# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e016f9bc-7c91-59d8-9d1a-69d82a42a3a1
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.04.2025 BG.2025.14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2025-14_2025-04-22.pdf

## Full Text

Beschluss vom 22. April 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Martin Eckner 

 

   
Parteien  KANTON BASEL-LANDSCHAFT,  

Jugendanwaltschaft, 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

1. KANTON SOLOTHURN, Staatsanwaltschaft,  

 

2. KANTON BASEL-STADT, Staatsanwaltschaft, 

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt  

(Art. 10 Abs. 7 JStPO i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2025.14 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Gegen A. wurde in den Kantonen Solothurn (Staatsanwaltschaft, danach Ju-

gendanwaltschaft) und Basel-Landschaft (Staatsanwaltschaft) wegen Rau-

bes, Diebstahls (mehrfach, teilweise versucht), Raufhandels, Sachbeschädi-

gung (mehrfach, teilweise versucht), Hausfriedensbruchs (mehrfach), Ge-

walt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Widerhandlungen gegen 

das Betäubungsmittelgesetz (mehrfach) und weiterer Delikte (darunter ge-

gen das Ausländergesetz) ermittelt (Auszug VOSTRA vom 6.12.2024). 

 

A. wurde gemäss VOSTRA (Strafregister) von der Jugendanwaltschaft Ba-

sel-Stadt mit Strafbefehlen vom 22., 27., 29. und 31. Dezember 2023 verur-

teilt (unter anderem wegen Raubes und mehrfach wegen Diebstahls). Am 

25. Juni 2024 hat ihn die Staatsanwaltschaft Solothurn mit Strafbefehl unter 

anderem wegen Diebstahls verurteilt.  

 

 

B. Ab dem 4. Juli 2024 tauschten sich die Staatsanwaltschaften der Kantone 

Basel-Stadt, Solothurn und Bern wie auch die Jugendanwaltschaften der 

Kantone Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt zum Gerichtsstand 

aus. Der Kanton Solothurn übernahm dabei am 19. August 2024 ein Verfah-

ren der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt (Drohung, rechtswidrige Einreise, 

Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz) gegen A. und am 

21. August 2024 ein Verfahren der Berner Staatsanwaltschaft. Die Solothur-

ner Staatsanwaltschaft trat ihr Verfahren gegen A. am 2. September 2024 

(Datum Übernahmeschreiben) der Solothurner Jugendanwaltschaft ab. 

Diese ersuchte im gleichen Schreiben die Jugendanwaltschaft BL um Über-

nahme, da A. zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung dort gewohnt habe.  

 

Die Jugendanwaltschaft BL leitete am 3. Februar 2025 den abschliessenden 

Meinungsaustausch mit den Kantonen Bern, Basel-Stadt und Solothurn ein 

(Jugendanwaltschaften und oberste Staatsanwaltschaften). Unbestritten 

war, dass der Kanton Solothurn gegen A. wegen Raubes und damit dem 

vorliegend schwersten Delikt ermittelt. Für den Kanton Solothurn lag die 

Zuständigkeit bei der Jugendanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft, da 

der Beschuldigte noch nicht volljährig sei (vgl. zum Ganzen nicht paginierte 

kantonale Gerichtsstandsakten).  

 

 

C. Die Jugendanwaltschaft BL rief am 19. Februar 2025 die Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts um Bestimmung des Gerichtsstands an 

(act. 1). Sie beantragt, «es sei der Beschuldigte als zum fraglichen 

- 3 - 

 

 

Tatzeitpunkt (ab Januar 2024) mindestens 18-Jähriger zu erkennen und es 

seien demnach die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Solothurn […] 

mithin die Staatsanwaltschaft Solothurn» als zuständig zu erklären. Das Ge-

such richtete sich formal nur gegen den Kanton Solothurn, in der Begrün-

dung wurde jedoch subsidiär und ohne weitere Begründung eine Zuständig-

keit der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt erwähnt (act. 1 S. 3).  

 

Die Beschwerdekammer lud die Staatsanwaltschaften der Kantone Solo-

thurn und Basel-Stadt zur Gesuchsantwort ein. Der Kanton Basel-Stadt 

lehnte seine subsidiäre Zuständigkeit am 27. Februar 2025 ab (act. 6). Wenn 

Erwachsenenstrafrecht anwendbar sei, so liege die Zuständigkeit im Kanton 

Solothurn. Der Kanton Solothurn beantragt am 28. Februar 2025, auf das 

Gesuch sei nicht einzutreten; eventualiter sei es abzuweisen (act. 9). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Kompetenzkonflikte zwischen Kantonen im Bereich des Jugendstrafrechts 

entscheidet das Bundesstrafgericht (Art. 10 Abs. 7 der Schweizerischen 

Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009; JStPO, SR 312.1), nicht 

anders als beim Erwachsenenstrafrecht (Art. 40 Abs. 2 StPO). Enthält die 

JStPO keine besondere Regelung, so sind die Bestimmungen der Strafpro-

zessordnung anwendbar (Art. 3 Abs. 1 JStPO), wobei deren Bestimmungen 

im Lichte der Grundsätze von Art. 4 JStPO auszulegen sind (Art. 3 Abs. 3 

JStPO). Für die Anwendung des JStPO sind der Schutz und die Erziehung 

der Jugendlichen wegleitend. Alter und Entwicklungsstand sind angemessen 

zu berücksichtigen (Art. 4 Abs. 1 JStPO). Dabei achten die Strafbehörden in 

allen Verfahrensstadien die Persönlichkeitsrechte der Jugendlichen und er-

möglichen ihnen, sich aktiv am Verfahren zu beteiligen (Art. 4 Abs. 2 JStPO). 

1.2 Die Jugendanwaltschaft BL ist berechtigt, den Kanton bei interkantonalen 

Gerichtsstandsstreitigkeiten vor der Beschwerdekammer des Bundesstraf-

gerichts zu vertreten (Art. 40 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 6 Abs. 1 lit. b, Art. 10 

Abs. 7 JStPO und § 6 Abs. 1, § 7 und § 8 Abs. 1 des EG BL zur JStPO vom 

23. September 2019 (SGS 242). Auch die entsprechende Zuständigkeit der 

Solothurner Oberstaatsanwaltschaft ist vorliegend nicht strittig.  

- 4 - 

 

 

1.3 Der Kanton Solothurn bringt vor, er habe den abschliessenden Meinungs-

austausch bereits mit seiner Antwort vom 28. November 2024 abgeschlos-

sen (act. 9 S. 1). Darauf habe er bereits in seiner Antwort vom 6. Februar 

2025 hingewiesen. Das Gesuch des Kantons Basel-Landschaft vom 

19. Februar 2025 sei damit verspätet erfolgt, weshalb darauf nicht einzutre-

ten sei.  

In der Tat stellte die Jugendanwaltschaft BL nach ihrer Anfrage vom 30. Au-

gust 2024 der Solothurner Staatsanwaltschaft am 18. September 2024 noch 

ein Wiedererwägungsgesuch und am 16. Oktober 2024 ein weiteres «Ge-

such um Wiedererwägung an die nächste Instanz». Sie leitete ab dem 

3. Februar 2024 dann den abschliessenden Meinungsaustausch mit sämtli-

chen betroffenen Kantonen ein. Ihr Vorgehen schadet der Jugendanwalt-

schaft BL vorliegend nicht. Zum einen scheint es sachlich sinnvoll, den Aus-

tausch mit dem zentralen Gesprächspartner Solothurn zu vertiefen, bevor 

die in Frage kommenden Kantone abschliessend begrüsst werden. Die 

Kantone haben einen gewissen Freiraum, um im Meinungsaustausch die 

Einigungsmöglichkeiten sinnvoll auszuschöpfen. Vor allem jedoch hat die 

Jugendanwaltschaft BL den Meinungsaustausch insgesamt mit der nötigen 

Beförderung abgewickelt. Nach dem unentbehrlich allseitigen und abschlies-

senden Meinungsaustausch hat sie die Beschwerdekammer am 19. Februar 

2025 innerhalb von zehn Tagen angerufen.  

1.4 Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und 

Form) geben keinen weiteren Anlass zu Bemerkungen. Auf das Gesuch ist 

einzutreten.  

 

2.  

2.1 Die Beurteilung der Gerichtsstandsfrage richtet sich nach der aktuellen Ver-

dachtslage. Massgeblich ist nicht, was dem Beschuldigten letztlich nachge-

wiesen werden kann, sondern der Tatbestand, der Gegenstand der Unter-

suchung bildet, es sei denn, dieser erweise sich von vornherein als haltlos 

oder sei sicher ausgeschlossen. Der Gerichtsstand bestimmt sich also nicht 

nach dem, was der Täter begangen hat, sondern nach dem, was ihm vorge-

worfen wird, das heisst, was aufgrund der Aktenlage überhaupt in Frage 

kommt. In örtlichen wie in sachlichen Gerichtsstandsverfahren gilt der aus 

dem Legalitätsprinzip fliessende Grundsatz «in dubio pro duriore» (BGE 138 

IV 186 E. 4.1). Daraus leitet sich für die Bestimmung des Gerichtsstandes 

ab, dass im Zweifelsfall auf den für den Beschuldigten ungünstigeren Sach-

verhalt abzustellen bzw. das schwerere Delikt anzunehmen ist (TPF 2019 82 

E. 2.4; TPF 2019 52 E. 2.1; TPF 2019 28 E. 2.2; TPF 2016 180 E. 2.2). 

- 5 - 

 

 

 

2.2 Die StPO regelt die Verfolgung und Beurteilung der Straftaten nach Bundes-

recht durch die Strafbehörden des Bundes und der Kantone (Art. 1 Abs. 1 

StPO). Die Verfahrensvorschriften anderer Bundesgesetze bleiben vorbe-

halten (Art. 1 Abs. 2 StPO). Die JStPO regelt die Verfolgung und Beurteilung 

der Straftaten nach Bundesrecht, die von Jugendlichen im Sinne von Art. 3 

Abs. 1 des Jugendstrafgesetzes verübt worden sind, sowie den Vollzug der 

gegen sie verhängten Sanktionen (Art. 1 JStPO). Das Bundesgesetz vom 

20. Juni 2003 über das Jugendstrafrecht (Jugendstrafgesetz, JStG; 

SR 311.1) regelt in sachlicher Hinsicht die Sanktionen, welche gegenüber 

Personen zur Anwendung kommen, die vor Vollendung des 18. Altersjahres 

eine nach StGB oder einem anderen Bundesgesetz mit Strafe bedrohte Tat 

begangen haben (Art. 1 Abs. 1 lit. a JStG). Es gilt in persönlicher Hinsicht für 

Personen, die zwischen dem vollendeten 10. und dem vollendeten 18. Al-

tersjahr eine mit Strafe bedrohte Tat begangen haben (Art. 3 Abs. 1 JStG). 

 

 

3.  

3.1 Strittig ist vorliegend allein das Alter des Beschuldigten und damit, ob sach-

lich die Jugendanwaltschaft BL zuständig sei oder die Staatsanwaltschaft 

SO.  

 

Die Jugendanwaltschaft Basel-Stadt nahm am 5. Januar 2024 international 

eine Personenüberprüfung anhand des Fingerabdruckes vor. Der Beschul-

digte war in Frankreich nicht bekannt. Seine Fingerabdrücke wurden in Ita-

lien insgesamt achtmal erfasst und Italien führte insgesamt elf Strafuntersu-

chungen gegen ihn. Bei jeder Erfassung war der Beschuldigte mit dem Ge-

burtsdatum «19. Juni 2000» verzeichnet (Aktennotiz vom 14. Januar 2024).  

 

Das Staatssekretariat für Migration SEM trat nach einer Anhörung vom 

21. März 2024 mit Entscheid vom 3. April 2024 auf das Asylgesuch des Be-

schuldigten nicht ein und berichtigte sein Alter im ZEMIS (Zentrales Migrati-

onsinformationssystem) auf «19. Juni 2000» (Dispositiv Ziffer 6). Das SEM 

erwägt dazu unter Ziffer II, dass der Beschuldigte eingeräumt habe, den ita-

lienischen Behörden das Geburtsjahr 2000 angegeben zu haben. Mit dem 

heute behaupteten Geburtsjahr 2008 wäre er in Italien als Vierzehnjähriger 

strafrechtlich in Erscheinung getreten, was den italienischen Behörden hätte 

auffallen müssen. Es sei das in Italien erklärte Alter ins ZEMIS zu überneh-

men. Der Beschuldigte habe in seiner Anhörung dem nichts Überzeugendes 

entgegengehalten.  

 

- 6 - 

 

 

Der Beschuldigte ist im Schweizer Strafregister unter verschiedenen Identi-

täten – ehemalige und Nebenidentitäten sowie Falschpersonalien – und mit 

verschiedenen Geburtsdaten eingetragen, wie auch im ZEMIS (Auszug 

VOSTRA vom 6.12.2024, Auszug ZEMIS vom 20.07.2024). In beiden Regis-

tern wird er in der Hauptidentität mit Geburtsdatum 19. Juni 2000 geführt. 

Die Staatsanwaltschaft Solothurn verurteilte den Beschuldigten am 25. Juni 

2024 (also als Erwachsenen) rechtskräftig mit Strafbefehl wegen mehrfa-

chen einfachen Diebstahls und rechtswidrigen Aufenthaltes.  

  

Die Altersgutachten des Instituts für Rechtsmedizin Basel vom 27. Februar 

2024 sowie 27. August 2024 nennen ein Mindestalter des Beschuldigten von 

16.9 bzw. 17.4 Jahren. Minderjährigkeit sei möglich. Das vom Beschuldigten 

angegebene Alter von 15 Jahren und 8 Monaten stimme nicht mit den Be-

funden überein.  

 

3.2 Für die Jugendanwaltschaft BL ist der Beschuldigte volljährig und unterliegt 

damit der Erwachsenenstrafverfolgung. Die Altersgutachten schlössen eine 

Volljährigkeit nicht aus und sie machten keine Angaben zum möglichen Ma-

ximalalter. Dies erlaube es nicht, eine Wahrscheinlichkeit für die Volljährig-

keit festzusetzen (act. 1 S. 7, 9 f.). Die Altersbehauptung des Beschuldigten 

unterschreite das gutachterliche Mindestalter um gut ein Jahr (act. 1 S. 11). 

Auch das Urteil des Haftgerichts des Kantons Solothurn vom 23. Juli 2024 

E. 2 gehe von Volljährigkeit aus, habe jedoch das zweite Altersgutachten 

angeregt.  

 

Der Kanton Solothurn verweist auf die beiden Altersgutachten, welche über-

einstimmend den Beschuldigten als eine möglicherweise minderjährige Per-

son einschätzten (act. 9 S. 2).  

 

Im Meinungsaustausch hatte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am 17. Juli 

2024 ihre Zuständigkeit mit der Begründung abgelehnt, es könne dem Be-

schuldigten aufgrund des Altersgutachtens seine Volljährigkeit zur Zeit der 

vorgeworfenen Taten nicht nachgewiesen werden.  

 

3.3 Tatsächliche Abklärungen zur Festlegung der Zuständigkeit können sehr 

aufwendig sein. Gerichtsstandsrelevante Unklarheiten können durch wider-

sprüchliches Verhalten oder die Aussagen von Beschuldigten akzentuiert 

sein. Die örtlichen und sachlichen Zuständigkeiten sollen nach gesetzlicher 

Konzeption rasch und summarisch festgelegt werden (Beschlüsse des Bun-

desstrafgerichts TPF BG.2024.43 vom 10. Oktober 2024 E. 2.5.3 zum Ge-

richtsstand des Sitzes der Gesellschaft; TPF BG.2024.49 vom 22. Oktober 

- 7 - 

 

 

2024 E. 2.4.2 zum Gerichtsstand des Wohnsitzes; beide zur Publikation in 

der amtlichen Sammlung vorgesehen). 

 

3.4 Die Zuständigkeit ist notwendigerweise am Anfang des Verfahrens zu be-

stimmen. Anhand der Altersfrage entscheidet sich nicht nur die zuständige 

Behörde: Aus der sachlichen Zuständigkeit ergeben sich vorliegend auch 

das anwendbare Verfahren und die anwendbaren Sanktionen. Die medizini-

schen Altersgutachten sind vorliegend für die zwar medizinische, aber auch 

juristische Frage der Volljährigkeit nicht eindeutig. Hingegen hat das SEM, 

nach Anhörung und mit Einbezug der Erkenntnisse aus Italien, seine Alters-

einschätzung begründet und den Beschuldigten gestützt darauf mit Geburts-

datum «19. Juni 2000» in das ZEMIS eingetragen. Darauf ist vorliegend ab-

zustellen. Es stellt dies sicher, dass Straf- und Migrationsbehörden aufgrund 

der gleichen Datenlage keine widersprüchlichen Entscheide zur Altersfrage 

fällen und dass nicht das eine Verfahren das andere blockieren kann, z.B. 

indem für die Altersfrage der Abschluss des Strafverfahrens abgewartet wer-

den müsste. 

 

Strafprozessual sind Beschuldigte verpflichtet, Namen, Vornamen und Ge-

burtsdatum anzugeben, was nicht im Widerspruch zu «nemo tenetur» steht 

(BGE 149 IV 9 E. 5.2, 5.2.5). Soweit der Beschuldigte Aussagen zu seinem 

Alter machte, erscheinen sie widersprüchlich und unglaubhaft. Wer sich in-

ternational bewegt, muss damit rechnen, sich entsprechend ausweisen oder 

Nachweise beibringen zu können. Die digitale Kommunikation ermöglicht 

dies in der Regel auch vom Ausland aus (z.B. Geburtsurkunde). Vorliegend 

kommt dazu, dass der fundierte Vorhalt des SEM nach einer Erklärung ruft, 

weshalb hinsichtlich des Alters auch ein Schweigen von Beschuldigten straf-

prozessual bei der Gewichtung der belastenden Elemente mitberücksichtigt 

werden dürfte (Urteil des Bundesgerichts 6B_546/2023 vom 13. November 

2023 E. 1.6.3). Insgesamt ist von der Volljährigkeit des Beschuldigten aus-

zugehen. 

 

3.5 Demnach sind die Solothurner Strafverfolgungsbehörden des Erwachsenen-

strafrechts für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die A. vorgeworfenen 

Straftaten zu untersuchen und zu beurteilen.  

 

 

4. Praxisgemäss sind bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten in der Regel 

keine Kosten zu erheben (TPF 2023 130 E. 5.1). 

 

- 8 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Der Kanton Solothurn (Staatsanwaltschaft) ist berechtigt und verpflichtet, die 

A. vorgeworfenen Straftaten zu untersuchen und zu beurteilen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 24. April 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.