# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** faaee927-3bb7-52ac-a933-13b668f22f68
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-15
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 15.09.2016 VG.2016.00051 (VG.2016.426)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2016-00051_2016-09-15.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 15. September 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2016.00051

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Abteilung Jagd und
    Fischerei des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Bau und
    Umwelt des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Entzug der Jagdberechtigung

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Die Abteilung Jagd und Fischerei verzeigte A.______
  am 7. Februar 2013 bei der Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus,
  da er am 3. November 2012 in verschiedener Hinsicht gegen das kantonale
  Jagdrecht verstossen habe. Die Staats- und Jugendanwaltschaft verpflichtete
  A.______ mit Strafbefehl vom 26. Februar 2013 zur Zahlung einer Busse von Fr.
  1'480.-. Dagegen erhob A.______ Einsprache. In der Folge sprach ihn das
  Kantonsgericht Glarus am 6. Januar 2014 des verbotenen Betretens des
  Jagdgebietes gemäss Art. 11 des Gesetzes über die Jagd und den Schutz
  wildlebender Säugetiere und Vögel vom 6. Mai 1979 (kantonales Jagdgesetz,
  JagdG) i.V.m. Art. 15 Abs. 3 der Verordnung zum kantonalen Jagdgesetz
  vom 27. Juni 1990 (kantonale Jagdverordnung, JagdV) i.V.m. Ziff. 4.1.3 der
  Vorschriften für die Ausübung der Jagd im Jahre 2012 (Jagdvorschriften 2012)
  schuldig und verurteilte ihn zu einer Busse von Fr. 760.-. Das Urteil des
  Kantonsgerichts erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Verfügung vom 22. August 2014 entzog die
  kantonale Jagdbehörde A.______ die Jagdberechtigung für ein Jahr und
  verpflichtete ihn, einen Wertersatz von Fr. 1'000.- für das erlegte
  Rotwild (Schmaltier) zu bezahlen. Dagegen erhob A.______ am 19. September
  2014 beim Departement Bau und Umwelt (DBU) Beschwerde und beantragte die
  vollständige Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Am 6. Februar 2015
  zog die kantonale Jagdbehörde ihre Verfügung vom 22. August 2014 in Wiedererwägung,
  wobei sie lediglich die Begründung, nicht aber das Dispositiv der ursprünglichen
  Verfügung änderte. Das DBU schrieb danach am 11. Februar 2015 die gegen die ursprüngliche
  Verfügung vom 22. August 2014 gerichtete Beschwerde als gegenstandlos geworden
  ab.

  
	
   

  
	
  1.3 A.______ erhob am 24. Februar 2015 beim DBU
  Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Februar 2015 und beantragte deren Aufhebung.
  

  
	
   

  
	
  1.4 Am 3. Oktober 2015 wurde A.______ vorsorglich das
  Jagdpatent entzogen, da er gleichentags gegen die Deklarations- und
  Meldepflicht verstossen habe. Die Abteilung Jagd und Fischerei bestätigte am
  22. Oktober 2015 den vorsorglichen Jagdpatententzug bis zum Ende der
  Jagdsaison 2015/2016. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
  Strafbefehl vom 15. Dezember 2015 wurde A.______ der Widerhandlung gegen
  das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und
  Vögel im Sinne von Art. 11 Abs. 1 JagdG i.V.m. Art. 21 und 25 JagdV sowie
  Ziffn. 8.1.2, 8.2.1 und 8.6 der Jagdvorschriften 2015 schuldig gesprochen und
  mit einer Busse von Fr. 1'000.- bestraft.

  
	
   

  
	
  1.5 Das DBU wies die Beschwerde gegen die Verfügung vom
  6. Februar 2015 am 1. April 2016 ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 In der Folge gelangte A.______ mit Beschwerde vom
  26. April 2016 ans Verwaltungsgericht und beantragte, dass die Sache zur
  Neubeurteilung an die Abteilung Jagd und Fischerei, eventuell an das DBU,
  zurückzuweisen sei, mit der Auflage, eine Massnahme betreffend den Vorfall,
  welcher dem Urteil des Kantonsgerichts vom 6. Januar 2014 zugrunde lag,
  sowie betreffend den Vorfall, welcher dem Strafbefehl vom 15. Dezember 2015
  zugrunde lag, zu fällen. Eventualiter sei der mit Verfügung vom 6. Februar
  2015 angeordnete Entzug der Jagdberechtigung aufzuheben und für den Vorfall,
  welcher dem Urteil des Kantonsgerichts vom 6. Januar 2014 zugrunde lag,
  keine Massnahme auszufällen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
  Lasten des DBU bzw. der Abteilung Jagd und Fischerei.

  
	
   

  
	
  2.2 Das DBU schloss am 11. Mai 2016 auf Abweisung der
  Beschwerde; unter Kostenfolge. Den gleichen Antrag stellte die Abteilung Jagd
  und Fischerei am 13. Mai 2016.

  
	
   

  
	
  2.3 A.______ ergänzte am 18. Mai 2016 seinen
  Rückweisungsantrag in dem Sinne, als festzuhalten sei, dass ihm bis zum
  definitiven Entscheid über den Jagdpatententzug für die Jagdsaison ab
  2016/2017 das Jagdpatent zu erteilen sei. Das DBU verzichtete am 20. Mai 2016
  auf eine Stellungnahme zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 18. Mai
  2016, während die Abteilung Jagd und Fischerei sich innert Frist nicht mehr
  vernehmen liess.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 10a Abs. 1
  JagdG i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvor-aussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss
  Art. 107 Abs. 1 VRG die unrichtige und unvollständige Feststellung des
  rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a) und die unrichtige Rechtsanwendung
  einschliesslich eines Missbrauchs des Ermessens (lit. b) geltend gemacht
  werden. Hingegen ist dem Verwaltungsgericht gemäss Art. 107 Abs. 2 VRG die
  Prüfung der Angemessenheit eines Entscheids abgesehen von Ausnahmefällen
  verwehrt. Ein solcher Ausnahmefall liegt nicht vor.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
  Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom 20. Juni 1986 (JSG)
  wird die Jagdberechtigung vom Richter für mindestens ein Jahr und höchstens
  zehn Jahre entzogen, wenn der Träger der Berechtigung vorsätzlich oder
  fahrlässig eine Person auf der Jagd tötet oder erheblich verletzt (lit. a)
  oder eine Widerhandlung nach Art. 17 JSG als Täter, Anstifter oder Gehilfe
  vorsätzlich begangen oder versucht hat. Wird die Jagdberechtigung gestützt
  auf Art. 20 Abs. 1 JSG entzogen, gilt der Entzug für die ganze Schweiz (Art.
  20 Abs. 2 JSG). Die Kantone können gemäss Art. 20 Abs. 3 JSG weitere
  Entzugsgründe festlegen. Die gestützt darauf erlassenen administrativen
  Verfügungen gelten nur für den betreffenden Kanton.

  
	
   

  
	
  2.2 Gemäss Art. 5 Abs. 2 lit. b JagdG erlässt der
  Landrat unter anderem Bestimmungen über die Voraussetzungen für den Entzug
  der Patente. Dies hat er mit Art. 46 Abs. 2 JagdV getan, wonach die
  kantonale Jagdbehörde bei schweren oder wiederholten Verstössen gegen
  kantonale jagdgesetzliche Bestimmungen dem Fehlbaren die Jagdberechtigung bis
  zu fünf Jahren entziehen kann. Wird dem Berechtigten das Jagdpatent innerhalb
  von zehn Jahren nach Ablauf eines Entzugs ein weiteres Mal entzogen, wird ihm
  das Jagdpatent erst wieder abgegeben, wenn er erneut den Jagdlehrgang absolviert
  und die Eignungsprüfung für Jäger des Kantons Glarus bestanden hat.

  
	
   

  
	
  2.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 JagdV sind bei der Ausübung
  der Jagd die anerkannten Grundsätze weidgerechten Verhaltens zu befolgen. Das
  Jagen zur Nachtzeit, d.h. eine Stunde nach kalendarischem Sonnenuntergang bis
  eine Stunde vor kalendarischem Sonnenaufgang, ist verboten, ausgenommen
  während der Nacht- und Passjagd auf Haarraubwild gemäss Art. 13 Abs. 6 JagdV
  (Art. 16 JagdV). Das Betreten des offenen Jagdgebiets mit der Schusswaffe ist
  nach Art. 15 Abs. 3 JagdV i.V.m. Ziff. 4.1.3 der Jagdvorschriften 2012
  bei einer anberaumten Herbstjagd am Jagdtag ab 07.30 Uhr erlaubt. 

  
	
   

  
	
  Gemäss Art. 7 Abs. 1 lit.
  c JagdG i.V.m. Ziff. 8.1.2 der Jagdvorschriften 2012 sind alle erlegten Tiere
  und die entsprechenden Angaben vom Erleger vor dem Behändigen vollständig,
  wahrheitsgetreu, in Blockschrift und gut leserlich mit Kugelschreiber ins
  amtliche Abschusskontrollbuch im Doppel einzutragen. Strafbar macht sich, wer
  bezüglich Abschussort und -zeit von erlegtem Wild gegenüber den
  Kontrollorganen falsche Angaben macht (Art. 26 Abs. 4 JagdV). Widerrechtlich
  erlegtes Wild ist gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. c JagdG i.V.m. Ziff. 8.3.2 Abs. 1
  der Jagdvorschriften 2012 in jedem Fall unverzüglich und vollständig einem
  Wildhüter oder der Jagdverwaltung vorzuweisen. Bei grobfahrlässigen
  Abschüssen oder nicht vorgewiesenen widerrechtlich erlegtem Wild ist nach
  Art. 37 Abs. 3 JagdV i.V.m. Ziff. 8.3.2 Abs. 5 der Jagdvorschriften ein
  Wertersatz zu leisten, welcher sich nach der am 1. Juli 2007 erlassenen
  Verfügung des DBU richtet. Widerhandlungen gegen die Deklarationspflicht,
  Markierungspflicht, Vorweisungspflicht oder Meldepflicht haben nach Ziff. 8.6
  der Jagdvorschriften eine Verzeigung bei der zuständigen Instanz zur Folge.
  Zusätzlich kann gestützt auf Art. 46 JagdV die Jagdberechtigung für
  mindestens ein Jahr entzogen werden. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1

  
	
  3.1.1 Der Beschwerdeführer macht in erster Linie geltend,
  dass der Vorfall aus dem Jahr 2012 zusammen mit demjenigen aus dem
  Jahr 2015 zu beurteilen sei. Beim Patententzug handle es sich um eine
  Nebenstrafe. Nach den allgemeinen Regeln des Strafrechts seien beim Erlass
  einer Strafe alle im Zeitpunkt der Ausfällung der Strafe bekannten
  Straftatbestände in einem gemeinsamen Verfahren zu beurteilen. Das Gleiche
  gelte aber auch, wenn der Patententzug als Massnahme qualifiziert werde. Dies
  ergebe sich bereits aus den allgemeinen Regeln des Massnahmerechts. Eine
  erzieherische Wirkung könne die Massnahme nur haben, wenn sie rechtskräftig
  ausgesprochen sei. Mit der Aussprechung der Massnahme müssten deshalb
  sämtliche bis zum Zeitpunkt des Massnahmeentscheids bekannten Verstösse
  erledigt werden. Dies ergebe sich auch aus Art. 46 Abs. 2 JagdV, welcher
  vorsehe, dass das Jagdpatent dem Berechtigten bei einem zweiten Entzug innerhalb
  von zehn Jahren erst dann wieder abgegeben werde, wenn er erneut den
  Jagdlehrgang absolviert und die Eignungsprüfung bestanden habe. Schliesslich
  stimme die Rechtslage mit dem Administrativverfahren im Strassenverkehrsrecht
  überein. Auch hier seien sämtliche Verstösse bis zum Zeitpunkt des Erlasses
  der Administrativmassnahme zu beurteilen und zu behandeln. Insgesamt hätten
  die Beschwerdegegner gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstossen. Sie hätten
  sich nämlich intern absprechen müssen, um einen einheitlichen Entscheid zu
  erzielen. 

  
	
   

  
	
  3.1.2 Die Beschwerdegegner sind der Auffassung, die beiden
  administrativen Verfahren seien unabhängig voneinander durchzuführen, da zwei
  unabhängige und von ihrer Art unterschiedliche Verstösse gegen die kantonalen
  jagdgesetzlichen Bestimmungen vorliegen würden. Beim kantonalen Entzug des
  Jagdpatents handle es sich um eine administrative Massnahme, weshalb die
  strafrechtlichen Bestimmungen weder direkt noch analog anwendbar seien. Der
  erneute Verstoss gegen die kantonalen jagdgesetzlichen Bestimmungen sei zudem
  erst in einem Zeitpunkt erfolgt, als die administrativrechtliche Beurteilung
  der Verstösse vom 3. November 2012 bereits beim Beschwerdegegner 2 anhängig
  gewesen sei. 

  
	
   

  
	
  3.2 Im Gegensatz zum bundesrechtlichen vorgesehenen
  Entzug der Jagdberechtigung, welcher eine Nebenstrafe ist (BGE 129 IV 296 E.
  2.1), handelt es sich bei einem kantonalen Entzug um eine administrative
  Massnahme, was sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 20 Abs. 3 JSG ergibt
  (VGer-Urteil VG.2015.00136 vom 17. März 2016 E. 5.2.1; vgl. auch Botschaft
  des Bundesrats zu einem Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz
  wildlebender Säugetiere und Vögel vom 27. April 1983, BBl 1983 II 1197 ff.,
  1217). Dies steht einer analogen Anwendung von Art. 49 des Schweizerischen
  Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB) indessen nicht entgegen, da für
  die strafrechtliche und die administrative Sanktion nicht ohne Not
  unterschiedliche Lösungen getroffen werden sollten. Art. 49 StGB bezweckt,
  dass ein Täter, der mehrere Freiheitsstrafen verwirkt hat, nach einem
  einheitlichen, für ihn relativ günstigen Prinzip beurteilt werden soll (Abs.
  1), unabhängig davon, ob die Verfahren getrennt durchgeführt werden oder
  nicht (Abs. 2). In den Genuss dieser in der Regel vorteilhaften Zusatzstrafe
  soll derjenige kommen, bei dem der erstinstanzliche Richter die mehreren
  Straftaten gleichzeitig hätte aburteilen können, nicht aber derjenige, der
  erneut delinquiert, nachdem er wegen anderer Delikte (zu Freiheitsstrafe oder
  Administrativmassnahmen) erstinstanzlich verurteilt und mithin eindringlich
  gewarnt worden ist. Es stellt sich somit bloss die Frage, ob die im zweiten
  Verfahren zu beurteilenden Straftaten vor der Eröffnung bzw. vor der Fällung
  (vgl. BGE 129 IV 113 E. 1.2) des Urteils begangen wurden. Trifft dies
  zu, ist Art. 49 Abs. 2 StGB anwendbar, andernfalls nicht (BGE 124 II 39 E.
  3c).

  
	
   

  
	
  3.3 Die Beschwerdegegnerin 1 entzog dem Beschwerdeführer
  aufgrund der Vorkommnisse vom 3. November 2012 mit Verfügung vom 22. August
  2014 die Jagdberechtigung für ein Jahr. Allerdings zog sie diese Verfügung am
  6. Februar 2015 in Wiedererwägung, wobei es beim Entzug der
  Jagdberechtigung für ein Jahr blieb. Am 3. Oktober 2015 ereignete
  sich ein weiterer Vorfall, dessen administrativrechtliche Beurteilung bei der
  Beschwerdegegnerin 1 hängig ist.

  
	
   

  
	
  Wendet man die oben
  dargestellte Rechtsprechung auf das vorliegende Administrativverfahren an,
  ist massgebend, dass die erstinstanzliche Verfügung vom 6. Februar 2015
  ergangen war, bevor der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2015 erneut gegen
  jagdgesetzliche Bestimmungen verstiess. Damit war die Beschwerdegegnerin 1
  nicht in der Lage, beide Vorfälle gleichzeitig zu beurteilen. Unter diesen
  Umständen erweisen sich zwei separate administrativrechtliche Entscheide als
  unumgänglich, wobei der wünschenswerten Gesamtbetrachtung bei den Administrativmassnahmen
  immerhin im zweiten Verfahren im Rahmen der Verhältnismässigkeit Rechnung zu
  tragen ist (BGE 124 II 39 E. 3c). 

  
	
   

  
	
  Damit ist im vorliegenden
  Verfahren über die Rechtmässigkeit des Entzugs der Jagdberechtigung für ein
  Jahr aufgrund des Vorfalls vom 3. November 2012 zu entscheiden und von einer
  Rückweisung der Sache zur gemeinsamen Beurteilung dieses Vorfalls und
  desjenigen vom 3. Oktober 2015 abzusehen. 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1

  
	
  4.1.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass ihm zu
  Unrecht ein schwerer Verstoss gegen die kantonalen jagdgesetzlichen
  Bestimmungen vorgeworfen werde. Er sei durch das Kantonsgericht einzig wegen
  des verbotenen Betretens des Jagdgebiets bestraft worden. Dies könne kein
  schwerer Verstoss gegen die kantonalen jagdgesetzlichen Bestimmungen
  darstellen, was sich auch aus dem Strafmass des Kantonsgerichts ergebe,
  welches lediglich eine Busse von Fr. 760.- ausgesprochen habe. Auch wenn die
  Administrativbehörde an die Beurteilung des Strafrichters nicht gebunden sei,
  so bilde ein strafgerichtliches Urteil doch stets die Grundlage für die
  nachfolgenden Administrativmassnahmen. Von diesem Strafurteil könne nur dann
  abgewichen werden, wenn zwingende Gründe vorliegen würden. Die
  Beschwerdegegner würden ihm jedoch, ohne solche Gründe vorzubringen, auch
  Tatbestände vorwerfen, von denen er im kantonsgerichtlichen Verfahren freigesprochen
  worden sei. Sodann müsse bei der Auslegung des Begriffs des schweren
  Verstosses auch auf die eidgenössische Jagdgesetzgebung Bezug genommen
  werden. Im Vergleich zu den in Art. 17 JSG aufgeführten Vergehen handle es
  sich vorliegend um ein Bagatellverfahren. Entscheidend sei, dass das geschossene
  Wild jagdbar gewesen sei und er das Jagdgebiet lediglich etwas zu früh betreten
  habe. Der Vorwurf, er habe sich durch das zu frühe Betreten des Jagdgebiets
  einen unberechtigten Vorteil verschafft und den späteren Jagdbetrieb gestört,
  sei aktenwidrig. 

  
	
   

  
	
  4.1.2 Die Beschwerdegegner vertreten hingegen in ihren
  Beschwerdeantworten und im angefochtenen Entscheid die Auffassung, dass
  danach zu unterscheiden sei, ob ein Täter von einem Tatbestandsvorwurf
  freigesprochen worden sei, weil die Tatbestandsmerkmale als nicht erfüllt
  beurteilt worden seien, oder ob zwar die Tatbestandsmerkmale als erfüllt
  gelten würden, jedoch aufgrund der strafrechtlichen Konkurrenzlehre von einer
  mitbestraften Nachtat auszugehen sei. Sie seien an die Feststellung des
  Sachverhalts durch den Strafrichter gebunden. Dass eine Schussabgabe das
  Verhalten der Wildtiere beeinflusse, sei naheliegend. Die nachfolgende Jagd
  für andere Jäger sei dadurch zumindest gestört worden, was durchaus als
  unweidmännisches Verhalten bezeichnet werden könne. Schliesslich sei darauf
  hinzuweisen, dass für die Auslegung des schweren Verstosses nicht auf die
  Bundesgesetzgebung Bezug genommen werden müsse.

  
	
   

  
	
  4.2 

  
	
  4.2.1 Die Beschwerdegegnerin 1, welche erstinstanzlich
  über den Entzug der Jagdberechtigung zu befinden hat, ist – wie auch die
  nachfolgenden Rechtsmittelinstanzen – grundsätzlich an die Feststellung des
  Sachverhalts durch den Strafrichter gebunden. Eine Abweichung ist nur dann
  zulässig, wenn die Behörde ihrem Entscheid Tatsachen zugrunde legt, die dem
  Strafrichter unbekannt waren, sich die Erhebung zusätzlicher Beweise
  aufdrängt, die Beweiswürdigung des Strafrichters eindeutig im Widerspruch zur
  Tatsachenlage stand oder wenn der Strafrichter nicht alle sich mit dem Sachverhalt
  stellenden Rechtsfragen abklärte (BGE 136 II 447 E. 3.1, 124 II 103 E. 1c/aa;
  Kaspar Plüss, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum erwaltungsrechtspflegegesetz
  des Kantons Zürich, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 7 N. 23 f.).
  Hingegen kommt der rechtlichen Würdigung durch den Strafrichter keine derartige
  Bindungswirkung zu. So ist es für die Frage des Entzugs der Jagdberechtigung
  namentlich nicht relevant, ob ein verpöntes Verhalten strafrechtlich als mitbestrafte
  Nachtat zu gelten hat. Soweit der Beschwerdeführer der Auffassung ist, da er
  nur wegen des zu frühen Betretens des Jagdgebiets gebüsst worden sei, liege
  von vornherein kein schwerer Verstoss gegen die Jagdvorschriften vor, ist ihm
  daher nicht zu folgen, sondern es sind die Vorkommnisse vom 3. November 2012
  gesamthaft zu würdigen.

  
	
   

  
	
  4.2.2 Aus dem rechtskräftigen Urteil ergibt sich folgender
  Sachverhalt: Der Beschwerdeführer schoss am 3. November 2012 in […] um
  ca. 06.30 Uhr, frühestens um 06.15 Uhr, ein Stück Rotwild. Die
  Abschussmeldung füllte er zwar vollständig, jedoch nicht wahrheitsgetreu aus,
  indem er als Abschusszeit 08.00 Uhr angab, obwohl er das Tier früher
  erledigt hatte. Das Tier wies er weder einem Wildhüter noch der
  Jagdverwaltung vor.

  
	
   

  
	
  4.3 

  
	
  4.3.1 Der Entzug der Jagdberechtigung kommt gemäss Art. 46
  Abs. 2 JagdV nur bei schweren oder wiederholten Verstössen gegen kantonale
  jagdgesetzliche Bestimmungen in Betracht. Beim "schweren Verstoss"
  gegen die kantonalen jagdgesetzlichen Bestimmungen handelt es sich um einen
  unbestimmten Rechtsbegriff, der ausgelegt werden muss. Dies obliegt in erster
  Linie der mit dem Vollzug des Jagdrechts betrauten Beschwerdegegnerin 1.
  Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kommt dabei der Höhe der im
  Strafverfahren ausgesprochenen Busse keine entscheidwesentliche Bedeutung zu.
  Massgebend ist einzig, ob ein derart schwerer Verstoss gegen die Jagdvorschriften
  vorliegt, dass ein Entzug der Jagdberechtigung gerechtfertigt ist
  (VGer-Urteil VG.2015.00136 vom 17. März 2016 E. II/6.1, VG.2014.00082
  vom 27. November 2014 E. II/5.2.4).

  
	
   

  
	
  4.3.2 Neben den Bestimmungen des kantonalen Jagdgesetzes
  und der kantonalen Jagdverordnung gelten auch die Jagdvorschriften als
  kantonale gesetzliche Bestimmungen. Zu deren Einhaltung sind die Jäger
  verpflichtet, wenn sie sich auf eine genügende Gesetzesdelegation stützen
  können. So verhält es sich bei der Deklarationspflicht und Meldepflicht,
  deren detaillierte Regelung durch Art. 7 Abs. 1 lit. c JagdG dem Regierungsrat
  überlassen wird. Soweit der Regierungsrat in Ziff. 8.6 der Jagdvorschriften
  2012 davon ausgeht, dass die Verletzung der Deklarationspflicht,
  Markierungspflicht, Vorweisungspflicht, Auskunftspflicht, Vorzeigepflicht oder
  Meldepflicht gestützt auf Art. 46 JagdV den Entzug der Jagdberechtigung zur
  Folge haben könne, zeigt er auf, dass diese Vergehen einen schweren Verstoss
  gegen die kantonalen jagdgesetzlichen Bestimmungen darstellen können. Bei
  Ziff. 8.6 der Jagdvorschriften 2012 handelt es sich um eine interne
  Dienstanweisung, welche in erster Linie den rechtsgleichen Vollzug der Jagdgesetzgebung
  sicherstellen soll, für die Rechtsunterworfenen aber keine direkte Wirkung zu
  entfalten hat. Wie sich bereits aus der Formulierung der Bestimmung ergibt,
  ist stets im konkreten Einzelfall zu prüfen, ob ein schwerer Verstoss
  vorliegt (vgl. VGer-Urteil VG.2014.00082 vom 27. November 2014 E. 5.2.4).

  
	
   

  
	
  4.4 

  
	
  4.4.1 Dem Beschwerdeführer ist vorzuwerfen, dass er am 3.
  November 2012, um ca. 06.30 Uhr, ein Stück Rotwild schoss. Sodann kommt
  im vorliegenden administrativrechtlichen Verfahren dem Umstand Bedeutung zu,
  dass er im Abschusskontrollbuch eine falsche Abschusszeit von 08.00 Uhr
  eintrug und das erlegte Rotwild weder einem Wildhüter noch der Jagdverwaltung
  vorwies.

  
	
   

  
	
  4.4.2 Wie im Urteil des Kantonsgerichts zutreffend
  ausgeführt wird, kommt dem allgemeinen Nacht-Jagdverbot, das gemäss Art. 16
  JagdV die Jagd eine Stunde nach kalendarischem Sonnenuntergang bis eine
  Stunde vor kalendarischem Sonnenaufgang verbietet, bei der Herbstjagd keine
  eigenständige Bedeutung zu. Der Regierungsrat hat gestützt auf Art. 15 Abs. 3
  JagdV in Ziff. 4.1.3 der Jagdvorschriften 2012 geregelt, dass bei einer
  anberaumten Herbstjagd das Betreten des Jagdgebiets vor 07.30 Uhr nicht
  erlaubt ist. Dies impliziert ohne Weiteres, dass vor 07.30 Uhr auch die
  Schussabgabe verboten ist. 

  
	
   

  
	
  Bei der Frage, ob ein
  schwerer Verstoss gegen die kantonalen jagdgesetzlichen Be-stimmungen im
  Sinne von Art. 46 Abs. 2 JagdV vorliegt, ist danach zu differenzieren, ob ein
  Jäger lediglich vor 07.30 Uhr das Jagdgebiet betreten und sich so allenfalls
  einen unrechtmässigen Vorteil gegenüber anderen Jägern verschafft hat oder ob
  er vor 07.30 Uhr bereits ein Wildtier erlegt hat. Im zweiten Fall kommt
  zum unrechtmässigen Vorteil nämlich hinzu, dass der Jagdbetrieb gestört wird.
  So führt die fachlich kompetente Beschwerdegegnerin 1 nachvollziehbar aus,
  dass durch eine verfrühte Schussabgabe das Verhalten der Wildtiere
  beeinflusst werde, wobei insbesondere das auf Störungen empfindliche Rotwild
  nach Schussabgaben seinen Aufenthaltsort rasch und in der Regel weiträumig
  wechsle.

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer
  betrat nicht nur vor 07.30 Uhr das Jagdgebiet […], sondern erlegte bereits um
  ca. 06.30 Uhr ein Stück Rotwild. Damit verstiess er in qualifizierter Weise
  gegen die Bestimmung von Art. 15 Abs. 3 JagdV i.V.m. Ziff. 4.1.3 der Jagdvorschriften
  2012.

  
	
   

  
	
  4.4.3 Hinsichtlich der unwahren Angaben im
  Abschusskontrollbuch ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass die Jagd im
  Kanton Glarus gemäss Art. 1 JagdG ein Regal des Staates ist. Mit dem
  Jagdpatent erteilt der Kanton das Recht zur Ausübung der Jagd (Art. 2 Abs. 2
  JagdG). Im Gegensatz dazu darf er aber verlangen, dass der Jäger das mit der
  Erteilung des Jagdpatents in ihn gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht. Ein
  weidgerechtes Verhalten im weiteren Sinne umfasst auch eine gute
  Zusammenarbeit mit den Behörden (VGer ZH-Urteil VB.2009.00575 vom 5. Mai 2010
  E. 4.2.2, www.vgr.zh.ch).

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer,
  welcher sich bewusst war, dass er durch die verfrühte Schussabgabe gegen Art.
  15 Abs. 3 JagdV i.V.m. Ziff. 4.1.3 der Jagdvorschriften 2012 verstossen
  hatte, trug im Abschusskontrollbuch als Abschusszeit 08.00 Uhr statt
  06.30 Uhr ein. Anstatt zu seinem Fehlverhalten zu stehen, versuchte er
  es durch die falsche Zeitangabe zu vertuschen. Damit missbrauchte er das in
  ihn gesetzte Vertrauen in grober Weise.

  
	
   

  
	
  4.4.4 Unter den gegebenen Umständen erweist es sich – ohne
  dass eine Verletzung der Vorweisungspflicht geprüft werden müsste (vgl. dazu
  aber E. II/5) – nicht als rechtsverletzend, dass die Beschwerdegegnerin 1 die
  Vorfälle vom 3. November 2012 als schweren Verstoss gegen die kantonalen
  jagdgesetzlichen Bestimmungen wertete und dem Beschwerdeführer die
  Jagdberechtigung für die Mindestdauer von einem Jahr entzog.

  
	
   

  
	
  4.5 Ergibt sich, dass ein schwerer Verstoss gegen die
  kantonalen jagdgesetzlichen Bestimmungen vorliegt, muss nicht näher geprüft
  werden, ob auch von einem wiederholten Verstoss auszugehen ist. Immerhin ist
  darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin 1 diesbezüglich offenbar der
  zeitlichen Komponente keine weitere Bedeutung zumisst. Dies ist indessen
  unzutreffend. Bei der Beurteilung, ob sich ein Entzug der Jagdberechtigung
  wegen eines wiederholten Verstosses gegen die einschlägigen Vorschriften rechtfertigt,
  ist einerseits der Schwere der früheren Vergehen Rechnung zu tragen und anderseits
  dem Zeitablauf. Mit anderen Worten muss das frühere Vergehen desto schwerer
  sein, je weiter es zeitlich zurückliegt, um einen Entzug der Jagdberechtigung
  wegen eines wiederholten Verstosses gegen die kantonalen jagdrechtlichen
  Bestimmungen zu rechtfertigen.

  
	
   

  
	
  5. 

  
	
  Zu prüfen bleibt die
  Verpflichtung des Beschwerdeführers zum Wertersatz. Solcher ist gemäss Art.
  37 Abs. 3 JagdV i.V.m. Ziff. 8.3.2 Abs. 5 der Jagdvorschriften 2012 unter
  anderem zu leisten bei grobfahrlässigen Abschüssen oder nicht vorgewiesenen
  widerrechtlich erlegtem Wild. Widerrechtlich ist in diesem Zusammenhang umfassend
  zu verstehen. Die Verpflichtung zum Wertersatz kommt nicht nur dann zum
  Tragen, wenn ein am Jagdtag nicht jagdbares Wild erlegt wird oder der Jäger
  keine Berechtigung zum Erlegen des Tiers (mehr) hat, sondern auch wenn es
  zwar am richtigen Tag, aber zu einem falschen Zeitpunkt, namentlich in der
  Nacht, erlegt wird. So handelt es sich auch beim letzten Fall um eine
  unbefugte Jagd auf Wild.

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer war
  nach dem Dargelegten anlässlich der Herbstwildjagd vom 3. November 2012
  nicht befugt, vor 07.30 Uhr Rotwild zu erlegen. Das um ca. 06.30 Uhr
  geschossene Stück Rotwild hat daher als widerrechtlich erlegt zu gelten. Der
  Beschwerdeführer hätte dieses unverzüglich und vollständig einem Wildhüter
  oder der Jagdverwaltung vorweisen müssen (Art. 7 Abs. 1 lit. c JagdG i.V.m.
  Ziff. 8.3.2 Abs. 1 der Jagdvorschriften 2012). Da er dies unterliess, ist es
  nicht zu beanstanden, dass er verpflichtet wurde, Wertersatz nach Art. 37
  Abs. 3 JagdV i.V.m. Ziff. 8.3.2 Abs. 5 der Jagdvorschriften 2012 zu leisten.
  Dass der Wertersatz in der Höhe falsch festgesetzt worden sei, macht er dabei
  zu Recht nicht geltend.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Die pauschale Gerichtsgebühr von
  Fr. 1'500.- ist demnach dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen und
  mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.
  Ausgangsgemäss steht ihm keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 3 VRG e
  contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-
    auferlegt und mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in
    gleicher Höhe verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Es
    wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]