# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f0472e9-53c0-5c05-a2b1-6ae935f1e732
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.02.2015 C-4788/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4788-2014_2015-02-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4788/2014 

 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer, Richterin Marianne Teuscher,    

Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa-Haake. 

 

 
 

Parteien 

 
1. A._______ 

2. B._______ 

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 

 
Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

C-4788/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

X._______ (nachfolgend: Gesuchsteller), geboren 1995, ist Staatsangehö-

riger der Dominikanischen Republik. Anfangs April 2014 beantragte er bei 

der schweizerischen Botschaft in Santo Domingo die Erteilung eines 

Schengen-Visums für einen 70-tägigen Familienbesuch im Kanton Bern. 

Die Vertretung verweigerte die Visumserteilung mit der Begründung, dass 

seine Absicht, den Schengen-Raum vor Ablauf des Visums wieder verlas-

sen zu wollen, nicht feststellbar sei. 

B.  

Gegen diesen formularmässigen Entscheid vom 10. April 2014 erhoben 

seine Mutter und sein Stiefvater, A._______ und B._______, Einsprache, 

die vom Bundesamt für Migration (BFM; neu SEM) – nach Durchführung 

kantonaler Abklärungen – mit Verfügung vom 30. Juli 2014 abgewiesen 

wurde. Die Vorinstanz führte hierzu aus, der Gesuchsteller stamme aus 

einer Region, in dem grosse Teile der Bevölkerung in schwierigen wirt-

schaftlichen Verhältnissen lebten. Infolgedessen bestehe ein starker Zu-

wanderungsdruck, der insbesondere West- und Mitteleuropa und somit 

auch die Schweiz betreffe und sich vor allem dort stark zeige, wo bereits 

ein minimales Beziehungsnetz bestehe. Beim Gesuchsteller handele es 

sich um einen jungen, ledigen Studenten, für den in seiner Heimat keine 

zwingenden Verpflichtungen oder Abhängigkeiten bestünden. Damit gäbe 

es auch keine besondere Gewähr für seine Rückkehr in die Dominikani-

sche Republik, zumal er zu einem früheren Zeitpunkt – in dem er jedoch 

bereits über 18 Jahre alt gewesen sei – im Familiennachzug in die Schweiz 

habe einreisen wollen. Trotz bester und ehrlicher Absichten könnten auch 

seine Gastgeber nicht für seine rechtzeitige Rückreise garantieren. 

C.  

Mit dem sinngemässen Antrag, es sei die Verfügung aufzuheben und dem 

Gesuchsteller das beantragte Visum zu erteilen, erhoben A._______ und 

B._______ am 23. August 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt. Insbesondere die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Sohn habe 

sich für ein Leben in der Dominikanischen Republik entschieden, da er hier 

in der Schweiz, ohne Deutschkenntnisse und ohne Anerkennung seiner 

Diplome, sowieso keine ihm entsprechende Stelle finden würde. Für ihn 

sei auch kein Familiennachzug beantragt worden, sondern es sei lediglich 

erwähnt worden, dass er zunächst die Schule absolvieren und eventuell 

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Seite 3 

später, aber nicht illegal, in die Schweiz kommen wolle. In der Dominikani-

schen Republik verfüge ihr Sohn über ein eigenes Haus, das auf ein Wert 

von 3'000'000 Dominikanischen Pesos – ca. 63'000 Schweizer Franken – 

geschätzt werde; zudem werde er wegen seines Studiums von ihr und ih-

rem Ehemann unterstützt. Diese für ihn komfortable Situation spreche da-

für, dass er die Schweiz nach der bewilligten Besuchsdauer wieder verlas-

sen werde. Für die gegenteilige Einschätzung der Vorinstanz dürfte somit 

der wirtschaftliche Aspekt nicht ausschlaggebend gewesen sein.  

D.  

In ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2014 beantragt die Vorinstanz 

unter Hinweis auf den Inhalt der angefochtenen Verfügung die Abweisung 

der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder 

Beweismittel, welche eine Änderung ihres Entscheides rechtfertigen könn-

ten. 

E.  

Ein Doppel der Vernehmlassung wurde den Beschwerdeführenden mit 

Verfügung vom 28. Oktober 2014 zur Kenntnisnahme übersandt. Gleich-

zeitig wurde der Schriftenwechsel abgeschlossen. 

F.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Akten des Migrationsdienstes des 

Kantons Bern beigezogen. Hierauf sowie auf den im Sachverhalt nicht er-

wähnten Inhalt der Vorakten wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer der in Art. 33 

VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfü-

gungen des SEM, die im Einspracheverfahren gegen die Verweigerung ei-

nes Schengen-Visums ergehen. In dieser Materie entscheidet das Bundes-

verwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

C-4788/2014 

Seite 4 

1.3 Die Beschwerdeführenden, die am Einspracheverfahren teilgenom-

men haben, sind gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG beschwerdelegiti-

miert. Auch die weiteren, unter Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c VwVG genannten 

Voraussetzungen liegen in ihrem Fall vor. Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von 

Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermes-

sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. 

Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdever-

fahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 

4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die 

Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut-

heissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum 

Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu 

gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich 

dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 

über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; 

BGE 135 II 1 E. 1.1). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen 

Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise 

und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. 

das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Ei-

nen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen-

Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

3.2 Die angefochtene Verfügung betrifft das Visumsgesuch eines Staats-

angehörigen der Dominikanischen Republik. Da dieser sich nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeits-Abkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt sein Gesuch in 

den Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit de-

nen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen ge-

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Seite 5 

meinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländerge-

setz (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur 

soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine 

abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4.  

4.1 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den 

Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb 

eines Zeitraums von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenz-

übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist. Im Wei-

teren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres 

beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzi-

elle Mittel verfügen. Insbesondere haben sie glaubhaft zu machen, dass 

sie den Schengen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten 

Visums wieder verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte Wiederaus-

reise bieten. Ferner dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener In-

formationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein 

und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-

fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-

staats darstellen (vgl. zu den Einreisevoraussetzungen: Art. 5 Abs. 1 und 

Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die 

Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 der 

Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und Rates 

vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 

der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex bzw. 

SGK], ABl. L 105/1 vom 13.04.2006; Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c und Art. 21 

Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft 

[Visakodex] [nachfolgend: Visakodex], ABl. L 243/1 vom 15.09.2009; vgl. 

zum Personenkreis: Art. 2 Ziff. 5 und Ziff. 6 SGK). 

4.2 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den gesamten 

Schengen-Raum geltenden Visums nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen 

ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden. Unter ande-

rem kann der betreffende Mitgliedstaat von dieser Möglichkeit Gebrauch 

machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationa-

len Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforder-

lich hält (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c 

SGK). 

5.  

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Seite 6 

5.1 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 

2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige 

beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müs-

sen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser 

Visumpflicht befreit sind (ABl. L 81/1 vom 21.03.2001; zum vollständigen 

Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV) listet diejenigen Staa-

ten auf, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen 

der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müssen. Da 

die Dominikanische Republik in dieser Liste aufgeführt ist, unterliegt der 

Gesuchsteller der Visumspflicht. 

5.2 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die fristgerechte und anstands-

lose Wiederausreise des Gesuchstellers als nicht gewährleistet betrachtet 

und dies sowohl mit der wirtschaftlichen Situation in seinem Heimatland als 

auch mit seinen persönlichen Verhältnissen begründet. Zu der somit im 

Vordergrund stehenden Frage der gesicherten Wiederausreise können je-

doch lediglich Prognosen getroffen werden. 

5.3 Stellt man auf die Situation im Herkunftsland ab, so können Einreise-

gesuche von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirt-

schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen darauf hindeuten, 

dass deren persönliche Interessenlage nicht mit Ziel und Zweck einer be-

fristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. Obliegt einer gesuchstellen-

den Person demgegenüber eine besondere berufliche, gesellschaftliche o-

der familiäre Verantwortung im Heimatland, so kann dieser Umstand durch-

aus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Um-

gekehrt muss bei Personen, die keine derartigen Verpflichtungen haben, 

das Risiko eines über die bewilligte Besuchsdauer hinausgehenden Ver-

bleibs als hoch eingeschätzt werden. 

6.  

6.1 Die Dominikanische Republik ist eine Präsidialrepublik nach US-ame-

rikanischem Vorbild. Ihr Wirtschaftswachstum lag im Jahr 2013, trotz Rück-

gang, bei 4,1 Prozent, was bei einem lateinamerikanischen Durchschnitt 

von 2,7 Prozent immer noch relativ hoch ist. Wichtigste Einnahmequellen 

sind der Tourismus, die Exportgewinne aus den Freihandelszonen (Texti-

lien, medizinische/pharmazeutische Artikel, Zigarren, Lederwaren), die 

Landwirtschaft sowie die Transferzahlungen der im Ausland lebenden 1,4 

Millionen Dominikaner. Die mit dem Wirtschaftswachstum einhergehende 

Wohlstandsentwicklung wirkt sich dennoch nicht zugunsten aller Bevölke-

rungsschichten aus. Mit einer Armutsquote von 40 Prozent, einhergehend 

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mit einem tiefen Bildungsniveau, ist die Einkommensverteilung weiterhin 

sehr ungleich. Eine umfassende Alphabetisierungs-Kampagne wurde erst 

im Januar 2013 gestartet. Die jahrzehntelange Vernachlässigung des ge-

samten Bildungsbereichs ist denn auch eines der grössten Entwicklungs-

hindernisse des Landes. Die Auswirkungen zeigen sich u.a. daran, dass 

der wissenschaftliche Standard der unter-finanzierten Universitäten deut-

lich hinter internationalen Massstäben zurückbleibt und dass sich wohlha-

bendere Familien für ihre Kinder um Studienaufenthalte in den USA und in 

Europa bemühen (Quelle: www.auswaertiges-amt.de > Aussen- und Euro-

papolitik > Länderinformationen > Dominikanische Republik > Wirt-

schaft/Innenpolitik/Kultur und Bildung, jeweiliger Stand: Dezember 2014, 

besucht im Februar 2015).  

6.2 Der ledige Gesuchsteller ist 19 Jahre alt. Den Vorakten zufolge be-

suchte er im März 2014 eine Sekundarschule (secondary school). Dass 

der Gesuchsteller die damals attestierte Schulausbildung mittlerweile be-

endet und eine weitere Ausbildung bzw. ein Studium angeschlossen hat, 

wird von den Beschwerdeführenden nicht nachgewiesen. Die Beschwer-

deführerin hat diesbezüglich lediglich geltend gemacht, ihr Sohn wolle in 

der Dominikanischen Republik bleiben, um zu studieren und "um einen In-

genieurtitel zu erlangen", weil er für sich in der Schweiz keine Zukunft sehe. 

Ob dies tatsächlich die Pläne des Sohnes sind, ist nicht feststellbar; auf-

grund der beschriebenen wirtschaftlichen und bildungspolitischen Situation 

in seinem Heimatland ist allerdings denkbar, dass seine beruflichen Per-

spektiven nicht den optimistischen Schilderungen seiner Mutter entspre-

chen.  

6.3 Zudem ist die von der Beschwerdeführerin dargelegte Überzeugung, 

ihr Sohn wolle den Besuch in der Schweiz mangels Sprachkenntnissen und 

seiner hier wertlosen Diplome nicht für einen weiteren Verbleib nutzen, an-

gesichts ihres eigenen Lebenslaufs zu bezweifeln.  

6.3.1 Die Beschwerdeführerin reiste erstmals 2004 in die Schweiz ein, wo-

bei sie ihre beiden Söhne – X._______, geboren 1995, und Y._______, 

geboren 1999, in der Dominikanischen Republik zurückliess. Nach ihrer 

Einreise arbeitete sie zuerst als Tänzerin, brachte 2005 eine Tochter zur 

Welt und heiratete 2006 deren schweizerischen Vater, woraufhin sie eine 

Aufenthaltsbewilligung erhielt. Da die Ehe nicht lange funktionierte, kehrte 

sie noch im gleichen Jahr zusammen mit ihrer Tochter in ihre Heimat zu-

rück (vgl. kantonale Akten/Verfügung vom 29. September 2010). In den 

Folgejahren kam sie jedoch immer wieder mit einer Arbeitserlaubnis als 

http://www.auswaertiges-amt.de/

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Seite 8 

Tänzerin für einige Monate in die Schweiz zurück. Im September 2010 er-

hielt sie aufgrund des schweizerischen Bürgerrechts ihrer Tochter und ge-

stützt auf Art. 8 EMRK eine Aufenthaltsbewilligung, um mit ihr gemeinsam 

in der Schweiz leben zu können. Sie meldete sich daraufhin allein – ohne 

die Tochter – bei der zuständigen Einwohnerkontrolle an, reiste Ende Ja-

nuar 2011 aber wieder in die Dominikanische Republik zurück (vgl. Schrei-

ben des Kantons Solothurn vom 8. April 2011). Eine weitere Einreise er-

folgte gemeinsam mit der Tochter im Sommer 2011, dies in der Absicht, mit 

dem Kindesvater (erneut) zusammenzuleben. Da das Zusammenleben 

kurze Zeit später scheiterte, verliessen Mutter und Tochter Ende August 

2011 wieder die Schweiz.  

6.3.2 Am 13. Oktober 2012 heirateten die beiden Beschwerdeführenden. 

Ihre Eheschliessung fand im Heimatort der Ehefrau statt, wo bereits im Juni 

2012 der gemeinsame Sohn, Z._______, zur Welt gekommen war. Der 

Ehemann kehrte in der darauffolgenden Zeit wieder in die Schweiz zurück. 

Im Familiennachzug folgte ihm seine Ehefrau zusammen mit den drei nicht 

volljährigen Kindern im Dezember 2013 (vgl. kantonale Akten/Aufenthalts-

gesuch vom 30. Dezember 2013). 

6.4 Die vorausgehenden Schilderungen zeigen, dass die Beschwerdefüh-

rerin über rund zehn Jahre hinweg bemüht war, in der Schweiz zu leben 

und/oder zu arbeiten. Dass sie mit diesen Bemühungen u.a. auch den Un-

terhalt ihrer in der Heimat verbliebenen Kinder sichern wollte (vgl. kanto-

nale Akten/Notizen vom 8. August 2011) ist ihr zugute zu halten, zeigt aber 

auch, dass sie dort keine wirklichen Lebens- und Berufsperspektiven sah. 

Dies sowie der Umstand, dass sie das ihr im September 2010 erteilte Auf-

enthaltsrecht teilweise missbrauchte, lässt die zugesicherte Rückkehr ihres 

Sohnes X._______ fraglich erscheinen.  

6.5 Dass der Gesuchsteller angeblich Eigentümer eines eigenen Hauses 

ist, begünstigt die Prognose seiner anstandslosen Wiederausreise nicht. 

Festzustellen ist, dass der Kaufvertrag über das Haus im September 2013, 

somit kurz vor der Ausreise der Beschwerdeführerin, geschlossen wurde, 

und dass es – ihren Personalien zufolge – offensichtlich ihr eigener Vater 

war, der das Haus an seinen Enkelsohn übertragen hat. Von daher ist nicht 

erkennbar, dass sich durch die Eigentumsübertragung etwas an der Wohn-

situation des Gesuchstellers geändert hätte oder dieser hierdurch wirt-

schaftlich besser dastünde. Dergleichen wird auch von den Beschwerde-

führenden nicht behauptet, wohl aber, dass sie den Sohn bzw. Stiefsohn 

aufgrund seines Studiums finanziell unterstützten. Angesichts des für fünf 

C-4788/2014 

Seite 9 

Personen relativ niedrigen Familieneinkommens (vgl. vorinstanzliche Ak-

ten/S. 35) erscheint die Möglichkeit einer solchen Unterstützung aber eher 

gering.  

7.  

Damit besteht, zusammenfassend betrachtet, eine nicht geringe Wahr-

scheinlichkeit, dass der Gesuchsteller mit seiner Einreise in die Schweiz 

andere als Besuchszwecke verbindet, nicht zuletzt auch deshalb, weil er 

mit den hier lebenden Familienangehörigen über ein intaktes Beziehungs-

netz verfügt. Ob ursprünglich auch für ihn ein Familiennachzugsgesuch in 

Betracht gezogen wurde, spielt angesichts dessen keine Rolle. Jedenfalls 

haben die Beschwerdeführenden keine überzeugenden Gründe genannt, 

die für seine anstandslose Wiederausreise sprechen könnten, sind doch 

die behaupteten komfortablen Wohnverhältnisse des Sohnes bzw. Stief-

sohnes nicht ausschlaggebend und seine Zukunftsaussichten im Heimat-

land schwer einzuschätzen. Es ist nicht auszuschliessen, dass zu gegebe-

ner Zeit eine günstigere Prognose erfolgen kann, insbesondere dann, 

wenn eine soziale und berufliche Verankerung oder eine darauf hinfüh-

rende Ausbildung des Gesuchstellers glaubhaft gemacht wird. Im gegen-

wärtigen Zeitpunkt erscheint die fristgerechte Wiederausreise des Gesuch-

stellers jedoch, trotz gegenteilig geäusserter Überzeugung der Beschwer-

deführenden, als nicht gesichert. Gastgeber können zwar für gewisse fi-

nanzielle Risiken garantieren, mangels rechtlicher und faktischer Durch-

setzbarkeit nicht aber für ein bestimmtes Verhalten ihrer Gäste (vgl. BVGE 

2009/27 E. 9). 

8.  

Gründe, die es erlauben würden, dem Gesuchsteller ein humanitäres Vi-

sum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auszustellen (vgl. E. 4.2), beste-

hen nicht. Der Beschwerdeführerin, die sich zu einem Leben in der 

Schweiz entschlossen hat, steht die Möglichkeit offen, allein oder zusam-

men mit den anderen Familienangehörigen in die Dominikanische Republik 

zu reisen und ihren Sohn dort zu treffen.   

  

C-4788/2014 

Seite 10 

9.  

Mit der Vorinstanz ist somit davon auszugehen, dass der Gesuchsteller die 

Einreisevoraussetzungen (vgl. E. 4.1) nicht erfüllt. Der angefochtene Ein-

spracheentscheid ist daher als rechtmässig zu bestätigen (vgl. Art. 49 

VwVG) und die Beschwerde folglich abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Sie sind durch den einbezahlten Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Einschreiben) 

– die Vorinstanz  

– den Migrationsdienst des Kantons Bern  

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Ruth Beutler Barbara Giemsa-Haake 

 

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