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**Case Identifier:** 3ffec106-e893-57ed-9444-cf11fe1f04a4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.10.2022 730 22 30/247
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_730-22-30-247_2022-10-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
Vom 21. Oktober 2022 (730 22 30 / 247) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Krankenversicherung 

 

 

Kostenübernahme für eine Zahnbehandlung 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiber i.V. Cedric  

Cucinelli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Helsana Versicherungen AG, Recht & Compliance, Postfach, 
8081 Zürich, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A.  Die 1959 geborene A.____ ist bei der Helsana Versicherungen AG (Helsana) obligato-
risch krankenpflegeversichert. Am 8. April 2021 liess sie durch ihren behandelnden Zahnarzt 
Dr. med. Dr. med. dent. B.____, FMH Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, ein Kostenüber-
nahmegesuch für eine umfangreiche Zahnbehandlung einreichen. Diagnostiziert wurde eine 
Cawood Atrophie VI des Oberkiefers. Zur Prüfung der Leistungspflicht legte die Helsana das 
Dossier ihrem Vertrauenskieferchirurgen Dr. med. Dr. med. dent. C.____, FMH Mund-, Kiefer- 
und Gesichtschirurgie, vor. Dieser attestierte zwar seitlich eine schwere Atrophie, verneinte 
aber eine durchgehende, vollständige Atrophie. In der Folge lehnte die Helsana mit Schreiben 

 

 
 
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vom 1. Juni 2021 ihre Leistungspflicht ab. Daran hielt sie mit Verfügung vom 19. Juli 2021 und 
Einspracheentscheid vom 10. Januar 2022 fest. 
 
B.   Hiergegen erhob A.____ am 26. Januar 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht), und beantragte, dass die 
Kosten der vorliegenden Zahnbehandlung von der Versicherung zu übernehmen seien.  
 
C.  Mit Vernehmlassung vom 28. Februar 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin die 
Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Stellungnahme von 
Dr. C.____ vom 9. Februar 2022 bei. 
 
D.  Mit Replik vom 28. März 2022 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme des 
behandelnden Arztes Dr. B.____ ein.  
 
E. In ihrer Duplik vom 13. Mai 2022 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Abweisungs-
antrag fest.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1  Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss 
Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung 
(KVG) vom 18. März 1994 auf die Krankenversicherung anwendbar sind, kann gegen Ein-
spracheentscheide der Krankenversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht 
Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht des-
jenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohn-
sitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in D.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kan-
tonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993, beurteilt das Kantonsgericht als 
Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden aus dem Be-
reich der Krankenversicherung. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden 
Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 
26. Januar 2022 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Kostenüber-
nahme der Behandlung des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Zahnschadens. 
Gemäss der Kostenschätzung des behandelnden Zahnarztes Dr. B.____ vom 8. April 2021 be-
laufen sich die Kosten für die Zahnbehandlung auf Fr. 13'715.90. Der Streitwert liegt somit unter 
Fr. 20’000.--, womit die präsidiale Zuständigkeit begründet ist. 
 

 

 
 
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2.1 Gemäss Art. 25 ff. KVG gelten die Kosten für Leistungen, die der Diagnose oder Be-
handlung einer Krankheit und deren Folgen dienen, als Pflichtleistung der obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung. Die Kosten von zahnärztlichen Behandlungen werden von der obligato-
rischen Krankenpflegeversicherung dagegen nur übernommen, wenn diese alternativ durch 
eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG), durch 
eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt (Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG) oder zur 
Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig sind 
(Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG).  
 
2.2  In Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG wurde der Bundesrat beauftragt, unter anderem die Leis-
tungen nach Art. 31 Abs. 1 lit. a-c KVG für zahnärztliche Behandlungen näher zu bezeichnen 
oder diese Aufgabe dem Departement oder dem Bundesamt zu übertragen. Der Bundesrat 
machte von dieser Befugnis Gebrauch und gab dem Departement des Innern (EDI) den Auf-
trag, die zahnärztlichen Behandlungen gemäss Art. 31 Abs.1 KVG nach Anhören der zuständi-
gen Kommission zu bezeichnen (Art. 33 lit. d der Verordnung über die Krankenversicherung 
[KVV] vom 27. Juni 1995). 
 
2.3 Das EDI listete in der von ihm erlassenen Verordnung über Leistungen der obligatori-
schen Krankenpflegeversicherung (KLV) vom 29. September 1995 die fraglichen zahnärztlichen 
Behandlungen in den Art. 17-19 auf. Art. 17 KLV bezeichnet die schweren, nicht vermeidbaren 
Erkrankungen des Kausystems, deren zahnärztliche Behandlungen von der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung zu übernehmen sind. Art. 18 KLV listet die schweren Allgemeiner-
krankungen und ihre Folgen auf, die zu zahnärztlichen Behandlungen führen können und deren 
Kosten von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu tragen sind. Art. 19 KLV nennt 
schliesslich jene schweren Allgemeinerkrankungen, bei denen die zahnärztliche Massnahme 
einen notwendigen Bestandteil der ärztlichen Behandlung darstellt. Die in der KLV enthaltene 
Liste der Erkrankungen, welche zu einer Pflichtleistung der Versicherung führen, ist gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung abschliessend konzipiert (BGE 130 V 467 E. 2.3, 
127 V 332 E. 3a und 343 E. 3b, 124 V 193 E. 4). Diese Praxis hat zur Folge, dass zahnärztliche 
Behandlungen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung nicht übernommen werden, 
wenn die Krankheit, welche den Anlass zur zahnärztlichen Behandlung gibt, in den Art. 17-
19 KLV nicht erwähnt ist (BGE 128 V 59 E. 2c). Da zahnärztliche Behandlungen grundsätzlich 
keine Pflichtleistungen nach KVG auslösen, stellen die Bestimmungen der Art. 17-19 KLV somit 
Ausnahmeregelungen dar (GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung [Krankenversicherung], in: 
Soziale Sicherheit, Ulrich Meyer [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2016, S. 552 ff.; BRIGITTE PFIFFNER 
RAUBER, Das Recht auf Krankheitsbehandlung und Pflege, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 117). 
 
2.4 Zu den schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausystems gehören na-
mentlich Erkrankungen des Kieferknochens und der Weichteile, u.a. Osteopathien des Kiefers 
(Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV). Gemäss KVG-Leitfaden 1999 der Schweizerischen Gesellschaft für 
Kiefer- und Gesichtschirurgie (SGKG) treten Osteopathien der Kiefer im Sinne von Art. 17 lit. c 
Ziff. 3 KLV als pathologische Skelettrarifizierung (z.B. primäre/sekundäre Osteoporose), echte 
Mineralisationsstörung (z.B. Osteomalazie), als lokale pathologische Knochenneubildung mit 
Funktionseinschränkung (z.B. lokale Osteodystrophie) oder als extreme, nicht altersentspre-

 

 
 
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chende Atrophie des Kieferknochens (z.B. Morbus Blunschli/Uehlinger) auf. Im Atlas der Er-
krankungen mit Auswirkungen auf das Kausystem der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft 
SSO (3. Aufl., Bern 2008, S. 39 f.) besteht im klinischen Erscheinungsbild eine extreme Atro-
phie des Kieferknochens, auch den Kieferkörper betreffend, so dass aus anatomisch-
morphologischen Gründen kein Zahnersatz eingegliedert werden kann. Nach Cawood werden 
sechs Atrophiegrade unterschieden. Der Atrophiegrad VI wird so definiert, dass der ganze Al-
veolarfortsatz bis auf die Kieferbasis abgebaut sein muss, was nicht allein auf einen Zahnver-
lust zurückzuführen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_50/2007 vom 10. Juli 2007, E. 5.2.1). Ein 
geringerer Grad der Atrophie des zahnlosen Alveolarfortsatzes wird nicht als schwere, nicht 
vermeidbare Erkrankung des Kausystems anerkannt. Nur ein vollständiger Alveolarfortsatzab-
bau bis auf die Kieferbasis begründet eine schwere Atrophie (Urteil des Eidgenössischen Versi-
cherungsgerichts [EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht], vom 21. November 2001, 
K 113/99 E. 3; Urteile des Bundesgerichts vom 10. Juli 2007, 9C_50/2007, E. 5.2.1 und vom 
3. November 2008, 9C_584/2008, E. 3.3). 
 
3.1 Die Abklärung des für die Beurteilung von Ansprüchen versicherter Personen notwen-
digen Sachverhalts hat gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungs-
grundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) die verfügende wie auch die eine Verfügung überprüfende 
Behörde bzw. das Gericht von Amtes wegen vorzunehmen. Demnach haben die Versicherung 
und das Sozialversicherungsgericht von sich aus, ohne Bindung an die Parteibegehren, für die 
richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, in welcher Art über die 
Rechte und Pflichten einer versicherten Person zu entscheiden ist (vgl. THOMAS LOCHER, 
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, § 70 N 4 mit weiteren Hinwei-
sen). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. CRISTINA SCHIAVI, in: Basler Kommentar 
ATSG, Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basel 2020, Art. 43 N 11; BGE 144 V 427 E. 3.2). 
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt diesen Beweisanforderungen 
nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 
138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen).  
 
3.2  Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozial-
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

 

 
 
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allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b f. mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 
E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens-
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. 
BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des bzw. der 
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes bzw. Ärztin einerseits und von Begutachtungsauftrag des 
amtlich bestellten fachmedizinischen Experten und Expertinnen anderseits (vgl. BGE 124 I 170 
E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, 
wenn die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte bzw. Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation 
entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge-
würdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit 
Hinweisen). 
 
4.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende 
Unterlagen vor: 
 
4.2 Der behandelnde Arzt Dr. B.____ diagnostizierte im Kostenübernahmegesuch vom 
8. April 2021 eine Cawood Atrophie Grad VI des Oberkiefers gemäss Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV. 
Zur Behandlung seien eine Knochentransplantation, ein Sinuslift beidseits, eine Insertion von 
vier Implantaten, ein Prothesenumbau und ein Unterfüttern der Prothese geplant.  
 
4.3  Gemäss Stellungnahme von Dr. C.____ vom 28. Mai 2021 könne beim Oberkiefer 
keine durchgehende Atrophie nach Cawood VI diagnostiziert werden. Anhand der vorliegenden 
Unterlagen liege seitlich eine schwere Atrophie vor. Jedoch sei anterior aufgrund eines Implan-

 

 
 
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tats und einer Zahnwurzel im Alveolarfortsatz keine solche ersichtlich. Eine vollständige, durch-
gehende Atrophie des Alveolarfortsatzes im Oberkiefer nach Cawood VI bestehe nicht. Eine 
Leistungsübernahme aus der Grundversicherung sei somit abzulehnen. 
 
4.4 In einer weiteren Stellungnahme vom 9. Februar 2022 hielt Dr. C.____ fest, dass im 
Oberkiefer kein vollständiger Verlust des Alveolarfortsatzes vorliege. Somit bestehe keine 
durchgehende, schwere Atrophie gemäss Cawood VI. Gemäss digitaler Volumentomographie 
(DVT) vom 5. März 2021 befinde sich noch ein Implantat im Frontbereich regio 21 in noch vor-
handenem Knochen des Alveolarfortsatzes. Zudem zeige sich anhand der DVT ein deutlicher 
restlicher Anteil des Alveolarfortsatzes anterior und vor allem anterior links im Eckzahn- und 
Prämolarenbereich. Seitlich im Molarenbereich beidseits liege eine partielle schwere Atrophie 
gemäss Cawood VI vor. Die gesetzlichen Voraussetzungen gemäss Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV sei-
en nicht erfüllt, da im Oberkiefer keine vollständige, durchgehende Atrophie des Alveolarfortsat-
zes vorliege. Die Behauptung, es sei 95 % des Oberkiefers komplett schwer atrophiert, träfe 
nicht zu, was sich anhand des DVT-Ausdrucks beweisen liesse. Dass das restliche noch ver-
bliebene Implantat wegen Überlastung verlorengehen könne, sei nachvollziehbar, habe jedoch 
auf die Leistungspflicht gemäss Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV keinen Einfluss, da hierbei nur der aktu-
elle und nicht der spekulativ zukünftige Zustand des Knochens für die Beurteilung der Leis-
tungspflicht unter Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV entscheidend sei.  
 
4.5 Gemäss Stellungnahme von Dr. B.____ vom 28. März 2022 sei die Beurteilung von 
Dr. C.____ falsch. Zur Begründung führt er aus, dass das von ihm benutzte Wort «durchge-
hend» in der Rechtsprechung gar nicht vorkomme. Damit werde auf eine vereinfachte, rein bild-
liche Beurteilung reduziert, anhand derer der Vertrauensarzt eine deutliche Nivellierung des 
Knochens verlange. Vorliegend bestünden noch Restanteile des Oberkiefers, welche der Ver-
trauensarzt als Anlass zur Verweigerung der Leistungspflicht nehme. Der Versicherungsarzt 
habe in seiner ersten Beurteilung von der Präsenz einer Zahnwurzel im Oberkiefer gesprochen. 
Eine solche sei allerdings nicht vorhanden. Die Relation des Austrittspunkts des Nervs zum 
vorhanden Knochen und zum Implantat liesse sich unschwer erkennen und entspräche dem 
Schema Cawood VI. Im Seitenzahnbereich sei der Kiefer bis auf eine Zone, wo früher die Prä-
molaren standen, vollständig abgebaut. Die Einteilung nach Cawood verlange in dieser Zone für 
einen Abbau nach Grad VI ebenfalls einen Knochenschwund bis auf Höhe der früheren Wurzel-
spitzen.  
 
4.6 Gemäss der Stellungnahme von Dr. C.____ vom 9. Mai 2022 sei zur Beurteilung, ob 
eine schwere Kieferatrophie vorliege, auf die radiologische Darstellung des Kiefers abzustellen. 
Seine Beurteilung vom 28. Mai 2021, bei der er mittels OPT vom 4. September 2020 versehent-
lich aufgrund einer liegenden Matrize regio 21 eine Zahnwurzel angenommen habe, müsse er 
korrigieren. Tatsächlich sei regio 21 ein Zahnimplantat, welches offenbar wegen einer Periim-
plantitis verloren gegangen ist (sichtbarer Knochendefekt im Alveolarfortsatz). Dies ändere al-
lerdings nichts an der Tatsache, dass sowohl im OPT vom 21. September 2020 wie auch in der 
vorliegenden DVT vom 5. März 2021 im anterioren Oberkiefer regio 21 bis circa regio 24 ein-
deutig noch ein Restanteil des Alveolarfortsatzes identifizierbar sei. Somit liege keine vollstän-
dige (d.h. durchgehende) Atrophie des Alveolarfortsatzes gemäss Cawood VI vor und die Krite-

 

 
 
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rien für eine Pflichtleistung unter Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV seien nicht erfüllt. Er führt weiter aus, 
dass die Ausführungen von Dr. B.____ bezüglich des Foramen incisivum fachlich nicht korrekt 
und irreführend seien. Das Foramen incisivum entspräche einer Öffnung am harten Gaumen 
und der Austrittsstelle des Nervus incisivus aus dem Canalis incisivus. Dieses Foramen incisi-
vum sei sowohl beim gesunden, jungen und vollbezahnten (d.h. nicht atrophierten) Kiefer wie 
auch beim zahnlosen, atrophen Kiefer vorhanden und sei kein Kriterium für eine Kieferatrophie. 
Zur Frage, ob im Oberkiefer eine Atrophie nach Cawood VI vorliege, führt er weiter aus, dass es 
im Oberkiefer seitlich nach Verlust der Molaren häufig zu einer weit fortgeschrittenen Kno-
chenatrophie komme. Dies könne einerseits bedingt durch vorangehenden Knochenverlust vor 
Zahnextraktion, z.B. im Rahmen einer Parodonitis sein. Andererseits komme hier auch die phy-
siologische Expansion (Pneumatisation) der Kieferhöhlen im Alter als Ursache der Knochenat-
rophie in Frage, welche häufig zu einem «internen» Knochenabbau führe, wonach dann die 
Zahnwurzeln teilweise in das Lumen der Kieferhöhle ragen könnten. Dies entspreche aber nicht 
einem krankhaften Zustand und damit auch nicht einer Osteopathie. Dazu bräuchte es recht-
sprechungsgemäss einer vollständigen, durchgehenden Atrophie des gesamten Alveolarfort-
satzes. Ähnliches gelte auch für den Unterkiefer, wo bei Restbezahnung in der Front eine 
schwere Atrophie entsprechend Cawood VI seitlich häufig vorliege. Auch dies begründe keine 
Pflichtleistung gemäss Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV. Der Vertrauensarzt kommt zum Schluss, dass 
die gesetzlichen Voraussetzungen nach Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV nicht erfüllt seien. Es bestehe 
keine vollständige Atrophie des gesamten Alveolarfortsatzes. Sowohl im OPT vom 
21. September 2020 wie auch in der DVT vom 5. März 2021 sei eindeutig noch ein Alveolarfort-
satz um das Implantat 11 und insbesondere von 21 bis 23/24 (anteriorer Oberkiefer links) 
nachweisbar. Dies sei objektiv anhand der Röntgenbilder dokumentiert.  
 
5.1 Die Vorinstanz stütze sich bei der Beurteilung des vorliegend strittigen medizinischen 
Sachverhalts auf die Ergebnisse, zu denen Dr. C.____ in seinen Beurteilungen gelangt war. 
Demgemäss ging sie davon aus, dass keine vollständige, durchgehende Atrophie des Alveo-
larfortsatzes vorhanden sei und damit der Atrophiegrad VI nach Cawood nicht erreicht wird. Die 
Voraussetzungen von Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV seien deswegen nicht erfüllt. Gemäss Dr. C.____ 
liesse sich anhand der radiologischen Bildgebung (OPT und DVT) erkennen, dass im anterioren 
Oberkiefer regio 21 bis circa regio 24 eindeutig noch Restanteile des Alveolarfortsatzes nach-
weisbar sind. Deshalb liege keine Atrophie Grad VI vor. Irrtümlicherweise ging Dr. C.____ in 
seinem Bericht vom 28. Mai 2021 vom Vorliegen einer Zahnwurzel aus. In seiner Stellungnah-
me vom 9. Mai 2022 erklärt er allerdings überzeugend, warum es fälschlicherweise zu dieser 
Annahme kam und berichtigt sogleich seine Feststellungen. In der Folge kommt Dr. C.____ 
dennoch auf dasselbe Ergebnis.  
 
5.2 Wie in den Erwägungen 3.1 bis 3.3 hiervor ausgeführt, sind an die Beweiskraft von 
versicherungsinternen medizinischen Beurteilungen strenge Anforderungen zu stellen. Bei die-
sen Unterlagen sind bereits bei geringen Zweifeln an die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit er-
gänzende (externe) Abklärungen vorzunehmen. Allgemein gelten auch bei versicherungsinter-
nen medizinischen Unterlagen die in Erwägung 3.2 genannten Kriterien an den Beweiswert. 
Vorliegend sind diese erfüllt. Die Beurteilungen von Dr. C.____ weisen keine formellen Mängel 
auf und sind für die streitigen Belange umfassend, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, 

 

 
 
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sind in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und leuchten in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sie 
beruhen auf der radiologischen Bildgebung und sind damit objektivierbar. Auch setzen sie sich 
genügend mit den vorliegenden medizinischen Unterlagen auseinander und nehmen insbeson-
dere eine begründete, schlüssige und nachvollziehbare Beurteilung vor. Schliesslich stimmen 
sie mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung überein, wonach bei einem Atrophiegrad VI 
der ganze Alveolarfortsatz bis auf die Kieferbasis abgebaut sein muss (vgl. E. 2.4 hiervor). Die 
beweisrechtlichen Anforderungen an versicherungsinterne medizinische Unterlagen sind somit 
erfüllt und die Beschwerdegegnerin durfte zu Recht darauf abstellen. 
 
5.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, führt zu keiner anderen Beurteilung des medi-
zinischen Sachverhalts. Die Beschwerdeführerin rügt, dass gemäss Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV le-
diglich das Leiden einen Krankheitswert erreichen müsse. Es sei nirgends festgehalten, dass 
der gesamte Kiefer vollständig atrophiert sein müsse. Darüber hinaus beruft sich die Beschwer-
deführerin insbesondere auf die Beurteilung ihres behandelnden Arztes Dr. B.____. Dieser be-
mängelt, dass Dr. C.____ durchgehend auf die radiologische Bildgebung abstelle und sich nicht 
auf die Anatomie beziehe. Seiner Meinung nach liesse sich die Relation des Austrittpunktes des 
Nervs zum vorhanden Knochen und zum Implantat unschwer erkennen. Diese entspräche einer 
Atrophie Cawood VI. Im Seitenzahnbereich sei der Kiefer bis auf eine Zone, wo früher die Prä-
molaren Standen, vollständig abgebaut.  
 
5.4 Die Begründung der Beschwerdeführerin respektive des behandelnden Arztes ist nicht 
einleuchtend. Dass der gesamte Kiefer vollständig atrophiert sein muss, damit ein Atrophiegrad 
VI vorliegt respektive die Voraussetzungen von Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV erfüllt sind, ergibt sich 
aus der Rechtsprechung (vgl. E. 2.4). Ebenso ist nicht einleuchtend, weshalb in diesem Fall 
nicht auf die radiologische Bildgebung abgestellt werden soll, ist dies doch die einzige Möglich-
keit, den medizinischen Sachverhalt objektiv zu beurteilen. Insgesamt fehlt es an einer über-
zeugenden medizinischen Begründung, weshalb ein Atrophiegrad VI vorliegen soll. Dr. B.___ 
kann keine Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind. Damit drängt sich keine abweichende Beurteilung auf, die nicht einer rein sub-
jektiven ärztlichen Interpretation entspringt. Zusammenfassend kann die Beurteilung von 
Dr. B.____ keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung von Dr. C.____ wecken. 
 
5.5 Insgesamt ist damit zum Schluss zu kommen, dass keine begründeten Zweifel an der 
Aussagekraft und Verlässlichkeit der vertrauensärztlichen Beurteilung von Dr. C.____ bestehen, 
so dass zur Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin darauf abzustellen ist. 
Insbesondere werden keine neuen, dem Vertrauensarzt nicht bekannten Umstände geschildert, 
die zu weiteren Abklärungen Anlass geben würden. Damit ist mit der Beschwerdegegnerin da-
von auszugehen, dass die gesetzlichen Voraussetzungen gemäss Art. 17 lit. c Ziff. 3 KLV für 
eine Kostenübernahme der Zahnbehandlung nicht erfüllt sind. Die Beschwerde vom 
26. Januar 2022 ist deshalb abzuweisen.  
 
6. Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist 
das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Ein-

 

 
 
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zelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht vor, kann das Gericht ei-
ner Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das KVG 
keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwillig noch leichtsinnig verhalten 
haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die nicht anwaltlich vertre-
tene Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. 
Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht