# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a5024d6-2aa8-5a43-a9bf-ba4c1ec35be9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-12-20
**Language:** de
**Title:** Heilung Verletzung der Begründungspflicht. Nach Indikatorenprüfung auf Gutachten abstellen. Leistungseinschränkung von 20% aufgrund leichter depressiver Störung.
**Docket/Reference:** IV.2018.00776
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00776.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00776
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiberin Wantz
Urteil
vom
20. Dezember 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch TCL Treuhand & Versicherungen AG
Rautistrasse
33, 8047 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 19
62
geborene
X.___
,
ohne Berufsausbildung
, reiste im August 19
80
in die Schweiz ein und arbeitete zuletzt
vom
1.
August
2015
bis am 5. Januar 2016
an der Universität
Y.___
als Angestellter im Technischen Dienst in einem 90%-Pensum
(Urk
.
7/1
und Urk. 7/10
). Am
25. Mai 2016
(Eingangsdatum) meldete sich
der Versicherte
unter Hinweis auf
ein nicht entfernbares Aneurysma, Hepatitis B/Leberzirrhose und Depressionen
bei der Sozialversicherungsanstalt Zürich, IV-Stel
le, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/1
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse
zog
die IV-Stelle zunächst
einen Auszug
aus de
m individuellen Konto bei (Urk.
7
/
6
)
und holte Arztberichte (Urk. 7/8, Urk. 7/11-12 und Urk. 7/15) sowie einen Arbeitgeberbericht der Universität
Y.___
ein (Urk. 7/10). Mit Mit
teilung vom 28. Oktober 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/16).
Des Weiteren
forderte
die IV-Stelle bei der Pensionskasse BVK
das vertrauensärztliche
Gutach
ten von
Dr.
Z.___
, Spezialarzt für Allgemeine Medizin, vom 2
7.
Januar 2017
an
(Urk.
7/2
5
)
und holte die neusten
Berichte
der
behandelnden Ärzte ein (Urk.
7/27-28,
Urk.
7/32,
Urk.
7/35
und
Urk.
7/39
). Mit Mitteilung vom 9.
August 2017 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten
erneut mit, dass keine
Eingliede
rungs
massnahmen
möglich seien (Urk.
7/37).
In der Folge liess die IV-Stelle den Ver
sicherten
durch d
as
I
nstitut
A.___
pol
y
d
i
s
zi
plinär (allge
mein-internistisch, neurologisch, psychiatrisch und rheumatolo
gisc
h)
begutachten (
Expertise
vom
27
.
Februar
2018
, Urk.
7
/
50
).
Mit Vorbescheid vom
2
9.
März
2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des
Leis
tungs
begehren
s
in Aussicht
(Urk.
7/55
), wogegen er am
2.
Mai und 1
7.
Juli
2018
Einwände erhob (Urk.
7
/
59
und Urk.
7
/
65-66)
. Mit Verfügung vom
1
4.
August 2018
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch
(Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
3.
September 2018 Beschwerde und bean
tragte, ihm sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung rückwirkend ab dem 1. Mai 2017 eine unbefristete, ganze IV-Rente auszurichten, eventualiter sei die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklärungen, insbesondere psychiatrische Abklärungen
,
zurückzuweisen
(Urk.
1
und Urk.
3). Die Beschwerdegegnerin bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2018 die Abweisung der Be
schwer
de (Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. Oktober 2018 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.
4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Exper
te oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten,
welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutacht
en, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dass der Beschwerdeführer
nach umfassender medizinischer Untersuchung seit dem 1. Februar 2016 in seiner Arbeitsfähigkeit als Angestellter im technischen Dienst eingeschränkt sei. Es liege eine Einschränkung
in angestammte
n
und angepasste
n
Tätigkeit
en von
20
%
vor
.
Damit der Anspruch einer Invalidenrente jedoch en
t
stehen könne, müsse die durch
schnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres mindestens 40
% betra
gen.
Somit sei
k
ein Leistungsanspruch entstanden (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
dass die 20%-
ige
Leis
tungseinschränkung auf das psychiatrische
A.___
-Teilgutachten zurückgehe. Dieses stehe jedoch hinsichtlich der darin enthaltenen Diagnosen, deren Ausprägung und der damit einhergehenden Leistungseinschränkung im Widerspruch zu ver
schiedenen
Vorakten
. Zudem seien nicht sämtliche psychische Leiden erkannt und
hinlänglich gewürdigt worden.
Das psychiatrische Teilgutachten stehe in deutli
chem Widerspruch zum Austrittsbericht der Klinik
B.___
vom 2
0.
Juni 2017 sowie
zu
m Bericht von
Dr.
C.___
, Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psycho
the
rapie
,
vom
3.
Juli 201
8.
Somit vermochte d
er psychiatrische Teilgutachter die medi
zinischen Zusammenhänge während des kurzen Begutachtungstermins nicht einleuchtend darzulegen.
Die
Beurteilung sei nicht umfassend, da das Ausmass und de
r
Schweregrad der psychischen Be
einträchtigungen nicht h
ätt
e
n
erka
nnt werden können
.
Das Teilgutachten vermöge auch der vom
Bundesgericht
neuer
dings vorgeschriebenen
Indikatorenprüfung
nicht zu
genügen
. Darüber hinaus habe er diese Kritik bereits im
Einwandverfahren
vorgebracht
. Die Beschwerde
gegnerin habe sich jedoch in der angefochtenen Verfügung vom 14. August 2018 überhaupt nicht mit seinen Einwänden auseinandergesetzt
(
Urk. 2
)
.
3.
3.1
Zunächst ist - da formeller Natur (vgl. BGE 132 V
387 E. 5.1, 127 V 431 E. 3d/
aa
)
- auf die Rüge des Beschwerdeführers
,
die angefochtene Verfügung vom 14.  August
2018
(
Urk.
2) sei ungenügend begründet, da sie sich in keiner Weise mit seinen im
Vorbescheidve
rfahren
vorgebrachten Einwänden
auseinandersetze
, einzugehen (
Urk.
1 S.
6)
.
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachver
haltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung aus
drücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behau
ptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wes
entlichen Ge
sichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann ge
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden,
sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entschei
den
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Par
teien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1).
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des rechtlichen Gehörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Verfahrens
mängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen
allfällig angeho
benen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Hei
lungs
möglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betrof
fe
nen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche
Gewäh
rung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ers
atz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zugemutet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleich
gestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförder
lichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E.
2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.3
Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Vorbescheid vom 29. März 2018 (Urk. 7/
55
) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt hatte, machte der Be
sc
hwerdeführer
bereits
mit Einwand vom 1
7.
Juli 2018
(
Urk.
7/
66
)
den Inhalt der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 1-6)
geltend.
Daraufhin begründete die Beschwerde
geg
nerin ihre Entscheidung in der angefochtenen Verfügung vom 14. August 2018
nur äussert knapp
und setzt
e
sich
darin
mit
den hervorgebrachten
Ein
wän
den
gar nicht
auseinander
(
Urk.
2
vgl. auch E. 2.1
).
Es
ist deshalb nicht nachvollziehbar, gestützt auf welche Überlegungen die Beschwerdegegnerin auf
eine Leistungs
einschränkung von 20
% kommt und weshalb die Arbeitsunfähigkeit während eines
Jahres nicht durchschnittlich 4
0
% betragen hat und daher kein Renten
an
spruch entsteht
.
Hingegen
gibt das in den Akten enthaltene Feststellungsblatt für den Beschluss
vom 29. März 2018
bzw.
das Feststellungsblatt
Einwand
vom
14.
August
2018
Auskunft zu den Überlegungen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/54 und Urk.
7/68).
Dem Beschwerdeführer
, der die Akten bereits im Ver
waltungsverfahren beizog (
Urk.
7/56),
war es auf dieser Grundlage möglich, sein Anliegen im Beschwerdeverfahren sachgerecht vorzutragen, wobei das angeru
fene Sozialversicherungsgericht zudem über volle Kognition verfügt und sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl.
§
18a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
])
, weshalb der Mangel der Gehörs
ver
letzung vorliegend geheilt werden kann
.
Hiervon ging offensichtlich auch der Beschwerdeführer aus, verzichtete er doch auf einen Rückweisungsantrag zur Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl.
Urk.
1 S. 2).
Zu prüfen ist damit im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Versicherten zu Recht verneint hat.
4.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
14. August 2018
auf das interdisziplinäre Gutachten vom
8. März 2018
ab (
Urk.
7/
50
). Darin werden die bis zur Begutachtung des Beschwerdeführers aktenkundigen medizi
nischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
7/
50 S. 2-6
, S. 17 f. und S. 20 f.
), wes
halb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erfor
derlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4
.2
Dr.
D.___
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin,
Dr.
E.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
Dr.
F.___
, Facharzt für Neurologie
,
und
Dr.
G.___
, Facharzt für Rheuma
tologie
,
hielten im
A.___
-Gutachten vom
27. Februar
2018
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/
50 S. 23
):
-
Rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte Episode
,
ICD-10: F33.0
-
Inzidentelles Aneurysma der A.
commu
nicans
anterior
, ICD-10: I
67.10, ED 2012, im Verlauf laut Angabe grössenkonstant bis 11/2017
-
Medialbetonte
Gonarthrose rechts sowie Arthralgie Knie links
,
ICD-10: M17.0
-
Arthralgien von Fingergelenken unklarer Spezifität, ICD-10: M15.9
-
DD: Im Rahmen einer beginnenden Finger-Polyarthrose
-
Chronisch-rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, ICD-10: M54.5
Ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie folgendes:
-
Arterielle Hypertonie
,
ICD-10
: I
10
-
Chronische
s
Spannungstyp-Kopfweh
,
ICD-10
:
G44.2, aktuell Medikamen
tenübergebrauchs-Kopfweh
,
ICD-10: G44.4
-
Impulsive Persönlichkeitszüge
,
ICD-10: Z43.1
-
Status nach
Benzodiazepinabhängigkeit
,
ICD-10: 13.20
-
Psychologische Faktoren bei anders klassifizierten Krankheiten ICD-10: F54
-
Leberzirrhose Child-
Pugh
A bei nicht alkoholischer Fettlebererkrankung gemäss Unterlagen
:
-
Status nach Hepatitis B
-
Aktuelle normale Leberparameter bis auf leicht erhöhte GPT von 65,8
U/I (<41)
-
Splenomegalie
unklarer Ätiologie gemäss Unterlagen
,
ICD-10: R16.1
-
Verdacht auf
Thalassaemia
minor, ICD-10
:
D56.9
-
Hypochrome,
mikrozytäre
E
rythrozyten
-
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
,
ICD-10
:
G47.3
-
Prostatahyperplasie
,
ICD-10
:
M40
Dazu führten die Gutachter in der interdisziplinären Zusammenfassung aus, dass aus psychiatrischer Sicht die rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte
Episode, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
beeinflusse
. In den bishe
rigen Tätigkeiten sowie in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeits
un
fähigkeit von 20
%. Da der Beschwerdeführer etwas unruhig, nervös und leicht reizbar sei, seien Tätigkeiten zu bevorzugen, die er weitgehend selbst bestimme
n
und ohne grosse soziale Kontakte ausüben könne.
Aus neurologischer Sicht be
stehe aufgrund des inzidentellen Aneurysmas eine Arbeitsunfähigkeit für körper
liche Schwerarbeiten. Auch aus
rheumatologischer
Sicht seien körperlich schwere Tätigkeiten und Tätigkeiten mit starker
Rückenbelastung
aufgrund der Gon
arthrose recht
s
, der Arthralgien am linken Knie und an den Fingergelenken und des chronisch rezidivierenden
lumbovertebralen
Schmerzsyndroms ungeeignet. Für eine körperlich leichte bis intermittierend mittelschwer
e
Tätigkeit mit leichter bis intermittier
e
nder mittelstarker Rückenbelastung und ohne langes Stehen oder Gehen sei die Arbeitsfähigkeit nic
ht eingeschränkt. Aus allgemeininternistischer Sicht
lasse
sich keine weitere
Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit finden (
Urk.
7/50 S. 24).
Insgesamt könne somit aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeits- respektive Leis
tungsfähigkeit von 80% in körperlich l
e
ichten bis intermittierend mittelschweren, adaptierten Tätigkeiten festgestellt werden. Die
s
treffe auch auf die angestam
m
ten Tätigkeiten zu. Das Pensum könne mit leicht erhöhtem Pausenbedarf und leicht reduziertem Rendement
vollschichtig umgesetzt werden
. Aufgrund der anam
nestischen Angaben, den Untersuchungsbefunden, der vorliegenden Doku
mente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeit
könne eine
Einschränkung im erwähnten Ausmass ab Februar 2016 angenommen werden. Es bestünden rück
wirkend keine Hinweise dafür, dass der
Beschwerdeführer
während längerer Zeit jemals an einer mittelgradigen oder schweren depressiven Episode
gelitten habe
. Die Einschränkung bezüglich körperlicher Schwerarbeit bestehe seit der Diagnosestellung des Aneurysmas im November 201
2.
Z
wischen
der
Beurteilung und der Selbsteinschätzung des
B
eschwerdeführers,
welcher sich für gar nicht mehr arbeitsfähig halte
, bestehe eine Diskrepanz
. Ursächlich
dafür
seien in erster Linie
wahrscheinlich
invalidenversicherungsfremde Faktoren wie die
fehlende berufliche Ausbildung,
der schwierige Arbeitsmarkt und ein eventuell vorhan
de
ner sekundärer Krankheitsgewinn. Berufliche Massnahmen seien aufgrund der aus
geprägten subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung kaum durch
führbar und könnten daher nicht empfohlen werden (Urk. 7/50 S. 25).
4
.3
Dr.
C.___
hielt in ihrer Stellungnahme vom
3.
Juli 2018
zum
A.___
-Gutachten
zuhanden
des Anwalts
des Beschwerdeführers folgende Diagnosen fest (Urk.
7/
65
/
1
):
-
Anhaltende wahnhafte Störung, ICD-10: F22.0, hypochondrischer Natur
-
Differenzialdiagnose:
Schizophrenia
simplex
mit hypochondrischem Wahn
-
Rezidivierende depressive Störung
-
Aktuell mittelgradige depressive Episode,
ICD-10: F.33.10
-
Status nach Benzodiazepin-Abhängigkeit,
ICD-10
:
F41.0
-
Anamne
s
tisch Panikstörung,
ICD-10
:
F41.0
-
Als Kind Symptome kompatibel
mit einer ADHS,
ICD-10
: F90.0
-
Arterielle Hypertonie
-
Hirnaneurysma der A.
communicans
anterior
-
Thalassaemia
minor
-
Splenomegalie
-
Leberzirrhose
-
Schlafapnoe-Syndrom
-
Po
l
yarthrose
-
Prostatahyperplasie Stadium I
-
Chronisch Spannungskopfschmerzen
Sie
führte aus
, dass sich die wahnhafte Störung
des Beschwerdeführers
aus
den
um seine Gesundheit kreisenden Ängsten aufgebaut habe. Die Feststellung, wie sie i
m
A.___
-Gutachten
hervorgehoben worden sei, dass per se keine der gestellten organischen Diagnosen lebensbedrohlich oder akut sei, wirke auf den
Beschwer
deführer
nicht überzeugend. Er könne sich von den Sorgen um seine jeweiligen somatischen Beschwerden nicht mehr
distanzieren
, was einem hypochondrischen Wahn entspreche
. Die aktuelle Episode sei zudem nicht die erste depressive Epi
sode
,
unter der der Beschwerdeführer leide. Bereits im Gutachten von
Dr.
Z.___
vom 2
7.
Januar 2017 und im Bericht der Klinik
B.___
vom 2
0.
Juni 2017 sei die Diag
nose einer mittelgradigen depressiven Episode gestellt worden (
Urk.
7/65/
2-5
)
.
Die Medikation werde den chronisch immer w
echselnden Schlafstörungen des
Be
schwerdeführers
jeweils angepasst.
Abgesehen von diesem ungünstigen Schlaf
zustand sei
er
bereits lange arbeitslos und habe zu wenig Tagesstruktur. Die sich wandelnden Schlafstörungen stünden im Einklang mit seinem hypochondrischen Wahn. Zudem habe sich der Beschwerdeführer bemüht
,
während der Begutach
tung den bestmöglichen Eindruck zu erzielen
,
und habe ein Aktivitätsniveau vorgetäuscht, das bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht mehr vorhanden gewesen sei. Er schäme sich zuzugeben, dass er über f
a
st keine Eigeninitiative mehr verfüge. Leider habe sich der Zustand des
Beschwerdeführers
in den letzten Monaten
ziemlich verschlechtert. Im Moment sei der Besch
werdeführer nicht arbeitsfähig
(Urk. 7/65/5-6).
5
.
5
.1
Das
A.___
-Gutachten vom 8. März 2018 (
Urk.
7/50) beruht auf für die streitigen Belange umfassenden fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst
(
Urk.
7/
50 S. 2-6, S. 17 f. und S. 20 f.
)
. Die vor
handenen Arztberichte wurden sorgfältig gewürdigt (7/50 S. 9 und S. 14). Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten des Beschwerdeführers ausführlich auseinandergesetzt. Zudem haben sie
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Das Gutachten des
A.___
erfüllt daher die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweis
kräftig
e ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.5).
5
.2
Aus den Akten ergibt sich, dass der somatische Gesundheitszustand des Be
schw
er
deführers nicht umstritten ist
und die im
A.___
-Gutachten festgestellt Leistungs
einschränkung von 20
% auf das psychiatrische Teilgutachten zurückgeht
(
vgl. E.
4.2 und
Urk.
1 S. 3).
5.3
Aus psychiatrischer Sicht kritisierte d
er Beschwerdeführer
sodann
das Gutachten in verschiedener Hinsicht.
Er machte
unter and
e
rem geltend,
in Bezug auf
die Diagnose
n
müsse auf die Einschätzung von Dr.
C.___
im Bericht vom
3.
Juli 2018 (E. 4.3
) abgestellt werden. Gemäss Dr.
C.___
leide der Beschwerdeführer an einer wahnhaften Störung hypochondrischer Natur (ICD-10: F22.0) und einer
rezidivierenden mittelgradigen depressiven Störung
(ICD-10: F.32.1)
. Zudem stellte sie
die Verdachtsdiagnose eine
r
Schizophrenia
simplex
mit hypochon
dri
schem Wahn
und berichtete anamnestisch über eine Panikstörung
(
Urk.
1 S. 3).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
der psychiatrische Teilgutachter
sämtliche von
Dr.
C.___
erhobenen Befunde berücksichtigt
e
und in die
Beurteilung ein
fliessen liess
(
Urk.
7
/50 S. 3-6 und S. 14
). Der Umstand allein, dass behandelnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Meinung äussern, gibt nicht Anlass zu weiteren Abklärungen und vermag das Gutachten nicht in Frage zu stellen; anders würde es sich dann verhalten, wenn die behandelnden Ärzte konkrete objektiv fassbare Aspekte namhaft machen, die den ärztlichen Experten entgangen sind oder mit denen sie sich nicht befasst haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U 58/06 E. 2.2) – was vorliegend allerding
s
nicht der Fall ist.
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde schlüssig dargelegt,
dass beim Beschwerdeführer kein wahnhaftes Denken oder
Wahnvorstellungen
festgestellt werden konnten
. E
s
wurde jedoch
durchaus
anerkannt
, dass der Be
schwerdeführer sehr auf seine somat
ischen Erkrankungen fixiert ist und sich aus
seinen Sorgen
um die bestehenden körperlichen
Erkrankungen
, was nicht mit
Wahnvorstellungen gleichzusetz
en ist, schliesslich
ein
e depressive Störung ent
wickelt
e
.
In der Begutachtung
konnte
aber
nur ein leicht depressives Zustandsbild erk
a
nnt werden
(Urk.
7/50 S.
12)
.
Bezüglich
des
geäusserten Verdachts einer
Schizophrenia
simplex
mit hypochondrischem Wahn
gilt es darauf hinzuweisen, dass die
se
in keinem anderen Arztbericht bestätigt
wurde
. Durch die Äusserung
einer Verdachtsdiagnose wird der erforderliche Beweisgrad nicht erreicht, wes
halb
vorliegend nur schon unter diesem Aspekt nicht vom Vorliegen einer
Schizo
phrenia
simplex
ausgegangen werden kann
. Darüber hinaus fehlt es auch an einer Denk- oder Affekts
t
örung, was
gemäss dem psychiatrischen Teilgutachter
zwin
gend notwen
dig ist, um eine Störung aus dem
schizophrenen
Formenkreis
diag
nostizieren
zu können
(
Urk.
7/50
S. 14
)
.
Das erst auf Nachfrage vom Beschwer
deführer angegebene nur gelegentliche Stimmenhören (vgl.
Urk.
7/50 S. 11) ist nach dem psychiatrischen Teilgutachter ein normales psychologisches Phäno
men, welches 10 bis 15
% der Bevölkerung aufweist, wenn es nicht mit anderen Symptomen einer schizophrenen Erkrankung im Zusammenhang steht, was vor
liegend nicht der Fall ist (
Urk.
7/50 S. 13
).
Ferner berichtete der
Beschwerde
führer in der Begutachtung über keine Ängste (
Urk.
7/50 S.
12
). Der psychiatrische Teil
gutachter vermutet
daher
, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten Angstzu
stände
e
he
r von seinem
Benzodiazepinabus
us
herstamm
t
e
n
(
Urk.
7/50
S. 14).
Im Gesamten lassen Arztberichte der behandelnden Ärzte aber die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 k 170 E. 4) zu Tage treten und die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärzt
innen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die Ausführungen von
Dr.
C.___
vermögen
somit
das Gutachten entsprechend nicht
zu
entkräften.
5.4
Der Beschwerdeführer brachte weiter
vor,
dass
die Einschätzung des psy
chia
trischen Teilgutachters,
es bestünden
keine Hinweise
für das Vorliegen von mittel
gradigen oder schweren depressiven Episoden während einer längeren Zeit
,
in deutlichem Widerspruch zum Gutachten von
Dr.
Z.___
vom 2
7.
Januar 2017 und dem Austrittsbericht der Klinik
B.___
vom 2
0.
Juni 2017
stünden
. In Beiden
Berichten
sei
eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert
worden
(
Urk.
1 S.
4).
Dem ist entgegenzuhalten, dass der psychiatrische Teilgutachter seine abweichende Einschätzung im Gutachten ausführlich
und nachvollziehbar
be
gründete
(
Urk.
7/50 S. 14).
Ferner
enthalten die Akten keine Indizien
, welche die Behauptung des Beschwerdeführers sowie
diejenige
von
Dr.
C.___
, das
Akti
vitätsniveau sei
in der Begutachtung
wegen mangelnder Krankheitseinsicht vor
getäuscht worden,
stützen würde
n
.
Darüber hinaus stellen die Gerichte p
raxisge
mäss im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zu
kommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nach
träg
li
chen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis
). Demzufolge erscheint
vorliegend die Diagnose einer rezidivierenden mittelgradigen depressiven Stö
rung
nicht als überwiegend wahrscheinlich.
5.5
Auch die Kritik des Beschwerdeführers an der Dauer der
psychiatrischen Abklä
rung
(
Urk.
1 S. 5) vermag das psychiatrische Teilgutachten sowie dessen Schluss
folgerungen nicht in Zweifel zu ziehen. Denn es kommt gemäss der Recht
spre
chung des Bundesgerichts für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an. Massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Bun
desgerichtsurteil 8C_768/2011 vom
7.
Februar 2012 E. 5.3.2), was vorliegend der Fall ist (E. 5.1).
5.6
Zusammenfassend ist das Gutachten vom
8. März 2018
voll beweiskräftig. Von weiteren Abklärungen, wie vom Beschwerdeführer gefordert, sind keine zusätz
lichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswür
di
gung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinwiesen) zu verzichten ist.
Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einer 20
% Arbeitsunfähigkeit
seit dem 1. Februar 2016
ausging, was in der nachfolgenden Erwägung auch die bei der Prüfung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei sämtlichen psychi
schen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standortindikatoren bestätigen.
6.
6.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese
Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
6
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.3
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass
der Beschwerde
füh
rer an einer
rezidivierenden
leichten depressiven
Störung
leidet. Der Beschwer
deführer ist arbeitslos und befindet sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Er fühlt sich subjektiv nicht arbeitsfähig. All dies kann dazu beitragen, dass er sich durch seine Beschwerden mehr eingeschränkt fühlt, als dass es den objektivierbaren Befunden entspricht
(
Urk.
7/50 S. 15).
Der Beschwerdeführer befindet sich in regelmässiger psychiatrischer Behandlung (
Urk.
7/50 S. 9). Die Therapie ist gemäss dem psychiatrischen Teilgutachter als leg
e
artis
anzusehen. Allerdings sollte eine Reduktion der Psychopharmaka in Betracht gezogen werden, da der Beschwerdeführer 12 Stunden schläft und am Morgen noch müde
ist
. Auch bestehen keine weiteren Therapieoptionen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die ausgeprägte Krankheitsüberzeugung, nach der keine Arbeit mehr möglich ist, durch eine Psychotherapie wesentlich beeinflusst werden kann (
Urk.
7/50 S. 16)
.
Als Komorbidität zu berücksichtigen sind die verschiedenen
somatischen
Leiden, welche
beim Beschwerdeführer
zu einer
leichten
depressiven Störung geführt haben
(
Urk.
7/
50 S. 12
).
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es zu beachten, dass keine Persönlichkeitsstörung vorliegt.
Der Beschwerdeführer weist
lediglich impulsive
Persönlichkeitszüge
auf, welche jedoch
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers
nicht einschränken
(
Urk.
7/50 S.
13 und S.
15).
Des Weiteren
führt der Be
schwerdeführer bis auf die Wäsche und das Ein
kaufen den Haushalt selbständig und unternimmt t
äglich einen ca. zweistündigen Spaziergang (Urk.
7/50 S.
7 und S. 11
).
Als Ressourcen, die zum Komplex «sozialer Kontext» zählen, ist
die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Ehefrau
zu nennen
,
mit welcher er in einer
4-Zimme
rwohnung lebt und
von welcher er
starke Unterstützung erhält
. Sie
tele
foniert ihm täglich mehrmals. Mit seinen Familienangehörigen hat er auch regel
mässig telefonischen Kontakt.
Demgegenüber besteht
im Übrigen
aber
ein sozi
a
ler Rückzug (
Urk.
7/50 S. 11 und S. 16).
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der
«
Konsistenz
»
ist zunächst fest
zuhalten,
dass der Beschwerdeführer
vor
dem Hintergrund der invaliditäts
fremden Faktoren dazu tendiert, seine Beschwerden zu verdeutlichen (
Urk.
7/50 S. 15)
sowie zu dramatisieren (Urk. 7/50 S. 14)
.
Zudem bestehen genügend
Res
sourcen, welche eine Arbeitsfähigkeit begründen.
Der Beschwerdeführer erfährt viel Unterstützung von seiner Ehefrau
(
Urk.
7/50 S. 11 und S. 16)
, verfügt über einen
geregelten Tagesablauf
und
weist
ein hohes
Aktivitä
t
snieveau
aus
(
Urk.
7/50 S. 7 und S. 11).
Eine Gesamtschau über alle Indikatoren ergibt, dass die
vom psychiatrischen Teil
gutachter
postulierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 2
0
% in
den bis
herigen und angepassten Tätigkeiten
mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als plausibel erscheint.
7
.
Demnach liegt beim Beschwerdeführer seit dem
1.
Februar 2016 eine Leis
tungs
einschränkung von 20
% in bisherigen und angepassten Tätigkeiten vor, weshalb die Voraussetzungen für eine Invalidenrente nicht erfüllt sind (E. 1.2).
Die ange
fochtene Verfügung
,
erweist sich damit als rechtens.
Die Beschwerde
ist abzu
weisen
8
.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Ver
wei
ge
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetz
lichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
TCL Treuhand & Versicherungen AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstWantz