# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb81d98b-5ace-56da-9f69-915a6c6b17bd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.12.2012 IV 2011/39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-39_2012-12-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/39

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.06.2020

Entscheiddatum: 13.12.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2012
Art. 28 IVG. Art. 29 IVG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens. Neue 
medizinische Fakten nach der gutachterlichen Untersuchung. Rückweisung 
zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2012, IV 
2011/39).

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2012

Versicherungsrichterin Marie Löhrer (Vorsitz); Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Marc Giger

Entscheid vom 13. Dezember 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2, 

Postfach, 9410 Heiden,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 9. November 2007 bei der Liechtensteinische 

Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 13). Sie hatte seit 1996 

bei der Firma B.___ gearbeitet (Arbeitgeberbescheinigung, IV-act. 20-2). Die 

Versicherte war vom 27. Februar bis 17. März 2007 in der Klinik Valens untergebracht 

gewesen. Die Klinik stellte in ihrem Austrittsbericht folgende Diagnosen: Chronisches 

zervikobrachiales Syndrom, chronisches rezidivierendes lumbospondylogenes 

Syndrom; Depression. Bis zum 31. März 2007 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bestanden, anschliessend 50 % Arbeitsfähigkeit mit sukzessiver, dem Verlauf 

angepasster Steigerung durch die Hausärztin (IV-act. 24). Vom 18. bis 23. April 2007 

war die Versicherte im Spital C.___ hospitalisiert gewesen. Der Bericht vom 4. Mai 2007 

nennt die Befunde akuter Hörsturz rechts und St. n. Diskusprolaps HWS (IV-act. 

22-11ff.). Dr. D.___, FMH Innere Medizin, führte in ihrem Arztbericht vom 23. November 

2007 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: chronisches 

therapieresistentes Zervikobrachialsyndrom; chronisch rezidivierendes 

lumbospondylogenes Syndrom; depressive Erkrankung. Als Diagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden genannt: Osteopenie, low turn over; HRT 

seit dem 43. Lebensjahr; gastrooesophagialer Reflux bei Hiatushernie (Gastroskopie 

1999); chronischer Tinnitus seit Dezember 2005, St. n. akutem Hörsturz rechts im Mai 

2007; Sklerose Aorta abdominalis; St. n. langjährigem Nikotinabusus; 

Cholezystolithiasis asymptomatisch; St.n. Innenmeniskusoperation Knie rechts 2007; 

Tonsillektomie, Appendektomie. Der Versicherten sei die bisherige Tätigkeit noch 

maximal 4 h Stunden pro Tag zumutbar (IV-act. 4-1ff.). Dr. med. E.___, Fachärztin für 

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, erwähnte in ihrem Bericht vom 3. Dezember 2007 

als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den Verdacht auf eine 

Fibromyalgie. Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind 

aufgeführt: Status nach Hörsturz rechts mit kompensiertem Tinnitus links und 

rezidivierend rechts; Laryngitis gastrica. Vom 17. April bis 5. Mai 2007 habe eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, vom 7. bis 11. Mai 2007 eine solche von 50 % 

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(IV-act. 22-1ff.). Dr. F.___, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, stellte am 9. Januar 2008 

folgende Diagnosen: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

depressive Episode. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei vom 19. Februar bis 31. 

März 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % gegeben gewesen. Seit 1. April 2007 

bestehe bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (IV-act. 5-1ff.). Das Spital 

C.___ nannte am 13. März 2008 folgende Diagnosen: Chronische Zervikalgie bei 

mehrsegmentaler Osteochondrose; chronisches Lumbovertebralsyndrom; PHS bds. 

bei Verkalkung der Infraspinatussehne; Kiefergelenkschmerzen bds.; St.n. Hörsturz 

rechts April 2007; berufliche Belastungsfaktoren vorhanden (IV-act. 37-10). Dr. med. 

G.___, Radiologie FMH, hielt in seiner Beurteilung vom 8. August 2008 als Diagnosen 

fest: Hochgradige multisegmentäre Chondrosen HWK5/6 sowie HWK6/7 mit 

Schwerpunkt HWK5/6; in beiden Segmenten erhebliche flachbogige breitflächige 

dorsale Discusprotrusion mit begleitender Spondylophytose, aber noch normaler Weite 

des Spinalkanals und ohne wesentliche Beeinträchtigung der Neuroforamina; in den 

gleichen Segmenten mässige Spondylarthrose; intaktes Myelon (IV-act. 37-34f.).

A.b   Mit Verfügung vom 13. Oktober 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine 

halbe Rente ab 1. März 2008 zu (IV-act. 6). Am 22. Oktober 2008 meldete die 

Versicherte sich auch bei der IV-Stelle des Kantons St.Gallen zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 1).

A.c   Dr. med. H.___, FMH Rheumatologie, erwähnte in ihrem Bericht vom 26. 

November 2008 als Diagnose eine Osteopenie (Low turn over). Unter den "übrigen" 

Diagnosen sind aufgeführt: Chronisches Cervicothoracalsyndrom; chronisches 

Vertebralsyndrom; PHS beidseits (IV-act. 37-4). Dr. med. I.___, Leitender Arzt 

Radiologie am Spital J.___, kam am 10. Februar 2009 zu folgender Beurteilung: 1. Ein 

relevanter Bandscheibenvorfall könne ausgeschlossen werden; es liege lediglich im 

Fach LWK4/5 ein minimer auf eine generalisierte Bandscheibenprotusion 

aufgepfropfter mediolateraler Bandscheibenvorfall links vor mit allenfalls geringfügiger 

Einengung des Recessus. 2. Spondylochondrosen LWK4/5 und LWK5/S1 (IV-act. 

48-6).

A.d   Im Verlaufsbericht vom 17. April 2009 erklärte Dr. D.___, es sei eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten. Eine andere Diagnose werde 

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nicht gestellt. Die Prognose sei als eher ungünstig einzuschätzen. Es sei nicht 

abzusehen, dass die zunehmende Schmerzaggravierung sich aufhalten lasse (IV-act. 

48-3). Dr. F.___ berichtete am 2. Juni 2009 ebenfalls von einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustands. Die Diagnose habe nicht geändert. Die bisherige wie auch 

andere Tätigkeiten seien der Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act. 51-3). Die IV-

Stelle verfügte am 15. Juni 2009 die Erhöhung der halben auf eine ganze Rente ab 1. 

Mai 2009 (IV-act. 59).

A.e   Nach einer weiteren rheumatologischen Untersuchung durch Dr. K.___, Facharzt 

FMH Rheumatologie und Innere Medizin, berichtete dieser am 30. September 2009, 

klinisch hätten sich keine Hinweise für eine lumboradikuläre oder cervikoradikuläre 

Reiz- oder Ausfallsymptomatik ergeben. Es hätte sich eine mittelgradige 

Funktionsstörung der HWS und der LWS gefunden. Die rechtsseitigen Beschwerden 

seien am ehesten als spondylogen respektive myogen im Rahmen eines 

lumbospondylogenen Schmerzsyndroms zu beurteilen. Eine Einschätzung zur 

Arbeitsfähigkeit gab der Arzt nicht ab (IV-act. 73-2).

A.f    Die IV-Stelle veranlasste am 28. Oktober 2009 gemäss einer Empfehlung des 

Regionalen ärztlichen Dienstes (in der Folge: RAD) eine interdisziplinäre Abklärung 

durch die MEDAS. Am 11. Januar 2010 fand eine rheumatologische Untersuchung 

durch Dr. med. L.___, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, und am 13. Januar 2010 

eine psychiatrische Untersuchung durch Dr. med. M.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, statt. Das Gutachten vom 13. April 2010 gelangt zum Ergebnis, 

sowohl in der angestammten Berufstätigkeit als kaufmännische Angestellte wie auch in 

anderen körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Heben/ Tragen von 

Lasten über 10 - 12.5 kg, des weiteren ohne längere Arbeiten in extendierter HWS-

Stellung, insbesondere bei gleichzeitiger Lateralflexion/Rotation, ohne Lärmexposition 

und ohne spezielle Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz, die 

emotionale Belastbarkeit oder die Konzentrationsfähigkeit bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von schätzungsweise 50 % (seit 19. Februar 2007). 

Die Prognose sei als nur vorsichtig günstig einzustufen (IV-act. 84-27). Der RAD 

erklärte am 20. April 2010, das Gutachten sei als umfassend, konsistent und 

widerspruchsfrei zu bezeichnen. Eine konsensuelle Beurteilung werde ersichtlich und 

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die Schlussfolgerungen bezüglich der IV-relevanten Fragen könnten plausibel 

nachvollzogen werden (IV-act. 85).

A.g   Am 2. Mai 2010 stellte die Versicherte der IV-Stelle ein Schreiben zu. Darin zeigt 

sie auf, wie sich ihre Krankengeschichte zwischenzeitlich entwickelt habe (IV-act. 87).

A.h   Mit Vorbescheid vom 11. August 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ausrichtung einer halben Rente ab 1. Februar 2008 in Aussicht. Die Abklärungen hätten 

ergeben, dass sowohl in ihrer bisherigen wie auch in einer leidensangepassten 

Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei (IV-act. 96).

A.i     Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch die N.___ AG, am 10. September 

2010 Einwand. Dabei machte sie geltend, der Vorbescheid sei insoweit anzupassen, 

als ihr ab dem 1. Mai 2009 eine ganze Rente zu gewähren sei. Es seien weitere 

umfassende Abklärungen vorzunehmen und alsdann neu zu entscheiden. Als 

Begründung führte sie an, der Sachverhalt sei unrichtig bzw. unvollständig abgeklärt 

worden, weshalb die daraus abgeleiteten Rechtsfolgen fehlerhaft seien (IV-act. 97). In 

einer Ergänzung zum Einwand führte die Versicherte am 24. September 2010 aus, es 

sei unverständlich, weshalb von der IV-Stelle die Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustands nicht berücksichtigt bzw. nicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

anerkannt werde. Dr. D.___ habe dargelegt, dass sich die Konzentrations- und 

Leistungsfähigkeit aufgrund der bestehenden Schmerzen und der antidepressiven 

Therapie vermindert habe. Es sei anzunehmen, dass sich der psychische 

Gesundheitszustand aufgrund des verschlechterten Allgemeinzustands verschlechtert 

habe. Gleichzeitig seien weitere Beschwerden hinzugekommen. Dr. F.___ habe erklärt, 

dass mit der Zunahme der rheumatologischen Beschwerden seit Januar 2009 eine 

Verschlechterung auf der psychischen Ebene einhergegangen sei. Das MEDAS-

Gutachten gehe überhaupt nicht auf die neuen Beschwerden ein. Der Schwerpunkt des 

Gutachtens beziehe sich auf die psychiatrische Abklärung des Gesundheitszustands. 

Dr. O.___ setze sich zwar mit den Einschätzungen des behandelnden Psychiaters 

auseinander. Hingegen finde sich im Gutachten keine Auseinandersetzung mit dem 

Arztbericht der behandelnden Hausärztin. Der Vorbescheid sei ohne Berücksichtigung 

der neuen Beschwerden bzw. ohne Einholung von weiteren ärztlichen Berichten erfolgt. 

Insbesondere habe es die IV-Stelle unterlassen, einen Arztbericht der Rheumatologin 

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Dr. med. H.___ einzuholen. Auch die Einholung weiterer ärztlicher Berichte von der 

Augenklinik habe sie - trotz Aufforderung der MEDAS - unterlassen. Insgesamt sei klar, 

dass weitere Abklärungen erforderlich seien, um den Gesundheitszustand ab 1. März 

2009 beurteilen zu können (IV-act. 99).

A.j     Am 28. Oktober 2010 nahm der RAD zu den Vorbringen der Versicherten in deren 

Einwand Stellung. Er erklärte, der Vorwurf, die Verschlechterung des 

Gesundheitszustands sei nicht berücksichtigt worden, sei nicht haltbar, hätten doch 

gerade die von der Versicherten erwähnten Berichte als Anlass dazu gedient, ein 

polydisziplinäres Gutachten einzuholen. Ebenso unzutreffend sei die Behauptung, die 

"neuen" Beschwerden der Versicherten seien nicht berücksichtigt worden. Aus dem 

Aufbau des Gutachtens ergebe sich klar, dass der Aktenauszug als integraler 

Bestandteil der Anamnese zu betrachten sei und somit alle geklagten Beschwerden 

und Symptome in profunder Kenntnis der Vorakten berücksichtigt worden seien. Auch 

in ihrer Beurteilung brächten die Gutachter zum Ausdruck, dass ihnen daran gelegen 

sei, möglichst alle Gesundheitsschäden in die Beurteilung miteinzubeziehen. Hier gelte 

es zu bemerken, dass es in der Natur der bei der Versicherten diagnostizierten 

undifferenzierten Somatisierungsstörung liege, dass - wie das Schreiben der 

Versicherten vom 2. Mai 2010 zeige - immer wieder neue Beschwerden geklagt 

würden, deren vertiefte Abklärung schier unmöglich sei. Ausserdem habe die MEDAS 

die IV-Stelle nicht zur Einholung eines ärztlichen Berichts aufgefordert, sondern nur 

eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Im Ergebnis seien die Vorbringen im 

Einwand der Versicherten somit unbegründet (IV-act. 101).

A.k   Am 1. November 2010 stellte die Versicherte der MEDAS ein Schreiben zu, worin 

sie darlegte, die im Gutachten erörterte Vorgeschichte entspreche zum Teil nicht den 

Tatsachen. Sie listete all die betreffenden Stellen auf (IV-act. 106). Die MEDAS 

antwortete der Versicherten mit Schreiben vom 10. November 2010, wie sie selbst zu 

Recht feststelle, seien die Abweichungen ohne Einfluss für die Gesamtbeurteilung (IV-

act. 110).

A.l     Am 16. Dezember 2010 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 

117).

B.     

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B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der durch 

Rechtsanwalt Peter Sutter vertretenen Versicherten vom 27. Januar 2011. Unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragt sie, es sei die angefochtene Verfügung 

aufzuheben; es sei ihr ab 1. Februar 2008 eine halbe und ab 1. Mai 2009 eine ganze 

Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führt die 

Beschwerdeführerin zunächst aus, die Akten seien von der Beschwerdegegnerin 

unsystematisch geführt worden. Die MEDAS habe dazu geschrieben, das Gutachten 

stütze sich auf gebündelte, nicht nummerierte, chaotisch gegliederte Akten der IV-

Stelle St. Gallen, mitgeliefert auf pdf-Daten CD. Die Akten hätten somit nicht auf ihre 

Vollständigkeit hin überprüft werden können. Indem die MEDAS den Auftrag gleichwohl 

angenommen hätte, würde ihr Gutachten an Beweiswert verlieren, so dass nicht darauf 

abgestellt werden könne. Die Gutachter hätten den Auftrag "sklavisch" angenommen 

und sich somit als nicht mehr unabhängig erwiesen. Aus inhaltlicher Sicht könne 

entgegen der Auffassung des RAD nicht gesagt werden, die Schlussfolgerungen des 

Gutachtens seien plausibel. Für den Adressaten sei nicht ansatzweise ersichtlich, wie 

die Arbeitsfähigkeit von 50 % bestimmt worden sei. Es sei zu vermuten, dass die 

Gutachter die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht anhand der konkreten Einschränkung, 

sondern unkorrekterweise medizinisch theoretisch vorgenommen hätten. Am 

psychiatrischen Gutachten sei mangelhaft, dass - wie im Schreiben vom 1. November 

2010 dargelegt - die Anamnese mit Fehlern gespickt sei. Entgegen der Ansicht der 

Gutachter seien diese Umstimmigkeiten in ihrer Gesamtheit für das Ergebnis der 

Beurteilung relevant. Sodann falle auf, dass der gesamthaft ermittelte 

Arbeitsunfähigkeitsgrad demjenigen im psychiatrischen Konsiliargutachten entspreche. 

Es werde indes nicht klar begründet, weshalb die somatischen Beschwerden 

überhaupt keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Es wäre auch wünschenswert 

gewesen, hätten sich die Gutachter ausreichender mit den abweichenden 

Einschätzungen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Ein wesentliches Manko 

des Gutachtens liege ausserdem im Umstand, dass nicht alle geklagten Beschwerden 

berücksichtigt worden seien. Es sei diesbezüglich auf die Vorbringen im 

Vorbescheidverfahren zu verweisen. Es wirke sich fatal aus, dass die unsystematisch 

geführten Akten von den Gutachtern zur Anamnese erhoben worden seien. Zudem 

habe die Beschwerdegegnerin eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung 

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vorgenommen, indem sie auf das Einholen eines Berichts der augenärztlichen Klinik 

verzichtet habe mit dem Argument, das Augenleiden sei ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit. Weiter habe die Beschwerdeführerin mit ihrem Schreiben vom 2. Mai 

2010 auf neue Leiden hingewiesen, welche aufgrund der Chronologie nicht hätten ins 

Gutachten einfliessen können. Die Verwaltung habe diese Beschwerden gestützt auf 

eine Stellungnahme des RAD einfach ignoriert, was gesetzeswidrig sei. Es sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb die neu geklagten Beschwerden keiner weiteren Abklärungen 

zugänglich sein sollten. Schliesslich sei zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin 

sich aufgrund internationaler Vereinbarungen an der Beurteilung der IV-Stelle zu 

orientieren habe, welche eine ganze Rente gesprochen habe (act. G 1).

B.b   In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. März 2011 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, 

es bestünden keine Hinweise, dass bei der MEDAS-Begutachtung relevantes 

medizinisches Aktenmaterial nicht zur Verfügung gestanden hätte oder solches von 

den Experten nicht berücksichtigt worden wäre. Auch die von der Beschwerdeführerin 

im Schreiben vom 1. November 2010 geäusserte Kritik an einzelnen Passagen des 

Gutachtens sei nicht geeignet, Zweifel am gutachterlichen Abklärungsergebnis zu 

wecken, zumal auch die Gutachter in einer Stellungnahme vom 10. November 2010 

festgehalten hätten, die Abweichungen seien ohne Einfluss auf die Gesamtbeurteilung. 

Es gehe zudem nicht an, die Unabhängigkeit der MEDAS in Frage zu stellen. Sodann 

lege das Gutachten plausibel dar, weshalb aus somatischer Sicht eine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit über das durch den psychiatrischen Gutachter attestierte Ausmass 

von 50 % nicht gegeben sei. Aus psychiatrischer Sicht sei gemäss den plausibel 

begründeten Feststellungen des begutachtenden Psychiaters davon auszugehen, dass 

mit der diagnostizierten depressiven Störung mittleren Ausmasses ein invalidisierender 

psychischer Gesundheitsschaden vorliege, der sich in einer 50%igen Einschränkung 

der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auswirke. Ein Gutachter müsse sich nicht eingehend 

bzw. umfassend mit den Hintergründen einer abweichenden Einschätzung 

auseinanderzusetzen. Ohnehin stimmten die Beobachtungen des behandelnden 

Psychiaters und des Gutachters diagnostisch überein. Es sei hingegen nicht 

nachvollziehbar, dass der behandelnde Psychiater der Beschwerdeführerin am 2. Juni 

2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, obwohl er zuvor bei gleicher 

Diagnose noch von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei. Die Gutachter 

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hätten überzeugend dargelegt, es sei aus rein medizinischer Sicht nicht plausibel, dass 

die Arbeitsunfähigkeit deutlich höher ausfallen solle als vorher; der behandelnde 

Psychiater habe auch psychosoziale Belastungsfaktoren (u.a. Wegfall der 

Taggeldzahlungen) miteinbezogen. Das Gutachten überzeuge in allen Belangen und 

erfülle die von der Rechtsprechung definierten Kriterien für eine beweiskräftige 

medizinische Entscheidungsgrundlage. Die Liechtensteinische Invalidenversicherung 

habe keine Kenntnis von dem Gutachten gehabt, sondern einzig auf die Beurteilung der 

behandelnden Ärzte abgestellt. Es bestehe somit ein triftiger Grund für einen von der 

Liechtensteinischen IV-Stelle abweichenden Rentenentscheid (act. G 4).

B.c   In der Replik vom 2. Mai 2011 legt die Beschwerdeführerin zunächst in Bezug auf 

die Würdigung medizinischer Akten dar, die behandelnden Ärzte könnten ihre Patienten 

aufgrund langjähriger Betreuungszeit oftmals besser einschätzen als ein Gutachter, der 

sich auf eine Momentaufnahme beschränken müsse. Zudem stehe die MEDAS 

gleichermassen in einer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zur 

Invalidenversicherung wie der Hausarzt zu seinem Patienten. Es werde sodann daran 

festgehalten, dass aufgrund der nicht systematisch geführten Akten der Beweiswert 

des Gutachtens eingeschränkt sei. Es sei darauf hinzuweisen, dass die MEDAS die 

Röntgenbilder der Beschwerdeführerin nicht habe finden können. Diese hätten im 

Spital J.___ neu angefertigt werden müssen. Bezüglich der zahlreichen unrichtigen 

Feststellungen im Gutachten berufe sich die Beschwerdegegnerin auf die Aussage der 

Gutachter, wonach die Abweichungen ohne Einfluss auf die Gesamtbeurteilung seien. 

Eine andere Antwort sei von den Gutachtern indes auch gar nicht zu erwarten 

gewesen, da diese nicht ihre eigene Begutachtung in Frage stellen würden. Aus dem 

Gutachten sei weiter in keiner Weise ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführerin die 

Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung, die Schmerzen zu überwinden, 

möglich sei und weshalb die Arbeitsfähigkeit gerade 50 % betrage. Die 

Beschwerdegegnerin suggeriere, die vom behandelnden Psychiater erwähnten 

zusätzlichen Belastungsfaktoren seien auf den Wegfall der Taggeldzahlungen zu 

reduzieren. Dem sei beileibe nicht so. Es seien auch nicht primär soziale, sondern 

gesundheitliche Belastungen, die zu einer Erschwerung der Situation geführt hätten 

(erfolglose Nerveninfiltrationen und Kieferbehandlungen, Darmprobleme, 

eingeschränkte Sehfähigkeit, Schwindelanfälle etc.). Im Übrigen sei zu beachten, dass 

die Beschwerdegegnerin die Invalidenversicherung im August 2010 mit dem MEDAS-

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Gutachten dokumentiert habe. Die Invalidenversicherung habe in Kenntnis des 

Gutachtens am 14. Februar 2011 die ganze Rente bestätigt (act. G 6).

B.d   Mit Duplik vom 6. Mai 2011 erklärte die Beschwerdegegnerin, sie halte an ihren 

Ausführungen in der Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag vollumfänglich fest (act. 

G 8).

Erwägungen:

1.

1.1    Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin streitig.

1.2   

1.2.1           Die Beschwerdeführerin ist Schweizer Staatsangehörige mit Wohnsitz in 

der Schweiz. Zuletzt hat sie in Fürstentum Liechtenstein gearbeitet. Es liegt damit ein 

internationaler Sachverhalt vor. Am 1. Juni 2002 ist das Abkommen zwischen der 

Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der 

schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit (APF; SR 

0.142.112.681) in Kraft getreten. Im Verhältnis Schweiz - Fürstentum Liechtenstein sind 

die auf den gleichen Zeitpunkt in Kraft getretenen Anpassungen des Abkommens zur 

Errichtung der Europäischen Freihandelszone (EFTA-Abkommen; SR 0.632.31) 

anwendbar, welche inhaltlich grundsätzlich mit dem APF übereinstimmen (vgl. Ueli 

Kieser, Das Personenfreizügigkeitsabkommen und die Arbeitslosenversicherung, in: 

AJP 2003, S. 283; KSBIL Rz 9002). Zwischen der schweizerischen Eidgenossenschaft 

und dem Fürstentum Liechtenstein besteht sodann seit 1989 ein bilaterales Abkommen 

über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.514.1). Dieses Abkommen ist nur noch insoweit 

anwendbar, als das EFTA-Abkommen den Sachbereich nicht selbst regelt (vgl. Art. 18 

des EFTA-Abkommens, e contrario).

1.2.2           Nach Art. 21 des EFTA-Abkommens regeln die Mitgliedstaaten die 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anlage 2 zu Anhang K und 

durch das Protokoll zu Anhang K über die Freizügigkeit zwischen Liechtenstein und der 

Schweiz, um unter anderem zu garantieren: die Bestimmung der anzuwendenden 

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Rechtsvorschriften (lit. b) und die Zahlung der Leistungen an Personen, die ihren 

Wohnsitz im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten haben (lit. d). Gemäss Art. 1 zu Anlage 2 

zu Anhang K des EFTA-Abkommens sind die Mitgliedstaaten übereingekommen, 

untereinander das APF anzuwenden. Anwendbar ist damit insbesondere auch im 

Verhältnis Schweiz - Liechtenstein die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (vgl. Art. 3 zu 

Anlage 2 zu Anhang K). Zielsetzung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 ist es 

insbesondere zu verhindern, dass Wandererwerbstätige durch die 

grenzüberschreitende Aktivität sozialversicherungsrechtliche Nachteile erleiden (Edgar 

Imhof, Eine Anleitung zum Gebrauch des Personenfreizügigkeitsabkommens, in: 

Aktuelles im Sozialversicherungsrecht, Hrsg. Hans-Jakob Mosimann, Zürich 2001, S. 

28). Damit soll insbesondere das Recht auf Freizügigkeit gewährleistet werden (E. 

Imhof, a.a.O., S. 27). Anzumerken ist, dass die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 per 1. 

April 2012 durch die Verordnung (EG) 883/2004 und die Durchführungsverordnung (EG) 

Nr. 487/2009 ersetzt wurde. Da jedoch das Recht im Zeitpunkt des Verfügungserlasses 

gilt, ist die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 vorliegend nach wie vor anwendbar.

1.2.3           In formeller Hinsicht ist Art. 44 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 

zu beachten: Beantragt eine wandererwerbstätige Person in ihrem Wohnsitzstaat oder 

allenfalls im letzten Versicherungsstaat die Ausrichtung einer Invalidenrente, so hat der 

zuständige Träger dieses Staates den Antrag zugleich an die zuständigen Behörden

aller übrigen Staaten weiterzuleiten, in denen die Antrag stellende Person 

Versicherungszeiten zurückgelegt hat, und das Verfahren gilt auch dort als eröffnet. 

Unterlässt der zuständige Träger die vorgeschriebene Weiterleitung des Antrags, so 

darf hieraus der versicherten Person kein Nachteil entstehen (E. Imhof, a.a.O., S. 88). 

Daraus folgt, dass vorliegend der Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug im 

Fürstentum Liechtenstein, d.h. der 9. November 2007, auch für die schweizerischen IV-

Leistungen als massgebendes Anmeldedatum gilt. In materieller Hinsicht ist auf Art. 40 

Abs. 4 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 hinzuweisen: Gemäss dieser Bestimmung ist 

eine vom Träger eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über die Invalidität eines 

Antragstellers auch für die Träger jedes anderen in Betracht kommenden Mitgliedstaats 

verbindlich, sofern die in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten Tat­

bestandsmerkmale der Invalidität in Anhang V als übereinstimmend anerkannt sind. Die 

Voraussetzung einer übereinstimmenden Anerkennung von Tatbestandsmerkmalen der 

Invalidität im Anhang V durch die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein ist vor­

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liegend nicht gegeben. Daraus folgt e contrario, dass eine Bindung der kantonalen IV-

Stelle an die Beurteilung der Liechtensteinischen IV-Stelle entgegen den Ausführungen 

der Beschwerdeführerin gerade nicht besteht. Der zuständige Träger jedes 

Versicherungsstaates stellt vielmehr die Arbeitsunfähigkeit nach seinen eigenen 

landesrechtlichen Vorschriften fest (vgl. E. Imhof, a.a.O., S. 95). Für die Berechnung 

und Ausrichtung von schweizerischen IV-Renten kommt auch bei euronationalen 

Sachverhalten ausschliesslich schweizerisches Recht zur Anwendung (E. Imhof, a.a.O., 

S. 91).

1.3    Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 

1b), sind für den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die altrechtlichen, 

danach die bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden. 

Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene IV-Revision 6A ist für dieses Verfahren nicht 

von Bedeutung.

1.4    Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Nach aArt. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem 

die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. 

a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Nach der ab 1. Januar 2008 

geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach der zweiten Variante (Art. 28 

Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs Monaten seit Anmeldung 

bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

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2.1    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Die 

Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar 

erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im 

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, 

die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 

351 E. 3b/bb). Insbesondere ist zu beachten, dass es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten (BGE 124 I 

175 E. 4) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu 

stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 

denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 

wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 

ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 

2.2.1 mit Hinweisen).

2.2    Die Verfügung vom 16. Dezember 2010 basiert in medizinischer Hinsicht auf dem 

Gutachten der MEDAS vom 13. April 2010. Darin werden folgende Diagnosen mit 

Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt: Rezidivierende depressive 

Störung, mittelgradige depressive Episode mit beginnender Chronifizierung; 

akzentuierte Persönlichkeitszüge mit anankastischen, narzisstischen und histrionischen 

Anteilen; chronisch rezidivierendes cervico- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom 

mit rechtsseitiger lumbospondylogener Komponente und anamnestisch 

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cervicocephalen und linksbetonten cervicospondylogenen Ausstrahlungen; 

Periarthropathia humeroscapularis calcarea links und AC-Arthrose links. Unter den 

Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sind aufgeführt: 

Cataract-Operation rechts 13.8.2009, anamnestisch, Cataract links, postoperativ 

persistierende Visusverminderung rechts (in Abklärung); undifferenzierte 

Somatisierungsstörung; anamnestisch Myoarthropathie bei Verdacht auf anteriore 

Discusluxation links (ED 11/07), MRI Kiefergelenke unauffällig (21.11.2007); Hörsturz 

rechts 04/07, kompensierter Tinnitus links und rezidivierend rechts; asymptomatische 

Cholecystolithiasis; Osteopenie bei low turnover (Dexa 11/08: T-Score lumbal -1,8 SD); 

axiale Hiatusgleithernie (ED 02/06); chronische Darmentleerungsstörung (ODS) bei 

grosser vorderer Rektocele und Intussuszeption (Operation geplant); arthroskopische 

Glättung des medialen Meniscus rechts 07/01; leichte generalisierte Atherosklerose bei 

St.n. Nikotinabusus; St.n. Aethylabusus (sistiert 1994); St.n. Appendektomie und 

Tonsillektomie. Insgesamt sei eine deutliche Diskrepanz festgestellt worden zwischen 

den geschilderten, subjektiv invalidisierenden Beschwerden und den objektivierbaren 

klinischen Pathologien. Sowohl in der angestammten Berufstätigkeit als kaufmännische 

Angestellte wie auch in anderen körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten 

ohne Heben/Tragen von Lasten über 10-12.5 kg, des weiteren ohne längere Arbeiten in 

extendierter HWS-Stellung, insbesondere bei gleichzeitiger Lateralflexion/Rotation, 

ohne Lärmexposition und ohne spezielle Anforderungen an die Stress- und 

Frustrationstoleranz, die emotionale Belastbarkeit oder die Konzentrationsfähigkeit 

bestehe eine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von schätzungsweise 50 % (seit 19. 

Februar 2007). Die Prognose sei angesichts der langen Dauer der psychischen 

Erkrankungen und der bereits eingetretenen Chronifizierung als nur vorsichtig günstig 

einzustufen (IV-act. 84-22ff.).

2.3    Es fragt sich, welcher Beweiswert dem Gutachten zukommt. Die 

Beschwerdeführerin rügt in formeller Hinsicht, das Gutachten sei nicht in Kenntnis des 

ganzen Sachverhalts basierend auf allen bekannten Unterlagen erstellt worden. Die 

MEDAS habe dazu geschrieben, das Gutachten stütze sich auf gebündelte, nicht 

nummerierte, chaotisch gegliederte Akten der IV-Stelle St. Gallen, mitgeliefert auf pdf-

Daten-CD. Das Gutachten sei deshalb nicht auf seine Vollständigkeit hin überprüfbar, 

und es könne darauf nicht abgestellt werden. Der Umstand, dass die der MEDAS 

zugestellten Akten nicht systematisch geordnet waren, ist von der 

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Beschwerdegegnerin nicht bestritten worden. Es bestehen vorliegend indes keine 

konkreten Hinweise, dass bei der Begutachtung relevantes medizinisches 

Aktenmaterial nicht zur Verfügung gestanden hat oder von den Experten nicht 

berücksichtigt worden ist. Dies gilt insbesondere auch für die Röntgenbilder, welche 

anscheinend vor der Rückgabe an die Beschwerdeführerin nicht mehr aufgefunden 

werden konnten und in der Folge neu angefertigt werden mussten. Es ist aus dem 

Gutachten selber ersichtlich, dass sich die Beurteilung der Gutachter auf umfassendes 

Röntgenmaterial stützt (Ziff. 2.3; IV-act. 84-17). Im Ergebnis erweist sich die 

Behauptung der Beschwerdeführerin, die Begutachtung basiere auf unvollständigen 

Akten, somit als unbegründet.

2.4    In materieller Hinsicht stellt die Beschwerdeführerin die Einschätzung der 

Gutachter in Frage, wonach bei ihr eine Arbeitsfähigkeit von 50 % gegeben sei. Das 

psychiatrische Teilgutachten sei gespickt mit vielen Fehlern, auf welche die 

Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom 1. November 

2010 aufmerksam gemacht habe. Aufgrund dieser Fehler handle es sich um eine 

falsche Anamnese und das Gutachten verliere deshalb an Beweiswert. Nachdem die 

Gutachter von der Beschwerdeführerin mit den betreffenden Abweichungen 

konfrontiert worden waren, hatten sie ihr geantwortet, letztere seien ohne Einfluss auf 

die Gesamtbeurteilung. Diese Einschätzung erscheint nachvollziehbar, umso mehr, als 

auch die Beschwerdeführerin selber in ihrem Schreiben vom 1. November 2010 

einräumte, dass die Korrekturen für den Befund grossteils nicht von Relevanz seien 

(vgl. IV-act. 106). Die Beschwerdeführerin rügt sodann, es sei unzureichend begründet, 

weshalb die somatischen Beschwerden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien. 

Zudem fehle es an einer eingehenden Auseinandersetzung mit den Berichten anderer 

medizinischer Fachpersonen. Frau Dr. D.___ und Dr. F.___ hätten in ihren 

Verlaufsberichten eine Verschlechterung des Gesundheitszustands bzw. eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit festgestellt, was von der Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt 

worden sei. Zudem hätte ein Bericht der Rheumatologin H.___ eingeholt werden 

müssen. Vorliegend ist nochmals darauf hinzuweisen, dass im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft besitzen, solange nicht konkrete 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). 

In dieser Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass sich der Vorwurf als unbegründet 

erweist, die Gutachter hätten sich nicht mit der geltend gemachten Verschlechterung 

des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Es wurden 

sämtliche im Rahmen der Untersuchung vom 11./13. Januar 2010 erhobenen Befunde 

von den Gutachtern bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt und 

gewürdigt. Was sodann den Umstand betrifft, dass der ermittelte 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 % demjenigen im psychiatrischen Teilgutachten 

entspricht, obwohl auch somatische Beschwerden attestiert wurden, ist festzuhalten, 

dass die betreffende Beurteilung der MEDAS ebenfalls nachvollziehbar erscheint. Die 

somatischen Beschwerden schränken denn auch insbesondere die Art der der 

Beschwerdeführerin noch zumutbaren Tätigkeiten ein (nur noch körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 – 12.5 kg 

und ohne längere Arbeiten in extendierter HWS-Stellung). Gesamthaft existieren keine 

Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen. Diesem kommt 

im vorliegenden Verfahren somit voller Beweiswert zu.

2.5     Die Beschwerdeführerin hatte mit Schreiben vom 2. Mai 2010 aufgezeigt, wie 

sich ihr Gesundheitszustand inzwischen entwickelt habe. Das externe Gutachten 

bezieht sich nur auf den Zeitraum bis zur Untersuchung vom 11. / 13. Januar 2010. Es 

stellt sich nun die Frage, inwieweit die in diesem Sinn neuen Vorbringen vom 2. Mai 

2010 eine Rolle spielen. Mit der Beschwerdeführerin ist jedenfalls darin einig zu gehen, 

dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Beschwerdegegnerin nicht wenigstens die 

Akten mit den betreffenden ärztlichen Untersuchungs- und Operationsberichten 

vervollständigt hat. Die Beschwerdeführerin schildert in dem erwähnten Schreiben 

zunächst, eine am 13. August 2009 durchgeführte Katarakt-Operation sei leider nicht 

wie geplant verlaufen. Sie habe seither beim Augenarzt und beim Optiker regelmässig 

Termine. Sie hätte auch nach einer kurzfristigen hochdosierten Kortisonbehandlung 

einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Sodann sei am 30. November 2009 durch Prof. 

Dr. P.___ ein korrigierter Visus von RA/LA:0.2/0.6 festgestellt worden. Aufgrund des 

schmerzenden Auges (Fremdkörpergefühl), der Unmöglichkeit von normalem Lesen 

und auch wegen daher rührender Gleichgewichtsstörungen sei zuletzt am 14. April 

2010 eine weitere Untersuchung erfolgt. Gemäss Angaben von Prof. P.___ hätten sich 

die Werte anscheinend nochmals verschlechtert (rund 20%). Des Weiteren sei aufgrund 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

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ihrer zunehmenden Entleerungsstörungen im März 2010 im Spital J.___ eine 

Transstarresektion mit Prolapsresektion durchgeführt worden. Die Operation sei 

grundsätzlich gut verlaufen; sie sei derzeit in Nachbehandlung u.a. aufgrund von 

Nachblutungen und derzeit nicht einordbaren Unterleibsschmerzen. Im Spital J.___ 

habe sie sich am 6. Mai 2010 auch einem Eingriff am linken Knie unterziehen müssen 

aufgrund eines seit einigen Monaten bestehenden Geschwulsts an der linken 

Kniescheibe. Schliesslich sei bezüglich ihrer Schmerzen im rechten Hüft-/Beinbereich 

eine Fehlstellung diagnostiziert worden, wobei der Ischias-Nerv als Ursache eruiert 

worden sei (IV-act. 87). Das Gutachten vom 13. April 2010 äussert sich im 

Zusammenhang mit diesen Vorbringen ansatzweise. So sind unter den Diagnosen ohne 

wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgeführt: Cataract-Operation rechts 

13.8.2009, anamnestisch, Cataract links; postoperativ persistierende 

Visusverminderung rechts (in Abklärung); chronische Darmentleerungsstörung (ODS) 

bei grosser vorderer Rektocele und Intussuszeption (Operation geplant). Bezüglich der 

geltend gemachten massiven Visusabnahme rechts schrieben die Gutachter, die 

kursorische binokuläre Visusprüfung habe einen Normalbefund (Nahvisus mit Lesebrille 

korrigiert) ergeben. Es sei die Einholung eines aktuellen Arztberichts in der Augenklinik 

des Kantonsspitals St. Gallen zu empfehlen (IV-act. 84-22f., 26). Die 

Beschwerdegegnerin hatte trotz des Schreibens vom 2. Mai 2010 auf weitere 

Abklärungen verzichtet; sie hatte sich dabei auf die Stellungnahme des RAD gestützt, 

wonach es in der Natur der bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten 

undifferenzierten Somatisierungsstörung liege, dass immer wieder neue Beschwerden 

geklagt würden, deren vertiefte Abklärung schier unmöglich sei. Die 

Beschwerdegegnerin sah auch von der Einholung eines Arztberichts der Augenklinik 

ab; dies ebenfalls gestützt auf die Stellungnahme des RAD, gemäss welcher die 

Gutachter nur eine entsprechende Empfehlung abgegeben hätten und das Augenleiden 

im Gutachten zudem unter den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

aufgelistet worden sei (IV-act. 101). Es ist an sich wie erwähnt zutreffend, dass das 

Augenleiden der Beschwerdeführerin im Gutachten unter den Diagnosen ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt ist. Immerhin aber ist zu beachten, 

dass die Beschwerdeführerin eine nicht wunschgemäss verlaufene Cataract-Operation 

bzw. eine fortlaufende Verschlechterung der Sehleistung geltend macht. Unter diesen 

Umständen erscheint problematisch, dass die Beschwerdegegnerin von weiteren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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Abklärungen abgesehen hat. Dem Gutachten ist zwar keine Aufforderung zur Einholung 

eines Arztberichts der Augenklinik zu entnehmen - die MEDAS ist gegenüber der 

Beschwerdegegnerin ohnehin nicht weisungsbefugt -, indes kommt der 

entsprechenden Empfehlung einiges Gewicht zu, so dass die Beschwerdegegnerin 

gute Gründe nachweisen müsste, um sich anders zu entscheiden. Die 

Beschwerdegegnerin konnte jedenfalls aufgrund des Gutachtens nicht von vornherein 

ausschliessen, dass eine nicht wunschgemäss verlaufene Augenoperation keine 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat. Auch erscheint die Stellungnahme des RAD, 

wonach eine vertiefte Abklärung der von der Beschwerdeführerin immer wieder neu 

geklagten Beschwerden schier unmöglich sei, wenig differenziert, zumal ja das 

Gutachten in Bezug auf das Augenleiden gerade weitere Abklärungen empfahl. 

Gesamthaft ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer 

Untersuchungspflicht gehalten gewesen wäre, den von der Beschwerdeführerin am 2. 

Mai 2010 vorgetragenen neuen medizinischen Fakten nachzugehen. Es drängt sich 

eine neuerliche Prüfung auf. Im Vordergrund steht dabei gemäss diesen Ausführungen 

die Untersuchung des Augenleidens. In die Abklärungen ist jedoch ebenfalls 

miteinzubeziehen, ob sich auch aufgrund der übrigen im Schreiben vom 2. Mai 2010 

genannten Leiden eine Änderung der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergibt.

2.6    Zusammenfassend erscheint der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

bis zum Datum der gutachterlichen Exploration am 11./13. Januar 2010 als genügend 

abgeklärt. Für die Zeit danach sind weitere Abklärungen angezeigt. In diesem Sinn ist 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollte sich auch nach den 

neuen Abklärungen ergeben, dass eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit an 

sich gegeben ist, wird ausserdem zu prüfen sein, inwieweit die Beschwerdeführerin 

überhaupt noch in der Lage ist, ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Wie dem 

Gutachten zu entnehmen ist, hat die Beschwerdeführerin ihre bisherige Arbeitsstelle 

per Ende 2009 verloren. Beim Invalideneinkommen kann daher nicht mehr auf diese 

Arbeitsstelle abgestellt werden, sondern dieses wäre gestützt auf LSE festzulegen. 

Weiter ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin bereits 63 Jahre alt ist. Es wird 

sich die Frage stellen, ob eine zumutbare Tätigkeit nicht nur noch in so eingeschränkter 

Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur 

unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 

ausgeübt werden kann (vgl. dazu ZAK 1989 S. 322 E. 4a). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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3.      

3.1    Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtene 

Verfügung vom 16. Dezember 2010 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden 

medizinischen Abklärung und Neuverfügung im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver­

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin voll­

umfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss wird zurückerstattet.

3.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. 

Vorliegend erscheint - wie in vergleichbaren Fällen üblich - eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.     In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 16. Dezember 

2010 aufgehoben und die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und 

Neuverfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.     Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtskosten im Betrag von Fr. 600.--. Der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2012
	Art. 28 IVG. Art. 29 IVG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens. Neue medizinische Fakten nach der gutachterlichen Untersuchung. Rückweisung zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2012, IV 2011/39).

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