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**Case Identifier:** 22d10e0a-ff97-5df0-9d96-7c7c9bdb2e98
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.12.2023 200 2023 559
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-559_2023-12-07.pdf

## Full Text

200 23 559 AHV publiziert in BVR 2024 S. 222
JAP/ZID/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Dezember 2023

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern 
Abteilung Leistungen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 7. Juli 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Dez. 2023, AHV/23/559, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
leidet seit der Geburt an einer Osteogenesis imperfecta (Glasknochener-
krankung; Akten der Ausgleichskasse des Kantons Bern [AKB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 3.3/178 und /180 ff.). Weiter be-
steht u.a. eine respiratorische Globalinsuffizienz mit Asthma bronchiale und 
Dyspnoe, weshalb sie in der Nacht auf eine mit Sauerstoff kombinierte Be-
atmung mittels BIPAP-Gerät (biphasischer positiver Atemwegsdruck) an-
gewiesen ist (AB 177/11, 182/5, 194/2). Sie bezog von der Invalidenversi-
cherung (IV) ab 1970 – mit Unterbruch (AB 3.3/119, /132, /145) – eine Hilf-
losenentschädigung (AB 3.3/164), ab 1975 eine IV-Rente (AB 3.3/125 f.) 
sowie ab 2014 einen Assistenzbeitrag (AB 192, 202, 371, 467). Nach dem 
Erreichen des ordentlichen Rentenalters im Oktober 2021 wurde der Assis-
tenzbeitrag der IV durch einen solchen der Alters- und Hinterlassenenver-
sicherung (AHV) abgelöst (Besitzstand; vgl. AB 493). Die AKB setzte mit 
unangefochten gebliebener Verfügung vom 6. September 2022 den Assis-
tenzbeitrag infolge Verminderung des Assistenzbedarfs revisionsweise 
herab, wobei sie hinsichtlich der Nachtpräsenz darauf hinwies, dass nicht 
beanspruchte Nächte unter bestimmten Voraussetzungen in Standardstun-
den umgerechnet und tagsüber genutzt werden könnten (AB 494). Mit Ge-
such vom 7. Februar 2023 beantragte die Versicherte die Umwandlung von 
Nachtpauschalen in Standardstunden. Zur Begründung gab sie an, in der 
Nacht bereits vom Verein C.________ betreut zu werden (AB 511; vgl. 
auch AB 520). Mit Verfügung vom 22. März 2023 verneinte die AKB einen 
Anspruch auf eine entsprechende Umwandlung und begründete dies damit, 
die Versicherte habe ausserhalb des Assistenzbeitrags den Verein 
C.________ beauftragt und die entsprechenden Kosten auch selber über-
nommen (AB 522); daran hielt sie auf Einsprache hin (AB 527) mit Ent-
scheid vom 7. Juli 2023 fest (AB 538).

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B.

Mit Eingabe vom 20. Juli 2023 liess die Versicherte, vertreten durch 
B.________, Beschwerde erheben. Sie beantragt, in Aufhebung des ange-
fochtenen Entscheids sei die Umwandlung der Nachtpauschalen in Tages-
stunden zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2023 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 84 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, 
ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 7. Juli 2023 
(AB 538). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf einen Assistenzbei-

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trag und dabei insbesondere die Umrechnung von nicht fakturierten Nacht-
pauschalen in Standardstunden für die Hilfeleistung während des Tages.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Hat eine Person bis zum Erreichen des Rentenalters oder bis zum 
Rentenvorbezug einen Assistenzbeitrag der IV bezogen, so wird ihr der 
Assistenzbeitrag höchstens im bisherigen Umfang weitergewährt. Für den 
Anspruch und den Umfang gelten die Artikel 42quater - 42octies des Bundes-
gesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; 
SR 831.20) sinngemäss (Art. 43ter AHVG; vgl. auch Rz. 1015 ff. des vom 
Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV] herausgegebenen Kreisschrei-
bens über den Assistenzbeitrag [KSAB] in der seit dem 1. Januar 2015 
gültigen Fassung mit Stand 1. Januar 2022). Die Besitzstandsregelung von 
Art. 43ter AHVG bezieht sich auf den Umfang der in den einzelnen Lebens-
bereichen benötigten Hilfeleistungen (vgl. BBl 2010 1915) und schliesst 
damit eine betragsmässige Erhöhung der Leistungen bei gleichbleibendem 
Anspruch, beispielsweise durch Teuerungsanpassungen oder nachträgli-
che Änderung der Pauschalansätze, nicht aus (vgl. Rz. 1016 KSAB).

2.2 Der Assistenzbeitrag bezweckt die Unterstützung der selbstbe-
stimmten und eigenverantwortlichen Lebensführung in einer Privatwohnung 
(BGE 140 V 543 E. 3.5.2 S. 554). Anspruch haben Versicherte, denen eine 
Hilflosenentschädigung der IV nach Art. 42 Abs. 1 - 4 IVG ausgerichtet 
wird, die zu Hause leben und die volljährig sind (Art. 42quater Abs. 1 
lit. a - c IVG). Ein Assistenzbeitrag wird gewährt für Hilfeleistungen, die von 
der versicherten Person benötigt und regelmässig von einer natürlichen 
Person (Assistenzperson) erbracht werden, die von der versicherten Per-
son 

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oder ihrer gesetzlichen Vertretung im Rahmen eines Arbeitsvertrages an-
gestellt wird und weder mit der versicherten Person verheiratet ist, mit ihr in 
eingetragener Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft 
führt noch in gerader Linie mit ihr verwandt ist (Art. 42quinquies lit. a und b 
IVG). Damit ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird, müssen die Hilfeleis-
tungen durch natürliche Personen erbracht werden; nicht vergütungsfähig 
sind demnach Hilfeleistungen, die durch stationäre (Heime, Spitäler, psych-
iatrische Kliniken) oder teilstationäre Institutionen (Werk-, Tages- und Ein-
gliederungsstätten) sowie durch Organisationen und andere juristische 
Personen erbracht werden (Rz. 3012 KSAB). Direkte Familienangehörige 
werden für ihre Hilfeleistung nicht mit dem Assistenzbeitrag entschädigt 
(Rz. 3013 KSAB).

2.3 Grundlage für die Berechnung des Assistenzbeitrags ist die für die 
Hilfeleistungen benötigte Zeit (Art. 42sexies Abs.1 erster Satz IVG). Von der 
benötigten Zeit in Abzug gebracht wird nach Art. 42sexies Abs. 1 IVG die Zeit, 
die folgenden Leistungen entspricht: (a) der Hilflosenentschädigung nach 
den Art. 42 - 42ter IVG; (b) den Beiträgen für Dienstleistungen Dritter anstel-
le eines Hilfsmittels nach Art. 21ter Abs. 2 IVG; (c) dem für die Grundpflege 
ausgerichteten Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an 
Pflegeleistungen nach Art. 25a des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10).

Der Bundesrat legt unter anderem die Bereiche und die minimale und ma-
ximale Anzahl Stunden, für die ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird, so-
wie die Pauschalen für Hilfeleistungen pro Zeiteinheit im Rahmen des As-
sistenzbeitrags fest (Art. 42sexies Abs. 4 lit. a und b IVG). Von dieser Kompe-
tenz hat der Bundesrat unter anderem insoweit Gebrauch gemacht, als 
nach Art. 39c lit. i der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung (IVV; SE 831.201) Hilfsbedarf (unter anderem) für Nacht-
dienst anerkannt werden kann (Rz. 4096 KSAB).

2.4 Massgebend ist der Bedarf an Hilfe, der aufgrund der behinde-
rungsbedingten Situation notwendig ist, unabhängig davon, ob die Hilfe 
tatsächlich in Anspruch genommen wird; individuelle Gegebenheiten sind 
dabei ausser Acht zu lassen (Rz. 4008 KSAB). Der Assistenzbeitrag für 
den Nachtdienst wird dabei nach der Intensität der zu erbringenden Hilfe-

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leistung pauschal festgelegt (Art. 39f Abs. 3 Satz 1 IVV). Im Rahmen der 
Weiterentwicklung der IV (WEIV; AS 2021 705), welche per 1. Januar 2022 
in Kraft trat, wurde Art. 39i Abs. 2bis IVV neu eingefügt. Nach dieser Be-
stimmung darf ausschliesslich die Pauschale für den Nachtdienst in Rech-
nung gestellt werden; sie kann in Rechnung gestellt werden, sofern sich 
eine Assistenzperson für einen Einsatz zur Verfügung hält. Nicht in Rech-
nung gestellte Pauschalen für den Nachtdienst können auch während des 
Tages eingesetzt und angerechnet werden; für die Anrechnung am Tag 
wird die Pauschale für den Nachtdienst in Stunden umgerechnet, indem sie 
durch den Stundenansatz nach Artikel 39f Abs. 1 IVV geteilt wird (Art. 39i 
Abs. 2ter IVV). In diesem Fall müssen die versicherten Personen erklären, 
wieso sie die Nächte nicht in Rechnung gestellt haben; ohne klare Begrün-
dung wird anhand einer Revision der Hilfebedarf in der Nacht nicht mehr 
anerkannt (Rz. 4077.1 KSAB). Nächte, die im Heim bzw. im Spital ver-
bracht werden, sowie Nächte, die von der Spitex geleistet werden, können 
nicht in Stunden umgewandelt werden (Rz. 4077.2 KSAB). Wird die Hilfe in 
der Nacht durch eine Spitexorganisation und von der Krankenkasse bzw. 
bei Minderjährigen von der IV (z.B. als medizinische Langzeitüberwachung) 
übernommen, wird der Hilfebedarf entsprechend der Anzahl von der Orga-
nisation erbrachten Nächte reduziert (eine Nacht = 14 %; Rz. 4077 KSAB).

Der Hilfebedarf wird mit Hilfe eines standardisierten Abklärungsinstruments 
(FAKT) sowohl für direkte als auch für indirekte Hilfeleistungen ermittelt 
(Rz. 4005 KSAB mit Hinweis auf BGE 140 V 543, 148 V 408 E. 2.2 S. 410). 
Der Hilfebedarf jedes (Teil-)Bereichs ist in fünf Stufen eingeteilt (von Stufe 
0 = kein Bedarf, volle Selbständigkeit bis Stufe 4 = umfassender Bedarf, 
keinerlei Selbständigkeit); jede Stufe umfasst Zeitwerte entsprechend des 
Hilfebedarfs (Rz. 4009 und Anhang 3 KSAB).

3.

3.1 Der Hilfebedarf der Beschwerdeführerin im Bereich Nachtdienst ist 
ausgewiesen und unbestritten. Die Beschwerdegegnerin reihte die Be-
schwerdeführerin in der Stufe 3 ein, somit entspricht eine Nacht 3.48 Stun-
den (AB 494; vgl. Rz. 4013, 4077.1 und Anhang 3 KSAB). Die Beschwer-

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deführerin lässt sich in der Nacht regelmässig (vgl. AB 522/1) nicht durch 
eine Assistenzperson, sondern durch den Verein C.________ betreuen 
(Beschwerde S. 1; AB 526; vgl. auch IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] 
S. 3).

3.1.1 Diesbezüglich sieht die Beschwerdeführerin Art. 39i Abs. 2ter IVV als 
erfüllt an, da sie für den Verein C.________ gemäss ihren Angaben selber 
aufkomme und diese Dienstleistung der Beschwerdegegnerin nicht in 
Rechnung stelle. Es gelte zu beachten, dass es sich bei Heimen, Spitälern 
und der Spitex um Institutionen handle, die über einen anderen Kostenträ-
ger (Krankenkasse, allenfalls Ausgleichskasse) finanziert würden. Ob die 
versicherte Person in der Nacht Angehörige oder den Verein C.________ 
finanziell abgelte, spiele keine Rolle, werde doch in beiden Fällen ein Le-
ben zu Hause ermöglicht, wenn keine Assistenzpersonen gefunden werden 
könnten. Schliesslich beweise die Inanspruchnahme des Vereins 
C.________ einen weiterhin bestehenden Bedarf in der Nacht (AB 527/2 
sowie Beschwerde).

3.1.2 Demgegenüber begründet die Beschwerdegegnerin ihre Haltung, 
wonach die vom Verein C.________ erbrachten (und von der Beschwerde-
führerin bezahlten) Nachdienste resp. die (dadurch der AHV nicht in Rech-
nung gestellten) Pauschalen nicht während des Tages eingesetzt und an-
gerechnet werden könnten, damit, dass diese Betreuung ausserhalb des 
Assistenzbeitrags erfolgt sei. In diesem Zusammenhang verweist sie auf 
Rz. 4077.2 KSAB (vgl. E. 2.4 hiervor) und folgert daraus, dass nur nicht 
abgerechnete Pauschalen für den Nachdienst in Standardstunden umge-
wandelt werden könnten, wenn der Nachtdienst unentgeltlich z.B. durch 
Familienangehörige erfolgt sei. Es sei den versicherten Personen nämlich 
häufig schwergefallen, Assistenzpersonen für die Nacht zu finden, weshalb 
oftmals Angehörige die Nächte hätten übernehmen müssen, ohne dafür 
bezahlt zu werden. Darüber hinaus ermögliche die Umwandung der Nacht-
pauschale in Tagesstunden der versicherten Person, tagsüber mehr Per-
sonal einzustellen, was wiederum die Angehörigen entlaste, zumal die Hilf-
losenentschädigung nur den Tagesstunden angerechnet werde (AB 517/1, 
522/1 f.). Schliesslich handle es sich beim Verein C.________ nicht um 
eine natürliche Person, sondern um eine – Spitälern, Heimen und der Spi-

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tex analoge – Institution, welche nicht befugt sei, Hilfeleistungen im Rah-
men des Assistenzbeitrags zu erbringen (AB 538/3; vgl. zum Ganzen auch 
die Beschwerdeantwort).

3.2

3.2.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestim-
mung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen 
möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter 
Berücksichtigung aller Auslegungselemente (grammatikalisches, histori-
sches, zeitgemässes, systematisches und teleologisches Element [vgl. 
SVR 2005 ALV Nr. 6 S. 20 E. 3.3]). Abzustellen ist dabei namentlich auf die 
Entstehungsgeschichte der Norm und ihren Zweck, auf die dem Text zu 
Grunde liegenden Wertungen sowie auf die Bedeutung, die der Norm im 
Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt. Die Gesetzesmaterialien 
sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber als Hilfsmittel, um 
den Sinn der Norm zu erkennen. Das Bundesgericht hat sich bei der Aus-
legung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen 
und nur dann allein auf das grammatikalische Element abgestellt, wenn 
sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergab (BGE 147 V 55 
E. 5.1 S. 58).

3.2.2 Eine Lücke im Gesetz besteht, wenn sich eine Regelung als unvoll-
ständig erweist, weil sie jede Antwort auf die sich stellende Rechtsfrage 
schuldig bleibt oder eine Antwort gibt, die aber als sachlich unhaltbar ange-
sehen werden muss. Hat der Gesetzgeber eine Rechtsfrage nicht überse-
hen, sondern stillschweigend – im negativen Sinn – mitentschieden (qualifi-
ziertes Schweigen), bleibt kein Raum für richterliche Lückenfüllung (BGE 
148 V 84 E. 7.1.2 S. 96, 134 V 182 E. 4.1 S. 185). Herrschende Lehre und 
bundesgerichtliche Rechtsprechung unterscheiden echte und unechte 
Lücken. Während bei einer echten Lücke eine sich unvermeidlich stellende 
Rechtsfrage nicht beantwortet wird und das Gericht diese unter Rückgriff 
auf die ratio legis zu schliessen hat, liegt bei einer unechten Lücke eine 
sachlich unbefriedigende Antwort vor, deren Korrektur den rechtsanwen-
denden Organen grundsätzlich nicht bzw. nur unter strengen Vorausset-
zungen erlaubt ist (BGE 129 V 1 E. 4.1.1 S. 6).

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3.2.3 Verordnungsrecht ist gesetzeskonform auszulegen. Es sind die ge-
setzgeberischen Anordnungen, Wertungen und der in der Delegationsnorm 
eröffnete Gestaltungsspielraum mit seinen Grenzen zu berücksichtigen. 
Auch ist den Grundrechten und verfassungsmässigen Grundsätzen Rech-
nung zu tragen und zwar in dem Sinne, dass – sofern durch den Wortlaut 
(und die weiteren massgeblichen normunmittelbaren Auslegungselemente) 
nicht klar ausgeschlossen – der Verordnungsbestimmung jener Rechtssinn 
beizumessen ist, welcher im Rahmen des Gesetzes mit der Verfassung 
(am besten) übereinstimmt (verfassungskonforme oder verfassungsbezo-
gene Interpretation; BGE 147 V 328 E. 4.1 S. 331).

3.2.4 Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen 
und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll 
sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Ein-
zelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 
gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne 
triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeu-
gende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird 
dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsglei-
che Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 147 
V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). Das Gericht weicht jedoch 
insoweit von Weisungen ab, als sie nicht gesetzmässig sind bzw. in Er-
mangelung gesetzlicher Vorschriften mit den allgemeinen Grundsätzen des 
Bundesrechts nicht im Einklang stehen (BGE 132 V 121 E. 4.4 S. 125).

3.3 Der Assistenzbeitrag wurde im Rahmen der 6. IV-Revision, erstes 
Massnahmenpaket (IV-Revision 6a), als neue Versicherungsleistung einge-
führt (AS 2011 5659). Der entsprechende Umbau des Leistungssystems im 
Bereich der Hilflosenentschädigung bezweckte die Verbesserung der 
Voraussetzungen, trotz einer Behinderung zu Hause wohnen zu können 
und pflegende Angehörige zu entlasten. Weil die Hilfe stärker an die Be-
dürfnisse der Menschen mit einer Behinderung angepasst ist, können diese 
ihr Leben selbstbestimmter gestalten und sich besser in die Gesellschaft 
und die Berufswelt integrieren (BBI 2010 1820; vgl. auch BGE 140 V 113 
E. 4 S. 114). Die Grundidee von Assistenzmodellen ist, dass Menschen mit 
einer Behinderung möglichst weitgehend selber bestimmen können, wer 

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ihnen wann, wo und wie die notwendige Hilfe leistet für Handlungen des 
täglichen Lebens, die sie aufgrund einer Behinderung nicht selbständig 
durchführen können. Ein wesentliches Instrument dazu ist die Ausrichtung 
finanzieller Mittel direkt an die Betroffenen. Damit können sie Personen 
auswählen und entlöhnen, welche sie unterstützen (Assistenzpersonen). 
Assistenzmodelle beziehen sich auf den privaten Wohnbereich und den 
Arbeitsbereich, jedoch nicht auf den institutionellen Bereich (Heime, Werk- 
und Tagesstätten; BBI 2010 1835; vgl. auch BBI 2010 1865). Der Assis-
tenzbeitrag darf nur im Umfang der tatsächlich erbrachten und entschädig-
ten Hilfeleistungen ausgerichtet werden und die Hilfeleistungen müssen 
durch eine anerkannte Assistenzperson erbracht werden (BBI 2010 1866; 
Art. 42quinquies und 42sexies IVG). Als intra- bzw. intersystemische Koordinati-
onsnorm bestimmt Art. 42sexies Abs. 1 lit. a - c IVG, dass vom zeitlichen 
Aufwand die bereits durch andere Leistungen (Hilflosenentschädigung mit 
Ausnahme des Intensivpflegezuschlags, Dienstleistungen Dritter anstelle 
eines Hilfsmittels, Grundpflege der obligatorischen Krankenpflegeversiche-
rung) abgedeckte Zeit abgezogen wird. Zudem gewährt die IV (und damit 
auch die AHV) in Abweichung zu Art. 64 Abs. 1 und 2 ATSG keinen Assis-
tenzbeitrag für Hilfeleistungen, die durch den Pflegebeitrag nach Art. 25a 
KVG abgedeckt werden. Art. 39i Abs. 2ter IVV wurde vom Bundesrat als 
Ausführungsbestimmung der per 1. Januar 2022 in Kraft gesetzten Weite-
rentwicklung der IV eingeführt. Da sich aus den historischen und systema-
tischen Auslegungselementen keine entscheidwesentlichen Erkenntnisse 
gewinnen lassen, stehen zur Interpretation dieser Norm die grammatikali-
schen und teleologischen Elemente im Vordergrund (vgl. E. 3.4 f. nachfol-
gend).

3.4 Dem Wortlaut von Art. 39i Abs. 2bis IVV lässt sich keine Beschrän-
kung der Umwandlung auf bestimmte Arten der alternativen Abdeckung 
des Hilfsbedarfs in der Nacht, insbesondere nicht auf eine solche durch 
Angehörige, entnehmen. Nach rein grammatikalischer Auslegung der über-
einstimmenden drei Sprachfassungen ist deshalb grundsätzlich nicht 
massgebend, wie der Hilfebedarf abgedeckt wurde. Jedenfalls ist aber auf-
grund der auf Gesetzesstufe verankerten Vorgaben vorausgesetzt, dass 
weiterhin ein tatsächlicher Hilfebedarf für den Aufenthalt in der Privatwoh-
nung besteht und die gesetzlichen Koordinationsregeln eingehalten werden 

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(vgl. E. 3.3 hiervor). So sieht Rz. 4077.2 KSAB denn auch vor, dass Nächte 
nicht in Stunden umgewandelt werden können, die im Heim bzw. im Spital 
verbracht oder von der Spitex geleistet werden. Damit wird einerseits der 
Subsidiarität gegenüber der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 
(Art. 42sexies Abs. 1 lit. c und Abs. 2 IVG) Nachachtung verschafft und ande-
rerseits eine Abgrenzung zum (nicht vom Assistenzmodell erfassten [vgl. 
E. 3.3 hiervor]) institutionellen Bereich vorgenommen (Art. 42sexies Abs. 2 
IVG).

3.5 Gemäss dem erläuternden Bericht (nach Vernehmlassung) des 
BSV zu den Ausführungsbestimmungen zur WEIV vom 3. November 2021 
(nachfolgend Erläuterungen des BSV; abrufbar unter <www.bsv.admin.ch>, 
Rubrik: Sozialversicherungen/Invalidenversicherung IV/Reformen & Revisi-
onen/Weiterentwicklung der IV/Gesetze und Verordnungen/Erläuterungen) 
kommt es vor, dass die Assistenzleistung in einigen Nächten von einem 
Familienmitglied der versicherten Person erbracht wird, bspw. am Wo-
chenende vom Ehepartner. Die Umrechnung der eingesparten Nachtpau-
schalen in Stunden zugunsten der Assistenz während des Tages erlaube 
der versicherten Person mehr Flexibiliät (Ausführungen zu Art. 39i Abs. 2ter 
IVV, S. 58). Die Erläuterungen in französischer und italienischer Sprache 
stimmen hiermit überein. Zwar stützen die Materialien den Verweis der Be-
schwerdegegnerin auf die Familienmitglieder. Die von der Beschwerde-
gegnerin daraus abgeleitete einschränkende Bedeutung lässt sich dem 
Bericht jedoch nicht entnehmen. Es kann damit auch gestützt auf die Mate-
rialien keine vom Bundesrat (zumindest implizit) mitbeschlossene Ein-
schränkung ausgemacht werden. Damit ist die Frage zu klären, ob das 
Fehlen einer entsprechenden (ausdrücklichen) Bestimmung als echte (vom 
Gericht im Sinne der Auslegung der Beschwerdegegnerin zu schliessende) 
Lücke zu betrachten ist (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Dies ist nicht der Fall, da sich 
– wie aufzuzeigen sein wird (vgl. E. 3.6 hiernach) – die Rechtsfrage durch 
die Auslegung von Art. 39i Abs. 2ter IVV beantworten lässt (vgl. BGE 129 V 
1 E. 4.1.1 S. 6)

3.5.1 Die gemäss Materialien gewünschte Flexibilisierung wird grundsätz-
lich unabhängig davon erreicht, wie die versicherte Person den nächtlichen 
Hilfebedarf anstelle der Assistenzperson abdeckt. Die teleologische Be-

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trachtung spricht demnach – unbesehen der vom BSV exemplarisch er-
wähnten Familienmitgliedern – nicht für eine inhaltliche Einschränkung in 
dem Sinne, dass eine Umrechnung nur statthaft wäre, wenn anstelle der 
Assistenzperson nahe Angehörige beigezogen werden, welche die Nächte 
als Gefälligkeit unentgeltlich abdecken. Auch die in Rz. 4077.1 KSAB vor-
gesehene Begründungspflicht zielt offensichtlich nicht auf eine diesbezügli-
che Einschränkung hin, sondern soll vielmehr sicherstellen, dass die Ver-
waltung den Hilfebedarf überprüfen kann, sollten sich aus dem Verzicht auf 
die Nutzung der Nachtpauschale Anhaltspunkte gegen die bisherige An-
nahme einer Unterstützungsbedürftigkeit in der Nacht und damit Indizien 
für eine revisionsrechtlich relevante Veränderung ergeben.

3.5.2 Soweit die Beschwerdegegnerin argumentiert, es dürften nur Näch-
te umgewandelt werden, in denen eine natürliche Person unentgeltlich Hilfe 
leistet (AB 538/3 Ziff. II lit. c Ziff. 15; Beschwerdeantwort S. 2 lit. C.b Ziff. 4), 
findet dies weder im Wortlaut (vgl. E. 3.4 hiervor) noch in den Materialien 
(vgl. E. 3.3 hiervor) eine Grundlage. Der seitens der Beschwerdegegnerin 
angeführte Art. 43quinquies (recte: Art. 42quinquies) IVG definiert unter dem Titel 
"Gedeckte Hilfeleistungen" die Assistenzperson zwar als natürliche Person 
(vgl. auch Rz. 3012 KSAB). Als kumulatives Kriterium wird in lit. b der be-
sagten Bestimmung aber gleichzeitig gefordert, dass die natürliche Person 
weder mit der versicherten Person verheiratet ist, mit ihr in eingetragener 
Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft führt noch in 
gerader Linie mit ihr verwandt ist. Mit Art. 39i Abs. 2ter IVV wird (im weites-
ten Sinne und indirekt) der Grundsatz durchbrochen, wonach mit dem As-
sistenzbeitrag nur durch Assistenzpersonen effektiv erbrachte Hilfeleistun-
gen abgedeckt werden sollen (vgl. E. 3.5 hiervor). Dies insoweit, als ein im 
Rahmen des Abklärungsprozesses für den Assistenzbeitrag an sich nicht 
erhobener Aufwand am Tag durch den Transfer der Nachtpauschale auf 
den Tag abgegolten werden kann. Ausgehend davon, dass dieser Aufwand 
bis anhin von anderen Personen erbracht wurde. Es entspricht nach den 
Materialien demnach jedenfalls dem Willen des Verordnungsgebers, nachts 
ausnahmsweise Personen innerhalb der engen Familie einzusetzen, die 
von vornherein nicht als Assistenzpersonen in Frage kommen (vgl. Erläute-
rungen des BSV, a.a.O.). Damit ist jedoch nicht gesagt, dass es mit dem 
Einsatz von Angehörigen für die Anwendung des Art. 39i Abs. 2ter IVV sein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Dez. 2023, AHV/23/559, Seite 13

Bewenden haben muss. Denn für eine rechtsgleiche Anwendung (vgl. 
Art. 8 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) dieser Bestimmung ist zu be-
achten, dass es nicht um eine Abgeltung von Leistungen geht, die Angehö-
rige im Rahmen der Schadenminderungspflicht erbringen, wären diese 
doch so oder anders, ohne dass sie bei der Invalidenversicherung in An-
schlag gebracht werden könnten, zu erbringen. Mit der hier zur Diskussion 
stehenden Bestimmung wurde vielmehr eine Umwandlungsmöglichkeit 
geschaffen, bei der es keine Rolle spielt, ob die ausserhalb des Assistenz-
beitrags in der Nacht erbrachte Leistung entgeltlich oder unentgeltlich er-
bracht wird. Entscheidend ist einzig, dass die Assistenz in der Nacht der 
Abklärung der IV entsprechend notwendig ist und tatsächlich erbracht wird, 
jedoch der IV nicht in Rechnung gestellt wird und diese damit entlastet. 
Daraus folgend ist deshalb ebenfalls unwesentlich ob die Leistung von An-
gehörigen oder von Dritten erbracht wird; beachtlich ist unter dem Rechts-
gleichheitsgrundsatz allemal, dass wer keine Angehörigen hat, sich in der 
gleichen Situation wie Personen mit helfenden Angehörigen befinden kann 
und entsprechend auf ein externes Helfernetzwerk zurückgreifen muss und 
kann. Auch in Fällen wie dem vorliegenden, wo eine Person nicht auf An-
gehörige zurückgreifen kann und die Leistung ausserhalb des Assistenz-
beitrags entgeltlich bei einem Drittanbieter bezieht, ist deshalb die Um-
wandlung möglich.

3.5.3 Vor diesem Hintergrund ist kein Grund ersichtlich, weshalb die 
nächtliche Hilfe nicht auch ausnahmsweise über eine juristische Person 
organisiert werden können soll. Diese Stossrichtung ist denn auch mit der 
ratio legis des mit der IV-Revision 6a neu geschaffenen Versicherungsan-
spruchs vereinbar (vgl. E. 3.3 hiervor): Ein selbstbestimmteres Leben zu 
Hause wird unabhängig davon gefördert, ob ausnahmsweise Familienan-
gehörige für den Nachtdienst einspringen oder ob hierfür bspw. das Ange-
bot eines gemeinnützigen Vereins in Anspruch genommen wird. Anhalts-
punkte dafür, dass der durch Nicht-Assistenzpersonen geleistete Nacht-
dienst in jedem Fall unentgeltlich erfolgt sein muss, ergeben sich weder 
aus dem Wortlaut noch aus den Materialien der Ausführungsbestimmung. 
Schranken bilden – wie bereits erwähnt – jedoch die Aspekte der Leis-
tungskoordination sowie die Abgrenzung zum institutionellen Bereich (vgl. 
E. 3.4 hiervor und E. 3.5.4 hiernach).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Dez. 2023, AHV/23/559, Seite 14

3.5.4 Im Zusammenhang mit der Leistungskoordination von besonderer 
Bedeutung sind die Ergänzungsleistungen (EL). So finden sich in den Ak-
ten des vorliegenden Verfahrens denn auch verschiedene Hinweise dafür, 
dass die vom Verein C.________ geleisteten Stunden während der Nacht 
zwar von der Beschwerdeführerin direkt bezahlt wurden, sie diese jedoch 
gegenüber den EL (wohl als Krankheits- und Behinderungskosten im Sinne 
von Art. 3 Abs. 1 lit. b und 14 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2006 über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und 
Invalidenversicherung [ELG; SR 831.30]) geltend machen konnte (vgl. 
AB 185 [FAKT 8/58], 464 und IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 3, Ein-
trag vom 30. August 2022). Dies ändert zwar nichts daran, dass die Um-
wandlung der Nachtpauschale in Tagstunden im Grundsatz möglich bleibt, 
hat jedoch zur Folge, dass allfällige hierfür gesprochene und ausgerichtete 
EL, rückabgewickelt werden müssen. Sinn und Zweck des Art. 39i Abs. 2ter 
IVV ist es, eine Umwandlung einzig dann zu ermöglichen, wenn der Nacht-
dienst unentgeltlich oder jedenfalls nicht vom Gemeinwesen mit EL gegen-
finanziert erbracht wurde. Oder anders gesagt: Es sind grundsätzlich drei 
sich ausschliessende Varianten denkbar: Die primäre Lösung des Gesetz-
gebers ist, dass der Nachtdienst durch Assistenzpersonen erbracht und 
durch den Assistenzbeitrag finanziert wird. Daneben kann im Rahmen der 
zweiten (und vorliegend von der Beschwerdeführerin gewünschten) seit 
dem 1. Januar 2022 bestehenden Möglichkeit nach Art. 39i Abs. 2ter IVV 
der Nachtdienst von Dritten geleistet werden, ohne dass er von anderen 
Sozialversicherungsleistungen gedeckt würde, und dafür die Nachtpau-
schalen auf den Tag verschoben werden. Nicht ausgeschlossen ist 
schliesslich die dritte Möglichkeit, dass die Leistungen in der Nacht so be-
zogen werden, dass sie (soweit die entsprechenden zweigspezifischen 
Voraussetzungen erfüllt sind) über die EL finanziert werden; dann aber ist 
eine Umwandlung der nicht genutzten Nachtpauschalen in Standardstun-
den für die Hilfeleistung während des Tages (auch weiterhin) ausgeschlos-
sen. Denn eine Leistungsausweitung innerhalb des Zweigs der ersten Säu-
le in der Weise, dass für den in der Assistenzbeitragsberechnung erhobe-
nen Aufwand in der Nacht EL bezogen werden und parallel dazu der hierfür 
an sich zugesprochene und vorgesehene IV- bzw. AHV-Assistenzbetrag 
auf den Tag verschoben wird, hat der Verordnungsgeber mit dem Erlass 
von Art. 39i Abs. 2ter IVV klarerweise nicht gewollt. So sehen denn auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Dez. 2023, AHV/23/559, Seite 15

Art. 14 Abs. 2 ELG i.V.m. Art. 10 Abs. 1 der kantonalen Einführungsverord-
nung vom 16. September 2009 zum Bundesgesetz über Ergänzungsleis-
tungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (EV ELG; 
BSG 841.311) ausdrücklich vor, dass der Assistenzbeitrag der IV bzw. der 
AHV in der EL von den ausgewiesenen Kosten abzuziehen ist. Wie es sich 
mit allfälligen solchen EL-Zahlungen im vorliegenden Fall tatsächlich ver-
hält, kann aufgrund der diesbezüglich unvollständigen Akten nicht absch-
liessend beurteilt werden. Dies wird von der Beschwerdegegnerin mit Blick 
auf eine allfällige Verrechnung bereits ausgerichteter – koordinationsrecht-
lich aber nachgelagerten – Leistungen vor der Auszahlung intern bei der 
Abteilung AEL (Ergänzungsleistungen) zu klären sein (vgl. dazu Rz. 10010 
ff. KSAB).

3.6 Damit besteht keine vom Gericht zu füllende Lücke in der bundes-
rätlichen Regelung und es ist als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass nicht 
in Rechnung gestellte Pauschalen für den Nachdienst gemäss Art. 39i 
Abs. 2ter IVV immer dann auch während des Tages eingesetzt werden kön-
nen, wenn die effektiv erbrachte nächtliche Hilfeleistung nicht durch die 
obligatorische Krankenpflegeversicherung finanziert wurde (bspw. Spitex) 
und sich die versicherte Person auch nicht in einer stationären oder teilsta-
tionären Institution im Sinne von Art. 42sexies Abs. 2 IVG aufhielt.

4.

4.1 Unter Berücksichtigung der Auslegung von Art. 39i Abs. 2ter IVV 
ergibt sich für den hier zu beurteilenden Fall das Folgende: Dass es sich 
beim (im Gegensatz zum Dachverband [vgl. SHAB-Publikation vom 6. Ok-
tober2022] nicht im Handelsregister figurierenden) gemeinnützigen Verein 
C.________ (vgl. dazu auch <…>, Rubrik: Menü/Information/Geschäfts-
stelle/Bern/Verein/Statuten … Schweiz – Kanton Bern) um eine juristische 
Person handelt, die nicht als Assistenzperson anerkannt werden könnte, 
schliesst die Anwendung von Art. 39i Abs. 2ter IVV nach dem Dargelegten 
(vgl. E. 3.5.2 f. hiervor) nicht aus (vgl. AB 538/3 Ziff. II lit. c Ziff. 14). Ferner 
handelt es sich auch nicht um eine "analoge Institution", welche unter 
Rz. 4077.2 KSAB zu subsumieren wäre (vgl. AB 538/3 Ziff. II lit. c Ziff. 15). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Dez. 2023, AHV/23/559, Seite 16

Der entsprechende Umwandlungs-Ausschluss bezieht sich – wie ebenfalls 
bereits aufgezeigt (vgl. E. 3.4 hiervor) – offensichtlich auf Art. 42sexies Abs. 1 
lit. c bzw. Abs. 2 IVG. Es ist weder ersichtlich noch wird seitens der Be-
schwerdegegnerin substanziiert aufgezeigt, inwiefern es sich beim Verein 
C.________ um eine Spitex-Organisation bzw. um eine stationäre oder 
teilstationäre Institution handeln soll. Was unter Letzterem zu verstehen ist, 
richtet sich in erster Linie nach Art. 3 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 
2006 über die Institutionen zur Förderung der Eingliederung von invaliden 
Personen (IFEG; SR 831.26; vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 42quater - 
42octies N. 8; FREY/MOSIMANN/BOLLIGER, AHVG/IVG Kommentar, 2018, 
Art. 42octies N. 4 mit Hinweis auf BGE 140 V 543 E. 3.5.2 S. 554 f.). Der 
Verein C.________ figuriert nicht in der Datenbank der Interkantonalen 
Vereinbarung für soziale Einrichtungen (IVSE; vgl. <www.sodk.ch>, Rubrik: 
IVSE/Datenbank IVSE). Es sind auch keine sachlichen Gründe ersichtlich, 
welche es rechtfertigen würden, die Vorgaben von Rz. 4077.2 KSAB per 
analogiam auf den Verein C.________ anzuwenden. 

4.2 Folglich hat die Beschwerdeführerin grundsätzlich Anspruch darauf, 
die nicht in Rechnung gestellten Nachtpauschalen während des Tages ein-
zusetzen und anzurechnen. Für die nicht beanspruchten Nächte kann sie 
(konkrete entsprechende Leistungen einer Assistenzperson vorausgesetzt) 
3.48 Stunden am Tag zusätzlich in Rechnung stellen (vgl. AB 494/2; 
Rz. 4013, 4077.1 und Anhang 3 KSAB). Dies führt zur Gutheissung der 
Beschwerde. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 7. Juli 2023 
(AB 538) ist aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie prüft, ob die zur Umwandlung geltend gemach-
ten Nächte (AB 626/9) sowie die zur Entschädigung gemeldeten zusätzli-
chen Standardstunden am Tag durch die im Verwaltungsverfahren ins 
Recht gelegten Unterlagen (AB 528/2-8) hinreichend belegt sind (vgl. dazu 
auch Rz. 6040.1 f. KSAB) sowie ob und inwieweit eine Leistungskoordina-
tion mit den EL (vgl. E. 3.5.4 hiervor) vorzunehmen ist; anschliessend wird 
sie mit neuer Verfügung eine entsprechende Leistungsabrechnung zu er-
stellen haben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Dez. 2023, AHV/23/559, Seite 17

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter <www.justice.be.ch>). Im Falle der Vertretung durch 
eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtspre-
chung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich 
qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer fachlich nicht qualifi-
zierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin durch D.________, Sozi-
alarbeiterin, von B.________ vertreten. Deren Kostennote vom 14. Sep-
tember 2023 ist nicht zu beanstanden. Entsprechend ist die Parteientschä-
digung auf Fr. 620.-- (7.75 h x Fr. 80.--) festzusetzen (die Mehrwertsteuer 
und Auslagen werden nicht geltend gemacht). Diesen Betrag hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Dez. 2023, AHV/23/559, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 7. Juli 2023 
aufgehoben und die Sache zum Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 620.--, zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, z.H. der Beschwerdeführerin
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Leistungen 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.