# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37fccead-ba62-57e2-b671-8f5670dfefcb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2011 D-5139/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5139-2011_2011-09-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­5139/2011

U r t e i l   v om   2 1 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;  
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

Parteien A._______, geboren (…), Ukraine,
alias B._______, geboren (…), Staat unbekannt, alias 
C._______, geboren (…), ohne Nationalität, alias 
D._______, geboren (…), Ukraine, alias E._______, geboren 
(…), Lettland, dessen Ehefrau F._______,
geboren (…), Staat unbekannt,
alias G._______, geboren (…),
Kasachstan, sowie deren Kinder H._______,
geboren (…), Staat unbekannt,
alias I._______, geboren (…),
Staat unbekannt, und J._______, geboren (…),
Staat unbekannt,
(…),  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 7. September 2011 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  26.  August  2002  unter  der  Identität 
C._______,  geboren  (…),  ohne  Nationalität,  in  der  Schweiz  ein  erstes 
Asylgesuch einreichte, 

dass  das  vormals  zuständige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF)  mit 
Verfügung  vom  20.  November  2002  darauf  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug 
anordnete,

dass  diese  Verfügung  am  30.  Dezember  2002  unangefochten  in 
Rechtskraft  erwuchs  und  der  Beschwerdeführer  am  5.  Februar  2003  in 
die Ukraine zurückgeführt wurde,

dass  er  am  12.  April  2011  mit  seiner  Ehefrau  und  den  gemeinsamen 
Kindern  erneut  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  unter  der 
Identität  D._______,  geboren  (…),  Ukraine,  ein  zweites  Asylgesuch 
einreichte,  während  seine  Ehefrau  mit  den  Kindern  erstmals  um  Asyl 
nachsuchte,

dass die Beschwerdeführenden anlässlich der Befragung zur Person vom 
6.  Mai  2011  ihre  Angaben  zur  Identität  korrigierten  und  festhielten,  bei 
ihnen handle es sich um B._______, geboren (…), Staat unbekannt, und 
F._______, geboren (…), Staat unbekannt,

dass  sie  seit  2002/2003  bis  zur  Einreise  in  die  Schweiz  in  der 
Tschechischen  Republik  gelebt  hätten,  wo  ihnen  als  Flüchtlinge  Asyl 
gewährt worden sei (vgl. Befragungsprotokolle vom 6. Mai 2011, B6 und 
B7, S. 2),

dass  sie  in  jenem  Land  jedoch  seitens  der  Spezialdienste  und  der 
Skinheads,  welche  auf  Anweisung  der  Spezialdienste  handeln  würden, 
Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen seien,

dass das BFM aufgrund des erwähnten Aufenthalts in der Tschechischen 
Republik  am  1.  Juni  2011  gestützt  auf  Art.  21  der  Verordnung  [EG]
Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 [Dublin­II­Verordnung] zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 

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zuständig  ist,  ein  Informationsbegehren  an  die  tschechischen Behörden 
stellte (vgl. Akte B11),

dass die  tschechischen Behörden mit Stellungnahmen vom 1. Juli 2011 
festhielten,  die  Beschwerdeführenden  hätten  am  23.  Juni  2003  in  der 
Tschechischen Republik ein Asylgesuch eingereicht, woraufhin ihnen am 
16. November 2005 Asyl gewährt worden sei (vgl. Akten B18 und B20),

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  sodann  mit  Schreiben  vom
4.  Juli  2011  mitteilte,  das  Dublin­Verfahren  sei  beendet  und  ihre 
Asylgesuche würden in der Schweiz geprüft,

dass  das BFM am 13.  Juli  2011  gestützt  auf  das Abkommen  zwischen 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Tschechischen 
Republik  über  die  Rückübernahme  von  Personen  mit  unbefugtem 
Aufenthalt  in  ihrem  Hoheitsgebiet  (abgeschlossen  am  17.  September 
2009;  in  Kraft  seit  dem  1.  Juni  2011)  die  tschechischen  Behörden  um 
Rückübernahme der Beschwerdeführenden ersuchte (vgl. Akte B22),

dass  die  tschechischen  Behörden  diesem  Ersuchen mit  Stellungnahme 
vom 15. Juli 2011 stattgaben (vgl. Akte B31),

dass  das  BFM  die  Beschwerdeführenden  am  8.  August  2011  zu  ihren 
Asylgründen  anhörte,  wobei  sie  im  Wesentlichen  geltend  machten,  sie 
seien  in der Tschechischen Republik aufgrund  ihrer  russischen Herkunft 
seit  2006  von  den  staatlichen  Spezialdiensten,  die  mit  Skinheads 
zusammenarbeiten würden, verfolgt und beobachtet worden,

dass  der  Beschwerdeführer  im  August  2010  auf  dem  Weg  zur 
kanadischen  Botschaft  von  Skinheads  geschlagen  und mit  brennenden 
Zigaretten verletzt worden sei,

dass  man  ihm  ausserdem  einmal  eine  Krone  in  einen  seiner  Zähne 
montiert habe, um ihn überall finden zu können,

dass  ebenso  versucht  worden  sei,  ihn  mittels  einer  Videomontage  als 
Homosexuellen darzustellen,

dass die Firma (…) ihnen mitgeteilt habe, sie erhalte öfters Anfragen über 
den Beschwerdeführer,

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dass  die  tschechischen  Behörden  sie  auch  aufgefordert  hätten,  einen 
gewissen Geldbetrag zur Begleichung einer Schuld zu bezahlen, obwohl 
sie keine Schulden gehabt hätten,

dass man ihnen zudem oftmals auf der Strasse gefolgt sei,

dass  der Beschwerdeführer  im Übrigen  eine  seiner Arbeitsstellen  durch 
falsche  Anschuldigungen,  die  ihm  gegenüber  gemacht  worden  seien, 
verloren habe,

dass auch der Sohn Übergriffen ausgesetzt gewesen sei,

dass  er  etwa  im  Mai  2010  auf  dem  Schulweg  von  Skinheads  verletzt 
worden sei,

dass  ihm  ein  anderes  Mal  zwei  Personen  den  Zugang  zum  Spielplatz 
verwehrt  und  ihn  auf  den  Kopf  geschlagen  hätten,  wobei  er  eine 
Gehirnerschütterung erlitten habe und drei Tage hospitalisiert worden sei,

dass  sie  als  Folge  dieser  Vorfälle  ihren  Sohn  nicht  mehr  zur  Schule 
geschickt hätten, woraufhin Sozialarbeiter gedroht hätten, ihnen das Kind 
wegzunehmen,

dass  sie  sodann  die  Tschechische  Republik  im  April  2011  verlassen 
hätten  und  mit  einem  Minibus  via  ihnen  unbekannte  Länder  in  die 
Schweiz gereist seien,

dass  die  Beschwerdeführenden  dem  BFM  zur  Untermauerung  ihrer 
Vorbringen diverse Beweismittel zu den Akten reichten,

dass  sie  anlässlich  der  Einreichung  ihrer  Asylgesuche  schriftlich 
aufgefordert wurden,  innert  48 Stunden  ein Reise­  oder  Identitätspapier 
einzureichen,

dass  sie  dieser  Aufforderung  bis  dato  keine  Folge  leisteten  und 
festhielten, die Spezialdienste respektive die Skinheads hätten ihnen die 
tschechischen Flüchtlingspässe im März/April 2011 weggenommen,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  7.  September  2011  –  eröffnet  am
10.  September  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  2  Bst.  a  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
der  Beschwerdeführenden  vom  12.  April  2011  nicht  eintrat  und  die 

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Wegweisung  aus  der  Schweiz  in  die  Tschechische Republik  sowie  den 
Wegweisungsvollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  insbesondere  anführte,  die 
Beschwerdeführenden  hätten  selbst  geltend  gemacht,  vor  der 
Einreichung ihrer Asylgesuche in der Tschechischen Republik gelebt und 
dort Asyl erhalten zu haben,

dass  die  tschechischen  Behörden  diese  Asylgewährung  mit 
Stellungnahmen vom 1. Juli 2011 bestätigt und sich zudem mit Mitteilung 
vom 15. Juli 2011 bereit erklärt hätten, die Beschwerdeführenden gestützt 
auf  das  tschechisch­schweizerische  Rückübernahmeabkommen  wieder 
aufzunehmen,

dass der Bundesrat  im Übrigen  in seiner Sitzung vom 25. Juni 2003 die 
Staaten  der  Europäischen  Union,  darunter  die  Tschechische  Republik, 
als  sichere  Drittstaaten  im  Sinne  von  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  b  AsylG 
bezeichnet habe, weshalb die  in Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG erwähnten 
Voraussetzungen für ein Nichteintreten unter Vorbehalt der unter Art. 34 
Abs. 3 AsylG genannten Ausnahmebestimmungen erfüllt seien,

dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge in der Schweiz 
keine  Verwandten  hätten,  aber  hier  einige  Leute  kennengelernt  hätten 
(vgl. B6 und B7, S. 4; Anhörungsprotokolle vom 8. August 2011, B29, F29 
und B30, F73),

dass  angesichts  dessen  vorliegend  zu  prüfen  sei,  ob  es  sich  bei  jenen 
Bekannten  um  Personen  handeln  könnte,  zu  denen  die 
Beschwerdeführenden  enge  Beziehungen  im  Sinne  von  Art.  34  Abs.  3 
Bst. a AsylG unterhielten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Grundsatzurteil  BVGE  2009/8 
festgehalten  habe,  ausserhalb  der  Kernfamilie,  so  auch  zwischen  den 
übrigen  nahen  Angehörigen,  bestehe  die  Vermutung  einer  engen 
Beziehung im Sinne von Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG nicht mehr,

dass in solchen Fällen besondere Umstände gegeben sein müssten, um 
von einer engen Beziehung auszugehen,

dass  dabei  beispielsweise  an  eine  besondere  Abhängigkeit  aufgrund 
einer  schweren  Krankheit  oder  an  nachgewiesene  regelmässige  und 
intensive Kontakte zu denken sei (vgl. a.a.O., E. 8.5),

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dass  hinsichtlich  der  Beschwerdeführenden  bereits  in  Anbetracht  des 
lediglich  kurzen  Aufenthalts  in  der  Schweiz  ausgeschlossen  werden 
müsse,  es  könnte  sich  bei  jenen  Bekannten  um  Personen  handeln,  zu 
welchen enge Beziehungen bestünden, weshalb der in Art. 34 Abs. 3 Bst. 
a AsylG genannte Eintretensgrund nicht gegeben sei,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Urteil D­1644/2009  vom 30.  Juli 
2009  ausgeführt  habe,  die  letzte  Asylgesetzrevision  sei  primär  vom 
Gedanken  der  Missbrauchsbekämpfung  geprägt  gewesen,  womit 
offensichtlich erscheine, dass nie die Absicht bestanden habe, auch jene 
Asylsuchenden von der Ausnahmeklausel von Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG 
profitieren  zu  lassen,  welche  den  asylrechtlichen  Schutz  gar  nicht 
benötigten, weil sie ihn bereits in einem Drittstaat erhalten hätten,

dass es nicht  im Sinne des Grundgedankens der humanitären Tradition 
der  Schweiz  sei,  Personen,  welche  bereits  in  einem  Drittstaat  als 
Flüchtlinge  anerkannt  worden  seien  und  dort  asylrechtlichen  Schutz 
geniessen  würden,  von  einer  Rückschiebung  in  diesen  Drittstaat 
auszunehmen,

dass das Gericht  in diesem Zusammenhang unter anderem auch darauf 
hinweise, das schweizerische Asylrecht biete grundsätzlich nicht Hand für 
eine  doppelspurige  Schutzgewährung,  sondern  lasse  das  Institut  des 
Zweitasyls  einzig  unter  der  Voraussetzung  eines  zweijährigen, 
ordnungsgemässen  und  ununterbrochenen  Aufenthaltes  in  der  Schweiz 
zu (vgl. a.a.O., E. 4.2),

dass es sich vorliegend angesichts dieser Ausführungen erübrige, auf die 
Frage,  ob  die  Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss 
Art. 3 AsylG erfüllten, einzugehen,

dass  es  zudem  keine Hinweise  darauf  gebe,  die Beschwerdeführenden 
erhielten in der Tschechischen Republik, einem Land, das der Bundesrat 
als  sicheren  Drittstaat  im  Sinne  von  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  b  AsylG 
bezeichnet  habe,  und  in welchem  sie  als  Flüchtlinge  anerkannt worden 
seien, keinen effektiven Schutz vor Rückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 
AsylG  oder  Art.  33  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30),

dass  demzufolge  die  Voraussetzungen  für  eine  Anwendung  der 
Ausnahmebestimmung  von  Art.  34  Abs.  3  AsylG  in  casu  nicht  erfüllt 
seien, weshalb auf die Asylgesuche nicht einzutreten sei,

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dass  das  BFM  schliesslich  den  Wegweisungsvollzug  als  durchführbar 
erachtete  und  diesbezüglich  im  Wesentlichen  ausführte,  aufgrund  des 
Umstands,  wonach  der  Bundesrat  die  Tschechische  Republik  als 
verfolgungssicheren Drittstaat  bezeichnet  habe,  bestehe  die  gesetzliche 
Regelvermutung,  dass  eine  asylrelevante  staatliche  Verfolgung  zu 
verneinen und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet sei,

dass  vorliegend  jedoch  keine  Hinweise  bestünden,  welche  diese 
Regelvermutung umstossen könnten,

dass  der  Beschwerdeführer,  als  er  zu  den  Gründen  der  geltend 
gemachten Verfolgung befragt worden sei, erklärt habe, die Tschechische 
Republik  erachte  sich  als  Transitland,  und Menschen,  die  dort Wurzeln 
schlügen, würden deshalb verfolgt (vgl. B29, F13),

dass  diese  Erklärung  in  Anbetracht  des  ihm  und  seiner  Familie  dort 
gewährten politischen Asyls nicht zu überzeugen vermöge,

dass  die  Beschwerdeführerin  ihrerseits  auf  die  Frage,  woher  sie wisse, 
dass  die  staatlichen  Spezialdienste  sie  verfolgen  würden,  festgehalten 
habe, es sei nicht nur ihre Vermutung, sondern auch ihr Gefühl (vgl. B30, 
F12),

dass  eine  solche  rein  subjektive  Wahrnehmung  jedoch  die  geltend 
gemachte Verfolgung ebenso wenig zu belegen vermöge,

dass  sich  auch  den  eingereichten  Beweismitteln  (vgl.  Akte  B32)  keine 
Hinweise auf eine staatliche Verfolgung entnehmen  liessen, weshalb es 
den  Beschwerdeführenden  insgesamt  nicht  gelungen  sei,  die 
diesbezüglichen Vorbringen in einem genügenden Masse zu begründen,

dass  zwar  nicht  ausgeschlossen  werden  könne,  es  könne  in  der 
Tschechischen Republik – wie auch  in anderen europäischen Staaten – 
durch  Personen  mit  einer  militant­rassistischen  Grundeinstellung  zu 
Übergriffen gegen Angehörige von ethnischen Minderheiten kommen,

dass  jedoch  in  diesem  Zusammenhang  davon  auszugehen  sei,  die 
Behörden  der  Tschechischen  Republik,  einem  Mitgliedstaat  der 
Europäischen  Union  und  Rechtsstaat,  würden  ihrer  Schutzpflicht 
nachkommen und solche Übergriffe ahnden,

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dass keine Hinweise darauf bestünden, den Beschwerdeführenden drohe 
im  Falle  einer  Rückkehr  in  die  Tschechische  Republik  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,
SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung,

dass  zudem  gewisse  Zweifel  an  der  allgemeinen  Glaubhaftigkeit  der 
Beschwerdeführenden  bestünden,  da  sie  im Verlauf  ihrer  Asylverfahren 
unterschiedliche Identitäten angegeben hätten,

dass weder  die  in  der  Tschechischen Republik  herrschende  allgemeine 
politische, wirtschaftliche und soziale Situation noch  individuelle Gründe 
gegen die Zumutbarkeit der Rückkehr dorthin sprächen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  ausserdem  technisch  möglich  und 
praktisch  durchführbar  sei,  da  eine  entsprechende  Zustimmung  der 
tschechischen Behörden vorliege,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  15.  September  2011 
gegen  die  Verfügung  vom  7.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  beantragten,  die 
Verfügung des BFM sei aufzuheben, das Bundesamt sei anzuweisen, auf 
ihr Asylgesuch einzutreten und es materiell zu behandeln, eventualiter sei 
die  Sache  zur  Neubeurteilung  und  zur  hinreichenden 
Sachverhaltsabklärung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen, 
subeventualiter  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  den  Vollzug  der 
Wegweisung  auszusetzen  und  ihnen  eine  vorläufige  Aufnahme  zu 
erteilen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses ersucht wurde,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  19.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 

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Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 
1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  sicheren  Drittstaat  nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  b 
zurückkehren können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben (Art. 
34 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  keine  Anwendung  findet,  wenn  Personen,  zu 
denen  die  asylsuchende  Person  enge  Beziehungen  hat,  oder  nahe 
Angehörige  in  der  Schweiz  leben,  oder  die  asylsuchende  Person 
offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  AsylG  erfüllt,  oder 
Hinweise  darauf  bestehen,  dass  im Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor 
Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 3 Bst. a­c 
AsylG),

dass die Beschwerdeführenden in der Rechtsmitteleingabe insbesondere 
geltend machten,  entgegen  der Ansicht  des BFM bestünden  vorliegend 
klare  Hinweise  darauf,  dass  in  der  Tschechischen Republik  der  Schutz 
vor nichtstaatlicher Verfolgung nicht gewährleistet sei,

dass sie mehrmals versucht hätten, die Polizei einzuschalten, diese ihnen 
jedoch nicht glaube und der Sache auch nicht nachgehen wolle; niemand 
helfe ihnen,

dass die ganze Familie grosse Angst habe, wieder  in die Tschechische 
Republik  zurückkehren  zu  müssen;  sie  könnten  dort  kein 
menschenwürdiges Leben führen,

dass auch das Kindeswohl bei einer Rückführung gefährdet sei,

dass  das  BFM  in  ausführlicher  Art  und  Weise  darlegte,  weshalb 
vorliegend  die  Voraussetzungen  für  ein  Nichteintreten  gemäss  Art.  34 
Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt sind,

dass daher  zur Vermeidung  von Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die 
zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden kann,

dass  die  in  der  Beschwerde  geltend  gemachten  Vorbringen  an  dieser 
Einschätzung  nichts  zu  ändern  vermögen,  weshalb  es  sich  erübrigt, 
darauf näher einzugehen,

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dass auch die seitens des BFM getätigte Sachverhaltsabklärung nicht zu 
beanstanden  ist,  weshalb  der  Eventualantrag  auf  Rückweisung  der 
Sache  zwecks  Neubeurteilung  und  hinreichender  Abklärung  des 
Sachverhalts abgewiesen wird,

dass  das  BFM  angesichts  der  gesamten  Umstände  in  Anwendung  von 
Art. 34  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der 
gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das 
heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Auflage, 
Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 

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Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da es keine Hinweise darauf gibt, dass die Beschwerdeführenden in der 
Tschechischen  Republik  keinen  effektiven  Schutz  vor  Rückschiebung 
gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG oder Art. 33 FK erhalten,

dass  darüber  hinaus  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder 
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 
Art. 3  EMRK  ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden  in  der 
Tschechischen Republik droht,

dass  eine  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  auch  unter  dem 
Gesichtspunkt  des  Kindeswohls  nicht  zu  beanstanden  ist,  da  die 
Tschechische  Republik  zu  den  Vertragsstaaten  der 
Kinderrechtskonvention
(SR 0.107) gehört,

dass daher davon ausgegangen werden kann, dieser Staat halte sich an 
die daraus resultierenden Verpflichtungen,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  der  tschechischen  Republik  noch 
individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer 
Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
vorliegend in Übereinstimmung mit dem BFM zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  die  tschechische  Republik  den 
Beschwerdeführenden  schliesslich  möglich  ist,  da  keine 
Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

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dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  demnach  zu 
bestätigen  ist  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser 
Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG),

dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  angesichts  des  Umstands,  wonach  sich  die  Rechtsbegehren  als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
unbesehen  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden 
abzuweisen ist,

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

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