# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38b42c4e-a9b0-5a84-81af-74b97b5b734d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.09.2008 B-4878/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4878-2008_2008-09-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-4878/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans-Jacob Heitz (Vorsitz), Richter Ronald Flury, 
Richter Philippe Weissenberger, 
Gerichtsschreiber Kaspar Luginbühl.

M._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT),
Vorinstanz.

Zulassung zur Höheren Fachprüfung für 
Wirtschaftsprüfer.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-4878/2008

Sachverhalt:

A.
M._______ (Beschwerdeführer) erhielt am 29. November 2006 von der 
Prüfungskommission für die höhere Fachprüfung für Wirtschaftsprüfer 
(Erstinstanz)  den  Bescheid,  dass  er  die  Modulprüfungen  zwecks 
Zulassung zur Diplomprüfung für Wirtschaftsprüfer mangels genügen-
den Notenschnitts und aufgrund zu vieler Minuspunkte nicht bestan-
den habe.

Gegen den Bescheid der Erstinstanz führte er Beschwerde beim Bun-
desamt für Berufsbildung und Technologie (BBT, Vorinstanz). Zur Be-
gründung brachte er vor, dass seine Leistungen in den Modulen "Cor-
porate Finance" und "Wirtschaftsprüfung" unterbewertet worden seien. 
Er beantragte, die Note im Modul "Corporate Finance" von 2,5 auf 3,5, 
und jene im Modul "Wirtschaftsprüfung" von 4,0 auf 4,5 zu heben. Ge-
stützt  darauf  sei  er  zur  Diplomprüfung für  Wirtschaftsprüfer  zuzulas-
sen. Die Vorinstanz wies die Beschwerde mit der Begründung ab, die 
Erstinstanz  habe  den  Notenschnitt  und  die  Minuspunkte  korrekt  be-
rechnet. Im Gegensatz zu den in der Diplomprüfung abgelegten Exa-
mina  müsse  sie  Modulprüfungen,  welche  lediglich  eine  der  Zulas-
sungsvoraussetzungen  für  die  Diplomprüfung  seien,  nicht  inhaltlich 
nachprüfen.

Das Bundesverwaltungsgericht hiess die vom Beschwerdeführer dage-
gen  erhobene  Beschwerde  mit  Urteil  B-3490/2007  vom  15. Januar 
2008 teilweise gut, und wies die Vorinstanz an, die vom Beschwerde-
führer beanstandeten Module vor dem Hintergrund, dass er die Zulas-
sung zur Diplomprüfung beantragt habe, inhaltlich nachzuprüfen.

B.
Dieser Aufforderung kam die Vorinstanz in ihrem neuen Entscheid vom 
4. Juli 2008 nach. Sie wies die Beschwerde abermals ab und begrün-
dete ihren Entscheid damit, dass die Nachprüfung des Moduls "Corpo-
rate Finance" eine erneute Anhebung der von der Erstinstanz in der 
Zwischenzeit auf 3,0 erhöhten Note nicht rechtfertige. Indem die Note 
für das Modul "Corporate Finance" demnach bei 3,0 belassen werde, 
habe der Beschwerdeführer den für die Zulassung zur Diplomprüfung 
notwendigen Notenschnitt nach wie vor nicht erreicht, und zwar selbst 
dann nicht, wenn er im Modul "Wirtschaftsprüfung" die von ihm bean-

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tragte Note 4,5 erhielte. Deshalb könne auf eine inhaltliche Nachprü-
fung des Moduls "Wirtschaftsprüfung" verzichtet werden.

C.
Gegen  diesen  Entscheid  erhebt  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe 
vom 23. Juli  2008 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Er 
beantragt,  dass  dem  Urteil  B-3490/2007  des  Bundesverwaltungsge-
richts vom 15. Januar 2008 Folge zu leisten und seine gegen das Mo-
dul  "Wirtschaftsprüfung" vorgebrachten Rügen inhaltlich zu würdigen 
seien. Weiter sei ihm für das Modul "Wirtschaftsprüfung" die Note 4,5 
zu erteilen und das Zertifikat entsprechend anzupassen. Zur Begrün-
dung führt er aus, dass die Vorinstanz lediglich das Modul "Corporate 
Finance"  nachgeprüft  habe. Da das Modul  "Wirtschaftsprüfung"  dop-
pelt zähle, müsste er im Fall einer Anhebung der Note auf 4,5 lediglich 
noch das Modul "Corporate Finance" wiederholen, um zur Diplomprü-
fung zugelassen zu werden.

D.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 14. August  2008 beantragt  die  Vorins-
tanz die Abweisung der Beschwerde. Sie begründet ihren Antrag da-
mit, dass der Notenschnitt des Beschwerdeführers für die Zulassung 
zur Diplomprüfung nach wie vor nicht genügend sei, unabhängig da-
von, ob er im Modul "Wirtschaftsprüfung" die Note 4,5 erreiche oder 
nicht. Es sei in diesem Zusammenhang daher zweifelhaft, ob eine all-
fällige Anhebung der Note im Modul "Wirtschaftsprüfung" für das ge-
samthafte Bestehen der Modulprüfungen jemals relevant werde. Weiter 
macht  die Vorinstanz äusserst  umfangreiche Ausführungen zum vor-
liegend nicht zur Debatte stehenden Urteil B-2214/2006 des Bundes-
verwaltungsgerichts  vom  16. August  2007.  Sie  bringt  insbesondere 
vor, dass sie mit der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts, wonach 
einzelne Noten bei gegebenem Rechtsschutzinteresse anfechtbar sei-
en, ohne dass damit etwas am Gesamtresultat der jeweiligen Prüfung 
geändert werde, nicht einverstanden sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 4. Juli 2008 stellt eine Verfügung im 
Sinn  von  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) dar. Gemäss Art. 31, 
33  Bst. f  und  37  des  Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR 173.32)  i.V.m.  Art. 44  VwVG 

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unterliegen  Verfügungen  der  Vorinstanz  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht.

Eingabefrist und -form sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG); der 
Kostenvorschuss  wurde  fristgemäss  bezahlt  (Art. 63  Abs. 4  VwVG). 
Der Beschwerdeführer ist Adressat der angefochtenen Verfügung und 
erfüllt die übrigen Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 46 ff. VwVG.

2.
Vorliegend stellt sich die Frage nach einem schutzwürdigen Interesse 
des Beschwerdeführers an der Änderung bzw. der Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung i.S.v. Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG.

2.1 Das schutzwürdige Interesse an einer Änderung oder Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  kann  sowohl  rechtlicher  als  auch  tat-
sächlicher  Natur  sein  (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. A., Zürich 2006, N 1771 ff.; BGE 131 
II 649). Das heisst, dass die tatsächliche oder rechtliche Situation der 
Partei durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden können 
muss. Die  Partei  muss  durch  die  zu  erlassende  Verfügung  im  Falle 
eines  für  sie  negativen Entscheids  persönlich und unmittelbar  einen 
Nachteil  erleiden  (vgl.  BGE 123  II 376  E. 2).  Die  Geltendmachung 
bloss  mittelbarer  bzw. ausschliesslich  allgemeiner  Interessen  würde 
hingegen  nicht  zur  Beschwerdeführung  legitimieren.  Vielmehr  muss 
das schutzwürdige Interesse in  einem praktischen Nutzen wie bspw. 
der  Abwendung  eines  ideellen  oder  materiellen  Nachteils  bestehen 
(BGE 125 I 7 E. 3c).

2.2 Der  Beschwerdeführer  beantragt,  seine  Note  im  Modul  "Wirt-
schaftsprüfung"  von 4,0 auf  4,5 anzuheben und eine entsprechende 
Anpassung des Zertifikats zu veranlassen. Zur Begründung bringt er 
im Wesentlichen vor, dass er diesfalls lediglich das Modul "Corporate 
Finance"  wiederholen  müsse,  um  zur  Diplomprüfung  zugelassen  zu 
werden. Er beantragt insbesondere nicht,  die ungenügende Note 3,0 
im Modul "Corporate Finance" anzuheben oder zur Diplomprüfung zu-
gelassen zu werden.

2.2.1 Die Durchführung der Modulprüfungen bzw. die Rechtsfolgen bei 
deren Nichtbestehen sind in ihren Grundzügen in Ziff. 2.4 ff. der Prü-
fungsordnung über die Höhere Fachprüfung für Wirtschaftsprüferinnen 
und Wirtschaftsprüfer (Prüfungsordnung) geregelt. Demnach umfassen 
die Modulprüfungen die Fachgebiete Wirtschaftsprüfung, Finanzielles 

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Rechnungswesen, Management  Accounting und Controlling,  Steuern 
sowie Corporate Finance. Diese Module müssen als Ganzes bestan-
den werden, um die Zulassungsvoraussetzung zur Diplomprüfung ge-
mäss Ziff. 3.31.3 Prüfungsordnung zu erfüllen. Nach Ziff. 3.7 der Weg-
leitung  zur  Prüfungsordnung  über  die  höhere  Fachprüfung  für  Wirt-
schaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer (Wegleitung) gelten die Mo-
dulprüfungen  als  Ganzes  dann  als  bestanden,  wenn  die  gewichtete 
Durchschnittsnote  aller  Module  bei  mindestens  4,0  liegt,  und  dabei 
insgesamt nicht mehr als 1,5 Notenpunkte unter 4,0 zur Anrechnung 
kommen. Ziff. 3.5 der Wegleitung schreibt vor, dass jede anlässlich ei-
ner  Modulprüfung  erzielte  Note  in  einem  Zertifikat  festzuhalten  ist. 
Gemäss Ziff. 3.7 letzter Satz der Wegleitung können Modulprüfungen 
einzeln  wiederholt  werden,  wobei  im  Wiederholungsfall  das  jeweils 
bessere Modulzertifikat gilt.

2.2.2 Eine Nachfrage beim Prüfungssekretariat  der  Schweizerischen 
Akademie für Wirtschaftsprüfer hat ergeben, dass ein erfolgloser Kan-
didat  grundsätzlich  die  Module  nach  seiner  Wahl  wiederholen  kann. 
Die Wahl ist lediglich dann eingeschränkt, wenn der Kandidat in einem 
Modul eine Note erzielt hat, welche mehr als 1,5 anrechenbare Noten-
punkte unter 4,0 zur Folge hat (z.B. Note 2,0). Diesfalls muss er dieses 
Modul in jedem Fall wiederholen. Andernfalls kann er beliebige Module 
wiederholen. Insbesondere ist  er in seiner Wahl nicht auf Module, in 
denen er ungenügende Noten erzielt hat, beschränkt. Auf den konkre-
ten Fall angewendet bedeutet dies, dass der Beschwerdeführer sowohl 
das Modul "Corporate Finance" als auch das Modul "Wirtschaftsprü-
fung"  oder  jedes  andere  Modul  bzw.  mehrere  Module  wiederholen 
könnte. Gesamthaft gesehen kommt es bei der Wiederholung von Mo-
dulen auf  die Risikobereitschaft  des Kandidaten an. Es bleibt  vorlie-
gend dem Beschwerdeführer anheim gestellt,  ob er, um einen genü-
genden  Gesamtschnitt  zu  erreichen,  nur  das  Modul  "Corporate  Fi-
nance"  wiederholen will,  und darauf  spekuliert,  mindestens die Note 
4,5 zu erreichen, oder ob er zur Sicherheit mehrere Module wiederho-
len will.

2.3 Vorstehendes erhellt, dass der Beschwerdeführer an einer allfälli-
gen Anhebung der Note im Modul "Wirtschaftsprüfung" auf 4,5 weder 
ein  rechtliches  noch  ein  tatsächliches  Interesse  haben  kann:  Auch 
wenn die  Note  angehoben würde,  würde er  die  Modulprüfungen als 
Ganzes nicht bestehen. Dadurch ist  ein rechtliches Interesse ausge-
schlossen. Auch ein tatsächliches Interesse vermag er nicht darzutun: 

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Da er bei einem Gesamtschnitt unter 4,0 ohnehin mindestens eine Mo-
dulprüfung nochmals absolvieren muss, erwächst ihm aus der Anhe-
bung einer Einzelnote kein Vorteil  wie  bspw. ein geringerer Lernauf-
wand. Die reine Hoffnung,  durch eine bessere Note im Modul  "Wirt-
schaftsprüfung" im zu wiederholenden Modul weniger erfolgreich sein 
zu müssen, stellt kein tatsächliches Interesse dar. Welche Note er er-
reicht,  lässt  sich  allenfalls  durch  den  von  ihm betriebenen  Lernauf-
wand steuern, bleibt aber höchst spekulativ. Auch andere tatsächliche 
Interessen sind keine ersichtlich,  da die anlässlich von Modulprüfun-
gen erzielten Noten nicht mit den Noten der Diplomprüfung verrechnet 
werden.

2.4 Aus diesem Grund muss vorliegend nicht weiter auf die in der Ver-
nehmlassung  der  Vorinstanz  gemachten  Ausführungen  zum  Urteil 
B-2214/2006  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  16. August  2007 
eingegangen werden. Selbst unter der Annahme, dass einzelne Noten 
ausnahmsweise  dann  einen  selbständigen  Streitgegenstand  bilden 
können, wenn sie aufgrund ihrer Höhe direkt an gewisse Rechtsfolgen 
geknüpft  sind, hätte der Beschwerdeführer unter den konkreten Um-
ständen – wie zuvor dargelegt – an einer Nachprüfung und einer allfäl-
ligen Anhebung der Note kein schutzwürdiges Interesse.

Auf die Beschwerde ist demnach mangels schutzwürdigem Interesse 
nicht einzutreten.

3.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten  zu  tragen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten 
werden gemäss Art. 63 Abs. 4bis VwVG i.V.m. Art. 1 und 3 Bst. a des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  auf 
Fr. 700.– festgesetzt. Die Verfahrenskosten werden mit dem vom Be-
schwerdeführer  am  8. August  2008  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
derselben Höhe verrechnet. Parteientschädigung wird bei diesem Ver-
fahrensausgang keine ausgerichtet.

4.
Gemäss  Art. 83  Bst. t  des  Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005  über 
das  Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110)  kann  dieses  Urteil  nicht mit 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Schwei-

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zerische  Bundesgericht  weitergezogen  werden.  Vorliegender  Ent-
scheid ist demnach endgültig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 700.– verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  Beschwerdebeila-
gen)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. 122/trp; Einschreiben; Beilage: Vorakten)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans-Jacob Heitz Kaspar Luginbühl

Versand: 15. September 2008

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