# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70e7f1b6-fb24-5567-96cc-e925876055f3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 27.01.2022 WBE.2021.97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2021-97_2022-01-27.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2021.97 / ME 
  

Art. 10 

 

Urteil vom 27. Januar 2022 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz 

Verwaltungsrichterin Tschudin 

Verwaltungsrichter Brandner 

Gerichtsschreiber Meier 

Rechtspraktikantin Wetter 

 

 
   

Beschwerde-

führer 

 A._____,  

vertreten durch lic. iur. Thomas Räber, Rechtsanwalt, 

Winkelriedstrasse 35, 6002 Luzern    

        

gegen 

 
   

  Departement Gesundheit und Soziales, Generalsekretariat, 

Bachstrasse 15, 5001 Aarau    

     

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Tierschutz (Auflagen in der 

Hundehaltung) 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales  

vom 23. Februar 2021 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A. ist Halter der Malinois-Hündin "Mali" (Wurftag: 14. April 2018, Mikrochip-

Nr. aaa). 

 

Anlässlich eines Vorfalls vom 3. Juli 2020 soll der von A. mitgeführte Hund 

"Paulus" auf der Gartenterrasse eines Restaurants einen anderen Hund 

angegriffen haben. A. soll darauf in alkoholisiertem Zustand Gäste 

beschimpft und den Hund auf Personen gehetzt haben. Der Vorfall wurde 

der Regionalpolizei Q. gemeldet, welche ausrückte und in der Folge den 

Veterinärdienst des kantonalen Amts für Verbraucherschutz (nachfolgend: 

Veterinärdienst) beizog. 

 

2. 

Der Veterinärdienst führte am 4. Juli 2020 in der Wohnung von A. eine 

Kontrolle durch. Die in der Wohnung angetroffenen Umstände veranlassten 

den Veterinärdienst, umgehend Sofortmassnahmen zu verfügen, 

namentlich: vorsorgliche Beschlagnahme der Malinois-Hündin "Mali" unter 

Entzug des Eigentums, ein Obhuts- und Halteverbot von Hunden sowie 

eine Kaution von Fr. 2'000.00 zur Sicherung von Forderungen aus der 

Unterbringung und Pflege der Hündin "Mali". Einer allfälligen Beschwerde 

gegen diese Massnahmen wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. 

Gleichzeitig gewährte der Veterinärdienst A. das rechtliche Gehör. 

 

3. 

Mit Schreiben vom 11. Juli 2020 nahm A. zu den Vorwürfen des 

Veterinärdiensts Stellung. Am 16. Juli 2020 reichte die Hundetrainerin C. 

Stellungnahmen zuhanden des Veterinärdienstes ein. 

 

B. 

Mit Verfügung vom 27. Juli 2020 ordnete der Veterinärdienst Folgendes an: 

 

1. Die Hündin "Mali" ("Aria"), Malinois, Wurftag: 14. April 2018, Mikrochip-
Nummer: aaa wird ab sofort auf Kosten des Hundehalters A. unter Entzug 
des Eigentums definitiv beschlagnahmt und an einem geeigneten Platz 
untergebracht. 
 
2. Ab sofort auf unbestimmte Zeit ist es A. verboten, Hunde zu halten 
sowie Hunde von Drittpersonen in seinem Haushalt oder an einem 
anderen Ort in Obhut zu nehmen. 
 
3. Sollten von A. weiterhin Hunde gehalten oder in Obhut genommen 
werden, wird der Veterinärdienst diese auf Kosten des Hundehalters A. 
beschlagnahmen und an einem geeigneten Ort unterbringen. 
 

 - 3 - 

 

 

 

4. Das Verbot, Hunde zu halten sowie Hunde in Obhut zu nehmen, 
kann auf Antrag frühestens nach Ablauf von fünf Jahren aufgehoben wer-
den. Der Antrag auf Aufhebung des Verbots ist schriftlich beim Veterinär-
dienst einzureichen. Er muss eine ausführliche Begründung enthalten und 
ausführlich darlegen, weshalb das Verbot aufgehoben werden soll. 
 
5. Es wird festgestellt, dass die zu leistende Kaution gemäss vorsorglicher 
Verfügung des Veterinärdienstes vom 4. Juli 2020 in Höhe von 2'000.00 
SFr. beim Veterinärdienst eingegangen ist. 
 
6. Die Kosten, die dem Veterinärdienst durch die Beschlagnahme des 
Hundes entstehen, werden dem Hundehalter A. ab 4. Juli 2020 nach 
Abschluss des Verfahrens in Rechnung gestellt. Die geleistete Kaution in 
Höhe von 2'000.00 SFr. wird dabei berücksichtigt. 
 
7. Die Kosten für die Kontrolle und den administrativen Aufwand des 
Veterinärdienstes werden dem Hundehalter mit CHF 350.- in Rechnung 
gestellt. 
 
8. Die aufschiebende Wirkung wird einer allfälligen Beschwerde für die 
Punkte 1 bis 3 entzogen. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung recht-
fertigt sich aufgrund der gefährlichen Situationen, die durch das Verhalten 
des Hundes entstehen können. 
 
9. Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen gegen diese Ver-
fügung werden gestützt auf Art. 28 Abs. 3 des eidgenössischen Tier-
schutzgesetzes (TSchG, SR 455) sowie Art. 292 des eidgenössischen 
Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) mit Busse bestraft. Art. 28 Abs. 3 
TSchG lautet wie folgt: "Mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahr-
lässig gegen eine Ausführungsvorschrift, deren Missachtung für strafbar 
erklärt worden ist, oder eine unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses 
Artikels an ihn gerichtete Verfügung verstösst". Art. 292 StGB lautet wie 
folgt: «Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen 
Beamten unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels an ihn er-
lassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft». 
 
10. Zustellung erfolgt an: A., C, R. (Einschreiben mit Rückschein) 

 

C. 

1. 

Gegen diese Verfügung des Veterinärdienstes erhob A. mit Eingabe vom 

27. August 2020 Beschwerde beim Departement Gesundheit und Soziales 

(DGS). In der Hauptsache beantragte er die Aufhebung der Verfügung des 

Veterinärdienstes vom 27. Juli 2020. Weiter verlangte er die unverzügliche 

Herausgabe der Hündin, die unverzügliche Wiederherstellung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sowie die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege und der unentgeltlichen Rechtsvertretung. 

 

2. 

Mit Zwischenentscheid vom 15. Oktober 2020 wies das DGS die Verfah-

rensanträge von A. betreffend Anordnung vorsorglicher Massnahmen und 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab. Dieser Entscheid blieb 

 - 4 - 

 

 

 

im nachfolgenden Rechtsmittelverfahren bestehen (vgl. Entscheid des 

Verwaltungsgerichts WBE.2020.397 vom 8. Januar 2021). 

 

D. 

Mit Entscheid vom 23. Februar 2021 hiess das DGS die Beschwerde von 

A. teilweise gut und änderte Ziffer 4 der Verfügung des Veterinärdienstes 

vom 27. Juli 2020 in dem Sinne ab, dass das Verbot, Hunde zu halten und 

in Obhut zu nehmen, auf Antrag bereits nach Ablauf von drei Jahren 

aufgehoben werden kann. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, 

soweit darauf eingetreten wurde. Die A. auferlegten Verfahrenskosten von 

Fr. 2'200.00 wurden zufolge unentgeltlicher Rechtspflege auf die 

Staatskasse genommen. Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter von A. 

wurden Parteikosten in der Höhe von Fr. 2'000.00 unter Vorbehalt späterer 

Nachforderung ersetzt. 

 

E. 

1. 

Gegen den Entscheid des DGS erhob A. mit Eingabe vom 25. März 2021 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

1. Der Entscheid des Departements für Gesundheit und Soziales des Kan-
tons Aargau vom 23. Februar 2021 sowie die Verfügung des Kantonalen 
Veterinärdienstes Aargau vom 27. Juli 2020 und die am 4. Juli 2020 vor-
sorglich angeordneten Massnahmen des Kantonalen Veterinärdienstes 
Aargau seien aufzuheben. 
 
2. Die Hündin "Mali" ("Aria"), Malinois, Wurftag: 14. April 2018, Mikrochip-
Nummer: aaa sei dem Beschwerdeführer unverzüglich herauszugeben. 
 
3. Das gegenüber dem Beschwerdeführer ausgesprochene Verbot, Hunde 
zu halten sowie Hunde von Drittpersonen in seinem Haushalt oder an 
einem anderen Ort in Obhut zu nehmen, sei aufzuheben. 
 
4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen und es sei ihm 
der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand bei-
zugeben. 
 
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen über sämtliche Instanzen zu-
lasten des Beschwerdegegners, eventualiter zulasten des Staates. 

 

2. 

In der Beschwerdeantwort vom 19. April 2021 beantragte das DGS die 

kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. 

 

3. 

Mit Zwischenentscheid vom 27. April 2021 wies der instruierende Verwal-

tungsrichter den Antrag um vorsorgliche Massnahmen bzw. um Wiederher-

stellung der aufschiebenden Wirkung ab. Dieser Entscheid wurde nicht an-

gefochten. 

 - 5 - 

 

 

 

 

4. 

Mit Eingabe vom 20. Mai 2021 replizierte der Beschwerdeführer. 

 

5. 

Das DGS verzichtete am 27. Mai 2021 auf eine Duplik. 

 

F. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 27. Januar 2022 beraten und ent-

schieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das DGS ist zuständig für Beschwerden gegen Entscheide des Veterinär-

dienstes im Bereich der Hunde- und Tierschutzgesetzgebung (vgl. § 50 

Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 

2007 [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200] i.V.m. § 12 

Abs. 1 lit. b und e der Verordnung über die Delegation von Kompetenzen 

des Regierungsrats vom 10. April 2013 [Delegationsverordnung, DelV; 

SAR 153.113]). Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbe-

hörden ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zulässig (§ 54 Abs. 1 

VRPG). Somit ist das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig. 

 

2. 

Nach § 42 lit. a VRPG ist zur Beschwerde befugt, wer ein schutzwürdiges 

eigenes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheids hat. 

 

Der Beschwerdeführer ist als Halter der beschlagnahmten Hündin "Mali" 

und als Adressat des unbefristeten Obhuts- und Halteverbots von Hunden 

vom angefochtenen Entscheid des DGS besonders berührt und hat daher 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Somit ist er zur Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde befugt. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschwerdeführer beantragt neben der Aufhebung des Entscheids des 

DGS vom 23. Februar 2021, dass die Verfügung des Veterinärdienstes 

vom 27. Juli 2020 sowie dessen vorsorgliche Massnahmen vom 4. Juli 

2020 aufgehoben werden (Antrag Ziff. 1). 

 

 - 6 - 

 

 

 

Anfechtungsobjekt im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren ist 

nur der Entscheid der Vorinstanz vom 23. Februar 2021 und nicht auch die 

Verfügung des Veterinärdienstes vom 27. Juli 2020. Diese wurde durch 

den vorinstanzlichen Entscheid ersetzt und gilt inhaltlich als mitangefoch-

ten (Urteil des Bundesgerichts 2C_271/2020 vom 8. Oktober 2020, 

Erw. 1.2). Die vorsorglichen Anordnungen des Kantonalen Veterinär-

dienstes haben im verwaltungsgerichtlichen Verfahren keinen Bestand 

mehr. Daher wird auf Antrag Ziff. 1 nur insofern eingetreten, als damit die 

Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids vom 23. Februar 2021 bean-

tragt wird. Darüber hinaus ist auf Antrag Ziff. 1 nicht einzutreten. 

 

3.2. 

In Antrag Ziff. 3 verlangt der Beschwerdeführer die Aufhebung des Obhuts- 

und Halteverbots von Hunden. Dieses Begehren ist bereits durch Antrag 

Ziff. 1 abgedeckt. Weil ihm keine eigenständige Bedeutung zukommt, er-

übrigt sich eine separate Behandlung. 

 

3.3. 

Im Übrigen ist auf die fristgerecht erhobene Beschwerde einzutreten. 

 

4. 

Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht können die unrichtige oder un-

vollständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen ge-

rügt werden (§ 55 Abs. 1 VRPG). Die Kontrolle der Angemessenheit ist 

demgegenüber ausgeschlossen (Umkehrschluss aus § 55 Abs. 3 VRPG). 

 

II. 

1. 

1.1. 

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des recht-

lichen Gehörs. Er sei vom Veterinärdienst vor Erlass der Verfügung vom 

27. Juli 2020 nicht angehört worden. Mit dieser Verfügung seien ihm – ver-

glichen mit dem Entscheid vom 4. Juli 2020 – weitere Pflichten auferlegt 

worden. So sei zusätzlich angeordnet worden, dass bei Verstössen gegen 

das Obhuts- und Halteverbot die betreffenden Hunde auf Kosten des Be-

schwerdeführers beschlagnahmt und an einem anderen Ort untergebracht 

würden. Zudem sei verfügt worden, dass das Halteverbot auf Antrag frü-

hestens nach Ablauf von fünf Jahren aufgehoben werden könne. Schliess-

lich seien ihm Verfahrenskosten von CHF 350.00 auferlegt worden. Beim 

Erlass der Verfügungen vom 4. und vom 27. Juli 2020 seien die Voraus-

setzungen, damit eine vorgängige Anhörung ausnahmsweise hätte unter-

bleiben können, nicht erfüllt gewesen. § 21 Abs. 2 VRPG setze dafür 

voraus, dass Gefahr im Verzug sei oder der Zweck der behördlichen An-

ordnung dadurch hätte vereitelt werden können. Die Vorinstanz habe zu 

 - 7 - 

 

 

 

Unrecht keine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [BV; SR 101] und § 21 VRPG) angenommen. 

 

1.2. 

Die Vorinstanz erwog, das rechtliche Gehör zur Verfügung vom 4. Juli 2020 

sei dem Beschwerdeführer nachträglich gewährt worden. Dieser habe sich 

in den Eingaben vom 11. und 16. Juli 2020 geäussert. Am 27. Juli 2020 

seien die zunächst vorsorglich angeordneten Massnahmen definitiv und 

beschwerdefähig verfügt worden. Die Verfügung vom 4. Juli 2020 sei durch 

jene vom 27. Juli 2020 abgelöst worden. Damit seien dem Beschwerde-

führer keine für ihn unbekannten Pflichten auferlegt worden. Eine Gehörs-

verletzung liege nicht vor. 

 

1.3. 

Die Behörde hört Betroffene grundsätzlich vor Erlass einer Verfügung an 

(vgl. § 21 Abs. 1 VRPG). Wenn Gefahr im Verzug ist oder eine vorgängige 

Anhörung den Zweck der behördlichen Anordnung vereiteln würde, kann 

die Anhörung ausnahmsweise unterbleiben. Die Anhörung ist diesfalls um-

gehend nachzuholen und es ist ein neuer Entscheid zu erlassen (§ 21 

Abs. 2 VRPG). 

 

1.4. 

Die Verfügung des Veterinärdienstes vom 4. Juli 2020 beinhaltete eine vor-

sorgliche Beschlagnahme der Hündin "Mali" (vgl. § 18 Abs. 1 lit. b des Hun-

degesetzes vom 15. März 2011 [HuG; SAR 393.400]; Vorakten 27 ff.). 

Diese Anordnung ist nicht Gegenstand des verwaltungsgerichtlichen Ver-

fahrens (vgl. vorne Erw. I/3.1). Ergänzend kann aber festgehalten werden, 

dass sie als superprovisorische Massnahme ausgestaltet war und deshalb 

aus Gründen zeitlicher Dringlichkeit ohne vorherige Anhörung erlassen 

wurde (vgl. MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollver-

fahren nach dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, 

Kommentar zu den §§ 38-72 [a]VRPG, Zürich 1998, § 44 N 35, 48; Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2020.397 vom 8. Januar 2021, 

Erw. I/3.2). 

 

1.5. 

Der Veterinärdienst gab dem Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung 

vom 27. Juli 2020 die Möglichkeit, sich zu den vorsorglich angeordneten 

und den anstehenden Massnahmen zu äussern. Davon machte der Be-

schwerdeführer Gebrauch und nahm im Schreiben vom 11. Juli 2020 Stel-

lung. Dabei bestritt er, gegen die Tierschutzgesetzgebung verstossen zu 

haben, und machte geltend, er sei bisher nie verwarnt worden. An seinem 

früheren Wohnort im Kanton Zürich habe er mehr Hundeschullektionen be-

sucht als erforderlich. Nach seinem Umzug habe er diese aufgrund des 

COVID-19 bedingten Lockdowns erst im Juni 2020 fortsetzen können 

 - 8 - 

 

 

 

(Vorakten 22). Weiter reichte der Beschwerdeführer am 16. Juli 2020 Be-

lege der Hundetrainerin C. ein ("Richtigstellung", "Iststand-Bewertung" der 

Hündin "Mali" sowie Bestätigung für den Besuch von fünf Privatlektionen 

im Zeitraum vom 1. Juni bis 3. Juli 2020 [vgl. Vorakten 21 ff.]). Die 

vorgelegte Bestätigung äussert sich mitunter zu den Inhalten der 

durchgeführten und geplanten Hundeschullektionen (vgl. Vorakten 21). 

 

Somit konnte sich der Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung vom 

27. Juli 2020 insbesondere zum vorgehaltenen Sachverhalt und den vor-

sorglich angeordneten Massnahmen des Veterinärdienstes äussern. Er 

hatte Gelegenheit, seinen Standpunkt hinreichend darzulegen, insbeson-

dere auch im Hinblick auf anstehende Entscheidungen, welche länger Be-

stand haben würden. Dass Anordnungen im Endentscheid über einstwei-

lige Massnahmen hinausgehen können, liegt in der Natur der Sache. Die 

am 4. Juli 2020 zunächst vorsorglich angeordneten Massnahmen wurden 

durch die definitiven in der Verfügung vom 27. Juli 2020 abgelöst. Aufgrund 

der Ausgangslage musste der Beschwerdeführer mit Massnahmen wie 

einem unbefristeten Obhuts- und Halteverbot rechnen. Nicht anders verhält 

es sich bezüglich der festgelegten Konsequenzen, falls der Beschwerde-

führer gegen das Verbot verstösst. Schliesslich musste er einkalkulieren, 

dass ihm die Verfahrenskosten, welche er verursacht hatte, überbunden 

werden. 

 

Somit wurden in der Verfügung vom 27. Juli 2020 keine Anordnungen ge-

troffen, mit welchen der Beschwerdeführer nicht rechnen musste. Entspre-

chend hat die Vorinstanz zu Recht keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

angenommen. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe bezüglich der 

Vorfälle vom 3. und 4. Juli 2020 den Sachverhalt unrichtig festgestellt und 

gewürdigt. So habe er zwar am 3. Juli 2020 die Leine des mitgeführten 

Hundes "Paulus" vor seiner Wohnung losgelassen. Hingegen habe er die-

sem keinen Angriffsbefehl erteilt und ihn nicht auf Gäste im Gartenrestau-

rant gehetzt. Im Zeitpunkt des Vorfalls seien auf der Gartenterrasse sein 

damaliger Vermieter sowie dessen Kollegen anwesend gewesen. Seit ge-

raumer Zeit hätten zwischen dem Vermieter und dem Beschwerdeführer 

Unstimmigkeiten bestanden. Es treffe nicht zu, dass "Paulus" den kleineren 

Hund nur deshalb nicht schwer verletzt habe, weil die anwesenden Gäste 

eingegriffen hätten. "Paulus" sei bloss neugierig gewesen und grundlos von 

einem der anwesenden Gäste zu Boden gedrückt worden. Dass sich der 

Vorfall anders zugetragen habe als von der Vorinstanz festgestellt, bestä-

tige C., Halterin von "Paulus". 

 

 - 9 - 

 

 

 

Anlässlich der Kontrolle vom 4. Juli 2020 habe die Polizei seine Hündin 

"Mali" in eine Stresssituation versetzt. Die bedrohliche Kulisse durch das 

sechs Mann starke Aufgebot, gepaart mit einem aggressiven Tonfall der 

Polizisten, sei für "Mali" beängstigend gewesen. Verständlicherweise sei 

der Beschwerdeführer gegenüber den Polizisten aufgebracht gewesen. 

Einen Angriffsbefehl habe er der Hündin nicht erteilt. Für die "Hausdurch-

suchung" hätten die Polizisten über keinen entsprechenden Befehl verfügt. 

Diese sei nicht wegen der Hundehaltung, sondern einer angeblichen Dro-

hung des Beschwerdeführers gegenüber seinem Vermieter erfolgt. Vor den 

beiden Vorfällen hätten keine Anhaltspunkte für Mängel in der Hundehal-

tung bestanden. Bei der Kontrolle handle es sich um eine Hausdurch-

suchung nach Art. 244 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 

5. Oktober 2007 (Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0). Die daraus ge-

wonnenen Erkenntnisse seien nicht verwertbar. 

 

2.2. 

Die Vorinstanz stellte bezüglich der Vorfälle vom 3. und 4. Juli 2020 auf den 

im erstinstanzlichen Entscheid festgestellten Sachverhalt ab. In der Be-

schwerdeantwort legt sie dar, es könne nicht davon ausgegangen werden, 

dass sich unter den Restaurantgästen lediglich Kollegen des Vermieters 

des Beschwerdeführers befunden hätten. Der Veterinärdienst habe sich 

ausführlich mit den Geschehnissen auseinandergesetzt. Der Vorwurf einer 

unrichtigen Sachverhaltsfeststellung sei unhaltbar. Der Beschwerdeführer 

sehe sich selbst als "Opfer" und schiebe die Verantwortung auf andere Per-

sonen ab. Er stelle den von der Polizei dokumentierten Sachverhalt wie 

auch seine eigenen Aussagen in Abrede und konstruiere eine neue Version 

der Geschehnisse. Auf die anlässlich der Hausdurchsuchung gewonnen 

Erkenntnisse könne – wie vom Verwaltungsgericht im Entscheid vom 8. Ja-

nuar 2021 (WBE.2020.397, Erw. II/3) erwogen – unabhängig von der Ver-

wertbarkeit im Strafverfahren abgestellt werden. 

 

2.3. 

Zu den Vorfällen vom 3. und 4. Juli 2020 kann dem Sachverhaltsbericht der 

Regionalpolizei Q. vom 14. Juli 2020 Folgendes entnommen werden: 

 

2.3.1. 

Am 3. Juli 2020 meldete die Wirtin des Restaurants "s’13ni" bei der Kanto-

nalen Notrufzentrale Probleme mit einem Anwohner der Liegenschaft C 

(Vorakten 77 ff.). Aufgrund dieser Meldung rückten zwei Vertreter der 

Regionalpolizei Q. nach R. aus. Vor Ort trafen sie die Wirtin und den 

Eigentümer der Überbauung an. Laut deren Aussagen beleidigte sie der 

Beschwerdeführer seit geraumer Zeit immer wieder. Zudem habe er ihnen 

mehrfach mit dem Tod gedroht oder damit, dass er seinen Hund auf sie 

hetze und dieser sie kaputtmachen werde. 

 

 - 10 - 

 

 

 

Am Folgetag wurde der Beschwerdeführer auf dem Stützpunkt S. 

angezeigt. Ihm wurde vorgeworfen, er habe den Hund mit den Worten "Los 

beiss" auf die Gäste der Gartenwirtschaft gehetzt und die Leine losgelas-

sen. Darauf sei der Hund in Richtung des Restaurants gerannt und habe 

den Hund eines Gastes angegriffen. Nur durch das Eingreifen der Gäste 

hätten schwere Verletzungen verhindert werden können. Der Beschwerde-

führer habe anschliessend seinen Hund geholt und den Anwesenden auf 

Kroatisch gesagt, er werde sie kaputtmachen. Danach habe er sich in seine 

Wohnung zurückgezogen. 

 

Zu diesem Vorfall haben mehrere Gäste übereinstimmende Angaben ge-

macht. Der angegriffene Hund wies keine äusseren Verletzungen auf und 

dessen Halterin verzichtete in der Folge auf eine Anzeige. Vertreter der 

Regionalpolizei Q. hatten bereits am 3. Juli 2020 vergeblich versucht, mit 

dem Beschwerdeführer ins Gespräch zu kommen. Dabei hatten sie bei ihm 

Alkoholgeruch wahrgenommen (vgl. Vorakten 77 f.). 

 

2.3.2. 

Aufgrund der Anzeige sprachen am 4. Juli 2020 Patrouillen der Kantons-

polizei und der Regionalpolizei Q. beim Beschwerdeführer vor. Gemäss 

dem Sachverhaltsbericht der Regionalpolizei vom 14. Juli 2020 

(Vorakten 71 ff.) öffnete der Beschwerdeführer den Polizisten die Tür, wo-

rauf Hündin "Mali" entwischte und über die Strasse und die angrenzende 

Wiese davonlief. Der Beschwerdeführer reagierte wütend auf die anwesen-

den Polizisten und machte sie dafür verantwortlich, dass seine Hündin ent-

wichen war. Gefolgt von den Polizisten versuchte der Beschwerdeführer, 

"Mali" zurückzurufen. Diese nahm jedoch keine Notiz vom Beschwerdefüh-

rer und liess sich nicht von ihm einfangen. Der Beschwerdeführer wurde 

gegen zwei Polizisten verbal und körperlich ausfällig, weshalb ihm Hand-

schellen angelegt wurden. Daraufhin beschimpfte er die Polizisten und 

drohte ihnen, dass seine Hündin sie kaputtmachen werde. Der Beschwer-

deführer zeigte auf einen Polizisten und rief zu seiner Hündin "beiss". Die 

Polizisten konnten diese schliesslich mit einer Leine einfangen. In der Folge 

erstatteten sie beim Veterinärdienst eine Meldung, woraufhin die leitende 

amtliche Tierärztin zwecks allfälliger Beschlagnahme und Unterbringung 

der Hündin vor Ort kam. Anlässlich der Kontrolle befand sich die Wohnung 

des Beschwerdeführers in einem unaufgeräumten und schmutzigen Zu-

stand. Auf dem Boden lagen zahlreiche leere Bierdosen und in der Küche 

fand sich eine zerfetzte Hundeliege. Zudem roch es nach Hundekot. Auf 

dem Clubtisch lagen diverse Packungen Ritalin und ein weisses Pulver, bei 

welchem es sich nach Meinung der Polizei um zerstossene Ritalin-Tablet-

ten handeln dürfte. Die angetroffene Situation wurde mit Fotos dokumen-

tiert (Vorakten 71 ff.). 

 

 - 11 - 

 

 

 

2.4. 

Am 17. August 2020 ersuchte der beigezogene Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers um Akteneinsicht (Vorakten 53 ff.). Damit hat dieser ins-

besondere Kenntnis vom Sachverhaltsbericht der Regionalpolizei vom 

14. Juli 2020. Auf die darin enthaltenen Vorhalte reagiert der Beschwerde-

führer mit pauschalen und unsubstantiierten Bestreitungen. Dies ist ange-

sichts der angetroffenen Situation, die anhand eines Amtsberichts sowie 

von Fotomaterial und Einvernahmeprotokollen dokumentiert ist, nicht aus-

reichend. Die Fotoaufnahmen und Berichte vom 4. Juli 2020 zeugen von 

unhygienischen Zuständen in der Wohnung des Beschwerdeführers (her-

umliegende, zerfetzte Kissen und Decken; schmutzige Matratze in der 

Küche; zahlreiche leere Bierdosen und Ritalin-Tabletten im Wohnzimmer; 

Geruch nach Hundekot). Die vorgefundene Situation weist auf eine 

mangelnde Eignung des Beschwerdeführers als Hundehalter hin. 

 

Dass Hündin "Mali" anlässlich der Kontrolle vom 4. Juli 2020 davonlief, 

führt der Beschwerdeführer auf das Verhalten der Polizisten zurück, welche 

sie in eine Stresssituation versetzt hätten. Dafür bestehen keine Anhalts-

punkte. Aktenkundig entwischte die Hündin unmittelbar nach dem Öffnen 

der Wohnungstür, überquerte die C und entfernte sich in Richtung Suhre 

(Vorakten 77, 108). Diesen Sachverhalt bestritt der Beschwerdeführer 

anlässlich der Einvernahme vom 5. Juli 2020 nicht (Vorakten 108). Gleich 

verhält es sich bezüglich des Vorhalts, dass er auf einen Polizisten zeigte 

und seiner Hündin den Befehl "beiss" erteilte (Vorakten 105 ff., 108). Wenn 

der Beschwerdeführer diese Sachverhalte im Beschwerdeverfahren in 

Abrede stellt, ist dies widersprüchlich und unglaubwürdig. 

 

In Bezug auf den Vorfall vom 3. Juli 2020 liegen übereinstimmende Schil-

derungen mehrerer Restaurantgäste vor. Der Beschwerdeführer hat am 

darauffolgenden Tag gegenüber Polizisten ein ähnliches Verhalten an 

den Tag gelegt. Sowohl am 3. wie auch am 4. Juli 2020 war der Beschwer-

deführer eigenen Angaben zufolge stark alkoholisiert (Vorakten 100, 106) 

und verhielt sich gegenüber anderen aggressiv. Er drohte jeweils damit, 

dass er oder seine Hündin andere Personen kaputtmachen werde. Bei bei-

den Vorfällen konnte bzw. wollte der Beschwerdeführer den mitgeführten 

Hund nicht abrufen und liess ihn herumrennen. Am 3. Juli 2020 griff Hund 

"Paulus" (ein Schäferhund), deren Besitzerin C. ist, einen kleinen Hund 

eines Restaurantgastes an. Gegen diese aktenkundigen Tatsachen 

vermag der Beschwerdeführer nichts vorzubringen. Er beantragt bloss die 

Befragung von C., die aus eigener Wahrnehmung keine Angaben zum 

Sachverhalt machen kann. Sie hielt sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in der 

Wohnung des Beschwerdeführers auf mit dessen Hündin "Mali" und hat 

von den Geschehnissen nichts mitbekommen (Vorakten 25 f.). Auf ihre 

Befragung wird daher verzichtet. 

 

 - 12 - 

 

 

 

2.5. 

Somit sind die Einwände des Beschwerdeführers nicht geeignet, die 

vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und -würdigung in Frage zu stel-

len. 

 

2.6. 

Das Verwaltungsgericht hat sich bereits im Urteil vom 8. Januar 2021 zur 

Verwertbarkeit der Erkenntnisse geäussert, die anlässlich der Kontrolle 

vom 4. Juli 2020 gewonnen wurden. Dabei legte es unter Verweis auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 39 des Tierschutzgesetzes 

vom 16. Dezember 2005 (TSchG; SR 455) dar, dass darauf abgestellt wer-

den darf (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2020.397 vom 

8. Januar 2021, Erw. II/3 mit Hinweisen). Auf die betreffende Erwägung 

wird verwiesen. 

 

3. 

3.1. 

Bezüglich der Tierhaltung macht der Beschwerdeführer geltend, seine Hün-

din hätte sich aufgrund von Müll oder Medikamenten in der Wohnung nicht 

verletzen bzw. vergiften können. Im Zusammenhang mit einem Fremdkör-

per, den "Mali" aufgenommen hat, werfe ihm die Vorinstanz zu Unrecht vor, 

er habe Tierarzttermine immer wieder abgesagt, obwohl sich der Allge-

meinzustand der Hündin stark verschlechtert habe. Er habe diese in Ab-

sprache mit der Tierärztin nach Hause genommen. Die Vorinstanz habe 

fälschlicherweise ausgeführt, Hündin "Mali" habe seit März 2013 mehrere 

"Anfälle" gehabt, obwohl sie erst am 14. April 2018 zur Welt gekommen sei. 

Eine Epilepsie-Diagnose könne nur aufgrund einer Magnetresonanztomo-

graphie (MRI, MRT) erfolgen. Der Beschwerdeführer habe sich diesbezüg-

lich beim Universitätsspital Zürich eine Zweitmeinung eingeholt. Dieses 

habe von einer prophylaktischen Medikation abgeraten und empfohlen, die 

Krämpfe mittels Zink- und Eisenpräparaten zu behandeln. Aufgrund dieser 

Behandlung seien keine Krämpfe mehr aufgetreten. Der Beschwerdeführer 

habe die Pflege der Hündin nicht vernachlässigt. Die angeordneten Mass-

nahmen seien unverhältnismässig. Vor der Wegnahme der Hündin und 

einem Halteverbot wären mildere Massnahmen möglich gewesen; zudem 

wären die getroffenen Anordnungen vorgängig anzudrohen gewesen. Der 

Beschwerdeführer hätte insbesondere verpflichtet werden können, weiter-

hin die Hundeschule zu besuchen. Eine Möglichkeit zur Mängelbehebung 

habe für ihn nicht bestanden. 

 

3.2. 

Zweck des Tierschutzgesetzes ist der Schutz der Würde und des Wohler-

gehens der Tiere (Art. 1 TSchG). Das Wohlergehen der Tiere ist namentlich 

gegeben (Art. 3 lit. b), wenn Haltung und Ernährung so sind, dass die 

Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört sind und sie in ihrer An-

 - 13 - 

 

 

 

passungsfähigkeit nicht überfordert sind (Ziff. 1), das artgemässe Verhal-

ten innerhalb der biologischen Anpassungsfähigkeit gewährleistet ist 

(Ziff. 2), sie klinisch gesund sind (Ziff. 3) und Schmerzen, Leiden, Schäden 

und Angst vermieden werden (Ziff. 4). Wer mit Tieren umgeht, hat ihren 

Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung zu tragen und, soweit es 

der Verwendungszweck zulässt, für ihr Wohlergehen zu sorgen (Art. 4 

Abs. 1 TSchG). Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Lei-

den oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise 

seine Würde missachten. Das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnö-

tige Überanstrengen von Tieren ist verboten (Art. 4 Abs. 2 TSchG). Wer 

Tiere hält oder betreut, muss sie angemessen nähren, pflegen, ihnen die 

für ihr Wohlergehen notwendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit so-

wie soweit nötig Unterkunft gewähren (Art. 6 Abs. 1 TSchG). Diese Vor-

schriften werden auf Verordnungsstufe konkretisiert (vgl. Art. 68 ff. der Tier-

schutzverordnung vom 23. April 2008 [TSchV; SR 455.1]). 

 

3.3. 

Die zuständige Behörde trifft die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen 

Massnahmen und kann Personen unter anderem das Halten von Tieren 

auf bestimmte oder unbestimmte Zeit verbieten (Art. 23 Abs. 1 TschG), 

wenn sie wegen wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen Vor-

schriften des TSchG und seiner Ausführungserlasse oder gegen Verfü-

gungen bestraft wurden (lit. a) oder wenn diese aus anderen Gründen un-

fähig sind, Tiere zu halten (lit. b). Unfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung 

liegt vor, wenn die betreffende Person nicht die grundsätzlichen Verhal-

tensgebote und -verbote des Tierschutzgesetzes zu befolgen vermag (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 2C_958/2014 vom 31. März 2015, Erw. 2.1 mit 

Hinweisen; 2C_79/2007 vom 12. Oktober 2007, Erw. 4.2.2). Indem der Ge-

setzgeber die Unfähigkeit, Tiere zu halten, vorbehaltlos als Tatbestands-

alternative zur Bestrafung wegen wiederholter oder schwerer Zuwider-

handlung gegen das Tierschutzgesetz einsetzt, wird deutlich, dass die mit 

der Variante von lit. b erfassten Gefahren oder Folgen für das Wohlergehen 

der Tiere gleich gewichtig sind bzw. nicht minder schwer wiegen als die-

jenigen, welche Straffolgen zeitigen (ANTOINE F. GOETSCHEL / ALEXANDER 

FERRARI, GAL Tierleitfaden 1.1 für Schweizer Vollzugsbehörden, Eine vor-

läufige Darstellung des verwaltungsrechtlichen Tierschutzes aus rechtswis-

senschaftlicher Sicht durch den Global Animal Law GAL Verein, Zürich 

2018, S. 38). Die Verbote der Tierhaltung haben die Wahrung oder die Wie-

derherstellung des Tierwohls zum Ziel. Als restitutorische Massnahmen 

sind sie verschuldensunabhängig und nicht auf die Bestrafung des Halters, 

sondern auf den Schutz und die Wiederherstellung von tierschutzrechtlich 

korrekten Haltebedingungen ausgerichtet. Einem Halteverbot gehen grobe 

und für die Tiere leidvolle Verstösse gegen das Tierschutzrecht voraus 

(Art. 1 i.V.m. Art. 3 lit. a TSchG; vgl. Urteile des Bundesgerichts 

2C_958/2014 vom 31. März 2015, Erw. 2.1; 2C_378/2012 vom 1. Novem-

ber 2021, Erw. 3.1). 

 - 14 - 

 

 

 

 

4. 

4.1. 

Dem unbefristeten Obhuts- und Halteverbot liegen folgende Verstösse ge-

gen das Tierschutzrecht zugrunde: 

 

4.1.1. 

Dem Beschwerdeführer wird gestützt auf die Vorfälle vom 3./4. Juli 2020 

eine Verletzung der Aufsichtspflichten vorgeworfen, die ihm als Hunde-

halter obliegen. So hat der Beschwerdeführer am 3. Juli 2020 dem mitge-

führten Hund "Paulus" einen Angriffsbefehl erteilt und die Leine losgelas-

sen (vgl. vorne Erw. 2.4; Vorakten 102, 108). In der Folge griff "Paulus" in 

der Gartenwirtschaft einen dort anwesenden Hund eines Gastes an. Akten-

kundig konnte eine schwere Verletzung dieses Hundes nur dank der Inter-

vention der Restaurantgäste verhindert werden (vgl. Vorakten 101). Unab-

hängig davon, dass es sich beim angreifenden Hund nicht um Hündin 

"Mali", sondern um "Paulus" von C. handelte, war der Beschwerdeführer 

für diesen Hund vorübergehend verantwortlich und verpflichtet, ihn so zu 

halten, dass dieser Menschen und Tiere nicht gefährdet (vgl. Art. 77 

TSchV; RITA JEDELHAUSER, Das Tier unter dem Schutz des Rechts, Diss. 

Basel 2011, S. 199; GOETSCHEL/FERRARI, a.a.O., S. 31 f.). Der 

Beschwerdeführer hätte mit allen möglichen Mitteln eingreifen müssen, um 

den Angriff zu verhindern (§ 6 Abs. 2 der Verordnung zum Hundegesetz 

vom 1. Mai 2012 [Hundeverordnung, HuV; SAR 393.411]). Seine Aufsicht 

und Verantwortung hat er nicht wahrgenommen und stattdessen den inter-

venierenden Restaurantgästen damit gedroht, dass er sie kaputtmache 

(Vorakten 101). 

 

Überdies missachtete der Beschwerdeführer damit die Verbote, Hunde un-

beaufsichtigt frei laufen zu lassen (§ 6 Abs. 1 und 2 HuV) und Hunde auf 

Menschen oder Tiere zu hetzen (§ 10 Abs. 1 lit. a HuV). Ferner war der 

Beschwerdeführer nicht in der Lage, den Hund, für den er – wenn auch nur 

vorübergehend – verantwortlich war, abzurufen. Mithin war der Beschwer-

deführer nicht fähig, den Hund unter seiner Aufsicht unter Kontrolle zu 

halten. Damit verstiess der Beschwerdeführer auch gegen § 5 Abs. 1 lit. b 

HuG. 

 

Folglich verletzte der Beschwerdeführer Aufsichtspflichten als Hundehalter 

und missachtete grundsätzliche Verhaltensgebote bzw. -verbote der Tier-

schutzgesetzgebung. 

 

4.1.2. 

Am 4. Juli 2020 entwich Hündin "Mali" unmittelbar nach dem Öffnen der 

Tür aus der Wohnung des Beschwerdeführers. In der Folge war dieser 

nicht in der Lage, die frei laufende Hündin unter Kontrolle zu bringen und 

einzufangen. Schliesslich gelang es den Polizisten, Hündin "Mali" mit einer 

 - 15 - 

 

 

 

Leine einzufangen. Damit hatte der Beschwerdeführer erneut gegen seine 

Aufsichtsplichten als Hundehalter verstossen (§ 5 Abs. 1 lit. b HuG). Eine 

bewusste Pflichtverletzung erfolgte schliesslich mit dem neuerlichen An-

griffsbefehl, indem der Beschwerdeführer versuchte, die Hündin auf einen 

Polizisten zu hetzen (§ 10 Abs. 1 lit. a HuV). Darin liegen Verstösse gegen 

das Tierschutzrecht. Abgesehen davon stellen auch die mangelnde Ko-

operation mit den Behörden und die verbalen und physischen Ausfällig-

keiten gegen den Polizisten seine Eignung als Hundehalter in Frage 

(Vorakten 105 ff., 108). 

 

Die erwähnten Vorfälle sind ein starkes Indiz dafür, dass der Beschwerde-

führer nicht in der Lage ist, einen Hund der Tierschutzgesetzgebung ent-

sprechend zu halten. Seine Uneinsichtigkeit erschwert die Situation zusätz-

lich. 

 

4.1.3. 

Dem Beschwerdeführer werden aufgrund der angetroffenen Situation in 

seiner Wohnung tierschutzwidrige Halteumstände vorgeworfen. 

 

Mangelnde Ordnung und Sauberkeit in der Wohnung betreffen auch die 

Lebensumstände des Hundes (vgl. Erw. 2.4). Dessen angemessene 

Pflege setzt voraus, dass die Hygiene den Bedürfnissen des Tieres ent-

spricht (Art. 3 Abs. 3 TSchV). Die vorgefundene Situation lässt den Schluss 

zu, dass Hündin "Mali" in ihrem Wohlergehen (Art. 3 lit. b TSchG) beein-

trächtigt war und ihr keine angemessene Pflege zukam. Die teilweise zer-

stossenen (Ritalin-)Tabletten lagen offen auf dem Clubtisch und waren für 

Hündin "Mali" frei zugänglich. Dass der Beschwerdeführer zuhause war, 

schliesst eine Vergiftungsgefahr nicht aus. In diesem Zusammenhang ist 

namentlich auf die Alkoholisierung des Beschwerdeführers hinzuweisen 

(vgl. Vorakten 105 ff., 106) sowie darauf, dass Hündin "Mali" bereits einmal 

einen Fremdkörper verschluckt hatte und deswegen operativ behandelt 

werden musste (Vorakten 114). Von den zahlreich herumliegenden leeren 

Bierdosen ging eine Verletzungsgefahr aus (Vorakten 72 f.; 75 f.). Die vor-

gefundene Unterkunft entspricht den Vorgaben von Art. 7 Abs. 1 lit. a 

TSchV nicht, da sie so einzurichten ist, dass die Verletzungsgefahr für das 

Tier gering ist. 

 

Hunden muss gemäss Art. 72 Abs. 2 TSchV geeignetes Liegematerial zur 

Verfügung stehen. Die zerfetzte und schmutzige Matratze in der Küche ge-

nügte den hygienischen Anforderungen kaum (Art. 3 Abs. 3 TSchV). Auch 

der Geruch nach Hundekot weist auf diesbezügliche Mängel hin, welche 

dokumentieren, dass den Bedürfnissen des Tieres und seinem Wohlerge-

hen nicht ausreichend Rechnung getragen wurde (Art. 4 Abs. 1 TSchG). 

Gemäss Art. 5 Abs. 1 TSchV war der Beschwerdeführer verpflichtet, ent-

sprechende Mängel unverzüglich zu beheben. Den diesbezüglichen Vor-

gaben ist er nicht nachgekommen. 

 - 16 - 

 

 

 

 

4.1.4. 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, seiner Hündin "Mali" eine ange-

messene medizinische Betreuung vorenthalten zu haben. 

 

4.1.4.1. 

Gemäss dem Eintrag in der Krankengeschichte vom 6. Januar 2020 hatte 

der Beschwerdeführer seit zwei Wochen mehrmals bei der E. in T. 

angerufen, weil es der Hündin "nicht gut ging" (Vorakten 113 f., 117). 

Demnach vereinbarte der Beschwerdeführer jeweils Termine für eine 

Untersuchung und stornierte diese später wieder. Eine Anamnese konnte 

erst anlässlich des tierärztlichen Hausbesuchs erfolgen. Aufgrund des stark 

reduzierten Allgemeinzustandes musste "Mali" zur weiteren Abklärung in 

die Tierklinik verbracht werden, wo im Abdomen ein Fremdkörper (Teil 

eines Hartgummispielzeugs) festgestellt wurde. In der Folge musste die 

Hündin operiert werden. Obschon die Hündin nach Ansicht der Tierärzte im 

Anschluss daran noch in der Klinik hätte verbleiben müssen, bestand der 

Beschwerdeführer darauf, die Hündin zuhause selber zu betreuen. Daher 

hatte er eine Erklärung zu unterzeichnen, wonach er die Hündin entgegen 

dem ärztlichen Rat nach Hause nimmt (Vorakten 114). 

 

Gemäss dem Eintrag vom 25. März 2020 hatte Hündin "Mali" drei Tage 

zuvor einen epileptischen Anfall. Nach Meinung der Tierärzte war für die 

Epilepsie-Diagnose ein MRI durchzuführen, was vom Beschwerdeführer 

aufgrund der nötigen Vollnarkose abgelehnt wurde. Daher empfahlen die 

Ärzte dem Beschwerdeführer, der Hündin bei einem erneuten Anfall Medi-

kamente zu verabreichen. Auch diese tierärztliche Empfehlung lehnte der 

Beschwerdeführer ab. Gemäss Eintrag vom 22. April 2020 hatte die Hündin 

"Mali" innert weniger Tage zwei weitere kurze Anfälle. Schliesslich empfah-

len die Tierärzte dem Beschwerdeführer, der Hündin ein Hanfextrakt 

(Sativavet ZEN 12 %) zu verabreichen. Sie beschrieben die Kommunika-

tion mit dem Beschwerdeführer als sehr schwierig und ermüdend (Vorak-

ten 113). 

 

4.1.4.2. 

Wer mit Tieren umgeht, hat ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise 

Rechnung zu tragen und, soweit es der Verwendungszweck zulässt, für ihr 

Wohlergehen zu sorgen (Art. 4 Abs. 1 TSchG). Die Pflege muss Krankhei-

ten und Verletzungen vorbeugen (Art. 5 Abs. 2 Satz 1 TSchV). Der Tierhal-

ter ist dafür verantwortlich, dass kranke oder verletzte Tiere unverzüglich 

ihrem Zustand entsprechend untergebracht, gepflegt und behandelt oder 

getötet werden (Art. 5 Abs. 2 Satz 2 TSchV). 

 

Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe die Hündin in Absprache 

mit der Tierärztin nach Hause genommen, ist nicht substantiiert und steht 

mit dem Eintrag in der Krankengeschichte in Widerspruch. Aktenkundig hat 

 - 17 - 

 

 

 

der Beschwerdeführer seine Hündin trotz deren operationsbedingt beein-

trächtigten Zustands und entgegen dem tierärztlichen Rat nach Hause ge-

nommen und damit die erforderliche Nachbetreuung verunmöglicht. Dass 

der Beschwerdeführer die erwähnte Erklärung zu unterzeichnen hatte, 

zeigt eindeutig, dass die Entlassung zum damaligen Zeitpunkt nicht den 

Bedürfnissen von "Mali" entsprach. Auch bei der Epilepsie-Abklärung und 

der Verabreichung von Medikamenten setzte sich der Beschwerdeführer 

über medizinische Indikationen hinweg. Damit nahm er in Kauf, dass seine 

Hündin an weiteren epileptischen Anfällen litt. Tatsächlich hatte Hündin 

"Mali" zu Beginn des Monats April 2020 denn auch zwei weitere Anfälle. 

Dass der Beschwerdeführer eine tierärztliche Zweitmeinung eingeholte und 

ihm dabei von der prophylaktischen Medikation abgeraten und stattdessen 

die Einnahme von Zink- und Eisenpräparaten empfohlen wurde, bleibt un-

substantiiert und erscheint daher als blosse Schutzbehauptung. Tatsache 

ist, dass Hündin "Mali" nach der Operation im Januar 2020 und nach den 

Anfällen im März und April 2020 keine angemessene medizinische Be-

handlung zukam. 

 

Aus der Krankengeschichte der Hündin "Mali" ergibt sich somit, dass der 

Beschwerdeführer nicht in der Lage war, ihr die erforderliche Pflege zu 

leisten und sie im Krankheitsfall unverzüglich entsprechend ihrem Zustand 

unterzubringen und behandeln zu lassen. Damit verstiess der Beschwer-

deführer nicht nur gegen die Grundsätze der Tierpflege (Art. 4 Abs. 1 

TSchG und Art. 5 Abs. 2 TSchV), sondern auch gegen Art. 4 Abs. 2 

TSchG, wonach niemand einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden 

oder Schäden zufügen darf. Dass epileptische Anfälle nicht behandelt wur-

den und "Mali" unmittelbar nach einer Operation der ärztlichen Obhut ent-

zogen wurde, war für die Hündin nachteilig. Unter diesen Umständen erwog 

die Vorinstanz zu Recht, dass der Beschwerdeführer seiner Hündin keine 

angemessene medizinische Betreuung zukommen liess. Daraus ergibt sich 

hinlänglich, dass der Beschwerdeführer nicht fähig ist, den Bedürfnissen 

seiner Hündin Rechnung zu tragen (Art. 4 Abs. 1 TSchG). 

 

Soweit die Vorinstanz ausführt, "Mali" habe seit März "2013" mehrere An-

fälle gehabt (angefochtener Entscheid, Erw. 3d, S. 15, zweiter Absatz), 

handelt es sich um ein offensichtliches Versehen. Es wird ausdrücklich auf 

die Krankengeschichte Bezug genommen, woraus klar hervorgeht, dass 

Anfälle seit März 2018 auftraten. Darauf ist nicht weiter einzugehen. 

 

4.2. 

Zusammenfassend verstiess der Beschwerdeführer wiederholt gegen die 

Tierschutzgesetzgebung und deren grundlegenden Gebote und Verbote. 

 

5. 

Zu prüfen ist nachfolgend, ob das unbefristete Obhuts- und Halteverbot von 

Hunden verhältnismässig ist. 

 - 18 - 

 

 

 

 

5.1. 

Bei der Anordnung von Massnahmen steht der Vollzugsbehörde ein Er-

messen zu, welches sie pflichtgemäss auszuüben hat. Sie ist an die Ver-

fassung gebunden und muss insbesondere den Grundsatz der Verhältnis-

mässigkeit, das Rechtsgleichheitsgebot sowie die Pflicht zur Wahrung der 

öffentlichen Interessen befolgen. Ausserdem sind Sinn und Zweck der ge-

setzlichen Ordnung auch bei Ermessensentscheiden zu beachten (ULRICH 

HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

8. Aufl., Zürich 2020, N 409). Das Verhältnismässig-keitsprinzip (Art. 5 

Abs. 2 BV) verlangt, dass Verwaltungsmassnahmen zur Verwirklichung 

des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. 

Die Massnahme hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mil-

dere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Ausser-

dem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den 

Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. BGE 130 II 

425, Erw. 5.1 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N 521 ff.). 

 

Die Vollzugsbehörde kann als schärfste Sanktion ein allgemeines, unbe-

fristetes Tierhalteverbot aussprechen. Dabei wird die Tierhaltung auf unbe-

stimmte Dauer verboten. Die weitreichenden Konsequenzen und Ein-

schränkungen für den Belasteten bedingen eine grosse Zurückhaltung der 

Behörden bzw. eine sehr restriktive Anwendung dieser Massnahme. Ein 

Tierhalteverbot muss abgesehen von schwerwiegenden Fällen zunächst 

angedroht und in der Regel befristet werden (JEDELHAUSER, a.a.O., 

S. 242). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Das unbefristete Obhuts- und Halteverbot von Hunden ist geeignet, tier-

schutzwidrige Zustände wie die festgestellten (Erw. 4 hiervor) inskünftig zu 

verhindern. 

 

5.2.2. 

Im Hinblick auf die Erforderlichkeit bringt der Beschwerdeführer vor, die 

Vorinstanz hätte ihm das Obhuts- und Halteverbot androhen und ihn zu-

gleich auffordern können, weiterhin Hundeschullektionen zu besuchen. 

Das Verbot sei daher unverhältnismässig. 

 

Aus der mangelhaften Aufsicht als Hundehalter, der unhygienischen und 

mit Gefahren verbundenen Wohnsituation sowie der Vorenthaltung medizi-

nisch indizierter Abklärungen und Behandlungen ergibt sich hinlänglich, 

dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage ist, einen Hund tierschutzkon-

form zu halten. Die Einwände des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, 

die bereits von den Vorinstanzen gezogene Schlussfolgerung in Frage zu 

stellen. In diesem Zusammenhang überzeugt namentlich nicht, dass der 

 - 19 - 

 

 

 

Beschwerdeführer eigenes Fehlverhalten verharmlost, Verantwortung auf 

andere Personen (z.B. Gäste im Restaurant oder Polizisten) abschiebt und 

auf pandemiebedingte Unterbrechungen der Hundeschule hinweist. Ent-

sprechende Einwände sind Ausdruck eines fehlenden Problembewusst-

seins, mangelnder Einsicht und einer gewissen Unbelehrbarkeit. Erschwe-

rend wirkt im Fall des Beschwerdeführers, dass gravierende Verstösse 

gegen die Aufsichtspflicht als Hundehalter wie das Hetzen auf andere Per-

sonen mehrfach vorkamen. Gleich verhält es sich mit dem Entweichen von 

beaufsichtigten Hunden. Der Beschwerdeführer enthielt seiner Hündin 

mehrmals medizinisch indizierte Behandlungen ohne plausiblen Grund vor. 

Schliesslich weisen die in der Wohnung vorgefundenen Umstände darauf 

hin, dass dort über längere Zeit hinweg unhygienische Zustände herrsch-

ten. Insgesamt sind dem Beschwerdeführer schwerwiegende Verstösse 

gegen die Tierschutzgesetzgebung und deren grundlegende Gebote und 

Verbote vorzuwerfen. Aufgrund der wiederholten und anhaltenden Miss-

stände ist ein unbefristetes Obhuts- und Halteverbot von Hunden notwen-

dig und gerechtfertigt. Daran ändert nichts, dass gegen den Beschwerde-

führer – soweit ersichtlich – bis anhin keine tierschutz- oder hunderecht-

lichen Massnahmen ergriffen wurden. Das unbefristete Obhuts- und Halte-

verbot von Hunden ist auch in Anbetracht dessen, dass der Beschwerde-

führer nach Ablauf von drei Jahren dessen Aufhebung beantragen kann, 

zumutbar und verhältnismässig. Schliesslich wird ihm mit dem Verbot nicht 

verwehrt, anstatt Hunde andere Tiere zu halten. 

 

Je nach den konkreten Umständen kann sich aus dem Verhältnismässig-

keitsgrundsatz ergeben, dass dem Halter ein Tierhalteverbot vorgängig an-

zudrohen ist, doch ist ein solches Vorgehen von Gesetzes wegen nicht 

zwingend vorgeschrieben. Ein Halteverbot kann, wo sich dies aufdrängt, 

auch ohne vorherige Androhung ergehen (Urteil des Bundesgerichts vom 

12. Oktober 2007 [2C_79/2007], Erw. 4.3). Aufgrund der schwerwiegenden 

und wiederholten Verfehlungen wäre es nicht zielführend und mit dem Wohl 

des Tieres unvereinbar, dem Beschwerdeführer vorerst lediglich ein Halte-

verbot anzudrohen. 

 

5.2.3. 

Mit der Replik reicht der Beschwerdeführer einen Mietvertrag vom 18. März 

2021 für eine 2 ½-Zimmer-Dachwohnung in U. sowie eine Vereinbarung 

ein, wonach ihm in der Wohnung die Haltung der Hündin "Mali" gestattet ist 

(Replikbeilagen 1 f.). Eingelegte Fotos zeigen eine aufgeräumte Wohnung 

und einen vorbereiteten Schlafplatz für "Mali" (Replikbeilage 3). Ob und 

inwieweit der Garten für sie zur Verfügung steht, lässt sich den 

eingereichten Unterlagen nicht entnehmen, kann aber hier offenbleiben. 

Die veränderte Wohnsituation vermag für sich alleine nicht zu gewähr-

leisten, dass der Beschwerdeführer seine Hündin tierschutzkonform hält. 

 

 - 20 - 

 

 

 

5.2.4. 

Zusammenfassend erweist sich das ausgesprochene Obhuts- und Halte-

verbot als verhältnismässig und lässt sich nicht beanstanden. 

 

6. 

6.1. 

Schliesslich wehrt sich der Beschwerdeführer gegen die definitive Be-

schlagnahme der Hündin und erachtet auch diese Massnahme als unver-

hältnismässig. 

 

6.2. 

Wird festgestellt, dass Tiere vernachlässigt oder unter völlig ungeeigneten 

Bedingungen gehalten werden, so schreitet die zuständige Behörde unver-

züglich ein (Art. 24 Abs. 1 Satz 1 TSchG). Eine starke Vernachlässigung 

liegt vor, wenn ein Tier in seinem Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt ist, 

weil die Obhutperson erforderliche Handlungen wie die richtige Ernährung, 

Pflege und Unterbringung unterlässt (GOETSCHEL/FERRARI, a.a.O., S. 23). 

Die zuständige Behörde kann Tiere vorsorglich beschlagnahmen und auf 

Kosten der Halterin oder des Halters an einem geeigneten Ort unterbringen 

(Art. 24 Abs. 1 Satz 2 TSchG). Die definitive Beschlagnahme kommt in Be-

tracht, wenn die zuständige Behörde nach sorgfältiger Prüfung zum 

Schluss kommt, dass der Tierhalter auch in Zukunft nicht in der Lage sein 

wird, angemessen für das Tier zu sorgen (GOETSCHEL/FERRARI, a.a.O., 

S. 26). 

 

6.3. 

Es ist mit den Vorinstanzen davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer nicht in der Lage ist, Hunde auf Dauer artgerecht zu halten und ihnen 

die erforderliche Pflege zukommen zu lassen. Aus der Krankengeschichte 

und der vorgefundenen Situation in der Wohnung des Beschwerdeführers 

ergibt sich, dass Hündin "Mali" in dessen Obhut in ihrem Wohlbefinden er-

heblich beeinträchtigt war und ihr – insbesondere im Krankheitsfall – keine 

angemessene Pflege (Art. 6 Abs. 1 TSchG; Art. 5 TSchV) zukam. In Anbe-

tracht des unbefristeten Obhuts- und Halteverbot von Hunden erscheint es 

zwingend, "Mali" definitiv zu beschlagnahmen. Dies lässt sich unter dem 

Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit nicht beanstanden. Eine Verlet-

zung der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) oder der Eigentumsga-

rantie (Art. 26 BV) wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich, 

zumal die Beschlagnahme auf einer gesetzlichen Grundlage beruht (Art. 24 

TSchG), im öffentlichen Interesse liegt (Art. 36 Abs. 2 BV; vgl. auch 

BGE 134 I 293, Erw. 5.2.1) und dem Beschwerdeführer wie ausgeführt 

(Erw. 5.2.2) zugemutet werden kann. Folglich ist die Rüge des Beschwer-

deführers unbegründet. 

 

 - 21 - 

 

 

 

7. 

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

III. 

1. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die verwal-

tungsgerichtlichen Verfahrenskosten zu tragen (§ 31 Abs. 2 VRPG). 

 

2. 

Der Beschwerdeführer ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsvertretung. 

 

2.1. 

Gemäss § 34 Abs. 1 VRPG befreit die zuständige Behörde natürliche Per-

sonen von der Kosten- und Vorschusspflicht, wenn die Partei ihre Bedürf-

tigkeit nachweist und das Begehren nicht aussichtslos erscheint. In Fällen, 

in denen die Schwere einer Massnahme oder die Rechtslage es als ge-

rechtfertigt erscheinen lässt, kann unter den gleichen Voraussetzungen ein 

unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt werden (§ 34 Abs. 2 VRPG). 

 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Begehren, bei denen 

die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren 

und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können, als aus-

sichtslos anzusehen. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, 

wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage 

halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine 

Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung 

zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den 

sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb an-

strengen können, weil er sie – zumindest vorläufig – nichts kostet. Ob im 

Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund 

einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wo-

bei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massge-

bend sind (BGE 139 III 475, Erw. 2.2; 138 III 217, Erw. 2.2.4 mit Hinwei-

sen). 

 

Wird die unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung im Rahmen eines 

Rechtsmittelverfahrens beantragt, muss der Gesuchsteller glaubhaft ma-

chen, dass sein Rechtsmittel gegen den angefochtenen Entscheid nicht 

aussichtslos ist, mithin die Chancen einer Gutheissung intakt sind. Dabei 

hängen die Erfolgsaussichten auch von der Argumentation bzw. Ausgestal-

tung des Rechtsmittels ab. Sofern dem angefochtenen Entscheid nichts 

Substanzielles entgegengesetzt wird, ist das Rechtsmittel als aussichtslos 

zu qualifizieren (vgl. zum Ganzen DANIEL WUFFLI, Die unentgeltliche 

 - 22 - 

 

 

 

Rechtspflege in der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Diss. 

Zürich/St. Gallen 2015, Rz. 379 f. mit Hinweisen). 

 

Aus Art. 29 Abs. 1 BV bzw. dem daraus abgeleiteten Fairnessgebot folgt, 

dass über ein Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung in der Regel zu 

entscheiden ist, bevor der Gesuchsteller weitere, in erheblichem Masse 

Kosten verursachende prozessuale Schritte unternimmt. Erfolgen keine 

entsprechenden Vorkehrungen, lässt sich nicht beanstanden, wenn das 

Gesuch erst zusammen mit dem Endentscheid beurteilt wird. Die Voraus-

setzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sind dabei 

jedoch so zu prüfen, wie wenn das Gesuch separat und vorab beurteilt wor-

den wäre (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_302/2012 vom 4. Juni 2012, 

Erw. 4.3, und 1P.345/2004 vom 1. Oktober 2004, Erw. 4.3). 

 

2.2. 

Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (Beschwerde-

beilage 11). Hingegen war die Beschwerde in formeller wie auch in mate-

rieller Hinsicht von vornherein aussichtslos. Die formelle Rüge bezog sich 

hauptsächlich auf vorsorgliche Anordnungen, die nicht mehr Gegenstand 

des Verfahrens sind (vgl. vorne Erw. I/3.1 und II/1). Die materiellen Bean-

standungen betrafen vorab die Sachverhaltsfeststellung. Sie waren jedoch 

a priori zu wenig substantiiert; der Beschwerdeführer setzte sich gar nicht 

mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinander und wiederholte – unbe-

sehen von der klaren Beweislage – seine bereits vor der Vorinstanz vertre-

tenen, gänzlich unbelegten Behauptungen (vgl. vorne Erw. II/2). Auch der 

vorinstanzlichen Würdigung seiner Versäumnisse als mannigfache 

Verstösse gegen seine Verpflichtungen als Hundehalter hatte der Be-

schwerdeführer nichts Wesentliches entgegenzusetzen (vgl. vorne 

Erw. II/3 f.). Der Beschwerde waren somit von vornherein keine realisti-

schen Erfolgsaussichten beschieden. Dies gilt auch in Bezug auf die Rüge 

der Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (vgl. vorne Erw. II/5 f.), 

zumal der Beschwerdeführer im Rahmen seiner diesbezüglichen Argumen-

tation seine gewichtigen Verfehlungen weitestgehend ausblendet. Hinzu 

kommt, dass die Vorinstanz zugunsten des Beschwerdeführers entschied, 

dass die Aufhebung des Obhuts- und Halteverbots bereits nach drei Jahren 

beantragt werden kann. Insgesamt können dem Beschwerdeführer die un-

entgeltliche Rechtspflege und -vertretung nicht gewährt werden. 

 

Die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und -vertre-

tung erst mit dem Endentscheid ist vorliegend unproblematisch. Das Ge-

such wurde zusammen mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde einge-

reicht. Die Beschwerdeantwort wurde zur Kenntnisnahme zugestellt; die 

nachfolgend eingereichte Replik beschränkte sich in der Sache auf knapp 

zwei Seiten. Wesentliche Kosten sind mithin nach Einreichung des Ge-

suchs nicht mehr entstanden. 

 

 - 23 - 

 

 

 

2.3. 

Somit ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertre-

tung abzuweisen. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung wird abgewie-

sen. 

 

3. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 2'000.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 296.00 gesamthaft Fr. 2'296.00 sind vom Beschwerdeführer zu be-

zahlen. 

 

4. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter) 

das Departement Gesundheit und Soziales (DGS), Generalsekretariat 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 - 24 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 27. Januar 2022 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Michel Meier