# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54f54a94-8545-599c-b337-e625bdceec3b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 24.06.2021 725 21 7/176
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-7-176_2021-06-24.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 24. Juni 2021 (725 21 7 / 176) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Unfallkausalität wegen Defizits bei der Ermittlung des 

medizinischen Sachverhalts nicht abschliessend beurteilbar; Rückweisung an Suva zur weiteren 

Abklärung  

 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin i.V. Reyhan Zetler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Ramón Eichenberger, 
Advokat, LEXTERNA AG, Frankfurt-Strasse 14, 4053 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Der 1977 geborene A.____ war bei der B.____ AG angestellt und aufgrund dieses An-
stellungsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Fol-
gen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung der Arbeitgeberin 

 

 
 
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vom 27. Januar 2020 hatte er sich am 20. Januar 2020 am rechten Arm verletzt, als er Auftrags-
unterlagen, die aus Versehen in die Maschine geraten seien, mit Gewalt habe herausziehen wol-
len. Die Suva anerkannte in der Folge ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leis-
tungen (Taggelder und Heilbehandlungskosten). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 
8. Juni 2020 teilte sie dem Versicherten mit Verfügung vom 11. Juni 2020 mit, dass die noch 
bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien, da der Zustand, wie er sich auch ohne 
den Unfall vom 20. Januar 2020 eingestellt hätte, spätestens am 20. April 2020 erreicht worden 
sei. Deshalb werde der Fall per 20. April 2020 abgeschlossen und die Versicherungsleistungen 
würden ab diesem Zeitpunkt eingestellt. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin mit 
Entscheid vom 25. November 2020 fest.  
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ramón Eichenberger, am 11. Januar 
2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er 
beantragte, die Beschwerdegegnerin sei unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 
25. November 2020 zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter 
sei ein medizinisches Gutachten zum Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 
20. Januar 2020 und den heutigen Beschwerden einzuholen und gestützt darauf erneut zu ent-
scheiden. Subeventualiter sei die Streitsache an die Suva zurückzuweisen und diese zu verpflich-
ten, weitere Abklärungen zur Kausalität zu veranlassen und anhand der Ergebnisse erneut zu 
entscheiden; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. Die Suva schloss mit Vernehmlassung vom 18. Februar 2021 auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Auf die frist- und formgerecht sowie beim örtlich wie sachlich zuständigen Kantonsge-
richt erhobene Beschwerde vom 11. Januar 2021 ist einzutreten. 
 
2. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für den Unfall 
vom 20. Januar 2020 grundsätzlich anerkannt. Strittig ist jedoch, ob die gesetzlichen Leistungen 
zu Recht per 20. April 2020 eingestellt wurden. 
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat der Un-
fallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes be-
stimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankhei-
ten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweck-
mässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Zu dieser vom Unfallversicherer zu über-
nehmenden Heilbehandlung gehören unter anderem die ärztlich verordneten Nach- und Badeku-
ren (Art. 10 Abs. 1 lit. d UVG). 
 

 

 
 
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2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeits-
unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ur-
sachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor-
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. 
nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 
alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi-
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer-
den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem 
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen-
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder 
im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozi-
alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden 
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 
(status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 
eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo 
sine), erreicht ist. Nach der strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend die Unfall-
kausalität von operativen Eingriffen ist diese selbst dann gegeben, wenn der betreffende Schaden 
auch ohne das Unfallereignis früher oder später eingetreten wäre und der Unfall somit nur hin-
sichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts eine unerlässliche Bedingung ("conditio sine qua 
non") darstellte. Anders verhält es sich lediglich dann, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder 
Zufallsursache ist, die ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen 
gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wir-
kung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 
8C_337/2016, E. 4.1.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund-
heitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlen-
der ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs-
aufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob 
ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versi-
cherten Person, sondern beim Unfallversicherer.  
 
3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 

 

 
 
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nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
[ATSG]) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungs-
gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei-
tigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi-
nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach 
entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder 
des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 
die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3).  
 
3.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten darf und soll das Gericht 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht-
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus-
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien 
und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte 
behandelnder Ärztinnen und Ärzten nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Ein-
schätzung von der behandelnden Medizinerin oder vom behandelnden Mediziner stammt, darf 
nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum 
abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und Ärzte bringt oft wert-
volle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behand-
lungsauftrag der/des therapeutisch tätigen (Fach-)Ärztin oder (Fach-) Arztes einerseits und Be-
gutachtungsauftrag der/des amtlich bestellten fachmedizinischen Expertin oder Experten ander-
seits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu anderslauten-

 

 
 
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den Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be-
urteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärztinnen und Ärzte wichtige – und nicht rein subjek-
tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach-
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 
2014, 8C_677/2014, E. 7.2). 
 
4. Für die Beurteilung der strittigen Frage sind im Wesentlichen folgende ärztliche Berichte 
zu berücksichtigen: 
 
4.1 Nachdem der Beschwerdeführer am 16. Dezember 2017 einen Sturz erlitten hatte, wurde 
am 2. Januar 2018 eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schultergelenks rechts durch 
Dr. med. C.____, FMH Radiologie, durchgeführt. Anlässlich des Sturzes habe der Patient stärkste 
Schmerzen erlitten und es liege eine Schmerzzunahme bei Abduktion und Innenrotation vor. Es 
bestehe der Verdacht auf eine Rotatorenmannschettenläsion. Es liege eine deutliche degenera-
tive Tendinopathie der langen Bizepssehne und der gesamten Supraspinatussehne am Ansatz 
vor. Der zentrale und dorsale Sehnenansatz zeige eine subtotale Unterflächenpartialruptur ohne 
wesentliche Dehiszenz.  
 
4.2 Nach dem Unfall vom 20. Januar 2020 begab sich der Beschwerdeführer gleichentags in 
das Notfallzentrum der Klinik D.____. Dort wurden von den Dres. med. E.____, FMH Allgemeine 
Innere Medizin, und F.____, damaliger Oberarzt Orthopädie Notfallzentrum, eine akute Schmerz-
exazerbation bei Vorliegen eines Tennisellbogens (Epicondylpathia humeri radialis) rechts und 
eine Rotatorenmanschettenteilruptur von 2017 unter Hinweis auf eine erneute Schulterzerrung 
am 20. Januar 2020 bei der Arbeit diagnostiziert. Im Bereich der rechten Schulter seien keine 
sichtbaren Prellmarken, kein Hämatom, keine Rötung, keine Schwellung, keine offenen Verlet-
zungen und insgesamt intakte Hautverhältnisse vorhanden. Der Versicherte sei voraussichtlich 
bis am 24. Januar 2020 arbeitsunfähig. 
 
4.3 Anlässlich einer Konsultation vom 31. Januar 2020 stellte Dr. med. G.____, FMH Ortho-
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass klinisch eine kom-
plette Supraspinatusruptur bei bekannter Partialruptur nicht ganz ausgeschlossen werden könne, 
weshalb noch ein Arthro-MRI durchgeführt werden solle. 
 
4.4 Am 19. Februar 2020 wurden ein MRI des Schultergelenks rechts und eine Arthrographie 
Schulter für MR (BI) rechts durchgeführt. PD Dr. med. H.____, FMH Radiologie, legte im Befund 
dar, dass eine transmurale Ruptur der Supraspinatussehne vorliege. Im Quervergleich zeige sich 
eine deutliche Progredienz der Ruptur im Vergleich zur Voruntersuchung vom 2. Januar 2018. 
Zudem liege eine markante Tendinopathie der langen Bizepssehne intraartikulär mit Zeichen ei-
ner Teilruptur vor. Dieser Befund sei etwa vergleichbar zur Voruntersuchung, aber die Rupturzei-
chen seien in dieser Untersuchung nun deutlicher vorhanden. 
 
4.5 Dr. G.____ hielt anlässlich einer Konsultation vom 20. Februar 2020 fest, dass eine trans-
murale Ruptur der Supraspinatussehne und eine Partialruptur der Bicepssehne rechts vorliegen 
würden. Die Indikation zur Supraspinatusrefixation und Bicepstenodese sei somit gegeben.  

 

 
 
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4.6 Dem Operationsbericht von Dr. G.____ vom 24. April 2020 ist zu entnehmen, dass eine 
Schulterarthroskopie rechts, eine Rotatorenmanschettenrefixation (Supraspinatussehne) und 
eine Bicepstenodese vorgenommen wurden. 
 
4.7 Auf Anfrage der Suva kam Kreisarzt Dr. med. I.____, FMH Chirurgie, bei seiner Beurtei-
lung vom 8. Juni 2020 zum Ergebnis, dass der Unfall nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
zu zusätzlichen objektivierbaren Läsionen geführt habe. Bereits 2017 hätten eine vorbestehende 
Degeneration des Schultergelenks, der Biceps- und der Supraspinatussehne sowie eine Partial-
ruptur der Supraspinatussehne vorgelegen. Eine ruckartige Bewegung, wie sie anlässlich des 
Unfalls vom 20. Januar 2020 beschrieben worden sei, führe nicht zu einer Ruptur der Rotatoren-
manschette. Diese sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge einer fortschreitenden, 
bereits 2017 nachgewiesenen Degeneration des Schultergelenks und der Rotatorenmanschette 
zu sehen. Somit sei der operativ behandelte Schaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht 
auf den Unfall zurückzuführen. Die Distorsion der Schulter sei folgenlos ausgeheilt, bzw. der Vor-
zustand sei nach zwei bis drei Monaten wieder erreicht worden.  
 
4.8 Nachdem der Beschwerdeführer Einsprache gegen die Verfügung der Suva vom 
11. Juni 2020 erhoben hatte, holte die Suva bei Dr. I.____ eine eingehendere Beurteilung ein. Dr. 
I.____ hielt mit Stellungnahme vom 7. Juli 2020 fest, dass sich die operativ sanierte Ruptur der 
Supraspinatussehne bereits an gleicher Stelle in einem MRI vom 2. Januar 2018 gezeigt habe, 
weshalb die Läsion somit vorbestehend sei. Auch die Partialruptur der Bicepssehne sei aufgrund 
der Befunde im MRI vom 2. Januar 2018 bereits bestehender, fortgeschrittener, degenerativer 
Natur und nicht überwiegend wahrscheinlich kausal bedingt. Die Folgen der Distorsion, die auf-
grund des Unfalls vom 20. Januar 2020 aufgetreten seien, seien nach zwei bis drei Monaten 
ausgeheilt gewesen bzw. der bereits am 2. Januar 2018 MRI-tomographisch bestätigte fortge-
schrittene degenerative Vorzustand sei wieder erreicht worden. 
 
4.9 In seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2020 stellte sich Dr. G.____ auf den Standpunkt, 
dass die geltend gemachten Schulterbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumin-
dest teilweise Folge des Unfalles vom 20. Januar 2020 seien. Das beschriebene Unfallereignis 
sei auch geeignet, Beschwerden in der Art der eingetretenen zu verursachen. In Bezug auf un-
fallfremde Faktoren bestehe ein Status nach konservativer Behandlung einer Partialruptur der 
Supraspinatussehne. Die Diagnose dazu sei im MRI vom 2. Januar 2018 bestätigt worden. Der 
Unfall habe eine richtunggebende Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren verursacht, denn 
er habe von einer Partialruptur zu einer kompletten Supraspinatusruptur geführt. Eine Partial-
ruptur könne konservativ behandelt werden. Bei einer kompletten Supraspinatusruptur sei die 
Operationsindikation gegeben. Eine postoperative Rehabilitationsphase dauere bis zu sechs Mo-
nate nach der Operation. Zudem hätte ohne Unfall keine Operation durchgeführt werden müssen. 
Der Versicherte sei davor beschwerdefrei gewesen. 
 
5. Die Parteien sind sich einig, dass das Ereignis vom 20. Januar 2020 ein Unfallereignis 
darstellt. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht grundsätzlich bejaht und anfänglich 
auch Versicherungsleistungen erbracht.  

 

 
 
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5.1 Die Beschwerdegegnerin beruft sich bei der Ablehnung des Leistungsanspruchs über den 
20. April 2020 hinaus auf die beiden kreisärztlichen Beurteilungen vom 8. Juni 2020 bzw. 7. Juli 
2020. Dr. I.____ schrieb in seinem Bericht vom 7. Juli 2020, dass die Läsion der rechten Supra-
spinatussehne bereits vorbestehend sei und die am 19. Februar 2020 MR-tomographisch be-
schriebene deutliche Progredienz dieser vorbestehenden Ruptur mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit auf den natürlichen, fortschreitenden, degenerativen Prozess und nicht auf das Unfaller-
eignis vom 20. Januar 2020 zurückzuführen sei. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. I.____, wo-
nach der Gesundheitszustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 20. Januar 2020 eingestellt 
hätte, spätestens am 20. April 2020 erreicht gewesen sei, lehnte die Beschwerdegegnerin ihre 
gesetzliche Leistungspflicht über dieses Datum hinaus ab.  
 
5.2 Dr. G.____ hielt in seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2020 fest, dass der Unfall eine 
richtunggebende Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren bewirkt habe, weil dies von einer 
Partialruptur zu einer kompletten Supraspinatusruptur geführt habe. Bei einer kompletten Supra-
spinatusruptur sei eine Operationsindikation gegeben. Dr. I.____ hingegen stellte sich mit Schrei-
ben vom 11. Juni 2020 auf den Standpunkt, dass die Folgen des Unfallereignisses nach zwei bis 
drei Monaten ausgeheilt gewesen seien und der degenerative Vorzustand wieder erreicht worden 
sei. Es liegen folglich zwei sich widersprechende ärztliche Aussagen in Bezug auf die Frage, ob 
es durch das Unfallereignis zu einer vorübergehenden oder richtunggebenden Verschlimmerung 
gekommen ist, vor. Diesbezüglich hat es die Suva in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht (Art. 
43 ATSG) unterlassen, weitere medizinische Abklärungen tätigen zu lassen. 
 
5.3 In Bezug auf die Frage der Teilkausalität ist festzuhalten, dass Dr. G.____ im Bericht vom 
30. Juli 2020 explizit zu dieser Frage Stellung nahm und den Standpunkt vertrat, dass die geltend 
gemachten Schulterbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise 
Folge des Unfalles seien, wobei auch das Unfallereignis als solches geeignet sei, Beschwerden 
in der Art der eingetretenen zu verursachen. Der Kreisarzt hingegen äusserte sich zur Teilkausa-
litätsfrage nicht, weil es die Suva unterlassen hatte, ihn diesbezüglich um eine Stellungnahme 
dazu zu bitten. In seinem Bericht vom 11. Juni 2020 hielt Dr. I.____ zur Frage der Kausalität 
lediglich fest, dass die Partialruptur der Bicepssehne nicht überwiegend wahrscheinlich unfall-
kausal sei, weil sie seit 2018 bestehe und sich ihr Zustand aufgrund der Degeneration verschlech-
tert habe. In Bezug auf die Supraspinatussehnenläsion erwähnte er die Kausalität gar nicht, son-
dern hielt lediglich fest, dass diese Läsion vorbestehend sei, bewiesen durch ein MRI vom 2. 
Januar 2018. Sein Bericht vom 8. Juni 2020 hingegen äusserte sich überhaupt nicht zur Frage 
der Teilkausalität. Es lässt sich somit feststellen, dass die beiden kreisärztlichen Berichte hin-
sichtlich der Teilkausalitätfrage nicht aussagekräftig sind. Entgegen der Auffassung der Be-
schwerdegegnerin ist deshalb die Beurteilung des Kreisarztes in Bezug auf die Kausalitätsfrage 
nicht umfassend und wurde nicht in Kenntnis aller Vorakten, insbesondere nicht in Kenntnis des 
Berichts von Dr. G.____ vom 30. Juli 2020 abgegeben (siehe oben, E. 3.1). Es bestehen damit 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von Dr. I.____, weshalb auf 
seine Ausführungen nicht abgestellt werden kann. 
 

 

 
 
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5.4 Es ist mit dem Beschwerdeführer sodann darin einig zu gehen, dass die Haftung der Suva 
auch dann anzunehmen wäre, wenn die vollständige Ruptur der Supraspinatussehne auch ohne 
das Unfallereignis früher oder später aufgetreten wäre und durch das Unfallereignis lediglich der 
Zeitpunkt der Operationsindikation bestimmt wurde (siehe oben, E. 2.2 und 2.3). Nach bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung ist es nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittel-
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusam-
men mit anderen Bedingungen die körperliche Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat 
(siehe oben, E. 2.2). Diese Praxis des Bundesgerichts hat die Suva bei ihren weiteren Abklärun-
gen zu berücksichtigen und diese Frage der/dem medizinischen Expertin oder Experten zu un-
terbreiten. 
 
5.5 Zusammenfassend besteht ein Defizit bei der Ermittlung des relevanten medizinischen 
Sachverhalts. Eine abschliessende Beurteilung der streitigen Kausalitätsfrage ist daher nicht 
möglich. Der angefochtene Einspracheentscheid ist somit aufzuheben, und es sind weitere me-
dizinische Abklärungen in Bezug auf das gesamte Beschwerdebild vorzunehmen.  
 
5.6 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann das Sozialversicherungsgericht 
nicht frei entscheiden, ob es eine Streitsache an die Verwaltung zurückweist. Die Beschwer-
deinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn sie einen 
im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklä-
rungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht 
beweiskräftig ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). Da die Beschwerdegegnerin den medizinischen 
Sachverhalt aber unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts 
ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an 
die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung des Bundesge-
richts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird die Unfallkausalität der beim Versicherten beste-
henden Beschwerden an der rechten Schulter über den 20. April 2020 hinaus durch ein versiche-
rungsexternes Gutachten abklären zu lassen haben. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktener-
gänzung wird sie in der Folge über den Leistungsanspruch des Versicherten erneut zu befinden 
haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
6. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 
 
6.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht einen bei ihm angefochtenen 
Einspracheentscheid auf und weist die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Er-
wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an den Versicherungsträger zurück, so gilt in 
prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und der Ver-
sicherungsträger als unterliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 f., 132 V 235 E. 6.2, je mit Hin-
weisen; SUSANNE BOLLIGER, Basler Kommentar zum ATSG, Rz. 79 zu Art. 61 ATSG). 
 

 

 
 
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6.2 Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kos-
tenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichts-
kosten auferlegen. Da das UVG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwillig 
noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 

6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Beschwerde-
führer deshalb eine Parteientschädigung zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerde-
führers hat in seiner Honorarnote vom 10. März 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeit-
aufwand von 12 Stunden und 15 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stel-
lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem 
in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung ge-
langenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in der 
Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 5.30. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'062.55 (12 Stunden und 15 Minuten à Fr. 250.-- + 
Auslagen von Fr. 5.30 zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu-
zusprechen. 
 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid der Suva vom 25. November 2020 aufgehoben 
und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun-
gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurück-
gewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 3'062.55 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurich-
ten. 

 

 
 
 
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