# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 239b4509-19df-5157-81a2-c4c87446c361
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-12-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.12.2012 E-6316/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6316-2012_2012-12-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6316/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  D e z e m b e r  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Mazedonien,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 8. November 2012 / N (…). 

 

 

E-6316/2012 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin, eine der Ethnie der Roma angehörende 

mazedonische Staatsangehörige aus B._______, eigenen Angaben zu-

folge am 16. Juni 2012 ihren Heimatstaat verliess und am 18. Juni 2012 

in die Schweiz einreiste, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchte, 

dass sie anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrenszent-

rum C._______ vom 4. Juli 2012 sowie der Anhörung vom 17. September 

2012 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, 

sie sei aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen ausgereist, 

dass sie seit dem Tod ihres Ehemannes vor acht Jahren verschiedene 

gesundheitliche Probleme habe und ihr Herz operiert werden müsse, 

dass sie deswegen in Mazedonien in ärztlicher Behandlung gewesen und 

zweimal stationär behandelt worden sei, 

dass ihr zudem das Geld für ein besseres Leben fehle, 

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Akten verwiesen wird, 

dass sie im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens verschiedene Un-

terlagen des Spitals D._______ (Aufgebot vom 9. Oktober 2012 zu einem 

gynäkologischen Eingriff am 18. Oktober 2012, ärztliches Zeugnis vom 

19. Oktober 2012, Informationsblatt und Rezept) als Beweismittel ein-

reichte, 

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 

vom 8. November 2012 – eröffnet am 12. November 2012 – ablehnte und 

die Wegweisung sowie deren Vollzug aus der Schweiz anordnete,  

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die wirtschaftli-

che Situation in Mazedonien sei für weite Kreise der Bevölkerung schwie-

rig, 

dass die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin asylrecht-

lich nicht relevant seien, 

dass ferner die Minderheiten in Mazedonien in staatlichen Strukturen re-

präsentiert und ihre Rechte garantiert seien, 

E-6316/2012 

Seite 3 

dass es aus der jüngsten Vergangenheit keine Hinweise auf eine syste-

matische, staatliche Verfolgung aus politischen, ethnischen, religiösen 

Gründen oder wegen der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe gebe, 

und sich Betroffene an vor Ort tätige internationale Organisationen wen-

den oder Beschwerde bei den mazedonischen Behörden erheben könn-

ten, 

dass die Beschwerdeführerin mit an das Bundesamt gerichteter, von die-

sem an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter Eingabe vom 

27. November 2012 (Eingang Bundesverwaltungsgericht: 7. Dezember 

2012) gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob und dabei sinngemäss 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung betreffend den Vollzug der 

Wegweisung beantragte, 

dass sie zur Begründung ihrer Beschwerde anführte, ihr fehle das Geld, 

um ihr Haus zu heizen,  

dass sie zudem krank sei und keinen Arzt habe, 

dass für die weitere Begründung auf die Akten zu verweisen ist, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah-

rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM 

entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des 

Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 

SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich-

tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG), 

E-6316/2012 

Seite 4 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-

derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs.  1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 

111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen 

Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

dass die Dispositivziffern 1 bis 3 der vorinstanzlichen Verfügung vom 

8. November 2012 mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen sind, 

dass somit Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzig 

die Frage bildet, ob das BFM zu Recht die Wegweisung verfügt und de-

ren Vollzug aus der Schweiz zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich 

erklärt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilli-

gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen be-

steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mittei-

lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 

Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzli-

chen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht ange-

ordnet wurde, 

E-6316/2012 

Seite 5 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, 

wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, 

SR 142.20]), 

dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind 

zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-

che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder 

des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entge-

genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-

Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und kei-

ne Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne 

von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) 

und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) er-

sichtlich sind, die ihr in Mazedonien droht, 

E-6316/2012 

Seite 6 

dass zudem der Schweizerische Bundesrat mit Beschluss vom 25. Juni 

2003 Mazedonien zum verfolgungssicheren Staat ("safe country") erklärt 

hat und von dieser Einschätzung im Rahmen der periodischen Prüfung 

(vgl. Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht abgewichen ist,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio-

nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notla-

ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat der 

Beschwerdeführerin noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefähr-

dung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der 

Wegweisung vorliegend zumutbar ist, 

dass insbesondere hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geltend 

gemachten gesundheitlichen Probleme festzuhalten ist, dass Gründe 

ausschliesslich medizinischer Natur den Wegweisungsvollzug im Allge-

meinen nicht als unzumutbar erscheinen lassen, ausser wenn eine not-

wendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung 

steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beein-

trächtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führt, wobei 

als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung 

erachtet wird, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz 

absolut notwendig ist, 

dass eine Unzumutbarkeit jedenfalls noch nicht vorliegt, wenn im Heimat-

staat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizini-

sche Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, EMARK 2003 

Nr. 24 E. 5a und b),  

dass sich die Beschwerdeführerin am 19. Oktober 2012 in der Frauenkli-

nik in D._______ einem gynäkologischen Eingriff unterzogen hat, bei dem 

es sich, wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, um einen Routine-

eingriff handelt, wobei eine allfällige Nachbehandlung auch in Mazedo-

nien gewährleistet ist, 

dass die diagnostizierten gesundheitlichen Beschwerden jedenfalls nicht 

auf eine medizinische Notlage schliessen lassen, die im Heimatland 

schlicht nicht behandelbar wäre, 

E-6316/2012 

Seite 7 

dass ferner zu berücksichtigen ist, dass die geltend gemachten Herzprob-

leme der Beschwerdeführerin schon in Mazedonien behandelt worden 

sind, so dass nicht auf fehlende und ungenügende Behandlungsmöglich-

keiten des mazedonischen Gesundheitssystems geschlossen werden 

kann,  

dass auch in der Schweiz ausser dem Verschreiben von Medikamenten 

offenbar keine besondere ärztliche Behandlung eingeleitet worden oder 

vorgesehen ist, 

dass es der Beschwerdeführerin zudem offen steht, beim Bundesamt ei-

nen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe – beispielsweise in Form der 

Mitgabe von Medikamenten für eine gewisse Zeit oder in Form von Geld 

zur Deckung der Behandlungskosten – zu stellen (Art. 93 Abs. 1 Bst. c 

AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzie-

rungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]) respektive die Vollzugsbehörden auf 

diesen Umstand aufmerksam zu machen,  

dass im Weiteren davon auszugehen ist, dass sie bei einer Rückkehr in 

ihren Heimatstaat auf die Unterstützung ihrer beiden in B._______ leben-

den Töchtern (vgl. Akte A3 S. 5) zählen kann, so dass sie nicht in eine 

existenzbedrohende Situation geraten wird, wobei darauf hinzuweisen ist, 

dass sie krankenversichert ist, eine monatliche Rente erhält und wieder-

um in ihrem eigenen Haus wohnen können sollte (vgl. Akte A3 S. 4), 

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei-

matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), 

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der 

Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 

inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unan-

gemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwei-

sen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- 

(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

E-6316/2012 

Seite 8 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6316/2012 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.   

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

Versand: