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**Case Identifier:** f297c6d6-3ed5-5d14-91c4-6c2167ea7e7c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.11.2016 IV 2014/46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-46_2016-11-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/46

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.12.2019

Entscheiddatum: 16.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2016
Art. 28 Abs. 1 IVG: Anspruch auf eine Rente, Beurteilung eines 
tridisziplinären Gutachtens bei einer psychischen Diagnose, Einordnung 
einer posttraumatischen Belastungsstörung, Rückweisung aufgrund 
Nichtbeantwortung des Beginns und des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. 
November 2016, IV 2014/46).

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Fabienne Hug

Geschäftsnr.  

IV 2014/46

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

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Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 23. August 2009 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie leide an einer Rückenkrümmung, 

an Nervenproblemen, an Rücken- und an psychischen Beschwerden und sie sei seit 

dem 13. Mai 2009 zu 100% arbeitsunfähig. Gemäss dem Auszug aus dem individuellen 

Beitragskonto (IK) hatte sie im Jahr 2008 Fr. 41'575.-- verdient (IV-act. 9). Vom 1. 

Oktober 2003 bis zum 31. August 2009 (recte: 31. Mai 2009, vgl. IV-act. 13-11) war die 

Versicherte zu 50% bei der B.___ AG als Maschinen- und Anlagebedienerin zu einem 

Lohn von Fr. 3'455.-- angestellt gewesen (IV-act. 13-2). Somit bezieht sich die Angabe 

der Arbeitgeberin zum beitragspflichtigen Lohn der versicherten Person von Fr. 

44'915.-- auf eine Entschädigung bei einem Pensum von 100%. Die Arbeitgeberin 

hatte der Versicherten aufgrund der anhaltend schlechten Auftragslage am 19. März 

2009 auf Ende Mai 2009 gekündigt. Die Klinik Z.___ hatte der Versicherten am 3. Juni 

2009 eine leichte linkskonvexe degenerative LWS-Skoliose (Scheitel L3) und eine 

leichte diffuse Discusprotrusion (L2-L5) attestiert (IV-act. 19-10). Am 30. Juni 2009 

hatte die Klinik E.___ berichtet, die Versicherte leide an einer linkskonvexen 

grossbogigen lumbalen Skoliose mit Cobb-Winkel von 25 Grad (IV-act. 19-8). Es 

bestehe kein Nachweis auf eine Diskushernie. Die Versicherte zeige rechts ein massiv 

theatralisch wirkendes antalgisches Gangbild (IV-act. 19-6). Bemerkenswert sei, dass 

die Versicherte trotz der Angabe massiver Schmerzen im Bereich des Rückens und des 

rechten Beins beim Aufsteigen auf die Untersuchungsliege sofort spontan in den 

Langsitz gegangen sei. Es handle sich um eine somatoforme Störung, möglicherweise 

im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung, weshalb keine weiteren 

Infiltrationen und auch keine Operationen im Bereich der Lendenwirbelsäule empfohlen 

seien. Aus neurologischer Sicht liege eine Arbeitsfähigkeit von 100% vor, obwohl aus 

psychiatrischer Sicht möglicherweise eine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Im Auftrag der 

Swica erstellten Prof. Dr. med. C.___, Neurologie FMH, und Dr. med. D.___, 

Psychiatrie, am 16. September 2009 ein neurologisches und psychiatrisches Gutachten 

(Swica-act. 2 und 3). Dr. D.___ führte aus, dass aufgrund eines depressiv-ängstlichen 

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Syndroms mit Somatisierung und Verdacht auf eine posttraumatische 

Belastungsstörung eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe, welche mindestens 

noch für weitere sechs Monate anhalten werde. Dr. C.___ berichtete, die Versicherte 

leide an einem depressiven Syndrom mit Verdacht auf Somatisierung, an Hypertonie 

und möglicherweise an Migräne. Die erhobenen neurologischen Befunde zeigten 

keinen sicheren oder wahrscheinlichen Hinweis für eine behindernde Läsion am 

zentralen oder peripheren Nervensystem. Sie seien somit nicht ausreichend für eine 

neurologisch begründbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die von der 

Versicherten vorgetragenen Beschwerden (Schmerzen entlang der Wirbelsäule, 

Hemikranien) seien am ehesten im Kontext eines depressiven Syndroms zu verstehen 

und zu behandeln. Es liege ein erhebliches depressives Syndrom vor, welches eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% - zunächst begrenzt für sechs Monate - rechtfertige. Am 

24. September 2009 bestätigten zwei andere Ärzte der Klinik E.___ die bisher gestellten 

Diagnosen. Sie berichteten, dass die Beschwerden nur unwesentlich besser geworden 

seien, weshalb davon ausgegangen werden könne, dass die linkskonvexe lumbale 

Skoliose weder die Ursache der Rücken- noch die Ursache der Beinschmerzen sei. 

Insbesondere die Beinschmerzen der Versicherten könnten nicht erklärt werden. Aus 

wirbelsäulenchirurgischer Sicht gebe es deshalb keine Möglichkeit, die Beschwerden 

zu verbessern (IV-act. 19-5).

A.b  Am 14. Dezember 2009 berichtete Dr. med. F.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie, dass die invasiv tätigen Spezialisten kaum im Stande seien, die 

Gesamtproblematik der Versicherten korrekt einzuschätzen (IV-act. 19-1). Aus dem 

ortho¬pädischen respektive wirbelsäulenchirurgischen Fachgebiet könne bezüglich der 

beruflichen Belastbarkeit keine Aussage gemacht werden. Aufgrund der im MRI, im 

Röntgenbild sowie im CT vorliegenden Befunde sei es möglich, dass die Versicherte 

einer ganztätigen (100%) Tätigkeit nachgehen könne. Es sei aber auch möglich, dass 

ihr die vorliegenden Befunde invalidisierende Schmerzen verursachten. Gemäss dem 

Austrittsbericht des Spitals G.___ vom 16. Dezember 2009 litt die Versicherte an einer 

posttraumatischen Belastungsstörung mit aktuellen Bauchschmerzen (IV-act. 24). Am 

25. Januar 2010 hielt Dr. med. H.___, Allgemeine Medizin FMH, fest, dass bei der 

Versicherten eine passive Strategie mit einer erheblichen Therapieresistenz bestehe 

(IV-act. 23). Am 13. Februar 2010 gab Dr. med. I.___, Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, an, aufgrund der Kriegserlebnisse der Versicherten lägen eine chronifizierte, 

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subsyndromale posttraumatische Belastungsstörung, eine posttraumatische 

Persönlichkeitsveränderung und eine rezidivierende depressive Episode mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 24-2). Trotz der Schwere des 

psychischen Leidens sei die Versicherte als Produktionsmitarbeiterin jahrelang tätig 

gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage aus rein psychiatrischer Sicht ungefähr 70%. 

Gleichwohl sei eine weitere Krankschreibung von mehr als 50% kontraindiziert, da sich 

die depressive Symptomatik aufgrund des dann eintretenden Verlustes an Aktivität und 

Sozialkontakten eher verstärken würde. Die Arbeitszeit sei stufenweise zu erhöhen, um 

die drohende Invalidisierung zu vermeiden. Er empfehle eine berufliche Massnahme. 

Von einer Berentung rate er ab. Konkret sei die Versicherte ab dem 1. März 2010 

wieder zu 50% arbeitsfähig. Am 28. Juni 2010 berichtete Dr. med. J.___, Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, die Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode 

im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung mit zwei Suizidversuchen (IV-

act. 37). Aufgrund von Konzentrationsstörungen, einer stark verminderten 

Leistungsfähigkeit und starken Anpassungsschwierigkeiten könne sie momentan keine 

Arbeit ausführen. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr 

zumutbar.

A.c  Am 7. Juli 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund des 

Gesund¬heitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien 

und des¬halb  ein Anspruch auf eine Rente geprüft werde (IV-act. 40). Die Swica 

beauftragte Dr. med. K.___, Psychiatrie und Psychotherapie, am 28. September 2010 

mit der Erstellung eines Gutachtens. In seinem Gutachten vom 14. Oktober 2010 hielt 

Dr. K.___ fest, dass es keine Hinweise für eine willentliche Herbeiführung oder eine 

massive Verdeutlichung psychischer oder körperlicher Störungen im Sinne einer 

Aggravation oder Simulation gebe. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für jede Tätigkeit 

unter den Bedingungen der freien Wirtschaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Die 

Prognose einer kurzfristigen Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei angesichts des deutlich 

prolongierten Behandlungs- und Heilverlaufs sowie der ungünstigen psychosozialen 

Kontextfaktoren wenig wahrscheinlich (IV-act. 50). Am 5. November 2010 hielt die 

Klinik L.___ nach dem stationären Aufenthalt der Versicherten vom 4. Mai 2010 bis zum 

2. Juli 2010 fest, dass die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne und dass eine 

traumaspezifische Therapie indiziert sei. Der beginnende Rollenwechsel und der 

Migrationshintergrund seien als soziale Faktoren krankheitsauslösend bzw. -erhaltend 

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(IV-act. 46). Am 12. Dezember 2010 füllte die Versicherte den Fragebogen zur 

Haushaltsabklärung aus. Dabei gab sie an, in allen Bereichen auf die Hilfe der 

Schwiegertochter, des Mannes oder des Sohnes angewiesen zu sein (IV-act. 52). Am 3. 

Januar 2011 erteilte die IV-Stelle den Auftrag, die Versicherte über drei bis fünf Tage zu 

überwachen und festzustellen, ob diese wirklich gesundheitliche Einschränkungen 

aufweise (IV-act. 55). Im Bericht zu den Observationsermittlungen vom 29. April 2011 

wurde ausgeführt, die Versicherte sei zwei Mal ausser Haus gegangen, einmal 

zusammen mit einer jüngeren Frau in ein Brockenhaus und einmal alleine in einen 

Lebensmittelladen. Dabei sei ihr Verhalten insgesamt unauffällig gewesen. Beim 

Besuch im Brockenhaus und beim Einkauf im Lebensmittelladen habe sie sich ohne 

Bewegungseinschränkungen und ohne irgendwelche Anzeichen von Schmerzen 

strecken und bücken können. Bei einer herzlichen Begrüssung einer Bekannten habe 

die Versicherte gelächelt. Typische Zeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung 

hätten nicht festgestellt werden können. Im Widerspruch zu den behaupteten 

Beschwerden stehe der zu Fuss erfolgte Besuch des ca. 500 Meter entfernten 

Brockenhauses ohne Erschöpfungs- oder Müdigkeitserscheinungen (IV-act. 70-5).

A.d  Am 1. Juni 2011 gab die Versicherte anlässlich einer Abklärung an Ort und Stelle 

("Abklärungsbericht Haushalt") an, nach einem vierwöchigen Aufenthalt in der Klinik 

L.___ seien alle Beschwerden immer noch genau gleich wie vorher (IV-act. 72). 

Allgemein habe sie am ganzen Körper starke Schmerzen. Im Alltag könne sie praktisch 

nichts mehr alleine verrichten und sei in allem auf Hilfe angewiesen. Aufgrund des 

Taubheitsgefühls könne sie nicht einmal mehr ein Glas selber halten. Die 

Abklärungsperson der IV-Stelle berichtete, dass sich die Versicherte demonstrativ 

schwer krank gezeigt habe. Die Versicherte sei während des Gesprächs nur 15 Minuten 

sitzen geblieben und die restlichen zwei Stunden aufgrund der Schmerzen gestanden. 

Im ganzen Gespräch sei eine gewisse Rentenbegehrlichkeit zu spüren gewesen. Beim 

Abschied habe sich die Versicherte jedoch normal bewegt, sei normal gegangen und 

habe auch einen festen Händedruck gehabt. Die angegebenen Einschränkungen seien 

deshalb nicht nachvollziehbar und auch nicht glaubhaft. Eine eigentliche 

Einschränkung in den Haushaltstätigkeiten bestehe nur in einem geringen Ausmass. 

Mit der Schadenminderungspflicht des Ehemannes und des Sohnes seien diese 

möglichen Einschränkungen wieder egalisiert. Zudem ergaben die Ermittlungen zur 

Erwerbstätigkeit, dass gemäss den Ausführungen des Arbeitgebers die Versicherte 

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ausschliesslich an den Wochenenden (Samstag/Sonntag) gearbeitet habe. Aufgrund 

der damit verbundenen Zulagen sei der ausbezahlte Lohn für ein Pensum von 50% 

auch dementsprechend hoch. Im Verlaufsbericht vom 18. August 2011 berichtete die 

Klinik L.___ von einer Persistenz der mittelgradig depressiven Symptomatik in 

Kombination mit Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung sowie von 

einer als somatoform eingeschätzten Schmerzsymptomatik im rechten Bein (IV-act. 

75). Die Versicherte habe über Insomnie geklagt und im Alltag eine verminderte 

Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit gezeigt. In der medizinischen Stellungnahme der 

IV-Stelle vom 6. September 2011 hielt Dr. med. M.___, zertifizierter medizinischer 

Gutachter SIM, fest, dass das angeblich invalidisierende depressive Syndrom, die 

Orientierungsstörungen sowie die körperlichen Einschränkungen durch die Observation 

widerlegt worden seien. In der Klinik habe die Versicherte nicht das Bild einer 

mittelschwer depressiven Frau gezeigt, da sie "motiviert" teilgenommen habe. Eine 

gewisse Angstsymptomatik und ein sozialer Rückzug als sekundäre 

Persönlichkeitsveränderung nach Kriegserlebnissen seien erklärbar und stellten eine 

eigenständige Komorbidität dar, was die Versicherte bis anhin aber nicht am Arbeiten 

gehindert habe. Das Zumutbarkeitsprofil umfasse leichte manuelle Arbeiten ohne 

Zeitdruck (IV-act. 77). Am 23. November 2011 bestätigte das Spital Y.___, 

Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer, die bisher gestellten Diagnosen und 

berichtete, dass die Versicherte therapiemotiviert sei, einen Deutschkurs besuche und 

eigentlich gerne wieder arbeiten würde (IV-act. 90-10).

A.e  Am 14. Dezember 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mittels eines 

Vorbescheids mit, dass sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen. Verschiedene 

Ärzte hätten eine Arbeitsfähigkeit von 100% attestiert, die geltend gemachten 

Einschränkungen seien aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar und die 

Observationsergebnisse sprächen gegen eine Arbeitsunfähigkeit. Sowohl aus 

psychiatrischer als auch aus somatischer Sicht sei es ihr zumutbar, weiterhin zu 100% 

einer angepassten Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 82). Am 16. Dezember 2011 

bestätigte Dr. J.___ ihre bereits früher gestellte Diagnose. Demzufolge sei die 

Versicherte in der freien Wirtschaft voll arbeitsunfähig und in einem geschützten 

Rahmen ungefähr 80% arbeitsunfähig (IV-act. 90-8). Am 17. Februar 2012 wandte Frau 

Barth (Paralegal bei memos, Rechtsberatung und Übersetzungen) als Vertretung der 

Versicherten ein, dass die Schlussfolgerungen aus der Observation nicht gerechtfertigt 

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seien und dass auch sonst der Gesundheitszustand nicht richtig eingeschätzt worden 

sei (IV-act. 90-1). Am 10. April 2012 nahm Dr. M.___ zu diesem Einwand Stellung. Er 

hielt fest, es sei nicht erwiesen, dass die Versicherte aus einer grossen Gruppe von 

bosnischen Kriegsflüchtlingen schwer traumatisiert sei. Zudem handle es sich aufgrund 

der Akten eher um ein syndromales Leiden als um eine posttraumatische 

Persönlichkeitsveränderung. Das Observationsmaterial widerlege evident die monierten 

körperlichen, mentalen, psychischen und sozialen Einschränkungen und zeige 

umgekehrt ein gutes Eingliederungspotential (IV-act. 91). Im Rahmen des rechtlichen 

Gehörs reichte Frau Barth am 15. Mai 2012 zwei Arztberichte ein und hielt an ihren 

Ausführungen fest (IV-act. 94). Am 9. Mai 2012 hatte Dr. J.___ die posttraumatische 

Belastungsstörung bestätigt (IV-act. 94-6). Das Ambulatorium für Folter- und 

Kriegsopfer des Universitätsspitals Zürich hatte am 14. Mai 2012 festgehalten, dass 

aufgrund der Befunde und im Einvernehmen mit sämtlichen bisher involvierten Ärzten 

und Gutachtern das Vorliegen einer arbeitsrelevanten Erkrankung evident sei (IV-act. 

94-7). Am 20. August 2012 räumte Dr. M.___ ein, dass ein verspäteter Beginn 

invalidisierender Traumafolgen zwar grundsätzlich nicht unmöglich, aber im 

vorliegenden Fall eher unwahrscheinlich sei. Mittels der Observation habe der 

Versicherten zwar ein höheres und den monierten Einschränkungen deutlich 

widersprechendes Funktionsniveau nachgewiesen werden können, aber für die direkte 

Ableitung einer vollen Arbeitsfähigkeit sei das Material etwas dürftig (IV-act. 95).

A.f  Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Begutachtungsstelle Medizinisches Zentrum 

Römerhof (MZR) am 25. Juli 2013 gestützt auf Untersuchungen der Versicherten vom 

8. November 2012, 13. Dezember 2012 und 4. Juli 2013 ein tridisziplinäres Gutachten 

(IV-act. 113). Der Sachverständige für Psychiatrie und Psychotherapie stellte die 

Diagnose einer leichtgradigen rezidivierenden depressiven Störung und Dysthymie mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er führte aus, die Durchführung einer Evaluation 

der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) würde mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht 

zu konsistenten Ergebnissen führen, da angesichts des Verhaltens der Versicherten 

keine objektiven Ergebnisse zu erwarten seien und die Versicherte aus rein 

rheumatologischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Ab sofort sei die Versicherte zu 70% 

arbeitsfähig (Gutachten S. 32). Der Sachverständige für Rheumatologie und manuelle 

Medizin stellte fest, dass sich die Versicherte in unbeobachteten anders als in 

beobachteten Situationen verhalten habe und dass sie an einer Schmerzentwicklung 

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leide, die rheumatologisch-somatisch weder nachvollziehbar noch erklärbar sei. Eine 

volle Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein volles Pensum in einer leichten bis 

mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, ebenfalls in der angestammten Tätigkeit, 

sei zumutbar und ausgewiesen (Gutachten S. 41). Die Sachverständige für 

Neuropsychologie hielt fest, dass ein begründeter Verdacht auf eine nicht-authentische 

neuropsychologische Störung vorliege, da kein Leidensdruck spürbar gewesen sei und 

da die Versicherte Verhaltensweisen an den Tag gelegt habe, die nicht durch 

psychiatrische, neurologische oder entwicklungsbedingte Faktoren erklärbar seien. Die 

Testergebnisse hätten auf ein Aggravationsverhalten der Versicherten schliessen 

lassen, weshalb die Ergebnisse der Leistungstests inhaltlich nicht hätten ausgewertet 

werden können. Deshalb könne aus neuropsychologischer Sicht keine Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden (Gutachten S. 53).

A.g  Am 17. Oktober 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mittels eines 

Vorbescheids mit, dass sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen. Gestützt auf 

das Gutachten der MZR führte die IV-Stelle aus, dass es etliche Hinweise auf eine 

subjektive Krankheitsüberzeugung und eine bewusstseinsnahe 

Schmerzverdeutlichung, eine Selbstlimitierung, eine Diskrepanz und Inkonsistenzen in 

den Aussagen und im Bewegungsverhalten der Versicherten gebe. Alle geklagten 

Beschwerden hätten nicht objektiviert werden können, weshalb ernsthafte Zweifel 

bestünden, ob überhaupt eine relevante psychische Erkrankung vorliege. Der 

sozialversicherungsrechtlich relevante Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit werde damit nicht erreicht. Zudem werde vermutet, dass die 

Beschwerden mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwunden werden könnten. 

Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht liege somit kein relevanter 

Gesundheitsschaden und damit auch keine anerkannte Arbeitsunfähigkeit vor, weshalb 

auch kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 119). Am 15. November 2013 liess die 

Beschwerdeführerin einwenden, dass eine eigenständige depressive Erkrankung 

vorliege, welche nicht bloss die Begleiterscheinung einer somatoformen 

Schmerzstörung sei. Eine invalidisierende Wirkung sei deshalb nicht von vornherein 

auszuschliessen. Ausgehend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

und einer Arbeitsunfähigkeit von 70% in der angepassten Tätigkeit sei der 

Einkommensvergleich zur Bestimmung des Invaliditätsgrads vorzunehmen (IV-act. 

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122). Mit einer Verfügung vom 3. Dezember 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch 

vom 17. Oktober 2013 ab (IV-act. 125).

B. 

B.a  Am 20. Januar 2014 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 3. Dezember 2013 (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) Beschwerde erheben. Sie beantragte die Aufhebung der 

Verfügung, die Anerkennung der Arbeitsunfähigkeit und die Ausrichtung von IV-

Leistungen. Eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen. 

Zur Begründung liess sie anführen, keines der Abklärungsergebnisse sei so eindeutig, 

dass die Abweisung des Leistungsbegehrens gerechtfertigt wäre. Die Glaubwürdigkeit 

der Beschwerdeführerin sei nicht anzuzweifeln (act. G 1). Die Beschwerdeführerin 

reichte einen Bericht der Klinik L.___ vom 7. Januar 2014 ein, der ihren Aufenthalt vom 

11. November 2013 bis zum 12. Dezember 2013 betraf. Darin war angeführt worden, 

die Beschwerdeführerin sei freiwillig in die Klinik eingetreten. Durch die medikamentöse 

Einstellung hätten eine Stabilisierung des depressiven Zustandsbildes sowie eine 

Verbesserung des Schlafes und der suizidalen Gedanken erreicht werden können. Zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machte die Klinik keine Angaben (act. G 1.6).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. Mai 2014 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie aus, dass die Akten der 

Taggeldversicherung berücksichtigt und gewürdigt worden seien. Zudem habe die 

neuropsychologische Begutachtung sehr wohl eine Bedeutung, denn wenn bei der 

neuropsychologischen Abklärung nicht valide Ergebnisse festgestellt würden, habe 

dies nicht zur Folge, dass die Abklärung keine Aussagekraft habe. Die Feststellung 

eines nicht validen Ergebnisses könne ein wichtiger Hinweis auf eine 

bewusstseinsnahe Aggravation sein. Im Gesamtzusammenhang mit der Feststellung 

nicht objektivierbarer körperlicher Leiden und Schilderungen von schwer 

nachvollziehbaren psychischen Beschwerden habe die Feststellung einer 

bewusstseinsnahen Aggravation eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Die 

Aussagekraft des Gutachtens werde durch die Ergebnisse der neuropsychologischen 

Abklärungen nicht geschwächt, sondern gestärkt. Der neu ins Recht gelegte 

Austrittsbericht der Klinik L.___ betreffe den Klinikaufenthalt, der einige Wochen vor 

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dem Verfügungserlass erfolgt sei. Im Einwand vom 15. November 2013 sei dieser 

jedoch nicht erwähnt worden, weshalb die Kosten bei einer allfälligen Rückweisung der 

Sache zur ergänzenden Abklärung der Beschwerdeführerin aufzuerlegen wären. 

Inhaltlich vermöge der Bericht an der Gesamtbeurteilung nichts zu ändern, da er sich 

zum Beispiel nicht zur Arbeitsfähigkeit äussere. Der Klinikaufenthalt sei zudem auch im 

Zusammenhang mit dem IV-Verfahren zu sehen. Es sei häufig so, dass sich Versicherte 

nach dem Erhalt eines für sie ungünstigen Vorbescheids in stationäre Behandlung 

begäben. Dies sei eine nachvollziehbare Reaktion auf die als existenzgefährdend 

empfundene negative Nachricht, aber auch das Bemühen um Verdeutlichung der 

Beschwerden. Beides sei jedoch IV-rechtlich nicht relevant. Jedenfalls hätten die Ärzte 

der Klinik auch von Fortschritten berichtet.

B.c  Am 7. Juli 2014 reichte die Beschwerdeführerin die Replik ein und führte aus, dass 

das Gutachten mangelhaft sei, da es alle materiellen Voraussetzungen nicht erfülle (act. 

G 9). Der Klinikaufenthalt sei unerwartet während des Einwandverfahrens zum 

Vorbescheid erfolgt. Aufgrund ihres schlechten Zustandes habe sie zum damaligen 

Zeitpunkt niemanden informieren können.

B.d  Am 3. September 2014 reichte die Beschwerdegegnerin die Duplik ein und machte 

geltend, dass nicht auf die Rüge, das Gutachten des MZR sei mangelhaft, eingetreten 

werden könne, da diese nicht näher begründet werde (act. G 11). Es sei daran 

festzuhalten, dass die nicht validen Ergebnisse nicht auf eine ungenügende 

Begutachtung, sondern auf eine mangelhafte Mitwirkung der Beschwerdeführerin 

hinwiesen. Daraus könne die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

(act. G 12).

Erwägungen

1. 

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 

Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu 

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mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu dem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

2. 

2.1  Bei der Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

entscheidend, wie sich die Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit der 

versicherten Person auswirkt, das heisst, welche erwerbsrelevanten Einschränkungen 

die Gesundheitsbeeinträchtigung verursacht und welche erwerbsrelevanten 

Ressourcen der versicherten Person trotz der Einschränkungen noch zur Verfügung 

stehen. Dabei handelt es sich um eine medizinische Frage, die entsprechend von 

medizinischen Fachpersonen zu beantworten ist. Vorliegend haben sich nebst diversen 

behandelnden Ärzten verschiedene medizinische Sachverständige in einem 

bidisziplinären, in einem psychiatrischen und in einem tridisziplinären Gutachten zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin geäussert.

2.2  Das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene tridisziplinäre Gutachten sollte in Bezug 

auf die Arbeitsfähigkeit die Frage beantworten, seit wann eine medizinisch begründete 

Arbeitsunfähigkeit von 20% oder mehr bestehe und wie sich der Grad der 

Arbeitsunfähigkeit entwickelt habe. Im Vordergrund steht die Beurteilung der noch 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Nebst den Akten und den Aussagen der 

Beschwerdeführerin stützten sich die Befunde der Sachverständigen insbesondere auf 

die Erkenntnisse, welche an den drei Untersuchungstagen gewonnen werden konnten. 

Die drei medizinischen Sachverständigen haben die Beschwerdeführerin an je einem 

Tag begutachtet. Untersuchungsergebnisse von drei unterschiedlichen Tagen und drei 

verschiedenen Sachverständigen steigern in Bezug auf das Gesamtbild die 

Zuverlässigkeit der Aussagen über das Verhalten der Explorandin. Die erste 

Untersuchung fand am 8. November 2012 statt, bei der die Beschwerdeführerin 

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rheumatologisch untersucht wurde. Am 13. Dezember 2012 wurde sie 

neuropsychologisch begutachtet und am 4. Juli 2013 fand die psychiatrische 

Untersuchung statt. Das tridisziplinäre Gutachten (IV-act. 113) überzeugt inhaltlich 

unter anderem dadurch, dass die Gutachter die Befunde in den anderen Disziplinen 

jeweils abwarteten und zur Kenntnis nahmen. Gemäss der rheumatologischen 

Beurteilung leide die Beschwerdeführerin an einer Schmerzentwicklung, die 

rheumatologisch-somatisch weder nachvollziehbar noch erklärbar sei. Deshalb könne 

auch keine Arbeitsunfähigkeit begründet werden. Die Untersuchungsbefunde wurden 

im rheumatologischen Teilgutachten verständlich wiedergegeben. Die detaillierte 

Auflistung der Diskrepanzen und Inkonsistenzen, welche beim spontanen 

Bewegungsverhalten beobachtet wurden, wurden nachvollziehbar beschrieben. Sie 

machen deutlich, dass die Beschwerdeführerin sich in beobachteten Situationen 

anders verhielt als in unbeobachteten oder wenn sie abgelenkt war. Der psychiatrische 

Sachverständige stellte die Diagnose einer leichtgradigen rezidivierenden depressiven 

Störung oder einer möglichen Dysthymie. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf 70% 

festgelegt. Er führte jedoch auch aus, dass aus rein psychiatrischer Sicht die 

Arbeitsfähigkeit nur annährend beurteilt werden könne. Im neuropsychologischen 

Teilgutachten konnte ein inkonsistentes Verhalten beobachtet werden. Insgesamt 

waren die neuropsychologischen Testbefunde zwar nicht verwertbar, aber aufgrund 

der Testergebnisse und des Verhaltens der Beschwerdeführerin bestehe ein 

begründeter Verdacht auf eine nicht-authentische neuropsychologische Störung, 

welche auf ein Aggravationsverhalten schliessen lasse. Dieser Verdacht wurde dadurch 

erhärtet, dass auch andere Ärzte ein aggravierendes Verhalten der Beschwerdeführerin 

festgestellt hatten. Diese Erkenntnisse sprechen gegen eine schwere Depression und 

lassen vermuten, dass die Beschwerdeführerin auch bei den anderen Untersuchungen, 

welche nicht mit Tests überprüft werden können, nicht wahrheitsgetreu ausgesagt 

hatte. Der neuropsychologische Sachverständige meinte, dass aufgrund dieses 

Verhaltens die Leistungstests inhaltlich nicht ausgewertet und dadurch keine 

verwertbaren neuropsychologischen Befunde ermittelt werden könnten. Folglich war 

keine Arbeitsfähigkeitsschätzung in neurologischer Hinsicht möglich. Auch aus 

rheumatologischer Sicht war eine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht möglich, da die 

Schmerzentwicklung, die von der Beschwerdeführerin geschildert wurde, 

rheumatologisch-somatisch weder nachvollziehbar noch erklärbar sei. Beim Fehlen 

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eines somatischen Korrelates und bei einem diskrepanten Bewegungsverhalten 

respektive bei widersprüchlichen Befunden werde eine volle Arbeitsfähigkeit bezogen 

auf ein volles Pensum in einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden 

Tätigkeit als zumutbar und ausgewiesen betrachtet. Somit konnte nur das 

psychiatrische Teilgutachten sich zur Arbeitsfähigkeit äussern und diese bei adaptierter 

Tätigkeit auf 70% festsetzen. Das psychiatrische Teilgutachten überzeugt insofern, als 

dass es sich ausführlich mit der Aktenlage beschäftigte und sich mit den in der 

Vergangenheit gestellten Befunden auseinander gesetzt hat. Die Anamnese gab ein 

aufschlussreiches Bild zur Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin und zum 

Verlauf der Beschwerden. Der Sachverständige beobachtete das Verhalten der 

Beschwerdeführerin während der Untersuchung sorgfältig und konnte dadurch die 

geschilderten Beschwerden besser auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Auch die 

psychischen Befunde wurden vom medizinischen Sachverständigen ausführlich und 

nachvollziehbar geschildert. Nachdem er die Beobachtungen bei der Exploration 

wiedergab, folgte anschliessend die Schilderung der Krankengeschichte und der 

Beschwerden aus Sicht der Beschwerdeführerin. Durch diese sorgfältige 

Vorgehensweise und das stetige Abwägen der subjektiven Schilderungen mit den 

medizinischen Erkenntnissen erscheint das daraus fliessende Ergebnis als 

nachvollziehbar und überzeugend. Der psychiatrische Sachverständige würdigte 

sowohl die Aussagen der Beschwerdeführerin als auch die psychiatrischen Befunde 

kritisch und berücksichtigte bei seiner Beurteilung auch die IV-fremden psychosozialen 

Faktoren. Das psychiatrische Teilgutachten erscheint insgesamt als professionell, da es 

sich auch mit den einzelnen Störungsbildern getrennt auseinandergesetzt hat. Der 

medizinische Sachverständige ging auf den Verlauf der depressiven Störung ein und 

erklärte verständlich, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

verbessert habe, wobei nach wie vor eine geringe Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit 

nicht ausgeschlossen werden könne. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

berücksichtigt der Gutachter auch die Medikamenteneinnahme. Die Berücksichtigung 

der verschiedenen Faktoren und die Erwähnung aller relevanten Aspekte im Gutachten 

lassen darauf schliessen, dass sich der Gutachter sorgfältig mit dem 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt hat. Das Ergebnis 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung erklärt er allerdings nicht. Das psychiatrische Gutachten 

enthält keine Erklärung, weshalb noch eine Arbeitsfähigkeit von 70% besteht. Für den 

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medizinischen Laien ist die Schlussfolgerung nicht nachvollziehbar, weil aufgrund des 

geschilderten Gesundheitszustandes auch eine andere Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit denkbar wäre. Das psychiatrische Teilgutachten beantwortet die Frage, 

weshalb die Beschwerdeführerin genau noch zu 70% arbeitsfähig sei, nicht. Vielmehr 

räumt der Gutachter ein, dass aus rein psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit nur 

annährend beurteilt werden könne. Deshalb muss an der Arbeitsfähigkeit von 70% 

gezweifelt werden, da diese nicht mit der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen worden ist. Das tridisziplinäre Gutachten ist also insofern überzeugend, 

als dass es aus neurologischer und rheumatologischer Sicht nicht möglich ist, 

Aussagen zur Arbeitsfähigkeit zu machen. Das psychiatrische Gutachten überzeugt 

insoweit, als dass die Eruierung des Gesundheitszustandes und die Diagnose 

nachvollziehbar sind. Jedoch wird nicht erläutert, weshalb im Ergebnis eine 

Arbeitsfähigkeit von 70% vorliegt.

2.3  Das tridisziplinäre Gutachten hat sich zudem nicht zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit 

vor dem Untersuchungszeitpunkt im November 2012 geäussert. Dem Gutachten lässt 

sich nur entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ab "sofort" zu 70% arbeitsfähig sei. 

Für die Vergangenheit kann deshalb nicht anhand dieses Gutachtens beurteilt werden, 

in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin tatsächlich arbeitsunfähig gewesen ist.

2.4  Die Beschwerdeführerin hatte sich im August 2009 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet, weshalb der Rentenanspruch gemäss dem Art. 29 

Abs. 1 IVG frühestens im März 2010 hat entstehen können (vgl. BGE 138 V 475 zum 

Übergangsrecht in Bezug auf den Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Beginn des Wartejahres 

gemäss dem Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG kann noch nicht bestimmt werden, da der Beginn 

der Arbeitsunfähigkeit noch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt 

werden konnte. Die Berichte der Ärzte decken sich nämlich nicht und zeigen zudem ein 

inkonsistentes Bild des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Am 3. Juni 

2009 war die Beschwerdeführerin erstmals (gemäss den vorliegenden Akten) wegen 

Rückenbeschwerden bei dem Radiologen Prof. Dr. med. N.___ (IV-act. 19-10) 

gewesen. Seine Diagnose der linkskonvexen LWS-Skoliose wurde in der Klinik E.___ 

am 30. Juni 2009 bestätigt (IV-act. 19-8). Bereits 2 Monate später hielt die Klinik E.___ 

am 12. August 2009 im neurologischen Befund fest, dass die Beschwerdeführerin 

rechts ein massiv theatralisch wirkendes antalgisches Gangbild aufweise und trotz der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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Angabe von massiven Schmerzen im Bereich von Rücken und rechtem Bein beim 

Aufsteigen auf die Untersuchungsliege sofort spontan in den Langsitz gegangen sei 

(IV-act. 19-6). Sie stellten zudem fest, dass es sich um eine somatoforme Störung, 

möglicherweise im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung, handle. Alle 

Fachärzte, welche sich somatisch mit den Beschwerden der Beschwerdeführerin 

auseinandersetzten, stellten bei der Beschwerdeführerin ein Aggrationsverhalten fest. 

Da unabhängig von verschiedenen Seiten von einem aggravierenden Verhalten 

berichtet wurde, ist diese Feststellung glaubhaft. Somatisch konnte sodann auch keine 

Erklärung für die Schmerzen der Beschwerdeführerin gefunden werden, sodass die 

Klinik E.___ und Dr. F.___ aufgrund der vorliegenden Befunde eine Arbeitsfähigkeit von 

100% attestiert hatten. Die anderen medizinischen Fachpersonen hatten sich nicht zur 

Arbeitsfähigkeit geäussert, kamen aber ansonsten auf die gleichen Ergebnisse. Da die 

Schmerzen somatisch nicht erklärt werden konnten, wurde versucht, die Beschwerden 

psychiatrisch zu behandeln.

2.5  Am 6. Januar 2010 äusserte sich die Klinik O.___ zum psychischen Befund der 

Beschwerdeführerin (IV-act. 34). Dabei schilderte sie, wie sich die Beschwerdeführerin 

bei der Untersuchung präsentiert bzw. was sie der Klinik O.___ berichtet hatte. Die 

geklagten Leiden der Beschwerdeführerin wurden unreflektiert und ohne kritische 

Würdigung widergegeben. Der Auftrag der Klinik O.___ bestand jedoch auch 

hauptsächlich darin, im Rahmen einer Indikationsprüfung zu beurteilen, ob eine 

stationäre psychosomatische Rehabilitationsbehandlung in der Klinik durchzuführen 

sei. Sie empfahl das Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des Universitätsspitals 

Zürich oder die Psychiatrische Klinik P.___, welche sich mit einer eigenen Abteilung auf 

fremdsprachige Patienten spezialisiert hat. Die Angaben im Bericht beschränken sich 

deshalb darauf, eine Einschätzung betreffend einer zukünftigen Behandlung 

abzugeben. Zur Arbeitsfähigkeit wurden keine Aussagen gemacht.

2.6  Dr. I.___ berichtete am 13. Februar 2010 nebst einer posttraumatischen 

Belastungsstörung von einer rezidivierenden mittelgradigen depressiven Episode (IV-

act. 24-2). Er erläuterte nicht näher, wie er auf diese Diagnose kam. Seine 

Symptombeschreibung stützt sich überwiegend auf das, was die Beschwerdeführerin 

ihm erzählt hatte. Eine objektive Befunderhebung liegt keine vor und für den 

medizinischen Laien besteht der Eindruck, dass allzu sehr auf die Selbsteinschätzung 

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der Beschwerdeführerin abgestellt wurde. Deshalb vermag die 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung nicht zu überzeugen. Zudem ist es widersprüchlich, dass 

er einerseits eine Arbeitsunfähigkeit von 70% angenommen hat, gleichzeitig aber eine 

Krankschreibung von mehr als 50% als kontraindiziert betrachtet hat, weil sich die 

depressive Symptomatik aufgrund des eintretenden Verlusts an Aktivität und 

Sozialkontakten eher verstärken würde (IV-act 24-4). Unter diesen Umständen vermag 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 30% nicht zu überzeugen.

2.7  Am 28. Juni 2010 hielt Dr. J.___ fest, die Beschwerdeführerin leide an einer 

schweren depressiven Episode (IV-act. 37). Die Verschlechterung im Gegensatz zur 

Diagnose von Dr. I.___, der bloss eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert 

hatte, ist jedoch aufgrund der Befunderhebung nicht nachvollziehbar. Folglich ist auch 

die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar. Die 

Diagnose gründet dabei weitgehend auf den Angaben der Beschwerdeführerin, 

weshalb die Arbeitsunfähigkeit von 100% wenig objektiv erscheint. Dr. J.___ machte 

keine Angaben zum Wahrheitsgehalt der Aussagen der Beschwerdeführerin und führte 

nicht näher aus, was genau der Grund für die komplette Arbeitsunfähigkeit sein soll. 

Die Arbeitsfähigkeitsschätzung kann deshalb nicht nachvollzogen werden. Am 16. 

Dezember 2011, mehr als ein Jahr nach der ersten Berichterstattung, stellte Dr. J.___ 

erneut die gleichen Diagnosen. Im Bericht führte sie ebenfalls die Diagnosen der Klinik 

L.___ auf, welche bei der Beschwerdeführerin aber bloss eine mittelschwere depressive 

Störung diagnostiziert hatte. Dr. J.___ erklärte weder, weshalb nach wie vor eine 

schwere depressive Episode vorliege, noch wie diese Diskrepanz zur Diagnose der 

Klinik L.___ zu erklären sei. Am 9. Mai 2012 äusserte sich Dr. J.___ erneut zur 

gesundheitlichen Verfassung der Beschwerdeführerin bzw. hielt sie fest, was die 

Beschwerdeführerin ihr angegeben hatte (IV-act. 94). Auf Wunsch der 

Beschwerdeführerin wiederholte Dr. J.___ in einem Schreiben, ebenfalls vom 9. Mai 

2012, was ihr die Beschwerdeführerin über die erlebten Ereignisse im Krieg und über 

ihre Beschwerden erzählt hatte (IV-act. 123). Die Angaben der Beschwerdeführerin 

wurden von Dr. J.___ nicht verifiziert und sie nahm auch keine Stellung zur 

Arbeitsfähigkeit. Vor dem Hintergrund des tridisziplinären Gutachtens überzeugen die 

Einschätzungen von Dr. J.___ nicht, da sie zu wenig differenziert über die 

Krankheitssymptome und deren Auswirkungen berichtete. Die Diagnose und die 

Arbeitsunfähigkeit wurden nicht begründet. Kritische Auseinandersetzungen mit den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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Angaben der Beschwerdeführerin fehlten gänzlich und es ist zu vermuten, dass die 

Angaben der Beschwerdeführerin für die Beurteilung unreflektiert übernommen worden 

sind. Angesichts der Einschätzungen des Gesundheitszustandes durch das 

tridisziplinäre Gutachten vermögen die Aussagen von Dr. J.___ nicht zu überzeugen.

2.8  Auch die Klinik L.___ hat sich zweimal nach einem stationären Aufenthalt zum 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin geäussert. Nach einem stationären 

Aufenthalt vom 4. Mai 2010 bis zum 2. Juli 2010 habe die depressive Symptomatik 

gemäss dem Austrittsbericht kontinuierlich verbessert werden können (IV-act. 46). Es 

wird jedoch nicht erläutert, mit welcher Diagnose die Beschwerdeführerin entlassen 

wurde. Zudem gibt der Bericht keine Auskunft zur Arbeitsunfähigkeit nach dem 

Aufenthalt, weshalb er für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht hilfreich ist. Nach 

dem stationären Aufenthalt vom 3. Mai 2011 bis zum 31. Mai 2011 wurde die 

depressive Störung nicht mehr wie im Juli 2010 als schwer, sondern als mittelschwer 

bezeichnet (IV-act. 75). Da jedoch auch bei dieser zweiten stationären Behandlung 

keine Arbeitsfähigkeitsschätzung erfolgte, ist die Aussagekraft im Gegensatz zum 

tridisziplinären Gutachten sehr gering. Jedenfalls sind die Berichte der Klinik L.___ nicht 

überzeugend.

2.9  Die behandelnden Ärzte diagnostizierten häufig nebst der depressiven Störung 

auch eine posttraumatische Belastungsstörung. Das tridisziplinäre Gutachten hat sich 

mit dieser Diagnose ebenfalls auseinandergesetzt und festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin auch auf Nachfrage hin nicht von "Flashbacks" im eigentlichen 

Sinne berichtet habe. Zudem werde die posttraumatische Belastungsstörung von den 

Vorbehandlern und Vorgutachtern nicht eindeutig belegt, sondern aufgrund der 

vorliegenden Symptomatik angenommen. Der psychiatrische Sachverständige 

berichtete, dass es weder möglich sei, diese Diagnose eindeutig zu stellen, noch sei sie 

mit Sicherheit auszuschliessen. Oftmals werde sie deshalb lediglich als 

Verdachtsdiagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Die 

geschilderten traumatischen Kriegserlebnisse führten dazu, dass die 

Beschwerdeführerin im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des 

Universitätsspitals Zürich fünf Sitzungen besuchen konnte (IV-act. 113). Es fällt auf, 

dass im Bericht im Rahmen des Erstgesprächs keine konkreten Angaben zu den 

Kriegserlebnissen aufgeführt wurden. Es wurde lediglich berichtet, dass die 

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Beschwerdeführerin sagte, sie habe "ein Kriegstrauma" und dass ihr Mann im Krieg 

ums Leben gekommen sei und sie habe mitansehen müssen, wie das Haus nieder 

gebrannt sei. Später sei sie mit ihren sieben und achtjährigen Kindern zuerst nach 

Q.___ und dann in die Schweiz geflüchtet. Im Bericht des Ambulatoriums wurden zwar 

die Diagnosen der posttraumatischen Belastungsstörung, der mittelgradig depressiven 

Episode und der chronischen Schmerzstörung aufgeführt, jedoch wurde offenbar auch 

hier unkritisch darauf abgestellt, was die Beschwerdeführerin geschildert hatte. 

Behauptete Symptome wie etwa Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit, 

Niedergeschlagenheit oder ein Wertlosigkeitsgefühl können bei einer ambulanten 

Untersuchung nicht verifiziert werden. Der Bericht vom 23. November 2011 ist deshalb 

in Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeitsschätzung wenig 

aussagekräftig.

2.10 Die behandelnden und begutachtenden Ärzte hielten fast ausnahmslos ein 

übertriebenes, oftmals nicht den Schmerzangaben adäquates Bild der 

Beschwerdeführerin fest, weshalb ihr oftmals ein aggravierendes Verhalten 

vorgeworfen wurde. Die Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Observation waren 

jedoch aufgrund der Tatsache, dass psychische Störungen nicht mit Observationen 

nachweisbar sind, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit weder für die 

Beschwerdegegnerin noch für das zu beurteilende Gericht ausschlaggebend (IV-act. 

72). Gemäss dem Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 23. November 2011 

erzählte die Beschwerdeführerin, dass sie nicht mehr viel aushalten könne und schnell 

aggressiv werde. Sie habe sich einmal vor Wut beim Gurken rüsten in den Finger 

geschnitten (IV-act. 90-12). Diese Aussage widerspricht der Aussage, dass sie nicht 

einmal mehr ein Glas halten könne. Aufgrund solcher Widersprüche ist es nicht nur 

schwierig, ein einheitliches Bild zum Zustand der Beschwerdeführerin zu erhalten, 

sondern es wirkt sich auch negativ auf die Glaubwürdigkeit aus. Einen Einfluss auf die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hat auch die Therapieresistenz der 

Beschwerdeführerin, denn wenn mit einer Therapie die Arbeitsfähigkeit gesteigert 

werden könnte und ihr somit die Verminderung der Arbeitsfähigkeit zumutbar wäre, 

müsste eine Therapieresistenz bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt 

werden. Dies würde bedeuten, dass ihr eine geringere Arbeitsunfähigkeit attestiert 

würde.

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2.11 Anhand der Berichte der behandelnden Ärzte ist es nicht möglich, ein einheitliches 

Bild über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu 

erhalten, da die Angaben zu wenig objektiv sind. Die Angaben der behandelnden Ärzte 

sind ausserdem tendenziell zu pessimistisch. Dies verwundert aber aufgrund der 

Tatsache, dass sie einem Behandlungsauftrag unterstehen, nicht. Erfahrungsgemäss 

sind behandelnde Ärzte weniger objektiv, da sie darauf bedacht sind, alles zu 

vermeiden, was die Gesundheit der Patienten möglicherweise gefährden oder 

beeinträchtigen könnte. Folglich können keine sachlichen Schlüsse gezogen werden 

und die Widersprüche der einzelnen Arztberichte bleiben ungelöst.

2.12 Das von der Swica in Auftrag gegebene Gutachten war ein neurologisches 

Gutachten in Kombination mit einem psychiatrischen Gutachten (Swica-act. 2 und 3). 

Das psychiatrische Gutachten überzeugt jedoch nicht, weil die relativ harmlosen 

Diagnosen des Psychiaters Dr. D.___ nicht mit der anschliessenden Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit zusammen zu führen sind. So sprach er lediglich von einer 

subdepressiven nicht auflockerbaren Stimmung, welche die affektive 

Schwingungsfähigkeit und die mimische Beweglichkeit leicht- bis mittelgradig einenge, 

von einem leicht reduzierten Antrieb und von einer leichten psychomotorischen 

Unruhe. Aufgrund dieser medizinischen Klassifikationen ist die Folgerung, die 

Arbeitsunfähigkeit betrage 100%, nicht verständlich. Zusätzlich wurde nicht ausgeführt, 

wie die Gutachter aufgrund der geschilderten Beschwerden zum Schluss kommen, 

dass die Beschwerdeführerin überhaupt nicht mehr arbeitsfähig ist. Es kann deshalb 

nicht nachvollzogen werden, wie die Arbeitsfähigkeitsschätzung zustande gekommen 

ist. Der Neurologe Dr. C.___ bestätigte im bidisziplinären Gutachten die Diagnose des 

depressiven Syndroms mit Verdacht auf Somatisierungsstörung, führte dies jedoch 

nicht näher aus. Im Rahmen des klinischen Untersuchungsbefunds äusserte er sich 

betreffend der Stimmung und dem Affekt bloss dahingehend, dass die Stimmung 

ängstlich depressiv wirke. In der Beurteilung berichtete er dann aber wiederum von 

einem erheblich depressiven Syndrom und verwies dazu auf das psychiatrische 

Gutachten. In diesem war jedoch nie die Rede von einem erheblich depressiven 

Syndrom, sondern Dr. D.___ beschrieb das psychiatrische Zustandsbild der 

Beschwerdeführerin unter anderem als subdepressive Stimmung und leichte 

psychomotorische Unruhe. Gesamthaft betrachtet überzeugt das bidisziplinäre 

Gutachten nicht, da die beiden Teilbereiche der Psychiatrie und der Neurologie 

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vollkommen separat abgehandelt wurden und keine Konsensprüfung stattfand. Die 

medizinischen Erkenntnisse der beiden Teilgutachten wurden nicht zusammengeführt, 

so dass eine Gesamtbeurteilung fehlte. Zudem wurden die gestellten Diagnosen und 

Ergebnisse nicht nachvollziehbar vorgetragen und es besteht der Eindruck, dass bloss 

widergegeben wurde, was die Beschwerdeführerin beklagt hatte. Der Beweiswert des 

tridisziplinären Gutachtens wird durch das Gutachten der Swica nicht beeinträchtigt.

2.13 Etwa ein Jahr, nachdem die Swica bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte, 

beauftragte sie am 28. September 2010 Dr. K.___ mit einer psychiatrischen 

Begutachtung der Beschwerdeführerin (IV-act. 50). Der Sachverständige 

diagnostizierte eine mittel-schweregradige depressive Episode im Rahmen einer 

rezidivierend depressiven Störung. Die posttraumatische Belastungsstörung und die 

somatoforme Schmerzstörung könnten als Ursache für die vorliegende 

Arbeitsunfähigkeit ausgeschlossen werden. Obwohl der Sachverständige keine 

weiteren Diagnosen aufführte, ist er trotzdem zum Schluss gekommen, dass aus 

psychiatrischer Sicht für jede Tätigkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung ist deshalb 

nicht nachvollziehbar. Zusätzlich zählte Dr. K.___ etliche nichtmedizinische Probleme 

auf, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen, so zum Beispiel geringe kulturelle 

Integration, Arbeitsplatzverlust oder geringer Ausbildungsstand. Solche Faktoren 

dürfen jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht mitberücksichtigt werden. 

Trotzdem überzeugt die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht, weil das Gutachten offen 

lässt, weshalb die Beschwerdeführerin ganztags nicht mehr arbeiten kann.

3. 

3.1  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass alleine das tridisziplinäre Gutachten 

insofern überzeugend ist, als dass es sich kritisch mit den Äusserungen der 

Beschwerdeführerin auseinandersetzt und auch die Angaben der behandelnden Ärzte 

und die Gutachten der Swica würdigte. Folglich überzeugen die Einschätzung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ab dem Begutachtungszeitpunkt vom 

8. November 2011 und die gestellten Diagnosen. Das Gutachten sagt jedoch nichts 

über den Beginn und den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit aus. Zudem fehlt bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70% die Begründung. Die Sache ist deshalb für die 

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genaue Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vor der Begutachtung, für die 

genaue Bestimmung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit und für die Begründung der 

noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 70% an die Beschwerdegegnerin zurück 

zuweisen. Die Ergebnisse des tridisziplinären Gutachtens, ausgenommen der soeben 

erwähnten fehlenden Punkte, sind dabei von einer erneuten Beurteilung auszunehmen. 

Die angefochtene Verfügung vom 3. Dezember 2013 ist deshalb in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur Vornahme weiterer 

Abklärungen und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 3. 

Dezember 2013 aufgehoben; die Sache wird zur Vornahme weiterer Abklärungen und 

zur neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2016
	Art. 28 Abs. 1 IVG: Anspruch auf eine Rente, Beurteilung eines tridisziplinären Gutachtens bei einer psychischen Diagnose, Einordnung einer posttraumatischen Belastungsstörung, Rückweisung aufgrund Nichtbeantwortung des Beginns und des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2016, IV 2014/46).

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