# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d7ccf4b-64d6-54d8-b6f0-65c7db692575
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 18.10.2017 110 2017 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-60_2017-10-18.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/60 Bern, 18. Oktober 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Walkringen, Unterdorfstrasse 1, 3512 
Walkringen

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Walkringen vom 
8. Juni 2017 (BB-Nr. 09 / 2017; Photovoltaikanlage)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer reichte am 14. Mai 2017 bei der Gemeinde Walkringen ein 

Baugesuch ein für die Installation einer Photovoltaikanlage mit vier Feldern auf dem Dach 

des Gebäudes auf Parzelle Walkringen Grundbuchblatt Nr. B.________. Die Parzelle liegt 

in der Zone W 3 (Wohnzone, 3-geschossig).

Mit Bauentscheid vom 8. Juni 2017 erteilte die Gemeinde Walkringen die Baubewilligung 

unter der Auflage, dass die Solarfelder entweder rechteckig oder parallel zu den 

Dachkanten anzuordnen und zu installieren seien. Massgebend für die Bauausführung 

seien die von der Gemeinde mit 9. Juni 2017 datierten Unterlagen (Situationsplan sowie 

RA Nr. 110/2017/60 2

grafische Darstellung1). Auf diesen hat die Gemeinde vermerkt: "Gestaltung Anlagefelder 

siehe Bauentscheid". Der Beschwerdeführer wurde verpflichtet, der Gemeindeverwaltung 

vor Baubeginn einen bereinigten und unterzeichneten Plan zur Genehmigung 

einzureichen.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 14. Juni 2017 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt sinngemäss die 

Aufhebung des Bauentscheides vom 8. Juni 2017 und die Erteilung der Baubewilligung 

ohne gestalterische Auflagen.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Zudem beauftragte es die Gemeinde 

Walkringen, das Bauvorhaben zu publizieren und die Baugesuchsakten öffentlich zur 

Einsichtnahme aufzulegen. Die Gemeinde Walkringen teilte am 26. September 2017 mit, 

dass die Publikation erfolgt sei und während der 30-tägigen Auflagefrist keine Einsprachen 

oder Rechtsverwahrungen gegen das Bauvorhaben eingegangen sind. Sie beantragt die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen Entscheids.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die 

Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer ist durch den 

1 Vorakten, B 14 und B 15
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

RA Nr. 110/2017/60 3

vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert, da sein Baugesuch nicht wie beantragt, 

sondern mit gestalterischen Auflagen bewilligt wurde. Er ist daher zur Beschwerdeführung 

legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Baubewilligungspflicht

a) Nach Ansicht des Beschwerdeführers entspricht das Projekt den einschlägigen 

Richtlinien und ist baubewilligungsfrei. Auf Aufforderung der Gemeinde hin hat er dennoch 

vorsorglich ein Baugesuch eingereicht.

b) Besteht Unsicherheit darüber, ob ein Bauvorhaben baubewilligungspflichtig ist oder 

nicht, kann die Bauherrschaft ein Baugesuch einreichen und damit dem Risiko begegnen, 

dass sie während des Erstellens der Anlage oder nachträglich noch baupolizeiliche 

Massnahmen gewärtigen muss.4 Nach der Praxis hindert die vorsorgliche Einreichung 

eines nachträglichen Baugesuches nicht, dass die Bauherrschaft im 

Wiederherstellungsverfahren die Baubewilligungspflicht bestreiten kann.5 Entsprechendes 

muss auch gelten, wenn die Bauherrschaft das Baugesuch zur Vermeidung allfälliger 

baupolizeilicher Massnahmen vor Baubeginn vorsorglich eingereicht hat, dieses nicht 

antragsgemäss bewilligt wurde und die Bauherrschaft dagegen Beschwerde führt. Die 

Bewilligungspflicht des Bauvorhabens ist daher zu überprüfen.6

c) Nach Art. 18a Abs. 1 RPG7 bedürfen auf Dächern genügend angepasste 

Solaranlagen in Bau- und in Landwirtschaftszonen keiner Baubewilligung. Solche 

Vorhaben sind lediglich der zuständigen Behörde zu melden. Im kantonalen Recht 

bestimmt Art. 6 Abs. 1 Bst. 4 BewD8, dass Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie 

keiner Baubewilligung bedürfen, wenn sie an Gebäuden angebracht werden und den 

kantonalen Richtlinien entsprechen. Vorbehalten sind Einschränkungen der 

Baubewilligungsfreiheit nach Art. 7 BewD, die hier nicht anwendbar sind.

4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 1b 
N. 2
5 BDE 120/2016/26 E. 1b
6 Vgl. BVR 1997 S. 355 E. 1b
7 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
8 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

RA Nr. 110/2017/60 4

Bei der projektierten Photovoltaikanlage handelt es sich um eine Anlage zur Gewinnung 

erneuerbarer Energie (Sonnenenergie). Die Anlage soll gemäss den 

Baugesuchsunterlagen auf dem Dach des auf der Bauparzelle befindlichen Gebäudes 

angebracht werden. Die Anlage ist demnach bewilligungsfrei, sofern die kantonalen 

Richtlinien eingehalten werden. Einschlägig sind die Richtlinien des Regierungsrates des 

Kantons Bern vom Januar 2015 betreffend "Baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung 

erneuerbarer Energie". Nach diesen setzt die Bewilligungsfreiheit von Solaranlagen voraus, 

dass die Anlage im Sinne von Art. 18a Abs. 1 RPG "genügend angepasst" ist. Art. 32a Abs. 

1 RPV9 konkretisiert das Kriterium der genügenden Angepasstheit. Dieses ist erfüllt, wenn 

die Anlage die Dachfläche im rechten Winkel um höchstens 20 cm überragt, von vorne und 

von oben gesehen nicht über die Dachfläche hinausragt, nach dem Stand der Technik 

reflexionsarm ausgeführt ist und als kompakte Fläche zusammenhängt. Kantonale 

Gestaltungsvorschriften dürfen die Nutzung der Sonnenenergie nicht stärker einschränken.

Die erwähnten kantonalen Richtlinien enthalten Darstellungen und Beispiele, welche für 

verschiedene Dachtypen aufzeigen, welche Anlagen nach diesen Voraussetzungen 

baubewilligungsfrei sind und welche nicht. In Bezug auf Anlagen, welche aus mehreren 

Feldern bestehen, führt die Richtlinie aus, dass die Anordnung von zwei rechteckigen 

Anlagefeldern baubewilligungsfrei ist,10 das Anbringen von mehr als zwei rechteckigen 

Anlagefeldern jedoch baubewilligungspflichtig.11 Anlagen, die von der Rechteckform 

abweichen, sind baubewilligungsfrei, wenn sie als kompakte Fläche zusammenhängen.12 

Auch bei diesen besteht jedoch analog zu rechteckigen Feldern eine Bewilligungspflicht, 

wenn mehr als zwei Felder angebracht werden sollen.

d) Die streitige Anlage umfasst vier Felder, die auf verschiedenen Flächen des 

Walmdachs auf dem L-förmigen Gebäude angebracht werden sollen.13 Die betroffenen 

Dachflächen sind dreieckig (südseitiger Walm), trapezförmig (Dachfläche Ost) und 

rhomboid (Dachflächen West und Süd). Die seitlichen Begrenzungen dieser Dachflächen 

sind also alle schräg. Die vier Anlagefelder weisen jeweils eine gestaffelte Form auf, so 

9 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
10 Richtlinien, S. 19
11 Richtlinien, S. 28
12 Richtlinien, S. 20
13 Vorakten, B 15

RA Nr. 110/2017/60 5

dass sie seitlich treppenartig gestuft sind. Sie folgen damit grob den seitlich schrägen 

Dachformen.

Geplant sind demnach vier Anlagefelder, die von der Rechteckform abweichen. Die 

Kriterien der Bewilligungsfreiheit nach der Richtlinie sind nicht erfüllt. Darin ist keine 

Einschränkung gegenüber den bundesrechtlichen Vorgaben zu erblicken. Nach Art. 32a 

Abs. 1 RPV setzt die Bewilligungsfreiheit voraus, dass die Anlage als kompakte Fläche 

zusammenhängt. Bei vier Anlagefeldern, die auf unterschiedlichen Dachflächen 

angebracht werden sollen, ist diese Voraussetzung nicht erfüllt.

