# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad64b6e0-ad10-58a0-9e26-365d667fa853
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.07.2014 200 2013 895
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-895_2014-07-02.pdf

## Full Text

200 13 895 IV
KOJ/WSA/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Juli 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Winz

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. September 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war zuletzt ganztags als … für die C.________ tätig. Am 
29. Januar 2010 kündigte er das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen 
Gründen per 28. Februar 2010 (Antwortbeilage [AB] 7). Im Juli 2011 melde-
te er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an. Unter Hinweis auf „Burnout, Restless Legs, Insomnie, De-
pression, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Lactose, Gluten, Histamin), 
Migräne, Verdauungsbeschwerden, psychosomatische Beschwerden“ be-
antragte er die Ausrichtung einer Rente (AB 2).

Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) veranlass-
te in der Folge verschiedene Abklärungen in beruflicher und medizinischer 
Hinsicht. Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (AB 22) gab sie bei Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine Ver-
laufsbegutachtung in Auftrag, nachdem dieser Arzt den Versicherten be-
reits mehrmals für den Krankentaggeldversicherer untersucht hatte (AB 15 
S. 26 ff. und AB 28.1). Im neuen Gutachten vom 23. März 2012 (AB 28.3) 
attestierte ihm Dr. med. D.________ eine vollständige Arbeitsfähigkeit.

Mit Vorbescheid vom 5. April 2012 (AB 29) stellte die IVB dem Versicherten 
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Der Gutachter habe 
keine krankheitsbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit feststellen 
können.

Gegen den vorgesehen Entscheid wendete der Versicherte am 14. April 
2012 schriftlich ein, aufgrund der Schwere seiner neurologischen Probleme 
bedürfe es einer Begutachtung durch einen entsprechenden Facharzt 
(AB 30). Am 5. Juni 2012 ergänzte er sodann, das psychiatrische Gutach-
ten von Dr. med. D.________ sei nicht schlüssig, weshalb insgesamt ein 
bidisziplinäres Gutachten notwendig sei (AB 46).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 3

Nach weiteren Abklärungen empfahl der RAD im Februar 2013 eine bidis-
ziplinäre Begutachtung bei den Dres. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und F.________, Facharzt für Neu-
rologie FMH (AB 72). Das entsprechende Gutachten vom 21. Mai 2013 (AB 
82.1) attestiert dem Versicherten in einer angepassten Tätigkeit eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 30%.

Ein zwischenzeitlich vom Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebenes 
Gutachten attestierte dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 50-70%, 
steigerungsfähig auf 100% innerhalb von zwei Jahren bei geeigneter The-
rapie (psychiatrisches Hauptgutachten von Prof. Dr. med. G.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 22. April 2013 
[AB 85.2] sowie neurologisches und schlafmedizinisches Untergutachten 
von Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie FMH, vom 15. März 
2013 [AB 85.3]).

Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 89) wies die IVB das 
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 26. September 2013 (AB 92) bei 
einem Invaliditätsgrad von 14% ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 9. Oktober 2013 Beschwerde und 
beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die 
bisher eingeholten Gutachten seien nicht beweiskräftig, es bedürfe weiterer 
Abklärungen. Zudem habe sich sein Gesundheitszustand weiter ver-
schlechtert.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. November 2013 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, in An-
wendung der Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren 
syndromalen Beschwerdebildern hätte die aus psychiatrischer Sicht attes-
tierte 30%-ige Arbeitsunfähigkeit bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades 
nicht berücksichtigt werden dürfen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 4

In der Replik vom 26. Februar 2014 ergänzte der inzwischen durch den 
B.________ vertretene Beschwerdeführer seine Rechtsbegehren folgen-
dermassen:

Die Verfügung vom 26. September 2013 sei aufzuheben und es (sei) 
dem Beschwerdeführer bis Juli 2013 eine Dreiviertelsrente und ansch-
liessend mindestens eine halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei 
ein polydisziplinäres Gutachten anzuordnen und anschliessend über 
den Rentenanspruch neu zu befinden.

- unter Entschädigungsfolge -

Der Beschwerdeführer liess unter Beilage weiterer Arztberichte geltend 
machen, es sei zu einer erheblichen Verschlechterung der Restless Legs 
Symptomatik gekommen. Sodann sei entgegen dem bidisziplinären Gut-
achten vom 21. Mai 2013 nicht von einer leichten sondern einer mittelgra-
digen Depression auszugehen. Aber das Gutachten sei bereits deshalb 
nicht schlüssig, weil der psychiatrische Gutachter ursprünglich von einer 
Arbeitsfähigkeit von lediglich 30% ausgegangen sei und nachträglich unter 
Hinweis auf einen Tippfehler eine Arbeitsunfähigkeit von 30% attestiert 
habe. Zudem wäre aufgrund seiner polymorbiden Problematik ein polydis-
ziplinäres Gutachten zu erstellen gewesen. Schliesslich liess der Be-
schwerdeführer festhalten, dass kein syndromales Beschwerdebild vorlie-
ge.

In der Duplik vom 24. März 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem 
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 5

Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen 
Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsan-
waltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) einge-
halten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. September 2013 
(AB 92). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdefüh-
rers. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 6

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 in Verbin-
dung mit Art. 7 ATSG).

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV 
Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (Foerster-
Kriterien). Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komor-
bidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein 
können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkran-
kungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränder-
ter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein 
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 7

tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss-
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 
Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konse-
quent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit 
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der 
versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter 
sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahms-
weise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu 
verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 
E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). Diese für alle Versicherten in glei-
cher Weise geltende Gerichtspraxis ist weder menschenrechtswidrig noch 
diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2) noch basiert sie - mit 
Blick auf die rechtliche Natur des Kriterienkataloges - auf medizinwissen-
schaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

Aus Gründen der Rechtsgleichheit ist es geboten, sämtliche pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweis-
bare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen 
Anforderungen zu unterstellen (BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 
E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283). 

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Der Renten-
anspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs 
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 
Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 
18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, solange 
die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann 
(Abs. 2).

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 8

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des begutachtenden Arztes im Rahmen der Invaliditätsbe-
messung bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 
ist, sich dazu zu äussern, ob eine psychische Komorbidität oder weitere 
Umstände gegeben sind, welche die Schmerzbewältigung im Hinblick auf 
eine erwerbliche Tätigkeit behindern. Gestützt darauf haben die rechtsan-
wendenden Behörden zu entscheiden, ob der Gesundheitsschaden invali-
disierend ist, d.h. zu prüfen, ob eine festgestellte psychische Komorbidität 
hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten 
weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vorliegen, um 
gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit 
nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung zu 
erlauben. Die Prüfung schliesst die Beurteilung der Frage ein, inwiefern die 
ärztliche Einschätzung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokultu-
relle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt (SVR 2012 IV Nr. 1 S. 2 E. 
3.4.1).

2.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 9

dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.8 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 27. Juli 2011 (AB 15 S. 19 f.) diagnostizierte 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Neurologie FMH, ein schweres, teil-
weise therapieresistentes Restless Legs Syndrom, einen Verdacht auf psy-
chophysiologische Insomnie mit/bei schweren psychosozialen Belastungs-
situationen und einen Verdacht auf eine Somatisierungstendenz.

3.1.2 Die Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. med. J.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt im Arztbericht vom 
30. Oktober 2011 (AB 15) fest, beim Beschwerdeführer bestünden ein 
schwerer Erschöpfungszustand, eine nicht dislozierte metaphysäre Fraktur 
Basis Metatarsale V rechts, eine tiefe Venenthrombose in der rechten Wa-
de sowie ein schweres Restless Legs Syndrom. Sie attestierte eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit seit 8. Januar 2010 bis auf weiteres.

3.1.3 Dr. med. D.________ diagnostizierte im Gutachten vom 23. März 
2012 (AB 28.3) ein Restless Legs Syndrom, ein Burnout (ICD-10 Z73.0), 
finanzielle Schwierigkeiten (ICD-10 Z56) sowie akzentuierte Persönlich-
keitszüge (ICD-10 Z73.1). Er kam zum Schluss, aus psychiatrischer Sicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 10

könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden. Ein 
Burnout stelle keine psychische Gesundheitsschädigung dar. Die bisheri-
gen Behandlungen sollten weitergeführt werden, dadurch lasse sich der 
Zustand verbessern. Die Prognose sei günstig.

3.1.4 Der behandelnde Psychiater med. pract. K.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte im Verlaufsbericht vom 21. 
Januar 2013 (AB 71) aus, der Beschwerdeführer leide unter Angstanfällen 
mit psychomotorischer Blockade und anderen psychosomatischen Störun-
gen. Die seit Jahrzehnten bestehende Migräne habe sich unter den vorbe-
stehenden schweren psychosozialen Spannungen verschlechtert. Seit dem 
Jahr 1999 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%.

3.1.5 Im Gutachten vom 22. April 2013 (AB 85.2), welches der Taggeld-
versicherer in Auftrag gegeben hatte, hielt Prof. Dr. med. G.________ fest, 
aufgrund der aktuellen Untersuchung „bestehe mit wechselnder Ausprä-
gung eine teilweise organische, teilweise nicht organische Insomnie mit 
Ein- und Durchschlafstörungen bei familiärem Restless Legs Syndrom im 
Vordergrund“. Lange Jahre habe offenbar ein schädlicher Gebrauch von 
Benzodiazepinen bestanden, welcher die Schlafstörung unterhalten habe. 
Die Schlafstörung habe die alltägliche Funktionsfähigkeit zeitweise stark 
beeinträchtigt, jedoch liege laut dem neurologischen und schlafmedizini-
schen Untergutachten vom 15. März 2013 (AB 85.3) aktuell keine wesentli-
che insomnische Störung vor. 

Für das Vorliegen einer depressiven Störung würden lediglich die Antriebs- 
und Lustlosigkeit sprechen, welche allerdings durch die Insomnie beein-
flusst werde. Dabei würden aber die für eine Depression typischen Phäno-
mene wie Störungen des Selbstwertgefühls sowie Schuldgefühle und 
Selbstvorwürfe fehlen. Die Freudfähigkeit sei nur geringgradig einge-
schränkt, ebenso Appetit und Libido, so dass lediglich von einer leichten 
depressiven Episode (F32.0) gesprochen werden könne. Zweifellos vor-
handen seien zumindest akzentuierte Persönlichkeitszüge im Sinne der 
asthenischen (abhängigen) und paranoiden Persönlichkeit. 

Die Reizdarmsymptomatik (F45.32) im Sinne der somatoformen autono-
men Funktionsstörung, welche offenbar durch das Vorliegen von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 11

Nahrungsmittelintoleranzen negativ beeinflusst werde, könne zusammen 
mit einem grossen Teil der bunten Symptomatik (Erschöpfung, Müdigkeit, 
Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Reizdarmsymptomatik) in der Diagnose 
Neurasthenie (F48.0) zusammengefasst werden. Sie werde zwar in der 
ICD-10 nicht unter den somatoformen Störungen (F45) aufgeführt, müsse 
aber ätiologisch und phänomenologisch dort eingeordnet werden. Zum 
jetzigen Zeitpunkt sei weiterhin sicher von einer 50%-igen, überwiegend 
wahrscheinlich aber von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die-
se 70%-ige Leistungsfähigkeit beziehe sich auf die gesamte Leistungsmin-
derung, d.h. bei einem Vollpensum wäre die Leistung um 30% reduziert 
oder stundenmässig nur eine 70% Leistung möglich wegen erhöhtem Erho-
lungsbedarf. Abgesehen von der Einschränkung bezüglich Schichtarbeit 
seien dem Beschwerdeführer seine bisherigen Tätigkeiten weiterhin zu-
mutbar.

3.1.6 Im bidisziplinären Gutachten (Psychiatrie und Neurologie) vom 
21. Mai 2013 (AB 82.1) hielten die Dres. med. E.________ und 
F.________ folgende Diagnosen fest:

Psychiatrische Diagnosen:

- rezidivierende depressive Störungen leicht bis mittleren Grades ICD-
10 F33.0-1, z.Z. leichten Grades

- Neurasthenie ICD-10 F48.0
- multiple psychosomatische Störung ICD-10 F45.0, DD undifferen-

zierte Somatisierungsstörung ICD-10 F45.1
- anhaltend somatoforme Schmerzstörung ICD-10 F45.4
- akzentuierte Persönlichkeitszüge vom asthenischen Typ mit Ten-

denz zur Somatisierung und leicht paranoiden Zügen Z73.1
- anamnestisch Status nach Burnout-Symptomatik
- Probleme in der Beziehung zum ersten Ehepartner Z63.0
- Probleme in Bezug auf die Betreuung des Sohnes Z60.8, DD Z60.1 

(atypische familiäre Situation)

Neurologische Diagnosen (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit):

- Migräne ohne Aura
- Restless Legs Syndrom
- organisch nicht zuordenbare kognitive Beeinträchtigung

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 12

Aus psychiatrischer Sicht leide der Beschwerdeführer an einer affektiven 
Störung und einer deutlichen Tendenz zu psychosomatischen Reaktionen. 
Zwischen der Depression, der Neurasthenie und den psychosomatischen 
Problemen bestehe ein Circulus vitiosus, da die jeweiligen Symptomkom-
plexe die Copingmechanismen negativ beeinflussen würden. Der Be-
schwerdeführer habe einen erhöhten Pausenbedarf und eine verlängerte 
Erholungszeit im Vergleich zu einem Gesunden. Es bestehe aus rein 
psychiatrischer Sicht eine objektiv begründete 30%-ige Arbeitsunfähigkeit. 
Die Bewältigung der somatisch bedingten Probleme sei für den Beschwer-
deführer aufgrund seiner fehlenden psychischen Ressourcen zusätzlich 
erschwert. Der Beschwerdeführer könne leichte Bürotätigkeiten verrichten. 
Er sei auch in seinem angestammten Beruf als … grundsätzlich zu 30% 
arbeitsfähig (recte: arbeitsunfähig; vgl. Klarstellung vom 11. Juli 2013 [AB 
88]). Es sei ihm diese Willensanstrengung zuzumuten. Die Selbsteinschät-
zung des Beschwerdeführers, wonach er maximal drei Stunden täglich ar-
beitsfähig sei, könne mit objektiven Befunden nicht bestätigt werden. Den 
Beginn der vorliegend begründeten Arbeitsunfähigkeit exakt zurückzudatie-
ren, sei nicht möglich. Die Berichte der behandelnden Hausärztin und des 
behandelnden Psychiaters würden aus versicherungsmedizinischer Sicht 
keine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit begründen, vielmehr lediglich eine sol-
che von 50% und dies bei jeweils mittelgradiger depressiver Episode. Lei-
der könne auf das Gutachten von Dr. med. D.________ nicht abgestützt 
werden, da es zu kursorisch gehalten sei und auch die Diagnose des Bur-
nouts nicht eigentlich begründet werde. Grundsätzlich müsse davon aus-
gegangen werden, dass affektive Störungen in ihrem Verlauf schwankend 
seien. Gemäss Aktenlage sei es nie zu einer schweren depressiven Episo-
de und auch nie zu einer stationären Behandlung gekommen. Es sei für 
den Gutachter nicht nachzuzeichnen, ab wann genau die aktuell festge-
stellte 30%-ige Arbeitsunfähigkeit Gültigkeit habe. Berufliche Massnahmen 
seien insofern notwendig, um für den Beschwerdeführer eine entsprechen-
de Arbeit zu finden. Diese könne durchaus auch im Geschäft des Vaters 
sein, welcher aufgrund seiner Demenz Verantwortung abgeben müsse.

Aus neurologischer Sicht bestünden keine Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit würden eine Migrä-
ne ohne Aura, ein Restless Legs Syndrom und eine organisch nicht zuor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 13

denbare kognitive Beeinträchtigung vorliegen. In der verhaltensneurologi-
schen/neuropsychologischen Untersuchung hätten sich Hinweise auf eine 
Verdeutlichungstendenz/Aggravation ergeben. Es sei insgesamt von nicht 
authentischen Befunden auszugehen. Die zusätzlich durchgeführte elek-
troenzephalographische Untersuchung weise einen unauffälligen Befund 
auf. Im Vergleich zur schlafmedizinischen Begutachtung im Spital X vom 
März 2013 seien unterschiedliche anamnestische Angaben im Hinblick auf 
die Beschwerden und deren Intensität aufgefallen. Aus neurologischer 
Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. 
Eine Tätigkeit mit Schichtbetrieb sei wegen der Restless Legs Symptomatik 
nicht geeignet.

In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Schluss, dass aus 
neurologischer, neuropsychologischer und neuropsychiatrischer Sicht ins-
gesamt eine 30%-ige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit unter Berück-
sichtigung der Einschränkungen des linken Armes und der kognitiven sowie 
affektiven Störungen vorliege. Es sei dem Beschwerdeführer zumutbar, 
eine seinen körperlichen Beschwerden angepasste Tätigkeit zu 30% (recte: 
70%; vgl. Klarstellung vom 11. Juli 2013 [AB 88]) auszuüben. Eine Tätigkeit 
mit Schichtbetrieb sei wegen der Restless Legs Symptomatik nicht geeig-
net.

3.1.7 Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie FMH, berichtete am 
25. Februar 2014, an der Diagnose Restless Legs Syndrom könne nicht 
gezweifelt werden. Leider sei dieser Gesundheitsschaden beim Beschwer-
deführer nur unbefriedigend oder überhaupt nicht richtig behandelbar. Trotz 
Therapieversuchen mit verschiedenen Präparaten werde der Beschwerde-
führer von heftigen und quälenden Beschwerden geplagt. Der Beschwerde-
führer betreibe einen Übergebrauch an dopaminergen Substanzen und vor 
allem an Schmerzmitteln. Dadurch könne das Phänomen einer „Augmenta-
tion“ auftreten mit einer Verstärkung der unruhigen Extremitäten. Die bio-
psycho-soziale Situation des Beschwerdeführers sei komplex. Eine erneute 
Abklärung in einem Schlaflabor würde bezüglich des Restless Legs Syn-
droms eine gewisse Klarheit schaffen können (Beschwerdebeilage [BB] 7).

3.2 Das neurologische und psychiatrische Gutachten der Dres. med. 
E.________ und F.________ vom 21. Mai 2013 (AB 82.1) - samt Klarstel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 14

lung vom 11. Juli 2013 (AB 88) - erfüllt grundsätzlich (vgl. aber auch E. 3.3 
hiernach) die unter Erwägung 2.7 hiervor genannten, von der Rechtspre-
chung an Expertisen gestellten Anforderungen. Die Ärzte verfügen über die 
für die vorgenommenen Untersuchungen notwendigen ärztlichen Qualifika-
tionen, das von ihnen erstellte Gutachten ist im Hinblick auf die streitigen 
Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt 
die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben wor-
den und ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend. 

3.2.1 Gemäss diesem Gutachten liegen beim Beschwerdeführer rezidivie-
rende depressive Störungen leichten bis maximal mittleren Grades 
(z.Z. leichten Grades), eine Neurasthenie, eine multiple psychosomatische 
Störung, eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung sowie akzentuierte 
Persönlichkeitszüge vom asthenischen Typ mit Tendenz zur Somatisierung 
und leicht paranoiden Zügen vor. Anhaltspunkte für eine invalidenversiche-
rungsrechtlich relevante neurologische Erkrankung und damit eine Beein-
trächtigung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht bestehen keine. 
Vielmehr haben sich in der verhaltensneurologischen/neuropsychologi-
schen Untersuchung Hinweise auf eine Verdeutlichungstendenz/Aggrava-
tion ergeben, weshalb gemäss Dr. med. F.________ insgesamt von nicht 
authentischen Befunden auszugehen ist (AB 82.1 S. 14). Dem Restless 
Legs Syndrom wird mit dem Ausschluss von Tätigkeiten im Schichtbetrieb 
Rechnung getragen. Dass dieses Beschwerdebild die Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit an sich nicht einschränkt, entspricht auch den Schlüssen im 
neurologischen und schlafmedizinischen Untergutachten vom 15. März 
2013 (AB 85.3 S. 6). Daran vermögen die Ausführungen von Dr. med. 
L.________ im Bericht vom 25. Februar 2014 (BB 7) nichts zu ändern, zu-
mal dieser Arzt auf das in der Invalidenversicherung nicht massgebliche 
bio-psycho-soziale Modell (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) abstellt.

3.2.2 Betreffend Arbeits- und Leistungsfähigkeit gehen die Gutachter ins-
gesamt von einer 30%-igen Einschränkung aus (AB 82.1 S. 23 viertletzte 
Zeile, S. 24 2. Absatz in fine sowie letzter Absatz 2. Zeile). Soweit teilweise 
eine lediglich 30%-ige Arbeitsfähigkeit erwähnt wird (AB 82.1 S. 23 unterste 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 15

Zeile und S. 24 zweitunterste Zeile), wird dieser Widerspruch durch die 
Klarstellung vom 11. Juli 2013 (AB 88) behoben.

Der in der Replik (S. 4 2. Absatz) erhobenen Kritik am Gutachten kann 
nicht gefolgt werden. Die dort zitierte Angabe des psychiatrischen Gutach-
ters, dem Beschwerdeführer könne ein Halbtags-Job mit einem Pensum 
von z.B. drei Stunden an einem Halbtag zugemutet werden (AB 82.1 S. 24 
oben), ist in Zusammenhang mit der Selbsteinschätzung des Beschwerde-
führers zu verstehen, wonach er maximal drei Stunden pro Tag arbeiten 
könne; diese Limitierung wird vom Gutachter im fraglichen Passus aus-
drücklich verworfen.

3.2.3 Wenn die Gutachter nicht sämtliche möglichen Testverfahren an-
gewendet haben (Replik S. 4), vermag das den Beweiswert des Gutach-
tens ebenfalls nicht in Frage zu stellen. Gleiches gilt auch insoweit, als sich 
ihre Schlüsse nicht mit denjenigen des behandelnden Psychiaters med. 
pract. K.________ decken; dessen Einschätzung ist für die Gutachter nicht 
bindend. Hier darf letztlich auch berücksichtigt werden, dass behandelnde 
Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. März 2006, 
I 655/05, E. 5.4). Weiter spricht auch der Bericht von med. pract. 
K.________ vom 25. Februar 2014 (BB 8) nicht gegen die Zuverlässigkeit 
des bisdisziplinären Gutachtens, zumal in diesem Bericht nichts zu einer 
allfälligen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit steht. Die gutachterlichen 
Schlüsse werden schliesslich auch von der RAD-Ärztin med. pract. 
M.________, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, bestätigt (Stellungnahme vom 8. Juli 2013 [AB 87]).

3.3 Nachfolgend bleibt somit nach der Rechtsprechung zu den somato-
formen Schmerzstörungen (welche auch in Bezug auf die Neurasthenie gilt 
[BGE 137 V 64 E. 4.2 S. 68, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282; SVR 2011 IV Nr. 
17 S. 45 E. 2.2.2 und Nr. 26 S. 74 E. 2.3; Entscheid des Bundesgerichts 
{BGer} vom 14. April 2008, I 70/07, E. 5]) zu prüfen, ob aus psychischer 
Sicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden besteht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 16

3.3.1 Was die im Vordergrund stehende Feststellung einer psychischen 
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer (vgl. E. 2.3 
hiervor) anbelangt, ist zu beachten, dass eine depressive Störung mittleren 
Grades regelmässig keine von depressiven Verstimmungszuständen klar 
unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstständig-
ten Gesundheitsschadens bildet, die es der betroffenen Person verunmög-
lichen würde, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu über-
winden (Entscheid des BGer vom 24. April 2014, 9C_468/2013, E. 4.3). Im 
vorliegenden Fall sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die auf etwas Ge-
genteiliges schliessen lassen, zumal im Zeitpunkt der Begutachtung ledig-
lich eine leichte depressive Störung bestand. Abgesehen davon, spricht der 
psychiatrische Gutachter teilweise von einer leicht- bis mittelgradigen de-
pressiven Episode (AB 82.1 S. 21 2. Absatz), welche das für die Annahme 
einer psychischen Komorbidität verlangte Kriterium der Dauer ohnehin 
nicht erfüllt (vgl. Entscheid des BGer vom 29. August 2012, 9C_266/2012, 
E. 4.3.2). Die vorliegend zusätzlich festgestellten akzentuierten Persönlich-
keitszüge des Beschwerdeführers stellen sodann als Z-Diagnose kein bei 
der Beschwerdegegnerin versichertes Risiko dar. Bei den sogenannten Z-
Kodierungen handelt es sich um Faktoren, die den Gesundheitszustand 
lediglich beeinflussen. Die Kategorien Z00-Z99 sind für Fälle vorgesehen, 
in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, 
die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kate-
gorien A00-Y89 klassifizierbar sind (http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-
10-gm/kodesuche/onlinefassungen/htmlgm2014/chapter-xxi.htm). Diese 
Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen 
Gesundheitsschadens (vgl. Entscheid des BGer vom 4. Mai 2009, 
8C_570/2008, E. 4.2.5; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, E. 2.2.2.2). Es besteht 
mithin insgesamt keine relevante psychische Komorbidität.

3.3.2 Die weiteren Foerster-Kriterien sind ebenfalls nicht im erforderlichen 
Ausmass erfüllt; es fehlt namentlich an einem primären Krankheitsgewinn, 
einem sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens und einem Schei-
tern einer konsequent durchgeführten Behandlung. Die bisherigen psycho-
therapeutischen Massnahmen (keine antidepressive Medikation mehr, psy-
chotherapeutische Gespräche nur einmal pro Monat [AB 71 S. 2 und AB 
85.2 S. 13 unten]) werden von Prof. Dr. med. G.________ als ineffizient 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 17

bezeichnet (AB 85.2 S. 20 oben), worauf abzustellen ist. Insgesamt kann 
nicht darauf geschlossen werden, dem Beschwerdeführer mangle es an 
hinreichenden psychischen Ressourcen zur Überwindung seiner Be-
schwerden.

3.3.3 Die im grundsätzlich beweiskräftigen Gutachten der Dres. med. 
E.________ und F.________ vorgenommene ärztliche Einschätzung der 
Arbeitsunfähigkeit (bzw. der Arbeits- und Leistungsfähigkeit) des Be-
schwerdeführers kann somit aus rechtlicher Sicht nicht übernommen wer-
den. Die maximal mittelgradige depressive Störung, die somatoforme 
Schmerzstörung, die Neurasthenie sowie die akzentuierten Persönlich-
keitszüge stellen nach dem Dargelegten keine rechtserheblichen Gesund-
heitsschäden dar. Somit fehlt es vorliegend an einer Grundvoraussetzung 
für einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, weshalb sich 
Ausführung zum Einkommensvergleich und damit auch die nähere Prüfung 
der diesbezüglichen Beanstandungen in der Replik erübrigen. Der Sach-
verhalt ist hinreichend abgeklärt, auf weitere Beweiserhebungen ist in anti-
zipierter Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 
162).

Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. September 2013 (AB 92) 
ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde 
erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festge-
setzt, dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt und dem geleisteten 
Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 18

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2014, IV/13/895, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.