# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98ccd8d7-855d-5573-8c71-b6eed692eb99
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2012 IV 2010/69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-69_2012-04-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/69

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 25.04.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2012
Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 28 IVG. Gerichtliche Prüfung 
der Frage, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch 
"invaliditätsfremde" Gesichtspunkte mit berücksichtigt hat, welche vom 
sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich bleiben 
müssen. Aufgrund eines verselbständigten psychischen 
Gesundheitsschadens können sich selbst invaliditätsfremde Faktoren 
mittelbar invaliditätsbegründend auswirken. Gewährung eines 
Tabellenlohnabzugs aufgrund eines ganztägigen Arbeitspensums mit 
erheblich verminderter Arbeitsleistung (50%) und erhöhtem Krankheitsrisiko. 
Anstatt der zugesprochenen Viertelsrente steht dem Beschwerdeführer eine 
halbe Rente zu (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 
vom 25. April 2012, IV 2010/69). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
9C_437/2012

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg-Haltinner, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers, 

a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Jorge Lopez

Entscheid vom 25. April 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 14. September 2007 (Eingangsdatum) zum Leistungsbezug 

bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Der Versicherte war seit 1. September 1996 

bei der B.___ AG als Maschinenführer angestellt. Auf Ende Februar 2008 wurde diese 

Beschäftigung gekündigt, wobei der Versicherte krankheitsbedingt lediglich bis 23. Mai 

2007 arbeitete (IV-act. 24, 22/1-7, 12). Gemäss Bericht der Arbeitgeberin vom 

22. Oktober 2007 (Eingangsdatum) bestanden keine Möglichkeiten für eine 

Umplatzierung im bisherigen Betrieb (IV-act. 22/2). Die Arbeitsvermittlung wurde am 

28. Juli 2008 durch die IV-Eingliederungsberatung eingestellt, weil der Versicherte sich 

subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 36).

B.       

B.a   Der seit 1992 behandelnde Arzt Dr. med. C.___, Allgemeine Medizin FMH, hatte 

dem Versicherten im Zusammenhang mit Rückenbeschwerden verschiedentlich eine 

Arbeitsunfähigkeit zwischen 50% und 100% bescheinigt, u.a. eine solche von 100% 

vom 12. Juli 2006 bis zum 13. August 2006, eine solche von 50% vom 14. August 2006 

bis zum 17. September 2006 und eine solche von 100% seit 29. Mai 2007 (IV-act. 3).

B.b   Der Versicherte war am 28. Juni 2007 nach einer sechsmonatigen depressiven 

Symptomatik mit Gewichtsverlust (14kg) akut suizidal in der Klinik für Psychiatrie, 

Psychotherapie und Suchtbehandlung St. Pirminsberg untergebracht worden, wo er 

bis zum 12. Oktober 2007 blieb. Diese Entwicklung sei durch vielfältige psychosoziale 

Belastungsfaktoren, nämlich Trennung von der Frau und den Kindern, Schulden und 

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bevorstehendem Verlust des Arbeitsplatzes ausgelöst und aufrechterhalten worden - 

so der Hospitalisationsbericht von Dr.med. D.___, Oberärztin, vom 9. November 2007. 

Aufgrund der Anamnese sei eine bipolare affektive Störung - mit wohl erster 

Manifestation einer mittelgradigen depressiven Episode - anzunehmen (IV-

act. 28/8-11).

B.c   In einem Arztbericht vom 24. September 2007 zuhanden der IV-Stelle stellte 

Dr. C.___ unter anderem die Diagnosen schwere depressive Episode ohne 

psychotische Symptome und chronische rezidivierende Rückenbeschwerden. Der 

Hausarzt attestierte seit 29. Mai 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 13/3).

B.d   In einem Arztbericht vom 25. Oktober 2007 zuhanden der IV-Stelle hatte die Klinik 

St. Pirminsberg angegeben, dass von psychiatrischer Seite her nach völliger Remission 

der affektiven Symptomatik von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen 

sei (IV-act. 23/4).

B.e   Im Hinblick auf eine ab 12. Februar 2008 angekündigte psychotherapeutische 

Behandlung teilte Dr. C.___ mit Schreiben vom 30. Januar 2008 der Psychiaterin 

Dr. med. E.___ mit, dass die psychische Problematik des Versicherten vorwiegend 

somatisiert werde und sich in Form von Rückenschmerzen und muskulärer 

Verspannung manifestiere. Diesbezüglich sei eine physiotherapeutische Behandlung 

eingeleitet worden (IV-act. 28/5).

B.f     Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, 

Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, stellte am 20. März 2008 die 

Diagnosen cervical- und lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit pseudo-radikulärer 

Ausstrahlung rechts und degenerative Veränderungen der LWS mit Discopathie L5/S1. 

Der Versicherte habe Arbeiten über dem Kopf und in vornübergeneigter Haltung sowie 

das Heben von schweren Lasten - nicht mehr als 15 kg kurzfristig und 4 kg längerfristig 

- zu vermeiden. Er sei für eine leichte,

wechselbelastende Arbeit mit wahlweise Sitzen oder Stehen zu 100% arbeitsfähig (IV-

act. 28/6f.).

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B.g   Dr. C.___ berichtete am 5. Mai 2008 zuhanden der IV-Stelle, ein am 19. November 

2007 begonnener Arbeitsversuch sei infolge Verschlechterung der psychischen 

Situation abgebrochen worden. Seit 8. Dezember 2007 bestehe daher eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 28 und 30).

B.h   Dr. med. E.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ging in einem Bericht vom 

8. Juli 2008 zuhanden der IV-Stelle – unter Hinweis auf eine bipolare affektive Störung, 

ggw. mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F13.31) und einen Status nach 

dissoziativer Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4) – von einer zumutbaren halbtägigen 

Arbeitszeit bei voller Leistung in einer adaptierten Tätigkeit aus (IV-act. 31).

B.i     Das Institut für medizinische und ergonomische Abklärungen (IME) erstellte am 

17. Juli 2008 ein interdisziplinäres Gutachten zuhanden des Krankentaggeld-

Versicherers. Das IME schätzte die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aufgrund einer 

psychiatrischen, rheumatologischen und ergonomischen Begutachtung auf 50% in 

einer adaptierten Tätigkeit (act. G 3.2)

B.j     Die IV-Stelle beauftragte am 21. Oktober 2008 die Medizinische Abklärungsstelle 

(MEDAS) Ostschweiz mit einer interdisziplinären Begutachtung (IV-act. 41). Das 

MEDAS-Gutachten wurde am 18. März 2009 – unter Einbezug des psychiatrischen 

Teilgutachtens des Dr. med. G.___, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. Februar 

2009 (IV-act. 46/17-20) – durch Dr. med. H.___, Allgemeine Medizin FMH, Facharzt für 

Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. I.___, Innere Medizin 

und Rheumatologie FMH, erstellt. Die Experten führten als Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode [im Rahmen einer 

manisch-depressiven Störung?] (ICD-10: F31.31), eine emotional instabile 

Persönlichkeit mit ängstlich-abhängigen Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) und ein 

diffuses chronisches Schmerzsyndrom cervicocephal und –brachial sowie thorakal 

rechts und lumboischialgiform rechts mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden an. 

Ohne wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen Status nach 

dissoziativer Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4), Status nach schädlichem Gebrauch 

von Alkohol (ICD-10: F10.1), Abhängigkeitssyndrom bei Gebrauch von Tabak (ICD-10: 

F17.25) und Status nach traumatischer Endgliedamputation Mittelfinger links. Es liege 

weder ein klassisches Fibromyalgiesyndrom noch eine somatoforme Schmerzstörung 

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vor. Für die Zeitspanne vom 28. Juni 2007 bis 12. Oktober 2007 habe eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit bestanden. Danach betrage die Arbeitsfähigkeit sowohl in der 

bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit 50% (IV-act. 46/1-16).

B.k   In einer Stellungnahme vom 28. April 2009 hielt der Regionale Ärztliche Dienst der 

Invalidenversicherung (RAD) Ostschweiz fest, dass das MEDAS-Gutachten in sich 

widerspruchsfrei sei und seine medizinische Schlussfolgerungen 

versicherungsmedizinisch plausibel und nachvollziehbar seien (IV-act. 47).

C.     

C.a   Mit Vorbescheid vom 22. Mai 2009 ermittelte die IV-Stelle ausgehend von einer 

zumutbaren Arbeitsleistung von 50% einen Invaliditätsgrad von 48% und stellte die 

Zusprache einer Viertelsrente ab 1. Mai 2008 in Aussicht (IV-act. 51). Dagegen erhob 

der Versicherte mit Eingabe vom 11. Juni 2009 (IV-act. 55) und ergänzender 

Begründung vom 13. Juli 2009 (IV-act. 57) Einwand.

C.b   In einem Verlaufsbericht vom 5. August 2009 teilte Dr. E.___ der IV-Stelle eine 

Verschlechterung des psychischen Zustandes mit. Die Psychiaterin habe im Jahr 2009 

den Versicherten lediglich dreimal gesehen und dabei einen massiven Gewichtsverlust 

und eine depressive Stimmungslage festgestellt. Die Prognose sei ungünstig und eine 

stationäre psychiatrische Behandlung erforderlich (IV-act.  58).

C.c   Am 13. Januar 2010 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid die Zusprache 

einer Viertelsrente ab 1. Mai 2008 (IV-act. 72).

D.       

D.a    Gegen die Verfügung vom 13. Januar 2010 richtet sich die von Rechtsanwältin I. 

Zuber Hofer für den Versicherten am 15. Februar 2010 erhobene Beschwerde mit dem 

Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine 

halbe Invalidenrente zuzusprechen, unter Kosten und Entschädigungsfolgen. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. Zur materiellen Begründung der Beschwerde wird hauptsächlich 

ausgeführt, dass aufgrund des reduzierten Beschäftigungsgrades, der Nationalität, der 

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mangelhaften Sprachkenntnisse und der psychisch bedingten starken 

Leistungsschwankungen ein Abzug von mindestens 15% von den Löhnen der LSE 

vorgenommen werden müsse (act. G 1).

D.b    In der Beschwerdeantwort vom 30. März 2010 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Feststellung, dass kein 

Rentenanspruch bestehe. Sie hält fest, dem Beschwerdeführer sei zu Unrecht eine 

Viertelsrente zugesprochen worden, denn dieser sei nicht in rentenbegründendem 

Ausmass invalid. Die depressive Episode habe sich gutachtensmässig einerseits aus 

einer nicht objektivierbaren Schmerzsymptomatik und andererseits im Zusammenhang 

mit Problemen in der Ehe und finanziellen Schwierigkeiten entwickelt. Wenn aber 

solche psychosoziale Faktoren derart im Vordergrund stünden und die depressive 

Symptomatik mitbestimmen und unterhalten würden, könne nur eine ausgeprägte 

psychische Störung von Krankheitswert eine Invalidität begründen. Die mittelgradige 

depressive Episode bilde allerdings keine solche ausgeprägte psychische Störung und 

die instabile Persönlichkeit mit ängstlich abhängigen Zügen falle nicht unter den Begriff 

des rechtserheblichen Gesundheitsschadens. Dem MEDAS-Gutachten sei somit in 

Bezug auf die medizinischen Tatsachenfeststellungen voller Beweiswert beizumessen. 

Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, sei jedoch (mangels eines invalidisierenden 

psychischen Gesundheitsschadens) abweichend von den gutachterlichen 

Schlussfolgerungen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für behinderungsangepasste 

Tätigkeiten auszugehen. Dadurch liege in erwerblicher Hinsicht keine 

invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse in rentenbegründendem Ausmass vor. Die 

Gewährung eines 15%igen Abzuges ändere nichts daran und sei zudem nicht 

gerechtfertigt. Denn dem Beschwerdeführer seien leichte bis mittelschwere Arbeiten 

noch zumutbar. Ein Teilzeitabzug falle aufgrund der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

für angepasste Tätigkeiten nicht in Betracht. Die Nationalität könne ausser Acht 

gelassen werden, weil die Erfassung von statistischen Löhnen auf den Einkommen der 

schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung beruhe. Auch die angeblich 

schlechten Sprachkenntnisse seien für Hilfsarbeiten nicht als einkommensmindernder 

Faktor anzusehen und für einen psychisch bedingten Abzug vom Tabellenlohn bestehe 

ebenfalls kein Anlass (act. G 3).

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D.c    Dem in der Beschwerdeschrift enthaltenen Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung wird am 8. April 2010 von der Verfahrensleitung des 

Versicherungsgerichts entsprochen (act. G 4).

D.d   Mit Replik vom 12. Mai 2010 führt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

aus, dass sowohl die Gutachter der Krankentaggeldversicherung als auch die von der 

Beschwerdegegnerin eingesetzte MEDAS Ostschweiz, die behandelnden Ärzte und der 

Regionale Ärztliche Dienst (RAD) zum Schluss gekommen seien, der Beschwerdeführer 

sei lediglich zu 50% arbeitsfähig. Angesichts der Tatsache, dass der Rechtsdienst der 

Beschwerdegegnerin über keine fachpsychiatrischen Qualifikationen verfüge und keine 

direkte Untersuchung vorgenommen habe, sei dessen Behauptung über eine aus 

psychischen Gründen nicht beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit zurückzuweisen. 

Andererseits sei ein 15%iger Abzug vom Tabellenlohn angemessen, weil die 

angepasste Tätigkeit leicht wechselbelastend sein solle. Dabei betrage die maximale 

Gewichtsbelastung 10kg. Zwangshaltungen der Wirbelsäule und Überkopfarbeiten 

seien zu vermeiden (act. G 6).

D.e   Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom 27. Mai 2010 auf die 

Einreichung einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen:

1.      

Während der Beschwerdeführer lediglich die Höhe der zugesprochenen Rente 

beanstandet, stellt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort in Abrede, dass 

dem Beschwerdeführer überhaupt eine Invalidenrente zusteht. Einen solchen 

Leistungsanspruch haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG diejenigen versicherten Personen, 

die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch (Wartezeit) durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen (Art. 6 Satz 1 ATSG) und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 8 Abs. 1 ATSG), sofern sie ihre 

Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, 

erhalten oder verbessern können (vgl. Art. 16 ATSG).

2.      

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2.1    Zum anwendbaren Recht ist anzumerken, dass die 5. Revision der 

Invalidenversicherung (AS 2007 5129 ff.) am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist. 

Angefochten ist vorliegend eine Verfügung vom 13. Januar 2010 (IV-act. 72), die 

aufgrund einer IV-Anmeldung vom 14. September 2007 ergangen ist (IV-act. 1). Der zu 

beurteilende Sachverhalt entwickelte sich teilweise vor dem Zeitpunkt des 

Inkrafttretens der 5. IV-Revision. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit 

eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist für die 

Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem 

Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: 

BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches 

Versicherungsgericht, EVG] vom 7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1).

2.2    In diesem Urteil werden dennoch die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) wiedergegeben. Dies zum einen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Be­

griffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber 

der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Zum andern, da die 

frühere Regelung in Bezug auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns (aArt. 29 Abs. 1 lit. b 

IVG) und die Nachzahlung von Leistungen (aArt. 48 Abs. 2 IVG) vorliegend zu keinen 

anderen Rechtsfolgen führt als zu denjenigen des anderslautenden neuen Rechts. 

Denn die für die Wartezeit erforderliche ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit fing 

jedenfalls erst im Mai 2007 an, sodass ein allfälliger Rentenbeginn bei Anmeldung zum 

Leistungsbezug im September 2007 sowohl nach altem als auch nach neuem Recht 

auf den Mai 2008 festzulegen ist (vgl. IV-act. 48/2).

3.      

Strittig und zunächst zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer an einer invalidisierenden 

Gesundheitsschädigung leidet.

3.1    Invalidität ist gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

durch eine körperliche, geistige oder psychische Gesundheitsschädigung als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder 

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längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Erfasst wird damit der Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten in jeder zumutbaren Tätigkeit. Dieser Verlust muss auf eine 

Gesundheitsschädigung zurückgeführt werden können und nach Vornahme von 

zumutbaren Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen verbleiben (Art. 7 Abs. 1 

ATSG). Die Tatsache, dass eine versicherte Person nicht imstande ist, im bisherigen 

Beruf zu arbeiten bzw. als arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 Satz 1 ATSG gilt, führt 

nicht zur Invalidität, wenn sie ohne wesentliche Erwerbseinbusse eine andere 

zumutbare Tätigkeit ausüben kann.

3.2    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% 

auf eine Viertelsrente. Der Invaliditätsgrad bei Erwerbstätigen ist der in Prozenten 

ausgedruckte Fehlbetrag, der aus dem Vergleich zwischen den möglichen 

Erwerbseinkommen ohne und mit Gesundheitsschaden resultiert (Art. 16 ATSG). Um 

den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die rechtsanwendenden Behörden auf 

die fachärztliche Feststellung der Gesundheitsschäden (Befunderhebung und 

Diagnose) angewiesen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 

der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 

können (BGE 125 V 261 E. 4; vgl. BGE 105 V 158 E. 1 und ZAK 1982 S. 34).

3.3    Die rechtsanwenden Behörden haben alsdann die erwerblichen Auswirkungen 

der Gesundheitsschädigung zu ermitteln. Dabei dürfen sie sich weder über die 

medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen 

Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur verbliebenen Arbeitsfähigkeit unbesehen 

ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen 

machen. Insbesondere haben sie zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit auch "invaliditätsfremde" Gesichtspunkte mit berücksichtigt, welche 

vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich bleiben müssen 

(BGE 130 V 355f. E. 2.2.5; vgl. Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSG).

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4.      

Unbestritten ist, dass das MEDAS-Gutachten vom 18. März 2009 nach eigenen 

Untersuchungen der MEDAS-Experten auf den Erkenntnissen allgemeinmedizinischer, 

rheumatologischer und psychiatrischer Fachrichtungen sowie auf einer 

interdisziplinären Konsensdiskussion beruht, das vorgebrachte Leiden sowie die 

Vorakten berücksichtigt, die medizinischen Zusammenhänge nachvollziehbar darlegt 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet, weshalb es als 

medizinische Grundlage eine zuverlässige Beurteilung der verbliebenen 

Erwerbsfähigkeit gestattet (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a).

5.      

Zu prüfen ist allerdings das Argument der Beschwerdegegnerin im Schriftenwechsel, 

wonach sie eigentlich von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 

hätte ausgehen müssen, weil die aufgrund psychischer Beeinträchtigungen festgelegte 

gutachterliche Arbeitsfähigkeit von 50% auf invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen 

sei.

5.1    Der versicherungsrechtliche Sammelbegriff "invaliditätsfremde Faktoren" ist 

irreführend, weil sein Wortlaut lediglich auf einen leistungsausschliessenden Charakter 

hinzuweisen scheint. Diese nicht gesundheitsbedingten, insbesondere psychosozialen 

und soziokulturellen Umstände fallen dennoch einerseits bei ausgeprägten 

psychischen Störungen und andererseits im Zusammenhang mit der Prüfung der 

zumutbaren Arbeitsleistung und der Bemessung des Invaliditätsgrads (Leidensabzug) 

in Betracht, wobei zu differenzieren ist. Nur wenn solche Umstände selbstständig und 

insofern direkte Ursache der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sind, liegt keine 

Krankheit im Sinn der Invalidenversicherung vor. Soweit aber die invaliditätsfremden 

Faktoren zur Entwicklung wie auch zur Aufrechterhaltung eines verselbstständigten 

psychischen Gesundheitsschadens beitragen, können sie sich mittelbar 

invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_578/2007 vom 

13. Februar 2008 E. 2.2; Locher Thomas, Die invaliditätsfremde Faktoren in der 

rechtlichen Anerkennung von Arbeitsunfähigkeit und Invalidität, in: René Schaffhauser/

Franz Schlauri (Hrsg.): Schmerz und Arbeitsfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 253). Ist eine 

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verselbstständigte psychische Störung im Sinn der ICD-Klassifikation fachärztlich 

festgestellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei 

geeigneter therapeutischer Behandlung und unter Berücksichtigung der 

psychosozialen und soziokulturellen Faktoren, von der versicherten Person trotz des 

Leidens willensmässig erwartet werden kann, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (BGE 

127 V 299 E. 5a; Locher Thomas, a.a.O., S. 254f.).

5.2    Die Annahme einer psychischen Gesundheitsschädigung setzt eine fachärztlich 

(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten 

Klassifikationssystem voraus. Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 18. März 

2009 wurden als für die Arbeitsfähigkeit relevante Diagnosen eine mittelgradige 

depressive Episode (ICD-10: F31.31), eine emotional instabile Persönlichkeit mit 

ängstlich-abhängigen Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) und ein diffuses 

chronisches Schmerzsyndrom cervicocephal und –brachial sowie thorakal rechts und 

lumboischialgiform rechts mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden genannt.

5.2.1           Die Gutachter halten allerdings fest, die Arbeitsfähigkeit werde nur 

vordergründig durch das diffus ausgebreitete chronische Schmerzsyndrom 

eingeschränkt. Klinisch und bildgebend seien aktuell und früher nie gravierende 

Befunde erhoben worden, die ein übliches Alterausmass an degenerativen 

Veränderungen wesentlich überschritten hätten. Damit sei die psychische Komponente 

im Krankheitsbild prägend bzw. massgebend gewesen (IV-act. 46/12, 19).

5.2.2           Es fällt zudem auf, dass die zweite Hauptdiagnose auf die Z-Kategorie des 

ICD-10-Systems verweist. Bei diesen Z-Kodierungen handelt es sich um Faktoren, die 

den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheits­

wesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle vorgesehen, in denen 

Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als 

Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 

klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen an sich allein nicht unter den Begriff des 

rechtserheblichen Gesundheitsschadens (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.2.2 [I 

514/06]; Urteil 8C_570/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.2.5). Sie werden gemäss Einleitung 

des Kapitels XXI des ICD-10-Systems unter anderem als ein Zusatzfaktor 

dokumentiert, der dann berücksichtigt werden muss, wenn die Person wegen 

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irgendeiner Krankheit oder Schädigung behandelt wird. Angesichts der 

Wechselwirkungen zwischen diesen Belastungen und den affektiven Störungen 

(ICD:F30-F39) ist deshalb nachvollziehbar, dass die mit Kodierung Z versehene 

emotional instabile Persönlichkeit den Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit zugeordnet wurde.

5.3    Die Tatsache, dass die depressive Symptomatik, die ab 28. Juni 2007 zu der 

stationären psychiatrischen Behandlung in der Klinik St. Pirminsberg führte, durch 

familiäre und finanzielle Belastungsfaktoren ausgelöst und aufrechterhalten wurde (IV-

act. 28/8-11), spricht für sich allein nicht gegen eine invalidisierende Wirkung der 

Gesundheitsschädigung. Gerade die affektiven Störungen sind dadurch 

gekennzeichnet, dass der Beginn der einzelnen Episoden oft mit belastenden 

Ereignissen oder Situationen in Zusammenhang zu bringen ist (vgl. ICD: Kapitel V, 

Einleitung zu F30-F39). Die erwähnten Sorgen begleiteten den Beschwerdeführer 

weiterhin, wie sich aus der Berichterstattung der seit Februar 2008 behandelnden 

Psychiaterin ergibt (IV-act. 31/1.5). Er hat erwiesenerweise über die Jahre hinweg 

Probleme im Zusammenhang mit Eheleben, Trennung, Schulden, Alkohol, Spielsucht 

und Angst vor drohendem Arbeitsplatzverlust durchgemacht.

5.3.1           Der psychiatrische Experte Dr. G.___ stellte im Teilgutachten vom 

25. Februar 2009 fest, seit Herbst 2008 leide der Beschwerdeführer an Depressionen, 

Lust- und Freudlosigkeit, Erschöpfungszuständen, pessimistischen Gedanken, 

Selbstmordgedanken eingeschlossen. Er ziehe sich zurück und vermeide wegen 

Angstzuständen jeden sozialen Kontakt. Bei der psychiatrischen Exploration mache er 

einen bedrückten, resignierten, ratlosen und vom Leben enttäuschten Eindruck. Er 

wirke psychomotorisch verlangsamt, nachdenklich, lustlos und freudlos und 

interessenlos. Er fühle sich müde, erschöpft, antriebslos, sei stets schläfrig, wobei er 

nachts trotzdem nicht tief schlafen könne und sich jeden Morgen übernächtigt fühle. Er 

könne sich nicht konzentrieren, so vergesse er z.B. die Medikamente einzunehmen. Er 

leide an einer depressiven Störung. In dieser psychischen Verfassung sei die 

Leistungsfähigkeit stark herabgesetzt. Eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben wäre 

schwer realisierbar, solange der Beschwerdeführer sich nicht einer intensiven Psycho- 

und Psychopharmakotherapie in einer psychiatrischen Klinik unterziehe (IV-

act. 46/18-20).

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5.3.2           Der RAD teilt grundsätzlich die Auffassung der MEDAS-Gutachter, äussert 

sich nur skeptisch über die unmittelbare Wirkung der von Dr. G.___ vorgeschlagenen 

medizinischen Massnahmen. Es könne nicht die Rede davon sein, dass diese 

Massnahmen nach einer nunmehr zweijährigen Dauer der depressiven Episode und 

einer bereits stattgefundenen stationären Behandlung in der Klinik St. Pirmisberg mit 

einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit innerhalb eines bestimmbaren Zeitrahmens zu 

einer relevanten Verbesserung der depressiven Störung führen würden. Insofern 

könnten keine Behandlungsauflagen vorgeschlagen werden (IV-act. 47).

5.4    Aus diesen Angaben der medizinischen Experten geht hervor, dass die 

depressive Störung sich verselbstständigt und verfestigt hat. Es kann nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit behauptet werden, dass bei Wegfall der 

mitwirkenden psychosozialen und soziokulturellen Faktoren die festgestellte Störung 

verschwinden würde. Die Arbeitsprognose fällt gemäss MEDAS-Gesamtbeurteilung 

negativ aus (IV-act. 46/13). Dem Beschwerdeführer ist gemäss der überzeugenden 

MEDAS-Beurteilung nur eine Arbeitsleistung mit einer Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit sowohl für die frühere als auch für die adaptierten Tätigkeiten von 50% 

zuzumuten.

6.        

Des Weiteren sind die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

(50%) zu prüfen. Angesichts der bisherigen Vollerwerbstätigkeit des 

Beschwerdeführers ist nach Art.  28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ein 

Einkommensvergleich vorzunehmen. Die zu vergleichenden Einkommen sind auf 

zeitidentischer Grundlage zu erheben. Massgebend ist vorliegend das Jahr 2008 (siehe 

oben Erwägung 2.2) als Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns (vgl. BGE 129 V 223 ff. 

E. 4.1, 4.2; BGE 128 V 174).

6.1    Es stellt sich zuerst die Frage nach dem hypothetischen Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde 

(Valideneinkommen). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu 

erfolgen. Es ist in der Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor 

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Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts 

vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen 

Feststellung begründet, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel 

weitergeführt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00). 

Die Beschwerdegegnerin geht gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin (IV-act. 22/3) 

davon aus, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2007 Fr. 57'218.-- verdient hätte (IV-

act. 22/3), womit sich aufgerechnet auf das Jahr 2008 (+ 1.6%) ein Valideneinkommen 

von Fr. 58´134.-- ergebe (Feststellungsblatt, IV-act. 48). In diesem Betrag sind 

allerdings nicht alle Zulagen berücksichtigt, die der Beschwerdeführer in den Vorjahren 

2004 bis 2006 aufgrund von Überstunden, Schichtarbeit und Dienstalter erhalten hat; 

anderseits war der Beschwerdeführer in diesen Jahren teilweise arbeitsunfähig und 

bezog hiefür Taggelder (IV-act. 22/8-10). Aufgrund der nicht eindeutigen Angaben der 

Arbeitgeberin ist es gerechtfertigt, auch beim Valideneinkommen vom LSE-

Tabellenlohn für Hilfsarbeiter auszugehen, der nur wenig über dem von der 

Arbeitgeberin angegebenen "Grundlohn" liegt, so dass weitere regelmässige Zulagen 

damit erfasst sind (s. nachstehende Ausführungen zum Invalideneinkommen).

6.2    Für das Invalideneinkommen ist das Erwerbseinkommen massgebend, das nach 

dem Gesundheitsschaden und nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen auf 

zumutbare Weise in einer angepassten Tätigkeit erreicht werden könnte. Dabei ist 

primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung 

Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und 

bb, mit Hinweisen). Vorliegend hat der Beschwerdeführer seit Mai 2007 nicht mehr 

gearbeitet. Im Jahr 2008 erzielten Männer gemäss Tabelle TA1 (Privatsektor) im tiefsten 

Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) und bei einer Arbeitszeit von 

40 Wochenstunden einen Monatslohn in der Höhe von Fr. 4´806.--. Bei einer 

betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Wochenstunden resultiert ein 

Jahreslohn von Fr. 59´976.-- (Fr. 4´806.--/40 x 41,6 x 12). Ausgehend von diesem 

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statistischen Tabellenlohn ergibt sich bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ein 

Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 29´988.--.

6.3    Zu beurteilen bleibt noch die Frage, ob und in welchem Umfang ein 

Tabellenlohnabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist, um den 

statistischen Durchschnittslohn an die individuell-konkreten Verhältnisse anzupassen 

und allfällige lohnsenkende Faktoren zu berücksichtigen.

6.3.1           Behinderungsbedingte und anderweitige Umstände vermögen zusätzliche 

Abzüge vom Tabellenlohn zu begründen, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die 

versicherte Person wegen persönlicher und beruflicher Merkmale wie Art und Ausmass 

der Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad ihre gesundheitlich bedingte 

Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

erwerblichen Erfolg verwerten kann. Es rechtfertigt sich aber nicht, für jedes zur 

Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen und 

diese zusammenzuzählen, da damit Wechselwirkungen ausgeblendet würden. Diese 

zusätzlichen Abzüge erfolgen nicht automatisch, sie sind vielmehr unter Würdigung der 

Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und 

auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 134 V 327f. E. 5.2; BGE 126 V 78ff. 

E. 5).

6.3.2           Mit der quantitativen Umschreibung der Restarbeitsfähigkeit von 50% 

wurde dem Umstand genügend Rechnung getragen, dass aufgrund der mit der 

mittelgradigen depressiven Störung zusammenhängenden Erscheinungen 

(Erschöpfungszustände, Verlangsamung, fehlende Konzentration, Interessenlosigkeit, 

etc) der Beschwerdeführer eine reduzierte Leistung erbringt, weshalb auf dieser 

Grundlage an sich keine zusätzliche Herabsetzung der Tabellenlöhne gerechtfertigt ist. 

Anders verhält es sich jedoch bei einem erhöhten Krankheitsrisiko, das aus der 

negativen Arbeitsprognose und Dauer der psychischen Störungen hervorgeht. Dies 

macht den Beschwerdeführer im Vergleich zu einer gesunden Person für einen 

ökonomisch denkenden Arbeitgeber weniger attraktiv. Das Krankheitsrisiko, dessen 

Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, senkt den "Wert" 

des Beschwerdeführers als Arbeitnehmer. Um dies zu kompensieren und 

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konkurrenzfähig zu bleiben, müsste der Beschwerdeführer mit einem entsprechend 

tieferen Lohn rechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_650/2008, E. 5.4 vom 

25. November 2008).

6.3.3            Von der gesundheitsbedingt reduzierten Arbeitsleistung sind auch die 

lohnsenkenden Auswirkungen des reduzierten Beschäftigungsgrads zu unterscheiden. 

Die behandelnde Psychiaterin Dr. E.___ legt eine Restarbeitsfähigkeit von 50% im 

Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung mit voller Leistung fest (IV-act. 31/5). Das 

Bundesgericht geht gestützt auf statistische Nachweise davon aus, dass 

teilzeitbeschäftigte Männer lohnmässig benachteiligt werden (8C_379/2011 vom 

26. August 2011 E. 4.2.2.1 und 9C_833/2007 vom 4. April 2008 E. 3.5). Die 

Beschwerdegenerin gewährt allerdings im zu beurteilenden Fall keinen Teilzeitabzug, 

weil die MEDAS-Gutachter soweit ersichtlich von einer ganztägigen Präsenz mit 

reduzierter Leistungsfähigkeit von 50% ausgegangen sind (IV-act. 46/12 und 20). Ein 

rund hälftiges Arbeitspensum, das lediglich über einen ganzen Arbeitstag verteilt und 

nicht beispielsweise vormittags oder nachmittags erbracht werden kann, ist jedoch aus 

betriebswirtschaftlicher Sicht (Auslastung des Arbeitsplatzes) als lohnmässig relevante 

Erschwernis für die erwerbliche Verwertung der verbliebenden Arbeitsfähigkeit 

anzuerkennen (Urteil des Bundesgerichts 9C_603/2007 vom 8. Januar 2008 E. 4.2.3; 

vgl. RKUV 1999 S. 412 ff. und Urteil des EVG I 511/03 vom 13. September 2004 E. 5.2 

f.). Ganztägig anwesende Arbeitnehmer beanspruchen die Infrastruktur des 

Arbeitgebers im Vergleich zu Teilzeitangestellten länger, ineffizienter und damit 

kostenintensiver. Durch die ganztägige Präsenz an einem Arbeitsplatz wird im 

Vergleich zu einer Teilzeitanstellung auch verhindert, dass der Arbeitgeber den 

Arbeitsplatz durch eine weitere – im kontrastierenden Teilzeitpensum voll 

leistungsfähige – arbeitnehmende Person nutzen kann. Deshalb wird kein Arbeitgeber 

bereit sein, dem ganztägig anwesenden Arbeitnehmer für eine Leistung von 50% 

denselben Lohn zu bezahlen als dem zeitlich nur 50% anwesenden, 

vollleistungsfähigen Angestellter. Der Teilzeitnachteil kommt daher im vorliegenden Fall 

der ganztägigen Anwesenheit bei erheblich reduzierter Leistungsfähigkeit ebenfalls 

zum Tragen (vgl. dazu Ph. Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in: Kieser/Lendfers [Hrsg], 

Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff., S. 148 f. mit Hinweisen; der 

vom Bundesgericht im Urteil 8C_20/2012 [4. April 2012] entschiedene Fall, in welchem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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kein Leidensabzug gewährt wurde, betraf dagegen einen Versicherten, der im Rahmen 

einer ganztägigen Präsenz immerhin noch eine Leistung von 80% erbringen konnte).

6.3.4           Auch wenn aus somatischer Sicht keine wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit besteht, muss der Beschwerdeführer schwere Belastungen vermeiden 

(nicht mehr als 15 kg heben). Allerdings sind ihm immer noch leichte bis mittelschwere, 

wechselbelastende Arbeiten zumutbar, wie aus den Feststellungen des Dr. F.___ vom 

20. März 2008 und der Rehaklinik Valens vom 5. September 2008 hervorgeht (IV- 

act. 28/6f. und IV-act. 46/11). Unter diesen Umständen kommt nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung ein Tabellenlohnabzug nicht in Betracht, weil der 

Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und 

mittelschweren Verweistätigkeiten umfasst (Urteile 8C_559/2008 vom 15. Dezember 

2008 E. 4, 9C_343/2008 vom 21. August 2008 E. 3.2, 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 

E. 4.3.2 und 9C_72/2009 vom 30. März 2009 E. 3.4).

6.3.5           Die Nationalität und die mangelhaften Sprachkenntnisse des 

Beschwerdeführers fallen hier nicht ins Gewicht. Die in Frage kommenden Arbeiten 

werden mehrheitlich von Menschen mit Migrationshintergrund ausgeführt. Bei solchen 

einfachen und repetitiven Tätigkeiten sind die sprachlichen Anforderungen nicht zu 

hoch.

6.3.6            Angesichts der Tatsache, dass ein Tabellenlohn in der Höhe von Fr. 29

´988.-- im Anforderungsniveau 4 nur von einer gesunden Person erzielbar wäre, ist 

unter Berücksichtigung der Nachteile im Zusammenhang mit der vollen Auslastung des 

Arbeitsplatzes trotz tieferer Leistung und erhöhtem Krankheitsrisiko ein 

Tabellenlohnabzug von 10% zu gewähren. Daraus resultiert ein Invalideneinkommen 

von Fr. 26´989.-- und bezogen auf das Valideneinkommen von Fr. 59'976.-- eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 32'987.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 55%. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG ein Anspruch 

auf eine halbe Rente. Auch die Gewährung des vom Beschwerdeführer beantragten 

Leidensabzugs von 15% würde nicht zu einem höheren Rentenanspruch führen 

(Invalideneinkommen von Fr. 25'490.--, Erwerbseinbusse von Fr. 34'486.--, 

Invaliditätsgrad 57%).

7.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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7.1    Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 13. Januar 2010 gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer eine halbe Rente mit Wirkung ab 1. Mai 2008 zuzusprechen.

7.2    Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1’000.-- festgelegt. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend 

zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in 

Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder 

teilweise abgewiesen werden. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Ihr ist deshalb die 

gesamte Gerichtsgebühr aufzuerlegen.

7.3    Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang

einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit 

des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien, insbesondere des anwaltlichen 

Aufwandes, erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive Baraus­

lagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 13. Januar 2010 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2008 eine halbe Rente 

zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung 

der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

vom Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2012
	Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 28 IVG. Gerichtliche Prüfung der Frage, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch "invaliditätsfremde" Gesichtspunkte mit berücksichtigt hat, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich bleiben müssen. Aufgrund eines verselbständigten psychischen Gesundheitsschadens können sich selbst invaliditätsfremde Faktoren mittelbar invaliditätsbegründend auswirken. Gewährung eines Tabellenlohnabzugs aufgrund eines ganztägigen Arbeitspensums mit erheblich verminderter Arbeitsleistung (50%) und erhöhtem Krankheitsrisiko. Anstatt der zugesprochenen Viertelsrente steht dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zu (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 25. April 2012, IV 2010/69). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2012

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