# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25f89013-354f-59b2-8f86-4a6fbde9d79e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-01
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 01.04.2022 SK 2021 320
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-320_2022-04-01.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 320 + 321

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 1. April 2022

Besetzung Obergerichtssuppleantin Weingart (Präsident i.V.), 
Oberrichter Horisberger, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Herger

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Berufungsführer 1

C.________ 
a.v.d. Rechtsanwältin E.________

Beschuldigter 2/Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

D.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Raub, Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, Widerhandlun-
gen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Beschuldigter 1)

2

Raub, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Be-
schuldigter 2)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzel-
gericht) vom 8. April 2021 (PEN 21 70/71)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 8. April 2021 erkannte das Regionalgericht Oberland (Einzelgericht; 
nachfolgend Vorinstanz) was folgt (pag. 456 ff.; Hervorhebungen im Original): 

A. A.________

I. 

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubes, begangen am 15.11.2020, ca. 19:30 Uhr, in K.________ (Ortschaft), 
F.________strasse, gemeinsam mit C.________ z.N. D.________ (Deliktsbetrag ca. 
CHF 700.00);

2. des Vergehens gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen am 15.11.2020 in I.________ 
(Ortschaft), J.________ (Ortschaft) und K.________ (Ortschaft) durch Erwerb und Besitz einer 
Pistole SIG-Sauer P 229 ohne Waffenerwerbsschein und ohne Waffentragbewilligung;

3. des widerrechtlichen Aneignen eines Kontrollschildes, begangen in der Zeit vom 30.11.2020 
- 04.12.2020 in L.________ (Ortschaft), G.________weg, indem er die Kontrollschilder .________ 
ab einem Motorrad entwendete;

4. der Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom 
15.11.2020 – 09.12.2020 in M.________ (Ortschaft) und K.________ (Ortschaft) durch Erwerb, 
Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge Heroin, Kokain und Marihuana;

und in Anwendung der Artikel 
34, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 Bst. c, 106, 140 Ziff. 1 StGB
4 Abs. 1 Bst. a, 8, 27, 33 Abs. 1 Bst. a WG
15 und 48 WV
97 Abs. 1 Bst. g SVG
Art. 19a Ziff. 1 BetmG
426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 99 Tagen werden im Umfang von 99 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe am 18.03.2021 vorzeitig an-
getreten worden ist.

2. Zu einer Geldstrafe von 68 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 2'040.00.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

4. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

4

5. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 5'000.00 (Anteil Gebühren Untersuchung CHF 2'100.00; Anteil Gebühren Gericht 
CHF 2’000.00; Gebühren ZMG CHF 400.00, Anteil Gebühren Auftritt Staatsanwaltschaft 
CHF 500.00) und Auslagen Untersuchung von CHF 832.30, insgesamt bestimmt auf 
CHF 5'832.30.

6. Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1’000.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 4'832.30.

II. 

[amtliche Entschädigung und volles Honorar Rechtsanwalt B.________]

III. 

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den Strafvollzug zurück.

2. Die sich beim KTD befindende beschlagnahmte Waffe Pistole SIG-Sauer P229 mit zwei Magazi-
nen und die sich beim KTD befindenden 70 Patronen 9mm Lugar werden zur Vernichtung einge-
zogen (Art. 69 StGB).

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) ist nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 
1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

B. C.________

I. 

C.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubes, begangen am 15.11.2020 in K.________ (Ortschaft), F.________strasse, gemein-
sam mit A.________ z.N. D.________ (Deliktsbetrag ca. CHF 700.00);

2. der Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom 
15.11.2020 – Ende November 2020 in M.________ (Ortschaft) und L.________ (Ortschaft) durch 
Erwerb, Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge Heroin und Kokain;

und in Anwendung der Artikel
40, 47, 51, 66a Abs. 1 lit. c, 106, 140 Ziff. 1 StGB
Art. 19a Ziff. 1 BetmG
426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten.

Die vorläufige Festnahme von 1 Tag wird im Umfang von 1 Tag auf die Freiheitsstrafe angerech-
net.

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2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

4. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 4'200.00 (Anteil Gebühren Untersuchung CHF 2'100.00; Anteil Gebühren Gericht 
CHF 1'600.00.00; Anteil Gebühren Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 500.00) und Auslagen Unter-
suchung von CHF 832.30, insgesamt bestimmt auf CHF 5'032.30.

5. Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'000.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 4'032.30.

II. 

[amtliche Entschädigung und volles Honorar Rechtsanwältin H.________]

III. 

Weiter wird verfügt:

1. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) ist nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

2. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 
1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

C. Zivilpunkt

1. In Anbetracht der unzureichenden Begründung/Bezifferung wird die Zivilklage des Straf- und Zi-
vilklägers D.________ auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO).

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden

D. Eröffnung
[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend Beschuldigter 1), amtlich ver-
teidigt durch Rechtsanwalt B.________, mit Schreiben vom 13. April 2021 form- und 
fristgerecht die Berufung an (pag. 466). C.________ (nachfolgend Beschuldigter 2), 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin H.________, meldete mit Schreiben vom 
16. April 2021 ebenfalls form- und fristgerecht die Berufung gegen das erstinstanzli-
che Urteil an (pag. 471). Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 22. Juli 
2021 (pag. 499 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen Tag zuge-
stellt (pag. 544 f.).

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 28. Juli 2021 (Posteingang: 
29. Juli 2021; pag. 557 ff.) beschränkte Rechtsanwalt B.________ für den Beschul-
digten 1 die Berufung auf die erstinstanzlich ausgefällte Landesverweisung von 
5 Jahren (Ziff. A.I.4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

6

Auch der Beschuldigte 2 – im oberinstanzlichen Verfahren vertreten durch Rechts-
anwältin E.________ – focht das erstinstanzliche Urteil mit form- und fristgerechter 
Berufungserklärung vom 12. August 2021 (Posteingang: 13. August 2021; 
pag. 561 ff.) nur in Teilen an. Im Einzelnen beschränkte er seine Berufung auf den 
erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Raubes (Ziff. B.I.1 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), auf die erstinstanzlich ausgefällte Freiheitsstrafe von 14 Monaten 
(Sanktionspunkt 1 unter Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie auf 
die Verurteilung zu einer Landesverweisung von 5 Jahren (Sanktionspunkt 3 unter 
Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Stellungnahme vom 19. August 2021 
auf die Erklärung einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für ein Nicht-
eintreten auf die Berufung beider Beschuldigten geltend (pag. 568 f.). 

Der Straf- und Zivilkläger D.________ (nachfolgend Privatkläger) liess sich innert 
Frist nicht vernehmen (vgl. Verfügung vom 8. September 2021; pag. 570 f.).

3. Wechsel der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 2 im erstinstanzlichen 
Verfahren

Mit Eingabe vom 22. Juni 2021 kündigte Rechtsanwältin H.________ ihre bevorste-
hende Aufgabe der anwaltlichen Tätigkeit per Ende Juni 2021 an und beantragte die 
Einsetzung von Rechtsanwältin E.________ als neue amtlicher Verteidigerin des Be-
schuldigten 2 sowie die Entschädigung ihrer bisherigen Aufwendungen gemäss bei-
gelegter Honorarnote (pag. 488 ff.).

Mit Verfügung vom 23. Juni 2021 entliess die Verfahrensleitung Rechtsanwältin 
H.________ per sofort aus ihrem amtlichen Mandat, bestimmte deren amtliches Ho-
norar unter Festhaltung ihres Verzichts auf das Nachforderungsrecht nach Art. 135 
Abs. 4 Bst. b der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) auf 
CHF 476.45 und setzte im Einverständnis des Beschuldigten 2 Rechtsanwältin 
E.________ per sofort als dessen amtliche Verteidigerin ein (pag. 494 ff.).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 1 
von Amtes wegen ein aktueller Führungsbericht bei der Justizvollzugsanstalt Thor-
berg (datierend vom 22. März 2022; pag. 638 ff.) sowie über den Beschuldigten 2 
ein aktueller Strafregisterauszug (23. März 2022; pag. 641) und ein aktueller Leu-
mundsbericht (datierend vom 2. März 2022; pag. 617 ff.) eingeholt. Beiliegend zum 
Leumundsbericht reichte die Kantonspolizei Zürich drei Betreibungsregisterauszüge 
der Betreibungsämter N.________ (Ortschaft) (datierend vom 17. Februar 2022; 
pag. 627 f.), O.________ (Ortschaft) (datierend vom 21. Februar 2022; pag. 629 ff.) 
und M.________ (Ortschaft) (datierend vom 22. Februar 2022; pag. 635) sowie die 
Quellensteuerauszüge 2020 und 2021 des Kantons Aargau (beide datierend vom 
21. Februar 2022; pag. 633 bzw. pag. 632) zu den Akten. Nach Eingang des Leu-
mundsberichts der Kantonspolizei Zürich betreffend den Beschuldigten 2 wurden te-
lefonische Abklärungen bei der Kantonspolizei Aargau und der Staatsanwaltschaft 
M.________ (Ortschaft) bezüglich der Konstituierung des Beschuldigten 2 als Straf-
kläger am 29. April 2021 in einem derzeit bei der Staatsanwaltschaft M.________ 

7

(Ortschaft) hängigen Verfahren wegen Raubes vorgenommen (Aktennotiz vom 
28. März 2022; pag. 648).

Am 3. März 2022 ging beim Obergericht ein Schreiben der Bewährungs- und Voll-
zugsdienste des Kantons Bern (nachfolgend BVD) ein, wonach mitgeteilt wurde, 
dass der Beschuldigte 1 am 8. April 2022 seine Strafe vollständig verbüsst haben 
wird (pag. 615).

Der Beschuldigte 1 stellte in seiner Berufungserklärung vom 28. Juli 2021 den Be-
weisantrag, dass er im Rahmen des Berufungsverfahrens im Sinne einer Beweiser-
gänzung erneut über seine persönlichen Beziehungen zur Familie in der Schweiz 
und in Italien zu befragen sei. Seine aktuellen beruflichen und privaten Pläne für die 
Beurteilung eines allfälligen Härtefalls seien massgeblich. Seit dem erstinstanzlichen 
Urteil hätten sich diesbezüglich bereits einige Änderungen ergeben, weshalb eine 
ausschliessliche Abstützung auf die bereits erhobenen Beweismittel nicht ausrei-
chend sei (pag. 559). Die Generalstaatsanwaltschaft führte zum Beweisantrag des 
Beschuldigten 1 in ihrer Stellungnahme vom 19. August 2021 aus, die Befragung der 
beiden Berufungsführer durch die Kammer zu ihrer Person, worunter die aktuellen 
Verhältnisse wie auch allfällige Zukunftspläne gehörten, seien ohnehin Gegenstand 
der oberinstanzlichen Verhandlung. Diese Prozesshandlungen ergäben sich aus 
dem Gesetz, weshalb dagegen keine Vorbehalte seitens der Staatsanwaltschaft an-
gebracht seien (pag. 569). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 30. März 2022 
wurde der Beschuldigte 1 befragt (pag. 653 ff.).

5. Säumnis des Beschuldigten 2 und des Privatklägers 

Die Vorladung vom 21. September 2021 für die oberinstanzliche Hauptverhandlung 
(pag. 579 ff.) wurde dem Beschuldigten 2 persönlich durch die Kantonspolizei Zürich 
ausgehändigt und demnach ordnungsgemäss im Sinne von Art. 85 StPO zugestellt 
(vgl. Empfangsbestätigung; pag. 607). Der Beschuldigte 2 blieb der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung am 30. März 2022 fern. Seine Verteidigerin, Rechtsanwältin 
E.________, teilte anlässlich der Verhandlung mit, derzeit keinen Kontakt zu ihrem 
Mandanten zu haben (pag. 651). Auch der Privatkläger blieb trotz persönlicher Zu-
stellung der Vorladung der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30. März 2022 
unentschuldigt fern (pag. 579 ff.). 

Mit Einverständnis der Parteien wurde die oberinstanzliche Hauptverhandlung am 
30. März 2022 trotz Fernbleibens des Beschuldigten 2 und des Privatklägers fortge-
setzt (pag. 651; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1293/2018 E. 3.3.2.). 

6. Anträge der Parteien

6.1 Anträge des Beschuldigten 1

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der Berufungsverhand-
lung namens und auftrags des Beschuldigen 1 folgende Anträge (pag. 673 ff.):

1. Ziffer 4 des Urteils vom 08.04.2021 sei aufzuheben und es sei auf eine Landesverweisung zu ver-
zichten. 

2. Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren seien dem Staat aufzuerlegen. Das Honorar des 
amtlichen Verteidigers sei gemäss bereits einzureichender Kostennote zu bestimmen.

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6.2 Anträge des Beschuldigten 2

Rechtsanwältin E.________ stellte und begründete anlässlich der Berufungsver-
handlung namens und auftrags des Beschuldigen 2 folgende Anträge (pag. 675 ff., 
Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 08. April 2021 – soweit nicht 
angefochten – in Rechtskraft erwachsen ist. 

II.

C.________ sei 

schuldig zu erklären

der Nötigung, begangen am 15. November 2020 in K.________ (Ortschaft), F.________strasse, z.N. 
von D.________, 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen (nebst der nicht angefochtenen 
Übertretungsbusse sowie den erstinstanzlichen Verfahrenskosten) 

zu verurteilen

zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen bei einer gerichtlich zu bestimmenden Tagessatzhöhe, un-
ter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von 3 Jahren sowie unter Anrech-
nung der ausgestandenen Haft von 1 Tag; 

unter Auferlegung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Ausrich-
tung einer Entschädigung für die gesamten oberinstanzlichen Verteidigungskosten gemäss einge-
reichter Honorarnote

III.

Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

6.3 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft 

Generalstaatsanwalt P.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanz-
lichen Hauptverhandlung für die Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge 
(pag. 681 ff., Hervorhebungen im Original):

A. A.________ 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) vom 
8. April 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Schuldsprüche wegen Raubes, wegen Vergehen gegen das Waffengesetz, wegen des wider-
rechtlichen Aneignens eines Kontrollschildes sowie wegen Übertretungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz; 

2. der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft im Umfang von 99 Tagen, zu einer Geldstrafe von 68 Tagessätzen zu 
CHF 30.00, ausmachend total CHF 2’040.00 sowie zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 
unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe auf 2 Tage; 

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3. der Verfügung, wonach A.________ im Strafvollzug belassen wird; 

4. der Einziehung zur Vernichtung der sich beim KTD befindenden beschlagnahmten Waffe Pistole 
SIG-Sauer P229 mit zwei Magazinen und die sich beim KTD befindenden 70 Patronen 9mm Lugar. 

II.

1. A.________ sei für die Dauer von 5 Jahren des Landes zu verweisen. 

2. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss 
Art. 21 VKD) seien A.________ aufzuerlegen. 

III.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Es sei die Zustimmung zur Löschung der erkennungsdienstlichen Daten und des DNA-Profils 
(PCN .________) zu erteilen. 

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 
StPO).

B. C.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) vom 
8. April 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich des Schuldspruches wegen Übertretungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz. 

II.

C.________ sei schuldig zu erklären des Raubes, begangen am 15. November 2020, ca. 19:30 Uhr, 
in K.________ (Ortschaft), F.________strasse, gemeinsam mit A.________ zum Nachteil von 
D.________ (Ziff. I. 1. des angefochtenen Urteils). 

III.

C.________ sei in Anwendung der Art. 40, 47, 51, 66a Abs. 1 lit. c, 106, 140 Ziff. 1 StGB, Art. 19a Ziff. 
1 BetmG, Art. 426 StPO 

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, unter Anrechnung der vorläufigen Festnahme von 1 Tag; 

2. zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00, unter Ansetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 
2 Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung; 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von 
CHF 500.00 gemäss Art. 21 VKD). 

IV.

C.________ sei für die Dauer von 5 Jahren des Landes zu verweisen. 

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V.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Es sei die Zustimmung zur Löschung der erkennungsdienstlichen Daten und des DNA-Profils 
(PCN .________) zu erteilen. 

2. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 
StPO).

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Das erstinstanzliche Urteil vom 8. April 2021 wurde 
von allen Parteien nur in Teilen angefochten (Ziff. I.2. hiervor).

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten 1 ist das erstinstanzliche Ur-
teil insoweit in Rechtskraft erwachsen als der Beschuldigte 1 schuldig gesprochen 
wurde des Raubes; des Vergehens gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen; 
des widerrechtlichen Aneignens eines Kontrollschildes und der Übertretung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen (Ziff. A.I.1.-4. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs; pag. 457) und er verurteilt wurde zu einer Freiheitsstrafe von 
16 Monaten, zu einer Geldstrafe von 68 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend 
total CHF 2'040.00, und zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00, wobei die Er-
satzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 2 Tage festgesetzt wurde 
(Sanktionspunkte 1-3 unter Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; 
pag. 457 f.), sowie weiter verfügt wurde, dass der Beschuldigte 1 in den Strafvollzug 
zurück geht und die sich beim Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Bern 
(nachfolgend KTD) befindenden Gegenstände (beschlagnahmte Waffe Pistole SIG-
Sauer P229 mit zwei Magazinen und 70 Patronen 9mm Lugar) zur Vernichtung 
gemäss Art. 69 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.01) einge-
zogen werden (Ziff. A.III.1.+2. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; pag. 458).

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten 2 ist das erstinstanzliche Ur-
teil insoweit in Rechtskraft erwachsen als der Beschuldigte 2 schuldig gesprochen 
wurde der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen 
(Ziff. B.I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 459) und er verurteilt wurde 
zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung auf 2 Tage festgesetzt wurde (Sanktionspunkt 2 unter 
Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; pag. 459).

Die erstinstanzliche Verfahrenskostenauferlegung – der Beschuldigte 1 wurde zur 
Bezahlung von CHF 5’832.30 (Sanktionspunkt 5 unter Ziff. A.I. des erstinstanzlichen 
Urteildispositivs; pag. 458) und der Beschuldigte 2 zur Bezahlung von CHF 5’032.30 
(Sanktionspunkt 4 unter Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; pag. 459) 
verurteilt – ist ebenfalls in Rechtskraft erwachsen. Schliesslich ist das erstinstanzli-
che Urteil in Rechtskraft erwachsen insoweit im Zivilpunkt die Zivilklage des Privat-
klägers im Sinne von Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO auf den Zivilweg verwiesen wurde 
sowie für den Zivilpunkt keine Kosten ausgeschieden wurden (Ziff. C.1. + 2. des erst-
instanzlichen Urteildispositivs; pag. 461). 

11

Nicht rechtskräftig und von der Kammer zu überprüfen sind bezüglich des Beschul-
digten 1 die Anordnung einer Landesverweisung von 5 Jahren (Sanktionspunkt 4 un-
ter Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; pag. 457) und bezüglich des Be-
schuldigten 2 den Schuldspruch wegen Raubes (Ziff. B.I.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs; pag. 459), die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten 
und die Anordnung einer Landesverweisung von 5 Jahren (Sanktionspunkte 1+3 un-
ter Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; pag. 459). Zudem muss die Ent-
schädigung der amtlichen Verteidigung für das gesamte Verfahren festgesetzt wer-
den (Art. 135 Abs. 2 StPO). Praxisgemäss ist schliesslich über die erstellten DNA-
Profile und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten neu zu be-
finden (Ziff. A.III.3. + 4. und Ziff. B.III.1. + 2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 459 bzw. pag. 460 f.). 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der alleinigen Berufung der Beschuldigten 
darf das Urteil nicht zu deren Nachteil abgeändert werden; es ist das Verschlechte-
rungsverbot (Verbot der «reformatio in peius») zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorwurf des Raubes gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten 2 wird gemäss Anklageschrift vom 22. Februar 2021 
(pag. 292 ff.) vorgeworfen, er habe am 15. November 2020 um ca. 19.30 Uhr, in 
K.________ (Ortschaft), F.________strasse, gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 
zum Nachteil des Privatklägers einen Raub, evtl. qualifiziert begangen unter Mit-
führen einer Schusswaffe (Art. 140 Ziff. 1 evtl. Ziff. 2 StGB), evtl. Nötigung (Art. 181 
StGB) begangen. Dem Vorwurf liegt folgender Sachverhalt zugrunde (Ziff. I.B.1. der 
Anklageschrift; pag. 294 f., Hervorhebungen im Original):

C.________ begab sich gemeinsam mit A.________ zur Wohnung von D.________ im Wissen, dass 
dieser zu Hause Bargeld aufbewahrte und in der Absicht, dieses unter Androhung von Waffengewalt 
und unter Anwendung von körperlicher Gewalt zu entwenden und sich damit unrechtmässig zu berei-
chern. 

In der Folge betrat A.________ zuerst die Wohnung von D.________, zog die mitgeführte, nicht mit 
Munition geladene resp. eventualiter mit Munition geladene Pistole SIG-Sauer P229 eventualiter unter 
Mitführen von passender Munition 9mm Lugar, richtete diese gegen den Kopf von D.________ und 
ging auf ihn zu, bis sich der Lauf der Pistole ein paar Zentimeter vor dessen Gesicht befand. 
A.________ verlangte dann Geld von ihm. Als D.________ merkte, dass es A.________ ernst meinte, 
versuchte er die Wohnung zu verlassen. Dabei schlug A.________ mehrmals mit dem Magazinunterteil 
der Pistole gegen den Kopf und den Nacken von D.________. Gleichzeitig betrat zu diesem Zeitpunkt 
C.________ die Wohnung. Er hinderte D.________ am Verlassen der Wohnung, indem er ihn weg-
schubste und forderte ihn mündlich auf, das Geld an A.________ zu übergeben. In der Folge kam es 
zu einem «Gerangel» zwischen den dreien, in deren Folge unter anderem eine Armkette beschädigt 
wurde. D.________ händigte schliesslich Bargeld im Betrag von rund CHF 700.00, welches auf dem 
Tisch lag, an A.________ aus. Dieser oder C.________ behändigten weiter zwei Packungen Zigaretten 
im Wert von CHF 16.00 sowie einen Schlüsselbund im Wert von ca. CHF 50.00. In der Folge gelang es 

12

D.________, die Wohnung zu verlassen, worauf A.________ und C.________ diese ebenfalls mit den 
entwendeten Vermögenswerten verliessen.

D.________ erlitt durch die Schläge und das «Gerangel» resp. einem Ziehen an seiner Halskette Hau-
trötungen, Hautverfärbungen, Hauteinblutungen und Hautabschürfungen am Hals und am Rücken. 

C.________ entschloss sich gemeinsam mit A.________ zur Begehung des Raubes, beteiligte sich an 
der Planung, wusste um die oben beschriebene Vorgehensweise und profitierte von der Beute. Durch 
seine Beteiligung leistete er mithin einen nicht vernachlässigbaren Tatbeitrag und wirkte mit 
A.________ gleichberechtigt zusammen.

eventualiter 

Nötigung (Art. 181 StGB)

C.________ erklärte sich einverstanden, mit A.________ nach K.________ (Ortschaft) mitzugehen, um 
diesem bei «Schwierigkeiten» beim Eintreiben von Geld zu helfen, welches D.________ gemäss den 
von A.________ ihm gegenüber gemachten Angaben diesem geschuldet haben soll. Durch seine Be-
teiligung, nämlich dem Versperren des Wegs, der mündlichen Aufforderung, D.________ solle das Geld 
an A.________ übergeben und der Beteiligung am «Gerangel» leistete er einen nicht vernachlässigba-
ren Tatbeitrag an einer widerrechtlichen Eintreibung einer Geldforderung mittels Einsatz von Gewalt.

Deliktsbetrag: ca. CHF 756.00
Mittäter: A.________
Privatkläger: D.________ (Zivilklage: mind. CHF 1'500.00)

9. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte 2 am 15. November 2020 zusammen mit dem 
Beschuldigten 1 mit dem Zug nach K.________ (Ortschaft) reiste, mit dem Ziel beim 
Privatkläger an Geld für ihren Drogenkonsum zu gelangen. Auch wird nicht bestrit-
ten, dass der Beschuldigte 2 in einem gewissen Mass in das Geschehen zum Nach-
teil des Privatklägers eingegriffen hat (pag. 437), indem er diesem insbesondere den 
Weg versperrte (pag. 110 Z. 46, pag. 111 Z. 110 f., pag. 113 Z. 196, pag. 423 Z. 34 
f., pag. 438) und ihn mündlich aufforderte, das verlangte Geld an den Beschuldig-
ten 1 auszuhändigen (pag. 126 Z. 154 f., pag. 423 Z. 40).

Seitens des Beschuldigten 2 wird hingegen nach wie vor bestritten, dass er sich im 
Wissen um das Mitführen einer echten Waffe durch den Beschuldigten 1 sowie in 
der Absicht unter Androhung von Waffen- und Körpergewalt das Geld vom Privat-
kläger zu entwenden und sich damit unrechtmässig zu bereichern, zusammen mit 
den Beschuldigten 1 nach K.________ (Ortschaft) begeben hat. Demnach bestreitet 
der Beschuldigte 2 die gemeinsame Entschlussfassung zum Raub, seine Beteiligung 
an der Planung desselben sowie die Absicht der unrechtmässigen Bereicherung.

10. Beweismittel

Als objektive und subjektive Beweismittel liegen der Kammer insbesondere der An-
zeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 30. November 2020 mit Beilagen (pag. 57 
ff.), der Berichtsrapport der Kantonspolizei Bern vom 30. November 2020 (pag. 171 
ff.), der Anhalterapport der Kantonspolizei Aargau vom 9. Dezember 2020 (pag. 6 
ff.), der Nachtrag der Kantonspolizei Bern vom 11. Dezember 2020 mit Beilagen 

13

(pag. 67 ff.), der Rapport Forensik der Kantonspolizei Bern vom 6. Januar 2021 mit 
dem Material- und Spurenverzeichnis (pag. 80 ff.), das rechtsmedizinische Gutach-
ten zur körperlichen Untersuchung des Privatklägers des Instituts für Rechtsmedizin 
der Universität Bern (nachfolgend IRM) vom 25. November 2020 (pag. 162 ff.) sowie 
insbesondere die Aussagen des Privatklägers (pag. 60, 131 ff., 139 f., 144 ff.), des 
Beschuldigten 1 (pag. 87 ff., 99 ff., 411 ff., 649 ff.) und diejenigen des Beschuldig-
ten 2 (pag. 108 ff., 122 ff., 419 ff.) sowie von Auskunftspersonen (pag. 153 ff. und 
156 ff.) vor.

Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel, die bereits dem erst-
instanzlichen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend und ausführlich wiedergegeben 
und zusammengefasst; darauf kann verwiesen werden (S. 10 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 508 ff.). Die Kammer kommt auf einzelne davon im 
Rahmen der konkreten Beweiswürdigung (E. II.12 unten) zurück. Soweit notwendig, 
wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung näher auf die einzelnen Aus-
sagen der Beteiligten eingegangen. Während der oberinstanzlichen Einvernahme 
vom 30. März 2022 (pag. 998 ff.) bestätigte der Beschuldigte 1 grösstenteils die von 
ihm anlässlich staatsanwaltschaftlicher und vorinstanzlicher Befragung gemachten 
Aussagen. Soweit die Aussagen vor Berufungsgericht relevant sind oder massge-
blich von den vorherigen abweichen, wird in nachfolgender Beweiswürdigung 
(E. II.12 unten) darauf eingegangen.

11. Beweiswürdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt fest, der Sachverhalt gemäss Anklageschrift resp. die Gescheh-
nisse des besagten Abends würden sich im Grossen und Ganzen aus den zum Ab-
lauf übereinstimmenden Ausführungen der Beteiligten ergeben. Sie hielt folgenden 
Tatablauf als erstellt (S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 520): 

Die beiden Beschuldigten begaben sich mit dem Zug nach K.________ (Ortschaft) zum Privatkläger, 
weil A.________ beim Privatkläger eine grössere Menge Geld und Drogen vermutete. A.________ be-
trat die Wohnung des Privatklägers zunächst alleine. Er hielt dem Privatkläger die Pistole an den Kopf 
und verlangte Geld und Drogen. Der Privatkläger hielt das Geschehen zunächst für einen Witz. Als er 
merkte, dass A.________ es ernst meinte, wollte er die Wohnung verlassen. In dem Moment schlug 
A.________ dem Privatkläger mehrmals mit der Pistole gegen den Kopf/Nacken und C.________, wel-
cher unterdessen die Wohnung ebenfalls betreten hatte, versperrte dem Privatkläger den Weg und 
verlangte ebenfalls die Herausgabe des Geldes. Es kam zu einem Gerangel. A.________ behändigte 
ein paar Hundert Franken und Drogen. Dem Privatkläger gelang es schliesslich doch, die Wohnung zu 
verlassen, woraufhin auch A.________ und danach C.________ die Wohnung in verschiedene Rich-
tungen verliessen. Am Bahnhof K.________ (Ortschaft) trafen sich die beiden Beschuldigten wieder 
und fuhren mit dem Zug zurück in den Kanton Aargau. Der Geldbetrag wurde aufgeteilt und die Drogen 
hat A.________ bei sich behalten, wobei er davon C.________ auch etwas abgegeben hat.

Weiter hielt die Vorinstanz fest, es sei davon auszugehen, dass die mitgeführte echte 
Waffe nicht geladen und keine Munition mitgeführt worden war (S. 22 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 520). Unklar bleibe der Verbleib der Zigaretten 
und des Schlüsselbundes. Beide Beschuldigten hätten ausgeführt, nichts über die 
Zigaretten und den Schlüsselbund zu wissen, weshalb diese beim Deliktsbetrag 
nicht berücksichtigt würden. Auch der Privatkläger habe ausgeführt, es sei nur eine 

14

Vermutung, dass die Beschuldigten auch die Zigaretten und den Schlüsselbund ent-
wendet hätten. Gestützt auf die Aussagen des Privatklägers bezüglich dem Bargeld-
betrag ging die Vorinstanz von einem Deliktsbetrag von ca. CHF 700.00 aus (S. 22 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 520 f.).

In Bezug auf die Frage, wovon der Beschuldigte 2 ausgegangen ist, das heisst, ob 
er an das Eintreiben von Schulden glaubte oder ob er von einem Ausrauben ausge-
gangen ist und ob/was er über die mitgeführte echte Waffe gewusst hat, erachtete 
die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten 1 und des Privatklägers im Ergebnis 
als grundsätzlich glaubhaft und stellte darauf ab. Demgegenüber beurteilte sie die 
Darstellung des Beschuldigten 2, er habe die Waffe erst in der Wohnung gesehen, 
als Schutzbehauptung. Konkret führte die Vorinstanz hierzu aus (S. 23 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 521 ff.):

Die Aussagen von A.________ erachtet das Gericht als glaubhaft. Er hat den Raub von Anfang an 
zugegeben und detailreiche Aussagen gemacht wie beispielsweise, wo der Privatkläger überall Drogen 
aufbewahrte. Mit seinen Aussagen hat sich A.________ auch selber zusätzlich belastet, indem er an-
gegeben hat, neben dem Bargeld noch 5-10 Gramm Heroin entwendet zu haben (pag. 93 Z. 164). Auch 
hat er von sich aus zugegeben, dass er C.________ einen Teil der Beute vorenthalten habe (pag. 105 
Z. 148). Solches hätte ihm nicht nachgewiesen werden können. A.________ hat bei der Polizei nichts 
zum «Wissen» von C.________ ausgesagt. Er wurde jedoch auch nicht dazu befragt. Bei der Staats-
anwaltschaft hat A.________ zunächst ausgesagt, dass C.________ so wenig wie möglich gewusst 
habe, und er nicht glaube, dass er von einer echten Waffe gewusst habe (pag. 102 Z. 105 ff.). Kurz 
darauf, d.h. zwei Seiten später im Protokoll (pag. 104 Z. 176 f.) hat A.________ sich korrigiert und 
ausgeführt, C.________ habe gewusst, dass er eine echte Waffe dabei gehabt habe. A.________ hat 
denn auch seine erste Aussage beim Verlesen des Protokolls korrigiert und ausgeführt, dass 
C.________ von Anfang an gewusst habe, dass er eine Waffe dabei gehabt habe. A.________ hat 
zudem sowohl bei seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft als auch an der Hauptverhandlung 
ausgesagt, dass er C.________ die Waffe gezeigt habe und C.________ von Anfang an gewusst habe, 
dass er eine Waffe dabei hatte. C.________ habe gewusst, dass man jemanden ausnehmen wollte. 
Auch hat A.________ C.________ nicht übermässig belastet. Er hat sogar ausgeführt, C.________ 
habe «nicht den Haufen gemacht» (pag. 92 Z. 120). Bezüglich des Wissens um das Mitführen der Waffe 
hat A.________ aber konstant ausgesagt, dass C.________ von Anfang an davon gewusst habe. Für 
das Gericht ist auch erwiesen, dass A.________ die Waffe ohne C.________ geholt resp. ausgegraben 
hat. Wann genau der A.________ die Waffe geholt hatte, blieb unklar. Dies spielt aber für die weitere 
Beurteilung keine Rolle. A.________ macht insgesamt glaubhafte Aussagen und das Gericht stützt auf 
seine Angaben ab. 

Auch die Aussagen des Privatklägers erachtet das Gericht als glaubhaft. Das Bestreiten des entwen-
deten Heroins lässt sich dadurch erklären, dass sich der Privatkläger nicht selber belasten wollte und 
nicht angeben wollte, dass er eine grössere Menge Heroin in seiner Wohnung aufbewahrte. Der Privat-
kläger hat bestätigt, dass A.________ ihn nach Drogen gefragt habe, er ihn aber an die Schiffländte 
verwiesen habe. Dies ist als Schutzbehauptung zu werten. Der Privatkläger hat aber zum Vorfall vom 
15.11.2020 auch ausgesagt, dass A.________ gesagt habe, er solle den Stoff und das Geld hervorma-
chen (pag. 148 Z. 156). Nachdem A.________ das Geld genommen habe, habe dieser noch weiterge-
sucht, ob er Stoff oder Ähnliches finde (pag. 133 Z. 73 ff.). Diese Aussagen des Privatklägers stützen 
die Ausführungen von A.________, wonach klar davon ausgegangen worden war, dass die Beschul-
digten beim Privatkläger in der Wohnung Geld und Drogen erbeuten wollten. 

15

C.________ führte aus, er habe die Waffe erst gesehen, als es laut geworden sei, und er in die Woh-
nung gekommen sei. Nach seiner Darstellung hat er die Waffe erst in der Wohnung gesehen, woraufhin 
er die Türe zugemacht, die Arme ausgebreitet und im Gerangel den Privatkläger zurückgeschubst habe. 
Zum Privatkläger habe er gesagt, er solle die Kohle rausmachen, sonst gebe es was auf die Fresse. 
Bei der Polizei hat C.________ zunächst gesagt, er sei schockiert gewesen, dass es so ausgeartet sei, 
womit er die Schläge meine. Erst später sagte er, er sei ziemlich geschockt gewesen wegen der 
Schusswaffe und dem ganzen Geschrei. Bei der ersten Erwähnung hat C.________ den Schock klar 
auf die Schläge bezogen und nicht auf den Umstand, dass noch eine Waffe im Spiel war. Wenn man 
von der Version von C.________ ausgehen würde, wonach der Privatkläger A.________ noch Geld 
geschuldet hätte und man das Geld notfalls mit Schlägen hätte holen wollen, dann hätte C.________ 
beim ersten Mal, als er die Waffe gesehen hatte, schockiert sein müssen. Anstelle die Wohnung scho-
ckiert zu verlassen, hat C.________ jedoch seine Arme ausgebreitet und dem Privatkläger den Weg 
zum Ausgang versperrt und ihn herumgeschubst. Das spricht für das Gericht nicht für ein schockiertes 
Verhalten wegen der Waffe. Auch sein Verhalten nach dem Vorfall spricht dafür, dass C.________ nicht 
schockiert war, ist er doch mit einem Bier in der Hand langsam auf die Gruppe mit dem Privatkläger 
zugelaufen und hat gemäss Aussagen des Privatklägers wie eine Rolle gespielt und gefragt: «wo 
iser?». C.________ hat eine andere Wortwahl gebraucht. Er hat verschiedene Versionen ausgeführt, 
was er nach dem eigentlichen Vorfall zum Privatkläger gesagt habe (Warum hast du das nicht sofort 
gegeben resp. gib ihm das doch, dann sei es erledigt resp. er solle ihm einfach das Geld geben). Diese 
Aussage macht für das Gericht keinen Sinn, vielmehr macht Sinn, dass er – wie vom Privatkläger aus-
geführt wurde – wie eine Rolle gespielt hat und die Frage «wo iser?» gestellt hat. Das Gericht stützt 
diesbezüglich auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers ab, welche dieser direkt nach dem Vorfall 
gemacht hat. C.________ hat demnach nach dem Vorfall wie eine Rolle gespielt und war aus Sicht des 
Gerichts nicht schockiert über die eingesetzte Waffe. Wenn C.________ nichts über die Waffe gewusst 
hätte und davon ausgegangen wäre, dass der Privatkläger A.________ Geld schuldet, woraufhin es zu 
Schlägen gekommen wäre und er den Einsatz der Waffe gesehen hätte, dann wäre zu erwarten gewe-
sen, dass er sich anders verhalten hätte und beispielsweise davongerannt wäre. Er hätte ja nicht ge-
wusst, ob die Waffe geladen wäre oder nicht und wie weit A.________ gehen würde. Dies hat 
C.________ aber eben gerade nicht gemacht, sondern dem Privatkläger mit seinen Armen den Weg 
versperrt, sich auf ein Gerangel eingelassen und den Privatkläger geschubst. Auch das Nachtatverhal-
ten spricht wie bereits ausgeführt dafür, dass C.________ nicht schockiert war und im Vorfeld über die 
Waffe Bescheid gewusst haben muss. Es ist auch nicht erklärbar, dass C.________ angibt, bezüglich 
der Geldschulden nichts Näheres zu wissen, und sich nicht erinnern kann, was am Tag gewesen sei 
resp. was besprochen worden sei, sich aber gleichzeitig an Details und Gespräche des Vorfalles resp. 
im Anschluss an den Vorfall erinnern kann. So wie er ausführte, dass er dem Privatkläger in der Woh-
nung zweimal gesagt habe, er solle das Geld hervor geben bzw. ihm gesagt habe, er hätte es doch 
besser gegeben. Die Aussagen, sich wegen der Drogen nicht erinnern zu können, stehen im Wider-
spruch zu seinen Aussagen zum späteren Geschehen. Für das Gericht ist nicht erklärbar, dass 
C.________ bezüglich Geldschulden nicht weitere Informationen von A.________ eingeholt hat. Wenn 
es tatsächlich um Geldschulden gegangen wäre, wäre zu erwarten, dass C.________ A.________ 
dazu befragt hätte, wer bei ihm wie hohe Schulden habe. Es gibt keinen Grund, dass A.________ noch 
von jemandem Geld zu Gute haben sollte, zumal er ja arbeitslos und drogensüchtig war und 
C.________ auch keinen Mietzins zahlen konnte. Die entsprechenden Ausführungen von C.________ 
wertet das Gericht daher als Schutzbehauptungen.

Im Ergebnis ging die Vorinstanz gestützt auf die als glaubhaft taxierten Aussagen 
des Beschuldigten 1 und des Privatklägers davon aus, dass der Beschuldigte 2 von 

16

der Waffe wusste und diese nicht erst in der Wohnung des Privatklägers zum ersten 
Mal gesehen hat. Die Vorinstanz erachtete es insofern als erstellt, dass der Beschul-
digte 2 gewusst hat, dass der Beschuldigte 1 eine Waffe dabeihatte und es ihnen 
darum gegangen ist, jemanden auszunehmen, d.h. einen Raub zum Nachteil des 
Privatklägers zu begehen und nicht um das Eintreiben einer bestehenden Forde-
rung. Die Beschuldigten hätten sich an den gemeinsamen Plan gehalten, wonach 
zunächst der Beschuldigte 1 allein zum Privatkläger gehen sollte, weil er ihn gekannt 
habe, und der Beschuldigte 2 dann hinzukommen sollte. Der Tatbeitrag des Beschul-
digten 2 sei auch notwendig gewesen, denn erst als der Beschuldigte 2 ebenfalls in 
der Wohnung gewesen sei und mündlich die Herausgabe von Geld verlangt habe 
und es zu einem Gerangel gekommen sei, habe der Privatkläger Bargeld ausgehän-
digt. Die Hinderung des Privatklägers am Verlassen der Wohnung und die mündliche 
Aufforderung würden nach Auffassung der Vorinstanz einen wesentlichen Tatbeitrag 
darstellen. Auch habe der Beschuldigte 2 anschliessend von der Beute profitiert. Im 
Ergebnis erachtete die Vorinstanz den Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. I.B.1. 
als erstellt.

12. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

12.1 Vorbringen des Beschuldigten 2 bzw. der Verteidigung

Seitens des Beschuldigten 2 wurde oberinstanzlich zusammengefasst vorgebracht 
(pag. 675 ff.), es sei fraglich, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen sei, 
dass der Beschuldigte 2 vom Raub gewusst habe. Zentral sei mit welchem Ziel und 
mit welchem Wissen er sich nach K.________ (Ortschaft) begeben habe.

Entgegen der Vorinstanz seien die Aussagen des Beschuldigten 1 weder glaubhaft 
noch widerspruchsfrei: Womöglich habe der Beschuldigte 1 seine Darstellung – der 
Beschuldigte 2 habe sehr wohl gewusst, dass in K.________ (Ortschaft) unter Ge-
waltanwendung Geld und/oder Drogen entwendet werden sollten. Sie hätten verein-
bart, dass der Beschuldigte 2 ihm helfe, den Privatkläger auszurauben – erst nach-
dem er davon Kenntnis erhalten habe, dass der Beschuldigte 2 im Gegensatz zu ihm 
bereits wieder entlassen worden sei, geäussert. Auch stimme die Aussage des Be-
schuldigten 1, er sei vom Beschuldigten 2 «ausgesogen» worden, nicht. Der Be-
schuldigte 2 habe im Unterschied zum Beschuldigten 1 gearbeitet. Entgegen eine 
gemeinsame Planung der Tat spreche insbesondere, dass sich der Beschuldigte 1 
anlässlich seiner ersten Einvernahme ausschliesslich im Singular geäussert habe 
(pag. 92 Z. 118 ff.). Die Polizei habe den Beschuldigten 1 direkt nach dem Beschul-
digten 2 gefragt. Das Argument, er habe den Beschuldigten 2 dabei decken wollen, 
könne nicht ins Feld geführt werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung habe der 
Beschuldigte 1 überdies im Widerspruch zu seiner anfänglichen Darstellung, wonach 
der Raub seine Idee gewesen sei (pag. 92 Z. 108, pag. 101 Z. 80), ausgesagt, sie 
seien zusammen auf die Idee gekommen. 

Des Weiteren habe der Beschuldigte 1 dem Beschuldigten 2 Infos vorenthalten: Er 
habe bei der Hafteröffnung erklärt, vor der Tatbegehung sei nicht viel besprochen 
bzw. abgemacht worden (pag. 101 Z. 68). Nachfolgend habe er auf die Frage, ob er 
dem Beschuldigten 2 gesagt habe, dass er beim Privatkläger bereits Drogen gese-
hen sowie von ihm gekauft habe und eben entsprechend davon ausgegangen sei, 

17

dass es in dessen Domizil eine grössere Geldsumme habe, geantwortet, dass er 
sich an die genaue Wortwahl nicht erinnern könne. Er denke aber, dass es so gewe-
sen sei (pag. 15 Z. 82 ff.). Vor dem Berufungsgericht habe er ausgeführt, er habe 
sich bewusst zurückgehalten, dem Beschuldigten 2 von der Waffe zu erzählen. Der 
Beschuldigte 1 habe aber gewusst, was beim Privatkläger zu holen sei (pag. 102 
Z. 92). Es sei davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte 2 bei gleichem Wissen 
nicht mit so wenig, wie er schliesslich erhalten habe, hätte abspeisen lassen 
(pag. 103 Z. 142 und Z. 148). Schliesslich habe der Beschuldigte 1 zu Protokoll ge-
geben, der Beschuldigte 2 habe, als sie zusammen in M.________ (Ortschaft) mit 
dem Zug losgefahren seien, so wenig wie möglich gewusst. Er glaube nicht, dass 
der Beschuldigte 2 gewusst habe, dass er eine Waffe dabei gehabt habe (pag. 16 
Z. 101 ff.). Erst nachträglich habe er seine Aussagen geändert. Es sei davon auszu-
gehen, dass der Beschuldigte 2 in den genauen Plan des Beschuldigten 1 nicht ein-
geweiht gewesen sei. Es sei auf die Darstellung des Beschuldigten 2 abzustellen. 
Dieser habe seine Darstellung von Beginn weg in konstanter Art und Weise dargelegt 
und sich nicht widersprochen. Auch habe er die Frage, warum der Privatkläger dem 
Beschuldigten 1 noch Geld schulden sollte, verständlich beantwortet (pag. 117 
Z. 382). Im Übrigen spreche auch der Umstand, dass der Beschuldigte 2 den Be-
schuldigten 1 nicht nach der Höhe der Schulden des Privatklägers gefragt habe, ent-
gegen der Vorinstanz, nicht gegen seine Version. Der Beschuldigte 1 habe dem Be-
schuldigten 2 den Erhalt von Geld und Drogen in Aussicht gestellt, dies sei insbe-
sondere für einen Suchtkranken ausreichend.

Der Beschuldigte 1 habe aggraviert: Zum Wissen des Beschuldigten 2 über die 
Waffe, habe der Beschuldigte 1 vor Berufungsinstanz neu vorgebracht, der Beschul-
digte 2 habe sich wie ein kleines Kind gefreut, habe die Waffe angefasst, sie hätten 
eine Nacht lang damit «gespielt», sie auseinandergenommen. Sowie, die Waffe sei 
der Hauptgrund gewesen, warum man auf die Idee gekommen sei. Der Beschul-
digte 2 habe ihn dazu gedrängt, er habe gesagt, «komm das machen wir». Weiter 
habe er zu Protokoll gegeben, sie seien dann zusammen die Waffe holen gegangen. 
Zu Beginn habe der Beschuldigte 1 aber ausgesagt, er glaube nicht, dass der Be-
schuldigte 2 gewusst habe, dass er eine Waffe dabei gehabt habe (pag. 16 
Z. 101 ff.). Erst nachträglich, nach Vorhalt der Aussagen des Beschuldigten 2, habe 
er seine Aussagen abgeändert. Vor der Vorinstanz habe der Beschuldigte 1 sodann 
gesagt, der Beschuldigte 2 habe von der Waffe gewusst, weil er bei diesem gewohnt 
habe und ihm diese gezeigt habe (pag. 415 Z. 6 ff.). Auch wenn es sein könne, dass 
der Beschuldigte 2 von der Existenz der Waffe Kenntnis gehabt habe, reiche es 
nicht, um auf dessen Wissen über das Mitführen der Waffe durch den Beschuldig-
ten 1 zu schliessen. 

Weiter sei entgegen der Vorinstanz, das Nachtatverhalten des Beschuldigten 2 mit 
dem von ihm geschilderten Schockzustand zu vereinbaren. Die Vorinstanz habe auf 
die Aussagen des Privatklägers (pag. 133 Z. 75 ff.) abgestellt. Aus diesen könne 
aber insbesondere nicht darauf geschlossen werden, dass der Beschuldigten 2 von 
der Waffe Kenntnis gehabt habe. Ein derartiges, wie vom Beschuldigten 2 (pag. 112 
Z. 123 ff.) und von der Auskunftsperson (pag. 154 Z. 39 ff.) geschildertes, Nachtat-
verhalten wäre für jemanden, der wisse bzw. davon ausgehe, dass er gerade einen 

18

Raub unter Androhung von Waffen- und Körpergewalt begangen habe, sehr sonder-
bar. Vielmehr gehe daraus die Verwunderung des Beschuldigten 2, warum das mit 
dem Schuldeintreiben nicht geklappt habe, hervor. Offenbar sei er sich der Tragweite 
der Handlungen des Beschuldigten 1 nicht bewusst gewesen. Aufgrund seiner 
Suchtkrankheit habe der Beschuldigte 2 einen Moment gebraucht, um die Gescheh-
nisse einzuordnen. Auch lasse sich so erklären, dass sich der Beschuldigte 2 dem 
Privatkläger vorerst in den Weg gestellt und diesen am Verlassen der Örtlichkeit ge-
hindert habe. Die Ausführungen der Vorinstanz, vom Beschuldigten 2 wäre ein an-
deres Verhalten zu erwarten gewesen, beispielsweise, dass er davonrenne, greife 
zu kurz. Wie es kein typisches Opferverhalten gebe, gebe es auch kein typisches 
Verhalten für eine suchtkranke Person. Dem Beschuldigten 2 könne nicht nachge-
wiesen werden, dass er, in der Absicht den Privatkläger unter Anwendung von Waf-
fen- und Körpergewalt auszurauben und mit dem Ziel, sich unrechtmässig zu berei-
chern, nach K.________ (Ortschaft) gefahren sei. Die Annahme dieser Darstellung 
verstosse gegen den Grundsatz in dubio pro reo.

Es sei von folgendem, der Eventualanklage entsprechenden, Beweisergebnis aus-
zugehen: Der Beschuldigte 2 habe am 15. November 2020 mit dem Beschuldigten 1 
vereinbart, Letzterem bei Schwierigkeiten bei der Geldeintreibung zu helfen. Der Be-
schuldigte 2 sei dabei davon ausgegangen, dass der Privatkläger dem Beschuldig-
ten 1 das Geld schulde. Es habe demnach keine unrechtmässige Bereicherungsab-
sicht vorgelegen. Der eventualiter angeklagte Sachverhalt sei erfüllt. Der Sachver-
halt gemäss der Hauptanklage lasse sich jedoch nicht erstellen.

12.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Von Seiten der Generalstaatsanwaltschaft wurde oberinstanzlich zusammengefasst 
vorgebracht (pag. 681 ff.), der vorinstanzlich erstellte Sachverhalt sei zutreffend. 
Ausser Frage stehe, dass der Beschuldigte 2 dem Privatkläger den Weg versperrt 
und ihn verbal aufgefordert habe, das Geld herauszugeben. Umstritten sei einzig das 
Ausmass der Tatbeteiligung des Beschuldigten 2. Zentral sei dabei die Frage, was 
der Beschuldigte 2 über den Tatplan gewusst habe. Gemäss den eigenen Aussagen 
des Beschuldigten 2, habe der Beschuldigte 1 gesagt, der Privatkläger schulde ihm 
Geld und er solle zu seiner Unterstützung mitgehen. Demgegenüber sage der Be-
schuldigte 1, sie hätten gemeinsam überlegt, wie sie zu Geld kommen könnten. Da-
bei sei ihm der Privatkläger in den Sinn gekommen. Gemeinsam hätten sie dann 
beschlossen, diesen ausnehmen zu wollen. Der Ausdruck «Ausnehmen» des Be-
schuldigten 1 (pag 414 Z. 28), könne nicht mit Geld, auf welches man rechtmässigen 
Anspruch habe, in Verbindung gebracht werden. Die Verteidigung führe zwar korrekt 
an, dass der Beschuldigte 1 bei seiner ersten Einvernahme ausgeführt habe, der 
Beschuldigte 2 habe so wenig gewusst, wie möglich und er glaube nicht, dass der 
Beschuldigte 2 gewusst habe, dass er eine echte Waffe dabei gehabt habe. Etwas 
später im Protokoll werde aber ein selbstmotiviertes Korrigendum aufgeführt. Im 
Weiteren habe der Beschuldigte 1 an seiner Aussage, der Beschuldigte 2 habe von 
der Waffe gewusst, festgehalten. So habe er ausgeführt, er habe ihm diese in der 
Wohnung gezeigt. Anschliessend hätten sie begonnen sich «aufzuschaukeln» und 
die Tat zu planen. Dies sei als starkes Realitätskriterium zu werten. Aufgrund der 
Waffe fühle man sich stark und man überlege, was mit der Waffe angefangen werden 

19

könnte. Es sei von einer gemeinsamen Absprache auszugehen. Die Beschuldigten 
seien zusammen mit der Absicht, den Privatkläger auszunehmen, nach K.________ 
(Ortschaft) gefahren. Dort sei nach Plan verfahren worden: Der Beschuldigte 1 gehe 
als Erster in die Wohnung, weil der Privatkläger diesen kenne. Später solle der Be-
schuldigte 2 in die Wohnung nachkommen. Es seien aber auch Widersprüche bzw. 
Relativierungen in den Aussagen des Beschuldigten 1 ersichtlich. Sein Aussagever-
halten zum Deliktsbetrag erscheine auf den ersten Blick schwankend, es sei aber 
davon auszugehen, dass der Umgang mit Geld des Beschuldigen 1 wohl nicht sehr 
konzis sei. Auch sei die Kernaussage gleichbleibend geblieben. Die Äusserung be-
züglich dem Wissen des Beschuldigten 2 über die Waffe, habe der Beschuldigte 1 
sodann bereits während der gleichen Einvernahme, beim Verlesen des Protokolls, 
korrigiert. Dies sei kein Grund, die Glaubhaftigkeit der Aussagen vom Beschuldig-
ten 1 in Zweifel zu ziehen. Demnach sei den Aussagen des Beschuldigten 1 zu fol-
gen. Dieser habe weitestgehend konstant geschildert, wie es zur Tat gekommen sei 
und es sei ihm möglich gewesen, die Absprachen zwischen den Beschuldigten auf-
zuzeigen. Zudem habe er sich mit seinen eigenen Aussagen massiv selber belastet 
und habe auch Umstände zugegeben, welche ihm nicht hätten nachgewiesen wer-
den können.

Hingegen habe der Beschuldigte 2 mehrmals Unwissen vorgebracht. Diese Erinne-
rungslücken seien unglaubhaft, sie stünden im Widerspruch zu seinen Aussagen 
zum späteren Geschehen. Der Beschuldigte 2 habe sehr detailliert sagen können, 
was nach dem eigentlichen Vorfall passiert sei. Dies sei aussagenpsychologisch als 
Lügensignal zu werten. Während der Beschuldigte 2 Schlimmes unterdrücke, hebe 
er entschuldigende Umstände hervor. Es sei kein Grund ersichtlich, weshalb der Be-
schuldigte 2 geglaubt haben soll, dass der Privatkläger dem Beschuldigten 1 Geld 
schulde. Es sei auch nicht nachvollziehbar, warum der Beschuldigten 1 im Falle ei-
ner berechtigten Forderung, Verstärkung für deren Eintreibung hätte hinzuziehen 
sollen. Weiter sei unglaubhaft, dass der Beschuldigte 2 beim Anblick der Waffe in 
der Wohnung des Privatklägers geschockt gewesen sei. Als dieser die Waffe gese-
hen habe, habe er nicht das Weite gesucht, sondern dem Privatkläger, wie abge-
macht, den Weg versperrt. Er habe genau gewusst, dass der Beschuldigte 1 eine 
ungeladene und demnach ungefährliche Waffe mitgeführt habe.

Es sei dem Beschuldigten 1 zu glauben. Mit der Vorinstanz sei davon auszugehen, 
dass der Beschuldigten 2 von der Mitnahme der Waffe durch den Beschuldigten 1 
gewusst habe. Dem Beschuldigten 2 sei ein erheblicher Tatbeitrag anzurechnen.

13. Beweiswürdigung der Kammer

13.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

In Bezug auf die allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung und zur Aussagen-
analyse im Besonderen kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (S. 5 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 503 ff.). 

Ergänzend anzuführen ist, dass die der vorliegenden Beweiswürdigung zugrundelie-
gende Frage, ob der Beschuldigte 2 wusste, dass der Beschuldigte 1 eine Waffe da-
bei hatte, im Kern auf inneren Tatsachen gründet, die kaum je einem direkten Beweis 
zugänglich sind, sondern regelmässig erst anhand einer Verbindung verschiedener 

20

Indizien ermittelt werden können. Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, wenn 
selber bewiesen, auf eine andere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen 
lassen. Der erfolgreiche Indizienbeweis begründet eine der Lebenserfahrung ent-
sprechende Vermutung, dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_804/2017 vom 23. Mai 2018 E. 2.2.3.4. mit weiteren Hinweisen).

13.2 Beweiswürdigung in concreto

13.2.1 Rahmensachverhalt

Die Kammer schliesst sich den Ausführungen der Vorinstanz zum Rahmensachver-
halt (S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 520) im Grundsatz an. Die 
Geschehnisse des besagten Abends ergeben sich im Wesentlichen aus den zum 
Ablauf übereinstimmenden Ausführungen der Verfahrensbeteiligten. Es gilt anzufü-
gen, was folgt:

13.2.2 Mitführen einer geladenen/ungeladenen Waffe

Der Vorinstanz kann insbesondere darin zugestimmt werden, wenn sie in Würdigung 
der objektiven und subjektiven Beweismittel ausführt, es könne nicht davon ausge-
gangen werden, dass die mitgeführte echte Waffe im Tatzeitpunkt geladen war und 
Munition mitgeführt wurde. Der Beschuldigte 1 hielt diesbezüglich von Anfang an 
daran fest, die Waffe ungeladen und ohne Munition nach K.________ (Ortschaft) 
gebracht zu haben. Diesbezüglich kann auf seine glaubhaften Aussagen abgestellt 
werden, wonach die Waffe zum Glück nicht geladen gewesen sei, ansonsten das 
Magazin leer wäre (pag. 92 Z. 129 f.) bzw. die Waffe am Tattag nicht geladen gewe-
sen sei, sonst mehr hätte passieren können (pag. 93 Z. 173 f.), man nur Gott danken 
könne, dass die Waffe nicht geladen gewesen sei (pag. 96 Z. 307 f.) sowie auf die 
glaubhafte Äusserung vor Berufungsinstanz, wonach das Gute gewesen sei, dass 
er keine Munition dabei gehabt habe, ansonsten sie noch auf blödere Ideen gekom-
men wären (pag. 666 Z. 23 f.). Der Beschuldigte 1 konnte somit selber nicht aussch-
liessen, dass er im Affekt, im Delirium, die Schusswaffe gebraucht und das Magazin 
geleert hätte. Angesichts dessen, dass der Beschuldigte 1 am Tattag unter dem Ein-
fluss von Drogen und Alkohol stand, ist nicht auszuschliessen, dass eine Schussab-
gabe bei tatsächlicher Ladung der Waffe erfolgt wäre, was für die Version des Be-
schuldigten 1 spricht. Alleine durch das spätere Auffinden von Munition kann jeden-
falls nicht geschlossen werden, dass am besagten Abend in K.________ (Ortschaft) 
Munition mitgeführt worden war. Die Begründung des Beschuldigten 1, weshalb die 
Waffe in der Zwischenzeit bis zu deren Auffinden geladen wurde, namentlich, weil er 
damit über die Grenze gehen wollte, erscheint demgegenüber nicht als glaubhaft. 
Auch kann er nicht klar angeben, wann er denn die Munition an seinem früheren 
Domizil geholt hat. Auf konkrete Frage der Gerichtspräsidentin gab er im Rahmen 
der Befragung an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die Antwort, er habe die 
Munition dazwischen geholt, weil er gewusst habe, dass er leere Magazine gehabt 
habe. Er habe in der Zwischenzeit alles geholt, damit er alles beieinander habe 
(pag. 416 Z. 6 ff.). Auf Frage, wann er die Waffe geladen habe, gab er ausweichend 
an, im Nachhinein, er habe ja noch zwei/drei Tage bei C.________ gewohnt. In der 
Zeit habe er die Munition bei sich gehabt (pag. 416 Z. 10 ff.). Auch anlässlich der 

21

oberinstanzlichen Berufungsverhandlung blieb er einer konkreten Antwort, wann ge-
nau er die Munition geholt und die Waffe geladen habe, schuldig (pag. 667 Z. 16 ff.). 
Diese Frage muss mangels Beweisbarkeit offen bleiben.

In Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo und auch mit Blick auf das Ver-
schlechterungsverbot ist auch oberinstanzlich davon auszugehen, dass die Schuss-
waffe im Tatzeitpunkt nicht geladen war. Ein qualifizierter Raub steht damit vorlie-
gend nicht zur Diskussion.

13.2.3 Verbleib der Zigaretten und des Schlüsselbundes

Die vorinstanzliche Würdigung, wonach der Verbleib der Zigaretten und des Schlüs-
selbundes unklar bleibe, ist nicht zu beanstanden (S. 22 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 520). Es kann nicht mehr eruiert werden, ob der Beschul-
digte 1 und/oder der Beschuldigte 2 die in der Anklageschrift aufgeführten zwei Pa-
ckungen Zigaretten und einen Schlüsselbund entwendet haben oder nicht. Diesbe-
züglich kann der Sachverhalt nicht als erstellt gelten.

13.2.4 Deliktsbetrag

Während die Vorinstanz den entwendeten Bargeldbetrag auf CHF 700.00 bezifferte, 
erscheint es als angezeigt, diesen auf lediglich CHF 600.00 festzusetzen. Der Pri-
vatkläger hielt in seiner ersten Einvernahme dafür, dass ihm insgesamt rund 
CHF 400.00 entwendet worden seien. Er gab denn auch gleich noch die konkrete 
Stückelung der Noten mit «1x CHF 200.00, 1x CHF 100.00 und 1x CHF 50.00 und 
sonst noch Geld» an (pag. 133 Z. 72 ff.). Diesen Betrag bestätigte er in derselben 
Einvernahme noch einmal, indem er aussagte, es seien ca. CHF 400.00 Bargeld 
gewesen (pag. 136 Z. 191). Erst anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsan-
waltschaft gab er an, es müsse mehr Geld gewesen sein, als er bei der Polizei an-
gegeben habe. Er habe nachgerechnet, wieviel Geld dort gelegen haben müsse, 
nämlich insgesamt über CHF 700.00. Zwei Stromrechnungen und eine TV-Rech-
nung (pag. 148 Z. 148 ff.). Die erst nachträgliche Erhöhung des angeblich entwen-
deten Betrags um fast das Doppelte erscheint nachgeschoben und nicht glaubhaft. 
Auf die Bezifferung des Privatklägers, es seien über CHF 700.00 gewesen, kann 
nicht abgestellt werden. Vielmehr ist vorliegend in Anlehnung an die Aussagen des 
Beschuldigten 1 davon auszugehen, dass der entwendete Bargeldbetrag 
CHF 600.00 betrug. So gab der Beschuldigten 1 mehrfach gleichbleibend und somit 
glaubhaft an, dass er vom Bargeld CHF 350.00 und der Beschuldigten 2 CHF 250.00 
erhalten hätten (pag. 93 Z. 152 f., pag. 416 Z. 42 ff.). Auch hat er die ungleiche Auf-
teilung nachvollziehbar damit erklärt, dass er dem Beschuldigten 2 einen Teil der 
Beute vorenthalten habe (pag. 93 Z. 159 ff., pag. 103 Z. 141 ff.). Darauf kann abge-
stellt werden. Wie viel Drogen erbeutet wurde, kann mangels konkreter Angaben der 
Beteiligten nicht mehr abschliessen eruiert werden. Der Deliktsbetrag beläuft sich 
somit auf CHF 600.00.

13.2.5 Wissen vom Beschuldigten 2 betreffend Besitz und Mitführen einer echten Schuss-
waffe durch den Beschuldigten 1

Die Frage, ob der Beschuldigten 2 wusste, dass der Beschuldigten 1 eine echte 
Schusswaffe bei sich hatte, ist vorliegend mangels objektiver Beweismittel durch 

22

Würdigung der sich gegenüberstehenden Aussagen der beiden Beschuldigten zu 
beantworten:

Mit Blick auf die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 1 kann der Vorinstanz 
zugestimmt werden, wenn sie festhält, dieser habe den Raub von Anfang an zuge-
geben und detailreiche Aussagen gemacht, wie beispielsweise, wo der Privatkläger 
überall Drogen aufbewahrt habe. Mit seinen Aussagen hat sich der Beschuldigte 1 
auch selber zusätzlich belastet, indem er angegeben hat, neben dem Bargeld noch 
5-10 Gramm Heroin entwendet zu haben. Auch hat er von sich aus zugegeben, dass 
er dem Beschuldigten 2 einen Teil der Beute vorenthalten habe. Solches hätte ihm 
nicht nachgewiesen werden können. Insoweit ist zusammen mit der Vorinstanz in 
Anwendung der Beweiswürdigungsregeln von grundsätzlich glaubhaften Ausführun-
gen des Beschuldigten 1 auszugehen (vgl. S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 521).

Vorab fragt sich, ob der Beschuldigte 2 wusste, dass der Beschuldigte 1 eine echte 
Schusswaffe besass. Dies wurde vom Beschuldigten 1 konstant bejaht. Auf entspre-
chende Frage führte er vor der Vorinstanz aus, er habe beim Beschuldigten 2 ge-
wohnt und habe ihm die Waffe zu Hause in der Stube gezeigt (pag. 415 Z. 12 ff.). 
Vor Berufungsinstanz bestätigte er diese Aussage (pag. 665 Z. 23 ff.). Wann genau 
das in zeitlicher Hinsicht gewesen sein soll und unter welchen Umständen das Zei-
gen der Waffe stattgefunden hat, blieb offen. Vermutungsweise hätte dies am Tattag 
bzw. am Tag zuvor geschehen müssen, nachdem der Beschuldigte 1 die Waffe aus 
dem Versteck geholt hatte (pag. 94 Z. 192 f., pag. 96 Z. 295 f., pag. 415 Z. 1 ff.). 
Dies ergibt sich auch aus den Aussagen des Beschuldigten 1 anlässlich der Beru-
fungsverhandlung, wonach er die Waffe vor dem Ausflug geholt habe und sie ge-
meinsam die ganze Nacht mit der Waffe «gespielt», sie auseinandergenommen und 
wieder zusammengesetzt hätten (pag. 665 ff. Z. 34 ff.). Dem widersprechend führte 
der Beschuldigte 2 aus, er habe seinen damaligen Mitbewohner gerade deshalb aus 
der Wohnung geworfen, weil dieser die Waffe in seiner Wohnung aufbewahrte, was 
er nicht toleriert habe (pag. 115 Z. 300 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung gab er zu Protokoll: «Wenn ich gewusst hätte, dass in meiner Wohnung 
eine Waffe ist – ich meine, es kommen auch andere Leute dort hin. Ich hätte das 
nicht gemacht. Da wäre ich nicht mitgefahren, auf keinen Fall» (pag. 423 Z. 18). Sein 
Missfallen gegenüber Waffen betont er auch mit Aussagen wie, er sei nie beim Militär 
gewesen und kenne sich damit (mit Waffen) nicht aus (pag. 113 Z. 214), er habe 
noch nie in seinem Leben etwas mit einer Pistole gemacht (pag. 118 Z. 426; 
pag. 119 Z. 508 f.). Diese Haltung wiederspiegelt sich in den wiederholten konstan-
ten Aussagen, wonach er nicht mitgegangen wäre, wenn er gewusst hätte, dass der 
Beschuldigte 1 eine Waffe mit sich trage (pag. 114 Z. 246, pag. 119 Z. 507 ff., 
pag. 128 Z. 209).

Ob der Beschuldigte 2 die Waffe des Beschuldigten 1 vor dem Überfall zu Gesicht 
bekommen hat, kann nicht abschliessend eruiert werden und muss vorliegend offen 
bleiben. So ist jedenfalls nicht zweifelsfrei auszuschliessen, dass der Beschuldigte 2 
die Waffe erst während dem Überfall gesehen hat und sie ihm erst danach noch vom 
Beschuldigten 1 gezeigt wurde.

23

Von der Frage, ob der Beschuldigte 2 ganz generell vom Besitz der Waffe durch den 
Beschuldigten 1 gewusst hat, ist sodann diejenige abzugrenzen, ob er gewusst hat, 
dass der Beschuldigte 1 am Tattag eine Waffe nach K.________ (Ortschaft) mit-
führte. Denn auch aus einem allfälligen Zeigen der Waffe vor dem Überfall kann kei-
nesfalls geschlossen werden, dass der Beschuldigte 2 Kenntnis davon hatte, dass 
der Beschuldigte 1 die gezeigte Waffe nach K.________ (Ortschaft) mitnehmen 
würde. Dieser Rückschluss ist nicht zulässig, zumal der Beschuldigte 1 auch nie be-
hauptet hat, er habe dem Beschuldigten 2 die Waffe im Zusammenhang mit dem 
geplanten Raubüberfall gezeigt, mithin auch nicht, als sie bereits auf dem Weg nach 
K.________ (Ortschaft) waren.

Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz (S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 521) hat der Beschuldigte 1 in Bezug auf das Wissen des Beschul-
digten 2 um das Mitführen der Waffe nicht konstant ausgesagt. So hat sich der Be-
schuldigte 1 bei der Staatsanwaltschaft zuerst dahingehend geäussert, dass der Be-
schuldigte 2 so wenig wie möglich gewusst habe und er nicht glaube, dass dieser 
von einer echten Waffe gewusst habe (hervorgehoben durch die Kammer; pag. 102 
Z. 101 ff.). Im Verlauf der weiteren Einvernahme relativierte der Beschuldigte 1 seine 
Erstaussage und hielt fest, er glaube der Beschuldigte 2 habe gewusst, dass er eine 
ungeladene Waffe dabeigehabt habe (pag. 102 Z. 117). Erst auf Vorhalt, dass der 
Beschuldigte 2 gegenüber der Polizei angegeben habe, erst dann bemerkt zu haben, 
dass der Beschuldigte 1 eine Schusswaffe bei sich gehabt habe, als er die Wohnung 
betrat, scheint sich der Beschuldigte 1 sicher zu sein und gab an, der Beschuldigte 2 
habe gewusst, dass er die Waffe dabeigehabt habe (pag. 104 Z. 177). Noch etwas 
später beim Verlesen des Protokolls korrigierte der Beschuldigte 1 seine erste – 
noch verneinende – Aussage und gab an, der Beschuldigte 2 habe von Anfang an 
gewusst, dass er eine Waffe dabeigehabt habe (pag. 102 Z. 109 f.). Die erste – und 
damit die spontanste und noch unbeeinflusste – Aussage des Beschuldigten 1 lau-
tete demnach faktisch gegenteilig zur später angebrachten Korrektur. Dazwischen 
liegt noch eine relativierende Aussage, wonach er bloss glaube, dass der Beschul-
digte 2 vom Mitführen der ungeladenen Waffe gewusst habe. Insofern kann entge-
gen den Ausführungen der Vorinstanz bezüglich des Wissens des Beschuldigten 2 
um das Mitführen der Waffe nicht von konstanten Aussagen des Beschuldigten 1 
gesprochen werden. Vielmehr sind bei seinen Aussagen Aggravierungstendenzen 
festzustellen. Auf seine diesbezüglichen Aussagen kann folglich nicht abgestellt wer-
den.

Demgegenüber führte der Beschuldigte 2 von Anfang an – bereits auf die erste Frage 
der Polizei zur Sache – aus, dass er nichts von der Schusswaffe gewusst habe 
(pag. 110 Z. 39). An dieser Aussage hielt er auch in den weiteren Befragungen kon-
stant fest (pag. 123 Z. 49 f., pag. 127 Z. 194, pag. 128 Z. 209). Für die Glaubhaftig-
keit der Aussagen des Beschuldigten 2 spricht weiter, dass er ausführte, der Be-
schuldigte 1 und er seien sich am Bahnhof in K.________ (Ortschaft) in die Haare 
geraten. Dies «Erstens wegen der Schusswaffe und das alles nur wegen 
CHF 200.00» (pag. 111 Z. 93 f.). Es ist fraglich, weshalb sich die beiden über die 
Waffe hätten streiten sollen, wenn der Beschuldigte 2 doch gewusst haben soll, dass 
der Beschuldigte 1 die Schusswaffe dabeihatte.

24

Insgesamt kann folglich nicht gesagt werden, die Aussagen des Beschuldigten 2 
seien unglaubhaft. Demgegenüber erachtet die Kammer die Aussagen des Beschul-
digten 1 als in diesem wesentlichen Punkt nicht konstant, in sich widersprüchlich und 
somit unglaubhaft. In Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» ist zugunsten 
des Beschuldigten 2 davon auszugehen, dass er nicht wusste, dass der Beschul-
digte 1 eine echte Schusswaffe nach K.________ (Ortschaft) mitführte.

13.2.6 Tatentschluss in Bezug auf die Androhung von körperlicher Gewalt und Waffenge-
walt

Dem Beschuldigten 1 war von Anfang an klar, dass er den Privatkläger unter Andro-
hung von Waffengewalt ausnehmen wollte (pag. 92 Z. 118 ff., vgl. auch Parteivortrag 
von Rechtsanwältin E.________ anlässlich der Berufungsverhandlung; pag. 676). 
Was genau zwischen den Beschuldigten besprochen wurde, lässt sich heute nicht 
mehr abschliessend eruieren. Dennoch ging der Beschuldigte 2 auch ohne Wissen 
um die Mitnahme der Waffe von Anfang an davon aus, dass das «Ausnehmen» des 
Privatklägers mit Anwendung von Gewalt einhergehen könnte. Im Rahmen seiner 
Einvernahmen gab er mehrmals zu Protokoll, er sei mitgegangen, falls es Pro-
bleme/Schwierigkeiten geben (pag. 110 Z. 38, pag. 117 Z. 371, pag. 125 Z. 112) 
oder lauter werden würde (pag. 111 Z. 103 f., pag. 114 Z. 239) bzw. für den Fall, 
dass irgendetwas passiere (pag. 423 Z. 27 f., pag. 424 Z. 2). Anlässlich der vorin-
stanzlichen Hauptverhandlung erklärte er zudem: «Wenn irgendetwas sein sollte, 
sollte ich ihn unterstützen, wenn das Opfer ihm das Geld nicht gibt» (pag. 423 Z. 39 
f.) und auf Nachfrage, wie die Unterstützung hätte aussehen sollen: «Ich sollte ein-
fach nur hinkommen, wenn irgendetwas passiert. Ich schätze, wenn er ihm das Geld 
nicht gibt» (pag. 424 Z. 1 ff.). Danach gefragt, was er sich überlegt habe, was in 
K.________ (Ortschaft) geschehen könnte, antwortete der Beschuldigte 2 vor der 
Staatsanwaltschaft: «Es könnte zu Gewalt kommen, die beiden könnten sich schla-
gen. Das habe ich mir schon gedacht. Oder einer leugnet das. Schlagen, davon bin 
ich ausgegangen, dass es Schwierigkeiten geben könnte» (pag. 126 Z. 136 ff.).

Des Weiteren hätte der Beschuldigte 1 wohl kaum eine zweite Person mitgenom-
men, wenn davon auszugehen gewesen wäre, dass der Privatkläger das Geld ohne 
Weiteres und ohne Gegenwehr herausgeben würde. Ebenfalls und insbesondere 
nach den oben angeführten Aussagen des Beschuldigten 2, ist nicht naheliegend, 
dass die beiden Beschuldigten, obwohl sie beieinander wohnten und zusammen 
zwei Stunden mit dem Zug nach K.________ (Ortschaft) fuhren, nicht darüber gere-
det haben, was im Falle einer Weigerung der Geldherausgabe passieren würde. In-
sofern ist dem Beschuldigten 2 anzulasten, dass er bei der Planung des Tathergangs 
damit gerechnet hat, dass körperliche Gewalt angewendet werden würde und dies 
entsprechend auch gewollt hat. 

Was die Anwendung von Waffengewalt betrifft, hat die Vorinstanz den Umstand, 
dass der Beschuldigte 2 beim Anblick der Waffenführung durch den Beschuldigten 1 
nicht davon gerannt sei und demnach ihrer Ansicht nach nicht in klassischer Weise 
schockiert reagiert habe, zu dessen Nachteil gewichtet (S. 24 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 522). Die Kammer folgt der Vorinstanz dabei insoweit, als 
es dem Beschuldigten 2 nachdem er die Waffe beim Eintreten in die Wohnung des 

25

Privatklägers erblickte (pag. 110 Z. 43 f., pag. 114 Z. 232, pag. 423 Z. 33) offen ge-
standen wäre, rechtsumkehrt zu machen, die Örtlichkeit ohne zu zögern zu verlassen 
und alleine mit dem Zug wieder zurückzufahren. Stattdessen blieb er in der Türe und 
damit im Fluchtweg des Privatklägers stehen (pag. 110 Z. 45 ff., pag. 111 Z. 110 f., 
pag. 113 Z. 196, pag. 423 Z. 34 f.), breitete seine Arme aus (pag. 113 Z. 194), ver-
schloss die Türe hinter sich (pag. 126 Z. 153), hielt den Privatkläger – auch wenn 
möglicherweise, wie von ihm geltend gemacht, nicht stark – fest (pag. 129 Z. 273) 
und forderte den Privatkläger mündlich zur Geldübergabe an den Beschuldigten 1 
auf (pag. 111 Z. 72 f., pag. 126 Z. 154, pag. 129 Z. 269, pag. 423 Z. 40). Zusam-
menfassend kann die Antwort des Beschuldigten 2 auf die Frage, was er gemacht 
habe, nachdem er den Beschuldigten 1 und den Privatkläger in der Wohnung erblickt 
habe, wiedergegeben werden: «Ich habe erstmal gar nichts gemacht. Ich habe zu-
erst einen kleinen Schock gekriegt, musste zuerst etwas überlegen, wegen der 
Schusswaffe und so. Das Opfer kam immer näher auf mich zu. Ich stand vor der 
Türe, habe diese hinter mir geschlossen. Das laute schreien hat mich nervös ge-
macht. Ich habe ihm gesagt ‹gib ihm das doch, dann ist es erledigt›» (pag. 126 
Z. 150 ff.). Überdies ist daran zu erinnern, dass der Beschuldigte 2 wie dargelegt 
agierte, nachdem er erkannt hatte, dass der Beschuldigte 1 den Privatkläger ge-
schlagen hatte (pag. 110 Z. 46 f., pag. 112 Z. 159 ff.).

Indem der Beschuldigte 2 trotz Kenntnisnahme des Einsatzes einer Waffe durch den 
Beschuldigten 1 im Raum verblieb und den Privatkläger am Verlassen seiner Woh-
nung hinderte sowie zur Geldübergabe aufforderte, hat er sich den ursprünglichen 
Tatentschluss des Beschuldigten 1 zu eigen gemacht und seinen Tatbeitrag im Wis-
sen um die Androhung von Waffengewalt fortgeführt.

13.2.7 Bereicherungsabsicht

Nicht geglaubt werden kann hingegen den Aussagen des Beschuldigten 2, wonach 
er, weil mit dem Beschuldigten 1 so vereinbart, davon ausgegangen sei, dass er 
diesem lediglich beim Eintreiben von Geldschulden helfen sollte. Der von der 
Staatsanwaltschaft geäusserten und von der Vorinstanz übernommenen 
Vermutung, diesfalls hätte der Beschuldigte 2 bezüglich Geldschulden weitere 
Informationen vom Beschuldigten 1 eingeholt, folgt die Kammer. Im Drogenmilieu ist 
es zwar grundsätzlich nicht aussergewöhnlich, wenn Konsumenten einem 
Drogenhändler Geld schulden und diese Schulden auch eingetrieben werden. 
Andersherum, also, dass ein Drogenhändler einem Konsumenten Geld schuldet, 
erscheint jedoch nicht naheliegend. Dass – hätte der Beschuldigten 1 gegenüber 
dem Beschuldigten 2 ein Schuldverhältnis tatsächlich behauptet – während der 
zweistündigen Fahrt nach K.________ (Ortschaft) nicht über Details, wie 
beispielsweise das Zustandekommen oder die Höhe der Geldschuld gesprochen 
wurde, erscheint abwegig. Auch zumal sich der Beschuldigte 2 mit auf den Weg nach 
K.________ (Ortschaft) machte, weil sie aufgrund ihrer Sucht Geldprobleme hatten 
und Drogen brauchten (pag. 124 Z. 80, pag. 125 Z. 103). Er habe zu dieser Zeit auch 
nichts gehabt (pag. 126 Z. 133) und der Beschuldigte 1 habe ihm versprochen, dass 
er etwas Geld kriege (pag. 127 Z. 168, pag. 423 Z. 44). Auch ist nicht davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte 1 das erbeutete Geld geteilt hätte, wenn dieses 
ihm aufgrund einer Forderung rechtmässig zugestande hätte. Die diesebezüglich 

26

gemachten Ausführungen des Beschuldigten 2 erscheinen insgesamt als 
Schutzbehauptungen und es kann nicht darauf abgestellt werden.

Der Vorinstanz ist somit zuzustimmen, wenn sie in Anlehnung an die Aussagen des 
Beschuldigten 1 davon ausgeht, der Beschuldigte 2 habe von Anfang an gewusst, 
dass es um ein «Ausnehmen» bzw. um die «Begehung eines Raubes zum Nachteil 
des Privatklägers» und nicht um ein «Eintreiben einer bestehenden Forderung» 
gegangen sei (vgl. hierzu S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 523).

13.3 Fazit

Zusammenfassend gilt folgender Sachverhalt als erstellt:

Der Beschuldigte 2 begab sich gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 zur Wohnung 
des Privatklägers im Wissen, dass dieser zu Hause Bargeld aufbewahrte und in der 
Absicht, dieses wenn nötig unter Anwendung von Gewalt zu entwenden und sich 
damit unrechtmässig zu bereichern. Von der vom Beschuldigten 1 mitgeführten 
Schusswaffe wusste der Beschuldigte 2 in diesem Zeitpunkt noch nichts.

In der Folge betrat der Beschuldigte 1 zuerst die Wohnung des Privatklägers, zog 
die mitgeführte, nicht mit Munition geladene Pistole SIG-Sauer P229, richtete diese 
gegen den Kopf des Privatklägers und ging auf ihn zu, bis sich der Lauf der Pistole 
ein paar Zentimeter vor dessen Gesicht befand. Der Beschuldigte 1 verlangte dann 
Geld vom Privatkläger. Als der Privatkläger merkte, dass es dem Beschuldigten 1 
ernst war, versuchte er die Wohnung zu verlassen, worauf der Beschuldigte 1 mehr-
mals mit dem Magazinunterteil der Pistole gegen den Kopf und den Nacken des 
Privatklägers schlug. Gleichzeitig betrat der Beschuldigte 2 die Wohnung. Er sah, 
wie der Beschuldigte 1 die Pistole auf den Privatkläger richtete und nahm auch des-
sen Schläge gegen den Kopf/Nacken des Privatklägers wahr. Anstatt die Wohnung 
beim Anblick der Waffe und der Schläge sofort wieder zu verlassen, entschloss sich 
der Beschuldigte 2, sich dem Vorhaben des Beschuldigten 1 – unter Anwendung von 
körperlicher Gewalt und Androhung von Waffengewalt Geld zu entwenden – anzu-
schliessen, machte die Türe hinter sich zu und hinderte den Privatkläger am Verlas-
sen der Wohnung, indem er seine Arme ausbreitete und den Privatkläger festhielt. 
Sodann forderte er den Privatkläger mündlich auf, das Geld an den Beschuldigten 1 
zu übergeben. Es kam zu einem Gerangel. Der Privatkläger händigte in der Folge 
Bargeld im Betrag von rund CHF 600.00 an den Beschuldigten 1 aus. Schliesslich 
gelang es dem Privatkläger, die Wohnung zu verlassen, worauf der Beschuldigte 1 
und der Beschuldigte 2 diese ebenfalls mit den entwendeten Vermögenswerten ver-
liessen. Die beiden Beschuldigten trafen sich am Bahnhof K.________ (Ortschaft) 
wieder und fuhren gemeinsam mit dem Zug zurück. Von der erbeuteten Barschaft in 
der Höhe von CHF 600.00 erhielt der Beschuldigte 2 vom Beschuldigten 1 
CHF 250.00. 

Der Beschuldigte 2 beteiligte sich an der Planung des Raubes (zuerst noch unter 
Androhung von Gewalt), wusste spätestens im Zeitpunkt, als er die Waffe sah, um 
die oben beschriebene Vorgehensweise und profitierte schliesslich auch von der 
Beute. Durch seine Beteiligung leistete er mithin einen nicht vernachlässigbaren Tat-
beitrag, da sein Erscheinen für die Verhinderung der Flucht und die Herausgabe des 
Geldes durch den Privatkläger kausal war. 

27

Der Privatkläger erlitt durch die Schläge mit der Pistole und dem «Gerangel» respek-
tive einem Ziehen an seiner Halskette Hautrötungen, Hautverfärbungen, Hauteinblu-
tungen und Hautabschürfungen am Hals und am Rücken.

III. Rechtliche Würdigung

14. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Seitens der Verteidigung des Beschuldigten 2 wurde unter Verweis auf die einschlä-
gige Literatur oberinstanzlich zusammengefasst vorgetragen (pag. 678 ff.), der Tat-
bestand der Nötigung komme zum Tragen, wenn der Täter keinen Diebstahl bzw. 
Raub begehen wolle, zum Beispiel, weil es ihm an der unrechtmässigen Bereiche-
rungsabsicht fehle. Dem Beschuldigten 2 habe vorliegend die Absicht der unrecht-
mässigen Bereicherung gefehlt. Der Beschuldigte 2 sei davon ausgegangen, dass 
der Beschuldigte 1 vom Privatkläger Geld zu Gute habe und es demnach um die 
Eintreibung einer bestehenden und berechtigten Forderung gegangen sei. In Bezug 
auf die Handlungen des Beschuldigten 1 sei von einem Exzess eines Mittäters aus-
zugehen, dieser sei dem Beschuldigten 2 nicht anzurechnen. Dass der Beschul-
digte 1 die Waffe mitnehme und einsetze, sei ein klares Abweichen vom Tatplan. Der 
Beschuldigte 2 sei von einer anderen Sachlage, von einer berechtigten Geldeintrei-
bung statt von einem Raub, ausgegangen. Der Tatbestand der Nötigung sei hinge-
gen erfüllt und der Beschuldigte 2 sei wegen Nötigung zum Nachteil des Privatklä-
gers schuldig zu sprechen.

Seitens der Generalstaatsanwaltschaft wurde oberinstanzlich zusammengefasst 
geltend gemacht (pag. 685), es sei einzig umstritten, ob der Tatbeitrag des Beschul-
digten 2 den Tatbestand des Raubes oder der Nötigung erfülle. Bei einem Raub sei 
die Nötigungshandlung darauf ausgerichtet einen Diebstahl zu begehen. Der Be-
schuldigte 2 habe den Privatkläger daran gehindert die Wohnung zu verlassen, in-
dem er diesem den Weg versperrt habe. Auch habe er diesen verbal aufgefordert, 
Geld herauszurücken. Dies reiche für die Annahme eines Diebstahls bzw. für die 
Annahme der Wegnahme einer fremden beweglichen Sache zu seinen eigenen 
Gunsten. Auch die Bereicherungsabsicht sei vom Vorsatz des Beschuldigten 2 er-
fasst gewesen. Der Beschuldigte 2 habe gewusst, dass es um einen Raub und nicht 
um die Eintreibung einer Forderung gegangen sei. Er sei mitgegangen, um seine 
eigene Drogensucht finanzieren zu können. In diesem Zusammenhang habe er dem 
Privatkläger gedroht und die Geldwegnahme mit ermöglicht. Der Tatbeitrag des Be-
schuldigten 2 sei klar kausal gewesen für den Taterfolg. Der Beschuldigte 2 habe 
zunächst angegeben CHF 100.00 erhalten zu haben, wobei er später anlässlich der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung angab, nicht mehr sicher zu sein, ob er Bargeld 
erhalten habe. Er habe aber von den Drogen, die gekauft worden seien, etwas ab-
bekommen. Gemäss den Aussagen des Beschuldigten 1 habe der Beschuldigte 2 
CHF 250.00 erhalten. Sie hätten das Geld aufgeteilt, den gestohlenen Stoff habe er 
für sich behalten. Der Beschuldigte 2 habe also sicher vom Diebesgut profitiert. Die 
Vorinstanz habe ihn zu Recht wegen Raubes in Mittäterschaft schuldig erklärt.

28

15. Raub, evtl. qualifiziert begangen unter Mitführen einer Schusswaffe

15.1 Rechtliche Grundlagen 

15.1.1 Grundtatbestand Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)

Nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich des Raubes schuldig, wer mit Gewalt 
gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben 
oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Dieb-
stahl begeht. 

Raub stellt ein aus einem Diebstahl und einer (qualifizierten) Nötigung zusammen-
gesetztes Delikt dar (NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, 
N. 13 f. und 43 zu Art. 140 StGB).

Zum einen wird zur Vollendung des Raubes in jedem Falle die Vollendung eines 
Diebstahls vorausgesetzt, zum anderen wird dieser Diebstahl erst dadurch zum 
Raub, dass zum Zwecke der Begehung eines Diebstahls eine qualifizierte Nötigung 
begangen wird. Das Gesetz nennt alternativ drei Nötigungshandlungen, namentlich 
Gewalt gegen eine Person, Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben 
sowie das Bewirken der Widerstandsunfähigkeit. Gewalt im Kontext des Raubes wird 
als unmittelbare physische Einwirkung auf den Körper einer Person verstanden. 
Nicht mehr vorausgesetzt ist, dass das Opfer durch die Gewaltanwendung wider-
standsunfähig wird bzw. dass dies nachgewiesen werden muss. Die Intensität der 
Gewalt bleibt jedoch weiterhin massgeblich. Die Gewalt muss nicht nur darauf ge-
richtet sein, den Widerstand des Opfers zu brechen, sie muss auch eine Intensität 
aufweisen, die dies grundsätzlich ermöglichen würde. Als zweite Tatvariante nennt 
das Gesetz die Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben. Auch hier 
wird nicht mehr verlangt, dass die Drohung das Opfer widerstandsunfähig macht. 
Analog zur Gewalt ist indes auch hier zu fordern, dass die Drohung grundsätzlich 
geeignet ist, das Opfer widerstandsunfähig zu machen. Die angedrohte Beeinträch-
tigung der körperlichen Integrität muss entsprechend eine erhebliche sein. Die Dro-
hung muss so ausgestaltet sein, dass sich ihr auch ein anderer, «besonnener 
Mensch» in derselben Situation beugen würde. Der Täter muss die Drohung nicht 
ausführen wollen, es reicht aus, dass sie als ernstgemeint erscheint. Andererseits 
muss die Gefahr, die angedroht ist, gegenwärtig sein. Die Drohung kann sowohl aus-
drücklich formuliert oder konkludent, etwa durch Vorhalten einer Waffe, erfolgen. Mit 
der dritten Tatvariante – das Bewirken der Widerstandsunfähigkeit – sind andere 
Tatmittel als Gewalt oder Drohung gemeint, durch welche der Täter das Opfer wi-
derstandsunfähig macht. Anders als bei den anderen beiden Tatbegehungsvarianten 
(Gewalt und Bedrohung) muss hier die Widerstandsunfähigkeit des Opfers nachge-
wiesen werden (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 14 ff. zu Art. 140 StGB). 

Nach der Tatvariante von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB muss der Täter sodann als 
Konsequenz der begangenen Nötigungshandlung einen Diebstahl begehen, das 
heisst, eine fremde, bewegliche Sache in Bereicherungsabsicht zur Aneignung weg-
nehmen. Fremd ist eine Sache dann, wenn sie nicht im Alleineigentum des Täters 
steht. Eine Wegnahme liegt vor bei Bruch fremden und Begründung neuen, regel-
mässig – aber nicht notwendig – eigenen Gewahrsams. Gewahrsam wird definiert 

29

als tatsächliche Sachherrschaft nach den Regeln des sozialen Lebens. Die Aneig-
nung erfolgt durch den Willen, die Sache dauernd zu enteignen und sich zumindest 
vorübergehend anzueignen, sowie durch die Betätigung dieses Aneignungswillens 
(NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 42 zu Art. 140 StGB; N. 51 und 62 f. zu Art. 139 StGB).

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Der Vorsatz muss sich dabei insbe-
sondere auf die Ausübung der Nötigungshandlung (Gewalt, Drohung, Bewirken der 
Widerstandsunfähigkeit) gegenüber dem Opfer zum Zwecke der Begehung eines 
Diebstahls beziehen. Zusätzlich müssen auch die Aneignungsabsicht sowie die Ab-
sicht unrechtmässiger Bereicherung vorliegen (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 44 f. zu 
Art. 140 StGB).

15.1.2 Qualifizierter Raub durch Mitführen einer Waffe (Art. 140 Ziff. 2 StGB)

Die Strafdrohung beträgt mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe, wenn der Täter zum 
Zweck des Raubes eine Schusswaffe oder eine andere gefährliche Waffe mit sich 
führt (Art. 140 Ziff. 2 StGB). 

Wie die Vorinstanz zutreffend anführte (S. 29 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 527), hängt das Qualifikationsmerkmal – Mitführen einer Waffe – vom 
objektiv gefährlichen Charakter der Waffe und nicht vom subjektiven Eindruck ab, 
den das Opfer von der Waffe haben könnte. Das Merkmal des Mitführens einer 
Schusswaffe ist daher nicht erfüllt, wenn diese defekt ist, dem Täter die erforderliche 
Munition nicht in nächster Nähe zur Verfügung steht oder er eine blosse Attrappe auf 
sich trägt (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 147 zu Art. 139 StGB). 

15.1.3 Mittäterschaft 

Das StGB enthält keine allgemeine Definition der Mittäterschaft. Nach der bundes-
gerichtlichen Umschreibung gilt als Mittäter, «wer bei der Entschliessung, Planung 
oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen 
Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht; dabei kommt es dar-
auf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tat-
plan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder 
fällt» (BGE 133 IV 76 E. 2.7; 130 IV 58 E. 9.2.1; 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3a; 
120 IV 265 E. 2c/aa). Das blosse Wollen der Tat, d.h. der subjektive Wille allein, 
genügt zur Begründung der Mittäterschaft nicht. Der Mittäter muss bei der Entsch-
liessung, Planung oder Ausführung der Tat vielmehr auch tatsächlich mitwirken 
(BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; 125 IV 134 E. 3a). 

In subjektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz (Art. 12 Abs. 2 StGB) und einen 
gemeinsamen Tatentschluss voraus. Der gemeinsame Tatentschluss braucht nicht 
ausdrücklich zu sein, er kann auch bloss konkludent bekundet werden, wobei Even-
tualvorsatz genügt. Der Mittäter braucht an der ursprünglichen Entschlussfassung 
nicht von Anfang an mitgewirkt zu haben, er kann sich den Tatentschluss auch erst 
sukzessive (spätestens bis zur Vollendung des Deliktes) zu eigen machen (BGE 130 
IV 58 E. 9.2.1; FORSTER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2018, N. 12 vor 
Art. 24 StGB). Auch an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten 
Straftaten ist Mittäterschaft möglich. Die Inkaufnahme durch Billigen oder Einver-
ständnis im Sinne des Eventualvorsatzes erfasst auch den unerwünschten, aber um 

30

des Handlungsziels willen hingenommenen Erfolg. Das Zusammenwirken im kon-
kludenten Handeln begründet Mittäterschaft. Wer die Kriterien der Mittäterschaft er-
füllt, muss sich die Taten seiner Mittäter grundsätzlich zurechnen lassen (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_939/2013 vom 17. Juni 2014 E. 2 mit Hinweisen).

Beim Exzess des Haupttäters wird eine schwerere Straftat verübt, als unter den 
Tätern ausdrücklich oder konkludent geplant bzw. initiiert. Dem Mittäter wird ein Ex-
zess der übrigen Mittäter nur angerechnet, falls ihm ein entsprechender (Eventual-) 
Vorsatz nachgewiesen werden kann (FORSTER, a.a.O., N. 13 vor Art. 24 StGB). Der 
Mittäter haftet bis zur Grenze seines Vorsatzes (BGE 118 IV 227 E. 5d.cc).

Die Abgrenzung zur blossen Gehilfenschaft nach Art. 25 StGB lässt sich wie folgt 
vornehmen: Als Gehilfe ist nach Art. 25 StGB strafbar, wer zu einem Verbrechen 
oder Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet. Darunter fällt jeder kausale Beitrag, der die 
Tat fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders abgespielt hätte. 
Im Unterschied zum Tatbeitrag des Mittäters verlangt Beihilfe jedoch nicht, dass die 
Realisierung der Straftat von der Hilfeleistung geradezu abhinge. Die blosse Förde-
rung der Tat genügt. Anderseits muss die Hilfeleistung tatsächlich zur Tat beigetra-
gen, also einen kausalen Beitrag dargestellt haben. Die Beihilfe muss demnach die 
Erfolgschancen des tatbestandserfüllenden Verhaltens erhöhen (NIGGLI/RIEDO, 
a.a.O., N. 7 ff. Vor Art. 24 StGB).

15.2 Subsumtion

Gemäss Beweisergebnis betrat der Beschuldigte 2, wie zuvor mit dem Beschuldig-
ten 1 vereinbart, die Wohnung des Privatklägers einige Minuten nach dem Beschul-
digten 1. Dabei erblickte er, wie der Beschuldigte 1 die ungeladene Pistole SIG-
Sauer P229 auf den Privatkläger richtete und nahm wahr, dass der Beschuldigte 1 
den Privatkläger schlug. Trotz diesem Anblick verblieb der Beschuldigte 2 in der 
Wohnung, schloss die Türe hinter sich und hinderte den Privatkläger, indem er die 
Arme ausbreitete und ihn festhielt, daran, die Örtlichkeit zu verlassen. Ferner forderte 
der Beschuldigte 2 den Privatkläger mündlich zur Geldherausgabe an den Beschul-
digten 1 auf. Es kam zu einem Gerangel. Bevor es dem Privatkläger schliesslich den-
noch gelang, die Wohnung zu verlassen, händigte er dem Beschuldigten 1 
CHF 600.00 aus. Der Beschuldigte 1 und der Beschuldigte 2 entfernten sich mit den 
entwendeten Vermögenswerten ebenfalls vom Tatort und fuhren gemeinsam mit 
dem Zug zurück. Der Beschuldigte 2 erhielt von der Beute CHF 250.00. Wie im Rah-
men der Beweiswürdigung dargelegt, wusste der Beschuldigte 2 überdies, dass der 
Beschuldigte 1 den Privatkläger mit dem Ziel des Erlangens von Geld und Betäu-
bungsmittel anging.

Aus dem Verhalten des Beschuldigten 2 lässt sich ferner auf dessen Willen schlies-
sen, dem Privatkläger unter Einsatz einer Nötigungshandlung Geld abzunehmen. So 
entschloss er sich beim Anblick der Waffe und der Schläge sich dem Vorhaben des 
Beschuldigten 1, unter Anwendung von körperlicher Gewalt und Androhung von 
Waffengewalt Geld und Betäubungsmittel zu erhalten, anzuschliessen. Durch das 
Arme ausbreiten und das Festhalten des Beschuldigten trug er sodann mittels Ein-
satz seines Körpers dazu bei, den Privatkläger in seiner Willensbetätigung einzu-

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schränken und brachte ihn dazu, das Geld herauszugeben. In Anbetracht der Tatsa-
che, dass der Privatkläger währenddessen mit einer Waffe bedroht und zuvor ge-
schlagen wurde sowie die Türe hinter dem Beschuldigten 2 geschlossen war, war 
die Gesamtsituation ohne Weiteres geeignet, eine verständige Person gefügig zu 
machen.

Der Beschuldigte 2 beteiligte sich an der Planung des Raubes (zuerst noch unter 
Androhung von Gewalt), wusste spätestens im Zeitpunkt, als er die Waffe sah, um 
die oben beschriebene Vorgehensweise und profitierte schliesslich auch noch von 
der Beute. Durch seine Beteiligung leistete er mithin einen nicht vernachlässigbaren 
Tatbeitrag, da sein Erscheinen für die Verhinderung der Flucht und die Herausgabe 
des Geldes durch den Privatkläger kausal war. Hätte der Beschuldigte 2 mit anderen 
Worten nicht die Wohnung betreten, die Türe hinter sich verschlossen und den Pri-
vatkläger am Weggehen gehindert, wäre es nicht zur Herausgabe des Bargeldes 
gekommen. Ohne den Beitrag des Beschuldigten 2 wäre die Tat somit «gefallen». 
Insofern ist der Tatbeitrag des Beschuldigten 2, auch ohne vorgängige konkrete Ab-
sprache mit dem Beschuldigten 1, als mittäterschaftlich zu qualifizieren. Der Be-
schuldigte 2 wirkte mit dem Beschuldigten 1 gleichberechtigt zusammen und sie gin-
gen arbeitsteilig vor. Der Beschuldigte 1 und der Beschuldigte 2 handelten gemäss 
den vorstehenden Erwägungen und entgegen der Auffassung der Verteidigung in 
Mittäterschaft. Weiter handelte der Beschuldigte 2 direktvorsätzlich und in der Ab-
sicht, sich das Geld des Privatklägers anzueignen. Es war das eigentliche Hand-
lungsziel, dem Privatkläger das Geld abzunehmen und sich daran unrechtmässig zu 
bereichern. Der Beschuldigte 2 hat sich dabei den Vorsatz des Beschuldigten 1 zur 
Begehung des Raubes konkludent zu eigen gemacht.

Der objektive sowie auch der subjektive Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
sind erfüllt.

Die Qualifikation nach Art. 140 Ziff. 2 StGB ist – wie bereits erwähnt – vorliegend 
nicht erfüllt, zumal gestützt auf das Beweisergebnis nicht als erstellt gelten kann, 
dass die Beschuldigten Munition für die Pistole dabeihatten. Insofern ist das qualifi-
zierende Merkmal des Mitführens einer Schusswaffe vorliegend nicht gegeben.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich.

Der Beschuldigte 2 ist demnach gestützt auf Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB des Raubes 
in Mittäterschaft mit dem Beschuldigten 1 zum Nachteil des Privatklägers, begangen 
am 15. November 2020, ca. 19:30 Uhr, in K.________ (Ortschaft), 
F.________strasse, schuldig zu sprechen.

Da die Kammer den Hauptvorwurf der Anklageschrift als erfüllt erachtet, erübrigen 
sich Ausführungen zum eventualiter angeklagten Tatbestand der Nötigung (vgl. 
Art. 325 Abs. 2 StPO).

32

IV. Strafzumessung 

16. Theoretische Ausführungen zur Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen für die Strafzumessung zutreffend 
wiedergegeben (S. 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 529 f.). Es 
wird vorab auf diese Ausführungen verwiesen.

Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters 
zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wir-
kung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere 
der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflich-
keit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach be-
stimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage 
war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. 

Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponente zu unterscheiden. 
Die Tatkomponente umfasst das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und 
Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Beweggründe des Täters. 
Zur Täterkomponente sind die persönlichen Verhältnisse des Täters, das Vorleben 
und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, die Strafemp-
findlichkeit sowie weitere strafmindernde und straferhöhende Aspekte zu zählen 
(BGE 141 IV 61 E. 6.1.1 mit Hinweisen).

17. Konkrete Strafzumessung

17.1 Strafrahmen und Strafart

Der Beschuldigte 2 hat sich vorliegend des Raubes schuldig gemacht. Der ordentli-
che Strafrahmen für Raub beträgt Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn 
Jahren (Art. 140 Ziff. 1 StGB). 

17.2 Tatkomponenten

17.2.1 Objektive Tatschwere

Ausmass des verschuldeten Erfolgs bzw. Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Der Raub stellt ein aus einem Diebstahl und einer (qualifizierten) Nötigung zusam-
mengesetztes Delikt dar, weshalb sich das Rechtsgut als ein doppeltes präsentiert: 
Zum einen (und primär) schützt Art. 140 StGB das Vermögen, zum anderen, die 
Handlungsfreiheit des Einzelnen und dessen persönliche Freiheit (NIGGLI/RIEDO, 
a.a.O., N. 13 f. und 43 zu Art. 140 StGB). Je mehr in die Rechtsgüter eingegriffen 
wird und je grösser der Deliktsbetrag ist, desto schwerer wiegt die Verletzung des 
Rechtsguts.

Der Privatkläger war angesichts der vorausgegangenen Gewaltandrohung unter 
Verwendung einer Schusswaffe und unter Gewaltanwendung von Seiten des Be-
schuldigten 1 bereits derart verängstigt, dass er, nachdem der Beschuldigte 2 hinzu-
gekommen war und ihm den Fluchtweg versperrte, dem Ansinnen der Täter schliess-
lich ohne Weiteres Folge leistete und dem Beschuldigten 1 eine Barschaft von 
CHF 600.00 aushändigte. Der Eingriff in die persönliche Freiheit des Opfers durch 
den Beschuldigten 2 ist damit noch als gering einzustufen.

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Die Deliktssumme beträgt vorliegend lediglich CHF 600.00, womit diese vergleichs-
weise noch in einem äusserst geringen Bereich liegt. Das geschützte Rechtsgut des 
Vermögens wurde damit nur leicht verletzt. Allerdings ist der tiefe Deliktsbetrag nicht 
dem darauf gerichteten Willen der Täter geschuldet, sondern primär dem Umstand, 
dass der Privatkläger zum Tatzeitpunkt nicht mehr Geld bzw. Drogen in der Woh-
nung aufbewahrte.

Insgesamt sind die Verletzungen der geschützten Rechtsgüter noch als leicht zu be-
urteilen.

Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutsverletzung resp. Verwerflichkeit des 
Handelns

Vorliegend schloss sich der Beschuldigte 2 dem Vorhaben des Beschuldigten 1, vom 
Privatkläger unter Androhung von Waffengewalt und Einsatz von körperlicher Gewalt 
Geld und Betäubungsmittel zu erbeuten, an. Als der Beschuldigte 2 zum Geschehen 
stiess, erblickte er die Waffe und nahm die Schläge des Beschuldigten 1 gegen den 
Privatkläger wahr. Dennoch hinderte er den Privatkläger im Folgenden am Verlassen 
der Wohnung, breitete die Arme aus und hielt den Privatkläger fest. Er verdeutlichte 
damit die von ihm mündlich geäusserte Aufforderung, das Geld herauszugeben. Der 
Privatkläger wurde aufgrund der aufgebauten Drohkulisse, des aggressiven Auftre-
tens und der Übermacht der beiden Täter verängstigt.

Eine besondere, über den nicht qualifizierten Raubtatbestand hinausgehende Rück-
sichtslosigkeit lässt sich beim Beschuldigten 2 nicht feststellen, insbesondere ist ihm 
zugute zu halten, dass er das Opfer nicht übermässig einschüchterte, in dem er bei-
spielsweise nicht unnötig lange vor Ort blieb oder das Opfer noch zusätzlich fesselte.

Die vom Beschuldigten 2 eingesetzte körperliche Gewalt war schliesslich nicht heftig 
aber dennoch notwendig, um den Privatkläger gefügig zu machen. Die Täter gingen 
zu zweit gegen einen Einzelnen vor, waren dem Privatkläger demnach sowohl per-
sonen- als auch kräftemässig überlegen. Das arbeitsteilige Vorgehen hat den Eintritt 
des Erfolgs, namentlich die Herausgabe des Geldes, bewirkt, was sich verschulden-
serhöhend auswirkt. Dabei nahm der Beschuldigte 2 aber gegenüber dem Beschul-
digten 1 eine passivere Rolle ein, was zu seinen Gunsten zu berücksichtigen ist. 

Die Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutsverletzung ist damit noch im 
untersten Bereich der Verwerflichkeit zu qualifizieren. Es sind vergleichsweise weit-
aus gravierendere Fälle von Raub denkbar.

Zwischenfazit objektive Tatschwere

Insgesamt liegt betreffend die objektive Tatschwere ein noch leichtes Verschulden 
vor, wofür die Kammer eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten veranschlagt. 

17.2.2 Subjektive Tatschwere

Willensrichtung und Beweggründe des Beschuldigten

Der Beschuldigte 2 hat zur Durchsetzung seines Willens mit direktem Vorsatz ge-
handelt. Seine Beweggründe müssen als rein egoistisch bezeichnet werden, ging es 
ihm doch darum, beim Privatkläger Geld und ev. Betäubungsmittel zu erbeuten. Dies 
ist dem Tatbestand des Raubes jedoch immanent und wirkt sich deshalb neutral aus.

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Die Kammer folgt sodann der Vorinstanz, wenn sie aufgrund des Drogenkonsums 
eine Strafminderung als nicht angezeigt erachtet.

Vermeidbarkeit

Der Beschuldigte 2 hat sich vorliegend eine völlig unnötige Tat zu Schulden kommen 
lassen. Der Raub wäre ohne Weiteres vermeidbar gewesen.

Zwischenfazit subjektive Tatschwere

In Anbetracht der oben genannten Erwägungen, wirkt sich die subjektive Tatschwere 
neutral aus und hat weder eine Erhöhung oder Minderung der Strafe zur Folge. Fa-
kultative Strafmilderungsgründe oder eine verminderte Schuldfähigkeit des Beschul-
digten 2 liegen überdies nicht vor.

17.2.3 Fazit Tatkomponenten / Verschulden

Insgesamt ist das Tatverschulden als noch leicht einzustufen. Unter Berücksichti-
gung sämtlicher Umstände erachtet die Kammer eine Freiheitsstrafe von 14 Mona-
ten als dem Tatverschulden des Beschuldigten 2 angemessen.

17.3 Täterkomponenten 

17.3.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Die Kam