# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84b469ed-ca6c-5d12-ba95-34126e6f56ad
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.01.2019 200 2018 272
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-272_2019-01-15.pdf

## Full Text

200 18 272 IV
KNB/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Januar 2019

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. März 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), Mutter zweier in den Jahren 2000 und 2002 geborener Kinder 
und bis August 2013 im Rahmen eines 50%-Pensums als Mitarbeiterin … 
im C.________ bzw. seit Herbst 2016 in einem 30%-Pensum bei der 
D.________ erwerbstätig, meldete sich im Februar 2013 unter Hinweis auf 
ein seit Oktober 2012 bestehendes „Burnout“ bei der Eidgenössischen In-
validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 1; 8; 22.10; Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I] 8; Beschwerde vom 12. April 2018, S. 4). 
Nachdem die IVB erwerbliche Abklärungen getätigt, Berichte behandelnder 
Ärzte beigezogen und die Akten des Krankentaggeldversicherers, u.a. be-
inhaltend eine „Second opinion zur aktuellen Arbeitsfähigkeit“ von Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (act. II 22.7), 
eingeholt hatte, verneinte sie mit (unangefochten gebliebener) Verfügung 
vom 26. September 2013 (act. II 27) mangels Vorliegens einer Invalidität im 
Rechtssinne einen Anspruch auf Leistungen der IV. 

B.

Im März 2015 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf die Folgen 
eines im Dezember 2014 erfolgten operativen Eingriffs an der Halswir-
belsäule (HWS) sowie eine allgemeine Schwächung „durch Burnout“ erneut 
bei der IVB zum Leistungsbezug an (act. II 29). Gegen den von der IVB 
daraufhin erlassenen Vorbescheid vom 12. Juni 2015 (act. II 38), mit wel-
chem sie das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht stellte, 
liess die Versicherte Einwand erheben (act. II 39). In der Folge klärte die 
IVB den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab, zog Berichte behandeln-
der Ärzte und des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 46; 51; 
58 f.) bei und liess durch ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 60). Mit Vorbescheid vom 23. Juni 2017 
(act. II 61) stellte die IVB der Versicherten bei einem nach Massgabe der 

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gemischten Methode (Erwerb: 50%; Haushalt: 50%) ermittelten Invali-
ditätsgrad von 11% die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht. 
Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben (act. II 71), woraufhin die 
IVB beim RAD sowie beim Abklärungsdienst eine Stellungnahme einholte 
(act. II 76; 78). Mit Verfügung vom 9. März 2018 (act. II 79) entschied die 
IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

C.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 12. April 2018 Beschwerde erheben. Sie stellt die folgen-
den Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 9. März 2018 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführerin sei mindestens eine halbe, je nach Berück-
sichtigung der Einwände eine Viertels-IV-Rente zuzusprechen.

3. Eventualiter sei das Dossier zur Bestimmung des IV-Grades und al-
lenfalls für weitere Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.

4. Der Beschwerdeführerin sei das Recht auf unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren, unter Beiordnung des unterzeichnenden An-
walts als Rechtsvertreter.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit weiterer Eingabe vom 25. April 2018 reichte die Beschwerdeführerin – 
entsprechend der Aufforderung im Rahmen der prozessleitenden Verfü-
gung vom 16. April 2018 – weitere Unterlagen betreffend das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege ein (Akten der Beschwerdeführerin [act. IA]).

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2018 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 12. Dezember 2018 reichte die Beschwerdeführerin Schlussbemerkun-
gen ein, welche der Beschwerdegegnerin in der Folge zur Kenntnisnahme 
zugestellt wurden.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. März 2018 (act. II 
79). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine Neuanmeldung nur geprüft, 
wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 
und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 

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der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist u.a. bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom März 2015 (act. II 
29) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu über-
prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeit-
punkte bilden die Verfügung vom 26. September 2013 (act. II 27) – mit der 
ein Leistungsanspruch mangels Vorliegens einer Invalidität verneint wurde 

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– und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 9. März 2018 (vgl. 
E. 2.3.3 vorne). 

3.2 In der Verfügung vom 26. September 2013 (act. II 27) stützte sich 
die Beschwerdegegnerin auf die zu Handen des Krankentaggeldversiche-
rers erstellte und auf einer persönlichen Untersuchung beruhenden „Se-
cond Opinion zur aktuellen Arbeitsfähigkeit“ von Dr. med. E.________ vom 
12. Juli 2013 (act. II 22.7) ab. Dieser diagnostizierte eine depressive Episo-
de, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4) bei psychosozialen Belastungen 
(Trennung/Scheidung, Alleinerziehend, finanzielle Sorgen, berufliche und 
private Aufgaben, Belästigung etc. [S. 2]). Da es im Mai 2013 zu einer sub-
jektiven Verbesserung gekommen, die Sitzungsfrequenz gesenkt und die 
Medikation abgesetzt worden sei, sei ab Juni 2013 von keiner Arbeitsun-
fähigkeit mehr auszugehen (S. 5).

3.3 Bei Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügung vom 9. März 2018 (act. II 79; BGE 
131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt mit Bericht vom 16. Februar 
2015 (act. II 30 S. 1) die Diagnose „6 Wochen nach ACIF [anterior cervical 
interbody fusion] C6/7 bei St. n. Foraminalstenosen und zervikobrachialem 
Schmerzsyndrom C6/7 bds. linksbetont“ fest. Die zum Teil invalidisierenden 
Schmerzen seien regredient; was die Beschwerdeführerin noch spüre, 
seien Verspannungen im Nacken. Da sie bis vor ihrem Burnout im … 
gearbeitet habe, könne sie langfristig nicht mehr in die angestammte 
Tätigkeit zurückkehren und eine Umschulung sei zu empfehlen. 

Mit weiterem Bericht vom 12. Juni 2015 (act. II 39 S. 3 f.) hielt Dr. med. 
F.________ fest, der Beschwerdeführerin sei es eigentlich recht gut ge-
gangen, sie habe ein Aufbautraining durchführen können. Sie habe nun 
aber zeitweise wieder Rückschläge erlitten, mit am Sonntag Kopfaufprall 
mit massiven Nackenbeschwerden und Verkrampfung, sodass sie wieder 
Schmerzmittel habe einnehmen müssen. Die Beschwerdeführerin sei auch 
verzweifelt, da sie eine Ablehnung von der IV erhalten habe. Es präsentiere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 8

sich unverändert eine gute Lage des Cages C6/7 und es bestehe kein Hin-
weis für eine Lockerung oder sekundäre Dislokation. Es beständen be-
kannte Diskopathien C5/6, C4/5 und C3/4. In der Beurteilung hielt Dr. med. 
F.________ fest, die Beschwerdeführerin „dürfte sich die kranialen An-
schlusssegmente bei diesem Kopfanprall traumatisiert haben“, was ihren 
aktuell heftigen Leidensdruck erkläre (S. 3). 

Mit Bericht vom 25. September 2015 (act. II 42 S. 2 f.) hielt Dr. med. 
F.________ die folgenden Diagnosen fest (S. 2): 

• 9 Monate nach ACIF C6/7 bei Status nach zervikobrachialem 
Schmerzsyndrom C7 beidseits. Multietagere Diskopathien C3-C6 mit 
leichten Foraminalstenosen C3-C6 rechtsbetont 

• Chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit/bei: 
o Diskopathie L4/5 mit rezessaler Stenose L4/5 beidseits und 

Anulusriss L4/5 
o Diskopathie und Diskusprotrusion L5/S1

Die Beschwerdeführerin klage nach wie vor über Zervikalgien beidseits, die 
seit dem Kopfanprall im Juni relativ hartnäckig persistierten. Daneben klage 
sie aber auch über thorakale und lumbale Schmerzen, zeitweise mit 
Ausstrahlung in beide Gesässseiten. Die Beschwerden könnten „gut in der 
Bildgebung objektiviert werden.“ Es zeige sich sicher eine Chronifizierung 
der Schmerzen (S. 2). Die Beschwerdeführerin werde ab dem 12. August 
2015 bis auf weiteres zu 70% arbeitsunfähig geschrieben (S. 3). 

3.3.2 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, hielt im Bericht vom 7. Januar 2016 (act. II 44) fest, aus 
psychiatrischer Sicht könne weiterhin auf die second opinion von Dr. med. 
E.________ vom 12. Juli 2013 (act. II 22.7) abgestellt werden. Aus psych-
iatrischer Sicht sei sowohl die bisherige wie auch eine angepasste Tätigkeit 
zu 100% zumutbar. 

3.3.3 PD Dr. med. H.________, Facharzt für Anästhesiologie, stellte im 
undatierten, der Beschwerdegegnerin am 9. März 2016 zugestellten Bericht 
(act. II 47) die folgenden Diagnosen (S. 2): 

Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom 
- Status nach ACIF C6/7 Januar 2015 
- multisegmentale Diskopathien sowie Foramenstenosen C3-C6 beidseits 

rechtsbetont 
- chronisches lumbales Schmerzsyndrom im Rahmen von multiplen degene-

rativen Veränderungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 9

- chronisches thorakovertebrales Schmerzsyndrom 
- psychosoziale Belastungssituation

Es sei der „frustrane“ Versuch einer pharmakologischen Schmerztherapie 
erfolgt. Ein weiterer Punkt wäre die interventionelle Schmerztherapie ge-
wesen. Aufgrund der massiven Schmerzausweitung habe er jedoch zum 
damaligen Zeitpunkt keine sinnvollen Möglichkeiten gesehen, „mittels seg-
mentaler Blockaden weiterzukommen“ (S. 3). Die Beschwerdeführerin sei 
massivst schmerzgeplagt bzw. massivst dekonditioniert. Zudem wirke sie 
depressiv, wobei es sich hier wahrscheinlich um eine sekundäre Folge der 
Schmerzkrankheit handle (S. 4).

3.3.4 Im Bericht vom 6. Oktober 2016 (act. II 51 S. 3 f.) hielt der RAD-
Arzt Dr. med. G.________ nach interner Zuweisung an die RAD-Ärztin Dr. 
med. I.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-
gie des Bewegungsapparates (vgl. act. II 50), fest, aus psychiatrischer 
Sicht seien die bisherige und eine angepasste Tätigkeit zu 100% zumutbar. 
Aus orthopädischer Sicht seien „nach ACIF 06/7“ vom Januar 2015 keine 
wesentlichen funktionellen Einschränkungen beschrieben, die die Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf Dauer beeinträchtigen könnten. 
Die muskuläre Dekonditionierung sollte mit regelmässigem Training zu be-
herrschen sein. Die angestammte Tätigkeit in der ... sowie jede andere 
körperliche Tätigkeit seien aus orthopädischer Sicht seit April 2015, d.h. 
drei Monate postoperativ, nicht mehr durchführbar. Aufbauend auf den 
Kenntnissen der Beschwerdeführerin in der Medizin, sei ihr eine angepass-
te, vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schweren 
Lasten seit diesem Zeitpunkt zumutbar (act. II 51 S. 4).

3.3.5 Vom 7. Februar bis 10. März 2017 wurde die Beschwerdeführerin 
im Spital J.________ stationär abgeklärt und behandelt. Im entsprechen-
den Austrittsbericht vom 27. März 2017 (act. II 56 S. 2 ff.) wurde im We-
sentlichen die folgende Diagnose gestellt (S. 2):

Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen 
- Hauptschmerz im Bereich der Halswirbelsäule, Schulter dorsal in den linken 

Arm ausstrahlend 
- läsional induzierter Schmerz mit perzeptiver Verstärkung 
- Diskektomie und Fusion HWK6/7 2014 bei hochgradiger Foraminalstenose 

beidseits
- MRI HWS 08/2016: Deutliche Fehlhaltung der HWS im Sinne einer Streck-

haltung, leichtgradige Osteochondrosen C3-6, kleine breitflächige Diskus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 10

hernie C3/4 mit Eindellung des Duraschlauchs ohne Beeinträchtigung neu-
raler Strukturen 

- psychobiographische Hinweise auf Pain- und Action proneness 
- Klammeralgometrie 13. Februar 2017 ohne Hinweis auf zentrale Hypersen-

sibilität 
- Opiatübergebrauch, während Hospitalisation Ausschleichen der Opioide

Der Hauptschmerzpunkt liege im Bereich des Nackens mit einer Ausstrah-
lung beidseits, aber vor allem linksseitig in den dorsalen Schulterbereich 
sowie in den linken Arm. Weitere Schmerzpunkte gebe die Beschwerdefüh-
rerin im Bereich der Claviculae, punktförmig im Bereich der mittleren BWS, 
der LWS sowie nicht-dermatomspezifisch ausstrahlend über das Gesäss 
und die medialen posterioren Oberschenkelanteile, an (S. 6). Die Arbeits-
unfähigkeit betrage bis und mit 19. März 2017 100%, danach 70% für einen 
Monat. In der Folge sei eine hausärztliche Reevaluation erforderlich (S. 5). 

3.3.6 Im Bericht vom 31. Mai 2017 (act. II 58 S. 2 ff.) hielt der RAD-Arzt 
Dr. med. G.________ fest, im Verlauf schienen psychische und psychoso-
ziale Faktoren mit eine Rolle bei der Aufrechterhaltung und zeitweiligen 
Verstärkung der Schmerzen gespielt zu haben. Diese Entwicklung sei mit 
der Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psy-
chischen Faktoren (ICD-10 F45.41) vereinbar. Während diagnostisch eine 
Änderung vorzunehmen sei, könne eine Veränderung bzw. Verschlechte-
rung von Seiten der Psychopathologie und der funktionellen psychischen 
Beeinträchtigungen im Verlauf nicht ausgemacht werden. Am Zumutbar-
keitsprofil, wie es im ärztlichen Bericht vom 6. Oktober 2016 formuliert wor-
den sei, könne festgehalten werden (S. 4). 

Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________ (vormals I.________ [vgl. Beschwer-
deantwort vom 16. Mai 2018, S. 3 Ziffer 11]) hielt mit „Aktennotiz RAD“ vom 
31. Mai 2017 (act. II 59) fest, der MRI-Befund vom August 2016 beschreibe 
eine deutliche Fehlhaltung der HWS im Sinne einer Streckhaltung. Diese 
sei am ehesten muskulär bedingt und somit gut behandelbar. Die aufge-
führten Osteochondrosen des 3. und 6. Halswirbelkörpers seien als alters-
entsprechend zu beurteilen. Die Diskushernie C3/4 beeinträchtige neurale 
Strukturen nicht. Somit sei auch dieser Befund nicht relevant für die Ar-
beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 11

3.3.7 Chiropraktiker Dr. L.________ hielt im Bericht vom 3. August 2017 
(act. II 80 S. 34) fest, die Beschwerdeführerin befinde sich in einem Teu-
felskreis, aus welchem sie nicht herauskomme. Die Depression liege einige 
Jahre zurück, sie sei aber nach wie vor unter medikamentöser Behandlung. 
Die Beschwerdeführerin sei angewiesen auf Haushaltshilfe und habe nur 
eine geringe Arbeitsfähigkeit, zurzeit rund 30%.

3.3.8 Im zu Handen der Beschwerdeführerin erstellten Bericht des Spi-
tals J.________ vom 30. Oktober 2017 (act. II 71 S. 4) wurde festgehalten, 
im Zeitraum vom 28. Dezember 2016 bis 19. April 2017 bestehe eine Ar-
beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 30% mit Unterstützung einer 
Haushaltshilfe. Die Beschwerdeführerin leide an chronischen Schmerzen 
im Bereich des Nackens und des linken Armes. Diese seien nach Stabilisa-
tion im Halswirbelsäulenbereich zwar regredient, aber nicht verschwunden. 
Die dadurch entstehenden Einschränkungen bedingten einen Arbeitsplatz 
mit angepasster Tätigkeit.

3.4

3.4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

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Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Soll jedoch ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65). 

3.4.4 Im Gebiet der Sozialversicherung gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten respektive der 
Parteien zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, 
von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen verletzt 
etwa dann Bundesrecht, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare 
Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage auf 
unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 23. Februar 2017, 8C_344/2016, E. 2.1).

3.5 In der angefochtenen Verfügung vom 9. März 2018 (act. II 79) 
stellte die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht auf die diversen, 
ausschliesslich auf den Akten basierenden, versicherungsinternen Berichte 
des RAD ab. Insoweit ist Folgendes festzuhalten: 

3.5.1 In somatischer Hinsicht folgt aus den Akten, dass sich die 
Beschwerdeführerin Ende 2014 (vgl. act. II 39 S. 3) einem operativen 
Eingriff an der HWS im Bereich C6/7 unterzog. Wenngleich der weitere 
Verlauf gemäss Dr. med. F.________ vorerst positiv und die Schmerzen 
regredient waren (vgl. act. II 30 S. 1), entwickelten sich nach den 
aktenmässig dokumentierten Angaben der Beschwerdeführerin im Verlauf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 13

Zervikalgien (act. II 39 S. 3) sowie in der weiteren Folge auch lumbale und 
thorakale Beschwerden, welche nach der derzeitigen Aktenlage in ein 
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom (vgl. act. II 47 S. 2) bzw. eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen 
(act. II 56 S. 2) mündeten. 

Insoweit ist zunächst festzuhalten und im Übrigen unbestritten, dass – 
nachdem im Zeitpunkt der Verfügung vom 26. September 2013 (act. II 27) 
ausschliesslich psychische Beschwerden zur Diskussion gestanden hatten 
– mit dem Vorliegen einer sich gemäss Angaben der Beschwerdeführerin 
somatisch manifestierenden Beschwerdeproblematik mit potentieller 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit grundsätzlich ein Revisionsgrund 
gegeben und der Rentenanspruch folglich in rechtlicher und tatsächlicher 
Hinsicht allseitig zu prüfen ist (vgl. E. 2.3.4 vorne). 

Was sodann die medizinische Einschätzung der gesundheitlichen Situation 
und des funktionellen Leistungsvermögens bis zum massgebenden Zeit-
punkt der angefochtenen Verfügung vom 9. März 2018 anbelangt, so folgt 
aus den Berichten des behandelnden Orthopäden, Dr. med. F.________, 
dass keine Hinweise auf neurologische Ausfälle bestehen und sich stets 
eine gute Lage des Cages C6/7 präsentierte (vgl. act. II 42 S. 2). Indessen 
stellte er in befundmässiger Hinsicht auch eine deutlich eingeschränkte 
Kopfrotation, einen deutlichen paravertebralen Hartspann und eine erheb-
lich eingeschränkte Inklination/Reklination lumbal fest (vgl. act. II 39 S. 3; 
42 S. 2). Gleichzeitig bezog er sich auf ein MRI der LWS, welches eine 
Diskopathie mit rezessalen Stenosen L4/5 und eine Diskopathie L5/S1 zei-
ge und hielt im Rahmen der Beurteilung fest, die Beschwerden könnten 
„gut in der Bildgebung objektiviert werden“ (act. II 42 S. 2). PD Dr. med. 
H.________, welcher – nachdem eine medikamentöse Behandlung offen-
bar wegen Unverträglichkeit fehlgeschlagen war – aufgrund der massiven 
Schmerzausweitung auf eine interventionelle Schmerztherapie verzichtet 
hatte, interpretierte die Beschwerden im Sinne eines myofaszialen 
Schmerzsyndroms (act. II 47 S. 3). Nichts grundsätzlich anderes – weder in 
befundmässiger Hinsicht noch bezüglich der Beschwerdeangaben – folgt 
aus dem Bericht des Spitals J.________ vom 27. März 2017 (vgl. act. II 56 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 14

S. 2 ff.). Immerhin wird hier jedoch – soweit ersichtlich erstmals – ein 
Taubheitsgefühl im Bereich C5 links erwähnt (vgl. S. 8).

Vor diesem Hintergrund überzeugt die Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. 
med. I.________ im Bericht vom 5. bzw. 6. Oktober 2016 (act. II 50 S. 2 
ff.), wonach aus somatischer Sicht „keine wesentlichen funktionellen Ein-
schränkungen beschrieben“ seien, welche die Arbeitsfähigkeit in einer an-
gepassten Tätigkeit auf Dauer beeinträchtigen könnten (S. 4), nicht restlos. 
Ferner ist nicht ersichtlich, ob der RAD-Ärztin der MRI-Befund der LWS (im 
Gegensatz zu jenem der HWS vom August 2016 [vgl. act. II 59]) vorlag. 
Schliesslich trifft ihre Feststellung, wonach hinsichtlich der Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit zwischen ihr und den behandelnden Ärzten Einigkeit 
bestehe (vgl. act. II 50 S. 4; 51 S. 4), in dieser Absolutheit nicht zu: Dr. 
med. F.________ hielt im Bericht vom 25. September 2015 (act. II 42 S. 
2 f.) fest, die Beschwerdeführerin werde ab dem 12. August 2015 zu 70% 
arbeitsunfähig „geschrieben bis auf weiteres“. Er hoffe, dass die Beschwer-
deführerin in naher Zukunft die Arbeitsbelastung in einer adaptierten Tätig-
keit auch wieder steigern könne (S. 3). PD Dr. med. H.________ hielt 
lediglich fest, in einer körperlich stark angepassten Tätigkeit „könnte [der 
Beschwerdeführerin] sicherlich ein gewisses Pensum zugemutet werden“ 
(act. II 47 S. 4). Nichts Gegenteiliges folgt schliesslich aus dem Bericht des 
Spitals J.________ vom 30. Oktober 2017 (act. II 71 S. 4), davon abgese-
hen, dass sich diese Stellungnahme ausdrücklich nur auf den Zeitraum 
vom 28. Dezember 2016 bis 19. April 2017 bezieht. Im Gegensatz zur 
RAD-Ärztin haben demnach die behandelnden Ärzte zu keinem Zeitpunkt 
eine in Bezug auf den Leiden angepasste Tätigkeiten ab April 2015 durch-
gehende 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. 

Die Frage nach dem Vorliegen eines somatischen invalidisierenden Ge-
sundheitsschadens kann somit in Anbetracht der in befundmässiger Hin-
sicht nicht durchwegs übereinstimmenden und auch bezüglich der 
Arbeitsunfähigkeit unterschiedlichen Einschätzungen der behandelnden 
Ärzte einerseits und der RAD-Ärztin andererseits nicht abschliessend beur-
teilt werden.

3.5.2 In psychischer Hinsicht wurde im Bericht des Spitals J.________ 
vom 27. März 2017 (act. II 56 S. 2 ff.) eine chronische Schmerzstörung mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 15

somatischen und psychischen Anteilen diagnostiziert (S. 2). Auch der RAD-
Arzt Dr. med. G.________ hielt fest, die (in den Akten dokumentierte) Ent-
wicklung sei mit der Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Faktoren (ICD-10 45.41) vereinbar (act. II 58 
S. 4). Obgleich im vorgenannten Bericht des Spitals J.________ der – nur 
sehr kursorisch erhobene und sich auf vier Zeilen beschränkende – Psy-
chostatus unauffällig war (act. II 56 S. 8), so ändert dies nichts daran, dass 
nach derzeitiger Aktenlage in Bezug auf den gesamten Beurteilungszeit-
raum seit der Neuanmeldung im März 2015 eine (psychosomatische) 
Schmerzproblematik zur Diskussion steht. Indem ein Revisionsgrund ge-
geben ist (vgl. E. 3.5.1 vorne), ist dabei die Feststellung des RAD-Arztes 
Dr. med. G.________ im Bericht vom 31. Mai 2017 (act. II 58 S. 4), wonach 
sich im Verlauf keine Veränderung oder Verschlechterung der Psychopa-
thologie ergeben habe, nicht von Belang. Entscheidend ist einzig, dass er 
das Vorliegen einer (auch diagnostisch klassifizierten) Schmerzproblematik 
grundsätzlich nicht in Abrede stellt, wenn er festhielt, im Verlauf schienen 
psychische und psychosoziale Faktoren mit eine Rolle bei der Aufrechter-
haltung und zeitweiligen Verstärkung der Schmerzen gespielt zu haben 
(S. 4). Inwieweit (einzig zu berücksichtigende) krankheitsbedingte Faktoren 
das funktionelle Leistungsvermögen respektive die Arbeitsfähigkeit beein-
trächtigen, kann gestützt auf seine Berichte, welche ihrerseits auf in be-
weismässiger Hinsicht unzulänglichen Angaben basieren, nicht 
rechtsgenüglich beurteilt werden. 

3.5.3 Zusammenfassend erfüllen die vorliegend im Recht liegenden 
RAD-Berichte die Anforderungen für beweiskräftige medizinische Berichte 
(vgl. E. 3.4.2) unter den gegebenen Umständen nicht bzw. vermögen die 
Berichte der behandelnden Ärzte zumindest geringe Zweifel an deren Be-
weiswert zu wecken. Demnach kann auf die RAD-Berichte für die Beurtei-
lung des hier strittigen Rentenanspruchs (vgl. E. 1.2 vorne) nicht 
abschliessend abgestellt werden (vgl. E. 3.4.3 vorne). Ebenso wenig kann 
– bei gegebener divergenter medizinischer Aktenlage – allein auf die Be-
richte der behandelnden Ärzte bzw. des Chiropraktors (vgl. act. II 80 S. 34) 
abgestellt werden, so dass entgegen dem Rechtsbegehren gemäss Ziffer 2 
der Beschwerde über den geltend gemachten Rentenanspruch nicht be-
funden werden kann.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 16

3.6 Indem die Beschwerdegegnerin entscheidwesentlich auf die den 
beweismässigen Anforderungen (vgl. E. 3.5.3 vorne) nicht genügenden, 
allein auf den Akten basierenden Einschätzungen der RAD-Ärzte Dres. 
med. K.________ (vormals I.________) und G.________ in den Berichten 
vom 6. Oktober 2016 (act. II 51 S. 3 f.) und 31. Mai 2017 (act. II 58 S. 2 ff.) 
abgestellt und auf weitere Abklärungen verzichtet hat, verletzte sie den 
Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 3.4.4 vorne). Die medizinischen Berichte 
erweisen sich demnach vorab hinsichtlich der Frage, ob und wenn ja 
inwieweit die in den Akten dokumentierten (somatischen und/oder 
psychischen) gesundheitlichen Beeinträchtigungen das funktionelle 
Leistungsvermögen beeinflussen, als unvollständig. Mithin bedarf der 
Sachverhalt weiterer medizinischer Abklärung in Form eines 
polydisziplinären Gutachtens, wobei insbesondere die orthopädische und 
psychiatrische Fachrichtung zu berücksichtigen sein wird. Nach Vorliegen 
des Gutachtens wird die Beschwerdegegnerin sodann – je nach dessen 
Ergebnis – einen neuen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb zu erstellen 
haben. 

3.7 Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfü-
gung vom 9. März 2018 aufzuheben und die Sache – im Sinne des Even-
tualantrags – an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungs-
anspruch neu verfüge. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 17

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Die Bemessung der Parteientschädigung beurteilt sich nach kan-
tonalem Recht (BGE 125 V 408 E. 3a S. 409). Dieses hat den bundesrecht-
lichen Anforderungen gemäss Art. 61 lit. g ATSG zu genügen. Nach Art. 13 
der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des 
Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) beträgt 
das Honorar in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und Beschwerdever-
fahren Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- pro Instanz. 

Praxisgemäss ist dem Gericht bei der Festsetzung der Parteientschädigung 
ein weiter Ermessensspielraum einzuräumen. Im Rahmen seines Ermes-
sens hat das Gericht für die Bestimmung der Höhe des Anwaltshonorars 
die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streitsache, den Umfang der Arbeits-
leistung und den Zeitaufwand des Anwalts zu berücksichtigen (BGE 114 V 
83 E. 4b S. 87). 

4.3 Mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 weist Fürsprecher 
B.________ ein Honorar von Fr. 4‘605.-- (18.42 Stunden à Fr. 250.--), Aus-
lagen von Fr. 37.20 und die Mehrwertsteuer (MWSt) von Fr. 357.45, insge-
samt ausmachend einen Aufwand von Fr. 4‘999.65, aus. Dieser Betrag 
erweist sich in Anbetracht der nicht erheblichen Komplexität des Falles und 
der rechtlichen Fragestellungen, des allein einfachen Schriftenwechsels 
(mit unaufgeforderter Einreichung von Schlussbemerkungen) sowie der 
Tatsache, dass der Rechtsvertreter die Beschwerdeführerin bereits im Vor-
bescheidverfahren vertreten hatte (vgl. act. II 70 f.), als zu hoch, weshalb 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 18

der Parteikostenersatz auf pauschal Fr. 3‘500.-- (inkl. Auslagen und MWSt) 
festgesetzt wird. 

4.4 Bei diesem Ausgang ist das Rechtsschutzinteresse an der Beurtei-
lung des in diesem Verfahren gestellten Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege dahingefallen. Entsprechend ist das Verfahren um Erteilung 
der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 9. März 2018 aufgehoben und die Akten werden an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgeschrieben. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 3‘500.-- (inkl. Auslagen und 
MWSt), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2019, IV/18/272, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.