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**Case Identifier:** b670b193-e3ba-5414-9b4c-45e1c4c49774
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.06.2016 200 2015 856
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-856_2016-06-13.pdf

## Full Text

200 15 856 EL
GRD/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Juni 2016

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Abteilung Leistungen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 27. August 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2016, EL/15/856, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im Juli 2014 meldete sich die 1926 geboren A.________ (nachfolgend Ver-
sicherte bzw. Beschwerdeführerin), vertreten durch ihren Sohn 
C.________, bei der Ausgleichskasse des Kantons Bern (nachfolgend AKB 
bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Ergänzungsleistungen zur AHV 
an (Antwortbeilage [AB] 1).

Mit zwei Verfügungen vom 23. Januar 2015 wies die AKB einen Anspruch 
der Versicherten auf Ergänzungsleistungen für die Zeit vom 1. Mai 2014 bis 
31. Dezember 2014 sowie für die Zeit ab dem 1. Januar 2015 ab (AB 33, 
35). Dabei wurde in den entsprechenden Ergänzungsleistungsberechnun-
gen ein nicht belegter Vermögensrückgang im Umfang von Fr. 250'000.-- 
als Verzichtsvermögen aufgerechnet und es wurden Fr. 500.-- als hypothe-
tischer Ertrag des Verzichtsvermögens in die Berechnungen eingesetzt 
(AB 31, 32, 34).

Gegen die betreffenden Verfügungen erhob die Versicherte, vertreten 
durch ihren Sohn C.________, mit Schreiben vom 22. Februar 2015 Ein-
sprache (AB 38). Mit Begleitbrief vom 2. März 2015 (AB 45) wurden Belege 
nachgereicht (AB 39 – 44) und am 5. Juni 2015, neu vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, weitere Unterlagen mit Erläuterungen und Er-
gänzungen übermittelt (AB 51 – 76). Unter anderem wurde geltend ge-
macht, die drei Kinder der Versicherten hätten noch je Fr. 50‘000.-- Erban-
sprüche aus dem Nachlass ihres Vaters gehabt. Bei der Auszahlung dieser 
Beträge habe es sich somit nicht um einen freiwilligen Vermögensverzicht 
gehandelt (AB 76 S. 2 Ziff. 1).

Auf die Aufforderung der AKB hin, die Auszahlung dieser Erbteile zu bele-
gen (AB 77), teilte die Versicherte, wiederum vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 30. Juli 2015 mit, eine Erbteilung bzw. Auszahlung der 
Erbteile habe nie stattgefunden. Dies ändere jedoch nichts daran, dass 
Fr. 150‘000.-- faktisch nicht ihr, sondern ihren Kindern gehört hätten und 
somit kein Verzichtsvermögen darstellten. Ihr Sohn C.________ habe auf 

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das Geld Zugriff gehabt und es im Einverständnis mit seinen Geschwistern 
für seinen Unterhalt verwendet (vgl. AB 83).

Mit Einspracheentscheid vom 27. August 2015 (AB 88) wies die AKB die 
Einsprache ab, wobei sie den als Verzichtsvermögen angerechneten Be-
trag sowie den angerechneten Ertrag aus Vermögensverzicht in Anwen-
dung von Art. 17a der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur 
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 15. Januar 1971 
(ELV; SR 831.301) verminderte (vgl. AB 85 – 87). 

B.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte, wiederum ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, am 23. September 2015 Be-
schwerde mit den Rechtsbegehren, der Einspracheentscheid sei aufzuhe-
ben und es seien ihr für die Periode vom 1. Mai 2014 bis 31. Dezember 
2014 und für die Periode ab dem 1. Januar 2015 Ergänzungsleistungen 
auszurichten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Ausgleichskasse des 
Kantons Bern vom 27. August 2015 (AB 88). Streitig und zu prüfen ist der 
Ergänzungsleistungsanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit vom Mai 
2014 bis Dezember 2015 und in diesem Zusammenhang die Frage, ob bei 
der Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs zu Recht für das Jahr 
2014 ein Verzichtsvermögen von Fr. 170‘000.-- und für das Jahr 2015 ein 
solches von Fr. 160‘000.-- zuzüglich der entsprechenden hypothetischen 
Vermögenserträge angerechnet worden sind (AB 86, 87). Bezüglich der 
Berechnung für das Jahr 2015 wird zudem gerügt, es sei der volle und 
nicht bloss der hälftige Mietzins zu berücksichtigen, da der mit der Be-
schwerdeführerin zusammenlebende Sohn keiner Erwerbstätigkeit nach-
gehe und daher nichts zur Miete der Wohnung beitragen könne. Die richter-
liche Beurteilung hat sich praxisgemäss auf diese Punkte zu beschränken, 
wogegen aufgrund der Akten kein Anlass besteht, die übrigen unbestritten 
gebliebenen Punkte in die Prüfung miteinzubeziehen (vgl. BGE 131 V 329 
E. 4 S. 330).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleis-
tungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 6. Ok-
tober 2006 (ELG; SR 831.30) haben Personen mit Wohnsitz und gewöhnli-
chem Aufenthalt in der Schweiz Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn 
sie eine Rente der AHV oder IV beziehen oder nach lit. b oder d der ge-
nannten Bestimmung Anspruch auf eine solche Rente hätten. Die Ergän-
zungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung sowie der 
Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1 ELG). 
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die aner-
kannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 
Abs. 1 ELG).

2.2 Bei Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem Heim 
oder Spital leben (zu Hause lebende Personen), fällt unter die Ausgaben in 
erster Linie der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf pro Jahr (Art. 10 
Abs. 1 lit. a ELG). Daneben gehören zu den anerkannten Ausgaben der 
Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten 
(Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG), die Gewinnungskosten, die Gebäudeunterhalts-
kosten, die Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes, ein jährlicher 
Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung sowie 
geleistete familienrechtliche Unterhaltsbeiträge (Art. 10 Abs. 3 lit. a – e 
ELG). Bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder 
Spital leben, werden anstelle des Betrags für den allgemeinen Lebensbe-
darf sowie des Mietzinses einer Wohnung und der damit zusammenhän-
genden Nebenkosten (Art. 10 Abs. 1 ELG) grundsätzlich die Tagestaxe des 
Heims oder Spitals sowie ein Betrag für persönliche Auslagen anerkannt 
(Art. 10 Abs. 2 ELG).

2.3 Als Einnahmen anzurechnen sind die Erwerbseinkünfte, die Ein-
künfte aus Vermögen sowie unter dem Titel Vermögensverzehr ein Fünf-
zehntel, bei Altersrentnerinnen und -rentnern ein Zehntel des Reinvermö-
gens, soweit es bei Alleinstehenden Fr. 37'500.-- und bei Ehepaaren 
Fr. 60'000.-- übersteigt (Art. 11 Abs. 1 lit. a – c ELG). Altersrentnerinnen 
und Altersrentnern, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spi-
tal leben, wird ein Fünftel des Reinvermögens als Einnahme angerechnet 

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(Art. 3 des kantonalen Einführungsgesetzes zum ELG vom 27. November 
2008 [EG ELG; BSG 841.31]). Zu den anrechenbaren Einnahmen gehören 
ferner die Renten, Pensionen und anderen wiederkehrenden Leistungen, 
die familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge sowie insbesondere die Einkünf-
te und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. d 
sowie g und h ELG).

2.4 Mit der die Verhinderung von Missbräuchen bezweckenden Rege-
lung, wonach auch Einkünfte und Vermögenswerte als Einkommen anzu-
rechnen sind, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG), soll 
eine einheitliche und gerechte Lösung ermöglicht werden, indem sich die 
schwierige Prüfung der Frage erübrigt, ob beim Verzicht auf Einkommen 
oder Vermögen der Gedanke an eine EL tatsächlich eine Rolle gespielt hat 
oder nicht (BGE 131 V 329 E. 4.4 S. 335, 122 V 394 E. 2 S. 397).

Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtli-
che Verpflichtung und ohne adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder 
Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte 
Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch 
macht bzw. ihre Rechte nicht durchsetzt, oder wenn sie aus von ihr zu ver-
antwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren 
Erwerbstätigkeit absieht (BGE 140 V 267 E. 2.2 S. 270). Die Tatbestands-
elemente „ohne rechtliche Verpflichtung“ resp. „ohne adäquate Gegenleis-
tung“ sind nicht kumulativ, sondern alternativ (BGE 134 I 65 E. 3.2 S. 70 = 
Pra 2008 S. 562, 131 V 329; SVR 2012 EL Nr. 4 S. 11 E. 2).

2.5 Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen 
bewohnt, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, dann ist 
der Mietzins auf die einzelnen Personen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile 
der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, 
werden bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung ausser Be-
tracht gelassen. Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu er-
folgen (Art. 16c ELV).

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3.

3.1 Den von der Beschwerdegegnerin festgestellten Rückgang des 
Vermögens der Beschwerdeführerin im Umfang von insgesamt 
Fr. 337‘241.-- zwischen dem 31. Dezember 2005 und dem 31. Dezember 
2013 erklärte C.________, einer der Söhne der Beschwerdeführerin, mit 
Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 28. Dezember 2014 (AB 29) 
damit, dass ihn seine Mutter „finanziell vollumfänglich unterstützt“ habe. Er 
sei während der fraglichen Zeit andauernd arbeitslos gewesen und habe 
auf ausdrücklichen Wunsch seiner Mutter keine Ersatzeinkommen bean-
tragt. Sie habe nicht nur seine laufenden Kosten (inklusive Gesundheits-
kosten) gedeckt, sondern ihm auch ermöglicht, im Inland Ferien zu machen 
und zu reisen und in gewissem Umfang „am Leben teilzunehmen“. Diese 
Angaben werden in einem weiteren Schreiben vom 28. Dezember 2014 
(AB 30) bestätigt: „Sicher sehr massgeblich zur Vermögensabnahme bei-
getragen hat die volle finanzielle Unterstützung des langarbeitslosen Soh-
nes“. Die Beschwerdegegnerin ging in der Folge von einer freiwilligen Un-
terstützung und damit von einem Vermögensverzicht der Beschwerdeführe-
rin zugunsten ihres Sohnes C.________ im Umfang von Fr. 250‘000.-- aus 
(vgl. AB 31 – 35).

3.2 Einspracheweise wurde hiergegen u.a. vorgebracht, dass im als 
Vermögen der Beschwerdeführerin per 31. Dezember 2005 herangezoge-
nen Betrag von Fr. 375‘729.-- noch ein Nutzniessungsvermögen von 
Fr. 150‘000.-- enthalten gewesen sei (AB 38). Hierauf forderte die Be-
schwerdegegnerin für diese Behauptung Belege ein (AB 46). Mit Schreiben 
vom 5. Juni 2015 machte die Beschwerdeführerin, neu vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, geltend, der Nachlass ihres am 5. August 1996 
verstorbenen Ehemannes D.________ habe Fr. 300‘721.-- betragen. An 
diesem hätten ihre drei Kinder je einen Anspruch von rund Fr. 50‘000.-- 
gehabt. Bei der Auszahlung dieser Beträge an die Kinder habe es sich so-
mit nicht um einen freiwilligen Vermögensverzicht gehandelt (AB 76). Die 
Beschwerdegegnerin ersuchte die Beschwerdeführerin in der Folge zu be-
legen, wann diese Erbteile an die drei Kinder ausbezahlt worden sind 
(AB 77). Hierauf machte die Beschwerdeführerin, wiederum vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, geltend, dass entgegen der bisherigen Aus-

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führungen eine Auszahlung der je Fr. 50‘000.-- Erbanspruch nie stattgefun-
den habe. Vielmehr hätten sich die Kinder entschlossen, das Geld auf den 
Konti der Erbengemeinschaft D.________ zu belassen, um ihren Bruder 
C.________ finanziell zu unterstützen. Dass von den Fr. 375‘729.-- 
Fr. 150‘000.-- Nutzniessungsvermögen zugunsten der Beschwerdeführerin 
gewesen wären, wird demgegenüber von keinem der Beteiligten (mehr) 
geltend gemacht (AB 83). 

In den Steuerunterlagen sowohl der Beschwerdeführerin als auch ihres 
Sohnes C.________ ist keine Beteiligung an einer Erbengemeinschaft 
ausgewiesen (vgl. AB 4 – 8, 15 – 20 und 53 – 71). Das von der Beschwer-
deführerin per 31. Dezember 2005 deklarierte Vermögen von Fr. 375‘729.-- 
befand sich gemäss den Steuerunterlagen in deren Alleineigentum und 
stellte gemäss der entsprechenden rechtskräftigen Steuerveranlagung 
2005 vollumfänglich von der Beschwerdeführerin zu versteuerndes Vermö-
gen dar (siehe AB 15), was im Falle einer unverteilten Erbschaft im Umfang 
der Erbansprüche der Kinder nicht der Fall gewesen wäre. Dass in den 
Fr. 375‘729.-- noch Erbansprüche der Kinder enthalten gewesen wären, 
kann somit gestützt auf die Steuerunterlagen nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Aufgrund der 
Steuerunterlagen muss die betreffende Erbteilung bereits vor dem 31. De-
zember 2005 stattgefunden haben, was angesichts der Eröffnung des Erb-
ganges am 5. August 1996 auch nicht erstaunt. Die Beschwerdegegnerin 
ist somit zu Recht von einem im Alleineigentum der Beschwerdeführerin 
stehenden massgebenden Vermögen (nach güterrechtlicher Auseinander-
setzung und Erbgang infolge des Versterbens ihres Ehemannes am 5. Au-
gust 1996) von Fr. 375‘729.-- per 31. Dezember 2005 ausgegangen. Auf 
die in diesem Zusammenhang beantragte Befragung der Kinder ist vorlie-
gend in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten, vermöchten deren 
Aussagen angesichts von deren Verhältnis zur Beschwerdeführerin und der 
eindeutigen steuerlichen Aktenlage doch keine abweichende Beurteilung 
zu begründen. 

3.3 Nach dem Dargelegten ist ein Rückgang im Vermögen der Be-
schwerdeführerin zwischen dem 31. Dezember 2005 und dem 31. Dezem-
ber 2013 im Umfang von Fr. 337‘241.-- ausgewiesen. Ebenso, dass dieser 

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Vermögensrückgang im Wesentlichen auf die vollumfängliche finanzielle 
Unterstützung ihres langzeitarbeitslosen Sohnes in der fraglichen Zeit 
zurückzuführen ist. Soweit die Beschwerdeführerin geltend machen lässt, 
sie sei gestützt auf Art. 328 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; 
SR 210) zu dieser vollumfänglichen finanziellen Unterstützung verpflichtet 
gewesen, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Unterstützungspflicht der Ver-
wandten in auf- und absteigender Linie besteht nur, wenn der Pflichtige in 
günstigen Verhältnissen lebt. In günstigen Verhältnisse lebt, wem aufgrund 
seiner finanziellen (Gesamt-)Situation eine wohlhabende Lebensführung 
möglich ist. Diese muss namentlich auch im Hinblick auf eine im Alter zu 
erwartende Pflegebedürftigkeit sichergestellt sein, weshalb die wirtschaftli-
che Sicherheit des Pflichtigen im Alter einer Beurteilung auf längere Sicht 
standhalten muss (BGE 132 III 97 E. 33 S. 106). Entsprechend muss ins-
besondere eine bereits ältere Person über ein sehr beträchtliches Einkom-
men und Vermögen verfügen, damit sie aufgrund von Art. 328 ZGB unter-
stützungspflichtig wird (THOMAS KOLLER, in Basler Kommentar, 5. Aufl. 
2014, Art. 328/329 ZGB N. 16a). Das Jahresreineinkommen der Be-
schwerdeführerin betrug im Jahr 2005 gemäss Steuerveranlagung 
Fr. 25‘239.--, umgerechnet auf einen Monat somit Fr. 2‘103.--, ihr Vermö-
gen Fr. 375‘729.-- (AB 15, 16). Angesichts dieser finanziellen Situation mit 
einem geringen Einkommen und einem nicht sehr beträchtlichen Vermö-
gens sind günstige Verhältnisse im Sinne von Art. 328 ZGB somit bereits 
für das Jahr 2005 zu verneinen. Seither hat sich die finanzielle Gesamts-
ituation der Beschwerdeführerin unstrittig nur noch verschlechtert. Es be-
stand somit im gesamten vorliegend zu beurteilenden Zeitraum mangels 
günstiger Verhältnisse keine Unterstützungspflicht der Beschwerdeführerin 
im Sinne von Art. 328 ZGB gegenüber ihrem Sohn C.________. 

3.4 Beschwerdeweise wird geltend gemacht, der von der Beschwerde-
führerin unterstützte Sohn C.________ habe dieser seit mehreren Jahren 
täglich Pflege und Hilfe geleistet. Dabei habe es sich um wertvolle Hand-
lungen gehandelt, die ansonsten durch teure Betreuungsdienste oder durch 
einen Heimaufenthalt hätten kompensiert werden müssen. Dass 
C.________ die geltend gemachte tägliche Pflege und Hilfe in Erfüllung 
einer rechtlichen Pflicht erbracht hätte, wird demgegenüber nicht geltend 
gemacht und es finden sich in den Akten hierfür auch keinerlei Anhalts-

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punkte. Daraus folgt, dass die finanziellen Leistungen der Beschwerdefüh-
rerin ebenfalls ohne auf einem Pflegeverhältnis basierende rechtliche Ver-
pflichtung erfolgt sind. Nachdem die Voraussetzungen „ohne rechtliche 
Verpflichtung“ und „ohne adäquate Gegenleistung“ zur Anrechnung eines 
Verzichtsvermögens nicht kumulativ vorliegen müssen, sondern es aus-
reicht, wenn alternativ eines der beiden Elemente gegeben ist (vgl. E. 2.4 
hiervor), kann offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin für die vollumfäng-
liche finanzielle Unterstützung ihres Sohnes C.________ eine angemesse-
ne Gegenleistung in Form von Pflege und Hilfe erhalten hat. Mangels recht-
licher Verpflichtung ist die (vollumfängliche) finanzielle Unterstützung ihres 
Sohnes C.________ so oder anders als Verzichtshandlung zu qualifizieren. 
Die Quantifizierung dieser Verzichtshandlung durch die Beschwerdegegne-
rin ist nicht zu beanstanden und deren Anrechnung im Rahmen des Ein-
spracheentscheides unter Berücksichtigung der Amortisation gemäss 
Art. 17a ELV ist korrekt erfolgt (siehe AB 86 – 88). 

3.5 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin bei der EL-Berech-
nung für das Jahr 2015 zu Recht nur den hälftigen Mietzins berücksichtigt 
hat, obwohl der mit ihr zusammenlebende erwachsene Sohn keiner Er-
werbstätigkeit nachgeht. Dies ist gestützt auf Art. 16c ELV (siehe E. 2.5 
hiervor) zu bejahen, da der mit ihr zusammenlebende Sohn unstrittig zu 
Recht nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen ist und die EL ihn ent-
sprechend auch nicht mitzufinanzieren hat. Besondere Umstände, die vor-
liegend eine von Art. 16c Abs. 2 ELV abweichende Mietzinsaufteilung 
rechtfertigen würden, sind keine ersichtlich. Dass der mit der Beschwerde-
führerin zusammenlebende erwachsene Sohn gemäss Beschwerde keiner 
Erwerbstätigkeit nachgeht, stellt keinen besonderen Umstand in diesem 
Sinne dar.

3.6 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin bei der Berech-
nung des Ergänzungsleistungsanspruchs der Beschwerdeführerin zu Recht 
für das Jahr 2014 ein Verzichtsvermögen von Fr. 170‘000.-- und für das 
Jahr 2015 ein solches von Fr. 160‘000.-- zuzüglich der entsprechenden 
hypothetischen Vermögenserträge angerechnet und bei der Berechnung 
für das Jahr 2015 auch zu Recht nur den hälftigen Mietzins der gemeinsam 
mit ihrem erwachsenen Sohn bewohnten Wohnung berücksichtigt. Der Ein-

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spracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 27. August 2015 (AB 88) 
ist nach dem Dargelegten nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde als unbegründet abzuweisen. 

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Leistungen 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2016, EL/15/856, Seite 12

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.