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**Case Identifier:** 199e6c8c-c04b-577b-8599-73e81b474378
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.05.2021 F-1275/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1275-2021_2021-05-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1275/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richter Andreas Trommer, 

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), 

alias B._______, 

geboren am (…), 

alias C._______, 

geboren am (…), 

alias D._______, 

geboren am (…), 

Afghanistan, 

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 12. März 2021 / N (…). 

F-1275/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein afghanischer Staatsangehöriger – reichte am 

23. Dezember 2020 in der Schweiz unter der Identität D._______, geboren 

(…), ein Asylgesuch ein. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 30. Oktober 2017 in 

E._______ um Asyl ersucht hatte. Ausserdem ergab der Abgleich, dass er 

am 4. November 2020 in Kroatien aufgegriffen worden war und dort glei-

chentags ein Asylgesuch eingereicht hatte. 

C.  

Am 4. Januar 2021 beziehungsweise am 8. Januar 2021 ersuchte das SEM 

die kroatischen respektive (…) Behörden gestützt auf Art. 34 der Verord-

nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31 vom 

29.6.2013 (nachfolgend: Dublin-III-VO) um Informationen zur Registrierung 

des Beschwerdeführers. 

Die (…) Behörden teilten am 12. Januar 2021 mit, dass der Beschwerde-

führer in E._______ – basierend auf seinen Angaben – mit dem Geburts-

datum (…) registriert worden sei. Sein Asylgesuch sei abgelehnt worden. 

Die (…) Behörden hätten ihm keine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt. Die 

kroatischen Behörden informierten am 19. Januar 2021 dahingehend, dass 

der Beschwerdeführer in Kroatien lediglich die Absicht zur Einreichung ei-

nes Asylgesuchs geäussert habe. Er habe aber kein formelles Asylgesuch 

gestellt und sei vor einem Interview verschwunden. Die kroatischen Behör-

den befänden sich noch in einem Verfahren mit E._______. 

D.  

D.a. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer gemäss dem bei 

der Erstregistrierung angegebenen Alter zum Zeitpunkt der Gesuchseinrei-

chung noch minderjährig war, mittlerweile aber volljährig wurde, führte das 

SEM mit ihm am 13. Januar 2021 keine Erstbefragung für unbegleitete 

minderjährige Asylsuchende (EB UMA) durch, sondern ein erweitertes 

Dublin-Gespräch, wobei er vertieft zu seinen Personalien, der Schulbildung 

und seinen Aufenthalten in anderen europäischen Ländern befragt wurde. 

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Seite 3 

Am Ende des Gesprächs teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, es 

habe nicht abschliessend beurteilt werden können, wie alt er sei. Insbeson-

dere bestünden Zweifel an der zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung gel-

tend gemachten Minderjährigkeit, weil er selber angegeben habe, er wisse 

nicht genau, ob er über oder unter 18 Jahre alt sei. Zudem habe er bis jetzt 

keine Identitätspapiere vorlegen können. Er sei in E._______ mit einem 

viel höheren Alter registriert worden und habe selbst zugegeben, dort mit 

einem anderen Alter registriert worden zu sein, als in der Schweiz. Im Rah-

men der Feststellung des Sachverhaltes werde deshalb mit ihm im Institut 

für Rechtsmedizin F._______ eine medizinische Altersabklärung durchge-

führt. Dies bedeute, dass ein Arzt seinen Körper anschaue. Ausserdem 

würden Röntgenbilder seiner Handgelenke, Zähne und eventuell auch der 

Schlüsselbeine angefertigt. 

D.b. Anlässlich des ihm von der Vorinstanz gleichzeitig gewährten rechtli-

chen Gehörs zur Zuständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung dorthin 

und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG (SR 142.31) machte der Beschwerdeführer geltend, er habe nicht 

freiwillig, sondern unter Zwang die Fingerabdrücke abgegeben. Man habe 

ihm gesagt, wenn er keine Fingerabdrücke abgebe, werde er abgescho-

ben. Er habe nicht dort bleiben wollen, sein Zielland sei die Schweiz gewe-

sen. Hätte er in Kroatien bleiben wollen, wäre er dortgeblieben. Dort wür-

den Flüchtlinge sehr schlecht behandelt. Man werde geschlagen und es 

gebe auch keine Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten. Das Essen sei 

sehr schlecht gewesen, weshalb er Magenschmerzen bekommen habe. Er 

habe das zwar erwähnt, es habe aber niemand reagiert. Danach sei er 

gezwungen gewesen, mit seinem eigenen Geld Essen zu kaufen. Bei 

sechs Rückweisungen an der kroatischen Grenze sei er sehr stark ge-

schlagen worden. Sie hätten ihn mit einem Schlagstock auf das Knie ge-

schlagen. Er habe immer noch starke Schmerzen und könne nicht gut lau-

fen. 

D.c. Nach dem medizinischen Sachverhalt befragt, erklärte der Beschwer-

deführer, er mache sich sehr viele Sorgen und habe deshalb Schlafstörun-

gen. Sein Kopf sei durcheinander und er sei sehr vergesslich geworden. 

Er habe auch starke Nierenschmerzen. In G._______ habe ihm der Arzt 

gesagt, er müsste operiert werden. Er habe auch einen Termin gehabt, sei 

aber vor diesem weitergereist. Er wisse nicht, ob er Nierensteine habe oder 

etwas anderes. Deswegen habe er hier Tabletten bekommen. Der Arzt 

habe ihm mitgeteilt, er solle diese Medikamente nehmen, bis ein Termin 

organisiert worden sei. Abgesehen davon habe er starke Knieschmerzen. 

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Seite 4 

Auf weitere medizinische Zusatzfragen hin erwiderte der Beschwerdefüh-

rer, er habe keine chronische Erkrankung. Ausser den erwähnten Tabletten 

nehme er keine Medikamente ein. An eine früher bestandene längere, 

schwere Erkrankung erinnere er sich nicht. In seiner Kindheit/Jugend habe 

es keine Hungerphasen gegeben. Einzig auf dem Reiseweg habe er wäh-

rend circa einer Woche kein Essen gehabt. Auf allfällige Knochenbrüche 

angesprochen, erklärte er, seitdem ihn die kroatische Polizei geschlagen 

habe, sei seine rechte Hand beschädigt. Er könne nicht mehr gut Sachen 

hochheben. 

E.  

E.a. Am 29. Januar 2021 wurde mit dem Beschwerdeführer am Institut für 

Rechtsmedizin F._______ eine rechtsmedizinische Untersuchung durch-

geführt. Das darauf basierende Gutachten vom 2. Februar 2021 hält in der 

zusammenfassenden Beurteilung fest, dass sich in der Zusammenschau 

aller vorliegenden Untersuchungsergebnisse aus rechtsmedizinischer 

Sicht keine Hinweise auf eine relevante Entwicklungsstörung des Be-

schwerdeführers ergäben. Lege man die erhobenen Befunde zugrunde, so 

ergebe sich ein durchschnittliches Lebensalter von 18 bis 29 Jahren. In 

Zusammenschau aller Untersuchungsbefunde lasse sich beim Beschwer-

deführer zum Zeitpunkt der Untersuchung ein Mindestalter von (…) Jahren 

ermitteln. Das von ihm angegebene Geburtsdatum (chronologisches Le-

bensalter von […] Jahren) sei somit aufgrund der Ergebnisse der forensi-

schen Altersschätzung nicht plausibel. 

E.b. Mit Schreiben vom 11. Februar 2021 gewährte das SEM dem Be-

schwerdeführer respektive seiner Rechtsvertretung das rechtliche Gehör 

zum Abklärungsergebnis und zur beabsichtigten Anpassung seiner Daten 

im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS). 

E.c. In ihrer Stellungnahme vom 15. Februar 2021 führte die damalige 

Rechtsvertreterin im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer sei mit der 

beabsichtigten Anpassung seines Alters und Geburtsdatums nicht einver-

standen. Er sei zum Zeitpunkt des Altersgutachtens gemäss dem von ihm 

angegebenen Geburtsdatum bereits volljährig gewesen, weshalb zur Ver-

anlassung eines solchen Gutachtens keine gesetzliche Grundlage bestan-

den habe. Im Weiteren sei ein Altersgutachten vorliegend ungeeignet, da 

dieses nur Indizien zur Feststellung der Voll- oder Minderjährigkeit gebe, 

nicht aber dafür, wie alt eine sich als volljährig ausgebende Person genau 

sei. Aus Sicht der Rechtsvertretung könne sich das SEM nicht auf ein un-

geeignetes Mittel ohne gesetzliche Grundlage stützen, um rückwirkend die 

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Voll- oder Minderjährigkeit einer Person zu analysieren, welche aktuell ge-

mäss ihrem registrierten Alter bereits volljährig sei. Das Altersgutachten 

könne mithin nicht verwertet und nicht als Indiz für die geplante Anpassung 

des Geburtsdatums verwendet werden. Der Vollständigkeit halber solle 

weiter festgehalten werden, dass einzig das Mindestalter des Schlüssel-

beines respektive der Skelettaltersanalyse ein Alter über 18 Jahre ergebe, 

während die zahnärztliche Untersuchung auf ein Mindestalter von (…) Jah-

ren schliesse. Die angegebenen Durchschnittsalter dieser beiden Untersu-

chungen überlappten sich dabei nur gerade um (…) Jahre. Das Altersgut-

achten wäre sodann auch für die Feststellung einer Minder- oder Volljäh-

rigkeit kein starkes Indiz (vgl. BVGer Urteil E-891/2017 vom 8. August 

2018, S. 21 E. 4.2.2).  

 

Angesichts der anhaltenden anerkannten systemischen Mängel im (…) 

Asylsystem könne zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass das in 

E._______ registrierte Geburtsdatum falsch erfasst worden sei. Auch die 

Altersangaben in E._______ dienten somit nicht als Indiz für das Geburts-

datum des Beschwerdeführers.  

 

Im Weiteren werde darauf hingewiesen, dass die Angaben des Beschwer-

deführers zu den Anzahl Schuljahren und dem Reiseweg konsistent gewe-

sen seien und keine Widersprüche zum von ihm angegebenen Alter zum 

Zeitpunkt des Asylgesuchs aufwiesen und für die Richtigkeit seiner Anga-

ben sprechen würden. Er kenne zwar sein genaues Geburtsdatum nicht, 

sein Vater habe ihm aber – als er vor circa drei Jahren in der Türkei gewe-

sen sei – mitgeteilt, dass er in circa drei Monaten (…) Jahre alt werde. Er 

könne somit nicht bereits über (…) Jahre alt sein. Dass er während der 

Erstbefragung nur sein ungefähres Alter, nicht aber sein genaues Geburts-

datum habe angeben können, sei angesichts des kulturellen Hintergrunds 

nicht aussergewöhnlich und spreche eher für als gegen ihn. Zudem habe 

der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung zugegeben, dass er 

sich in E._______ vor drei Jahren als knapp volljährig ausgegeben habe, 

auch wenn er das genau angegebene Datum nicht mehr gewusst habe. Er 

habe auch erklärt, dass er dies auf Rat der Schlepper gemacht habe, um 

möglichst rasch von E._______ weiterreisen zu können. Auch dies spreche 

für seine Glaubhaftigkeit. In Kroatien habe er hingegen angegeben, dass 

er minderjährig sei. Schliesslich werde er versuchen, seine Tazkira nach-

zureichen, um dem SEM sein genaues Geburtsdatum darzulegen und 

seine Minderjährigkeit zum Zeitpunkt des Asylgesuchs zu belegen.  

 

Zusammenfassend gelte das vom Beschwerdeführer angegebene Alter als 

wahrscheinlicher, weshalb von einer Altersanpassung abzusehen sei. 

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Seite 6 

Sollte das SEM dennoch die angekündigte Änderung des Geburtsdatums 

vornehmen, sei im ZEMIS zwingend ein Bestreitungsvermerk anzubringen. 

Ausserdem werde der Erlass einer anfechtbaren Ziffer im Dispositiv des 

Asylentscheids beantragt. 

F.  

Am 16. Februar 2021 mutierte die Vorinstanz das Geburtsdatum des Be-

schwerdeführers auf den (…) und setzte einen entsprechenden Bestrei-

tungsvermerk im ZEMIS. 

G.  

Gestützt auf den Eurodac-Treffer ersuchte die Vorinstanz am 23. Februar 

2021 die kroatischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdefüh-

rers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO.  

 

Die kroatischen Behörden stimmten diesem Ersuchen am 8. März 2021 

gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO zu. 

H.  

Mit Verfügung vom 12. März 2021 – eröffnet am 15. März 2021 (vgl. Emp-

fangsbestätigung in den Akten der Vorinstanz [SEM-act. 42/17]) – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers vom 23. Dezember 2020 nicht ein, verfügte die 

Wegweisung nach Kroatien, forderte den Beschwerdeführer – unter Andro-

hung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte den Kanton 

H._______ mit dem Vollzug der Wegweisung, händigte dem Beschwerde-

führer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und 

stellte fest, eine allfällige Beschwerde gegen die Verfügung habe keine auf-

schiebende Wirkung. Ausserdem wurde darauf hingewiesen, dass die Per-

sonalien des Beschwerdeführers im ZEMIS wie folgt lauten: A._______, 

geb. (…), Afghanistan, mit Bestreitungsvermerk. 

I.  

Am 15. März 2021 legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder (vgl. SEM-

act. 44/1). 

J.  

Mit Eingabe vom 22. März 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Verfügung des 

SEM sei aufzuheben. Auf sein Asylgesuch sei einzutreten. Das Asylverfah-

ren sei in der Schweiz durchzuführen. Sein Geburtsdatum sei im ZEMIS 

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Seite 7 

auf den (…) anzupassen. Eventualiter sei die Sache zur vollständigen Fest-

stellung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an den Beschwerdegeg-

ner zurückzuweisen. Der Beschwerde sei keine (recte: die) aufschiebende 

Wirkung zu gewähren. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh-

ren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ein amt-

licher Rechtsbeistand einzusetzen.  

 

Auf die Begründung der Beschwerde wird – soweit entscheidrelevant – in 

den Erwägungen eingegangen. 

K.  

Der zuständige Instruktionsrichter setzte am 23. März 2021 gestützt auf 

Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus. 

L.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

23. März 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

M.  

Mit Eingabe vom 27. März 2021 reichte der Beschwerdeführer dem Gericht 

folgende medizinische Unterlagen des I._______ nach: Einen ambulanten 

Bericht vom 14. März 2021, eine Bestätigung vom 17. März 2021 und einen 

Austrittsbericht vom 20. März 2021. 

N.  

Mit Eingabe vom 3. Mai 2021 liess der Beschwerdeführer dem Gericht ei-

nen ärztlichen Kurzbericht der J._______ vom 29. April 2021 zukommen. 

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Mai 2021 wies der Instruktionsrichter den 

Beschwerdeführer darauf hin, dass die Abteilung VI des Bundesverwal-

tungsgerichts für die vorliegende Beschwerde lediglich hinsichtlich der An-

fechtung des Nichteintretensentscheids des SEM vom 12. März 2021 zu-

ständig sei. Die Behandlung der Beschwerde betreffend die Datenanpas-

sung im ZEMIS falle in die Zuständigkeit der Abteilung I des Gerichts. 

P.  

Mit an das Gericht adressiertem Schreiben vom 7. Mai 2021 hielt der Be-

schwerdeführer fest, den ambulanten Bericht des I._______ vom 14. März 

2021, die Bestätigung desselben Spitals vom 17. März 2021 sowie den 

Arztbericht des K._______ vom 29. April 2021 eingereicht zu haben. 

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Seite 8 

Q.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2021 (Poststempel vom 14. Mai 2021) reichte der 

Beschwerdeführer dem Gericht einen weiteren ärztlichen Kurzbericht der 

J._______ vom 11. Mai 2021 zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 und 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

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Seite 9 

2.3. In Anwendung von Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation 

im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-

gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-

men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-

genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel 

III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

3.3. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-

gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat 

als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als 

zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

 

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Seite 10 

Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-

losen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er 

nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung 

zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte 

Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und 

das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humani-

tären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Stehen völkerrechtliche Vollzugshinder-

nisse einer Überstellung entgegen, ist ein Selbsteintritt zwingend. 

3.4. Gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO ist im Falle eines unbegleiteten 

Minderjährigen ohne familiäre Anknüpfungspunkte (zu einem anderen Mit-

gliedstaat) der Staat zuständig, in welchem er seinen Antrag gestellt hat. 

Diese Bestimmung würde eine vorrangige Zuständigkeit der Schweiz be-

gründen (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), da nach der genannten Bestimmung 

von Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO unbegleitete Minderjährige von Wiederauf-

nahmeverfahren ausgenommen sind (vgl. ULRICH KOEHLER, Praxiskom-

mentar zum Europäischen Asylzuständigkeitssystem, Berlin 2018, N. 33 zu 

Artikel 8). 

4.  

4.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung 

im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Befra-

gung vom 13. Januar 2021 angegeben, sein genaues Geburtsdatum ver-

gessen zu haben. Er habe eine Tazkira besessen, die ihm auf dem Reise-

weg abhandengekommen sei und welche er nur einmal angeschaut habe. 

Weiter habe er angegeben, dass er denken würde, ungefähr (…) Jahre alt 

zu sein. Danach befragt, ob er denke, unter oder über 18 Jahre alt zu sein, 

habe er erklärt, dass er dies nicht wisse und beides möglich sei. Am Ende 

der Befragung habe er dann schliesslich angemerkt, er sei noch nicht (…) 

Jahre alt. Im Weiteren habe er zu Beginn der Befragung erwähnt, bei der 

Ausreise aus Afghanistan, welche ungefähr zweieinhalb bis drei Jahre zu-

rückliege, sei er ungefähr (…) Jahre alt gewesen. Er habe angefügt, dass 

er vergessen habe, wie alt er genau gewesen sei. Als er zu einem späteren 

Zeitpunkt der Befragung – im Rahmen der Erfassung des Reisewegs – ge-

fragt worden sei, wann er aus Afghanistan ausgereist sei und wie alt er 

damals gewesen sei, habe er angegeben, er könne sich daran nicht mehr 

erinnern. Zu seiner Schulbildung befragt, habe er erklärt, die Schule sechs 

bis sieben Jahre lang besucht zu haben. Er könne sich jedoch nicht mehr 

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Seite 11 

erinnern, wie alt er zu Beginn und am Ende der Schule gewesen sei. Be-

fragt nach seiner Registrierung in E._______ habe der Beschwerdeführer 

angegeben, er habe dort dem Dolmetscher gesagt, er kenne sein Alter 

nicht und dieser solle für ihn entscheiden, welches Alter registriert werde. 

Er selber wisse nicht, mit welchem Alter er in E._______ erfasst worden 

sei. Konfrontiert mit der Tatsache, dass er in E._______ gemäss den dem 

SEM vorliegenden Informationen als volljährige Person registriert worden 

sei, habe er erklärt, dies sei korrekt. Er habe sich dort als volljährige Person 

ausgegeben, jedoch stimme es, dass er dem Dolmetscher gesagt habe, 

dieser könne für ihn das genaue Alter festlegen. Er habe sich damals auf 

Anraten des Schleppers als volljährig ausgegeben. Auf Nachfrage, wes-

halb er nicht von Anfang an offengelegt habe, dass er sich in E._______ 

als volljährige Person habe registrieren lassen, habe der Beschwerdefüh-

rer angegeben, es sei viel Zeit vergangen, er habe viele Schwierigkeiten 

gehabt und alles vergessen. Er habe dem Dolmetscher in E._______ ge-

sagt, er sei volljährig und es sei egal, ob man ihn als (…)- oder (…)-jährig 

registriere. Zu Kroatien habe der Beschwerdeführer angegeben, dass er 

dort als (…)-Jähriger registriert worden sei.  

 

Das SEM halte fest, dass für die Durchführung eines Dublin-Verfahrens 

das Alter zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung massgeblich sei. Es sei 

zudem darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des 

erweiterten Dublin-Gesprächs vom 13. Januar 2021 – also zu einem Zeit-

punkt, zu dem er in der Schweiz bereits als volljährig gegolten habe – sel-

ber angegeben habe, nicht zu wissen, ob er schon volljährig sei oder nicht. 

Da an seiner zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung geltend gemachten 

Minderjährigkeit Zweifel bestanden hätten und er selber zu Protokoll gege-

ben habe, nicht zu wissen, wie alt er genau sei, sei es angemessen gewe-

sen, im Sinne der Feststellung des Sachverhalts ein Altersgutachten ge-

stützt auf Art. 17 Abs. 3bis AsylG in Auftrag zu geben. Der Argumentation 

der Rechtsvertretung, wonach das vorliegende Altersgutachten lediglich 

ein schwaches Indiz sei, könne das SEM nicht folgen. Gemäss dem Urteil 

E-891/2017 vom 8. August 2018 des BVGer (S. 21 E. 4.2.2) sei das Alters-

gutachten als starkes Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers zu 

werten. Es erschliesse sich dem SEM nicht, inwiefern dies nicht der Fall 

sein sollte, nur weil die angegebenen Durchschnittsalter von Skelett- und 

Zahnanalyse sich lediglich um (…) Jahre überlappten.  

 

Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer anläss-

lich der Befragung vom 13. Januar 2021 selbst angegeben habe, sein Alter 

nicht genau zu kennen. Er habe dem SEM zudem bis heute keine Identi-

tätsdokumente vorlegen können. Auf viele Fragen in Bezug auf sein Alter 

F-1275/2021 

Seite 12 

und seine Schulbildung habe er keine oder nur ungenaue Antworten gege-

ben. Zudem sei es auch zu widersprüchlichen Aussagen gekommen, ins-

besondere in Bezug auf seine Registrierung in E._______. Wie aus den 

Informationen aus diesem Land sowie den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers hervorgehe, habe er in E._______ ein abgeschlossenes Asylverfahren 

durchlaufen, habe ein Interview gehabt und es seien ihm während des lau-

fenden Verfahrens mehrere Ausweise ausgestellt worden. Trotzdem habe 

der Beschwerdeführer geltend gemacht, bis heute nicht zu wissen, mit wel-

chem Geburtsdatum er in E._______ registriert worden sei. Diese Aussage 

scheine unter Berücksichtigung der über zweijährigen Aufenthaltsdauer in 

E._______ und den diversen Behördenkontakten nicht plausibel. Weiter 

habe er sich in E._______ im Jahr (…) als volljährige Person registrieren 

lassen und gelte dort als heute (…)-jährig. Zugunsten seiner Minderjährig-

keit spreche einzig die Tatsache, dass er in Kroatien als minderjährig er-

fasst worden sei, was jedoch nur als sehr schwaches Indiz zu werten sei. 

Sodann hätten bereits nach dem erweiterten Dublin-Gespräch erhebliche 

Zweifel an der zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung geltend gemachten 

Minderjährigkeit bestanden und die Indizien hätten überwiegend für ein hö-

heres Alter gesprochen. Das insbesondere im Hinblick auf ein mögliches 

Dublin-Verfahren veranlasste Altersgutachten habe ein Mindestalter von 

(…) Jahren belegt und sodann die Zweifel des SEM an dem vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Alter gestützt. In Gesamtwürdigung al-

ler Anhaltspunkte habe die von ihm zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung 

geltend gemachte Minderjährigkeit weder glaubhaft gemacht noch belegt 

werden können. Die kroatischen Behörden hätten das nach der Altersan-

passung gestellte Übernahmeersuchen des SEM gestützt auf Art. 18 

Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO gutgeheissen, weshalb gemäss dem Dublin-

Assoziierungsabkommen die Zuständigkeit bei Kroatien liege, das weitere 

Verfahren des Beschwerdeführers durchzuführen.  

 

Durch den Abgleich seiner Fingerabdrücke mit Eurodac stehe zweifelsfrei 

fest, dass der Beschwerdeführer als asylsuchende Person in Kroatien re-

gistriert worden sei, zumal die kroatischen Behörden dies auch explizit be-

stätigt hätten, indem das Ersuchen des SEM um seine Wiederaufnahme 

unter Verweis auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO gutgeheissen worden 

sei. Die Ausführungen des Beschwerdeführers vermöchten die Zuständig-

keit Kroatiens zur Durchführung seines weiteren Verfahrens nicht zu wider-

legen. 

 

Was die Wegweisung nach Kroatien anbelangt, führte das SEM insbeson-

dere aus, die kroatischen Behörden würden seit einiger Zeit von zahlrei-

chen Organisationen dahingehend kritisiert, Migrantinnen und Migranten 

F-1275/2021 

Seite 13 

keine Möglichkeit zur Einreichung eines Asylgesuchs zu bieten und sie 

ohne individuelle Prüfung der Fluchtgründe sowie teilweise unter Anwen-

dung von Gewalt unter anderem nach Bosnien und Herzegowina zurück-

zuführen (sog. Push-backs). Den vorliegenden Hinweisen zufolge seien 

von dieser Problematik mehrheitlich Personen betroffen, welche in Kroa-

tien illegal in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten einreisten, in diesem 

Zusammenhang von den kroatischen Polizei- und Grenzbehörden ange-

halten würden und sich dabei keine Fingerabdrücke abnehmen lassen 

wollten, zumal sie an einem Asylverfahren in Kroatien nicht interessiert 

seien und in einen anderen Mitgliedstaat weiterreisen wollten. Nach aktu-

ellen Erkenntnissen des SEM könne die geschilderte Problematik im kroa-

tischen Grenzgebiet nicht mit Rückführungen nach Kroatien gestützt auf 

die Dublin-III-VO in Verbindung gebracht werden.  

 

Die Schweizerische Botschaft in Kroatien habe unter anderem abgeklärt, 

ob und inwiefern Personen, welche gestützt auf die Dublin-III-VO nach Kro-

atien zurückgeführt würden (sog. Dublin-Rückkehrende) von der geschil-

derten Problematik betroffen seien. Nebst der Konsultation von öffentlich 

zugänglichen Quellen seien persönliche Gespräche mit Vertretern des kro-

atischen Innenministeriums, mit der International Organization for Migra-

tion (IOM) und mit der Ombudsstelle der Republik Kroatien geführt worden. 

Im Rahmen der Abklärungen durch die Schweizerische Botschaft hätten 

keine Hinweise auf generelle systemische Schwachstellen im kroatischen 

Asyl- und Aufnahmesystem festgestellt werden können.  

 

Bei Personen, die im Rahmen des Dublin-Verfahrens von der Schweiz 

nach Kroatien überstellt würden, erfolge die Überstellung ausnahmslos in 

die Hauptstadt Zagreb. Nach Erkenntnissen des SEM hätten Dublin-Rück-

kehrende in Kroatien Zugang zu einem rechtsstaatlichen Asyl- und Weg-

weisungsverfahren. Zudem gebe es keine Hinweise, dass den Dublin-

Rückkehrenden eine Rückschiebung nach Bosnien und Herzegowina (Ket-

tenabschiebung) oder systematisch Gewalt seitens der kroatischen Poli-

zeibehörde drohe.  

 

Es sei belegt, dass der Beschwerdeführer Zugang zum Asylverfahren in 

Kroatien gehabt habe und dort ein Asylgesuch registriert worden sei. Auch 

in individueller Hinsicht sei in seinem Fall somit nicht davon auszugehen, 

dass ihm in Kroatien der Zugang zum Asylverfahren verweigert worden 

wäre. Sodann habe er Kroatien aus freiem Willen und ohne den Ausgang 

des Asylverfahrens abzuwarten verlassen, um in die Schweiz weiterzurei-

sen und hier um Asyl zu ersuchen. Damit habe er sich selbst einem Asyl-

verfahren in Kroatien entzogen.  

F-1275/2021 

Seite 14 

Kroatien sei ein Rechtsstaat mit funktionierendem Justizsystem. Der Zu-

gang zu wirksamen Rechtsmitteln sei gewährleistet. Sollte der Beschwer-

deführer der Ansicht sein, dass sein Asylverfahren in Kroatien nicht korrekt 

durchgeführt werde oder sollte er sich durch die kroatischen Behörden 

oder durch Dritte ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen, könne er 

sich auf dem Rechtsweg an die zuständige Behörde beziehungsweise Be-

schwerdeinstanz wenden. Kroatien verfüge zudem über eine funktionie-

rende Polizeibehörde, die sowohl als schutzwillig wie auch als schutzfähig 

gelte. Sollte der Beschwerdeführer sich in Kroatien vor Übergriffen durch 

Privatpersonen fürchten oder sogar solche erleiden, so könne er sich an 

die zuständigen staatlichen Stellen wenden.  

 

Das SEM bestreite nicht, dass die Lebensbedingungen in Aufnahmezen-

tren anderer Dublin-Mitgliedstaaten teilweise herausfordernd sein könnten. 

Der Beschwerdeführer habe jedoch nicht explizit geltend gemacht, dass 

Kroatien ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden 

minimalen Lebensbedingungen vorenthalten hätte oder dies künftig tun 

würde. 

 

Es würden keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich Kro-

atien nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asyl- 

und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde. Das SEM 

gehe nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer bei einer Überstellung 

nach Kroatien gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO und Art. 3 EMRK ausgesetzt würde, in eine exis-

tenzielle Notlage geriete oder ohne Prüfung seines Asylgesuchs und unter 

Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Heimat- oder Her-

kunftsstaat überstellt würde. Zudem würden keine systemischen Mängel in 

Kroatiens Asyl- und Aufnahmesystem vorliegen. Es bestünden ferner auch 

keine Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO, die die Schweiz ver-

pflichten würden, das vorliegende Asylgesuch zu prüfen.  

 

Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts hielt das SEM namentlich 

fest, es halte diesen anhand der Ausführungen des Beschwerdeführers 

und der vorliegenden Arztberichte als ausreichend erstellt, um die Zuläs-

sigkeit und Verhältnismässigkeit einer Wegweisung nach Kroatien beurtei-

len zu können. Es sei nicht davon auszugehen, dass anlässlich der aus-

stehenden Harnleiterspiegelung eine Diagnose gestellt würde, welche an 

seiner Einschätzung etwas zu ändern vermöchte. Insbesondere, da es sich 

um eine Kontrolle im Nachgang an die erfolgte Operation handle. Das SEM 

gehe davon aus, dass die vorliegenden Beschwerden auch in Kroatien wei-

F-1275/2021 

Seite 15 

ter behandelt werden könnten. Im Hinblick auf die geschilderten Schlaf-

probleme, welche auch diagnostisch festgehalten seien, seien nach aktu-

ellem Kenntnisstand keine weiteren Abklärungen oder Behandlungen ge-

plant. Kroatien verfüge über eine ausreichende medizinische Infrastruktur 

und sei gemäss Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie verpflichtet, dem Be-

schwerdeführer die erforderliche medizinische Versorgung zu gewähren. 

Es würden keine erhärteten Hinweise vorliegen, wonach Kroatien seinen 

Verpflichtungen im Rahmen der Dublin-III-VO in medizinischer Hinsicht 

nicht nachkomme und dem Beschwerdeführer eine medizinische Behand-

lung verweigert habe oder zukünftig verweigern werde. In Würdigung der 

Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Umstände würden 

keine Gründe vorliegen, welche die Schweiz veranlassten, die Souveräni-

tätsklausel anzuwenden. 

4.2. In seiner Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer im We-

sentlichen geltend, er habe sechs Mal vergeblich versucht, über Kroatien 

weiter nach Mitteleuropa zu reisen. Dabei sei er jeweils von den kroati-

schen Sicherheitsbehörden aufgegriffen, geschlagen, ausgeraubt, ausge-

zogen, gedemütigt und ausgeschafft worden. Insbesondere beim Gedan-

ken an eine Überstellung nach Kroatien gehe es ihm psychisch sehr 

schlecht.  

 

Bezüglich seines Gesundheitszustands sei der in der angefochtenen Ver-

fügung festgehaltene Sachverhalt dahingehend zu ergänzen, dass er auf-

grund grosser Schmerzen am 13. März 2012 (recte: 2021) notfallmässig 

ins I._______ habe gefahren werden müssen, was dem SEM bekannt ge-

wesen sei (vgl. E-Mail der Medic-Help vom 13. März 2021 in den Akten des 

Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act. 1, Beschwerdebeilage 3]). Des 

Weiteren leide er an tiefergreifenden psychischen Beschwerden als den 

geschilderten Schlafproblemen. Er sei jedoch bisher psychiatrisch nicht 

weiter untersucht worden, da ihm gesagt worden sei, er müsse zuerst seine 

Nierensteine behandeln lassen; dies sei akut. Seitdem er seine psychi-

schen Beschwerden dem Gesundheitsdienst erstmals gemeldet habe, hät-

ten sich diese verschlimmert, sodass unter anderem auch schon Suizidge-

danken aufgetreten seien. Der Sachverhalt sei ausserdem dahingehend zu 

berichtigen, dass in Kroatien noch kein Asylverfahren eröffnet worden sei, 

was der Antwort der kroatischen Behörden auf das Informationsersuchen 

des SEM vom 21. Januar 2021 (recte: 19. Januar 2021) zu entnehmen sei.

  

Der Beschwerdeführer sei in Kroatien mit seinem richtigen Geburtsdatum, 

dem (…), registriert worden, weshalb er zum Zeitpunkt der Gesuchseinrei-

chung in der Schweiz noch minderjährig gewesen sei. Gemäss Art. 8 

F-1275/2021 

Seite 16 

Abs. 4 Dublin-III-VO sei daher die Schweiz für sein Asylgesuch zuständig. 

Die in der Schweiz durchgeführte Altersabklärung entbehre gemäss Art. 17 

Abs. 3bis AsylG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 AsylV 1 einer gesetzlichen Grundlage, 

zumal er im Zeitpunkt der Altersabklärung bereits volljährig gewesen sei. 

Das von ihm angegebene Geburtsdatum, welches sich in der Schweiz und 

Kroatien decke und auch in Bezug auf seinen Lebenslauf schlüssig sei, sei 

als das wahrscheinlichste zu werten.  

 

Weiter wird geltend gemacht, die kroatischen Behörden hätten in ihrem 

Schreiben vom 21. Januar 2021 (recte: 19. Januar 2021) ausgeführt, sie 

seien noch in Gesprächen mit E._______ und der Beschwerdeführer habe 

noch kein formelles Asylgesuch gestellt. Mithin könne Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO nicht zur Anwendung gelangen. Es kämen auch keine ande-

ren Kriterien in Betracht, denen zufolge Kroatien für das Asylverfahren zu-

ständig wäre. Gemäss den Zuständigkeitskriterien der Dublin-III-VO wäre 

E._______ für das Asylgesuch zuständig. Eine Wegweisung dorthin sei je-

doch aufgrund der gerichtsnotorischen systemischen Mängel im Asylsys-

tem nicht zumutbar. 

Auch im kroatischen Asylwesen müsse von systemischen Mängeln ausge-

gangen werden. Unter Berufung auf verschiedene Quellen betont der Be-

schwerdeführer, die generelle Situation für Asylsuchende in Kroatien sei 

prekär und der Zugang zur medizinischen Versorgung schwierig. In der 

Praxis seien psychologische Behandlungen für Personen mit besonderen 

Bedürfnissen aufgrund erlebter Gewalt nicht auf einer regulären Basis zu-

gänglich. Médecins du Monde halte auch fest, dass eine Überstellung von 

Asylsuchenden im Rahmen des Dublin-Abkommens nach Kroatien gravie-

rende Konsequenzen für den psychischen Zustand der Betroffenen haben 

könne.  

 

Dass der Beschwerdeführer in Kroatien trotz seiner Bauchschmerzen, wel-

che sich in der Schweiz als Nierenprobleme herausgestellt hätten, keine 

medizinische Behandlung erhalten habe, decke sich mit den Erkenntnissen 

der in der Beschwerde erwähnten Berichte. Da eine Wegweisung nach 

Kroatien zu einer unwiderruflichen Verschlechterung seines Gesundheits-

zustands, ja sogar zum Suizid, führen könnte, mithin eine Verletzung von 

Art. 3 EMRK bedeuten würde, müsse das SEM auch aus humanitären 

Gründen auf das Asylgesuch eintreten.  

 

Die Vorinstanz habe ihren Entscheid eröffnet, ohne einen Bericht hinsicht-

lich des Notfalls des Beschwerdeführers einzuholen. Zudem seien weder 

F-1275/2021 

Seite 17 

seine psychosozialen Beschwerden weitergehend abgeklärt noch der Fol-

getermin für die Harnleiterspiegelung bei der Urologie abgewartet worden. 

Die Vorinstanz habe damit ihre Untersuchungspflicht und das rechtliche 

Gehör des Beschwerdeführers verletzt. Abgesehen davon seien die Akten 

der Grenzpolizei nie ausgehändigt und die Botschaftsabklärungen in keiner 

Weise offengelegt worden. Auch dies bedeute eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs. Der Entscheid sei infolgedessen eventualiter an die Vorin-

stanz zurückzuweisen. 

 

4.3. Mit Eingabe vom 27. März 2021 weist der Beschwerdeführer darauf 

hin, dass er vom 18. bis zum 20. März 2021 erneut hospitalisiert gewesen 

sei. Zudem sei er am 13. März 2021 auf der Notfallchirurgie des I._______ 

gewesen, was die Vorinstanz im Sachverhalt ihres Entscheids nicht er-

wähnt habe. Sein behandelnder Arzt habe bestätigt, dass er sich in Be-

handlung befinde, und empfohlen, von einer Ausschaffung während der 

Behandlung abzusehen. Er habe bei der Pflege in der Unterkunft erneut 

um einen psychiatrischen Termin ersucht. Da der zuständige Psychiater 

aber bis Mitte April ferienabwesend sei, müsse er bis zu einer entsprechen-

den Abklärung weiter abwarten. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass 

sein Knie nach wie vor schmerze und diesbezüglich eine radiologische Ab-

klärung geplant gewesen sei (vgl. Arztbericht vom 26. Februar 2021). Der 

medizinische Sachverhalt sei auch in dieser Hinsicht nicht abgeklärt. 

4.4. In seiner Eingabe vom 3. Mai 2021 macht der Beschwerdeführer da-

rauf aufmerksam, dass bei ihm auch eine Posttraumatische Belastungs-

störung (PTBS) diagnostiziert worden sei. Er möchte daher seine psychi-

schen Beschwerden nach wie vor abklären und behandeln lassen, habe 

aber noch immer keinen Termin bei einem Psychiater erhalten. Ausserdem 

sei er wegen seiner Hand und der Kniebeschwerden genauer untersucht 

worden. Zur vollständigen Abklärung seien noch Röntgenbilder des Hand-

gelenks nötig (vgl. Arztbericht vom 29. April 2021). An diesen Beschwerden 

leide er aufgrund der ihm von den kroatischen Behörden zugefügten 

Schläge. Auch deshalb möchte er nicht nach Kroatien zurück. Er habe ein 

Recht auf vollständige Rehabilitation nach der erlittenen Gewalt in seinem 

Heimatstaat und in Kroatien. In Kroatien werde er nur erneut an die trau-

matisierenden Ereignisse erinnert und könne nicht genesen. 

4.5. Mit Schreiben vom 12. Mai 2021 weist der Beschwerdeführer darauf 

hin, dass der Arzt im Kurzbericht vom 11. Mai 2021 eine PTBS bestätigt 

habe, bei der eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung theo-

retisch indiziert wäre. 

F-1275/2021 

Seite 18 

5.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 4. November 2020 in 

Kroatien aufgegriffen worden war und dort gleichentags um Asyl nachge-

sucht hatte. Die kroatischen Behörden hiessen das Wiederaufnahmeersu-

chen des SEM am 8. März 2021 gut. Damit haben sie ihre Annahme zum 

Ausdruck gebracht, die Zuständigkeit E._______ sei erloschen, nachdem 

der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO das Ho-

heitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate verlassen hat 

(wahrscheinlich um sich nach G._______ oder Bosnien und Herzegowina 

zu begeben) und nicht im Besitz eines von E._______ ausgestellten gülti-

gen Aufenthaltstitels ist. Vor diesem Hintergrund ist die grundsätzliche Zu-

ständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens gegeben und es besteht für den Beschwerdeführer keine Gefahr, 

von Kroatien nach E._______ weggewiesen zu werden.  

 

Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sind die dargelegten Vorbrin-

gen nicht geeignet, an der Zuständigkeit Kroatiens etwas zu ändern. Sie 

begründen auch keinen Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der 

Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1). 

6.  

6.1.  

6.1.1. Das rechtsmedizinische Gutachten vom 2. Februar 2021 geht basie-

rend auf der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse von einem 

Mindestalter von (…) Jahren und einem durchschnittlichen Lebensalter von 

(…) Jahren aus. Gestützt auf die zahnärztliche Untersuchung wurde auf 

ein Mindestalter von (…) Jahren und ein Durchschnittsalter von (…) Jahren 

geschlossen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht führte im Grundsatzurteil BVGE 2018 VI/3, 

welches unter anderem die Beweiskraft von medizinischen Altersabklärun-

gen für die Bestimmung der Minder- respektive Volljährigkeit einer Person 

thematisierte, aus, dass, wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein- res-

pektive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztlichen Untersuchung über 

18 Jahren liege und die sich anhand der beiden Analysen ergebenden Al-

tersspannen sich überlappen, die Altersabklärung ein starkes Indiz für die 

Volljährigkeit darstelle (vgl. a.a.O., E. 4.2.2).  

 

Angesichts dessen, dass vorliegend das Mindestalter bei der Schlüssel-

bein- respektive Skelettaltersanalyse bei über 18 Jahren liegt und die sich 

F-1275/2021 

Seite 19 

aus der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und der zahnärztli-

chen Untersuchung ergebenden Altersspannen sich überlappen, stellt die 

durchgeführte Altersschätzung ein starkes Indiz für die Volljährigkeit des 

Beschwerdeführers dar. Einen strikten Beweis vermag sie aber nicht zu 

liefern, da die Bestimmung eines genauen Alters auch mittels der Schlüs-

selbein- respektive Skelettaltersanalyse und der zahnärztlichen Untersu-

chung nicht möglich ist; die Untersuchung bleibt in jedem Fall eine Alters-

schätzung (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.4). 

6.1.2. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer beim erweiterten 

Dublin-Gespräch vom 13. Januar 2021 nicht anzugeben wusste, ob er 

schon volljährig oder noch minderjährig sei (vgl. SEM-act. 19/12, Ziff. 1.06 

S. 3), bestanden für das SEM berechtigte Zweifel an der im Zeitpunkt der 

Gesuchseinreichung geltend gemachten Minderjährigkeit. Dass unter die-

sen Umständen ein Altersgutachten gestützt auf Art. 17 Abs. 3bis AsylG ver-

anlasst wurde, ist nicht zu beanstanden. 

6.2. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Umstände (vgl. EMARK 

2004 Nr. 30 E. 5.3.4 S. 210) bestehen keine gewichtigen Hinweise auf eine 

Minderjährigkeit zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung in der Schweiz. 

So lässt das Protokoll des erweiterten Dublin-Gesprächs erkennen, dass 

der Beschwerdeführer anlässlich dieser Befragung zu seinem Geburtsda-

tum, seinem Alter und seiner Schulbildung nur vage und unplausible Aus-

sagen gemacht hat (vgl. SEM-act. 19/12, Ziff. 1.06 S. 3, Ziff. 1.17.04 S. 5). 

Auch hinsichtlich seiner Registrierung in E._______ vermochte er keine 

schlüssigen Angaben zu machen (vgl. a.a.O., Ziff. 2.06 S. 6/7). Zur Vermei-

dung von Wiederholungen kann auf die zutreffenden und ausführlichen Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. BVGer-

act. 1, Beschwerdebeilage 1, S. 3-5). Ergänzend ist festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer weder bei der Vorinstanz noch beim Bundesverwal-

tungsgericht rechtsgenügliche Identitätspapiere einreichte, welche über 

seine behauptete Minderjährigkeit Aufschluss geben würden. Es darf da-

von ausgegangen werden, dass er den Schweizer Behörden entspre-

chende Dokumente beigebracht hätte, hätte er jene von seiner angebli-

chen Minderjährigkeit überzeugen wollen. 

6.3. Der Beschwerdeführer trägt die Beweislast dafür, dass die geltend ge-

machte Minderjährigkeit zumindest glaubhaft gemacht wird, da er aus die-

ser Tatsache Rechte ableiten will (vgl. Art. 8 ZGB, EMARK 2001 Nr. 22 

E. 3b, S. 182 m. H.). Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, ist es 

ihm insgesamt nicht gelungen, die behauptete Minderjährigkeit glaubhaft 

F-1275/2021 

Seite 20 

zu machen, weshalb von seiner Volljährigkeit bereits im Zeitpunkt der Ge-

suchseinreichung auszugehen ist. Er kann sich somit weder auf die spezi-

fischen Schutzbestimmungen der Dublin-III-VO noch die schweizerische 

Gesetzgebung für unbegleitete Minderjährige berufen.  

 

Das SEM ist demnach mit einem ordnungsgemässen Wiederaufnahmeer-

suchen an die kroatischen Behörden gelangt. 

7.  

7.1. Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist sodann zu prüfen, ob es 

wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien würden systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-

rechtecharta mit sich bringen würden. 

7.1.1. Kroatien ist Vertragsstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) sowie der FK, 

und es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass es seinen diesbezügli-

chen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt. Es darf ausserdem 

davon ausgegangen werden, Kroatien anerkenne und schütze die Rechte, 

die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parla-

ments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen 

Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 

zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internati-

onalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben. 

7.1.2. Die Vermutung, Kroatien beachte als Mitglied des Gemeinsamen 

Europäischen Asylsystems und Vertragsstaat der vorstehend erwähnten 

völkerrechtlichen Abkommen die Menschenrechte, kann im Einzelfall wi-

derlegt werden. Die antragstellende Person hat dazu jedoch konkret dar-

zulegen respektive mindestens glaubhaft zu machen, dass eine aktuelle 

und ernsthafte Gefahr einer Verletzung einer direkt anwendbaren Norm 

des Völkerrechts droht (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 und 7.5). Der Beschwer-

deführer macht mit Verweis auf seine Erlebnisse an der kroatischen 

Grenze und verschiedene Quellen Mängel im kroatischen Asylsystem gel-

tend. Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts im Bereich der Wie-

deraufnahmeverfahren liegen indessen im heutigen Zeitpunkt, auch unter 

Würdigung der in der Beschwerde erwähnten kritischen Berichterstattung 

zu Kroatien, keine Gründe für die Annahme vor, das Asylverfahren und die 

F-1275/2021 

Seite 21 

Aufnahmebedingungen für Antragstellende in Kroatien wiesen systemi-

sche Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-

VO auf (vgl. dazu beispielsweise die Urteile des BVGer F-1182/2021 vom 

24. März 2021 E. 5.2.2; D-644/2021 vom 18. Februar 2021 E. 7.2.2; 

E-5910/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 7.2 und F-5436/2020 vom 

10. November 2020 E. 5.2). 

7.1.3. Für den vorliegenden Fall ist ausserdem festzustellen, dass das 

SEM in Beachtung des Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts  

E-3078/2019 vom 12. Juli 2019 E. 5.5–5.8 eine Einzelfallprüfung vorge-

nommen hat und dabei unter Verweis auf die Abklärungen durch die 

Schweizer Botschaft in Kroatien zum Schluss gekommen ist, dass Perso-

nen, welche im Rahmen eines Dublin-Verfahrens nach Kroatien zurückge-

führt werden, nicht von der problematischen Push-back-Praxis betroffen 

sind. Diesbezüglich kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. BVGer-

act. 1, Beschwerdebeilage 1, S. 7). Das SEM hat in der Verfügung die Er-

kenntnisse aus den Abklärungen der Schweizer Botschaft in Kroatien zu 

den Push-backs und zu Dublin-Rückkehrenden in zusammengefasster 

Form wiedergegeben und nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Über-

legungen es sich hat leiten lassen. Damit ist es seiner Begründungspflicht 

in ausreichender Weise nachgekommen; zusätzlicher Informationen oder 

Quellenangaben bedurfte es nicht (vgl. Urteil des BVGer D-5691/2020 vom 

9. Januar 2021 E. 4.3 m.H.). Eine sachgerechte Anfechtung war denn auch 

möglich, wie die vorliegende Rechtsmitteleingabe zeigt. Eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs liegt somit entgegen der Beschwerde nicht vor. 

Nach dem Gesagten ist auch unter Berücksichtigung der vom Beschwer-

deführer geschilderten Erlebnisse nicht davon auszugehen, dass Kroatien 

systematisch gegen seine vertraglichen Verpflichtungen verstösst. Im Üb-

rigen hat der Beschwerdeführer gemäss dem Eurodac-Treffer am 4. No-

vember 2020 in Kroatien bereits ein Asylgesuch eingereicht. Aufgrund der 

Angaben der kroatischen Behörden ist er am 17. Dezember 2021 (recte: 

2020) verschwunden, bevor eine formelle Befragung stattfinden konnte. 

Vor dem Hintergrund, dass das Verfahren noch hängig ist (vgl. Zustim-

mungsschreiben [SEM-act. 37/1]: "The procedure is still ongoing"), darf da-

von ausgegangen werden, dieses werde bei der Rückkehr weitergeführt. 

Der Beschwerdeführer hat sodann auch nicht konkret dargetan, die ihn bei 

einer Rückführung erwartenden Bedingungen in Kroatien seien derart 

schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grund-

rechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten. Es ist deshalb 

F-1275/2021 

Seite 22 

auch nicht davon auszugehen, dass er bei einer Wegweisung nach Kroa-

tien in eine existenzielle Notlage geraten könnte. 

7.1.4. Unter den genannten Umständen ist die Anwendung von Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt. Es sind ferner auch keine indivi-

duellen völkerrechtlichen Überstellungshindernisse gegeben. 

7.2.  

7.2.1. Hinsichtlich des Gesundheitszustands ergibt sich aus den Akten fol-

gender Sachverhalt: 

Anlässlich des erweiterten Dublin-Gesprächs machte der Beschwerdefüh-

rer Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Nierenprobleme, Knieschmerzen und 

eine Beeinträchtigung seiner rechten Hand geltend. 

Gemäss den von der Rechtsvertretung der Vorinstanz eingereichten Arzt-

berichten des K._______ (Bericht vom 15. Januar 2021 [SEM-act. 25/3], 

Bericht vom 29. Januar 2021 [SEM-act. 27/4] und Bericht vom 26. Februar 

2021 [SEM-act. 36/4]), wurden die folgenden Diagnosen gestellt: Nieren-

stein (CT Abdomen vom 11. Februar 2021), Ein- und Durchschlafstörungen 

– am ehesten im Rahmen einer Anpassungsstörung / psychosozialen Be-

lastungssituation, Vitamin-D-Mangel, abnorme Befunde bei der bildgeben-

den Diagnostik sonstiger Teile des Verdauungstraktes (CT Abdomen vom 

21. Februar 2021), sonstige Bandscheibenschäden (CT Abdomen vom 

21. Februar 2021) und Knieschmerzen links (anamnestisch Status nach 

Trauma durch Schlag). Den Arztberichten zufolge wurden dem Beschwer-

deführer diverse Medikamente verschrieben und es wurde ihm Vitamin D 

intramuskulär verabreicht.  

 

Dem Austrittsbericht des I._______ vom 11. März 2021 (SEM-act. 41/4) ist 

zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer am 8. März 2021 einer 

(minimalinvasiven) Perkutanen Nephrolitholapaxie unterzogen hat. Der in-

tra- und postoperative Verlauf war komplikationslos. Dem Beschwerdefüh-

rer wurden zusätzliche Medikamente verschrieben und er konnte am 

11. März 2021 in gutem Allgemeinzustand aus dem Spital entlassen wer-

den.  

 

Gemäss dem ambulanten Bericht des I._______ vom 14. März 2021 

musste der Beschwerdeführer am 13. März 2021 wegen linksseitiger Un-

terbauchschmerzen notfallmässig ins Spital gebracht werden (vgl. dies-

bzgl. auch BVGer-act. 1, Beschwerdebeilage 3). Die Schmerzen wurden 

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Seite 23 

am ehesten auf die Reizung durch den Pigtail zurückgeführt. Nach Rück-

sprache mit dem Urologen wurde dem Beschwerdeführer ein zusätzliches 

schmerzstillendes Medikament verschrieben.  

 

Wie sich aus dem Austrittsbericht des I._______ vom 20. März 2021 ergibt, 

war der Beschwerdeführer vom 18. bis zum 20. März 2021 erneut hospita-

lisiert. Aufgrund des CT-graphischen Verdachts von Rest-Konkrementen 

nach dem operativen Eingriff vom 8. März 2021 wurde die Indikation zur 

Ureteroskopie gestellt. Auch hier war der intra- und postoperative Verlauf 

komplikationslos. Es konnte kein verbleibendes freies Konkrement nach-

gewiesen werden und der CT-graphische Befund musste als Parenchym-

verkalkung interpretiert werden. Nach Entfernung des Single-J-Katheters 

blieb der Beschwerdeführer beschwerdefrei, sodass er in gutem Allgemein-

zustand entlassen werden konnte.  

 

Den ärztlichen Kurzberichten der J._______ vom 29. April 2021 und 

11. Mai 2021 zufolge wurden folgende Diagnosen gestellt: Nierenstein (CT 

Abdomen vom 11. Februar 2021), Ein- und Durchschlafstörungen – am 

ehesten im Rahmen einer Anpassungsstörung / psychosozialen Belas-

tungssituation DD iR PTBS, Vitamin-D-Mangel, abnorme Befunde bei der 

bildgebenden Diagnostik sonstiger Teile des Verdauungstraktes (CT Abdo-

men vom 21. Februar 2021), sonstige Bandscheibenschäden (CT Abdo-

men vom 21. Februar 2021), sonstige und nicht näher bezeichnete Verlet-

zungen des Handgelenks und der Hand (anamnestisch seit Schlag auf das 

Handgelenk Belastungsabhängige Schmerzen) sowie eine PTBS. Dem 

Beschwerdeführer wurden Medikamente verschrieben und er wurde ge-

mäss dem Bericht vom 29. April 2021 für eine Untersuchung des rechten 

Handgelenks angemeldet. Zudem ist laut dem Bericht vom 11. Mai 2021 

eine regelmässige ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Be-

handlung theoretisch indiziert.  

 

Im Beschwerdeverfahren weist der Beschwerdeführer zusätzlich darauf 

hin, dass er auch schon an Suizid gedacht habe. 

7.2.2. Die vorliegenden gesundheitlichen Probleme stellen offensichtlich 

kein völkerrechtliches Vollzugshindernis im Sinne von Art. 3 EMRK dar, 

welches zwingend zu einem Selbsteintritt führen müsste. Die fraglichen 

Beeinträchtigungen können nicht als schwerwiegend bezeichnet werden. 

Dies umso weniger, als in der ärztlichen Bestätigung vom 17. März 2021 

darauf hingewiesen wurde, im Anschluss an die anstehende Operation – 

welche mittlerweile durchgeführt wurde – sei das urologische Problem ge-

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Seite 24 

löst. Im Weiteren konnte der Beschwerdeführer gemäss dem Austrittsbe-

richt vom 20. März 2021 in gutem Allgemeinzustand aus dem Spital entlas-

sen werden. Ausserdem ist festzuhalten, dass Kroatien über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur verfügt und gemäss Art. 19 Abs. 1 Auf-

nahmerichtlinie verpflichtet ist, den Antragstellern die erforderliche medizi-

nische Versorgung zugänglich zu machen. Konkrete Hinweise, wonach 

dem Beschwerdeführer eine adäquate medizinische Behandlung verwei-

gert würde, liegen nicht vor. Das SEM war demzufolge – entgegen anders-

lautender Einschätzung – weder gehalten, weitere medizinische Abklärun-

gen zu treffen noch den Folgetermin für die Harnleiterspiegelung abzuwar-

ten. Für die in den Eingaben vom 27. März 2021 und 3. Mai 2021 erwähn-

ten Abklärungen, die im Arztbericht vom 11. Mai 2021 empfohlene psychi-

atrisch-psychotherapeutische Behandlung sowie allfällige weitere Untersu-

chungen steht es dem Beschwerdeführer offen, sich an das hierfür zustän-

dige Fachpersonal in Kroatien zu wenden. Inwiefern der medizinische 

Sachverhalt nicht abgeklärt sein sollte, ist nach dem Gesagten nicht er-

sichtlich. Für eine Verletzung der Untersuchungspflicht beziehungsweise 

des rechtlichen Gehörs bestehen keine Anhaltspunkte. Die entsprechende 

Rüge erweist sich als unbegründet. Hinsichtlich der geltend gemachten su-

izidalen Tendenzen gilt es festzuhalten, dass gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung Suizidalität für sich allein kein Vollzugshindernis darstellt 

(vgl. Urteil des BGer 2C_221/2020 vom 19. Juni 2020 E. 2), was auch der 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts entspricht (vgl. etwa Urteile des 

BVGer F-27/2021 vom 25. Februar 2021; F-3496/2020 vom 14. Juli 2020; 

F-4514/2018 vom 20. August 2018; F-693/2018 vom 9. Februar 2018). Der 

Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die notfallmässige Ein-

lieferung des Beschwerdeführers vom 13. März 2021 in der angefochtenen 

Verfügung nicht berücksichtigt werden konnte, zumal diese vom 12. März 

2021 datiert. Die Überstellung des Beschwerdeführers nach Kroatien ist 

zusammenfassend als zulässig zu erachten. 

7.3. Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, in Würdigung 

der Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Umstände bestün-

den keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die Souveräni-

tätsklausel anzuwenden. Es hat diesen Umständen Rechnung getragen 

und sich mit der Situation des Beschwerdeführers, auch in medizinischer 

Hinsicht, hinreichend auseinandergesetzt (vgl. BVGer-act. 1, Beschwerde-

beilage 1, S. 9-10). 

7.4. Der Beschwerdeführer möchte in der Schweiz bleiben. Mit seiner Be-

gründung kann er insgesamt nicht das gewünschte Verfahrensziel – die 

Behandlung seines Asylgesuchs in der Schweiz – erreichen, zumal die 

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Seite 25 

Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag 

prüfenden Staat selbst auszuwählen. In seinem Fall sind ebenso keine 

Gründe ersichtlich, welche die Vorinstanz zu einem Selbsteintritt gemäss 

Art. 17 Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 hätten ver-

pflichten können. 

8.  

Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht und ohne Ermessensfeh-

ler auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat 

seine Wegweisung verfügt (vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG). 

Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.  

 

Angesichts dessen fällt eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur 

vollständigen Feststellung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung aus-

ser Betracht, weshalb der entsprechende Eventualantrag abzuweisen ist. 

9.  

Mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

Der am 23. März 2021 angeordnete Vollzugsstopp fällt mit vorliegendem 

Urteil dahin und die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine neue Frist 

zur Ausreise anzusetzen. 

10.  

10.1. Die Begehren waren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG un-

besehen der geltend gemachten Bedürftigkeit abzuweisen ist.  

 

Das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung im Sinne 

von Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG ist mangels Erfüllung der Voraussetzun-

gen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen. 

10.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten (Art. 1‒3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In Anwendung von 

Art. 6 Bst. b VGKE rechtfertigt es sich jedoch, auf die Erhebung von Ver-

fahrenskosten zu verzichten. 

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Seite 26 

11.  

Der Beschwerdeführer moniert in der Rechtsmitteleingabe, dass ihm die 

Akten der Grenzpolizei nicht ausgehändigt worden seien. Gemäss dem Ak-

tenverzeichnis der Vorinstanz handelt es sich hierbei um die als "GWK-

Akten (Asyl)" bezeichneten Unterlagen (SEM-act. 9/21). Zwecks Wahrung 

seines Anspruchs auf rechtliches Gehör werden dem Beschwerdeführer 

Kopien dieser Akten, deren zu anonymisierende Textpassagen geschwärzt 

wurden, zusammen mit dem vorliegenden Urteil zugestellt. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ver-

beiständung werden abgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig 

 

 

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