# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b30a4c8d-5518-5f08-9131-cc19d5c69903
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2008 D-6356/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6356-2007_2008-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6356/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
Kosovo,
vertreten durch Rolf G. Rätz, Fürsprecher, B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Aufhebung der vorläufigen Aufnahme; Verfügung des 
BFM vom 23. August 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6356/2007

Sachverhalt:

A.
Der aus C._______ (Kosovo) stammende Beschwerdeführer  ashkali-
scher Ethnie reichte zusammen mit seiner Familie am 11. Juni 1999 in 
der  Schweiz  ein  erstes  Asylgesuch  ein.  Mit  Verfügung  vom  22. Juli 
1999 wies das BFF die Asylgesuche des Beschwerdeführers und sei-
ner  Familienangehörigen ab und ordnete  gleichzeitig  deren Wegwei-
sung  aus  der  Schweiz  an.  Gestützt  auf  den  Bundesratsbeschluss 
(BRB) vom 7. April 1999 über die gruppenweise vorläufige Aufnahme 
von Personen aus der Bundesrepublik Jugoslawien mit letztem Wohn-
sitz  im  Kosovo  wurde  die  Familie  des  Beschwerdeführers  in  der 
Schweiz vorläufig aufgenommen. Dieser Beschluss wurde am 16. Au-
gust 1999 wieder aufgehoben und dem Beschwerdeführer und seinen 
Familienangehörigen  eine  Ausreisefrist  auf  den  31. Mai  2000  ange-
setzt.

Die  gegen die Verfügung des BFF vom 22. Juli  1999 betreffend die 
Wegweisung erhobene Beschwerde wies die Schweizerische Asylre-
kurskommission (ARK) mit Urteil vom 19. Januar 2000 ab, soweit da-
rauf eingetreten wurde, und überwies die Akten dem BFF zur Prüfung 
allfälliger individueller Vollzugshindernisse.

B.
Mit  Eingabe  vom  8.  Februar  2000  an  das  BFF  ersuchten  der  Be-
schwerdeführer und seine Familienangehörigen erneut um Gewährung 
von Asyl.

C.
Mit  Verfügung  vom 30.  Oktober  2001  lehnte  das  BFF  die  erneuten 
Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers 
und seiner Familie aus der Schweiz an. Gleichzeitig verfügte es wegen 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme 
derselben, weil die Wahrscheinlichkeit einer konkreten Gefährdung für 
Angehörige der Minderheit der Ashkali im Kosovo nicht ausgeschlos-
sen werden könne.

Die gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde vom 14. November 
2001 wurde mit Urteil der ARK vom 17. September 2002 abgewiesen.

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D.
Mit Schreiben vom 28. März 2006 ersuchte das BFM im Rahmen der 
Überprüfung  der  vorläufigen  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  und 
seiner  Familienangehörigen  das  schweizerische  Verbindungsbüro  in 
D._______  um  Abklärungen.  Am  28. April  2006  übermittelte  das 
schweizerische Verbindungsbüro der Vorinstanz seine Antwort.

E.
Mit Schreiben vom 10. August 2006 teilte das BFM der Familie des Be-
schwerdeführers mit, dass sie in den letzten Jahren wiederholt gegen 
das Gesetz verstossen hätten, so insbesondere der Beschwerdeführer 
selber und sein Bruder E._______, und sie offenbar Mühe bekunden 
würden, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten. Ferner wurden 
die  Familie  des  Beschwerdeführers  auf  die  fehlende  berufliche 
Integration  hingewiesen  und  ihr  zur  Kenntnis  gebracht,  dass  die 
vorläufige  Aufnahme  aufgehoben  würde,  sollten  die  Eltern  des 
Beschwerdeführers  respektive  er  und  seine  Geschwister  erneut  zu 
Klagen Anlass geben.

Mit  Schreiben  vom 14.  September  2006  nahm  die  Familie  des  Be-
schwerdeführers zu diesen Vorhalten Stellung.

F.
In  der  Folge  beantragte  das  F._______  in  einem  an  das  BFM 
gerichteten  Schreiben  vom  14.  März  2007  die  Aufhebung  der 
angeordneten  vorläufigen  Aufnahme  der  Familie  des  Be-
schwerdeführers, da diese erneut zu Klagen Anlass gegeben habe.

G.
Mit Schreiben des BFM vom 11. Mai 2007 wurde dem Beschwerdefüh-
rer - unter Beilage einer Kopie des Berichtes des schweizerischen Ver-
bindungsbüros  in  D._______  -  im  Hinblick  auf  eine  eventuelle 
Aufhebung der vorläufigen Aufnahme das rechtliche Gehör gewährt.

Mit  Eingabe  vom  5.  Juni  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  seine 
Stellungnahme ein.

H.
Das BFM forderte  den Beschwerdeführer  mit  Schreiben vom 7. Juni 
2007 auf, innert angesetzter Frist einen aktuellen ärztlichen Bericht zu 
seinem Gesundheitszustand erstellen zu lassen und die behandelnden 
Ärzte mittels  schriftlicher Erklärung dem Bundesamt gegenüber  vom 

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Arztgeheimnis zu entbinden.

Mit  Eingabe  vom  25.  Juni  2007  (Datum  Poststempel)  reichte  das 
G._______  diverse  ärztliche  Berichte  betreffend  den  Beschwer-
deführer zu den Akten.

I.
Mit Eingabe vom 29. Juni 2007 ersuchte der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers um Erstreckung der Frist zur Einreichung des ärztli-
chen Berichts.

Mit  Schreiben vom 2. Juli  2007 teilte  das BFM dem Rechtsvertreter 
des  Beschwerdeführers  mit,  das  Fristerstreckungsgesuch  werde  als 
hinfällig geworden erachtet,  da das G._______ diverse Berichte den 
Beschwerdeführer betreffend am 28. Juni 2007 eingereicht habe.

Weiter  übermittelte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  gleichem 
Schreiben eine Kopie das Resultats von Abklärungen des schweizeri-
schen  Verbindungsbüros  in  D._______  vom  29.  November  2006  im 
Verfahren  betreffend  einen  Onkel  des  Beschwerdeführers.  Dem  Be-
schwerdeführer  wurde  Gelegenheit  gewährt,  dazu  Stellung  zu  neh-
men. 

Mit Eingabe vom 20. Juli 2007 liess sich der Beschwerdeführer dazu 
vernehmen.

J.
Mit Verfügung vom 23. August 2007 - eröffnet am 24. August 2007 - 
hob das BFM die am 30. Oktober 2001 angeordnete vorläufige Auf-
nahme auf und forderte den Beschwerdeführer - unter Androhung von 
Zwangsmitteln im Unterlassungsfall - auf, die Schweiz bis zum 12. Ok-
tober 2007 zu verlassen.

K.
Mit Beschwerde vom 21. September 2007 beantragte der Beschwerde-
führer die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 23. August 2007 so-
wie die Aufrechterhaltung der vorläufigen Aufnahme.

L.
Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 15. Oktober 2007 
wurde  der  Beschwerdeführer  darauf  hingewiesen,  dass  er  den  Be-
schwerdeentscheid in der Schweiz abwarten könne. Ferner wurde der 

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Beschwerdeführer  aufgefordert,  bis  zum  30.  Oktober  2007  einen 
Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr.  600.--  einzuzahlen,  unter 
Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall.

M.
Am 28. Oktober 2007 wurde der mit Zwischenverfügung vom 15. Okto-
ber  2007  eingeforderte  Kostenvorschuss  vom Beschwerdeführer  be-
zahlt.

N.
Mit  Vernehmlassung  vom 23.  November  2007  beantragte  die  Vorin-
stanz die Abweisung der Beschwerde.

O.
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  6.  Dezember 
2007  wurde  dem Beschwerdeführer  die  vorinstanzliche  Vernehmlas-
sung zur Kenntnis gebracht.

Der  Beschwerdeführer  replizierte  -  nach  einmalig  gewährter  Frister-
streckung - mit Eingabe vom 21. Januar 2008.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 
und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Eine in Anwendung von Art. 44 Abs. 2 AsylG angeordnete vorläufige 
Aufnahme wird dann aufgehoben, wenn deren Voraussetzungen nicht 
mehr gegeben sind (Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 
142.20]). Das BFM kann jederzeit die Aufhebung der vorläufigen Auf-
nahme verfügen, wenn die Voraussetzungen für deren Anordnung ge-
mäss Artikel 83 Absätze 2-4 AuG nicht mehr gegeben sind. Verfügt es 
nicht auf Begehren derjenigen Behörde, welche die vorläufige Aufnah-
me beantragt hat, so hört es diese vorher an. Das BFM setzt eine an-
gemessene  Ausreisefrist  an,  sofern  nicht  der  sofortige  Vollzug  der 
Weg- oder Ausweisung angeordnet wird (Art. 26 Abs. 2 und 3 der Ver-
ordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Auswei-
sung von ausländischen Personen [VVWA, SR 142.281]). Der Vollzug 
ist  nicht  möglich,  wenn  die  ausländische  Person weder  in  den Her-
kunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder 
dorthin gebracht werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtli-
che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der ausländischen 
Person in ihren Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen. Der Vollzug kann für Ausländerinnen oder Ausländer nicht zumut-
bar sein, wenn sie in Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner 
Gewalt  und  medizinischer  Notlage  im  Heimat-  oder  Herkunftsstaat 
konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG).

3.  

3.1 Zur Begründung der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme führte 
die Vorinstanz im Wesentlichen aus, im heutigen Zeitpunkt sei der Voll-
zug  der  Wegweisung  in  das  Heimatland des  Beschwerdeführers  als 
durchführbar zu erachten.

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Der  Wegweisungsvollzug  sei  zulässig,  da  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Es  bestünden  keine 
Anhaltspunkte,  dass  ihm  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine 
durch Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene 
Strafe oder Behandlung drohe. 

Die Situation der ethnischen Minderheiten im Heimatland habe sich in 
letzter  Zeit  verbessert.  Eine  konkrete  Gefährdung  könne  allein 
aufgrund  der  in  Frage  stehenden  Ethnie,  mit  Ausnahme  einzelner 
Dörfer,  ausgeschlossen  werden.  Zudem  sei  für  die  Ethnien  der 
albanischsprachigen  Roma,  Ashkali  und  Ägypter  die 
Bewegungsfreiheit grundsätzlich im ganzen Kosovo gegeben. Auch sei 
der Zugang zu medizinischen und sozialen Strukturen in aller Regel 
gewährleistet.  Gemäss  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  sei  der  Vollug  der  Wegweisung  der 
erwähnten  ethnischen  Minderheiten  in  den  Kosovo  grundsätzlich 
zumutbar,  wenn  aufgrund  einer  Einzelfallabklärung  feststehe,  dass 
bestimmte  Reintegrationskriterien  erfüllt  seien.  Die  Abklärungen  des 
BFM über das schweizerische Verbindungsbüro in D._______ hätten 
ergeben, dass die Grossfamilie H._______, zu deren Kreis die Familie 
des  Beschwerdeführers  gehöre,  in  ihrem  Herkunftsdorf  Häuser  und 
viel  landwirtschaftliches  Land  besitze.  Alle  Mitglieder  der  Familie 
H._______ seien ausgewandert und die Häuser seien heute verlassen 
und das Land liege brach,  aber  verschiedene Mitglieder  der  Familie 
aus der Schweiz würden regelmässig den Heimatort  besuchen. Das 
Haus  von  I._______  sei  nicht  oder  nur  schwer  renovierbar.  Das 
vierstöckige  Haus  eines  Onkels  (gemäss  Stellungnahme  ein  weit 
entfernter  Verwandter)  könne  mit  den  nötigen  finanziellen  Mitteln 
wieder bewohnbar gemacht werden; die Substanz des Hauses sei gut 
erhalten. Die Familie H._______ sei während der Angriffe auf das Dorf 
im Mai 1999 geflohen. Die albanischen Nachbarn könnten sich gut an 
die  Familie  H._______  erinnern  und  hätten  offenbar  eine  gute 
Beziehung  zu  ihnen  gehabt.  Auch  wenn  keine  näheren  Verwandten 
mehr im Heimatdorf  leben würden,  sei  davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer  mit  seiner  Familie  im  Ort  über  ein  taugliches 
soziales Beziehungsnetz verfüge, zumal er dort aufgewachsen sei und 
bis  zur  Ausreise  mit  seiner  Familie  dort  gelebt  habe.  Aufgrund  der 
regelmässigen  Besuche  von  Mitgliedern  der  Familie  H._______  im 
Heimatdorf sei davon auszugehen, das sie im Ort über einen grossen 

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Freundeskreis  verfügten,  da  sie  während  ihrer  Besuchsaufenthalte 
immer  eine  Unterkunft  finden  würden.  Die  albanischen  Nachbarn 
hätten  offensichtlich  eine  gute  Beziehung  zur  Familie  der 
Beschwerdeführer  gehabt.  Bemerkenswert  sei,  dass  der  Sohn 
A._______ bei den Nachbarn ausgesprochen beliebt sei, obwohl diese 
irrtümlicherweise  davon  ausgehen  würden,  dass  er  eine  (...)  Mutter 
habe. Dieser  Umstand sei  für  die Nachbarn  offensichtlich  belanglos. 
Weder  aus  den  Abklärungsberichten  noch  aus  den  Stellungnahmen 
der  Ausländer  würden  sich  Hinweise  ergeben,  dass  sie  bei  ihrer 
Rückkehr aufgrund ihrer  Zugehörigkeit  zu einer Minderheit  gefährdet 
wären.

Die Familie verfüge über ein umfangreiches soziales Beziehungsnetz 
am früheren Wohnort  und könne  angesichts  des  Landbesitzes  auch 
nicht  als  mittellos  gelten,  auch  wenn  die  Schaffung  einer  neuen 
wirtschaftlichen  Existenz  für  die  Beschwerdeführer  zweifellos  mit 
Schwierigkeiten  verbunden  sein  werde.  Die  Bewirtschaftung  des 
gegenwärtig  brach  liegenden  landwirtschaftlichen  Landes  dürfte 
mindestens zur Deckung der Grundbedürfnisse der Beschwerdeführer 
ausreichen. Den gemäss den Akten relativ jungen und arbeitsfähigen 
Eltern sowie dem im gemeinsamen Haushalt wohnenden erwachsenen 
Sohn  A._______  sei  es  folglich  zuzumuten,  sich  im  Heimatland, 
allenfalls mit Hilfe ihrer zahlreichen im Ausland lebenden Angehörigen, 
eine neue Existenz aufzubauen. Das Familienoberhaupt sei jedenfalls 
bis  zur  Ausreise  durchaus in  der  Lage gewesen,  für  sich und seine 
Familie  finanziell  aufzukommen.  Es  sei  aufgrund  der  Akten  nicht 
erkennbar,  weshalb  er  die  wirtschaftliche  Verantwortung  nach  der 
Rückkehr nicht erneut übernehmen könne. Die Behauptung des Vaters 
des Beschwerdeführers, wonach J._______ der Familie das Haus nie 
zur  Benutzung  überlassen werde,  weil  sie  zerstritten  seien  und  das 
Haus  ohnehin  nicht  bewohnbar  wäre,  müsse  angezweifelt  werden. 
Einerseits  sei  bekannt,  dass  am  Haus  gearbeitet  werde,  und 
andererseits  handle  es  sich  bei  der  angeführten  Familienfehde  um 
eine  nicht  belegte  Behauptung.  Gleiches  gelte  für  die  Behauptung, 
dass  sie  nicht  auf  die  Solidarität  der  früheren  Nachbarn  zählen 
könnten, widerspreche dieser Einwand doch den von diesen mehrmals 
wiederholten Aussagen von Sympathie und Dankbarkeit für die ihnen 
früher von den Beschwerdeführern gewährte Hilfe und Unterstützung. 
Folglich  könne  davon  ausgegangen  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den Kosovo nicht in eine 
existenzbedrohende  Situation  geraten  würde.  Zudem  sei  auf  das 

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Rückkehrhilfeprogramm Westbalkan des BFM, das per 1. Januar 2007 
in Kraft gesetzt worden sei, zu verweisen. In Zusammenarbeit mit der 
kantonalen  Rückkehrberatungsstelle  könne  vorliegend  eine  den 
individuellen  Bedürfnissen  der  Ausländer  angepasste  Rückkehrhilfe 
ausgestaltet werden.

Hinsichtlich  der  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Probleme  des 
Beschwerdeführers  seien  zwei  Berichte  des  G._______  vom  (...) 
eingereicht  worden.  Der  Beschwerdeführer  sei  demzufolge  (...) 
hospitalisiert  gewesen.  Die  zweite  Hospitalisierung  sei  nach  einem 
Familienstreit  mit  der  Familie  der  Freundin  geschehen.  Es  sei  (...) 
diagnostiziert  worden.  Der  Patient  sei  gleichentags  aus  dem  Spital 
entlassen und diesem Temesta zur Einnahme bei Bedarf mitgegeben 
worden.  Man  habe  dem  Beschwerdeführer  geraten,  ambulant  einen 
Psychologen  aufzusuchen,  gegebenenfalls  unter  Vermittlung  des 
Hausarztes.  Den  vorliegenden  aktuellen  ärztlichen  Berichten  seien 
keine  Hinweise  zu  entnehmen,  dass  dem  Beschwerdeführer  die 
Rückkehr  in  den  Heimatstaat  aus  medizinischen  Gründen  nicht 
zugemutet werden könnte.

Für  die Rückkehr des Beschwerdeführers spreche überdies,  dass er 
in der Schweiz offensichtlich weder beruflich noch sozial integriert sei 
und  sich  keine  dauerhafte  wirtschaftliche  Existenz  habe  aufbauen 
können.  Von  einem  klaglosen  Verhalten  könne  ebenfalls  nicht 
gesprochen werden, weshalb eine Rückkehr des jungen und offenbar 
gesunden  Ausländers  in  sein  Heimatland demnach verhältnismässig 
erscheine.

Sodann erweise sich der Vollzug der Wegweisung auch als möglich, 
zumal  es  dem  Beschwerdeführer  zuzumuten  sei,  sich  die  für  die 
Rückkehr in den Heimatstaat allenfalls benötigten Reisedokumente bei 
der Vertretung des Heimatstaates ausstellen zu lassen.

Damit  sei  der  Vollzug der  Wegweisung heute  zulässig,  möglich  und 
zumutbar, so dass die vorläufige Aufnahme aufzuheben sei.

3.2 Demgegenüber  führt  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmit-
teleingabe  im  Wesentlichen  aus,  es  werde  zur  Begründung  vollum-
fänglich auf die Ausführungen in der Beschwerde betreffend den Rest 
der  Familie  H._______  (I._______; D-6355/2007)  verwiesen,  welche 
zum integrierenden Bestandteil dieser Beschwerde erklärt werde.

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In der erwähnten Rechtsmitteleingabe wurde im Wesentlichen ausge-
führt,  es werde zunächst  grundsätzlich auf  die Ausführungen in  den 
beiden Stellungnahmen vom 5. Juni und 20. Juli 2007 verwiesen. Darin 
sei bereits begründet worden, dass die durchgeführte Einzelfallabklä-
rung vorliegend völlig ungenügend und unsorgfältig, somit auch falsch 
ausgefallen sei. Klar sei einerseits, dass sie nicht in ihr eigenes Haus 
zurückkehren könnten, da dieses unbewohnbar sei und nicht wieder in 
Stand gesetzt  werden könne. Die  Feststellung,  dass  ihnen entfernte 
Verwandte  deren  Liegenschaft  nach  einem  Erbstreit  einfach  so  zur 
Verfügung stellen würden, sei als weltfremd zu erachten. Zur pauscha-
len  Feststellung,  dass  die  Grossfamilie  H._______  über  viel 
landwirtschaftliches  Land  verfüge,  sei  anzumerken,  dass  nicht 
abgeklärt  worden  sei,  ob  ihre  eigene  Familie  ebenfalls  über 
entsprechendes  Land  verfüge.  Eine  eingehende  Prüfung  dieser 
Sachlage hätte  ergeben müssen,  das  sie eben nicht  über  viel  Land 
verfügten.  Ausserdem  könnten  sie  nicht  einfach  landwirtschaftliches 
Land der übrigen Mitglieder der Grossfamilie für sich beanspruchen. 
Im Übrigen sei  bekannt,  dass in dieser  Region vor allem Weideland 
und weniger Kulturland anzutreffen sei, weshalb die Feststellung, das 
Land  liege  brach,  unzutreffend  sei.  Weiiter  fürchte  der 
Beschwerdeführer  I._______  nicht  seine  unmittelbaren  Nachbarn, 
sondern  einzelne  Personen,  mit  denen  er  während  des  Krieges  in 
Kontakt  gestanden  sei.  So  würden  gewisse  Kämpfer  der  Be-
freiungsarmee Kosovos (UCK) dem Vater des Beschwerdeführers, we-
gen seiner ethnischen Zugehörigkeit zu den Ashkali sowie wegen der 
damaligen Desertion noch immer nach dem Leben trachten. Wenn sie 
nicht um Leib und Leben fürchten würden, hätte sich die gesamte Fa-
milie H._______ wohl kaum während einer Woche im Wald versteckt, 
um der befürchteten Ausschaffung zu entgehen. Dass es sich dabei 
lediglich um eine Abklärung der Vorinstanz gehandelt haben soll (was 
bis heute nicht klar sei), hätten sie bezeichnenderweise nicht gewusst. 
Dies sei wohl auch der Grund für den Einsatz eines Notfallarztes und 
die  Verabreichung  von  Beruhigungsmitteln  gewesen.  Ferner  sei  die 
gesundheitliche  Versorgung  im  Spital  von  K._______  nicht 
gewährleistet  und  für  sie  auch  nicht  finanzierbar.  Die  kostenlose 
Versorgung  durch  NGO's  sei  nur  hinsichtlich  der  elementarsten 
Medikamente gewährleistet.

Weiter seien die Zweifel im Zusammenhang mit dem Gesuch um einen 
Stellenantritt befremdend, zumal (...) das fragliche Gesuch tatsächlich 

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deponiert, aber noch keine Bestätigung erhalten habe. Derzeit sei es 
so, dass die ganze Familie, d.h. seine Eltern und auch er selber eine 
Arbeitsstelle hätten, wenn der Verbleib in der Schweiz gesichert wäre.

3.3 In  der  Vernehmlassung  vom 23.  November  2007  hält  die  Vorin-
stanz im Wesentlichen fest,  dass hinsichtlich der Wohnmöglichkeiten 
des Beschwerdeführers, der mit seinen Eltern und den minderjährigen 
Geschwistern zusammenlebe, festzuhalten sei, dass die individuellen 
Wohnbedürfnisse der Familie des Beschwerdeführers gemeinsam mit 
den zuständigen Rückkehrorganisationen von Bund und Kanton ermit-
telt und deren Bereitstellung organisiert werden könnten. Nach bisheri-
gen Erfahrungen des BFM habe den Rückkehrern, welche die Hilfe der 
Rückkehrberatungsstellen in Anspruch genommen hätten, in der Regel 
akzeptable und nachhaltige Lösungen angeboten werden können.

Weiter  sei  das  Vorbringen,  dass  im  Spital  in  K._______  die 
gesundheitliche  Versorgung  nicht  gewährleistet  sei,  als  reine 
Behauptung  zu  werten.  Hinweise  auf  eine  aktuelle  komplexe 
Behandlung, die im Heimatland zwingend fortgeführt  werden müsste, 
seien nicht erkennbar.

Hinsichtlich der angeführten erbrechtlichen Differenzen sei festzustel-
len, dass offensichtlich die ganze Verwandtschaft der Familie des Be-
schwerdeführers deren Reise in die Schweiz finanziert und dafür (...) 
aufgebracht  habe.  Diese  Tatsache  deute  nicht  darauf  hin,  dass  die 
Angehörigen  dem  Beschwerdeführer  und  seiner  Familie  ihre 
Unterstützung  verweigern  würden.  Ausserdem  ergebe  sich  aus  den 
Akten  des  Bruders  L._______,  dass  dieser  (...)  besucht  und  von 
seinen  Verwandten  finanzielle  Unterstützung erhalten  habe. Gestützt 
auf diese Informationen sei entgegen den Behauptungen der Familie 
des  Beschwerdeführers  davon  auszugehen,  dass  diese  über  ein 
verwandtschaftliches Netz verfüge, das sie unterstütze.

Der Vollzug der Wegweisung sei unter Berücksichtigung sämtlicher ak-
tenkundiger  Elemente  als  zumutbar  zu  erachten.  Die  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers sei zudem angesichts seiner fehlenden beruflichen 
und sozialen Integration und seines häufig zu Klagen Anlass geben-
den Verhaltens als angemessen zu beurteilen. Der Vater des damals 
noch minderjährigen Beschwerdeführers sei  mit  Schreiben des BFM 
vom 10. August 2006 darauf hingewiesen worden, dass die vorläufige 
Aufnahme aufgehoben werde, falls er und und seine Familie weiterhin 

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zu Klagen Anlass geben sollten. Trotzdem habe der Beschwerdeführer 
am 24. April 2007 wegen strafbarer Handlungen gegen die Freiheit zur 
Anzeige gebracht werden müssen.

3.4 In seiner Replik vom 21. Januar 2008 wendet der Beschwerdefüh-
rer im Wesentlichen ein, er müsse als Teil einer neunköpfigen Familie 
betrachtet werden und es würden dieselben Argumente gelten wie in 
der gleichzeitig eingereichten Replik des Vaters mit den übrigen Fami-
lienmitgliedern. Er könne sich nicht auf die vagen Zusicherungen der 
Vorinstanz  hinsichtlich  Rückkehrhilfe  bei  der  Suche nach Wohnmög-
lichkeiten verlassen. Der Verbindungsmann habe offenbar trotz inten-
sivster Suche bis heute nicht herausgefunden, welche der Ruinen ihrer 
Familie  zuzuordnen  sei.  Es  sei  illusorisch  anzunehmen,  dass  eine 
neunköpfige Grossfamilie einfach bei Drittpersonen untergebracht wer-
den könne. Alle einigermassen bewohnbaren Liegenschaften seien be-
wohnt. Die leerstehenden Häuser seien lediglich Ruinen und könnten 
innert nützlicher Frist und mit realistischem finanziellem Aufwand nicht 
in Stand gestellt werden.

Weiter habe er in seiner Heimat klarerweise nicht die Möglichkeit, für 
sich die nötige ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es liege auf der 
Hand, dass sich die derzeit einigermassen stabile Situation (eine kom-
plexe Behandlung sei im Moment in der Tat nicht nötig) bei einer Rück-
kehr schlagartig verändern könne. Es sei damit zu rechnen, dass die 
Folgen der Traumatisierung erneut zutage treten würden.

Ferner bestehe bezüglich  ihrer  familiären Verhältnisse bei  der  Vorin-
stanz  nach wie  vor Unklarheit. Die  (...)  habe sein Vater  von dessen 
damals in der Schweiz lebenden (...) Vater erhalten, und nicht von der 
zerstrittenen  Familie  in  der  Heimat.  Dass  es  in  der  Schweiz 
freundschaftliche  Bande  mit  Familienmitgliedern  gebe,  sei  nie 
bestritten  worden.  Dass  sein  Bruder  L._______,  zu  welchem  kein 
Kontakt  bestehe,  nun  aber  von  (...)  nennenswerte  finanzielle 
Unterstützung  erhalten  haben  soll,  sei  ihm  zumindest  neu.  Die 
entsprechenden  Akten  seien  ihm  nicht  bekannt  und  aus  daten-
schutzrechtlichen Gründen auch nicht einsehbar, weshalb die entspre-
chenden Ausführungen der Vorinstanz aus dem Recht zu weisen sei-
en.

Schliesslich  sei  er  sozial  gut  integriert.  Seine  Freundin  sei  (...).  Es 
handle sich  bei  der  erwähnten Anzeige vermutlich  um eine Anzeige 

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der  Eltern  der  Freundin,  welche  sich  mit  ihrer  Beziehung  nicht 
anfreunden  könnten.  Dies  ändere  nichts  an  der  weiter  bestehenden 
Liebesbeziehung, was dem beigelegten Schreiben unschwer entnom-
men werden könne.

4.  

4.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Fol-
ter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 
unterworfen werden.

4.2 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer, wie rechtskräftig festgestellt ist (vgl. Urteil 
der ARK vom  17. September 2002; oben Bst. C),  nicht gelungen ist, 
eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaub-
haft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in 
den Kosovo ist  demnach  unter  dem Aspekt  von Art.  5  AsylG recht-
mässig.

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner Ausschaffung in den Kosovo dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Ben-
said gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des 
arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation im Kosovo lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen 
Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-
kerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

4.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind.

4.3.1 Der Beschwerdeführer macht unter anderem geltend, Angehöri-
ger  der  Volksgruppe  der  Ashkali  zu  sein. Die  Herkunftsanalyse  des 
Vaters  des  Beschwerdeführers  vom  24.  Oktober  2001  in  dessen 
Asylverfahren (ebenfalls N_______) bestätigten dessen Sozialisierung 
im  Kosovo  und  die  Zuordnung  zu  einer  albanischsprechenden 
ethnischen  Minderheit  respektive  der  Ethnie  der  Ashkali;  somit  ist 
ohne Weiteres auch für den Beschwerdeführer vorliegend von seiner 
Zugehörigkeit zur erwähnten Minderheit auszugehen.

4.3.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hielt  in  seinem  Urteil  vom 
23. April 2007 (vgl. BVGE 2007/10) an der Fortsetzung der bisherigen 
Praxis der ARK fest, wonach Angehörige von Minderheiten im Kosovo, 
namentlich  Angehörige  der  Volksgruppe  der  Ashkali,  unter  anderem 
aufgrund einer sorgfältig durchgeführten Einzelabklärung vor Ort, bei-
spielsweise durch das schweizerische Verbindungsbüro in D._______, 
zu einer Rückkehr in ihr Heimatland verpflichtet werden können. Eine 
solche  Abklärung  individueller  Reintegrationskriterien  wurde  im 
vorliegenden Fall vom schweizerischen Verbindungsbüro in D._______ 
im April 2006 durchgeführt.

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In  formeller  Hinsicht  bleibt  festzuhalten,  dass  vorliegend  dem 
Beschwerdeführer mit Schreiben des BFM vom 11. Mai 2007 und unter 
Beilage einer Kopie des Berichts des Verbindungsbüros in D._______ 
das  rechtliche  Gehör  zur  beabsichtigten  Aufhebung  der  vorläufigen 
Aufnahme  eingeräumt  wurde  (vgl.  oben  Bst.  G).  Dem 
Beschwerdeführer wurde dadurch in rechtsgenüglicher Weise  zu den 
Resultaten des schweizerischen Verbindungsbüros in D._______ das 
rechtliche  Gehör  gewährt.  Ebenso  konnte  er  zu  Abklärungen  im 
Verfahren eines Onkels Stellung nehmen (vgl. oben Bst. I).

4.3.3 Die  Vorinstanz  legte im  angefochtenen  Entscheid  das  Abklä-
rungsergebnis des Verbindungsbüros in D._______ vom 5. April 2006 
hinsichtlich  der  vorliegend  zu  berücksichtigenden  individuellen 
Reintegrationskriterien  -  wie  berufliche  Ausbildung, 
Gesundheitszustand,  Alter,  ausreichende  wirtschaftliche 
Lebensgrundlage  sowie  ein  soziales  respektive  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz  -  in  einlässlicher  Weise  dar  (vgl.  auch  E.  3.1)  und 
zeigte  daraus  ihre  Schlussfolgerungen  bezüglich  der  persönlichen 
Verhältnisse der Familie des Beschwerdeführers in nachvollziehbarer 
Weise  auf.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  sich  diesen 
Schlussfolgerungen  anschliessen  und  hält  dafür,  dass  der 
Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  angesichts  der  bestehenden 
Strukturen (auch in medizinischer Hinsicht), des verwandtschaftlichen 
und  sozialen  Beziehungsnetzes,  des  Alters,  der  beruflichen 
Ausbildung sowie der gesundheitlichen Verfassung seiner Eltern und 
Geschwister  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Kosovo  nicht  in  eine 
existenzbedrohende  Situation  geraten  würde  und  eine  solche  Rück-
kehr angesichts der bisherigen mangelnden Integration der Familie so-
wie deren Verhaltens in der Schweiz auch als angemessen erscheint.

Der Beschwerdeführer bezweifelt in seinen Eingaben auf Beschwerde-
ebene die Richtigkeit und Korrektheit des Abklärungsergebnisses des 
Verbindungsbüros und insbesondere auch die Möglichkeit, in das eige-
ne Haus der Familie respektive in das Haus eines Verwandten am glei-
chen Ort zurückkehren zu können. Dem entsprechenden Bericht des 
Verbindungsbüros  ist  diesbezüglich  zu  entnehmen,  dass  die  Familie 
H._______ verschiedene Häuser in C._______ bewohnt habe und das 
umliegende  Land  besitze.  Das  Haus  des  Vaters  des 
Beschwerdeführers,  das  Haus  des  Grossvaters  und  ein  Haus,  in 
welchem  zwei  Onkel  gewohnt  hätten,  seien  nicht  oder  nur  schwer 

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renovierbar. Das grosse vierstöckige Haus eines Onkels  (des Vaters 
des  Beschwerdeführers)  könne  jedoch  mit  den  nötigen  finanziellen 
Mitteln  wieder  bewohnbar  gemacht  werden.  Soweit  der 
Beschwerdeführer  wegen eines lange zurückliegenden Erbstreits  auf 
die  Unmöglichkeit  hinweist,  eine  Liegenschaft  eines  entfernten 
Verwandten benutzen zu können, führte die Vorinstanz in zutreffender 
Weise  an,  die  Finanzierung  der  Ausreise  der  Familie  des 
Beschwerdeführers  durch  sämtliche  Verwandten  deute  nicht  darauf 
hin,  dass  die  Angehörigen  dem  Vater  des  Beschwerdeführers  ihre 
Unterstützung  verweigern  würden.  Soweit  der  Beschwerdeführer  in 
seiner Replik vom 21. Januar 2008 einwandte, dass das Geld für die 
Ausreise  vom  (...)  Grossvater  gestammt  habe,  lässt  sich  diese 
Entgegnung  durch  die  entsprechenden  Protokollaussagen  im 
Verfahren des Vaters des Beschwerdeführers jedenfalls nicht erhärten. 
Anlässlich  der  kantonalen  Anhörung  vom  14. Juli  1999  gab  dieser 
unmissverständlich an, seine ganze Verwandtschaft  habe sie bei der 
Finanzierung  der  Ausreise  unterstützt  respektive  diese  hätten  die 
Ausreise  bezahlt  (vgl.  act.  A7/17,  S. 12  f.).  Die  Wahrheit  und  Kor-
rektheit  dieser  Aussage bestätigte  der  Vater  des  Beschwerdeführers 
nach  Rückübersetzung  in  einer  ihm  verständlichen  Sprache  am 
Schluss der Befragung mit seiner Unterschrift, weshalb er sich darauf 
behaften lassen muss. Es ist denn auch nicht einzusehen, warum der 
Vater des Beschwerdeführers seine ganze Verwandtschaft als Geldge-
ber hätte anführen sollen, wenn effektiv nur der Grossvater als einzige 
Geldquelle  fungiert  hätte.  Dies  umso  mehr  als  der  Vater  des  Be-
schwerdeführers im Rahmen der erwähnten kantonalen Anhörung die 
Situation des Grossvaters erklärte und ebenso anführte, dass er bei 
diesem (...)  zu Besuch gewesen sei (vgl. act. A7/17, S. 6 unten). Es 
kann  mit  Fug  davon  ausgegangen  werden,  dass  anlässlich  eines 
solchen Besuches die Finanzierung der Ausreise, falls sie tatsächlich 
in  der  geschilderten  Art  vonstatten  gegangen  wäre,  dem  Vater  des 
Beschwerdeführers  zur  Kenntnis  gelangt  wäre  und  er  dies  auch  so 
beim  Kanton  zu  Protokoll  gegeben  hätte.  Dass  ein  Erbstreit  somit 
einen  Hinderungsgrund  für  eine  Wohnsitznahme  im  Heimatdorf  im 
Haus eines Onkels (gemäss Stellungnahme vom 5. Juni 2007 ein weit 
entfernter Verwandter),  das als einziges bewohnbar gemacht werden 
könne,  darstellt,  erscheint  angesichts  der  Aktenlage  und  obiger 
Ausführungen  als  unbelegte  Behauptung,  zumal  ein  solcher 
Hinderungsgrund  bezeichnenderweise  in  der  oben  erwähnten 
Stellungnahme auch nicht angeführt wurde. 

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Soweit  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Replik  anführt,  der  Verbin-
dungsmann habe bis heute nicht herausfinden können, welche der im 
Heimatdorf stehenden Ruinen ihrer Familie zugeordnet werden könne, 
ist entgegenzuhalten, dass diese Behauptung als aktenwidrig erachtet 
werden  muss,  da  sie  nicht  mit  dem  Inhalt  des  entsprechenden 
Berichtes des Verbindungsbüros in Übereinstimmung gebracht werden 
kann. Auch wird im fraglichen Bericht  gerade nicht  ausgeführt,  dass 
die leerstehenden Häuser allesamt Ruinen seien und innert nützlicher 
Frist und mit realistischem finanziellem Aufwand nicht in Stand gestellt 
werden  könnten.  In  diesem  Zusammenhang  ist  mit  Nachdruck 
festzuhalten, dass der Vater des Beschwerdeführers eigenen Angaben 
zufolge eine langjährige Berufserfahrung als Maurer mitbringt  und in 
seinen  Söhnen,  somit  auch  im  Beschwerdeführer  selber,  eine  nicht 
unbedeutende Stütze im (Wieder-)Aufbau respektive in der Renovation 
ihrer  Wohnliegenschaft(en) besitzt,  zumal  der  Beschwerdeführer  und 
seine Brüder im erwerbsfähigen Alter sind und diese den Angaben in 
der  Rechtsmitteleingabe  zufolge  alle  eine  Erwerbstätigkeit  in  der 
Schweiz ausüben könnten, wenn der Verbleib in der Schweiz gesichert 
wäre. Ausserdem verkennt der Beschwerdeführer, dass es sich bei der 
Inanspruchnahme  der  Rückkehrorganisationen  von  Bund  und 
Kantonen um blosse „vage Zusicherungen der Vorinstanz“ hinsichtlich 
Rückkehrhilfe  handelt.  Das  BFM  und  die  zuständigen  Behörden 
können diesbezüglich auf reale Erfahrungswerte und entsprechendes 
Wissen zurückgreifen. Es ist denn auch vorliegend nicht einzusehen, 
weshalb  der  Beschwerdeführer  und  seine  Familie  nicht  von  dieser 
Möglichkeit  -  gerade auch mit  Blick auf  einen Wiederaufbau und die 
Bereitstellung  entsprechender  finanzieller  Mittel  -  Gebrauch  machen 
und von einer nachhaltigen Rückkehrhilfelösung profitieren sollten.

Weiter  ist  festzustellen  und  wird  denn  auch  vom  Beschwerdeführer 
nicht bestritten, dass er und seine Familienangehörigen - nebst einem 
aktenkundig ausgedehnten familiären Beziehungsnetz in der Schweiz 
sowie in Deutschland - in ihrer Heimat über ein weiterhin bestehendes 
soziales  Beziehungsnetz  verfügen,  zumal  laut  dem  Bericht  des 
Verbindungsbüros  hin  und  wieder  Mitglieder  der  Familie  H._______ 
dem Heimatdorf - in welchem der Beschwerdeführer aufwuchs und bis 
zur  Ausreise  im  Jahre  1999  auch  lebte  -  einen  Besuch  abstatten 
würden,  und  davon  auszugehen  ist,  dass  diese  während  ihres 
Aufenthaltes bei Bekannten und Freunden wohnen können.

Es kann daher vorliegend davon ausgegangen werden,  dass sowohl 

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der Beschwerdeführer als auch die übrigen Angehörigen der Familie 
H._______ auch weiterhin beziehungsweise bei einer Rückkehr auf die 
Unterstützung von Familienangehörigen und Freunden werden zählen 
können und diese sich, auch wenn dies angesichts der angespannten 
wirtschaftlichen Lage in  ihrer  Heimat  mit  Schwierigkeiten  verbunden 
sein dürfte, in der Lage sein werden, sich gemeinsam eine (erneute) 
wirtschaftliche Existenz aufzubauen.

4.3.4 Weiter  stehen,  entgegen  den  anderslautenden  Ausführungen 
des Beschwerdeführers, auch keine gesundheitlichen beziehungswei-
se  medizinischen  Gründe  einem Wegweisungsvollzug  entgegen. Die 
Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid zu Recht an, dass an-
gesichts des geschilderten und durch entsprechende ärztliche Zeug-
nisse  belegten  Krankheitsbildes  keine  Hinweise  zu  entnehmen sind, 
dass dem Beschwerdeführer die Rückkehr in seine Heimat aus medizi-
nischen Gründen nicht zugemutet werden kann.

4.3.5 Sodann  ist  bezüglich  der  von  der  Vorinstanz  als  verhältnis-
mässig  erachteten  Rückkehr  im  Zusammenhang  mit  der  in  der 
Schweiz fehlenden beruflichen und sozialen Integration festzuhalten, 
dass  aufgrund  der  aktuellen  Aktenlage  auch  im  heutigen  Zeitpunkt 
nicht erstellt ist, dass der Beschwerdeführer oder auch andere Famili-
enangehörige in der Schweiz eine finanzielle Selbstständigkeit erlangt 
haben.  Zudem  kann  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  in  der 
Schweiz nicht als klaglos bezeichnet werden.

4.3.6 Zusammenfassend  sind  vorliegend  keine  individuellen  Gründe 
ersichtlich, welche gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges 
sprechen könnten. Die Rückkehrhilfe der Schweiz wird dem Beschwer-
deführer den Einstieg in seiner Heimat ebenfalls erleichtern können. 
Aus diesen Gründen kann der Vollzug der Wegweisung als zumutbar 
und angesichts der fehlenden beruflichen und sozialen Integration des 
Beschwerdeführers als verhältnismässig bezeichnet werden.

4.4 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

4.5 Insgesamt ist bei dieser Sachlage die durch die Vorinstanz verfüg-
te Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu bestätigen. 

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5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.-- 
festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Regle-
ments vom 21. Februar  2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit 
dem  am  28.  Oktober  2007  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvor-
schuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- F._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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