# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2d7cad0-6cb5-5cb2-8565-aa1f093aa01f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 20.03.2012 BF.2011.2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BF-2011-2_2012-03-20.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BF.2011.2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 20.03.2012

Entscheiddatum: 20.03.2012

Entscheid Kantonsgericht, 20.03.2012
Art. 285 ZGB: Das Verhältnis des Unterhaltsbeitrages des Elters ohne Obhut 
zum ungedeckten Bedarf soll dem seiner Leistungsfähigkeit zur Summe der 
Leistungsfähigkeiten beider Eltern entsprechen. Von dieser proportionalen 
Aufteilung wäre z.B. bei grossem Unterschied der Leistungsfähigkeit 
abzuweichen (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 20. März 2012, BF.2011.2). 

Aus den Erwägungen:

 

Das Verhältnis des Unterhaltsbeitrages des Elters ohne Obhut zum ungedeckten 

Bedarf soll dem seiner Leistungsfähigkeit zur Summe der Leistungsfähigkeiten beider 

Eltern entsprechen. Von dieser proportionalen Aufteilung wäre z.B. bei grossem 

Unterschied der Leistungsfähigkeit abzuweichen (BernerKomm/Hegnauer, Art. 285 

ZGB N 78 f.), was vorliegend jedoch nicht der Fall ist. Der bundesgerichtliche 

Grundsatz, dass dort, wo die Leistungsfähigkeit des einen Elternteils erheblich grösser 

ist als diejenige des andern, der zudem das Kind in Obhut hat und durch die tägliche 

Erziehung sowie die Zurverfügungstellung der Wohnung für das Kind sorgt (Art. 276 

Abs. 2 ZGB), es in keiner Weise zu beanstanden sei, wenn dem wirtschaftlich 

leistungsfähigeren Elternteil zugemutet werde, für den gesamten Bedarf des Kindes 

aufzukommen, kann deshalb keine Anwendung finden (nicht veröffentlichtes Urteil der 

II. Zivilabteilung vom 2. März 1994 in Sachen R.-W. gegen R., E. 5; BGE 120 II 285 E. 3 

a cc). Vielmehr ist der Unterhaltsbeitrag entsprechend der jeweiligen proportionalen 

Leistungsfähigkeit auf den Berufungsbeklagten und auf die Kindsmutter aufzuteilen.

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass von April 2008 bis März 2010 die 

Leistungsfähigkeit des Berufungsbeklagten im Verhältnis zu derjenigen der Kindsmutter 

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nur mässig höher war. Danach verbesserte sich seine Leistungsfähigkeit im Verhältnis 

zu derjenigen der Kindsmutter aber deutlich und ist ab April 2010 rund doppelt so hoch 

einzuschätzen. Es rechtfertigt sich deshalb, den Unterhaltsbeitrag, welcher der 

Berufungsbeklagte zu leisten hat, in eine erste Phase bis März 2010 und in eine zweite 

Phase für die Zeit ab April 2010 aufzuteilen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im 

vorstehend errechneten Barbedarf des Kindes C. von Fr. 2'040.00 die Leistung für 

Pflege und Erziehung gemäss Zürcher Tabelle in der Höhe von Fr. 330.00 noch nicht 

enthalten ist. Diese wird von der Mutter in natura erbracht. Zur Festlegung, welcher 

Elternteil welchen Unterhaltsbeitrag zu erbringen hat, ist ihr Unterhaltsbedarf deshalb 

um diesen Betrag auf Fr. 2'370.00 zu erhöhen. Entsprechend dem Verhältnis der 

Leistungsfähigkeiten ist dieser Betrag für die Zeit von April 2008 bis März 2010 zu gut 

50%, mithin in der Höhe von Fr. 1'200.00, vom Berufungsbeklagten zu tragen. Auf die 

Kindsmutter entfallen damit noch rund Fr. 1'170.00, wobei sie Fr. 330.00 in Form von 

Pflege und Erziehung erbringt. Für die Zeit ab April 2010 bis zur Mündigkeit hat der 

Berufungsbeklagte rund 2/3 des Unterhaltsbedarfes von C., mithin Fr. 1'500.00 zu 

übernehmen. Die Kindsmutter hat damit neben der Leistung von Pflege und Erziehung 

in der Höhe von Fr. 330.00 einen Barbetrag von rund Fr. 540.00 aufzubringen.

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	Entscheid Kantonsgericht, 20.03.2012
	Art. 285 ZGB: Das Verhältnis des Unterhaltsbeitrages des Elters ohne Obhut zum ungedeckten Bedarf soll dem seiner Leistungsfähigkeit zur Summe der Leistungsfähigkeiten beider Eltern entsprechen. Von dieser proportionalen Aufteilung wäre z.B. bei grossem Unterschied der Leistungsfähigkeit abzuweichen (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 20. März 2012, BF.2011.2). 

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		2025-07-19T11:48:45+0200
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