# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 622ef6e0-cf8d-5416-bbd2-16fd90beb6f8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 01.12.2008 ZB 2008 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2008-32_2008-12-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 01. Dezember 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 08 32

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli und Tomaschett-Murer
Aktuar Engler

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

der Z., Beklagte und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
Ladina Sturzenegger, Anwaltsbüro lic. iur. Marco Pool, Via Tinus 3, 7500 St. Mor-
itz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses M a l o j a  vom 8. April 2008, mitgeteilt 
am 29. August 2008, in Sachen des Y., Kläger und Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Derrer, Dufourstrasse 101, 8008 Zürich, gegen 
die Beklagte und Beschwerdeführerin,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A. Im Juli 2004 übernahm Y. in St. Moritz oder in La Punt-Chamues-ch 
von Z. Polstermöbel (ein Zweiersofa und zwei Fauteuils), welche neu überzogen 
werden sollten. Er führte die Arbeit jedoch nicht selber aus, sondern beauftragte 
damit den Tapezierer/Dekorateur W..

Auf einem Auftragsformular, welches das Datum des 14. Juli 2004 trägt und 
auf dem Z. zwar ihren Stempel angebracht, das sie indessen weder unterzeichnet 
noch Y. erstattet hat, ist ein Materialbedarf (ADO-Stoffe Nr. 6020/61) von 17,5 
Metern à 168 Franken vermerkt (Fr. 2940.00), desgleichen ein Arbeitsaufwand 
von 42 Stunden à 78 Franken (Fr. 3276.00). Zu diesen insgesamt Fr. 6216.00 
wurden 7,6 % Mehrwertsteuer (Fr. 472.00) hinzugerechnet, was ein Zwischentotal 
von Fr. 6688.00 ergab. Nach Abzug eines Spezialrabattes von 10 % (Fr. 668.00) 
verblieb ein Nettopreis von Fr. 6020.00. Weiter kann dem Formular entnommen 
werden, dass die Möbel in La Punt-Chamues-ch abgeholt werden müssten und 
auch tatsächlich mitgenommen worden seien und dass sie nach vorheriger telefo-
nischer Absprache bis zum 30. Juli 2004 an eine Adresse in Zürich zu liefern seien, 
wobei das Entgelt für die Polsterarbeiten bei Ablieferung der Ware bar zu entrich-
ten sei.

In einem Schreiben vom 09. August 2004 bedankte sich Z. bei W. für die 
Zustellung eines Stoffmusters. Sie bestätigte, es entspreche dem, welches sie (bei 
Y.) ausgewählt habe. Ausserdem ersuchte sie ihn, mit der Lieferung der durch ihn 
überholten Polstermöbel vorerst zuzuwarten, da ihr neues Büro in Zürich noch 
nicht bezugsbereit sei. In einem an Y. gerichteten Schreiben vom 20. September 
2004 machte Z. geltend, dass der in der Offerte angegebene und von ihr nie ge-
nehmigte Stoffpreis von 168 Franken pro Meter völlig überrissen sei. Sie sei nicht 
bereit, mehr als 110 Franken pro Meter zu bezahlen, was bei 17,5 Metern einen 
Betrag von Fr. 1925.00 ausmachen würde. Zusammen mit den Fr. 3276.00 für den 
Arbeitsaufwand und unter Berücksichtigung des Rabatts von 10 % (Fr. 520.00) 
auf dem Zwischentotal von Fr. 5201.00 ergebe sich ein Entgelt in der Höhe von 
Fr. 4681.00, welches sie bei einer gütlichen Streitbeilegung und bei korrekter Lie-
ferung der Möbel entrichten würde.

Y. entschädigte W. für seine Bemühungen in Zusammenhang mit dem Neu-
beziehen der Z. gehörenden Polstermöbel. Nach Beendigung der Arbeiten holte 
er das Sofa und die beiden Fauteuils bei ihm wieder ab. Seither werden sie offen-
bar von Y. verwahrt. Eine Auslieferung an Z. erfolgte jedenfalls nicht. Sie ihrerseits 

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leistete bislang keinerlei Zahlungen, sondern erhob vielmehr in einer von Y. ange-
strengten Betreibung über Fr. 6020.00 Rechtsvorschlag.

