# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efbfc77f-3bb9-5b3b-820a-9ddc19c6a211
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 01.02.2023 LC220036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC220036_2023-02-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC220036-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. M. Sarbach und Oberrichterin lic. iur. A. Strähl sowie Gerichts-

schreiber MLaw S. Widmer 

Beschluss und Urteil vom 1. Februar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____, 
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Abänderung des Scheidungsurteils  
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes o. V. des Bezirksgerichtes 
Dielsdorf vom 24. Oktober 2022; Proz. FP200019 
 
  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
des Klägers (act. 14 S. 2): 

"1. Es sei Dispositiv-Ziff. 5 des Scheidungsurteils vom 20. September 
2017 des Bezirksgerichts Dielsdorf (FE170069) mit Wirkung ab 
1. September 2020 aufzuheben und der Kläger sei zu verpflich-
ten, an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der gemein-
samen Tochter C._____ monatlich im Voraus jeweils auf den Ers-
ten eines jeden Monats zahlbare angemessene Unterhaltsbeiträ-
ge (zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinderzula-
gen) wie folgt zu bezahlen: 
- ab 1. September 2020 bis 31. Dezember 2020: CHF 1'100.00 
- ab 1. Januar 2021 bis Februar 2026: CHF 800.00 
- ab 1. März 2026 bis 28. Februar 2034: CHF 1'000.00 
- ab 1. März 2034 bis Abschluss Erstausbildung: CHF 500.00 

 2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger einstweilen einen 
Prozesskostenbeitrag in der Höhe von mindestens CHF 3'000.00 
zu bezahlen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten 
der Beklagten." 

 

der Beklagten (act. 20 S. 2 f.): 

"1. Die Klage des Klägers vom 27. August 2020 ("Abänderungskla-
ge") sei vollumfänglich abzuweisen. 

 2 Eventualiter sei der Kläger zur Bezahlung von folgenden monatli-
chen Kinderunterhaltsbeiträgen (zuzüglich allfälliger Kinderzula-
gen) zu verpflichten, indexiert, zahlbar monatlich im Voraus auf 
den ersten eines jeden Monats: 

 Phase 1 
 Ab Einreichung der Abänderungsklage bis zum 31. Dezember 

2020: CHF 2'514.40; 
 Phase 2 
 Ab 1. Januar 2021 bis 31. März 2026: CHF 2'695.80; 
 Phase 3 
 Ab 1. April 2026 bis 31. März 2028: CHF 2'868.15; 
 Phase 4  
 Ab 1. April 2028 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbil-

dung der gemeinsamen Tochter: CHF 1'830.40." 
 

- 3 - 

Urteil des Einzelgerichtes: 
(act. 50) 

1. Das Begehren des Klägers um Abänderung der Dispositiv Ziffer 5 des Ur-

teils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 20. September 2017 wird abgewie-

sen. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'100.– festgesetzt.  

3. Die Kosten werden dem Kläger auferlegt. 

4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung in der 

Höhe von Fr. 7'200.– (inkl. 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

5./6. [Mitteilungen / Rechtsmittel] 
 

Berufungsanträge: 
(act. 47 S. 2 f.) 

"1.  Dispositiv-Ziff. 1, 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils FP200019 
seien vollumfänglich aufzuheben und es sei damit Dispositiv- Ziff. 
5 des Scheidungsurteils vom 20. September 2017 des Bezirksge-
richts Dielsdorf (FE170069) mit Wirkung ab 1. September 2020 
aufzuheben und der Kläger zu verpflichten, an die Kosten des Un-
terhalts und der Erziehung der gemeinsamen Tochter C._____ 
monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats 
zahl-bare angemessene Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger 
gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen) wie folgt zu bezah-
len:  

 
 • ab 1. September 2020 bis 31. Dezember 2020: CHF 1'100.00  
 • ab 1. Januar 2021 bis Februar 2026: CHF 800.00  
 • ab 1. März 2026 bis 28. Februar 2034: CHF 1'000.00  
 • ab 1. März 2034 bis Abschluss Erstausbildung: CHF 500.00  
 
2.  Eventualiter seien Dispositiv-Ziff. 1, 3 und 4 des vorinstanzlichen 

Urteils FP200019 aufzuheben und das Verfahren an die Vor-
instanz zur Entscheidung zurückzuweisen. 

- 4 - 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) für das 
erst- und zweitinstanzliche Verfahren zulasten der Berufungsbe-
klagten, eventualiter zu Lasten der Vorinstanz." 

 

Erwägungen: 

I.  

1. Mit Urteil vom 20. September 2017 wurde die Ehe der Parteien geschieden. 

Die Obhut über die am tt.mm.2016 geborene Tochter C._____ wurde der Beklag-

ten und Berufungsbeklagten (nachfolgend Beklagte) zugeteilt, der Kläger und Be-

rufungskläger (nachfolgend Kläger) verpflichtete sich in der vom Gericht geneh-

migten Scheidungskonvention zur Bezahlung von Kindesunterhalt für C._____ 

und es wurde das Besuchs- und Kontaktrecht des Klägers festgelegt (act. 3/1). 

Am 27. August 2020 reichte der Kläger bei der Vorinstanz eine Abänderungsklage 

ein und verlangte mit Wirkung ab 1. September 2020 seine Unterhaltspflicht ge-

genüber C._____ zu reduzieren. Er begründete seine Klage primär damit, dass 

die Beklagte ihr Pensum (bereits jetzt) auf 60% erhöht habe und zudem neu mit 

ihrem Partner zusammenwohne (act. 1 sowie act. 50 S. 5 E.II.1.).  

2. Die Vorinstanz führte am 22. Oktober 2020 eine Einigungsverhandlung und 

nach doppeltem Schriftenwechsel sowie Novenstellungnahmen am 16. November 

2021 die Hauptverhandlung durch (ausführlich zum vorinstanzlichen Verfahrens-

gang act. 50 S. 3 f. E.I.2.). Mit Urteil vom 24. Oktober 2022 wurde die Abände-

rungsklage abgewiesen. Die Vorinstanz war zwar zum Schluss gekommen, es 

liege bei der Beklagten eine erhebliche und dauerhafte Verbesserung der Ein-

kommensverhältnisse vor. Der Kläger als Unterhaltsschuldner lebe indes augen-

scheinlich nicht in bescheidenen finanziellen Verhältnissen, vielmehr verbleibe 

ihm auch nach Abzug des im Scheidungsverfahren festgelegten Kindesunterhalts 

ein grosszügiger Überschuss. Er werde entsprechend durch den bestehenden 

Kindesunterhalt nicht übermässig belastet, weshalb die Einkommensverbesse-

rung beim betreuenden Elternteil vorliegend nicht zu einer Reduktion des Kindes-

unterhalts führe, also ein Abänderungsgrund zu verneinen sei (act. 50 S. 10 ff. 

E. III).  

- 5 - 

3. Mit Eingabe vom 25. November 2022 erhob der Kläger gegen dieses Urteil 

Berufung. Er macht in der Berufung geltend, infolge des gesteigerten Einkom-

mens der Beklagten hätte die Vorinstanz einen Abänderungsgrund bejahen müs-

sen, zudem sei die Vorinstanz bei der (Nicht-)Berücksichtigung einzelner Bedarf-

spositionen sowie in der Gesamtbetrachtung in Willkür verfallen. Mit seiner Beru-

fung verlangt der Kläger die Reduktion des von ihm zu leistenden Kindesunter-

halts, eventualiter die Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz (act. 47; 

Anträge oben abgedruckt, S. 3). 

 Auf die Einholung einer Berufungsantwort kann verzichtet werden (Art. 312 

Abs. 2 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Der Beklagten wird mit 

dem Entscheid ein Doppel von act. 47 samt Beilagen zuzustellen sein. 

II.  

1. Die nach Eingang der Berufung zu prüfenden Rechtsmittelvoraussetzungen 

sind erfüllt. Die Berufung wurde form- und fristgerecht (act. 44/1 i.V.m. act. 47) er-

hoben und mit Anträgen und Begründung versehen. Dem Eintreten steht nichts 

entgegen. 

2. Es kann mit Berufung sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (vgl. Art. 310 

ZPO). Die Berufungsinstanz kann sämtliche Mängel (in Tat- und Rechtsfragen) 

frei und uneingeschränkt prüfen (sog. volle Kognition in Tat- und Rechtsfragen), 

vorausgesetzt, dass sich die Berufung erhebende Partei mit den Entscheidgrün-

den der ersten Instanz auseinandersetzt und konkret aufzeigt, was am angefoch-

tenen Entscheid oder am Verfahren der Vorinstanz falsch sein soll (vgl. ZR 110 

[2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4); blosse Verwei-

se auf die Vorakten genügen nicht (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, 

Art. 311 N 36 f.). 

 Die volle Kognition der Berufungsinstanz in Rechtsfragen bedeutet aber 

nicht, dass sie gehalten wäre, von sich aus wie ein erstinstanzliches Gericht alle 

sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn der Berufungskläger 

- 6 - 

diese vor der Berufungsinstanz nicht (mehr) vorträgt; vielmehr hat sie sich – ab-

gesehen von offensichtlichen Mängeln – auf die Beurteilung der in der schriftli-

chen Berufungsbegründung erhobenen Beanstandungen zu beschränken 

(vgl. BGE 142 III 413 ff., E. 2.2.4; BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; 

BGer 4A_418/2017 vom 8. Januar 2018, E. 2.3). Insofern gibt die Berufungsschrift 

durch die ausreichend begründet vorgetragenen Beanstandungen das Prüfpro-

gramm vor, mit welchem sich die Berufungsinstanz zu befassen hat. Innerhalb 

dieser Beanstandungen ist sie indes weder an die Begründung des Berufungsklä-

gers noch an jene der Vorinstanz gebunden, sondern sie wendet das Recht von 

Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Deshalb kann die Berufung auch mit einer ande-

ren Argumentation gutgeheissen oder mit einer von der Argumentation der Vorin-

stanz abweichenden Begründung abgewiesen werden (vgl. BGer 4A_629/2017 

vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; BGer 4A_397/2016 vom 30. November 2016, E. 3.1). 

Entsprechend muss ein Berufungskläger zwar darlegen, dass und inwiefern die 

Vorinstanz das Recht aus seiner Sicht unrichtig angewendet hat, zutreffen muss 

diese Begründung – um eine freie Überprüfung durch die Berufungsinstanz zu 

erwirken – aber nicht (vgl. zur ebenfalls vollen Kognition der Beschwerdeinstanz 

in Rechtsfragen OGer ZH PS180131 vom 3. September 2018, E. III./3). Mit ande-

ren Worten muss die Rechtsschrift eine minimale rechtliche Begründung enthal-

ten, wenn eine unrichtige Rechtsanwendung geltend gemacht wird (vgl. etwa 

OGer ZH LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III./1a; LB160044 vom 23. Dezem-

ber 2016, E. I./4). 

III. 

