# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71c1a107-bdba-52f9-a0fb-7960ebd783b0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-01
**Language:** de
**Title:** Geltend gemachte Beschwerden sind höchstens möglicherweise auf eine Lyme-Arthritis zurückzuführen und der Nachweis eines Zeckenstiches mit Infektion während der Versicherungsdeckung nicht erbracht (BGE 8C_253/2023)
**Docket/Reference:** UV.2022.00011
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2022.00011.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2022.00011
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiberin Wantz
Urteil
vom
1. Februar 2023
in Sach
en
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
MLaw
Y.___
, Kundenrechtsdienst Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 19
82
geborene
X.___
war
seit
dem
1.
Dezember 2015
bei der
Z.___
GmbH
als CEO
angestellt
und
dadurch
bei der
AXA
Versiche
rungen AG (nachfolgend: AXA)
obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert
. Mit Unfallmeldung vom 1
4.
Februar 2020
wurde der
AXA an
gezeigt
, dass beim Versicherten i
m Jahr
2019 eine
Infektion mit
Erreger der Borreliose
infolge eine
s
Zeckenbisses
unbekannten Datums
diagnostiziert w
orden sei
. Der letzte bekannte Zeckenbiss sei ca. im Jahr 2008/2009 erfolgt
(Urk.
8/A1
).
Die
Ärzte der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene
am Universitätsspital
A.___
diagnostizierten nach Zuweisung des Versicherten
durch die Hausarzt
praxis
am
1
2.
Juli 2019 einen
Verdacht auf ein Borreliose Stadium
ll
bei einer
Lyme
-Arthritis aktuell rechts (
Urk.
9/M1).
Am
2
0.
Mai 2020 gab
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für
Innere Medizin
,
Physikalische Medizin und Rehabilita
tion
,
eine versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung ab
(
Urk.
9/M10
).
Darauf
hin
verneinte die AXA
mit
Schreiben
vom 2
7.
Mai 2020
einen Anspruch de
s
Ver
sicherten auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung
unter Ver
zicht auf die Rückforderung bereits erbrachter Leistungen
(
Urk.
8/A9
).
Mit Schrei
ben vom
27. Mai 2021
(
Urk.
8/A20
)
ersuchte der
Versicherte
unter Beilage
des Berichts von
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Innere Medizin FMH,
vom
3.
Februar 2021
(
Urk.
9/M11)
um eine erneute Leistungsprüfung.
Nach erneuter versicherungsmedizinischer Vorlage
vom 4. Juni 2021 (
Urk.
9/M12) bestätigte die AXA m
it Verfügung vom 1
1.
Juni 2021 die Leistungs
ablehnung (
Urk.
8/A21). Dageg
en erhob der Versicherte am 14.
Juli 2021 Einsprache
(
Urk.
8/A24
)
. In der Fo
lge holte die AXA am 5.
November 2021 eine versicherung
s
medizinische Beurteilung des beratenden Neurologen ein (
Urk.
9/M1
3
). Mi
t
Einspracheent
scheid
vom
2.
Dezember
2021 wies die AXA die Einsprache vom 1
4.
Juli 2021
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
der Versicherte
am
1
8.
Januar 20
22
Beschwerde und beantragte, es sei unter Aufhebung des
Einspracheentscheids
die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten
,
die gesetzlichen Leistungen nach UVG bis zur Erreichung des medizi
nischen Endzustandes weiter auszurichten, eventualiter
sei
ein neutrales Akten
gutachten auf Kosten der Beschwerdegegnerin anzuordnen (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort
vom 2
1.
Februar 2022
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7),
was dem
Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 2
3.
Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 1
8.
April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.
3
Hinsichtlich der Folgen eines
grundsätzlich als Unfall im Rechtssinne aner
kannten
Zeckenstiches
(BGE 122 V 230)
ist nicht entscheidend, ob sich die versi
cherte Person an einen
solchen
erinnern kann. Massgebend ist, ob aufgrund der fachärztlichen Stellungnahmen darauf geschlossen werden kann, dass im Zeit
punkt der vorhandenen Versicherungsdeckung überwiegend wahrscheinlich von einem Zeckenstich auszugehen ist, der die Gesundheitsschädigung bewirkt hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_924/2011 vom
7.
März
2012 E. 3
).
D
er erfolgte Kontakt mit dem Borreliose-Erreger kann mit serologischen Unter
suchungen belegt werden; indessen genügen diese nicht für den Schluss auf eine daraus entstandene
Lyme
-Borreliose. Deren Diagnose - gleich welchen Stadiums - setzt ein entsprechendes klinisches Beschwerdebild und den Ausschluss von Differentialdiagnosen voraus
(Urteil des Bundesgerichts 8C_390/2022 vom
7.
September 2022 E. 3)
, wobei je nach Krankheitsstadium ein pathologischer laborchemischer Test die Wahrscheinlichkeit der Diagnose erhöhen kann. Ebenso hilfreich können bei rückblickender Einschätzung der Verlauf und die Ergebnisse einer Therapie sein. Weitere Indizien sind denkbar (Urteil
des Bundesgerichts
8C_695/2010 vom
9.
Juni 2011
, E. 5).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass aufgrund der vorliegenden Akten nicht bestritten werde, dass
der Beschwerde
führer zu
einem
früheren
Zeitpunkt
einen
Zeckenstich mit
Übertragung von Erregern der Borreliose
erlitten habe. Die
Borrelien
erreger
hätten
eindeutig
nachgewiesen
werden können.
Laut der Stellungnahme von
Dr.
B.___
weise die Serologie eindeutig auf einen f
r
üh
e
ren Kontakt als
2019
mit
Erregern der Borreliose
hin.
Dr.
B.___
habe dies
damit
begründet,
dass 2019 nur noch
IgG
-Antikörper nachweisbar
gewesen seien und
keine
IgM
-
A
ntikö
r
per, wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre, wenn sich der
Zeckenstich in den letzten Jahren ereignet
hätte. E
s handle sich
um einen
vor
be
stehenden
Befund im Sin
n
e einer
Seronarbe
, welch
e
auf
einen
Kontakt mit Erreger der Borreliose
vor langer
Zeit
zurückzuführen
sei
. Somit
spreche
eine
Übertragung der Erreger der Borreli
ose
eher für einen
Ze
c
k
e
n
s
t
i
ch, der
vom Beschwerdeführer
im
Jahr
200
8
/2009
bemerkt
worden
sei. Gegen einen unbemerkten Zeckenst
i
ch im Jahr 2018 spreche
einerseits
, dass damals
diesbezüglich
keine
entsprechenden
Befunde erhoben worden seien
,
und andererseits, dass anlässlich der
Konsultation
vom 3. August 2018
,
entgegen
der Ausführungen von
Dr. C.___
,
lediglich Knieschmerzen
doku
mentier
t
worden
seien.
Sowohl
eine Schwellung als auch ein
Erguss
seien explizit verneint worden
. S
omit habe
vorliegend der Beweis für das Vorliegen ei
nes Unfallereignisses gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
ab
Zeitpunkt
der UVG-Deckung
nicht
erbracht werden
können
.
Damit würde sich eine Prüfung des natürlichen Kausal
zusammenhangs erübrigen. Trotzd
em werde diesbezüglich auf die
Stellungnah
men von
Dr.
B.___
sowie
Dr.
D.___
, welche sich eingehend mit der Sach
lage auseinandergesetzt hätten,
verwiesen
. Darin
seien
die beratenden Ärzte zum Schluss
gekommen
, dass eine Borrelien-Gonarthritis möglich, aber nicht über
wiegend wahrscheinlich sei. Diese ausführlichen Stellungna
h
men
seien schlüssig, nachvollziehbar
begründet
und in sich widerspruchsfrei,
womit
sie als zuverlässig
betrachtet
werden könnten. Weitere Abklärungen
erübrig
t
en
sich
vorliegend
sowohl
aus diesem
Grund
als auch, weil eine
Leistungspflicht
nur schon daran scheitere, dass ein anspruchsbegr
ündendes Ereignis
i.S
.
v.
Art.
4 ATSG nicht
habe nachgewiesen
werden könne
n (
Urk.
2 S. 3 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
im Wesentlichen
auf den Stand
p
unkt, unbestritten sei, dass die
Lyme
-Borreliose auf einen unbemerkten Zecken
stich zurückzuführen sei. Der Unfallbegriff sei gemäss
Art.
4 ATSG demnach rechtsprechungsgemäss klar erfüllt.
Dass eine
Borrelienübertragung
am ehesten bei einem Zeckenstich im Jahr 2008/2009 stattgefunden habe, wovon die
Beschwerdegegnerin ausgehe, sei entweder unmöglich oder im besten Fall höchst unwahrscheinlich. Es gebe wissenschaftlich Evidenz dafür, dass Borrelien nach einer durchgemachten Infektion, die entweder durch Antibiotika-Behandlung oder von selbst
abgeheilt sei
, weiter im Kö
r
per bestehen könn
ten.
Jedoch spreche man hier von etwa nur 20
%
aller Infektionen (die auch später noch chronische Beschwerden
aufwiesen)
. Bereits direkt nach der Abheilung sei dies somit schon nicht ü
berwiegend
wahrscheinlich
gewesen
.
Nach
Jahren
oder
sogar
einem
Jahr
zehnt
sei dies
entsprechend
höchst
unwahrscheinlich
.
Die Beurteilungen der Ver
sicherungsmediziner seien widersprüchlich und es könne darauf nicht abgestellt werden. Vielmehr sei die Beurteilung von
Dr. C.___
(unter Berücksichtigung der aufgeführten Studien), wonach die Beschwerden auf einen unbemerkten Zecken
stich im Frühling 2018 zurückzuführen seien, zu folgen (
Urk.
1
S. 8
).
3.
3.1
Im Auszug
der Krankenges
ch
ichte (KG)
der
E.___
ist über die Konsul
tation vom
3.
August 2018 eingetragen
, dass der Beschwerdeführer über seit Monaten bestehende Schmerzen im linken Kniegelenk
geklagt habe
, die in der letzten Zeit schlimmer geworden seien
. Als Befund wurde
weder eine
Schwellung
noch ein
Erguss
erhoben
, bei intakter Beugung und Streckung und
hinkfreiem
Gang, sowie ein Druckschmerz
über dem Tuberositas
und medialen Kniegelenk-Innenspalt bei fehlendem Anhalt für Innen- oder Aussenrotationsschmerz;
röntgentechnisch
wurde
n
keine pathologischen Veränderungen
festgestellt
. Diagnos
tiziert wurden unklare Knieschmerzen links bei Senk- und Spreizfüssen beidseits, links mehr als rechts,
(
Urk.
9/M14).
3.2
Im
KG-Auszug vom 2
8.
Juni 2019 der
E.___
wurde berichtet, dass der Beschwe
rdeführer über seit sieben Tagen
bestehende Knieschmerzen und vor allem
über eine bestehende
Schwellung berichtet hab
e
. Dabei leide er unter keinen systemischen Symptomen, lokaler Rötung oder Fieber.
Der Beginn sei schleichend gewesen.
Er führe dies auf die körperliche Tätigkeit zurück.
Vor einem Jahr habe er an denselben Beschwerden auf der Gegenseite
(links, vgl. E. 3.1)
gelitten. Als Befund erhoben
wurde
:
«
rein
»
geschwollenes Knie, keine Infektionszeichen, Bewegung leicht eingeschränkt und schmerzhaft.
Die Beschwerden
wurde
n
am ehesten als eine überlastung
sbe
dingte
s
ynovial
e
S
chwel
l
ung
beurteilt
. Es wurde Blut zur Bor
re
lien-Serologie abgenommen
(
Urk.
9/M6)
.
Die am 2
8.
Juni 2019 erfolgte Blutanalyse ergab einen positiven Wert für
Borrelia
Immunoblot
IgG
(
Urk.
9/M3).
3.3
Im Bericht vom 1
2.
Juli 2019 nannten die Ärzte der Klinik für Infektionskrank
heiten und Spitalhygiene
am
A.___
den Verdacht auf eine Borreliose Stadium
ll
bei
Lyme
-Arthritis bilateral (aktuell rechts).
Gemäss
Laborer
g
eb
nisse
beim
Hausarzt
sei
ein
l
eicht erhöht
es CRP bei
25 mg/l
(Entzündungszeichen)
auffallend
. Die
Lyme
-
Borreliose
IgG
-AK
seien
positiv
gewesen und es sei
seit dem
5.
Juli 2019
Doxycyclin
verschrieben
worden.
Bei der beschriebenen Kniesymptomatik und positiven
Borrelienserologie
liege möglicherweise eine
Lyme
-Arthritis vor.
Es
werde daher die bereits etablierte antibiotische Therapie mit Doxycyclin über ins
gesamt 30 Tage fortgeführt.
Eine Neuroborreliose sei klinisch höchst unwahr
scheinlich bei intakter Sensomotorik und Kognition. Im Rahmen der ersten Verlaufskontrolle nach Abschluss der Therapie sei der Beschwerdeführer beschwerdefrei ohne weitere Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen im Bereich de
r Knie gewesen. Laboranalytisch
zeigten sich keine Auffälligkeiten bei normalisiertem CRP (
Urk.
9/M1).
3.
4
Dr.
med.
F.___
, Facharzt Neurologie, hielt
im Bericht vom
9.
Oktober 20
19
die Diagnosen
einer
regredie
n
te
n
Müdigkeit mit Gedächtnisschwierigkeiten bei unklarer Zuordnung sowie de
s
Verdacht
s
auf
Lyme
-Arthriti
s
bilateral mit
Doxycyclin
Behandlung 2019 fest. Sensible
Defizite
stünden derzeit nicht im
Vor
dergrund
. Eine Affektion des peripheren Nervensystems könne derzeit nicht
gefunden
werden. Wie üblich könne neurografisch
aber
eine Small
-
Fiber
-
Neuropathie
nicht ausgeschlossen werden. I
mmerhin bestünden
dahingehend
keine
eindeutigen
Symptome,
sodass
sich
eine
H
a
u
tbiopsie
nicht aufdränge. Auch eine weiter
e
A
bkläru
n
g
bezüglich Ne
u
roborreliose sei in dieser
Situation
nicht indiziert, auch eine Neuro
borreliose wäre
mit de
r
durchgeführten
Therapie in aller Regel abge
deckt
. Hinweise auf eine
chronische
Neuroborreliose
mit zentraler Affektion
bestünden
derzeit keine
(
Urk.
9/M9).
3.
5
Dr. C.___
erhob im Bericht vom 1
8.
März 2020 die Diagnosen einer
Lyme
-Borreli
ose Stadium
ll
mit Gonarthritis links
sowie
chronischer
Müdigkeit
und Konzent
rationsstörungen unklarer
G
enese.
Anamnestisch bestünden schon seit zirka 2006 Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. 2008 sei ein Zeckenstich bemerkt worden, ohne
eruierb
ares
Erythema migrans. Zirka 20
14 seien passagere Schmer
zen am linken Kniegelenk, wahrscheinlich traumatisch bedingt, aufgetreten.
Seit Sommer 2018 bestünden am linken Kniegelenk wiederholt schmerzhafte Schwel
lungen, bei deren Abklärung sich eine pathologische
Borrelienserologie
ergeben habe.
In der Beurteilung führte
Dr. C.___
aus, bei dem damals 36-jährigen Patienten bestehe ein Status nach bemerktem Zeckenstich vor Jahren.
Die Abklärung im
A.___
habe den Verdacht auf eine
Lyme
-Borreliose ergeben. Es sei
eine 4-wö
chige
Therapie
mit
Doxycyclin
2 x 100 mg während 30 Tagen
durchgeführt wor
den, worauf die Kniebeschwerden gebessert hätten und bis heute nicht wieder auf
ge
treten seien. Bei der damaligen Untersuchung habe physikalisch kein wesentlich pathologischer Befund erhoben werden können. Die speziellen Unter
suchungen bezüglich
Borrelia
burgdorferi
hätten
bei
erhöhtem
IgG
-
A
ntikörperti
ter im Western Blot ein Resultat,
das
mit einem
lang anhaltenden
Immun
kontakt
vereinbar
sei
, ergeben
. In der Kontrolluntersuchung nach drei Monaten habe sich bei noch intermittierend auftretenden
Schmerzen
im linken Kniegelenk eine stabile Serologie ergeben. Aufgrund der vorliegenden klinischen un
d
serologi
schen
Resultate
bestehe mit
Eindeutigkeit
ein
Status
nach durchgemachter
Lyme
-Gonarthritis links, die nach der Antibiose bis auf intermittierende Restbeschwer
den ab
ge
heilt
sei
.
Eine
weitere
antibiotische Therapie
sei
bei
stabiler
Serologie
zurzeit
nicht
notwendig
. Der
weitere
Verlauf
sei
abzuwarten
.
Die
Genese
der
Müdigkeit und K
onzentrationsstörung bleibe unklar (
Urk.
9/M7).
3.
6
In der
versicherung
s
medizinischen
Beurteilung
vom 2
0.
Mai 2020
erklärte
Dr.
B.___
im Wesentlichen, dass
die fehlende Beschreibung eines Gel
e
nker
gusses durch den Hausarzt sowie die Ä
rzte des
A.___
gegen das Vorliegen einer
Borrelien
arthritis
sprächen
, da
bei
diesem
Krankheitsbild
typischerweise
jeweils grössere Gelenkergüsse bestünden. Auch wäre das Verschwinden des Gelenker
gusses innerhalb nur einer Woche (Beginn der
Doxycyclin
-Therapie beim Haus
arzt am
5.
Juli 2019 und Erstuntersuchung am
A.___
am 1
2.
Juli 2019) ausserge
wöhnlich, da sich in der Regel bei
Borrelienarthritis
eine nur langsame Rückbildung zeige. Es sei deshalb
folgerichtig
, dass die Ärzte des
A.___
in der Schuss
diag
n
ose nur
von
einem Verdacht auf eine
Lyme
-Arthritis (Verdacht auf Borreli
ose) spräche
n
.
Die Serologie spreche
eindeutig
für einen früheren
Kontakt
mit Borrelien. Bei bekannten Zeckens
t
ichen in den
Jahren
2006-2009
könnten
die
IgG
-Antiköper auf diese
früheren Zeckenstiche
zurückgeführt werden –
bei
einem
Zeckenstichereignis
in den letzten
Jahren
wären nämlich überwiegend
wahr
scheinlich auch noch
I
gM
-
A
ntiköper zu
erwarten
. Bezüglich der
Serologie
sei
zudem
noch
kritisch
hinzuzufügen
, dass
die
Bestimmung
im
Rahmen
der haus
ärztlichen Erstkonsulta
t
i
on am 2
8.
Juni 2019
ungenügend
begründet
worden
sei. Aus den Akten sei nämlich nicht
nachvollziehbar
, warum dieser Test überhaupt
durchgeführt worden sei
. Aus der
festgehaltenen
Dokumentation
gehe
keine Zeckenexposition
hervor
.
Ohne
passend
e
Anamnese
sinke
die Beweiskraft des Test
s
für
das
tatsä
c
h
liche Vorliegen einer Diagnose
. D
e
r
Befund
einer
Arthritis
zum Zeitpunkt der Kniebeschwerden sei
im Juni
2019 nicht dokumentiert
worden
(
Urk.
9/M10)
.
3.
7
Dr. C.___
führte in seiner Stellungnahme vom
3.
Februar 2021
insbesondere
aus,
zeitlich habe die eigentliche Gonarthritis wahrscheinlich im Sommer 2018 mit schmerzhafter Knieschwellung links begonnen. Die Beschwerden
seien
nach drei Monaten spontan ab
geheilt
. 2019 sei die Symptomatik mit der teigigen Knie
schwellung rechts
aufgetreten
(Abklärung
A.___
). Der entscheidende,
borrelien
übertragende
unbemerkte Zeckenstich müsse im Frühling 2018 stattgefunden haben. Die schon früher, auch 2014
,
erlebten Kniebeschwerden seien nicht gravierend
gewesen
und müssten nach seiner Einschätzung eine and
e
re Ursache haben (z.B. Überlastung). Alle anderen Beschwerden des Beschwerdeführers könnten mit einer
Lyme
-Borreliose nicht erklärt werden. D
ie
Lyme
-Gonarthriti
den seien eindeutig, sicher
überwiegend
wahrscheinlich.
Sie
seien
auf
einen unbemerkten Zeckenstich zurückzuführen. Dazu passten die Beschwerden, der klinische Befund mit der
teigigen
Schwellung, die Serologie und das problemlose
Abheilen
nach d
e
r
Antibiotikatherapie
. D
er
unbekannte Gutachte
r (gemeint wohl
Dr.
B.___
; vgl. E. 3.6)
neige dazu, die einzelnen Befunde zu verzetteln und
verliere
dabei
die Gesamtschau. Teigige Knieschwellungen seien
bei
einer
Lyme
-Borreliose bestens bekannt. Auch bildeten zahlreiche
L
yme
-Gonarthritiden keine Ergüsse. Eine
teigige
Schwellung oder
überhaupt
kein
e
Schwellung oder das
Fehlen
eines Ergusses
sprächen
keineswegs
gegen eine
Lyme
-Borreliose. Die meisten
Lyme
-Gonarthritiden gingen ohne allgemeine Entzündungszeichen wie Rötung, Überwärmung etc
.
einher und labormässig fänden sich in der Regel
keine
E
ntzündu
n
g
szeichen (BSR, CRP, Leukozy
ten etc.). Das Fehlen dieser Zei
chen sprä
che nicht gegen eine
Lyme
-Arthritis.
Mehrheitlich fänden sich, vor allem auch bei
Lyme
-Arthritiden im frischen akuten Stadium
,
keine
IgM
-Antikörper. Bedenke man, dass bis
es
zur
Lyme
-Arthritis komme, die Infektion im Körper schon während drei bis sechs Monaten im Gange sei, so k
ö
nn
e
man sich vorstel
len, dass die
IgM
-Antiköper nicht mehr vorhanden respektive wie beim Beschwer
deführer nur
n
och in Form von schwachen Spuren im Western Blot zu ahnen
seien
. Das
Fehlen
von
IgM
-Antikö
r
pern
bei
einer
L
yme
-Arthritis als G
egenargu
ment zu verwenden, sei
fachlich falsch.
Für
die
Diagnose
einer
L
y
m
e
-Arthritis zwingend
gefordert
seien ein erhöhter
IgG
-Antikö
r
pertite
r
und im
W
e
stern
Blot ein breites Antikö
rperspekt
r
u
m mit dem
Nachweis
von Langzei
t
antikö
r
pern. Eine solche Serologie könne
zwar
auch
bei
einem gesunden Menschen vorliegen und
beweise
noch keine
Lyme
-Borreliose. Die Gesamtschau, die der
Gutachter
vernachlässige, mache die
Diagnose
der
Lyme
-Arthritis aus, die hier
eindeutig
sei, und nicht nur überwiegend
wahrscheinlich
. Die
Lyme
-
Gonarthritis
sei geheilt und mache keine Beschwerden mehr. Die vorher
aufgetretenen
und bis heute beste
henden Beschwerden könnten mit einer
Lyme
-Borreliose nicht erklärt werden (
Urk.
9/M11).
3.
8
Dr.
B.___
ergänzte in seiner
ver
s
i
cherungsmedizinischen
Beurteilung
vom
4.
Juni 2021 im Wesentlichen
, insgesamt
könnten
die von
Dr. C.___
aufgezählten Punkte
(Beschwerden, Befunde, Serologie, Therapieansprechen) unterschiedlich gewertet werden
,
jedenfalls entfalle das Argument der erfolgreichen antibioti
schen Behandlung, weil dies
die Beschwerden doch nicht zum Verschwinden gebracht
habe
. Die Kniebeschwerden sein weiterhin nur möglicherweise auf
eine Borreliose zurückz
uführen. Das gleiche gelte auch für die vielfältigen
sonstigen
Probleme
. Auch wenn nun ein Zeckenstich im Frühjahr 2018 mit einer erstmali
gen Episode von Kniebeschwerden im Sommer 2018 und einer zweiten Episode 2019
angenommen würde, bestehe weder
eine Dokumentation über diese erste Episode 2018,
noch
sei
im Jahr 2019
eine eindeutige
Arthritis dokumentiert
worden (
Urk.
9/M12).
3.
9
In der erneuten versicherungsmedizinischen Stellungnahme
vom
5.
November 2021
führte
diesmal
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Neurologie,
zusam
menfassend aus,
die Einschätzung von
Dr. C.___
, dass der Beschwerdeführer seit 2018 an einer bilateralen Borrelien-Gonarthritis leide bzw. gelitten habe, sei auf
grund der ihm unvollständig vorgelegenen Datengrundlage zwar nachvollziehbar aber falsch. Aufgrund der Aktenlage habe
überwiegend
wahrscheinlich
2018 keine
Lyme
-Arthritis
bestanden
. Die
Beurteilung
der
Episode
2019
sei,
sowie
ihr Ablauf im
Nachhinein
beschrieben werde, prinzipiell
vereinbar
mit eine
r
Borre
lien-
Arthritis
. Dies sei jedoch eine
seltene
Ursache
von Kniebesch
w
er
d
en. Zur Diagnosesicherung
sei
eine genaue Erfassung
de
s
klinischen
Befundes
und
eines
Verlaufs erforderlich. Dies fehle aber und könne auch nicht mehr
nachgeholt
werden. Der einzige Arzt, der das
symptomatische
Knie
untersucht
habe,
sei
kli
nisch
nicht zur D
iagnose eines Verdachts
auf
eine
Lyme
-Arthritis
gekommen
.
Die
Ärzte
der
In
f
ekt
i
ologie des
A.___
hätten
den Beschwerdeführer zu einem
Zeitpunkt
gesehen,
als mutmasslich
noch
eine Schwellung
bestanden
habe. Sie wären auch
qualifiziert
gewesen, den
klinischen
Befund
genau
zu
erheben
. Aus nicht nach
vollziehbaren
Gründen
hätten
sie dies aber
unterlassen
oder
zumindest nicht
dokumentier
t
.
Dr. C.___
sei natürlich sehr erfahren i
n der Beurteilung von Borre
liosen-Symptomen
. Es sei prinzipiell denkbar, dass
Dr. C.___
aufgrund seiner Erfahrung die klinische Manifestation rein basierend auf der Anamnese besser einschätzen könne als der behandelnde Arzt aufgrund seiner klinischen Untersu
chung
, a
ber prinzipiell denkbar
,
bedeute eben nicht überwiegend wahrscheinlich. Das unbefriedigende am Ergebnis sei somit, dass die Episode 2019 durch eine Borreliose bedingt gewesen sein könnte. Es fehle aber an den zeitnahen erhobe
nen Grundlagen der Diagnose.
Die Diagnose sei somit
nicht so sicher, dass andere Erklärungen vernünftigerweise nicht in Betracht kämen. Eine
Borrelien-Gonarth
ritis sei deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich (
Urk.
9/M13).
4.
4.1
Aufgrund der serologischen Untersuchungsergebnisse (vgl.
Urk.
9/M3 und
Urk.
9/M5
) steht fest, dass der Beschwerdeführer Kontakt mit dem Borreliose-Erreger gehabt haben muss
.
Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer erst seit
Dezember
2015 versichert ist, führte eine mögliche Ansteckung in den Jahren 2008/09 (vgl.
Urk.
8/A1) zum Vornherein zu keiner Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers ist jedoch nicht unstrittig, dass die
Lyme
-Borreliose auf einen unbemerkten Zeckenstich zurückzuführen ist (
Urk.
1 S. 10).
Vorliegend ist deshalb zu prüfen, ob aus einem unbemerkten Zeckenstich
in den Jahren 2018
oder
2019 eine
Lyme
-
Arthritis
ent
standen ist, die
zu den
ab 2018
behandelten
Beschwerden
des Beschwerdeführers
am
linken und später
rechten Knie
geführt hat.
Unbestritten und aus den Akten ergibt sich, dass die übrigen Beschwerden
(chronische Müdigkeit und Konzentra
tionsstörungen)
des Beschwerdeführers nicht auf eine Borreliose zurückzuführen sind.
4.2
D
ie
Beurteilungen
von Dr.
B.___
vom
2
0.
Mai
2020
und
4.
Juni 2021 (E. 3.
6
und E. 3.
8
) sowie die Beurteilung von
Dr.
D.___
vom
5.
November 2021
(E.
3.
9
)
erweisen
sich als umfassend. So setzte
n
sie
sich eingehend mit den
zur Ver
fügung gestellten
Vorakten
, den
erhobenen Befunden, dem Verlauf sowie den vorliegenden Laborwerten auseinander.
Dr.
B.___
legte in seinen Beurtei
lungen insbesond
e
re ausführlich und überzeugend dar,
dass
weder
i
m Jahr 2018 bezüglich de
s
linken Knie
s
, noch
i
m
Jahr 2019 bezüglich de
s
rechten Knie
s
klinische
Untersuchungsbefunde
dokumentiert
sind
, die eine
Lyme
-Arthritis in Betracht
ziehen
bzw. als überwiegend wahrscheinlich darlegen
würden
(
Urk.
9/M10 S. 1-2
und
Urk.
9/M12 S. 4-5
)
. Demnach
kam er zum überzeugenden Schluss
, dass die Kniebeschwerden
nur möglicherweise auf eine
Borreliose
bzw. auf einen Zeckenstich zurückzuführen seien
(E. 3.6
und E. 3.
8
)
. Dem konnte sich
Dr.
D.___
in seiner Beurteilung vom
5.
November 2021
an
s
chliessen
.
Er
ergänzte unwidersprochen und
schlüssig
,
dass
eine Borrelien-Arthritis eine
sel
tene
Ursache für K
niebeschwerden sei.
Zur Diagnosesicherung sei
daher
eine genaue Erfassun
g
d
es
klinischen
Befundes
und
des
Verlaufes erforderlich. Diese fehl
t
e
n
abe
r
vorliegend
und könn
t
e
n
nicht mehr nachgeholt werden
. Somit schloss er ebenfalls, dass die Diagnose nicht so sicher sei, dass andere Erklärun
gen vernünftigerweise nicht in Betracht kommen könnten, weshalb eine Borre
lien-
Gonarthrit
i
s nicht überwiegend wahrscheinlich sei (E. 3.
9
).
Die Argumenta
tion von
Dr.
B.___
und
Dr.
D.___
v
ermögen
in jeder Hinsicht zu über
zeugen, da sie plausibel
sind
und sich daraus keine Widersprüche
, insbesondere mit echtzeitlichen medizinischen Akten
ergeben.
Damit erfüllen
die
Beurteilun
gen der Versicherungsmediziner
die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
(E. 1.
5
).
4.3
Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der versicherungsmedizinischen Beurteilung sprechen, sind nicht ersichtlich.
Soweit
Dr. C.___
im Bericht vom
3.
Februar
202
1
aufgrund der Beschwerden, des
(
vermeintlich
)
klinische
n
Befun
d
es
mit der teigigen Schwel
l
ung
, der
Serologie und
des problemlosen Abheilens
nach der Antibiotikatherapie
überwiegend wahrscheinlich auf eine
Lyme
-Arthri
tis
schliessen
lassen will,
kann ihm nicht gefolgt werden
; einerseits ist im August 2018 keine Schwellung
oder Funktionseinschränkung am linken Knie
dokumen
tiert (E. 3.1)
,
andererseits klagt
der Beschwerdeführer nach der durchgeführten Antibiotikatherapie weiterhin über persistierende Schmerzen (
E. 3.7
).
Weshalb
Dr. C.___
die ihm
geschilderten Kniebeschwerd
en 2014 demgegenüber einer Über
lastung zuschreibt (der Beschwerdeführer gab als Sport Klettern an, vgl.
Urk.
9/M14), lässt er gänzlich unbegründet.
Im KG-Eintrag vom 2
8.
Juni 2019
wurde
über
eine reine Schwellung
ohne Erguss
am (rechten) Kniegelenk
berichtet
, welche
vom untersuchenden Arzt
auf eine
überlastungsbedingte
sinoviale
Schwellung zurückgeführt wurde (
E. 3.2
)
.
Von den Ärzten der Infektiologie des
A.___
, welche
der
Beschw
erdeführ
er
vor dem Hintergrund des
erhöhten
IgG
-Anti
körpertiter
s
im Western Blot
und mit der Überzeugung, an allen Symptomen einer Neuroborreliose zu leiden (vgl.
Urk.
9/M1),
konsultiert
e
, wurde
jedoch
kein klini
scher Befund am Kniegelenk erhoben
und eine stattgehabte
Lyme
-Arthritis als lediglich möglich erachtet
(
Urk.
9/M1 S. 3
).
F
ür eine
Borreliose-Diagnose
wird
rechtsprechungsgemäss
ein Ausschluss von Differenzialdiagnosen vorausgesetzt (E. 1.
3
)
, welcher nicht vorliegt
.
Demzufolge bestehen
keine Zweifel an den Beurteilungen
der Vertrauensärzte
und
es ist
davon auszugehen
,
dass eine
Lyme
-Arth
ritis nur eine mögliche Ursache für die Kniebeschwerden war
, was für eine Leis
tungspflicht nicht ausreicht (E. 1.2)
4.
4
Nach dem Gesagten ist das Vorliegen
einer
Lyme
-
Ar
thritis
höchstens möglich
und
der natürliche kausale Zusammenhang zu eine
m Zeckenstich
mit
Übertra
gung des
Borreliose-Erreger
s
nach dem
1. Dezember
2015
als
nicht
überwiegend wahrscheinlich zu beurteilen.
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind im Übrigen keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
AXA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstWantz