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**Case Identifier:** 43221f7f-1471-52ce-9cab-d256b0d2dd5c
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.08.2025 720 23 217 (720 2023 217)
**Docket/Reference:** 720 23 217
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-217_2025-08-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 21. August 2025 (720 23 217) 
____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Gestützt auf ein psychiatrisches Gerichtsgutachten wird der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente bejaht 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. A.____, geboren 1979, schloss im Jahr 2003 im Rahmen einer von der Schweizeri-
schen Invalidenversicherung (IV) finanzierten Umschulungsmassnahme eine dreijährige Büro-
lehre ab. Am 28. November 2019 meldete er sich unter Hinweis auf eine seit 2009 bestehende 
100 %-ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Angststörung (Panikattacken, Soziale Phobie, 
Platzangst, generalisierte Angststörung, Berührungsangst) und einer Depression sowie von 
Konzentrationsstörungen, chronischen Schmerzen und Zwangsgedanken bei der IV zum Leis-

 

 
 
Seite 2    

tungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse, insbesondere nach Einho-
lung eines bidisziplinären psychiatrisch-internistischen Gutachtens beim Zentrum für medizini-
sche Begutachtungen (ZMB) vom 16. März 2022, verfasst von Dr. med. B.____, FMH Tropen- 
und Reisemedizin und Allgemeine Innere Medizin, und von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle 
des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 6. Juni 
2023 ab. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch lic. iur. Anna Arquint, Rechtsdienst Behinder-
tenforum, mit Eingabe vom 10. Juli 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte unter o/e-Kostenfolge, es 
sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich-
ten, ihm ab dem 1. November 2020 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter min-
destens eine halbe Invalidenrente. Subeventualiter sei der psychiatrischen Gutachterin eine 
gerichtliche Rückfrage zur Höhe der Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit (Homeoffice) 
zu unterbreiten und anschliessend über den Rentenanspruch zu entscheiden. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. 
 
C. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht 
des Kantonsgerichts vom 17. Juli 2023 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro-
zessführung bewilligt. 
 
D. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 27. September 2023 
die Abweisung der Beschwerde. 
 
E. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin vom 29. September 2023 wurde die An-
gelegenheit dem Kantonsgericht zur Beurteilung überwiesen. 
 
F. Im Rahmen der Urteilsberatung vom 11. Januar 2024 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhan-
dene medizinische Aktenlage nicht möglich sei, da dem von der Beschwerdegegnerin eingehol-
ten Gutachten des ZMB vom 16. März 2022 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. 
Die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente habe, könne auch nicht 
gestützt auf die Berichte des Regionalen ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD) vom 31. Mai 
2022 und vom 15. März 2023 beurteilt werden. Aus diesem Grund sei ein psychiatrisches Ge-
richtsgutachten anzuordnen (vgl. Beschluss vom 11. Januar 2024). Als Gutachter bestimmt 
wurde Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie. In der Folge wurde den Parteien 
die Möglichkeit eingeräumt, zur Wahl des Gutachters und zum Entwurf des Gutachtensauftrags 
sowie des Fragekatalogs Stellung zu nehmen. 
 
G. Nachdem die Parteien auf eine Stellungnahme verzichtet hatten, wurde Dr. D.____ mit 
Schreiben vom 10. April 2024 mit der Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt. 
 

 

 
 
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H. Mit Schreiben vom 9. Oktober 2024 teilte lic. iur. Anna Arquint mit, dass ihr das Mandat 
vom Beschwerdeführer entzogen worden sei. 
 
I. Das Gutachten von Dr. D.____ ging am 6. Januar 2025 beim Kantonsgericht ein. Die 
instruierende Präsidentin räumte den Parteien mit Verfügung vom 4. März 2025 die Möglichkeit 
ein, sich zum Gerichtsgutachten und zu den Auswirkungen auf den Rentenanspruch zu äus-
sern. 
 
J. Mit Schreiben vom 2. April 2025 teilte die Beschwerdegegnerin mit, der Gutachter sei 
zum Schluss gekommen, dass dem Beschwerdeführer seit dem 26. November 2019 in jeglicher 
Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit zu attestieren sei. Hieraus ergebe sich per 1. November 
2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Der Beschwerdeführer liess sich nicht verneh-
men. 
 
K. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin vom 13. Mai 2025 wurde die Angelegen-
heit dem Kantonsgericht erneut zur Beurteilung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde vom 10. Juli 2023 trat das Kantonsgericht bereits anlässlich 
der ersten Urteilsberatung vom 11. Januar 2024 ein. 
 

2.1 Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich 
die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 
1959 und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 
in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-
Rente bzw. dessen Ablehnung nach dem 1. Januar 2022 verfügt, gilt unter anderem folgendes: 
Liegen Eintritt der Invalidität und Beginn des umstrittenen Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 
2022, so bleiben die vor dem 1. Januar 2022 gültigen Bestimmungen anwendbar (Kreisschrei-
ben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, 
Rz. 9101). Da die vorliegend angefochtene Verfügung zwar nach dem 1. Januar 2022 erging, 
ein allfälliger Invalidenrentenanspruch aber bereits ab November 2020 gegeben wäre, bleiben 
die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung anwendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiederge-
geben, zitiert und angewendet. 
 
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

 

 
 
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gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % ar-
beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % 
invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine 
Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bemessung der Invali-
dität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). 
 
3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Ge-
richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge-
setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die 
es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 
360 E. 5b; 121 V 47 E. 2a; 115 V 142 E. 8b, je mit Hinweisen). 
 
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerde-
fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Ge-
sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztli-
chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistun-
gen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinwei-
sen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 
stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu entscheiden ist, ob die Unterlagen eine zuver-
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne dass das 
gesamte Beweismaterial gewürdigt wird und die Gründe angegeben werden, warum auf die 
eine und nicht auf die andere medizinische These abgestellt wird. 

 

 
 
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4. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine In-
validenrente hat. Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stützte sich die Be-
schwerdegegnerin auf das Gutachten des ZMB vom 16. März 2022, die ergänzende Einschät-
zung des ZMB vom 14. März 2023 sowie die Einschätzungen ihres RAD. Sie ging in der ange-
fochtenen Verfügung davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätig-
keit, vorzugsweise im Homeoffice, im Umfang von 100 % zumutbar sei, und berechnete einen 
Invaliditätsgrad von 4 %. Anlässlich der Urteilsberatung vom 11. Januar 2024 erachtete es das 
Kantonsgericht als erforderlich, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Im 
gleichentags erlassenen Beschluss wurden die medizinischen Unterlagen dargestellt und ein-
gehend gewürdigt, weshalb an dieser Stelle auf diesbezügliche Wiederholungen verzichtet und 
auf den Beschluss vom 11. Januar 2024 verwiesen wird. In Bezug auf die Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit stellte das Kantonsgericht fest, dass das psychiatrische Teilgutachten von Dr. 
C.____ die beweisrechtlichen Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage aus 
mehreren Gründen nicht erfülle und einen Entscheid über den Rentenanspruch nicht zulasse. 
Dem somatischen Teilgutachten von Dr. B.____ hingegen wurde volle Beweiskraft zugespro-
chen. In der Folge wurde Dr. D.____ damit beauftragt, den Beschwerdeführer nochmals psy-
chiatrisch zu begutachten. 
 
5.1 Dr. D.____ diagnostizierte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 6. Januar 2025 
auf Seite 22 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine ängstlich-vermeidende Persönlich-
keitsstörung (ICD-10 F60.6) sowie eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1). Diagnosen 
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit attestierte Dr. D.____ keine. In der Beurteilung zu 
den Funktions- und Fähigkeitsstörungen sowie der vorhandenen Ressourcen legte er ab Seite 
33 detailliert anhand der Mini-ICF-APP dar, dass die psychische Störung beim Versicherten zu 
verschiedensten Einschränkungen in diversen Lebensbereichen führe. Zusammenfassend hielt 
er auf Seite 37 fest, dass beim Versicherten in den Bereichen "Fähigkeit zu engen dyadischen 
Beziehungen" und "Fähigkeiten zur Selbstpflege und Selbstversorgung" eine mittelgradige oder 
eine schwere Funktionseinschränkung in allen Dimensionen des Mini-ICF vorliege. Das ZMB 
habe ebenfalls diverse Funktionsbereiche als mittelgradig bis schwer eingeschränkt beschrie-
ben. Auch Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sehe den Versicherten in 
verschiedenen Funktionsbereichen schwer beeinträchtigt. Insgesamt müsse somit postuliert 
werden, dass der Versicherte aufgrund seiner schweren psychischen Störung in verschiedens-
ten Funktionsbereichen deutlich eingeschränkt sei, was aus gutachterlicher Sicht zu einer voll-
ständigen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Bereichen des ersten Arbeitsmarktes führe. Retro-
spektiv lasse sich der Beginn der Arbeitsunfähigkeit nur erschwert festlegen. Aus gutachterli-
cher Sicht könne die Annahme getroffen werden, dass das Eintreten der vollumfänglichen Ar-
beitsunfähigkeit spätestens bei der IV-Anmeldung am 28. November 2019 erfolgt sei, zumal der 
behandelnde Psychiater spätestens ab diesem Zeitpunkt durchgängig eine 100 %-ige Arbeits-
unfähigkeit attestiert habe, die Chronifizierung der Erkrankung schon manifest gewesen sei und 
sämtliche Versuche zur beruflichen Wiedereingliederung wegen der Ängstlichkeit gescheitert 
seien. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass sich der psychische Gesundheitszustand seit-
her verbessert hätte. Viel eher sei es zu einer weiteren Chronifizierung der Vermeidungsten-
denzen gekommen. 

 

 
 
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5.2 Im Zusammenhang mit den anderslautenden ärztlichen Beurteilungen betreffend die 
Arbeitsfähigkeit führte Dr. D.____ ab Seite 38 aus, dass die qualitativen Funktionseinschrän-
kungen beim Versicherten derart schwer beeinträchtigt seien, dass aus psychiatrischer Sicht 
keine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt mehr vorliege. Im Hinblick auf die Ausführungen 
des ZMB betreffend einer erhaltenen Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit im Home-
office seien folgende Überlegungen anzustellen. Dr. C.____ gehe davon aus, dass der merkli-
che Unterschied einer Tätigkeit im Homeoffice zu einer Tätigkeit im Büro vor Ort darin bestehe, 
dass deutlich weniger direkter sozialer Kontakt stattfinde und mehrheitlich auf den Gebrauch 
von öffentlichen Verkehrsmitteln verzichtet werden könne. Nichtsdestotrotz nehme die Gutach-
terin an, dass auch im Rahmen einer Tätigkeit im Homeoffice Kompetenzen wie Fähigkeiten zur 
Anpassung an Regeln und Routinen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Flexibilität und Um-
stellungsfähigkeit, Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, Durchhaltefähigkeit 
und Selbstbehauptungsfähigkeit gefragt seien. Da diese beim Versicherten mittel- bis schwer 
beeinträchtigt seien, erscheine eine Restarbeitsfähigkeit auch im Homeoffice-Bereich nicht ge-
geben. Es bleibe für ihn schwierig nachzuvollziehen, inwiefern die in der Begutachtung durch 
das ZMB als zumindest teilweise erhaltene Fähigkeit zu Haushaltstätigkeiten mit einer Tätigkeit 
im Homeoffice-Bereich verglichen werden könne, zumal der Versicherte in seinem Haushalt mit 
der Mutter die Möglichkeit habe, seine Aufgaben im Falle einer psychischen Zustandsver-
schlechterung in Form eines Angstzustandes zu unterbrechen, zu verschieben oder zu delegie-
ren, was bei einer Tätigkeit im Homeoffice kaum denkbar erscheine. Grundsätzlich sei der Ver-
sicherte in der Lage, sich unter massiv erhöhtem Aufwand kurzfristig an gewisse Anforderungs-
situationen, wie beispielsweise die Gutachtenstermine, anzupassen und diese zumindest for-
mell adäquat wahrzunehmen. Da solche Konstellationen, die durchaus mit den Anforderungen 
einer Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu vergleichen seien, aber eine deutlich erhöhte 
Anpassungsleistung vom Versicherten erfordern und konsekutiv zu einer raschen Erschöpfbar-
keit führen würden, erscheine ein mittel- und langfristiges Bestehen im ersten Arbeitsmarkt, 
selbst unter angepassten Bedingungen, nicht mehr denkbar. 
 
6.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist ergänzend zu den in Erwägung 3.2 hiervor darge-
legten Grundsätzen darauf hinzuweisen, dass für den Beweiswert eines Arztberichtes entschei-
dend ist, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be-
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur-
teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin 
oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 
1c), und dass das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Ein-
schätzung der medizinischen Fachperson abweicht, deren Aufgabe es ist, dem Gericht ihre 
Fachkenntnisse zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu 
erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüch-
lich ist oder ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, 
wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten als triftig genug erscheinen, 
die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass die Überprüfung 

 

 
 
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durch einen Oberexperten für angezeigt gehalten wird, sei es, dass ohne Oberexpertise vom 
Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen gezogen werden (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
6.2 Dr. D.____ verfasste seine Beurteilung nach umfassender Darstellung der Akten, nach 
persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers sowie nach gründlicher eigener Anamnese- 
und Befunderhebung. Seine Einschätzungen zu den gesundheitlichen Leiden und der Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers sind für medizinische Laien äusserst nachvollziehbar, da 
sie detailliert und begründet hergeleitet werden. Es gelingt dem Gerichtsgutachter aufzuzeigen, 
weshalb dem Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitstätigkeit mehr zuzu-
muten ist und medizinische und/oder berufliche Massnahmen daran nur schwer etwas zu än-
dern vermögen. Auch im Rahmen der Prüfung der Standardindikatoren in Ziffer 8 befasste sich 
Dr. D.____ intensiv mit den einzelnen Kategorien und diskutierte im Rahmen der Kategorie 
"Konsistenz" ausführlich das Vorliegen gewisser Unklarheiten, denen er aber im Ergebnis keine 
Auswirkungen auf die Gesamtbeurteilung des Gutachtens beimass. Im Rahmen der Auseinan-
dersetzung mit den bisherigen Berichten besprach Dr. D.____ das Vorgutachten des ZMB und 
die Einschätzungen des RAD und zeigte auf, weshalb und worin sich seine Beurteilung von den 
früheren Einschätzungen unterscheidet (vgl. Ziffer 7.3 Seite 38 f.).  
 
6.3 Zusammenfassend legte Dr. D.____ äusserst überzeugend und schlüssig dar, weshalb 
er von einer schwerwiegenden Persönlichkeitspathologie ausgeht, die sich insbesondere auf 
das Erwerbsleben des Beschwerdeführers im ersten Arbeitsmarkt auswirkt. Zweifel an der vol-
len Beweistauglichkeit des Gerichtsgutachtens bestehen keine. Dieses erfüllt alle in Erwägung 
6.1 hiervor dargestellten Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung an eine be-
weistaugliche medizinische Beurteilung. 
 
7. Gestützt auf das Gerichtsgutachten von Dr. D.____ ist damit erstellt, dass der Be-
schwerdeführer aufgrund der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung und der generali-
sierten Angststörung in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist. Bei diesem Ergebnis er-
übrigt sich ein konkreter Einkommensvergleich und es ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 
100 %, was zu einem Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente führt. Ob 
bei der hypothetischen Berechnung des Valideneinkommens auf das Kompetenzniveau 1 ab-
zustellen wäre, wie von der Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 2. April 2025 vor-
gebracht, oder ob in Anbetracht der Ausbildung des Beschwerdeführers bei der Bank Sarasin 
auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen wäre, kann bei diesem Ergebnis offengelassen wer-
den. Mit den Parteien ist damit davon auszugehen, dass unter Berücksichtigung des Wartejah-
res und der sechsmonatigen Wartefrist (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) ab 1. November 2020 Anspruch 
auf eine ganze Invalidenrente besteht. Die Beschwerde vom 10. Juli 2023 wird deshalb vollum-
fänglich gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 6. Juni 2023 aufgehoben.  
 
8.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge-
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen 

 

 
 
Seite 8    

(Art. 69 Abs. 1bis IVG) und vorliegend auf Fr. 1'000.-- anzusetzen. Dem Verfahrensausgang ent-
sprechend sind sie von der Beschwerdegegnerin zu tragen. 
 
8.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 11. Januar 2024 ausführlich begründet, 
lag der angefochtenen Verfügung ein in medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärter Sach-
verhalt zugrunde. Somit rechtfertigt es sich aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrund-
satzes nach Art. 43 ATSG, die Kosten für das Gerichtsgutachten in der Höhe von insgesamt 
Fr. 9'300.-- der Beschwerdegegnerin zu auferlegen (vgl. BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 502 E. 
4.4). 
 

8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die ehemalige Rechtsvertreterin 
des Beschwerdeführers wies in ihren beiden Honorarnoten vom 12. Oktober 2023 und vom 
10. Juni 2025 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 14 Stunden und 
35 Minuten aus, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als 
angemessen erweist. Die Bemühungen sind zum geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 
200.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist folglich eine Parteientschädigung in der Hö-
he von Fr. 2'916.75 zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
6. Juni 2023 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwer-
deführer ab 1. November 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
hat. 

 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 1'000.-- sowie die Kosten für 
das Gutachten von Dr. D.____ im Betrag von Fr. 9'300.-- werden der 
Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'916.75 zu bezahlen.