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**Case Identifier:** 257a7a57-84cd-52b4-b8f8-aa2ea467d0e5
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 01.06.2018 730 18 21/142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_730-18-21-142_2018-06-01.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 1. Juni 2018 (730 18 21 / 142) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Krankenversicherung 

 

 

Kostenübernahmepflicht der Krankenkasse für Eisentherapien mit Venofer 

 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Atupri Gesundheitsversicherung, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. A.____ (Jahrgang 1953) ist bei der Atupri Gesundheitsversicherung (Krankenkasse) 
obligatorisch krankenpflegeversichert. Im Frühling 2017 führte Dr. med. B.____, FMH Innere 
Medizin, bei A.____ Eiseninfusionsbehandlungen mit Venofer durch. Mit Schreiben vom 6. Juli 
2017 teilte die Krankenkasse der Versicherten mit, dass sie für die Kosten dieser Behandlungen 
in Höhe von Fr. 901.45 nicht leistungspflichtig sei. Auf Ersuchen der Versicherten hin erliess die 
Krankenkasse am 23. August 2017 eine Verfügung, mit welcher sie die Kostenübernahme für 

 
 
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die Eiseninfusionsbehandlungen ablehnte. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache 
wies die Krankenkasse mit Entscheid vom 7. Dezember 2017 ab. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 18. Januar 2018 Beschwerde ans 
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie 
beantragte, es seien in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides die Kosten für 
die im Frühjahr 2017 vorgenommenen Eiseninfusionsbehandlungen mit Venofer in der Höhe 
von Fr. 901.45 zu übernehmen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte sie im Wesent-
lichen geltend, dass die Eiseninfusionsbehandlungen aufgrund einer entzündlichen Magen-
Darm-Erkrankung notwendig gewesen seien. Damit sei eine Indikation zur Verabreichung von 
Venofer gemäss Spezialitätenliste (SL) gegeben, weshalb Anspruch auf eine Kostenübernahme 
der Behandlungen bestehe.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 2. März 2018 beantragte die Krankenkasse mit Verweis 
auf die vertrauensärztliche Beurteilung von Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, 
vom 1. März 2018 die Abweisung der Beschwerde.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung 
(KVG) vom 18. März 1995 auf die Krankenversicherung anwendbar sind, kann gegen Ein-
spracheentscheide der Krankenversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht 
Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art.  58 ATSG das Versicherungsgericht des-
jenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohn-
sitz hat. Vorliegend haben die Versicherten ihren Wohnsitz in X.____, weshalb die örtliche Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden aus dem Bereich der Krankenversicherung. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig.  
 
1.2. Laut § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialentscheid Streitigkeiten bis zu einem Streit-
wert von Fr. 10‘000.--. Vorliegend liegt eine Rechnung für die Eiseninfusionsbehandlungen bei 
Dr. B.____ im Betrag von Fr. 901.45 im Streit. Demgemäss fällt die Beurteilung der Beschwerde 
in die Kompetenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kan-
tonsgerichts. 
 
2.1 Materiell streitig und zu prüfen ist, ob die Krankenkasse die Kostenübernahme für die 
bei der Versicherten im Frühling 2017 durchgeführten Eiseninfusionsbehandlungen zu Recht 
ablehnte. 

 
 
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2.2 Art. 24 KVG verpflichtet die Krankenkassen, die Kosten für die in Art. 25 - 31 KVG auf-
gelisteten Leistungen nach Massgabe der in Art. 32 - 34 KVG festgelegten Voraussetzungen zu 
übernehmen. Gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG übernimmt die obligatorische Krankenversicherung 
die Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Fol-
gen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen unter anderem die ärztlich ver-
ordneten Arzneimittel (Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG). Die Vergütungspflicht erstreckt sich nach Art. 
52 Abs. 1 lit. b KVG grundsätzlich nur auf Arzneimittel, die in der SL aufgeführt sind. Die SL 
zählt die pharmazeutischen Spezialitäten und konfektionierten Arzneimittel im Sinne einer Posi-
tivliste abschliessend auf. Aufgenommen werden nur Spezialitäten, für welche die Pharmaher-
steller oder Importeure einen Antrag stellen (BGE 139 V 375 E. 4.2 mit Hinweisen). 
 
2.3 Kassenpflichtig sind pharmazeutische Spezialitäten des Weiteren nur im Rahmen von 
Indikationen und Anwendungsvorschriften, die bei Swissmedic registriert sind. Die Anwendung 
eines Arzneimittels ausserhalb der registrierten Indikationen und Anwendungsvorschriften 
macht dieses zu einem solchen "ausserhalb der Liste" beziehungsweise zu einem "off-label-
use" und damit grundsätzlich zur Nichtpflichtleistung (BGE 139 V 375 E. 4.3 mit Hinweisen). 
Nach der gesetzlichen Regelung muss und darf die Krankenkasse im Rahmen der obligatori-
schen Krankenversicherung Arzneimittel nicht übernehmen, welche gemäss dem gesetzlichen 
Zulassungssystem (Art. 52 KVG; Art. 60 ff. der Verordnung über die Krankenversicherung 
[KVV] vom 27. Juni 1995) keine Pflichtleistungen sind (BGE 134 V 83 E. 4.1 S. 86, 132 V 18 
E. 7 S. 26), auch wenn der Arzt bzw. die Ärztin solche verschrieben haben sollte. Das gilt 
grundsätzlich auch, wenn ein in der SL aufgeführtes Medikament für andere als zugelassene 
Indikationen oder in höherer als zugelassener Dosierung verwendet wird (BGE 131 V 349 E. 3 
S. 351 ff., 130 V 532 E. 3.4 S. 540) oder wenn es entgegen einer Limitierung (Art. 73 KVV) ver-
wendet worden ist (RKUV 2003 Nr. KV 262 S. 311, K 46/03). 
 
2.4 Eine weitere Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist die Wirksamkeit, Zweck-
mässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Behandlung, wobei die Wirksamkeit nach wissenschaftli-
chen Methoden nachgewiesen sein muss (Art. 32 Abs. 1 KVG). Eine Leistung gilt als wirksam, 
wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten medizinischen Nutzen hinzuwirken bzw. 
wenn sie den Verlauf einer Krankheit günstig beeinflusst (vgl. BGE 133 V 115 E. 3.1). Massge-
bend ist dabei, ob eine therapeutische oder diagnostische Massnahme von Forschern und 
Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis als geeignet erachtet wird, das 
angestrebte therapeutische oder diagnostische Ziel zu erreichen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 12. März 2008, I 601/06, E. 5.1). Der Nachweis der Wirksamkeit, dem eine objektivierbare 
Sicht zugrunde zu liegen hat, ist am ehesten mit Hilfe von statistischen Vergleichswerten zu 
belegen, welche mit entsprechenden Studien zu dokumentieren sind (BGE 123 V 67 E. 4c). 
Unter klinisch kontrollierten Studien sind in der Regel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften 
publizierte Doppelblindstudien zu verstehen. Eine Studie, die sich noch nicht der Diskussion 
und dem Urteil der Fachwelt gestellt hat, ist nur von sehr beschränktem Beweiswert (RKUV 
1995 K 645 S. 231 E. 4a).  
 

 
 
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3.1 Die Abklärung des für die Beurteilung von Ansprüchen versicherter Personen notwen-
digen Sachverhalts hat gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungs-
grundsatz die verfügende wie auch die eine Verfügung überprüfende Behörde bzw. das Gericht 
von Amtes wegen vorzunehmen. Das heisst sowohl die Krankenkasse wie auch das Sozialver-
sicherungsgericht haben von sich aus, ohne Bindung an die Parteibegehren, für die richtige und 
vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, 
von deren Vorliegen es abhängt, in welcher Art über die Rechte und Pflichten einer versicherten 
Person zu entscheiden ist (vgl. THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 
Bern 2003, § 68 Rz. 3 f. mit Hinweisen). 
 
3.2 Die erhobenen Beweismittel sind frei zu würdigen. Für das verwaltungsgerichtliche 
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel – unabhängig davon, 
von wem sie stammen – objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten (LOCHER, 
a.a.O., zu § 68 Rz. 38). Das Sozialversicherungsgericht darf eine rechtserhebliche Tatsache 
erst dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist. Dabei hat es 
seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach-
verhalts genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein-
lichste würdigt (vgl. LOCHER, a.a.O., § 74 Rz. 25 mit Verweis auf § 68 Rz. 37 ff.; BGE 121 V 47 
E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). 
 
3.3 Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast 
nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, 
die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel 
greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersu-
chungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zu-
mindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 
E. 3b mit Hinweisen). 
 
4.1 Das Arzneimittel Venofer ist in der SL aufgeführt (vgl. Spezialitätenliste des Bundesam-
tes für Gesundheit [BAG], Nr. 15398 078). Somit handelt es sich im Rahmen der bei der 
Swissmedic registrierten Indikation um eine kassenpflichtige Arznei. Die Indikation für Venofer 
lautet wie folgt (vgl. Arzneimittel-Kompendium, [online] https://compendium.ch):  
Eisenmangel bei Patienten, bei denen eine orale Eisentherapie ungenügend wirksam oder nicht durchführbar ist, wie: 

- Bei Unverträglichkeit oraler Eisenpräparate. 

- Bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa), die sich durch eine orale Eisentherapie ver- 

   schlimmern können. 

- Bei therapierefraktären Eisenmangelzuständen mit Verdacht auf unzuverlässige Einnahme oraler Eisenpräparate.  

Venofer soll nur verabreicht werden, wenn die Indikation durch entsprechende Untersuchungen gesichert ist. Geeig-

nete Laboranalysen sind Hämoglobin, Serumferritin, Transferrinsättigung.  

Wegen fehlender Erfahrung wird die Verabreichung von Venofer an Kinder unter 3 Jahren nicht empfohlen. 

 
 
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Demgemäss ist die Indikation für die Verabreichung von Venofer gegeben, wenn ein Eisen-
mangel vorliegt und eine orale Verabreichung ungenügend oder nicht möglich ist.  
 
4.2 Die Diagnose eines Eisenmangels erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Dabei werden 
in erster Linie die Hämoglobinkonzentration, der Ferritinspiegel und die Transferrinsättigung 
gemessen. Es gibt noch weitere Parameter des Blutbildes wie das MCV (mittleres corpusculä-
res Volumen) und die MCHC (mittlere corpusculäre Hämoglobinkonzentration), mit welchen 
eine Eisenmangelanämie nachgewiesen werden kann. Abhängig von diesen Werten kann  
Eisenmangel in drei Stadien eingeteilt werden: Von einem Eisenmangel (Speicherdefizit, Stadi-
um 1) wird gesprochen, wenn das Ferritin und das Transferrin vermindert, aber das MCV, das 
MCHC und das Hämoglobin normal sind. Ein Eisenmangel mit beginnender Beeinträchtigung 
der Blutbildung (Stadium 2) liegt vor, wenn das Ferritin, das Transferrin, das MCV und die 
MCHC erniedrigt sind, aber das Hämoglobin normal ist. Sind das Ferritin, das Transferrin, das 
MCV, die MCHC sowie das Hämoglobin unter der Norm, handelt es sich um einen Eisenman-
gelanämie (Speicherdefizit, Stadium 3; vgl. Orale oder parenterale Behandlung des Eisenman-
gels, in: Bericht des Swiss Medical Board vom 24. Oktober 2014, S. 2). Gemäss der Definition 
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt der Ferritinwert bei einer Eisenmangelanämie 
unter 15 ng/ml und der Hämoglobinwert bei Frauen unter 12 - 15 g/dl (vgl. HALID BAS, Eisen-
mangelanämie, in: Ars Medici 2007, S. 733 f.).  
 
4.3 Im Allgemeinen wird von einer Anämie (= Blutarmut) gesprochen, wenn der Hämoglo-
binwert erniedrigt ist; d.h. die Zahl der roten Blutkörperchen ist im Körper zu gering oder der 
Hämoglobingehalt in den Zellen vermindert. Dadurch wird der Sauerstofftransport im Körper 
erschwert. Es gibt verschiedene Formen der Anämie, die unterschiedliche Grunderkrankungen 
zur Ursache haben. So gibt es beispielsweise Anämien aufgrund von Vitaminmangel, chroni-
schen Erkrankungen oder Entzündungen, Nierenerkrankungen, medikamentös bedingter Anä-
mien und nicht zuletzt auch Eisenmangel. Eine Anämie ist somit nicht zwingend auf eine  
Eisenmangelanämie zurückzuführen. Bei speziellen Patientengruppen, etwa solchen mit ent-
zündlichen Erkrankungen, ist zu beachten, dass der Ferritinspiegel keine verlässliche Aussagen 
über die Eisenspeicher gibt; denn bei Entzündungen kann der Ferritinwert trotz Eisenmangel 
normal oder erhöht sein. Hier ist ein Eisenmangel auch bei einem Ferritinwert zwischen 50 und 
100 ng/ml möglich, bei einem Wert > 100 ng/ml schon weniger wahrscheinlich (vgl. UWE BEISE, 
Anämie bei chronischen Erkrankungen, in: Ars Medici 15, 2006, S. 733; CHRISTOPH MERLO, 
Anämie: Praktische Abklärung, in: Primary and Hospital Care – Allgemeine Innere Medizin, 
2017, S. 317; CHRISTOPH GASCHE, Eisenmangel aus der Sicht eines Gastroenterologen, in: Arzt 
& Praxis 2012, S. 1).  
 
4.4 Eine grobe Orientierung hinsichtlich der Ursache einer Anämie erlaubt die Bestimmung 
des MCV. Ein MCV < 80 fl bedeutet eine mikrozytäre Anämie (= klassische Eisenmangelanä-
mie). Bei einem normalen MCV (80 – 100 fl) handelt es um eine normozytäre Anämie (= klas-
sisch renale Anämie). Bei einem MCV > 100 fl spricht man von einer makrozytären Anämie 
(klassisch Folsäure- und Vitamin-B12-Mangel-Anämie; PETER STIEFELHAGEN, Echter Eisenman-
gel oder chronische Entzündung?, in: der informierte arzt, August 2012, S. 64; MERLO, a.a.O., 
S. 316). Bei polymorbiden, chronisch kranken Patienten müssen häufig weitere Parameter her-

 
 
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beigezogen werden. Diese sind beispielsweise der lösliche Transferrinrezeptor (erhöht bei  
Eisenmangel) oder die Transferrinsättigung (unter 20 % bei Eisenmangel; MERLO, a.a.O., S. 
317; STIEFELHAGEN, a.a.O., S. 64).  
 
5.1 In den Akten liegt das Schreiben der Hausärztin, Dr. med. D.____ vom 22. Dezember 
2017 vor, in welchem die Krankengeschichte der Versicherten aufgeführt ist. Gemäss Ver-
laufseintrag vom 3. Februar 2017 war bei der Versicherten aufgrund der Laborergebnisse (Hä-
moglobinwert unter der Norm) die Abklärung eines Eisenmangels indiziert. In der Folge über-
wies Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin,  die Versicherte am 8. Februar 2017 für 
die Durchführung einer Kolonoskopie an Dr. med. F.____, FMH Gastroenterologie und FMH 
Allgemeine Innere Medizin. Dieser hielt in seinen Berichten vom 7. März 2017 fest, dass die 
Magenspiegelung eine korpusbetonte leichte erosive Gastritis (Differentialdiagnose: Helicobac-
ter-Infekt) sowie eine Bulbitis duodeni und die Darmspiegelung einen unauffälligen Befund er-
geben hätten. Er mass damals einen Hämoglobinwert von 11,6 g/dl und ein MCV von 87 fl. Die 
histologische Abklärung im Spital G.____ bestätigte das Vorliegen einer Helicobacter-Gastritis 
(vgl. Bericht vom 9. März 2017). Gemäss der von Dr. B.____ durchgeführten Labormessung 
betrug der Hämoglobinwert am 13. April 2017 12 g/dl und der Ferritinwert 33 ng/ml. Zur Indika-
tion der Eiseninfusionen äusserten sich lediglich Dr. D.____ und Dr. B.____. Im bereits erwähn-
ten Schreiben vom 22. Dezember 2017 bestätigte Dr. D.____, dass die strittige Eiseninfusion 
aufgrund eines Verdachts auf eine Blutungsanämie medizinisch indiziert gewesen sei. 
Dr. B.____ führte am 2. Januar 2018 aus, dass die intravenöse Eisentherapie wegen Eisen-
mangel, dessen Ursache in der erosiven Gastritis zu suchen sei, notwendig geworden sei. Wei-
ter sind den Beilagen der Beschwerde vom 1. März 2018 Ergebnisse von weiteren Blutuntersu-
chungen zu entnehmen.  
 
Die in den Akten vorliegenden Werte des Hämoglobins, des Ferritins und des MCV vor den Ei-
seninfusionen im Frühjahr 2017 können folgender Tabelle entnommen werden:  
 

Datum der Blutuntersuchung Hämoglobin in g/dl Ferritin in ng/ml MCV in fl 

30.06.2015 12,1 -- 86 

06.12.2016 11,3 -- 88 

10.12.2016 11,9 -- 86 

17.01.2017 11.1 -- 88 

03.02.2017 10.7 52 84 

07.03.2017 11,6 52 87 

13.04.2017 12,0 33 -- 

 
5.2  Zu dieser Aktenlage nahm der Vertrauensarzt der Krankenkasse, Dr. C.____, am 
1. März 2018 Stellung. Er stellte fest, dass die vor den Eiseninfusionen durchgeführten Blutun-
tersuchungen einen erniedrigten Hämoglobinwert aufgezeigt hätten. Da der am 3. Februar 2017 
gemessene Ferritinwert mit 52 ng/ml im Normbereich gelegen sei, habe die Hausärztin richtig-
erweise keine Eisenaufsättigung in Erwägung gezogen. Um Blutungen auszuschliessen, habe 
sie eine Kolonoskopie bei Dr. F.____ veranlasst, dessen Untersuchung jedoch keine Blutungs-
ursache ergeben habe. Auch die weiteren Einträge der Hausärztin in der Krankengeschichte 

 
 
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der Versicherten zeigten, dass kein Grund für eine Eisenaufsättigung bestanden habe. Desglei-
chen habe Dr. F.____ in seinem Bericht vom 7. März 2017 nicht von einer Eisenmangelanämie, 
sondern von einer "unklaren Anämie" gesprochen. Anhand der Ergebnisse der Blutuntersu-
chungen nach den Eiseninfusionen könne anhand des immer noch tiefen Hämoglobinwertes 
von 10,9 g/dl geschlossen werden, dass rückblickend keine durch einen Eisenmangel bedingte 
Anämie vorgelegen habe. Die von Dr. B.____ gemessenen Blutwerte lägen denn auch im Nor-
malbereich. Ausserdem gebe es bei einem Ferritinwert in der Höhe von 33 ng/ml keinen wis-
senschaftlichen Wirksamkeitsnachweis, dass die geklagten Beschwerden wie Müdigkeit, De-
pression, Schwindel und Haarausfall auf einen Eisenmangel zurückzuführen seien.  
 
6.1 In Würdigung der ärztlichen Berichte und Laborergebnisse ist festzustellen, dass der 
Ferritinwert über 15 ng/ml und der Hämoglobinwert der Versicherten rund 10 Monate vor den 
Eiseninfusionen unter dem Schwellenwert von 12 g/dl lagen. Einzig der von Dr. B.____ am 
13. April 2017 angegebene Hämoglobinwert entsprach exakt dem Schwellenwert. Aufgrund der 
über einen längeren Zeitraum gemessenen weitgehend erniedrigten Hämoglobinwerte ist – in 
Übereinstimmung mit Dr. C.____ - davon auszugehen, dass die Versicherte zum Zeitpunkt der 
Eiseninfusionen an einer Anämie litt. Aufgrund der Ferritinwerte der Versicherten von jeweils 
über 15 ng/ml ist es jedoch fraglich, ob die Anämie auf einen Eisenmangel zurückgeführt wer-
den kann. In diesem Zusammenhang ist aber auch zu berücksichtigen, dass bei der Versicher-
ten kurz vor Beginn der Eiseninfusionsbehandlungen eine Gastritis sowie eine Bulbitis duodeni 
festgestellt wurden. Aufgrund dieser Entzündungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass 
bei der Versicherten trotz der Ferritinwerte im Normbereich eine Eisenmangelanämie vorlag 
(vgl. FERDINAND MARTIUS, Eisenmangel ohne Anämie – ein heisses Eisen?, in: Swiss Medical 
Forum 2009, S. 297). Der Nachweis einer Eisenmangelanämie ist jedoch aufgrund der Labor-
werte nicht möglich. Die Werte des MCV über 80 fl sprechen eher gegen das Vorliegen einer 
Eisenmangelanämie (vgl. Erwägung 4.4). Weitere Parameter der Labordiagnostik, welche einen 
Eisenmangel bestätigen könnten, sind nicht vorhanden. Auch das klinische Erscheinungsbild 
(Müdigkeit, Depression, Schwindel und Haarausfall) ist nicht geeignet, eine Eisenmangelanä-
mie zuverlässig zu diagnostizieren (vgl. BAS, a.a.O., S. 735; vgl. auch Urteil des Kantonsge-
richts vom 11. August 2016, 730 16 92/94). Da nicht zu erwarten ist, dass von nachträglichen 
Abklärungen das Bestehen einer Eisenmangelanämie zum Zeitpunkt der Eiseninfusionsbe-
handlungen nachgewiesen werden kann, ist auf die Einholung weiterer Berichte zu verzichten. 
Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung zulässig (BGE 132 V 393 E. 3.3, 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a). Damit ist 
nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die bei Dr. B.____ durchgeführten Eiseninfusionen auf eine 
durch einen Eisenmangel bedingte Anämie zurückzuführen sind. Selbst wenn davon ausge-
gangen wird, dass aufgrund des von Dr. B.____ gemessenen Hämoglobinwertes von 12 g/dl im 
April 2017 ein Eisenmangel ohne Anämie vorlag, besteht kein Leistungsanspruch der Versi-
cherten. Für die Indikation zur Abgabe von Venofer bedarf es eines Eisenmangels, für dessen 
Vorliegen aber der Nachweis fehlt.  
 
6.2 Mit dem Hinweis auf die in der Indikation für Venofer erwähnte entzündliche Magen-
Darm-Erkrankung kann die Versicherte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Eiseninfusionen mit 

 
 
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Venofer sind auch bei einer entzündlichen Magen-Darm-Erkrankung nur dann angezeigt, wenn 
ein Eisenmangel vorliegt. Dass die bei ihr nachgewiesenen Entzündungen im Verdauungstrakt 
mit einem Eisenmangel einhergingen, ist – wie die obigen Ausführungen gezeigt haben – eben 
nicht nachgewiesen. Die weiteren Vorbringen der Versicherten betreffen nicht das Rechtsver-
hältnis zwischen ihr und der Krankenkasse, weshalb nicht näher darauf eingegangen wird. In 
diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich das Gericht im Urteil vom 11. August 
2011 (730 16 92/730 16 94) mit der Kostenübernahmepflicht der vorliegenden Krankenkasse 
von durch Dr. B.____ durchgeführten Eisentherapien mit Venofer auseinandersetzte. Ange-
sichts dieser Tatsache und dem Umstand, dass es dem verschreibenden Arzt im Rahmen sei-
ner Aufklärungspflicht obliegt, seine Patientinnen und Patienten über die finanziellen Folgen der 
gewählten Therapie zu informieren, erstaunt es, dass die Kostenfrage der Eisentherapie Streit-
gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet (vgl. zur Aufklärungspflicht des Arztes: Arzt-
recht in der Praxis, Moritz Kuhn / Toma Poledna ([Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2007, S. 133; Art. 
40 lit. e des Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe vom 23. Juni 2006). 
 
6.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass mangels rechtsgenüglichen Nachweises die Indika-
tion Eisenmangel zur Abgabe des Arzneimittels Venofer nicht gegeben ist. Die Folgen der Be-
weislosigkeit hat die Versicherte zu tragen, die aus dem unbewiesenen behaupteten Sachver-
halt Rechte ableiten möchte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2014, 9C_701/2013, 
E. 4.1; BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Damit lehnte die Krankenkasse zu Recht eine 
Kostenübernahme der Eisenfusionsbehandlungen bei Dr. B.____ ab. Die Beschwerde ist dem-
gemäss abzuweisen. 
 
7. Art. 61 lit. g ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb vorliegend keine Kosten zu erheben. Die aus-
serordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 
 
 
 
 
  

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.