# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34af7274-a0a0-5f88-a052-d01e419b7c10
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-12-05
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision und berufliche Massnahmen; medizinischer Sachverhalt nicht umfassend abgeklärt. Aufhebung der Verfügungen und Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Begutachtung und zum Neuentscheid.
**Docket/Reference:** IV.2018.00638
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00638.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00638
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichterin Senn
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
5. Dezember 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Y.___
, Kundenrechtsdienst Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Dem
1963
geborenen X.___
wurde
bei der Diagnose einer mittel
schweren
Aortenklappeninsuffizienz
mit Verfügung vom
15. September 2003 rückwirkend ab 1. Januar 2002 eine ganze Invalidenrente
(Invaliditätsgrad: 67 %)
zugesprochen, welche
bei unveränderten Verhältnissen mit
Verfügung vom 6. Dezem
ber 2004 infolge Gesetzesrevision (
4.
IVG-Revision) mit Wirkung ab 1. Februar 2005 auf eine
Dreiviertelsrente
herabgesetzt wurde (vgl.
Urk.
7/1-
14).
Am 23. August 2007 (
Urk.
7/21) stellte der Versicherte ein Rentenerhöhungs
ge
such.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, leitete darauf
hin Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht in die Wege.
Nach
Auferlegung einer Schadenminderungspflicht
hinsichtlich der Durchführung einer
Herzoperation (
Aortenklappenersatz
,
Urk.
7/33)
wurde dem Versicherten mit Ver
fügung vom 20. März 2008 (
Urk.
7/39)
rückwirkend
ab 1. September 2007 eine ganze Invalidenrente zugesprochen.
Eine im Jahre 2009 eingeleitete revisions
weise Überprüfung der Invalidenrente zeigte keine Veränderung (
Urk.
7/44-
53). Vom 12. Mai 2011 bis 30. September 2014 befand sich der Versicherte in Unter
suchungshaft
und im
Massnahmevollzug
, was eine Sistierung seiner Invaliden
rente für den Zeitraum vom 1. Juni 2011 bis
30. September 2014
(inklusive Ren
ten
rückforderung) zur Folge hatte
. Ab 1. Oktober 2014 wurde die bisherige ganze Invalidenrente weiter ausgerichtet
(
Verfügung vom
8. Oktober 2014;
Urk.
7/60 f., 7/64, 7/82
, 7/85).
1.2
Im J
ahre 201
5
wurde eine weitere revisionsweise Überprüfung der Invalidenrente des
inzwischen zu 80 % in geschütztem Rahmen erwerbstätigen
Versicherten ein
geleitet (
Urk.
7/87). In diesem Zusammenhang tätigte die IV-Stelle wiederum Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht.
Eingeleitete beruf
liche Massnahmen im Sinne einer Arbeitsvermittlung wurden mit Mitteilung vom 12. November 2015
(
Urk.
7/95)
aufgrund einer möglichen, bevorstehenden Herz
operation abgeschlossen (
zum Ganzen:
Urk.
7/91-105).
Es folgten weitere Abklärungen.
Nach Beurteilung des medizinischen Sach
ver
haltes durch den Re
gionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 9. Januar 2017
(
Urk.
7/109 S. 5) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom
14. Februar 2017 (
Urk.
7/110) die Herabsetzung der bisherigen ganzen auf eine halbe Invalidenrente in Aussicht.
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen.
Es
wurden berufliche Massnahmen im Sinne einer Arbeitsvermittlung eingeleitet
, die
nach
Ermahnung zur Mitwirkungspflicht (Urk.
7/147)
mit Verfügung vom 21. Juni 2018
(
Urk.
2/1)
aufgrund fehlender sub
jek
tiver Eingliederungsfähigkeit abgeschlossen
wurden
(vgl. zum Ganzen:
Urk.
7/142
-
155,
7/164 f.,
7/168
).
Mit Verfügung vom
25. Juni 2018
(
Urk.
2/2)
setzte die IV-Stelle
die bisherige ganze Invalidenrente des Versicherten mit Wir
kung ab 1. August 2018 auf eine halbe Rente
herab
.
2.
Gegen die beiden Verfügungen der IV-Stelle vom 21. Juni 2018 (
Urk.
2/1)
und 25. Juni 2018 (
Urk.
2/2) erhob der Versicherte mit Eingabe vom
23. Juli 2018
Beschwerde (
Urk.
1) und stellte folgende Anträge (S. 2):
«1.
Es seien die vorliegenden Beschwerden gegen d
ie Verfügung vom 25. Juni 2018 (
Reduktion der Invalidenrente) und g
e
gen die Verfü
gung
21. Juni 2018 (kein Anspruch auf
berufliche
Massnahmen) in einem Verfahren zu behandeln.
2.
Es seien die Verfügungen vom 25. Juni 2018 (Reduktion der Inva
liden
rente) und 21. Juni 2018 (kein Anspruch auf berufliche Mass
nahmen) aufzuheben.
3.
Es sei auf die Reduktion der Invalidenrente zu verzichten und die volle Invalidenrente weiter auszurichten.
4.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Anordnung einer zumutbaren Eingliederungsmassnahme unter Weiterausrichtung der vollen Invali
den
rente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin.»
In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. September 2018 (
Urk.
6) beantragte die Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 17. September 2018 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 8)
.
Mit Verfügung vom 8.
Novem
ber 2019 (Urk. 9) wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben, sich zu einer allfälligen Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin zu äussern. Am 2. Dezember 2019 teilte der Beschwerdeführer mit, er halte an seiner Be
schwerde fest (Urk. 11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
61
lit
. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen
. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweis
führungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweis
losigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbe
wie
sen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
aller
dings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Unter
suchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
Verfügung
vom 21. Juni 2018 (
Urk.
2/1) damit,
dass
der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in einer leidens
an
gepassten Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 50 % arbeitsfähig sei. Daher könne direkt
– zu Beginn der Massnahme parallel zum aktuellen geschützten Arbeitsplatz -
in die Arbeitsvermittlung eingestiegen werden.
D
as Dossier
werde
seitens der Eingliederung abgeschlossen, weil sich
der Beschwerdeführer bereits beim Erstgespräch vom 7. Februar 2018 subjektiv ni
c
ht eingliederungsfähig ge
sehen habe und die Bereitschaftserklärung
zur Teilnahme an der
zumutbaren Massnahme «
Arbeitsvermittlung Plus
»
nicht innert Frist bis am 27. März 2018 ausgefüllt und unterschrieben retourniert habe
.
2.1.2
In ihrer
Verfügung vom 25. Juni 2018 (
Urk.
2/2)
führte die Beschwerdegegnerin aus,
u
m den Invaliditätsgrad zu überprüfen, habe man diverse medizinische Unter
lagen eingeholt. Das Dossier sei anschliessend dem RAD zur Beurteilung vorgelegt
worden
. Dieser komme zum Schluss, dass sich der Gesundhei
t
szustand seit August 2015 verbessert habe.
Eine angepasste
, körperlich leichte
Tätigkeit
, z.B. Bürotätigkeit, sei zu 50 % zumutbar.
Gestützt auf einen Einkommens
ver
gleich
ermittelte die Beschwerdegegnerin einen neuen Invaliditätsgrad von 58 % und bejahte den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine halbe Invalidenrente für die Zukunft.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes habe
–
ent
gegen
der Vorbringen
des Beschwerdeführers - nicht stattgefunden.
2.2
Gegen die beiden Verfügungen brachte der Beschwerdeführer mit Beschwerde
schrift vom 23. Juli 2018 (
Urk.
1) im Wesentlichen vor, es sei hinsichtlich der
Herzbeschwerden keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetr
et
en.
Neben
den Her
z
beschwerden leide er an weiteren gesundheitlichen Einschrän
kungen, die bei einer neuen Prüfung der Invalidenrente ebenfalls
den Anspruch auf eine ganze Rente begründen würden.
Bei einem Einkommensvergleich wäre sodann ein leidensbedingter Abzug in der H
ö
he von 25 %
zufolge langer Abwe
senheit vom
Arbeitsmarkt, fortgeschrittenem Alter und den täglichen Leiden im Zusammenhang mit der HIV-Infektion respektive den Lebererkrankungen
zu gewähren (S. 3 ff.).
Sollte
schliesslich
von einer rentenrelevanten Verbesserung ausgegangen werden, habe der Beschwerdeführer Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
unter Wei
ter
ausrichtung der ganzen Invalidenrente.
Di
e von der Beschwerdegegnerin vor
geschlagene «Arbeitsvermittlung Plus»
sei
dem Beschwerdeführer nicht zumutbar
, weil
er
bereits zu 50 %
im sekundären Arbeitsmarkt tätig sei und
eine zusätzliche Tätigkeit bei der «Arbeitsvermittlung Plus»
seine Leistungsfähigkeit von 50 % über
steigen würde.
Eine Aufgabe der
in geschütztem Rahmen ausgeübten
Tätig
keit
sei nicht sinnvoll.
Es
sei auch eine Einschätzung der derzeitigen Arbeit
geberin des Beschwerdeführers zu seiner Leistungsfähigkeit einzuholen
(S. 6 ff.).
3.
3.1
3.1.1
Der mit Verfügung vom
25. Juni 2018 (
Urk.
2/2
; massgeblicher Endzeitpunkt
,
BGE 130 V 445 E. 1.2, 129 V 167 E. 1
)
erfolgten revisionsweisen Herabsetzung der Invalidenrente des Beschwerdeführers
auf eine halbe Rente
lag im Wesent
lichen die Beurteilung von RAD-Ärztin
Dr.
Z.___
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin,
vom 9. Januar 2017 (
Urk.
7/109 S. 5) zugrunde.
Darin führte die Internistin aus
, gemäss dem vorliegenden kardiologischen Arzt
zeugnis des Universitätsspitals
A.___
vom 18. November 2016 habe gleichentags eine primär erfolgreiche Radiofr
e
que
n
zablation bei Vorhofflattern durchgeführt werden können. Der weit
e
re Verlauf sei unkompliziert und regelrecht gewesen. Gesamthaft habe sich der kardiale Gesundheitszustand nach dem letzten perku
tanen
Aortenklappenersatz
und erfolgreicher Ablation eines Vorhofflatterns im November 2016 eindeutig verbessert. Bei der letzten Echokontrolle hätten sich eine einwandfreie Funktion des
Aortenklappenersatzes
sowie weiterhin eine nor
male linksventrikuläre Funktion gezeigt. Der Beschwerdeführer sei sowohl sub
jektiv (s
i
eben Treppen steigen ohne Luftnot), als auch objektiv (Belastungs-
Echo
kardiogramm/-graphie
[EKG]
bis 150 Watt) gut belastbar
. Einschränkend sei eine
Trikuspidalklappeninsuffizienz
, weswegen eine allgemeine Leistungsminderung nachvollziehbar sei. Für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten, wie zum Beispiel in der bisherigen Tätigkeit als Landwirt, sei der Beschwerdeführer weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Im aktuellen kardiologischen Arztzeugnis werde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Täti
gk
eit ausgewiesen. Aus medizinischer Sicht sollte aber zunächst wegen der kardialen Leistungs
minderung von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit, etwa einer Bürotätigkeit, ausgegangen werden. Von dieser Rest
a
rbeitsfähigkeit sei spätestens ab August 2015 auszugehen, also dem Beginn der Bürotätigkeit im geschützten Rahmen. Tätigkeiten in elektromagnetischen
Feldern sei
e
n bei Status nach
Implantable
Cardioverter
Defibrillator (ICD)-
Im
pla
n
tation nicht mehr möglich. Für eine Tätigkeit nur im geschützten Rahmen sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen. Weitere
Abklärungen
seien nicht notwen
dig.
3.1.2
Der letzte fachärztlich
-kardiologische
Bericht
des Universitätsspitals
A.___
,
Z
entrum
B.___
, der
Dr.
Z.___
zur V
erfügung stand, datiert vom
20. April 2016
(
Urk
.
7/107/13 ff.)
. Darin
wurde
n aus kardiologischer Sicht folg
ende Diagnosen gestellt
(S. 13
f.
)
:
1.
«
Brugada
-like»-EKG mit «
aborted
sudden
cardiac
death
»
-
Aktu
e
ll: 2.5 h anhaltende sup
raventrikuläre Tachykardie in IC
D-Speicher
-
St. n. anhaltender polymorpher
ventrikulärer Tachykardie (VT,
terminiert mit externem Schock) 15. Dezember 2009
-
St. n. erstmaliger Synkope (selbst-limitierende VT?) am 15. Dezember 2009
-
a
triale
Arrhythmien (Vorhofflattern und -flimmern)
-
Einkammer
-ICD (Boston Scientific F102) Implantation am 28. Dezember 2009
2.
Perkutane Core-
Valve
-Implantation am 7. Oktober 2010 bei
:
-
Kombiniertes
Aorten
vitium
m
i
t führender
Insuffizienz bei deg
enerativ verändertem Homograft (
22 mm): schwere
Aortenklappeninsuffizienz
, leichte
Aortenklappenstenose
-
m
ittlerer systolischer Gradient (MPG) 26
mmHg
-
St. n.
Aortenklappenersatz
(CE Bio 23 mm) bei S.-
aureus
-Endokarditis März 1995
-
St.
n.
Aortic
-Root-Ers
atz mit Homograft (
Aortic
Condui
t
22 mm) und Verschluss einer Fistel vom
linksventrikulären Auswurftrakt
(
LVOT
)
zum linken und vom LVOT zum rechten Vorhof mit Homograft-Patch bei
Aortenanulus
-Destruktion
Oktober 1995 (ohne Erregernachweis)
-
18. November 2009:
stenosefreie
linke Koronargefäs
se (
Ramus
interven
tr
i
cularis
anterior
[
RIVA
]
,
Ramus
cir
umflexus
[
RCX
]
),
right
coronary
artery
(
RCA
)
aus Homogra
ft nicht darstellbar (Linksdominanz)
-
Transthorakale Echokardiographie
vom 27. April 2016: schwere
Trikuspi
dal
insuffizienz
bei dilatiertem
Anulus
und ICD-Kabel:
-
Rechter Ventrikel dilatiert mit verminderter
s
ystolischer Funktion (
fac
= 30 %)
-
Dilatierter rechter Vorhof
-
Normale pulmonale Druckverhältnisse: systolischer RV/RA-Gradient
=
17
mmHg
-
Dilatierte Lebe
r
venen mit systolischem
Backflow
-
V.
cava
dilatiert, vermindert atemvariabel (erhöhter RA-Druck)
-
Normal grosser linker Ventrikel mit konzentrischem
Remodeling
und normaler Auswurffraktion (linksventrikuläre Ejektionsfra
k
tion
biplan
= 59 %). Postoperative
Septumhypokinesie
mit normaler systolischer V
erdickung
-
Aortale
Core-
Valve
-Prothese mit normaler Funktion:
-
m
ittlerer systolischer Druckgradient (korrigiert) = 3mmHg
-
Aorteninsuffizienz
transvalvulär
Schwere
Trikuspidalinsuffizienz
(Echo
April 2016)
Die Fachärzte hielten fest, die Vorstellung sei zur kardiologischen V
erlaufs
kon
trolle bei bekannter
v
alvulärer
Herzerkrankung erfolgt. Anamnestisch und kli
nisc
h habe sich kardial ein kompensierter Patient mit
normotonen
Blutdruckwerten und
normokardem
Sinusrythmus
im EKG gezeigt bei vorbekanntem
bifaszikulärem
Block.
Echokard
i
ographisch habe sich im Vergleich zur letzten Untersuchung keine wes
entliche Befundänderung gezeigt - weiterhin liege eine schwere
Trikuspidal
in
suffizienz
bei dilatiertem
Anulus
und ICD-Kabel sowie ein dilatierter rechter Ventrikel mit
verminderter
systolischer Funktion vor. Die linksventrikuläre Aus
wurffraktion sei normal gewes
en. Des Weiteren zeige die
aorta
le
Core-
Valve
-Prothese eine normale Funktion. Die fahrradergometrische Leistungsfähigkeit sei unter Berücksichtigung der fehlenden sportlichen Aktivität zufriedenstellend ent
wickelt. Hinweise für eine belastungsinduzierte
myokardiale
Ischämie fänden sich nicht.
In der ICD-Abfrage hätten 8 über wenige Sekunden anhaltende regelmässige Tachykardien
(durchschnittliche Herzfrequenz [HF] 183/min)
sowie eine über 2.5
Stunden anhaltende supraventrikuläre Tachykardie mit ebenfalls einer HF von 183/min dokumentiert werden können. Nach Rücksprache mit den Kollegen
der
Rhythmologie
werde - insbesondere zur Vermeidung inadäquater ICD-Schock
abgaben - empfohlen, eine weiterführende Diagnostik und Therapie mittels elek
trophysiologischer Untersuchung und Ablation durchzuführen. Die Medika
tion sollte aktuell unverändert fortgeführt werde
n (S. 15 f.).
3.2
Im Nachgang an die
Stellungnahme
von
Dr.
Z.___
vom 9. Januar 2017 (E. 3.1.1)
liess der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin
am 20. Juni
2018 (
Urk.
7/166
)
einen
provisorischen Austrittsbericht
des
B.___
vom 30. April 2018 (
Urk.
7/167) zukommen. Darin wurden
aus kardiologischer Sicht
fol
gende Diagnosen gestellt (S. 1
f.
):
1.
Typisches Vorhofflattern
-
A
ktuell: R
ezidiv, d
ifferentialdiagnostisch
atypisches Vorhofflattern
-
Ablation des
cavotrikuspidalen
Isthmus am 18. November 2016
-
CHADS-
VASc
Score: 0 Punkte, HAS BLED Score: 1 Punkt, EHRA II
-
ICD Kontrolle vom 7. November 2016: In der Abfrage sind 30 Tachy
kardie
-
Episoden in der Monitorzone aufgezeichnet, am ehesten schnell überleitendes Vorhofflattern, die längste über 6
:
20 min, Frequenz: bis 190/min, Langzeitverlauf wahrscheinlich seit Ende Juli im Vorhofflattern
2.
Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion (
HFrEF
)
D
ifferenzialdiagnose (DD)
bei
valvulärer
Herzkrankheit, DD
rhythmogen
, DD bei HIV
-
NT-
proBNP
30. April 2018; 874
ng
/l
-
Transthorakale Echokardiographie
20. M
ä
rz 2018:
Aortale
Core
Valve
-Prothese mit normaler Funktion. Freie schwere
Trikuspidalinsuffizienz
mit grosser
Koaptation
s
lücke
bei dilatiertem
Anulus
,
Tethering
beider Segel und ICD-Kabel. Rechter Ventrikel dilatiert mit reduzierter systolischer Funktion. Dilatierter rechter Vorhof. Normal grosser linker Ventrikel mit re
duzierter Auswurffraktion (linksventrikuläre Ejektions
fraktion
47 %) bei diffuser
Hypokinesie
, betont
septal
und
anterior
.
-
Single Photon Emission
Computed
Tomography-Computed
Tomography
(
SPECT-CT
)
29. März 2018: keine Ischämie, keine Narben
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren
: fortgeführter Nikotinabusus ca. 25py
3.
Makrozytäre
,
hyperchrome
Anämie
-
Substrate
…
4.
«
Brugada
-like»-EKG mit «
aborted
sud
d
en
cardiac
death
»
-
St. n. anhaltender polymorpher VT (terminiert mit externem Schock)
15. Dezember 2009
-
St. n.
erstmaliger Synkope (selbst-limitierender VT?) am 15. Dezember 2009
-
Atriale
Arrhythmien (Vorhofflattern und -flimmern)
-
Einkammer
-ICD (Boston Scientific F102) Implantation am 28. Dezember 2009
5.
Perkutane Core-
Valve
-Impl
antation am 7. Oktob
e
r
2010 bei:
-
Kombiniertes
Aortenvitium
mit führender
Insuffizienz bei degenerativ verändertem Homograft (22 mm): schwere
Aortenklappeninsuffizienz
, leichte
Aortenklappenstenose
-
m
ittlerer systolischer Gradient (MPG) 26
mmHg
-
St. n.
Aortenklappenersatz
(CE Bio 23 mm) bei S.-
aureus
-Endokarditis März 1995
-
St. n.
Aortic
-Root-Ersatz im Homograft (
Aortic
Conduit
22 mm) und
Verschluss
einer Fistel vom LVOT zum linken und vom LVOT zum rechten Vorhof mit Homograft-Patch bei
Aortenanulus
-Destruktion Oktobe
r
1995 (ohne Erregernachweis)
-
18. November 2009:
stenosefreie
linke Koronargefässe (RIVA, RCX), RCA aus Homograft nicht darstellbar (Linksdominanz)
-
Schwere
Trikuspidalinsuffizienz
(Echo November 2009)
3.3
3.3.1
Mit Blick auf die beiden fachärztlichen Berichte des
B.___
(E. 3.1.2, E. 3.2)
fällt auf, dass im
April
2016 noch keine Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurf
fraktion diagnostiziert worden war.
D
amals
lag
insbesondere ein normal grosser linker Ventrikel mit normaler Auswurffraktion vor.
Darauf nahm auch
Dr.
Z.___
in ihrer Stellungnahme vom 9.
Januar 2017 (E.
3.
1.1) explizit Bezug.
Im neuen Bericht vom April 2018
stellte sich am linken Ventrikel
bei normaler Grösse
eine
verminderte
Auswurffraktion bei diffuser
Hypokinesie
, betont
septal
und
anterior
, dar
.
Ob es sich bei den dargelegten Befunden um aus
medizinischer Sicht
rele
vante Veränderungen handelt,
kann
mange
ls aktenkundiger fachärztlicher Wür
di
gung
nicht beurteilt werden.
Weiter
lässt sich der Aktenlage entnehmen
, dass der Beschwerdeführer
neben der Herzproblematik
an einer
chronischen Hepatitis C
,
einer
HIV-Infektion
,
einer Osteo
porose
(
bestehend
seit 2014
)
und seit 2011 an rechtsseitigen
Kniebeschwer
den leidet
, die im August 2014 operativ behandelt
wurden
(vgl.
Urk.
7/90
/14-16
,
7/107/9 f.,
7/117,
7/122
).
Eine
gesamtmedizinische (
fach
)ärztliche
Beurteilung des Gesundheitszustandes ist den Akten nicht zu entnehmen.
3.3.2
Insgesamt ist aufgrund des Dargelegten darauf zu schliessen, dass der medizi
nische Sachverhalt
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 25. Juni 2018 (
Urk.
2/2) nicht umfassend ab
geklärt war.
In Aufhebung der
Verfügung
vom 25. Juni 2018 (
Urk.
2/2) ist die
Sache daher an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. Diese hat den Beschwerdeführer einer umfassenden Begutachtung zu unterziehen und hernach
neu
über die Frage der Revision seiner
Invalidenrente zu entscheiden.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund der derzeitigen Aktenlage mit Blick auf die 2011
eingetretenen
Veränderungen am linken Knie sowie die 2014
erstmals
diagnostizierte Osteoporose
(E. 3.3.1),
aber auch in Wür
di
gung der am Herzen in den Jahren 2009 und 2010 erfolgten Eingriffe (per
ku
tane Core-
Valve
-Implantation sowie
Einkammer
-ICD Implantation; E. 3.1
.2, 3.2
)
wohl
auf das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu schliessen ist
.
Ebenso lässt der Umstand, dass der Beschwerdeführer nunmehr zumindest in geschütztem Rahmen tätig ist (Urk. 7/144), während ihm im Jahr 2007 keinerlei Tätigkeit zumutbar war (Urk. 7/27; 7/32/2), auf einen möglichen Revisionsgrund schliessen.
Inwieweit indes eine (verwertbare) Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt besteht, bleibt angesichts der Akten unklar. So äusserte sich der vormalige Hausarzt des Beschwerdeführers im Jahr 2015 dahingehend, bei qualitativ vergleichbarer Tätig
keit, wie sie der Beschwerdeführer gegenwärtig am geschützten Arbeitsplatz verrichte, dürfte auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Arbeitsfähigkeit von 40 bis 50 % resultieren (Urk. 7/90/7). Sodann hielt Dr.
C.___
, Oberarzt Invasive Elektrophysiologie am Universitätsspital
A.___
, am 21. Dezember 2016 dafür, aus kardialer Sicht bestehe - bei guter Prognose - keine Einschränkung für Bürotätigkeiten (Urk. 7/107/2) beziehungsweise es sei von einer Leistungs
fähig
keit von 6 Stunden täglich auszugehen (Bericht vom 21. Juni 2017, Urk. 7/128/2). Präzisierend führte er hierzu aber mit Mail-Mitteilung vom 30.  August 2017 aus, seine Einschätzung beziehe sich nur auf die Herzrhythmusstörung, während die
übrige kardiale Situation unverändert schlecht sei (Urk. 7/134). Wie sich der Ge
sundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Be
schwerdeführers gesamthaft aus kardialer Sicht sowie mit Blick auf die weiteren,
von ihm geklagten Einschränkungen präsentieren, kann mithin nicht abschlies
se
nd festgestellt werden.
4.
Da der medizinische Sachverhalt nicht abschliessend geklärt ist, kann
derzeit
auch zur Frage beruflicher Massnahmen
-
insbesondere hinsichtlich ihrer Zumut
barkeit
-
keine Stellung genommen werden.
Damit ist auch die Verfügung vom 21. Juni 2018 (
Urk.
2/1) aufzuheben.
Die Beschwerdegegnerin wird nach gutach
terlicher Klärung des Gesundheitszustandes -
sollte ein Revisionsgrund vorliegen
-
neu über den Ans
pruch
des Beschwerdeführers
auf berufliche Massnahmen
zu entscheiden haben.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen, weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessent
schädi
gung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1'700
.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer) festzulegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene
n
Verfügung
en
vom
21. Juni 2018 sowie 25. Juni 2018
aufgehoben
werden
und die Sache an die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Ab
klärung im Sinne der Erwägungen, über
die Leistungsansprüche
des Beschwerdeführers
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schä
digung von Fr.
1'700.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
,
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage einer Kopie von Urk. 11
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelMuraro