# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 879f4978-0793-5d7f-a71d-22234dbf864f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-25
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.4.2009 - 31.03.2010 und 1.4.2010 - 31.3.2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.4.2009 - 31.03.2010 und 1.4.2010 - 31.03.2011
**Docket/Reference:** DB.2015.100
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_100_ye.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2015.100 
1 ST.2015.125 

Entscheid 

25. November 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

A   G m b H ,    

vertreten durch RA Dr.iur. Silvia Zimmermann  
und RA lic.iur. Jonas Sigrist, Pestalozzi Rechtsanwälte AG,  
Löwenstrasse 1, 8001 Zürich,  

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

gegen 

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 1.4.2009 - 31.03.2010 und 1.4.2010 - 31.3.2011 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.4.2009 - 31.03.2010 und 1.4.2010 - 31.03.2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A GmbH mit Sitz in B (nachfolgend die Pflichtige) bezweckt im Wesent-

lichen  den  Erwerb  von  Auswertungsrechten  an Bild-  und  Tonaufnahmen  sowie  deren 

Herstellung, Bewerbung und sonstige Auswertung, die Produktion von damit in Verbin-

dung stehenden Waren sowie den Erwerb und die Auswertung von sonstigen gewerb-

lichen Schutzrechten. Sie ist Teil der C-Gruppe, zu welcher auch die D in Grossbritta-

nien  gehört,  welche  für  die  globale  Tresorie  und  für  das  Cash  Pooling  der  Gruppe 

zuständig  ist.  Zwischen  der  Pflichtigen  und  der  D  besteht  eine  Vereinbarung  vom  1. 

Dezember  2008  über  die  kurzfristige  Deponierung  überschüssiger  und  den  kurzfristi-

gen  Bezug  von  Geldmitteln.  Gemäss  der  Vereinbarung  werden  der  Pflichtigen  bei  ei-

nem Saldo zu ihren Gunsten Zinsen basierend auf dem Einmonats-LIBID (London In-

terbank Bid-Rate) abzüglich 6,25 Basispunkte (bp, 1 bp = 1/100 Prozent), mindestens 

aber 0,05% gutgeschrieben.  

Am 10./11. Dezember 2013 führte das kantonale Steueramt eine Revision bei 

der  Pflichtigen  in  Bezug  auf  die  Steuerperioden  1.4.2009  -  31.3.2010  und  1.4.2010  - 

31.3.2011 durch. Dabei kam der steueramtliche Revisor zum Ergebnis, dass das Trea-

sury-Konto einen Anteil langfristiges Darlehen an den Konzern enthalte und der gutge-

schriebene  Zins  im  Drittvergleich  zu  tief  sei.  Während  der  beiden  Geschäftsjahre  sei 

ein Mindestguthaben von Fr. … bzw. Fr. … nie unterschritten worden, welches deshalb 

als  langfristig  zu  beurteilen  und  zu  diesen  Sätzen  zu  verzinsen  sei.  Gestützt  darauf 

stellte  er  mit  Veranlagungs-/Einschätzungsvorschlägen  vom  19.  Dezember  2013  eine 

entsprechende  Aufrechnung  in  Aussicht.  Die  Pflichtige  lehnte  diese  am  9.  April  2014 

ab. Der steueramtliche Revisor erstattete am 29. April 2014 seinen Bericht. Darin hielt 

er an seinen Aufrechnungen fest. Der Steuerkommissär schätzte die Pflichtige am 26. 

Mai  2014  dementsprechend  für  die  direkte  Bundessteuer  sowie  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern, je Steuerperioden 1.4.2009 - 31.3.2010 und 1.4.2010 - 31.3.2011, ein.  

B.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  26.  Juni  2014  Einsprache  erheben  und 

beantragen,  sie  für  beide  Steuerarten  für  die  Steuerperiode  1.4.2009  -  31.3.2010  mit 

einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  …  und  für  die  Steuerperiode  1.4.2010  - 

31.3.2011 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. … einzuschätzen.  

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Das kantonale Steueramt verlangte am 29. September 2014 u.a. weitere Kon-

toauszüge bezüglich des Kontokorrents. Die Pflichtige kam dem am 3. November 2014 

nach.  Am  8.  Januar  2015  zeigte  das  kantonale  Steueramt  der  Pflichtigen  Höherein-

schätzungen  an,  die  darin  begründet  waren,  dass  es  anstelle  der  LIBOR-Zinssätze 

(London  Interbank Offered  Rate =  Marktzinssatz,  zu  dem sich  erstklassige  Banken  in 

London gegenseitig kurzfristige Gelder ausleihen) diejenigen gemäss dem einschlägi-

gen  Rundschreiben  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV)  anwandte.  Die 

Pflichtige nahm am 19. Februar 2015 dazu Stellung.  

Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 8. April 2015 ab und nahm 

eine  Neuveranlagung  gemäss  den  angezeigten  höheren  Zinssätzen  vor.  Dies  ergab 

folgende Faktoren:  

Direkte Bundessteuer  

Staats- und Gemeindesteuern  

Reingewinn   Eigenkapital 

Reingewinn   Eigenkapital 

Fr.  

Fr.  

Fr.  

Fr.  

1.4.2009 – 31.3.2010 

1.4.2010 – 31.3.2011  

(…) 

(…) 

Zur Begründung führte das kantonale Steueramt aus, dass über Jahre hinweg 

immer ein stabiler Sockelbetrag stehen gelassen worden sei, welcher als langfristiges 

Darlehen  zu  qualifizieren  sei.  Dieses  sei  dementsprechend  zu  verzinsen,  ansonsten 

der Schuldnerin eine dem Drittvergleich nicht entsprechende Leistung erbracht werde. 

Das  Rundschreiben  der  ESTV  sehe  für  langfristige  Darlehen  Mindestzinssätze  von 

2,5% (2009), bzw. 2,25% (2010 und 2011) vor. Dies ergebe – unter Berücksichtigung 

der  bereits  verbuchten  Zinsen  –  Aufrechnungen  von  Fr.  …  bzw.  Fr.  ….  Weiter  seien 

steuermindernd die Steuerrückstellungen anzupassen.  

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 11. Mai 2015 wiederholte die Pflichtige 

die Einspracheanträge, unter Vereinigung der Verfahren sowie unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zulasten der Gegenpartei. Aus der Begründung ist festzuhalten: Die 

D diene als globale Finanzierungsgesellschaft der C-Gruppe. Während den streitbetrof-

fenen  Steuerperioden  habe  die  Pflichtige  bei  dieser  stets  über  einen  positiven  Saldo 

verfügt, welche diese im Umfang eines schwankenden Sockelbetrags um Fr. 1 Mio. auf 

einem Kontokorrent bei der Bank E zu einem Zinssatz von 0% deponiert habe; die dar-

über  liegenden  Beträge  habe  sie  auf  dem  Overnight-Geldmarkt  angelegt.  Die  Verzin-

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sungsmodalitäten zwischen der D und den Ländergesellschaften habe in keinem ande-

ren Land zu einer Gewinnaufrechnung geführt. Die Zinsmarge von 43,75 bp bei der D 

sei  angemessen.  Das  Konto  sei  ein  echtes  Kontokorrent  gewesen,  seien  doch  regel-

mässig Transaktionen durchgeführt worden. Zudem habe die Pflichtige ein Liquiditäts-

polster  bereit  halten  müssen,  um  flexibel  reagieren  zu  können,  da  Expansionspläne 

vorgelegen hätten. Die Pflichtige wäre auch allgemein nicht verpflichtet gewesen, ihre 

Mittel  renditeorientiert  am  Kapitalmarkt  anzulegen.  Das  Vertragsverhältnis  könne  we-

gen  der  Kurzfristigkeit  nicht  als  Darlehen  im  zivilrechtlichen  Sinn  betrachtet  werden. 

Daran ändere der vom kantonalen Steueramt herangezogene Sockelbetrag nichts, da 

es im unternehmerischen Interesse gelegen habe, über eine Liquiditätsreserve zu ver-

fügen.  Es  bestehe keine  natürliche  Vermutung für  die  Richtigkeit  der  vom kantonalen 

Steueramt  für  den  Zinssatz  verwendeten  Erfahrungszahlen  gemäss  Rundschreiben 

ESTV.  Eine  rückblickende  Betrachtung  sei  zudem  unzulässig.  Zudem  hielten  die  der 

Pflichtigen  gutgeschriebenen  Zinsen  dem  Drittvergleich  stand.  Die  Zinssätze  gemäss 

Rundschreiben  ESTV  fänden  zudem  keine  Anwendung  auf  Kontokorrentverhältnisse 

und  andere  kurzfristigen  Forderungen.  Die  Grundlagen  für  die  Festsetzung  der  Zins-

sätze  im  Rundschreiben  ESTV  seien  nie  offen  gelegt  worden,  weshalb  sie  nicht  auf 

ihre Richtigkeit überprüft werden könnten. Soweit diese sich auf die Zinssätze auf dem 

schweizerischen  Kapitalmarkt  stützten,  könnten  sie  nicht  herangezogen  werden,  da 

damit  auch  die  langfristige  Bindung  kompensiert  würde,  was  hier  nicht  vorläge.  Die 

Grundlagen der ESTV seien zu editieren. International gingen die Verrechnungspreis-

bestimmungen den internen Praxisfestlegungen der Schweiz vor.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  10.  Juni  2015  auf  Abweisung  des 

Rechtsmittels. Es verwies auf die so genannte "goldene Bilanzregel", wonach das kurz-

fristige Fremdkapital durch kurzfristige Liquidität gedeckt sein sollte. Diese Bedingung 

sei vorliegend um ein  Mehrfaches erfüllt gewesen, sodass der als langfristiges Darle-

hen beurteilte Teil nicht benötigt worden sei. Die Bereitstellung von kurzfristiger Liquidi-

tät  in  diesem  Umfang  sei  keineswegs  erforderlich  gewesen.  Die  Verhältnisse  seien 

zudem  aufgrund  des  tatsächlichen  Verhaltens  und  Handelns  zu  beurteilen,  was  hier 

auf  eine  langfristige  Kreditvergabe  hindeute.  Rückfragen  bei  der  ESTV  hätten  zudem 

ergeben, dass die Zinssätze gemäss Rundschreiben aufgrund der Renditen von Anlei-

hen in CHF am Kapitalmarkt ermittel worden seien.  

Mit Replik vom 23. September 2015 hielt die Pflichtige an ihrem Hauptantrag 

fest,  beantragte  aber  eventualiter,  für  beide  Steuerarten  bezüglich  der  Steuerperiode 

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1.4.2009  -  31.3.2010  einen  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr. …  und  betreffend  die 

Steuerperiode  1.4.2010  -  31.3.2011  einen  solchen  von  Fr. …  festzusetzen.  Sie  hätte 

innerhalb des Konzerns auch ein langfristiges Darlehen gewähren dürfen; dies sei al-

lein ihr Entscheid gewesen. Dabei hätte sie bei Guthaben mit Laufzeiten bis zwölf Mo-

nate einen Zinssatz entsprechend dem LIBOR abzüglich 12.5 bp erhalten, bei längeren 

Laufzeiten den LIBOR abzüglich 25 pb. Rückblickend wäre eine solche Anlage tatsäch-

lich rentabler gewesen. Die von den Banken erhältlichen Zinsen hätten im Bereich der 

von der D gezahlten Zinsen gelegen, unter Berücksichtigung des Abzugs. Die Zinssät-

ze gemäss Rundschreiben seien demgegenüber sogar höher als was die Konzernmut-

ter  selber  für  zehnjährige  Anleihen  hätte  zahlen  müssen  und  sei  deshalb  nicht  ein-

schlägig.  Auch  unter  betriebswirtschaftlicher  Betrachtung  sei  der  Liquiditätsbestand 

angemessen, sollte doch der Liquiditätsgrad 3. Grades grösser oder gleich zwei sein. 

Nur  soweit  diese  Kennzahl  überschritten  werde,  könnte  allenfalls  von  langfristigem 

Kapital ausgegangen werden. Diesfalls sei entsprechend dem Eventualantrag auf den 

von der D für ein Darlehen mit einer Laufzeit von zwölf Monaten vergüteten Zins abzu-

stellen.  

Das kantonale Steueramt hielt mit Duplik vom 9. Oktober 2015 an seinen An-

trägen fest. Die ESTV liess sich nicht vernehmen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der steuerbare Reingewinn der juristischen Personen setzt sich gemäss 

Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 

1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) zusammen 

aus  dem  Saldo  der  Erfolgsrechnung  unter  Berücksichtigung  des  Saldovortrags  des 

Vorjahres (Abs. 1 lit. a bzw. Ziff. 1) sowie allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgs-

rechnung  ausgeschiedenen  Teilen  des  Geschäftsergebnisses,  die  nicht  zur  Deckung 

von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden (Abs. 1 lit. b bzw. Ziff. 

2).  Zum  steuerbaren  Reingewinn  gehören  namentlich  offene  und  verdeckte  Gewinn-

ausschüttungen an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehende Dritte, die einem Aus-

senstehenden nicht oder zumindest nicht im gleichen  Masse gewährt würden (Abs. 1 

lit. b bzw. Ziff. 2 lit. e).  

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Verdeckte Gewinnausschüttungen sind nach der Rechtsprechung immer dann 

anzunehmen, wenn (kumulativ) die Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegen-

leistung erhält, der Aktionär direkt oder indirekt (z.B. über eine ihm nahe stehende Per-

son oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, der einem Dritten unter gleichen Bedin-

gungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern ungewöhnlich ist, und 

der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkennbar war (BGr, 1. Sep-

tember  2009,  2C_265/2009;  BGE  131  II  593;  BGr,  22.  Juni  2007,  2A.204/2006; 

19.  November  2003,  2A.204/2006,  auch  zum  Folgenden).  Als  geldwerte  Leistungen 

gelten  insbesondere  Ertragsverzichte  zugunsten  des  Aktionärs  oder  einer  ihm  nahe 

stehenden Person. Eine solche "Gewinnvorwegnahme" liegt vor, wenn die Gesellschaft 

auf ihr zustehende Einnahmen ganz oder teilweise verzichtet und die entsprechenden 

Erträge  direkt  dem  Aktionär  oder  diesem  nahestehenden  Personen  zufliessen  bzw. 

wenn  diese  nicht  jene  Gegenleistung  erbringen,  welche  die  Gesellschaft  von  einem 

unbeteiligten Dritten fordern würde (BGr, 13. Oktober 2008, 2C_335/2008). 

Ob  eine  Leistung  der  Gesellschaft  an  den  Inhaber  von  Beteiligungsrechten 

gerade wegen seiner Eigenschaft als Beteiligter erfolgt ist, bestimmt sich anhand eines 

Drittvergleichs.  Dabei  sind  alle  konkreten  Umstände  des  zwischen  der  Gesellschaft 

und  dem  Anteilseigner  abgeschlossenen  Geschäfts  zu  berücksichtigen,  und  es  muss 

davon ausgehend bestimmt werden, ob das Geschäft in gleicher Weise mit einem der 

Gesellschaft  nicht  Verbundenen  auch  abgeschlossen  worden  wäre  (BGr,  10.  Novem-

ber 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 58 sowie ASA 66, 554 und 559). Rechtsgeschäfte zwi-

schen Gesellschafter und Gesellschaft führen in der Regel nur dann zu einer verdeck-

ten  Gewinnausschüttung,  wenn  zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  ein  offen-

kundiges Missverhältnis zugunsten des Gesellschafters und zulasten der Gesellschaft 

besteht.  Bloss  ungeschickte  Dispositionen,  denen  das  Merkmal  der  bewussten  Vor-

teilszuwendung  fehlt,  können  zwar  für  die  Unternehmung  nachteilig  sein,  ja  eine 

Entreicherung  derselben  darstellen.  Sie  sind  indessen  steuerlich  nicht  zu  erfassen, 

denn die Gesellschaft darf nur für wirklich erzielte Gewinne und nicht für geschäftliche 

Ungeschicktheiten  ihrer  Leitung  besteuert  werden.  Die  Gegenleistung  muss  der  Leis-

tung  der Gesellschaft  in  einem  solchen  Ausmass  nicht  entsprechen,  dass  die  Gesell-

schaft  von  unbeteiligten  Dritten  in  jedem  Fall  eine  höhere  Gegenleistung  verlangen 

würde  und  dies  nach  den  Marktverhältnissen  auch  tun  könnte  (Brülisauer/Poltera,  in: 

Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2.  A.,  2008,  Art.  58  N  99 

DBG mit Hinweis auf BGr, 26. November 1981 = ASA 51, 538 = StR 1983, 285). 

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Der Drittvergleich ist auch bei Transaktionen zwischen Schwestergesellschaf-

ten  zu  beachten.  Ob  eine  Vorteilszuwendung  zwischen  Gesellschaften,  die  von  den-

selben Aktionären beherrscht werden, geschäftsmässig begründet war, ist ausschliess-

lich  vom  Standpunkt  der  einzuschätzenden  Gesellschaft  aus  zu  beurteilen. 

Massgebend  ist  nach  anerkannter  schweizerischer  Auffassung  das  so  genannte  "at 

arm's length"-Prinzip (RB 1985 Nr. 42, mit Verweisungen).  

b) Das Zufliessen von Vermögensertrag ist eine steuerbegründende Tatsache, 

welche die Steuerbehörden nachzuweisen haben (RB 1990 Nr. 36 = StE 1990 B 92.51 

Nr.  3).  Demgegenüber  trägt  der  Steuerpflichtige  die  Beweislast  für  steuermindernde 

bzw. -aufhebende Tatsachen (RB 1987 Nr. 35). Ist bei Vorhandensein einer Gegenleis-

tung  der  Schwestergesellschaft  an  die  Gesellschaft  umstritten,  ob  zwischen  den  ge-

genseitigen  Leistungen  ein  offensichtliches  Missverhältnis  bestehe,  so  ist  die  Steuer-

behörde  für  das  behauptete  Missverhältnis  beweisbelastet.  Das  Vorhandensein  einer 

Gegenleistung  des  Gesellschafters  bewirkt  nämlich  eine  natürliche  Vermutung für  die 

geschäftsmässige Begründetheit der Leistung der Gesellschaft. Hat die Steuerbehörde 

den Beweis für das Vorliegen eines offensichtlichen Missverhältnisses erbracht, spricht 

eine  natürliche  Vermutung  für  das  Vorliegen  einer  verdeckten  Gewinnausschüttung. 

Alsdann  trägt  die  steuerpflichtige  Gesellschaft  die  Beweislast  dafür,  dass  gleichwohl 

keine  verdeckte  Gewinnausschüttung  anzunehmen  sei  (Martin  Zweifel,  Die  Sachver-

haltsermittlung im Steuerveranlagungsverfahren, 1989, S. 111 f.). 

2.  Der  Saldo  auf  dem  Konto  der  Pflichtigen  bei  der  D  belief  sich  per  Bilanz-

stichtag auf folgende Beträge (Einspracheentscheide, je S. 5):  

31.03.2009 

31.03.2010 

31.03.2011 

Fr.  

… 

…  

…  

Dieser wurde jeweils zu 0,05% verzinst.  

a) Eine geldwerte Leistung im vorstehenden Sinn liegt insbesondere auch vor, 

wenn die Pflichtige ihrer Schwestergesellschaft ein Darlehen gewährt hat, ohne dabei 

eine im Drittvergleich übliche und damit marktgerechte Verzinsung zu verlangen. Vor-

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liegend ist nicht streitig, dass bei Kontokorrenten und langfristigen Darlehen ein unter-

schiedlich  hoher  Zinssatz  zur  Anwendung  gelangt.  Als  erstes  ist  damit  die  Frage  zu 

entscheiden, ob das Guthaben der Pflichtigen bei der D als Kontokorrent gilt oder lang-

fristige und damit üblicherweise höher zu verzinsende Anteile enthält. 

b) Das Guthaben beruht auf dem "Agreement for running account settlement" 

aus dem Jahr 2008 zwischen der Pflichtigen und der D (nachfolgend Agreement). Ge-

mäss  Ziff.  1  Agreement  eröffnet  die  D für  die  Pflichtige  ein  Konto für  sämtliche  Geld-

transaktionen,  wie  "trade  and  non  trade  settlements,  exchange  business  settlement, 

proxy payment, zero balance account, term loan, term deposit, etc." Die Pflichtige kann 

ihre  Mittel  jederzeit  unter  Beachtung  einer  Frist  von  zwei  Tagen  zurückziehen  (Ziff.  5 

Agreement).  Sie  ist  ebenfalls  berechtigt,  kurzfristige  Kredite  zu  beziehen  (vgl.  Ziff.  3 

Satz 2 Agreement). Nach der Sachdarstellung der Pflichtigen bezweckt dieser Vertrag 

den  Anschluss  an  den  Cash  Pool  des  Konzerns  zwecks  kurzfristiger  Deponierung 

überschüssiger und den kurzfristigen Bezug benötigter Liquidität.  

Cashpooling  im  Konzern  war  Gegenstand  des  Entscheids  StRG  I,  26.  No-

vember  2014,  1  ST.2014.153  (noch  nicht  rechtskräftig,  vgl.  zum  Folgenden  Lukas 

Handschin,  Einige  Überlegungen  zum  Cashpooling  im  Konzern,  in:  Bohnet/Wessner 

[Hrsg.]: Droit des société, Mélanges en l'honneur de Roland Ruedin, 2006, S. 273 ff.). 

Demnach  bezeichnet  der  Begriff  "Cashpooling"  (auch  Liquiditätsbündelung  genannt) 

allgemein  einen  konzerninternen  Liquiditätsausgleich  durch  ein  zentrales,  meist  von 

der Konzernobergesellschaft übernommenes Finanzmanagement, das den Konzernun-

ternehmen  überschüssige  Liquidität  entzieht  bzw.  Liquiditätsunterdeckungen  durch 

Kredite  ausgleicht.  Statt dass  sich  einzelne  Konzerngesellschaften  ihre  liquiden  Mittel 

von  Banken  beschaffen,  wenden  sie  sich  an  den  Cashpool  respektive  an  diejenigen 

Konzernmitglieder,  die  Liquiditätsüberschüsse  in  den  Cashpool  einzahlen.  Dadurch 

sollen  die  Finanzierungskosten  des  Konzerns  insgesamt  gesenkt  werden.  Ein  Cash-

pool  bewirkt,  dass  rechnerisch  oder  effektiv  die  Liquiditätsguthaben  der  Kornzernge-

sellschaften  regelmässig,  in  der  Regel  täglich,  saldiert  und  zentral  verwaltet  werden. 

Beim  sogenannten  "Zero  Balancing"  werden  die  Mittel  auf  ein  zentrales  Konto  über-

führt, das auf den Namen derjenigen Gesellschaft lautet, welche im Cashpool die Rolle 

des Pool Leaders übernimmt. Das kann die Konzernmutter sein oder auch eine speziell 

zu diesem Zweck gegründete Finanzgesellschaft.  

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Daraus  ist  mit  Bezug  auf  den  vorliegenden  Fall  der  Schluss  zu  ziehen,  dass 

Cashpool-Guthaben  einen  ganz  bestimmten  Sinn  und  Zweck  (Liquiditätsbündelung, 

Liquiditätsausgleich  etc.)  verfolgen.  Im  Cashpool  "parkiert"  verbleiben  damit  letztlich 

nur  die  Geldmittel,  welche  im  Rahmen  der  Liquidität  kurzfristig  auch  wieder  benötigt 

werden.  

c)  Das  kantonale  Steueramt  macht  geltend,  dass  das  bei  der  D  bestehende 

Guthaben  zu  einem  hohen  Anteil  den  Charakter  einer  langfristigen  Anlage  aufweist, 

und verweist hierzu auf die "goldenen Bilanzregel", wonach bei einer Unternehmung in 

der  Regel  die  kurzfristigen  Aktiven  den  verbuchten  kurzfristigen  Passiven  (d.h.  dem 

kurzfristigen  Bedarf  an 

liquiden  Mitteln)  zu  entsprechen  haben  (Beschwerde-

/Rekursantwort, S. 2 unten).  

aa)  Der  Liquiditätsgrad  einer  Unternehmung  wird  anhand  bestimmter  Kenn-

zahlen bestimmt (Boemle/Stolz, Unternehmungsfinanzierung, 13. A., 2002, S. 142 f).  

Liquidität 1. Stufe (= Cash Ratio):  

Flüssige Mittel / kurzfristiges Fremdkapital 

Liquidität 2. Stufe (= Quick Ratio): 

(Flüssige Mittel + Forderungen) / kurzfristiges  
Fremdkapital 

Liquidität 3. Stufe (= Current Ratio):   Umlaufvermögen / kurzfristiges Fremdkapital 

Die  genannten  Autoren  erachten  die  Barliquidität  (Liquidität  1.  Stufe)  als  un-

geeignet  zur  Beurteilung  der  Zahlungsbereitschaft,  denn kurzfristige  Verbindlichkeiten 

würden  sinnvollerweise  nicht  einzig  aus  den  vorhandenen  Zahlungsmittelbeständen 

beglichen.  Für  die  Liquidität  2.  Stufe  gilt  für  Handels-  und  Industrieunternehmen  als 

Mindestnorm  ein  Verhältnis  von  1  :  1, für  die  Liquiditätsstufe  3  von  2  : 1.  Die  Liquidi-

tätsstufe 3 wird auch als "Banker's Rule" bezeichnet, weil sie vor allem bei Kreditprü-

fungen  durch  Banken  angewendet  wird.  Die  Vorgabe  von  2  :  1  erklärt  sich  aus  der 

Sicht der Kreditgeber, welche sich dadurch vergewissern wollen, ob ihre Forderungen 

bei einer Zwangsliquidation der Firma noch gedeckt wären. Übersteigt das Umlaufver-

mögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten um das Doppelte, so riskieren die Gläubiger 

selbst  dann  nichts,  wenn  das  Umlaufvermögen  nur  zu  50%  der  Bilanzwerte  realisiert 

werden  kann  (Boemle/Stolz,  S.  143). Weiter  betonen  die  Autoren  die  Bedeutung  des 

so  genannten  "Acid  Test",  gemäss  welchem  die  Zahlungsmittel  und  die  Kundenaus-

stände  nicht  niedriger  sein  sollten  als  die  kurzfristigen  Verbindlichkeiten.  Die  Autoren 

stellen  zudem  Überlegungen  zur  Mindestliquidität  an.  Als  Mindestliquidität  bezeichnet 

man jenen  Bestand  an vorhandenen  Zahlungsmitteln  und  nicht  ausgenützten  Kreditli-

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miten bei Banken, der nicht unterschritten werden sollte. Hierfür lässt sich keine abso-

lute  Grösse  festlegen,  nach  den  aufgezählten  Beispielen  aus  der  Praxis  liegt  diese 

zwischen  2%  des  Jahresumsatzes  bis  zu  zwei  Monatsumsätzen  (Boemle/Stolz, 

S. 145 f.).  

Diese Kennzahlen stellen eine sachgerechte Grundlage dar, um zu beurteilen, 

welcher  Stand  von  Liquidität  im  Allgemeinen  angemessen  ist.  Bei  der  Pflichtigen  ent-

spricht  die  Summe  von  flüssigen  Mitteln  und  Forderungen  ziemlich  genau  dem  Um-

laufvermögen, d.h. sie verfügt über keine Warenvorräte. Ob das Fremdkapital kurzfris-

tig  ist  oder  nicht,  geht  aus  den  Bilanzen  nicht  hervor,  weshalb  zu  Gunsten  der 

Pflichtigen  von  generell  kurzfristigem  Fremdkapital  ausgegangen  wird  (Werte  in 

TCHF):  

Stand per  

Umlaufvermögen 

Fremdkapital 

Differenz  

31. März 2010 

31. März 2011 

Fr.  

… 

… 

Fr.  

Fr.  

Für  die  Beurteilung  der  Zahlungsbereitschaft  ist  die  Liquidität  1.  Stufe  nach 

dem  Gesagten  nicht  massgebend.  Die  Liquidität  2.  und  3.  Stufe  sind  praktisch  iden-

tisch und betragen 2,3 : 1 per 31. März 2010 und genau 3 : 1 per 31. März 2011. Mit 

Bezug  auf  die  Liquidität  3.  Stufe  ist  aber  anzumerken,  dass  die  Pflichtige  gar  keine 

Vorräte hatte, sondern es sich beim Umlaufvermögen um flüssige Mittel handelte und 

deshalb keine Gefahr bestand, dass dieses bei einer Zwangsliquidation nur zu 50% der 

Bilanzwerte realisiert werden könnte. Die Liquidität 3. Stufe ergibt demnach hier keine 

relevante Aussage. Den so genannten Acid Test besteht die Pflichtige bei weitem. Wei-

ter beträgt der Jahresumsatz 2009/10 rund Fr. .. Mio. und 2010/11 rund Fr. .. Mio., was 

nach dem Gesagtem selbst bei einer nach den Beispielen bei Boemle/Stolz maximal in 

der Praxis festgestellten Mindestliquidität von zwei Monaten liquide Mittel von Fr. .. bis 

.. Mio. verlangt. Auch diese Beträge wurden weit überschritten.  

Damit  ist  festzustellen,  dass  die  Pflichtige  erheblich  mehr  liquide  Mittel  hält, 

als  es  bei  einer  Beurteilung  nach  den  allgemein  zugänglichen  Liquiditätskennzahlen 

üblich und erforderlich ist.  

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bb) Weiter verfügte die Pflichtige gemäss der Übersicht auf S. 5 der Einspra-

cheentscheide  bereits  seit  dem  31.  Dezember  2004  und  damit  vor  Übernahme  der  li-

quiden  Mittel  durch  die  D  2008  über  sehr  hohe  Guthaben  gegenüber  dem  Konzern 

(vgl.  E-Mail  vom  19.  Februar  2009  bezüglich  des  Transfers  des  Kontos  zu  D).  Diese 

Guthaben  begannen  ab  31.  Dezember  2007  das  Fremdkapital  zu  überschreiten. 

Zugleich  war  ab  diesem  Zeitpunkt  das  Umlaufvermögen  in  etwa  doppelt  so  hoch  wie 

das  Fremdkapital  oder  noch  höher.  Daraus  ist  der  Schluss  zu  ziehen,  dass  es  sich 

beim Belassen von überschüssiger Liquidität auf einem Kontokorrent um eine seit lan-

gem verfolgte Strategie der Pflichtigen handelt. Nach den Feststellungen des kantona-

len  Steueramts  fiel  zudem  das  Guthaben  im  Geschäftsjahr  2009/10  nie  unter  Fr.  … 

Mio. und 2010/11 nie unter Fr. … Mio. Dies verdeutlicht weiter, dass offenkundig kein 

Bedarf auf Bereithaltung von liquiden Mitteln in dieser Höhe bestanden hat.  

Das Guthaben an die D (in der Bilanz jeweils als "Darlehen an D" bezeichnet) 

beträgt per 31. März 2010 70% und per 31. März 2011 83,9% der Bilanzsumme. Damit 

stellt es nicht nur ein ausserordentliches Klumpenrisiko dar, sondern hätte sich bei op-

timaler  Anlage  dieser  Bilanzposition  ein  erheblicher  Ertrag  für  die  Unternehmung  er-

wirtschaften lassen. Die Anlagepolitik mit Bezug auf diesen Betrag ist für die Pflichtige 

quantitativ bedeutend. Damit bestand ein erhöhtes Interesse an der optimalen Anlage.  

c)  Aus  diesen  Umständen  ist  zu  schliessen,  dass  ein  erheblicher  Spielraum 

zur langfristigen und lukrativeren Anlage dieser Mittel bestanden hat, welcher von der 

Pflichtigen nicht genutzt wurde. Bei dieser Untätigkeit kann es sich nicht um die Folge 

von ungeschickten Dispositionen gehandelt haben. Die Pflichtige ist Teil eines Gross-

konzerns,  bei  welchem  ein  professionelles  Management  der  Finanzen  vorausgesetzt 

werden  kann.  In  Anbetracht  der  Höhe  des  betroffenen  Betrags  kann  es  gar  nicht  an-

ders gewesen sei, als dass der suboptimalen Anlage ein Entscheid der Leitungsorgane 

zugrunde lag. Demnach hat die Pflichtige ihrer Schwestergesellschaft bewusst erhebli-

che  Mittel  zu  nicht  marktkonformen  Bedingungen  zur  Verfügung  gestellt,  was  im 

Grundsatz als offenkundiges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung und 

damit als eine verdeckte Gewinnausschüttung zu qualifizieren ist. 

d) Was die Pflichtige dagegen einwendet, überzeugt nicht.  

Sie macht geltend, dass die Liquiditätsreserve der Sicherstellung der erforder-

lichen  Mittel  für  den  Fall  eines  kurzfristigen  ausserordentlichen  Liquiditätsbedarfs  ge-

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dient  habe.  Dabei  habe es  sich  um  ein  Liquiditätspolster  zur  Finanzierung tatsächlich 

geplanter  Transaktionen  gehandelt  (Beschwerde/Rekurs,  S.  11).  Hierzu  verweist  sie 

auf eine kurzfristige Zahlung von Fr. … Mio. an die Muttergesellschaft im Juli 2011 so-

wie eine geplante Akquisition von Fr. … Mio. im Oktober 2015. In der Replik zählt sie 

eine Reihe weiterer geplanter Akquisitionen auf.  

Es  liegt  im  Wesen  jeder  Unternehmensführung,  dass  gelegentlich  grössere 

Anschaffungen getätigt werden müssen. Es ist Aufgabe der Finanzplanung, hierzu die 

nötigen Mittel termingerecht zu beschaffen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Pflichti-

ge zu diesem Zweck hätte flüssige Mittel permanent bereit halten müssen. Dies umso 

weniger, als dass sie ja gerade im Konzern eingebunden war und zur Bestreitung von 

Investitionen unbestritten auf diesen hätte zurück greifen können. Es ist deshalb auch 

nicht  einzusehen,  weshalb  die  Auszahlung  der  Dividende  im  Juli  2011  die  Pflichtige 

dazu genötigt hätte, bereits in den Vorjahren ständig liquide Mittel in der streitigen Hö-

he  zur  Verfügung  zu  halten.  Hinzu  kommt,  dass  die  Dividendenauszahlung  in  einem 

vorliegend  nicht  streitigen  Geschäftsjahr  erfolgte.  Zudem  verblieb  auch  nach  dieser 

noch ein Betrag von rund Fr. … Mio. auf dem Konto, sodass immer noch ein sehr ho-

hes  Liquiditätspolster  verblieb.  Dasselbe  trifft  zu  auf  die  in  der  Replik  aufgezählten 

Vorhaben,  liegen  diese  doch  betragsmässig  nicht  in  einem  Bereich,  welche  das  Ge-

samtbild  massgeblich  beeinflussen  könnte.  Sie  liessen  sich  zum  grössten  Teil  auch 

aus dem von der vorinstanzlichen Umqualifizierung nicht betroffenen Restbetrag sowie 

dem weiteren kurzfristigen Umlaufvermögen gemäss Bilanz finanzieren.  

Nicht weiter hilft der Pflichtigen auch ihr Einwand, die Anlage der Liquiditäts-

position sei ein Entscheid in ihrem freien unternehmerischen Ermessen, und wenn sie 

weiter  darauf  verweist,  dass  sie  diese  auch  langfristig  zu  besseren  Bedingungen  bei 

der D hätte deponieren können. Wie bereits eingangs ausgeführt, sind steuerrechtlich 

die Transaktionen unter dem Grundsatz des Drittvergleichs zu beurteilen.  

Weiter  wendet  sie  ein,  dass  zivilrechtlich  kein  Darlehen  vorliege,  da  sie  die 

Mittel  jederzeit  hätte  zurückfordern  können  und  das  Vertragsverhältnis  deshalb  nicht 

mit einem langfristigen Darlehensvertrag vergleichbar sei, bei welchem die Mittel in der 

Regel  gebunden  seien.  Das  Steuerrekursgericht  stellt  bei  seiner  Beurteilung  auf  die 

tatsächlich gelebten Verhältnisse ab; wenn, wie bereits vorstehend ausgeführt, ein So-

ckelbetrag  in  zweistelliger  Millionenhöhe  permanent  unberührt  stehen  gelassen  wird, 

entspricht dies nicht mehr dem Sinn und Zweck eines Kontokorrents.  

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e) Streitig ist ferner die genaue Höhe des Sockelbetrags. Das kantonale Steu-

eramt stellte hierzu nach eigenem Bekunden auf den tiefsten Stand des Kontos in den 

jeweiligen Geschäftsjahren ab (2009/10 Fr…. Mio., 2010/11 Fr…. Mio.). Nach Umquali-

fizierung  der  streitigen  Guthaben  in  langfristige  Darlehen  ergeben  sich  für  Ermittlung 

der vorstehenden Kennzahlen folgenden Werte (in TCHF):  

Stand per  

Umlaufvermögen 

Fremdkapital 

Fr.  

Fr.   

31. März 2010 

31. März 2011 

Daraus  resultiert  für  die  Pflichtige  ein  Liquiditätsgrad  2  von  1,06  :  1  (Ge-

schäftsjahr 2009/10) bzw. von 1,18 : 1 (Geschäftsjahr 2010/11). Diese liegen im Rah-

men der üblichen Vorgaben. Damit verbleibt auch nach der von der Vorinstanz vorge-

nommenen rechtliche Umqualifizierung des Guthabens eine sehr gute Liquiditätslage.  

Die Pflichtige rügt, dass damit die Vorgabe des Liquiditätsgrads 3, nämlich ein 

Verhältnis von 2 : 1, nicht mehr eingehalten werde. Dem ist wie bereits erwähnt entge-

gen  zu  halten,  dass  der  Liquiditätsgrad  3  zur  Beurteilung  der  Kreditwürdigkeit  nicht 

greift, da die Pflichtige über gar keine Vorräte oder sonstige Aktiven des Umlaufvermö-

gens  verfügt,  welche  bei  einer  Zwangsliquidation  nur  mit  Einschlag  realisiert  werden 

könnten. Der Liquiditätsgrad 3 erscheint deshalb bei ihr als nicht aussagekräftig. Viel-

mehr ist auch nach Vornahme der steueramtlichen Korrektur weiterhin von einer sehr 

komfortablen  Liquiditätssituation  der  Pflichtigen  auszugehen.  Soweit  die  Pflichtige  im 

Eventualantrag nur den Anteil, welcher den Liquiditätsgrad 3 (Current Ratio) übersteigt, 

als Darlehen qualifizieren will, ist ihr nicht zu folgen.  

3. Streitig ist ferner der auf das langfristige Darlehen anzuwendende Zinssatz. 

Das kantonale Steueramt stellt hierzu auf die Vorgaben des jährlich publizierten Rund-

schreiben der ESTV über die Zinssätze für die Berechnung der geldwerten Leistungen 

ab. Diese sehen für eigenfinanzierte Vorschüsse an Beteiligte Zinssätze von 2,5% für 

2009 und von 2,25% für 2010 und 2011 vor.  

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a) Diese jährlichen Rundschreiben der ESTV haben keinen Gesetzescharak-

ter,  sondern  gelten  als  Verwaltungsverordnungen  bzw.  administrative  Weisungen  an 

die  kantonalen  Steuerverwaltungen  für  die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer. 

Damit  strebt  die  ESTV  eine  einheitliche,  gleichmässige  und  sachrichtige  Praxis  des 

Gesetzesvollzugs durch die Veranlagungsbehörden für die direkte Bundessteuer an. In 

der Einschätzungspraxis betreffend die Staats- und Gemeindesteuern stellen die Steu-

erbehörden  ebenfalls  darauf  ab  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar 

zum DBG, 2. A., 2009, Art. 58 N 124 DBG und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 

3. A., 2013, § 64 N 217 StG). Kreisschreiben und Rundschreiben der ESTV, die keine 

von der gesetzlichen Ordnung abweichenden Bestimmungen enthalten dürfen, sind für 

die Justizbehörden, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung von Verfassung und Gesetz 

im  Einzelfall  zu  überprüfen,  nicht  verbindlich.  Die  Gerichtsbehörden  sollen  diese  bei 

ihrer Entscheidung allerdings mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall ange-

passte  und  gerecht  werdende  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmun-

gen zulassen (RB 2006 Nr. 78 E. 2.5). 

Der Nachweis eines marktmässigen Verhaltens ist im Rahmen eines individu-

ellen  Drittvergleichs  auch  bei  Abweichung  von  den  in  den  Rundschreiben  der  ESTV 

vorgegebenen  Mindest-  bzw.  Höchstzinssätzen  zulässig.  Das  vom  Bundesgericht  als 

"safe  harbour  rule"  bezeichnete  jährliche  Rundschreiben  bietet  den  Steuersubjekten 

insofern  einen  rechtssicheren  Bereich,  als  nach  der  Praxis  der  Steuerbehörden keine 

aus steuerlicher Sicht unangemessene Leistung vorliegt, wenn die Zinssätze eingehal-

ten sind (BGE 140 II 88 E. 7, auch zum Folgenden). Werden jedoch unter nahestehen-

den  Personen  Konditionen  vereinbart,  welche  von  den  in  den  Rundschreiben  festge-

haltenen Vorgaben abweichen, obliegt die Substanziierungs- und Beweislast für deren 

Marktkonformität  dem  Steuerpflichtigen  (VGr,  25.  Juni  2014,  SB.2013.00008  E  3.2, 

BGr,  20.  Juni  2005,  2A.355/2004;  StRK  I,  21.  Dezember  2012,  1  DB.2012.238 + 

1 ST.2012.263/264; Brülisauer/Poltera, Art. 58 N 104).  

b) Die Pflichtige macht in der Replik geltend, dass bei Annahme einer länge-

ren Laufzeit zur Beurteilung der marktüblichen Verzinsung ein entsprechendes Gutha-

ben fingiert werden müsste. Hierzu verweist sie auf die Zinssätze für Festgeld in CHF 

mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Nach den von ihr eingeholten Auskünften hätte 

sie  bei  der  Credit  Suisse  AG  im  Geschäftsjahr  2009/10  einen  Zins  von  0,64%  und 

2010/11 einen solchen von 0,42% bezahlen müssen). Bei der UBS AG habe 2009/10 

der Zins zwischen 0,62% und 0,84% sowie 2010/11 zwischen 0,5% und 0,62% betra-

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gen. Weiter verweist sie darauf, dass sie auch die Möglichkeit gehabt habe, die Geld-

mittel  bei  der  D  längerfristig  anzulegen.  Dabei  hätte  sie  bei  einer  Laufzeit  von  unter 

zwölf Monaten einen Zinssatz entsprechend dem LIBOR der entsprechenden Währung 

und Laufzeit zuzüglich 12,5 bp bzw. bei einer Laufzeit von über zwölf Monaten zuzüg-

lich  25  bp  erhalten.  Dies  habe  für  2009/10  einem  durchschnittlichen  Zinssatz  von 

0,596% und für 2010/11 von 0,404% entsprochen (Replik, S. 8 oben). 

Weiter  rügt  sie,  dass  die  Vorgaben  des  Rundschreibens  gegenüber  der  Ver-

zinsung  kurzfristiger  Guthaben  zu  hoch  ausfielen.  Diese  lägen  sogar  über  dem  Zins-

satz  für  zehnjährige  Bundesobligationen.  Demgegenüber  habe  selbst  die  Konzern-

gruppe im Juni 2009 am Kapitalmarkt Obligationen mit einer Laufzeit von zehn Jahren 

mit einem tieferen Zinssatz emittieren können. Dies zeige, dass die Erfahrungszahlen 

im Rundschreiben hier nicht einschlägig seien.  

c) Gemäss den von der Vorinstanz mit der Beschwerde-/Rekursantwort einge-

reichten  Unterlagen  der  ESTV  werden  die  Zinssätze  im  Rundschreiben  aufgrund  von 

Renditen auf langfristigen Anleihen in CHF auf dem Kapitalmarkt ermittelt. Gemäss der 

tabellarischen  Übersicht  wurde  dabei  mit  Bezug  auf  die  Vorschüsse  an  Beteiligte  auf 

die  Weise  vorgegangen,  dass  zunächst  der  Durchschnitt  berechnet  wurde  zwischen 

einem Index über den inländischen Obligationenmarkt (SWIBO Dom T bzw. SBI DOM), 

der  Rendite  von  öffentlichen  Anleihen  und  von  Renditen  von  Anleihen  der  Ban-

ken/Industrie.  Das  Ergebnis  wurde  der  Rendite  der  10-jährigen  Bundesobligationen 

gegenüber  gestellt  und  daraus  der  massgebliche  Zinssatz  hergeleitet.  Dieser  wurde 

dann  an  einer  Besprechung  mit  Vertretern  der  Schweizerischen  Bankiervereinigung 

definitiv festgesetzt. Konkret basierte der jeweils im Januar oder Februar für dasselbe 

Jahr getroffene Entscheid auf folgenden Zahlen:  

2007  

2008  

2009  

2010  

2011 

Durchschnitt (aus 3) 

2,76% 

3,01% 

2,51% 

2,14% 

1,84% 

Bundesobligationen  

2,62% 

2,97% 

2,33% 

2,07% 

1,63% 

Zinssatz Rundschreiben 

2,75% 

3,25% 

2,50% 

2,25% 

2,25%. 

d) Wie sich aus der Zusammenstellung der Vorinstanz in den Einspracheent-

scheiden  (S.  5)  ergibt,  lag  das  Guthaben  der  Pflichtigen  gegenüber  der  D  seit  2004 

immer im Bereich zwischen minimal Fr. … Mio. und maximal Fr. … Mio. Mithin ist im 

Umfang des Sockelbetrags von einer seit 2004 konstant hohen Darlehenshingabe aus-

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zugehen,  und  zwar  unabhängig  von  der  rechtlichen  Ausgestaltung  als  Kontokorrent. 

Legt  aber  eine  Gesellschaft  nicht  benötigte  liquide  Mittel  über  Jahre  hinweg  in  Form 

eines Darlehens bei einer nahestehenden Konzerngesellschaft an, so sind die auf län-

gerfristige  Anlagen  ausgerichteten  "Save  Haven"-Zinssätze  der  ESTV  sehr  wohl  die 

geeignete  Referenzgrösse  für  den  Drittvergleich  (StRK  I,  21.  Dezember  2012,  1 

DB.2012.238 + 1 ST.2012.263/264, bestätigt mit VGr, 25. Juni 2014, SB.2013.00008). 

Soweit die Pflichtige in ihrer sehr ausführlichen Argumentation immer von der unzutref-

fenden Annahme ausgeht, der streitige Betrag sei marktkonform als Kontokorrent ver-

zinst  worden,  geht  sie  deshalb  bereits  im  Ansatz  fehl.  Mithin  ist  davon  auszugehen, 

dass  bei  Beachtung  des  Drittvergleichs  die  Pflichtige  den  betreffenden  Betrag  eben 

gerade nicht auf dem Kontokorrent belassen hätte, sondern eine lukrativere, langfristi-

ge Anlage gesucht hätte. Soweit die Pflichtige weiter mit zwölfmonatigen Festgeldanla-

gen  als  Vergleichsbasis  argumentiert,  hilft  ihr  dies  ebenfalls  nicht  weiter,  weil  vorlie-

gend  im  Ergebnis  von  längeren  Laufzeiten  auszugehen  ist.  Die  Verzinsung  des 

Restbetrags auf dem Kontokorrent ist im Übrigen nicht streitig.  

Nicht weiter hilft der Pflichtigen zudem ihr Einwand, dass der Konzern selber 

sogar zu einem tieferen Zinssatz Anleihen habe aufnehmen können. Sie verweist hier-

zu auf die Internetseite des Konzerns. Dabei handelt es sich indessen um Anleihen in 

einer  Fremdwährung.  Wie  aus  den  publizierten  Rundschreiben  der  ESTV  für  Vor-

schüsse  und  Darlehen  in  Fremdwährungen  hervorgeht,  lagen  ab  2009  die  Zinssätze 

für Darlehen in dieser Fremdwährung erheblich unter denjenigen in CHF, weshalb für 

diese  Fälle  die  Übernahme  der  Zinssätze  für  Darlehen  in  CHF  vorgeschrieben  wird. 

Die vom Konzern bezahlten Zinsen für Darlehen können deshalb für die Pflichtige als 

Gesellschaft  mit  Sitz  in  der  Schweiz  für  den  erzielbaren  Zinsertrag  auf  vergebenen 

Anleihen nicht massgeblich sein. Das von ihr angerufene Beispiel eignet sich deshalb 

nicht als Vergleichsgrundlage.  

e) Bei den von den Vorinstanzen gelieferten Daten der ESTV sticht indessen 

hervor, dass 2011 der festgesetzte Zins erheblich von den zugrunde liegenden Werten 

abweicht. Während in den vorangehenden Jahren jeweils auf den höheren Vergleichs-

wert  (=  "Durchschnitt  [aus  3]")  abgestellt  und  dieser  entweder  übernommen  oder  auf 

die  nächsten  0,25%  aufgerundet  wurde,  wurde  2011  der  Rückgang  der  Zinsen  um 

0,3% bzw. 0,44% überhaupt nicht berücksichtigt. Das Besprechungsprotokoll hält dazu 

fest, dass man zwar basierend auf den Daten eine geringe Zinsreduktion ins Auge ge-

fasst  habe, jedoch  unter  Berücksichtigung  des Trends,  dass  die  Zinsen  in  letzter  Zeit 

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wieder im Steigen seien und im laufenden Jahr mit einem weiteren Anstieg gerechnet 

werden dürfe, den Zinssatz auf dem gleichen Niveau des Vorjahres von 2,25% belas-

sen habe.  

Dieser Entscheid lässt sich nicht nachvollziehen. Grundsätzlich drängt es sich 

bei  einem  schematischen  Vorgehen  wie  bei  der  Festsetzung  der fraglichen  Zinssätze 

durch die ESTV auf, dass man sich an die einmal gewählte Methode hält. Wenn des-

halb  die  Daten  eine  markante  Abnahme  aufzeigen,  ist  zu  erwarten,  dass  diese  auch 

übernommen wird. Überdies hat sich die Annahme, dass der Zinstrend wieder aufwärts 

zeige,  als  vollständig  falsch  erwiesen,  und  wurden  denn  auch  im  nächsten  Rund-

schreiben die Zinssätze für 2012 auf 1,5% gesenkt. Unter Weiterführung der vor 2011 

angewandten  Methode  wäre  der  Zinssatz  für  2011  auf  2,0%  festzusetzen  gewesen. 

Davon 

ist  auch  vorliegend  auszugehen.  Dies  ergibt  auf  dem  Darlehen  von 

Fr.  …  Mio.  eine  Korrektur  für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  bis  31.  März  2011  um 

0,25%,  somit  Fr. ….  Der  steuerbare  Reingewinn  2010/11 

ist  damit  von 

Fr. … auf Fr. … bzw. gerundet Fr. … herabzusetzen (Einspracheentscheid Staat- und 

Gemeindesteuern  S.  9;  die  Tabelle  im  Einspracheentscheid  direkte  Bundessteuer,  S. 

9, geht von den falschen Anfangswerten aus). Aufgrund der im Vergleich zur streitigen 

Aufrechnung insgesamt geringfügigen Änderung verzichtet des Steuerrekursgericht auf 

eine Nachführung der Steuerrückstellung.  

4.  Die  Pflichtige  rügt  bei  diesem  Ergebnis  einen  Verstoss  gegen  Art.  9  des 

Doppelbesteuerungsabkommens  zwischen  der  Schweiz  und  Grossbritannien  und 

macht  geltend,  dass  gestützt  darauf  im  internationalen  Verhältnis  die  Verrechnungs-

preisbestimmungen  vorgingen.  Diese  richteten  sich  in  erster  Linie  nach  dem  OECD-

Musterabkommen  dargelegten  Transfer  Pricing  Principles  und  nicht  nach  den  Praxis-

festlegungen der Steuerbehörden.  

Art.  9  Abs.  1  des  Abkommens  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-

schaft  und  dem  Vereinigten  Königreich  von  Grossbritannien  und  Nordirland  zur  Ver-

meidung  der  Doppelbesteuerung  auf  dem  Gebiet  der  Steuern  vom  Einkommen  vom  

8.  Dezember  1977  (SR  0.672.936.712)  enthält  den  Vorbehalt  des  Drittvergleichs  vor 

internen Vereinbarungen zwischen verbundenen Unternehmen. Inwiefern die Pflichtige 

daraus  etwas  zu  ihren  Gunsten  ableiten  will,  ist  nicht  ersichtlich.  Wie  bereits  ausge-

führt,  sind  zudem  ihre  als  Vergleichsbasis  vorgelegten  Beispiele  nicht  einschlägig, 

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weshalb sich von vornherein kein Konflikt zwischen den internationalen Verrechnungs-

preismethoden  und  der  von  der  Vorinstanz  angewandten  Methode  gestützt  auf  das 

Rundschreiben ergibt.  

5.  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die  Rechtsmittel  teilweise  gutzuheis-

sen. Aufgrund ihres nahezu vollständigen Unterliegens sind die Kosten des Verfahrens 

der  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art.  144  Abs.  1  DBG  und  §  151  Abs.  1  StG)  und  ist  ihr 

keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 

des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  sowie 

§ 152 StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai 

1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  der  direkten  Bundessteuer  1.4.2009 - 31.3.2010 

abgewiesen.  

Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  der  direkten  Bundessteuer  1.4.2010 - 31.3.2011 

teilweise  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführerin  wird  für  diese  Steuerperiode  mit 

einem steuerbaren Gewinn von Fr. … (Steuersatz 8,5%) veranlagt.  

Das steuerlich massgebende Eigenkapital der Steuerperiode 1.4.2010 - 31.3.2011 

beträgt Fr. … (Art. 131 Abs. 1 Satz 2 DBG).  

2.  Der  Rekurs  wird  hinsichtlich  der  Staats-  und  Gemeindesteuern  1.4.2009  - 

31.3.2010 abgewiesen. 

Der  Rekurs  wird  hinsichtlich  der  Staats-  und  Gemeindesteuern  1.4.2010  - 

31.3.2011 teilweise gutgeheissen. Die Rekurrentin wird für diese Steuerperiode mit 

einem steuerbaren Reingewinn von Fr. … (Gewinnsteuersatz 8%) und einem steu-

erbaren Eigenkapital von Fr. … (Kapitalsteuersatz 0,75‰) eingeschätzt. 

[…] 

1 DB.2015.100 
1 ST.2015.125