# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33720af6-3259-526e-afda-d520026acc3f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2011 D-1145/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1145-2010_2011-12-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­1145/2010/sps

U r t e i l   v om   7 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz),
Richter Fulvio Haefeli, Richter Hans Schürch;   
Gerichtsschreiberin Nina Hadorn.

Parteien A._______, geboren (…),
und dessen Ehefrau
B._______, geboren (…),
Sri Lanka, 
c/o Schweizerische Vertretung in Colombo,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 4. Januar 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Mit  Eingabe  in  englischer  Sprache  vom  5.  August  2008  an  die 
schweizerische Botschaft in Colombo (Eingangsstempel: 7. August 2008) 
beantragte  der  Beschwerdeführer  –  ein  srilankischer  Staatsangehöriger 
tamilischer Ethnie aus der Ortschaft C._______ (Distrikt Jaffna) – für sich 
und seine Frau unter Beilage verschiedener Dokumente die Ausstellung 
von Visa zur Einreise in die Schweiz.

B. 
Mit  Schreiben  vom  14.  August  2008  ersuchte  die  schweizerische 
Botschaft  in Colombo  den Beschwerdeführer  zur  Vervollständigung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts unter Einreichung allfälliger Beweismittel 
und  Identitätspapiere  um  Beantwortung  konkreter  Fragen  in  Bezug  auf 
Ereignisse,  die  ihn  zur  Ausreise  nötigen  würden,  die  individuelle 
Betroffenheit,  allfällig  getroffene  Schutzmassnahmen  sowie  einen 
allfälligen alternativen Aufenthaltsort in Sri Lanka.

Das Antwortschreiben des Beschwerdeführers vom 25. August 2008 ging 
am 28. August 2008 bei der schweizerischen Vertretung ein. Mit auf den 
28.  August  datierter  Eingabe  reichte  der  Beschwerdeführer  zudem 
weitere Beweismittel ein.

Am  22.  September  2008  übermittelte  die  schweizerische  Botschaft  in 
Colombo  das  Dossier  zur  Entscheidung  ans  BFM  und  teilte  dem 
Beschwerdeführer mit, in seinem Fall sei aus verschiedenen Gründen auf 
eine Anhörung zu verzichten.

C. 
Am 10. Februar 2009 ging bei der schweizerischen Botschaft in Colombo 
eine  auf  den  2.  Februar  2009  datierte  Eingabe  des  Beschwerdeführers 
ein.

Mit  Eingabe  vom  14.  April  2009  zeigte  Rechtsanwalt  D._______  unter 
Beilage der erforderlichen Vollmacht vom 10. April 2009 im Wesentlichen 
ein Vertretungsverhältnis zu den Beschwerdeführenden an.

D. 
Am  27.  April  2009  wies  das  BFM  die  schweizerische  Botschaft  in 
Colombo an, die Beschwerdeführenden zu ihren Asylgründen anzuhören. 

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Der  Beschwerdeführer  wurde  daraufhin  am  4. Juni  2009  durch  die 
Schweizer Vertretung in Colombo zu seinen Gesuchsgründen angehört.

Im  Rahmen  der  verschiedenen  Eingaben  sowie  der  Anhörung  vom  4. 
Juni  2009  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines 
Gesuchs im Wesentlichen geltend, seine Frau und er würden in Sri Lanka 
von  verschiedenen  bewaffneten  Gruppierungen  behelligt.  Er  habe  bis 
1995 in seinem Heimatort C._______ (Distrikt Jaffna) gelebt, sei im Jahre 
1996  infolge  des  Krieges  nach  E._______  gezogen  und  halte  sich  nun 
seit dem Jahr 2000 in Colombo auf. Während den Jahren 2000 bis 2006 
habe  er  als  Mitglied  einer  unabhängigen  politischen  Gruppierung  an 
verschiedenen  Entwicklungsprojekten mitgewirkt.  Im  Jahr  2002  habe  er 
als  Mitglied  dieser  Gruppierung  für  die  Lokalwahlen  in  E._______ 
kandidiert.  Seine  damalige  Verlobte  und  jetzige  –  im  Gesuch 
eingeschlossene  –  Frau  habe  im  Jahr  2003  dank  einer  entfernten 
Verwandtschaft  zu  F._______  [Angestellter  der  öffentlichen Verwaltung] 
eine Arbeitsstelle bei  [Verwaltungseinheit] erhalten.  […] Seither seien er 
und  seine  Frau  regelmässig  von  Unbekannten  behelligt  und  befragt 
worden.  So  habe  er  vermehrt  Telefonanrufe  erhalten,  bei  welchen  er 
unter  anderem  nach  seiner  Adresse  und  seinem  Kontakt  zu 
[Verwaltungseinheit]  gefragt  worden  sei.  Auch  seien  Unbekannte  bei 
seiner  Frau  eingedrungen,  hätten  ihre  Wohnung  durchsucht  und  sie 
gefragt, weshalb sie nicht zur Arbeit gekommen sei. Wahrscheinlich habe 
es sich dabei um Personen der EPDP gehandelt, da man sie verdächtigt 
habe,  durch  die  Arbeit  der  Beschwerdeführerin  bei  [Verwaltungseinheit] 
erlangte Informationen an Dritte weiterzuleiten. 

Am (…) 2005 sei der Beschwerdeführer von der Polizei im Rahmen eines 
Round­Ups  mit  155  anderen  Personen  verhaftet  worden.  Auf  der 
Polizeistation  sei  er  unter  Schlägen  zur  Finanzierung  seines  damaligen 
Geschäfts  (ein  […]) sowie zu allfälligen Verbindungen zu den Liberation 
Tigers of Tamil Eelam  (LTTE)  verhört worden. Am  (…) 2005 habe man 
ihn  freigelassen.  In  der  Folge  habe  die  Polizei  seine  Angestellten 
festgenommen, weshalb er das Unternehmen im Mai 2006 verkauft habe. 
Er  selber  sei  daraufhin  etliche  Male  von  Polizisten  bei  sich  zuhause 
aufgesucht worden.

Im  (…)  2007  sei  der  Beschwerdeführer  –  wohl  durch  EPDP­Leute – 
ausgeraubt worden. Am (…) 2007 sei er durch unbekannte Personen  in 
einem weissen Van entführt worden, wobei die Entführer Geld von seiner 
Familie verlangt hätten. Nach Bezahlung des geforderten Betrags sei er 

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am  (…)  2007  wieder  freigelassen  worden.  Da  es  sich  bei  seinen 
Entführern wahrscheinlich um Mitarbeiter der Ministerial Security Division 
(MSD)  gehandelt  habe,  habe  er  den  Vorfall  nicht  der  Polizei  melden 
können.  Ausserdem  seien  er  und  seine  Frau  durch  Mitarbeiter  des 
Criminal  Investigation  Department  (CID)  überwacht  und  teilweise  um 
Geld erpresst worden.

Seitens  der  EPDP  bestehe  ein  wesentliches  Interesse  daran,  den 
Beschwerdeführer  zum Schweigen  zu  bringen.  So  sei  diesen Personen 
sehr  wohl  bewusst,  dass  den  Beschwerdeführenden  […]  und  deren 
Verantwortlichkeit  für  die Entführungen  des Beschwerdeführers  bekannt 
seien.  Deshalb  sei  seine  Frau  auch  gezwungen,  weiterhin  für 
[Verwaltungseinheit] zu arbeiten, zumal die EPDP sie dort unter Kontrolle 
habe. Aufgrund der Gefährdungssituation lebe er aktuell von seiner Frau 
getrennt.

Für die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel wird auf 
die Akten verwiesen.

E. 
Im  Rahmen  verschiedener  weiterer  Eingaben  machte  der 
Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  er  stehe  weiterhin  unter 
ständiger Beobachtung durch Unbekannte. Er vermute dahinter Personen 
der EPDP. Ferner  seien  seine  sowohl  seine Eltern als  auch  seine Frau 
vermehrt  von  Polizisten  und  Unbekannten  beobachtet  und  zu  seinem 
Verbleib befragt worden.

F. 
Mit  Verfügung  vom  27.  Januar  2010  –  eröffnet  am  5.  Februar  2010 – 
verweigerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise und lehnte 
deren Asylgesuche ab.

Zur  Begründung  führte  es  im  Wesentlichen  aus,  die 
Beschwerdeführenden  seien  nicht  schutzbedürftig  im  Sinne  von  Art.  3 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31).

G. 
Mit  auf  den  10.  Februar  2010  datierter,  am  15.  Februar  2010  bei  der 
schweizerischen Vertretung  in Colombo und am 25. Februar 2010 beim 
Bundesverwaltungsgericht  eingelangter  Eingabe  in  englischer  Sprache 
erhob  der  Beschwerdeführer  –  nicht  vertreten  –  unter  Beilage 

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verschiedener  Dokumente  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM 
vom 27. Januar 2010.

In  diesem  Schreiben  wies  der  Beschwerdeführer  unter  Wiederholung 
seiner  Gesuchsgründe  im  Wesentlichen  auf  seine  anhaltende 
Gefährdung  in  Sri  Lanka  hin  und  machte  zusätzlich  geltend,  auch  von 
Mitgliedern der People's Liberation Organisation of Tamil Eelam (PLOTE) 
verdächtigt  und  entführt  worden  zu  sein,  da  diese  befürchtet  hätten,  er 
könne ihnen bei den Lokalwahlen in E._______ zur Konkurrenz werden. 

H. 
Im Rahmen zahlreicher weiterer Eingaben brachte der Beschwerdeführer 
im  Wesentlichen  vor,  er  stehe  weiterhin  unter  ständiger  Überwachung 
durch  Unbekannte,  habe  bisher  allerdings  stets  entkommen  können. 
Auch seine Eltern und seine Frau würden regelmässig durch Unbekannte 
und die Polizei aufgesucht und nach ihm gefragt. So seien insbesondere 
am  (…)  2010  vier  Personen  des  CID  gewaltsam  bei  seinen  Eltern 
eingedrungen  und  hätten  verschiedene  ihn  betreffende  Dokumente 
konfisziert. Mittlerweile hätten Unbekannte auch begonnen, seinen Onkel 
in E._______ und Verwandte in Jaffna nach ihm zu fragen. Er selber sei 
in Colombo geblieben, müsse aber ständig seine Adresse wechseln. Am 
(…)  2011  hätten  ihn  drei  Personen  des  CID  an  seinem  damaligen 
Wohnort  aufgesucht  und  ihn  während  einer  Stunde  befragt.  Da  sie mit 
ihrer Rückkehr gedroht hätten, habe er erneut seine Adresse gewechselt. 
Derzeitig  würden  daher  nur  die  engsten  Verwandten  seinen 
Aufenthaltsort  kennen.  Aufgrund  der  anhaltenden  Gefährdungssituation 
sei  er  ausserdem  nicht  mehr  in  der  Lage,  einer  Beschäftigung 
nachzugehen.  Die  erlebten  Behelligungen  würden  ihn  mit  Blick  auf  die 
Notstandsgesetzgebung  und  den  "Prevention  of  Terrorism  Act"  sehr 
besorgen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 

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Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Die  Beschwerde  ist  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes 
abgefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  entsprechenden 
Beschwerdeverbesserung  im Sinne  von Art.  52 VwVG kann  jedoch aus 
prozessökonomischen  Gründen  verzichtet  werden,  da  –  mit  Ausnahme 
der angefochtenen Verfügung – die Zwischenverfügungen und Eingaben 
des vorinstanzlichen Verfahrens ebenfalls in englischer Sprache gehalten 
und  die  Rechtsmitteleingabe  verständlich  ist,  so  dass  ohne  weiteres 
darüber  befunden  werden  kann.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht 
indessen  in  deutscher  Sprache  (Art.  33a  Abs.  2  VwVG  i.V.m.  Art.  6 
AsylG).

1.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert. Auf 
die frist­ und ­ mit Ausnahme des genannten, jedoch als nicht wesentlich 
erachteten  Mangels  ­  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist 
einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Ein  Asylgesuch  kann  gemäss  Art.  19  AsylG  im  Ausland  bei  einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 
das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG).

3.2. Die schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person in 
der  Regel  eine  Befragung  durch  (Art.  10  Abs.  1  der  Asylverordnung 1 
vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, SR 142.311]).  Ist 

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dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  aufgefordert,  ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV1).  Die 
schweizerische  Vertretung  überweist  dem  Bundesamt  das 
Befragungsprotokoll  oder  das  schriftliche  Asylgesuchs  sowie  weitere 
zweckdienliche  Unterlagen  und  einen  ergänzenden  Bericht,  der  ihre 
Beurteilung des Asylgesuchs enthält (Art. 10 Abs. 3 AsylV1).

3.3. Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 
die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder 
ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3, 
Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG).

Gemäss  Art. 20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  BFM  Asylsuchenden  die 
Einreise  zur Abklärung  des Sachverhaltes, wenn  ihnen  nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein 
anderes  Land  auszureisen.  Bei  diesem  Entscheid  sind  die 
Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  grundsätzlich 
restriktiv  zu  umschreiben,  wobei  den  Behörden  ein  weiter 
Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, 
die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht  zu  ziehen  (vgl.  die  weiterhin massgebende  Praxis  der  ARK  in 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15,  insbesondere  S. 131  ff., 
welcher  angesichts  bloss  redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten 
Totalrevision  des  Asylgesetzes  nach  wie  vor  Gültigkeit  hat). 
Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei  die 
Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen Personen  (vgl. EMARK 1997 Nr.  15 
E.  2c  S.  130),  mithin  die  Prüfung  der  Fragen,  ob  eine  Gefährdung  im 
Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am 
Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet 
werden kann.

4. 
4.1.  Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  im  Zusammenhang  mit  der 
Arbeit  seiner  Frau  bei  [Verwaltungseinheit]  seit  2006  unter  massiver 
Überwachung  durch  die  EPDP  zu  stehen.  Gleichzeitig  sei  seine  Frau 
gezwungen, weiterhin  für  [Verwaltungseinheit]  zu  arbeiten.  Andererseits 

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sei  er  im  Jahr  2007  durch  Unbekannte  respektive  EPDP­Mitglieder 
ausgeraubt  worden.  In  seiner  Rechtsmitteleingabe  brachte  der 
Beschwerdeführer  zudem  vor,  durch  Personen  der  PLOTE  im 
Zusammenhang  mit  den  Lokalwahlen  in  E._______  verdächtigt  und 
entführt worden zu sein.

Auf  der  anderen  Seite  habe  ihn  die  Polizei  im  Jahr  2005  im  Rahmen 
eines Round­Ups festgenommen und  ihn über allfällige Kontakte zu den 
LTTE  befragt.  In  der  Folge  seien  seine  Angestellten  festgenommen 
worden, woraufhin er sein Geschäft habe schliessen müssen. Nach dem 
Vorfall sei er etliche Male durch die Polizei aufgesucht worden. Daneben 
seien er und seine Frau durch Mitarbeiter des CID überwacht worden. Im 
Jahr  2007  sei  er  schliesslich  von  Unbekannten  –  vermutlich  seien  es 
Mitglieder  des  MSD  gewesen  –  entführt  worden,  um  acht  Tage  später 
gegen die Bezahlung eines Lösegelds wieder freigelassen zu werden.

4.2. Die Vorinstanz führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung 
im  Wesentlichen  aus,  die  geltend  gemachte  Festnahme  im  (…)  2005 
liege bereits  über  vier  Jahre  zurück, weshalb nicht  davon ausgegangen 
werden könne, dem Beschwerdeführer drohten diesbezüglich  in Zukunft 
noch einreiserelevante Verfolgungsmassnahmen.

Im Weiteren sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer im Verlauf des 
Verfahrens  die  angeblich  politische  Motivation  der 
Verfolgungsmassnahmen  immer  stärker  betont  habe.  So  habe  er  im 
Rahmen seines Asylgesuchs noch keinen Zusammenhang zwischen den 
beiden Entführungen und der Arbeit seiner Frau bei [Verwaltungseinheit] 
hergestellt. Die politische Komponente sei jedoch nicht überzeugend. So 
sei  einerseits  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  die  Beschwerdeführerin 
gezwungen  sei,  weiterhin  bei  [Verwaltungseinheit]  zu  arbeiten. 
Andererseits  sei  das  angeblich  massive  Verfolgungsinteresse  an  den 
Beschwerdeführenden aufgrund der Arbeit der Beschwerdeführerin nicht 
einleuchtend,  zumal  sie  [keinen]  politisch  verantwortungsvollen  Posten 
innehabe  […].  Ferner  sei  nicht  mit  der  allgemeinen  Erfahrung  in 
Übereinstimmung  zu  bringen,  dass  die  Beschwerdeführenden  während 
Jahren  behelligt  worden  seien,  ohne  je  drastischeren  Massnahmen 
unterzogen worden zu sein. Die politischen Schwierigkeiten seien daher 
nicht glaubhaft.  Im Weiteren hätten solche Erpressungsversuche oftmals 
kriminellen Charakter und keinen asylrelevanten, politischen Hintergrund. 
Daher könnten sich die Beschwerdeführenden mit  ihren Schwierigkeiten 
an  die  staatlichen  Behörden  wenden,  vielmehr  auch  hinsichtlich  der 

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Tatsache,  dass  die  Beschwerdeführerin  einen  staatlichen  Posten 
innegehabt  habe.  Es  sei  daher  nicht  davon  auszugehen,  sie  seien  mit 
erheblicher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zukunft  von  einer 
Verfolgung durch die srilankischen Behörden bedroht.

Zudem  hätten  sie  die  Möglichkeit,  sich  ihren  Problemen  durch  einen 
Wegzug  in  eine  andere  Region  Sri  Lankas  zu  entziehen,  weshalb  sie 
nicht schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes seien. Ihre Asylgesuche 
seien  daher  abzulehnen  und  die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  zu 
bewilligen.

4.3. 
4.3.1. Diese Einschätzung des BFM, wonach sich aus den wesentlichen 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  er  und  seine  Frau  seien  während 
Jahren  von  verschiedenen  Gruppierungen  behelligt  worden,  keine 
asylrelevante Gefährdungssituation der Beschwerdeführenden ergebe, ist 
– wie nachfolgend aufgezeigt – zu bestätigen.

4.3.2.  Vorab  ist  auf  die  ausführliche  Lageanalyse  des 
Bundesverwaltungsgerichts  im  kürzlich  ergangenen,  zur  Publikation 
vorgesehenen Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 zur Situation in 
Sri  Lanka  hinzuweisen.  Darin  stellte  das  Gericht  im Wesentlichen  fest, 
dass  sich  die  Lage  in  Sri  Lanka  seit  Beendigung  des  militärischen 
Konflikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE  im Mai 2009 
erheblich  verbessert  hat.  Militärisch  würden  die  LTTE  als  vernichtet 
gelten  und  auch  die  Sicherheitslage  habe  sich  in  bedeutsamer  Weise 
stabilisiert.  Gleichzeitig  habe  sich  die  Menschenrechtslage  vor  allem 
hinsichtlich  der  Meinungsäusserungs­  und  Pressefreiheit  weiter 
verschlechtert. Politisch Oppositionelle würden seitens der Regierung als 
Staatsfeinde  betrachtet  und  müssten  mit  entsprechenden 
Verfolgungsmassnahmen  rechnen.  Angesichts  der  allgemein 
verbesserten  Lage  definierte  das  Gericht  Personenkreise,  welche  einer 
erhöhten  Verfolgungsgefahr  unterliegen.  Darunter  würden  Personen 
fallen,  welche  auch  nach  Beendigung  des  Krieges  verdächtigt  würden, 
mit  den  LTTE  in  Verbindung  zu  stehen  beziehungsweise  gestanden  zu 
haben.  Auch  unabhängige  Journalisten  beziehungsweise 
regierungskritische  Medienschaffende  verfügten  über  ein  erhöhtes 
Risikoprofil.  Im  Weiteren  sei  bei  Opfern  und  Zeugen  von 
Menschenrechtsverletzungen  und  Personen,  die  entsprechende 
Übergriffe behördlich angezeigt hätten, mit erhöhter Verfolgungsgefahr zu 
rechnen.  Ausserdem  liefen  abgewiesene  tamilische  Asylsuchende  aus 

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der  Schweiz  unter  Umständen  Gefahr,  bei  der  Rückkehr  behördlich 
belangt zu werden, weil ihnen Kontakte zu führenden LTTE­Kadern in der 
Schweiz  unterstellt  würden.  Wegen  drohender  Erpressung,  Kidnapping 
und  anderen  Verfolgungshandlungen  bildeten  schliesslich  Personen, 
welche  über  beträchtliche  finanzielle  Mittel  verfügten,  eine  weitere 
Risikogruppe.

4.3.3.  Vorliegend  ist  mit  der  Vorinstanz  festzuhalten,  dass  die 
Beschwerdeführenden  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  in 
absehbarer  Zukunft  keine  ernsthaften  Nachteile  durch 
Verfolgungsmassnahmen  der  srilankischen  Sicherheitskräfte  zu 
befürchten  haben.  Insgesamt  weist  der  Beschwerdeführer  trotz  der 
geltend  gemachten  Festnahme  im  Jahr  2005,  der  anschliessenden 
Verhaftungen  seiner  Angestellten  und  den  Aufsuchungen  kein 
besonderes Risikoprofil auf, das ihn und seine Frau aktuell aus objektiver 
Sicht als gefährdet erscheinen liesse. Seine Festnahme erfolgte nämlich 
offensichtlich  im  Rahmen  eines  routinemässigen  Round­Ups.  Solche 
Massnahmen durch die Polizei sind – vor allem mit Blick auf die damalige 
Bürgerkriegssituation  –  vor  dem  Hintergrund  der  allgemeinen 
Bekämpfung  der  LTTE  zu  sehen.  Seit  dem  Ende  des  Bürgerkriegs  hat 
sich die Lage in Sri Lanka allerdings erheblich verbessert. Zwar gehören 
Personen,  die  einer  Verbindung  zu  den  LTTE  verdächtigt  werden, 
gemäss  oben  zusammengefasster  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  auch  heute  potentiell  noch  zu  einer 
Risikogruppe  (vgl.  a.a.O.  E.  8.1  S.  25).  Indes  sind  den  Akten  keinerlei 
Beziehungen  der  Beschwerdeführers  zu  den  LTTE  zu  entnehmen 
(vgl. A8/18  S.  6).  Da  der  Beschwerdeführer  zudem  am  (…)  2005  ohne 
Auflagen  aus  der  viertägigen  Haft  entlassen  wurde,  ist  davon 
auszugehen, dass seitens der srilankischen Sicherheitskräfte nichts mehr 
gegen  ihn  vorliegt.  Er  verfügt  folglich  über  kein  besonderes  Profil, 
welches  eine Gefährdung  im Sinne  von Art. 3 AsylG  als wahrscheinlich 
erscheinen  lässt.  Der  Beschwerdeführer  macht  zwar  geltend,  im 
Nachgang  an  die  Festnahme  regelmässig  durch  die  Polizei 
beziehungsweise  durch  Mitarbeiter  des  CID  gesucht  worden  zu  sein. 
Dass  die  Festnahme  indes  zum  heutigen  Zeitpunkt  über  fünf  Jahre 
zurückliegt  und  der  Beschwerdeführer  seither  offenbar  nie 
weitergehenden  Massnahmen  als  Überwachung  und  Befragungen 
unterzogen  wurde,  weist  jedoch  auf  ein  mangelndes 
Verfolgungsinteresse  der  srilankischen Sicherheitskräfte  hin.  Dies  umso 
mehr, als der Beschwerdeführer ausführte, am (…) 2011 – nachdem man 
am  (…)  2010  bei  seinen  Eltern  ihn  betreffende  Dokumente  konfisziert 

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habe – durch Mitglieder des CID an seinem geheimen Wohnort gefunden 
und  befragt  worden  zu  sein.  Läge  seitens  der  srilankischen 
Sicherheitskräfte  tatsächlich  ein  Interesse  an  seiner  Verfolgung  vor,  ist 
davon auszugehen, sie hätten ihn nach der jahrelangen Suche verhaftet. 
Die  blosse  Überwachung  jedenfalls  vermag  den  Anforderungen  an  die 
Asylrelevanz  mangels  ausreichender  Intensität  nicht  zu  genügen.  Das 
fehlende  Risikoprofil  und  die  Tatsache,  wonach  die 
Beschwerdeführenden  in  jüngerer  Zeit  keinen  asylrelevanten 
Verfolgungsmassnahmen  unterzogen  wurden,  lassen  eine  zukünftige 
Verfolgung  durch  die  srilankischen  Sicherheitskräfte  als  überwiegend 
unwahrscheinlich erscheinen.

4.3.4.  Paramilitärische  Gruppen  wie  die  EPDP  oder  die  PLOTE  sind 
gemäss aktueller Lageanalyse des Bundesverwaltungsgerichts nach wie 
vor mit – wenn auch in reduziertem Ausmass auftretenden – "White Van"­
Entführungen (vgl. BVGE 2008 Nr. 2) in Verbindung zu bringen, wobei die 
Urheberschaft  oftmals  im  Dunkeln  bleibt  und  nicht  in  jedem  Fall  das 
politische Profil des Opfers ausschlaggebend ist (vgl. a.a.O. E. 8.5 S. 28 
f.). Vorliegend weisen die konkreten Umstände eher auf einen kriminellen 
als auf einen politischen Hintergrund der Entführungen hin. Wie das BFM 
festhielt,  vermag  die  vorgebrachte  politische  Komponente  nicht  zu 
überzeugen.  So  legen  die  Beschwerdeführenden  keine 
entscheidrelevante  politische  Aktivität  an  den  Tag  […],  weshalb  das 
geltend  gemachte  Interesse  der  EPDP  an  den  beiden  nicht 
nachvollziehbar  ist.  Vielmehr  ist  davon  auszugehen,  der 
Beschwerdeführer sei aufgrund seiner privilegierten finanziellen Situation 
Opfer  krimineller  Vorgänge  geworden.  So  wurde  der  Beschwerdeführer 
im  (…)  2007  seiner  Wertsachen  beraubt  und  am  (…)  2007  nach  der 
Entführung gegen die Bezahlung eines Lösegeldes freigelassen. Es fehlt 
den Behelligungen durch Unbekannte beziehungsweise durch die EPDP 
daher vorliegend am Verfolgungsmotiv gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG. Die 
in  der Rechtsmitteleingabe  angeführten Schwierigkeiten mit  der  PLOTE 
im  Zusammenhang  mit  den  Lokalwahlen  in  E._______  haben  sich  vor 
neun  Jahren  zugetragen,  weshalb  sie  für  den  Entscheid  nicht 
massgebend  sind.  Schliesslich  ist  für  den  Fall  von  Bedrohung  durch 
nichtstaatliche Akteure zu bemerken, dass die heutige politische Situation 
in Sri Lanka es grundsätzlich zulässt, Übergriffe seitens Dritter der Polizei 
zu  melden.  Aus  den  Akten  ergeben  sich  keine  Anhaltpunkte  auf  eine 
grundsätzliche Schutzunwilligkeit  des  srilankischen Staates,  vielmehr  ist 
aufgrund  des  staatlichen  Arbeitsverhältnisses  der  Beschwerdeführerin 
vorliegend  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden  sich 

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diesbezüglich  an  die  Behörden  wenden  können.  Die  vorinstanzlichen 
Erwägungen, wonach die Schutzbedürftigkeit  der Beschwerdeführenden 
im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  zu  verneinen  sei,  erweisen  sich  somit  als 
zutreffend.

4.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  aktuelle Gefährdung  aus 
asylrelevanten Motiven aufzuzeigen, welche die Bewilligung der Einreise 
in die Schweiz rechtfertigen würden. Es liegt keine Schutzbedürftigkeit im 
Sinne von Art. 20 AsylG  i.V.m. Art. 3 AsylG vor. Das BFM hat demnach 
den  Beschwerdeführenden  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz 
verweigert und das Asylgesuch abgelehnt.

5. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  Abs.  1  AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

6. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 
Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil  geht  an  den Beschwerdeführer,  die  zuständige Schweizer 
Vertretung und an das BFM.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bendicht Tellenbach Nina Hadorn

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