# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5cff9c8-ffd5-5a28-8528-8fe930bcfbe3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-12-14
**Language:** de
**Title:** Gestützt auf MEDAS-Gutachten in angepasster Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig. Rentenausschliessender Invaliditätsgrad gestützt auf einen Einkommensvergleich.
**Docket/Reference:** IV.2014.00652
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00652.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00652
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil
vom
14. Dezember 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Reto
Zanotelli
Schraner
& Partner Rechtsanwälte
Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1958, meldete sich am
9.
Oktober 2012 (Eingangsda
tum) unter Hinweis auf Rücken- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung ins Bein und Ellbogen- und Schulterschmerzen beidseits bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, insbesondere holte sie das polydisziplinäre Gutachten des
Y.___
vom 2
3.
Dezember 2013 (
Urk.
8/33) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
7.
März 2014,
Urk.
8/36;
Einwand vom
2.
Mai 2014,
Urk.
8/45) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Hiergegen erhob der
Versicherte
am 1
8.
Juni 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte, es sei die Verfügung aufzuheben und es sei ihm ab dem
1.
März 2013 eine Invalidenrente auszurichten. Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
August 2014 (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-52) schloss die
Beschwerde
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
9.
August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9). Am
3.
September 2014 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur Beschwerdeantwort (
Urk.
10), was der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom
4.
September 2014 (
Urk.
11) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) dafür, dass das
Valideneinkommen
gestützt auf den Durchschnittsverdienst der Jahre 2003-2006 (bereinigt um die Nominallohnentwicklung) festzusetzen sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer vollumfänglich zumutbar, das Invalideneinkommen sei damit gestützt auf die
Lohnstrukturer
hebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) für einen männlichen Hilfsarbeiter festzusetzen. Aufgrund der somatischen Einschränkungen sei ein Leiden
sabzug von 10
%
gerechtfertigt, so dass b
ei Gegenüberstellung der beiden
Vergleichs
einkommen
ein Invaliditätsgrad von 17
%
resultiere
.
1.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor (
Urk.
1), dass aufgrund aller behinderungsbedingten und individuellen Faktoren eine Anstel
lung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch unter einem unrealistisch grossen Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers denkbar sei. Das Finden eines entsprechenden Arbeitsplatzes erscheine zum Vornherein als ausgeschlossen, mithin bestehe keine Verwertbarkeit der verbliebenen medizi
nisch theoretischen Arbeitsfähigkeit (
Urk.
1 S. 5).
Auch unterscheide sich der im April 2014 von
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin Psychiatrie und Psycho
therapie FMH,
festgestellte psychopathologische Befund erheblich von demjeni
gen anlässlich der psychiatrischen
Y.___
-Untersuchung vom Oktober 201
3.
Ob anlässlich der
Y.___
-Untersuchung einzelne Symptome zum Befund nicht erkannt bzw. nicht geprüft worden
seien
oder ob einzelne Symptome erst
nach
träglich hinzugekommen seien
, könne offenbleiben. Beim Krankheitsbild des Beschwerdeführers sei eine invalidisierende Wirkung erstellt, da ein
chronifi
zierter
, von den psychosozialen Kausalitäten losgelöster und somit verselbstän
digter Gesundheitsschaden mit Beeinträchtigung der psychischen Integrität vor
liege. Mithin sei die durch das psychische Leiden bewirkte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40
%
in jeglicher Tätigkeit erstellt.
Das
Valideneinkommen
sei
gestützt auf den
zuletzt im Jahr 2007 in der langjäh
rig angestammten Berufstätigkeit als Bauarbeiter erzielte
n
Lohn
festzu
setzen
. Wäre von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen, so wäre ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen, so dass bei Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens ein Invaliditätsgrad von 61
%
resultiere (
Urk.
1 S. 6 f.).
1.3
In der
Beschwerdeantwort
(
Urk.
7)
hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass das
Y.___
Gutachten allen beweisrechtlichen Anforderungen genüge. Der
Arztbe
richt
von
Dr.
Z.___
vermöge an der
Y.___
Einschätzung nichts zu ändern.
Das
Valideneinkommen
sei gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE festzusetzen, da der Beschwerdefüh
r
er seine Stelle bei der
A.___
AG ohne Hin
weise auf gesundheitliche Gründe
im Jahr 2007
habe aufgeben müssen.
In der Zeit danach sei er arbeitslos oder in kurzen Anstellungen tätig gewesen, so dass dies
e Tätigkeiten
nicht für die Berechnung des
Valideneinkommens
herangezo
gen werden könn
t
e
n
. Auch sei die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit erstellt.
Vergleiche
man das gestützt auf die LSE festgesetzte
Valideneinkommen
im Baugewerbe (Baugewerbe
Ziff.
41-43, Männer, Anforderungsniveau 4) mit dem Invalideneinkommen ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 17
%
.
1.4
Der Beschwerdeführer hielt in seiner Stellu
ngnahme vom
3.
September 2014 (
Urk.
10) an den
Ausführungen
in
der Beschwerde fest und
machte geltend
, dass auf die Feststellungen und die Beurteilung von
Dr.
Z.___
abzustellen sei, wonach allein aufgrund des psychischen Leidens die Arbeitsfähigkeit in jegli
cher Tätigkeit um 40
%
eingeschränkt sei. Die als Verweistätigkeiten genannten Kontroll- und Überwachungsarbeiten würden eine geistige Beweglichkeit voraussetzen, über die der geistig sehr schwerfällige Beschwerdeführer nicht verfüge. Überdies seien sie in länger andauernder körperlicher Zwangshaltung zu verrichten, wozu der Beschwerdeführer aufgrund des Zumutbarkeitsprofils nicht imstande sei.
Bei Gegenüberstellung des in der Beschwerde geltend gemachten Invalideneinkommens und des in der Beschwerdeantwort zugestan
denen
Valideneinkommens
resultiere ein Invaliditätsgrad von 58
%
.
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die bis zur polydisziplinären Begutachtung aufliegenden Arztberichte wurden in der Expertise vom
2
3.
Dezember 2013
zusammengefasst (
Urk.
8/33 S. 2
ff.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2
3.2.1
Die begutachtenden Ärzte des
Y.___
hielten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/33 S. 37):
-
Chronisches
zervikozephales
und
zervikookzipitales
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
Degenerativen Halswirbelsäulen
(HWS)
-Veränderungen
-
Fehlhaltung mit Kopf- und
Schulterprotraktion
-
Foraminale
Stenosen C5 bis C7 linksbetont
-
MR-mässig keine Kompression neuraler Strukturen
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits mit/bei:
-
Degenerativen Veränderungen der mittleren und distalen
Lendenwir
belsäule
(LWS)
-
Flachbogigen Diskushernien ohne Beweis einer Kompression neuraler Strukturen
-
Myofaszialer
Dysbalance
-
Aktuell ohne neurologische Reiz- oder Ausfallsymptomatik
-
Ellbogenarthrose beidseits mit/bei:
-
Status nach Ellbogen-
Arhroskopie
mit
Débridement
und
Osteophyten
-Resektion links am
6.
Mai 2010
-
Status nach Ellbogen-Arthroskopie mit
Débridement
und
Osteophy
ten-Resektion
rechts am 1
3.
März 2009
-
Beginnende Gonarthrose beidseits mit/bei:
-
Status nach Teil-
Meniskektomie
rechts 1997
-
Status nach Teil-
Meniskektomie
links 2002
-
Leichtgradige
diabetische Polyneuropathie mit rein sensiblen peripheren Ausfällen
-
Chronisch-venöse Insuffizienz Grad II beidseits mit/bei:
-
Ausgeprägter
Varikosis
rechtsbetont mit
Crosse
-Insuffizienz und Magna-Stamm- und -Ast-
Varikosis
Hach Stadium IV rechts
-
Paravarikosis
Stadium III links
-
Status nach
Crossektomie
und Varizenstripping rechts 1997 und 2009
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie
-
Metabolisches Syndrom mit/bei:
-
Adipositas Grad I nach WHO (BMI von 34 kg/m
2
)
-
Insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2
-
Arterieller Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
Depressive Episode, gegenwärtig unter Therapie remittiert mit
Restsympto
matik
bis maximal
leichtgradig
ausgeprägt (ICD-10 F32.4 bis F32.0) bei psychosozialer Belastungssituation
-
Status nach Resektion eines
spinozellulären
Karzinoms im Bereich der lin
ken Unterlippe im Mai 2008
-
Status nach
Rektosigmoid
-Resektion wegen massiven
Anorektalprolaps
im Februar 1997
3.2.2
Die im Rahmen der aktuellen interdisziplinären Begutachtung durchgeführte allgemein-internistische Untersuchung ergebe das Bild eines eher klein gewachsenen, adipösen und
dekonditionierten
Beschwerdeführers in leicht reduziertem Allgemeinzustand. Bei einem aktuellen Body-Mass-Index von 34kg/m
2
entspreche sein Übergewicht einer Adipositas Grad I nach WHO. Als Folge davon habe er inzwischen das Vollbild eines metabolischen Syndroms entwickelt mit arterieller Hypertonie, insulinpflichtigem Diabetes mellitus und
Dyslipidämie
. Trotz der ausgebauten medikamentösen Behandlung und Insulin-Therapie seien seine Blutzucker- und HbA1c-Wert mässig gut eingestellt. Auch fänden sich im Rahmen der Begutachtung deutlich hypertone Blutdruckwerte. Hingegen fänden sich keine Hinweise für eine Links- oder
Rechtsherzinsuffizi
enz
und auch anamnestisch bestünden keine Hinweise für eine koronare Herz
krankheit. Das EKG zeige auch einen unauffälligen Erregungsablauf und die Lungenfunktionsprüfung ergebe normale dynamische und statische
Lungenvo
lumina
. Es bestehe eine ausgeprägte
Varikosis
crurum
, vor allem rechts, mit
Vena
-magna- und
Vena
-
parva
-Beteiligung und einer beginnenden chronisch-venösen Insuffizienz im Bereich der unteren Extremitäten, welche vor allem für rein stehende und gehende Berufe ungünstig sei. Ansonsten liessen sich au
s
internistischer Sicht keine Diagnosen stellen, die die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigen würden
(
Urk.
8/33 S. 42)
.
3.2.3
Aus rheumatologischer Sicht leide der Beschwerdeführer an einer degenerativen Mehretagen-Problematik. Die pathologischen Befunde im Bereiche der
Halswir
belsäule
, inkl. MRI-Aufnahme vom 1
1.
September 2013,
würden die Schmerzen im Hinterkopf und im Nacken mit gelegentlicher Ausstrahlung in die Oberarme gut erklären. Auch die gelegentlichen Kreuzschmerzen seien mit den mässig fortgeschrittenen degenerativen LWS-Veränderungen gut vereinbar. Die beid
seitigen Ellbogenschmerzen bei Status nach
Débridement
beidseits und aktueller mässig fortgeschrittener Arthrose seien eindeutig nachvollziehbar. Die Ellbo
gengelenke seien vermindert belastbar, was auch für die
arthrotischen
Kniege
lenke bei Status nach beidseitiger
Meniskektomie
gelte. Insgesamt
sei
der Bewe
gungsapparat, also die Wirbelsäule im HWS- und LWS-Bereich, aber auch die Gelenke, insbesondere beide Ellbogen und beide Kniegelenke, deutlich vermin
dert belastbar. Schmerzen bei längerem Stehen oder auch beim Heben schwerer Lasten und bei Arbeiten in gebückter Haltung seien nachvollziehbar
(
Urk.
8/33 S. 42)
.
3.2.4
Bei der neurologischen Untersuchung seien distal-symmetrische Sensibilitätsstö
rungen angegeben worden, welche in Zusammenschau mit den abgeschwächten Reflexen gut auf eine diabetische Polyneuropathie zurückzu
führen seien. Elektroneurographisch werde allerdings in der Neurologie des
B.___
ein unauffälliger Befund der Beinnerven angegeben, wobei die Untersuchungsdetails nicht aktenkundig seien. Auch die
Tiefensen
siblitätsstörung
mit Schwanken im
Rhomberg
-Stehversuch unter anamnesti
scher Angabe einer Gangunsicherheit seien gut mit einer diabetischen, klinisch ausschliesslich sensiblen Poly
neuropathie zu erklären. E
i
n
radikuläres
Ausfalls
muster
finde sich weder an den Armen noch an den Beinen in der neurologi
schen Untersuchung. Insbesondere seien die kernspintomographisch möglicher
weise irritierten Wurze
l
n bezüglich der sensiblen und motorischen Funktionen klinisch nicht betroffen gewesen. Aus fachneurologischer Sicht sei die Arbeits
fähigkeit durch die degenerativen Wirbelsäulenveränderungen mit dem chroni
schen
zervikozephalen
und lumbalen Schmerzsyndrom sowie durch die gering ausgeprägte, deutlich sensibel betonte, am ehesten diabetisch bedingte
Poly
neuropathie
qualitativ beeinträchtigt
(
Urk.
8/33 S. 42 f.)
.
3.2.5
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Exploration könne eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung ausgeschlossen werden, zumal die Schmerzen durch die objektivierbaren Befunde am Bewegungsapparat vollumfänglich erklärt werden könnten. Auch fänden
sich kaum mehr depressive Sympt
ome. Nach ICD-10 seien maximal die diagnostischen Kriterien für eine leichte depressive Episode erfüllt, insofern dass der Beschwerdeführer über weite Teile des Untersuchungsgesprächs eine depressive Stimmung gezeigt habe, seine a
f
fektive Schwingungsfähigkeit dabei eingeschränkt gewesen sei, ein Verlust des Selbstwertgefühl
s
vorläge und auch unangemessene Schuldgefühle mitge
teilt würden. Der Beschwerdeführer berichte auch über
Konzentrationsstörun
gen
, die sich allerdings im Untersuchungsgespräch nicht abgebildet hätten, so dass sie nicht deutlich ausgeprägt sein könnten. Ein Interesse- oder Freudverlust sei zum Teil vorhanden, so dass sich der Beschwerdeführer nicht mehr so freuen könne wie früher. So wären folglich fünf Symptome, allerdings nicht voll aus
geprägt, erfüllt. Von der Kategorie B müssten mindestens 2 von den angegebe
nen 3 Symptomen erfüllt sein, was beim Beschwerdeführer nur grenzwertig vorgelegen habe.
In der Hamilton-Depressionsskala erreiche er neun Punkte (leichte Depression 10 bis 20 Punkte), so dass auch hier ein grenzwertiges Ergebnis vorliege. Diese depressive (Rest-)Symptomatik habe allerdings keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Vielmehr wäre es aus psychiatrischer Sicht sehr wichtig für den Beschwerdeführer, durch eine Arbeitsstelle wieder eine Tagesstruktur zu erfahren, da er dann soziale Kontakte wieder besser wahrnehme könnte, über mehr finanzielle Mittel verfügen würde und sich ein Arbeitsplatz sicherlich auch positiv auf das Selbstwertgefühl auswirken würde (
Urk.
8/33 S. 43)
3.2.6
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei der Beschwerdeführer aufgrund der fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen im Bereiche der HWS, der LWS, beider Knie- und Ellbogenge
lenke als Arbeiter auf dem Bau und auch als Fassadenmaler definitiv nicht mehr arbeitsfähig. In einer dem Leiden angepassten, körperlich leichten Tätigkeit in Wechselposition, vorwiegend sitzend und nicht allzu lange stehend (wegen der
Varikosis
), ohne Heben schwerer Lasten über 5 kg sowie nicht repetitiv in gebückter Haltung (wegen seiner HWS und LWS), ohne häufiges Treppensteigen (wegen der Kniegelenke) und ohne Arbeiten auf Leitern, Gerüsten oder Dächern wegen der Sturzgefahr (aufgrund seiner peripheren Polyneuropathie) sei er aus interdisziplinärer Sicht medizinisch-theoretisch zu 100
%
arbeitsfähig. Eine psy
chiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liege nicht vor (
Urk.
8/33 S. 44).
3.3
Dr.
Z.___
behandelt den Beschwerdeführer seit dem 1
8.
Oktober 2011, zu Beginn jeweils wöchentlich, zuletzt in zwei- bis dreiwöchigen Abständen. In ihrem zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers erstellten
Arztbe
richt
über die Untersuchung vom 2
8.
April 2014 (
Urk.
3)
hielt
sie
zusammen
fassend fest, dass beim Beschwerdeführer klinisch ein chronisches
Schmerzsyn
drom
in der Folge von diversen degenerativen Veränderungen in der Wirbel
säule, Ellbogen- und Kniegelenken, wie auch ein depressives Zustandsbild mit Schuld- und Insuffizienzgefühlen, Störung des Antriebs, der Psychomotorik, der Konzentratio
n und Zukunftsangst sowie
Lebensüberdruss als Folge einer anhaltenden Schmerzverarbeitungsstörung und einer leichten bis mittelgradigen depressiven Störung bestehe. Die langwierigen Beschwerden verbunden mit konstanten Schmerzen und die damit verbundenen Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten hätten beim Beschwerdeführer, der sich seit je durch seine Leistungen und Verantwortung definiert habe, zu
r
Bildung des oben beschrie
benen Zustandsbildes geführt. Klinisch und fremdanamnestisch bestünden keine Hinweise für Simulation im Sinne einer primären, intentionalen
Rentenbegehr
lichkeit
. Die Art der subjektiven Beschwerdebezeichnung entspreche der
Psy
chodyn
amik
des Krankheitsgeschehens und d
ie oben beschriebenen
Krank
heitssymptome
würden angemessen und glaubhaft dargestellt. Die Erkrankun
gen, sowohl die psychiatrischen als auch die somatischen, hätten sich mittler
weile
chronifiziert
. Beide Symptombereiche unterstützten sich gegenseitig und verunmöglichten die Entwicklung neuer, gesunder Lebensstrategien (es bestün
den wissenschaftlich belegte Studien, die die gegenseitigen negativen Beein
flussungen
beider Erkrankungen belegten) und e
s würden alle medizinischen Massnahmen ausgeschöpft, die seine Arbeitsfähigkeit verbessern könnten. Die Prognose sei aber vor allem auch aufgrund der deutlich ausgeprägten
Krank
heits
- und Behinderungsüberzeugung ungünstig (somit sei auch eine berufliche Wiedereingliederung kaum denkbar). Aus oben beschriebenen Gründen (
Chro
nifizierung
s
e
iner Erkrankungen, wie auch bestehende Co-Morbidität)
bestehe beim Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (so sei diese auch im Bericht vom 2
2.
März 2013 gemeint). Rein aus psychiatrischer Sicht beschränke sie sich auf 40
%
.
4.
4.1
Das
interdisziplinäre
Gutachten
der
Y.___
vom
2
3.
Dezember 2013
erfüllt sämtli
che rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
2.4
)
.
Es beruht auf
für die streitigen Belange
fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (
Urk.
8/33 S. 15
ff.
;
Urk.
8/33 S. 22 ff.;
Urk.
8/33 S. 27 ff.;
Urk.
8/33 S. 30 ff.
) und wurde in Kennt
nis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
8/33 S. 2
ff.) abgegeben. Es würdigt die vor
ha
ndenen Arztberichte sorgfältig,
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gut
achten ist schlüssig.
Der Beschwerdeführer hielt dafür, es sei gestützt auf den Arztbericht von
Dr.
Z.___
von einer psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit in Höhe von 40
%
auszugehen und nicht auf das Gutachten der
Y.___
abzustellen. Dem ist entgegenzuhalten, dass die
begutachtenden Fachärzte
in der interdisziplinä
ren Beurteilung dargelegt haben, dass die objektivierbaren Befunde am Bewe
gungsapparat die Schmerzen vollumfänglich erklären würden und entsprechend keine
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert werden könne (
Urk.
8/33
S.
47). Die gegenteilige Beurteilung
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
Z.___
(vgl.
Urk.
3 S. 3) vermag die interdisziplinäre Einschätzung der Objektivierbar
keit der Schmerzen nicht zu entkräften. Auch
ist
i
n Bezug auf Berichte von
behandelnden Arztpersonen auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Zusammenfassend ist gestützt auf das
Y.___
Gutachten von einer vollumfängli
chen Arbeitsfähigkeit in einer a
ngepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.2.6
) auszugehen.
4.2
Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, dass seine Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei.
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfä
higkeit sei unverwertbar.
So geht die Gerichtspraxis etwa davon aus, dass gar für funktionell Einarmige auf diesem Arbeitsmarkt genügend realistische
Betäti
gungsmöglichkeiten
bestehen, oder dass selbst ein auf 25 % beschränktes Pen
sum verwertbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_724/2012 vom
8.
Januar 2013 E. 4.3 mit Hinweisen und 8C_489/2007 vom 28. Dezember 2007 E. 4.1).
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist in denjenigen Fällen anzuneh
men, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C 485/2014 vom 28. November 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer ist in einer
körperlich leichten Tätigkeit in
Wechselposi
tion
, vorwiegend sitzend und nicht allzu l
ange stehend
, ohne Heben schwerer Lasten über 5 kg sowie nicht repetitiv in gebückter
Haltung
, ohne häufiges Treppensteigen und ohne Arbeiten auf Leitern, Gerüsten oder Dächern wegen der Sturzgefahr zu 100
%
arbeitsfähig. Das Belastungsprofil
erlaubt dem Beschwerdeführer Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten und
ist somit nicht derart eingeschränkt, dass der aus
geglichene Arbeitsmarkt eine
ihm
zumutbare Tätigkeit nicht kennen würde oder das Finden einer entsprechenden Stelle von einem nicht realistischen Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge
bers abhängig wäre.
Dem Beschwerdeführer ist es
demnach
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumutbar, seine Restarbeitsfähigkeit vollumfänglich zu ver
werten.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der in
qualititativer
Hinsicht ein
geschränkten Arbeitsfähigkeit.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypotheti
schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl
lige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum
Verfü
gungserlass
respektive bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Verwaltung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob allenfalls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzufüh
ren (BGE 129 V 222 E. 4.2 in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts
I
156/02 vom 26. Mai 2003).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden
zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.1.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.2
Ein Rentenanspruch entsteht frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruches (
Art.
29 IVG).
Der Beschwerdeführer meldete sich im Oktober 2012 bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an. Demnach hätte
er
frühestens ab April 2013 einen allfälligen Rentenanspruch, womit das Jahr 2013 den massgeblichen Vergleichszeitpunkt
für den Einkommensvergleich
darstellt.
5.3
Der Beschwerdeführer arbei
tete
von 1987 bis 2007 im gleichen B
augeschäft
.
Ab dem Jahr 2007 hatte er wechselnde Arbeitsstellen
und war zeitweise arbeitslos (Auszug aus dem individuellen Konto vom 2
4.
Oktober 2012,
Urk.
8/7).
Der Beschwerdeführer führte diesbezüglich aus, er habe 20 Jahre lang im Hoch
bau gearbeitet
,
bis die Firma 2007 in Konkurs geraten sei (
Urk.
8/33 S. 15). Die begutachtenden Ärzte hielten dafür, dass retrospektiv mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden könne, dass die rein somatisch bedingten qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit späte
stens seit 2010 (respektive
n
ach der
2.
Ellbogenoperation bzw. Beginn der Rückenschmer
zen) bestünden. Aufgrund der psychosozialen Belastungsfaktoren scheine es nach der Kündigung im Jahr 2007 zu einer Entwicklung von depressiven Symptomen gekommen zu sein (
Urk.
8/33 S. 44).
Aufgrund des Konkurses des ehemaligen Arbeitgebers als auch der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst später entstandenen gesundheitlichen Einschränkungen
ist mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer die Arbeitsstelle beim langjährigen Arbeitgeber nicht aus gesundheitlichen
sondern infolge invaliden
versicherungsrechtlich unbeachtliche
r Gründe
aufgab
. Die weiteren
Arbeitsein
s
ätze
waren nicht von Dauer, so dass
für die Festsetzung des
Valideneinkom
mens
auf die
Tabellenlöhne der LSE abzustellen
ist
.
Aufgrund der langjährigen Tätigkeit im Baugewerbe, zuerst während 20 Jahren im Hochbau, später als Fassadenmaler, ist der Lohn für Männer für das
Anfor
derungsniveau
4 im Baugewerbe in Höhe von
Fr.
5‘310.-- heranzuziehen (
LSE 2010
TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht [1/2] - Privater Sektor,
Ziff.
41-43 Baugewerbe). Bereinigt um die Nominallohnentwicklung für Männer im Baugewerbe/Bau (T
1.1.10, Nominallohnindex
, Männer, 2011-2014, Stand
2010 = 100; Stand 2013 = 102.3) s
owie um die wöchentliche A
rbeitszeit
(
T 03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Ziff.
41-43 Baugewerbe/Bau) resultiert ein massgebliches
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
67‘630.-- (
Fr.
5‘310.-- : 100 x 102.3 : 40 x 41.5 x 12) für das Jahr 201
3.
5.4
Für das Invalideneinkommen ist der Tabellenlohn für männliche Hilfsarbeiter in Höhe von
Fr.
4‘901.-- heranzuziehen (
TA1, Monatlicher Bruttolohn [
Zentral
wert
] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht [1/2] - Privater Sektor,
Total, Anforderungsniveau 4). Bereinigt um die Nominallohnentwicklung
(T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2014,
Total
Stand 2010 = 100; Stand 2013 = 10
2.5) sowie
die wöchentliche
Arbeits
zeit
(T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilun
gen
in Stunden pro Woche,
Total, 41.7 Stunden/Woche) resultiert ein
Invaliden
einkommen
in Höhe von
Fr.
62‘844.30
(
Fr.
4‘901.
-- :
40 x 41.7 : 100 x 102.5 x 12)
für das Jahr 201
3.
Der Beschwerdeführer verrichtete über Jahre Schwerstarbeit auf dem Bau. Gestützt auf die in qualitativer Hinsicht zwar eingeschränkte aber in quantitati
ver Hinsicht immer noch vollumfängliche Arbeitsfähigkeit sowie unter Berück
sichtigung der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale ist ein
Lei
densabzug
in Höhe von 10
%
angemessen. Damit resultiert ein anrechenbares Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
56‘559.90 (62‘844.30 x 0.9).
5.5
Stellt man das
Valideneinkommen
dem Invalideneinkommen gegenüber resul
tiert eine Erwerbseinbusse in Höhe von
Fr.
11‘070.10 (
Fr.
67‘630.-- - 56‘559.90), was einem Invaliditätsgrad von rund 16
%
(
Fr.
11‘070.10 :
Fr. 67‘630.--) ent
spricht.
Vollständigkeitshalber ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei einem
Leidensab
zug
von 25
%
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad in Höhe von rund 30
%
resultieren würde (
Valideneinkommen
= 67‘630.--; Invalideneinkommen = 62‘844.30 x 0.75 =
Fr.
47‘133.20; Erwerbseinbusse = Fr
. 67‘630.-- -
Fr.
47‘133.20 =
Fr.
20‘496.80; Invaliditätsgrad =
Fr.
20‘496.80 :
Fr.
67‘630.-- ).
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
6
.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Reto
Zanotelli
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei s
ie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler