# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 861ff5a9-3174-56fc-9169-21febb2873d0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 20.09.2021 460 21 73 (460 2021 73)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-21-73_2021-09-20.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

20. September 2021 (460 21 73) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Einfache Körperverletzung etc. 

 

 
Besetzung Vizepräsident Stephan Gass, Richterin Susanne Afheldt (Ref.), 

Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiberin Mateja Smiljić 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

A.____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Steiner,  

Steinentorstrasse 13, Postfach 223, 4010 Basel,  

Privatklägerin und Berufungsklägerin 

  

gegen 

 

 B.____,  

vertreten durch Advokatin Sandra Schmitt,  

Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel,  

Beschuldigter 

 

Gegenstand einfache Körperverletzung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums  

Basel-Landschaft vom 17. November 2020  

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A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgerichtspräsi-

dium) vom 17. November 2020 wurde unter anderem B.____ (nachfolgend: Beschuldigter) von 

den Vorwürfen der einfachen Körperverletzung im Sinne eines leichten Falles in Anwendung von 

Art. 16 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0), der Drohung, der Tät-

lichkeiten, des Diebstahls, eventualiter des Betrugs, subeventualiter der unrechtmässigen Aneig-

nung, subsubeventualiter der Sachentziehung sowie des Vergehens gegen das Waffengesetz 

freigesprochen (Dispositiv-Ziffer 1). Ferner wurde das Verfahren wegen Verleumdung, eventua-

liter übler Nachrede gemäss Ziff. 3 der Anklageschrift mangels rechtsgültigen Strafantrags ein-

gestellt (Art. 329 Abs. 4 und 5 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO, SR 312.0] [Dis-

positiv-Ziffer 2]).  

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie die nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

 

B. Gegen dieses Urteil meldete die Privatklägerin A.____, vertreten durch Rechtsanwalt 

Matthias Steiner, mit Schreiben vom 7. Dezember 2020 die Berufung an und gelangte mit Beru-

fungserklärung vom 8. April 2021 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht 

(nachfolgend: Kantons- oder Berufungsgericht). Darin beantragte die Privatklägerin, es sei (1.) 

das Urteil des Strafgerichtspräsidiums in der Dispositiv-Ziffer 1 aufzuheben, soweit diese die Kör-

perverletzung, die Drohung sowie die Tätlichkeiten betreffe; (2.) der Beschuldigte wegen Körper-

verletzung schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen; (3.) das Urteil des Strafgerichts-

präsidiums in der Dispositiv-Ziffer 2 betreffend Verleumdung, eventualiter übler Nachrede, aufzu-

heben und im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; (4.) alles unter o/e-

Kostenfolge zu Lasten des Staates.  

 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht begehrte die Privatklägerin, (1.) es sei die Auskunftsperson Frau 

C.____ als solche zum Hergang der Auseinandersetzung zwischen der Privatklägerin und dem 

Beschuldigten vom 7. Juli 2018 zu befragen und (2.) es seien die mit der Berufungserklärung 

eingereichten Unterlagen als Beweise zu den Akten hinzuzunehmen sowie für die Beurteilung 

des Rechtsbegehrens Ziffer 3 beizuziehen. 

 

C. Mit Eingabe vom 19. April 2021 bekundete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, All-

gemeine Hauptabteilung (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), dass sie die Berufungserklärung der 

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Privatklägerin zur Kenntnis genommen habe und weder Antrag auf Nichteintreten stelle noch An-

schlussberufung erhebe.  

 

D. Der Beschuldigte erklärte zunächst mit Schreiben vom 3. Mai 2021, er akzeptiere das Ur-

teil des Strafgerichts vom 17. November 2020, in welchem er von allen Anklagepunkten von 

Schuld und Strafe freigesprochen worden sei. Das Nichteintreten sei von Amtes wegen zu be-

rücksichtigen. In materieller Hinsicht werde im Rahmen der noch einzureichenden Berufungsant-

wort Stellung genommen. Formal werde bereits an dieser Stelle die Abweisung der Berufung der 

Privatklägerin vom 8. April 2021 beantragt.  

 

E.  Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 4. Mai 2021 wurde unter anderem festgestellt, 

dass der Beschuldigte weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben hat sowie dass das 

Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 17. November 2020 betreffend F.____ 

per Urteilstag in Rechtskraft erwachsen ist.  

 

F. In ihrer Berufungsantwort vom 4. Juni 2021 stellte die Staatsanwaltschaft die Anträge, es 

sei (1.) die Berufung der Privatklägerin bezüglich der Rechtsbegehren 1 und 2 abzuweisen; (2.) 

die Berufung der Privatklägerin bezüglich Rechtsbegehren 3 gutzuheissen; (3.) der Antrag der 

Privatklägerin, C.____ als Auskunftsperson einzuvernehmen, abzuweisen; (4.) der Antrag der 

Privatklägerin, die mit der Berufungserklärung eingereichten Unterlagen als Beweise zu den Ak-

ten hinzuzunehmen und für die Beurteilung des Rechtsbegehrens Ziffer 3 beizuziehen, gutzu-

heissen. 

 

G. Mit Berufungsantwort vom 7. Juni 2021 beantragte der Beschuldigte seinerseits, es sei 

(1.) die Berufung der Privatklägerin vom 8. April 2021 vollumfänglich abzuweisen; (2.) das Urteil 

des Strafgerichts vom 17. November 2020 vollumfänglich zu bestätigen; (3.) die Privatklägerin zu 

verpflichten, dem Beschuldigten eine Entschädigung für seine Aufwendungen im Rahmen des 

vorliegenden Berufungsverfahrens für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte in 

noch zu beziffernder Höhe zu bezahlen; (4.) eventualiter diese Entschädigung vom Staat zu be-

zahlen; (5.) unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Privatklägerin.  

 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht begehrte der Beschuldigte, es seien (1.) die Beweisanträge 1 

und 2 der Privatklägerin vom 8. April 2021 abzuweisen; (2.) die gesamten Verfahrensakten der 

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Vorinstanz (300 20 47) von Amtes wegen sowie (3.) das Protokoll der Hauptverhandlung vor dem 

Strafgericht vom 17. November 2020 von Amtes wegen beizuziehen. 

 

H. Am 16. Juli 2021 verfügte das Kantonsgericht, unter anderem, dass das Beweisbegehren 

der Privatklägerin, es sei C.____ als Auskunftsperson vor Kantonsgericht zum Hergang der Aus-

einandersetzung zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten vom 7. Juli 2018 zu befra-

gen, abgewiesen werde und dass der Verfahrensantrag der Privatklägerin, es seien die mit Be-

rufungserklärung vom 8. April 2021 eingereichten Unterlagen zu den Akten zu nehmen, gutge-

heissen werde. Des Weiteren wurden der Rechtsvertreter der Privatklägerin sowie der Beschul-

digte und seine Verteidigerin zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen, währenddem 

die Staatsanwaltschaft von der persönlichen Teilnahme an der mündlichen Berufungsverhand-

lung dispensiert und die persönliche Anwesenheit der Privatklägerin anlässlich der mündlichen 

Berufungsverhandlung in ihr freies Ermessen gestellt wurde. Schliesslich wurde der Schriften-

wechsel geschlossen und eine Aktenzirkulation angeordnet.   

 

I. Zur zweitinstanzlichen Hauptverhandlung vom 20. September 2021 erscheinen sowohl 

der Beschuldigte, dessen Rechtsanwältin als auch die Privatklägerin mit ihrem Rechtsanwalt. Der 

Beschuldigte wird sowohl zur Person als auch zur Sache befragt (vgl. Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht, S. 3 ff). 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wo-

bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Be-

rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder 

mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 

begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

 

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2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 17. November 2020 ange-

fochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 7. Dezem-

ber 2020 (Berufungsanmeldung) respektive vom 8. April 2021 (Berufungserklärung) hat die Pri-

vatklägerin die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist ihrer Erklärungspflicht nachgekommen. Die Zu-

ständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als 

Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus 

Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Die Berufung erfüllt sämtliche Formalien, so 

dass auf diese einzutreten ist. 

 

II. Materielles  

1. Allgemeines 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Art. 399 Abs. 3 StPO sieht 

vor, dass die Berufung auf gewisse Punkte beschränkt werden kann. Wer nur Teile des Urteils 

anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche Teile sich die Berufung 

beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Laut Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Ent-

scheide nicht zum Nachteil der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu 

deren Gunsten ergriffen worden ist (Verbot der "reformatio in peius").  

 

Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 17. November 2020 hat einzig die Privatklä-

gerin ein Rechtsmittel ergriffen. Konkret richtet sich die Berufung aufgrund der Anträge der Pri-

vatklägerin in ihrer Berufungserklärung vom 8. April 2021 gegen den Freispruch des Beschuldig-

ten von der Anklage der Körperverletzung, der Drohung und der Tätlichkeiten sowie gegen die 

Verfahrenseinstellung betreffend den Vorwurf der Verleumdung evtl. üble Nachrede. Gestützt auf 

Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vorgängig genann-

ten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung. Demgegenüber sind alle übrigen Punkte 

in Anwendung von Art. 437 Abs. 1 StPO in Rechtskraft erwachsen. 

 

1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

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Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des 

Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stich-

haltigkeit (CHRISTOPH RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Schweizerisches 

Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2011, Rz 234; THOMAS HOFER, Basler 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum 

gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Be-

schuldigte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Straf-

richter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt 

erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so ver-

wirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des 

Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht 

massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden 

kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um 

solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis 

auf BGE 120 Ia 31). Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn das Gericht über jeden vernünfti-

gen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher 

Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht. Vielmehr ist ein 

sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit gefordert. Demnach hat ein Freispruch zu ergehen, wenn 

nach erfolgter Beweiswürdigung Anklagesachverhalt und Täterschaft nicht mit an Sicherheit gren-

zender Wahrscheinlichkeit erstellt sind (ESTHER TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 

2014, Art. 10 N 83 und Fn 268 zu N 83; BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018, E. 1.1.2 und 

1.3.1). Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspiel-

raum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1). 

 

1.3 Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden 

Umstände zu prüfen, welche der Sachverhaltsdarstellung überzeugend ist. In diesem Zusam-

menhang ist zwischen der allgemeinen Glaubwürdigkeit, die sich auf die Person bezieht, und der 

Glaubhaftigkeit, die nur gerade die spezifische Aussage betrifft, klar zu unterscheiden. Der allge-

meinen Glaubwürdigkeit einer Person kommt nur untergeordnete Bedeutung zu. In erster Linie 

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sind die Aussagen der Beteiligten gemäss Bundesgericht anhand einer kriterienorientierten Aus-

sageanalyse darauf zu überprüfen, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben 

einem tatsächlichen Erleben der aussagenden Person entspringen. Damit eine Aussage als zu-

verlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskri-

terien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Entscheidend ist, ob 

die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfä-

higkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen 

könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass das im Rahmen eines 

hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerkmale, 

so genannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entstehungsgeschichte der Aussage sowie 

des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die per-

sönliche Kompetenz der aussagenden Person analysiert werden. Dabei wird zunächst davon 

ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, und erst wenn sich diese 

Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, 

wird geschlossen, dass die Aussage einem wirklichen Erleben entspricht und wahr ist (BGE 133 

I 33 E. 4.3; BGE 129 I 49 E. 5; BGE 128 I 81 E. 2; BGer 6B_452/2019 vom 16. Dezember 2019 

E. 3.4; BGer 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2; GÜNTER PRECHTEL, Die Bedeutung der 

Glaubwürdigkeit und des persönlichen Eindrucks für die Beweiswürdigung, Zeitschrift für das Ju-

ristische Studium [ZJS] 4/2017, S. 382). 

 

Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aussagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. Lügensig-

nale hin zu analysieren. Aussagen sind gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Realkennzei-

chen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Individualität, Ver-

flechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfreiheit 

bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden 

wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahr-

scheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskrite-

rium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren 

kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wo-

bei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter 

vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung 

der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; 

ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 162 N 15). 

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1.4 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechts- 

mittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachver-

halts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist 

auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmit-

telverfahren vorgetragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER/RETO NADIG/REBECCA SCHNEEBELI, 

Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 82 N 10). 

 

2. Ausgangslage und Ausführungen bzw. Standpunkte der Parteien  

2.1 Das Strafgerichtspräsidium erwog in seinem Urteil vom 17. November 2020, am 

7. Juli 2018 sei es um ca. 18.30 Uhr zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen der Privat-

klägerin und dem Beschuldigten gekommen. Dabei sei der genaue Ablauf der Auseinanderset-

zungen strittig, wobei das Gericht gestützt auf die von den Parteien getätigten Depositionen nicht 

zweifelsfrei feststellen könne, was sich tatsächlich zugetragen habe. Der Beschuldigte gebe zu, 

die Privatklägerin im Rahmen der Ereignisse zweimal mit der linken Faust geschlagen und sie 

dabei am Hals oder am Ohr getroffen zu haben. Somit seien diese Handlungen erstellt. Er be-

streite jedoch den Sachverhalt in Bezug auf die weiteren tätlichen Handlungen sowie die Drohung 

vehement. Unter der Berücksichtigung der Beweislage gehe das Gericht davon aus, dass nicht 

abschliessend feststellbar sei, wann genau es zu welcher Handlung gekommen sei, mithin nicht 

mit Sicherheit gesagt werden könne, wer den anderen zuerst tätlich angegangen habe. In dubio 

pro reo sei deshalb auf die Aussagen des Beschuldigten abzustellen und diesbezüglich davon 

auszugehen, dass die Privatklägerin diesen zuerst gekratzt habe, bevor er sie tätlich angegangen 

sei. Da es sich beim Ganzen um ein und dasselbe Gerangel handle, stellten sämtliche Handlun-

gen eine Tateinheit dar. Dabei gehe die Tätlichkeit im Tatbestand der einfachen Körperverletzung 

unter. Das Gericht gehe davon aus, dass der Beschuldigte der Privatklägerin im Rahmen der 

Ereignisse durch seine vorsätzlichen tätlichen Handlungen eine einfache Körperverletzung im 

unteren Bereich zugefügt habe. Die anfängliche Aggression sei jedoch von der Privatklägerin 

ausgegangen, indem diese in Abwesenheit des Beschuldigten dessen Wohnung betreten und 

verunstaltet habe. Der Beschuldigte habe nicht schuldhaft gehandelt, weshalb er vom Vorwurf 

der einfachen Körperverletzung freizusprechen sei.  

 

Die von C.____ wiedergegebene Äusserung des Beschuldigten "was soll ich machen, wenn ich 

sie nochmals anfasse, mache ich sie kaputt", welche er im Rahmen des Gerangels vor seiner 

Haustüre von sich gegeben hat, erachtete das Gericht als erstellt. Es stellte jedoch fest, dass 

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diese Äusserung in objektiver Betrachtung keine Androhung eines künftigen Übels darstelle, son-

dern vielmehr zeige, dass der Beschuldigte aufgrund der Situation während des Gerangels ver-

zweifelt sowie bestürzt gewesen sei und sich möglicherweise im Sinne eines Hilferufs an C.____ 

gewandt habe. Den Tatbestand der Drohung erachtete das Strafgerichtspräsidium weder in ob-

jektiver noch in subjektiver Hinsicht als erfüllt, weshalb es den Beschuldigten von diesem Vorwurf 

ebenfalls freisprach.  

 

Betreffend die Vorwürfe der Verleumdung und der üblen Nachrede beschloss das Strafgerichts-

präsidium, das Verfahren werde mangels rechtsgültigen Strafantrags eingestellt.  

 

2.2 In ihrer Berufungsbegründung vom 8. April 2021 bringt die Privatklägerin demgegenüber 

vor, die Vorinstanz habe richtig festgestellt, dass der Beschuldigte mit seinen Schlägen am 

7. Juli 2018 den objektiven und subjektiven Tatbestand einer einfachen Körperverletzung ver-

wirklicht habe. Hingegen sei eine Notwehrsituation des Beschuldigten nicht auszumachen und 

demzufolge entfalle auch der im Urteil als Begründung für den Freispruch angeführte entschuld-

bare Notwehrexzess. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei demnach aufgrund des erfüll-

ten Tatbestands der Körperverletzung der Beschuldigte schuldig zu sprechen und angemessen 

zu bestrafen. Die Privatklägerin unterlässt es hingegen, ihren Antrag betreffend Aufhebung des 

erstinstanzlichen Urteils hinsichtlich der Drohung sowie der Tätlichkeiten zu begründen. 

 

Betreffend die Beurteilung der angeklagten Verleumdung, evtl. üblen Nachrede gelange die Vor-

instanz zum Schluss, dass die dreimonatige Antragsfrist zwischen der Kenntnisnahme vom ehr-

verletzenden Vorgehen des Beschuldigten einerseits und der Einreichung der Anzeige durch die 

Privatklägerin andererseits nicht eingehalten worden sei. Die Verfahrensakten zeigten hingegen 

auf, dass der Strafantrag der Privatklägerin am 23. Oktober 2018 rechtzeitig erfolgt sei, da sie am 

23. Juli 2018 von der vorangegangenen Chat-Konversation zwischen dem Beschuldigten und 

D.____ erfahren habe. Das angefochtene Urteil sei demnach auch in diesem Punkt aufzuheben. 

Da die Vorinstanz den Anklagepunkt der Ehrverletzung nicht materiell beurteilt habe, sei der Fall 

in diesem Punkt des Dispositivs hierfür an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

 

Im Rahmen der Hauptverhandlung vom 20. September 2021 macht die Privatklägerin sodann 

geltend, der Beschuldigte habe den objektiven und subjektiven Tatbestand hinsichtlich einer vor-

sätzlichen Körperverletzung erfüllt. Er habe sich jedoch nicht in einer Notwehrsituation befunden, 

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weshalb die Annahme eines Notwehrexzesses auf Seiten des Beschuldigten ausscheide. Bis 

zum Zeitpunkt der Ohrfeige sei es zu keinen Tätlichkeiten gekommen. Die vorinstanzliche, aus-

dehnende Interpretation der Aussage von C.____, dass es sich bei der Auseinandersetzung zwi-

schen der Privatklägerin und dem Beschuldigten um ein Gerangel gehandelt habe, sei ungerecht-

fertigt. Ebenso unzutreffend sei die Rechtsauffassung des Beschuldigten, wonach dieser mit ei-

ner Ohrfeige auf eine Beschimpfung durch die Privatklägerin habe reagieren dürfen. Weiter habe 

der Beschuldigte durch seine Aussage ʺ… wenn ich sie nochmals anfasse, mache ich sie kaputtʺ 

und das anschliessende Packen der Privatklägerin von hinten und Austeilen des ersten Boxschla-

ges den Tatbestand der Drohung erfüllt. Durch sein Handeln habe er die Privatklägerin in Angst 

und Schrecken versetzt. 

 

Durch die nachgereichten Unterlagen, welche keine Noven darstellten, sei sodann die Rechtzei-

tigkeit des Strafantrags betreffend den Tatbestand der Verleumdung, eventualiter der üblen 

Nachrede erstellt. Die vom Beschuldigten in den Chatnachrichten gegenüber D.____ gemachten 

Äusserungen seien geeignet gewesen, den Ruf der Privatklägerin zu schädigen.  

 

2.3 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihrerseits macht mit Berufungsantwort vom 

4. Juni 2021 geltend, das Strafgericht habe nach umfassender und nachvollziehbarer Beweis-

würdigung zu Recht das Vorliegen einer einfachen Körperverletzung sowie eines Notwehrexzes-

ses angenommen und den Beschuldigten freigesprochen. Den Ausführungen des Strafgerichts 

könne auch bezüglich der Ausführungen zur Drohung gefolgt werden. Aus den mit Berufungser-

klärung eingereichten Beweismitteln sei sodann die Rechtzeitigkeit des Strafantrags betreffend 

Verleumdung, evtl. üble Nachrede ersichtlich, weshalb der Sachverhalt diesbezüglich materiell 

zu beurteilen sei.  

 

2.4 Der Beschuldigte schliesslich legt mit Berufungsantwort vom 7. Juli 2021 dar, er bestreite 

nicht, der Privatklägerin mit der linken Faust zweifach gegen das Gesicht oder den Hals geschla-

gen zu haben. Er beteuere aber nach wie vor mit aller Deutlichkeit, dass es sich keineswegs um 

eine einseitige Gewalteinwirkung seinerseits gehandelt habe. Vielmehr sei er von der Privatklä-

gerin vor den genannten Faustschlägen beschimpft, bespuckt und gekratzt worden. Die Privat-

klägerin achte bei ihren Aussagen, welche in sich weder stimmig noch folgerichtig seien, stets 

darauf, sich in der Opferrolle darzustellen. Aufgrund der Akten dränge sich jedoch auf, von einer 

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beidseitigen Auseinandersetzung auszugehen, welche in massgeblicher Weise durch die Privat-

klägerin selbst herbeigeführt worden sei. 

 

Betreffend die im Raum stehende Drohung ʺIch mach dich kaputtʺ handle es sich um eine Aus-

sage-gegen-Aussage-Situation. Der Beschuldigte bestreite, diese Äusserung gegenüber der Pri-

vatklägerin getätigt zu haben. Der Sachverhalt, auf welchen die Staatsanwaltschaft ihre Anklage 

abstütze, sei zudem mangels objektiver Beweise oder glaubwürdiger Opfer- bzw. Zeugenaussa-

gen mitnichten erstellt. Sodann sei der Vorinstanz zuzustimmen, dass diese Äusserung in objek-

tiver Betrachtungsweise keine Androhung eines künftigen Übels darstelle. Er sei vom Vorwurf der 

Drohung freizusprechen. 

 

In Bezug auf den Vorwurf der einfachen Körperverletzung (Faustschläge) seien die Ausführungen 

der Vorinstanz zutreffend und gäben keinerlei Anlass zur Beanstandung. Die Privatklägerin habe 

zwar eine leichte Rötung bzw. Schwellung am Hals erfahren, jedoch hätten weder Kratzer noch 

Hämatome oder eine Gehirnerschütterung diagnostiziert werden können, woraus mitnichten auf 

einfache Körperverletzung zu erkennen sei. Der Beschuldigte sei somit mangels Erfüllung des 

objektiven Tatbestands vom Vorwurf der einfachen Köperverletzung freizusprechen. Die Inkauf-

nahme einer Tätlichkeit i.S.v. Art.126 StGB werde nicht bestritten. Der Beschuldigte sei von der 

Privatklägerin hingegen beschimpft, bespuckt und gekratzt worden, worin sowohl ein rechtswid-

riger Angriff auf die körperliche Integrität als auch auf die Ehre zu erblicken sei, womit eine Not-

wehrlage vorgelegen habe. Die in objektiver Hinsicht zugefügten Beeinträchtigungen seien als 

Tätlichkeit einzustufen, durch welche der Beschuldigte nicht unverhältnismässig Gewalt ange-

wendet habe. Er bestreite den Vorwurf gemäss Anklageschrift, der Privatklägerin im Verlauf einer 

tätlichen Auseinandersetzung mit der flachen linken Hand ins Gesicht geschlagen zu haben. Der 

von der Staatsanwaltschaft dargelegte und in der Anklageschrift festgehaltene Sachverhalt be-

treffend die Ohrfeige werde somit bestritten. Es sei davon auszugehen, dass eine derartige Ohr-

feige seitens des Beschuldigten nicht verübt worden sei. Infolge Rechtfertigung durch Notwehr 

sei der Beschuldigte sodann vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung bzw. der Tätlichkeit 

freizusprechen.  

 

Es sei der Vorinstanz unter Verweis auf die Erwägungen 2.1 bis 2.4 des Urteils des Strafgerichts 

vom 17. November 2021 beizupflichten, dass das Verfahren betreffend Verleumdung evtl. üble 

Nachrede zufolge Ungültigkeit des Strafantrags einzustellen sei. Betreffend die neu eingereichten 

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Beweismittel sei der Beschuldigte der Meinung, diese hätten ohne weiteres bereits anlässlich der 

Hauptverhandlung zu den Akten gereicht werden können und müssen. Die Nachreichung der 

Beweise im Rahmen des Berufungsverfahrens erscheine als rechtsmissbräuchlich. Er bestreite 

nicht, die durch die Staatsanwaltschaft zitierten Nachrichten in der Anklageschrift verfasst und 

versendet zu haben. Hingegen bestreite er, dass diese den Tatbestand der Verleumdung oder 

üblen Nachrede erfüllten. Es stehe nicht fest, dass der Inhalt dieser Nachrichten unwahr sei und 

ob diese überhaupt geeignet gewesen seien, dem Ruf der Privatklägerin zu schaden. Mangels 

Unwahrheit sei er vom Anklagepunkt der Verleumdung, eventualiter der üblen Nachrede freizu-

sprechen.  

 

In der Hauptverhandlung vom 20. September 2021 führt der Beschuldigte ergänzend aus, es 

habe sich bei der Auseinandersetzung zwischen ihm und der Privatklägerin keineswegs um eine 

einseitige Gewalteinwirkung durch ihn gehandelt. Vielmehr sei er zeitlich vor den genannten 

Faustschlägen von der Privatklägerin beschimpft, bespuckt und gekratzt worden, was durch die 

Akten belegt sei. Auch die Staatsanwaltschaft sei in der Anklageschrift davon ausgegangen, dass 

vor den Schlägen bereits eine gegenseitige verbale und tätliche Auseinandersetzung stattgefun-

den habe. Die Parteiaussagen würden sich widersprechen, wobei die Fotodokumentation der 

Polizei für die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen spreche. Er bestreite nach wie vor, die Privatklä-

gerin mittels Ohrfeige geschlagen zu haben. Auf dem Flur habe ein Hin und Her geherrscht, was 

von der Zeugin C.____ auch so wahrgenommen worden sei, weshalb anzunehmen sei, dass eine 

Konstellation der Retorsion gemäss Art. 177 Abs. 3 StGB vorgelegen habe. Eventualiter werde 

das Vorliegen einer Notwehrlage sowie Handeln mit Abwehrwillen seinerseits geltend gemacht. 

Betreffend die im Raum stehende Drohung habe die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass die 

Formulierung ʺWas söll ich mache, wenn ich sie nochmals anfasse, mache ich sie kaputtʺ aus 

objektiver Sicht keine Androhung eines künftigen Übels darstelle. Vielmehr zeige seine Aussage 

auf, dass er verzweifelt und bestürzt gewesen sei und sich im Sinne eines Hilferufs an die Freun-

din der Privatklägerin gewandt habe. Zudem sei die Privatklägerin nicht in Angst und Schrecken 

versetzt worden, habe sie doch zehn Minuten nach dem Vorfall bei ihm geklingelt, um mitzuteilen, 

dass sie dies nicht akzeptieren wolle und im Kantonsspital Basel-Landschaft habe sie keine Be-

denken geäussert, wieder nach Hause zu gehen. Somit sei weder der objektive noch der subjek-

tive Tatbestand der Drohung erfüllt. Der entsprechende Freispruch sei zu bestätigen. Betreffend 

die im Raum stehende einfache Körperverletzung stelle er sich auf den Standpunkt, die beiden 

Faustschläge hätten den für Art. 123 StGB erforderlichen Krankheitswert nicht erreicht. So hätten 

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bei der Privatklägerin weder Kratzer noch Hämatome oder eine Gehirnerschütterung diagnosti-

ziert werden können. Beim Arzt habe sie bloss von leichten Kopfschmerzen gesprochen. Dabei 

handle es sich lediglich um geringfügige pathologische Veränderungen bzw. um eine vorüberge-

hende Störung des Wohlbefindens. Entsprechend sei er mangels Erfüllung des objektiven Tat-

bestands vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung freizusprechen und die beiden Faust-

schläge wären stattdessen objektiv unter Art. 126 StGB zu subsumieren. Sollte das Gericht die-

ser Auffassung nicht folgen, werde als Rechtfertigung Notwehr geltend gemacht. Die Privatklä-

gerin habe ihn vor den beiden Faustschlägen mehrfach beschimpft, bespuckt und gekratzt, was 

einen rechtswidrigen Angriff auf seine körperliche Integrität und Ehre darstelle und womit eine 

Notwehrlage vorgelegen habe. Die beiden Faustschläge hätten die geeignete, erforderliche und 

verhältnismässige Notwehrhandlung seinerseits dargestellt. Bei Verneinung der Einschlägigkeit 

von Art. 15 StGB sei auf Schuldebene Art. 16 Abs. 2 StGB zur Anwendung zu bringen, wie dies 

die Vorinstanz gemacht habe. Das Verfahren betreffend Verleumdung, eventualiter übler Nach-

rede sei von der Vorinstanz zu Recht eingestellt worden. Sollte diese Auffassung nicht geteilt 

werden, weise er darauf hin, dass die von ihm gemachten Äusserungen gegenüber D.____ weder 

den Tatbestand der Verleumdung noch denjenigen der üblen Nachrede erfüllten (vgl. Prot. HV 

Kantonsgericht, S. 5).  

 

3. Würdigung des Kantonsgerichts  

3.1 Tatsächliches 

Die Vorinstanz gelangte in tatsächlicher Hinsicht nach umfassender Würdigung der Aussagen 

der beiden Beteiligten und deren jeweiligen Freundinnen zu folgendem Schluss: Die anfängliche 

Aggression sei von der Privatklägerin ausgegangen (Ziff. 4.2.1. und 5.1.3.b des Urteils vom 

17. November 2020). Der Beschuldigte sei geständig, die Privatklägerin zwei Mal mit der linken 

Faust geschlagen und sie dabei am Hals oder am Ohr getroffen zu haben. Er bestreite jedoch 

den Sachverhalt in Bezug auf die weiteren tätlichen Handlungen sowie die Drohung vehement 

(Ziff. 4.2.3. des Urteils vom 17. November 2020). Was die Tätlichkeiten anbelange, so sei ange-

sichts der divergierenden widersprüchlichen Aussagen beider Beteiligter davon auszugehen, 

dass es ein Gerangel mit gegenseitigen Tätlichkeiten gewesen sei, bei welchem nicht abschlies-

send feststellbar sei, wann genau es zu welcher Handlung gekommen sei bzw. wer wen zuerst 

tätlich angegangen habe. Es sei angesichts der beidseitig sichtbaren Verletzungen nicht von hef-

tigen Schlägen, aber unter anderem von massivem Kratzen auszugehen. In dubio pro reo sei auf 

die Aussagen des Beschuldigten abzustellen, wonach ihn die Privatklägerin zuerst gekratzt habe, 

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bevor er tätlich geworden sei. Das gesamte Gerangel sei überdies als eine Einheit anzusehen 

und nicht in unterschiedliche Handlungen zu unterteilen. Was die Drohung anbelange, so sei auf 

die Aussage von C.____ abzustellen, an welche die Aussage des Beschuldigten gerichtet gewe-

sen sei. So habe er zu ihr gesagt: ʺWas soll ich machen, wenn ich sie nochmals anfasse, mache 

ich sie kaputtʺ. Dies entspreche auch in etwa der Schilderung des Beschuldigten, wonach er nicht 

die Privatklägerin bedroht, sondern auf seine körperliche Überlegenheit hingewiesen habe (Ziff. 

4.2.4. des Urteils vom 17. November 2020). Auf diesen Sachverhalt stellt das Kantonsgericht 

nach Würdigung der vorliegenden Beweise und Indizien ebenfalls ab.  

 

In rechtlicher Hinsicht gilt es zu prüfen, ob das Strafgericht mit präsidialem Urteil vom 17. Novem-

ber 2020 den Beschuldigten zu Recht von den Vorwürfen der einfachen Körperverletzung, der 

Drohung und der Tätlichkeiten freigesprochen sowie das Verfahren wegen Verleumdung, even-

tualiter übler Nachrede mangels rechtsgültigen Strafantrags eingestellt hat. 

 

3.2 Einfache Körperverletzung 

3.2.1 Gemäss Art. 123 Ziffer 1 Abs. 1 StGB begeht eine einfache Körperverletzung, wer vor-

sätzlich einen Menschen in anderer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt. Erfasst werden 

demnach Schädigungen der körperlichen und geistigen Gesundheit sowie Schädigungen des 

Körpers, die noch nicht in den Anwendungsbereich der schweren Körperverletzung nach Art. 122 

StGB fallen, die aber auch nicht mehr als eine blosse Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB 

eingestuft werden können (vgl. STEFAN TRECHSEL/THOMAS FINGERHUTH, Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 123 N 2).  

 

3.2.2 In rechtlicher Würdigung des vorliegenden Sachverhalts ist festzuhalten, dass der Be-

schuldigte nicht bestreitet, die Privatklägerin im Rahmen des Gerangels vom 7. Juli 2018 zwei 

Mal mit der linken Faust geschlagen zu haben (vgl. Berufungsantwort vom 7. Juli 2021, N 11). 

Dabei hat die Privatklägerin eine leichte Rötung und Schwellung an der rechten Halsseite erlitten 

und über leichte Kopfschmerzen und Schwindel geklagt (vgl. Austrittsbericht der Notfallstation 

des Kantonsspitals Baselland vom 9. Juli 2018). Nicht erstellt ist jedoch, dass der Beschuldigte 

der Privatklägerin zwei Ohrfeigen verpasst hat, insbesondere ist die Chronologie hinsichtlich der 

einzelnen Tatkomponenten unklar geblieben. Durch die zwei Schläge mit der linken Faust des 

Beschuldigten auf die Privatklägerin ist diese jedenfalls an ihrem Körper, beziehungsweise ihrer 

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Gesundheit, geschädigt worden. Gemäss dem Austrittsbericht der Notfallstation des Kantonsspi-

tals Baselland vom 9. Juli 2018 handelt es sich dabei jedoch nicht um schwere Verletzungen, 

weshalb nicht von einer schweren Körperverletzung auszugehen ist. Die zwei Schläge mit der 

linken Faust hatten eine leichte Rötung und Schwellung an der rechten Halsseite der Privatklä-

gerin sowie leichte Kopfschmerzen und Schwindel zur Folge. Als Tätlichkeit wiederum nach 

Art. 126 StGB gilt nur der geringfügige und folgenlose Angriff auf den Körper oder die Gesundheit 

eines anderen Menschen. Bei den vorliegenden zwei Faustschlägen handelte es sich weder um 

eine schwere Körperverletzung noch um eine Tätlichkeit, sondern um eine einfache Körperver-

letzung. Denn vom Begriff der einfachen Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB er-

fasst werden Schädigungen der körperlichen und geistigen Gesundheit sowie Schädigungen des 

Körpers, die noch nicht in den Anwendungsbereich der schweren Körperverletzung nach Art. 122 

StGB, die aber auch nicht mehr als eine blosse Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB eingestuft 

werden können. Die zwei Schläge mit der linken Faust des Beschuldigten auf die Privatklägerin 

sind daher als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu qualifizie-

ren. Der Vorinstanz ist somit in dieser rechtlichen Einordnung in einem ersten Schritt zu folgen. 

 

3.2.3 In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob - wie vom Beschuldigten geltend gemacht - eine 

Notwehrsituation vorlag. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff 

bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umständen 

angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Die Notwehrlage wird also durch einen ge-

genwärtigen oder unmittelbar drohenden Angriff begründet. Dieser Angriff muss gegen "jeman-

den" gerichtet sein, notwehrfähig sind alle individuellen Rechtsgüter. Im Weiteren muss der An-

griff andauern oder unmittelbar drohen sowie allgemeinen, für jedermann geltenden rechtlichen 

Normen zuwiderlaufen, also ohne Recht sein (vgl. STRATENWERTH GÜNTER, Schweizerisches 

Strafrecht, Allgemeiner Teil, 4. Auflage 2011, S. 254 ff.). Ob eine Notwehrsituation bestand, wird 

ex post bestimmt (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/CAROLA GÖHLICH, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 

2019, Art. 15 N 9).  

 

Fraglich ist, ob der Beschuldigte die zwei Faustschläge in rechtfertigender Notwehr abgab. Er-

stellt ist in casu, dass nach einem vorausgehenden Streit die Privatklägerin erneut beim Beschul-

digten geklingelt hat, und ihn, nachdem er die Tür geöffnet hat, bespuckt, gekratzt und beschimpft 

hat. Daraufhin hat der Beschuldigte mit zwei Faustschlägen reagiert. Die genaue chronologische 

Abfolge und der Ablauf dieser Auseinandersetzung ist nicht eindeutig nachvollziehbar. Erstellt ist 

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lediglich, dass es die Privatklägerin war, welche eine erneute Konfrontation mit dem Beschuldig-

ten suchte und diesen bespuckte, kratze und beschimpfte, und dass der Beschuldigte in Form 

von zwei Schlägen mit der linken Faust gegen die Privatklägerin reagierte. Fraglich ist, ob das 

Bespucken, Kratzen und Beschimpfen durch die Privatklägerin einen Angriff gegen den Beschul-

digten darstellt.  

 

Ein Angriff ist jede durch menschliches Verhalten drohende Verletzung rechtlich geschützter In-

teressen (STEFAN MAEDER, Basler Kommentar StGB, 4. Auf. 2019, Art. 134 N 6 f.). In Beachtung 

des erstellten Sachverhalts zeigt sich in casu, dass nach Würdigung der Aussagen ein chronolo-

gischer detaillierter Ablauf mit Angriff und Abwehr nicht festzustellen ist. Das widerrechtliche Be-

treten der Wohnung durch die Privatklägerin sowie das Bespucken, Kratzen und Beschimpfen 

des Beschuldigten aber jedenfalls stellen eine drohende Verletzung rechtlich geschützter Interes-

sen, namentlich der körperlichen Integrität, Ehre und Privatsphäre des Beschuldigten, dar. In An-

wendung der Maxime "in dubio pro reo" ist von der Version des Beschuldigten auszugehen, wo-

nach die oben beschriebenen Handgreiflichkeiten der Privatklägerin zeitlich vor den Handgreif-

lichkeiten des Beschuldigten lagen. Somit ist eine Notwehrsituation des Beschuldigten zu beja-

hen. 

 

Zu prüfen ist weiter, ob es sich bei zwei Faustschlägen an Hals und Ohr der Privatklägerin um 

eine angemessene Abwehrhandlung handelte. Die Abwehr in einer Notwehrsituation muss nach 

der Gesamtheit der Umstände als verhältnismässig erscheinen. Eine Rolle spielen vor allem die 

Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechtsgüter, die Art des 

Abwehrmittels und dessen tatsächliche Verwendung. Die Angemessenheit der Abwehr ist auf-

grund jener Situation zu beurteilen, in der sich der rechtswidrig Angegriffene zum Zeitpunkt seiner 

Tat befand. Es dürfen nicht nachträglich allzu subtile Überlegungen darüber angestellt werden, 

ob der Angegriffene sich nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Massnah-

men hätte begnügen können und sollen (BGE 136 IV 49, E. 3.2). Angemessen ist die Abwehr, 

wenn der Angriff nicht mit weniger gefährlichen und zumutbaren Mitteln hätte abgewendet werden 

können, der Täter womöglich gewarnt worden ist und der Abwehrende vor der Benutzung des 

gefährlichen Werkzeugs das Nötige zur Vermeidung einer übermässigen Schädigung vorgekehrt 

hat. Auch ist eine Abwägung der auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter unerlässlich, doch muss 

deren Ergebnis für den Angegriffenen, der erfahrungsgemäss rasch handeln muss, mühelos er-

kennbar sein (BGer 6B_873/2018 vom 15. Februar 2019, E. 1.1.3).  

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Der Angriff der Privatklägerin auf den Beschuldigten in Form von Bespucken, Beschimpfen und 

Kratzen war nicht in einer Weise schwerwiegend, welche zwei Faustschläge gegen Kopf und Hals 

der Privatklägerin als angemessen erscheinen lässt. Die Vorinstanz ging daher zu Recht davon 

aus, dass die Grenzen der Notwehr damit überschritten wurden.  

 

Allerdings könnte sich der Beschuldigte im Zeitpunkt der Grenzüberschreitung der Notwehr in 

einer entschuldbareren Aufregung oder Bestürzung über den Angriff nach Art. 16 Abs. 2 StGB 

befunden haben. Ein dermassen entschuldbarer Notwehrexzess im Sinne von 

Art. 16 Abs. 2 StGB setzt voraus, dass die Aufregung oder die Bestürzung des Täters allein oder 

doch vorwiegend auf den rechtswidrigen Angriff zurückzuführen ist. Überdies müssen Art und 

Umstände des Angriffs derart sein, dass sie die Aufregung oder die Bestürzung entschuldbar 

erscheinen lassen. Nicht jede geringfügige Erregung oder Bestürzung kann Straflosigkeit zur 

Folge haben. Vielmehr muss der Richter von Fall zu Fall ermessen, ob die Aufregung oder die 

Bestürzung hinreichend erheblich war, um den Täter nicht mit Strafe zu belegen, und ob Art und 

Umstände des Angriffs diesen Grad der Erregung entschuldbar erscheinen lassen. Dabei muss 

er einen umso strengeren Massstab anlegen, d.h. einen umso höheren Grad entschuldbarer Auf-

regung oder Bestürzung verlangen, je mehr die Reaktion des Täters den Angreifer verletzt oder 

gefährdet. Besondere Zurückhaltung ist bei der Verwendung von Messern zur Abwehr geboten, 

da deren Einsatz stets die Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt. So-

dann führt nicht jede Aufregung, die mit einem Angriff gezwungenermassen einhergeht, zur Straf-

losigkeit im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB. An eine die Straflosigkeit von schweren Notwehrüber-

schreitungen rechtfertigende Emotion sind besondere Anforderungen zu stellen. Dabei müssen 

Art und Ausmass der unangemessenen Abwehr sowie die gesamten Umstände des Einzelfalls 

berücksichtigt werden. Erforderlich ist, dass es dem Täter aufgrund der Aufregung oder Bestür-

zung über den Angriff nicht möglich war, besonnen und verantwortlich zu reagieren. Als rechts-

erheblicher asthenischer Affekt gilt nicht schon jedes naheliegende Angstgefühl, während sthe-

nische Affekte wie Wut, Zorn oder Kampfeseifer als Schuldausschliessungsgrund nicht in Be-

tracht kommen. Untergeordnete Anteile sthenischer Affekte schliessen allerdings die Annahme 

der Entschuldbarkeit nicht schon aus (BGE 102 IV 1, E. 3b; BGer 6B_432/2010 vom 1. Oktober 

2010, E. 5.3; BGer 6B_810/2011 vom 30. August 2012, E. 5.3.2; BGer 6B_148/2013 vom 19. Juli 

2013, E. 3.2; KURT SEELMANN, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 16 N 3 ff.; GÜNTER 

STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. Aufl. 2011, § 10 

N 87). 

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Indem in casu die Privatklägerin ohne das Wissen des Beschuldigten in dessen Wohnung ein-

drang und später erneut seine Wohnung aufsuchte, um ihn dort zu beschimpfen, zu bespucken 

und zu kratzen, verursachte sie einen rechtswidrigen Angriff, auf welchen die Aufregung, in wel-

cher sich der Beschuldigte im Moment des Notwehrexzesses befand, zurückzuführen ist. Obwohl 

es angeblich bereits zu einer Ohrfeige des Beschuldigten zum Nachteil der Privatklägerin gekom-

men war, hat diese erneut die Konfrontation gesucht. Es ist erstellt, dass es auch zu Tätlichkeiten 

der Privatklägerin gegen den Beschuldigten kam. Unter diesen Umständen ist es nachvollziehbar, 

dass der Beschuldigte aufgebracht war. Die Aufregung über den Angriff im Sinne des Eindringens 

und womöglich zusätzlichen Verwüstens der Wohnung sowie die nachfolgende, erneute Konfron-

tation, welche mit Tätlichkeiten auf beiden Seiten einherging und von der Privatklägerin gesucht 

wurde, lassen den Grad der Erregung seitens des Beschuldigten entschuldbar erscheinen. Ins-

besondere waren die beiden Faustschläge nicht übermässig heftig und führten nicht zu schweren 

Verletzungen der Privatklägerin, weshalb der Massstab zur Annahme einer entschuldbaren Auf-

regung nicht allzu hoch angesetzt werden darf. In casu liegt folglich ein Fall von entschuldbarem 

Notwehrexzess nach Art. 16 Abs. 2 StGB vor. Die vorinstanzliche Annahme eines entschuldbaren 

Notwehrexzesses ist somit zu Recht erfolgt. Hierbei handelt es sich um einen Schuldausschlies-

sungsgrund, weshalb vorliegend die Voraussetzungen für einen Schuldspruch nicht gegeben 

sind. Der Beschuldigte ist somit durch die Vorinstanz zu Recht von der einfachen Körperverlet-

zung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB aufgrund eines entschuldbaren Notwehrexzesses nach 

Art. 16 Abs. 2 StGB freigesprochen worden.  

 

3.3 Tätlichkeiten  

3.3.1 Der Tätlichkeit nach Art. 126 StGB macht sich strafbar, wer gegen jemanden eine Tätlich-

keit verübt, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge hat. Als Tätlichkeit 

gilt der geringfügige und folgenlose Angriff auf den Körper oder die Gesundheit eines anderen 

Menschen (ROTH/KESHELAVA, Basler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, Art. 126 StGB N 2). Ge-

mäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügen Eingriffe, die, ohne schon eine Körper-

verletzung zu sein, auf andere Weise "das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete 

Mass" physischer Einwirkung auf einen Menschen überschreiten (BGE 117 IV 14 E. 2 a/bb). Dazu 

gehören Ohrfeigen, Faustschläge, Fusstritte und heftige, insbesondere mit den Ellbogen und 

Händen geführte Stösse (BGE 117 IV 14 E. 2 a/cc; vgl. STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schwei-

zerisches Strafrecht, Besonderer Teil II, 7. Aufl. 2013, § 3 N 50). Subjektiv ist Vorsatz gefordert, 

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wobei Eventualvorsatz ausreicht. Der Vorsatz muss sich auf die Tathandlung und den Erfolg be-

ziehen (TRECHSEL/PIETH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, 

Art. 126 N 5). 

 

3.3.2 Die Vorinstanz hat den Tatbestand der Tätlichkeiten in ihrem Urteil nicht separat rechtlich 

beurteilt, sondern darauf abgestellt, dass die Schläge oder weitere Tätlichkeiten im Tatbestand 

der einfachen Körperverletzung aufgingen und eine Handlungseinheit darstellten. Diesen zutref-

fenden Erwägungen folgend ist entsprechend auch hinsichtlich der Tätlichkeiten seitens des Be-

schuldigten in dubio von einer Notwehrsituation auszugehen, weshalb angesichts des gegensei-

tigen Gerangels und der Aggression der Privatklägerin und ihrer Tätlichkeiten von einer ange-

messenen Notwehr seitens des Beschuldigten auszugehen ist, wenn er sich hiergegen mit einer 

Ohrfeige oder weiteren Tätlichkeiten zur Wehr setzte. Entsprechend wird auch dieser vorinstanz-

liche Freispruch bestätigt. 

 

3.4 Drohung  

3.4.1 Der Drohung nach Art. 180 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer jemanden durch schwere 

Drohung in Schrecken oder Angst versetzt.  

 

3.4.2 Gemäss den Verfahrensakten ist erstellt, dass der Beschuldigte gegenüber der anwesen-

den C.____ betreffend die Privatklägerin Folgendes äusserte: "Was soll ich machen, wenn ich 

sie nochmals anfasse, mache ich sie kaputt". Diese Aussage des Beschuldigten richtete sich in 

einem ersten Punkt nicht direkt an die Privatklägerin. Des Weiteren liess sich die Privatklägerin 

von dieser Aussage auch nicht davon abhalten, kurz darauf, nachdem der Beschuldigte und die 

Privatklägerin jeweils in die eigene Wohnung zurückgekehrt waren, erneut beim Beschuldigten 

zu klingeln und ihn zur Rede zu stellen. Es ist also davon auszugehen, dass die Aussage des 

Beschuldigten gegenüber C.____ keinerlei Androhung eines künftigen Übels darstellt und zudem 

die Privatklägerin weder in Schrecken versetzt noch bei ihr ein Gefühl der Angst ausgelöst hat. 

Der Tatbestand der Drohung nach Art. 180 Abs. 1 StGB ist somit in casu nicht erfüllt. Der erstin-

stanzliche Freispruch ist daher ebenfalls korrekt und wird vorliegend bestätigt.  

 

 

 

 

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3.5 Verleumdung, eventualiter üble Nachrede 

3.5.1 Sowohl beim Tatbestand der Verleumdung als auch bei demjenigen der üblen Nachrede 

handelt es sich um Antragsdelikte (vgl. Art. 30 StGB i.V.m. Art. 174 Abs. 1 StGB und 

Art. 173 Abs. 1 StGB).  

 

3.5.2 Fraglich ist vorab, ob die Privatklägerin die Strafantragsfrist von drei Monaten ab Kennt-

nisnahme (Art. 31 StGB) der WhatsApp-Konversion zwischen D.____ und dem Beschuldigten 

vom 21. Juli 2018 mit Strafantrag vom 23. Oktober 2018 eingehalten hat.  

 

Im vorinstanzlichen Verfahren konnte nicht abschliessend erstellt werden, wann die Privatklägerin 

Kenntnis von der WhatsApp-Konversation erhalten hat. Gemäss der vorinstanzlichen Urteilsbe-

gründung sei der ʺ3.7.ʺ ersichtlich, ʺFreitagʺ, ʺgesternʺ und ʺheuteʺ. Somit sei der Zeitpunkt der 

Kenntnisnahme nicht erstellt. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Privatklägerin dies mittels 

eines Screenshots ihres Handys hätte belegen können.  

 

Die Privatklägerin reicht mit der Berufungserklärung vom 8. April 2021 acht Screenshots ein, wel-

che belegen, dass sie am 23. Juli 2018 eine ZIP-Datei "WhatsApp mit A.____" von ihrem dama-

ligen Freund, E.____, erhalten hatte. Damit ist erstellt, dass die Privatklägerin erst am 23. Juli 

2018 Kenntnis erhielt und die Antragstellung vom 23. Oktober 2018 gerade noch innert der drei 

monatigen Frist erfolgt ist, weshalb entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine Verfahrens-

einstellung nach Art. 325 Abs. 4 und 5 StPO erfolgen kann.  

 

Die Privatklägerin beantragt in der Berufungserklärung vom 8. April 2021 die Aufhebung der Dis-

positivziffer 2 und die Rückweisung an die Vorinstanz zwecks Beurteilung der angeklagten Ver-

leumdung, eventualiter üblen Nachrede. Die Berufung nach Art. 398 ff. StPO ist grundsätzlich ein 

reformatorisches Rechtsmittel. Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, fällt es ein neues 

Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO). Nach Art. 409 Abs. 1 

StPO hebt das Berufungsgericht bei wesentlichen, im Berufungsverfahren nicht heilbaren Män-

geln das angefochtene Urteil ausnahmsweise auf und weist die Sache zur Durchführung einer 

neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an die Vorinstanz zurück. Die kas-

satorische Erledigung durch Rückweisung ist aufgrund des reformatorischen Charakters des Be-

rufungsverfahrens die Ausnahme und kommt nur bei derart schwerwiegenden, nicht heilbaren 

Mängeln des erstinstanzlichen Verfahrens in Betracht, in denen die Rückweisung zur Wahrung 

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der Parteirechte, in erster Linie zur Vermeidung eines Instanzenverlusts, unumgänglich ist. Dies 

ist etwa der Fall bei Verweigerung von Teilnahmerechten oder nicht gehöriger Verteidigung (Urteil 

6B_512/2012 vom 30. April 2013 E. 1.3.3), bei nicht richtiger Besetzung des Gerichts (Urteile 

6B_596/2012 und 6B_682/2012 je vom 25. April 2013 je E. 1.3) oder bei unvollständiger Behand-

lung sämtlicher Anklage- oder Zivilpunkte (BGE 143 IV 408 E. 6.1). Das zweistufige Verfahren 

mit einem vollkommenen Rechtsmittel bringt es mit sich, dass sich die Berufungsinstanz mit Be-

hauptungen und Beweisen auseinandersetzen muss, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht vor-

lagen (BGE 143 IV 408 E. 6.3.2 mit Verweis auf SCHMID, Praxiskommentar StPO, 2. Aufl. 2013, 

Art. 409 StPO N 3). 

 

Vorliegend handelt es sich nicht um einen Verfahrensmangel, schon gar nicht um einen schwer-

wiegenden, da keine Verfahrensregeln (rechtliches Gehör, ein Anklagepunkt gar nicht behandelt, 

falsche Zuständigkeit etc.) verletzt worden sind. Dies wird von den Parteien sodann auch zu 

Recht nicht geltend gemacht. Es handelt sich nicht um eine schwere Verletzung von Parteirech-

ten, sondern um eine neue Beweiswürdigung anhand neu eingereichter Beweismittel. Ob es sich 

dabei um den Beweis der Einhaltung einer Prozessvoraussetzung handelt, ist irrelevant. Die Be-

weislast für die Einhaltung der Strafantragsfrist liegt bei der Privatklägerin. Die Berufungsinstanz 

kann die neuen Beweise prüfen und angesichts der vollen Kognition auch erstmals materiell über 

diesen Anklagepunkt entscheiden. Es gilt somit für das Kantonsgericht, materiell zu prüfen, ob 

eines der beanstandeten Ehrverletzungsdelikte erfüllt ist und ob dem Beschuldigten allenfalls der 

Gutglaubensbeweis oder Wahrheitsbeweis gelingt.  

 

3.5.3 Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft an das Präsidium des Strafgerichts Basel-

Landschaft vom 18. März 2020 wirft die Privatklägerin dem Beschuldigten vor, am 21. Juli 2018 

zwischen 00.09 Uhr und 01.07 Uhr, anlässlich einer WhatsApp-Konversation mit D.____ die Pri-

vatklägerin wider besseres Wissen wissentlich und willentlich eines unehrenhaften Verhaltens 

bezichtigt zu haben. Namentlich geht es um folgende Aussagen:  

 

- Nachricht um 00.23 Uhr "Zwunge zum sex wo eim gfallt….geili story" 

- Nachricht um 00.49 Uhr "…, sie probiert mi umfeld manipuliere, mis gschäft kaputt zma-

che, sie macht falschussage gegeüber de polizei und anderer dritte" 

- Nachrichten um 00.50 Uhr "Sie schuldet mir im endeffekt eh huufe geld" und "sie het mir 

min gliebte hund weggno" 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 22  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

- Nachricht um 01.04 Uhr "Ha ihri ussage hüt gläse und ich bi schockiert was alles gloge 

isch" 

 

3.5.4 Der Verleumdung nach Art. 174 Abs. 1 StGB macht sich auf Antrag strafbar, wer jeman-

den wider besseres Wissen bei einem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer 

Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt oder wer 

eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung wider besseres Wissen verbreitet. Geschützt wird 

das Rechtsgut der Ehre, mithin der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu be-

nehmen, wie nach allgemeiner Anschauung ein charakterlich anständiger Mensch sich zu ver-

halten pflegt. Vom Tatbestand erfasst wird nach der Auffassung des Bundesgerichts allein die 

Geltung als anständiger Mensch. Äusserungen, die sich lediglich eignen, jemanden in anderer 

Hinsicht - beispielsweise als Geschäfts- oder Berufsmann, Künstler, Politiker oder Sportler - in 

der gesellschaftlichen Geltung herabzusetzen, gelten nicht als ehrverletzend. Vielmehr soll eine 

strafrechtlich relevante Ehrbeeinträchtigung nur dann vorliegen, wenn jemand allgemein eines 

Mangels an Pflichtgefühl, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit oder sonst einer Ei-

genschaft bezichtigt wird, die geeignet wäre, ihn als Mensch verächtlich zu machen oder seinen 

Charakter in ein ungünstiges Licht zu rücken (BGE 71 IV 225, E. 2; BGE 105 IV 111, E. 1; 

STRATENWERTH/WOHLERS, Handkommentar StGB, 2009, Art. 173 N 1 ff.; RIKLIN, Basler Kom-

mentar StGB, 2007, Art. 173 N 13).  

 

3.5.5 Die Aussage des Beschuldigten gegenüber Drittpersonen, wonach der Privatklägerin der 

Sex gefallen habe (WhatsApp-Nachricht um 00.23 Uhr), stellt keine ehrenrührige Behauptung im 

Sinne des Strafrechts dar und erfüllt den Tatbestand der Verleumdung daher nicht.  

 

Dies trifft ebenfalls auf die Behauptung des Beschuldigten, die Privatklägerin versuche sein Um-

feld zu manipulieren und sein Geschäft kaputt zu machen (Nachricht um 00.49 Uhr), zu; auch 

diese erfüllen die Anforderungen an eine strafrechtlich relevante Ehrbeeinträchtigung nicht. An-

geblich habe der Beschuldigte diese Anschuldigungen von der Coiffeuse sowie von Mitarbeitern 

gehört. Die Privatklägerin habe ihn beim Chef schlechtgemacht und erzählt, dass er während der 

Arbeitszeiten unerlaubt Schiessen gegangen sei, er habe deswegen einen Subunternehmerver-

trag verloren. Betreffend die Nachricht des Beschuldigten um 00.49 Uhr, in welcher er behauptet, 

die Privatklägerin mache Falschaussagen bei der Polizei, ist festzuhalten, dass sie als Auskunfts-

person im Rahmen des hängigen Strafverfahrens grundsätzlich nicht zur wahrheitsgemässen 

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Aussage verpflichtet ist. Der Beschuldigte würde ihr also ein rechtmässiges Verhalten vorwerfen, 

was ebenfalls nicht als strafrechtlich relevante Ehrbeeinträchtigung gewertet werden kann. Hier-

bei ist anzumerken, dass der Beschuldigte zudem in den fraglichen Strafverfahren in allen Punk-

ten freigesprochen wurde, bzw. die Verfahren eingestellt wurden. Der Vorwurf, die Privatklägerin 

schulde dem Beschuldigten einen Haufen Geld, ist aufgrund der vormals geführten Beziehung 

plausibel und auch möglich. Über strittige Forderungen zu entscheiden ist sodann nicht Aufgabe 

der Strafgerichte, sondern der Zivilgerichte. Das Erheben einer Forderung verbindet ein durch-

schnittlicher, im betreffenden Konflikt aussenstehender Bürger nicht mit dem Ruf, ein ehrbarer 

Mensch zu sein. Somit ist auch durch diese Nachricht die Ehre der Privatklägerin im strafrechtli-

chen Sinne nicht verletzt.  

 

Der Beschuldigte behauptet weiter, dass die Privatklägerin ihm seinen geliebten Hund wegge-

nommen habe (Nachricht um 00.50 Uhr). Die Zuteilung, bzw. das Eigentum an diesem Hund war 

wiederholt thematisiert im Verfahren. Anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft 

vom 19. Juni 2019 gab der Beschuldige an, er sei im Kaufvertrag betreffend den Hund als Käufer 

eingetragen, sodann habe die Privatklägerin im Rahmen einer Einvernahme zu Protokoll gege-

ben, dass sie dem Beschuldigten den Hund weggenommen habe (vgl. act. 1033, Einvernahme-

protokoll vom 19. Juni 2019, S. 3 N 73 ff.). Grundsätzlich ist es in diesem Verfahren nicht Aufgabe 

des Gerichtes, zu entscheiden, wem der Hund gehört. Der Vorwurf, die Privatklägerin habe dem 

Beschuldigten den Hund weggenommen, kann auch in dem Sinne verstanden werden, dass der 

Hund nach der Trennung der Parteien nicht mehr beim Beschuldigten verweilte, was weder einen 

Vorwurf eines unehrenhaften Verhaltens noch anderer Tatsachen, die geeignet sind, den Ruf der 

Privatklägerin zu schädigen, darstellt. Somit erfüllt auch die Nachricht von 00.50 Uhr nicht den 

Tatbestand der Verleumdung.  

 

In der Nachricht um 01.04 Uhr macht der Beschuldigte die Aussage, die Privatklägerin habe bei 

ihren Aussagen gelogen, er bezieht sich dabei darauf, was die Privatklägerin in ihrer Einvernahme 

ausgesagt hat. Grundsätzlich kann die Bezeichnung als Lügnerin ehrverletzend sein. Da die bei-

den Parteien eine Beziehung führten, welche zu Ende ging und, wie bereits erwähnt, die Privat-

klägerin als Auskunftsperson gilt, welche nicht zur Wahrheit verpflichtet ist, sowie der Beschul-

digte freigesprochen wurde, ist in diesem Zusammenhang die fragliche WhatsApp-Nachricht als 

sozialadäquat einzustufen. Die Ehrverletzung durch diese Äusserung erscheint nicht schwer ge-

nug, um als strafrechtlich relevant qualifiziert zu gelten. Somit erfüllt auch diese Nachricht nicht 

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den Tatbestand der Verleumdung. Angesichts dessen kann keine Verurteilung wegen Verleum-

dung nach Art. 174 Abs. 1 StGB erfolgen.  

 

3.5.6 Entsprechend der obigen Darlegung, wonach in casu der Tatbestand der Verleumdung 

nicht erfüllt ist, ist vorliegend zu prüfen, ob sich der Beschuldigte der eventualiter angeklagten 

üblen Nachrede gemäss Art. 173 Abs. 1 StGB strafbar gemacht hat. Diesen Tatbestand begeht, 

wer jemanden bei einem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die 

geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt oder wer eine solche Be-

schuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet. Die Vorschrift betreffend die Verleumdung nach 

Art. 174 Abs. 1 StGB behandelt den qualifizierten Tatbestand der Ehrverletzung, eine üble Nach-

rede wider besseres Wissen gegenüber einem Dritten (vgl. FRANZ RIKLIN, Basler Kommentar 

StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 174 N 1). Der objektive Tatbestand der Verleumdung entspricht somit in 

weiten Teilen jenem der üblen Nachrede im Sinne des Art. 173 Abs. 1 StGB, wobei es bei der 

üblen Nachrede ausreicht, jemanden eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, 

die geeignet sind, den Ruf des Betroffenen zu schädigen, vorzuwerfen, hingegen die Verleum-

dung verlangt, dass die Aussage unwahr ist und wider besseren Willens erfolgt.  

 

Wie bereits ausgeführt, liegt seitens des Beschuldigten betreffend die beanzeigten WhatsApp-

Nachrichten keinerlei Ehrverletzung vor. Mangels Tatbestandserfüllung ist der Beschuldigte somit 

vom Vorwurf der üblen Nachrede nach Art. 173 Abs. 1 StGB freizusprechen. Dispositiv-Ziffer 2 

des strafgerichtlichen Urteils ist dementsprechend von Amtes wegen neu zu fassen. 

 

III. Kosten  

1. Kosten vor dem Strafgericht  

Das Urteil des Strafgerichts vom 17. November 2020 wird in Abweisung der Berufung vollum-

fänglich bestätigt und es erfolgt nur eine unwesentliche Abänderung des angefochtenen Urteils 

in Dispositiv-Ziffer 2 von Amtes wegen. Daher sind die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens 

nicht neu zu verlegen (vgl. Art. 428 Abs. 3 StPO).  

 

2. Kosten vor dem Kantonsgericht  

2.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorliegen-

den Verfahrens, mithin der vollständigen Abweisung der Berufung der Privatklägerin, werden die 

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Seite 25  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 6'100.00, bestehend aus einer Ur-

teilsgebühr von CHF 6'000.00 (in Anwendung von § 12 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren 

der Gerichte [GebT/BL, SGS 170.31]) und Auslagen von pauschal CHF 100.00, der Privatklägerin 

auferlegt.  

 

2.2. Ferner ist zu prüfen, ob die Privatklägerin Anspruch auf eine Parteientschädigung für das 

Berufungsverfahren hat. Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädi-

gung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429 ff. StPO. Diesen Bestimmun-

gen ist zwar keine Regelung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen, dessen ungeach-

tet hat sich indes auch der Anspruch auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren nach Mass-

gabe des Obsiegens oder Unterliegens zu richten (PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss 

Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, Rz. 578; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxis-

kommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 436 N 1; STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Basler 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 436 N 4). Angesichts des vorliegenden Verfahrensausgangs 

steht der Privatklägerin kein Anspruch auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren zu, weshalb 

sie ihre eigenen Parteikosten selbst zu tragen hat. 

 

2.3.1 Schliesslich begehrt der Beschuldigte eine Entschädigung für das Berufungsverfahren.  

 

2.3.2 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder das Verfahren ge-

gen sie eingestellt, hat sie gemäss der Bestimmung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO, welche zu-

folge des Verweises von Art. 436 Abs. 1 StPO auch auf das Berufungsverfahren anwendbar ist, 

Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfah-

rensrechte. Art. 432 StPO sieht vor, dass die obsiegende beschuldigte Person gegenüber der 

Privatklägerschaft Anspruch auf angemessene Entschädigung für die durch die Anträge zum Zi-

vilpunkt verursachten Aufwendungen hat (Abs. 1). Wenn die beschuldigte Person im Schuldpunkt 

obsiegt und es sich um ein Antragsdelikt handelt, so können die antragstellende Partei oder die 

Privatklägerschaft, sofern sie mutwillig oder grob fahrlässig vorgegangen sind und dadurch den 

Ablauf des Verfahrens behindert oder dessen Durchführung erschwert haben, dazu verpflichtet 

werden, der beschuldigten Person die Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Ver-

fahrensrechte zu ersetzen (Abs. 2). Der Gesetzgeber hat somit eine Regelung entworfen, welche 

die Möglichkeit vorsieht, den freigesprochenen Beschuldigten zu entschädigen, wobei die Vertei-

digungskosten betreffend den Strafpunkt grundsätzlich zu Lasten des Staates gehen. Es handelt 

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sich um eine Folge des Prinzips, wonach die Verantwortung für die Strafverfolgung dem Staat 

obliegt. Aus diesem Grund bestimmte der Gesetzgeber Korrekturen für Situationen, in denen das 

Verfahren mehr im Interesse der Privatklägerschaft geführt wird oder, wenn Letztere dessen 

Durchführung absichtlich erschwert hat (vgl. Art. 432 StPO). Handelt es sich um eine Entschädi-

gung, welche anlässlich eines Berufungsverfahrens gewährt wurde, müssen die kraft des Ver-

weises von Art. 436 Abs. 1 StPO anwendbaren Bestimmungen angesichts dieser speziellen Si-

tuation ausgelegt werden. Wurde die Berufung nur durch die einzige Privatklägerschaft erhoben, 

darf die Tatsache nicht übersehen werden, dass es in diesem Fall keinen staatlichen Eingriff 

hinsichtlich der Fortsetzung des Verfahrens vor der Berufungsinstanz gibt. Folglich befindet man 

sich in einer vergleichbaren Situation, wie sie in Art. 432 StPO umschrieben ist, insoweit die Fort-

setzung des Verfahrens ausschliesslich vom Willen der Privatklägerschaft abhängt. Es entspricht 

daher dem vom Gesetzgeber geschaffenen System, dass in einem solchen Fall die Privatkläger-

schaft die Verteidigungskosten des Beschuldigten vor der Berufungsinstanz trägt (BGE 139 IV 

45, E. 1.2; Pra 2013 Nr. 60, S. 462 f.; STEFAN WEHRENBERG/ FRIEDRICH FRANK, a.a.O., Art. 436 

N 6; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, a.a.O., Art. 428 N 3).  

 

2.3.3 Entsprechend diesen Erwägungen sowie angesichts der Gegebenheit, dass in casu die 

einzig von der Privatklägerin erhobene Berufung abgewiesen wurde, erhellt, dass die Verteidi-

gungskosten des Beschuldigten für das Berufungsverfahren von der Privatklägerin zu tragen 

sind. 

 

Mit Honorarnote vom 20. September 2021 weist die Verteidigerin des Beschuldigten, Advokatin 

Sandra Schmitt, einen Aufwand von 14.55 Stunden, respektive CHF 3'637.50 zuzüglich Auslagen 

und Mehrwertsteuer aus, wobei sie die Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht noch nicht 

berücksichtigt hat. Dieser Aufwand erscheint angemessen. Für die Teilnahme an der kantonsge-

richtlichen Hauptverhandlung sind sodann 2 Stunden respektive CHF 460.00 hinzuzurechnen. 

Der geltend gemachte Stundenansatz ist hingegen auf den praxisgemäss bei mittlerer Komplexi-

tät geltenden Ansatz von CHF 230.00 herab zu setzen.  

 

Die Privatklägerin hat der Verteidigerin des Beschuldigten, Advokatin Sandra Schmitt, daher für 

das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 3'825.40 (inklusive Aus-

lagen) zzgl. 7,7% MWST (= CHF 294.55), somit insgesamt CHF 4'119.95, zu bezahlen.  

 

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Seite 27  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 17. November 2020, auszugsweise 

lautend:  

   "I.  

   1.   B.____ wird von den Vorwürfen der einfachen Körperverletzung im 

Sinne eines leichten Falles in Anwendung von Art. 16 Abs. 2 StGB, 

der Drohung, der Tätlichkeiten, des Diebstahls, eventualiter des 

Betrugs, subeventualiter der unrechtmässigen Aneignung, subsub-

eventualiter der Sachentziehung sowie des Vergehens gegen das 

Waffengesetz freigesprochen. 

      

   2.   In Ziff. 3 der Anklageschrift wird das Verfahren wegen Verleum-

dung, eventualiter übler Nachrede mangels rechtsgültigen Strafan-

trags eingestellt (Art. 329 Abs. 4 und 5 StPO).  

     

   II.   

   3.   (…) 

      

   III.   

   4.   Die strafrechtliche Beschlagnahme betreffend den Schalldämpfer 

[Fortex, ohne Nummer (…)] wird aufgehoben. Über eine allfällige 

Rückgabe entscheidet (als gemäss Waffengesetz zuständige Be-

hörde) die Polizei Basel-Landschaft (Aufbewahrungsort: Waffen-

büro Polizei BL). 

      

   IV.   

   5.a Die im Zusammenhang mit Ziff. 1 der Anklageschrift vom 18. März 

2020 gegen B.____ geltend gemachte Forderung betreffend die 

Spesenkürzungen von Fr. 533.-- sowie diejenigen mit Ziff. 2 der 

Anklageschrift vom 18. März 2020 in Zusammenhang stehenden 

Schadenersatzforderungen gegen B.____ und F.____ werden ab-

gewiesen. 

      

   5.b Die übrigen im Zusammenhang mit Ziff. 1 der Anklageschrift vom 

18. März 2020 gegen B.____ geltend gemachten Schadenersatz- 

und Genugtuungsforderungen werden auf den Zivilweg verwiesen. 

     

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   6.   Die von der Privatklägerin gegen B.____ und F.____ geltend ge-

machte Parteientschädigung wird abgewiesen. 

     

   V.  

   7.   Über das Honorar der Wahlverteidigerin wird separat entschieden. 

Die Wahlverteidigerin wird aufgefordert, dem Gericht eine berei-

nigte Honorarnote (inkl. Deservitenkarte) bis zum 2. Dezember 

2020 einzureichen. 

     

   VI.   

   8.  Die Gerichtsgebühr beträgt Fr. 4‘000.--, wovon drei Viertel auf den 

Beschuldigten B.____ und ein Viertel auf den Beschuldigten 

F.____ entfällt.  

     

   9. Die B.____ betreffenden Kosten von insgesamt  

Fr. 7’853.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 4'853.-- sowie der Gerichtsgebühr von Fr. 3’000.--, gehen zu 

Lasten des Staates. 

 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil ver-

langt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die anteilsmässige strafgerichtli-

che Gebühr auf Fr. 1’500.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

     

   10. (…) 

     

   VII.   

   11. (…)." 

   

 

wird in Abweisung der Berufung der Privatklägerin in der Dispositiv-Ziffer 2 

aufgehoben und von Amtes wegen wie folgt neu gefasst:  

 

 

   2.   B.____ wird vom Vorwurf der Verleumdung, eventualiter übler 

Nachrede freigesprochen.  

 

 

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Seite 29  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

  Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil in den rechtskräftigen Disposi-

tiv-Ziffern 3, 4, 5.a, 5.b, 6, 7, 8, 9, 10 und 11 sowie in Dispositiv-Ziffer 1 

unverändert als Bestandteil dieses Urteils erklärt. 

 

 
 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von insgesamt 

CHF 6'100.00, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 6'000.00 sowie Ausla-

gen von pauschal CHF 100.00, gehen zu Lasten der Privatklägerin.  

 

  

III. 

 

Die Privatklägerin hat der Verteidigerin des Beschuldigten, Advokatin Sandra 

Schmitt, für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von 

CHF 3'825.40 (inklusive Auslagen) zzgl. 7,7% MWST (= CHF 294.55), somit 

insgesamt CHF 4'119.95, zu bezahlen.  

 

 

 IV. 

 

 

 

V. 

 

Der Privatklägerin wird für das Berufungsverfahren keine Parteientschädigung 

ausgerichtet.  

 

 

(Mitteilung) 

 

 

 

Vizepräsident 
 
 
 
Stephan Gass 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
Mateja Smiljić 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

 

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