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**Case Identifier:** 78c39f51-b2c5-55dd-8945-cd9a6b47183a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.12.2021 200 2021 626
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-626_2021-12-16.pdf

## Full Text

200 21 626 IV
SCI/SCM/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. August 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der am 11. März 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im April 2019 im Wesentlichen unter Hinweis 
auf eine Depression sowie hypomanische Phasen bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwort-
beilage [AB] 1). Im Rahmen der medizinischen und erwerblichen Erhebun-
gen holte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) insbesondere 
ein polydisziplinäres Gutachten bei der C.________ (MEDAS; datierend 
vom 1. April 2020 [AB 46.1-46.4]) ein. Nach Eingang einer Stellungnahme 
des psychiatrischen MEDAS-Gutachters vom 14. Juli 2020 (AB 59) empfahl 
der Regionale Ärztliche Dienste (RAD) am 23. Oktober 2020 aufgrund be-
stehender Mängel des eingeholten Gutachtens die Erstellung einer mon-
odisziplinären psychiatrischen Expertise (AB 70; vgl. auch AB 53). Der dar-
aufhin beauftragte Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, erstattete sein Gutachten am 29. Februar 2021 (AB 88.1). 
Gestützt darauf sowie auf die ergänzende Stellungnahme von Dr. med. 
D.________ vom 15. März 2021 (AB 91) stellte die IVB mit Vorbescheid 
vom 25. März 2021 (AB 92) bei einem Invaliditätsgrad von 25 % die Ver-
neinung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Die IVB holte nach dagegen 
erhobenen Einwänden (AB 96) eine weitere Stellungnahme von Dr. med. 
D.________ vom 28. Mai 2021 (AB 101) ein und führte ein neuerliches 
Vorbescheidverfahren durch (AB 102, 104). Am 2. August 2021 (AB 106) 
verfügte sie die in Aussicht gestellte Rentenabweisung.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die Gewerkschaft 
B.________, lic. iur. E.________, am 10. September 2021 Beschwerde. Er 
beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zuspra-
che einer ganzen Rente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 23. September 2021 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. August 2021 
(AB 106). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerde-
führers.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 4

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so 
begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klas-
sifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 
E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsscha-
den eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich 
anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 5

E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Den medizinischen Unterlagen ist im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1.1 Im MEDAS-Gutachten vom 1. April 2020 (AB 46.1) stellten die Ex-
perten im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung die folgenden „relevante(n)“ 
Diagnosen (AB 46.1/19 Ziff. 6, vgl. auch AB 46.1/23 Ziff. 4.2):

• Chronifizierte, langdauernde und unter Therapie teilremittierte De-
pression (ICD-10 F38.8), bei
- Akzentuierung von Persönlichkeitszügen und beschleunigtem Alte-

rungsprozess (ICD-10 Z73.1), bei alters- und ausbildungsadäqua-
ter kognitiver Leistungsfähigkeit bei anamnestisch zeitlich limitierter 
mentaler Belastbarkeit

- wahrscheinlich einmaliger manischer Phase (ICD-10 30.8), bei po-
sitiver Familienanamnese für bipolare psychische Störung (Bruder 
und Schwester)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 6

Aus neuropsychologischer Sicht führten die Expertinnen aus, dass keine 
kognitiven Dysfunktionen vorlägen, die sich auf die angestammte und/oder 
auf eine bildungsentsprechende Verweistätigkeit in leistungsmässiger Hin-
sicht einschränkend auswirkten (AB 46.2/7 Ziff. 8.1 und 8.2). Weiter stellte 
der neurologische Gutachter keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit (AB 46.4/6 Ziff. 6), folglich attestierte auch er keine Arbeitsun-
fähigkeit (AB 46.4/6-7 Ziff. 8). Die Arbeitsfähigkeit als … bei der 
F.________ wurde vom psychiatrischen Gutachter auf 0 % geschätzt 
(AB 46.1/21 Ziff. 8.1, 46.1/23 Ziff. 4.7). Die Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Arbeit, wie sie während einigen Monaten im … bei der F.________ 
geleistet worden sei, werde auf höchstens 30 % festgelegt, dies in Über-
einstimmung mit den Vorgesetzten des Beschwerdeführers, wobei wieder-
um die psychischen Probleme limitierend wirkten. Diese Beurteilung gelte 
ab dem Abschlussdatum des polydisziplinären Gesamtgutachtens 
(AB 46.1/21 Ziff. 8.2, 46.1/23 Ziff. 4.8; 23. März 2020 [Schlussbesprechung; 
AB 46.1/24 Ziff. 5]). Die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sei 
mit der trotz der 40 Jahre andauernden psychiatrischen Behandlung fortbe-
stehenden chronischen Depression und mit dem beschleunigten Alte-
rungsprozess begründbar, diejenige in einer angepassten Tätigkeit mit ei-
ner kleinen verbleibenden Restarbeitsfähigkeit, welche eventuell an einer 
geschützten Arbeitsstätte noch eingesetzt werden könnte (AB 46.1/23 
Ziff. 4.9).

3.1.2 In der Stellungnahme vom 30. Juni 2020 (AB 53) führte der RAD-
Arzt med. pract. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
aus, in der vorliegenden Form erscheine das polydisziplinäre Gutachten 
vom 1. April 2020 nicht verwertbar und begründete dies mit ungenügender 
Würdigung von Inkonsistenzen durch die Gutachter. Zudem entspreche 
das psychiatrische Zumutbarkeitsprofil nicht den Vorgaben der Qualitätslei-
tlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der H.________ vom 
16. Oktober 2016 (AB 53/3). 

3.1.3 In der Stellungnahme vom 14. Juli 2020 (AB 59) führte der MEDAS-
Gutachter Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, aus, der Beschwerdeführer erreiche in allen psychosozialen Dimensio-
nen nicht das Leistungsniveau, das von einer gleichaltrigen Person kurz vor 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 7

dem Rentenalter erwartet werden könne. Diese Aspekte würden durch das 
AMDP-Befund-System ungenügend wiedergegeben und stünden aber 
doch in einem Zusammenhang mit einem eben chronifizierten, sich schlei-
chend entwickelnden psychiatrischen Leiden. Zum Vorwurf der lediglich 
geschätzten Arbeitsunfähigkeit sei mit aller Deutlichkeit darauf hinzuwei-
sen, dass praktisch jede psychiatrische Aussage einen Ermessensspiel-
raum habe (AB 59/3). Beim Beschwerdeführer handle es sich um einen 
ungewöhnlichen Gutachtensfall, der nicht recht in ein Schema passe und 
daher eine ausserordentliche Anstrengung bei der Formulierung und Dar-
legung der Problematik notwendig mache (AB 59/4).

3.1.4 In der Stellungnahme vom 23. Oktober 2020 (AB 70) führte der 
RAD-Arzt med. pract. G.________ aus, auf das MEDAS-Gutachten vom 
1. April 2020 ergänzt mit den Ausführungen vom (14. bzw.) 20. Juli 2020, 
könne nur in den Fächern Neurologie, Neuropsychologie und Innere Medi-
zin abgestellt werden. Der Mangel des polydisziplinären Gutachtens liege 
wie bereits am 30. Juni 2020 ausgeführt insbesondere in der fehlenden 
zusammenfassenden Würdigung von zum Teil divergierenden Aussagen 
des Beschwerdeführers, was insbesondere in die Domäne der Psychiatrie 
gefallen wäre. Die fehlende Nachbesserung der gutachterlichen Aussagen 
führe dazu, dass die Einholung eines monodisziplinären psychiatrischen 
Gutachtens empfohlen werden müsse.

3.1.5 Im psychiatrischen Gutachten vom 29. Februar 2021 (AB 88.1) dia-
gnostizierte Dr. med. D.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine bipolare affektive Il-Störung (ICD-10 F31.80), gegenwärtig remittiert, 
und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte schizoide und 
ängstliche Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1; AB 88.1/38 Ziff. 6). Auf-
grund der Aktenlage, der Anamnese und der stattgehabten Exploration sei 
von einer weitgehenden Remission der diagnostizierten bipolaren affekti-
ven Il-Störung (ICD-10 F31.80) auszugehen. Einmalig sei im November 
2017 eine submanische Episode aufgetreten. Depressive Episoden seien 
seit mindestens 1978 immer wieder aufgetreten. Aktuell bestehe keine de-
pressive Episode, da keine Anhedonie, keine Reduktion des Antriebs und 
der Interessen und keine Ermüdbarkeit vorlägen, was sich auch in der 
durchgeführten Testung mittels Hamilton Depressionsskala zeige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 8

(AB 88.1/39-40 Ziff. 7.1). In der bisherigen Tätigkeit als … respektive als … 
sei der Beschwerdeführer aktuell aufgrund des deutlichen Tremors, wel-
cher durch die Lithium-Medikation verursacht werde, sicherlich nicht ar-
beitsfähig (AB 88.1/41 Ziff. 8). In einer angepassten Tätigkeit, bei welcher 
der Beschwerdeführer nicht … müsse, wäre aufgrund der Nebenwirkungen 
der Lithium-Medikation (Tremor) sowie der mittelgradigen Beeinträchtigun-
gen der Durchhaltefähigkeit im Mini-ICF-APP-Rating-Bogen von einer le-
diglich leichtgradigen Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 20 % auszugehen. 
In der Vergangenheit ergebe sich aufgrund der teilstationären und statio-
nären Aufenthalte von Juni 2020 bis 24. Februar 2021 eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit auch in einer möglichen angepassten Tätigkeit. Explizit 
könne davor ab Berichterstattung von Dr. med. J.________ (2017) keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ange-
nommen werden, da keine manifesten depressiven Episoden (ausserhalb 
der stationären oder teilstationären Behandlungen) festgehalten worden 
seien (AB 88.1/42).

Auf Rückfrage hielt Dr. med. D.________ am 15. März 2021 (AB 91) fest, 
durch den ihm nachgereichten Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste 
K.________ vom 26. Februar 2021 (vgl. AB 87; stationärer Aufenthalt vom 
21. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021) ergebe sich keine vom Gutachten 
vom 29. Februar 2021 abweichende Beurteilung hinsichtlich Verlauf, Dia-
gnose und Arbeitsfähigkeit.

Mit Stellungnahme vom 28. Mai 2021 (AB 101) auf das vom Beschwerde-
führer im Vorbescheidverfahren Vorgetragene führte Dr. med. D.________ 
aus, bipolare Störungen bestünden per Definition lebenslang, wobei diese 
dadurch definiert seien, dass mindestens einmalig eine manische und eine 
depressive Episode aufgetreten seien. Dazwischen und danach könnten 
sehr wohl Remissionen auftreten, welche im Idealfall jahrelang anhielten. 
Die aktuelle weitgehende Remission werde sowohl durch den psychopa-
thologischen Befund, als auch die Testung mittels Hamilton Depressions-
skala, den Mini-ICF-APP-Rating-Bogen, den aktuellen Tagesablauf, die 
soziale Anamnese sowie insbesondere auch die aktuellen psychiatrischen 
Berichte bestätigt. Weiter sei die Diagnose einer bipolaren affektiven 
Störung eine „Steigerung“ zur Diagnose einer rezidivierenden depressiven 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 9

Störung, da nebst mindestens einer depressiven Episode auch eine mani-
sche oder hypomanische Episode auftreten müsse (AB 101/2). Zum psych-
iatrischen MEDAS-Gutachten vom 21. Januar 2020 (vgl. AB 46.3) hielt Dr. 
med. D.________ unter weitergehender Begründung zusammengefasst 
fest, dass die Diagnose einer schweren chronifizierten, langandauernden 
und unter Therapie teilremittierten Depression (ICD-10 F38.8 [vgl. 
AB 46.3/5 Ziff. 6]) eine in sich widersprüchliche Diagnose darstelle und die 
Codierung F38.8 praktisch nie angewendet werde (AB 101/3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 2. August 2021 (AB 106) in somatischer Hinsicht im Wesentli-
chen auf das MEDAS-Gutachten vom 1. April 2020 (AB 46.1) mit Untersu-
chungen in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin und Neurologie. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 10

Dies ist zu Recht unbestritten. In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 
wurde keine somatische Diagnose genannt, sondern allein eine psychiatri-
sche (AB 46.1/23). Damit übereinstimmend erachteten die Gutachter die 
Arbeitsfähigkeit einzig aus psychischen Gründen für eingeschränkt 
(AB 46.1/23 Ziff. 4.7 und 4.8). Der neurologische MEDAS-Gutachter stellte 
denn auch mit Blick auf die Anamnese- und Befunderhebung (AB 46.4/2-6 
Ziff. 3-4) schlüssig und nachvollziehbar keine Diagnose mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit (AB 46.4/6 Ziff. 6), womit er in der Folge auch keine Ar-
beitsunfähigkeit attestierte (AB 46.4/7 Ziff. 8). Gleichsam überzeugt, wenn 
Dr. med. D.________ den von den Behandlern der Psychiatrischen Dienste 
K.________ geäusserten Verdacht einer Schädigung und Funktionsstörung 
des Gehirns (vgl. u.a. AB 58/1, 64/1) in der Expertise vom 29. Februar 
2021 unter Hinweis auf die anlässlich der neuropsychologischen MEDAS-
Untersuchung vom 10. Januar 2020 erhobenen unauffälligen Befunde 
(AB 46.2/4-6 Ziff. 4) ausschloss (AB 88.1/41-42 Ziff. 8). Die Akten enthalten 
schliesslich auch keine Hinweise auf weitere somatisch relevante Ein-
schränkungen, was der Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht gel-
tend macht.

3.3.2 In psychischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin mass-
geblich auf das Gutachten von Dr. med. D.________ vom 29. Februar 2021 
(AB 88.1) sowie dessen ergänzenden Stellungnahmen vom 15. März 2021 
(AB 91) und 28. Mai 2021 (AB 101). Diese erfüllen die von der höchstrich-
terlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizinischen Experti-
se gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Die Feststellungen des 
Gutachters beruhen auf einer eigenen spezialärztlichen Abklärung und sind 
in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden und Einschränkungen getroffen worden. Die Ausführungen in 
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen 
Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Der gut-
achterlichen Beurteilung kommt volle Beweiskraft zu und es kann 
grundsätzlich darauf abgestellt werden. 

3.3.3 Soweit der Beschwerdeführer dagegen zunächst vorbringt, Dr. med. 
D.________ habe sich nicht mit den Vorakten auseinandergesetzt (Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 11

schwerde S. 7), kann ihm bereits mit Blick auf die mehr als 20-seitige 
Übersicht der verwendeten Quellen und den Aktenauszug (AB 88.1/7-30 
Ziff. 1.3 und 2) nicht gefolgt werden. Dabei berief sich der Experte im Rah-
men der Gesamtbeurteilung (AB 88.1/39-41 Ziff. 7) mehrfach auf bisherige 
Behandlungsunterlagen, so etwa bei der aktenanamnestisch langjährig zu 
diagnostizierenden bipolaren affektiven II-Störung (AB 88.1/40 Ziff. 7.2) 
oder den von Juni 2020 bis Februar 2021 stattgehabten stationären und 
teilstationären Aufenthalten (AB 88.1/41 Ziff. 7.3). Gleiches gilt bei der Be-
antwortung der Fragen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit (AB 88.1/41-42 
Ziff. 8). Dies setzte zwingend eine sorgfältige Auseinandersetzung mit den 
Vorakten und namentlich auch mit dem psychiatrischen Vorgutachten (vgl. 
E. 3.3.5 hiernach) voraus, so dass sich Weiterungen hierzu erübrigen. 

Weiter kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, 
wenn er die schlüssige Begründung der Diagnose der bipolaren affektiven 
II-Störung (ICD-10 F31.80), gegenwärtig remittiert (AB 88.1/38 Ziff. 6), an-
zweifelt (Beschwerde S. 8). Abgesehen davon, dass es zur Beurteilung des 
funktionellen Leistungsniveaus nicht allein auf die gestellte Diagnose, son-
dern vielmehr auf die erhobenen psychopathologischen Befunde ankommt, 
erfolgte die Herleitung der Diagnose in der gebotenen Kürze bzw. notwen-
digen Länge. Sie ist einleuchtend und nachvollziehbar dargetan, indem der 
Experte in Würdigung der Aktenlage sowie der Anamnese eine submani-
sche (2017) sowie diverse depressive Episoden (spätestens seit 1978) 
ausmachte (AB 88.1/39-40 Ziff. 7.1; vgl. hierzu auch DILLING/MOMBOUR/ 
SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-
10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 169). 
Insbesondere steht die Diagnose denn auch in Einklang mit den Erkennt-
nissen der Vorbehandler, stellten doch sowohl Dr. med. J.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinen Berichten vom 31. März 
2019 und 5. Oktober 2017 (AB 27/6-7 Ziff. 3-4, 27/16) als auch die Ärzte 
der Psychiatrischen Dienste K.________ im Austrittsbericht vom 26. Fe-
bruar 2021 (AB 87/1) die (Differential-)Diagnose einer bipolaren Störung. 

Dr. med. D.________ verneinte mit dem Hinweis darauf, dass keine Anhe-
donie, keine Reduktion des Antriebs und der Interessen und keine Ermüd-
barkeit vorgelegen habe (AB 88.1/40 Ziff. 7.1), sowie unter Berücksichti-

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gung der testpsychologischen Befunde und des Mini-ICF-APP (AB 88.1/37-
38) in nachvollziehbarer Weise das Vorliegen einer depressiven Episode 
zum Explorationszeitpunkt (26. Februar 2021 [AB 88.1/1]). Dies deckt sich 
ebenso mit dem Bericht der Psychiatrischen Dienste K.________ vom 
26. Februar 2021, wonach der Beschwerdeführer nach stationärer Behand-
lung am 8. Januar 2021 in stabilem psychischem Zustand entlassen wer-
den konnte (AB 87/5). Dass bei einer bipolaren Störung durchaus zwi-
schenzeitliche Remissionen auftreten können, bestätigte Dr. med. 
D.________ am 28. Mai 2021 in schlüssiger Weise (AB 101/2). 

Der Beschwerdeführer stellt im Weiteren die vom Gutachter verwendeten 
Testinstrumente (Mini-ICF-APP und Hamilton Depressionsskala) in Frage 
(Beschwerde S. 8). Dabei ist festzuhalten, dass diesen tatsächlich allein 
eine ergänzende Funktion zukommt, was Dr. med. D.________ umfassend 
berücksichtigte, indem er seine Schlussfolgerungen primär auf die klinische 
Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhal-
tensbeobachtung stützte (vgl. hierzu Entscheid des BGer vom 12. Novem-
ber 2019, 8C_465/2019, E. 5). 

3.3.4 Gleichsam schlüssig und nachvollziehbar ist auch die Einschätzung 
von Dr. med. D.________ bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
(AB 88.1/41-42 Ziff. 8). So überzeugt, dass der Beschwerdeführer aufgrund 
der Nebenwirkungen der Lithium-Medikation (Tremor [vgl. AB 88.1/36 
Ziff. 4.1]) in der bisherigen Tätigkeit als … respektive als ... nicht mehr ar-
beitsfähig ist, wogegen in einer angepassten Tätigkeit (ohne …) – mit Blick 
auf die mittelgradigen Beeinträchtigungen der Durchhaltefähigkeit (vgl. 
AB 88.1/38) – eine lediglich leichtgradige Reduktion der Arbeitsfähigkeit 
von 20 % (Arbeitsfähigkeit von 80 %) besteht. Keine hier massgebliche 
Arbeitsunfähigkeit begründet die teilstationäre Behandlung. Der Gutachter 
ging für diese Zeit rein medizinisch-theoretisch nicht von einer höheren 
Arbeitsunfähigkeit aus, gewichtete jedoch das Behandlungssetting mit ent-
sprechenden Terminen als beschränkend und eine Arbeitstätigkeit 
vollständig ausschliessend. Psychische Störungen, welche – wie hier – 
durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung 
wieder verschwinden, können nicht zur Invalidenrente berechtigen (vgl. 
BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Dem Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 13

trittsbericht der Psychiatrischen Dienste K.________ vom 2. September 
2020 bezüglich der freiwillig erfolgten stationären Behandlung vom 17. Juni 
bis 6. Juli 2020 (AB 64) ist denn auch zu entnehmen, dass die Zuweisung 
im Zusammenhang mit einer schwierigen psychosozialen Situation, welche 
zu einer Überforderung, Zukunftsängsten und Ratlosigkeit geführt habe, 
erfolgt war (AB 64/3). Der daran anschliessende teilstationäre Aufenthalt 
zeigte ebenso, dass vorab die ungewisse finanzielle Situation eine Belas-
tung darstellte (AB 84/2-3). Die Lösung der psychosozialen Stressoren 
führte denn auch zu einer merklichen Erleichterung (AB 84/4). Der für den 
23. Dezember 2020 vorgesehene Austritt wurde primär mit Blick auf die 
anstehenden Feiertage (vgl. AB 86/3) auf Anfang Januar 2021 verlegt (sta-
tionäre Behandlung vom 21. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021 [AB 86/1]). 

3.3.5 Der Beschwerdeführer beruft sich in psychiatrischer Hinsicht auf 
das MEDAS-Gutachten vom 1. April 2020 (AB 46.1) bzw. die darin enthal-
tene psychiatrische Beurteilung (AB 46.3; Beschwerde S. 7-11 Ziff. 2.5). 
Dem kann indessen nicht gefolgt werden. Zu Recht hat die Beschwerde-
gegnerin auf diese nicht abgestellt und eine monodisziplinäre psychiatri-
sche Begutachtung in Auftrag gegeben.

Zur vom psychiatrischen MEDAS-Experten diagnostizierten schwer chroni-
fizierten, langdauernden und unter Therapie teilremittierten Depression 
(ICD-10 F38.8; AB 46.3/5 Ziff. 6) führte Dr. med. D.________ mit Stellung-
nahme vom 28. Mai 2021 überzeugend und nachvollziehbar begründet 
aus, dass diese Diagnose nicht geeignet ist, schwere langjährige invalidi-
sierende affektive Störungen darzustellen. Der Code ICD-10 F38.8 ist 
gemäss internationaler Klassifikation der psychischen Störungen eine 
Restkategorie für affektive Störungen, die für keine der Kategorien F30-F38 
die Kriterien erfüllen (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-MARKWORT 
[Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel 
V [F], Diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis, 6. Aufl. 2016, 
S. 125). Dabei führte Dr. med. I.________ diagnostisch eine wahrscheinlich 
einmalige manische Phase auf (ICD-10 F30.8 [AB 46.3/5 Ziff. 6]), womit 
überzeugt, wenn Dr. med. D.________ festhielt, dass beim Vorliegen min-
destens einer manischen oder hypomanischen Episode die Diagnose einer 
bipolaren oder bipolaren-Il-Störung angezeigt sei (AB 101/3). Die im psych-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 14

iatrischen MEDAS-Gutachten als Z-Diagnose klassifizierte Störung der 
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit beschleunigtem Alterungspro-
zess (ICD-10 Z73.1; AB 46.3/5 Ziff. 6) fällt als solche ohnehin nicht unter 
den Begriff der invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheits-
beeinträchtigung (vgl. Entscheid des BGer vom 12. November 2019, 
9C_542/2019, E. 3.2). Dazu kommt, dass im Schädel-MRI vom 15. No-
vember 2017 (AB 14/14) und anlässlich der Echokardiografie vom 11. De-
zember 2017 (AB 14/12) altersentsprechende Befunde sowie im Rahmen 
der neuropsychologischen MEDAS-Untersuchung vom 10. Januar 2020 
eine alters- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit erhoben 
wurden (AB 46.2/6 Ziff. 6 und 7). Schlüssig und nachvollziehbar hatte des-
halb bereits auch der RAD-Arzt med. pract. G.________ am 30. Juni 2020 
ausgeführt, aus welchem Wechselspiel von Einschränkungen und Res-
sourcen sich die in einer angepassten Tätigkeit attestierte Arbeitsunfähig-
keit von 70 % ergebe (AB 46.1/23 Ziff. 4.8), bleibe unklar (AB 53/4). Hinzu 
kommt, dass auch der behandelnde Arzt, Dr. med. J.________, am 
31. März 2019 ausführte, in einer zumutbaren und den leicht verlangsam-
ten Beschwerdeführer nicht überfordernden, einfachen, routinemässigen 
Tätigkeit völlig ausserhalb des Wirkbereichs des betreffenden Vorgesetzten 
könne theoretisch nach einer Einarbeitungszeit wiederum eine volle Ar-
beitsfähigkeit erreicht werden (AB 27/7 Ziff. 6 und 11; vgl. auch den Bericht 
vom 28. Februar 2018 [AB 20]). Nicht zutreffend war denn auch, dass die 
Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von den MEDAS-
Gutachtern offenbar „in Übereinstimmung mit seinen Vorgesetzten“ festge-
setzt wurde (AB 46.1/23 Ziff. 4.8). Diese Mängel vermochte der psychiatri-
sche MEDAS-Gutachter auch mit seiner ergänzenden Stellungnahme vom 
14. Juli 2020 (AB 59) nicht zu beheben. 

Bei diesen Gegebenheiten überzeugt, wenn der RAD das MEDAS-
Gutachten zunächst als nicht konsistent bezeichnete (AB 53/3) und auch 
nach Eingang der Gutachtensergänzung vom 14. bzw. 20. Juli 2020 
(AB 59) festhielt, auf dieses könne zwar in den Fächern Neurologie, Neu-
ropsychologie und Innere Medizin abgestellt werden, weiterhin aber nicht 
im Fachbereich der Psychiatrie (AB 70/4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 15

3.4 Nach dem Ausgeführten ist gestützt auf den somatischen Teil des 
MEDAS-Gutachtens vom 1. April 2020 (AB 46.1) sowie das psychiatrische 
Gutachten von Dr. med. D.________ vom 29. Februar 2021 (AB 88.1) samt 
ergänzenden Stellungnahmen vom 15. März 2021 (AB 91) und 28. Mai 
2021 (AB 101) erstellt, dass der Beschwerdeführer aufgrund der weitge-
hend remittierten bipolaren affektiven II-Störung in der bisherigen Tätigkeit 
als … bzw. als … nicht mehr arbeitsfähig ist (vollständige Arbeitsunfähig-
keit; AB 88.1/41 Ziff. 8). In einer angepassten Tätigkeit ohne … bestand 
und besteht eine leichtgradige Reduktion der Arbeitsfähigkeit von nie mehr 
als 20 %, mithin eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von mindestens 80 % 
(AB 88.1/42). Ob der aus psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsunfähig-
keit von 20 % aus rechtlicher Sicht zu folgen ist, braucht mit Blick auf das 
Ergebnis (vgl. E. 4.7 hiernach) nicht geprüft zu werden, womit eine Indika-
torenprüfung (vgl. E. 2.2 hiervor) entbehrlich ist.

Nachstehend ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versi-
cherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsäch-
lich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls 
der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver-
dienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; 
SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 16

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach 
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der 
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 
(BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-
pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 
129 V 222). 

4.2 Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 
April 2019 (AB 1) liegt der frühestmögliche Rentenbeginn in Anwendung 
von Art. 29 Abs. 1 IVG im November 2019. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der 
Einkommensvergleich durchzuführen. 

4.3 Es ist unbestritten und aufgrund der Akten denn auch erstellt, dass 
der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit weiterhin seine seit 1983 bei 
der F.________ AG innegehabte Tätigkeit als … respektive … ausüben 
würde (vgl. AB 23, 46.1/11, 46.4/2 Ziff. 3.2). Ausgehend vom zuletzt erziel-
ten Einkommen wird das Valideneinkommen von Fr. 73'569.-- (vgl. AB 23/3 
Ziff. 2.10, 106/2) zu Recht nicht beanstandet.

4.4

4.4.1 Bezüglich der Berechnung des Invalideneinkommens ist vorab zu 
berücksichtigen, dass Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen 
keinen Rentenanspruch zu begründen vermag. Die Invalidenversicherung 
hat nicht dafür einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen 
mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine ent-
sprechende Arbeit finden; die hieraus sich ergebende „Arbeitsunfähigkeit“ 
ist nicht invaliditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 
E. 1). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfrem-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 17

der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu-
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf 
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Le-
bensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer 
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein-
zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund-
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einar-
beitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitss-
truktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher 
Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange-
stammten Bereich sein. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Res-
terwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 145 V 2 E. 5.3.1 
S. 16, 138 V 457 E. 3.1 S. 460; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1).

4.4.2 Zum Zeitpunkt der Erstellung des psychiatrischen Gutachtens von 
Dr. med. D.________ vom 29. Februar 2021 (AB 88.1/1) war der am 
11. März 1958 geborene Beschwerdeführer knapp 63 Jahre alt (vgl. 
AB 2/1). Dabei ist jedoch auch zu beachten, dass der behandelnde Psych-
iater bereits am 31. März 2019 und damit unmittelbar vor der Anmeldung 
bei der IV (vgl. AB 1) überzeugend dargelegt hatte, dass der Beschwerde-
führer in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (vgl. AB 27/7). Die 
verbleibende Aktivitätsdauer bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenal-
ters betrug seit dem Bericht des behandelnden Arztes noch rund vier Jahre 
und seit dem Gutachten noch zwei Jahre. Diese Zeitspanne ist zwar eher 
kurz, dem Beschwerdeführer verbleibt aber mit der Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit um 20 % sowie der einzigen Vorgabe, dass eine angepasste 
Tätigkeit kein … beinhalten soll, eine erhebliche und breit verwertbare 
Restarbeitsfähigkeit von 80 %. Dementsprechend genügt auch die verblei-
bende Zeit, eine neue einfache Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzua-
rbeiten und die Arbeit auszuüben. Mit Blick auf die weitgehend remittierte 
bipolare affektive II-Störung (E. 3.4 hiervor) sowie den Bildungsweg (2 Jah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 18

re Berufsschule, danach Lehre als … EFZ [AB 18/2]) und die langjährige 
Berufserfahrung (u.a. …, …, … [AB 18/2]) stehen denn auch die ohnehin 
als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bewerteten akzentuierten Persön-
lichkeitszüge (AB 88.1/38 Ziff. 6) einer Verwertung der verbliebenen Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit nicht entgegen. Angesichts der relativ hohen 
Hürden, die das Bundesgericht für die Annahme einer Unverwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen gesetzt hat (vgl. Entscheid des BGer 
vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019, E. 5), kann nicht gesagt werden, 
die dem Beschwerdeführer zumutbare Tätigkeit sei nur in so eingeschränk-
ter Form möglich, dass sie der Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt und das 
Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlos-
sen erscheint. Somit kann entgegen dem Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers nicht auf Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten 
Arbeitsmarkt geschlossen werden. Insoweit ist der Beschwerdeführer an 
die Arbeitslosenversicherung zu verweisen. Daran anschliessend hätte er 
unter Umständen Anspruch auf eine Überbrückungsleistung für ältere Ar-
beitslose, welche das Risiko der altersbedingten Arbeitslosigkeit abdeckt 
(vgl. Bundesgesetz vom 19. Juni 2020 über Überbrückungsleistungen für 
ältere Arbeitslose [ÜLG; SR 837.2]). 

4.4.3 Da der Beschwerdeführer die verbliebene Restarbeitsfähigkeit nicht 
verwertet, ist das Invalideneinkommen gestützt auf statistische Werte 
gemäss LSE zu ermitteln (E. 4.3 hiervor). Ausgehend von der LSE 2018, 
Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer (Fr. 5'417.--), ergibt sich 
aufgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche Wochenar-
beitszeit und den Nominallohnindex im Jahr 2019 sowie unter Berücksichti-
gung der Restarbeitsfähigkeit von 80 % ein massgeblicher Betrag von 
Fr. 54'694.05 (Fr. 5'417.-- x 12 / 40 x 41. 7 [betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, Total, 2019] / 101.5 x 102.4 [T1.1.15, Nominal-
lohnindex, Männer, 2016-2020, Total, Werte 2018 und 2019] x 0.8). Die 
Vornahme eines Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. hierzu BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; SVR 
2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3) wird hier zu Recht nicht geltend gemacht. 
Zum einen wurde den gesundheitlichen Einschränkungen bereits mit der 
um 20 % reduzierten Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen, womit dieser 
Aspekt nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 19

einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts-
punkts führen kann (vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20). Zum anderen lässt 
das gutachterliche Zumutbarkeitsprofil einen breiten Fächer an möglichen 
Tätigkeiten zu. Überdies werden Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt (Entscheid des 
BGer vom 18. Mai 2021, 8C_176/2021, E. 6.2.2), so dass hier auch mit 
Blick auf den Faktor Alter kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist.

4.5 Bei Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen (E. 4.3 
und 4.4.3 hiervor) resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 
gerundet 26 % ([Fr. 73'569.-- ./. Fr. 54'694.05] x 100 / Fr. 73'569.--; vgl. 
E. 2.3 hiervor; zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 
2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1).

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 2. August 
2021 (AB 106) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 20

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, IV/21/626, Seite 21

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.