# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 686badaa-ff9a-5703-8938-b30399780747
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 26.04.2024 VBE.2023.474
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-474_2024-04-26.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2023.474 / mg / ks       
Art. 65 

 

 

Urteil vom 26. April 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichter Roth  

Oberrichterin Gössi         

Gerichtsschreiber Güntert 

 

 
   

Beschwerdefüh-

rerin  

 A._____   

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, Stadtturm-

strasse 10, Postfach, 5401 Baden    

 

 
   

Beschwerdegeg-

nerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

vertreten durch Nadine Berchtold-Suter, Rechtsanwältin, 

Schwanenplatz 4, 6004 Luzern    

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2023; Schaden-Nr. [...]) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1982 geborene Beschwerdeführerin war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrank-

heiten versichert, als sie am 23. Mai 2020 beim Herumrennen mit ihrem 

Kind mit dem Fuss umknickte und sich am linken unteren Sprunggelenk 

(USG) eine mehrfragmentäre, dislozierte, intraartikuläre Calcaneusfraktur 

zuzog. Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht für die 

Folgen dieses Ereignisses und erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeld-

leistungen. In der Folge traf sie berufliche und medizinische Abklärungen 

und liess die Beschwerdeführerin kreisärztlich untersuchen. Mit Schreiben 

vom 3. März 2022 stellte die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungsleis-

tungen und die Taggeldleistungen per 31. Mai 2022 ein und teilte der Be-

schwerdeführerin mit, dass ihr weiterhin Heilbehandlungsleistungen in 

Form von Physiotherapie, orthopädische Massschuhe und Medikation ge-

währt würden. Mit Verfügung vom 22. August 2022 verneinte die Beschwer-

degegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invaliden-

rente und sprach ihr eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätsein-

busse von 15 % zu. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies 

sie mit Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 9. November 

2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

" 1. Der Einsprache-Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 09.10.2023 
sei dahingehend zu korrigieren, dass der Beschwerdeführerin eine 
Rente der Unfallversicherung und eine höhere Integritätsentschädi-
gung zugesprochen wird. 

 
2.  Eventualiter sei der angefochtene Einsprache-Entscheid vom 

09.10.2023 aufzuheben und die Sache sei zur ordnungsgemässen Ab-
klärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.  

 
3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 12. Dezember 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit ihrem Einsprache-

entscheid vom 9. Oktober 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 374) zu 

Recht den Fallabschluss per 31. Mai 2022 vorgenommen (Beschwerde 

Rz. 36), einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente 

verneint und dieser (bloss) eine Integritätsentschädigung von 15 % zuge-

sprochen hat. 

 

2. 

Der Unfallversicherer hat Heilbehandlung und Taggeldleistungen nur so-

lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. 

Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden-

rente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. 

Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. auch: BGE 144 V 354 E. 4.1 S. 357 mit Hinweisen). 

Unter namhafter Besserung ist die zu erwartende Steigerung oder Wieder-

herstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, zu ver-

stehen. Dabei muss die zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen, wäh-

rend unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 

E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_87/2021 vom 15. Juni 2021 E. 2.2). 

 

Nach der Rechtsprechung ist die Frage der namhaften Besserung des Ge-

sundheitszustands prospektiv bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungsein-

stellung zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_651/2016 vom 15. De-

zember 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Grundlage für die Beurteilung dieser 

Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeu-

tischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel un-

ter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 

8C_651/2016 vom 15. Dezember 2016 E. 4.1). 

 

3. 

In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in ihrem 

Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2023 im Wesentlichen auf die Beur-

teilungen ihres Kreisarztes Dr. med. B._____, Facharzt für Orthopädie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates (VB 374).  

 

Dr. med. B._____ untersuchte die Beschwerdeführerin persönlich am 

1. März 2022. In seinem Bericht vom 3. März 2022 hielt er fest, die geklag-

ten leichten Ruhe- und starken Belastungsschmerzen seien typisch für eine 

beginnende untere Sprunggelenksarthrose, durch die Fortsetzung der ärzt-

lichen Behandlung könne keine namhafte Besserung des Gesundheitszu-

standes erwartet werden. Das bestmögliche Ergebnis durch Anpassung 

und Angewöhnung sei erreicht und es könne davon ausgegangen werden, 

 - 4 - 

 

 

dass die natürliche Reparation und das Remodelling abgeschlossen seien. 

Eine mögliche Besserung durch die weitere Heilbehandlung falle nicht ins 

Gewicht. Es sei höchstens eine unbedeutende Besserung zu erwarten. 

Eine namhafte Besserung im Sinne einer Steigerung oder Wiederherstel-

lung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei nicht mehr zu 

erreichen. Die im Verlauf objektivierte Neuropathie des N. tibialis links, wel-

cher fraglich beteiligt sei an den Beschwerden im Bereich des linken 

Sprunggelenks, führe zu keiner massgeblichen funktionellen Einschrän-

kung und lasse sich durch weitere Therapien nicht mit der notwendigen 

Wahrscheinlichkeit namhaft bessern. Aus versicherungsmedizinischer 

Sicht werde empfohlen, die Zweitmeinung in der Klinik C._____ ergänzend 

einzuholen, diese Untersuchung sei in zwei Tagen vorgesehen, neue Er-

kenntnisse seien nicht zu erwarten (VB 248 S. 13). Es existiere keine an-

deren Behandlungsmöglichkeiten, ausser der Arthrodese/Versteifung des 

USG, welche eine namhafte Besserung der Beschwerden herbeiführen 

könnte, vor diesem Eingriff habe die Beschwerdeführerin verständlicher-

weise Respekt, eine Besserung der Zumutbarkeit durch diese Operation 

wäre nicht zu erwarten. In Anbetracht der Unfallfolgen seien der Beschwer-

deführerin vorwiegend sitzende Tätigkeit vollzeitig zumutbar, dies ohne 

dem Bedienen von rüttelnden und schlagenden Pedalen mit dem linken 

Fuss (VB 248 S. 14). 

 

In seiner Aktenbeurteilung vom 8. Juni 2022 nahm Dr. med. B._____ zu 

den von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichten Stellung 

(VB 282). Er führte darin aus, PD Dr. med. D._____ und PD Dr. med. 

E._____ von der Klinik F._____ hätten die Diagnose der Malunion der Cal-

caneusfraktur und dass die Nervenschmerzen mit chirurgischen Mitteln 

veränderbar seien, bestätigt. Auf die Frage, ob die Operation, welche ge-

mäss Bericht der Klinik F._____ vom 6. Mai 2022 in Erwägung gezogen 

werde, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzufüh-

ren sei, führte Dr. med. B._____ aus, die Operation, welche von der Klinik 

C._____ und der Klinik F._____ in Erwägung gezogen werde, die Distrak-

tions-Arthrodese des USG, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 

den Unfall zurückzuführen. Eine Besserung der Belastbarkeit würde sich 

aus dieser Operation nicht ergeben, dies im Einklang mit den Beurteilungen 

der Klinik C._____ und der Klinik F._____. Auf die Frage der Beschwerde-

gegnerin, ob er an seiner Stellungnahme vom 3. März 2022 bezüglich End-

zustand, Arbeitsunfähigkeit, Zumutbarkeitsprofil und Integritätsentschädi-

gung festhalte, führte Dr. med. B._____ aus, bis zum Zeitpunkt der allfälli-

gen Operation ändere sich nichts an der Stellungnahme vom 3. März 2022. 

Sollte die gewünschte Operation durchgeführt werden, würde sich durch 

diese eine vorübergehende Verschlimmerung für den Zeitraum der medizi-

nischen Phase ergeben. Eine höhere Belastbarkeit würde sich auch post-

operativ nicht ergeben. Es werde ersucht den Originalbefund der durchge-

führten SPECT-CT des linken Fusses im Dossier zu ergänzen (VB 282 S. 

2). 

 - 5 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Verfügung vom 22. August 2022 ei-

nen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und sprach ihr eine Integri-

tätsentschädigung zu (VB 301). Sie nahm damit unter Verweis auf ihr form-

loses Schreiben vom 3. März 2022 den Fallabschluss per 31. Mai 2022 vor 

(VB 258) und bestätigte diesen mit Einspracheentscheid vom 9. Oktober 

2023 (VB 374). 

 

Gemäss Rechtsprechung hängen die Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen und der Fallabschluss mit Prüfung der Rentenfrage und der In-

tegritätsentschädigung derart eng zusammen, dass von einem einheitli-

chen Streitgegenstand auszugehen ist. Ist der Rentenanspruch streitig, so 

kann die Frage, ob der Fallabschluss korrekt erfolgt ist, nicht gesondert in 

Rechtskraft erwachsen, weil das Entstehen des Anspruchs auf eine Rente 

der Unfallversicherung unter anderem auch vom Zeitpunkt des Eintritts des 

medizinischtherapeutischen Endzustandes abhängig ist (BGE 144 V 354 

E. 4.2 S. 356 f. mit Hinweisen). Bevor der Anspruch auf eine Invalidenrente 

und eine Integritätsentschädigung geprüft werden kann, ist deshalb 

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zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht per 

31. Mai 2022 abgeschlossen und einen Rentenanspruch sowie einen An-

spruch auf eine Integritätsentschädigung geprüft hat. 

 

5.2. 

Aus den Akten geht im Wesentlichen Folgendes hervor:  

 

5.2.1. 

Im Verlaufsbericht vom 24. März 2022 hielt Dr. med. G._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

Klinik C._____, fest, die Beschwerden der Beschwerdeführerin seien si-

cherlich auf die Malunion und dem Impingement mit der Arthrose im USG 

zurückzuführen. Insbesondere bestehe bereits schon eine 60%ige einge-

schränkte Beweglichkeit in Pro-/Supination, welche schmerzhaft sei, wes-

halb ein operativer Eingriff mit einer Arthrose bezüglich der Funktion nur 

eine Verbesserung bedeuten würde ohne wesentlichen Funktionsverlust. 

Es gäbe keine guten konservativen Massnahmen für diese Problematik. 

Als operative Therapiemöglichkeit nannte Dr. med. G._____ eine Distrakti-

ons-Arthrodese des USG (VB 262). 

 

5.2.2. 

PD Dr. med. E._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma-

tologie des Bewegungsapparates, Klinik F._____, führte in seinem Bericht 

vom 16. Mai 2022 aus, ursächlich für einen grossen Teil der vorhandenen 

Beschwerden und die Stellung des Fusses sei aus seiner Sicht die Mal-

union der Calcaneusfraktur mit Rückfussvalgisierung, Chopardgelenksfehl-

stellung sowie verminderter OSG-Extension konsekutiv. Zudem werde eine 

Gelenksbeschädigung subtalar vorhanden sein und eine posttraumatische 

Arthrose aufgrund der Joint Depression-Fraktur. Die Therapiemöglichkeit 

sehe er wie Dr. med. G._____ mit einer Distraktionsarthrodese, um den 

Rückfuss aufzustellen und eine verbesserte Rückfussachse zu erhalten. 

Allerdings würden auch dann langfristig orthopädische Schuhe mit Fersen-

weichbettung und Abrollhilfe notwendig sein. Die Nervenschmerzen seien 

mit chirurgischen Mitteln nicht veränderbar (VB 280). 

 

5.2.3. 

PD Dr. med. H._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma-

tologie des Bewegungsapparates, führte in seinem Bericht vom 15. No-

vember 2022 aus, die Beschwerdeführerin berichte über eine 80%ige Bes-

serung der Beschwerden nach Durchführung der Infiltration. Die Wirkung 

habe ca. drei Wochen angehalten, nachher hätten die Beschwerden wieder 

gleich wie vor der Spritze angefangen (VB 318 S. 2). Die Besserung der 

Beschwerden nach der Infiltration im USG zeige, dass die Beschwerden 

hauptsächlich vom USG herkämen. Nun gäbe es zwei operative Therapie-

optionen: Therapieoption 1 wäre die Osteosynthese-Materialentfernung 

und Débridement des USG. Die 2. Variante sei die Osteosynhese-

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Materialentfernung mit gleichzeitiger Versteifung des USGs (VB 318 S. 3). 

Am 1. Februar 2023 fand bei der Beschwerdeführerin ein Débridement und 

eine Osteosynthese-Materialentfernung statt (VB 326). Im Bericht vom 

17. März 2023 führte PD Dr. med. H._____ aus, die Beschwerdeführerin 

beschreibe eher mehr Schmerzen als präoperativ. Die Schmerzen seien im 

USG lokalisiert. Es zeige sich ein gereiztes USG. Die Beschwerdeführerin 

erhalte einen OSG-Softwrap. Er sehe sie nochmals in sechs Wochen. 

Wenn dadurch die Beschwerden nicht gebessert werden würden, wäre 

auch eine erneute Cortison-Infiltration oder dann die USG-Arthrodese mög-

lich (VB 343). PD Dr. med. H._____, hielt in seinem Bericht vom 28. April 

2023 fest, die Beschwerdeführerin beschreibe eine Beschwerdebesserung 

beim Tragen des OSG-Softwraps, zusammen mit den Spezialschuhen. 

Schmerzen seien jedoch weiterhin vorhanden. Es zeige sich weiterhin ein 

gereiztes USG. Durch eine Cortison-Infiltration habe drei Wochen eine Be-

schwerdebesserung erzielt werden können. Auch die Immobilisation mit 

OSG-Softwrap bringe eine Linderung, wenn auch ungenügend. Es sei 

nochmals über die Möglichkeit einer Subthalarathrodese aufgeklärt wor-

den, welche die Problematik der Arthroseschmerzen noch gezielter ange-

hen könne als die äussere Immobilisation in einem Gips oder Schuh (VB 

358).  

 

5.2.4. 

Am 3. Mai 2023 ersuchte die Beschwerdegegnerin die Kreisärztin Dr. med. 

I._____, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, um Prüfung des Fallab-

schlusses und ersuchte um Beantwortung der Frage, inwiefern von weite-

ren Behandlungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Besserung 

des Gesundheitszustandes erwartet werden könne, ob sich die Unfallfolgen 

seit dem 3. März 2022 wesentlich verändert hätten und wie hoch die Kreis-

ärztin einen allfälligen unfallbedingten Integritätsschaden schätze 

(VB 346). Dr. med. I._____ führte in ihrem Bericht vom 4. Mai 2023 aus, 

am 1. Februar 2023 sei ein Débridement durchgeführt und eine noch ver-

bliebene Schraube im Calcaneus links entfernt worden. In der ersten post-

operativen Kontrolle seien eher progrediente Beschwerden angegeben 

worden. Eine OSG-Orthese sei verschrieben worden und eine Nachkon-

trolle nach sechs Wochen abgemacht worden. Diese werde ca. Mitte Mai 

stattfinden und müsse abgewartet werden, um die gestellten Fragen der 

Administration beantworten zu können. Je nach Verlauf werde eine weitere 

Operation (Arthrodese) diskutiert werden (VB 347).  

 

5.2.5. 

Gemäss Operationsbericht vom 28. August 2023 wurde bei der Beschwer-

deführerin eine Subtalararthrodese links durchgeführt. Als Indikation wurde 

angegeben, die konservativen Massnahmen seien ausgeschöpft, die Be-

schwerdeführerin wünsche bei hohem Leidensdruck nun die Subthalarth-

rodese bei fehlenden Optionen für eine gelenkserhaltendes Vorgehen. 

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Eine Verlaufskontrolle erfolge sechs Wochen postoperativ mit CT-Bilanzie-

rung (VB 361). 

 

5.3. 

Die behandelnden Ärzte Dr. med. G._____ im Bericht vom 24. März 2022 

(VB 262) und PD Dr. med. E._____ im Bericht vom 16. Mai 2022 (VB 280) 

nannten eine Distraktionsarthrodese als Therapiemöglichkeit. Der Kreisarzt 

Dr. med. B._____ hielt in seinem Untersuchungsbericht vom 3. März 2022 

zwar fest, dass von einer weiteren Behandlung nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung zu erwarten sei, nahm aber 

auch zur Behandlungsmöglichkeit einer Arthrodese Stellung und wies aus-

drücklich darauf hin, dass eine Arthrodese / Versteifung des USG eine 

namhafte Besserung der Beschwerden bewirken könnte. Er hielt zudem 

auch fest, dass eine Besserung der Zumutbarkeit durch diese Operation 

nicht zu erwarten sei (VB 248 S. 14). Der behandelnde Arzt PD Dr. med. 

H._____ nannte als weitere Behandlungsoption eine Osteosynthese-Mate-

rialentfernung und Débridement (VB 318 S. 2), welche am 1. Februar 2023 

erfolgte. In der Folge wurde am 1. Februar 2023 ein Débridement und am 

28. August 2023 eine Subtalararthrodese links durchgeführt (vgl. E. 5.2.3. 

und 5.2.5. hiervor). Die Kreisärztin Dr. med. I._____, hielt in ihrem Bericht 

vom 4. Mai 2023 unter Hinweis auf das durchgeführte Débridement fest, 

dass die von der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen - unter anderem 

zum Abschluss des Falles - noch nicht beantwortet werden könnten und 

zunächst das Ergebnis der Nachkontrolle Mitte Mai 2023 abzuwarten und 

je nach Verlauf eine Arthrodese zu diskutieren sei (VB 347). Eine weitere 

kreisärztliche Beurteilung befindet sich dann jedoch nicht mehr in den Ak-

ten. Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach keine an-

derslautenden, stichhaltige ärztliche Beurteilungen vorlägen, welche rele-

vante Zweifel an der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. med. B._____ vom 

3. März 2022 zu begründen vermögen (Vernehmlassung S. 7), widerspricht 

dieser spätere Bericht von Kreisärztin Dr. med. I._____ somit der Annahme 

von Dr. med. B._____, wonach von keiner Besserung der Arbeitsfähigkeit 

durch die Operation mehr auszugehen sei. Dr. med. I._____ liess die Frage 

des Abschlusses des Falles am 4. Mai 2023 explizit offen und hielt weitere 

Abklärungen für notwendig. Zusammenfassend ergibt sich aus den medi-

zinischen Unterlagen, dass der medizinisch-therapeutische Endzustand 

am 31. Mai 2022 nicht erreicht war bzw. nach Ansicht der Kreisärztin 

Dr. med. I._____ diese Frage noch nicht beantwortet werden könne. Ein 

allfälliger Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente und 

eine Integritätsentschädigung kann daher zum heutigen Zeitpunkt noch 

nicht beurteilt werden (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG und statt vieler BGE 134 V 

109 E. 3 ff. S. 112 ff.). Folglich ist der Einspracheentscheid vom 9. Oktober 

2023 in teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde auf-

zuheben und die Sache eventualantragsgemäss zur weiteren Abklärung 

und anschliessenden neuerlichen Entscheidung an die Beschwerdegegne-

rin zurückzuweisen. 
 

 - 9 - 

 

 

6. 

6.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.2. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-

der Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 

V 215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen).  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 9. Oktober 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung 

im Sinne der Erwägungen und Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 

  

 - 10 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 26. April 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Güntert