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**Case Identifier:** 60d9057c-67b3-5860-8c46-e1166b6764b9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.02.2014 200 2012 227
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-227_2014-02-13.pdf

## Full Text

200 12 227 BV und
200 12 231 (2)
SCP/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Februar 2014

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________
Kläger

gegen

1. AXA Stiftung für die berufliche Vorsorge 
Postfach 300, 8401 Winterthur
Beklagte 1 (Verfahren BV/2012/227)

2. Stiftung Auffangeinrichtung BVG 
Rechtsdienst, Weststrasse 50, Postfach, 8036 Zürich
Beklagte 2 (Verfahren BV/2012/231) 

betreffend Klage vom 28. Februar 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1953 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Kläger) 
war vom 1. Oktober 2004 bis 30. September 2005 für die Firma 
D.________ (nachfolgend: Arbeitgeberin) tätig und dadurch bei der 'Winter-
thur-Columna Stiftung für die berufliche Vorsorge, Winterthur' (seit Februar 
2009: 'AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur' [vgl. Schweizerisches 
Handelsamtsblatt {SHAB}, Nr. 29 vom 12. Februar 2009], nachfolgend: 
AXA bzw. Beklagte 1) berufsvorsorgeversichert. In der Folge bezog er in 
der Zeit von Oktober 2005 bis Ende April 2007 insgesamt 435 Taggelder 
der Arbeitslosenversicherung (405 ordentliche Taggelder und 30 Kranken-
taggelder; Rahmenfrist: 3.10.2005 bis 2.10.2007; Höchstanspruch: 520 
Taggelder). Während seiner Anspruchsberechtigung war er bei der Stiftung 
Auffangeinrichtung BVG (nachfolgend: Stiftung Auffangeinrichtung bzw. 
Beklagte 2) obligatorisch berufsvorsorgeversichert (Akten der Arbeitslosen-
kasse des Kantons Freiburg [ALK, act. IIIB] unpaginiert; Klagebeilage 
[act. I] 6).

Ab 1. April 2007 war der Versicherte infolge Krankheit zu 100% arbeitsun-
fähig geschrieben. Am 28. Januar 2008 meldete er sich bei der IV-Stelle 
des Kantons Freiburg zum Leistungsbezug an; er gab an, dass ihm die 
Spätfolgen einer im Alter von zwei Jahren erlittenen Kinderlähmung nicht 
mehr erlaubten, eine berufliche Tätigkeit auszuüben (Akten der IV-Stelle 
des Kantons Freiburg [act. III] 06/05/2008 pag. 1 ff.). Nach erwerblichen 
und medizinischen Abklärungen und einer in deren Rahmen eingetretenen 
progressiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes sprach die IV-
Stelle des Kantons Freiburg dem Versicherten mit Verfügung vom 10. März 
2011 – nach erfolgtem Vorbescheidverfahren – ab 1. April 2007 eine Vier-
telsrente basierend auf einem IV-Grad von 40%, ab 1. Juli 2007 eine halbe 
Rente basierend auf einem IV-Grad von 53% und ab 1. Januar 2010 eine 
ganze Rente basierend auf einem IV-Grad von 100% zu (act. III 28/10/2010 
pag. 1 f., 26/11/2010 pag. 1 ff., 14/03/2011 pag. 3 ff.). Diese Verfügung 
blieb unangefochten.

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B.

Im weiteren Verlauf lehnte die Stiftung Auffangeinrichtung mit Schreiben 
vom 15. September 2011 das Gesuch um Invaliditätsleistungen des Versi-
cherten mit der Begründung ab, der Beginn der relevanten Arbeitsunfähig-
keit sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor dem Bezug von Arbeits-
losentaggeld eingetreten, weshalb er zu diesem Zeitpunkt nicht bei der 
beruflichen Vorsorge für arbeitslose Personen versichert gewesen sei 
(act. I 5).

Mit Schreiben vom 10. Januar 2012 verneinte auch die AXA ihre Leis-
tungspflicht und begründete dies damit, dass eine längerdauernde Arbeits-
unfähigkeit echtzeitlich erst ab 1. April 2007 und somit nach Ende der Vor-
sorgeversicherung attestiert worden sei (act. I 8).

C.

Am 28. Februar 2012 liess der Versicherte, vertreten durch den 
B.________, Fürsprecher C.________, Klage beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern erheben. Er beantragt was folgt: 

1. Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab 1. April 
2007 eine Invalidenrente zu gewähren.

2. Es sei die Beklagte 2 zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab 1. April 
2007 eine Invalidenrente zu gewähren.

3. Bis zum Entscheid in der Hauptsache sei die Beklagte 2 zu verpflichten, vor-
leistungsweise im Sinne von Art. 26 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die 
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 
(BVG; SR 831.40) dem Kläger mit Wirkung ab 1. April 2007 eine Invaliden-
rente zu gewähren.

- unter Entschädigungsfolge -

Zur Begründung wird geltend gemacht, der Kläger sei heute zu 100% inva-
lid. Die Arbeitsunfähigkeit, welche zur Invalidität geführt habe, sei im rele-
vanten Umfang von 20% frühestens im Januar 2005 und spätestens im 
April 2007 eingetreten, in einer Periode also, während welcher er für die 
Folgen der Invalidität ohne Unterbruch berufsvorsorgerechtlich versichert 
gewesen sei. Strittig sei allerdings, ob diese Arbeitsunfähigkeit bereits vor 
oder erst nach Oktober 2005 eingetreten sei, was je nachdem eine Leis-

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tungspflicht der Beklagten 1 oder der Beklagten 2 aus beruflicher Vorsorge 
begründe.

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. März 2012 trennte der Instruktions-
richter die gemeinsam eingereichte Klage, um vorab über die Leistungs-
pflicht der Beklagten 1 im Verfahren BV/2012/227 zu befinden; hierzu wur-
de die Beklagte 2 von Amtes wegen beigeladen. Das Verfahren 
BV/2012/231 gegen die Beklagte 2 wurde einstweilen auf den Antrag um 
Erlass vorsorglicher Massnahmen gemäss Rechtsbegehren Ziffer 3 be-
schränkt.

Mit Klageantwort vom 27. März 2011 (recte: 2012) beantragt die Beklagte 1 
die Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Es sei 
nicht ersichtlich, dass während der Arbeitstätigkeit bei der letzten Arbeitge-
berin eine mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei. Es wür-
den auch keine echtzeitlichen Arztzeugnisse vorliegen, welche eine Ar-
beitsunfähigkeit für die Zeit bis 30. September 2005 bescheinigten. Selbst 
wenn man davon ausgehen würde, dass eine relevante Arbeitsunfähigkeit 
bereits damals eingetreten sei, sei nicht eindeutig nachgewiesen, dass die 
Arbeitsunfähigkeit auf die Poliomyelitis zurückzuführen sei. Da sich der 
Entscheid der IV-Stelle als offensichtlich unrichtig erweise, entfalte er keine 
Bindungswirkung.

Aufforderungsgemäss gingen am 4. April 2012 das im Zeitpunkt der Been-
digung des Arbeitsverhältnisses gültige Vorsorgereglement der Beklagten 1 
vom 1. Januar 2004 (Klageantwortbeilage [act. II] 8), am 5. April 2012 die 
Akten der IV-Stelle des Kantons Freiburg (act. III; auf CD-ROM), am 
13. April 2012 die Personalakten der letzten Arbeitgeberin (act. IIIA), am 
17. April 2012 die Akten der ALK des Kantons Freiburg (act. IIIB) und am 
24. Juli 2012 die Gesprächsprotokolle des Regionalen Arbeitsvermittlungs-
zentrums (RAV) Nord Seebezirk (act. IIIC) ein.

Mit Stellungnahme vom 30. März 2012 teilte die Beklagte 2 mit, dass sie 
den Anspruch des Klägers auf Vorleistungen ab Antragstellung anerkenne. 
Auf Aufforderung des Klägers und des Instruktionsrichters hin stellte sie am 
10. August 2012 die entsprechende Leistungsabrechnung mit Wirkung ab 
28. Februar 2012 (Datum der klageweisen Geltendmachung) zu. Am 

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6. September 2012 liess der Kläger mitteilen, die Vorleistungen seien ab 
dem Zeitpunkt des Beginns der IV-Rente geschuldet, weshalb das entspre-
chende Begehren nach wie vor teilweise streitig sei.

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. September 2013 warf der Instrukti-
onsrichter die Frage auf, ob mit Bezug auf die vorliegend relevanten Beur-
teilungsperioden (1. Oktober 2004 bis 30. September 2005 [Vorsorgever-
hältnis bei der Beklagten 1] bzw. ab Oktober 2005 [Vorsorgeverhältnis bei 
der Beklagten 2]) bei der gestellten Verdachtsdiagnose eines Postpolio-
myelitissyndroms (kürzer: Postpoliosyndrom oder PPS) nicht von einem 
Beschwerdekomplex auszugehen sei, welcher analog der höchstrichterli-
chen Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndro-
malen Beschwerdebildern zu beurteilen wäre, weshalb bei Bejahung dieser 
Frage unter Umständen bei gleichzeitiger Wiedervereinigung der Verfahren 
beide Klagen in einem Urteil abzuweisen wären. Deshalb sehe er sich nach 
wie vor nicht veranlasst, hinsichtlich des Streits zwischen dem Kläger und 
der Beklagten 2 über die Vorleistungspflicht (Verfahren BV/2012/231) für 
die Zeit vom 1. April 2007 (Beginn IV-Rente) bis 27. Februar 2012 (Datum 
Klage) im Sinne des vom Kläger gestellten Rechtsbegehrens Ziffer 3 zu 
entscheiden.

Mit Eingabe vom 1. Oktober 2013 verzichtete die Beklagte 1 auf eine Stel-
lungnahme hierzu. 

Der Kläger weist in der Eingabe vom 4. Oktober 2013 darauf hin, dass die 
Spätfolgen des PPS ihren Ursprung in einer organischen Erkrankung (Po-
liomyelitis) hätten und die Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiolo-
gisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern nicht anwendbar sei, wenn 
ein solches Beschwerdebild unmittelbar oder mittelbar auf eine organische 
Ursache zurückzuführen sei.

Mit Klageantwort vom 22. November 2013 beantragt die Beklagte 2 sinn-
gemäss die Abweisung der Klage. Ihrer Meinung nach bestehe für sie kei-
ne Leistungspflicht, weil die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invali-
dität geführt habe, schon vor Oktober 2005 eingetreten sei, somit in einem 
Zeitpunkt, in dem der Kläger bei ihr noch nicht berufsvorsorgeversichert 
gewesen sei. In Bezug auf die Beklagte 1 könne das Fehlen von echtzeitli-

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chen Zeugnissen aufgrund der klaren retrospektiven medizinischen Ein-
schätzungen nicht zur Abweisung der Klage führen.

Am 13. Februar 2014 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Die zwei Verfahren BV/2012/227 und BV/2012/231 sind, nachdem 
die gemeinsam eingereichte Klage mit prozessleitender Verfügung vom 
2. März 2012 getrennt worden ist, wieder zu vereinigen (Art. 17 Abs. 1 VR-
PG), da sie den gleichen Gegenstand bzw. die gleiche Thematik betreffen 
(Anspruch auf eine Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge).

1.2 Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungs-
rechtliche Abteilung, ist als einzige kantonale Instanz sachlich und funktio-
nell zuständig zur Beurteilung der mit Klage vom 28. Februar 2012 geltend 
gemachten Ansprüche (Art. 73 Abs. 1 BVG i.V.m. Art. 87 lit. c VRPG und 
Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG). Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der 
schweizerische Sitz oder Wohnsitz der Beklagten oder der Ort des Betrie-
bes, bei dem die versicherte Person angestellt wurde. Dabei kommt es für 
den Wahlgerichtsstand nicht darauf an, ob die Vorsorgeeinrichtung, der 
Arbeitgeber oder die versicherte Person klagende Partei ist (SVR 2006 
BVG Nr. 17 S. 62 E. 2.3). Die letzte Arbeitgeberin des Klägers hat Sitz in … 
im Kanton Bern (vgl. www.zefix.ch). Damit ist das angerufene Gericht zur 
Behandlung der Klage gegen die Beklagte 1 örtlich zuständig. Die Beklagte 
2 hat im Januar 2013 ihren Sitz von Bern nach Zürich verlegt (vgl. SHAB, 
Nr. 20 vom 30. Januar 2013); das angerufene Gericht bleibt für das bereits 

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hängige Verfahren jedoch zuständig (perpetuatio fori; vgl. BGE 108 Ib 
141 f.; 130 V 90), weshalb die örtliche Zuständigkeit für die Klage gegen 
die Beklagte 2 gegeben ist. Auch die übrigen Prozessvoraussetzungen sind 
erfüllt. Insbesondere ist die Klage formgerecht eingelangt (Art. 32 VRPG) 
und der Rechtsvertreter des Klägers gehörig bevollmächtigt (Art. 15 Abs. 1 
VRPG). Auf die Klage ist somit einzutreten.

1.3 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Klägers auf die gesetzli-
chen und reglementarischen Leistungen der Beklagten 1 bzw. der An-
spruch auf die Leistungen der Beklagten 2, wobei in diesem Zusammen-
hang der Beginn der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit umstritten 
ist.

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.5 Nach Art. 73 Abs. 2 BVG sehen die Kantone ein einfaches, rasches 
und in der Regel kostenloses Verfahren vor, wobei der Richter den 
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat. Innerhalb des Streitge-
genstandes ist das Berufsvorsorgegericht in Durchbrechung der Dispositi-
onsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (BGE 135 V 23 
E. 3.1 S. 26; Art. 92 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2005 ist die 1. BVG-Revision (Änderungen vom 3. Ok-
tober 2003; AS 2004 S. 1677) in Kraft getreten. Der Kläger beantragt eine 
Rente ab April 2007, deshalb gilt das neue Recht.

Bezüglich der Versicherungsunterstellung bei der Beklagten 1 gilt das am 
1. Januar 2004 in Kraft getretene Vorsorgereglement (act. II 8).

2.2 Anspruch auf Invalidenleistungen haben nach Art. 23 lit. a BVG (in 
der ab dem 1. Januar 2005 geltenden Fassung) Personen, die im Sinne der 
Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der 
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert wa-
ren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 8

2.2.1 Das BVG definiert den Begriff der Invalidität nicht, sondern verweist 
auf die Invalidenversicherung (vgl. Art. 23 lit. a BVG und Art. 4 der Verord-
nung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 
vom 18. April 1984 [BVV2, SR 831.441.1]). Aus der engen Verbindung zwi-
schen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversicherung und demjeni-
gen auf Invalidenleistungen nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbe-
griff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invali-
denversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 120 V 106 E. 3c S. 
108).

2.2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG; SR 830.1]). Nicht als Folgen eines 
psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrecht-
lich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche 
die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende 
Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forder-
baren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 
50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine dia-
gnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch kei-
ne Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme 
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren-
gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewälti-
gung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den 
Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann 
nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressour-
cen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein-
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststel-
lung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 9

und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chroni-
sche körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter 
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 
länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innersee-
lischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); 
das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio-
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) 
trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriteri-
en zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstel-
len, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zu-
mutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 
V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 
Aus Gründen der Rechtssicherheit ist es geboten, sämtliche pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweis-
bare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen 
Anforderungen zu unterstellen (BGE 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 
3.2.3 S. 283). Entsprechend wurde der Geltungsbereich der zunächst auf 
die somatoforme Schmerzstörung bezogenen Rechtsprechung sukzessive 
auf weitere pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale 
Beschwerdebilder ausgedehnt, so auf die Fibromyalgie (BGE 132 V 65), 
die dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (SVR 2007 IV Nr. 
45 S. 149, I 9/07 E. 4), das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS) und die 
Neurasthenie (SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73, 9C_662/2009 E. 2.3; SVR 2011 
IV Nr. 17 S. 44, 9C_98/2010 E. 2.2.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 14. April 2008, I 70/07, E. 5), die Folgen von milden Verletzungen der 
Halswirbelsäule ("Schleudertrauma"; BGE 136 V 279) sowie die 
nichtorganische Hypersomnie (BGE 127 V 64).

Nicht sinngemäss anwendbar sind die Grundsätze zur Überwindbarkeit 
eines Leidens gemäss der sog. Schmerzstörungspraxis nach BGE 130 V 
352, wenn sich die Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer Cancer-
related Fatigue (CrF) stellt, denn diesem Krankheitsbild liegt nach BGE 139 
V 346 als Begleitsymptom onkologischer Erkrankungen und ihrer Therapie 
zumindest eine organische Ursache zugrunde.

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2.2.3 Die obligatorische Versicherung beginnt mit dem Antritt des 
Arbeitsverhältnisses, für Bezüger von Taggeldern der 
Arbeitslosenversicherung mit dem Tag, für den erstmals eine 
Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet wird (Art. 10 Abs. 1 BVG). Sodann 
sind gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische 
berufliche Vorsorge von arbeitslosen Personen vom 3. März 1997 (SR 
837.174) Arbeitslose für die Risiken Tod und Invalidität obligatorisch 
versichert, welche die Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 8 des 
Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 
Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 (AVIG; SR 837.0) für den 
Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung erfüllen oder 
Entschädigungen nach Art. 29 AVIG beziehen (lit. a) und einen 
koordinierten Tageslohn nach den Artikeln 4 oder 5 erzielen (lit. b). Die 
Versicherung endet unter anderem, wenn das Arbeitsverhältnis aufgelöst 
wird (Art. 10 Abs. 2 lit. b BVG) bzw. im Falle der Arbeitslosigkeit, wenn der 
Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung wegen Ablaufs der 
Rahmenfrist endet (Art. 10 Abs. 2 lit. d BVG in der bis 31. Dezember 2011 
gültigen Fassung). Für die Risiken Tod und Invalidität bleibt der 
Arbeitnehmer während eines Monats nach Auflösung des 
Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert 
(Art. 10 Abs. 3 Satz 1 BVG). Die obligatorische Versicherung für Bezüger 
von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung wird von der Stiftung 
Auffangeinrichtung BVG durchgeführt (Art. 60 Abs. 2 lit. e BVG).

2.3

2.3.1 Nach der Rechtsprechung sind Vorsorgeeinrichtungen, die aus-
drücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen Invaliditätsbe-
griff wie die Invalidenversicherung ausgehen, an die Invaliditätsbemessung 
der IV-Stelle gebunden, wenn diese sich nicht als offensichtlich unhaltbar 
erweist (BGE 138 V 125 E. 3.3 S. 130, 129 V 150 E. 2.5 S. 156; SVR 2011 
BVG Nr. 12 S. 46 E. 5.1). Für den Bereich der obligatorischen beruflichen 
Vorsorge ist diese Bindungswirkung positivrechtlich ausdrücklich verankert, 
indem sich der Leistungsanspruch auf eine Invalidenrente der obligatori-
schen beruflichen Vorsorge an den sachbezüglichen Voraussetzungen des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 11

SR 831.20) orientiert (Art. 23 lit. a BVG; BGE 132 V 1 E. 3.2 S. 4). Verwen-
den die Vorsorgeeinrichtungen demgegenüber einen anderen Invaliditäts-
begriff als die Invalidenversicherung, rechtfertigt sich eine selbstständige 
Prüfung, wobei sich die Vorsorgeeinrichtungen diesfalls auf die medizini-
schen und erwerblichen Abklärungen der IV-Organe stützen können 
(BGE 120 V 106 E. 3c S. 109).

2.3.2 Im Hinblick auf die verbindliche Wirkung der IV-rechtlichen Qualifi-
kation sind die IV-Stellen gehalten, die Vorsorgeeinrichtung(en) spätestens 
im Vorbescheidverfahren in das IV-rechtliche Verfahren einzubeziehen. 
Erfolgt dieser Einbezug nicht, vermag der Beschluss der IV-Stelle keine 
Bindungswirkung für die berufliche Vorsorge zu entfalten (BGE 138 V 125 
E. 3.3 S. 130, 129 V 73 E. 4.2.2 S. 76; SVR 2011 BVG Nr. 12 S. 46 E. 5.1). 
Selbst wenn die Vorsorgeeinrichtung – bei fehlendem Einbezug ins IV-
rechtliche Verfahren – innerhalb der Rechtsmittelfrist anderweitig von der 
Verfügung Kenntnis erhält, erzeugt der Entscheid der IV-Organe keine Bin-
dungswirkung für die Vorsorgeeinrichtung. Sie ist auch nach Treu und 
Glauben nicht gehalten, die Verfügung anzufechten oder deren Eröffnung 
zu ihren Handen zu verlangen (SVR 2012 BVG Nr. 30 S. 122 E. 3.2).

2.3.3 Für die Beurteilung der Frage, ob sich die Invaliditätsbemessung 
der Invalidenversicherung als offensichtlich unhaltbar erweist, muss auf die 
Aktenlage, wie sie sich den Organen der Invalidenversicherung bei Verfü-
gungserlass präsentierte, abgestellt werden (BGE 126 V 308 E. 2a S. 311).

2.4

2.4.1 Die Invalidenleistungen nach Art. 23 lit. a BVG werden von derjeni-
gen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt 
des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Entscheidend ist dabei 
einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in 
welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invali-
denleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt 
der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise 
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. 
Für eine einmal aus – während der Versicherungsdauer aufgetretener – 
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrich-

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tung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vor-
sorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn 
auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund 
(Art. 26 Abs. 3 BVG [Umkehrschluss]; BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68).

2.4.2 Unter Arbeitsunfähigkeit ist eine Einbusse an funktionellem Leis-
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen 
(BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23). Sie muss mindestens 20% betragen (SVR 
2011 BVG Nr. 14 S. 52 E. 2.1). Ob eine Person trotz Lohnzahlung tatsäch-
lich erheblich arbeitsunfähig war, ob sie also im Rahmen eines Arbeitsver-
hältnisses – im Hinblick auf den angestammten Tätigkeitsbereich – ihre 
übliche oder aber nunmehr eine behinderungsbedingt eingeschränkte Leis-
tung erbrachte, ist von Amtes wegen mit aller Sorgfalt zu prüfen. Recht-
sprechungsgemäss ist erforderlich, dass sich die behauptete Arbeitsun-
fähigkeit im Arbeitsverhältnis, das über die Vorsorgepflicht den Versiche-
rungsschutz begründet, konkret nachteilig bemerkbar gemacht hat, so etwa 
durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar 
Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fal-
lende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Nur beim Vorliegen beson-
derer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage 
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage – etwa in dem Sin-
ne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung 
verpflichtet war und auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber 
eben doch keine volle Arbeitsleistung hat erbringen können – in Betracht 
gezogen werden (SVR 2008 IV Nr. 11 S. 33 E. 5.1, 2005 BVG Nr. 5 S. 15 
E. 2.2). Eine erst nach Jahren rückwirkend festgestellte medizinisch-
theoretische Arbeitsunfähigkeit, ohne dass der frühere Arbeitgeber die 
Leistungseinbusse bemerkt hätte, genügt allerdings nicht (SVR 2008 IV 
Nr. 11 S. 33 E. 5.1).

2.4.3 Der Anspruch auf Invalidenleistungen der (obligatorischen) berufli-
chen Vorsorge setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammen-
hang zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses (einsch-
liesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestandenen 
Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität 
voraus. Der Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 13

muss von der Art her im Wesentlichen derselbe sein, der der Erwerbsun-
fähigkeit zu Grunde liegt. Nicht erforderlich ist ein adäquater Kausalzu-
sammenhang; eine Wechselwirkung im Sinne natürlicher Kausalität genügt 
(BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22; SVR 2011 BVG Nr. 12 S. 45 E. 3, 2001 BVG 
Nr. 18 S. 70 E. 5b). Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs 
setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähig-
keit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, nicht während längerer Zeit 
wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten 
Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die 
Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch 
den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wie-
deraufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu 
den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen 
zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden 
Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass eine voll vermittlungsfähige, 
Stellen suchende Person über längere Zeit hinweg Taggelder der Arbeits-
losenversicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche 
Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit 
Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeits-
fähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Inva-
lidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) als Richtschnur 
gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbes-
serung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie 
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus-
sichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während mindestens drei Mona-
ten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauer-
hafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, 
stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zu-
sammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls 
mehr als dreimonatige Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist 
oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und 
eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 
E. 3.2.1 S. 22).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 14

3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, dass der Kläger 
vom 1. Oktober 2004 bis 30. September 2005 bei der damaligen Arbeitge-
berin angestellt und anschliessend arbeitslos war; im Rahmen dessen war 
er unbestrittenermassen zunächst bei der Beklagten 1 und anschliessend 
bei der Beklagten 2 obligatorisch berufsvorsorgeversichert gewesen. Strei-
tig ist dagegen, zu welchem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit von mindes-
tens 20% überwiegend wahrscheinlich eingetreten ist. Im Rahmen der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen zu prüfen ist sodann, ob während 
den bestehenden Vorsorgeverhältnissen (Oktober 2004 bis September 
2005 für die Beklagte 1 und Oktober 2005 bis April 2007 für die Beklagte 2) 
überhaupt eine zur Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit im Sinne eines 
versicherten Gesundheitsschadens eingetreten ist.

3.2 Die Frage einer allfälligen Bindungswirkung der Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Freiburg vom 10. März 2011 (act. I 3), mit welcher dem 
Kläger ausgehend von einer seit 2004 (zumindest teilweise) bestehenden 
Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. April 2007 eine (zunächst teilweise und später 
ganze) IV-Rente zugesprochen wurde, ist vorliegend zu verneinen. Denn 
diese unangefochten gebliebene Verfügung wurde weder der Beklagten 1 
noch der Beklagten 2 eröffnet (vgl. E. 2.3.2 hiervor).

3.3 Beweisgegenstand der beiden Klageverfahren bildet somit die 
Frage, ob und allenfalls wann während eines der beiden 
Vorsorgeverhältnisse (1. Oktober 2004 bis 30. September 2005 [Arbeits-
verhältnis D.________]: Beklagte 1; 3. Oktober 2005 bis 2. Oktober 2007 
bzw. 25. April 2007 [Rahmenfrist für den Bezug von Leistungen der Arbeits-
losenversicherung {ALV} bei Ausschöpfung des Leistungsanspruchs per 
25. April 2007]: Beklagte 2) der Kläger eine Beeinträchtigung in seinem 
funktionellen Leistungsvermögen erlitten hat, welche sich im Arbeits- bzw. 
während des Versicherungsverhältnisses konkret nachteilig bemerkbar 
gemacht hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechen-
der Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers bzw. des Beraters 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 15

des RAV oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich 
bedingte Arbeitsausfälle (zeitliche Konnexität; vgl. dazu E. 2.4.2 hiervor).

Ist diese Frage mit Bezug auf ein Vorsorgeverhältnis zu bejahen, ist in ei-
nem weiteren Schritt zu prüfen, ob die während dieses Vorsorgeverhältnis-
ses eingetretene Arbeitsunfähigkeit in einem Gesundheitsschaden begrün-
det lag, welcher zur späteren Invalidität geführt hat (sachliche Konnexität; 
vgl. dazu E. 2.4.3 hiervor). Im Rahmen der gerichtlichen Rechtskontrolle ist 
in diesem Zusammenhang auch zu prüfen, ob der die Arbeitsunfähigkeit 
begründende Beeinträchtigung aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht 
überhaupt invalidisierende Wirkung beizumessen ist. Zu ergänzen ist, dass 
vorliegend die beiden Vorsorgeeinrichtungen an den Entscheid der Invali-
denversicherung nicht gebunden sind (vgl. E. 3.2 hiervor), mithin die An-
spruchsvoraussetzungen ohnehin frei zu prüfen sind.

Hierzu lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.3.1 Den Personalakten der letzten Arbeitgeberin (act. IIIA unpaginiert) 
ist zu entnehmen, dass der Kläger von Dr. med. E.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, infolge Krankheit ab 4. Juli 2005 für elf 
Tage zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden ist. Die Kündigung des 
Arbeitsverhältnisses per 30. September 2005 erfolgte am 16. August 2005 
(act. IIIA unpaginiert) im gegenseitigen Einverständnis aufgrund von 
Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Geschäftsleitung (act. III 
29/07/2009 pag. 21).

3.3.2 Gemäss Konsultationsberichten von Dr. med. F.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin FMH und Rheumatologie FMH, vom 
29. März und 22. Juni 2007 (act. III 11/02/2008 pag. 29 ff.), meldete sich 
der Kläger erstmals bei ihm am 21. Februar 2006 wegen seit August 2005 
bestehenden therapierefraktären Schmerzen tieflumbal mit Ausstrahlung 
ins rechte Bein. Er diagnostizierte ein seit August 2005 rezidivierendes 
hartnäckiges lumbospondylogenes Syndrom rechts zufolge aktivierter Fa-
zettengelenksarthrose L5/S1, weniger auch L4/5 rechts. Der Status nach 
Poliomyelitis mit Becken- und Beinhypoplasie links sowie das konsekutive 
nicht ganz physiologische Gangbild seien möglicherweise zusätzliche un-
günstige Faktoren, keineswegs aber Ursache des vorliegenden degenerati-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 16

ven Rückenleidens. Die von ihm veranlasste Bildgebung mittels MRI der 
LWS vom 24. Februar 2006 in der Klinik G.________ zeigte multisegmen-
tale degenerative Veränderungen sowohl am thorakolumbalen Übergang 
sowie der mittleren LWS-Segmente. Insbesondere konnte eine ubiquitäre 
Fazettengelenksarthrose mit einer Spondylolyse LWK5 rechts visualisiert 
werden, jedoch ohne Nachweis einer Diskushernie oder einer Neurokom-
pression. Eine Röntgenuntersuchung des Beckens und der LWS vom 14. 
November 2006 zeigte eine Polio-Hypoplasie der linken Beckenhälfte, wei-
ter eine ossäre Enthesiopathie am Ansatz der Glutaei medii sowie mässige 
Enthesiopathien im Bereich des Os ischii. Das Hüftgelenk rechts stellte sich 
altersentsprechend normal dar. Die Funktionsaufnahmen der LWS zeigten 
keinen Anhalt für eine Instabilität der bekannten Spondylolyse L5. Interkur-
rent habe der Kläger zudem bereits im Mai 2006 über seit langem persistie-
rende wandernde Polyarthralgien geklagt, weshalb Dr. med. F.________ 
auch seit langem bestehende, persistierende wandernde Polyarthralgien 
unklarer Aetiologie diagnostizierte, zu denen sich klinische Korrelate in 
Form von Druckdolenzen und Enthesitiden, aber keine sicheren Synovia-
litiden fanden. Angesichts des Leidensdruckes habe er mit der Hypothese 
einer möglichen Erkrankung aus dem seronegativen Formenkreis im 
Januar 2007 auf Salazopyrin gewechselt, worunter, wie ihm am 20. März 
2007 vom Kläger berichtet worden sei, die Schmerzen in den Gelenken 
verschwunden und auch die initial ausgeprägten Flexorensynovialitiden der 
Hände nicht mehr nachweisbar gewesen seien. Der Kläger habe allerdings 
das Salazopyrin spontan abgesetzt, da ihm auch bezüglich der 
Gelenksschmerzen eine so genannte Bioresonanzmatte empfohlen worden 
sei.

Im Verlaufsbericht vom 22. Juni 2007 berichtete Dr. F.________ darüber, 
dass der Kläger konsequent eine aktive Rehabilitation mit medizinischer 
Trainingstherapie ausführe und die Schmerzmedikamente nur noch in 
Reserve genommen habe. Nach wie vor bestünden (ohne Medikation) 
starke belastungsabhängige Schmerzen hauptsächlich im Bereich fazettär 
L4/5 und L5/S1 rechts, wobei kein Anhalt für eine erneute radikuläre 
Ausstrahlung bestehe. Wie bereits im Vorbericht erwähnt, zeigten die 
Funktionsaufnahmen bei Spondylolyse L5 keine Makroinstabilität, womit 
keine Operationsindikation bestehe. Die CT-gesteuerte Infiltration habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 17

leider nur für einige Wochen etwas gebracht und therapeutisch habe er 
dem Kläger geraten, die NSAR unter PPI-Schutz wieder regelmässig zu 
nehmen, da die abgelaufenen degenerativen Veränderungen bekanntlich 
unumkehrbar seien und die Kräftigung (der bei Status nach Polio noch 
verbliebenen stimulierbaren Muskelanteile) weiterhin indiziert sei (act. III 
11/02/2008 pag. 27 f.).

3.3.3 Den monatlichen Angaben der versicherten Person zu Handen der 
ALK (act. IIIB unpaginiert) zufolge hielt sich der Kläger von Oktober 2005 
bis März 2007 stets für voll arbeitsfähig; ab 1. April 2007 bezeichnete er 
sich unter Verweis auf eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 31. März 
2007, bestätigt in den Arztberichten vom 1. Juli 2007 und 11. Mai 2008 
(act. IIIB unpaginiert) infolge Krankheit auf unbestimmte Zeit zu 100% ar-
beitsunfähig. Trotzdem habe er sich im April 2007 noch auf offene Stellen 
beworben.

Damit in Übereinstimmung stehen die Eintragungen in 
Gesprächsprotokollen des RAV Nord, Seebezirk (act. IIIC), lassen sich 
doch daraus bis März 2007 keine Hinweise auf eine gesundheitsbedingt 
eingeschränkte Leistungsfähigkeit entnehmen. Vielmehr ergibt sich aus 
den mit dem Zeitpunkt der attestierten Arbeitsunfähigkeit zeitnahen 
Eintragungen, dass Ende Februar 2007 für den Kläger gute Aussichten für 
eine Anstellung bei der Abklärungsstelle I.________ bestanden, er jedoch 
Ende März 2007 eine grosse Enttäuschung erlitt, als er von der Ab-
klärungsstelle I.________ eine Absage erhielt.

3.3.4 Dr. med. J.________, Facharzt für Neurochirurgie FMH, stellte im 
Gutachten vom 1. Oktober 2007 (act. III 11/02/2008 pag. 10 ff.) fest, trotz 
schweren Folgen nach durchgemachter frühkindlicher Poliomyelitis habe 
der Kläger beruflich seine Karriere gemacht und ein normales Leben führen 
können, bis er im Frühling 2006 seine Stelle verloren habe. Zeitlich sei eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen lumbaler Schmerzen und Beschwerden 
mit der Aussteuerung durch die ALV zusammengefallen. Durch Gewöh-
nung und dank vorzüglich angepasster Orthese sei der Kläger aufgrund 
des Status nach Poliomyelitis praktisch beschwerdefrei und im normalen 
Leben unabhängig. Zusätzlich fände sich ein leichtes bis mässig ausge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 18

prägtes lumbovertebrales Syndrom bei degenerativen Veränderungen im 
Bereich der LWS. Diese Befunde erklärten die beklagten Schmerzen nur 
unvollständig; lumbale Rückenschmerzen kämen bei spondylotischen Ver-
änderungen häufig vor. Zu den Untersuchungsbefunden führte er weiter 
aus, es bestehe ein Verdacht auf eine gewisse Aggravationstendenz, 
hingegen bestünden keine Verdachtsmomente für eine somatoforme 
Schmerzstörung und keine Anzeichen einer depressiven Verstimmung.

Trotz verschiedener rheumatologischer, invasiver und intern-medizinischer 
Bemühungen habe der Zustand nicht verbessert werden können. Die attes-
tierte Arbeitsunfähigkeit sei aus neurochirurgischer Sicht mit Sicherheit 
nicht durch die Folgen der Poliomyelitis verursacht und könne ebenso we-
nig durch die "migratorischen Polyarthralgien", noch durch die lumbalen 
Schmerzen auf mehreren Etagen und spondylotischen Veränderungen 
erklärt werden. Medizinisch-theoretisch sollte der Kläger in einer angepass-
ten Tätigkeit (ohne Heben von Gewichten über 10 kg) voll arbeitsfähig sein. 
Aus diesem Grunde habe er ihm auch geraten, sich nach einer geeigneten 
Beschäftigung umzusehen. Wenn er das Manipulieren von grossen 
Gewichten (gesamthaft über 10 kg) vermeiden könne, sollte sogar die 
Wiederaufnahme der Tätigkeit eines Handelsvertreters zumutbar sein.

3.3.5 Diesem Gutachten widersprach Dr. med. K.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, mit Schreiben vom 9. Dezember 2007 
(act. III 11/02/2008 pag. 8). Dr. med. J.________ habe "aus 
neurochirurgischer Sicht" und nicht in Würdigung der Gesamt-
Zusammenhänge geurteilt. So habe er in Missachtung und Unkenntnis der 
(an sich bekannten) Postpoliomyelitis-Symptomatik mit schneller 
Erschöpfbarkeit und Ermüdbarkeit (oft schlagartig nach jahrelanger 
Überforderung), die neuropsychologischen Defizite und die generalisierten 
muskulären Schmerzen nicht berücksichtigt. Die Verneinung von 
Zusammenhängen zwischen Rückenschmerzen und durchgemachter 
Poliomyelitis könne aus rein mechanischen Gründen (schwerer 
Beckenschiefstand bei Beinlähmung links, muskuläre Folgebeschwerden) 
klar widerlegt werden. Auch seien die schweren und ausgeprägten 
depressiven Krankheitsanteile, die ihrerseits zum PPS-Krankheitsbild (der 
psycho-physische Zusammenbruch und die Erfahrung der doppelten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 19

Ungerechtigkeit: die Lebens-Ungerechtigkeit der Krankheit; und die 
Ungerechtigkeit von Institutionen und Ärzten, die den jahrelangen Kampf 
gegen die Krankheit  - und den psycho-physischen Zusammenbruch als 
FOLGE des jahrelangen Kampfes -  missachten und nicht erkennen 
würden) gehörten, nicht beachtet worden.

Mit Bericht vom 10. Dezember 2007 überwies Dr. med. K.________ den 
Kläger zur möglichst kurzfristigen Aufnahme an das Spital L.________ 
zwecks intensiver Schmerzbehandlung und Erarbeiten von 
Schmerzbewältigungs-Strategien sowie Stabilisierung des erschütterten 
psycho-physischen Gleichgewichtes in Zusammenhang mit explosiv 
eingebrochenem Verlusterleben (körperliche und berufliche Integrität und 
Identität) mit krankheitsfördernden depressiven Symptomen (act. III 
01/04/2008 pag. 5; vgl. dazu auch act. III 13/05/2008 pag. 9).

Im Arztbericht vom 28. März 2008 (act. III 01/04/2008 pag. 1) stellte er 
unter Hinweis auf die Berichte vom 12. und 19. November 2007 (act. III 
28/01/2008 pag. 1 und 01/04/2008 pag. 4) die Diagnosen eines Status 
nach Poliomyelitis Acuta mit zwei Jahren bei schwerer Atrophie/Parese 
LUE und kons. WS-Fehlhaltung, eines Postpoliosyndroms, einer 
Multietagendiscopathie, Facettengelenksarthrose LWS und eines 
psychopathologischen Erschöpfungszustands. Zudem attestierte er eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab April 2007 und fügte an, dass bereits ab 
2005 eine solche von 20 bis 50% bestanden habe, diese wegen 
selbständiger Tätigkeit jedoch schwer quantifizierbar sei.

3.3.6 Mit Stellungnahme vom 5. Februar 2008 (act. III 11/02/2008 
pag. 6 f.) hielt Dr. med. J.________ fest, zurzeit der Untersuchung am 
17. September 2007 habe nicht der geringste Anhaltspunkt für eine 
depressive Verstimmung bestanden und Dr. med. K.________ lege die Art 
dieser depressiven Symptome denn auch nicht dar. Namentlich seien vom 
Kläger anlässlich der Untersuchung weder Müdigkeit und Erschöpfung 
noch eine allgemeine Muskelschwäche erwähnt worden. Zu bemerken sei, 
dass der menschliche Körper über ein enormes Potential an biologischer 
Plastizität verfüge und sich an eine neue Situation (Scoliose, 
Beckenschiefstand, Gehen an Stöcken, lähmungsbedingtes Hinken) 
gewöhnen könne; ein Zusammenhang zwischen statischen Problemen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 20

lumbalen Schmerzen bzw. Ischialgien sei sehr klein bzw. nicht erwiesen. 
Falls wider Erwarten an der Diagnose eines PPS festgehalten werden 
sollte, wären die vom Kläger anlässlich der Untersuchung mitgeteilten 
Beschwerden kein Grund, sich nicht um eine neue Arbeit zu bemühen.

3.3.7 Anlässlich eines stationären Aufenthalts im Spital M.________ 
erfolgte am 11. Februar 2008 ein neurologisches Konsilium (act. III 
01/04/2008 pag. 14 f.). Dieser Beurteilung zufolge leidet der Kläger vor 
allem unter einer chronischen Schmerzproblematik im Bereich des 
Gesässes mit pseudoradikulärer Ausstrahlung ins rechte Bein. In der 
klinischen neurologischen Untersuchung hätten sich die bekannten 
Atrophien und Paresen, resp. Plegie des linken Beines nach Poliomyelitis 
und der hinkende Gang gefunden. Es bestünden aber keine Hinweise auf 
eine neue zusätzliche radikuläre oder neurogene Ausfallsymptomatik. Am 
wahrscheinlichsten handle es sich um eine chronische Schmerzproblematik 
im Rahmen der jahrzehntelangen Fehlbelastung aufgrund der 
poliobedingten Lähmungen. Diesbezüglich würden eine rheumatologische 
Beurteilung und eine physiotherapeutische Betreuung in Kombination mit 
einer medikamentösen, allenfalls infiltrativen Schmerztherapie empfohlen. 
Die vom Patienten geschilderte zunehmende Belastungsintoleranz und 
zunehmende Müdigkeit verbunden mit Muskelschmerzen und 
Muskelkrämpfen sei gut mit einem PPS vereinbar. 

Im Rahmen eines rheumatologischen Konsiliums vom 26. Februar 2008 
(act. III 01/04/2008 pag. 12 f.) wurden die Rückenschmerzen bei klinisch 
und anamnestisch fehlenden Hinweisen für radikuläre Beschwerden, 
unauffälliger Untersuchung des Hüft- und Iliosakralgelenks am ehesten als 
fazettär bei radiologisch dokumentierter Multietagendiskopathie mit 
Spondylarthrosen beurteilt; es müsse von einem dynamisch statischen 
Beschwerdebild ausgegangen werden. Die erneute Bildgebung mittels MRI 
der Wirbelsäule vom 26. Februar 2008 zeigte eine paramedian laterale bis 
extraforaminale Diskushernie auf Höhe LWK 3/4 rechts mit foraminaler 
Kompression der Wurzel L3 sowie rezessaler Kompression der Wurzel L4 
rechts. Daneben zeigte sich eine ausgeprägte, fettige Degeneration des 
Musculus iliopsoas sowie der Musculi glutaei links. Als Hauptprobleme 
wurden ein Verdacht auf fazettäre Überlastung mit pseudoradikulären 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 21

Beschwerden rechts (ICD-10 M54.5), ein PPS im Sinne einer Plegie im 
Bein, eine Multietagendiskopathie, Spondylarthrosen und ein klinisch 
positiver Quadrantentest sowie in Reklinationsschmerz festgehalten.

Im Austrittsbericht des Spitals L.________ vom 26. März 2008 (act. III 
29/07/2009 pag. 16 ff.) werden die Diagnosen eines chronischen lumbo-
spondylogenen Syndroms infolge Fazettengelenksüberlastung (ICD-10 
M54.4) und ein Postpoliomyelitissyndrom (ICD-10 B91 [Folgezustände der 
Poliomyelitis] und M89.65 [Osteopathie nach Poliomyelitis: Beckenregion]) 
sowie eine leichte depressive Episode bei psychosozialen Belastungen 
(ICD-10 F32.1) festgehalten. Im Sinne einer integrativen Diagnose wird 
zusammenfassend festgehalten, der 54-jährige Patient wirke aktuell 
depressiv mit einer Schmerzproblematik, die unter anderem ischialgieforme 
Züge mit Schmerzausbreitung sowie wandernden, brennenden Schmerzen 
im Arm/Oberkörperbereich aufweise und sich nach der Beendigung des 
Arbeitsverhältnisses im Oktober 2004 (richtig: 2005) verstärkt habe.

3.3.8 Dr. med. N.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH 
und Rheumatologie FMH, hielt in einer allgemein-medizinischen 
Beurteilung vom 9. Mai 2008 (act. III 23/05/2008 pag. 1 ff.) den Kläger 
wegen den bestehenden Schmerzen, Beschwerden und Einschränkungen 
als Folge und vor allem Spätfolgen nach Poliomyelitis für nicht mehr 
arbeitsfähig. Diese Beschwerden hätten bereits während der Untersuchung 
von Dr. med. J.________ sichtbar bestanden. Sie seien im Wesentlichen 
nicht heil- oder therapierbar und bei körperlicher, aber auch seelischer 
relativer Überlastung durch Beruf und Alltag zunehmend. Die dadurch bio-
psycho-sozialen Einschränkungen der persönlichen, sozialen und nicht 
zuletzt beruflichen Aktivitäten, Wünsche und Leistungen würden den Kläger 
in seiner Arbeitsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen. Und nicht zuletzt 
würden die aktuell trotzdem gemachten Bemühungen, aktiv zu bleiben, 
wieder Mehrleistungen zu erbringen  - entsprechend der A-Typ-
Persönlichkeit -  wiederholt und zum Teil irreversibel zu einer weiteren 
Verschlechterung führen.

3.3.9 Im Bericht vom 7. September 2008 beschreibt Dr. med. 
O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (act. III 
11/09/2008), eine depressive Episode bei psychosozialer Belastung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 22

(progredientes psychisches Erschöpfungsbild bei PPS und chronischem 
lumbospondylogenem Syndrom; ICD-10 F32.11), bestehend seit 
mindestens vier Jahren, dies bei einer Persönlichkeit mit ausgeprägter 
Leistungsorientierung und zwangshaften Anteilen (V.a. ICD-10 F60.8). 
Deshalb sei der Kläger seit Jahren vollständig arbeitsunfähig.

3.3.10 Im Rahmen des interdisziplinären Gutachtens in der 
Abklärungsstelle P.________ vom 9. Juli 2009 (act. II 4) wurde mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen über mehrere 
Segmente der LWS (Spondylarthrose und Diskushernie; ICD-10 M47.8) mit 
muskulärer Dysbalance und Insuffizienz mit Beckenschiefstand und 
thorakolumbaler Torsionsskoliose (ICD-10 M41.5) sowie einem Verdacht 
auf ein PPS (ICD-10 B91) diagnostiziert (act. II 4, S. 10). 

Nachdem sich bereits in der Zeit als … vermehrt tief lumbale Schmerzen 
bemerkbar gemacht hätten, habe sich nach dem Verlust dieser letzten 
Arbeitsstelle eine massive Verschlechterung der Schmerzen eingestellt. 
Gleichzeitig sei es zu einer vermehrten Ermüdbarkeit, sowohl körperlich 
wie physisch, gekommen. Der Kläger habe sich über ausgeprägt starke 
Ischialgien im rechten Gesäss, wandernde Schmerzen in allen Gliedern 
und dem Körperstamm, eine ausgeprägte Müdigkeit und eine rasche 
Ermüdbarkeit sowie eine psychische Kränkung beklagt. Anlässlich der 
Untersuchungen inklusive der psychiatrischen Evaluation habe der Kläger 
durch sein ausgeprägtes Schmerzverhalten mit ständigem Hin- und 
Herrutschen auf dem Stuhl imponiert, von dem er nur wenige Male durch 
das Gespräch habe abgelenkt werden können. Die rheumatologische 
Untersuchung liess einerseits die durch die Poliomyelitis bedingte residuale 
Parese des linken Beines, das eine deutliche Hypertrophie aufweise 
(Beinverkürzung, muskuläre Atrophie) beschreiben, andererseits habe aber 
nicht eine eindeutige Schmerzursache für die Lumbalgien ausgemacht 
werden können. Allerdings hätten mehrere körperliche Diagnosen gestellt 
werden können, die als Teilursache für die beschriebenen Schmerzen in 
Frage kämen. So lägen deutliche degenerative Veränderungen an der 
Lendenwirbelsäule in Form von Diskopathien und Spondylarthrosen auf 
mehreren Etagen vor, wobei zusätzlich auf der Ebene L3 und L4 rechts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 23

bildgebend eine deutliche Neurokompression vorliege, jedoch ohne klinisch 
feststellbare neurologische Ausfälle. Weiter bestehe im Rahmen der 
hypotrophen Entwicklung des linken Beines eine Fehlhaltung mit 
Beckenschiefstand und thorakolumbaler Torsionsskoliose sowie eine 
muskuläre Dysbalance und 
-insuffizienz, zu der sich aktuell noch eine Dekonditionierung geselle. Zu 
erwähnen sei noch eine konstitutionelle Bandlaxität, von der man wisse, 
dass sie oft zu belastungsabhängigen Schmerzen führe. Von diesen 
verschiedenen möglichen Schmerzursachen sei die Spondylarthrose auch 
schon wiederholt mittels Facettengelenksinfiltrationen angegangen worden, 
was auch eine deutliche Schmerzreduktion erbracht habe. 

Angesichts der klinischen Darstellung, insbesondere des somatisch 
unerklärten massiven Schmerzausmasses und der anamnestisch erfassten 
chronologischen Koinzidenz der Schmerzexazerbation mit den beruflichen 
Enttäuschungen (Freistellung bereits nach einem Jahr in der letzten 
Anstellung) müsse zusätzlich noch ein nicht somatischer Faktor für die 
Unterhaltung der Schmerzen (Schmerzverarbeitungsstörung) postuliert 
werden. Allerdings lasse die psychiatrische Evaluation keine psychische 
Störung erkennen, insbesondere keine Konstellation, die die Diagnose 
einer somatoformen Störung zuliesse. Zum jetzigen Zeitpunkt finde sich 
auch keine depressive Symptomatik, die das Aufrechterhalten der vormals 
gestellten Diagnosen einer depressiven Episode rechtfertigen würde. Aus 
den zur Verfügung stehenden Akten sei diese Diagnose auch für die 
zurückliegende Zeit nicht nachzuvollziehen, da die Diagnosekriterien nicht 
in einem erforderlichen Mass dargestellt seien. Der Kläger beschreibe zwar 
eine Niedergeschlagenheit, die im Rahmen der verschlechterten 
gesundheitlichen Situation, vor allem der dauernd vorliegenden Schmerzen 
aufgetreten sei. Dennoch reichten die vorliegenden Symptome nicht aus, 
um eine Diagnose einer depressiven Störung zu stellen. Vielmehr handle 
es sich dabei um eine der Situation angepasste physiologische Reaktion. 

Wiederholt werde in den Dokumenten das Vorliegen eines PPS erwähnt. 
Dieses Syndrom fasse verschiedene Symptome zusammen, die im 
Spätverlauf einer viele Jahre früher durchgemachten Poliomyelitis bei bis 
zur Hälfte der Erkrankten auftrete. Allerdings sei sie nur nach Ausschluss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 24

anderer Erkrankung zu diagnostizieren. Sie beinhalte in erster Linie eine 
progressive muskuläre Schwächung, nachdem die Muskelkraft zuvor über 
viele Jahre stabil gleichgeblieben sei. Zusätzlich würden eine vermehrte 
physische und psychische Ermüdbarkeit und aber nicht vordergründig 
Schmerzen beschrieben. Beim Kläger seien diese Symptome vorhanden, 
sodass ein Vorliegen dieses Syndroms angenommen werden dürfe. 
Allerdings könne das massive lumbospondylogene Syndrom nicht als in 
diesem Rahmen gehörend angesehen werden, vielmehr würden die 
beschriebenen wandernden Schmerzen dazu passen. Im Unterschied zum 
Kläger, bei dem eine wahrscheinlich iatrogen geförderte Fixierung auf 
dieses Syndrom bestehe, hätten seine Hauptbeschwerden und seine neu 
aufgetretenen beruflichen Limitierungen jedoch damit nichts zu tun.

Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich einzig eine 
Einschränkung aus somatischer Sicht. Die neuropsychologischen 
Resultate, welche zu stark von krankheitsfremden Faktoren beeinflusst 
erschienen (z.B. sehr hohes Schmerzausmass mit demonstrativer 
Darstellung während der Untersuchungen, inkonsistente Ergebnisse in der 
neuropsychologischen Evaluation, zeitliches Zusammentreffen der 
Exazerbationen mit der beruflichen Freistellung; vgl. dazu insb. act. III 
15/07/2009 pag. 40 ff.), würden dabei nur in dem Sinne berücksichtigt, 
dass beim Kläger eine vermehrte Ermüdbarkeit bestehe. Im Rahmen des 
lumbalen Schmerzsyndroms, das bereits unter den Anforderungen der 
alltäglichen Lebensaktivitäten exazerbiere, sollte eine Verkürzung der 
Arbeitszeit zugestanden werden. Dies mit der Überlegung, dass über 
einem gewissen Mass an Schmerzen die Effizienz bei der Arbeit völlig 
verloren gehe. Da die angestammte Bürotätigkeit des Klägers nicht mit 
einer körperlichen Beanspruchung verbunden sei und die Möglichkeit 
zulasse, die Körperposition zu wechseln und Pausen einzulegen, bestehe 
eine deutliche Restarbeitsfähigkeit. Der Kläger verfüge über eine volle 
Funktion und Belastbarkeit des Schultergürtels und des rechten Beines. Im 
Rahmen der lumbalen Schmerzen sei seine psychische und geistige 
Belastbarkeit in dem Sinne beeinträchtigt, als er anfänglich die volle 
Leistung erbringen könne, diese aber nach einer gewissen Zeit in sich 
zusammenbreche. Die bisherige Tätigkeit, welche gut an seine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 25

Restfähigkeiten angepasst sei, sei dem Kläger zu zirka 4.5 Stunden pro 
Tag zumutbar (act. II 4, S. 10 ff.).

3.3.11 Ein interdisziplinäres Verlaufsgutachten der Abklärungsstelle 
P.________ vom 7. September 2010 (act. II 5) mit einer neurologischen 
und einer psychiatrischen Untersuchung zeigte in erster Linie eine Sym-
ptomatik auf, die der klassischen Präsentation eines PPS entspreche. We-
der auf der rheumatologischen noch auf der psychiatrischen Seite hätten 
richtungsgebende Veränderungen festgestellt werden können. Versiche-
rungsmedizinisch von Bedeutung sei heute die deutliche Akzentuierung 
des PPS. Es scheine jetzt zu einem Stadium gekommen zu sein, wo sich 
die Defizite deutlich zu manifestieren begännen. Im Rahmen der bereits bei 
alltäglichen Verrichtungen auftretenden Erschöpfung und der dauernd vor-
handenen wandernden Schmerzen des PPS als auch der im Tagesverlauf 
zunehmenden Lumbovertebralschmerzen fehle die Fähigkeit, sich mit der 
nötigen Konzentration und Ungestörtheit einer geistigen Arbeit zuwenden 
zu können. Da in Zukunft leider mit einer weiter zunehmenden Defizitent-
wicklung gerechnet werden müsse, sei heute und für die Zukunft vom 
vollständigen Fehlen einer zumutbaren beruflichen Tätigkeit auszugehen 
(act. II 5, S. 7 f.).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 26

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

3.5 Zunächst ist festzuhalten, dass der Kläger im Jahr 2004 (abgesehen 
von allfälligen kürzeren krankheitsbedingten Absenzen) stets seiner Arbeit 
nachging (vgl. Eingabe des letzten Arbeitgebers vom 12. April 2012, act. 
IIIA unpaginiert). Wegen im August 2005 aufgetretenen therapierefraktären 
tieflumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein meldete sich der 
Kläger erstmals am 21. Februar 2006 bei Dr. med. F.________ (vgl. E. 
3.3.2 hiervor). Entsprechend gingen denn auch die involvierten Ärzte, 
soweit sie eine solche überhaupt als begründet erachteten, 
übereinstimmend von einer frühestens 2005 einsetzenden 
Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. E. 3.3 hiervor). Zu ergänzen ist in diesem 
Zusammenhang, dass sich der Kläger sowohl im Antrag auf 
Arbeitslosenentschädigung vom 29. September 2005 als auch im Rahmen 
der Angaben zuhanden der Arbeitslosenkasse der Monate November 2005 
bis April 2007 als voll arbeitsfähig erklärte und namentlich auch keine 
Arbeitsunfähigkeiten deklarierte (act. IIIB unpaginiert). Nichts anderes 
ergibt sich aus Aufzeichnungen des Personalberaters des RAV für die Zeit 
ab 22. August 2005 bis 20. März 2007 (act. IIIC) oder den diversen 
Bescheinigungen über die Teilnahme an arbeitsmarktlichen Massnahmen 
in den Monaten Dezember 2005, Februar bis März 2006 und Mai bis 
November 2006 (act. IIIB unpaginiert).

Im Gegensatz dazu und ohne Erklärung statuierte die IV-Stelle des 
Kantons Freiburg in der Verfügung vom 10. März 2011 (act. I 3) eine 
dauerhaft eingetretene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab 2004. Da 
gemäss BGE 118 V 35 E. 2b aa S. 39 die Feststellung der 
Invalidenversicherung für die Vorsorgeeinrichtungen nicht einzig in Bezug 
auf die Höhe des Invaliditätsgrades grundsätzlich verbindlich ist, sondern 
auch in Bezug auf den Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit 
(SCHNEIDER/GEISER/GÄCHTER [Hrsg.], BVG und FZG: Bundesgesetze über 
die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 27

über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und 
Invalidenversicherung, 2010, Art. 23 N. 11), erweist sich die Verfügung in 
diesem Punkt als offensichtlich unhaltbar (vgl. E. 2.3.1 hiervor), weshalb sie 
nebst des mangelnden Einbezugs der Beklagten in das IV-rechtliche 
Verfahren (vgl. E. 3.2 hiervor) auch aus diesem Grund keine 
Bindungswirkung entfaltet.

3.6 Aufgrund der Feststellungen hiervor, wonach sich weder die Folgen 
der im zweiten Lebensjahr durchgemachten Poliomyelitis noch das 
lumbospondylogene Syndrom im letzten Arbeitsverhältnis oder während 
der Arbeitslosigkeit in der Zeit bis 20. März 2007 auf das funktionelle 
Leistungsvermögen im Sinne einer für Dritte (Arbeitgeber, RAV-Berater und 
Kursleiter) erkennbare Weise auszuwirken vermochten, fehlt es hinsichtlich 
der Leistungspflicht der Beklagten 1 – ungeachtet der nachfolgenden 
Erwägungen – bereits am Erfordernis der während des 
Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit, weshalb die Klage 
bereits mangels eines engen zeitlichen Kausalzusammenhangs (vgl. E. 
2.4.2 f. hiervor) abzuweisen ist.

Was die Leistungspflicht der Beklagten 2 anbelangt, ist festzustellen, dass 
dem Kläger von Dr. med. H.________ mit Zeugnis vom 31. März 2007 (act. 
IIIB unpaginiert) per 1. April 2007 auf unbestimmte Zeit eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, mithin bei Erschöpfung des 
Leistungsanspruchs von 400 Taggeldern per 24. April 2007 (act. IIIB 
unpaginiert, Verfügung vom 9. Mai 2007) eine Arbeitsunfähigkeit noch 
während des bestehenden Vorsorgeverhältnisses attestiert wurde.

3.7 Zu prüfen bleibt hinsichtlich der Leistungspflicht der Beklagten 2, ob 
die per 1. April 2007 attestierte Arbeitsunfähigkeit auch in einem engen 
sachlichen Zusammenhang zur später von der Invalidenversicherung 
anerkannten Invalidität steht. Weil die beklagten Vorsorgeeinrichtungen 
nicht an den Entscheid der Invalidenversicherung gebunden sind, ist in 
diesem Zusammenhang auch zu prüfen, ob der dem Kläger per 1. April 
2007 aus ärztlicher Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit – aufgrund der 
damaligen Verhältnisse und bei sozialversicherungsrechtlicher Betrachtung 
– invalidisierende Wirkung beizumessen war bzw. ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 28

3.7.1 Die medizinische Aktenlage stimmt darin überein, dass der Kläger 
seit August 2005 bzw. durch echtzeitliche Arztberichte dokumentiert seit 
Februar 2006 an lumbalen Schmerzen (ICD-10 M54.5) bei sacraler 
Spondylose (ICD-10 M47.8) leidet. Bei fehlender Makroinstabilität wurde 
die Spondylose sowohl aus rheumatologischer als auch aus 
neurochirurgischer Sicht als kaum relevant (act. III 11/02/2008 pag. 30; vgl. 
dazu E. 3.3.2 hiervor) bzw. als die per 1. April 2007 attestierte 
Arbeitsunfähigkeit 

erklärend (act. III 11/02/2008 pag. 16; vgl. dazu auch E. 3.3.4 hiervor) 
betrachtet. Zu ergänzen ist, dass im damaligen Zeitpunkt eine Diskushernie 
oder eine Neurokompression noch auszuschliessen waren (a.a.O.), solche 
Befunde erstmals mit der MRI-Untersuchung der LWS von Februar 2008 
und damit ausserhalb des vorliegend relevanten Beurteilungszeitraums 
dokumentiert wurden (act. III 15/07/2009 pag. 37). Der Status nach 
Poliomyelitis mit Becken- und Beinhypoplasie links (in der Länge 
auskorrigiert und mit einer Orthese perfekt stabilisiert) sowie das 
konsekutive nicht ganz physiologische Gangbild wurden als 
möglicherweise zusätzliche ungünstige Faktoren, keineswegs aber als 
Ursache des bestehenden degenerativen Rückenleidens bezeichnet (act. 
III 11/02/2008 pag. 30 [Dr. med. F.________] bzw. pag. 16 [Dr. med. 
J.________]). Ebenso wenig wurden die vom Kläger im Mai 2006 
geklagten 'migratorischen Polyarthralgien' als die Arbeitsunfähigkeit 
erklärend beurteilt (act. III 11/02/2008 pag. 16), waren doch im März 2007 
die Schmerzen in den Gelenken verschwunden und auch die initial 
ausgeprägten Flexorensynovialitiden der Hände nach entsprechender 
Behandlung nicht mehr nachweisbar (act. III 11/02/2008 pag. 30).

Der von der Krankentaggeldversicherung mit der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit beauftragte Gutachter Dr. med. J.________ hielt den 
Kläger im Gutachten vom 1. Oktober 2007  (act. III 11/02/2008 pag. 12 ff.) 
in einer geeigneten bzw. der bisherigen (ohne repetitives Manipulieren von 
Gewichten über 10 kg) Tätigkeit für voll arbeitsfähig und stellte bei 
entsprechenden Therapieempfehlungen eine günstige Prognose. Zudem 
äusserte er unter Hinweis auf die Untersuchungsbefunde und das zeitliche 
Zusammenfallen der 100%igen Arbeitsunfähigkeit (wegen lumbaler 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 29

Schmerzen und Beschwerden vorwiegend nachts in den oberen 
Extremitäten) mit der Aussteuerung durch die Arbeitslosenversicherung 
den Verdacht auf eine gewisse Aggravationstendenz.

Soweit Dr. med. K.________, diese Einschätzung infrage stellte (vgl. E. 
3.3.5 hiervor), kann dem nicht gefolgt werden. Die Beurteilung von Dr. med. 
J.________, wonach die Arbeitsunfähigkeit (aufgrund der somatischen 
Befunde) mit Sicherheit nicht durch die Folgen der Poliomyelitis verursacht 
worden sei, wird aufgrund der erhobenen Befunde nachvollziehbar und 
schlüssig begründet und steht überdies in Übereinstimmung mit der 
Einschätzung von Dr. med. F.________ vom 29. März 2007, welcher den 
Status nach Poliomyelitis keineswegs als Ursache für das degenerative 
Rückenleiden sah (act. III 11/02/2008 pag. 30). Nichts anderes ergibt sich 
aus dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. med. Q.________, 
Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, vom 20. März 
2009, wonach selbst noch im Zeitpunkt dieser Begutachtung für die Zeit 
nach erfolgter Rekonditionierung hinsichtlich eines leichten Berufes eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit prognostiziert wird. Im rheumatologischen 
Teilgutachten wird hinsichtlich des Verdachtes auf ein PPS aufgrund der 
vom Kläger angegebenen wandernden Ganzkörperschmerzen und der 
schnellen Ermüdbarkeit denn auch darauf hingewiesen, dass die 
Diagnosestellung schwierig sei und mit Bezug auf den 
Untersuchungszeitpunkt noch nicht durch objektivierbare Befunde erhärtet 
werden konnte. In Bezug auf die schnelle Ermüdbarkeit und die 
Ganzkörperschmerzen komme als alleiniger oder zusätzlicher Faktor auch 
die Dekonditionierung in Frage, wobei als prädisponierender Faktor eine 
konstitutionelle Bandlaxität bestehe. Eine arthritische Aetiologie sei vor drei 
Jahren durch Dr. med. F.________ ausgeschlossen worden (act. III 
15/07/2009 pag. 37 f.). Im interdisziplinären Gutachten vom 9. Juli 2009 
(act. III 15/07/2009 pag. 12) wird denn auch unmissverständlich 
festgehalten, dass im Unterschied zum Kläger, bei welchem eine 
wahrscheinlich iatrogen geförderte Fixierung auf ein Postpoliosyndrom 
bestehe, das massive lumbospondylogene Syndrom nicht als in diesen 
Rahmen gehörend angesehen werde und die neu aufgetretenen 
beruflichen Limitierungen damit nichts zu tun hätten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 30

Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist einerseits aufgrund dieser 
übereinstimmenden und schlüssigen fachärztlichen Einschätzungen und 
anderseits in Anbetracht der Aufzeichnungen des RAV Seebezirk, 
namentlich derjenigen ab 10. Mai 2007, wonach der Kläger trotz der ihm 
attestierten Arbeitsunfähigkeit die Stellensuche unvermindert fortsetzte und 
denn auch am 1. Oktober 2007 kurz vor einer Anstellung stand (act. IIIC), 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass 
die von Dr. med. H.________ per 1. April 2007 attestierte 
Arbeitsunfähigkeit (vgl. dazu E. 3.6 hiervor), soweit sie überhaupt mit 
objektivierbaren Befunden begründbar war, nicht geeignet war, eine 
spätere Invalidität zu begründen.

3.7.2 Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Freiburg vom 10. März 
2011, mit welcher dem Kläger ab 1. April 2007 eine Invalidenrente 
zugesprochen wurde, basiert denn auch auf der interdisziplinären 
Einschätzung der Abklärungsstelle P.________ vom 9. Juli 2009, wonach 
im Rahmen der lumbalen Schmerzen die psychische und geistige 
Belastbarkeit beeinträchtigt werde (act. III 15/07/2009 pag. 14 lit. C.3). Mit 
dieser Beurteilung in Widerspruch steht einerseits die Feststellung des 
psychiatrischen Gutachters, wonach weder eine eigenständige psychische 
Erkrankung noch eine psychisch bedingte Limitierung der Arbeitsfähigkeit 
vorliege (a.a.O. pag. 9). Anderseits halten die Gutachter fest, dass das 
massive lumbospondylogene Syndrom nicht als zum PPS gehörend zu 
betrachten sei und die Hauptbeschwerden und beruflichen Limitierungen 
des Klägers damit nichts zu tun hätten (a.a.O. pag. 12). Wie bereits in 
E. 3.7.1 hiervor dargelegt, wird im rheumatologischen Teilgutachten vom 
20. März 2009 denn auch davon ausgegangen, nach erfolgter 
Rehabilitation und insbesondere Rekonditionierung könne in einem leichten 
Beruf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erwartet werden (a.a.O. pag. 38). Was 
schliesslich die im Rahmen des interdisziplinären Gutachtens zur 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Hinweis auf die 
neuropsychologischen Resultate angenommene vermehrte Ermüdbarkeit 
anbelangt (a.a.O. pag. 13), ist festzustellen, dass im entsprechenden 
Teilgutachten festgehalten wird, dass sich die Untersuchung schwierig 
gestaltete und sich insbesondere bereits von Beginn weg deutliche 
Inkonsistenzen zwischen und innerhalb der Testverfahren zeigten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 31

namentlich bei einzelnen Testverfahren objektivierte, auch für den Kläger 
offensichtlich erkennbare Leistungsminderungen in einem ähnlichen 
Verfahren nicht repliziert werden konnten, weshalb die Ergebnisse keine 
Rückschlüsse auf allfällige primäre und/oder sekundäre kognitive 
Leistungsbeeinträchtigungen zuliessen (a.a.O. pag. 44 f.).

Diese Einschätzung steht in Übereinstimmung mit derjenigen von Dr. med. 
J.________ (vgl. dazu E. 3.3.4 hiervor), womit er darauf hingewiesen hat, 
dass angesichts der klinischen Darstellung, insbesondere des somatisch 
unerklärten Schmerzausmasses und der anamnestisch erfassten 
chronologischen Koinzidenz der Schmerzexazerbation mit den beruflichen 
Enttäuschungen (Freistellung bereits nach einem Jahr in der letzten 
Anstellung) noch ein nicht somatischer Faktor für die Unterhaltung der 
Schmerzen (Schmerzverarbeitungsstörung) postuliert werden müsse 
(a.a.O. pag. 11). Zu ergänzen ist in diesem Zusammenhang nochmals, 
dass die per 1. April 2007 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nur 
zeitlich nahe bei der Aussteuerung durch die Arbeitslosenversicherung per 
25. April 2007 liegt, sondern auch kurze Zeit nach der Stellenabsage durch 
die Abklärungsstelle I.________ und der damit erlittenen Enttäuschung 
eintrat (vgl. dazu E. 3.3.3 hiervor).

3.7.3 Von den behandelnden und begutachtenden Ärzten wurde immer 
wieder das Vorliegen eines PPS diskutiert und vereinzelt auch eine ent-
sprechende (Verdachts-) Diagnose gestellt (vgl. E. 3.3.5, 3.3.7, 3.3.9 und 
3.3.10), wobei diese dann von anderer Seite unter Verweis auf das Fehlen 
von progredienten Paresen, schneller Erschöpfbarkeit und Ermüdbarkeit 
und schwerer und ausgeprägter depressiver Krankheitsanteile verworfen 
(vgl. E. 3.3.6 hiervor) oder zumindest relativiert (vgl. E. 3.3.10) worden ist. 
Im Gutachten der Abklärungsstelle P.________ vom 9. Juli 2009 (act. III 
15/07/2009) wird festgehalten, dass die Symptome einer progressiven 
muskulären Schwächung und einer vermehrten physischen und psychi-
schen Ermüdbarkeit zwar vorhanden seien, jedoch das massive lumbos-
pondylogene Syndrom nicht als in diesem Rahmen gehörend angesehen 
werden könne und beim Kläger eine wahrscheinlich iatrogen geförderte 
Fixierung auf dieses Syndrom bestehe, weshalb seine Hauptbeschwerden 
und seine neu aufgetretenen beruflichen Limitierungen nichts damit zu tun 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 32

hätten; auch eine eigenständige psychische Erkrankung liege nicht vor (act. 
III 15/07/2009 pag. 11 f.).

Die Diagnose eines PPS wurde erstmals im Rahmen des Verlaufsgutach-
tens vom 7. September 2010 als durch die zunehmende rasche physische 
Ermüdbarkeit, die ubiquitären krampfartigen Schmerzen und die zuneh-
mende Kraftlosigkeit in den Beinen als objektiviert und gesichert angese-
hen. Nachdem der Gesundheitszustand des Klägers vorher über mehrere 
Jahre mehr oder weniger stabil geblieben sei, scheine er nun in das Stadi-
um eingetreten zu sein, wo sich die Defizite deutlich zu manifestieren be-
gännen (act. II 5, S. 5 ff.). Wie es sich damit verhält und namentlich der 
Frage, ob es sich bei den von den Gutachtern objektivierten Befunden um 
eine Folge der im zweiten Lebensjahr durchgemachten Poliomyelitis oder 
um den Folgezustand einer bereits im Zeitpunkt der rheumatologischen 
Begutachtung vom 20. März 2009 fortgeschrittenen allgemeinen 
(muskulären) Dekonditionierung handelt (vgl. dazu act. III 15/07/2009 pag. 
37), braucht vorliegend deshalb nicht weiter nachgegangen zu werden, weil 
für die Zeit zuvor und namentlich den für die beklagten 
Vorsorgeeinrichtungen relevanten Zeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) die vom 
Kläger geklagten Beschwerden nach den Darlegungen hiervor sich weder 
mit den somatischen noch den psychischen Befunden erklären liessen. 
Mithin ist für die vorliegend streitigen Belange grundsätzlich davon 
auszugehen, es handle sich um einen pathogenetisch-ätiologisch unklaren 
syndromalen Beschwerdekomplex ohne hinreichend nachweisbare 
organische Grundlagen.

3.7.4 In der vom Kläger mit Eingabe vom 4. Oktober 2013 ins Recht 
gelegten Dokumentation wird denn auch beschrieben, hinsichtlich der 
Symptome und Erscheinungsformen des PPS gebe es verschiedene 
Parallelitäten, weshalb Störungen und Krankheiten wie das Chronic fatique 
syndrome (CFS), das Postviral fatique syndrome (PVFS) und die 
Fibromyalgie differenzialdiagnostisch zu betrachten seien (act. I 11 S. 26). 
Ebenfalls sei bei sog. A-Typ-Persönlichkeiten das Auftreten eines 'Burn-out' 
nicht überraschend (a.a.O., S. 21). 

Soweit der Kläger auf die im Gerichtsverfahren neu aufgeworfene Frage, 
ob es bei der gegebenen Sachlage aus Gründen der Rechtsgleichheit nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 33

angezeigt erscheine, die beim Kläger aufgetretene Symptomatik in 
Analogie zur Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren 
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische 
Grundlage zu behandeln (vgl. E. 2.2.2 zweiter Abschnitt hiervor), unter 
Hinweis auf BGE 139 V 346 geltend macht, beim PPS handle es sich wie 
bei der tumorassoziierten Fatigue (Cancer-related Fatigue [CrF]) um ein 
multidimensionales Syndrom, ist festzustellen, dass das Bundesgericht im 
erwähnten Entscheid (E. 3.2) davon ausgegangen ist, dass die chemo- und 
radiotherapeutischen Behandlungsschemata je nach Toxizität der 
Behandlung selbst, wie auch der Akkumulation von therapiebedingt 
zerstörten Tumorzellen zu metabolischen, endokrinologischen und 
neurophysiologischen Veränderungen und Cytokinen führen und insoweit 
der CrF eine organische Ursache zugrunde liegt. Die erwähnten 
Veränderungen und Cytokinen lassen sich denn auch objektivieren.

Für die Gleichbehandlung des PPS nach BGE 139 V 346 ist demgemäss 
vorauszusetzen, dass die Beschwerdesymptomatik mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit durch eine organische Veränderung bedingt ist und 
nicht auf psychosomatischen Faktoren beruht. So wird denn auch in der 
vom Kläger beigebrachten Literatur (act. I 11) differenziert zwischen einer 
somatisch-psychischen und einer organischen Genese:

Von einer organischen Ursache im Sinne der mit BGE 139 V 346 
begründeten Rechtsprechung kann somit dann ausgegangen werden, 
wenn das PPS in einem engen Zusammenhang mit chronischen 
Entzündungen zu sehen ist, welche mit der Bildung resp. Erhöhung von 
Entzündungsmarken (TNF2, Interleukin[IL]1, IL-6, Leptin) und Cytokinen im 
ZNS zum Ausdruck kommen (vgl. dazu act. I 11, S. 27).

Wird dagegen das PPS nicht durch eine organische Ursache, sondern 
durch eine psychosomatische Entwicklung ausgelöst, müssen aus Gründen 
der Rechtsgleichheit die zum invalidisierenden Charakter somatoformer 
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze (vgl. E. 2.2.2 zweiter Abschnitt 
hiervor) auch auf das PPS Anwendung finden. So wird denn auch davon 
ausgegangen, dass sich Poliomyelitiker mit ihrem Drang nach Unabhän-
gigkeit, Zielstrebigkeit, Kreativität, Eifer, Entbehrung und Missachtung von 
Grenzen vielfach zu einer sog. A-Typ-Persönlichkeit entwickelt haben und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 34

bei solchen Persönlichkeiten in Situationen seelischer Verletzung eine 
verminderte Toleranz für Schwäche, Kritik, eine verminderte Akzeptanz 
emotionellen Stresses, ein Unvermögen loszulassen, Behandlung und Hilfe 
besteht (act. I 11, S. 21 f.). Erwähnt wird denn auch, dass bei sozial, fami-
liär, partnerschaftlich, gegebenenfalls ehelich guter Integration die Verar-
beitung der Beschwerdesymptomatik, welche in einem 'Burnout', einem 
CFS oder einer Fibromyalgie (act. I 11, S. 26) zum Ausdruck kommen 
kann, besser und bei fehlendem sozialen Netz wesentlich schlechter ist. 

Auffallend ist sodann, dass es sich bei den eben erwähnten differentialdia-
gnostisch zu beachtenden Beschwerdekomplexen, soweit ihnen überhaupt 
Krankheitswert beizumessen ist (vgl. zum Burnout-Syndrom SVR 4-5/2012 
IV Nr. 22), um gesundheitliche Beeinträchtigungen handelt, die nach der 
höchstrichterlichen Praxis – aus Gleichbehandlungsgründen mit den soma-
toformen Schmerzstörungen (vgl. dazu E. 2 hiervor) – als vermutungsweise 
nicht invalidisierend gelten (vgl. zum CFS SVR 4-5/2011 IV Nr. 26 und SVR 
2/2011 IV Nr. 17 sowie zur Fibromyalgie BGE 132 V 65).

3.7.5 Werden diese Grundsätze auf den vorliegenden Fall angewandt, 
ergibt sich Folgendes:

3.7.5.1 Wie in E. 3.7.1 hiervor dargelegt und begründet wurde, wurden 
sowohl im Rahmen der echtzeitlichsten Begutachtung durch Dr. med. 
J.________ im September 2007 als auch anlässlich der Begutachtung 
durch Dr. med. Q.________ im März 2009 weder der Status nach 
Poliomyelitis mit Becken- und Beinhypoplasie links mit konsekutiv nicht 
ganz physiologischem Gangbild noch das degenerative Rückenleiden noch 
die vom Kläger im Mai 2006 geklagten 'migratorischen Polyarthralgien' als 
die Arbeitsunfähigkeit erklärend beurteilt. Was die letztgenannten 
Polyarthralgien anbelangt, ist ergänzend festzustellen, dass nach 
entsprechender Behandlung die in den Gelenken geklagten Schmerzen 
verschwunden und auch die initial ausgeprägten Flexorensynovialitiden der 
Hände nicht mehr nachweisbar waren, namentlich weder eine humorale 
Entzündungsaktivität bestand noch sich Auffälligkeiten hinsichtlich 
Rheumafaktoren, Borrelien oder des Ferritins ergaben (act. III 11/02/2008 
pag. 29). In Übereinstimmung dazu wird denn auch im Gutachten der 
Abklärungsstelle P.________ festgehalten, dass beim Kläger eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 35

wahrscheinlich iatrogen geförderte Fixierung auf ein PPS bestehe, seine 
Hauptbeschwerden und die neu aufgetretene berufliche Limitierung mit 
einem Status nach Postpoliomyelitis nichts zu tun hätten. Somit scheidet 
erst Recht für den vorliegend massgebenden Zeitraum eine organische 
Ursache im Sinne der mit BGE 139 V 346 begründeten Rechtsprechung 
aus.

3.7.5.2 Zu prüfen bleibt, inwiefern den vom Kläger wiederum im vorliegend 
relevanten Zeitraum geklagten, jedoch nicht mit den somatischen Befunden 
erklärbaren Schmerzen aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht 
invalidisierende Wirkung beizumessen war bzw. ist. 

Vorab ist dazu festzustellen, dass der Beschwerdekomplex auch nicht 
durch eine eigenständige psychische Erkrankung überlagert oder bestimmt 
und unterhalten wird (vgl. dazu E. 3.7.2 hiervor), mithin auch nicht eine 
psychisch bedingte Limitierung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Vielmehr 
kommen dafür denn auch die psychosozialen Belastungsfaktoren, welchen 
der Kläger im jeweiligen Zeitpunkt des Auftretens der mit einem PPS in 
Zusammenhang gebrachten Schmerzen und Erschöpfungszustände 
ausgesetzt war, in Betracht. So fällt das erstmalige Auftreten der 
Schmerzproblematik im August 2005 zusammen mit der Kündigung des 
Arbeitsverhältnisses und der dadurch erlittenen Kränkung. Weiter erfolgte 
die Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit per 1. April 2007 
einerseits unmittelbar nach der mit der Stellenabsage durch die 
Abklärungsstelle I.________ erlittenen Enttäuschung und andererseits im 
Vorfeld der Aussteuerung durch die Arbeitslosenversicherung (vgl. dazu E. 
3.7.1 a.E. und 3.7.2 a.E. hiervor). Diese Feststellungen bestätigend 
berichtet Dr. med. K.________ denn auch von einem psycho-physischen 
Erschöpfungszustand mit ausgeprägten depressiven Anteilen nach Jahre 
dauernder Selbstüberforderung und erschüttertem Selbstvertrauen nach 
Verlust- und Missachtungs-Erfahrung (vgl. dazu E. 3.3.5 hiervor). Im 
Bericht des Spitals L.________ vom 26. März 2008 werden die diversen 
psychosozialen Belastungsfaktoren einzeln aufgelistet (Abwerbung von 
langjähriger Stelle und danach aufgrund von Meinungsverschiedenheiten 
Kündigung mit Stellen- bzw. Arbeitslosigkeit und Ausscheiden aus dem 
Erwerbsleben; Verkauf des Einfamilienhauses, Streit mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 36

Taggeldversicherung; act. III 29/07/2009 pag. 6; vgl. dazu auch E. 3.3.7 
hiervor). Schliesslich ist auch auf den Bericht von Dr. med. O.________ 
vom 7. September 2008 hinzuweisen (act. III 11/09/2008 pag. 5), wonach 
vorbestehende Persönlichkeitsfaktoren beschrieben werden, welche darauf 
schliessen lassen, dass es sich beim Kläger um eine sog. A-Typus-
Persönlichkeit handle.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die während des 
Vorsorgeverhältnisses der Beklagten 2 aufgetretene und vom Kläger in 
einem demonstrativen und nicht konsistenten Ausmass (vgl. dazu act. III 
11/02/2008 pag. 15, 15/07/2009 pag. 35 und 44) vorgetragene 
Erschöpfungs- und Schmerzsymptomatik nicht mit den somatischen 
Befunden erklären lässt, sondern auf vorbestehenden Persönlichkeits- und 
(jeweils im Zeitpunkt der Exazerbationen eingetreten oder bevorstehenden) 
psychosozialen Belastungsfaktoren beruht, welchen aus psychiatrischer 
Sicht nicht Krankheitswert beizumessen ist. 

Aus Gründen der Rechtsgleichheit ist das PPS in der vorliegend zu 
beurteilenden, nicht mit den somatischen Befunden, sondern 
ausschliesslich mit einer Erschütterung des bio-psychischen 
Gleichgewichtes begründbaren Ausprägung hinsichtlich seiner 
invalidisierenden Wirkung nicht anders zu behandeln als andere 
Erschöpfungszustände und Schmerzkrankheiten (Burn-out-Syndrom, CFS, 
Fibromyalgie), welche es bei der Diagnostizierung des PPS 
differenzialdiagnostisch auch in Erwägung zu ziehen gilt. Damit hat die 
rechtliche Vermutung der Überwindbarkeit dieser Beschwerdesymptomatik 
auch in der vorliegend gegebenen Fallkonstellation ihre Gültigkeit, zumal 
der Kläger im vorliegend relevanten Beurteilungszeitraum weder wegen 
einer psychischen Erkrankung noch sonstigen Umständen (sozialer 
Rückzug [vgl. dazu act. III 15/07/2009 pag. 4], körperliche 
Begleiterkrankungen [vgl. dazu insb. E. 3.7.1 hiervor], therapeutisch nicht 
mehr angehbarer Verlauf [vgl. dazu act. III 11/02/2008 pag. 18, 15/07/2009 
pag. 38 lit. C.8]) an der Überwindung der geklagten Symptomatik gehindert 
worden wäre. Dieses Ergebnis steht denn auch in Übereinstimmung mit der 
Protokollnotiz des RAV-Beraters vom 1. Oktober 2007, wonach sich der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 37

Kläger noch in diesem Zeitpunkt für voll arbeitsfähig hielt und kurz vor einer 
Anstellung stand (act. IIIC).

3.8 Nach den Darlegungen hiervor sind die gegen die beiden 
Vorsorgeeinrichtungen gerichteten Klageverfahren zu vereinigen und die 
Klagen mangels invalidisierender Wirkung der im August 2005 interkurrent 
und auch ab April 2007 eingetretenen Schmerzexazerbationen 
abzuweisen. Hinsichtlich der Beklagten 1 ist weiter festzustellen, dass es 
zur Begründung einer Leistungspflicht bereits am Erfordernis der zeitlichen 
Konnexität fehlt (vgl. E. 3.6 hiervor).

4.

Bei diesem Ergebnis erübrigen sich weitere Ausführungen zur Vorleis-
tungspflicht der Beklagten 2 (vgl. dazu auch die prozessleitende Verfügung 
vom 6. September 2013), zumal diese hinsichtlich der erbrachten Vorleis-
tungen auch keinen Antrag gestellt hat.

5.

5.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG keine 
zu erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Kläger keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 109 Abs. 1 VRPG). Die Beklag-
ten als obsiegende Sozialversicherungsträger haben ebenfalls keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (BGE 126 V 143 E. 4b S. 150).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 38

1. Die Verfahren BV/2012/227 und BV/2012/231 werden vereinigt. 

2. Die Klagen werden abgewiesen.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Klägers
- AXA Stiftung für die berufliche Vorsorge 
- Stiftung Auffangeinrichtung BVG
- Bundesamt für Sozialversicherungen

zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, Post-

fach, 3000 Bern 14

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, BV/12/227, Seite 39

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.