# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74ada895-a590-51d6-ab4a-285e886aafdc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2005 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2005-8_0000-00-00.pdf

## Full Text

5/ 8 Allgemeine Polizei PVG 2005

Kehrichtbusse. Fahrlässige Begehung. Sorgfaltspflicht.
– Übertretungen sind auch bei fahrlässiger Begehung 

strafbar ( E.1).
– Die Abfallverursacher trifft eine gewisse Sorgfaltspflicht 

beim sachgemässen Bereitstellen der gefüllten Abfall- 
säcke ( E.2).

Multa concernente i rifiuti. Negligenza. Diligenza dovuta.
– Le contravvenzioni sono punibili pure se commesse per 

negligenza ( cons. 1).
– Chi elimina dei rifiuti preparando i rispettivi sacchi deve dar 

prova di una certa diligenza ( cons. 2 ).

Erwägungen:
1. Gemäss Art. 7 Abs. 1 GAbG ist der Haushaltkehricht in

gebührenpflichtigen Säcken bei einer Gemeindesammelstelle be- 
reitzustellen. Laut Art. 18 GAbG werden Widerhandlungen mit 
einer Busse von Fr. 200.– bis Fr. 5000.– bestraft. Bei dieser Be- 
stimmung handelt es sich um einen kommunalen Übertretungs- 
straftatbestand. Die für das kantonale Strafrecht geltenden allge- 
meinen Bestimmungen ( Art. 1–6 ) finden nach Art. 7 Abs. 2 StPO 
auch auf die Strafbestimmungen der Gemeinden sinngemäss 
Anwendung. Nach Art. 2 StPO sind Übertretungen auch strafbar, 
wenn sie fahrlässig begangen wurden. Fahrlässig handelt, wer die 
Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht 
bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat. Pflichtwidrig 
ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, 
zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Ver- 
hältnissen verpflichtet ist ( Art. 18 Abs. 3 StGB ).

2. Stellt man vorliegend auf die Sachdarstellung des Re- 
kurrenten ab, steht fest, dass sich ein von ihm stammender nicht 
gebührenpflichtiger schwarzer Sack im Sammelcontainer befand. 
Damit ist der objektive Tatbestand von Art. 7 Abs.1 des Abfallge- 
setzes erfüllt. In subjektiver Hinsicht kann ihm wohl zugebilligt 
werden, dass er nicht in böser Absicht gehandelt hat. Dagegen 
muss sein Verhalten als fahrlässig bezeichnet werden. Es gehört 
nämlich zu den Pflichten der Abfallverursacher, die gebühren- 
pflichtigen Säcke so zu füllen und zu verschliessen, dass sie nicht 
aufplatzen können und ihren Inhalt im Container verstreuen. Wenn 
der vom Rekurrenten nach seiner Darstellung in den Container 
geworfene gelbe Sack aufgeplatzt ist oder nicht richtig verschlos- 
sen war und deswegen ein schwarzer Sack vorgefunden wurde, hat

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er dies seiner Unsorgfalt zuzuschreiben. Damit hat er aber fahrläs- 
sig gegen die Abfallvorschriften verstossen, weshalb ihm die Ge- 
meinde zu Recht eine Busse von Fr. 200.– auferlegt hat. Der Rekurs 
ist infolgedessen abzuweisen.
A 05 22 Urteil vom 24. Mai 2005

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