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**Case Identifier:** 90c7f3bf-6572-5cfd-b876-38a590c56848
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.09.2025 IV 2024/166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-166_2025-09-09.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/166

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.11.2025

Entscheiddatum: 09.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 09.09.2025
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Invalidenrente. Unvollständig 
ermittelter Sachverhalt trotz erfüllter Untersuchungspflicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. September 2025, IV 
2024/166).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/9 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 9. September 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/166 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwältin Silvana Ebneter, M.A. HSG in Law,  
Amparo Anwälte und Notare, Neugasse 26, Postfach 148,  
9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/166 
 

 

2/9 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im April 2016 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-
act. 1). Sie gab an, sie habe in ihrem Herkunftsland eine Anlehre zur Zahntechnikerin absolviert. Sie 

arbeite als Servicefachangestellte. Der Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ teilte der IV-Stelle im Mai 

2016 mit (IV-act. 11), die Versicherte leide an einer COPD (GOLD II) mit einem reversiblen 

Asthmaanteil. Sie arbeite in einem Pensum von 30 Prozent. Die Prognose sei unsicher, da sie ihren 

Nikotinkonsum fortsetze. Der Pneumologe Dr. med. C.___ vom Spital D.___ hatte im September 2015 
berichtet (IV-act. 16), die Versicherte leide an einer mittelschweren COPD, kombiniert mit einem Asthma 

bronchiale. Initial habe das Asthma im Vordergrund gestanden. Durch eine orale Steroidtherapie und 

eine konsequente inhalative Basistherapie habe innert vier Wochen eine markante Verbesserung der 

Lungenfunktion erreicht werden können. Gleichzeitig sei es der Versicherten gelungen, das Rauchen 

vollständig zu sistieren. In einem Verlaufsbericht vom 10. Mai 2016 hielt Dr. C.___ fest (IV-act. 17), 

zwischenzeitlich habe die Versicherte leider wieder mit dem Rauchen begonnen. Die Lungenfunktion 

habe sich verschlechtert. Im Juni 2016 notierte Dr. med. E.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD), leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ohne häufiges Treppensteigen, 

Kälteexposition, Staub und inhalative Substanzen seien der Versicherten vollumfänglich, die 

angestammte Tätigkeit im Service zu 50 Prozent zumutbar (IV-act. 20). Mit einer Mitteilung vom 19. Juli 

2016 wies die IV-Stelle sowohl das Rentenbegehren als auch das Begehren der Versicherten um 

berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 23). Am 10. Juli 2016 erhob die Versicherte eine 

„Einsprache“ (IV-act. 24). Am 25. August 2016 erliess die IV-Stelle eine Verfügung, mit der sie das 

Rentenbegehren und das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen abwies (IV-act. 25). 
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft. 

A.b Im Juni 2023 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 26). Die IV-
Stelle forderte sie auf, eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem 19. Juli 2016 

glaubhaft zu machen (IV-act. 30). Die Versicherte reagierte nicht auf dieses Schreiben, weshalb die IV-

Stelle ihr mit einem Vorbescheid vom 5. Juli 2023 mitteilte, dass sie vorsehe, nicht auf die 

Neuanmeldung einzutreten (IV-act. 33). Dagegen erhob die Versicherte am 4. August 2023 eine 

„Einsprache“ (IV-act. 34). Sie machte geltend, ihr COPD-Grad habe sich verschlechtert; sie sei nicht 

mehr voll arbeitsfähig. Die IV-Stelle solle Berichte des Hausarztes Dr. B.___ und des Pneumologen 

Dipl. med. F.___ einholen. Im August 2023 berichtete Dr. B.___ (IV-act. 36–1 ff.), die Versicherte leide 

an einer COPD (GOLD III) mit einer Asthma-Komponente. Die Prognose sei schlecht. Die Versicherte 

arbeite nicht mehr. Im April 2023 hatte der Pneumologe F.___ vom medizinischen Ambulatorium in 

Heiden berichtet (IV-act. 36–7 ff.), die Versicherte leide an einer COPD (GOLD III) mit einer 

asthmatischen Komponente. Die respiratorischen Symptome hätten stark zugenommen. Schon bei 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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kleinen Anstrengungen trete eine Kurzatmigkeit auf. Problematisch sei der zwar reduzierte, aber 

fortgesetzte Nikotinkonsum. Dokumentiert seien eine schwergradige obstruktive Ventilationsstörung 

sowie eine mittelschwere Diffusionsminderung und Überblähung. Im Vergleich zum Jahr 2020 habe 

sich die FEV1 um etwa 400ml verschlechtert. Ein Cortisonstoss per os habe keine signifikante 

Verbesserung gezeigt. Therapeutisch seien die Optionen leider begrenzt. Vordringlich sei ein definitiver 
Rauchstopp. Im September 2023 notierte die RAD-Ärztin Dr. med. G.___, eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes sei glaubhaft gemacht, aber der Versicherten könnten leidensadaptierte 

Tätigkeiten nach wie vor uneingeschränkt zugemutet werden (IV-act. 37). Mit einer Mitteilung vom 21. 

September 2023 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-

act. 43). Die Versicherte erhob am 29. September 2023 eine „Einsprache“ gegen diese Mitteilung (IV-

act. 44). In der Folge erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, mit dem sie die Abweisung des Begehrens 

um berufliche Eingliederungsmassnahmen ankündigte (IV-act. 46). Die Versicherte reagierte nicht auf 

den Vorbescheid, weshalb die IV-Stelle das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen mit 

einer Verfügung vom 4. Dezember 2023 abwies (IV-act. 57). 

A.c Bereits am 6. November 2023 hatte der Pneumologe F.___ berichtet (IV-act. 50), aufgrund der 
schwergradigen obstruktiven Ventilationsstörung (FEV1 1,45l; 48%) mit Kurzatmigkeit bereits beim 

Gehen in der Ebene bestehe eine schwergradige Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit 

der Versicherten. Eine Integration in ein berufliches Umfeld erscheine deshalb als schwierig. Eine 
deutliche Verbesserung der Lungenfunktion sei nicht zu erwarten; die Erkrankung verlaufe progredient. 

Gegenüber der RAD-Ärztin Dr. G.___ hatte der Pneumologe F.___ im Oktober 2023 angegeben (IV-

act. 54–1), die angestammte Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine sitzende Tätigkeit 

könnte möglich sein. Für eine genaue Bestimmung der Belastbarkeit und der cardio-vasculären 

Leistungsfähigkeit könnte eine Spiroergometrie durchgeführt werden. Im Auftrag der IV-Stelle führte 

das Lungenzentrum des Kantonsspitals St. Gallen am 30. April 2024 eine Spiroergometrie durch. Es 

berichtete (IV-act. 67), die Untersuchungsergebnisse seien aussagekräftig. Sie zeigten eine limitierte 

körperliche Leistungsfähigkeit bei einer Sauerstoffaufnahmekapazität von 61 Prozent. Die Versicherte 

sei limitiert, weil sie unter Belastung die Atemreserve komplett aufbrauchen müsse und entsprechend 

eine Desaturation zeige. Eine Tätigkeit dürfe nicht mehr als 40 Prozent des maximalen 

Sauerstoffvolumens beanspruchen. Die geschätzte Sauerstoffaufnahmekapazität, die im Rahmen einer 

Erwerbstätigkeit vertretbar sei, liege bei 5,8ml pro Minute und pro Kilogramm Körpergewicht. Folglich 

sei die angestammte Tätigkeit als Servicefachangestellte nicht mehr zumutbar. Eine körperlich nicht 

belastende Tätigkeit, wie etwa eine reine Schreibtischarbeit, sei dagegen uneingeschränkt zumutbar. 
Die RAD-Ärztin Dr. G.___ qualifizierte diese Ausführungen als überzeugend (IV-act. 68). 

A.d Mit einem Vorbescheid vom 14. Mai 2024 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die 
Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/9 

act. 71). Dagegen wandte die Versicherte am 7. Juni 2024 ein (IV-act. 75), sie könne den Entscheid der 

IV-Stelle nicht nachvollziehen. Ihre Atemnot werde immer schlimmer. Sie gerate deswegen teilweise 

auch in Panik, was zu psychischen Tiefpunkten führe. Mit einer Verfügung vom 1. Juli 2024 wies die 

IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 78). 

B.  

B.a Am 30. August 2024 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 1. Juli 2024 erheben (act. G 1). Sie liess die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, die Zusprache der gesetzlichen Leistungen sowie eventualiter die 

Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zu weiteren 

Abklärungen beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, sie könne lediglich knapp eine rein 

sitzende Tätigkeit ausüben, für die eine Sauerstoffaufnahme von 4,25ml pro Minute und Körpergewicht 

benötigt werde. Schon lockeres Stehen benötige eine Sauerstoffaufnahme von 8,74ml pro Minute und 

Körpergewicht, normales Gehen 10,5ml pro Minute und Körpergewicht. Zu berücksichtigen sei die 

Belastung für das Erreichen des Arbeitsortes. Ein Lift sei etwa zwingend vorausgesetzt. Das 

gelegentliche Umhergehen, Besprechungen mit Mitarbeitern und Vorgesetzten, Telefonate, das Auf- 

oder Wegräumen von Arbeiten etc. führten bereits zu einer (mehrfachen) Überschreitung der 

maximalen Sauerstoffaufnahme. Eine ganztägige Erwerbstätigkeit sei weder zumutbar noch 

umsetzbar. Gemäss der Einschätzung des Pneumologen F.___ sei eine Wiedereingliederung ins 
Erwerbsleben nicht mehr möglich. Zudem sei die Beschwerdeführerin bereits 59 Jahre alt. Eine 

Verwertung der medizinischen-theoretischen Arbeitsfähigkeit erscheine als ausgeschlossen. Die 

Beschwerdegegnerin habe es versäumt, berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. 

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. November 2024 die Abweisung der Beschwerde 
(act. G 6). Zur Begründung führte sie an, die medizinische Sachlage sei eindeutig. Der 

Beschwerdeführerin sei die angestammte Erwerbstätigkeit zwar nicht mehr, eine ideal leidensadaptierte 

dagegen uneingeschränkt zumutbar. Die Adaptionskriterien seien nicht derart einschränkend, dass eine 

Verwertung der Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen wäre. 

B.c Die Beschwerdeführerin liess am 6. Januar 2025 an ihren Anträgen festhalten (act. G 8). Die 
Beschwerdegegnerin hielt ebenfalls an ihrem Antrag fest (act. G 10). 

B.d Die Beschwerdeführerin liess am 14. Februar 2025 einen Bericht des Psychiaters Dr. med. H.___ 
von der Klinik I.___ vom 30. Januar 2025 einreichen (act. G 14 und G 14.1). Dr. H.___ hatte eine 

mittelgradige depressive Episode, eine „low dose“-Abhängigkeit von Benzodiazepinen sowie eine nicht 

näher bezeichnete psychische Verhaltensstörung durch Sedativa oder Hypnotika diagnostiziert. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/9 

B.e Die Beschwerdegegnerin machte am 11. April 2025 geltend (act. G 18), ein allfälliger Widerruf 
der angefochtenen Verfügung könnte diskutiert werden, wenn es der Beschwerdeführerin gelinge 

nachzuweisen, dass sie bereits vor der Eröffnung der angefochtenen Verfügung an einer relevanten 

psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten habe. 

B.f Am 1. Juli 2025 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht von Dr. H.___ vom 13. Juni 2025 
sowie einen Bericht von Dr. B.___ vom 17. Juni 2025 einreichen (act. G 20). Dr. H.___ hatte 

festgehalten, die Beschwerdeführerin leide weiterhin an einer mittelgradigen depressiven Episode, aber 

die klinischen Symptome befänden sich in einer partiellen Remission (act. G 20.1). Dr. B.___ hatte 

darauf hingewiesen, dass er der Beschwerdeführerin bereits im Juni 2024 ein Antidepressivum 

verschrieben habe; nach einer Verschlechterung habe er sie Ende Oktober 2024 an einen Psychiater 

überwiesen (act. G 20.2). 

B.g Die Beschwerdegegnerin teilte dem Versicherungsgericht am 22. August 2025 mit, dass sie 
weiterhin bereit wäre, die Verfügung zu widerrufen, um weitere Abklärungen zu tätigen (act. G 22). 

Erwägungen 
1.  

Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Stellungnahme vom 22. August 2025 festgehalten, dass sie die 

angefochtene Verfügung widerrufen werde, sofern das Gericht und die Beschwerdeführerin damit 

einverstanden seien. Ein solcher Widerruf in Anwendung des Art. 53 Abs. 3 ATSG ist aber nur zulässig, 

solange die Beschwerdeantwort noch nicht erstattet worden ist. Nach drei vollständigen 

Schriftenwechseln ist der Widerruf der angefochtenen Verfügung deshalb nicht mehr möglich gewesen. 

Die Verfügung ist materiell auf ihre Rechtmässigkeit zu prüfen. 

2.  

2.1 Da sich der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens auf die Überprüfung der angefochtenen 
Verfügung auf deren Rechtmässigkeit beschränkt, muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen. Dieses hat sich nach der verbindlichen Abweisung des Begehrens 

um berufliche Eingliederungsmassnahmen am 4. Dezember 2023 auf die Prüfung des im Juni 2023 

eingereichten Rentenbegehrens und damit auf die Frage nach einem Rentenanspruch frühestens ab 

dem 1. Dezember 2023 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) beschränkt. Auf das Begehren um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen kann deshalb nicht eingetreten werden. 

2.2 Da es sich bei dem im Juni 2023 eingereichten Rentenbegehren um eine sogenannte 
Neuanmeldung gehandelt hat, hat das Eintreten darauf das Glaubhaftmachen einer relevanten 

Sachverhaltsveränderung seit dem 25. August 2016 erfordert. Diese Eintretenshürde ist mit dem Bericht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6/9 

des Pneumologen F.___ vom April 2023 gemeistert worden, weshalb die Beschwerdegegnerin zu 

Recht auf die Neuanmeldung eingetreten ist. 

3.  

Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während 
eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid 

ist, einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, 

in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 

geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

4.  

Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Herkunftsland eine Anlehre zur Zahntechnikerin absolviert, nach 

ihrer Einreise in die Schweiz aber nie im erlernten Beruf gearbeitet. Sie ist beim Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung seit Jahren als Servicefachangestellte tätig gewesen. Da sie über keine 

entsprechende Ausbildung verfügt hat, hat sie mit dieser Erwerbstätigkeit nur ein unter dem 
statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne liegendes Erwerbseinkommen erzielen können. 

Hätte sich ihr die Möglichkeit zu einem Wechsel in eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeit geboten, 

hätte sie davon Gebrauch gemacht. Der Umstand, dass sie ein unterdurchschnittliches 

Erwerbseinkommen erzielt hat, ist also auf Zwänge des invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten 

tatsächlichen Arbeitsmarktes zurückzuführen. Die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat jener 

einer durchschnittlichen Hilfsarbeiterin entsprochen, weshalb der statistische Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne als Valideneinkommen zu berücksichtigen ist. 

5.  

5.1 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, 
welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zugemutet 

werden können. Gemäss den Berichten der behandelnden Ärzte hat als einzige für die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin relevante Gesundheitsbeeinträchtigung eine chronische obstruktive 

Lungenerkrankung vorgelegen. Der behandelnde Pneumologe F.___ hat sich auf den Standpunkt 

gestellt, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Servicefachangestellte zwar nicht 
mehr, eine leidensadaptierte Tätigkeit aber uneingeschränkt zumutbar sei, was allerdings mittels einer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/9 

Spiroergometrie verifiziert werden sollte. Die im Auftrag der Beschwerdegegnerin vom Kantonsspital 

St. Gallen durchgeführte Spiroergometrie hat Ergebnisse geliefert, die die Angaben des Pneumologen 

F.___ bestätigt haben. Die Fachärzte haben nämlich gestützt auf jene Ergebnisse überzeugend 

begründet aufgezeigt, dass der Beschwerdeführerin nur noch körperlich sehr leichte Tätigkeiten, wie 

etwa reine Schreibtischarbeiten, zumutbar seien und dass für solche Tätigkeiten eine uneingeschränkte 
Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ hat diese Angaben als überzeugend 

qualifiziert. Angesichts des Umstandes, dass nur eine klar abgegrenzte pneumologische 

Gesundheitsbeeinträchtigung vorgelegen hat, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 

bezüglich der Arbeitsfähigkeit eine völlige Übereinstimmung zwischen den Angaben des behandelnden 

Facharztes F.___, der Sachverständigen des Kantonsspitals St. Gallen und der RAD-Ärztin Dr. G.___ 

bestanden hat, sind weitere medizinische Abklärungen nicht notwendig gewesen. Gestützt auf die 

eindeutige Aktenlage hat mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

festgestanden, dass die Beschwerdeführerin für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt 

arbeitsfähig gewesen ist. Die Aussage in der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 7. Juni 2024, die 

Atemnot führe zu Panikattacken und zu psychischen Tiefpunkten, kann nicht als ein Hinweis auf eine 

relevante psychische Erkrankung interpretiert werden, der die Beschwerdegegnerin verpflichtet hätte, 

weitere medizinische Abklärungen zu tätigen, zumal sich die Beschwerdeführerin damals nicht in einer 

psychiatrischen respektive psychotherapeutischen Behandlung befunden hat und deshalb keine 
entsprechenden Berichte hätten eingeholt werden können. Die Schilderungen in der Eingabe vom 7. 

Juni 2024 entsprechen nach der allgemeinen Lebenserfahrung vielmehr einer normalpsychischen 

Reaktion auf die durch die eigentliche Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Beschwerden. Damit 

steht fest, dass die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 2024 nicht in Verletzung der 

Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen ist. 

5.2 Allerdings hat sich die Beschwerdeführerin rund ein halbes Jahr nach der Eröffnung der 
angefochtenen Verfügung in eine psychiatrische Behandlung begeben. Der neu behandelnde 

Psychiater hat eine mittelgradige depressive Störung diagnostiziert. Die Schilderung der objektiven 

klinischen Befunde bezüglich dieser geltend gemachten mittelgradigen depressiven Störung ist 

äusserst spärlich ausgefallen und hat sich im Grunde auf eine Müdigkeit und Traurigkeit beschränkt, 

wobei zugleich (nicht psychisch bedingte) Schlafstörungen für die Müdigkeit verantwortlich gemacht 

worden sind. Trotzdem ist beim derzeitigen Aktenstand nicht auszuschliessen, dass die 

Beschwerdeführerin tatsächlich an einer depressiven Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

gelitten hat, die möglicherweise bereits im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung 
bestanden haben könnte. Der Sachverhalt erweist sich diesbezüglich als unvollständig ermittelt. Das 

massgebende Recht kann nicht auf einen unvollständig respektive falsch ermittelten Sachverhalt 

angewendet werden, wobei irrelevant ist, weshalb der Sachverhalt unvollständig oder falsch ermittelt 

worden ist. Auch wenn der Beschwerdegegnerin kein Vorwurf bezüglich der Sachverhaltsermittlung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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gemacht werden kann (vgl. E. 5.1 in fine), muss die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache 

zur weiteren Abklärung bezüglich der möglichen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung der 

Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden. 

6.  

Dieser Verfahrensausgang gilt hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen 
rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges Obsiegen der Beschwerdeführerin. Die angesichts des 

durchschnittlichen Verfahrensaufwandes bezüglich des Rentenanspruchs praxisgemäss auf 600 

Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der Verfahrensaufwand betreffend die beantragten beruflichen Eingliederungsmassnahmen ist 

vernachlässigbar gering gewesen, weshalb dafür keine Kosten erhoben werden. Der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die 

Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Der für 

deren Bemessung massgebende erforderliche Vertretungsaufwand ist wegen des geringen 

Aktenumfangs als deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Zudem ist die Parteientschädigung zu 

kürzen, weil sich der die beruflichen Eingliederungsmassnahmen betreffende Vertretungsaufwand nicht 

auf den Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bezogen hat. Allerdings ist ein dreifacher 

Schriftenwechsel durchgeführt worden, wodurch sich der Vertretungsaufwand erhöht hat. 

Zusammenfassend ist die Parteientschädigung auf 3’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und 
Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9/9 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Auf das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen wird nicht eingetreten. 

2.  
Die Sache wird zur Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. 

4.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit 3’000 Franken zu entschädigen. 

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		2026-01-28T04:10:03+0100
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