# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f01eb755-37d6-509a-9bf6-d683ed3df36a
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 20.06.2023 BZ 2023 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2023-37_2023-06-20.pdf

## Full Text

20230602_081427_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2023 37

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Sidler
Gerichtsschreiberin D. Huber Stüdli

Urteil vom 20. Juni 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

C.________,
vertreten durch Rechtsanwalt D.________,
Beschwerdegegner,

betreffend

Sistierung
(Beschwerde gegen den Entscheid des Referenten am Kantonsgericht Zug, 2. Abteilung, vom 
10. März 2023)

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Sachverhalt

1. Mit Eingabe vom 14. August 2021 reichte die A.________ AG (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rerin) beim Kantonsgericht Zug gegen C.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner) eine 
Forderungsklage über CHF 51'999.94 inkl. MWST zuzüglich 6 % Zins seit dem 20. Oktober 
2017 ein. Zur Begründung führte sie – zusammengefasst – aus, sie habe für den Beschwer-
degegner an seinem Haus in E.________ ZH zahlreiche Umbauarbeiten erbracht. Hierfür 
hätten die Parteien mehrere Orders bzw. "Aufträge" vereinbart und unterzeichnet. Der Be-
schwerdegegner habe lediglich bei der vorliegend in Zug eingeklagten Order E_160813.4 
vom 12. August 2016 mit seiner Unterschrift vom 16. September 2016 dem Gerichtsstand in 
Zug zugestimmt. Die übrigen Forderungen gegenüber dem Beschwerdegegner im Zusam-
menhang mit den erbrachten Werkleistungen am Haus des Beschwerdegegners, für welche 
keine Gerichtsstandsvereinbarung getroffen worden sei, habe sie am Wohnsitz des Be-
schwerdegegners bzw. am Bezirksgericht Meilen als Teilklage eingereicht (Vi act. 1). 

2. In der Klageantwort vom 4. Oktober 2021 beantragte der Beschwerdegegner die vollumfäng-
liche Abweisung der Klage. Er stellte sich – zusammengefasst – auf den Standpunkt, er habe 
mit der Beschwerdeführerin einen verbindlichen Kostenvoranschlag für die gesamte Liegen-
schaft abgemacht, den die Beschwerdeführerin bei weitem überschritten habe, weshalb die 
geltend gemachte Forderung nicht bestehe. Im Übrigen seien die ursprünglich im Kostenvor-
anschlag vereinbarten werkvertraglichen Leistungen immer noch nicht vollständig erbracht 
worden und es hätten gar Drittparteien mandatiert werden müssen. Zudem seien diverse Ar-
beiten mangelhaft ausgeführt worden (Vi act. 7). 

3. Am 19. Februar 2022 replizierte die Beschwerdeführerin und erhöhte die Forderungsklage 
auf CHF 53'573.75 inkl. MWST zuzüglich 6 % Zins seit dem 20. Oktober 2017 (Vi act. 12).  

4. In der Duplik vom 4. April 2022 hielt der Beschwerdegegner am Antrag auf Abweisung der 
Klage fest (Vi act. 16). 

5. Mit Beweisentscheid vom 12. August 2022 forderte der Referent am Kantonsgericht Zug die 
Parteien auf, namentlich genannte Urkunden in deutscher Übersetzung einzureichen. Zum 
andern lud er die Parteien zur Parteibefragung und die Ehefrau des Beschwerdegegners zur 
Zeugenbefragung vor (Vi act. 18). 

6. Am 2. Dezember 2022 fand die Parteibefragung und Instruktionsverhandlung statt. Zudem 
wurde die Ehefrau des Beschwerdegegners als Zeugin befragt (act. 24-31). 

7. Mit Entscheid vom 3. Februar 2023 forderte der Referent die Parteien auf, zur Frage Stellung 
zu nehmen, ob der Prozess vor Kantonsgericht Zug bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen 
Entscheids im Verfahren vor Bezirksgericht Meilen sistiert werden solle (Vi act. 33). 

8. Der Beschwerdegegner sprach sich mit Eingabe vom 14. Februar 2023 für eine Sistierung 
aus (Vi act. 34). 

9. Die Beschwerdeführerin lehnte in der Stellungnahme vom 18. Februar 2023 eine Sistierung 
ab (Vi act. 35). 

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10. Mit Entscheid vom 10. März 2023 sistierte der Referent des Kantonsgerichts Zug den Zivil-
prozess A2 2021 31 bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids des Bezirksgerichts 
Meilen im Prozess mit der Geschäfts-Nr. ________. Die Parteien wurden aufgefordert, das 
Kantonsgericht über den rechtskräftigen Entscheid des Bezirksgerichts Meilen umgehend zu 
informieren (Vi act. 36). 

11. Hiergegen liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 27. März 2023 Beschwerde beim 
Obergericht des Kantons Zug einreichen und folgende Anträge stellen (act. 1): 

1. Es sei der Sistierungsentscheid des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 10. März 2023 (Ref. 
A2 2021 31) aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, das hängige Verfahren A2 2021 31 ohne 
Verzug fortzuführen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzliche MWST zu Lasten des Be-
schwerdegegners. 

12. In der Beschwerdeantwort vom 6. April 2023 beantragte der Beschwerdegegner die Abwei-
sung der Beschwerde (act. 5). 

13. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung (act. 4). 

Erwägungen

1. Sistierungsentscheide können gemäss Art. 126 Abs. 2 ZPO mit Beschwerde angefochten 
werden. Ein drohender, nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil ist demnach von der Be-
schwerdeführerin nicht nachzuweisen. Die Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt.

2. Die Vorinstanz begründete die Sistierung des Prozesses A2 2021 31 wie folgt: Trotz Bestrei-
tung der Beschwerdeführerin stehe fest, dass im vorliegenden Verfahren betreffend Order 
E_160813.4 vom 12. August 2016 einige identische Fragen zu beurteilen seien wie im Ver-
fahren vor Bezirksgericht Meilen betreffend Order A, B, F und G. Die Frage, ob ein Kosten-
voranschlag/Festpreis/Pauschalwerkvertrag, umfassend die Order A-F, oder einzelne Bestel-
lungen bzw. Orders als je separate Werkverträge vorliegen würden, und auch die Fragen der 
Abnahme/Ablieferung/Genehmigung des Werkes, der Kostenüberschreitung sowie der Prüf- 
und Rügeobliegenheiten würden sich in beiden Prozessen stellen. Die Beantwortung dieser 
Fragen durch das Bezirksgericht Meilen werde den vorliegenden Prozess voraussichtlich be-
deutend vereinfachen, nachdem dadurch zumindest eine faktische, wenn nicht gar eine 
rechtliche Bindungswirkung herbeigeführt werden könnte. Ohne Koordination des vorliegen-
den Prozesses mit dem Prozess vor Bezirksgericht Meilen bestehe die Gefahr, dass es zu 
inkohärenten und sich widersprechenden Urteilen komme. Dazu komme, dass der vorliegen-
de Prozess – soweit ersichtlich – den weitaus kleineren Teil des strittigen Bauvorhabens be-
treffe, mithin jedenfalls nicht als Hauptprozess bezeichnet werden könnte. Die Beschwerde-
führerin widersetze sich der Sistierung unter anderem, weil das Verfahren vor Bezirksgericht 
Meilen komplexer als das vorliegende sei und länger dauern dürfte. Indes könne eine Sistie-
rung ohne Weiteres auch dann angeordnet werden, wenn ein später anhängig gemachter 

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Prozess früher entschieden werden könnte. Im Übrigen dürfte der vorliegende Prozess auf-
grund der voraussichtlich anstehenden Hauptverhandlung noch einige Zeit dauern. Unter 
diesen Umständen sei es zweckmässig, den rechtskräftigen Entscheid des Bezirksgerichts 
Meilen abzuwarten, bevor weitere Prozessschritte durchgeführt würden (vgl. act. 1/1). 

3. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen Folgendes vor: 

3.1 Es treffe nicht zu, dass das Verfahren in Meilen "weiter fortgeschritten" sei und "identische 
Rechtsfragen" zu beantworten seien. Im Verfahren vor Bezirksgericht Meilen seien noch 
nicht einmal die Parteien und Zeugen angehört worden. Weiter seien auch nicht identische 
Rechtsfragen zu beurteilen, da es sich in Zug und Meilen um verschiedene "Order" bzw. Ver-
träge handle, welche auch andere Vertragsklauseln zum Gegenstand hätten. Zudem seien 
die verschiedenen Orders im Verfahren vor dem Bezirksgericht Meilen von den Parteien nur 
zum Teil unterzeichnet und zum Teil eben nicht. Selbst wenn in den Verfahren in Zug und 
Meilen (auch) ähnliche Rechtsfragen zu beantworten seien, präjudiziere der Entscheid des 
Bezirksgerichts Meilen den Entscheid des Kantonsgerichts Zug nicht, weil auf die verschie-
denen Sachverhalte an den beiden Gerichten auch andere Vertragsklauseln anwendbar sei-
en.  

3.2 Die Vertragsklauseln in den beiden Verfahren in Zug und Meilen würden sich in verschiede-
ner Hinsicht unterscheiden. In der vorliegend eingeklagten Order E hätten die Parteien den 
Gerichtsstand Zug abgemacht. Sodann hätten die Parteien mit Abschluss der Order E unter 
"General clauses", Ziff. 1 in fine, Folgendes stipuliert: "[…] Any additions or changes reques-
ted by the purchaser or necessary for the project's success will be counted in the final bal-
ance". Die verschiedenen Vertragsklauseln würden sich auch bezüglich der Fristen und der 
Form zur Erhebung der Mängelrüge und der Vergütung des Werklohns unterscheiden. Weiter 
lägen den Verfahren in Zug und Meilen verschiedene Tatsachenbehauptungen und unter-
schiedliche Bestreitungen zu Grunde und es seien auch verschiedene Beweismittel offeriert. 
Der Gegenstand der Beweisverfahren in Zug und Meilen sei verschieden. Auch die Beweis-
lage unterscheide sich. Ferner mache der Beschwerdegegner nur im Verfahren vor dem Be-
zirksgericht Meilen eine Widerklage und Ersatzvornahme geltend. Aus all diesen Gründen 
könne der Entscheid des Bezirksgerichts Meilen den Entscheid des Kantonsgerichts Zug 
nicht präjudizieren. 

3.3 Der angefochtene Sistierungsentscheid verletze das Beschleunigungsgebot. Vorliegend sei 
das Verfahren vor dem Kantonsgericht Zug schon weit fortgeschritten und die verfügte Sistie-
rung führe zu einer ungebührlichen Verfahrensverzögerung. Die Sistierung sei nach erfolgter 
Partei- und Zeugenbefragung sowie nach durchgeführten Vergleichsverhandlungen erfolgt. 
Ein rechtskräftiger Entscheid im Verfahren vor dem Bezirksgericht Meilen (mit weitaus kom-
plexeren Fragen, Widerklage und Ersatzvornahme) sei in weiter Ferne.  

4. Dem hält der Beschwerdegegner Folgendes entgegen: 

Die Beschwerdeführerin habe in ihrer Klage vom 14. August 2021 selbst ausgeführt, die Par-
teien hätten für die umfassenden Umbauarbeiten in der Liegenschaft des Beschwerdegeg-
ners mehrere "Orders" unterzeichnet. "Lediglich" für die Order E, d.h. eher zufällig, hätten sie 
den Gerichtsstand Zug festgelegt, wobei die Arbeiten aus den übrigen Orders A, B, F und G 

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– die den exakt gleichen Sachverhalt beträfen – vor Bezirksgericht Meilen hängig seien. 
Folglich sei klar, dass die zwei hängigen Klagen vor dem Bezirksgericht Meilen wie auch vor 
dem Kantonsgericht Zug den (exakt) gleichen Sachverhalt beträfen. Es gehe beide Mal um 
die (gleichen) Fragen, ob für die Orders A-F ein Kostenvoranschlag vorgelegen habe oder ob 
die Orders A-F je als separate Werkverträge zu qualifizieren seien, ob das Werk abgeliefert 
worden sei und ob allfällige Prüf- und Rügeobliegenheiten zu laufen begonnen hätten. Es sei 
offensichtlich, dass eine enge Konnexität zwischen den beiden Verfahren bestehe und dass 
sich deshalb die Gefahr von sich widersprechenden Entscheiden unweigerlich stelle. In bei-
den Verfahren würden sich exakt dieselben Tat- und Rechtsfragen stellen. Zusätzlich habe 
das Bezirksgericht Meilen mit Beschluss vom 16. Januar 2023 eine (erste) Beweisverfügung 
erlassen. Dieser Verfügung sei nach einer ersten Durchsicht zu entnehmen, dass die einzel-
nen Orders je als einzelne Bestellungen zu qualifizieren seien und auch eine Abnahme der 
einzelnen Orders, wenn auch nicht explizit, dann zumindest faktisch, stattgefunden habe (vgl. 
act. 5).   

5. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Sistierung eines Verfahrens nur aus-
nahmsweise zulässig. Im Zweifelsfall hat das Beschleunigungsgebot Vorrang. Allerdings ist 
aus prozessökonomischen Gründen und wegen der Gefahr widersprüchlicher Urteile zu ver-
meiden, dass sich mehrere Gerichte gleichzeitig mit identischen Forderungen beschäftigen. 
Gemäss Art. 126 Abs. 1 ZPO kann das Gericht das Verfahren sistieren, wenn die Zweck-
mässigkeit dies verlangt. Das Verfahren kann namentlich sistiert werden, wenn der Entscheid 
vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
4A_175/2022 vom 1. Juli 2022 E. 5.2.1). Die Abhängigkeit wird aufgrund des Ausnahmecha-
rakters der Sistierung restriktiv beurteilt. Erforderlich ist nicht eine identische Klage mit iden-
tischen Parteien, auf die das später angerufene Gericht nicht einzutreten hätte, sondern 
bloss eine dahingehende Konnexität der beiden Verfahren, dass die Sistierung zur Vermei-
dung inkohärenter und sich widersprechender Entscheide angebracht erscheint (Gschwend, 
Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 126 ZPO N 11; vgl. auch Frei, Berner Kommentar, 2012, 
Art. 126 ZPO N 3 f.; Kaufmann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 2. A. 2016, Art. 126 
ZPO N 8 ff.; Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. A. 2016, 
Art. 126 ZPO N 4). Nach der Rechtsprechung des Obergerichts des Kantons Zürich sind die 
Anforderungen an die Abhängigkeit von der Entscheidung in einem anderen Verfahren hoch. 
Im Einzelfall muss genau und kritisch geprüft werden, wie eng der Sachzusammenhang zwi-
schen den beiden Verfahren wirklich ist und ob das Ergebnis des anderen Verfahrens effektiv 
eine entscheidende präjudizielle Wirkung auf das zu sistierende Verfahren hat (vgl. Be-
schluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich PC180005-O/U vom 12. April 2018 
E. 3.1). 

6. Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht, dass die von der Vorinstanz genannten Umstände die 
Sistierung nicht zu rechtfertigen vermögen. 

6.1 In der Klage vom 14. August 2021 führte die Beschwerdeführerin aus, der Beschwerdegeg-
ner habe die ersten vier Rechnungen bezahlt. Die Rechnung vom 7. November 2016 habe er 
nur teilweise und die Rechnung vom 5. September 2017 gar nicht bezahlt. Beide Rechnun-
gen enthielten (auch) erbrachte Leistungen aus der Order E, deren Bezahlung vorliegend 
geltend gemacht werde. Sämtliche aus den übrigen Orders A, B, F und G enthaltenen Leis-
tungen, welche der Beschwerdegegner aus den Rechnungen vom 7. November 2016 und 

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5. September 2017 noch nicht bezahlt habe, seien beim Bezirksgericht Meilen geltend ge-
macht worden. Die Rechnung vom 7. November 2016 betrage insgesamt CHF 264'554.37 
inkl. MWST. Der Beschwerdegegner habe CHF 180'000.00 bezahlt. Offen sei somit noch ein 
Betrag von CHF 84'554.37 inkl. MWST, wovon sie CHF 47'174.31 inkl. MWST aus den Or-
ders A und B beim Bezirksgericht Meilen eingeklagt habe. Im vorliegenden Verfahren mache 
sie aus der Order E und aus der Rechnung vom 7. November 2016 den Betrag von 
CHF 37'379.94 inkl. MWST geltend. Die Rechnung vom 5. September 2017 betrage insge-
samt CHF 151'040.78 inkl. MWST. Sie habe davon CHF 136'420.59 inkl. MWST aus den Or-
ders B, F und G beim Bezirksgericht Meilen eingeklagt. Die restlichen CHF 14'620.00 inkl. 
MWST aus der Order E mache sie im vorliegenden Verfahren geltend (vgl. act. 1 [Klage vom 
14. August 2021] Rz 9 ff.; act. 16 [Duplik vom 4. April 2022] Rz 5 und 104; act. 1/5 [Rech-
nung vom 7. November 2016] und act. 1/6 [Rechnung vom 5. September 2017]). 

Aus diesen von der Vorinstanz genannten Aktenstellen lässt sich nicht ohne weiteres ablei-
ten, dass sich im Prozess vor Bezirksgericht Meilen die gleichen Tat- und Rechtsfragen stel-
len wie im Prozess vor Kantonsgericht Zug. In Zug und Meilen geht es um unterschiedliche 
Orders bzw. Verträge, die auch unterschiedliche Klauseln enthalten. Der Prozess vor Kan-
tonsgericht Zug betrifft einzig die Order E, während vor dem Bezirksgericht Meilen die Order 
A, B, F und G zu beurteilen sind (vgl. Vi act. 1 Rz 10 f.). In den verschiedenen Orders sind 
am Ende des Dokuments jeweils "General clauses" angefügt, welche Platz für die Unter-
schrift des Beschwerdegegners lassen. Der Beschwerdegegner stimmte lediglich bei der in 
Zug eingeklagten Order E mit seiner Unterschrift vom 16. September 2016 diesen "General 
clauses" zu. Ziff. 6 der "General clauses" bestimmt als Gerichtsstand Zug. Ziff. 1, Satz 2, der 
"General clauses" sieht Folgendes vor: "[…] Any additions or changes requested by the pur-
chaser or necessary for the project's success will be counted in the final balance". Sodann 
wird in Ziff. 2 der "General clauses" Folgendes stipuliert: "The costumer has the right to verify 
the work completed, communicating the outcome to the supplier within 30 days from the date 
of delivery of the work. Within the same period the purchaser must inform the supplier by 
registered any defects of the work delivered. At the end of that period the work is considered 
accepted" (vgl. Vi act. 1/2). Mit diesen Klauseln unterscheidet sich die Order E deutlich von 
den Orders A, B, F und G, die unbestrittenermassen keine solchen Klauseln enthalten (be-
treffend Order A und B: vgl. Vi act. 12/9 und 12/10). Zudem sind im Prozess vor dem Be-
zirksgericht Meilen andere Rechnungspositionen zu beurteilen als im Prozess vor Kantons-
gericht Zug (vgl. act. 5/1). Weiter ist in Meilen offenbar auch eine Widerklage inkl. Ersatz-
massnahmen hängig (vgl. act. 1 Rz 11; act. 5 Rz 17). Die vor Bezirksgericht Meilen erhobene 
Klage sowie die weiteren Rechtsschriften liegen nicht bei den Akten. Entsprechend lässt sich 
nicht abschliessend beurteilen, ob die vor dem Bezirksgericht Meilen hängige Klage "den 
gleichen Streitgegenstand" betrifft und ob es im Prozess vor Bezirksgericht Meilen um "die 
gleichen Fragen" geht, d.h. ob für die Orders A-F ein Kostenvoranschlag vorlag, ob die Or-
ders A-F je als separate Werkverträge zu qualifizieren sind, ob das Werk abgeliefert wurde 
und ob allfällige Prüf- und Rügeobliegenheiten zu laufen begonnen haben, wie der Be-
schwerdegegner behauptet (vgl. act. 5 Rz 10, 18 ff.). Selbst wenn in den Verfahren vor dem 
Kantonsgericht Zug und dem Bezirksgericht Meilen (auch) ähnliche Rechtsfragen zu beurtei-
len wären, würden diese die Ordner A, B, F und G betreffen und nicht die vorliegend zur Dis-
kussion stehende Order E, welche – wie erwähnt – andere Vertragsklauseln enthält. Als Zwi-
schenergebnis ist festzuhalten, dass der Prozess vor Bezirksgericht Meilen keine entschei-
dende präjudizielle Wirkung auf das Verfahren vor Kantonsgericht Zug hat.   

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6.2 Hinzu kommt Folgendes: Das Verfahren vor Bezirksgericht Meilen ist nicht "weiter fortge-
schritten" als das Verfahren vor Kantonsgericht Zug. In der Klage vom 14. August 2021 er-
klärte die Beschwerdeführerin, dass das Verfahren vor Bezirksgericht Meilen hängig, der 
doppelte Schriftenwechsel durchgeführt und die Hauptverhandlung auf den 11. November 
2021 angesetzt worden sei (vgl. Vi act. 1 Rz 4). Mittlerweile wird aber doch noch ein Beweis-
verfahren durchgeführt. Dies geht aus dem vom Beschwerdegegner im vorinstanzlichen Ver-
fahren mit der Stellungnahme vom 14. Februar 2023 eingereichten Beweisbeschluss des Be-
zirksgerichts Meilen vom 16. Januar 2023 hervor. Nach Durchführung eines zweiten Schrif-
tenwechsels sowie der Durchführung der mündlichen Parteivorträge werden die von den Par-
teien offerierten Beweismittel abgenommen, soweit dies zur Urteilsfindung erforderlich ist. 
Für die Befragung der Parteien und der offerierten Zeugen wird zur Beweisverhandlung vor-
geladen. Nach erfolgter Beweisabnahme werden die Parteien zum Beweisergebnis Stellung 
nehmen können (vgl. Vi act. 34/1 und act. 5/1). Folglich wird der Prozess vor Bezirksgericht 
Meilen kaum früher als das Verfahren vor Kantonsgericht Zug beendet sein. Abgesehen da-
von wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis das Beweisverfahren abgeschlossen 
ist, die Parteien zum Beweisergebnis Stellung genommen haben und das erstinstanzliche Ur-
teil vorliegt. Nach dessen Ausfertigung steht zudem der Rechtsmittelweg offen, weshalb noch 
viele Monate, wenn nicht Jahre vergehen dürften, bis ein rechtskräftiger Entscheid des Be-
zirksgerichts Meilen vorliegt. 

6.3 Aus all diesen Gründen ist es mit dem Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Beurtei-
lung der Streitsache innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV) nicht vereinbar, den Pro-
zess vor Kantonsgericht Zug für viele Monate oder gar Jahre zu sistieren. 

7. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner 
aufzuerlegen. Dieser ist ferner antragsgemäss zu verpflichten, die Beschwerdeführerin für 
das Beschwerdeverfahren angemessen zu entschädigen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Urteilsspruch

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Sistierungsentscheid des Referenten des Kantons-
gerichts Zug vom 10. März 2023 im Verfahren A2 2021 31 aufgehoben und der Referent wird 
angewiesen, das Verfahren weiterzuführen. 

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 1'000.00 wird dem Beschwer-
degegner auferlegt. 

3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, die Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfah-
ren mit CHF 1'200.00 (inkl. MWST) zu entschädigen.

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4. Gegen diesen Entscheid ist unter den Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG) die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. BGG zulässig; die Be-
schwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 
Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen 
sowie unter Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweize-
rischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 
Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, 2. Abteilung (A2 2021 31)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

St. Scherer D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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