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**Case Identifier:** 71d387e9-6c90-5e3c-8866-45a9182dcf33
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.03.2025 720 23 334 (720 2023 334)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-334_2025-03-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 3. April 2025 (720 23 334) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichtsgut-

achtens; die Kosten für die Begutachtung sind vollumfänglich der IV-Stelle aufzuerlegen. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Andreas Blattner, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advo-
kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A.a Der 1969 geborene und zuletzt als Maschinenführer tätig gewesene A.____ meldete sich 
erstmals mit Gesuch vom 26. August 2016 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 14. März 2017 lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft 
(IV-Stelle) das Leistungsbegehren mit der Begründung ab, dass der Versicherte mitgeteilt habe, 

 

 
 
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seit 1. Januar 2017 bei seinem bisherigen Arbeitgeber im gewohnten Pensum von 100% tätig zu 
sein.  
 
A.b Am 16. Januar 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis, dass er sich in psychi-
atrischer Behandlung befinde, erneut zum Leistungsbezug bei der IV an. Nach Abklärung der 
erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Inva-
lidenrente mit Verfügung vom 4. Mai 2020 mit der Begründung ab, dass keine mit Sicherheit 
diagnostizierbaren psychiatrischen Störungen mit Krankheitswert bzw. mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit bestünden. Vielmehr sei eine massive Neigung zu Aggravation mit Rentenbe-
gehrlichkeit anzunehmen.  
 
A.c Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), welches die Beschwerde mit 
Urteil vom 3. Dezember 2020 (Verfahren-Nr. 720 20 226 / 304) insofern guthiess, als es die An-
gelegenheit in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu weiteren Abklärungen und zum Er-
lass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies.  
 
A.d In Nachachtung des Kantonsgerichtsurteils veranlasste die IV-Stelle ein polydisziplinä-
res Gutachten bei der Estimed AG vom 16. Dezember 2022. Gestützt auf diese weiteren Abklä-
rungen sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 22. September 2023 eine für den Zeit-
raum vom 1. September 2018 bis 31. März 2019 befristete halbe Invalidenrente zu.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advo-
kat, mit Eingabe vom 23. Oktober 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab-
teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die Verfügung vom 
22. September 2023 aufzuheben und ihm mit Wirkung ab 1. Oktober 2018 eine ganze Invaliden-
rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auszurichten. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Advokat 
Dr. Hediger als Rechtsvertreter. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass das von der 
IV-Stelle eingeholte polydisziplinäre Gutachten, auf das sich die Verfügung stütze, in verschiede-
ner Hinsicht nicht beweiskräftig sei.  
 
C. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. November 2023 bewilligte der instruierende Prä-
sident dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbei-
ständung mit Advokat Dr. Hediger als Rechtsvertreter.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 21. November 2023 schloss die IV-Stelle unter Hinweis 
auf eine Stellungnahme ihres regionalen ärztlichen Diensts (RAD) vom 7. November 2023 auf 
Abweisung der Beschwerde.  
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 25. April 2024 gelangte das Kantonsgericht zur Auf-
fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen 
medizinischen Akten nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und 

 

 
 
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zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein psychiatrisches Gerichtsgutachten bei Dr. 
B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, anzuordnen.  
 
F. Das Gutachten erging am 23. November 2024. Die Parteien erhielten in der Folge Ge-
legenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse 
auf den Leistungsanspruch des Versicherten auswirken würden. Mit Eingabe vom 6. Januar 2025 
beantragte der Beschwerdeführer auf der Grundlage des eingeholten Gerichtsgutachtens die Zu-
sprache einer ganzen Rente ab 1. Oktober 2018. Mit Stellungnahme vom 23. Januar 2025 
brachte die IV-Stelle ebenfalls keine Einwände gegen das Gerichtsgutachten vor. Hingegen be-
anstandete sie die Kosten für die Begutachtung in der Höhe von 17'250.-- in verschiedener Weise 
und beantragte deren Reduzierung.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verord-
nung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 
in der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und Rente 
in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt die Verfügung 
über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet diese aber wie hier 
einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die Bestimmungen des IVG und 
der IVV sowie diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
massgebend (KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur 
Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). Sie 
werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 

2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

 

 
 
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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 
 
2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 
Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht ent-
schieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis-
verfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte 
Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshin-
dernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressour-
cen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 
141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnosti-
schen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Be-
weis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versi-
cherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf 
BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

 

 
 
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warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass 
das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Exper-
ten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu 
stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). 
Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung ent-
sprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen 
Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper-
tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags 
eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil 
des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu an-
derslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, 
E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 
aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärzt-
licher Interpretation entspringende − Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner-
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, 
E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 22. September 2023 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf 
das polydisziplinäre Gutachten der Estimed AG vom 16. Dezember 2022. Den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche auf-
grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 3.3 hiervor). Anlässlich der in dieser Angelegenheit 
erfolgten Urteilsberatung vom 24. April 2024 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auf-
fassung, dass diesem Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Hinsichtlich 
der allgemeininternistischen, neurologischen, neuropsychologischen, rheumatologischen und 
urologischen Fachgutachten sah das Kantonsgericht die rechtsprechungsgemässen Anforderun-
gen an eine beweiskräftige Beurteilungsgrundlage als erfüllt an. Hingegen gab das psychiatrische 

 

 
 
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Fachgutachten Anlass zu Zweifeln. So erwies sich das Gutachten sowohl in Bezug auf die Her-
leitung der Diagnosen als auch die daraus resultierenden funktionellen Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit als unvollständig und enthielt zahlreiche Ungereimtheiten und Widersprüche. Ins 
Gewicht fiel hierbei, dass die Ausführungen im Kontext der einzelnen Diagnosen zu kurz griffen 
und diesbezüglich keine rechtsgenügliche Exploration stattgefunden hatte. Ferner fehlte es auch 
an einer hinreichenden Auseinandersetzung mit (früheren) abweichenden Beurteilungen. Unge-
klärt blieb insbesondere auch die für den Leistungsanspruch zentrale Frage nach den funktionel-
len Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. So mangelte es dem Gutachten beispielsweise an ei-
ner sorgfältigen Diskussion der Mini-ICF-APP-Kriterien, welche eine umfassende Würdigung der 
das Leistungsvermögen abbildenden Fähigkeiten des Versicherten ermöglichen würde. Des Wei-
teren unterblieben aber auch rechtsgenügliche Auseinandersetzungen in Bezug auf die Abgren-
zung zwischen Aggravation und Verdeutlichungstendenzen und der Gutachter unterliess es auch, 
das auffällige Verhalten des Versicherten aus psychiatrischer Sicht einzuordnen und im Kontext 
der Indikatorenprüfung bzw. mit Blick auf die funktionellen Einschränkungen zu gewichten. Da es 
darüber hinaus an einer rechtsgenüglichen retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fehlte, 
waren die gutachterlichen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit im Ergebnis nicht überzeu-
gend (vgl. zum Ganzen den Beschluss des Kantonsgerichts vom 24. April 2024). Nachdem sich 
dementsprechend mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 24. April 2024 die Einholung eines 
gerichtlichen Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht nunmehr das gerichtliche Gutach-
ten von Dr. B.____ vom 23. November 2024 im Zentrum der medizinischen Beurteilung. 
 

4.2 In diesem Gutachten werden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine 
somatoforme autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.3), eine Traumafolgestörung nach kom-
plexer Traumatisierung bis Adoleszenz (ICD-10 6B4Y), eine depressive Episode, aktuell schwer-
gradig, bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.2), eine dissoziative Bewegungsstö-
rung (ICD-10 F44.4) sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkran-
kung (ICD-10 F.62.1) festgestellt.  
 
4.2.1 Hinsichtlich des psychiatrischen Befunds hält der Gutachter im Wesentlichen fest, dass 
der Explorand distanziert gewesen sei und erst im Verlauf der Exploration minimales Vertrauen 
habe aufgebaut werden können. Ferner wurden eine starke emotionale Aktivierung, eine Über-
forderung und Suizidäusserungen erhoben. Ein sachliches Gespräch über Beschwerden sei nicht 
möglich gewesen. Deshalb sei auch der vorzeitige Abbruch der zweiten Exploration erfolgt. Fra-
gen seien nicht angemessen beantwortet worden, der Explorand sei emotional kognitiv eingeengt 
und schwenke jeweils in seine eigenen Themen um. Er habe die gestellten Fragen emotional 
abgewehrt und oft nicht angemessen beantworten können, wobei unklar gewesen sei, ob das 
nun an der emotionalen Einengung gelegen oder ob er die Fragen intellektuell nicht verstanden 
habe. Er habe nicht fokussiert und bruchstückhaft gesprochen, Sätze unvollständig gelassen und 
sich auf seine Themen eingeengt. Er habe unruhig, getrieben, nervös und misstrauisch gewirkt. 
Beim Versuch die Kindheit anzusprechen, habe der Explorand beide Male abgewehrt. Er gerate 
in innere Bedrängnis, wirke stark aktiviert und könne nicht darüber reden. Er habe öfter Pausen 
gebraucht. Bei der zweiten Exploration sei er übermässig aktiviert und erschöpft gewesen, wes-
halb sie abgebrochen worden sei. Sein Sprach- und Kommunikationsstil sei übertreibend-

 

 
 
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generalisierend. Er beschwere sich immer wieder über die begutachtenden Fachpersonen oder 
das Versicherungssystem und drohe implizit mit Fremdaggression und explizit mit Suizid. Im Rah-
men der Herleitung der Diagnosen führt der Gutachter im Wesentlichen aus, dass alle fünf Krite-
rien für eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren erfüllt seien. 
Aus der Anamnese ergebe sich eine in der Jugend beginnende Schmerzanamnese mit jahrelan-
gem Durchhalten/Ignorieren von Schmerzen und mit generalisierten Dauerschmerzen ab 
2018/2019. Dabei könnten die somatischen Befunde die Generalisierung und Verselbstständi-
gung der Schmerzen nicht erklären. Ferner liege eine somatoforme autonome Funktionsstörung 
vor. Der Explorand berichte über die entsprechenden Symptome, welche über den Sympathikus 
vermittelt würden. Bei längerer Sympathikusaktivierung ohne ein entsprechendes Abreagieren 
der Kampf-/Fluchtbereitschaft würden sich in den beteiligten Organsystemen die typischen 
stressbezogenen Beschwerden entwickeln. Der Explorand werde durch diese Beschwerden alar-
miert, reagiere verstärkt mit Ängsten und unterhalte die Beschwerden dadurch zusätzlich. Er sei 
dadurch kognitiv eingeengt und werde von den Beschwerden gefangengenommen und katastro-
phisiere sie zusätzlich, was Energie brauche, um diese symptombezogenen Ängste auszuhalten. 
Ferner seien mit Ausnahme des Kriteriums "Wiedererleben des traumatischen Ereignisses oder 
der traumatischen Ereignisse in der Gegenwart in Form von lebhaften aufdringlichen Erinnerun-
gen, Rückblenden oder Albträumen" die spezifischen Kriterien einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung (ICD-11 6B41) erfüllt. Der Explorand sei nicht in der Lage gewesen, entsprechende 
Fragen zu beantworten, die diesen Punkt hätten klären können. Spezifizierende Fragen zu trau-
matischen Ereignissen hätten ihn stark emotional aktiviert, weshalb er diese abgewehrt habe. 
Formal könne die Diagnose daher nicht gestellt werden, weshalb hier in die Restkategorie 6B4Y 
"sonstige nicht näher bezeichnete spezifisch belastungsassoziierte Störungen" ausgewichen 
werden müsse. Alsdann sah der Gerichtsgutachter insgesamt 10 Kriterien einer rezidivierenden 
depressiven Störung als erfüllt an, wobei er unter Berücksichtigung des eingeschränkten Aktivi-
tätsniveaus und der sozialen Desintegration eine schwergradige depressive Episode feststellte. 
Darüber hinaus sei anlässlich der Exploration als dissoziatives Symptom ein hochfrequentes 
Kniezittern aufgefallen. Dieses habe je nach emotionaler Erregung fluktuiert und vom Exploran-
den nicht willentlich unterdrückt werden können. Das Kniezittern sei auch vom Sohn des Explo-
randen in der Fremdanamnese beschrieben worden. Es handle sich hierbei um einen psychoge-
nen Prozess, welcher der willkürlichen Kontrolle entzogen sei und der eine Funktion im Sinne der 
Krankheitsrolle erfülle. Letztlich schliesst der Gutachter auch auf eine andauernde Persönlich-
keitsänderung nach psychischer Erkrankung, nachdem er sämtliche erforderlichen Diagnosekri-
terien als erfüllt erachtete (vgl. zu den einzelnen Diagnosen ausführlich Gerichtsgutachten, S. 
109 ff.).  
 
4.2.2 Im Rahmen der Zusammenfassung der bisherigen persönlichen, beruflichen und ge-
sundheitlichen Entwicklung sowie des Therapieverlaufs bekräftigt der Gerichtsgutachter, dass 
sich diagnostisch über die Jahre mehrere Syndrome herauskristallisiert hätten. Krankheitskern 
sei eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) aufgrund der veränderten Arbeitsanforderungen ab 
2014 gewesen. Anpassungsstörungen seien zeitlich auf sechs Monate bzw. maximal zwei Jahre 
limitiert. Bei einer Beschwerdepersistenz sei deshalb eine Anpassung der Diagnose nötig. Hierbei 
seien phasenweise auftretende depressive Beschwerden als rezidivierende depressive Störung 
und unklare Körpersymptome als dissoziative Störung eingeordnet worden. Die langjährigen 

 

 
 
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Rückenschmerzen seien als Schmerzstörung und das ständige Drängen auf somatische Abklä-
rungen bei wechselnden psychogenen Symptomen als Somatisierungsstörung qualifiziert wor-
den. Die auffälligen Inkonsistenzen seien als Rentenbegehrlichkeit bzw. Rückzug in die Kranken-
rolle bei einer insgesamt massiv überfordernden Lebens- und Krankheitssituation gewertet wor-
den. Eine spezifische Behandlung sei nur bedingt bzw. gar nicht möglich. Die aktuelle schwere 
Depression werde grundsätzlich leitliniengerecht behandelt. Die fehlende Besserung sei der 
schlechten Prognose aufgrund der Diagnosetrias "Schmerz-Depression-Angst" bzw. der Komor-
bidität zuzurechnen. Die Schmerzen hätten frühzeitig stationär in einem spezifischen Schmerz-
programm behandelt werden können. Ob der Explorand hierfür die nötigen Ressourcen mitge-
bracht hätte, sei jedoch fraglich. Entsprechende Bemühungen der Behandler seien gescheitert. 
Persönlichkeitsbezogene Probleme würden grundsätzlich psychotherapeutisch behandelt, hier 
fehle dem Exploranden aber die nötige Krankheitseinsicht und Introspektionsfähigkeit. Die auffäl-
ligen dissoziativen Symptome seien im weiteren Krankheitsverlauf zurückgetreten. Aktuell seien 
wieder dissoziative Symptome vorhanden. Vor dem Hintergrund der Komorbidität und der psy-
chischen Ressourcen seien die Behandlungschancen aber gering. Die der Somatisierungsstö-
rung zugeordneten Symptome seien gemäss den Berichten des behandelnden Psychiaters Dr. 
med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wie auch der Klinik D.____ erfolglos psycho-
therapeutisch angegangen worden. Gleiches gelte für den vorbeschriebenen Rückzug in die 
Krankenrolle als unbewusste Kompromisslösung bei massiv überfordernder Krankheitssituation. 
Insgesamt kommt der Gerichtsgutachter zum Schluss, dass es sich um einen frustranen chroni-
schen Krankheitsverlauf mit schlechter Prognose handle, für den keine Behandlungsmöglichkei-
ten genannt werden könnten, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer durchgreifenden 
Besserung der Gesundheitsstörung führen würden. Auch die Prüfung der Mini-ICF-APP-Kriterien 
ergab sodann in nahezu allen Bereichen ausgeprägte Einschränkungen (vgl. hierzu ausführlich 
Gerichtsgutachten, S. 99 ff.).  
 
4.2.3 Im Rahmen der Arbeitsfähigkeit führt der Gutachter aus, dass davon auszugehen sei, 
dass der beurteilungsrelevante Zeitraum mit der zweiten Krankschreibung ab 5. September 2017 
begonnen habe. Dr. C.____ sei im Januar von einer Arbeitsfähigkeit von 4 Stunden in einer leich-
ten angepassten Tätigkeit ausgegangen. Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
sei im Gutachten vom 9. März 2018 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit ausgegangen. Für angepasste nicht überfordernde Tätigkeiten sei Dr. E.____ von einer 
Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen. Die Angaben von Dr. E.____ seien für den damaligen 
Zeitpunkt plausibel. Das beschriebene Aktivitätsniveau sei damals höher als heute gewesen. Dr. 
C.____ sei schliesslich im Bericht vom August 2018 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit für jegli-
che Tätigkeiten ausgegangen. Der Gerichtsgutachter verweist weiter auf das IV-Arbeitstraining 
ab 3. September 2018. Ab diesem Zeitpunkt sei keine verwertbare Leistung auf dem freien Ar-
beitsmarkt mehr zu erkennen gewesen. Letztlich schliesst er rückwirkend auf eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten ab August 2018. 
 
4.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe 
es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 
Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend besteht kein Anlass, von den Ergebnissen des 

 

 
 
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Gerichtsgutachtens abzuweichen. Das Gutachten ist umfassend und die darin dargelegten me-
dizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerungen sind nach-
vollziehbar und überzeugend. Dr. B.____ hat den Versicherten persönlich untersucht, eine um-
fassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf seine Angaben und Beschwerden ein. Er 
setzt sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander 
und begründet abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. Das Gerichtsgutachten 
enthält eine ausführliche Herleitung der Diagnosen bzw. der für die jeweiligen Diagnosen erfor-
derlichen ICD-Kriterien. Anhand einer eingehenden und sorgfältigen Diskussion der Standardin-
dikatoren sowie der Mini-ICF-APP-Kriterien schliesst der Gutachter auf eine Beeinträchtigung des 
Funktionsniveaus in allen Lebensbelangen und gelangt zur überzeugenden Schlussfolgerung, 
dass beim Versicherten seit August 2018 auf dem ersten Arbeitsmarkt keine verwertbare Arbeits-
fähigkeit mehr besteht. Insgesamt sind die medizinisch-diagnostischen Feststellungen im Gut-
achten bzw. namentlich die daraus resultierenden Schlussfolgerungen betreffend die funktionelle 
Leistungsfähigkeit umfassend und plausibel begründet worden und es ergibt sich ein lückenloses 
Bild der Gesundheitsschädigung und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. 
Die ausschlaggebende Beweiskraft des Gerichtsgutachtens von Dr. B.____ wird von den Par-
teien in ihren Stellungnahmen vom 6. Januar 2025 und 23. Januar 2025 – zu Recht – nicht infrage 
gestellt. Demnach kann vollumfänglich auf das Gerichtsgutachten von Dr. B.____ vom 23. No-
vember 2024 abgestellt werden und die darin formulierte Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist der 
Prüfung des Rentenanspruchs zugrunde zu legen (vgl. E. 5.1 ff. hiernach).  
 
5.1 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.1 hiervor), besteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG Anspruch auf 
eine Rente für Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 
zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 
verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindes-
tens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch darüber hinaus 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG. 
 
5.2 Nachdem der Beschwerdeführer sich am 16. Januar 2018 erneut bei der Invalidenversi-
cherung zum Leistungsbezug anmeldete, kann der Rentenanspruch unter Berücksichtigung der 
Karenzfrist von sechs Monaten frühestens per 1. September 2018 entstehen. Dr. B.____ geht 
retrospektiv ab 5. September 2017 vom Eintritt der anspruchsrelevanten Arbeitsunfähigkeit aus. 
Hierzu verweist er zunächst auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. C.____ vom 
24. Januar 2018 sowie das psychiatrische Gutachten von Dr. E.____ zuhanden der Krankentag-
geldversicherung vom 9. März 2018. Auf dieser Grundlage geht er zu diesem Zeitpunkt von einer 
vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und einer Arbeitsfähigkeit von 50% hinsichtlich 
einer angepassten Tätigkeit aus. Letzteres begründet er mit dem Umstand, dass das damals 
beschriebene Aktivitätsniveau noch höher als zum heutigen Zeitpunkt gewesen sei. Diese Ein-
schätzung steht im Einklang mit den echtzeitlichen medizinischen Beurteilungen (vgl. hierzu den 
Bericht von Dr. C.____ vom 24. Januar 2018 und das Gutachten von Dr. E.____ vom 9. März 
2018, IV-act. 37 und 42). Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
auszugehen, dass das Wartejahr am 1. September 2018 (Ablauf der sechsmonatigen Karenzfrist) 

 

 
 
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somit erfüllt war, weshalb der frühestmögliche Rentenbeginn vorliegend auf diesen Zeitpunkt zu 
liegen kommt. Gestützt auf das beweiskräftige Gerichtsgutachten von Dr. B.____ bestand sodann 
bereits ab August 2018 eine vollschichtige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit (vgl. E. 4.2.3 
hiervor). Damit kann ohne weitere Erörterungen festgehalten werden, dass der Invaliditätsgrad 
ab dem genannten Zeitraum 100% betrug. Somit besteht ab 1. September 2018 Anspruch auf 
eine ganze Rente.  
 
6. Im Ergebnis ist die Beschwerde vom 23. Oktober 2023 demnach gutzuheissen. Die an-
gefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 22. September 2023 ist aufzuheben und es ist festzu-
stellen, dass der Beschwerdeführer ab 1. September 2018 Anspruch auf eine ganze Invaliden-
rente hat. 
 
7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen infolge wiederholter Urteilsberatungen 
durch das Kantonsgericht ein grosser Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die 
Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 1'000.-- 
fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem 
Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende 
Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- sind 
somit der IV-Stelle aufzuerlegen. 
 
7.2.1 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 
ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Ab-
klärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen 
angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die 
Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener 
Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen 
Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnah-
men an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung 
der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen MEDAS-
Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (das soeben zitierte Urteil E. 4.4.2). Vorliegend war 
das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 25. April 2024 zum Ergebnis gelangt, 
dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Es 
kann in dieser Hinsicht vollumfänglich auf die Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts 
vom 25. April 2024 verwiesen werden (vgl. auch E. 4.1 hiervor). In Anbetracht der dort erwogenen 
Umstände war die gerichtliche Begutachtung durch Dr. B.____ nicht nur angezeigt, sondern un-
erlässlich. Es tritt hinzu, dass das Gerichtsgutachten nunmehr zweifellos die Grundlage für die 
dem Beschwerdeführer zuzusprechende Invalidenrente bildet. Im Lichte der geschilderten Recht-
sprechung sind die daraus resultierenden Kosten demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerle-
gen.  
7.2.2 Die Beschwerdegegnerin bestreitet nicht, dass die Voraussetzungen für die Kostenüber-
bindung grundsätzlich gegeben sind (vgl. hierzu auch BGE 143 V 269 E. 3.3 und E. 7.2, 140 V 

 

 
 
Seite 11    

70 E. 6.1, 139 V 496 E. 4.4). Auf Weiterungen in dieser Hinsicht kann demnach verzichtet wer-
den. In ihrer Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom 23. Januar 2025 beanstandet sie jedoch 
die Höhe der entsprechenden Kosten. Diese belaufen sich gemäss Honorarrechnung vom 23. 
November 2024 auf insgesamt Fr. 17'250.--. In seinem begründeten Antrag auf Kostengutspra-
che vom 21. September 2024 machte Dr. B.____ einen Aufwand von insgesamt 57,5 Stunden 
geltend. Die Akte umfasse 2'515 Seiten. Dazu würden die Beilagen des Beschwerdeführers mit 
333 Seiten kommen. Für das Durcharbeiten und Erfassen/Herausschreiben der wesentlichen In-
formationen rechne er mit einem Aufwand von 100 Seiten pro Stunde, mithin insgesamt 28 Stun-
den. Ferner ging er von zwei Explorationen à 3 Stunden aus. Den Aufwand für die schriftliche 
Fixierung der Exploration und das damit verbundene Nacharbeiten schätzte er auf 6 Stunden. 
Für das Einholen von fremdanamnestischen Angaben veranschlagte er 2 Stunden, für die Erar-
beitung eines Störungsverständnisses und der kriterienbezogenen Diagnosen 6 Stunden und für 
die Zusammenfassungen 6 Stunden. Den Aufwand für das Mini-ICF-Rating schätzte er auf eine 
Stunde, denjenigen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ebenfalls auf eine Stunde und für die 
Abgrenzung krankheitsfremder Faktoren veranschlagte er eine halbe Stunde sowie für die Dis-
kussion abweichender ärztlicher Einschätzungen eine Stunde. Die Erstellung des Gutachtens 
offerierte er gemäss der Tarmed-Kategorie E (Tarmed-Position 00.2420) zu einem Stundenan-
satz von Fr. 300.-- (vgl. hierzu ausführlich den Antrag auf Kostengutsprache vom 21. September 
2024).  
 
7.2.3 Die IV-Stelle wendet dagegen im Wesentlichen ein, dass der relevante Akteninhalt vor-
liegend nur 517 Seiten umfassen würde, womit das Aktenstudium von 28 Stunden als zu hoch 
bezeichnet werden müsse. Ferner seien auch die weiteren Zeitangaben (bspw. 6 Stunden Explo-
ration, nochmals 6 Stunden für das schriftliche Zusammenfassen der Inhalte, weitere 6 Stunden 
für die Erarbeitung eines "Störungsverständnisses und Diagnosen" sowie sechs Stunden für die 
Analyse der Krankengeschichte) stark übertrieben und daher anzupassen. Es seien auch keine 
weiteren Gründe ersichtlich, welche die enormen Kosten des Gerichtsgutachtens zu rechtfertigen 
vermöchten. Insbesondere sei nicht ersichtlich, inwiefern sich der vorliegende Fall von anderen 
Fällen unterscheiden sollte, mit anderen Worten, worin die Komplexität bestehen soll, die eine 
Entschädigung gemäss Kategorie E rechtfertigen sollte.  
 
7.2.4 Daraufhin holte das Kantonsgericht bei Dr. B.____ eine weitere Stellungnahme ein. Am 
9. März 2025 äusserte sich Dr. B.____ zu den einzelnen Einwänden der IV-Stelle. Hinsichtlich 
des Aktenumfangs sei festzustellen, dass gemäss den gültigen psychiatrischen Begutachtungs-
leitlinien die Aktenanalyse sich gerade nicht auf die medizinischen Berichte beschränken dürfe. 
Die Analyse der 2'515 Seiten sei ein kognitiv anspruchsvoller Prozess. Dieser umfasse eine Zu-
sammenfassung der relevanten Informationen, die dann im späteren Prozess der Gutachtenser-
stellung das Auffinden der relevanten Informationen ermögliche. Die Exploration sei mit 6 Stun-
den veranschlagt worden, habe jedoch nur 5,5 Stunden gedauert. Dafür seien andere Abschnitte 
aufwändiger als postuliert gewesen. In der Summe habe der Aufwand bei den verrechneten Stun-
den gelegen. Eine Exploration von 6 Stunden sei für ein Gutachten, dass den Leitlinien entspre-
chen soll, nicht zu lange. Die Nachbearbeitung eines solchen Gesprächs dauere problemlos auch 
6 Stunden. Hierzu verwies Dr. B.____ auch auf seine nahezu 30-jährige Erfahrung bei der Erstel-
lung von Gutachten. Hinsichtlich der beanstandeten fehlenden Komplexität des Gutachtens 

 

 
 
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merkte er an, dass die Definition der Kategorie E aus dem Jahr 2004 stamme. Die Anforderungen 
an psychiatrische Gutachten hätten sich zwischenzeitlich stark erhöht, insbesondere durch die 
psychiatrischen Begutachtungsleitlinien 2012 und 2016. Diese aktuell noch gültigen Leitlinien 
seien sehr detailliert und ihre Umsetzung gehe mit einem hohen zeitlichen Aufwand einher. Zu-
dem sei das im vorliegenden Fall erstellte Gutachten inhaltlich komplex und rechtfertige einen 
hohen zeitlichen Aufwand (vgl. hierzu ausführlich die Stellungnahme von Dr. B.____ vom 9. März 
2025).  
 
7.2.5 Unter Berücksichtigung der überzeugenden Ausführungen von Dr. B.____ ist eine Re-
duktion der von der IV-Stelle zu tragenden Kosten vorliegend nicht angezeigt. Wie Dr. B.____ 
einleuchtend darlegte, lässt sich das Aktenstudium nicht ausschliesslich auf die medizinischen 
Akten beschränken. Die übrigen Akten können nicht einfach weggelassen werden, zumal sich die 
Relevanz des Inhalts der entsprechenden Akten kaum im Vorfeld und ohne deren Sichtung fest-
stellen lassen dürfte. Hinzu kommt, dass entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin 
sowohl vom Aktenumfang her als auch mit Blick auf das lange Verfahren sehr wohl von einem 
überdurchschnittlich komplexen Fall auszugehen ist. Hierbei fällt zusätzlich ins Gewicht, dass 
sich auch die medizinische Situation als komplex darstellt, wie Dr. B.____ in seiner Stellung-
nahme bestätigte. Zum einen war eine Auseinandersetzung mit mehreren Vorgutachten nötig, 
welche als nicht beweistauglich eingestuft worden waren. Zum anderen dürfte sich namentlich 
auch die diagnostische Einordnung des Versicherten als äusserst anspruchsvoll erwiesen haben. 
Dies nicht nur allein aufgrund der bereits ergangenen zahlreichen medizinischen Berichte und 
Vorgutachten, sondern auch mit Blick auf die divergierenden diagnostischen Einschätzungen und 
früher festgestellten Inkonsistenzen (vgl. hierzu auch den Beschluss des Kantonsgerichts vom 
25. April 2024, E. 4.1 und 4.2 sowie das in der Sache ergangene Urteil des Kantonsgerichts vom 
3. Dezember 2020, 720 20 226 / 304, E. 6.3 und E. 6.4). Vor diesem Hintergrund erweist sich der 
geltend gemachte Aufwand für die Exploration sowie für das Aktenstudium als gerechtfertigt. 
Weitere Gründe, die für eine Reduktion der Begutachtungskosten sprechen würden, werden von 
der IV-Stelle nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Mit Blick auf den von der 
Sache her gebotenen Abklärungsaufwand erscheint die Höhe der Kosten daher nicht als unhalt-
bar, weshalb die Kosten vollumfänglich der IV-Stelle aufzuerlegen sind.  
 
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nach-
dem der Beschwerdeführer obsiegt hat, hat er Anspruch auf Ersatz seiner Parteikosten. Der durch 
den Rechtsvertreter in seiner aktualisierten Honorarnote vom 31. März 2025 geltend gemachte 
Aufwand von insgesamt 16 Stunden und 41 Minuten erweist sich in Anbetracht der sich stellen-
den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind ferner auch die 
geltend gemachten Auslagen in der Höhe von Fr. 488.80. Dem Beschwerdeführer ist somit eine 
Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 5'024.25 (inkl. Auslagen und 7,7% bzw. 8,1% 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 

 

 

 

 
 
Seite 13    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Basel-Landschaft vom 22. September 2023 wird aufgehoben 
und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. September 
2018 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 17'250.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt.  

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 5'024.25 (inkl. Auslagen und 7,7% 
bzw. 8,1% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.