# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95d56aef-3c8b-55c8-b376-13af98f6a317
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2020 F-3483/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3483-2018_2020-06-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3483/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 2 0   

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Sylvie Cossy,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,    

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Steiner, 

Hirschengraben 10, Postfach, 3001 Bern,  

Beschwerdeführer,   

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Anerkennung der Staatenlosigkeit / Nichteintreten. 

 

 

 

F-3483/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (geb. […]), ein Kurde syrischer Herkunft, sogenann-

ter Ajanib, reiste am 29. Juni 2009 mit seiner Lebenspartnerin B._______ 

(geb. […], syrische Staatsangehörige) und den gemeinsamen Töchtern 

C._______ (geb. […]) und D._______ (geb. […]) in die Schweiz ein. Sie 

ersuchten gleichentags um Asyl. Mit Verfügung vom 27. April 2012 hiess 

das Bundesamt für Migration (BFM; heute SEM) die Asylgesuche gut (Ak-

ten der Vorinstanz [SEM act.] A49). Seit Mai 2012 sind alle Familienange-

hörigen im Besitze von Aufenthaltsbewilligungen für anerkannte Flücht-

linge. C._______ und D._______ wurden inzwischen eingebürgert.  

B.  

Mit Eingabe vom 11. März 2015 ersuchten der Beschwerdeführer und sei-

ne Töchter um Anerkennung ihrer Staatenlosigkeit gemäss Übereinkom-

men vom 28. September 1954 über die Rechtsstellung der Staatenlosen 

(SR 0.142.40, nachfolgend: Staatenlosenübereinkommen bzw. StÜ) sowie 

gestützt auf die Anerkennung der Staatenlosigkeit um Erteilung der Nieder-

lassungsbewilligung (SEM act. B1). Die Vorinstanz bestätigte den Erhalt 

der Gesuche am 25. März 2015 (SEM act. B2). 

C.  

Am 19. September 2016 erkundigte sich der Parteivertreter nach dem 

Stand des Verfahrens (SEM act. B4). Darauf Bezug nehmend, liess das 

SEM am 23. September 2016 verlauten, im Zusammenhang mit Gesuchen 

um Anerkennung der Staatenlosigkeit von Personen mit einer Aufenthalts-

bewilligung B stellten sich verschiedene Rechtsfragen. Das Staatssekreta-

riat sei aktuell um deren Klärung bemüht (SEM act. B5). 

D.  

Nachdem die Vorinstanz u.a. in den Besitz des Originals eines im Jahre 

2007 ausgestellten syrischen Führerausweises gelangt war, in welchem 

die Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers mit «Arabischer Syrer» 

angegeben wurde, räumte sie ihm am 16. Juni 2017 unter Vorlage der ent-

sprechenden Kopie die Möglichkeit zur Stellungnahme ein (SEM act. B6).  

Mit Eingabe vom 6. Juli 2017 machte er davon Gebrauch und reichte 

gleichzeitig die Kopie eines früheren Führerausweises ein (SEM act. B7). 

E.  

Mit Schreiben vom 29. August 2017 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

F-3483/2018 

Seite 3 

und seinen Töchtern unter Bezugnahme auf diese Führerausweiskopie 

mit, dass erwogen werde, die Gesuche um Anerkennung der Staatenlosig-

keit abzuweisen und gewährte ihnen hierzu das rechtliche Gehör (SEM 

act. B8).  

Sie äusserten sich hierzu am 28. September 2017 und legten eine den Be-

schwerdeführer betreffende berufliche Abschlussbescheinigung aus Syrien 

(Original) vor (SEM act. B10). 

F.  

Nach Prüfung der Echtheit dieses Dokument setzte die Vorinstanz dem 

Beschwerdeführer und den Töchtern am 6. Oktober 2017 eine Frist für ab-

schliessende Bemerkungen (SEM act. B11).  

Am 30. Oktober 2017 ersuchte der Parteivertreter um Offenlegung des Ab-

klärungsergebnisses der Ausweisprüfung sowie um Fristerstreckung. Am 

3. November 2017 erstreckte das SEM besagte Frist unter Beilage der 

Ausweisprüfung (SEM act. B12 und B13). 

Am 17. November 2017 nahmen die Betroffenen fristgemäss Stellung und 

hielten an ihren Gesuchen fest (SEM act. B14). 

G.  

Am 22. Januar 2018 informierte die Vorinstanz den Beschwerdeführer so-

wie die Töchter, dass sich mit der Aufhebung von Art. 31 Abs. 3 des Aus-

ländergesetzes (AuG, SR 142.20, Name des Erlasses bis 31.12.2018) auf 

den 1. Januar 2018 hin eine wesentliche Änderung der Rechtslage erge-

ben habe. Aufgrund dieser neuen Ausgangslage stellte das SEM in Aus-

sicht, mangels rechtlich geschützten Interesses an der Feststellung der 

Staatenlosigkeit auf die Gesuche nicht einzutreten. Mit gleichem Schreiben 

erhielten sie Gelegenheit, sich dazu zu äussern, ob sie an den Gesuchen 

festhalten wollten (SEM act. 15).   

Mit Stellungnahmen vom 26. Februar und 26. April 2018 hielten die Ge-

suchstellenden fest, dass sie nach wie vor über ein Rechtsschutzinteresse 

im Sinne von Art. 25 VwVG verfügten, weshalb die Verfahren um Anerken-

nung der Staatenlosigkeit weiterzuführen und materiell zu behandeln 

seien. Die Eingabe wurde mit einer Einschätzung des «UNHCR Büro für 

die Schweiz und Liechtenstein» vom 19. April 2018 ergänzt (SEM act. B16 

und B17).  

F-3483/2018 

Seite 4 

H.  

Mit Verfügung vom 9. Mai 2018 trat das SEM auf die Gesuche um Aner-

kennung der Staatenlosigkeit vom 11. März 2015 infolge dahingefallenen 

Rechtsschutzinteresses nicht ein (SEM B18). 

I.  

Mit Rechtsmitteleingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 14. Juni 

2018 beantragen der Beschwerdeführer und die beiden Töchter die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz. Ferner stellen sie das Begehren, der 

Nichteintretensentscheid sei aufzuheben und die Sache zwecks materieller 

Beurteilung der Gesuche um Anerkennung der Staatenlosigkeit an das 

SEM zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchen sie um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (BVGer act. 1). 

Mit Eingaben vom 15. Juni und 13. Juli 2018 ergänzte der Rechtsvertreter 

die Rechtsschrift mit Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege (BVGer act. 2 bzw. 6).   

J.  

Mit verfahrensleitender Anordnung vom 7. August 2018 verwies das Bun-

desverwaltungsgericht den Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt (BVGer act. 7). 

K.  

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2018 

auf Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 8). 

L.  

Replikweise halten der Beschwerdeführer und die Töchter am 5. November 

2018 an ihren Anträgen und deren Begründung fest (BVGer act. 10). 

M.  

Die unterzeichnende Richterin übernahm anfangs Dezember 2018 die In-

struktion des vorliegenden Verfahrens, nachdem der ursprünglich zustän-

dige Richter aus dem Gericht ausgetreten war. 

N.  

Nachträgliche Abklärungen des Bundesverwaltungsgerichts im Zentralen 

Migrationsinformationssystem (ZEMIS) ergaben, dass D._______ am 

7. März 2019 und C._______ am 3. September 2019 eingebürgert worden 

waren (BVGer act. 12).  

F-3483/2018 

Seite 5 

Aufgrund dieser Sachverhaltsentwicklung wurde das Beschwerdeverfah-

ren, soweit C._______ und D._______ betreffend, mit verfahrensleitender 

Anordnung vom 12. Mai 2020 von demjenigen ihres Vaters (F-3483/2018) 

getrennt. Es wird in einem separaten Verfahren unter der Geschäftsnum-

mer F-7481/2018 fortgeführt. 

O.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM betreffend Anerkennung der Staatenlosigkeit 

unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31 ff. 

VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande-

res bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Vorinstanz trat am 9. Mai 2018 auf die Gesuche um Anerkennung 

der Staatenlosigkeit nicht ein. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist 

daher nur zu prüfen, ob die Vorinstanz – nunmehr beschränkt auf die Per-

son des Beschwerdeführers – zu Recht einen Nichteintretensentscheid ge-

fällt hat bzw. ob ein Anspruch auf Eintreten und materielle Prüfung besteht 

(vgl. etwa BGE 135 II 38 E. 1.2 oder BGE 132 V 74 E. 1.1). 

1.4 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 und 52 VwVG) ist 

im vorstehend dargelegten Rahmen einzutreten. 

1.5 Der angefochtene Nichteintretensentscheid erging am 9. Mai 2018. Per 

1. Januar 2019 wurde das AuG in «Ausländer- und Integrationsgesetz» 

(AIG) umbenannt (vgl. AS 2018 3171). Die neue Bezeichnung wird hier 

nicht verwendet, da die einschlägigen Bestimmungen, sofern von Belang, 

in der bis zum 31. Dezember 2018 geltenden Fassung zu zitieren sind.  

F-3483/2018 

Seite 6 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die 

Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Unter Bundesrecht ist 

auch das direkt anwendbare Völkerrecht zu verstehen (vgl. ZIBUNG/HOF-

STETTER, in Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, N 7 zu Art. 49 VwVG 

m.H.), zu dem das hier mit tangierte Staatenlosenübereinkommen zu zäh-

len ist. Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an 

die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde 

auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder 

abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt sei-

nes Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

In formeller Hinsicht moniert der Beschwerdeführer eine schwerwiegende 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV), weil 

sich die Vorinstanz zu wenig sorgfältig und nicht umfassend mit seinen 

Ausführungen befasst habe. Ferner rügt er eine Verletzung des Willkürver-

bots von Art. 9 BV, des Verbots der Rechtverzögerung sowie des Grund-

satzes von Treu und Glauben. 

3.1 Die Parteien haben im Verwaltungsverfahren und im verwaltungsge-

richtlichen Verfahren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV 

und Art. 29 ff. VwVG). Dazu gehört, dass die Behörde ihren Entscheid in 

nachvollziehbarer Weise begründet, so dass er sachgerecht angefochten 

werden kann (Art. 35 Abs. 1 VwVG). In diesem Sinn müssen wenigstens 

kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sie sich hat leiten las-

sen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 142 II 324 E. 3.6; 142 II 49 

E. 9.2). Dabei kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken (BGE 143 III 65 E. 5.2; 141 III 28 E. 3.2.4 je m.H.). Welchen 

Anforderungen eine Begründung zu genügen hat, ist im Einzelfall anhand 

der konkreten Umstände und der Interessen der Betroffenen festzulegen 

(vgl. BGE 112 Ia 107 E. 2b; BVGE 2017 I/4 E. 4.2 m.H.; zum Ganzen KNEU-

BÜHLER/PEDRETTI, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal-

tungsverfahren (VwVG), 2. Aufl. 2018, Rz. 7 ff. zu Art. 35; UHLMANN/SCHIL-

LING-SCHWANK, in: Praxiskommentar VwVG, 2 Aufl. 2016, Rz. 17 ff. zu 

Art. 35). 

F-3483/2018 

Seite 7 

3.2 Die Begründungspflicht steht in enger Beziehung zur vorgelagerten, 

sich ebenfalls aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergebenden Pflicht 

der Behörde, die Vorbringen der Partei sorgfältig und ernsthaft zu prüfen 

und bei der Entscheidfindung zu berücksichtigen (Prüfungs- und Berück-

sichtigungspflicht; vgl. Art. 30 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 VwVG; WALDMANN/BI-

CKEL, in: Praxiskommentar VwVG, Rz. 83 zu Art. 29, Rz. 6 zu Art. 30 und 

Rz.18 ff. zu Art. 32). In aller Regel kann denn auch erst der Begründung 

einer Verfügung entnommen werden, ob die Behörde ihrer Prüfungs- und 

Berücksichtigungspflicht nachgekommen ist. Aus der Begründung muss 

daher ersichtlich sein, ob die Behörde ein Vorbringen überhaupt in Betracht 

zog oder lediglich für nicht erheblich oder für unrichtig hielt (WALDMANN/BI-

CKEL, a.a.O., Rz. 21 zu Art. 32).  

3.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das SEM habe die Par-

teivorbringen nicht ausreichend gewürdigt, ist ihm nicht zu folgen. Aus der 

angefochtenen Verfügung geht klar hervor, dass sich die Vorinstanz einge-

hend mit den Auswirkungen der Rechtsänderung von Art. 31 AuG, dem As-

pekt des Rechtsschutzinteresses «per se» und der bundesverwaltungsge-

richtlichen Rechtsprechung im fraglichen Bereich auseinandergesetzt hat. 

Auch auf die weiteren vorgetragenen Einzelaspekte des Rechtsschutzinte-

resses ist sie konkret eingegangen. Wie angetönt, ist nicht erforderlich, 

dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan-

dersetzt und jedes einzelne Vorbringen widerlegt (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1 

m.H.). Das SEM hat sich aber mit allen im vorliegenden Zusammenhang 

relevanten Fragen befasst. Die Rüge erweist sich somit als unbegründet. 

3.4 Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz in der Rechtsmitteleingabe 

sodann Rechtsverzögerung vor. Bei der Rechtsverzögerung handelt es 

sich um eine abgeschwächte Form der Rechtsverweigerung. Sie ist anzu-

nehmen, wenn behördliches Handeln zwar nicht grundsätzlich infrage 

steht, sondern lediglich nicht binnen gesetzlicher oder – falls eine solche 

fehlt – angemessener Frist erfolgt und für das "Verschleppen" keine objek-

tive Rechtfertigung vorliegt. Die Angemessenheit der Dauer eines Verfah-

rens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu 

beurteilen. In Betracht zu ziehen sind namentlich der Umfang und die Kom-

plexität der Sache, die Bedeutung der Angelegenheit für den Betroffenen, 

dessen Verhalten und schliesslich einzelfallspezifische Entscheidungsab-

läufe (vgl. zum Ganzen BGE 135 I 265 E. 4.4 oder BGE 130 I 312 E. 5 je 

m.H.; ferner MARKUS MÜLLER, in: Kommentar zum VwVG, a.a.O, Rz. 6 zu 

Art. 46a). 

F-3483/2018 

Seite 8 

3.5 Das Verfahren um Anerkennung der Staatenlosigkeit kennt keine ge-

setzlichen Behandlungsfristen. Sind dem Gesetz keine Präzisierungen zu 

entnehmen, liegt eine Rechtsverzögerung – wie schon erwähnt – dann vor, 

wenn die Behörde mehr Zeit verstreichen lässt, als dies der Natur der Sa-

che und den gebotenen Umständen nach gerechtfertigt erscheint. Auf-

grund der Vielzahl von Verfahren, welche die Vorinstanz gleichzeitig zu be-

handeln hat, sind gewisse Zeiten, während denen ein Dossier ruht, hinzu-

nehmen (vgl. beispielsweise Urteil des BVGer F-4238/2016 vom 8. Novem-

ber 2016 E. 4.1 – 4.3 m.H.). Zwar hat das vorinstanzliche Verfahren zwei-

fellos lange gedauert (vgl. Bst. B – G weiter vorne), der Vorwurf der geziel-

ten Verschleppung über den 1. Januar 2018 hinaus (so Ziff. 10 der Be-

schwerdeschrift) ist aber offenkundig haltlos. So hat das SEM seit Septem-

ber 2016 – damals erkundigte sich der Parteivertreter nach dem Verfah-

rensstand – im Rahmen des ordentlichen Geschäftsganges wiederholt Ver-

fahrenshandlungen vorgenommen (SEM act. B4 und B5). Die Sach- und 

Rechtslage präsentierte sich hierbei alles andere als klar. So gelangte das 

SEM im Verlaufe des Jahres 2017 in den Besitz eines Originaldokuments, 

welches Zweifel an der Darstellung des Beschwerdeführers zu dessen 

Staatsangehörigkeit aufkommen liess (SEM act. B6). Auch die anschlies-

senden Stellungnahmen des Rechtsvertreters sowie die entsprechenden 

Beweisanträge und Beweismittel (SEM act. B7 und B10) erforderten zu-

sätzliche behördliche Vorkehren. Am 30. Oktober 2017 ersuchte jener sel-

ber um eine Fristerstreckung (SEM act. B12). Aufgrund des beschriebenen 

prozessualen Verhaltens entbehrt die Unterstellung, die Vorinstanz habe 

das Verfahren absichtlich in die Länge gezogen, jeglicher Grundlage. Im 

Übrigen hat der Parteivertreter die Verfahrensdauer als solche bis zum an-

gefochtenen Entscheid nie beanstandet. Der jetzige Vorwurf, das Verfah-

ren habe übermässig lang gedauert, erfolgt somit verspätet. Analoges gilt 

hinsichtlich der beiläufig erhobenen Vorwürfe der Befangenheit und Vor-

eingenommenheit, auf die hier nicht näher einzugehen ist.    

3.6 Die gleichzeitig geltend gemachte Verletzung des Grundsatzes von 

Treu und Glauben betrifft ebenfalls die Verfahrensführung. Für die entspre-

chende Mutmassung des Parteivertreters, das SEM habe das Verfahren 

verzögert, bis die in seinen Augen vom Staatssekretariat initiierte Geset-

zesänderung in Kraft getreten sei, finden sich in den Akten keinerlei An-

haltspunkte. Es kann im Wesentlichen auf das unter E. 3.5 Gesagte ver-

wiesen werden. Anzumerken ist, dass die Vorinstanz den Beschwerdefüh-

rer am 22. Januar 2018 über die veränderte Rechtslage und deren Auswir-

kungen auf das Rechtsschutzinteresse orientiert und ihm das rechtliche 

Gehör gewährt hatte (SEM act. B15). Danach hatte er noch ausreichend 

F-3483/2018 

Seite 9 

Zeit, sich zum Aspekt des schützenswerten Interesses an der Anerkennung 

der Staatenlosigkeit zu äussern, wovon er Gebrauch machte (SEM act. 

B16 und B17). In der Verfahrensabwicklung durch das SEM kann somit 

kein treuwidriges Verhalten erblickt werden und sie lässt sich auch unter 

dem Blickwinkel des Willkürverbots nicht beanstanden. 

3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die formellen Rügen des Be-

schwerdeführers sich als unbegründet erweisen bzw. verspätet sind. 

4.  

4.1 Das SEM begründet seinen Nichteintretensentscheid zur Hauptsache 

mit dem im Verlaufe des Gesuchsverfahrens dahingefallenen Rechts-

schutzinteressens. In Bezug auf die Bestimmungen betreffend Erteilung 

der Niederlassungsbewilligung seien als staatenlos anerkannte Personen 

gegenüber anerkannten Flüchtlingen aufgrund von Art. 31 Abs. 3 AuG eine 

Zeitlang (seit einer am 1. Februar 2014 in Kraft getretenen Revision von 

Art. 60 AsylG) bessergestellt gewesen. Mit der per 1. Januar 2018 in Kraft 

getretenen Streichung von Art. 31 Abs. 3 AuG sei besagte Ungleichbe-

handlung jedoch wieder behoben worden. Seither erlangten von der 

Schweiz bereits als Flüchtlinge anerkannte, asylberechtigte Personen mit 

einer zusätzlichen Anerkennung der Staatenlosigkeit keine vorteilhaftere 

Rechtsposition mehr, womit es auf Seiten des Beschwerdeführers und sei-

ner Töchter nunmehr an einem aktuellen und praktischen Rechtsschutzin-

teresse fehle. Auch nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts müs-

se in jedem Fall ein aktuelles Rechtsschutzinteresse ausgewiesen werden. 

Die vom Parteivertreter im Rahmen der Gehörsgewährung genannten wei-

teren Aspekte liessen ebenfalls nicht auf ein Rechtsschutzinteresse im dar-

gelegten Sinne schliessen. So könnte die volljährige C._______ im Falle 

einer Anerkennung der Staatenlosigkeit nicht von einer erleichterten Ein-

bürgerung gemäss Art. 23 des Bürgerrechtsgesetzes (BüG, SR 141.0) pro-

fitieren. Keinerlei Nachteile für den Beschwerdeführer und die Töchter 

seien ferner erkennbar mit Blick auf die Voraussetzungen der ordentlichen 

Einbürgerung von Art. 9 BüG, künftige Erfassungen im Zivilstandregister 

und die Einträge im ZEMIS. Als unzutreffend erweise sich sodann die Be-

hauptung, die ausbleibende Anerkennung der Staatenlosigkeit würde sich 

negativ auf die Chancen bei der Ausstellung von Reisepapieren auswirken. 

Schliesslich sei im Bereich der Staatenlosigkeit nicht «per se» von einem 

Rechtsschutzinteresse auszugehen. Das Bundesverwaltungsgericht habe 

das Rechtschutzinteresse in seiner bisherigen Kasuistik – so im Urteil  

C-5461/2008 vom 18. März 2009 – unmissverständlich von einem prakti-

schen Nutzen abhängig gemacht.  

F-3483/2018 

Seite 10 

In der Vernehmlassung äusserte sich die Vorinstanz nochmals eingehen-

der zu einzelnen Aspekten und hielt an ihrem Standpunkt fest. 

4.2 Der Beschwerdeführer lässt in der Rechtsmitteleingabe vom 14. Juni 

2018 im Wesentlichen dagegen vorbringen, die Argumentation des SEM 

zum Rechtsschutzinteresse beruhe praktisch ausschliesslich auf der Auf-

hebung von Art. 31 Abs. 3 AuG. Das Bundesverwaltungsgericht habe sich 

in seinen Urteilen auf diesen offenkundigsten Unterschied in der Rechtstel-

lung von anerkannten Flüchtlingen mit Asyl und Staatenlosen beschränkt. 

In Bejahung dieses Unterschieds sei es für das Gericht gar nicht nötig ge-

wesen, sich zu anderen Punkten zu äussern. Der Beschwerdeführer habe 

aber auch sonst ein schutzwürdiges Interesse daran, dass seine Staatsan-

gehörigkeit geklärt werde. So würde er im ZEMIS im Falle einer materiellen 

Beurteilung dieser Frage entweder als «staatenlos» oder mit der Staatsan-

gehörigkeit «Syrien» vermerkt, aber sicher nicht mit «Staat unbekannt» er-

fasst. Damit dürfte seine Identität als «nicht gesichert» eingetragen sein. 

Dies wirke sich in verschiedener Hinsicht nachteilig aus. Ein Rechtsschutz-

interesse bestehe etwa im Hinblick auf die ordentliche Einbürgerung, wel-

che auf den Erhebungsbericht abstelle, worin u.a. die Staatsangehörigkeit 

anzugeben sei. Es sei sehr wohl davon auszugehen, dass Personen un-

bekannter Herkunft nicht eingebürgert würden. In diesem Zusammenhang 

gelte es auf das Urteil des BVGer A-2291/2015 vom 17. August 2015 zu 

verweisen. Der Beschwerdeführer habe ein latentes Interesse daran, nicht 

in Verfahren betreffend ZEMIS-Einträge verwickelt zu werden. Die Erfas-

sung der Identität als «nicht gesichert» könne sodann zu Erschwernissen 

bei allfälligen Einträgen im Zivilstandsregister, beispielsweise Eheschlies-

sungen und Geburt, führen. Ohne rechtskräftige Beurteilung der Gesuche 

um Anerkennung der Staatenlosigkeit riskiere er zivilrechtliche Verfahren 

im Sinne von Art. 41 ZGB oder Art. 42 ZGB. Das SEM habe diese Argu-

mentation offenbar nicht verstanden. Dasselbe lasse sich bezogen auf die 

erleichterte Einbürgerung gemäss Art. 23 BüG sagen. Es gehe hier nicht 

um die nicht mehr minderjährige C._______, sondern um die Möglichkeit 

der erleichterten Einbürgerung der Kinder seiner beiden Töchter. Nicht zu-

letzt erhielten Flüchtlinge mit Asyl völlig andere Reisedokumente als Staa-

tenlose. Sollte sich die Situation in Syrien ändern, könnte der Beschwerde-

führer mit einem Reiseausweis für Flüchtlinge nicht dorthin reisen. Auch 

Reisen in die Vereinigte Arabische Emirate und nach Katar unterlägen zu-

sätzlichen Einschränkungen. Abschliessend verweist der Parteivertreter 

auf die Stellungnahme des «UNHCR Büro für die Schweiz und Liechten-

stein» vom 19. April 2018, laut welcher es «per se» einen Anspruch auf 

F-3483/2018 

Seite 11 

Feststellung der Staatenlosigkeit gebe. Zusammenfassend verfüge der Be-

schwerdeführer über ein Rechtsschutzinteresse im Sinne von Art. 25 Abs. 

2 VwVG. Somit stehe fest, dass die Vorinstanz Art. 1 Abs. 2 StÜ verletzt 

habe. 

4.3 Aufgrund der Veränderungen im Sachverhalt (siehe Bst. N hiervor) er-

weist sich ein Teil der Ausführungen des Rechtsvertreters als überholt. So-

weit sich der Fokus der Argumentation auf die Situation der Töchter des 

Beschwerdeführers richtet, wird darüber – soweit erforderlich – im separat 

eröffneten Beschwerdeverfahren F-7481/2018 befunden.    

5.  

5.1 Als Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens verbleibt die 

Frage, ob der Beschwerdeführer nach wie vor ein schutzwürdiges Inte-

resse an einer materiellen Beurteilung der Anerkennung seiner Staatenlo-

sigkeit hat. Anerkannte Flüchtlinge können grundsätzlich als Staatenlose 

anerkannt werden. Die Anerkennung als Staatenloser charakterisiert sich 

als Feststellungsverfügung. Bei der Beurteilung eines Gesuches um Aner-

kennung der Staatenlosigkeit durch die Schweizer Behörden gilt es dem-

nach zu prüfen, ob im Einzelfall ein schutzwürdiges Interesse an der Fest-

stellung der Staatenlosigkeit vorhanden ist (Art. 25 Abs. 2 VwVG). Ein sol-

ches ist generell dann zu bejahen, wenn damit eine vorteilhaftere Rechts-

position erreicht wird (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 340 m.H.; 

BVGE 2014/5 E. 8). Die Beschwerdemöglichkeit dient nicht dazu, abstrakt 

die objektive Rechtmässigkeit staatlichen Handelns zu überprüfen, son-

dern der beschwerdeführenden Person einen praktischen Vorteil zu ver-

schaffen. Das schutzwürdige Interesse besteht damit im Umstand, einen 

materiellen oder ideellen Nachteil zu vermeiden, den der angefochtene 

Entscheid mit sich bringen würde (vgl. Urteil des BVGer F-4921/2019 vom 

18. Februar 2020 E. 2.1 m.w.H.). Das schutzwürdige Interesse im Sinne 

von Art. 25 Abs. 2 VwVG wird gleich ausgelegt wie dasjenige zur Be-

schwerdelegitimation gemäss Art. 48 VwVG. Erforderlich ist ein rechtliches 

oder tatsächliches Interesse an der sofortigen Feststellung des Bestehens 

oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses; es wird folglich auch bei 

der Feststellungsverfügung ein praktischer Nutzen verlangt (vgl. ISABELLE 

HÄNER, Praxiskommentar VwVG, Rz. 17 zu Art. 25).   

5.2 Der drohende Nachteil muss im Zeitpunkt der feststellenden Verfügung 

noch bestehen, mit anderen Worten aktuell sein. Dies ist dann nicht mehr 

F-3483/2018 

Seite 12 

gegeben, wenn das Rechtsschutzinteresse dahinfällt. Fällt das schutzwür-

dige Interesse im Verlaufe des Verfahrens dahin, wird die Sache als erle-

digt erklärt, fehlt es schon bei der Beschwerdeeinreichung, wird auf das 

Rechtsmittel nicht eingetreten (BGE 139 I 206 E. 1.1 m.H.). Kein ausrei-

chendes Rechtsschutzinteresse besteht auch dann, wenn die Interessen 

in einem anderen Verfahren gewahrt werden können (KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, a.a.O., Rz. 945). Das Bundesgericht verzichtet ausnahmsweise auf 

das Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses, wenn sich die aufge-

worfenen Fragen unter gleichen oder ähnlichen Umständen jederzeit wie-

der stellen können, eine rechtzeitige Überprüfung im Einzelfall kaum je 

möglich wäre und die Beantwortung wegen deren grundsätzlicher Bedeu-

tung im öffentlichen Interesse liegt (BGE 138 II 43 E. 1.3). Letztere Voraus-

setzungen sind hier nicht erfüllt.  

6.  

6.1 Die Anerkennung der Staatenlosigkeit soll dazu dienen, den Zustand 

der Staatenlosigkeit zu beheben. Der Parteivertreter plädiert in diesem Zu-

sammenhang dafür, «per se» von einem Rechtsschutzinteresse auszuge-

hen. Diese Auffassung stützt er auf eine Einschätzung des UNHCR vom 

19. April 2018 (siehe SEM act. B17). Demnach «begründet die Feststellung 

eines durch einen internationalen Vertrag definierten Status bereits per se 

ein schutzwürdiges Interesse». Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im 

betreffenden Bereich verschiedentlich damit befasst, ob Gesuch stellende 

Personen eines schutzwürdigen Interesses bedürften, um als staatenlos 

anerkannt zu werden. Es gelangte hierbei stets zum Schluss, dass die An-

erkennung der Staatenlosigkeit für die Betroffenen einen praktischen Nut-

zen mit sich bringen muss (vgl. Urteile des BVGer C-5461/2008 vom 

18. März 2009 S. 4/5, C-1443/2010 vom 18. November 2011 E. 1.3,  

C-3124/2011 vom 23. Juli 2012 S. 6/7, BVGE 2014/5 E. 8 und 9 oder  

F-6147/2015 vom 5. Januar 2017 E. 1.2; Urteil des BGer 2C_621/2011 vom 

6. Dezember 2011 E. 1). Wie dargetan, kennt die schweizerische Rechts-

ordnung keinen voraussetzungslosen Rechtsschutz (siehe 5.1 hiervor). 

Deshalb ist nicht nur in Verfahren um Anerkennung der Staatenlosigkeit, 

sondern in sämtlichen Verwaltungsverfahren jeweils im Einzelfall zu prü-

fen, ob für den Betroffenen dadurch tatsächlich eigene Rechtsvorteile re-

sultieren (vgl. BGE 141 II 307 E. 6.2; 141 II 14 E. 4.4; 139 I 206 E. 1.1; 

Urteil F-4921/2019 E. 2.1 m.H.). Der Umstand, dass das UNHCR zumin-

dest im fraglichen Bereich die gegenteilige Auffassung vertritt, vermag da-

ran nichts zu ändern. Wohl wird in der entsprechenden Stellungnahme vom 

19. April 2018 auf den abschliessenden Charakter von Art. 1 Abs. 2 StÜ 

verwiesen. Die darin figurierenden Ausschlussklauseln beziehen sich indes 

F-3483/2018 

Seite 13 

auf die materiellen Ausschlussgründe, zum schutzwürdigen Interesse äus-

sern sie sich nicht. Im Übrigen wird nicht ersichtlich, inwiefern die inner-

staatlichen Verfahrensregeln den Minimalstandards und Zielsetzungen des 

Übereinkommens zuwiderlaufen sollten, bleibt ein effektiver Zugang zum 

Staatenlosenanerkennungsverfahren doch gewährleistet. Eine Verletzung 

von Art. 1 Abs. 2 StÜ liegt mithin nicht vor. Somit besteht kein Anlass, von 

der bisherigen Praxis abzuweichen und den Rechtsschutz im Sinne des 

Beschwerdeführers auszuweiten. Damit bleibt es beim Erfordernis des ak-

tuellen und praktischen Nutzens am eingereichten Rechtsmittel.   

6.2 Das SEM begründete den Wegfall des Rechtsschutzinteresses anfäng-

lich allein mit der Aufhebung von Art. 31 Abs. 3 AuG (vgl. Gehörsgewäh-

rung vom 22. Januar 2018, SEM act. B15). In der angefochtenen Verfü-

gung setzte sich das Staatssekretariat mit weiteren Aspekten auseinander, 

die aus seiner Sicht für ein Nichteintreten auf das Gesuch des Beschwer-

deführers um Anerkennung der Staatenlosigkeit sprechen. 

Mit der Einführung von Art. 31 AuG wurde die Gleichstellung der Staaten-

losen mit den Flüchtlingen im Bereich Aufenthalt bezweckt (BBl 2002 6845, 

6907). Nach Art. 31 Abs. 3 AuG hatten staatenlose Personen mit Anspruch 

auf eine kantonale Aufenthaltsbewilligung, die sich seit mindestens fünf 

Jahren in der Schweiz aufhielten, Anspruch auf eine Niederlassungsbewil-

ligung. Diese Regelung deckte sich mit derjenigen, welche bis Ende Januar 

2014 für asylberechtigte Flüchtlinge gegolten hatte. Mit der auf den 1. Feb-

ruar 2014 in Kraft getretenen Änderung des Asylgesetzes strich der Ge-

setzgeber zunächst den bis dahin in Art. 60 AsylG verankert gewesenen 

Anspruch anerkannter Flüchtlinge auf Erteilung einer Niederlassungsbe-

willigung nach fünf Jahren rechtmässigen Aufenthalts und ersetzte ihn 

durch die allgemeine Regelung von Art. 34 AuG, welche keinen derartigen 

Rechtsanspruch vermittelt (AS 2013 4375, 4381). Anerkannte Staatenlose 

waren im Hinblick auf die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung fortan 

bessergestellt als Flüchtlinge mit Asyl. Diese Unterscheidung besteht in-

zwischen nicht mehr, wurde Art. 31 Abs. 3 AuG mit einer weiteren Geset-

zesänderung vom 25. September 2015 auf den 1. Januar 2018 hin doch 

aufgehoben (AS 2016 3101 und 2017 6171; BBl 2014 7991). Aufgrund des-

sen ist diesbezüglich jegliches aktuelle und praktische Interesse dahinge-

fallen.  

6.3 Einen weiteren Nachteil des Nichteintretensentscheides erblickt der 

Rechtsvertreter auf Beschwerdeebene in den Einträgen im ZEMIS. Dort 

F-3483/2018 

Seite 14 

sei sein Mandant mit «Staat unbekannt» erfasst. Bei einer materiellen Prü-

fung der Begehren ergäbe sich eine andere Ausgangslage, würde er im 

Register dann doch als «staatenlos» (bei Gutheissung des Gesuches) bzw. 

mit der Staatsangehörigkeit «Syrien» (bei Abweisung des Gesuches) ver-

merkt. 

Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das ZEMIS, 

das der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und Asylbe-

reich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über das Infor-

mationssystem für den Ausländer- und Asylbereich vom 20. Juni 2003 

[BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zentrale Migrati-

onsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verordnung, 

SR 142.513) näher geregelt ist. Der Betroffene ist im ZEMIS mit dem Ver-

merk «Staat unbekannt» erfasst. Die in der Rechtsmitteleingabe vom 

14. Juni 2018 wiedergegebenen Ausführungen aus der Stellungnahme an 

das SEM vom 26. Februar 2018 basieren auf falschen Annahmen. Die Ab-

weisung seines Gesuches um Anerkennung der Staatenlosigkeit hätte 

nämlich nicht zur Folge, dass die Angaben zur Staatsangehörigkeit im 

ZEMIS auf «Syrien» umgeschrieben würden. Derartige Gesuche werden 

öfters mit der Begründung abgewiesen, dass die behauptete Staatenlosig-

keit nicht hinreichend nachgewiesen werden konnte oder offen gestandene 

Einbürgerungsmöglichkeiten selbstverschuldet nicht wahrgenommen wur-

den. Im Falle des Beschwerdeführers bliebe der bisherige ZEMIS-Eintrag 

«Staat unbekannt» bei einer materiellen Ablehnung seines Gesuches mit 

anderen Worten bestehen. Inwiefern dieses Vorgehen rechtswidrig sein 

soll, wie der Parteivertreter in der Replik nachträglich behauptet, bleibt un-

erfindlich. Abgesehen davon würde sein Mandant bei einem Eintrag von 

Syrien mit jener Staatsangehörigkeit registriert, die er in Abrede stellt. Zu 

keinem anderen Ergebnis führte eine materielle Gutheissung. Gemäss der 

einschlägigen «Weisung zur Erfassung und Änderung von Personendaten 

ZEMIS» vom 15. Dezember 2017 werden die betreffenden Personen mit 

Name, Vorname, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Geschlecht er-

fasst. Ob der Beschwerdeführer mit «staatenlos» oder mit «Staat unbe-

kannt» eingetragen ist, spielt mit Blick auf allfällige spätere Registereintra-

gungen und Bewilligungsverfahren keine Rolle (siehe dazu im Einzelnen 

E. 6.4 – 6.6 hiernach). Auch aus dem zitierten Urteil des BVGer  

A-2291/2015  vom 17. August 2015 lässt sich nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Im Gegenteil befasst sich besagtes Urteil mit der Berichtigung von 

Personendaten. Diese Möglichkeit besteht aber unabhängig von einem 

vorgängigen Verfahren um Anerkennung der Staatenlosigkeit. Aus den 

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Seite 15 

ZEMIS-Einträgen als solchen kann somit nicht auf ein schützenswertes In-

teresse im dargelegten Sinne geschlossen werden. 

6.4 Konkrete Nachteile wegen des Eintrags «Staat unbekannt» befürchtet 

der Beschwerdeführer namentlich im Hinblick auf eine ordentliche Einbür-

gerung. Er verweist in diesem Zusammenhang auf Art. 17 Abs. 1 der Bür-

gerrechtsverordnung (BüV, SR 141.01). Die gesetzlichen Voraussetzun-

gen der ordentlichen Einbürgerung werden in Art. 9 BüG aufgeführt. Dies-

bezüglich sind für den Betroffenen keine Benachteiligungen erkennbar, 

wenn er vorgängig kein formelles Verfahren um Anerkennung der Staaten-

losigkeit durchlaufen hat. Auch der Umstand, dass die Behörde gemäss 

Art. 17 Abs. 1 BüV im Rahmen des Erhebungsberichts u.a. gehalten ist, die 

Staatsangehörigkeit der gesuchstellenden Person zu erfassen, hat keinen 

negativen Einfluss auf den Ausgang des Einbürgerungsverfahrens. Die 

entsprechenden Angaben dienen primär der Erfassung der Personalien 

und der Individualisierung, stellen aber kein eigenständiges materielles 

Einbürgerungskriterium dar. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um 

einen anerkannten Flüchtling mit Aufenthaltsbewilligung, Nebenidentitäten 

sind im ZEMIS keine vermerkt. Seine Identität steht mithin fest, und er ist 

auch im Besitze eines entsprechenden Reiseausweises. Der Ausgang des 

Einbürgerungsverfahrens beurteilt sich allein nach den materiellen Einbür-

gerungsvoraussetzungen. Es darf somit ohne weiteres davon ausgegan-

gen werden, dass sich sein jetziger Status nicht nachteilig auf ein allfälliges 

Verfahren um Erteilung der ordentlichen Einbürgerung auswirken würde. 

Dass dem so ist, zeigt die inzwischen erfolgte Einbürgerung seiner Töchter. 

Ein Rechtsschutzinteresse ist auch unter diesem Blickwinkel zu verneinen. 

Aufgrund der Sachverhaltsentwicklung sowie der Trennung des vorliegen-

den Verfahrens von F-7481/2018 ist auf die behaupteten negativen Aus-

wirkungen in Bezug auf die Möglichkeiten der erleichterten Einbürgerung 

gemäss Art. 23 BüG nicht weiter einzugehen.     

6.5 Der Rechtsvertreter erwähnt sodann Erschwernisse bei zu erfassen-

den Einträgen im Zivilstandsregister.  Ohne rechtskräftige Beurteilung von 

dessen Gesuch um Anerkennung der Staatenlosigkeit riskiere er hierbei, 

eine Erklärung gemäss Art. 41 ZGB (Nachweis nicht streitiger Angaben) 

abgeben oder eine Bereinigung durch das Gericht im Sinne von Art. 42 

ZGB vornehmen zu müssen. Wie dargetan, verfügt der Beschwerdeführer 

als anerkannter Flüchtling über die erforderlichen Ausweise. Darin sind die 

notwendigen Angaben enthalten. Es bleibt daher unerfindlich, weswegen 

es bei etwaigen Einträgen von Vorkommnissen bezüglich Identität zu 

F-3483/2018 

Seite 16 

Schwierigkeiten kommen sollte. Die einzigen konkret genannten Beein-

trächtigungen (Geburten, Eheschliessungen) betreffen derweil die beiden 

Töchter, weshalb sich nähere Ausführungen hierzu erübrigen.  

6.6 Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, der angefochtene 

Nichteintretensentscheid habe einen Einfluss auf die Ausstellung von Rei-

sepapieren. Bei Reiseausweisen für anerkannte Flüchtlinge einerseits und 

solchen für Staatenlose andererseits handle es sich um völlig unterschied-

liche Dokumente. Der Beschwerdeführer stamme aus Syrien. Sollte sich 

die Lage dort – was zwar nicht absehbar sei – dereinst verändern, würde 

sich die Frage einer Reise in dieses Land stellen. Mit einem Reiseausweis 

für Flüchtlinge wäre dies nicht möglich. Auch Reisen in andere Länder (z.B. 

Vereinigte Arabische Emirate oder Katar) unterlägen mit dieser Ausweisart 

zusätzlichen Einschränkungen.  

Der Beschwerdeführer verfügt aufgrund seines Status als anerkannter 

Flüchtling über einen Reiseausweis für Flüchtlinge gemäss Art. 3 der Ver-

ordnung vom 14. November 2012 über die Ausstellung von Reisedoku-

menten für ausländische Personen (RDV, SR 143.5). Damit geniesst er 

eine weitreichende Reisefreiheit. Da er in Syrien einer asylrelevanten Ver-

folgung ausgesetzt war, dem Land, aus welchem er stammt, darf er sich 

mit diesem Ausweis allerdings nicht dorthin begeben. Davon ausgehend, 

dass seine Darstellung im Asylverfahren der Wahrheit entspricht, könnte er 

aber auch mit einem Reiseausweis für Staatenlose nicht nach Syrien rei-

sen. Insoweit ist zum Vornherein kein aktuelles und praktisches Rechts-

schutzinteresse erkennbar. Dies gilt ebenso mit Blick auf die künftige Ent-

wicklung, zumal sich die Situation in Syrien in absehbarer Zeit kaum nach-

haltig ändern dürfte. Was Reisen in andere Länder anbelangt (genannt 

werden die Vereinigte Arabische Emirate und Katar), werden Einschrän-

kungen bloss vermutet, jedoch nicht belegt. Ohnehin haben die beiden 

Länder weder die Flüchtlingskonvention noch das Staatenlosenüberein-

kommen ratifiziert, weshalb der Argumentation des Parteivertreters die 

Grundlage entzogen ist. Im Übrigen weist der Beschwerdeführer keinerlei 

relevanten Bezug zu diesen Staaten auf. Eine rein theoretisch bestehende 

Möglichkeit der Einreise in irgendein Land, zu welchem keine erkennbaren 

Beziehungen bestehen, vermag jedenfalls kein aktuelles und praktisches 

Rechtsschutzinteresse zu begründen. 

F-3483/2018 

Seite 17 

6.7 Zusammenfassend ist ein schutzwürdiges Interesse des Beschwerde-

führers an einer materiellen Beurteilung der Anerkennung seiner Staaten-

losigkeit somit zu verneinen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht einen 

Nichteintretensentscheid gefällt. 

7.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung 

des SEM vom 9. Mai 2018 zu bestätigen. 

8.  

8.1 Bei diesem Verfahrensausgang würde der Beschwerdeführer grund-

sätzlich kostenpflichtig (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, 2 und Art. 3 

Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Gleichzeitig mit der Rechtsmitteleingabe vom 14. Juni 2018 ersuchte er 

jedoch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 

und 2 VwVG). In der verfahrensleitenden Anordnung vom 7. August 2018 

wurde der Entscheid darüber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, 

weshalb dies nun nachzuholen ist. 

8.2 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG kann eine Partei, die nicht über die erfor-

derlichen Mittel verfügt und deren Begehren nicht als aussichtslos erschei-

nen, auf Gesuch hin von der Bezahlung von Verfahrenskosten befreit wer-

den. Ist es zur Wahrung der Rechte der Partei notwendig, wird ihr ein An-

walt bestellt (Art. 65 Abs. 2 VwVG). 

8.3 Die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG sind erfüllt, weil das ein-

gereichte Rechtsmittel nicht als aussichtslos bezeichnet werden kann und 

die prozessuale Bedürftigkeit des Betroffenen aktenmässig erstellt ist (vgl. 

BVGer act. 6). Auch die Notwendigkeit der Vertretung ist im Falle des nicht 

rechtskundigen Beschwerdeführers mit Blick auf die sich hier stellenden 

Rechtsfragen zu bejahen. Der Parteivertreter hat keine Kostennote einge-

reicht, so dass das amtliche Honorar aufgrund der Akten festzulegen ist 

(Art. 14 Abs. 2 VGKE). In Berücksichtigung der massgebenden Bemes-

sungsfaktoren ist von einem anrechenbaren amtlichen Honorar von 

Fr. 2‘500.- auszugehen, welches zulasten der Gerichtskasse geht. Gelangt 

der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln, so hat er dem Ge-

richt das amtliche Honorar zu vergüten (vgl. Art. 65 Abs. 4 VwVG).  

 

Dispositiv Seite 18 

F-3483/2018 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Dem Beschwerdeführer wird für das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwalt lic. 

iur. Michael Steiner als amtlicher Anwalt eingesetzt. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Rechtsanwalt lic. iur. Michael Steiner wird zulasten der Gerichtskasse ein 

Honorar von Fr. 2'500.- zugesprochen. 

Gelangt der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln, hat er dem 

Gericht das Honorar zu vergüten. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtskurkunde; Beilage: Formular Zahlad-

resse) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour)  

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Daniel Grimm 

 

F-3483/2018 

Seite 19 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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