# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01d260be-6125-5180-a075-36ef407c136c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-06
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 06.04.2022 S 2021 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_S-2021-18_2022-04-06.pdf

## Full Text

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Strafabteilung S 2021 18 / 19

Oberrichter lic.iur. M. Siegwart, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. St. Dalcher
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiber MLaw O. Fosco

Urteil vom 6. April 2022  

in Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch die Leitende Staatsanwältin A.________
Anklägerin, Berufungsbeklagte und Berufungsklägerin,

und

zahlreiche Privatklägerschaften
gemäss (ergänztem) Verzeichnis des Strafgerichts,
Berufungsbeklagte,

gegen

B.________, geb. tt.mm.1972 in C.________ ZH, von D.________ ZH, 
wohnhaft in E.________,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt F.________,
Beschuldigter, Berufungskläger und Berufungsbeklagter,

betreffend

gewerbsmässigen Betrug

(Berufungen des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Strafgerichts des 
Kantons Zug, Kollegialgericht, vom 21. Mai 2021; SG 2018 11)

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Sachverhalt

1.1 Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) warf B.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) mit Anklageschrift vom 4. September 2018 vor, er habe in den 
Jahren 2011 und 2012 unter Einsetzung eines aggressiven Telefonmarketing-
Vertriebssystems und täuschender Machenschaften 29 Anleger arglistig getäuscht und einen 
Vermögensschaden von insgesamt rund CHF 1.3 Mio. verursacht. Die täuschenden 
Machenschaften sollen zusammengefasst darin bestanden haben, dass der Beschuldigte 
über die ihm gehörende J.________ AG (nachfolgend: J.________) und die von ihm 
angestellten Telefonverkäufer Aktien der Stemergie Biotechnology SA (nachfolgend auch: 
STEMERGIE) verkauft habe. Sodann habe er eine Unternehmung mit dem absichtlich zum 
Verwechseln ähnlichen Namen Stemenergie Financial Ltd. (nachfolgend auch: Stemenergie) 
mit Sitz auf den Marshallinseln gegründet und die geschädigten Anleger dazu veranlasst, 
den Kaufpreis für gekaufte STEMERGIE-Aktien auf Konten der Stemenergie zu überweisen, 
obwohl diese beiden Unternehmungen in keiner Weise miteinander verbunden gewesen 
seien. Das Geld soll er sodann für seinen eigenen Lebensunterhalt verwendet haben, ohne 
den Willen oder die Möglichkeit gehabt zu haben, den geschädigten Anlegern das Eigentum 
an den von ihnen gekauften STEMERGIE-Aktien zu verschaffen. Der vom Beschuldigten 
gewählte Verkaufspreis von CHF 80.00 pro STEMERGIE-Aktie soll zudem über 100 % über 
dem vom Verwaltungsrat der STEMERGIE festgesetzten Emissionspreis von CHF 36.50 bis 
CHF 40.00 gelegen haben. Dadurch habe er sich des gewerbsmässigen Betruges gemäss 
Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB schuldig gemacht. 

1.2 Eventualiter warf die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, durch den von ihm 
gewählten Kaufpreis habe er die STEMERGIE-Aktien zu einem massiven Aufpreis verkauft, 
ohne eine wesentliche Gegenleistung zu erbringen. Er habe gezielt mittels der von ihm 
kontrollierten Telefonverkäufer unerfahrene Käufer selektioniert, um so seine übervorteilende 
Masche überhaupt ohne Widerstand durchzuziehen. Gemäss diesem Eventualvorwurf habe 
er sich des gewerbsmässigen Wuchers gemäss Art. 157 Ziff. 1 und 2 StGB schuldig 
gemacht. 

2. Nach einer Verschiebung der auf den 25./26. September 2019 festgesetzten 
Hauptverhandlung fand diese am 25. Februar 2020 vor dem Strafgericht des Kantons Zug, 
Kollegialgericht, (nachfolgend: Vorinstanz) in Anwesenheit des Beschuldigten, seines 
erbetenen Verteidigers sowie des fallzuständigen Staatsanwaltes statt (SG GD 7/1). Der 
Beschuldigte machte vollumfänglich von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (SG 
GD 7/1/3). Nach den Parteivorträgen erklärten sich die Parteien mit einer schriftlichen 
Urteilseröffnung einverstanden (SE GD 7/1). Das Urteil wurde den Parteien am 31. Mai 2021 
im Dispositiv zugestellt (SG GD 7/1/12). Mit Schreiben vom 1. Juni 2021 meldete die 
Verteidigung und mit solchem vom Folgetag die Staatsanwaltschaft Berufung an. 

3. Das von der Vorinstanz am 23. Juni 2021 versandte, schriftlich begründete, 60-seitige Urteil 
wurde den Parteien am 24. Juni 2021 zugestellt (SG GD 8/1/1). Der Urteilsspruch lautete wie 
folgt:  

"1. Der Beschuldigte B.________ wird schuldig gesprochen des gewerbsmässigen Betrugs 
gemäss Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB.

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2. Der Beschuldigte wird dafür bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe. Der Vollzug der 
Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren 
aufgeschoben; im Umfang von neun Monaten wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

3. Gegenüber dem Beschuldigten wird kein Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 1 StGB 
angeordnet.

4. Die Verfahrenskosten betragen

CHF 10'700.00Untersuchungskosten
CHF 9'000.00Entscheidgebühr 
CHF 1'520.00Auslagen
CHF 21'220.00Total

und werden dem Beschuldigten auferlegt.

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, die folgenden Zivilkläger wie folgt zu entschädigen:
5.1 K.________: CHF 80'000.00;
5.2 L.________: CHF 40'000.00;
5.3 M.________: CHF 70'000.00;
5.4 N.________: CHF 10'000.00;
5.5 O.________: CHF 40'000.00;
5.6 Erbengemeinschaft von P.________ sel.: CHF 30'000.00;
5.7 Q.________: CHF 40'000.00;
5.8 R.________: CHF 80'000.00;
5.9 S.________: CHF 20'000.00;
5.10 T.________: CHF 80'000.00;
5.11 U.________: CHF 20'000.00;
5.12 V.________: CHF 50'000.00;
5.13 W.________: CHF 40'000.00 zzgl. 5 % Zins seit 23. August 2011;
5.14 X.________: CHF 40'000.00.

Im Übrigen werden die Zivilklagen auf den Zivilweg verwiesen. 

6. [Rechtsmittel]"

4. Mit Rechtsschrift vom 5. Juli 2021 reichte die Staatsanwaltschaft bei der Strafabteilung des 
Obergerichts des Kantons Zug (nachfolgend: Gericht) ihre Berufungserklärung ein (OG GD 
2/1). Mit elektronisch übermittelter Eingabe vom 13. Juli 2021 erklärte auch die Verteidigung 
namens und im Auftrag des Beschuldigten Berufung (OG GD 3/1). 

5. Die Verfahrensleitung übersandte den Parteien die jeweilige Berufungserklärung der 
Gegenpartei mit Präsidialverfügung vom 26. August 2021 und setzte ihnen verschiedene 
Fristen (OG GD 5/1). Der Verteidigung wurde u.a. eine 20-tägige Frist angesetzt, um zu dem 
von der Staatsanwaltschaft in der Berufungserklärung des Verfahrens S 2021 22/23 
gestellten Antrag auf Vereinigung des entsprechenden Verfahrens mit dem vorliegenden 
Verfahren Stellung zu nehmen.

6. Mit Eingabe innert erstreckter Frist vom 6. Oktober 2021 stellte sich die Verteidigung gegen 
den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Vereinigung der in Frage stehenden 
Berufungsverfahren (OG GD 3/2). 

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7. Nachdem der Staatsanwaltschaft das rechtliche Gehör gewährt worden war und diese auf 
eine Stellungnahme verzichtet hatte (OG GD 5/4 und 2/3), wurde der Antrag der 
Staatsanwaltschaft auf Vereinigung der erwähnten Verfahren mit Präsidialverfügung vom 4. 
November 2021 abgewiesen (OG GD 5/5). 

8. Am 27. Dezember 2021 wurden der Beschuldigte, sein erbetener Verteidiger sowie die 
fallzuständige Staatsanwältin zur Berufungsverhandlung vorgeladen. Zudem wurden die 
Formalien der bevorstehenden Berufungsverhandlung bekanntgegeben (OG GD 5/6 und 
7/1). 

9. Vor der Berufungsverhandlung wurde praxisgemäss ein aktueller Strafregisterauszug des 
Beschuldigten beigezogen (OG GD 7/4). 

10.1 Am 9. März 2022 fand die Berufungsverhandlung statt, an welcher der Beschuldigte, sein 
erbetener Verteidiger sowie die fallzuständige Staatsanwältin teilnahmen (OG GD 8/1). 

10.2 Der Verteidiger beantragte an der Berufungsverhandlung die Aufhebung des angefochtenen 
Urteils, ein freisprechendes Erkenntnis, einen angemessenen Ersatz der Verteidigerkosten 
und die Zusprechung einer angemessenen Genugtuung (OG GD 8/4 S. 21).

 
10.3 Die fallzuständige Staatsanwältin stellte die folgenden Anträge: 

"1. Ziffer 2 des Urteils des Strafgerichts vom 21. Mai 2021 (SG 2018 11) sei entgegen der 
Berufungserklärung vom 5. Juli 2021 zu bestätigen, mithin sei B.________ mit einer 
Freiheitsstrafe von 27 Monaten zu betrafen; der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 
18 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben und im Umfang von neun 
Monaten zu vollziehen. 

2. Ziffer 3 des Urteils vom 21. Mai 2021 (SG 2018 11) sei aufzuheben, und gegen B.________ 
sei ein Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 1 StGB mit dem folgenden Wortlaut 
auszusprechen: 
Es sein ein Tätigkeitsverbot nach Art. 67 Abs. 1 StGB auszusprechen, und es sei B.________, 
geb. tt.mm.1972, Bürgerort: D.________, zu verbieten, in den nächsten fünf Jahren direkt oder 
indirekt die Tätigkeit als Finanzanlagenhändler, Finanzanlagenvermittler, 
Finanzanlagenberater, Vermögensverwalter und Finanzintermediär auszuüben. Das Verbot 
umfasst auch unterstützende Hilfstätigkeiten in diesem Zusammenhang (d.h. insbesondere 
[aber nicht ausschliesslich] die Tätigkeit als Telefonverkäufer, Berater, 
Mentor/Trainer/Instruktor, Compliance-Mitarbeiter, Back-Office-Mitarbeiter sowie formelles 
oder faktisches Organ für Gesellschaften, welche den vorgenannten Tätigkeiten nachgehen). 

3. Im Übrigen sei das Urteil vom 21. Mai 2021 zu bestätigen."

10.4 Auf entsprechende Nachfrage des Gerichts verzichteten die Parteien am Ende der 
Berufungsverhandlung auf eine mündliche Urteilseröffnung (OG GD 8/1). 

11. Am 14. März 2022 wurde den Parteien ein Protokoll der Berufungsverhandlung zugestellt 
(OG GD 8/6). 

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Erwägungen

I. Prozessuales und Formelles

1. Sowohl die Verteidigung wie die Staatsanwaltschaft haben fristgerecht zuerst bei der 
Vorinstanz Berufung angemeldet und hernach ebenfalls innert Frist beim Gericht Berufung 
erklärt. Sodann wurden keine Nichteintretensanträge gestellt. 

2.1 Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner 
Berufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht 
(Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der 
Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls 
bezogen auf einzelne Handlungen, Bemessung der Strafe, etc.) sich die Berufung 
beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil 
nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der 
beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder 
unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO). Soweit die Einschränkung 
der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der Grundsatz der Untrennbarkeit oder 
inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung durch das Berufungsgericht 
respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte werden - unter dem Vorbehalt von 
Art. 404 Abs. 2 StPO - rechtskräftig. Eine spätere Ausdehnung der Berufung ist 
ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu umfassend Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

2.2 Die Berufung der Verteidigung ist darauf ausgerichtet, einen vollständigen Freispruch für den 
Beschuldigten zu erwirken, und richtet sich gegen das gesamte Dispositiv des vorinstanz-
lichen Urteils (OG GD 3/1). 

2.3 In ihrer Berufungserklärung vom 5. Juli 2021 verlangte die Staatsanwaltschaft die Aufhebung 
der Dispositivziffern 2 und 3 (Sanktion und Tätigkeitsverbot) des vorinstanzlichen Urteils. 
Stattdessen sei der Beschuldigte für den von der Vorinstanz ausgefällten Schuldspruch mit 
einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Jahren zu bestrafen und ihm sei die Tätigkeit als 
Finanzanlagenhändler etc. in den nächsten fünf Jahren zu verbieten (OG GD 2/1). An der 
Berufungsverhandlung schränkte die Staatsanwaltschaft ihre Berufung mit Hinblick auf die 
Sanktion ein und verlangte die Bestätigung der Dispositivziffer 2 (Sanktion) des 
vorinstanzlichen Urteils (OG GD 8/5). Eine solche nachträgliche Beschränkung der Berufung 
ist zulässig und hat zur Folge, dass der Beschuldigte gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO i.V.m. 
Art. 391 Abs. 2 StPO nicht härter bestraft werden darf als von der Vorinstanz. 

2.4 Da die Berufung der Staatsanwaltschaft aber nach wie vor die Aussprechung eines 
Berufsverbots umfasst, darf das Urteil der Vorinstanz in dieser Hinsicht zuungunsten des 
Beschuldigten abgeändert werden. Das Verschlechterungsgebot gemäss Art. 391 Abs. 2 
StPO findet diesbezüglich keine Anwendung. 

3.1 Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den Beweisen, die im 
Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Von Amtes 

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wegen oder auf Antrag einer Partei kann die Rechtsmittelinstanz die erforderlichen 
zusätzlichen Beweise erheben (Art. 389 Abs. 3 StPO). Notwendig ist dies aber nur dann, 
wenn die zusätzlich erhobenen Beweise den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können 
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_288/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 1.3.1 m.H.). 
Eine unmittelbare Beweisabnahme im Rechtsmittelverfahren hat gemäss Art. 343 Abs. 3 
i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO auch zu erfolgen, wenn eine solche im erstinstanzlichen 
Verfahren unterblieb oder unvollständig war und die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels 
für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Weiter kann eine unmittelbare Beweisabnahme 
durch das Berufungsgericht in den Fällen von Art. 343 Abs. 3 StPO erforderlich sein, wenn 
es von den erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196 E. 
4.4.1). Das Gericht verfügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, 
über einen Ermessensspielraum (Urteil des Bundesgerichts 6B_1087/2019 vom 17. Februar 
2021 E. 1.2.2). Lehnt das Gericht einen Beweisantrag ab, hat es nicht nur darzulegen, 
weshalb es aufgrund der bereits abgenommenen Beweise eine bestimmte Überzeugung 
gewonnen hat, sondern auch, weshalb die beantragte Beweismassnahme an der 
Überzeugung des Gerichts nichts zu ändern vermag (Urteil des Bundesgerichts 6B_574/2021 
vom 22. November 2021 E. 1.2).

3.2 Im vorliegenden Berufungsverfahren hat die Staatsanwaltschaft an der 
Berufungsverhandlung verschiedene Kontoauszüge von auf den Beschuldigten lautenden 
Bankkonti sowie Handelsregisterauszüge der G.________ AG und der J.________ AG 
eingereicht und beantragt, diese zu den Verfahrensakten zu nehmen (OG GD 8/3). Die 
Verteidigung machte keine Einwände gegen diese Beweisanträge geltend, merkte aber an, 
dass sich ihr die Relevanz dieser Unterlagen für das vorliegende Verfahren nicht erschliesse. 
In der Folge wurden die erwähnten Unterlagen praxisgemäss zu den Akten genommen 
(OG GD 8/3/1 und 8/3/2). 

3.3 Die Verteidigung hatte bereits mit Eingabe vom 6. Oktober 2021 zahlreiche Beweisanträge 
gestellt. Mit Präsidialverfügung vom 4. November 2021 wies die Verfahrensleitung diese 
Beweisanträge ab (OG GD 5/5). 

3.4.1 An der Berufungsverhandlung vom 9. März 2022 stellte die Verteidigung die mit 
Präsidialverfügung vom 4. November 2021 abgewiesenen Beweisanträge erneut und 
verlangte insbesondere die parteiöffentliche Einvernahme derjenigen 
"Rundschreibenausfüller", welche im Vorverfahren nicht einvernommen worden sind. Die 
Verteidigung führte in ihrem Plädoyer – mit dem Einverständnis der Staatsanwaltschaft und 
der Genehmigung der Verfahrensleitung begründete die Verteidigung ihre Beweisanträge 
erst im Rahmen ihres Parteivortrages – die sieben parteiöffentlich befragten Anleger seien 
nicht repräsentativ für die "Gesamtpopulation" der Anleger. WÜTHRICH plädiere dafür, die 
wohl einzige taugliche Möglichkeit, von einem lückenlos untersuchten Teil des Ganzen auf 
das Gesamte schliessen zu können, sei das System der fundierten Hochrechnung. Dieses 
basiere auf repräsentativen Stichproben; damit könne dem für ein Massendelikt in Frage 
kommenden Täter aufgrund einer aussagekräftigen und beweisfesten Basis an Einzeltaten 
auch eine weit darüberhinausgehende Zahl von gleichartigen Delikten nachgewiesen 
werden. Damit die zugrunde liegende Stichprobe repräsentativ sei, müsse in ihr die 
Heterogenität der Gesamtheit der Grundelemente wiederkehren und zwar in dem Verhältnis, 
wie sie dort vertreten seien. 

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3.4.2 Entgegen den Ausführungen in der Präsidialverfügung vom 4. November 2021 seien nur 
sieben Anleger parteiöffentlich einvernommen worden, was gerade mal einem Viertel der 29 
Anleger entspreche. Dies könne keine solide Grundlage für eine Hochrechnung darstellen. 
Sinnvolle Kriterien für die Auswahl der einzuvernehmenden Anleger seien die Höhe der 
angelegten Beträge, Tatzeitpunkt, Alter, Geschlecht und beruflicher Hintergrund. In den 
Akten könnten allerdings nur betreffend zehn Anleger Angaben zum Alter gefunden werden, 
d.h. bei 34%. Auch die Geschlechter seien nicht repräsentativ vertreten. Unter den 29 
Anlegern habe sich nur eine Frau befunden, die auch einvernommen worden sei und somit 
14.28% der einvernommenen Anleger ausmache und entsprechend übervertreten sei. Auch 
hinsichtlich der Höhe der angelegten Beträge sei die Auswahl der einvernommenen Anleger 
nicht repräsentativ, da tendenziell Personen einvernommen worden seien, die kleinere 
Beträge investiert hätten. Von den zwölf Anlegern, welche mehr als einen Kaufvertrag 
abgeschlossen hätten, sei nur ein einziger einvernommen worden. Zudem seien diejenigen 
Anleger übervertreten gewesen, welche sich als Zivilkläger konstituiert hätten. Von den acht 
Anlegern, welche das Rundschreiben der Staatsanwaltschaft nicht beantwortet hätten, sei 
kein einziger einvernommen worden. Die Auswahl der einvernommenen Personen sei 
willkürlich und klarerweise nachteilig für den Beschuldigten und habe mit dem Anspruch auf 
ein faires Verfahren wenig gemein. Die für die Einschätzung der Repräsentativität 
erforderlichen Parameter hätten problemlos mittels Fragebogen abgefragt werden können. 

3.4.3 Es liege sodann ohnehin kein "übliches Handlungsmuster" vor, welches die Annahme eines 
Seriendeliktes rechtfertigen würde. Bei einer identischen Vorgehensweise sei eine Prüfung 
der einzelnen Täuschungshandlungen nicht erforderlich; dies gelte namentlich bei einer 
unüberschaubaren Zahl von Geschädigten. Im vorliegenden Fall seien "bloss" 29 Anleger 
angeblich geschädigt worden, so dass keine unüberschaubare Anzahl Personen und damit 
kein Seriendelikt vorliege. Da zu elf Anlegern jegliche Informationen fehlen würden, sei nicht 
ersichtlich, wie das Gericht beurteilen könne, ob vom üblichen Handlungsmuster abgewichen 
worden sei. Nicht alle Anleger seien unaufgefordert kontaktiert worden und drei Anlegern sei 
auch der Unterschied zwischen der STEMERGIE und der Stemenergie aufgefallen. Es lasse 
sich zusammenfassend nicht feststellen, ob das beschriebene Handlungsmuster auf eine 
ganze Opfergruppe angelegt gewesen sei (OG GD 8/4 S. 2 -10). 

3.5 Bei einem serienmässig begangenen Betrug handelt der Täter häufig mehrfach nach 
demselben Muster, wobei das Handlungsmuster nicht auf ein konkretes Opfer, sondern auf 
eine ganze Opfergruppe angelegt ist. Wie das Bundesgericht schon mehrfach dargelegt hat, 
darf das Gericht bei dieser Konstellation, soweit die Einzelfälle in tatsächlicher Hinsicht 
gleichgelagert sind und sich bezüglich Opfergesichtspunkten nicht wesentlich unterscheiden, 
die Tatbestandsmerkmale des Betruges, namentlich das Element der arglistigen Täuschung, 
zunächst in allgemeiner Weise für alle Einzelhandlungen gemeinsam prüfen. Eine 
ausführliche fallbezogene Erörterung der einzelnen Merkmale muss nur in denjenigen Fällen 
erfolgen, die in deutlicher Weise vom üblichen Handlungsmuster abweichen. Dies setzt 
voraus, dass sich die einzelnen betrügerischen Handlungen voneinander tatsächlich 
unterscheiden. Wo die Vorgehensweise bei den Einzelfällen nicht nur ähnlich oder gleich 
gelagert, sondern identisch ist, entfällt die Notwendigkeit einer Prüfung der einzelnen 
Täuschungshandlungen, sofern sich diese schon aufgrund des Handlungsmusters für alle 
Opfer als arglistig erweist. Das gilt namentlich bei Seriendelikten mit einer unübersehbaren 

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Zahl von Geschädigten, wenn nachgewiesen ist, dass diese durch gleichartige, insbesondere 
etwa öffentlich erhobene falsche Angaben getäuscht worden sind. Die Annahme eines 
Serienbetruges darf allerdings nicht dazu führen, dass der Grundsatz "in dubio pro reo" als 
Beweislastregel unterlaufen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2008 vom 15. 
Dezember 2008 E. 3.3). 

3.6 Angesichts der voranstehend zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist vorab 
festzuhalten, dass ein Seriendelikt nicht nur bei einer "unüberschaubaren Zahl von 
Geschädigten" vorliegen kann. Zwar ist namentlich in diesen Fällen von einem Seriendelikt 
auszugehen, was aber mitnichten ausschliesst, dass auch in Fällen mit einer 
überschaubaren Anzahl von Geschädigten ein Seriendelikt vorliegen kann. Hinzu kommt, 
dass unklar ist, ab welcher Zahl von einer unüberschaubaren Anzahl ausgegangen werden 
soll. Entsprechend ist auf andere Kriterien abzustellen, um zu beurteilen, ob ein Seriendelikt 
vorliegt oder nicht. Somit kann auch offenbleiben, ob es sich bei den in Frage stehenden 29 
Anlegern um eine überschaubare Anzahl handelt, wie der Verteidiger behauptet. Damit von 
einem Seriendelikt ausgegangen werden kann, dürfen sich die Einzelfälle in tatsächlicher 
Hinsicht nicht wesentlich unterscheiden. Dies muss zwingend bedeuten, dass bei der 
Einschätzung, ob ein Seriendelikt vorliegt oder nicht, nur auf Sachverhaltselemente 
abgestellt werden kann, welche eine gewisse Relevanz für die konkret in Frage stehende 
Täuschung haben können. Und auch bei der Auswahl der einzuvernehmenden Personen 
können bei der Beurteilung ihrer Repräsentativität nur jene Aspekte eine Rolle spielen, die 
für die in Frage stehende Täuschung von Belang sind. In casu ist das dem Beschuldigten 
vorgeworfene Handlungsmuster in Bezug auf alle 29 Geschädigten sowie hinsichtlich 
sämtlicher Zahlungen in den wesentlichen Punkten identisch. So ist erstellt, dass alle 
Geschädigten mindestens je einen Vertrag mit der Stemenergie über den Erwerb von Aktien 
der STEMERGIE abgeschlossen und den jeweiligen Kaufpreis auf ein Konto der 
Stemenergie bei der Y.________ in Liechtenstein überwiesen haben. Die fraglichen 
Kaufverträge, welche das Handlungsmuster des Beschuldigten wiedergeben, sind identisch. 
Dabei ist nicht ersichtlich, inwiefern das Alter, Geschlecht oder die Anlageerfahrung bzw. 
andere Eigenschaften der Anleger etwas an dieser Feststellung ändern könnten. Aufgrund 
der Akten ist sodann erstellt und unbestritten, dass alle 29 Anleger mit der Unterzeichnung 
dieser Verträge bzw. der Überweisung der entsprechenden Beträge an die Stemenergie 
beabsichtigt hatten, Aktien der STEMERGIE zu erwerben. Dies bestätigten im Kern – mit 
unterschiedlichen Worten – alle parteiöffentlich einvernommenen Anleger und es kann als 
sicher gelten, dass auch die nicht einvernommenen Anleger mit der genau gleichen Absicht 
handelten. Dies kann im Übrigen selbst den Ausführungen des Verteidigers entnommen 
werden. Die einzig mögliche Aussage eines Geschädigten, welche den Beschuldigten 
entlasten könnte, würde darin bestehen, dass ein Anleger sich dahingehend äussern würde, 
er habe beabsichtigt, der Stemenergie – einer Gesellschaft mit Sitz auf den Marshallinseln, 
ohne Geschäftstätigkeit und mit keinerlei Beziehung zur STEMERGIE – Geld zu überweisen, 
ohne einen Gegenwert zu erhalten. Da in antizipierter Beweiswürdigung ausgeschlossen 
werden kann, dass einer der noch nicht einvernommenen Anleger in diesem Sinne 
ausgesagt hätte, ist nicht ersichtlich, welchen Erkenntnisgewinn eine entsprechende 
Einvernahme haben könnte. Aus diesem Grund ist die beantragte Beweismassnahme nicht 
geeignet, die diesbezügliche Überzeugung des Gerichts zu ändern. Die einzig relevante 
Frage lautete im vorliegenden Fall, was die Anleger mit der erwähnten 
Vertragsunterzeichnung und dazugehörigen Überweisung tun wollten bzw. was sie der 

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Ansicht waren zu tun und ob diesbezüglich eine Diskrepanz bestand zu dem, was sie effektiv 
taten. Zur Beantwortung dieser Frage ist die Einvernahme aller Anleger weder nötig noch 
hilfreich. 

3.7 Gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO wird nicht Beweis geführt über Tatsachen, die unerheblich, 
offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenüglich erwiesen sind. In Bezug 
auf die Geschädigten des vorliegenden Verfahrens ist anhand der von ihnen unterzeichneten 
Verträge, der Überweisungen sowie des Aktienbuches der STEMERGIE rechtsgenüglich 
erwiesen, dass sie alle Aktien der STEMERGIE erwerben wollten und zu diesem Zweck Geld 
an die Stemenergie überwiesen haben. Auch ist unbestritten, dass sie nie Aktionäre der 
STEMERGIE wurden. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob überhaupt ein Fall der 
fundierten Hochrechnung vorliegt, denn die Handlungen und Motive der nicht parteiöffentlich 
einvernommenen Geschädigten ergeben sich grösstenteils aus den genannten, bei den 
Akten liegenden Dokumenten und werden nicht aus den Aussagen der einvernommenen 
Geschädigten abgeleitet bzw. "hochgerechnet". Die vom Verteidiger zitierten Lehrmeinungen 
zur fundierten Hochrechnung als Beweismethode finden somit vorliegend keine Anwendung, 
da der fragliche Sachverhalt anhand der vorliegenden Beweismittel bereits rechtsgenüglich 
erstellt ist. 

3.8 Aus den voranstehend genannten Gründen sind somit auch nach durchgeführter 
Berufungsverhandlung keine Gründe ersichtlich, weshalb neue Beweise abgenommen 
werden müssten, so dass auf die im Vorverfahren und erstinstanzlichen Hauptverfahren 
abgenommenen Beweise - sowie die Eingaben und Plädoyers der Parteien im 
Berufungsverfahren - abzustellen ist. 

4. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche 
Würdigung "des angeklagten Sachverhalts" aus Gründen der Prozessökonomie auf die 
Begründung der Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet. Ein Verweis erscheint bei 
nicht streitigen Sachverhalten und abstrakten Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen 
bei strittigen Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des 
konkreten Falls nur dann in Frage, wenn den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) 
beigepflichtet wird (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3). Der schlichte Verweis auf die Begründung der 
Vorinstanz gemäss dieser Bestimmung ist indes unzulässig, wenn gerade diese Begründung 
als unzutreffend gerügt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_183/2018 vom 31. Oktober 2018 
E. 1). Falls das Gericht nachfolgend in diesem Sinne von der Verweisungsmöglichkeit 
Gebrauch macht, wird Art. 82 Abs. 4 StPO jeweils nicht mehr separat aufgeführt.

II. Allgemeines zur Beweiswürdigung

1. Der Richter würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 
Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Er hat weder Beweisregeln noch einen numerus clausus 
der Beweismittel zu beachten, sondern soll einzig nach seiner persönlichen Überzeugung 
aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber entscheiden, ob er eine Tatsache für bewiesen 
hält. Er ist dabei, wie erwähnt, an den in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt 
gebunden, nicht aber an dessen rechtliche Würdigung (Art. 9 Abs. 1; Art. 350 StPO), und 
auch nicht an die Anträge der Parteien. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von 

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Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter 
Prüfung der vorliegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen 
halten. Dabei sind sie freilich nicht nur der eigenen Intuition verpflichtet, sondern auch an 
(objektivierende) Denk-, Natur- und Erfahrungssätze sowie wissenschaftliche Erkenntnisse 
gebunden (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1). 

2.1 Nach Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren 
Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass die tatsächlichen 
Voraussetzungen "der angeklagten Tat" erfüllt sind. Diese Bestimmung operationalisiert den 
verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsvermutung ("in dubio pro reo"). Sie verbietet 
es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem belastenden Sachverhalt 
auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel 
bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die 
beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden 
kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit genügt somit nicht. Auf der anderen Seite kann auch 
keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind kaum je 
ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1).

2.2 Der vorerwähnte "In-dubio-Grundsatz" wird indessen erst anwendbar, nachdem alle aus 
Sicht des Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Insoweit 
stellt er gerade keine Beweiswürdigungsregel dar. Im Falle einer uneinheitlichen, 
widersprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte 
gegeneinander abwägen und als Resultat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. 
Eine tatbestandsmässige, zum Schuldspruch beitragende Tatsache ist rechtserheblich 
festgestellt, sobald das Gericht erkennt, dass die Zuverlässigkeit des Beweisergebnisses 
nicht ernsthaft zu bezweifeln ist. Die freie Beweiswürdigung ermächtigt den Richter schon bei 
vernünftig scheinenden Zweifeln an der Schuld des Angeklagten, diesen freizusprechen. Mit 
Blick auf die Ausprägung des "In-dubio-Grundsatzes" als Beweislastregel muss ein 
Sachverhalt nach Überzeugung des Gerichts umgekehrt mit an Sicherheit grenzender 
Wahrscheinlichkeit erstellt sein, damit er dem Beschuldigten zur Last gelegt werden kann. 
Die "In-dubio-Regel" ist mithin eine Anforderung zum Beweismass. Für die richterliche 
Überzeugung ist ein jeden vernünftigen Zweifel ausschliessendes Urteil eines besonnenen 
und lebenserfahrenen Beobachters erforderlich. Ein im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO 
relevanter Zweifel kann sich nicht nur aus dem Ergebnis der Beweiswürdigung bezüglich des 
Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins eines Lebenssachverhalts ergeben. Das 
Beweisergebnis kann auch darum zweifelhaft sein, weil es durch ernsthaft in Betracht 
fallende Sachverhaltsalternativen relativiert wird (BGE 144 IV 345 E 2.2.3.2-4).

3.1 Das Gericht darf bei seiner Entscheidung auch indirekte, mittelbare Beweise, sogenannte 
Beweisanzeichen oder Indizien, d.h. Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, 
unmittelbar entscheiderhebliche Tatsache zulassen, berücksichtigen. Indizien sind sogar 
unentbehrlich zur Aufdeckung innerer Tatsachen wie des Vorsatzes. Dabei können einzelne 
Indizien praktisch mit Sicherheit auf ein Beweisthema hinweisen, während andere dies nur 
mit einer gewissen (mehr oder weniger grossen) Wahrscheinlichkeit tun. Es ist zulässig, aus 
der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer 
gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und 
insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter 

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zu schliessen. Somit ist der Indizienbeweis dem direkten Beweis gleichwertig. Der 
Indizienprozess als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr 
abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist dabei nur auf die ganze 
Beweisführung anwendbar, nicht jedoch auf einzelne Indizien (vgl. im Wesentlichen Urteil 
des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 mit Hinweisen, aber auch 
ZR 106/2007 Nr. 46 mit Hinweisen; Walder, Der Indizienbeweis im Strafprozess, ZStR 
108/1991 S. 299 ff.).

3.2 Bei der Abschätzung des Wertes, den die für einen Umstand vorhandenen Indizien in ihrer 
Gesamtheit haben, kommt es in erster Linie auf deren Qualität an. Die Zahl der Indizien kann 
insofern eine gewisse Bedeutung haben, als die darauf gegründeten Schlussfolgerungen an 
Wahrscheinlichkeit gewinnen, je zahlreicher jene sind. Umgekehrt kann ein einziges, 
unzweifelhaftes Indiz für eine Verurteilung des Täters ausreichen, wenn die übrigen Indizien 
keineswegs alle schlüssig sind, untereinander aber nicht in Widerspruch stehen und 
mindestens geeignet sind, eine Täterschaft des betroffenen Beschuldigten als plausibel 
erscheinen zu lassen. Bei der Beurteilung, Einordnung, Bewertung und letztlich der/den 
Schlussfolgerung(en), welche daraus zur Überzeugung des Gericht gezogen werden, handelt 
es sich naturgemäss stets um einen weiten Ermessensentscheid des Gerichts. 

3.3 Das Gericht darf den Umstand, dass sich der Beschuldigte auf sein 
Aussageverweigerungsrecht beruft, nur unter gewissen Gegebenheiten in die 
Beweiswürdigung einbeziehen. Dies ist nach der Rechtsprechung der Fall, wenn sich der 
Beschuldigte weigert, zu seiner Entlastung erforderliche Angaben zu machen, obschon eine 
Erklärung angesichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden 
dürfte (Urteil 1P.641/2000 vom 24. April 2001, publ. in: Praxis 90/2001 Nr. 110, E. 3 und 4 
mit Hinweisen).

III. Beweisverwertung 

1. Gemäss Art. 118 Abs. 4 StPO weist die Staatsanwaltschaft nach Eröffnung des 
Vorverfahrens die geschädigte Person auf die Möglichkeit hin, sich als Privatkläger am 
Verfahren zu beteiligen, wenn diese von sich aus keine Erklärung abgegeben hat. Diese 
Bestimmung ist Ausfluss der strafbehördlichen Aufklärungs- und Fürsorgepflicht 
(Schmid/Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. A. 2018, 
Art. 118 StPO N 7).

2. Gemäss Art. 145 StPO kann die Strafbehörde eine einzuvernehmende Person einladen, an 
Stelle einer Einvernahme oder zu ihrer Ergänzung einen schriftlichen Bericht abzugeben. Die 
Parteien haben nach Art. 147 Abs. 1 StPO das Recht, bei Beweiserhebungen durch die 
Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen 
Fragen zu stellen. Nach Abs. 4 derselben Bestimmung dürfen Beweise, die in Verletzung der 
Bestimmungen dieses Artikels erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei verwertet 
werden, die nicht anwesend war. 

Nach der Rechtsprechung sind schriftliche Berichte im Sinne von Art. 145 StPO nur mit 
Zurückhaltung einzuholen. Sie dürften im Wesentlichen nur in Fällen, bei denen technische 

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oder komplexe, nur im Zusammenhang mit Belegen verständliche Vorgänge darzustellen 
sind (Bankabfragen), oder bei Massendelikten Bedeutung erlangen. Die Strafbehörde darf 
sich nicht auf die Einholung eines schriftlichen Berichts beschränken, wenn ihre 
Aufklärungspflicht gebietet, eine förmliche Einvernahme durchzuführen. Die Behörde wird 
jedenfalls dann eine ergänzende mündliche Einvernahme durchführen müssen, wenn 
Unklarheiten oder Zweifel an der Richtigkeit eines Berichts bestehen. Die Einholung eines 
schriftlichen Berichts darf die Rechte der Parteien nicht einschränken. Danach ist einerseits 
die schriftlich befragte Person etwa auf ihre Rechte und Pflichten hinzuweisen. Andererseits 
sind bei der Einholung schriftlicher Berichte die Teilnahmerechte der beschuldigten Person 
zu wahren. Dabei ergibt sich freilich aus der Sache, dass das Recht der Parteien, bei 
Beweiserhebungen anwesend zu sein und der einvernommenen Person Fragen zu stellen, 
bei schriftlichen Berichten nicht unmittelbar gewahrt werden kann. Sofern die berechtigte 
Person auf ihre Rechte nicht ausdrücklich verzichtet, ist ihr daher Gelegenheit zu geben, sich 
zu den schriftlichen Ausführungen zu äussern und - gegebenenfalls in einer nachfolgenden 
mündlichen Vernehmung - Ergänzungsfragen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_690/2015 vom 25. November 2015 E. 3.3.1).

3. Gemäss Art. 177 Abs. 3 StPO macht die einvernehmende Behörde die Zeugin oder den 
Zeugen auf ihre Zeugnisverweigerungsrechte aufmerksam, sobald sie aufgrund der 
Befragung und der Akten solche Rechte erkennt. Unterbleibt der Hinweis und beruft sich die 
Zeugin oder der Zeuge nachträglich auf das Zeugnisverweigerungsrecht, so ist die 
Einvernahme nicht verwertbar. Als Auskunftsperson wird einvernommen, wer sich als 
Privatkläger konstituiert hat (Art. 178 lit. a StPO). Die als Privatklägerschaft einvernommenen 
Personen sind zur Aussage verpflichtet (Art. 180 Abs. 2 StPO); die Staatsanwaltschaft weist 
sie auf die möglichen Straffolgen einer falschen Anschuldigung, einer Irreführung der 
Rechtspflege und einer Begünstigung hin (Art. 181 Abs. 2 StPO).

4. Unklare, mehrdeutige oder suggestiv angelegte Fragen, welche eine bestimmte Antwort 
nahelegen, eine bestimmte Erwartung des Vernehmenden erkennen lassen oder denen nicht 
bewiesene Tatsachen zu Grunde liegen, sind unzulässig. Jedoch ist das Verbot von 
Suggestivfragen, da diese nicht unter den Begriff der Täuschung im Sinne einer verbotenen 
Beweiserhebungsmethode fallen (Art. 140 StPO), als Ordnungsvorschrift ausgestaltet (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1401/2016 vom 24. August 2017 E. 2.2). Antworten sind trotz 
suggestiver Fragestellung grundsätzlich verwertbar. Der Art, wie sie erlangt wurden, ist bei 
der Würdigung der entsprechenden Aussagen Rechnung zu tragen (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1162/2013 vom 8. Mai 2014 E. 1.5)

5.1 Der Verteidiger führte vor der Vorinstanz aus, das Vorgehen der Staatsanwaltschaft 
bezüglich Rundschreiben sei unzulässig und nicht mit Art. 118 Abs. 4 StPO zu rechtfertigen. 
Dem Verteidiger ist insofern Recht zu geben, als dass er vorbringt, bei Art. 118 Abs. 4 StPO 
handle es sich um keine Rechtsgrundlage, um eine schriftliche Befragung durchzuführen, 
sollen auf der Grundlage dieser Bestimmung die Geschädigten doch lediglich über die 
Möglichkeit orientiert werden, sich am Strafverfahren zu beteiligen. Eine schriftliche 
Einvernahme bzw. das Einholen schriftlicher Berichte ist für die Strafverfolgungsbehörden 
allerdings auf der Grundlage von Art. 145 StPO sehr wohl möglich, so dass sich die Frage 
stellt, ob die beiden vorgenannten Schritte, d.h. die Orientierung der Geschädigten und das 
Einholen eines Berichtes in einem Schriftstück erledigt werden können, oder ob damit das in 

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Art. 2 Abs. 2 StPO festgehaltene Legalitätsprinzip verletzt wird, wie der Verteidiger moniert. 
Zweifelsfrei hat der Gesetzgeber die Möglichkeit, ein Schreiben nach Art. 118 Abs. 4 StPO 
mit einem solchen nach Art. 145 StPO zu verbinden, nicht geregelt; weder kann dem Gesetz 
eine diesbezügliche Norm entnommen werden, noch ist es den Strafbehörden explizit 
untersagt, entsprechend vorzugehen. Ob diese Vorgehensweise zulässig ist oder nicht, 
entscheidet sich somit anhand einer Auslegung des Gesetzes in Anlehnung an die 
allgemeinen Grundsätze des Strafprozessrechts. Einerseits ist zu bedenken, dass mit der 
von der Staatsanwaltschaft gewählten Vorgehensweise ein Effizienzgewinn einhergeht und 
somit dem Beschleunigungsgebot gemäss Art. 5 Abs. 1 StPO Rechnung getragen wird. 
Andererseits kann nicht ausgeschlossen werden, dass gewisse Personen durch dieses 
Vorgehen in ihrem Aussageverhalten beeinflusst werden und sich zu einer Aussage bzw. zur 
Beantwortung der schriftlichen Fragen gedrängt fühlen, auch wenn die Staatsanwaltschaft 
ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass die Beantwortung der Fragen freiwillig sei. 

5.2 Vor allem aber war es der Verteidigung nicht möglich, den angeschriebenen Personen, den 
potentiell Geschädigten, Fragen zu stellen, womit der grundrechtlich vorgesehene 
Konfrontationsanspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK nicht gewahrt wurde, jedenfalls 
nicht in Bezug auf diejenigen Personen, welche auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht 
parteiöffentlich einvernommen wurden. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass in 
der Lehre und Rechtsprechung umstritten ist, ob im Falle von Seriendelikten, wie vorliegend, 
die Verletzung des Konfrontationsanspruches in jedem Fall zur Unverwertbarkeit der 
schriftlichen Fragebogen führt (OG GD 1 S. 11). Angesichts der erwähnten Verknüpfung des 
Orientierungsschreibens nach Art. 118 Abs. 4 StPO mit den Fragen eines schriftlichen 
Berichtes nach Art. 145 StPO ist im vorliegenden Fall zugunsten der Unverwertbarkeit der 
fraglichen Berichte zu entscheiden, aber nur betreffend jene Privatkläger, welche nicht 
parteiöffentlich einvernommen wurden. An dieser Auffassung ändert auch die Tatsache 
nichts, dass die Umschreibung des Sachverhaltes durch die Staatsanwaltschaft in den 
genannten Schreiben entgegen den Ausführungen des Verteidigers nicht als zugespitzt, 
reisserisch oder suggestiv anzusehen sind. Eine Umschreibung des 
Verfahrensgegenstandes war für die Orientierung der Privatkläger zweckdienlich und 
angemessen. 

6. Im Vorverfahren wurden Z.________, M.________, U.________, V.________, W.________, 
AA.________ und AB.________ parteiöffentlich einvernommen. Vor diesen Einvernahmen 
fand eine Rechtsbelehrung statt und die Verteidigung hatte die Möglichkeit, den 
Einvernahmen beizuwohnen und Ergänzungsfragen zu stellen. Der Konfrontationsanspruch 
wurde in Bezug auf diese Privatkläger gewahrt, so dass ihre Aussagen vollumfänglich 
verwertbar sind, einschliesslich derjenigen Antworten, welche sie schriftlich in Beantwortung 
des Rundschreibens einreichten. Denn wie die Vorinstanz bereits anmerkte, hat sich keine 
dieser Personen nachträglich auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen, so dass die 
Unverwertbarkeitsregelung von Art. 177 Abs. 3 StPO nicht zur Anwendung gelangt. Die 
restlichen Belehrungspflichten sind als Gültigkeitsvorschriften anzusehen (Häring, Basler 
Kommentar, 2. A. 2014, Art. 143 StPO N 26; expressis verbis: Art. 177 Abs. 1 StPO). Bei der 
Verletzung von Gültigkeitsvorschriften steht Art. 141 Abs. 2 StPO bei schweren Straftaten – 
wie einem gewerbsmässigen Betrug – einem umfassenden Beweisverbot entgegen. 

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IV. Anklagesachverhalt, Entscheid der Vorinstanz und Standpunkte der Parteien 

1. Die Staatsanwaltschaft legte dem Beschuldigten mit Anklageschrift vom 4. September 2019 
im Wesentlichen Folgendes zur Last (SG GD 1/1):

"B. Täuschungsmechanismen

B1. Einleitung

4. Am 1. April 2011 verpflichtete sich J.________, Aktien der STEMERGIE im Rahmen einer 
Primärmarkttransaktion zu erwerben. Zu diesem Zweck stimmte J.________ am gleichen Datum 
auch dem Aktionärsbindungsvertrag der bisherigen Aktionäre von STEMERGIE zu, worin sich 
J.________ u.a. diesen gegenüber verpflichtete, etwaige Aktienverkäufe dem 
Verwaltungsratspräsidenten von STEMERGIE zu melden, damit die Mit-Aktionäre gemäss dem 
Aktionärsbindungsvertrag ihre Vorkaufsrechte ausüben konnten. Obwohl B.________ diesen 
Aktionärsbindungsvertrag für J.________ mitunterzeichnete und kannte, plante er von Anfang an, 
dessen Bestimmungen zu missachten, da diese den von ihm geplanten Aufbau eines 
unregulierten und unbewilligten Handelskreises der STEMERGIE-Aktien behinderten.

5. J.________ erwarb im Rahmen einer Kapitalerhöhung der STEMERGIE am 5. Mai 2011 
(Tagebucheintrag HR) das Eigentum an insgesamt 13'698 STEMERGIE-Aktien mit einem 
Nennwert von CHF 1.00. Weitere 6'302 Aktien erwarb J.________ im Rahmen einer zweiten 
Kapitalerhöhung von STEMERGIE am 28. Juli 2011 (Tagebucheintrag). J.________ zeichnete 
diese Aktien jeweils zu einem Preis von CHF 36.50 pro Aktie bei STEMERGIE und übertrug diese 
komplett an sechs Grosskunden (AC.________, AD.________, AE.________, AF.________, 
AG.________, AH.________). Zu keinem Zeitpunkt erwarb J.________ mehr als 20'000 
STEMERGIE-Aktien und zu keinem Zeitpunkt konnte J.________ über mehr als 20'000 
STEMERGIE-Aktien verfügen und ihren Kunden zum Eigentum abtreten. Die Stemenergie 
Financial Ltd. besass zu keinem Zeitpunkt STEMERGIE-Aktien.

B2. Verkauf von Aktien mit Aufpreis von mehr als 100 % über Erwerbswert

6. B.________ instruierte die J.________-Telefonverkäufer bereits vor dem Erwerb der 
STEMERGIE-Aktien zu einem unbekannten Zeitpunkt vor April 2011, die im Rahmen der 
Kapitalerhöhung übernommenen STEMERGIE-Aktien öffentlich auf dem Sekundärmarkt zu 
bewerben und mittels ‘CoId Calling‘ (d.h. unaufgeforderte telefonische Kontaktaufnahme) zu 
vertreiben. Die J.________-Telefonverkäufer begannen daraufhin auf Anweisung und unter der 
Aufsicht und der Verantwortung von B.________ die STEMERGIE-Aktien zu vertreiben.

7. B.________ und die J.________-Telefonverkäufer (auf Instruktion von B.________ hin) setzten 
dabei die nachfolgenden täuschenden Machenschaften ein, um die Geschädigten (gem. Liste in 
Abschnitt D) in die Irre zu führen:

- Die Telefonverkäufer kontaktierten die Geschädigten unaufgefordert telefonisch und 
empfahlen diesen hartnäckig und einseitig im Sinne eines Anlagetipps, unbedingt die 
STEMERGIE-Aktie zum Preis von CHF 80.00 zu erwerben.

- Die Telefonverkäufer traten als “Fundraiser“ für die STEMERGIE auf. Sie präsentierten dabei 
eine Private Equity-Anlage in die STEMERGIE und bestärkten die Geschädigten in ihrem 
Irrtum, wonach die Stemenergie Financial Ltd. die Gelder als verbundene bzw. 
nahestehende Gesellschaft zu Handen STEMERGIE entgegen nimmt, wobei sie keinerlei 
Anstalten trafen, die Namensanlehnung STEMERGIE-Stemenergie zu erklären.

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- Die Telefonverkäufer behaupteten, ein Aktienkaufpreis von CHF 80.00 sei nicht nur 
angemessen und wertbeständig, sondern ein Erwerb zu CHF 80.00 pro Aktie sei gleichzeitig 
auch hoch profitabel und es könnte dabei eine Vervielfachung der Anlage erzielt werden.

- Die Telefonverkäufer sagten jeweils, dass der Erwerb von STEMERGIE-Aktien zu den 
vorgeschlagenen Konditionen ohne nennenswerte Risiken sei (bzw. insinuierten dies, indem 
sie einseitig ein profitables und wertbeständiges Geschäft schilderten) und verschwiegen 
dabei die erheblichen Risiken für die Anleger, welche durch den mehr als 
einhundertprozentigen Aufschlag auf den Erwerbspreis entstanden.

B.________ wusste und billigte, dass die J.________-Telefonverkäufer die entsprechenden 
Botschaften im Rahmen des Telefonverkaufs abgaben, zumal diese aufgrund seiner Instruktionen 
erfolgten und die J.________-Telefonverkäufer nicht ausreichend gebildet und erfahren waren, 
um das Anlageobjekt selber zu prüfen und eine sorgfältige Beratung gegenüber den Anlegern 
abzugeben (was B.________ auch wollte). B.________ wusste sodann, dass von den 
Anlagegeldern der Geschädigten primär er selber über die Stemenergie Financial Ltd. durch den 
mehr als hundertprozentigen Preisaufschlag (CHF 36.50 auf CHF 80.00) profitierte und dass die 
Geschädigten effektiv entgegen den mündlichen Versicherungen eine massiv überteuerte und 
damit eine höchst risikobehaftete, nicht wertbeständige Anlage erwarben (bzw. präziser: 
vermeintlich erwarben, vgl. dazu nächster Abschnitt B3).

8. B.________ wusste sodann, dass der aggressiv betriebene Telefonverkauf mittels ‘CoId Calling‘ 
eine selektive Wirkung erzielte und unter den tausenden kontaktierten Personen diejenigen 
herausgepickt und geködert werden, welche für die Argumente am empfänglichsten waren und 
gebotene Prüfungshandlungen unterliessen. B.________ wollte dies auch, denn er wusste, dass 
er mittels seinen unlauteren Machenschaften an diesen Leuten sich privat über seine Offshore-
Konstrukte unrechtmässig bereichern konnte.

B3. Schein-Eigentumsübertragung von tatsächlich inexistenten STEMERGIE-Aktien

9. B.________ liess über J.________ allen kaufwilligen Geschädigten (gem. Liste in Abschnitt D) 
einen Aktienkaufvertrag zur Unterzeichnung zustellen. B.________ wies sodann den Treuhänder 
AI.________ (AJ.________ AG) an, diese Aktienkaufverträge für die Stemenergie Financial Ltd. 
jeweils zu unterzeichnen und den Eingang des Kaufpreises auf den Konten der Stemenergie 
Financial Ltd. jeweils zu kontrollieren.

10. Gemäss diesem Aktienkaufvertrag verpflichteten sich die Geschädigten den Preis von CHF 80.00 
pro gekaufte STEMERGIE-Aktie zu bezahlen. Die Stemenergie Financial Ltd. trat als 
Gegenleistung das Eigentum an der gekauften Anzahl STEMERGIE-Aktien an den im Vertrag 
genannten Geschädigten ab. Der Geschädigte nahm die Abtretung der STEMERGIE-Aktien zum 
Eigentum jeweils an.

11. Diese Abtretung der STEMERGIE-Aktien war indes eine Schein-Eigentumsübertragung: 
B.________ beabsichtigte zu keinem Zeitpunkt, den Geschädigten mittels der 
Abtretungserklärung auch gültiges Eigentum an den STEMERGIE-Aktien zu übertragen.

12. B.________ wusste, dass die Stemenergie Financial Ltd. zu keinem Zeitpunkt

(i.) STEMERGIE-Aktien erworben hat und diese zum Eigentum besass, 
(ii.) über STEMERGIE-Aktien frei verfügen konnte, und
(iii.) STEMERGIE-Aktien gültig an Dritte zum Eigentum abtreten und übertragen konnte.

B.________ wusste sodann auch, dass die von ihm kontrollierte J.________ zwar insgesamt 
20'000 STEMERGIE-Aktien gezeichnet hatte und diese zumindest theoretisch an die Stemenergie 
Financial Ltd. liefern könnte (was indes tatsächlich nie stattfand). Es war ihm aber auch bekannt, 

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dass diese 20'000 STEMERGIE-Aktien bereits vor der effektiven Auslieferung der Aktien von 
STEMERGIE an J.________ für die grossen Kunden von J.________ reserviert waren 
(insbesondere  AC.________, AD.________, AE.________, AF.________, H. AG.________ und 
AH.________).

13. B.________ verschwieg trotz seiner Beraterstellung gezielt gegenüber den Geschädigten, dass er 
über die Stemenergie Financial Ltd. ihr Geld einkassierte und trotz Abtretungserklärung nicht über 
STEMERGIE-Aktien verfügte und diese auch nicht abtreten und liefern konnte und wollte. Er 
unterdrückte gegenüber den Geschädigten, dass er entgegen der mittels schriftlicher Abtretung 
vorgenommenen Eigentumsübertragung gar nie die Absicht, den Willen und die Fähigkeit hatte, 
ihnen entsprechend das Eigentum an den STEMERGIE Aktien zu übertragen und zu verschaffen. 
B.________ verschwieg sodann gegenüber den Geschädigten, dass er von Anfang an plante, 
sich einseitig und ungerechtfertigt mit ihrem Geld zu bereichern.

14. B.________ verschwieg trotz seiner Beraterstellung gegenüber den Geschädigten auch nach dem 
Deliktszeitraum weiterhin, dass er nicht über die STEMERGIE-Aktien verfügte und solche nie 
gültig an die Geschädigten abgetreten hatte und auch gar nicht abtreten konnte. Sofern möglich, 
drückte sich B.________ vor Geschädigtenanfragen, indem er das Telefon nicht abnahm. Sofern 
dies nicht möglich war, gaukelte B.________ den Geschädigten vor, sie seien STEMERGIE-
Aktionäre und J.________ würde ihre (faktisch inexistenten) STEMERGIE-Aktien “im 
Sammelverfahren“ für sie aufbewahren (bzw. liess dies durch die J.________-Angestellten 
AL.________, AO.________ und weitere vorgaukeln). Sodann liess B.________ den 
Geschädigten auch nach dem Deliktszeitraum über J.________ offizielle Unterlagen der 
STEMERGIE zukommen, um ihnen vorzugaukeln, dass mit ihrer (vermeintlichen, faktisch aber 
inexistenten) STEMERGIE-Beteiligung alles in Ordnung sei. B.________ verbreitete diese 
Unwahrheiten, um die Geschädigten in Sicherheit zu wiegen, ihnen den effektiven Aktienbesitz 
vorzugaukeln und von rechtlichen Schritten abzuhalten.

C. Arglistige Irreführungen

15. B.________ orchestrierte die in Abschnitt B beschriebenen Täuschungen, um die Irreführungen 
der Geschädigten gemäss Abschnitt C herbeizuführen. Er wollte die entsprechende Irreführung 
der Geschädigten oder nahm diese zumindest billigend in Kauf.

16. Die Geschädigten (vgl. im Einzelnen nachfolgend, Abschnitt D) wurden durch diese oben 
genannten Täuschungen in die Irre geführt. Sie gingen deswegen insbesondere davon aus,

- dass J.________ ein gewerbsmässiger Anlageberater und -vermittler sei, welcher nach den 
Regeln des Berufsstands und der Schweizer Gesetze seriös, transparent und in ihrem 
Interesse handelte und nicht unlautere und unfaire Machenschaften einsetze, um ihnen das 
‘Fell über die Ohren‘ zu ziehen,

- dass J.________ ihnen als gewerbsmässiger Anlageberater und -vermittler sorgfältig 
geprüfte Anlagetipps in ihrem Interesse abgab und ihnen insbesondere ein Angebot in ihrem 
Interesse machte und ihnen zum Preis von CHF 80.00 pro STEMERGIE-Aktie grundsätzlich 
eine hoch profitable, wertbeständige und relativ sichere Anlage in ihrem Interesse anbot,

- wobei sie nicht wussten, dass J.________ die entsprechenden STEMERGIE-Aktien 
unmittelbar vorher zum Preis von CHF 36.50 bei der STEMERGIE an einer Kapitalerhöhung 
zeichnete und dann mit einem ungerechtfertigten Aufpreis von mehr als 100 % an die 
Geschädigten weiterverkaufte, womit die Aktientransaktion nicht mehr wertbeständig war, 
sondern mit schadensgleichen Risiken behaftet wurde,

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- dass der Preis von CHF 80.00 pro STEMERGIE-Aktie ein angemessener, marktgerechter 
Preis ist, wobei ein Weiterverkauf der STEMERGIE-Aktie zu diesem Preis jederzeit möglich 
und realistisch ist,

- dass J.________ als “Fundraiser“ eine Investition in die STEMERGIE vermittelte und ihre 
Anlagegelder in wesentlichem Ausmass dazu dienten, die STEMERGIE mittels 
Betriebskapital als Start-up Gesellschaft aufzubauen und deren Geschäftstätigkeit zu 
finanzieren,

- dass die Stemenergie Financial Ltd. eine verbundene Gesellschaft der STEMERGIE und die 
Zahlstelle der STEMERGIE war und die Aufgabe hatte, ihre Anlagegelder entgegen zu 
nehmen und zu wesentlichen Teilen an die STEMERGIE weiterzuleiten,

- dass sie mit Zahlung des Kaufpreises, der Abtretung der STEMERGIE-Aktien und Annahme 
der Abtretung der STEMERGIE-Aktien im Aktienverkaufsvertrag auch Eigentum an den 
Aktien erwarben und Aktionäre der STEMERGIE wurden,

wobei sie nicht wussten, dass B.________ weder direkt noch indirekt (sei es über 
J.________ oder die Stemenergie Financial Ltd.) STEMERGIE-Aktien besass, diese folglich 
nicht zum Eigentum übertragen konnte und entgegen der Abtretungserklärung im 
Kaufvertrag auch nie beabsichtigte, ihnen STEMERGIE-Aktien zum Eigentum zu übertragen,

- dass B.________ existierende STEMERGIE-Aktien an sie abgetreten hat und sie damit 
Eigentümer der Aktien und Aktionäre der STEMERGIE wurden,

wobei sie nicht damit rechneten, dass B.________ direkt oder indirekt (sei es über 
J.________ oder die Stemenergie Financial Ltd.) ihren Kaufpreis einkassierte und ihnen nur 
vorgaukelte, sie hätten für die Zahlung eine entsprechende Anzahl STEMERGIE Aktien zum 
Eigentum abgetreten erhalten.

17. B.________ wusste, dass die Geschädigten durch das von ihm aufgesetzte System mit 
J.________ (Telefonverkauf) und der Stemenergie Financial Ltd. (Geldeinzahlung) wie 
beschrieben in die Irre geführt werden. Er wollte dies, denn so konnte er sich mit dem Geld der 
Geschädigten einen finanziellen Vorteil zuschanzen, der ihm nicht zustand.

18. Die Geschädigten konnten nicht erkennen, dass ihr Anlageberater und -vermittler B.________ die 
Abtretungserklärung in den Kaufverträgen ohne den inhärenten Rechtswillen, ihnen mittels 
Abtretung auch Eigentum an den STEMERGIE-Aktien zu verschaffen, abgab (bzw. durch seinen 
Treuhänder AI.________ [AJ.________ AG] abgeben liess) und stattdessen ihr Geld kassierte, 
ohne als Gegenleistung STEMERGIE-Aktien zu übertragen. Die Geschädigten konnten auch nicht 
erkennen, dass ihr Anlageberater und -vermittler B.________ die STEMERGIE-Aktien mit einem 
Aufpreis von mehr als 100 % an sie weiter verkaufte und sich dabei risikolos auf ihre Kosten einen 
Gewinn zuschanzte, während ihre eigene Anlage durch den Aufpreis massiv mit Risiken belastet 
wurde."

 
2.1 Die Vorinstanz stellte in ihrem Urteil zuerst die Eigentumsverhältnisse rund um alle 

beteiligten Unternehmungen und deren jeweiligen Geschäftsbeziehungen fest. Sodann legte 
sie die Aktenlage hinsichtlich der Zeichnung von STEMERGIE-Aktien dar und kam zum 
Schluss, dass die J.________ per 26. Juli 2011 insgesamt 20'000 STEMERGIE-Aktien 
gezeichnet hatte. In den weiteren Kapiteln analysierte die Vorinstanz die fraglichen 
Aktienkaufverträge und die dazugehörigen Kaufpreiszahlungen sowie die 
Vermittlungstätigkeit der J.________ inkl. der Rolle des Beschuldigten (OG GD 1 S. 17-29). 

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2.2 Eine Täuschung erkannte die Vorinstanz darin, dass der Beschuldigte den Geschädigten 
vorspiegelte, durch die Unterzeichnung der Aktienkaufverträge würden ihnen Aktien der 
STEMERGIE abgetreten. Zur Arglist führte die Vorinstanz Folgendes aus: 

"4. Die Täuschung über die Übertragung der Aktien der STEMERGIE war sodann arglistig:

4.1 Die STEMERGIE hatte im relevanten Zeitraum keine Aktienzertifikate ausgegeben (act. 22/8/4 
Ziff. 18), weshalb die Aktien nur nach den Regeln der Zession übertragen werden konnten 
(Girsberger/Hermann, Basler Kommentar, 7. A. 2019, Art. 164 OR N 9 m.H.). Eine 
zessionsweise Übertragung von Aktien erfolgt dabei alleine durch eine schriftliche 
Abtretungserklärung (Art. 165 OR). Ob mit der Abtretungserklärung das Recht an den Aktien 
tatsächlich auf den Erwerber übergegangen ist, ist bei der Übertragung von unverbrieften Aktien 
deshalb im Übertragungsakt für sich nicht überprüfbar und daher grundsätzlich arglistig. 

4.2 Vorstehend Gesagtes gilt jedenfalls solange, als - ähnlich einer Täuschung über innere 
Tatsachen - nicht eine Überprüfung der Erfüllungs(un)fähigkeit nahegelegen und zumutbar 
gewesen wäre. Dies ist vorliegend zu verneinen. Nachstehend wird aufgezeigt, dass einiges 
vorgekehrt wurde, um bei den Geschädigten Vertrauen aufzubauen und sie zur Überweisung 
des Geldes für die angeblich gekauften STEMERGIE-Aktien zu bewegen, ohne die 
Verfügungsfähigkeit der Stemenergie zu überprüfen. 

4.2.1 Die Vermittlung der Aktien erfolgte gemäss dem massgeblichen Ausgangssachverhalt durch die 
J.________ (vorne E. II.4.2). Diese Gesellschaft hatte nicht nur den Sitz in der Schweiz, einen 
professionellen Internetauftritt und einen Verwaltungsrat mit in der Schweiz wohnhaften 
Personen. Sie hatte auch physische Büroräumlichkeiten und Angestellte, welche für die 
Geschädigten telefonisch und wenn nötig auch persönlich erreichbar waren (z.B. act. 22/6/3; 
22/7/4). Auch der Beschuldigte selbst traf Geschädigte persönlich (act. 22/1/3 Ziff. 9). Die 
Geschädigten wurden von den Mitarbeitern aufgrund von Telefonlisten unaufgefordert 
kontaktiert (act. 22/12/3 Ziff. 13; 22/13/3 Ziff. 10; 22/1/4 Ziff. 11; 22/2/3 Ziff. 13; 22/3/5 Ziff. 20; 
22/5/3 Ziff. 13; 22/7/3 Ziff. 15) und sodann - teilweise hartnäckig (act. 22/1/4 Ziff. 11; 22/3/5 
Ziff. 20) - zum Kauf der STEMERGIE-Aktien bewogen. Bereits damit wurde ein wesentlich 
grösserer Aufwand für die Ermöglichung der falschen Verkäufe betrieben, als dies bei plumpen 
Betrugsversuchen der Fall ist. Mit der Kontaktierung einer Vielzahl von Personen fand sodann 
eine "Vorselektion" statt, bei welcher nur diejenigen Personen weiter betreut wurden, welche die 
Vermittlung von Aktien durch eine Gesellschaft wie die J.________ offen gegenüberstanden.

4.2.2 Beachtlich ist im Weiteren, dass die verkauften Aktien eine Gesellschaft betrafen, welche 
tatsächlich existierte. Die STEMERGIE war ein Schweizer "Start-Up" und wurde von 
vertrauenswürdigen Institutionen unterstützt. Als Aktionärin der STEMERGIE verfügte die 
J.________ auch über die nötigen Informationen über das Unternehmen, um diese den 
Geschädigten zur Verfügung zu stellen. Doch auch selbständige Recherchen der Geschädigten 
hätten die Angaben der J.________ bestätigt, wonach die STEMERGIE eine angeblich 
vielversprechende, wenn auch riskante Investition war. Entgegen der staatsanwaltschaftlichen 
Darstellung in der Anklage war das Risiko des Investments den meisten Geschädigten bewusst, 
weshalb auch nähere Erkundigungen in diese Richtung keine neuen, alarmierenden 
Erkenntnisse geliefert hätten.

4.2.3 Die Aktienkaufverträge wurden sodann mit der Stemenergie geschlossen - einer Gesellschaft, 
deren Namen eine täuschende Ähnlichkeit zum Firmennamen der STEMERGIE aufweist. Die 
Ähnlichkeit der beiden Namen kann dabei nicht zufällig erfolgt sein. So besteht der Name 
STEMERGIE aus einer genuinen Wortschöpfung, welche keine eigene Bedeutung innehat. Aus 
der Tätigkeit der Stemenergie ergibt sich auch kein Hinweis, weshalb dieser zum Verwechseln 
ähnliche Name gewählt werden sollte, wenn damit nicht eine (in Wirklichkeit nicht bestehende) 
Nähe zur STEMERGIE hätte suggeriert werden sollen. 

Seite 19/67

Bei der Eröffnung der Bankkonten bei der Y.________ führte der Beschuldigte aus, dass die 
Gesellschaft ein "Spin off Biotech Genf" sei (act. 247/5/683) und reichte Prospekte der 
STEMERGIE als weitere Unterlagen der Stemenergie ein (act. 24/5/685 ff.). Die Gesellschaft 
habe den Zweck "Erträge aus Investitionen und Beteiligungen" und werde ca. CHF 1'000'000.00 
in 6-12 Monaten an Umsatz generieren. In den zusätzlichen Angaben wurde "Kommissionen 
aus Aktienverkäufen" aufgeführt. Als Herkunft der Vermögenswerte wurde "Kommissionen, 
Vermittlung von Investoren (private equity)" angegeben (act. 24/5/683). Gegenüber der 
Y.________ suggerierte der Beschuldigte damit selbst, dass die Stemenergie ein Spin-off eines 
AW.________ Biotech-Unternehmens sei und deren Aktien vermittle. Durch Beilage der 
Unterlagen der STEMERGIE zeigte der Beschuldigte, dass dieses Biotech-Unternehmen die 
STEMERGIE sein solle. Der Beschuldigte hatte diese Namensanlehnung somit bewusst 
gewählt, um eine Nähe zwischen seiner Offshore-Gesellschaft und dem in der Schweiz 
domizilierten und von renommierten Personen und Instituten unterstützten Start-up 
STEMERGIE herzustellen. 

4.2.4 Der Name "Stemenergie Financial Ltd." suggerierte zudem, dass die Gesellschaft die 
Finanzierungen für die "Stemergie Biotechnology SA" vornehmen würde. Den Geschädigten fiel 
der kleine Unterschied der Silbe "en" nicht auf (act. 22/1/5; 22/2/4; 22/3/6; 22/4/3; 22/5/4; 22/7/3 
Ziff. 10). Denjenigen Geschädigten, welchen die Offshore-Domizilierung und das Konto in 
Lichtenstein auffielen, erklärte der Beschuldigte bzw. die von ihm instruierten Mitarbeiter der 
J.________ zudem auch ausdrücklich, dieses Konstrukt sei aus steuerlichen bzw. rechtlichen 
Gründen so gewählt worden (act. 22/1/5 Ziff. 14; 22/6/4 Ziff. 16). Diese Begründung führte der 
Beschuldigte selbst auch gegenüber dem Verwaltungsrat der STEMERGIE ins Feld (act. 22/8/5 
Ziff. 20). Auch wurde als Begründung vorgebracht, die Gebühren seien dort tiefer (act. 22/7/4). 
Dass die Stemenergie trotz der auffälligen Namensanlehnung keinerlei geschäftliche oder 
sonstige Beziehung zur STEMERGIE hatte, wussten die Geschädigten nicht (vgl. act. 22/1/5 
Ziff. 15-16; 22/3/6 Ziff. 25; 22/4/3 Ziff. 16). Vielmehr gingen die Geschädigten aufgrund der 
verwechslungsanfälligen Namensähnlichkeit von einer Verbindung der Gesellschaften aus 
(act. 22/4/4 Ziff. 17-18; act. 22/7/4 Ziff. 18). 

4.3 Die Geschädigten hätten die Täuschungen des Beschuldigten nur dadurch entdecken können, 
indem sie sich die Verfügungsfähigkeit der Stemenergie durch entsprechende Original-
Urkunden hätten nachweisen lassen. Hierbei gilt jedoch zu berücksichtigen, dass die Prüfung 
des Aktienerwerbs von nicht-verbrieften Namenaktien juristisch äusserst anspruchsvoll ist und 
somit nur von darauf spezialisierten, juristisch ausgebildeten Personen verlässlich festgestellt 
werden kann. Derart spezialisiertes Fachwissen kann und darf bei den Geschädigten nicht 
vorausgesetzt werden. Entgegen den Vorbringen der Verteidigung (GD 7/1/11 N 157) hätte auch 
eine Erkundigung bei der STEMERGIE, ob die Stemenergie Aktionärin sei, keine wesentlichen 
Erkenntnisse hervorgebracht, da eine Gesellschaft Drittpersonen grundsätzlich keine Auskunft 
über ihr Aktionariat geben darf (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1P.128/2003 vom 15. Juli 2003 
E. 3.4.1). Informationen über die wirtschaftliche Situation, den Forschungsstand und die 
Erfolgserwartungen der STEMERGIE, etwa durch direkte Erkundigungen bei den involvierten 
Personen, hätten zudem keine neuen Erkenntnisse gebracht, welche das Vorgehen des 
Beschuldigten aufgedeckt hätten. 

4.4 Aus dem Gesagten erhellt, dass einiges an Aufwand betrieben wurde, um den Anschein einer 
seriösen und werthaltigen Aktienvermittlung zu erwecken. So wurde mit der Stemenergie eine 
Gesellschaft geschaffen, welche aufgrund der Namensanlehnung suggerierte, wenigstens ein 
Finanzierungsvehikel der STEMERGIE zu sein. Zugleich wurde den Geschädigten mit den 
Unterlagen der STEMERGIE Informationen zu einem real existierenden Unternehmen 
zugestellt. Die J.________ verfügte sodann über Büroräumlichkeiten, Angestellte und eine 
seriös wirkende Organisation. Mithilfe von Telefonlisten selektionierte die J.________ sodann 
diejenigen Personen, welche bereit waren, von einem Aktienvermittler Aktien zu erwerben. 
Insgesamt wurde mithin eine seriöse Handelstätigkeit der Stemenergie für Aktien der 
STEMERGIE vorgetäuscht, weshalb bei den Geschädigten erst gar keine Zweifel an der 

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Erfüllungsfähigkeit entstanden und diese somit auch von deren Überprüfung absahen. 
Angesichts dieses abgestimmten und so vorbereiteten Vorgehens tritt die fehlende juristische 
Abklärung der Geschädigten zur Verfügungsfähigkeit der Stemenergie in den Hintergrund. Eine 
Mitverantwortung der Opfer, welche die Arglist entfallen liesse, ist vorliegend nicht gegeben.

4.5 Zu erwähnen ist, dass selbst nach Abschluss der Aktienkaufverträge die Täuschung aufrecht 
erhalten wurde, indem die Geschädigten Aktionariatsinformationen erhielten (vgl. vorne 
E. III.3.4). Erkundigten sich die Geschädigten bei der J.________, wie es um die Aktien stehe, 
wurde ihnen mitgeteilt, dass alles gut sei, ein Verkauf der STEMERGIE und somit ein Gewinn 
kurz bevorstehe oder die Aktien der STEMERGIE bei der J.________ hinterlegt seien 
(act. 22/1/4 Ziff. 12; 22/3/4 Ziff. 15 und 18; 22/6/3 Ziff. 11; 22/7/5 Ziff. 21 ff.; 22/4/2 Ziff. 8). Die 
Arglist ist deshalb auch bezüglich derjenigen Geschädigten zu bejahen, welche mehrfach Aktien 
der Stemenergie zu erwerben glaubten und hierfür den Aktienkaufpreis an die Stemenergie 
überwiesen (vgl. Auflistung in der Anklage, GD 1/1 S. 10 ff.)."

3.1 Die Verteidigung führte an der Berufungsverhandlung nach den formellen Aspekten zu ihren 
Beweisanträgen aus, die J.________ sei stets bemüht gewesen, den Anlegern die 
zugesicherten Aktien auch zu liefern. Auch die Vorinstanz habe anerkannt, dass die 
J.________ die Möglichkeit gehabt habe, genügend STEMERGIE-Aktien zu zeichnen. So 
habe die J.________ unbestritten 20'000 Aktien im Rahmen zweier Kapitalerhöhungen 
gezeichnet. Bis Ende September 2011 habe sie aufgrund des Investment Agreements die 
Möglichkeit gehabt, weitere 34'375 Aktien der STEMERGIE zu zeichnen. Zudem liege nur ein 
einziger Hinweis dafür vor, dass die von der J.________ überwiesenen CHF 500'000.00 für 
AK.________ bestimmt gewesen seien. Dies genüge nicht, so dass zugunsten des 
Beschuldigten davon auszugehen sei, dass diese Summe für die in Frage stehenden Anleger 
überwiesen worden sei. Während eineinhalb Jahren habe auch betreffend AK.________ eine 
Unsicherheit wegen der Eintragung in das Aktienbuch der STEMERGIE bestanden, aber 
deswegen sei der Beschuldigte strafrechtlich nicht verfolgt worden. Dies habe wohl damit zu 
tun, dass der Kaufvertrag schliesslich erfüllt worden sei. Die Frage sei deshalb einzig, ob 
dem Beschuldigten vorgeworfen werden könne, im Zeitpunkt des Vertrages bereits gewusst 
zu haben, dass er nicht erfüllen könne oder wolle. Am 20. Januar 2016 habe die 
STEMERGIE bestätigt, CHF 325'000.00 als Wandeldarlehen von der J.________ erhalten zu 
haben. Dieses Wandeldarlehen sei entgegen der Auffassung der Vorinstanz in subjektiver 
Hinsicht von entscheidender Bedeutung, da die J.________ damit ihre Absicht bestätigt 
habe, ausreichend Aktien zu zeichnen und ihren Kunden zu liefern. Auch die bereits vor der 
Vorinstanz geschilderten Rückabwicklungen würden zeigen, dass sich die J.________ nach 
der Unterzeichnung der Verträge darum bemüht habe, die Aktien der STEMERGIE erhältlich 
zu machen. Es gehe einzig darum, ob die J.________ gewillt gewesen sei, zu erfüllen. 

3.2 Die Vorinstanz habe sodann nicht vermocht darzulegen, dass die J.________ nicht über die 
entsprechenden finanziellen Mittel verfügt habe bzw. wohin die Gelder der Konten der 
Stemenergie tatsächlich geflossen seien. Die Aktien hätten aber von der J.________ 
gezeichnet werden müssen; weshalb die J.________ dies nicht getan habe, spiele keine 
Rolle, entscheidend sei lediglich, dass die J.________ die Möglichkeit dazu gehabt habe. 
Wenn der Nachweis gelinge, dass die J.________ sowohl leistungswillig als auch -fähig 
gewesen sei, stelle die angebliche Täuschung der Anleger den entscheidenden Punkt dar. 
Die Frage sei dann, ab wann die nachträgliche Nichterfüllung einer zivilrechtlichen 
Verpflichtung strafrechtlich relevant werde. 

Seite 21/67

3.3 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz suggerierten die fraglichen Aktienkaufverträge 
nicht, dass die Aktien mit dem Vertrag bereits abgetreten würden. Vielmehr drücke der 
Wortlaut der Verträge nur die Bereitschaft der Verkäuferin aus, dem Käufer eine bestimmte 
Anzahl Aktien zu übertragen. Hierfür müsse die Stemenergie keineswegs Aktien zu Eigentum 
haben. Wäre die Stemenergie tatsächlich Eigentümerin gewesen, wäre eine andere 
Formulierung gewählt worden ("verkauft und tritt ab"). Die Vorinstanz vertrete den 
Standpunkt, die Anleger hätten geglaubt, mit Unterzeichnung des Vertrages Eigentümer der 
Aktien zu sein, aber dies ergebe sich nicht aus den Aussagen der Geschädigten, auf welche 
sich die 
Vorinstanz beziehe. Es lasse sich somit nicht rechtsgenügend erstellen, dass die Kunden 
geglaubt hätten, mit der Unterzeichnung des Vertrages Eigentümer der Aktien geworden zu 
sein. Soweit die Vorinstanz ausführe, die Stemenergie habe über keine Mittel verfügt, um 
den Kaufpreis zurückzuerstatten, sei zu bedenken, dass die J.________ hierzu problemlos in 
der Lage gewesen sei. Aber die Anleger hätten darauf verzichtet, die Rückabwicklung 
geltend zu machen. Die entscheidende Frage sei, ob "Short-Sein" den Tatbestand des 
Betruges überhaupt erfüllen könne. Der Umstand, dass die Aktien nicht zeitnah geliefert 
worden seien, sei zivilrechtlich vorwerfbar, könne aber noch keinen Betrug darstellen. 

3.4 Sofern man davon ausgehen sollte, dass die Anleger betreffend die Übertragung der 
STEMERGIE-Aktien getäuscht worden seien, verdiene das Tatbestandsmerkmal der Arglist 
besondere Beachtung. Die Vorinstanz übersehe, dass die vertraglich zugesicherte Abtretung 
vinkulierte Namenaktien betroffen habe, so dass für die Eintragung ins Aktienbuch neben der 
Abtretungserklärung die Zustimmung der Gesellschaft notwendig gewesen wäre. Dies sei 
relevant, weil ein zeitlicher Abstand zwischen der Unterzeichnung des Kaufvertrages und der 
tatsächlichen Zahlung des Kaufpreises bestanden habe. Die Kaufverträge hätten zwar unter 
der aufschiebenden Bedingung der Bezahlung des Kaufpreises, gleichzeitig aber auch unter 
der auflösenden Bedingung gestanden, "dass der Käufer nicht als Aktionär in das Aktienbuch 
der Gesellschaft eingetragen werden kann". Gleichwohl wäre es den Anlegern ohne Weiteres 
zumutbar gewesen, sich vor der Bezahlung des Kaufpreises bei der STEMERGIE zu 
vergewissern, ob eine Eintragung in das Aktienbuch möglich sein werde. Auch wäre es den 
Aktionären nach Bezahlung des Kaufpreises möglich gewesen, sich zu erkundigen, ob sie in 
das Aktienbuch eingetragen worden seien. Dieses Versäumnis stehe der Arglist entgegen 
(OG GD 8/4 S. 11 – 19). 

4.1 Die Staatsanwaltschaft führte an der Berufungsverhandlung als Berufungsantwort zum 
Schuldpunkt sinngemäss aus, die Ausführungen des Verteidigers zu AK.________ seien 
nicht zu hören, denn dieser sei Grosskunde gewesen. Die Vorinstanz habe ganz klar 
festgehalten, dass die fraglichen CHF 500'000.00 von AK.________ gekommen seien. 

4.2 Sodann gebe es keine Hinweise dafür, dass die J.________ einen Leistungswillen gehabt 
habe. Die Kaufpreise seien allesamt auf das fragliche Konto der Stemenergie sowie einer 
weiteren Gesellschaft bezahlt worden. Die Namenswahl der Stemenergie suggeriere eine 
Nähe zur STEMERGIE, welche nicht bestanden habe. Sonst hätte man auch einen anderen 
Namen verwenden können. Zudem habe der Beschuldigte bei der Eröffnung des Bankkontos 
in Liechtenstein entsprechende Angaben gemacht und Prospekte der STEMERGIE 
aufgelegt. Es sei auch irrelevant, dass gewisse Geschädigte keinen direkten Kontakt mit dem 
Beschuldigten gehabt hätten, dies sei bei Seriendelikten immer so. 

Seite 22/67

4.3 Den Aktionärsbindungsvertrag habe es tatsächlich gegeben, aber dass die Geschädigten 
dies gewusst hätten, sei lediglich eine Behauptung der Verteidigung. Im Urteil der Vorinstanz 
sei überdies gut begründet, inwiefern die Handlungsweise des Beschuldigten arglistig 
gewesen sei, und daran ändere auch die Tatsache nichts, dass zwischen der 
Unterzeichnung der Kaufverträge und der Bezahlung der Kaufpreise jeweils eine gewisse 
Zeit verstrichen sei. Zudem seien sechs Tage hierfür nicht gerade viel, wenn man den 
administrativen Aufwand bedenke. Sodann könne den Geschädigten im Rahmen der 
Opfermitverantwortung sicher nicht angelastet werden, dass sie sich nicht bei der 
STEMERGIE nach der Übertragbarkeit der Aktien erkundigt hätten. Die Geschädigten seien 
überhaupt nicht auf diese Idee gekommen. Es sei auch noch zu erwähnen, dass der 
Beschuldigte die Anleger jahrelang hingehalten habe (OG GD 8/1 S. 7 – 12). 

V. Rechtliche Grundlagen 

1. Einen Betrug nach Art. 146 Abs. 1 StGB begeht, wer in der Absicht, sich oder einen andern 
unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von 
Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch 
dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Der Betrugstatbestand verlangt 
somit eine arglistige Täuschung, einen Irrtum, eine Vermögensverfügung, einen 
Vermögensschaden sowie Vorsatz und Bereicherungsabsicht (Maeder/Niggli, Basler 
Kommentar, 4. A. 2019, Art. 146 StGB N 36 ff.).

2. Als Täuschung gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von der 
Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen. Sie ist eine unrichtige Erklärung über 
Tatsachen, d.h. über objektiv feststehende, vergangene oder gegenwärtige Geschehnisse 
oder Zustände. Äusserungen über künftige Vorgänge können zu einer Täuschung führen, 
wenn sie innere Tatsachen wiedergeben. Der Wille zur redlichen Erfüllung von Versprechen 
bzw. der Leistungswille ist eine innere Tatsache. Die Unwahrheit kann explizit oder implizit, 
d.h. stillschweigend durch konkludentes Tun, erklärt werden. So erklärt ein Hotelgast durch 
das Buchen einer Übernachtung konkludent, zahlungswillig und -fähig zu sein 
(Maeder/Niggli, a.a.O., Art. 146 StGB N 42; BGE 135 IV 76 E. 5.1).

3. Das Erfordernis der Arglist ist erfüllt, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder 
sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Einfache falsche Angaben gelten als 
arglistig, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 
zumutbar ist und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder er 
nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines 
besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Mit dem Tatbestandsmerkmal der 
Arglist verleiht das Gesetz dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung wesentliche 
Bedeutung. Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an 
Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die jeweilige Lage und die 
Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Auch unter dem 
Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes 
nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle 
erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten 

Seite 23/67

Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht 
bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei einer Leichtfertigkeit, welche das 
betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt (BGE 142 IV 153 
E. 2.2.2). Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende 
Opfermitverantwortung kann nur in Ausnahmefällen bejaht werden, denn mit einer engen 
Auslegung des Betrugstatbestands würde die sozialadäquate Geschäftsausübung und damit 
der Regelfall des Geschäftsalltags betrugsrechtlich nicht geschützt. Selbst ein erhebliches 
Mass an Naivität des Geschädigten schliesst Arglist nicht aus. Anwendungsfälle nicht 
arglistiger Täuschungen betreffen in der bisherigen Rechtsprechung insbesondere Banken 
und sonst im Geldanlagengeschäft berufsmässig tätige Personen als potenzielle Opfer. 
Bejaht wird Arglist demgegenüber bei Ausnutzung des gierig-vertrauensselig-unseriösen 
Gewinnstrebens gewöhnlicher Leute (Urteil des Bundesgerichts 6B_497/2014 vom 6. März 
2015 E. 3.4.2 m.H.).

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist schon die Vorspiegelung des 
Leistungswillens arglistig im Sinne des Betrugstatbestandes, weil sie eine innere Tatsache 
betrifft, die vom Vertragspartner ihrem Wesen nach nicht überprüft werden kann. Dies gilt 
jedenfalls solange, als nicht eine zumutbare Überprüfung die Erfüllungsunfähigkeit naheliegt, 
etwa weil der Bestellende in der Vergangenheit seine Verpflichtungen schon wiederholt nicht 
erfüllte. Die Pflicht zur Überprüfung der Erfüllungsfähigkeit kann sich aber nicht darauf 
erstrecken, dass das Opfer alle erdenklichen ihm zur Verfügung stehenden 
Selbstschutzmöglichkeiten ausschöpfen muss. Arglist scheidet erst bei leichtfertigem 
Verhalten des Opfers aus. Davon kann bei der Eingehung einer Geschäftsbeziehung mit 
einem bislang unbekannten Vertragspartner keine Rede sein, auch wenn es sich um 
grössere Geschäfte handelt (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2).

4. Die Täuschung muss beim Verfügungsberechtigten einen Irrtum hervorrufen oder ihn in 
einem solchen bestärken. Zwischen dem täuschenden Verhalten und dem Irrtum muss ein 
Kausal- bzw. Motivationszusammenhang bestehen. Der Täter muss mithin auf die 
Vorstellung des Opfers einwirken. Irrtum ist eine Diskrepanz zwischen Vorstellung und 
Wirklichkeit (Urteil des Bundesgerichts 6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.3). 

5. Der Tatbestand setzt ferner eine irrtumsbedingte Vermögensverfügung des Getäuschten 
voraus, wodurch dieser sich selbst bzw. das seiner tatsächlichen Verfügung unterliegende 
Vermögen eines Dritten unmittelbar schädigt. Dabei müssen Getäuschter und Verfügender, 
nicht aber Verfügender und Geschädigter identisch sein (Urteil des Bundesgerichts 
6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.3). Schädigt der Getäuschte nicht sich selbst, 
sondern einen Dritten, setzt die Erfüllung des Betrugstatbestandes aber voraus, dass der 
Getäuschte für den Vermögenskreis des Geschädigten "verantwortlich" ist und darüber - 
zumindest in tatsächlicher Hinsicht - verfügen kann (BGE 133 IV 171 E. 4.3).

6. Ein Vermögensschaden liegt vor, wenn das Vermögen des Täuschungsopfers nach 
Vornahme der irrtumsbedingten Vermögensverfügung in seinem Gesamtwert - durch 
Verringerung der Aktiven oder Vermehrung der Passiven - tatsächlich verringert ist (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.3 m.w.H.). 

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7. Nach der Rechtsprechung hat sodann der Schaden als Vermögensnachteil der Bereicherung 
als Vermögensvorteil zu entsprechen. Zwischen Schaden und Bereicherung muss mithin ein 
innerer Zusammenhang bestehen, das heisst, die Bereicherung muss sich als Kehrseite des 
Schadens darstellen. Dieses Erfordernis wird als Prinzip der Stoffgleichheit bezeichnet (BGE 
134 IV 210 E. 5.3).

8. Nach der Rechtsprechung liegt im Begriff des berufsmässigen Handelns der Ansatzpunkt für 
die Umschreibung der Gewerbsmässigkeit. Der Täter handelt berufsmässig, wenn sich aus 
der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der 
Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten 
Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufs ausübt. Diese 
abstrakte Umschreibung kann nur Richtlinienfunktion haben. Eine quasi "nebenberufliche" 
deliktische Tätigkeit kann genügen. Wesentlich ist, dass sich der Täter, wie aus den 
gesamten Umständen geschlossen werden muss, darauf eingerichtet hat, durch deliktische 
Handlungen Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur 
Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen; dann ist die erforderliche soziale 
Gefährlichkeit gegeben. Es ist nach wie vor notwendig, dass der Täter die Tat bereits 
mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, ein Erwerbseinkommen zu 
erlangen, und dass aufgrund seiner Taten geschlossen werden muss, er sei zu einer Vielzahl 
von unter die fraglichen Tatbestände fallenden Taten bereit gewesen (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_793/2019 vom 12. September 2019 E. 1.2).

9. In subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand Vorsatz und Handeln in unrechtmässiger 
Bereicherungsabsicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.3).

10. Der Vorsatz muss sich auf alle objektiven Tatbestandsmerkmale einschliesslich ihrer 
kausalen Verknüpfung beziehen. Beim Tatbestand des Betruges bedeutet dies, dass der 
Täter im Bewusstsein und im Willen handeln muss, durch Täuschung einen Irrtum zu 
erregen, welchen den Irrenden zu einer schädigenden Vermögensverfügung motiviert. Dabei 
muss er insbesondere mit der Unrichtigkeit der behaupteten Tatsachen rechnen und sie in 
Kauf nehmen (Urteil des Bundesgerichts 6B_913/2019 vom 7. Februar 2020 E. 5.2.3).

VI. Relevanter Sachverhalt und Beweiswürdigung

1. Unbestrittene Grundlagen 

1.1 Im Zentrum des vorliegenden Verfahrens stehen die Kapitalgesellschaften J.________ AG, 
Stemergie Biotechnology SA und Stemenergie Financial Ltd. Den Erwägungen des Gerichts 
liegen die nachfolgenden von der Vorinstanz zutreffend zusammengefassten, unbestrittenen 
Grundlagen betreffend die erwähnten Gesellschaften zugrunde. 

1.2 Die J.________ AG (J.________)

1.2.1 Die J.________ wurde am 9. Februar 2010 mit einem Aktienkapital in Höhe von 
CHF 100'000.00 (1 Mio. Namenaktien zu CHF 0.10) vom Beschuldigten und AL.________ 
mit Sitz in Zürich gegründet. AL.________ zeichnete 1 Aktie; die restlichen Aktien zeichnete 

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der Beschuldigte. Die Gründer waren gleichzeitig Mitglieder des Verwaltungsrates, wobei der 
Beschuldigte Präsident des Verwaltungsrates war. Am 18. August 2010 (Tagebuch-Eintrag) 
trat der Beschuldigte aus dem Verwaltungsrat aus (GD 7/1/1; act. 24/2/10/19; 4/2/4; 24/3/73).

1.2.2 Der statutarische Zweck der J.________ besteht in Finanzberatungen und 
Finanzvermittlungen aller Art, Anlageberatung im In- und Ausland sowie Vermittlung von 
Aktien und anderen Anlagen von Gesellschaften, die nicht an der Börse kotiert sind 
(GD 7/1/1). 

1.2.3 Auf ihrer Internetseite beschrieb J.________ im hier relevanten Zeitraum ihre Tätigkeit sowie 
die Art und Weise der zu erbringenden Dienstleistung gegenüber ihren Mitarbeitenden wie 
auch gegenüber der Öffentlichkeit wie folgt (www.J.________-ag.ch, Zeitraum 2011-2012; 
act. 11/4/1 ff.): 

Register Home (Auszug): 

"J.________ widmet sich dem Platzieren von erfolgsversprechenden Anlagen bei geeigneten 
Investoren. Die Gesellschaft ist ausschliesslich als Vermittlerin tätig, d.h. die Anleger erwerben die 
Anlagen direkt beim Emittenten und zahlen direkt an diesen ein. Später sollen weitere Formen der 
Platzierung angeboten werden. J.________ fokussiert sich auf Anlagen in Aktien nicht 
börsenkotierter Unternehmen in der Schweiz." 

Register Dienstleistungen (Auszug): 

"Als Partner für die durch uns betreuten Unternehmen begleiten wir diese durch die einzelnen 
Wachstumsetappen. Bevor diese Partnerschaft beginnen kann muss sich jedes Unternehmen einer 
eingehenden Prüfung unterziehen. Je nach Grösse wird unsere Due Diligence-Abteilung hierbei 
durch externe Spezialisten unterstützt. Fairness und Transparenz stellen die Grundlage einer jeden 
erfolgsversprechenden Geschäftsbeziehung dar."

Register Kunden (Auszug): 

"Bei der Individualität unserer Dienstleistung halten wir Transparenz für ein unabdingbares 
Versprechen. Ein Versprechen, basierend auf unserer Unabhängigkeit und ein Versprechen 
gegenüber unseren Kunden. Transparenz ist für uns Synonym für Echtheit und Wahrheit."

Register Investoren:

"Unsere Kundschaft besteht sowohl aus privaten Anlegern als auch aus institutionellen und 
strategischen Investoren. Als Plattform für aufstrebende Unternehmen und ausgewählte Investoren 
führen wir Angebot und Nachfrage zusammen. Unsere langjährige Erfahrung ermöglicht uns die 
zielgerechte Zusammenführung der individuellen Investitionsbedürfnisse mit dem Kapitalbedarf 
ausgewählter, erfolgreicher Unternehmen. Professionell und unabhängig."

1.2.4 Die J.________ bzw. die für diese tätigen natürlichen Personen vermittelten im Zeitraum vom 
1. April 2011 bis am 31. Oktober 2012 Aktien der STEMERGIE an die Geschädigten.

1.3 Stemergie Biotechnology SA (STEMERGIE)

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1.3.1 Die STEMERGIE wurde am 18. Dezember 2009 gegründet. Die Gesellschaft bezweckte die 
Entwicklung von Krebsmedikamenten bzw. die Erstellung von konzeptionellen Studien und 
die präklinische Forschung mit solchen Medikamenten (act. 3/1/43; 24/3/6). Das Aktienkapital 
betrug zunächst CHF 100'000.00 und es waren 100'000 Namenaktien à CHF 1.00 
ausgegeben worden (act. 24/3/76). 

1.3.2 Die Aktionäre der STEMERGIE schlossen im Juli/August 2010 einen 
Aktionärsbindungsvertrag (act. 24/3/75 ff.) ab, in welchem unter anderem Folgendes 
vereinbart wurde:

"In any case of an acquisition of Shares of the Company by a third party, the acquiring third party 
shall join this Agreement or an agreement substantially in the form of this Agreement. The assignor 
(seller) shall cause such acquirer to do so prior to the effective transfer of Shares. Any share 
transfer made in violation of this Agreement shall not be implemented and all parties irrevocably 
instruct the Company or a trustee to block such transfer." (Ziff. 7.4)

Darüber hinaus vereinbarten die Aktionäre ein Vorkaufsrecht ("Right of First Refusal", Ziff. 8) 
mit der entsprechenden Pflicht eines verkaufswilligen Aktionärs, den 
Verwaltungsratspräsidenten vor einem Verkauf über die Verkaufsabsichten zu informieren 
und den bedingt abgeschlossenen Verkaufsvertrag einzureichen.

1.3.3 Am 5. Mai 2011 wurde das nominelle Aktienkapital der STEMERGIE von CHF 100'000.00 auf 
CHF 147'427.00 erhöht. Diese Kapitalerhöhung erfolgte durch die Ausgabe von 47'427 
neuen, auf den Namen lautende Aktien à nominal CHF 1.00 (act. 24/3/76). 

1.3.4 Am 26. Juli 2011 erhöhte die STEMERGIE (gestützt auf den Entscheid der 
Generalversammlung vom 25. Mai 2011, vgl. act. 24/3/126 ff.) erneut das Aktienkapital um 
CHF 6'302.00 durch Neuausgabe von 6'302 Namenaktien à CHF 1.00 (act. 24/3/76+129 f.). 
Gemäss Statuten vom 26. Juli 2011 verfügte die STEMERGIE zu diesem Zeitpunkt über ein 
voll liberiertes Aktienkapital von CHF 153'729.00, wobei sie 153'729 Namenaktien zum 
Nennwert von CHF 1.00 ausgegeben hatte (act. 24/3/134). Zudem bestand ein bedingtes 
Aktienkapital in der Höhe von CHF 37'778.00 (act. 24/3/135). 

1.3.5 Am 17. Dezember 2012 wurde das nominelle Aktienkapital der STEMERGIE von 
CHF 153'729.00 auf CHF 166'229.00 erhöht. Diese Kapitalerhöhung erfolgte durch die 
Ausgabe von 12'500 neuen, auf den Namen lautende Aktien à nominal CHF 1.00 
(act. 24/3/6 f.). 

1.3.6 Die Generalversammlung der STEMERGIE beschloss am 27. Juni 2017 die Auflösung und 
Liquidation, am 9. April 2019 wurde die Gesellschaft im Handelsregister gelöscht 
(act. 3/1/43). 

1.3.7 Mitglieder im Verwaltungsrat der STEMERGIE waren u.a. AM.________ (Zeitraum: 
18. Dezember 2009 - 25. Juli 2012) sowie AN.________ (Zeitraum: 1. September 2015 - 
9. April 2019). Im Zeitraum vom 24. Juli 2017 bis zu deren Löschung am 9. April 2019 amtete 
Letzterer als Liquidator der STEMERGIE (act. 3/1/43-44; 24/3/6-7). 

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1.3.8 Die STEMERGIE hatte im relevanten Zeitraum nie Aktienzertifikate ausgegeben (act. 22/8/4 
Ziff. 18). 

1.4 Stemenergie Financial Ltd. (Stemenergie)

1.4.1 Die Stemenergie war eine Gesellschaft mit Sitz in Majuro auf den Marshallinseln, welche am 
19. November 2010 nach dem Recht der Republik der Marshallinseln gegründet wurde 
(act. 24/1/123; ferner act. 24/1/155 ff.; 24/1/221). Der angegebene Zweck der Stemenergie 
war die Erwirtschaftung von Erträgen aus Investitionen und Beteiligungen (act. 24/1/126). 

Allerdings geht aus den Akten entgegen den Ausführungen der Vorinstanz nicht unmittelbar 
hervor, dass der Hauptzweck der Stemenergie namentlich die Investitionen und 
Beteiligungen "aus den Verkäufen der STEMERGIE" betraf (OG GD S. 18 Rz. 2.3.1). Dies 
ergibt sich zwar aus einer Gesamtwürdigung der Verfahrensakten, ist aber so nicht als 
offizieller Zweck der Stemenergie in den Unterlagen vermerkt (act. 24/1/126). 

1.4.2 Der Beschuldigte veranlasste die Gründung der Stemenergie, hielt 100% der Aktien und war 
wirtschaftlich allein an der Stemenergie berechtigt (act. 22/9/2 Ziff. 6+9+13+14; 24/3/73; 
24/1/126+135; ferner auch 24/1/145+146). 

1.4.3 Die Stemenergie eröffnete am 22. November 2010 bei der Y.________ Bank AG in 
Liechtenstein in Vaduz ein Bankkonto (Kunden-Nr. 0007543). Der vom Beschuldigten 
eingesetzte Treuhänder AI.________ verfügte für dieses Konto über eine 
Einzelzeichnungsberechtigung. Ab dem 20. April 2011 verfügte zudem BN.________ über 
eine entsprechende Einzelzeichnungsberechtigung. Die Y.________ wurde unter anderem 
ermächtigt, Aufträge per Telefax entgegenzunehmen. Die Korrespondenz mit der Bank 
erfolgte über AI.________ bzw. die ihm gehörende AJ.________ AG in Zürich 
(act. 24/1/123 ff.; 24/5/12; 24/5/680 ff.). 

1.4.4 Am 6. März 2012 erteilte AI.________ der Y.________ den Auftrag, das entsprechende 
Konto zu saldieren; die Bankbeziehung mit der Y.________ wurde am 14. März 2012 
beendet (act. 24/5/12; 24/5/1012). Die Kundenbeziehung zur AJ.________ AG endete am 
8. März 2012 (act. 5/1/4). Weitere Geschäftstätigkeiten der Stemenergie sind nicht 
ersichtlich; die Gesellschaft wurde im März 2012 faktisch liquidiert.

1.4.5 Der Beschuldigte kontrollierte die strategische und operative Geschäftstätigkeit der 
Stemenergie in allen Belangen. Er war alleiniger Aktionär und wirtschaftlich berechtigte 
Person (act. 22/9/2 Ziff. 6+9+13+14; 24/3/73; 24/1/126+135; ferner auch 24/1/145+146). Der 
Beschuldigte wies im vorliegend relevanten Zeitraum vom Frühjahr 2011 bis Frühjahr 2012 
seinen Treuhänder AI.________ (Verwaltungsrat der AJ.________ AG) jeweils an, 
bestimmte Handlungen für die Stemenergie vorzunehmen, welche dieser weisungsgemäss 
ausführte. So führte AI.________ an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme aus, dass er 
vom Beschuldigten mit der Gründung und Kontoeröffnung beauftragt worden sei (act. 22/9/2 
Ziff. 9), dieser ihm den Auftrag zur treuhänderischen Verwaltung erteilt habe (act. 22/9/3 
Ziff. 13) und der Beschuldigte auch jeweils die Zahlungsanweisungen betreffend die 
Ausführung von Zahlungen der Stemenergie erteilt habe (act. 22/9/4 Ziff. 17). AI.________ 
habe die Aktienkaufverträge betreffend die STEMERGIE-Aktien der Stemenergie mit den 

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Käufern jeweils basierend auf den Angaben des Beschuldigten und basierend auf dessen 
Vertragsvorlage erstellt, die Verträge auf Anweisung des Beschuldigten hin unterzeichnet 
und dem Beschuldigten ausgehändigt (act. 22/9/6 Ziff. 29 ff.). AI.________ führte zudem aus, 
dass er "ganz, ganz selten" auch E-Mails von der J.________ erhalten habe. Diese hätte ihm 
"ab und zu" Namen der Personen durchgegeben, welche in den Vertrag eingefügt werden 
sollten. Ansonsten habe es keine fremden Personen gegeben, welche ihm Aufträge erteilt 
hätten (act. 22/9/5 Ziff. 25). Die Ausführungen von AI.________ erscheinen glaubhaft und 
decken sich mit den übrigen verfügbaren Beweismitteln, weshalb darauf abzustellen ist. 

1.4.6 Da der Beschuldigte sämtliche Vorgänge innerhalb der Stemenergie kontrollierte, können 
deren Handlungen dem Beschuldigten zugerechnet werden. Die seltene Mitteilung des 
Namens von neuen Käufern von STEMERGIE-Aktien durch Mitarbeiter der J.________ an 
AI.________ ändert daran nichts: Diese Namensmitteilungen spielten nur eine 
untergeordnete Rolle. Zudem wurden die Verträge nach der Unterzeichnung an den 
Beschuldigten übergeben. Somit wusste der Beschuldigte auch in den Fällen, in welchen die 
Namen durch Mitarbeiter der J.________ mitgeteilt wurden, welche Verträge mit welchen 
Personen abgeschlossen wurden, und er nahm mit der Stemenergie die jeweiligen 
Zahlungen entgegen. 

2. Stellung des Beschuldigten bei der J.________ 

2.1 Wie bereits aufgezeigt, war der Beschuldigte zusammen mit AL.________ – der allerdings 
nur eine einzige Aktie zeichnete – Gründer der J.________ und bis am 18. August 2010 auch 
deren Verwaltungsrat. AL.________, der seit der Gründung neben dem Beschuldigten 
Verwaltungsrat der J.________ war und diese Funktion bis ins Jahr 2012 behielt, führte an 
seiner Einvernahm aus, die Aufgabe des Beschuldigten sei gewesen, die neuen und 
bestehenden Leute zu schulen und ihnen zu sagen, wie man die neuen Produkte verkaufe 
(act. 22/10/3). Diese Funktion behielt der Beschuldigte auch nach seinem Ausscheiden aus 
dem Verwaltungsrat. Von 2011 bis 2012 war der Vater des Beschuldigten – sein bester 
Freund, wie er in einem Artikel der Weltwoche vom Jahr 2007 ausführte (act. 1/1/20) – 
Verwaltungsratspräsident der J.________ (act. 22/10/4). AL.________ führte sodann aus, 
die Zusammenarbeit der J.________ mit der STEMERGIE sei ein Produkt gewesen, welches 
der Beschuldigte mit dem Geschäftsführer der STEMERGIE ausgehandelt habe; es sei eine 
Sache zwischen diesen beiden gewesen (act. 22/10/5). 

2.2 Die Aussagen von AL.________ über die Stellung und Funktion des Beschuldigten werden 
durch zahlreiche weitere Aktenstücke bestätigt. So unterzeichnete der Beschuldigte 
zusammen mit seinem Vater und AL.________ am 1. April 2011 das Investment Agreement 
mit der STEMERGIE, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nicht zeichnungsberechtigt war. Er 
unterzeichnete zudem auch das "Adherence Agreement and Addendum N°H.________", 
womit die J.________ zum Aktionärsbindungsvertrag der STEMERGIE beitrat 
(act. 24/3/101). Das Schreiben vom 30. Juni 2011, in welchem die STEMERGIE der 
J.________ die Frist i.S. Fundraising um drei Monate erstreckte, richtete sich primär an den 
Beschuldigten ("Dear XX") und erst in der Folge an die Verwaltungsräte der J.________ (act. 
24/3/35). AM.________, der Mitgründer der STEMERGIE, bestätigte an seiner Einvernahme, 
dass primär der Beschuldigte als Vertreter der J.________ aufgetreten sei und insbesondere 
er es gewesen sei, der den erwähnten Investmentvertrag mit der STEMERGIE ausgehandelt 

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habe (act. 22/8/3 Ziff. 9). Der Beschuldigte habe sich als Geschäftsführer der J.________ 
vorgestellt. 

2.3 Dass die fraglichen Aktienkaufverträge zwischen der Stemenergie und den Geschädigten 
aufgrund der Vermittlung durch die J.________ zustande kamen, geht eindeutig aus den 
Akten hervor. Die Vorinstanz hat klar dargelegt, wie sieben einvernommene Geschädigte 
aussagten, sie hätten die jeweiligen Aktienkaufverträge in der Folge der Vermittlung durch 
die J.________ unterzeichnet (OG GD 1 S. 25 ff.). Zudem werden diese Aussagen durch 
weitere Aktenstücke gestützt, wie beispielsweise das Schreiben vom 30. November 2011, in 
welchem sich die J.________ beim Käufer X.________ für das entgegengebrachte Vertrauen 
bedankte und ihm den Aktienkaufvertrag mit der Stemenergie zukommen liess (act. 3/1/24). 
Da die Vermittlungsrolle der J.________ im Wesentlichen unbestritten ist, kann im Übrigen 
auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (OG GD 1 S. 26). 

2.4 Sodann wird die Rolle des Beschuldigten beim Verkauf der STEMERGIE-Aktien durch die 
Aussage von mehreren Angestellten der J.________ bestätigt. AO.________, Vermittler bei 
der J.________, erläuterte, er habe vom Beschuldigten die Anweisung erhalten, 
STEMERGIE-Aktien zu vermitteln; neben dem Beschuldigten sei nur noch AP.________ 
involviert gewesen (act. 22/12/3). AO.________ vermutete auch, dass der Beschuldigte dafür 
verantwortlich gewesen sei, dass (nicht) mehr STEMERGIE-Aktien verkauft wurden, als es 
gab, sowie dafür, dass das Geld einkassiert wurde (act. 22/12/5). Ein anderer Angestellter, 
AQ.________, bestätigte, dass der Auftrag zum Verkauf von STEMERGIE-Aktien vom 
Beschuldigten gekommen sei, den er als "Inhaber beziehungsweise als Chef von 
J.________" kennengelernt habe (act. 22/13/2). Der Beschuldigte sei es auch gewesen, der 
ihm gesagt habe, was er bei der Vermittlung von STEMERGIE-Aktien am Telefon 
kommunizieren solle (act. 22/13/3). 

2.5 Die tragende Rolle, die der Beschuldigte seitens der J.________ in der Geschäftsbeziehung 
mit der STEMERGIE spielte, wird ferner auch dadurch bestätigt, dass die Kommunikation mit 
der STEMERGIE in den Jahren nach dem Verkauf der vorliegend relevanten Aktien über ihn 
lief. In den Akten findet sich ein reger E-Mail-Verkehr aus den Jahren 2015 bis 2017 
zwischen dem Beschuldigten und AN.________, dem damaligen Verwaltungsratspräsidenten 
der STEMERGIE (act. 24/3/ 11 ff.). 

2.6 Die vorgenannten Aussagen von AL.________, AO.________ und AQ.________ sind 
glaubhaft, zumal kein Motiv ersichtlich ist, weshalb sie eine Falschaussage machen sollten. 
Vor allem aber sind die Aussagen in Bezug auf die Rolle des Beschuldigten bei der 
Vermittlung von STEMERGIE-Aktien deckungsgleich und werden durch die übrigen 
Verfahrensakten zusätzlich bestätigt. Auch weisen die Aussagen der genannten 
Auskunftspersonen mehrere Realkennzeichen auf. So beschuldigte keine der drei genannten 
Personen den Beschuldigten direkt, etwas Unrechtes getan zu haben, was bei einer 
bewussten Falschaussage zu Lasten des Beschuldigten naheliegend wäre. Auch die 
Relativierungen der eigenen Aussagen ("ich vermute", "ich weiss nicht"), wie sie sich bei 
allen drei Auskunftspersonen finden lassen, sind als Realkennzeichen zu werten (act. 
22/12/2; act. 22/13/5; act. 22/10/6). 

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2.7 Der Beschuldigte verweigerte bekannterweise die Aussage im gesamten Verfahren. Über 
das Plädoyer seines Verteidigers wird aber indirekt klar, dass der Beschuldigte seine 
prägende Rolle bei der Vermittlung von STEMERGIE-Aktien nicht grundsätzlich bestreitet. 
So führte der Verteidiger vor der Vorinstanz u.a. aus, sein Mandant sei immer davon 
ausgegangen, dass der J.________ aufgrund des Darlehens 13'541 Aktien der STEMERGIE 
zur Verfügung gestanden hätten. Durch die Bestreitung des fehlenden Leistungswillen bejaht 
der Verteidiger implizit auch, dass ein Leistungswille seitens seines Mandanten bestanden 
habe, was zumindest eine Involvierung des Beschuldigten in die Abläufe rund um die 
Vermittlung der STEMERGIE-Aktien voraussetzt (SG GD 7/1/11). Insgesamt ergibt sich aus 
den Ausführungen des Verteidigers immerhin, dass der Beschuldigte anerkanntermassen 
eine Funktion bei der J.________ und insbesondere bei der Vermittlung der STEMERGIE-
Aktien einnahm; bestritten wird seitens der Verteidigung allerdings, dass der Beschuldigte 
diejenigen konkreten Funktionen und Kenntnisse hatte, die ihm die Staatsanwaltschaft 
vorwirft. 

2.8 Bei einer Gesamtwürdigung der vorliegenden Beweise verbleiben keine Zweifel, dass der 
Beschuldigte in Bezug auf die Vermittlung der STEMERGIE-Aktien die prägende, dominante 
Figur auf Seiten der J.________ war. So war er es, der mit dem Geschäftsführer der 
STEMERGIE den Investmentvertrag aushandelte und – trotz fehlender 
Zeichnungsberechtigung – unterzeichnete. Auf der anderen Seite war der Beschuldigte intern 
bei der J.________ für den Verkauf der STEMERGIE-Aktien zuständig und instruierte die 
Angestellten der J.________ entsprechend. Schliesslich ist auch zu bedenken, dass die 
Aktienkaufverträge nach Aussage von AI.________ gemäss einer Vorlage des Beschuldigten 
erstellt wurden und auf die Stemenergie lautet