# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8328670-30b4-596c-8a35-47bff3c6183f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.08.2018 UV 2016/71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2016-71_2018-08-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2016/71

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2018

Entscheiddatum: 09.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 09.08.2018
Art. 9 Abs. 1 und 2 UVG. Berufskrankheit. Die von der Beschwerdeführerin 
geltend gemachten Beschwerden aufgrund einer 
Elektrosmogunverträglichkeit sowie einer Tonerstaubbelastung sind nicht 
überwiegend wahrscheinlich auf die berufliche Tätigkeit als Sekretärin 
zurückzuführen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 9. August 2018, UV 2016/71).

Entscheid vom 9. August 2018

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Annina Janett            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2016/71            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Horschik, Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich,

gegen

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ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, Postfach 15, 7302 

Landquart,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp, Hartbertstrasse 11, Postfach 611, 

7001 Chur,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war von Juli 2000 bis Oktober 2007 als Sekretärin beim B.___ tätig und 

dadurch bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherung (ÖKK) obligatorisch gegen die 

Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert gewesen (vgl. act. G 1.3, UV-act. 

6/2). Im Februar 2016 meldete sie der ÖKK Beschwerden, die während ihrer damaligen 

Tätigkeit im B.___ aufgrund einer fehlerhaften Elektroinstallation sowie von belastenden 

Stoffen (Tonerstaub und Rauch) am Arbeitsplatz aufgetreten seien (vgl. act. G 1.1, UV-

act. 6/2, 10).

A.b  Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen, bei welcher sich die Versicherte im 

Juni 2015 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet hatte, war 

am 18. Januar 2016 eine psychiatrische Abklärung durch den Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) durchgeführt worden. Anlässlich dieser Abklärung hatte Dr. med. C.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0), 

eine beginnende Zwangsstörung, vorwiegend Zwangshandlungen (F42.1), sowie eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren und 

anankastischen Anteilen (F60.8) diagnostiziert (vgl. den Bericht vom 9. Februar 2016, 

UV-act. 9, IV-act. 52).

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A.c  Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete der ÖKK am 23. 

März 2016 auf Anfrage, die Versicherte leide an einer extremsten Unverträglichkeit 

gegenüber diversen Umwelteinflüssen, einer schwerst eingeschränkten 

Belastungstoleranz und einer HWS-Problematik. Sie sei vom 9. Juli 2004 bis zum 15. 

Juni 2006 und einmalig am 25. August 2015 bei ihm in Behandlung gewesen. Vom 19. 

August bis 17. Dezember 2006 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (UV-

act. 6/1).

A.d  Am 13. April 2016 hielt der beratende Arzt der ÖKK, Dr. med. E.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit Verweis auf 

die RAD-Abklärung fest, dass keine Berufskrankheit ausgewiesen sei (UV-act. 10). 

Gestützt darauf lehnte die ÖKK einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der 

Unfallversicherung mit Verfügung vom 2. Mai 2016 ab (UV-act. 12).

A.e  Die dagegen erhobene Einsprache (UV-act. 17, 23) wies die ÖKK mit 

Einspracheentscheid vom 20. September 2016 ab (act. G 1.1).

B.   

B.a  Dagegen liess die Versicherte am 19. Oktober 2016 durch ihren Rechtsvertreter 

Beschwerde erheben und im Wesentlichen beantragen, der Einspracheentscheid vom 

20. September 2016 sei aufzuheben und es seien ihr die versicherungsrechtlichen 

Leistungen, insbesondere Übergangstaggelder, Übergangsentschädigung, 

Heilungskosten, Rente und Integritätsentschädigung, zu erbringen. Ausserdem sei eine 

öffentliche Verhandlung mit einer Anhörung der Beschwerdeführerin durchzuführen 

(act. G 1). Mit der Beschwerde liess die Beschwerdeführerin zudem Berichte über an 

ihrem ehemaligen Arbeitsplatz durchgeführte elektrobiologische Messungen, 

Laborbefunde sowie weitere Unterlagen einreichen (act. G 1.4 ff.).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2016 liess die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde beantragen (act. G 5).

B.c  Mit Replik vom 10. März und Duplik vom 20. März 2017 hielten die Parteien an 

ihren jeweiligen Standpunkten fest (act. G 11, G 13).

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B.d  Auf entsprechende Nachfrage des Gerichtes verzichtete die Beschwerdeführerin 

auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (vgl. act. G 14 f.).

B.e  Das Versicherungsgericht zog die Akten der Invalidenversicherung betreffend die 

Beschwerdeführerin bei und gab den Parteien Gelegenheit zur Einsicht- und allfälligen 

Stellungnahme (act. G 17 ff.). In ihrer Stellungnahme vom 11. Juni 2018 hielt die 

Beschwerdegegnerin mit Verweis auf den RAD-Bericht vom 9. Februar 2016 an der 

beantragten Beschwerdeabweisung fest (vgl. act. G 23).

B.f  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.   

1.1  Zwischen den Parteien ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen 

der obligatorischen Unfallversicherung umstritten. Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens bildet einzig die Frage, ob hinsichtlich der gesundheitlichen Probleme der 

Beschwerdeführerin eine Berufskrankheit zu bejahen ist. Das Vorliegen eines 

Unfallereignisses oder einer unfallähnlichen Körperschädigung steht nicht zur 

Diskussion und wird von der Beschwerdeführerin zu Recht auch nicht geltend 

gemacht.

1.2  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht eine in den Jahren 2000 bis 2007 

eingetretene Berufskrankheit zur Debatte, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültigen 

Bestimmungen Anwendung finden.

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1.3  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 ATSG), die 

bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe 

oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste 

dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 

UVG, Anhang I UVV). Nach der Rechtsprechung müssen der schädigende Listenstoff 

oder die krankmachende Arbeit im gesamten Ursachenspektrum mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit einen Anteil von mehr als 50% ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a). 

Als Berufskrankheiten gelten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, 

dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit 

verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG). Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die 

Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde 

(BGE 119 V 201 E. 2b). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen 

beruflicher Tätigkeit und Erkrankung vermag das Erfordernis dieses qualifizierten 

Kausalzusammenhangs nicht zu begründen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. 

September 2011, 8C_465/2011, E. 7.2). Die Leistungspflicht für eine Berufskrankheit 

gemäss der Generalklausel von Art. 9 Abs. 2 UVG bedeutet nicht, dass der 

Unfallversicherer für jede Krankheit aufzukommen hat, die während der Arbeit 

aufgetreten ist. Die Anerkennung von Beschwerden im Rahmen dieser Generalklausel 

ist - entsprechend der in BGE 114 V 111 f. E. 3c aufgrund der Materialien eingehend 

dargelegten legislatorischen Absicht, die Grenze zwischen 

krankenversicherungsrechtlicher Krankheit und unfallversicherungsrechtlicher 

Berufskrankheit nicht zu verwässern - an relativ strenge Beweisanforderungen 

gebunden. Verlangt wird, dass die versicherte Person für eine gewisse Dauer einem 

typischen Berufsrisiko ausgesetzt ist. Die einmalige gesundheitliche Schädigung, die 

gleichzeitig mit der Berufsausübung eintritt, genügt nicht. Für die Beurteilung der 

Exposition (oder Arbeitsdauer) ist die gesamte Berufstätigkeit zu berücksichtigen (vgl. 

BGE 126 V 186 E. 2b mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts) ist für Krankheiten, die nicht typisch sind für eine bestimmte berufliche 

Tätigkeit, die Voraussetzung der Verursachung zu mindestens 75% durch die 

berufliche Tätigkeit erfüllt, wenn epidemiologisch nachgewiesen ist, dass die Häufigkeit 

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des Auftretens der Krankheit in der fraglichen Berufsgruppe mindestens viermal höher 

ist als in der Bevölkerung im allgemeinen (vgl. BGE 116 V 143 ff. E. 5c).

1.4  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, BGE 121 V 210 E. 6c). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte; bei einer leistungsaufhebenden Tatfrage liegt die Beweislast 

somit beim Unfallversicherer, bei einer leistungsbegründenden Tatfrage bei der 

versicherten Person. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).

1.5  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis).

2.   

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2.1  Die Beschwerdeführerin macht vielfältige körperliche und psychische 

Beschwerden und Symptome geltend, wie u.a. Konzentrationsprobleme, 

Gliederschmerzen, kalte Hände, Aggressivität, Kreislaufbeschwerden, 

Knochenschmerzen, Husten, Unlust, Apathie, Kopfschmerzen, 

Atemwegsbeschwerden, Durchblutungsstörungen (vgl. die Auflistung unter UV-act. 7). 

Sie führt diese Beschwerden auf eine Elektrosensibilität bzw. 

Elektrosmogunverträglichkeit sowie auf Belastungen durch Passivrauchen und 

Tonerstaub während ihrer Tätigkeit im B.___ in den Jahren 2000 bis 2007 zurück. Die 

Beschwerdegegnerin verneinte ihrerseits im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

20. September 2016 (act. G 1.1) das Vorliegen einer Berufskrankheit mit Verweis auf 

die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. E.___ vom 13. April 2016 sowie auf den 

RAD-Abklärungsbericht vom 9. Februar 2016 (UV-act. 9 f.).

2.2  Dr. E.___ kam in seiner Beurteilung zum Schluss, dass weder eine Berufskrankheit 

nach Art. 9 Abs. 1 UVG noch nach Art. 9 Abs. 2 UVG ausgewiesen sei. Zur Begründung 

verwies er auf die RAD-Beurteilung von Dr. C.___ (UV-act. 10). Die Psychiaterin 

gelangte in ihrer Beurteilung zur Auffassung, dass bei der Beschwerdeführerin ein 

teilweise seit der Kindheit bestehendes, komplexes psychiatrisches Störungsbild 

vorliege, welches sie bereits in der Vergangenheit immer wieder habe depressiv 

kompensieren lassen. Die subjektiv wahrgenommene Elektrosmogunverträglichkeit, die 

sich im Verlauf zusätzlich entwickelt und zunehmend wahnhaften Charakter 

angenommen habe, habe die Beschwerdeführerin in ihrer Alltagsgestaltung sowie in 

ihrer Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit immer mehr eingeschränkt. Aus 

versicherungsmedizinischer-psychiatrischer Sicht sei ihr derzeit lediglich die Ausübung 

einer Tätigkeit in einem Nischenarbeitsplatz zuzumuten. Ein Arbeitsverhältnis in freier 

Wirtschaft sei weder realisierbar noch längerfristig haltbar. Eine fachärztlich-

psychiatrische Behandlung sei dringend angezeigt. Unter einer solchen adäquaten 

Behandlung sei eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. ein 

verbesserter Umgang mit der vorliegenden Störung mit einer relevanten Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten (UV-act. 9).

3.   

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3.1  Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (act. G 11 S. 4 f.) erfüllt die 

RAD-Beurteilung die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige 

ärztliche Stellungnahme (vgl. E. 1.5). Die von Dr. C.___ gestellten Diagnosen beruhen 

auf einer sorgfältigen Anamnese sowie auf klinisch erhobenen Befunden bzw. einem 

ausführlichen psychopathologischen Status. Ihre Beurteilung berücksichtigt die 

gesamte Aktenlage und ihre Darlegung der psychischen Problematik erscheint 

schlüssig und nachvollziehbar. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin bereits seit Jahren ein 

psychisches Beschwerdebild besteht.

3.2  Das Vorliegen einer weiteren, insbesondere körperlichen Erkrankung im Sinne von 

Art. 3 ATSG ist durch die vorliegenden medizinischen Akten hingegen nicht 

überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Festzuhalten ist insbesondere, dass die 

persönlichen Berichte bzw. Notizen der Beschwerdeführerin (vgl. die Auszüge in der 

Beschwerdeschrift sowie UV-act. 7) lediglich deren subjektive Beschwerden und 

Empfindungen wiedergeben. Zwar diagnostizierte Dr. D.___ eine extremste 

Unverträglichkeit gegenüber diversen Umwelteinflüssen sowie eine schwerst 

eingeschränkte Belastungstoleranz und attestierte vom 19. August bis 17. Dezember 

2006 eine Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.11). Er relativierte seine Diagnosestellung jedoch 

insofern, als er in seinem Schreiben vom 23. März 2016 zuhanden der 

Beschwerdegegnerin darauf hinwies, dass bei der Beschwerdeführerin multiple 

Symptome vorlägen, die unter dem Oberbegriff Elektrosensibilität „zusammengefasst 

worden seien“. Dabei verwies er ohne eigene Befunderhebung auf die von der 

Beschwerdeführerin zusammengestellte Symptomauflistung und hielt insbesondere 

fest, dass viele Besprechungen stattgefunden hätten und versucht worden sei, die 

Beschwerden „irgendwo einzuordnen“. Er habe dabei therapeutisch ausser einer 

mentalen Begleitung aber nicht viel bieten können (UV-act. 6/1). Dr. med. F.___, 

Facharzt für allergische Krankheiten und Innere Medizin, hatte anlässlich einer 

Konsultation im März 2004 ebenfalls keine objektivierbaren Befunde erhoben, sondern 

im Schreiben vom 5. Mai 2004 lediglich die subjektiven Beschwerden der 

Beschwerdeführerin wiedergegeben und gestützt auf diese Angaben die 

Verdachtsdiagnose eines Sick-Building-Syndroms gestellt (act. G 11.1).

3.3 

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3.3.1      Schliesslich vermag auch die zuhanden der Beschwerdeführerin am 8. März 

2017 erstellte Stellungnahme von Dr. med. G.___, Facharzt für Kinder- und 

Jugendmedizin, Ganzheitsmedizinische Praxis, Wald (act. G 11.3), die umfassende 

psychiatrische RAD-Beurteilung von Dr. C.___ nicht zu erschüttern. Dr. G.___ erhob 

ebenfalls keine eigenen Befunde, sondern stellte aufgrund der anamnestischen 

Angaben der Beschwerdeführerin sowie der Resultate des Immuntoleranz-Tests (ITT, 

Zytokin-Induktion lymphoider Zellen gegenüber Schadstoffbelastung) vom 7. Mai 2004 

(act. G 1.4) die Diagnosen hochgradige Empfindlichkeit auf verschiedene Chemikalien, 

weltweit bekannt unter dem Begriff Multiple Chemical Sensitivity (MCS), sowie 

hochgradige Elektrosmogsensitivität. Die Diagnose MCS begründete er insbesondere 

damit, dass der ITT eine ungewöhnlich hohe IFN-Gamma-Antwort zeige. Dies deute auf 

eine Dysregulation der zellulären Abwehr hin, die in verschiedenen klinischen 

Situationen vorkäme. Da keine akute Infektion vorgelegen habe und man eine solche 

Reaktion typischerweise bei chronisch entzündlichen Krankheitsbildern wie MCS sehe, 

sei dies eine Bestätigung der infrage stehenden Diagnose. Da der ITT eine massive 

Reaktion auf Tonerstaub gezeigt habe, liege ein objektiver Beweis vor, dass die 

Empfindlichkeit auf Tonerstaub nicht eingebildet sei, sondern dass das Immunsystem 

eindeutig auf diese Substanz reagiere. Die starke Reaktion lege sehr nahe, dass die 

Beschwerdeführerin ferner unter einem MCS leide. Auch wenn man einen solchen Test 

nicht kenne oder gängig verwende, sei er bei medizinischen Grundkenntnissen leicht 

verständlich und nachvollziehbar. Hinsichtlich der Elektrosensibilität hielt Dr. G.___ fest, 

dass diese weniger gut anerkannt sei, da es bis jetzt keine objektiven Tests zu ihrer 

Erfassung gebe. Er machte geltend, dass die Provider von Funktelefonie und WLAN 

vorläufig alles daran setzten, ihre Produkte als unschädlich darzustellen. Es könne nur 

davon ausgegangen werden, dass die Folgen von Elektrosmog noch nicht genügend 

wissenschaftlich erforscht seien.

3.3.2      Diese Herleitung bzw. Begründung der gestellten Diagnosen erscheint 

gesamthaft wenig überzeugend. Nicht zuletzt lassen die teilweise plakativ anmutenden 

Aussagen zur psychiatrischen Beurteilung von Dr. C.___, – u.a., dass die RAD-Ärztin 

„keine Ahnung“ von MCS und Elektrosmog habe, womit sie für die Beurteilung eines 

solchen Falles „völlig ungeeignet“ sei und deren „völlig sachunkundige Beurteilung 

einen beträchtlichen Schaden anrichten“ könne – die hinsichtlich eines medizinischen 

Berichtes geforderte Objektivität vermissen. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, 

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dass Dr. G.___ als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin selbst nicht über die 

notwendigen Fachkenntnisse für eine psychiatrische Beurteilung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin verfügt und entsprechend die 

nachvollziehbare psychiatrische Beurteilung von Dr. C.___ mit seiner Einschätzung, 

dass bei der Beschwerdeführerin seiner Meinung nach weder wahnhafte Störungen 

noch irgendwelche Zwangshandlungen bestünden, nicht überzeugend zu widerlegen 

vermag .

3.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass abgesehen von der fachärztlich 

festgestellten psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung keine, die vielfältigen und 

unspezifischen Ganzkörpersymptome der Beschwerdeführerin (vgl. E. 2.1) plausibel 

erklärenden Befunde vorliegen. Ebenso wenig findet sich in den vorliegenden Akten der 

Unfallversicherung sowie den beigezogenen IV-Akten eine vom psychischen 

Beschwerdebild unabhängige, überzeugende fachärztliche Diagnose, welche eine 

durch die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schadstoff-Immissionen 

verursachte Erkrankung belegen würde. Vor diesem Hintergrund kann die 

Beschwerdeführerin auch aus den eingereichten Artikeln und Berichten (vgl. insb. 

„Passivrauchen“, „Krank durch Toner“ und „Luftverschmutzung macht krank“, „Dirty 

Power – Elektrosmog neuer Art; act. G 1.5 ff., G 1.14) und dem Umstand, dass in 

Schweden Elektrosensibilität offenbar eine anerkannte Erkrankung darstellt (act. G 1 S. 

18, act. G 1.18) hinsichtlich ihrer Beschwerden nichts zu ihren Gunsten ableiten.

3.5  Nach dem Gesagten ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass die geltend gemachten Beschwerden und insbesondere die 

Elektrosensibilität bzw. Elektrosmogunverträglichkeit als Teil des vom RAD fachärztlich 

diagnostizierten, komplexen psychischen Störungsbildes anzusehen bzw. auf dieses 

zurückzuführen sind. Dieses besteht gemäss der nachvollziehbaren Beurteilung des 

RAD bereits seit der Kindheit der Beschwerdeführerin (E. 2.2). Ein Zusammenhang 

dieses psychischen Störungsbildes mit der in den Jahren 2000 bis 2007 ausgeübten 

Tätigkeit als Sekretärin B.___ besteht aktenkundigerweise nicht.

4.   

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4.1  Selbst wenn im Übrigen im vorliegenden Fall hinsichtlich der geltend gemachten 

Elektrosensibilität eine fachärztlich festgestellte – und in der Schweiz anerkannte – 

Diagnose vorläge, würde der Nachweis, dass diese überwiegend durch die damalige 

berufliche Tätigkeit im B.___ verursacht wurde, nicht gelingen. Bereits die von der 

Beschwerdeführerin selber angegebene Überempfindlichkeit auf Elektrosmog im 

ausserberuflichen Bereich und insbesondere auch in ihrer Wohnung (vgl. u.a. die 

anamnestischen Angaben im RAD-Bericht, UV-act. 9-3 ff.) steht dem erforderlichen 

Wahrscheinlichkeitsnachweis (von mindestens 50%; vgl. E. 1.3) entgegen. Hinsichtlich 

der Belastung durch Schadstoffe im Tonerstaub ist zudem festzuhalten, dass selbst 

wenn aufgrund der Werte des Immuntoleranztests eine Empfindlichkeit gegenüber der 

im Tonerstaub vorhandenen Stoffe als erstellt erachtet würde, durch die vorliegenden 

Unterlagen nicht bewiesen wäre, dass die Beschwerdeführerin als Sekretärin in 

überwiegendem Masse einer Belastung durch Tonerstaub ausgesetzt war; eine derart 

starke Belastung wäre beispielsweise bei einer Tätigkeit in einer Druckerei in Betracht 

zu ziehen. Ein Zusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und der von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Belastung durch Passivrauch und Cannabis-

Geruch vor ihrem Büro wurde, wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 

zu Recht anführt (vgl. act. G 5 S. 3 f.), sodann von keinem Arzt hergestellt.

4.2  Im Übrigen vermag der Umstand, dass Dr. med. H.___, Facharzt für Innere Medizin 

und Pneumologie, im Schreiben vom 8. Juli 2004 zuhanden der ehemaligen 

Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin davon ausging, dass die Symptomatik 

„zumindest teilweise durch Inhalationsnoxen indiziert werden könnte“ und deshalb eine 

Arbeitsplatzabklärung als angezeigt erachtete, für den Nachweis einer berufsbedingten 

Verursachung der Beschwerden nicht zu genügen, zumal Dr. H.___ gleichzeitig darauf 

verwies, dass „wohl individuelle Eigenheiten“ der Beschwerdeführerin das 

Zustandekommen der Symptome begünstigen würden (act. G 11.2).

4.3  Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich mit Verweis auf die Laborbefunde (act. 

G 1.17) eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes während ihrer damaligen 

Tätigkeit geltend macht und infolgedessen eine Berufskrankheit als erstellt sieht (act. G 

1 S. 18), kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Dass insbesondere die Leberwerte der 

Beschwerdeführerin während der Tätigkeit im B.___ höher waren (Werte von 31, 30 und 

43 anstatt von 17, act. G 1 S. 18, act. G 1.17), genügt für die Annahme eines 

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überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten 

Beschwerden und der damaligen Tätigkeit nicht, zumal die Werte beide Male innerhalb 

des Referenzbereichs lagen. Im Übrigen kann hinsichtlich der Blutwerte auf die 

überzeugenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden (vgl. act. G 

5 S. 6). Auch die eingereichten Mess- und Prüfberichte der Elektroinstallation am 

ehemaligen Arbeitsort weisen zwar auf diverse Mängel an der Elektroinstallation und 

defekte Installationsteile (vgl. act. G 1.8 ff., G 1.12) hin, vermögen aber eine 

überwiegend wahrscheinlich berufsbedingte Verursachung der Beschwerden ebenfalls 

nicht zu belegen.

4.4  Insgesamt könnten die Beschwerden der Beschwerdeführerin somit auch bei 

Vorliegen einer entsprechenden Diagnose (vgl. E. 4.1) nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als berufsbedingt eingestuft werden.

5.   

Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin gerügten Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes ist festzuhalten, dass für die Beschwerdegegnerin mit Blick 

auf die umfassende RAD-Abklärung und angesichts der dargestellten Aktenlage (vgl. E. 

4) keine Veranlassung bestand, weiterführende Abklärungen vorzunehmen. Inwieweit in 

den Jahren 2000 bis 2007 Messungen bzw. Arbeitsplatzabklärungen hätten 

durchgeführt werden müssen (vgl. act. G 11.2) bzw. ob der Erlass einer 

Nichteignungsverfügung angezeigt gewesen wäre, bildet sodann nicht Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt 

entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 3 f.)

6.   

6.1  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerden der 

Beschwerdeführerin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu mindestens 50% bzw. 75% auf eine Exposition gegenüber Passivrauch, Tonerstaub 

und Elektrosmog am Arbeitsplatz im B.___ in den Jahren 2000 bis 2007 zurückzuführen 

sind und damit nicht als in überwiegendem bzw. stark überwiegendem oder gar 

ausschliesslichen Masse als beruflich bedingt eingestuft werden können. Damit sind 

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die Voraussetzungen für eine Qualifizierung der geklagten Beschwerden als 

Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 oder 2 UVG nicht erfüllt. Der 

Beschwerdeführerin stehen somit keine Versicherungsleistungen zu.

6.2  Da von ergänzenden Abklärungen keine neuen, entscheidwesentlichen 

Erkenntnisse zu erwarten sind und insbesondere auch das beantragte 

Gerichtsgutachten (vgl. act. G 1 S. 4) bzw. die beantragte Einvernahme der ehemaligen 

Arbeitskollegen bezüglich Rauch- und Cannabisgeruch (vgl. act. G 11 S. 3) am 

fehlenden Nachweis der geforderten überwiegenden beruflichen Verursachung nichts 

zu ändern vermöchten, ist darauf zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 

122 V 162 E. 1d).

7.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 09.08.2018
	Art. 9 Abs. 1 und 2 UVG. Berufskrankheit. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden aufgrund einer Elektrosmogunverträglichkeit sowie einer Tonerstaubbelastung sind nicht überwiegend wahrscheinlich auf die berufliche Tätigkeit als Sekretärin zurückzuführen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. August 2018, UV 2016/71).

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		2025-07-19T05:54:36+0200
	"9001 St.Gallen"
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