# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c68ee69-a8cb-539d-a99b-3510aa3a6fb8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.08.2010 C-8238/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8238-2008_2010-08-31.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-8238/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

1. A._______, 
2. B._______,
Beschwerdeführer,
beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Richard Lanz,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Ausdehnung der kantonalen Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-8238/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführer (1948 bzw. 1951 geborene Ehegatten ma-
zedonischer  Nationalität)  seit  Ende  1996  respektive  Mitte  1997  mit  
einer Aufenthaltsbewilligung vorerst im Kanton Wallis, später im Kan-
ton Zürich lebten,

dass das Migrationsamt des Kantons Zürich mit einer Verfügung vom 
8. Januar 2007 die weitere Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen 
verweigerte und die Beschwerdeführer aus dem Kantonsgebiet  weg-
wies, 

dass der Regierungsrat des Kantons Zürich einen dagegen erhobenen 
Rekurs mit Entscheid vom 13. August 2008 abwies,

dass  die  Vorinstanz  nach  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  die 
kantonale Wegweisung mit Verfügung vom 19. November 2008 auf das 
ganze  Gebiet  der  Schweiz  und  das  Fürstentum  Liechtenstein  aus-
dehnte, 

dass  sie  bei  gleicher  Gelegenheit  einer  allfälligen  Beschwerde  vor-
sorglich die aufschiebende Wirkung entzog,

dass  die  Beschwerdeführer  gegen  die  vorgenannte  Verfügung  mit 
Eingaben vom 19. Dezember  2008 und 5. Januar 2009 Rechtsmittel 
beim Bundesverwaltungsgericht erhoben,

dass sie in der Hauptsache den Antrag stellten, der Entscheid darüber, 
ob sie die Schweiz verlassen müssten, sei  bis zum Abschluss eines 
laufenden  invalidenversicherungsrechtlichen  Verfahrens,  den  Be-
schwerdeführer  1  betreffend,  auszusetzen  und  sie  seien  zu  diesem 
Zweck vorläufig aufzunehmen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  den  (wiederholt  gestellten)  ver-
fahrensleitenden Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung 
der  Beschwerde  ablehnte  (Zwischenverfügungen  vom 30. Dezember 
2008 und 13. Januar 2009), worauf die Beschwerdeführer die Schweiz 
am 21. März 2009 verliessen,

dass  die  Vorinstanz  mit  Vernehmlassung  vom 17.  Februar  2009  die 
Abweisung der Beschwerde beantragte,

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C-8238/2008

dass am 1. Januar 2008 das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  in 
Kraft trat, auf Verfahren, die – wie vorliegend – vor dem Inkrafttreten 
des  AuG  eingeleitet  wurden,  jedoch  das  alte  materielle  Recht  an-
wendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 AuG; vgl. dazu BVGE 2008/1 E. 2.3),

dass das Verfahren selbst sich nach dem neuen Recht richtet (Art. 126 
Abs. 2 AuG, wobei  altrechtlich begründete Zuständigkeiten bestehen 
bleiben [vgl. BGE 130 V 90 E. 3.2 S. 93]),

dass  Verfügungen  des  BFM  über  die  Ausdehnung  der  kantonalen 
Wegweisung  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
unterliegen (Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [VGG, SR 173.32]),

dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem 
Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR 172.021)  richtet,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz 
keine  abweichenden  Bestimmungen enthält  (Art.  37  VGG; vgl.  auch 
Art. 2 Abs. 4 VwVG),

dass  die  Beschwerdeführer  zwar  die  Schweiz  inzwischen  verlassen 
haben  und  die  angefochtene  Verfügung  auf  diese  Weise  durch 
Konsumption dahingefallen ist,  die Ausreise aber durch die sofortige 
Wirksamkeit  der  Massnahme  erzwungen  wurde,  weshalb  den  Be-
schwerdeführern  die  Schutzwürdigkeit  ihres  Rechtsschutzanliegens 
nicht abgesprochen werden kann (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts C-3083/2008 vom 9. September 2008, E. 2.3 mit Hinweisen),

dass  die  Beschwerdeführer  in  diesem  Sinne  zur  Beschwerde  legi-
timiert sind und auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwer-
de einzutreten ist (Art. 48 und 50 VwVG),

dass – wie erwähnt – die vorliegende Streitsache auf der Grundlage 
des bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen Rechts zu be-
urteilen ist, demnach das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Auf-
enthalt  und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) und die 
Vollziehungsverordnung  vom  1. März  1949  zum  Bundesgesetz  über 
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAV, AS 1949 228) zur 
Anwendung gelangen,

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C-8238/2008

dass  gemäss  dieser  gesetzlichen  Regelung  die  kantonale  Behörde 
ihren negativen Bewilligungsentscheid mit einer Wegweisung aus dem 
Kanton verbindet (Art. 12 Abs. 3 ANAG),

dass das BFM die kantonale Wegweisung auf das Gebiet der ganzen 
Schweiz ausdehnen kann und dies in der Regel auch tut (Art. 12 Abs. 
3 ANAG, Art. 17 Abs. 2 ANAV),

dass von der Regelfolge der Ausdehnung nur abgewichen wird, wenn 
dem  Betroffenen  aus  besonderen  Gründen  Gelegenheit  gegeben 
werden  soll,  sich  um  eine  Bewilligung  in  einem  Drittkanton  zu  be-
mühen (Art.  17  Abs. 2  ANAV),  wobei  die  Hängigkeit  eines  entspre-
chenden Verfahrens und die Bereitschaft des zuständigen Kantons zur 
vorläufigen  Tolerierung  des Antragstellers  auf  seinem Kantonsgebiet 
vorauszusetzen ist,

dass  die  Beschwerdeführer  mit  ihrem  Rechtsbegehren  die  Aus-
dehnung als solche nicht in Frage stellen und sich auch sonst aus den 
Akten nichts ergibt,  was geeignet  wäre,  einen ausnahmsweisen Ver-
zicht auf die Massnahme zu rechtfertigen,

dass die Ausdehnung der kantonalen Wegweisungsverfügung auf das 
ganze Gebiet der Schweiz somit zu bestätigen ist,

dass zu prüfen bleibt, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der Weg-
weisung bestehen  (Art. 14a Abs. 2  bis  4  ANAG) und die  Vorinstanz 
deshalb gestützt  auf  Art. 14a Abs. 1 ANAG die vorläufige Aufnahme 
hätte verfügen müssen,

dass die  Beschwerdeführer  unter  Berufung auf  ein  im Zeitpunkt  der 
angefochtenen  Verfügung  in  der  Schweiz  noch  hängiges  sozialver-
sicherungsrechtliches  Verfahren  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzuges schliessen,

dass gemäss Art. 14a Abs. 4 ANAG der Vollzug der Wegweisung nicht 
zumutbar  sein  kann,  wenn  er  für  den  Ausländer  eine  konkrete  Ge-
fährdung darstellt,

dass  besagte  Schutznorm  aber  nicht  die  Verhältnisse  im  Gastland, 
sondern diejenigen im Zielstaat zum Gegenstand hat (vgl. Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C-591/2006 vom 21. September  2009 E. 
6.2 mit weiteren Hinweisen),

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C-8238/2008

dass bei  dieser Rechtslage das von den Beschwerdeführern geltend 
gemachte  Interesse  an  einer  vorübergehenden  Regelung  ihrer  An-
wesenheit  im  Rahmen  einer  vorläufigen  Aufnahme  nicht  unter  das 
Vollzugshindernis von Art. 14 Abs. 4 ANAG subsumiert werden kann,

dass andere Vollzugshindernisse weder geltend gemacht wurden noch 
ersichtlich sind,

dass sich die angefochtene Verfügung somit als rechtmässig erweist 
(Art. 49 VwVG) und die Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der 
Beschwerdeführer abzuweisen ist (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass das Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts endgültig ist  (Art. 83 
Bst.  c  Ziff.  4  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [SR 
173.110]).

Dispositiv S. 6

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C-8238/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. [...])
- die Migrationsbehörde des Kt. Zürich (Beilage: Akten ZH [...])

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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