# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ec98840-3a66-5ca7-93b8-1abe78f28e9a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-11-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 13.11.2002 BK 2002 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2002-56_2002-11-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 13. November 2002 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 02 56

Entscheid
Beschwerdekammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer und Rehli, Aktuarin ad hoc 
Honegger Droll.

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des M. B., D., M., Beschwerdeführer, 

gegen

die Ablehnungsverfügung des Kreispräsidenten Oberengadin vom 20. September 
2002, mitgeteilt am 3. Oktober 2002, in Sachen gegen C. C., V., C., Beschwerde-
gegner,

betreffend Verkehrsregelverletzung

hat sich ergeben:

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A. Am 18. Juli 2002, um 12.45 Uhr, fuhr Gemeindepolizist C. C. von der 
Gemeinde C. mit dem Personenwagen der Marke M., Nr. mit einem Sachtransport-
anhänger über die V. von C. in Richtung S.. Mit zirka 30 bis 40 km/h näherte er sich 
dem Engpass beim Hotel S.. Als er sich praktisch im Engpass befand, sah er aus 
der Gegenrichtung den von M. B. gelenkten Bus der Marke N., Nr., entgegenkom-
men. M. B. betätigte die Lichthupe. Auf das hin hielt Gemeindepolizist C. C., welcher 
sich mittlerweile mit dem Anhängergespann bereits im Engpass befand, ganz rechts 
am Strassenrand an. Nachdem sein Anhängergespann bereits stand, hielt auch M. 
B. an. C. C. wies sich gegenüber M. B. als Gemeindepolizist aus. Zwischen den 
Beiden kam es zu einer Diskussion, worauf Gemeindepolizist C. C. M. B. auffor-
derte, den Führerausweis zu zeigen, was dieser verweigerte. Im Anschluss daran 
fotografierte Gemeindepolizist C. C. die Situation. Dasselbe tat auch M. B., bevor er 
mit dem Bus weiter in Richtung Kreisel fuhr.

Auf Grund dieses Ereignisses erstattete Gemeindepolizist C. C. gegen M. B. bei der 
Kantonspolizei Graubünden in S. Strafanzeige wegen Widerhandlung gegen Art. 99 
Ziff. 3bis SVG. Ausserdem reichte er Strafantrag wegen Beschimpfung gegen M. B. 
ein. In der Folge wurde gegen M. B. vor Kreisamt Oberengadin ein Verfahren wegen 
Verletzung von Verkehrsregeln eröffnet.

B. In seiner Stellungnahme vom 20. September 2002 macht M. B. gel-
tend, nicht er, sondern Gemeindepolizist C. C. habe sich regelwidrig verhalten. Als 
Lenker eines Personenwagens sei Gemeindepolizist C. C. gegenüber dem Bus vor-
trittsbelastet gewesen. Der Genannte habe den Vortritt missachtet und sei ohne die 
Geschwindigkeit zu reduzieren in den Engpass gefahren. Er - so M. B. - habe das 
Fernlicht eingeschaltet, um Gemeindepolizist C. C. zu signalisieren, dass er als 
Chauffeur des Linienbusses den Vortritt beanspruche. Sein Verhalten sei unter den 
obwaltenden Verhältnissen angemessen und rechtens gewesen. Wer Vortritt habe, 
dürfe diesen beanspruchen und auf sich aufmerksam machen, wenn ein anderer 
Verkehrsteilnehmer sich falsch verhalte. Seiner Ansicht nach hätte Gemeindepoli-
zist C. C. für weitere Abklärungen die Kantonspolizei Graubünden beiziehen müs-
sen. Die Anordnung von Gemeindepolizist C. C., den Führerausweis zu zeigen, hält 
M. B. für reine Schikane. Damit habe ihn Gemeindepolizist C. C. einschüchtern wol-
len mit dem Ziel, vom eigenen grobfahrlässigen Verhalten abzulenken. Seine Fahr-
weise sei korrekt gewesen. Dies ergebe sich aus der Tatsache, dass er noch in der 
Lage gewesen sei, knapp vor den Engpass anzuhalten. Im weiteren wird auf die 
Fotos sowie auf den Zeugen C. L. verwiesen. 

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C. Mit Verfügung vom 20. September 2002, mitgeteilt am 3. Oktober 
2002, lehnte der Kreispräsident Oberengadin die Eröffnung einer Strafuntersuchung 
ab. Der Entscheid wurde im wesentlichen damit begründet, dass C. C. gemäss Art. 
9 Abs. 2 VRV vortrittsberechtigt gewesen sei, nachdem er einen Anhängerzug ge-
fahren habe. Für Führer von Linienbussen im öffentlichen Verkehr würden keine 
Sonderbestimmungen gelten. So habe sich nicht C. C. sondern M. B., welcher ein 
Vortrittsrecht zu erzwingen versucht habe, das ihm nicht zugestanden sei, verkehrs-
regelwidrig verhalten. Nicht erkennbar sei sodann, inwiefern sich C. C. des Amts-
missbrauchs schuldig gemacht haben soll. Er sei im Rahmen seiner Amtsausübung 
befugt, das Vorweisen des Führerausweises zu verlangen.

D. Dagegen erhob M. B. am 12. Oktober 2002 strafrechtliche Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden mit dem 
sinngemässen Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Verur-
teilung von C. C. wegen Missachtung des Vortritts, Schikanebremsung, Nötigung 
und vorsätzlicher falscher Anschuldigung.

Mit Schreiben vom 21. Oktober 2002 verzichtete der Kreispräsident Oberen-
gadin unter Hinweis auf die Ablehnungsverfügung auf die Einreichung einer schrift-
lichen Stellungnahme. 

In seiner Vernehmlassung vom 31. Oktober 2002 beantragte C. C. die Ab-
weisung der Beschwerde.

Auf die Begründung der Anträge sowie auf die Erwägungen in der angefoch-
tenen Verfügung wird, soweit erforderlich, im folgenden eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Untersuchungshandlungen und gegen Ablehnungs- und Ein-
stellungsverfügungen des Kreispräsidenten und des Bezirksgerichtspräsidenten 
kann bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes Beschwerde geführt wer-
den (Art. 176a StPO). Zur Beschwerdeführung ist dabei berechtigt, wer durch den 
angefochtenen Entscheid berührt ist (zu dessen Gegenstand in einem besonders 
nahen Verhältnis steht) und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung gel-
tend macht (Art. 139 Abs. 1 Satz 1 StPO). Diese Voraussetzungen sind vor allem 
beim Geschädigten erfüllt, der sich gegen Ablehnungs- und Einstellungsverfügun-
gen wehren will; er wird denn auch vom Gesetz ausdrücklich zur Beschwerde befugt 

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erklärt (Art. 139 Abs. 1 Satz 2 StPO). Gemeint ist der unmittelbar Geschädigte, üb-
licherweise der Träger jenes Rechtsgutes, dessen (angebliche) Verletzung oder Ge-
fährdung Gegenstand einer Strafverfolgung bilden soll. Beschwerdeführer im vor-
liegenden Fall ist der durch die C. C. vorgeworfenen Verkehrsregelverletzung und 
Nötigung betroffene M. B.. Er ist demnach zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf 
seine rechtzeitig und formgerecht eingereichte Beschwerde ist indessen lediglich 
insoweit einzutreten, als er mit der Beschwerde die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung beantragt. Der Beschwerdekammer ist es nämlich durch Gutheissung 
einer Beschwerde nicht möglich, den Kreispräsidenten anzuweisen, Anklage zu er-
heben, was der Beschwerdeführer mit seinem Antrag um Schuldigsprechung sinn-
gemäss verlangt. Bei Aufhebung einer angefochtenen Ablehnungsverfügung durch 
die Beschwerdekammer hat der Kreispräsident nach ergänzter Untersuchung in ei-
gener Kompetenz erneut zu entscheiden, ob anzuklagen, einzustellen oder die Stra-
funtersuchung wieder abzulehnen ist (Dr.iur. Willy Padrutt, Kommentar zur Strafpro-
zessordnung des Kantons Graubünden, Chur 1996, N 2.1 zu Art. 138). Auf das sinn-
gemässe Begehren um Anweisung des Kreispräsidenten zur Anklageerhebung 
kann damit nicht eingetreten werden. 

2. Für den Umfang der Kognition gilt Art. 138 StPO. Gemäss Art. 138 
StPO kann die Beschwerdekammer angefochtene Ablehnungsverfügungen nicht 
nur auf Rechtswidrigkeit sondern auch auf Unangemessenheit überprüfen. Dass ihr 
das Gesetz also ausdrücklich eine Ermessenskontrolle einräumt, erlaubt ihr aller-
dings nicht ohne weiteres, ihr Ermessen anstelle jenes des Kreispräsidenten zu set-
zen. Vielmehr rechtfertigt sich ein Eingreifen nur, wenn sich dessen Verfügung nicht 
mit triftigen Gründen vertreten lässt. Eine Ablehnungsverfügung ist dann angemes-
sen und hält der umschriebenen Kontrolle stand, wenn zum voraus feststeht, dass 
zufolge tatsächlicher oder rechtlicher Mängel überhaupt kein Delikt vorliegt oder es 
an wesentlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung fehlt oder eine geltend ge-
machte Tat zwar unter Strafe gestellt ist, es aber offensichtlich an einem hinreichen-
den Verdacht fehlt (PKG 1995 Nr. 47). Dabei muss klar sein, dass der zu beurtei-
lende Sachverhalt aller Wahrscheinlichkeit nach für eine Anklage nicht ausreichen 
wird und zudem keine neuen Beweismittel ersichtlich sind, die das Beweisergebnis 
massgeblich beeinflussen könnten (PKG 1995 Nr. 45). 

Die eben dargelegten Kriterien sind inhaltlicher und nicht formaler Natur; sie 
können deshalb nicht rein schematisch gehandhabt werden. Notwendig ist eine 
sachlich begründbare Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsresultat in zwei-
facher Hinsicht. Zum einen sind die vorliegenden Beweise zu werten. Nur wenn eine 

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Gesamtwürdigung der Beweise zur nachvollziehbaren Schlussfolgerung führt, dass 
keine strafbare und verfolgbare Handlung vorliegt, ist eine Ablehnung der Strafun-
tersuchung gerechtfertigt. Als zweites kumulativ notwendiges Element setzt die Ab-
lehnung der Untersuchung voraus, dass die Verfügung überhaupt auf einem ent-
scheidungsreifen Beweisergebnis beruht. Dies ist dann der Fall, wenn keine konkret 
zu erhebenden Beweismittel erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn 
beeinflussen könnten.

3. An weiteren Beweiserhebungen beantragt der Beschwerdeführer die 
Durchführung eines Augenscheins verbunden mit einer Tatrekonstruktion sowie die 
Befragung von C. L. als Zeugen. Die Örtlichkeit und der Stand beider Fahrzeuge, 
nachdem sie angehalten worden waren, wurden durch die Parteien mittels Fotos 
gesichert. Auf der Fotodokumentation ist der fragliche Engpass bei der C. deutlich 
erkennbar. Die Fotodokumentation gibt ein hinreichendes Bild der örtlichen Situa-
tion und des Endstandes der beiden Fahrzeuge. Ein Augenschein und eine Tatre-
konstruktion vermögen somit keine urteilsrelevanten Aufschlüsse mehr zu erteilen. 
Eine Nachstellung der Situation, wie sie der Beschwerdeführer fordert, lässt aber 
auch deshalb keine neuen Erkenntnisse erwarten, weil sich die Parteien nicht darü-
ber einig sind, wer als erster auf den Engpass zugefahren ist. Eine Tatrekonstruktion 
ist nur dann von Nutzen, wenn sich die Aussagen der Beteiligten über den Ablauf 
des Geschehens decken. Nicht erkennbar und auch nicht näher begründet ist fer-
ner, inwiefern die Befragung von C. L. als Zeuge neue Gesichtspunkte einbringen 
soll. C. L. wurde durch die Kantonspolizei Graubünden telefonisch als Auskunfts-
person befragt. C. L. hatte dabei angegeben, anlässlich des Vorfalls in der Mitte des 
Busses gesessen zu sein. Er habe registriert, wie der Bus in C. angehalten habe. 
Es habe sich dabei nicht um eine übermässige Bremsung gehandelt, die aufgefallen 
wäre. C. L. gab weiter an, dass er mitverfolgen konnte, wie sich der Buschauffeur 
mit einem Polizisten über das Vortrittsrecht gestritten habe. Er sei jedoch auf seinem 
Platz sitzen geblieben, weshalb er nicht angeben könne, ob der Buschauffeur am 
Polizeifahrzeug vorbeigekommen wäre. Er habe nach dem Vorfall dem Buschauf-
feur erklärt, dass dieser sich zu Recht gewehrt habe und sich nicht alles von diesem 
Polizisten gefallen lassen habe. Aus der Aussage von C. L. als Auskunftsperson 
wird deutlich, dass dieser keine Angaben über den Geschehensablauf respektive 
darüber machen kann, welches der beiden Fahrzeuge zuerst auf den Engpass zu-
gefahren ist. Er sass in der Mitte des Busses und bekam lediglich die Auseinander-
setzung der beiden Fahrer mit, nachdem die Fahrzeuge bereits angehalten worden 
waren. Es ist nicht ersichtlich, weshalb C. L. heute mehr Aufschlüsse über den Vor-
fall geben könnte. Kommt hinzu, dass der Vorfall schon einige Zeit zurückliegt und 

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die genauen Wahrnehmungen in der Erinnerung von C. L. etwas verblasst sein dürf-
ten. Die Beweisanträge auf Durchführung eines Augenscheins mit Nachstellung der 
Situation und auf Einvernahme von C. L. als Zeugen sind, da sie keine urteilsrele-
vanten Aufschlüsse mehr zu erteilen vermögen, abzuweisen. Mit den Aussagen der 
Beteiligten und der die Örtlichkeit wiedergebenden Fotodokumentation erachtet das 
Gericht zudem den rechtlich relevanten Sachverhalt als genügend geklärt, wie im 
Nachfolgenden zu zeigen sein wird.

4. Der zu beurteilende Sachverhalt wird von C. C. einerseits und M. B. 
andererseits nicht derart verschieden geschildert. M. B. deponierte bei der Kantons-
polizei Graubünden, dass er, als er mit dem Linienbus S. - C. in C. auf den Engpass 
C. zugefahren sei, auf der Gegenfahrbahn einen Polizeiwagen herannahen gese-
hen habe. Er habe gesehen, dass der Lenker des Polizeifahrzeuges nicht abge-
bremst habe, sondern ungebremst durch den Engpass fahren wollte. So habe er 
die Lichthupe betätigt und den Bus auf Schrittempo abgebremst. Er habe dem Po-
lizeibeamtem beim Entgegenfahren den Finger gezeigt. Beide Fahrzeuge hätten 
dann unmittelbar vor dem Engpass auf gleicher Höhe angehalten. Er habe dem 
Polizeibeamten erklärt, dass er ihm das Vortrittsrecht geraubt habe. Daraufhin habe 
ihm der Beamte seinen Ausweis gezeigt, sich jedoch geweigert ihm diesen zu ge-
ben. Hingegen habe der Polizeibeamte verlangt, dass er ihm den Führerausweis 
zeige. Er habe dies als reine Schikane betrachtet. Er habe sich auch geweigert, 
dem Beamten seinen Namen zu nennen. Er habe ihm gesagt, er solle sich "verpis-
sen". C. C. sagte demgegenüber der Kantonspolizei Graubünden aus, er sei mit 
einem beladenen Anhänger am Polizeifahrzeug mit zirka 30 - 40 km/h auf den Eng-
pass C. zugefahren. Als er sich praktisch bereits im Engpass befunden habe, habe 
er auf der Gegenfahrbahn den Bus entgegenkommen sehen. Der Buschauffeur 
habe die Lichthupe betätigt und sei ungebremst weitergefahren. Er habe sich bereits 
im Engpass befunden und habe sein Fahrzeug dort angehalten. Er habe sein Fahr-
zeug ganz rechts an den Strassenrand gestellt. Der Chauffeur habe dann den Bus 
auf seiner Höhe angehalten. Da der Chauffeur mit den Händen gestikuliert habe, 
habe er gedacht, es hätte sich ein Unfall ereignet. Der Chauffeur habe ihn dann 
aber beschimpft und ihm vorgehalten, er hätte sein Vortrittsrecht missachtet. Hierauf 
sei er ausgestiegen, wobei der Chauffeur langsam weitergefahren sei. Er sei soweit 
gefahren, bis er die offene Türe des Polizeifahrzeuges berührt habe. Erst dann habe 
der Chauffeur angehalten. C. C. gab an, dass er sich als Gemeindepolizist und mit 
seinem Namen vorgestellt und dem Chauffeur auch seinen Ausweis gezeigt habe. 
Als er den Führerausweis des Chauffeurs verlangt habe, habe der Chauffeur ihm 
diesen mit den Worten verweigert, dass er einem "Lausbube" wie ihm den Füh-

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rerausweis nicht zeige. Beide Parteien haben die Situation, als beide Fahrzeuge 
angehalten hatten, mit je einem Foto aus je einer Richtung gesichert. Die durch M. 
B. erstellte Fotoaufnahme zeigt die Perspektive des Buschauffeurs in Blickrichtung 
C., diejenige von C. C. zeigt den Standort der beiden Fahrzeuge in Blickrichtung S.. 
M. B. ist auf die Anzeige von C. C. zur Stellungnahme aufgefordert worden. Darin 
hält er fest, dass er und der Gemeindepolizist gleichzeitig auf den Engpass zuge-
fahren seien, weshalb er als Fahrer eines Linienbusses den Vortritt gehabt hätte. 
Auch in seiner Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss Graubünden macht 
M. B. geltend, dass ein Linienbus vor einem Personenwagen den Vortritt habe, 
wenn beide Fahrzeuge gleichzeitig auf einen Engpass zufahren würden, wo das 
Kreuzen nicht möglich sei. In den erwähnten Rechtsschriften wirft M. B. C. C. so-
dann Nötigung vor, da dieser von ihm den Führerausweis verlangt habe, obwohl der 
Gemeindepolizist beteiligte Partei gewesen sei. 

Die Fotodokumentation spricht eigentlich eher für die durch den Gemeinde-
polizisten C. C. gemachten Angaben. Das Foto Nummer 1 zeigt, dass er den gröss-
ten Teil des Engpasses bereits durchfahren hatte, als er angehalten hatte. Diese 
Sicht wird durch die Aufnahme Nummer 2 bestätigt, gemäss welcher der Buschauf-
feur den Bus - aus der anderen Richtung betrachtet - unmittelbar eingangs des Eng-
passes angehalten hatte. Der Beschwerdeführer behauptet nun nicht, er sei vor 
dem Gemeindepolizisten auf den Engpass zu- und in den Engpass gefahren. Er 
macht gelten, beide Fahrer seien gleichzeitig auf den Engpass zugefahren, weshalb 
ihm der Vortritt gebührt hätte. Zu Gunsten des Beschwerdeführers wird im Folgen-
den davon ausgegangen, dass tatsächlich beide Fahrer gleichzeitig auf den Eng-
pass zugefahren seien. Dabei ist unbestritten, dass der Gemeindepolizist mit sei-
nem Polizeifahrzeug einen Anhänger mitführte und dass der Beschwerdeführer ein 
öffentliches Verkehrsfahrzeug lenkte. Es ist zu klären, welchem der beiden Fahrer 
unter diesen Gegebenheiten das Vortrittsrecht zugestanden hätte.

5. a) Art. 9 VRV (Verkehrsregelverordnung; SR 741.11) regelt das Vor-
trittsrecht bei Kreuzen auf schmaler Strasse mit Ausnahme des Kreuzens auf steilen 
Strassen und Bergstrassen, wo Art. 38 Abs. 1 VRV gilt. Gemäss Abs. 2 haben, ist 
auf schmaler Strasse das Kreuzen nicht möglich, Anhängerzüge den Vortritt vor 
anderen Fahrzeugen, schwere Motorwagen vor leichten und Gesellschaftswagen 
vor Lastwagen. Unter gleichartigen Fahrzeugen hat dasjenige zurückzufahren, das 
sich näher bei einer Ausweichstelle befindet.

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Für Fahrzeuge im Linienverkehr besteht damit bei einem Engpass kein spe-
zielles Vortrittsrecht vor allen anderen Wagen, indes aber für Anhängerzüge: Sie 
haben auf schmaler Strasse, wo das Kreuzen zweier Fahrzeuge nicht möglich ist, 
den Vortritt vor allen anderen Fahrzeugen. Es stellt sich damit die Frage, ob das 
Polizeifahrzeug, welches einen einachsigen Anhänger mit sich zog, als Anhänger-
zug zu qualifizieren ist. In Art. 4 Abs. 1 BAV (Verordnung über den Bau und Ausrüs-
tung der Strassenfahrzeuge; SR 741.41) werden Anhänger definiert als Fahrzeuge 
ohne eigenen Antrieb, die gebaut sind, um von Motorfahrzeugen gezogen zu wer-
den. Unterschieden werden die Anhänger in der genannten Bestimmung nach ihrer 
Bauweise und nach ihrem Einsatzzweck. Gesetzliche Ausschlüsse von Anhängern 
infolge ihrer geringen Grösse finden sich nicht. Interessant ist sodann Art. 8 Abs. 9 
BAV. Dieser Artikel bestimmt, dass das Gesamtgewicht (Gewicht des Zuges) aus 
dem von Rechts wegen zulässigen Gewicht eines Zugfahrzeugs und seiner Anhän-
ger mit Einschluss von Insassen und Ladung besteht. Dieser Artikel ist auf gewöhn-
liche Anhängerzüge zugeschnitten, bei denen der Anhänger vom Zugfahrzeug nur 
gezogen wird (vgl. BGE 104 IV 206). In der Verkehrsregelverordnung finden sich 
die Bestimmungen über Masse und Gewichte von Fahrzeugen und Anhängern so-
wie über das Mitführen von Anhängern. In Art. 67 VRV, welche Bestimmung die 
zulässigen Gewichte regelt, ist unter Abs. 1 lit. h auch der einachsige Normalanhän-
ger aufgeführt. Aus Abs. 4 dieser Bestimmung in Verbindung mit Art. Art. 8 Abs. 9 
BAV ergibt sich des weiteren, dass alle Motorwagen - mit Ausnahme von Sattelmo-
torfahrzeugen - als Anhängerzüge zu betrachten sind, wenn sie einen Anhänger 
mitführen. Nachdem weder der Motorwagen, der einen einachsigen Anhänger zieht, 
noch der einachsige Anhänger selbst von den gesetzlichen Vorschriften für Anhän-
gerzüge und Anhänger ausgenommen worden sind, ist entgegen der Auffassung 
des Beschwerdeführers das Polizeifahrzeug mit dem mitgeführten einachsigen An-
hänger als Anhängerzug zu qualifizieren. Auf schmaler Strasse, wo das Kreuzen 
nicht möglich ist, hat nun der Anhängerzug nach Art. 9 VRV den Vortritt vor allen 
andern Fahrzeugen. Sind nun der Gemeindepolizist und der Beschwerdeführer, wie 
er geltend macht, gleichzeitig aus entgegengesetzten Richtungen auf den Engpass 
bei der C. zugefahren, stand gemäss Art. 9 VRV dem Gemeindepolizisten mit sei-
nem Anhängerzug und nicht dem Beschwerdeführer das Vortrittsrecht zu. Zu Recht 
hat damit der Kreispräsident Oberengadin die Aufnahme eines Strafuntersuchungs-
verfahrens gegen C. C. wegen Verletzung des Vortrittsrechts abgelehnt.

b) Im Zusammenhang mit der Missachtung des Vortrittsrechts wirft der Be-
schwerdeführer C. C. noch vor, es wäre gar nicht nötig gewesen, dass der Gemein-
depolizist angehalten habe; C. C. habe eine "Schikanebremsung" gemacht. Der Be-

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schwerdeführer hat zugestanden, die Lichthupe betätigt zu haben, um C. C. zu si-
gnalisieren, dass der Linienbus vortrittsberechtigt sei. Als Reaktion darauf hat C. C. 
sein Fahrzeug am rechten Strassenrand angehalten. Von einem unbegründeten 
Anhalten kann damit keine Rede sein, zumal der Gemeindepolizist mit seinem An-
hängerzug eigentlich vortrittsberechtigt war.

6. Der Beschwerdeführer verlangt in der Beschwerde die Verfolgung von 
C. C. wegen Nötigung und falscher Anschuldigung. Zur Begründung verweist er auf 
seine Stellungnahme vom 20. September 2002. Darin bringt er vor, der Gemeinde-
polizist C. C. hätte als am Vorfall beteiligte Person seinen Fahrausweis nicht ver-
langen dürfen. Sinngemäss macht er Amtsmissbrauch geltend. C. C. verlangte den 
Führerausweis in seiner Funktion als Gemeindepolizist, nachdem er sich mit dem 
Polizeiausweis ausgewiesen hatte. Als gesetzliches Kontrollorgan war er 
grundsätzlich berechtigt, sich den Führerausweis vorweisen zu lassen. Der polizei-
liche Eingriff diente der Personenkontrolle, nachdem der Polizeibeamte vom Be-
schwerdeführer beschimpft worden war. Der Polizeibeamte hat damit keine Amts-
gewalt und keinen Zwang ausgeübt, wo dies nicht geschehen dürfte. Der Polizeibe-
amte hat die ihm zustehende Kontrollbefugnis auch nicht in dem Sinne missbraucht, 
dass er sich dadurch einen unrechtmässigen Vorteil verschafft oder dem Beschwer-
deführer einen Nachteil zugefügt hätte. Er hat den Vorfall vielmehr ordnungsgemäss 
gemeldet und zur Anzeige gebracht, worauf die Kantonspolizei Graubünden 
gemäss ihrer gesetzlichen Zuständigkeit die ersten Erhebungen vornahm. Haltlos 
ist ferner der Vorhalt der falschen Anschuldigung. Der Beschwerdeführer hat ja zu-
gestanden, sich geweigert zu haben, auf entsprechende Aufforderung von C. C. den 
Führerausweis zu zeigen.

7. Ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen, gehen die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 Abs. 1 StPO).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 600.-- gehen zu Lasten von 
M. B..

3. Mitteilung an:

– M. B., D., M.
– C. C., V., C.
– Kreisamt Oberengadin, Chesa Ruppanner, 7503 Samedan
– Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur (vierfach)
– Finanzverwaltung Graubünden (Dispositiv).

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin ad hoc