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**Case Identifier:** eba828ca-27c6-5749-8096-d4e03c993d71
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-31
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 31.10.2023 460 23 95 (460 2023 95)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-23-95_2023-10-31.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

31. Oktober 2023 (460 23 95) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Mehrfacher gewerbsmässiger Diebstahl etc. 
 

 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Susanne Afheldt (Ref.),           

Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiberin Manuela Illgen 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,                                    

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,                                         

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

Privatklägerschaft  

  

gegen 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokatin Cinzia Fallegger-Santo,                        

Gellertstrasse 55, 4052 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand mehrfacher gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 1. Februar 2023 

 

 
 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgericht) vom 1. Feb-

ruar 2023 wurde A.____ (nachfolgend: der Beschuldigte) des mehrfachen Diebstahls, des 

mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der mehrfachen 

Verletzung des Schriftgeheimnisses, der unrechtmässigen Aneignung, des Erschleichens einer 

Leistung, der mehrfachen, teilweise versuchten Fälschung von Ausweisen, der mehrfachen Wi-

derhandlung gegen das Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die 

psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121), der mehrfachen Hehlerei 

sowie des mehrfachen unbefugten Konsums von Betäubungsmitteln schuldig erklärt und – als 

Zusatzstrafe zum Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 6. Mai 2021 – zu einer teil-

bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 12 Monaten, davon 6 Monate unbedingt, bei einer 

Probezeit von 2 Jahren für den bedingten Teil der Strafe, unter Anrechnung der vom 29. April 

2021 bis zum 23. Juni 2021 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 56 Tagen, so-

wie zu einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt, wobei für den Fall schuldhaften Nichtbezahlens eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen angedroht wurde (Dispositiv-Ziffer 1.2.1). Demgegenüber 

wurde das wegen mehrfachen, teilweise versuchten Erschleichens einer Leistung zum Nachteil 

der B.____ geführte Strafverfahren zufolge Fehlens des notwendigen Strafantrags eingestellt 

(Dispositiv-Ziffer 1.2.2). Im Weiteren wurde der Beschuldigte hinsichtlich Ziffer 8 der Anklage 

bei seiner Anerkennung behaftet, den C.____ Fr. 10.-- zu schulden. Die Mehrforderung wurde 

auf den Zivilweg verwiesen (Dispositiv-Ziffer 2.2). Sodann wurde entschieden, dass die Gegen-

stände gemäss Beilage 2 und 3 zur Anklageschrift gestützt auf Art. 69 Abs. 1 StGB eingezogen 

werden (Dispositiv-Ziffer 3). Überdies wurde erkannt, dass das Honorar der amtlichen Verteidi-

gerin des Beschuldigten in Höhe von Fr. 27'217.10 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entrichtet wird, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung des Beschuldigten 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO (Dispositiv-Ziffer 4.2). Schliesslich wurden dem Beschuldigten 

die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 19'054.50, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 850.-- und der Gerichtsge-

bühr von Fr. 2'000.--, auferlegt (Dispositiv-Ziffer 5.2). 

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgend aufgeführten Parteianträge wird, so-

weit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

 

B. Gegen das obgenannte Urteil hat der Beschuldigte, vertreten durch Advokatin Cinzia 

Fallegger-Santo, am 2. Februar 2023 die Berufung angemeldet und mit weiterer Eingabe vom 

16. Mai 2023 dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kan-

 
 

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tonsgericht), die Berufungserklärung übermittelt. Darin hat der Beschuldigte die Rechtsbegeh-

ren gestellt, (1.) es sei das Urteil des Strafgerichts vom 1. Februar 2023 in Bezug auf die Ver-

urteilung wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Daten-

verarbeitungsanlage, mehrfacher Verletzung des Schriftgeheimnisses, mehrfacher Hehlerei 

und Hinderung einer Amtshandlung vollumfänglich aufzuheben, und es sei der Beschuldigte 

diesbezüglich vollumfänglich und kostenlos von Schuld und Strafe freizusprechen; (2.) es sei 

das Urteil des Strafgerichts vom 1. Februar 2023 in Bezug auf die Schuldsprüche wegen un-

rechtmässiger Aneignung, Erschleichung einer Leistung, mehrfacher, teilweise versuchter Fäl-

schung von Ausweisen, mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie 

mehrfachen unbefugten Konsums von Betäubungsmitteln zu bestätigen; (3.) es sei der Be-

schuldigte demnach zu einer bedingten Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jah-

ren und zu einer Busse von Fr. 100.-- zu verurteilen; (4.) im Übrigen sei das Urteil des Strafge-

richts vom 1. Februar 2023 zu bestätigten; (5.) es sei dem Beschuldigten für das vorliegende 

Verfahren die amtliche Verteidigung zu gewähren; (6.) unter o/e Kostenfolge (inkl. Kosten der 

Vorinstanz). 

 

C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine Delikte (nach-

folgend: Staatsanwaltschaft), teilte mit Eingabe vom 24. Mai 2023 mit, dass sie weder Antrag 

auf Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten stelle noch Anschlussberufung erkläre. 

 

D. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 25. Mai 2023 wurde un-

ter anderem festgestellt, dass der Beschuldigte entgegen seiner Berufungserklärung durch das 

Strafgericht nicht wegen Hinderung einer Amtshandlung verurteilt worden ist. Des Weiteren 

wurde mit besagter Verfügung das mündliche Verfahren angeordnet (Art. 405 StPO), der Be-

schuldigte und die Staatsanwaltschaft wurden auf ihre Erscheinungspflicht zur Hauptverhand-

lung vor dem Berufungsgericht hingewiesen, währenddem der Privatklägerschaft die Teilnahme 

an der Berufungsverhandlung ins freie Ermessen gestellt wurde, und es wurde für das Beru-

fungsverfahren Advokatin Cinzia Fallegger-Santo als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten 

eingesetzt. 

 

E. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht vom 31. Oktober 2023 sind die 

Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte, vertreten durch Advokatin Cinzia Fallegger-Santo, sowie 

ein Dolmetscher für die Sprache Persisch erschienen. Der Beschuldigte ist dabei sowohl zur 

Person als auch zur Sache eingehend befragt worden. Die Parteivertreter haben grundsätzlich 

ihre bereits in Schriftform gestellten Anträge wiederholt, wobei der Beschuldigte präzisierend 

 
 

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hat begehren lassen, dass er zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu verurteilen 

sei (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 2 ff., S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich 

eingereichten Parteivortrag, S. 14). 

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 

Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gestützt 

auf Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts 

(lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen ange-

fochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Vorliegend macht der 

Beschuldigte sämtliche zulässigen Rügegründe geltend. Seine Legitimation zur Erhebung der 

Berufung ergibt sich aus Art. 382 Abs. 1 StPO. Nach Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO ist die Beru-

fung zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schrift-

lich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der 

Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

 

2. Aus den Akten ergibt sich, dass das Urteilsdispositiv des Strafgerichts vom 1. Februar 

2023 dem Beschuldigten am 2. Februar 2023 zugestellt worden ist (act. S 725). Mit seiner 

Berufungsanmeldung am 2. Februar 2023 (act. S 1087) hat der Beschuldige die zehntägige 

Frist gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO in jedem Fall eingehalten. Auch die Frist zur Berufungser-

klärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO wurde vorliegend gewahrt: Das begründete Urteil des 

Strafgerichts vom 1. Februar 2023 wurde dem Beschuldigten am 28. April 2023 zugestellt (act. 

S 938/1) und mit Datum vom 16. Mai 2023 hat der Beschuldigte die Berufungserklärung ein-

gereicht. Was die Form betrifft, so erfüllen die Eingaben des Beschuldigten die Anforderungen 

von Art. 385 Abs. 1 StPO. Schliesslich ergibt sich mit Blick auf die seitens der Parteien vor 

Strafgericht wie auch vor Kantonsgericht gestellten Anträge die Zuständigkeit der Dreierkam-

mer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung des vor-

liegenden Rechtsmittels aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Es ist 

demnach auf die Berufung des Beschuldigten einzutreten. 

 

 

 
 

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II. Gegenstand der Berufung 

1. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Es liegt eine Beru-

fung des Beschuldigten vor. Aufgrund des Gegenstandes dieses Rechtsmittels steht vorlie-

gend das gesamte Urteil des Strafgerichts vom 1. Februar 2023 betreffend den Beschuldigten 

im Streit, mit den nachfolgenden Ausnahmen: Schuldsprüche wegen unrechtmässiger Aneig-

nung, Erschleichens einer Leistung, mehrfacher, teilweiser versuchter Fälschung von Auswei-

sen, mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie mehrfachen unbe-

fugten Konsums von Betäubungsmitteln (Dispositiv-Ziffer 1.2.2 des angefochtenen Urteils); 

Verfahrenseinstellung wegen mehrfachen, teilweise versuchten Erschleichens einer Leistung 

zum Nachteil der B.____ zufolge Fehlens des notwendigen Strafantrags (Dispositiv-Ziffer 1.2.2 

des angefochtenen Urteils); Entscheid betreffend Zivilforderung der C.____ und Beschlag-

nahme/Einziehung (Dispositiv-Ziffern 2.2 und 3 des angefochtenen Urteils); Honorarfestset-

zung betreffend die amtliche Verteidigung, nicht aber der Rückzahlungsvorbehalt gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO (Dispositiv-Ziffer 4.2 des angefochtenen Urteils) sowie Festsetzung der 

Verfahrenskosten, nicht aber die Auferlegung zu Lasten des Beschuldigten (Dispositiv-Ziffer 

5.2 des angefochtenen Urteils).  

 

2. Laut Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil 

der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (sog. Verbot der "reformatio in peius"). Diese Konstellation liegt hier zufolge der 

allein seitens des Beschuldigten eingelegten Berufung vor. Entsprechend kann das Kantons-

gericht das vorinstanzliche Urteil nach Massgabe der Anträge des Beschuldigten entweder 

mildern oder bestätigen, nicht aber zu Lasten des Beschuldigten verschärfen. 

 

3. Das Berufungsgericht ist mit umfassender Kognition ausgestattet (Art. 398 Abs. 2 und 

3 StPO). Die Grundlagen und Motive für die Entscheidung des Tatsachen- und Rechtsstreits 

müssen sich aus dem Berufungsurteil selbst ergeben, zumal dieses das erstinstanzliche Urteil 

ersetzt (Art. 408 StPO). Das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) der Person, die das Rechts-

mittel ergriffen hat, erfordert eine vollständige Begründung (vgl. BGE 141 IV 244 E. 1.2.3). Aus 

dem Berufungsentscheid muss mithin hervorgehen, welche Tatsachen das Gericht für erwie-

sen hält, welche es verwirft oder als zweifelhaft einstuft; bestrittene Tatsachen und sich wider-

sprechende Beweismittel sind zu würdigen und einer schlüssigen Sachverhaltsfeststellung zu-

zuführen (vgl. GRÉGORY BOVEY, Commentaire de la LTF, 3. Aufl. 2022, Art. 112 BGG N 24 ff.). 

Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Gericht nicht auf sämtliche, sondern nur auf die 

 
 

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relevanten Argumentationspunkte einzugehen hat. Denn in Beachtung des Anspruchs der Par-

teien auf rechtliches Gehör folgt zwar die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu be-

gründen. Indes ist nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGer 1B_273/2022 vom 

22. November 2022 E. 3, unter Hinweis auf BGE 142 II 49 E. 9.2; 136 I 229 E. 5.2; je mit 

Hinweisen). Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmitte-

linstanzen zudem, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sach-

verhalts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hin-

gegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im 

Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (vgl. DANIELA BRÜSCHWEILER/RETO NADIG/ 

REBECCA SCHNEEBELI, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl., Art. 82 N 10). Bei strittigen Sach-

verhalten und Beweiswürdigungen sowie bei rechtlichen Subsumtionen des konkreten Falls 

kommen Verweisungen nur dann in Frage, wenn die Rechtsmittelinstanz den vorinstanzlichen 

Erwägungen (vollumfänglich) beipflichtet. Art. 82 Abs. 4 StPO entbindet die Rechtsmitte-

linstanzen somit nicht von deren Begründungspflicht und findet seine Grenzen, wenn sich nicht 

mehr ohne Weiteres feststellen lässt, was die massgebenden tatsächlichen und rechtlichen 

Erwägungen der Rechtsmittelinstanz sind (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3; BGer 6B_310/200 vom 

8. Dezember 2022 E. 2.2.1; 6B_130/2022 vom 8. Dezember 2022 E. 1.3; 6B_275/2016 vom 

9. Dezember 2016 E. 1.1). Stimmt die Rechtsmittelinstanz grundsätzlich zu und hat sie bloss 

nebensächliche Vorbehalte, kann sie indes punktuelle Korrekturen formulieren und im Übrigen 

auf die vorinstanzliche Begründung verweisen vgl. (DANIELA BRÜSCHWEILER/RETO NADIG/ 

REBECCA SCHNEEBELI, a.a.O., N 11). 

 

Vorliegend wird in den angefochtenen Punkten des erstinstanzlichen Urteils, welchen die Be-

rufungsinstanz folgt, grundsätzlich – allenfalls durch vereinzelte Hervorhebungen und Ergän-

zungen – auf die Begründung der Vorinstanz verwiesen und überdies nur auf im Berufungs-

verfahren vorgebrachte Argumente, welche zudem für die Urteilsbildung ausschlaggebend 

sind, im Einzelnen eingegangen. 

 

 

 

 

 

 

 
 

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III. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 

1. Mehrfacher Diebstahl, mehrfacher betrügerischer Missbrauch einer Datenver-

arbeitungsanlage und mehrfache Verletzung des Schriftgeheimnisses (Ankla-

geziffer 1) 

1.1 In ihrer Anklageschrift (Rektifikat respektive Ergänzung vom 17. Januar 2023, ersetzt 

Anklageschrift vom 18. Mai 2022; nachfolgend: Anklageschrift) warf die Staatsanwaltschaft 

dem Beschuldigten den nachfolgenden Sachverhalt im Sinne einer Mittäterschaft mit D.____ 

vor:  

 

"lm Zeitraum vom 1. September 2020 bis zum 29. Juli 2021 eignete sich D.____ jeweils in 

unrechtmässiger Bereicherungsabsicht bei verschiedenen Gelegenheiten insbesondere an 

unterschiedlichen Orten in E.____, aber auch an weiteren Orten, Bankkarten von unterschied-

lichen Geschädigten an. Dies tat er, indem er entweder aus den Briefkästen der Geschädigten 

neue, per Post zugestellte Bankkarten entwendete, diese aus unbeaufsichtigten Taschen oder 

Rucksäcken entwendete, sich diese aus unverschlossenen respektive aufgebrochenen Fahr-

zeugen aneignete oder auf andere unbekannte Art und Weise in den Besitz dieser Karten 

gelangte. Teilweise begab sich D.____ gegen den Willen der Berechtigten unrechtmässig in 

die entsprechenden Liegenschaften und Einstellhallen, um sich Zugang zu den entsprechen-

den Briefkästen respektive Fahrzeugen zu verschaffen. ln der Folge benutzte respektive ver-

suchte er, die Bankkarten vorwiegend mit der Funktion des kontaktlosen Zahlens an diversen 

Automaten oder in Geschäften zur Bezahlung von Waren zu benutzen und bereicherte sich 

damit unrechtmässig. Bei den Geschädigten F.____, G.____ und H.____ handelte D.____ in 

mittäterschaftlichem Zusammenwirken mit A.____. ln diesen Fällen gelang es D.____ und 

A.____ durch das Abfangen der zugestellten PIN-Codes per Briefsendung, die Bankkarten 

nicht nur kontaktlos zu benützen, sondern auch durch die Verwendung der entsprechenden 

PlN, wodurch sie die Bankkarten auch am Bankomaten zum Bezug von Bargeld oder zur Be-

zahlung von grösseren Beträgen in Geschäften oder Hotels einsetzen konnten. Das mit den 

gestohlenen Bankkarten an den Bankomaten abgehobene Bargeld teilten D.____ und A.____ 

jeweils hälftig unter sich auf. Die mit den drei gestohlenen und unrechtmässig verwendeten 

Bankkarten erworbenen Vermögenswerte und Lebensmittel teilten D.____ und A.____ eben-

falls unter sich auf. Durch das unrechtmässige Öffnen der Briefe, in der Absicht, Bankkarten 

und entsprechende PlN-Codes respektive weitere Vermögenswerte zur unrechtmässigen Be-

reicherung zu finden, nahm D.____ respektive er und A.____ Kenntnis von verschlossenen, 

nicht für ihn respektive sie bestimmten Schriften. Bei all diesen Delikten handelten D.____ und 

A.____ wissentlich und willentlich und in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern. Bei 

 
 

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all diesen Delikten bezogen D.____ und A.____ Waren, Leistungen und Bargeld oder im Ge-

samtwert von Fr. 34'846.80 zum Nachteil der jeweiligen Geschädigten. Für die Einzelheiten 

der verschiedenen Fälle wird auf das nachfolgende Deliktsverzeichnis verwiesen" (es erfolgt 

eine Auflistung von insgesamt 86 Fällen, wobei der Beschuldigte A.____ in den Fällen 76 zum 

Nachteil von F.____, 80 zum Nachteil von G.____ und 82 zum Nachteil von H.____, betreffend 

einen Deliktsbetrag von insgesamt Fr. 31'131.85, mitgewirkt haben soll).  

 

1.2.1 Das Strafgericht erachtete in tatsächlicher Hinsicht mit Blick auf die Aussagen von 

D.____ einerseits und des Beschuldigten andererseits, die Kameraaufzeichnung betreffend 

D.____ beim Benützen einer Bankkarte am Bankomaten der I.____BANK in E.____ J.____ 

am 21. Februar 2021, die Aufnahmen auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten und insbeson-

dere die Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und D.____ via WhatsApp den ange-

klagten Sachverhalt als erstellt. So sei in Bezug auf die Tat zum Nachteil von H.____ die Be-

teiligung des Beschuldigten direkt nachgewiesen. In Bezug auf die Taten zum Nachteil von 

F.____ und G.____ sei zumindest eine Beteiligung des Beschuldigten am "Geschäft" mit Bank-

karten seit spätestens Ende Januar 2021 erstellt und es sei die Behauptung des Beschuldig-

ten, er werde von D.____ falsch belastet, widerlegt, zumal kein Grund bestehe, nicht auf die 

Angaben von D.____ abzustellen (vgl. Erw. I.1.A.1-4 auf S. 3-23 des angefochtenen Urteils).  

 

1.2.2 In rechtlicher Hinsicht qualifizierte die Vorinstanz die Beteiligungsrolle des Beschul-

digten als Mittäterschaft. Die Entwendung der Briefe samt Inhalt wurde unter den Tatbestand 

des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB subsumiert, die anschliessende Verwendung der 

Bankkarten zu bargeldlosem Bezahlen und Bargeldbezug als betrügerischer Missbrauch einer 

Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB und das unbefugte Öffnen der frem-

den Briefe als Verletzung des Schriftgeheimnisses gemäss Art. 179 Abs. 1 StGB, wobei zwi-

schen betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage und Diebstahl echte Kon-

kurrenz angenommen wurde. Dementsprechend sprach die Vorinstanz den Beschuldigten – 

neben D.____ – wegen mehrfacher Tatbegehung in Bezug auf alle drei Delikte schuldig (vgl. 

S. 23 f. sowie Dispositiv-Ziffer 1.2.1 des angefochtenen Urteils). 

 

1.3.1 Der Beschuldigte verlangt demgegenüber in seiner Berufungserklärung vom 16. Mai 

2023 einen Freispruch von der Anklage des mehrfachen Diebstahls, des mehrfachen betrüge-

rischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage und der mehrfachen Verletzung des 

Schriftgeheimnisses. In ihrem Parteivortrag vor dem Kantonsgericht macht die amtliche Ver-

teidigerin wie bereits vor Strafgericht (vgl. Prot. Hauptverhandlung Strafgericht vom 24. Januar 

 
 

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2023, S. 2, unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten Parteivortrag) zunächst allgemein 

geltend, der Beschuldigte bestreite nach wie vor, irgendetwas mit den Machenschaften von 

D.____ zu tun gehabt oder irgendeinen geldwerten Nutzen bzw. sonstigen Vorteil aus den 

Taten von D.____ herausgezogen zu haben. Die Tat solle sich vor 2 ½ Jahren ereignet haben 

und seither sei viel Zeit vergangen, so dass sich der Beschuldigte heute nicht mehr an Details 

erinnere (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich 

eingereichten Parteivortrag, S. 1 f.). In Bezug auf die konkreten Tatvorwürfe werde eine Mittä-

terschaft mit D.____ vehement bestritten. Die Vorinstanz begründe Mittäterschaft einzig mit 

der Kommunikation bzw. dem Auftreten des Beschuldigten gegenüber D.____. Mittäterschaft 

erfordere aber ein vorsätzliches und massgebliches Zusammenwirken bei der Entschliessung, 

Planung oder Ausführung eines Deliktes, so dass der Täter als Hauptbeteiligter dastehe und 

eine (Mit-)Tatherrschaft innehabe, was im vorliegenden Fall betreffend den Beschuldigten 

nicht gegeben sei. Die einzige Verbindung zwischen dem Beschuldigten und D.____ sei ge-

wesen, dass diese zufälligerweise für einen gewissen Zeitraum Mitbewohner im Asylheim ge-

wesen seien (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf den schrift-

lich eingereichten Parteivortrag, S. 2-4). Auf die durch keinen objektiven Beweis belegten Aus-

sagen des D.____, welcher erst anlässlich der Einvernahme vom 27. April 2021 den Beschul-

digten plötzlich und grundlos belastet habe, könne nicht abgestellt werden (vgl. Prot. Haupt-

verhandlung Kantonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten Parteivor-

trag, S. 3). Demgegenüber habe der Beschuldigte stets und konstant angegeben, nichts mit 

den Diebstählen und Missbräuchen der Karten zu tun, aber irgendwann gemerkt zu haben, 

dass D.____ etwas Illegales im Schilde führe. Es treffe zu, dass er auch etwas vom Geld 

gewollt habe, aber der Grund sei gewesen, dass D.____ nie für den Haushalt besorgt gewesen 

sei und auch keine Lebensmittel gekauft habe, obwohl er über so viel Geld verfügt habe. Der 

Beschuldigte habe nie selbst Bankkarten unrechtmässig eingesetzt und das Gegenteil könne 

ihm nicht nachgewiesen werden. Als der Beschuldigte eine Karte von H.____ im Portemonnaie 

seines Mitbewohners und diverse Bankunterlagen von H.____ im Zimmer gefunden habe, die 

nachweislich nicht D.____ gehörten, habe er sich zusammenreimen können, woher D.____ 

seit einigen Monaten so viel Geld zur Verfügung gehabt und damit angegeben habe. Auch 

wenn in den vom Beschuldigten an D.____ geschickten Nachrichten die Wortwahl nicht die 

feine Art gewesen sei und er versucht habe, irgendwie vom Geld zu profitieren, könne daraus 

noch keine Mittäterschaft konstruiert werden. Was die WhatsApp-Nachrichten im Januar 2021 

betreffe, so handelten diese vom "Serben", welcher das Portemonnaie von D.____ gestohlen 

habe. Hierbei sei abgemacht gewesen, dass der Beschuldigte von D.____ einen Finderlohn 

erhalte, wenn er das Portemonnaie finden sollte (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, 

 
 

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S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten Parteivortrag, S. 3-5). Zweifelsohne habe 

der Beschuldigte auch nie das Schriftgeheimnis verletzt, da er selbst keinen Brief geöffnet 

habe (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich 

eingereichten Parteivortrag, S. 5 f.). D.____ habe bereits im September 2020 mit seinen de-

liktischen Tätigkeiten begonnen, bevor er den Beschuldigten überhaupt gekannt habe. Diesem 

könnten nicht einmal marginale Hilfeleistungen vorgeworfen werden, habe doch selbst D.____ 

angegeben, alles sei seine Idee gewesen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, 

unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten Parteivortrag, S. 6 f.). D.____ habe auch wider-

sprüchliche Angaben in Bezug auf den Zeitpunkt der Drohungen sowie die konkreten Tatbei-

träge durch den Beschuldigten gemacht, weshalb diesen jegliche Glaubhaftigkeit abgehe (vgl. 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten 

Parteivortrag, S. 7 f.). Sämtliche mit den Drohungen zusammenhängenden Aussagen von 

D.____ seien frei erfunden (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf 

den schriftlich eingereichten Parteivortrag, S. 8). Sodann hätten die zwischen D.____ und dem 

Beschuldigten ausgetauschten Codes nichts mit den gestohlenen Bankkarten, sondern mit der 

Miete von Elektrorollern zu tun gehabt, da D.____ zu jenem Zeitpunkt weder über ein Handy 

noch über eine SIM-Karte verfügt habe. Zudem habe beim Beschuldigten weder mittels der 

anlässlich der Hausdurchsuchung aufgefundenen Gegenstände noch aufgrund der Auswer-

tung der Mobiltelefondaten ein plötzlich gesteigerter bzw. luxuriöser Lebensstil festgestellt wer-

den können, dies im Gegensatz zu D.____. Zusammenfassend habe das Strafgericht fälsch-

licherweise den angeklagten Sachverhalt als erstellt erachtet (Prot. Hauptverhandlung Kan-

tonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten Parteivortrag, S. 9).  

 

1.3.2 Die Staatsanwaltschaft hingegen vertritt die Auffassung, im vorliegenden Fall gelte 

betreffend die Rolle des Beschuldigten das Sprichwort "Mitgegangen-Mitgehangen" (vgl. Prot. 

Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten Par-

teivortrag, S. 1). D.____ sei vollumfänglich schuldig gesprochen worden. Was die relevante 

Frage der Mittäterschaft des Beschuldigten betreffe, so habe ihn D.____ nur betreffend einen 

kleinen Teil der vorgeworfenen Delikte belastet. Seine Aussagen seien sehr konkret, spezi-

fisch und präzise gewesen. Auch habe er den Beschuldigten nie über Gebühr belastet und 

klar angegeben, wenn er sich bei gewissen Sachen nicht mehr ganz sicher gewesen sei. Die 

Aussagen von D.____ zur Beteiligung des Beschuldigten seien absolut glaubhaft und stellten 

nur einen Teil der Beweisführung gegen den Beschuldigten dar. Denn als wichtigstes, belas-

tendes Beweismittel seien die Chatverläufe zwischen dem Beschuldigten und D.____ zu wer-

ten, welche bereits im Januar 2021 eingesetzt hätten und sich mit einzelnen Bankbezügen 

 
 

11 von 70 

sowie der Hausdurchsuchung durch die Polizei in Einklang bringen liessen. Es gebe keine 

andere Erklärung als die vorsätzliche Beteiligung des Beschuldigten an den Delikten und das 

Zusammenwirken mit D.____. Es sei eindeutig die Version des Beschuldigten widerlegt, die 

Codes hätten mit E-Scootern zu tun, er habe nicht gewusst, dass die Bankkarte von H.____ 

gestohlen sei oder dass er erst ab März 2021 gewusst habe, dass etwas nicht stimme. Die 

Chatnachrichten zeigten deutlich, dass D.____ und der Beschuldigte gemeinsam an den De-

likten beteiligt gewesen seien und sich gegenseitig mit den notwendigen Informationen ver-

sorgt hätten. Demzufolge sei erstellt, dass der Beschuldigte an den drei angeklagten Fällen 

mitbeteiligt gewesen und genauso von dem unrechtmässig bezogenen Bargeld wie den ge-

kauften Waren profitiert habe wie D.____. Der forsche und fordernde Ton in den Chatverläufen 

zeige, dass der Beschuldigte in Bezug auf die drei ihm vorgeworfenen Fälle mit D.____ zu-

sammengewirkt habe und ebenbürtig aufgetreten sei. Auch wenn D.____ der Drahtzieher und 

Vorreiter sowie lange vor der Beteiligung des Beschuldigten bereits deliktisch tätig gewesen 

sei, habe dieser sich spätestens ab Ende Januar 2021 entschieden, ebenfalls bei diesen De-

likten mitzuwirken und von dem illegal erzielten Geld und den Vermögenswerten zu profitieren. 

Folglich sei der angeklagte Sachverhalt erstellt (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, 

S. 12, unter Hinweis auf den schriftlich eingereichten Parteivortrag, S. 2-4). 

 

1.4.1 Tatsächliches 

1.4.1.1 Vorbemerkung 

a) Vorab ist betreffend das vorinstanzliche Urteil eine ungewöhnliche Feststellung der-

gestalt zu machen, dass sich die auf S. 5-23 des angefochtenen Urteils enthaltene Begrün-

dung des Sachverhalts in wenigen Sätzen erschöpft, währenddem Hauptbestandteil der Be-

gründung seitenweise, aus den Akten kopierte Fotografien, überdies von schlechter Qualität, 

bilden, ohne dass diese nach Ansicht der Vorinstanz relevanten Beweismittel mit Worten um-

schrieben werden. Ob durch eine derartige Vorgehensweise die Anforderungen an eine Ur-

teilsbegründung erfüllt werden, ist höchst fraglich. 

 

b)aa) Gemäss Art. 81 Abs. 1 StPO enthalten Urteile und andere verfahrenserledigende Ent-

scheide eine Einleitung (lit. a); eine Begründung (lit. b); ein Dispositiv (lit. c); und, sofern sie 

anfechtbar sind, eine Rechtsmittelbelehrung (lit. d). Laut Art. 81 Abs. 3 lit. a StPO enthält die 

Begründung bei Urteilen die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des der beschuldigten 

Person zur Last gelegten Verhaltens, die Begründung der Sanktionen, der Nebenfolgen sowie 

der Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
 

12 von 70 

bb) Die Begründung bildet das Kernstück des Endentscheids (DANIELA BRÜSCHWEILER/ 

RETO NADIG/REBECCA SCHNEEBELI, a.a.O., Art. 81 N 4). Sie muss den allgemeinen Anforde-

rungen an die Begründungspflicht entsprechen, welche Ausfluss des rechtlichen Gehörs 

(Art. 3 Abs. 2, Art. 107 StPO) ist. Dieser Teil des Urteils soll in nachvollziehbarer Art und Weise 

zum Ausdruck bringen, dass die Behörde die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten geprüft hat 

und weshalb sie mit Blick auf die Sach- und Rechtslage ihren Entscheid so und nicht anders 

gefällt hat. Sie soll mit anderen Worten nicht nur den Verfahrensbeteiligten, sondern ebenso 

allfälligen Rechtsmittelinstanzen ermöglichen, die Stichhaltigkeit des Urteils zu überprüfen, 

was ohne Kenntnis der Entscheidungsgründe nicht möglich ist. Eine klare Begründung vorab 

bezüglich strittiger Punkte ist deshalb für die Qualität des Entscheids von zentraler Bedeutung 

(vgl. DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskom-

mentar, 4. Aufl., Art. 81 N 9 f.).  

 

cc) Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 3 Abs. 2 lit. c und Art. 107 StPO haben die Par-

teien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits 

stellt er ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, der 

in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Der Anspruch umfasst alle Befugnisse, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann. Er 

gewährleistet insbesondere das Recht des Betroffenen, vor Erlass eines in seine Rechtsstel-

lung eingreifenden Entscheids Einsicht in die Akten zu nehmen und sich zur Sache zu äussern 

(BGer 1B_308/2019 vom 9. April 2020 E. 3.2, unter Hinweis auf BGE 144 II 427 E. 3.1; 144 I 

11 E. 5.3; je mit Hinweisen). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt die Pflicht der 

Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Sie muss sich mit den wesentlichen Punkten ausei-

nandersetzen (BGer 1B_308/2019 vom 9. April 2020 E. 4.2, unter Hinweis auf BGE 143 III 

65 E. 5.2 mit Hinweisen). Ein Entscheid muss, um dem verfassungsmässigen Gehörsan-

spruch Genüge zu tun, dergestalt abgefasst sein, dass sich der Betroffene über seine Trag-

weite Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Tatsache an die höhere Instanz wei-

terziehen kann (vgl. BGE 143 IV 40 E. 3.4.3, unter Hinweis auf BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 

138 I 232 E. 5.1; je mit Hinweisen). Entscheide müssen somit namentlich die massgebenden 

Gründe tatsächlicher und rechtlicher Art, insbesondere die Angabe der angewendeten Geset-

zesbestimmungen enthalten. Aus dem Entscheid muss klar hervorgehen, von welchem fest-

gestellten Sachverhalt die Vorinstanz ausgegangen ist und welche rechtlichen Überlegungen 

sie angestellt hat (BGE 141 IV 244 E. 1.2.1, unter Hinweis auf BGE 138 IV 81 E. 2.2; BGE 135 

II 145 E. 8.2; je mit Hinweisen). 

 

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13 von 70 

c)aa) Im vorliegenden Fall vermag die unter lit. a dargestellte vorinstanzliche Sachverhalts-

würdigung den Begründungsanforderungen gemäss Art. 81 Abs. 3 lit. a StPO nicht zu genü-

gen, weswegen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschuldigten im Raum steht. 

Angesichts dessen ist zu prüfen, ob ein derart wesentlicher Mangel im erstinstanzlichen Ver-

fahren vorliegt, welcher im Berufungsverfahren nicht geheilt werden kann und gestützt auf 

Art. 409 Abs. 1 StPO eine Aufhebung des angefochtenen Urteils sowie eine Rückweisung der 

Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils 

an das erstinstanzliche Gericht zur Folge hat.  

 

bb) Eine Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs kommt grundsätzlich nur in Be-

tracht, wenn die Gehörsverletzung nicht besonders schwer wiegt (BGer 1B_308/2019 vom 

9. April 2020 E. 4.3, unter Hinweis auf BGE 145 I 167 E. 4.4; 137 I 195 E. 2.3.2; je mit Hinwei-

sen). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann aus-

nahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage 

frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung 

des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die 

Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen füh-

ren würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an 

einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 195 

E. 2.3.2, unter Hinweis auf BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2). 

 

cc) In casu ist angesichts der ungenügenden Begründung durch die Vorinstanz eine eher 

leichte Verletzung des rechtlichen Gehörs zu konstatieren, da der Beschuldigte bzw. dessen 

amtliche Verteidigerin wenigstens nach zusätzlicher Konsultation der im strafgerichtlichen Ur-

teil einkopierten Aktenstellen in der Lage war, zumindest in den groben Zügen nachzuvollzie-

hen, von welchen tatsächlichen Überlegungen sich die Vorinstanz hauptsächlich hat leiten 

lassen, um zur Schlussfolgerung zu gelangen, dass die angeklagten Delikte erstellt sind, und 

diese Motivation im Rechtsmittelverfahren zu rügen. Der Beschuldigte bzw. dessen Verteidi-

gerin hat denn auch die oben beschriebene, nicht lege artis vorgenommene Form der Sach-

verhaltswürdigung durch die Vorinstanz im Berufungsverfahren nicht gerügt. Hinzu kommt, 

dass der Beschuldigte auch vor Kantonsgericht vollumfänglich zur Person und zur Sache an-

gehört wird sowie das Berufungsgericht – wie bereits in Erw. II.3 festgehalten – über eine 

umfassende Kognition verfügt. Abgesehen davon würde eine Rückweisung der Sache an die 

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14 von 70 

Vorinstanz nur zu einer mit dem im Strafverfahren zu beachtenden Beschleunigungsgebot 

(Art. 5 StPO) nicht zu vereinbarenden Verlängerung des Verfahrens führen. Angesichts dieser 

Konstellation kann die oben festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs als im vorliegen-

den Rechtsmittelverfahren gerade noch geheilt angesehen werden, weshalb die Sache nicht 

zurückzuweisen, sondern im Rahmen des Berufungsverfahrens zu beurteilen ist. 

 

1.4.1.2 Allgemeines 

a) Hinsichtlich des Sachverhalts im Allgemeinen ist auf die Beweiswürdigungsregeln ge-

mäss Art. 10 Abs. 2 StPO (Grundsatz der freien Beweiswürdigung) und Art. 10 Abs. 3 StPO 

(Maxime "in dubio pro reo") hinzuweisen. 

 

b) Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus 

dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Das Gericht entscheidet frei von Be-

weisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung 

darüber, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Dieser Grundsatz will sicherstellen, dass das 

Gericht nicht verpflichtet ist, etwas als erwiesen zu erachten, wenn es nach seiner Überzeu-

gung nicht ist, oder umgekehrt etwas als nicht erwiesen anzusehen, worüber kein Zweifel be-

steht (vgl. BGE 133 I 33 E. 2.1). Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise; massgebend ist allein deren Stich-

haltigkeit (vgl. CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozess-

recht, 2011, Rz. 234). Liegen keine direkten Beweise vor, so ist nach der Rechtsprechung 

auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die 

nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, un-

mittelbar entscheiderhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für 

sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache 

oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in ihrer Gesamtheit ein 

Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter 

erlaubt (BGer 6B_173/2022 vom 27. April 2022 E. 1.1; 6B_295/2021 vom 31. März 2022 

E. 3.3.3; 6B_390/2021 vom 18. März 2022 E. 1.2.2, je mit Hinweisen).  

 

c) Im Rahmen der Beweiswürdigung sind auch Aussagen auf das Vorhandensein von 

Glaubhaftigkeitsmerkmalen und umgekehrt auf das Fehlen von Lügensignalen hin zu analy-

sieren. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist primär Aufgabe des Gerichts 

(BGE 129 I 49 E. 4). Zu prüfen ist, ob die Aussagen verständlich, zusammenhängend und 

glaubhaft sind. Ebenso ist abzuklären, ob sie mit den weiteren Beweisen in Einklang stehen 

 
 

15 von 70 

(BGer 6B_141/2022 vom 10. Oktober 2022 E. 2.3.3; 6B_567/2020 vom 6. Dezember 2021 

E. 2.3.2, je mit Hinweisen). Aussagen sind gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Real-

kennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Individu-

alität, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Wider-

spruchsfreiheit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) 

unterschieden wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Per-

son mit hoher Wahrscheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar besitzt 

jedes Realitätskriterium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamt-

schau aller Indikatoren kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit 

der Aussage haben, wobei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishintergrund signifi-

kanter und ausgeprägter vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten 

und Lügen – Eine Darstellung der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, fo-

rumpoenale 6/2012, S. 369 f.; ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl., 

Art. 162 N 15; BGE 133 I 33 E. 4.3). Mithin wird davon ausgegangen, dass die Aussage gerade 

nicht realitätsbegründet ist, und erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der 

festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage 

einem wirklichen Erleben entspricht und wahr ist (vgl. BGE 133 I 33 E. 4.3, unter Hinweis auf 

BGE 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2). 

 

d) Bestreitet eine beschuldigte Person die ihr vorgeworfene Tat, so ist der Sachverhalt 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den 

allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Hierbei ist dem Zweifelsgrundsatz gemäss 

Art. 10 Abs. 3 StPO Beachtung zu schenken. Als Beweislastregel bedeutet die Maxime "in 

dubio pro reo", dass es Sache der Strafbehörde ist, die Schuld der angeschuldigten Person 

zu beweisen, und nicht diese ihre Unschuld nachweisen muss (BGE 127 I 38 E. 2a). Als Be-

weiswürdigungsregel besagt die Maxime "in dubio pro reo" indes nicht, dass bei sich wider-

sprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für die beschuldigte Person günstigeren Be-

weis abzustellen ist. Die Entscheidregel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Be-

weiswürdigung als Ganzes relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 ff.). Das 

Gericht darf sich nicht nach Gutdünken und rein subjektivem Empfinden von der Schuld der 

angeklagten Person überzeugt erklären. Vielmehr muss die Beweiswürdigung und Sachver-

haltsfeststellung gestützt auf alle vorhandenen und verwertbaren Beweise begründbar und für 

einen verständigen Menschen objektiv nachvollziehbar sein. Eine Verurteilung darf nur erge-

hen, wenn das Sachgericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämt-

liche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende 

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16 von 70 

Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht. Auf der anderen Seite ist absolute Gewissheit ange-

sichts der Unvollkommenheit der Erkenntnismittel und des menschlichen Urteilsvermögens 

nicht erreichbar. Gefordert ist indessen ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit oder eine 

mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit. Wichtige Bedeutung für die Nachvollziehbar-

keit der Sachverhaltsfeststellung haben neben der Urteilsbegründung Denk- und Naturge-

setze, Erfahrungssätze, technische und wissenschaftliche Erkenntnisse, gesicherte empiri-

sche Befunde, Lebenserfahrung und nicht zuletzt der gesunde Menschenverstand (BGer 

6B_804/2017 vom 23. Mai 2018 E. 2.2.1). Schliesslich gilt es zu beachten, dass das Schwei-

gen einer beschuldigten Person in Situationen, die nach einer Erklärung rufen, bei der Ge-

wichtung belastender Elemente mitberücksichtigt werden kann (vgl. ROBERT HAUSER/ERHARD 

SCHWERI/KARL HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl. 2005, § 39 N 20c; vgl. 

ebenso KGer BL 100 07 425 E. 3.1, unter Hinweis u.a. auf Art. 6 Ziff. 1 und 2 EMRK, Art. 14 

Ziff. 3 lit. g UNO-Pakt II und Art. 32 Abs. 1 BV). 

 

1.4.1.3 Die Delikte im Einzelnen  

a) Vorgeworfen wird dem Beschuldigten, in der Zeit vom 16. Februar 2021 bis zum 

14. April 2021 in insgesamt drei Fällen zusammen mit D.____ aus den jeweiligen Briefkästen 

der Geschädigten Briefe, enthaltend eine Post-, Kredit- oder Bankkarte, entwendet, diese ge-

öffnet und damit Waren- bzw. Bargeldbezüge getätigt zu haben, wobei sie in diesen drei Fällen 

einen Deliktsbetrag von insgesamt Fr. 31'131.85 erbeutet haben sollen. 

 

aa) So soll sich die Tat gemäss Fall 76 zum Nachteil von F.____ in der Zeit vom 16. Feb-

ruar 2021, 12.00 Uhr, bis zum 24. Februar 2021, 09:00 Uhr, zugetragen haben und einen 

Deliktsbetrag von Fr. 7'862.75 betreffen. Als modus operandi sollen der Beschuldigte und 

D.____ einen Brief mit einer neuen Postcard aus dem Briefkasten des Geschädigten an der 

K.____-Strasse 14 in E.____ entwendet sowie zu einem späteren Zeitpunkt den ebenfalls per 

Post zugestellten PIN-Code behändigt und damit Kenntnis einer verschlossenen, nicht für sie 

bestimmten Sendung genommen haben. Damit seien diverse unrechtmässige bargeldlose 

Warenbezüge sowie Bargeldbezüge an Bankautomaten getätigt worden.  

 

bb) Das Delikt gemäss Fall 80 zum Nachteil von G.____ soll in der Zeit vom 11. März 

2021, 08:00 Uhr, bis 16. März 2021, 15:30 Uhr, begangen worden sein und zu einem Delikts-

betrag von Fr. 3'290.20 geführt haben. Der Beschuldigte und D.____ sollen einen Brief mit 

einer neuen Kreditkarte aus dem Briefkasten des Beschuldigten an der L.____Strasse 35 in 

 
 

17 von 70 

E.____ entwendet, geöffnet und damit Kenntnis von einer verschlossenen, nicht für sie be-

stimmten Sendung genommen haben. Anschliessend sollen sie mehrfach unrechtmässig Be-

züge mit der Kreditkarte getätigt haben. 

 

cc) Schliesslich soll sich die Tat gemäss Fall 82 zum Nachteil von H.____ in der Zeit vom 

1. April 2021, 01:06 Uhr, bis 14. April 2021, 17:00 Uhr, ereignet haben und einen Deliktsbetrag 

von Fr. 19'978.90 betreffen. Der Beschuldigte und D.____ sollen zweimal via App eine Bank-

karte nachbestellt und in der Folge aus dem Briefkasten des Geschädigten an der 

M.____Strasse 71 in E.____ entwendet haben. Ausserdem sollen sie sich die später zuge-

stellten PIN-Codes aus dem Briefkasten angeeignet und damit Kenntnis einer verschlossenen, 

nicht für sie bestimmten Sendung genommen haben. Mit den Bankkarten sollen sie mehrfach 

unrechtmässige Bezüge getätigt haben. 

 

b) Hinsichtlich der Beweise und Indizien für die Taten und die Täterschaft des Beschul-

digten wird zunächst i.S.v. Art. 82 Abs. 4 StPO auf die Darstellung auf S. 5-23 des angefoch-

tenen Urteils verwiesen. 

 

aa) Das wichtigste objektive Beweismittel stellen die bereits mehrfach erwähnten Chat-

konversationen zwischen dem Beschuldigten und D.____ dar. Aus den auf den Handys des 

Beschuldigten und von D.____ gesicherten Daten geht nämlich hervor, dass die beiden Mit-

bewohner eines Asylheims ab dem 8. Dezember 2020 intensiv via WhatsApp (Textnachrichten 

wie auch Telefonate) miteinander kommuniziert haben (vgl. act. 4405 ff.).  

 

aaa) Mit Blick auf die Tatzeiten der drei angeklagten Fälle (16. Februar 2021 bis zum 

14. April 2021) weist die Vorinstanz in Erw. I.1.A.2 auf S. 7 des angefochtenen Urteils (Art. 82 

Abs. 4 StPO) zunächst richtig darauf hin, dass der Beschuldigte und D.____ bereits Ende 

Januar 2021 via WhatsApp betreffend den Einsatz von Bankkarten kommuniziert haben, geht 

doch aus den WhatsApp-Chats zwischen dem Beschuldigten und D.____ ab dem 15. Januar 

2021 (act. 4353 ff.) Nachfolgendes hervor: Am 23. Januar 2021, 09:08 Uhr, schrieb D.____ 

dem Beschuldigten: "Kann nicht mal geld abhebe", woraufhin ihm der Beschuldigte um 15:01 

Uhr antwortete: "Was meinst du geht nicht mehr oder wir müssen". Zudem schrieb ihm der 

Beschuldigte in derselben Minute: "Ich warten" (act. 4355) und "Ich mach ihm fertig wenn Karte 

ist kaput" sowie in der nachfolgenden Minute: "Weil er hat mehr als 3 mal versucht hat geht 

nicht oder was??". Darauf reagierte D.____ um 15:03 Uhr mit: "Geht nicht mehr", woraufhin 

 
 

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der Beschuldigte nachfragte: "Was nicht mehr" (act. 4357). Eine Minute später schlug der Be-

schuldigte vor: "Wir versuchen zusammen nachher" und nochmals eine Minute später: "Er hat 

gesagt das er 3 mal versucht hat". Darauf machte D.____ um 15:55 Uhr die Feststellung: "Jo 

dann hat karte hat sich selber blockiert" und "Bei karte ist immer so" (act. 4359). Um 16:15 Uhr 

reagierte der Beschuldigte mit: "Shit", eine Minute später mit: "Wenn kommst du" und noch-

mals eine Minute später mit: "Was sollen wir machen jetzt". D.____ schrieb um 16:25 Uhr: 

"Etwa um 8" (act. 4361) und in derselben Minute: "Man kann nichts warte bis neue kommt", 

woraufhin der Beschuldigte reagierte mit: "Wir schlagen ihm". Um 20.51 Uhr fragte der Be-

schuldigte D.____: "Wo bist du?", was D.____ sechs Minuten später mit "N.____" beantwor-

tete (act. 4363). Um 20:59 Uhr erkundigte sich der Beschuldigte bei D.____: "Hast du bei 

X.____ Maschine probiert, er hat gesagt das gestern er hat von X.____ gekauft mit wifi", was 

ihm D.____ sieben Minuten später beantwortete mit: "Ich ha probiert". Eine Minute später 

wollte der Beschuldigte wissen: "Und?", was ihm D.____ um 21:32 Uhr beantwortete mit: "Geht 

nicht" (act. 4365). Um 22.13 Uhr wies der Beschuldigte D.____ darauf hin: "Die Karte geht 

D.____ mach keine scheise", worauf D.____ eine Minute später reagierte mit: "Oke wir pro-

bieren morgen". Um 22:27 Uhr gab der Beschuldigte durch: "Wir gehen am 12", was D.____ 

eine Minute später mit "Oke" beantwortete (act. 4367). Daraufhin präzisierte der Beschuldigte 

zwei Minuten später: "Ich meine am 00:00" und "Heute Nacht", woraufhin D.____ umgehend 

mit "Oke" reagierte und der Beschuldigte wiederum fragte: "Aber wo bist du" (act. 4369). Eine 

Minute später antwortete D.____: "N.____" und "Immer noch", woraufhin der Beschuldigte so-

gleich mit "Ok" reagierte (act. 4371). Um 23:21 Uhr fragte der Beschuldigte erneut: "Wenn 

kommst du???" und wies D.____ darauf hin, dass "shon zwölf" sei (act. 4373). D.____ schrieb 

dem Beschuldigten um 23:39 Uhr: "Komm J.____", worauf der Beschuldigte um 23:43 Uhr 

fragte: "Dort gibt Automaten". D.____ beantwortete dies um 23:44 Uhr mit: "Ja bankautomat 

vom gleiche bank" (act. 4373). Zudem ergänzte D.____: "Von karte". Der Beschuldigte rea-

gierte eine Minute später mit: "Ok" und fragte: "Bist du dort". Eine Minute später antwortete 

D.____: "Nein ich gehe jz dort" (act. 4375). Um 23:57 Uhr fragte D.____: "Wb" und "??", wo-

raufhin der Beschuldigte am 24. Januar 2021 um 00:02 Uhr antwortete: "O.____" und versi-

cherte: "Komme gleich" (act. 4377). D.____ reagierte um 00:04 Uhr mit "Oke" und "Komm wo 

P.____ ist", was der Beschuldigte mit "Keine Ahnung wo P.____ ist" (act. 4379) kommentierte. 

Um 00:05 Uhr schickte D.____ dem Beschuldigten ein Foto (vermutlich seines Standortes), 

was den Beschuldigten veranlasste, D.____ um die Mitteilung des Standortes zu bitten (act. 

4381). Nachdem D.____ dem Beschuldigten seinen Standort (J.____) mitgeteilt hatte, rea-

gierte der Beschuldigte mit "Ok" und zwei Minuten später fragte er: "Hast shon probiert" und 

"???" (act. 4383). D.____ antwortete um 00:09 Uhr: "Ja" und "Vor 12 i einmal". In derselben 

 
 

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Minute forderte der Beschuldigte D.____ auf: "Warte kurz" und um 00:22 Uhr: "D.____ finde 

eine Lösung" (act. 4385). Um 00:41 Uhr fragte der Beschuldigte nach: "Oder hast du eine" und 

"???". D.____ schickte dem Beschuldigten um 02:06 Uhr im Anhang das Bild eines Leitkegels, 

woraufhin der Beschuldigte D.____ mitteilte: "Ich habe eine" (act. 4387).  

 

Allein diese Konversation, welche zeitlich vor den drei angeklagten Fällen einzuordnen ist, 

lässt sich bereits gut geografisch mit den angeklagten Tatorten vereinbaren. Sie lässt zudem 

darauf schliessen, dass es D.____ war, welcher vor Ort die Karte am Bankomaten einzusetzen 

versuchte, währenddem der Beschuldigte mit Anweisungen im Hintergrund fungierte. Ebenso 

lässt sich daraus ableiten, dass mit der erwähnten Karte bereits mindestens einmal Geld ab-

gehoben worden ist. Zudem geht daraus hervor, dass zum Ärger des Beschuldigten wohl auch 

andere Bewohner des Asylheims die Karte eingesetzt haben müssen. Des Weiteren erklärte 

D.____ dem Beschuldigten, wie die Karten und PIN-Codes funktionieren und dass man nach 

einer Kartensperrung auf eine neue Bankkarte warten müsse.  

 

bbb) Am 28. Februar 2021, um 22:09 Uhr fragte der Beschuldigte D.____: "Wo bist du". Er 

forderte D.____ in derselben Minute auf, er müsse nach Hause kommen, und zwar schnell, 

"Hast du mich verstanden" (act. 4415), und um 22:10 Uhr: "Sonst gibt Ärger" (act. 4417). 

D.____ fragte den Beschuldigten um 22:43 Uhr, was denn los sei und gab eine Minute später 

an: "Wegen Polizei bin erst raus". Der Beschuldigte reagierte um 22:54 Uhr: "Du verdamt ideot 

was habe ich dir morgen gesagt" und eine Minute später: "Du muss deine Sache unten bringen 

oder verstehest du keine deutsche" (act. 4417). Um 22:56 Uhr schrieb der Beschuldigte 

D.____: "Du bis so eine Kind, jetzt bewege deine arch und komm hier verdamt noch sonst 

muss du 20 Tag draussen schlafen" (act. 4419).  

 

Dieser Konversation, welche zeitlich betrachtet kurz nach den Delikten zum Nachteil von 

F.____ (Fall 76) stattgefunden hat, lässt sich eine Nervosität beim Beschuldigten und D.____ 

in Bezug auf die Polizei – angesichts einer bereits am 10. Februar 2021 stattgefundenen An-

haltung und vorläufigen Festnahme von D.____ (act. 3471) – sowie ein äusserst fordernder 

Ton des Beschuldigten gegenüber D.____ entnehmen. 

 

ccc) Zutreffend ist zunächst ebenso die Feststellung des Strafgerichts in Erw. I.1.A.2 auf 

S. 13 des angefochtenen Urteils (Art. 82 Abs. 4 StPO), wonach sich D.____ und der Beschul-

digten am 6. März 2021 und am 16. März 2021 im Chat ausdrücklich über einen Code unter-

halten, fällt doch dies in einen Zeitraum, welcher nach den Bezügen zum Nachteil von F.____ 

 
 

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(Fall 76), aber vor den Bezügen zum Nachteil von G.____ (Fall 80) liegt. So wies der Beschul-

digte D.____ am 6. März 2021 um 11:51 Uhr darauf hin: "Und hey du muss warten ich habe 

eine Post Auto gesehen wo nach J.____ kommt" (act. 4419). D.____ fragte den Beschuldigten 

um 12:10 Uhr: "Kannst du den code schicken", worauf der Beschuldigte ihm noch in derselben 

Minute die Zahlenkombination 439257 sandte. 15 Minuten später erkundigte sich der Beschul-

digte bei D.____: "Und hast du?" (act. 4421), was D.____ um 13:00 Uhr mit "Nein" und "Jz 

gehe wieder" beantwortete. Um 13:59 Uhr fragte der Beschuldigte erneut nach: "Und?" (act. 

4423). Am 8. März 2021 um 19:07 Uhr fragte der Beschuldigte D.____ abermals: "Hast du?" 

und am 10. März 2021 um 20:24 Uhr: "Warst du dort??" (act. 4423). Am 11. März 2021 um 

11:00 Uhr teilte D.____ dem Beschuldigten mit: "Ich war dort" und um 12:14 Uhr reagierte der 

Beschuldigte: "Jung langsam das du dich nicht verletzt!" (act. 4425). Am 16. März 2021 um 

22:48 Uhr fragte D.____ den Beschuldigten ein weiteres Mal: "A.____ kannst du den code 

schicken" (act. 4427). Am 19. März 2021 um 13:54 Uhr fragte der Beschuldigte D.____: "Wo 

bist du", um 21:02 Uhr: "D.____ ??" und am 20. März 2021 um 22:58 Uhr: "D.____ komme 

hier" (act. 4429). Auch D.____ fragte den Beschuldigten am 21. März 2021 um 03:39 Uhr: "Wo 

bist du" (act. 4429). Es folgte gleichentags um 10:54 Uhr die Frage vom Beschuldigten an 

D.____: "Wo bist du??" und um 14:04 Uhr: "O arschloch???????" (act. 4431). Am 25. März 

2021 um 20:07 Uhr bezeichnete der Beschuldigte D.____ als "Ideot" und schrieb eine Minute 

später: "Wir gehen nicht mit die zwei", was D.____ drei Minuten später mit "Oke" beantwortete 

(act. 4433). Am 26. März 2021 um 10:00 Uhr startete der Beschuldigte erneut eine Kommuni-

kation, indem er D.____ schrieb: "D.____" und drei Minuten später: "Sag mir ja oder Nein" 

sowie "Verstanden", worauf D.____ mit "Nein" reagierte (act. 4433 f.). Am 1. April 2021 um 

00:10 Uhr fragte der Beschuldigte D.____ abermals: "Wo bist du??" (act. 4435).  

 

Diese Kommunikation zwischen D.____ und dem Beschuldigten ist hinsichtlich der Codes ein-

deutig. Denn gerade dass einerseits der Beschuldigte durch D.____ nicht nur am 6. März 2021, 

sondern zehn Tage später erneut mehrfach nach dem Code gefragt worden ist und sich der 

Beschuldigte zudem mehrmals vergewissern wollte, ob es denn geklappt habe, lässt auf ein 

überaus grosses Interesse des Beschuldigten daran schliessen. Allerdings kann – entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz – die Kommunikation vom 6. März 2021 zeitlich betrachtet nicht 

in Zusammenhang mit den Delikten zum Nachteil von G.____ gebracht werden, da diesem 

gestützt auf die Akten die Karte erst am 11. März 2021 zugestellt worden ist. Für die Zeit ab 

dem 11. März 2021 aber lässt sich die Konversation gut in den angeklagten Sachverhalt im 

Fall 80 einbetten, ist doch davon auszugehen, dass die Kreditkarte von G.____ am 11. März 

2021 zugestellt, aber von der Täterschaft entwendet worden ist, und es spätestens am 

 
 

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16. März 2021 zum unrechtmässigen Einsatz der Karte kam. D.____ bat den Beschuldigten 

just an diesem Tag erneut, ihm den Code zu schicken. Auch der Hinweis des Beschuldigten 

an D.____, dass er ein Postauto in J.____ gesehen habe, kann thematisch und geografisch 

betrachtet bestens mit dem angeklagten Delikt in Verbindung gebracht werden. Wiederum 

geht aus der obigen Kommunikation hervor, dass der Beschuldigte in einem beleidigenden 

und fordernden Ton D.____ teilweise verklausulierte Anweisungen gegeben, ihn mehrmals 

nach seinem Aufenthaltsort sowie danach gefragt hat, ob "es" geklappt hat. 

 

ddd) Sodann hält die Vorinstanz in Erw. I.1.A.3 auf S. 14 des angefochtenen Urteils (Art. 82 

Abs. 4 StPO) richtig fest, dass auch für den Tatzeitraum vom 1. April 2021, 01:06 Uhr, bis zum 

14 April 2021, 17:00 Uhr (Fall 82, Delikte zum Nachteil von H.____), eine einschlägige Chat-

Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und D.____, vorliegt. So schrieb der Beschul-

digte D.____ am 2. April 2021 um 19:01 Uhr: "Ja ich meine dings" und drei Minuten später. 

"Ideot mir ist gal wo du hin gehst aber zuerst wir müssen Dings Go hole" und weitere drei 

Minuten später: "Kopiert???" (act. 3669 bzw. 3653). Um 22:15 Uhr bezeichnete der Beschul-

digte D.____ wiederum als "Ideot" und trug ihm auf: "Wir müssen sehr vorsichtig Sein" (act. 

3671 bzw. 3653). Am 3. April 2021 um 00:17 Uhr fragte der Beschuldigte D.____: "Hast du mit 

ch verstanden" und fragte eine Minute später nach: "Oooo??" (act. 3671). Gleichentags um 

15:38 Uhr kam von D.____ die Nachricht: "Ich war bei bulle" (act. 3673). Der Beschuldigte 

wollte um 16:25 Uhr wissen: "Wege" und "??". Um 17:04 Uhr wurde der Beschuldigte offen-

kundig wütend, da er keine Antwort erhalten hatte, und schrieb D.____: "Du Hunde Sohn willst 

du das ich Dinge kapu machen ich gebe dir halb Stunde" und eine Minute später: "Kommst du 

hier sonst sonst du weis was passiert" (act. 3677 bzw. 4247), "Verfikte arschloch" und "Halb 

Stunde D.____", worauf D.____ um 17:08 Uhr reagierte mit: "Karte hat polizei" (act. 3675 bzw. 

3655). Um 17:10 Uhr befahl der Beschuldigte D.____: "Komme hier" und um 17:15 Uhr fragte 

er ihn: "Willst mich verarschen". Als eine Antwort ausblieb, fuhr der Beschuldigte um 18:26 Uhr 

fort: "Ich mache dich fertig du scheise huren Sohn" (act. 3679 bzw. 4249). Diese Form von 

Kommunikation setzte sich am 4. April 2021 fort. So antwortete D.____ erst um 02:05 Uhr mit 

"Ja", worauf der Beschuldigte um 02:13 Uhr reagierte: "Was ja" und "Bring die Karte du scheise 

hund" (act. 3681 bzw. 4251) sowie eine Minute später: "Sonst ich mache dich fertig D.____" 

(act. 3683 bzw. 4251). Am 11. April 2021 stellte der Beschuldigte an D.____ weitere Forde-

rungen. So schrieb er ihm um 21:22 Uhr: "D.____ ich brauche meine teil hast du mich verstan-

den", um 21:33 Uhr: "Hast du mich verstanden olom" und um 21:35 Uhr: 

"??????????????????". Darauf antwortete D.____ um 21:39 Uhr mit: "Ja" (act. 3685 bzw. 

4253). Um 23:42 Uhr wiederholte der Beschuldigte seine Forderungen mit: "D.____ ich will 

 
 

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mein teil das muss du verstanden ich brauche es und du weis das schon" (act. 3687). Nach-

dem auch hierzu eine Reaktion seitens von D.____ ausgeblieben war, fragte der Beschuldigte 

am 12. April 2021 um 16:01 Uhr nach: "D.____?" (act. 3687). Nachdem auch auf diese Auffor-

derungen keine Reaktion von D.____ gekommen war, fuhr der Beschuldigte am 18. April 2021 

mit seinen fordernden bzw. drohenden Nachrichten fort. So schrieb er D.____ um 17:19 Uhr: 

"Bringst du mein teil oder ich mache deine ID Kart gleich Briefkasten wo du hast Karte genom-

men", was er mit einem Foto dieser ID untermalte (act. 3691 bzw. 4255). Darauf erwiderte 

D.____ um 17:28 Uhr: "Ich ha nit mal karte" (act. 3691). Um 17:32 Uhr reagierte der Beschul-

digte mit: "Fick dich", "Ich bin sicher das du Karte hast" und eine Minute später: "Deine Ent-

scheidung bringst du meine teil heute Nacht" und "Sonst du weis" (act. 3689). Um 17:53 Uhr 

schrieb der Beschuldigte weiter: "Oder bestelle jetzt", "Ich gehe morgen oder übermorgen 

hole" und "Verstanden" (act. 4257). Nachdem D.____ auch darauf nicht geantwortet hatte, 

kam die Reaktion des Beschuldigten um 18:02 Uhr: "Arschloch" und um 21:16 Uhr: "Penner 

versteht du was ich sage oder denkst du ich mach Spass du ideot" (act. 3693). Darauf reagierte 

D.____ um 21:22 Uhr mit dem Versand eines Fotos, auf welchem eine Q.____-Kreditkarte, 

lautend auf H.____, herausgegeben von der I.____BANK abgebildet ist mit dem Vermerk, 

dass die Karte vorübergehend (temporarily) gesperrt worden sei und man den Kundendienst 

kontaktieren müsse (act. 3693 f.). D.____ fügte um 21:38 Uhr hinzu: "Dass sieht man nur in 

app". Darauf reagierte der Beschuldigte um 21:41 Uhr mit den Worten: "Achh D.____ ich weiss 

für dich war egal aber ich konnte viel machen und ich habe dir 100 mal gesagt mach keine 

scheise, ich hatte Passwort auch aber dir gelassen Karte zu behalten" und eine Minute später: 

"Das war die Passwort 831852 nur das du weis ich konnte das auch selber nehmen" (act. 

3697). Am 19. April 2021 um 01:39 Uhr fügte der Beschuldigte hinzu: "Und noch itwas die 

Karte kann immer noch funktionieren weil dort ist geschrieben (temporarily)" (act. 3697). Am 

27. April 2021 um 10:31 Uhr beschied der Beschuldigte D.____: "Wir müssen reden" und "Es 

ist sehr wichtig". Um 10:42 Uhr folgten die Worte: "Arschloch ich wollte dir helfen" und um 

11:25 Uhr: "Lösche meine Chat von deine WhatsApp, und Mach deine Handy sauber" (act. 

3699). 

 

Wie die Vorinstanz, so sieht auch das Kantonsgericht im intensivierten, fordernden, beschimp-

fenden und drohenden Gebaren des Beschuldigten gegenüber dem D.____ einen eindeutigen 

Hinweis darauf, dass dieser insbesondere am 11. und 18. April 2021 von D.____ dezidiert und 

vehement seinen Anteil einforderte und einen entsprechenden Druck auf diesen ausübte. 

Dies, obwohl er nach eigenen Angaben im Chat durchaus in der Lage gewesen wäre, die 

 
 

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fragliche Bankkarte selbst einzusetzen. Auch fällt ein konspirativer Sprachgebrauch der Ge-

sprächsteilnehmer auf, was darauf schliessen lässt, dass dem Beschuldigten sehr wohl be-

wusst war, worüber er sich unterhielt. Im obgenannten Chat sticht das verschriftlichte Interesse 

des Beschuldigten am "Erfolg" beim Karteneinsatz besonders ins Auge. Dies gilt erst recht 

betreffend die kommunizierte Funktionsweise der Bankkarte und den Austausch eines Fotos 

der Bankkarte von H.____, dem Geschädigten im Fall 82, mit welchem sich diese Konversa-

tion zeitlich und geografisch besonders gut in Einklang bringen lässt. Schliesslich lässt sich 

der Austausch am 27. April 2021 mit der aktenkundigen, gleichentags erfolgten Festnahme 

von D.____ vereinbaren. Gerade die Aufforderung des Beschuldigten an D.____, er solle sein 

Handy "sauber" machen, macht keinen Sinn, wenn der Beschuldigte nichts vor den Strafver-

folgungsbehörden zu verbergen hätte. Und auch die Drohung des Beschuldigten, er werde die 

ID von D.____ in den denselben Briefkasten, deponieren, zeigt deutlich auf, dass er über Tat, 

Tatort und modus operandi bestens im Bild war.  

 

bb) Als weiteres, den Beschuldigten belastendes objektives Beweismittel in Bezug auf 

den Fall 82 zum Nachteil von H.____ erwähnt das Strafgericht (vgl. Erw. I.1.A.3 auf S. 20-22 

des angefochtenen Urteils; Art. 82 Abs. 4 StPO) zutreffend die nach einer Auswertung des 

Handys des Beschuldigten sichergestellten Aufnahmen. Darauf sind zwei Fotos einer Bank-

karte von H.____ (vgl. polizeilicher Bericht vom 9. Juni 2021, act. 3339 f., 4285 f.) sowie ein 

Brief der I.____BANK an H.____ vom 26. November 2020 (vgl. polizeilicher Bericht vom 9. Juni 

2021, act. 3343, 4289) zu erkennen. 

 

cc) Überdies wurden anlässlich einer Hausdurchsuchung beim Beschuldigten (vgl. Poli-

zeirapport vom 30. Juni 2021, act. 3371, sowie act. 4121) zwei Original-Schreiben der 

I.____BANK an H.____, dem Geschädigten im Fall 82, sichergestellt. Das erste Schreiben 

vom 26. November 2020 enthielt den PIN-Code, mittels welchem es möglich war, eine neue 

Karte zu bestellen. Dies lässt darauf schliessen, dass die Post von H.____ bereits seit Novem-

ber 2020 im Visier der Täterschaft stand, was sich wiederum mit dem oben beschriebenen 

Chatverlauf zwischen D.____ und dem Beschuldigten bereits seit Dezember 2020 in Einklang 

bringen lässt. Hinzu kommt ein weiteres Schreiben der I.____BANK vom 23. Februar 2021 

betreffend den digitalen Service, was denn auch die angeklagte zweimalige Nachbestellung 

eines neuen PIN-Codes, einer neuen Karte bei Verlust oder einer Ersatzkarte und damit auch 

weitere Geldbezüge bis in den April 2021 ermöglichte. In Bezug auf den Fall 82 ist von drei 

betroffenen Bankkarten, einmal von H.____ und zweimal von der Täterschaft bestellt, auszu-

 
 

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gehen, hat doch der Geschädigte H.____ in der Schadensmeldung vom 30. April 2021 dahin-

gehende Angaben getätigt (vgl. act. 8465). Der polizeilichen Anzeige vom 27. April 2021 (act. 

7209 ff.) lässt sich die Meldung des Geschädigten H.____ vom 16. April 2021 entnehmen, 

wonach mit dessen Kreditkarte in der Zeit vom 1. bis 14. April 2021 Geld- und Warenbezüge 

in der Höhe von insgesamt knapp Fr. 20'000.-- vorgenommen worden seien, welche nicht von 

ihm stammten. Er habe bereits im Januar oder Februar 2021 eine neue Q.____-Karte bestellt, 

da die alte Karte abgelaufen sei. Die neue Karte sei per Post zugestellt worden. Jedoch sei 

ihm in den letzten zwei Wochen die Q.____karte beim Bancomaten eingezogen worden, als 

er habe Bargeld beziehen wollen. Darum habe er eine neue Q.____karte beantragt, woraufhin 

ihm anschliessend im Wochentakt insgesamt drei Karten zugestellt worden seien (act. a.a.O.). 

Auch diese Angaben von H.____ sind ein starkes Indiz dafür, dass dessen Karten bereits im 

Januar 2021 Thema bei der Täterschaft waren. 

 

dd) Den Beschuldigten belasten schliesslich die Aussagen des mitbeschuldigten – und 

zwischenzeitlich rechtskräftig verurteilten – D.____. 

 

aaa) So gab D.____ bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 27. April 2021 

(act. 687 ff. bzw. 6947 ff.) unter anderem zu, mit den aus den Briefkästen entwendeten Karten 

von F.____, G.____ und H.____ Wareneinkäufe und Geldbezüge mit einem Deliktsbetrag von 

insgesamt über Fr. 30'000.-- und dies innerhalb von gerade einmal zwei Monaten getätigt zu 

haben. Dabei belastete er den Beschuldigten dahingehend schwer, dass dieser ihn "immer 

wieder" dazu gezwungen habe, etwas mit "Geld" zu machen, und zwar schon seit Dezember 

2020 (act. 697). Der Beschuldigte habe eine Teilung der Beute verlangt und D.____ auch ge-

droht, er werde ihn "fertig machen und so" und dass er sonst draussen schlafen müsse. Zudem 

glaube er, dass der Beschuldigte auch die Postkarte von F.____ benutzt habe. Manchmal 

habe der Beschuldigte seinen Anteil einfach "genommen". Die Frage, ob der Beschuldigte 

selbst auch an einem Bankomaten Geld bezogen habe, beantwortete D.____ dahingehend, 

dass er dies "ein paar Mal" gemacht habe, und zwar "J.____ zwei Mal und ein Mal R.____", 

so glaube er. D.____ sei auch dabei gewesen. Er habe das Geld abgehoben und der Beschul-

digte habe im Hintergrund gewartet. Ein Mal habe er auch auf den Bildschirm geschaut" 

(act. 699 f., 705 f.). Der Beschuldigte habe von D.____ nicht nur die Hälfte des abgehobenen 

Geldes verlangt, sondern manchmal auch Geld aus dem Portemonnaie von D.____ genom-

men, während dieser noch geschlafen habe. Insgesamt habe D.____ dem Beschuldigten "si-

cher mehr als Fr. 15'000.--" bzw. "mehr als Fr. 20'000.--" abgegeben, und zwar jeweils im 

Anschluss an die Geldbezüge (act. 709 f. bzw. 3545 ff.). 

 
 

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bbb) In der staatsanwaltschaftlichen Hafteröffnungseinvernahme vom 28. April 2021 

(act. 657 ff.) hielt D.____ an seinen Aussagen vom 27. April 2021 fest. So gab er auf Frage, 

wie es genau zu den Delikten kam, an, er habe zuerst ein Auto geklaut und dies dann dem 

Beschuldigten erzählt. Daraufhin habe ihm der Beschuldigte aufgetragen, alle Briefkästen zu 

durchsuchen. Zuerst habe er ihm dies "normal" gesagt, was D.____ auch gemacht und dabei 

ein paar Karten gefunden habe. Eigentlich habe er später nicht mehr weitermachen wollen, 

doch der Beschuldigte habe ihn immer wieder dazu gezwungen (act. 661). Er habe ihm ge-

droht, er werde ihn schlagen und dass er auf der Strasse bleiben müsse und nicht mehr ins 

Asylheim komme könne (act. 661). Er kenne den Beschuldigten, seit er das erste Mal im Asyl-

heim gewohnt habe, so vor 8 bis 9 Monaten, wobei er von Beginn an das Zimmer mit dem 

Beschuldigten geteilt habe (act. 661). Zudem führte er aus, die Drohungen des Beschuldigten 

hätten im Dezember 2020 angefangen (act. 663). Die Idee sei zuerst von ihm selbst (D.____) 

gewesen (act. 663). Er habe zunächst nur Postpakete "gemacht". Und dann habe ihm der 

Beschuldigte aufgetragen, er solle auch in Briefkästen schauen, weil es dort auch Bankkarten 

gäbe (act. 663). Auf Frage, was geschehen sei nach seiner Anhaltung am 10. Februar 2021, 

führte D.____ aus, der Beschuldigte sei wütend geworden, weil er (D.____) die Karte von 

H.____ verloren habe, und der Beschuldigte habe gefordert, er (D.____) müsse jeden Tag bei 

H.____ schauen, ob wieder eine neue Karte komme (act. 663). Des Weiteren gab D.____ an, 

er habe im Februar 2021 auch Geld abgehoben und dieses Geld habe der Beschuldigte "alles 

genommen". Dann hätten sie heftig gestritten. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass er das 

nächste Mal, wenn er eine Karte finde, sie nicht verlieren und nicht von der Polizei erwischt 

werden solle (act. 663). Auf Frage, warum D.____ erst seit April 2021 und nicht schon im 

Februar 2021 gegenüber der Polizei den Beschuldigten belaste, erklärte D.____, sein Anwalt 

hätte ihm geraten, die Drohungen zu erwähnen (act. 663 f.). Des Weiteren führte D.____ aus, 

er habe dem Beschuldigten immer die Hälfte der Beute abgeben müssen, alles Andere hätte 

der Beschuldigte gemerkt, da er ihm sogar manchmal den Bankauszug vom Bankomaten habe 

bringen müssen (act. 665). Zudem gab D.____ an, der Beschuldigte habe den PIN-Code nicht 

gekannt, da D.____ ihn nachträglich geändert habe, um sich selbst zu schützen (act. 665). 

D.____ habe zudem AA.____ erzählt, dass er nicht mehr ins Asylheim gehen könne, weil er 

vom Beschuldigten bedroht worden sei und dieser von ihm Geld verlangt habe (act. 667). Be-

treffend den Verbleib des Geldes gab D.____ an, er selbst habe gar keines und er wisse nicht, 

ob der Beschuldigte noch die Hälfte habe (act. 667). Des Weiteren belastete D.____ den Be-

schuldigten dahingehend, dass dieser jenen aufgefordert habe, neue Karten zu finden, wenn 

eine alte nicht mehr funktioniert habe (act. 671). Der Beschuldigte habe darauf bestanden, 

 
 

26 von 70 

man müsse unbedingt die Karten von H.____ bekommen. Er habe dafür auf Geheiss des Be-

schuldigten jeden Tag nachschauen müssen, ob H.____ eine Karte zugestellt bekomme (act. 

671). Verloren habe D.____ die Karte von H.____, indem er diese dem Deutschen Zoll habe 

abgeben müssen (act. 673). Zudem wies D.____ darauf hin, dass man auf WhatsApp ganz 

genau sehe, dass der Beschuldigte ihn beleidige und habe zwingen wollen, ins Asylheim zu-

rückzukommen (act. 681). 

 

ccc) In der Konfrontationseinvernahme zwischen D.____ und dem Beschuldigten vom 

14. Juni 2021 (act. 4323 ff.) blieb D.____ ebenfalls bei seiner Version. So gehe es in den der 

Chatkonversation zwischen ihm und dem Beschuldigten zu vernehmenden Sätzen des Be-

schuldigten "Was meinst du geht nicht mehr oder wir müssen", "Ich warten" und "Ich mache 

ihm fertig wenn Karte ist kaputt" um die Bankkarte von H.____ (act. 4339). D.____ wiederholte, 

dass er das Geld abgehoben habe und es danach mit dem Beschuldigten hälftig geteilt worden 

sei (act. 4327). Zudem gab D.____ an, er habe dem Beschuldigten zwischen Dezember 2020 

und Januar 2021 mitgeteilt, wie er an das Geld gekommen sei (act. 4327). Die Beute hälftig 

mit dem Beschuldigten geteilt habe D.____ erst ab Februar 2021. Da sei ihm sein Portemon-

naie abhandengekommen und der Beschuldigte habe ihm versprochen, es wieder erhältlich 

zu machen, wenn er künftig mit ihm teile (act. 4327). Als weiteren Grund, warum D.____ ab 

Februar 2021 mit dem Beschuldigten die Beute geteilt hat, gab D.____ an, er habe Angst vor 

dem Beschuldigten gehabt, da er grösser und älter sei und auch schon Schlägereien gehabt 

habe (act. 4331). Zudem belastete D.____ den Beschuldigten wiederum dahingehend, dass 

der Beschuldigte beim Geldbezug zweimal dabei gewesen sei. Er denke, das sei im Februar 

oder März 2021 gewesen, nein, im März oder April. Und sicher einmal mit der Karte von 

H.____, evtl. sogar bei beiden Malen (act. 4333 f.). 

 

ddd) Hinsichtlich der vorgenannten Aussagen von D.____ ist festzustellen, dass sich die-

ser mit seinen Angaben, es sei zunächst sei Idee gewesen und er habe erst allein (auch in 

anderen Fällen als 76, 80 und 82) delinquiert, weitgehend selbst und nicht den Beschuldigten 

belastet hat, was bereits für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. Zwar trifft zu, dass 

D.____ den Beschuldigten nicht schon anlässlich der ersten Einvernahmen im Februar 2021 

ins Spiel gebracht hat. Im Kerngehalt, d.h. in Bezug auf die Tathandlungen an sich, sind die 

Sachverhaltsdarstellungen von D.____ jedoch gleichgeblieben, was ebenfalls auf einen realen 

Hintergrund schliessen lässt. Hinzu kommt, dass D.____ Erinnerungslücken offenlegte und 

irrelevante Nebensächlichkeiten (er habe Streit mit dem Beschuldigten gehabt, er habe 

 
 

27 von 70 

AA.____ von der Angst vor dem Beschuldigten erzählt) erwähnte. Auch konnte D.____ plau-

sibel erklären, dass er sich zunächst aus Angst (vgl. act. 4331) gegen eine Belastung des 

Beschuldigten entschieden habe, wie ihm jedoch sein Anwalt dazu geraten habe, die Drohun-

gen seitens des Beschuldigten zu erwähnen. In einem weiteren Punkt sind die den Beschul-

digten belastenden Angaben von D.____ hinsichtlich Ort, Zeit, Anzahl deliktischer Handlun-

gen, modus operandi (zum Beispiel betreffend die zweimalige Bestellung einer Bankkarte von 

H.____ via App, vgl. Einvernahme vom 20. Mai 2021, act. 3901, 6979, 7183, 7487) und Tat-

beiträge des Beschuldigten sehr konkret, spezifisch und präzise ausgefallen (vgl. des Weiteren 

Einvernahme vom 27. April 2021, act. 7283, 7291; ebenso Einvernahmen vom 11. Juni 2021, 

act. 7547, und vom 22. März 2022, act. 6985 f.), und dies, ohne den Beschuldigten über Ge-

bühr in ein schlechtes Licht stellen. Zudem hat D.____ in seinen Einlassungen eigene Emoti-

onen wie insbesondere den verspürten Druck, welcher vom Beschuldigten ausgegangen ist, 

beschrieben, was ein weiteres Realkennzeichen in Bezug auf dessen Aussagen darstellt. Ei-

nen Grund, warum D.____ den Beschuldigten, vor welchem er sich offenbar fürchtete, zu Un-

recht belasten sollte, ist in keiner Weise erkennbar. Schliesslich – und dies stellt den haupt-

sächlichen Grund dar, warum entgegen der Auffassung des Beschuldigten zur Feststellung 

des Sachverhalts sehr wohl auf die Angaben von D.____ abgestellt werden kann – lassen sich 

die Depositionen von D.____ überaus gut mit den obgenannten objektiven Beweisen, d.h. der 

Chatkonversation zwischen diesem und dem Beschuldigten sowie den beim Beschuldigten 

sicherstellten Bankunterlagen betreffend H.____ und auch den verfahrensbedingten Gesche-

hensabläufen (Hausdurchsuchungen, Verhaftungen) in Einklang bringen, was ebenso gegen 

eine "freie Erfindung" bzw. "Lüge" – so der Beschuldigte – von D.____ spricht. 

 

ee) Den oben dargestellten Depositionen von D.____ stehen hingegen die nachfolgend 

aufgeführten Aussagen des Beschuldigten geradezu diametral gegenüber.  

 

aaa) So hat der Beschuldigte eine Tatbeteiligung von Beginn weg bestritten. Anlässlich der 

polizeilichen Einvernahme vom 11. Juni 2021 (act. 4265 ff.) gab er auf den Inhalt des Chatver-

laufs vom 23. Januar 2021 (am 23. Januar 2021, 15:01 Uhr, schrieb der Beschuldigte D.____: 

"Ich warten" und "Ich mache ihm fertig wenn Karte ist kaputt") angesprochen an, D.____ habe 

in seinem Portemonnaie eine Karte von seinem Cousin, welcher Waffengeschäfte in D-S.____ 

tätige, gehabt. Man habe sich im Chat über einen Serben, welcher ebenfalls im Asylheim ge-

wohnt und das Portemonnaie mit der Karte entwendet habe, unterhalten. Der Beschuldigte 

habe das Portemonnaie von D.____ wieder erhältlich machen können und dafür etwas ver-

langt (vgl. act. 4273 f.).  

 
 

28 von 70 

bbb) Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit D.____ vom 14. Juni 2021 (act. 4323 

ff.) blieb der Beschuldigte in Bezug auf den oben dargestellten Chatverlauf vom 23. Januar 

2021 dabei, es gehe darin um die von einem Serben im Asylheim – mit dem Portemonnaie – 

gestohlene Bankkarte des Cousins von D.____ und der Beschuldigte habe mit D.____ eine 

Belohnung für das Erhältlichmachen des fraglichen Portemonnaies vereinbart (act. 4227, 

4341). Die Version von D.____, man habe sich über die Bankkarte von H.____ unterhalten, 

bestritt der Beschuldigte hingegen vehement. Er habe niemals gestohlene Bankkarten ver-

wendet und sei auch nicht an der Beute von D.____ beteiligt gewesen; D.____ lüge (act. 4327, 

4331, 4335). 

 

ccc) Anlässlich der Einvernahme vom 23. Juni 2021 unter anderem zu den im März 2021 

mit D.____ ausgetauschten Nachrichten betreffend PIN-Codes befragt, behauptete der Be-

schuldigte, er habe sich mit D.____ über den Code für einen Elektroroller unterhalten, da die-

ser keine SIM-Karte im Handy gehabt habe. Deshalb habe er den Beschuldigten nach dem 

Code gefragt (vgl. act. 4397). 

 

ddd) Hinzu kommen die bestreitenden Aussagen des Beschuldigten vor Strafgericht, wo 

der Beschuldigte auf Vorhalt der Fälle 76, 80 und 82 kurz und knapp antwortete, das habe er 

nicht gemacht, er habe nichts gewusst und damit habe er nichts zu tun (vgl. Prot. Hauptver-

handlung Strafgericht vom 23. Januar 2023, S. 8, act. S 453). 

 

eee) Auch vor Kantonsgericht weist der Beschuldigte ganz entschieden von sich, etwas 

mit den Delikten von D.____ zu tun bzw. mit diesem "zusammengearbeitet" zu haben. Er habe 

nicht einmal gewusst, dass D.____ die Post anderer Personen aus dem Briefkasten fische und 

deren Bankkarten einsetze. Zwar sei ihm aufgefallen, dass D.____ über viel Geld verfügt und 

sich Extras wie "Essen bestellen" und "Party machen" geleistet habe. Darauf angesprochen 

habe D.____ angegeben, dass er arbeite. Aber "langsam" habe der Beschuldigte gemerkt, 

dass etwas nicht stimme, und zwar im März 2021. Dies, weil so viele Papiere, die weder ihn 

noch D.____ betroffen hätten, und Gegenstände, die D.____ mitgebracht habe, im Zimmer 

herumgelegen seien; aber er habe sich nicht eingemischt (Prot. Hauptverhandlung Kantons-

gericht, S. 5). Erst Ende März 2021 habe der Beschuldigte D.____ vorgeworfen, dass er sich 

nicht um den Haushalt kümmere und dafür Geld gefordert, aber nicht in dem Sinn, dass D.____ 

mit gestohlenen Bankkarten Geld abheben solle (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, 

S. 6). Auf Vorhalt von am 23. Januar 2021 mit D.____ ausgetauschten Nachrichten betreffend 

 
 

29 von 70 

eine Karte behauptet der Beschuldigte abermals, das Portemonnaie von D.____ mit der Bank-

karte seines Cousins, welcher in S.____ wohne und im Waffengeschäft tätig sei, sei von einem 

Bewohner des Asylheims gestohlen worden. Man habe vereinbart, dass der Beschuldigte das 

Portemonnaie wiedererlange und dafür eine Belohnung im Ermessen von D.____ erhalte (vgl. 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 6 f.). Auf weiteren Vorhalt von im März 2021 aus-

getauschten Nachrichten mit D.____ betreffend Codes gibt der Beschuldigte abermals an, 

man habe sich über einen Elektroroller, nicht über eine Bankkarte, unterhalten (vgl. Prot. 

Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 7 f.). Für konspirative Formulierungen in den Chats wie 

die Aufforderung des Beschuldigten an D.____ vom 2. April 2021, er solle "Dings holen" (act. 

3669) und "Wir müssen vorsichtig sein" (act. 3671) kann der Beschuldigte vor Kantonsgericht 

keine Erklärung abgeben; es habe sich eventuell um Joints oder Marihuana gehandelt (vgl. 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 8). Auch zu den Chats vom 3. April 2021 (act. 

3671-3679) und 4. April 2021 (act. 3681), in welchen der Beschuldigte gegenüber D.____ in 

beleidigender und drohender Wortwahl diverse Anweisungen erteilte, vermag sich der Be-

schuldigte vor Kantonsgericht nicht zu äussern (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, 

S. 8) bzw. er räumt immerhin ein, dass er im März 2021 die Papiere und die Karte im Papier 

gefunden habe, weshalb er glaube, ab dem Zeitpunkt sei es um eine gestohlene Karte gegan-

gen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 8). Er gibt ebenso zu, dass er D.____ 

geholfen habe, weil die Polizei im Asylheim aufgetaucht sei und eine Hausdurchsuchung 

durchgeführt habe; deshalb habe er D.____ am 27. April 2021 aufgefordert, die Chats zu lö-

schen und das Handy "sauber" zu machen (vgl. act. 3699; Prot. Hauptverhandlung Kantons-

gericht, S. 9). Hingegen bestreitet der Beschuldigten trotz Vorhalts der belastenden Aussagen 

von D.____ wie auch der gesamten, oben dargestellten aktenkundigen Chat-Konversation 

weiterhin, D.____ in irgendeiner Weise zu den Taten gezwungen zu haben; dies würde nicht 

stimmen bzw. sei gelogen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 9 f., 12). 

 

fff) In Bezug auf die Depositionen des Beschuldigten konstatiert das Kantonsgericht teil-

weise ergänzend zu den vorinstanzlichen Feststellungen zunächst, dass in Bezug auf irrele-

vante Gegebenheiten detailreiche Angaben gemacht worden sind, währenddem diese in Be-

zug auf relevante Gegebenheiten ausgesprochen kurz, stereotyp und eher ausweichend aus-

gefallen sind. So fehlen betreffend den relevanten Sachverhalt Details und Angaben sowohl 

zu inneren als auch zu äusseren Vorgängen, was gegen einen realen Hintergrund spricht. 

Ausserdem erscheinen die Einlassungen des Beschuldigten über weite Strecken als unplau-

sibel bzw. unlogisch. Des Weiteren hat sich der Beschuldigte in keinem einzigen Punkt, auch 

 
 

30 von 70 

nicht hinsichtlich rechtlich irrelevanter Vorgänge wie zum Beispiel der herablassenden Wort-

wahl gegenüber D.____ in der Chatkommunikation, auch nur im Geringsten selbst belastet, 

sondern war stets bestrebt, sich in einem guten Licht darzustellen, was der Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen eher abträglich ist. Wie bereits erwähnt, widersprechen die Aussagen des 

Beschuldigten hinsichtlich dessen Tatbeteiligung vollumfänglich denjenigen von D.____. Ins-

besondere aber lassen sich die Sachverhaltsdarstellungen des Beschuldigten – im Gegensatz 

zu denjenigen von D.____ – in keiner Weise mit den oben dargestellten objektiven Beweisen, 

d.h. den aktenkundigen Chatnachrichten und den beim Beschuldigten sichergestellten Bank-

unterlagen betreffend H.____ in Einklang bringen. So wird zunächst die Version des Beschul-

digten, er habe sich im Chat vom 23. Januar 2021 mit D.____ über eine sich im abhanden 

gekommenen Portemonnaie von D.____ befindliche Karte des Cousins von D.____, welcher 

in S.____ wohne und mit Waffen handle, unterhalten, keineswegs von D.____ bestätigt. Dieser 

gab zwar an, ihm sei sein Portemonnaie tatsächlich einmal abhandengekommen und der Be-

schuldigte habe ihm versprochen, es wieder erhältlich zu machen. Der Deal sei aber gewesen, 

dass man künftig miteinander (die Beute) teile (vgl. act. 4327). D.____ verneinte zudem, je 

etwas von einem Cousin, welcher im Waffengeschäft tätig sei, gesagt zu haben und bekräftigte 

seine Aussage, wonach es sich bei der Karte in seinem Portemonnaie vielmehr um diejenige 

von H.____ gehandelt habe (vgl. act. 4329). Damit stimmen zwar die Angaben von D.____ 

und dem Beschuldigten betreffend das Abhandenkommen des Portemonnaies von D.____ 

überein, was allerdings einen Umstand ohne rechtliche Bedeutung beschlägt. Hingegen diver-

gieren die Aussagen in Bezug auf die rechtlich relevante Zugehörigkeit der in den Chats er-

wähnten Karte (Karte von H.____ gemäss D.____ oder Karte des Cousins, welcher in Waffen-

geschäfte verwickelt ist, gemäss dem Beschuldigten) sowie in Bezug auf die "Belohnung" für 

das Wiedererlangen des Portemonnaies (Finderlohn gemäss dem Beschuldigten oder Hälfte 

der Beute gemäss D.____). Hierbei erscheint die Version von D.____ nicht nur als weitaus 

plausibler; sie wird denn auch überaus stimmig durch die objektiven Beweismittel (Chatverlauf 

und sichergestellte Bankunterlagen betreffend H.____) untermauert, was demgegenüber be-

treffend die Version des Beschuldigten überhaupt nicht der Fall ist. Angesichts dessen ist die 

diesbezügliche Darstellung des Beschuldigten als reine Schutzbehauptung zu werten. Auch 

die Erklärung des Beschuldigten betreffend die über einen PIN bzw. Code ausgetauschten 

Nachrichten im März 2021, man habe sich über einen E-Scooter unterhalten (vgl. act. 4397 

sowie zuletzt Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 7 f.), findet ebenso wenig in den Aus-

sagen von D.____ oder in den objektiven Beweisen eine Stütze. Abgesehen davon war das in 

den Chats verschriftlichte Interesse des Beschuldigten an einem "Erfolg" schlichtweg zu gross. 

Viel eher lässt sich diese Unterhaltung mit der Version von D.____, wonach man sich über den 

 
 

31 von 70 

PIN einer Bankkarte unterhalten habe, vereinbaren. Schliesslich vermag sich der Beschuldigte 

auch nicht zum Chataustausch zwischen ihm und D.____ im April 2021, in welchem das Un-

terdrucksetzen bezüglich der Karte und das Fordern eines Anteils besonders klar zum Aus-

druck kommt, plausibel zu erklären. Hätte man sich so wie zuletzt vor Kantonsgericht behaup-

tet tatsächlich über Marihuana unterhalten, wären – selbst unter Annahme einer codierten 

Sprache – andere Begriffe als "Karte" gefallen. Entlarvend ist insbesondere die Drohung des 

sichtlich in Rage geratenen Beschuldigten, er werde die ID von D.____ in denselben Briefkas-

ten werfen, wo dieser die Karte genommen habe (act. 3691), wofür der Beschuldigte bis vor 

Kantonsgericht eine vernünftige Erklärung schuldig geblieben ist. Die Behauptung des Be-

schuldigten, er sei nur deshalb wütend gewesen, weil sich D.____ nicht um den Haushalt ge-

kümmert habe (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 8 f.), vermag als Begründung 

für das fordernde und herrische Auftreten des Beschuldigten gegenüber D.____ (vgl. nur 

Chats vom 11. April 2021, act. 3685 f.; 18. April 2021, act. 3689-3697, 4257) nicht zu überzeu-

gen, sondern lässt vielmehr darauf schliessen, dass sich der Beschuldigte über Misserfolge 

beim unrechtmässigen Einsatz der Karte ärgerte und jeweils mit Nachdruck seinen Anteil ge-

fordert hat, was wiederum eine grundlegende Kenntnis des Beschuldigten über die Herkunft 

des Geldes von D.____ voraussetzt (vgl. ebenso die Vorinstanz in Erw. I.1.A.3 auf S. 23 des 

angefochtenen Urteils; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die weitere Erklärung des Beschuldigten betref-

fend die auf seinem Handy sichergestellten Fotos der Kreditkarte von H.____ wie auch die 

Briefe der I.____BANK an H.____, wonach er Ende März 2021 im Portemonnaie von D.____ 

eine nicht diesem gehörende Karte gefunden und davon Fotos gemacht habe (act. 4269), 

macht keinen Sinn und erscheint wenig glaubhaft, zumal der Beschuldigte mit D.____ ein Zim-

mer im Asylheim teilte, wo er ihn jederzeit direkt darauf hätte ansprechen können. Der Be-

schuldigte selbst gab denn auch in derselben Einvernahme an, er habe mit diesen Fotos gar 

nichts (auch kein Zur-Rede-Stellen) gemacht, sie auch nicht an D.____ geschickt (act. a.a.O.). 

Schliesslich kann auch der Version des Beschuldigten, wonach dieser überhaupt erst im März 

2021 etwas von den Machenschaften von D.____ geahnt habe (vgl. Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht, S. 5), mit Blick auf die oben dargestellten Beweismittel (Chatnachrichten ab 

dem 23. Januar 2021, Bankbelege von H.____ ab dem 26. November 2020 sowie Aussagen 

von D.____), in keiner Weise gefolgt werden, sondern es ist von einem weitaus früheren Zeit-

punkt der Involvierung des Beschuldigten, und zwar nicht nur im Sinne eines Mitwissens, son-

dern auch eines aktiven Vorantreibens der deliktischen Tätigkeit, und zwar spätestens ab Ja-

nuar 2021, auszugehen. Allein die Tatsache, dass beim Beschuldigten selbst kein plötzlich 

gesteigerter bzw. luxuriöser Lebensstil festgestellt werden konnte, steht dieser Feststellung 

nicht entgegen. Insgesamt sind somit die Behauptung des Beschuldigten, er sei nicht mehr als 

 
 

32 von 70 

ein blosser Mitbewohner von D.____ gewesen und das pauschale Bestreiten des Beschuldig-

ten, er habe D.____ nicht unter Druck gesetzt, mit dessen Machenschaften nichts zu tun ge-

habt, ja nicht einmal davon gewusst, angesichts der erdrückenden Beweislage klarerweise 

widerlegt. 

 

c) Nach Würdigung sämtlicher unter lit. b dargestellter Beweise und Indizien, d.h. aus-

gehend von der Chatkonversation zwischen dem Beschuldigten und D.____ ab dem 23. Ja-

nuar 2021 als eigentlichem Hauptbeweismittel sowie unter Berücksichtigung der weiteren 

Kommunikation zwischen den Beiden bis zum April 2021 via WhatsApp, der beim Beschuldig-

ten sichergestellten Bankunterlagen betreffend H.____ sowie der damit in Einklang zu brin-

genden glaubhaften Einlassungen von D.____ einerseits und der zu verwerfenden Sachver-

haltsdarstellung des Beschuldigten andererseits, gelangt das Kantonsgericht ohne vernünfti-

gen Zweifel zur Überzeugung, dass der angeklagte Sachverhalt in Bezug auf die Delikte zum 

Nachteil F.____ (Fall 76), G.____ (Fall 80) und H.____ (Fall 82) erstellt ist, wie dies im Ergeb-

nis bereits die Vorinstanz (vgl. Erw. I.1.A.4 auf S. 23 des angefochtenen Urteils; Art. 82 Abs. 4 

StPO) richtig festgestellt hat. Von den vorliegenden Beweisen ausgehend ist daher als nach-

gewiesen zu erachten, dass der Beschuldigte bereits im Dezember 2020, spätestens aber im 

Januar 2021 in die Machenschaften von D.____ involviert war, er zunehmend D.____, welcher 

zu diesem Zeitpunkt geneigt war, die deliktische Tätigkeit wieder einzustellen, diesbezüglich 

unter Druck gesetzt hat – wobei er es in besonderem Mass auf eine Deliktsbeute aus den 

Bankkarten von H.____ abgesehen hat – und zudem insgesamt die Hälfte der Beute eingefor-

dert hat, wobei er selbst zwei- bis dreimal beim Geldabheben dabei war. Mithin ist dem Be-

schuldigten eine Tatbeteiligung hinsichtlich der drei angeklagten Fälle nachzuweisen, wobei 

wie für das Strafgericht auch für das Kantonsgericht die Beweislage in Bezug auf den Fall 82 

(zum Nachteil von H.____) erdrückend ist, von einer diesbezüglichen Tatbeteiligung ableitend 

sowie aufgrund der übrigen Beweise aber auch eine Tatbeteiligung in den Fällen 76 (zum 

Nachteil von F.____) und 80 (zum Nachteil von G.____) ohne vernünftige Zweifel erhellt.  

 

1.4.2 Rechtliches 

1.4.2.1 In rechtlicher Hinsicht hat die Vorinstanz zutreffend zunächst die Frage der Beteili-

gungsrolle des Beschuldigten beleuchtet und auf die Anforderungen an die Annahme von Mit-

täterschaft gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der herrschenden Lehre hin-

gewiesen (vgl. Erw. I.1.B.1 auf S. 23 des angefochtenen Urteils; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 
 

33 von 70 

a) Das Konzept der Mittäterschaft bewirkt eine materiell-rechtlich begründete Beweiser-

leichterung bei der Zurechnung von Teilaspekten einer Tat an die Mittäter. Führen verschie-

dene Personen gemeinsam strafbare Handlungen insbesondere in örtlich, zeitlich oder funkti-

onell unterschiedlichen Zusammenhängen arbeitsteilig aus, schneidet das Institut der Mittä-

terschaft einem Mittäter den Einwand ab, es habe jeweils ein Anderer die fragliche Teilhand-

lung ausgeführt, er könne dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden, denn er habe das 

weder getan noch davon auch nur Kenntnis gehabt. Wer die Kriterien der Mittäterschaft erfüllt, 

muss sich die Taten seiner Mittäter grundsätzlich zurechnen lassen (BGer 6B_939/2013 vom 

17. Juni 2014 E. 2, unter Hinweis auf 6B_557/2012 vom 7. Mai 2013 E. 2.7). Mittäter ist, wer 

bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massge-

bender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. 

Dabei ist massgebend, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem 

Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (vgl. 

BGE 135 IV 155, 133 IV 76 E. 2.7; MARC FORSTER, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl., Vor 

Art. 24 N 8). Mittäterschaft setzt somit eine funktionale (Mit-)Tatherrschaft voraus und ist jede 

arbeitsteilige, für den Erfolg wesentliche Mitwirkung im Ausführungsstadium (vgl. STEFAN 

TRECHSEL/CHRISTOPHER GETH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., 

vor Art. 24 N 11, m.w.H.) Für den gemeinsamen, konkludenten Tatentschluss ist indessen 

nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt, sondern es reicht aus, 

dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht. Ebenfalls ist nicht notwendig, 

dass jeder Mittäter bei der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen 

vermag (vgl. 135 IV 152 E. 2.3.1; BGE 120 IV 265 E. 2c; BGer 6B_789/2020 vom 31. Januar 

2022 E. 2.3.6, unter Hinweis auf BGE 143 IV 361 E. 4.10; BGer 6B_1437/2020 vom 22. Sep-

tember 2021 E. 1.2.2; 6B_338/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.2.4; je mit Hinweisen; BGer 

6B_712/2017 vom 23. Mai 2018 E 2.3.2, nicht publ. in BGE 144 IV 198; je mit Hinweisen; BGE 

130 IV 58 E. 9.2.1, unter Hinweis auf BGE 125 IV 134 E. 3a mit Hinweisen). Für die Annahme 

von Mittäterschaft ist ebenso wenig erforderlich, dass alle Täter denselben Tatbestand erfüllen 

(vgl. STEFAN TRECHSEL/CHRISTOPFER GETH, a.a.O., N 12, unter Hinweis auf die Praxis des 

Bundesgerichts). Die Tat braucht auch nicht im Voraus geplant und aufgrund eines vorher 

gefassten gemeinsamen Tatentschlusses ausgeführt worden zu sein. Es reicht, dass der Täter 

in gemeinsamer Verantwortung mit den Haupttätern agiert hat (vgl. STEFAN TRECHSEL/ 

CHRISTOPFER GETH, a.a.O., N 13, m.w.H.). Die mittäterschaftliche Tatbeteiligung wird mass-

gebend an der Rolle gemessen, die der Einzelne willentlich übernimmt. Die Willensüberein-

stimmung kann irgendwie hergestellt werden. Eine besondere Verabredung is