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**Case Identifier:** 83e1339d-daff-503b-822f-c898811ca8cf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.12.2014 200 2014 445
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-445_2014-12-09.pdf

## Full Text

200 14 445 IV
KOJ/BRM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Dezember 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. Z.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. März 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ meldete sich wegen seit April 1998 beste-
henden Rückenbeschwerden erstmals am 20. März 2001 zum Bezug von 
Leistungen der Invalidenversicherung an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB; 
act. II] 1). Die IVB holte erwerbliche (act. II 4) sowie medizinische (act. II 5) 
Unterlagen ein und gewährte der Versicherten mit Verfügung vom 2. Juli 
2001 Berufsberatung sowie Abklärung der beruflichen Eingliederungsmög-
lichkeiten (act. II 7). In der Folge sprach die IVB Leistungen für die Absol-
vierung des …-Studiums (act. II 10, 16) sowie die Ausbildung für das höhe-
re … (act. II 25), welche sie mit dem Diplom vom 24. August 2005 ab-
schloss (act. II 34 S. 3), zu. Bericht über die zwischenzeitlich angeordnete 
bidisziplinäre Begutachtung erstatteten die Dres. med. C.________ und 
D.________ im September bzw. Oktober 2003; dabei hatte sich in der in-
terdisziplinären Beurteilung aufgrund einer Somatisierungsstörung eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% ergeben (act. II 22, 23).

Nachdem die Versicherte am 27. Juni 2006 mitgeteilt hatte, dass sie voll 
arbeite und keiner Unterstützung mehr bedürfe (act. II 41), stellte die IVB 
mit Verfügung vom 2. Oktober 2006 den erfolgreichen Abschluss der beruf-
lichen Massnahmen sowie die rentenausschliessende Eingliederung fest 
(act. II 43).

B.

Unter Hinweis auf eine Erschöpfungsdepression sowie eine Schilddrüsen-
unterfunktion meldete sich die Versicherte am 11. Mai 2009 erneut für be-
rufliche Integration/Rente bei der IVB an (act. II 48). Nach Einholen der 
üblichen erwerblichen (act. II 50, 53) sowie medizinischen (act. II 52, 57) 
Unterlagen prüfte die IVB den Rentenanspruch und lehnte diesen mit Ver-
fügung vom 29. September 2011 ab (act. II 70). Diese Verfügung blieb un-
angefochten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 3

C.

Nachdem sich die Versicherte im Oktober 2011 einer Knieoperation unter-
zogen hatte, aber weiterhin über Knie- und Rückenschmerzen sowie eine 
Erschöpfungsdepression klagte, meldete sie sich am 5. März 2012 ein wei-
teres Mal für berufliche Integration/Rente bei der IVB an (act. II 72). Diese 
aktualisierte die medizinischen sowie die erwerblichen Akten und liess die 
Versicherte auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. 
II 105)  im E.________, (MEDAS), pluridisziplinär (orthopä-
disch/rheumatologisch/psychiatrisch) begutachten; das Gutachten wurde 
am 28. Januar 2014  erstattet (act. II 117.1). 

Aufgrund dieser Abklärungen stellte die IVB der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 14. Februar 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens in 
Aussicht (act. II 120) und verfügte – nach Einholen einer RAD-ärztlichen 
Stellungnahme (act. II 129) zu dem am 6. und 17. März 2014 seitens der 
Versicherten erhobenen Einwand (act. II 124 und 127) – am 27. März 2014 
entsprechend dem Vorbescheid (act. II 130)

D.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch den B.________, Rechts-
anwältin Dr. iur. Z.________, am 12. Mai 2014 Beschwerde erheben mit 
dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, den Status sowie den medizinischen 
Sachverhalt neu abzuklären; eventualiter sei der Beschwerdeführerin eine 
Rente der IV zuzusprechen. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausge-
führt, dass das MEDAS-Gutachten – worauf die IVB die angefochtene Ver-
fügung stütze – einerseits nicht auf vollständigen Akten basiere und auch 
keine neuropsychologische Untersuchung erfolgt sei, obwohl sich bereits in 
der Kindheit ein ADS bemerkbar gemacht habe, und es andererseits un-
vollständig und widersprüchlich sei, soweit auf Seite 25 festgehalten werde, 
es könne nach den erfolgten Eingriffen am rechten Knie und an der Wir-
belsäule spätestens 6 Monate postoperativ von einer zeitlich und leis-
tungsmässig uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, 
das Abweichen von den diesbezüglich attestierten Arbeitsunfähigkeiten 

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indessen nicht begründet werde. Ferner sei das MEDAS-Gutachten nicht 
schlüssig, wenn der psychiatrische Gutachter bei seiner Beurteilung, die 
attestierte mittelgradige rezidivierende depressive Störung könne keine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben, übersehe, dass die Tätig-
keit als … intellektuell, sozial und psychisch ausgesprochen anspruchsvoll 
sei und sich die körperlichen Beschwerden psychisch auswirken könnten. 
Sodann überzeuge das Gutachten insofern nicht, als die zumutbare Wil-
lensanstrengung nur oberflächlich geprüft worden sei, zumal die rezidivie-
rende depressive Störung jedenfalls eine psychische Komorbidität darstel-
le. Schliesslich habe sich das MEDAS-Gutachten nicht zur indizierten 
Brustoperation geäussert und es leuchte nicht ein, weshalb die Kniebe-
schwerden nicht organisch bedingt seien.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2014 beantragt die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde. 

In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an den vertretenen 
Standpunkten und den gestellten Anträgen fest, die Beschwerdeführerin 
unter Vorlage verschiedener Arztberichte sowie anderer Unterlagen und die 
Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf eine Stellungnahme der MEDAS 
vom 28. August 2014. 

Eine der Beschwerdeführerin gewährte Frist zur Einreichung einer absch-
liessenden Stellungnahme ist in der Folge ungenutzt abgelaufen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

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die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 27. März 2014 (act. II 
130). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich auf eine Rente. Nachzu-
gehen ist dabei insbesondere der Frage, ob der Sachverhalt rechtsgenüg-
lich abgeklärt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1..2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 

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(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 
3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts-
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue 
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festge-
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 
3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

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Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1

3.1.1 Nach vorangegangener Ablehnung des Rentenanspruchs mittels 
Verfügung vom 29. September 2011 (act. II 70) hat sich die Beschwerde-
führerin im März 2012 (act. II 72) erneut zum Leistungsbezug angemeldet 
und die Ausrichtung einer Rente beantragt. Die IVB hat im Rahmen dieser 
Neuanmeldung medizinische Abklärungen getroffen. 

Sie ist mithin auf die Neuanmeldung eingetreten und hat eine umfassende 
materielle Prüfung des Leistungsanspruchs vorgenommen. Der Eintretens-
frage ist daher im vorliegenden Verfahren nicht nachzugehen (vgl. BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

3.1.2 Das Eintreten besagt für sich allein jedoch nicht bereits, dass 
tatsächlich ein Revisionsgrund vorliegt. Ob sich die Situation tatsächlich 
verändert hat und falls ja, welche Auswirkungen eine solche Veränderung 
zeitigt, ist im vorliegenden Verfahren zu prüfen.

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung (vgl. Verfügung vom 29. September 
2011, wobei sich im Ergebnis nichts änderte, wenn [unter der Annahme, 

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dass sich diese auch auf den Rentenanspruch bezieht] mit der Verfügung 
vom 2. Oktober 2006 verglichen würde) bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.1.3 Angesichts der – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – seit der letzten 
materiellen Prüfung neu hinzugetretenen Diagnosen (vgl. act. II 57 S. 1, 75 
S. 1, 86 S. 8, 97 S. 5 und 117.1 S. 28) mit u.a. durchgeführter Knie- sowie 
Diskushernienoperation ist ein Neuanmeldungsgrund ohne weiteres zu 
bejahen und der Leistungsanspruch frei zu prüfen.

3.2 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.2.1 Die ursprüngliche Zusprechung von Leistungen für berufliche Mass-
nahmen basierte auf dem bidisziplinären Gutachten der Dres. med. 
C.________ und D.________ aus dem Jahr 2003, wonach die Explorandin 
aus psychischen Gründen (Somatisierungsstörung) zu 40% in ihrer Arbeits-
fähigkeit eingeschränkt war (act. II 22, 23).

3.2.2 In seinem Bericht vom 25. Juni 2009 hielt der behandelnde Psychia-
ter Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, als Dia-
gnosen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) 
sowie ein Erschöpfungssyndrom/Neurasthenie (ICD-10: 48.0) fest und be-
scheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 54% seit 1. August 2009 bis auf wei-
teres (act. II 52).

3.2.3 Der Hausarzt, Dr. med. H.________, FMH Allgemeine Innere Medi-
zin und Hämatologie, nannte am 16. Juli 2009 als Diagnosen – nebst den 
von anderer Seite erhobenen Diagnosen einer Depression und eines chro-
nisch vertebragenen Syndroms – eine im Jahr 2008 festgestellte Hypothy-
reose sowie patellae altae mit Knieschmerzen. Die Patientin sei durch ab-
norme Müdigkeit und Ermüdbarkeit sowie Rückenschmerzen bei längerem 
Stehen, Bücken oder Heben eingeschränkt. Derzeit bestehe eine Arbeits-
fähigkeit von 36% (entsprechend aktuellem Einsatz) mit langsam steigern-
dem Pensum (act. II 57).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 10

3.2.4 Dr. med. I.________, FMH Rheumatologie, diagnostizierte in sei-
nem Bericht vom 5. März 2012 zuhanden des Hausarztes ein chronisches 
panvertebrales Schmerzsyndrom (myofasziale Komponente/muskuläre 
Dysbalance, Haltungsanomalie [ungünstig beeinflusst durch Mammahyper-
trophie], degenerative Veränderungen, Status nach Diskushernienoperation 
L4/5 1999), Polyarthralgien (intermittierende Schulterschmerzen [gebessert 
auf Injektion 9/04], schmerzhafte Fingergelenke, Status nach Operation am 
rechten Knie 10/11), einen Status nach Erschöpfungsdepression vor drei 
Jahren (aktuell erneuter Schub einer Erschöpfungsdepression) sowie eine 
Hypothyreose (Substitution mit Euthyrox). Sobald die psychische Situation 
geklärt sei, müsse die aus rheumatologischer Sicht medizinisch indizierte 
Mammareduktionsplastik nochmals diskutiert werden. Es wurde Physiothe-
rapie verschrieben und bis zur Nachkontrolle Ende April 2012 eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.

Am 11. Mai 2012 verwies Dr. med. I.________ auf beigelegte Berichtskopi-
en zuhanden der Krankenversicherung der Patientin sowie des Hausarztes, 
wonach seit den vorangegangenen Konsultationen subjektiv und objektiv 
Fortschritte zu verzeichnen seien, aber immer noch Einschränkungen 
bestünden. Es sei praktisch unmöglich zu differenzieren, wie sich das psy-
chische und das physische Leiden gegenseitig beeinflussten, resp. negativ 
beeinträchtigten. Die anzustrebende Wiederaufnahme der aus rheumatolo-
gischer Sicht zumutbaren Tätigkeit als … sollte nach den Sommerferien 
möglich sein, was indessen von der psychiatrischen Situation abhänge 
(act. II 78).

3.2.5  Nachdem er zunächst weitere Abklärungen (HWS-MRI) veranlasst 
(act. II 86 S. 8 f.) sowie eine Facettengelenksinfiltration ins Auge gefasst 
(act. II 86 S. 6 f.) und am 6. Juni 2012 vorgenommen hatte (act. II 86 S. 5), 
hielt Dr. med. J.________, FMH Orthopädische Chirurgie, in seinem Be-
richt vom 25. Juni 2012 zuhanden des Hausarztes als Diagnosen ein chro-
nisch und partiell wohl auch chronifiziertes zervikales und thorakales 
Schmerzsyndrom (bei Diskopathie C6/7 mit Diskushernierung) sowie ein 
chronisches lokales lumbales Schmerzsyndrom (bei Diskopathien L3/4 und 
vornehmlich L4/5, Status nach intradiskaler Behandlung L4/5 vor einigen 
Jahren im Spital K.________, Status nach Facettengelenksinfiltration L4/5 

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beidseits vom 6. Juni 2012) fest. Da es nach der Infiltration zu einer klaren 
Verbesserung des Beschwerdebildes lokal gekommen sei, die noch anhal-
te (2 Wochen später), liege ein somatisches Problem auf der Etage L4/5 
vor. Deshalb komme ein entsprechender stabilisierender Eingriff in Frage, 
wozu die Patientin bereit wäre (act. II 86 S. 4). 

3.2.6 In einem Verlaufsbericht vom 16. Juli 2012 bescheinigte Dr. med. 
H.________ einen verschlechterten Gesundheitszustand bei veränderter 
Diagnose, nämlich ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom bei Disko-
pathien L3/4 und vornehmlich L4/5 sowie eine Arbeitsfähigkeit von 60% 
vom 15. Januar bis 12. Februar 2012 und eine solche von 30% ab dem 13. 
Februar 2012 (act. II 86 S. 1 f.). 

3.2.7 Der die Versicherte seit Februar 2012 behandelnde Dr. med. 
L.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Be-
richt vom 14. September 2012 – nebst den somatischen – als Diagnosen 
seines Fachgebietes eine rezidivierende depressive Störung, ggw. mittel-
gradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), seit Jahren. 
Die Patientin sei wegen Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeitsstörun-
gen, Störung der geteilten Aufmerksamkeit, verminderter Belastbarkeit, 
Antriebsarmut sowie Schmerzen cervical, thorakal und lumbal seit Februar 
2012 bis auf weiteres als … 100% arbeitsunfähig. Es bleibe der Erfolg der 
Mitte August von Dr. med. J.________ durchgeführten Operation (vgl. act. 
II 94 S. 3 f.) abzuwarten, von der er sich einen positiven Einfluss auf die 
(reaktiv?) depressive Symptomatik erhoffe (act. II 89).

3.2.8 Nach im August 2012 durchgeführter Stabilisierungsoperation mit 
TLIF L4/5 sowie L3 auf L5 und Schraubenwechsel L4 links (act. II 94 S. 3 
f.) berichtete Dr. med. J.________ am 22. Oktober 2012 über einen insge-
samt recht schönen Verlauf; es bestünden noch gewisse Restbeschwerden 
im Sinne von Verspannungen, die zuletzt geklagte Abstrahlung nach links 
sei jedoch komplett verschwunden. Nun müsse die im Vordergrund ste-
hende HWS-Problematik angegangen werden, zunächst durch muskulären 
Aufbau mittels Physiotherapie und eventuell einer späteren Operation (act. 
II 94 S. 1 f.). Am 18. Dezember 2012 führte Dr. med. J.________ eine ven-
trale Diskektomie C6/7, Dekompression des Spinalkanals bds. C6/7, Cage-
Interposition und ACIF-Stabilisierung C6/7 sowie ventrale Spondylodese 

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C6/7 durch (act. II 97 S. 5 f.) mit anschliessend unauffälligem Verlauf. Im 
Moment werde die Patientin am ehesten durch Kniegelenksbeschwerden 
beidseits gestört. Sie sei noch bis Ende März 2013 100% arbeitsunfähig; 
ein Wiedereinstieg in ihre …tätigkeit sollte erst nach den Frühjahrsferien im 
April erfolgen (act. II 97 S. 3 f.), dies im Ausmass von 30 – 50%. Die 
Hauptarbeitsfähigkeit werde jetzt eher psychiatrisch bestimmt (act. II 97 S. 
2 f.). 

3.2.9 Im polydisziplinären Gutachten vom 28. Januar 2014 hielten die 
Ärzte der MEDAS als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
chronische Kniebeschwerden unter Betonung der rechten Seite, ein chroni-
sches zerviko- und thorakovertebrales Schmerzsyndrom ohne fassbare 
radikuläre Symptomatik, chronische Beschwerden über dem Daumensat-
telgelenk der dominanten rechten Hand, ein chronisch rezidivierendes lum-
bovertebrales Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik  
sowie anamnestisch einen Status nach konservativ behandelter ligamentä-
rer Läsion am lateralen oberen Sprunggelenk dreimal rechts und einmal 
links fest; ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0), eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10: F45.41), eine vordiagnostizierte einfache Aktivitäts- und Aufmerk-
samkeitsstörung mit vorwiegender Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: 
F90.0), eine leichte, mikrozytäre Anämie (ICD-10: D50.8) sowie eine substi-
tuierte Hypothyreose (ICD-10: E03.9).

Aus allgemeininternistischer Sicht lägen keine Befunde oder Diagnosen 
vor, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten (act. II 117.1 S. 13). Auf-
grund der festgestellten psychischen Störungen bestehe ebenfalls keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit; die geklagten Schmerzen müssten vor 
allem aus somatischer Sicht beurteilt werden. Die Selbsteinschätzung der 
Explorandin, welche sich nicht arbeitsfähig fühle, könne durch die psychia-
trischen Befunde nicht objektiviert werden. Die vom behandelnden Psychia-
ter seit Februar 2012 bescheinigte volle Arbeitsunfähigkeit könne nicht 
nachvollzogen werden. Es bestehe zwar – wie auch der früher behandeln-
de Psychiater Dr. med. L.________ diagnostiziert hatte – eine Schmerz-
störung, indessen nicht im Sinne einer anhaltenden somatoformen 

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Schmerzstörung bzw. einer Symptomausweitung. Das festgestellte ADS 
habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 117.1 S. 17 – 20). In 
der orthopädischen Beurteilung werden die Kniebeschwerden unter Beto-
nung der rechten Seite als im Vordergrund stehend bezeichnet; ferner 
bestünden Schmerzen an der zervikalen und thorakalen Wirbelsäule. Die 
geklagten Beschwerden könnten durch die klinischen und radiologischen 
Befunde keinesfalls vollständig begründet werden. Nachvollziehbar sei ein 
gewisser Leidensdruck seitens des rechten Knies, doch wiesen die massi-
ven Inkonsistenzen auf eine erhebliche nicht-organische Komponente hin. 
Auch die Symptomatik der zervikothorakalen Wirbelsäule sei kaum nach-
vollziehbar und am ehesten durch eine Protraktionsfehlhaltung von Kopf 
und Schulter, keinesfalls aber durch eine Neurokompression oder eine 
höhergradige Degeneration zu begründen. Für die angestammte sowie 
jede angepasste Tätigkeit (körperlich leicht unter Wechselbelastung) be-
stehe aus orthopädischer Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneinge-
schränkte Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten 
über 10 kg, das häufige Überwinden von Treppen und unebenem Grund 
sowie der repetitive Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schul-
terniveaus sollte dabei vermieden werden. Auch nach den am 17. Oktober 
2011 am rechten Knie sowie am 17. August und 18. Dezember 2012 an der 
Wirbelsäule erfolgten Eingriffen könne spätestens sechs Monate postope-
rativ von einer zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Arbeits-
fähigkeit ausgegangen werden (act. II 117.1 S. 25 – 27).

Aus interdisziplinärer Sicht sei die Explorandin für schwere und anhaltend 
mittelschwere Tätigkeiten arbeitsunfähig, für leichte bis selten mittelschwe-
re, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine 100%ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit. Nach den drei durchgeführten Operationen hätten je-
weils postoperative Krankenstände von (arbiträr) drei Monaten einer vollen 
und drei weiteren Monaten einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bestanden; 
psychiatrisch sei die Arbeitsfähigkeit während der Hospitalisation aufgeho-
ben gewesen (act. II 117.1 S. 29 f.).

3.3 Das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 28. Januar 2014 
erfüllt die von der Rechtsprechung an eine Expertise gestellten Anforde-
rungen. Insbesondere beruht es auf umfassender Kenntnis der Vorakten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 14

und auf fachärztlichen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Be-
schwerden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schluss-
folgerungen sind einlässlich begründet. Das Gericht hat deshalb keinen 
Anlass, an der Schlüssigkeit dieses Gutachtens zu zweifeln; ihm kommt 
voller Beweiswert zu (vgl. E. 2.5). 

Aus internistischer Sicht bestehen keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit (vgl. Gutachten Ziff. 3.4 S. 12), was letztlich unbestritten 
geblieben ist. Dass sich die diagnostizierten psychischen Erkrankungen 
(ebenfalls) nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, wird – namentlich unter 
Hinweis auf psychosoziale Belastungsfaktoren wie auch jahrelange Über-
forderung und Erschöpfung (vgl. Gutachten Ziff. 4.1.1 S. 16) – plausibel 
und überzeugend begründet. Ebenso wird nach Prüfung der Foerster-
Kriterien der invalidisierende Charakter der festgestellten Schmerzstörung 
mit einleuchtender Begründung verneint (vgl. Gutachten Ziff. 4.1.5 S. 17). 
In diesem Zusammenhang werden zudem die früheren psychiatrischen 
Einschätzungen ausführlich diskutiert und nachvollziehbar dargelegt, war-
um diesen nicht zu folgen ist (vgl. Gutachten Ziff. 4.1.8 S. 17 ff.). Schliess-
lich begründet der orthopädische Gutachter nach detaillierter Befundauf-
nahme schlüssig, weshalb die Beschwerdeführerin jedenfalls für leichte 
körperliche Verrichtungen und insbesondere auch im angestammten Beruf 
als Lehrerin voll arbeitsfähig ist (vgl. Gutachten Ziff. 4.2 S. 19 ff.). Die zu-
sammenfassende Diagnoseliste (vgl. Gutachten Ziff. 5. S. 27 f.) wie auch 
die interdisziplinäre Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. 
Gutachten Ziff. 6. S. 28 f.) stimmen mit den Angaben der jeweiligen Teil-
gutachter überein. Auf das Gutachten ist mithin abzustellen. 

Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern:

Im Zusammenhang mit der Argumentation, es fehle namentlich der neuro-
psychologische Untersuchungsbericht von Dr. med. X._____ und es sei im 
Rahmen der Begutachtung keine neuropsychologische Untersuchung er-
folgt, obwohl sich das ADS bereits in der Kindheit bemerkbar gemacht ha-
be (Beschwerde V. Ziff. 1 S. 3), ist zunächst festzustellen, dass nicht näher 
ausgeführt wird und auch nicht einzusehen ist, weshalb eine solche Unter-
suchung zwingend nötig gewesen wäre. Neuropsychologische Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 15

chungsergebnisse sind nach der Rechtsprechung nur soweit von Bedeu-
tung, als sie sich in die übrigen (interdisziplinären) Abklärungsergebnisse 
schlüssig einfügen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 7. August 
2009, 8C_261/2009, E. 5.2 mit Hinweis). Im Gutachten wurde zum ADS 
überzeugend Stellung genommen (vgl. Gutachten Ziff. 4.1.8 S. 19), sodass 
von einer weitergehenden Untersuchung keine entscheidenden Ergebnisse 
zu erwarten waren und deshalb davon abgesehen werden durfte. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde V. Ziff. 2 
S. 3) führt der orthopädische Gutachter einlässlich aus, dass und warum er 
der Knie- und Wirbelsäulenproblematik – abweichend vom behandelnden 
Facharzt – keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf 
beimisst, zumal Letzterer einer körperlich leichten Tätigkeit und damit dem 
definierten Zumutbarkeitsprofil entspricht (vgl. Gutachten Ziff. 4.2.4 in fine 
S. 24). Eine befristete Rente ist ferner bereits deshalb ausgeschlossen, 
weil sich die Angabe des Gutachters hinsichtlich einer vollen bzw. teilwei-
sen Arbeitsunfähigkeit 6 Monate postoperativ (vgl. Gutachten Ziff. 4.2.6) 
auf die einzelnen Eingriffe bezieht und zwischen den Eingriffen (1. Eingriff: 
17. Oktober 2011, 2. Eingriff: 17. August 2012 und 3. Eingriff: 18. Dezem-
ber 2012) je ein mehrmonatiger und damit wesentlicher Unterbruch der 
Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29ter IVV 
vorliegt. 

Soweit in der Beschwerde (V. Ziff. 3 S. 4) geltend gemacht wird, das psych-
iatrische Gutachten sei nicht schlüssig, wenn es die Beurteilung des be-
handelnden Psychiaters (mittelgradige rezidivierende depressive Störung, 
welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe) verwerfe, steht 
dies dem Beweiswert des Gutachtens nicht entgegen. Die unterschiedliche 
Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes 
einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini-
schen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizinisches Administra-
tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weite-
rer Abklärungen zu nehmen (vgl. Rechtsbegehren), wenn die behandeln-
den Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei-
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die 
behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpre-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 16

tation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach-
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 
E. 2.2.1), was vorliegend nicht der Fall ist. Von einem medizinischen Sach-
verständigen, dessen Aufgabe sich klar von jener des behandelnden Arztes 
unterscheidet, darf und muss erwartet werden, dass er eine objektive Prü-
fung der medizinischen Situation der begutachteten Person vornimmt, dass 
er auf neutrale und gründliche Art über seine Feststellungen berichtet und 
dass sich seine Schlussfolgerungen auf medizinische Erwägungen stützen 
und nicht auf reine Werturteile. Eine solche objektive Prüfung hat der 
psychiatrische Gutachter vorgenommen und seine Einschätzung nachvoll-
ziehbar und einleuchtend begründet. Dabei hat er nach entsprechender 
Diskussion auch überzeugend dargelegt, warum kein schweres psychi-
sches Leiden im Sinn einer Komorbidität besteht, das therapeutisch nicht 
günstig beeinflusst werden könnte; ebenso wenig seien die Foerster-
Kriterien in der nötigen Schwere, Dauer und Ausprägung erfüllt, um die 
Schmerzüberwindung bei der zu verlangenden Willensanstrengung als 
unzumutbar und die diagnostizierte Schmerzstörung damit als invalidisie-
rend erscheinen zu lassen. Der diesbezüglich von der Beschwerdeführerin 
angerufene Abbruch des Kontakts zu ihren Schwestern (offensichtlich aus 
familiären Gründen) ist jedenfalls für sich allein nicht einem sozialen Rück-
zug gleichzusetzen. Anderweitige Hinweise auf einen signifikanten Verlust 
an sozialen Kontakten sind aus den Akten nicht ersichtlich und Entspre-
chendes wird auch nicht benannt. Im Übrigen weist die IVB in ihrer Be-
schwerdeantwort zu Recht darauf hin, dass zwar eine chronische körperli-
che Begleitkrankheit vorliege, diese indessen nicht das geforderte Aus-
mass aufweise, um als qualifiziertes Kriterium berücksichtigt zu werden, 
und zudem weder ein primärer Krankheitsgewinn noch ein Scheitern einer 
konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz 
kooperativer Haltung anzunehmen sei, empfehle das ABI-Gutachten doch 
weiterhin eine psychiatrische Behandlung. 

Ob eine Brustoperation indiziert war oder nicht, hatte der (orthopädische) 
Gutachter – anders als dies die Beschwerdeführerin darstellt (Beschwerde 
V. Ziff. 5 S. 4) – angesichts seiner Befunderhebung offensichtlich nicht zu 
beurteilen. Dass er ferner hinsichtlich der Kniebeschwerden auf eine erheb-
liche nicht-organische Komponente hinwies (vgl. Gutachten Ziff. 4.2.4 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 17

24), liegt darin begründet, dass zwischen den anamnestischen Schmerz-
schilderungen einerseits und den objektivierbaren Befunden anlässlich der 
gutachterlichen Untersuchung andererseits eine erhebliche Diskrepanz 
bestand (Gutachten Ziff. 4.2.9 S. 26) bzw. sich die geklagten Beschwerden 
durch die klinischen und radiologischen Befunde nicht vollumfänglich so-
matisch erklären liessen (Gutachten Ziff. 4.2.4 letzter Absatz S. 24). Dies 
deutete auf eine Schmerzausweitung mit psychischer Komponente hin, 
was sich indessen in der fachärztlichen Begutachtung durch den Psychiater 
als nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkend erwies. 

Im Weiteren wird hinsichtlich der Rüge unter V. Ziff. 6 S. 4 der Beschwerde, 
es hätte nach der Geburt des Kindes der Status der Beschwerdeführerin 
und deren „Haushaltsfähigkeit“ aus psychischen und physischen Gründen 
sowie die Wechselwirkung zwischen Haushalt und Berufstätigkeit abgeklärt 
werden müssen, nicht substanziiert dargelegt, inwiefern diese Abklärungen 
entscheidrelevant sein könnten und es ist auch nicht ersichtlich, was für 
einen Einfluss solche Abklärungen auf die sich vorliegend stellende Frage 
hätte, nachdem gemäss dem schlüssigen Gutachten keine Einschränkung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im bisherigen Beruf (wie übrigens auch 
im Haushalt) festgestellt werden konnte. 

Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus der replicando vorge-
tragenen Argumentation nichts zu ihren Gunsten ableiten. Abgesehen da-
von, dass einige der nunmehr angerufenen Berichte bereits bei der Begut-
achtung vorlagen und dort auch berücksichtigt worden sind, hat das ABI in 
seiner Stellungnahme vom 28. August 2014 (in den Gerichtsakten) nach-
vollziehbar und überzeugend dargelegt, dass und warum der Untersu-
chungsbericht von Dr. med. X._____ keinen Einfluss auf das definierte Zu-
mutbarkeitsprofil sowie die interdisziplinäre Beurteilung hat. Insbesondere 
schmälert auch die als widersprüchlich gerügte Bemerkung im Gutachten, 
die Beschwerdeführerin werde nach der Geburt der Tochter mit der Haus-
haltführung sowie der Kinderbetreuung voll ausgelastet sein, obwohl ihr die 
Gutachter eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Gymnasiallehrerin attestiert 
hätten, den Beweiswert des Gutachtens nicht. Die Beschwerdeführerin 
verkennt nämlich in diesem Zusammenhang, dass die fragliche Passage in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 18

Ziff. 4.1.7 eine Selbsteinschätzung wiedergibt, die eben gerade durch die 
psychiatrischen Befunde nicht objektiviert werden konnte. 

Die von den Gutachtern festgestellte volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit ist demnach zu 
bestätigen. Damit ist – mangels eines invalidisierenden Gesundheitsscha-
dens – ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ausgeschlossen. 

4.

Die Beschwerde erweist sich aufgrund der obigen Erwägungen als unbe-
gründet, weshalb sie in Bestätigung der angefochtenen Verfügung abzu-
weisen ist. 

5.

5.1 Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren 
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig 
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2014, IV/14/445, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.   

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen. 

3. Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.