# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20a018fe-62cd-514c-a56e-87783692662f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2010 D-7909/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7909-2010_2010-11-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7909/2010
D-7911/2010
D-7912/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

1.A._______, geboren (...)
(D-7909/2010, N [...]),

2. B._______, geboren (...)
(D-7912/2010, N [...]),

3. C._______, geboren (...)
(D-7911/2010, N [...]),

Kosovo,
alle vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuche und Wegweisungen; 
Verfügungen des BFM vom 5. November 2010.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7909/2010, D-7911/2010, D-7912/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden  –  kosovarische  Staatsangehörige 
albanischer Ethnie – am 13. September 2010 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchten, 

dass  sie  im  Rahmen  der  Erstbefragungen  im  Empfangs-  und  Ver-
fahrenszentrum  D._______  vom  16. September  2010  und  den  An-
hörungen  nach  Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998 
(AsylG,  SR 142.31)  durch  das  BFM vom 26. Oktober  2010  zur  Be-
gründung im Wesentlichen ausführten, die Beschwerdeführerin 1 habe 
im Jahr 1999 den Vater der Beschwerdeführer 2 und 3 geheiratet, der 
zuvor mit der 1998 verstorbenen Schwester der Beschwerdeführerin 1 
beziehungsweise der Mutter der Beschwerdeführer 2 und 3 verheiratet 
gewesen sei,

dass  der  Ehemann/Vater  in  der  Schweiz  lebe,  und  sie  deshalb  bei 
dessen  Bruder  in  E._______  in  der  Gemeinde  F._______  gewohnt 
hätten, 

dass sie zirka im Jahr 2006 (vgl. A1 S. 1 in N [...]) beziehungsweise im 
Oktober  2009  (vgl.  A1  S. 1  in  N [...])  in  ein  Haus  in  G._______ 
umgezogen seien, wo sie fortan alleine gelebt hätten, 

dass Jugendliche von den Beschwerdeführern 2 und 3 Geld verlangt 
hätten,  da  diese  gewusst  hätten,  dass  der  Vater  in  der  Schweiz 
arbeite,

dass  die  Beschwerdeführer 2  und  3  gemäss  Angaben  der  Be-
schwerdeführenden 1 und 2 von den Jugendlichen geschlagen worden 
seien, da sie diesen kein Geld hätten geben können, wobei sich der 
Beschwerdeführer 3 bei einem Angriff  beide Handgelenke gebrochen 
habe, 

dass der Beschwerdeführer 2 gemäss seinen Angaben hingegen keine 
Probleme in der Schule gehabt habe und nie geschlagen worden sei, 
sondern  sich  lediglich  einmal  am Rücken verletzt  habe,  als  er  beim 
Spielen unbeabsichtigt gestossen worden sei (vgl. A11 S. 3 f. in N [...]),

dass zudem Nachbarn die Stromsicherungen aus ihrem Haus entfernt 
hätten, so dass sie eine Woche lang ohne Strom gewesen seien,

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dass Unbekannte auch einmal Fenster in ihrem Haus eingeschlagen 
hätten,  wobei  sie  deswegen  gemäss  Angaben  der  Beschwerde-
führerin 1  nicht  zur  Polizei  gegangen seien (vgl. A13 S. 9  in  N [...]), 
laut dem Beschwerdeführer 2 jedoch Anzeige erstattet und finanzielle 
Unterstützung  für  die  Reparatur  erhalten  hätten  (vgl.  A11  S. 2 f.  in 
N [...]),

dass  sie  ihr  Heimatland  wegen  dieser  Belästigungen  in  Richtung 
Schweiz verlassen hätten, um hier mit ihrem Ehemann/Vater zu leben, 

dass  bezüglich  der  weiteren  Aussagen  beziehungsweise der  Einzel-
heiten des rechtserheblichen Sachverhalts auf die Protokolle bei den 
Akten  verwiesen  wird  (vgl.  A1  und  A13  in  N [...] [Beschwerde-
führerin 1]; A1 und A11 in N [...] [Beschwerdeführer 2]; A1 und A11 in 
N [...] [Beschwerdeführer 3]), 

dass  das  BFM  mit  gleichentags  eröffneten  Verfügungen  vom 
5. November  2010  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 1  AsylG  auf  die 
Asylgesuche  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  der  Beschwerde-
führenden aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, 

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  separaten  Eingaben  vom 
10. November  2010  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  er-
hoben, worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügungen und um 
Gewährung des Asyls, eventualiter um Absehen von der Wegweisung 
und dem Wegweisungsvollzug ersucht wurde, 

dass zudem in formeller Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2  des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021)  und um Verzicht  auf  die  Erhebung von Kostenvorschüssen 
ersucht wurde, 

dass auf die Begründung der Beschwerden – soweit entscheidwesent-
lich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-

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gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtenen Verfügungen 
besonders berührt  sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung 
der  Beschwerden  legitimiert  sind,  weshalb  auf  die  frist-  und  form-
gerecht  eingereichten  Beschwerden  im  Rahmen  der  nachfolgenden 
Erwägungen  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art. 105 
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

dass sich vorliegend die gemeinsame Behandlung der Beschwerden in 
einem  Beschwerdeentscheid  aus  prozessökonomischen  Gründen 
rechtfertigt,  da es sich bei  den Beschwerdeführenden um Verwandte 
handelt,  die  gemeinsam in  die  Schweiz  eingereist  sind,  im  Wesent-
lichen  denselben  Sachverhalt  geltend  machen  und  gleiche  Be-
schwerdebegehren und Beschwerdebegründungen vorbringen,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, bei denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit 
darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückgehen  zu  lassen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 
Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass  mithin  auf  die  Anträge  in  den  Beschwerden,  die  Asylgesuche 
seien gutzuheissen, nicht einzutreten ist, 

dass indes die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs 
der  Wegweisung  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungs-
gericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

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dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass  auf  Gesuche  von  Asylsuchenden  aus  verfolgungssicheren 
Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe-Country-
Regelung)  nicht  eingetreten wird,  ausser es gebe Hinweise auf  Ver-
folgung (Art. 34 Abs. 1 AsylG), 

dass der Bundesrat Kosovo mit Beschluss vom 6. März 2009 (in Kraft 
seit 1. April  2009) zu einem verfolgungssicheren Staat (safe country) 
im obgenannten Sinn erklärt hat, 

dass somit  die formellen Voraussetzungen für  den Erlass von Nicht-
eintretensentscheiden auf der Grundlage von Art. 34 Abs. 1 AsylG er-
füllt sind, 

dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  Hinweise  auf  eine  asylrechtlich  relevante 
Verfolgung vorliegen (Art. 34 Abs. 1 AsylG), 

dass die Beschwerdeführenden Schikanen, Sachbeschädigungen und 
tätliche Übergriffe seitens privater Dritter, mithin eine Verfolgung durch 
nichtstaatliche Akteure, geltend machen, 

dass für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft nach Lehre und 
Praxis  erforderlich  ist,  dass  die  asylsuchende  Person  ernsthafte 
Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  (vgl.  EMARK  2005 
Nr. 21 E. 7 S. 193), 

dass es den vorliegend geltend gemachten Übergriffen in  Form von 
Sachbeschädigungen  und  Tätlichkeiten  vorweg  an  der  geforderten 
Intensität fehlt, 

dass nichtstaatliche Verfolgung zudem aufgrund der Subsidiarität des 
flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  nur  dann  asylrechtlich  relevant  ist, 

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wenn  die  betroffene  Person  davor  in  ihrem Heimatland  keinen  aus-
reichenden Schutz finden kann (vgl. EMARK 2006 Nr. 18),

dass der Schutz dann als  ausreichend zu qualifizieren ist,  wenn die 
betroffene  Person  effektiv  Zugang  zu  einer  funktionierenden  Infra-
struktur hat und ihr deren Inanspruchnahme zumutbar ist, wobei von 
einem Staat nicht erwartet werden kann, dass er jederzeit präventiv in  
alle Lebensbereiche seiner Bürger eingreifen kann (vgl. EMARK 2006 
Nr. 18),

dass vorliegend von einer funktionierenden und für  die Beschwerde-
führenden zugänglichen Schutzinfrastruktur in ihrem Heimatland aus-
zugehen ist und  keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass 
die heimatlichen Behörden nicht in der Lage oder nicht willens wären, 
ihnen adäquaten Schutz vor Übergriffen Dritter zu bieten,

dass  der  mit  dem  pauschalen  Vorwurf  der  Nichtahndung  von 
Schikanen  begründete  Verzicht  der  Beschwerdeführerin 1  auf  An-
zeigeerstattung nicht auf einen mangelnden Schutzwillen der heimat-
lichen  Behörden  hinzuweisen  vermag,  zumal  gemäss  Angaben  des 
Beschwerdeführers 2 die örtliche Polizei ihnen auf entsprechende An-
zeige hin sehr wohl Unterstützung habe zukommen lassen (vgl. A11 
S. 2 f. in N [...]),

dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden daher unabhängig von 
der Frage deren Glaubhaftigkeit flüchtlingsrechtlich nicht relevant sind, 

dass  es  den  Beschwerdeführenden  damit  nicht  gelungen  ist,  die  in 
Bezug auf Kosovo bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit zu 
widerlegen, 

dass  die  Ausführungen  in  den  Beschwerdeeingaben  nicht  geeignet 
sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 
AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  ein-
getreten ist, 

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei 
die  Wegweisung  nicht  verfügt  wird,  wenn  die  asylsuchende  Person 
gemäss Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 

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Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  im  Besitz  einer  gültigen 
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist, 

dass  die  Beschwerdeführenden  gegenwärtig  weder  über  eine  aus-
länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung einer solchen verfügen, weshalb die Wegweisungen im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen stehen und demnach vom 
Bundesamt zu Recht angeordnet wurden (vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asyl -
rechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das in  Art. 5  Abs. 1  AsylG verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschen-
rechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  ihnen im Heimatstaat 
droht,

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dass  Art. 8  EMRK  die  Achtung  des  Familienlebens  garantiert  und 
dementsprechend beim Wegweisungsvollzug der  Grundsatz  der  Ein-
heit der Familie zu berücksichtigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  sich  den  Akten  entnehmen  lässt,  dass  ein  Familiennachzugs-
gesuch des in der Schweiz wohnhaften Ehemanns der Beschwerde-
führerin 1 beziehungsweise Vaters der Beschwerdeführer 2 und 3 bei 
den zuständigen kantonalen Behörden hängig ist, 

dass das BFM diesbezüglich zutreffend festgestellt  hat, dass die Be-
schwerdeführenden den Ausgang dieses Verfahrens in ihrem Heimat-
staat abwarten können, 

dass Art. 8 EMRK damit vorliegend einem Wegweisungsvollzug nicht 
entgegensteht, zumal die Beschwerdeführenden bisher nicht in einem 
gemeinsamen  Haushalt  mit  dem  Ehemann/Vater  gelebt  haben  und 
dieser sie nur sehr selten, etwa einmal im Jahr, besucht habe (vgl. A13 
S. 10 in N [...]; A11 S. 5 in N [...]; A11 S. 4 in N [...]),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  im  Falle  von  unbegleiteten  Minderjährigen  das  Kindeswohl  im 
Rahmen der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit-
zuberücksichtigen  ist  (vgl.  EMARK  1998  Nr. 13  E. 5e.bb;  Überein-
kommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes  [KRK, 
SR 0.107]),

dass in Kosovo keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, aufgrund 
derer die Bevölkerung konkret gefährdet wäre und eine Rückführung 
dorthin als generell unzumutbar betrachtet werden müsste, 

dass  auch  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  dass  die 
Beschwerdeführenden  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher, 
sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende 
Situation geraten würden, 

dass  die  Beschwerdeführenden,  die  keine  wesentlichen  gesundheit-
lichen  Beeinträchtigungen  geltend  machen,  bis  zu  ihrer  Ausreise  in 
Kosovo gelebt  haben,  somit  mit  den  dortigen  Verhältnissen  bestens 

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vertraut  sind  und  zudem  über  ein  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz im Heimatstaat verfügen (vgl. A1 S. 4 in N [...]; A1 S. 3 
in N [...]; A1 S. 3 in N [...]),

dass  zudem  zu  erwarten  ist,  dass  der  Ehemann  der  Beschwerde-
führerin 1  die  Familie  auch weiterhin  von der  Schweiz  aus finanziell 
unterstützen wird (vgl. A1 S. 3 in N [...]), 

dass die minderjährigen Beschwerdeführer 2 und 3 nicht unbegleitet in 
die  Schweiz  gelangt  sind,  sondern  zusammen mit  der  Beschwerde-
führerin 1 eingereist sind, und sie auch gemeinsam wieder in ihr ver-
trautes Umfeld im Heimatland zurückkehren können,

dass  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  mithin  als  zumutbar  erweist 
(Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  schliesslich  auch  möglich  ist,  da 
keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den 
Beschwerdeführenden  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reise-
papiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  somit  keine  Wegweisungshindernisse  vorliegen,  weshalb  die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme nicht  in  Betracht  fällt  und  der 
Vollzug der Wegweisungen zu bestätigen ist,

dass  die  angefochtenen  Verfügungen  demnach  weder  Bundesrecht 
verletzen  noch  unangemessen  sind  und  der  rechtserhebliche  Sach-
verhalt  von  der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde 
(Art. 106 AsylG),  weshalb die Beschwerden abzuweisen sind, soweit 
auf diese einzutreten ist,

dass mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion die Gesuche 
um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstands-
los geworden sind, 

dass  die  Beschwerden  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aus-
sichtslos zu qualifizieren sind und daher die Gesuche um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG – 
ungeachtet  der  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  – 
abzuweisen sind, 

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  dessen  Kosten  den  Be-
schwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  praxis-
gemäss  auf  insgesamt  Fr. 900.-  festzusetzen  sind  (Art. 1-3  des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerden  werden  abgewiesen,  soweit  auf  diese  eingetreten 
wird.

2.
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30 Tagen  nach  Versand  des  vor-
liegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben; Bei-
lagen:  Einzahlungsschein,  angefochtene  Verfügungen  im  Original 
retour)

- das BFM, (...) zu den Akten Ref.-Nr. N [...], N [...] und N [...]
- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand:

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