# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82201436-8fd9-5aee-8428-383071e32c17
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.05.2022 SB210007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210007_2022-05-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210007-O/U/as 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Wenker 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Keller sowie Gerichtsschreiber  

MLaw Huter 

Urteil vom 11. Mai 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend qualifizierter Raub 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung,  
vom 9. September 2020 (DG200012) 
 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 30. März 2020 

(Urk. 38) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 60 S. 44 ff.) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des qualifizierten Raubes im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 1 und 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

57 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a StGB für 8 Jahre des 

Landes verwiesen. 

5. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. Ja-

nuar 2020 beschlagnahmte Gegenstand 

− 1 T-Shirt, weiss (Asservaten Nr. A012'675'295) 

wird der Privatklägerin B._____ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben. 

Wird dieser Gegenstand nicht innerhalb von 30 Tagen seit Rechtskraft her-

ausverlangt, wird Verzicht angenommen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. Ja-

nuar 2020 beschlagnahmten Gegenstände 

− 1 T-Shirt, rot und 1 Jacke, braun (Asservaten Nr. A012'675'375) 

− 1 Portemonnaie, schwarz (Asservaten Nr. A012'676'027) 

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werden dem Privatkläger C._____ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles 

auf erstes Verlangen hin herausgegeben. 

Werden diese Gegenstände nicht innerhalb von 30 Tagen seit Rechtskraft 

herausverlangt, wird Verzicht angenommen. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. Ja-

nuar 2020 beschlagnahmten Datensicherungen (Datenausle-

sung/Datensicherung; Asservaten Nr. A012'825'557; A012'825'579) sind 

nach Eintritt der Rechtskraft zu löschen. 

8. Die Zivilansprüche des Privatklägers werden auf den Zivilweg verwiesen. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'000.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 410.35   Auslagen Gutachten 

Fr. 872.35   amtl. Verteidigungskosten RA X1._____ (bereits entschädigt) 

Fr. 11'500.–   amtl. Verteidigungskosten RAin X._____ (ausstehend) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 73 S. 2) 

1. Der Berufungskläger sei von jeglichen Vorwürfen freizusprechen; 

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2. Der Berufungskläger sei für die erlittene Haft von 84 Tagen mit 

Fr. 16'800.– zu entschädigen; 

3. Von der Anordnung des Landesverweises sowie der Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem sei abzusehen; 

4. Die Zivilansprüche der Privatklägerschaft seien abzuweisen; 

5. Die Kosten des Untersuchungs- sowie des erstinstanzlichen Gerichts-

verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen; 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfah-

ren seien auf die Staatskasse zu nehmen; 

7. Es sei das erstellte DNA-Profil zu löschen – soweit noch nicht erfolgt – 

sowie allenfalls noch vorhandenes ED-Material zu vernichten; 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien inklusive der Kosten für die 

amtliche Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Vertretung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:  

(Urk. 65, schriftlich) 

Bestätigung der vorinstanzlichen Urteile 

 

  

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Das Bezirksgericht Bülach, I. Abteilung, entschied mit Urteil vom 

9. September 2020 im Verfahren DG200012 (Urk. 60) und sprach den Beschul-

digten des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und 2 StGB schul-

dig. Gegen diesen Entscheid wurde seitens des Beschuldigten, jeweils fristge-

recht, Berufung angemeldet und die Berufungserklärung eingereicht (Urk. 55; 59; 

61). Mit Präsidialverfügung vom 11. Januar 2021 (Urk. 63) wurde der Staatsan-

waltschaft Winterthur/Unterland des Kantons Zürich (hernach Anklagebehörde 

oder Staatsanwaltschaft) sowie dem Privatkläger unter Hinweis auf die Beru-

fungserklärung des Beschuldigten Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung 

bzw. zum Antrag auf Nichteintreten angesetzt. Mit Eingabe vom 13. Januar 2021 

(Urk. 65) wurde seitens der Staatsanwaltschaft Verzicht auf Erhebung einer An-

schlussberufung erklärt und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils bean-

tragt. Der Privatkläger liess sich nicht vernehmen.  

2. Nachdem die Parteien mit Vorladungen vom 12. April 2021 auf den 

23. November 2021 vorgeladen wurden (Urk. 67), die Verhandlung aber verscho-

ben werden musste (Urk. 69 f.), wurden die Parteien mit Vorladungen vom 

1. Februar 2022 neu zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 71). 

3. Erschienen sind zur heutigen Berufungsverhandlung der Beschuldigte per-

sönlich in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin Rechtsanwältin X._____ so-

wie betreffend das Verfahren SB210008-O der Mitbeschuldigte D._____ persön-

lich in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

(Prot. II S. 3). 

  

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II. Prozessuales 

A. Rüge der einseitigen Untersuchung 

1. Die Verteidigung (wie auch die Verteidigung des Mitbeschuldigten D._____) 

bringen – auch im Rahmen der Berufungsverhandlung – vor, dass seitens der 

Anklagebehörde eine Verletzung von Art. 6 Abs. 2 StPO in Frage stehe. Die 

Staatsanwaltschaft habe den Privatkläger und B._____ diverse Male mit Sugges-

tivfragen unterstützt, ihre Version der Geschichte zu liefern. Ferner habe die 

Staatsanwaltschaft nichts unternommen, um den Beschuldigten und den Mitbe-

schuldigten D._____ zu entlasten. So hätten insbesondere weitere Erkundigun-

gen über den Privatkläger eingeholt werden müssen (Urk. 50 S. 12; Urk. 50c S. 

20; Prot. I S. 47; Urk. 73 S. 4 ff.). 

2. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden rechtlichen Grundlagen 

zum Wahrheitsgrundsatz gemäss Art. 6 Abs. 2 StPO sowie zur Durchführung der 

Einvernahmen umfassend und zutreffend dargelegt (Urk. 60 E. II.1.2.-1.3.). Da-

rauf ist zu verweisen. 

3. Einhergehend mit der zutreffenden Begründung und abschliessenden Ein-

schätzung der Vorinstanz (Urk. 60 E. II.1.2.), auf welche hier vollumfänglich ver-

wiesen werden kann, ist das Vorgehen der Staatsanwaltschaft im vorliegenden 

Verfahren nicht zu beanstanden. Insbesondere gewährleistete sie durch ihre Vor-

gehensweise die Vollständigkeit der Aussagen sowie die Klärung von Widersprü-

chen, wozu sie gemäss Art. 143 Abs. 5 StPO auch gehalten ist. Der seitens der 

Verteidigungen geltend gemachte Einwand geht deshalb fehl. 

B. Teilrechtskraft 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

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Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3. und 6B_99/2012 vom 14. November 2012 

E. 5.3.). 

2. Vorliegend wird das vorinstanzliche Urteil seitens des Beschuldigten hin-

sichtlich der Dispositivziffern 5 bis 7 (Beschlagnahmungen) und 9 (Kostenfestset-

zung) nicht angefochten. Insoweit wurde das vorinstanzliche Urteil rechtskräftig, 

was mittels Beschlusses festzustellen ist. 

III. Materielles 

A. Tatvorwurf 

Hinsichtlich des Tatvorwurfs ist auf die Anklageschrift zu verweisen (Urk. 38). 

B. Anerkannter Sachverhalt 

Seitens des Beschuldigten (und des Mitbeschuldigten D._____) wird anerkannt, 

dass er zusammen mit dem Mitbeschuldigten D._____ am Abend des 29. Mai 

2019 im Vereinslokal "E._____" war und dem Privatkläger einen Faustschlag ver-

passt hat (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 6 u. 10; Urk. 5/1 S. 3 f., 6 u. 8; Prot. I S. 11 ff.; 

Urk. 73 S. 5 f.; Prot. II S. 17).  

C. Strittiger Sachverhalt 

In Abrede gestellt wird demgegenüber von Seiten des Beschuldigten und des Mit-

beschuldigten D._____, dass der Privatkläger vom Beschuldigten darüber hinaus 

bzw. vom Mitbeschuldigten D._____ überhaupt geschlagen worden sei. Ferner 

bestreiten sie, dass sie vom Privatkläger Vermögenswerte verlangt und daraufhin 

erhalten hätten sowie dass es in diesem Zusammenhang zu einem Messereinsatz 

und der Verbalisierung von Todesdrohungen gegenüber dem Privatkläger ge-

kommen sei (Urk. 3/3 S. 2 ff.; Urk. 3/4 S. 3 ff.; Urk. 3/5 S. S. 2 ff.; Urk. 3/6 S. 2 f.; 

Urk. 4/1 S. 2 ff.; Urk. 4/3 S. 2 ff.; Urk. 4/3 S. 2 ff.; Urk. 5/1 S. 4 ff. Prot. I S. S. 24 

ff.; Urk. 73 S. 21; Urk. 80 S. 27 ff.).  

  

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D. Beweismittel 

Bei den Akten finden sich folgende massgebliche verwertbare Beweismittel, um 

den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 4/1-3; Prot. I S. 11 ff.) und des Mitbeschuldigten D._____ (Urk. 3/1-6; Prot. I 

S. 23 ff.), deren Konfrontationseinvernahme (Urk. 5/1), die Aussagen des Privat-

klägers als Auskunftsperson (Urk. 6/3-4), die Aussagen von B._____ als Aus-

kunftsperson (Urk. 7/1 u. 7/5), die Aussagen des Zeugen F._____ (Urk. 8/1), der 

Polizeirapport vom 29. Mai 2019 sowie die entsprechenden Nachtragsrapporte 

(Urk. 1/1-3), Fotos der Liegenschaft G._____-Strasse ... bzw. des Privatklägers, 

eines Mobiltelefons des Privatklägers und der Brille von B._____ (Urk. 1/4-5), der 

Laborbericht Spurenanalysen des IRM (Urk. 9/7), ein Gutachten zur Auswertung 

der DNA-Spuren des IRM (Urk. 9/8), diverse den Privatkläger betreffende medizi-

nische Akten des Spitals Bülach (Ambulanter Bericht vom 29. Mai 2019; Ärztli-

ches Zeugnis vom 30. Mai 2019; Ärztlicher Befund vom 27. Juni 2019: Urk. 20/2-3 

u. 20/5) sowie die Tonaufnahme des Anrufs des Privatklägers an die Einsatzzent-

rale (Urk. 13/3; bzw. die zutreffende Transkription durch die Vorinstanz: Urk. 60 

E. III.4.3. S. 24). Anlässlich der Berufungsverhandlung verweigerten der Beschul-

digte und der Mitbeschuldigte D._____ bei der Befragung zur Sache die Aussage 

(Prot. II S. 17 f.). 

E. Beweisgrundsätze 

1. Im Folgenden ist die Erstellung des Anklagesachverhaltes anhand der Be-

weismittel zu prüfen. Gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 

Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist 

bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass die einer straf-

baren Handlung beschuldigte Person unschuldig ist (BGE 137 IV 219 E. 7.3. mit 

Hinweisen; BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_617/ 2013 vom 

4. April 2014 E. 1.2.). Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürf-

tigkeit, d.h. der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und sub-

jektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (SCHMID, Handbuch StPO, 3. A., Zü-

rich 2017, N 216) und nicht der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38 

E. 2a). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter 

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nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes 

überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu 

unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat 

(BGE 138 V 74 E. 7; BGE 128 I 81 E. 2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

6B_212/2019 vom 15. Mai 2019 E. 1.3.2.; DO-

NATSCH/SCHWARZENEGGER/WOHLERS, Strafprozessrecht, Zürcher Grundrisse des 

Strafrechts, 2. A., Zürich Basel Genf 2014, § 2 11.2, S. 60 f.). Die Überzeugung 

des Richters muss auf einem verstandesmässig einleuchtenden Schluss beruhen 

und für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Urteil des Bundes-

gerichts 1P.474/2004 E. 2.2; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Straf-

prozessrecht, 6. A., Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.). Es liegt in der Natur der Sache, 

dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweis-

führung erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis 

über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abstrakte oder theoretische 

Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind 

(BGE 138 V 74 E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an 

der Schuld ausgeschlossen werden können. Hingegen darf ein Schuldspruch nie 

auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen (SCHMID, Handbuch, a.a.O., N 227 f.; Ur-

teil des Bundesgerichts 1P.474/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 2.2.). 

2. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher Umstände, die 

sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt 

der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben er-

folgten. Nach neueren Erkenntnissen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit der 

befragten Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kaum mehr 

Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine 

Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen, welche durch ei-

ne methodische Analyse ihres Inhaltes darauf zu überprüfen sind, ob die auf ein 

bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des 

Befragten entspringen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden 

kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien und um-

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gekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Dabei wird zu-

nächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, 

und erst wenn sich diese Annahme aufgrund der festgestellten Realitätskriterien 

nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem wirklich Erleb-

ten entspricht und wahr ist (BGE 133 I 33 E. 4.3. mit Hinweisen und Urteile des 

Bundesgerichts 6B_331/2020 vom 7. Juli 2020 E. 1.2.; 6B_95/2015, 

6B_112/2015, 6B_113/2015 vom 25. Januar 2016 E. 6.3. mit Hinweisen; 

RUCKSTUHL/DITTMANN/ARNOLD, Strafprozessrecht, Zürich Basel Genf 2011, § 9 N 

505). 

3. Auf die Argumente des Beschuldigten ist im Rahmen der nachstehenden Er-

wägungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, 

dass das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstel-

lung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung be-

rücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-

ken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 

sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 

IV 249 E. 1.3.1.; BGE 139 IV 179 E. 2.2.; BGE 138 IV 81 E. 2.2.; Urteile des Bun-

desgerichts 6B_770/2020 vom 25. November 2020 E. 1.3.2.; 6B_401/2015 vom 

16. Juli 2015 E. 1.1.; je mit weiteren Hinweisen). 

F. Allgemeine Glaubwürdigkeit der Beteiligten 

1. Die allgemeine Glaubwürdigkeit des Beschuldigten sowie des Mitbeschuldig-

ten D._____ wurde von der Vorinstanz unter Berücksichtigung der massgebenden 

Umstände zutreffend gewürdigt (Urk. 60 E. III.2.5.), weshalb vollumfänglich auf 

die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden kann. Wesentlich ist, dass 

die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen im Vordergrund steht. 

2.1. Die Glaubwürdigkeit des Privatklägers wird seitens des Beschuldigten (und 

des Mitbeschuldigten D._____) mehrfach in Frage gestellt: So wird vorgebracht, 

jener sei zwielichtig in zahlreiche Bareröffnungen und -schliessungen involviert, in 

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illegale Wettgeschäfte verwickelt, beschäftige Kellnerinnen schwarz und wolle 

durch seine Falschbezichtigungen der beiden Beschuldigten Versicherungsleis-

tungen erhältlich machen, zumal die Finanzierung des Lokals "E._____" unklar 

sei bzw. habe er nach dem ihm ausgeteilten Faustschlag seine Ehre wiederher-

stellen wollen (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 6; Urk. 5/1 S. 5; Urk. 50c S. 4 f.; Prot. I 

S. 16 u. 39; Prot. II S. 19). Als Motiv für eine Falschbezichtigung durch den Pri-

vatkläger verwies der Beschuldigte darauf, dass es sich um eine "Nationalitäten-

sache" – der Privatkläger sei Albaner und er und der Mitbeschuldigte D._____ 

seien Serben – handle und der Privatkläger sich an ihnen rächen wolle, weil er ihn 

geschlagen habe und der Mitbeschuldigte D._____ ihm (dem Privatkläger) allen-

falls Geld schulde (Urk. 4/2 S. 6; Urk. 5/1 S. 7 u. 14). Seitens der Verteidigung 

des Mitbeschuldigten D._____ wurde vorinstanzlich ferner geltend gemacht, dass 

hinter dem Raubvorwurf des Privatklägers eine Rachegeschichte zu vermuten sei, 

bei welcher es sich allerdings um eine Angelegenheit zwischen dem Privatkläger 

und dem Beschuldigten handle, mit welcher der neutral agierende Mitbeschuldigte 

D._____ nichts zu tun habe (Urk. 50c S. 5), während sie im Berufungsverfahren 

mutmasste, der Privatkläger sei aufgrund ausgebliebener Unterstützung durch 

den Mitbeschuldigten auch von diesem verärgert, enttäuscht und im Stolz verletzt 

worden (Urk. 80 S. 24).  

2.2. Hinsichtlich der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Privatklägers ist vorab zu 

beachten, dass er jeweils als Auskunftsperson einvernommen wurde (s. Urk. 6/1 

S. 1; Urk. 6/2 S. 1; Urk. 6/3 S. 1 f.; Urk. 6/4 S. 1 ff.), weshalb er nicht unter der 

Strafandrohung von Art. 307 StGB zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet 

wurde. Anlässlich der Einvernahmen wurde er indes gemäss Art. 181 Abs. 2 

StPO auf die Strafbarkeit einer falschen Anschuldigung, einer Irreführung der 

Rechtspflege und einer Begünstigung hingewiesen, was seine Glaubwürdigkeit 

tendenziell stärkt. Er hat im vorliegenden Verfahren nebst der Strafklage auch ei-

ne Zivilklage erhoben (Urk. 21/5). Auch wenn er die Höhe der Zivilforderung un-

beziffert liess (vgl. Urk. 21/5 bzw. Urk. 60 E. IX.2.), ist deshalb ein finanzielles In-

teresse an einer Verurteilung des Beschuldigten auszumachen, welche Interes-

senlage geeignet ist, seine Glaubwürdigkeit etwas zu beeinträchtigen. 

- 12 - 

2.3. Hinsichtlich der behaupteten Involvierung des Privatklägers in illegale (Wett-

) Geschäfte ist festzustellen, dass zumindest im Raum steht, dass auch der Be-

schuldigte und der Mitbeschuldigte D._____ daran beteiligt sein könnten und sich 

der Disput mit dem Privatkläger vor diesem Hintergrund ergeben haben könnte. 

Letztlich stehen indes die Schilderungen der beteiligten Personen zum anklagere-

levanten Geschehen am 29. Mai 2019 im Fokus. Gleiches hat auch in Bezug auf 

die weiteren, die Motivlage des Privatklägers betreffenden Argumente seitens des 

Beschuldigten bzw. des Mitbeschuldigten D._____ zu gelten. Da die Rolle des 

Privatklägers in dieser Vorgeschichte zwischen den beteiligten Parteien nicht 

ganz klar erscheint, sind seine Aussagen immerhin – auch aus diesem Grund – 

mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen (s. zur Motivlage des Privatklägers 

auch nachstehend bei der Würdigung seiner Aussagen unter E. G. 3.2. bzw. der-

jenigen des Beschuldigten unter G. 2.6. und des Mitbeschuldigten D._____ unter 

E. G.1.3.). 

3. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit von B._____ machen die Verteidigungen 

des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten D._____ geltend, diese sei einge-

schränkt, weil B._____ nicht nur die Freundin des Privatklägers sei, sondern 

überdies auch finanziell von ihm abhängig sei, weshalb sie auch deshalb die Aus-

sagen ihres Arbeitgebers bestätigen müsse (Urk. 73 S. 18; Urk. 80 S. 8). Diese 

Einwände sind geeignet, die Glaubwürdigkeit von B._____ etwas zu beeinträchti-

gen. Ferner ist zu beachten, dass sie jeweils als Auskunftsperson einvernommen 

wurde (s. Urk. 7/1 S. 1; Urk. 7/2 S. 1 f.; Urk. 7/5 S. 1 ff.), weshalb sie nicht unter 

der Strafandrohung von Art. 307 StGB zur wahrheitsgemässen Aussage verpflich-

tet wurde. Anlässlich der Einvernahmen wurde sie indes gemäss Art. 181 Abs. 2 

StPO auf die Strafbarkeit einer falschen Anschuldigung, einer Irreführung der 

Rechtspflege und einer Begünstigung hingewiesen, was ihre Glaubwürdigkeit 

tendenziell stärkt. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass sie im Verfahren des 

Mitbeschuldigten D._____ nebst der Strafklage auch eine Zivilklage erhoben hat 

(Urk. 21/8). Auch wenn sie die Höhe der Zivilforderung unbeziffert liess (vgl. 

Urk. 21/8 bzw. Verfahren DG200013: Urk. 58 E. VIII.3.), ist deshalb ein finanziel-

les Interesse an einer Verurteilung des Mitbeschuldigten D._____ auszumachen, 

welche Interessenlage geeignet ist, ihre Glaubwürdigkeit etwas zu beeinträchti-

- 13 - 

gen. Insgesamt rechtfertigt es sich, ihre Aussagen mit einer gewissen Zurückhal-

tung zu würdigen. Letztlich steht aber die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen im Zent-

rum. 

4. Hinsichtlich der allgemeinen Glaubwürdigkeit von F._____ ist festzuhalten, 

dass er als Zeuge einvernommen wurde und unter der strengen Strafandrohung 

von Art. 307 StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet war (vgl. Urk. 8/1 

S. 1 ff.). Dieser Umstand vermag seiner Glaubwürdigkeit Vorschub zu leisten. 

Überdies waren ihm bis zum anklagegegenständlichen Vorfall weder der Be-

schuldigte und der Mitbeschuldigte D._____ noch der Privatkläger oder B._____ 

bekannt. Auch beim Zeugen F._____ steht letztlich die Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen im Vordergrund. 

G. Würdigung 

1. Aussagen des Mitbeschuldigten D._____ 

1.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Mitbe-

schuldigten D._____ zusammenfassend und zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 

E. III.3.3.1.-3.3.5.). Darauf kann vorab verwiesen werden. Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung verweigerte der Mitbeschuldigte D._____ wie bereits erwähnt 

bei der Befragung zur Sache die Aussage (Prot. II S. 18). 

1.2. Während er im Rahmen seiner ersten beiden Einvernahmen noch davon 

sprach, alleine beim Privatkläger vorbei gegangen zu sein, wobei unvermittelt ei-

ne ihm unbekannte Drittperson aufgetaucht sei und mit dem Privatkläger zu strei-

ten begonnen habe, woraufhin er das Lokal unverzüglich verlassen habe (Urk. 3/1 

S. 3 ff.; Urk. 3/2 S. 5 ff.), räumte der Mitbeschuldigte D._____ ab seiner dritten 

Einvernahme ein, mit dem Beschuldigten beim Privatkläger gewesen zu sein 

(Urk. 3/3 S. 2 ff.). Dieses uneinheitliche Aussageverhalten des Mitbeschuldigten 

D._____ zu den damals anwesenden Personen ist sehr auffällig und vermag auch 

erhebliche Zweifel an seiner übrigen Sachdarstellung zu wecken.  

1.3. Im Übrigen ist auch auffällig, dass der Mitbeschuldigte D._____ auf Fragen 

zum konkreten Geschehen ausweichend antwortet und stattdessen seinen Fokus 

- 14 - 

auf allgemeine Diskreditierungen des Privatklägers bzw. dessen angeblich ag-

gressives Verhalten gegenüber dem Beschuldigten und ihm legt. So machte er 

anlässlich mehrerer Einvernahmen u.a. wortreiche Ausführungen zur Involvierung 

des Privatklägers in illegale Wettgeschäfte und Schwarzarbeit von nichtangemel-

deten Ausländerinnen aus dem Balkan sowie zu anderen Vorfällen, in denen der 

Privatkläger gegenüber anderen Leuten angeblich betrügerische Machenschaften 

angewendet gehabt hätte, und er (der Privatkläger) B._____ bezahlt hätte, um 

gegen ihn (den Mitbeschuldigten D._____) auszusagen oder dass er Lügen er-

zähle, weil er vielleicht krank sei (Urk. 3/3 S. 3 ff.; Urk. 3/4 S. 3 f.; Urk. 3/5 S. 3; 

Urk. 5/1 S. 13; Prot. I S. 29 u. 35 f.). Gleichzeitig diskreditierte der Mitbeschuldigte 

D._____ B._____, indem er vorbringt, sie sei aufgrund ihrer Schwarzanstellung 

gezwungen zu lügen bzw. sei sie vom Privatkläger entsprechend instruiert worden 

(Prot. I S. 35). Dieses Aussageverhalten des Mitbeschuldigten D._____ nährt – 

unter Mitberücksichtigung seiner übrigen Aussagen – den Verdacht, dass er die 

Untersuchungs- und Gerichtsbehörden insbesondere deshalb von einem schlech-

ten Charakter der Privatklägers bzw. den Sachzwängen von B._____ zu überzeu-

gen versucht, um von eigenem (Fehl-)Verhalten abzulenken.  

1.4. Besonders unglaubhaft erweist sich der Umstand, dass der Mitbeschuldigte 

D._____ im Laufe seiner Befragungen die Anzahl Schläge, welche vom Beschul-

digten gegenüber dem Privatkläger ausgeteilt worden seien, relativiert. Während 

er zuerst noch davon sprach, dass sich der Beschuldigte und der Privatkläger ge-

schlagen hätten und die Schlägerei 2 ½ Minuten gedauert habe (Urk. 3/3 S. 5), 

gab er später im Vorverfahren an, nicht mehr zu wissen, ob der Beschuldigte dem 

Privatkläger lediglich einen Schlag, mehrere Schläge oder gar keinen Schlag er-

teilt habe (Urk. 5/1 S. 11 ff.), woraufhin er sich im Rahmen der Gerichtsverfahren 

schliesslich auf lediglich einen vom Beschuldigten ausgehenden Schlag festlegte 

(Prot. I S. 24 f.). Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz 

(Urk. 60 E. III.4.5.) ist evident, dass der Mitbeschuldigte D._____ seine Aussagen 

fliessend an die jeweils vorliegenden Untersuchungsergebnisse und insbesondere 

an die Aussagen des erst einige Zeit später verhafteten Beschuldigten, welcher 

konstant von einem von ihm gegen den Privatkläger ausgeteilten Schlag sprach 

- 15 - 

(s. nachstehen unter E. 2.2.), anpasste. Damit erweisen sich diese Aussagen des 

Mitbeschuldigten D._____ nicht als schlüssig. 

1.5. Konstant sagte der Mitbeschuldigte D._____ demgegenüber aus, dass er 

B._____ nicht habe schlagen, sondern vor der Schlägerei der anderen beiden Be-

teiligten habe schützen wollen, wobei er sie an ihrer Bluse gezogen und sie un-

gewollt im Gesicht getroffen habe (Urk. 3/3 S. 5 u. 9; Urk. 3/4 S. 5; Urk. 5/1 S. 11; 

Prot. I S. 24 ff.). Vor dem Hintergrund, dass sich gemäss seinen Angaben die 

Schlägerei zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger abgespielt habe, 

erscheint das vom Mitbeschuldigten D._____ angeblich ausschliesslich zum 

Schutze von B._____ erfolgte Eingreifen übertrieben, auch wenn sich seine dies-

bezügliche Sachdarstellung nicht als vollends abwegig erweist. 

1.6. Die Aussagen des Mitbeschuldigten D._____ zum angeklagten Raub bzw. 

dem Herausverlangen und der Wegnahme von Vermögenswerten von Seiten des 

Privatklägers sowie zur Existenz und zum Einsatz eines Messers erweisen sich 

schliesslich als wenig ergiebig, zumal er die entsprechenden Vorwürfe von sich 

weist, ohne dazu einlässlichere Ausführungen zu machen (Urk. 3/3 S. 6 ff.; Urk. 

3/4 S. 2 ff.; Urk. 3/5 S. 9; Urk. 3/6 S. 2 f.; Urk. 5/1 S. 4 u. 14; Prot. I S. 24 ff.). 

1.7. Der Mitbeschuldigte D._____ verneinte ferner dezidiert, Schulden gegen-

über dem Privatkläger zu haben bzw. damals gehabt zu haben (Urk. 3/3 S. 10; 

Urk. 5/1 S. 11; Prot. I S. 35), was den klaren Ausführungen des Beschuldigten wi-

derspricht (s. nachstehend unter E. 2.5.). Dieses Aussageverhalten vermag weite-

re Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Mitbeschuldigten D._____ zu 

erwecken. 

1.8. Auffällig erscheint des Weiteren, dass der Mitbeschuldigte D._____ ausführ-

te, dass sich der Beschuldigte und der Privatkläger am Schluss noch die Hand 

gereicht hätten und der Streit somit für beendet erklärt worden sei (Urk. 5/1 S. 

11), welche Aussage im übrigen Beweisergebnis – und insbesondere auch in den 

Aussagen des Beschuldigten, welcher davon sprach, das Lokal nach dem ausge-

teilten Faustschlag unverzüglich verlassen zu haben (Urk. 5/1 S. 8) – keinerlei 

Stütze findet.  

- 16 - 

1.9.  Die Aussagen des Mitbeschuldigten D._____ erweisen sich aufgrund der 

gemachten Erwägungen als uneinheitlich, mehrheitlich ausweichend, den Vorfall 

offensichtlich beschönigend und deshalb – entgegen den Vorbringen der Verteidi-

gung (Urk. 73 S. 7) – insgesamt als wenig überzeugend bzw. in weiten Teilen un-

glaubhaft. 

2. Aussagen des Beschuldigten 

2.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Beschul-

digten zusammenfassend und zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 E. III.3.2.1.-

3.2.4.). Darauf kann vorab verwiesen werden. Anlässlich der Berufungsverhand-

lung verweigerte, wie bereits erwähnt, auch der Beschuldigte bei der Befragung 

zur Sache die Aussage (Prot. II S. 17 f.). 

2.2. Einheitlich gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass der Privatkläger den Mit-

beschuldigten D._____ am besagten Abend am Kragen gepackt habe, um seiner 

Geldforderung Nachdruck zu verleihen (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 5/1 S. 3 u. 6) und er 

zwischen dem Privatkläger und dem Mitbeschuldigten D._____ habe schlichten 

wollen, woraufhin er vom Privatkläger angeherrscht und schliesslich auf die Un-

terarme geschlagen worden sei (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 3; Urk. 5/1 S. 3 f. u. 6; 

Prot. I S. 16). Konstant und widerspruchsfrei sagte der Beschuldigte ferner aus, 

dem Privatkläger daraufhin – aus Angst bzw. Notwehr – einen Faustschlag ins 

Gesicht versetzt zu haben (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 6 u. 10; Urk. 5/1 S. 3 f., 6 u. 

8; Prot. I S. 11 ff.). Weitere vom Privatkläger ausgehende Tätlichkeiten im Sinne 

einer wechselseitigen Schlägerei, wie dies von der Verteidigung vorgebracht wird 

(Urk. 73 S. 14), werden allerdings vom Beschuldigten selbst nicht geschildert. 

2.3. Wie der Mitbeschuldigte D._____ gab auch der Beschuldigte des Weiteren 

konstant zu Protokoll, nichts vom angeklagten Raub bzw. dem Herausverlangen 

und der Wegnahme von Vermögenswerten von Seiten des Privatklägers sowie 

von der Existenz bzw. dem Einsatz eines Messers zu wissen (Urk. 4/1 S. 3 f.; Urk. 

4/2 S. 3 ff.; Urk. 5/1 S. 3 ff.; Prot. I S. 11 ff.), woraus sich nichts Belastendes ablei-

ten lässt. 

- 17 - 

2.4. Auch zu den angeklagten durch den Mitbeschuldigten D._____ angeblich zu 

Ungunsten von B._____ vorgenommenen physischen Einwirkungen konnte der 

Beschuldigte keine Angaben machen bzw. hielt er konstant fest, nichts Entspre-

chendes beobachtet zu haben (Urk. 4/1 S. 4; Urk. 5/1 S. 8; Prot. I S. 12). Auch 

diese Ausführungen erweisen sich als nicht unglaubhaft und vermögen den An-

klagesachverhalt diesbezüglich nicht zu stützen. 

2.5. Auffällig erscheint demgegenüber, dass der Beschuldigte nicht nur einheit-

lich ausführte, dass der Mitbeschuldigte D._____ dem Privatkläger Geld geschul-

det habe, sondern auch konstant zu Protokoll gab, dass der Mitbeschuldigte 

D._____ deren Bestand anlässlich des in Frage stehenden Treffens vom 29. Mai 

2019 auch eingeräumt habe (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 5/1 S. 3), welcher Umstand vom 

Mitbeschuldigten D._____ wiederum dezidiert und konstant in Abrede gestellt wird 

(Urk. 3/3 S. 10; Urk. 5/1 S. 11; Prot. I S. 35). Vielmehr sollten laut dem Mitbe-

schuldigten D._____ am besagten Abend Wettgeschäfte insbesondere zwischen 

dem Privatkläger und dem Beschuldigten besprochen werden (Urk. 3/3 S. 4 f.). 

Aus diesen Erwägungen folgt unweigerlich, dass zumindest eine der jeweiligen 

Versionen der beiden beteiligten Beschuldigten D._____ und A._____, was den 

Anlass für den Disput mit dem Privatkläger darstellte, unwahr ist. Auch machte – 

wie bereits erwähnt (s. vorstehend unter E. 1.8.) – der Beschuldigte im Gegensatz 

zum Mitbeschuldigten D._____ (vgl. 5/1 S. 11) keine Angaben darüber, dass er 

(der Beschuldigte) und der Privatkläger sich nach der physischen Auseinander-

setzung die Hand gereicht hätten (z.B. in Urk. 5/1 S. 8), was aufgrund des Ge-

samtzusammenhangs eher die entsprechende Sachdarstellung des Beschuldig-

ten zu stärken vermag als diejenige des Mitbeschuldigten D._____. 

2.6. Ferner fällt auf, dass der Beschuldigte versucht, die Glaubwürdigkeit von 

B._____ mit der Behauptung zu diskreditieren, dass jene schwarz für den Privat-

kläger gearbeitet habe (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 5/1 S. 5) bzw. die Glaubwürdigkeit des 

Privatklägers dadurch beeinträchtigt sieht, dass dieser in illegale Geschäfte invol-

viert sei und durch seine Behauptungen zu Unrecht Versicherungsgelder kassie-

ren wolle (Urk. 4/2 S. 6; Prot. I S. 16). Als Motiv für eine Falschbezichtigung durch 

den Privatkläger verwies der Beschuldigte darauf, dass es sich um eine "Nationa-

- 18 - 

litätensache" – der Privatkläger sei Albaner und die beiden Beschuldigten seien 

Serben – handle und der Privatkläger sich an den beiden Beschuldigten rächen 

wolle, weil er ihn geschlagen habe und der Mitbeschuldigte D._____ ihm (dem 

Privatkläger) allenfalls Geld schulde (Urk. 4/2 S. 6; Urk. 5/1 S. 7 u. 14). Diese 

Aussagen sind nicht als unglaubhaft einzustufen, auch wenn die vom Beschuldig-

ten vorgebrachten Diskreditierungen insbesondere aufgrund ihrer Heftigkeit und 

Vielfältigkeit auffällig erscheinen, weshalb nicht ausgeschlossen werden kann, 

dass er dadurch von eigenem Fehlverhalten abzulenken versucht. 

2.7. Gesamthaft erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten nach dem Ge-

sagten als mehrheitlich konstant und widerspruchsfrei und deshalb durchaus 

glaubhaft, wobei allerdings die heftigen und vielfältigen Diskreditierungen des Pri-

vatklägers und von B._____ auffällig erscheinen. Wesentliche Widersprüche zur 

Sachdarstellung des Mitbeschuldigten D._____ sind indes hinsichtlich des Anlas-

ses wie auch der Beendigung des Disputes mit dem Privatkläger festzustellen. 

Schliesslich lassen sich die Ausführungen des Beschuldigten – worauf noch ein-

zugehen sein wird – mit dem übrigen Beweisergebnis – insbesondere dem Ver-

letzungsbild des Privatklägers – nicht in Einklang bringen. 

3. Aussagen des Privatklägers  

3.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Privatklä-

gers zusammenfassend und zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 E. III.3.4.1.-

3.4.3.). Darauf kann vorab verwiesen werden.  

3.2. Einleitend ist zu vermerken (s. dazu auch vorstehend unter E. F.2.3.), dass 

die Beantwortung der Frage, wer der drei anwesenden Männer inwiefern in illega-

le Wettgeschäfte verwickelt war und wie sich die Vorgeschichte zwischen ihnen 

genau gestaltet hat, vorliegend offen bleiben kann, zumal sie für die Erstellung 

des anklagerelevanten Sachverhaltes – entgegen den Vorbringen der Verteidige-

rinnen (Urk. 73 S. 13; Urk. 80 S. 4) – letztlich von untergeordneter Relevanz ist. 

Rechtsgenügend erstellt ist jedenfalls, dass zwischen dem Privatkläger einerseits 

und dem Beschuldigten sowie dem Mitbeschuldigten D._____ andererseits eine 

Vorgeschichte im Zusammenhang mit illegalen Wettgeschäften und/oder – allen-

- 19 - 

falls damit in Zusammenhang stehender – Schulden bestand, woraus sich am an-

klagerelevanten Abend eine nicht lediglich verbal ausgeführte Auseinanderset-

zung zwischen dem Privatkläger einerseits und den beiden weiteren daran betei-

ligten Männern andererseits ergab. Den diesbezüglichen Unwägbarkeiten in der 

Interessenlage des Privatklägers wird vorliegend damit Rechnung getragen, dass 

seine Glaubwürdigkeit etwas herabgesetzt eingestuft wurde und seine Aussagen 

vorliegend mit einer gewissen Zurückhaltung gewürdigt werden (s. auch vorste-

hend unter E. F.2.3.).  

3.3. Die Aussagen des Privatklägers erweisen sich als mehrheitlich konstant so-

wie widerspruchsfrei. Sie überzeugen insbesondere auch durch die detailreichen 

Schilderungen, welche den von ihm geschilderten Ablauf des Abends als erlebbar 

und damit lebensnah erscheinen lassen. So gab er zum Anlass des Disputes mit 

dem Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten D._____ und zum in diesem Zu-

sammenhang geführten Wortwechsel einheitlich zu Protokoll, dass ihm der Mitbe-

schuldigte D._____ Geld im Betrag von Fr. 490.– geschuldet habe (Urk. 6/2 

S. 3 f.; Urk. 6/3 S. 3; Urk. 6/4 S. 4) und er ihn am besagten Abend – in Überein-

stimmung mit den Angaben des Beschuldigten (s. vorstehend unter E. 2.5.) – auf-

gefordert habe, die Geldschuld zu begleichen (Urk. 6/2 S. 4; Urk. 6/3 S. 3; Urk. 

6/4 S. 4). Der Einwand, wonach kein vernünftiger Mensch einem Kollegen, den er 

kaum kennen würde, nahezu Fr. 500.– leihen würde (Urk. 50c S. 8; Urk. 73 S. 8), 

geht bereits vor dem Hintergrund dieser übereinstimmenden Aussagen des Be-

schuldigten und des Privatklägers fehl. Ausserdem fügen sich die Umstände, 

dass der Mitbeschuldigte D._____ am besagten Abend den Beschuldigten – quasi 

als Verstärkung – mit sich nahm und dass der Beschuldigte erst anlässlich der 

Konfrontationseinvernahme mit dem Mitbeschuldigten D._____ in offensichtlicher 

Angleichung an dessen Aussagen ausführte, dass es sein könne, dass gar keine 

Geldschulden bestanden haben könnten (Urk. 5/1 S. 6), überzeugend in dieses 

Beweisergebnis ein. Der Einwand der Verteidigung des Mitbeschuldigten D._____ 

(Urk. 50c S. 10; Urk. 80 S. 15), dass der Privatkläger in seiner letzten staatsan-

waltlichen Einvernahme ausgesagt habe, dass sie nicht über die Geldschulden 

sondern lediglich über die angeblichen Beleidigungen durch ihn gesprochen hät-

ten (Urk. 6/4 S. 7), vermag auch vor diesem Hintergrund nicht zu überzeugen. 

- 20 - 

Konstant führte der Privatkläger ferner aus, dass ihn der Beschuldigte daraufhin 

angeherrscht habe, dass er (der Privatkläger) ihn zu Unrecht als Betrüger be-

zeichnet haben soll, was im Zusammenhang mit Äusserungen des Privatklägers 

hinsichtlich manipulierter Wettgeschäfte im Fussball gestanden sein soll (Urk. 6/2 

S. 5; Urk. 6/3 S. 4 u. 8 ff.; Urk. 6/4 S. 5 u. 7). Der Privatkläger stellte auch kon-

stant in Abrede, entsprechende Äusserungen getätigt zu haben, weil ihn solche 

Betrügereien nicht interessieren würden (Urk. 6/2 S. 5; Urk. 6/3 S. 4 u. 10; Urk. 

6/4 S. 5 u. 7). Aus den glaubhaften Ausführungen des Privatklägers ergibt sich 

ferner, dass er durch die Schläge und Drohungen davor abgeschreckt werden 

sollte, den Beschuldigten weiterhin als Betrüger zu bezeichnen bzw. dadurch sei-

ne Opposition gegenüber dem Verhalten des Mitbeschuldigten D._____, welcher 

B._____ mittels Handzeichen Anweisungen gegeben habe, unterbunden werden 

sollte (Urk. 6/2 S. 8; Urk. 6/3 S. 4; Urk. 6/4 S. 5). Eindrücklich schilderte der Pri-

vatkläger überdies, dass der Beschuldigte schliesslich auf Serbisch damit gedroht 

habe, ihn abzuschlachten (Urk. 6/3 S. 13) bzw. ihn umzubringen, indem er ihm die 

Kehle durchschneiden würde (Urk. 6/4 S. 5). 

3.4. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Schilderungen des Privatklägers 

auch gewisse, teilweise nicht unerhebliche Widersprüchlichkeiten aufweisen. Be-

sonders deutlich wird dies hinsichtlich der Anzahl Schläge, welche ihm durch den 

Beschuldigten erteilt worden sein sollen: So führte er vorerst aus, "vielleicht 50 

Schläge" kassiert zu haben (Urk. 6/2 S. 5), bevor er von "sehr, sehr viele[n]" 

Schlägen, ohne deren Anzahl beziffern zu können (Urk. 6/3 S. 6), und schliesslich 

von "60-80" Schlägen (Urk. 6/4 S. 7) berichtete. Vor dem Hintergrund des übrigen 

Beweisergebnisses und da insbesondere des Ärztlichen Berichtes (Urk. 20/5), der 

Fotos des Privatklägers mit seinen Kopfverletzungen (Urk. 1/4 S. 3 u. 4) und der 

Aussagen von B._____ (s. nachstehend unter E. 4.2.) ist zwar durchaus von meh-

reren Schlägen auszugehen. Allerdings scheint die Zahl von 50 – oder mehr – 

Schlägen doch als erheblich hochgegriffen, zumal die Verletzungen diesfalls, wie 

die Verteidigung zutreffend ausführt (Urk. 73 S. 6), weitreichender als in den Ärzt-

lichen Unterlagen ausgewiesen ausgefallen sein dürften: Gemäss den Ärztlichen 

Berichten wies der Privatkläger ein Hämatom am Auge sowie Verletzungen im 

Bereich des Hinterkopfs auf. Ferner wurde bei ihm ein leichtes Schädelhirntrauma 

- 21 - 

diagnostiziert (Urk. 20/5). Gestützt auf die erörterten ärztlichen Belege, die Foto-

grafien und die glaubhaften Angaben von B._____ – wonach der Privatkläger 

"mehrfach" (Urk. 7/1 S. 2) bzw. mittels "sehr vielen Schläge[n]" (Urk. 7/2 S. 5) ge-

schlagen worden sei bzw. dass es "zahlreiche Schläge" gewesen seien bzw. sie 

nicht wisse, wie viele es gewesen seien, es jedenfalls nicht nur 5-6 Schläge ge-

wesen seien, an welche man sich hätte erinnern können (Urk. 7/5 S. 8) – erweist 

sich die Annahme von mindestens 6 Schlägen, welche der Beschuldigte gegen-

über dem Privatkläger ausführte, im Rahmen einer noch eher zurückhaltenden 

Beweiswürdigung als erstellt. Es rechtfertigt sich deshalb, von dieser (Mindest-

)Anzahl auszugehen. So oder anders ausgeschlossen ist bei diesem Beweiser-

gebnis, dass vom Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger – wie von ersterem 

geltend gemacht – lediglich ein Faustschlag erfolgte. Die Darstellung der Verteidi-

gung, wonach die Verletzungen des Privatklägers kausal mit dem einen Faust-

schlag des Beschuldigten erklärbar seien, wenn der Privatkläger nach dem 

Faustschlag im Bereich des Auges bzw. Jochbeins mit dem Kopf gegen die Wand 

geschlagen habe, oder mittels eines Umkippens auf dem Boden nach hinten oder 

auf das Sofa gefallen sei (vgl. Prot. I S. 42; Urk. 73 S. 6 u. 9; Urk. 80 S. 21), er-

weisen sich bei diesem Beweisergebnis und insbesondere auch anhand der Ärzt-

lichen Berichte und Fotos als nicht plausibel und erscheint deshalb unglaubhaft. 

Dem Vorbringen, dass die klinische Reinheit am Tatort ohne Blutspuren zwingend 

gegen das Vorliegen mehrerer Schläge spreche, kann nicht gefolgt werden und 

vermag am Beweisergebnis nichts zu ändern (Prot. I S. 40, 42, 43 u. 48; Urk. 73 

S. 10, 19 u. 20). Und die Argumentation, dass beim Beschuldigten kein Abrieb an 

den Handknochen oder den Fingerkuppen gegeben war (Urk. 73 S. 6), überzeugt 

schon aufgrund des Umstands nicht, dass der Beschuldigte selber einen Schlag 

eingestanden hat. Abgesehen von seinen Ausführungen zur Anzahl der ihm ver-

abreichten Schläge sind im Aussageverhalten des Privatklägers im Weiteren kei-

ne Übertreibungen festzustellen, welche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner 

Ausführungen aufkommen lassen würden.  

3.5. Uneinheitlich sind indes die Angaben des Privatklägers, ob er auch vom Mit-

beschuldigten D._____ geschlagen worden sei (entsprechend der Einwand der 

Verteidigung des Mitbeschuldigten D._____: vgl. Urk. 50c S. 10 f.; Urk. 80 S. 17): 

- 22 - 

Während dies in seiner tatnäheren polizeilichen Einvernahme keine Erwähnung 

fand und er ausführte, vom Beschuldigten geschlagen worden zu sein, gab er in 

den späteren Einvernahmen jeweils zu Protokoll, auch 2 bis 3 Mal vom Mitbe-

schuldigten D._____ mit der Faust geschlagen worden zu sein (Urk. 6/3 S. 5 f.; 

Urk. 6/4 S. 7). Diese Uneinheitlichkeit erscheint letztlich dadurch erklärbar, dass 

die vom Beschuldigten ausgehenden Gewalttätigkeiten für den Privatkläger klar – 

und nachvollziehbar – im Vordergrund standen und anlässlich der ersten Einver-

nahme auch seitens der befragenden Person thematisiert wurden. Die Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen des Privatklägers wird dadurch nicht massgeblich einge-

schränkt.  

3.6. Im Übrigen ergeben sich aus dem Aussageverhalten des Privatklägers we-

der Übertreibungen noch ins Gewicht fallende Widersprüche: Dies gilt auch für 

das angebliche vom Privatkläger geschilderte Verhalten des Mitbeschuldigten 

D._____ in Bezug auf B._____: Der Mitbeschuldigte D._____ habe der auf dem 

Sofa neben dem Privatkläger sitzenden B._____ mit einer Handbewegung bedeu-

tet, den Platz freizugeben (Urk. 6/2 S. 4 f.). Später habe er sie wieder "befehlsha-

berisch" zu ihnen gewunken (Urk. 6/2 S. 5) – was die Verteidigungen geflissent-

lich zu erwähnen unterlassen (vgl. Urk. 50c S. 7 f.; Urk. 73 S. 11; Urk. 80 S. 12) – 

weshalb sich daraus auch in den späteren Aussagen des Privatklägers (Urk. 6/3 

S. 8 ff.; Urk. 6/4 S. 5) keine Widersprüche ergeben. Auch aus dem Umstand, dass 

der Privatkläger schilderte, der Mitbeschuldigte D._____ habe B._____ zu sich 

her gewunken, lässt sich nicht schliessen, dass sie aufgrund dieses Umstands zu 

den drei Männern herkam und nicht etwa erst, um den Privatkläger aufgrund der 

Auseinandersetzung mit den beiden beschuldigten Personen zu unterstützen, 

zumal sich bereits in den Schilderungen des Privatklägers unmissverständlich wi-

derspiegelt, dass diese Geschehensabläufe ineinander flossen (Urk. 6/2 S. 5; Urk. 

6/3 S. 10; Urk. 6/4 S. 5 u. 15). 

3.7. Auch die vom Privatkläger teils unterschiedlich geschilderten Körperpositio-

nen im Laufe des Angriffs durch die beiden Beschuldigten (z.B. Urk. 6/2 S. 6; 

Urk. 6/3 S. 6; Urk. 6/4 S. 16) vermögen entgegen den Vorbringen der Verteidi-

gungen (Urk. 73 S. 10; Urk. 80 S. 14) an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

- 23 - 

nichts zu ändern, zumal sehr plausibel erscheint, dass er sich im Laufe des dy-

namischen Handlungsgeschehens in seiner Defensivposition ständig in Bewe-

gung und damit auch teilweise noch auf dem Sofa und teilweise bereits auf dem 

Boden befand. 

3.8. Bezüglich des Vorwurfs des Messereinsatzes wird vorgebracht, im Notruf 

habe der Privatkläger einen solchen nicht erwähnt, obwohl dies gegebenenfalls 

ein bedeutender Umstand gewesen wäre (Urk. 73 S. 13). Dem ist anzufügen, 

dass der Privatkläger in der ersten durchgeführten polizeilichen Einvernahme den 

Messereinsatz auch nicht von vornherein ansprach (Urk. 6/2 S. 5 f.). Gefragt da-

nach, ob die Täter beim Schlagen eine Waffe oder einen gefährlichen Gegen-

stand getragen hätten, sagte der Privatkläger aber aus: "Ja. Der Unbekannte 

[gemeint ist damit der Beschuldigte] wollte ja Geld von mir. Er wollte mir in die Ta-

schen greifen, was ich nicht zuliess. Er sagte dann zu D._____ [dem Mitbeschul-

digten], gib mir das Messer, damit ich ihn hier an dieser Stelle töten kann. 

D._____ gab ihm das Messer." Dieses Aussageverhalten kann nur so interpretiert 

werden, dass der Messereinsatz für den Privatkläger im ganzen dynamischen 

Geschehen mit den Schlägen, dem Fluchen und der Suche nach Geld tatsächlich 

keine herausragende Rolle gespielt haben muss. Bei einer falschen Anschuldi-

gung hätte er in der zitierten Aussage jedenfalls nicht derart nebenbei und mit 

dem weiteren Sachverhalt verwoben erstmals von einem Messer gesprochen. 

Von einem, wie die Verteidigung des Mitbeschuldigten D._____ vorbringt (Urk. 80 

S. 11), auffälligen strategischen Vorgehen des strafuntersuchungserfahrenen Pri-

vatklägers, um sich als Opfer einer erheblichen Straftat darzustellen, kann bei 

diesem Ablauf zudem auch nicht gesprochen werden. 

  

- 24 - 

3.9. Ferner wird eingewandt, der Privatkläger widerspreche sich hinsichtlich des 

Messereinsatzes. Unlogisch und widersprüchlich sei seine Aussage, wonach der 

Beschuldigte das Messer in der rechten Hand gehalten und ebenfalls mit der 

rechten Hand geschlagen habe sowie gleichzeitig noch mit beiden Händen die 

Taschen des Privatklägers durchsucht haben soll oder diesen am Kragen gehal-

ten haben soll. Des Weiteren äussere er sich unterschiedlich präzise zur Art des 

Messers und widerspreche er sich bei der Frage nach dem Zeitpunkt der Betäti-

gung des Öffnungsmechanismus des Messers (Urk. 50c S. 13 ff.; Prot. I S. 45; 

Urk. 73 S. 12; Urk. 80 S. 13 f.), auf welche Einwände einzugehen ist: Gleichblei-

bend sagte der Privatkläger aus, der Mitbeschuldigte D._____ habe dem Be-

schuldigten auf dessen Verlangen hin das Messer überreicht (Urk. 6/2 S. 6; Urk. 

6/3 S. 4 u.10 f.; Urk. 6/4 S. 5 u. 8). Ob nun der Beschuldigte das Messer bei der 

Entgegennahme geöffnet habe (Urk. 6/2 S. 6 f.; Urk. 6/4 S. 9) oder es der Mitbe-

schuldigte D._____ unmittelbar vor der Übergabe an erstgenannten bereits geöff-

net haben soll (Urk. 6/3 S. 11), stellt keinen ins Gewicht fallenden Widerspruch 

dar, zumal dieses Geschehen durch die daraufhin gegenüber ihm mit dem offe-

nem Messer erfolgten Stichbewegungen emotional überlagert worden sein dürfte. 

Zudem beschrieb der Privatkläger das zum Einsatz gekommene Messer detailliert 

und glaubhaft, ohne anlässlich der verschiedenen Einvernahmen in schemenhafte 

Wiederholungen zu verfallen: Das Messer sei schwarz gewesen, auch dessen 

Klinge, wobei die Klinge fast gleich breit wie der Griff gewesen sei und über keine 

Zacken verfügt habe, wobei er es als grösser beschrieb als ein Schweizer Ta-

schenmesser (Urk. 6/2 S. 7; Urk. 6/3 S. 11; Urk. 6/4 S. 9). In den Aussagen des 

Privatklägers, wonach der Beschuldigte sowohl die Faustschläge mit der rechten 

Hand wie auch die Stichbewegungen mit dem Messer ausgeführt habe (Urk. 6/2 

S. 7; Urk. 6/3 S. 11 f.) bzw. ihn auf Brusthöhe an der Jacke festgehalten habe 

(Urk. 6/2 S. 7) und mit beiden Händen seine Hosentaschen durchsucht haben soll 

(Urk. 6/4 S. 16), ist ferner kein Widerspruch auszumachen, zumal sich aus seinen 

Schilderungen zweifelsfrei ergibt, dass das Durchsuchen der Taschen bzw. das 

Schlagen und die Bedrohung mit dem Messer nacheinander erfolgten (Urk. 6/3 S. 

4; Urk. 6/4 S. 5 u. 10) und sich das Messer im Zeitpunkt des Untersuchens der 

Taschen beim Mitbeschuldigten D._____ befand (vgl. Urk. 6/4 S. 16), wobei der 

- 25 - 

Privatkläger glaubhaft schilderte, das Geld insbesondere unter dem Eindruck der 

Bedrohung mit dem Messer selbst aus seinen Hosentaschen hervorgeholt zu ha-

ben (Urk. 6/2 S. 6 f.). 

3.10.  Weiter werden diverse Widersprüche betreffend die Aussagen des Privat-

klägers zur schwarzen Umhängetasche vorgebracht. Einerseits habe sich der Pri-

vatkläger bezüglich des Inhalts der Umhängetasche (einmal alle Wertsachen, 

einmal bloss das Euro-Bargeld) sowie bezüglich der Person widersprochen, wel-

che die Umhängetasche durchsucht habe (Urk. 73 S. 12). Die genannten Wider-

sprüche finden sich in den Aussagen des Privatklägers allerdings nicht. Der Pri-

vatkläger erklärte stets den Beschuldigten als aktiv handelnd und den Mitbeschul-

digten als verbal beteiligt (dieser habe den Beschuldigten aufgefordert, auch die 

Bankkarten zu entwenden), während der Inhalt der Umhängetasche stets mit Eu-

ros, mazedonischer Dinars und Bankkarten beschrieben wurde, wovon nur erste-

res entwendet worden sei (vgl. Urk. 6/2 S. 8; Urk. 6/3 S. 5; Urk. 6/4 S. 6). Ob sich 

die Umhängetasche, welche der Privatkläger erwähnte, auf dem Tisch (Urk. 6/3 

S. 5) oder neben dem Tisch mit vier Stühlen über dem Stuhl hängend (Urk. 6/4 S. 

15) oder "auf einem Sitzplatz" (Urk. 6/4 S. 5 f.) befunden habe, wo sie die beiden 

beschuldigten Personen auf dem Weg nach draussen gesehen hatten (Urk. 6/4 

S. 11; vgl. auch Fotodokumentation des Innenraums des Clubs: Urk. 1/4 S. 1), be-

trifft – vor dem Hintergrund des Gesamtablaufes – ebenfalls einen Nebenpunkt, 

welcher die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers – entgegen der An-

sicht der Verteidigung des Mitbeschuldigten D._____ (Urk. 50c S. 17; Urk. 80 

S. 15) – nicht massgeblich zu beeinträchtigen vermag. Das Gleiche gilt schliess-

lich für die zwischenzeitliche Angabe des Privatklägers, dass er am Tisch geses-

sen sei (Urk. 80 S. 15). Diesbezüglich ist denn auch zu vermuten, dass er dort 

sass, als er die Tasche dort deponierte und nicht im Augenblick, als die Tasche 

von den beiden beschuldigten Personen behändigt wurde, stellte er doch kurz da-

rauf klar, dass er sich in jenem Zeitpunkt auf dem Sofa befand (Urk. 6/4 S. 15).  

3.11.  Im Widerspruch zu den Angaben des Zeugen F._____, welcher sich an-

lässlich seiner Einvernahme an die Angabe dreier gestohlener Mobiltelefone 

durch den Privatkläger zu erinnern vermochte (Urk. 8/1 S. 3), bezifferte der Pri-

- 26 - 

vatkläger die Anzahl der gestohlenen Mobiltelefone – allenthalben einheitlich – mit 

zwei (Urk. 6/2 S. 8 f.; Urk. 6/3 S. 12; Urk. 6/4 S. 10; so auch die Verteidigung: Urk. 

73 S. 11; Urk. 80 S. 17). Dieser Widerspruch lässt sich letztlich nicht auflösen. 

Nicht restlos ausgeschlossen werden kann allerdings, dass sich der Zeuge 

F._____ in der gegenüber ihm gemachten Äusserung des Privatklägers hinsicht-

lich der Anzahl der gestohlenen Mobiltelefone täuschte. Entscheidend ist aber, 

dass der Privatkläger gemäss Aussage des Zeugen F._____ diesem gegenüber 

unmittelbar nach dem Vorfall sagte, dass er überfallen worden sei. Der Privatklä-

ger bat den Zeugen auch gerade deshalb um ein Mobiltelefon, um den Notruf be-

tätigen zu können, weil er infolge des Überfalls kein eigenes mehr zur Verfügung 

hatte (Urk. 8/1 S. 3). Dass der Privatkläger unmittelbar nach dem Vorfall derart 

raffiniert die Beschuldigten falsch beschuldigt und auf diese Art falsche Beweise 

geschaffen hätte, ist kaum vorstellbar. 

3.12.  Die einheitlich gemachten Angaben des Privatklägers, dass er mit dem 

Geld Einzahlungen für Rechnungen u.a. für die Miete zweier Lokale und die 

Wohnung habe machen wollen (Urk. 6/2 S. 7; Urk. 6/3 S. 12; Urk. 6/4 S. 12 f.), er-

scheinen auch gestützt auf den Umstand, dass es damals gegen Ende des Mo-

nats ging und überdies belegt ist, dass der Privatkläger es gewohnt war, auch ho-

he Beträge nicht digital sondern am Postschalter einzuzahlen (Urk. 6/5 S. 3 ff.), 

glaubhaft. Die Einwände der Verteidigung des Mitbeschuldigten D._____, dass 

der Privatkläger nicht auf die ihm angeblich geschuldeten Fr. 490.– angewiesen 

sei, um seine Zahlungen zu machen bzw. es naheliegender gewesen sei, einen 

Teil der Zahlungen bereits vor dem Besuch der beiden Beschuldigten auszulösen 

(Urk. 50c S. 15 f.; Urk. 80 S. 16), erweisen sich im Übrigen als unmassgeblich. 

3.13.  Auffällig erscheinen immerhin die unterschiedlichen Angaben des Privat-

klägers zur Herkunft der Gelder: Einmal macht er geltend, das Geld mit einem Lo-

kal in Zürich – wobei es sich offensichtlich um ein Internetcafé an der H._____-

Strasse handeln muss (vgl. Urk. 6/3 S. 7) – verdient gehabt zu haben (Urk. 6/4 

S.11), demgegenüber er unmittelbar darauf geltend macht, "den Geldbetrag an-

ders beweisen" zu können und er den Geldbetrag von Familienangehörigen über 

Western Union bekommen habe (Urk. 6/4 S. 12). Der Privatkläger verdeutlicht 

- 27 - 

später in derselben Einvernahme, dass er das Geld seitens seiner Familie zusätz-

lich zu seinem Erwerbseinkommen erhalte (Urk. 6/4 S. 16), weshalb sich dieser 

angebliche Widerspruch auflöst. Nicht ausgeschlossen werden kann so oder an-

ders, dass die Herkunft der Gelder zumindest teilweise illegal ist oder dass eine 

unzulässige Nichtdeklaration der Gelder vorliegt. Rechtsgenügende Belege, wel-

che den Besitz des Privatklägers von Bargeld in einer entsprechenden Höhe zum 

besagten Zeitpunkt ausweisen, liegen jedenfalls nicht bei den Akten (so zutref-

fend die Verteidigung: Urk. 73 S. 12). Allerdings erweisen sich die bereits erörter-

ten Ausführungen des Privatklägers, weshalb er am besagten Abend einen der-

massen hohen Bargeldbetrag auf sich trug (s. vorstehend unter E. 3.12.), als 

schlüssig.  

3.14.  Der Einwand, der darauf zielt, dass die Angabe von Geldproblemen durch 

den Privatkläger bei gleichzeitigem Besitz mehrerer tausend Franken in bar nicht 

überzeuge (Urk. 50c S. 17 f.; Urk. 73 S. 8; Urk. 80 S. 14 f.), geht im Übrigen fehl, 

da sich diese beiden Umstände nicht zwingend gegenseitig ausschliessen.  

3.15.  Der seitens der Verteidigung gemachte Einwand, wonach sich ein Opfer 

in vergleichbarer Lage bei einem Notruf an die Polizei (vgl. Audioaufnahme der 

Einsatzzentrale: Urk. 13/3 bzw. die zutreffende Transkription durch die Vo-

rinstanz: Urk. 60 E. III.4.3. S. 24) ganz anders und nicht derart ruhig und gelassen 

verhalten hätte als der Privatkläger (Prot. I S. 39 f.; Urk. 73 S. 13; ähnlich auch die 

Verteidigung des Mitbeschuldigten: Urk. 80 S. 20), erweist sich nicht als zwin-

gend, da sich Verhaltensweisen auf und in Extremsituationen erfahrungsgemäss 

sehr individuell gestalten können. Die Würdigung des Aussageverhaltens des Pri-

vatklägers anlässlich des Notrufs durch die Vorinstanz (Urk. 60 E. 4.3. S. 24) er-

weist sich im Übrigen als überzeugend. Darauf ist zu verweisen. In diesem Zu-

sammenhang ist zum Vorbringen, dass der Privatkläger im Übrigen auch in den 

Einvernahmen von sich aus keinerlei eigenpsychische Vorgänge geschildert habe 

(Urk. 73 S. 13), festzuhalten, dass das Nichtvorliegen eines Realkennzeichens 

nicht per se als Vorliegen eines Lügensignals interpretiert werden kann. 

3.16.  Zusammenfassend ist – im Ergebnis einhergehend mit der zutreffenden 

Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 60 E. III.4.3.) – festzustellen, dass in den Aus-

- 28 - 

sagen des Privatklägers einzelne Unstimmigkeiten vorliegen, welche indes im 

Lichte der Würdigung des gesamten Ablaufes, der im Übrigen sehr detaillierten 

und übereinstimmenden Ausführungen und insbesondere auch vor dem Hinter-

grund des dynamischen Handlungsgeschehens ohne Weiteres nachvollziehbar 

sind. Daran vermögen gewisse Widersprüchlichkeiten in seinem Aussageverhal-

ten nichts zu ändern, zumal diese grösstenteils erklärbar sind. Es kann deshalb 

zur Erstellung des Anklagesachverhaltes auf die Aussagen des Privatklägers ab-

gestellt werden, wobei insbesondere unter Berücksichtigung der glaubhaften Aus-

sagen von B._____ und den bei den Akten liegenden Ärztlichen Berichten und 

Fotos zu Gunsten der beiden beschuldigten Personen von mindestens 6 – und 

nicht 50 bis 80 – Schlägen auszugehen ist. Offen bleibt gestützt auf die Angaben 

des Privatklägers, woher der hohe Bargeldbetrag, welchen er bei sich hatte, 

stammte, wobei dies nicht besagt, dass er diesen damals nicht auf sich trug. Sei-

ne einheitlich gemachte Angabe, dass er mit dem Geld Einzahlungen für Rech-

nungen u.a. für die Miete habe machen wollen, erweist sich vor dem Hintergrund, 

dass es damals gegen Ende Monat ging und überdies belegt ist, dass der Privat-

kläger auch hohe Beträge nicht digital sondern am Postschalter einzahlt, als 

glaubhaft. Insgesamt erweisen sich die Aussagen des Privatklägers als sehr 

überzeugend und werden in den wesentlichen Punkten nicht nur von Seiten von 

B._____ bestätigt (dazu nachstehend unter E. 4.1.-4.5.), sondern darüber hinaus 

auch durch die Aussagen des Zeugen F._____ (Urk. 8/1) und – entgegen den 

Vorbringen der Verteidigung (Urk. 73 S. 7) – ausserdem durch die objektiven Be-

weismittel, namentlich die Ärztlichen Berichte (Urk. 20/2, 3 u. 5), die bei den Akten 

liegenden Fotos der Verletzungen des Privatklägers (Urk. 1/4 S. 3-4) sowie die 

Audioaufnahme der Einsatzzentrale (Urk. 13/3), gestützt. Dazu und auch zur 

Würdigung der weiteren Ausführungen des Privatklägers kann im Übrigen vollum-

fänglich auf die sich als zutreffend erweisenden Erwägungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 60 E. III.4.3.).  

  

- 29 - 

4. Aussagen von B._____ 

4.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen von B._____ 

zusammenfassend und zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 E. III.3.5.1.-3.5.3.). 

Darauf kann vorab verwiesen werden.  

4.2. Ihre Aussagen erweisen sich als weitgehend einheitlich, differenziert sowie 

schlüssig und widerspruchsfrei. Ihre detaillierten, ohne Übertreibungen auskom-

menden und mit eigenen Emotionen verknüpften und deshalb auch eindrückli-

chen Schilderungen lassen ohne Weiteres darauf schliessen, dass sie selbst Er-

lebtes wiedergibt, woran kleinere Abweichungen im Geschehensablauf nichts zu 

ändern vermögen. Eindrücklich und einheitlich schilderte sie etwa, wie sie dem 

Privatkläger, welcher vom Beschuldigten mehrfach (s. zur erstellten Anzahl der 

Schläge des Beschuldigten vorstehend unter E. 3.4.) mit Faustschlägen einge-

deckt worden sei, zur Hilfe eilen wollte, vom Mitbeschuldigten D._____ aber weg-

gerissen und – insgesamt ca. 3 bis 4 Mal – geschlagen wurde, wobei ihre Bluse 

zerrissen und ihre Brille beschädigt worden sei. Konstant führte B._____ auch 

aus, wie der Privatkläger vom Beschuldigten nebst der Entgegennahme der 

Schläge überdies mehrfach verbal und mittels Stichbewegungen bedroht wurde 

(Urk. 7/1 S. 2; Urk. 7/2 S. 4 ff.; Urk. 7/5 S. 4 ff.). B._____ identifizierte dabei un-

missverständlich den Mitbeschuldigten D._____ als Urheber der gegen sie ausge-

teilten Schläge (Urk. 7/1 S. 4: "Nur D._____ hat mich geschlagen und herumge-

zerrt" bzw. S. 5 f.: "Ich wurde nur von D._____ geschlagen" bzw. Urk. 7/2 S. 6: 

"D._____ hat mich mehrfach am Kopf geschlagen"), weshalb sich die weiteren 

Ausführungen der Vor-instanz zur Urheberschaft dieser Schläge (vgl. Urk. 58 E. 

4.2.) bereits deshalb erübrigen bzw. der entsprechende Einwand der Verteidigung 

(Urk. 73 S. 15) fehl geht. Die Schilderungen von B._____ erweisen sich insge-

samt als sehr glaubhaft. Im Übrigen und ergänzend kann auf die sich als zutref-

fend erweisenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 60 E. III. 

4.2.).  

4.3. Allerdings sind die Ausführungen von B._____ nicht vollumfänglich wider-

spruchsfrei. Darauf ist nachfolgend einzugehen: So schilderte sie einerseits die 

Übergabe des Messers vom Mitbeschuldigten D._____ an den Beschuldigten un-

- 30 - 

einheitlich (s. Urk. 7/1 S. 2 u. 5; Urk. 7/2 S. 4 f.; Urk. 7/5 S. 7 ff.) und vermochte 

andererseits das Messer nicht detailliert zu beschreiben (s. Urk. 7/1 S. 2; Urk. 7/2 

S. 5; Urk. 7/5 S. 11). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass sie kurz-

sichtig ist und ihre Brille zu diesem Zeitpunkt bereits durch den Mitbeschuldigten 

D._____ beschädigt worden war (Urk. 7/1 S. 5; Urk. 7/2 S. 4 f.). Dass ihre Seh-

kraft dadurch deutlich eingeschränkt war – selbst gab B._____ ihre Sehkraft ohne 

Brille mit lediglich "etwa 20%" an (vgl. Urk. 7/2 S. 4) – ist vor diesem Hintergrund 

glaubhaft. Es erscheint deshalb nicht verwunderlich, dass sie anstelle des Mes-

sers hauptsächlich "etwas Schwarzes" wahrgenommen hat, in welchem sich das 

Messer befunden habe, das vom Mitbeschuldigten D._____ auf entsprechende 

für sie hörbare verbal kommunizierte Anweisung, ihm das Messer zu übergeben, 

dem Beschuldigten gereicht worden sei (vgl. Urk. 7/5 S.7 ff.). Ob es sich dabei um 

eine Tasche bzw. Täschchen (Urk. 7/5 S. 7 u. 10 f.) oder einen Faserpelz bzw. 

ein Fliess (Urk. 7/1 S. 2 u. 5; Urk. 7/2 S. 4; Urk. 7/5 S. 7) gehandelt hat, muss hier 

offen bleiben und die entsprechenden Unsicherheiten in der Wahrnehmung dürf-

ten der zu diesem Zeitpunkt bestehenden eingeschränkten Sehkraft von B._____ 

geschuldet sein. Die entsprechenden, sich teilweise widersprechenden Aussagen 

von B._____ vermögen deshalb die Glaubhaftigkeit ihrer übrigen Schilderungen 

nicht zu beeinträchtigen. 

4.4. Auffällig und erstaunlich erscheint – mit der Verteidigung beider Beschuldig-

ten (Urk. 73 S. 12; Urk. 80 S. 16 u. 27) – der Umstand, dass B._____ anlässlich 

ihrer ersten Einvernahme angab, dass ihres Wissens nichts Wertvolles gestohlen 

worden sei (vgl. Urk. 7/1 S. 5). Immerhin ist festzustellen, dass sie bereits in die-

ser Einvernahme und auch hernach einheitlich bestätigte, dass die beiden be-

schuldigten Personen vom Privatkläger eindringlich und mehrfach Geld verlangt 

und daraufhin auch intensiv danach gesucht hätten (Urk. 7/1 S. 5; Urk. 7/2 S. 4 u. 

7; Urk. 7/5 S. 5 f. u. 9). Einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vor-

instanz (Urk. 60 E. III.4.2.) lassen sich ihre Aussagen, dass sie von der Mitnahme 

der Wertsachen nichts mitbekommen habe (vgl. Urk. 7/5 S. 13) sowie auch die 

Aussage, dass sie Kärtchen, Dokumente und ein Brillenetui vom Privatkläger auf 

den Tisch gelegt gesehen habe, zumindest teilweise mit der von ihr glaubhaft 

dargelegten Sehschwäche erklären (s. dazu vorstehend unter E. 4.3.). B._____ 

- 31 - 

vermochte des Weiteren mühelos und nachvollziehbar zu erklären, weshalb sie 

die Annahme getroffen gehabt habe, dass nichts Wertvolles gestohlen worden 

sei: So sei sie anlässlich des Geschehens zwei Mal nach Draussen gegangen, 

um zu sehen, ob es im Gebäude irgendwo Hilfe gäbe (Urk. 7/5 S. 5 ff.), was in-

nerhalb eines wenige Minuten dauernden Vorfalls entgegen der Verteidigung 

(Urk. 73 S. 18) durchaus zeitlich möglich war. Der Privatkläger habe ihr dann erst 

nach ihrer polizeilichen Einvernahme erzählt, dass die beiden Beschuldigten nicht 

nur nach Wertsachen Ausschau gehalten, sondern schliesslich solche auch tat-

sächlich mitgenommen hätten (Urk. 7/5 S. 6 u. 13). Hätten sich der Privatkläger 

und B._____ absprechen wollen, wie dies von beiden Verteidigerinnen vermutet 

wird (Urk. 73 S. 14; Urk. 80 S. 9 u. 20), wäre es sehr naheliegend gewesen, dass 

im Rahmen der entsprechenden Absprache auch die dem Privatkläger (angeb-

lich) geraubten Wertsachen thematisiert worden wären. Die Aussagen von 

B._____ sind im Ergebnis auch in Bezug auf den mit dem Raub angeklagten 

Diebstahl als glaubhaft einzustufen.  

4.5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der seitens des Privatklägers dar-

gestellte Geschehensablauf nicht nur von Sachbeweisen sondern im Wesentli-

chen auch von B._____ gestützt wird. Einzelne Widersprüche in ihren Ausführun-

gen lassen sich – wie dargelegt – schlüssig erklären. Dem Einwand, dass 

B._____ sich mit Aussagen wie "wie soll ich das erklären", "das ist noch schwierig 

zu erklären", "es fällt mir schwer das richtig zu beschreiben [ ... ]", oder "wenn ich 

mich nicht irre" herausgewunden habe, um nicht in Widerspruch mit den Aussa-

gen des Privatklägers zu geraten (Urk. 73 S. 16; Urk. 80 S. 18), kann nicht gefolgt 

werden. Dieses Aussageverhalten ist vielmehr als nicht übermässig belastende 

Schilderung eines dynamischen Geschehens bei zusätzlich sehkraftbedingt ein-

geschränkter Wahrnehmung einzuordnen. Damit ist kein Grund ersichtlich, nicht 

auf die Aussagen von B._____ abzustellen, zumal ihre Sachdarstellung insbe-

sondere aufgrund der Einheitlichkeit, des Detailreichtums, der Schlüssigkeit und 

Differenziertheit sowie der Verknüpfung ihrer Schilderungen mit Emotionen über-

zeugt, weshalb sie als ohne Weiteres glaubhaft einzustufen sind. 

  

- 32 - 

5. Aussagen des Zeugen F._____ 

5.1. Seitens der Vorinstanz wurden die von F._____ anlässlich seiner Einver-

nahme vom 23. September 2019 gemachten massgebenden Aussagen zusam-

menfassend und zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 E. III.3.6.). Darauf kann vor-

ab verwiesen werden.  

5.2. Der Zeuge F._____ bestätigte, dass der Privatkläger am angeklagten Abend 

einen verschlagenen Kopf bzw. ein blaues Auge gehabt habe (Urk. 8/1 S. 3), wo-

mit er grundsätzlich die Tatversion des Privatklägers bestätigt. Dass dem Zeugen 

keine Verletzung am Hinterkopf des Privatklägers aufgefallen ist (Urk. 8/1 S. 7), 

vermag die Sachdarstellung des Privatklägers und von B._____ nicht zu widerle-

gen. Ebenso vermochte der Zeuge zu bestätigen, dass damals ein Auto wegge-

fahren ist (Urk. 8/1 S. 4 f.), was ebenfalls mit den Schilderungen des Privatklägers 

übereinstimmt. Zutreffend hat die Vorinstanz diesbezüglich denn auch festgehal-

ten (Urk. 60 E. III.4.3.), dass sich der vom Zeugen F._____ geschilderte Hand-

lungsabschnitt nahtlos in den übrigen erstellten Geschehensablauf einfügt. Nicht 

auflösen lässt sich indes der Widerspruch zu den Aussagen des Privatklägers, 

wonach damals von drei – und nicht zwei – gestohlenen Mobiltelefonen die Rede 

gewesen sei. Darauf wurde bereits eingegangen (s. vorstehend unter E. 3.11.). 

Dass der Privatkläger den Zeugen aus purem Kalkül nach dessen Mobiltelefon 

gefragt und dann die Polizei verständigt haben soll, erscheint – wie bereits er-

wähnt und einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 60 

E. III.4.3.) – unglaubhaft und unwahrscheinlich. 

6. Ergebnis 

Als Ergebnis der Beweiswürdigung ist festzuhalten, dass sich die Aussagen des 

Mitbeschuldigten D._____ als wenig überzeugend und mehrheitlich unglaubhaft 

erweisen. Hingegen erscheint die Sachdarstellung des Beschuldigten gesamthaft 

durchaus glaubhaft, wobei allerdings nicht nur die heftigen Diskreditierungen des 

Privatklägers und von B._____ auffällig erscheinen, sondern auch wesentliche 

Widersprüche zur Sachdarstellung des Mitbeschuldigten D._____ hinsichtlich des 

Anlasses wie auch der Beendigung des Disputes mit dem Privatkläger festzustel-

- 33 - 

len sind. Letztlich lassen sich auch die Ausführungen des Beschuldigten nicht mit 

dem übrigen Beweisergebnis in Einklang bringen. Die Aussagen des Privatklä-

gers und von B._____ erweisen sich demgegenüber insbesondere aufgrund ihrer 

Konstanz, ihres Detailreichtums und ihrer Lebensnähe als sehr glaubhaft, woran 

einzelne Übertreibungen und Widersprüche nichts zu ändern vermögen, weil sie 

sich schlüssig erklären lassen. Überdies werden sie durch das übrige Beweiser-

gebnis und dort insbesondere durch die Ärztlichen Unterlagen und die sich bei 

den Akten befindlichen Fotos gestützt. Auch fügt sich der vom Zeugen F._____ 

geschilderte Handlungsabschnitt nahtlos in den seitens des Privatklägers und von 

B._____ dargelegten Geschehensablauf ein. Die von der Verteidigung vorge-

brachten Umstände, dass von den Beschuldigten keine DNA-Spuren am Porte-

monnaie des Privatklägers gefunden wurden, dass der Tatort aufgeräumt er-

schien sowie dass bei Stichbewegungen (unbeabsichtigte) Stich- und Schnittver-

letzungen am Körper  

oder der Kleidung zu erwarten gewesen wären (Urk. 73 S. 12, 13 f. u. 18 f.), er-

weisen sich als nicht zwingend und vermögen aufgrund des übrigen Beweiser-

gebnisses auch nicht zu überzeugen. Nach Würdigung sämtlicher im Recht lie-

genden Beweismittel bestehen keine rechtsgenügenden Zweifel, dass der Ankla-

gesachverhalt mit der Einschränkung, dass der Beschuldigte mindestens 6 Faust-

schläge gegen den Kopf und den Oberkörper des Privatklägers ausgeführt hat, 

sowohl in objektiver wie auch subjektiver Hinsicht erstellt ist.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Würdigung der Vorinstanz 

Die durch die Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung des Verhaltens 

des Beschuldigten als in Mittäterschaft begangener qualifizierter Raub unter Mit-

führen einer Waffe im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB 

(vgl. Urk. 60 E. IV.5.) erweist sich als vollumfänglich zutreffend, weshalb – insbe-

sondere um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – darauf zu verweisen ist. 

Nachfolgende Bemerkungen sind lediglich als teilweise Präzisierungen zu verste-

hen.  

- 34 - 

  

- 35 - 

2. Mittäterschaft 

2.1. Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung 

oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit ande-

ren Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht (Urteile 

6B_1024/2017 vom 26. April 2018 E. 2.1.3.; BGE 135 IV 152 E. 2.3.1.). Eine ge-

meinsame Tatplanung oder ein gemeinsamer Tatentschluss ist vorliegend (zu-

mindest von Anfang an) nicht nachweisbar, da sich der Beschuldigte und der Mit-

beschuldigte D._____ ungeständig zeigten. Vorliegend sind zumindest wesentli-

che Tatbeiträge des Beschuldigten bei der Tatausführung (Raub) erstellt. So 

wusste der Beschuldigte um die einzelnen Tathandlungen (insbesondere auch die 

Äusserungen und das Auftreten) des Mitbeschuldigten D._____ und trug diese 

nicht nur vollumfänglich mit, sondern beteiligte sich aktiv am Raub, indem er den 

Privatkläger ebenfalls mehrfach schlug, diesen verbal mit dem Tod bedrohte und 

gegen jenen überdies mit dem ihm vom Mitbeschuldigten D._____ gereichten 

Messer Stichbewegungen ausführte, vom Privatkläger ebenfalls die Herausgabe 

von Wertsachen forderte und dem Mitbeschuldigten D._____ in diesem Zusam-

menhang Anweisungen gab. Der Beschuldigte wirkte mit seinen Handlungen, ins-

besondere seinen gleichlautenden Äusserungen und seinem gemeinsamen Auf-

treten mit dem Mitbeschuldigten D._____, in massgebender und koordinierter 

Weise an der Begehung des Delikts mit. Durch das gemeinsame Auftreten erhöh-

ten die beiden beschuldigten Personen ausserdem den Druck auf den Privatklä-

ger. Der Beschuldigte handelte demnach in objektiver Hinsicht klar in Mittäter-

schaft mit dem Mitbeschuldigten D._____. 

2.2. In subjektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz (Art. 12 Abs. 2 StGB) und 

einen gemeinsamen Tatentschluss ("animus auctoris", "Tatherrschaftswille") vo-

raus. Der gemeinsame Tatentschluss braucht nicht ausdrücklich zu sein, er kann 

auch bloss konkludent bekundet werden. Eventualvorsatz genügt. Der Mittäter 

braucht an der ursprünglichen Entschlussfassung nicht von Anfang an mitgewirkt 

zu haben, er kann sich den Tatentschluss auch erst sukzessive (spätestens bis 

zur Vollendung des Deliktes) zu eigen machen (vgl. BSK StGB I-FORSTER, Vor Art. 

24 StGB, N 12). Indem die beiden beschuldigten Personen vorsätzlich und in 

- 36 - 

massgeblicher Weise zum Tatgeschehen und dem Erfolg – der Abnahme von 

Geld und Wertsachen seitens des Privatklägers – beitrugen, ist ohne Weiteres ein 

zumindest konkludent zustande gekommener gemeinsamer Tatentschluss anzu-

nehmen, wobei der Messereinsatz – einhergehend mit der zutreffenden Auffas-

sung der Vor-instanz (Urk. 60 E. IV.2.3.) – auch subjektiv beiden beschuldigten 

Personen gleichermassen anzurechnen ist. Die beiden beschuldigten Personen 

verübten die Tat demzufolge auch in subjektiver Hinsicht in Mittäterschaft. 

3. Qualifizierter Raub 

Durch die Vornahme mehrerer Faustschläge sowie von Stichbewegungen mit ei-

nem Messer unter gleichzeitiger verbaler Androhung ernstlicher Nachteile zu Las-

ten des Privatklägers nötigten der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte D._____ 

jenen, ihnen diverse Wertsachen herauszugeben, um welches Vorgehen sie 

wussten und es beide wollten, um sich zu bereichern, ohne einen Rechtsan-

spruch auf die in Frage stehenden Vermögenswerte zu haben. Insbesondere ist 

ein Klappmesser ohne Weiteres als gefährliche Waffe i.S.v. Art. 140 Ziff. 2 StGB 

zu qualifizieren. Die seitens der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Subsumpti-

on (Urk. 60 E. IV.3.4. u. 4.2.) erweist sich als vollumfänglich zutreffend und gibt zu 

keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Der Beschuldigte erfüllt durch seine Hand-

lungen vorliegend den Tatbestand des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 

140 Ziff. 1 und 2 StGB. 

4. Ergebnis 

Der Beschuldigte machte sich vorliegend mangels ersichtlicher Rechtfertigungs-  

oder Schuldausschlussgründe in Mittäterschaft mit dem Mitbeschuldigten 

D._____ des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und 2 StGB 

schuldig.  

  

- 37 - 

V. Strafzumessung 

1. Theoretische Grundlagen 

1.1. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des or-

dentlichen Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung 

festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit ge-

fasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Der or-

dentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vor-

liegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart 

bzw. zu milde erscheint. Der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen 

ermöglicht in aller Regel, für eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzule-

gen. Er versetzt den Richter namentlich in die Lage, die denkbaren Abstufungen 

des Verschuldens zu berücksichtigen (BGE 136 IV 55 E. 5.8.). 

1.2. Vorliegend erweist sich eine Erweiterung des Strafrahmens als nicht erfor-

derlich, weil es der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ohne 

Weiteres ermöglicht, eine angemessene Strafe festzulegen.  

1.3. Im Übrigen wurden seitens der Vorinstanz die zu den Kriterien der Strafzu-

messung nötigen theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf (Urk. 60 E. V.2.1.-

2.5. bzw. 4.1. u. 4.4.) sowie auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Thema (Urteile BGer 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.3.; BGE 136 IV 

55 E. 5.4 ff.; 135 IV 130 E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab 

verwiesen werden. Hervorzuheben bleibt, dass zwischen der Tat- und Täterkom-

ponente sowie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unterscheiden ist. 

1.4. Der vorliegend für den Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und 2 StGB mass-

gebende Strafrahmen bemisst sich auf Freiheitsstrafe zwischen einem und zwan-

zig Jahren. 

1.5. Gemäss Art. 50 StGB hat das Gericht, sofern es sein Urteil zu begründen 

hat, die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewich-

tung festzuhalten. Es hat seine Überlegungen in den Grundzügen wiederzugeben, 

- 38 - 

so dass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 144 IV 313 E. 1.2 S. 319; 

142 IV 365 E. 2.4.3 S. 270 f.; 136 IV 55 E. 5.5 S. 59 ff.; je mit Hinweisen).  

2. Konkrete Strafzumessung  

2.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 und 2 StGB fällt deutlich zu Ungunsten des Beschuldigten ins Gewicht, 

dass seitens der beiden Räuber gegenüber dem Privatkläger erhebliche Gewalt 

ausgeübt wurde, um dessen Widerstandsunfähigkeit herbeizuführen bzw. auf-

recht zu erhalten: So wurde der Privatkläger nicht nur mittels insgesamt mindes-

tens acht bis neun – auch gegen seinen Kopf (und damit einen besonders sensib-

len Teil des Körpers) ausgeführten – Faustschlägen traktiert, was bei ihm u.a. zu 

einem leichten Schädelhirntrauma (vgl. Urk. 20/5) sowie einer 100%-igen Arbeits-

unfähigkeit während vier Tagen (Urk. 20/3) führte, sondern musste darüber hin-

aus eine Messerattacke, mittels welcher Stichbewegungen gegen seinen Ober-

körper ausgeführt wurden, sowie gleichzeitig die Verbalisierung massiver Todes-

drohungen erdulden. Verschuldenserschwerend kommt hinzu, dass der Beschul-

digte und der Mitbeschuldigte D._____ zu zweit auftraten, womit sie die Bedro-

hungslage für den Privatkläger deutlich verschärften. Einhergehend mit der sich 

als zutreffend erweisenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 60 E. V.3.1.) ist 

festzustellen, dass die körperliche Überlegenheit der beiden Räuber sowie deren 

Einsatz einer gefährlichen Waffe es dem Privatkläger im Grunde nahezu verun-

möglichten, sich zur Wehr zu setzen. Der Deliktserlös war mit Bargeld im Betrag 

von Fr. 5'360.– und EUR 145.–, zwei Mobiltelefonen und einem Fahrzeugschlüs-

sel zudem insgesamt erklecklich.  

Es lässt sich vorliegend nicht von der Hand weisen, dass der Beschuldigte insge-

samt ein noch aggressiveres Auftreten an den Tag legte als der Mitbeschuldigte 

D._____, was sich insbesondere in der Anzahl der ausgeteilten Schläge, der Fe-

derführung beim Einsatz des Messers sowie im Aussprechen der Todesdrohun-

gen manifestiert. Im Vergleich zum Mitbeschuldigten D._____ fällt die Beurteilung 

der objektiven Tatschwere des Beschuldigten deshalb etwas gewichtiger aus und 

ist vor dem Hintergrund des sehr weiten Strafrahmens als insgesamt gerade noch 

- 39 - 

leicht einzustufen. Es erweist sich als angemessen für das objektive Tatverschul-

den eine Einsatzstrafe von 22 Monaten Freiheitsstrafe vorzusehen. 

2.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 und 2 StGB ist vorab festzustellen, dass dem Gericht das Motiv nicht be-

kannt ist. Zu vermuten sind immerhin primär finanzielle Beweggründe. Selbst 

wenn der Privatkläger Schulden bei ihm und/oder dem Mitbeschuldigten D._____ 

gehabt haben sollte, würde dies an der Beurteilung der hohen kriminellen Energie 

des Beschuldigten nichts ändern. Erwiesen ist, dass der Beschuldigte vorsätzlich 

handelte und aufgrund der an den Tag gelegten Brutalität auch ohne Weiteres mit 

den beim Privatkläger eingetretenen Verletzungsfolgen rechnen musste. Auch mit 

dem schliesslich erlangten Deliktserlös konnte der Beschuldigte ohne Weiteres 

rechnen, was nicht zuletzt durch die Bemühungen der beiden Räuber, überdies 

einen allfällig vorhandenen Tresor auszuräumen, belegt wird. Die subjektive Tat-

schwere vermag aufgrund der gemachten Erwägungen die objektive nicht zu rela-

tivieren. Es bleibt deshalb bei einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten. 

2.3. Hinsichtlich der Täterkomponente sind vorerst das Vorleben und die persön-

lichen Verhältnisse des Beschuldigten zu beleuchten. Diesbezüglich kann zur 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen zunächst auf die entsprechenden und zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 60 E. V.4.2.) sowie auf die nach-

stehenden Ausführungen hinsichtlich der Prüfung des schweren persönlichen 

Härtefalls im Rahmen der Landesverweisung verwiesen werden (s. nachstehend 

unter E. VII.2.2.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldig-

te, er sei neben seiner neuen Trainertätigkeit bei den …-Junioren des FC I._____ 

auch neu am …-Spital in J._____ im Sicherheitsdienst angestellt und verdiene 

dabei monatlich netto, je nach geleisteten Stunden, zwischen Fr. 4'000.– bis 

Fr. 5'000.–. Weiter habe er inzwischen geheiratet, habe keine Kinder aber einen 

Hund, und er sei zudem mit seiner Frau Eigentümer einer Eigentumswohnung in 

der Schweiz geworden. Zukünftig wolle er den Kurs für Fussballtrainer abschlies-

sen und weiter Fussballtrainer bleiben (Prot. II S. 7 ff.). Die persönlichen Verhält-

nisse des Beschuldigten wirken sich strafzumessungsneutral aus. 

- 40 - 

2.4. Der Beschuldigte verfügt in der Schweiz über keine Vorstrafen (Urk. 72), 

was sich strafzumessungsneutral auswirkt. 

2.5. Der Beschuldigte ist unverändert ungeständig und zeigt keinerlei Reue. Ein 

positives Nachtatverhalten ist dem Beschuldigten deshalb nicht zu bescheinigen. 

3. Ergebnis 

In Würdigung aller dargelegten strafzumessungsrelevanten Faktoren erweist sich 

eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten als dem Verschulden und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. 

4. Anrechnung der Untersuchungshaft 

Gemäss Art. 51 StGB rechnet das Gericht die vom Täter während diesem oder 

einem anderen Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft auf die Strafe an. 

Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 60 E. V.6.) wurde der Beschul-

digte bereits am 30. Juli 2019 frühmorgens festgenommen (Urk. 17/6), weshalb 

sich die in Anwendung von Art. 51 StGB an die Strafe anzurechnende bzw. er-

standene Haft auf 85 Tage beläuft. 

VI. Vollzug 

1. Theoretische Grundlagen 

Seitens der Vorinstanz wurden die theoretischen rechtlichen Grundlagen hinsicht-

lich des Vollzugs umfassend und zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 E. VI.1.). Da-

rauf ist vollumfänglich zu verweisen. 

2. Würdigung 

Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 60 E. VI.2.) 

sind vorliegend die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvoll-

zuges gemäss Art. 42 StGB gegeben, da es sich bei der ausgefällten Sanktion 

um eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten handelt und sich aus dem Vorleben keine 

Anhaltspunkte für die Annahme einer negativen Legalprognose ergeben. Deshalb 

- 41 - 

ist dem Beschuldigten für die Freiheitsstrafe der bedingte Vollzug zu gewähren 

und ihm als Ersttäter die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen. Die Anordnung 

einer Löschung des DNA-Profils und der Vernichtung von allenfalls vorhandenem 

ED-Material, wie von der Verteidigung beantragt (Urk. 73 S. 2), fällt schliesslich 

ausgangsgemäss nicht in Betracht. 

VII. Landesverweisung 

1. Theoretische Grundlagen 

1.1. Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB ist ein Ausländer, der zu einer Katalogtat 

verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5 bis 15 Jahre aus der 

Schweiz zu verweisen. Es kommt dabei nicht darauf an, ob es beim Versuch ge-

blieben ist, in welcher Täterschafts- und Teilnahmeform sich der Beschuldigte 

strafbar gemacht hat, oder ob die Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen 

wurde (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1, mit Hinweisen; BGE 144 IV 168 E. 1.4.1).  

1.2. Gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB kann ausnahmsweise von einer Landesver-

weisung abgesehen werden, wenn diese einen schweren persönlichen Härtefall 

bewirkt und wenn – kumulativ – das öffentliche Interesse an der Landesverwei-

sung das private Interesse am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegt. Die soge-

nannte Härtefallklausel dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzip. 

Sie ist restriktiv anzuwenden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt 

sich zur Prüfung des Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienka-

talog der Bestimmung über den "schwerwiegenden persönlichen Härtefall" 

in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufent-

halt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen. Zu berücksichtigen 

sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) Integration, ein-

schliesslich familiärer Bindungen der ausländischen Person in der Schweiz bzw. 

in der Heimat, Aufenthaltsdauer und Resozialisierungschancen hier sowie im 

Heimatstaat. Es ist zur Beurteilung der Integration im weiteren Sinne das Sozial-

verhalten insgesamt zu berücksichtigen und der Rückfallgefahr und wiederholter 

Delinquenz Rechnung zu tragen (BGer 6B_69/2021 vom 30. Juni 2021 E. 3.2 f., 

mit Hinweisen; BGE 146 IV 105 E. 3.4.1 und 144 IV 332 E. 3.3.2). Erforderlich 

- 42 - 

sind gemäss der Rechtsprechung besonders intensive, über eine normale In-

tegration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher 

Natur (BGE 144 II 1 E. 6.1 S. 13; Urteile 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 

2.3.6; 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 E. 2.5.2). 

1.3. Von einem schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 

StGB ist bei einem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den Anspruch des 

Ausländers auf das in Art. 13 BV und Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung 

des Privat- und Familienlebens auszugehen. Das durch Art. 13 BV beziehungs-

weise Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Familienlebens ist berührt, 

wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte 

und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwe-

senheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser ohne weiteres 

möglich beziehungsweise zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pfle-

gen. Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die 

Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGer 

6B_780/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.3.2, mit Hinweisen). 

1.4. Zweite (kumulative) Voraussetzung für einen ausnahmsweisen Verzicht auf 

eine Landesverweisung ist wie bereits erwähnt, dass die öffentlichen Interessen 

an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers o-

der der Ausländerin am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 

StGB). Für das öffentliche Interesse wesentlich sind die Art und Schwere der be-

gangenen Delikte, das Verschulden, d.h. die ausgesprochene Strafe, sowie die 

vom Täter oder der Täterin ausgehende Gefahr, d.h. die Legalprognose. Je gra-

vierender das Delikt, desto höher hat das persönliche Interesse an einem Verbleib 

zu sein, damit die Härtefallklausel zu einem ausnahmsweisen Verzicht auf eine 

Landesverweisung führt. Überwiegen die öffentlichen Interessen, muss die Lan-

desverweisung ausgesprochen werden (BUSSLINGER/ÜBERSAX, Härtefallklausel 

und migrationsrechtliche Auswirkungen der Landesverweisung, Plädoyer 2016 5, 

S. 102 ff.; BGer 6B_560/2020 vom 17. August 2020 E.1.1.1, mit Hinweisen).  

1.5. Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB ist die Landesverweisung für 5 bis 15 Jahre 

auszusprechen. Bei der Dauer der anzuordnenden Landesverweisung sind straf-

- 43 - 

rechtliche Grundsätze wie etwa das Schuldprinzip im Allgemeinen und die Straf-

zumessungsgrundsätze im Besonderen zu beachten. Zudem muss der dem Mas-

snahmenrecht zugrunde liegende Grundsatz der Verhältnismässigkeit berücksich-

tigt werden (FIOLKA/VETTERLI, Die Landesverweisung nach Art. 66a, plädoyer 

5/16, S. 83 f.). 

2. Würdigung 

2.1. Bei Raub gemäss Art. 140 StGB handelt es sich um eine Katalogtat (Art. 

66a Abs. 1 lit. c StGB), weshalb die Landesverweisung grundsätzlich obligatorisch 

vorzusehen ist. Nachfolgend ist zu prüfen, ob im Falle des Beschuldigten aus-

nahmsweise davon abzusehen ist. 

2.2. Der Beschuldigte ist kroatischer Staatsangehöriger. Er ist in 

K._____/Serbien geboren, wuchs insbesondere in L._____/Serbien auf und ab-

solvierte dort die Grund- und Mittelschule. Eine Berufsausbildung habe er nicht 

abgeschlossen. In Kroatien habe er lediglich wenige Monate bei seinen Grossel-

tern gelebt (Urk. 4/2 S. 11 f.; Prot. I S. 9). Hernach habe er eine Karriere als Be-

rufsfussballer verfolgt und mehrere Jahre in Deutschland, wo auch seine Eltern 

leben würden, gewohnt (Urk. 4/2 S. 12; Prot. I S. 18 f.). Seit Herbst 2020 lebt der 

Beschuldigte nunmehr in der Schweiz und verfügt zwischenzeitlich über die Auf-

enthaltsbewilligung B. Der Beschuldigte hat, wie bereits erwähnt, keine Kinder 

und arbeitet zurzeit in einem Vollzeitpensum im Sicherheitsdienst des …-Spitals 

J._____, wobei er monatlich netto ca. Fr. 4'000.– bis Fr. 5'000.– verdient (Prot. II 

S. 7 ff.). Er verfüge seitens seiner Grosseltern weiterhin über Häuser in Kroatien 

und Serbien (Prot. I S. 10; Prot. II S. 10) und inzwischen zudem selbst, zusam-

men mit seiner Ehefrau, über eine Eigentumswohnung in der Schweiz. Schulden 

habe er, abgesehen von einer Hypothek für die vorgenannte Eigentumswohnung, 

keine. Er habe auch keine Betreibungen und habe in der Schweiz zudem noch nie 

Sozialhilfe bezogen (Prot. II S. 10 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab 

sich, dass die Deutschkenntnisse des Beschuldigten als ausreichend einzustufen 

sind. Er war aber wie bereits vor Vorinstanz noch auf eine dolmetschende Person 

angewiesen (Prot. I S. 8; Prot. II S. 3). 

- 44 - 

2.3. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 60 

E. VII.2.5.) ist vorliegend kein schwerer persönlicher Härtefall auszumachen. Es 

sind keine Umstände ersichtlich, die auf den gemäss der Rechtsprechung erfor-

derlichen hohen Integrationsgrad in der Schweiz, wo er auch erst seit Herbst 2020 

wohnhaft ist, schliessen lassen. Die Tatsache, dass er hier mit seiner Ehefrau lebt 

und auf bestem Weg scheint, sich beruflich wie sozial gut zu integrieren, begrün-

det keinen massgebenden Härtefall, ist es doch dem frisch verheirateten Ehepaar 

ohne Weiteres zumutbar, andernorts, z.B. in Deutschland, wo der Beschuldigte 

mehrere Jahre gewohnt hat, oder in Serbien bzw. Kroatien, wo seine Familie über 

Häuser verfügt, welche er bewohnen dürfte (Prot. II S. 10), einen neuen Wohnsitz 

zu begründen. 

2.4. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich eine Interessenabwägung der persön-

lichen Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz und dem 

öffentlichen Interesse an einer Landesverweisung. Einhergehend mit der sich als 

zutreffend erweisenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 60 E. VII.2.5.) ist die 

Landesverweisung anzuordnen.  

2.5. Das Verschulden des Beschuldigten beim Raub wurde als gerade noch 

leicht eingestuft und die vom Beschuldigten zu vergegenwärtigende Freiheitsstra-

fe im Umfang von 22 Monaten erweist sich als beträchtlich. Insbesondere vor die-

sem Hintergrund aber auch unter Miteinbeziehung der erörterten insgesamt noch 

eher losen Beziehungen des Beschuldigten zur Schweiz erweist sich eine Dauer 

der Landesverweisung von 8 Jahren als angemessen.  

VIII. Zivilansprüche 

1. Theoretische Grundlagen 

Seitens der Vorinstanz wurden die theoretischen rechtlichen Grundlagen hinsicht-

lich der Zivilansprüche umfassend und zutreffend wiedergegeben (Urk. 60 

E. IX.1.). Darauf ist vollumfänglich zu verweisen. 

  

- 45 - 

2. Würdigung 

Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 60 E. IX.2.) 

ist die Zivilforderung des Privatklägers (vgl. Urk. 21/5) mangels hinreichender Be-

gründung auf den Zivilweg zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Vorinstanzliches Verfahren 

1. Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes 

wegen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, 

wenn sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet. Gemäss 

Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn 

sie verurteilt wird. Ausgenommen sind – unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 

StPO – die Kosten der amtlichen Verteidigung.  

2. Die Vorinstanz (Urk. 60 E. X.1.-3.) hat sich vorliegend einlässlich mit der 

Kostenauflage befasst und erwogen, dass dem Beschuldigten die Kosten der Un-

tersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens aufzuerlegen sind. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung sollen gemäss Vorinstanz einstweilen auf die Ge-

richtskasse genommen werden, wobei eine Nachforderung nach Art. 135 Abs. 4 

StPO vorbehalten bleibe.  

3. Die Kostenauflage der Vorinstanz erweist sich angesichts des Ausgangs des 

Berufungsverfahrens unverändert als zutreffend und ist zu bestätigen. 

B. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in 

welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1344/2019 vom 11. März 2020 E. 2.2. 

m.w.H.). Wird der Entscheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abgeän-

- 46 - 

dert, können die Kosten nach dem Verursacherprinzip auferlegt werden (Urteil 

6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 4.1. m.w.H.). 

1.2. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren vollumfänglich. Aus-

gangsgemäss sind dem Beschuldigten deshalb die Kosten des Rechtsmittelver-

fahrens aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche unter Be-

rücksichtigung der Honorarnote (Urk. 75), der effektiven Dauer der Berufungsver-

handlung sowie einer Weg- und Nachbesprechungspauschale auf Fr. 7'800.– 

festzusetzen sind, sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die 

Rückforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten ist. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von 

Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. §§ 16, 2 Abs. 1 lit. b, c und d sowie 14 GebV OG un-

ter Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeit-

aufwands des Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 3'500.– festzusetzen. 

3.1. Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der Kostenent-

scheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädi-

gung oder Genugtuung auszurichten ist (Urteil des Bundesgerichtes 6B_802/2015 

vom 9. Dezember 2015 E. 5.3; BGE 137 IV 352 E. 2.4.2).  

3.2. Ausgangsgemäss verbleibt kein Raum für die beantragte Zusprechung einer 

Entschädigung (Urk. 73 S. 2) an den Beschuldigten. 

Es wird beschlossen:  

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abtei-

lung, vom 9. September 2020 hinsichtlich der Dispositivziffern 5 bis 7 (Be-

schlagnahmungen) und 9 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 47 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des qualifizierten Raubes im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 und 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

85 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a lit. c StGB für 8 Jahre des 

Landes verwiesen. 

5. Die Zivilansprüche des Privatklägers werden auf den Zivilweg verwiesen. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'800.–   amtliche Verteidigung. 

7. Die Kosten des Vorverfahrens und beider gerichtlicher Verfahren werden, 

mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Rückzahlungspflicht für die Kosten der amtlichen Verteidigung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− den Privatkläger C._____  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− den Privatkläger C._____ (nur sofern verlangt) 

- 48 - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.  

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 11. Mai 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Huter 
 

 

 

	Urteil vom 11. Mai 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 60 S. 44 ff.)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und 2 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 57 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. Januar 2020 beschlagnahmte Gegenstand
	 1 T-Shirt, weiss (Asservaten Nr. A012'675'295)
	wird der Privatklägerin B._____ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles auf erstes Verlangen hin herausgegeben.
	Wird dieser Gegenstand nicht innerhalb von 30 Tagen seit Rechtskraft herausverlangt, wird Verzicht angenommen.
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. Januar 2020 beschlagnahmten Gegenstände
	 1 T-Shirt, rot und 1 Jacke, braun (Asservaten Nr. A012'675'375)
	 1 Portemonnaie, schwarz (Asservaten Nr. A012'676'027)
	werden dem Privatkläger C._____ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles auf erstes Verlangen hin herausgegeben.
	Werden diese Gegenstände nicht innerhalb von 30 Tagen seit Rechtskraft herausverlangt, wird Verzicht angenommen.
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. Januar 2020 beschla