# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1479455-8868-5dfb-9985-62e97baaf5fb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.09.2011 SB110366
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110366_2011-09-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110366-O/U/eh 

  

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bollinger, Vorsitzender, und Oberrichterin lic. iur. 

L. Chitvanni und Ersatzoberrichterin lic. iur. M. Bertschi sowie die  

juristische Sekretärin  lic. iur. C. Grieder 

 

Urteil vom 5. September 2011 

in Sachen 

 

A._____,  
Angeklagter und Appellant 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. A. Eckert,  

Anklägerin und Appellatin sowie Anschlussappellantin 

 

betreffend  

Raub und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom  
4. November 2010 (DG100364) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 16. Juli 2010 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 22). 

Urteil der Vorinstanz: 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Angeklagte A._____ ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 

1 Abs. 1 StGB. 

2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 31. März 

2008 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird 

widerrufen. 

3. Der Angeklagte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit  

einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten als Gesamtstrafe, wovon 25 Tage 
durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 6 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, 

abzüglich 25 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen. 

5. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vor-

handenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 400.– zu bezahlen. 

6. Es wird festgehalten, dass der Angeklagte die Schadenersatzforderung  

der Geschädigten B._____ AG c/o Y._____, vertreten durch C._____, c/o 

Y._____, …[Adresse], in Höhe von Fr. 4'780.10 anerkannt hat. 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

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Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr.     Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliess-

lich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Angeklagten aufer-

legt. 

9. (Mitteilungen) 

10.  (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Angeklagten: 

 (schriftlich; Urk. 53 S. 1) 

1. Es sei der Angeklagte und Appellant wegen Diebstahls im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestrafen 

und es sei vom Widerruf der bedingt ausgefällten Geldstrafe von 30 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.-- abzusehen. 

2. Es sei die erstandene Haft auf die Strafe anzurechnen. 

3. Die Freiheitsstrafe von 6 Monaten sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren.  

4. Es seien die Kosten des zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens vollumfäng-

lich auf die Staatskasse zu nehmen. 

-   4   - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 52 S. 1 f.) 

1. Hinsichtlich des Schuldspruchs sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

2. Der Angeklagte sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten als Gesamt-

strafe zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 8 Monaten aufzuschieben 

und die Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 

25 Tage Haft) sei die Freiheitsstrafe zu vollziehen. 

 

Das Gericht erwägt: 

I. Prozessuales / Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens 

1. Gemäss Art. 453 Abs. 1 der per 1. Januar 2011 in Kraft getretenen  

Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) werden Rechtsmittel gegen  

Entscheide, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt worden sind, nach 

bisherigem Recht und von den bisher zuständigen Behörden beurteilt. Demnach 

ist vorliegend das alte Zürcher Strafprozessrecht (StPO/ZH und GVG/ZH)  

anwendbar. 

2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil vom 4. November 

2010 sprach das Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, den Angeklagten des  

Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte ihn – 

nachdem der Widerruf einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- angeord-

net wurde – mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 12 Monaten, abzüglich 25 Tage 

erstandener Polizei- und Untersuchungshaft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe  

wurde im Umfang von 6 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüglich 25 Tage erstandener Haft) wurde 

der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet. Weiter erkannte das Gericht auf eine 

Ersatzforderung zuhanden des Staates in der Höhe von Fr. 400.--. Ausserdem 

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wurde festgehalten, dass der Angeklagte die Schadenersatzforderung der  

Geschädigten B._____ AG c/o Y._____ in der Höhe von Fr. 4'780.10 anerkannt 

hat (vgl. Urk. 43 S. 12). 

3. Gegen dieses Urteil liess der Angeklagte am 4. November 2010 fristgerecht 

Berufung erklären (Urk. 33) und mit Eingabe vom 1. April 2011 die Beanstandun-

gen vorbringen (Urk. 37). In der Folge erhob die Staatsanwaltschaft innert Frist 

Anschlussberufung (Urk. 41). Beweisanträge wurden von keiner Seite gestellt 

(Urk. 47 u. 48).  

4. Die Berufung bzw. Anschlussberufung der Parteien richtet sich gegen den 

Schuldpunkt, den Widerruf, das Strafmass und den Vollzug. Von der Berufung 

bzw. Anschlussberufung nicht berührt sind die Verpflichtung des Angeklagten zur 

Zahlung einer Ersatzforderung (Dispositiv-Ziff. 5), die Feststellung der Anerken-

nung der Schadenersatzforderung durch den Angeklagten (Dispositiv-Ziff. 6)  

sowie die Kostenfestsetzung und Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 7 und 8),  

welche damit in Rechtskraft erwuchsen, was festzustellen ist (vgl. § 413 Abs. 3 

StPO/ZH). Damit hat sich die Berufungsinstanz nur mit den angefochtenen Punk-

ten zu beschäftigen (dazu Schmid, Strafprozessrecht, 4. A., Zürich 2004, N 1030). 

II. Beanstandungen 

1. Beanstandungen des Angeklagten 

1.1. Die Verteidigung beantragte in ihrer Eingabe vom 1. April 2011, den Ange-

klagten wegen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB mit einer Freiheits-

strafe von 6 Monaten zu bestrafen und vom Widerruf der mit Strafbefehl vom 

31. März 2008 ausgesprochenen Geldstrafe abzusehen. Weiter sei die Freiheits-

strafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben und die  

Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen 

(Urk. 37 S. 1 f.).  

 

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1.2. Zur Begründung führte die Verteidigung aus, der Angeklagte habe mehrmals 

und glaubhaft ausgesagt, er hätte nicht mitgemacht, wenn vor der Tat abgemacht 

worden wäre, Gewalt anzuwenden. Es sei lediglich ein allfälliges "Schupfen"  

abgemacht gewesen. Der Angeklagte habe nicht mit Gewaltanwendung  

gerechnet und hätte eine solche verhindert, wenn er vorher davon gewusst hätte. 

Der Angeklagte habe sich die Tat nicht vorgestellt und es sei auch nichts geplant 

gewesen. Die Vorinstanz habe die Aussagen der drei Beteiligten zur Feststellung 

des Sachverhaltes ungenügend oder gar nicht gewürdigt. Insbesondere habe 

D._____ die Aussagen des Angeklagten im Bezug auf das Messer gestützt, in-

dem er ausgesagt habe, von einem solchen nichts gewusst zu haben. Der Einsatz 

des Messers sei entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen nicht vom Eventu-

alvorsatz des Angeklagten gedeckt gewesen. Als der Angeklagte das Messer bei 

E._____ gesehen habe, sei es schon zu spät gewesen, um diesen an der Mit-

nahme des Messers zu hindern. Ausserdem habe der Angeklagte in der kurzen 

Zeit die Lage nicht richtig einschätzen und entsprechend reagieren können. Er 

habe weder mit Gewaltanwendung noch mit der Benutzung des Messers gerech-

net, weshalb beides nicht vom Vorsatz und Tatenschluss des Angeklagten um-

fasst gewesen sei. Aufgrund eines Vorfalls in der Vergangenheit des Angeklagten 

habe dieser eine Abneigung gegen Gewaltanwendung, weshalb seine diesbezüg-

lichen Aussagen umso glaubhafter erschienen. Weiter sei nicht erstellt, dass das 

eingesetzte Messer geöffnet gewesen sei. Im Übrigen habe E._____ widersprüch-

lich ausgesagt, was von der Vorinstanz nicht gewürdigt worden sei. Dieser habe 

das Messer an sich genommen, ohne die anderen darüber zu informieren. Die 

Anklageschrift sei ungenügend und äussere sich insbesondere nicht dazu, worin 

die Gewaltanwendung bestanden haben soll. Der Angeklagte sei lediglich damit 

einverstanden gewesen, sich fremde Vermögensgegenstände zur Bereicherung 

anzueignen, ohne jedoch Gewalt anzuwenden oder ein Messer mitzuführen oder 

einzusetzen. Erstellt sei infolgedessen nur, dass die Beteiligten das "Schupfen" 

besprochen hätten, mehr jedoch nicht. Dies genüge jedoch nicht für die Annahme 

des Raubes, weshalb die rechtliche Würdigung der Vorinstanz verfehlt sei.  

1.3. Die letzte Straftat des Angeklagte sei über drei Jahre her. Die erste Vor-

strafe liege sogar bereits acht Jahre zurück. Diese beiden Vorstrafen wie auch 

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das vorliegende Verfahren hätten den Angeklagten geläutert, weshalb er sich in 

Zukunft wohl verhalten werde. Der Angeklagte habe am 8. Dezember 2010 einen 

Arbeitsvertrag beim "F._____" unterzeichnet. Seither habe er eine geregelte Ta-

gesstruktur und ein geregeltes Einkommen. Der Strafvollzug würde ihn daraus 

herausreissen. Auf einen Widerruf sei deshalb zu verzichten.  

1.4. Das Verschulden des Angeklagten sei als eher leicht einzustufen, da die Tat 

aus einem spontanen Entschluss resultiert sei. Des Weiteren könne dem Ange-

klagten die angewendete Gewalt nicht angerechnet werden. Der Angeklagte  

bereue die Tat zutiefst, er schäme sich und habe sich beim Geschädigten ent-

schuldigt. Es sei nicht nur das Geständnis strafmindernd zu gewichten, sondern 

auch das kooperative Verhalten des Angeklagten während des Strafverfahrens 

sowie dessen Bereitschaft, die Deliktssumme zu begleichen. Eine Freiheitsstrafe 

von sechs Monaten sei deshalb angemessen.  

1.5. Das vorliegende Verfahren und die damit verbundene Untersuchungshaft 

hätten den Angeklagten beeindruckt. Ein Vollzug sei deshalb nicht nötig, um ihn 

von weiteren Straftaten abzuhalten. Ausserdem würde der unbedingte Vollzug der 

Freiheitsstrafe die erfolgreichen Bemühungen des Angeklagten, sich mit seiner 

Arbeitsstelle eine gesicherte Zukunft aufzubauen, zerstören. Die Wirkung des 

Strafvollzugs sei deshalb ungünstiger einzuschätzen als jene des Aufschubs. Der 

Vollzug der Strafe sei deshalb vollumfänglich aufzuschieben und eine Probezeit 

von zwei Jahren angemessen.  

1.6. Ausgangsgemäss seien die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen (Urk. 37 S. 1 ff.). 

1.7. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Verteidiger, der Ange-

klagte habe inzwischen die Arbeitsstelle beim "F._____" aufgegeben und habe 

nun ab dem 7. September 2011 eine Stelle beim "G._____" in Aussicht. Des Wei-

teren habe der Angeklagte letzte Woche erfahren, dass seine Freundin schwan-

ger sei und er Vater werde. Es sei aus diesen Gründen davon auszugehen, dass 

sich der Angeklagte künftig wohl verhalten werde, weshalb auf den Widerruf des 

Strafbefehls zu verzichten sei (Urk. 52 S. 8).  

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2. Beanstandungen der Staatsanwaltschaft 

2.1. Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Anschlussberufung fest, dass gestützt 

auf die zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil sowie aufgrund der 

beiden Vorstrafen der in der Anklageschrift gestellte Antrag auf eine Bestrafung 

mit 12 Monaten als zu milde erscheine. Es werde deshalb beantragt, den  

Angeklagten mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 16 Monaten zu bestrafen. Davon 

seien 8 Monate bei einer Probezeit von drei Jahren aufzuschieben und 8 Monate 

(abzüglich 25 Tagen Haft) zu vollziehen (Urk. 41 S. 1 f).  

2.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Staatsanwalt aus, dass die 

Täter vereinbart hätten, den Geschädigten in den Kiosk zu stossen bzw. zu 

"schupfen". Bei dieser Ausgangslage habe der Angeklagte nicht damit rechnen 

können, dass kein Einsatz von Gewalt nötig sei, dies sei nur schon zum Offen-

halten der Türe nötig gewesen. Ausserdem habe der Angeklagte gewusst, dass 

E._____ ein Messer dabei gehabt habe, dennoch sei er ihm in den Kiosk gefolgt 

und habe den ganzen Plan von Anfang bis Ende mitgetragen. Mit dem Faust-

schlag und dem Vorzeigen des Messers sei der Geschädigte massiv einge-

schüchtert worden, weshalb er sich nicht weiter gewehrt habe, was ihm jeder an-

dere gleichgetan hätte. Dies habe auch damit zu tun, dass die Täter in der Über-

zahl gewesen seien und der Geschädigte auch nicht habe ausschliessen können, 

dass der Mitangeklagte dennoch sein Messer einsetzte. Der Angeklagte sei als 

Mittäter von E._____ zu betrachten, weshalb ihm alle Handlungen von E._____ 

anzulasten seien. Der Entschluss und die Planung seien vorgängig und gemein-

sam erfolgt. Sie seien sich einig gewesen, dass der Kiosk ausgeraubt werden sol-

le. Der Angeklagte sei bei der Tatausführung zugegen gewesen und habe 

E._____ massgeblich unterstützt. Der Angeklagte habe auch den gleichen Anteil 

an der Beute erhalten, weshalb er ohne Zweifel als Mittäter zu betrachten sei und 

des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen sei.  

Hinsichtlich des Widerrufs werde auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen. 

Hinsichtlich der Höhe der Strafe sei zu bemerken, dass das Verschulden des  

Angeklagten nicht mehr leicht wiege. Es sei von einem planmässigen Vorgehen 

und einem gemeinsamen Zusammenwirken auszugehen und nicht von einem 

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Spontanentschluss. Die Täter hätten ja sogar Handschuhe getragen und den 

Rollkragenpullover hinaufgezogen. Der Geschädigte sei durch die Faustschläge 

und das Vorzeigen des Messers massiv eingeschüchtert worden. Das Erlangen 

fremder Vermögenswerte sei zu diesem Zeitpunkt absolut im Vordergrund  

gewesen. Ausserdem sei der Deliktsbetrag beträchtlich gewesen. Die teilweise 

einschlägigen Vorstrafen würden sich erheblich straferhöhend auswirken. Diese 

seien dem Angeklagten sowenig wie die zweimalige Gewährung des bedingten 

Strafvollzugs eine Lehre gewesen. Der Angeklagte habe sogar während laufender 

Probezeit delinquiert, was sich auch straferhöhend auswirke. Das Teilgeständnis 

wirke sich nur leicht strafmindernd aus, da die Beweislage eindeutig gewesen sei. 

Es sei eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten angezeigt. Weiter komme die Gewäh-

rung des bedingten Strafvollzugs nicht in Frage, da die beiden bisher verhängten 

bedingten Strafen den Angeklagten nicht beeindruckt hätten und auch die  

Lebensumstände des Angeklagten nicht gefestigt erscheinen würden, so sei  

gemäss den heutigen Ausführungen unklar, wo der Angeklagte künftig arbeiten 

werde. Da bereits der Vollzug eines Teils der heute auszusprechenden Strafe 

ausreiche, um beim Angeklagten eine gewisse Schock- und Warnwirkung zu  

zeitigen, seien 8 Monate zu vollziehen und die restliche Strafe bei einer Probezeit 

von drei Jahren aufzuschieben (Urk. 53 S. 2 ff.). 

III. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

Dem Angeklagten wird in der Anklageschrift vom 16. Juli 2010 vorgeworfen, in 

den frühen Morgenstunden des tt. Mai 2010 zusammen mit D._____ und E._____ 

den Kiosk Y._____ in I._____ überfallen zu haben. Sie hätten dabei vorgängig 

besprochen, dass der Kioskangestellte H._____ in den Kiosk gestossen werden 

solle. D._____ habe den Angeklagten und E._____ mit dem Auto zum Tatort ge-

fahren und sei dann weiter zur …strasse gefahren, wo er auf die beiden gewartet 

habe. E._____ habe dann beim Verlassen des Autos ein Messer mitgenommen, 

um H._____ einzuschüchtern, wovon der Angeklagte Kenntnis gehabt habe. Als 

H._____ den Kiosk aufgeschlossen habe und hinter sich die Türe wieder habe 

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schliessen wollen, habe E._____ die Türe aufgerissen und H._____ mit beiden 

Fäusten in den dunklen Kiosk hineingestossen. Dabei habe er ihm mit der linken 

Faust einen Schlag gegen den Kiefer versetzt, worauf H._____ gestürzt sei und 

eine geschwollene Lippe und Prellungen am Gesäss davongetragen habe. Mit 

dem geöffneten Messer habe E._____ H._____ in der Folge aufgefordert, ihm 

den Schlüssel zum Tresor zu geben. H._____ sei dieser Aufforderung, verängstigt 

durch den Faustschlag und das Messer, sogleich nachgekommen und habe den 

Angeklagten und E._____ gebeten, ihm nichts anzutun. E._____ habe H._____ 

aufgefordert, auf den Boden zu schauen, sei zum Tresor gegangen und habe die-

sem diverse Gegenstände und Vermögenswerte entnommen. Danach seien der 

Angeklagte und E._____ mit dem Deliktsgut zum Auto von D._____ gerannt und 

eingestiegen. In der Folge seien sie zu E._____ nach Hause gefahren und hätten 

dort das Deliktsgut aufgeteilt, wobei der Angeklagte Vermögenswerte im Betrag 

von ca. Fr. 2'250.-- erhalten habe. Der Angeklagte habe in der Absicht gehandelt, 

dieses Geld, auf welches er keinen Anspruch gehabt habe, was er gewusst habe, 

für seine eigenen Zwecke zu verwenden (Urk 22 S. 1 f.).  

2. Ausgangslage 

2.1. Es ist unbestritten, dass der Angeklagte am tt. Mai 2010 zusammen mit 

E._____ an der …haltestelle Z._____ in den dortigen Kiosk eindrang, dass 

E._____ ein Messer auf sich trug und den Geschädigten H._____ mit seinen 

Fäusten schlug. Weiter ist unbestritten, dass der Angeklagte zusammen mit 

E._____ Vermögenswerte im Betrag von Fr. 5'520.10 aus dem Tresor des Kiosks 

entnahmen und in der Folge mit Hilfe von D._____ und dessen Auto flüchteten.  

2.2. Offen ist hingegen, ob die Beteiligung des Angeklagten mit trug, dass 

E._____ zum einen beim Überfall auf den Kiosk ein Messer auf sich trug und zum 

anderen den Angestellten des Kiosks, H._____, mit beiden Fäusten traktierte, 

wobei eine Faust dessen Kiefer traf, was zu einer Anschwellung der Lippe führte 

und H._____ in der Folge stürzte und sich dabei Prellungen am Gesäss zuzog.  

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3. Entscheid der Vorinstanz 

3.1. Die Vorinstanz stellte auf die Aussagen des Angeklagten ab, welcher gesagt 

habe, es sei vereinbart worden, den Geschädigten zu "schupfen", wenn auch 

nicht Gewalt anzuwenden. Der Angeklagte habe nicht damit rechnen können, 

dass der Einsatz von Gewalt nicht nötig sei, auch wenn er dies gehofft habe. 

Ebenso sei vom Eventualvorsatz des Angeklagten gedeckt, dass E._____ ein 

Messer eingesetzt habe. Der Sachverhalt sei demzufolge als erstellt zu betrach-

ten (Urk. 43 S. 3).  

4. Verwertbarkeit der Aussagen der Beteiligten 

4.1. Die Aussagen von E._____ und D._____ wurden dem Angeklagten nie ins-

gesamt vorgehalten, lediglich einzelne Aussagen davon, dies jedoch ohne die 

Möglichkeit, Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. z.B. Urk. 14 S. 2, S. 3, Prot. I S. 9). 

Konfrontationseinvernahmen wurden keine durchgeführt; weder dem Angeklagten 

noch seinem Verteidiger wurde damit die Möglichkeit gegeben, an den Einver-

nahmen der anderen beiden Angeschuldigten teilzunehmen und Ergänzungsfra-

gen zu stellen, weswegen die Aussagen der weiteren Angeklagten zulasten des 

Angeklagten nicht verwertbar sind (analog zu EMRK 6 Ziff. 3 lit. d und § 14 Abs. 1 

StPO/ZH, vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, N 659f 

bzw. 622). Da der bestrittene Sachverhalt jedoch - wie noch zu zeigen ist - allein 

gestützt auf die Aussagen des Angeklagten erstellt werden kann, ist es vorliegend 

nicht nötig, die Aussagen der Mittäter des Angeklagten heranzuziehen.  

4.2. Weiter wurde der Geschädigte H._____ lediglich polizeilich und in Abwe-

senheit der Angeklagten einvernommen (Urk. 4), so dass auch seine Aussagen in 

prozessualer Hinsicht nicht zu Lasten des Angeklagten verwertet werden können 

(vgl. § 14 und 15 StPO/ZH).  

5. Allgemeines zur Beweiswürdigung 

5.1. Der bestrittene Sachverhalt ist aufgrund der Untersuchungsakten und der 

vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln 

zu erstellen. 

-   12   - 

Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Ange-

klagten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür vor-

liegen, dass der Angeklagte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm 

zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Dabei kann nicht verlangt 

werden, dass die Tatschuld gleichsam mathematisch sicher und unter allen  

Aspekten unwiderlegbar feststehe (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auf-

lage, Zürich 2004, Rz 288, S. 96). Es muss genügen, wenn vernünftige Zweifel an 

der Schuld des Angeklagten ausgeschlossen werden können. Aufgabe des  

Richters ist es, seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesam-

ten Beweisergebnisses, zu prüfen, ob er von einem bestimmten Sachverhalt 

überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden 

vermag (§ 284 ZH StPO; ZR 72 Nr. 80; Guldener, Beweiswürdigung und Beweis-

last, S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 257 Ziff. 1.4.; BGE 124 IV 88, 120 Ia 31 E. 2c).  

Es liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine 

absolute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es 

genügen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist 

(vgl. Kassationsgerichtsentscheid vom 26. Juni 2003 Nr. 2002/387S E. 2.2.1 samt 

Hinweisen). Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht mass-

gebend sein, weil solche immer möglich sind (Hauser/Schweri/Hartmann, 

Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel/Genf/München 2005, Rz 12 

zu § 54, und Urteile des Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom 4. September 2007 

E. 3.4. und 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2.). Es genügt also, wenn 

vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können, hingegen darf 

ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. Lässt sich ein 

Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen mensch-

lichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht, subjektiv mit 

Gewissheit davon überzeugt zu sein. 

5.2. Angesichts der Unschuldsvermutung besteht somit Beweisbedürftigkeit, das 

heisst der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjekti-

ven Tatbestandselemente nachzuweisen (vgl. dazu Schmid, a.a.O., Rz 599, 

S. 198) und nicht der Angeklagte hat seine Unschuld zu beweisen (BGE 127 I 40 

und Urteile des Bundesgerichtes 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2. und 

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1P.437/2004 vom 1. Dezember 2004, E. 4.3.; 6S.154/2004 vom 30. November 

2005 E. 4). 

6. Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit des Angeklagten  

6.1. Was die Glaubwürdigkeit des Angeklagten betrifft, ist zu berücksichtigen, 

dass er nicht unter der Strafandrohung zu wahrheitsgemässen Aussagen ver-

pflichtet ist und als direkt vom vorliegenden Strafverfahren Betroffener ein - 

durchaus legitimes - Interesse daran hat, die Geschehnisse in einem für ihn  

günstigen Licht erscheinen zu lassen. Seine Aussagen sind unter diesen Vor-

zeichen zu würdigen. 

7. Zu den Aussagen des Angeklagten 

7.1. In der polizeilichen Einvernahme vom 21. Juni 2010 erklärte der Angeklagte, 

es sei nichts abgemacht, es sei alles spontan gewesen. Es sei nicht abgemacht 

gewesen, dass E._____ ein Messer mitnehme. Er (der Angeklagte) habe dieses 

dann in der Hand von E._____ gesehen, als sie aus dem Auto ausgestiegen sei-

en, es sei jedoch zu diesem Zeitpunkt geschlossen gewesen. Der Angeklagte ha-

be nichts gesagt, als er das Messer gesehen habe. Danach sei alles schnell ge-

gangen und er habe nicht mehr auf E._____ geachtet und könne darum auch 

nicht sagen, ob das Messer beim Betreten des Kiosks geöffnet gewesen sei. Es 

tue ihm sehr leid für den Mann. Er habe E._____ gesagt, er solle diesen nicht 

schlagen, es sei ein älterer Mann (Urk. 8 S. 3 ff.).  

7.2. In der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 15. Juli 2010  

bestätigte der Angeklagte seine bisherigen Aussagen. Insbesondere erklärte er, 

dass sie nicht gross geplant hätten und einfach hingehen würden, wenn sie ihn 

(gemeint: H._____) sehen. Er habe E._____ gesagt, dass er H._____ nicht schla-

gen solle, weil er ein älterer Herr sei. Er habe auch nicht gewusst, dass E._____ 

ein Messer mitgenommen habe. Er wisse nicht mehr genau, wann er dies ge-

merkt habe. Auf Vorhalt seiner Antwort auf Frage Nr. 24 der polizeilichen Einver-

nahme, wonach er das Messer in der Hand von E._____ gesehen habe, als sie 

aus dem Auto ausgestiegen seien, bestätigte der Angeklagte, dass das so gewe-

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sen sei, wenn er es so gesagt habe. Der Angeklagte hielt erneut fest, dass er 

E._____ gesagt habe, er solle keine Gewalt einsetzen, was dieser dann trotzdem 

getan habe. Auf Vorhalt der Aussagen von E._____ und D._____, wonach ge-

plant gewesen sei, dass der Geschädigte H._____ in den Kiosk gestossen wer-

den solle, sagte der Angeklagte aus, dass das so gewesen sein werde, er es aber 

nicht mehr wisse, aber auch nicht in Abrede stelle. Das Vorgehen bei Gegenwehr 

durch H._____ sei nicht besprochen worden. Es sei nie von Gewalt die Rede ge-

wesen, ansonsten er das gar nicht gemacht hätte. Er habe gedacht, dass der Ge-

schädigte H._____ ein älterer Herr sei und sich deshalb nicht wehren würde. Ge-

gen einen älteren Herrn würde er nie Gewalt einsetzen. Er habe beim Aussteigen 

aus dem Auto gesehen, dass E._____ ein Messer dabei gehabt habe. Er habe es 

bemerkt, als E._____ gerannt sei. Der Angeklagte habe gedacht, dass E._____ 

das Messer wahrscheinlich brauchen werde, um dem Geschädigten H._____ 

Angst zu machen. Er habe allerdings gehofft, dass er es nicht brauchen werde. Er 

habe zu E._____ in dem Moment leider nichts gesagt, erst im Nachhinein habe er 

ihm gesagt, dass es nicht nötig gewesen wäre, das Messer mitzunehmen. Er ha-

be nicht versucht, ihn davon abzuhalten. Hätte er davon gewusst, hätte er ihn si-

cher davon abgehalten. Auf die Frage, ob er E._____ nicht auch zu einem späte-

ren Zeitpunkt noch darum hätte bitten können, das Messer wegzulegen, erklärte 

der Angeklagte, dass er dies schon hätte tun können, er aber in einem Schockzu-

stand gewesen sei. E._____ habe das Messer in der linken Hand gehabt. Es sei 

dunkel gewesen, mehr könne er zum Messer nicht sagen. Ob es geöffnet gewe-

sen sei, wisse er nicht (Urk. 14 S. 1 ff.).  

7.3. Anlässlich der Hauptverhandlung gab der Angeklagte erneut zu Protokoll, 

ein Messer bei E._____ gesehen zu haben, als sie auf den Kiosk zugelaufen sei-

en. Davor habe er dies nicht bemerkt. Für den Fall, dass sich der Geschädigte 

H._____ wehren würde, sei abgemacht gewesen, dass sie ihn "schupfen", jedoch 

nicht schlagen würden. Er habe sich jedoch nicht gewehrt. Sie hätten keinen 

grossen Plan gehabt. Erneut bestätigte er seine bisherigen Aussagen, dass er 

nicht mitgemacht hätte, wenn von Gewalt die Rede gewesen wäre. Es sei nicht 

abgemacht gewesen, ein Messer mitzunehmen. Er habe zwar danach E._____ 

mit dem geschlossenen Messer auf den Kiosk zulaufen sehen, es sei jedoch zu 

-   15   - 

spät gewesen, ihn daran zu hindern. E._____ habe ihm dieses Messer im Vorfeld 

nicht gezeigt (Prot. I S. 7 ff.).  

7.4. An der Berufungsverhandlung bestätigte der Angeklagte seine anlässlich der 

Hauptverhandlung gemachten Aussagen. Er habe unter "schupfen" nicht weh 

machen verstanden, jetzt wisse er aber, dass "schupfen" auch Gewalt sei. Er ha-

be E._____ nicht mehr an der Mitnahme des Messers hindern können, da es da-

für schon zu spät gewesen sei. Er wisse nicht, wieso er, als er das Messer bei 

E._____ bemerkt habe, nicht einfach seine Teilnahme am Überfall gestoppt habe, 

er frage sich dies auch immer wieder. Sie hätten beim Überfall Handschuhe ge-

tragen und Rollkragenpullover, welche sie hochgezogen hätten (Prot. II S. 8 ff.). 

8. Würdigung 

8.1. Mit der Vorinstanz ist vorweg festzuhalten, dass der Angeklagte sich sowohl 

in der Untersuchung als auch anlässlich der Hauptverhandlung in Bezug auf den 

in der Anklage dargestellten Sachverhalt grundsätzlich geständig zeigte (vgl.  

Urk. 43 S. 3 unter Hinweis auf Urk. 8, Urk. 9 und Urk. 14 insb. S. 8 sowie Prot. I  

S. 7 ff), was auch an der Berufungsverhandlung der Fall war (vgl. Prot. II S. 7 f.).  

8.2. Der Angeklagte bestritt zwar stets, dass der Einsatz von Gewalt besprochen 

worden sei. Anlässlich der Hauptverhandlung räumte er jedoch erstmals ein, dass 

abgemacht gewesen sei, den Geschädigten zu "schupfen" (also zu stossen), falls 

dieser sich wehren würde (vgl. Prot. I S. 8), was letztlich den ihm gemachten  

Anklagevorwurf entspricht (vgl. Urk. 22 S. 3). Da dieses Stossen bewirken sollte, 

dass der Geschädigte H._____ nicht weiter gegen das Eindringen der Täter in 

den Kiosk und die Wegnahme von Vermögenswerten opponiert, musste dem  

Angeklagten bewusst gewesen sein, dass dieser Akt einer gewissen Intensität 

bedarf. Wenn der Angeklagte hierzu geltend macht, er hätte nicht mitgemacht, 

wenn er gewusst hätte, dass Gewalt angewendet wird, verkennt er, dass dazu 

auch ein "Schupfen" des Geschädigten H._____ mit einer gewissen Heftigkeit ge-

hört. Dass E._____ den Geschädigten H._____ dann auch tatsächlich mit den 

Fäusten stiess, ihn damit zu Fall brachte und verletzte, entspricht dies einem 

-   16   - 

Schupfen im weiteren Sinn und stand somit von der ursprünglichen im Wagen ge-

troffenen Abrede, welcher sich der Angeklagte anschloss, im Einklang.  

8.3. Darüber hinaus sagte der Angeklagte stets aus, er habe das Messer bei 

E._____ gesehen, als sie das Auto Richtung Kiosk verlassen hätten (vgl. u.a. Urk. 

14 S. 3, Prot. I S. 8 und 9). Es ist vorab zu bemerken, dass mangels Verwertbar-

keit der Aussagen von E._____, D._____ und H._____ nicht erstellt werden kann, 

ob das Messer bei dessen Einsatz gegenüber dem Geschädigten H._____ geöff-

net war, weshalb zugunsten des Angeklagten vom Einsatz des geschlossenen 

Messers ausgegangen werden muss, worauf der Verteidiger zu Recht hingewie-

sen hat. Demzufolge ist davon auszugehen, dass E._____ den Geschädigten 

H._____ mit einem geschlossenen Messer konfrontierte.  

8.4. Die Verteidigung brachte vor, der Angeklagte hätte E._____ in dieser kurzen 

Zeit nicht vom Mitnehmen des Messers abhalten können, da er nervös gewesen 

sei und die Folgen der Entdeckung nicht habe einschätzen können (vgl. 

Urk. 37 S. 5 f., Urk. 52 S. 4). Nun sagte der Angeklagte selber aus, er habe ge-

dacht, dass E._____ das Messer wahrscheinlich brauchen werde, um dem Ge-

schädigten H._____ Angst zu machen (vgl. Urk. 14 S. 4), womit er die Folgen der 

Entdeckung sehr wohl einschätzen konnte, dies unabhängig davon, dass er hoff-

te, dass er es nicht brauchen würde. Der Angeklagte selber gab weiter zu Proto-

koll, er habe E._____ vom Tragen des Messers nicht abgehalten, da er in einem 

Schockzustand gewesen sei (vgl. Urk. 14 S. 4). Das Verhalten des Angeklagten 

nach dem Entdecken des Messers (Betreten des Kiosks, Anzünden des Lichts, 

Flucht zusammen mit E._____ und den entwendeten Vermögenswerten) deutet 

jedoch vielmehr darauf hin, dass er wie vorgesehen die ihm zugedachte Aufgabe 

beim Überfall erfüllte und folglich die Kontrolle über seine Aktionen hatte, weshalb 

nichts auf den geltend gemachten Schockzustand hinweist und was sein diesbe-

zügliches Vorbringen als reine Schutzbehauptung erscheinen lässt. Sodann ar-

gumentiert die Verteidigung wie auch der Angeklagte anlässlich der Berufungs-

verhandlung, dieser habe keine Zeit gehabt, E._____ an der Mitnahme des Mes-

sers zu hindern. Dazu ist zu bemerken, dass zu erwarten gewesen wäre, dass der 

Angeklagte E._____ unverzüglich mindestens seine Missbilligung bezüglich der 

-   17   - 

Mitnahme des Messers kundtut, was er indessen unbestrittenermassen nicht tat 

(vgl. Urk. 14 S. 4). Auch wäre dem Angeklagten zu diesem Zeitpunkt ohne weite-

res möglich gewesen, seine Teilnahme am Überfall aufzugeben. Indem er dies 

jedoch unterliess und gemäss eigenen Angaben mit der Möglichkeit rechnete, 

dass E._____ das Messer braucht, um dem Geschädigten H._____ Angst einzu-

flössen, nahm er folglich in Kauf, dass jener (E._____) den Geschädigten 

H._____ mit dem Messer einschüchtert. Dass er dabei gehofft haben mag, dass 

dies nicht nötig sei, bedeutet damit lediglich, dass er keinen direkten Vorsatz be-

züglich des (möglichen) Vorzeigens des Messers als Einschüchterungshandlung 

gegenüber dem Geschädigten H._____ hatte.   

8.5. Gestützt auf die obigen Ausführungen ist der Schluss zu ziehen, dass der 

Angeklagte zum Einen die Einschüchterung des Geschädigten H._____ durch 

den Einsatz eines Messers und zum Anderen Gewalt in Form eines - einer gewis-

sen Intensität bergenden - "Schupfens" letztlich mit trug bzw. billigte, weswegen 

bezüglich der von E._____ gegenüber H._____ angewendeten Gewalt Eventual-

vorsatz zu bejahen ist. Der Anklagesachverhalt ist daher - mit der Ausnahme, 

dass das Messer in geschlossenem Zustand zum Einsatz kam - als erstellt zu be-

trachten.  

8.6. Dieses Ergebnis stützt sich auf den Aussagen des Angeklagten selbst,  

weshalb - entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 37 S. 5, Urk. 52 S. 2) - die anders-

lautenden Depositionen des im Auto wartenden Mitbeteiligten D._____ nicht mas-

sgebend sein können.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Definition Raub 

Gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu zehn 

Jahren oder einer Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft, wer mit  

Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib 

und Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht 

hat, einen Diebstahl begeht. 

-   18   - 

2. Begehung eines Diebstahls und Gewaltanwendung 

2.1. Unbestritten ist, dass der Angeklagte einen Diebstahl begehen wollte und 

auch beging. 

2.2. Die Vorinstanz hat zur Definition der Gewaltanwendung beim Raub  

zutreffende Ausführungen gemacht, worauf zu verweisen ist (Urk. 43 S. 4;  

§ 161 GVG/ZH). Zu Recht hat die Vorinstanz weiter festgehalten, dass der  

Geschädigte H._____ aufgrund des Stossens mit den Fäusten, des damit zu-

sammenhängenden Sturzes und des Vorzeigens des (geschlossenen) Messers 

durch E._____ derart eingeschüchtert wurde, dass er die Wegnahme der Ver-

mögenswerte zuliess. Ausgehend davon sowie von der weiteren Tatsache, dass 

sich der Geschädigte zwei Eindringlingen, welche sich zudem mit hochgezogenen 

Rollkragenpullovern das Gesicht verdeckt hatten, gegenübersah, ist ebenso zu-

treffend, dass auch ein anderer in seiner Situation sich nicht gewehrt hätte. Damit 

wiesen die Nötigungshandlungen - dies entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 37 

S. 5) - die nötige Intensität auf, weshalb sie mit der Vorinstanz ohne weiteres zu 

bejahen sind (Urk. 43 S. 4 f.; § 161 GVG/ZH).  

3. Mittäterschaft 

3.1. Die Verteidigung führt in ihren Beanstandungen aus, das Verhalten von 

E._____ anlässlich des Überfalls auf den Kiosk sei vom gemeinsam gefassten 

Tatentschluss, mithin vom Angeklagten, nicht gedeckt gewesen (vgl. Urk. 37 

S. 5), womit er die Annahme einer Mittäterschaft insbesondere in subjektiver Hin-

sicht rügt. 

3.2. Nach der bundesgerichtlichen Umschreibung gilt als Mittäter, wer bei der 

Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in mass-

gebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Haupt-

beteiligter dasteht; dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den  

Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des  

Deliktes so wesentlich ist, dass die Tat mit ihm steht oder fällt (BGE 133 IV 76 ff.; 

BGE 120 IV 265 ff).  

-   19   - 

3.2.1. Mittäterschaft verlangt in objektiver Hinsicht keine direkte Beteiligung an der 

Ausführung der konkreten Straftat. Auch die massgebliche Tatherrschaft bzw.  

Mit-Tatherrschaft begründende Beteiligung an der Entschlussfassung bzw. an der 

Planung oder Koordination kann genügen (BGE 133 IV 76, 82; 130 IV 58). Auch 

an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten Straftaten ist  

Mittäterschaft möglich. Dem einen Täter sind die vom anderen im Rahmen des 

gemeinsamen Plans verübten Taten auch dann zuzurechnen, wenn er selber im 

betreffenden Ausführungsstadium nicht mehr Mitinhaber der Tatherrschaft ist,  

sofern eine enge, zeitliche, räumliche und sachliche Beziehung zwischen den 

gemeinsam vorgenommenen Tathandlungen und dem eingetroffenen Erfolg zu 

bejahen ist (BGE 108 IV 92 ff.; BSK StGB II, Marc Forster, N 9 vor Art. 24).  

Bei Mittäterschaft gibt es demnach keine Beschränkung der Haftung auf die  

"eigenen" kausalen Tatbeiträge. 

3.2.2. In subjektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz und einen gemeinsamen 

Tatentschluss voraus. Der gemeinsame Tatentschluss braucht nicht ausdrücklich 

zu sein, er kann auch bloss konkludent begründet werden, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Es ist auch nicht erforderlich, dass der Mittäter an der ursprünglichen 

Entschlussfassung mitwirkt. Es genügt, dass er sich später - sukzessive  

(spätestens bis zur Vollendung des Deliktes) - den Vorsatz seines Mittäters zu  

eigen macht (BGE 130 IV 58 ff.; 125 IV 134 ff., BGE 126 IV 84, 88; BSK StGB I -  

Forster, vor Art. 24 N 12).  

3.2.3. Mittäterschaft ist damit auch möglich, wenn die konkrete Tat nicht im Vo-

raus geplant und aufgrund eines vorher gefassten gemeinsamen Tatentschlusses 

ausgeführt wurde. Der Mittäter muss sich dem Tatentschluss in der Weise ange-

schlossen haben, dass er als Hauptbeteiligter erscheint (BGE 130 IV 58 E. 9.2.1 

S. 66; BGE 125 IV 134 E. 3a S. 136 mit weiteren Hinweisen). Einerseits ist also 

das blosse Wollen der Tat zur Begründung von Mittäterschaft nicht ausreichend; 

andererseits ist für die Qualifizierung von Mittäterschaft nicht erforderlich, dass 

der Mittäter an der eigentlichen Tatausführung selber beteiligt sei bzw. diese zu 

beeinflussen vermöge (BGE 118 IV 227 E. 5d/aa S. 230). 

-   20   - 

3.3. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die Beschlussfassung und 

Planung der Tat vorgängig und gemeinsam erfolgte. Weiter führte sie aus, die drei 

Täter seien sich einig gewesen, dass der Kiosk ausgeraubt werden sollte. In der 

Folge habe der Angeklagte in massgeblicher Weise bei der Ausführung des Delik-

tes mitgewirkt, insbesondere indem er hinter E._____ her zum Kiosk gerannt sei, 

den Geschädigten so zusammen mit jenem mit einer Übermacht konfrontiert habe 

und darauf den Geschädigten bewacht habe, während E._____ dem Tresor das 

Geld und die Lose entnommen habe. Sodann spreche der Umstand, dass der 

Angeklagte den gleichen Anteil an der Beute wie E._____ erhalten habe - so die 

Vorinstanz weiter - für einen wesentlichen Tatbeitrag. Diesen allesamt zutreffen-

den Ausführungen ist nichts mehr beizufügen.  

3.4. Unbestritten ist in subjektiver Hinsicht, dass der Angeklagte mit Aneignungs- 

und Bereicherungsabsicht handelte (vgl. Vorinstanz Urk. 43 S. 5). Weiter  

steht aufgrund des erstellten Sachverhaltes fest, dass er die Handlungen von 

E._____, nämlich das Umstossen des Geschädigten H._____ und dessen  

Einschüchterung mit dem geschlossenen Messer zumindest mit Eventualvorsatz 

mit trug. Auch in subjektiver Hinsicht ist damit das Vorliegen von Mittäterschaft zu 

bejahen. Schon die abgesprochene Vorgehensweise, welche das Warten auf den 

Geschädigten vorsah, um das Eindringen in den Kiosk überhaupt zu ermöglichen, 

beinhaltete die Überwindung dessen zu erwartenden Widerstandes. Bei diesem 

Stand der Dinge ändert auch die (offensichtlich durch nichts gerechtfertigte)  

Hoffnung des Angeklagten, dass die Anwendung von Gewalt nicht nötig sein  

würde, nichts daran, dass er durch seine Mitwirkung die Verwirklichung des  

bestehenden Risikos samt deren Folgen in Kauf nahm (vgl. auch Vorinstanz  

Urk. 43 S. 5 f.).  

3.5. Der Tatbestand des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB  

ist demzufolge erfüllt, weshalb der Angeklagte dementsprechend schuldig zu  

sprechen ist.  

-   21   - 

V. Sanktion 

1. Strafrahmen 

Die Vorinstanz hat den massgebenden Strafrahmen - Freiheitsstrafe von  

mindestens sechs Monaten bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe von 180 bis zu 

360 Tagessätzen à maximal Fr. 3'000.– korrekt abgesteckt und ebenso zutreffend 

festgestellt, dass weder Strafschärfungs- noch Strafmilderungsgründe ersichtlich 

sind. Es kann daher auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Urk. 43 S. 7; § 161 GVG). 

2. Strafzumessung 

2.1. Zu den Kriterien der Strafzumessung hat die Vorinstanz die nötigen theoreti-

schen Ausführungen gemacht (vgl. Urk. 43 S. 7 Ziff. 2). Ergänzend ist festzu-

halten, dass zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden ist.  

 

2.2. Tatkomponente 

2.2.1. Als Ausgangskriterium für die Verschuldensbewertung ist die objektive Tat-

schwere festzulegen und zu bemessen. Es gilt zu prüfen, wie stark das straf-

rechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Darunter  

fallen etwa das Ausmass des Erfolges, wie insbesondere der Deliktsbetrag, die 

Gefährdung, das Risiko und der Sachschaden etc., sowie die Art und Weise des 

Vorgehens. Von Bedeutung ist auch die kriminelle Energie, wie sie durch  

die Tat und die Tatausführung offenbart wird. Auch die Grösse des Tatbeitrages 

bei mehreren Tätern und die hierarchische Stellung sind von Bedeutung 

(Wiprächtiger, BSK StGB I, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 47 N 69 ff.; Trechsel/Affolter-

Eijsten, STGB Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 47 N 18 ff.). 

2.2.1.1. Der Angeklagte hat die Raubtat zusammen mit zwei Mittätern begangen. 

E._____ hielt ein Messer in der Hand, traktierte den Geschädigten H._____ mit 

beiden Fäusten und brachte ihn so zu Fall. H._____ erlitt dadurch leichte Verlet-

-   22   - 

zungen. Die Gewaltanwendung, das Vorzeigen des - geschlossenen - Messers 

und die dadurch erfolgte Einschüchterung sind nicht zu bagatellisieren und deuten 

auf eine gesteigerte kriminelle Energie hin. Der Deliktsbetrag, den der Angeklagte 

und seine beiden Mittäter erbeuteten, beläuft sich auf mehrere Tausend Franken, 

was eine beträchtliche Summe ist. Die Raubtat gründete zwar auf einer sponta-

nen Idee, wobei der Angeklagte zusammen mit seinen Mittätern die Tat zwar nicht 

detailliert, dennoch im voraus plante. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, 

dass der Angeklagte und E._____ immerhin mit hochgezogenen Rollkragenpullo-

vern und mit Handschuhen auftraten und sich durch einen im Auto wartenden Mit-

täter die Flucht sicherten. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass angesichts des 
weiten Strafrahmens das objektive Verschulden des Angeklagten zwar nicht 

leicht, jedoch noch nicht erheblich wiegt.  

2.2.2. In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Verschuldens 

vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tat-

schwere tatsächlich anzurechnen ist. Zum subjektiven Verschulden gehören etwa 

die Frage der Zurechnungs- bzw. der Schuldfähigkeit sowie das Motiv. Ferner 

sind die weiteren subjektiven Verschuldenskomponenten, wie beispielsweise  

einige der in Art. 48 StGB aufgeführten Gründe, zu berücksichtigen.  

2.2.2.1. Die Tatinitiative ging vom Angeklagten und E._____ aus (vgl. Urk. 8 S. 4 

oben, Urk. 14 S. 2). Der Angeklagte beging den Raub einzig und allein aus finan-

ziellen Motiven. Der Tat liegt damit ein rein egoistisches Motiv zu Grunde. Es ist 

jedoch dem Angeklagten zugute zu halten, dass er nicht selber handgreiflich wur-

de und die Gewaltanwendung seines Mittäters E._____ zwar in Kauf nahm, diese 

jedoch nicht von seinem direkten Vorsatz umfasst war (vgl. Urk. 8 S. 6, Urk. 14 S. 

2). Es liegen keine Anhaltspunkte hinsichtlich einer relevanten Trübung der 

Schuldfähigkeit des Angeklagten vor, was von der Verteidigung auch nicht gel-

tend gemacht wurde.  

2.2.3. Zusammengefasst erfährt die objektive Tatschwere durch das subjektive 

Verschulden keine spürbare Abschwächung. Insgesamt ist das Tatverschulden 

hinsichtlich des Raubes damit nach wie vor als nicht erheblich einzustufen.  

-   23   - 

Die Einsatzstrafe aufgrund der Tatkomponente ist deshalb im Bereich von  

18 Monaten Freiheitsstrafe anzusetzen. 

2.3. Täterkomponente 

2.3.1. Bei der Täterkomponente stehen das Vorleben und die persönlichen Ver-

hältnisse des Angeklagten sowie sein Nachtatverhalten im Vordergrund. 

2.3.1.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Angeklagten kann 

einerseits auf die Untersuchungsakten und die vorinstanzlichen Akten sowie  

andererseits auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 43 S. 8, Urk. 14 S. 10, Prot. I S. 3 ff.). Ergänzend ist noch zu erwähnen, 

dass der Angeklagte gemäss Ausführungen seines Verteidigers (Urk. 37 S. 9)  

eine Arbeitsstelle als Schichtleiter beim "F._____" angetreten hat. An der  
Berufungsverhandlung führte der Angeklagte zu seinen aktuellen Verhältnissen 

aus dass er die Anstellung beim "F._____" vor fünf Wochen wieder aufgegeben  
habe und jetzt eine Arbeitsstelle im G._____ in Aussicht habe. Ausserdem werde 

er Vater; seine Freundin sei im zweiten Monat schwanger (Prot. II S. 11 f.). Aus 

dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Angeklagten lassen 

sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten.  

2.3.1.2. Der Zentralstrafregisterauszug des Angeklagten weist zwei Vorstrafen auf 

(vgl. Urk. 20/2). Demnach wurde der Angeklagte am 30. August 2008 von der  

Jugendanwaltschaft Zürich wegen mehrfachen Raubs (teilweise unvollendeter 

Versuch), wegen Diebstahls, Nötigung, einfacher Körperverletzung, Haus-

friedensbruchs, Tätlichkeiten, Entwendung zum Gebrauch und wegen mehrfacher 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes mit 30 Tagen Einschliessung, bedingt 

vollziehbar bei einer Probezeit von einem Jahr, bestraft. Weiter wurde der  

Angeklagte am 31. März 2008 von der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat wegen 

Drohung zu 30 Tagessätzen à Fr. 30.-- bei einer Probezeit von drei Jahren verur-

teilt, während welcher er den ihm im vorliegenden Verfahren zur Last gelegten 

Raub beging. Diese Delinquenz während laufender Probezeit wie auch die zwei  

- teilweise einschlägigen - Vorstrafen, die der Angeklagte in seinem jugendlichen 

-   24   - 

Alter und innert gut zweieinhalb Jahren erwirkte, sind deutlich straferhöhend zu 

gewichten.  

2.3.1.3. Nachtatverhalten 

Bei der Strafzumessung ist, wie erwähnt, auch das Nachtatverhalten eines Täters 

zu beachten. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren. 

Insbesondere wirken ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei 

der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und aufrichtige Reue straf-

mindernd (Trechsel / Affolter-Eijsten, a.a.O., Art. 47 N 22 ff.; Wiprächtiger, BSK 

StGB I, Art. 47 N 131; Schwarzenegger / Hug / Jositsch, a.a.O., S. 101 ff.).  

Der Angeklagte legte unmittelbar nach seiner Verhaftung vom 21. Juni 2010  

- abgesehen vom subjektiven Tatbestand im Bezug auf die Gewaltanwendung - 

ein Geständnis ab, was die Untersuchung erleichterte und was - entgegen den 

Ausführungen der Staatsanwaltschaft - spürbar strafmindernd zu berücksichtigen 

ist. Entlastend ist sodann die Tatsache zu veranschlagen, dass der Angeklagte 

sich während der Strafuntersuchung, der Hauptverhandlung und der Berufungs-

verhandlung kooperativ zeigte und bereitwillig Auskunft über sich selber und  

seinen Beitrag am vorliegend zu beurteilenden Delikt wie über seine Mittäter gab. 

Der Angeklagte äusserte weiter bereits in der ersten polizeilichen Einvernahme, 

es tue ihm sehr leid für den Mann, er bedaure, was er gemacht habe (vgl. Urk. 8 

S. 6). Beim Staatsanwalt erklärte er erneut, die Tat zu bereuen und sich beim  

Geschädigten entschuldigen zu wollen. Es mache ihn nachdenklich, wenn er  

daran denke (Urk. 14 S. 6). Vor Vorinstanz bekräftigte er, dass er seine Tat be-

reue und jedes Mal daran denke, dass er Mist gebaut habe, wenn er beim Tatort 

an der Bushaltestelle stehe. Er werde sich auf jeden Fall noch beim Geschädigten 

entschuldigen (Prot. I S. 11). Die bekundete Reue und eine gewisse, daraus  

erkennbare Einsicht, sind ebenfalls zu Gunsten des Angeklagten zu werten.  

Das Nachtatverhalten wirkt sich damit insgesamt empfindlich strafreduzierend 

aus. 

-   25   - 

2.3.1.4. Schliesslich ist die Wirkung der Strafe auf das Leben des Angeklagten zu 

berücksichtigen. Mit dieser neu ins Gesetz aufgenommenen Formulierung (Art. 47 

Abs. 1 StGB) wird letztlich die Strafempfindlichkeit angesprochen. Die Berücksich-

tigung der Strafempfindlichkeit kommt namentlich in Betracht, wenn der Täter aus 

medizinischen Gründen wie Krankheit, Alter oder Haftpsychose besonders  

empfindlich ist (BGE 6S.703/1995 vom 26. März 1996, E. c mit Hinweisen). Eine 

erhöhte Strafempfindlichkeit - nämlich eine solche über das als unmittelbar  

gesetzmässige Folge jeder Sanktion hinausgehende Mass - ist beim jungen und 

gesunden Angeklagten nicht erkennbar. 

2.4. Insgesamt führt die Beurteilung der Täterkomponente trotz einiger straf-

mindernder Faktoren aufgrund der Vorstrafen des Angeklagten zu einer leichten 

Erhöhung der nach der Beurteilung der Tatkomponente festgesetzten Einsatz-

strafe. Es erscheint damit - entgegen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft 

- eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten angemessen. Die von der Vorinstanz 
ausgefällte Freiheitsstrafe erweist sich damit als eindeutig zu tief. Das Verbot der  

reformatio in peius greift hier im Übrigen nicht, da die Staatsanwaltschaft  

Anschlussberufung erhoben hat und demzufolge das Urteil zuungunsten des  

Angeklagten abgeändert werden darf (vgl. § 399 StPO/ZH).  

Der Anrechnung der 25 Tage (vom 21. Juni 2010, 8.15 Uhr bis 15. Juli 2010 

13.40 Uhr) erstandener Haft steht nichts entgegen (Art. 51 StGB). 

VI. Vollzug 

1. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden, welche dem Angeklagten den teilbedingten Strafvollzug gewährte 

und den vollziehenden Teil auf das Minimum von sechs Monaten festsetzte 

(Urk. 43 S. 9 f.; § 161 GVG/ZH).  

2. Einerseits liegt - mit der Vorinstanz - aufgrund des erneuten Delinquierens 

trotz teilweise einschlägiger Vorstrafen und während laufender Probezeit ein-

deutig eine ungünstige Prognose vor (vgl. Urk. 43 S. 9 f.), welche der Gewährung 

einer vollbedingten Strafe im Wege steht. Andererseits erscheint es angesichts 

-   26   - 

der erwarteten Warnwirkung eines unbedingt zu vollziehenden Teils der Strafe 

und der Tatsache, dass der Angeklagte ausser der in Zusammenhang mit diesem 

Verfahren angefallenen Haft noch nie eine Freiheitsstrafe zu verbüssen hatte,  

gerechtfertigt, den zu vollziehenden Teil der Strafe - entgegen dem Antrag der 

Staatsanwaltschaft - noch auf das Minimum von sechs Monaten festzusetzen. 

Entsprechend ist die heute ausgefällte Strafe im Umfang von 14 Monaten aufzu-

schieben.  

3. Die Vorinstanz hat die Probezeit auf 3 Jahre angesetzt, um den verbleiben-

den Bedenken Rechnung zu tragen. Dies ist angesichts des Vorlebens des  

Angeklagten (vgl. Urk. 20/2) ohne Weiteres zu bestätigen, zumal entgegen dem 

Verteidiger nicht die Rede davon sein kann, dass der Angeklagte "jahrelang nicht 

mit dem Gesetz in Konflikt kam" (vgl. Urk. 37 S. 11).  

VII. Widerruf 

1. Vorinstanz 

1.1. Wie erwähnt wurde der Angeklagte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft  

Zürich-Limmat vom 31. März 2008 wegen Drohung mit einer bedingten Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- bestraft (Urk. 22 S. 4). Die heute zu beurteilende 

Tat betreffend Raub verübte er während der dreijährigen Probezeit, so dass sich 

die Frage stellt, ob infolge Nichtbewährung gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB die  

bedingt ausgesprochene Vorstrafe zu widerrufen ist.  

2. Allgemeine Grundsätze 

2.1. Die Begehung eines Verbrechens oder Vergehens während der Probezeit 

bildet - wie schon unter altem Recht - einen möglichen Widerrufsgrund. Die neu 

begangene Straftat muss dabei eine gewisse Mindestschwere aufweisen, nämlich 

mit Freiheits- oder Geldstrafe bedroht sein (Art. 10 StGB). Allerdings führt ein 

während der Probezeit begangenes Verbrechen oder Vergehen nicht zwingend 

zum Widerruf des bedingten Strafaufschubs. Dieser soll nach Art. 46 Abs. 1 StGB 

nur erfolgen, wenn wegen der Begehung des neuen Deliktes zu erwarten ist, dass 

der Täter weitere Straftaten verüben wird. Das heisst, dass die Prognose seines 

-   27   - 

künftigen Legalverhaltens in einem solchem Fall erneut gestellt werden muss 

(BGE 134 IV 140 E. 4.2.). Die Anforderungen an die Prognose der Legal-

bewährung für den Widerrufsverzicht sind unter neuem Recht weniger streng als 

unter dem früheren Recht. Es kann von einem Widerruf abgesehen werden, wenn 

nicht zu erwarten ist, dass der Täter weitere Straftaten begehen wird. Verlangt 

wird nicht mehr eine günstige Prognose, sondern das Fehlen einer ungünstigen 

Prognose. Zu widerrufen ist m.a.W. nur dann, wenn aufgrund der erneuten Straf-

fälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.3.). 

2.2. Das Bundesgericht äussert sich im gleichen Entscheid auch zur Prüfung der 

Bewährungsaussichten. Diese ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentli-

chen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben 

den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tat-

sachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten  

einer Bewährung zulassen. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vor-

belastung, Sozialisationsbiographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer 

Bindungen, Hinweis auf Suchtgefährdungen usw. Massgebend sind die Verhält-

nisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides. In die Beurteilung der Bewährungs-

aussichten im Falle des Widerrufs ist im Rahmen der Gesamtwürdigung insbe-

sondere auch mit einzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt aus-

gesprochen wird. Dabei darf einzelnen Umständen keine vorrangige Bedeutung 

beigemessen werden. Der Richter kann zum Schluss kommen, dass vom Wider-

ruf des bedingten Vollzuges für die frühere Strafe abgesehen werden kann, wenn 

die neue Strafe vollzogen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig: Wenn die  

frühere Strafe widerrufen wird, kann unter Berücksichtigung ihres nachträglichen 

Vollzugs eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 

StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen werden (BGE 134 IV 140 

E. 4.5.). 

3. Konkrete Umsetzung 

3.1. Die Vorinstanz hat dem Angeklagten hinsichtlich seiner Bewährungsaussich-

ten eine ungünstige Prognose gestellt und den Widerruf mit den zwei Vorstrafen 

des Angeklagten begründet (wobei die erste teilweise einschlägig ist) und damit, 

-   28   - 

dass dieser sich dadurch offenbar nicht beeindrucken liess (Urk 43 S. 6). Weiter 

ist darauf hinzuweisen, dass der Angeklagte aus rein finanziellen Beweggründen 

handelte (vgl. Urk 8 S. 6: "Ja, es war schon wegen Geldmangel gewesen.") und es 

sich bei der neu zu beurteilenden Tat um ein schweres Delikt handelt. Es  

erscheint im Übrigen als schwer nachvollziehbar, dass der Angeklagte zu einer 

Zeit, in der er sich um eine Lehrstelle oder Festanstellung bemühte (vgl. Urk. 8  

S. 6, Urk. 14 S. 10, Prot. I S. 4), ein Verbrechen aus rein finanziellen Beweg-

gründen (Urk. 8 S. 6) beging. Diese Umstände führen zu einer grundsätzlichen 

Schlechtprognose. 

3.2. Auf der anderen Seite ist in Betracht zu ziehen, dass der Angeklagte , wie 

bereits erwähnt (vgl. oben Ziff. V., 2.3.1.1.), seine Stelle als Schichtleiter beim 

"F._____" zwar aufgegeben hat, inzwischen jedoch eine Anstellung beim 

"G._____" in Aussicht hat, wobei er gemäss Angaben der Verteidigung jederzeit 

zum "F._____" zurückkehren könnte (Prot. II S. 12). Es ist deshalb mit der Vertei-

digung (Urk. 37 S. 9, Urk. 52 S. 8) davon auszugehen, dass der Angeklagte im 

Gegensatz zum Tatzeitpunkt künftig wieder einen geregelten Tagesablauf und ein  

gesichertes Einkommen hat. Im Übrigen ist er aktiv in einem Fussballverein, mit 

welchem er dreimal wöchentlich trainiert, was auf eine Eingliederung in persönli-

cher Hinsicht hinweist.   

3.3. Ebenfalls ist in Betracht zu ziehen, dass der Angeklagte die heute auszu-

fällende Freiheitsstrafe von 20 Monaten im Umfang von sechs Monaten wird ver-

büssen müssen (vgl. oben Ziff. VI.). Die Wirkung des vollziehbaren Teiles der 

neuen Strafe wird auf den Angeklagten zweifelsohne Eindruck machen und eine 

grosse Warnwirkung haben. Dies ist bei der Prognosebildung ein wichtiges  

Element.  

3.4. Insgesamt ist auf den Widerruf des bedingten Strafvollzuges der mit Urteil 

des Bezirksgerichtes Zürich vom 4. November 2010 ausgesprochenen Strafe zu 

verzichten. Um den verbleibenden Bedenken Rechnung zu tragen, ist die mit  

dem vorstehend erwähnten Entscheid angesetzte Probezeit von 3 Jahren um  

1½ Jahre zu verlängern (Art. 46 Abs. 2 StGB). 

-   29   - 

VIII. Kostenfolgen 

Im Berufungsverfahren erfolgt die Auflage der Kosten in der Regel im Verhältnis 

von Obsiegen und Unterliegen (§ 396a StPO). Nachdem der Angeklagte mit  

seinen Anträgen - abgesehen vom Antrag auf Verzicht des Widerrufs, welcher  

jedoch nur wenig ins Gewicht fällt und welchem ohnehin nur mit der Einschrän-

kung der Verlängerung der Probezeit Folge geleistet wurde - unterliegt, die 

Staatsanwaltschaft mit ihrem Antrag auf Erhöhung der Sanktion, nicht hingegen 

hinsichtlich des Antrags auf Erhöhung des unbedingten Teils der Strafe obsiegt, 

sind die Kosten dieses Verfahrens dem Angeklagten im Umfange von 4/5 aufzu-

erlegen und zu 1/5 auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. 

 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom  

4. November 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Das Gericht erkennt: 

1. … 

2. … 

3. … 

4. ... 

5. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, wider-

rechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 400.– zu bezahlen. 

6. Es wird festgehalten, dass der Angeklagte die Schadenersatzforderung der Geschädigten 

B._____ AG c/o Y._____, vertreten durch C._____, c/o Y._____, … [Adresse], in Höhe von 

Fr. 4'780.10 anerkannt hat. 

-   30   - 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr.     Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Angeklagten auferlegt." 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Das Gericht erkennt: 
 

1. Der Angeklagte ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1  

Abs. 1 StGB. 

2. Der Angeklagte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe,  

wovon 25 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 14 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, 

abzüglich 25 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen. 

4. Die mit Strafbefehl vom 31. März 2008 der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat angesetzte Probezeit wird mit Wirkung ab heute um 1 ½ Jahre ver-

längert.  

-   31   - 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 
  

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Angeklagten zu 4/5 auferlegt. 1/5 der  

Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.  

7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Angeklagten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− die Geschädigte B._____ AG, … [Adresse] 

 
 

in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des  Angeklagten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− die Geschädigte B._____ AG, … [Adresse]  

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat in die Untersuchungsakten  

Nr. D-2/2007/2884  
− die KOST Zürich mit dem Formular „Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials“ zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B  

-   32   - 

 

8. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

I. Strafkammer 

 Der Vorsitzende: Die juristische Sekretärin: 

 

 

 Oberrichter Dr. Bollinger lic. iur. C. Grieder 
 
 
 

	Urteil vom 5. September 2011
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Angeklagte A._____ ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 31. März 2008 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen.
	3. Der Angeklagte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit  einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten als Gesamtstrafe, wovon 25 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 6 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüglich 25 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	5. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 400.– zu bezahlen.
	6. Es wird festgehalten, dass der Angeklagte die Schadenersatzforderung  der Geschädigten B._____ AG c/o Y._____, vertreten durch C._____, c/o Y._____, …[Adresse], in Höhe von Fr. 4'780.10 anerkannt hat.
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Angeklagten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Angeklagte und Appellant wegen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestrafen und es sei vom Widerruf der bedingt ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- abzusehen.
	2. Es sei die erstandene Haft auf die Strafe anzurechnen.
	3. Die Freiheitsstrafe von 6 Monaten sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
	4. Es seien die Kosten des zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Hinsichtlich des Schuldspruchs sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
	2. Der Angeklagte sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten als Gesamtstrafe zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 8 Monaten aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 25 Tage Haft) sei die Freiheitsstrafe zu vollziehen.
	Das Gericht erwägt:
	I.  Prozessuales / Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens
	II.  Beanstandungen

	1. Beanstandungen des Angeklagten
	1.1. Die Verteidigung beantragte in ihrer Eingabe vom 1. April 2011, den Angeklagten wegen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestrafen und vom Widerruf der mit Strafbefehl vom 31. März 2008 ausges...
	1.2. Zur Begründung führte die Verteidigung aus, der Angeklagte habe mehrmals und glaubhaft ausgesagt, er hätte nicht mitgemacht, wenn vor der Tat abgemacht worden wäre, Gewalt anzuwenden. Es sei lediglich ein allfälliges "Schupfen"  abgemacht gewesen...
	1.3. Die letzte Straftat des Angeklagte sei über drei Jahre her. Die erste Vorstrafe liege sogar bereits acht Jahre zurück. Diese beiden Vorstrafen wie auch das vorliegende Verfahren hätten den Angeklagten geläutert, weshalb er sich in Zukunft wohl v...
	1.4. Das Verschulden des Angeklagten sei als eher leicht einzustufen, da die Tat aus einem spontanen Entschluss resultiert sei. Des Weiteren könne dem Angeklagten die angewendete Gewalt nicht angerechnet werden. Der Angeklagte  bereue die Tat zutiefst...
	1.5. Das vorliegende Verfahren und die damit verbundene Untersuchungshaft hätten den Angeklagten beeindruckt. Ein Vollzug sei deshalb nicht nötig, um ihn von weiteren Straftaten abzuhalten. Ausserdem würde der unbedingte Vollzug der Freiheitsstrafe di...
	1.6. Ausgangsgemäss seien die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen (Urk. 37 S. 1 ff.).
	1.7. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Verteidiger, der Angeklagte habe inzwischen die Arbeitsstelle beim "F._____" aufgegeben und habe nun ab dem 7. September 2011 eine Stelle beim "G._____" in Aussicht. Des Weiteren habe der Angeklagt...

	2. Beanstandungen der Staatsanwaltschaft
	2.1. Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Anschlussberufung fest, dass gestützt auf die zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil sowie aufgrund der beiden Vorstrafen der in der Anklageschrift gestellte Antrag auf eine Bestrafung mit 12 Mo...
	2.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Staatsanwalt aus, dass die Täter vereinbart hätten, den Geschädigten in den Kiosk zu stossen bzw. zu "schupfen". Bei dieser Ausgangslage habe der Angeklagte nicht damit rechnen können, dass kein Eins...
	Hinsichtlich des Widerrufs werde auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen. Hinsichtlich der Höhe der Strafe sei zu bemerken, dass das Verschulden des  Angeklagten nicht mehr leicht wiege. Es sei von einem planmässigen Vorgehen und einem gemeinsam...
	III.  Sachverhalt

	1. Anklagevorwurf
	Dem Angeklagten wird in der Anklageschrift vom 16. Juli 2010 vorgeworfen, in den frühen Morgenstunden des tt. Mai 2010 zusammen mit D._____ und E._____ den Kiosk Y._____ in I._____ überfallen zu haben. Sie hätten dabei vorgängig besprochen, dass der K...

	2. Ausgangslage
	2.1. Es ist unbestritten, dass der Angeklagte am tt. Mai 2010 zusammen mit E._____ an der …haltestelle Z._____ in den dortigen Kiosk eindrang, dass E._____ ein Messer auf sich trug und den Geschädigten H._____ mit seinen Fäusten schlug. Weiter ist unb...
	2.2. Offen ist hingegen, ob die Beteiligung des Angeklagten mit trug, dass E._____ zum einen beim Überfall auf den Kiosk ein Messer auf sich trug und zum anderen den Angestellten des Kiosks, H._____, mit beiden Fäusten traktierte, wobei eine Faust des...

	3. Entscheid der Vorinstanz
	3.1. Die Vorinstanz stellte auf die Aussagen des Angeklagten ab, welcher gesagt habe, es sei vereinbart worden, den Geschädigten zu "schupfen", wenn auch nicht Gewalt anzuwenden. Der Angeklagte habe nicht damit rechnen können, dass der Einsatz von Gew...

	4. Verwertbarkeit der Aussagen der Beteiligten
	4.1. Die Aussagen von E._____ und D._____ wurden dem Angeklagten nie insgesamt vorgehalten, lediglich einzelne Aussagen davon, dies jedoch ohne die Möglichkeit, Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. z.B. Urk. 14 S. 2, S. 3, Prot. I S. 9). Konfrontationsei...
	4.2. Weiter wurde der Geschädigte H._____ lediglich polizeilich und in Abwesenheit der Angeklagten einvernommen (Urk. 4), so dass auch seine Aussagen in prozessualer Hinsicht nicht zu Lasten des Angeklagten verwertet werden können (vgl. § 14 und 15 St...

	5. Allgemeines zur Beweiswürdigung
	5.1. Der bestrittene Sachverhalt ist aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen.
	Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Angeklagten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür vorliegen, dass der Angeklagte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm zur Last gelegten ...
	5.2. Angesichts der Unschuldsvermutung besteht somit Beweisbedürftigkeit, das heisst der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (vgl. dazu Schmid, a.a.O., Rz 599, S. 198) und nicht der ...

	6. Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit des Angeklagten
	6.1. Was die Glaubwürdigkeit des Angeklagten betrifft, ist zu berücksichtigen, dass er nicht unter der Strafandrohung zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet ist und als direkt vom vorliegenden Strafverfahren Betroffener ein - durchaus legitimes - ...

	7. Zu den Aussagen des Angeklagten
	7.1. In der polizeilichen Einvernahme vom 21. Juni 2010 erklärte der Angeklagte, es sei nichts abgemacht, es sei alles spontan gewesen. Es sei nicht abgemacht gewesen, dass E._____ ein Messer mitnehme. Er (der Angeklagte) habe dieses dann in der Hand ...
	7.2. In der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 15. Juli 2010  bestätigte der Angeklagte seine bisherigen Aussagen. Insbesondere erklärte er, dass sie nicht gross geplant hätten und einfach hingehen würden, wenn sie ihn (gemeint: H._____) ...
	7.3. Anlässlich der Hauptverhandlung gab der Angeklagte erneut zu Protokoll, ein Messer bei E._____ gesehen zu haben, als sie auf den Kiosk zugelaufen seien. Davor habe er dies nicht bemerkt. Für den Fall, dass sich der Geschädigte H._____ wehren würd...
	7.4. An der Berufungsverhandlung bestätigte der Angeklagte seine anlässlich der Hauptverhandlung gemachten Aussagen. Er habe unter "schupfen" nicht weh machen verstanden, jetzt wisse er aber, dass "schupfen" auch Gewalt sei. Er habe E._____ nicht mehr...

	8. Würdigung
	8.1. Mit der Vorinstanz ist vorweg festzuhalten, dass der Angeklagte sich sowohl in der Untersuchung als auch anlässlich der Hauptverhandlung in Bezug auf den in der Anklage dargestellten Sachverhalt grundsätzlich geständig zeigte (vgl.  Urk. 43 S. 3 ...
	8.2. Der Angeklagte bestritt zwar stets, dass der Einsatz von Gewalt besprochen worden sei. Anlässlich der Hauptverhandlung räumte er jedoch erstmals ein, dass abgemacht gewesen sei, den Geschädigten zu "schupfen" (also zu stossen), falls dieser sich ...
	8.3. Darüber hinaus sagte der Angeklagte stets aus, er habe das Messer bei E._____ gesehen, als sie das Auto Richtung Kiosk verlassen hätten (vgl. u.a. Urk. 14 S. 3, Prot. I S. 8 und 9). Es ist vorab zu bemerken, dass mangels Verwertbarkeit der Aussag...
	8.4. Die Verteidigung brachte vor, der Angeklagte hätte E._____ in dieser kurzen Zeit nicht vom Mitnehmen des Messers abhalten können, da er nervös gewesen sei und die Folgen der Entdeckung nicht habe einschätzen können (vgl. Urk. 37 S. 5 f., Urk. 52 ...
	8.5. Gestützt auf die obigen Ausführungen ist der Schluss zu ziehen, dass der Angeklagte zum Einen die Einschüchterung des Geschädigten H._____ durch den Einsatz eines Messers und zum Anderen Gewalt in Form eines - einer gewissen Intensität bergenden ...
	8.6. Dieses Ergebnis stützt sich auf den Aussagen des Angeklagten selbst,  weshalb - entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 37 S. 5, Urk. 52 S. 2) - die anderslautenden Depositionen des im Auto wartenden Mitbeteiligten D._____ nicht massgebend sein könn...
	IV.  Rechtliche Würdigung

	1. Definition Raub
	Gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft, wer mit  Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder nachd...

	2. Begehung eines Diebstahls und Gewaltanwendung
	2.1. Unbestritten ist, dass der Angeklagte einen Diebstahl begehen wollte und auch beging.
	2.2. Die Vorinstanz hat zur Definition der Gewaltanwendung beim Raub  zutreffende Ausführungen gemacht, worauf zu verweisen ist (Urk. 43 S. 4;  § 161 GVG/ZH). Zu Recht hat die Vorinstanz weiter festgehalten, dass der  Geschädigte H._____ aufgrund des...

	3. Mittäterschaft
	3.1. Die Verteidigung führt in ihren Beanstandungen aus, das Verhalten von E._____ anlässlich des Überfalls auf den Kiosk sei vom gemeinsam gefassten Tatentschluss, mithin vom Angeklagten, nicht gedeckt gewesen (vgl. Urk. 37 S. 5), womit er die Annahm...
	3.2. Nach der bundesgerichtlichen Umschreibung gilt als Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht; dabe...
	3.2.1. Mittäterschaft verlangt in objektiver Hinsicht keine direkte Beteiligung an der Ausführung der konkreten Straftat. Auch die massgebliche Tatherrschaft bzw.  Mit-Tatherrschaft begründende Beteiligung an der Entschlussfassung bzw. an der Planung ...
	3.2.2. In subjektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz und einen gemeinsamen Tatentschluss voraus. Der gemeinsame Tatentschluss braucht nicht ausdrücklich zu sein, er kann auch bloss konkludent begründet werden, wobei Eventualvorsatz genügt. Es i...
	3.2.3. Mittäterschaft ist damit auch möglich, wenn die konkrete Tat nicht im Voraus geplant und aufgrund eines vorher gefassten gemeinsamen Tatentschlusses ausgeführt wurde. Der Mittäter muss sich dem Tatentschluss in der Weise angeschlossen haben, da...
	3.3. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die Beschlussfassung und Planung der Tat vorgängig und gemeinsam erfolgte. Weiter führte sie aus, die drei Täter seien sich einig gewesen, dass der Kiosk ausgeraubt werden sollte. In der Folge habe...
	3.4. Unbestritten ist in subjektiver Hinsicht, dass der Angeklagte mit Aneignungs- und Bereicherungsabsicht handelte (vgl. Vorinstanz Urk. 43 S. 5). Weiter  steht aufgrund des erstellten Sachverhaltes fest, dass er die Handlungen von E._____, nämlich ...
	3.5. Der Tatbestand des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB  ist demzufolge erfüllt, weshalb der Angeklagte dementsprechend schuldig zu  sprechen ist.
	V.  Sanktion

	1. Strafrahmen
	Die Vorinstanz hat den massgebenden Strafrahmen - Freiheitsstrafe von  mindestens sechs Monaten bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe von 180 bis zu 360 Tagessätzen à maximal Fr. 3'000.– korrekt abgesteckt und ebenso zutreffend festgestellt, dass weder S...

	2. Strafzumessung
	2.1. Zu den Kriterien der Strafzumessung hat die Vorinstanz die nötigen theoretischen Ausführungen gemacht (vgl. Urk. 43 S. 7 Ziff. 2). Ergänzend ist festzuhalten, dass zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden ist.
	2.2. Tatkomponente
	2.2.1. Als Ausgangskriterium für die Verschuldensbewertung ist die objektive Tatschwere festzulegen und zu bemessen. Es gilt zu prüfen, wie stark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Darunter  fallen etwa das ...
	2.2.1.1. Der Angeklagte hat die Raubtat zusammen mit zwei Mittätern begangen. E._____ hielt ein Messer in der Hand, traktierte den Geschädigten H._____ mit beiden Fäusten und brachte ihn so zu Fall. H._____ erlitt dadurch leichte Verletzungen. Die Gew...
	2.2.2. In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Verschuldens vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Zum subjektiven Verschulden gehören etwa die Frage der Zu...
	2.2.2.1. Die Tatinitiative ging vom Angeklagten und E._____ aus (vgl. Urk. 8 S. 4 oben, Urk. 14 S. 2). Der Angeklagte beging den Raub einzig und allein aus finanziellen Motiven. Der Tat liegt damit ein rein egoistisches Motiv zu Grunde. Es ist jedoch ...
	2.2.3. Zusammengefasst erfährt die objektive Tatschwere durch das subjektive Verschulden keine spürbare Abschwächung. Insgesamt ist das Tatverschulden hinsichtlich des Raubes damit nach wie vor als nicht erheblich einzustufen.  Die Einsatzstrafe aufgr...
	2.3. Täterkomponente
	2.3.1. Bei der Täterkomponente stehen das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten sowie sein Nachtatverhalten im Vordergrund.
	2.3.1.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Angeklagten kann einerseits auf die Untersuchungsakten und die vorinstanzlichen Akten sowie  andererseits auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 43 S. 8, Urk. 1...
	2.3.1.2. Der Zentralstrafregisterauszug des Angeklagten weist zwei Vorstrafen auf (vgl. Urk. 20/2). Demnach wurde der Angeklagte am 30. August 2008 von der  Jugendanwaltschaft Zürich wegen mehrfachen Raubs (teilweise unvollendeter Versuch), wegen Dieb...
	2.3.1.3. Nachtatverhalten
	2.3.1.4. Schliesslich ist die Wirkung der Strafe auf das Leben des Angeklagten zu berücksichtigen. Mit dieser neu ins Gesetz aufgenommenen Formulierung (Art. 47 Abs. 1 StGB) wird letztlich die Strafempfindlichkeit angesprochen. Die Berücksichtigung de...
	2.4. Insgesamt führt die Beurteilung der Täterkomponente trotz einiger strafmindernder Faktoren aufgrund der Vorstrafen des Angeklagten zu einer leichten Erhöhung der nach der Beurteilung der Tatkomponente festgesetzten Einsatzstrafe. Es erscheint d...
	VI.  Vollzug
	VII.  Widerruf

	1. Vorinstanz
	1.1. Wie erwähnt wurde der Angeklagte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat vom 31. März 2008 wegen Drohung mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- bestraft (Urk. 22 S. 4). Die heute zu beurteilende Tat betreffen...

	2. Allgemeine Grundsätze
	2.1. Die Begehung eines Verbrechens oder Vergehens während der Probezeit bildet - wie schon unter altem Recht - einen möglichen Widerrufsgrund. Die neu begangene Straftat muss dabei eine gewisse Mindestschwere aufweisen, nämlich mit Freiheits- oder Ge...
	2.2. Das Bundesgericht äussert sich im gleichen Entscheid auch zur Prüfung der Bewährungsaussichten. Diese ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch d...

	3. Konkrete Umsetzung
	3.1. Die Vorinstanz hat dem Angeklagten hinsichtlich seiner Bewährungsaussichten eine ungünstige Prognose gestellt und den Widerruf mit den zwei Vorstrafen des Angeklagten begründet (wobei die erste teilweise einschlägig ist) und damit, dass dieser si...
	3.2. Auf der anderen Seite ist in Betracht zu ziehen, dass der Angeklagte , wie bereits erwähnt (vgl. oben Ziff. V., 2.3.1.1.), seine Stelle als Schichtleiter beim "F._____" zwar aufgegeben hat, inzwischen jedoch eine Anstellung beim "G._____" in Auss...
	3.3. Ebenfalls ist in Betracht zu ziehen, dass der Angeklagte die heute auszufällende Freiheitsstrafe von 20 Monaten im Umfang von sechs Monaten wird verbüssen müssen (vgl. oben Ziff. VI.). Die Wirkung des vollziehbaren Teiles der neuen Strafe wird a...
	3.4. Insgesamt ist auf den Widerruf des bedingten Strafvollzuges der mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 4. November 2010 ausgesprochenen Strafe zu verzichten. Um den verbleibenden Bedenken Rechnung zu tragen, ist die mit  dem vorstehend erwähn...
	VIII.  Kostenfolgen

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom  4. November 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Das Gericht erkennt:
	1. …
	2. …
	3. …
	4. ...
	5. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 400.– zu bezahlen.
	6. Es wird festgehalten, dass der Angeklagte die Schadenersatzforderung der Geschädigten B._____ AG c/o Y._____, vertreten durch C._____, c/o Y._____, … [Adresse], in Höhe von Fr. 4'780.10 anerkannt hat.
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Angeklagten auferlegt."
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Angeklagte ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1  Abs. 1 StGB.
	2. Der Angeklagte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe,  wovon 25 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 14 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüglich 25 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Die mit Strafbefehl vom 31. März 2008 der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat angesetzte Probezeit wird mit Wirkung ab heute um 1 ½ Jahre verlängert.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Angeklagten zu 4/5 auferlegt. 1/5 der  Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
	7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Angeklagten

	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Geschädigte B._____ AG, … [Adresse]
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des  Angeklagten

	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Geschädigte B._____ AG, … [Adresse]
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat in die Untersuchungsakten  Nr. D-2/2007/2884
	 die KOST Zürich mit dem Formular „Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials“ zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B

	8. Rechtsmittel: