# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 652cebcb-dde0-5032-8a84-aa9c80ad65cb
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-22
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 22.02.2022 C1 21 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_C1-21-144_2022-02-22.pdf

## Full Text

C1 21 144 

 

URTEIL VOM 22. FEBRUAR 2022 

 

Kantonsgericht Wallis 

I. Zivilrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Lionel Seeberger, Einzelrichter; Dr. Milan Kryka, Gerichtsschreiber 

 

in Sachen 

 

V _________ GMBH, Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 

Marc Truffer 

 

gegen 

 

W _________ und X _________, Kläger 1 und Berufungsbeklagte 

Y _________, Klägerin 2 und Berufungsbeklagte,  

Z _________, Klägerin 3 und Berufungsbeklagte 

alle vertreten durch Rechtsanwalt Anton Arnold 

 

(Kaufvertrag Stockwerkeigentum) 

Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Brig, Östlich-Raron und Goms vom 

17. Mai 2021 [BRI Z1 18 98] 

  

- 2 - 

Verfahren 

A.  Mit Klage vom 2. November 2018 verlangten die Kläger als Käufer von Stockwerkei-

gentumseinheiten in einer Überbauung in Brig-Glis von der Beklagten als Verkäuferin 

die Montage von Rafflamellenstoren in ihrer jeweiligen Wohnung. Nachdem das Bezirks-

gericht das Verfahren gestützt auf Art. 125 lit. a ZPO auf die Frage der grundsätzlichen 

Haftung der Beklagten sowie die Frage der Verjährung der Sachgewährleistungsansprü-

che beschränkt hatte, fällte es am 3. April 2020 nachstehendes (Teil-)Urteil (S. 358): 

1. Die grundsätzliche Haftung der Beklagten wird bezüglich sämtlicher Kläger bejaht. 

2. Die Verjährung der Sachgewährleistungsansprüche wird bezüglich sämtlicher Kläger verneint. 

3. Die Gerichtskosten von Fr. 2’100.-- werden der Beklagten auferlegt und mit dem von den Klägern 

geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Die Beklagte bezahlt den Klägern 

 a) Fr. 2’100.-- für geleisteten Kostenvorschuss; 

 b) Fr. 3'500.-- als Parteientschädigung. 

 

B.  In der Folge wurde die Beschränkung des Verfahrens aufgehoben und dieses mit 

dem Beweisverfahren fortgesetzt. Kläger und Beklagte reichten am 13. April 2021 ihre 

schriftlichen Parteivorträge ein (S. 425 ff. bzw. 409 ff.) mit folgenden Schlussbegehren: 

Kläger 1 (S. 429): 

1. Die V _________ GmbH sei zu verpflichten, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kauf-

vertrags vom 20. Juni 2016 auf eigene Kosten in der Wohnung der Kläger 1 (STWE-Anteil Nr. xx1, 

Haus xxx, Wohnung Nr. yy1) gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, innert 30 Tagen ab 

rechtskräftigem Urteil zu montieren. 

2. Die Beklagtenpartei bezahlt den Klägern 1 eine Parteientschädigung gemäss GTar. 

3. Die Kosten von Verfahren und Urteil gehen zu Lasten der Beklagtenpartei. 

Klägerin 2 (S. 429): 

1. Die V _________ GmbH sei zu verpflichten, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kauf-

vertrags vom 08. Oktober 2014 in der Wohnung der Klägerin 2 in Brig-Glis (STWE-Anteil Nr. xx2, 

Haus xxx, Wohnung Nr. yy2) gelegen auf Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 

30 Tagen ab rechtskräftigem Urteil zu montieren. 

2. Die V _________ GmbH sei zu verpflichten, der Klägerin 2 für den erlittenen Schaden den Betrag von 

CHF 3'262.25 nebst Zins zu 5% seit dem 01. Dezember 2018 zu bezahlen. 

3. Die Beklagtenpartei bezahlt der Klägerin 2 eine Parteientschädigung gemäss GTar. 

4. Die Kosten von Verfahren und Urteil gehen zu Lasten der Beklagtenpartei. 

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Klägerin 3 (S. 429): 

1. Die V _________ GmbH sei zu verpflichten, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kauf-

vertrags vom 03. März 2016 in der Wohnung der Klägerin 3 in Brig-Glis (STWE-Anteil Nr. xx3, 

Haus xxx, Wohnung Nr. yy3) gelegen auf Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 

30 Tagen ab rechtskräftigem Urteil zu montieren. 

2. Die Beklagtenpartei bezahlt der Klägerin 3 eine Parteientschädigung gemäss GTar. 

3. Die Kosten von Verfahren und Urteil gehen zu Lasten der Beklagtenpartei. 

Beklagte (S. 423): 

a) betreffend die Kläger 1 

1. Die Klage wird vollständig abgewiesen. 

2. Der Beklagten ist unter solidarischer Haftung der Kläger eine angemessene Parteientschädigung nach 

GTar zuzusprechen. 

3. Sämtliche Kosten von Verfahren und Entscheid gehen unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten der 

Kläger. 

b) betreffend Klägerin 2 

1. Das Rechtsbegehren gemäss Ziff. 1 der Klägerin wird abgewiesen. 

2. Auf das Rechtsbegehren gemäss Ziff. 2 der Klägerin wird nicht eingetreten. 

 Eventualiter: 

 Das Rechtsbegehren gemäss Ziff. 2 der Klägerin wird abgewiesen. 

3. Der Beklagten ist zu Lasten der Klägerin eine angemessene Parteientschädigung nach GTar zuzu-

sprechen. 

4. Sämtliche Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten der Klägerin. 

c) betreffend Klägerin 3 

1. Die Klage wird vollständig abgewiesen. 

2. Der Beklagten ist zu Lasten der Klägerin eine angemessene Parteientschädigung nach GTar zuzu-

sprechen. 

3. Sämtliche Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten der Klägerin. 

 

C.  Das Bezirksgericht fällte am 17. Mai 2021 folgenden Entscheid (S. 453): 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kaufvertrags vom 

20. Juni 2016 in der Wohnung der Kläger 1 (STWE-Anteil Nr. xx1, Haus xxx, Wohnung Nr. yy1) gele-

gen auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 90 Tagen ab rechtskräftigem 

Urteil zu montieren. 

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2. Die Beklagte wird verpflichtet, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kaufvertrags vom 

8. Oktober 2014 in der Wohnung der Klägerin 2 (STWE-Anteil Nr. xx2, Haus xxx, Wohnung Nr. yy2) 

gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 90 Tagen ab rechtskräfti-

gem Urteil zu montieren. 

3. Die Beklagte wird verpflichtet, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kaufvertrags vom 

3. März 2016 in der Wohnung der Klägerin 3 (STWE Anteil Nr. xx3, Haus xxx, Wohnung Nr. yy3) 

gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 90 Tagen ab rechtskräfti-

gem Urteil zu montieren. 

4. Soweit weitergehend wird die Klage abgewiesen. 

5. Die Gerichtskosten von Fr. 3'960.-- werden der Beklagten auferlegt und mit den von den Parteien 

geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. 

6. Die Beklagte bezahlt den Klägern 

 a)  Fr. 930.-- für geleisteten Kostenvorschuss; 

 b)  Fr. 3'000.-- als Parteientschädigung. 

 

D.  Gegen dieses am gleichen Tag versandte und von ihr tags darauf in Empfang ge-

nommene Urteil erhob die Beklagte am 14. Juni 2021 beim Kantonsgericht Berufung mit 

den Rechtsbegehren (S. 470): 

1. Die Berufung gegen das Urteil Z1 18 98 des Bezirksgerichts Brig, Östlich-Raron und Goms vom 

17. Mai 2021 ist gutzuheissen, der vorinstanzliche Entscheid ist in Bezug auf die Dispositivziffern 

Nrn. 1, 2, 3, 5 und 6 vollumfänglich aufzuheben und die Klage der Kläger 1, 2 und 3 ist abzuweisen. 

2. Eventualiter ist die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Der Berufungsklägerin ist unter solidarischer Haftung der Berufungsbeklagten eine angemessene Par-

teientschädigung nach GTar zuzusprechen. 

4. Die Kosten des erst -und zweitinstanzlichen Verfahrens und Entscheides einschliesslich der Expertise 

sind den Berufungsbeklagten unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen. 

 

Die erstinstanzlichen Kläger erstatteten am 27. August 2021 ihre Berufungsantwort und 

stellten folgende Anträge (S. 493): 

1.  Die Berufung gegen das Urteil im Verfahren Z1 18 98 des Bezirksgerichts Brig, Östlich-Raron und 

Goms vom 17. Mai 2021 sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Das Urteil des Bezirksgerichts Brig, Östlich-Raron und Goms vom 17. Mai 2021 sei zu bestätigen. 

3. Den Berufungsbeklagten sei für das Berufungsverfahren eine angemessen Parteientschädigung ge-

mäss GTar zuzusprechen. 

4. Sämtliche Kosten von Verfahren und Urteil gehen zu Lasten der Berufungsklägerin.  

 

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Die Berufungsklägerin replizierte unaufgefordert am 2. September 2021 (S. 495 ff.). 

Diese Eingabe wurde den Berufungsbeklagten zugestellt, welche sich nicht mehr ver-

nehmen liessen. 

 

Sachverhalt und Erwägungen 

1. 

1.1  Das Kantonsgericht beurteilt als Rechtsmittelinstanz Beschwerden und Berufungen, 

die im neunten Titel des zweiten Teils der Schweizerischen Zivilprozessordnung vorge-

sehen sind (Art. 308 ff. ZPO; Art. 5 Abs. 1 lit. b EGZPO). Gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 

ZPO sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide mit Berufung anfechtbar, in ver-

mögensrechtlichen Angelegenheiten indes nur wenn der Streitwert entsprechend den 

zuletzt aufrechterhalten Rechtsbegehren (vgl. Art. 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO) über 

Fr. 10‘000.-- beträgt. Für die Anschlussberufung gilt keine Streitwertgrenze (Reetz/Hil-

ber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-

schen Zivilprozessordnung, 3. A., 2016, N. 32 zu Art. 313 ZPO). 

Das angefochtene Urteil bringt das Verfahren vor Bezirksgericht zu Ende, womit es sich 

hierbei um einen Endentscheid handelt. Die Ansprüche der Kläger, welche eine einfache 

Streitgenossenschaft bilden, schliessen sich nicht gegenseitig aus, weshalb sie für die 

Bestimmung des Streitwerts zusammenzurechnen sind (Art. 93 Abs. 1 ZPO). Mithin wa-

ren zuletzt Fr. 70'450.25 strittig (Nachbesserungskosten betreffend alle Kläger sowie 

Schadenersatzforderung der Klägerin 2, s. angefochtenes Urteil E. 6). Bei diesem Streit-

wert ist die Berufung zulässig. Nicht Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens bilden die 

von der Klägerin als Schadenersatz eingeklagten und vom Bezirksgericht abgewiesenen 

Fr. 3'262.25, so dass nunmehr effektiv noch Fr.  67'188.-- strittig sind; praxisgemäss 

stellt das Kantonsgericht für die Festsetzung der Prozesskosten auf diesen tieferen Be-

trag ab. Trotz Zusammenrechnung des Streitwerts bleibt die Verfahrensart, vorliegend 

das vereinfachte Verfahren, erhalten (Art. 93 Abs. 2 i.V.m. Art. 243 Abs. 1 ZPO), so dass 

ein einzelner Kantonsrichter die Berufung beurteilt (Art. 5 Abs. 2 lit. c EGZPO i.V.m. 

Art. 20 Abs. 3 RPflG i.V.m. Art. 20 Abs. 1 Organisationsreglement der Walliser Gerichte). 

Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Das Bezirksgericht hat sein 

Urteil am 17. Mai 2021 versandt, womit es von den Prozessparteien frühestens am Tag 

darauf in Empfang genommen werden konnte. Mit ihrer Eingabe vom 14. Juni 2021 hat 

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die Beklagte fristgerecht Berufung erhoben. Da auf Seiten der Berufungsbeklagten meh-

rere Personen ins Recht gefasst werden, sind nachstehend zwecks besseren Verständ-

nisses die erstinstanzlichen Parteibezeichnungen zu verwenden. 

1.2  Gemäss Art. 311 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet einzureichen. Zwar 

nennt dieser Artikel einzig die Begründung der Berufung, die aber auch der Erläuterung 

der Begehren dient und solche damit voraussetzt. Aus einer Rechtsschrift muss hervor-

gehen, dass und weshalb der Rechtsuchende einen Entscheid anficht und inwieweit die-

ser abgeändert oder aufgehoben werden soll (BGE 137 III 617 E. 4.2.2 und 134 II 244 

E. 2.4.2). In der Berufungseingabe sind somit Rechtsbegehren zu stellen, welchem letz-

teren Erfordernis die Berufungsschrift genügt.  

1.2.1  Die Begründungspflicht in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 311 Abs. 1 in 

fine i.V.m. Art. 310 ZPO) verlangt vom Berufungskläger, dass er jeweils in den Schran-

ken von Art. 317 ZPO der Rechtsmittelinstanz im Einzelnen darlegt, aus welchen Grün-

den der angefochtene vorinstanzliche Entscheid falsch ist und abgeändert werden soll 

(Begründungslast). Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er in 

seiner Berufungsschrift lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen ver-

weist oder diese wiederholt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrie-

den gibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Die Begrün-

dung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von der Berufungsinstanz mühe-

los verstanden werden zu können. Dies setzt voraus, dass der Berufungskläger im Ein-

zelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht und die Aktenstücke 

nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 141 III 569 E. 2.3.3, 138 III 374 E. 4.3.1; Bun-

desgerichtsurteile 5D_148/2013 vom 10. Januar 2014 E. 5.2.1 und 5A_438/2012 vom 

27. August 2012 E. 2.2, in: SZZP 2013 S. 29 f.; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasen-

böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. 

A., 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO). 

So ist in der Begründung nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen sollte, 

wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist auch aufzuzeigen, weshalb der Entscheid 

fehlerhaft ist bzw. weshalb Noven oder neue Beweismittel zulässig sind (vgl. dazu nach-

stehende E. 1.2.2) und einen anderen Schluss aufdrängen. Die Rechtsmittelinstanz 

muss nicht nach allen denkbaren, möglichen Fehlern eigenständig forschen (vgl. 

Reetz/Theiler, a.a.O., N. 36 zu Art. 311 ZPO; Hungerbühler/Bucher, in: Brunner/Gas-

ser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, 2. A., 

2016, N. 30 ff. zu Art. 311 ZPO). Vielmehr hat der Berufungskläger diese aufzuzeigen, 

indem er sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzt. Stützt sich der 

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angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der Beru-

fungskläger in seiner Berufungsschrift mit jeder einzelnen von ihnen auseinandersetzen; 

ansonsten hat der angefochtene Entscheid aufgrund der nicht beanstandeten Begrün-

dung Bestand (Bundesgerichtsurteil 4A_525/2014 vom 5. Mai 2015 E. 3; Hungerbüh-

ler/Bucher, a.a.O., N. 42 f. zu Art. 311 ZPO). Vermag die Berufung den Anforderungen 

an die Begründung nicht zu genügen, ist auf die Berufung nicht einzutreten (Bundesge-

richtsurteile 4A_290/2014 vom 1. September 2014 E. 3.1 und 4A_97/2014 vom 26. Juni 

2014 E. 3.3; vgl. auch BGE 138 III 374 E. 4.3.2). Ob die Berufung die gesetzlichen Vor-

gaben erfüllt, ist nachfolgend bei deren Behandlung zu prüfen. 

1.2.2  Neue Tatsachen und Beweismittel können nach Art. 317 Abs. 1 ZPO im Beru-

fungsverfahren nur noch beschränkt berücksichtigt werden. Echte Noven sind Tatsa-

chen oder Beweismittel, welche (erst) nach dem Zeitpunkt entstanden sind, in welchem 

die jeweilige Partei sich vor der Urteilsfällung letztmals äussern konnte. Sie sind im Be-

rufungsverfahren zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorgebracht 

werden. Demgegenüber sind unechte Noven Tatsachen und Beweismittel, welche be-

reits im Zeitpunkt der letztmaligen Äusserungsmöglichkeit bestanden, die jedoch aus 

irgendwelchen Gründen damals nicht geltend gemacht worden sind. Die Zulassung un-

echter Noven wird im Berufungsverfahren beschränkt. Sie sind ausgeschlossen, wenn 

sie nicht ohne Verzug vorgebracht werden oder bei zumutbarer Sorgfalt schon vor erster 

Instanz hätten vorgebracht werden können (Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO). Dabei hat 

der Berufungskläger und gegebenenfalls der Anschlussberufungskläger darzulegen, 

weshalb er diese erst jetzt und nicht schon früher im Verfahren vorbringt. 

1.2.3  Laut Art. 310 ZPO können mit der Berufung die unrichtige Rechtsanwendung 

(lit. a) und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend gemacht werden. 

Die Berufungsinstanz verfügt mithin über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der 

Streitsache ("plein pouvoir d'examen de la cause") und kann das erstinstanzliche Urteil 

sowohl auf rechtliche wie tatsächliche Mängel hin überprüfen (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1). Sie hat denn auch als Vorinstanz des Bundesgerichts gemäss Art. 112 Abs. 1 

BGG den Lebenssachverhalt, welcher der Streitigkeit zugrunde liegt, sowie den Pro-

zesssachverhalt des kantonalen Verfahrens so vollständig und verständlich darzustel-

len, dass den Parteien eine sachbezogene Anfechtung und dem Bundesgericht eine 

Überprüfung im Lichte der nach Art. 95 ff. BGG zulässigen Rügen möglich ist (vgl. dazu 

Art. 105 BGG; BGE 140 III 16 E. 1.3.1). Dies bedeutet aber nicht, dass die Berufungs-

instanz gehalten ist, von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich 

stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die Parteien 

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diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Sie darf sich – abgesehen von offensicht-

lichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der in der schriftlichen Begründung 

(Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen 

Beanstandungen beschränken (vgl. auch Bundesgerichtsurteile 4A_290/2014 vom 1. 

September 2014 E. 5 sowie 4A_651/2012 vom 7. Februar 2013 E. 4.2, wonach das Be-

rufungsgericht nicht von Grund auf eine eigene Prüfung sich stellender Rechts- und Tat-

fragen vornimmt, sondern den erstinstanzlichen Entscheid aufgrund von erhobenen Be-

anstandungen überprüft; zum Ganzen BGE 142 III 413 E. 2.2.4).  

Inhaltlich ist das Berufungsgericht hingegen weder an die Argumente, welche die Par-

teien zur Begründung ihrer Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der 

ersten Instanz gebunden; es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb es die Berufung auch mit einer ande-

ren Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der Argumentation der ers-

ten Instanz abweichenden Begründung abweisen kann (Bundesgerichtsurteile 

4A_397/2016 vom 30. November 2016 E. 3.1 und 4A_376/2016 vom 2. Dezember 2016 

E. 3.2.1 und 3.2.2). 

1.2.4   Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen 

Entscheides im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). 

2.  Die in der Verwaltung und im Handel mit Immobilien tätige Beklagte erstellte als Bau-

herrin zusammen mit zwei Konsortanten – darunter die mit der Planung, der Realisierung 

und zum Teil mit dem Verkauf betraute A _________ AG (Parteibefragung des alleinigen 

Gesellschafters und Geschäftsführers der Beklagten, S. 287 f. F/A 1 und 9) – auf einem 

Grundstück in Brig-Glis eine Überbauung mit zwei Wohnhäusern mit insgesamt 44 Woh-

nungen und einer gemeinschaftlichen Autoeinstellhalle mit Parkplätzen, an welchen im 

Januar 2014 Stockwerk- bzw. Miteigentum begründet wurde. In der Folge übertrug die 

Beklagte als Eigentümerin der entsprechenden Anteile den Klägern 1 und 3 mit separa-

ten öffentlich beurkundeten Kaufverträgen an verschiedenen Daten Wohnungen unter-

schiedlicher Grösse samt Keller und Parkplatz/Parkplätzen zu Stockwerk-/Miteigentum. 

Mit einem weiteren Vertrag verkaufte die Beklagte dem Sohn und der Tochter der Klä-

gerin 2 in gleicher Weise Stockwerk-/Miteigentum, an welchem im selben Akt zugunsten 

der Mutter der Käufer ein lebenslängliches, unentgeltliches Nutzniessungsrecht begrün-

det wurde. 

In allen drei Verträgen wurden die Pläne und der Baubeschrieb, welche von den Kom-

parenten mitunterzeichnet wurden, als massgeblich und zum integrierenden Bestandteil 

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der Vertragsurkunde erklärt. Der Baubeschrieb bezifferte die Raumhöhe auf ca. 2.44 m; 

unter dem Stichwort «Storen» sah er als Sonnenschutz und Lichtschutz Rafflamellenst-

oren vor, wobei die «Storenkästen» auf der Aussenseite angebracht sein sollten. Im 

Wohnbereich eingebaut wurden beim Balkon raumhohe Fenster ohne Rafflamellensto-

ren. Im Berufungsverfahren ist einzig strittig, ob laut Vertrag solche Storen an diesem 

Ort geschuldet waren und ob die Kläger deren nachträgliche Montage durch die Beklagte 

auf deren Kosten verlangen dürfen. 

Gemäss gerichtlicher Expertise beträgt der Höhenbedarf für ein passendes Storenpaket 

(«Storenkasten») auf der Kaltseite des Fensters 30 cm ab  Unterkannte der Balkonde-

cke, so dass bei einer Rahmenbreite der raumhohen Fenster im Sturzbereich innen von 

11 cm für die Montage einer Rafflamellenstore eine Höhe von 19 cm fehlt. Dies würde 

laut Gutachter die nachträgliche Montage eines Lamellenstorens zwar nicht grundsätz-

lich verunmöglichen, hätte aber zur Folge, dass das Storenpaket durch das Fenster hin-

durch von hinten auf einer Höhe von 19 cm sichtbar wäre, was nicht dem Standard einer 

Neubauwohnung entspreche und nicht toleriert werden könne. Demzufolge müssten für 

den Einbau eines Lamellenstorens die Fenster ausgebaut und durch solche mit entspre-

chenden Rahmenverbreiterungen ersetzt werden. Falls die Fenster so belassen würden, 

könnten somit keine Rafflamellenstoren eingebaut werden (Expertise, S. 386). Die Kos-

ten eines nachträglichen Einbaus mit Auswechseln der Fenster bezifferte der Experte 

auf Fr. 24'280.-- für die Wohnung der Kläger 1 und auf jeweils Fr. 21'454.-- für die Woh-

nungen der Klägerinnen 2 und 3 (Expertise, S. 388). 

3.  In seinem (Teil-)Urteil vom 3. April 2020 (nachfolgend: Zwischenentscheid) bejahte 

das Bezirksgericht im Zusammenhang mit den Wohnungskäufen die grundsätzliche Haf-

tung der Beklagten und verneinte gleichzeitig die Verjährung der Sachgewährleistungs-

ansprüche, beides jeweils bezüglich sämtlicher Kläger. Entgegen der verwendeten Ter-

minologie handelt es sich hierbei nicht um einen Teil-, sondern einen Zwischenentscheid 

(Art. 237 Abs. 1 ZPO; BGE 130 III 76 E. 3.2.2; Abbet, Les décisions du tribunal de premi-

ère instance en procédure civile suisse, typologie, procédure et voies de recours, ZWR 

2012 S. 351 ff., 383). Mit Urteil vom 17. Mai 2021 (nachfolgend: Endentscheid), in wel-

chem es an die in seinem Zwischenentscheid vertretene Rechtsauffassung gebunden 

ist (BGE 128 III 191 E. 4a), verpflichtete das Bezirksgericht die Beklagte, auf ihre Kosten 

in der jeweiligen Wohnung der drei Klägerparteien die Rafflamellenstoren gemäss Bau-

beschrieb zu montieren.  

Der Zwischenentscheid ist selbständig anzufechten; eine spätere Anfechtung zusam-

men mit dem Endentscheid ist ausgeschlossen (Art. 237 Abs. 2 ZPO sowie Abbet, 

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a.a.O., S. 386 f.). Da keine Partei ein Rechtsmittel gegen den Zwischenentscheid erho-

ben hat, ist dieser vorliegend im fortgesetzten Verfahren verbindlich. Diese Bindungswir-

kung tritt ein, soweit eine Frage im Zwischenentscheid entschieden worden ist. Inwieweit 

dies der Fall ist, ergibt die Auslegung des Zwischenentscheides, zu welcher dessen gan-

zer Inhalt heranzuziehen ist. Zwar kann der unangefochtene Zwischenentscheid nur in 

jener Form Bindungswirkung entfalten, wie er im Urteilsdispositiv zum Ausdruck kommt, 

denn nur dieses kann angefochten werden. Doch ergibt sich die Tragweite des Disposi-

tivs vielfach erst aus einem Beizug der Urteilserwägungen. Zu beachten ist zudem, dass 

den Erwägungen eines Entscheides innerhalb eines Verfahrens eine Bindungswirkung 

zukommen kann, die ihnen ausserhalb des Verfahrens abgeht. Die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur Rechtskraft eines Urteils kann daher nicht für die Tragweite der 

Bindungswirkung des Zwischenentscheides gemäss der ZPO herangezogen werden. 

Die Möglichkeit, einen Zwischenentscheid zu fällen, wurde aus Gründen der Pro-

zessökonomie in die ZPO aufgenommen. Mit dem Zwischenentscheid werden gewisse 

Fragen vorab für den weiteren Verfahrensablauf verbindlich geklärt. Mit diesem Zweck 

wäre es nicht vereinbar, wenn der Zwischenentscheid in Punkten, die für das Dispositiv 

wesentlich sind und in denen er hätte angefochten werden können, im weiteren Verfah-

ren wieder in Frage gestellt werden könnte. Der guten Ordnung und einem beförderli-

chen Prozessverlauf liefe es zuwider, wenn die Parteien und das Gericht die vorange-

gangenen Etappen desselben Prozesses immer wieder in Frage stellen könnten. Mit 

Blick auf die Prozessökonomie kann dem unangefochtenen Zwischenentscheid die Bin-

dungswirkung nur in Punkten versagt werden, in denen keine Anfechtung möglich war 

(Bundesgerichtsurteil 4A_591/2015 vom 6. Juli 2016 E. 2.2.1, 2.2.2, 2.3 und 2.3.1 sowie 

2.3.4 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Lehre). 

3.1  Das Bezirksgericht qualifizierte die jeweiligen Verträge als reine Kaufverträge (Zwi-

schenentscheid E. 3.3) und die im Baubeschrieb – welcher unstrittig zusammen mit dem 

entsprechenden Wohnungsplan integrierender Bestandteil des jeweiligen Kaufvertrages 

gebildet habe (Zwischenentscheid E. 4.2) – enthaltenen Angaben zu den vorgesehenen 

Rafflamellenstoren im Sinne einer objektiv bestimmten körperlichen Eigenschaft des 

Kaufobjekts, die von den Kaufinteressenten in guten Treuen als vorbehaltlose Konkreti-

sierung des Vertragsinhalts habe verstanden werden dürfen, als Zusicherung, dass alle 

Fenster der Wohnung mit Rafflamellenstoren ausgestattet würden. Zwar sei nicht zu 

übersehen, dass die Erklärung relativ allgemein gehalten sei und neben der Zweckbe-

stimmung («Sonnenschutz und Lichtschutz») und der vorgesehenen Storenart («Raffla-

mellenstoren») namentlich einen montagetechnischen und wohl energetischen Hinweis 

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(«die Storenkasten sind auf der Aussenseite angebracht») enthalte. Im Gegenzug ent-

halte die infrage stehende Position aber (noch) keinerlei Einschränkung oder einen Hin-

weis, dass bestimmte Bereiche oder Fenster, so namentlich der hier strittige Balkonbe-

reich bzw. die davor befindliche Fensterfront, hiervon ausgenommen seien. Allein schon 

die (allgemeine und ausnahmslose) Formulierung erwecke den Eindruck, dass alle 

Fenster der Wohnung, insbesondere auch die hier strittige Fensterfront, mit Rafflamel-

lenstoren ausgestattet würden. Das müsse umso mehr gelten, als dass der Baube-

schrieb in der (ersten) Position «Elektroinstallationen» ausdrücklich auf «elektrische Sto-

ren im Wohnbereich» hinweise (S. 55) und die strittigen Storen die Fensterfront im 

Wohnzimmer und damit zweifelsohne den Wohnbereich beträfen. Bei einer Auslegung 

des Baubeschriebs als Ganzes habe die Beklagte damit gegenüber der jeweiligen Käu-

ferschaft betreffend die Beschaffenheit der Kaufsache in Erweiterung des üblichen Be-

schriebs zum Ausdruck gebracht, dass in der gesamten Wohnung ausnahmslos Raffla-

mellenstoren montiert würden. Für diese Interpretation spreche auch, dass die Beklagte 

in ihrem Schreiben vom 21. September 2017 ausdrücklich anerkannt habe, dass die 

fehlenden Rafflamellenstoren im Bereich des Balkons nicht dem Baubeschrieb entspre-

chen würden und dieser zukünftig mit einem entsprechenden einschränkenden Hinweis 

ergänzt werde und auch ergänzt worden sei (Zwischenentscheid E. 4.3.1).  

Die Beklagte habe die Zusicherung vorbehaltslos gemacht. Die Änderungsvorbehalte im 

Baubeschrieb wie auch in den Kaufverträgen würden die Beklagte ohne Einverständnis 

der Käuferschaft nicht berechtigen, mit Verweis auf eine ihr bei Vertragsabschluss be-

reits bekannte technische Problematik bei raumhohen Fenstern, welche auf einer einge-

standenermassen (B _________, S. xxx; V _________, S. xxx) durch die Bauherrschaft 

freiwillig vorgenommene Abänderung der ursprünglichen Bauplanung beruhe, eine vom 

Baubeschrieb abweichenden Ausführung der Wohnung ohne Rafflamellenstoren umzu-

setzen (Zwischenentscheid E. 4.3.2). Nichts anderes ergebe sich aus der Mitunterzeich-

nung des jeweiligen Wohnungsplanes durch die Käufer. Daraus und aus der im Grund-

rissplan angeblich festgelegten Raumhöhe von 2.38 m ergebe sich für einen Laien nicht 

ohne weiteres, dass im Bereich des Balkons im Unterschied zu den übrigen Fenstern 

der Wohnung keine Storen geplant seien. Nur die vorgelagert eingezeichneten «Pos. 

8a» und «Pos. 8b», deren Bedeutung unklar sei, würden sich unterscheiden. Von einem 

durchschnittlichen Käufer dürfe nicht erwartet werden, dass er entsprechende von Fach-

personen erstellte Planunterlagen im Detail studiere und deren konkrete bautechnische 

Umsetzbarkeit kontrolliere. Und selbst wenn raumhohe Fenster aus den Plänen ersicht-

lich wären, vermöchte ein vernünftiger, nicht sachkundiger Dritter nicht zu erkennen, 

- 12 - 

dass dies zwingend einen Widerspruch zum Baubeschrieb darstelle. Gemäss Art. 7 Abs. 

3 und Art. 21 SIA-Norm 118 gehe der Baubeschrieb den Plänen ebenfalls vor.  

Nicht gelten lassen liess das Bezirksgericht den Einwand der Beklagten, dass in den 

Innenvisualisierungen des Verkaufsprospekts die Fensterfront im Bereich des Balkons 

bis an die Decke gereicht habe. Allein aus der (positiven) Darstellung raumhoher Fenster 

sei nicht zwingend auf eine andere (negative) Tatsache – das Fehlen von Rafflamellens-

toren – zu schliessen. Im Übrigen sei weder behauptet noch Beweis darüber geführt 

worden, dass das fragliche Verkaufsprospekt der jeweiligen Käuferschaft vor Vertrags-

abschluss zur Verfügung gestanden habe (Zwischenentscheid E. 4.3.3). Das Fehlen der 

Rafflamellenstoren im Bereich des Balkons stelle demnach einen Mangel dar (Zwischen-

entscheid E. 4.3.4). Es handle sich um einen sog. offenen Mangel (Zwischenentscheid 

E. 4.3.4), der dem durchschnittlich aufmerksamen Käufer bei einer Kontrolle nicht habe 

verborgen bleiben können (Zwischenentscheid E. 5.3) und der von sämtlichen Klägern 

nach der sinngemäss anwendbaren SIA-Norm 118 (Zwischenentscheid E. 5.1) innert 

der zweijährigen Rügefrist von Art. 172 Abs. 1 SIA-Norm 118 geltend gemacht worden 

sei (Zwischenentscheid E. 5.3.1-5.3.3). 

3.2  In seinem Urteil gab das Bezirksgericht einleitend in aller Kürze den Inhalt seines 

Zwischenentscheids wieder (Endentscheid E. 3). Alsdann legte es die in die Kaufver-

träge aufgenommenen Garantieklauseln, welche auf die SIA-Norm 118 und subsidiär 

auf die Vorschriften des OR (Art. 216 ff.) zum Grundstückkauf verweisen, dahingehend 

aus, dass mit «Garantie» bzw. «Handwerkergarantie» die Sachgewährleistung gemeint 

sei und die massgebenden Bestimmungen der SIA-Norm 118 sinngemäss zur Anwen-

dung gelangten (Endentscheid E. 4.1). Zunächst habe der Bauherr einzig das Recht, 

vom Unternehmer die Beseitigung des Mangels innerhalb angemessener Frist zu ver-

langen. Soweit Letzterer den Mangel nicht fristgerecht behebe, könne der Erstere – bei 

einer Mehrzahl von Handlungsmöglichkeiten – weiterhin auf der Verbesserung beharren, 

jedoch nur wenn diese im Verhältnis zu seinem Interesse an der Mängelbeseitigung nicht 

übermässige Kosten verursache (Art. 169 ff. SIA-Norm 118; Art. 368 Abs. 2 OR; Endent-

scheid E. 4.2).  

3.2.1  Bezüglich der Kläger 1 hielt das Bezirksgericht fest, dass diese von der Beklagten 

in rechtsgültiger Weise Nachbesserung verlangt hätten. Es verwarf den Einwand der 

Beklagten, dass die Kläger 1 eine Nachbesserung verunmöglicht hätten. Dem sei ent-

gegenzughalten, dass die A _________ AG, welche unbestrittenermassen gegenüber 

den Klägern als Vertreter der Beklagten aufgetreten sei, den Klägern 1 mit Schreiben 

- 13 - 

vom 30. August 2017 mitgeteilt habe, dass die Storen im Bereich des Balkons nie vor-

gesehen gewesen seien und auch nicht von der Bauherrschaft nachgerüstet würden 

(anerkannte TB 39, S. 182). Die Beklagte habe sich damit erkennbar deutlich geweigert, 

eine Nachbesserung durchzuführen. In den Schreiben vom 1. Februar 2018 und 24. Juli 

2018 (KAB 19, S. 179 und KAB 20, S. 198 f.) sei von der Beklagten ein «Storen resp. 

Sonnenschutz, der bezüglich Licht- und Sichtschutz funktionell ist» angeboten worden, 

womit nicht die im Baubeschrieb vorgesehenen Rafflamellenstoren gemeint gewesen 

seien, sondern eine Alternativlösung, weil die gemäss Baubeschrieb vorgesehenen Sto-

ren nicht mehr montiert werden könnten. Diese Begründung stehe in Widerspruch zur 

Gerichtsexpertise (Endentscheid E. 4.3.1). Bezüglich der Klägerinnen 2 (Endentscheid 

E. 4.3.2) und 3 (Endentscheid E. 4.3.3) erkannte das Bezirksgericht ebenfalls, dass die 

Nachbesserung gehörig verlangt worden war. 

3.2.2  In E. 4.4 des Endentscheids befasste sich das Bezirksgericht mit dem Vorbringen 

der Beklagten, wonach sowohl nach der Regelung der SIA-Norm wie auch nach jener 

des OR ein Nachbesserungsanspruch nur durchgesetzt werden könne, wenn die Ver-

besserung im Verhältnis zu den Interessen des Bauherrn an der Mängelbeseitigung nicht 

übermässige Kosten verursache, und dem Einwand der Beklagten, dass die Kläger nie 

behauptet hätten, dass sie aus der Montage der Storen auch nur irgendeinen Nutzen 

ziehen würden, womit der Nutzen als inexistent zu qualifizieren sei, demzufolge eine 

nachträgliche Montage in casu in Abwägung von Kosten und Nutzen offensichtlich zu 

übermässigen Kosten führen würde (Endentscheid E. 4.4.1). Mit Hinweis auf Rechtspre-

chung und Lehre führte das Bezirksgericht aus, dass die Kosten schon dann übermässig 

seien, wenn das Interesse des Käufers an der Mängelbeseitigung und mithin an einem 

mängelfreien Werk die Kosten der Nachbesserung nach Treu und Glauben nicht zu 

rechtfertigen vermöchten. Ein grobes Missverhältnis sei hingegen nicht verlangt, uner-

heblich sei das Verhältnis zwischen Nachbesserungskosten und Werkpreis und die Be-

weislast für die Umstände, die auf ein Übermass schliessen liessen, liege beim Verkäu-

fer (Endentscheid E. 4.4.2).  

Alsdann setzte das Bezirksgericht es als allgemein bekannt voraus, dass (Rafflamellen-

)Storen u.a. Sonnenschutz, Verdunkelungsregulierung und Blickschutz bezweckten. Die 

Kläger hätten daher nicht behaupten müssen, dass sie aus der Montage der Storen ei-

nen Nutzen ziehen würden. Ausserdem habe die Beklagte mit «Stellungnahme Bauherr-

schaft» vom 19. und 20. April 2017 implizit den Nutzen von Storen bzw. Vorhängen an-

erkannt, wenn sie darin ausgeführt habe, Vorhänge könnten eine Verdunkelung, zusätz-

- 14 - 

liche Beschattung oder evtl. gewünschten Einblickschutz bieten und das Einholen ent-

sprechender Offerten in Aussicht gestellt habe (KB 7, S. 75). Überdies hätten die Kläger 

in ihrer Replik zweimal erwähnt, dass durch die nicht montierten Storen der nötige Son-

nenschutz fehle und in den Wohnungen gerade in den Sommermonaten ein Hitzestau 

entstehen würde, der die Wohnqualität stark einschränke (ad TB 48, ad TB 66, 

S. 214 f.), was die Kläger anlässlich ihrer Einvernahmen, welche das Bezirksgericht ein-

zeln anführte, auch ausdrücklich und glaubhaft bestätigt hätten (Endentscheid E. 4.4.4).  

Das konkrete Interesse der Käuferschaft an einer Licht-, Sonnen- sowie Blickschutzre-

gulierung durch den nachträglichen Einbau der Rafflamellenstoren gewichtete das Be-

zirksgericht umso höher, als dass es sich bei der infrage stehenden Räumlichkeit jeweils 

um das Wohnzimmer und damit den eigentlichen Hauptraum und nicht um eine Neben-

räumlichkeit der jeweiligen Wohnung handle. Das Interesse der Käuferschaft an einer 

ansprechenden Wohnqualität, welche durch den Einbau von Rafflamellenstoren gewähr-

leistet werden könne und somit das Interesse an einem mangelfreien Werk sei dabei 

deutlich höher zu gewichten als die der Beklagten durch die Nachbesserung entstehen-

den Kosten (Endentscheid E. 4.4.5). 

3.2.3  In E. 4.5 legte das Bezirksgericht das Argument der Beklagten dar, dass die raum-

hohen Fenster (auch im Balkonbereich), so wie sie in den von den Parteien mitunter-

zeichneten Plänen eingezeichnet seien, unbestrittenermassen Vertragsbestandteil bil-

den würden. Bei Belassen der Fenster könnten gemäss Experte keine Rafflamellensto-

ren eingebaut werden. Die Kläger hätten nun den angeblichen Mangel «raumhohe Fens-

ter» selbst nach Vorliegen der Expertise nicht gerügt und diesbezüglich keine Tatsa-

chenbehauptungen vorgebracht, weshalb kein Anspruch auf den Ausbau der nicht man-

gelhaften Fenster im Balkonbereich bestehen würde und das Begehren auf Montage der 

Rafflamellenstoren vollumfänglich abzuweisen sei. 

Diese Argumentation erachtete das Bezirksgericht als spitzfindig. Die Rahmenverbreite-

rung sei eine nicht zu umgehende Folge des Einbaus der Rafflamellenstoren. Die Kläger 

hätten nie darauf abgezielt, die raumhohen Fenster als Sachmangel zu rügen. Wollte 

man überhaupt die raumhohen Fenster als Vertragsinhalt ansehen und diesbezüglich 

eine Rügepflicht annehmen, so hätten die Kläger bzw. die Rechtsvorgänger der Klägerin 

2 bei Vertragsabschluss darauf vertrauen dürfen, dass die im Baubeschrieb festgehalte-

nen Details technisch umsetzbar seien, zumal sie von Fachpersonen erstellt worden 

seien (Endentscheid E. 4.5.1 mit Hinweis auf Zwischenentscheid E. 4.3.3). 

- 15 - 

Nicht gelten liess das Bezirksgericht den Vorhalt der Beklagten an die Adresse der Klä-

ger, dass es ihnen möglich gewesen wäre, Sonderwünsche in der Gestalt von nicht 

raumhohen Fenstern anzubringen, wie dies durch einen anderen Stockwerkeigentümer 

erfolgt sei. Die Kläger hätten nie raumhohe Fenster, sondern Rafflamellenstoren ge-

wünscht. Dass deren Montage bei raumhohen Fenstern nicht möglich ist, hätten sie als 

Laien nicht wissen können und müssen (Endentscheid E. 4.5.2). 

4.  In ihrer Berufung thematisiert die Beklagte die rechtliche Relevanz der raumhohen 

Fenster, die Verhältnismässigkeit der Nachbesserung sowie deren Vereitelung durch die 

Kläger 1. 

4.1  In seinem Zwischenentscheid hat das Bezirksgericht mit Blick auf die Fragen der 

Haftung der Beklagten sowie der Verjährung der Sachgewährleistungsansprüche den 

Inhalt der Kaufverträge sowie die Mangelhaftigkeit der Sache geprüft. Dabei erkannte 

es, dass die Verkäuferin den Käufern Rafflamellenstoren an sämtlichen Fenstern der 

Wohnung vertraglich zugesichert hatte und dass deren Fehlen im Wohnbereich einen 

Mangel darstellt (s. vorne E. 3.1). Vertragsinhalt und Mangelhaftigkeit des Kaufobjektes 

wurden damit insoweit verbindlich festgelegt (s. vorne E. 3). Hatte somit die Beklagte 

sich vertraglich verpflichtet, bei den Balkonfenstern des Wohnbereichs Rafflamellensto-

ren anzubringen, und stellt diese Unterlassung einen Mangel dar, so haben die Kläger 

grundsätzlich einen Nachbesserungsanspruch. Laut Gerichtsgutachten, welches schlüs-

sig erscheint und von den Parteien nicht beanstandet wurde, bedingt der vertraglich ver-

einbarte Einbau von Rafflamellenstoren im Wohnbereich den Ersatz der raumhohen 

Fenster durch solche mit entsprechender Rahmenverbreiterung (s. vorne E. 2 letzter 

Abschnitt). 

Die Beklagte bringt in ihrer Berufung vor, die Vorinstanz habe in ihrem Zwischenent-

scheid nicht ausgeführt, dass auch die raumhohen Fenster einen Mangel darstellen wür-

den. In ihren Darlegungen will sie aufzeigen, dass die raumhohen Fenster nicht als Sach-

mangel zu qualifizieren seien. Dabei nimmt sie Bezug auf die Frage bzw. Antwort 4 des 

Experten, wonach in einer anderen Stockwerkeigentumswohnung im Balkonbereich Raf-

flamellenstoren hätten montiert werden können, weil das Storendetail bereits mit der not-

wendigen Rahmenverbreiterung geplant und entsprechend ausgeführt worden sei. Die 

Kläger hätten – so die Berufungsklägerin –  gestützt auf Art. 7 des Kaufvertrages eben-

falls die Möglichkeit gehabt, einen Sonderwunsch anzubringen und wie der fragliche 

Stockwerkeigentümer eine vom Baubeschrieb abweichende Ausführung verlangen kön-

nen. Die raumhohen Fenster entsprächen klarerweise den mitunterzeichneten Plänen 

- 16 - 

und dem Baubeschrieb. Die anderen Stockwerkeigentümer würden die nicht vorhande-

nen Rafflamellenstoren nicht als Mangel werten, da diese auf eine Klageeinreichung ver-

zichtet hätten. Die zusätzliche Lichteinstrahlung durch die raumhohen Fenster würde 

von den übrigen Wohnungseigentümern als positiv qualifiziert. Weiter seien die raumho-

hen Fenster, wie der als Zeuge einvernommene Architekt ausgesagt habe, auf den bei 

Vertragsabschluss mitunterzeichneten Plänen ersichtlich und Vertragsbestandteil gewe-

sen. Indem die Vorinstanz die fehlenden Rafflamellenstoren als Mangel qualifiziere, 

ohne dies bezüglich der raumhohen Fenster zu tun, was sie bereits im Zwischenent-

scheid hätte schlussfolgern müssen, wende sie das Recht in verschiedenster Hinsicht 

falsch an. Namentlich hätten die Kläger entgegen den Art. 55 Abs. 1 und 221 Abs. 1 lit. d 

ZPO nirgends behauptet, dass die Beklagte einen Fenstertypus montiert habe, der ohne 

Zusatzarbeit einen nachträglichen Einbau von Rafflamellenstoren nicht zulasse. Selbst 

wenn man E. 4.5.1 der Vorinstanz folge, dass die Kläger nie die raumhohen Fenster als 

Sachmängel hätten rügen wollen und dass diese bei Vertragsabschluss darauf hätten 

vertrauen dürfen, dass die von Fachpersonen erstellten technischen Details des Baube-

schriebs umsetzbar seien, wäre trotzdem eine Mangeltrüge hinsichtlich der raumhohen 

Fenster spätestens dann erforderlich gewesen, als sich die Kläger der Unvereinbarkeit 

raumhoher Fenster mit Rafflamellenstoren bewusst geworden seien. Ein Ausbau der 

Fenster komme somit nicht in Frage, da diesbezüglich kein Mangel vorliege und dem-

entsprechend auch keine Mangelrüge erhoben worden sei. 

Mit dieser Argumentation wiederholt die Beklagte weitestgehend ihren bereits vor Be-

zirksgericht vertretenen Standpunkt, ohne sich mit den Erwägungen der Vorinstanz wei-

ter auseinanderzusetzen. Das genügt den Begründungsanforderungen an eine Berufung 

nicht (s. vorne E. 1.2.1). Wie das Bezirksgericht in E. 4.5 seines Endentscheides treffend 

festhält, ist der Ersatz der raumhohen Fenster durch solche mit Rahmenverbreiterung 

eine nicht zu umgehende Folge des Einbaus der Rafflamellenstoren. Die Beklagte ver-

kennt nun offensichtlich den Unterschied zwischen Tatbestand und Rechtsfolge, zwi-

schen Mangel und Mangelbehebung. Bezüglich des Mangels sind die Kläger rüge-, be-

hauptungs- und beweispflichtig, während sich die Art der Mängelbehebung aus dem 

Gutachten ergibt, wozu es keinerlei zusätzlicher Rügen oder Behauptungen der Kläger 

bedarf. Die Kläger durften zudem darauf vertrauen, dass die Beklagte den einmal gerüg-

ten Mangel in fachkundiger Art und Weise behebt. Die raumhohen Fenster sind denn 

auch nicht deshalb zu ersetzen, weil sie in sich mangelhaft wären, sondern weil die fach-

kundige Beseitigung des Mangels fehlender Rafflamellenstoren anders nicht möglich ist. 

Das Bezirksgericht hat in seinem Zwischenentscheid mit ausführlicher Begründung er-

kannt, dass das Fehlen der Rafflamellenstoren im Wohnbereich einen Mangel darstellt. 

- 17 - 

Der Zwischenentscheid wurde nicht angefochten und ist demnach diesbezüglich ver-

bindlich. Ohnehin hat sich die Beklagte in ihrer Berufung mit den diesbezüglichen Erwä-

gungen des Bezirksgerichts nicht auseinandergesetzt, weshalb an dieser Stelle darauf 

in jedem Falle verwiesen werden darf. Der blosse Umstand, dass die grosse Mehrheit 

der Stockwerkeigentümer offenbar die raumhohen Fenster ohne Rafflamellenstoren ak-

zeptiert hat, ist nicht geeignet, die Begründung der Mangelhaftigkeit durch die Vorinstanz 

zu widerlegen. Die Beweggründe der Stockwerkeigentümer für ihr Stillhalten (Gefallen 

an den raumhohen Fenstern ohne Rafflamellenstoren oder drohende Prozesskosten so-

wie mit der Nachbesserung verbundene Unannehmlichkeiten für die Bewohner bei Be-

harren auf der vertraglich zugesicherten Ausführung) sind ohnehin nicht aktenkundig.  

Gleiches gilt sinngemäss für die beklagtenseits angeführte zusätzliche Lichteinstrahlung, 

zumal die Kläger darin wegen der fehlenden Rafflamellenstoren eine Minderung ihrer 

Wohnqualität sehen (s. dazu auch nachstehende E. 4.2). Es handelt sich dabei letztlich 

um eine individuelle Abwägung, ob die bessere Lichteinstrahlung oder die Beschattungs-

möglichkeit höher gewichtet wird. Weiter bildeten die Rafflamellenstoren auch im Wohn-

bereich nach dem nicht angefochtenen und somit verbindlichen Zwischenentscheid Ge-

genstand des Vertrages, was die Beklagte in ihrer Berufung nicht beanstandet. Insofern 

haben die Kläger sowohl in der vertraglichen Abmachung als auch in der Parteibefra-

gung nach Vorliegen des Gutachtens bestätigt, dass sie die Beschattungsmöglichkeit 

höher gewichten (S. 400 F/A 5 f., 401 F/A 5, 403 F/A 7). Es ist deshalb mehr als spitz-

findig, wenn sich die Beklagte ihrer vertraglichen Verpflichtungen zu entziehen versucht, 

indem sie Mangel und Mangelbehebung umkehrt und sich in angebliche prozessuale 

Unterlassungen flüchtet. Dass der planende Architekt, welcher über seine AG Mitkon-

sortant war, aus seinen eigenen Plänen raumhohe Fenster herauslesen konnte, darf 

wohl angenommen werden. Das heisst aber nicht, dass dies, wie vom Bezirksgericht 

argumentiert, auch für einen Laien erkennbar war. Dies auch deshalb, weil lediglich ein 

Grundriss und keine Aufrisse der Fensterfront Teil der Vertragsunterlagen sind. Jeden-

falls setzt sich die Beklagte damit nicht weiter auseinander. Mit der bezirksgerichtlichen 

Erwägung, dass ohnehin der Baubeschrieb – mit darin ausdrücklich erwähnten Raffla-

mellenstoren – den Plänen – evtl. mit von Laien nicht erkennbaren raumhohen Fenstern 

– vorgehe, befasst sich die Berufung, die diesbezüglich nicht gehörig begründet ist, so-

dann mit keinem Wort.  

4.2  Zur Thematik, dass der Käufer nur dann berechtigt ist, auf der Verbesserung zu 

beharren, wenn die Verbesserung im Verhältnis zu seinem Interesse an der Mängelbe-

seitigung nicht übermässige Kosten verursacht, stört sich die Beklagte in ihrer Berufung 

eigentlich bereits daran, dass die Vorinstanz in E. 4.4.4 des Endentscheids als allgemein 

- 18 - 

bekannt voraussetzt, dass (Rafflamellen-)Storen Sonnenschutz, Verdunkelungsregulie-

rung und Blickschutz bezweckten und dass die Kläger daher nicht zu behaupten hätten, 

dass sie aus der Montage der Storen einen Nutzen ziehen würden. Bei einer wohl offen-

kundigen und gerichtsnotorischen Tatsache müsse das Gericht allerdings mit Rücksicht 

auf den Gehörsanspruch (Art. 53 Abs. 1 ZPO) Gelegenheit zur Stellungnahme geben, 

damit sie allenfalls den Gegenbeweis gegen den betreffenden Erfahrungsgrundsatz füh-

ren könnte. Würden dabei ernsthafte Zweifel am Erfahrungssatz vorgebracht, müsse das 

Gericht – so die Berufungsklägerin – darüber Beweis abnehmen (Hasenböhler, in: Sut-

ter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-

zessordnung, 3. A., 2016, N. 10 zu Art. 151 ZPO).  

Vorliegend soll die Vorinstanz laut der Berufungsklägerin ihren Gehörsanspruch verletzt 

haben. Dies insbesondere deswegen, weil sie im schriftlichen Parteivortrag vom 13. April 

2021 explizit aufgegriffen habe, dass zumindest die anderen Stockwerkeigentümer die 

nicht vorhandenen Rafflamellenstoren nicht als Mängel werten würden, da sie auf eine 

Klageeinreichung verzichtet hätten, selbst nachdem darüber, wie von der ihr in ihrem 

schriftlichen Schlussvortrag vom 3. April 2020 dargelegt, an einer Stockwerkeigentü-

merversammlung und unter den Stockwerkeigentümern gesprochen worden sei. Dass 

einzig drei Eigentümer sich zur Klageeinreichung hätten bewegen können, deute darauf 

hin, dass die Storen nicht einen derart grossen Nutzen resp. nicht eine derart negative 

Auswirkung auf die Wohnqualität bewirkten, wie es die Vorinstanz ihrem Urteil in E. 4.4.4 

des Endentscheids zu Grunde lege. 

In ihrem Baubeschrieb hat die Beklagte unter dem Stichwort Storen den Verwendungs-

zweck der Rafflamellenstoren mit «als Sonnenschutz und Lichtschutz» angegeben (s. 

vorne E. 2 Abschnitt 2). Damit ist derselbe sowie der grundsätzliche Nutzen der Storen 

nicht nur einfach gerichtsnotorisch, sondern er ergibt sich aus dem eigenen Beschrieb 

der Beklagten in ihren Verkaufs- bzw. Vertragsdokumenten. Daher ist für das Kantons-

gericht nicht nachvollziehbar, inwieweit die Beklagte in ihrem Anspruch auf rechtliches 

Gehör verletzt worden sein sollte, indem die Vorinstanz auf deren eigene Darstellung 

abgestellt hat. Ausserdem zitiert das Bezirksgericht die Stellungnahme der Bauherr-

schaft zu den fehlenden Storen im Balkonbereich, in welcher ebenfalls von Sonnen-

schutz, Verdunkelung, zusätzlicher Beschattung und evtl. gewünschtem Einblickschutz 

die Rede ist (S. 75 Ziff. 20), sowie Äusserungen der Kläger in ihrer Replik, in welcher sie 

das Fehlen des nötigen Sonnenschutzes durch die nicht montierten Storen mit Hitzestau 

vorab im Sommer und Einschränkung der Wohnqualität als Folgen daraus geltend ma-

chen (s. vorne E. 3.2.2 Abschnitt 2). Zu diesen Verweisen schweigt sich die Beklagte 

- 19 - 

aus. Sie bringt insbesondere nicht vor, dass es ihr in ihrer Duplik nicht möglich gewesen 

wäre, zu den klägerischen Ausführungen in der Replik Stellung zu nehmen. Die Berufung 

ist insoweit nicht rechtsgenügend begründet. 

Dass die Mehrzahl der Stockwerkeigentümer im Zusammenhang mit den fehlenden Sto-

ren offenbar auf eine Klage verzichtet haben, ist rechtlich weder für die Frage eines 

Mangels noch für jene nach Nutzen bzw. Interesse von Belang. Erstens wurden die 

Gründe für einen Klageverzicht im Prozess nicht weiter thematisiert und infolgedessen 

nicht geklärt. Zweitens wurde nicht dargetan, dass die in zwei Nachbarhäusern auf meh-

rere Stockwerke verteilten und unterschiedlich ausgerichteten Wohnungen der gleichen 

Besonnung ausgesetzt sind. Drittens ist die Interessenbeurteilung konkret und fallbezo-

gen vorzunehmen. Das Bezirksgericht hat dazu die Aussagen der betroffenen Kläger zur 

jeweiligen konkreten Beeinträchtigung ihrer Wohnqualität einzeln wiedergegeben, wel-

che es als glaubhaft beurteilte (s. vorne E. 3.2.2 Abschnitt 2). Die Berufung der Beklagten 

stellt diese Beweiswürdigung nicht begründet in Frage, wenn sie einwendet, es müsse 

ausreichend berücksichtigt werden, dass der jeweils darüber liegende Balkon bereits 

einen ausreichenden Sonnenschutz sowie eine genügende Verdunkelungsregulierung 

bewirke. Denn einerseits hat sie im Verfahren einen genügenden Lichtschutz durch her-

ausstehende Balkone nie behauptet; jedenfalls verweist sie dazu auf keine Aktenstellen. 

Anderseits ergibt sich ein solcher in keiner Weise aus den von ihr dazu angerufenen 

Beweisen. So belegen weder der Wohnungsgrundriss in Beleg 23 noch der Prospekt 

unter Beleg 10 die Auswirkungen der Balkone auf den Licht- bzw. Sonneneinfall auf die 

Wohnungen der Kläger. Der planende Architekt hat schliesslich in seiner Zeugenaus-

sage die ausformulierte Frage der Beklagten, ob der darüber liegende Balkon der darun-

ter liegenden Wohnung Schatten spende, mit einem knappen «Richtig» beantwortet 

(S. 270 F/A 7 der Beklagten). Beweismässig ist mit dieser Kürzestantwort auf die ohne-

hin allgemein gehaltene Frage nichts gewonnen. Weiter hat die Beklagte zwar behaup-

tet, dass die heutige Ausführung gegenüber jener mit Storen keine Wertminderung be-

deute (S. 184 TB 48). Nachdem dies von den Klägern bestritten wurde (S. 214 TB ad. 

48), verzichtete sie aber offenbar auf das hierzu als Beweis offerierte Gutachten (S. 244) 

und unterlies es, eine entsprechende Frage zu formulieren (S. 372). Der als Zeuge be-

fragte Architekt konnte die entsprechende Frage nicht klar beantworten, sondern meinte, 

dies sei eine persönliche Frage (S. 270 F/A 6). 

Bei der Interessengewichtung betont das Bezirksgericht treffend, dass das Wohnzimmer 

den eigentlichen Hauptraum der jeweiligen Wohnung darstellt. Laut den hinterlegten Plä-

nen ist es ein Raum mit kombinierter Verwendung «Wohnen/Essen/Küche», wo sich die 

- 20 - 

Bewohner – fürs Kochen, Essen, Verweilen, Fernsehen, eben Wohnen – am häufigsten 

aufhalten dürften (vgl. Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnzimmer, besucht am 

29. November 2021). Hier spielt sich der häusliche Alltag weitestgehend ab, so dass die 

Wohnqualität gerade in diesem Bereich zentral ist. Sodann handelt es sich um Neubau-

wohnungen. In solchen fällt eine Einbusse bei der Wohnqualität stark ins Gewicht, zumal 

über lange Zeit hinweg kaum Renovationen anstehen werden, mit welchen sich ein der-

artiger Mangel beheben liesse. Der vorerwähnte Verkaufsprospekt dokumentiert einen 

zumindest ordentlichen Standard. Insgesamt ist somit das Interesse der Kläger an einer 

guten Wohnqualität, welche sich über Jahre hinweg auf den Alltag der Bewohner aus-

wirken wird und deren Voraussetzungen zudem vertraglich zugesichert wurden, deutlich 

höher zu gewichten als die der Beklagten für die Nachbesserung erwachsenden Kosten. 

Dies beurteilt der als Gerichtsexperte beigezogene Architekt aus fachtechnischer Sicht 

offensichtlich gleich, wenn er die weniger aufwendige Variante mit Sichtbarkeit des Sto-

renpakets durch das Fenster hindurch als nicht dem Standard einer Neubauwohnung 

entsprechend qualifiziert und in der Folge die Kosten der standardgemässen Nachbes-

serung mit nachträglichem Einbau der Rafflamellenstoren und mit Auswechseln der 

Fenster beziffert, ohne deren Höhe weiter zu kommentieren (s. vorne E. 2). Dass eine 

weniger aufwändige Massnahme zu einem ebenso befriedigenden Ergebnis führen 

würde, wird in der Berufung nicht geltend gemacht und wurde im Prozess offenbar auch 

nie behauptet. In den Akten findet sich dazu nur der Hinweis auf senkrechte Storen an 

der Balkonbrüstung, welche die Kläger gegen Aufpreis hätten nachrüsten lassen können 

(S.83). Die Kläger haben demzufolge einen Rechtsanspruch auf die begehrte Nachbes-

serung. 

4.3  Den Klägern reicht es nicht zum Nachteil, dass sie bei gegebener Wahlmöglichkeit 

(s. vorne E. 3.2) nicht Dritte mit der Mängelbeseitigung beauftragt haben, sondern wei-

terhin gegenüber der Beklagten auf einer Verbesserung beharren. Zutreffend ist, dass 

die Beklagte den Klägern im Rahmen des Nachbesserungsrechts angeboten hat, einen 

Storen resp. Sonnenschutz zu montieren, der bezüglich Licht- und Sichtschutz funktio-

nell ist. Dabei handelte es sich indessen, wie das Bezirksgericht mit Hinweis auf das von 

der Beklagten in der Berufung zitierte Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 24. Juli 

2018 zu Recht festhält (s. vorne E. 3.2.1), nicht um die vertraglich vereinbarten Raffla-

mellenstoren, sondern um eine Alternativlösung. Mit einer solchen mussten sich die Klä-

ger, welche nach den vorstehenden Erwägungen Anspruch auf Rafflamellenstoren ha-

ben, nicht zufriedengeben, zumal die Gleichwertigkeit der von der Beklagten in ihren 

Rechtsschriften nicht näher substantiierten Ersatzlösung nicht aktenkundig ist. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnzimmer

- 21 - 

4.4  Zusammengefasst ist die Berufung im Sinne der vorstehenden Erwägungen abzu-

weisen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist.  

5.  Das Gericht entscheidet in der Regel im Endentscheid über die Prozesskosten, die 

einerseits die Gerichtskosten, welche mit den von den Parteien geleisteten Kostenvor-

schüssen verrechnet werden (Art. 98 und Art. 111 ZPO), und anderseits die Parteient-

schädigung umfassen (Art. 104 Abs. 1, 105 Abs. 1 und 95 ZPO). Die Höhe der Prozess-

kosten richtet sich nach kantonalen Tarifen (Art. 96 und 105 Abs. 2 Satz 1 ZPO), im 

Kanton Wallis nach dem Gesetz betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen 

vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden (GTar) vom 11. Februar 2009. Die Verteilung 

der Prozesskosten richtet sich grundsätzlich nach dem Ausgang des Verfahrens, indem 

die Prozesskosten im Allgemeinen der unterliegenden Partei auferlegt werden (Art. 106 

Abs. 1 und 2 ZPO). Während die Gerichtskosten von Amtes wegen festgesetzt und ver-

teilt werden (Art. 105 Abs. 1 ZPO), wird eine Parteientschädigung einer Partei nur auf 

Antrag hin zugesprochen; sie kann hierfür eine Kostenliste einreichen (Art. 105 Abs. 2 

Satz 2 ZPO). 

Die Berufung der Berufungsklägerin wird abgewiesen, weshalb sie sämtliche Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens zu tragen hat. Infolge Bestätigung des angefochtenen Urteils 

bleibt es bezüglich der erstinstanzlichen Kosten, welche nicht separat beanstandet wur-

den, beim Entscheid des Bezirksgerichts (Art. 318 Abs. 3 [e contrario] ZPO). 

5.1  Die Gerichtskosten setzen sich zusammen aus Pauschalen, insbesondere für den 

Entscheid (Entscheidgebühr), sowie aus bestimmten bei Gericht angefallenen Kosten 

(Art. 95 Abs. 2 ZPO; ‚Auslagen’ nach der Terminologie von Art. 7 ff. GTar). Die Gerichts-

gebühr wird aufgrund des Streitwerts, des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der 

Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation festgesetzt 

(Art. 13 Abs. 1 GTar). Sie bewegt sich zwischen einem Minimum und einem Maximum 

und wird unter Berücksichtigung des Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzips festge-

setzt (Art. 13 Abs. 2 GTar); besondere Umstände können eine Verdoppelung der An-

sätze oder eine verhältnismässige Kürzung der Gebühr rechtfertigen, Letzteres nament-

lich wenn bloss eine Teilfrage entschieden wird (Art. 13 Abs. 3 und Art. 14 Abs. 1 GTar). 

Bei einem Streitwert von effektiv noch Fr. 67’177.-- bewegt sich die Gerichtsgebühr in 

einem ordentlichen Rahmen von Fr. 2'700.-- bis Fr. 9'600.-- (Art. 16 Abs. 1 und 3 GTar). 

Für das Berufungsverfahren gelten die gleichen Ansätze; dabei kann ein Reduktions-

Koeffizient von höchstens 60% berücksichtigt werden (Art. 19 GTar). Im Berufungsver-

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fahren waren Fragen sachverhaltsmässiger wie auch rechtlicher Natur von einem gewis-

sen Schwierigkeitsgrad zu prüfen. Es wurde ein einziger Schriftenwechsel ohne mündli-

che Verhandlung angeordnet, wobei die Berufungsklägerin in Ausübung ihrer Partei-

rechte replizierte. Die Parteien legten ihre Standpunkte und ihre Einwände in der gebo-

tenen Kürze dar. Das Dossier war insgesamt nicht umfangreich. Deshalb ist unter Be-

rücksichtigung der vorstehend angeführten Kriterien eine Gerichtsgebühr im unteren Be-

reich von Fr. 3’600.-- angemessen. Diese ist mit dem von der Berufungsklägerin geleis-

teten Kostenvorschuss in nämlicher Höhe zu verrechnen. 

5.2  Die Parteientschädigung umfasst den Ersatz notwendiger Auslagen, die Kosten der 

berufsmässigen Vertretung und, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist, in 

begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung (Art. 95 Abs. 3 lit. a, b 

und c ZPO). Das Honorar des Rechtsbeistands richtet sich in der Regel nach dem Streit-

wert (Art. 27 Abs. 2 und 28 Abs. 1 GTar).  

Laut Art. 32 Abs. 1 und 3 GTar beläuft sich das ordentliche Honorar beim gegebenen 

Streitwert auf Fr. 7'600.-- bis Fr. 10'200.-- resp. mit einem Reduktions-Koeffizienten von 

60% für das Berufungsverfahren vor Kantonsgericht (Art. 35 Abs. 1 lit. a GTar) auf im 

Prinzip minimal Fr. 3'040.-- und maximal Fr. 4'080.--, in welchen Honraransätzen die 

Mehrwertsteuer inbegriffen ist (Art. 27 Abs. 5 GTar). Bei ausserordentlicher Arbeit darf 

ein höheres Honorar zugesprochen werden (Art. 29 Abs. 1 GTar). Besteht ein offensicht-

liches Missverhältnis zwischen Streitwert und Prozessinteresse oder zwischen der Ent-

schädigung gemäss Tarif und der effektiven Arbeit des Rechtsbeistands, darf das er-

wähnte Minimum des Honorars unterschritten werden (Art. 29 Abs. 2 GTar; vgl. auch 

Art. 29 Abs. 3 GTar). Innerhalb des vorgegebenen Rahmens bemisst das Gericht das 

Honorar mit Rücksicht auf die Natur und Bedeutung des Falles, dessen Schwierigkeit 

und Umfang sowie der vom Rechtsbeistand nützlich aufgewandten Zeit und der finanzi-

ellen Situation der Partei (Art. 27 Abs. 1 GTar).  

Im Berufungsverfahren wurde ein einfacher Schriftenwechsel angeordnet mit spontaner 

Replik der Berufungsklägerin. Die Berufungsbeklagten nahmen zu den einzelnen Punk-

ten der vom Umfange her mittleren Berufung gleichermassen umfassend wie auch ge-

rafft Stellung. Eine mündliche Berufungsverhandlung fand nicht statt. Die Streitpunkte 

und die Rechtsfragen waren die gleichen wie vor erster Instanz. In Anwendung der oben 

genannten Kriterien, insbesondere mit Rücksicht auf die Schwierigkeit des Falls und den 

Arbeitsumfang, ist es gerechtfertigt, die Entschädigung auf Fr. 3’200.-- (Honorar mitsamt 

Auslagen und inkl. MWST) festzusetzen. Ausgangsgemäss schuldet die Berufungsklä-

gerin der Berufungsbeklagten diesen Betrag.  

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Das Kantonsgericht erkennt 

 

1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Bezirksgerichts Brig, Östlich-Ra-

ron und Goms vom 17. Mai 2021 bestätigt, wie folgt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kaufvertrags vom 

20. Juni 2016 in der Wohnung der Kläger 1 (STWE-Anteil Nr. xx1, Haus xxx, Wohnung Nr. yy1) 

gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 90 Tagen ab rechtskräf-

tigem Urteil zu montieren. 

2. Die Beklagte wird verpflichtet, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kaufvertrags vom 

8. Oktober 2014 in der Wohnung der Klägerin 2 (STWE-Anteil Nr. xx2, Haus xxx, Wohnung Nr. yy2) 

gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 90 Tagen ab rechtskräf-

tigem Urteil zu montieren. 

3. Die Beklagte wird verpflichtet, die Rafflamellenstoren gemäss Baubeschrieb des Kaufvertrags vom 

3. März 2016 in der Wohnung der Klägerin 3 (STWE Anteil Nr. xx3, Haus xxx, Wohnung Nr. yy3) 

gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis, auf eigene Kosten innert 90 Tagen ab rechtskräf-

tigem Urteil zu montieren. 

4. Soweit weitergehend wird die Klage abgewiesen. 

5. Die Gerichtskosten von Fr. 3'960.-- werden der Beklagten auferlegt und mit den von den Parteien 

geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. 

6. Die Beklagte bezahlt den Klägern 

a)  Fr. 930.-- für geleisteten Kostenvorschuss; 

b)  Fr. 3'000.-- als Parteientschädigung. 

2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens, bestimmt auf Fr. 3’600.--, werden der 

Berufungsklägerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss ver-

rechnet. 

3. Die Berufungsklägerin bezahlt den Berufungsbeklagten für das Berufungsverfah-

ren eine Parteientschädigung von Fr. 3’200.--. 

Sitten, 22. Februar 2022