B. Am 23. Januar 2007 liess Y. beim Kreispräsidenten Oberengadin als 
Vermittler eine gegen Z. gerichtete Forderungsklage anhängig machen. Laut dem 
Leitschein vom 19. März 2007 hatten die Parteien an der Sühneverhandlung vom 
02. März 2007 die folgenden Anträge gestellt:

Klägerisches Rechtsbegehren

„1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 
6020.00, zuzüglich 5 % Zins seit 06.08.2004, sowie Fr. 170.00 zu be-
zahlen.

2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger ab 01.08.2004 eine 
monatliche Lagergebühr von Fr. 20.00 zu bezahlen.

3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, die in ihrem Eigentum befindliche 
Polstergruppe (ein Zweier-Sofa und zwei grosse Fauteuils) innert 10 
Tagen nach Bezahlung des ausstehenden Betrages aus den Räum-
lichkeiten des Klägers zu entfernen, alles unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen zu Lasten der Beklagten.“

Beklagtisches Rechtsbegehren

„1. Abweisung der Klage.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.“

C. Mit Prozesseingabe vom 04. April 2007 unterbreitete Y. die Streitsa-
che dem Bezirksgericht Maloja, wobei er an seinem ursprünglichen Rechtsbegeh-
ren grundsätzlich festhielt. Als Ersatz für die von ihm zu bevorschussende Gebühr 
für das Vermittlungsverfahren verlangte er nunmehr aber statt der mutmasslichen 
Fr. 170.00 die vom Kreisamt Oberengadin tatsächlich in Rechnung gestellten Fr. 
300.00. Angesichts der Höhe des Streitwerts (rund Fr. 6600) wurde die Angele-
genheit in der Folge vom Bezirksgerichtsausschuss entgegengenommen.

D. In ihrer Prozessantwort vom 12. Juni 2007, der Post übergeben am 
14. Juni 2007, stellte Z. demgegenüber den Antrag, es sei die Klage vollumfänglich 
abzuweisen, unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers. Ausserdem erhob die Be-
klagte für Schadenersatz und vorprozessualen Aufwand eine Gegenforderung in 
der Höhe von Fr. 18'999.00.

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E. Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

F. Mit Urteil vom 08. April 2008, mitgeteilt am 29. April 2008 (Kurzbe-
gründung) bzw. am 29. August 2008 (Vollausfertigung), erkannte der Bezirksge-
richtsausschuss Maloja:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verpflich-
tet, dem Kläger CHF 5594.40, zuzüglich Zins zu 5 % seit 20. Septem-
ber 2004, zu bezahlen.

2. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Lagergebühr von CHF 
20.00 je Monat, vom 9. August 2004 bis und mit 13. Oktober 2005, zu 
bezahlen.

3. Die Beklagte wird verpflichtet, innert 10 Tagen nach Bezahlung des 
ausstehenden Betrages, die eingelagerten Möbelstücke in den Räum-
lichkeiten des Klägers auf eigene Kosten abzuholen.

4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 
2500.00 und einer Schreibgebühr von CHF 500.00 sowie den vermitt-
leramtlichen Kosten von CHF 300.00, werden der Beklagten auferlegt.

5. Die Beklagte wird verpflichtet, den Kläger ausseramtlich mit CHF 
8100.00 zu entschädigen.

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. Mitteilung an: …“

G. Hiergegen liess Z. am 24. September 2008 beim Kantonsgerichts-
ausschuss von Graubünden Beschwerde einreichen mit dem Begehren:

„1. Es seien die Ziffern 1-5 des Urteils des Bezirksgerichtsausschusses 
Maloja vom 8. April / 29. April / 29. August 2008 aufzuheben.

2. Es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen.

3. Unter vollumfänglicher vermittleramtlicher, gerichtlicher und ausser-
gerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beru-
fungsbeklagten.“

H. In seiner Vernehmlassung vom 04. November 2008 liess Y. demge-
genüber beantragen:

„1. Es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.

 2. Es sei das Urteil der Vorinstanz vom 8. April 2008 vollumfänglich zu 
bestätigen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 
der Beklagten.“

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

1. Nach den Akten, insbesondere der insoweit übereinstimmenden 
Sachdarstellung der Parteien, verpflichtete sich Y. als Unternehmer gegenüber Z., 
ihr gehörende Polstermöbel mit einem konkret bezeichneten Stoff neu zu überzie-
hen, während die Bestellerin ihm für den Arbeitserfolg eine Vergütung in Form 
einer Geldzahlung zu entrichten hatte, die der Höhe nach noch nicht bestimmt 
war, es im Voraus aber auch nicht zu sein brauchte. Es liegt also eine werkver-
tragliche Bindung vor (vgl. GAUCH, Der Werkvertrag, 4. Aufl., Zürich 1996, Rz. 6 f., 
18, 28 und 110 f.; ZINDEL/PULVER, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 4. Aufl., 
Basel 2007, Art. 363 OR N. 1 ff.).

Der Unternehmer hat das versprochene Werk indessen nicht nur herzustel-
len, sondern er muss es der Bestellerin auch abliefern. Dies geschieht durch kör-
perliche Übertragung, durch die Überführung der neu gefertigten Sache in den 
unmittelbaren Besitz und damit in die tatsächliche Verfügungsgewalt der Bestel-
lerin bzw. in Fällen wie dem vorliegenden durch die Rückgabe der bearbeiteten 
Sache, die dem Unternehmer als Werkgegenstand überlassen worden war (vgl. 
GAUCH, a. a. O., Rz. 86 ff.; BÜHLER, Zürcher Kommentar Band V/2d, 3. Aufl., Zürich 
1998, Art. 367 OR N. 11).

2. Die Ablieferung durch Übergabe des vollendeten Werks kann Ge-
genstand einer Bring-, Hol- oder Versendungsschuld sein (vgl. Gauch, a. a. O., 
Rz. 89). Im vorliegenden Fall wurde klar Ersteres vereinbart. Aus einem zu den 
Akten gegebenen Prospekt, in welchem Y. seine Polsterwerkstatt anpreist (BB 3), 
geht unmissverständlich hervor, dass er neu zu überziehende Möbel bei den Kun-
dinnen und Kunden abholen und sie ihnen nach rund einer Woche wieder zurück-
bringen werde. Dieses Angebot ist vergleichbar mit der vom Fachhandel bei Kauf-
verträgen auch heute noch geübten Praxis, wonach Waren von einem gewissen 
Umfang oder von einer grösseren Menge den Käufern an ihren Wohnort geliefert 
werden (vgl. WEBER, Berner Kommentar Band VI/1/4, 2. Aufl., Bern 2005, Art. 74 
OR N. 79). In Anlehnung an die Angaben in den Werbeunterlagen wurde auf dem 
mit 14.07.2004 datierten Auftragsformular festgehalten, dass sich die im Engadin 
abzuholenden Polstermöbel bereits im Besitz des Unternehmers befänden und 
dass er sie nach vorheriger telefonischer Absprache (neu bezogen) den Wün-
schen von Z. entsprechend nach Zürich an eine von ihr zu nennende Adresse zu 
liefern habe. Dies deutet auf eine Bringschuld des Unternehmers hin. Es gibt denn 

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auch keine Anhaltspunkte, dass sich die Bestellerin im Zeitpunkt, als sie Y. die zu 
überholenden Möbel überliess, bereit erklärt hatte, sie werde nach Beendigung 
der Arbeit selber dafür sorgen, dass die neu bezogenen Gegenstände an ihren 
Bestimmungsort gelangten. Ebenso wenig lässt sich belegen, dass solches Z. da-
mals überhaupt vorgeschlagen wurde oder dass sie sich nachträglich auf ein ent-
sprechendes Begehren von Y. hin mit einer Umwandlung der ursprünglichen 
Bringschuld des Unternehmers in eine Holschuld der Bestellerin einverstanden 
erklärt habe. Dem ist gerade nicht so. Als sie mit Schreiben vom 09. August 2004 
darum ersuchte, dass mit der Rückgabe bzw. Rücknahme der Möbel noch etwas 
zugewartet werden solle, weil die neuen Räumlichkeiten in Zürich noch nicht be-
zugsbereit seien, tat sie dies nicht etwa mit der Erklärung, dass sie die ihr gehören-
den Gegenstände aus dem eben genannten Grund später als vorgesehen beim 
Unternehmer abholen werde, sondern sie sprach ausdrücklich von der Lieferung, 
die zurzeit noch nicht erfolgen solle. Die Rückgabe der neu bezogenen Polster-
möbel blieb also eine Bringschuld des Unternehmers.

3. Die von der Bestellerin zu entrichtende Vergütung wird im Zeitpunkt 
der Ablieferung des beendeten Werkes fällig (Art. 372 Abs. 1 OR), also weder 
früher – nicht schon mit Abschluss sämtlicher vom Unternehmer zu verrichtenden 
Arbeiten – noch später – nicht erst nach der ordnungsgemässen Prüfung des ab-
gelieferten Werkes durch die Bestellerin – , und dies unbesehen des Umstandes, 
ob der Unternehmer bereits Rechnung gestellt hat oder nicht (vgl. GAUCH, a. a. O., 
Rz. 1153 und Rz. 1159; ZINDEL/PULVER, a. a. O., Art. 372 OR N. 2 und N. 6). In 
Übereinstimmung mit der gesetzlichen Regelung, von der freilich durch Parteiab-
rede abgewichen werden kann (vgl. GAUCH, a. a. O., Rz. 1162), enthält das von 
Y. verwendete Auftragsformular den (sinngemässen) Vermerk, dass der für den 
Arbeitserfolg vereinbarte Preis bei der Ablieferung des Werks bar zu bezahlen sei, 
bei körperlichen Sachen also Zug um Zug mit deren Übergabe (vgl. GAUCH, a. a. 
O., Rz. 1153; ZINDEL/PULVER, a. a. O., Art. 372 OR N. 2). Da Z. selber nicht be-
hauptet, dass sie sich nach entsprechenden Verhandlungen mit Y. über einen 
späteren Fälligkeitstermin geeinigt habe, darf als erstellt angesehen werden, dass 
sie sich in Kenntnis der aus dem Auftragsformular ersichtlichen Angaben zu den 
Lieferbedingungen der darin enthaltenen, mit Art. 372 Abs. 1 OR übereinstimmen-
den Fälligkeitsregelung ebenfalls unterziehen wollte. Auf der anderen Seite gibt 
es aber auch keine Anhaltspunkte, dass die Parteien nachträglich Vorauszahlung 
abgemacht hätten. Das Schreiben, welches der Unternehmer am 03. September 
2004 an Z. gerichtet hatte, erlaubt den Schluss auf eine Vertragsänderung jeden-

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falls nicht. In erster Linie versuchte Y. darin, den von ihm geforderten Werklohn 
von Fr. 6020.00 zu rechtfertigen. Anschliessend machte er dann der Bestellerin 
einen ausdrücklich als solchen bezeichneten Vorschlag, die genannte Vergütung 
nunmehr umgehend zu bezahlen, ohne freilich auch nur andeutungsweise darzu-
tun, wann er sich mit Z. darüber verständigt haben will, dass seine Arbeit vor der 
Rückgabe der Polstermöbel abgegolten werden müsse. Das Schreiben stellte in-
sofern einzig eine Offerte dar, dass an die Stelle des ursprünglichen Zug-um-Zug-
Geschäftes die Vorleistungspflicht der Bestellerin treten solle. Solchem hat Z. in-
dessen nach den Akten nie zugestimmt.

Unter den Parteien herrscht Einigkeit darüber, dass die Bestellerin das Sofa 
sowie die beiden Fauteuils, welche der Unternehmer neu beziehen sollte, nicht 
mehr zurückerhalten hat, es bislang also zu keiner Ablieferung im beschriebenen 
Sinne gekommen ist. Damit aber ist nach dem Gesagten der für das Arbeitsergeb-
nis geschuldete Werklohn noch nicht zur Zahlung fällig geworden. Dies hat zur 
Folge, dass die Klage des Unternehmers in Gutheissung der Beschwerde und in 
Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils zurzeit abgewiesen werden muss.

4. Verweigert oder verzögert die Bestellerin Handlungen, ohne die der 
Unternehmer im konkreten Fall das vollendete Werk nicht abliefern kann, gerät sie 
in Annahmeverzug (vgl. GAUCH, a. a. O., Rz. 1326; WEBER, a. a. O., Art. 91 OR N. 
11 ff.). Dies erlaubt es dem Unternehmer, sich durch Hinterlegung der Sache von 
seiner Ablieferungspflicht zu befreien (vgl. GAUCH, a. a. O., Rz. 91; WEBER, a. a. 
O., Art. 92 OR N. 5).

In den Akten finden sich keine brauchbaren Belege, dass Y. Z. zu irgendei-
nem Zeitpunkt den Abschluss der Polsterarbeiten angezeigt und er sie unmissver-
ständlich aufgefordert hat, ihm in Präzisierung und Ergänzung der Angaben auf 
dem Auftragsformular bekannt zu geben, zu welchem Zeitpunkt und an welchem 
Ort er ihr die Möbel zurückgeben könne. Ebenso wenig ist erstellt, dass er Grund 
zur Annahme hatte, sie werde ihm diese notwendigen Hinweise ohnehin vorent-
halten, weil sie an der Abnahme der Sachen gar nicht ernstlich interessiert gewe-
sen sei. Solches wird vom Unternehmer zu Recht auch gar nicht behauptet. Z. 
darf also nicht vorgeworfen werden, sie habe Y. durch ungenügendes Mitwirken 
an der Erfüllung eines hinreichenden Leistungsangebots gehindert. In Annahme-
verzug geriet die Bestellerin aber auch nicht etwa dadurch, dass sie am 09. August 
2004 darum bat, mit der Ablieferung noch etwas zuzuwarten. Es deutet nichts dar-

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auf hin, dass der Unternehmer hiermit nicht einverstanden war und er auf der so-
fortigen Rücknahme der Möbel beharrte, oder aber, dass er vorerst noch etwas 
Zeit verstreichen liess, dann aber klar zu verstehen gab, dass nunmehr die Ablie-
ferung erfolgen müsse, und dass Z. zu alldem nicht Hand bot.

Liegt nach dem Gesagten also kein Annahmeverzug der Bestellerin vor, 
bleibt es dabei, dass die für den Arbeitserfolg geschuldete Vergütung mangels 
Ablieferung der bearbeiteten Sachen nach wie vor nicht zur Zahlung fällig ist. 
Hieran würde sich selbst dann nichts ändern, wenn sich Z. entgegen dem Gesag-
ten bereits im Annahmeverzug befinden würde. Der Unternehmer behauptet gar 
nicht erst, dass er die neu bezogenen Polstermöbel – auf richterliche Anordnung 
hin oder aber ohne Anrufung des Richters – in einem geeigneten Lagerhaus zu-
handen der Bestellerin untergebracht und sich so von seiner Ablieferungspflicht 
befreit habe (vgl. hierzu WEBER, a. a. O., Art. 92 OR N. 85 ff. und N. 109 ff.). 
Damit kann er von der Beklagten auch keine Erstattung von Lagergebühren for-
dern.

Anzumerken ist darüber hinaus, dass die Rücknahme der Polstermöbel (die 
der Ablieferung entsprechende Abnahme des Werks; vgl. GAUCH, a. a. O., Rz. 97) 
und damit die Entrichtung der geschuldeten Vergütung nicht mit dem Einwand ver-
weigert werden kann, es liege noch gar kein vollendetes Werk vor, weil Y. die 
Arbeit, statt sie selber zu leisten, durch einen Subunternehmer habe ausführen 
lassen. Da es bei den hier interessierenden Polsterarbeiten nicht auf die persönli-
chen Eigenschaften des Unternehmers ankam und da eine abweichende Partei-
vereinbarung, wonach er die ihm überlassenen Sachen selber hätte überziehen 
müssen, nicht erstellt ist, war es Y. unbenommen, hiermit in der Person von W. 
einen anderen Fachmann zu betrauen (vgl. ZINDEL/PULVER, a. a. O., Art. 364 OR 
N. 29 f.). Als Z. hiervon erfuhr, billigte sie im Übrigen dieses Vorgehen, wie ihrem 
Schreiben vom 09. August 2004 an den Subunternehmer entnommen werden 
kann.

5. Im Hinblick darauf, dass es nach Jahren möglicherweise doch noch 
zur Ablieferung der neu überzogenen Polstermöbel und zur Bezahlung von Werk-
lohn kommt, erscheinen noch einige ergänzende Bemerkungen angezeigt. Unbe-
stritten ist, dass sich Z. seinerzeit mit Y. nicht auf die von ihm geforderten Fr. 
6020.00 oder einen anderen festen Preis zu einigen vermochte. Sollte auch künftig 
keine Übereinkunft gelingen, müsste die von der Bestellerin geschuldete Ver-

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gütung durch den Richter festgelegt werden, und zwar anhand des dem Unterneh-
mer erwachsenen notwendigen Personal- und Sachaufwands, unter Einrechnung 
angemessener Zuschläge für die Generalunkosten und den Geschäftsgewinn (vgl. 
GAUCH, a. a. O., Rz. 946 ff.; ZINDEL/PULVER, a. a. O., Art. 374 OR N. 11 ff.).

Laut den Angaben auf dem Auftragsformular ermittelte der Unternehmer 
die Fr. 6020.00 wie folgt: Fr. 2940.00 Materialbedarf (17,5 m à Fr. 168.00), sowie 
Fr. 3276.00 Arbeitsaufwand (42 Std. à Fr. 78.00), zuzüglich Fr. 472.00 Mehrwert-
steuer (7,6 % auf Fr. 6216.00) und abzüglich Fr. 668.00 Spezialrabatt (10 % auf 
Fr. 6688.00). – Die 42 Std. à Fr. 78.00 Arbeitsaufwand erachtete Z. in ihrem 
Schreiben vom 20. September 2004 selber als angemessen, so dass an diesen 
Fr. 3276.00 keine Abstriche vorzunehmen sind. Auf der anderen Seite besteht 
aber auch kein Anlass, Y. in diesem Teilbereich einen Zuschlag zu gewähren. 
Stundenzahl und –ansatz beruhen auf seinen eigenen Berechnungen, die er 
grundsätzlich gegen sich gelten lassen muss, und es ist auch nicht ersichtlich, 
welche aussergewöhnlichen, nicht vorhersehbaren Umstände das Werk verteuert 
haben könnten. – Nach den Behauptungen von Z., welche sich hierbei auf Aus-
künfte der Lieferantin beruft, belief sich der Einstandspreis des durch den Unter-
nehmer verwendeten Stoffes auf Fr. 55.00 pro Meter. Y. will hierfür rund das Drei-
fache bezahlt erhalten. Im Gegensatz zu jenen Branchen, in denen die einge-
kaufte Ware (Kleidungsstücke etwa) unverändert weiterveräussert wird und in de-
nen dem Bedürfnis nach Deckung der Unkosten und Erzielung von Gewinn durch 
eine Vervielfachung des Einstandspreises Rechnung getragen wird, sind diese 
Zuschläge in Fällen wie dem vorliegenden in erster Linie im Preis pro aufge-
wendete Arbeitsstunde enthalten. Da er durch den Unternehmer nicht ausserge-
wöhnlich tief angesetzt wurde, dürfte beim Preis pro Meter Stoff mehr als eine 
Verdoppelung des Einstandspreises auf die von Z. anerkannten Fr. 110.00 kaum 
zu rechtfertigen sein, und es besteht auch kein Grund, bei der Stoffmenge die vom 
Unternehmer ursprünglich selber als ausreichend angesehenen 17,5 m zu er-
höhen. Der Materialbedarf ist demnach mit Fr. 1925.00 zu veranschlagen (17,5 m 
à Fr. 110.00). – Laut dem eigenen Zugeständnis an der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung ist Y. gar nicht mehrwertsteuerpflichtig, so dass ihm Z. unter diesem 
Titel nichts schuldet. – Dass er die 10 % Spezialrabatt auf der grundsätzlich zu 
entrichtenden Vergütung nur unter Bedingungen zugestanden habe, welche heute 
nicht mehr erfüllt seien, macht Y. selber nicht geltend. Von den als ausgewiesen 
angesehenen Fr. 5201.00 sind somit noch Fr. 520.00 abzuziehen. – Insgesamt 
ergibt dies einen Werklohn von Fr. 4681.00, wobei es sich beim eben Gesagten 

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um vorläufige Überlegungen handelt, ohne Bindungswirkung in einem allfälligen 
weiteren gerichtlichen Verfahren.

6. Nach dem Ergebnis des Beschwerdeverfahrens muss das angefoch-
tene Urteil aufgehoben und die Klage zurzeit abgewiesen werden. Y. ist damit im 
erstinstanzlichen Verfahren unterlegen, was dazu führt, dass er sowohl die Kosten 
des Kreisamtes Oberengadin wie jene des Bezirksgerichtsausschusses Maloja zu 
tragen hat. Ausserdem ist er zu verpflichten, Z. für deren Umtriebe im Verfahren 
vor den genannten Behörden eine angemessene Entschädigung zu bezahlen, wo-
bei der unter diesem Titel geforderte Betrag (Fr. 5321.40, die Mehrwertsteuer ein-
geschlossen) zu keinen Kürzungen Anlass gibt.

Z. ist mit ihrem Rechtsmittel gegen den Widerstand des Klägers vollständig 
durchgedrungen. Damit gehen die Kosten des Verfahrens vor Kantonsgerichts-
ausschuss, bestehend aus einer auf Fr. 1500.00 festzulegenden Gerichtsgebühr 
und einer Schreibgebühr von Fr. 192.00, total somit Fr. 1692.00, ebenfalls zulas-
ten von Y., der darüber hinaus verpflichtet wird, der Gegenpartei für das Be-
schwerdeverfahren eine angemessene Umtriebsentschädigung zu entrichten. Sie 
wird dem mutmasslichen notwendigen Aufwand entsprechend und unter Einrech-
nung der Mehrwertsteuer auf Fr. 1500.00 festgesetzt.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und es wird das angefochtene Urteil 
aufgehoben.

2. Die Klage wird im Sinne der Erwägungen zurzeit abgewiesen.

3. Die Kosten des Vermittlungsverfahrens von Fr. 300.00 sowie jene des Ver-
fahrens vor Bezirksgerichtsausschuss Maloja von Fr. 3000.00 gehen zulas-
ten des Klägers, welcher überdies verpflichtet wird, der Beklagten für diese 
Verfahren eine Umtriebsentschädigung von Fr. 5321.40 zu bezahlen, die 
Mehrwertsteuer eingeschlossen.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1692.00 (Gerichtsgebühr 
Fr. 1500.00, Schreibgebühr Fr. 192.00) gehen zulasten des Beschwerde-
gegners, welcher überdies verpflichtet wird, der Beschwerdeführerin für das 
Verfahren vor Kantonsgerichtsausschuss eine Umtriebsentschädigung von 
Fr. 1500.00 zu bezahlen, die Mehrwertsteuer eingeschlossen.

5. Gegen diese einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden, falls sich eine Rechtsfrage 
von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden 
Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung schriftlich in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerden gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 
113 ff. BGG.

6. Mitteilung an: