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**Case Identifier:** 432ac323-927b-57c5-9f93-6535e2984e7b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.03.2014 D-1006/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1006-2014_2014-03-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1006/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  7 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Martin Zoller, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   Parteien 
 

A._______, 

Eritrea,   

vertreten durch Esther Potztal, 

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des BFM vom 3. Februar 2014 / N (…). 

 

 

D-1006/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2013 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, wobei er seine eritreische Identitätskarte einreichte, 

dass er anlässlich der Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) B._______ vom (…) 2013 im Wesentlichen geltend machte, er sei 

seit dem (…) 2008 religiös getraut, habe seinen Heimatstaat am (…) 

2008 illegal verlassen und sei über C._______ und D._______ nach Ita-

lien gereist, wo er am (…) 2008 angekommen sei und am (…) 2008 ein 

Asylgesuch gestellt habe, 

dass dieses abgelehnt worden sei, er jedoch im (…) 2008 aus humanitä-

ren Gründen eine (…) Jahre gültige, verlängerbare, im(…) 2014 ablau-

fende Aufenthaltserlaubnis (permesso di soggiorno) erhalten habe, 

dass er sich zunächst während (…) Monaten in E._______ aufgehalten 

habe, bevor er nach einem (…) Aufenthalt in F._______ zu seiner 

G._______ nach Prato gereist sei, bei welcher er in der Folge gewohnt 

habe, bis sie im (…) 2013 gestorben sei, 

dass er daraufhin bei H._______ in I._______ gelebt und seine Reise am 

9. Dezember 2013 in die Schweiz fortgesetzt habe, 

dass ihm, ebenfalls am (…) 2013 im EVZ B._______, das rechtliche Ge-

hör im Hinblick auf einen Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 34 

Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31; in 

der Fassung vom 16. Dezember 2005) gewährt wurde, wobei er erklärte, 

er sei in die Schweiz gekommen, um mit seiner Ehefrau zusammenzule-

ben, akzeptiere jedoch die rechtlichen Regelungen, 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der 

"Eurodac"-Datenbank ergab, dass dieser am (…) 2008 in Italien 

(E._______) ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das BFM die italienischen Behörden am (…) 2014 um Übernahme 

des Beschwerdeführers ersuchte, 

dass die italienischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am (…) 

2014 zustimmten, 

D-1006/2014 

Seite 3 

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Februar 2014 – eröffnet am (…) 

2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (in der Fassung 

vom 14. Dezember 2012) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Italien anordnete und den Beschwerdeführer 

aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde-

frist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Be-

schwerdeführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. Februar 2014 (Datum 

Poststempel) gegen diesen Entscheid durch seine Rechtsvertreterin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erheben liess, worin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-

gung und Feststellung der Zuständigkeit der Schweiz für das Asylgesuch 

und dessen materielle Prüfung beantragt wurden, 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht im Sinne einer vorsorglichen 

Massnahme um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde 

und um Anweisung der Vollzugsbehörden ersucht wurde, von einer Über-

stellung nach Italien bis zum Entscheid über den Suspensiveffekt der Be-

schwerde abzusehen, 

dass schliesslich unter Beilage einer Fürsorgebestätigung um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Ver-

waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

ersucht wurde, 

dass gleichzeitig (…) Fotos von einer Hochzeitsfeier, je ein Schreiben des 

Beschwerdeführers und von dessen angeblicher Ehefrau, K._______ (N 

[…]) betreffend Absicht des Zusammenlebens in der Schweiz, sowie, in 

Kopie, von deren schweizerischen Ausweisen für Asylsuchende einge-

reicht wurden, 

dass die vorinstanzlichen Akten am (…) 2014 beim Bundesverwaltungs-

gericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

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Seite 4 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht die angefochtene Verfügung aus den 

in Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgesehenen Gründen überprüft,  

dass mit der Änderung des Asylgesetzes vom 14. Dezember 2012, wel-

che – unter Vorbehalt gewisser Bestimmungen (vgl. Verordnung über ei-

ne Teilinkraftsetzung der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylge-

setzes, AS 2013 5357) – am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist, die 

Nichteintretenstatbestände von alt Art. 32-35a AsylG aufgehoben wurden, 

und neu Art. 31a AsylG die Nichteintretenskonstellationen regelt,  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen, die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich 

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Seite 5 

auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylge-

such nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 mit weiteren Hinwei-

sen), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b bzw. alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 

zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-

staates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zuständig ist 

(Dublin-II-VO), durch die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die 

Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in ei-

nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig 

ist (Dublin-III-VO), abgelöst worden ist, welche ab dem 1. Januar 2014 in 

allen Staaten der Europäischen Union anwendbar ist,  

dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und 

der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin-III-VO 

(Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands) der Bundesrat der 

Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechts-

akts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umsetzen wer-

de, 

dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wur-

de, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 

1. Januar 2014 vorläufig angewendet,  

dass die übergangsrechtliche Bestimmung von Art. 49 Dublin-III-VO fest-

hält, die Verordnung sei nicht anwendbar, wenn sowohl der Antrag auf in-

ternationalen Schutz als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederauf-

nahme vor dem 1. Januar 2014 gestellt wurden, 

dass der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2013 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte und das Ersuchen des Bundesamtes an die italienischen 

Behörden um Übernahme am 16. Januar 2014 erfolgte, weshalb sich vor-

liegend die Zuständigkeit für die Prüfung des Asylgesuchs auf die Krite-

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Seite 6 

rien der Art. 5-14 Dublin-II-VO stützt (vgl. Art. 49 Dublin-III-VO), im Übri-

gen jedoch die Bestimmungen der Dublin-III-VO anzuwenden sind,  

dass Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG im Weiteren voraussetzt, dass der 

staatsvertraglich zuständige Staat einer Übernahme der asylsuchenden 

Person (mindestens implizit) zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, 

SR 142.311]), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Antrag auf internationalen 

Schutz, den ein Drittstaatsangehöriger oder Staatenloser im Hoheitsge-

biet eines Mitgliedstaates einschliesslich an der Grenze oder in den Tran-

sitzonen stellt, von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach 

den Kriterien des Kapitels III der Dublin-III-VO (in casu Art. 5-14 Dublin-II-

VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die einzelnen Bestim-

mungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im Kapitel III Anwen-

dung finden (Art. 5 Abs. 1 Dublin-II-VO), 

dass zudem jeder Mitgliedstaat in Abweichung von den vorgenannten Zu-

ständigkeitskriterien beschliessen kann, einen bei ihm von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf internationa-

len Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung fest-

gelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 

Dublin-III-VO; sogenanntes Selbsteintrittsrecht), wobei diese Bestimmung 

nicht direkt anwendbar ist, sondern nur in Verbindung mit einer anderen 

Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden kann 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 5), 

dass Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vorsieht, dass das BFM aus humanitären 

Gründen ein Gesuch behandeln kann, auch wenn nach den Kriterien der 

Dublin-II-VO ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese Bestimmung der 

Behörde einen gewissen Ermessensspielraum lässt und restriktiv auszu-

legen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1 und 8.1 m.w.H.),  

dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, 

wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach 

Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die menschenrechtlichen Garantien der 

der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrech-

te und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), der Internationale Pakt über 

bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/9

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Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105), ein einklagbarer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintritts-

rechts besteht (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA 

SPRUNG, Dublin II-Verordnung: Das Europäische Asylzuständigkeitssys-

tem, 3. Aufl., Wien und Graz 2012, Art. 3 K8 K11 S. 74), 

dass der nach Dublin-II-VO zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, einen 

Antragsteller, dessen Antrag abgelehnt worden ist und der in einem ande-

ren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder sich im Hoheitsgebiet ei-

nes anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 

Bst. d Dublin-III-VO), 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens 

nicht bestritt, in Italien um Asyl nachgesucht zu haben, und die mittels 

"Eurodac" durchgeführten Abklärungen des BFM ergeben haben, dass er 

am (…) 2008 in Italien ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass die italienischen Behörden dem Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist zustimmten und die Zu-

ständigkeit Italiens ausdrücklich anerkannten, wobei die Überstellung bis 

zum (…) 2014 zu erfolgen hat, 

dass daran nichts zu ändern vermag, dass die italienische Zustimmung 

gestützt auf die Bestimmungen des vorliegend nicht mehr anwendbaren 

Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO erfolgt ist, zumal das diesbezügliche 

Wiederaufnahmeverfahren (Art. 20 Abs. 1 Dublin-II-VO) nunmehr in 

Art. 23 Abs. 1 Dublin-III-VO enthalten ist, welche Bestimmung auch im 

Zusammenhang mit Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO, auf den das BFM 

seine Anfrage korrekterweise gestützt hatte, zur Anwendung gelangt, 

dass in der Beschwerde unter Bezugnahme auf Art. 10 i.V.m. Art. 2 Bst. g 

Dublin-III-VO eingewendet wird, bei K._______ handle es sich um die 

Ehefrau des Beschwerdeführers, welche sich seit dem (…) 2012 als asyl-

suchende Person in der Schweiz aufhalte, wobei noch kein erstinstanzli-

cher Entscheid ergangen sei, 

dass die religiöse Hochzeit des Beschwerdeführers mit K._______ vom 

(…) 2008 auch durch die zahlreichen zusammen mit der Beschwerde 

eingereichten Fotos belegt sei und die Ehegatten anschliessend bis zur 

unfreiwilligen Trennung durch dessen Flucht zusammengelebt hätten, 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45

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dass das BFM diesbezüglich sowohl eine Ehe als auch eine dauerhafte 

eheähnliche Gemeinschaft zu Unrecht verneint habe, indes die Ehegatten 

ihren Wunsch nach Familienvereinigung schriftlich kundgetan und ein 

gemeinsames Kind namens L._______, geboren (…) 2013, hätten, wobei 

die Vaterschaftsanerkennung und ein DNA-Test im Gang seien, 

dass der Beschwerdeführer daraus beziehungsweise aus dem in casu 

Betracht zu ziehenden, inhaltlich mit Art. 10 Dublin-III-VO identischen 

Art. 8 Dublin-II-VO i.V.m. Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO nichts zu seinen 

Gunsten abzuleiten vermag, 

dass vielmehr, wie eine Überprüfung der Akten ergibt, das BFM das Be-

stehen einer Ehe beziehungsweise eheähnlichen Gemeinschaft mit zu-

treffender Begründung verneinte, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom (…) 2013 im 

EVZ B._______ erklärte, es habe sich um eine von der Familie arrangier-

te Ehe mit einer Nachbarin gehandelt und er habe vom Jahr 2004 bis zu 

seiner Flucht am (…) 2008 in Eritrea Militärdienst geleistet (vgl. a.a.O. 

S. 9), 

dass aus diesem Grund das im Sinne der Legaldefinition von Art. 2 Bst. g 

Dublin-III-VO für "Familienangehörige" erforderliche Kriterium der bereits 

im Herkunftsland bestandenen Familie zu verneinen ist, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge nach seiner Flucht 

vom (…) 2008 bis zu einer Zufallsbegegnung (…) 2012 in B._______, als 

sie gemeinsam eine Nacht verbrachten, keinen Kontakt zu seiner angeb-

lichen Ehefrau hatte und ein solcher auch nach seiner anschliessenden 

Rückkehr nach Italien bis zur Einreise in die Schweiz am 9. Dezember 

2013 nicht bestand, 

dass das BFM auch aus diesem Grund zu Recht das Bestehen einer 

dauerhaften Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und K._______ 

im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO verneinte, 

dass daran auch der Beizug der Akten N (…) des beim BFM erstinstanz-

lich hängigen Asylverfahrens von K._______ nichts zu ändern vermag, 

zumal diese erklärte, schon nach wenigen Monaten nach der Hochzeit sei 

ihr der Aufenthalt des Beschwerdeführers nicht mehr bekannt gewesen, 

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dass demzufolge das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht Ita-

lien als zuständig erachtet hat und daran weder die Ausführungen in der 

Rechtsmitteleingabe noch die eingereichten Beweismittel etwas zu än-

dern vermögen, 

dass in der Beschwerde zudem eingewendet wird, die Familiengemein-

schaft des Beschwerdeführers und K._______ sei auch unter dem Blick-

winkel von Art. 8 EMRK schützenswert und eine Wegweisung hätte eine 

Trennung der Familie zur Folge, welche unter Berücksichtigung des Kin-

deswohls im Sinne von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 

20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) und 

von Art. 6 Abs. 1 Dublin-III-VO unzulässig erscheine, 

dass im Zusammenhang mit der Rüge des Beschwerdeführers, seine 

Wegweisung nach Italien würde gegen Art. 8 EMRK verstossen, zu prü-

fen ist, ob die Schweiz von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO Gebrauch machen und sich für die Prüfung des Asylge-

suchs des Beschwerdeführers zuständig erklären sollte, wodurch Italien – 

das an sich zuständig wäre – von seinen Verpflichtungen nach Art. 18 

Abs. 1 Dublin-III-VO entbunden würde, 

dass Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Garantie von Art. 8 

EMRK zunächst das Bestehen einer Familie ist, wobei es gemäss der 

Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) auf 

ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. hierzu etwa 

EGMR, K. und T. gegen Finnland [Grosse Kammer], Urteil vom 12. Juli 

2001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150), für das Vorliegen einer Familie 

im Sinne von Art. 8 EMRK allerdings nicht notwendig ist, dass zwei Per-

sonen ihre Beziehung rechtlich formalisiert haben, weshalb die Unehe-

lichkeit einer Partnerschaft grundsätzlich kein Hindernis für die Anwend-

barkeit des konventionsrechtlichen Familienbegriffs darstellt (vgl. BVGE 

2008/47 E. 4.1; CHRISTOPH GRABENWARTER, Europäische Menschen-

rechtskonvention, 4. Aufl., München/Basel/Wien 2009, S. 204), 

dass dabei als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Bezie-

hung das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, 

die finanzielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung 

sowie das Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berück-

sichtigen sind (vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER, a.a.O., S. 204; MARK E. 

VILLIGER, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 

2. Aufl., Zürich 1999, S. 365; LUZIUS WILDHABER in: Internationaler Kom-

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Seite 10 

mentar zur Europäischen Menschenrechtskonvention, Hrsg.: Wolfram 

Karl, 12. Lfg., Köln/Berlin/ München 2009, Art. 8 EMRK, S. 137), 

dass ungeachtet der Frage, ob der Beschwerdeführer mit K._______ ver-

heiratet ist, angesichts der Aktenlage nicht von einer dauerhaften Part-

nerschaft beziehungsweise einer nahen, echten und tatsächlich gelebten 

Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK gesprochen werden kann, 

dass sich die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen nach einer 

Überprüfung der Akten als zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung 

von Wiederholungen darauf sowie auf die vorstehenden Erwägungen im 

Zusammenhang mit Art. 8 Dublin-II-VO i.V.m. Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO 

verwiesen werden kann, 

dass auch das Vorbringen in der Beschwerde, wonach die Vaterschafts-

anerkennung und ein DNA-Test bezüglich des Kindes L._______ im 

Gange sei, nicht geeignet ist, eine Änderung der angefochtenen Verfü-

gung herbeizuführen, 

dass es sich beim Beschwerdeführer nicht notwendigerweise um den bio-

logischen Vater von L._______ handeln muss, zumal eine Kindesaner-

kennung nach der Geburt auch durch eine Drittperson erfolgen kann, und 

er sich widersprüchlich zu einer allfälligen Zeugung eines Kindes geäus-

sert hat, 

dass er dazu im Rahmen der Befragung vom (…) 2013 im EVZ 

B._______ zunächst erklärte, als er anlässlich der einmaligen Zufallsbe-

gegnung in B._______ (…) 2012 eine Nacht mit K._______ verbracht ha-

be, sei es nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen, und auf Nachfrage 

hin am Ende des seinen Zivilstand betreffenden Befragungsteils das Ge-

genteil behauptete, 

dass er anlässlich der erwähnten Befragung zudem die Frage, ob er oder 

seine Ehefrau Kinder habe, negativ beantwortete, 

dass schliesslich an der Einschätzung, wonach keine tatsächlich gelebte 

Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und K._______ bezie-

hungsweise deren Kind bestehe auch die Umstände nichts ändern, dass 

er nunmehr mit Kindsmutter und Kind zusammenwohne und sowohl er 

als auch die Kindsmutter die Absicht der Fortsetzung dieses Zusammen-

lebens schriftlich bestätigt haben, 

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dass sich mithin auch Ausführungen zum Kindeswohl erübrigen, 

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten offensichtlich nicht be-

weisen oder glaubhaft machen konnte, dass ein konkretes und ernsthaf-

tes Risiko bestehe, gemäss welchem seine Überstellung nach Italien ge-

gen Art. 8 EMRK oder gegen eine andere völkerrechtliche Verpflichtung – 

insbesondere Art. 3 KRK (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3) – der Schweiz 

verstossen würde, 

dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch 

keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine 

Überstellung des Beschwerdeführers als unzulässig erscheinen lassen, 

dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Ermessensklau-

sel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO (Selbsteintritt) gibt,  

dass Italien somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdefüh-

rers gemäss der Dublin-II-Verordnung zuständig und entsprechend ver-

pflichtet ist, ihn gemäss Art. 18 Dublin-III-VO wieder aufzunehmen, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist 

und, da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von 

Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von 

Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichtein-

tretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2010/45, E. 10 S. 645), 

dass – wie erwähnt – im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich 

um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches 

zuständigen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatz-

massnahmen im Sinne von Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass eine entsprechende Prüfung – soweit notwendig – vielmehr bereits 

im Rahmen des Dublin-Verfahrens stattfinden muss, 

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Seite 12 

dass in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach 

Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, 

dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen, und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen 

ist, weshalb sich die Anträge auf Erlass vorsorglicher Massnahmen be-

ziehungsweise Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie auf Kos-

tenvorschusserlass als gegenstandslos erweisen, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren des pro-

zessual bedürftigen Beschwerdeführers – wie sich aus den vorstehenden 

Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die 

kumulativen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin-

ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Martin Zoller Daniel Widmer 

 

 

Versand: