# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df9022b1-4b9f-548b-99ab-ff4e35e8a3ed
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.06.2014 D-3218/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3218-2014_2014-06-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3218/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J u n i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Thomas Wespi, 

mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;   

Gerichtsschreiberin Christa Grünig. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

alias B._______, geboren (…), 

sowie ihre Kinder 

C._______, geboren (…),  

alias D._______, geboren (…), 

und  

E._______, geboren (…), 

alias F._______, geboren (…), 

Afghanistan,   

alle vertreten durch lic. iur. Anita Hug, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 28. Mai 2014 / N (…). 

D-3218/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 10. März 2014 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchten, 

dass die Beschwerdeführerin A._______ anlässlich der Befragung zur 

Person (BzP) im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) G._______ 

vom (…) geltend machte, B._______, geboren (…), zu heissen und ihr 

Heimatland zusammen mit ihren Kindern mutmasslich am (…) verlassen 

zu haben, wobei sie über H._______ in die I._______ und weiter nach 

K._______ gelangt seien, von wo aus sie weiter bis in die Schweiz wei-

tergereist seien, 

dass sie nie einen Aufenthaltstitel oder ein Visum auf einer ausländischen 

Vertretung beantragt hätten und auf ihrer Reise in die Schweiz nicht mit 

Behörden in Kontakt gekommen seien, 

dass das BFM aufgrund eines Fingerabdruckvergleichs feststellte, dass 

den Beschwerdeführenden von der Botschaft von Frankreich in Afghanis-

tan am (…) Schengen-Visa ausgestellt worden waren, welche bis am (…) 

gültig gewesen seien, und sie zusätzlich im Besitz von bis (…) bzw. (…) 

gültigen heimatlichen Pässen seien, welche auf andere Identitäten laute-

ten (A._______, geboren (…), C._______, geboren (…), E._______, ge-

boren (…)), 

dass das BFM im Anschluss an die BzP der Beschwerdeführerin das 

rechtliche Gehör zur Verletzung ihrer Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht in 

Bezug auf ihre Identität und zum erhaltenen Visum im Ausland sowie zur 

mutmasslichen Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens gewährte, 

dass C._______ am (…) befragt und ihm das rechtliche Gehör zur mögli-

chen Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des Asyl- und Weg-

weisungsverfahrens gewährt wurde, 

dass das BFM mit Verfügung vom 28. Mai 2014 – eröffnet am 4. Juni 

2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

die Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Frankreich anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die 

Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

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dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die 

Beschwerdeführenden verfügte, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 11. Juni 2014 gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben 

liessen und dabei beantragten, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, 

auf das Asylgesuch sei einzutreten und es sei von einer Wegweisung aus 

der Schweiz abzusehen, 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung ersucht wurde, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 13. Juni 2014 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-

stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 

2012/4 E. 2.2 m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Krite-

rien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ein-

zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die 

einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im 

Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in 

den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

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gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO),  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen ge-

stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach 

den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zu-

ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass, wenn ein Antragssteller ein oder mehrere Visa besitzt, die seit we-

niger als sechs Monaten abgelaufen sind, aufgrund deren er in das Ho-

heitsgebiet eines Mitgliedstaats einreisen konnte, die Absätze 2 und 3 

gelten, wonach grundsätzlich der Mitgliedstaat für die Prüfung des An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist, der das Visum ausgestellt 

bzw. erteilt hat, solange der Antragssteller das Hoheitsgebiet der Mit-

gliedstaaten nicht verlassen hat (Art. 12 Abs. 4 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass sich die Beschwerdeführenden gemäss ihren Aussagen vor ihrer 

Einreise in die Schweiz in Frankreich aufhielten und dort bei ihrem Bruder 

bzw. Onkel wohnten (vgl. act. A7/3 S. 1 f., act. A10/10 S. 6), 

dass ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-Vis) 

ergab, dass Frankreich den Beschwerdeführenden vom (…) bis (…) gül-

tige Visa ausstellte, 

dass gestützt auf diese Sachlage das BFM zu Recht die französischen 

Behörden am (…) unter Anrufung von Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO um 

Rückübernahme der Beschwerdeführenden ersuchte (vgl. act. A16/6, act. 

A14/6), 

dass die französischen Behörden das Übernahmeersuchen gestützt auf 

Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO am (…) guthiessen (vgl. act. A21/1; act. 

A20/1; act. A18/1), 

dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 

(…) zur Zuständigkeit Frankreichs im Wesentlichen geltend machte, in die 

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Schweiz gekommen zu sein, da sie dieses Land als sicher ansehe, das 

Leben in Frankreich "nicht so gut" bzw. die Lebenssituation in Frankreich 

"sehr schlimm" sei und sie dort niemanden habe, 

dass der Beschwerdeführer C._______ im Rahmen des rechtlichen Ge-

hörs vom (…) zur Zuständigkeit Frankreichs im Wesentlichen einwandte, 

in der Schweiz bleiben und zur Schule gehen zu wollen, 

dass die Beschwerdeführenden zudem auf Beschwerdeebene durch ihre 

Rechtsvertretung auf pauschale Weise ausführen liessen, es bestehe das 

Risiko, dass Frankreich sie umgehend nach Afghanistan zurückführen 

würde,  

dass zusätzlich im Wesentlichen vorgebracht wurde, dass Frankreich sich 

nicht "in gleicher Art und Weise" um Asylsuchende kümmere und die Be-

schwerdeführenden (Mutter mit ihren beiden minderjährigen Kindern) so-

zial und gesundheitlich gefährdet seien, da sie in Frankreich weder über 

eine adäquate Wohnsituation verfügten noch angemessen medizinisch 

betreut würden, 

dass sie somit implizit die Anwendung der Ermessensklausel von Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO fordern, was zum Selbsteintritt der Schweiz und zur 

Beurteilung des Antrags auf internationalen Schutz durch dieses Land 

führen würde, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Frankreich würden 

systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-

lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Frankreich Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 

0.101), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzproto-

kolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbe-

züglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

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Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des 

internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von 

Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtli-

nie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

und 17 Abs. 1 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,  

dass die Beschwerdeführenden die Möglichkeit haben, nach einer Über-

stellung in Frankreich ein Asylgesuch zu stellen und damit in die asyl-

rechtlichen Strukturen aufgenommen zu werden, 

dass sie kein konkretes und ernsthaftes Risiko dartaten, die französi-

schen Behörden würden sich weigern, sie aufzunehmen und ihren Antrag 

auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrens-

richtlinie zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Frankreich werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr 

Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-

fährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden,  

dass die Beschwerdeführenden keine konkreten Hinweise – insbesonde-

re auch unter Berücksichtigung des Kindeswohls – für die Annahme dar-

getan haben, Frankreich würde ihnen dauerhaft die ihnen gemäss Auf-

nahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthal-

ten,  

dass sie sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nöti-

genfalls an die französischen Behörden wenden und die ihnen zustehen-

den Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnten (vgl. 

Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass die Beschwerdeführenden ferner erst auf Beschwerdeebene vor-

brachten, auf "Hilfe angewiesen zu sein", und eine solche nur durch ihre 

Verwandten in der Schweiz, nicht jedoch in Frankreich finden zu können, 

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dass es sich bei "ihren Verwandten" in der Schweiz gemäss Aussagen 

der Beschwerdeführerin um ihren Halbbruder handelt (vgl. act. A5/14 

S. 6), 

dass sie damit implizit die Anwendung von Art. 9 Dublin-III-VO anrufen, 

dass es sich bei der Anwendung von Art. 9 Dublin-III-VO um einen Fami-

lienangehörigen im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO handeln muss 

(vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin III-Verordnung, 

Wien/Graz 2014, S. 126), 

dass es sich bei einem Halbbruder bzw. Onkel (aus Sicht der Kinder der 

Beschwerdeführerin) jedoch nicht um einen Familienangehörigen im Sin-

ne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO handelt und daher dieses Vorbringen 

nichts an der Zuständigkeit Frankreichs ändert, 

dass hinsichtlich des nicht weiter begründeten Vorbringens, nur die in der 

Schweiz anwesenden "Verwandten" könnten den Beschwerdeführenden 

helfen, anzufügen bleibt, dass die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer 

BzP vom (…) ausführte, nicht zu wissen, wo sich ihr Halbbruder in der 

Schweiz aufhalte, und diesen in der Schweiz suche, damit er ihr helfen 

könne, ihre beiden weiteren Kinder (L._______ und M._______), welche 

angeblich in der I._______ beim Besteigen eines Bootes von ihr getrennt 

worden seien, zu suchen,  

dass sie sich hingegen bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 

(…) dahingehend äusserte, dass sie bei ihrem in Frankreich lebenden 

Bruder gewohnt habe, welcher ihr seine Hilfe zugesichert habe, und sich 

ihre beiden Kinder L._______ und M._______ in N._______ beim Freund 

ihres Mannes befänden,  

dass der Beschwerdeführer C._______ an seiner BzP vom (…) bezüglich 

der Frage nach Verwandten bzw. Bezugspersonen im Ausland ausführte, 

lediglich über einen Onkel in Frankreich zu verfügen und seine beiden 

weiteren Geschwister, L._______ und M._______, befänden sich bei ei-

nem engen Freund des Vaters in N._______, 

dass vorliegend nicht ersichtlich ist, weshalb die Beschwerdeführenden 

lediglich Hilfe von "ihren Verwandten" in der Schweiz annehmen können, 

eine solche von dem Bruder bzw. Onkel in Frankreich, bei welchem sie 

bereits gewohnt haben sollen, hingegen nicht, und jegliche weitere dies-

bezügliche Ausführungen dazu unterblieben, 

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dass es der Beschwerdeführerin zuzumuten ist, mit ihrem Halbbruder von 

Frankreich aus Kontakt aufzunehmen, sollte nur dieser ihr helfen können, 

dass die Beschwerdeführerin an der BzP vom (…) weiter zu Protokoll 

gab, an (…) Problemen zu leiden, aufgrund welcher sie sich in Afghanis-

tan unter Medikamentenabgabe habe behandeln lassen, und in der 

Schweiz (…)-tabletten bekomme, 

dass der Beschwerdeführer C._______ an der BzP vom (…) geltend 

machte, gesund zu sein, 

dass auf Beschwerdeebene ausgeführt wird, eine Überstellung nach 

Frankreich sei aus gesundheitlichen Gründen nicht vertretbar, 

dass damit implizit geltend gemacht wird, die Rückführung nach Frank-

reich setze die Beschwerdeführenden einer Gefahr für ihre Gesundheit 

aus und verletze damit Art. 3 EMRK,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, 

wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder termina-

len Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. BVGE 

2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte [EGMR]),  

dass dies im vorliegenden Fall für die Situation der Beschwerdeführenden 

nicht zutrifft, 

dass es im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Frankreich über eine aus-

reichende medizinische Infrastruktur verfügt, 

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche 

medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich gegebenenfalls einer 

geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 

Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),  

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen – sollte dies 

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vorliegend notwendig sein – bei der Bestimmung der konkreten Modalitä-

ten der Überstellung der Beschwerdeführenden Rechnung tragen und die 

französischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifi-

schen medizinischen Umstände informieren werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-

III-VO),  

dass es nach den Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Er-

messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle fest-

zuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht 

einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. 

auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht einge-

treten ist und – weil die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gülti-

gen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung sind – in Anwendung 

von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Frankreich angeordnet hat 

(Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 

142.311]),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2010/45 E. 10),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen 

ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

als gegenstandslos erweist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  600.–

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu-

gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Wespi Christa Grünig 

 

 

Versand: