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**Case Identifier:** a8e4ee6c-5695-5e80-9306-43f89190f373
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.10.2022 BB.2022.116
**Docket/Reference:** BB.2022.116
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2022-116_2022-10-19

## Full Text

Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO);;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO);;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO);;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 19. Oktober 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

 A. AG, 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 

Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2022.116 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die A. AG am 28. Juni 2022 bei der Kantonspolizei Bern gegen B., Co-Leiter 

der Abteilung […] des Bundesamtes für Gesundheit BAG, eine Strafanzeige 

wegen Amtsmissbrauchs (Art. 312 StGB) einreichte und sich als Privatklä-

gerin konstituierte (Akten BA, pag. 05 00 001 ff.); 

 

- diese Anzeige zuständigkeitshalber an die Bundesanwaltschaft (nachfol-

gend BA) weitergeleitet wurde (Akten BA, pag. 02 00 0001 ff.); 

 

- die BA in dieser Angelegenheit am 30. August 2022 eine Nichtanhandnah-

meverfügung erliess (Akten BA, pag. 03 00 0001 ff.; act. 1.3); 

 

- die A. AG dagegen am 10. September 2022 (Postaufgabe: 12. September 

2022) bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

hob (act. 1); 

 

- die BA der Beschwerdekammer am 22. September 2022 auf entsprechen-

des Ersuchen hin die Verfahrensakten übermittelte (act. 3 und 4); 

 

- die A. AG am 27. September 2022 (Postaufgabe) unaufgefordert ein mit «Be-

weisergänzungen» betiteltes Schreiben einreichte, in welchem sie die Auf-

hebung der Nichtanhandnahmeverfügung und die Rückweisung des Falles 

an die Bundesanwaltschaft zur Neubeurteilung verlangte, sich zur Sache 

äusserte und diverse Unterlagen einreichte (act. 5); 

 

- die A. AG am 28. September 2022 (Postaufgabe) unaufgefordert ein weite-

res, mit «Beweisergänzungen vom 28. September 2022» betiteltes Schrei-

ben einreichte, in welchem sie sich nochmals zur Sache äusserte und wei-

tere Unterlagen einreichte (act. 6); 

 

- am 7. Oktober 2022 die A. AG eine weitere unaufgeforderte Eingabe ein-

reichte (act.7); 

 

- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 390 

Abs. 2 StPO e contrario). 

 

 

 

  

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-

schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist 

(Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

- nach Art. 396 Abs. 1 StPO die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich 

eröffnete Entscheide innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Be-

schwerdeinstanz einzureichen ist; 

 

- wo die Strafprozessordnung verlangt, dass das Rechtsmittel begründet wird, 

die Person oder die Behörde, die das Rechtsmittel ergreift, genau anzuge-

ben hat: (lit. a) welche Punkte des Entscheides sie anficht; (lit. b) welche 

Gründe einen anderen Entscheid nahe legen; (lit. c) welche Beweismittel sie 

anruft (vgl. Art. 385 Abs. 1 StPO); 

 

- die Beschwerdemotive daher in jedem Fall, auch in Laienbeschwerden, bis 

zum Ablauf der zehntägigen Beschwerdefrist (Art. 396 Abs. 1 StPO) so kon-

kret dargetan werden müssen, dass ersichtlich ist, welche Punkte des ange-

fochtenen Entscheids beanstandet werden und inwiefern dieser abgeändert 

werden soll (Urteile des Bundesgerichts 6B_319/2021 vom 15. Juli 2021; 

6B_182/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2.5; 6B_280/2017 vom 9. Juni 2017 

E. 2.2.2; 1B_363/2014 vom 7. Januar 2015 E. 2.1; 6B_130/2013 vom 3. Juni 

2013 E. 3.2); 

 

- die Begründung – einer allgemeinen Verfahrensregel entsprechend – in der 

Beschwerdeschrift selbst enthalten sein muss (Urteil des Bundesgerichts 

1B_113/2017 vom 19. Juni 2017 E. 2.4.3 mit Hinweisen); pauschale Ver-

weise auf andere Rechtsschriften grundsätzlich nicht genügen, da es nicht 

Aufgabe der Beschwerdeinstanz sein kann, in Eingaben an andere Behör-

den oder in anderen Verfahren nach Gründen zu suchen, weshalb der ange-

fochtene Entscheid unrichtig sein könnte bzw. auf einem unrichtig oder un-

vollständig festgestellten Sachverhalt beruhen soll (GUIDON, Basler Kom-

mentar, 2. Aufl. 2014, Art. 396 StPO N. 9c; vgl. auch Entscheid des Bun-

desstrafgerichts BB.2005.43 vom 7. Juli 2005 E. 3.1);  

 

- die Beschwerdeführerin zur Begründung der Beschwerde einzig ausführte, 

sie verweise «auf unsere bereits eingegebene Begründung und die Tatsa-

che, dass vorsätzliche Schädigung» vorliege; 

 

- 4 - 

 

 

- die fristgerecht eingereichte Beschwerde mithin weder Anträge noch eine 

Begründung enthält, aus welcher ersichtlich ist, welche Punkte des ange-

fochtenen Entscheids beanstandet werden und inwiefern dieser abgeändert 

werden soll (s.o.); 

 

- nicht ersichtlich ist, weshalb der Beschwerdeführerin das Erstellen einer den 

Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO genügenden Beschwerdebegrün-

dung innert der 10-tägigen Beschwerdefrist nicht hätte möglich sein sollen, 

zumal der vorliegende Fall sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hin-

sicht überschaubar ist; 

 

- deshalb kein Raum blieb, der Beschwerdeführerin die Gelegenheit zur nach-

träglichen Beschwerdebegründung nach Art. 385 Abs. 2 StPO einzuräumen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_319/2021 vom 15. Juli 2021; 

6B_182/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2.5; 6B_721/2018 vom 19. November 

2018 E. 2.1; siehe auch BGE 142 IV 299 E. 1.3.4); 

 

- die Eingaben der Beschwerdeführerin vom 27. und 28. September 2022 so-

wie vom 7. Oktober 2022 unberücksichtigt bleiben müssen, da sie nach Ab-

lauf der Beschwerdefrist eingereicht wurden;  

 

- zufolge fehlender Begründung auf die Beschwerde nicht eingetreten werden 

kann (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO), wobei die Gerichtsgebühr 

unter Berücksichtigung aller Umstände auf Fr. 500.– festzusetzen ist (vgl. 

Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafge-

richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-

gen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 19. Oktober 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. AG  

- Bundesanwaltschaft  

- B. 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.