch die nähere Umgebung 
mit einbeziehen. Ausreichende Suchbemühungen seien seit Empfang der Kündi-
gung bis zum heutigen Zeitpunkt nicht erfolgt. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochte-
nen Urteil, wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

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Das Kantonsgericht zieht in Erwägung :

1. Gegen Entscheide der Bezirksgerichte in Mietsachen gemäss Art. 36 
der Vollziehungsverordnung zum OR kann gemäss Art. 39 VVzOR in Verbindung 
mit Art. 218 ff. ZPO innert zwanzig Tagen seit Mitteilung Berufung erklärt werden. 
Nach Art. 51 Abs. 1 lit. a OG ist im kantonalen Entscheid festzustellen, ob der erfor-
derliche Streitwert von Fr. 8'000.-- (Art. 46 OG) erreicht ist, sofern dies ohne erheb-
liche Weiterung möglich ist. Massgebend ist nach allgemeiner schweizerischen 
Lehre und der Praxis des Kantonsgerichtes der im Zeitpunkt der Ausfällung der an-
gefochtenen Entscheidung noch vorhandene Streitwert, unter Abrechnnung der im 
Laufe des Verfahrens fallen gelassenen oder anerkannten Begehren (PKG 1994 Nr. 
15). Gemäss angefochtenem Urteil hatte der Berufungskläger eine Erstreckung des 
Mietverhältnisses um die gesetzliche Maximaldauer von vier Jahren beantragt; 
massgeblicher Streitwert ist demnach der in dieser Periode fällig werdende Mietzins 
(Frank/Sträuli/Messmer: Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auf-
lage, Zürich 1997, N 12 zu §18), welcher unbestrittenermassen Fr. 8'000.-- über-
steigt. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Berufung kann folglich 
eingetreten werden.

2. Der Berufungskläger stellt in beweisrechtlicher Hinsicht den Antrag auf 
Einholung einer Expertise zur Frage, welche Sanierungen als dringend notwendig 
erscheinen und wie sich allfällige Renovationen und der zu erstellende Kanalisati-
onsanschluss auf die Höhe der Miete auswirken werden. Ein weiteres Gutachten 
habe sich über den physischen und psychischen Gesundheitszustand des Beru-
fungsklägers und die Zumutbarkeit eines Auszugs im gegenwärtigen Zeitpunkt zu 
äussern. Schliesslich wird im Rahmen eines Eventualantrags die Durchführung ei-
nes Augenscheins innerhalb und ausserhalb der Liegenschaft anbegehrt.

a) In diesem Zusammenhang hält Art. 226 Abs. 1 ZPO fest, dass neue Be-
weismittel vor der Berufungsinstanz ausser im Falle der Revision nicht mehr ange-
rufen werden können. Beweismittel hingegen, welche vor erster Instanz fristgemäss 
angemeldet, aber nicht abgenommen worden sind, können auf Begehren der Par-
teien erhoben werden, sofern sie für die Beurteilung von wesentlicher Bedeutung 
sein können. Die Expertise betreffend Notwendigkeit einer Gesamtsanierung hat 
der Berufungskläger im erstinstanzlichen Verfahren erst in seiner Stellungnahme 
vom 13. Januar 2003 und damit verspätet beantragt, beschränkt sich deren Inhalt 
doch gemäss Art. 87 Abs. 2 ZPO auf die Erhebung von Einreden gegen Zeugen 
und Expertisen, welche in der letzten Rechtsschrift - vorliegend der Duplik der Ge-

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meinde B. vom 17. Dezember 2002 - beantragt wurden. Gleich verhält es sich mit 
der Expertise betreffend den Gesundheitszustand des Berufungsklägers, stellt doch 
auch diese ein im Berufungsverfahren unzulässiges Novum dar. Ebensowenig 
wurde im vorinstanzlichen Verfahren die Durchführung eines Augenscheins ver-
langt; das Novenverbot beansprucht auch in Bezug auf dieses Beweismittel Gel-
tung. 

b) Das Kantonsgericht kann indes von Amtes wegen Sachverständigengut-
achten einholen, Augenscheine durchführen und die Parteien zur Beweisaussage 
zulassen (Art. 226 Abs. 2 ZPO). Dazu besteht vorliegend jedoch kein Anlass. Aus 
den Verfahrensakten ergibt sich eindeutig, dass das Gebäude nach dem ersten 
Weltkrieg im heutigen Umfang erstellt und gemäss Angaben der Gemeinde B. in 
den Jahren 1964 und 1982 einigen - nicht näher umschriebenen - Renovationsar-
beiten unterzogen wurde (vgl. BB 2). Gemäss rechtskräftiger Verfügung des Feuer-
polizeiamtes des Kantons Graubünden vom 18. Februar 2002 ist die Feuerungsein-
richtung im Mietobjekt zu renovieren, da sie entweder defekt ist (Stubenofen sowie 
Feuerungstüre in der Küche), nicht mehr den Vorschriften entspricht (Badofen, wel-
cher vom Kamin abzutrennen ist) oder nicht vollständig ist (fehlender Verputz am 
Kamin im Estrich). Die Frist zur Behebung wurde letztmals bis zum 31. August 2003 
verlängert (BB 15). Im Übrigen bedarf es keiner besonderen Fachkenntnisse, um 
die Sanierungsbedürftigkeit des vom Berufungskläger bewohnten Einfamilienhau-
ses beurteilen zu können. Nimmt man die von Lehre und Praxis anerkannten Richt-
werte für die Lebensdauer von Enrichtungsgegenständen zum Massstab, so ergibt 
sich mit Ausnahme des eigentlichen Rohbaus (40 bis 100 Jahre) ein maximaler zeit-
licher Gebrauchswert von 40 Jahren; bei den Öfen (Schweden- und Holzofen) be-
trägt dieser 25 Jahre (Lachat, David/Stoll, Daniel/Brunner, Andreas: Mietrecht für 
die Praxis, 4. Auflage, Zürich 1999, Anhang VIII). Bei dieser Sachlage kann aus 
zureichenden Gründen der Schluss gezogen werden, das Objekt erweise sich als 
renovationsbedürftig. Dass eine Gesamtsanierung schlechterdings Unbewohnbar-
keit einer Baute voraussetzt, kann nicht ernsthaft behauptet werden. Abgesehen 
davon macht es durchaus Sinn, die vom Feuerpolizeiamt beanstandeten Mängel im 
Rahmen einer umfassenden Sanierung - mit gleichzeitiger Erstellung des Kanalisa-
tionsanschlusses - zu beheben, anstatt nur die notwendigsten Unterhaltsarbeiten 
auszuführen. Den Feststellungen der Vorinstanz, welche sich anlässlich des Au-
genscheins unmittelbar ein Bild vom Zustand der Liegenschaft gemacht hat, ist im 
Ergebnis zu folgen. Es ist unerfindlich, inwiefern eine Expertise zu einem anderen 
Ergebnis gelangen sollte. Schliesslich ist nicht nur die Bewohnbarkeit eines Gebäu-
des zu beurteilen, sondern auch, ob der Ausbaustandard und der Zustand der Ein-

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richtungen ein sicheres Wohnen zulassen - letzteres ist in Bezug auf die Feuerungs-
anlage nicht mehr der Fall. An diesem Schluss würde auch die als Eventualantrag 
vorgebrachte Durchführung eines Augenscheins innerhalb und ausserhalb des Ge-
bäudes nichts ändern. Zum einen hat die Vorinstanz das Objekt - von aussen - be-
sichtigt und dieses als umfassend sanierungsbedürftig bezeichnet (S. 14), zum an-
deren ist im Lichte der vorstehenden Erwägungen schlechterdings nicht zu erwar-
ten, dass sich die Inneneinrichtung aufgrund ihres Alters in einem Zustand befindet, 
der den heutigen Anforderungen genügt. Auf das subjektive Empfinden des Beru-
fungsklägers kann es dabei jedenfalls nicht ankommen; allenfalls vorhandene, be-
scheidene Ansprüche bezüglich Wohnqualität vermögen nicht darüber hinweg-
zutäuschen, dass bei objektiver Betrachtung die Renovationsbedürftigkeit ausge-
wiesen ist. 

c) Auch die Beurteilung des gesundheitlichen Zustandes des Berufungsklä-
gers kann aufgrund der bestehenden Verfahrensakten erfolgen. Es liegen insge-
samt drei Zeugnisse verschiedener Ärzte im Recht. Bei Dr. med. H. und Dr. med. 
C. - letzterer ist der Hausarzt des Berufungsklägers - handelt es sich um Personen, 
welche A. wegen der bestehenden Sehbehinderung und der Altersdiabetes seit vie-
len Jahren kennen und seinen gesundheitlichen Zustand zuverlässig beurteilen 
können. Von einer Expertise sind keine neuen und für das Berufungsverfahren we-
sentlichen Erkenntnisse zu erwarten. Die Beantwortung der Frage nach der Zumut-
barkeit eines Umzuges im gegenwärtigen Zeitpunkt setzt keine Fachkenntnisse vor-
aus, über welche die Mitglieder des Kantonsgerichts nicht verfügen. Im Übrigen geht 
es im vorliegenden Verfahren wohl mehr darum, ob der Umzug zu einem späteren 
Zeitpunkt für A. mit weniger Unannehmlichkeiten verbunden sein wird. Dr. med. P. 
weist zwar darauf hin, dass der Berufungskäger aufgrund der Progredienz des de-
menziellen Syndroms einen Wechsel zu einem späteren Zeitpunkt besser verkraf-
ten werde, doch beruht diese Schlussfolgerung auf der Grundlage einer einzigen 
Konsultation, ohne dass sichere Kenntnis über das tatsächliche Bestehen einer be-
ginnenden Demenz vorhanden wäre. Bezüglich der übrigen, eingangs erwähnten 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen wird auf die Beurteilung des Hausarztes, Dr. 
med.  C., verwiesen. Es entspricht aber gerade einer Erfahrenstatsache des Le-
bens, dass angesichts des hohen Alters des Berufungsklägers keine wesentliche 
Besserung der bestehenden Sehbehinderung und der Altersdiabetes zu erwarten 
ist. Dass eine Expertise diesbezüglich zu einem anderen Schluss führen würde, er-
scheint als äusserst unwahrscheinlich. Sollte sich beim Berufungskläger - was sich 
offenbar erst nach längeren Gesprächen zeigen würde - tatsächlich eine begin-

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nende Demenz abzeichnen, so könnte diese durch einen im Rahmen einer Mieter-
streckung gewährten zeitlichen Aufschub nicht gemildert werden.

3. Der Mieter kann die Erstreckung eines befristeten oder unbefristeten 
Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung der Miete für ihn oder seine Fa-
milie eine Härte zur Folge hätte, die durch die Interessen des Vermieters nicht zu 
rechtfertigen wäre (Art. 272 Abs. 1 OR). 

a) Unter den Begriff der Härte zu subsumieren sind die den Mieter oder seine 
Familie persönlich treffenden besonderen Schwierigkeiten und Probleme, die es 
ihm verunmöglichen oder mindestens erschweren, innert der bis zur Vertragsbeen-
digung verbleibenden Zeit ein ihm zumutbares Ersatzobjekt zu finden. Die Erstre-
ckung soll eine Milderung der nachteiligen Folgen der Kündigung bewirken, welche 
der Verlust des bisherigen Lebensmittelpunktes mit sich bringt (SVIT-Kommentar 
Mietrecht, Zürich 1991, N 15 ff. zu Art. 272 OR; BGE 105 II 198 und 116 II 448). 
Von einer besonderen Intensität müssen diese Umstände zwar nicht sein, doch fal-
len die üblichen, mit einem Umzug verbundenen Umtriebe und Folgen als Härte-
gründe ebenso ausser Betracht wie all jene Umstände, deren Auswirkungen die 
Suche nach einem Ersatzobjekt zwar behindern, aber durch Zeitablauf nicht gemil-
dert werden können. Dies erfordert in jedem Einzelfall das Anstellen einer Prognose 
darüber, ob der Auszug für den Mieter zu einem späteren Zeitpunkt weniger nach-
teilig sein wird als im vorgesehenen Zeitpunkt (Higi, Peter: Kommentar zum Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuch, Obligationenrecht, Die Miete, Art. 271-274g OR, 4. Auf-
lage, Zürich 1996, N 86 ff. zu Art. 272). Von vorneherein keine Härte zu begründen 
vermag der Wunsch des Mieters, länger oder gar für “immer” im Mietobjekt zu ver-
bleiben. Ebensowenig hat die Erstreckung zum Zweck, den Mieter möglichst lange 
von günstigem Mietraum profitieren zu lassen (Weber, Roger: Kommentar zum 
Schweizerischen Obligationenrecht I, Art. 1-529 OR, Basel 2003, N 3 zu Art. 272 
OR).

b) Ob eine Härte vorliegt, beurteilt sich anhand aller wesentlichen Umstände 
des konkreten Einzelfalls. Dabei obliegt es trotz der auch für das Erstreckungsver-
fahren geltenden Untersuchungsmaxime dem Mieter, den Nachweis für das Beste-
hen einer Härtesituation zu erbringen, ersetzt diese doch weder die Behauptungs- 
noch die Beweislast einer Partei (Higi, a.a.O., N 237 ff. zu Art. 272; SVIT-Kommen-
tar, a.a.O., N 60 ff. zu Art. 272). Als zu berücksichtigende Kriterien fallen insbeson-
dere die Umstände des Vertragsschlusses und der Inhalt des Vertrags, die Dauer 
des Mietverhältnisses, die persönlichen, familiären und wirtschaftlichen Verhält-

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nisse der Parteien und deren Verhalten sowie die Verhältnisse auf dem örtlichen 
Markt für Wohn- und Geschäftsräume in Betracht (Art. 272 Abs. 2 OR). Ein allfälliger  
Eigenbedarf des Vermieters (Art. 272 Abs. 2 lit. d OR) sowie weitere, auf Vermie-
terseite bestehende Interessen sind erst dann in die Beurteilung mit einzubeziehen, 
wenn seitens des Mieters das Vorliegen einer Härte bejaht wird und demzufolge 
eine Interessenabwägung stattzufinden hat (Higi, a.a.O., N 90 ff.). Der gegenteili-
gen, von einem Teil der Lehre vertretenen Meinung (vgl. die Nachweise bei Higi, 
ebenda), wonach eine Interessenabwägung bereits bei Prüfung des Vorliegens ei-
ner Härtesituation zu erfolgen hat, vermag sich das Kantonsgericht nicht anzusch-
liessen. Im Übrigen ist diese Frage ohne allzu weitreichende Bedeutung, lässt sich 
doch eine Härte auch ohne nähere Berücksichtigung der Vermieterinteressen fest-
stellen. Der Richter ist angewiesen, nach dem zu urteilen, was ihm im konkreten 
Einzelfall unter Würdigung aller relevanter Umstände als recht und billig erscheint. 
Es steht ihm mit anderen Worten ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Dabei ist 
zu beachten, dass Recht und Billigkeit im Sinne von Art. 4 ZGB nicht zwei vonein-
ander verschiedene Beurteilungsgrundlagen sind, sondern die Billigkeit selbst zum 
Recht gehört. Der Richter hat dabei alle sachlich wesentlichen Umstände des Ein-
zelfalls zu berücksichtigen und seinen Entscheid nach objektiven und nachvollzieh-
baren Gesichtspunkten zu treffen (Honsell, Heinrich: Kommentar zum Zivilgesetz-
buch, Band I, Art. 1-456 ZGB, 2. Auflage, Basel 2002, N 8 f. zu Art. 4). In diesem 
Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Aufzählung in Art. 272 Abs. 2 OR nicht 
abschliessend ist und je nach den konkreten Verhältnissen weitere Härtegründe auf 
Seiten des Mieters in Betracht fallen (Lachat/Stoll/Brunner, a.a.O., S. 572).

c) Mit der Vorinstanz ist überdies festzuhalten, dass die Gemeinde B. das 
Mietverhältnis form- und fristgerecht auf den 30. September 2002 gekündigt hat (KB 
5). Ausschlussgründe im Sinne von Art. 272a Abs. 1 OR, welche einer Erstreckung 
von vornherein entgegenstehen, fehlen. Ferner hat die Berufungsbeklagte dem Be-
rufungskläger aktenkundig auch keinen konkreten, gleichwertigen Ersatz (Art. 272a 
Abs. 2 OR) angeboten, so dass auch in dieser Hinsicht nichts gegen eine Erstre-
ckung spricht. Im Begleitschreiben zur Kündigung vom 27. Juni 2002 (BB 2) wird 
lediglich ausgeführt, der Gemeindepräsident erteile dem Berufungskläger bei Be-
darf gerne Auskunft über freie Miethäuser oder Mietwohnungen in B.. Auch der Hin-
weis, man habe zwischenzeitlich die Suche nach allfälligen Alternativen nicht unter-
lassen, stellt kein rechtsgenügliches Angebot eines zumutbaren und gleichwertigen 
Ersatzobjektes dar. Diesbezüglich wird nämlich vorausgesetzt, dass der Vermieter 
dem Mieter ein Mietobjekt konkret bezeichnet, damit er es auf Gleichwertigkeit be-

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ziehungsweise auf seine objektiven Bedürfnisse überprüfen kann (Higi, a.a.O., N 70 
ff. zu Art. 272a OR).

4. Nach dem Dargelegten stellt sich somit zunächst die Frage, ob beim 
Berufungskläger infolge der Beendigung des Mietverhältnisses eine Härte entsteht. 
Weiter wird - im Rahmen einer vorzunehmenden Interessenabwägung - allenfalls 
zu prüfen sein, ob diese Härte das Interesse der Berufungsbeklagten an der Been-
digung des Mietverhältnisses überwiegt. 

a) Unbestritten ist, dass das Mietverhältnis mit dem Berufungskläger im Zeit-
punkt der Auflösung 22 Jahre gedauert hat. Eine lange Mietdauer vermag für sich 
allein eine Härtesituation in aller Regel nicht zu begründen; insbesondere kann auch 
ein langjähriges Mietverhältnis weder beim Mieter noch beim Vermieter hinreichen-
des Vertrauen auf Weiterführung begründen, kann dieses doch beidseits mit einer 
Kündigungsfrist von drei Monaten aufgelöst werden (Art. 266c OR). Unerheblich ist 
in diesem Zusammenhang aber, dass A. gemäss den Ausführungen der Vorinstanz 
damit rechnen musste, die Liegenschaft werde früher oder später verkauft. Gewiss 
wurden solche Absichtserklärungen seitens der Berufungsbeklagten mehrmals - un-
ter anderem im Jahre 1996 - vorgebracht; nichtsdestotrotz wurde das Mietverhältnis 
aber danach jahrelang weitergeführt. Konkret mit einer Veräusserung musste der 
Berufungskläger erst dann rechnen, als ihn die Berufungsbeklagte am 12. Februar 
2002 über die Ausschreibung des Objekts zum Verkauf in Kenntnis setzte und in 
den Monaten April und Mai 2002 verschiedene Hausbesichtigungen mit Kaufinter-
essenten stattfanden. Zur Vornahme von Suchbemühungen war A. - wie noch auf-
zuzeigen sein wird - erst verpflichtet, als die Berufungsbeklagte die Kündigung 
tatsächlich ausgesprochen hatte. Erst zu diesem Zeitpunkt bestanden hinreichend 
klare Verhältnisse (Weber, Basler Kommentar, a.a.O., N 14 zu Art. 272 OR). Die 
grundsätzliche Annahme einer Härtesituation bei hochbetagten Leuten - A. ist mitt-
lerweile 81 Jahre alt - und bei langer Mietdauer ist allerdings mit dem Sinn und 
Zweck des Erstreckungsrechts nicht vereinbar. Zweifellos ist ein Umzug im hohen 
Alter für den Betroffenen mit grösseren Unannehmlichkeiten verbunden als für einen 
jungen Mieter. Dies entspricht indes dem Lauf des Lebens, weshalb es sich nicht 
von vorneherein sagen lässt, ältere Leute benötigten mehr Zeit, um sich auf eine 
veränderte Situation einzustellen (vgl. SVIT-Kommentar, a.a.O., N 19 zu Art. 272 
OR). Der Entscheid über das Vorliegen einer Härte ist aufgrund sämtlicher Um-
stände des Einzelfalles zu treffen; es gibt keine a priori vorrangigen Interessen (Higi, 
a.a.O., N 124 zu Art. 272 OR). Wenn man nun die lange Mietdauer und das hohe 
Alter eines Mieters ohne Berücksichtigung weiterer Umstände - vergebliche Such-

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bemühungen, körperliche Behinderungen, prekäre finanzielle Verhältnisse, Orts- 
oder Quartierbezogenheit und dergleichen mehr -  als für die Gewährung einer Er-
streckung genügend erachten würde, käme dies der unzulässigen Schaffung eines 
absoluten Erstreckungsgrundes gleich. Bei langdauernden Mietverhältnissen wie 
dem vorliegenden muss aber eine allfällig bestehende besondere Verwurzelung mit 
einem bestimmten Ort oder Quartier berücksichtigt werden, welche allenfalls härte-
begründend sein kann (SVIT-Kommentar, a.a.O., N 19 zu Art. 272 OR). A. hat sein 
ganzes Leben in B. verbracht, davon 22 Jahre in der Liegenschaft “X.”. Es besteht 
somit zweifellos eine intensive Beziehung zu diesem Ort. Insoweit geht die Vorin-
stanz fehl, wenn sie geltend macht, die täglichen Fahrten des Berufungsklägers 
nach Landquart mit dem Zug oder mit dem Mofa würden sein gewohntes Umfeld 
erheblich ausweiten und ebenso eine Verwurzelung mit Landquart offenbaren (vgl. 
S. 8). Offenbar besucht er im dortigen Altersheim regelmässig Bürger oder frühere 
Einwohner von B., woraus erhellt, dass der Berufungskläger nicht nur eine emotio-
nale Bindung zu seiner Wohngemeinde hat, sondern dort auch soziale Kontakte 
pflegte und immer noch aufrecht erhält. Auch wenn A. somit zuzugestehen ist, seine 
Suchbemühungen grundsätzlich auf B. zu beschränken, so ist gleichzeitig festzu-
halten, dass er sich auch im Rahmen eines ersten Erstreckungsverfahrens nach 
Erhalt der Kündigung ernsthaft um Ersatzraum bemühen muss und er alles ihm Zu-
mutbare zu unternehmen hat, um eine Härte abzuwenden (Weber, Basler Kommen-
tar, a.a.O., N 13 zu Art. 272 OR). Diesbezüglich ist auf die individuellen Verhältnisse 
abzustellen; von einem kranken oder körperlich behinderten Mieter kann erwartet 
werden, dass er Dritte (etwa Verwandte oder Freunde) für die Suche nach Ersatz-
lösungen beizieht. Sodann darf verlangt werden werden, dass er sich bei den loka-
len Liegenschaftsverwaltungen anmeldet und Anfragen auf Inserate tätigt 
(Lachat/Stoll/Brunner, a.a.O., S. 575 f.). Als Ersatzlösung gilt ein zumutbares und 
insofern ein dem bisherigen Mietbojekt bezüglich Preis, Lage, Grösse, Zustand und 
Ausstattung gleichwertiges Objekt. Was als angemessen zu gelten hat, hängt von 
den konkrekten Bedürfnissen des Mieters ab, doch kann sich die Suche nicht nach 
einem völlig identischen und insofern idealen Ersatzobjekt ausrichten, welches oh-
nehin kaum je zu finden sein dürfte. Diese hat vielmehr nach objektiven Kriterien - 
im Lichte der Bedürfnisse vernünftiger und korrekter, in gleicher oder ähnlicher Si-
tuation sich befindlicher Leute - zu erfolgen. Unter Umständen kann, vor allem bei 
einer Einzelperson, auch ein kleineres Lokal als das bisherige zumutbar sein (Higi, 
a.a.O., N 102 zu Art. 272 OR). Sofern der Mieter geltend macht, er sei in seinen 
Suchbemühungen eingeschränkt, diese seien erfolglos gewesen oder ihm aufgrund 
der persönlichen Verhältnisse - beispielsweise infolge Alter, Krankheit oder Invali-

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dität - nicht zumutbar, trägt er dafür nach den Regeln von Art. 8 ZGB und Art. 118 
ZPO die Beweislast.  

b) A. macht zunächst geltend, er lese jeweils die Mietanzeigen im Bezirks-
amtsblatt. Hingegen hat er bis zum heutigen Zeitpunkt kein einziges dieser Objekte 
besichtigt. Vor diesem Hintergrund sei insbesondere angemerkt, dass der Mieter 
während der faktischen Verlängerung des Mietverhältnisses durch ein laufendes 
Gerichtsverfahren nicht untätig bleiben darf, sondern er sich auch während dieser 
Zeit um Ersatzräume bemühen muss (BGE 104 II 313). Der Einwand des Beru-
fungsklägers in seiner Berufungsschrift, es seien seit dem Zeitpunkt der Kündigung 
vom 27. Juni 2002 in einem Zeitraum von vier Monaten lediglich vier Wohnungen in 
der Gemeinde B. ausgeschrieben worden, ist nicht stichhaltig. Diese Argumentation 
lässt ausser Acht, dass im Zeitpunkt der Abfassung der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (24. Juli 2003) die tatsächlich gewährte Verlängerung des Mietverhältnis-
ses bereits mehr als ein Jahr gedauert hat und darüber hinaus offenbar weder die 
Inserate in den Tageszeitungen beachtet noch Anfragen bei Liegenschaftsverwal-
tungen getätigt wurden. A. wäre es ohne weiteres zumutbar gewesen, sich an die 
Gemeinde B. zu wenden, welche ihm Unterstützung bei der Suche zugesagt hatte. 
Gewiss trifft es gemäss den Ausführungen auf Seite 8 der Berufungsbegründung 
zu, dass der Berufungskläger sein ganzes Leben in B. verbracht hat und über aus-
gezeichnete Ortskenntnisse verfügt, doch kann auch er nicht ohne vorgängige Be-
sichtigung der inserierten Wohnungen beurteilen, ob diese für ihn geeignet sind 
oder nicht. A. verweist sodann auf seine gesundheitlichen Probleme und seine ge-
ringen Einkommensverhältnisse; vor diesem Hintergrund dürften von ihm keine 
übertriebenen Suchbemühungen verlangt werden; es könne ihm daher nicht vorge-
worfen werden, dass er keine ernsthaften Suchbemühungen getätigt habe. Dem ist 
aus verschiedenen Gründen nicht beizupflichten. Zum einen ist es um den Gesund-
heitszustand des Berufungsklägers - wie noch aufzuzeigen sein wird - nicht derart 
schlecht bestellt, dass er schlechterdings keine eigenen Suchbemühungen unter-
nehmen und Mietobjekte besichtigen könnte. Er ist im Gegenteil heute noch fähig, 
mit Unterstützung seiner Tochter, welche ihm die Wäsche besorgt und mit ihm ein-
kaufen geht, einen eigenen Haushalt zu führen. Zum anderen sind - worauf eben-
falls noch zurückzukommen sein wird - auch seine finanziellen Verhältnisse nicht 
derart prekär, dass er zwingend auf sehr günstigen Wohnraum angewiesen wäre. 
Zudem dürfte es nahezu ein Ding der Unmöglichkeit sein, in B. ein ähnliches Mie-
tobjekt mit eigenem Garten und Umschwung zu einem derart tiefen Mietzins zu fin-
den; für den Berufungskläger erscheint auch ein kleineres Objekt mit bescheiden-
erem Raumangebot als tragbar. Dies zumal ja auch in der “X.” nachgewiesener-

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massen nicht alle Räume nutzbar sind. Darüber hinaus zieht A. derzeit auch keinen 
Umzug in ein Altersheim in Betracht, so dass auch unter diesem Blickwinkel nicht 
vom Erfordernis ernsthafter Suchbemühungen abgesehen werden kann (Weber, 
Basler Kommentar, a.a.O., N 13 zu Art. 272 OR). Dass dem Berufungskläger im 
hohen Alter und nach über 22-jähriger Mietdauer ein Umzug nicht leicht fällt, ist 
ohne weiteres nachvollziehbar, doch vermag eine Erstreckung daran letztlich nichts 
zu ändern. Der unvermeidliche Umzug würde ihn dannzumal mindestens gleich 
hart, aller Voraussicht nach aber noch härter treffen, da ein Wohnungswechsel mit 
zunehmendem Alter erfahrungsgemäss mit noch grösseren Unannehmlichkeiten 
verbunden ist. Der Berufungskläger mag den nachvollziehbaren Wunsch haben, für 
den Rest seines Lebens oder so lange als möglich in der Liegenschaft “X.” zu ver-
bleiben, doch vermag dies eben keine Härte zu begründen. Immerhin hatte die Be-
rufungsbeklagte ihm ihre Verkaufsabsichten frühzeitig mitgeteilt; angesichts der da-
nach erfolgten Hausbesichtigungen war es für A. zumindest erkennbar, dass ein 
baldiger Verkauf tatsächlich stattfinden würde. Insofern hatte er seit den ersten An-
zeichen der sich abzeichnenden Kündigung Zeit, um sich mit dem Gedanken an 
einen Wohnungswechsel zu befassen. 

Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass zwar eine besonders intensive Be-
ziehung zum Ort B. besteht, sich die bisherigen Bemühungen um Beschaffung zu-
mutbaren Ersatzraums jedoch als ungenügend erweisen. 

c) Der Berufungskläger bringt mit Blick auf seine gesundheitlichen Beschwer-
den (Diabetes und Sehbehinderung) vor, er brauche wesentlich mehr Zeit, um eine 
für ihn geeignete Wohnung zu finden. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz hält 
er fest, diese Leiden würden sich in Zukunft noch verstärken. Dieser Ansicht 
schliesst sich auch das Kantonsgericht an, sind diese Beeinträchtigungen gemäss 
den im Recht liegenden ärztlichen Zeugnissen doch nicht nur vorübergehender Na-
tur und kann vor dem Hintergrund des hohen Alters des Berufungsklägers generell 
nicht mit einer merklichen Besserung gerechnet werden. Gerade daraus folgt aber, 
dass eine Erstreckung diesfalls keine Milderung bringen kann; dies im Gegensatz 
zu einem vorübergehenden Spitalaufenthalt wegen Unfalls oder Krankheit mit kon-
kreter Aussicht auf Besserung  des Gesundheitszustandes in absehbarer Zeit (Higi, 
a.a.O., N 152 ff. zu Art. 272 OR). An diesem Schluss  vermag auch der ärztliche 
Bericht von Dr. med. P., welcher beim Berufungskäger eine beginnende Demenz 
feststellte, nichts zu ändern. Zum einen beruht diese Diagnose auf einer einmaligen 
Konsultation und steht sie in Widerspruch zur kurz darauf gemachten Aussage, die 
beginnende Demenz mache sich vor allem nach längeren Gesprächen bemerkbar. 

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Der Schluss, zu einem späteren Zeitpunkt werde der Wechsel besser verkraftet, ist 
daher wenig überzeugend. Zum anderen steht entgegen den Ausführungen von Dr. 
med. P. in ad 6 seines Berichts im vorliegenden Fall nicht fest, dass der Berufungs-
kläger in eine andere Gemeinde umziehen muss, wo es ihm aufgrund der Zunahme 
der demenziellen Symptome unmöglich sei, sich in der neuen Umgebung adäquat 
zu verhalten. Der behandelnde Arzt Dr. med. H. attestiert seinem Patienten zwar 
eine hochgradige Sehbehinderung und einen negativen Einfluss der Faktoren 
Stress und Zuckerkrankheit auf das restliche Sehvermögen, doch trat bis anhin, wie 
dem Bericht von Dr. med. C. zu entnehmen ist, offenbar keine Verschlechterung der 
Diabetes auf. Dass der  Berufungskläger beim Gedanken an einen bevorstehenden 
Wohnungswechsel gewisse Stresssymptome entwickelt und emotional aufgewühlt 
ist, geht - wie die Vorinstanz zu Recht festhält - nicht über die üblicherweise mit 
einem Umzug verbundenen Unannehmlichkeiten hinaus (vgl. S. 9 des vorinstanzli-
chen Urteils). Die Folgen eines Wohnungswechsels mögen für den Mieter unange-
nehm oder gar hart sein, doch gehören sie zur Auflösung des Vertrages und werden 
durch eine Verlängerung des Mietverhältnisses nicht aufgehoben, sondern bloss 
aufgeschoben (BGE 105 II 197 f.). Die Sehbehinderung hindert A. offenbar nicht 
daran, bei schönem Wetter täglich mit dem Mofa nach Landquart zu fahren (vgl. S. 
10 des vorinstanzlichen Urteils). Vor diesem Hintergrund ist das Argument, der Be-
rufungskläger könne sich aufgrund dieser Beeinträchtigung nicht nach einem ande-
ren Mietobjekt umsehen, nicht zu hören. Er kann Besichtigungen durchaus in Be-
gleitung seiner Tochter vornehmen, welche ihn gemäss ihrer Zeugenaussage täg-
lich besucht und ihm die Wäsche besorgt. Zudem schliesst die bestehende Sehbe-
hinderung nicht aus, dass sich A. in einer überschaubaren, gut eingerichteten Woh-
nung mit entsprechendem Ausbaustandard - so würde unter anderem das Einfeuern 
des Ofens in der kälteren Jahreszeit wegfallen - innert relativ kurzer Zeit gut zu-
rechtfinden könnte. Der Vorinstanz kann insbesondere auch kein Vorwurf gemacht 
werden, wenn sie bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes des Berufungs-
klägers auch die Aussagen von T. mitberücksichtigt hat. Sie sieht ihren Vater täglich 
und kann sehr wohl verlässliche Aussagen über dessen allgemeines Befinden ma-
chen. Ihre Aussage, wonach der Berufungskläger absolut keine Fremdhilfe bean-
spruche, selbständig haushalte und körperlich wie geistig völlig fit sei (vgl. BB 4), 
findet ihre Bestätigung im Bericht von Dr. med. C., welcher zum Schluss kommt, 
dass A. vom gesundheitlichen Zustand her selbständig wohnen kann. Diese 
Selbständigkeit wird im vorliegenden Fall noch dadurch unterstrichen, dass der Be-
rufungskläger offenbar längere Zugreisen unternehmen und zudem einen Fellhan-
del betreiben kann. Dieser Umstand täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass sich 
die Haushaltsführung im derzeitigen Mietobjekt für den Berufungskläger mit forts-

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chreitendem Alter zunehmend mühsamer gestalten wird, weil dieses eben nicht 
mehr zeitgemäss ausgerüstet ist. Gerade eine Wohnung mit entsprechendem Kom-
fort vermag - wie die Vorinstanz richtig erkannt hat - älteren Menschen die Dauer 
ihrer Eigenständigkeit zu verlängern und das tägliche Leben spürbar zu vereinfa-
chen.

d) Der Berufungskläger verweist sodann auf seine geringen finanziellen Mög-
lichkeiten und macht geltend, er sei auf eine preisgünstige Wohnung angewiesen. 
Gerade dort herrsche aber erwiesenermassen der grösste Mangel. Es ist nicht von 
der Hand zu weisen, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Mieters ent-
scheidend auf die Suche nach gleichwertigem Ersatzraum auswirken. Dabei ist 
nicht nur die Einkommenslage zu berücksichtigen, sondern auch allfällig vorhande-
nes Vermögen - diese Faktoren bestimmen letztendlich die wirtschaftliche Kraft des 
Mieters (Higi, a.a.O., N 166 ff. zu Art. 272 OR). Wie den nachfolgenden Ausführun-
gen entnommen werden kann, erweisen sich die finanziellen Verhältnisse des Be-
rufungsklägers jedoch nicht als derart prekär, dass er zwingend auf Ersatzraum im 
untersten Preissegment angewiesen wäre. Die Höhe des Einkommens blieb im Be-
rufungsverfahren unbestritten; dieses setzt sich gemäss den Angaben des Beru-
fungsklägers in seiner Prozesseingabe vom 1. Oktober 2002 aus einer AHV-Rente 
von Fr. 1'918.-- (vgl. KB 11; der Betrag wurde fälschlicherweise mit Fr. 1'090.-- auf-
geführt), einer Pensionskassenrente von Fr. 1'586.-- und einem SUVA-Beitrag von 
Fr. 169.-- zusammen, was einen Betrag von Fr. 3'673.-- ergibt. Dieses Einkommen 
verbleibt dem Berufungskläger zur Gänze. Beiträge an Sozialversicherungseinrich-
tungen hat er als Rentner nicht mehr zu tätigen. Bei der Bedarfsberechnung im Um-
fange von Fr. 2'852.-- hat die Vorinstanz zu Recht auf gewisse Doppelspurigkeiten 
hingewiesen, da im Grundbetrag  von Fr. 1'100.-- die zusätzlich aufgeführten Abon-
nementskosten für die Zeitschrift Beobachter, die Telefonanschlussgebühr, die Ra-
dio- und Fernsehgebühren und der Parteibeitrag bereits enthalten sind (vgl. Seite 5 
der Prozesseingabe vom 1. Oktober 2002). Entgegen der Berechnung des Beru-
fungsklägers stehen ihm somit mehr als die geltend gemachten Fr. 820.-- zur freien 
Verfügung. Dies wird vom Berufungskläger im vorliegenden Verfahren denn auch 
nicht bestritten, geht er doch von einem monatlichen Betrag in der Höhe von ca. Fr. 
900.-- aus (vgl. S. 9 der Berufungsbegründung). Sofern A. geltend macht, damit sei 
evident erwiesen, dass er sich keine teure Wohnung leisten könne, ansonsten er 
auf dem Existenzminimum leben müsse, kann ihm nicht gefolgt werden. In der Pra-
xis hat sich die Faustregel entwickelt, dass nicht mehr als ein Drittel bis ein Viertel 
des monatlichen Nettoeinkommens im Regelfall für den Mietzins aufzuwenden sei 
(Higi, a.a.O., N 171 zu Art. 272 OR). Im Falle von A. ergibt dies einen Betrag zwi-

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schen Fr. 920.-- bis 1'220.--. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, er könne somit 
durchaus Fr. 1'000.-- für das Wohnen aufbringen, ist daher nicht zu beanstanden.  
Nicht ausser Acht zu lassen ist nämlich die Tatsache, dass der Berufungskläger bis 
anhin von Mietzinsen profitiert hat, die mit Fr. 450.-- im Monat erheblich unter dem 
liegen, was ihm gemäss Faustregel zuzumuten wäre. Der bisherige Mietzins bleibt 
daher unbeachtlich, entspricht es doch wie bereits erwähnt nicht dem Sinn und 
Zweck des Erstreckungsrechts, den Mieter möglichst lange von günstigem Wohn-
raum profitieren zu lassen (BGE 105 II 198). Der Berufungskläger hat nun aber we-
der behauptet noch bewiesen, dass in B. ein Wohnungsmangel herrscht und zu-
mutbare Ersatzobjekte zu einem Mietzins in der Grössenordnung von Fr. 1'000.-- 
nicht erhältlich sind. Insbesondere sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewie-
sen, dass A. seit Empfang der Kündigung am 27. Juni 2002, mithin seit mehr als 
einem Jahr, keine nennenswerten Suchbemühungen getätigt hat. Dass während 
dieses doch erheblichen Zeitraums kein einziges gleichwertiges Ersatzobjekt zu fin-
den gewesen wäre, erscheint selbst bei Beschränkung der Suchbemühungen auf 
die Ortschaft B. doch sehr unwahrscheinlich. Dies umso mehr, als der Berufungs-
kläger nicht auf sich selbst gestellt gewesen wäre, sondern die Berufungsbeklagte 
um Hilfe hätte angehen können.

Im Lichte der vorstehenden Erwägungen erhellt, dass der Berufungskläger 
keine Gründe vorzubringen vermag, welche eine Härte im Sinne des Gesetzes be-
gründen. Damit entfällt jedoch auch die Grundlage für die Vornahme einer Interes-
senabwägung zwischen den Parteien, setzt diese doch nach dem bisher Gesagten 
(vgl. Ziff. 3 lit. b hievor) das Bestehen einer Härte seitens des Mieters voraus. Die 
Berufung ist somit abzuweisen.

5. Der Berufungskläger wird zufolge seines Unterliegens kosten- und 
entschädigungspflichtig (Art. 122 Abs. 1 ZPO sowie Art. 122 Abs. 2 ZPO). Der  
Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten hat keine Honorarnote eingereicht, wes-
halb die ausseramtliche Entschädigung für das Berufungsverfahren nach freiem 
richterlichem Ermessen festzusetzen ist. Angesichts des Prozessaufwands er-
scheint es als angemessen, diese auf Fr. 1'500.-- festzulegen.

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Demnach erkennt das Kantonsgericht :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'500.-- sowie die Schreibge-
bühr von Fr. 285.--, total somit Fr. 2'785.--, gehen zu Lasten des Berufungs-
klägers, welcher die Berufungsbeklagte aussergerichtlich mit Fr. 1'500.-- zu 
entschädigen hat.

3. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgericht  von Graubünden
Der Präsident Der Aktuar ad hoc