# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a6c7e83-33cd-5147-9dab-2d39ceece360
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.08.2023 IV 2022/171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2022-171_2023-08-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/171

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.09.2023

Entscheiddatum: 14.08.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2023
Art. 7 und 8 ATSG; Art. 28 IVG. Würdigung Gutachten. Abweichende 
Einschätzung des Behandlers vorliegend nicht massgebend. 
Einkommensvergleich. Aufgrund des schwankenden Einkommens wird beim 
Valideneinkommen auf den Durchschnittsverdienst abgestellt. Beim 
Invalideneinkommen ist nicht das erzielte Einkommen massgeblich, da es 
sich teilweise um einen Soziallohn handelt und die Arbeitsfähigkeit nicht voll 
ausgeschöpft wird. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2023, IV 
2022/171).

Entscheid vom 14. August 2023

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz), Michaela Machleidt Lehmann 

und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Julia Dillier

Geschäftsnr.

IV 2022/171

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 5. Mai 2020 (Eingangsstempel) 

bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Leistungsbezug an. Nach einer 

absolvierten Lehre als Mechaniker arbeitete er ab ___ als Fachspezialist Technik im 

Spital B.___, Spitalregion C.___, in einem 100 %-Pensum (vgl. IV-act. 1 und 56).

A.a. 

Gemäss ärztlichem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. D.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. Mai 2020 besteht beim 

Versicherten eine organisch affektive/depressive Störung (ICD-10: F06.32) aufgrund 

eines Status nach Hirninfarkt vom ___. Vom 14. August bis 31. Oktober 2019 sei der 

Versicherte zu 20 %, vom 1. November bis 31. Dezember 2019 zu 10 %, vom 11. 

Februar bis 30. April 2020 zu 40 % und vom 1. Mai bis 31. Mai zu 30 % arbeitsunfähig 

gewesen. In seiner angestammten Tätigkeit bestehe gegenwärtig eine 60%ige bis 

70%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 7).

A.b. 

Am 24. August 2020 fand ein Gespräch zwischen dem Versicherten und der 

Eingliederungsverantwortlichen statt. Im Assessmentprotokoll vom 8. September 2020 

hielt die Eingliederungsverantwortliche dazu fest, dass aus ihrer Sicht der Versicherte 

selbständig nach Lösungen gesucht habe, um den Arbeitsplatz respektive die 

Arbeitsstelle zu erhalten. Mit dem 70 %-Arbeitspensum habe er für sich das optimale 

Pensum gefunden (IV-act. 28).

A.c. 

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Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) nahm am 18. September 2020 Stellung zum 

medizinischen Sachverhalt. Der RAD-Arzt E.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, hielt fest, dass gestützt auf die im Recht liegenden Arztberichte aus 

somatisch medizinischer Sicht kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Der kleine, lokal begrenzte Hirninfarkt im Pedunculus 

cerebelli inferior könne nicht für die vom Versicherten berichtete Erschöpfung und 

Leistungsschwäche verantwortlich gemacht werden. Die Diagnose einer organisch 

affektiven/depressiven Störung sei daher nicht plausibel nachvollziehbar. 

Möglicherweise habe sich aufgrund des psychisch nicht verarbeiteten 

Infarktereignisses oder aus anderen Gründen eine leichte depressive Episode 

entwickelt. Hierzu passe auch der psychopathologische Befund. Der letzte Eintrag des 

Behandlers in der Krankengeschichte sei jedoch bereits fast ein Jahr alt und daher 

nicht mehr aussagekräftig. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne daher nicht 

abschliessend Stellung genommen werden (IV-act. 29-3).

A.d. 

Mit Mitteilung vom 21. September 2020 wurde das Leistungsbegehren um 

berufliche Massnahmen abgewiesen (IV-act. 32).

A.e. 

Ab dem 1. Januar 2021 wurde der Versicherte beim bisherigen Arbeitgeber, dem 

Spital B.___, als Mitarbeiter Technik in einem 50 %-Pensum angestellt (IV-act. 57).

A.f. 

Nach weiteren Abklärungen (IV-act. 43, 47) wurde aufgrund von Diskrepanzen 

zwischen den Ausführungen des psychiatrischen Behandlers und des Hausarztes 

sowie des RAD zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gutachten als 

notwendig erachtet (IV-act. 76; vgl. Mitteilung der IV-Stelle vom 25. Juni 2021, IV-

act. 52). Im polydisziplinären (internistisch, neurologisch, neuropsychologisch, 

orthopädisch, psychiatrisch) Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung 

(nachfolgend: ZMB-Gutachten) vom 14. Juli 2022 attestierten die Sachverständigen als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit narzisstisch-histrionisch-

akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) nach Status nach depressiver 

Episode, mit Abwehr depressiver Symptome, Symptome einer Neurasthenie (ICD-10: 

F48.0) sowie Ereignisse in der Kindheit (Adipositas), die den Verlust des 

Selbstwertgefühls zur Folge gehabt hätten (ICD-10: Z61.3). Ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen gestellt: Ein Status nach ischämischem 

A.g. 

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Infarkt im Pedunculus cerebelli inferior links mit Trochlearisparese links am ___, ein 

grenzwertiger Konsum von Alkohol (angegeben 0.5 l Bier täglich), eine Dyslipidämie, 

eine Prostatahyperplasie, ein Status nach Kniearthroskopie und medialer 

Teilmeniskektomie und Débridement vorderes Kreuzband und Raffung des medialen 

Sietenbandes am ___, ein Status nach Kniearthoskopie links und medialer 

Teilmeniskektomie und Ersatz des vorderen Kreuzbandes mit Semitendinosussehne 

am ___, eine residuelle Diplopie geringer Ausprägung unklarer Zuordnung, aktuell ohne 

Nachweis einer Augenmotilitätsstörung und unspezifische Schwindelbeschwerden 

ohne objektiv fassbare Befunde im Sinne einer vestibulocerebellären Funktionsstörung 

mit Klagen über verminderte Belastbarkeit und Antriebsstörung, vermehrter 

Ermüdbarkeit und verminderter Konzentrationsfähigkeit, überwiegend wahrscheinlich 

im Rahmen der psychiatrischen Diagnosen sowie nicht-authentische kognitive 

Einschränkungen von mnestischen Funktionen, Exekutivfunktionen und 

Kulturtechniken. Aus rein somatischer Sicht bestünden keine funktionellen 

Einschränkungen in der angestammten Tätigkeit. Ausgeschlossen seien Tätigkeiten mit 

Sturzgefahr infolge der geklagten Schwindelbeschwerden und das regelmässige 

Besteigen von Leitern oder Gerüsten. Aus psychiatrischer Sicht sei die narzisstische 

und histrionische Persönlichkeitspathologie für die verminderte Leistungsfähigkeit 

verantwortlich. Auf der Grundlage zweifelhaft valider Befunde könnten aus 

neuropsychologischer Sicht keine Angaben zu Einschränkungen gemacht werden. Die 

noch vorhandenen Ressourcen seien hervorzuheben. Insgesamt könne bei relativ 

bescheidener psychiatrischer Symptomatik von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in 

angestammter und adaptierter Tätigkeit ausgegangen werden (IV-act. 93-11 ff.). Die 

RAD-Ärztin Dr. med. F.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, gelangte am 

28. Juli 2022 zum Schluss, dass die Schlussfolgerungen und Beurteilungen der 

Gutachter plausibel und nachvollziehbar seien, weshalb auf das ZMB-Gutachten 

abgestellt werden könne (IV-act. 98).

Mit Vorbescheid vom 3. August 2022 stellte die IV-Stelle dem Versicherten 

gestützt auf die gutachterlich festgelegte Arbeitsfähigkeit von 80 % und einen 

errechneten Invaliditätsgrad von 20 % eine Rentenabweisung in Aussicht (IV-act. 101). 

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch die Procap, am 9. November 2022 

Einwand erheben und begründete diesen u.a. mit Verweis auf die Stellungnahme des 

A.h. 

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B.  

behandelnden Psychiaters und des Arbeitgebers (IV-act. 111). Der RAD-Arzt van Briel 

hielt das ZMB-Gutachten für schlüssig und erkannte aus den Stellungnahmen des 

behandelnden Psychiaters und des Arbeitgebers keine neuen zu berücksichtigenden 

Erkenntnisse (IV-act. 113-3). Mit Verfügung vom 28. September 2022 wies die IV-Stelle 

das Leistungsbegehren im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 114).

Gegen die rentenabweisende Verfügung vom 28. September 2022 richtet sich die 

vorliegende Beschwerde des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten 

durch Rechtsanwältin Irja Zuber von der Procap Schweiz, vom 31. Oktober 2022 mit 

dem Antrag auf deren Aufhebung und auf Zusprache einer Invalidenrente. Eventualiter 

sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur 

Begründung macht der Beschwerdeführer geltend, er sei mit dem ZMB-Gutachten 

nicht einverstanden. Gemäss dem behandelnden Psychiater liege eine organisch 

affektive/depressive Störung und eine organisch emotional labile Störung vor. Er könne 

im normalen Arbeitsalltag mit angepasstem Stellenprofil zwar vier bis fünf Stunden 

täglich arbeiten, danach seien seine kognitiven Leistungen aber erschöpft. Zum 

Zeitpunkt der Begutachtung sei er erholt gewesen und die Begutachtungsumstände 

hätten nicht den realen Gegebenheiten entsprochen. Bei der Festlegung des 

Invalideneinkommens werde sodann ausgeführt, dass er die bisherige Tätigkeit 

weiterhin ausüben könne. Diese Annahme sei falsch. Gemäss der Stellungnahme des 

Arbeitgebers habe der Arbeitsplatz bzw. das Pflichtenheft erheblich angepasst werden 

müssen. Der Arbeitgeber habe aufgrund des langjährigen Anstellungsverhältnisses auf 

eine Lohnanpassung verzichtet. Bei einem Teil des Lohnes handle es sich um einen 

Soziallohn, welcher ausgeschieden werden müsste (act. G1).

B.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2023 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie zusammenfassend vor, 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers keine konkreten Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit des ZMB-Gutachtens aufzeigen würden. Die in der Beschwerde 

vorgetragene Kritik richte sich in erster Linie gegen das psychiatrische Teilgutachten. 

Dazu sei festzuhalten, dass es nicht auf die Diagnose ankomme, sondern einzig darauf, 

B.b. 

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Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge 

sowie den Inhalt der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.  

welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Das Argument 

des Beschwerdeführers, er sei erholt aus dem Urlaub gekommen und habe daher beim 

Gutachten einen besseren Eindruck hinterlassen, treffe nicht zu. Der psychiatrische 

Sachverständige habe berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer im Gespräch bei der 

Berichterstattung plötzlich Tränen in den Augen gehabt und heftig zu weinen begonnen 

habe. Er habe den Beschwerdeführer somit auch unter Belastung gesehen und dessen 

Emotionalität in seine Beurteilung miteinbezogen. Insgesamt sei festzuhalten, dass 

dem ZMB-Gutachten volle Beweiskraft zukomme. Schliesslich führe die Berufung des 

Beschwerdeführers auf die Stellungnahme des Arbeitgebers zu keinem anderen 

Schluss. Es sei die Aufgabe der Sachverständigen, anhand der objektiven 

Befunderhebungen die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die 

Leistungsfähigkeit zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer gemäss ZMB-Gutachten in 

der angestammten Tätigkeit als Fachspezialist Technik zu 80 % arbeitsfähig sei, 

entspreche der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit. Bei einem 

Invaliditätsgrad von 20 % bestehe kein Rentenanspruch (act. G4).

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der dazugehörigen Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. Die vorliegend angefochtene 

Verfügung datiert vom 28. September 2022. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich 

diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 210 E. 4.3.1). 

Vorliegend meldete sich der Beschwerdeführer im Mai 2020 zum Rentenbezug an, 

weshalb frühestens ab Dezember 2020 ein allfälliger Rentenanspruch in Betracht fällt 

(vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Soweit die angefochtene Verfügung einen noch unter Geltung 

des alten Rechts entstehenden Rentenanspruch zum Gegenstand hat, sind die 

Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung anwendbar (vgl. auch 

1.1. 

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Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101). 

Sie werden nachfolgend in dieser Fassung zitiert.

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

1.4. 

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2.  

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b und BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.5. 

Umstritten ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat. Die Beschwerdegegnerin stützte sich 

dabei auf das ZMB-Gutachten vom 14. Juli 2022. Gemäss diesem Gutachten ist dem 

Beschwerdeführer eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter und in einer 

leidensangepassten Tätigkeit zumutbar. Der Beschwerdeführer macht u.a. unter 

Verweis auf die Stellungnahme seines behandelnden Psychiaters im Wesentlichen 

geltend, die vom psychiatrischen Gutachter gestellten Diagnosen seien falsch. Sein 

behandelnder Psychiater habe eine organisch affektiv/depressive Störung und eine 

organisch emotional labile (asthenische) Störung diagnostiziert. In der medizinischen 

Literatur werde dabei von einer "Poststroke Depression" gesprochen. Die sogenannte 

Poststroke Depression trete als Komplikation des Schlaganfalls in nahezu 50 % der 

Fälle auf. Der Behandler habe ausgeführt, dass die "Poststroke Depression" sich durch 

eine deutlich schlechtere Erholung der kognitiven Leistungen charakterisiere. Das treffe 

bei ihm zu. Das Gutachten trage dieser Situation und dieser Diagnose zu wenig 

Rechnung (act. G1).

2.1. 

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Es ist demnach vorab zu prüfen, ob das ZMB-Gutachten beweiskräftig ist und 

darauf abgestellt werden kann.

2.2. 

Der psychiatrische Sachverständige nahm eine ausführliche Untersuchung des 

Beschwerdeführers vor (vgl. IV-act. 93-57 ff.). Er hatte Kenntnis von den relevanten 

medizinischen Berichten, insbesondere von denjenigen des behandelnden Psychiaters, 

befragte den Beschwerdeführer eingehend zu seinen Beschwerden sowie den 

Lebensumständen und erhob die Befunde regelrecht (vgl. IV-act. 93-53 ff.). Die 

Herleitung der Diagnosen begründete der Sachverständige differenziert und 

nachvollziehbar. So hielt er fest, dem Beschwerdeführer habe es in der Kindheit und im 

späteren Leben an Selbstwertgefühl gemangelt. Diesen Mangel habe er durch seine 

sportliche Aktivität und Karriere als […] kompensiert, bis er diese Tätigkeit infolge 

Erreichens eines gewissen Alters habe aufgeben müssen. Danach habe er versucht, 

durch Arbeit seine Defizite aus narzisstischer Ebene zu kompensieren, bis es dann zum 

Kleinhirninfarkt im Jahr ___ gekommen sei. Dies sei für ihn ein Zusammenbruch seiner 

bisherigen narzisstischen Abwehr gewesen. Er habe sich während der gesamten 

Untersuchung aufgestellt und fröhlich gezeigt und erst gegen Ende habe er begonnen, 

heftig zu weinen. Dies sei als Affektinkontinenz zu qualifizieren, sei aber eigentlich ein 

adäquater Zusammenbruch seiner bisherigen Abwehr. Somit sei aus psychiatrischer 

Sicht klar, dass es sich um eine psychogene Leistungsverminderung handle. Die 

organischen Aspekte seien durch den Neurologen und die Neuropsychologin zu 

qualifizieren (IV-act. 93-59). Der psychiatrische Sachverständige gelangte schliesslich 

zum Schluss, dass die psychischen Funktionen beim Beschwerdeführer trotz allem 

recht gut erhalten seien (vgl. IV-act. 93-60 zu den Ressourcen), weshalb – entgegen 

dem Behandler – aufgrund der objektiv erhobenen Befunde keine schwere psychische 

Störung diagnostiziert werden könne. Aus psychiatrischer Sicht sei anzufügen, dass 

die vom Beschwerdeführer beklagten kognitiven Leistungseinbussen, seine rasche 

Ermüdbarkeit und Erschöpfbarkeit lediglich als auf psychogener Ebene verursacht 

interpretierbar seien. Bezüglich der Klagen des Beschwerdeführers könne auch von 

einer neurasthenischen Symptomatik gesprochen werden. Von seiner Persönlichkeit 

her handle es sich bei ihm um eine narzisstische- und histrionisch-akzentuierte 

Persönlichkeit. Hintergründig bestehe eine abgewehrte depressive Seite des 

Beschwerdeführers. Bei relativ bescheidener psychiatrischer Symptomatik sei der 

Beschwerdeführer als zu 20 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu beurteilen 

(IV-act. 93-14 f.).

2.2.1. 

Der neurologische Sachverständige führte in seinem Teilgutachten aus, dass 

eine Diskrepanz zwischen den geklagten Beschwerden (Schwindelbeschwerden, 

2.2.2. 

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Tinnitus, Schluckstörung) und den spärlich objektiv fassbaren Befunden bestehe (IV-

act. 93-47). Bemerkenswert seien die Angaben des Beschwerdeführers, wonach seine 

Beeinträchtigung ausschliesslich durch die Leistungsminderung aufgrund von 

Antriebslosigkeit, Ermüdbarkeit und Konzentrationsstörungen bedingt sei. 

Entsprechend sei davon auszugehen, dass mit den besagten somatischen 

Beschwerden zumindest eine quantitative Einschränkung seiner Antriebsfähigkeit nicht 

zu begründen sei. Zumindest bei der längeren Befragung des Beschwerdeführers 

anlässlich der neurologischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf relevante 

kognitive Defizite bzw. auf eine affektive Störung ergeben. Eine organische kognitive/

affektive Störung auf der Grundlage der isolierten Läsion des Pedunculus cerebelli 

inferior könne nur mit Vorbehalt postuliert werden, zumal auch die bildgebenden 

Untersuchungen des Neurocraniums keine Hinweise auf cerebrale Veränderungen als 

mögliche Grundlage entsprechender Symptome ergeben hätten (IV-act. 93-49 f.). Diese 

Einschätzung steht sodann im Einklang mit der übrigen medizinischen Aktenlage. So 

berichtete bereits Prof. Dr. med. G.___, Facharzt für Neurologie, am 30. Januar 2019 

von einem unauffälligen Befund (IV-act. 18). Nach weiteren Abklärungen aufgrund 

geklagter Schwindelgefühle (vgl. IV-act. 94-2 ff.) hielt Prof. Dr. G.___ am 19. Februar 

2022 fest, nach altersentsprechend normaler zerebraler Kernspintomographie 

bestünde kein Ischämienachweis. MR-tomografisch zeige sich nach eigener Ansicht 

der Bilder die residuae Gliose im Pedunculus cerebelli links sowie einzelne kleineren 

Gliosen im Marklager beider Hemisphären. Eine neue akute Ischämie komme nicht zur 

Darstellung, auch keine Neoplasie oder andere relevanten Läsionen (IV-act. IV-94-5 f.). 

Auch Dr. med. H.___, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, konnte die 

Schwindelgefühle anlässlich der Untersuchung vom 23. Dezember 2021 nicht zuordnen 

(vgl. IV-act. 94).

Die neuropsychologische Gutachterin schilderte alsdann, der Beschwerdeführer 

klage über deutliche Einschränkungen hinsichtlich seiner Konzentrationsfähigkeit und 

Belastbarkeit. Die durchgeführte Leistungs- sowie Beschwerdevalidierung, als auch 

einzelne eingebettete Leistungsvalidierungsindikatoren seien unauffällig ausgefallen. Es 

hätten sich aber Hinweise für ein problematisches Leistungsverhalten gezeigt. In der 

Gesamtschau aller verfügbaren Informationen sei die Validität der objektivierbaren 

Befunde in Zweifel zu ziehen. Es sei von Aggravation oder Verdeutlichung von 

Symptomen auszugehen. Die Befunde entsprächen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. 

Dies schliesse zwar das Bestehen tatsächlicher kognitiver Einschränkungen nicht aus, 

sie bestünden aber sicherlich nicht im gezeigten Ausmass (IV-act. 93-69 ff.). Ein 

2.2.3. 

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Mangel an dieser Einschätzung ist nicht zu erkennen und wird im Übrigen auch nicht 

geltend gemacht.

Wie bereits das psychiatrische, das neurologische und das neuropsychologische 

Fachgutachten erfüllen auch das allgemein-internistische und das orthopädische 

Teilgutachten zweifelsohne die rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien an ein 

beweiskräftiges verwaltungsexternes Gutachten. Die Sachverständigen haben den 

Beschwerdeführer persönlich untersucht und nahmen seine subjektiven Klagen auf. Sie 

haben den Gesundheitszustand umfassend und mit breitem Fokus abgeklärt sowie 

eine sorgfältige klinische Untersuchung des gesamten Bewegungsapparates 

vorgenommen, soweit es ihre Disziplin erforderte. Sie nahmen ausführlich Kenntnis von 

den Vorakten und besprachen diese, soweit sie für ihr jeweiliges Teilgutachten 

einschlägig waren. Sie führten sodann bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

und nachvollziehbaren Ergebnissen. Der Beschwerdeführer äusserte sodann an diesen 

Teildisziplinen auch zu Recht keine Kritik, zumal diese Befunde weitgehend in Einklang 

mit der übrigen Aktenlage stehen.

2.2.4. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das ZMB-Gutachten vom 14. Juli 2022 

in sich schlüssig und nachvollziehbar ist. Auch die retrospektive Einschätzung der 

Gutachter ist nicht zu beanstanden (vgl. IV-act. 93-15), zumal auch die Behandler dem 

Beschwerdeführer nach dem Hirninfarkt (zunächst) keine Arbeitsunfähigkeit über 20 % 

attestiert hatten (vgl. IV-act. 3-7 und 7).

2.2.5. 

Der Beschwerdegegnerin ist zuzustimmen, dass die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

(BGE 124 I 170 E. 4) es nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets in Frage zu 

stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 

Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 

diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte 

benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. 

statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2022, 8C_150/2022, E. 12.3).

2.3. 

 2.4. 

Der Behandler geht von einer maximalen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

von 50 % aus. Er argumentierte in seiner Stellungnahme vom 29. August 2022, die vom 

Gutachter gestellten Diagnosen (narzisstisch- und histrionisch-akzentuierte 

2.4.1. 

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Persönlichkeitszüge und Neurasthenie) seien falsch. Diese Störungen hätten dann 

schon vor dem Hirninfarkt bestanden haben müssen, was aber nicht der Fall sei. Bis 

zum Hirninfarkt am ___ sei der Beschwerdeführer psychiatrisch unauffällig und 

beschwerdefrei gewesen. Seine psychischen Beschwerden hätten erst nach dem 

Infarkt begonnen und seien somit eindeutig organischer Genese. Der 

Beschwerdeführer leide seither an einer organisch affektiven/depressiven Störung 

(ICD-10: F06.32) und einer organischen emotional labilen (asthenischen) Störung 

(ICD-10: F06.6). Diese Störungen seien charakterisiert durch eine deutliche und 

anhaltende Affektinkontinenz, Affektlabilität, psychophysische Ermüdbarkeit und 

unangenehme körperliche Empfindungen sowie Schwindel und Benommenheit. Im 

normalen Arbeitsalltag könne der Beschwerdeführer nur vier bis fünf Stunden täglich 

arbeiten. Danach seien seine kognitiven Leistungen (v.a. Konzentration) erschöpft. Zum 

Zeitpunkt der Begutachtung sei der Beschwerdeführer indessen erholt gewesen und 

habe in jenen 105 Minuten offensichtlich einen besseren Eindruck vermittelt (IV-

act. 111-2).

Hinsichtlich dieser Kritik am psychiatrischen Teilgutachten führte der RAD-Arzt in 

nachvollziehbarer und schlüssiger Weise aus, dass der Behandler lediglich pauschal 

erkläre, dass die vom psychiatrischen Sachverständigen gestellten Diagnosen falsch 

seien. Er setze sich nicht fachlich mit den Diagnosen des Gutachters auseinander und 

begründe auch nicht, wie er zu den psychiatrischen Diagnosen einer organischen 

affektiven/depressiven Störung und einer organisch emotional (asthenische) labilen 

Störung gelange. Er verweise lediglich darauf, dass der Beschwerdeführer bis zum 

Infarkt beschwerdefrei gewesen sei. Die akzentuierten Persönlichkeitszüge hätten 

schon vor dem Infarkt vorliegen müssen. Der Gutachter habe aber gar nicht 

angegeben, dass diese Persönlichkeitszüge erst nach dem Infarkt entstanden seien. Im 

Gegenteil habe er angegeben, dass diese schon immer vorgelegen hätten, aber durch 

Leistung und Arbeit kompensiert worden seien. Der Infarkt habe zum Zusammenbruch 

der narzisstischen Abwehr geführt (IV-act. 113).

2.4.2. 

In Ergänzung zu den Ausführungen des RAD ist festzuhalten, dass weder der 

neurologische Sachverständige noch die neuropsychologische Gutachterin kognitive 

Einschränkungen bzw. eine organisch bedingte affektive Störung feststellen konnten, 

obwohl sie den Beschwerdeführer einlässlich und umfassend untersucht und den 

Gesundheitszustand mit breitem Fokus abgeklärt sowie eine klinische Untersuchung 

vorgenommen haben. Sie gelangten gestützt auf ihre Untersuchungen zu schlüssigen 

und nachvollziehbaren Ergebnissen (vgl. die vorstehenden E. 2.2.). Der Behandler 

kritisierte denn auch diese Teilgutachten nicht und äusserte sich insbesondere nicht zu 

2.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

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der Erkenntnis, dass keine organisch bedingte affektive Störung festgestellt werden 

konnte.

 Nicht zu hören ist ferner die Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten, 

wonach nicht berücksichtigt worden sei, dass er anlässlich der Begutachtung erholt 

gewesen sei und diese lediglich 105 Minuten gedauert habe. Der RAD führte in sich 

schlüssig aus, dass der Gutachter konstatiert habe, dass der Beschwerdeführer im 

Gespräch bei der Berichterstattung plötzlich Tränen in den Augen gehabt und heftig zu 

weinen begonnen habe. Er habe den Beschwerdeführer also auch unter Belastung 

gesehen und dessen Emotionalität in seine Beurteilung miteinbezogen (IV-act. 113). 

Ergänzend ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer am 30. Mai 2022 von 9.03 bis 

12.13 Uhr, d.h. während drei Stunden und 10 Minuten, von der Neuropsychologin 

untersucht und von 13.45 bis 17.00 Uhr, d.h. während drei Stunden und 15 Minuten, 

vom Neurologen begutachtet wurde und entsprechend diesen Fachärzten nach über 

sechs Stunden Begutachtung trotz vorangehendem Urlaub einen Leistungsabfall beim 

Beschwerdeführer hätte auffallen müssen. Selbst wenn der Einbruch der 

Leistungsfähigkeit – wie vom Beschwerdeführer behauptet – erst am folgenden Tag 

eintreten würde, ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sowohl am 31. Mai 

als auch am 1. Juni 2022 während mehrerer Stunden begutachtet wurde, indessen 

auch anlässlich jener Untersuchungen kein Leistungsabfall erkannt werden konnte.

2.4.4. 

Nicht zu bemängeln ist zudem, dass sich der psychiatrische Sachverständige 

nicht explizit mit den Behandlerberichten von Dr. D.___ auseinandersetzte, zumal es 

grundsätzlich im Ermessen des Gutachters liegt, welche Berichte er diskutieren möchte 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2018, 9C_276/2017, E. 4.3.2 mit Hinweis). 

Dennoch erwähnte er, dass der Therapieverlauf seit Dezember 2018 relativ wenig 

modelliert verlaufe (IV-act. 93-60). Zudem geht er auf die Affektinkontinenz ein und 

erklärte die von ihm dazu passend gestellte Diagnose einer narzisstischen- und 

histrionisch-akzentuierten Persönlichkeit, was verdeutlicht, dass sich der Gutachter mit 

den Berichten des Behandlers auseinandergesetzt hat. Ein Mangel kann darin 

jedenfalls nicht erblickt werden.

2.4.5. 

Soweit der Beschwerdeführer moniert, der psychiatrische Gutachter habe die 

reduzierte Leistungsfähigkeit aufgrund der eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit 

und Müdigkeit nicht genügend berücksichtigt, ist ihm entgegenzuhalten, dass der 

Sachverständige wiederholt diese vom Beschwerdeführer geklagten Einschränkungen 

aufgenommen (vgl. IV-act. 93-53, 93-57 und 93-60) und die Symptome einer 

Neurasthenie (ICD-10: F48.0) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

2.4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

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erkannt hat. Die Neurasthenie unterscheidet zwei Hauptformen, wobei sich diese 

weitgehend überschneiden. Bei einer Form ist das Hauptcharakteristikum die Klage 

über vermehrte Müdigkeit nach geistigen Anstrengungen, häufig mit einer 

abnehmenden Arbeitsleistung oder Effektivität bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. 

Bei der anderen Form liegt das Schwergewicht auf Gefühlen körperlicher Schwäche 

und Erschöpfung nach nur geringer Anstrengung. Bei beiden Typen finden sich eine 

ganze Reihe von anderen unangenehmen körperlichen Empfindungen wie 

Schwindelgefühl, Spannungskopfschmerzen, Gefühl einer allgemeinen Unsicherheit 

(Horst Dilling/Werner Mombour/Martin H. H.___t [Hrsg.], Internationale Klassifikation 

psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 

Bern 2015, S. 235 f.). Folglich wurden mit der gutachterlich gestellten Diagnose die 

vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Müdigkeit, Erschöpfung) hinreichend 

berücksichtigt.

Mit der Beschwerdegegnerin ist schliesslich festzuhalten, dass aus 

sozialversicherungsrechtlicher Sicht letztlich nicht die Diagnose oder die Schwere einer 

Erkrankung entscheidend ist, sondern deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. 

Unabhängig von der klassifikatorischen Einordnung einer Krankheit resultiert aus einer 

Diagnose – mit oder ohne diagnoseinhärentem Bezug zum Schweregrad – allein keine 

verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem Gesundheitsschaden 

korrelierenden funktionellen Leistungseinbussen bei psychischen Störungen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichtes vom 17. November 2021, 8C_280/2021, E. 6.2.2 mit Hinweisen). 

Es gehört zudem zur Aufgabe des Gutachters, den von ihm erhobenen Befund anhand 

der Klinik kritisch zu überprüfen und dessen Auswirkungen bei der Untersuchung und 

im Alltag detailliert darzulegen. So darf der oder die medizinische Sachverständige die 

Angaben des Exploranden im Rahmen der klinischen Untersuchung nicht vorbehaltlos 

als richtig ansehen. Bestandteil einer stichhaltigen Begutachtung bilden unter anderem 

Angaben zum ärztlich beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Konsistenz der 

gemachten Angaben wie auch Hinweise, welche zur Annahme von Aggravation führen 

können (Urteile des Bundesgerichts vom 19. Januar 2023, 8C_149/2022, E. 6.1, und 

vom 24. Mai 2022, 9C_38/2022, E. 4.3). Überdies sind beim Vorliegen eines 

psychischen Gesundheitsschadens nicht nur die Befunde und die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung alleine massgebend, vielmehr ist eine Indikatorenprüfung – 

wie dies der psychiatrische Sachverständige in seinem Teilgutachten vorgenommen 

hat – durchzuführen. Im Gegensatz dazu äusserte sich der Behandler nicht zur 

Konsistenz. Ebenfalls fehlt es in der Stellungnahme des Behandlers an einer Würdigung 

der noch verbleibenden Ressourcen. Der psychiatrische Sachverständige 

2.4.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

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demgegenüber äusserte sich zu den dem Beschwerdeführer noch verbleibenden 

Ressourcen und gelangte namentlich auf der Basis einer umfassenden und 

evidenzbasierten Analyse zum Schluss, dass die narzisstischen- und histrionisch-

akzentuierten Persönlichkeitszüge, die Symptome einer Neurasthenie sowie die 

Erfahrungen in seiner Kindheit zu einer um 20 % reduzierten Leistungs- und 

Arbeitsfähigkeit führen. Diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar und nicht zu 

beanstanden, zumal die attestierte Arbeitsfähigkeit – im Gegensatz zu der vom 

Behandler gestellten 50%ige Arbeitsunfähigkeit – insbesondere auch unter 

Berücksichtigung des vom Beschwerdeführer gezeigten Aktivitätsniveau in 

vergleichbaren Bereichen (geregelter Tagesablauf mit Teilzeiterwerbstätigkeit, diverse 

Hobbies wie Schwimmen, Radfahren, Wandern, Gärtnern, intakter Freundeskreis) als 

schlüssig erscheint (vgl. IV-act. 93-30, 93-36). Zwar ist festzuhalten, dass die Diagnose 

der akzentuierten Persönlichkeitszüge als Z-Kodierung nicht unter den Begriff der 

invalidenrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung fällt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. August 2019, 8C_699/2018, E. 4.2.2 m.w.H.). Nachdem der 

Gutachter aber nachvollziehbar ausführte, dass zusätzlich die Symptome einer 

Neurasthenie vorliegen und entsprechend ein psychiatrischer Gesundheitsschaden 

(inkl. Indikatorenprüfung) ausgewiesen ist, ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung des 

Gutachters auch aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden.

Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer sodann aus 

seinen weiteren Ausführungen hinsichtlich der Poststroke Depression. Zwar ist 

zutreffend, dass in der Literatur beschrieben wird, dass sich nach einem Schlaganfall 

neben anderen psychischen Störungen am häufigsten eine Depression entwickelt. In 

der angloamerikanischen Literatur hat sich dafür der Begriff der "Poststroke 

Depression" etabliert. Die Ursache für eine sogenannte Poststroke Depression ist trotz 

zahlreicher Untersuchungen bis heute nicht ausreichend geklärt (Melanie Wipprecht/

Holger Grötzbach, Poststroke Depression bei Aphasie: Diagnose- und 

Behandlungsmöglichkeiten, in: NeuroGeriatrie 4 2013, S. 149 ff.). Einigkeit besteht 

jedoch in der Fachliteratur darin, dass es für eine Diagnosestellung eines formalen 

diagnostischen Vorgehens bedarf (vgl. Wipprecht/Grötzbach, a.a.O., S. 150 ff.; Amytis 

Towfighi/Bruce Ovbiagele/Nada El Husseini/Maree L., Hackett/Ricardo E. Jorge/Brett 

M. Kissela/Pamela H. Mitchell/Leslie E. Skolarus/Mary A. Whooley/Linda S. Williams, 

Poststroke Depression: A Scientific Statement for Healthcare Professionals from the 

American Heart Association/American Stroke Association. Stroke, Vol. 48 No. 2, e30–

e43.). Anlässlich der Begutachtung wurden keine depressiven Symptome beklagt und 

vom Gutachter auch nicht erhoben. Soweit der Beschwerdeführer aufgrund der 

2.4.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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Literatur, wonach eine sogenannte Poststroke Depression gehäuft vorkommt, eine 

psychiatrische Beeinträchtigung als überwiegend wahrscheinlich erachtet bzw. das 

psychiatrische Teilgutachten in Zweifel ziehen möchte, ist ihm nicht zu folgen. In der 

Literatur wird von einer Wahrscheinlichkeit von rund 30 % ausgegangen (Wipprecht/

Grötzbach, a.a.O., S. 149 m.w.H.). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass nur ein Drittel 

der Patienten nach einem Schlaganfall von einer sogenannten Poststroke Depression 

betroffen sind. Von einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit kann jedenfalls nicht 

gesprochen werden. Ohnehin ist – wie bereits unter E. 2.4.7 ausgeführt – nicht die 

Diagnose ausschlaggebend, sondern deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, die 

stets im Einzelfall zu beurteilen ist. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Behandlers nach dem Hirninfarkt zu Beginn fast 

monatlich geändert hat (von einer anfänglich 20%igen, auf eine 10%ige, dann auf eine 

40%ige, 30%ige und schliesslich auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit), ohne dass diese 

Veränderung nachvollziehbar erläutert wurde. In der Literatur wird beschrieben, dass 

eine positive Wirkung von Antidepressiva festgestellt werden konnte (Towfighi/

Ovbiagele/El Husseini/Hackett/Jorge/

Kissela/Mitchell/Skolarus/Whooley/Williams, a.a.O., unter Punkt "Management: 

Pharmacotherapy to Treat PSD"). Es erscheint somit wenig nachvollziehbar, dass sich 

die Arbeitsfähigkeit trotz psychiatrischer Behandlung (inkl. Medikation) stetig 

verschlechtert haben soll. Dabei ist nicht von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer 

nach eigenen Angaben subjektiv von Beginn an weniger leisten konnte, da einzig die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit ausschlaggebend ist.

Mit der Beschwerdegegnerin ist schliesslich festzuhalten, dass die 

Stellungnahme des Arbeitgebers aufgrund der nicht medizinischen Beurteilung nicht 

berücksichtigt werden kann, zumal diese die subjektive Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers widerspiegelt. Es ist zwar als positiv zu werten, dass der 

Beschwerdeführer seine subjektiv empfundene Arbeitsfähigkeit voll ausschöpft. Die 

Gutachter kamen jedoch übereinstimmend zum Schluss, dass ihm aus rein 

medizinisch-theoretischer Sicht eine 80%ige Arbeitstätigkeit zuzumuten sei. Sie 

stellten zudem fest, dass beim Beschwerdeführer eine bewusste Tendenz bestehe, 

sein Arbeitsprogramm reduzieren zu wollen. Er wolle prüfen, ob eine Frühpensionierung 

möglich sei. Aus ökonomischer Sicht sei es für ihn vorteilhaft, wenn er eine 

entsprechende Unterstützung durch die Invalidenversicherung erhalte (IV-act. 93-15).

2.4.9. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die nachträglich eingegangene 

Stellungnahme des Behandlers sowie des Arbeitgebers keine wesentlichen objektiven 

Aspekte aufzeigen, die im Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Sie sind 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

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3.  

daher nicht geeignet, das Gutachten in Zweifel zu ziehen. Der Sachverhalt ist somit 

spruchreif abgeklärt, weshalb sich keine weiteren Abklärungen aufdrängen und der 

Eventualantrag des Beschwerdeführers abzuweisen ist.

Zu prüfen bleibt der Einkommensvergleich und damit die erwerblichen 

Auswirkungen des Gesundheitszustands.

3.1. 

 3.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden 

Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich 

verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. 

Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im 

Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung 

des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der 

Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).

3.2.1. 

Die Beschwerdegegnerin berechnete das Valideneinkommen des 

Beschwerdeführers aus dem Durchschnitt der in den Jahren 2015 bis 2019 erzielten 

und im IK-Auszug ersichtlichen Einkommen (Fr. 84'720.-- [2015], Fr. 96'909.-- [2016], 

Fr. 90'486.-- [2017], Fr. 81'427.-- [2018] und Fr. 97'063.-- [2019]) und ermittelte so 

einen indexierten Betrag von Fr. 91'473.--. Weist das zuletzt erzielte Einkommen starke 

und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist auf 

den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2021, 8C_745/2020, E. 6.3). Wie dem IK-

Auszug zu entnehmen ist, unterlagen die vom Beschwerdeführer erzielten Einkommen 

relativ starken Schwankungen. Weshalb es zu diesen Schwankungen kam, ist den 

Angaben des Arbeitgebers (IV-act. 14) nicht zu entnehmen und damit nicht ohne 

Weiteres erkennbar. Daher nahm die Beschwerdegegnerin zu Recht eine 

Durchschnittsberechnung vor. Die Höhe des Valideneinkommens wird denn vom 

Beschwerdeführer auch nicht beanstandet.

3.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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 3.3. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität 

eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse 

gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 

zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der 

Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der 

tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können gemäss Bundesgericht die Tabellenlöhne 

der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik herangezogen werden 

(BGE 143 V 296 E. 2.2 und 135 V 297 E. 5.2; Urteile des Bundesgerichts vom 

3. Oktober 2022, 8C_72/2022, E. 7.1, und vom 10. August 2018, 8C_313/2018, E. 6.2 

f.).

3.3.1. 

Der Beschwerdeführer ist seit dem 1. Januar 2021 in einem 50 % Pensum als 

Mitarbeiter Technik beim bisherigen Arbeitgeber angestellt. Gemäss den Angaben des 

Beschwerdeführers handelt es sich bei einem Teil des erzielten Lohnes um einen 

Soziallohn (vgl. Beschwerde; act. G1 Rz. II.4). Ob es sich tatsächlich um einen 

Soziallohn handelt, kann vorliegend offen bleiben, da gemäss dem als beweiskräftig 

erachteten Gutachten dem Beschwerdeführer sowohl in der bisherigen als auch in 

einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % zumutbar ist. Demnach 

schöpft er mit seinem aktuell geleisteten Pensum von 50 % seine Arbeitsfähigkeit nicht 

voll aus.

3.3.2. 

Den Gutachtern war der Stellenbeschrieb der bisherigen Tätigkeit bekannt (u.a. 

grosse Anforderungen an Konzentration/Aufmerksamkeit sowie Sorgfalt, mittleres 

Auffassungs- und Durchhaltevermögen; IV-act. 94-3). Zwar hat es die 

Beschwerdegegnerin unterlassen, im Anforderungsprofil der bisherigen Tätigkeit des 

Beschwerdeführers den Pikettdienst explizit zu erwähnen. Die Gutachter hatten jedoch 

Kenntnis der vollständigen Akten, die im Übrigen wenig umfangreich waren, und 

entsprechend auch vom vollständigen Anforderungsprofils (inkl. Pikettdienst). Sie 

erwähnten sodann ausdrücklich die E-Mail der Case Managerin vom 27. Oktober 2020, 

welcher zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer Pikettdienst (20 % 

Arbeitsvolumen) geleistet hatte (IV-act. 93-3 mit Verweis auf IV-act. 34-1). Die 

3.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Gutachter gelangten somit in Kenntnis des vollständigen Anforderungsprofils der 

bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers zum Schluss, dass einzig aus 

psychiatrischer Sicht bei bescheidener psychiatrischer Symptomatik eine 20%ige 

Arbeitsunfähigkeit anzunehmen ist, was sowohl für die bisherige als auch eine 

Verweistätigkeit gilt. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nach 

seinem Hirninfarkt im ___ im Jahr 2019 und bis April 2020 seine bisherige Tätigkeit in 

einem 80 %-Pensum ausübte (IV-act. 16-2: Eintrag in der Krankengeschichte am 

14. Mai 2019: "arbeitet ziemlich problemlos zu 80 %"). Erst danach reduzierte er sein 

Pensum (siehe auch Ausführungen der Gutachter: bewusste Tendenz zur Reduktion 

des Arbeitspensums [IV-act. 93-15]). Folglich ist mit der Beschwerdegegnerin davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach wie vor einen Lohn entsprechend dem 

Valideneinkommen erzielen könnte und der Invaliditätsgrad somit dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit entspricht (sog. Prozentvergleich; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1). Bei der gutachterlich attestierten 

Arbeitsfähigkeit von 20 % besteht dementsprechend ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad. Die Beschwerdegegnerin wies damit zu Recht einen Rentenanspruch 

ab.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da der 

Beschwerdeführer vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr ihm aufzuerlegen 

(Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der 

von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet. Der 

Beschwerdeführer hat mangels Obsiegens keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contratio).

4.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- unter 

Anrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 600.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2023
	Art. 7 und 8 ATSG; Art. 28 IVG. Würdigung Gutachten. Abweichende Einschätzung des Behandlers vorliegend nicht massgebend. Einkommensvergleich. Aufgrund des schwankenden Einkommens wird beim Valideneinkommen auf den Durchschnittsverdienst abgestellt. Beim Invalideneinkommen ist nicht das erzielte Einkommen massgeblich, da es sich teilweise um einen Soziallohn handelt und die Arbeitsfähigkeit nicht voll ausgeschöpft wird. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2023, IV 2022/171).

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