# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7fa6acb-fff0-5a33-a6bb-73f6ce946a53
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 06.02.2018 A 2017 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2017-50_2018-02-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 17 50

4. Kammer

Vorsitz Racioppi
RichterIn Meisser, Moser 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 6. Februar 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____,
vertreten durch Dipl. Betr. Oek. FH / HWV Rudolf Fopp,

Beschwerdeführer
gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin 1

und

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin 2

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

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1. A._____ und C._____ sind je zu 50 % an der Kollektivgesellschaft 

D._____ beteiligt. Diese wurde im August 1995 rückwirkend auf den 

1. Mai 1992 gegründet. Die beiden Gesellschafter sind zu je 50 % Mitei-

gentümer der seit dem Jahr 1995 im Geschäftsvermögen der Kollektivge-

sellschaft D._____ gehaltenen Liegenschaft K._____ (Parzelle 2235) in 

der Gemeinde Y._____.

2. Von 1992 bis 2005 wurde der Gastrobetrieb von den Kollektivgesellschaf-

tern A._____ und C._____ selbst geführt. Im Jahr 2005 wurde die 

Führung des Betriebs an die E._____ GmbH übergeben. Am 2. Februar 

2012 unterzeichnete die Kollektivgesellschaft D._____ sodann mit der im 

Januar 2012 gegründeten F._____ GmbH einen Mietvertrag für den Gas-

trobetrieb mit Mietbeginn 1. März 2012. Gesellschafterin zu 50 % und 

Vorsitzende der Geschäftsführung der F._____ GmbH ist C._____. Es 

wurde ein reiner Umsatzmietzins vereinbart bestehend aus 4 % des Brut-

toumsatzes aus der Restauration und 15 % des Bruttoumsatzes aus der 

Hotellerie. Mit zeitlich befristeter Vertragsergänzung vom 3. September 

2012 wurde der Mietzins für das Jahr 2012 um die Hälfte reduziert. Mit ei-

ner weiteren Vertragsergänzung vom 27. August 2014 wurde der am 

3. September 2012 vereinbarte Mietzins mit Wirkung bis 31. Dezember 

2015 ein weiteres Mal halbiert. In der Vertragsänderung vom 27. August 

2014 wurde zudem festgehalten, dass als einmalige Sanierungsmass-

nahme die bis heute geschuldeten Mietzinse nicht mehr geschuldet seien 

und abgeschrieben würden.

3. In der Jahresrechnung 2014 der Kollektivgesellschaft D._____ wurden die 

noch nicht bezahlten, aber geschuldeten Mietzinse aus den Geschäftsjah-

ren 2013 und 2014 in der Höhe von Fr. 20'686.80 als Debitoren erfolgs-

wirksam verbucht und anschliessend in der Jahresrechnung 2015 als De-

bitorenverlust definitiv abgeschrieben.

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4. Im Rahmen der Einkommens- und Vermögensberechnung der Kollektiv-

gesellschaft D._____ für die Steuerperiode 2015 wurde der Debitorenver-

lust von Fr. 20'687.-- gegenüber der F._____ GmbH steuerlich nicht aner-

kannt. Der in der Kollektivgesellschaft D._____ für das Jahr 2015 ausge-

wiesene Verlust von Fr. 49'401.-- wurde um Fr. 20'687.-- vermindert. Der 

verminderte Verlust aus der Kollektivgesellschaft D._____ im Betrag von 

Fr. 28'714.-- wurde je hälftig den beiden Kollektivgesellschaftern A._____ 

und C._____ zugewiesen.

5. Mit Veranlagungsverfügungen betreffend Kantons-, Gemeinde- und direk-

te Bundessteuern 2015 vom 10. Mai 2017 wurde A._____ und B._____ 

aus der Beteiligung an der Kollektivgesellschaft D._____ ein Verlust von 

Fr. 14'357.-- statt Fr. 24'700.-- angerechnet, wodurch sich das steuerbare 

Einkommen von A._____ und B._____ erhöhte.

6. Am 9. Juni 2017 erhoben A._____ und B._____ Einsprache und bean-

tragten die Aufhebung der vorgenommenen Aufrechnung des Debitoren-

verlusts und die Zuweisung des gesamten Verlusts der Kollektivgesell-

schaft D._____ an A._____.

7. Mit Einspracheentscheiden betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte 

Bundessteuern 2015 vom 30. August 2017 wies die Steuerverwaltung des 

Kantons Graubünden die Einsprache vom 9. Juni 2017 hinsichtlich des 

Antrags auf Aufhebung der Aufrechnung ab. Der Antrag auf Zuweisung 

des gesamten Verlusts an A._____ wurde unter Verweis auf den Kollek-

tivgesellschaftsvertrag vom 1. August 1995 gutgeheissen und der − nach 

erfolgter Aufrechnung resultierende − Verlust der Kollektivgesellschaft 

D._____ A._____ zugewiesen.

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8. Dagegen erhoben A._____ und B._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 22. September 2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit folgendem Antrag:

"1. Die in der Jahresrechnung 2015 der Gesellschaft D._____, vorgenommene 
Aufrechnung von CHF 20'667.00 (recte: Fr. 20'687.--) für vorgenommene 
Debitorenabschreibung sei nicht vorzunehmen."

Begründend führten die Beschwerdeführer aus, dass es sich bei der vor-

genommenen Debitorenabschreibung um geschäftsmässig begründeten 

Aufwand handle. Ein normaler Mietzins habe infolge der geringen Ein-

nahmen nicht vereinnahmt werden können, weshalb die Kollektivgesell-

schaft D._____ mit einem Verlust von Fr. 49'401.-- ordentlich zu veranla-

gen und dieser Verlust A._____ zuzuweisen sei.

9. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwer-

degegnerin) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 31. Oktober 2017 auf 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Begründend 

führte sie im Wesentlichen aus, dass hier ein Leistungsaustausch unter 

nicht unabhängigen Dritten stattfinde und sowohl die verbuchten als auch 

die bezahlten Mietzinse erheblich von den marktüblichen Mietzinsen ab-

wichen. Solche erheblichen Abweichungen würden unter unabhängigen 

Dritten kaum in derselben Weise festgesetzt. Insbesondere unter Berück-

sichtigung der steigenden Umsätze hätten Dritte kaum auf die bereits 

sehr tief angesetzten Mietzinse verzichtet, ohne vorher eine Stundung 

oder eine Betreibung in die Wege geleitet zu haben. Daher sei der Debito-

renverlust als nicht geschäftsmässig begründete Abschreibung bzw. als 

Gewinnverzicht zu qualifizieren und dem ausgewiesenen Reingewinn der 

Kollektivgesellschaft hinzuzurechnen. 

10. Am 29. November 2017 hielten die Beschwerdeführer replicando an ih-

rem Antrag fest und vertieften ihre Argumentation. Dabei bestritten sie 

insbesondere, dass es sich bei der Kollektivgesellschaft D._____ und der 

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F._____ GmbH um nahestehende Personen handle. Richtig sei zwar, 

dass die Beschwerdeführer und C._____ zusammen Miteigentümer des 

Vermietungsobjektes seien und dass sie den Betrieb in früheren Jahren 

zusammen geführt hätten. Dies mache aber weder die Kollektivgesell-

schaft D._____ und die F._____ GmbH noch die Beschwerdeführer und 

C._____ zu nahestehenden Personen, zumal zwischen den Beschwerde-

führern und C._____ weder ein verwandtschaftliches noch ein freund-

schaftliches Verhältnis bestehe. Überdies vertieften die Beschwerdeführer 

ihre Argumentation, wonach der Verzicht auf den Mietzins geschäftsmäs-

sig begründet und die Aufrechnung eines fiktiven Einkommens daher 

nicht gerechtfertigt sei. 

11. Am 15. Dezember 2017 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ih-

ren Anträgen fest und ergänzte ihre Argumentation. Dabei führte sie ins-

besondere noch aus, dass es sich nicht vermeiden lasse, dass ein Dritt-

vergleich auf Durchschnittswerten und pauschalen Vergleichen mit ver-

gleichbaren Geschäftsbeziehungen unter unabhängigen Dritten vorge-

nommen werde. Zudem sei sie im Rahmen dieses Drittvergleichs inner-

halb einer hergeleiteten Preisbandbreite vom für die Beschwerdeführer 

günstigsten Ansatz ausgegangen. Auch der Beschwerdeführer A._____ 

sei beim Vertrag mit dem vorhergehenden Pächter und auch mit der 

F._____ GmbH von ähnlichen Ansätzen ausgegangen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

in den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 30. August 2017 so-

wie auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

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1. a) Anfechtungsobjekte des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 30. August 

2017 betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 2015, 

mit welchen die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen Be-

schwerdeführer vom 9. Juni 2017 in Bezug auf den Antrag auf Zuweisung 

des gesamten Verlustes der Kollektivgesellschaft D._____ an A._____ 

zwar gutgeheissen, hinsichtlich des Antrags auf Aufhebung der Aufrech-

nung des Debitorenverlusts aber abgewiesen hat. Solche Entscheide 

können gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemein-

den (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den 

Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefoch-

ten werden. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Entscheide von Dienststellen der kantonalen Verwaltung und von 

unselbständigen Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, soweit das 

kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht, was hier − wie gesehen 

(vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung 

der vorliegenden Streitsache in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerich-

tes des Kantons Graubünden. Die Beschwerdeführer sind als formelle 

und materielle Adressaten der angefochtenen Einspracheentscheide be-

schwert und damit zur Beschwerdeerhebung befugt (vgl. Art. 50 VRG). 

Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit − 

unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägung 1b − einzutreten.

b) In der Begründung der Beschwerde vom 22. September 2017 beantragen 

die Beschwerdeführer zusätzlich zum Antrag auf Aufhebung der vorge-

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nommenen Aufrechnung des Debitorenverlustes die Zuweisung des ge-

samten Verlusts der Kollektivgesellschaft D._____ an den Beschwerde-

führer A._____. Diesen Antrag haben die Beschwerdeführer bereits in ih-

rer Einsprache vom 9. Juni 2017 an die Beschwerdegegnerin gestellt. Vor 

dem Hintergrund, dass die Beschwerdegegnerin diesen Antrag unter 

Verweis auf den Kollektivgesellschaftsvertrag vom 1. August 1995 mit 

Einspracheentscheiden vom 30. August 2017 gutgeheissen und den − 

nach erfolgter Aufrechnung resultierenden − Verlust der Kollektivgesell-

schaft D._____ A._____ zugewiesen hat, kann dieser Antrag im vorlie-

genden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nicht mehr Streit-

gegenstand bilden. Insofern ist auf die Beschwerde vom 22. September 

2017 nicht einzutreten.

c) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die im Geschäftsjahr 2015 erfolgte 

Abschreibung der nicht vereinnahmten Mietzinsen aus den Geschäftsjah-

ren 2013 und 2014 in der Höhe von Fr. 20'687.-- geschäftsmässig be-

gründet ist oder ob es sich bei der Abschreibung der entsprechenden De-

bitoren um eine bei der Kollektivgesellschaft D._____ aufzurechnende 

Gewinnvorwegnahme handelt.

2. a) Gemäss Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. Art. 7 Abs. 1 StHG i.V.m. Art. 16 Abs. 1 

StG unterliegen der Einkommenssteuer alle wiederkehrenden und einma-

ligen Einkünfte. Dazu gehören unter anderem alle Einkünfte aus einem 

Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Landwirtschafts- und Forstwirtschaftsbe-

trieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder andern selbständigen Er-

werbstätigkeit (Art. 18 Abs. 1 DBG bzw. Art. 8 Abs. 1 StHG i.V.m. Art. 18 

Abs. 1 StG). Neben den Einzelunternehmern und den freiberuflich Tätigen 

gelten auch die Gesellschafter von Kollektivgesellschaften als Selbständi-

gerwerbende (LOCHER, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, I. Teil, Art. 1 - 48 DBG, Therwil/Basel 2001, Art. 18 

Rz. 19). Das Einkommen einer Kollektivgesellschaft wird den einzelnen 

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Teilhabern gemäss Art. 10 Abs. 1 DBG bzw. Art. 11 Abs. 1 StG anteil-

mässig zugerechnet, wobei sich die jeweiligen Anteile aus der vertragli-

chen Vereinbarung ergeben. Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden 

die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen (Art. 27 

Abs. 1 DBG bzw. Art. 32 Abs. 1 StG). Dazu gehören auch Abschreibun-

gen und Rückstellungen, soweit sie geschäfts- oder berufsmässig be-

gründet sind (Art. 27 Abs. 2 lit. a DBG bzw. Art. 32 Abs. 1 lit. a StG).

b) Das Steuerrecht knüpft für die Ermittlung des Einkommens aus selbstän-

diger Erwerbstätigkeit an die nach kaufmännischen Grundsätzen geführ-

ten Jahresrechnungen an (Art. 18 Abs. 3 i.V.m. Art. 58 DBG bzw. Art. 18 

Abs. 5 i.V.m. Art. 79 StG). Ausgangspunkt für die Bestimmung des Ein-

kommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit bildet folglich auch bei 

Selbständigerwerbenden, die eine ordnungsgemässe Buchhaltung 

führen, der Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldo-

vortrags des Vorjahres (Art. 58 Abs. 1 lit. a DBG bzw. Art. 79 Abs. 1 lit. a 

DBG). Unter dem steuerbaren Reingewinn sind auch alle vor Berechnung 

des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile des Geschäfts-

vermögens zu erfassen, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig be-

gründetem Aufwand verwendet werden, wie insbesondere geschäftsmäs-

sig nicht begründete Abschreibungen und Rückstellungen sowie offene 

und verdeckte Gewinnausschüttungen und geschäftsmässig nicht be-

gründete Zuwendungen an Dritte (Art. 58 Abs. 2 lit. b DBG bzw. Art. 79 

Abs. 1 lit. b Ziff. 2 und 5 StG). Auch bei selbständigen Erwerbstätigen, die 

eine ordnungsgemässe Buchhaltung führen, gilt somit das Prinzip der 

Massgeblichkeit der nach den Regeln des Handelsrechts aufgestellten 

Handelsbilanz auch für die Steuerbilanz unter Vorbehalt der steuerrechtli-

chen Korrekturvorschriften sowie der zwingenden handelsrechtlichen 

Vorschriften, wenn auch bloss sinngemäss (vgl. Art. 18 Abs. 3 DBG bzw. 

Art. 18 Abs. 5 StG).

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c) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine verdeckte Gewin-

nausschüttung vor, wenn kumulativ folgende drei Voraussetzungen erfüllt 

sind: (i) Es wird eine Leistung ausgerichtet, der keine angemessene Ge-

genleistung gegenübersteht, so dass sich die Leistung als Entnahme von 

Gesellschaftsmitteln, in einer Verminderung des durch die Gewinn- und 

Verlustverrechnung ausgewiesenen Geschäftsergebnisses auswirkt. (ii) 

Mit der Leistung wird ein Anteilsinhaber (oder eine ihm nahestehende 

Person) begünstigt, d.h. die Leistung wird direkt oder indirekt zugehalten, 

wobei anzunehmen ist, dass die Leistung unterblieben oder wesentlich 

geringer wäre, wenn der Begünstigte eine der Gesellschaft fernstehende 

Person wäre, die Leistung also insofern ungewöhnlich ist und sich nicht 

mit sachgemässem Geschäftsgebaren vereinbaren lässt. (iii) Schliesslich 

muss das Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung für die han-

delnden Organe erkennbar gewesen sein, so dass davon ausgegangen 

werden kann, dass die Begünstigung beabsichtigt war (vgl. BGE 140 II 88 

E.4.1, 138 II 57 E.2.2, 131 II 593 E.5.1, 119 Ib 116 E.2, 119 Ib 431 E.2b; 

Urteil des Bundesgerichtes 2C_16/2015 vom 6. August 2015 E.2.3.1; 

BRÜLISAUER/MÜHLEMANN, in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundes-

steuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 58 Rz. 222; RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 

2016, Art. 58 Rz. 99). 

d) In der Lehre wird terminologisch unterschieden, ob die Gesellschaft die 

Leistung dem Anteilsinhaber erbringt (und dieser keine angemessene 

Gegenleistung leistet), d.h. ob die Gesellschaft überhöhte Aufwendungen 

bzw. Kosten im Interesse des Anteilsinhabers tätigt, oder ob die Gesell-

schaft im Interesse des Anteilsinhabers auf einen ihr zustehenden An-

spruch verzichtet. Im ersten Fall spricht man von einer verdeckten Ge-

winnausschüttung im engeren Sinne, im zweiten Fall von einer Gewinn-

vorwegnahme bzw. von einem Gewinnverzicht (BRÜLISAUER/MÜHLEMANN, 

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a.a.O., Art. 58 Rz. 223). Als Gewinnvorwegnahme zählen dabei insbe-

sondere auch Ertragsverzichte zugunsten eines Anteilsinhabers oder ei-

ner ihm nahestehenden Person, die bei der Gesellschaft zu einer ent-

sprechenden Kürzung des in der Erfolgsrechnung ausgewiesenen Ge-

winns führen. Das Bundesgericht hält hierzu fest, dass diese Form der 

geldwerten Leistung unzutreffend als Gewinnvorwegnahme bezeichnet 

werde, denn handelsrechtlich könnten gar keine Gewinne vorwegge-

nommen werden. Es fährt sodann fort, dass solche Ertragsverzichte vor-

liegen würden, wenn die Gesellschaft auf ihr zustehende Einnahmen 

ganz oder teilweise verzichte und die entsprechenden Erträge direkt dem 

Anteilsinhaber oder diesem nahestehenden Personen zufliessen würden 

bzw. wenn diese nicht jene Gegenleistung erbringen würden, welche die 

Gesellschaft von einem unbeteiligten Dritten fordern würde (Urteil des 

Bundesgerichtes 2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E.2.2 mit weiteren 

Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichtes 2C_644/2013 vom 

21. Oktober 2013 E.3.1, 2C_942/2011 vom 29. Mai 2012 E.2.1; BRÜLI-

SAUER/MÜHLEMANN, a.a.O., Art. 58 Rz. 303 f.; RICHNER/FREI/KAUFMANN/ 

MEUTER, a.a.O., Art. 58 Rz. 95).

e) Im Bereich der geldwerten Leistungen gilt gemäss der Normentheorie die 

Grundregel, dass die Steuerbehörde die Beweislast für steuerbegründen-

de und -erhöhende Tatsachen trägt, die steuerpflichtige Person dagegen 

diejenige für all das, was die Steuer aufhebt oder mindert (vgl. Urteil des 

Bundesgerichtes 2C_16/2015 vom 6. August 2015 E.2.5.4; RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 123 Rz. 77 ff.; LOCHER, Kom-

mentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, III. Teil, 

Art. 102 - 222 DBG, Basel 2015, Einführung zu Art. 122 ff. Rz. 35 ff.). Der 

Behörde obliegt insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft 

an den Beteiligungsinhaber oder eine diesem nahestehende Person eine 

Leistung erbracht hat und dieser keine oder keine angemessene Gegen-

leistung gegenübersteht, weshalb sie dem Drittvergleich nicht standhält. 

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Hat die Behörde ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Ge-

genleistung dargetan, begründet dies steuerrechtlich die Vermutung, es 

liege eine geldwerte Leistung an den Beteiligungsinhaber oder eine die-

sem nahestehende Person vor. Es ist Sache der steuerpflichtigen Person, 

die damit begründete Vermutung zu entkräften. Gelingt ihr das nicht, trägt 

sie die Folgen der Beweislosigkeit. Diese bestehen in der Aufrechnung 

(vgl. BGE 133 II 153 E.4.3; Urteile des Bundesgerichtes 2C_16/2015 vom 

6. August 2015 E.2.5.4 und 2.5.5, 2C_644/2013 vom 21. Oktober 2013 

E.3.2, 2C_797/2012 und 2C_798/2012 vom 31. Juli 2013 E.2.2.1, 

2C_278/2012 vom 1. Oktober 2012 E.2.1.2, 2C_30/2010 vom 19. Mai 

2010 E.2.3; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 123 Rz. 86).

3. a) Das erste Element der steuerlichen Erfassung einer verdeckten Gewin-

nausschüttung ist − wie gesehen (vgl. vorstehend E.2c) − die Bestim-

mung der Angemessenheit von Leistung und Gegenleistung bei Transak-

tionen zwischen Gesellschaft und Anteilsinhaber bzw. einer dem Anteils-

inhaber nahestehenden Person. Rechtsgeschäfte zwischen Kapitalgesell-

schaften und Beteiligungsinhabern werden steuerlich anerkannt, soweit 

sie dem Drittvergleich bzw. dem Prinzip des «dealing at arm's length» 

entsprechen. Dies setzt voraus, dass die Gesellschaft ihre Beteiligten im 

Rahmen eines Rechtsgeschäfts gleich behandelt, wie sie aussenstehen-

de Dritte behandeln würde (Urteil des Bundesgerichtes 2C_1082/2013 

und 2C_1083/2013 vom 14. Januar 2015 E.5.1; BRÜLISAUER/MÜHLEMANN, 

a.a.O., Art. 58 Rz. 226). Steht der Verpflichtung der Gesellschaft keine 

dem Drittvergleich entsprechende Gegenleistung gegenüber, stellt sich 

die Frage, ob eine geldwerte Leistung vorliegt, die einem an der Gesell-

schaft nicht beteiligten Dritten nicht oder in wesentlich geringerem Um-

fang erbracht worden wäre. Dies ist dann der Fall, wenn zwischen Leis-

tung und Gegenleistung ein wesentliches bzw. offensichtliches Missver-

hältnis besteht. Die Gegenleistung des Anteilsinhabers oder der naheste-

henden Person muss mithin der Leistung der Kapitalgesellschaft in einem 

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solchen Ausmass nicht entsprechen, dass die Kapitalgesellschaft von un-

beteiligten Dritten in jedem Fall eine höhere Gegenleistung verlangen 

würde und dies nach den Verhältnissen auf dem Markt auch tun könnte 

(BRÜLISAUER/MÜHLEMANN, a.a.O., Art. 58 Rz. 233). 

b) Der Gastrobetrieb wurde von 1992 bis 2005 von den beiden Gesellschaf-

tern der Kollektivgesellschaft D._____, A._____ und C._____, mit einem 

offenbar stetig steigenden Umsatzverlauf selbst geführt (vgl. Akten der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 14). Im Jahr 2005 wurde die Führung des 

Betriebs an die E._____ GmbH übergeben und ein reiner Umsatzmietzins 

bestehend aus 8 % des Restaurationsumsatzes bis Fr. 400'000.-- bzw. 

6 % ab Fr. 400'000.-- und 17 % des Umsatzes aus der Hotellerie bis 

Fr. 120'000.-- bzw. 15 % ab Fr. 120'000.-- vereinbart (vgl. Mietvertrag 

zwischen der Kollektivgesellschaft D._____ und der E._____ GmbH vom 

9. September 2005 [Bg-act. 21]). Während die Umsatzzahlen bis ins Jahr 

2009 weiter auf über Fr. 825'000.-- anstiegen, musste die E._____ GmbH 

in den Jahren 2010 und 2011 eine Umsatzeinbusse auf Fr. 781'943.-- 

bzw. Fr. 617'655.-- hinnehmen (vgl. Bg-act. 14). Am 2. Februar 2012 un-

terzeichnete die Kollektivgesellschaft D._____ sodann mit der im Januar 

2012 gegründeten F._____ GmbH einen Mietvertrag für den Gastrobe-

trieb D._____ mit Mietbeginn 1. März 2012. Im entsprechenden Mietver-

trag vom 2. Februar 2012 (Bg-act. 4) wurde wiederum ein reiner Umsatz-

mietzins vereinbart, bestehend aus 4 % des Bruttoumsatzes aus der Re-

stauration und 15 % des Bruttoumsatzes aus der Hotellerie. Mit zeitlich 

befristeter Vertragsergänzung vom 3. September 2012 (Bg-act. 4) wurde 

der Mietzins für das Jahr 2012 mangels Erreichen der budgetierten Ein-

nahmen aufgrund der allgemeinen Krise im Gastgewerbe und vor allem 

aufgrund der Schliessung des östlichen Seewegs durch die Gemeinde um 

die Hälfte reduziert (2 % des Bruttoumsatzes aus der Restauration und 

7.5 % des Bruttoumsatzes aus der Hotellerie). Mit einer weiteren Ver-

tragsergänzung vom 27. August 2014 (Akten der Beschwerdeführer [Bf-

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act.] 6) wurde der am 3. September 2012 vereinbarte, reduzierte Mietzins 

mit Wirkung bis 31. Dezember 2015 ein weiteres mal halbiert (1 % des 

Bruttoumsatzes aus der Restauration und 3.75 % des Bruttoumsatzes 

aus der Hotellerie). Gleichzeitig wurde in der erwähnten Vertragsände-

rung vom 27. August 2014 festgehalten, dass als einmalige Sanierungs-

massnahme die bis heute geschuldeten Mietzinse nicht mehr geschuldet 

seien und abgeschrieben würden. In der Jahresrechnung 2015 der Kol-

lektivgesellschaft D._____ wurden in der Folge die in der Jahresrechnung 

2014 als Debitor verbuchten, noch nicht bezahlten, Mietzinse aus den 

Geschäftsjahren 2013 und 2014 in der Höhe von Fr. 20'686.80.-- als De-

bitorenverlust definitiv abgeschrieben (vgl. Bg-act. 8). Vor diesem Hinter-

grund ist nachstehend zu prüfen, ob die Kollektivgesellschaft D._____ 

durch die Abschreibung der Forderung gegenüber der F._____ GmbH 

von Fr. 20'686.80 auf einen ihr zustehenden Ertrag verzichtet hat (Ge-

winnvorwegnahme, vgl. vorstehend E.2d) und ob diese Gewinnvorweg-

nahme bzw. dieser Ertragsverzicht dem Drittvergleich standhält, mithin ob 

die Kollektivgesellschaft D._____ auch gegenüber einem nicht beteiligten 

Dritten auf ihre Forderung verzichtet hätte. 

c) Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, dass es sich bei 

der vorgenommenen Debitorenabschreibung in der Höhe von 

Fr. 20'686.80 um geschäftsmässig begründeten Aufwand handle. Sie be-

gründen dies damit, dass ein normaler Mietzins infolge der − wohl auf-

grund des von der G._____ AG angekündigten Grossprojekts − eingebro-

chenen Umsatzzahlen nicht habe vereinnahmt werden können. Die jetzi-

gen Mieter seien keine Köche, weshalb die Personalkosten höher seien 

als früher. Dies erschwere die ohnehin schon schwierige Lage. In dieser 

Situation hätten ein Beharren auf den Mietzins und eine Betreibung im 

Konkurs der F._____ GmbH gemündet. Dies hätte dazu geführt, dass das 

Objekt künftig leer gestanden wäre. Vor diesem Hintergrund sei es sinn-

voller gewesen, beim Mietzins entgegen zu kommen und auf eine Besse-

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rung der wirtschaftlichen Lage der F._____ GmbH zu hoffen, zumal es in 

der derzeitigen Lage im Tourismus nicht einfach sei, einen neuen Pächter 

zu finden. Das beschwerdeführerische Vorgehen sei auch unter unab-

hängigen Dritten nachvollziehbar und legitim. Sie hätten weder aus 

Nächstenliebe noch in Zuwendungsabsicht auf die ausstehenden Mietzin-

se verzichtet, sondern aus wirtschaftlichem Eigeninteresse zum länger-

fristigen Erhalt des Betriebs. Dass dieses Vorgehen richtig gewesen sei, 

zeigten die Umsatzzahlen 2015 bis 2017, die etwas besser geworden 

seien, aber immer noch keine Mietzinszahlungen zuliessen. Die jetzigen 

Mieter seien im Alter zwischen 60 und 65 Jahren und würden in den 

nächsten Jahren in den Ruhestand treten. Die Beschwerdeführer hätten 

sich darauf eingestellt, auf diesen Zeitpunkt einen neuen Pächter zu fin-

den und bis dahin die Zusammenarbeit mit der F._____ GmbH fortzu-

führen, zumal C._____ massgeblich für den Aufbau des Betriebs von 

1992 bis 2005 verantwortlich gewesen sei und den Betrieb zu dem ge-

macht habe, was er heute sei. In erster Linie würden die Beschwerdefüh-

rer den Betrieb in den nächsten Jahren über die Runden bringen wollen, 

auch wenn sich für sie kein Ertrag daraus erwirtschaften lasse. Der von 

der Beschwerdegegnerin vorgenommene Drittvergleich mit Kennzahlen 

sei mangels Berücksichtigung der lokalen wirtschaftlichen Verhältnisse 

sachwidrig und willkürlich.

d) Dem hält die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen entgegen, dass zwi-

schen der Kollektivgesellschaft D._____ und der F._____ GmbH ein Leis-

tungsaustausch unter nicht unabhängigen Dritten stattfinde und sowohl 

die verbuchten als auch die bezahlten Mietzinse erheblich von den mark-

tüblichen Mietzinsen abwichen. Solche erheblichen Abweichungen wür-

den unter unabhängigen Dritten kaum in derselben Weise festgesetzt. 

Insbesondere unter Berücksichtigung der steigenden Umsätze hätten 

Dritte kaum auf die bereits sehr tief angesetzten Mietzinse verzichtet, oh-

ne vorher eine Stundung oder eine Betreibung in die Wege geleitet zu 

- 15 -

haben. Daher sei der Debitorenverlust von Fr. 20'687.-- als nicht ge-

schäftsmässig begründete Abschreibung bzw. als Gewinnverzicht zu qua-

lifizieren und dem ausgewiesenen Reingewinn der Kollektivgesellschaft 

D._____ hinzuzurechnen bzw. das steuerbare Einkommen der Be-

schwerdeführer zu erhöhen. Dass ein Drittvergleich auf Durchschnittswer-

ten und pauschalen Vergleichen mit vergleichbaren Geschäftsbeziehun-

gen unter unabhängigen Dritten vorgenommen werde, lasse sich nicht 

vermeiden. Die Beschwerdegegnerin sei im Rahmen dieses Drittver-

gleichs innerhalb einer hergeleiteten Preisbandbreite vom für die Be-

schwerdeführer günstigsten Ansatz ausgegangen. 

e) Ob die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Kennzahlen der 

H._____ AG (vgl. Bg-act. 18 und 19) als Drittvergleich tauglich sind oder 

ob diese Kennzahlen − wie von den Beschwerdeführern behauptet − in 

keiner Weise die lokale Situation wiederspiegeln und dementsprechend 

nicht als Vergleichsgrösse herangezogen werden können, kann vorlie-

gend − wie nachstehend dargestellt − offen bleiben. Tatsache ist nämlich, 

dass die Kollektivgesellschaft D._____ im Jahr 2005 mit der E._____ 

GmbH für die Überlassung des Gastrobetrieb noch eine Umsatzmiete von 

8 % für den Restaurationsbetrieb (bzw. 6 % für Umsatz über Fr. 400'000.-

-) und von 17 % für den Hotelleriebetrieb (15 % für Umsatz über 120'000.-

-) vereinbart hat (vgl. Mietvertrag vom 9. September 2005 [Bg-act. 21]). 

Damit deckt sich die mit der E._____ GmbH vereinbarte Umsatzmiete 

ziemlich genau mit den von der Beschwerdegegnerin als Drittvergleich 

herangezogenen Kennzahlen der H._____ AG, wonach der Mindestan-

satz für umsatzbezogene Mietzinse in der Gastronomie und in der Hotel-

lerie bei 7 % bzw. 17 % liegen (vgl. Bg-act. 18 und 19). Im Mietvertrag 

zwischen der Kollektivgesellschaft D._____ und der F._____ GmbH vom 

2. Februar 2012 wurde mit 4 % des Bruttoumsatzes aus der Restauration 

und 15 % des Bruttoumsatzes aus der Hotellerie ein tieferer Umsatzmiet-

zins vereinbart als noch mit der E._____ GmbH (vgl. Bg-act. 4). Weil es 

- 16 -

den Mietern aus finanziellen Gründen offenbar nicht möglich war, die ver-

einbarten Mietzinse gemäss Vertrag vom 2. Februar 2012 zu bezahlen, 

wurden die Mietzinse mit zeitlich befristeter Vertragsergänzung vom 

3. September 2012 für das Jahr 2012 sodann noch um die Hälfte auf 2 % 

des Bruttoumsatzes aus der Restauration und 7.5 % des Bruttoumsatzes 

aus der Hotellerie reduziert (vgl. Bg-act. 4). Schliesslich wurde der am 

3. September 2012 vereinbarte, reduzierte Mietzins mit einer weiteren 

Vertragsergänzung vom 27. August 2014 abermals um die Hälfte auf 1 % 

Bruttoumsatzes aus der Restauration und 3.75 % des Bruttoumsatzes 

aus der Hotellerie reduziert (vgl. Bf-act. 6). Überdies verzichtete die Kol-

lektivgesellschaft D._____ im Sinne einer einmaligen Sanierungsmass-

nahme − wie gesehen − auf die bis dato geschuldeten Mietzinse und 

schrieb in der Jahresrechnung 2015 die in der Jahresrechnung 2014 als 

Debitor verbuchten Mietzinse aus den Geschäftsjahren 2013 und 2014 

über Fr. 20'686.80 als Debitorenverlust ab. Dieses überaus grosszügige 

Verhalten der Kollektivgesellschaft D._____ als Vermieterin gegenüber 

der F._____ GmbH als Mieterin hält dem Drittvergleich − wie nachstehend 

dargestellt − nicht stand. Zunächst ist festzuhalten, dass offenbar auch 

der Beschwerdeführer A._____ der Auffassung ist, dass die Ansätze für 

die umsatzbezogenen Mietzinse in der Gastronomie und in der Hotellerie 

bei rund 8 % bzw. 17 % liegen sollten. Zumindest hat er mit Mietvertrag 

vom 9. September 2005 gegenüber einem unabhängigen Dritten − mithin 

der E._____ GmbH − Umsatzmietzinse in dieser Höhenordnung verein-

bart. Dass der Vorgänger im Gegensatz zu den heutigen Betreibern des 

Gastrobetriebes selber Koch war, mag zwar einen Einfluss auf die Perso-

nalkosten haben, ist in Bezug auf das vorliegende Verfahren aber nicht 

von Relevanz. Dies zumal bereits im Rahmen der ersten Reduktion der 

Umsatzmietzinsen im Jahr 2012 festgehalten wurde, dass die Personal-

kosten hoch seien, weil von den bisherigen Umsatzzahlen ausgegangen 

worden sei (vgl. Vertragsergänzung vom 3. September 2012 [Bg-act. 4]). 

Spätestens im Geschäftsjahr 2013 hätte aber auf die rückläufigen Um-

- 17 -

satzzahlen reagiert und die Personalkosten entsprechend angepasst 

werden können. Zudem − und dies ist entscheidend − würde ein Ei-

gentümer, der seinen Restaurations- bzw. Hotelleriebetrieb nicht schlies-

sen möchte, die ausstehenden, bereits sehr tief angesetzten Mietzinse 

der letzten beiden Geschäftsjahre gegenüber den Betreibern nicht einfach 

erlassen. Vielmehr würde er mit den Betreibern zunächst Ratenzahlungen 

zu vereinbaren versuchen oder − falls dies aus finanziellen Gründen nicht 

möglich sein sollte − eine Stundung oder eine Betreibung in die Wege lei-

ten. Dies gilt umso mehr, als bei einer Stundung der Betrieb ohne Weite-

res hätte fortgeführt und so ein neuer Pächter bei fortlaufendem Betrieb 

hätte gesucht werden können. Zudem haben sich die Umsatzzahlen des 

Gastrobetriebes in den Jahren 2013 bis 2016 wiederum positiv entwickelt 

(2013 Fr. 442'695.--, 2014 Fr. 486'815.--, 2015 Fr. 497'726.--, 2016 

Fr. 501'729.--; vgl. Bg-act. 14), was zusätzlich dafür spricht, dass unter 

unabhängigen Dritten kein Erlass der ausstehenden Mietzinsen erfolgt 

wäre. Vielmehr wären diese − insbesondere vor dem Hintergrund der 

steigenden Umsatzzahlen − gestundet und allenfalls zu einem späteren 

Zeitpunkt eingefordert worden. Die Beschwerdeführer räumen selber ein, 

dass die Kollektivgesellschaft D._____ keine neuen Mieter gesucht habe, 

weil die jetzigen Mieter im Alter zwischen 60 und 65 Jahren seien und in 

den nächsten Jahren in den Ruhestand träten. Sie hätten sich darauf ein-

gestellt, auf diesen Zeitpunkt einen neuen Pächter zu finden und bis dahin 

die Zusammenarbeit mit der F._____ GmbH fortzuführen (vgl. Replik vom 

29. November 2017 Rz. 9). Damit kommt die Kollektivgesellschaft 

D._____ als Vermieterin der F._____ GmbH als Mieterin entgegen und 

nimmt gleichzeitig − freiwillig − in Kauf, auch in den nächsten Jahren bis 

zur Pensionierung der jetzigen Mieter weiterhin keine Mietzinse zu ver-

einnahmen. Gegenüber einem nicht nahestehenden Mieter würde sich die 

Kollektivgesellschaft D._____ kaum so verhalten. Vielmehr ist davon aus-

zugehen, dass sie − statt bis zur Pensionierung der jetzigen Mieter auf die 

Mietzinse zu verzichten − bereits heute aktiv einen neuen Mieter suchen 

- 18 -

würde, um möglichst zeitnah wieder Mietzinseinnahmen generieren zu 

können. Die Beschwerdeführer haben im vorliegenden verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahren denn auch nicht nachvollziehbar aufzei-

gen können, weshalb es sinnvoll sein soll, dass die F._____ GmbH das 

Gastrobetrieb − ohne Mietzinszahlung − bis zur Pensionierung der Mieter 

weiterführt. Der einzige Grund hierfür dürfte im Beteiligungsverhältnis der 

Kollektivgesellschaft D._____ bzw. in der Tatsache liegen, dass C._____ 

zu 50 % an der Kollektivgesellschaft D._____ als Vermieterin beteiligt ist 

und gleichzeitig Gesellschafterin zu 50 % und Vorsitzende der Geschäfts-

führung der F._____ GmbH als Mieterin ist. Hätten die Beschwerdeführer 

geltend gemacht, dass die Kollektivgesellschaft D._____ den Mietzins zu-

erst reduziert und dann gestundet hätte und sie nun ernsthaft auf der Su-

che nach einem neuen Pächter wären, hätte ihre Argumentation zumin-

dest eine gewisse Logik gehabt, zumal mit diesem Vorhaben − wie gese-

hen − eine Betriebsschliessung hätte verhindert werden können, um ein-

facher einen neuen Mieter zu finden. Wie gesehen hat die Kollektivgesell-

schaft D._____ aber den Mietzins zuerst mehrfach reduziert, um danach 

direkt darauf zu verzichten, ohne eine Stundung bzw. eine Betreibung 

einzuleiten oder zu versuchen, einen betriebswirtschaftlich erfolgreicheren 

Mieter zu suchen und dadurch einen höheren Ertrag aus der Liegenschaft 

zu erzielen. Dieses Verhalten mag zwar gegenüber der jetzigen Mieter-

schaft sehr grosszügig sein; einem Drittvergleich hält es aber nicht stand. 

Vor diesem Hintergrund ist es denn auch nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin den Grund für das Verhalten der Kollektivgesell-

schaft D._____ als im Beteiligungsverhältnis wurzelnd ansieht. Gegenü-

ber einem Dritten hätte die Kollektivgesellschaft D._____ das Gastrobe-

trieb nicht unentgeltlich zum Betrieb überlassen. Der Ertragsverzicht führt 

zu einer Verminderung des ausgewiesenen Geschäftsergebnisses der 

Kollektivgesellschaft D._____, womit die erste Voraussetzung einer ver-

deckten Gewinnausschüttung erfüllt ist (vgl. vorstehend E.2c). 

- 19 -

4. Wie nachstehend dargestellt, handelt es sich bei den Beschwerdeführern 

bzw. bei der Kollektivgesellschaft D._____ und C._____ als massgebliche 

Inhaberin der F._____ GmbH − entgegen der beschwerdeführerischen 

Auffassung − um nahestehende Personen. Als solche gelten vorab dem 

Gesellschafter verwandtschaftlich verbundene natürliche Personen oder 

vom gleichen Aktionär beherrschte juristische Personen. Nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung gelten überdies auch Personen als na-

hestehend, zu denen der Aktionär wirtschaftliche oder persönliche Bezie-

hungen unterhält, welche nach den gesamten Umständen als eigentlicher 

Grund für die Leistung an den Dritten betrachtet werden müssen (Urteil 

des Bundesgerichtes 2C_377/2009 vom 9. September 2009 E.2.2). Vor-

liegend ist entscheidend, dass der Beschwerdeführer A._____ und 

C._____ seit dem Jahr 1992 zu je 50 % an der Kollektivgesellschaft 

D._____ beteiligt sind und darüber hinaus zu je 50 % Miteigentümer der 

sich seit dem Jahr 1995 im Geschäftsvermögen der Kollektivgesellschaft 

D._____ befindlichen Liegenschaft K._____ sind. Zudem führten sie sel-

ber während der Jahre 1992 bis 2005 und damit während dreizehn Jah-

ren das Gastrobetrieb. Seit März 2012 vermietet die Kollektivgesellschaft 

D._____ den Gastrobetrieb an die F._____ GmbH, welche im Januar 

2012 von C._____ und I._____ gegründet wurde. Die F._____ GmbH wird 

stimmenmässig von C._____ beherrscht, weil sie gemäss Handelsregis-

terauszug (Bg-act. 5) Vorsitzende der Geschäftsführung ist und sie 

gemäss Art. 13 Abs. 1 der Statuten (Bg-act. 6) zudem den Stichentscheid 

hat. Mithin vermietet die Kollektivgesellschaft D._____ den Gastrobetrieb 

an eine Gesellschaft, welche ihrerseits von einem der beiden Gesellschaf-

ter der Kollektivgesellschaft beherrscht wird. Vor diesem Hintergrund er-

hellt, dass zwischen den Beschwerdeführern bzw. der vermietenden Kol-

lektivgesellschaft D._____ und der mietenden F._____ GmbH bzw. deren 

Gesellschafterin C._____ sowohl eine wirtschaftliche als auch eine per-

sönliche Verbindung vorliegt. Damit ist das von der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung geforderte Verhältnis unter Nahestehenden bzw. die 

- 20 -

Leistung an einen Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person zu 

bejahen, womit auch die zweite Voraussetzung einer verdeckten Gewin-

nausschüttung erfüllt ist (vgl. vorstehend E.2c). 

5. Dritte und letzte Voraussetzung einer verdeckten Gewinnausschüttung ist, 

dass der ungewöhnliche Charakter der Leistung für die handelnden Ge-

sellschaftsorgane erkennbar gewesen ist. Vorliegend muss es für die Ge-

sellschafter der Kollektivgesellschaft D._____, mithin für A._____ und 

C._____, ohne Weiteres erkennbar gewesen sein, dass der Debitorenver-

lust von Fr. 20'686.80 gegenüber der F._____ GmbH nicht als geschäfts-

mässig begründet gelten konnte und dieser die Erfolgsrechnung der Kol-

lektivgesellschaft D._____ belastet hat. Zudem handelt es sich bei einem 

Betrag von Fr. 20'686.80 nicht um einen geringfügigen, sondern vielmehr 

um einen erheblichen Ertragsverzicht, welcher für die Gesellschafter der 

Kollektivgesellschaft D._____ schon aufgrund seines Betrags offensicht-

lich erkennbar gewesen sein musste. Gegenteiliges wird von den Be-

schwerdeführern im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren denn auch nicht vorgebracht, weshalb auch die dritte Voraus-

setzung einer verdeckten Gewinnausschüttung bejaht werden kann. 

6. a) Nach dem vorstehend Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den in der 

Jahresrechnung 2015 als Debitorenverlust abgeschriebenen Betrag von 

Fr. 20'686.80 zu Recht als nicht geschäftsmässig begründete Abschrei-

bung bzw. als Gewinnverzicht qualifiziert und den Betrag von Fr. 20'687.-- 

dem Reingewinn der Kollektivgesellschaft D._____ hinzugerechnet, wo-

durch sich das steuerbare Einkommen der Beschwerdeführer erhöht hat. 

Die angefochtenen Einspracheentscheide betreffend Kantons-, Gemein-

de- und direkte Bundessteuern 2015 vom 30. August 2017 erweisen sich 

somit als rechtens, was zur Bestätigung derselben und zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde führt, soweit darauf einzutreten ist (vgl. 

vorstehend E.1b).

- 21 -

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG unter solidarischer Haftung zulasten der Be-

schwerdeführer. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 

Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn 

sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen be-

steht vorliegend kein Anlass, weshalb der Beschwerdegegnerin keine 

Parteientschädigung zusteht.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 504.--

zusammen Fr. 2‘504.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten von A._____ und B._____ und 

sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzver-

waltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]