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**Case Identifier:** 1a68971d-51ba-5232-9416-6c4ba163dcc0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.09.2025 200 2025 290
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2025-290_2025-09-17.pdf

## Full Text

IV 200 2025 290 und 
IV 200 2025 291 (2)
ISD/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. September 2025

Verwaltungsrichter Isliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Frey, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 27. März und 11. April 2025

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

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Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) meldete sich erstmals im Mai 2003 unter Hinweis auf ein Schleu-
dertrauma, eine Endometriose sowie Schlafstörungen bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin] [act. II] 1). 
Nach Veranlassung eines bidisziplinären Gutachtens bei Dr. med. 
C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Rheumato-
logie, und Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie (act. II 16; 18), verneinte die IVB mit unangefochten gebliebener 
Verfügung vom 19. Januar 2005 (act. II 27) bei einem Invaliditätsgrad von 
14 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

A.b.

Im Dezember 2021 meldete sich die (bis zur Kündigung des Arbeitsverhält-
nisses per 30. Juni 2023) in einem Teilpensum als ... erwerbstätige Versi-
cherte unter Hinweis auf eine Pudendusneuralgie, Diskushernien sowie 
eine Refluxkrankheit erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (act. II 28; 
110). Die IVB tätigte erwerbliche Abklärungen, zog Berichte behandelnder 
Ärzte bei, führte ein Assessment durch (act. II 39) und verneinte einen An-
spruch auf Eingliederungsmassnahmen (act. II 40). Im Rahmen der ansch-
liessenden Rentenprüfung legte die IVB das Dossier dem Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vor (act. II 79-81) und liess die 
Versicherte anschliessend bei der E.________ (MEDAS) polydisziplinär 
begutachten (Expertise vom 23. Januar 2024 [act. II 174.1 ff.]). Nach Rück-
fragen an die Gutachter (act. II 178) und Durchführung des Vorbescheid-
verfahrens (act. II 179 ff.) sprach die IVB der Versicherten mit 
(unangefochten gebliebener) Verfügung vom 18. Juli 2024 (act. II 191) für 
die Zeit vom 1. Juni bis 31. Dezember 2022 eine Invalidenrente (samt Kin-

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derrenten) von 42.5 % einer ganzen Rente (IV-Grad 47 %) und für die Zeit 
ab 1. Januar 2023 eine ganze Invalidenrente (samt Kinderrenten) bei IV-
Graden von 80 bzw. 100 % (ab 1. März 2023), 75 % (ab 1. Juli 2023) re-
spektive 78 % (ab 1. Januar 2024) zu. Dabei legte sie für den 
Anspruchszeitraum bis 31. Dezember 2022 die gemischte Methode (Er-
werb 80 %/Haushalt 20 %) und danach die Einkommensvergleichsmethode 
zugrunde. 

A.c.

Bereits mit Schreiben vom 25. März 2024 (act. II 180) hatte die IVB der 
Versicherten mitgeteilt, dass sich gestützt auf das Gutachten der MEDAS 
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch eine Anpassung der Medikation 
und eine stationäre psychosomatische Behandlung sowie gewisse gynäko-
logische Vorkehren innerhalb von ca. neun Monaten verbessern lasse. 
Gleichzeitig forderte sie die Versicherte auf, sich den medizinischen Mass-
nahmen zu unterziehen, widrigenfalls die Rente vorübergehend oder dau-
ernd gekürzt oder aufgehoben werden könne. Damit war die Versicherte 
nicht einverstanden (act. II 189), woraufhin die IVB beim RAD eine Stel-
lungnahme einholte (act. II 192) und mit Schreiben vom 21. August 2024 
(act. II 193) an der Auflage zur Schadenminderung festhielt, wogegen die 
Versicherte erneut opponierte (act. II 196). Nach Einholung einer weiteren 
Stellungnahme des RAD (act. II 198) stellte die IVB der Versicherten mit 
Vorbescheid vom 13. Januar 2025 (act. II 200) die Herabsetzung der Inva-
lidenrente auf 56 % einer ganzen Rente auf den ersten Tag des zweiten 
Monats nach Zustellung der Verfügung in Aussicht. In der Begründung hielt 
sie fest, wären die Behandlungen wie empfohlen wahrgenommen worden, 
wäre medizinisch-theoretisch nach 8-10 Monaten eine Arbeitsfähigkeit von 
70 % zu erwarten gewesen. Dagegen erhob die Versicherte Einwand (act. 
II 202). Nachdem die IVB beim RAD eine weitere Stellungnahme eingeholt 
hatte (act. II 206), entschied sie mit Verfügung vom 27. März 2025 (act. II 
207) wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. Mit weiterer Verfügung vom 
11. April 2025 (act. II 208) setzte die IVB die (bei einem Invaliditätsgrad von 
56 %) ab 1. Mai 2025 auszurichtende Invalidenrente betraglich fest. 

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B.

Gegen die Verfügungen vom 27. März und 11. April 2025 liess die Versi-
cherte, wie bereits im Vorbescheidverfahren vertreten durch Rechtsanwäl-
tin B.________, mit Eingabe vom 9. Mai 2025 Beschwerde erheben. Sie 
stellt das folgende Rechtsbegehren: 

Die Verfügungen vom 27. März und 11. April 2025 seien aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die bisherige ganze Invalidenrente über 
den 30. April 2025 hinaus ungekürzt zu erbringen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin -

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2025 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

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rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 27. März und 
11. April 2025 (act. II 207 f.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf 
eine Invalidenrente und dabei insbesondere die Frage, ob die Beschwer-
degegnerin die laufende ganze Rente zu Recht auf 56 % einer ganzen 
Rente gekürzt hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie u.a. zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem 

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Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % 
besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem 
Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.2 Im Sozialversicherungsrecht gilt der allgemeine Grundsatz der 
Schadenminderungspflicht (BGE 129 V 460 E. 4.2 S. 463; SVR 2020 EL 
Nr. 6 S. 21, 9C_251/2019 E. 7.3.1) und daraus abgeleitet der Selbstein-
gliederungslast (BGE 138 V 457 E. 3.2 S. 461). Danach sind einer versi-
cherten Person Massnahmen zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in 
der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu 
erwarten hätte (BGE 140 V 267 E. 5.2.1 S. 274). 

2.2.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumut-
baren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentli-
che Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit 
verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 
bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt 
oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die 
Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit 
einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine 
Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 
Abs. 4 ATSG).

Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält demnach verschiedene 
Elemente: Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweige-
rung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt 
einerseits die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behand-
lung oder erwerblichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vor-
kehr geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu 
bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt 
eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrschein-
lichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre. Im Weiteren muss sich 
die versicherte Person einer solchen Massnahme widersetzt oder entzogen 
oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beigetragen ha-
ben; ab welchem Zeitpunkt eine entsprechende Annahme getroffen werden 
darf, ist von der richtigen Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfah-

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rens abhängig. Im Übrigen muss die Sanktion in ihrer konkreten Gestalt 
verhältnismässig sein, indem das Kürzungsmass und die voraussichtliche 
günstige Wirkung der zumutbaren Massnahme auf den Erwerbsschaden 
einander entsprechen (SVR 2019 IV Nr. 16 S. 48, 8C_865/2017 E. 3.3, 
2017 IV Nr. 65 S. 203, 9C_671/2016 E. 2.2 und 4.1.1; Urteil des Bundesge-
richts [BGer] 8C_865/2017 vom 19. Oktober 2018 E. 3.3 und 5.2.2). 

Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 
Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invaliden-
versicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schaden-
mindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst bzw. perpetuiert (Urteil des 
BGer 9C_155/2019 vom 24. Juni 2019 E. 2.2.2).

2.2.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch auf die Invalidenversicherung an-
wendbar (Art. 1 IVG) und wird im IVG wie folgt ergänzt: Die versicherte 
Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das 
Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Ein-
tritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Sodann 
muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des beste-
henden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in 
einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv 
teilnehmen, insbesondere an medizinischen Behandlungen nach Art. 25 
des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung 
(KVG; SR 832.10; Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG). Als zumutbar gilt jede Mass-
nahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenom-
men sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen 
sind (Art. 7a IVG). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Massnahme 
im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt bei der versicherten Person (BGer 
9C_155/2019 E. 2.2.2). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3). 

3.

3.1 Bis zum Erlass der die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) angefochtenen Verfügungen vom 
27. März und 11. April 2025 (act. II 207 f.) präsentierte sich die medizini-
sche Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:

3.1.1 Im polydisziplinären, auf einer internistischen, neurologischen, 
orthopädischen, gynäkologischen und psychiatrischen Untersuchung basie-
renden Gutachten der MEDAS vom 23. Januar 2024 (act. II 174.1 ff.) wur-
den interdisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (act. II 174.1 S. 14 f.): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Somatoforme Störung mit anhaltenden Schmerzen (ICD-10 F45.1) (DSM-5 
Definitionen) 

- Psychische und Verhaltensstörung durch Benzodiazepine, schädlicher Ge-
brauch (ICD-10 F13.1)

- Sonstige näher bezeichnete Krankheiten der Harnblase (überaktive Blase) 
(ICD-10 N32.8)

- Capsulitis adhaesiva rechte Schulter (ICD-10 M75.0)
o St.p. (= Status post) Arthroskopie der rechten Schulter mit Entfer-

nung eines Kalkdepots und Sehnennaht (Supraspinatus), Tenode-
se der langen Bicepssehne, subacromialer Dekompression und 
milder Acromioplastik am 22. Dezember 2022 

- Chronisches Lumbalsyndrom (degenerativ) (ICD-10 M 54.16) 
o St.p. dorsaler Dekompression L4/5 beidseits mit Laminotomie 

rechts sowie Flavektomie, Rezessotomie und over-the-top-
Dekompression links. Über einen transglutealen Zugang partielle 
Resektion des Ligamentum Sacrotuberale, Dekompression mit 
Durchtrennung des Ligamentum sacrospinale und Neurolyse des 
Nervus pudendus 07/2021

- Chronisches HWS-Syndrom bei degenerativen Veränderungen (ICD-10 
M54.2)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Senk-Spreizfuss beidseits (ICD-10 M21.67) 

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- Paroxysmale Tachykardien, wahrscheinlich supraventrikulär (ICD-10 I47.9)
o Echokardiographie 02/2023 unauffällig 
o Laufbandergometrie 02/2023 klinisch und elektrisch negativ 

- St.p. laparoskopischer Hiatushernien-OP bei chronischer Refluxerkrankung 
12/2017 (ICD-10 I21.9) 

- Anogenitales Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie (ICD-10 R52) 
- Atypischer Gesichtsschmerz (ICD-10 G50.1) 
- Generalisierte Angststörung seit 2005 (ICD-10 F41.1) 
- Depressive Symptomatik im Sinne einer Dysthymie, angegeben seit 2021 

(ICD-10 F34.1) 
- Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20) 
- Angeblich St.p. postnataler Depression 2007 (ICD-10 F43.2)

Aktenanamnestisch

- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) (kann nicht 
bestätigt werden) 

- Depressive Störung (ICD-10 F33) (gegenwärtig nicht erfüllt) 
- ADHD (= Attention Deficit Hyperactivity Disorder; kann weder bestätigt noch 

ausgeschlossen werden, die vorliegende Untersuchung aus dem Jahr 2008 
entspricht nicht den gängigen Methoden) (ICD-10 F90)

In der Konsensbeurteilung wurde festgehalten, es bestehe eine Gesamtar-
beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 70 % und in einer Ver-
weistätigkeit von 60 %. Dabei gelte das seitens des psychiatrischen und 
gynäkologischen Teilgutachtens geäusserte Fähigkeitsprofil (S. 18). Hin-
sichtlich allfälliger Therapieoptionen hielten die Gutachter u.a. fest, aus rein 
gynäkologischer Sicht könne ein Therapieversuch mit weiteren Medika-
menten zur Behandlung der überaktiven Blase wie Anticholinergika oder 
Botox-Instillationen, sowie die lokale vaginale Östrogenisierung versucht 
werden. Vorgängig empfehle sich die Durchführung einer urodynamischen 
Untersuchung inkl. erneuter Zysto-Ureteroskopie zur besseren Eingren-
zung des Beschwerdebildes und Etablierung einer spezifischen Therapie. 
Diese Massnahmen könnten auf die Miktionsfrequenz und die Beschwer-
den, welcher der überaktiven Blase zugrunde lägen, positiv wirken (S. 22). 
Aus psychiatrischer Sicht wäre als erstes eine Anpassung der Medikation 
dringend erforderlich. Die Kombination von Pregabalin, Morphin und Ben-
zodiazepinen sei ungünstig (schädlich). Es wäre ein weitgehender Entzug 
von diesen Medikamenten notwendig und dann nach Bedarf eine Medikati-
on mit einem Antidepressivum. Eine stationäre psychosomatische Behand-
lung wäre dazu klar indiziert. Eine solche Therapie wäre zumutbar, gäbe 
der Beschwerdeführerin auch die Chance, sich von den Problemen der 

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Tochter zu distanzieren. Es wäre für die Beschwerdeführerin auch wichtig, 
dass danach wieder eine Berufstätigkeit aufgenommen würde. Dies könnte 
die Eigenständigkeit und den Selbstwert klar stärken und die psychische 
Situation stabilisieren. Leicht eingeschränkte Ressourcen bei der Lebens-
bewältigung würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehen blei-
ben. Es sei auch nicht auszuschliessen, dass kognitive Beeinträchtigungen 
bestehen blieben, diese müssten nach einem Entzug allenfalls durch eine 
geeignete Abklärung quantifiziert werden. Nach Durchführung dieser The-
rapiemassnahmen sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen 
(S. 23).

In der Stellungnahme der MEAS vom 15. März 2024 (act. II 178) wurde 
festgehalten, mit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit wäre bei Durch-
führung der Therapien aus psychiatrischer Sicht nach ca. neun Monaten zu 
rechnen. 

3.1.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, berichtete am 26. 
April 2024 (act. II 189 S. 6), mit dem Ziel der Reduktion der vorbestehen-
den Opiatmedikation habe er der Beschwerdeführerin Pregabalin ver-
schrieben. Unter Aufdosierung von Pregabalin habe sie eine Reduktion der 
Opiatmedikation erreichen können. Sicherlich sei eine Symptomtherapie 
mit Pregabalin einer Opiattherapie vorzuziehen.

3.1.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, 
hielt im Bericht vom 30. April 2024 (act. II 189 S. 7) fest, aufgrund der 
Harnmenge und aufgrund der Untersuchung könne eine hyperaktive Blase 
ausgeschlossen werden. 

3.1.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im zu Handen der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verfass-
ten Bericht vom 3. Juni 2024 (act. II 189 S. 4) fest, es werde seit mehreren 
Jahren eine analgetische Therapie durchgeführt mit MST, Trimipramin, 
Ibuprofen, Dalmadorm und Pregabalin, dies wegen neuropathischer 
Schmerzen multifaktorieller Ätiologie. Ein stationärer Aufenthalt sei weder 
sinnvoll noch medizinisch notwendig, da bereits seit mehreren Wochen 
resp. Monaten ambulant ein Ausschleichen der Medikation stattfinde. Ins-
besondere erfolge die Reduktion mit geplantem Sistieren des MSTs und 

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Trimipramins. Ein abruptes Absetzen dieser Therapie sei auch im statio-
nären Setting kontraindiziert und führe zu einer möglichen Dekompensation 
der Gesamtsituation. Aus diesem Grunde sei eine von der Beschwerde-
gegnerin geforderte stationäre Hospitalisierung nicht sinnvoll.

3.1.5 Dr. med. I.________, Facharzt für Anästhesiologie, führte im Be-
richt vom 24. Juni 2024 (act. II 189 S. 5) aus, er behandle die Beschwerde-
führerin seit mehreren Jahren als Schmerztherapeut und sehe die 
Absetzung der dazu notwenigen Medikamente, implementiert bereits vor 
mehreren Jahren, als absolut kontraindiziert. Die multifaktoriellen Schmer-
zen, sowohl seitens der Wirbelsäule als auch die trigeminal bedingten 
Schmerzen im Kopfbereich würden absolut adäquat mit den Medikamenten 
MST, Trimipramin und Pregabalin behandelt und die Beschwerdeführerin 
sei bereits am Ausschleichen der Medikamente, was aber erfahrungs-
gemäss über Monate geschehen sollte und nicht wie gefordert vor der ge-
planten Hospitalisation. Ein apruptes Beenden der medikamentösen 
Therapie sei absolut kontraindiziert und würde mit Sicherheit die Be-
schwerden massiv verstärken. Da die Beschwerden adäquat therapiert 
seien, erübrige sich ein stationärer Aufenthalt, wie von der Beschwerde-
gegnerin gefordert.

3.1.6 Die RAD-Ärztin Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, hielt im Bericht vom 16. August 2024 (act. II 192) fest, es 
gebe keinen medizinischen Grund, warum der Empfehlung zur Schaden-
minderung, wie im Gutachten vom 14. Februar (richtig: 23. Januar) 2024 
dargelegt, nicht Folge geleistet werden sollte (S. 5).

3.1.7 Lic. phil. K.________, Psychologin und Psychotherapeutin FSP, 
hielt im zu Handen der Rechtsvertreterin verfassten Bericht vom 4. April 
2025 (act. II 209 S. 26) fest, die Beschwerdeführerin befinde sich in regel-
mässiger psychotherapeutischer Behandlung bei ihr. Derzeit sei sie dabei, 
ihre Schmerzmedikation schrittweise und kontrolliert zu reduzieren. Dieses 
Vorgehen erfolge in Eigenverantwortung, jedoch eng begleitet durch die 
therapeutische Arbeit. Die Reduktion der Medikamente verlaufe bislang 
stabil und ohne gravierende Krisen oder Rückfälle, was für ihre psychische 
Stabilität und ihre zunehmende Selbstwirksamkeit spreche. Aus therapeuti-
scher Sicht sei ein stationärer Aufenthalt im aktuellen Stadium nicht ange-

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zeigt. Ein solcher Eingriff könnte vielmehr kontraproduktiv wirken, da er das 
aktuell gut funktionierende ambulante Vorgehen unterbrechen und die Au-
tonomie der Beschwerdeführerin schwächen würde. Das stufenweise Aus-
schleichen unter ambulanter Begleitung stelle in diesem Fall die 
angemessene und erfolgversprechende Form der Behandlung dar.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 13 -

E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2). 

3.3 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 23. Januar 2024 
(act. II 174.1 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Experti-
sen und erbringt vollen Beweis (vgl. E. 3.2.2 vorne). Gestützt darauf 
bestand bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung in 
somatischer respektive gynäkologischer Hinsicht eine überaktive Blase, 
welche die Arbeitsfähigkeit um 40 % (in der angestammten Tätigkeit) bzw. 
um 20 % (in einer Verweistätigkeit) einschränkte, sowie in psychischer 
Hinsicht eine somatoforme Störung mit anhaltenden Schmerzen (ICD-10 
F45.1) und eine psychische und Verhaltensstörung durch Benzodiazepine, 
schädlicher Gebrauch (ICD-10 F13.1), wofür eine Arbeitsunfähigkeit von 
55 % für sämtliche Tätigkeiten bescheinigt wurde. Hieraus leiteten die Gut-
achter interdisziplinär eine Gesamtarbeitsunfähigkeit von 70 % (ange-
stammte Tätigkeit) bzw. 60 % (angepasste Tätigkeit) ab. Diese 
Einschätzungen überzeugen und sind denn auch unbestritten (act. II 174.1 
S. 18).

Ferner erachteten die Gutachter sowohl aus gynäkologischer als auch na-
mentlich aus psychiatrischer Sicht die Durchführung weiterer medizinischer 
Massnahmen als klar indiziert (S. 22 f.), wobei sie in Bezug auf die psychia-
trischen Behandlungen prognostisch eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit 
auf 30 % bzw. eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70 % innerhalb von 
neun Monaten in Aussicht stellten (S. 23; act. II 178 S. 2). Danach wäre 
gemäss der überzeugenden und auf der schlüssigen Einschätzung der 
Gutachterin, Dr. med. L.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie, basierenden Konsensbeurteilung (act. II 174.1 S. 23) als erstes 
eine Anpassung der Medikation dringend erforderlich gewesen, da die 
Kombination von Pregabalin, Morphin und Benzodiazepinen als ungünstig 
bzw. gar schädlich beurteilt wurde. Sodann wäre ein weitgehender Entzug 
von diesen Medikamenten notwendig gewesen mit – bei Bedarf – ansch-
liessender Medikation mit einem Antidepressivum, wobei eine stationäre 
psychosomatische Behandlung dazu klar indiziert gewesen wäre (act. II 
174.3 S. 36 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 14 -

3.4 Basierend auf diesen Erkenntnissen sowie nach wiederholter 
Rücksprache mit dem RAD (act. II 192; 198; 206) forderte die Beschwer-
degegnerin die Beschwerdeführerin zur Schadenminderung in Form einer 
Anpassung der Medikation und einer stationären psychosomatischen Be-
handlung sowie zu diversen gynäkologischen Massnahmen auf (act. II 180; 
193). Die Beschwerdeführerin macht geltend, die angeordneten Massnah-
men seien sowohl aus medizinischen (Beschwerde S. 6 f.) als auch aus 
persönlichen Gründen nicht zumutbar (Beschwerde S. 7 f.). 

Es rechtfertigt sich, den Fokus im Folgenden auf die Auflagen in psychiatri-
scher Hinsicht zu richten, zumal die Auflagen betreffend gynäkologische 
Massnahmen für sich genommen gemäss Gutachten der MEDAS prognos-
tisch keine massgebende quantitative Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu 
bewirken vermocht hätten (vgl. E. 3.3 vorne). Immerhin ist aber festzuhal-
ten, dass zuletzt vom behandelnden Dr. med. G.________ eine hyperaktive 
Blase gar ausgeschlossen wurde (vgl. act. II 189 S. 7), womit zumindest 
fraglich erscheint, inwieweit die vormals gutachterlich attestierte Arbeitsun-
fähigkeit in gynäkologischer Hinsicht weiterhin Bestand hat. 

3.5 Nach der Rechtsprechung sind für die Frage der Zumutbarkeit 
einer Behandlung die gesamten persönlichen Verhältnisse, insbesondere 
sowohl subjektive (Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung, familiäre Ver-
hältnisse etc.) als auch objektive (Arbeitsmarkt, allgemeine Lebenserfah-
rung, noch zu erwartende Aktivitätsdauer etc.) Umstände zu 
berücksichtigen. Massgebend ist aber ein objektiver Massstab, subjektive 
Wertungen der versicherten Person müssen ausser Acht bleiben (Urteil des 
BGer 8C_128/2007 vom 14. Januar 2008 E. 3.1; BRUNNER/VOLLEWEIDER, 
in: FRÉSARD FELLAY/KLETT/LEUZINGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Allge-
meiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, Art. 21 N. 68). 

3.6 Wie in E. 2.2.2 vorne gezeigt, ist in medizinischer Hinsicht eine der 
Eingliederung dienende Behandlung zumutbar, es sei denn, die Massnah-
me ist dem Gesundheitszustand nicht angemessen. Insbesondere gilt etwa 
eine intensive, engmaschige psychiatrische Behandlung mit Anbindung an 
eine Tagesklinik oder eine vollstationäre Behandlung als grundsätzlich zu-
mutbar (vgl. Urteil des BGer 8C_70/2014 vom 7. April 2014; 
BRUNNER/VOLLENWEIDER, a.a.O., N. 70). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 15 -

Aufgrund der von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte besteht 
vorliegend kein Anlass für eine andere Betrachtungsweise: 

3.6.1 Zunächst befindet sich unter den im Verwaltungsverfahren bzw. im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichten Stellungnahmen der Be-
handler (act. II 189 S. 4-7; 209 S. 26) keine fachärztlich psychiatrische Ein-
schätzung betreffend Zumutbarkeit und Gebotenheit der von der 
Beschwerdegegnerin angeordneten medizinischen Massnahmen. Dies fällt 
insofern ins Gewicht, als die von der psychiatrischen Gutachterin Dr. med. 
L.________ und in der Folge auch interdisziplinär für notwendig erachtete 
Anpassung der Medikation sowie Durchführung einer stationären psycho-
somatischen Behandlung (act. II 174.3 S. 36 f.; 174.1 S. 23) im Wesentli-
chen der Behandlung der psychischen Gesundheit dient, hielt Dr. med. 
L.________ doch fest, die gezeigten Veränderungen der kognitiven Fähig-
keiten, der Affektivität und in der Interaktion sowie die anhaltende Nervo-
sität und Anspannung könnten gut mit Folgen von langanhaltendem 
Konsum von psychotropen Substanzen erklärt werden (act. II 174.3 S. 30). 
Insofern überzeugt es nicht, wenn die zur Behebung oder Linderung dieser 
Beeinträchtigungen hierfür notwendige Ausgestaltung der therapeutischen 
Massnahmen (Setting) aus fachfremder bzw. aus nicht fachpsychiatrischer 
Sicht in Frage gestellt wird (vgl. Urteil des BGer 8C_515/2024 vom 23. Mai 
2025 E. 4.3).

3.6.2 Ungeachtet dessen vermögen die Berichte jedoch auch inhaltlich 
keine medizinische Unzumutbarkeit der angeordneten Massnahmen zu 
belegen, zumal dem Grundsatz nach auch seitens der Behandler Konsens 
zu bestehen scheint, dass eine Anpassung der Medikation unter Weglas-
sung gewisser Arzneimittel zu erfolgen hat (vgl. E. 3.1.2, E. 3.1.4 f. und 
E. 3.1.7 vorne). Soweit sie sich dennoch gegen die in der Schadenminde-
rungsauflage vom 25. März 2024 (act. II 180) angeordneten Massnahmen 
und insbesondere gegen das stationäre Setting aussprachen, ist Folgendes 
festzuhalten: 

3.6.2.1 Der Bericht des Gynäkologen Dr. med. G.________ vom 30. April 
2024 (act. II 189 S. 7) betrifft die mit Schreiben vom 25. März 2024 (act. II 
180) ebenfalls angeordneten gynäkologischen Massnahmen. Wie gezeigt 
(vgl. E. 3.3 f. vorne), beschlägt die vorliegende Streitigkeit die angeordne-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 16 -

ten psychiatrischen Massnahmen, weshalb aus diesem Bericht hinsichtlich 
deren Zumutbarkeit nichts gewonnen werden kann. Insbesondere ergeben 
sich aus diesem Bericht keine Anhaltspunkte dafür, dass eine stationäre 
Massnahme aufgrund gynäkologischer Beeinträchtigungen unzumutbar 
wäre.

3.6.2.2 Sodann äussert sich der Bericht des Neurologen Dr. med. 
F.________ vom 26. April 2024 (act. II 189 S. 6) nicht zur Indikation einer 
stationären Massnahme, stellt diese mithin auch nicht in Frage. Indessen 
befürwortet er eine weitere Applikation von Pregabalin, wohingegen 
gemäss Gutachten der MEDAS gerade die Abgabe dieses Medikaments in 
Kombination mit anderen Arzneimitteln ungünstig bzw. gar schädlich ist 
(act. II 174.1 S. 23). Dr. med. F.________ begründet seine von der psych-
iatrischen Gutachterin abweichende Auffassung nicht, weshalb darauf nicht 
abgestellt und folglich auch nicht auf eine Unzumutbarkeit des von Dr. med. 
L.________ im Rahmen eines stationären Settings befürworteten weitge-
henden Entzugs von diesen Medikamenten geschlossen werden kann. 

3.6.2.3 Der Internist Dr. med. H.________ hielt fest, dass ein "apruptes 
Abstoppen" der von ihm als analgetisch bezeichneten, auch die Abgabe 
von Pregabalin beinhaltenden Therapie im stationären Setting "kontraindi-
ziert" sei und zu einer "möglichen Dekompensation" der Gesamtsituation 
führe, weshalb eine stationäre Therapie nicht sinnvoll sei (act. II 189 S. 4). 
In der Schadenminderungsauflage vom 25. März 2024 (act. II 180) und 
deren Bestätigung vom 21. August 2024 (act. II 193) wird indes "zur An-
passung der Medikation" aufgefordert, nicht zum übergangslosen Entzug. 
Dieser hat gemäss Gutachten der MEDAS vielmehr begleitet über einen 
Zeitraum von acht bis zehn Monaten und dabei teilweise im Rahmen einer 
stationären psychosomatischen Behandlung zu erfolgen (act. II 174.1 S. 
23). Insofern beruht der Bericht von Dr. med. H.________ und die von ihm 
implizierte Unzumutbarkeit der Schadenminderungsauflage auf einem un-
zutreffenden Verständnis der Anordnungen vom 25. März und 21. August 
2024. 

3.6.2.4 Das in E. 3.6.2.3 hiervor Gesagte gilt auch in Bezug auf den Be-
richt des Anästhesiologen Dr. med. I.________ vom 24. Juni 2024 (act. II 
189 S. 5), welcher sich aus den selben Gründen gegen eine stationäre 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 17 -

Therapie aussprach. Im Übrigen argumentiert er widersprüchlich, wenn er 
die Absetzung der Medikamente als "absolut kontraindiziert" bezeichnet, 
gleichzeitig aber angibt, die Beschwerdeführerin sei bereits "am Ausschlei-
chen der Medikamente". Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die bis-
herige Medikation in ihrer Gesamtheit gemäss Gutachten der MEDAS und 
entgegen Dr. med. I.________ eben gerade nicht als "absolut adäquat" zu 
beurteilen ist, führte der kombinierte Substanzgebrauch doch zu erhebli-
chen psychischen Beeinträchtigungen (act. II 174.3 S. 30) bzw. wurde die-
ser interdisziplinär als schädlich qualifiziert (act. II 174.1 S. 23). Anzufügen 
bleibt sodann, dass selbst wenn ein Ausschleichen der Medikamente auf 
ambulanten Wege erfolgen sollte, dies noch nicht auf Unzumutbarkeit einer 
stationären Massnahme schliessen liesse, zumal diese auch der Behand-
lung der somatoformen Problematik dienen würde bzw. gedient hätte. 

3.6.2.5 Schliesslich führte die behandelnde Psychologin lic. phil. 
K.________ im Bericht vom 4. April 2025 (act. II 209 S. 26) ins Feld, dass 
ein stationärer Aufenthalt "kontraproduktiv wirken" könnte, weil er das "ak-
tuell gut funktionierende ambulante Vorgehen" unterbrechen könnte. Dem 
ist entgegen zu halten, dass ein stationärer Entzug den Vorteil einer inten-
siveren Überwachung hat und eine stete Betreuung durch medizinisches 
Fachpersonal gewährleistet. Lic. phil. K.________ räumte selber ein, dass 
die gemäss ihren Angaben schrittweise Reduktion der Schmerzmedikation 
in Eigenverantwortung der Beschwerdeführerin erfolge, womit eine effekti-
ve Überwachung der Massnahme nicht erfolgte bzw. auch nicht möglich 
war, zumal keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Behandlerin das 
Ausschleichen der Medikamente etwa im Rahmen regelmässiger Erhebun-
gen von Medikamentenspiegeln überprüft hätte. Selbst jedoch wenn dem 
so wäre, genügt es aus objektivem Blickwinkel nicht, dass die versicherte 
Person sämtliche Therapievorschläge der Behandler in kooperativer Weise 
umsetzt, solange – wie hier – aus fachärztlicher Sicht nicht oder nicht aus-
reichend genutzte zumutbare (ambulante oder stationäre) Behandlungs-
möglichkeiten weiterhin indiziert sind (Urteil des BGer 8C_741/2018 vom 
22. Mai 2019 E. 4.2). Mithin kann aus dem blossen – und letztlich nicht 
belegten – Geltendmachen einer aktuell gut funktionierenden ambulanten, 
jedoch nicht fachpsychiatrischen Behandlung nicht auf die Unzumutbarkeit 
einer stationären Therapie geschlossen werden, zumal Letztere im Lichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 18 -

der Geeignetheit (vgl. E. 3.8 hinten) bessere Gewähr für eine Steigerung 
der Arbeitsfähigkeit bietet. 

3.6.3 Demnach ist die angeordnete Massnahme in medizinischer Hin-
sicht zumutbar respektive ist deren Unzumutbarkeit nicht erstellt.

3.7 Die Beschwerdeführerin macht sodann in Zusammenhang mit der 
Betreuungspflicht der Tochter, welche selbst gesundheitlich stark beein-
trächtigt sei, eine persönliche Unzumutbarkeit geltend. Demnach dürfe 
nicht durch die Abwesenheit der Mutter das bisher mit der Tochter Erreich-
te gefährdet werden, gerade auch, weil es momentan um die Stabilisierung 
und Ermöglichung der Aufnahme einer Ausbildung der Tochter gehe, die 
Situation aber weiterhin labil sei (Beschwerde S. 7 f.; vgl. act. II 189 
S. 8-11). 

3.7.1 Wie in E. 3.5 vorne gezeigt, können nach der zu Art. 21 Abs. 4 
letzter Satz ATSG ergangenen Rechtsprechung auch subjektive Gründe 
wie etwa familiäre Verhältnisse Unzumutbarkeit einer medizinischen Mass-
nahme begründen (vgl. auch Ziffer 5028 des Kreisschreibens über das Ver-
fahren in der Invalidenversicherung [KSVI]). In Bezug auf Art. 21 Abs. 4 
letzter Satz ATSG, wonach Behandlungs- oder Eingliederungsmassnah-
men, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar 
sind, hielt das Bundesgericht fest, dies bedeute nicht, dass eine Vorkehr, 
die keine solche Gefahr darstelle, automatisch zumutbar sei; die gesetzli-
che Vorgabe weise aber doch daraufhin, dass nur Gründe von einer gewis-
sen Schwere zur Unzumutbarkeit führen (BGer 8C_128/2007 E. 3.1). 
Inwieweit vorliegend im Rahmen von Art. 7a IVG diese grundsätzlich invali-
ditätsfremden persönlichen Faktoren (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; 
SVR 2012 IV Nr. 52 S. 188, 9C_537/2011 E. 3.2) Berücksichtigung finden 
können (vgl. BBl 2005 4459 S. 4560; BGE 145 V 2 E. 4.2.3 S. 9; HANS-
JAKOB MOSIMANN, Mitwirkungs- und Schadenminderungspflichten in der 
Invalidenversicherung, in: Mitwirkungs- und Schadenminderungspflichten, 
4. Basler Sozialversicherungsrechtstagung, 2021, S. 29 ff.), kann dahinge-
hend offen bleiben, als bei Zugrundelegung der zu Art. 21 Abs. 4 ATSG 
ergangenen Rechtsprechung die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Guns-
ten abzuleiten vermag. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 19 -

3.7.2 So verkennt wie schon die Beschwerdegegnerin auch das Gericht 
nicht, dass die Situation mit der Tochter für die Beschwerdeführerin heraus-
fordernd ist. Indessen wendet die Beschwerdegegnerin zu Recht ein, die 
Beschwerdeführerin habe ihr gegenüber angegeben, im hypothetischen 
Gesundheitsfall vom Zeitpunkt an, da die Kinder aus der Schule seien, in 
einem 100%-Pensum erwerbstätig zu sein (act. II 39 S. 3). Entsprechend 
legte die Beschwerdegegnerin in der rentenzusprechenden Verfügung vom 
18. Juli 2024 ab Januar 2023 einen Status als Vollerwerbstätige zugrunde 
(act. II 191 S. 8). Wäre die Beschwerdeführerin im besagten Umfang er-
werbstätig gewesen, hätte sie für ihre dazumal bereits 16jährige Tochter 
nicht dauerhaft präsent sein können. Sodann ergibt sich aus dem von der 
Beschwerdeführerin eingereichten Bericht des Spitals M.________ (Akten 
der Beschwerdeführerin [act. I] 12) entgegen der Darstellung in der Be-
schwerde (S. 8) kein Anhaltspunkt dafür, dass die zu einer Notfallkonsulta-
tion der Tochter führende Überdosierung von Medikamenten auf die 
(gemäss Angaben in der Beschwerde) dreitägige Abwesenheit von der 
Mutter zurückzuführen gewesen wäre. Im Weiteren geht aus dem Gutach-
ten hervor, dass die Beschwerdeführerin übermässige Sorgen um das 
Wohl der Kinder hat, Auffälligkeiten in der Nähe-Distanzregulation zeigt, 
sich bedürftig und teilweise manipulativ gibt (act. II 174.3 S. 22) bzw. sich 
auch fremdanamnestisch nicht von ihrer Tochter abgrenzen kann (S. 24). 
Vor diesem Hintergrund hielt die psychiatrische Gutachterin explizit fest, 
dass die stationäre Therapie der Beschwerdeführerin die Möglichkeit gäbe, 
sich von den Problemen der Tochter zu distanzierten (S. 37). Zudem wäre 
die Tochter der Beschwerdeführerin während der Dauer einer stationären 
Behandlung der Beschwerdeführerin nicht auf sich gestellt, wird sie doch 
von der Beschwerdegegnerin (act. II 189 S. 10), der Kindes- und Erwach-
senenschutzbehörde (KESB; act. II 189 S. 11) und den behandelnden Ärz-
ten unterstützt. Überdies war sie im Zeitpunkt der Aufforderung zur 
Schadenminderung bereits über 17 Jahre alt, womit sie auch unter Berück-
sichtigung der bestehenden psychischen Einschränkungen in der Lage 
gewesen sein dürfte, ihren Alltag zumindest vorübergehend selbstständig 
zu bestreiten. Eine stationäre Behandlung und insbesondere eine konse-
quente Medikamentenumstellung der Beschwerdeführerin wäre nicht zu-
letzt auch aufgrund des auch seitens ihrer Tochter betriebenen 
Medikamenten- und Betäubungsmittelmissbrauchs (vgl. act. I 12) wichtig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 20 -

und läge vielmehr im Interesse sowohl der Beschwerdeführerin als auch 
ihrer Tochter.

3.7.3 Zusammenfassend ist die Zumutbarkeit der angeordneten Mass-
nahme (Anpassung der Medikation sowie stationäre psychosomatische 
Behandlung) sowohl in medizinischer als auch in persönlicher Hinsicht er-
stellt bzw. ist deren Unzumutbarkeit im Rahmen des Untersuchungsgrund-
satzes nicht bewiesen (vgl. E. 2.2.2 vorne).

3.8 Was im Weiteren die Geeignetheit der angeordneten Massnahme 
im Hinblick auf eine Steigerung der Erwerbsfähigkeit anbelangt (vgl. 
E. 2.2.1 vorne), so steht gestützt auf das Gutachten der MEDAS vom 
23. Januar 2024 fest, dass eine Anpassung der Medikation und ein weitge-
hender Entzug von Pregabalin, Morphin und Benzodiazepinen im Rahmen 
einer stationären psychosomatischen Behandlung eine Besserung des 
psychischen Gesundheitszustands bewirkt hätte (act. II 174.1 S. 23) und in 
der Folge prognostisch mit einer Erhöhung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähig-
keit hätte gerechnet werden können (act. II 178 S. 2). Dies folgt auch aus 
dem Umstand, dass die bisher durchgeführte Psychotherapie auf die Be-
handlung einer – von der Gutachterin ausgeschlossenen (act. II 174.3 S. 
30) – PTBS fokussierte (S. 24), obschon "In allen Berichten bis im März 
2023 […] die traumatisierende Erfahrung in der Kindheit als verarbeitet 
angegeben" wurde (S. 28; vgl. auch act. II 174.1 S. 25), wohingegen die 
aufgrund langjähriger hoher Dosierungen verschiedener Medikamente er-
folgten psychischen Beeinträchtigungen (act. II 174.3 S. 30) sowie die 
Schmerzstörung bisher nur – wenn überhaupt – untergeordnet behandelt 
wurden, deren Therapie jedoch viel dringender wäre (act. II 174.1 S. 25). 
Ferner ist auch unter dem Blickwinkel der Geeignetheit der Massnahme auf 
das in E. 3.6.2 vorne Gesagte zu verweisen, wonach es nicht nachvollzieh-
bar ist, dass eine stationär erfolgende und damit kontrollierte Entzugsbe-
handlung mit gegebenenfalls Umstellung der Medikation mit 
psychosomatischer Therapie für die Beschwerdeführerin gefährlich sein 
könnte (vgl. act. II 189 S. 4 f.; 209 S. 26; vgl. namentlich E. 3.6.2.2 ff. vor-
ne), war es doch vielmehr die bisherige Medikation, welche gemäss Gut-
achten der MEDAS als schädlich einzustufen ist (act. II 174.3 S. 38). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

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Für den durch die Eingliederungsmassnahme zu erwartenden Therapieer-
folg bestand damit eine gemäss der Rechtsprechung genügende hinrei-
chende Wahrscheinlichkeit (Urteil des BGer 8C_345/2022 vom 12. Oktober 
2022 E. 5.4.2). Der durch die Behandlung erzielbare Nutzeffekt im Sinne 
der Wesentlichkeit ist denn auch bei einer prospektiv innerhalb von rund 
neun Monaten zu erwartenden Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Sinne 
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit (act. II 174.1 S. 23) ohne weiteres zu beja-
hen. Demnach war die Anordnung der Massnahmen auch geeignet sowie 
erforderlich, die rechtsprechungsgemäss vorausgesetzte wesentliche Stei-
gerung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zu bewirken.

3.9 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin zweimal mit 
Schreiben vom 25. März 2024 (act. II 180) und 21. August 2024 (act. II 
193) zur Schadenminderung im Sinne einer Anpassung der Medikation 
sowie Durchführung einer stationären psychosomatischen Behandlung 
unter jeweiligem Hinweis auf die Säumnisfolgen im Falle ungenügender 
Mitwirkung aufgefordert, womit sie das Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
(vgl. E. 2.2.1 vorne) korrekt durchgeführt hat. Gegenteiliges wird auch nicht 
geltend gemacht. Weiter steht ausser Streit, dass die Beschwerdeführerin 
der Schadenminderungsauflage im Sinne der Anordnung nicht nachge-
kommen ist. Damit ist die Tatbestandsvoraussetzung gemäss Art. 21 
Abs. 4 ATSG des "sich Entziehens" bzw. "Widersetzens" einer zumutbaren 
(vgl. E. 3.7.3 vorne) Behandlung erfüllt (vgl. E. 2.2.1 vorne), zumal das 
sanktionierte Verhalten aktiv oder – wie hier – passiv sein kann (vgl. 
ROTHENBERGER, a.a.O., N. 147 f.). 

3.10 Aufgrund des Dargelegten hat die Beschwerdeführerin mit ihrem 
ihr zuzurechnenden Verhalten den mittels der angeordneten medizinischen 
Massnahmen angestrebten Erfolg im Sinne einer Steigerung der Arbeits- 
und Erwerbsfähigkeit vereitelt. Zwischen dem anordnungswidrigen Verhal-
ten der Beschwerdeführerin und dem Fortbestehen der funktionellen Beein-
trächtigungen im bisherigen (höhergradigen invalidisierenden) Ausmass 
besteht sodann ein (natürlicher und adäquater) Kausalzusammenhang (vgl. 
MEYER/ REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
4. Aufl. 2022, S. 89, Rz. 34). In der Folge ist die Beschwerdeführerin unter 
Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes (vgl. E. 2.2.1 vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 22 -

ne) so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrge-
nommen und die Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70 % bis zum Erlass 
der angefochtenen Verfügungen vom 27. März und 11. April 2025 (act. II 
207 f.) realisiert hätte. Mithin hat eine Anpassung des Rentenanspruchs 
nach Massgabe einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden ange-
passten Tätigkeit zu erfolgen.

4.

In den angefochtenen Verfügungen vom 27. März und 11. April 2025 (act. II 
207 f.) übernahm die Beschwerdegegnerin im Hinblick auf die Ermittlung 
des Invaliditätsgrades sowohl für das Validen- als auch das Invalidenein-
kommen (Art. 26 und 26bis der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) die Zahlen aus der unangefoch-
ten gebliebenen Verfügung vom 5. (richtig: 18.) Juli 2024 (act. II 191). Da-
bei legte sie beim Invalideneinkommen korrekterweise eine medizinisch-
theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 70 % zugrunde (vgl. E. 3.10 
vorne), woraus sie einen Invaliditätsgrad von 56 % berechnete (act. II 207 
S. 2). In der Folge kürzte sie die Invalidenrente per 1. Mai 2025 (act. II 208 
S. 1; Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV) auf 56 % einer ganzen Rente (Art. 28b 
Abs. 2 IVG; vgl. E. 2.1.2 vorne). Die Berechnungen sind nicht zu beanstan-
den und werden von der rechtskundig vertretenen Beschwerdeführerin 
denn auch nicht bestritten, weshalb darauf verwiesen werden kann. 

5.

Zusammenfassend bestehen die angefochtenen Verfügungen vom 
27. März und 11. April 2025 zu Recht und die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

6.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

- 23 -

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei 
diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdeführerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese sind dem geleisteten Kostenvor-
schuss gleicher Höhe zu entnehmen.

6.2 Nach Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) 
hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 
Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. dazu auch BGE 128 V 
124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

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Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2025, IV 200 2025 290

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Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.