# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bca41556-d09e-554c-9a29-e159c1d5537c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.02.2025 F-609/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-609-2025_2025-02-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-609/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn, 

Richterin Aileen Truttmann,    

Gerichtsschreiber Lukas Schmid. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (...), 

Afghanistan, 

vertreten durch Mag. iur. Jonas Inama, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 22. Januar 2025 / N (…). 

 

 

 

F-609/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 29. September 2024 in der Schweiz 

um Asyl. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eu-

rodac) ergab, dass er bereits am 9. September 2024 in Bulgarien um Asyl 

ersucht hatte. 

B.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 12. November 2024 

im Rahmen der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsu-

chende (EB UMA) das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintreten-

sentscheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Bulgarien, dessen 

Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage 

komme. Anlässlich der EB UMA gab der Beschwerdeführer an, am (…) 

2008 geboren zu sein. 

C.  

Aufgrund von Zweifeln an der angegebenen Minderjährigkeit gab die Vor-

instanz eine forensische Altersdiagnostik in Auftrag, welche das Institut für 

Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen am 26. November 2024 er-

stattete.  

D.  

Am 3. Dezember 2024 hiessen die bulgarischen Behörden das Gesuch 

des SEM vom 27. November 2024 um Übernahme des Beschwerdeführers 

gut gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Aus dem Zustimmungsschreiben 

ist ersichtlich, dass in Bulgarien als Geburtsdatum des Beschwerdeführers 

der (…) 2009 registriert ist. 

E.  

Mit Schreiben vom 14. Januar 2025 gewährte die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer das rechtliche Gehör zum durchgeführten Altersgutachten 

sowie zur beabsichtigten Änderung seines Geburtsdatums im Zentralen 

Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den (...) 2005 (anstelle […] 

2008). Dieser nahm mit Schreiben vom 17. Januar 2025 dazu Stellung und 

F-609/2025 

Seite 3 

hielt an seinen Anträgen fest, namentlich der Belassung des Geburtsda-

tums im ZEMIS auf den (…) 2008.  

F.  

Mit Verfügung vom 22. Januar 2025 (gleichentags eröffnet) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Überstellung nach Bulgarien an und forderte ihn auf, die Schweiz am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (Dispositiv-Ziffern 1 

bis 3). Gleichzeitig stellte sie fest, das Geburtsdatum des Beschwerdefüh-

rers im ZEMIS laute auf den (...) 2005 (Dispositivziffer 6). Darüber hinaus 

beauftragte sie den Kanton Thurgau mit dem Vollzug der Wegweisung und 

hielt fest, einer allfälligen Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung 

komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

G.  

Mit Beschwerde vom 29. Januar 2025 gelangte der Beschwerdeführer an 

das Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die angefochtene Verfü-

gung sei vollständig aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das 

Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei ferner anzuweisen, das 

Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS auf den (…) 2008 abzu-

ändern. Im Sinne von superprovisorischen Massnahmen sei von einer 

Überstellung des Beschwerdeführers nach Bulgarien abzusehen und als 

sein Geburtsdatum im ZEMIS – bis zum rechtskräftigen Urteil – der (…) 

2008, eventualiter der (…) 2008 zu erfassen. Der Beschwerde sei die auf-

schiebende Wirkung zu gewähren, die unentgeltliche Prozessführung sei 

zu bewilligen und von der Erhebung eines Kostenvorschusses sei abzuse-

hen. 

H.  

Am 30. Januar 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichtein-

tretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) betref-

fend das Asylgesuch des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung als 

auch gegen den ZEMIS-Eintrag betreffend dessen Geburtsdatum. 

F-609/2025 

Seite 4 

Praxisgemäss wird das Beschwerdeverfahren betreffend Datenbereini-

gung im ZEMIS (F-734/2025) neben dem Beschwerdeverfahren gegen den 

Nichteintretensentscheid (F-609/2025) separat geführt (vgl. jüngst Urteil 

des BVGer F-6297/2024 vom 24. Januar 2025 E. 1.1). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Das in der Beschwerde gerügte Vorgehen der Vorinstanz, keine wie von 

der Rechtsvertretung beantragte separate beschwerdefähige Verfügung 

zur Altersanpassung zu erlassen, stellt keine Verfahrensverletzung dar. Die 

ZEMIS-Änderung durch die Vorinstanz, mit welcher das ursprünglich ein-

getragene Geburtsdatum gegen den Willen der gesuchstellenden Person 

durch ein anderes (in der Regel fiktives) Geburtsdatum ersetzt wird, be-

gründet grundsätzlich einen Anspruch auf Erlass einer anfechtbaren Ver-

fügung (vgl. Art. 25a VwVG und Art. 25 DSG). Jedoch ist der Erlass einer 

solchen Verfügung zusammen mit einem Nichteintretens- oder Asyl- und 

Wegweisungsentscheid an sich nicht zu beanstanden und entspricht der 

gängigen Praxis (vgl. Urteil des BVGer D-6239/2023 vom 6. Dezember 

2023 E. 6.3 m.w.H.). Vorliegend stehen angesichts des zeitnahen Ent-

scheids der Vorinstanz (22. Januar 2025) im Anschluss an die Berichtigung 

des ZEMIS-Eintrages (21. Januar 2025) keinerlei Hinweise für eine 

Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung im Raum. Ein nicht wieder-

gutzumachender Nachteil ist dem Beschwerdeführer nicht entstanden, zu-

mal er im Rahmen der Verfügung des Dublin-Wegweisungsentscheides die 

Möglichkeit erhielt, Beschwerde gegen die Eintragung ins ZEMIS zu erhe-

ben, und diese auch in Anspruch genommen hat. 

F-609/2025 

Seite 5 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens 

(Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-

keitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

4.3 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat, sofern es dem Wohl der minderjährigen Per-

son dient. Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger unter achtzehn 

Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Minderjährige sind 

vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, 

Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8). Vorliegend bestünde des-

halb bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers eine der grundsätzlichen 

Wiederaufnahmezuständigkeit Bulgariens vorrangige Zuständigkeit der 

Schweiz (vgl. jüngst Urteile des BVGer F-290/2025 vom 22. Januar 2025 

E. 3.3; F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4). 

4.4 Im Dublinverfahren ist die Minderjährigkeit – der allgemeinen asylrecht-

lichen Beweisregel folgend – von der beschwerdeführenden Person zumin-

dest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.3 m.w.H.). Im Rahmen 

einer Gesamtwürdigung ist eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte vor-

zunehmen, die für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersanga-

ben sprechen. Wesentlich sind dabei als für echt befundene Identitätspa-

piere oder Angaben der betroffenen Person (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.5 

m.w.H.). Dabei kommt es umso weniger auf eine Gesamtwürdigung der 

Beweise an, je stärker die medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vor-

liegen der Minder- respektive Volljährigkeit einer Person darstellen (BVGE 

2018 VI/3 E. 4.2.2). 

F-609/2025 

Seite 6 

5.  

Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer die behaup-

tete Minderjährigkeit zumindest glaubhaft machen konnte. 

5.1 Das Resultat eines Altersgutachtens stellt nur ein Element bei der Be-

urteilung der Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährigkeit dar 

(vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). Das Mindestalter des Beschwerdeführers 

liegt gemäss der medizinischen Altersabklärung sowohl beim radiologi-

schen Befund der Hand als auch der Schlüsselbein- respektive Skelettal-

tersanalyse unter 18 Jahren. Bei der zahnärztlichen Untersuchung konnte 

kein Mindestalter angegeben werden. In einer Gesamtwürdigung der Be-

funde sei, so das Altersgutachten vom 26. November 2024, von einem Min-

destalter von 16.4 Jahren auszugehen, womit die Volljährigkeit des Be-

schwerdeführers nicht bewiesen werden könne. Das angegebene Alter von 

16 Jahren und 6 Monaten könne zwar zutreffen, hingegen sei von einem 

durchschnittlichen Lebensalter von 18 bis 21 Jahren auszugehen. Wie die 

Vorinstanz zu Recht erwogen hat, lässt sich dem Altersgutachten folglich 

keine verlässliche Aussage zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit des 

Beschwerdeführers entnehmen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f.). 

5.2  

5.2.1 Zum Nachweis der geltend gemachten Minderjährigkeit reichte der 

Beschwerdeführer eine Kopie einer Papier-Tazkira und eine Kopie einer 

Impfkarte ein. Den Dokumenten lässt sich der (…) 1387 nach afghani-

schem Kalender respektive der (…) 2008 nach gregorianischem Kalender 

als Geburtsdatum entnehmen. Das Original der Tazkira hätten ihm die bul-

garischen Behörden abgenommen und zerrissen. Wie die Vorinstanz in 

diesem Kontext zu Recht ausführt, handelt es sich sowohl bei der Tazkira 

als auch bei der Impfkarte nicht um fälschungssichere Dokumente, wes-

halb ihnen ohnehin nur ein verminderter Beweiswert zukommt (vgl. hierzu 

BVGE 2019 I/6 E. 6.2; 2013/30 E. 4.2.2; je m.H; Urteil des BVGer  

F-6088/2024 vom 1. November 2024 E. 5.3 m.H.). Vor diesem Hintergrund 

ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine geltend gemachte Min-

derjährigkeit nicht anhand rechtsgenüglicher Identitätsdokumente zu bele-

gen vermag. 

5.2.2 Sodann offenbaren sich hinsichtlich der Angabe des Beschwerdefüh-

rers einige Inkonsistenzen. So gab er auf dem Personalienblatt den (…) 

2008 als Geburtsdatum an. Im Rahmen der Erstbefragung UMA antwortete 

er indes, das Datum sei nicht korrekt, da er beim Ausfüllen «etwas neben 

den Schuhen gestanden» habe. Auch gab er auf entsprechende Nachfrage 

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Seite 7 

mehrmals an, nie über eine elektronische Tazkira (e-Tazkira) verfügt zu ha-

ben. Erst als ihm eine Kopie seiner ihm zuvor an der österreichischen 

Grenze abgenommenen e-Tazkira vorgelegt wurde, gestand der Be-

schwerdeführer ein, dass er sich diese im Jahr 2023 persönlich in Afgha-

nistan habe ausstellen lassen, um mit seiner Familie in den Iran einreisen 

zu können. Aufgrund seiner Minderjährigkeit habe man das nicht zugelas-

sen, weshalb er sein Alter habe erhöhen müssen. Das darin angegebene 

Geburtsdatum – der (...) 2005 – sei nicht korrekt. Ferner gab er an, er sei 

im Alter von sieben Jahren eingeschult worden. Danach habe er die Schule 

während fünf Jahren besucht und sei dabei stets Klassenbester gewesen, 

bevor er die Schule nach dem Sturz der Regierung abgebrochen habe, um 

anschliessend bis zu seiner Ausreise in den Iran im Jahr 2023 zu arbeiten. 

Der Beschwerdeführer war nicht in der Lage, das Jahr seiner Einschulung 

zu nennen. Zudem gab er einerseits an, im Jahr 2021 im Alter von 12 Jah-

ren die Schule abgebrochen zu haben, andererseits im Jahr 2023 bei der 

Ausreise aus Afghanistan 12 oder 13 Jahre alt gewesen zu sein. Weiter 

behauptet er, sich während acht Monaten im Iran aufgehalten zu haben, 

den Iran aber im Alter von 15 Jahren verlassen zu haben.  

5.2.3 Hinzu kommt, dass das in Bulgarien registrierte Geburtsdatum ([…] 

2009) von den hierzulande gemachten Angaben abweicht. Es scheint nicht 

plausibel, dass die bulgarischen Behörden ein von der angeblich eingezo-

genen Papier-Tazkira abweichendes Geburtsdatum registrierten. Vielmehr 

ist den Ausführungen der Vorinstanz beizupflichten, wonach davon auszu-

gehen ist, dass der Beschwerdeführer in Bulgarien – wie auch in der 

Schweiz – selbständig unrichtige Angaben betreffend sein Geburtsdatum 

gemacht hat. Dies stellt die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zusätzlich in 

Frage.  

5.2.4 Nach dem Gesagten sind die Aussagen des Beschwerdeführers zu 

seinem Geburtsdatum in verschiedener Hinsicht nicht kongruent und inso-

fern als unglaubhaft zu werten. Er hat absichtlich die Existenz seiner  

e-Tazkira, die für seine Volljährigkeit spricht, verschwiegen. Zudem ist es 

ihm nicht gelungen, glaubhaft aufzuzeigen, weshalb aktuell insgesamt vier 

verschiedene Geburtsdaten ([…] 2009 [Registrierung in Bulgarien], […] 

2008 [Geburtsdatum gemäss Kopie der Papier-Tazkira], […] 2008 [eigene 

Angaben im Personalienblatt] und […] 2005 [Geburtsdatum gemäss e-

Tazkira]) vorhanden sind. Es hätte dem Beschwerdeführer oblegen, dies-

bezüglich substantiierte und konsistente Angabe zu seiner Biographie und 

seinen Personalien zu machen. Indessen sind seine Aussagen vage und 

weisen zahlreiche Widersprüche auf. Darüber hinaus ist auffällig, dass er 

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Seite 8 

offensichtlich versuchte, das einzige Identitätsdokument, welches für seine 

Volljährigkeit spricht, zu verschweigen. Damit bestehen erhebliche Zweifel 

an den Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Alter und damit auch 

an der geltend gemachten Minderjährigkeit. 

5.2.5 Soweit der Beschwerdeführer die Rückweisung der Sache zur Neu-

beurteilung beantragt, ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz den 

rechtserheblichen Sachverhalt angemessen abgeklärt hat. Ausser seiner 

unsubstantiierten und nicht weiter belegten Behauptung liegen keine wei-

teren Hinweise dafür vor, dass die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 

in Bulgarien mittels eines Altersgutachtens festgestellt wurde. Es ist auch 

nicht ersichtlich, weshalb ein in Bulgarien durchgeführtes Altersgutachten 

im behaupteten Mass von einem in der Schweiz durchgeführten Gutachten 

abweichen sollte. Darüber hinaus ist der Vorinstanz dahingehend zuzu-

stimmen, dass die bulgarischen Behörden dem Übernahmeersuchen der 

Vorinstanz nicht zugestimmt hätten, wenn sie tatsächlich die Minderjährig-

keit des Beschwerdeführers festgestellt gehabt hätten. Eine in diesem Zu-

sammenhang gerügte unvollständige und unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts (Art. 12 f. VwVG) sowie eine Verletzung der Begründungs-

pflicht (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 35 Abs. 1 VwVG) ist zu verneinen. Der Even-

tualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen.  

5.3 Im Ergebnis vermochte der Beschwerdeführer die geltend gemachte 

Minderjährigkeit nicht zumindest glaubhaft zu machen. Folglich ist er als 

volljährige Person zu betrachten, Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO gelangt nicht 

zur Anwendung und der Beschwerdeführer bleibt vom Wiederaufnahme-

verfahren ausgeschlossen (siehe E. 4.3 hiervor). Die staatsvertragliche Zu-

ständigkeit Bulgariens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungs-

verfahrens ist grundsätzlich gegeben. 

6.  

Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weist 

das Asylverfahren in Bulgarien keine systemischen Schwachstellen ge-

mäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. Urteile des BVGer F-7195/2018 

vom 11. Februar 2020 [als Referenzurteil publiziert] E. 6.6.7; jüngst Urteil  

F-6297/2024 E. 7; je m.w.H.). Demnach sind Dublin-Überstellungen nach 

Bulgarien grundsätzlich zulässig. 

 

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Seite 9 

7.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz – wie gerügt – das Selbstein-

trittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO beziehungsweise 

Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Unrecht nicht ausgeübt hat. 

7.1 Der Beschwerdeführer macht in diesem Kontext unsubstantiiert gel-

tend, an der bulgarischen Grenze Opfer von Polizeigewalt geworden zu 

sein. Dazu ist festzuhalten, dass er bei allfälligen Schwierigkeiten – insbe-

sondere auch, wenn er sich von den dortigen Behörden ungerecht oder 

rechtswidrig behandelt fühlen sollte – die dafür zuständigen Stellen kon-

taktieren kann. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass Bulgarien über 

eine funktionierende Polizeibehörde verfügt, welche sowohl als schutzwillig 

als auch als schutzfähig gilt. Die Behauptung, wonach er an der bulgari-

schen Grenze von Polizeibeamten geschlagen worden sein soll, lässt der 

Beschwerdeführer unbelegt. 

7.2 Weiter gibt er an, Bulgarien verlassen zu haben, weil es im Camp kein 

gutes Essen gegeben habe und er der Schulbildung wegen in die Schweiz 

habe reisen wollen. Physisch und psychisch gehe es ihm gut. Diesbezüg-

lich ist daran zu erinnern, dass weder die Dublin-III-VO noch andere völ-

kerrechtliche Bestimmungen ein Recht einräumen, den für die Durchfüh-

rung des Asylverfahrens zuständigen Staat selber frei zu wählen (vgl. 

BVGE 2017 VI/7 E. 6.2; vgl. statt vieler Urteile des BVGer F-7042/2024 

vom 18. November 2024 E. 4.7; F-5049/2024 vom 15. August 2024 E. 3.2; 

F-83/2024 vom 14. Mai 2024 E. 9). 

7.3 Eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK ist nach dem Gesagten 

nicht auszumachen. Die Vorinstanz hat das Selbsteintrittsrecht von Art. 17 

Dublin-III-VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gesetzeskonform nicht ausge-

übt. Weder ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylgesuch 

einzutreten, noch sind humanitäre Gründe ersichtlich, welche einen Selbst-

eintritt nahelegen würden. 

8.  

Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtmässig (Art. 106 Abs. 1 

AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegenden Urteil fällt 

der am 30. Januar 2025 angeordnete Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch 

um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ist mit heu-

tigem Entscheid gegenstandslos geworden. 

F-609/2025 

Seite 10 

9.  

Die Begehren erweisen sich als von vornherein aussichtslos, weshalb das 

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuwei-

sen ist.  

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR173.320.2]). 

11.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Beschwerdeverfahren betreffend Datenbereinigung im ZEMIS wird 

unter der Verfahrensnummer F-734/2025 geführt. 

2.  

Die Beschwerde wird hinsichtlich des Nichteintretens- und Wegweisungs-

entscheids (Dispositivziffern 1 – 3 der angefochtenen Verfügung) abgewie-

sen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Lukas Schmid 

 

Versand: