# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66f6b289-6a3b-557b-b6b6-096a89810765
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2024 D-6100/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6100-2023_2024-01-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6100/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer; 

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Albanien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Art. 40 i.V.m. Art. 6a Abs. 2 AsylG); 

Verfügung des SEM vom 21. Juni 2023. 

 

 

 

D-6100/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reichte am 16. November 2022 (Poststempel) aus 

dem Regionalgefängnis B._______ ein schriftliches Asylgesuch ein. 

B.  

Am 29. März 2023 wurde er zu seinen Asylgründen angehört. Er machte 

dabei im Wesentlichen geltend, dass er in Albanien in eine Blutrache ver-

wickelt sei. Diese habe ihren Ursprung in einem Angriff seines Bruders im 

(…) 2018, bei welchem er (der Bruder) ein Mitglied der verfeindeten Familie 

mit einem Messer lebensgefährlich verletzt habe. Sein Bruder sei unmittel-

bar nach der Tat ins Ausland geflohen. Die Polizei habe in der Folge eine 

Hausdurchsuchung bei seiner Familie durchgeführt und er (Beschwerde-

führer) sei anstelle seines Bruders für kurze Zeit festgenommen worden, 

da er als Täter verdächtig worden sei. Im Rahmen dieser Festnahme sei 

er zweimal geohrfeigt worden. Versuche, sich mit der verfeindeten Familie 

zu versöhnen, seien gescheitert. Sein Vater und sein Grossvater seien aus 

Furcht im (…) 2018 ebenfalls aus Albanien ausgereist. Ende 2018 habe es 

im Rahmen der Blutrache zwei Anschläge auf ihn gegeben. Beim ersten 

sei er mit einem (…), einem (…) und einem (…) verletzt worden. Die Polizei 

habe ihn zu diesem Vorfall befragt und ihm Hilfe versprochen. Aus Angst 

habe er anschliessend versteckt bei einem Kollegen gelebt. Beim zweiten 

Vorfall sei er beschossen worden, als er in einem Auto unterwegs gewesen 

sei. Die verfeindete Familie habe sehr viel Macht, Geld und Einfluss, wes-

halb die Polizei untätig geblieben sei. Ende 2018 sei er von Albanien in den 

Kosovo gereist, den er dann im (…) 2019 verlassen habe und über diverse 

Zwischenstationen Ende 2021 in die Schweiz gelangt sei. Im Jahre 2020 

sei sein Bruder nach Albanien ausgeliefert und wegen versuchten Mordes 

zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.  

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer diverse Zeitungsberichte 

betreffend die Auslieferung seines Bruders ein. 

C.  

Mit Verfügung vom 21. Juni 2023 – Eröffnung am 26. Juni 2023 – stellte 

das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfülle, und lehnte sein Asylgesuch ab, verbunden mit der Anordnung der 

Wegweisung aus der Schweiz und des Wegweisungsvollzuges.  

Das SEM begründete seine Verfügung im Wesentlichen damit, dass Alba-

nien als verfolgungssicherer Staat (safe country) gemäss Art. 6a Abs. 2 

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Bst. a AsylG gelte und daher die Regelvermutung bestehe, dass die alba-

nischen Polizeibehörden in der Lage und Willens seien, ihn vor etwaigen 

Rachehandlungen im Rahmen der Blutfehde zu schützen.  

Es seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass der albanische Staat ihm im 

konkreten Fall den Schutz verweigern würde. So sei der Bruder des Be-

schwerdeführers wegen der Tat, welche die Blutrache ausgelöst habe, ver-

urteilt worden, woraus sich ergebe, dass Albanien über einsatzfähige und 

wirksame Polizei- und Justizorgane verfüge.  

Zudem habe der Beschwerdeführer angegeben, dass beim ersten Angriff 

auf seine Person die Polizei erschienen sei, was die Täter zur Flucht be-

wegt habe, und er sei sowohl während seines anschliessenden Spitalau-

fenthalts als auch später zuhause von der Polizei zum Tatgeschehen be-

fragt worden. Die Polizei habe ihm ferner mitgeteilt, dass sie den Vorfall 

untersuchen werde und er als Zeuge aufgeboten werde, sobald die mut-

masslichen Täter gefasst seien. Die Polizei habe auch darauf hingewiesen, 

dass es in der Umgebung des Tatorts Überwachungskameras gebe, die 

ausgewertet würden. Daran zeige sich, dass die Behörden unmittelbar 

nach dem Angriff aktiv geworden seien und Ermittlungen aufgenommen 

hätten. Die Aussage des Beschwerdeführers, wonach die Polizei untätig 

geblieben sei, stelle eine unbelegte Behauptung dar. Er erkläre dies mit 

dem Hinweis, dass die Polizei ihm auf Nachfrage mitgeteilt habe, dass mit-

tels der Kameraaufnahmen keine Person hätte identifiziert werden können. 

Diese Aussage sei zwar plausibel und zeige, dass die Ermittlung der Tat-

beteiligten noch nicht erfolgreich gewesen sei. Es würde dem Beschwer-

deführer freistehen, sich mittels eines Rechtsbeistands selbst ins Verfah-

ren einzubringen, sollte die Behörden nach seiner Einschätzung Nachwei-

sen nur unzureichend nachgehen oder sich einzelne Beamte fehlerhaft 

verhalten. Derartige Bemühungen seien aus den Akten nicht ersichtlich.  

Bei seiner Aussage, die verfeindete Familie würde aufgrund ihres Einflus-

ses die Untersuchung blockieren, handle es sich um eine vage Vermutung, 

ohne dass dafür konkrete Anhaltspunkte genannt würden. Aus der Aus-

sage der Behörde, die Täterschaft habe noch nicht eruiert werden können, 

lasse sich jedenfalls nicht auf eine Untätigkeit der Behörden schliessen. 

Sein Argument, die Behörden würden ihn nicht schützen, da die verfein-

dete Familie einflussreich und mächtig sei, sei pauschal und auch auf 

Nachfrage nicht konkretisiert worden, indem er lediglich ausgeführt habe, 

es handle sich nicht um eine intellektuelle Familie, der Familienvater habe 

in C._______ gearbeitet und sei dort unter anderem mit Drogenhandel 

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reich geworden. Die Familie habe gute Beziehungen zu hochrangigen Po-

litikern. Diese spärlichen und wenig konkreten Aussagen könnten die Re-

gelvermutung, dass ihm der Schutz auch zugänglich sei, nicht umstossen. 

So sei unklar, worin denn genau der Einfluss der Familie bestehen sollte. 

So scheinen diese beispielsweise keine staatlichen Funktionen zu beklei-

den, was einen gewissen Einfluss auf die Strafuntersuchung zumindest 

plausibel machen würde. Ferner habe der Beschwerdeführer ausgesagt, 

die Täter hätten beim ersten Angriff von ihm abgelassen, als sie Polizeisi-

renen gehört hätten. Die Täter seien sich offenbar bewusst gewesen, dass 

sie Nachteile durch die Polizei hätten, würden sie aufgegriffen.  

Bei der Verhaftung des Beschwerdeführers und den tätlichen Übergriffen 

handle es sich im Wesentlichen um staatlich legitime Massnahmen zur Er-

mittlung und Aufklärung einer Straftat. Sie würden in ihrer Intensität auch 

kein flüchtlingsrechtlich relevantes Ausmass annehmen und aufgrund der 

Verurteilung seines Bruders sei nicht davon auszugehen, dass dem Be-

schwerdeführer weitere Nachteile seitens der Behörden drohen könnten. 

D.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer aus der Justizvoll-

zugsanstalt beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde.  

Er machte in allgemeiner Weise geltend, dass er aufgrund der Blutrache 

nicht nach Albanien zurückkehren könne, da er dort nicht geschützt werde. 

E.  

Das Bundesverwaltungsgericht trat mit Entscheid D-3807/2023 vom 

11. Juli 2023 auf die Beschwerde nicht ein, mit der Begründung, dass diese 

verspätet erfolgt sei. 

F.  

Mit Revisionsgesuch vom 17. August 2023 gelangte der Beschwerdeführer 

erneut ans Bundesverwaltungsgericht. Er machte geltend, dass das Ge-

richt zu Unrecht nicht auf seine Beschwerde eingetreten sei, da er die Be-

schwerdeeingabe rechtzeitig dem Gefängnispersonal übergeben habe. 

G.  

Mit Urteil D-4461/2023 vom 2. November 2023 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht das Revisionsgesuch gut, hob den Entscheid D-3807/2023 

vom 11. Juli 2023 auf und nahm das Beschwerdeverfahren unter vorliegen-

der Verfahrensnummer wieder auf. 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

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Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-

gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-

den (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 

Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Bei den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Blutrache handelt es 

sich um eine Verfolgung durch Privatpersonen. Diese ist nur dann flücht-

lingsrechtlich relevant, wenn es der betroffenen Person nicht möglich ist, 

im Heimatland hinreichend Schutz davor zu finden. Der Schutz ist dann als 

ausreichend zu qualifizieren, wenn eine Person effektiv Zugang zu einer 

funktionierenden staatlichen Infrastruktur hat und ihr deren Inanspruch-

nahme zumutbar ist, wobei von einem Staat nicht erwartet werden kann, 

dass er jederzeit präventiv in die Lebensbereiche seiner Bürger eingreifen 

kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.1 und 2008/4 E. 5.2). 

5.2 Bei Albanien handelt es sich um einen verfolgungssicheren Staat im 

Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. dazu Anhang 2 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Die Bezeichnung ei-

nes Landes als sogenanntes «safe country» beinhaltet die Regelvermu-

tung, dass eine flüchtlingsrechtlich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht 

stattfindet und der behördliche Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung ge-

währleistet ist. Es handelt sich dabei um eine relative Verfolgungssicher-

heit, weshalb diese Regelvermutung im Einzelfall auf Grund konkreter und 

substantiierter Hinweise umgestossen werden kann (vgl. Urteil des BVGer 

E-4982/2020 vom 15. Januar 2021 E. 5). 

5.3 Dies ist dem Beschwerdeführer vorliegend nicht gelungen. So ergibt 

sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers, dass die staatlichen Be-

hörden im Zusammenhang mit der Blutrache ihren Aufgaben grundsätzlich 

nachgekommen sind. Dies zeigt sich etwa daran, dass der Bruder des 

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Beschwerdeführers für seine Tat strafrechtlich zur Verantwortung gezogen 

worden ist, und die Polizei nach dem ersten Angriff auf den Beschwerde-

führer aktiv geworden ist. Dies lässt sich nicht mit der Behauptung des Be-

schwerdeführers vereinbaren, dass aufgrund des Einflusses der verfeinde-

ten Familie die staatlichen Schutzmechanismen versagen würden, wes-

halb dies als nicht substanziierte Schutzbehauptung zu werten ist. 

5.4 Die albanischen Behörden sind demnach als schutzfähig und schutz-

willig zu bezeichnen. 

5.5 Dem SEM ist im Ergebnis auch dahingehend zuzustimmen, dass sich 

aus seiner kurzzeitigen Verhaftung und den dabei erlittenen Tätlichkeiten 

keine Verfolgungsgefahr ableiten lässt, da ihm seitens der Behörden aktu-

ell keine Massnahmen drohen. 

5.6 Das SEM hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und 

das Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

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7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

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weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.5 Das SEM führt in diesem Punkt zutreffend aus, dass Albanien mit Be-

schluss des Bundesrates vom 25. Oktober 2017 als Staat bezeichnet wor-

den ist, in den eine Rückkehr in der Regel zumutbar ist (Art. 83 Abs. 5 AIG 

i.V.m. Art. 18 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung 

sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL; SR 

142.281). Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, diese Regelver-

mutung umzustossen. Der Beschwerdeführer ist jung und verfügt über eine 

Schulbildung, eine gewisse Berufserfahrung sowie Familienangehörige im 

Heimatland. Seine medizinischen Leiden ([…]) können grundsätzlich auch 

in Albanien adäquat behandelt werden. 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

7.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

  

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Seite 10 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Linus Sonderegger