# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5a7fcaf-bc68-5c17-aa63-9ba38df6541b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.12.2018 LE180028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE180028_2018-12-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LE180028-O/U 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. N.A. Gerber 

Beschluss und Urteil vom 20. Dezember 2018 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____, 
Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Eheschutz  

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Horgen vom 17. Mai 2018 (EE170003-F) 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Gesuchstellerin 
(vgl. Urk. 1 S. 2 f.; Urk. 34 S. 2 und 6 sinngemäss; Urk. 112 S. 1 ff.) 

Rechtsbegehren des Gesuchsgegners 
(vgl. Urk. 4 S. 2 f.; Urk. 36 S. 1; Urk. 115 S. 18; Urk. 152 S. 2) 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 
Horgen vom 17. Mai 2018:  

(Urk. 239 = Urk. 250) 

1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt. Es wird vorgemerkt, dass die 

Parteien seit dem 1. April 2017 getrennt leben.  

2. Der Sohn C._____, geboren am tt.mm.2011, wird für die Dauer des Ge-

trenntlebens unter die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien gestellt. 

3. Der Sohn C._____, geboren am tt.mm.2011, wird für die Dauer des Ge-

trenntlebens unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin gestellt. 

4. Der Gesuchsgegner ist berechtigt und verpflichtet, C._____ auf eigene Kos-

ten wie folgt zu betreuen: 

- an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Freitagabend, 18.30 Uhr, bis 

Sonntagabend, 18.00 Uhr;  

- in Jahren mit ungerader Jahreszahl, 

 - über die Pfingstfeiertage, vom Freitag vor Pfingsten, 18.30 Uhr, 

bis Pfingstmontag, 12.00 Uhr, 

 - am 25. Dezember, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, 

 - über die Neujahrstage, vom 31. Dezember, 18.30 Uhr, bis am  

 1. Januar, 18.00 Uhr; 

- in Jahren mit gerader Jahreszahl, 

 - über die Osterfeiertage, von Karfreitag, 18.30 Uhr, bis Ostermon-

tag, 12.00 Uhr, 

 - am 26. Dezember, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

- 3 - 

 - über die Neujahrstage, vom 1. Januar, 18.30 Uhr, bis am  

 2. Januar, 12.00 Uhr. 

Zudem ist der Gesuchsgegner berechtigt und verpflichtet, C._____ auf eige-

ne Kosten für die Dauer von vier Ferienwochen pro Jahr zu sich bezie-

hungsweise mit sich in die Ferien zu nehmen. 

Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die Ferienbetreuung mindestens drei 

Monate vor dem geplanten Ferienbeginn schriftlich anzumelden und mit der 

Gesuchstellerin abzusprechen. Die gemeinsame Entscheidung der Parteien 

muss bis spätestens acht Wochen vor Ferienbeginn gefällt werden. Können 

sich die Parteien nicht einigen, kommt die folgende Ferienbetreuungsrege-

lung zum Zuge, bei welcher der Gesuchsgegner berechtigt und verpflichtet 

ist, C._____ jedes Jahr wie folgt auf eigene Kosten zu sich beziehungsweise 

mit sich in die Ferien zu nehmen: 

- In Jahren mit ungerader Jahreszahl; 

 - in der zweiten Woche der Sportferien, vom Freitagabend, 

18.30 Uhr, bis Sonntag, 12:00 Uhr; 

 - in den zwei letzten Sommerferienwochen, vom Freitagabend, 

18.30 Uhr, bis Sonntag, 12:00 Uhr; 

 - in der zweiten Woche der Herbstferien, vom Freitagabend, 

18.30 Uhr, bis Sonntag, 12:00 Uhr; 

- in Jahren mit gerader Jahreszahl; 

 - in der ersten Woche der Sportferien, vom Freitagabend, 

18.30 Uhr, bis Sonntag, 12:00 Uhr; 

 - in der ersten Woche der Frühlingsferien, vom Freitagabend, 

18.30 Uhr, bis Sonntag, 12:00 Uhr; 

 - in den ersten zwei Sommerferienwochen, vom Freitagabend, 

18.30 Uhr, bis Sonntag, 12:00 Uhr. 

5. Für das Kind C._____, geboren tt.mm.2011, ist die bereits im Sinne von 

Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB errichtete Beistandschaft beizubehalten. Der 

Beistandschaft wird der Auftrag erteilt, die Parteien bei der Umsetzung der 

- 4 - 

Besuchsregelung gemäss Ziffer 4 vorstehend zu unterstützen, die Einhal-

tung der Besuchsregelung gemäss Ziffer 4 vorstehend zu überwachen, die 

Modalitäten des persönlichen Verkehrs, wie Übergabeort und/oder Überga-

bezeit, Kleiderwünsche etc. mit den Parteien abzusprechen beziehungswei-

se, wenn keine Einigung erreicht werden kann, diese festzulegen. Hinsicht-

lich der übrigen Kinderbelange ist die Beistandschaft zu beauftragen, die 

Parteien zu beraten und zwischen ihnen zu vermitteln.  

6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin folgende Gegen-

stände auf erstes Verlangen, längstens aber innert einem Monat ab Zustel-

lung dieses Entscheids, herauszugeben; 

- ein Tablet (Apple); 

- sämtliche Kleider, Schuhe etc. von C._____; 

- die Krankenkassenkarte von C._____. 

7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des 

Getrenntlebens monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 1'749.80 (zuzüglich 

allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familien-, Kinder- und Ausbildungs-

zulagen) für C._____ zu bezahlen, im Voraus jeweils auf den Ersten eines 

jeden Monats, erstmals auf den 1. Juli 2018. 

8. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner mangels Leistungsfähigkeit 

nicht in der Lage ist, während der Phase vom 1. April 2017 bis am 30. Juni 

2018 den Barunterhalt von C._____ zu leisten. Das verbleibende Manko be-

trägt für diese Phase monatlich CHF 1'597.–. 

9. Die Kinderunterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 7 basieren auf dem Landesindex 

der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende März 

2018 von 101.5 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind je-

weils auf den 1. Januar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2019, dem 

Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die An-

passung erfolgt nach folgender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  =  alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

                          alter Index 

- 5 - 

10. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf: 

CHF 8'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 1'387.50   Dolmetscherkosten 

CHF 9'887.50   Total 
 

11. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die Kosten 

des Gesuchsgegners werden jedoch zufolge Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachfor-

derung im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

13. (Mitteilungssatz) 

14. (Rechtsmittelbelehrung)  

 

Berufungsanträge: 

des Gesuchsgegners und Berufungsklägers  
 
gemäss Berufungsschrift vom 1. Juni 2018 (Urk. 249 S. 2 ff.): 
"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 17. Mai 2018 (Geschäfts- 

Nr. EE170003) sei mit Ausnahme von Dispositiv-Ziff. 2 (elterliche Sor-
ge) im Sinne der nachfolgenden Begründung zurückzuweisen, even-
tualiter aufzuheben; 

 2. Der Sohn C._____, geboren am tt.mm.2011, sei für die Dauer des Ge-
trenntlebens unter die alleinige Obhut des Berufungsklägers zu stellen; 

 3. Der Berufungsbeklagten sei folgendes Besuchs- und Ferienrecht ein-
zuräumen: 
- Jedes zweite Wochenende von Freitagabend, Kindergarten- bzw. 

Schulschluss, bis Montagmorgen, Kindergarten- bzw. Schulbe-
ginn; fällt das Wochenende auf Ostern oder Pfingsten, verlängert 
es sich bis am Dienstagmorgen, Kindergarten- bzw. Schulbeginn; 

- Jede Woche ein bis zwei Nachmittage bis 18:00 Uhr; 
- Jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und 

Neujahr; 

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- In geraden Jahren an Ostern und in ungeraden Jahren an Pfings-
ten; 

- Während mindestens vier und höchstens sechs Kindergarten- 
bzw. Schulferienwochen pro Jahr, wobei die geplanten Ferien 
mindestens drei Monate im Voraus anzumelden sind; können sich 
die Parteien bis acht Wochen vor Ferienbeginn nicht einigen, hat 
in geraden Jahren der Berufungskläger, in ungeraden Jahren die 
Berufungsbeklagte das Entscheidungsrecht; 

 4. Die Beistandschaft mit bereits bestehendem Auftrag sei beizubehalten, 
wobei auf die durch die Beiständin installierte Übergabe durch die 
Bahnhofshilfe zu verzichten sei; 

 5. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger für 
C._____ mindestens CHF 2'753.00 an Barunterhalt zu bezahlen; 

 6. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger min-
destens CHF 1'703.00 an ehelichem Unterhalt zu bezahlen; 

Eventualiter, für den Fall, dass die alleinige Obhut nicht dem Beru-
fungskläger zugeteilt werden sollte: 
 7. C._____ sei unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen. Es 

sei festzulegen, dass sich C._____ alternierend jede Woche bei der ei-
nen und die Folgewoche bei der anderen Partei aufhält; 

 8. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger für 
C._____ mindestens CHF 1'601.50 an Barunterhalt zu bezahlen; 

 9. Die Berufungsbeklagte sei hierbei zu verpflichten, dem Berufungsklä-
ger mindestens CHF 1'673.00 an ehelichem Unterhalt zu bezahlen; 

Subeventualiter, falls C._____ unter die Obhut der Berufungsbeklagten 
gestellt werden sollte: 
10. Der Berufungskläger sei für berechtigt und verpflichtet zu erklären, 

C._____ von Freitagmittag, nach dem morgendlichen Kindergarten- 
bzw. Schulschluss, bis Samstagmittag, 12:00 Uhr, sowie jedes zweite 
Wochenende von Freitagmittag, nach dem morgendlichen Kindergar-
ten- bzw. Schulschluss, bis am Montagmorgen, Kindergarten- oder 
Schulbeginn, zu sich zu Besuch zu nehmen; 

11. Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger mangels Leistungsfä-
higkeit keinen Barunterhalt für C._____ zahlen kann und ein Betreu-
ungsunterhalt nicht geschuldet ist; 

12. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger min-
destens CHF 2'257.00 an ehelichem Unterhalt zu bezahlen; 

13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem 
Ausgang des Verfahrens. 

 
Prozessuale Anträge 

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14. Es seien die erstinstanzlichen Akten mit der Geschäfts-Nr. EE170003 
beim Bezirksgericht Horgen beizuziehen; 

15. Der vorliegenden Berufung sei gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO die 
aufschiebende Wirkung zu erteilen; 

16. Es sei für den Sohn C._____, geboren am tt.mm.2011, eine unentgelt-
liche Kindsvertretung zu bestellen, vorzugsweise in der Person von 
Rechtsanwältin D._____, … [Adresse]; 

17. Der Sohn C._____, geboren am tt.mm.2011, sei anzuhören; 
18. Es seien die Parteien zu einem Mediationsversuch aufzufordern; 
19. Es sei dem Berufungskläger für das vorliegende Berufungsverfahren 

die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihm in der Person 
der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestel-
len." 

 
gemäss Eingabe vom 29. Oktober 2018 (Urk. 289 S. 24 f.): 
"1. In Abänderung von Ziff. 5 der Berufungsschrift vom 1. Juni 2018 sei die 

Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger für C._____ 
mindestens CHF 2'641.95 an Barunterhalt zu bezahlen; 

 2. In Abänderung von Ziff. 6 der Berufungsschrift vom 1. Juni 2018 sei die 
Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger mindestens 
CHF 2'052.00 an ehelichem Unterhalt zu bezahlen; 

 3. In Abänderung von Ziff. 8 der Berufungsschrift vom 1. Juni 2018 sei die 
Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger für C._____ 
mindestens CHF 3'209.00 an Barunterhalt zu bezahlen;  

 4. In Abänderung von Ziff. 9 der Berufungsschrift vom 1. Juni 2018 sei die 
Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger mindestens 
CHF 1'962.00 an ehelichem Unterhalt zu bezahlen; 

 5. In Abänderung von Ziff. 11 der Berufungsschrift vom 1. Juni 2018, sei 
festzustellen, dass der Berufungskläger mangels Leistungsfähigkeit 
keinen Barunterhalt für C._____ zahlen kann und ein Betreuungsunter-
halt nicht geschuldet ist; 

 6. In Abänderung von Ziff. 12 der Berufungsschrift vom 1. Juni 2018, sei 
diese zu verpflichten, dem Berufungskläger mindestens CHF 2'546.00 
an ehelichem Unterhalt zu bezahlen;  

 7. Neu sei ein Beistandswechsel anzuordnen." 
 
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 257 S. 2): 
"Die Anträge des Berufungsklägers seien vollumfänglich abzuweisen und es 
sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.  
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklä-
gers.  

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Der Berufungsbeklagten sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Prozessführung zu bewilligen und in der Person der Unterzeichneten eine 
unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben." 
 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien sind verheiratet und haben einen gemeinsamen Sohn, 

C._____, geb. am tt.mm.2011. Seit dem 25. Januar 2017 standen sie sich vor Vo-

rinstanz in einem Eheschutzverfahren gegenüber (Urk. 1). Betreffend den Verlauf 

des erstinstanzlichen Verfahrens kann auf die Erwägungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 239 E. I.1 = Urk. 250 E. I.1). Die Vorinstanz regelte das Ge-

trenntleben der Parteien mit eingangs wiedergegebenem Urteil vom 17. Mai 2018 

(Urk. 250). 

2. Mit Eingabe vom 1. Juni 2018 erhob der Gesuchsgegner und Berufungsklä-

ger (fortan Gesuchsgegner) innert Frist Berufung, wobei er die oben angeführten 

Anträge stellte (Urk. 249). Mit Verfügung vom 9. Juli 2018 wurde das Gesuch des 

Gesuchsgegners um Gewährung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen 

(Urk. 255). Die mit Verfügung vom 11. Juli 2018 (Urk. 256) eingeholte Berufungs-

antwort der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (fortan Gesuchstellerin) da-

tiert vom 13. August 2018 (Urk. 257). Mit Beschluss vom 24. August 2018 wurde 

die Berufungsantwort dem Gesuchsgegner zur Kenntnisnahme zugestellt und zu-

gleich die Anhörung des Kindes C._____, die Einholung eines schriftlichen Be-

richts der Beiständin sowie die Edition diverser Unterlagen des Gesuchsgegners 

sowie der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl angeordnet (Urk. 260). Die Anhörung 

von C._____ fand am 26. September 2018 durch eine Delegation des Gerichts 

statt (vgl. Prot. II. S. 8 f.). Mit Beschluss vom 5. Oktober 2018 wurde über die Ge-

suche der Parteien um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege entschieden. 

Ausserdem wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu den gemäss Beschluss 

vom 24. August 2018 edierten Unterlagen, dem Bericht der Beiständin E._____, 

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dem Bericht von Dr. med. F._____ und dem Protokoll der Kinderanhörung vom 

26. September 2018 Stellung zu nehmen, und eine Anhörung der Parteien ge-

mäss Art. 297 ZPO angeordnet. Ferner wurde dem Gesuchsgegner Frist ange-

setzt, um zu begründen, inwiefern seine Interessen durch die Herausgabe der Ak-

ten aus dem Strafverfahren Geschäfts-Nr. GG180175 an die Gesuchstellerin ver-

letzt werden (Urk. 282). Die Stellungnahme des Gesuchsgegners zur Herausgabe 

der Akten aus dem Strafverfahren an die Gesuchstellerin wurde innert Frist am 

10. Oktober 2018 eingereicht (Urk. 283). Am 12. Oktober 2018 wurde die Zustel-

lung der aus dem Strafverfahren Geschäfts-Nr. GG180175 beigezogenen Akten 

an die Gesuchstellerin beschlossen (Urk. 284). Die mit Beschluss vom 5. Oktober 

2018 einverlangten Stellungnahmen der Parteien zu den diversen Urkunden da-

tieren vom 29. Oktober 2018 (Urk. 289; Urk. 293). Mit Beschluss vom 1. Novem-

ber 2018 wurde sowohl auf den Antrag des Gesuchsgegners auf Auswechslung 

der Beiständin gemäss seiner Eingabe vom 29. Oktober 2018 als auch auf die 

prozessualen Anträge der Gesuchstellerin gemäss ihrer Eingabe vom 29. Oktober 

2018 nicht eingetreten. Zudem wurden die Stellungnahmen vom 29. Oktober 

2018 samt Beilagen der jeweiligen Gegenpartei zugestellt (Urk. 298). Nach der 

Anhörung der Parteien im Sinne von Art. 297 ZPO erstatteten die Parteien im 

Rahmen der Instruktionsverhandlung vom 12. November 2018 ihre Stellungnah-

men zu den Rechtsschriften vom 29. Oktober 2018 sowie zur Anhörung der Par-

teien (Prot. II S. 16 ff.). Im Anschluss an die Parteivorträge wurde den Parteien 

mitgeteilt, dass das Verfahren nun in die Phase der Urteilsberatung gehe (vgl. 

Prot. II S. 36).  

II. 

1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind das Getrenntleben, 

die Obhutszuteilung, die Regelung des Besuchsrechts, die Beistandschaft, die 

Herausgabe von diversen Gegenständen, die Unterhaltsbeiträge sowie die erstin-

stanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Dispositiv-Ziffer 2 des vor-

instanzlichen Eheschutzentscheides blieb unangefochten, weshalb diese in 

Rechtskraft erwachsen ist (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. Gegen 

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die von der Vorinstanz angeordnete Indexierung der Kinderunterhaltsbeiträge 

(Dispositiv-Ziffer 9) wurden zwar keine Einwände erhoben, diese hängt jedoch 

unmittelbar mit den angefochtenen Unterhaltsbeiträgen zusammen, weshalb sie 

ebenfalls nicht in Rechtskraft erwachsen ist.  

2. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges 

Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.w.Hinw. auf die Botschaft zur 

Schweizerischen ZPO, BBl 2006, S. 7374). Mit der Berufung kann eine unrichtige 

Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend 

gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränk-

te Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger 

Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. Ap-

ril 2013, E. 3.1), welcher insbesondere bei Entscheiden betreffend Unterhalt er-

hebliche Bedeutung zukommt (vgl. statt vieler BGer 5A_797/2012 vom 18. März 

2013, E. 3.2.3). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hin-

reichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an-

gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genann-

ten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Ein-

tretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Er-

wägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinander-

setzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die 

massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-

ben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-

fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder 

deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 

2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-

derungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-

instanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtli-

chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-

stanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.; 

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BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom 

21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 

und E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-

fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; 

Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). 

3. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296 

ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-

rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn 

die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 

E. 4.2.1). Die von den Parteien im Berufungsverfahren (teilweise) neu eingereich-

ten Urkunden (insbesondere Urk. 253/2-24; Urk. 259/1-16; Urk. 292/38-48; 

Urk. 295/17-28; Urk. 297/27-29; Urk. 299/49-52) sowie die daraus abgeleiteten 

Vorbringen der Parteien sind somit im Berufungsverfahren zu berücksichtigen.  

4. Gemäss Art. 299 Abs. 1 ZPO ordnet das Gericht wenn nötig die Vertretung 

des Kindes an und bezeichnet als Beiständin oder Beistand eine in fürsorgeri-

schen und rechtlichen Fragen erfahrene Person. Die Anordnung einer Vertretung 

des Kindes ist insbesondere in Betracht zu ziehen, wenn – wie vorliegend – die 

Eltern bezüglich der Zuteilung der elterlichen Obhut oder wichtiger Fragen des 

persönlichen Verkehrs unterschiedliche Anträge stellen oder das Gericht den Er-

lass von Kindesschutzmassnahmen erwägt (Art. 299 Abs. 2 lit. a und c ZPO). Die 

Anordnung einer Vertretung ist überdies dann zu prüfen, wenn ein Elternteil eine 

Vertretung beantragt (Art. 299 Abs. 2 lit. b ZPO). Vorliegend hat der Gesuchsgeg-

ner – wenn auch erst im Berufungsverfahren – sowohl für das vorinstanzliche Ver-

fahren als auch für das Berufungsverfahren um Bestellung einer Kindsvertretung, 

vorzugsweise in der Person von Rechtsanwältin D._____, … [Adresse], ersucht 

(Urk. 249 S. 4). Allerdings begründet er diesen Antrag lediglich rudimentär und 

primär mit der fehlenden Anhörung von C._____ (vgl. Urk. 249 S. 49), welche 

aber ohnehin nunmehr durchgeführt wurde (vgl. Prot. II S. 8 f.). Im Übrigen ist das 

Bundesgericht in einem Grundsatzentscheid zum Schluss gekommen, dass Ver-

fahrensbeistände im Sinne von Art. 299 ZPO nur in Ausnahmefällen Rechtsan-

wälte sein sollen, weil es bei der Kindsvertretung funktionell nicht um anwaltliche 

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Tätigkeit geht. Das ist namentlich dann der Fall, wenn das Schwergewicht der 

Kindesvertretung, wie hier, auf der Ermittlung von Fakten beruht. Dort, wo bereits 

eine Beistandschaft nach Art. 308 ZGB besteht, bedarf es nach Auffassung des 

Bundesgerichts "keiner Verdoppelung der Informationsquelle", indem eine weitere 

Person einzusetzen wäre (BGE 142 III 153 E. 5.1.2). Mit Verfügung vom 28. März 

2017 hat die Vorinstanz für C._____ eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 

und 2 ZGB angeordnet (Urk. 54). Die Beiständin E._____ wurde wiederholt ins 

vorliegende Eheschutzverfahren involviert. Neben diversen ausführlichen Telefo-

naten mit dem Vorderrichter bzw. Angehörigen des Gerichts am 11. Juli 2017, am 

10. November 2017, am 15. Februar 2018 und am 4. April 2018 (vgl. Urk. 77/2; 

Urk. 146; Urk. 183; Urk. 218) verfasste die Beiständin auch zwei schriftliche Be-

richte zuhanden der Vorinstanz (Urk. 111; Urk. 181), in welchen sie ein umfas-

sendes Bild von der konkreten Situation von C._____ vermittelte, die Vorinstanz 

über laufende Entwicklungen unterrichtete und Anträge stellte. Zudem wurde 

auch im Berufungsverfahren ein aktueller Bericht der Beiständin eingeholt, in wel-

chem sie sich wiederum eingehend zur Verfassung von C._____, zum Verhältnis 

von C._____ zu seinen Eltern, zur Umsetzung des Besuchsrechts, zur Kommuni-

kationsfähigkeit der Eltern untereinander und zu ihrer Zusammenarbeit mit den 

Parteien äusserte (Urk. 273). Die Beiständin konnte sich insofern hinlänglich ins 

Verfahren einbringen, weshalb es sich nicht aufdrängt, sie auch noch formell im 

Sinne von Art. 299 Abs. 1 ZPO für C._____ als Prozessbeiständin einzusetzen, 

denn es liegt im Kindswohl, dieses Verfahren zum Abschluss zu bringen. 

5. Die Gesuchstellerin wiederholt im Berufungsverfahren ihren Antrag betref-

fend Einholung eines Abklärungsberichtes zum persönlichen Verkehr zwischen 

C._____ und dem Gesuchsgegner (Urk. 300 S. 1 f.; Prot. II S. 30). Dazu ist primär 

festzuhalten, dass die Gesuchstellerin in ihren Ausführungen keinen erkennbaren 

(geschweige denn näheren) Bezug zu den diesbezüglichen ausführlichen vo-

rinstanzlichen Erwägungen (vgl. Urk. 250 E. III.5) herstellt, womit sie ihrer Be-

gründungspflicht im Sinne von Art. 311 Abs. 1 ZPO ohnehin nicht genügt. Die Vo-

rinstanz hat insbesondere zutreffenderweise erläutert, dass es im Eheschutzver-

fahren darum geht, möglichst rasch eine optimale Situation für das Kind zu schaf-

fen (Urk. 250 E. III.5.2). Langwierige Abklärungen, etwa durch Gutachten, sollen 

- 13 - 

auch im Streitfall nicht die Regel sein, sondern nur angeordnet werden, wenn be-

sondere Umstände (z.B. sexueller Missbrauch von Kindern, Gewalttätigkeiten ge-

genüber Kindern u.Ä.) vorliegen, aufgrund welcher das Gericht an die Grenzen 

seiner Beurteilungsfähigkeit stösst, wobei dem Gericht diesbezüglich ein gewis-

ses Ermessen zukommt (BGer 5A_529/2014 vom 18.02.2015, E. 2.3; ZK-

Bräm/Hasenböhler, Art. 176 ZGB N 90). Im Recht liegen bereits mehrere – für die 

Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen dem Gesuchsgegner und C._____ 

aussagekräftige – Berichte von Fachpersonen, so diverse Berichte der Beiständin 

(Urk. 111; Urk. 181; Urk. 273) und des Therapeuten von C._____, Dr. F._____ 

(Urk. 274), und es wurde durch eine Delegation der Kammer eine Kinderanhörung 

von C._____ (vgl. Prot. II S. 8 f.) sowie eine Anhörung der Parteien (vgl. Prot. II 

S. 16 ff.) durchgeführt. Damit besteht für die Kammer eine genügende Entschei-

dungsgrundlage. Weiterungen sind – auch aufgrund des vorliegenden summari-

schen Verfahrens – nicht angezeigt. Namentlich sind keine besonderen Umstän-

de im obgenannten Sinne ersichtlich. Der Antrag der Gesuchstellerin betreffend 

Einholung eines Abklärungsberichtes, wie der persönliche Verkehr von C._____ 

mit dem Gesuchsgegner auszugestalten sei, ist somit abzuweisen. Allfällig ver-

bleibenden Bedenken wird im Übrigen auch durch die von der Vorinstanz ange-

ordnete flankierende Massnahme, nämlich die Beistandschaft, welche bereits in 

Kraft ist, begegnet.  

III. 

A. Getrenntleben 

1. Die Vorinstanz hielt zum Getrenntleben der Parteien fest, die Parteien hätten 

dieses bereits aufgenommen. Der Gesuchsgegner sei am 13. Februar 2017 in 

sein Büro, welches in derselben Liegenschaft wie die eheliche Wohnung gemietet 

worden sei, gezogen. Da er aber dennoch, unter anderem mangels sanitärer An-

lagen, in der gemeinsamen Wohnung Zeit verbracht habe, sei vom Datum des ef-

fektiven Auszugs des Gesuchsgegners aus der ehelichen Liegenschaft auszuge-

hen, dem 1. April 2017. Gemäss Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnah-

- 14 - 

men vom 16. März 2017 habe sich der Gesuchsgegner sodann verpflichtet, der 

Gesuchstellerin die Schlüssel der ehelichen Wohnung zu übergeben sowie sein 

dazu gemietetes Büro ab dem 1. April 2017 nicht mehr zu nutzen. Zudem habe 

die Gesuchstellerin den Mietvertrag der ehemals ehelichen Wohnung per 1. April 

2017 alleine übernommen. Es sei demnach davon Vormerk zu nehmen, dass die 

Parteien seit dem 1. April 2017 getrennt lebten (Urk. 250 E. 2.3).  

2. Der Gesuchsgegner bringt vor, das Trennungsdatum sei zu berichtigen und 

es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 14. April 2016 ge-

trennt lebten. Er sei bereits an diesem Datum nach Zürich an die G._____-

Strasse … gezogen. Lediglich wegen C._____ habe er sich oft auch noch in der 

damaligen Familienwohnung, zum Teil auch über Nacht, aufgehalten. Die Partei-

en hätten aber bereits zum Zeitpunkt seines Auszugs klar getrennt gelebt. Natür-

lich habe die Hoffnung bestanden, dass die Parteien sich wieder finden würden, 

doch unter den gegebenen Umständen habe er nicht mehr mit der Gesuchstelle-

rin zusammenleben können. Im Winter 2016 sei definitiv klar gewesen, dass die 

Parteien nicht mehr zusammenfinden würden. Um sich während der Betreuungs-

zeit von C._____ nicht mehr in der ehelichen Wohnung aufhalten zu müssen, ha-

be er die Betreuung dann ins Büro verlegt. Lediglich wenn es spät geworden sei, 

habe er auch dort geschlafen. Ansonsten aber habe er seine Unterkunft in Zürich 

gehabt. Die örtliche Trennung sowie der Trennungswille hätten damit bereits am 

14. April 2016 bestanden. Auch wenn er sich – lediglich wegen C._____ – öfters 

auch in der ehelichen Wohnung aufgehalten habe, hätten die Parteien klar ge-

trennt gelebt. Ein Familienleben habe zwischen den Parteien sicherlich nicht mehr 

stattgefunden (Urk. 249 S. 6 f.).  

