# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f886fda5-9662-51a9-8edc-a91174e16097
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2010 A-363/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-363-2010_2010-03-01.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-363/2010
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter André Moser (Vorsitz), 
Richter Lorenz Kneubühler, Richter Jérôme Candrian, 
Gerichtsschreiber Johannes Streif.

Andreas Oschwald, Flüeli 143, 9064 Hundwil,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeits-
beauftragter EDÖB,
Feldeggweg 1, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Rechtsverzögerung (Öffentlichkeitsgesetz).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-363/2010

Sachverhalt:

A.
Auf Anregung von Andreas Oschwald prüfte die vom Staatssekretariat 
für  Wirtschaft  (SECO)  betriebene  Schweizerische  Akkreditierungs-
stelle (nachfolgend: SAS) am 23. Januar 2009 anlässlich eines ausser-
ordentlichen Überwachungsaudits die Swiss Technical Services AG mit 
Sitz  in  Wallisellen.  Mit  Schreiben  vom  29. Januar 2009  ersuchte 
Andreas Oschwald die SAS u.a. um detaillierte Nachweise betreffend 
das Resultat der Prüfung vom 23. Januar 2009. Die SAS teilte diesem 
mit  Schreiben vom 11. März  2009 mit,  sie  sei  zur  Überzeugung ge-
langt, das geprüfte Unternehmen habe die Akkreditierungsregeln kor-
rekt umgesetzt. Sie entsprach dem Gesuch Andreas Oschwalds daher 
insofern nicht, als sie ihm weiterführende Angaben zur durchgeführten 
Prüfung vorenthielt.

B.
Andreas Oschwald gelangte in  der Folge mit  Eingabe vom 17. März 
2009 an den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauf-
tragten (nachfolgend: der Beauftragte) und verlangte die Offenlegung 
jener  Unterlagen,  welche  die  Gespräche  und  Audits  zwischen  SAS 
und  geprüftem  Unternehmen  belegen.  Der  Beauftragte  orientierte 
Andreas Oschwald mit Schreiben vom 24. März 2009 über die Eröff-
nung  eines  Schlichtungsverfahrens  und  teilte  ihm  mit,  dass  er  auf-
grund mangelnder personeller Ressourcen nicht in der Lage sei, das 
Verfahren  innert  der  gesetzlich  vorgesehenen  Frist  von  30  Tagen 
durchzuführen.

C.
Mit Eingabe vom 19. Januar 2010 erhebt Andreas Oschwald (nachste-
hend: Beschwerdeführer) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
gegen  den  Beauftragten.  Er  bringt  vor,  dieser  habe  seinen  Schlich-
tungsantrag bis zum Datum der Beschwerdeeingabe unberücksichtigt 
gelassen. Der Beauftragte nimmt mit  Eingabe vom 10. Februar 2010 
dazu Stellung.

D.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird – soweit erforderlich – 
in den Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten gestützt auf Art. 33 Bst. d VGG unter anderen die 
der Bundeskanzlei administrativ zugeordneten Dienststellen der Bun-
desverwaltung.  Die  Beschwerde  gegen  das  unrechtmässige  Verwei-
gern  oder  Verzögern  einer  Verfügung  ist  gemäss  Art. 46a und 
Art. 50 Abs. 2 VwVG jederzeit zulässig. 

1.1 Der  Bundesrat  wählt  den  Eidgenössischen  Datenschutz-  und 
Öffentlichkeitsbeauftragten auf Grundlage von Art. 26 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  19 Juni 1992  über  den  Datenschutz  (DSG, 
SR 235.1).  Art. 26 Abs. 2  DSG ordnet  den  Beauftragen administrativ 
der  Bundeskanzlei  zu;  Anhang 1 Bst. A Ziff. 2  der  Regierungs-  und 
Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. November 1998 (RVOV, 
SR 172.010.1) erklärt den Beauftragten zur Verwaltungseinheit der de-
zentralen Bundesverwaltung; dieser gilt daher als Vorinstanz.

1.2 Anfechtungsobjekt der Rechtsverzögerungsbeschwerde bildet das 
unrechtmässige Verzögern, mithin das Fehlen einer anfechtbaren Ver-
fügung im Sinn von Art. 5 VwVG, auf deren Erlass ein Anspruch des 
Rechtssuchenden besteht (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2, zuletzt bestätigt 
mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6032/2009  vom 
16. Dezember 2009 E. 1.2 mit weiteren Verweisen.)

1.2.1 Mit Blick auf die Zulässigkeit der Beschwerde ist daher zu prü-
fen,  ob dem Beschwerdeführer  ein Anspruch auf  Erlass einer  Verfü-
gung im Verfahren vor der Vorinstanz einzuräumen ist und ob eine sol-
che Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar wäre. Diese 
Fragen sind in  materieller  Hinsicht  auf  der Basis  der  Bestimmungen 
des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 2004 über das Öffentlichkeits-
prinzip der Verwaltung (BGÖ, SR 152.3) zu beantworten.

1.2.2 Das am 1. Juli 2006 in Kraft getretene BGÖ verleiht jeder Per-
son, die amtliche Dokumente einsehen möchte, einen subjektiven, in-
dividuellen  Anspruch  hierauf,  welchen  sie  gegebenenfalls  gerichtlich 
durchsetzen kann (vgl. BGE 133 II 209 E. 2.1). Art. 10 ff. BGÖ regeln 

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das Verfahren für den Zugang zu diesen Dokumenten wie folgt:

Am Anfang eines Verfahrens steht  ein Gesuch,  mit  welchem bei  der 
Behörde, die das Dokument erstellt hat, Zugang zu einem oder mehre-
ren amtlichen Dokumenten verlangt wird (Art. 10 BGÖ). Die zuständi-
ge Behörde hat dazu innert 20 Tagen, ausnahmsweise innert 40 Tagen 
Stellung zu nehmen (Art. 12  Abs. 1  und 2 BGÖ). Gesuche,  die  eine 
besonders aufwändige Bearbeitung erfordern, werden innert einer an-
gemessenen  Frist  behandelt  (Art. 10  der  Verordnung  vom  24. Mai 
2006  über  das  Öffentlichkeitsprinzip  der  Verwaltung  (VBGÖ, 
SR 152.31). Entspricht die Behörde dem Gesuch nicht vollständig, so 
besteht für die gesuchstellende Person die Möglichkeit, innert  20 Ta-
gen nach Empfang der  Stellungnahme bzw. nach Ablauf  der  für  die 
Stellungnahme zur Verfügung stehenden Frist mit einem Schlichtungs-
antrag an den Beauftragten zu gelangen (Art. 13 Abs. 1 und 2 BGÖ). 
Dieser  bemüht  sich  um  eine  Schlichtung  zwischen  beiden  Seiten. 
Kommt  eine  solche  zu  Stande,  gilt  das  Verfahren  als  erledigt 
(Art. 13 Abs. 3 BGÖ). Andernfalls hat der Beauftrage innert  30 Tagen 
nach Empfang des Schlichtungsantrags eine Empfehlung abzugeben 
über die ganz oder teilweise Gewährung oder die ganz oder teilweise 
Nichtgewährung des Zugangs (Art.14 BGÖ). Diese Empfehlung ist kei-
ne  Verfügung  im  Sinn  von  Art. 5 VwVG; sie  vermag keine  bindende 
Wirkung  zu  entfalten  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-75/2009 vom 16. April 2009, E. 4.1). Die zuständige Behörde hat ei-
ne Verfügung nach Art. 5 VwVG zu erlassen, wenn sie in Abweichung 
von der Empfehlung des Beauftragten den Zugang zu einem amtlichen 
Dokument einschränken, aufschieben oder verweigern will, respektive 
wenn die gesuchstellende Person den Erlass einer Verfügung verlangt, 
weil sie mit der Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 1 und 
2 BGÖ; vgl. zum Ganzen  Botschaft des Bundesrats vom 12. Februar 
2003  zum  Bundesgesetz  über  die  Öffentlichkeit  der  Verwaltung, 
BBl 2003 1963 2018 ff.  [nachfolgend:  Botschaft  vom  12. Februar 
2003]). Die Verfügung der Behörde kann das Anfechtungsobjekt einer 
Beschwerde nach Art. 16 Abs. 1 BGÖ vor dem Bundesverwaltungsge-
richt darstellen.

Dem Beschwerdeführer ist daher im Verfahren für den Zugang zu amt-
lichen Dokumenten ein Anspruch auf  Erlass einer anfechtbaren Ver-
fügung einzuräumen.

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1.2.3 Die vorstehend dargestellten Verfahrensschritte  bilden insofern 
ein unteilbares Ganzes, als  Art. 10 ff. BGÖ eine Beurteilung des be-
gehrten  Zugangs  zu  amtlichen  Dokumenten  innert  der  gesetzlichen 
Fristen  sicherstellen  sollen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsge-
richts  A-7339/2006  vom  24. Juli 2007  E.  4.3  und  A-75/2009  vom 
16. April 2009 E. 4.3). Da diese Beurteilung, wie gezeigt,  den Erlass 
einer Verfügung zum Gegenstand hat, ist die fristgerechte Abgabe ei-
ner Empfehlung durch den Beauftragten gem. Art. 14 BGÖ im Fall ge-
scheiterter Mediationsbemühungen unerlässlich.

1.2.4 Vorliegend hat die Behörde dem Gesuchsteller den anbegehrten 
Zugang zu einem amtlichen Dokument mittels Stellungnahme verwei-
gert. Der Beauftragte hätte als Folge des vom Gesuchsteller daraufhin 
bei ihm fristgerecht eingereichten Antrags eine Schlichtungsverhand-
lung anberaumen bzw. spätestens 30 Tage nach Eingang des Schlich-
tungsantrags  eine  Empfehlung  abgeben  müssen.  Indem  er  dies  bis 
heute unterlassen hat,  nimmt er dem Beschwerdeführer die Möglich-
keit, von der Behörde gestützt auf Art. 15 BGÖ eine Verfügung zu ver-
langen bzw. gegen diese Beschwerde zu führen. Ursache der derge-
stalt  verzögerten  Verfügung  und  somit  Gegenstand  der  Beschwerde 
wegen Rechtsverzögerung ist  daher  das Verhalten des Beauftragten 
(vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6032/2009  vom 
16. Dezember 2009 E. 6 und A-75/2009 vom 16. April 2009 E.2.3).

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen; sein Interesse an der Feststellung einer Rechtsverzögerung 
ist  ein  aktuelles  und  praktisches.  Er  ist  daher  gestützt  auf 
Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Beschwerde berechtigt. Auf  seine frist-  und 
formgerechte  Beschwerde  ist  daher  einzutreten  (Art. 50 Abs. 2  und 
Art. 52 VwVG).

2.
Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft  vom 18. April  1999 (BV, SR 101)  verleiht  jeder  Person in 
Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen einen Anspruch auf 
Beurteilung innert angemessener Frist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
4A_184/2007 vom 29. August 2007 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Ein 
Verstoss gegen dieses Gebot liegt vor, wenn eine Behörde, obwohl sie 
eine Entscheidung treffen müsste,  diese verweigert  oder  diese nicht 
innert angemessener Frist erlässt, wobei die Angemessenheit der Frist 
von  der  Natur  der  Sache  abhängt  (vgl.  ULRICH HÄFELIN/GEORG 

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MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf  2006,  Rz. 1657  mit  weiteren  Hinweisen). 
Art. 46a VwVG ist vor diesem Hintergrund diejenige Verfahrensbestim-
mung, die festlegt, dass im Fall einer Rechtsverzögerung Beschwerde 
geführt  werden  kann  (FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR in:  Bernhard 
Waldmann/Philippe Weissenberger, Praxiskommentar zum Bundesge-
setz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 46a 
N 4).

2.1 Wie vorne dargestellt  (E. 1.2.2),  enthält  das BGÖ mit  Bezug auf 
die  einzelnen  Verfahrensschritte  klare  und  zwingende  Fristen.  Wäh-
rend  der  Beauftragte  seine  Empfehlung  innert  30  Tagen  abzugeben 
hat, ist die Verfügung der Behörde innert 20 Tagen nach Empfang der 
Empfehlung  zu erlassen. Ein  Gesuchsteller  kann  daher  sowohl  vom 
Beauftragen als auch – bei Vorliegen einer Empfehlung – von der Be-
hörde ein fristgerechtes Handeln verlangen. Das Verhalten des Beauf-
tragten verletzt, wie gezeigt (E. 1.2.4), den Anspruch des Beschwerde-
führers auf Erlass einer Empfehlung bzw. einer Verfügung. 

2.2 Der Beauftragte bringt  in  seiner Stellungnahme vom 10. Februar 
2010 vor, nicht über ausreichende personelle Ressourcen zu verfügen, 
die es ihm ermöglichten, die eingereichten Schlichtungsanträge frist-
gerecht zu behandeln. Er bekundet, in dieser Sache mehrmals erfolg-
los beim Bundesrat vorstellig geworden zu sein und verweist auf Ziff. 
6.2. des Evaluationsberichts  2009 des Institut  des hautes études en 
administration  publique  (IDHEAP),  wonach  die  Anwendung  des 
Öffentlichkeitsprinzips  nur  garantiert  werden  könne,  wenn  die 
finanziellen Ressourcen bereitgestellt würden, die der Beauftragte be-
nötige, um seinen Beitrag zur Verwirklichung des BGÖ leisten zu kön-
nen  (Evaluation  des  Öffentlichkeitsgesetzes,  online  auf  der  Website 
des  Beauftragten  http://www.edoeb.admin.ch  >  Dokumentation  > 
Öffentlichkeitsprinzip > Evaluation 2009 > IDHEAP-Evaluationsbericht, 
zuletzt besucht am 22. Februar 2010).

Dieser  Einwand  rechtfertigt  die  verzögerte  Behandlung  der  Schlich-
tungsanträge  nicht.  Weder  Bundesgericht,  Bundesverwaltungsgericht 
noch  Lehre  sehen  in  fehlenden  personellen  Ressourcen  einen  Um-
stand, der geeignet ist, eine Verzögerung der vorliegenden Art zu be-
gründen (vgl. BGE 130 I 312 E. 5.2 mit weiteren Verweisen; Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts A-75/2009 vom 16. April  2009 E. 6;  ANDRÉ 

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MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 5.26). 

2.3 Der  Beauftragte  führt  sodann  aus,  dass  er  die  Schlichtungsan-
träge in der Regel chronologisch nach deren Eingangsdaten behandle. 
Er bezweifelt in diesem Zusammenhang insbesondere, dass die Privi-
legierung  eines  später  eingereichten  Schlichtungsantrags  mittels 
Rechtsverzögerungsbeschwerde mit  dem Gebot der Rechtsgleichheit 
vereinbar sei.

Das Bundesgericht hielt fest, dass der Vollzug einer vom Gesetz vor-
gesehenen,  darüber  hinaus mit  einer  Frist  versehenen und vom zu-
ständigen  Beamten unbegründeterweise  verzögerten  Handlung nicht 
ohne weiteres angeordnet  werden könne, wenn die Verzögerung auf 
eine  Überlastung  des  Beamten  zurückzuführen  sei.  Die  bevorzugte 
Behandlung  eines  Verfahrens hätte  zur  Folge,  dass  ältere  Verfahren 
noch länger liegen bleiben würden und sei mit dem Gebot rechtsglei-
cher  Behandlung  nicht  vereinbar  (vgl.  BGE 107 III 3  E. 2 am Ende). 
Die  Ansicht,  wonach  früher  eingereichten  Verfahren  grundsätzlich 
Priorität einzuräumen sei, bestätigte das Bundesgericht mit Urteil vom 
16. Oktober 2007. Einschränkend fügte es jedoch an, dass diese ge-
nerelle Regel nicht von der Pflicht entbinde, die Prioritätenordnung ge-
stützt auf die konkreten Umstände des Einzelfalls zu überprüfen und 
gegebenenfalls anzupassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 12T_2007 
vom 16. Oktober 2007 E. 4.3).

Vorliegender  Sachverhalt  ist  mit  den  zitierten  Erwägungen  insofern 
vergleichbar, als die Durchführung einer Schlichtungsverhandlung eine 
von einem Gesetz vorgesehene und innert Frist anzusetzende Hand-
lung  darstellt  und  beim  Beauftragten  offenbar  zeitlich  früher  einge-
reichte Schlichtungsanträge hängig sind. Im Lichte der neueren Recht-
sprechung stellt  sich  allerdings die  Frage,  ob die  Prioritätenordnung 
nicht  gestützt auf das Verhalten des Beschwerdeführers anzupassen 
sei.  Dieser  verleiht  der  Dringlichkeit  seines  Schlichtungsantrags  da-
durch  Gewicht,  dass  er  eine  Rechtsverzögerungsbeschwerde  ange-
strengt hat. Damit unterscheidet er sich von anderen Gesuchstellern, 
deren Anträge ebenfalls beim Beauftragten hängig sind. Eine vorgezo-
gene Behandlung seines Schlichtungsverfahrens lässt sich – jedenfalls 
bis zur Behebung des vom Beauftragten geltend gemachten personel-
len  Engpasses  –  mit  dem Rechtsgleichheitsgebot  vereinbaren. Dem 

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Beauftragten ist entsprechend eine Frist zur Durchführung des Verfah-
rens anzusetzen.

3.
3.1 Der  Beauftragte  ist,  wie  vorne  dargestellt  (E. 1.1),  administrativ 
der Bundeskanzlei zugeordnet, erfüllt seine Aufgaben unabhängig und 
verfügt  über  ein  ständiges  Sekretariat  und  ein  eigenes  Budget 
(Art. 26 Abs. 2 und 3 DSG). Er überprüft den Vollzug und die Wirksam-
keit  des  BGÖ  und  erstattet  dem  Bundesrat  regelmässig  Bericht, 
erstmals  innert  drei  Jahren  nach  Inkrafttreten  des  BGÖ  (Art. 19 
Abs. 1 und 2 BGÖ).

Beaufsichtigt  wird  der  Beauftragte  dabei  durch  den  Bundesrat 
(Art. 178  Abs. 1  und  Art. 187 Abs. 1 Bst. a  BV;  Art. 8 Abs. 4 und 
Art. 36 Abs. 3 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes 
vom 21. März 1997 (RVOG, SR 172.010). In Erfüllung seiner Leitungs- 
und  Aufsichtsobliegenheiten  hat  der  Bundesrat  den  gestützt  auf 
Art. 19 BGÖ verfassten und erstmalig am 29. Mai 2009 eingereichten 
Bericht des Beauftragten heranzuziehen. Dieser hält fest, dass es mit 
den  gegenwärtigen  Stellenprozenten  nicht  möglich  sei,  seine 
gebotenen Arbeiten zu bewältigen und insbesondere Defizite bei der 
Einhaltung  der  Fristen  bei  Schlichtungsverfahren  bestünden.  Der 
Beauftragte postuliert überdies eine Verlängerung der 30-tägigen Frist 
von  Art. 14 BGÖ  (Vollzug,  Umsetzungskosten  und  Wirksamkeit  des 
Bundesgesetzes über das Öffentlichkeitsprinzip in der Verwaltung, S. 7 
und  9,  online  auf  der  Website  des  Beauftragten 
http://www.edoeb.admin.ch > Dokumentation > Öffentlichkeitsprinzip > 
Evaluation 2009 > Begleitbericht des EDÖB an den Bundesrat, zuletzt 
besucht am 22. Februar 2010). 

Die  Botschaft  vom 12. Februar  2003  hält  fest,  dass  der  Bundesrat, 
nach Kenntnisnahme des Berichts, den besonders betroffenen Dienst-
stellen zusätzliche Ressourcen zur Verfügung stellen, den Gebühren-
tarif entsprechend anpassen oder im Rahmen einer Gesetzesrevision 
gezielt punktuelle Einschränkungen des Rechtes auf Zugang vorschla-
gen kann (Botschaft vom 12. Februar 2003, S. 2031).

3.2 In Achtung des Prinzips der Gewaltenteilung kann es nicht Aufga-
be des Bundesverwaltungsgerichts sein, dem Beauftragten, der Bun-
deskanzlei  oder  dem  Bundesrat  Anweisungen  betreffend  die 
Organisation der (dezentralen) Bundesverwaltung zu erteilen. Da das 

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Bundesverwaltungsgericht  bereits  mit  Urteil  A-6032/2009  vom 
16. Dezember 2009 sowie mit Urteil A-76/2009 vom 16. April 2009 in 
vergleichbaren Beschwerdeverfahren Rechtsverzögerungen feststellen 
musste,  erscheint  es  angebracht,  dem  Bundesrat  auch  von 
vorliegendem Urteil Kenntnis zu geben.

4.
Vor dem Hintergrund des Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. 
Der Beauftragte wird angewiesen, gestützt auf den Schlichtungsantrag 
des Beschwerdeführers vom 17. März 2009, bis zum 31. Mai 2010 ein 
Schlichtungsverfahren durchzuführen. Dieser Entscheid wird dem Bun-
desrat über die Bundeskanzlei zur Kenntnis gebracht.

5.
Das Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  die  Verfahrenskosten in  der 
Regel  der  unterliegenden  Partei  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  unterlie-
gende Vorinstanz  trägt  als  Bundesbehörde jedoch keine Verfahrens-
kosten (Art. 63 Abs. 2 VwVG).

Dem obsiegenden Beschwerdeführer stünde eine Parteientschädigung 
für  ihm  erwachsene  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zu  (Art. 64 
Abs. 1 VwVG  und  Art. 7 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]). Da er indes nicht anwaltlich vertreten ist 
und keine solchen Kosten geltend macht, ist auf das Zusprechen einer 
Parteientschädigung zu verzichten.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Rechtsverzögerungsbeschwerde wird gutgeheissen.

2.
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte wird 
im  Sinne  der  Erwägungen  angewiesen,  bis  zum  31. Mai  2010  ein 
Schlichtungsverfahren durchzuführen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

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4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. A2010.02.01-0010; Gerichtsurkunde)
- die Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS (Einschreiben)
- den Bundesrat, über die Bundeskanzlei (Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

André Moser Johannes Streif

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 5. März 2010

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