# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01150262-7730-5442-8d7a-3610cab84fff
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-01
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 01.02.2023 P1 22 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P1-22-51_2023-02-01.pdf

## Full Text

Mit Urteil vom 7. August 2023 (6B_312/2023) wies das Bundesgericht eine gegen vorlie-
genden Entscheid gerichtete Beschwerde in Strafsachen ab, soweit es auf sie eintrat. 

 

P1 22 51 

URTEIL VOM 1. FEBRUAR 2023 

Kantonsgericht Wallis 

I. Strafrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Thierry Schnyder, Präsident; Dr. Lionel Seeberger und Jérôme Emonet, 

Kantonsrichter; Flurina Steiner, Gerichtsschreiberin  

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, 3900 Brig,  

vertreten durch Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold 

gegen 

X _________, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Henzen, Gerliswilstrasse 71, 

6020 Emmenbrücke 

und 

Y _________, vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Ruppen, Postfach 92, 3900 Brig-

Glis 

 

(Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl; Hausfriedensbruch; Sachbeschädigung) 

Berufung gegen das Urteil des Kreisgerichts Oberwallis für den Bezirk Brig  

vom 15. November 2021 [BRG S1 21 6]  

- 2 - 

Verfahren 

A.  Das Kreisgericht Oberwallis in Brig fällte nach Abschluss der Strafuntersuchung und 

aufgrund der Anklage der Staatsanwaltschaft Oberwallis vom 9. Februar 2021 (S. 2251) 

am 15. November 2021 ein Strafurteil gegen vier Personen, u.a. die zwei Berufungsklä-

ger, welches es den Parteien am 15. November 2021 per Judikatum (S. 2403 ff.) und 

am 22. April 2022 in schriftlich begründeter Form eröffnete (S. 2428 ff.). Der Urteils-

spruch enthält, soweit vorliegend relevant, folgenden Wortlaut (S. 2491 ff.): 

1. 

1.1. X _________ wird des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 

1 und 2 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen, 

teilweise versuchten Hausfriedensbruchs nach Art. 186 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. 

1.2. X _________ wird mit einer Freiheitsstrafe von 50 Monaten bestraft. Die vom 18. August 2017 bis zum 

17. Mai 2018 ausgestandene Polizei- und Untersuchungshaft von 273 Tagen wird auf die Strafe ange-

rechnet. 

1.3. X _________ wird für zehn Jahre aus der Schweiz verwiesen. 

2.  

2.1. Y _________ wird des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 

1 und 2 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen, 

teilweise versuchten Hausfriedensbruchs nach Art. 186 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. 

2.2. Y _________ wird mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten bestraft. Die vom 6. Februar bis 4. Mai 2018 

ausgestandene Polizei- und Untersuchungshaft von 88 Tagen wird auf die Strafe angerechnet. 

2.3. Y _________ wird für acht Jahre aus der Schweiz verwiesen. 

[…] 

5. 

5.1. Das beschlagnahmte Bargeld (X _________ Fr. 174.80; A _________ Euro 13.90 und Fr. 189.--;  

B _________ Fr. 46.10) wird zur Deckung des dem jeweiligen Beschuldigten auferlegten Verfahrens-

kostenanteils der Staatsanwaltschaft (vgl. Ziff. 7.1) verwendet. 

5.2. Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und vernichtet. 

6.  Die Zivilforderungen werden auf den Zivilweg verwiesen. 

7.  

7.1 Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 29'911.70, bestehend aus den Kosten der Staatsanwaltschaft, 

welche auf Fr. 26’411.70 (ZMG Fr. 1'750.--; Staatsanwaltschaft Luzern Fr. 13’769.20; Kantonspolizei 

Neuenburg Fr. 2'657.50; Kantonspolizei Waadt Fr. 3'685.--; Kantonspolizei Wallis Fr. 800.--; CHUV Fr. 

1'250.--; Anklagegebühr Fr. 2'500.--) festgesetzt werden, und der Gebühr des Kreisgerichts von Fr. 

3'500.--, werden wie folgt auferlegt: 

-  im Umfang von Fr. 10’772.35 (Verfahrenskostenanteil Staatsanwaltschaft Fr. 9’267.35; Anteil  

Gebühr Kreisgericht Fr. 1'505.--) X _________; 

-  im Umfang von Fr. 6'851.25 (Verfahrenskostenanteil Staatsanwaltschaft Fr. 5'696.25; Anteil  

Gebühr Kreisgericht Fr. 1155.--) Y _________; 

-  im Umfang von Fr. 5'943.-- (Verfahrenskostenanteil Staatsanwaltschaft Fr. 5'453.--; Anteil Gebühr 

Kreisgericht Fr. 490.--) A _________; 

-  im Umfang von Fr. 6'345.10 (Verfahrenskostenanteil Staatsanwaltschaft Fr. 5'995.10; Anteil  

Gebühr Kreisgericht Fr. 350.--) B _________. 

 

 

- 3 - 

7.2 Die Kosten der Übersetzung von insgesamt Fr. 7’242.50 gehen zu Lasten des Staates Wallis. 

8. 

8.1 Der Staat Wallis bezahlt Rechtsanwalt Christoph Henzen als amtlichem und notwendigem Verteidiger 

von X _________ eine Entschädigung von Fr. 10'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt). Es wird davon 

Vormerk genommen, dass Rechtsanwalt Christoph Henzen vom Kanton Luzern für seine Aufwendun-

gen als amtlicher und notwendiger Verteidiger von X _________ bis zum 8. November 2017 bereits mit 

Fr. 3'939.20 entschädigt wurde. 

X _________ hat dem Kanton Luzern bzw. dem Staat Wallis die Entschädigung für seine amtliche und 

notwendige Verteidigung zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

8.2. Der Staat Wallis bezahlt Rechtsanwalt Patrick Ruppen als amtlichem und notwendigem Verteidiger von 

Y _________ eine Entschädigung von Fr. 8'200.-- (inkl. Auslagen und MWSt). 

Y _________ hat dem Staat Wallis die Entschädigung für seine amtliche und notwendige Verteidigung 

zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

8.3. Der Staat Wallis bezahlt Rechtsanwalt Marc Truffer als amtlichem und notwendigem Verteidiger von 

 A _________ eine Entschädigung von Fr. 6'900.-- (inkl. Auslagen und MWSt). Es wird davon Vormerk 

genommen, dass Rechtsanwalt Johann Burri vom Kanton Luzern für seine Aufwendungen als amtlicher 

und notwendiger Verteidiger von A _________ bis zum 4. November 2017 mit Fr. 1'019.65 entschädigt 

wurde.  

A _________ hat dem Kanton Luzern bzw. dem Staat Wallis die Entschädigung für seine amtliche und 

notwendige Verteidigung zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

8.4. Der Staat Wallis bezahlt Rechtsanwalt Fabian Williner als amtlichem und notwendigem Verteidiger von 

B _________ eine Entschädigung von Fr. 5'300.--(inkl. Auslagen und MWSt). Es wird davon Vormerk 

genommen, dass Rechtsanwalt Mario Schenkel vom Kanton Luzern für seine Aufwendungen als amt-

licher und notwendiger Verteidiger von B _________ bis zum 6. November 2017 mit Fr. 7’220.95 ent-

schädigt wurde.  

B _________ hat dem Kanton Luzern bzw. dem Staat Wallis die Entschädigung für seine amtliche und 

notwendige Verteidigung zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

B.  X _________ beantragte gemäss Berufungserklärung vom 19. Mai 2022 (S. 2499): 

1. Es sei die Ziffer 1.2 des Urteils des Kreisgerichts Oberwallis für den Bezirk Brig vom 15. November 

2021 aufzuheben. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. 

 

Y _________ beantragte gemäss Berufungserklärung vom 23. Mai 2022 (S. 2571): 

1. In Gutheissung dieser Berufung sei das Urteil des Kreisgerichtes 1 für den Bezirk Brig vom 15. Novem-

ber 2021 in Bezug auf Ziff. 2.1, 2.2, 2.3 sowie 7 (Neuregelung der Verfahrenskosten infolge Berufungs-

urteil) des Judikatums im folgenden Sinne aufzuheben: 

- Y _________ ist vom Vorwurf des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 2 und 

3 StGB) von Schuld und Strafe freizusprechen. 

- Y _________ ist betreffend den Fall Bstb. i (12. August 2017, C _________ Sion) vom Vorwurf des 

Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) und des Hausfriedens-

bruchs (Art. 186 StGB) von Schuld und Strafe freizusprechen. 

- 4 - 

- Y _________ ist für die nachfolgenden (vgl. III./A./1. hernach) Fälle Bstb. a bis i des mehrfachen 

Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der mehrfachen Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) und des 

mehrfachen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) in Verbindung mit Art. 25 StGB (Gehilfenschaft) 

und in Verbindung mit Art. 22 StGB (Versuch) schuldig zu sprechen und mit einer bedingten  

Freiheitsstrafe von maximal 14 (vierzehn) Monaten zu bestrafen. Die ausgestandene Untersu-

chungshaft ist umfassend anzurechnen. 

- Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird mit einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben. 

- Y _________ wird für fünf Jahre aus der Schweiz verwiesen. 

2.  Die Kosten dieses Verfahrens und Entscheides sowie sämtliche Kosten des erstinstanzlichen Verfah-

rens sind entsprechend dem Ausgang dieses Verfahrens dem Fiskus aufzuerlegen resp. (neu) zu ver-

teilen. 

3. Der unterzeichnete Rechtsanwalt Patrick Ruppen ist für das Berufungsverfahren ab der Zustellung des 

begründeten Urteils vom 15. November 2021 (weiterhin) zum amtlichen Verteidiger von Y _________ 

zu ernennen. Die Kosten des unterzeichneten amtlichen Verteidigers für dessen Tätigkeit für das  

Berufungsverfahren sind vollumfänglich vom Fiskus zu tragen. 

 

C.  Das Kantonsgericht liess X _________ per internationale Rechtshilfe aus Österreich 

zuführen (S. 2680 ff.). Y _________ stellte ein Dispensationsgesuch, welches vom Kan-

tonsgericht abgelehnt wurde (S. 2692 ff.).  

D.  Die Parteien stellten in der Berufungsverhandlung vom 16. November 2022 folgende 

Anträge:  

Staatsanwaltschaft (S. 2744): 

1. Die Berufungen von X _________ vom 26. November 2021, resp. 19. Mai 2022 sowie von Y _________ 

vom 18. November 2021, resp. 23. Mai 2022 sind abzuweisen. 

2. Das Urteil des Kreisgerichtes 1 Oberwallis für den Bezirk Brig vom 15. November 2021 ist zu bestätigen. 

3. Die Kosten des erstinstanzlichen wie auch des Berufungsverfahrens sind den Beschuldigten unter  

solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen. 

 

X _________ (S. 2746): 

1. Es sei die Ziffer 1.2. des Urteils des Kreisgerichts Oberwallis für den Bezirk Brig vom 15. November 

2021 aufzuheben. 

2. Der Beschuldigte sei wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, des versuchten gewerbs- und 

bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedens-

bruchs schuldig zu sprechen. 

3. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten unter Anrechnung von 284 Tagen bereits 

erstandenem Freiheitsentzug zu verurteilen. 

4. Von der ausgefällten Freiheitsstrafe seien 10 Monate zu vollziehen, für die restlichen 20 Monate sei 

dem Beschuldigten bei einer Probezeit von 5 Jahren der bedingte Vollzug zu gewähren. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. 

 

- 5 - 

Y _________ (S. 2776 f.): 

1.  In Gutheissung dieser Berufung sei das Urteil des Kreisgerichtes Oberwallis für die Bezirke Brig, Öst-

lich-Raron und Goms vom 15. November 2021 in Bezug auf Erwägung 2.1, 2.2, 2.3 sowie 7 des  

Judikatums im folgenden Sinne aufzuheben: 

a. Y _________ sei vom Vorwurf des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 2 und 

3 StGB) freizusprechen. 

b. Y _________ sei betreffend den Fall Bstb. g (10. Juli 2017, Modegeschäft C _________, Sion) und 

den Fall Bstb. j (12. August 2017, C _________ Sion) vom Vorwurf des Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 

StGB), der Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) und des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) von 

Schuld und Strafe freizusprechen. 

c. Y _________ sei i.S.v. Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für maximal 5 Jahre des Landes zu verweisen. 

Von einer SIS-Ausschreibung sei abzusehen. 

d. Die Zivilforderungen der Privatkläger seien auf den Zivilweg zu verweisen. 

2.  Y _________ sei in Bezug auf die Fälle 

a. Bstb. a, und c des mehrfachen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der mehrfachen Sachbeschädi-

gung (Art. 144 StGB) und des mehrfachen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) in Verbindung mit 

Art. 25 StGB (Gehilfenschaft); 

b. Bstb. d, e, f und h des mehrfachen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der mehrfachen Sachbeschä-

digung (Art. 144 StGB) und des mehrfachen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB); 

c. Bstb. b und i des mehrfachen versuchten Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB), der mehrfachen versuchten Sachbeschädigung (Art. 144 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) 

und des mehrfach versuchten Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) in 

Verbindung mit Art. 25 StGB (Gehilfenschaft) 

schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von maximal 14 Monaten zu bestrafen. 

3.  Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird mit einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben. 

4.  Die ausgestandene Untersuchungshaft vom 06. Februar 2018 bis zum 04. Mai 2018 sei an die auszu-

fällende Strafe anzurechnen. 

 

E.  Die Parteien verzichteten nach der Berufungsverhandlung auf ein mündlich begrün-

detes Urteil (S. 2715). 

Das Kreisgericht übermittelte den Parteien – wie an der Verhandlung besprochen 

(S. 2715) – die teilweise Übersetzung eines Belegs zur Stellungnahme (S. 2779 ff.). 

 

  

- 6 - 

Erwägungen 

1.  Formelles 

1.1  Nach der vorliegend anwendbaren Schweizerischen Strafprozessordnung (Art. 1 

Abs. 1 StPO) ist gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, d.h. des Bezirksrichters als 

Einzelrichter und des Kreisgerichts als Kollegialgericht (Art. 19 StPO; Art. 12 EGStPO), 

mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist, gemäss Art. 398 

Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO die Berufung zulässig. Das Kantonsgericht ist 

Berufungsinstanz (Art. 14 Abs. 1 EGStPO). Ein Kantonsrichter kann bei Berufungen  

gegen Urteile der Bezirksrichter allein entscheiden, wenn als Hauptstrafe eine Busse, 

eine Geldstrafe, eine gemeinnützige Arbeit oder eine bedingte Freiheitsstrafe auszufäl-

len und keine vorausgehende bedingte Freiheitsstrafe zu widerrufen ist (Art. 19 Abs. 2 

StPO; Art. 14 Abs. 2 Satz 1 EGStPO). Der mit der Behandlung betraute Kantonsrichter 

kann den Fall vor den Gerichtshof bringen, welcher auch die übrigen Berufungen beur-

teilt (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 EGStPO). Der vorliegende Entscheid ist von einem 

Kreisgericht gefällt worden, welches in Bezug auf die Berufungskläger eine unbedingt 

vollziehbare Freiheitsstrafe ausgesprochen hat. Das Rechtsmittel kann somit nicht durch 

einen Einzelrichter beurteilt werden, die Zuständigkeit des Strafgerichtshofs I ist gege-

ben. 

1.2  Jede andere Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 

Änderung eines Entscheides hat, ist nebst der Staatsanwaltschaft (vgl. Art. 381 Abs. 1 

StPO) legitimiert, ein Rechtsmittel zu ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO).  

Die Beschuldigten verfügen als Verurteilte über ein Interesse an der Anfechtung des 

erstinstanzlichen Urteils, womit ihre Berechtigung zur Berufungseinleitung vorliegt. 

1.3  Die Berufung ist innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils beim erstinstanzlichen 

Gericht entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden (Art. 399 Abs. 1 

StPO). Die Partei, die entsprechend vorgegangen ist, hat innert 20 Tagen seit der Zu-

stellung des begründeten Urteils dem Berufungsgericht eine schriftliche Berufungserklä-

rung einzureichen und darin anzugeben, inwieweit sie das Urteil anficht und dessen Ab-

änderung verlangt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Eine Anmeldung der Berufung ist nicht 

nötig, wenn ein erstinstanzliches Urteil weder mündlich noch schriftlich im Dispositiv er-

öffnet, sondern den Parteien direkt in begründeter Form zugestellt wird. Es genügt, dem 

Berufungsgericht innert 20 Tagen eine Berufungserklärung einzureichen (BGE 138 IV 

157 E. 2). Die anderen Parteien können innert 20 Tagen seit Empfang der Berufungser-

klärung schriftlich Anschlussberufung erklären (Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO). 

- 7 - 

Die Beschuldigten haben am 18. November 2021 (S. 2409) sowie 26. November 2021 

(S. 2410) gegen das am 17. November 2021 übermittelte Urteilsdispositiv (S. 2408) Be-

rufung angemeldet. Sie haben die Berufung gegen das am Freitag, 29. April 2021 be-

gründet übermittelte Urteil (S. 2495) am 19. und 23. Mai 2021 (Montag) erklärt (S. 2569). 

Die erforderlichen Vorkehren sind mithin innert offener Frist erfolgt. 

1.4  Mit der Berufung können im Regelfall Rechtsverletzungen, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts 

sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 398 Abs. 3 StPO). Einschränkende Vor-

schriften gelten für Übertretungen sowie im Zivilpunkt (Art. 398 Abs. 4 und 5 StPO). Wer 

nur Teile des Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf 

welche der in Art. 399 Abs. 4 lit. a bis g StPO aufgezählten Teile sich die Berufung be-

schränkt. Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfas-

send überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Seine Kontrolle bleibt jedoch im Prinzip auf die 

angefochtenen Punkte beschränkt (Art. 404 Abs. 1 StPO); es kann aber zugunsten der 

beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige 

oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO; zur Ausdehnung 

gutheissender Rechtsmittelentscheide vgl. Art. 392 StPO). Die Berufung hat im Umfang 

der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO).  

X _________ hat Ziff. 1.2 des Urteils angefochten und dabei ausgeführt «die Berufung 

des Beschuldigten richtet sich einzig gegen die Höhe der ausgesprochenen Freiheits-

strafe […] Im Berufungsverfahren wird somit nur die Frage der Strafzumessung ein 

Thema sein» (S. 2500). 

Y _________ hat hingegen diverse Vorhalte angefochten, wobei er hauptsächlich bean-

standet, die Vorinstanz habe seinen Tatbeitrag falsch festgestellt (S. 2573 ff.). Er  

kritisiert anschliessend die Qualifikation seines Verhaltens, es fehle an Gewerbs- und 

Bandenmässigkeit, er habe wiederholt nur Gehilfenschaft geleistet (S. 2576 ff.). Die 

Strafzumessung sei falsch (S. 2579 ff.), die Sanktion bedingt auszusprechen (S. 2581 

f.) und die Dauer des Landesausweises sei zu kürzen (S. 2582). Y _________ verlangt 

schliesslich eine Anpassung der Kosten (S. 2582). 

- 8 - 

2.  Sachverhalt 

2.1  Unschuldsvermutung 

Jede Person gilt bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Unschuldsver-

mutung, Art. 10 Abs. 1 StPO). Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem 

gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO).  

Die in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK gewährleistete Unschuldsvermutung 

besagt als Beweislastregel, die Anklagebehörde müsse die Schuld des Angeklagten be-

weisen und nicht dieser seine Unschuld. Der gleiche Grundsatz verbietet dem Strafrich-

ter als Beweiswürdigungsregel, sich von der Existenz eines für den Angeklagten ungüns-

tigen Sachverhalts überzeugt erklären zu lassen, wenn bei objektiver Betrachtung er-

hebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, der Sachverhalt habe sich so 

verwirklicht (BGE 138 V 74 E. 7). Der Strafrichter geht im Falle unüberwindlicher Zweifel 

von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus. Die Maxime bezieht sich 

nur auf die Feststellung der Tatsachen und nicht auf deren rechtliche Würdigung. «Aus-

sage-gegen-Aussage-Konstellationen» in welchen sich als massgebliche Beweise be-

lastende Aussagen des mutmasslichen Opfers und bestreitende Aussagen der beschul-

digten Person gegenüberstehen, müssen keineswegs zwingend oder auch nur höchst-

wahrscheinlich gestützt auf den Grundsatz «in dubio pro reo» zu einem Freispruch füh-

ren (vgl. BGE 137 IV 122 E. 3.3). Der Erstaussage kommt in der Aussagepsychologie 

aufgrund gedächtnispsychologischer Voraussetzungen entscheidende Bedeutung zu 

(Bundesgerichtsurteil 6B_760/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 2.4.1).  

Die Glaubhaftigkeit einer Aussage ist für die Wahrheitsfindung bedeutungsvoll. Sie wird 

durch methodische Prüfung ihres Inhalts darauf analysiert, ob die auf ein bestimmtes 

Geschehen bezogenen Angaben dem tatsächlichen Erleben des Zeugen entspringen. 

Die betreffende Äusserung ist namentlich auf das Vorhandensein von Realitätskriterien 

(Aussagedetails, Individualität, Verflechtung, Widerspruchsfreiheit, Konstanz etc.) und 

umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu untersuchen. Das Gericht hat zu 

kontrollieren, ob die aussagende Person eine solche Behauptung unter Berücksichti-

gung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage auch ohne 

realen Erlebnishintergrund machen könnte. Die Richter sollen im Rahmen eines hypo-

thesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerk-

male, sogenannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entstehungsgeschichte der 

Aussage sowie des Aussageverhaltens das insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehler-

- 9 - 

quellen testen. Die Prüfung soll ausserdem die persönliche Kompetenz der aussagen-

den Person werten. Das Gericht hat dabei vorab von einer nichtrealitätsbegründeten 

Aussage auszugehen. Erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der 

festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, darf das Gericht darauf schlies-

sen, dass die Aussage einem wirklichen Erleben entspricht und wahr ist (vgl. BGE 133 I 

33 E. 4.3; Bundesgerichtsurteil 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2 mit weiteren Hin-

weisen). 

Selbst erlebte Ereignisse bleiben länger im Gedächtnis gespeichert als blosse Erfindun-

gen. Erlebnisbegründete Schilderungen schneiden bei wiederholten Befragungen be-

züglich Konstanz besser ab als erfundene Aussagen. Erinnerungsverluste sind aller-

dings immer möglich, sie müssen geradezu erwartet werden. Teils wird von «relativer 

Konstanz» gesprochen, wobei Abweichungen, die mit einem natürlichen Erinnerungs-

verlust zu vereinbaren sind, Merkmale für die Bejahung der Glaubhaftigkeit sind: Es wäre 

zu einfach, zu behaupten, die Konstanz einer Aussage spräche für ihre Glaubhaftigkeit, 

während die Inkonstanz ihre Unglaubhaftigkeit anzeigt. Entscheidend ist die Prüfung der 

Art der Konstanz. Erwartete Konstanzen betreffen etwa Handlungen des Kerngesche-

hens, unmittelbar am Kerngeschehen beteiligte Personen, Tatörtlichkeiten, handlungs-

relevante Gegenstände, globale Körperpositionen oder Lichtverhältnisse (Helligkeit bzw. 

Dunkelheit). Erwartete Erinnerungsverluste (psychologisch erwartete Inkonstanzen) be-

ziehen sich hingegen auf Schilderungen des peripheren Geschehens, die zeitliche Rei-

henfolge von verschiedenen Phasen eines Vorganges oder von verschiedenen abge-

schlossenen Handlungen, auf Schätzungen beruhende Angaben, Angaben über unan-

genehme Empfindungen, Häufigkeitsangaben bei ähnlichen Vorfällen, Kleidung, Wetter-

verhältnisse oder Zahlenangaben (Berlinger, Glaubhaftigkeitsbegutachtung im Strafpro-

zess, Beweiseignung und Beweiswert, Zürich/Basel/Genf 2014, S. 44 f.).  

Es ist mithin zu prüfen, was als «Kerngeschehen» und was als «Randgeschehen» an-

zusehen ist. Die überwiegende Meinung in Rechtsprechung und Literatur definiert das 

Kerngeschehen subjektiv: Das Gericht hat mithin das, was für die betreffende Auskunfts-

person in der konkreten Situation emotional besonders wichtig erschien und sie bewegt 

hat, zu bestimmen. Dieses subjektive Kerngeschehen muss somit im Prozess von Zeuge 

zu Zeuge neu bestimmt werden. Es existiert kein (feststehendes) prozessuales, sondern 

nur ein personales Kerngeschehen. Die herrschende Rechtsprechung und Lehre defi-

niert Kerngeschehen folglich nicht aus der Sicht des in Frage stehenden Tatbestandes 

oder Lebenssachverhaltes (Hussels, Von Wahrheiten und Lügen - Eine Darstellung der 

Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012 S. 372). 

- 10 - 

Die Zeitintervalle zwischen den Aussagen sowie zwischen den Aussagen und den ge-

schilderten Ereignissen sind bei der Konstanzanalyse von zentraler Bedeutung. Ein Un-

terschied von wenigen Wochen erlaubt es regelmässig nicht, signifikante Konstanzphä-

nomene zu entwickeln. Das Gericht darf andererseits bei Zeiträumen von mehr als zwei 

oder drei Jahren auch bei erlebnisbegründeten Aussagen regelmässig keine Konstanz 

mehr erwarten (Berlinger, a.a.O., S. 45). 

2.2  Modus Operandi 

Laut Polizeibericht vom 11. Februar 2019 haben sich im Jahr 2017 in der gesamten 

Schweiz 13 Einbruchsdiebstähle oder -versuche in Kleidergeschäften mit hochwertiger 

Markenbekleidung ereignet. Eine aus Rumänien stammende Gruppierung ist dazu je-

weils von Italien oder Deutschland her in die Schweiz eingereist. Die Täter haben jeweils 

die Haupt- oder Seitentüre ins Einbruchsobjekt betreten oder zu betreten versucht. Sie 

haben beinahe jedes Mal das gesamte Kleiderinventar und/oder das Deliktsgut aus dem 

Geldschrank entwendet. Die Kleider sind in Kehrrichtsäcken verpackt und mittels Liefer-

wagen ausser Landes gebracht worden. Sie seien anschliessend nach Rumänien trans-

portiert und dort veräussert worden. X _________ sei als einziger bei sämtlichen vorlie-

genden Fällen anwesend gewesen. Die Gruppe habe sich sonst unterschiedlich zusam-

mengesetzt. Die Beschuldigten seien keiner geregelten Arbeit nachgegangen und hätten 

über kein regelmässiges Einkommen verfügt (S. 9). 

2.3  Unstrittige Vorfälle 

X _________ hat die ihn betreffenden Vorfälle allesamt gestanden und bestätigt auch 

die Deliktsumme (S. 2355). Die übrigen Mitbeteiligten an diesen Sachverhalten sind, so-

weit überhaupt angeklagt, rechtskräftig verurteilt worden. Der Sachverhalt kann folglich, 

soweit er Ereignisse betrifft, an welchen Y _________ nicht beteiligt gewesen ist, bestä-

tigt werden. Die Vorinstanz hat diesen wie folgt festgestellt: 

 X _________ ist zwischen dem 6. und 9. Mai mit D _________, E _________ 

und F _________ in eine Kinderboutique in St. Gallen eingebrochen. Die  

Beteiligten haben einen Sachschaden von Fr. 2'000.00 verursacht und Deliktsgut 

im Wert von Fr. 147'412.40 entwendet (S. 2438 ff. E. 2.2; S. 231 ff.). 

 X _________ ist in der Nacht vom 8.-9. Mai 2017 gemeinsam mit F _________, 

E _________, G _________, H _________ in ein Modegeschäft in Chur einge-

brochen. Die Beteiligten haben einen Sachschaden von Fr. 1'000.00 verursacht 

und Deliktsgut von Fr. 96'650.00 entwendet (S. 2440 E. 2.3; S. 274 ff.). 

- 11 - 

 X _________ ist am 17. und 18. August 2017 gemeinsam mit A _________ und 

B _________ in ein Modegeschäft in Luzern eingebrochen. Er hat dort Kleider im 

Wert von Fr. 319'128.50 in mitgebrachten Säcken geladen und zum Abtransport 

bereit gemacht, um sie anschliessend zu verladen, nach Italien zu bringen und 

nach Rumänien zu schicken. Der Sachschaden beträgt Fr. 312.00 (S. 2464 ff. 

2.14). Die Täter sind in flagranti erwischt und verhaftet worden (S. 722 ff.). 

2.4  Allgemeines zum Aussagenverhalten der beiden Berufungskläger 

2.4.1  X _________ ist nach der Verhaftung vom 18. August 2017 (S. 1321) am 17. Mai 

2018 nach Deutschland ausgeliefert worden (S. 1822). 

X _________ gesteht am 17. November 2017 frühzeitig Diebstähle in der Schweiz. Er 

wisse nicht mehr wo. Er behauptet vorab, alleine gehandelt zu haben, beginnt aber im 

Verlauf der Befragung Beteiligte zu nennen (S. 78 f.). Er wird in dieser Befragung z.B. 

mit Fotos aus anderen Deliktsorten oder mit Namen von möglichen Mittätern resp. deren 

Aussagen konfrontiert (S. 80 f.). Die Polizei nennt dem Beschuldigten am 28. November 

2017 mögliche Deliktsorte. Er fordert Fotos der Eingangstüre, diesfalls könne er sich 

möglicherweise daran erinnern (S. 87). Der Angeklagte gibt am 22. Januar 2018 detail-

liert an, wie sich die Gruppe zusammengesetzt hat und wie er deren Mitglieder kennen-

gelernt hat (S. 180 ff.). Er erwähnt in dieser Befragung auch (S. 181): 

Wir haben fast alle die gleichen Aufgaben. Das ist meine Meinung. Wir helfen einander. 

Der Anwalt hat mir gesagt, dass ich immer sagen soll, wer der Chef ist. Aber ich bin der 

Meinung, dass ich sagen muss, wie es abgelaufen ist. Und ich bin der Meinung, dass wir 

alle alles machen. Ich bin nie der Fahrer, das kann ich sagen. Ich muss immer mit den 

Anderen mitfahren. 

Es ist an dieser Aussage positiv zu werten, dass der Angeklagte wenigstens nicht  

versucht, seine Situation zugunsten der anderen Beschuldigten zu verbessern. 

X _________ gibt am 10. Januar 2018 einen Gewinn von Fr. 20'000.00 an, den er durch 

die in der Schweiz begangenen Delikte erzielt haben will. Folgende Fragen und Antwor-

ten sind bemerkenswert (S. 301): 

Wie viel konnten Sie erwirtschaften mit Einbruchsdiebstählen ausserhalb der Schweiz 

Fragen Sie mich, dass ich dann noch länger im Gefängnis bleiben muss? 

Sie müssen in der Schweiz nur für das geradestehen, was sie in der Schweiz gemacht 

haben.  

- 12 - 

In den zwei Jahren, seit dem ich jetzt das aktiv betreibe, sicher eine halbe Million Euro. 

Dieses Geld habe ich einfach gebraucht. Wenn ich mit EUR 10'000.00 an einem Abend in 

einen Club gehe, dann sind diese am Morgen weg. Wie gesagt, gehe ich auch regelmässig 

ins Casino. Dort geht das Geld auch schnell weg. 

Derlei verfängliche Aussagen, die nach mehreren Einvernahmen im Strafprozess  

erfolgen, erwecken den Eindruck von Glaubwürdigkeit. X _________ gesteht auf Nach-

frage weitere Einbrüche, sobald ihn die Polizei damit konfrontiert (S. 302). 

Der Anwalt des Beschuldigten lässt am 10. April 2018 eingangs ausrichten, diese Ein-

vernahme habe keinen direkten Einfluss auf das eigene Strafverfahren, zumal er bereits 

ein vollumfängliches Geständnis deponiert habe. X _________ identifiziert anschlies-

send auf den vorgelegten Fotos diverse Personen und gibt an, wer wo teilgenommen 

hat. Er erklärt, wo und wie das Diebesgut ins Ausland transportiert worden ist, wo sie die 

Lieferwagen gemietet haben, dass Kleider in Rumänien in Empfang genommen und wie 

diese dort verteilt worden sind. Er bekennt, wie die Beteiligten diese auf einer Webseite 

oder direkt weiterveräussert haben. Sie hätten meistens über Facebook kommuniziert 

und oft die Telefonnummer getauscht. Er habe gestohlen, um seine Schulden zurückzu-

bezahlen (S. 197 ff.). Diese Aussage erweckt den Eindruck, als habe sich der Angeklagte 

entschieden, ein umfassendes Geständnis abzuliefern. 

Der Beschuldigte gibt vor dem Kreisgericht die Tatvorwürfe generell zu (S. 2355 f.), vor 

Kantonsgericht ist der ihm vorgeworfene Sachverhalt nicht mehr strittig. 

Das Kantonsgericht geht mitnichten von einem vorbehaltlosen Geständnis am Anfang 

des Prozesses aus. X _________ muss aber aufgrund der Fragen und vorgelegten  

Beweismittel mit Vorkenntnissen der Polizei rechnen. Dieser Angeklagte versucht sich 

im Verlauf des Prozesses grundsätzlich nicht mehr herauszureden oder seine Lage zu 

beschönigen, sobald ihn die Polizei mit Vorfällen konfrontiert. X _________ gibt, je län-

ger der Prozess dauert, umso mehr zu und stellt den Sachverhalt vor Kantonsgericht 

nicht mehr in Abrede. Das macht seine Aussagen grundsätzlich glaubwürdig, zumindest 

soweit er sich gleichzeitig selbst belastet. 

2.4.2  Y _________ ist am 5. Februar 2017 verhaftet und in die Schweiz eingeliefert 

worden (S. 1669). Der Strafprozess hat mithin bereits Monate angedauert, bevor dieser 

Beschuldigte zum ersten Mal einvernommen worden ist. Es liegen bereits diverse Be-

weismittel vor, was diesem Berufungskläger bewusst sein muss. Er wird ausserdem über 

Zeit verfügt haben, sich eine Verteidigungsstrategie zu überlegen. 

- 13 - 

Y _________ wird in der Hafteröffnungseinvernahme vom 7. Februar 2018 mit den ihn 

belastenden Äusserungen von Mitbeschuldigten konfrontiert. Er gibt seine Anwesenheit 

zu. Er sei als Chauffeur für Diebstähle in die Schweiz gekommen (S. 1664). Die Straf-

verfolgungsbehörden erteilen Y _________ in dieser Befragung Kenntnis darüber, dass 

sie über die Fahrzeugmiete orientiert sind. Die Polizei konfrontiert ihn bei der ersten Ein-

vernahme bereits mit möglichen Tatorten (S. 1665). 

Dieser Berufungskläger führt im Rechtsmittel wiederholt an, aufgrund der Vielzahl von 

Taten und den wechselnden Beteiligten sei es möglich, dass sich X _________ über die 

einzelnen Handlungen der Beteiligten irren könne. Derlei ermögliche ferner Widersprü-

che im eigenen Aussagenverhalten. Dieser Beschuldigte stellt seinen Tatbeitrag wieder-

holt weniger gravierend dar, als dies angeklagt oder von X _________ dargestellt wird. 

2.5  Vorfall vom 22. Mai 2017 I _________ in Brig  

2.5.1  X _________ sei laut Vorinstanz am 22. Mai 2017 gemeinsam mit Y _________, 

F _________ und E _________ in ein Modegeschäft in Brig eingebrochen. Die Beteilig-

ten hätten dabei die Metalleingangstüre und den Rahmen sowie die Elektroanlage be-

schädigt, Kleider im Wert von Fr. 329'030.00 sowie Bargeld von Fr. 127.10 entwendet 

(S. 2442 ff. E. 2.4). 

2.5.2  Y _________ vertritt in der Berufungserklärung den Standpunkt, er habe nur 

Chauffeurdienste geleistet und im Vorneherein nicht gewusst, was passieren werde. Er 

sei erst in Brig über den geplanten Einbruch orientiert worden. Er habe den Befehl er-

halten, beim Wagen zu warten, habe später beim Einladen des Deliktguts geholfen und 

sei den anderen Beteiligten Richtung Deutschland gefolgt (S. 2573). Er sei, laut Plädo-

yer, nicht entschädigt worden (S. 2757). 

2.5.3  X _________ hat am 17. November 2017 gestanden, mit E _________,  

Y _________ und einer weiteren Person in ein Modegeschäft in Brig eingebrochen seien 

(S. 80 i.V.m. S. 85). Er bekräftigt diese Aussage am 28. November 2017 und umschreibt 

das Vorgehen ausführlich. Dieses Mal sei E _________ draussen geblieben, während 

sie zu dritt ins Geschäft eingedrungen seien. Sie hätten die gestohlene Kleidung in mit-

genommene schwarze Säcke eingefüllt (S. 87). Er hält am 10. Januar 2018 wiederholt 

fest, gemeinsam mit drei anderen Personen, u.a. Y _________ ins Geschäft eingebro-

chen zu sein. X _________ bestätigt auf ausdrückliche Nachfrage, Y _________ sei 

auch eingestiegen. Dieser habe den Lieferwagen geholt, als die Säcke gefüllt gewesen 

seien (S. 295 f.). 

- 14 - 

2.5.4  Y _________ gibt am 15. Februar 2018 an, er habe in Brig vor dem Geschäft 

gewartet, während die übrigen Beteiligten eingetreten seien. Er habe aufgepasst und 

beim Einladen der Kleider geholfen, das Geschäft jedoch nicht betreten. Er habe den 

Lieferwagen zum Abtransport des Deliktsgut gefahren (S. 325). Er sei nicht im Innern 

des Geschäfts gewesen, habe aber beim Einladen geholfen. Er sei gekommen, weil sie 

einen Chauffeur gebraucht hätten. Er habe schon gedacht, dass es etwas Illegales sei 

(S. 326). Er sei draussen geblieben und habe mit den anderen per Telefon kommuniziert 

(S. 327). Er sei Aufpasser gewesen. X _________ habe ihn angerufen und ihn zum 

Kommen aufgefordert. Er sei das erste Mal dabei gewesen (S. 328). Er sei am Schluss 

gekommen und habe beim Einladen geholfen. Er habe im Lieferwagen, in einem Park-

haus gewartet, während die anderen im Geschäft gewesen seien. X _________ habe 

ihn dann angerufen. Er sei dann losgefahren und habe beim Einladen geholfen. Er sei 

zunächst falsch gefahren, worauf ihn X _________ noch einmal angerufen habe. Er 

habe weder ein Kleidungsstück noch einen Euro gesehen. Der halbe Bus sei gefüllt ge-

wesen, es habe zwischen 20 und 30 Säcke gegeben (S. 329). Y _________ sei an-

schliessend alleine mit dem Lieferwagen gefahren. Er sei seinen Kollegen nach Deutsch-

land gefolgt (S. 330).  

Dieser Beschuldigte wird bei seinem ersten Vorfall vorgängig vielleicht nicht in alle  

Details des Einbruchs orientiert worden sein. Er gibt aber an, gewusst zu haben, dass 

er etwas Illegales tun werde. Y _________ dürfte ferner zumindest gewusst haben, dass 

es um einen Einbruch geht, zumal vorgängig Verhaltensanweisungen diskutiert worden 

sind, sofern etwas Ungeplantes eintrifft (vgl. E. 3.2.4). 

Es ist widersprüchlich, wenn der Betroffene vorab sagt, er habe vor dem Geschäft auf-

gepasst und später behauptet, er habe in der Garage im Lieferwagen auf seinen Einsatz 

gewartet. Ferner erscheint es unlogisch, wenn der Betroffene behauptet, weder Kleider 

noch Geld als Anteil der Beute erhalten zu haben. Diesfalls wäre es unverständlich, wa-

rum er sich an den weiteren Einbrüchen beteiligt hat. 

2.5.5  Der Einbruch soll laut Y _________ «vielleicht eine Stunde» gedauert haben 

(S. 330). Die Akten enthalten Fotos, auf welchen sich der Betroffene selbst erkennt 

(S. 326 f. i.V.m S. 335 und S. 355). Dier Lieferwagen fährt um 02:50 Uhr zum Tatort 

(S. 359 i.V.m. S. 374). Y _________ läuft um 02:32:56 über den Sebastiansplatz in Brig 

weg vom Tatort (S. 362). Seine Darstellung, er habe während des Einbruchs im Liefer-

wagen gewartet, stellt derlei in Frage, da er sich knapp 20 Minuten vor dem Einholen 

des Fahrzeugs noch auf dem Sebastiansplatz befindet und in die Richtung bewegt, wo 

sich der Lieferwagen während des Einbruchs befunden haben soll. 

- 15 - 

2.5.6  Sie hätten laut X _________ 1600 Kleidungsstücke gestohlen. Diese hätten, laut 

Preisschildern, einen Wert zwischen Fr. 50.00 bis Fr. 150.00 gehabt (S. 87). Die  

Schäden an der Türe, dem Rahmen und der Elektroanlage lassen sich nicht beziffern 

(S. 291 und S. 359). Das Deliktsgut wird auf Fr. 329'030.00 plus Bargeld von Fr. 127.10 

fixiert, der Schaden auf Fr. 1'000.00. Dieses lasse sich, gemäss Polizeibericht, aus der 

beiliegenden Inventurdifferenz entnehmen (S. 291). In der Berufungserklärung wird hin-

terfragt, ob der Verkaufs- oder der Einkaufswert die Deliktsumme bildet (S. 2757). Darauf 

wird weiter unten zurückgekommen (vgl. E. 4.2.2).  

2.5.7  Y _________ wird bei der Einreise in die Schweiz zumindest gewusst haben, dass 

seine Chauffeurdienste bei einer illegalen Tätigkeit verwendet werden. Die Aussage von 

X _________, auch Y _________ habe sich beim Einbruch ins Geschäft begeben,  

erscheint ferner glaubwürdig. Letzterer hat zugegebenermassen beim Verladen der 

Ware in den Lieferwagen geholfen und anschliessend alleine das Gefährt über die 

Schweizer Grenze nach Deutschland gelenkt. Dieser Tatbeitrag ist insgesamt als  

mittäterschaftlich zu qualifizieren. 

2.6  Vorfall vom 24. bis 26. Mai 2017 J _________ in St. Gallen (S. 2445 ff. E. 2.5) 

2.6.1  X _________ hat sich gemäss Vorinstanz zwischen dem 24. und 26. Mai 2017 

gemeinsam mit Y _________, F _________, G _________ und H _________ zu einem 

Modegeschäft in St. Gallen begeben und erfolglos versucht, mittels Flachwerkzeug,  

Eingreifen und Körperkraft die Schiebetüren und danach mittels Werkzeug die Hausein-

gangstüre zu öffnen. Es ist ein Schaden von Fr. 8'000.00 entstanden. 

2.6.2  Y _________ gibt zu diesem Vorfall in der Berufungserklärung zu bedenken, auf-

grund der Tatmehrheiten und diverser Beschuldigter seien Widersprüchlichkeiten sei-

nerseits sowie Irrtümer von X _________ möglich. Y _________ habe bei diesem Vorfall 

im Lastwagen gewartet und auf die Polizei geachtet (S. 2573). Die Äusserungen von  

X _________ seien äussert knapp und pauschalisierend (S. 2758). 

2.6.3  X _________ bestätigt einen Einbruchsdiebstahlversuch in St. Gallen mit  

Y _________, F _________, G _________ und H _________. Die Beteiligten hätte 

mehrfach versucht, die automatische Türe zu öffnen. Sie hätten anschliessend versucht, 

die metallene Hauseingangstüre aufzubrechen. Eine Drittperson habe sie beobachtet, 

worauf sie den Tatort fluchtartig verlassen hätten (S. 379).  

- 16 - 

Es ist beachtenswert, dass der Verteidiger in der abschliessenden Vernehmlassung vor 

Kantonsgericht den von X _________ am 22. Januar 2018 gegenüber der Polizei depo-

nierten Satz «Alle haben versucht, aber ohne Erfolg» (S. 379), aus dem wörtlich zitierten 

Text entfernt (S. 2758). Dieser Satz bestätigt eine deutlich aktive Handlung von  

Y _________. Es stellt sich die Frage, warum X _________ Y _________ zu Unrecht 

belasten sollte, falls sich Letzterer nicht auch dermassen aktiv verhalten hätte. 

2.6.4  D _________ hat den Einbruchsversucht mit fünf Anwesenden am 24. Januar 

2018 gestanden und bestätigt, X _________ sei u.a. mit Y _________ erschienen 

(S. 384).  

2.6.5  Die Schiebetür hat eine DNA-Spur von F _________ enthalten (S. 412). 

2.6.6  Der Polizeibericht erwähnt Videoaufnahmen einer Gruppierung von fünf Männern. 

Vier Individuen hätten sich um 00:22:28 gezielt zur Schiebetür begeben. Diese tauchten 

etwa eine Minute später wieder auf und verliessen die Örtlichkeit. Mitglieder der Gruppe 

erschienen in den folgenden Minuten immer wieder auf den Aufnahmen. Sie würden sich 

auch ab und zu in die Kugelgasse begeben. Der Letzte der Gruppe habe den Tatort um 

00:33:38 verlassen (S. 403; vgl. S. 396). Dieses Video kann die Version von  

X _________ stützen, da er angibt, alle hätten versucht, die Türe zu öffnen. Es ist aber 

gemäss diesen Aufnahmen auch möglich, dass sich gerade Y _________ überhaupt 

nicht zur Türe begeben hat, da die Aufnahmen nicht hinreichend scharf sind. 

2.6.7  Y _________ hat seine Anwesenheit am 7. März 2018 bestätigt. X _________ 

habe ihn angerufen um Chauffeurdienste zu leisten. Die anderen Personen seien bereits 

vor Ort gewesen, als er erschienen sei. Er habe X _________ auf einem Parkplatz ge-

troffen, die anderen seien direkt vor Ort gewesen. Er sei von einer Freundin in die 

Schweiz gefahren worden (S. 390). Der Lieferwagen habe sich auf dem Parkplatz be-

funden. Es sei das gleiche Auto wie jenes in Brig gewesen, ein weisser Ford. Er habe 

den Lieferwagen gefahren und es habe keinen Beifahrer gegeben. X _________ sei mit 

dem kleinen Auto gefahren, obwohl er über keinen Führerschein verfüge. Y _________ 

wisse nicht, wer beim Einbruch den Lead gehabt habe. Er habe sich nicht aktiv am Ein-

bruch beteiligt. Er habe das Auto gebracht und sei dann in den Strassen spaziert. Drei 

Personen hätten versucht die Türe zu öffnen, er habe sie aber nicht angerührt. Plötzlich 

seien alle zurückgekommen und hätten erklärt, sie hätten abbrechen müssen, weil sie 

durch Drittpersonen gesehen worden seien (S. 391). Er habe nur das Auto gefahren und 

beobachtet, ob die Polizei kommt. Er sei nach dem Einbruchsversuch alleine Fahrer des 

- 17 - 

Lieferwagens gewesen, sie seien nach Deutschland zurückgekehrt, wo sie vorgängig 

bereits gewesen sind (S. 392). 

2.6.8  Der Sachschaden von Fr. 8'000.00 wird im Polizeibericht erwähnt (S. 402). 

2.6.9  Die Y _________ belastenden Aussagen von X _________ sind, anders als in der 

Berufungserklärung behauptet, hinreichend eindeutig. Es ist, auch angesichts der übri-

gen Fälle, durchaus nachvollziehbar, dass sich jener aktiv verhalten hat, als die übrigen 

Beteiligten bei der gewaltsamen Türöffnung gescheitert sind. Y _________ gibt ausser-

dem selbst zu, den Lieferwagen über weite Strecken gefahren zu haben und während 

des Einbruchversuchs zeitweilig eine Aufpasserfunktion wahrgenommen zu haben. 

Auch bei diesem liegt somit ein mittäterschaftlicher Beitrag vor. 

2.7  Vorfall vom 27. Mai 2017 im J _________ in Winterthur (S. 2447 E. 2.6; S. 413 ff.) 

2.7.1  X _________, Y _________ sind laut Vorinstanz mit F _________ und  

H _________ am 27. Mai 2017 mittels Schraubenzieher und Brecheisen in ein Kleider-

geschäft in Winterthur eingedrungen. Sie haben einen Sachschaden von Fr. 1'000.00 

verursacht, Kleider im Wert von Fr. 230'000.00 entwendet und nach Deutschland trans-

portiert. X _________ hat vom Verkaufserlös der Kleider Fr. 4'000.00 erhalten,  

Y _________ Fr. 2'000.00. 

2.7.2  Y _________ verweist in der Berufungserklärung wiederum auf die verschiedenen 

Tatorte und die wechselnden Beteiligten, was Widersprüche verursachen könne. Er sei 

weder an der Planung des Einbruchs noch am Vollzug beteiligt gewesen, sondern habe 

beim Lieferwagen auf den Anruf gewartet (S. 2573). X _________ gebe zu Beginn der 

Befragung an, er könne sich nicht mehr genau an den Vorfall erinnern, was zu wenig 

gewürdigt werde (S. 2759). 

2.7.3  Die Behauptung in der Schlussdenkschrift, X _________ habe gesagt, er könne 

sich nicht mehr genau erinnern (S. 2759) bezieht sich auf die Namen der übrigen Tatbe-

teiligten. X _________ ist sich aber am 10. Januar 2018 von Beginn an sicher, dass  

Y _________ anwesend gewesen ist. Sie hätten das Geschäft einen ganzen Tag ange-

schaut. Es habe einen Schnellimbiss in der Nähe gehabt und sie hätte sich gesagt, sie 

müssten diesen Laden unbedingt «machen» (S. 302). 

X _________ gesteht, mit Y _________ das Tatobjekt ausgelesen zu haben, da ihnen  

J _________ und C _________ immer gefallen hätten. Y _________ habe den Liefer-

wagen in Deutschland gemietet und sei von Deutschland in die Schweiz gefahren.  

- 18 - 

X _________ habe mit F _________ und H _________ gemeinsam einen Personenwa-

gen benutzt (S. 418 f.). Niemand habe den Lead gehabt. Sie hätten mit Schraubenzie-

hern und Brecheisen eine Schiebetüre geöffnet, alle hätten das Geschäft betreten, die 

Kleider in die Säcke verladen, Y _________ habe den Lieferwagen geholt und sei mit 

diesem weggefahren. Die anderen hätten den Personenwagen benutzt. Sie hätten un-

gefähr 2'000 Kleidungsstücke entwendet, nach Deutschland gebracht, dort umgeladen, 

nach Rumänien transportiert und dort verkauft (S. 419 f.). Jeder von ihnen habe für das 

Diebesgut EUR 4'000.00 bis EUR 5'000.00 erhalten (S. 420). 

2.7.4  Y _________ bestätigt seine Anwesenheit, behauptet aber wiederum, als Fahrer 

beteiligt gewesen zu sein. Er habe gewusst, dass sie stehlen wollten und sie gefahren. 

Er habe sich erhofft, etwas abzubekommen. Er habe in Rumänien drei T-Shirts und 

Fr. 2'000.00 erhalten (S. 423). Y _________ habe den Lieferwagen alleine gefahren 

(S. 423). Er sei X _________ und einer weiteren Person, die vorausgegangen seien, 

später zum Geschäft gefolgt. Sie seien anschliessend eingetreten. Er sei danach zum 

Auto zurückgekehrt und habe dort eine Zigarette geraucht. X _________ habe ihn geru-

fen und bestätigt, sie seien drinnen. Er selbst sei im Auto gewesen, als sie drinnen wa-

ren. Er sei mit drei Personen hineingegangen und habe die Kleider geräumt. Letztere 

seien aber teilweise schon eingeräumt gewesen. Es seien sicher mehr Kleider als in Brig 

gestohlen worden. Er habe den Lieferwegen geholt, als alle Kleider verpackt gewesen 

seien und sei zum Eingang gefahren. Alles sei eingeladen worden und sie seien wegge-

fahren (S. 424). Er glaube, Handschuhe getragen zu haben. Er habe den Lieferwagen 

beim Abtransport gefahren und diesen – wie immer – alleine gefahren (S. 425).  

Y _________, dessen Aussage zu dieser Frage nicht immer widerspruchslos erscheint, 

gibt zu, selbst ins Geschäft eingetreten und beim Einpacken der Kleider geholfen zu 

haben. «Man» habe sich mindestens 1 Stunde im Geschäft aufgehalten (S. 424). Die 

Auffassung in der Berufungsverhandlung, der Angeklagte sei nur ins Geschäft gestie-

gen, um die Kleider abzutransportieren (S. 2759) widerspricht der oben wiedergebebe-

nen Antwort 34 S. 424. 

2.7.5  Der Polizeibericht führt das Deliktsgut inkl. Wert auf (S. 414 ff. und S. 433 ff.). 

2.7.6  Y _________ hat wiederum alleine den Lieferwagen gefahren. Er ist in den Laden 

eingedrungen und hat beim Verpacken der Kleider geholfen. Er hat anschliessend das 

Gefährt geholt und beim Hineintragen der Kleider in den Lieferwagen geholfen. 

- 19 - 

2.8  Vorfall vom 21. Juni 2017 im K _________ Lausanne (S. 2449 ff. E. 2.7; S. 441 ff.) 

2.8.1  X _________ und Y _________ haben laut Vorinstanz in Lausanne mit  

D _________ und G _________ in Lausanne das Elektronikschloss der automatischen 

Schiebetüre mit Werkzeug geöffnet und die Schiebtüre so manipuliert, dass sie durch 

einen Elektroimpuls habe geöffnet werden können. Die beiden Berufungskläger sollen 

anschliessend das Geschäft betreten und Kleider im Wert von Fr. 30'000.00 in Plastik-

säcken verstaut und danach entwendet haben. 

2.8.2  Y _________ beanstandet in der Berufungserklärung, den eigenen Widersprü-

chen werde zu viel Gewicht beigemessen, da einzig ein Widerspruch in der Frage vor-

liege, wer das Gebäude betreten habe. Dieser Widerspruch sei erklärbar, da  

Y _________ selbst auf der Treppe Ausschau gehalten und später beim Einladen der 

Kleider geholfen habe. Das Deliktsgut sei ferner ohne hinreichende Beweismittel auf 

Fr. 30'000.00 bemessen worden (S. 2574). 

2.8.3  X _________ bestätigt, mit Y _________, D _________ und einem Dunkelhäuti-

gen den Einbruch begangen zu haben. Sie seien mit dem Auto von Y _________ unter-

wegs gewesen. Sie hätten 140-150 Kleider gestohlen, aber nur 50 Stück behalten und 

den Rest weggeworfen (S. 445). Sie hätten abwechslungsweise versucht, die Türe zu 

öffnen. Sie hätten dazu viel Zeit gebraucht und deswegen sämtliche 140 Kleidungsstü-

cke gestohlen (S. 446). X _________ sei mit Y _________ ins Geschäft eingetreten, die 

beiden anderen Personen hätten draussen aufgepasst. Es seien zwei Individuen 

draussen geblieben, weil das Geschäft klein gewesen sei und sie deswegen den Dieb-

stahl nicht weiter hinten hätten ausführen können (S. 447). 

2.8.4  Es liegt laut Polizei eine DNA-Spur von Y _________ vor (S. 14). 

2.8.5  Der Verkäufer erklärt das Aufkommen der Marke Philipp Plein, welche beliebt sei, 

weil sie von Musikern getragen werde (S. 1380). 

2.8.6  Die Akten enthalten Fotos des Deliktorts (S. 1297). Y _________ trägt auf einem 

Foto ein T-Shirt und eine Mütze von Philipp Plein (S. 1300). 

2.8.7  Y _________ behauptet, D _________ und X _________ hätten mit einem 

Schraubenzieher versucht, das Geschäft zu öffnen, während er in der Nähe bei einer 

Treppe gewartet habe. Seine Begleiter seien zurückgekehrt und hätten geklagt, sie 

könnten den Eingang nicht öffnen. Sie seien zum Auto zurückgekehrt und hätten einen 

kleinen Schraubenzieher geholt und schliesslich die Türe öffnen können. Y _________ 

- 20 - 

und X _________ seien ins Geschäft eingetreten und hätten die Kleider in Säcke ge-

packt. D _________ sei später gefolgt und habe Y _________ aufgefordert, das Auto zu 

holen. Sie seien gemeinsam zum Hotel gefahren, um die Kleider zu sortieren.  

X _________ und Y _________ hätten schliesslich rund 50 Kleider von Philipp Plein 

nach Italien zu ihm nach Hause geschafft. Y _________ habe vom Einbruch nur eine 

Mütze erhalten (S. 455 ff.). Er gibt wiederholt zu, selbst im Geschäft gewesen zu sein, 

auch zum Einpacken der Kleider (S. 456 und 457). 

Y _________ behauptet freilich, einzig eine Mütze für den Einbruch erhalten zu haben 

(S. 458), was in Anbetracht des von ihm betriebenen Aufwands nicht glaubwürdig er-

scheint. Die Mithilfe bei weiteren Straftaten weist vielmehr daraufhin, dass die generellen 

Darlegungen von X _________, das Deliktsgut sei pro Kopf aufgeteilt worden, zutreffen. 

Die Vorinstanz geht richtigerweise davon aus, Y _________ habe das Geschäft betreten 

und X _________ beim Verpacken der Kleider geholfen (S. 2760; S. 456). 

2.8.8  D _________ bestreitet eine Beteiligung, gibt aber zu, draussen in der Nähe ge-

wartet zu haben. Sie hätten ihm ein paar T-Shirts versprochen (S. 450). 

2.8.9 X _________ erwähnt den Diebstahl von 140-150 Kleidern, wobei sie 50 der  

Marken DSQUARD und Philipp Plein behalten hätten (S. 445). Ein rapport d’investiga-

tion nennt als Mindestdeliktsumme Fr. 30'000.00 (S. 442 i.V.m. S. 463). Die Verkäufer 

hätten ein Exklusivverkaufsrecht auf die Marke «P _________», wovon ein T-Shirt  

Fr. 450.00 koste (S. 463). X _________ hat bestätigt, dass es sich bei Kleidungen der 

Marke Philipp Plein um bemerkenswert teure Produkte handelt (S. 2718). Es werden 

ferner andere bekannte Marken als Diebesgut bezeichnet (S. 473). Die Betroffenen ha-

ben davon auf einem Parkplatz mindestens 40 Markenkleider heraussortiert, die ihnen 

wertvoll genug erschienen sind und den Rest liegen gelassen. Die genannte Delikt-

summe, welche sich aus sämtlichen entwendeten Kleidern berechnet, erscheint  

(mindestens 40 erlesene Luxuskleider plus mindestens 90 Kleidungsstücke, aus einem 

Geschäft, welches bekannte Markenkleidung anbietet) als realistisch. 

2.8.10  Y _________ hat in diesem Fall sein Automobil zur Verfügung gestellt und ist 

damit gefahren. Er ist mit X _________ in den Laden eingedrungen und hat beim Ver-

packen der Kleider geholfen. Er hat anschliessend das Gefährt geholt und hat Einladen 

der Kleider geholfen. 

- 21 - 

2.9  Vorfall vom 26. bis 27. Juni 2017 im C _________ in Sitten (S. 2452 E. 2.8; 

S. 494 ff.) 

2.9.1  X _________ und Y _________ sind laut Vorinstanz in der Nacht vom 26. auf den 

27. Juni 2017 durch eine unverschlossene Seitentüre in ein Modegeschäft in Sitten ein-

gebrochen. Sie haben dort mit einem Zieh-Fix zwei Türen und einen Kassenschrank in 

einem Büro geöffnet und daraus Fr. 3'040.00 entwendet. Die Beteiligten hätten an-

schliessend eine Möbelschublade ausgehebelt und eine Handtasche im Wert von 

Fr. 59.90 mitgenommen. 

2.9.2  Es ist aus der Berufungserklärung von Y _________ nicht nachvollziehbar, warum 

er den Entscheid als falsch erachtet (S. 2574). Er argumentiert im Berufungsverfahren, 

erst später ins Geschäft eingetreten zu sein, weil er zunächst noch das Auto parkiert 

habe. Die Idee für den Einbruch und die Führung hätten X _________ oblegen (S. 2760). 

2.9.3  X _________ gesteht am 28. November 2017 nach anfänglichem Leugnen (S. 87) 

den Einbruchsdiebstahl mit Y _________ zu. Die Beteiligten seien durch die offene  

Seitentüre ins Treppenhaus gelangt, hätten zwei Türen mit dem Extraktor geöffnet, im 

Büro den Tresor aufgebrochen und Fr. 3'300.00 bis Fr. 3'400.00 plus eine Tasche mit-

genommen. Er wisse nicht mehr, ob sie weitere Möbel aufgebrochen hätten (S. 501 f.). 

Y _________ und X _________ seien zusammen von Italien aus eingereist (S. 502).  

2.9.4  Auch Y _________ bestätigt seine Mitwirkung. Er und X _________ seien mit dem 

Fahrzeug zum Geschäft gefahren. Er habe das Auto parkiert, sein Begleiter sei bereits 

ins Gebäude gelangt. Die Türen ins Untergeschoss seien bereits geöffnet gewesen, als 

er zu seinem Begleiter gelangt sei. Sie hätten in einem Büro einen Safe gefunden, den 

X _________ mit einem Schraubenzieher geöffnet habe. Er habe zwischen Fr. 2'000.00 

bis Fr. 3'000.00 Bargeld mitgenommen, wovon Y _________ die Hälfte erhalten habe. 

Dieser Beschuldigte gibt erst auf Nachfrage an, es sei ausserdem ein Umschlag aus 

Leder entwendet worden (S. 506 f.).  

Aufgrund der Aussagen von Y _________ ist nicht klar, ob beide gemeinsam zur ver-

schlossenen Türe gelangt sind oder er später (S. 506 A. 1 und 2). Das erscheint aber 

nicht entscheidend, auch bei der gemäss Berufungserklärung deponierten Version be-

stünde eine enge Zusammenarbeit, indem X _________ vorgeht, während sein Partner 

vorab noch das Auto parkiert, ihm danach jedoch in den Laden folgt. 

Y _________ bestätigt bei der polizeilichen Befragung, das Deliktsgut sei halbiert wor-

den. Es ist nicht nachvollziehbar, warum bei diesem Ereignis zugegebenermassen eine 

- 22 - 

Aufteilung pro Person erfolgt, in den anderen Fällen aber – entgegen der Darstellung  

X _________ – nicht. 

2.9.5  Gestohlen worden sind laut Polizeibericht Fr. 3'040.00 plus eine Damenhandta-

sche mit einem Wert von Fr. 59.90 (S. 497; S. 499). Dieser Betrag kann auch gemäss 

Aussagen der Betroffenen, namentlich derjenigen von X _________, so bestätigt wer-

den. 

2.9.6  Y _________ hat in diesem Fall sein Automobil zur Verfügung gestellt und ist 

damit gefahren. Er ist mit X _________ in den Laden eingedrungen und hat das vorge-

fundene Geld mitgenommen. Er hat anschliessend das Gefährt zurück nach Italien ge-

fahren. Die Beute ist halbiert worden. Die Beteiligten haben die Tat mittäterschaftlich 

begangen. 

2.10  Vorfall vom 4. und 5. Juli 2017 im C _________ in Bern (S. 2453 ff. E. 2.9; und 

S. 1245) 

2.10.1  X _________, Y _________, A _________ und D _________ sind laut Vorinstanz 

am 5. Juli 2017 in ein Modegeschäft in Bern eingebrochen. D _________ habe die Sei-

tentüre mit einem Zieh-Fix geöffnet, worauf X _________ und Y _________ das  

Geschäft betreten und die Kleider in mitgebrachten Kehrichtsäcken verpackt haben.  

A _________ sei mit dem zuvor in Italien angemieteten Lieferwagen vorgefahren und 

sie hätten die Kleider gemeinsam eingeladen. Der Deliktsbetrag beläuft sich auf 

Fr. 106'208.66, der Sachschaden auf Fr. 800.00. 

2.10.2  Y _________ verweist auf die übereinstimmenden Aussagen von X _________ 

und Y _________. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Vorinstanz auf den Polizei-

bericht abstelle (S. 2574). Y _________ sei an der Öffnung der Türe nicht beteiligt  

gewesen. Er beanstandet in der Berufungserklärung ferner die Kalkulation des Delikt-

betrags (S. 2761). 

2.10.3  Y _________ bestätigt bei der Hafteröffnungseinvernahme vom 7. Februar 2018 

eine Mitwirkung in Bern (S. 1665). Er gesteht am 15. Februar 2018, in Bern in den Laden 

eingebrochen zu sein. Y _________ habe sich dort im Geschäft befunden, es habe vier 

Stunden gedauert (S. 330). Er gibt am 18. April 2018 an, sich gemeinsam mit  

X _________ und A _________ in Bern befunden zu haben. D _________ habe  

X _________ angerufen. A _________ habe den Bus gelenkt, Y _________ sei mit ei-

nem Privatauto gefahren (S. 525). D _________ habe ihnen in Bern das Geschäft ge-

zeigt. Y _________ und X _________ seien dann hineingegangen und 4-5 Stunden im 

- 23 - 

Geschäft geblieben. Sie hätten die Kleider in schwarze Abfallsäcke gepackt.  

X _________ habe gegen 04:00 Uhr D _________ angerufen, welcher mit dem Liefer-

wagen gekommen sei. Y _________ und X _________ hätten alle Kleider verladen. Sie 

seien anschliessend nach Italien gefahren und hätten sich dort wieder mit D _________ 

getroffen. Die Kleider seien direkt nach Rumänien gegangen (S. 526). Er habe nur 3-4 

T-Shirts im Wert je Fr. 30.00 – Fr. 40.00 erhalten und sei in Italien geblieben.  

D _________ sei weggewesen, X _________ habe das Telefon nicht abgenommen 

(S. 527).  

Es ist richtig, dass Y _________ nicht ausdrücklich erwähnt, selbst an der Türe manipu-

liert zu haben. Er hat sich jedoch laut eigener Aussage beim Eingang befunden, als dies 

geschehen ist und sich auch für einen längeren Zeitraum in den Laden begeben. 

2.10.4  A _________ gibt an, Y _________ habe ihm angekündigt, etwas aufladen zu 

müssen. A _________ habe ein Auto gemietet und Y _________ auch beim Verladen 

der Säcke geholfen und sei mit ihm nach Italien gefahren. Er habe dort von Y _________ 

EUR 2'000.00 für die Hilfe erhalten. A _________ sei mit dem Auto zum Tatort gefahren, 

habe dort eine Stunde gewartet, die Säcke eingeladen und sei weggefahren (S. 119).  

Y _________ habe den Grenzübergang bestimmt, er wisse alles (S. 120). 

2.10.5  X _________ hat am 22. Januar 2018 festgehalten, Y _________ habe einzig 

den Lieferwagen gefahren (S. 185). Die Aussage von Y _________, in welcher er sich 

selbst belastet, erscheint in diesem Fall glaubwürdiger als diejenige von X _________. 

Dies auch, weil Y _________ von A _________ erheblicher belastet wird.  

2.10.6  D _________ hinterlässt bei seiner Befragung vom 24. Januar 2018 keinen ein-

sichtigen oder kooperativen Eindruck (S. 520 ff.). 

2.10.7  Die Akten enthalten eine Aufstellung des Deliktguts im Anzeigenrapport 

(S. 516 ff.), einen Zusammenzug der gestohlenen Ware mit weiteren Unterlagen 

(S. 1266 ff., u.a. ein Inventurprotokoll) sowie Erklärungen zum Schaden (S. 1263).  

X _________ stellt den Verkaufswert der gestohlenen Kleider nicht in Frage, weshalb 

dieser hinreichend nachgewiesen ist. 

2.10.8  Y _________ ist mit X _________ in einem Personenwagen von Italien aus ein-

gereist, hat sich beim Einbruch für mehrere Stunden im Laden befunden um die Kleider 

einzusammeln. Er hat anschliessend beim Verladen der Kleider in den Lieferwagen  

geholfen. Er ist als Mittäter zu qualifizieren. 

- 24 - 

2.11  Vorfall vom 10. Juli 2017 im C _________ in Sitten (S. 2455 E. 2.10; S. 494 ff.) 

2.11.1  X _________ und Y _________ sollen in der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 2017 

versucht haben, die Eingangstüren eines Modegeschäfts in Sitten zu öffnen.  

2.11.2  Y _________ beanstandet in der Berufungserklärung, er habe sich zum Zeitpunkt 

dieses Vorfalls mit X _________ zerstritten, weshalb bei ihm eine Einbruchsabsicht  

gefehlt habe. X _________ habe hingegen versucht, ins Gebäude zu gelangen, wodurch 

Y _________ gezwungen worden sei, die Strasse zu beobachten. Sie hätten den Tatort 

verlassen, als X _________ die Türe nicht habe öffnen können (S. 2574). Y _________ 

habe sich zu diesem Zeitpunkt gegen Einbrüche ausgesprochen, weshalb seine Ein-

bruchsabsicht gefehlt habe (S. 2761). 

2.11.3  X _________ gibt zu diesem Vorfall zunächst an, er sei mit Y _________ unter-

wegs gewesen. Sie hätten das Geschäft angeschaut, seien aber von jemandem beo-

bachtet worden. Sie hätten Werkzeug dabeigehabt, seien aber gegangen, ohne etwas 

zu machen. Ein Mann mit einer Glatze sei dabei gewesen (S. 185). X _________ gesteht 

am 22. Januar 2018, er habe sich mit Y _________ zum Geschäft begeben. Letzterer 

habe versucht, mit einem Schraubenzieher einen Spalt in den Zylinder zu machen, damit 

die Schraube besser hineinpasse. Sie seien aus Italien eingereist. Y _________ habe 

das Fahrzeug eines Freundes mitgenommen. Sie seien von einer Person beobachtet 

worden und hätten daraufhin entschieden, zu gehen, falls der andere die Polizei rufe 

(S. 534). 

Die in der Berufungserklärung geäusserte Behauptung, X _________ habe bestritten, 

dass die Beteiligten aktiv geworden sind (S. 2761), ergibt sich wohl aus der ersten  

Befragung. Sie ist aber später vom Mitbeschuldigten korrigiert worden. Eine Beschädi-

gung des Zylinders ist im Übrigen auch im Polizeibericht festgestellt worden, was aktive 

Einbruchshandlungen erfordert (S. 533). 

2.11.4  Y _________ bestätigt bei der Hafteröffnungseinvernahme vom 7. Februar 2018 

eine Mitwirkung in Bern (S. 1665). Y _________ gibt am 7. März 2018 an, mit  

X _________ in die Schweiz gefahren zu sein. Sein Kollege habe versucht, das Schloss 

herauszuziehen, was ihm misslungen sei. D _________ habe X _________ das  

Geschäft empfohlen, worauf sein Kollege angekündigt habe, dieses anzuschauen.  

Y _________ habe ihn noch gefragt, sie würden dort aber nicht einbrechen, was  

X _________ zugesichert habe. Er habe sich aber vor Ort anders entschieden.  

- 25 - 

X _________ habe versucht, den Zylinder herauszureissen, Y _________ will nichts ge-

macht haben (S. 537). Sie seien nur mit einem kleinen Auto unterwegs gewesen  

(S. 538). 

Die Behauptung, die Berufungskläger hätten sich von Italien aus in die Schweiz bege-

ben, bloss um sich ein Geschäft anzuschauen, widerspricht dem üblichen Vorgehen und 

erscheint unglaubwürdig. 

2.11.5  X _________ beanstandet, die beiden Beteiligten hätten keinen Lieferwagen mit-

genommen und sie hätten so weniger Diebesgut transportieren können. Dies lasse da-

rauf schliessen, sie hätten zunächst gar keinen Einbruch geplant. Die Berufungskläger 

haben allerdings auch in anderen Fällen keinen Lieferwagen gemietet, trotzdem Einbrü-

che verübt und das Deliktsgut anschliessend im Auto transportiert.  

Y _________ behauptet ferner, er habe an diesem Abend eigentlich keinen Einbruch 

verüben, sondern einzig das Geschäft besichtigen wollen. X _________ habe ihm dies 

vorgängig so bestätigt. Es erscheint unglaubwürdig, von Italien aus in die Schweiz ein-

zureisen, nur um sich ein Geschäft anzusehen. Y _________ hätte den Tatort ausser-

dem verlassen können, wenn er in dieser Nacht tatsächlich keinen Einbruch hätte bege-

hen wollen und von seinem Begleiter dazu überrascht worden wäre. Es ist ferner für das 

Gericht unergründlich, warum dieser Beschuldigte nach der gesamten Einbruchsserie 

gerade in diesem konkreten Fall zwar von Italien aus einreist, aber keinen Einbruch ver-

üben will, nachdem sich die beiden bereits zum Tatort begeben hatten. Diese ganze 

Argumentation von Y _________ erweist sich als nicht nachvollziehbare Schutzbehaup-

tung. 

Die Beteiligten haben zugegeben, sich von Italien aus zum Geschäft begeben zu haben, 

bezichtigen sich aber gegenseitig, mit Werkzeugen die Schliessvorrichtung manipuliert 

zu haben, damit sie ins Gebäude gelangen können (S. 88; S. 534; S. 537 ff.). Wer, wie 

die Türe bearbeitet hat, ist letztlich nicht entscheidend, da sich beide Beteiligten unmit-

telbar davor aufgehalten und mit der Manipulation einen gewaltsamen, illegalen Eintritt 

in den Laden bezweckt haben.  

Die Vorinstanz qualifiziert die beiden Beteiligten in diesem Fall zu Recht als Mittäter.  

2.11.6  Die Vorinstanz hat die beiden Berufungskläger bei diesem Vorfall zu Recht eines 

versuchten, mittäterschaftlich begangenen Einbruchs schuldig gesprochen. 

- 26 - 

2.12  Vorfall vom 14. Juli 2017 im L _________ in Neuenburg (S. 2456 ff. E. 2.11) 

2.12.1  X _________ und Y _________ sind gemäss Kreisgericht in der Nacht vom 

14. und 15. Juli 2017 in Neuenburg in ein Modegeschäft eingebrochen, indem sie mit 

einem Zieh-Fix den Schliesszylinder der Eingangstüre geöffnet haben. Sie haben an-

schliessend Kleider im Wert von Fr. 42'411.00, eine Brieftasche im Wert von Fr. 935.00, 

eine Armbanduhr im Wert von Fr. 3'024.00 sowie eine Fotokamera im Wert von  

Fr. 1'490.00 entwendet. Der Sachschaden an der Registrierkasse und den Schlössern 

hat Fr. 1'400.00 betragen. 

2.12.2  Die Vorinstanz habe bei diesem Delikt ignoriert, dass der Betroffene aus Geldnot 

zu den Diebstählen gezwungen worden war. X _________ habe heimlich Gegenstände 

aus dem Laden gestohlen, von denen Y _________ nichts gewusst habe. Es müsse 

schliesslich die Geständnisbereitschaft des Beschuldigten angemessen gewürdigt wer-

den. Die Vorinstanz stelle in Bezug auf die Deliktsguthöhe auf die Aussagen der Privat-

klägerschaft ab, ohne die für die Beschuldigten günstigeren Aussagen zu würdigen  

(S. 2575). 

2.12.3  Y _________ gibt den Einbruch mit X _________ am 18. April 2018 zu.  

X _________ habe ihn eine Woche mit diesem Thema «terrorisiert». Y _________ habe 

finanzielle Probleme gehabt und deswegen schliesslich eingewilligt (S. 639).  

Y _________ gibt in diesem Fall zu, selbst mit einem Schraubenzieher an der Türe han-

tiert zu haben. Er habe bei diesem Einbruch Kleider erhalten, die er für EUR 1'900.00 an 

einen Serben weiterverkauft habe (S. 640). Y _________ behauptet freilich, er «glaube» 

es seien zwei Uhren von geringem Wert gestohlen worden (S. 641), was laut Berufungs-

erklärung zu seinen Gunsten gewürdigt werden solle. Der Wert der tatsächlich gestoh-

lenen Uhr ist allerdings bedeutend höher als derjenige, den er selbst für die zwei gestoh-

lenen Uhren behauptet. Es kann unter diesen Umständen nicht von einem umfassenden 

Geständnis ausgegangen werden. Y _________ gibt ferner an, er wisse nichts von zu-

sätzlichen Sachen, die gestohlen worden seien. Das erscheint unglaubwürdig, immerhin 

will nämlich Y _________ ständig mit X _________ zusammen gewesen sein. Er  

behauptet deswegen an anderer Stelle, er selbst hätte es festgestellt, wenn sein Kollege 

etwas mitgenommen hätte (S. 641). 

2.12.4  X _________ gibt nach anfänglichem Leugnen am 11. Oktober 2017 den  

Einbruch zu, will aber zunächst seinen Mittäter nicht benennen. Es seien teure Kleider 

gestohlen worden, aber keine Uhren oder Handtaschen (S. 605). 

- 27 - 

2.12.5  Der Sachverhalt ist mehrheitlich unstrittig. Es ist bemerkenswert, wie der  

Beschuldigte, welcher kurz vorher wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Einbre-

chen aufgehört haben will, erneut mit X _________ ein entsprechendes Delikt verübt. 

Dies macht die entsprechende Behauptung, Y _________ habe sich wegen Zwistigkei-

ten aus dem gemeinsamen Delinquieren zurückziehen wollen, unglaubwürdig. 

2.12.6  Die Akten enthalten eine Auflistung von gestohlenen Kleidungsstücken im Wert 

von Fr. 42'411.00 (S. 559 ff.). M _________, Vertreter der Privatklägerin, bestätigt, auf 

der Liste ein Sweatshirt SS Superior der Marke Philipp Plein von Fr. 276.00 aufgeführt 

zu haben (S. 590). Er deponiert später eine E-Mail, in welcher er den Wert der gestoh-

lenen Handtasche, der Uhr und der Fotokamera bestätigt (S. 614). 

2.12.7  Die Vorinstanz hat die beiden Berufungskläger für diesen Vorfall zu Recht eines 

versuchten, mittäterschaftlich begangenen Einbruchs schuldig gesprochen. 

2.13  Vorfall vom 10./11. August 2017 im C _________ in Brig (S. 2457 ff. E. 2.12) 

2.13.1  X _________, Y _________, B _________ und A _________ haben laut Kreis-

gericht in Brig ein Modegeschäft ausgeraubt. X _________ hat mit B _________ gewalt-

sam die Türen aufgebrochen und Bargeld sowie Kleidungsstücke gestohlen.  

Y _________ hat im Lieferwagen auf seinen Einsatz gewartet. A _________ habe vor 

dem Geschäft die Umgebung überwacht. X _________ und B _________ hätten nach 

dem Bargelddiebstahl das Geschäft verlassen, um eine Alarmauslösung abzuwarten. 

Eine Rückkehr sei allerdings verunmöglicht worden, weil B _________ das Einbruchs-

werkzeug im Treppenhaus vergessen habe. Das Deliktsgut beträgt Fr. 3'900.00, der 

Sachschaden Fr. 600.00. 

2.13.2  X _________ umschreibt den Vorfall am 28. November 2017 detailliert. Er sei 

mit B _________ bis ins Büro eingedrungen, wo sie einen Safe gefunden hätten. Er 

wisse nicht mehr genau, wie sie die Schlüssel gefunden hätten, auf jeden Fall hätten sie 

das Schliessfach öffnen und das Geld entnehmen können. Sie seien mit dieser Beute 

zufrieden gewesen und hätten das Geschäft verlassen. Sie hätten davor gemerkt, dass 

sie Werkzeug vergessen hätten, aber nicht mehr durch die verschlossene Eingangstüre 

zurückkehren können (S. 88). 

X _________ behauptet am 10. Januar 2018, Y _________ sei nicht ins Geschäft ein-

gebrochen. Sie hätten beim Fahrzeug gewartet (S. 654). Y _________ habe das  

Geschäft bereits gekannt. X _________ gibt neu an, sie seien nur deswegen nicht ins 

Gebäude zurückgekehrt, weil sie das Werkzeug darin vergessen hätten. Sie hätten sonst 

- 28 - 

den ganzen Laden geräumt (S. 656). Diese Aussage wirkt deutlicher zuungunsten der 

Betroffenen und damit glaubwürdig. 

2.13.3  A _________ gibt am 18. Januar 2018 an, Y _________ habe ihn angewiesen, 

die Türe zu öffnen (S. 115 f.). Chef auf dem Platz sei Y _________ gewesen, weil dieser 

die Schweiz gut kenne (S. 117). Die Beteiligten hätten in Brig Fr. 3'900.00 erbeutet, von 

denen er nichts wisse (S. 119). Dieser Beteiligte belastet Y _________ erneut erheblich. 

2.13.4  B _________ bestätigt am 18. Januar 2018, sie seien zu fünft gewesen.  

Y _________ habe die Treppenhaustüre geöffnet und sei mit X _________ ins Geschäft 

eingedrungen. B _________ sei auch rein und wieder rausgegangen (S. 149).  

X _________ habe Kleider für seine Frau stehlen wollen. Er gibt später an, Y _________ 

habe das Geschäft nicht betreten (S. 150). Er, A _________ und Y _________ hätten 

geglaubt, es seien nur Fr. 250.00 gestohlen worden, welche zur Deckung der Unkosten 

verwendet würden (S. 151). B _________ erkennt auf aktenkundigen Fotos vom Vorfall 

Y _________, welcher auf der Strasse steht (S. 152 i.V.m. S. 164 ff.). Er erkennt ferner 

Y _________, A _________ und sich selbst, wie sie am 10. August 2017 in einem  

Baumarkt in Legnano an der Kasse Einbruchswerkzeuge einkaufen (S. 153 A. 65 ff. 

i.V.m. S. 171 ff.). 

Die Behauptung, bei diesem Vorfall sei es darum gegangen, Kleider für die Ehegattin 

von X _________ zu stehlen, erscheint unglaubwürdig, weil dazu nicht ein dermassen 

erheblicher Aufwand betrieben würde. 

Es fällt hier auf, dass Y _________ auch beim Einkauf von Einbruchswerkzeug beteiligt 

ist. Er ist mitnichten, wie in der Berufungsverhandlung behauptet (S. 2762), entschlossen 

gewesen, sich fortan nicht mehr an den Delikten zu beteiligen. 

2.13.5  Y _________ erkennt sich selbst vor dem Geschäft N _________, welches sich 

in unmittelbarer Nähe zum C _________ befindet sowie im Baumarkt von Legnano 

(S. 682 i.V.m. 686 ff.). Y _________ bestätigt bei der Hafteröffnungseinvernahme vom 

7.  Februar 2018 eine Mitwirkung in Brig (S. 1665). Er bestätigt in der Berufungserklä-

rung, er sei im Fahrzeug geblieben und habe dort auf die Mitbeschuldigten gewartet. Er 

habe nicht mehr an den Aktivitäten der übrigen Mitbeschuldigten teilnehmen wollen, weil 

er keinen Anteil am Diebesgut erhalten habe (S. 2575). Der Betroffene hat auch gemäss 

Vorinstanz im Fahrzeug gewartet. Die aktenkundigen Fotos bestätigen allerdings die  

Anwesenheit von Y _________ vor 23:00 Uhr in der Briger Bahnhofstrasse in der Nähe 

des Kleidergeschäfts. Er ist somit nicht permanent im Lieferwagen geblieben, um dort 

- 29 - 

auf seinen Einsatz zu warten. Der Angeklagte hat in diesem Fall nicht ins Geschäft ein-

dringen müssen, zumal weitere Personen anwesend gewesen sind. 

2.13.6  Y _________ hat bei diesem Einbruch das Einbruchswerkzeug beschafft, den 

Lieferwagen gefahren und sich vor dem Einbruch in der Bahnhofstrasse in der Nähe des 

Geschäfts aufgehalten. Ein zweites Eindringen zwecks Diebstahls von Kleidern ist ver-

unmöglicht worden, weil die Beteiligten das Einbruchswerkzeug im Geschäft vergessen 

haben. Y _________ wäre sonst gemäss Modus Operandi zusätzlich als Chauffeur ein-

gesetzt worden. Die Tatbeteiligung ist erheblich genug, um als mittäterschaftlich qualifi-

ziert zu werden. 

2.14  Vorfall vom 12. August 2017 im C _________ in Sitten (S. 2461 ff. E. 2.13) 

2.14.1  X _________, Y _________, B _________, A _________ und E _________ sind 

am 12. August 2017 nach Sitten gefahren um dort in ein Modegeschäft einzubrechen.  

Y _________ ist anschliessend nach Italien zurückgekehrt. Die vier Beteiligten haben 

auf verschiedene Art versucht, ins Geschäft einzudringen. X _________ und eine  

weitere Person haben das Kaufhaus schliesslich betreten, nachdem es ihnen gelungen 

war, die Haupteingangstüre aufzubrechen. Deliktsgut sei nicht entwendet worden. 

2.14.2  Y _________ gibt gemäss Berufungserklärung zu bedenken, seine Begleiter in 

Sitten zurückgelassen und erst nach der vermeintlichen Tat wieder abgeholt zu haben. 

Er sei von seinen Begleitern angelogen worden, sie hätten zwischenzeitlich nichts ge-

macht (S. 2575). 

2.14.3  X _________ gibt an, Y _________ sei seit dem Einbruch in Brig jeweils dabei 

gewesen. Er habe in Sitten freilich gefehlt, weil er die Miete des Fahrzeugs in Italien 

habe verlängern müssen, sei aber trotzdem am Fall beteiligt gewesen (S. 182).  

X _________ erklärt auch, warum die Beteiligten nach dem Einbruch in Brig nach Sitten 

gefahren seien. Sie hätten nämlich in Brig keine Kleider stehlen können und dies in Sitten 

nachholen wollen. Das Fahrzeug sei allerdings nur für einen Tag gemietet gewesen, 

weshalb Y _________ nach Italien habe zurückkehren müssen. Sie hätten ihm vom  

Diebesgut Geld überlassen, damit er die Miete verlängern könne. Er sei schliesslich mit 

einem Fiat zurückgekehrt (S. 658). Diese Version ist nachvollziehbar und passt ins  

bisherige Geschehen. Die Rückkehr mit einem kleineren Fahrzeug lässt sich mit dem 

Umstand begründen, dass mangels Beute kein Lieferwagen erforderlich gewesen ist. 

Die selbstbelastendere Version von X _________, man habe in Brig wegen des Verlusts 

von Werkzeug den Einbruch spontan abbrechen müssen und derlei in Sitten nachholen 

wollen erscheint glaubwürdig. 

- 30 - 

2.14.4  Y _________ bestreitet bei der Hafteröffnungseinvernahme vom 7. Februar 2018 

eine Mitwirkung in Sitten (S. 1665). Y _________ bestätigt in diesem Zusammenhang, 

er habe die Betroffenen am 11. August 2011 nach Sitten gefahren und sei anschliessend 

nach Italien zurückgekehrt. Er habe mit ihnen gestritten und den Einbruch nicht ausüben 

wollen. Diese hätten ihn als Chauffeur einsetzen wollen. A _________ habe ihn ein oder 

zwei Tage später angerufen und gefragt, ob er sie abholen könne. Y _________ habe 

unter der Bedingung zugesagt, dass seine Kollegen keinen «Blödsinn» verursacht hät-

ten. Er habe mit dem nichts mehr zu tun haben wollen (S. 642; vgl. auch S. 1665). Die 

Behauptung von Y _________, er habe sich von den kriminellen Aktivitäten losgesagt 

oder zurückziehen wollen, überzeugt, wie bereits ausgeführt, nicht. Diesfalls hätte er 

nämlich auch aufgehört, seine Partner im Ausland herumzufahren oder für diese Fahr-

zeuge zu mieten. 

Y _________ behauptet am 7. März 2018, er habe bereits vor dem Einbruch in Brig mit 

den übrigen Beteiligten gestritten, weshalb sich diese zu ihm begeben hätten, weil sie 

sein Auto gebraucht hätten (S. 681 f.). Er habe nach dem Fall in Bern kein Geld erhalten 

und deswegen nicht mehr weiterhelfen wollen. Sie hätten ihn dann angerufen und zum 

Weitermachen überredet. Er habe sie gefragt, ob sie in Sitten etwas gemacht hätten, 

was diese verneint hätten. Er sei deswegen nach Sitten gefahren (S. 683). Er sei nicht 

nach Italien zurückgekehrt, um die Fahrzeugmiete zu verlängern, sondern habe das Au-

tomobil zurückgebracht. Er habe ein paar Tage später erneut für A _________ ein Fahr-

zeug gemietet, da dieser derlei nicht mehr habe tun dürfen (S. 684).  

2.14.5  A _________ bestätigt die Abwesenheit von Y _________ bei diesem Vorfall  

(S. 120). Letzterer habe die Idee mit den Einbrüchen in der Schweiz gehabt (S. 121) und 

er habe erklärt, wo eingebrochen werde und wie man die Einbruchswerkzeuge nutzen 

solle. Y _________ habe einfach gesagt «Sion-Zentrum-C _________». Y _________ 

habe ihn zum Stehlen angestiftet (S. 123). Die Darstellung von Y _________, er sei 

unwissender Chauffeur gewesen, lässt sich auch mit Hilfe dieser Aussage widerlegen. 

A _________ belastet den Betroffenen auch für diesen Vorhalt schwer. 

2.14.6  B _________ bestätigt am 18. Januar 2018, sie seien zu viert in Sitten gewesen 

und hätten dort in zwei Hotels sowie er selbst im Lieferwagen übernachtet. Die Polizei 

sei gekommen und sie hätten flüchten müssen (S. 147 ff.). 

2.14.7  Y _________ hat keineswegs mit der deliktischen Tätigkeit aufhören wollen und 

hat bei diesem Einbruchsversuch als Chauffeur fungiert. Er hat den Entscheid, in Sitten 

einzubrechen, mitgetragen und er hätte auch einen Lieferwagen zum Abtransport der 

- 31 - 

Kleider organisiert. Dieser Beteiligte musste aber zunächst das für den Einbruch in Brig 

gemietete Automobil zum Händler zurückschaffen, um die Vertragsdauer zu verlängern. 

Er wäre anschliessend wieder mit dem Lieferwagen nach Sitten zurückgekehrt, um seine 

Kollegen mit der Beute abzuholen. Letzteres ist mangels Erfolg nicht erforderlich gewe-

sen, weshalb Y _________ seine Kollegen mit einem kleineren Automobil abgeholt und 

über die Grenze gefahren hat. Es liegt Gehilfenschaft zu einem versuchten Einbruchs-

diebstahl vor. 

2.15  Zusammenfassung 

Y _________ kritisiert, die Vorinstanz habe bei widersprüchlichen Aussagen primär auf 

die Aussage von X _________ abgestellt. Dies lässt sich aber gemäss obigen Ausfüh-

rungen nachvollziehen, der Mitbeschuldigte hinterlässt einen ehrlicheren Eindruck, fer-

ner lassen sich dessen Aussagen durch andere Beweismittel belegen. Die widerspre-

chenden Äusserungen von Y _________ können unter diesen Umständen nicht mehr 

bestätigt bleiben. 

Die Vorhalte lassen sich wie folgt in einer Tabelle zusammenfassen: 

Da-

tum 

Tatort Beteiligte Delikt-

summe 

Schadens-

summe 

6.-9. 

Mai 

2017 

St. Gallen X _________ (1) / D _________ / 

E _________ / F _________ 

Fr. 147'412.40 Fr. 2'000.00 

8.-9. 

Mai 

2017 

Chur X _________ (2) / F _________/ 

G _________ / 

E _________ / H _________ 

Fr. 96'650.98 Fr 1'000.00 

22. Mai 

2017 

Brig X _________ (3) /  

Y _________ (1) / F _________/ 

E _________ 

Fr. 329'030.00 / 

Fr. 127.10 

Schaden an 

Türe/Rahmen 

24.-26. 

Mai 

2017 

St. Gallen X _________ (4)/  

Y _________ (2) / G _________ / 

H _________/ F _________ 

Versuch Fr. 8'000.00 

27. Mai 

2017 

Winterthur X _________ (5) / Y _________ 

(3) / F _________/ H _________ 

Fr. 230'516.60 Fr. 1'000.00 

- 32 - 

21. Juni 

2017 

Lausanne X _________ (6) /  

Y _________ (4) / D _________ / 

G _________ 

Fr. 30'000.00 - 

26.-27. 

Juni 

2017 

Sitten X _________ (7) /  

Y _________ (5) 

Fr. 3'040.00 Fr. 59.90 

5. Juli 

2017 

Bern X _________ (8) /  

Y _________ (6) / A _________ / 

D _________ 

Fr 106'208.66 Fr. 800.00 

10.-11 

Juli 

2017 

Sitten X _________ (9) /  

Y _________ (7) 

Versuch - 

14.-15 

Juli 

2017 

Neuenburg X _________ (10) /  

Y _________ (8) 

Fr. 47'860.00 

(darin enthalten 

sind die Gegen-

stände) 

Fr. 1'400.00 

10. Au-

gust 

2017 

Brig X _________(11) /  

Y _________ (9) / B _________ / 

A _________ 

Fr. 3'900.00 Fr. 600.00 

12. Au-

gust 

2017 

Sitten X _________ (12) / B _________ / 

A _________ / E _________ 

Y _________ (10) hat die Betroffe-

nen nach Sitten gefahren und spä-

ter abgeholt 

Versuch Fr. 789.00 

18. Au-

gust 

2017 

Luzern X _________ (13) / B _________ / 

A _________ 

Fr. 319'128.50 Fr. 312.00 

Eine andere Tabelle ist im Polizeibericht (S. 10) enthalten. 

3.  Subsumtion 

3.1 

3.1.1  Das Kantonsgericht kann in Bezug auf die juristischen Qualifikation auf die recht-

lichen Ausführungen der Vorinstanz verweisen (Diebstahl: S. 2466 E. 3.1.1; Gewerbs-

mässigkeit S. 2467 E. 3.1.2; Bandenmässigkeit S. 2467 E. 3.1.3; Versuch S. 2468 

E. 3.1.4; Sachbeschädigung S. 2468 E. 3.2; Hausfriedensbruch S. 2468 E. 3.3). Die 

rechtlichen Ausführungen sind – grundsätzlich – nicht in Frage gestellt worden. 

- 33 - 

3.1.2  Zwei oder mehrere Täter müssen sich mit dem ausdrücklich oder konkludent ge-

äusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbstständiger, 

im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmte Diebstähle zusammenzuwirken  

(Donatsch, in: Donatsch [Hrsg.], StGB/JStG Kommentar, Mit weiteren Erlassen und 

Kommentar zu den Strafbestimmungen des SVG, BetmG, AIG und OBG, 21. A., Zürich 

2022, N. 15 zu Art. 139 StGB). Die Mitglieder binden sich an die verbrecherischen Ziele 

und erschweren sich gegenseitig die Umkehr. Es ist nicht erforderlich, dass sich jeder  

Einzelne an den Straftaten der Bande beteiligt (Bundesgerichtsurteil 6B_42/2016 vom 

26. Mai 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). 

3.1.3  Gewerbsmässigkeit im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB ist gegeben, wenn sich aus 

der Zeit und den Mitteln, die der Täter für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der 

Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den ange-

strebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art 

eines Berufs ausübt. Eine quasi «nebenberufliche» deliktische Tätigkeit genügt. Der Tä-

ter muss die Tat erstens bereits mehrfach begangen haben, zweitens in der Absicht 

handeln, ein Erwerbseinkommen zu erzielen und drittens muss aufgrund seiner Taten 

geschlossen werden, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallen-

den Handlungen bereit gewesen (Bundesgerichtsurteil 6B_1077/2014 vom 21. April 

2015 E. 3). 

3.2 

3.2.1  Aus obiger Tabelle (vgl. E. 2.15) lässt sich die Anzahl der Einbrüche resp.  

Einbruchsversuche (X _________: 13 / Y _________ 10) innert ca. 3 Monaten / 2.5  

Monaten in der gesamten Schweiz ersehen (S. 2469 E. 3.4.1). Der Sachschaden beläuft 

sich auf rund Fr. 18'000.00 / 14'000.00. Der Deliktsbetrag beläuft sich bei X _________ 

auf rund 1.3 Mio., der bestätigte Gewinn liegt bei Fr. 20'000.00 (S. 2470 E. 3.4.2.1). Der 

Deliktsbetrag beläuft sich, wie nachfolgend ersichtlich (vgl. E. 4.2.2), bei Y _________ 

auf Fr. 700'000.00. Dieser gibt in der Berufungsverhandlung an, 5'420.00 verdient zu 

haben (S. 2766). Es ist unlogisch, dass Y _________ bei einer Vielzahl von Einbrüchen 

mitwirkt, ohne angemessen an der Beute zu partizipieren. Die Version von X _________, 

das Deliktsgut, zumindest soweit es um Kleider gegangen ist, sei jeweils unter den An-

geklagten gleichmässig aufgeteilt worden, ist nachvollziehbarer. Y _________ hat weni-

ger Einbrüche verübt und ist – in dubio pro reo – von seinen Mittätern nicht immer über 

die gesamte Beute orientiert worden. Das Kantonsgericht geht aber davon aus,  

Y _________ habe in den 2.5 Monaten mindestens Fr. 10'000.00 verdient, was ein an-

sehnliches Einkommen darstellt. Sogar die von Y _________ zugegebenen Einnahmen 

- 34 - 

von Fr. 5'420.00 würden ausreichen, in Italien einen erheblichen Anteil der monatlichen 

Lebenshaltungskosten für diese Zeitdauer zu decken. 

Allein diese Zahlen weisen auf ein bandenmässiges und gewerbsmässiges Handeln hin. 

3.2.2  Zur internen Organisation der Gruppe kann gestützt auf die Aussagen der  

Berufungskläger und weiterer Beweismittel Folgendes festgehalten werden: 

X _________ und Y _________ bestätigten beide, sich vor oder beim Einbruch in Brig 

kennengelernt zu haben (S. 182 und S. 218). Man treffe sich dazu, laut X _________, in 

Italien in einer Bar, wo sich Personen aufhielten, die stehlen wollten. Viele Rumänen 

würden sich dort aufhalten (S. 655). Y _________ gibt an, er habe einem Kollegen  

geschildert, Geld zu brauchen. Jener habe anschliessend den Kontakt zu X _________ 

hergestellt (S. 218). 

X _________ gibt am 22. Januar 2018 an, Y _________ sei ab Brig grundsätzlich bei 

sämtliche Einbrüchen dabei gewesen. Er erklärt, wie sich die Mitglieder der Gruppe  

kennen und wer wann anwesend gewesen sei (S. 182 ff.). Eine Tabelle im Polizeibericht 

(S. 10) zeigt die unterschiedliche Zusammensetzung der Gruppe auf, jede der darin er-

wähnten neun Personen, alles gleiche Staatsbürger, hat an mindestens drei von drei-

zehn Vorfällen teilgenommen. 

Die Akten enthalten eine Aufstellung der Fahrzeugmieten und der gefahrenen Kilometer 

(S. 1504 f). Die Automobile seien laut Y _________ in Italien gemietet worden, um die 

Einbrüche zu begehen (S. 1665). Die Miete sei mit dem Delikterlös bezahlt worden 

(S. 2718). Y _________ gibt an, wie er immer alleine den Lieferwagen gefahren hat  

(S. 425), was in dieser Absolutheit gemäss obigen Ausführungen nicht vollumfänglich, 

aber für die Mehrzahl von Fällen zutrifft. X _________ will den beteiligten die Unwahrheit 

erzählt haben, indem er behauptet hat, sein Fahrausweis sei ihm abgenommen worden. 

Er habe stattdessen nie über einen solchen verfügt (S. 602). Y _________ hat mit seinen 

Chaufferdiensten schon nur deshalb einen wichtigen Beitrag geleistet, weil X _________ 

nicht über den erforderlichen Fahrausweis verfügt hat. Y _________ hat mit dieser Hand-

lung jeweils ein beachtliches Risiko für den Rest der Gruppe übernommen. 

Y _________ erwähnt im Übrigen einen weiteren Einbruch in ein Brillengeschäft, der 

jedoch abgebrochen worden war, als die Beteiligten darin eine schlafende Person ent-

deckt hatten. Y _________ will X _________ zum Abbruch überredet haben. Sie hätten 

vorgängig versucht, in ein weiteres Optikergeschäft einzubrechen (S. 641). Diese Aus-

sage belegt Einflussnahmen von Y _________ beim Vorgehen. Gleiches ergibt sich, 

- 35 - 

wenn Y _________ nicht alle Kleider aus dem Einbruch in Lausanne mit seinem Fahr-

zeug über die Grenze transportieren will, worauf zunächst eine Triage erfolgt (S. 457).  

Y _________ gibt ferner an, X _________ habe bei einem Einbruch die Kasse mitneh-

men wollen. Dieser sei nicht normal im Kopf. Der Gegenstand sei viel zu gross und darin 

sei kein Geld aufbewahrt (S. 640). Solche Äusserungen und Überlegungen erfolgen nicht 

von einem unerfahrenen Gehilfen, der hauptsächlich als Chauffeur fungiert, sondern von 

einer mitspracheberechtigten Person. Y _________ relativiert auch gemäss dieser Über-

legung seine Tatbeteiligung wahrheitswidrig. 

Sie seien, laut Y _________, vor dem Einbruch in Winterthur in einem Haus gewesen 

und hätten dann einen Anruf erhalten. X _________ habe gesagt, sie würden nun gehen 

und so sei es gewesen (S. 421). Die Beteiligten haben sich also nicht nur für die Einbrü-

che zusammengefunden, sondern bereits im Ausland Zeit miteinander verbracht 

(S. 425). F _________ erwähnt ein Haus in Deutschland, in welchem mehrere Mitglieder 

der Gruppe zusammengewohnt hätten (S. 1941). Sie hätten, laut Aussage von  

X _________ in der Berufungsverhandlung, auch ausserhalb der Einbrüche Zeit mitei-

nander verbracht (S. 2717). 

X _________ gibt an, die Kosten für Mittagessen seien jeweils in abwechselnder Rei-

henfolge von einer Person beglichen worden (S. 189). Das zeigt Umgangsregeln aus-

serhalb der deliktischen Tätigkeit. 

Die Kommunikation verlaufe, laut X _________, über Facebook. Sie würden oft die  

Telefonnummer auswechseln (S. 202). Y _________ gibt hingegen an, jeweils die  

gleiche italienische Nummer zu verwenden (S. 328). 

X _________ gibt an seiner Befragung vom 17. November 2017 an, Y _________ am 

Tag vor der Verhaftung zum letzten Mal gesehen zu haben (S. 81). Letzterer gesteht in 

der Hafteröffnungseinvernahme vom 7. Februar 2008, er habe das Automobil für den 

Einbruch vom 17. August 2017 gemietet. Es sei von den anderen für die Fahrt nach 

Luzern mitgenommen worden (S. 1665). Die Berufungskläger sind mithin bis zur Verhaf-

tung miteinander in Kontakt gestanden, ein Abbruch der Beziehungen wegen irgendwel-

cher Streitigkeiten liegt nicht vor. gerade dieser Umstand führt vor Augen, dass sich  

Y _________ nicht aus seiner kriminellen Aktivität zurückgezogen hat. 

3.2.3  Beide Beschuldigte sind im Tatzeitraum keiner geregelten Erwerbstätigkeit nach-

gegangen (S. 2356 und S. 1164). Sie haben mithin von der illegalen Tätigkeit gelebt. 

Folgende Äusserungen bestätigen den Wunsch, mit dem Deliktsgut einen wichtigen Teil 

des Lebensunterhalts verdienen zu wollen: 

- 36 - 

X _________ habe bemerkt, dass das Stehlen sehr lukrativ sei (S. 203).  

Jeder habe, laut X _________, seinen Anteil an den Kleidern selbst verkauft und den 

Gewinn behalten können. Er habe eine Arbeit in Spanien für mindestens EUR 2'000.00 

gehabt, aber festgestellt, dass sich seine Kollegen Luxusgüter hätten leisten können. Er 

habe bei seinem ersten Einbruch EUR 16'000.00 verdient und sich gefragt, warum er 

überhaupt arbeiten solle, wenn er so leicht Geld verdienen könne (S. 300). Er habe durch 

die Einbrüche in der Schweiz zwischen Fr. 25'000.00 bis Fr. 30'000.00 eingenommen. 

Er habe von Mai bis zur Verhaftung nach Abzug von Spesen rund Fr. 20'000.00 erlangt 

(S. 301).  

X _________ gibt an der Berufungsverhandlung an, das Diebesgut sei anteilsmässig 

gleich aufgeteilt worden. Er habe nicht mehr bekommen als alle anderen, habe aber 

nicht beobachtet, wie die anderen ihre Anteile aufgeteilt hätten (S. 2718). Das Geld aus 

den Einbruchsdiebstählen sei immer Cash unter den Beteiligten verteilt worden (S. 204).  

Y _________ gibt an, er habe in Italien geklagt, keine Arbeit zu finden, worauf ihm ein 

Bekannter gesagt habe, er wüsste jemanden, der einen Chauffeur suche. Der Kontakt 

zu X _________ sei so zustande gekommen (S. 332). Y _________ gibt am 18. April 

2018 an, er habe die Einbrüche begangen, weil er Geld gebraucht habe (S. 221).  

3.2.4  Weitere Ausführungen bestätigen, dass sich die Beteiligten nicht spontan und  

ungeplant für Einbrüche zusammengetan haben, sondern durchaus organisatorische 

Vorkehren vor, während und nach dem Delinquieren getroffen haben: 

Sie hätten, laut X _________, Einbrüche in der Schweiz verübt, weil man hier angeblich 

einfacher einbrechen könne und man weniger lange im Gefängnis festgehalten werde 

(S. 203 und S. 298). 

X _________ habe EUR 2'000.00 investieren müssen, um einen Einbruch in Brig zu 

machen (S. 300).  

Sie hätten, laut X _________ bei den Einbrüchen in jedem Fall Handschuhe getragen, 

welche sie gleichzeitig mit den Abfallsäcken gekauft hätten. Sie hätten dies von Fall zu 

Fall gemacht. Das Material, die Handschuhe usw. hätten sie zur Entsorgung mit dem 

Deliktsgut nach Rumänien verschickt, wo es entsorgt worden sei (S. 297; vgl. auch 

S. 657).  

Die Beteiligten hätten, laut X _________, nach dem Eindringen in die Verkaufslokale an 

den Kleiderregalen gerüttelt um zu prüfen, ob ein Alarm ausgelöst werde. Sie hätten 

- 37 - 

anschliessend vor dem Geschäft gewartet um zu prüfen, ob jemand komme. Die übrigen 

Beteiligten würden sich im Umkreis aufhalten. Es werde auch später niemand kommen, 

wenn innert 30 Minuten niemand alarmiert worden sei (S. 87). 

X _________ und er hätten beim Einbruch in Neuenburg den Schaufensterpuppen die 

teure Kleidung abgenommen und durch günstigere Kleidung ersetzt, damit die Polizei 

nicht sofort sehe, was im Geschäft passiert (S. 640). Die Täter sind bereit, Aufwand zu 

betreiben, um die Vorfälle länger versteckt zu halten. 

Sie würden bei einer Entdeckung flüchten. Sie wüssten, dass man in solchen Fällen am 

besten abhaut. Sie würden niemals Personen angreifen, weil man dafür zu lange im 

Gefängnis sitzen müsste. Sie hätten im Voraus vereinbart, dass alle einfach wegrennen 

würden, wenn etwas ungeplant dazwischenkomme. Sie würden das Fahrzeug beim Ge-

schäft parkieren und die Säcke in aller Ruhe einladen. Sie würden dies immer so ma-

chen. Passanten, die sie bemerkten, würden meinen, sie seien dort am Arbeiten. Falls 

jemand nachfragt, würden sie die Säcke ausladen, damit man denkt, sie würden Material 

liefern (S. 658). Solche im Voraus diskutierte Verhaltensweisen belegen eine bemer-

kenswerte und zielgerichtete Planung. 

Y _________ habe, laut X _________ beim ersten Einbruch die Grenze zu Italien noch 

nicht so gut gekannt, weshalb sie beim ersten Mal nicht nach Italien geflohen seien.  

Y _________ habe aber Erfahrung gesammelt und später die geeigneten Grenzüber-

gänge gekannt (S. 298). Sie würden die Schweiz immer über unbewachte Grenzstellen 

verlassen, weil sie ja Diebesgut mitführten (S. 659). 

Sie seien laut X _________ nicht dumm, wenn sie etwas stehlen würden, wüssten sie, 

welche Kleider welchen Wert hätten (S. 296).  

3.2.5  Die Anzahl Vorfälle, die Menge der gemeinsamen Einbrüche, die Kadenz, die or-

ganisatorischen Vorkehren vor, während und nach dem Delikt, aber auch innerhalb der 

Gruppe, die Aufteilung der Beute sowie deren Wert belegen sowohl ein banden- wie ein 

gewerbsmässiges Vorgehen. 

4.  Strafzumessung 

4.1  Allgemeine rechtliche Ausführungen 

4.1.1  Das Kantonsgericht kann auch in Bezug auf die Strafzumessung auf die richtigen 

Ausführungen der Vorinstanz verweisen (S. 2472 E. 4.1). Der Strafrahmen für den ban-

denmässigen Diebstahl beträgt Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht 

- 38 - 

unter 180 Tagessätzen (Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB), derjenige für gewerbsmässigen 

Diebstahl Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen 

(Art. 139 Ziff. 2 StGB). 

Die in der Berufungserklärung (S. 2581) und im angefochtenen Urteil (S. 2474 E. 4.5) 

von Y _________ postulierte Auffassung, das Recht aus dem Jahr 2017 ermögliche für 

den bandenmässigen Diebstahl eine Höchststrafe von 3 Jahren ist unzutreffend. 

4.1.2  Es ist, aufgrund der nachfolgenden Ausführungen, im theoretischen Teil zum Straf-

mass Folgendes zu ergänzen: 

Das Gericht hat nach der Rechtsprechung angesichts der einschneidenden Konsequen-

zen des unbedingten Vollzugs zu prüfen, ob eine Strafe, welche die Grenze nicht über-

schreitet, noch vertretbar ist (BGE 134 IV 17 E. 3.5 S. 24 f.), wenn die Sanktion in den 

Bereich des Grenzwerts zum bedingten (24 Monate; vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB) oder teil-

bedingten Vollzug (36 Monate; vgl. Art. 43 Abs. 1 StGB) fällt und die subjektiven Voraus-

setzungen des Strafaufschubs erfüllt sind. Freilich ist gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB im 

Rahmen der Strafzumessung bei der Festlegung der Strafe deren Wirkung auf das Le-

ben des Täters zu berücksichtigen. Der Umstand, dass der Verurteilte durch die Verbüs-

sung einer Freiheitsstrafe aus einem günstigen Umfeld herausgerissen wird, kann sich 

im Einzelfall strafmindernd auswirken mit der Folge, dass die auszufällende Sanktion 

unter der schuldangemessenen Strafe liegt. Dies ändert hingegen nichts am Grundsatz, 

die Vollzugsform durch die Strafzumessungsschuld zu bestimmen und nicht umgekehrt. 

Die Verbüssung einer Freiheitsstrafe stellt ohnehin für jeden arbeitstätigen und in ein 

familiäres Umfeld eingebetteten Verurteilten eine gewisse Härte dar, die als unmittelbare 

gesetzmässige Folge jeder Sanktion nur bei aussergewöhnlichen Umständen erheblich 

strafmindernd wirken kann (Bundesgerichtsurteile 6B_454/2012 vom 5. Februar 2013 E. 

4.3.3; 6B_1038/2010 vom 21. März 2011 E. 4.5; 6B_294/2010 vom 15. Juli 2010 E. 3.3.1 

mit Hinweisen). 

Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und 

höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Ver-

schulden des Täters genügend Rechnung zu tragen (aArt. 43 Abs. 1 StGB). Der unbe-

dingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (aArt. 43 Abs. 2 StGB). 

Der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil müssen bei der teilbedingten 

Strafe gemäss aArt. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB mindestens sechs Monate betragen. Die seit 

dem 1. Januar 2018 geltende neue Fassung von Art. 43 StGB ist in casu nicht relevant 

(vgl. Art. 2 Abs. 2 StGB). Das Ausmass des Verschuldens ist als Bemessungsregel zu 

- 39 - 

beachten, dem in genügender Weise Rechnung zu tragen ist. Das Verhältnis der Straf-

anteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des 

Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck 

kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat, desto 

grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafanteil sein. Der unbedingte Strafan-

teil darf dabei das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass 

nicht unterschreiten. Die Festsetzung innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt im 

pflichtgemässen Ermessen des Gerichts (BGE 134 IV 1 E. 5.6; Bundesgerichtsurteil 

6B_387/2020 vom 25. Oktober 2021 E. 2.3). 

4.2  Beanstandungen der Berufungskläger 

4.2.1  Die Beschuldigten kritisieren, eine etwaige Gehilfenschaft oder die Versuche  

hätten bei der Strafzumessung strafmildern berücksichtigt werden müssen. Die Vo-

rinstanz hat jedoch in Bezug auf die banden- und gewerbsmässig begangene Einbruchs-

serie korrekterweise das Bundesgerichtsurteil 6B_797/2011 vom 13. April 2012 E. 3.1.2 

sowie den Basler Kommentar (4. A., N. 136 zu Art. 139 StGB) zitiert, wonach für sämtli-

che gewerbs- und bandenmässig begangenen Taten eine Einsatzstrafe festgesetzt wer-

den kann, wobei diesfalls der vorgegebene Strafrahmen zu beachten sei (S. 2473 f. E. 

4.4). Das Bundesgericht hat diese Rechtsprechung im Jahr 2019 bestätigt (Bundesge-

richtsurteil 6B_36/2019 vom 2. Juli 2019 E. 3.6.3 mit Hinweisen). Der Versuch geht dies-

falls im entsprechenden, vollendeten Delikt auf (BGE 123 IV 117; Donatsch, in: Donatsch 

[Hrsg.], StGB/JStG Kommentar, Mit weiteren Erlassen und Kommentar zu den Strafbe-

stimmungen des SVG, BetmG, AIG und OBG, 21. A., 2022, N. 14 zu Art. 137 StGB) was 

auch für die Gehilfenschaft gelten muss. Es liegen für beide Beschuldigten mehrere mit-

täterschaftlich begangene, vollendete Diebstähle vor, die Bestandteil der qualifizierten 

(gewerbsmässigen / bandenmässigen) Straftat bilden. Deren Einsatzstrafe ist, weil ein 

Teil gehilfenschaftlich oder versucht begangen worden ist, nicht zwingend zu mildern. 

4.2.2  Die Beschuldigten kritisieren weiter die Kalkulation der Deliktsbeträge: 

Der Höhe des Deliktsbetrags bzw. des Schadens kommt bei der Strafzumessung keine 

vorrangige Bedeutung zu. Der Schaden muss im Rahmen der Strafzumessung daher 

nicht exakt beziffert werden. Es reicht, um die Schwere des Verschuldens gewichten zu 

können, aus, wenn der Sachrichter in Bezug auf den Schaden von einer Grössenord-

nung ausgeht. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn es das Geri