3.1. Gemäss der Praxis der Kammer haben die Parteien im Rahmen eines Ehe-

schutzverfahrens dann kein rechtliches Interesse an der gerichtlichen Feststellung 

des Zeitpunktes, ab welchem sie getrennt leben, wenn dieser Zeitpunkt keinen 

konkreten Einfluss auf die anzuordnenden Nebenfolgen im Eheschutzverfahren 

hat. Das Scheidungsgericht wäre denn auch im Hinblick darauf, ob die zweijähri-

ge Trennungszeit nach Art. 114 ZGB eingehalten worden ist, nicht an den im 

summarischen Verfahren ergangenen Eheschutzentscheid gebunden (vgl. ZR 

- 15 - 

102/2003 Nr. 13; OGer ZH LE150076 vom 25.04.2016, E. II.4; OGer ZH 

LE170019 vom 13.07.2017, E. III.B.3; Six, Eheschutz, 2. Aufl., Rn 2.03). 

3.2. Vorliegend haben die Parteien kein Interesse an der Feststellung des ge-

nauen Trennungszeitpunktes, zeitigt doch dieses Datum insbesondere für die 

Verpflichtung zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen, konkret für den Beginn der 

Unterhaltsverpflichtung, keine Wirkungen. Die Parteien beantragten mit Vereinba-

rung vom 16. März 2017, dass C._____ für die Dauer des Eheschutzverfahrens 

unter die Obhut der Gesuchstellerin zu stellen sein, was vom Vorderrichter mit 

Verfügung vom 28. März 2017 genehmigt wurde (Urk. 54). Im angefochtenen 

Entscheid wurden sodann Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 1'749.80 ab 1. Juli 

2018 festgesetzt und festgestellt, dass der Gesuchsgegner mangels Leistungsfä-

higkeit nicht in der Lage ist, während der Phase vom 1. April 2017 bis am 30. Juni 

2018 den Barunterhalt von C._____ zu leisten (Urk. 250, Dispositiv-Ziffern 7 und 

8). Weitergehende rückwirkende Unterhaltsbeiträge wurden insofern nicht festge-

setzt. Der Beginn des Getrenntlebens ist daher nicht festzulegen und es ist einzig 

den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen.  

B. Obhut 

1.1. Der Sohn C._____ wurde mit vorinstanzlichem Urteil für die Dauer des Ge-

trenntlebens unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin gestellt (Urk. 250, Dis-

positiv-Ziffer 3). Der Gesuchsgegner verlangt berufungsweise im Hauptantrag die 

Zuteilung der Obhut über C._____ an sich und im Eventualantrag die alternieren-

de Obhut (Urk. 249 S. 2 f.). Die Gesuchstellerin beantragt in der Berufungsantwort 

die Abweisung des Berufungsantrages des Gesuchsgegners und somit die Bestä-

tigung der vorinstanzlichen Obhutszuteilung an sie (Urk. 257 S. 2).  

1.2. Hinsichtlich der beim Entscheid über die Obhutszuteilung beziehungsweise 

über die Anordnung einer alternierenden Obhut relevanten Beurteilungskriterien 

kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwie-

sen werden (Urk. 250 E. III.4.2 f. und E. III.4.5.1). Auf die diversen Vorbringen der 

Parteien ist im Folgenden im Zusammenhang mit den einzelnen Kriterien für die 

Obhutszuteilung einzugehen. 

- 16 - 

2. Erziehungsfähigkeit 

2.1. Die Vorinstanz führte aus, das Verhältnis zwischen den Parteien sei ange-

spannt und schwierig. Sie beschuldigten sich gegenseitig, nicht in der Lage zu 

sein, sich dem Kindeswohl entsprechend um C._____ zu kümmern, und erhöben 

gegenseitige massive Anschuldigungen. Beide Parteien zweifelten an der Erzie-

hungsfähigkeit der Gegenpartei. Beide Parteien gerieten regelmässig aneinander 

und hegten ein grosses Misstrauen gegeneinander. Allerdings ergäbe sich aus 

den eingereichten Urkunden und den Untersuchungen durch das Gericht, dass 

zahlreiche behauptete Vorwürfe der Parteien nicht hätten glaubhaft gemacht wer-

den können. So sei es dem Gesuchsgegner nicht gelungen, glaubhaft zu machen, 

dass die Gesuchstellerin C._____ zu Freiern mitnehme. Dass die Gesuchstellerin 

mit ihrer beruflichen Tätigkeit das Kindeswohl beeinträchtige, stelle somit lediglich 

eine Behauptung dar. Die Polizei wie auch Dr. F._____ bestätigten sodann, dass 

die Parteien nicht im Stande gewesen seien, ihre Streitigkeiten von C._____ fern-

zuhalten. Zudem habe der Gesuchsgegner versucht, die Gesuchstellerin vor 

C._____ schlecht zu machen, was die entsprechende Aussage der Gesuchstelle-

rin untermauere. Dass Dr. F._____ ein Gespräch mit dem Gesuchsgegner habe 

abbrechen müssen, da sich dieser vor C._____ negativ gegenüber der Gesuch-

stellerin geäussert habe, liege klar nicht im Interesse von C._____ und zeige, 

dass der Gesuchsgegner sein Verhalten nicht ausschliesslich am Kindeswohl ori-

entiere, was seine Erziehungsfähigkeit in Frage stelle. Hinsichtlich des Vorwurfs 

im Zusammenhang mit dem Katzenbaby und dem angeblich ausgeübten Psycho-

terror sei sodann zu betonen, dass die Gesuchstellerin angegeben habe, den Vor-

fall mit dem Katzenbaby mit Dr. F._____ besprochen zu haben. Dieser habe al-

lerdings auf entsprechende Nachfrage nichts davon gewusst. Der Gesuchstellerin 

sei es somit nicht gelungen, den von ihr behaupteten Psychoterror glaubhaft zu 

machen. Hervorzuheben sei allerdings auch, dass im Polizeibericht vom 7. März 

2017 geschrieben werde, die Parteien würden liebevoll mit C._____ umgehen. 

Dr. F._____ bringe überdies vor, dass die Gesuchstellerin einen adäquaten und 

fürsorglichen Umgang mit C._____ pflege und es zudem stets sie oder ihre 

Schwester sei, die C._____ an die Sitzungen bringe. Die Gesuchstellerin gebe an, 

dass C._____ den Gesuchsgegner gerne habe. Zudem werde im Bericht des 

- 17 - 

Frauenhauses geschrieben, dass C._____ angegeben habe, dass er gerne mit 

dem Gesuchsgegner spiele. Es scheine somit, dass beide Parteien die grundle-

gende Kompetenz hätten, um C._____ zu betreuen. Ein akutes Alkoholproblem 

des Gesuchsgegners sei nicht glaubhaft gemacht worden und es lägen auch 

sonst keine konkreten Vorwürfe vor, welche das Kindeswohl beeinträchtigen wür-

den. Auch die gegenseitig vorgeworfenen Gewaltvorfälle stellten für sich keinen 

Grund dar, die Erziehungsfähigkeit in Frage zu stellen. Keine der von den Partei-

en vorgebrachten Behauptungen sei geeignet, die Erziehungsfähigkeit einer der 

Parteien ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Beide Parteien seien somit als grundsätz-

lich fähig und in der Lage zu betrachten, C._____ zu betreuen. Somit sei von der 

Erziehungsfähigkeit beider Parteien auszugehen (Urk. 250 E. III.4.6).  

2.2.1. Soweit der Gesuchsgegner auf Seite 7 f. seiner Berufungsschrift (Urk. 249) 

Ausführungen in Bezug auf das seines Erachtens von der Vorinstanz zu Unrecht 

unberücksichtigt gelassene Ergebnis der Haaruntersuchung vom 9. März 2018 

sowie die seines Erachtens unzutreffenden Gewaltvorwürfe der Gesuchstellerin 

macht, bleibt unklar, was er daraus zu seinen Gunsten ableiten möchte. So hat 

die Vorinstanz festgehalten, ein akutes Alkoholproblem des Gesuchsgegners sei 

nicht glaubhaft gemacht worden (Urk. 250 E. III.4.6.3.6), was von dem nun im Be-

rufungsverfahren vom Gesuchsgegner ins Recht gelegten aktuellen Bericht zur 

Haaranalyse vom 14. September 2018 (Urk. 278/37) bestätigt wird. Weiter er-

kannte die Vorinstanz, dass die gegenseitig vorgeworfenen Gewaltvorfälle der 

Parteien für sich keinen Grund darstellten, die Erziehungsfähigkeit in Frage zu 

stellen (Urk. 250 E. III.4.6.3.6), weshalb auf diese Vorfälle ohnehin nicht weiter 

einzugehen ist.  

2.2.2. Der Gesuchsgegner macht weiter geltend, die Vorinstanz halte fest, dass 

er sich nicht ausschliesslich am Kindswohl orientiere, weil er sich vor C._____ 

schlecht über die Gesuchstellerin geäussert habe. Dies werde bestritten. Er sei 

von Dr. F._____ aufgefordert worden, ihm die Geschichte der Trennung und der 

häuslichen Gewalt zu erklären. Dass hierbei die Gesuchstellerin nicht allzu gut 

dastehe, erkläre sich von selbst. Es wäre an Dr. F._____ gewesen, dieses Ge-

spräch in Abwesenheit von C._____ zu führen. Dass die Beantwortung der Fra-

- 18 - 

gen von Dr. F._____ nun ihm zum Verhängnis gemacht werde, sei nicht rechtens 

(Urk. 249 S. 8 f.). Der Gesuchsgegner wiederholt damit praktisch wörtlich, was er 

bereits vor Vorinstanz an der Hauptverhandlung vom 16. November 2017 vortra-

gen liess (vgl. Prot. I. S. 51), weshalb den entsprechenden Ausführungen keine 

selbständige Bedeutung zukommt (vgl. E. II.2). Lediglich der Vollständigkeit hal-

ber ist diesbezüglich festzuhalten, dass der Gesuchsgegner die Verantwortung für 

die von ihm in Anwesenheit von C._____ gemachten Äusserungen selber trägt 

und diese nicht auf Dr. F._____ schieben kann. Dass er selber darum gebeten 

habe, das Gespräch mit Dr. F._____ in Abwesenheit von C._____ zu führen, 

macht der Gesuchsgegner denn auch nicht geltend.  

2.2.3. Der Umstand, dass der Gesuchsgegner bereits eine Tochter gross gezo-

gen haben soll, wie er im Rahmen der Berufung weiter geltend macht (Urk. 249 

S. 9), sagt nichts über seine Erziehungsfähigkeit aus. Dass es bei der Erziehung 

seiner Tochter nie irgendwelche Probleme gegeben haben soll, wie der Gesuchs-

gegner zudem vorbringt, erscheint darüber hinaus wenig realistisch.  

2.2.4. In das Kapitel blosse Wiederholungen (vgl. Urk. 115 S. 10 und 13; Urk. 152 

S. 5) fallen auch die Ausführungen des Gesuchsgegners in der Berufung, dass 

die Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin durch ihre berufliche Tätigkeit in Fra-

ge gestellt werde, dass die Gesuchstellerin C._____ mehrmals zu H._____, ei-

nem Freier, mitgenommen habe und dass davon ausgegangen werden müsse, 

sie werde C._____ auch zu anderen Freiern mitnehmen, wenn es nicht anders 

gehe (Urk. 249 S. 9 und 20). So hielt die Vorinstanz diesbezüglich bereits zutref-

fend fest, dass die entsprechenden Vorbringen des Gesuchsgegners nicht über 

blosse Behauptungen hinausgehen (Urk. 250 E. III.4.6.3.2). Die Gesuchstellerin 

hat die Tätigkeit als Domina sodann nicht erst nach der Trennung der Parteien 

aufgenommen, vielmehr übte sie diese auch nach der Geburt von C._____ bereits 

während des Zusammenlebens der Parteien aus, weshalb der Gesuchsgegner ihr 

diese Tätigkeit nun nicht negativ anlasten kann.  

2.2.5. Der Gesuchsgegner moniert schliesslich, es sei nicht thematisiert worden, 

dass die Gesuchstellerin sehr wenig Deutsch spreche und eine schlechte Schul-

bildung habe (Urk. 249 S. 10). Diesbezüglich ist zu bemerken, dass weder man-

- 19 - 

gelhafte Deutschkenntnisse noch eine mangelhafte Schulbildung, welche im Übri-

gen von der Gesuchstellerin bestritten wurde (Urk. 257 S. 14 f.), die Erziehungs-

fähigkeit der Gesuchstellerin in Frage zu stellen vermöchten. Dass die Gesuch-

stellerin nur sehr wenig Deutsch spricht, wird bereits dadurch widerlegt, dass sie 

auf Deutsch mit der Beiständin E._____ sowie Dr. F._____ kommuniziert (vgl. 

Urk. 111; Urk. 142 S. 1 f.; Urk. 273 S. 3) und ihre Befragung anlässlich der Ver-

handlung vom 12. November 2018 ohne die beigezogene Übersetzerin durchge-

führt werden konnte (Prot. II S. 26).  

2.2.6. Entgegen der vom Gesuchsgegner auf Seite 10 seiner Berufungsschrift 

(Urk. 249) vertretenen Auffassung ist er nach dem Gesagten nicht als erziehungs-

fähiger als die Gesuchstellerin anzusehen.  

3. Persönliche Betreuung 

3.1. Die Vorinstanz führte aus, die persönliche Verfügbarkeit könne hinter das 

Kriterium der Stabilität und Kontinuität zurücktreten. Es entspreche dem bisheri-

gen Familienmodell, dass C._____ mehrheitlich fremdbetreut werde. Somit sei die 

persönliche Verfügbarkeit der Parteien vorliegend nicht massgeblich ausschlag-

gebend. Allerdings sei darauf hinzuweisen, dass der Gesuchsgegner bereits wäh-

rend des laufenden Verfahrens mehrmals umgezogen sei. Darüber hinaus schei-

ne er auf der Suche nach einer Anstellung zu sein, weshalb er den zwischen den 

Parteien vereinbarten Besuchsrechtsnachmittag habe abändern wollen. Nachdem 

von der Beiständin die entsprechenden Änderungen in die Wege geleitet worden 

seien, habe der Gesuchsgegner indessen erneut seinen Wunsch geändert und 

um eine erneute Anpassung gebeten. Diese Vorfälle deuteten zumindest darauf 

hin, dass sich die Gesuchstellerin in einer stabileren Lebenssituation befinde und 

damit insgesamt die besseren Voraussetzungen für die persönliche Betreuung 

von C._____ mit sich bringe. Dies werde sodann durch die Wohnsituation des 

Gesuchsgegners belegt. Nachdem er bei Einleitung des Verfahrens noch in der 

ehelichen Wohnung bzw. im dazu gemieteten Büro gewohnt habe, habe er ab 

dem 1. Mai 2017 eine Wohnung in I._____ bezogen, wobei der Untermietvertrag 

bis 30. September 2017 befristet gewesen sei. Ende Jahr sei er dann von I._____ 

nach Zürich gezogen, wo er für eine Wohnung einen bis zum 30. Juni 2018 befris-

- 20 - 

teten Mietvertrag habe. Wo er nach dem 30. Juni 2018 wohnen werde, sei nicht 

klar (Urk. 250 E. III.4.7).  

3.2.1. Der Gesuchsgegner moniert, die Gesuchstellerin könne sich weder an 

den Wochentagen noch am Samstag um C._____ kümmern, sei es aufgrund ihrer 

Berufsausübung oder aufgrund des Besuchs der ...-Schule. Er hingegen gehe 

zurzeit keiner Arbeit nach und hätte damit genügend Zeit für die Betreuung von 

C._____. Bis anhin sei C._____ fünf volle Tage im Hort betreut worden. Entgegen 

der Vorinstanz sei die persönliche Verfügbarkeit der Parteien dennoch sehr aus-

schlaggebend. Da er sich bereit erklärt habe, einen Teilzeitjob anzunehmen, wäre 

es ihm möglich, C._____ auch selbst zu betreuen. Zudem wäre er flexibel, wenn 

C._____ einmal krank wäre oder sonstige Termine wahrnehmen müsste. Demge-

genüber sei die Gesuchstellerin aufgrund ihrer Arbeitszeiten und der Nähkurse 

unflexibel. Dass er denn auch flexibler gewesen sei, zeige sich darin, dass er 

C._____ öfter in die Krippe gebracht und abgeholt habe. Die Vorinstanz werfe ihm 

vor, seine Arbeitszeit nicht an die Betreuung von C._____ angepasst zu haben. 

Dem sei zu widersprechen. Er habe klar geäussert, dass er den Freitagnachmit-

tag oder auch Freitag ganztags für C._____ freimachen möchte. So bleibe er 

auch betreffend die Jobsuche flexibel. Er habe sich für seinen Job bei der J._____ 

GmbH mindestens von Montag bis Donnerstag für kurzfristige Abrufe bereithalten 

müssen. Ihm werde nun zum Vorwurf gemacht, dass er sich an seine Arbeitsvor-

lagen halte und sich wirtschaftlich wieder integrieren wolle. Hätte er die Absicht 

gezeigt, die ganze Zeit für die Betreuung von C._____ zur Verfügung zu stehen, 

würde ihm vorgeworfen werden, dass er sich nicht um eine Arbeitsstelle bemühe. 

Es sei die Gesuchstellerin gewesen, die sich vehement und ohne einen handfes-

ten Grund gegen eine Betreuung am Freitagnachmittag gewehrt habe. Betreffend 

die Änderung der Betreuungsnachmittage sei auch festzuhalten, dass diese Än-

derungswünsche auf einem Missverständnis zwischen ihm und seiner vorherigen 

Rechtsvertreterin beruhten, was gegenüber der Beiständin und dem Gericht 

mehrfach erklärt worden sei. Die Vorinstanz habe diesem Umstand aber keine 

Rechnung getragen. Sobald einmal Klarheit herrsche, wie die Betreuung von 

C._____ gehandhabt werde, könne er sich entsprechend einrichten. Dies insbe-

sondere, wenn er die Gewissheit habe, dass ihm aufgrund der Kinderbetreuung 

- 21 - 

kein Einkommen von 100% angerechnet werde und er sich somit diese Tage 

auch nicht für die Arbeit reservieren müsse. Es dürfe nicht vergessen werden, 

dass vorsorglich vereinbart worden sei, dass die Obhut über C._____ für die Zeit 

des Eheschutzverfahrens bei der Gesuchstellerin sei und er sich dementspre-

chend habe organisieren müssen. Wie die Vorinstanz dazu komme, die Flexibilität 

betreffend die Betreuung von C._____ eher bei der Gesuchstellerin, welche feste 

Nähkurse zu besuchen habe, als bei ihm, der zurzeit keiner Erwerbstätigkeit 

nachgehe, zu sehen, sei schlichtweg nicht verständlich. Solange unklar sei, wer 

die Obhut über C._____ erhalten werde, und damit zusammenhängend, wie sich 

seine Jobsituation auszugestalten habe, sei die gesamte Situation nachvollzieh-

bar ungewiss und damit auch nicht derart stabil. Die Gesuchstellerin habe diesbe-

züglich viel die bessere Situation gehabt. Sie habe in der Wohnung bleiben und 

sich nicht wie er nach einer neuen Bleibe umsehen müssen. Er habe nicht im Bü-

ro ohne sanitäre Anlagen und an der G._____-Strasse … in Zürich, wo sich die 

beruflichen Räumlichkeiten der Gesuchstellerin befänden und er sich seit April 

2016 eingenistet habe, bleiben können. Des Weiteren sei unklar gewesen, ob er 

nun eine Wohnung in Zürich oder wegen C._____ in I._____ mieten sollte. Er 

werde sodann vom Sozialamt unterstützt und müsse nehmen, wofür das Geld rei-

che. Es könne ihm deshalb nicht vorgehalten werden, dass er nicht sofort eine 

Wohnung auf Dauer gefunden habe, welche auch den Bedürfnissen von C._____ 

entspreche. Er habe sich unterdessen entschieden, eine Bleibe in I._____ zu su-

chen, weil gemäss Dr. F._____ Stabilität wichtig sei, und damit der Schuleintritt 

von C._____ ohne Probleme gewährleistet werden könne (Urk. 249 S. 10 ff.).  

3.2.2. Die Gesuchstellerin bringt vor, obschon der Gesuchsgegner auch in der 

Vergangenheit keiner regelmässigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei – sein 

Einkommen 2013 habe sich auf Fr. 12'000.–, sein Einkommen 2014 auf 

Fr. 8'437.– und sein Einkommen 2015 auf Fr. 13'500.– belaufen – sei C._____ 

während ihrer Arbeitszeit nicht etwa durch den Gesuchsgegner, sondern an fünf 

ganzen Tagen pro Woche fremdbetreut worden. Beide Elternteile hätten sich so-

mit von Beginn an für das Prinzip der ergänzenden Fremdbetreuung entschieden 

und C._____ sei so aufgewachsen. Seit der Trennung der Parteien lebe C._____ 

unter der Obhut der Gesuchstellerin. Am Freitag arbeite sie in aller Regel nicht 

- 22 - 

mehr und verbringe den ganzen Tag mit ihrem Sohn. Ab August 2018 werde 

C._____ die erste Primarschulklasse besuchen und zwei freie Nachmittage ha-

ben, nämlich Montag und Mittwoch. Sie sei in der Ausübung ihrer Arbeitstätigkeit, 

abgesehen von der ...-Schule, die Montag bis Donnerstag je am Vormittag statt-

finde, flexibel und werde ihre Arbeitstätigkeiten gänzlich dem Stundenplan von 

C._____ anpassen. C._____ werde neu ab Schulbeginn am Montag- und Mitt-

wochnachmittag durch sie betreut. Am Montagnachmittag seien ab Schulbeginn 

wieder Therapiesitzungen bei Dr. F._____ geplant und um 17:15 Uhr die …-

Schule. Am Freitag habe C._____ neu Schule und anschliessend finde um 16:00 

Uhr weiterhin der …-Kurs statt. Die Fremdbetreuung werde also geringer sein als 

in der Vergangenheit und dank ihrer flexiblen Arbeitszeiten könne sie die Betreu-

ung mit Hilfe des Mittagstisches ansonsten mehrheitlich selber abdecken. Nicht 

so der Gesuchsgegner, dessen berufliche Zukunft absolut ungewiss sei. Insbe-

sondere als Schauspieler (Theater), aber auch im Eventbereich seien sowohl der 

Einsatzort wie auch die Arbeitszeiten unregelmässig. Drehzeiten beim Fernsehen, 

aber auch Proben und Aufführungen im Theater seien festgesetzt, meistens 

abends und ohne fest definierte Endzeiten. Auch in der Gastronomie seien die 

Arbeitszeiten unregelmässig und regelmässig auch Einsätze am Abend, in der 

Nacht und an Wochenenden gefordert. Wie unflexibel der Gesuchsgegner sei, 

habe sich schon in der Vergangenheit gezeigt. Obwohl er nur einen Einsatz von 

einer Stunde gehabt und Fr. 50.– verdient habe, sei es ihm gemäss eigenen An-

gaben nicht möglich gewesen, einen anderen als den Freitagnachmittag abzude-

cken (Urk. 257 S. 8 f.).  

3.3.1. Die Gesuchstellerin besucht nach eigenen Angaben jeweils am Montag-, 

Dienstag-, Mittwoch- und Donnerstagmorgen die ...-Schule. Die ...-Schule der 

Gesuchstellerin fällt somit – wie sich aus dem Stundenplan von C._____ ergibt 

(Urk. 259/1) – mit der Schulzeit von C._____ zusammen und schränkt die persön-

liche Betreuung von C._____ durch die Gesuchstellerin nicht ein. Daneben ist sie 

als Domina tätig. Angesichts dessen, dass die Gesuchstellerin diese Tätigkeit als 

Selbständigerwerbende ausübt, ist glaubhaft, dass sie ihre Arbeitszeiten flexibel 

ausgestalten und sie diese insbesondere auch nach C._____ ausrichten kann. 

Der Gesuchsgegner wird inskünftig einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen 

- 23 - 

müssen (vgl. hierzu E. III.G.1). Angesichts dessen, dass seine berufliche Zukunft 

– wie die Gesuchstellerin zutreffenderweise ausführt – nach wie vor noch völlig 

unklar ist und damit insbesondere sowohl sein künftiger Arbeitsort als auch seine 

künftigen Arbeitszeiten nicht feststehen, lässt sich keine Prognose über seine zu-

künftige Flexibilität in der Kinderbetreuung machen. In Anbetracht der von ihm zu 

bestreitenden hundertprozentigen Erwerbstätigkeit steht jedoch fest, dass er 

C._____ keineswegs überwiegend wird persönlich betreuen können und massge-

blich auf Fremdbetreuung angewiesen sein wird.  

3.3.2. Was die Anpassung seiner Arbeitszeit an die Betreuung von C._____ in 

der Vergangenheit anbelangt, setzt sich der Gesuchsgegner nicht mit dem zutref-

fenden Argument der Vorinstanz auseinander, wonach es aufgrund der gesuchs-

gegnerischen Angabe, dass er bis anhin lediglich wenige Stunden pro Woche ar-

beite, nicht nachvollziehbar sei, dass er aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit 

C._____ sowohl am Montag- als auch am Mittwochnachmittag nicht betreuen 

könne (Urk. 250 E. III.6.6). Er beschränkt sich vielmehr darauf, das bereits vor  

Vorinstanz Vorgetragene mehrheitlich wörtlich zu wiederholen (vgl. Urk. 152 S. 8 

f.; Prot. I. S. 71). Damit genügt er der Begründungspflicht nach Art. 311 ZPO 

nicht.  

3.3.3. Obschon der Gesuchsgegner bereits im Rahmen seiner Berufungsschrift 

vom 1. Juni 2018 ausführen liess, er sehe sich nach einer Wohnung in I._____ 

um (Urk. 249 S. 13 und 21), und in der Eingabe vom 14. September 2018 bestä-

tigte, er suche intensiv nach einer Wohnung in I._____ (Urk. 270 S. 6), befindet 

sich sein Wohnsitz auch im heutigen Zeitpunkt, rund sieben Monate später, noch 

in Zürich. Zur Begründung, weshalb er sein Vorhaben noch nicht umsetzen konn-

te, brachte er anlässlich der Verhandlung vom 12. November 2018 lediglich pau-

schal vor, wer die Marktlage in I._____ kenne, wisse, dass es mit einem geringen 

Budget nicht einfach sei, eine Wohnung zu finden (Prot. II S. 29). Mit den einge-

reichten Unterlagen gelingt es dem Gesuchsgegner aber nicht, glaubhaft zu ma-

chen, dass er ernsthaft nach einer Wohnung in I._____ sucht. So legte er lediglich 

zwei Anmeldeformulare für Wohnungen ins Recht (Urk. 272/30; Urk. 292/39), wo-

bei eines davon eine Wohnung mit einem Mietzins von Fr. 2'200.– (zuzüglich 

- 24 - 

Fr. 100.– Parkplatz) betrifft (Urk. 272/30-31), welche somit offensichtlich aus-

serhalb des Budgets eines Sozialhilfebezügers liegt, wie der Gesuchsgegner 

auch selber einräumt (vgl. Prot. II S. 19). Bei den übrigen in Bezug auf die Woh-

nungssuche des Gesuchsgegners in K._____ eingereichten Belegen handelt es 

sich weder um Anmeldeformulare noch um Absagen für Wohnungen, sondern um 

E-Mails betreffend Besichtigungstermine (Urk. 272/32; Urk. 299/50) sowie um 

blosse Wohnungsinserate (Urk. 299/50). Ein Blick in das Immobilienportal Home-

gate ergibt zudem, dass es in I._____ diverse freie 2 ½ - bzw. 3- Zimmerwohnun-

gen mit einem Mietzins im vom Gesuchsgegner genannten Rahmen von 

Fr. 1'400.– bis Fr. 1'600.– gibt (www.homegate.ch; besucht am 13. Dezember 

2018). Im Übrigen wäre die Nähe zu C._____ auch bei einem Umzug in eine der 

Nachbargemeinden von I._____ garantiert. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, 

dass das Ausweisungsverfahren gegen den Gesuchsgegner hinsichtlich seiner 

aktuellen Wohnung an der L._____-Strassse in Zürich noch pendent ist (vgl. Prot. 

II S. 17; Urk. 272/28-29). Seine künftige Wohnsituation ist insofern nach wie vor 

unklar.  

3.3.4. Vor diesem Hintergrund ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass sich die 

Gesuchstellerin in einer stabileren Lebenssituation befindet und damit insgesamt 

die besseren Voraussetzungen für die persönliche Betreuung von C._____ mit 

sich bringt.  

4. Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft 

4.1. Entgegen der Darstellung des Gesuchsgegners auf Seite 13 der Berufungs-

schrift (Urk. 249) hat die Vorinstanz die mangelnde Kommunikations- und Koope-

rationsfähigkeit der Parteien bei der Obhutszuteilung berücksichtigt (vgl. Urk. 250 

E. III.4.5.2) und sich – im Rahmen der Beurteilung des Antrags auf Zuteilung der 

alleinigen elterlichen Sorge an die Gesuchstellerin (Urk. 250 E. III.3.4.1 ff.) – aus-

führlich mit dieser befasst. So führte sie insbesondere aus, es sei unbestritten und 

stehe aufgrund der Akten fest, dass die Kommunikation zwischen den Parteien 

nicht funktioniere. Seit der Trennung kommunizierten die Parteien, abgesehen 

von drei Mal, grundsätzlich über die Beiständin. Die Parteien würden diese Kon-

fliktsituation nicht bestreiten, sondern sich vielmehr gegenseitig die Schuld dafür 

- 25 - 

zuweisen. Auch die Beiständin gebe an, dass die Parteien nicht im Stande seien, 

sich betreffend wesentliche Dinge wie beispielsweise medizinische und schuli-

sche Angelegenheiten auszusprechen. Allerdings funktioniere der Kontakt zwi-

schen ihr und den Parteien. Es scheine, als würde der Gesuchsgegner zumindest 

versuchen, mit der Gesuchstellerin Kontakt aufzunehmen. Die Gesuchstellerin er-

kläre, dass sie lediglich über die Beiständin kommuniziere. Sie bestätige zudem, 

dass sie bewusst nicht mit dem Gesuchsgegner kommuniziere und auch zukünftig 

nicht mit ihm direkt kommunizieren wolle. Sie begründe dies damit, dass der Ge-

suchsgegner versuche, ihr Befehle zu erteilen. Auf entsprechende Nachfrage ha-

be sie diesen Vorwurf aber nicht konkretisieren können. Wie der Gesuchsgegner 

richtig ausgeführt habe, dürfe die Verweigerungshaltung einer Partei nicht zur 

Einschränkung der Elternrechte der anderen Partei führen. Dass diese Blockade 

aber einzig einseitig auf das Verhalten einer Partei, vorliegend insbesondere der 

Gesuchstellerin, zurückzuführen sei, sei in der Praxis selten, zumal ein Konflikt 

naturgemäss auf dem Verhalten beider Parteien beruhe. Dass dies auch im Ver-

hältnis der Parteien gelte, würden diverse Ereignisse wie der Konflikt der Parteien 

betreffend die Sommerferien 2017, die Thematik der Arztwahl, der Konflikt betref-

fend die Krankenkassenkarte von C._____ sowie die zwischenzeitlich gelöste 

Kindergartenthematik zeigen (Urk. 250 E. III.3.4.1 ff.). So habe trotz diverser Ver-

suche der Beiständin zwischen den Parteien keine Einigung betreffend die Som-

merferien 2017 gefunden werden können. Obwohl spätestens ab dem 5. Mai 

2017 der Ferienwunsch des Gesuchsgegners bekannt gewesen sei, habe die Ge-

suchstellerin am 17. Mai 2017 Flugtickets für ihre Ferien mit C._____ gebucht. 

Zwar sei nachvollziehbar, dass sie an den Daten die Ferienwochen beanspruche, 

an denen ihre ...-Schule geschlossen sei, indes sei sie offensichtlich ohne Rück-

sprache mit den Beteiligten zur Buchung ihrer Ferien geschritten, was in keiner 

Weise der Konfliktlösung diene. Zu betonen sei allerdings, dass sich auch der 

Gesuchsgegner in dieser Situation nicht kooperativ gezeigt habe, da er, ohne 

konkrete und nachvollziehbare Gründe nennen zu können, die gleichen Ferien-

wochen beansprucht habe wie die Gesuchstellerin. Dieses Verhalten spreche 

nicht für die Kooperationsbereitschaft beider Parteien (Urk. 250 E. III.3.4.4). Der 

Gesuchsgegner geht darauf nicht im Ansatz ein, sondern führt auf den Seiten 13 

- 26 - 

und 20 seiner Berufungsschrift (Urk. 249) einzig aus, aus den Akten ergebe sich 

klar, dass er mehrfach den Kontakt mit der Gesuchstellerin gesucht habe, sie die-

sen jedoch verweigert habe, und darüber hinaus habe die Vorinstanz das Vorge-

hen der Gesuchstellerin hinsichtlich der Sommerferien 2017 unbeachtet gelassen. 

Genau damit hat sich die Vorinstanz aber auseinandergesetzt. Inwiefern die dies-

bezüglichen überzeugenden Überlegungen der Vorinstanz falsch sein sollten, 

zeigt der Gesuchsgegner nicht auf. Er kommt damit seiner Begründungspflicht 

nicht nach (vgl. E. II.2), weshalb nicht weiter auf seine diesbezügliche Kritik ein-

zugehen ist.  

4.2. Soweit der Gesuchsgegner im Rahmen der Berufung weiter ausführt, die 

Gesuchstellerin habe sich ins Frauenhaus abgemeldet und ihn mehrere Monate 

darüber im Ungewissen gelassen, wo sie sich mit C._____ befinde (Urk. 249 

S. 15), wiederholt er ebenfalls lediglich seine vorinstanzlichen Behauptungen (vgl. 

Urk. 24 S. 5 f.). Diese wurden von der Gesuchstellerin bereits vor Vorinstanz – 

unter Hinweis darauf, dass sie alle involvierten Stellen darüber informiert habe, 

dass sich C._____ mit ihr in einer entsprechenden Institution befinde – bestritten 

(Urk. 34 S. 3). Den Ausführungen des Gesuchsgegners kommt insofern keine 

selbständige Bedeutung zu. Lediglich der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, 

dass, selbst wenn diesbezüglich keine Mitteilung an den Gesuchsgegner erfolgt 

wäre, was zweifelsohne äusserst unglücklich wäre, die unzureichende Unterrich-

tung des anderen Elternteils über aktuelle Entwicklungen ebenso auf Seiten des 

Gesuchsgegners auszumachen ist. So orientierte er aktenkundig weder die Ge-

suchstellerin noch die Beiständin über seinen Umzug von I._____ nach Zürich 

(vgl. Urk. 249 S. 16; Urk. 273 S. 3).  

4.3. Aktenkundig hat sich die Kommunikation der Parteien auch während der 

Dauer des Berufungsverfahrens nicht verbessert. Dass zwischen den Parteien 

gelegentlich ein Austausch von E-Mails stattfindet, wie aus den Akten hervorgeht 

(vgl. insbesondere Urk. 253/10; Urk. 259/3/1,3,5; Urk. 259/4 und 10; 

Urk. 292/38/1-2, 4, 7 und 10), vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass 

nach wie vor – wie von beiden Parteien anlässlich der Verhandlung vom 12. No-

vember 2018 bestätigt wurde (vgl. Prot. II S. 19 f. und 23 f.) – keine direkten Ge-

- 27 - 

spräche zwischen ihnen stattfinden. Die Parteien sind denn auch, wie die aktuel-

len Konflikte betreffend das Haareschneiden von C._____ sowie die Kinderarzt-

praxis und die Impfungen von C._____ zeigen, nicht in der Lage, sich miteinander 

abzusprechen und gemeinsam eine im Interesse ihres Kindes liegende Lösung zu 

finden. Offenbleiben kann vorliegend – trotz der umfangreichen diesbezüglichen 

Ausführungen der Parteien im Berufungsverfahren (vgl. Urk. 289 S. 3 f.; Urk. 293 

S. 5 ff.; Prot. II S. 27, 30 f. und 33) – sowohl, ob C._____ in der Schule wegen 

seiner langen Haare gehänselt wurde als auch, ob er selber seine Haare schnei-

den wollte bzw. ob er sich anschliessend wegen seiner kurzen Haare geschämt 

hat oder nicht. Entscheidend im vorliegenden Zusammenhang ist einzig, dass der 

Gesuchsgegner an einem Besuchsrechtswochenende die langen Haare von 

C._____ schneiden liess, unbestrittenermassen ohne zuvor – sei es direkt oder 

über die Beiständin – Rücksprache mit der Gesuchstellerin zu nehmen, obschon 

es sich auch nach Darstellung des Gesuchsgegners um einen gemeinsamen Ent-

scheid der Parteien handelte, dass C._____ lange Haare trug (vgl. Prot. II S. 17 

f.). Dies spricht nicht für die Kommunikationsfähigkeit des Gesuchsgegners. Aus-

druck mangelnder Kooperationsfähigkeit beider Parteien ist denn auch, wie aus 

den diversen im Recht liegenden E-Mails hervorgeht, dass sie sich weder auf die 

Impfungen noch auf einen neuen Kinderarzt für C._____ einigen konnten. Dies 

mit dem Ergebnis, dass beide Elternteile C._____ nunmehr durch unterschiedli-

che Kinderärzte behandeln lassen, nämlich die Gesuchstellerin durch die Kinder-

arztpraxis … in I._____ und der Gesuchsgegner durch Dr. M._____ in Zürich (vgl. 

Urk. 259/3/5; Urk. 259/4-5; Urk. 292/38/1-10). Auch der vom Gesuchsgegner ein-

gerichtete elektronische Impfausweis, auf welche beide Praxen Zugriff haben, löst 

– entgegen der Auffassung des Gesuchsgegners (vgl. Urk. 289 S. 13; Prot. II 

S. 34) – die Problematik nicht. So wäre es zur Wahrung des Kindeswohls drin-

gend geboten, dass sich die Parteien auf einen Kinderarzt einigen können, zumal 

C._____ auch die Möglichkeit gegeben werden muss, zum ihn behandelnden 

Kinderarzt ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können. Nur am Rande ist zu 

bemerken, dass es eindeutig Sinn macht, wie dies die Gesuchstellerin vortragen 

lässt (Urk. 300 S. 6; Prot. II S. 34), wenn sich die Kinderarztpraxis in der Nähe 

des Wohnsitzes der C._____ – auch inskünftig (vgl. dazu E. III.B.6.2) – überwie-

- 28 - 

gend betreuenden Gesuchstellerin befindet, zumal es nicht zumutbar ist, dass 

C._____, wenn er krank ist, jedes Mal noch zu einem Kinderarzt nach Zürich rei-

sen muss. Die auch von der Beiständin in ihrem Bericht vom 17. September 2018 

gemachte Feststellung, dass sich die Parteien bei wichtigen Angelegenheiten be-

züglich C._____ nicht zielführend absprechen und sich über medizinische und 

schulische Angelegenheiten nicht konfliktfrei austauschen können (Urk. 273 S. 3), 

wird durch diese Vorkommnisse deutlich untermauert. Zusammenfassend ist fest-

zuhalten, dass sich nicht von der Hand weisen lässt, dass zwischen den Parteien 

nach wie vor erhebliche Spannungen bestehen und bei beiden Parteien in Bezug 

auf ihre Fähigkeit, mit dem jeweils anderen Elternteil in Kinderbelangen zu kom-

munizieren und zusammenzuarbeiten, ein eindeutiger Verbesserungsbedarf be-

steht. Die Parteien sind denn auch dringend gehalten, ihren Paarkonflikt im Inte-

resse von C._____ in den Hintergrund zu stellen.  

4.4. Ferner ist zu bemerken, dass der Gesuchsgegner fehl geht in der Annahme, 

er könne aus seinen eigenen Anträgen im Berufungsverfahren in Bezug auf das 

Besuchsrecht der Gesuchstellerin etwas zu seinen Gunsten ableiten (vgl. 

Urk. 249 S. 15), können diese Anträge nämlich auch einfach prozesstaktisch mo-

tiviert sein. Entsprechend sagen diese nichts über seine tatsächliche Bereitschaft 

aus, mit der Gesuchstellerin zu kooperieren.  

5. Stabilität und Kontinuität bzw. Weiteres 

5.1.1. Die Vorinstanz führte aus, aus den Akten und den Ausführungen der Par-

teien lasse sich entnehmen, dass sich die Zusammenarbeit mit dem Gesuchs-

gegner teilweise als schwierig erweise. Dies untermauere beispielsweise der Vor-

fall mit "Frau N._____" (Erziehungsberaterin N._____) vom kjz O._____ eindrück-

lich. Das Gericht habe das kjz O._____ beauftragt, eine Interaktionsbeobachtung 

sowie eine Kindesanhörung im vorliegenden Fall durchzuführen. Aufgrund des 

Verhaltens des Gesuchsgegners habe N._____ jedoch kein Vertrauensverhältnis 

aufbauen sowie auch keine objektive Berichterstattung machen können. Ange-

sprochen auf diesen Vorfall habe der Gesuchsgegner insbesondere ausgeführt, 

dass er aufgrund der Vorfälle beim kjz O._____ – der Gesuchsgegner beziehe 

sich in der Folge ausdrücklich auf seine gegen die Beiständin eingereichte Be-

- 29 - 

schwerde –N._____ gesagt habe, dass er ihre Arbeit gerne dokumentieren würde. 

Er habe ihr gegenüber diese Transparenz schaffen wollen, da er aufgrund der 

vorgefallenen Willkür und Missstände seinen Fall habe öffentlich machen wollen. 

Ein ähnlicher Vorfall habe sich sodann im Zusammenhang mit dem Wohnungs-

wechsel des Gesuchsgegners von I._____ nach Zürich ereignet. Nicht nur habe 

die Beiständin von diesem Wohnungswechsel nicht direkt vom Gesuchsgegner, 

sondern über die Sozialhilfe Zürich erfahren. Hinzu komme, dass bei dem von der 

Beiständin geplanten Wohnungsbesuch der Gesuchsgegner der Beiständin er-

neut Filmaufnahmen ankündigt habe. Selbst wenn die Vorwürfe des Gesuchs-

gegners gegenüber der Beiständin berechtigt wären, was nicht in diesem Verfah-

ren zu beurteilen sei, rechtfertige dies die Reaktion des Gesuchsgegners nicht. 

Gerade weil die Parteien nur sehr schwer kommunizieren könnten, insbesondere 

auch was die Ausgestaltung der Besuche von C._____ beim anderen Elternteil 

betreffe, beantragten denn auch beide Parteien, die errichtete Beistandschaft ge-

mäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB beizubehalten. Dass der Gesuchsgegner sich 

gegen die Art und Weise, wie die Beiständin ihre Aufgabe wahrnehme, wehre, 

wenn er der Meinung sei, dass diese unkorrekt sei, sei nicht zu beanstanden. Be-

hördenvertreter bei der Ausübung ihrer Aufgaben, zumal sie hierzu gerichtlich be-

auftragt worden seien, zu filmen, sei indessen keine angemessene Reaktion 

(Urk. 250 E. III.4.8.5.3).  

5.1.2. Der Gesuchsgegner geht fehl in seiner auf Seite 16 der Berufungsschrift 

geäusserten Annahme (Urk. 249), die Vorinstanz habe zu Unrecht darauf verwie-

sen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen ihm und den Behörden teilweise als 

schwierig erweise, da dies keinesfalls ein Kriterium für die Obhutszuteilung sein 

dürfe. Die Kooperationsbereitschaft eines Elternteils mit Behörden und insbeson-

dere auch mit der Beiständin ist im Zusammenhang mit der Obhutszuteilung 

durchaus mitentscheidend, fliesst sie nämlich auch in die Erziehungsfähigkeit die-

ser Person ein.  

Der Gesuchsgegner wiederholt sodann auf Seite 16 seiner Berufungsschrift 

(Urk. 249) in Bezug auf den Vorfall mit N._____, welche eine Interaktionsbe-

obachtung sowie die Kinderanhörung von C._____ hätte durchführen sollen, im 

- 30 - 

Wesentlichen seinen bereits vor Vorinstanz vertretenen Standpunkt, er habe ihr 

nicht gedroht, sie zu filmen, sondern es habe sich lediglich um eine Ankündigung 

gehandelt, dass er ihre Arbeit aufgrund der bisherigen Vorfälle gerne dokumentie-

ren wolle (vgl. Prot. I S. 70 f.). Damit genügt er seiner Begründungspflicht nicht 

(Art. 311 Abs. 1 ZPO). Ohnehin können die Details des Vorfalles mit N._____ da-

hingestellt bleiben. Fakt ist, dass die gerichtlich angeordnete Interaktionsbeobach-

tung (vgl. Urk. 62) aufgrund des Verhaltens des Gesuchsgegners bzw. der von 

ihm daran gestellten Bedingungen nicht stattfinden konnte, was nicht haltbar ist. 

Vielmehr wäre es dem Gesuchsgegner oblegen, sich an der im Interesse des 

Kindeswohl liegenden Abklärung uneingeschränkt zu beteiligen.  

Der Gesuchsgegner bringt weiter vor, es werde ihm zur Last gelegt, dass er nie-

manden über den Wegzug nach Zürich informiert habe. Dies sei bedauerlich, 

doch könne dies in der Hitze des Gefechts passieren. Zudem sei er davon ausge-

gangen, dass die Beiständin aufgrund ihres ihm bekannten Kontakts mit den So-

zialbehörden Zürich, insbesondere mit Herrn P._____, über seinen Wohnsitz-

wechsel Bescheid gewusst habe (Urk. 249 S. 16). Dem Gesuchsgegner ist dies-

bezüglich entgegenzuhalten, dass er nicht auf Dritte vertrauen durfte, sondern es 

vielmehr seine Aufgabe als Kindsvater gewesen wäre, die Beiständin selber über 

seinen Umzug zu informieren. So ist doch der Informationsaustausch zwischen 

den Kindseltern und der Beiständin für eine gute Zusammenarbeit unerlässlich. 

Ausdruck mangelnder Kommunikationsfähigkeit des Gesuchgegners ist ebenso, 

dass er mit der Beiständin phasenweise gar nicht direkt, sondern über seinen Ver-

treter Q._____ kommunizierte (vgl. Urk. 220/5; Urk. 238/4; Urk. 273 S. 3 f.; Prot. II 

S. 20). Der Gesuchsgegner belastete die Zusammenarbeit mit der Beiständin 

denn auch dadurch, dass er wiederholt versuchte, Filmaufnahmen zu machen 

oder solche ankündigte, was zu einer Verwarnung des Gesuchsgegners durch 

das kjz O._____ führte (vgl. Urk. 91; Urk. 181; Urk. 183 S. 2). Die Beiständin be-

richtete zudem mehrfach, dass der Gesuchsgegner ein bedrohliches und auffälli-

ges Verhalten gezeigt habe (Urk. 218; Urk. 273 S. 3). Obschon die KESB Bezirk 

Horgen mit Beschluss vom 11. Dezember 2017 (Urk. 272/34) den Antrag des Ge-

suchsgegners auf einen Beistandswechsel abwies und – nach unbestrittener Dar-

stellung der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 293 S. 5) – auch eine Aufsichtsbeschwerde 

- 31 - 

gegen die Beiständin von der KESB abgewiesen wurde, stellte er des Weiteren im 

Rahmen des vorliegenden Verfahrens erneut einen Antrag auf einen Beistands-

wechsel (Urk. 289 S. 6), auf welchen mit Beschluss der Kammer vom 

1. November 2018 (Urk. 298) nicht eingetreten wurde. Augenfällig ist, dass der 

Gesuchsgegner in seinem diesbezüglichen Antrag gegenüber der Beiständin im 

Wesentlichen genau dieselben Vorwürfe erhob (Beibehaltung der Übergaben mit-

tels Bahnhofhilfe sowie Parteinahme der Beiständin zugunsten der Gesuchstelle-

rin betreffend …-Kurs sowie betreffend Prüfung der Wohnverhältnisse der Partei-

en; vgl. Urk. 289 S. 5 f.; Urk. 270 S. 2 f.; Urk. 249 S. 27 f.), über welche bereits die 

KESB zu befinden hatte und zum Schluss kam, dass sich diese nicht bestätigen 

würden (Urk. 272/34 Rz. 17 ff.). Der Gesuchsgegner kam sodann auch der Auf-

forderung der Beiständin vom 23. August 2018, der Gesuchstellerin als faktische 

Obhutsinhaberin die Impfkarte von C._____ auszuhändigen, nicht nach und teilte 

der Beiständin mit E-Mail vom 23. August 2018 mit, die Impfkarte befände sich bei 

Dr. M._____ und sei dort auch am besten aufgehoben (Urk. 292/38/6). Diese Um-

stände lassen den Eindruck entstehen, dass der Gesuchsgegner Mühe bekundet, 

mit der Beiständin im Interesse von C._____ zu kooperieren und ihre Vorgehens-

weisen und Entscheidungen zu akzeptieren, wenn sie von seinen eigenen Vor-

stellungen divergieren.  

5.2. Die Vorinstanz hat zum Kriterium der Stabilität und Kontinuität weiter ausge-

führt, zwei Vorfälle wirkten irritierend. So habe der Gesuchsgegner beabsichtigt, 

die J._____ LLC (J._____ GmbH) zu gründen und dabei C._____ als Gesellschaf-

ter eintragen zu lassen. Er sei mit diesem Versuch offenbar auch durchgedrun-

gen, sei der entsprechende Beschluss denn auch beurkundet worden. Angespro-

chen auf diesen Fall habe der Gesuchsgegner keine überzeugende Erklärung für 

sein Vorgehen vorzubringen vermocht. Selbst wenn es zutreffen sollte, dass er 

diese GmbH für C._____ und seine Tochter habe gründen wollen, erschliesse 

sich nicht, wie er auf die Idee komme, seinen minderjährigen, sieben Jahre alten 

Sohn als Gesellschafter ins Handelsregister einzutragen. Daneben versuche der 

Gesuchsgegner, insbesondere ohne Rücksprache mit der Gesuchstellerin, eine 

Namensänderung von C._____ vorzunehmen. Die vom Gesuchsgegner im Na-

mensänderungsverfahren vorgebrachte Begründung, man kenne ihn und C._____ 

- 32 - 

weitgehend unter dem Namen "R._____", sei wenig plausibel und nicht ansatz-

weise glaubhaft gemacht. Auch in diesem Verfahren habe er etwas Derartiges 

nicht ansatzweise thematisiert. Hinzu komme, dass er sich hiermit so verhalte, 

wie er es selber der Gesuchstellerin vorwerfe: Er handle ohne Rücksprache mit 

dem anderen Elternteil. Ihm müsse ohne Weiteres bewusst sein, dass ein Na-

menswechsel eines minderjährigen Kindes die Mitwirkung beider Elterntei-

le bedinge, zumal die elterliche Sorge von beiden Elternteilen ausgeübt werde 

(Urk. 250 E. III.4.8.6). Mit dieser Begründung setzt sich der Gesuchsgegner im 

Rahmen seiner Berufungsschrift nicht auseinander. Er belässt es vielmehr dabei, 

seinen bereits vor Vorinstanz eingenommenen Standpunkt zu wiederholen (vgl. 

Urk. 226 S. 1 f.; Prot. I. S. 21 f. und 28), er habe mit der Eintragung von C._____ 

im Handelsregister lediglich verhindern wollen, dass das Gesellschaftsvermögen 

an die Gesuchstellerin vererbt werde; die Kindsmutter habe eine direkte bzw. indi-

rekte Kommunikation strikt verweigert, weshalb es keinen Sinn gemacht hätte, sie 

hinsichtlich der Namensänderung zu kontaktieren (Urk. 249 S. 17 f.). Damit 

kommt der Gesuchsgegner seiner Begründungspflicht nach Art. 311 ZPO erneut 

nicht nach. Er kann überdies auch aus seinen Ausführungen anlässlich der Ver-

handlung vom 12. November 2018, wonach er Frau S._____ vom Zivilstandsamt 

gefragt habe, wie er die Gesuchstellerin einbeziehen könne, und diese ihm gesagt 

habe, sie müsse die Gesuchstellerin betreffend die Namensänderung ohnehin 

anschreiben und könne dies übernehmen (Prot. I. S. 20), nichts zu seinen Guns-

ten ableiten. So ändert dieser Umstand nämlich nichts daran, dass der Gesuchs-

gegner eigenmächtig und ohne vorherige Rücksprache mit der Gesuchstellerin 

gehandelt hat. Selbst wenn die Kontaktaufnahme mit der Gesuchstellerin über-

dies – wie der Gesuchsgegner vorbringt – ohnehin erfolglos gewesen wäre, so 

wäre ihm zumindest die diesbezügliche Kontaktaufnahme mit der Beiständin of-

fengestanden. Mit der Vorinstanz wirken diese Vorfälle insofern befremdlich, als 

sie den Eindruck entstehen lassen, der Gesuchsgegner habe seine eigenen Inte-

ressen über diejenigen seines Sohnes C._____ gestellt.  

5.3. Die Vorinstanz erwog sodann, Dr. F._____ gebe an, dass die Gesuchstelle-

rin einen adäquaten und fürsorglichen Umgang mit C._____ habe und sich auch 

zurücknehme, sodass C._____ gewisse Besprechungen nicht mitbekomme. Dies 

- 33 - 

zeige, dass sich die Gesuchstellerin am Kindeswohl orientiere und C._____ an-

gemessen betreue (Urk. 250 E. III.4.8.5.6.). 

Der Gesuchsgegner erörtert auf Seite 19 seiner Berufungsschrift (Urk. 249) in all-

gemeiner Weise, weshalb die Ausführungen von Dr. F._____ nicht massgeblich 

seien, weitgehend ohne einen erkennbaren bzw. näheren Bezug zu dieser vor-

instanzlichen Erwägung herzustellen, was keine rechtsgenügende Auseinander-

setzung mit ihr darstellt. Bei Dr. F._____ handelt es sich überdies um einen Ober-

arzt der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (vgl. Urk. 274), weshalb entge-

gen der Auffassung des Gesuchsgegners durchaus davon auszugehen ist, dass 

er nicht einzig aus dem Umstand, wer C._____ zu seinen Therapiesitzungen be-

gleitet, ableitet, welcher Elternteil dessen Hauptbezugsperson ist. Ebenso wenig 

ist davon auszugehen, dass er sich als Fachperson von der – C._____ an die Sit-

zungen begleitenden – Gesuchstellerin beeinflussen lassen würde, zumal der 

Gesuchsgegner auch keinerlei konkrete Anhaltspunkte vorbringen konnte, welche 

eine solche Schlussfolgerung zulassen würden (vgl. dazu auch E. III.E.2.2). Dass 

Dr. F._____ keine Ausführungen in Bezug auf die Beziehung zwischen C._____ 

und dem Gesuchsgegner machen konnte, hat der Gesuchsgegner überdies in 

erster Linie seiner fehlenden Eigeninitiative zuzuschreiben, hat Dr. F._____ den 

Gesuchsgegner doch aktenkundig darauf aufmerksam gemacht (vgl. Urk. 222 

S. 1 f.; Urk. 227/2), dass er sich von sich aus aktiv bei ihm zu melden und in seine 

Therapiebemühungen einzubringen habe. 

5.4. Der Gesuchsgegner bringt schliesslich in seiner Berufungsschrift vor, es ha-

be sich neu ergeben, dass die Schwester der Gesuchstellerin seit seinem Auszug 

bei der Gesuchstellerin und C._____ wohne und C._____ bei der Gesuchstellerin 

im Zimmer schlafe. Dies sei für einen siebeneinhalb Jahre alten Jungen nicht 

kindgerecht (Urk. 249 S. 20).  

Die Gesuchstellerin bestreitet nicht nur, dass ihre Schwester bei ihr wohnen, son-

dern auch dass C._____ kein eigenes Zimmer haben soll. Ergänzend führt sie 

aus, wenn C._____ sich in seinem grossen Bett einsam fühle, schlüpfe er schon 

mal zu ihr ins Zimmer und belege das zweite Bett des Doppelbetts, was normal 

sei (Urk. 257 S. 31). Diese Darstellung deckt sich mit den Ausführungen von 

- 34 - 

C._____ anlässlich der Kinderanhörung (Prot. II S. 8). Ohnehin ist nicht ersicht-

lich, inwiefern das Kindeswohl gefährdet sein sollte, wenn ein Kind in C._____s 

Alter gelegentlich im Bett eines Elternteils schläft.  

5.5. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass die Gesuchstellerin die C._____ 

näherstehende und primäre Bezugsperson sei, erscheint insbesondere auch in 

Anbetracht der auf eine enge Bindung zur Gesuchstellerin schliessenden Ausfüh-

rungen von C._____ anlässlich der Kinderanhörung (vgl. Prot. II S. 8 f.) sowie 

dem Umstand, dass C._____ bereits seit der Vereinbarung betreffend vorsorgli-

che  Massnahmen vom 16. März 2017 (vgl. Urk. 38), mithin seit bald zwei Jahren, 

bei der Gesuchstellerin wohnt, zutreffend.  

6. Fazit 

6.1. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts kommt die alternierende Ob-

hut nur dann in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. Beide Parteien er-

scheinen vorliegend grundsätzlich erziehungsfähig. Eine alternierende Obhut er-

fordert aber organisatorische Massnahmen und gegenseitige Informationen. Inso-

fern setzt die praktische Umsetzung einer solchen Obhut voraus, dass die Eltern 

fähig und bereit sind, betreffend Kinderbelange miteinander zu kommunizieren 

und zu kooperieren. Ausgeschlossen ist eine alternierende Obhut, wenn die El-

tern infolge ihres Konflikts in Bezug auf Kinderbelange nicht zusammenarbeiten 

können und damit ihr Kind dem Elternkonflikt in einer Weise aussetzen würden, 

die seinen Interessen offensichtlich zuwider läuft (BGE 142 III 612 E. 4.3; OGer 

ZH LE170058 vom 08.12.2017, E. III.B.4.4; OGer ZH LE160079 vom 05.04.2017, 

E. II.2.2). Dies ist in casu angesichts der vorstehend thematisierten mangelhaften 

Kommunikations- bzw. Kooperationsfähigkeit der Parteien der Fall. Dr. F._____ 

erklärte gegenüber dem Vorderrichter, dass jeder Wechsel für C._____ schwierig 

sei (Urk. 142 S. 3), was in Anbetracht dessen, dass die Parteien aktenkundig 

nach wie vor nicht in der Lage sind, ihren Elternkonflikt in den Hintergrund zu rü-

cken und das Kindeswohl in den Vordergrund zu stellen, überzeugt. In diesem 

Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die Beiständin nach wie vor Überga-

ben durch die Beistandshilfe für angezeigt erachtet, um diese für C._____ stress-

freier zu gestalten (Urk. 273 S. 2). Zu berücksichtigen ist darüber hinaus auch die 

- 35 - 

Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern von rund 24 Kilometern be-

ziehungsweise rund 40 Minuten Reisezeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln (vgl. 

www.googlemaps.ch, besucht am 14. Dezember 2018), welche es – wie bereits 

die Vorinstanz festhielt (vgl. Urk. 250 E. III.4.5.2) – umso notwendiger machen 

würde, dass die Parteien sich über alltägliche Kinderbelange verständigen kön-

nen, zumal C._____ erst knapp acht Jahre alt ist. Die vom Gesuchsgegner bean-

tragte alternierende wochenweise Betreuung (Berufungsantrag 7, Urk. 249) schei-

tert darüber hinaus auch daran, dass es C._____ nicht zumutbar ist, zwei Mal täg-

lich die Strecke Zürich-I._____ bewältigen zu müssen, um die Schule in I._____ 

besuchen zu können. Eine alternierende Obhut liegt somit vorliegend nicht im 

Kindeswohl und es ist darüber zu entscheiden, welchem Elternteil die Obhut über 

C._____ zuzuteilen ist.  

6.2. Die bisherige, insbesondere die seit der Vereinbarung über vorsorgliche 

Massnahmen vom 16. März 2017 hauptsächliche Betreuung durch die Gesuch-

stellerin und vor allem auch die inskünftig über weite Teile mögliche persönliche 

Betreuung durch die Gesuchstellerin sprechen klar für eine Zuteilung der Obhut 

über C._____ an die Gesuchstellerin. Sodann ist im Sinne des Kindeswohls die 

Kontinuität der Verhältnisse hoch zu gewichten. C._____ fühlt sich bei der Ge-

suchstellerin und auch in der Primarschule in I._____ wohl, hat dort einen guten 

Freund gefunden und steht auch der Schwester der Gesuchstellerin, welche re-

gelmässig bei der Gesuchstellerin zu Besuch ist, nahe, wie seine Ausführungen 

anlässlich der Kinderanhörung deutlich machen (vgl. Prot. II S. 8). Er soll nicht 

ohne Not aus dem ihm vertrauten Umfeld gerissen werden. Eine Obhutszuteilung 

an den Gesuchsgegner wäre aktuell angesichts seines Wohnsitzes in Zürich 

zwangsläufig mit einem Wegzug aus I._____ und somit mit einem Schulwechsel 

verbunden. Unter dem Aspekt der Stabilität der Verhältnisse gilt es zudem zu be-

rücksichtigen, dass sowohl die künftige Wohn- als auch Arbeitssituation des Ge-

suchsgegners völlig ungewiss sind und daher auch kein Betreuungskonzept für 

C._____ vorliegt. Die Obhut über C._____ ist daher in Übereinstimmung mit dem 

Vorderrichter für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zuzuteilen.  

C. Besuchsrecht  

- 36 - 

1.1. Die Vorinstanz erklärte den Gesuchsgegner für berechtigt, C._____ an je-

dem zweiten Wochenende jeweils ab Freitagabend, 18:30 Uhr, bis Sonntag-

abend, 18:00 Uhr, auf eigene Kosten zu betreuen. Überdies räumte sie dem Ge-

suchsgegner ein Ferienbesuchsrecht von vier Wochen ein und sah eine Feier-

tagsregelung vor (Urk. 250, Dispositiv-Ziffer 4).  

1.2. Die Vorinstanz führte im Wesentlichen aus, es lägen keine Anzeichen einer 

Kindswohlgefährdung vor und auch die Gesuchstellerin gebe an, dass es wichtig 

sei, dass C._____ einen guten Kontakt mit dem Gesuchsgegner habe, weshalb 

dem Gesuchsgegner ein Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen sei. Da bereits 

Übernachtungen von C._____ beim Gesuchsgegner stattfänden und keine kon-

kreten Hinweise für eine Kindeswohlgefährdung beim Gesuchsgegner vorlägen 

und überdies auch die Gesuchstellerin, wenn auch bloss vergleichsweise, mit 

Übernachtungen von C._____ beim Gesuchsgegner einverstanden sei, lägen kei-

ne Anhaltspunkte vor, die einer Übernachtung von C._____ beim Gesuchsgegner 

entgegenstünden. Auch die Beiständin gebe an, dass die Besuchsrechtswochen-

enden grundsätzlich gut funktionierten. Zwar führe sie in ihrer Eingabe vom 

6. Februar 2018 aus, es sei ihr nicht möglich einzuschätzen, wie C._____ die ak-

tuelle Betreuung beim Gesuchsgegner sowie dessen Wohnsituation erlebe. So-

dann berichte die Beiständin davon, dass C._____, auf dieses Thema angespro-

chen, ängstlich und abweichend reagiere. Dass dieses Verhalten darauf zurück-

zuführen wäre, dass die Besuche von C._____ beim Gesuchsgegner für seine 

Entwicklung schädlich seien, könne daraus nicht abgeleitet werden, zumal 

Dr. F._____ nichts Derartiges habe beobachten können. Da die Gesuchstellerin 

jeweils am Samstagmorgen arbeitstätig sei, erscheine es angemessen, das Be-

suchsrechtswochenende bereits am Freitagabend, 18:30 Uhr, zu beginnen. 

C._____ sei es dabei insbesondere zu ermöglichen, nach dem Kindergarten- bzw. 

Schulschluss nach Hause zu gehen, um nicht bereits am Freitagmorgen mit dem 

Gepäck für das Besuchswochenende in den Kindergarten bzw. die Schule gehen 

zu müssen. Dies sei bereits seit dem Abschluss der Vereinbarung über vorsorgli-

che Massnahmen vom 16. März 2017 so gelebt worden und funktioniere gemäss 

Beistandschaft auch gut. Zudem liege es mit Blick auf die Stabilität und Kontinui-

tät der Beziehung zwischen Vater und Kind auch im Interesse von C._____, dass 

- 37 - 

er pro Besuchsrechtswochenende jeweils zwei Übernachtungen beim Gesuchs-

gegner verbringen könne. Im Hinblick darauf, dass C._____ am Montagmorgen 

wieder in den Kindergarten müsse, rechtfertige es sich, das Besuchswochenende 

jeweils am Sonntag um 18:00 Uhr abzuschliessen. Aus Sicht von C._____ sei es 

am besten, wenn er nicht jeweils am Freitagabend mit sämtlichen Utensilien und 

Kleidern ausgerüstet in das Besuchswochenende starten müsse, damit er am 

Montagmorgen in den Kindergarten starten könne. Hinzu komme, dass der Ge-

suchsgegner nicht mehr in I._____, sondern in Zürich wohne. Das Besuchs-

rechtswochenende bis Montagmorgen laufen zu lassen würde bedeuten, dass 

C._____ am Montagmorgen von Zürich nach I._____ reisen müsste. Zwischen 

den Parteien sei es sodann wiederholt zu Auseinandersetzungen und Streitpunk-

ten hinsichtlich der Kleidung und/oder der Znünibox gekommen. Es liege somit im 

Interesse des Kindeswohls, dass C._____ die Woche mit der Gesuchstellerin als 

Obhutsinhaberin beginne, da so die nötige Stabilität und Kontinuität gewahrt wer-

den könne.  

In der Vereinbarung über vorsorgliche Massnahmen hätten sich die Parteien so-

dann auf einen Besuchsrechtsnachmittag des Gesuchsgegners geeinigt. Bei des-

sen Umsetzung seien jedoch wiederholt Schwierigkeiten aufgetreten. So gebe die 

Beiständin an, dass sich der Gesuchsgegner nicht immer an diese Vereinbarung 

gehalten und manchmal den Besuchsrechtsnachmittag abgesagt habe. Sodann 

habe der Gesuchsgegner gebeten, dass ein anderer Nachmittag als Besuchs-

rechtsnachmittag festgesetzt werde, da der Mittwochnachmittag mit seiner Ar-

beitstätigkeit längerfristig nicht mehr vereinbar sei. Daraufhin habe die Beiständin 

auf Vorschlag des Gesuchsgegners den Montag als neuen Besuchsrechtsnach-

mittag bestimmt und mit allen Beteiligten abgesprochen. In der Folge habe aller-

dings der Gesuchsgegner angegeben, dass er C._____ am Montagnachmittag 

aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit nicht betreuen könne und es bezüglich der 

Wochentage ein Missverständnis mit seiner Vertreterin gegeben habe. Da der 

Gesuchsgegner angebe, dass er bis anhin nur wenige Stunden pro Woche gear-

beitet habe, sei nicht nachvollziehbar, dass er aufgrund seiner beruflichen Tätig-

keit C._____ sowohl am Montag- als auch am Mittwochnachmittag nicht betreuen 

könne. Den Besuchsrechtsnachmittag flexibel zu handhaben, möge ein Wunsch 

- 38 - 

des Gesuchsgegners darstellen. Insbesondere da die Parteien zumindest derzeit 

nur schwer miteinander kommunizieren könnten, sei eine solche Flexibilität indes-

sen einer stabilen und kontinuierlichen Besuchsrechtsregelung abträglich. Stabili-

tät und Kontinuität spielten eine zentrale Rolle für das Wohl von C._____ und je-

der Wechsel sei schwierig. Hinzu komme, dass zwischen den Parteien auch im-

mer wieder Schwierigkeiten betreffend Kleidung bestünden. Solche Schwierigkei-

ten würden sich verstärken, wenn C._____ neben den Besuchswochenenden zu-

sätzlich während eines Nachmittags beim Gesuchsgegner zu Besuch wäre. 

Schliesslich sei auch zu berücksichtigen, dass eine Übergabe von C._____ bis-

lang nur über die Bahnhofhilfe in Zürich möglich gewesen sei. Da sich diesbezüg-

lich während rund eines Jahres keine Besserung eingestellt habe, müsse davon 

ausgegangen werden, dass die Übergabe von C._____ auch für den Besuchs-

rechtsnachmittag in Zürich stattfinden müsste. Daher sei zukünftig auf einen Be-

suchsrechtsnachmittag des Gesuchsgegners zu verzichten.  

Der Gesuchsgegner beantrage, sechseinhalb Wochen Ferien pro Jahr mit 

C._____ verbringen zu dürfen. Die Gesuchstellerin beantrage, dass dem Ge-

suchsgegner nur zwei Mal eine Ferienwoche zugesprochen werde. Da keine kon-

kreten Anhaltspunkte bestünden, dass es dem Kindeswohl nicht entspreche, 

wenn der Gesuchsgegner mit C._____ in die Ferien verreise, zumal dies bereits 

so gelebt worden sei, spreche nichts gegen die gerichtsübliche Regelung von vier 

Ferienwochen. Weder bestünden Gründe, dem Gesuchsgegner bloss ein Ferien-

besuchsrecht von zwei Mal einer Woche einzuräumen, noch rechtfertige es sich, 

dem Gesuchsgegner die Hälfte der Schulferien als Ferienbesuchsrecht einzuräu-

men. Insbesondere müsse die Ferienbesuchsregelung den Parteien eine gewisse 

Vorhersehbarkeit geben, zumal individuelle Absprachen zwischen ihnen schwierig 

seien. Zwar könnte der Gesuchsgegner aufgrund seiner Arbeitssituation aktuell 

sechseinhalb Wochen pro Jahr Ferien mit C._____ verbringen, indessen sei er 

gehalten, eine Arbeitsstelle zu finden. Dass der Gesuchsgegner bei einer Anstel-

lung sechseinhalb Wochen Ferien beziehen könne, sei höchst unsicher (Urk. 250 

E. III.6).  

- 39 - 

2.1. Der Gesuchsgegner beantragt für den Fall der Obhutszuteilung an die Ge-

suchstellerin berufungsweise, er sei berechtigt zu erklären, C._____ von Freitag-

mittag, nach dem morgendlichen Kindergarten- bzw. Schulschluss, bis Samstag-

mittag, 12:00 Uhr, sowie jedes zweite Wochenende von Freitagmittag, nach dem 

morgendlichen Kindergarten- bzw. Schulschluss, bis am Montagmorgen, Kinder-

garten- oder Schulbeginn, zu sich zu Besuch zu nehmen. Der Gesuchsgegner 

führt zusammengefasst aus, die Vorinstanz habe übersehen, dass es an der Ge-

suchstellerin und nicht an ihm gelegen habe, dass die Besuchsrechtsnachmittage 

nur unregelmässig respektive gar nicht stattgefunden hätten. Wieso das Besuchs-

recht auf 18:30 Uhr festgesetzt und damit einschneidender gehandhabt werde als 

bisher (18:00 Uhr) sei schleierhaft. Es werde argumentiert, C._____ sei zu ermög-

lichen, nach dem Kindergarten- bzw. Schulschluss nach Hause zu gehen, um 

nicht bereits am Freitagmorgen mit Gepäck für das Besuchswochenende in den 

Kindergarten bzw. die Schule gehen zu müssen. Dies, obwohl C._____ bisher bei 

den Übergaben gar nie mit Gepäck bestückt gewesen sei. Er habe bei sich selber 

Kleider und einige Spielsachen und C._____ habe nie etwas mitbringen müssen. 

Eine Übergabe um 18:00 Uhr sei bisher überhaupt kein Problem gewesen. Zu-

dem gebe die Gesuchstellerin an, dass sie C._____ jeweils spätestens um circa 

17:00 Uhr vom Hort abhole. Damit hätte sie sogar noch Zeit, um nach Hause zu 

gehen und allfälliges Gepäck zu holen. Der Hort sei zudem nicht bis 18:30 Uhr of-

fen. Eine Übergabe direkt vor dem Hort biete sich aber unbedingt an. Die Über-

gabe über die Bahnhofshilfe sei keine längerfristige Möglichkeit. So oder so werde 

eventualiter ein Besuchsrecht ab Freitagmittag beantragt, und zwar bis Samstag-

mittag. Da er sich um eine Wohnung in I._____ bemühe, sei es möglich, dass 

C._____ bereits zum Mittagessen zu ihm komme. Die Gesuchstellerin arbeite je-

den Samstagmorgen. Es mache daher keinen Sinn, wenn er C._____ bereits am 

Freitagabend zurückbringe. Wenn es sich nicht sowieso um ein Besuchswochen-

ende handle, werde er C._____ am Samstagmittag, 12:00 Uhr, zurückbringen. Er 

sei auf der Suche nach einer Wohnung in I._____, womit der lange Hinweg am 

Montagmorgen wegfalle. Damit bestünden keine Gründe mehr, das Besuchsrecht 

nicht bis am Montagmorgen auszuüben. Für die ungerechte Zuteilung der Ferien 

zugunsten der Gesuchstellerin werde einzig vorgebracht, dass es höchst unsicher 

- 40 - 

sei, dass er eine Stelle mit sechseinhalb Wochen Ferien finde. Dabei habe die 

Vorinstanz unbeachtet gelassen, dass sich mittels unbezahlten Urlauben und 

Überstunden Ferien von sechseinhalb Wochen sehr gut organisieren liessen 

(Urk. 249 S. 26 ff.).  

2.2. Die Gesuchstellerin beantragt, um den Besuchen das Anstrengende zu 

nehmen, seien diese auf Samstagmorgen, 9:00 Uhr, bis Sonntagabend, 18:00 

Uhr, zu reduzieren (Urk. 293 S. 4).  

3.1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB hat der nicht obhutsberechtigte Elternteil An-

spruch auf angemessenen persönlichen Verkehr mit dem Kinde. Hinsichtlich der 

rechtlichen Kriterien zum persönlichen Verkehr kann auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 250 E. III.6.1).  

3.2. Anlässlich der Anhörung von C._____ durch eine Delegation des Gerichts 

wurde deutlich, dass es sich bei C._____ um einen eher scheuen und fragilen 

siebenjährigen Jungen handelt, an welchem der andauernde Konflikt zwischen 

seinen Eltern nicht spurlos vorbeigeht. Aus seinen Äusserungen ging zwar ein-

deutig hervor, dass er den Besuchen beim Gesuchsgegner grundsätzlich positiv 

gegenübersteht und die gemeinsame Zeit mit seinem Vater schätzt. Gleichzeitig 

brachte er aber auch vor, dass ihm die aktuellen Besuche beim Gesuchsgegner 

manchmal zu anstrengend seien (vgl. Prot. II S. 8 f.). Es lässt sich denn auch 

nicht von der Hand weisen, dass C._____ einem erheblichen Loyalitätskonflikt 

ausgesetzt war bzw. ist, wie dies auch die Beiständin in ihren Berichten ausmacht 

(Urk. 111; Urk. 273 S. 2). Diesen Umständen gilt es bei der Ausgestaltung des 

Besuchsrechts des Gesuchsgegners Rechnung zu tragen.  

3.3. Schon alleine aufgrund dessen, dass C._____ nun am Freitagnachmittag die 

Schule besucht (vgl. Urk. 259/1), kommt der vom Gesuchsgegner berufungsweise 

beantragte Besuchsrechtsnachmittag am Freitag nicht in Frage. Weil der Ge-

suchsgegner nach wie vor in Zürich und nicht in I._____ wohnt, ist auch eine Be-

treuung von C._____ durch den Gesuchsgegner während dessen Mittagspause 

am Freitag ausgeschlossen. Dazu kommt, dass der Gesuchsgegner – wie nach-

stehend darzulegen sein wird (vgl. E. III.G.1) – eine Erwerbstätigkeit mit einem 

- 41 - 

100%-Pensum wird aufnehmen müssen, weshalb fraglich ist, ob er inskünftig in 

der Lage sein wird, C._____ am Freitag vor 18:30 Uhr zu betreuen. Eine solche 

Ausdehnung des Besuchsrechts erscheint aber derzeit ohnehin deswegen nicht 

im Kindeswohl zu sein, als bereits die aktuellen Besuchsrechtswochenenden ab 

Freitagabend von C._____ als teilweise anstrengend empfunden werden (Prot. II 

S. 9). Eine Erweiterung des Besuchsrechts des Gesuchsgegners wird gegebe-

nenfalls in einem späteren Zeitpunkt, wenn sich der Elternkonflikt beruhigt hat und 

die für C._____ aktuell – aufgrund der Spannungen zwischen den Parteien – 

schwierigen Wechsel von einem Elternteil zum anderen für ihn weniger belastend 

werden, zu prüfen sein. Die Gründe, weshalb die Umsetzung eines zusätzlichen 

Besuchsrechtsnachmittags in der Vergangenheit nicht klappte, können daher da-

hingestellt bleiben. Lediglich der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die 

diesbezüglichen Ausführungen des Gesuchsgegners auf den Seiten 26 f. der Be-

rufungsschrift (Urk. 249) die vorinstanzliche Feststellung nicht umzustossen ver-

mögen, wonach es auf Grund seiner Angabe, dass er bis anhin lediglich wenige 

Stunden pro Woche arbeite, nicht nachvollziehbar sei, dass er aufgrund seiner 

beruflichen Tätigkeit C._____ weder am Montag- noch am Mittwochnachmittag 

betreuen könne. Ein wöchentliches Besuchsrecht des Gesuchsgegners am 

Samstagmorgen steht des Weiteren ohnehin auch deswegen nicht zur Diskussi-

on, da der berufstätigen Gesuchstellerin ebenfalls die Möglichkeit einzuräumen 

ist, anlässlich ihrer arbeitsfreien Samstage regelmässig ein ganzes Wochenende 

gemeinsam mit C._____ verbringen zu können. 

3.4. Die von der Vorinstanz für den Beginn und das Ende der Besuchsrechtswo-

chenenden vorgesehen Zeiten, nämlich Freitag, 18:30 Uhr, und Sonntag, 18:00 

Uhr, erscheinen mit Blick auf das Kindeswohl angemessen. Entgegen dem Ge-

suchsgegner ist es unabhängig davon, ob C._____ für die Besuchsrechtswo-

chenenden Gepäck benötigt, sinnvoll, wenn er nach dem Schulschluss am Freitag 

zunächst noch nach Hause gehen, sich gegebenenfalls auch umziehen bzw. et-

was essen und – falls er dies möchte – seine Sachen packen kann, bevor er die 

Reise zum Gesuchsgegner nach Zürich antritt. Dies trägt dazu bei, dass die Aus-

übung des Besuchsrechts für C._____ so entspannt wie möglich gestaltet wird. 

Demselben Zweck dient es, insbesondere auch unter Berücksichtigung dessen, 

- 42 - 

dass der Gesuchsgegner in Zürich und die Gesuchstellerin in I._____ wohnt, 

wenn das Besuchsrechtswochenende am Sonntagabend um 18:00 Uhr endet. So 

wird C._____ nämlich die Möglichkeit geboten, sich wieder bei der Gesuchstelle-

rin zu akklimatisieren und sich auf die neue Woche vorzubereiten. Gleichzeitig ist 

aber davon auszugehen, dass ein derart ausgestaltetes Besuchsrecht C._____ 

genügend Erholungs- bzw. Umstellungsphasen einräumt, weshalb entgegen der 

Gesuchstellerin eine weitergehende Verkürzung des Wochenendbesuchsrechts 

des Gesuchsgegners nicht angezeigt ist.  

3.5. Als illusorisch und somit nicht zielführend muss schliesslich das Vorbringen 

des Gesuchsgegners gewertet werden, mittels unbezahlten Urlauben und Über-

stunden liessen sich Ferien von sechseinhalb Wochen sehr gut organisieren. Ge-

rade im Rahmen einer neuen Anstellung dürften solche Forderungen eines Ar-

beitnehmers nicht ohne Weiteres umsetzbar sein. Von einer Ausdehnung des Fe-

rienbesuchsrechts des Gesuchsgegners auf sechseinhalb Wochen ist somit ab-

zusehen.  

3.6. Damit ist der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, C._____ jedes zwei-

te Wochenende jeweils ab Freitagabend, 18:30 Uhr, bis Sonntagabend, 18:00 

Uhr, auf eigene Kosten zu betreuen. Weiter ist der Gesuchsgegner berechtigt zu 

erklären, C._____ für vier Wochen jährlich auf eigenen Kosten zu sich oder mit 

sich in die Ferien zu nehmen. Gegen die von der Vorinstanz festgelegte Feier-

tagsbesuchsrechte sowie die Vorankündigung und die Konfliktregelung hinsicht-

lich des Ferienbesuchsrechts (vgl. Urk. 250 E. III.6.8.1 f.) wurden keine Einwände 

erhoben, weshalb es bei der sachgerechten Regelung der Vorinstanz bleibt.  

D. Beistandschaft  

Die Vorinstanz erwog, die Beibehaltung der Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 

und 2 ZGB erscheine angesichts der konfliktgeladenen Situation, der nur schwer-

lich funktionierenden Kommunikation zwischen den Parteien und der Tatsache, 

dass die Parteien ausserstande seien, von sich aus für Abhilfe zu sorgen, sinnvoll 

und im Hinblick auf das Kindeswohl angebracht. Zudem sei der Beiständin, auf-

grund des Konflikts nur schon betreffend Kleidung und Übergabeort, eine zusätz-

- 43 - 

liche Aufgabe zu erteilen, namentlich die Modalitäten des persönlichen Verkehrs 

wie Übergabeort und/oder Übergabezeit, Kleiderwünsche etc. mit den Parteien 

abzusprechen beziehungsweise wenn keine Einigung entstehe, diese festzulegen 

(Urk. 250 E. III.7.3). Mit dieser Erwägung der Vorinstanz setzt sich der Gesuchs-

gegner nicht hinreichend auseinander, wenn er auf Seite 28 seiner Berufungs-

schrift (Urk. 249) lediglich Ausführungen in Bezug auf die von ihm unerwünschte 

Bahnhofshilfe macht. Mit überzeugender Begründung hat die Vorinstanz insbe-

sondere die Regelung der Modalitäten des persönlichen Verkehrs, wozu auch die 

Bestimmung des Übergabeortes sowie der dabei anwesenden Personen gehört, 

der Beiständin übertragen. Weshalb die Übertragung dieser Kompetenz auf die 

Beiständin im vorliegenden Fall unzweckmässig sein soll, legt der Gesuchsgegner 

nicht substantiiert dar und ist im Übrigen auch nicht ersichtlich. Die Beistandschaft 

nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB ist somit mit dem von der Vorinstanz definierten 

Aufgabenkatalog beizubehalten und der Antrag des Gesuchsgegners, auf die 

Übergabe durch die Bahnhofshilfe sei zu verzichten, abzuweisen.  

E. Weitere Kindesschutzmassnahmen 

1. Das Gericht kann Eltern ermahnen und ihnen Weisungen erteilen (vgl. 

Art. 273 ZGB; Art. 307 Abs. 3 ZGB).  

2.1. Die Beiständin spricht sich in ihrem Bericht vom 17. September 2018 dafür 

aus, dass der Gesuchsgegner ermahnt und ihm die Weisung erteilt werde, dass 

C._____ die Therapie bei Dr. med. F._____, Klinik für Kinder- und Jugendpsychi-

atrie und Psychotherapie O._____, weiterzuführen habe. C._____ gehe auf ihre 

Empfehlung seit einiger Zeit in die Therapie bei Dr. F._____, welche der Kindsva-

ter aktuell absetzen möchte, was nicht ihren Empfehlungen und denjenigen des 

Therapeuten entspreche (Urk. 273 S. 3).  

2.2. C._____ führte anlässlich der Kinderanhörung aus, er gehe gerne zu 

Dr. F._____. Anfangs habe er nur mit seiner Mutter sprechen wollen, aber mitt-

lerweile gehe er gerne zu Dr. F._____ und spreche mit ihm (Prot. II S. 9). Neben 

der Beiständin befürwortet auch die Gesuchstellerin die Therapie bei Dr. F._____ 

(Urk. 293 S. 11 f.; Prot. II S. 24). Aus den Ausführungen des Gesuchsgegners an-

- 44 - 

lässlich der Verhandlung vom 12. November 2018 geht die ablehnende Haltung 

des Gesuchsgegners gegenüber einer Therapie von C._____ bei Dr. F._____ 

deutlich hervor (vgl. Prot. II S. 22 und 29). Die Befürchtung der Beiständin, der 

Gesuchsgegner werde die entsprechenden Therapiebemühungen nicht unterstüt-

zen bzw. unterbinden, erscheint daher glaubhaft. In Anbetracht der Empfehlung 

von Dr. F._____ und der Befürwortung der Therapie durch C._____ selbst sowie 

durch die Gesuchstellerin scheint es angezeigt, dass C._____ die Therapie wei-

terführt. Vor dem Hintergrund, dass es sich bei C._____ um einen eher scheuen 

und zurückhaltenden Jungen handelt, der lange Zeit brauchte, bis er zu seinem 

aktuellen Therapeuten Vertrauen fassen konnte (vgl. Urk. 142 S. 1; Urk. 222 

S. 1), erscheint es zudem auch sinnvoll, wenn die Therapie durch Dr. F._____ er-

folgt, den C._____ bereits kennt und nach eigenen Angaben schätzt. Der Ge-

suchsgegner vermochte denn auch keine konkreten Anhaltspunkte zu nennen, 

die darauf schliessen lassen würden, dass es sich bei Dr. F._____, einem Ober-

arzt der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, nicht um einen für C._____ ge-

eigneten Therapeuten handelt. So gibt es keine Anhaltspunkte für seinen Ein-

wand, Dr. F._____ stelle nur auf die Aussagen der Gesuchstellerin ab und invol-

viere ihn nicht (Prot. II S. 22; Urk. 289 S. 8 f.). Aus der Ak