# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9954b40-daed-5d4d-a57b-d71785e9bce1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.06.2010 A-7652/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7652-2009_2010-06-08.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-7652/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u n i  2 0 1 0

Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 
Richter Markus Metz, Richter Daniel de Vries Reilingh, 
Gerichtsschreiber Lino Etter.

X._______GmbH, ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST (1. Quartal 2003 bis 4. Quartal 2007); 
Privatanteile an Fahrzeugen.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-7652/2009

Sachverhalt:

A.
Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  sandte  der 
X._______GmbH, A., am 7. Oktober 2008 die Ergänzungsabrechnung 
(EA) Nr. ... betreffend die pauschale Ermittlung der Privatanteile an der 
Nutzung eines Fahrzeugs (Chevrolet Corvette) bezüglich der Steuer-
perioden vom 1. Januar 2003 bis zum 31. Dezember 2007. Die ESTV 
stützte diese EA in der Höhe von Fr. 3'519.-- auf ihre Praxis gemäss 
Merkblatt  Nr. 3  (vgl.  nachfolgend  E. 2.3)  und  auf  zuvor  eingereichte 
Unterlagen der X._______GmbH, insbesondere den Leasingvertrag.

B.
Nachdem die X._______GmbH mit Mitteilung vom 2. November 2008 
die EA Nr. ... der ESTV mit dem Hinweis zurücksandte, das Fahrzeug 
sei  "ausschliesslich  für  geschäftliche  Zwecke  genutzt"  worden, 
verfügte die ESTV mit  Entscheid vom 27. Mai  2009 eine Nachforde-
rung  für  Mehrwertsteuern  in  der  Höhe  von  Fr. 3'519.--  plus  Zins  ab 
1. August 2006. Bereits zuvor hatte die ESTV mit Zahlungsbefehl Nr. ... 
vom 19. März 2009 des Betreibungsamtes A. die Betreibung gegen die 
X._______GmbH über Fr. 3'519.-- plus Verzugszins eingeleitet.

C.
Am  2. Juli  2009  erhob  die  X._______GmbH  Einsprache  mit  der 
Begründung,  die  EA  Nr. ...  entspreche  nicht  den  Tatsachen  und 
entbehre  jeglicher  Grundlagen.  Mit  Einspracheentscheid  vom 
30. Oktober 2009 wies die ESTV die Einsprache ab und beseitigte den 
Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl Nr. ... vom 19. März 2009 
des Betreibungsamtes A.

D.
Die X._______GmbH (im Folgenden Beschwerdeführerin)  erhebt  am 
9. Dezember  2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und 
beantragt sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 
30. Oktober  2009. Sie  rügt  insbesondere  die  unrichtige  Feststellung 
des Sachverhalts,  da  man nicht  von einer  privaten bzw. gemischten 
Fahrzeugnutzung  sprechen  könne,  weil  das  fragliche  Fahrzeug  im 
Wesentlichen  zu  geschäftlichen  Zwecken  zur  Verfügung  gestanden 
und für private Fahrten ein weiteres Fahrzeug intensiv genutzt worden 
sei. Der Beschwerde sind diverse neue Dokumente als Beweismittel 
beigelegt. 

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E.
Die  ESTV  beantragt  mit  Vernehmlassung  vom  19. März  2010  die 
Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021); als anfechtbare Verfügungen gelten auch 
Einspracheentscheide der  Departemente  und der  ihnen unterstellten 
oder  administrativ  zugeordneten Dienststellen  der  Bundesverwaltung 
(Art. 5  Abs. 2  VwVG  i.V.m.  Art. 33  Bst. d  VGG).  Der  angefochtene 
Einspracheentscheid  der  ESTV vom 30. Oktober  2009  ist  damit  als 
eine beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbare Verfügung zu qualifi-
zieren. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Der  Be-
schwerdeführer kann neben der Verletzung von Bundesrecht und der 
unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhaltes auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 
VwVG;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149). Nach dem 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung bildet sich das Bundesverwal-
tungsgericht  unvoreingenommen,  gewissenhaft  und  sorgfältig  eine 
Meinung darüber, ob der zu erstellende Sachverhalt als wahr zu gelten 
hat (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O, Rz. 3.140). 

1.3 Am  1. Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom  12. Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Das vorliegende Verfahren unter-
steht deshalb in materieller Hinsicht dem Bundesgesetz vom 2. Sep-
tember  1999  über  die  Mehrwertsteuer  (aMWSTG,  AS 2000  1300). 
Unter Vorbehalt der die Bezugsverjährung betreffenden Bestimmungen 
ist  dagegen das neue Verfahrensrecht  im Sinne von Art.  113 Abs. 3 

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MWSTG auf  sämtliche  im  Zeitpunkt  des  Inkrafttretens  hängige  Ver-
fahren anwendbar.

Allerdings ist  Art. 113 Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, 
als gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfah-
rensnormen sofort  auf  hängige  Verfahren  anzuwenden sind,  und  es 
dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen Recht auf alt -
rechtliche Sachverhalte kommen darf. Keine Anwendung finden des-
halb beispielsweise Art. 70, 71,  72,  79 oder 87 MWSTG, obwohl sie 
unter dem Titel "Verfahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer" 
stehen. Denn es handelt sich diesbezüglich nicht um Verfahrensrecht 
im engen Sinne. Hat in der Folge eine Rechtsmittelbehörde zu über-
prüfen, ob die Vorinstanz das Verfahrensrecht richtig angewendet hat, 
so  bleibt  das  Recht  massgeblich,  das  zum  Zeitpunkt  der  zu  über-
prüfenden Verfahrenshandlung in Kraft  stand und von der Vorinstanz 
angewendet  werden  musste,  auch wenn inzwischen neues Recht  in 
Kraft  getreten sein sollte  (ausführlich zum Ganzen: Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1379/2007 vom 18. März 2010 E. 1.2.3 und 
A-1113/2009 vom 23. Februar  2010 E. 1.3 und E. 3.4.3). Anwendbar 
im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist dergestalt zwar die 
Regelung von Art. 81 MWSTG. Sie ist freilich insofern von beschränk-
ter  Tragweite,  als  bei  Überprüfung von Entscheiden,  bezüglich derer 
das vormalige materielle (sowie davon abhängige formelle) Recht wei-
terhin anwendbar ist,  das damalige vorinstanzliche Unberücksichtigt-
lassen von  Art. 81 MWSTG nicht beanstandet werden kann. Im Übri-
gen ist  der Gehalt  von Art. 81 Abs. 1 MWSTG durch die Rechtspre-
chung in Nachachtung von  Art. 29 Abs. 2  der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) 
bereits bisher angewendet worden (vgl. auch Urteile des Bundesver-
waltungsgerichts  A-705/2008  vom  12. April  2010  E. 3,  A-1379/2007 
18. März  2010  E. 1.2.3  und  A-4785/2007  vom  23. Februar  2010 
E. 5.5).

1.4 Die entscheidende Behörde muss den Sachverhalt  von sich aus 
abklären. Sie muss die für das Verfahren notwendigen Sachverhalts-
unterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären 
sowie darüber ordnungsgemäss Beweis führen (Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts  A-5004/2007  vom  11. September  2009  E. 1.3). 
Dieser  Untersuchungsgrundsatz  wird  jedoch  durch  die  Mitwirkungs-
pflichten  der  Steuerpflichtigen  relativiert.  So  hat  die  steuerpflichtige 
Person der ESTV über alle Tatsachen, die für die Steuerpflicht oder für 

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die Steuerbemessung von Bedeutung sein können, nach bestem Wis-
sen und Gewissen Auskunft zu erteilen und die erforderlichen Unter la-
gen einzureichen (Art. 57 Abs. 1 aMWSTG). Denn die Fälle, in denen 
insbesondere die nach dem Selbstveranlagungsprinzip abrechnenden 
Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht  wahrnehmen,  dürfen 
keine  Steuerausfälle  zur  Folge  haben  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.552/2006  vom 1. Februar  2007  E. 3.2;  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1636/2006 vom 2. Juli  2008 E. 2.3.2).  Wo somit  der 
Untersuchungsgrundsatz  endet  und  die  Mitwirkungspflicht  beginnt, 
lässt sich nicht allgemein festlegen. Die Mitwirkungspflicht gilt jedoch 
naturgemäss gerade für solche Tatsachen, welche eine Partei besser 
kennt als  die Behörde und die diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht 
erheben könnte (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.50). 

1.5 Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht dür-
fen im Rahmen des Streitgegenstandes bisher noch nicht gewürdigte, 
bekannte wie auch bis anhin unbekannte, neue Beweismittel und neue 
Sachumstände,  die  sich  zeitlich  vor  oder  erst  im Laufe  des Rechts-
mittelverfahrens  zugetragen  haben,  vorgebracht  werden  (MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.204 ff.). Als Ausfluss des Untersu-
chungsgrundsatzes  und  der  im  Bezug  auf  die  Überprüfung  des 
Sachverhalts freien Kognition, ist einem Entscheid der Sachverhalt zu 
Grunde zu legen, wie er  sich im Zeitpunkt  der Beschwerdeentschei-
dung verwirklicht hat und bewiesen ist (Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1985/2006  vom  14. Februar  2008  E. 7).  Im  vorliegenden 
Verfahren  sind  mithin  sämtliche  bis  zur  Urteilsfällung  vorgebrachten 
Beweismittel miteinzubeziehen. 

1.6 Von den Mitwirkungspflichten zu unterscheiden ist die (objektive) 
Beweislast, welche festlegt, zu wessen Lasten es sich auswirkt, wenn 
ein  Sachumstand  unbewiesen  bleibt.  Es  ist  anerkannt,  dass  die 
Steuerbehörde für  die steuerbegründenden Tatsachen den Nachweis 
zu  erbringen  hat,  während  dem Steuerpflichtigen  der  Nachweis  der 
Tatsachen  obliegt,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben 
(ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuer-
rechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 453 f.). 

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2.
2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen im Inland erbrachte Lieferungen 
und Dienstleistungen, der Bezug von Dienstleistungen aus dem Aus-
land (Art. 5  Bst. a,  b, d aMWSTG) sowie  der  Eigenverbrauch (Art.  5 
Bst. c  aMWSTG).  Zu  den  Eigenverbrauchstatbeständen  gehört  na-
mentlich  gemäss  Art. 9  Abs. 1  aMWSTG  der  Entnahmeeigenver-
brauch,  dessen  Ziel  es  ist,  Gegenstände,  deren  Bezug  den Steuer-
pflichtigen zum Vorsteuerabzug berechtigt haben, wieder mit der Mehr-
wertsteuer zu belasten,  wenn er sie entgegen seiner  ursprünglichen 
Absicht beim Erwerb nun für einen Zweck verwendet, der den Vorsteu-
erabzug ausschliesst. Die Bestimmung strebt die Rückgängigmachung 
des sich im Nachhinein als unzulässig erweisenden Vorsteuerabzugs 
an;  es  handelt  sich  um  eine  "Vorsteuerkorrekturregel"  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.125/2003  vom 10. September  2003  E. 3.1;  Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1960/2007  vom  1. Februar  2010 
E. 2.1;  DANIEL RIEDO, mwst.com, Kommentar  zum Bundesgesetz  über 
die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. A-13 f. zu Art. 9 aMWSTG).

Die  Eigenverbrauchsteuer  wird  für  den  vorliegend  einzig  interessie-
renden Fall der vorübergehenden Verwendung für den privaten Bedarf 
bzw. für den Bedarf des Personals berechnet von der Miete, die einem 
unabhängigen  Dritten  in  Rechnung  gestellt  würde  (Art.  34  Abs. 3 
aMWSTG). Quantitativ Gleiches gilt für den Fall, in dem eine Lieferung 
oder Dienstleistung an eine nahestehende Person erfolgt ist; dann gilt 
als Entgelt der Wert,  der unter unabhängigen Dritten vereinbart  wor-
den wäre (Art. 33 Abs. 1 aMWSTG; vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts A-1393/2006 vom 10. Dezember 2007 E. 3.1.1).

2.2 Verwendet  der  Mehrwertsteuerpflichtige  Gegenstände  (z. B. 
Geschäftsfahrzeuge),  die ihm dank des Vorsteuerabzuges ganz oder 
teilweise steuerfrei zur Verfügung stehen, sowohl für Zwecke, die zum 
Vorsteuerabzug berechtigen,  als  auch für  andere Zwecke, so ist  der 
Vorsteuerabzug  im  Verhältnis  der  Verwendung  zu  kürzen.  Wird  die 
private  Verwendung bestritten,  obliegt  es  der  ESTV stichhaltige  An-
haltspunkte dafür zu liefern und zu belegen, dass der Steuerpflichtige 
den dank Vorsteuerabzug steuerfrei zur Verfügung stehenden Gegen-
stand tatsächlich (in relevanter Weise) für nicht steuerbare Ausgangs-
leistungen verwendet hat. Besteht  ein Mehrwertsteuerpflichtiger trotz 
gegenteiliger  stichhaltiger  Anhaltspunkte  darauf,  dass  das  Fahrzeug 
nicht für unternehmensfremde Zwecke verwendet wird, so hat er diese 
im Ergebnis steuermindernde Tatsache nicht nur zu behaupten, son-

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dern auch zu belegen (bereits zur Verordnung vom 22. Juni 1994 über 
die  Mehrwertsteuer  [MWSTV, AS  1994  1464]  erlassenes  Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.406/2002  vom  31. März  2003  E. 3.2  und  3.4; 
Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  A-2081/2007 vom 31. August 
2009 E. 3.3 und A-1393/2006 vom 10. Dezember  2007 E. 3.3.3; vgl. 
auch oben E. 1.6).

2.3 Gemäss  Verwaltungspraxis  zur  Verwendung  von  Fahrzeugen  für 
unternehmensfremde Zwecke kann der  Mehrwertsteuerpflichtige  den 
Anteil der privaten bzw. unternehmensfremden Verwendung entweder 
effektiv oder pauschal ermitteln (vgl. Wegleitung 2001 zur Mehrwert-
steuer,  herausgegeben  von  der  ESTV  im  Sommer  2000,  Rz. 497; 
Merkblatt Nr. 3 über die Vereinfachungen bei Privatanteilen / Natural-
bezügen /  Personalverpflegung  [Nr. 610.545-03],  gültig  für  den Zeit-
raum vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2007, nachfolgend: Merk-
blatt  Nr. 3/2000,  sowie  präzisierende  Neuauflage  des  selben  Merk-
blatts vom Dezember 2007 gültig ab dem 1. Januar 2008, wobei ge-
wisse  Praxisänderungen  am  1. Januar  2007  in  Kraft  getreten  sind, 
nachfolgend:  Merkblatt  Nr. 3/2007).  Wird  der  Privatanteil  pauschal 
ermittelt, gilt – sofern beim Kauf des Fahrzeugs ein Vorsteuerabzugs-
recht bestand – pro Monat 1% (ab 1. Januar 2007: 0.8%) des Bezugs-
preises  exkl.  Mehrwertsteuer  des  Fahrzeugs  –  mindestens  aber 
Fr. 150.--  –  als  Privatanteil,  der  zum  Normalsatz  zu  versteuern  ist 
(Merkblatt  Nr. 3/2000,  Ziff. 2  bzw. Merkblatt  Nr. 3/2007,  Ziff. 2.1). Bei 
der  effektiven Ermittlung  ist  eine Fahrtenkontrolle  zu  führen,  welche 
zuverlässig über die Verwendung des Fahrzeugs für geschäftliche bzw. 
private Fahrten Auskunft gibt (Merkblatt Nr. 3/2000, Ziff. 6.1 bzw. Merk-
blatt  Nr. 3/2007,  Ziff. 2.2.1;  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-2081/2007 vom 31. August 2009 E. 3.4;  ALOIS CAMEN-
ZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwert-
steuergesetz, Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 1258). Hinsichtlich der effektiven 
Ermittlung  des  Privatanteils  war  es  mithin  seitens  der  ESTV  vor 
Inkrafttreten des MWSTG gestützt auf die Merkblätter Nr. 3/2000 und 
Nr. 3/2007  grundsätzlich  zulässig,  Nachweise  ausschliesslich  vom 
Vorliegen  bestimmter  Beweismittel  (Fahrtenkontrolle)  abhängig  zu 
machen. 

2.4 Zur Beurteilung, ob die Vorinstanz bei Erlass des angefochtenen 
Entscheids  das  Verfahrensrecht  korrekt  angewendet  hat,  ist  die  da-
mals geltende Rechtslage massgebend (vgl. oben E. 1.3). Insofern ist 
festzustellen, dass es seitens der ESTV damals grundsätzlich zulässig 

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war,  Nachweise  ausschliesslich  vom  Vorliegen  bestimmter  Beweis-
mittel  abhängig zu machen (z.B. Abrechnungen über die gesamthaft 
gefahrenen Kilometer,  Betriebskosten und privat  gefahrenen Kilome-
ter). Dessen ungeachtet wird darauf hingewiesen, dass die Merkblätter 
Nr. 3/2000  und Nr. 3/2007 für  Justizbehörden  nicht  verbindliche Ver-
waltungsverordnungen darstellen. Verwaltungsverordnungen sind aller-
dings durch die Gerichtsbehörden mitzuberücksichtigen, sofern diese 
Regelungen  eine  dem  Einzelfall  angepasste  und  gerecht  werdende 
Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen  zulassen 
(ausführlich: Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1960/2007 vom 
1. Februar 2010 E. 2.3).

3.
3.1 Die  Beschwerdeführerin  beanstandet  die  pauschale  Ermittlung 
des  Privatanteils  hinsichtlich  der  Nutzung  des  Geschäftsfahrzeugs 
Chevrolet Corvette. Sie rügt, die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, 
dass  einerseits  ihr  Gesellschafter  zur  Unterscheidung  von geschäft-
licher und privater Nutzung Wechselschilder nutzte und anderseits der 
Anteil  der  Privatnutzung  am  strittigen  Fahrzeug  im  Vergleich  zur 
geschäftlichen Nutzung bzw. zur gesamten privaten Fahrzeugnutzung 
desjenigen Gesellschafters der Beschwerdeführerin, der den Chevrolet 
Corvette privat fuhr, unerheblich sei.

3.2 Die Beschwerdeführerin gesteht jedoch ein, dass das Geschäfts-
fahrzeug  Chevrolet  Corvette  während  der  Jahre  2002  bis  2007  für 
mindestens 1'600 km zu privaten Zwecken von ihrem Gesellschafter 
L._______ genutzt  wurde.  Dieses  Zugeständnis  wird  auch  dadurch 
nicht hinfällig, dass sie mit Schreiben vom 2. November 2008 jegliche 
private Nutzung des Sportwagens bestritt  (vgl. oben Sachverhaltser-
wägung  B).  Zu  Recht  hat  die  Vorinstanz  deshalb  festgestellt,  dass 
vorliegend  lediglich  der  Umfang  der  Nutzung  dieses  Geschäfts-
fahrzeugs  für  private  Zwecke  umstritten  ist.  Bestehen  mehr  als  nur 
Anhaltspunkte für die private Nutzung, hat die Beschwerdeführerin die 
nicht  unternehmensfremde Nutzung im Sinn einer  steuermindernden 
Tatsache nachzuweisen (vgl. oben E. 2.3). 

3.3 Unbestritten  ist,  dass  ein  weiteres  von  der  Beschwerdeführerin 
gekauftes und gehaltenes Fahrzeug, ein Citroën Picasso, ausschliess-
lich für private Zwecke vom selben Gesellschafter genutzt wird; dieser 
ist gemäss den eingereichten Versicherungsunterlagen auch Versiche-
rungsnehmer  und  häufigster  Lenker  beider  Fahrzeuge. Gemäss den 

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eingereichten  Belegen  des  Strassenverkehrsamts  verfügte  die  Be-
schwerdeführerin tatsächlich über ein Wechselschild. Dies führt  nicht 
dazu,  dass  nachgewiesen  ist,  dass  eine  private  Nutzung  des  Fahr-
zeugs Chevrolet Corvette ausgeschlossen war oder effektiv abgerech-
net  wurde. Dies gilt  umso mehr, als  die  Beschwerdeführerin  für  den 
ausschliesslich  privat  genutzten  Citroën  Xsara  Picasso  gemäss  der 
ESTV keinen Eigenverbrauch deklarierte.

3.4 Am 21. Mai 2008 faxte die Beschwerdeführerin der ESTV eine Ta-
belle, die die wöchentlichen bzw. monatlichen Fahrten zu drei Kunden-
standorten  im  fraglichen  Zeitraum  pauschal  aufführt  und  mit  dem 
Kilometerstand  des Fahrzeugs vergleicht.  Die  Vorinstanz anerkannte 
diesen  Beleg  zu  Recht  nicht  als  einen  mit  einem Fahrtenbuch  ver-
gleichbarer  Nachweis  für  den  Anteil  der  privaten  Fahrten.  Denn  es 
werden nicht  die  einzelnen Fahrten aufgeführt,  sondern  es  wird  un-
differenziert  vorausgesetzt,  dass ein Gesellschafter der Beschwerde-
führerin während mehr als fünf Jahren die gleichen drei (unbekannten) 
Kunden jeweils regelmässig (z. B. einmal wöchentlich bei 48 Wochen 
pro  Jahr)  besucht  und  dabei  eine  pauschale  Strecke zu  Geschäfts-
zwecken zurückgelegt habe. Abgesehen davon, dass die Beschwerde-
führerin nicht darlegt, wieso trotz dieser für jedes Jahr identischen Be-
rechnung im Jahr 2007 gemäss ihrer Aufstellung lediglich ein knappes 
Drittel  der  Vorjahreskilometersumme  zu  Geschäftszwecken  gefahren 
wurde, wird nicht erwähnt, ob zwischen 2002 und 2007 auch andere 
Mitarbeiter  das Fahrzeug nutzten oder  andere Kunden besucht  wur-
den. Zudem finden sich in den Akten weder Nachweise für die behaup-
teten Kundenbesuche noch für den jeweiligen Kilometerstand. Ein von 
der  Beschwerdeführerin  eingereichtes  Arbeitszeugnis  einer  anderen 
Gesellschaft,  für  die L._______ zwischen dem 1. Juli  1998 und dem 
31. Mai  2005  (zu  einem  unklarem  Pensum)  in  leitender  Stellung 
arbeitete,  lässt  im  Weiteren  Zweifel  aufkommen,  ob  dieser  Gesell-
schafter  überhaupt  zeitlich  in  der  Lage  war,  exakt  entsprechend  er-
wähnter Tabelle Kundenbesuche für die Beschwerdeführerin zu absol-
vieren. Konkrete private Fahrten werden anhand der Tabelle nicht aus-
gewiesen. Zusammenfassend kann mit der Tabelle vom 21. Mai 2008 
kein Nachweis für eine steuermindernde Tatsache erbracht werden, da 
die darin enthaltenen Angaben nicht nachprüfbar sind und lediglich auf 
unpräzisen Annäherungswerten beruhen. 

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3.5 Im Übrigen verfängt auch das Argument der Beschwerdeführerin 
nicht, die private Nutzung des Chevrolet Corvettes sei im Vergleich mit  
der  Nutzung  zu  geschäftlichen  Zwecken  bzw. mit  dem vom Gesell-
schafter L._______ in diesem Zeitraum mit dem anderen Fahrzeug der 
Gesellschaft  gefahrenen  Streckenkilometer  unerheblich.  Abgesehen 
davon, dass der Umfang der privaten Nutzung in casu strittig ist, kann 
die Nutzung eines Geschäftsfahrzeuges für private Fahrten im Umfang 
von insgesamt 1'600 km in einem Zeitraum von etwas mehr als fünf 
Jahren nicht pauschal als unerheblich beiseite geschoben werden. 

3.6 Die Beschwerdeführerin hat keine Fahrtenkontrolle geführt bzw. – 
auch  vor  Bundesverwaltungsgericht  –  keine  Belege  eingereicht, 
welche eine effektive  Ermittlung des  Privatanteils  erlauben. Insofern 
hat  die  Vorinstanz  aus gutem Grund  eine  pauschale  Ermittlung  des 
Privatanteils gemäss Verwaltungspraxis vorgenommen. Zusammenfas-
send gelingt  der  Beschwerdeführerin  der  Nachweis  über  die  steuer-
mindernde Tatsache bzw. den effektiven Anteil der geschäftlichen Nut-
zung des Fahrzeugs nicht. Daher ist die Beschwerde abzuweisen.

3.7 Der  Klarheit  halber  wird  festgehalten,  dass  die  Vorinstanz  den 
Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes A. vom 
19. März 2009 zu Recht vollumfänglich beseitigt hat.

4.
Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Verfahrenskosten  von 
Fr. 800.--  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen und mit  dem von ihr 
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Salome Zimmermann Lino Etter

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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