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**Case Identifier:** 9a3b0f34-edb0-518c-8579-e0163c15c04a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.08.2014 200 2014 394
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-394_2014-08-19.pdf

## Full Text

200 14 394 IV
ACT/SHE/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. August 2014

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. März 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2014, IV/14/394, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1989 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 4. September 2012 unter Hinweis auf 
einen hohen Verdacht eines seit Geburt bestehenden Asperger-Syndroms 
bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin führte 
diese erwerbliche und medizinische Erhebungen durch. Am 8. August 2013 
(AB 21) sicherte sie - als Massnahme der Frühintervention - die Kosten-
übernahme für das „Coaching während Berufsmatura“ vom 1. Juli 2013 bis 
31. Juli 2014 zu. Mit Vorbescheid vom 4. September 2013 (AB 22) stellte 
sie den Abschluss der beruflichen Eingliederungsmassnahmen in Aussicht, 
wogegen der Versicherte Einwand erheben liess (AB 24). Die IVB verfügte 
am 28. Oktober 2013 (AB 30) wie im Vorbescheid angekündigt, was unan-
gefochten blieb. Mit Vorbescheid vom 22. November 2013 (AB 35) stellte 
die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 28% die Verneinung des Rentenan-
spruchs in Aussicht, wogegen der Versicherte ebenfalls Einwand erheben 
liess (AB 38). Am 18. März 2014 (AB 42) verfügte sie wie im Vorbescheid 
angekündigt. 

B.

Mit Eingabe vom 28. April 2014 liess der Versicherte hiergegen Beschwer-
de erheben mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern (IVB) vom 18. März 2014 sei aufzuheben und 
es sei durch das Gericht eine psychiatrische Begutachtung des Beschwerdefüh-
rers anzuordnen.

2. Eventualiter: Das Verfahren um Rentenfestsetzung sei zu sistieren, bis der Be-
schwerdeführer seine Ausbildung abgeschlossen hat.

3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.“

Mit Eingabe vom 28. Mai 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab-
weisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2014, IV/14/394, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. März 2014 (AB 42). 
Streitig und zu prüfen ist allein der Anspruch auf eine Rente. Nicht streitig 
und daher nicht Gegenstand dieses Urteils ist die Frage des Anspruchs auf 
berufliche Massnahmen. Hierüber hat die Beschwerdegegnerin bereits mit 
Verfügung vom 28. Oktober 2013 (AB 30) rechtskräftig entschieden. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Kommt die Verwaltung - wie hier (AB 42/2) - zum Ergebnis, der In-
validitätsgrad liege bereits aufgrund der aktuellen Verhältnisse und ohne 
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen unter 40%, kann sie, an-
ders als in der Beschwerde angenommen (S. 5), über die Rente entschei-
den (Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Juni 2008, 8C_575/2007, E. 
4.1). Daran ändert die vom Beschwerdeführer auf privater Basis aufge-
nommene Weiterbildung (Berufsmaturität mit geplantem Studium; Be-
schwerde S. 5 Mitte) nichts. In der Folge besteht auch kein Grund, das 
Rentenverfahren zu sistieren (vgl. Beschwerde S. 5 unten). Der Abschluss 
der neuen Ausbildung wird allenfalls einen Neuanmeldungsgrund darstel-
len.

3.2 Was den Gesundheitszustand betrifft, zeigen die Akten im Wesent-
lichen folgendes Bild:

3.2.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Prävention und Gesundheitswe-
sen sowie Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte im Bericht vom 23. 
Oktober 2012 (AB 10) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Ver-
dachtsdiagnose eines Asperger-Syndroms (S. 2 Ziff. 1.1) Die hohe Intelli-
genz habe dem Beschwerdeführer den Abschluss einer kaufmännischen 
Ausbildung ermöglicht. Wenn sich die Diagnose einer Asperger-Störung 
bewahrheite, sei erklärbar, wieso es ihm nicht gelungen sei, beruflich Fuss 
zu fassen. Gemäss der Ansicht des Arztes sei der kaufmännische Bereich 
mit Team-Interaktion sowie Kundenkontakten bei einer Asperger-Störung 
deutlich nicht geeignet. Der Beschwerdeführer interessiere sich, was bei 
Asperger geradezu als klassisch zu bezeichnen sei, für Informatik. Eine 
berufliche Abklärung und vermutlich Neu-Orientierung dränge sich auf (S. 3 
Ziff. 1.7). Bei gesicherter Diagnose müsse eine berufliche Neu-Orientierung 
erfolgen, damit die hohe Intelligenz unter Berücksichtigung der sozialen 

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Einschränkungen durch die Asperger-Störung endlich anwendbar werde 
(S. 4 Ziff. 1.8).

3.2.2 Im Bericht vom 7. März 2013 (AB 24/5) stellte Dr. med. C.________ 
neben dem hohen Verdacht (die Beurteilung durch Fachleute stehe leider 
noch aus) auf high-functioning Asperger die Diagnosen einer Adipositas 
und hohen Intelligenz. Es sei ausserordentlich wichtig, dass Menschen mit 
Asperger-Syndrom in eine geeignete Arbeitsumgebung kämen. Intellektuell 
liege häufig keine Einschränkung vor. Der Beschwerdeführer verfüge über 
eine hohe Intelligenz (Hochbegabung), welche einen deutlich höheren be-
ruflichen Abschluss als das vorliegende Handelsdiplom erlaube. Die Ein-
schränkungen lägen im sozialen Bereich. Es falle Menschen mit Asperger-
Syndrom ausgesprochen schwer, sich in einer Gruppe zu bewegen. Des-
halb werde bei den beruflichen Empfehlungen darauf geachtet, dass die 
Berufsausübung möglichst ohne Team-Aktivitäten in einem ruhigen Rah-
men (Einzelbüro) erfolgen könne. Häufig würden sich solche Menschen für 
den Informatik-Bereich eignen. Nach Erachten von Dr. med. C.________ 
sei die Tätigkeit im kaufmännischen Bereich völlig ungeeignet. Die dort 
notwendigen sozialen Interaktionen würden den Beschwerdeführer über-
fordern. Demgegenüber sei er intellektuell deutlich unterfordert. Insgesamt 
prädestiniere die schwierige Konstellation zu sekundärer psychischer 
Krankheit (S. 2). Der Beschwerdeführer bemühe sich um Arbeit. So mache 
er in der „IPA“ im geschützten Rahmen mit, wenngleich dies seine intellek-
tuellen Fähigkeiten nicht im Geringsten berücksichtigen würde. Zusammen-
fassend könne gesagt werden, dass eine relevante psychische Störung 
vorliege, bei der spezifische berufliche Massnahmen erfolgen müssten, 
damit nicht nur eine befriedigende berufliche Tätigkeit ausgeübt werden, 
sondern auch eine sekundäre psychische Krankheit verhindert werden 
könne (S. 3).

3.2.3 Die Psychiatrischen Dienste D.________ diagnostizierten im Bericht 
vom 23. April 2013 (AB 11) eine Autismus-Spektrum-Störung i.S. High 
Functioning Autismus (HFA). Unter Berücksichtigung aller erhobenen ana-
mnestischen, entwicklungs- und testpsychologischen Daten seien bei 
durchschnittlichem Intelligenzniveau die Kriterien für eine Störung aus dem 
Autismus-Spektrum erfüllt, wobei im konkreten Fall aufgrund der leicht ver-

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zögerten Sprachentwicklung im frühen Kindesalter die Diagnose eines High 
Functioning Autismus (HFA) vorliege. Anhand der ergänzenden apparati-
ven Untersuchungen (MRI Neurokranium, EEG) hätten morphologisch-
strukturelle hirnorganische Veränderungen bzw. eine epileptogene Ursache 
ausgeschlossen werden können. Im Hinblick auf den Erhalt der sozialen 
und beruflichen Integration empfahlen die Psychiatrischen Dienste 
D.________, den Beschwerdeführer mittels IV-gestützter beruflicher Mass-
nahmen zu unterstützen.

3.2.4 Med. pract. E.________, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) stellte im Bericht 
vom 6. Mai 2013 (AB 12) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Ver-
dachtsdiagnose einer Autismusspektrumstörung (Differentialdiagnose tie-
fergreifende Entwicklungsstörung, schizotype Störung, Persönlichkeitss-
törung ICD-10 F60.5), weiter diagnostizierte sie eine anamnestisch um-
schriebene Entwicklungsstörung der Sprache Dysphasie (ICD-10 F80.1), 
eine anamnestisch armbetonte Cerebralparese (Ziffer 390 des Anhangs zur 
Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen [GgV; SR 
831.232.21]) sowie eine Muskelhypertonie, eine Schulterretraktion, Koordi-
nationsstörungen und feinmotorische Schwierigkeiten (ICD-10 G80.2; S. 3 
f.). Ein Aspergersyndrom könne definitionsgemäss nicht vorliegen, wenn in 
der frühkindlichen medizinischen Vorgeschichte ein schweres Sprachge-
brechen befundet worden sei. Ihres Erachtens sollten vor allem das Ge-
burtsgebrechen mit der armbetonten Hemispastik und den fein- und grob-
motorischen Barrieren beachtet werden. Daneben seien in der Eingliede-
rung natürlich auch die Schwierigkeiten der sozialen Interaktion und Kom-
munikation zu beachten. Bei diesem normal intelligenten jungen Erwach-
senen sei es auch im Sinne der drohenden Invalidisierung dringend ange-
zeigt, Eingliederungsmassnahmen in der freien Wirtschaft durchzuführen.

3.2.5 Wie Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, von den Psychiatrischen Dienste D.________ in seinem Bericht 
vom 14. Juni 2013 (AB 17) ausführte, liege kein Asperger-Syndrom vor, 
sondern es sei, gerade aufgrund der vorhandenen und von med. pract. 
E.________ erwähnten kindlichen Sprachentwicklungsstörung zusammen 
mit den gegenwärtigen autismus-spezifischen Symptomen, von einem so-

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genannten High-Functioning-Autismus auszugehen, was eine Diagnose 
des Autismus-Spektrums sei. Damit liege eine Autismus-Spektrum-Störung 
in voller und relevanter Ausprägung vor, die bezüglich Symptomausprä-
gung, Bedeutung und Konsequenzen mit einem Asperger-Syndrom gleich-
zusetzen sei. Hervorzuheben sei, dass von einem überdurchschnittlichen 
Intelligenzniveau (wahrscheinlich Hochintelligenz) auszugehen sei (S. 1). 
Dr. med. F.________ sprach sich ausdrücklich für eine Umschulung in den 
IT-Bereich aus. In einem KV-Backoffice-Bereich wäre der Beschwerdefüh-
rer jedenfalls stark unterfordert und man würde seinen Begabungen und 
Interessen damit nicht gerecht. Eine depressive Entwicklung wäre wahr-
scheinlich (S. 2). 

3.2.6 Zum Bericht von Dr. med. F.________ vom 14. Juni 2013 (AB 17) 
nahm med. pract. E.________ am 20. Juni 2013 (AB 18) Stellung. Sie führ-
te aus, ein überdurchschnittliches Intelligenzniveau und eine postulierte 
Hochintelligenz sei versicherungsmedizinisch nicht als gesundheitliche 
Störung mit versicherungsmedizinischer Relevanz zu bewerten. Während 
der gesamten Ausbildung sei es zu keiner depressiven Entwicklung ge-
kommen. Die berufliche Eingliederung im ausgebildeten Bereich KV mit 
den im Bericht vom 6. Mai 2013 (AB 12) genannten Anpassungen sei zu-
mutbar und nicht gesundheitsschädlich. Seitens des Schreibens von Dr. 
med. F.________ gebe es keine neuen medizinischen Gesichtspunkte von 
versicherungsmedizinischer Relevanz. 

3.2.7 Im Bericht vom 25. Oktober 2013 (AB 29) stellte med. pract. 
E.________ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen: 
Autismusspektrumstörung, anamnestisch „High Functioning Autismus“, 
anamnestisch umschriebene Entwicklungsstörung der Sprache (Dysphasie; 
ICD-10 F80.1) sowie anamnestisch armbetonte Cerebralparese (Ziffer 390 
des Anhangs zur GgV) mit Muskelhypertonie, Schulterretraktion, Koordina-
tionsstörungen und feinmotorischen Störungen (ICD-10 F80.2). Die 
Fachärztin führte aus, eine 100%-ige Präsenzzeit sei zumutbar. Aufgrund 
der anamnestisch bekannten feinkoordinativen und feinmotorischen Ein-
schränkungen sei bei Schreibarbeiten und manuellen Tätigkeiten von ei-
nem erhöhten Zeitbedarf auszugehen. Der Beschwerdeführer hätte ana-
mnestisch ein schweres Sprachgebrechen mit Dysphasie gehabt; mangels 

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aktueller Befunde seitens der Untersucher (Psychiatrischen Dienste 
D.________) und Behandler (Dr. med. C.________) sei davon auszuge-
hen, dass zumindest keine höhergradigen Einschränkungen vorlägen. Da 
der Beschwerdeführer Barrieren in der sozialen Kommunikation und Inter-
aktion habe, sei eine „back-stage“ Tätigkeit ohne Kundenkontakt und ohne 
wesentliche Teamkontakte sicherlich angezeigt. Es sollten definierte Ar-
beitsgebiete im Bereich des kaufmännischen Bereiches sein ohne An-
spruch an hohe Flexibilität (so sollten die Aufgabenbereiche eher gleich-
förmig sein und nicht ständig wechseln). Er sei einem Arbeitgeber im 
primären Arbeitsmarkt zumutbar. Dieser sollte allerdings ein Coaching er-
halten seitens einer beruflichen Coachingperson, die erfahren sei im Be-
reich Autismuspektrumstörung. Wie med. pract. E.________ ausführte, sei 
ihres Erachtens die Tätigkeit im KV-Bereich unter Beachtung der genann-
ten Einschränkungen „angepasst.“ Aufgrund der vorliegenden Barrieren sei 
von einer mindestens 20%-igen Leistungsminderung in einem 100%-
Pensum auszugehen.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

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Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 
kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). 

3.4 Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer Verfügung vom 18. März 
2014 (AB 42) im Wesentlichen auf den RAD-Bericht von med. pract. 
E.________ vom 25. Oktober 2013 (AB 29) ab. Dieser erfüllt die Voraus-
setzungen der Rechtsprechung an medizinische Berichte (vgl. E. 3.3 hier-
vor) und überzeugt. Die Fachärztin hat sich in ihrer Beurteilung sorgfältig 
mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf die Akten getroffen. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand nachvollziehbar begründet. Dass sie keine eigene Untersuchung 
durchgeführt hat, schadet entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers (Beschwerde S. 3 Ziff. 3) nicht, da der medizinische Sachverhalt, wie 
nachfolgend gezeigt wird, feststeht und es allein um die medizinische Wür-
digung dieses Sachverhalts geht. Damit sind im vorliegenden Fall die Vor-
aussetzungen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht (Entscheid des 
BGer vom 14. November 2007, I 1094/06, E. 3.1.1 in fine) erfüllt und ihm 
kommt entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (Beschwerde 
S. 4) nicht nur eingeschränkter sondern voller Beweiswert zu. In der Folge 
ist darauf abzustellen. Somit ist auch entgegen dem Antrag in der Be-
schwerde (S. 2) kein psychiatrisches Gutachten nötig.

Wenn Dr. med. F.________ in seinem Bericht vom 14. Juni 2013 (AB 17) 
ausführte, der Beschwerdeführer wäre in einem KV-Backoffice-Bereich 
stark unterfordert (S. 2), spricht dies für die Möglichkeit und auch die Zu-
mutbarkeit, auf dem erlernten Beruf tätig zu sein. Die im Bericht erwähnte 

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Gefahr einer Depression (AB 17/2) - welche allenfalls zu einer Unzumut-
barkeit der Tätigkeit im angestammten Beruf führen könnte - ist nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Med. pract. E.________ wies in 
ihrem Bericht vom 20. Juni 2013 (AB 18) in überzeugender Weise darauf 
hin, dass der Beschwerdeführer seine Ausbildung in diesem Bereich absol-
vieren konnte, ohne an einem entsprechenden Gesundheitsschaden zu 
erkranken. Zum selben Schluss kam sie in ihrem Bericht vom 25. Oktober 
2013 (AB 29/4 ad 2). Deshalb besteht die im RAD-Bericht vom 6. Mai 2013 
(AB 12/4) noch erwähnte drohende Invalidisierung nicht. Anders als in der 
Stellungnahme vom 4. Oktober 2013 zum Vorbescheid (AB 24/2 Ziff. 4) 
angenommen, läge aber auch bei Annahme einer drohenden Invalidität 
kein Widerspruch in diesem Bericht vor, weil die RAD-Ärztin allein Coa-
ching des Arbeitgebers als notwendige Eingliederung empfahl (AB 12/4). 
Die Auffassung von med. pract. E.________ wird schliesslich dadurch 
bestätigt, dass Dr. med. C.________ im Bericht vom 7. März 2013 ausführ-
te, im kaufmännischen Bereich würden die notwendigen sozialen Interakti-
onen den Beschwerdeführer überfordern, sonst wäre er jedoch deutlich 
unterfordert (AB 24/6). Damit aber erachtet auch der behandelnde Psychia-
ter die angestammte Tätigkeit als grundsätzlich möglich, während die Ge-
fahr einer drohenden Invalidität - wie bereits ausgeführt - nicht besteht und 
die sozialen Kontakte im Rahmen der angepassten Tätigkeit (Backoffice) 
nicht ins Gewicht fallen. Es ist im Rahmen der Zumutbarkeit zu berücksich-
tigen, dass nicht nur optimale Tätigkeiten zumutbar sind, sondern auch 
Arbeiten, welche die Versicherten allenfalls unterfordern. Die Grenze ist 
dabei allein, ob durch diese Unterforderung ein Gesundheitsschaden droht 
oder die entsprechende Tätigkeit in einer anderen Weise unzumutbar wird, 
was hier jedoch nicht der Fall ist. Dabei ist im Übrigen zu beachten, dass 
die im fraglichen Bereich möglichen Tätigkeiten, anders als vom Be-
schwerdeführer angenommen, nicht durchwegs intellektuell anspruchslose 
Tätigkeiten sind. Vielmehr finden sich auch im kaufmännischen Bereich 
ohne Publikumsverkehr eine Vielzahl intellektuell fordernder Tätigkeiten. 

3.5 Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer 
leidensangepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist, wobei eine Leis-
tungsminderung von 20% besteht (AB 29/3).

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Die Restarbeitsfähigkeit ist auf dem massgebenden hypothetischen ausge-
glichenen Arbeitsmarkt verwertbar; in der Beschwerde auf S. 5 wird dage-
gen auf den realen Arbeitsmarkt Bezug genommen. Auch wenn Kommuni-
kation zum kaufmännischen Beruf gehört (vgl. AB 24/11 f.), gibt es durch-
aus Aufgabengebiete, in denen kein mündlicher Kundenkontakt besteht, 
während dem Beschwerdeführer schriftliche Kommunikation ohne Weiteres 
möglich ist, führte er doch aus, es falle ihm deutlich leichter, sich über den 
PC - also schriftlich - mitzuteilen (AB 11/3 unten und 2/3). Schliesslich zei-
gen die Zeugnisse der Praktika, dass der Beschwerdeführer Leistungen 
erbringen konnte und auch den Arbeitgebern zumutbar gewesen ist (AB 9/3 
ff.), wobei insbesondere das Zeugnis der G.________ sehr positiv ausge-
fallen ist (AB 9/6).

4.

In der Folge ist der Invaliditätsgrad zu bemessen.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 
110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-
sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-

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sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 
5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Da 
sich der Beschwerdeführer im September 2012 zum Leistungsbezug an-
gemeldet hat (AB 1), liegt gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG der frühest mögliche 
Rentenbeginn im März 2013. Ob das Wartejahr (vgl. E. 2.2. hiervor) über-
haupt erfüllt ist, kann offen bleiben. 

4.4 Mangels angestammter Stelle ist das Valideneinkommen aufgrund 
statistischer Daten zu bestimmen. Es kann offen bleiben, ob wirklich die 
Zahlen der Lohnempfehlungen des Kaufmännischen Verbandes (wie es die 
IVB getan hat; AB 42/1 unten) oder eher diejenigen der Schweizerischen 
Lohstrukturerhebung massgebend sind, denn der gleiche Wert ist jeweils 
auch für das Invalideneinkommen zu verwenden. Sind Validen- und Invali-
deneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erüb-
rigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad 
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom 
Tabellenlohn (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute Bundesgericht] vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Hier beruhen bei-
de Vergleichseinkommen auf statistischen Grössen, weshalb invaliditäts-
fremde Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2014, IV/14/394, Seite 14

schäftigungsgrad) bei beiden Einkommen zu berücksichtigen wären (Urteil 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5), mithin keinen Abzug 
zur Folge hätte. Sollte denn der von der Verwaltung getätigte Abzug von 
10% (AB 42/1) berücksichtigt werden, resultierte mit 28% kein rentenrele-
vanter Invaliditätsgrad. 

5. Bei dieser Sach- und Rechtslage hat die Beschwerdegegnerin zu 
Recht mit Verfügung vom 18. März 2014 (AB 42) den Anspruch auf eine 
Invalidenrente abgewiesen, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen ist.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG), unter Vorbehalt der zu prüfenden unentgeltlichen 
Rechtspflege.

6.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 VRPG).

Die Prozessarmut ist aufgrund des Gesuches in der Beschwerde vom 
28. April 2014 sowie den am 19. und 23. Mai 2014 eingereichten Unterla-
gen (in den Gerichtsakten) ausgewiesen. Da der Prozess zudem nicht zum 
vornherein als aussichtslos erschien, sind die Voraussetzungen für die Er-
teilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das entspre-
chende Gesuch ist somit gutzuheissen. Dementsprechend ist der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2014, IV/14/394, Seite 15

schwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivil-
prozessordnung, ZPO; SR 272) - von der Zahlungspflicht betreffend Ver-
fahrenskosten zu befreien.

6.3 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Die unentgeltliche Verbeiständigung 
wurde nicht beantragt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2014, IV/14/394, Seite 16

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.