# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc3be0a4-c2b3-5820-9cc1-014bbe6027a2
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-07
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung 07.06.2016 OG O1S-15-12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_001_OG-O1S-15-12_2016-06-07.pdf

## Full Text

Berufungsbeklagte 
Anklägerin 

Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden  
 
vertreten durch: a.o. StA B___, Schützenstrasse 1A,  
9100 Herisau 

 
 
 

 
  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
1. Abteilung  
 
Die vom Beschuldigten gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde an das Bundesgericht hat 
dieses mit Entscheid vom 5. Mai 2017 abgewiesen (BGE_6B_1387/2017). 

Urteil vom  7. Juni 2016  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichterin S. Rohner 
Oberrichter B. Oberholzer, H.P. Blaser, H. Zingg 
a.o. Gerichtsschreiberin T. Steger Hodel 
 
 

Verfahren Nr. O1S 15 12 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 
 

Berufungskläger 
Beschuldigter 

A___ 
 
verteidigt durch: RA AA___ 

Gegenstand Übernahme der Aufgaben der Begleitperson bei einer 
Lernfahrt ohne die erforderlichen Voraussetzungen z u 
erfüllen, Nichtanbringen des „L-Schildes“ anlässlic h einer 
Lernfahrt, Führen eines Motorfahrzeuges in angetrun kenem 
Zustand (qualifizierte Angetrunkenheit) 

 

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Anträge 

 

a) der Staatsanwaltschaft und Berufungsbeklagten: 

vor dem Einzelrichter des Kantonsgerichts: 

1. Der Beschuldigte sei wegen 

• Nichtanbringens des L-Schildes anlässlich einer Lernfahrt im Sinne von 
Art. 96 VRV i.V.m. Art. 27 Abs. 1 VRV und Art. 100 Ziff. 3 SVG; 

• Übernahme der Aufgaben der Begleitperson bei einer Lernfahrt ohne die 
erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. b SVG 
i.V.m. Art. 15 Abs. 1 SVG; 

• Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (qualifizierte Ange-
trunkenheit) im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG; 

• Missachtens des Verbots unter Alkoholeinfluss zu fahren im Sinne von Art. 91 
Abs. 1 lit. b SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2bis lit. e SVG, Art. 2a Abs. 1 lit. g VRV und 
Art. 2a Abs. 2 VRV; 
 

 schuldig zu sprechen. 
 
2. Der Beschuldigte sei zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 

CHF 30.00, unter der Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, und zu einer Busse 
von CHF 200.00 (bei schuldhaftem Nichtbezahlen zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 
7 Tagen) zu verurteilen. 
 

3. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 
 
 
 im Berufungsverfahren (sinngemäss): 

1. Die Berufung sei abzuweisen. 

2. Eventualiter: Der Berufungskläger habe sich wegen Überlassen eines Fahrzeuges 
an eine nicht führungsberechtigte Person i.S.v. Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG schuldig 
gemacht. 

 

 

b) des Beschuldigten und Berufungsklägers: 

 vor dem Einzelrichter des Kantonsgerichts: 

1. Der Beschuldigte sei freizusprechen. 

2. Die Untersuchungs- und Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen 
und es sei dem Beschuldigten eine angemessene Anwaltskostenentschädigung 
zuzusprechen. 

 
 
 im Berufungsverfahren: 

1. Der Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden vom  

2. 5. Oktober 2015 (ES3 15 7) sei vollumfänglich aufzuheben. 

3. Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen. 

4. Es sei dem Beschuldigten eine angemessene Anwaltskostenentschädigung für die  
Verfahren vor der Staatsanwaltschaft und dem Kantonsgericht zuzusprechen. 

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. 

 

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Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

Der Beschuldigte war am 9. März 2014 um 01:45 Uhr in Teufen (AR), Gremmstrasse, 

aufgrund fehlender Beleuchtung und einer auffälligen Fahrweise von C___ (nachfolgend: 

Fahrzeuglenkerin), als Beifahrer durch die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden 

angehalten und kontrolliert worden (act. B 12/1). Da der Atemlufttest einen Wert von 1.63 

Gewichtspromille ergab, wurde im Spital Herisau eine Blutentnahme durchgeführt und der 

Beschuldigte polizeilich befragt (act. B 12/1 und 12/2). Die Blutalkoholprobe ergab einen 

unteren Wert von 1.57 Gewichtspromille (act. B 12/7). 

 

 

B. Prozessgeschichte  

a) Am 26. August 2014 erliess die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell Ausser-

rhoden gegen den Beschuldigten einen Strafbefehl, wegen Widerhandlungen gegen 

das Strassenverkehrsgesetz und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 20 

Tagessätzen zu je CHF 30.00, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, und 

zu einer Busse von CHF 200.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise zu einer 

Freiheitsstrafe von zwei Tagen (act. B 12/8). 

 

b) Am 3. September 2014 liess A___ dagegen fristgerecht Einsprache erheben 

(act. B 12/9), weshalb am 6. Oktober 2014 eine staatsanwaltschaftliche Einvernahme 

stattfand (act. B 12/11). Die Staatsanwaltschaft überwies am 5. Januar 2015 den 

Strafbefehl ans Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden (act. B 24/16). Dieser wurde 

vom Einzelrichter des Kantonsgerichts am 26. März 2015 – zur Durchführung eines 

neuen Vorverfahrens – an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen (act. B 12/19). 

 

c) Am 5. Mai 2015 erliess die Staatsanwaltschaft einen neuen Strafbefehl (act. B 12/21). 

Gegen diesen liess der Beschuldigte am 6. Mai 2015 wiederum fristgerecht Einsprache 

erheben (act. B 12/22), weshalb der Fall am 18. Mai 2015 dem Kantonsgericht 

Appenzell Ausserrhoden erneut zur gerichtlichen Beurteilung überwiesen wurde (act. 

B 12/23). 

 

d) Am 5. Oktober 2015 fand die Hauptverhandlung vor dem Einzelrichter des 

Kantonsgerichts statt (act. B 12/27). Der Versand des Urteilsdispositives erfolgte am 

6. Oktober 2015 (act. B 12/29), worauf der Beschuldigte am 7. Oktober 2015 eine 

Begründung verlangte (act. B 12/30). Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger des 

Beschuldigten am 30. November 2015 zugestellt (act. B 12/37). 

 

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C. Entscheid der Vorinstanz 

Mit Urteil vom 5. Oktober 2015 sprach der Einzelrichter des Kantonsgerichts den 

Beschuldigten des Nichtanbringens des L-Schildes anlässlich einer Lernfahrt 

(Art. 96 VRV), der Übernahme der Aufgaben einer Begleitperson bei einer Lernfahrt ohne 

die erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen (Art. 95 Abs. 3 lit. b SVG) und des 

Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (qualifizierte Angetrunkenheit, 

Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG) schuldig und verurteilte ihnzu einer bedingten Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu je CHF 100.00, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. 

Zudem wurde er mit einer Busse von CHF 400.00 bestraft, bei schuldhaftem 

Nichtbezahlen ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von vier Tagen. Weiter wurden dem 

Beschuldigten die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 1‘280.00 auferlegt (act. B 2). 

 

 Auf eine Wiedergabe der Urteilsbegründung wird an dieser Stelle verzichtet. Auf die 

entsprechenden Ausführungen des Einzelrichters des Kantonsgerichts wird – soweit 

erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

D. Berufungsverfahren vor Obergericht 

a) Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte am 18. Dezember 2015 durch seinen 

Verteidiger Berufung erklären (act. B 1). 

 

b) Mit Verfügung vom 23. Dezember 2015 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur 

Einreichung eines Nichteintretensantrages angesetzt (act. B 3), wobei diese mit 

Schreiben vom 6. Januar 2016 darauf verzichtete (act. B 4). 

 

c) Mit Schreiben vom 12. Januar 2016 wurde dem Berufungskläger unter Ansetzung einer 

10-tägigen Frist zur Stellungnahme die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens 

mitgeteilt (act. B 5). Innert erstreckter Frist liess A___ am 2. Februar 2016 durch seinen 

Verteidiger erklären, dass er damit einverstanden sei (act. B 6 und 7). Mit Verfügung 

vom 3. Februar 2016 wurde der Berufungsbeklagten und dem Vorderrichter eine 14-

tägige Frist zur Stellungnahme zur Berufungsschrift angesetzt (act. B 8). Der 

Vorderrichter verzichtete am 4. Februar 2016 auf eine Vernehmlassung (act. B 9). Die 

Stellungnahme der Staatsanwaltschaft erfolgte am 18. Februar 2016 fristgerecht (act. 

B 10).  

 

d) Am 22. Februar 2016 wurde dem Verteidiger die Stellungnahme der Berufungs-

beklagten zur Bedienung zugestellt (act. B 11). Am 10. März 2016 reichte dieser eine 

Replik (act. B 14), das (durch die Mutter des Berufungsklägers) ausgefüllte Formular 

 

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„Befragung zur Person/Angaben zu den Einkommens- und Vermögensverhältnissen“ 

mit den entsprechenden Unterlagen (act. B 15) sowie seine Kostennote (act. B 16) ein. 

Die Berufungsbeklagte verzichtete am 14. März 2016 auf eine Duplik (act. B 18). 

 

e) Am 7. Juni 2016 fand die Beratung durch das Obergericht statt. Die Zustellung des 

Urteilsdispositives erfolgte am 9. Juni 2016 (act. B 19). 

 

Auf die Ausführungen in den vorstehend aufgeführten Eingaben kann verwiesen werden; 

soweit für die Beurteilung der Berufung erforderlich, ist darauf im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

1.1 Anwendbares Recht und Zuständigkeit 

 Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen im Entscheid des Einzelrichters des 

Kantonsgerichts vom 5. Oktober 2015 (act. B 2 E. 1) zum anwendbaren Recht und zur 

örtlichen und sachlichen Zuständigkeit kann verwiesen werden. 

 

 Bezüglich der sachlichen Zuständigkeit des Obergerichts ist auf Art. 26 des am 1. Januar 

2011 in Kraft getretenen Justizgesetzes vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) 

hinzuweisen. Danach ist das Obergericht Berufungs- und Beschwerdeinstanz in der 

allgemeinen Strafrechtspflege, unter Vorbehalt der Befugnisse des Einzelrichters. 

 

 

1.2 Gegenstand der Berufung 

 Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, 

mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist, zulässig. Der 

Berufungskläger verlangt die vollumfängliche Aufhebung des Urteils des Einzelrichters 

des Kantonsgerichts vom 5. Oktober 2015 (ES3 15 7, act. B 2). 

 

 

1.3 Rechtzeitigkeit der Berufung 

 Die Partei, welche Berufung angemeldet hat, reicht dem Berufungsgericht innert 20 Tagen 

seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein 

(Art. 399 Abs. 3 StPO). 

 

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 Die erstinstanzliche Urteilsbegründung wurde sowohl dem Verteidiger des Beschuldigten 

als auch der Staatsanwaltschaft am 30. November 2015 zugestellt (act. B 12/36 und 

B 12/37). Die Berufung des Beschuldigten vom 18. Dezember 2015 erfolgte somit 

fristgerecht (act. B 1). 

 

 

1.4 Legitimation 

 Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

 

 Die Legitimation des Beschuldigten ergibt sich vorliegend aus der vorstehenden 

Bestimmung i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO. 

 

 

1.5 Berufungsgründe 

 Mit der Berufung können gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO 

- Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung 

- die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts 
- Unangemessenheit 

gerügt werden. 

 

Aus der Berufungsschrift des Verteidigers geht hervor, dass sowohl die unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes (act. B 1 S. 4) als auch Rechtsverletzungen (act. B 1 

S. 5 ff.) Gegenstand des Rechtsmittels sind. 

 

 

1.6 Eventualantrag der Berufungsbeklagten 

Die Berufungsbeklagte beantragt eventualiter, dass der Berufungskläger wegen 

Überlassen eines Fahrzeuges an eine nicht führungsberechtigte Person i.S.v. Art. 95 Abs. 

1 lit. e SVG schuldig zu sprechen sei (act. B 10 S. 3). 

 

Der Berufungskläger liess daraufhin rügen, dass dieser neu vorgebrachte Antrag sein 

rechtliches Gehör und den Anklagegrundsatz verletze (act. B 14 S. 3). Er habe weder 

anlässlich seiner Einvernahmen noch im erstinstanzlichen Verfahren dazu Stellung 

nehmen können. Zudem habe er der Fahrzeuglenkerin zu keiner Zeit sein Fahrzeug zum 

Führen überlassen und/oder zur Verfügung gestellt. Vielmehr habe er ihr den Schlüssel 

des Fahrzeuges bereits am Mittag mit dem Ziel abgegeben, dass er selbst am Führen des 

 

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Motorfahrzeuges in alkoholisiertem Zustand gehindert werden sollte, weshalb der 

subjektive Tatbestand von Art. 95 lit. e SVG nicht erfüllt sei (act. B 14 S. 4). 

 

Die inhaltliche Beschränkung des Berufungsthemas beschlägt die volle Kognition der 

Berufungsinstanz in der Überprüfung von Rechtsfragen nicht1. Das Gericht ist an den 

Sachverhalt, nicht aber an die vorgenommene rechtliche Würdigung der 

Staatsanwaltschaft gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO)2. Art. 391 Abs. 1 StPO ergänzt 

zudem für die Berufungsinstanz explizit, dass diese nicht an die Begründungen und 

Anträge der Parteien gebunden ist. So muss denn eine Anklagerweiterung gemäss 

Art. 333 Abs. 1 StPO grundsätzlich zulässig sein, da die Berufungsinstanz das Urteil in 

allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO und Art. 404 

StPO) und somit vom Anklagesachverhalt auf einen anderen Straftatbestand schliessen 

kann. Wichtig dabei ist, dass dem Beschuldigten – sofern das Gericht den Sachverhalt 

rechtlich anders würdigt – das rechtliche Gehör gewährt wird (Art. 344 StPO)3. 

 

Das Gericht hat die Stellungnahme der Berufungsbeklagten (inkl. Eventualantrag) mit 

Verfügung vom 22. Februar 2016 dem Verteidiger weitergeleitet (act. B 11). Dessen 

Replik ging am 11. März 2016 beim Gericht ein, womit die Gewährung des rechtlichen 

Gehörs erfolgte. Wie oben dargelegt, liegt auch keine Verletzung des Anklagegrundsatzes 

vor. Schlussendlich hat das Gericht den Eventualantrag der Berufungsbeklagten rechtlich 

nicht zu würdigen, da es das erstinstanzliche Urteil im vollen Umfange gestützt hat. 

 

 

2. Sachverhaltsfeststellung 

2.1 Ausgangslage 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 9. März 2014 seinen AUDI D, S3 Quattro 

(Kontrollschild AR 0000) seiner damaligen Freundin zur Fahrt überlassen zu haben und 

selbst mitgefahren zu sein. Dies im Wissen, dass die Fahrzeuglenkerin nur über einen 

Lernfahrausweis Kat. B und er selbst nur über einen Führerausweis Kat. B auf Probe 

verfügte. Zudem wurde bei ihm eine qualifizierte Blutalkoholkonzentration von 1.57 

Gewichtspromille nachgewiesen (act. B 12/7). Der Beschuldigte liess in seiner Berufungs-

schrift bestreiten, dass er die Voraussetzungen einer Begleitperson bei einer Lernfahrt 

                                                
1 LUZIUS EUGSTER, in: Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 3a zu Art. 398 StPO. 
2 STEFAN HEIMGARTNER/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, in: Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, 

N. 2 zu Art. 350 StPO („iura novit curia“). 
3 STEFAN HEIMGARTNER/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, a.a.O., N. 10 zu Art. 350 StPO; YVONA 

GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, N. 2 zu 
Art. 333 StPO; BEAT GUT/THOMAS FINGERHUTH, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 
Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, N. 2 zu Art. 350 StPO. 

 

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gekannt habe und darum gewusst haben soll, dass er diese Voraussetzungen im 

Tatzeitpunkt nicht erfüllte (act. B 1 S. 4). 

 

Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob der Beschuldigte wusste, dass er nicht über die 

Voraussetzungen einer Begleitperson bei einer Lernfahrt verfügte. 

 

 

2.2 Polizeirapport / Blutprobe 

Der Polizeirapport datiert vom 21. März 2014 (act. B 12/1). Darin wird festgehalten, dass 

der Beschuldigte (Fahrzeughalter des AUDI D, S3 Quattro, AR 0000) und die Fahrzeug-

lenkerin um 01:45 Uhr angehalten wurden, da das Auto ohne Licht gelenkt wurde und 

beim Anfahren stotterte. Bei der Ausweiskontrolle wurde festgestellt, dass die Fahrzeug-

lenkerin lediglich über einen Lernfahrausweis verfügte und der mitfahrende Beschuldigte 

klare Anzeichen von Alkoholkonsum zeigte. Am Auto war kein „L-Schild“ angebracht. Der 

Atemlufttest des Beschuldigten um 02:05 Uhr ergab einen Alkoholwert von 1.63 

Gewichtspromille, die Blutprobe um 03:05 Uhr einen solchen von mindestens 1.57 

Gewichtspromille (act. B 12/7). 

 

 

2.3 Aussagen von C___ 

Die Fahrzeuglenkerin gab am 9. März 2014 zu Protokoll, dass sie das besagte Fahrzeug 

lenkte, damit sie und der Beschuldigte schneller zu Hause seien und weil der 

Beschuldigte Alkohol getrunken habe (act. B 12/3). Sie kenne die Bestimmungen für eine 

Lernfahrt und habe gewusst, dass der Beschuldigte (im Tatzeitpunkt) 19 Jahre alt 

gewesen sei und den Führerausweis seit rund einem Jahr besessen habe. 

 

 

2.4 Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte gab am 9. März 2014 zu Protokoll, dass die Begleitperson einer 

Lernfahrt seit drei Jahren ab Führerprüfung unfallfrei gefahren sein müsse, nicht 

angetrunken sein dürfe und das blaue „L-Schild“ am Fahrzeug montiert sein müsse 

(act. B 12/2 S. 2 f.). Anlässlich seiner Einvernahme am 6. Oktober 2014 sagte er aus, 

dass er der Fahrzeuglenkerin den Schlüssel für seinen AUDI bereits am Nachmittag des 

8. März 2014 übergeben habe. Diese Schlüsselübergabe sei erfolgt, damit er sicher nicht 

mehr nach Hause fahre (act. B 12/11 S. 2). Er habe auch gewusst, dass seine damalige 

Freundin (im Tatzeitpunkt) lediglich im Besitz des Lernfahrausweises gewesen sei. Auf 

die Frage: „Was hat es für Sie bedeutet, dass Frau C___ den Lernfahrausweis hatte?“, 

antwortete der Beschuldigte dann auch: „Dass sie sicher nicht fährt“ und ergänzte später: 

 

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„weil sie dazu nicht berechtigt war, weil sie eben den Lernfahrausweis hatte“ (act. B 12/11 

S. 2). Auf die Frage: „Wann hätte Frau C___ fahren dürfen?“, antwortete er: „Wenn ich die 

Kriterien des Beifahrers nach dem Gesetz erfüllt hätte“, was für ihn hiess: „…, drei Jahre 

die Autoprüfung zu haben, 23 Jahre alt zu sein und das „L-Schild“ daran (am Auto) zu 

haben“ (act. B 12/11 S. 3). An der Hauptverhandlung des Vorderrichters bestätigte der 

Beschuldigte, im Wissen um den Lernfahrausweis der Fahrzeuglenkerin und die 

gesetzlichen Voraussetzungen für eine Begleitperson einer Lernfahrt, in sein Auto 

zugestiegen zu sein (act. B 12/27 S. 3). Er führte jedoch dazu aus, dass es ihm nicht 

bewusst gewesen sei, dass er als Begleitperson im rechtlichen Sinne gegolten habe. Er 

habe es im wörtlichen Sinne so verstanden, dass er sich einfach neben seine damalige 

Freundin setzte und sie begleitet habe. 

 

 

2.5 Erwägungen des Vorderrichters 

Der Vorderrichter führte in seinem Entscheid im Verfahren Nr. ES3 15 7 vom 5. Oktober 

2015 aus (act. B 2 S. 6), dass der Beschuldigte auf dem Beifahrersitz Platz genommen 

habe, im Wissen darum, dass die Fahrzeuglenkerin nur einen Lernfahrausweis besessen 

habe und sie somit nur mit einer Begleitperson hätte fahren dürfen. Deshalb habe es dem 

Beschuldigten auch bewusst sein müssen, dass er als Begleiter für die Lernfahrerin 

verantwortlich sei, weshalb er für die Pflichtverletzungen der Fahrzeuglenkerin 

mitverantwortlich sei. Im Tatzeitpunkt sei er 19 Jahre alt gewesen und habe somit die 

gesetzlichen Voraussetzungen einer Begleitperson nicht erfüllt. Da er einerseits die 

Voraussetzungen einer Begleitperson gekannt habe und andererseits trotz der Kenntnis, 

dass die Fahrzeuglenkerin nur einen Lernfahrausweis besass, dieser sein Fahrzeug 

überliess und zu ihr ins Auto stieg, habe er sich wegen Übernahme der Aufgaben der 

Begleitperson bei einer Lernfahrt, ohne die erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen, 

strafbar gemacht. 

 

 

2.6 Ausführungen des Beschuldigten im Berufungsverf ahren 

Der Beschuldigte liess ausführen (act. B 1 S. 5 f.), dass er nicht Begleiter im Sinne des 

Gesetzes gewesen sein könne, da er im Tatzeitpunkt keine der Voraussetzungen von 

Art. 15 SVG erfüllt habe. Wenn er nicht als Begleiter im Sinne des Gesetzes qualifiziert 

werden könne, so könne er auch nicht wegen der Verletzung von derartigen Pflichten 

bestraft werden. Weiter habe er sich auch zu keinem Zeitpunkt als Begleitperson im Sinne 

von Art. 15 SVG betrachtet. Da die Begleitfunktion aktiv übernommen werden müsse und 

er dies nicht beabsichtigt habe – er habe lediglich als Beifahrer und nicht als Begleiter 

fungieren wollen –, könne er sich auch nicht als Begleitperson strafbar gemacht haben. 

 

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Erfülle ein Beifahrer die vom Gesetzgeber aufgestellten Voraussetzungen nicht, könne 

von ihm auch nicht erwartet werden, dass er die Pflichten einhalte, die nur für 

Begleitpersonen gelten, würden ihm doch offensichtlich die erforderliche Reife, Erfahrung 

und Ausbildung fehlen (act. B 1 S. 7). In seiner Replikschrift (act. B 14 S. 4 f.) opponierte 

der Beschuldigte weiter, dass er sein Fahrzeug der Fahrzeuglenkerin nicht zum Führen 

überlassen und/oder zur Verfügung gestellt habe. Vielmehr habe er ihr den Schlüssel des 

Fahrzeuges am Mittag mit dem Ziel übergeben, dass er selbst am Führen des 

Motorfahrzeuges in alkoholisiertem Zustand gehindert werden sollte. Es sei nicht seine 

Absicht gewesen, dass sie das Motorfahrzeug steuern solle und er habe auch in keiner 

Weise damit gerechnet. 

 

 

2.7 Würdigung des Gerichts 

Der Beschuldigte hat zu keinem Zeitpunkt bestritten, die Voraussetzungen für das 

Begleiten einer Lernfahrt gekannt zu haben. Im Gegenteil: Trotz einem Alkoholwert von 

mindestens 1.57 Gewichtspromille gab er am 9. März 2014 zu Protokoll, dass die 

Begleitperson einer Lernfahrt seit drei Jahren ab Führerprüfung unfallfrei gefahren sein 

müsse, nicht angetrunken sein dürfe und das blaue „L-Schild“ am Fahrzeug montiert sein 

müsse. Ebenfalls wusste er, dass die Fahrzeuglenkerin zur Tatzeit nur einen 

Lernfahrausweis besass (act. B 12/2 S. 2 f.). Gemäss WEISSENBERGER haben betreffend 

die Beurteilung der Einsichtsfähigkeit die konkreten Feststellungen über den Zustand des 

Betroffenen grundsätzlich Vorrang gegenüber dem Alkoholwert, da der pathologische 

Zustand (Rausch) und nicht die Alkoholisierung ausschlaggebend ist4. Vorliegend zeigt 

jedoch auch der pathologische Befund anlässlich der Blutuntersuchung auf, dass der 

Berufungskläger 1h und 20 Minuten nach der Tatzeit zeitlich und örtlich orientiert und 

betreffend Sprache und Verhalten unauffällig war (act. B 12/5), was denn auch die 

Kenntnis und das korrekte Wiedergeben der Voraussetzungen für das Begleiten einer 

Lernfahrt erklärt. 

 

Weiter lässt der Beschuldigte in seiner Berufungsschrift geltend machen, dass er der 

Fahrzeuglenkerin den Schlüssel nicht in der Absicht gegeben habe, dass diese nach 

Hause fahre. Vielmehr sollte er dadurch davon abgehalten werden, selbst alkoholisiert 

Auto zu fahren (act. B 14). Entgegen seiner Absicht und Aussage verhielt er sich dazu im 

Tatzeitpunkt jedoch widersprüchlich, indem er die Fahrzeuglenkerin nicht davon abhielt, 

seinen AUDI zu lenken, obwohl er wusste, dass diese nur über einen Lernfahrausweis 

                                                
4 PHILIPPE WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 

2. Aufl. 2015, N. 22 zu Art. 91 SVG. 
 

 

Seite 11 

verfügte und somit nur in Begleitung fahren durfte. Seine Aussage, er habe sich in diesem 

Moment nur als Beifahrer und nicht als Begleiter verstanden, scheint auf Grund seiner 

Antworten in den diversen Einvernahmen (act. B 12/2, B 12/11 und B 12/27) als reine 

Schutzbehauptung. Trotz eindeutiger Kenntnis, dass er die gesetzlichen Voraussetzungen 

eines Begleiters nicht erfüllte, überliess er ihr nicht nur sein Fahrzeug, sondern stieg zu ihr 

ins Auto und setzte sich auf den Beifahrersitz. Damit signalisierte der Beschuldigte der 

Fahrzeuglenkerin einerseits, dass er mit ihrer Heimfahrt einverstanden war und 

andererseits, dass er – als einziger Anwesender, welcher über einen Führerausweis 

verfügte – die Verantwortung für ihre Lernfahrt übernimmt. 

 

Das Obergericht kommt deshalb zum Schluss, dass sich der Beschuldigte im Tatzeitpunkt 

im Klaren darüber war, dass er die Voraussetzungen für die Übernahme der Begleit-

funktion gemäss Art. 15 Abs. 1 SVG nicht erfüllte und dennoch zur Fahrzeuglenkerin ins 

Auto stieg, anstatt diese von der Fahrt abzuhalten. 

 

 

3. Allgemeine Bemerkungen zur Strafbarkeit des Begl eiters bei Lernfahrten 

Nach Art. 100 Ziff. 3 SVG  ist der Begleiter für strafbare Handlungen auf Lernfahrten 

verantwortlich, wenn er die Pflichten verletzt, welche ihm als Folge der Übernahme der 

Begleitung oblagen. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um eine Spezialnorm zur 

Beteiligung an einer strafbaren Handlung5. Dabei liegt ihr der Gedanke zu Grunde, dass 

jeder, der an der Führung eines Fahrzeuges beteiligt ist, für sein Verhalten einstehen 

muss. Dass der Begleiter einer Lernfahrt kein gewöhnlicher Beifahrer, sondern von 

Gesetzes wegen an der Führung des Fahrzeuges durch den Fahrschüler beteiligt ist, war 

und ist Wille des Gesetzgebers. Bereits in Art. 14 Abs. 1 des alten Bundesgesetzes über 

den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr vom 15. März 1932 (MFG; BS 7 S. 595 ff.) war 

verankert, dass der Begleiter die Verantwortlichkeit als Führe r trägt . In der Botschaft 

vom 24. Juni 1955 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über den Strassenverkehr wurde 

dann – im Zusammenhang mit Art. 93 Ziff. 3 (heute Art. 100 Ziff. 3 SVG) – festgehalten, 

dass die Rechtsprechung zu Art. 14 MFG übernommen wird und das Gesetz den 

Begleiter zum Führer des Fahrzeugs erklärt 6. Dabei ist es unerheblich, ob der Mitfahrer 

die gesetzliche Anforderung einer Begleitperson tatsächlich erfüllt oder nicht7. Zur 

Erfüllung des Straftatbestandes genügt es, dass der Mitfahrer die Aufgabe des Begleiters 

effektiv übernimmt. Schlussendlich ist der Begleiter neben der Fahrschülerin immer 

                                                
5 TORNIKE KESHELAVA/MIRO DANGUBIC, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 21 

zu Art. 100 SVG. 
6 BBl 1955 II 65. 
7 TORNIKE KESHELAVA/MIRO DANGUBIC, a.a.O., N. 24 zu Art. 100 SVG. 

 

Seite 12 

verantwortlich, wenn er es unterlässt, strafbares Verhalten der Fahrschülerin zu verhin-

dern oder zu korrigieren, obwohl es ihm möglich gewesen wäre8. 

 

Andererseits bedeutet dies gemäss Schultz, dass sich eine Person, welche die 

Voraussetzungen nach Art. 15 Abs. 1 SVG nicht erfül lt  und dennoch eine 

Lernfahrende begleitet, bereits allein dadurch gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. b SVG 

strafbar macht  und dies unabhängig davon, ob sich ein verkehrswidriges Verhalten oder 

gar ein Unfall ereignet hat9. 

 

Schlussendlich hat der Begleiter für Straftaten, die er in eigener Person verübt, direkt 

nach der entsprechenden Strafbestimmung einzustehen, wie z.B. die Missachtung des 

Verbotes während einer Lernfahrt unter Alkoholeinfluss zu fahren (Art. 91 Abs. 1 lit. b 

SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2bis lit. e SVG)10. 

 

 

4. Übernahme der Aufgaben der Begleitperson bei ein er Lernfahrt ohne die 
erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen (Art. 95  Abs. 3 lit. b SVG i.V.m. Art. 15 
Abs. 1 SVG) 

 

4.1 Objektiver Tatbestand 

Nach Art. 95 Abs. 3 lit. b SVG wird mit Busse bestraft, wer bei einer Lernfahrt die Aufgabe 

des Begleiters übernimmt, ohne die Voraussetzungen zu erfüllen. Die Absicht ist es dabei 

das Missachten einer zusätzlich erforderlichen persönlichen Auflage unter Strafe zu 

stellen11. Gemäss Art. 15 Abs. 1 SVG dürfen Lernfahrten auf Motorwagen nur mit einem 

Begleiter unternommen werden, der das 23. Altersjahr vollendet hat, seit wenigstens drei 

Jahren den entsprechenden Führerausweis und diesen nicht mehr auf Probe besitzt 

(gemeint ist der definitive Führerausweis, vgl. dazu Art. 15b SVG). Wer diese 

Voraussetzungen nicht erfüllt, darf die Aufgabe des Begleiters nicht übernehmen12. 

 

Im Tatzeitpunkt war der Beschuldigte 19 Jahre alt und besass den Fahrerausweis erst seit 

etwas mehr als einem Jahr (act. B 12/1 + 2). Damit erfüllt er den objektiven Tatbestand. 

 

 

                                                
8 HANS GIGER, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 7. Aufl. 2008, N. 19 zu Art. 100 SVG; 

PHILIPPE WEISSENBERGER, a.a.O., N. 21 zu Art. 100 SVG. 
9 HANS SCHULTZ, Die Strafbestimmungen des Bundesgesetzes über den Strassenverkehr, Bern 

1964, S. 68 f. 
10 TORNIKE KESHELAVA/MIRO DANGUBIC, a.a.O., N. 25 zu Art. 100 SVG. 
11 ADRIAN BUSSMANN, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 81 zu Art. 95 SVG. 
12 JÜRG BICKEL, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 11 zu Art. 15 SVG. 

 

Seite 13 

4.2 Subjektiver Tatbestand 

Obwohl er die Voraussetzungen als Begleitperson einer Lernfahrt nach Art. 15 Abs. 1 

SVG kannte (vgl. dazu Ziff. 2.7) und wusste, dass er diese nicht erfüllte, überliess der 

Beschuldigte sein Fahrzeug C___ im Wissen um ihren Lernfahrausweis. Und obwohl es 

ihm möglich gewesen wäre, hielt er sie nicht von der Fahrt ab, sondern setzte sich zu ihr 

ins Auto auf den Beifahrersitz, was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

ausreicht, um den Tatbestand von Art. 95 Abs. 3 lit. b SVG zu erfüllen. 

 

Der Beschuldigte machte sich somit wegen Übernahme der Aufgaben der Begleitperson 

bei einer Lernfahrt, ohne die erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen, gemäss Art. 95 

Abs. 3 lit. b SVG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 SVG strafbar. 

 

 

5. Nichtanbringen des „L-Schildes“ anlässlich einer  Lernfahrt; Art. 96 VRV i.V.m. 
Art. 27 Abs. 1 VRV und Art. 100 Ziff. 3 SVG 
 

5.1 Objektiver Tatbestand 

Nach Art. 96 VRV wird mit Busse bestraft, wer gegen eine Vorschrift der 

Verkehrsregelverordnung verstösst. Gemäss Art. 15 Abs. 2 SVG hat der Begleiter einer 

Lernfahrt dafür zu sorgen, dass die Lernfahrt gefahrlos durchgeführt wird und der 

Fahrschüler die Verkehrsvorschriften nicht verletzt. Der Begleiter muss das Fahrverhalten 

des Fahrschülers stets überwachen, die nötigen Anweisungen geben und notfalls in den 

Führungsvorgang (z.B. durch das Ziehen der Handbremse) eingreifen können13. Zudem 

müssen Motorfahrzeuge, welche von Inhabern eines Lernfahrausweises geführt werden, 

auf der Rückseite – an gut sichtbarer Stelle – eine blaue Tafel mit weissem „L“ tragen (Art. 

27 Abs. 1 VRV). Da der Begleiter gegenüber der Lernfahrerin eine Ausbildungs- und 

Überwachungsaufgabe wahrnimmt14 ist er nach Art. 100 Ziff. 3 SVG für strafbare 

Handlungen auf Lernfahrten verantwortlich, wenn er seine Pflichten nicht wahrnimmt, die 

ihm als Folge der Übernahme der Begleitung obliegen15. 

 

Obwohl die Fahrzeuglenkerin nur im Besitz eines Lernfahrausweises war, steuerte sie 

den AUDI des Beschuldigten am 9. März 2014 ohne das notwendige „L-Schild“ 

angebracht zu haben (act. B 12/1). Sie selbst wurde dafür mit Strafbefehl vom 

2. September 2014 verurteilt, wobei dieser unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist 

(act. B 12/21 S. 2). Der Beschuldigte seinerseits hat das Fehlverhalten der 

Fahrzeuglenkerin nicht korrigiert und das fehlende „L-Schild“ selbst montiert. Dies, obwohl 

                                                
13 TORNIKE KESHELAVA/MIRO DANGUBIC, a.a.O., N. 28 zu Art. 100 SVG; BGE 91 IV 147 E. 1. 
14 JÜRG BICKEL, a.a.O., N. 14 zu Art. 15 SVG. 
15 JÜRG BICKEL, a.a.O., N. 17 zu Art. 15 SVG. 

 

Seite 14 

er auf Grund seines geistigen und körperlichen Zustandes in der Lage gewesen wäre, den 

Fehler zu erkennen und ihn zu korrigieren (vgl. dazu Ziff. 2.7). 

 
Der objektive Tatbestand ist somit erfüllt. 

 

 

5.2 Subjektiver Tatbestand 

Der Strafnorm von Art. 100 Ziff. 3 SVG untersteht, wer weiss, dass er als Begleiter einer 

Lernfahrenden verantwortlich handelt. Dabei kommt es auf die faktische Schüler-

/Begleiteigenschaft an16. 

 

Der Beschuldigte liess in seiner Berufungsschrift geltend machen, dass ihm nicht bewusst 

gewesen sei, dass er als Begleiter im Sinne des Gesetzes fungiert habe. Im Gegenteil: Er 

habe sich lediglich als Mitfahrer verstanden (act. B 1). Dieser Argumentation kann auf 

Grund des Verhaltens des Beschuldigten nicht gefolgt werden (vgl. dazu Ziff. 2.7). Der 

Beschuldigte überliess sein Fahrzeug der Fahrzeuglenkerin, im Wissen um ihren 

Lernfahrausweis und die gesetzlichen Auflagen zu einer Lernfahrt. Dennoch hielt er sie 

nicht von der Fahrt ab; vielmehr, setzte er sich zu ihr ins Auto auf den Beifahrersitz und 

tolerierte letztendlich ihr Verhalten. Damit übernahm er – in Kenntnis, dass er der einzige 

Anwesende mit einem Führerausweis war – effektiv die Begleitfunktion für die Lernfahrt 

der Fahrzeuglenkerin. 

 

Der Beschuldigte wusste, dass eine Lernfahrt durch ein „L-Schild“ gekennzeichnet werden 

muss (act. B 12/2 und act. B 12/11 S. 3). Obwohl es ihm möglich gewesen wäre, das 

Nichtanbringen durch die Fahrzeuglenkerin zu korrigieren, unterliess er es. Deswegen ist 

er für ihre strafbare Handlung strafrechtlich verantwortlich. Somit hat er sich des 

Nichtanbringens des „L-Schildes“ anlässlich einer Lernfahrt gemäss Art. 96 VRV i.V.m. 

Art. 27 Abs. 1 VRV und Art. 100 Ziff. 3 SVG schuldig gemacht. 

 

 

6. Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zu stand (qualifizierte Ange-
trunkenheit) im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG  i.V.m. Art. 31 Abs. 2 bis  lit. e SVG 
und Art. 2a Abs. 1 lit. g VRV 
 

6.1 Objektiver Tatbestand 

Gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Atemalkohol- oder 

Blutalkoholkonzentration ein Motorfahrzeug führt. Als qualifiziert gilt eine 

                                                
16 HANS GIGER, a.a.O., N. 20 zu Art. 100 SVG. 

 

Seite 15 

Blutalkoholkonzentration von 0,8 Gewichtspromille oder mehr (Art. 2 lit. a der Verordnung 

der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr vom 15. Juni 2012, 

SR 741.13). Da es sich bei Art. 91 SVG um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, 

muss sich keine konkrete Gefährdung ergeben haben17. Das Fahren unter Alkoholeinfluss 

ist Begleitpersonen von Lernfahrten verboten (Art. 31 Abs. 2bis lit. e SVG i.V.m. Art. 2a 

Abs. 1 lit. g VRV). 

 

Der Beschuldigte macht geltend, dass er kein Motorfahrzeug geführt und deshalb vom 

Vorwurf des „Fiaz“ freizusprechen sei (act. B 1 S. 9). 

 

Wie bereits vorstehend aufgezeigt, ist der Begleiter einer Fahrschülerin gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung an der Führung des Fahrzeuges beteiligt (vgl. 

Ziff. 3). Der Begleiter einer Fahrschülerin soll nicht nur die Fahrweise der Lernenden 

überwachen und die nötigen Anweisungen geben, sondern bei deren Fehlverhalten 

gegebenenfalls die richtigen Korrekturmassnahmen treffen können (z.B. notfalls die 

Handbremse ziehen oder das Steuer herumreissen)18. Deshalb ist es notwendig, dass der 

Begleiter zum Zeitpunkt der Lernfahrt selber fahrfähig ist, d.h. er muss über die gleiche 

Reaktionsfähigkeit wie der Lenker verfügen19. Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung gilt der Begleiter, der in angetrunkenem Zustand eine Fahrschülerin auf 

einer Lernfahrt begleitet, selbst als angetrunkener Fahrzeugführer20 und ist für die 

Widerhandlungen einer Fahrschülerin verantwortlich, wenn er diese in nüchternem 

Zustand hätte vermeiden können21. 

 

Indem der Beschuldigte im Tatzeitpunkt als Fahrzeugführer galt und zu dieser Zeit einen 

Blutalkoholwert von 1.57 Gewichtspromillen aufwies (act. B 12/7), erfüllt er den objektiven 

Tatbestand des Fahrens in angetrunkenem Zustand mit einer qualifizierten 

Blutalkoholkonzentration. 

 

 

6.2 Subjektiver Tatbestand 

Strafbar ist, wer eine Tat mit Wissen und Willen begeht (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. 

Art. 12 StGB). Konnte der Täter aufgrund der relativ hohen Blutalkoholkonzentration, des 

                                                
17 SILVAN FAHRNI/STEFAN HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 1 

und 6 zu Art. 91 SVG. 
18 JÜRG BICKEL, a.a.O., N. 14 f. zu Art. 15 SVG; PHILIPPE WEISSENBERGER, a.a.O., N. 20 zu 

Art. 100 SVG. 
19 JÜRG BICKEL, a.a.O., N. 16 zu Art. 15 SVG; BGE 128 IV 272 E. 3.2. 
20 BGE 128 IV 272 E. 3.1; HANS GIGER, a.a.O., N. 18 zu Art. 100 SVG. 
21 PHILIPPR WEISSENBERGER, a.a.O., N. 19 zu Art. 100 SVG. 

 

Seite 16 

dafür erforderlichen grossen Konsums alkoholischer Getränke vor Antritt der Fahrt und 

der damit zwingend verbundenen Trunkenheitssymptome nicht daran zweifeln, die 

gesetzlichen Grenzwerte überschritten zu haben, liegt Vorsatz vor22. 

 

Anlässlich seiner Einvernahme am 6. Oktober 2014 sagte der Beschuldigte aus, dass er 

der Fahrzeuglenkerin den Schlüssel für seinen AUDI bereits am Nachmittag des 8. März 

2014 mit dem Ziel übergeben habe, dass er selbst am Führen des Motorfahrzeuges in 

alkoholisiertem Zustand gehindert werden sollte (act. B 12/11). Zwei Stunden nach der 

Tat (03:49 Uhr) gab der Beschuldigte bei der polizeilichen Einvernahme zu Protokoll, dass 

er seit 12 Uhr des Vortages zehn Stangen Bier (à 3 dl) und eine Flasche Weisswein (7dl) 

getrunken habe (act. B 12/2). Selbst in diesem qualifiziert angetrunkenen Zustand, wusste 

er, dass die Begleitperson einer Lernfahrt keinen Alkohol getrunken haben darf 

(act. B 12/2, Frage 7). Dem Beschuldigten war somit bereits vor der Tat bewusst, dass er 

höchstwahrscheinlich zu viel Alkohol konsumieren würde und dennoch überliess er der 

Fahrzeuglenkerin in seinem qualifiziert angetrunkenen Zustand sein Auto, indem er zu ihr 

ins Auto stieg und sie nicht von der Fahrt abhielt. 

 

Damit liegt vorsätzliches Handeln vor, weshalb auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 

 

Demzufolge ist der Beschuldigte des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem 

Zustand (qualifizierte Angetrunkenheit) im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 

31 Abs. 2bis lit. e SVG und Art. 2a Abs. 1 lit. g VRV schuldig zu sprechen. 

 

 

7. Konkurrenz und Fazit 

Die Strafbarkeit nach Art. 100 Ziff. 3 Abs. 1 SVG steht mit der Strafbarkeit für Straftaten, 

die der Begleiter in eigener Person begeht – wie z.B. die Missachtung, unter 

Alkoholeinfluss zu fahren (Art. 91 Abs. 1 lit. b SVG) oder die Übernahme einer Lernfahrt, 

ohne die Voraussetzungen eines Begleiters zu erfüllen (Art. 95 Abs. 3 lit. b SVG) – in 

echter Konkurrenz23. Betreffend die Konkurrenz zwischen Art. 91 Abs. 1 lit. b SVG und 

Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG kann auf die Ausführungen des Vorderrichters verwiesen werden 

(ES3 15 7 S. 7), welchen sich das Gericht vollumfänglich anschliesst. 

 

Der Beschuldigte ist somit wegen Übernahme der Aufgaben der Begleitperson bei einer 

Lernfahrt ohne die erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen im Sinne von Art. 95 Abs. 3 

lit. b SVG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 SVG, Nichtanbringen des „L-Schildes“ anlässlich einer 

                                                
22 PHILIPPR WEISSENBERGER, a.a.O., N. 20 zu Art. 91 SVG, mit weiteren Hinweisen. 
23 TORNIKE KESHELAVA/MIRO DANGUBIC, a.a.O., N. 35 zu Art. 100 SVG. 

 

Seite 17 

Lernfahrt im Sinne von Art. 96 VRV i.V.m. Art. 27 Abs. 1 VRV und Art. 100 Ziff. 3 SVG 

sowie Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (qualifizierte 

Angetrunkenheit) im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2bis lit. e SVG 

und Art. 2a Abs. 1 lit. g VRV schuldig zu sprechen. 

 

 

8. Strafzumessung 

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 

CHF 30.00, unter der Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren und eine Busse von 

CHF 200.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen eine Ersatzfreiheitsstrafe von sieben Tagen 

(act. B 12/21). 

 

Demgegenüber verurteilte der Vorderrichter den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu CHF 100.00 sowie einer Busse von CHF 400.00, bei schuldhaftem 

Nichtbezahlen ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von vier Tagen (act. B 2 S. 8 f.). 

 

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu und berücksichtigt 

dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnissen sowie die Wirkung der Strafe auf 

das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des 

Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit 

der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung 

oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Hat der Täter durch eine oder 

mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so 

verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie 

angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als 

die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden 

(Art. 49 Abs. 1 StGB). 

 

Die höchste Strafandrohung der drei vorliegend erfüllten Straftatbestände lautet auf 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe für das Führen eines Motorfahrzeuges 

in angetrunkenem Zustand (qualifizierte Angetrunkenheit, Art. 91 Abs. 2 SVG). Bestimmt 

es das Gesetz nicht anders, so beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze und das 

Gericht bestimmt deren Zahl nach dem Verschulden des Täters (Art. 34 Abs. 1 StGB). 

 

Da der Beschuldigte das Fahrzeug nicht selbst gelenkt hat und die gefahrene Strecke – 

auf Grund der Anhaltung durch die Polizei –  sehr kurz war, gewichtet das Gericht das 

 

Seite 18 

Verschulden – in Übereinstimmung mit dem Vorderrichter – als leicht und übernimmt 

deshalb die durch diesen festgesetzte Anzahl der Tagessätze. 

 

Sodann ist die Höhe des Tagessatzes zu bestimmen. Dieser richtet sich nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, 

namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und 

Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). 

 

Der Beschuldigte bezifferte im erstinstanzlichen Verfahren sein monatliches 

Nettoeinkommen mit CHF 4‘184.00 (inkl. 13. Monatslohn, act. B 12/24/1/2). Unter 

Berücksichtigung des Pauschalabzuges von 25 % für Steuern und Krankenkasse ergab 

sich ein Grundtagessatz von (gerundet) CHF 100.00. Vor Obergericht gab der 

Beschuldigte ein Nettoeinkommen von CHF 4‘500.00, ein Vermögen von CHF 65‘968.75 

und künftigen Mietkosten von CHF 1‘300.00 an (act. B 15). Trotz der veränderten 

Umstände (zusätzliche Kosten für eine Mietwohnung) hält das Obergericht – auf Grund 

der Lohnerhöhung und des Barvermögens, welches vom Vorderrichter bei der 

Zumessung unberücksichtigt blieb – die Bemessung des Tagessatzes durch den 

Vorderrichter für angemessen und schliesst sich ihr an. 

 

Die weiteren erfüllten Tatbestände – Nichtanbringen des „L-Schildes“ anlässlich einer 

Lernfahrt und die Übernahme der Aufgaben der Begleitperson bei einer Lernfahrt ohne 

die erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen – werden mit Busse bestraft (Art. 96 VRV 

und Art. 95 Abs. 3 SVG). Die Busse ist kumulativ zur Geldstrafe auszusprechen24. Der 

Höchstbetrag der Busse ist CHF 10'000.00 (Art. 106 Abs. 1 StGB). Dabei ist diese je nach 

den Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem 

Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Das Gericht spricht für den Fall, 

dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens 

einem Tag und höchstens drei Monaten aus (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

Der Vorderrichter verurteilte den Beschuldigten zu einer Busse von CHF 400.00 und einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von vier Tagen, ausgehend von einem Äquivalent von CHF 100.00 

pro Tag Ersatzstrafe (act. B 2 S. 9). 

 

Das Obergericht hält dies (den Umständen entsprechend) für angemessen und schliesst 

sich in der Zumessung der Busse dem Vorderrichter an. 

 

                                                
24 BGE 137 IV 57. 

 

Seite 19 

9. Strafvollzug 

Die Vorinstanz folgte dem staatsanwaltschaftlichen Antrag, eine bedingte Geldstrafe 

auszusprechen (act. B 2 S. 9). 

 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte 

Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten 

fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von 

mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen 

verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen 

(Art. 42 Abs. 2 StGB). Spricht das Gericht die Strafe ganz oder teilweise bedingt aus, so 

bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 

StGB). 

 

Da der Beschuldigte nicht vorbestraft ist (act. B 12/P3), ist eine günstige Prognose zu 

vermuten25. Die Geldstrafe ist daher bedingt auszusprechen und praxisgemäss eine 

Probezeit von zwei Jahren anzusetzen. 

 

 

10. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

10.1 Erst- und zweitinstanzliche Verfahrenskosten 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selber 

einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene 

Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 

Da der Berufungskläger im vorliegenden Verfahren vollumfänglich unterlegen ist, sind ihm 

die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die zweitinstanzliche 

Gerichtsgebühr wird auf CHF 1‘500.00 festgesetzt (Art. 29 Abs. 1 lit. b Gebührenordnung, 

bGS 233.3). 

 

 

10.2 Erst- und zweitinstanzliche Entschädigung  

Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren richten sich 

nach den Artikeln 429 ff. StPO. Aus diesen folgt ohne weiteres, dass bei einem 

Schuldspruch grundsätzlich kein Raum für eine Entschädigung des Beschuldigten bleibt26. 

                                                
25 MARKUS HUG, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder [Hrsg.], Kommentar zum StGB, 19. Aufl. 

2013, N. 6 zu Art. 42 StGB. 

 

Seite 20 

Der Beschuldigte hat somit weder im erst- noch im zweitinstanzlichen Verfahren eine 

Entschädigung zugute. 

 

 

 

In Abweisung der Berufung erkennt das Obergericht: 

 

1. Der Beschuldigte A___ wird schuldig gesprochen: 

- des Nichtanbringens des „L-Schildes“ anlässlich einer Lernfahrt im Sinne von Art. 96  
VRV i.V.m. Art. 27 Abs. 1 VRV und Art. 15 Abs. 2 SVG (begangen am 9. März 2014); 

- der Übernahme der Aufgabe der Begleitperson bei einer Lernfahrt ohne die erforder-
lichen Voraussetzungen zu erfüllen im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. b SVG (begangen 
am 9. März 2014); 

- des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 
Abs. 2 lit. a SVG (begangen am 9. März 2014). 

 
 
2. Er wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 100.00, entsprechend 

CHF 2‘000.00 (Art. 47, 49 StGB). 
 
 
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird bedingt aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit 

von 2 Jahren (Art. 42 Abs. 1 StGB). 
 
 
4. Er wird zudem zu einer Busse von CHF 400.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen 

ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 4 Tagen, verurteilt (Art. 42 Abs. 4 i.V.m. 106 
StGB). 

 
 
5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus 

CHF 830.00 Kosten der Voruntersuchung 
CHF 450.00 erstinstanzliche Gerichtsgebühr 
CHF 1‘500.00 zweitinstanzliche Gerichtsgebühr 
CHF 2‘780.00 insgesamt, 

 
werden dem Beschuldigten A___ auferlegt. 

 
 
6. Dem Beschuldigten wird für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren keine 

Entschädigung zugesprochen. 
 
 
7. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid steht innert einer Frist von 30 Tagen  seit der 

Zustellung die Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesgericht offen 
(Art. 78 - 81 BGG, SR 173.110). Die Beschwerde in Strafsachen ist bei der 
Bundesgerichtskanzlei, Avenue du Tribunal-Fédéral 29, Postfach, 1000 Lausanne 14, 

                                                                                                                                                       
26 NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 1 zu 

Art. 429 StPO. 

 

Seite 21 

schriftlich einzureichen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
8. Zustellung am 9. November 2016 an: 

- den Beschuldigten über seinen Verteidiger 
- die Staatsanwaltschaft (SV 2014 341) 
- den Einzelrichter Kantonsgericht (ES3 2015 7) 
- das Amt für Administrativmassnahmen AR 

 
 

 

Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Ernst Zingg 

Die a.o. Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Tanja Steger Hodel