Die Gemeinde ging demnach zu Recht davon aus, dass die geplante Anlage 

bewilligungspflichtig ist und im Baubewilligungsverfahren auf die Einhaltung der bau- und 

planungsrechtlichen Vorschriften hin überprüft werden muss. Dass der Beschwerdeführer 

gemäss eigenen Angaben von privaten Anbietern von Photovoltaikanlagen anderslautend 

beraten worden ist, vermag daran nichts zu ändern.

e) Die Gemeinde hat im Baubewilligungsverfahren weder das Bauvorhaben publiziert 

noch die betroffenen Nachbarn informiert. Auf die Bekanntmachung von 

bewilligungspflichtigen Bauvorhaben kann aber nur verzichtet werden, wenn Auswirkungen 

auf die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit ausgeschlossen sind.14 Dies traf hier nicht zu. 

Insbesondere konnte nicht zum Vornherein ausgeschlossen werden, dass Nachbarn durch 

die Anlage geblendet werden. Zustimmungserklärungen von Nachbarn lagen nicht vor. Um 

zu vermeiden, dass die Rechte potentieller Einspracheberechtigter verletzt werden, musste 

daher die Baupublikation nachgeholt werden.15 Dies ist inzwischen erfolgt; die Gemeinde 

hat die Durchführung der Publikation bestätigt und mitgeteilt, dass keine Einsprachen 

eingelegt worden sind.

3. Gestaltung

a) Nach dem angefochtenen Entscheid sind Solaranlagen unter Berücksichtigung der 

Richtlinien "Baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie" zu 

beurteilen. Gestützt auf die darin enthaltenen Gestaltungsbestimmungen müssten daher 

Solaranlagen in entweder rechteckigen oder parallel zu den Dachkanten verlaufenden 

14 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 7
15 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 11

RA Nr. 110/2017/60 6

Feldern installiert werden. Die Hoch- und Tiefbaukommission der Gemeinde Walkringen 

hat am 26. April 2017 eine entsprechende Praxisfestlegung getroffen.16 Der 

Beschwerdeführer ist der Ansicht, er habe mit seinem Projekt die Anforderungen der 

Richtlinie umgesetzt. Die gewählte Form entspreche den ästhetischen Anforderungen 

besser als die Anordnung von rechteckigen Feldern. Zudem würde mit rechteckigen 

Feldern die Leistung der Anlage erheblich vermindert. Das exakte Ausrichten der Felder an 

den Dachkanten würde das Anbringen von Blindmodulen voraussetzen, was die Anlage 

stark verteuere. Bei Solaranlagen dürften die ästhetischen Hürden nicht zu hoch angesetzt 

werden.

b) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften, 

Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt 

die „ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar. 

Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden 

Überbauung schafft, der erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften 

erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften 

müssen, um selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die 

Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders 

formulieren.17 

Das Baureglement der Gemeinde Walkringen18 sieht vor, dass Bauten und Anlagen so zu 

gestalten sind, dass zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht 

(Art. 9 Abs. 3 GBR). Das Baureglement führt sodann die Elemente an, welche bei der 

Beurteilung der guten Gesamtwirkung zu berücksichtigen sind. Dazu gehören auch die 

Dachgestaltung sowie die Materialisierung und Farbgebung. Diese Bestimmungen gehen 

weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher selbständige Bedeutung zu.

Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten kommunalen Gesetzesbegriff 

dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen gewissen 

Beurteilungsspielraum haben. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten 

Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute 

Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen 

16 Vorakten, B 20
17 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen
18 Vom 10. Februar 2014, genehmigt vom Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) am 22. April 2014

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Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass 

das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue Baute oder 

Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren 

hat.19

c) Gemäss den bundesrechtlichen Vorschriften gehen die Interessen an der Nutzung 

der Solarenergie auf bestehenden oder neuen Bauten den ästhetischen Anliegen 

grundsätzlich vor (Art. 18a Abs. 4 RPG). Daraus ist nicht zu schliessen, dass die Prüfung 

der Ästhetik bei solchen Anlagen unterbleiben soll, die kantonalen und kommunalen 

Ästhetikvorschriften also ohne Wirkung bleiben. Vielmehr muss, wenn eine Anlage nicht im 

Sinne von Art. 32a Abs. 1 RPV "genügend angepasst" und daher ein 

Baubewilligungsverfahren durchzuführen ist, eine einzelfallweise Prüfung erfolgen. Da 

kantonale und kommunale Ästhetikvorschriften dem Bundesrecht nicht zuwiderlaufen 

dürfen, müssen sie aber so interpretiert werden, dass die Interessen an der Nutzung der 

Solarenergie gegenüber den ästhetischen Anliegen grundsätzlich Vorrang haben.

d) Die Gemeinde Walkringen hat mit einer Praxisfestlegung beschlossen, dass sie die 

kommunalen Gestaltungsanforderungen bei Solaranlagen nur dann als erfüllt betrachtet, 

wenn die Gestaltungsbestimmungen der kantonalen Richtlinien erfüllt sind. Die Richtlinien 

betreffen in erster Linie die Abgrenzung von bewilligungsfreien und bewilligungspflichtigen 

Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien (Richtlinien, Ziff. 2.2 und 2.3). Da die 

Einhaltung der Gestaltungsvorschriften nur im Falle der Bewilligungspflicht der Anlage 

überhaupt geprüft wird, können dafür nicht die Kriterien zur Abgrenzung der 

bewilligungspflichtigen von den bewilligungsfreien Anlagen massgebend sein. Dies hätte 

zur Folge, dass sämtlichen bewilligungspflichtigen Solaranlagen ohne weitere Prüfung der 

Bauabschlag erteilt würde. Nach dem Gesagten muss aber im Falle der Bewilligungspflicht 

eine Einzelfallbeurteilung vorgenommen werden, bei welcher gemäss Art. 18a Abs. 4 RPG 

dem Interesse an der Nutzung der Solarenergie höheres Gewicht beigemessen wird. Eine 

Verletzung der Gestaltungsvorschriften darf daher nur mit Zurückhaltung angenommen 

werden.20 Mit einer Interpretation der Gestaltungsvorschriften, welche die 

Bewilligungsfähigkeit bewilligungspflichtiger Solaranlagen generell ausschliesst, würde Art. 

18a Abs. 4 RPG verletzt. Vielmehr sind im Baubewilligungsverfahren die ästhetischen 

Anliegen gegen das Interesse an der Nutzung der Solarenergie abzuwägen.

19 Zaugg/ Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1
20 Vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1C_99/2017 vom 20. Juni 2017, E. 3.2

RA Nr. 110/2017/60 8

e) Die kantonalen Richtlinien enthalten unter Ziff. 2.4 auch Gestaltungshinweise für 

Solaranlagen. Diesen soll gemäss den Ausführungen in den Richtlinien insbesondere (d.h. 

nicht ausschliesslich) beim Anbringen von Solaranlagen an Baudenkmälern Beachtung 

geschenkt werden. Zumal hier die kommunalen Gestaltungsvorschriften das Erzielen einer 

guten Gesamtwirkung mit der Umgebung vorschreiben, ist es nicht zu beanstanden, wenn 

die Gemeinde diese Gestaltungshinweise als massgeblich erachtet. Eine allfällige Störung 

der guten Gesamtwirkung durch die projektierte Solaranlage muss aber zusätzlich 

gewichtet werden gegen das Interesse an der Nutzung der Solarenergie, welches gemäss 

Art. 18a Abs. 4 RPG grundsätzlich Vorrang hat. Dabei fällt nicht nur das 

umweltschützerische Interesse an der Förderung erneuerbarer Energiequellen ins Gewicht, 

sondern auch das private Interesse der Bauherrschaft, eine von ihrer Grösse her 

bedürfnisgerechte Kollektoranlage zu erstellen.21

f) Nach den kantonalen Richtlinien, Ziff. 2.4.1, sind rechteckige Formen bei 

Solaranlagen vorzuziehen, weil Bauten im Kanton Bern meist durch rechteckige Formen 

geprägt sind. Vorliegend ist allerdings das Dach, auf dem die projektierte Anlage 

angebracht werden soll, nicht von rechteckigen Formen, sondern von schräg verlaufenden 

seitlichen Dachkanten geprägt.

Die Richtlinien führen in Ziff. 2.4.1 weiter aus, die Anlage werde optisch gut integriert, wenn 

die Fläche möglichst an die Hauptkanten (Traufkante, seitliche Dachkante, Firstkante) 

anstösst. Letzteres Kriterium wird mit einer Grafik illustriert, bei welcher das Anlagefeld den 

Dachkanten exakt, d.h. ohne Abstufung, folgt. Ungünstig sind nach der Richtlinie L- und U-

förmige Felder sowie abgestufte Felder. Sie können das Ortsbild beeinträchtigen.

Es fällt allerdings auf, dass die Richtlinien unter den Beispielen für bewilligungsfreie 

Anlagen auch Beispiele von abgestuften Anlagefeldern anführen (Ziff. 2.2.2). Es handelt 

sich dabei um grossflächige Anlagefelder, bei denen die Abstufung weniger ins Auge sticht 

als bei der vom Beschwerdeführer projektierten Anlage. Zumindest bei solchen kann also 

gemäss den Richtlinien auch eine abgestufte Form als "gut angepasst" gelten.

21 Vgl. BVR 1997 S. 355 E. 6c

RA Nr. 110/2017/60 9

g) Das Vorhaben des Beschwerdeführers umfasst vier Anlagefelder, die mittels 

Abstufung den schrägen seitlichen Dachkanten folgen. Die Felder reichen auf keiner Seite 

exakt bis zur Dachkante. Das Vorhaben entspricht insoweit nicht der Darstellung der 

optischen Integration in Ziff. 2.4.1 der Richtlinien. Die seitliche Abstufung findet ein Vorbild 

im erwähnten Fotobeispiel für eine bewilligungsfreie Anlage in den Richtlinien, wobei sie 

auf den eher kleinen Anlagefeldern des Bauvorhabens augenfälliger wirkt als in jenem 

Beispiel.22 Die abgestufte Form der Anlagefelder folgt grob der Dachform, so dass die 

optische Störwirkung geringer ist als bei einer L- oder U-Form, die nicht erkennbar an die 

Dachform anlehnt. Ob eine Ausgestaltung mit rechteckigen Anlagefeldern23 optisch 

vorteilhafter wäre, erscheint fraglich, kann aber letztlich offen bleiben. Mit rechteckigen 

Anlagefeldern kann gesamthaft weniger Fläche für die Nutzung der Sonnenenergie 

beansprucht werden und die Anlage ist entsprechend weniger leistungsfähig. Bei einer 

Ausgestaltung, die der Dachform exakt folgt, müssten entlang den schrägen seitlichen 

Dachkanten Blindelemente angebracht werden, die das Vorhaben erheblich verteuern. Aus 

Art. 18a Abs. 4 RPG ergibt sich, dass kantonale und kommunale Gestaltungsvorschriften 

so ausgelegt werden müssen, dass sie eine effiziente Nutzung der Sonnenenergie nicht 

verhindern.24 Anforderungen, welche die Effizienz der Nutzung (auch in wirtschaftlicher 

Hinsicht) beeinträchtigen, können sich als Hindernis bei der Nutzung von Sonnenenergie 

auswirken. Sie müssen daher durch gewichtige Ästhetikinteressen begründet sein.

Vorliegend steht ein Projekt in Frage, welches zwar der bewilligungsfreien Gestaltung 

gemäss den Richtlinien nicht entspricht, weil mehr als zwei – nicht rechteckige – 

Anlagefelder geplant sind. Das Projekt lehnt sich jedoch an die Gestaltungsbeispiele der 

Richtlinien an, indem davon ausgegangen wird, dass einer schrägen seitlichen 

Dachbegrenzung auch mittels Abstufung der Anlagefelder gefolgt werden darf. Es befolgt 

damit die allgemeine Stossrichtung der kantonalen Richtlinien, wonach bei nicht als 

schützens- oder erhaltenswert inventarisierten Gebäuden die Anlagefelder der Dachform 

insoweit folgen müssen, als sich dies mit herkömmlichen funktionellen Modulen (d.h. ohne 

speziell angepasste Blindmodule) erreichen lässt. In Anbetracht dessen ist die Störung der 

guten Gesamtwirkung hier nicht als so gravierend zu bewerten, dass den ästhetischen 

Interessen der Vorrang gegenüber dem Interesse an der effizienten Nutzung der 

Solarenergie eingeräumt werden müsste.

22 Vgl. auch die Vergleichsbilder in Beschwerdebeilage 6
23 Vgl. Vorakten, V 9
24 Vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichtes des Kantons Zürich VB.2014.00035 vom 8. Mai 2014, E. 7.1

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Zwar ist es verständlich, dass die Gemeinde sich um die optische Wirkung von 

Solaranlagen auf das Ortsbild sorgt. Entgegen den Befürchtungen der Gemeinde ist aber 

keine unerwünschte Präjudizwirkung für das gesamte Ortsbild zu befürchten. Nach dem 

Gesagten darf bei baubewilligungspflichtigen Vorhaben eine einzelfallbezogene Abwägung 

zwischen ästhetischen Anliegen und dem Interesse an der Nutzung der Solarenergie nicht 

unterbleiben. Bewilligungspflichtige Solaranlagen dürfen also weder pauschal bewilligt 

noch pauschal verweigert werden, sondern es muss jeweils eine einzelfallbezogene 

Güterabwägung nach den Vorgaben von Art. 18a Abs. 4 RPG erfolgen. Ein Präjudiz kann 

schon daher nur begrenzte Wirkung zeitigen. Soweit Kultur- oder Naturdenkmäler von 

kantonaler oder nationaler Bedeutung betroffen sind, gilt zudem ein anderer Massstab bei 

der Interessenabwägung (Art. 18a Abs. 3 RPG).

4. Zusammenfassung und Kosten

a) Nach dem Gesagten ist die vom Beschwerdeführer beanstandete Auflage, wonach 

die Solaranlagefelder entweder rechteckig oder parallel zu den Dachkanten anzuordnen 

und zu installieren sind, aufzuheben. Die Publikation des Bauvorhabens hat zu keinen 

Einsprachen geführt. Es sind keine Gründe erkennbar, die gegen die antragsgemässe 

Bewilligung des Bauvorhabens sprechen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die 

streitige Auflage gemäss Dispositivziffern 3a) und 3b) des angefochtenen Entscheids 

aufzuheben und der angefochtene Entscheid im Übrigen zu bestätigen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt der Beschwerdeführer. Die 

Verfahrenskosten des Beschwerdeverfahrens werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr 

von Fr. 600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG25 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV26); sie werden vom 

Kanton getragen (Art. 108 Abs. 2 VRPG). Der Beschwerdeführer trägt aber die Kosten des 

erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahrens gemäss dem im Kostenpunkt bestätigten vor-

instanzlichen Entscheid. Zudem sind ihm die Publikationskosten der Gemeinde 

aufzuerlegen (Art. 52 Abs. 1 BewD). Parteikosten sind nicht angefallen.

25 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
26 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2017/60 11

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Auflage im Bauentscheid der Gemeinde 

Walkringen vom 8. Juni 2017, Dispositivziffern 3a) und 3b), wonach die 

Solaranlagefelder entweder rechteckig oder parallel zu den Dachkanten anzuordnen 

und zu installieren sind, und der Gemeindeverwaltung vor Baubeginn ein 

entsprechend bereinigter und unterzeichneter Plan zur Genehmigung einzureichen 

ist, wird aufgehoben. Im Übrigen wird der Bauentscheid der Gemeinde Walkringen 

vom 8. Juni 2017 bestätigt.

2. Für das Beschwerdeverfahren werden weder Verfahrenskosten erhoben noch 

Parteikosten gesprochen.

3. Die Publikationskosten der Gemeinde werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Für 

das Inkasso dieser Kosten ist die Gemeinde zuständig.

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Walkringen, eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin