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**Case Identifier:** ce98bef9-8d2a-5907-9fd2-32c5d54d342e
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-28
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 28.12.2021 26462
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_26462_2021-12-28.pdf

## Full Text

GERICHTE     OBERGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

ZA 21 29 

Entscheid vom 24. März 2022 

Zivilabteilung 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

Oberrichterin Franziska Ledergerber Kilchmann, 

Oberrichter Franz Odermatt, 

Gerichtsschreiberin Helene Reichmuth. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__, 

vertreten durch lic. iur. HSG Patrick Iten, Rechtsanwalt, 
Blöchlinger Iten Rechtsanwälte & Notare,  

Alter Postplatz 2 / City, Postfach, 6371 Stans, 

Berufungskläger, 

gegen 

B.__, 

 

vertreten durch Marie-Anne Dähler, Rechtsanwältin, 

Zwicky & Partner, Gartenstrasse 4, Postfach, 6302 Zug, 

Berufungsbeklagter. 

 

 

 

 

 

Gegenstand Anordnung vorsorglicher Massnahmen (Kontakt- und  

Rayonverbot nach Art. 28a und Art. 28b ZGB sowie Eigen-

tums- und Besitzesschutz nach Art. 641 Abs. 2 ZGB und 

Art. 928 ZGB) 

 Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden, 

Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 9. November 2021  

(ZE 21 220). 

2│19 

Sachverhalt: 

A.  

Zwischen dem Berufungskläger und dem Berufungsbeklagten bestehen schon seit mehreren 

Jahren familiäre und nachbarschaftliche Spannungen bzw. Konflikte.  

Der Berufungsbeklagte hat Wohnsitz in X.__ an der F.strasse z (GB-Nrn. aa und bb) und ist 

Mitinhaber des Familienunternehmens C.__AGAG, welches seinen Sitz und seine Räumlich-

keiten an der G.strasse y und x in Y.__ hat. Der Berufungsbeklagte ist Präsident des Verwal-

tungsrates und Vorsitzender der Geschäftsleitung (vgl. HR-Auszug, abrufbar unter 

www.zefix.ch). Die C.__AG ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. cc (G.strasse y). 

Der Berufungskläger ist Eigentümer des Grundstücks Nr. dd (G.strasse w), welches hinter dem 

Gewerbebetrieb der C.__AG liegt. Die Zufahrt zu seinem Grundstück führt entlang der südli-

chen Grenze des Grundstücks Nr. cc (vi-GS 5). Der Berufungskläger ist mit den Eigentümern 

der C.__AG wie auch mit dem Berufungsbeklagten verwandt, war jedoch am Betrieb nie be-

teiligt.  

Zwischen den Parteien kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen wegen der Immissionen 

der C.__AG und wegen des vom Berufungskläger am 2. November 2017 präsentierten Bau-

projekts für den Abbruch und Neubau eines Mehrfamilienhauses auf der Parzelle Nr. dd, GB 

Y.__. Diese Streitsache ist derzeit beim Bundesgericht rechtshängig. 

 

B. 

Mit Gesuch vom 3. September 2021 beantragte der Berufungsbeklagte als damaliger Gesuch-

steller beim Kantonsgericht Nidwalden den Erlass vorsorglicher Schutzmassnahmen. Mit su-

perprovisorischer Verfügung vom 8. September 2021 ordnete das Kantonsgericht Nidwalden, 

Zivilabteilung/Einzelgericht, u.a. ein definiertes Kontakt- und Rayonverbot an.  

 

C. 

Mit Urteil ZE 21 220 vom 9. November 2021 wurde die superprovisorische Verfügung vom 

8. September 2021 vom Kantonsgericht Nidwalden wie folgt bestätigt: 

3│19 

«1. Mit dieser Verfügung fällt die superprovisorische Verfügung vom 8. September 2021 dahin. 

  2.  Dem Gesuchsgegner wird verboten:_ 

  2.1 die Parzellen Nr. aa und bb (F.strasse z), Grundbuch X.__, zu betreten und um diese herumzulaufen;  

  2.2 sich auf der F.strasse inkl. Trottoir in X.__ im Perimeter zwischen den Parzellen Nrn. aa und bb und 
zwar von der westlichen Parzellengrenze Nr. ee bis zur östlichen Parzellengrenze Nr. bb aufzuhalten 
(gemäss Plan [gs. Bel. 5 S. 3]); 

  2.3 den Gesuchsteller sowie seine Familie, seine Besucher und Besucherinnen vor dem Haus resp. um 
das Haus an der F.strasse z sowie im Perimeter gemäss Dispositiv-Ziff. 1.2 anzusprechen, sie in ein 
Gespräch zu verwickeln, ihn oder die Familie E.__ zu beschimpfen oder zu bedrohen, sie bei der Zu- 
oder Wegfahrt vom Grundstück Nr. aa und bb, Grundbuch X.__, zu behindern, und überhaupt in ir-
gendeiner Weise in Kontakt mit dem Gesuchsteller, seiner Familie sowie seinen Besucherinnen und 
Besuchern zu treten, sei dies verbal oder non-verbal;  

unter Androhung von Bestrafung mit Busse bis Fr. 10'000.00 wegen Ungehorsams gegen eine amtli-
che Verfügung gemäss Art. 292 StGB im Widerhandlungsfalle. 

  2.4 Art. 292 StGB (Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen) lautet wie folgt: "Wer der von einer zustän-
digen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels 
an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft." 

  3. Dem Gesuchsteller wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
angesetzt, um den ordentlichen Zivilprozess beim zuständigen Gericht anzuheben. 

 Bei ungenutztem Ablauf der Frist fällt die angeordnete Massnahme ohne Weiteres dahin. 

  4 Die Gerichtskosten betragen Fr. 1'000.00 (inkl. Auslagen) und werden dem Gesuchsgegner auferlegt. 
Sie werden dem vom Gesuchsteller geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen und 
sind somit bezahlt. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, dem Gesuchsteller intern und direkt 
Fr. 1'000.00 zu bezahlen.  

  5. Der Gesuchsgegner hat dem Gesuchsteller eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'920.00 zu 
bezahlen.  

  6. [Zustellung].» 

 

D. 

Dagegen erhob der betroffene Berufungskläger mit Eingabe vom 22. November 2021 Beru-

fung mit den Anträgen: 

«1. Das Urteil der Vorinstanz vom 09.11.2021 sei aufzuheben und das Gesuch des Berufungsbeklagten vom 

03.09.2021 um Anordnung vorsorglicher Massnamen sei kostenpflichtig abzuweisen. 

  2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des Berufungsbeklagten.» 

 

4│19 

E.  

Mit Berufungsantwort vom 13. Dezember 2021 beantragte der Berufungsbeklagte: 

«1. Die Berufung des Berufungsklägers vom 22. November 2021 gegen das Urteil des Kantonsgerichts 

Nidwalden vom 9. November 2021 sei vollumfänglich abzuweisen.  

  2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Auslagen und MWST zu Lasten des Berufungs-

klägers.» 

 

F. 

Mit Schreiben vom 14. Dezember 2021 stellte die Verfahrensleitung dem Berufungskläger die 

Berufungsantwort zur Kenntnisnahme zu und orientierte die Parteien gleichzeitig darüber, 

dass kein zweiter Rechtsschriftenwechsel angeordnet wird. Praxisgemäss wurden die vo-

rinstanzlichen Akten beigezogen. 

 

G. 

Die Zivilabteilung des Obergerichts Nidwalden beurteilte die Sache an seiner Sitzung vom 

24. März 2022. Auf die Parteivorbringen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Er-

wägungen eingegangen. 

 

 

Erwägungen: 

1. 

1.1 

Angefochten ist das Urteil ZE 21 220 des Kantongerichts Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelge-

richt, vom 9. November 2021 betreffend Anordnung vorsorglicher Massnahmen (Kontakt- und 

Rayonverbot nach Art. 28a und Art. 28b ZGB [SR 210] sowie Eigentums- und Besitzesschutz 

nach Art. 641 Abs. 2 und Art. 928 ZGB). Gegen erstinstanzliche Endentscheide in nicht ver-

mögensrechtlichen Angelegenheiten ist das Rechtsmittel der Berufung zulässig (Art. 308 

Abs. 1 lit. b ZPO [SR 272]; Art. 309 und 319 ZPO e contrario). Die Zuständigkeit des Oberge-

richts Nidwalden als Berufungsinstanz ergibt sich aus Art. 27 GerG (NG 261.1). Diese ent-

scheidet in Dreierbesetzung (Art. 22 Ziff. 2 GerG). Zur Berufung ist berechtigt, wer als Haupt- 

oder Nebenpartei am Verfahren beteiligt war, das zum angefochtenen Entscheid geführt hat 

(formelle Beschwer), und überdies durch den angefochtenen Entscheid unmittelbar betroffen 

5│19 

ist und ein Rechtsschutzinteresse an dessen Aufhebung oder Abänderung hat (materielle Be-

schwer; vgl. PETER REETZ, in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 30 ff. zu den Vorbem. zu Art. 308–318 ZPO). Der 

Berufungskläger nahm am vorinstanzlichen Verfahren teil und ist durch das angefochtene Ur-

teil berührt. Er ist somit zur Berufung berechtigt. Auf die im Übrigen form- und fristgerechte 

Berufung vom 22. November 2021 ist demnach einzutreten. 

 

1.2 

Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Der Begriff der Rechtsanwendung 

(lit. a) ist aufgrund der freien und nicht an eine Rügepflicht des Berufungsklägers anknüpfen-

den Kognition der Rechtsmittelinstanz als umfassend zu verstehen und beinhaltet sämtliche 

generell-abstrakten, staatlichen Normen. Die Ermessenskontrolle bezieht sich auf die Frage 

nach der korrekten Handhabung von Art. 4 ZGB und wird gelegentlich auch als Rechtsfolge-

ermessen bezeichnet (im Unterschied zum Tatbestandsermessen, das zur Feststellung des 

Sachverhalts gehört). Diese Überprüfung erfolgt zwar grundsätzlich frei. Indes bedeutet die 

Einschränkung der Kognition auf unrichtige Rechtsanwendung, dass die Rechtsmittelinstanz 

nicht einfach ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzen kann. Eine 

Berufung ist nicht die Fortsetzung des Sachprozesses in einer anderen Instanz (ausführlich 

MARTIN H. STERCHI, in: Berner Kommentar zur Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, 

N. 6 und 8 f. zu Art. 310 ZPO; KURT BLICKENSTORFER, in: Brunner/Gasser/Schwander, Schwei-

zerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, 2. Aufl. 2016, N. 4 ff. zu Art. 310 ZPO). 

 

2. 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Anordnung von vorsorglichen Massnah-

men vor Rechtshängigkeit des Hauptverfahrens im Sinne von Art. 261 ff. ZPO. Gemäss 

Art. 261 Abs. 1 lit. a und b ZPO setzt der Erlass einer vorsorglichen Massnahme voraus, dass 

(1) dem Gesuchsteller gegenüber dem Gesuchsgegner ein materieller zivilrechtlicher An-

spruch (Verfügungsanspruch) zusteht, (2) der Gesuchsgegner diesen Anspruch verletzt oder 

zu verletzen droht, (3) dem Gesuchsteller aus der Verletzung des Anspruchs ein nicht leicht 

wiedergutzumachender Nachteil droht, (4) die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme 

zeitlich dringlich ist und (5) die vorsorgliche Massnahme verhältnismässig ist. Dabei bilden die 

Voraussetzungen 2 und 3 den Verfügungsgrund (vgl. JOHANN ZÜRCHER, in: Brunner et al. 

[Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl. 2016, N. 8, 9 und 17 zu Art. 261 

6│19 

ZPO; SABINE KOFMEL EHRENZELLER, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2021, N. 4 ff. zu Art. 261 ZPO; LUCIUS HUBER, 

in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 

N. 17 ff. zu Art. 261 ZPO; THOMAS SPRECHER, in: Spühler et al. [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 39 zu Art. 261 ZPO). 

 

3. 

3.1 

Im angefochtenen Urteil legte der Einzelrichter in der Sache zunächst dar, unter welchen Vo-

raussetzungen das Gericht vorsorgliche Massnahmen treffen darf (E. 2 und 3) und unter wel-

chen Voraussetzungen eine Verletzung der Persönlichkeit sowie eine Besitzesstörung vorliegt 

(E. 4). 

Sodann hielt der Einzelrichter zusammenfassend fest, dass eine Klage gegen den Gesuchs-

gegner auf Unterlassung persönlichkeitsverletzender Handlungen aus heutiger Sicht gute Er-

folgschancen hätte. Der Gesuchsteller habe glaubhaft darlegen können, dass ihm der Ge-

suchsgegner nachstelle. Es müsse auch in Zukunft – trotz anderslautender Beteuerung des 

Gesuchsgegners – mit Eingriffen von dessen Seite her in die gesuchstellerische psychische 

und allenfalls physische Integrität gerechnet werden. Dies insbesondere auch aufgrund des 

Umstandes, dass der Gesuchsgegner gemäss eigenen Angaben autistisch veranlagt sei und 

infolgedessen Mühe habe, adäquat auf Problemsituationen zu reagieren und seine Emotionen 

im Zaum zu halten. Es scheine nachvollziehbar, dass sich der Gesuchsteller durch das ge-

suchgegnerische Verhalten stark belastet, hilflos und bedroht fühle. Die Hauptsachenprog-

nose falle daher positiv aus (E. 5). 

Auch die Beurteilung der Verletzung, des drohenden Nachteils und der Dringlichkeit, mithin 

die Nachteilsprognose, fällt im angefochtenen Urteil zugunsten des Gesuchstellers aus. Dem 

Einwand des Gesuchsgegners, die zur Anordnung einer vorsorglichen Massnahme notwen-

dige Dringlichkeit sei infolge Zeitablaufs verstrichen, könne nicht gefolgt werden. Der Gesuch-

steller habe glaubhaft dargelegt, dass sich das belästigende Verhalten des Gesuchsgegners 

über die Jahre – insbesondere ab Ende 2019 – intensiviert und er dadurch psychische Nach-

teile erlitten habe. Erst nachdem erfolglos versucht worden sei, dem gesuchgegnerischen Ver-

halten mit milderen Massnahmen zu begegnen, habe der Gesuchsteller beim Gericht das Ge-

such um Anordnung vorsorglicher Schutzmassnahmen eingereicht. Es sei entsprechend zu-

lässig gewesen, so lange zuzuwarten, bis das gesuchsgegnerische Verhalten einen gewissen 

Erfolg gezeitigt habe bzw. die Grenze des Tolerierbaren für den Gesuchsteller überschritten 

7│19 

gewesen sei. Da dem Gesuchsteller durch das Verhalten des Gesuchsgegners auch zukünftig 

psychische Nachteile drohen würden, sei ein Ortsverbot zu erlassen. Dieses tauge zum Schutz 

vor Nachstellungen. Zudem sei im vorliegenden Fall der verlangte Schutz vor Nachstellungen 

durch ein Kontakt- sowie Rayonverbot nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip geeignet, not-

wendig und für den Gesuchsgegner ausserdem zumutbar. Schliesslich könne festgehalten 

werden, dass der Gesuchsteller auf Grund seiner durch den Gesuchsgegner gefährdeten Per-

sönlichkeitsrechte ein beträchtliches Interesse an den Massnahmen habe, während der Ge-

suchsgegner keinen ernsthaften Nachteil zu begründen vermöge, welcher ihm durch die An-

ordnung dieser Massnahmen entstehen könnte (E. 6).  

Die beantragten vorsorglichen Massnahmen, namentlich das Betretungs- und Kontaktverbot 

unter Androhung von Strafe im Sinne von Art. 292 StGB, seien daher anzuordnen (E. 7). 

 

3.2 

Der Berufungskläger trägt dagegen im Wesentlichen vor, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb 

die Vorinstanz die beantragten vorsorglichen Massnahmen angeordnet habe, obwohl er auf 

die fehlende objektive Dringlichkeit bereits in seiner Stellungnahme vom 30. September 2021 

ausdrücklich hingewiesen habe (vgl. Berufung Ziff. 10.3).  

Der Berufungsbeklagte habe die Dringlichkeit in seinem Gesuch vom 3. September 2021 nicht 

glaubhaft gemacht. Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen sei vom Berufungsbeklagten 

rund vier Jahre nach der ersten behaupteten Verletzungshandlung eingereicht worden. Unter 

diesen Umständen sei es offensichtlich gewesen, dass hinsichtlich des Erfordernisses der zeit-

lichen Dringlichkeit ein sehr grosser Erklärungsbedarf bestanden habe. Bei Anwendung zu-

mutbarer Sorgfalt hätte der anwaltlich vertretene Berufungsbeklage deshalb sämtliche Um-

stände, die dafürsprechen würden, dass das Gesuch trotz Zuwartens gutzuheissen sei, bereits 

in seinem Gesuch vorbringen können. Indem er dies unterlassen habe, habe er die Dringlich-

keit nicht bzw. nicht genügend glaubhaft gemacht. Dessen erstmals mit unaufgeforderter Stel-

lungnahme vom 14. Oktober 2021 gemachten Ausführungen zur relativen Dringlichkeit hätten 

als unzulässige Noven unbeachtet bleiben müssen. Die Vorinstanz hätte das Gesuch vom 

3. September 2021, welches nach vierjährigem Zuwarten eingereicht worden sei, bereits aus 

diesem Grund abweisen müssen (vgl. Berufung Ziff. 10.1).  

Allerspätestens im Dezember 2018, als aus Sicht des Berufungsbeklagten festgestanden 

habe, dass er (der Berufungskläger) sich angeblich nicht an das Betretungsverbot gehalten 

habe, hätte der Berufungsbeklagte das ordentliche Verfahren betreffend Eigentums- und Be-

8│19 

sitzesschutz einleiten können bzw. müssen. Ein solches vereinfachtes Verfahren wäre im heu-

tigen Zeitpunkt, mindestens drei Jahre später, längst rechtskräftig entschieden (vgl. Berufung 

Ziff. 10.2).  

Des Weiteren finde die Feststellung der Vorinstanz, wonach sich das Verhalten des Beru-

fungsklägers «intensiviert» habe, im Beweisergebnis keine Stütze. Zudem wäre eine solche 

Intensivierung gemäss den Ausführungen der Vorinstanz ohnehin bereits Ende 2018 (und 

nicht 2019) eingetreten, nämlich dann, als aus Sicht des Berufungsbeklagten festgestanden 

habe, dass sich der Berufungskläger nicht an das Betretungsverbot halte. Auch in diesem Fall 

wäre die relative Dringlichkeit aufgrund des übermässigen Zuwartens mit dem Massnahmen-

gesuch heute also nicht gegeben. Überdies verkenne die Vorinstanz, dass ein Gesuch um 

vorsorgliche Massnahmen wegen zu langen Zuwartens gemäss Rechtsprechung auch dann 

abgewiesen werden müsse, wenn der Gesuchsgegner während des Zuwartens oder nach der 

Einreichung des Massnahmengesuchs weitere Verletzungshandlungen vornehme. Ferner 

habe sie übersehen, dass die für die Beurteilung der relativen Dringlichkeit massgebende Frist 

nicht mit jeder Veränderung der Situation neu ausgelöst werde. Eine neue Frist beginne nur 

dann, wenn sich der relevante Sachverhalt wesentlich bzw. massgeblich geändert habe. 

Schliesslich habe die Vorinstanz auch verkannt, dass gemäss Rechtsprechung Verzögerun-

gen, die sich daraus ergeben, dass der Gesuchssteller mit dem Gesuchsgegner Vergleichs-

verhandlungen geführt oder diesen (erfolglos) abgemahnt habe, bei der Beurteilung der Dring-

lichkeit nicht zu berücksichtigen seien (vgl. Berufung Ziff. 10.3).  

Der Anspruch des Berufungsbeklagten auf Erlass vorsorglicher Massnahmen sei somit ver-

wirkt bzw. dessen Durchsetzung rechtmissbräuchlich (vgl. Berufung Ziff. 10.5). 

 

3.3 

Der Berufungskläger rügt somit eine unrichtige Anwendung von Art. 261 Abs. 1 lit. b ZPO bzw. 

dass die Vorinstanz die zeitliche, namentlich die relative Dringlichkeit, zu Unrecht bejaht hat. 

Die übrigen Feststellungen der Vorinstanz werden vom Berufungskläger grundsätzlich nicht 

bestritten (vgl. Berufung Ziff. 8). Zu prüfen ist daher einzig die zeitliche Dringlichkeit.  

 

9│19 

4. 

4.1 

Vorsorgliche Massnahmen dürfen nur bei zeitlicher Dringlichkeit angeordnet werden. Diese 

Voraussetzung wird in Art. 261 ZPO zwar nicht explizit genannt, doch ist sie gemäss Botschaft 

zur ZPO implizit im Kriterium des drohenden, nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils 

enthalten (BBl 2006 S. 7354; siehe auch THOMAS SPRECHER, a.a.O., N. 39 zu Art. 261 ZPO; 

LUCIUS HUBER, a.a.O., N. 22 zu Art. 261 ZPO). Damit wird die Notwendigkeit des vorläufigen 

Rechtsschutzes zum Ausdruck gebracht, welcher, sofern er erst nach Durchführung eines  

ordentlichen Prozesses gewährt würde, zu spät käme. So bestimmt Art. 261 Abs. 1 ZPO aus-

drücklich, dass das Gericht nur Massnahmen zu erlassen hat, die «notwendig» sind, um  

drohende Nachteile zu vermeiden. Demnach hat der Gesucssteller glaubhaft darzulegen, dass 

die von ihm verlangte Massnahme notwendig ist, weil das Ergebnis eines ordentlichen Pro-

zesses nicht ohne weiteres abgewartet werden kann. Selbst wenn dieser Nachweis gelingt, 

kann der Anspruch auf Erlass vorsorglicher Massnahmen aber einer Verwirkung durch Zeit-

ablauf unterliegen. Wartet der Gesuchsteller mit der Einreichung des Gesuchs nämlich unge-

bührlich lange zu, kann dies unter Umständen zur «Verwirkung» des Anspruchs auf eine vor-

sorgliche Massnahme führen (THOMAS SUTTER-SOMM/BENEDIKT SEILER, Handkommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, N. 10 zu Art. 261 ZPO; LUCIUS HUBER, a.a.O., N. 22 zu 

Art. 261 ZPO; JOHANN ZÜRCHER, a.a.O., N. 13 zu Art. 261 ZPO; ANDREAS GÜNGERICH, in: 

Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2012, 

N. 41 zu Art. 261 ZPO).  

 

4.2 

Eine «Verwirkung» des Anspruchs wird in der Praxis jedoch sehr zurückhaltend angewandt. 

Ein Hinauszögern bzw. ein Zuwarten durch den Gesuchssteller selbst führt grundsätzlich nur 

im Falle eines Begehrens um Erlass einer superprovisorischen Massnahme zur Abweisung 

des Gesuches. Vorsorgliche Massnahmen können demnach grundsätzlich so lange beantragt 

werden, als die Gefahr der nicht mehr rechtzeitigen oder vollständigen Durchsetzung des An-

spruchs besteht, namentlich wenn noch weitere Verletzungen zu befürchten sind. Damit Un-

tätigkeit bei vorsorglichen Massnahmen als rechtsmissbräuchliches Zuwarten qualifiziert wird, 

braucht es extrem langes Zuwarten (LUCIUS HUBER, a.a.O., N. 22a zu Art. 261; ANDREAS GÜN-

GERICH, a.a.O., N. 9 zu Art. 265; vgl. auch Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, 

ZK.2014.3 vom 22. Januar 2014). So kann etwa ein offensichtliches Hinauszögern der Ge-

suchseinreichung als Indiz dafür genommen werden, dass für die gesuchstellende Partei das 

10│19 

Erfordernis der Dringlichkeit nicht (mehr) gegeben bzw. selbst verschuldet ist. Es geht primär 

um Fälle der Rechtsmissbräuchlichkeit und des fehlenden Rechtsschutzinteresses (THOMAS 

SPRECHER, a.a.O., N. 42 ff. zu Art. 261 ZPO). Dies gilt insbesondere auch im Bereich des 

Persönlichkeitsschutzes. Ein gewisses Zuwarten bewirkt hier, unter Vorbehalt des Rechts-

missbrauchs, in der Regel keinen Rechtsverlust. Es ist legitim, ein gerichtliches Verfahren erst 

einzuleiten, wenn das gegnerische Verhalten einen nennenswerten Erfolg zeitigt, d.h. wenn 

feststeht, dass es sich weder um einen erfolglosen Versuch noch um eine Eintagsfliege han-

delt. Grundsätzlich geht der Anspruch auf Anordnung einer vorsorglichen Massnahme also 

nicht durch Zeitablauf unter, zumal die Dringlichkeit in der Regel durch den Zeitablauf noch 

verstärkt wird (THOMAS SPRECHER, a.a.O., N. 41 ff. zu Art. 261 ZPO; JOHANN ZÜRCHER, a.a.O., 

N. 9 zu Art. 261 ZPO). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind schliesslich stets 

die konkreten Umstände zu beurteilen. Ob Dringlichkeit vorliegt, kann mithin nicht abstrakt, 

sondern immer nur einzelfallweise beurteilt werden (THOMAS SPRECHER, a.a.O., N. 39 zu 

Art. 261; BGer 4P.263/2004 vom 1. Februar 2005 E. 2.2). 

 

4.3 

Die gesuchstellende Partei muss sowohl das Bestehen ihres materiellen Anspruchs zivilrecht-

licher Natur, dessen Gefährdung oder Verletzung als auch den drohenden, nicht leicht wieder-

gutzumachenden Nachteil und die zeitliche Dringlichkeit glaubhaft machen. Das Gericht ist 

gehalten, wenigstens summarisch zu prüfen, ob sich der von der gesuchstellenden Partei gel-

tend gemachte Anspruch aus den dargelegten Tatsachen und Beweisen ergibt und ob für das 

Vorhandensein der Tatsachen gewisse Elemente sprechen, selbst wenn aus der Sicht des 

Gerichts noch die Möglichkeit der Nichtverwirklichung dieser Tatsachen besteht (LUCIUS HU-

BER, a.a.O., Art. 261 N. 25 mit Hinweis u.a. auf BGE 130 III 321, E. 3.3). Blosse Behauptungen 

oder Verdächtigungen ohne ernsthafte Indizien genügen zur Glaubhaftmachung indessen 

nicht (BGE 103 II 287, E. 2). Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache jedenfalls erst dann, wenn 

ihr Vorliegen wahrscheinlicher ist als das Gegenteil. Die beklagte Partei kann das Glaubhaft-

machen der gesuchstellenden Partei zerstören, indem sie ihrerseits glaubhaft macht, dass der 

Anspruch nicht besteht (BGE 132 III 83, E. 3.2; Urteil BGer 4P.64/2003 vom 6. Juni 2003, 

E. 3.1). 

 

11│19 

5. 

Wie die nachfolgenden Erwägungen (E. 5.1 – 5.3) zeigen, hat im vorliegenden Fall der Beru-

fungsbeklagte mit Gesuch vom 3. September 2021 glaubhaft gemacht, dass sich das schika-

nöse Verhalten des Berufungsklägers über die Jahre mehr und mehr intensiviert hat und auf-

grund der akuten Gefährdungslage ein Zuwarten auf das Resultat des Hauptverfahrens nicht 

zumutbar ist (vgl. Gesuch Ziff. 7-20 samt Beilagen). 

 

5.1 

Mit Gesuch vom 3. September 2021 brachte der Berufungsbeklagte namentlich vor, dass zwi-

schen den Parteien schon seit längerem familiäre und nachbarschaftliche Spannungen bzw. 

Konflikte bestehen würden. Das Verhältnis habe sich insbesondere durch das am 2. November 

2017 vom Berufungskläger vorgestellte Bauprojekt auf seinem Grundstück (Neubau eines 

Mehrfamilienhauses) verschlechtert. Ab diesem Zeitpunkt sei der Gesuchsgegner häufig und 

unangemeldet in den Büros der C.__AG erschienen und habe herumgeschrien. Als ihm Haus-

verbot erteilt worden sei, habe er von aussen an die Fenster geklopft und Drohungen ausge-

stossen, dass er die Familie E.__ «kaputt» machen werde. Während des Rechtsstreits um den 

Neubau habe das unflätige Verhalten des Gesuchsgegners nicht aufgehört; im Gegenteil habe 

es sich verschärft. Der Gesuchsgegner sei beinahe täglich im Betrieb sowie bei den Familien-

angehörigen erschienen und sei auch handgreiflich geworden. Aus diesem Grund habe die 

C.__AG dem Gesuchsgegner ein Betretungsverbot für die Gewerberäumlichkeiten und das 

Betriebsareal inkl. Parkplätze erteilt. Seither laufe der Gesuchsgegner vor dem Grundstück 

Nr. cc und dem Nachbargrundstück Nr. ff auf den öffentlichen Bereichen hin und her und be-

obachte den Gewerbebetrieb, die Mitarbeiter und die Kunden. Sein Fahrzeug parkiere der 

Gesuchsgegner an die Grenze zum Grundstück Nr. cc, direkt anschliessend an die Abstell-

plätze der C.__AG, so dass Personen nur mit Mühe in Fahrzeuge ein- und aussteigen könnten. 

Es gebe keinen anderen Grund, das Fahrzeug dort abzustellen, als dass der Gesuchsgegner 

absichtlich den Abstellplatz blockieren wolle. Es sei reine Schikane. 

Am 21. Juli 2019 habe der Gesuchsgegner sodann ein Schild aufgestellt, auf welchem er den 

Kapitalismus beschimpfe. Gleichzeitig habe er Autofahrer auf der G.strasse angehalten, um 

diesen mitzuteilen, dass die C.__AG sowie die Familienmitglieder E.__ üble Kapitalisten seien. 

Ein Angebot zur Aussprache vom 20. Dezember 2019 habe damit geendet, dass der Gesuchs-

gegner am 22. Dezember 2019 am privaten Wohnsitz des Gesuchstellers aufgetaucht sei, dort 

sturmgeklingelt und gedroht habe, er würde ihn umbringen. Am Tag darauf sei der Gesuchs-

12│19 

gegner wieder beim Haus des Gesuchstellers erschienen und habe seine Morddrohung wie-

derholt. Ab diesem Vorfall habe der Gesuchsgegner begonnen, auch am Wohnort des Ge-

suchstellers herumzustehen und diesem zu folgen. Schliesslich habe man eine Sicherheits-

firma mit der Ausarbeitung eines Sicherheitskonzepts beauftragt. Die Videoaufnahmen wür-

den belegen, dass sich der Gesuchsgegner trotz ausdrücklichem Verbot nachts auf dem 

Grundstück Nr. cc aufhalte.  

Die Obsession des Gesuchsgegners beschränke sich jedoch nicht auf den Gewerbebetrieb 

und die Gebäude an der G.strasse. Der Gesuchsgegner habe sich insbesondere auf den Ge-

suchssteller eingeschossen. Dieser könne sich nicht mehr frei bewegen. Der Gesuchsgegner 

lauere ihm auf und passe dem Gesuchssteller ab, wenn dieser sich auf dem Firmenareal auf-

halte oder vom Gewerbebetrieb an der G.strasse y zum gegenüberliegenden Gebäude an der 

G.strasse x gehen wolle.  

Am 17. August 2021 sei die Situation erneut und vollends eskaliert. Der Gesuchsgegner habe 

D.__, Mitinhaber der C.__AG und Bruder des Gesuchstellers, den Weg abgeschnitten, diesen 

ausgebremst und vermutlich versucht, ihn tätlich anzugreifen. Er habe unaufhörlich auf die 

Frontscheibe der Fahrertüre eingeschlagen, wahllos herumgeschrieben und den D.__ be-

droht. Dies seien keine Einzelfälle gewesen. Der Gesuchsgegner verbringe seine ganze Frei-

zeit (Feierabend, Wochenende, Ferien) vor dem Betrieb der C.__AG. Er stelle sein Auto in 

seine Einfahrt direkt an den Garagenvorplatz der C.__AG, öffne den Kofferraum, klappe eine 

Decke auf und setze sich in den offenen Kofferraum, um unter anderem die Familienmitglieder 

E.__ zu beobachten und auf eine Reaktion zu warten. Häufig sei der Gesuchsgegner «nur» 

passiv-aggressiv, indem er um den Betrieb herumlaufe und durch die Fenster in den Betrieb 

hineinschaue. Er halte sich entweder auf den öffentlichen Bereichen, insbesondere auf der F. 

strasse und der H.strasse oder auf der Zufahrt zu seinem Haus auf, die teilweise auf seinem 

Grundstück liegen würden. Wenn die Mitarbeiter der C.__AG die G.strasse überqueren wür-

den, um von einem in das andere Gebäude des Betriebs zu gelangen, schaue er die Personen 

grimmig an. Teilweise beschimpfe er sie oder die Familie E.__, z.B. mit den Worten «je ver-

wandter, desto verdammter». 

Aber nicht nur die Familie E.__ sei betroffen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 

C.__AG würden regelmässig belästigt. Der Gesuchsgegner spreche sie auf dem Weg vom 

Parkplatz zum Eingang an und erzähle ihnen vom Nachbarschafts- und Familienstreit. Wenn 

die Mitarbeiter nicht darauf eingehen würden, versperre er ihnen den Weg. Wenn die Fenster 

des Betriebs geöffnet seien, schreie er auch von aussen in die Räume. 

 

13│19 

5.2 

Daraus erhellt, dass der Berufungsbeklagte dem Verhalten des Berufungsklägers zunächst 

mit aussergerichtlichen, milderen Massnahmen Einhalt zu gebieten versuchte. Er suchte mit 

dem Berufungskläger das Gespräch, erliess ein Hausverbot und nachdem auch dieses nicht 

den gewünschten Erfolg gezeitigt hatte, erteilte die C.__AG dem Berufungskläger am 19. No-

vember 2018 ein Betretungsverbot für die Gewerberäumlichkeiten und das Betriebsareal inkl. 

Parkplätze (vi-GS 8). Da in der Folge auch ein Angebot zur Aussprache (20. Dezember 2019) 

scheiterte und das schikanöse Verhalten des Berufungsklägers gegenüber der Familie E.__ 

und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma C.__AG nicht aufhörte und für den Beru-

fungsbeklagten immer beunruhigender wurde (vgl. Berufung Ziff. 10.3 S. 12 «genau eine sol-

che Konstellation ist hier gegeben»), beauftragte die C.__AG wie erwähnt eine Sicherheits-

firma mit der Ausarbeitung und Umsetzung eines Sicherheitskonzepts (Videoüberwachung 

etc. [vi-GS 10]). Die Standbilder sowie ein Video der Überwachungskamera des Vorplat-

zes/Parkplatzes der C.__AG belegen schliesslich, dass sich der Berufungskläger trotz aus-

drücklichem Verbot weiterhin auf dem Firmenareal aufhält, so passiert am 17. August 2021 

(vi-GS 11 und 12). Der Berufungskläger führte dazu in seiner Stellungnahme vom 30. Sep-

tember 2021 aus, weil er um ca. 20.50 Uhr niemanden auf dem Areal angetroffen habe, sei er 

direkt zum Berufungsbeklagten nach Hause gegangen und habe dort an der Tür geklingelt. 

Da ihm niemand geöffnet habe, sei er wieder zum Betriebsareal zurückgekehrt, wo er D.__ 

angetroffen habe. Dieser habe ihm aus dem Weg gehen wollen, aber er sei beharrlich geblie-

ben und habe ihm seine Reklamationen doch noch mitteilen können. Dabei habe er seinen 

Standpunkt sehr emotional und lautstark vertreten, weil D.__ die Scheibe nicht habe runter-

lassen wollen. Er habe sich jedoch «weitgehend» legal verhalten. Die nicht legalen Aktionen 

seien in einer «entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung» erfolgt (vgl. Stellungnahme vom 

30. September 2021, Ziff. 3 S. 6). Für den Berufungsbeklagten eskalierte die Situation an die-

sem Abend vom 17. August 2021 glaubhaft vollends (vgl. Gesuch Ziff. 17). Er macht in seinem 

Gesuch sinngemäss geltend, man habe sich bisher davor gescheut, rechtlich gegen den Be-

rufungskläger vorzugehen. Er und seine Familie hätten die Ansicht vertreten, dass es sich um 

eine Familienangelegenheit handle und hätten auf den Berufungskläger Rücksicht nehmen 

wollen. Das Verhalten habe sich jedoch in den letzten Monaten in einer Weise zugespitzt, 

welches sie nun zum Umdenken bewogen habe. Insbesondere der Angriff auf seinen Bruder 

vom 17. August 2021 habe sie nun veranlasst, Strafanzeige einzureichen und gerichtlich ge-

gen den Gesuchsgegner vorzugehen (vgl. Gesuch Ziff. 20 und 21, vi-GS 13). Der Vorfall vom 

17. August 2021 zeige, dass die Bedrohung real sei und zunehme. Es sei gar mit dem 

Schlimmsten zu rechnen (vgl. Gesuch Ziff. 27 und 29).  

14│19 

 

5.3 

Damit ist erstellt, dass sich der Berufungskläger durch alle bisherigen Vorkehrungen – insbe-

sondere durch das Betretungsverbot sowie die Videoüberwachung auf dem Firmengelände 

der C.__AG – nicht davon hat abbringen lassen, dem Berufungsbeklagten und seiner Familie 

nachzustellen. Es wurde sodann anschaulich und glaubhaft dargelegt, wie die Belästigungen, 

Beschimpfungen und Drohungen stetig zunahmen und sich das schikanöse Verhalten des 

Berufungsklägers gegenüber den Berufungsbeklagten deutlich intensiviert hat. Ferner ist plau-

sibel, dass sich der Berufungsbeklagte dadurch stark belastet, hilflos und bedroht fühlt. Der 

Einwand des Berufungsklägers, dass die Intensivierung im Beweisergebnis keine Stütze finde, 

ist mithin ebenso verfehlt wie der Einwand, dass sich der Berufungsbeklagte erst in seiner 

Spontaneingabe vom 14. Oktober 2021 zur Dringlichkeit geäussert habe. In dieser nachträgli-

chen Eingabe fasste der Berufungsbeklagte in Ziff. 6 S. 3 lediglich zusammen, was er bereits 

in seinem Gesuch ausführlich dargelegt hatte. Der Berufungsbeklagte führte überdies nach-

vollziehbar aus, dass aufgrund der Einreichung des Gesuchs um vorsorgliche Massnahmen 

und der noch bevorstehenden Verkündung des Bundesgerichtsurteils in Sachen Baubewilli-

gung sowie der eingereichten Strafanzeige mit einer weiteren Eskalation der Situation zu rech-

nen sei. Es ist daher auch in Zukunft damit zu rechnen, dass der Berufungskläger den Beru-

fungsbeklagten belästigen wird. Die Notwendigkeit des vorläufigen Rechtsschutzes ist daher 

glaubhaft gemacht und ein Zuwarten auf das Resultat des Hauptverfahrens aufgrund der 

akuten Gefährdungslage ist nicht zumutbar. Auch wenn der Berufungskläger nunmehr bekräf-

tig, er werde sich fortan fachärztlich betreuen lassen (vgl. Stellungnahme vom 30. September 

2021, Ziff. 2.3) und sich auch ohne gerichtliche Anordnung an die Verbote halten, so kann den 

Berufungsbeklagten nach dem Gesagten und insbesondere nach dem Vorfall vom 17. August 

2021 die Dringlichkeit des Gesuchs nicht abgesprochen werden. Würde der Rechtsschutz erst 

nach Durchführung eines ordentlichen Prozesses gewährt, käme er womöglich zu spät. 

 

6. 

6.1 

Darüber hinaus hat der Berufungsbeklagte mit Gesuch vom 3. September 2021 aber auch sein 

Zuwarten erklärt und glaubhaft gemacht, dass sein Anspruch auf Erlass vorsorglicher Mass-

nahmen nicht durch Zeitablauf «verwirkt» ist. Dass er sein Vorbringen rechtlich nicht ausführ-

lich untermauert hat, vermag ihm nicht zum Nachteil gereichen. Es gilt der Grundsatz «iura 

novit curia», welcher besagt, dass das Gericht gestützt auf die festgestellten tatsächlichen 

15│19 

Grundlagen das Recht ohne weiteres Zutun der daraus berechtigten Partei von Amtes wegen 

anzuwenden, d.h. auf die sich ergebenden Rechtsfolgen zu erkennen hat, ohne dass ihm von 

Parteiseite her die entsprechende Rechtsbelehrung zuteilwird (Urteil BGer 5C_120/2006 vom 

8. September 2006 E. 3.2.2). 

 

6.2 

Den geschilderten Tatsachen und Beweisen kann nicht entnommen werden, dass der Beru-

fungsbeklagte ungebührlich lange zugewartet hat, sodass die vorsorgliche Massnahme aufzu-

heben wäre. Anhand der dargestellten Umstände ist glaubhaft, dass das Verhältnis zwischen 

den Parteien lange Zeit zwar «schlecht und lästig» war, seitens des Berufungsbeklagten zu-

nächst jedoch kein Grund für ein gerichtliches Vorgehen vorlag. Erst nachdem die erwähnten 

milderen Massnahmen erfolglos blieben und das schikanöse Verhalten des Berufungsklägers 

durch den Vorfall vom 17. August 2021 einen nennenswerten Erfolg zeitigte bzw. damit die 

Grenze des Tolerierbaren für den Berufungsbeklagten überschritten war, stellte dieser Straf-

anzeige bzw. ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen. Vom Berufungsbeklagten konnte 

nicht erwartet werden, dass er bereits im November 2017 bzw. Ende 2018 eine ordentliche 

Klage einreicht. Dannzumal war die Intensivierung des Verhaltens des Berufungsklägers für 

den Berufungsbeklagten noch nicht vorhersehbar und liquid. Kommt hinzu, dass die Parteien 

miteinander verwandt und in Bezug auf die C.__AG Nachbarn sind. Unter diesen besonderen 

Umständen ist ein Zuwarten bis zu einer gewissen Intensität des Verhaltens zulässig.  

 

6.3 

Des Weiteren verkennt der Berufungskläger, dass eine Verwirkung des Anspruchs auf vor-

sorgliche Massnahmen durch Zuwartens höchstens gegeben ist, wenn dieses Zuwarten 

rechtsmissbräuchlich ist, was hier jedoch klar nicht der Fall ist. Aus den Akten ist nicht ersicht-

lich, dass der Berufungsbeklagte offensichtlich zuwartete bzw. das Gesuch um vorsorgliche 

Massnahmen in rechtsmissbräuchlicher Weise bewusst hinausgezögert hat. Im Gegenteil 

macht der Berufungsbeklagte glaubhaft geltend, er und seine Familie hätten die Ansicht ver-

treten, dass es sich um eine Familienangelegenheit handle und man habe auf den Berufungs-

kläger Rücksicht nehmen wollen. Erst als sich das Verhalten immer mehr zugespitzt habe, 

hätten sie sich zum Handeln veranlasst gesehen (vgl. Gesuch Ziff. 20 und 21, vi-GS 13). Das 

behauptete Zuwarten hat dem Berufungskläger denn auch nicht in erkennbarer Weise zum 

Nachteil gereicht. 

 

16│19 

6.4 

Die vom Berufungskläger hauptsächlich aus dem Immaterialgüter- und Lauterkeitsrechts zi-

tierten Urteile sind ferner nicht massgebend. In diesen Rechtsgebieten hat der vorsorgliche 

Rechtsschutz eine andere Bedeutung als im hier massgeblichen Bereich des Persönlichkeits-

schutzes (und im Bereich des Besitzes- und Eigentumsschutzes). Eine Verletzung eines Pa-

tent- oder Designrechts kann nicht mit der schleichenden Verschlechterung familiärer und 

nachbarschaftlicher Verhältnisse und der zunehmenden Belästigung des Berufungsbeklagten 

verglichen werden. Dieser musste wie erwähnt nicht sofort ein ordentliches Verfahren einleiten 

und konnte stattdessen zuwarten, bis das Verhalten des Berufungsklägers eine gewisse In-

tensität zeitigte bzw. bis der Sachverhalt dergestalt vorlag, dass ein dem Gesuch um Erlass 

vorsorglicher Massnahmen entsprechendes Begehren für das ordentliche Hauptsachverfah-

ren hätte formuliert und begründet werden können. 

 

7. 

Die Frage, ob es sich bei den Eingaben vom 14. Oktober 2021 um unzulässige Noven handelt 

oder nicht, kann schliesslich offenbleiben, da die Berufung auch ohne Einbezug der nachge-

reichten Belege abzuweisen ist. Gleiches gilt für den mit der Berufungsantwort vom 13. De-

zember 2021 (Ziff. 34) neuerlich gestellten Antrag auf Edition der Polizeirapporte zwischen 

dem 16. September 2021 und dem 30. September 2021. Der Berufungsbeklagte vermochte 

auch ohne diese Akten glaubhaft darzulegen, dass eine Dringlichkeit vorliegt. 

 

8. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Berufungsbeklagte die zeitliche Dring-

lichkeit im Sinne von Art. 261 Abs. 1 lit. b ZPO glaubhaft hat darlegen können. Die Vorinstanz 

hat die zeitliche Dinglichkeit mithin zu Recht als gegeben gesehen. Der Anspruch auf Erlass 

vorsorglicher Massnahmen ist nicht durch übermässiges Zuwarten «verwirkt» bzw. ist dessen 

Durchsetzung nicht rechtsmissbräuchlich. Das angefochtene Urteil ZE 21 220 des Kantonge-

richts Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 9. November 2021 ist daher zu bestätigen 

und die Berufung vollumfänglich abzuweisen. 

 

9. 

Bei diesem Ergebnis ist kein neuer Kostenentscheid erforderlich und es bleiben einzig die 

Prozesskosten des obergerichtlichen Verfahrens festzusetzen.  

 

17│19 

9.1 

Die Prozesskosten setzen sich aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung zusam-

men (Art. 95 Abs. 1 ZPO). 

Bei vorsorglichen Massnahmen können die Kosten separat verteilt oder zur Hauptsache ge-

schlagen werden (Art. 104 Abs. 3 ZPO). Zwingend im Massnahmenverfahren selber sind die 

Prozesskosten jedoch dann zu verlegen, wenn der Hauptprozess noch nicht rechtshängig ist 

bzw. die verfügte vorsorgliche Massnahme bei ungenütztem Ablauf der Klagefrist dahinfallen 

wird (VIKTOR RÜEGG/MICHAEL RÜEGG, in: Spühler et al. [Hrsg.], Basler Kommentar-ZPO, 

3. Aufl. 2017, N. 6a zu Art. 104 ZPO). 

Entsprechend sind die Kosten vorliegend dem Berufungskläger nach Massgabe seines Unter-

liegens aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 115 Abs. 2 ZPO). Obsiegt dieser im 

anschliessenden ordentlichen Prozess, steht ihm Anspruch auf Rückerstattung im Rahmen 

des Parteikostenersatzes zu (MARTIN H. STERCHI, a.a.O., N. 12a zu Art. 104 ZPO).  

 

9.2 

Die Höhe der Gerichtsgebühren bestimmen sich nach dem Prozesskostengesetz (PKoG; 

NG 261; Art. 96 ZPO).  

Die Entscheidgebühr des Obergerichts richtet sich als Berufungsinstanz nach dem im Verfah-

ren vor dem Kantonsgericht als erster Instanz massgebenden Tarif; sie wird um einen Drittel 

reduziert, beträgt jedoch mindestens Fr. 500.– (Art. 8 Abs. 1 Ziff. 2 PKoG [NG 261.2]). In nicht 

vermögensrechtlichen Streitigkeiten beträgt die Entscheidgebühr vor erster Instanz Fr. 300.– 

bis Fr. 10'000.– (Art. 7 Abs. 2 PKoG). Demnach beträgt die Entscheidgebühr vor Obergericht 

zwischen Fr. 500.– und Fr. 6'666.–.  

Das vorliegende Gesuch um vorsorgliche Massnahmen verfolgt keinen wirtschaftlichen 

Zweck, sondern hat den Schutz der Persönlichkeit sowie den Eigentums- und Besitzesschutz 

zum Gegenstand. In Anwendung von Art. 2 PKoG wird die Gerichtsgebühr für das vorliegende 

Verfahren auf pauschal Fr. 800.– festgesetzt.  

Die Gerichtsgebühr ist dem in gleicher Höhe bereits geleisteten Kostenvorschuss des Beru-

fungsklägers zu entnehmen und hat als bezahlt zu gelten.  

 

18│19 

9.3 

Da der Berufungskläger vollständig unterliegt, ist er ferner zu verpflichten, dem Berufungsbe-

klagten eine Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 Abs. 1 lit. b 

ZPO). Das Gericht spricht die Parteientschädigung nach den Tarifen gemäss Art. 42 ff. PKoG 

zu. Die Parteien können eine Kostennote einreichen (Art. 105 Abs. 1 i.V.m. Art. 96 ZPO). 

Im Berufungsverfahren beträgt das ordentliche Honorar 20 bis 60 Prozent des für das Verfah-

ren vor erster Instanz zulässigen Honorars, bemessen nach dem noch strittigen Betrag, min-

destens jedoch Fr. 500.– (Art. 43 PKoG). In nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten beträgt 

das ordentliche Honorar vor erster Instanz Fr. 300.– bis Fr. 10'000.– (Art. 42 Abs. 2 PKoG). 

Somit liegt der Kostenrahmen für das Honorar vorliegend zwischen Fr. 500.– und Fr. 6'000.–. 

Massgebend für die Festsetzung des Honorars innerhalb der vorgesehenen Mindest- und 

Höchstansätzen sind die Bedeutung der Sache für die Partei in persönlicher und wirtschaftli-

cher Hinsicht, die Schwierigkeit der Sache, der Umfang und die Art der Arbeit sowie der Zeit-

aufwand (Art. 33 PKoG). Zum Honorar hinzu kommen die Auslagen und die Mehrwertsteuer 

(Art. 52-54 PKoG). 

Mit Schreiben vom 21. Dezember 2021 reichte die Rechtsvertreterin des Berufungsbeklagten 

eine Kostennote im Umfang von total Fr. 4'167.50 ein (Honorar Fr. 4'623.10 [16.67 Std. à 

Fr. 250.–]; 3% Spesenpauschale Fr. 125.05; 7.7% MWST Fr. 330.55). Diese Kostennote liegt 

im Rahmen von Art. 42 Abs. 1 PKoG und kann folglich im genannten Umfang gerichtlich ge-

nehmigt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die eingereichte Honorarnote nicht nur die 

Aufwendungen für das vorliegende Verfahren ZA 21 29, sondern auch diejenigen für das Ver-

fahren ZA 21 30 und ZA 21 31 beinhalten. Allen drei Verfahren ist gemein, dass sich der Be-

rufungskläger gegen die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen (Kontakt- und Rayonver-

bot nach Art. 28a und Art. 28b ZGB sowie Eigentums- und Besitzesschutz nach Art. 641 Abs. 2 

ZGB und Art. 928 ZGB) wehrt. Da die jeweiligen Rechtsschriften der Berufungsbeklagten weit-

gehend identisch sind, ist es angezeigt, die genannte Honorarnote, wie von der Rechtsvertre-

terin beantragt, anteilsmässig auf die drei Verfahren aufzuteilen. Im Ergebnis verbleiben für 

das vorliegende Verfahren Parteikosten in der Höhe von Fr. 1'541.05 (Fr. 4'623.10 / 3).  

Der Berufungskläger ist zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten Fr. 1'541.05 (Honorar 

Fr. 1'389.15; 3% Spesenpauschale Fr. 41.70; 7.7% MWST Fr. 110.20) zu entschädigen.  

 

  

19│19 

Demgemäss erkennt das Obergericht: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. 

 

2.  Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens von Fr. 800.– gehen ausgangsgemäss zu 

Lasten des Berufungsklägers. Sie werden mit dem von ihm geleisteten Gerichtskosten-

vorschuss in gleicher Höhe verrechnet und sind bezahlt.  

 

3. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung von 

Fr. 1'541.05 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen. 

 

4.  [Zustellung]. 

- Rechtsanwalt Patrick Iten (2-fach; GU) 

- Rechtsanwältin Marie-Anne Dähler (2-fach; GU) 

- Kantonsgericht Nidwalden (Empfangsbescheinigung) 

- Gerichtskasse Nidwalden (Dispositiv) 

 

Stans, 24. März 2022 

OBERGERICHT NIDWALDEN 

Zivilabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Die Gerichtsschreiberin 

 

 

lic. iur. HSG Helene Reichmuth    Versand:    

 

 

Rechtmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen eingereicht werden (Art. 72 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG 

[Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110]). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; 

der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit 

die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.