# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 255e1259-ebb6-5dee-86df-5e9e98d8ff31
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.09.2023 IV 2022/200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2022-200_2023-09-28.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/200

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.12.2023

Entscheiddatum: 28.09.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 28.09.2023
Art. 28 IVG, Invalidenrente. Die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
in angepasster Tätigkeit gemäss BEFAS-Abklärung vermag keine Zweifel an 
der im Administrativverfahren zuvor eingeholten externen gutachterlichen 
Einschätzung zu erwecken. Die Restarbeitsfähigkeit von 80 % ist 
verwertbar. Zum Erreichen eines rentenbegründenden IV-Grads müsste ein 
Tabellenlohnabzug von 20 % gewährt werden. Ein solcher rechtfertigt sich 
vorliegend nicht, folglich besteht kein Rentenanspruch. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 28. September 2023, IV 2022/200).

Entscheid vom 28. September 2023

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn (Vorsitz), Christiane Gallati Schneider und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Anita Hüsler

Geschäftsnr.

IV 2022/200

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, 

Zürcherstrasse 96, 8500 Frauenfeld,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 15. Juni 2015 unter Hinweis auf 

ein Bandscheiben-Leiden erstmals bei der IV-Stelle des Kantons Appenzell 

Innerrhoden zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle lehnte einen Anspruch der 

Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung mit Verfügung vom 

14. November 2017 ab (IV-act. 65). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das 

Kantonsgericht Appenzell Innerrhoden mit Entscheid vom 15. Mai 2018 ab, da von 

einer zumutbaren Verwertung der rein medizinisch-theoretischen 100%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen sei. Dieser Entscheid 

erwuchs in Rechtskraft (IV-act. 77 und 78).

A.a. 

Am 10. Oktober 2018 meldete sich die Versicherte nach einem Wohnsitzwechsel 

bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) erneut zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 81). Im Rahmen der durchgeführten medizinischen 

Abklärungen kam der RAD zu dem Schluss, die angestammte Tätigkeit der 

Versicherten in der Unterhaltsreinigung sei nicht mehr zumutbar. In einer optimal 

leidensangepassten Tätigkeit sei die Versicherte jedoch zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 

113). Dementsprechend teilte die IV-Stelle der Versicherten am 6. Februar 2019 formlos 

mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen bestehe (IV-

act. 116). Um eine beschwerdefähige Verfügung dieser Leistungsablehnung wurde 

seitens der anwaltlich vertretenen Versicherten nicht ersucht (vgl. IV-act. 117 ff.).

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Am 4. August 2020 meldete sich die Versicherte neuerlich bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an, unter Hinweis auf eine seit fünf Jahren bestehende schwere 

Lumbalgie und einen Bandscheibenvorfall (IV-act. 120). Nachdem die IV-Stelle mit 

Verfügung vom 7. Dezember 2020 – zufolge fehlender Glaubhaftmachung einer 

Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse "seit der letzten 

Verfügung" (Leistungsablehnung vom 6. Februar 2019) – auf das Leistungsbegehren 

nicht eingetreten war (IV-act. 141), hiess das Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten mit Entscheid vom 

25. August 2021 (IV 2021/15) gut. Es hob die Nichteintretensverfügung vom 

7. Dezember 2020 auf, ersetzte sie durch einen Eintretensentscheid und wies die 

Sache zur materiellen Prüfung der Wiederanmeldung vom 4. August 2020 an die IV-

Stelle zurück (IV-act. 159).

A.c. 

Nach Aufdatierung der medizinischen Aktenlage informierte die IV-Stelle die 

Versicherte mit Schreiben vom 18. Oktober 2021, dass sie eine externe, 

polydisziplinäre medizinische Untersuchung bzw. Begutachtung als notwendig erachte 

und räumte der Versicherten entsprechend das rechtliche Gehör ein (IV-act. 177). Die 

Versicherte wurde von der ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel 

(nachfolgend: ABI), für den 16. Februar 2022 zu einer persönlichen Untersuchung 

aufgeboten (IV-act. 195). Am 24. März 2022 erstatteten die Gutachter des ABI ihr 

interdisziplinäres MEDAS Gutachten. Als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter ein chronisches lumbales und dorsales 

Beckenschmerzsyndrom, chronische Nacken-Schulter-Arm-Handbeschwerden der 

dominanten rechten Seite sowie chronische Kniebeschwerden rechts fest. Hinsichtlich 

der Arbeitsfähigkeit gelangten die Gutachter zu dem Schluss, die Versicherte sei in 

ihrer bisherigen Tätigkeit noch zu 30 % arbeitsfähig. Hinsichtlich einer angepassten 

Tätigkeit definierten die Gutachter das Zumutbarkeitsprofil wie folgt: "Geeignet sind 

körperlich sehr leichte, immer wieder auch sitzende Verrichtungen unter 

Wechselbelastung. Das längere Stehen und Gehen, die Einnahme von 

Zwangshaltungen des Rumpfes, der wiederholte Einsatz der rechten oberen Extremität 

oberhalb Brustniveaus sowie das Heben und Tragen von Lasten über 5 kg sollten dabei 

vermieden werden. Es sollte sich auch um kognitiv einfache Tätigkeiten handeln." In 

einer solchen Tätigkeit könne die Versicherte während täglich maximal sieben bis acht 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stunden Präsenzzeit tätig sein. Die Leistungsfähigkeit während dieser Zeit sei leicht 

vermindert aufgrund eines etwas vermehrten Pausenbedarfs. Insgesamt beurteilten die 

Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt mit 

80 % (IV-act. 197).

Am 4. April 2022 nahm der RAD zum Gutachten des ABI Stellung. Dieses erfülle 

die versicherungsmedizinischen Anforderungen. Aus versicherungsärztlicher Sicht 

könne die administrative Entscheidung darauf abgestützt werden (IV-act. 203).

A.e. 

Ab dem 7. Juni 2022 wurde auf Anordnung der IV-Stelle eine beruflich-

medizinische Abklärung in der BEFAS B.___ durchgeführt. Im Schlussbericht vom 

14. Juli 2022 führten C.___ (Bereichsleiterin Abklärung & Integration), D.___ 

(Dipl. Berufs- und Laufbahnberaterin) sowie Dr. med. E.___ (Facharzt für Allgemeine 

Innere Medizin, Zertifizierter Arbeitsfähigkeitsassessor SIM) unter anderem aus, die 

Versicherte habe die regulären Arbeitszeiten nicht einhalten können. Schon in der 

ersten Woche sei das reguläre Pensum deutlich durch grosse Pausen und früheren 

Arbeitsschluss reduziert worden. Ab der zweiten Woche sei aufgrund dessen ein 50 %-

Pensum eingeführt worden, doch die Versicherte habe auch hierbei die Arbeitszeiten 

kaum einhalten können. Da die Schmerzen für sie kaum mehr erträglich gewesen seien, 

sei die Massnahme Mitte der dritten Woche (22. Juni 2022) in ärztlicher Absprache 

abgebrochen worden. Im berufsberaterischen Verlauf habe sich gezeigt, dass die 

Versicherte gerne Arbeiten würde, aber durch ihre körperlichen Beschwerden sehr 

limitiert sei. Zusätzlich zu den körperlichen Schmerzen leide sie an Bluthochdruck und 

unter der schwierigen Familiensituation zuhause ("finanzielle Unsicherheit, körperliche 

Schmerzen und gesundheitlich angeschlagener Mann"), was sich beides wiederum auf 

ihre Leistungsfähigkeit niedergeschlagen habe. Auch habe sie sehr schlecht 

geschlafen, da die Matratze in der Hotellerie die Schmerzen noch schlimmer gemacht 

habe. Schnell sei klar geworden, dass die Versicherte mit der gezeigten Präsenz- und 

Leistungsfähigkeit (Pensum von 2.5-3.5h pro Tag; Tempoleistung ca. 30 %) nicht mehr 

im ersten Arbeitsmarkt mithalten könne (IV-act. 221-5 f. und 221-15).

A.f. 

Am 21. Juli 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen Anspruch 

auf (weitere) berufliche Massnahmen habe (IV-act. 224).

A.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Mit Vorbescheid vom 1. September 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass – ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 20 % – kein Anspruch auf eine Rente 

bestehe (IV-act. 228).

A.h. 

Am 3. Oktober 2022 erhob die Versicherte Einwände gegen den Vorbescheid. 

Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, es sei nicht nachvollziehbar, dass mit den 

vom ABI definierten Einschränkungen immer noch eine Arbeitsfähigkeit von 80 % 

bestehen solle. Zumindest aber müsste bei der Bemessung des Invalideneinkommens 

ein deutlich höherer bzw. maximaler Abzug vom Tabellenlohn von 25 % gewährt 

werden, womit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde. Die 

Beurteilung des ABI hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit stehe auch 

im Widerspruch zu den durchgeführten beruflichen Massnahmen bzw. den 

Abklärungen im Rahmen der BEFAS in B.___, wonach die Leistungsfähigkeit der 

Versicherten auch in einer adaptierten Tätigkeit bei maximal 30 % liege. Auch dem 

beigelegten aktuellen ärztlichen Bericht des Hausarztes könne entnommen werden, 

dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit deutlich 

weniger als 80 % betrage (IV-act. 238-1 f.). Laut diesem Bericht von Dr. med. F.___, 

Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 27. September 2022 müsste die 

leidensangepasste Tätigkeit deutlich unter 80 % liegen und dürfe keine 

körperbelastenden Anforderungen stellen (IV-act. 238-3).

B.a. 

Am 7. November 2022 hielt der RAD fest, dass (aus seiner Sicht) – namentlich im 

Bericht von Dr. F.___ – keine neuen relevanten medizinischen Fakten beigebracht 

würden. Der Bericht zur BEFAS-Abklärung sei aus rein versicherungsmedizinischer 

Sicht nicht hinreichend plausibel nachvollziehbar bezüglich der dargestellten Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit. Es bleibe also aus Sicht des RAD bei den gutachterlichen 

Einschätzungen (IV-act. 239).

B.b. 

Mit Verfügung vom 10. November 2022 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der 

Versicherten auf eine Invalidenrente. Sie ging dabei weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit 

in adaptierter Tätigkeit von 80 % bzw. einem Invaliditätsgrad von 20 % aus. Für leichte 

Tätigkeiten könne ein maximaler Leidensabzug von 10 % gewährt werden. Auch bei 

B.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Vornahme eines solchen Abzugs würde kein IV-Grad von mindestens 40 % resultieren 

(IV-act. 242).

Am 9. Dezember 2022 erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Simon Krauter, Frauenfeld, Beschwerde gegen 

die vorerwähnte Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Sie 

beantragte, die Verfügung vom 10. November 2022 sei aufzuheben und ihr eine IV-

Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu ergänzenden medizinischen 

und/oder beruflichen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Verfahrenskosten seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und diese sei zu 

verpflichten, die Beschwerdeführerin vollumfänglich ausserrechtlich zuzüglich 

gesetzlicher Mehrwertsteuer zu entschädigen (act. G 1).

C.a. 

Mit Schreiben vom 15. Dezember 2022 wurde die Beschwerdeführerin vom 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen aufgefordert, einen Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- zu leisten (act. G 2). Dieser ging am 23. Dezember 2022 beim Gericht ein 

(act. G 3).

C.b. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. 

Februar 2023 die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt im Wesentlichen daran fest, 

dass auf das Gutachten des ABI vom 24. März 2022 abgestellt werden könne, die 

Arbeitsfähigkeit von 80 % in angepasster Tätigkeit verwertbar sei und sich kein höherer 

Tabellenlohnabzug rechtfertige, als die bereits berücksichtigten 10 % (act. G 4).

C.c. 

In ihrer Replik vom 29. März 2023 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest. Auf das Gutachten des ABI vom 24. März 2022 könne nicht abgestellt werden 

(act. G 8).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 11. April 2023 auf eine 

Duplik und hielt an ihren Ausführungen sowie ihrem Antrag in der Beschwerdeantwort 

fest (act. G10).

C.e. 

Mit Eingabe vom 28. Juni 2023 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht einen 

aktuellen Sprechstundenbericht von Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische 

C.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist ein möglicher Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin. In diesem Zusammenhang ist zwischen den Parteien 

insbesondere der Umfang der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer 

angepassten Tätigkeit umstritten.

2.  

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Facharzt für Chirurgie, vom 

26. Juni 2023 zukommen (act. G 12), worin als Diagnose eine symptomatische mediale 

Kniegelenksarthropathie rechts > links mit/bei femorotibialer medialer Chondropathie, 

Varusachse, Baker-Zyste und patellofemoraler Chondropathie rechts > links 

festgehalten wird. Aus dem Bericht geht sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin 

zwei Wochen zuvor operiert worden war. Der postoperative Verlauf sei normal (act. G 

12.1).

Am 30. August 2023 reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht einen weiteren 

ärztlichen Bericht ein, aus welchem hervorgehe, dass sie weiterhin beeinträchtigt sei 

(act. G 14). Im eingereichten Bericht vom 8. August 2023 hatte Dr. G.___ einen – im 

Ergebnis – normalen postoperativen Verlauf beschrieben, wobei die 

Beschwerdeführerin für die Tätigkeit als Reinigungskraft für weitere sechs Wochen 

arbeitsunfähig sei und anschliessend die Arbeit im Sinne eines Arbeitsversuchs wieder 

aufnehmen könne (act. G 14.1).

C.g. 

Auf den detaillierten Inhalt der Rechtsschriften sowie der medizinischen 

Unterlagen wird nachfolgend, soweit entscheidrelevant, eingegangen.

C.h. 

Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung, 

wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, 

erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 8 Abs. 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist 

dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Nach aArt. 28 

Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültigen, im vorliegenden Verfahren 

anzuwendenden und im folgenden zitierten Fassung; vgl. dazu Rz. 9100 f. des 

Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]) besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente. Der 

Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

Vollendung des 18. Altersjahres folgt (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird bei erwerbstätigen Versicherten das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(sog. Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 

BGE 128 V 30 E. 1).

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

2.3. 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/3b482e74-06e0-4951-8164-9d24d90585a9/a1a1d458-104b-4ea1-903d-b25052d89755/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/58c5a559-c6a3-450d-9584-6ba472e794fd/042b0d3b-5456-43fd-b41a-c0571c3f6493/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/28a90b4c-46d0-4501-962a-706df39ee1ad/citeddoc/ee3e056a-009a-41ee-a4d0-171b3b7a5038/source/document-link

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d. h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten (Administrativ )Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4).

2.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 

61 lit. c ATSG). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, 

ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen 

haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche 

Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). Die Verwaltung resp. das 

Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem 

Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 

eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht 

hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit 

Hinweisen).

Rechtsprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht auf den bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen 

(BGE 143 V 411 E. 21; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2020, 8C_505/2020, 

E. 5.1 mit Hinweisen); vorliegend also auf den 10. November 2022. Später eingetretene 

Tatsachen, die zu einer Änderung des Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich 

nicht im Rahmen des hängigen, sondern im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu 

berücksichtigen (BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Indes sind Tatsachen, die sich 

erst später verwirklichen, im hängigen Verfahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit 

dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die 

Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.1). Dr. G.___ erwähnt in seinem 

Sprechstundenbericht vom 26. Juni 2023 (act. G 12.1) neu eine 

Kniegelenksarthropathie auch linksseitig. Es ist aber nicht ersichtlich, ob bzw. inwiefern 

die offenbar nunmehr auch linksseitig bestehenden Kniebeschwerden Auswirkungen 

auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin (im Verfügungszeitpunkt 

gehabt) haben sollen. Eine Kniepathologie links kann demnach im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren keine Berücksichtigung finden, zumal eine solche im späteren 

Bericht vom 8. August 2023 (act. G 14.1) ohnehin nicht mehr erwähnt wurde.

3.1. 

Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde vom 9. Dezember 2022 

geltend, eine Rückenoperation sei unausweichlich und entsprechend sei im Zeitpunkt 

des Verfügungserlasses vom 10. November 2022 noch kein stabiler 

Gesundheitszustand erreicht gewesen (act. G 1-5 Ziff. 13). Aus den Akten ergibt sich 

diesbezüglich Folgendes: Der orthopädische Gutachter des ABI hielt im Gutachten vom 

24. März 2022 fest, der Einschätzung einer fehlenden Operationsindikation hinsichtlich 

der Spinalkanalstenose LWEK 4/5 gemäss der Orthopädie des Kantonsspitals St. 

Gallen vom 27. September 2018 könne – nicht zuletzt aufgrund seiner heutigen eigenen 

Untersuchung – gut gefolgt werden (IV-act. 197-44). Zudem erwähnte auch Dr. F.___ in 

seiner Stellungnahme vom 27. September 2022 weder einen möglicherweise 

notwendigen Eingriff noch eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin, welche einen entsprechenden Eingriff hätte notwendig machen 

können (IV-act. 238-3). Mithin ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 

im Zeitpunkt des Verfügungserlasses von einem stabilen Gesundheitszustand ausging, 

zumal die blosse Möglichkeit einer zu einem unbestimmten Zeitpunkt notwendig 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

5.  

werdenden Operation – wie sie die Beschwerdeführerin geltend macht – ohnehin nicht 

ausreichen würde. Selbstredend steht es der Beschwerdeführerin jedoch offen, im 

Falle einer Operation bzw. einer Veränderung ihres Gesundheitszustands erneut eine 

Anmeldung vorzunehmen.

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird 

in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der empirischen 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt sein (Urteile des Bundesgerichts vom 3. Mai 2022, 8C_528/2021, E. 4.2.2, und 

vom 11. September 2019, 9C_225/2019, E. 4.2.1, je mit Hinweisen).

4.1. 

Da die Beschwerdeführerin seit (mindestens) 2018 keiner wesentlichen 

Erwerbstätigkeit mehr nachgeht (vgl. dazu insbesondere die Angaben der 

Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern des ABI, wonach sie für eine einzige 

Firma als Reinigungskraft im Umfang von ca. fünf Stunden pro Woche tätig sei [IV-act. 

197-10 Ziff. 4.1]), berechnete die Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren 

das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin gestützt auf den Total-Wert für Frauen 

gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2021, Tabelle TA1, 

Kompetenzniveau 1. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, da die effektive 

Arbeitstätigkeit und mithin das effektiv erzielte Einkommen der Beschwerdeführerin 

kein realistisches Abbild des in gesundem Zustand erzielbaren Einkommens darstellt 

und auch die Beschwerdeführerin dagegen weder im vorinstanzlichen noch im 

vorliegenden Verfahren Einwände geäussert hat.

4.2. 

Um das Invalideneinkommen berechnen zu können, muss zuerst die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.

5.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs 

entscheidend auf das Administrativgutachten des ABI vom 24. März 2022 (IV-act. 197), 

welches der Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

bescheinigt. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, auf die 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entsprechende Beurteilung könne nicht abgestellt werden: Einerseits sei nicht 

nachvollziehbar, dass mit den attestierten Einschränkungen (faktisch nur noch sitzende 

Tätigkeit möglich, wobei dauerndes Sitzen ebenfalls nicht möglich sei, Heben von 

Gewichten über fünf Kilogramm sei ausgeschlossen) immer noch eine Arbeitsfähigkeit 

von 80 % bestehen solle. Zudem stehe diese Einschätzung im Widerspruch zum 

Ergebnis der BEFAS-Abklärung in B.___ (IV-act. 221), wonach auch in einer 

angepassten Tätigkeit bloss eine Arbeitsfähigkeit von 30 % bestehe. Zu prüfen ist 

entsprechend nachfolgend, ob hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

auf das ABI-Gutachten vom 24. März 2022 abgestellt werden kann.

In diesem Zusammenhang ist vorab festzuhalten, dass gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf ein versicherungsexternes Gutachten 

praxisgemäss abzustellen ist, sofern nicht konkrete Indizien gegen dessen 

Zuverlässigkeit sprechen. Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der 

therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich 

bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es rechtsprechungsgemäss 

nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen 

beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 

Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 

diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte 

benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil 

des Bundesgerichts vom 3. März 2022, 8C_461/2021, E. 4.1). Auf das Gutachten des 

ABI vom 24. März 2022 ist nach Gesagtem grundsätzlich abzustellen.

5.3. 

Die von der Beschwerdeführerin gegen das Gutachten vorgebrachten Einwände 

überzeugen nicht.

5.4. 

Die Beschwerdeführerin macht, wie gesagt, geltend, es sei "nicht 

nachvollziehbar" inwiefern – trotz der im Zumutbarkeitsprofil (IV-act. 197-12 Ziff. 4.7) 

formulierten körperlichen Einschränkungen – von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden könne. Die von den Gutachtern formulierten körperlichen 

Einschränkungen bzw. Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit, d. h. die 

qualitativen Einschränkungen, haben entgegen dem sinngemässen Dafürhalten der 

Beschwerdeführerin jedoch keinen Einfluss auf das medizinisch-theoretische Ausmass 

der Arbeitsfähigkeit, d. h. die quantitative Leistungsfähigkeit. Die formulierten 

qualitativen Einschränkungen können nur Einfluss auf die (möglicherweise fehlende 

oder eingeschränkte) Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit haben (zur 

5.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit vgl. nachfolgende E. 6). Hinsichtlich der 

quantitativen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ist nur relevant, dass der 

Beschwerdeführerin gemäss ABI-Gutachten eine (offenbar leicht verminderte) 

Präsenzzeit von sieben bis acht Stunden pro Tag zuzumuten ist sowie ein etwas 

vermehrter Pausenbedarf besteht (IV-act. 197-12 Ziff. 4.7.2 und 4.7.3). Diese beiden 

Faktoren haben entsprechend zur gutachterlichen Einschätzung einer insgesamt 

80%igen Arbeitsfähigkeit geführt (IV-act. 197-12 Ziff. 4.7.4). Qualitative oder 

quantitative Einschränkungen, welche über diejenigen von den Gutachtern erwähnten 

hinausgehen, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und sind auch nicht 

ersichtlich. Entsprechend kann – sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht 

– auf die Beurteilung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit gemäss ABI-Gutachten vom 24. März 

2022 (IV-act. 197-12 Ziff. 4.7) abgestellt werden.

Weichen die Beurteilungen von MEDAS und BEFAS erheblich voneinander ab, so 

sind die Beurteilungen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nötigenfalls den 

Abklärungsstellen zwecks Ergänzung und Erläuterung vorzulegen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 24. Juni 2014, 9C_136/2014, E. 3.3 m. w. H.). Der 

widersprechende Schlussbericht zur BEFAS-Abklärung vermag jedoch vorliegend 

keine Zweifel an der Einschätzung der Gutachter des ABI zu wecken und gibt mithin 

keinen Anlass zu weiteren Abklärungen. Die gemäss Bericht fehlende Möglichkeit der 

Umsetzung der medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wird auf die reduzierte 

Tempoleistung sowie die eingeschränkte Präsenzzeit der Beschwerdeführerin 

zurückgeführt (vgl. IV-act. 221-15). Die Beurteilungen der Leistungsfähigkeit sowie der 

zeitlichen Arbeitsfähigkeit ist jedoch medizinischer Natur, weshalb die abweichenden 

Einschätzungen aus berufsberaterischer Sicht bereits aufgrund des fehlenden 

medizinischen Fachwissens der entsprechenden Personen an den gutachterlichen, 

fachärztlichen Einschätzungen keine Zweifel zu erwecken vermögen. Auch aus den 

Ausführungen von Dr. E.___ im Schlussbericht gehen keine neuen bzw. bisher 

unberücksichtigt gebliebenen relevanten medizinischen Befunde/Erkenntnisse hervor 

(worauf auch der RAD in seiner Stellungnahme vom 7. November 2022 korrekt 

hingewiesen hat [IV-act. 239-5]). Die im BEFAS-Schlussbericht aufgeführten 

invalidisierenden Diagnosen (lumbospondylogenes Syndrom rechts, Gonarthrose 

rechts, Status nach Rotatorenmanschettenruptur rechts; IV-act. 221-4), wurden im ABI-

Gutachten vom 24. März 2022 bereits berücksichtigt, im Sinne des dort aufgeführten 

chronischen Beckenschmerzsyndroms, den chronischen Nacken-Schulter-Arm-

Handbeschwerden rechts sowie den chronischen Kniebeschwerden rechts (IV-

act. 197-10 f.). Dr. E.___ gab im BEFAS-Schlussbericht unter dem Titel 

5.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

"allgemeinärztliche Situation" lediglich die subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin zu ihren Schmerzen wieder, aufgrund derer offenbar letztlich die 

Abklärung vorzeitig abgebrochen wurde (IV-act. 221-13 f.). Als neue objektive Befunde 

hielt Dr. E.___ im BEFAS-Schlussbericht einzig wiederholt erhöhte Blutdruckwerte 

(Hypertonie) und – wahrscheinlich in diesem Zusammenhang stehendes – Nasenbluten 

fest (IV-act. 221-13 f.). Die Hypertonie bezeichnete Dr. E.___ (wohl aufgrund ihrer 

Therapierbarkeit) jedoch als "nicht invalidisierend", mithin ohne Einfluss auf die Arbeits- 

bzw. Erwerbsfähigkeit (IV-act. 221-4 und 221-14). Bezeichnenderweise erwähnte auch 

Dr. F.___ in seiner Stellungnahme vom 27. September 2022 keinen Bluthochdruck oder 

Ähnliches (IV-act. 238-3). Anderweitige, von Dr. E.___ erhobene, objektive medizinische 

Befunde werden im BEFAS-Schlussbericht nicht erwähnt, sondern nur das Ergebnis 

eines PACT-Tests. Ein PACT-Test stellt jedoch eine Selbstbeurteilung der körperlichen 

Fähigkeiten dar und basiert demnach auf der subjektiven Einschätzung der 

Beschwerdeführerin (IV-act. 221-13). Subjektive Angaben bzw. Einschätzungen stellen 

keine Basis für eine Arbeitsfähigkeitseinschätzung dar. Dies insbesondere vorliegend 

vor dem Hintergrund, dass die ABI-Gutachter festhielten, dass das Ausmass der 

geklagten Beschwerden sowie die subjektive Krankheitsüberzeugung, kaum mehr 

arbeiten zu können, durch die somatischen Befunde nicht objektiviert werden konnten 

(IV-act. 197-33), auf einige Inkonsistenzen im Schmerzgebaren und den gemachten 

Angaben hinwiesen (IV-act. 197-42: "auffallend diffus und wechselhaft angegebene, 

rechtsbetonte Druckdolenzen", "Während der Händedruck der rechten Seite 

abgeschwächt erfolgt, gelingen Spreizen und Flexion der Finger typischerweise auf 

Anhieb symmetrisch kräftig. Die hier klar vermehrte Beschwielung ist mit einer 

längerdauernden Schonung der Hand keinesfalls vereinbar, und die Tatsache, dass 

sich die Explorandin im Langsitz trotz ihres Übergewichts spontan mit dem Armen 

hochstemmt, ist mit einer höhergradigen funktionellen Einschränkung der oberen 

Extremitäten kaum kompatibel. Während das Abheben des gestreckten rechten Beines 

in Rückenlage zur Lumboischialgie führe, gelingt das im Sitzen weit ausladender 

durchgeführte Manöver ohne jeglichen derartigen Leidensdruck.") und zum Schluss 

kamen, dass die im Alltag geltend gemachten Einschränkungen bezüglich ihres 

Ausmasses keinesfalls vollständig nachvollzogen werden könnten (IV-act. 197-43). Die 

abweichende Beurteilung der zeitlichen sowie leistungsmässigen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin im BEFAS-Schlussbericht vermag nach Gesagtem – wie bereits 

erwähnt – keine Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit zu erwecken.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Unter den gegebenen Umständen durfte die Beschwerdegegnerin auch darauf 

verzichten, den Gutachtern des ABI die abweichende Beurteilung gemäss BEFAS-

Schlussbericht zur Stellungnahme vorzulegen. Dies, zumal sich der RAD am 7. 

November 2022 im Rahmen der Prüfung der Einwände der Beschwerdeführerin auch 

zur BEFAS-Beurteilung geäussert hat, dabei jedoch wie erwähnt zu dem Schluss kam, 

dass aus dieser keine neuen relevanten medizinischen Fakten objektiver Art 

hervorgehen würden, weshalb es bei der gutachterlichen Einschätzung bleibe (IV-act. 

239-5).

5.4.3. 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass auch die Stellungnahme von 

Dr. F.___ vom 27. September 2022 (IV-act. 238-3) keine Zweifel an der gutachterlichen 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu erwecken vermag. Einerseits handelt es sich bei ihm 

um einen Allgemeinmediziner. Zudem trägt auch Dr. F.___ keine neuen objektiven 

Befunde vor, weshalb es sich auch bei seiner Einschätzung bloss um eine 

anderslautende Beurteilung desselben Sachverhalts handelt. Die von ihm geltend 

gemachten körperlichen Einschränkungen (Heben schwerer Gegenstände, Arbeiten auf 

Knien und Fehlbelastung während der Reinigung) wurden im Zumutbarkeitsprofil 

gemäss Gutachten des ABI (IV-act. 197-12, vgl. auch vorstehend Sachverhalt A.d) 

bereits genügend berücksichtigt, indem nur noch körperlich sehr leichte, immer wieder 

auch sitzende Verrichtungen unter Wechselbelastung, ohne längeres Stehen und 

Gehen, Einnahme von Zwangshaltungen des Rumpfes und/oder wiederholtem Einsatz 

der rechten oberen Extremität oberhalb Brustniveaus sowie das Heben und Tragen von 

Lasten über 5 kg als zumutbar bezeichnet wurden.

5.4.4. 

Zusammengefasst ist – gestützt auf das Gutachten des ABI vom 24. März 2022 – 

von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 80 % in angepasster Tätigkeit 

auszugehen.

5.5. 

Die Beschwerdeführerin stellt sodann in Frage, ob bzw. inwieweit die gutachterlich 

attestierte Restarbeitsfähigkeit verwertbar ist.

6.1. 

Massgeblich für die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG), der als theoretische Grösse durch ein 

gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften 

gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist. Das gilt 

sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen 

wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.  

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch 

nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle daher von vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 

vom 17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Die Frage, ob die 

medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich noch verwertbar sei, 

bestimmt sich bezogen auf den Zeitpunkt, in welchem die medizinische Zumutbarkeit 

feststeht (BGE 138 V 461 f. E. 3.3 f.), d. h. vorliegend den Zeitpunkt des ABI-

Gutachtens vom 24. März 2022 (IV-act. 197).

Mit Blick auf das im Gutachten vom 24. März 2021 definierte Zumutbarkeitsprofil 

(vgl. dazu vorstehend Sachverhalt A.d), die bloss leicht reduzierte zumutbare 

Präsenzzeit und den leicht erhöhten Pausenbedarf der Beschwerdeführerin und die im 

Ergebnis trotzdem noch immer im Umfang von 80 % bestehende Restarbeitsfähigkeit 

kann vorliegend nicht von einer Unverwertbarkeit ausgegangen werden. Insbesondere 

stehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt hinreichende Betätigungen zur 

Verfügung, bei denen die Arbeitnehmer selber entscheiden können, ob sie diese 

sitzend oder stehend verrichten wollen. Zu denken ist beispielsweise an leichte 

Kontroll- oder Sortiertätigkeiten; diese dürften auch der Anforderung einer kognitiv 

einfachen Tätigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil im ABI-Gutachten vom 24. März 2022 

(IV-act. 197-12) gerecht werden.

6.3. 

Die Beschwerdeführerin stand im Zeitpunkt des Gutachtens vom 24. März 2022 

kurz vor ihrem 59. Geburtstag und mithin noch rund sechs Jahre vor dem 

Pensionsalter. Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass sie trotz ihres 

Alters ihre Restarbeitsfähigkeit verwerten kann, zumal Hilfsarbeiten erfahrungsgemäss 

keines grossen Einarbeitungsaufwands bedürfen (Urteil des Bundesgerichts vom 

10. Juli 2016, 9C_825/2016, E. 4.5). Auch unter diesem Blickwinkel ist nach Gesagtem 

nicht von einer Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Demnach ist 

nachfolgend – basierend auf einer Restarbeitsfähigkeit von 80 % – das 

Invalideneinkommen zu ermitteln.

6.4. 

Mit ihrer Arbeit im Umfang von ca. fünf Stunden pro Woche in ihrer angestammten 

Tätigkeit als Reinigungskraft (vgl. IV-act. 197-10 Ziff. 4.1) schöpft die 

Beschwerdeführerin die ihr verbleibende Erwerbsfähigkeit (80 % in angepasster 

Tätigkeit) nicht vollständig aus. Somit kann nicht auf dieses effektiv erzielte Einkommen 

als Invalideneinkommen abgestellt werden. Demnach ist das Invalideneinkommen 

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

8.  

vorliegend gestützt auf statistische Werte, namentlich die LSE zu berechnen. Konkret 

ist der Totalwert für Frauen gemäss LSE 2021, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, 

heranzuziehen.

Da nach Gesagtem sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen 

gestützt auf dieselbe statistische Grundlage (Totalwert für Frauen gemäss LSE 2021, 

Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1) zu berechnen sind (vgl. zum Valideneinkommen 

vorstehende E. 4), ist vorliegend im Ergebnis ein Prozentvergleich vorzunehmen. Denn 

sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend von demselben Tabellenlohn zu 

berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung rechtsprechungsgemäss. Der 

Invaliditätsgrad entspricht in diesen Fällen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (vorliegend 

20 %) unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. Juli 2012, 8C_365/2012, E. 7).

7.2. 

Zu prüfen bleibt somit ein Tabellenlohnabzug, wie ihn auch die 

Beschwerdeführerin geltend macht. Mit einem Abzug vom Tabellenlohn soll der 

Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie 

Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können, und die versicherte Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht 

automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen. 

Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug vom 

Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich 

leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige 

bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 

Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 

Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 

führen (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2022, 

9C_395/2022, E. 4.5.2 mit Hinweisen).

8.1. 

Nachdem im vorliegenden Fall faktisch ein Prozentvergleich vorzunehmen ist 

(vgl. vorstehende E. 7.2), müsste ein allfälliger Tabellenlohnabzug – bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 80 % – mindestens 20 % betragen, damit ein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad (40 %, vgl. aArt. 28 Abs. 1 lit. c IVG und vorstehende E. 2.1) erreicht 

8.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

9.  

wird. Die Beschwerdeführerin macht denn auch geltend, ihr sei der maximale 

Tabellenlohnabzug von 25 % zu gewähren, da sie selbst angepasste Tätigkeiten nur 

noch mit grossen Einschränkungen ausüben könne und eine allfällige 

Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich kaum verwertbar sei (act. G 1-5 Ziff. 12).

Die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist verwertbar (vgl. vorstehende 

E. 6) und kann deshalb nicht zu einem Tabellenlohnabzug führen. Die gesundheitlichen 

Einschränkungen der Beschwerdeführerin, insbesondere die verminderte 

Leistungsfähigkeit aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs, wurden sodann bereits bei 

der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt (vgl. IV-act. 197 

sowie vorstehende E. 5.4.1) und können aufgrund des Verbots der doppelten 

Berücksichtigung (vgl. vorstehende E. 8.1) nicht auch noch in die Bemessung des 

Tabellenlohnabzugs einfliessen. Somit erscheint es fraglich, ob der von der 

Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung eingeräumte Tabellenlohnabzug 

von 10 % gerechtfertigt ist. Diese Frage braucht jedoch nicht abschliessend geklärt zu 

werden, da sich vorliegend jedenfalls – selbst unter zusätzlicher Berücksichtigung des 

Alters der Beschwerdeführerin sowie der übrigen Umstände des vorliegenden 

Einzelfalls – klarerweise kein höherer bzw. kein Tabellenlohnabzug von mindestens 

20 % rechtfertigt.

8.3. 

Mithin besteht auch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad der 

Beschwerdeführerin.

8.4. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 10. November 2022 im 

Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin hat zufolge fehlendem 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die 

Beschwerde ist demnach abzuweisen.

9.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

Beschwerdeführerin ist mit ihren Anträgen vollumfänglich unterlegen, weshalb sie die 

Gerichtskosten zu tragen hat. Diese sind mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- zu verrechnen und damit bezahlt.

9.2. 

bis

Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerdeführerin 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Beschwerdegegnerin hat – 

9.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Diese 

werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet und 

sind bezahlt.

3.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

unabhängig vom Verfahrensausgang – keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 

(vgl. dazu Art. 61 lit. g ATSG).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 28.09.2023
	Art. 28 IVG, Invalidenrente. Die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gemäss BEFAS-Abklärung vermag keine Zweifel an der im Administrativverfahren zuvor eingeholten externen gutachterlichen Einschätzung zu erwecken. Die Restarbeitsfähigkeit von 80 % ist verwertbar. Zum Erreichen eines rentenbegründenden IV-Grads müsste ein Tabellenlohnabzug von 20 % gewährt werden. Ein solcher rechtfertigt sich vorliegend nicht, folglich besteht kein Rentenanspruch. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. September 2023, IV 2022/200).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T00:45:36+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen