# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5e77927-c4d6-5942-91a8-8773eb72f4c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.04.2010 C-4389/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4389-2008_2010-04-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4389/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  A p r i l  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Michael Peterli, 
Richterin Madeleine Hirsig, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Z._______ (Israel),
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Y._______,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung (Nichtgewährung ganze Rente); 
Verfügung der IVSTA vom 9. Juni 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4389/2008

Sachverhalt:

A.
A.a A._______  (nachfolgend:  Versicherter  oder  Beschwerdeführer), 
geboren 1951, ist Schweizer Staatsbürger. Der gelernte Metzger und 
Koch führte in X._______ bis Ende 1998 eine Metzgerei/Wursterei, ein 
Lebensmittelgeschäft  und  ein  Restaurant.  Daneben  war  er  politisch 
aktiv  und  als  ausgebildeter  Sanitätssoldat  und  Paramediker  im 
B._______  Pflegedienst  tätig  (act.  IV/90.2,  154).  Von  April  bis 
Dezember 1998 bezog er eine befristete halbe Invalidenrente aufgrund 
einer depressiv-ängstlichen Episode mit multiplen funktionellen Symp-
tomen (act. IV/12, 15, 21). Im Dezember 1998 erlangte er wieder volle 
Arbeitsfähigkeit  und  verlegte  seinen  Wohnsitz  nach  Israel.  In  Israel 
baute er ab 1999 eine Wursterei mit angeschlossenem Restaurant auf 
und war daneben als freiwilliger Sanitäter tätig. Im Juli 1999 schloss er 
sich der freiwilligen Versicherung AHV/IV an (IV/4).

A.b Am 28. Dezember  2006  erlitt  er  bei  seiner  Arbeit  ein  Verhebe-
trauma beim Heben schwerer Lasten. Im Januar 2007 wurde eine klei-
ne Diskushernie L2/L3 und eine deutliche Diskushernie L5/S1 links mit 
Kompression  der  Nervenwurzel  L5  festgestellt  (act.  IV/54  –  55,  62, 
153.3). 

A.c Mit Faxschreiben vom 25. Januar 2007 teilte der Versicherte der 
freiwilligen  Alters-  und  Hinterlassenversicherung  für  Versicherte  im 
Ausland mit, er sei seit drei Wochen zu 100% und längerfristig zu 80% 
invalid  und könne nicht  mehr  als  Metzger  arbeiten  (act. IV/24 = 26) 
und reichte am 22. Februar 2007 seine Anmeldung zum Bezug von IV-
Leistungen für Erwachsene ein (act. IV/25).  Ab Frühling 2007 machte 
er  zusätzlich  Nackenprobleme  mit  Schmerzen  im  rechten  Arm,  mit 
Ausstrahlung in die Hand verbunden mit Kribbelparästhesien, geltend 
(act.  IV/30  =  32).  Weiter  reichte  er  am  13. Dezember  2007  einen 
aktuellen Bericht seines Psychiaters in Israel ein und machte sinnge-
mäss geltend, aufgrund seiner Einsätze als freiwilliger Sanitäter habe 
er  bei  Terrorangriffen Schockzustände erlitten. Dabei  hätten sich die 
vorbestehenden Angstsymptome und  die  Depression –  auch  im Zu-
sammenhang mit  der  rückenbedingten Untätigkeit  –  wieder  verstärkt 
(act. IV/149).

A.d Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vor-
instanz) holte bei der IV-Stelle W._______ die Vorakten sowie ärztliche 

Seite 2

C-4389/2008

Berichte aus Israel ein. Am 18. Januar 2008 wurde der Versicherte in 
der  Schweiz  orthopädisch-neurologisch  begutachtet.  Die  Vorinstanz 
holte ausserdem einen Bericht des in der Schweiz behandelnden Arz-
tes  und  Psychotherapeuten  ein  (act.  IV/153  –  155).  Abschliessend 
nahm der ärztliche Dienst  der Vorinstanz am 18. April  2008 Stellung 
(act. IV/158).

A.e Mit Verfügung vom 9. Juni 2008 sprach die IVSTA dem Versicher-
ten  eine halbe Invalidenrente  mit  Wirkung ab 1. Dezember  2007 zu 
(act. IV/164, 169).

B.
B.a Der Beschwerdeführer reichte am 16. Juni 2008 beim Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde ein und beantragte sinngemäss eine gan-
ze Invalidenrente. Er begründete die Beschwerde damit, dass er seit 
seinem Unfall  vom  28. Dezember  2006  ausser  Hilfeleistungen  nicht 
mehr berufstätig sei. Seine Wurstfabrikation habe er praktisch einstel-
len müssen. Er sei seither in regelmässiger ärztlicher, physiotherapeu-
tischer  und  psychiatrischer  Behandlung  und  müsse  täglich  Psycho-
pharmaka  einnehmen.  Aufgrund  starker  Schmerzen  könne  er  nicht 
mehr aktiv arbeiten. Er könne höchstens noch etwas Gästebetreuung 
im  eigenen  Restaurant  machen,  dies  etwa  zu  20%. Er  sei  auch  im 
Rahmen der ärztlichen Spezialuntersuchungen in der Schweiz als min-
destens zu 70% invalid beurteilt worden (act. 1).

B.b Die  Vorinstanz  nahm in  ihrer  Vernehmlassung  vom 20. Oktober 
2008  Bezug  auf  die  vorgehend  erstellten  umfangreichen  ärztlichen 
Beurteilungen  und  die  Stellungnahme ihres  ärztlichen Dienstes  vom 
18.  April  2008  (act.  IV/158)  und  beantragte  die  Abweisung  der  Be-
schwerde (act. 6).

B.c Mit Replik vom 6. November 2008 hielt der Beschwerdeführer an 
seiner Beschwerde fest und führte aus, dass er noch höchstens dazu 
in der Lage sei,  zu ca. 20% im eigenen Betrieb mitzuwirken und de 
facto alleine nichts mehr tun könne (act. 8a). Die Arbeiten im Restau-
rant  und  im  Office  würden  vorwiegend  von  seiner  Frau  und  seiner 
Tochter ausgeführt. Die Wurstfabrik sei nur einmal monatlich geöffnet, 
um die Würste für das Restaurant zu produzieren.

B.d In  ihrer  Duplik  vom 29. Januar 2009 verwies die  Vorinstanz auf 
ihre  früheren  Ausführungen  und  beantragte  die  Abweisung  der  Be-
schwerde (act. 14).

Seite 3

C-4389/2008

B.e Nachdem der Beschwerdeführer den auferlegten Kostenvorschuss 
geleistet hatte, schloss das Bundesverwaltungsgericht am 20. Februar 
2009 den Schriftenwechsel ab. 

B.f Mit  Eingaben vom 19. Februar 2009 (Poststempel),  vom 3. Sep-
tember 2009 (per Telefax) und vom 17. November 2009 reichte der Be-
schwerdeführer neue Arztzeugnisse aus Israel ein (act. 18, 20, 22 = 
23.1).

B.g Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5  des Bundesge-
setzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im Aus-
land. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Der Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]; vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Er ist daher zur Beschwerde legitimiert. 

1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 
und der auferlegte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist da-
rauf einzutreten (Art. 60 ATSG und 52 VwVG).

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von 
Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, 

Seite 4

C-4389/2008

soweit  das  ATSG  anwendbar  ist.  Nach  Art. 1  Abs.  1  IVG  sind  die 
Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis 

und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Ab-
weichung vom ATSG vorsieht.

2.2 Der  Beschwerdeführer  ist  Schweizer  Staatsbürger  und  lebt  in 
Israel. Somit ist das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft  und  dem  Staat  Israel  über  Soziale  Sicherheit 
(SR 0.831.109.449.1, in Kraft getreten am 1. Oktober 1985) grundsätz-
lich nicht anwendbar, da dieses an die Staatsangehörigkeit der unter-
stehenden Personen und nicht an deren Wohnsitz/Aufenthalt anknüpft 
(vgl. Art. 3 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1 und 2 des Abkommens). Die Frage, 
ob,  und  gegebenenfalls  ab  wann,  ein  Anspruch  auf  Leistungen  der 
schweizerischen  Invalidenversicherung  besteht,  bestimmt  sich  dem-
nach allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften.

2.3 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der 
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt  des 
angefochtenen Verwaltungsaktes, hier der Verfügung vom 9. Juni 2008, 
eingetretenen Sachverhalt  abstellen  (BGE 130 V 329,  BGE 129 V 4 
E. 1.2 mit Hinweisen),  sind die ab 1. Januar 2003 geltenden Bestim-
mungen des ATSG anwendbar.

Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den 
neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Entspre-
chend  ist  das  IVG für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  2004  bis 
31. Dezember 2007 in der Fassung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; 
AS 2003  3837,  nachfolgend  „aIVG“)  anwendbar,  ab  dem  1.  Januar 
2008 in der Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderungen vom 6. Okto-
ber 2006 [AS 2007 5129], nachfolgend „IVG“). Die IVV ist für den Zeit-
raum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in ihrer Fassung vom 
21.  Mai  2003  (4.  IV-Revision;  AS  2003  3859)  anwendbar,  ab  dem 
1. Januar  2008  in  der  Fassung  gemäss  5.  IV-Revision  (Änderungen 
vom 28. September 2007 [AS 2007 5155]).

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 

Seite 5

C-4389/2008

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

Im  Sozialversicherungsprozess  hat  das  Gericht  seinen  Entscheid, 
sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts genügt  den Beweisanfor-
derungen nicht. Das Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je 
mit Hinweisen).

4.
Im  vorliegenden  Verfahren  ist  streitig  und  vom  Bundesverwaltungs-
gericht zu prüfen, ob die IV-Stelle dem Beschwerdeführer zu Recht nur 
eine halbe Invalidenrente zugesprochen hat. 

Zunächst sind jedoch die zur Beurteilung der Streitsache massgeben-
den  materiellrechtlichen  gesetzlichen  Grundlagen  und  die  von  der 
Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen.

4.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat,  wer invalid im Sinn des Gesetzes ist  (Art. 7,  8,  16 ATSG; 
Art. 4, 28, 29 aIVG, Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall 
mindestens während eines vollen Jahres (Art. 36 Abs. 1 aIVG) bzw. 
während drei Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hin-
terlassenen- und Invalidenversicherung geleistet  hat. Diese zwei Be-
dingungen müssen kumulativ erfüllt sein. 

Der Beschwerdeführer hat während mehr als drei Jahren Beiträge an 
die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 
bzw. an  die  freiwillige  Versicherung  für  Auslandschweizer  entrichtet 
(act. IV/4, 169.3), so dass er die gesetzliche Mindestbeitragsdauer so-
wohl alt- wie neurechtlich erfüllt. Zu prüfen ist nachfolgend, in welchem 

Seite 6

C-4389/2008

Grad er im Sinne des Gesetzes in rentenbegründendem Ausmass in-
valid geworden ist.

4.2 Meldet sich eine versicherte Person mehr als zwölf Monate nach 
Entstehen des Anspruchs an, so werden allfällige Leistungen der Inva-
lidenversicherung lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangegange-
nen  Monate  ausgerichtet  (Art. 48  Abs. 2  aIVG). Massgebend  ist  die 
Einreichung des Gesuchs beim Versicherungsträger (hier: 22. Februar 
2007), weshalb allfällige Leistungen grundsätzlich frühestens ab dem 
22. Februar  2006 ausgerichtet  werden könnten. Indessen macht  der 
Beschwerdeführer Leistungsansprüche ab dem Unfallszeitpunkt  (Ver-
hebetrauma) vom 26. Dezember 2006 an geltend. Da der Beschwerde-
führer gemäss der Aktenlage seit Dezember 1998 bis zu seinem Unfall 
im Jahr 2006 voll arbeitsfähig war,  ist ein allfälliger Anspruch erst ab 
dem 26. Dezember 2006 zu prüfen.

4.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist 
Invalidität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre-
chen,  Krankheit  oder  Unfall.  Erwerbsunfähigkeit  ist  gemäss  Art. 7 
ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge-
sundheit  verursachte  und nach zumutbarer  Behandlung und Einglie-
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 
Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut-
bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit  in  einem  anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt 
(Art. 6 ATSG).

4.4 Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität beurteilt sich nach Art. 29 
Abs. 1  aIVG. Der  Rentenanspruch  entsteht  frühestens  in  dem  Zeit-
punkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbs-
unfähig  geworden  ist  (Bst.  a:  Dauerinvalidität,  Art.  7  ATSG)  oder 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens zu 40% arbeitsunfähig war (Bst. b: langdauernde Krank-
heit, Art. 6 ATSG, vgl. BGE 121 V 264 E. 6). Neurechtlich haben nach 
Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Er-
werbsfähigkeit  nicht  durch  zumutbare  Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a); während 

Seite 7

C-4389/2008

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens  zu  40% arbeitsunfähig  gewesen sind  (Bst. b); und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Bst. c). 

4.4.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen 
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch 
auf  eine  Viertelsrente,  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  60  Prozent  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente  und  bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine 
ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 aIVG, Art. 28 Abs. 2 IVG).

4.4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art.  16  ATSG in  Verbindung  mit  Art.  28  Abs.  2  aIVG bzw. Art. 28a 
Abs. 1 IVG). 

4.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits-
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 
256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärz-
te und Ärztinnen besteht  darin,  sich  dazu zu äussern,  inwiefern  die 
versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen lei-
densbedingt eingeschränkt ist.

Die  Frage,  welche  konkreten  beruflichen  Tätigkeiten  auf  Grund  der 
medizinischen Angaben und unter  Berücksichtigung der  übrigen Fä-
higkeiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber 
nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. 
von  der  Berufsberatung  zu  beantworten  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössi-

Seite 8

C-4389/2008

schen  Versicherungsgerichts  I  457/04  vom  26.  Oktober  2004,  in: 
SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b).

4.6 Das  Bundesrecht  schreibt  nicht  vor,  wie  die  einzelnen  Beweis-
mittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwer-
deverfahren  gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung. Danach 
haben  Versicherungsträger  und  Sozialversicherungsgerichte  die  Be-
weise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend 
und pflichtgemäss zu würdigen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich-
tigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden ist,  in 
der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen  Situation  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  der 
Expertinnen und Experten begründet  sind. Ausschlaggebend für  den 
Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder  die  Herkunft  des  Beweis-
mittels  noch  die  Bezeichnung  der  eingereichten  oder  in  Auftrag  ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das 
Urteil  des  Bundesgerichts  vom 26. Januar  2006  [I 268/2005] E. 1.2, 
mit  Hinweis  auf  BGE 125 V 352  E. 3a).  In  Bezug  auf  Berichte  von 
Hausärzten  darf  und  soll  der  Richter  der  Erfahrungstatsache  Rech-
nung tragen,  dass  Hausärzte  mitunter  im Hinblick auf  ihre  auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in  Zweifelsfällen eher  zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen. Was Parteigutachten anbelangt,  rechtfertigt  der 
Umstand  allein,  dass  eine  ärztliche  Stellungnahme von  einer  Partei 
eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem 
Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine). Den Berichten und Gut-
achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, 
sofern  sie  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  begründet  sowie  in 
sich  widerspruchsfrei  sind  und  keine  konkreten  Indizien  gegen  ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 
in  einem  Anstellungsverhältnis  zum  Versicherungsträger  steht,  lässt 
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schlies-
sen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in  die  Unparteilichkeit  der  Beurteilung  objektiv  als  begründet  er-
scheinen lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 
123  V  178  E.  3.4  sowie  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2. Auflage, 
Zürich 2009, Art. 43 Rz. 35).

Seite 9

C-4389/2008

Auf Stellungnahmen der RAD oder der ärztlichen Dienste kann für den 
Fall,  dass ihnen materiell  Gutachtensqualität  zukommen soll,  nur ab-
gestellt  werden,  wenn sie  den  allgemeinen beweisrechtlichen Anfor-
derungen an einen ärztlichen Bericht genügen (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts vom 15. Dezember 2006 [I 694/05] E. 2). Die RAD-Ärzte müs-
sen  sodann  über  die  im  Einzelfall  gefragten  persönlichen  und  fach-
lichen  Qualifikationen  verfügen  (Urteile  des  Bundesgerichts  vom 
20. November  2007  [I 142/07] E. 3.2.3  und  vom  10. April  2007 
[I 362/06] E. 3.2.1).  Denn  die  fachliche  Qualifikation  des  Experten 
spielt  für  die  richterliche  Würdigung  einer  Expertise  eine  erhebliche 
Rolle.  Bezüglich  der  medizinischen  Stichhaltigkeit  eines  Gutachtens 
müssen  sich  Verwaltung  und  Gerichte  auf  die  Fachkenntnisse  des 
Experten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung eines Arztes 
als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ein entspre-
chender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender, 
spezialärztlicher Titel  des berichtenden oder zumindest  des den Be-
richt visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts vom 
3. August 2000 [I 178/00] E. 4a).

Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht 
wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der Regionalärztliche Dienst (RAD) 
– respektive analog der Medizinische Dienst – für die Beurteilung der 
medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Be-
darf"  selber  ärztliche  Untersuchungen  durch.  In  den  übrigen  Fällen 
stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen 
ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich 
ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbe-
sondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Be-
fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Ur-
teile des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009 [9C_323/2009] E. 4.3.1 so-
wie  vom 14. November  2007  [I  1094/06] E. 3.1.1,  beide  mit  Hinwei-
sen).

5.
Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung einer ganzen Invali-
denrente.  Er  stützt  sich  hauptsächlich  auf  die  Begutachtungen  der 
Schweizer  Ärzte  im  Januar  2008.  Diese  hätten  seine  Invalidität  als 
mindestens 70% beurteilt (act. IV/153, 154). 

Seite 10

C-4389/2008

Im  Folgenden  ist  demnach  abzuklären,  in  welchem  Mass  der  Be-
schwerdeführer  erwerbsunfähig ist. Weiter  ist  darauf  einzugehen,  ob 
sein Rentengesuch genügend abgeklärt wurde.

5.1 Die Akten enthalten folgende – für den zu beurteilenden Zeitraum 
vom  28.  Dezember  2006  (siehe  oben  E.  4.2)  bis  zum  Verfügungs-
zeitpunkt vom 9. Juni 2008 (oben E. 2.3) – massgebende medizinische 
Akten:

- Stellungnahmen  und  Untersuchungsbescheide  zu  Beeinträchti-
gungen der Lenden- und Halswirbelsäule in Israel: Wirbelsäulen-
CT Lendenwirbelsäule L1 – S1 vom 14. Januar 2007 (act. IV/62, 
61  =  54a);  MRI  Lendenwirbelsäule  vom  24.  Januar  2007  (act. 
IV/59, 58 = 54); Arztzeugnisse Dr. C._______, Hausarzt, vom 14. 
Februar 2007 und 29. März 2007 (act. IV/55a, 55); Messungen des 
Nervenleitvermögens vom 16. Mai 2007 (act. 56); Dr. D._______, 
Orthopädische Chirurgie, vom 13. August 2007 (act. IV/105) und 
vom 12. Januar 2008 (act. IV/136, 151, 150);

- Stellungnahme ärztlicher Dienst der IVSTA vom 21. Oktober 2007, 
Dr. E._______, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Phlebologie 
SGP, Vertrauensarzt (act. IV/108);

- Stellungnahme Dr. F._______, M.D. Psychiatric Services, Trauma 
and Crisis Centre, vom 10. Dezember 2007 und 19. Januar 2008 
(act. IV/149 und 156);

- Gutachten  vom  8.  Februar  2008,  Spital  V._______,  Klinik  für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates,  Prof. Dr.  G.________,  Chefarzt,  Dr. H.________,  Oberarzt 
Wirbelsäulenchirurgie  sowie  Prof. Dr. I._______,  Facharzt  für 
Neurologie (act. IV/153);

- Stellungnahmen/Arztberichte Dr. J._______, Innere Medizin-
Psychotherapie, vom 15. Januar 2008 und 3. März 2008 
(act. IV/152, 154, 155);

- Stellungnahme ärztlicher Dienst, Dr. E._______, vom 18. April 
2008 (act. IV/158).

5.2 Ausserdem  wurden  im  Beschwerdeverfahren  Arztberichte  von 
Dr. K._______,  Arbeitsmedizin,  vom  3.  September  2008  (act.  18a), 
Dr. L._______,  Orthopäde,  vom  19.  Februar  2009  (act.  18b),  und 
Dr. M._______, Fachärztin für Psychiatrie, vom 26. August 2009 (act. 
20),  alle  aus  Israel,  eingereicht.  Diese  sind  nur  zu  berücksichtigen, 

Seite 11

C-4389/2008

soweit sie den Sachverhalt im fraglichen Zeitraum bis zum Verfügungs-
zeitpunkt vom 9. Juni 2008 betreffen (vgl. E. 2.3 und 4.2).

Weiter finden sich in den Vorakten aus dem ersten IV-Verfahren aus-
führliche psychiatrische Gutachten von Dr. N._______, Spezialarzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, X._______, vom 28. März 1998 
und  31.  Juli  1998,  sowie  Prof.  Dr.  O._______,  Psychiatrische  Uni-
versitätsklinik, U._______, vom 2. November 1998 (act. IV/84, 90, 98). 
Soweit  sie  Anhaltspunkte  zum  vorliegend  in  Frage  stehenden 
psychischen  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  enthalten, 
sind sie beachtlich.

5.3 Aus  orthopädischer  Sicht  ist  dem  ausführlichen  Gutachten  des 
Spitals V._______ zu entnehmen, dass die Diagnose des chronischen 
Lumbovertebralsyndroms und der chronischen Wurzelirritation S1 links 
bei  Diskushernie  L5/S1  links  und  die  Einschätzungen  aus  Israel  zu 
weiteren  Therapiemassnahmen  und  zur  Arbeitsfähigkeit  bestätigt 
werden. Bei unauffälligen Untersuchungsbefunden der Halswirbelsäule 
seien  die  geschilderten  Zervikobrachialgien  zur  Zeit  nicht  von 
Bedeutung.  Aufgrund  der  Beinschmerzen  und  der  schmerzhaften 
Rücken-Funktionseinschränkung sei der Patient in seiner angestamm-
ten  Tätigkeit  als  Restaurateur  und  Metzger  hinsichtlich  der  körperli-
chen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Dies betreffe 80% seiner Tätig-
keit  als  Selbständigerwerbender;  die  verbleibenden  20% an  admini-
strativer Tätigkeit seien ihm aus orthopädischer Sicht zumutbar. Weiter 
seien  leichte  Tätigkeiten  ohne  Heben  oder  Tragen  von  Gewichten 
(über 5 kg), im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen zumut-
bar, mit  Ausschluss von Zwangshaltungen und Tätigkeiten,  die über-
wiegend im Stehen oder  Gehen ausgeübt  werden. In  einer  entspre-
chenden leichten, rückengerechten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähig-
keit mindestens vier Stunden täglich (act. IV/153 S. 12 f.).

Der  Neurologe  führt  aus,  dass  es  jeweils  zu  einer  Wechselwirkung 
zwischen lumboischialgischen Beschwerden und Depressionen kom-
me. Bezüglich der Lumboischialgie gehe er kurz- bis mittelfristig von 
einer eher ungünstigen Prognose für eine Besserung aus. Der weitere 
Verlauf  sei  eher  schwierig  zu  prognostizieren.  Eine  langsame  Be-
schwerdebesserung über die nächsten zwei bis drei Jahre lasse sich 
nicht mit Sicherheit ausschliessen. In den bisherigen körperlichen Tä-
tigkeiten  sei  der  Patient  nicht  mehr  arbeitsfähig. Die  administrativen 
Aufgaben  in  seinem  Betrieb  von  20%  seien  ihm  jedoch  ohne  Ein-

Seite 12

C-4389/2008

schränkung zumutbar. In einer leichten rückengerechten Tätigkeit be-
trage die Arbeitsfähigkeit mindestens 50% oder mindestens vier Stun-
den täglich ohne Einschränkung der Leistung (act. IV/153 S. 14 ff.). 

Einschränkend stellen die Gutachter fest, der Beschwerdeführer leide 
gemäss Arztzeugnis vom 10. Dezember 2007 seit Jahren an Depres-
sionen,  was  zweifellos  die  Arbeitsfähigkeit  zusätzlich  beeinträchtige. 
Die psychiatrischen Aspekte würden separat von Dr. J._______ unter-
sucht und beurteilt.

5.4 Aus Sicht des behandelnden Psychiaters stellte Dr. F._______ in 
seinem  Bericht  vom  10. Dezember  2007  und  dem  praktisch 
identischen  Bericht  vom  19.  Januar  2008  (Faxzustellung)  fest,  er 
behandle  den  Beschwerdeführer  seit  sieben  Jahren  wegen  einer 
Depression.  Vor  fünf  Jahren  habe  der  Versicherte  als  freiwilliger 
Sanitäter in T._______ mitgeholfen. Dabei sei er blutigen Szenen von 
Bombenanschlägen ausgesetzt gewesen. Bei den letzten zwei Terror-
anschlägen, die nahe bei seinem Domizil  erfolgt seien, sei er Zeuge 
von besonders blutigen Szenen gewesen und habe zerfetzte Leichen 
evakuieren müssen. Als  Reaktion darauf  habe er  unter  einer  akuten 
traumatischen  Belastungsstörung  und  einem  posttraumatischen 
Stresssyndrom (post-traumatic  stress disorder,  PTSD)  gelitten. Nach 
sechs  Monaten  Behandlung  in  einem  speziellen  Therapieprogramm 
habe  er  sich  erholt,  wenn  auch  die  Angstsymptome  ausgeprägter 
geworden seien. 

Die  im  Dezember  2006  durch  das  Verhebetrauma  rückenbedingten 
Schmerzen  und  die  relative  körperliche  Unfähigkeit  hätten  einen 
schädlichen Einfluss auf seinen mentalen Zustand gehabt. Die körper-
liche  Einschränkung  mache  ihn  hilflos.  Dass  seine  Frau  und  seine 
Tochter  seinen  Teil  der  harten  Arbeit  ausführten,  verstärke  seine 
Schuld- und depressiven Gefühle. Er reagiere mit depressiven Episo-
den,  wenn  immer  die  Rückenschmerzen  sich  verstärkten,  sich  äus-
sernd  in  Ruhelosigkeit,  Zorn  und  Weinanfällen.  Der  Patient  befinde 
sich in einem Teufelskreis von Schmerz und Depression, in dem der 
Schmerz  die  Depressionszustände  auslöse  und  diese  wiederum die 
Schmerzschwelle  herabsetzten. Aufgrund des Gesundheitszustandes 
seien die Psychiatriesitzungen gesteigert und die Dosen der Psycho-
pharmaka  erhöht  worden.  Als  Diagnose  stellte  Dr.  F._______  eine 
reaktive Depression sekundär zum Schmerz des unteren Rückens mit 

Seite 13

C-4389/2008

Diskushernie  L5/S1,  bei  einem  Patienten  mit  bereits  früherer 
Depression, fest.

5.5 Gestützt  auf  diesen Bericht  bestanden für  die  Vorinstanz  Anzei-
chen  dafür,  dass  beim Beschwerdeführer  auch  eine  rentenrelevante 
psychische Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegen könnte. Sie 
bemühte sich deshalb im Rahmen der anstehenden Begutachtung in 
der Schweiz um einen Untersuchungstermin bei Prof. Dr. O._______, 
der im Jahr 1998 ein Gutachten erstellt hatte (act. IV/98). Da jedoch so 
kurzfristig kein Termin erhältlich war, beauftragte sie den behandeln-
den Dr. J._______  mit  der  Erstellung  eines  aktuellen  Berichtes  (vgl. 
act. 133 – 135, 152, 154, 155).

5.5.1 Dieser  gibt  in  seinem  Bericht  vom  3. März  2008  an,  der  Be-
schwerdeführer sei bei ihm von 1980 – 1986 in regelmässiger Psycho-
therapie wegen schweren Depressionen, Ängsten und Phobien gewe-
sen. Nach seiner Auswanderung 1986 (recte: 1998) seien sie in engem 
Kontakt geblieben. Ausführlichen Angaben zur Familiengeschichte fol-
gen Ausführungen dazu,  dass beim Beschwerdeführer im Jahr 1980 
Depressionen und Ängste aufgetreten seien, die ihn teilweise immobi-
lisiert  hätten. Nach  der  Auswanderung  nach  Israel  sei  die  Situation 
dort ein Schock gewesen und die Depressionen hätten zugenommen. 
Er habe sein Fachwissen als Paramediker zur Verfügung gestellt und 
sei bei Terrorangriffen stundenlange Einsätze in der Ambulanz gefah-
ren. Aufgrund der erlebten grausamen Szenen sei es zu Panikattacken 
gekommen, die in Israel psychiatrisch behandelt worden seien. Wegen 
des im Jahr 2006 erlittenen Verhebetraumas habe er sein Metzgerge-
schäft und sein damit verbundenes Restaurant reduziert. Die Ehefrau 
und die Tochter würden praktisch die ganze Arbeit erledigen. Die for-
cierte Untätigkeit verstärke die Depressionen. 

Dr. J._______ hält den Patienten für zu 100% arbeitsunfähig. Er stellt 
die Diagnosen neurotische Depressionen mit  Angstzuständen F 33.2 
(schwere rezidivierende Depression), F 40.01 (Agoraphobie mit Panik-
störung). Er zählt im Weiteren Medikamente (ohne Dosierung) auf. Ak-
tuell sei  der Patient depressiv und völlig verunsichert, bei klarem Be-
wusstsein, örtlich, zeitlich, situativ intakter Orientierung; die Wahrneh-
mungs- und Auffassungsfähigkeit sei ohne Besonderheit, die Kontakt-
fähigkeit sei gross, es bestünden keine Denkstörungen, eine klar und 
zusammenhängende Sprache und keine Suizidalität.

Seite 14

C-4389/2008

Im Arztberichtsformular, ebenfalls datiert auf den 3. März 2008, gibt er 
als Diagnosen mit  Auswirkungen auf  die Arbeitsfähigkeit  an: neuroti-
sche Depression mit Angstzuständen seit 1981 bzw. 1980, konstante 
Schmerzen bei Diskushernie L5/S1 seit 1990. Die medizinisch begrün-
dete  Arbeitsunfähigkeit  bestehe  zu 30% ab 1981 und zu  100% seit 
2006. Eine ergänzende medizinische Abklärung hält er nicht für ange-
zeigt. 

5.5.2 In  seinem früheren Bericht  vom 15. Januar  2008 (act. IV/152) 
gibt Dr. J._______ an, er habe den Patienten von 1992 bis 1994 regel-
mässig  wegen  Angstzuständen  und  Depressionen  psychotherapeu-
tisch behandelt. Der Patient sei 1994/95 (recte: Dezember 1998) nach 
Israel ausgewandert und habe bei Einsätzen beim freiwilligen Medizin-
corps  (Emergency  Ambulance  Service)  bei  Terrorangriffen  mehrere 
Schockzustände  erlitten.  In  T.________  sei  er  in  Behandlung  bei 
Dr. med. F._______. Er suche Dr. J._______ jedes Mal  auf,  wenn er 
sich  in  X._______  aufhalte.  Seine  Arbeitsunfähigkeit  sei  zu  einem 
grossen Anteil psychisch bedingt.

5.6 Dr.  E._______,  ärztlicher  Dienst  der  IVSTA,  folgert  in  seiner 
zweiten  Stellungnahme  vom  18.  April  2008  gestützt  auf  das  ortho-
pädisch-neurologische Gutachten, aus medizinischer Sicht bestehe für 
körperliche  Schwerarbeit  (Metzger,  Wurster,  Koch)  eine  80%-ige 
Arbeitsunfähigkeit ab Dezember 2006. Für Verweistätigkeiten bestehe 
jedoch eine solche von 50% bei sämtlichen administrativen Tätigkeiten 
in einem Restaurant/Metzgerei- und Handelsbetrieb. In der Gesamtheit 
erachte  er  aus  medizinisch/betrieblichen  Überlegungen  eine  globale 
50%-ige Arbeitsunfähigkeit als gegeben. Der Beschwerdeführer habe 
in der Schweiz früher einen Handelsbetrieb mit  Angestellten geführt, 
und es sei  davon auszugehen, dass er vor allem auch Betriebsleiter 
gewesen sei. Letzteres sei wohl auch in Israel der Fall. Im Vordergrund 
stehe die lumbale Rückenproblematik. Auch aus psychischen Gründen 
erachte  er  die  vorgeschlagenen  Tätigkeiten  im  obigen  Rahmen  als 
zumutbar. Zusammenfassend stellte  er  eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit 
sowohl in der bisherigen wie auch in einer Verweistätigkeit fest, fügte 
jedoch  an,  zur  definitiven  Berechnung  des  IV-Grades  sei  allenfalls 
noch eine Erfolgsrechnung 2007 einzuholen (act. IV/158).

6.
6.1 Sowohl aus den Berichten der untersuchenden und behandelnden 
Ärzte  in  Israel  als  auch  dem  Gutachten  der  Spezialisten  aus  dem 

Seite 15

C-4389/2008

Spital  V._______ geht  detailliert,  klar  und unmissverständlich hervor, 
dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  Diskushernie  jegliche 
bisherigen schweren Tätigkeiten als Metzger/Wurster/Koch nicht mehr 
ausüben kann. Es resultiert eine Arbeitsunfähigkeit von 80% im bishe-
rigen  Beruf.  Zumutbar  bleibt  der  Anteil  von  20%  administrativer 
Tätigkeit  im eigenen Geschäft. Bezüglich einer leichten,  rückenscho-
nenden,  wechselbelastenden  Verweistätigkeit  ist  gemäss  den  begut-
achtenden  Prof. Dr.  G._______,  Dr.  H._______  sowie  Prof. Dr. 
I._______ von einer zumutbaren Tätigkeit von bis zu vier Stunden täg-
lich auszugehen. Darauf ist abzustellen.

6.2
6.2.1 Was die psychiatrischen  Berichte von Dr. J._______ betrifft,  ist 
festzustellen, dass er über einen Facharzttitel für innere Medizin und 
nicht  für  Psychiatrie  und/oder  Psychotherapie  verfügt.  Er  gab  indes 
gegenüber der IVSTA an, er sei von der FMH betitelt, um psychiatri-
sche Gutachten zu erstellen (act. IV/135). Zu berücksichtigen ist, dass 
er  der langjährige  behandelnde  Psychotherapeut  des  Be-
schwerdeführers  ist.  Aus  seiner  Sicht  ist  der  Beschwerdeführer  zu 
100%  arbeitsunfähig,  dies  aufgrund  der  seit  vielen  Jahren 
bestehenden  Depression  (seit  1980  bzw.  1992,  act.  IV/152,  154), 
verstärkt durch die erlittenen Schockzustände während Terrorangriffen 
und aufgrund der rückenbedingten Schmerzen. 

6.2.2 Bezüglich  der  früher  aufgetretenen  Depression  geht  aus  den 
Vorakten der IV W._______ hervor, dass eine mittelgradige depressive 
Episode ab Frühling bzw. Sommer 1997 bestand, verursacht u.a. durch 
Spannungen und Schwierigkeiten im sozialen Umfeld des Beschwer-
deführers  ab  dem  Jahr  1993  (act.  IV/12,  84.2,  98.2).  Die  Episode 
schien per 14. Dezember 1998 – mit der Auswanderung nach Israel – 
überwunden, der Beschwerdeführer wurde von Dr. J._______ wieder 
voll  arbeitsfähig  geschrieben  (act.  IV/12.2,  43,  92a,  100;  vgl.  aber 
Beurteilung Prof. Dr. O._______ vom 2. November 1998, act. 98.6 f.) 
und  die  zugesprochene  halbe  Invalidenrente  wurde  befristet  (act. 
IV/15). 

6.2.3 Gemäss  dem  Bericht  des  behandelnden  Psychiaters 
Dr. F._______ vom 10. Dezember  2007 steht  der  Patient  seit  sieben 
Jahren  in  Israel  in  psychiatrischer  Behandlung.  Allerdings  hat  der 
Beschwerdeführer erst wieder aufgrund des erlittenen Verhebetraumas 
und der auch aus psychischer Sicht geltend gemachten Gesundheits-

Seite 16

C-4389/2008

verschlechterung einen neuen Rentenantrag gestellt. Aus dem Bericht 
von Dr. F._______ ist ersichtlich, dass Hinweise für das Vorliegen einer 
schwerwiegenden psychischen Erkrankung bestehen. 

6.2.4 Zu  verweisen  ist  im  Übrigen  auch  auf  die  Ausführungen  der 
Gutachter im Bereich Orthopädie/Neurologie, wonach die psychische 
Komponente einen bedeutenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers haben könnte (act. IV/153.18).

6.3 Da die psychiatrischen Berichte von behandelnden Ärzten stam-
men,  der  Bericht  von  Dr.  J._______  gemessen  am  Standard  eines 
Gutachtens  nur  bedingt  begründet  ist  und  im  Vergleich  mit  den 
früheren Akten der IV W._______ zeitliche Unstimmigkeiten aufweist 
(z.B. Auswanderung per Dezember 1998; Beginn der Depression ca. 
ab  1993;  Diskushernie  diagnostiziert  im  Januar  2007,  act.  IV/62), 
haben  diese  Berichte  nur  einen  beschränkten  Beweiswert.  Da 
Dr. J._______  feststellt,  der  Patient  sei  örtlich,  zeitlich  und  situativ 
orientiert,  bezüglich  der  Wahrnehmungs-  und  Auffassungsfähigkeit 
keine Besonderheit bestehe und keine Denkstörungen und Suizidalität 
vorliege,  ist  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  entgegen  der 
Beurteilung von Dr. J._______ nicht von einer vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit  aus  psychischen  Gründen  sowohl  im  noch  zumutbaren 
bisherigen  Tätigkeitsfeld  wie  auch  in  einer  angepassten 
Verweistätigkeit auszugehen. Der Beschwerdeführer gibt selbst an, er 
könne  seine  Gäste  noch  zu  20%  betreuen.  Das  Bundesver-
waltungsgericht geht jedoch davon aus, dass zusätzlich zu den ortho-
pädisch-neurologischen  Gesundheitseinschränkungen  ein  (unbe-
stimmter) Anteil aus psychischen Gründen hinzukommt.

6.4 Demgegenüber äussert  sich Dr. E._______ – notabene in einem 
Satz  –  soweit,  der  Umfang  der  von  den  Gutachtern  des  Spitals 
V.________  festgestellten  noch  möglichen  Tätigkeiten  seien  aus 
psychischen  Gründen  zumutbar.  Weder  setzt  er  sich  mit  den 
Beurteilungen  der  psychiatrisch  behandelnden  Ärzte  noch  mit  den 
Feststellungen  der  Gutachter  im  somatischen  Bereich  auseinander, 
die  einen  zusätzlichen Einfluss  der  psychischen  Erkrankung  auf  die 
Arbeitsfähigkeit  feststellen,  noch  begründet  er  seine  Äusserung  im 
Einzelnen. Insbesondere fehlen Aussagen und Schlussfolgerungen zur 
beschriebenen Kriegstraumatisierung in Israel und zu den psychischen 
Auswirkungen  aufgrund  der  Rückenproblematik,  unter  Berücksich-
tigung einer bereits früher aktenkundigen und allenfalls andauernden – 

Seite 17

C-4389/2008

damals  befristet  rentenrelevanten  –  Depression.  Im  Übrigen  fehlt 
Dr. E._______  zur  Beurteilung  einer  solchen  psychiatrischen  Krank-
heitssituation  die  nötige  Qualifikation.  Ausserdem  bleibt  unklar,  was 
Dr. E._______ mit  einer  „in  der  Gesamtheit  aus medizinisch/betrieb-
lichen Überlegungen geschätzten globalen  50%-igen Arbeitsunfähig-
keit“ meint.

6.5 Demnach ist  festzuhalten,  dass die psychiatrischen Berichte der 
behandelnden Ärzte wie auch die Stellungnahme von Dr. E._______ 
zur vorliegend zu klärenden Frage, in welchem Mass der Beschwerde-
führer  aus  psychiatrischer  Sicht  erwerbsunfähig  ist,  als  Beweismittel 
ungenügend sind. Es ist  daher nicht  nachvollziehbar, wie die Vorins-
tanz – gestützt auf die Beurteilung durch den ärztlichen Dienst – ver-
lässliche,  den  vom  Bundesgericht  festgelegten  Anforderungen  ge-
mässe  Schlüsse  in  psychiatrischer  Hinsicht  ziehen  konnte.  Es 
widerspricht  darüber  hinaus  der  gesetzlichen  Regelung,  dass  sie 
keinen Erwerbsvergleich vornahm, obwohl sie bei der Festlegung des 
Invaliditätsgrades auf eine Verweistätigkeit abgestellt hat.

6.6 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass dem Beschwerde-
führer schwere Arbeiten im Sinne seiner angestammten Tätigkeit nicht 
mehr möglich sind. Zumutbar bleibt die administrative  Geschäftstätig-
keit  im Rahmen von 20%. Weiter  zumutbar sind  leichte, rückenscho-
nende und wechselbelastende Verweistätigkeiten bis zu vier Stunden 
täglich. Das Bundesverwaltungsgericht  kann jedoch – weil  einerseits 
der  Einfluss  der  psychischen  Erkrankung  auf  die  Arbeitsfähigkeit  in 
einer Verweistätigkeit nicht genügend erstellt und andererseits kein Er-
werbsvergleich durchgeführt wurde – den IV-Grad und somit den Ren-
tenanspruch  des Beschwerdeführers  nicht  abschliessend  bestimmen 
beziehungsweise überprüfen.

6.7 Die Verfügung vom 9. Juni 2008 ist deshalb aufzuheben und die 
Sache  zur  Durchführung  einer  eingehenden  psychiatrischen  Begut-
achtung in der Schweiz und neuerlichen Bestimmung der Arbeitsfähig-
keit  in  einer  zumutbaren  Verweistätigkeit  unter  Berücksichtigung  der 
Untersuchungsergebnisse an die Vorinstanz zurückzuweisen. Bei der 
Neubeurteilung sind auch die im Lauf des Beschwerdeverfahrens ein-
gereichten medizinischen Akten aus Israel (siehe oben E. 5.2) zu  be-
rücksichtigen.  Anschliessend  hat  die  Vorinstanz  einen  Erwerbsver-
gleich  durchzuführen  und  den  Rentenanspruch  des  Beschwerdefüh-
rers neu zu berechnen. Dabei hat die Vorinstanz in Berücksichtigung 

Seite 18

C-4389/2008

dessen,  dass  der  Beschwerdeführer  selbständig erwerbend war und 
die Geschäfte nunmehr zu grossen Teilen von Familienmitgliedern ge-
führt  werden,  der  Frage nachzugehen, welche Berechnungsmethode 
(allgemeine oder ausserordentliche Methode) anzuwenden ist.

6.8 Abschliessend ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass 
es  ihm  im  Rahmen  der  Schadenminderungspflicht  (Art.  21  Abs.  4 
ATSG) obliegt,  (freiwillige)  Tätigkeiten  wie  Sanitätseinsätze,  die  sich 
ungünstig  auf  seine psychische Gesundheit  auswirken könnten,  auf-
zugeben.

7.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-
entschädigung.

7.1 Weder der unterliegenden Vorinstanz noch dem obsiegenden Be-
schwerdeführer  sind  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
und 2  VwVG). Der  geleistete  Kostenvorschuss ist  dem Beschwerde-
führer zurückzuerstatten.

7.2 Dem obsiegenden, nicht vertretenen Beschwerdeführer, welchem 
durch  die  Beschwerdeführung  keine  notwendigen,  verhältnismässig 
hohen  Kosten  erwachsen  sind,  ist  keine  Parteientschädigung  zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  in dem Sinne  gutgeheissen, als dass die Verfü-
gung vom 9. Juni 2008 aufgehoben und die Angelegenheit an die Vor-
instanz zurückgewiesen wird, damit diese nach weiterer Abklärung im 
Sinne der Erwägungen neu über den Rentenanspruch verfüge. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer zurücker-
stattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

Seite 19

C-4389/2008

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; 
Beilage: Rückerstattungsformular)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 20