# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96020033-9cf1-59d7-a446-30ad8b7d7481
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 07.04.2017 B 2016/179
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2016-179_2017-04-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2016/179

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 07.04.2017

Entscheiddatum: 07.04.2017

Entscheid Verwaltungsgericht, 07.04.2017
Schulweg, Art. 20 lit. a VSG.Angesichts mehrerer wesentlicher 
Gefahrenquellen und der Distanz von rund 1,45 Kilometern ist der 
vorliegende Schulweg für ein Kindergartenkind nicht zumutbar. Die 
Beurteilung durch die Vorinstanz ist vertretbar. Die Beschwerde der 
Gemeinde ist abzuweisen (Verwaltungsgericht, B 2016/179).

Besetzung

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Bietenharder, Zindel; a.o. 

Gerichtsschreiber Volken

 

Verfahrensbeteiligte

Politische Gemeinde X., vertreten durch den Schulrat,

Beschwerdeführerin,

gegen

 

Rekursstelle Volksschule Q.,

Vorinstanz,

und

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E.J.,

gesetzlich vertreten durch F.J. und G.J.,

Beschwerdegegnerin,

 

Gegenstand

Schülertransport

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. E.J. (geb. 2012) wohnt zusammen mit ihren Eltern F.J. und G.J. an der K.-strasse 3 

(K.-weg/L.-strasse) im Gebiet Z. in X. Am 20. Mai 2016 beurteilte der Schulrat der 

politischen Gemeinde X. den Schulweg von E.J. für die Kindergartenzeit als 

unzumutbar und hiess das Gesuch der Eltern um unentgeltlichen Transport, ab der 

Haltestelle K.-brücke, gut (vgl. act 14/3/2).

B. Mit Entscheid vom 29. Juli 2016 hiess die Rekursstelle Volksschule Q. den von den 

Eltern gegen die Verfügung des Schulrats vom 20. Mai 2016 erhobenen Rekurs gut, 

nachdem auch der Schulrat anlässlich einer gemeinsamen Begehung den Weg zu der 

vorgeschlagenen Haltestelle K.-brücke für E.J. als unzumutbar eingestuft hatte (vgl. 

act. 14/13), und wies die Angelegenheit zur Festlegung einer zumutbaren 

Einstiegsstelle für den Transport zum Kindergarten im Sinne der Erwägungen an den 

Schulrat zurück.

C. In Vertretung der politischen Gemeinde X. (Beschwerdeführerin) erhob der Schulrat 

gegen den am 18. August 2016 versandten Entscheid der Rekursstelle Volksschule Q. 

(Vorinstanz) mit Eingabe vom 26. August 2016 und Ergänzung vom 25. Oktober 2016 

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Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der vorinstanzliche Entscheid 

sei kostenfällig aufzuheben.

Die Vorinstanz verzichtete – unter Verweis auf ihre Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid – am 9. November 2016 auf eine Stellungnahme. Die Beschwerdegegnerin 

liess sich mit Eingabe vom 2. Dezember 2016 vernehmen.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird – soweit für die Entscheidfindung wesentlich – in den Erwägungen 

eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

1.1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die 

Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung 

mit Art. 45 Abs. 1 VRP; vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. 

Gallen, 2. Auflage 2003, Rz. 447). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 26. August 

2016 rechtzeitig erhoben und entspricht, zusammen mit der Ergänzung vom 25. 

Oktober 2016, in formeller und inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die 

Beschwerde ist deshalb – unter nachfolgenden Vorbehalten – einzutreten.

1.2. Kein beim Verwaltungsgericht anfechtbarer Entscheid liegt hinsichtlich der 

genauen Modalitäten des Schülertransports – insbesondere der konkreten 

Einstiegsstelle – vor. Da die Vorinstanz die Angelegenheit  zur Festlegung einer 

zumutbaren Einstiegsstelle im Sinne ihrer Erwägungen an die Beschwerdeführerin 

zurückgewiesen hat, wurde darüber noch nicht abschliessend entschieden.

Selbst wenn aber – aufgrund des geringen Spielraums, welcher der 

Beschwerdeführerin angesichts der vorinstanzlichen Ausführungen dabei noch 

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verbleibt – über diese Frage vorliegend zu entscheiden wäre, gilt es festzuhalten, dass 

die Beschwerdeführerin selber vorbringt, der Schulbus könne an der M.-strasse vor der 

Rollbrücke sicher wenden und ein morgendlicher Zustieg an der Verzweigung K.-/M.-

strasse (Z.) in den Wintermonaten sei für E.J. möglich (vgl. act. 10 Ziff. 5 Punkt 3 und 

4). Diese Lösung – wie auch der ebenfalls vorgeschlagene Transport ab der Kreuzung 

P.-/O.-strasse in der übrigen Zeit – liegt durchaus in dem von der Vorinstanz 

vorgegebenen Rahmen. Unbeachtlich wäre das Vorbringen der Beschwerdegegner, 

dass ein jederzeitiger Zu- und Ausstieg an der Verzweigung K.-/M.-strasse E.J. mehr 

Kontinuität und klare Orientierungspunkte bieten würde (vgl. act. 18 Punkt 2): Die 

Vorinstanz führte explizit aus, dass je nach Jahreszeit variierende Einstiegsstellen 

möglich bzw. gar notwendig sind (vgl. angefochtener Entscheid E. 5b). Ein dem 

entgegenstehender Antrag – sofern die Ausführungen der Beschwerdegegner 

dahingehend zu verstehen sind – käme einer nach st. gallischem 

Verwaltungsverfahrensrecht unzulässigen Anschlussbeschwerde gleich und hätte 

deshalb mittels eigener Rechtsmittelerhebung geltend gemacht werden müssen (vgl. 

VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017 E. 1, B 2014/99 vom 28. Juni 2016 E. 3.2, 

www.gerichte.sg.ch; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 640). Das Verwaltungsgericht darf 

nämlich nicht über die Begehren der Beschwerdeführerin hinausgehen und die 

angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid nicht zu deren Nachteil 

ändern (Art. 63 VRP).

2. Umstritten ist somit einzig, ob der Weg vom Wohnhaus der Beschwerdegegnerin 

zum Kindergarten N. für die vierjährige E.J. unzumutbar ist und sie deshalb einen 

Anspruch auf unentgeltlichen Schülertransport hat.

2.1. Da die Vorinstanz keine richterliche Behörde ist (vgl. VerwGE B 2016/200 vom 20. 

Januar 2017 E. 3, www.gerichte.sg.ch), sind nach Massgabe von Art. 110 des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht (SR 173.110; BGG) auch die von den 

Beteiligten im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingereichten zusätzlichen 

Ausführungen und Beweismittel zum Sachverhalt zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 

369 E. 3.3).

2.2. Gemäss Art. 20 lit. a des Volksschulgesetzes (sGS 213.1, VSG) sorgen die 

Schulgemeinden für den Transport von Schülerinnen und Schülern mit unzumutbarem 

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Schulweg. Ein Anspruch auf zumutbaren Schulweg oder Transport bzw. Übernahme 

der Transportkosten bei unzumutbarem Schulweg ergibt sich im Übrigen auch 

unmittelbar aus Art. 19 der Bundesverfassung (SR 101, BV; vgl. BGE 133 I 156 E. 3.1 

mit Hinweisen).

Die Frage, ob ein Schulweg als zumutbar oder unzumutbar gilt, stellt – entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin – keine Ermessensfrage dar. 

Vielmehr handelt es sich bei dem Begriff der «Zumutbarkeit» nach Art. 20 lit. a VSG um 

einen unbestimmten Rechtsbegriff. Dessen Handhabung durch die 

rechtsanwendenden Behörden unterliegt als Rechtsfrage der freien Überprüfung durch 

das Verwaltungsgericht (Art. 61 Abs. 1 VRP).

2.3. Die Zumutbarkeit eines Schulwegs ist gestützt auf eine Würdigung der 

Gesamtumstände im konkreten Einzelfall zu beurteilen. Insbesondere sind die Person 

der Schülerin (Alter, Entwicklungsstand, Gesundheit), die Art des Schulwegs – mithin 

die physische Beanspruchung (Distanz, Marschzeit, Höhenunterschied, Beschaffenheit, 

Witterungsverhältnisse) sowie die kognitive und emotionale Beanspruchung 

(Angstfaktoren wie Tiere, Wälder, Dunkelheit, Gewitter, usw.) des Kindes – und die sich 

daraus ergebende Gefährlichkeit zu berücksichtigen. Ausser Acht zu bleiben hat, ob 

ein Weg subjektiv als lang, schlecht begehbar oder gefährlich empfunden wird; 

abzustellen ist einzig auf objektivierte Kriterien (vgl. GVP 2014 Nr. 1; GVP 2008 Nr. 7 

mit Hinweis auf BGer 2P.101/2004 vom 14. Oktober 2004 E. 4.1; S. Horvath, Der 

verfassungsmässige Anspruch auf einen zumutbaren Schulweg, in: ZBl 108/2007, S. 

655 f.).

Aus dem Dargelegten ergibt sich bereits, dass die Beurteilung der Zumutbarkeit eines 

Schulwegs naturgemäss nur beschränkt einer zahlenmässigen Berechnung mittels 

einer starren Excel-Tabelle zugänglich ist. Sofern die Beschwerdeführerin zur 

Begründung ihrer Beschwerde pauschal auf das von ihr erlassene Transportreglement 

mit integrierter Berechnungstabelle verweist, wonach E.J. knapp nicht 

transportberechtigt sei, so ist festzuhalten, dass dies – in Anbetracht der Tatsache, 

dass die 11 berücksichtigten Punkte durchaus eine gewisse Parallelität zu einigen von 

der Lehre und Rechtsprechung entwickelten Beurteilungskriterien aufweisen – wohl ein 

zweckmässiges Instrument zur groben Abgrenzung zwischen zu- und unzumutbaren 

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Schulwegen sein kann, im Einzelfall aber eine umfassendere Würdigung der konkreten 

Begebenheiten nicht zu ersetzen vermag.

2.3.1. Eine allgemeingültige Aussage darüber, ab wann genau ein Kind über die 

entsprechenden Voraussetzungen (sensorische Wahrnehmung, Motorik, kognitive 

Fähigkeiten) für ein verkehrssicheres Verhalten verfügt, kann kaum getroffen werden. 

Bei einem knapp fünfjährigen Kind sind die entsprechenden Fähigkeiten – nach dem 

gegenwärtigen verkehrs- und entwicklungspsychologischen Erkenntnisstand – aber 

zweifelsohne noch nicht vollständig ausgebildet (vgl. A. Uhr, 

Entwicklungspsychologische Grundlagen: Überblick und Bedeutung für die 

Verkehrssicherheit, Bern 2015, www.bfu.ch; Horvath, a.a.O., S. 649, S. 658 f., S. 660 

f.).

2.3.2. Der vorliegende Schulweg ohne gravierende Höhenunterschiede weist eine 

Distanz von rund 1.4 km (gemessen auf www.geoportal.ch) auf. Die gemeinsame 

Begehung im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens fand ohne E.J. statt und 

beanspruchte für die Teilnehmenden – bei simulierter Gehgeschwindigkeit eines Kindes 

– knapp 31 Minuten (vgl. act. 14/13). Der Weg zur Haltestelle K.-brücke hingegen, 

welcher ebenfalls – und noch im Beisein von E.J. – begangen wurde, weist gemäss 

vorinstanzlicher Feststellung eine Distanz von rund 900 Meter auf und wurde von den 

Beteiligten in knapp 23 Minuten zurückgelegt. Unter der Annahme, dass E.J. dieses 

Tempo über 1.4 km halten kann, ergäbe sich für den Weg in den Kindergarten eine 

Marschzeit von nicht ganz 36 Minuten.

Ob und inwiefern E.J. durch das bei ihr diagnostizierte Kinderrheuma in ihrer 

körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, bringen die Beschwerdegegner nicht 

vor. Auch für ein gesundes, noch nicht ganz fünfjähriges Kindergartenkind liegt der zur 

Diskussion stehende Schulweg allerdings bereits aufgrund der Länge an der 

äussersten Grenze des Zumutbaren (vgl. GVP 2014 Nr. 1 mit Hinweisen auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung sowie die Rechtsprechungsübersicht bei Horvath, 

a.a.O., S. 649-651).

2.3.3. Die Beschwerdeführerin bestreitet in diversen Punkten die vorinstanzlichen 

Feststellungen zu den städtischen und ländlichen Gefahren, die E.J. auf ihrem 

Schulweg zu bewältigen habe.

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Bei der Beurteilung der Gefährlichkeit des Weges spielt das subjektive Empfinden eine 

erhebliche Rolle, was deren Objektivierung erschwert. Immerhin gelten Strassen ohne 

Gehsteig, insbesondere enge Durchgangsstrassen mit Schwerverkehr oder 

unübersichtlichen Kurven, Übergänge über belebte Strassen ohne Lichtsignale, 

Fussgängerstreifen und dergleichen, wie auch das Passieren von Ein- und Ausfahrten, 

Baustellen oder Parkplätzen als gefährlich (vgl. H. Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 

2. Aufl. 2003, S. 228 f.; Horvath, a.a.O., S. 652 f., S. 656 f.).

2.3.3.1. Der erste – ländlich geprägte – Streckenabschnitt des zur Diskussion 

stehenden Schulwegs mündet in einer Entfernung von weniger als 100 Metern (alle 

Distanzen gemessen auf www.geoportal.ch) vom Wohnhaus der Beschwerdegegner 

bei der Gabelung K.-/M.-strasse in die P.-strasse. In diesem Bereich befindet sich eine 

Kuppe, welche allerdings nach vorinstanzlicher Feststellung nicht so hoch ist, dass E.J. 

dahinter nicht gesehen werden kann. Dass die Fahrzeuge an dieser Stelle – wie von der 

Beschwerdeführerin auch bestritten wird – tatsächlich abheben, darf durchaus 

bezweifelt werden (vgl. act. 14/13). Danach verläuft der Weg ca. 820 Meter entlang der 

P.-strasse. Während auf den ersten rund 85 Metern der Gemeindestrasse zweiter 

Klasse noch ein Tempolimit von 80 km/h gilt, beträgt die zulässige 

Höchstgeschwindigkeit im Übrigen 50 km/h. Die Strassenverhältnisse gestalten sich 

zwar übersichtlich, aber eng und mit beschränkten Ausweichmöglichkeiten. Der 

landwirtschaftliche Verkehr stellt dabei zwar eine gewisse Gefahr dar; jedoch ist 

aufgrund des geraden und ebenen Streckenverlaufs sowie der reflektierenden 

Schulkleidung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Kinder von den 

Fahrzeuglenkern allgemein genügend weit im Voraus wahrgenommen werden können. 

Letztere sind zudem ohnehin angehalten, mit Licht zu fahren und bei schlechteren 

Sichtverhältnissen ihre Geschwindigkeit entsprechend anzupassen (Art. 32 Abs. 1 und 

41 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, SVG, in Verbindung mit Art. 4 und 

30 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, VRV). Trotzdem stellt die morgendliche 

Dunkelheit in der Winterzeit – bis auf Höhe P.-strasse 02 wird die Strasse von lediglich 

drei Strassenlampen beleuchtet – einen risikoerhöhenden Faktor dar. Ob diese (nicht 

zwingend vollständige) Dunkelheit bei E.J. tatsächlich Ängste und Unsicherheiten 

auszulösen vermag, kann vorliegend nicht beurteilt werden; dies wird von der 

Beschwerdeführerin allerdings auch nicht bestritten. Nachvollziehbar legt diese dafür 

dar, dass die Schneeräumung auf der P.-strasse aufgrund des um 06:35 Uhr (aktuell: 

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06:30 Uhr, vgl. www.postauto.ch) einsetzenden Postautoverkehrs nach R.-V. bereits 

abgeschlossen sein muss bis zum Zeitpunkt, an dem sich E.J. von zu Hause auf den 

Weg in den Kindergarten begeben muss. Die Schneeräumfahrzeuge sind deshalb – 

zumindest am Morgen – nicht als zusätzliche Gefahrenquelle zu betrachten. Zum 

Verkehrsaufkommen auf der P.-strasse hielt die Vorinstanz fest, diese sei «im Morgen- 

und Mittagsverkehr regelmässig und verhältnismässig gut frequentiert». Die 

Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, das Verkehrsaufkommen sei «deutlich 

geringer», und reicht dazu eigene Aufzeichnungen ein, bei welchen an drei Tagen im 

August über den Zeitraum von 20-30 Minuten, in dem sich E.J. jeweils am Morgen auf 

dem Weg in den Kindergarten bzw. am Mittag auf dem Weg nach Hause befinden 

würde, im Schnitt rund 8 Fahrzeuge gezählt wurden (vgl. act. 11/4). Insgesamt ist 

davon auszugehen, dass es auf der P.-strasse zwar vereinzelt, aber immerhin mit einer 

gewissen Regelmässigkeit, zu Begegnungen zwischen Fahrzeugen und Schulkindern 

kommt. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, E.J. könne den Schulweg auf den 

ersten 250 Metern zusammen mit den Nachbarskindern A.Y. und B.Y. begehen, wobei 

sich ihnen nach wenigen Minuten weitere Kinder anschliessen würden, so ist 

anzumerken, dass sich Gruppenbildung bei Kindern in Bezug auf den Strassenverkehr 

nicht zwingend gefahrmindernd auswirkt, da diese dadurch auch leichter abgelenkt 

sind (vgl. Horvath, a.a.O., S. 649). Potentielle Angstfaktoren, wie vorliegend die 

morgendliche Dunkelheit, können damit hingegen reduziert werden.

Vom Rand des Dorfkerns sind es noch ca. 510 Meter bis zum Kindergarten. Die P.-

strasse geht nun in die S.-strasse über und kreuzt sich sogleich mit der T.-strasse. 

Dieser Knotenpunkt verfügt weder über einen Gehsteig noch Bodenmarkierungen. 

Aufgrund der Mauer und der dichten Bepflanzung entlang der rechten Strassenseite 

sind von rechts kommende Fahrzeuge zudem erst spät erkennbar. Nur wenige Meter 

weiter gilt es die U.-strasse – die Hauptverkehrsachse in Richtung R. – zu überqueren. 

Diese verfügt zwar über einen Fussgängerstreifen samt Mittelinsel, jedoch über kein 

Lichtsignal. Mit der Vorinstanz ist dazu festzuhalten, dass E.J. an dieser Stelle nicht 

bloss die Fahrzeuge auf der U.-strasse mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h 

im Auge zu behalten hat, sondern zugleich auch etwaige – immerhin nicht 

vortrittsberechtigte – Fahrzeuge in ihrem Rücken, die von der S.-strasse nach rechts 

auf die U.-strasse abbiegen. Nach der Überquerung führt der Schulweg weiter entlang 

der S.-strasse – welche nur abschnittsweise über einen Gehsteig verfügt – und vorbei 

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an diversen, rechtwinklig angeordneten Parkplätzen zu beiden Seiten der Strasse. Um 

nun auf die N.-strasse zu gelangen, muss E.J. via Fussgängerstreifen – ohne Mittelinsel 

und Lichtsignal – die G.-strasse passieren und dabei auf die herannahenden Fahrzeuge 

aus drei Richtungen achten. Die N.-strasse verfügt sodann nur auf der linken 

Strassenseite über einen Gehsteig, weshalb E.J. diese entweder zweimal in Folge 

überqueren oder auf der rechten Strassenseite ohne Gehsteig entlanggehen muss, um 

schliesslich auf das Kindergartenareal zu gelangen. Auf beiden Seiten erfordert zudem 

jeweils eine Zufahrtsstrasse ohne Bodenmarkierung ihre Aufmerksamkeit (vgl. zum 

Ganzen auch www.maps.google.com Streetview).

2.3.3.2. Die Gefahrensituation auf dem ländlichen Streckenabschnitt alleine ist zwar 

nicht unbeachtlich, lässt den vorliegenden Schulweg – über das ganze Jahr gesehen – 

jedoch auch für ein Kindergartenkind noch nicht als unzumutbar erscheinen. Mit der 

Vorinstanz ist davon auszugehen, dass E.J. mit den Verhältnissen rund um das 

Wohnhaus der Beschwerdegegner und insbesondere dem landwirtschaftlichen Verkehr 

vertraut ist. Aufgrund der guten Übersicht auf der P.-strasse ist E.J. für die 

Fahrzeuglenker weit im Voraus erkennbar. Die engen Strassenverhältnisse haben 

zudem auch zur Folge, dass es den Fahrzeuglenkern – trotz anfänglich geltendem 

Tempolimit von 80 km/h – obliegt, ihre Geschwindigkeit entsprechend anzupassen (vgl. 

E. 2.3.3.1 hiervor). Eine zusätzliche Sicherheit könnten diesbezüglich beispielsweise die 

von der Beschwerdeführerin vorgeschlagenen Polizeikontrollen zum Schulstart sowie 

eine Strassentafel mit dem Hinweis auf Schulkinder bieten. Ob die morgendliche 

Dunkelheit in den Wintermonaten zu einer anderen Beurteilung führen muss, kann 

angesichts der nachfolgenden Erwägungen offenbleiben, da vorliegend einzig die 

Zumutbarkeit des gesamten Schulwegs zur Diskussion steht (vgl. E. 1.2 hiervor).

Problematisch erscheint der Schulweg auf jeden Fall, wenn die verkehrsbedingten 

Gefahren rund um das Dorfzentrum mitberücksichtigt werden. Nachvollziehbar sind die 

– unbestritten gebliebenen – Bedenken der Vorinstanz, dass die Aufmerksamkeit und 

Konzentrationsfähigkeit bei Kindern im Alter von E.J. nach rund 20 Minuten Gehzeit 

nachlassen kann. Ebenfalls ist zu bedenken, dass sich E.J. an die städtischen Gefahren 

nicht gleichermassen gewohnt ist wie an die ländlichen rund um ihr Zuhause. Vor 

diesem Hintergrund, und unter Berücksichtigung des durchschnittlichen 

Entwicklungsstandes eines noch nicht ganz fünfjährigen Kindes (vgl. E. 2.3.1 hiervor), 

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sind das Passieren etlicher Parkplätze auf der grösstenteils gehsteiglosen S.-strasse 

als gefährlich einzustufen. Dasselbe gilt für das Überqueren der drei – teils schwierig zu 

überblickenden – Knotenpunkte (P.-/T.-strasse, S.-/U.-strasse und G.-/N.-strasse). 

Dabei ist hervorzuheben, dass es sich bei der U.-strasse um eine Kantonsstrasse 

handelt, bei der angesichts der Tatsache, dass diese als Hauptverkehrsachse in das 

Ski- und Wandergebiet R. dient, von einem stetigen – wenn auch nicht übermässigen – 

Verkehrsaufkommen auszugehen ist. Bei der G.-strasse (einer Gemeindestrasse erster 

Klasse) ist zudem eine lediglich leicht geringere Frequentierung anzunehmen. Die 

Kreuzung P.-/T.-strasse hingegen ist weniger stetig befahren, stellt aber aufgrund der 

Absenz jeglicher Art von Bodenmarkierungen oder Gehsteigen für eine Kindergärtlerin 

ebenfalls eine erhebliche Herausforderung dar (vgl. zum Ganzen auch die 

Rechtsprechungsübersicht bei Horvath, a.a.O., S. 652 f.).

2.3.3.3. Zusammenfassend erscheint der vorliegende Schulweg – aufgrund der für ein 

Kindergartenkind erheblichen Distanz und mehreren wesentlichen Gefahrenquellen – in 

seiner Gesamtheit als für E.J. unzumutbar. Die Beurteilung der Vorinstanz ist somit 

vertretbar und die Beschwerde in der Folge abzuweisen.

Die Beschwerdeführerin ist angehalten, die konkreten Modalitäten des 

Schülertransports von E.J. im Sinne des vorinstanzlichen Entscheids festzulegen.

3. (…).

(…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von CHF 1‘500 unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3. Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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Der Präsident                                  Der a.o. Gerichtsschreiber

Eugster                                            Volken    

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