# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4ff04dd-5d85-5059-8552-a0bfd8675f00
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.08.2016 200 2016 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-137_2016-08-23.pdf

## Full Text

200 16 137 AHV und
200 16 138 AHV (2)
KOJ/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. August 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführer 1

B.________
Beschwerdeführer 2
beide vertreten durch Rechtsanwalt C.________

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheide vom 23. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die D.______AG war seit 1. Mai 2011 als Arbeitgeberin der Sozialversiche-
rungsanstalt (SVA) des Kantons Zürich, Ausgleichskasse (nachfolgend 
SVA bzw. Beschwerdegegnerin), angeschlossen (Akten der SVA, [act. II] 
31). Am XX.XX.2014 verkauften A.________ (Präsident des Verwaltungs-
rates) und B.________ (Mitglied des Verwaltungsrates) – beide mit Kollek-
tivunterschrift zu zweien (vgl. Schweizerisches Handelsamtsblatt [SHAB] 
...; www. zefix.ch) – das Unternehmen (Akten der SVA, [act. IIA], 402), 
woraufhin die Gesellschaft ihren Sitz am XX.XX.2014 von ... (Kanton ...) 
nach ... (Kanton Bern) verlegte (act. IIA 268; vgl. auch www.zefix.ch) und 
sich die D.______AG ab XX.XX.2014 neu der Ausgleichskasse des Kan-
tons Bern anschloss (act. IIA 322 S. 1). Gleichzeitig schieden A.________ 
und B.________ aus dem Unternehmen aus (vgl. SHAB-Nr. ...). 

Am XX.XX.2015 wurde über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet (act. IIA 
354 S. 1) und am XX.XX.2015 mangels Aktiven wieder eingestellt (SHAB-
...). Am XX.XX.2015 wurde die Gesellschaft von Amtes wegen im Handels-
register gelöscht (SHAB-Nr. ...). 

Mit Verfügungen vom 15. Juni 2015 (act. IIA 399 f.) forderte die SVA von 
A.________ und B.________ in solidarischer Haftbarkeit Schadenersatz in 
der Höhe von Fr. 240‘077.56 für in den Jahren 2012 bis 2014 entgangene 
Sozialversicherungsbeiträge (einschliesslich Beiträgen an die kantonale 
Familienausgleichskasse [FAK-Beiträge], Verwaltungskosten, Gebühren 
und Verzugszinsen). Die dagegen erhobenen, identisch lautenden Einspra-
chen (act. IIA 401; 405) hiess die SVA mit Einspracheentscheiden vom 
23. September 2015 (act. IIA 412 f.) teilweise gut, indem sie die von 
A.________ und B.________ unter solidarischer Haftung zu bezahlende 
Schadenersatzforderung auf Fr. 207‘389.60 (inklusive Verwaltungs-, Mahn- 
und Betreibungskosten, FAK-Beiträgen sowie Verzugszinsen) reduzierte. 
Auf die dagegen von beiden am 26. Oktober 2015 erhobenen Beschwer-
den trat das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Beschlüs-
sen vom 10. November 2015 (AK.2015.00046 und 00047 [act. IIA 414 f.]) 

http://www.zefix.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 3

mangels örtlicher Zuständigkeit nicht ein. Nach Eintritt deren Rechtskraft 
leitete das Sozialversicherungsgericht die Akten weiter an das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern.

B.

Mit vom 26. Oktober 2015 datierender und am 22. Januar 2016 eingegan-
gener Eingabe lassen A.________ und B.________, beide vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________, gegen die sie jeweils betreffenden Einspra-
cheentscheide vom 23. September 2015 Beschwerde erheben. Sie stellen 
die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Der Einspracheentscheid vom 23. September 2015 sei aufzuheben.

2. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführer keinen Schadenersatz 
zu leisten haben.

3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz.

In formeller Hinsicht beantragten die Beschwerdeführer zudem die Zustel-
lung der Verwaltungsakten. In materieller Hinsicht machen sie im Wesentli-
chen geltend, sie hätten sämtliche Buchhaltungsarbeiten einer externen 
Buchhaltungsfirma übergeben, weshalb ihnen kein grobfahrlässiges Ver-
halten vorgeworfen werden könne (S. 4, Ziffer 6). Sodann hätten die Be-
schwerdeführer im Kaufvertrag vom XX.XX.2014 die Forderung der SVA 
berücksichtigt bzw. vom Kaufpreis abgezogen, womit sie die Absicht kund-
getan hätten, deren Forderung zu begleichen (S. 4, Ziffer 7). Schliesslich 
habe die SVA ihnen – den Beschwerdeführern – Zahlungsaufschübe ge-
währt respektive mit ihnen Zahlungspläne vereinbart, welche keinen Hin-
weis enthalten hätten, dass bei Nichteinhaltung die gesamte Forderung 
fällig werde (S. 5, Ziffer 8). 

Mit Vernehmlassung vom 11. Februar 2016 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin Abweisung der Beschwerde.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Februar 2016 stellte der Instrukti-
onsrichter den Beschwerdeführern antragsgemäss die Verwaltungsakten 
zur Einsichtnahme zu. 

Mit Replik vom 4. April 2016 halten die Beschwerdeführer an ihren be-
schwerdeweisen Rechtsbegehren und Standpunkten fest. Ergänzend ma-
chen sie geltend, dass sie für den Fall, da die Beschwerdegegnerin auf 
einen Teil der Forderung verzichten sollte, für eine „vergleichsweise Erledi-
gung der Angelegenheit offen“ seien. 

Entsprechend der prozessleitenden Verfügung vom 7. April 2016 reichte 
die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 9. Mai 2016 die fehlenden 
Aktenstücke 419 S. 27-40 und 420 (act. IIB) ein. Gleichzeitig hielt sie fest, 
dass auf eine Duplik verzichtet werde und keine aussergerichtlichen Ver-
gleichsverhandlungen stattfänden. Diese Eingabe wurde den Beschwerde-
führern zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 A.________ und B.________ erhoben gemeinsam nur eine Be-
schwerde, obwohl die Vorinstanz zwei separate Einspracheentscheide er-
lassen hat. Dies schadet indes nicht, nachdem die gleich lautenden 
Einspracheentscheide vom 23. September 2015 die gleichen Rechtsfragen 
betreffen und es sich demnach aus prozessökonomischen Gründen ohne-
hin rechtfertigt, die beiden Verfahren in einem einzigen Urteil zu erledigen 
(vgl. Art. 17 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]; MERKLI/AESCHLIMANN/ 
HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 17 N. 1 und 5).

1.2 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 

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den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführer sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt sind (Art. 59 ATSG). Die beitragspflichtige Arbeit-
geberin hatte ihren Sitz im Zeitpunkt des Konkurses in ... im Kanton Bern 
(SHAB-Nr. ...), womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
gegeben ist (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 13. Februar 
2007, H 130/06, E. 4.2 f. i.V.m. Art. 52 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG; 
SR 831.10]; act. IIA 415 S. 3); im Weiteren geht Art. 52 Abs. 5 AHVG als 
abschliessende und spezielle Norm über die Haftung des Arbeitgebers 
auch der Zuständigkeitsnorm gemäss Art. 84 AHVG vor, wonach über Be-
schwerden gegen Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler Aus-
gleichskassen das Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse 
entscheidet. Sodann gelangten die Beschwerdeführer mit ihrer ersten Be-
schwerde vom 26. Oktober 2015 fristgerecht an eine hierfür unzuständige 
Stelle (Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich), weshalb die Frist 
auch mit Bezug auf das vorliegende Beschwerdeverfahren als gewahrt gilt 
(Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 39 Abs. 2 ATSG; vgl. UELI KIESER, Kommentar 
zum ATSG, 3. Aufl. 2015, Art. 60 N. 16). Da schliesslich auch die Bestim-
mungen über die Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.3 Anfechtungsobjekt bilden die Einspracheentscheide vom 23. Sep-
tember 2015 (act. IIA 412 f.). Streitig und zu prüfen ist die Schadenersatz-
pflicht der beiden Beschwerdeführer für entgangene Sozialversicherungs-
beiträge.

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.5 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Miss-
achtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er 
diesen zu ersetzen. Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schaden-
ersatzanspruch durch Erlass einer Verfügung geltend (Art. 52 Abs. 1 und 4 
AHVG).

Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften 
subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung 
oder Liquidation befassten Personen (Art. 52 Abs. 2 Satz 1 AHVG; BGE 
129 V 11, 123 V 12 E. 5b S. 15). Sind mehrere Personen für den gleichen 
Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch. 
Die solidarische Haftung erlaubt der Ausgleichskasse, gegen alle oder le-
diglich einige von ihnen, allenfalls nur einen Einzelnen, vorzugehen (BGE 
134 V 306 E. 3.1 S. 308).

Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige 
Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, spätestens aber fünf 
Jahre nach Eintritt des Schadens (Art. 52 Abs. 3 Satz 1 und 2 AHVG; bis 
31. Dezember 2011 Abs. 3 Satz 1).

Aufgrund von Art. 66 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20), Art. 6 des Bundesgesetzes 
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent-
schädigung vom 25. Juni 1982 (AVIG; SR 837.0) und Art. 21 Abs. 2 des 
Bundesgesetzes über die Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende in Ar-
mee, Zivildienst und Zivilschutz vom 25. September 1952 (EOG; SR 834.1) 
findet die Regelung von Art. 52 AHVG im Beitragsrecht der Invaliden- und 
Arbeitslosenversicherung sowie bei der Erwerbsersatzordnung sinngemäss 
Anwendung. Das Gleiche gilt im Beitragsrecht der Familienzulagen (Art. 25 

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lit. c des Bundesgesetzes über die Familienzulagen vom 24. März 2006 
[FamZG; SR 836.2], in Kraft seit 1. Januar 2009).

2.2

2.2.1 Der für eine Haftung nach Art. 52 AHVG vorausgesetzte Schaden 
entsteht dann, wenn der Ausgleichskasse ein ihr gesetzlich geschuldeter 
Betrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dem Betrag, dessen die 
Kasse verlustig geht. Dazu gehören die von den Arbeitgebenden geschul-
deten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, die Verwaltungs- und Be-
treibungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die 
Verzugszinsen (BGE 121 III 382 E. 3b bb S. 384; SVR 2007 AHV Nr. 2 S. 6 
E. 5, 1999 AHV Nr. 16 S. 45 E. 5).

2.2.2 Die Schadenersatzforderung entsteht mit dem Eintritt des Scha-
dens, welcher seinerseits auf einen rechtlichen Grund, die Verwirkung der 
Beiträge (Art. 16 Abs. 1 AHVG), oder aber auf einen tatsächlichen Grund, 
nämlich die Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers zurückgeht (BGE 141 V 
487 E. 2.2 S. 488, 136 V 268 E. 2.6 S. 273).

2.3 Der Schaden muss durch eine Missachtung von Vorschriften ent-
standen sein. Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. der Verordnung über 
die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 31. Oktober 1947 (AHVV; 
SR 831.101) schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die 
Arbeitnehmerbeiträge in Abzug bringt und zusammen mit den Arbeitgeber-
beiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeitgeber haben 
den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von 
ihnen an ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne 
zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträge ermittelt und 
verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des 
Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlichrechtliche Auf-
gabe. Die Nichterfüllung dieser öffentlichrechtlichen Aufgabe bedeutet eine 
Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG und zieht die 
volle Schadensdeckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 2a S. 195).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 8

2.4

2.4.1 Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht be-
steht nach dem Wortlaut des Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber 
absichtlich oder grobfahrlässig Vorschriften verletzt hat und dass durch 
diese Missachtung ein Schaden verursacht worden ist. Absicht bzw. Vor-
satz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens. 

Art. 52 AHVG statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar han-
delt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht (BGE 
108 V 183 E. 1b S. 186).

Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber das 
ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und 
unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen (SVR 
2011 AHV Nr. 14 S. 49 E. 3.2). Das Mass der zu verlangenden Sorgfalt ist 
abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmännischen 
Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher der Betreffende angehört, 
üblicherweise erwartet werden kann und muss. Dabei sind an die Sorg-
faltspflicht einer Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetzlicher 
Vorschriften grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich ist zu 
differenzieren, wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Organe 
eines Arbeitgebers zu ermitteln (BGE 112 V 156 E. 4 S. 159, 108 V 199 
E. 3a S. 202).

2.4.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der 
öffentlichrechtlichen Aufgaben der Arbeitgeber als Institution der Versiche-
rungsdurchführung ohne weiteres als qualifiziertes Verschulden ihrer Orga-
ne im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten. Das absichtliche oder 
grobfahrlässige Missachten von Vorschriften verlangt vielmehr einen 
Normverstoss von einer gewissen Schwere. Dagegen kann beispielsweise 
die relativ kurze Dauer des Beitragsausstandes sprechen, wobei aber im-
mer eine Würdigung sämtlicher konkreter Umstände des Einzelfalls Platz 
zu greifen hat. Zudem dürfen die Nichtabrechnung wie auch die Nichtbe-
zahlung der Beiträge als solche nicht einem qualifizierten Verschulden 
gleichgesetzt werden, weil dies auf eine nach Gesetz und Rechtsprechung 
unzulässige, da in Art. 52 AHVG gerade nicht vorgesehene Kausalhaftung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 9

hinausliefe. Vielmehr sind auch in dieser Hinsicht die gesamten Umstände 
zu würdigen. Verwaltung und Sozialversicherungsgericht dürfen sich bei 
festgestellter Verletzung der AHV-Vorschriften daher nicht auf die Prüfung 
beschränken, ob Exkulpations- oder Rechtfertigungsgründe vorliegen, son-
dern haben vorgängig festzustellen, ob ein qualifiziertes Verschulden im 
Sinne von Art. 52 AHVG anzunehmen ist (BGE 136 V 268 E. 3 S. 274, 121 
V 243 E. 4b und 5 S. 244; Entscheid des EVG vom 4. Oktober 2004, 
H 273/03, E. 3.2.1).

2.4.3 Bei feststehender Widerrechtlichkeit gilt jedoch die Vermutung 
eines absichtlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens des Arbeitgebers 
resp. seiner Organe. Dies bedeutet eine gesteigerte Mitwirkungspflicht der 
ins Recht gefassten Person bei der Abklärung resp. Feststellung des für die 
Beurteilung des Verschuldens rechtserheblichen Sachverhalts von Amtes 
wegen durch die Ausgleichskasse und das kantonale Versicherungsgericht 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Es obliegt grundsätzlich dem Ar-
beitgeber oder seinen Organen, Gründe, welche ein Verschulden im Sinne 
von Absicht oder Grobfahrlässigkeit ausschliessen, zu behaupten, diesbe-
zügliche Beweise zu liefern oder zu beantragen. Werden solche entlasten-
de Umstände nicht geltend gemacht oder nicht hinreichend substanziiert, 
sind solche nicht ohne weiteres ersichtlich oder führen die Abklärungen zu 
keinem schlüssigen Ergebnis, hat die ins Recht gefasste Person die Folgen 
der Beweislosigkeit zu tragen. Diese Regelung gilt auch in Bezug auf allfäl-
lige Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe (SVR 2011 AHV Nr. 13 
S. 44 E. 4.1).

2.4.4 Nach Art. 717 Abs. 1 i.V.m. Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 des Schweize-
rischen Obligationenrechts (OR; SR 220) gehört die Oberaufsicht über die 
mit der Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf 
die Befolgung der Gesetze, zu den unübertragbaren und unentziehbaren 
Aufgaben des Verwaltungsrates. Diese Aufgaben müssen "mit aller Sorg-
falt" erfüllt werden.

Dies setzt unter anderem voraus, dass der Verwaltungsrat die ihm unter-
breiteten Berichte kritisch liest, nötigenfalls ergänzende Auskünfte verlangt 
und bei Irrtümern oder Unregelmässigkeiten einschreitet. Dabei wird es 
aber einem Verwaltungsratspräsidenten einer Grossfirma nicht als grob-

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fahrlässiges Verschulden angerechnet werden können, wenn er nicht jedes 
einzelne Geschäft, sondern nur die Tätigkeit der Geschäftsleitung und den 
Geschäftsgang im allgemeinen überprüft und daher beispielsweise nicht 
beachtet, dass in Einzelfällen die Abrechnung über Lohnbeiträge nicht er-
folgt ist (BGE 108 V 199 E. 3a S. 202; SVR 2010 AHV Nr. 4 S. 14 E. 6.1). 
Demgegenüber muss bei einfachen Verhältnissen vom einzigen Verwal-
tungsrat und faktischen Geschäftsführer einer Aktiengesellschaft, der als 
solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige Person in Organstel-
lung zu besorgen hat, der Überblick über alle wesentlichen Belange der 
Firma verlangt werden, und zwar selbst dann, wenn er seine Befugnisse 
weitgehend an Dritte delegiert hat (BGE 108 V 199 E. 3b S. 203; SVR 2007 
AHV Nr. 9 S. 25 E. 6).

2.4.5 Nach ständiger Rechtsprechung dauert die Verantwortlichkeit ei-
nes Verwaltungsrates in der Regel bis zum Moment seines tatsächlichen 
Austritts aus dem Verwaltungsrat, und nicht bis zum Zeitpunkt der Lö-
schung seiner Funktion im Handelsregister. Das gilt jedenfalls in denjeni-
gen Fällen, in denen die Betroffenen, nach ihrer Demission, keinen Einfluss 
mehr auf den Gang der Geschäfte und keine Entschädigung für ihre Ver-
waltungsratsstellung erhalten haben. Vorbehalten bleibt der Fall, in dem 
der Schaden durch Handlungen verursacht worden ist, deren Wirkungen 
sich jedoch erst nach seinem Rücktritt als Verwaltungsrat entfaltet haben 
(BGE 134 V 401 E. 5.1 S. 402, 126 V 61 E. 4a S. 61).

2.5 Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, 
wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des 
Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im 
Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem 
Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missach-
tung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, 
aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn besondere Umstän-
de die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht 
schuldhaft erscheinen lassen. So kann es sein, dass es einem Arbeitgeber, 
der sich in schwieriger finanzieller Lage befindet, durch das Nichtbezahlen 
der Beiträge gelingt, die Existenz seines Unternehmens zu retten. Ein sol-
ches Vorgehen führt allerdings nur dann nicht zu einer Haftung gemäss Art. 

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52 AHVG, wenn der Arbeitgeber im Zeitpunkt seiner Entscheidung auf-
grund der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage 
damit rechnen durfte, dass die Unternehmung überlebt und er die Forde-
rung der Ausgleichskasse innert nützlicher Frist würde befriedigen können 
(BGE 108 V 183 E. 1b S. 186 und 189 E. 2b S. 193; AHI 2003 S. 100 
E. 3a; SVR 2011 AHV Nr. 13 S. 45 E. 6.1).

Eine kurze Dauer bzw. "nützliche Frist" in diesem Sinne ist z.B. überschrit-
ten, wenn die Beitragszahlungspflicht über ein Jahr lang verletzt wird, zu-
mal wenn dabei kein gezieltes, auch in zeitlicher Hinsicht konkretes 
Sanierungskonzept vorliegt oder wenn eine Sanierung erst nach einem 
jahrelang defizitären Geschäftsgang erwartet werden kann. Nicht ent-
schuldbar ist die Beitragsrückbehaltung, wenn eine Sanierung überhaupt 
nicht ernsthaft erwartet werden kann (SVR 2011 AHV Nr. 14 S. 50 E. 3.4).

2.6 Schliesslich setzt die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach 
Art. 52 AHVG voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässi-
gen Missachtung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein 
adäquater Kausalzusammenhang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a 
S. 406).

Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den Schaden 
nicht hätte verhindern können. Indessen vermag die blosse Hypothese, der 
Schaden wäre auch bei pflichtgemässem Verhalten eingetreten, die 
Adäquanz nicht zu beseitigen. Dass ein Schaden ohnehin eingetreten wä-
re, muss vielmehr mit Gewissheit oder doch mit hoher Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Das schuldhafte Verhalten eines solidarisch Ersatz-
pflichtigen kann nur dann als inadäquat für den eingetretenen Schaden 
gelten, wenn das Verschulden des Dritten oder des Geschädigten dermas-
sen schwer wiegt, dass das eigene Fehlverhalten eindeutig in den Hinter-
grund tritt und damit nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 
Lebenserfahrung nicht mehr als adäquate Schadensursache erscheint 
(SVR 2011 AHV Nr. 16 S. 60 E. 4.3.1).

2.7 Die Schadenersatzpflicht nach Art. 52 AHVG ist einer Herabset-
zung wegen Mitverschuldens der Verwaltung zugänglich. Voraussetzung 
ist, dass sich die Verwaltung einer groben Pflichtverletzung schuldig ge-

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macht hat, was namentlich dann der Fall ist, wenn sie elementare Vor-
schriften der Beitragsveranlagung und des Beitragsbezugs missachtet hat 
(BGE 122 V 185 E. 3c S. 189; SVR 2012 AHV Nr. 13 S. 52 E. 3.3.1 und 
3.3.2).

3.

3.1 Zunächst steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdefüh-
rer bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen im März 2014 (vgl. 
SHAB-Nr. ...) bei der ehemaligen D.______AG als Verwaltungsräte und 
damit als Organe (Art. 707 ff. OR) fungierten (vgl. SHAB ...; act. IIA 401; 
405), womit sie der Haftungsbestimmung gemäss Art. 52 AHVG unterlie-
gen (vgl. E. 2.1 vorne). Im Weiteren wurde das am XX.XX.2015 eröffnete 
Konkursverfahren am XX.XX.2015 mangels Aktiven eingestellt (SHAB-Nr. 
...) und die ehemalige D.______AG vermochte die Beitragsforderungen 
nicht mehr zu begleichen und kann auch der geltend gemachten Schaden-
ersatzpflicht nicht mehr genügen, weshalb subsidiär grundsätzlich die (soli-
darische) Haftung ihrer Organe und damit diejenige der Beschwerdeführer 
greift, zumal auch eine Verjährung der Schadenersatzforderung (vgl. E. 2.1 
vorne) – zu Recht – nicht zur Debatte steht. 

3.2 Es steht sodann fest, dass die D.______AG bzw. die Beschwerde-
führer die Sozialversicherungsbeiträge im Zeitraum zwischen 2012 bis zu 
ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen am XX.XX.2014 nicht im ge-
schuldeten (und zu keinem Zeitpunkt bestrittenem) Umfang erbracht haben 
und die Beschwerdegegnerin insoweit einen Schaden im Sinne von Art. 52 
AHVG erlitten hat. Hierzu gehören auch die Verwaltungs- und Betreibungs-
kosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie Verzugszinsen (vgl. act. 
IIA 408). Im Weiteren wird der geltend gemachte Schaden in masslicher 
Hinsicht von den Beschwerdeführern nicht beanstandet respektive im We-
sentlichen anerkannt (vgl. act. IIA 402 S. 1). Darüber hinaus wird die Forde-
rung nicht mit konkreten, nicht ohne weiteres widerlegbaren Einwendungen 
bestritten und auch aufgrund der Akten ergeben sich keine greifbaren 
Anhaltspunkte für Unrichtigkeiten (vgl. Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 31. August 2005, H 80/05, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 13

E. 2.3.1). Da der Untersuchungsgrundsatz an der Mitwirkungspflicht der 
Parteien seine Grenze findet und sich – wie dargelegt – in den Akten keine 
Anhaltspunkte finden, dass die Beschwerdegegnerin den Schaden falsch 
berechnet hätte (vgl. BGE 110 V 48 E. 4a S. 53), ist aufgrund der im Recht 
liegenden Beitragsübersicht (act. IIA 408) und der detaillierten Auflistung 
der (jeweils identischen) Schadenspositionen im Rahmen der Einspra-
cheentscheide (act. IIA 412 S. 4 f. und 413 S. 4 f.) von einem Schaden von 
Fr. 207‘389.60 auszugehen. 

3.3 Mit Bezug auf die Widerrechtlichkeit steht dem bereits Gesagten 
zufolge (vgl. E. 3.2 vorne) fest, dass die D.______AG ihrer Pflicht, 
Sozialversicherungsbeiträge abzurechnen und zu leisten, nicht bzw. 
ungenügend nachgekommen ist und im Übrigen jedenfalls für das Jahr 
2013 auch eine Lohnsummensteigerung (act. IIA 163; 321 S. 1) nicht 
gemeldet hat, womit sie der gesetzlich vorgeschriebenen 
öffentlichrechtlichen Aufgabe zur Melde-, Beitragszahlungs- und 
Abrechnungspflicht nicht (hinreichend) nachkam. Dies stellt eine 
Missachtung von Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. bzw. 35 Abs. 2 
AHVV und damit eine Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 52 AHVG dar 
(vgl. E. 2.3 vorne). 

3.4

3.4.1 Steht die Widerrechtlichkeit demnach fest, gilt hinsichtlich der 
Verschuldensfrage die Vermutung des absichtlichen oder grobfahrlässigen 
Verhaltens des Unternehmens bzw. seiner Organe. Die Beschwerdeführer 
bringen denn auch keine hinreichenden Gründe vor, welche ein 
Verschulden im Sinne von Absicht oder Grobfahrlässigkeit auszuschliessen 
vermöchten (vgl. E. 2.4.3 vorne): 

Zunächst ist festzuhalten, dass sich ein Verwaltungsrat allein durch 
Delegation der Aufgaben nicht seiner Verantwortung entledigen kann 
respektive gehalten ist, im Falle einer Delegation einzelner 
Geschäftsführungsfunktionen den richtigen Mandatsträger auszuwählen 
und diesen zu instruieren und zu überwachen, weshalb das Vorbringen der 
Beschwerdeführer, sie hätten sämtliche Buchhaltungsarbeiten einer 
externen Buchhaltungsfirma übergeben, nicht verfängt. Dies umso weniger, 

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als es sich bei der D.______AG nicht um eine Grossfirma mit einer 
komplexen Organisationsstruktur handelte, welche es den 
Beschwerdeführern verunmöglicht hätte, die Abrechnungen der 
Lohnbeiträge zumindest sporadisch zu überprüfen (vgl. E. 2.4.4 vorne). Im 
Übrigen wären sie in Anbetracht der bereits im Frühling 2013 an einen der 
Beschwerdeführer direkt ausgestellten Zahlungsbefehle (vgl. act. IIA 175 f.) 
und der daraus ohne weiteres ersichtlichen Unregelmässigkeiten bezüglich 
der Beitragsabrechnungen gerade verpflichtet gewesen, diese kritisch zu 
prüfen bzw. die mit der Buchhaltung betraute Firma dazu zu verhalten, die 
Beiträge gesetzeskonform zu entrichten, zumal die ungenügende 
Abrechnung der Lohnbeiträge keinen Einzelfall, sondern die Regel 
darstellte. Jedenfalls müssen sich die Beschwerdeführer ein allfälliges 
Fehlverhalten der von ihnen beauftragten Buchhaltungsfirma anrechnen 
lassen.

Mit Bezug auf die seitens der Beschwerdegegnerin erst am 21. November 
2014 (act. IIA 344) geltend gemachten Beiträge für das Jahr 2013 ist so-
dann Folgendes festzuhalten: Zwar haben die Beschwerdeführer das Un-
ternehmen am XX.XX.2014 verkauft, weshalb sie ab diesem Zeitpunkt 
keinen Einfluss auf den Geschäftsgang mehr haben nehmen können (vgl. 
E. 2.4.5 vorne). Dies bedeutet entgegen der in der Beschwerde offenbar 
vertretenen Auffassung indes keineswegs, dass sie damit aus der bis zum 
XX.XX.2014 dauernden Verantwortlichkeit entlassen wären. Vielmehr ist zu 
berücksichtigen, dass die Haftung auch dann besteht, wenn die Beitrags-
schulden zwar während der Organstellung entstehen, die Beiträge jedoch 
von der Ausgleichskasse mangels früherer Kenntnis erst nach deren Ende 
geltend gemacht werden können (vgl. MARCO REICHMUTH, Die Haftung des 
Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, Diss. Freiburg 2008, 
Rz. 268). Dies trifft vorliegend mit Bezug auf die Beiträge für das Jahr 2013 
zu, stellte sich doch erst anlässlich der am 5. September 2014 durchgeführ-
ten revisionsweisen Schlusskontrolle (act. IIA 320) heraus, dass die ur-
sprünglich angegebenen Lohnsummen für das Jahr 2013 (act. IIA 163) 
effektiv mehr als doppelt so hoch waren als gemeldet (act. IIA 321 S. 1), 
womit auch die Beiträge entsprechend höher ausfielen als ursprünglich 
geltend gemacht. Indem es die Beschwerdeführer trotz entsprechender 
Regelung gemäss Art. 35 Abs. 2 AHVV pflichtwidrig unterlassen haben, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 15

wesentliche Änderungen der Lohnsumme während des laufenden Jahres 
zu melden, ist ihnen auch insoweit ein grobfahrlässiges Verhalten im Sinne 
von Art. 52 AHVG vorzuwerfen (Entscheid des BGer vom 5. April 2007, H 
154/06, E. 6.1.2). 

Schliesslich ist zu betonen, dass der Verkauf und die vertraglich offenbar 
vereinbarte Abtretung der Beitragsschulden an den Käufer des Unterneh-
mens (vgl. act. IIA 402 S. 1) an der bis zu ihrem Ausscheiden aus der Fir-
ma weiterhin bestehenden Haftbarkeit der Beschwerdeführer für die 
entgangenen Beiträge offensichtlich nichts zu ändern vermag, waren sie 
doch bis zum XX.XX.2014 dem bereits mehrfach Dargelegten zufolge als 
Verwaltungsräte für die AHV-Belange verantwortlich (vgl. E. 2.4.4 vorne); 
die entsprechende Pflicht kann zwar im Kaufvertrag an den Käufer übertra-
gen werden, was jedoch allein interne Wirkungen zwischen den Parteien 
des Kaufvertrages entfaltet und die Organe der Sozialversicherung in kei-
ner Art und Weise bindet. 

Demnach stellt die im vorliegend massgeblichen Zeitraum nicht bzw. nicht 
hinreichend erfolgte Bezahlung der Beiträge eine zumindest grobfahrlässi-
ge Verletzung der den Beschwerdeführern obliegenden Pflichten und damit 
ein qualifiziertes Verschulden dar. 

3.4.2 Sodann sind auch keine (weiteren) Exkulpations- oder Rechtferti-
gungsgründe ersichtlich: Angesichts der bereits erwähnten langen Dauer 
der Verletzung der Abrechnungspflicht kann nicht gesagt werden, dass die 
Beschwerdeführer mit der Nichtbezahlung der Beiträge eine nur vorüber-
gehend schwierige finanzielle Lage hätten überbrücken wollen (vgl. E. 2.5 
vorne), zumal dergleichen nicht geltend gemacht wird. Wie in E. 3.4.1 hier-
vor dargelegt, entbindet sodann auch der per XX.XX.2014 erfolgte Verkauf 
von 100% der Inhaberaktien die Beschwerdeführer nicht von ihrer gesetzli-
chen Verantwortlichkeit als Verwaltungsräte. Ihr beschwerdeweises Vor-
bringen, sie hätten die Beitragsschuld vom Kaufpreis abzogen, ist deshalb 
ahv-rechtlich ohne Belang. Ebenso wenig können sie aus den ihnen ge-
währten Zahlungsaufschüben und vereinbarten Ratenplänen etwas zu ih-
ren Gunsten ableiten, zumal darin – entgegen der Darstellung in der 
Beschwerde – jeweils ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass im 
Falle der Nichteinhaltung der Zahlungsfristen der Zahlungsaufschub dahin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 16

falle und der gesamte Betrag sofort zur Zahlung fällig werde (vgl. act. IIA 
116 S. 1; 186 S. 1). Vor diesem Hintergrund konnten die Beschwerdeführer 
ebenso wenig damit rechnen, dass mit dem Tilgungsplan für die Beiträge 
2012 auch stillschweigend ein Aufschub für diejenigen der Jahre 2013 und 
2014 verbunden war.

3.5 Im Weiteren hätte ein pflichtgemässes Verhalten der Beschwerde-
führer den Schaden verhindern können. Der adäquate Kausalzusammen-
hang zwischen der Missachtung der Vorschriften (vgl. E. 3.3 vorne) und 
dem Eintritt des Schadens ist demnach zu bejahen (vgl. E. 2.6 vorne). 

3.6 Schliesslich ist ein allenfalls zu einer Reduktion der Schadener-
satzpflicht führendes Mitverschulden der Verwaltung (vgl. E. 2.7 vorne) 
nicht ersichtlich: Abgesehen davon, dass die Beschwerdegegnerin die 
D.______AG wiederholt auf ihre Pflichten zur Entrichtung von Sozialversi-
cherungsbeiträgen aufmerksam gemacht hat, wird die Kenntnis der mass-
gebenden Rechtslage bzw. der gesetzlichen Pflichten vermutet. 
Schliesslich stellen auch die von der Beschwerdegegnerin (in Art. 34b 
AHVV vorgesehenen) gewährten Zahlungsaufschübe offensichtlich keine 
(grobe) Pflichtverletzung der Verwaltung dar (vgl. auch E. 3.4.2 vorne) und 
die Beschwerdeführer können aus dem entsprechenden Entgegenkommen 
der Verwaltung mit Bezug auf die Schadenersatzpflicht nichts zu ihren 
Gunsten ableiten. 

3.7 Nach dem Dargelegten sind sämtliche Haftungsvoraussetzungen 
von Art. 52 AHVG erfüllt. Die angefochtenen Einspracheentscheide vom 
23. September 2015 (act. IIA 412 f.) erweisen sich als rechtens, womit die 
Beschwerde abzuweisen ist.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 AHVG 
i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). 

4.2 Die Beschwerdeführer haben bei diesem Ausgang des Verfahrens 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, AHV/16/137, Seite 17

Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Ebenso hat die obsiegende Be-
schwerdegegnerin praxisgemäss keinen Anspruch auf einen Parteikosten-
ersatz (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdeführer
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 

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geführt werden. Der Streitwert im Sinn von Art. 51 ff. BGG beträgt Fr. 207‘389.60 
werden.