# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd949881-751d-52d3-9185-2f0933f4491b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2001-02-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 07.02.2001 AGVE_2001_48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2001-48_2001-02-07.pdf

## Full Text

2001 Kantonales Steuerrecht 203 

gebracht wird. Das Verbot widersprüchlichen Verhaltens lässt es 
insbesondere nicht zu, dass Vermögensstücke, die zuvor als Privat-
vermögen gekennzeichnet waren, bei drohender Werteinbusse vor-
sorglich in das Geschäftsvermögen überführt werden (Rechen-
schaftsbericht des Verwaltungsgerichts Zürich 1982, S. 82 f.); noch 
viel weniger geht es an, solche Vermögensstücke nach bereits einge-
tretenem Verlust rückwirkend ins Geschäftsvermögen überzuführen. 

bbb) Der Beschwerdeführer hat die Neuzuordnung der Beteili-
gungen zum Geschäftvermögen erstmals mit der Eröffnungsbilanz 
per 1.1.1991 dokumentiert. Diese wurde jedoch erst im März 1993 
erstellt. Wenige Monate zuvor, am 21. Oktober 1992, hatte der Be-
schwerdeführer in der Steuererklärung 1991/92 die Beteiligungen 
noch als Privatvermögen deklariert. Buchhalterisch wurden die Be-
teiligungen in den Geschäftsjahren 1991 und 1992 vollständig abge-
schrieben (vorne Erw. 2/b). Die Zuweisung zum Geschäftsvermögen 
erfolgte also, nachdem die Kapitalverluste bereits vollständig einge-
treten waren. Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist zu verlangen, 
dass buchführende Steuerpflichtige Privateinlagen nicht nur buch-
halterisch erkennbar zum Ausdruck bringen, sondern die entspre-
chenden Tatbestände auch zeitnah und chronologisch erfassen. Der 
nachträgliche buchhalterische Vollzug stellt eine unzulässige, rück-
wirkende Überführung von Privat- ins Geschäftsvermögen dar und 
kommt, da die Beteiligungen an der B. AG und der D. AG bei der 
Erstellung der Abschlüsse bereits wertlos waren, einer Steuerumge-
hung nahe.  

ff) Unter den gegebenen Umständen kommt dem Verhalten des 
Beschwerdeführers bei der buchhalterischen Behandlung und seinen 
Erklärungen gegenüber den Steuerbehörden entscheidende Bedeu-
tung zu. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Aktienbeteiligung im 
hier wesentlichen Zeitraum als Privatvermögen qualifiziert und die 
geltend gemachten Abschreibungen nicht zum Abzug zugelassen. 

48 Geschäftsmässige Begründung von (Verlusten aus) Bürgschaften und 
Solidarschulden?  
- Minderheitsbeteiligung des selbstständigerwerbenden Steuerpflich-

tigen an einer AG, die seiner Geschäftstätigkeit (Liegenschaften-

204 Verwaltungsgericht 2001 

handel) nicht zu dienen vermag. Seine Verpflichtungen zugunsten 
dieser AG sind nicht geschäftsmässig begründet. 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 7. Februar 2001 in 
Sachen Erben P.M. gegen Entscheid des Steuerrekursgerichts. Publiziert in 
StE 2001, B 23.2 Nr. 24. 

49 Veranlagung nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand (§ 144 
Abs. 2 StG). 
- Mittelflussrechnung, wenn eine Buchhaltung geführt wird (Erw. 3/a, 

b/aa). 
- In der Regel ist davon auszugehen, dass der Lebensaufwand jeden-

falls den betreibungsrechtlichen Notbedarf erreicht (Erw. 3/b/bb). 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 27. März 2001 in 
Sachen U.S. gegen Entscheid des Steuerrekursgerichts.  

Aus den Erwägungen 

3. a) Bei selbstständigerwerbenden Steuerpflichtigen, die eine 
Buchhaltung führen, ist es zweckmässig, zur Vermögensentwick-
lungs-/Lebensaufwandrechnung eine Mittelflussrechnung zu erstel-
len. Massgeblich sind dabei nur die tatsächlichen Einnahmen und 
Ausgaben. Aus der Mittelflussrechnung ergibt sich, welche Mittel 
dem Steuerpflichtigen für den Lebensaufwand effektiv zur Verfü-
gung stehen. 

b) aa) Mittelflussrechnung aufgrund der Buchhaltung und der 
Steuererklärung: