# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67bcce25-4a50-5709-aeaa-8654bf641c61
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.10.2024 BG.2024.55
**Docket/Reference:** BG.2024.55
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2024-55_2024-10-24

## Full Text

Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 24. Oktober 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Nathalie Zufferey, 

Gerichtsschreiberin Inga Leonova 

 

   
Parteien  KANTON URI, Staatsanwaltschaft des Kantons 

Uri,  

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

KANTON WALLIS, Staatsanwaltschaft, Zentrales 

Amt,  

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2024.55 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Am 7. November 2023 geriet ein auf einem Zug der A. Bahn verladener Last-

wagen während der Fahrt von Z. (VS) nach Y. (UR) im […]-Tunnel in Brand. 

Beim Eintreffen der Kantonspolizei Uri in Y. stand der Lastwagen in Voll-

brand. Der Lastwagenchauffeur, B., erlitt durch diesen Vorfall diverse Ver-

brennungen an der rechten Körperseite (Verfahrensakten UR, act. 1).  

 

 

B. Die Kantonspolizei Uri hat B. am 12. Dezember 2023 als geschädigte Person 

einvernommen (Verfahrensakten UR, act. 2). Die am 7. November 2023 in 

Z. für das Verladen der Fahrzeuge zuständige Person, C., wurde von der 

Kantonspolizei Uri am 23. Januar 2024 als beschuldigte Person einvernom-

men (Verfahrensakten UR, act. 2). Die Ermittlungsergebnisse hielt die Kan-

tonspolizei Uri im Rapport vom 9. April 2024 zuhanden der Staatsanwalt-

schaft des Kantons Uri (nachfolgend «StA Uri») fest (Verfahrensakten UR, 

act. 1). 

 

 

C. In der Folge gelangte die StA Uri am 24. Mai 2024 an die Staatsanwaltschaft 

des Kantons Wallis (nachfolgend «StA VS) und ersuchte um Verfahrens-

übernahme mit der Begründung, dass das später in Brand geratene Fahr-

zeug in Z. verladen worden sei. Zudem hätten die Ermittlungen ergeben, 

dass es im Bereich km 7.000 des […]-Tunnels zwischen der Dachantenne 

des beteiligten Lastwagens und der Fahrleitung zu einem Kurzschluss ge-

kommen sei. Auch dieser Abschnitt befände sich in Z. (Verfahrensakten UR, 

act. 15).   

 

 

D. Das Gesuch um Verfahrensübernahme lehnte die StA VS am 25. Juni 2024 

ab und wendete ein, dass sich der Tatort in einem Tunnel befände, weshalb 

dessen Eruierung schwierig sei. Aus den bisherigen Ermittlungen gehe 

hervor, dass bei km 10.400, km 7.047 und km 7.000 Spuren eines Kurz-

schlusses gefunden worden seien und dass es zwischen der Dachantenne 

des beteiligten Lastwagens und der Fahrleitung zu einem oder mehreren 

Kurzschlüssen gekommen sei, die womöglich zum Brand geführt hätten. Es 

könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass es nur einen einzigen Kurz-

schluss gegeben und dass nur der erste Kurzschluss zum Taterfolg geführt 

habe. Während sich km 7.000 noch im Wallis befinde, liege km 10.400 des 

[…]-Tunnels bereits im Kanton Uri. Bei Vorliegen von mehreren Erfolgsorten 

sei die Zuständigkeit in Anwendung von Art. 31 Abs. 2 StPO zu bestimmen. 

Die ersten Verfolgungshandlungen seien im Kanton Uri durchgeführt 

- 3 - 

 

 

worden, weshalb dort die Zuständigkeit liege. Zudem sei das Verfahren in 

analoger Anwendung der Ziff. 16 der Empfehlungen der Schweizerischen 

Staatsanwaltschaftskonferenz SSK zur Bestimmung der örtlichen Zuständig-

keit (nachfolgend «Gerichtsstandsempfehlungen») bei Straftaten in öffentli-

chen Verkehrsmitteln aus Zweckmässigkeitsgründen am Ausstiegsort zu 

führen (Verfahrensakten UR, act. 16).  

 

 

E. Der Oberstaatsanwalt des Kanton Uri gelangte mit Schreiben vom 19. Juli 

2024 an die StA VS und führte aus, dass es mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit nicht zu einem Stromfluss und dem daraus entstandenen 

Brand gekommen wäre, wenn die Dachantenne auf Anweisung des Beschul-

digten oder auch auf Eigeninitiative von B. demontiert worden wäre. Diese 

Unterlassung sei kausal für den Brand und der Tatort befinde sich in Z. Da 

Täterverhalten und Erfolgseintritt räumlich auseinanderfallen, handle es sich 

um ein Distanzdelikt, welches grundsätzlich am Ort der Begehung zu verfol-

gen sei. Ausserdem liege der Erfolgsort im Bereich km 7.000. Hinweise auf 

eine andere Brandursache als dem Kurzschluss in diesem Bereich hätten 

nicht ermittelt werden können. Schliesslich liege keine Straftat in einem öf-

fentlichen Verkehrsmittel vor. Die Unterlassung habe beim Verladen stattge-

funden und der Erfolg sei ausserhalb des öffentlichen Verkehrsmittels einge-

treten, nämlich zwischen der Dachantenne des beteiligten Lastwagens und 

der Fahrleitung (Verfahrensakten UR, act. 17).  

 

 

F. Die StA VS lehnte ihre Zuständigkeit mit Schreiben vom 25. Juli 2024 ab und 

wendete ergänzend ein, die Frage nach der Kausalität des Brandes sei 

Gegenstand der Untersuchung und dürfe für die Bestimmung des Gerichts-

standes nicht vorweggenommen werden (Verfahrensakten UR, act. 18). 

 

 

G. Im Sinne eines abschliessenden Meinungsaustausches ersuchte der Ober-

staatsanwalt des Kantons Uri die StA VS, Zentrales Amt, mit Schreiben vom 

14. August 2024 um Prüfung des Gerichtsstandes und machte erneut gel-

tend, dass sich die Zuständigkeit des Kantons Wallis aus Art. 31 Abs. 1 

Satz 1 StPO ergäbe. Zudem wies er ergänzend darauf hin, dass auch eine 

Verantwortlichkeit der A. Bahn nach Art. 102 StGB zu prüfen sei, deren Sitz 

sich im Kanton Wallis befinde. Die Zuständigkeit des Kanton Wallis ergäbe 

sich deshalb auch aus Art. 36 Abs. 2 StPO (Verfahrensakten UR, act. 19). 

  

- 4 - 

 

 

H. Die StA VS, Zentrales Amt, lehnte das Übernahmeersuchen mit Schreiben 

vom 5. September 2024 mit der Begründung ab, der Beschuldigte B. habe 

die Dachantenne seines Fahrzeugs nicht demontiert, weshalb es sich nicht 

um einen einzigen einheitlichen Tatort, sondern um einen andauernden Zu-

stand handle, der während der gesamten Fahrt gegeben wäre. Ein allfälliger 

Tatort wäre damit in beiden Kantonen gegeben. Bei mehreren Tat- und/oder 

Erfolgsorten seien die Behörden des Ortes zuständig, an dem zuerst Verfol-

gungshandlungen vorgenommen worden seien. Dies sei im Kanton Uri ge-

schehen (Verfahrensakten UR, act. 20). 

 

 

I. In der Folge gelangte der Oberstaatsanwalt des Kantons Uri mit Gesuch vom 

16. September 2024 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

mit dem Antrag, es seien die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Wallis 

für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die den Beschuldigten zur Last 

gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen (act. 1). 

 

 

J. Die Vernehmlassung des Kantons Wallis vom 24. September 2024, worin er 

die kostenfällige Abweisung des Gesuchs beantragt, wurde dem Oberstaats-

anwalt des Kantons Uri am 2. Oktober 2024 zur Kenntnis gebracht (act. 3, 4). 

 

Auf die eingereichten Akten und die Eingaben der Parteien wird, soweit er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und 

Form) sind vorliegend erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 

das Gesuch ist einzutreten. 

 

 

2.  

2.1 Für die Verfolgung und Beurteilung einer Straftat sind die Behörden des 

Ortes zuständig, an dem die Tat verübt worden ist (Art. 31 Abs. 1 StPO). Ist 

die Straftat an mehreren Orten verübt worden oder ist der Erfolg an mehreren 

Orten eingetreten, so sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem zuerst 

Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind (Art. 31 Abs. 2 StPO).  

 

- 5 - 

 

 

2.2 Der Ausführungsort befindet sich beim Begehungsdelikt dort, wo der Täter 

gehandelt hat, und geht als primärer Gerichtsstand allen anderen Gerichts-

ständen vor (BGE 86 IV 222 E. 1; TPF 2022 154 E. 3.2 m.w.H.; BAUM-

GARTNER, Die Zuständigkeit im Strafverfahren, 2014, S. 58 m.w.H.; 

SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsa-

chen, 2. Aufl., 2004, N. 65). In der Literatur wird dieser Ort auch als 

Handlungsort (BAUMGARTNER, a.a.O., S. 60) und als Tatort (BARTEZKO, 

Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 31 StPO N. 8) bezeichnet. Bei Unter-

lassungsdelikten liegt der Handlungsort dort, wo die beschuldigte Person 

hätte handeln sollen (BAUMGARTNER, a.a.O., S. 62 m.w.H.). Der Erfolgsort ist 

bei der Bestimmung des Gerichtsstands gegenüber dem Ausführungsort 

subsidiär und gilt nur dann, wenn es sich um ein Erfolgsdelikt oder ein 

konkretes Gefährdungsdelikt handelt, der Ort des Erfolgseintritts bekannt ist 

und in der Schweiz liegt (vgl. Art. 31 Abs. 1 Satz 2 StPO; BGE 86 IV 222 

E. 1; TPF 2017 170 E. 2.3.2 m.w.H.; Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BG.2022.34 vom 17. November 2022 E. 3.1-3.3 m.w.H.).  

 

2.3 Die Beurteilung der Gerichtsstandsfrage richtet sich nach der aktuellen 

Verdachtslage. Massgeblich ist nicht, was dem Beschuldigten letztlich nach-

gewiesen werden kann, sondern der Tatbestand, der Gegenstand der 

Untersuchung bildet, es sei denn, dieser erweise sich von vornherein als 

haltlos oder sei sicher ausgeschlossen. Der Gerichtsstand bestimmt sich 

also nicht nach dem, was der Täter begangen hat, sondern nach dem, was 

ihm vorgeworfen wird, das heisst, was aufgrund der Aktenlage überhaupt in 

Frage kommt. Dabei stützt sich die Beschwerdekammer auf Fakten, nicht 

auf Hypothesen. Generelle Vermutungen, Gerüchte, vorstellbare Lebensvor-

gänge oder mathematische Wahrscheinlichkeiten reichen zur Begründung 

eines Tatverdachts nicht aus (s. auch KARNUSIAN, Der Tatverdacht und seine 

Quellen, in forumpoenale 2016, S. 352 und 354; ACKERMANN, Tatverdacht 

und Cicero – in dubio contra suspicionem maleficii, in: Niggli/Hurtado 

Pozo/Queloz [Hrsg.], Festschrift für Franz Riklin, 2007, S. 319 ff.). Es gilt der 

Grundsatz in dubio pro duriore, wonach im Zweifelsfall auf den für den 

Beschuldigten ungünstigeren Sachverhalt abzustellen bzw. das schwerere 

Delikt anzunehmen ist (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2014.10 

vom 10. Juni 2014 E. 2.1). 

 

 

3.  

3.1  

3.1.1 Die Kriminaltechnik der Kantonspolizei Uri hielt im Rapport vom 9. April 2024 

zur Brandursache fest, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-

lichkeit zwischen der Fahrleitung und der Dachantenne auf dem Dach der 

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Fahrzeugkabine des Lastwagens zu einem Stromfluss gekommen sei, 

woraufhin die Fahrzeugkabine in Brand geraten sei und sich das Feuer 

danach auf den ganzen Lastwagen ausgebreitet habe. Unter Berücksichti-

gung aller Faktoren, Spuren und Aussagen von B. und C. kam die Kantons-

polizei Uri zum Schluss, dass es im […]-Tunnel der A. Bahn, im Bereich 

km 7.000, zwischen der Dachantenne des beteiligten Lastwagens und der 

Fahrleitung zu einem Kurzschluss gekommen sei. Hinweise auf eine andere 

Brandursache hätten nicht ermittelt werden können (Verfahrensakten UR, 

act. 1, S. 6, 12, 16).  

3.1.2 B. gab anlässlich der Einvernahme vom 12. Dezember 2023 u.a. zu Proto-

koll, den Autoverlad bereits mehrfach benutzt zu haben. Mit dem 

beschädigten Lastwagen sei er am besagten Tag erst zum zweiten Mal 

durch den Tunnel gefahren. Beim ersten Mal habe es keine Probleme gege-

ben, wobei er diese Fahrt ohne die Antenne vorgenommen habe. Da der 

Lastwagen neu gewesen sei, habe B. das Bahnpersonal gebeten, das Fahr-

zeug auszumessen. Nach dem Vermessen sei er angewiesen worden, die 

Antenne des Lastwagens zu entfernen. Bei der zweiten Fahrt auf dem Auto-

verlad habe ihm das Bahnpersonal nicht gesagt, dass er die Antenne herun-

terzunehmen habe, und er habe selber nicht daran gedacht. Nach der Fahrt 

auf den Verladezug habe er die Luft aus der Luftfederung abgelassen und 

den Lastwagen voll abgesenkt. Danach habe er den Zündschlüssel gezogen 

und während der Fahrt habe er keine Veränderungen am Fahrzeug vorge-

nommen, welche die Luftfederung nach oben hätten verändern können. 

Beim alten Lastwagen habe er vom Personal nicht immer die Anweisung er-

halten, die Antenne zu entfernen. Dies sei auch bei den Anderen aus der 

Firma so gewesen; mal mit und mal ohne Antenne. Er mache das, was ihm 

das Personal sage (Verfahrensakten UR, act. 3, S. 2 ff.).  

3.1.3 C. gab gegenüber der Polizei am 23. Januar 2024 an, dass er als Rampen-

wärter für die Abwicklung des Auf- bzw. Entladens des Autozuges und damit 

für die Einhaltung von Vorschriften für den Verlad von Grossraumfahrzeugen 

(inkl. deren Höchstmasse) verantwortlich sei. Am 7. November 2023 sei er 

als Rampenwärter im Einsatz gewesen und er habe die Antenne auf dem 

Fahrzeugdach des von B. gelenkten Lastwagens nicht bemerkt. Anlässlich 

des Gesprächs mit B. habe er gemerkt, dass Letzterer bereits mehrmals 

beim Autoverlad gewesen sei, und sei davon ausgegangen, dass er eine 

kleine Antenne habe, welche die Gesamthöhe nicht überschreite. Er könne 

sich nicht erinnern, ob er B. am 7. November 2023 gesagt habe, dass er die 

Antenne abnehmen müsse. Es ist möglich, dass B. hierzu vom Bahnperso-

nal nicht aufgefordert worden sei. In Bezug auf Dachantennen gab C. an, 

dass diese beim Verladen oder sicheren Transport ein Problem sein können. 

Die praxisbezogenen Instruktionen der Teamleitung und Mitarbeiter würden 

- 7 - 

 

 

jedoch von denjenigen abweichen, die zu diesem Zeitpunkt gegolten hätten. 

Die lokalen Bestimmungen hätten klar gesagt, dass bei jedem Grossraum-

fahrzeug die Antenne abmontiert werden müsse. Die Handhabung, die Pra-

xis und wie er [C.] instruiert worden sei, sei jedoch so gewesen, dass wenn 

die Antenne die maximale Ladeprofilhöhe nicht überschreite, sie nicht ab-

montiert worden sei. Nach dem Vorfall vom 7. November 2023 seien Sofort-

massnahmen erlassen worden, u.a. sei die Maximalhöhe herabgesetzt wor-

den (Verfahrensakten UR, act. 2, S. 2 ff.). 

3.2  

3.2.1 Wer fahrlässig zum Schaden eines andern oder unter Herbeiführung einer 

Gemeingefahr eine Feuersbrunst verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 

einem Jahr oder Geldstrafe bestraft (Art. 222 Abs. 1 StGB). Wird fahrlässig 

Leib und Leben von Menschen in Gefahr gebracht, ist die Strafe Freiheits-

strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 222 Abs. 2 StGB). Fahrlässig 

handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 

nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvor-

sichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den 

Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist 

(Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Verursachung 

einer Feuersbrunst setzt voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung 

einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Dies ist der Fall, wenn der Täter zum 

Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und 

Fähigkeiten die Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen kön-

nen und müssen, und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos 

überschritten hat. Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebie-

ten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach 

diesen Vorschriften (BGE 148 IV 39 E. 2.3.3; 145 IV 154 E. 2.1; 143 IV 138 

E. 2.1; je mit Hinweis). Fehlen solche, kann auf analoge Regeln privater oder 

halbprivater Vereinigungen abgestellt werden, sofern diese allgemein aner-

kannt sind. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch 

auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz 

gestützt werden kann (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 127 IV 62 E. 2d.; je mit Hinwei-

sen). Die Zurechenbarkeit des Erfolgs bedingt die Vorhersehbarkeit nach 

dem Massstab der Adäquanz. Weitere Voraussetzung ist, dass der Erfolg 

vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und 

geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblie-

ben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des 

Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache 

des Erfolgs bildete (BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteile des Bun-

desgerichts 6B_1144/2023 vom 22. Mai 2024 E. 1.3.2; 6B_535/2019 vom 

13. November 2019 E. 1.3.1; 6B_1091/2016 vom 18. Mai 2017 E. 3.2.1).  

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=10&from_date=29.10.2019&to_date=17.11.2019&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-IV-56%3Ade&number_of_ranks=0#page56

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3.2.2 Der Täter muss durch sein Tun die Ursache oder mindestens eine Ursache 

für die Feuersbrunst gesetzt haben. Es genügt, wenn eine bereits vorhan-

dene Gefahr gesteigert wird. Das Verhalten des Täters braucht also nicht 

alleinige oder unmittelbare Ursache des Erfolgs zu sein. Was bei feuerge-

fährlichen Tätigkeiten bzw. bei der Überwachung solcher Gefahrenquellen 

als pflichtgemässes sorgfältiges Verhalten gilt, kann sich zum einen aus 

entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen ergeben. Zum anderen kann 

auch der allgemeine Grundsatz, wonach derjenige, der einen Gefahrenzu-

stand geschaffen hat, alles Zumutbare tun muss, damit die Gefahr zu keiner 

Verletzung fremder Rechtsgüter führt (sogenannter Gefahrensatz), herange-

zogen werden. Für die Bestimmung der zu beachtenden Sorgfaltspflicht ist 

auch folgender Grundsatz massgebend: Je näher die Wahrscheinlichkeit ei-

ner Verletzung und je höher die zu befürchtende Schädigung, desto grösser 

muss die Sorgfalt sein. Im Übrigen, insbesondere wenn keine spezifischen 

Vorschriften bestehen, beurteilt sich die Frage nach einer allfälligen pflicht-

widrigen Unvorsichtigkeit nach Art. 12 Abs. 3 StGB. Die Vorsicht, zu der ein 

Täter verpflichtet ist, wird also letztlich durch die konkreten Umstände und 

seine persönlichen Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tat-

sächlichen Gegebenheiten in Vorschriften gefasst werden können (BGE 135 

IV 56 E 2.1 S. 64 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_175/2009 vom 12. Juni 

2009 E. 2.1; ROELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 222 StGB N. 8). 

3.3  

3.3.1 Gestützt auf die bisherigen Ermittlungsergebnisse kommt die Kantonspolizei 

Uri zum Schluss, dass der von B. gelenkte Lastwagen die im […]-Tunnel 

maximal zulässige Höhe wegen der nicht entfernten Dachantenne deutlich 

überschritten hatte und es mutmasslich aufgrund eines zwischen der Fahr-

leitung und der Dachantenne auf dem Lastwagen entstandenen Stromflus-

ses zum Brand kam. Wäre die Antenne des Lastwagens beim Verladen in Z. 

abmontiert worden, wäre es somit gestützt auf die Angaben im Polizeirapport 

vom 9. April 2024 höchstwahrscheinlich nicht zum Fahrzeugbrand gekom-

men. Unbestrittenerweise war der Beschuldigte C. aufgrund seiner Stellung 

bei der A. Bahn für die Kontrolle der auf den Zug beladenen Fahrzeuge ver-

antwortlich. Hätte C. B. am 7. November 2023 angewiesen, die Antenne zu 

entfernen, hätte der Fahrzeugbrand höchstwahrscheinlich verhindert werden 

können. Damit hatte C. durch seine unterlassene Anweisung an B. eine mut-

massliche (Mit-)Ursache für den Brand gesetzt. Wie der Gesuchsteller zu-

treffend ausführt, ist vorliegend ein Distanzdelikt zu beurteilen, da die tatbe-

standsmässige Handlung und der tatbestandsmässige Erfolg zeitlich und ört-

lich auseinanderfallen. Gerichtstandsrechtlich ist auch in diesem Fall in ers-

ter Linie der Handlungsort massgebend (BAUMGARTNER, S. 64 f. m.w.H.). Da 

die Demontage der Dachantenne am Verladeort in Z. hätte vorgenommen 

werden müssen, liegt dort der Handlungsort (supra E. 2.2). 

- 9 - 

 

 

3.3.2 Die Zuständigkeit des Kantons Wallis ergibt sich ferner aus Art. 36 Abs. 2 

Satz 1 StPO. Diese Bestimmung sieht vor, dass für das Strafverfahren gegen 

ein Unternehmen nach Art. 102 StGB die Behörden am Sitz des Unterneh-

mens zuständig sind. Im Polizeirapport vom 9. April 2024 wird nebst C. auch 

die A. Bahn als Beschuldigte aufgeführt. Zu ihrem Verschulden wurde im 

Rapport unter Verweis auf die Betriebsvorschriften der A. Bahn (inkl. An-

hänge und Ergänzungen) festgehalten, dass die Zuständigkeit für den stö-

rungsfreien Betrieb des Autoverlades und der damit verbundenen Einhaltung 

der Vorschriften bei der A. Bahn resp. ihren Verantwortlichen liege. Bei Mes-

sungen der Höhe der Fahrleitungen sei festgestellt worden, dass die 

Mindesthöhe zwischen Schienenoberkante und Fahrleitung von 4850 mm 

wiederholt unterschritten worden sei. Im Bereich des mutmasslichen Strom-

flusses bei km 7.000 habe dieser Abstand sogar nur 4748 mm betragen. Ins-

besondere wies die Kantonspolizei Uri darauf hin, dass, unabhängig davon, 

aus welchem Grund die Fahrleitung derart tief gehangen habe, dies bei ent-

sprechenden Kontrollen hätte festgestellt werden müssen. Im Zuge der ge-

tätigten Abklärungen hätten jedoch keine Unterlagen erhältlich gemacht wer-

den können, die eine ganzheitliche Kontrolle der Fahrleitung im […]-Tunnel 

belegen würden. Es könne deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass den 

Verantwortlichen der A. Bahn bekannt gewesen sei, dass die Fahrleitung zu-

mindest teilweise zu tief gewesen sei (Verfahrensakten UR, act. 1, S. 13 f.).  

Gestützt auf die Angaben im Rapport vom 9. April 2024 kann die Verantwort-

lichkeit der A. Bahn nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere hätte die 

Mindesthöhe zwischen Schienenoberkante und Fahrleitung von 4850 mm 

eingehalten werden müssen. Da der Beschuldigte C. Rampenmitarbeiter 

war, fiel die Kontrolle der erwähnten Mindesthöhe wohl nicht in seinen Auf-

gabenbereich. Gegenteiliges ergibt sich weder aus den bisherigen Abklärun-

gen der Kantonspolizei Uri noch den Ausführungen des Gesuchsgegners. 

Damit kann eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der A. Bahn nach Art. 102 

Abs. 1 StGB zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Folglich 

ist für den Gerichtsstand unabhängig vom Begehungs- und Erfolgsort der 

Sitz des Unternehmens massgebend, so wie er sich aus dem 

Handelsregister oder Art. 56 ZGB ergibt (vgl. TPF 2019 62 E. 4.1; 2012 62 

E. 2.1; s.a. BAUMGARTNER, a.a.O., S. 337 f.; Beschluss des Bundesstrafge-

richts BG.2021.41 vom 21. Oktober 2021 E. 3.2.1 ff. m.w.H.). Dies gilt 

ebenso, wenn sich das Verfahren wegen des gleichen Sachverhalts – wie im 

vorliegenden Fall – auch gegen eine für das Unternehmen handelnde Person 

richtet (vgl. Art. 36 Abs. 2 Satz 2 StPO). Der Sitz des Unternehmens liegt im 

Kanton Wallis (vgl. online Handelsregisterauszug https[…], besucht am 

22. Oktober 2024). 

https://vo.chregister.ch/cr-portal/auszug/auszug.xhtml?uid=CHE-104.075.581

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3.3.3 Betreffend den Geschädigten B. ist Folgendes anzumerken: B. wird im Poli-

zeirapport vom 9. April 2024 nicht als beschuldigte Person aufgeführt, 

obschon darin auch sein Verschulden am Vorfall vom 7. November 2023 

thematisiert wird. Namentlich wird im Rapport ausgeführt, dass es für B. die 

zweite Fahrt mit diesem Lastwagen mit der A. Bahn gewesen sei. Aufgrund 

der Vermessung des Lastwagens bei der ersten Fahrt muss B. gewusst ha-

ben, dass der Lastwagen mit montierter Dachantenne die zulässige Maxi-

malhöhe überschreiten würde. Sich ausschliesslich auf die Anweisungen 

des Personals zu verlassen, greife aus Sicht der Polizei zu kurz. Dies aus 

Eigeninitiative zu tun, wäre eine Möglichkeit gewesen, den Vorfall zu verhin-

dern (Verfahrensakten UR, pag. 1, S. 13). Selbst wenn das Verschulden von 

B. am Vorfall vom 7. November 2023 nicht auszuschliessen und das Straf-

verfahren auf ihn auszudehnen wäre, würde dies an der Zuständigkeit des 

Gesuchsgegners jedoch nichts ändern, zumal auch B. der Vorwurf gemacht 

würde, die Dachantenne am Verladeort nicht abmontiert zu haben. Somit 

läge auch diesfalls der Ort der pflichtwidrig unterlassenen Handlung im Kan-

ton Wallis.  

3.4 Vorliegend ist kein Grund i.S.v. Art. 40 Abs. 3 StPO ersichtlich, um vom oben 

festgestellten Gerichtsstand abzuweichen. Ebenso wenig stellen die vom 

Gesuchsgegner erwähnten Gerichtsstandsempfehlungen einen triftigen 

Grund dar, um vom gesetzlichen Gerichtsstand abzuweichen. Zum einen 

handelt es sich dabei um interne Vereinbarungen zwecks Vermeidung von 

Gerichtsstandskonflikten, welche die gesetzlichen Regeln nicht ausser Kraft 

setzen, sondern lediglich bundesrechtlich zulässige Gerichtsstandsabspra-

chen erleichtern und fördern sollen (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BG.2019.14 vom 28. Mai 2019 E. 2.2; SCHLEGEL, Zürcher Kommentar, 

3. Aufl. 2020, Art. 31 StPO N. 11; vgl. zuletzt u.a. Beschlüsse des Bun-

desstrafgerichts BG.2024.23 vom 24. September 2024 E.4; BG.2024.24 vom 

17. Juli 2024 E. 2). Zum anderen ist vorliegend kein klassischer Fall einer im 

öffentlichen Verkehrsmittel begangenen Straftat zu beurteilen. Die vom 

Gesuchsgegner vorgeschlagene (analoge) Anwendung der Ziff. 16 der 

Gerichtsstandsempfehlungen wäre deshalb auch aus diesem Grund abzu-

lehnen.  

 

 

4. Nach dem Gesagten ist das Gesuch gutzuheissen und es sind die Strafbe-

hörden des Kantons Wallis für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die C. 

und der A. Bahn zur Last gelegten Delikte zu verfolgen und zu beurteilen.  

- 11 - 

 

 

5. Praxisgemäss ist bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten keine Ge-

richtsgebühr zu erheben (TPF 2023 130 E. 5.1; vgl. schon BGE 87 IV 145).  

- 12 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafbehörden des Kantons Wallis sind berechtigt und verpflichtet, die C. 

und der A. Bahn zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 24. Oktober 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Uri 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (Art. 79 BGG).