# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5e91c53-7204-5b75-a241-32a5ce718301
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2018 D-6945/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6945-2018_2018-12-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6945/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Jürg Marcel Tiefenthal, 

mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis, 

Gerichtsschreiber Daniel Merkli   

 

   

Parteien 

 
A.________, geboren am (…), 

Nigeria,   

vertreten durch Alfred Ngoyi Wa Mwanza,  

BUCOFRAS Consultation juridique pour étrangers,  

(…)  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 26. November 2018 / N (…) 

 

 

 

D-6945/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das damals zuständige Bundesamt (BFM) mit Verfügung vom 9. März 

2010 in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 d AsylG (SR 142.31) auf ein erstes 

Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 9. September 2009 nicht eintrat 

und die Wegweisung nach Griechenland anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. März 2010 an das Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid erhob und die 

Vorinstanz im Rahmen eines Schriftenwechsels ihre Verfügung vom 

9. März 2010 wiedererwägungsweise aufhob und das nationale Asylver-

fahren in der Schweiz wieder aufnahm,  

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 14. März 2011 das 

Beschwerdeverfahren infolge Gegenstandslosigkeit abschrieb, 

dass das BFM mit Verfügung vom 16. August 2011 aufgrund des unbe-

kannten Aufenthalts des Beschwerdeführers in Anwendung von Art. 32 

Abs. 2 Bst. c aAsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 

9. September 2009 nicht eintrat, 

dass der Beschwerdeführer am 24. August 2018 erneut in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte,  

dass er im Rahmen der Befragung zur Person (BzP) vom 3. September 

2018 unter Einreichung eines entsprechenden Dokumentes in Kopie (vgl. 

Beweismittelkuvert B9) angab, im Jahre 2011 eine spanische Staatsange-

hörige geheiratet und in der Folge einen Aufenthaltstitel in Spanien erhal-

ten zu haben, welcher vor fünf Jahren bis April 25. April 2022 verlängert 

worden sei (vgl. SEM-Protokoll B10 S. 7 und S. 9), 

dass er sich in der Zwischenzeit von seiner spanischen Ehefrau habe 

scheiden lassen und am 29. November 2016 die Schweizer Staatsange-

hörige B.______ geheiratet habe, die am 3. Juni 2016 ihren gemeinsamen 

Sohn gebar, 

dass er im April 2018 wegen der Krankheit eines Bekannten nach Nigeria 

gereist und im August 2018, da er Schwierigkeiten mit den nigerianischen 

Sicherheitsbehörden gehabt habe (Verhaftung wegen Organisation einer 

Demonstration für eine bessere Gesundheitsversorgung, Flucht aus dem 

Gefängniskrankenhaus), mit den Reisepapieren einer anderen Person via 

D-6945/2018 

Seite 3 

Frankreich nach Europa und schliesslich in die Schweiz zurückgekehrt sei 

(vgl. B10 S. 7 und S.12), 

dass sich aus den Akten (vgl. B9) ergibt, dass der Beschwerdeführer mit 

Urteil des C._______ vom (…) wegen qualifizierter Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121). zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt wurde und das Migrationsamt des 

Kantons D.________ mit Verfügung vom (…) das Gesuch des Beschwer-

deführers vom 16. Dezember 2016 beziehungsweise vom 27. Januar 2017 

um Erteilung einer Einreise- und Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AuG 

abwies, wogegen der Beschwerdeführer Rekurs erhob, welcher noch hän-

gig ist, 

dass das SEM die spanischen Behörden am 13. September 2018 um Über-

nahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 12 Abs. 1 der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass die spanischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen,  

dass das SEM mit Verfügung vom 26. November 2018 (Eröffnung am 

30. November 2018) in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 24. August 2018 nicht eintrat, 

ihn in Anwendung der Dublin-III-VO nach Spanien wegwies und gleichzei-

tig festhielt, einer Beschwerde gegen diese Verfügung komme keine auf-

schiebende Wirkung zu, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

6. Dezember 2018 an das Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen 

diesen Entscheid erhob, 

dass die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung 

der Sache an das SEM zur materiellen Behandlung des Asylgesuchs, 

eventualiter zur Vornahme von weiteren Instruktionshandlungen und zur 

neuen Entscheidung, beantragt wurde, 

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Seite 4 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde und der unentgeltlichen Rechtspflege nach 

Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht wurde,  

dass der Beschwerdeführer weiter beantragte, die Kosten des Verfahrens 

dem SEM aufzuerlegen und dem Beschwerdeführer eine Entschädigung 

auszurichten, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 7. Dezember 2018 beim Bundesver-

waltungsgericht eingingen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefax vom 7. Dezember 2018 

gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einst-

weilen aussetzte,  

 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-

schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM in der Regel – so 

auch vorliegend – endgültig entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vor-

liegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass im Weiteren gestützt auf Art. 111a Abs. 2 AsylG vorliegend auf einen 

Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

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Seite 5 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 m.w.H.), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-

tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materi-

ellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache 

zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 

E. 2.1 m.w.H.), 

dass die spanischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen,  

dass das SEM bei dieser Sachlage zu Recht von der grundsätzlichen Zu-

ständigkeit Spaniens für die Durchführung des Asylverfahrens ausging, 

dass gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Mitgliedstaat ein von einem 

Drittstaatsangehörigen eingereichtes Asylgesuch prüfen kann, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Souveränitätsklausel), 

dass das SEM, erweist sich die Überstellung einer asylsuchenden Person 

in einen Dublin-Mitgliedstaat im Sinne der EMRK oder einer anderen die 

Schweiz bindenden völkerrechtlichen Bestimmung als unzulässig, das 

Asylgesuch dieser Person in der Schweiz behandeln muss, womit die An-

wendung der Souveränitätsklausel obligatorisch wird und kein Ermessen 

mehr vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht die Verfügung in 

diesem Sinne überprüfen kann (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1), 

dass sich auf den Schutz von Art. 8 EMRK zunächst die Mitglieder der 

Kernfamilie berufen können, mithin die Ehegatten und ihre minderjährigen 

Kinder, 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung festhielt, dass der Be-

schwerdeführer seit dem 29. November 2016 mit einer Schweizer Staats-

angehörigen D._______ verheiratet sei, mit ihr ein gemeinsames Kind 

habe und nach den Angaben des Rechtsvertreters ein Rekurs bezüglich 

eines Gesuches um Verbleib bei seiner Ehefrau und dem Kind hängig sei, 

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Seite 6 

dass ein durch die Eheschliessung mit D.______ grundsätzlich begründe-

ter Anspruch auf eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsregelung durch die 

kantonalen Migrationsbehörden zu prüfen sei, 

dass der Beschwerdeführer angegeben habe, wegen seiner Familie in die 

Schweiz gekommen zu sein und die erneute Einreichung eines Asylgesu-

ches in der Schweiz in erster Linie dem Zweck gedient habe, mit seiner 

Ehefrau und dem gemeinsamen Kind zusammenzuleben beziehungsweise 

in Umgehung der ausländerrechtlichen Bestimmungen zum Familiennach-

zug ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erlangen,  

dass sich die vorinstanzliche Einschätzung der offensichtlichen Umgehung 

der anwendbaren Gesetzesbestimmungen des Ausländerrechts zum Fa-

miliennachzug als nicht zutreffend erweist,  

dass aufgrund der Sachlage gerade nicht davon auszugehen ist, dass der 

Beschwerdeführer bewusst in Umgehung der anwendbaren Gesetzesbe-

stimmungen erneut in die Schweiz eingereist ist und hierzulande einzig mit 

dem Ziel der Familienzusammenführung ein neuerliches Asylgesuch ge-

stellt hat, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen seines Asylgesuches angab, er sei 

im April 2018 wegen der Krankheit eines Bekannten nach Nigeria gereist 

und sei im August 2018, da er Schwierigkeiten mit den nigerianischen Si-

cherheitsbehörden gehabt habe, mit den Reisepapieren einer anderen 

Person via Frankreich nach Europa und schliesslich in die Schweiz zurück-

gekehrt (vgl. B10 S. 7 und S.12), 

dass er die geltenden gemachten behördlichen Behelligungen (Verhaftung 

wegen Organisation einer Demonstration für eine bessere Gesundheits-

versorgung, Flucht aus dem Gefängniskrankenhaus) ausführlich schilderte 

und die Angaben zu seinem Reiseweg nicht unplausibel ausfielen,  

dass das Vorgehen des Beschwerdeführers somit nicht als Rechtsumge-

hung zu qualifizieren ist (vgl. die gegenteiligen Urteile des BVGer D-

498/2018 vom 2. Februar 2018 E. 5.3, D-5268/2017 vom 22. Januar 2018 

und E-2011/2017 vom 29. September 2017) und auch sonst keine anderen 

Gründe vorliegen, welche gegen die Anwendung von Art. 8 EMRK spre-

chen würden,  

D-6945/2018 

Seite 7 

dass somit Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz be-

steht (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), 

dass die angefochtene Verfügung aufgrund der vorstehenden Erwägungen 

Bundesrecht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt weder richtig 

noch vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung auf-

zuheben ist, 

dass das SEM angewiesen wird, den Selbsteintritt der Schweiz zu erklären 

und anschliessend das Asylverfahren des Beschwerdeführers in der 

Schweiz durchzuführen, 

dass der am 7. Dezember 2018 angeordnete Vollzugsstopp mit der vorlie-

genden Gutheissung der Beschwerde insofern hinfällig wird, als sich der 

Beschwerdeführer nunmehr gestützt auf Art. 42 AsylG bis zum Abschluss 

des Asylverfahrens in der Schweiz aufhalten darf, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer keine 

Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), mithin die Gesuche um 

Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses und um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ge-

genstandslos geworden sind, 

dass dem vertretenen Beschwerdeführer angesichts seines vollständigen 

Obsiegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädi-

gung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzuspre-

chen ist, 

dass der Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht hat, so dass die 

Entschädigung aufgrund der Akten zu bestimmen und auf insgesamt 

Fr. 600.– festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zu neuem 

Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

3.  

Der Beschwerdeführer kann den Ausgang des Asylverfahrens in der 

Schweiz abwarten.  

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

5.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient-

schädigung von Fr. 600.– auszurichten.  

 

Der Einzelrichter: 

 

 

 

Jürg Marcel Tiefenthal 

Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Daniel Merkli 

 

 

 

  

 

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