# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b9efe5e-4a8b-5ac9-99b8-c2dcf070beb4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2010 C-7199/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7199-2008_2010-03-18.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7199/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Johannes Frölicher, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

G._______,
vertreten durch Ernest Osmani,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Verfügung vom 16. Oktober 2008 betreffend 
Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7199/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und zieht in Er-
wägung,

dass  der  am  (...)  1959  geborene  Beschwerdeführer  kosovarischer 
Nationalität,  vertreten  durch  Ernest  Osmani,  mit  Gesuch  vom  1. 
August 2007 (act. 2), bei der Vorinstanz eingegangen am 31. August 
2007, eine Invalidenrente beantragt hat,

dass Dr. P._______ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Rhone im 
Schlussbericht vom 10. Juni 2008 (act. 37) aufgrund der eingereichten 
Berichte  der  behandelnden  Ärzte  festgestellt  hat,  seit  dem  28. 
November 2002 sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit 
als Hilfsarbeiter zu 100% arbeitsunfähig, seit dem 1. April 2003 sei er 
jedoch in leidensangepassten Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig,

dass Dr. P._______ seine Einschätzung erstens damit begründet hat, 
die  Beschreibung  des  psychischen  Zustands  durch  Dr.  R._______ 
enthalte  keine  medizinischen  Elemente,  welche  auf  eine  post-
traumatische  Belastungsstörung  schliessen  liessen;  die  einzige  Ab-
weichung bestehe darin, dass die Gedanken des Beschwerdeführers 
von  pessimistischen  Vorstellungen  beherrscht  seien,  jedoch  ohne 
Selbstmordgedanken,  so  dass  eine  schwere  psychische  Krankheit, 
welche  zu  einer  Arbeitsunfähigkeit  von langer  Dauer  führen  könnte, 
ausgeschlossen werden könne,

dass Dr. P._______ in seinem Bericht vom 10. Juni 2008 zweitens fest-
gehalten hat, die körperlichen Beschwerden seien recht stark aufgrund 
des  diaphysären  Bruchs  des  rechten  Oberschenkelknochens  nach 
einer  Schusswaffenverletzung;  die  Schmerzen  sowie  die  verringerte 
Beweglichkeit  des  rechten  Knies  rechtfertigten  eine  volle  Arbeitsun-
fähigkeit in schweren Tätigkeiten, erlaubten jedoch eine volle Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, 

dass  die  Vorinstanz  aufgrund  dieser  Angaben  mit  Einkommensver-
gleich  vom  25.  Juni  2008  (act.  38)  unter  Berücksichtigung  eines 
leidensbedingten Abzugs von 5% vom Invalideneinkommen einen In-
validitätsgrad von 10% seit dem 1. April 2003 ermittelt hat,

dass  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  mit  Vorbescheid  vom 
5. August  2008  (act.  39)  mitgeteilt  hat,  das  Leistungsgesuch  müsse 
abgewiesen werden, da keine rentenbegründende Invalidität vorliege,

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C-7199/2008

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. August 2008 (act. 40) 
sowie ergänzender Begründung vom 6. September 2008 (act. 43) Ein-
wand hat erheben und folgende Unterlagen hat einreichen lassen:

• zwei Fotos sowie einen Laborbericht vom 7. August 2008 (act. 41),
• ein Röntgenbild vom 26. August 2008 (act. 44),
• zwei  Berichte  von  Dr.  J._______,  Neurologe,  vom  25.  August  2008 

(act. 45) und vom 6. März 2008 (act. 51),
• drei Berichte von Dr. S._______, Orthopäde/Traumatologe, vom 26. August 

2008 (act. 46), vom 6. März 2008 (act. 47) und vom 5. Januar 2008 (act. 
48),

• zwei  Berichte  von  Dr.  B._______,  Psychiater,  vom  27.  August  2008 
(act. 49) und vom 20. Juli 2008 (act. 50),

• Bericht  von  Dr.  I._______,  Internist/Pneumologe,  vom  27.  August  2008 
(act. 52), 

dass Dr. P._______ vom RAD Rhone mit Bericht vom 10. Oktober 2008 
(act. 55) seine Einschätzung vom 10. Juni 2008 bestätigt hat mit der 
Begründung,  die  in  den  neuen  medizinischen  Berichten  genannten 
Beschwerden  in  den  unteren  Extremitäten  hätten  die  gleichen 
funktionellen  Einschränkungen zur  Folge wie  der  Status nach Bruch 
des rechten Oberschenkelknochens,

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 16. Oktober 2008 (act. 56) das 
Leistungsbegehren abgewiesen hat, 

dass der Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch Ernest Osmani, 
diese  Verfügung  mit  Beschwerde  vom  8.  November  2008  beim 
Bundesverwaltungsgericht angefochten hat mit den Anträgen, die Ver-
fügung der Vorinstanz vom 16. Oktober sei aufzuheben und dem Be-
schwerdeführer  sei  eine  ganze  Invalidenrente  zuzusprechen; 
eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass der  Beschwerdeführer mit  Beschwerde vom 8. November  2008 
zudem sinngemäss um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
ersucht hat,

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 29. Januar 2009 die Ab-
weisung der Beschwerde beantragt hat,

dass der Beschwerdeführer mit  Replik  vom 7. März 2009 an seinen 
Anträgen festgehalten und folgende Arztberichte eingereicht hat:

• Bericht von Dr. J._______, Neurologe, vom 10. November 2008,
• Bericht  von Dr. S._______,  Orthopäde/Traumatologe, vom 10. November 

2008,

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• Bericht von Dr. R._______, Neuropsychiater, vom 10. November 2008,
• Bericht von Dr. I._______, Internist/Pneumologe, vom 10. November 2008,

dass der von der Vorinstanz erneut konsultierte Dr. P._______ mit Be-
richt des RAD Rhone vom 7. Juli 2009 (act. 59) eine pluridisziplinäre 
Begutachtung empfohlen hat aufgrund der von Dr. R._______ im Arzt-
bericht  vom  10.  November  2008  festgestellten  chronischen  De-
pression,

dass die Vorinstanz dementsprechend mit Duplik vom 13. Juli 2009 be-
antragt hat,  die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sa-
che sei im Sinn der erwähnten Stellungnahme an die Verwaltung zu-
rückzuweisen,

dass  der  Schriftenwechsel  mit  Verfügung  vom  17.  Juli  2009  ge-
schlossen worden ist,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 172.32) in Verbindung 
mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) für 
die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil-
genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist  und  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  ein  schutzwürdiges 
Interesse hat, so dass er gemäss Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) zur Beschwerdeführung legitimiert ist,

dass daher auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist,

dass gemäss Art. 49 Bst. b  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  die  un-
richtige  oder  unvollständige  Erhebung  des  rechtserheblichen  Sach-
verhalts gerügt werden kann,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  Akten  keine  Ver-
anlassung  hat,  die  Notwendigkeit  weiterer  sachverhaltlicher  Ab-
klärungen  im  Sinn  der  ärztlichen  Stellungnahme  von  Dr. P._______ 
vom 7. Juli 2009 (act. 59) anzuzweifeln,

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dass  somit  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  unvollständig  abgeklärt 
erscheint,

dass daher dem Antrag der Vorinstanz und dem Eventualantrag des 
Beschwerdeführers  auf  Gutheissung  der  Beschwerde  sowie  Rück-
weisung der Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zum 
Erlass einer neuen Verfügung gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG statt-
zugeben ist,

dass  dem  obsiegenden  Beschwerdeführer  gemäss  Art.  63  Abs.  1 
VwVG e contrario keine Verfahrenskosten zu auferlegen sind und das 
Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  infolgedessen  als  gegen-
standslos geworden abzuschreiben ist,

dass  dem obsiegenden  Beschwerdeführer  gemäss  Art.  64  VwVG in 
Verbindung mit Art. 7 ff.  des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) eine Parteientschädigung für ihm erwachsene 
und verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen ist,

dass  im  vorliegenden  Fall  eine  Entschädigung  für  nichtanwaltliche 
berufsmässige Vertretung zuzusprechen ist, welche in Anbetracht des 
Umfangs  der  Beschwerdeschrift,  der  Replik  und  der  eingereichten 
Unterlagen  auf  pauschal  Fr. 900.-  zu  Lasten  der  Vorinstanz  festzu-
setzen ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  und  die  Verfügung  vom  16. 
Oktober 2008 wird aufgehoben.

2.
Die Angelegenheit  wird  zur  weiteren Abklärung des Sachverhalts  im 
Sinn der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 
Vorinstanz zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

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4.
Die  Vorinstanz  hat  dem Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung 
von Fr. 900.- zu bezahlen.

5.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
abgeschrieben.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)
- Bundesamt für Sozialversicherung (Einschreiben)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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