# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b42bd519-3343-55c9-bbe5-ebea31b5b83d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 02.10.2009 BF.2009.24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BF-2009-24_2009-10-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BF.2009.24

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 02.10.2009

Entscheiddatum: 02.10.2009

Entscheid Kantonsgericht, 02.10.2009
Art. 125 ZGB: In durchschnittlichen finanziellen Verhältnissen ohne 
massgebliche Sparquote bietet die Methode der Grundbedarfsberechnung 
mit Überschussteilung zur Berechnung des Aufstockungsunterhalts nach 
langer, lebensprägender Ehe am ehesten Gewähr für eine angemessene 
Lösung (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 2. Oktober 2009, BF.2009.24). 

Sachverhalt:

 

Die Eheleute waren mehr als zwanzig Jahre verheiratet und haben drei gemeinsame 

Kinder. Ein Kind ist noch unmündig und lebt bei der Mutter. Bei der Trennung war die 

Ehefrau 51 Jahre alt. Die Eheleute führten eine Ehe mit klassischer Rollenteilung: Der 

ungelernte Ehemann absolvierte während der Ehe eine Berufsausbildung und stieg zum 

Geschäftsführer eines Informatikbetriebs auf. Er verrichtet heute qualifizierte und gut 

bezahlte Arbeit. Die Ehefrau kümmerte sich zunächst um Haushalt und Kinder und trat 

dann zu einem Kleinstpensum im gelernten Beruf als Verkäuferin ins Erwerbsleben ein. 

Nach der Trennung stockte sie ihr Arbeitspensum schrittweise bis auf 80% auf. Ihr 

Verdienst ist bescheiden.

 

Aus den Erwägungen:

Festzulegen bleibt die Höhe des Unterhaltsbeitrags. Dabei ist zunächst zu prüfen, nach 

welcher Methode er zu berechnen ist. Das Bundesgericht betonte früher das Prinzip 

der freien Methodenwahl und akzeptierte insbesondere die von zahlreichen kantonalen 

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Gerichten praktizierte Methode der Grundbedarfsberechnung mit hälftiger 

Überschussteilung (BGE 128 III 411, 414 = Pra 2003 Nr. 5; BGer, FamPra.ch 2002, 148, 

149; FamKomm Scheidung/Schwenzer, Art. 125 ZGB, N 75ff. m.w.H.). In einem Urteil 

aus dem Jahr 2007 bezeichnete es diese Methode dann in durchschnittlichen 

Verhältnissen als unpassend (BGE 134 III 145, 146). Mittlerweile stellt das 

Bundesgericht aber wieder die freie Methodenwahl in den Vordergrund und erachtet 

insbesondere in wirtschaftlich durchschnittlichen Familienverhältnissen die 

Grundbedarfsberechnung mit hälftiger Überschussteilung als taugliche 

Vorgehensweise zur Bemessung des nachehelichen Unterhalts (BGE 134 III 577, 579; 

BGer 5A_292/2009, E. 2.2; 5A_384/2008, E. 4.2.3; 5A_288/2008, E. 5.4; Hausheer/

spycher, Urteilsanmerkung, ZBJV 2009, 59 ff.). Diese Methode bietet denn auch 

verschiedene Vorteile: Sie berücksichtigt einerseits die trennungsbedingten 

Mehrkosten und gewährleistet, dass beide Parteien das eheliche Lebensniveau nach 

der Trennung gleichermassen fortführen können. Andererseits stellt sie sicher, dass der 

haushaltführende und der erwerbstätige Ehegatte nach der Trennung gleich behandelt 

werden. Schliesslich ist die Methode klar und verständlich (vgl. Hausheer, Die 

privatrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts 2007, ZBJV 2008, 553, 568 ff.; 

Spycher, Urteilsanmerkung, ZBJV 2008, 514 ff.; Aeschlimann, Urteilsanmerkung, 

FamPra.ch 2008, 395 f.; Vetterli, Zur Bemessung des nachehelichen Unterhalts – ein 

Klärungsversuch, AJP 2009, 575ff.). Auch hier, wo durchschnittliche finanzielle 

Verhältnisse herrschen und eine lange, lebensprägende Ehe vorliegt, verspricht sie am 

ehesten angemessene Resultate.

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	Entscheid Kantonsgericht, 02.10.2009
	Art. 125 ZGB: In durchschnittlichen finanziellen Verhältnissen ohne massgebliche Sparquote bietet die Methode der Grundbedarfsberechnung mit Überschussteilung zur Berechnung des Aufstockungsunterhalts nach langer, lebensprägender Ehe am ehesten Gewähr für eine angemessene Lösung (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 2. Oktober 2009, BF.2009.24). 

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		2025-07-19T14:26:57+0200
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