1. Die Vorinstanz hat erwogen, gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

solle eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Unterhaltsgläubi-

gers grundsätzlich den Kindern zugutekommen, mithin nicht zu einer Abänderung 

des im Scheidungsurteil festgelegten Kindesunterhalts führen. Nur wenn die Un-

terhaltslast zwischen den Eltern unausgewogen werde, insbesondere wenn sie 

den unterhaltspflichtigen Elternteil, der in bescheidenen Verhältnissen lebe, über-

trieben schwer belasteten, könne eine Änderung oder Aufhebung des Unterhalts-

beitrages nach Art. 286 Abs. 2 ZGB in Betracht gezogen werden (act. 50 S. 10 f. 

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E. III.1.2 unter Verweis auf BGE 134 III 337 ff., E. 2.2.2). Die Vorinstanz hat so-

dann die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien geprüft und ist zum Schluss 

gelangt, es liege keine derartige Unausgewogenheit vor. Dazu wird im vorinstanz-

lichen Urteil in der abschliessenden Würdigung festgehalten, der Kläger lebe au-

genscheinlich nicht in bescheidenen finanziellen Verhältnissen, vielmehr verbleibe 

ihm auch nach Abzug des im Scheidungsverfahren festgelegten Kindesunterhalts 

ein grosszügiger Überschuss. Er werde entsprechend durch den bestehenden 

Kindesunterhalt nicht übermässig belastet, weshalb die Einkommensverbesse-

rung beim betreuenden Elternteil vorliegend nicht zu einer Reduktion des Kindes-

unterhalts führe (act. 50 S. 15 E. II.3.3.6). 

2. Das Bundesgericht hat in mehreren Entscheiden betreffend Abänderung des 

Kindesunterhaltes Folgendes festgehalten: Art. 286 Abs. 2 ZGB sehe vor, dass 

das Gericht bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse den Unterhaltsbeitrag 

auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes neu festsetze oder aufhebe. Dies 

setze das Vorliegen neuer Tatsachen voraus, die erheblich und dauerhaft seien 

und eine andere Regelung erforderlich machten. Neu sei eine Tatsache, wenn sie 

bei der Festsetzung des (Kindes-)Unterhalts im Scheidungsurteil nicht in Betracht 

gezogen worden sei. Entscheidend sei dabei nicht die Voraussehbarkeit der Tat-

sache, sondern einzig der Umstand, dass die Unterhaltspflicht festgesetzt worden 

sei, ohne die betreffenden zukünftigen Umstände zu berücksichtigen. Wenn diese 

Bedingungen erfüllt seien, müsse das Gericht im Prinzip die Unterhaltspflicht neu 

festsetzen, nachdem es alle Positionen aktualisiert habe, die im vorausgegange-

nen Urteil bei der Festsetzung des Unterhalts einbezogen worden seien. 

 Allerdings ziehe eine neue Tatsache, die eine erheblich und dauerhafte Ver-

änderung der Verhältnisse bedeute, nicht automatisch eine Neufestsetzung der 

Unterhaltspflicht nach sich. Insbesondere solle eine Verbesserung der finanziellen 

Situation des hauptbetreuenden Elternteils grundsätzlich den Kindern zugute-

kommen, dies jedenfalls wenn diese Verbesserung auf eine Steigerung des Er-

werbseinkommens des hauptbetreuenden Elternteils zurückzuführen sei. Gleich-

wohl müsse die Unterhaltslast unter den beiden Elternteilen ausgeglichen sein 

und dürfe insbesondere für den (geld-)unterhaltsverpflichteten Elternteil, der in 

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bescheidenen Verhältnissen lebe, nicht übermässig schwer werden, ansonsten 

eine Neufestsetzung der Unterhaltspflicht in Betracht kommen könne (BGE 134 III 

337 ff., E. 2.2.2; BGer 5A_7/2016 vom 15. Juni 2016, E. 5.3.; BGer 5A_230/2019 

vom 31. Januar 2020, E. 6.1.; BGer 5A_190/2020 vom 30. April 2021, E. 3.; BGer 

5A_523/2021 vom 29. März 2022, E. 3.1.; BGer 5A_378/2021 vom 7. September 

2022, E. 3., je mit weiteren Hinweisen).  

3.1. Diese bundesgerichtliche Rechtsprechung wurde vor der Einführung des Be-

treuungsunterhalts entwickelt. Sie muss indes, auch wenn das Bundesgericht dies 

bisher soweit ersichtlich nicht explizit gesagt hat, grundsätzlich unabhängig davon 

gelten, ob der vom Unterhaltsschuldner ins Auge gefasste Kindesunterhalt, den er 

im Abänderungsverfahren reduziert sehen möchte, in Form von Barunterhalt oder 

Betreuungsunterhalt ausgerichtet wird. Die Verbesserung der finanziellen Situati-

on des hauptbetreuenden Elternteils soll (jedenfalls wenn diese Verbesserung auf 

eine Steigerung seines Erwerbseinkommens zurückzuführen ist) den Kindern zu-

gutekommen, unabhängig davon, ob der Kindesunterhalt die (direkten) Kosten für 

das Kind – d.h. sämtliche an Dritte zu erbringenden Entgelte für die notwendige 

Pflege, Erziehung und Ausbildung – abdeckt oder die (indirekten) Kosten, welche 

einem Elternteil dadurch entstehen, dass er aufgrund einer persönlichen Betreu-

ung des Kindes davon abgehalten wird, durch Arbeitserwerb für seinen Lebens-

unterhalt aufzukommen. Fällt aufgrund des gesteigerten Erwerbseinkommens des 

hauptbetreuenden Elternteils bei diesem ein (betreuungsbedingtes) Manko weg, 

profitiert das bei ihm lebende Kind von dessen verbesserten finanziellen Situation 

in Tat und Wahrheit sogar spürbar mehr, als wenn der Mehrverdienst dazu führt, 

dass der ehedem schon bestehende Überschuss weiter anwächst. Was der Klä-

ger dagegen in der Berufung vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Wohl trifft 

zu, dass der Betreuungsunterhalt, welcher hierzulande (anders als etwa in 

Deutschland) als Anspruch des Kindes ausgestaltet ist, wirtschaftlich dem betreu-

enden Elternteil zukommen soll (act. 47 Rz 18 mit Verweis auf BGE 144 III 481 ff., 

E. 4.3). Das ist indes kein Argument gegen das soeben Ausgeführte, sondern e-

her dafür, knüpft doch die diesbezügliche bundesgerichtliche Rechtsprechung wie 

gesehen bei einer Besserstellung der finanziellen Situation des hauptbetreuenden 

Elternteils an. Ohnehin ist zu bedenken, dass auch Kindesunterhalt, der wirt-

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schaftlich direkt dem Kind zusteht (Barunterhalt) jedenfalls bei jüngeren Kindern – 

im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Kind, welches unterdessen bald sie-

benjährig ist –, faktisch genau gleich wie der wirtschaftlich direkt dem betreuen-

den Elternteil zukommende Betreuungsunterhalt nicht vom Kind verwaltet wird, 

sondern vom obhutsberechtigten Elternteil. Da Eltern(teile) und die mit ihnen un-

ter einem Dach wohnenden Kinder eine Lebensgemeinschaft bilden (noch dazu in 

der Regel eine enge), spielt aus Sicht der Kinder keine Rolle, ob sie von verbes-

serten finanziellen Verhältnissen des betreffenden Elternteils aus dem Zusam-

menspiel von gesteigerten Einkünften mit Barunterhalt oder mit Bar- sowie Be-

treuungsunterhalt profitieren. 

 Das gilt wohlbemerkt nur, soweit es darum geht, die nachträgliche Abänder-

barkeit des Kindesunterhalts infolge gesteigerter Einkünfte des obhutsberechtig-

ten Elternteils zu beurteilen, nicht hingegen bei der Festsetzung des Kindesunter-

halts. Bei der Festsetzung und bei der Abänderung des Kindesunterhalts gelten 

nicht die gleichen Grundsätze, was etwa schon daraus erhellt, dass nicht jede 

Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse zu einer Abänderung führt (während 

die aktuellen Umstände zu einer anderen Festsetzung des Unterhaltsbeitrages 

geführt hätten), sondern nur erhebliche Veränderungen. Dies verkennt der Kläger, 

wenn er vorbringt, es sei ja unterdessen bei der Beklagten das Manko weggefal-

len, das über den Betreuungsunterhalt auszugleichen wäre, weshalb gar kein Be-

treuungsunterhalt mehr geschuldet sei (act. 47 Rz 18 ff.). Richtig ist, dass aktuell 

kein Betreuungsunterhalt zuzusprechen wäre, was allerdings nicht mit einem Ab-

änderungsgrund zu verwechseln ist. 

3.2. Auch wenn die Kinder von der verbesserten finanziellen Situation des ob-

hutsberechtigten Elternteils profitieren sollen, die durch die Steigerung von des-

sen Erwerbseinkommen entsteht, so soll gleichwohl die Unterhaltslast unter den 

beiden Elternteilen ausgeglichen sein und darf wie gesehen insbesondere für den 

(geld-)unterhaltsverpflichteten Elternteil, der in bescheidenen Verhältnissen lebt, 

nicht übermässig schwer werden, ansonsten eine Neufestsetzung der Unterhalts-

pflicht in Betracht kommen kann. 

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 Wenn der Kläger in seiner Berufung unter Verweis auf BGE 134 III 337 ff. 

geltend macht, die Vorinstanz hätte die jeweiligen Interessen des Kindes und der 

Eltern abwägen müssen und zu prüfen gehabt, ob die Unterhaltslast angesichts 

der im Scheidungsurteil berücksichtigten Umstände zwischen beiden Elternteilen 

unausgewogen werde (act. 47 Rz 36), so ist dies zwar nicht grundsätzlich falsch, 

zielt indes an der Sache vorbei: Eine Verbesserung der finanziellen Verhältnisse 

des obhutsberechtigten Elternteils soll (erstens) grundsätzlich den Kindern zu-

kommen. Zwar ist (zweitens) gleichwohl darauf zu achten, dass die Unterhaltslast 

zwischen den Eltern ausgewogen sein soll. Dabei soll gemäss Bundesgericht die 

Unterhaltslast insbesondere für den (geld-)unterhaltspflichtigen Elternteil, der in 

bescheidenen Verhältnissen lebt, nicht übertrieben schwer werden, ansonsten ei-

ne Anpassung der Unterhaltsbeiträge in Betracht käme. Fehl geht der Kläger da-

mit schon, wenn er sich daran stört, dass C._____ nunmehr ein Überschuss zur 

Verfügung stehe, obwohl bei C._____ anlässlich der Scheidung in keiner der drei 

Phasen ein Überschussanteil festgesetzt bzw. eingerechnet worden sei (act. 47 

Rz 39), soll doch C._____ grundsätzlich von den verbesserten finanziellen Ver-

hältnissen, hauptsächlich infolge des höheren Erwerbseinkommens der sie be-

treuenden Beklagten, profitieren können. Zudem kann vorliegend von einer Un-

ausgewogenheit im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche zu 

einer Anpassung der Unterhaltsbeiträge führen könnte, nicht die Rede sein. Nicht 

nur macht der Kläger selbst zu Recht nicht geltend, dass er in bescheidenen Ver-

hältnissen leben würde und legt auch nicht dar, inwiefern er übertrieben schwer 

belastet würde. Vielmehr verbleibt ihm selbst nach seiner eigenen Berechnung 

der Bedarfspositionen noch ein Überschuss von Fr. 1'430.–, mithin ein Über-

schuss, der mehr als 60% höher läge als der von ihm berechnete Überschuss der 

Beklagten (Fr. 885.–) mit gesteigertem Erwerbseinkommen (act. 47 Rz 42). An-

ders als etwa im Falle von BGE 134 III 337, wo die hauptbetreuende Mutter neu 

rund Fr. 23'000.– und der geldunterhaltsverpflichtete Vater neu Fr. 3'448.90 ver-

diente, käme selbst bei den vom Kläger berechneten Bedarfszahlen eine Abände-

rung vorliegend mangels Unausgewogenheit im Sinne der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nicht in Frage. Noch viel weniger kommt eine Abänderung vor-

liegend in Frage, wenn von den vorinstanzlich ermittelten Zahlen ausgegangen 

- 11 - 

wird. Dort beträgt die Leistungsfähigkeit des Klägers mehr als das zehnfache der 

Beklagten (Fr. 4'090.–/Fr. 405.–) und der Überschuss des Klägers bei ungemin-

derter Kindesunterhaltspflicht liegt bei rund 430% des Überschusses der Beklag-

ten, wie der Kläger selbst vorbringt (act. 47 Rz 38). 

3.3.1. Der Kläger möchte mit seinen Anträgen ferner erreichen, dass seine Kin-

desunterhaltsbeiträge weitestgehend unterhalb des (von ihm nicht in Frage ge-

stellten) Barunterhalts lägen (so in der Phase I vom 1. Januar 2021 bis 28. Febru-

ar 2026 und in der Phase II ab 1. April 2026 bis 31. März 2032). Hierzu ist Fol-

gendes anzumerken: In der bis am 31. Dezember 2016 gültigen Fassung lautete 

Art. 276 Abs. 2 ZGB noch: "Der Unterhalt wird durch Pflege und Erziehung, oder, 

wenn das Kind nicht unter der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung geleis-

tet." Dies brachte zum Ausdruck, dass der Elternteil, der keinen Beitrag an die 

Pflege und Erziehung leistet, grundsätzlich alleine zur Deckung des Barbedarfs 

des Kindes verpflichtet ist. Die Neuformulierung von Art. 276 Abs. 2 ZGB (die El-

tern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebüh-

renden Unterhalt des Kindes) wollte der gesellschaftlichen Realität unterschiedli-

cher Betreuungsregelungen Rechnung tragen, anstelle des altrechtlichen "Entwe-

der/oder". Auch in der seit dem 1. Januar 2017 gültigen Fassung von Art. 276 

Abs. 2 ZGB gilt indes weiterhin, dass der Elternteil, der das Kind nicht oder nicht 

wesentlich betreut, grundsätzlich für dessen Barunterhalt aufzukommen hat, wäh-

rend der (haupt-)betreuende Elternteil gleichwertig seinen Unterhaltsbeitrag in na-

tura, also durch Pflege und Erziehung bzw. Betreuung erbringt (vgl. BGer 

5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.2.1. m.w.H.).  

 Allerdings hat die Rechtsprechung hiervon Ausnahmen gemacht. So kommt 

eine Beteiligung des hauptbetreuenden Elternteils am Barunterhalt in Frage, wenn 

er leistungsfähiger ist als der andere Elternteil (BGer 5A_339/2018 vom 8. Mai 

2019, E. 5.4.3.; BGer 5A_583/2018 vom 18. Januar 2019, E. 5.1. i.f.; BGer 

5A_584/2018 vom 10. Oktober 2018, E. 4.3.). Ist der hauptbetreuende Elternteil 

gar überproportional leistungsfähiger als der andere Elternteil, so ist er grundsätz-

lich am Barunterhalt des Kindes zu beteiligen (BGE 134 III 337 ff., E. 2.2.2.). So-

weit der hauptbetreuende Elternteil einzelfallbezogen und ermessensweise dazu 

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verpflichtet werden kann, neben dem Naturalunterhalt einen Teil des Barbedarfs 

des Kindes zu decken, stehen die Grössenordnung des Überschusses als solcher 

und das Verhältnis der Leistungsfähigkeit zwischen den Eltern in einer Wechsel-

beziehung: Je besser die finanziellen Verhältnisse sind und entsprechend höher 

der Überschuss des hauptbetreuenden Elternteils ausfällt, desto eher ist eine Be-

teiligung desselben am Barunterhalt in Betracht zu ziehen (BGer 5A_272/2018 

vom 22. August 2019, E. 4.3.2.2.).  

3.3.2. Im vorliegenden Fall ist die hauptbetreuende Beklagte wie gesehen bei wei-

tem nicht leistungsfähiger als der Kläger, ganz im Gegenteil. Der Kläger möchte 

mit seinen Anträgen gleichwohl erreichen, dass seine Kindesunterhaltsbeiträge 

weitestgehend unterhalb des (von ihm nicht in Frage gestellten) Barunterhalts lä-

gen. Dafür besteht nach dem soeben Dargelegten kein Raum. In Erinnerung zu 

rufen ist zudem, dass die gemeinsame Tochter C._____ erst knapp 7 Jahre alt ist 

und gemäss Scheidungsurteil fast ausschliesslich durch die Beklagte betreut wird. 

Dem Kläger steht (abgesehen von zwei Wochen Ferien pro Jahr sowie dem Fei-

ertagsbesuchsrecht) lediglich an jedem dritten Wochenende sowie an zwei weite-

ren Tagen pro Monat mit möglicher Übernachtung ein Besuchsrecht zu (act. 3/1 

S. 3). Ein derart hauptbetreuender Elternteil erfüllt seine Unterhaltspflicht haupt-

sächlich in natura. Dies sowie das nach wie vor geltende Prinzip der Gleichwer-

tigkeit von Natural- und Geldunterhalt findet in den Ausführungen des Klägers 

keinerlei Widerhall. 

3.4. Zusammenfassend hat die Vorinstanz demnach zu Recht das Vorliegen  

eines Abänderungsgrunds infolge gesteigerten Einkommens der Beklagten ver-

neint. 

4. Selbst falls man entgegen dem unter E. 3. Dargelegten die Abänderbarkeit 

des Betreuungsunterhalts nicht den altrechtlich entwickelten und neurechtlich wei-

tergeltenden Regeln für die Abänderbarkeit des Kinderunterhalts als Barunterhalt 

unterstellen wollte, sondern analog die Regeln der Abänderbarkeit von nacheheli-

chem Unterhalt gemäss Art. 129 ZGB anwenden wollte, führte dies vorliegend zu 

keinem anderen Ergebnis: 

- 13 - 

 Gemäss Art. 129 Abs. 1 ZGB kann die Rente (des nachehelichen Unter-

halts) bei erheblichen und dauerhaften Veränderungen der Verhältnisse herabge-

setzt, aufgehoben oder für eine bestimmte Zeit eingestellt werden; eine Verbesse-

rung der Verhältnisse der berechtigten Person ist nur dann zu berücksichtigen, 

wenn im Scheidungsurteil eine den gebührenden Unterhalt deckende Rente fest-

gestellt werden konnte. Eine Verbesserung der Verhältnisse bei der berechtigten 

Person kann dabei insbesondere eintreten bei unerwarteter Aufnahme oder Aus-

weitung einer Erwerbstätigkeit. Zusätzliches Erwerbseinkommen bildet indes nur 

dann einen Abänderungsgrund, wenn es aus zumutbarer Erwerbstätigkeit 

stammt. Kein Grund für eine Abänderung können Einkünfte aus überobligatori-

scher Erwerbstätigkeit darstellen (FamKomm Scheidung-BÜCHLER/RAVEANE, 

4. Aufl. 2022, Art. 129 N 15), soll doch der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach 

einer Trennung resp. nach einer Elternzeit möglichst gefördert werden. 

 Die Parteien haben am 30. August 2017 eine Scheidungsvereinbarung ge-

schlossen, welche mit Urteil vom 20. September 2017 gerichtlich genehmigt wur-

de. Darin liess sich die Beklagte bis zum 10. Geburtstag der gemeinsamen Toch-

ter C._____ (Phase I) ein Erwerbseinkommen auf der Basis einer 40%-Stelle an-

rechnen, bis zum 16. Geburtstag der gemeinsamen Tochter (Phase II) wurde von 

einem 60%-Einkommen und nach dem 16. Geburtstag bis zum ordentlichen Ab-

schluss einer angemessenen Ausbildung der gemeinsamen Tochter von einer 

100%-Erwerbstätigkeit der Beklagten ausgegangen (Phase III; vgl. act. 3/1 Disp.-

Ziff. 5 und 9). Damals galt noch die sog. 10/16-Regel, nach welcher dem obhuts-

berechtigten Elternteil grundsätzlich ab dem 10. Geburtstag des jüngsten Kindes 

eine Erwerbstätigkeit von 50% und nach dessen 16. Geburtstag eine solche von 

100% zugemutet wurde. Das Bundesgericht ist mit Urteil vom 21. September 

2018 von der ehedem geltenden 10/16-Regel abgerückt und hat diese durch das 

sog. Schulstufenmodell ersetzt. Nach dem Schulstufenmodell gilt für den (haupt-) 

betreuenden Elternteil eine Erwerbstätigkeit grundsätzlich als zumutbar im Um-

fang von 50% ab der obligatorischen Schulpflicht des jüngsten Kindes, im Umfang 

von 80% ab dessen Übertritt in die Sekundarstufe I und von 100% ab dem vollen-

deten 16. Altersjahr (BGE 144 III 481 ff., E. 4.7.6.). Die bundesgerichtliche Recht-

sprechung hat damit nach dem vorliegenden Scheidungsurteil den grundsätzlich 

- 14 - 

zumutbaren Erwerb des betreuenden Elternteils – verkürzt auch als "obligatori-

sche Erwerbstätigkeit" bezeichnet – neu festgelegt. Änderungen der bundesge-

richtlichen Praxis bilden indes, ebenso wie Gesetzesänderungen (Letztere unter 

Vorbehalt anderslautender Übergangsbestimmungen), keinen Grund für eine Ab-

änderung eines Scheidungsurteils (BGer 5A_378/2021 vom 7. September 2022, 

E. 5 [zur mit BGE 147 III 265 ff. neu verbindlich erklärten zweistufig-konkreten Be-

rechnungsmethode]; OGer BE, ZK 2019 479 vom 27. Dezember 2019, E. III.3.3, 

FamKomm-BÜCHLER/RAVEANE, Art. 129 N 27 f. [je zum Schulstufenmodell]). Wird 

in einem Abänderungsverfahren geltend gemacht, der betreuende Elternteil erzie-

le unterdessen Mehreinkünfte, so folgt daraus, dass bei der Prüfung, ob der 

Mehrverdienst ein Abänderungsgrund darstelle, (ebenfalls) auf die altrechtlichen 

Grundsätze abzustellen ist, ansonsten die geänderte Rechtsprechung einen Ab-

änderungsgrund schaffen könnte. Wie gesehen können nur Einkünfte aus zumut-

barer Erwerbstätigkeit einen Abänderungsgrund bilden, nicht hingegen solche aus 

überobligatorischer Erwerbstätigkeit. Abzustellen ist damit diesbezüglich auf die 

altrechtliche Rechtsprechung (10/16-Regel). Liegt hingegen nach der anwendba-

ren altrechtlichen Rechtsprechung ein Abänderungsgrund vor, weil der betreuen-

de Elternteil (auch) altrechtlich Mehreinkünfte erzielt, die nicht überobligatorisch 

sind, so wäre dann bei der Anpassung an die veränderten Verhältnisse das zu-

mutbare Arbeitspensum ausgehend von der geänderten Rechtsprechung festzu-

legen. 

 Die Beklagte verpflichtete sich in der gerichtlich genehmigten Scheidungs-

konvention wie gesehen auf ein Arbeitspensum, welches bis zum 16. Geburtstag 

der gemeinsamen Tochter konstant über dem altrechtlich Gebotenen liegt, näm-

lich ein Pensum von 40% ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 10. Ge-

burtstag und von 60% ab dem 10. Geburtstag (und von 100% ab dem 16. Ge-

burtstag). Die unumstritten bereits bei Einreichung der Abänderungsklage erfolgte 

Erhöhung des Pensums der Beklagten von 40% auf 60% und der folglich geltend 

gemachte Mehrverdienst bildet demnach als Verdienst aus überobligatorischer 

Erwerbstätigkeit kein Grund für eine Abänderung. 

- 15 - 

5. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht von einer Abänderung des Kindesun-

terhalts abgesehen. Da dies selbst unter Zugrundelegung der vom Kläger errech-

neten Bedarfszahlen gelten würde, ist auf seine Rügen betreffend angeblich will-

kürlicher (Nicht-)Berücksichtigung einzelner Bedarfspositionen nicht einzugehen. 

Soweit der Kläger überdies als Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt, die Vor-

instanz sei auf verschiedene Vorbringen von ihm in ihrem Urteil nicht eingegan-

gen, so ist daran zu erinnern, dass die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör 

fliessende Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen, nicht ver-

langt, dass diese sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt; vielmehr genügt es, wenn 

der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGE 136 I 

184 ff., E. 2.2.1; BGE 134 I 83 ff., E. 4.1; BGE 133 III 439 ff., E. 3.3; je mit Hinwei-

sen). Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von 

denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt 

(BGE 141 III 28 ff., E. 3.2.4; BGE 139 V 496 ff., E. 5.1; BGE 138 I 232 ff., E. 5.1; 

je mit Hinweisen). Diesen Anforderungen vermag der angefochtene Entscheid zu 

genügen. 

6. Zusammenfassend ist die Berufung damit abzuweisen. 

IV.  

1. Der Kläger unterliegt vollumfänglich. Die Kosten des vorliegenden Verfah-

rens sind ihm damit grundsätzlich ausgangsgemäss aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 

ZPO). 

2. Der anwaltlich vertretene Kläger beantragt die unentgeltliche Rechtspflege 

inklusive unentgeltlicher Rechtsverbeiständung (act. 47 S. 3). 

2.1. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht 

über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos 

erscheint (Art. 117 lit. a und b ZPO). Als mittellos gilt, wer die erforderlichen Ge-

richts- und Parteikosten nur bezahlen kann, indem er die Mittel heranzieht, die er 

eigentlich zur Deckung seines Grundbedarfs braucht, wobei verlangt wird, dass 

- 16 - 

die gesuchstellende Person sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des 

Prozesses ausschöpft, so etwa Bargeld, die eigene Arbeitskraft oder einen Kredit, 

den sie aufgrund ihrer Vermögenslage erwarten darf (vgl. etwa BGer 4D_30/2009 

vom 1. Juli 2009, E. 5.1; BGE 128 I 225 ff., E. 2.5.1). Die Mittellosigkeit ist zu ver-

neinen, wenn der verbleibende Überschuss es ermöglicht, die Prozesskosten bei 

weniger aufwändigen Prozessen innert eines Jahres und in den anderen Fällen 

innert zwei Jahren zu tilgen (vgl. auch BGE 135 I 221 ff., E. 5.1). Es obliegt 

grundsätzlich der gesuchstellenden Partei, ihre Einkommens- und Vermögens-

verhältnisse umfassend darzustellen und soweit möglich auch zu belegen 

(Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Insofern wird die Untersuchungsmaxime durch die 

Mitwirkungspflicht der gesuchstellenden Partei beschränkt (vgl. BGE 125 IV 161 

ff., E. 4a; BGE 120 Ia 179 ff., E. 3.a). Abzustellen ist bei der Prüfung des Gesuchs 

grundsätzlich auf die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchstel-

lung (ZK ZPO-EMMEL, 3. Aufl. 2016, Art. 117 N 4 mit zahlreichen Hinweisen). Aus 

den eingereichten Belegen muss sich zumindest der aktuelle Grundbedarf erge-

ben.  

2.2. In der Begründung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege moniert 

der Kläger, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht mangels Bedürftigkeit die unent-

geltliche Rechtspflege verwehrt (act. 47 Rz 59-61). Der Kläger hat indes die ent-

sprechende Verfügung der Vorinstanz nicht angefochten, weshalb darauf nicht 

näher einzugehen ist. Ebenfalls nicht einzugehen ist auf sein Vorbringen, die Vor-

instanz habe der Gegenseite in Verletzung von Bundesrecht die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt, kann dies doch vom Kläger mangels Rechtsschutzinteres-

ses nicht angefochten werden (act. 47 Rz 62).  

 Zur Begründung seiner Mittellosigkeit macht der Kläger eine Zusammenstel-

lung seines Bedarfs (den er auf Fr. 4'220.– beziffert) und errechnet einen monatli-

chen Freibetrag von Fr. 115.–, indem er diesen Bedarf sowie die Unterhaltszah-

lungen von Fr. 2'365.– vom Einkommen in der Höhe von Fr. 6'700.– abzieht. Über 

Vermögen (einen Notgroschen übersteigend) verfüge er nicht (act. 47 Rz 63 f.). 

Als Beleg für seine Angaben verweist der Kläger auf die aktuellste Steuererklä-

- 17 - 

rung (von 2021), zwei Lohnabrechnungen, die Krankenkassenpolice 2023 sowie 

zwei Mietverträge. 

 Gemäss Steuererklärung 2021 (Wertschriftenverzeichnis) verfügte der Klä-

ger lediglich über ein Konto bei der UBS (IBAN CH1) mit einem Stand per 31. De-

zember 2021 von gut Fr. 8'000.– (act. 48/2). Aus den eingereichten Lohnabrech-

nungen von August und September 2022 geht indes hervor, dass ihm sein Lohn 

jeweils auf ein Konto bei der Zürcher Kantonalbank (IBAN CH2) einbezahlt wurde 

(act. 48/3). Über den Stand dieses Kontos macht der Kläger keinerlei Angaben, 

weder in der Steuererklärung (wo das Konto nicht aufgeführt ist) noch etwa mittels 

eines Kontoauszugs. Überdies ist als seine Adresse auf den Lohnabrechnungen 

"im D._____ …, E._____" aufgeführt, ebenso in der Steuererklärung 2021. Der 

Kläger macht denn auch in seiner Bedarfsrechnung zumindest implizit geltend in 

E._____ zu wohnen, indem er Mobilitätskosten in der Höhe von Fr. 600.–, ausge-

hend von E._____, geltend macht (act. 47 Rz 63). Offen bleibt, ob und wenn ja 

wieviel Miete er dort bezahlt, verweist er doch in den Beweisofferten zur Miete auf 

zwei Mietverträge von ihm und seiner Partnerin betreffend Mietobjekte in F._____ 

(act. 47 Rz 63 unter Verweis auf act. 3/4 f.), welche offensichtlich nicht mehr ak-

tuell sind.  

 Das Gesuch des Klägers ist damit nicht hinreichend belegt und lässt sich so 

nicht überprüfen, da der Kläger seine Vermögens- und Einkommensverhältnisse 

nicht umfassend darstellt und belegt. Einer anwaltlich vertretenen Partei oder ei-

ner solchen gegenüber, welche die Voraussetzungen aus früheren Verfahren 

kennt, muss bei einem unvollständigen oder unklaren Gesuch nicht nachgefragt 

werden (BGer 4A_622/2020 vom 5. Februar 2021, E. 2.4; bestätigt in BGer 

4A_257/2021 vom 6. September 2021, E. 2.1.), vielmehr kann das Gesuch dies-

falls wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO 

ohne Nachfrist abgewiesen werden. 

2.3. Das Gesuch ist daher abzuweisen. 

3. Die Höhe der vorinstanzlichen Entscheidgebühr ist nicht angefochten wor-

den. Die vorinstanzlichen Kosten wurden ausgangsgemäss zu Recht dem Kläger 

- 18 - 

auferlegt. Dasselbe gilt für die vorinstanzlich festgesetzte Parteientschädigung. 

Das vorinstanzliche Kostendispositiv ist damit zu bestätigen. 

4. Der massgebliche Streitwert für die Festsetzung der Entscheidgebühr des 

obergerichtlichen Verfahrens beträgt Fr. 139'600.– (act. 50 S. 18 E. 5.4.). Die 

Grundgebühr gemäss § 4 Abs. 1 GebV OG beträgt demnach gut Fr. 10'000.–. 

Diese ist gestützt auf § 4 Abs. 3 i.V.m. § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf 

Fr. 3'300.– zu reduzieren, da wiederkehrende Leistungen im Streit liegen.  

 Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen, dem Kläger nicht, weil er 

unterliegt, der Beklagten nicht, da ihr keine Aufwendungen entstanden sind, die 

zu entschädigen wären. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Klägers und Berufungsklägers um unentgeltliche Rechts-

pflege wird abgewiesen. 

2. Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Einzelgerichtes des Bezirks-

gerichtes Dielsdorf vom 24. Oktober 2022 wird vollumfänglich bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'300.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden dem Kläger 

und Berufungskläger auferlegt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter Beila-

ge eines Doppels von act. 47 samt Beilagen, sowie an das Bezirksgericht 

Dielsdorf, je gegen Empfangsschein 

- 19 - 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 139'600.–. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

MLaw S. Widmer 
 
 
 
versandt am: 

	Beschluss und Urteil vom 1. Februar 2023
	Rechtsbegehren: des Klägers (act. 14 S. 2):
	der Beklagten (act. 20 S. 2 f.):
	Urteil des Einzelgerichtes: (act. 50)
	1. Das Begehren des Klägers um Abänderung der Dispositiv Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 20. September 2017 wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'100.– festgesetzt.
	3. Die Kosten werden dem Kläger auferlegt.
	4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 7'200.– (inkl. 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	Berufungsanträge: (act. 47 S. 2 f.)
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Klägers und Berufungsklägers um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
	2. Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 24. Oktober 2022 wird vollumfänglich bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'300.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden dem Kläger und Berufungskläger auferlegt.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter Beilage eines Doppels von act. 47 samt Beilagen, sowie an das Bezirksgericht Dielsdorf, je gegen Empfangsschein
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...