# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a4d8023-d628-5b24-8e86-d2f95d886925
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2010 E-1920/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1920-2010_2010-03-31.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1920/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______,
Eritrea,
vertreten durch lic. iur. Alexandra von Weber, 
BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);
Verfügung des BFM vom 18. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1920/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die  Beschwerdeführerin  am 7. Januar 2010 in  die  Schweiz ge-
langte und gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  sie  am 20. Januar  2010 im Empfangs-  und Verfahrenszentrum 
Basel  zu  ihrem  Asylgesuch  befragt  wurde  und  ihr  gleichzeitig  das 
rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien gewährt 
wurde, da sie gestützt auf die Fingerabdruckvergleiche in der Daten-
bank  EURODAC am 21.  November  2009  und  4. Dezember  2009  in 
Italien daktyloskopisch erfasst wurde,

dass  die  Beschwerdeführerin  vorerst  einräumte,  in  Italien  ein  Asyl-
gesuch gestellt  zu  haben (Akten BFM A2/10 S. 2),  im Rahmen des 
rechtlichen  Gehörs  jedoch  entgegnete,  eigentlich  habe  sie  gar  kein 
Asylgesuch gestellt  und zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien 
vorbrachte,  sie  hätte  dort  keine  Unterkunft,  müsste  in  Plantagen 
schlafen und sie habe in Italien noch keinen Bescheid erhalten (A2/10 
S. 7),

dass das  BFM am 25. Januar  2010 ein Übernahmeersuchen an die 
italienischen Behörden richtete,

dass eine Antwort der italienischen Behörden bisher ausblieb,

dass das BFM mit Verfügung vom 18. März 2010 (eröffnet am 19. März 
2010) in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 
Wegweisung  nach  Italien  sowie  den  Vollzug  anordnete  und  einer 
allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  keine  aufschiebende 
Wirkung erteilte,

dass  das  Bundesamt  den  Nichteintretensentscheid  gestützt  auf  die 
einschlägigen völkerrechtlichen Verträge im Wesentlichen mit der Zu-
ständigkeit  Italiens  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  be-
gründet,

dass die von der Beschwerdeführerin  anlässlich der Gewährung des 
rechtlichen  Gehörs  vorgebrachten  Einwände  an  der  Zuständigkeit 
Italiens für die Behandlung des Asylgesuches nichts ändern könnten,

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dass von einer entsprechenden Zustimmung Italiens auszugehen sei, 
da Italien bis zum 9. Februar 2010 keine Antwort auf das Ersuchen er-
teilt habe,

dass das BFM für den Fall einer Rückkehr nach Italien keine Hinweise 
für einen Verstoss gegen Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101) erkannte und feststellte,  weder  die in  Italien herrschende 
Situation noch andere Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit  der 
Wegweisung in diesen Staat,

dass die Beschwerdeführerin mit  Eingabe vom 25. März 2010 (vorab 
per Telefax) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erheben liess  und in  materieller  Hinsicht  beantragt,  die 
Verfügung des BFM vom 18. März 2010 sei aufzuheben und zur Neu-
beurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  weiter  sei  die  Vor-
instanz anzuweisen, ihr Recht zum Selbsteintritt  auszuüben und sich 
für  das  vorliegende  Asylgesuch  für  zuständig  zu  erachten  und 
eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Vollzuges nach Italien festzu-
stellen,

dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragt  wird,  der  Be-
schwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten,

dass  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  der  vorliegenden  Be-
schwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  sei  und  die  Voll-
zugsbehörden anzuweisen seien, bis zum Entscheid des Bundesver-
waltungsgerichts von einer Überstellung nach Italien abzusehen,

dass  subeventualiter  beantragt  wird,  die  Frist  zur  Wegweisung  nach 
Italien bis zur Behandlung der notwendigen medizinischen Eingriffe zu 
erstrecken,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 26. März 2010 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme den Vollzug der Wegweisung 
aussetzte,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  allfällige  Ge-
währung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde befinde,

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und erwägt,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist und auf die frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  105 
AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art.  48  Abs. 1  VwVG  sowie  Art.  52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32 -  35 AsylG),  die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage,  ob  die  Vorinstanz  zu 
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, beschränkt ist, 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  -  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist 
(vgl.  die  diesbezüglich  weiterhin  zutreffende  Rechtsprechung  der 
vormals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK] 
publiziert in Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2004 
Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

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dass  die  Beschwerdeführerin  unbestrittenermassen  von  den 
italienischen Behörden in der Datenbank EURODAC erfasst wurde, 

dass bei dieser Sachlage Italien gestützt auf die einschlägigen staats-
vertraglichen  Bestimmungen  (Abkommen vom 26. Oktober  2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft  und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin-Assoziierungsabkommen, 
SR  0.142.392.68]; Verordnung  [EG] Nr. 343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar  2003 zur  Festlegung der  Kriterien  und Verfahren zur  Be-
stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zu-
ständig ist [VO Dublin]; Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission 
vom  2. September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Ver-
ordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des  Rates  [DVO Dublin])  für  die  Durch-
führung des Asylverfahrens zuständig ist, 

dass in der Rechtsmitteleingabe vorab geltend gemacht wird,  die Be-
schwerdeführerin  sei  aufgrund  ihres  schlechten  körperlichen  und 
psychischen Zustandes hospitalisiert  worden und es sei  der  Rechts-
vertreterin  demzufolge  nicht  möglich  gewesen,  sich  über  den  be-
schwerderelevanten Sachverhalt gehörig zu informieren,

dass die Beschwerdeführerin gemäss Auskunft der zuständigen Ärztin 
vor  zirka  sechs  Wochen  Opfer  einer  Vergewaltigung  und  als  Folge 
davon schwanger geworden sei und zur Überwachung und für weitere 
Abklärung vorerst im Krankenhaus bleiben müsse,

dass  zwei  Onkel  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  mit  einer 
Aufenthaltsbewilligung B leben würden, der  Rechtsvertreterin im Zeit-
punkt der Beschwerdeeinreichung nicht bekannt sei, in welchem Ver-
hältnis  diese  zu  ihren  Onkeln  stehe,  und  sobald  es  der  Rechtsver-
treterin  möglich  sei,  mit  der  Beschwerdeführerin  zu  sprechen,  dem 
Gericht eine Beschwerdeergänzung nachgereicht würde, 

dass  das  sinngemässe Gesuch um Ansetzung einer  angemessenen 
Frist zur Ergänzung der Beschwerde (Art. 53 VwVG) abzuweisen ist, 
da im vorliegenden Prozessgegenstand - wie nachstehend ausgeführt 
wird - das Verhältnis der Beschwerdeführerin zu ihren in der Schweiz 
lebenden Onkeln nicht von entscheidwesentlicher Bedeutung ist,

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dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  gerügt  wird,  das  BFM  habe  das 
rechtliche Gehör verletzt, indem es über das Asylgesuch entschieden 
habe,  ohne sich in  den Erwägungen mit  der familiären Situation der 
Beschwerdeführerin  auseinanderzusetzen  und  jegliche  Begründung 
fehle, weshalb die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht im Sinne 
von  Art.  3  Abs.  2  beziehungsweise  Art.  8  der  Verordnung  (EG)  Nr. 
343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  (Dublin  II-VO)  in  Ver-
bindung mit  Art. 15 Dublin  II-VO geprüft  worden seien und diese im 
Sinne von Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  ein  Weg-
weisungshindernis darstellen könnten,

dass die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs im vorliegenden 
Kontext offenkundig nicht durchzudringen vermag und der Verweis in 
der Rechtsmitteleingabe auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
in  Sachen D-6962/2009  daran nichts  ändern  kann,  da  sich  die  ent-
sprechende Rechtsprechung inzwischen gewandelt  hat  und gefestigt 
ist,

dass die Bestimmung von Art. 34 Abs. 3 Bstn. a -  c AsylG, wonach 
Abs. 2  Bstn. a,  b, c  und e dieses Artikels  keine Anwendung finden, 
wenn  Personen,  zu  denen  die  asylsuchende  Person  enge  Be-
ziehungen hat, oder nahe Angehörige in der Schweiz leben, oder die 
asylsuchende  Person  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art. 3 AsylG erfüllt, oder Hinweise darauf bestehen, dass im Drittstaat 
kein  effektiver  Schutz  vor  Rückschiebung  nach  Art. 5  Abs. 1  AsylG 
besteht, bei einem auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützten Nichtein-
tretensentscheid  nicht  anwendbar  ist  (vgl.  die  Auflistung  in  Art.  34 
Abs. 3 AsylG e contrario),

dass zwar zwei Onkel der Beschwerdeführerin in der Schweiz leben, 
was  gemäss  dem  Willen  des  Gesetzgebers  einer  Anwendung  von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG aber nicht entgegensteht,

dass demnach das Verhältnis der Beschwerdeführerin zu ihren Onkeln 
in  der  Schweiz  unter  dem  Aspekt  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  d  AsylG 
unerheblich ist,

dass  Art.  2  Bst.  i  der  Dublin  II-Verordnung als  "Familienangehörige" 
den  Ehegatten  des  Asylbewerbers  oder  den  nicht  verheirateten 
Partner des Asylbewerbers, der mit diesem eine dauerhafte Beziehung 
führt,  sofern  gemäss  den  Rechtsvorschriften  oder  den  Gepflogen-

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heiten  des  betreffenden  Mitgliedstaats  nichtverheiratete  Paare  nach 
dessen  Ausländerrecht  ähnlich  behandelt  werden  wie  verheiratete 
Paare,  die  minderjährigen  Kinder  von solchen  Paaren  oder  des  An-
tragstellers,  sofern  diese  ledig  und  unterhaltsberechtigt  sind,  gleich-
gültig, ob es sich nach dem einzelstaatlichen Recht um eheliche oder 
ausserehelich geborene oder adoptierte Kinder handelt, definiert,

dass  die  Onkel  der  Beschwerdeführerin  somit  keine  "Familien-
angehörigen"  im Sinne der  Dublin  II-Verordnung sind,  weshalb auch 
unter diesem Aspekt entgegen den Vorbringen in der Rechtsmittelein-
gabe  nichts  zugunsten  der  Beschwerdebegehren  abgeleitet  werden 
kann, 

dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  zu  Unrecht  gerügt  wird,  das  BFM 
habe einen Sebsteintritt  gemäss Art. 15 Dublin II-VO nicht  einmal in 
Erwägung  gezogen,  obwohl  dies  aufgrund  der  angeführten 
Verwandtschaftsverhältnissse nahe gelegen wäre,

dass  bezüglich  des  Verhältnisses  zwischen  dem  so  genannten 
Selbsteintrittsrecht  gemäss Art. 3  Abs. 2 Dublin II-VO einerseits  und 
der  humanitären  Klausel  gemäss  Art.  15  Dublin  II-VO andererseits 
festzuhalten  ist,  dass  die  beiden  Bestimmungen  zwar  miteinander 
korrelieren, sich aber dadurch unterscheiden, als Art. 15 Dublin II-VO 
nur auf Ersuchen eines anderen Dublin-Staates Anwendung findet und 
eine wesentlich grössere Regelungsdichte als Art. 3 Abs. 2 Dublin II-
VO enthält, welcher nur bei besonders schwerwiegenden humanitären 
Gründen Anwendung findet,

dass  bei  dieser  Sachlage  der  Umstand,  dass  zwei  Onkel  der 
Beschwerdeführerin in der Schweiz leben, ohne entscheidwesentliche 
Bedeutung ist und demnach keine Verletzung der Begründungspflicht 
und somit des rechtlichen Gehörs seitens des BFM vorliegt, wenn es 
diesen Umstand nicht in die Entscheidfindung miteinbezog,

dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern 
schwerwiegende humanitäre Gründe oder die Gefahr einer Verletzung 
der EMRK oder anderer Grundrechte drohen würden und folglich Art. 3 
Abs. 2 Dublin-II-VO zur Anwendung kommen müsste,

dass  insgesamt  keine  begründeten  Anhaltspunkte  vorliegen,  dass 
Italien  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Be-

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stimmungen,  insbesondere  an  das  Refoulementverbot  oder  die  ein-
schlägigen Normen der EMRK halten würde, 

dass insbesondere auch der Zugang zum Asylverfahren und eine ent-
sprechende Unterkunft sowie der Zugang zu medizinischen Institutionen 
in Italien gewährleistet wird,

dass der Antrag in der Rechtsmitteleingabe, es sei die Frist zur Weg-
weisung  nach  Italien  bis  zur  Behandlung  der  notwendigen 
medizinischen Eingriffe  zu  erstrecken,  einzig  zeitliche Vollzugsmodali-
täten der Wegweisung nach Italien betreffen,

dass das BFM im Zeitpunkt des Ergehens der angefochtenen Verfügung 
von der  geltend gemachten  Vergewaltigung und  deren  medizinischen 
Folgen keine Kenntnis hatte,

dass  davon  auszugehen  ist,  dass  die  schweizerischen  Vollzugs-
behörden bei der Neuansetzung des Überstellungstermins nach Italien 
die  gesundheitlichen  Aspekte  der  Beschwerdeführerin  gebührend 
berücksichtigen,

dass  darüber  hinaus  im  Rahmen  der  Rückführungsmodalitäten  die 
italienischen  Behörden  über  allfällige  spezielle  Gesundheitsaspekte 
der  Beschwerdeführerin  zum  Voraus  und  nicht  kurzfristig  zu 
informieren sind und ein adäquater Empfang der Beschwerdeführerin 
durch  die  italienischen  Behörden  gesichert  werden  muss,  so  dass 
gewährleistet werden kann, dass der Beschwerdeführerin die allenfalls 
notwendige medizinische Betreuung bereits  mit  dem Übertritt  in das 
italienische Asylverfahren zuteil wird,

dass  Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Un-
terbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt wer-
den und sich - neben den staatlichen Strukturen - auch zahlreiche pri-
vate  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen,

dass die Beschwerdeführerin und allenfalls die Rechtsvertreterin sowie 
das behandelnde medizinische Fachpersonal einzuladen sind, die zu-
ständigen schweizerischen Behörden entsprechend zu dokumentieren 
und zu unterstützen,

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dass  das  BFM  die  Beschwerdeführerin  somit  in  den  Dublin-Staat 
Italien  überführen  darf,  welcher  für  die  Prüfung  ihres  Asylantrages 
staatsvertraglich zuständig ist, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  ein-
getreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. 
d  AsylG  die  Frage nach  der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst 
Regelfolge) des Nichteintretensentscheides ist, und hier nicht mehr zu 
prüfen ist, 

dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt 
von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  stellen, 
sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der 
Ausübung  des  Selbsteintrittrechts  oder  gegebenenfalls  -  falls  sich 
Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Mitgliedstaaten  befinden 
und allenfalls zusammengeführt werden sollten - bei der Ausübung der 
sog.  Humanitären  Klausel  (Art.  15  Dublin-II-VO)  [statt  vieler 
E-4763/2009],

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Gesuch,  der  vorliegenden  Be-
schwerde  sei  die  aufschiebende  Wirkung  zuzuerkennen,  gegen-
standslos ist,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
nach  Art.  65  Abs.  1  VwVG  ungeachtet  einer  Bedürftigkeit  der  Be-
schwerdeführerin  abzuweisen  ist,  da  sich  die  Rekursbegehren,  mit 
Ausnahme  des  Antrages  bezüglich  blosser  zeitlicher  Rückführungs-
modalitäten,  gemäss  vorstehenden  Erwägungen  als  aussichtslos 
präsentierten,  welcher  Umstand  die  Gewährung  unentgeltlicher 
Prozessführung nach Gesetz ausschliesst,

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  (Art. 1-3  des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  wären  (Art. 63 
Abs. 1  VwVG),  diese  jedoch unter  Berücksichtigung  der  besonderen 
vorliegenden Umstände in Anwendung von Art. 6 Bst.b VGKE zu er-
lassen sind. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und die kantonale Ausländerbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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