# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5b12ac3-a8ea-55e4-b689-d0a965e475c8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.03.2025 D-655/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-655-2025_2025-03-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-655/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Lukas Müller (Vorsitz), 

Richter Kaspar Gerber,  

Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Aegypten,   

vertreten durch MLaw Michèle Angst, Rechtsanwältin,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. Dezember 2024. 

 

 

 

D-655/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 13. Juni 2024 in der Schweiz um Asyl 

nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) Region B._______ zuge-

teilt. Am 26. Juni 2024 fand die Personalienaufnahme, am 12. Juli 2024 die 

Anhörung und am 3. September 2024 die ergänzende Anhörung zu den 

Asylgründen statt.  

Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei in Ägypten bedroht worden, 

er solle seine Schwester zum Verzicht auf das Sorgerecht ihrer Kinder be-

wegen. Hierauf sei er zusammen mit seiner Schwester zu einem Polizeire-

vier gegangen. Ein Polizist habe gesagt, er müsse die beiden und seine 

Brüder verhaften. Es sei jedoch weder ein Polizeirapport erstellt noch eine 

Verhaftung durchgeführt worden. Zudem sei weder gegen ihn noch gegen 

seine Mutter ein Haftbefehl erlassen worden. Der Vater seiner Nichten 

habe ein Visum für die Schweiz beantragt und seine inzwischen verstor-

bene Schwester in Sachen Gehorsamspflicht in Ägypten angeklagt.  

B.  

Am 12. September 2024 wurde das Verfahren dem erweiterten Verfahren 

zugeteilt. Am 13. September 2024 bevollmächtigte der Beschwerdeführer 

die für das erweiterte Verfahren zugelassene Rechtsberatungsstelle. Am 

11. Dezember 2024 bevollmächtigte er die rubrizierte Rechtsvertretung.  

C.  

Mit Verfügung vom 23. Dezember 2024 (zugestellt am 30. Dezember 2024) 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz, ordnete deren Vollzug an, beauftragte den zuständigen Kanton 

mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte die editionspflichtigen Ak-

ten aus. 

D.  

Mit Eingabe vom 29. Januar 2025 reichte der Beschwerdeführer unter Bei-

lage zweier Fotos, eines kantonalen Gerichtsurteils vom 15. Oktober 2024 

seine Mutter betreffend inklusive verschiedener Eingaben in dieser Sache 

sowie zweier Zeitungsberichte ([…] und […]) beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde ein und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung 

aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewäh-

ren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme 

D-655/2025 

Seite 3 

anzuordnen. Subeventualiter sei er durch das angerufene Gericht anzuhö-

ren, anschliessend die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu 

gewähren. Subsubeventualiter sei die Sache zur hinreichenden Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts an das SEM zurückzuweisen. In pro-

zessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die rubrizierte 

Rechtsvertretung als amtlicher Rechtsbeistand beizuordnen. Das vorlie-

gende Verfahren sei mit demjenigen seiner Mutter C._______ ([…]) koor-

diniert zu behandeln und es seien die Akten des Strafverfahrens in Sachen 

D._______ beizuziehen.  

E.  

Mit Schreiben vom 31. Januar 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde. 

F.  

Mit Eingabe vom 5. März 2025 stellte der Beschwerdeführer weitere Be-

weismittel in Aussicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Be-

schwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel 

in der Besetzung mit drei Richtern (Spruchkörper; Art. 21 Abs. 1 VGG). 

D-655/2025 

Seite 4 

Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen Fällen auf einen 

Schriftenwechsel verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

4.  

Das vorliegende Verfahren wird mit demjenigen der Mutter des Beschwer-

deführers C._______ (D-659/2025) koordiniert behandelt. 

5.  

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz-

lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, 

in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-

gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-

schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-

dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernst-

hafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens 

oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychi-

schen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 

weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 

AsylG noch an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG standzuhalten 

vermögen, weshalb vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

zu verweisen ist. Diese sind weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hin-

sicht zu beanstanden. Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht aufzuzei-

gen, inwiefern die vorinstanzliche Verfügung Bundesrecht verletzen oder 

zu einer rechtsfehlerhaften Sachverhaltsfeststellung führen soll. Solches 

ist auch nicht ersichtlich. Sie ist ausreichend begründet, zumal sich die  

Vorinstanz nicht mit jedem Argument auseinanderzusetzen hat. Dass eine 

sachgerechte Anfechtung möglich war, zeigt die Beschwerde selbst. Der 

Sachverhalt ist ausreichend abgeklärt. Im Übrigen stellt der Umstand, dass 

die Vorinstanz nach Würdigung der Parteivorbringen zu einem anderen 

Schluss als der Beschwerdeführer gelangt, weder eine Verletzung des An-

spruches auf rechtliches Gehör noch eine unvollständige oder fehlerhafte 

Sachverhaltsfeststellung dar, sondern beschlägt die materielle Beurteilung. 

Die entsprechenden Rügen sind unbegründet. 

6.2 Der Beschwerdeführer führte aus, er sei von der Familie sowie von Be-

kannten von D._______ bedroht worden. Diese geschilderten Vorfälle be-

ruhen auf den Aussagen des Beschwerdeführers und wurden nicht durch 

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objektive Beweise untermauert; die Akten widersprechen den Ausführun-

gen. Er machte anlässlich der Anhörungen geltend, zusammen mit seiner 

Schwester eine Anzeige bei der Polizei erstattet zu haben (vgl. SEM-Akten 

16 F12, F53 und 22 F21). Allerdings sei kein Polizeirapport erstellt worden, 

und der zuständige Polizist soll ihm mitgeteilt haben, dass gegen ihn ein 

Haftbefehl vorliege, ihn jedoch trotzdem wieder weggeschickt haben. So-

dann stellte sich heraus, dass kein Haftbefehl gegen den Beschwerdefüh-

rer existiert (vgl. SEM-Akten 22 F64, F66). Die Polizei hat den Beschwer-

deführer nicht festgenommen und seit dem einmaligen Gang zur Polizei-

station im (…) gab es auch keine weiteren Begegnungen mit ägyptischen 

Sicherheitskräften (vgl. a.a.O. F21, F63). Weiter behauptet der Beschwer-

deführer, dass die Familie von D._______ über weitreichenden Einfluss 

und Kontakte zu wichtigen ägyptischen Behörden verfüge (vgl. SEM-Akten 

16 F20, F24). Dennoch hat es seit der behaupteten Anzeige keine behörd-

lichen Massnahmen gegen den Beschwerdeführer oder seine Angehörigen 

gegeben, woraus zu schliessen ist, dass entweder der Einfluss der Familie 

nicht so gross ist oder kein Interesse an ihrer Verfolgung besteht. Die vom 

Beschwerdeführer geäusserten Befürchtungen stehen im Zusammenhang 

mit einer Sorgerechtsstreitigkeit, die von den schweizerischen Gerichten 

nicht im Sinne des Beschwerdeführers und seiner Mutter entschieden wor-

den ist. Hierbei handelt es sich um einen Rechtsstreit und nicht um eine 

flüchtlingsrelevante Verfolgung. Der Beschwerdeführer erklärt, dass er sich 

in Ägypten vor der Familie von D._______ fürchtet, jedoch nicht in der 

Schweiz, obwohl in der Schweiz ebenfalls Familienangehörige von 

D._______ leben. Der Beschwerdeführer begründet dies mit der Annahme, 

dass die Familie in der Schweiz keinen Einfluss auf die Justiz habe, was 

jedoch unvereinbar mit seiner pauschalen Behauptung ist, dass diese Fa-

milie sehr einflussreich sei. Des Weiteren hat der Beschwerdeführer aus-

gesagt, dass es nach (…) zu keinen Situationen gekommen sei, in denen 

er angegangen worden sei, weder anlässlich seiner seitherigen Aufenthalte 

in Ägypten noch in der Schweiz (vgl. SEM-Akten 16 F13 und 22 F88). An-

hand des Geschilderten ist keine aktuelle (asylrelevante) Gefährdung er-

kennbar.  

6.3 Überdies ist das Flüchtlingsrecht subsidiär ausgestaltet. Demnach ist 

eine Bedürftigkeit nach internationalem Schutz dann anerkannt, wenn der 

Heimatstaat den Betroffenen keinen Schutz bieten will oder kann (vgl. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2006 Nr. 18 E. 10.1). Der Schutz gilt als ausreichend, wenn im 

Heimatstaat eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur 

Verfügung steht, also in erster Linie polizeiliche Aufgaben wahrnehmende 

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Seite 6 

Organe und ein Rechts- und Justizsystem, das eine effektive Strafverfol-

gung ermöglicht; diese Struktur muss den Betroffenen zugänglich sein 

(vgl. zu dieser sogenannten Schutztheorie BVGE 2011/51 E. 7.1–7.4). 

Nach den Erkenntnissen des Gerichts ist von der grundsätzlichen Schutz-

fähigkeit und Schutzwilligkeit der ägyptischen Strafverfolgungs- und Jus-

tizbehörden auszugehen (vgl. bspw. Urteile des BVGer D-1532/2023 vom 

15. November 2023 E. 6.5, E-3723/2015 vom 23. Januar 2018 E. 8.3). Da-

von ist auch im Fall des Beschwerdeführers auszugehen, dessen einmali-

ges Aufsuchen der Behörden weder belegt noch ausreichend ist, um von 

fehlendem Schutz seitens des ägyptischen Staats auszugehen. 

6.4 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass seine Schwester von 

D._______ systematisch unterdrückt worden sei. D._______ lebe gröss-

tenteils in der Schweiz und sei häufig in Ägypten zu Besuch. Der Be-

schwerdeführer führt weiter aus, dass sich die Beziehung zwischen seiner 

Schwester und D._______ fortlaufend verschlechtert habe (vgl. Be-

schwerde S. 12 ff.). Es sei ein Sorgerechtskonflikt entstanden, was insbe-

sondere bereits von den zivilgerichtlichen Rechtsmittelinstanzen beurteilt 

worden sei. Nach dem Ableben seiner Schwester seien die Kinder von der 

zuständigen Behörde bei der Grossmutter mütterlicherseits untergebracht 

worden. Verzweifelt hätten sich der Beschwerdeführer und seine Angehö-

rigen an schweizerische Medien gewandt. Die daraufhin erschienenen Zei-

tungsartikel hätten jedoch eine zusätzliche Eskalation und Verschärfung 

der Gefährdungssituation geschaffen, insbesondere, da vor Gericht die 

Zeitungsartikel gegen die Familie des Beschwerdeführers verwendet wor-

den seien (vgl. Beschwerde S. 20 f.).  

Aus den vom Beschwerdeführer selektiv ins Recht gelegten Verfahrensak-

ten von der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) 

mitsamt Rechtsmittelentscheid ergibt sich indes, dass allein D._______ 

sorgeberechtigt bleibt und bestimmen kann, wo sich die Kinder aufhalten 

dürfen. Das Obergericht hat die im zivilgerichtlichen Verfahren von der Mut-

ter des Beschwerdeführers behauptete Bedrohungssituation sorgfältig ge-

prüft und mit überzeugender Begründung verneint. Der am zivilgerichtli-

chen Rechtsmittelverfahren beteiligten Mutter des Beschwerdeführers 

(bzw. Beschwerdeführerin im Verfahren D-659/2025) wurde mit Entscheid 

des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 15. Oktober 2024 das 

Recht eingeräumt, mittels monatlichem Videoanruf den Kontakt zu den Kin-

dern von D._______ aufrechtzuerhalten.  

D-655/2025 

Seite 7 

6.5 Schliesslich wird die fehlende Asylrelevanz dadurch untermauert, dass 

er sein Asylgesuch vom 13. Juni 2024 zeitnah zum Ablaufen des Schen-

gen-Visums der Mutter am 19. Juni 2024 gestellt hat. Der Beschwerdefüh-

rer hat an der Anhörung ausgesagt, dass er Angst gehabt habe, wenn das 

Visum ablaufe, dass er dann von der Polizei mitgenommen oder es eine 

Strafe gegen ihn geben (vgl. SEM-Akten 2 F89 f.). Die der Beschwerde 

beigefügten Zeitungsberichte zeichnen zudem ein anderes Bild als dasje-

nige, welches der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde darstellt. Den 

Zeitungsberichten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer gesagt 

habe, dass er ohne Probleme in E._______ leben könne, wo er seine Exis-

tenz aufgebaut habe und verheiratet sei. Den der Beschwerde beigefügten 

Zeitungsberichten zufolge habe der Beschwerdeführer sein Asylgesuch 

unter anderem mit dem Anliegen begründet, seiner Mutter den Kontakt zu 

ihren Enkelkindern zu ermöglichen. Durch die vom Obergericht angeord-

nete regelmässige Videokommunikation ist diese Kontaktpflege jedoch 

zweifellos gewährleistet. Bemerkenswerterweise erachtet das Obergericht 

einen behördlich ungeregelten Kontakt des Beschwerdeführers und seiner 

Mutter zu den Kindern mit überzeugender Begründung als nicht mit dem 

Kindeswohl vereinbar, wobei es sich insbesondere auf das Verhalten des 

Beschwerdeführers und seiner Familie stützt und diese hieraus nichts zu 

ihren Gunsten abzuleiten vermögen. Die ins Recht gelegten Fotos lassen 

keinen anderen Schluss zu.  

6.6 Der Beschwerdeführer beantragt den Beizug zu Strafakten betreffend 

D._______. Der Beschwerdeführer mutmasst, dass gegen D._______ ein 

Strafverfahren wegen Verdachts auf ein Tötungsdelikt gegen die Schwes-

ter des Beschwerdeführers geführt werde. In der Beschwerde wird ausge-

führt, es sei spätestens im Februar 2025 mit einer Anklage vor dem zustän-

digen Strafgericht zu rechnen.  

Im bereits erwähnten zivilgerichtlichen Rechtsmittelentscheid legt das 

Obergericht dar, dass der Beschwerdeführer und seine Familie die Hinter-

gründe des Strafverfahrens nicht kennen. Unter Verweis auf die Akten der 

KESB – die dem Beschwerdeführer und seiner Mutter vorliegen müssten – 

zitiert das Obergericht die Staatsanwaltschaft, wonach keine Gefährdung 

für die Nichten oder die Familie des Beschwerdeführers bestehe. Auch in 

diesem Punkt stehen die Ausführungen in der Beschwerde im Widerspruch 

zu den Erwägungen des Obergerichts und den vorliegenden Akten. 

Der Beschwerdeführer legt weder dar, weshalb die Begründung des ober-

gerichtlichen Urteils unzutreffend sein soll, noch erklärt er, weshalb dieses 

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Seite 8 

Urteil von ihm oder seiner Mutter nicht angefochten wurde. Zudem ist zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer oder seine Mutter im Falle ei-

ner Anklage gegen D._______ von der Staatsanwaltschaft von Amtes we-

gen als Hinterbliebene eingeladen worden wären, sich als Privatkläger zu 

konstituieren (vgl. Art. 118 ff. der Schweizerischen Strafprozessordnung 

vom 5. Oktober 2007 [SR 312.0, StPO] und insbesondere Art. 121 StPO). 

Mit der Konstituierung als Privatkläger hätten der Beschwerdeführer und 

seine Mutter alle notwendigen Parteirechte, insbesondere den Zugang zu 

den Strafakten sowie zu sämtlichen verfahrensleitenden Verfügungen er-

halten, einschliesslich der Mitteilung über den bevorstehenden Abschluss 

der Voruntersuchung (Art. 318 StPO) und der Anklageschrift. 

Die Tatsache, dass weder der Beschwerdeführer noch seine Angehörigen 

als Privatkläger aufgetreten sind, spricht klar gegen seine Mutmassungen 

über die angebliche Erledigung des Strafverfahrens gegen D._______. Im 

Rahmen der Voruntersuchung hat die Staatsanwaltschaft zudem mit glei-

cher Sorgfalt nach belastenden wie auch entlastenden Tatsachen zu for-

schen (Art. 6 Abs. 2 StPO), zumal bis zur rechtskräftigen Verurteilung die 

Unschuldsvermutung gilt (Art. 10 StPO). Angesichts der Tatsache, dass 

laut obergerichtlichem Entscheid sowohl die Staatsanwaltschaft als auch 

die KESB keine Gefährdung der Nichten oder der Familie des Beschwer-

deführers sehen und auch die Beschwerde keine stichhaltigen neuen Ar-

gumente dagegen aufführt, ist auch diesbezüglich die Asylrelevanz zu ver-

neinen. Auf den Beizug der Strafakten ist zu verzichten. Angesichts der 

vorstehenden Erwägungen erübrigt sich auch eine weitere Anhörung des 

Beschwerdeführers. Die entsprechenden Beweisanträge sind abzuweisen. 

Mit Eingabe vom 5. März 2025 stellte der Beschwerdeführer weitere Be-

weismittel in Aussicht. Da er zur Nachreichung von Beweismitteln nun aus-

reichend Zeit gehabt hat, diese in seiner Eingabe vom 5. März 2025 nicht 

ansatzweise eingrenzt oder bezeichnet und vor dem Hintergrund des oben 

Dargelegten, ist in antizipierter Beweiswürdigung auf das Abwarten von 

pauschal in Aussicht gestellten Beweismitteln abzusehen.  

6.7 Nach dem Gesagten bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte da-

für, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Ägypten persön-

lich ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen könnten.  

6.8 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist im Ergebnis festzustellen, 

dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu 

Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt hat.  

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Seite 9 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. Art. 5 

Abs. 1 AsylG, Art. 25 Abs. 2 BV, Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Nachdem 

in der angefochtenen Verfügung festgestellt wurde, dass der Beschwerde-

führer keine Asylgründe geltend gemacht hat, kann der in Art. 5 AsylG ver-

ankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden; seine Rückkehr nach Ägypten ist demnach unter 

dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.  

8.2.3 Aufgrund der Akten liegen ferner keine Anhaltspunkte dafür vor, dass 

der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

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Seite 10 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. We-

der die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat noch der Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers (siehe nachfolgende Erwägun-

gen) lassen den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzuläs-

sig erscheinen.  

8.2.4 Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl im Sinne der asyl- als auch 

der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

8.3.2 Die allgemeine Situation im Heimatstaat des Beschwerdeführers ist 

nicht von einer landesweiten Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allge-

meiner Gewalt geprägt. 

8.3.3 Auch in individueller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, welche 

eine Wegweisung als unzumutbar erscheinen lassen. Diesbezüglich ist auf 

die angefochtene Verfügung zu verweisen, welcher – insbesondere da in 

der Beschwerde keine fundierten Ausführungen dazu gemacht werden 

(vgl. Beschwerde S. 23 f.) und sich aus den Akten ebenfalls keine Anhalts-

punkte ergeben, die auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

schliessen lassen – vollumfänglich gefolgt werden kann. Schliesslich ver-

mag auch der Aufenthalt seiner Mutter in der Schweiz an der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs nichts zu ändern, wird diese doch zusammen 

mit ihm nach Ägypten zurückkehren (vgl. Urteil des BVGer D-659/2025). 

Was die Töchter seiner Schwester anbelangt, ist den Beschwerdeausfüh-

rungen entgegenzuhalten, dass es sich bei diesen weder um die Kernfa-

milie handelt noch das behauptete Abhängigkeitsverhältnis (bei der Unter-

stützung im Alltag namentlich bei der Wahrnehmung von Arztterminen oder 

Behördenterminen) ausreichend ist. Den Kontakt zu den Kindern von 

D._______ kann der Beschwerdeführer bei Bedarf mittels Telekommunika-

tion aus dem Ausland aufrechterhalten.  

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Seite 11 

8.3.4 Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl in genereller als auch indivi-

dueller Hinsicht zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich erweist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

8.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumut-

bar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Auf-

nahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Das Eventualbegehren ist 

abzuweisen. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Nach dem Gesagten be-

steht auch kein Grund zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz; das 

Subsubeventualbegehren ist ebenfalls abzuweisen. 

10.  

10.1 Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines 

Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Aus den vorste-

henden Erwägungen ergibt sich jedoch, dass seine Rechtsbegehren nicht 

als aussichtslos zu betrachten waren. Aufgrund der Akten ist zudem von 

der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Folglich ist das mit 

der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen. Es sind somit 

keine Verfahrenskosten zu erheben.  

10.3 Nachdem der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung gutgeheissen 

wurde und das Bundesverwaltungsgericht nach Art. 102m Abs. 1 Bst. a 

AsylG der asylsuchenden Person, welche von der Bezahlung der Verfah-

renskosten befreit wurde, auf Antrag einen amtlichen Rechtsbeistand be-

stellt, ist auch das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung gutzuheissen und Rechtsanwältin Michèle Angst als amtliche 

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Seite 12 

Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers einzusetzen. Ihr ist ein amtliches 

Honorar zu entrichten.  

10.4 Die bevollmächtigte Rechtsvertreterin reichte keine Kostennote ein. 

Auf entsprechende Nachforderung kann verzichtet werden, da sich die Ver-

tretungskosten aufgrund der Akten zuverlässig abschätzen lassen (Art. 14 

Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Bei amtlicher Vertretung wird in der Regel von einem Stundenansatz von 

Fr.  200.– bis Fr. 220.– für Anwälte und Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-

anwaltliche Vertretungen ausgegangen (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 

VGKE), wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 

Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfak-

toren (Art. 9-13 VGKE) ist der amtlichen Rechtsbeiständin ein Honorar von 

insgesamt Fr. 1'600.– auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-655/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das Gesuch um Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistands wird gutge-

heissen und dem Beschwerdeführer die rubrizierte Rechtsanwältin als amt-

liche Rechtsbeiständin beigeordnet. 

5.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird durch das Bundesverwaltungsgericht 

ein amtliches Honorar in Höhe von Fr. 1'600.– ausgerichtet. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lukas Müller Michal Koebel 

 

 

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