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**Case Identifier:** 428cd253-538f-5f7d-ae40-049d133e5196
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-06
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 06.09.2021 CA.2021.1
**Docket/Reference:** CA.2021.1
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2021-1_2021-09-06

## Full Text

Versuchte Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB)
Berufung (vollumfänglich) vom 5. Juli 2019 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.16 vom 14. Juni 2019
Rückweisung durch das Bundesgericht
;;Versuchte Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB)
Berufung (vollumfänglich) vom 5. Juli 2019 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.16 vom 14. Juni 2019
Rückweisung durch das Bundesgericht
;;Versuchte Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB)
Berufung (vollumfänglich) vom 5. Juli 2019 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.16 vom 14. Juni 2019
Rückweisung durch das Bundesgericht
;;Versuchte Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB)
Berufung (vollumfänglich) vom 5. Juli 2019 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.16 vom 14. Juni 2019
Rückweisung durch das Bundesgericht

Urteil vom 6. September 2021 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Andrea Blum, Vorsitzende 
Beatrice Kolvodouris Janett und Olivier Thormann  
Gerichtsschreiber Franz Aschwanden  

Parteien  A., österreichischer Staatsangehöriger, erbeten vertei-
digt durch Rechtsanwalt Rolf Rüegg 
 

Beschuldigter / Berufungsführer 

 gegen 

   
BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Carlo Bulletti, 
Leitender Staatsanwalt des Bundes 
 

Berufungsgegnerin / Anklagebehörde  
 

Gegenstand  Versuchte Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz 
(Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und 
Art. 22 Abs. 1 StGB) 
 
Berufung (vollumfänglich) vom 5. Juli 2019 gegen das Ur-
teil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.16 
vom 14. Juni 2019 
 
Rückweisung durch das Bundesgericht  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2021.1 

- 2 - 

Sachverhalt: 
 
A. Strafuntersuchung / Überweisung des Strafbefehls als Anklageschrift 

Die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) führte gegen den Beschuldigten eine 
Strafuntersuchung wegen versuchter Widerhandlung gegen das Güterkontroll-
gesetz (GKG, SR 946.202; vgl. BA pag. 01-00-0002). Mit Strafbefehl vom 7. Feb-
ruar 2017 sprach sie ihn wegen versuchter Widerhandlung gegen das Güter-
kontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV [SR 946.202.1] 
und Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geld-
strafe von 15 Tagessätzen à Fr. 320.--, unter Auferlegung einer Probezeit von 2 
Jahren, und zu einer Busse von Fr. 800.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung er-
satzweise zu einer Freiheitsstrafe von 2 Tagen (BA pag. 03-00-0005 ff.). Dage-
gen erhob der Beschuldigte am 1. März 2017 Einsprache (BA pag. 03-00-0009 
ff.), worauf die BA den Strafbefehl am 2. Juni 2017 als Anklageschrift an die Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts überwies (TPF 2017.27 pag. 2.100.001 ff.). 

B.  Erstes erstinstanzliches Verfahren SK.2017.27 / Einstellungsverfügung 
vom 7. Dezember 2017 

Die erstinstanzliche Hauptverhandlung fand am 7. Dezember 2017 vor dem Ein-
zelrichter der Strafkammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Strafkammer) 
in Anwesenheit des Beschuldigten und seines Verteidigers, jedoch in Abwesen-
heit der BA statt (TPF 2017.27 pag. 2.920.001 ff.), wobei der Beschuldigte (TPF 
2017.27 pag. 2.931.001 ff.) sowie die Zeuginnen C. (TPF 2017.27 pag. 2.932.001 
ff.) und F. (TPF 2017.27 pag. 2.933.001 ff.) einvernommen wurden. Mit Verfü-
gung SK.2017.27 vom 7. Dezember 2017 stellte der Einzelrichter der Strafkam-
mer das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen versuchter Widerhand-
lung gegen das Güterkontrollgesetz in Anwendung von Art. 8 Abs. 1 und 4 StPO 
ein (TPF 2017.27 pag. 2.970.001 ff.). Gemäss Ersuchen der BA vom 18. Dezem-
ber 2017 (TPF 2017.27 pag. 2.510.003 f.) wurde am 24. Januar 2018 die begrün-
dete Verfügung (TPF 2017.27 pag. 2.970.005 ff.) an die Parteien versandt (TPF 
2017.27 pag. 2.970.026 f.). 

C.  Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht 6B_167/2018 / Rückweisungs-
urteil vom 5. März 2019 

Gegen die Verfügung SK.2017.27 erhob die BA am 8. Februar 2018 (da zu die-
sem Zeitpunkt am Bundesstrafgericht noch keine Berufungskammer existierte) 
Beschwerde beim Bundesgericht mit Antrag auf Verurteilung und Bestrafung des 
Beschuldigten gemäss Strafbefehl, eventualiter auf Schuldspruch ohne Bestra-
fung (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.980.003 ff.), während der Beschuldigte die Abwei-
sung der Beschwerde beantragte (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.980.014). Mit Urteil 
6B_167/2018 vom 5. März 2019 hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, 
hob die Verfügung SK.2017.27 vom 7. Dezember 2017 auf und wies dies Sache 
zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (TPF 2017.27 pag. 2.980.013 
ff.; 3.100.001 ff.). Dies in Bestätigung der geltenden Rechtsprechung (BGE 135 

- 3 - 

IV 27; 139 IV 220 E. 3.4), wonach ein Strafverfahren nach Anklageerhebung bzw. 
Überweisung des Strafbefehls (Art. 356 Abs. 1 StPO; Urteil des BGer 
6B_983/2017 vom 20. März 2018 E. 1.1. f.), d.h. auf Stufe Gericht, nicht mehr 
gemäss Art. 8 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 52 - 54 StGB eingestellt werden könne. 
Sofern ein Straftatbestand gegeben und die übrigen Voraussetzungen für einen 
Schuldspruch erfüllt seien, so habe das Gericht – falls Schuld und Tatfolgen ge-
mäss Art. 52 StGB gering seien – einen Schuldspruch zu fällen und von einer Be-
strafung abzusehen (vgl. BGE 139 IV 220 E. 3.4.5). Mit Verweis auf die Pro-
zessökonomie wurde zudem festgehalten, dass in Übereinstimmung mit der Be-
schwerdeführerin die Voraussetzungen von Art. 52 StGB nicht erfüllt seien. Zu-
sammenfassend könne von einem besonders leichten Fall mit offensichtlich feh-
lendem Strafbedürfnis keine Rede sein (vgl. E. 2.1 und 2.2, mit Hinweisen). 

D. Zweites erstinstanzliches Verfahren SK.2019.16 / Urteil vom 14. Juni 2019 

D.1  Infolge des bundesgerichtlichen Rückweisungsurteils 6B_167/2018 vom 5. März 
2019 eröffnete die Strafkammer das zweite erstinstanzliche Verfahren SK.2019.16. 
Der Einzelrichter der Strafkammer hielt fest, dass das Bundesgericht bereits über 
die Schuld befunden habe, weshalb sich das Verfahren SK.2019.16 auf die Frage 
der Strafzumessung beschränke; im Erstverfahren SK.2017.27 habe zu allen rele-
vanten Sach- und Rechtsfragen bereits eine mündliche Verhandlung stattgefun-
den. Mangels eigentlicher Beweiserhebungen (und mit Verweis auf die Urteile des 
BGer 6B_76/2013 vom 29. August 2013 sowie 6B_419/2013 vom 26. September 
2013 E. 1.3) wurde auf die Durchführung einer neuen mündlichen Hauptverhand-
lung verzichtet. Stattdessen wurde das Verfahren schriftlich geführt (vgl. Urteil 
SK.2019.16 E. 1.2 - 1.2.3; CAR 2019.10 pag. 1.100.009 f.). 
 

D.2  Mit Urteil SK.2019.16 vom 14. Juni 2019 sprach der Einzelrichter der Strafkammer 
den Beschuldigten der versuchten Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz 
(Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB) 
schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen à 
Fr. 320.--, unter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren, sowie mit einer Busse 
von Fr. 800.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise mit einer Freiheits-
strafe von 2 Tagen (CAR 2019.10 pag. 1.100.004 ff.). Begründend wurde auf die 
Bindungswirkung höchstrichterlicher Rückweisungsentscheide hingewiesen (u.a. 
mit Verweis auf BGE 143 IV 214 E. 5.2.1). Vorliegend fehle es gemäss bundes-
gerichtlicher Feststellung an der Voraussetzung der Geringfügigkeit der Schuld 
im Sinne von Art. 52 StGB (keine Bagatelle bzw. kein leichtes Verschulden). Es 
liege ein vollendeter Versuch ohne freiwilligen Rücktritt, tätige Reue oder positives 
Nachtatverhalten vor, womit die Tatbestandsmässigkeit (objektiv und subjektiv) 
vom Bundesgericht eindeutig impliziert werde, was zwingend einen Schuldspruch 
erfordere (vgl. Urteil SK.2019.16 E. 1 - 1.4; CAR 2019.10 pag. 1.100.008 f.). 

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E.  Erstes Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 
CA.2019.10 / Urteil vom 12. Mai 2020 

E.1  Das Urteil SK.2019.16 vom 14. Juni 2019 focht der Beschuldigte bei der Beru-
fungskammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskammer) an, wo-
bei er in der Sache einen vollumfänglichen Freispruch mit entsprechender Ent-
schädigung durch den Staat, eventualiter einen Schuldspruch zufolge fahrlässi-
ger Tatbegehung (Übertretung gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. b GKG) mit Absehen 
von einer Busse zufolge Verjährung bzw. subeventualiter einen Schuldspruch mit 
Absehen von einer Bestrafung (Art. 52 StGB) beantragte. In prozessualer Hin-
sicht stellte er zahlreiche Beweisanträge – insbesondere die Anhörung von drei 
Zeugen sowie die Erstellung eines Berichts durch einen technischen Experten 
betreffend die Unterschiedlichkeit der technischen / kryptographischen Eigen-
schaften der Güter Q. und D. (CAR 2019.10 pag. 1.100.030; 1.100.034 - 036). 

E.2 Mit prozessleitender Verfügung vom 20. August 2019 wies die Berufungskammer 
sämtliche Beweisanträge des Beschuldigten ab mit der Begründung, dass auf-
grund der Bindungswirkung höchstrichterlicher Entscheide im Zusammenhang 
mit dem Rückweisungsurteil des BGer 6B_167/2018 vom 5. März 2019 die Über-
prüfung des Sachverhalts bzw. der Tatbestandsmässigkeit im Berufungsverfah-
ren gänzlich ausser Betracht falle und hauptsächlich noch die erstinstanzliche 
Strafzumessung zu prüfen sei (CAR 2019.10 pag. 6.400.001 ff.). Mit prozesslei-
tender Verfügung vom 17. Oktober 2019 wurden die Anträge des Beschuldigten 
auf Erlass einer selbständig anfechtbaren Zwischenverfügung zu den von ihm 
gestellten Beweisanträgen sowie betreffend Durchführung einer mündlichen Be-
rufungsverhandlung (CAR 2019.10 pag. 6.400.009) abgewiesen. Dies unter Hin-
weis auf die Bindungswirkung höchstrichterlicher Entscheide und die entspre-
chend eingeschränkte Kognition. Gleichzeitig wurde mit Einverständnis der BA 
(CAR 2019.10 pag. 6.400.008) das schriftliche Verfahren (Art. 406 Abs. 1 lit. a 
StPO) angeordnet und dem Beschuldigten Frist zur Einreichung der Berufungsbe-
gründung gesetzt (Art. 406 Abs. 3 StPO), mit Gelegenheit zur Formulierung von 
Beweisanträgen zum Prozessthema der Strafzumessung (CAR 2019.10 pag. 
6.400.033 ff.). Mit Berufungsbegründung vom 3. Dezember 2019 wiederholte der 
Beschuldigte im Wesentlichen (mit einzelnen Ergänzungen) seine bisher gestellten 
Anträge in materieller und prozessualer Hinsicht (CAR 2019.10 pag. 6.400.042 ff.). 
Die Vorinstanz verzichtete auf die Einreichung einer Berufungsantwort (CAR 
2019.10 pag. 2.100.006), während sich die BA nicht vernehmen liess. 

E.3 Mit Urteil CA.2019.10 vom 12. Mai 2020 wies die Berufungskammer die Berufung 
des Beschuldigten gegen das Urteil der Strafkammer SK.2019.16 vom 14. Juni 
2019 ab, bestätigte den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen versuchter Wider-
handlung gegen das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 

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Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB), reduzierte jedoch das Strafmass auf Geld-
strafe von 13 (statt 15) Tagessätzen à Fr. 320.--, bedingt vollziehbar bei einer 
Probezeit von 2 Jahren, sowie Busse von Fr. 640.-- (statt Fr. 800.--), mit Ersatz-
freiheitsstrafe von 2 Tagen bei schuldhaftem Nichtbezahlen (CAR 2019.10 pag. 
11.100.001 ff.). 

F.  Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht 6B_722/2020 / Rückweisungs-
urteil vom 19. November 2020 

Gegen das Urteil der Berufungskammer CA.2019.10 vom 12. Mai 2020 erhob 
der Beschuldigte beim Bundesgericht Beschwerde, mit Antrag auf Aufhebung 
und Rückweisung an die Vorinstanz zur vollständigen Sachverhaltsermittlung 
und Neubeurteilung mit voller Kognition, eventualiter unter neuer Gerichtsbeset-
zung. Subeventualiter wurde die Rückweisung an die BA zur Ergänzung / Ver-
vollständigung der Untersuchung beantragt, subsubeventualiter die Aufhebung 
des Urteils und die Einstellung des Verfahrens bzw. ein Freispruch von Schuld 
und Strafe. Mit Urteil 6B_722/2020 vom 19. November 2020 hiess das Bundes-
gericht die Beschwerde gut, hob das Urteil der Berufungskammer CA.2019.10 
vom 12. Mai 2020 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an diese 
zurück. Dies mit der Begründung, dass weder von einem in tatsächlicher Hinsicht 
unbestrittenen noch ohne Weiteres von einem rechtlich und tatsächlich einfachen 
Verfahren gesprochen werden könne. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die 
Vorinstanz trotz wiederholtem Verlangen des Beschuldigten auf ein die gesetzliche 
Regel bildendes mündliches Berufungsverfahren verzichtet habe. Dies sei nach-
zuholen, wobei die zur rechtskonformen Ermittlung des Sachverhalts respektive 
zur Beurteilung der Tat erheblichen Beweise von Amtes wegen und unter Gewäh-
rung der Parteirechte allenfalls nochmals zu erheben seien (vgl. E. 1.2). Auf die 
Thematik der Bindungswirkung bzw. die entsprechende Kognitionsbeschränkung 
ging das Bundesgericht nicht ein. 

G.  Zweites Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 
CA.2021.1  

G.1 Infolge des bundesgerichtlichen Rückweisungsurteils 6B_722/2020 vom 19. No-
vember 2020 eröffnete die Berufungskammer das zweite Berufungsverfahren 
CA.2021.1. Mit Verfügung vom 5. Februar 2021 wurden die Parteien über die 
gerichtlich vorgesehenen zusätzlichen Beweisabnahmen (Einvernahme des Be-
schuldigten sowie von J. [stv. Ressortleiter Exportkontrollen / Industrieprodukte 
des Seco und Verfasser des Amtsberichts des Seco zur Bewilligungspflicht] als 
Zeuge; Niederschrift der Audiodatei betreffend die Einvernahme der Zeugin C. 
sowie die standardmässige Einholung diverser Unterlagen betreffend die persön-
lichen und finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten) orientiert, wobei sie Ge-
legenheit zur Stellung weiterer Beweisanträge erhielten (CAR 2021.1 pag. 
6.200.001 f.). 

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G.2 Mit Eingabe vom 5. März 2021 stellte der Beschuldigte verschiedene Beweis-
anträge betreffend die gegen ihn erhobene Anklage, fehlende Sachverhaltsermitt-
lung / technische Eigenschaften in Bezug auf die Dual-Use-Fähigkeit, fehlenden 
Vorsatz / Irrtum durch E-Mailverkehr mit dem Seco sowie betreffend unfaires Ver-
fahren (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.003 ff. sowie unten E. II. 1.4 f.). Mit Eingabe 
vom 15. März 2021 reichte die BA das (bereits zuvor zugestellte) Protokoll der 
Einvernahme vom 8. Mai 2017 ein, schuf Klarheit in Bezug auf die Datierung der 
Protokolle und verzichtete auf eine Stellungnahme zu den Beweisanträgen des 
Beschuldigten (CAR 2021.1 pag. 6.200.011 f.). Mit Verfügung vom 29. März 2021 
wurden die gesetzlich vorgesehenen Beweismassnahmen bestätigt und die wei-
teren Beweisanträge des Beschuldigten abgewiesen bzw. als gegenstandslos 
gewertet (CAR 2021.1 pag. 6.200.032 ff.; vgl. unten E. II. 1.4 f.). 

G.3 Anlässlich des ersten Teils der Berufungsverhandlung CA.2021.1 vom 9. Juni 
2021, die in Anwesenheit des Beschuldigten und seiner Verteidigung, jedoch in 
Abwesenheit der BA am Bundesstrafgericht stattfand (CAR 2021.1 pag. 
7.200.002), beantragte der Beschuldigte im Beweis die Anhörung des Zeugen K. 
(Sachverständiger der Firma L. GmbH) (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.005 f.). So-
dann stellte sich heraus, dass die seitens der Verteidigung in der Lead-Funktion 
agierende Praktikantin MLaw M. über keine kantonale Substitutionsbewilligung 
(Venia) verfügte (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.006 ff.). Das Gericht bot zwecks 
Lösung des Problems und Fortsetzung der Verhandlung an, dass der legitimierte 
Rechtsanwalt die Fragen / Anträge stellt und den Parteivortrag hält, und MLaw M. 
ihm dabei assistieren kann (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.009). Da die Verteidigung 
einem «Leader-Wechsel» jedoch nicht zustimmte, musste die Verhandlung auf An-
trag der Verteidigung unterbrochen werden, mit Fristansetzung zur Einreichung 
der Praktikantenbewilligung und Erstattung einer Meldung gemäss Art. 15 Abs. 2 
BGFA an die kantonale Anwaltskammer (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.010; 
4.102.001 - 035). 

G.4 Im Rahmen der Vorladung vom 10. Juni 2021 zum zweiten Teil der Berufungs-
verhandlung (vorgesehen für den 28. Juni 2021) wurden dem (noch nicht ange-
hörten) Zeugen J. schriftlich verschiedene Fragen gestellt, u.a. betreffend allfäl-
lige weitere unbewilligt angemeldete Exporte der B. AG und gegebenenfalls de-
ren Sanktionierung (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.301.020). 

G.5 Mit Eingabe vom 16. Juni 2021 erwähnte J. die seitens des Seco am 15. Sep-
tember 2016 zur Anzeige gebrachte Widerhandlung der B. AG (N.) gegen Art. 18 
Abs. 2 GKG und die entsprechenden Urteile der Strafkammer SK.2017.15 vom 
31. Mai 2017 sowie des Bundesgerichts 6B_1032/2017 vom 1. Juni 2018 (CAR 
2021.1 pag. 4.101.006 ff.). Entsprechend wurden die besagten Akten 
SK.2017.15 ediert und den Parteien zur Einsicht übermittelt (CAR 2021.1 pag. 
4.103.001 f sowie 3.200.004 f.; 3.102.006 ff.). 

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G.6 Mit Eingabe vom 23. Juni 2021 beantragte der Beschuldigte die Verschiebung 
des zweiten Teils der Berufungsverhandlung um mindestens zwei Wochen und 
wiederholte seine Beweisanträge bezüglich Zeugenanhörung von O. (L. GmbH) 
und C.. Zudem seien die dem Seco unterbreiteten Fragen (vgl. oben Sachverhalt 
[SV] lit. G.4) ebenfalls O. zu unterbreiten (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.100.001 ff.). 

G.7 Mit begründeter Beweisverfügung vom 24. Juni 2021 wurden die Beweisanträge des 
Beschuldigten vom 23. Juni 2021 abgewiesen (CAR 2021.1 pag. 6.200.061 ff.). 

G.8 Zufolge Krankheit des Beschuldigten (vgl. dessen Eingabe vom 25. Juni 2021) 
wurde der für Montag, 28. Juni 2021 vorgesehene zweite Teil der Berufungsver-
handlung kurzfristig auf den 3. September 2021 verschoben (vgl. CAR 2021.1 
pag. 004 f.). 

G.9 Anlässlich des zweiten Teils der Berufungsverhandlung CA.2021.1, der in Anwe-
senheit des Beschuldigten und der Verteidigung (inkl. Praktikantin mit gültiger Ve-
nia [CAR 2021.1 pag. 3.102.005]), jedoch in Abwesenheit der BA am 3. September 
2021 am Bundesstrafgericht stattfand (CAR 2021.1 pag. 7.200.013), wurden J. 
als Zeuge (CAR 2021.1 pag. 7.601.001 ff.) sowie der Beschuldigte einvernom-
men (CAR 2021.1 pag. 7.401.001 ff.). Im Rahmen des Parteivortrags liess der 
Beschuldigte auf Frage hin seinen Freispruch, unter Kosten- und Entschädi-
gungspflicht, beantragen (CAR 2021.1 pag. 7.200.018; 023). 

G.10 Zufolge Verzichts des Beschuldigten auf eine mündliche Urteilseröffnung (CAR 
2021.1 pag. 7.200.026) wurde das Urteilsdispositiv vom 6. September 2021 am 
10. September 2021 an die Parteien versandt (CAR 2021.1 pag. 11.100.001 ff.). 

G.11 Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit erforderlich – in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

- 8 - 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Bindungswirkung höchstrichterlicher Entscheide 

1.1 Der Beschuldigte macht geltend, es bestehe sicher keine Bindungswirkung mehr 
zum ersten Urteil des BGer 6B_167/2018 vom 5. März 2019. Es sei unhaltbar 
und in unerträglicher Weise schizoid zu behaupten, das Bundesgericht habe in 
diesem vorschnellen Urteil den Sachverhalt verbindlich festgestellt, sodass die 
Gerichte daran gebunden wären (vgl. CAR 2021.1. pag. 7.200.024; CAR 2019.10 
pag. 6.400.025 Ziffer 82; pag. 6.400.027 Ziffer 89). 

1.2 Nach Art. 105 Abs. 1 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil grundsätzlich 
den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. Die Feststellung 
des Sachverhalts kann mit Beschwerde ans Bundesgericht nur gerügt werden, 
wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von 
Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des 
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Wird eine Beschwerde 
in Strafsachen gutgeheissen und das vorinstanzliche Urteil aufgehoben, soll das 
Verfahren nicht als Ganzes neu in Gang gesetzt werden, sondern nur insoweit, 
als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts 
Rechnung zu tragen. Die Bindungswirkung von Rückweisungsentscheiden des 
Bundesgerichts hat zur Folge, dass im Neubeurteilungsverfahren keine neue Be-
urteilung derjenigen Teile des Urteils erfolgen darf, die das Bundesgericht nicht 
beanstandet hat (Urteil des BGer 6B_921/2017 vom 29. April 2019). Die Thema-
tik ist auf jene beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen ergibt 
(BGE 143 IV 214 E. 5.2.1; Urteil des BGer 6B_808/2017 vom 16. Oktober 2017 
E. 1.3). Der neue Entscheid darf dabei nur mit Erwägungen begründet werden, 
welche im zurückgewiesenen Urteil noch nicht ausgeführt wurden oder zu denen 
sich das Bundesgericht noch nicht geäussert hat (BGE 112 Ia 353 E. 3c/bb; Ur-
teile des BGer 8C_304/2007 vom 26. März 2018 E. 2.1; P41/05 vom 8. Februar 
2017 E. 6, jeweils mit Hinweisen). 

1.3 Im ersten erstinstanzlichen Verfahren SK.2017.27 setzte sich das Gericht mit den 
Rügen des Beschuldigten betreffend Verletzung des Anklageprinzips, des Unter-
suchungsgrundsatzes und des Legalitätsprinzips wie insbesondere auch der Tat-
bestandsmässigkeit sowohl in objektiver (E. 2 - 3.3, 3.5 - 4.1.6) als auch in sub-
jektiver Hinsicht (E. 3.4, 4.2 - 5.4) gründlich auseinander. Dies, nachdem es den 
Sachverhalt insbesondere durch Befragungen des Beschuldigten und zweier 
Zeuginnen (die Mitarbeiterinnen des B. AG-Backoffice C. und F.) anlässlich der 
Hauptverhandlung vom 7. Dezember 2017 sowie unter Berücksichtigung des 
Amtsberichts des Seco vom 8. September 2017 (inkl. Ergänzungsbericht vom 

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28. November 2017) betreffend Einstufung des exportierten Produktes D. einge-
hend geprüft hatte (E. 1.6, 2.4 f., 4.1.3 f., 4.1.5; TPF 2017.27 pag. 2.970.013 - 020). 

1.4  Gegenstand des nachfolgenden ersten bundesgerichtlichen Verfahrens 
6B_167/2018 bildete sodann einerseits die Frage, ob vorliegend die Situation der 
Geringfügigkeit von Schuld und Tatfolgen im Sinne von Art. 52 StGB gegeben 
sei, und andererseits, ob gestützt auf diese Geringfügigkeit eine Einstellung des 
Verfahrens gemäss Art. 8 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 52 StGB erfolgen könne. Nicht 
Teil des bundesgerichtlichen Verfahrens bildete die Frage der Tatbestandsmäs-
sigkeit der angeklagten Handlungen (die im Verfahren 6B_167/2018 nicht zu be-
urteilen waren). Das Bundesgericht hielt mit Rückweisungsurteil 6B_167/2018 vom 
5. März 2019 im Sinne der Gutheissung der Beschwerde fest, dass gemäss nach 
wie vor geltender Rechtsprechung (BGE 135 IV 27; 139 IV 220 E. 3.4) ein Straf-
verfahren nach Anklageerhebung bzw. Überweisung des Strafbefehls (Art. 356 
Abs. 1 StPO; Urteil des BGer 6B_983/2017 vom 20. März 2018 E. 1.1 f.), d.h. auf 
Stufe Gericht, nicht mehr gemäss Art. 8 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 52 - 54 StGB ein-
gestellt werden könne (E. 1.1 f.; TPF 2019.16 pag. 3.100.002 f.). Sofern ein Straf-
tatbestand gegeben und die übrigen Voraussetzungen für einen Schuldspruch er-
füllt seien, so habe das Gericht – falls Schuld und Tatfolgen gemäss Art. 52 StGB 
gering seien – einen Schuldspruch zu fällen und von einer Bestrafung abzusehen 
(vgl. BGE 139 IV 220 E. 3.4.5). Mit Verweis auf die Prozessökonomie befasste sich 
das Bundesgericht sodann – obwohl die Tatbestandsmässigkeit in casu nicht 
Thema war – auch mit der Frage nach der Geringfügigkeit von Schuld und Tat-
folgen. In diesem Zusammenhang hielt das Bundesgericht Folgendes fest: 

 «Die Beschwerdeführerin rügt ebenfalls zu Recht, dass die Voraussetzungen von Art. 52 
StGB nicht erfüllt sind. Wie die Vorinstanz selber ausführt, kannte der Beschwerdegegner 
die Bewilligungspflicht für den Export des versandten Gutes spätestens seit März 2016. 
Ferner hält sie fest, er habe seine Mitarbeiterinnen im Backoffice hierüber trotz entspre-
chender Verpflichtungen weder genügend geschult, noch instruiert oder überwacht. Auch 
interne Compliancevorschriften oder Kontrollmechanismen zur Sicherstellung der Einhal-
tung der Gesetzgebung hätten nicht bestanden. Unter diesen Umständen erscheint äus-
serst fraglich, ob die Vorinstanz zu Recht bloss von Eventualvorsatz ausgeht. Ent-
gegen ihrer Auffassung vermag es den Beschwerdegegner mit Blick auf Vorsatz und Ver-
schulden nicht zu entlasten, dass sich die Backoffice-Mitarbeitenden wider besseren Wis-
sens auf die bisherigen Vorgaben und die Praxis des Staatssekretariats für Wirtschaft 
SECO gemäss alter Verordnung vom 3. Juni 2016 über die Kontrolle zivil und militärisch 
verwendbarer Güter, besonderer militärischer Güter sowie strategischer Güter (Güter-
kontrollverordnung, GKV; SR 946.202.1) verliessen und keine Bewilligung einholten. An-
ders als seine Mitarbeiter wusste der Beschwerdegegner um die Bewilligungspflicht. Es 
spricht daher auch nicht zu seinen Gunsten, dass noch im März 2016 eine Lieferung der 
Firma zwar gestoppt aber in der Folge ohne Bewilligung wieder frei gegeben worden war. 

- 10 - 

Inwiefern das Verhalten des SECO angesichts der augenscheinlichen, dem Beschwer-
degegner bekannten Rechts- oder Praxisänderung widersprüchlich sein und ihn entlas-
ten soll, leuchtet nicht ein, verneint doch auch die Vorinstanz einen Rechts- oder 
Sachverhaltsirrtum nachvollziehbar. Ferner handelt es sich um kein Bagatelldelikt, 
da der inkriminierte Verstoss gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG ein Vergehen darstellt, und 
die Firma des Beschwerdegegners gewerbsmässig Handel mit bewilligungspflichtigen 
Gütern betreibt. Schliesslich liegt ein vollendeter Versuch vor, wohingegen weder ein 
freiwilliger Rücktritt oder tätige Reue noch ein positives Nachtatverhalten ersichtlich sind. 
Die Vorinstanz stellt im Gegenteil fest, dass der Beschwerdegegner keine Verantwortung 
für sein Handeln übernommen, sondern versucht hat, die Mitarbeitenden des Backoffice 
vorzuschieben, obwohl diese nicht einmal unterschriftsberechtigt waren. Von einem be-
sonders leichten Fall mit offensichtlich fehlendem Strafbedürfnis kann keine Rede 
sein. Dass die Tatfolgen aufgrund der nachträglichen Bewilligungserteilung gering wa-
ren, genügt zur Strafbefreiung nicht» (Hervorhebungen hinzugefügt; vgl. Urteil des BGer 
6B_167/2018 vom 5. März 2019 E. 2.2; TPF 2019.16 pag. 3.100.003 f.). 

1.5 Gestützt auf diese bundesgerichtliche Feststellung betreffend nicht geringfügige 
Schuld (implizierter Schuldspruch bzw. in objektiver und subjektiver Hinsicht er-
füllter Tatbestand) und die Erklärung, wonach bzw. weshalb Art. 52 StGB nicht 
anwendbar sei, erachtete die Strafkammer – im Sinne der Bindungswirkung 
höchstrichterlicher Entscheide (vgl. oben E. I. 1.2) – die Möglichkeit eines Schuld-
spruchs bei gleichzeitigem Strafverzicht (d.h. von einer Strafe abzusehen) als 
ausgeschlossen und die Ausfällung eines Schuldspruchs mit Strafe als zwin-
gend. Sie ging im Rückweisungsverfahren SK.2019.16 daher von erfüllter Tatbe-
standsmässigkeit (in objektiver und subjektiver Hinsicht) aus, beschränkte sich 
demnach auf die Strafzumessung und ordnete für dieses Verfahren im Sinne von 
Art. 406 Abs. 1 lit. a StPO Schriftlichkeit an (vgl. Rückweisungsurteil des BGer 
6B_167/2018 E. 2.2; Urteil SK.2019.16 vom 14. Juni 2019 E. 1.1.4 und 1.2 - 
1.2.3; CAR 2019.10 pag. 1.100.009 f.). 

1.6 An die klare Feststellung des Bundesgerichts bezüglich Schuld bzw. objektiver 
und subjektiver Tatbestandsmässigkeit der versuchten Widerhandlung gegen 
das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und 
Art. 22 Abs. 1 StGB) sah sich aufgrund der Bindungswirkung höchstrichterlicher 
Entscheide (vgl. oben E. I. 1.2) sodann im ersten Berufungsverfahren 
CA.2019.10 systematisch auch die Berufungskammer gebunden. Entsprechend 
ging auch sie – wie die Vorinstanz – von erfüllter Tatbestandsmässigkeit in ob-
jektiver und subjektiver Hinsicht aus und beschränkte sich im Berufungsverfahren 
CA.2019.10 auf die Beurteilung der Strafzumessung, unter Anordnung des 
schriftlichen Verfahrens im Sinne von Art. 406 Abs. 1 lit. a StPO (vgl. Urteil 
CA.2019.10 vom 12. Mai 2020 E. I. 2.9; CAR 2019.10 pag. 11.100.012 f.). 

- 11 - 

1.7 Abschliessend ist hierzu Folgendes festzuhalten: In seinem jüngsten Rückwei-
sungsurteil 6B_722/2020 vom 19. November 2020 führt das Bundesgericht aus, 
dass vor Berufungsinstanz ein mündliches Verfahren durchzuführen sei, wobei 
die zur rechtskonformen Ermittlung des Sachverhalts bzw. zur Beurteilung der 
Tat erheblichen Beweise von Amtes wegen und unter Gewährung der Partei-
rechte allenfalls nochmals zu erheben seien (E. 1.2). Dabei äusserte es sich je-
doch nicht zu einer allfälligen Bindungswirkung seines ersten Rückweisungsur-
teils 6B_167/2018 vom 5. März 2019 – weder bejahend, verneinend noch relati-
vierend – obwohl die Berufungskammer auf diese Thematik ausführlich einge-
gangen war (vgl. Urteil CA.2019.10 vom 12. Mai 2020 E. I. 2 - 2.9). Die nach wie 
vor ungeklärte Frage bezüglich Bindungswirkung kann im Ergebnis jedoch offen-
bleiben, da das Beweisergebnis des vorliegenden Berufungsverfahrens 
CA.2021.1 ohnehin eindeutig ausfällt (vgl. unten E. II. 1.6.5). 

2. Mündlichkeit des Verfahrens 

Gestützt auf das jüngste Rückweisungsurteil des BGer 6B_722/2020 vom 19. 
November 2020 (E. 1 - 1.2) wird vorliegend das mündliche Verfahren durchge-
führt (vgl. Art. 405 Abs. 1 StPO; Art. 406 Abs. 1 und 2 lit. a StPO e contrario). 

3. Verfahrensgegenstand und Kognition / Verbot der reformatio in peius 

3.1 Die vorliegende Berufung richtet sich gegen das Urteil der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts SK.2019.16 vom 14. Juni 2019. Sie ist vollumfänglich, d.h. das 
vorinstanzliche Urteil wird sowohl im Schuld- als auch im Strafpunkt sowie hin-
sichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen angefochten (vgl. die entspre-
chenden Anträge des Beschuldigten, oben SV lit. E.1). 

3.2 Da das Bundesgericht die Verfügung der Strafkammer SK.2017.27 vom 7. De-
zember 2017 insbesondere aus formellen Gründen gesamthaft aufhob, erfolgte 
im Rahmen des Urteils der Strafkammer SK.2019.16 vom 14. Juni 2019 eine 
vollständig neue Urteilsbegründung (vgl. CAR 2019.10 pag. 1.100.004 - 027), in 
der auch die Anträge der Verteidigung geprüft wurden (E. 1.3; CAR 2019.10 pag. 
1.100.010 f.). Die Vorinstanz erkannte in besagtem Urteil CA.2019.10 auf ein 
eventualvorsätzliches Handeln des Beschuldigten (E. 2.7; CAR 2019.10 pag. 
1.100.018). Der Grundsatz des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 
StPO) ist nicht nur bezüglich des Strafmasses, sondern auch hinsichtlich der 
rechtlichen Qualifikation anwendbar (BGE 139 IV 282 E. 2.3 ff.). Mangels An-
schlussberufung der BA fällt zu Gunsten des Beschuldigten aufgrund des Verbots 
der reformatio in peius die Prüfung, ob direkter Vorsatz vorliegt, im Berufungsver-
fahren somit ausser Betracht. Daran ändert auch die Feststellung des Bundesge-

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richts, wonach «äusserst fraglich» sei, «ob die Vorinstanz zu Recht bloss von Even-
tualvorsatz ausgehe» (vgl. Rückweisungsurteil 6B_167/2018 vom 5. März 2019, 
E. 2.2), nichts.  

 Als ein weiterer Aspekt des Verbots der reformatio in peius ist die vorinstanzlich 
ausgefällte Strafe (bedingte Geldstrafe von 15 Tagessätzen à Fr. 320.--, unter 
Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren; sowie eine Busse von Fr. 800.--, bei 
schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise eine Freiheitsstrafe von 2 Tagen; CAR 
2019.10 pag. 1.100.026) als Maximalstrafe zu beachten, die von der Berufungs-
kammer bei der Strafzumessung nicht überschritten bzw. verschärft werden darf. 
Dies jedoch unter dem Vorbehalt, dass die Berufungskammer im Falle eines 
Schuldspruchs trotz des Verbots der reformatio in peius eine Erhöhung des Ta-
gessatzes vornehmen könnte, sofern sich die finanziellen Verhältnisse des Be-
schuldigten im Vergleich zu den erstinstanzlichen Feststellungen massgeblich 
verbessert haben sollten (vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.3 und 5.4). 

4. Rüge der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

4.1 Der Beschuldigte rügte im Rahmen des Parteivortrags eine Verletzung des Un-
tersuchungsgrundsatzes. Die BA habe nach den Grundsätzen von Art. 6 StPO 
grundsätzlich eigene Abklärungen der bedeutsamen belastenden und entlasten-
den Tatsachen vorzunehmen. Sie habe das komplett unterlassen, obwohl das 
von Amtes wegen hätte erfolgen müssen (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.021). 

4.2 Die Strafbehörden klären von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und 
der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen ab. Sie untersuchen die be-
lastenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt (Art. 6 Abs. 1 und 2 
StPO; sog. Untersuchungsgrundsatz). Ein Strafbefehl darf erlassen werden, 
wenn der Beschuldigte den Sachverhalt eingestanden hat oder wenn dieser an-
derweitig ausreichend geklärt ist (vgl. Art. 352 Abs. 1 StPO). Das bedeutet jedoch 
nicht, dass stets sämtliche Aspekte einer Straftat abgeklärt werden müssten (vgl. 
RIEDO / FIOLKA, Basler Kommentar, 2. AufI. 2014, Art. 6 StPO N. 38 ff.). Wird 
Einsprache erhoben, so nimmt die Staatsanwaltschaft die weiteren Beweise ab, 
die zur Beurteilung der Einsprache erforderlich sind. Nach Abnahme der Beweise 
entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie: a. am Strafbefehl festhält; b. das Ver-
fahren einstellt; c. einen neuen Strafbefehl erlässt; d. Anklage beim erstinstanzli-
chen Gericht erhebt (Art. 355 Abs. 1 und 3 StPO). 

4.3 Die Eidgenössische Zollverwaltung erstattete mit Schreiben vom 19. Dezember 
2016 bei der BA Anzeige gegen P. betreffend die hier interessierende Sendung 
wegen Verdachts der Widerhandlung gegen das GKG (BA pag. 05-00-0001 f.). 
Die BA eröffnete am 9. Januar 2017 eine Strafuntersuchung gegen P. und Unbe-

- 13 - 

kannt (BA pag. 01-00-0001). Am 11. Januar 2017 beauftragte sie die Bundeskri-
minalpolizei (BKP) gestützt auf Art. 312 StPO mit der Vornahme von Ermittlungen 
(BA pag. 10-00-0001 f.). Nebst P. (BA pag. 13-01-0003 ff.) wurde A. befragt, zu-
nächst als Auskunftsperson, wobei er Unterlagen zu den Akten gab (BA pag. 12-
01-0003 ff.). Die BKP hielt ihre wesentlichen Erkenntnisse im Bericht vom 30. 
Januar 2017 fest (BA pag. 10-00-0003 ff.). Nachdem die mutmassliche Täter-
schaft ermittelt werden konnte, dehnte die BA am 1. Februar 2017 das Verfahren 
auf A. (Beschuldigter) aus (BA pag. 01-00-0002). Am 7. Februar 2017 erliess die 
BA gegen den Beschuldigten einen Strafbefehl (BA pag. 03-00-0005 ff.), wogegen 
dieser Einsprache erhob und eine ausführliche Stellungnahme mit Beilagen ein-
reichte (BA pag. 3-00-0009 ff.). Am 8. Mai 2017 wurde der Beschuldigte erneut 
von der BA einvernommen, wobei er weitere Unterlagen zu den Akten gab (BA 
pag. 13-02-0005 ff.). 

4.4 Im Rahmen der durch die BA durchgeführten Strafuntersuchung konnte die Tä-
terschaft aus Sicht der BA ermittelt werden. Die Dokumentation der BA enthält 
wesentliche Beweismittel, zu welchen der Beschuldigte ausreichend befragt 
wurde, seinen Standpunkt darlegen und sich verteidigen konnte. Gestützt auf 
diese Ausgangslage und die vorhandenen Ermittlungsergebnisse durfte die BA 
den Strafbefehl vom 7. Februar 2017 (BA pag. 03-00-0005 ff.) erlassen und die-
sen am 2. Juni 2017 als Anklageschrift an die Strafkammer des Bundesstrafge-
richts überweisen (TPF 2017.27 pag. 2.100.001 ff.). Die BA braucht vor Überwei-
sung der Anklageschrift nicht stets sämtliche Einwände und Anträge des Be-
schuldigten zu überprüfen. Kommt sie gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und d StPO 
nach Abnahme der Beweise zum Schluss, dass die ergänzte Untersuchung nach 
Art. 355 Abs. 1 StPO keine Änderung betreffend Sachverhalt sowie dessen recht-
licher Würdigung notwendig mache, so kann sie am Strafbefehl festhalten und 
Anklage beim erstinstanzlichen Gericht erheben. Dies hat die BA vorliegend ge-
macht (vgl. zu den entsprechenden Vorgehensmöglichkeiten der Staatsanwalt-
schaft RIKLIN, Basler Kommentar, 2. AufI. 2014, Art. 355 StPO N. 3 ff.). Die von 
der BA durchgeführte Strafuntersuchung genügt den gesetzlichen Anforderun-
gen, womit sich die Rüge der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes als un-
zutreffend erweist. 

5. Rüge der Verletzung des Anklagegrundsatzes 

5.1 Der Beschuldigte rügte im Rahmen des Parteivortrags zudem, dass die Verteidi-
gung von der BA betreffend Anklagefundament lange im Ungewissen gelassen 
worden sei. Es leuchte nicht ein, warum gerade er als einer der beiden Ge-
schäftsführer der B. AG in den Fokus der Ermittlungen geraten, als Auskunfts-
person vorgeladen und dann zur beschuldigten Person umfunktioniert worden 
sei. Die Anklage stütze sich nur auf seine Einvernahme als Auskunftsperson vom 
25. Januar 2017 (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.021 f.). 

- 14 - 

5.2 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziffer 1 und 
3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen 
Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsver-
fahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklageschrift hat die der beschuldigten 
Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschrei-
ben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkreti-
siert sind. Es muss somit erkennbar sein, inwiefern die inkriminierte Handlung 
den objektiven und subjektiven Tatbestand der angerufenen strafrechtlichen Nor-
men erfüllt (vgl. Urteil des BGer  6B_899/2010 vom 10. Januar 2011 E. 2.5). Zu-
gleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der be-
schuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör. Für den 
Beschuldigten muss ersichtlich sein, was ihm vorgeworfen wird, damit er sich 
entsprechend wehren kann. Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die 
Anklageschrift möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorge-
worfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tat-
ausführung. Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, was ihr 
konkret vorgeworfen wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausü-
ben kann. Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt 
gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung 
durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO). Es ist somit nicht Aufgabe 
der Anklage, die rechtliche Würdigung vorwegzunehmen (vgl. Urteil des BGer 
6B_390/2009 vom 14. Januar 2010 E. 1.8; BGE 126 119 E. 2a; je mit Hinweisen). 

5.3 Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe als Vertreter der B. AG am 1. 
November 2016 eine D. aus der Schweiz nach Norwegen ausführen wollen, ohne 
die dafür notwendige Ausfuhrbewilligung des Seco eingeholt zu haben (vgl. TPF 
2017.27 pag. 2.100.004 ff.). Die Tathandlungen im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. a 
GKG sind als Vorsatzdelikte ausgestaltet und vorliegend ausreichend umschrie-
ben. 

5.4 Im Verlauf der von der BA durchgeführten Strafuntersuchung stellte sich heraus, 
dass der Beschuldigte – gemäss eigenen Aussagen anlässlich der Einvernahme 
vom 25. Januar 2017 – zum Tatzeitpunkt (wie auch heute) einer von zwei Ver-
antwortlichen der B. AG sei und den betreffenden Kunden aus Norwegen (Ad-
ressat der fraglichen Lieferung) eigens akquiriert habe, weshalb er dafür verant-
wortlich sein dürfte. Der Versand sei dann vom Backoffice veranlasst worden (vgl. 
BA pag. 12-01-0004 Rz. 25 - 31).  

5.5 Entgegen der Rüge des Beschuldigten stützt sich die Anklage nicht allein auf die 
besagte einzelne Aussage bzw. Antwort des Beschuldigten, sondern auch auf 
seine weiteren Aussagen respektive Einvernahmen sowie auf diverse weitere 
(insbesondere auch vom Beschuldigten selbst eingereichte) Beweismittel (vgl. 

- 15 - 

oben E. I. 4.3 f.). Die unter dem Titel «Verletzung des Anklagegrundsatzes» er-
hobene Rüge betrifft demnach in der Sache eher ebenfalls den Untersuchungs-
grundsatz. Dieser jedoch wurde, wie erläutert, nicht verletzt (vgl. oben E. I. 4.4). 

 5.6 Ob und inwiefern der Beschuldigte – als einer von zwei Verantwortlichen (Ge-
schäftspartnern) der B. AG – den ihm vorgeworfenen Tatbestand erfüllt hat oder 
nicht, wird im Rahmen der Beweiswürdigung und der Subsumtion des objektiven 
und subjektiven Tatbestands näher zu prüfen sein. 

6. Rüge des rechtsmissbräuchlichen Verhaltens gegenüber dem Beschuldig-
ten im Zusammenhang mit seiner Einvernahme als Auskunftsperson 

6.1 Der Beschuldigte rügt (wie schon mit Einsprache vom 1. März 2017), dass seine 
Mitwirkungspflicht als Auskunftsperson dazu missbraucht worden sei, seine Be-
schuldigtenrechte (Befreiung von der Mitwirkungspflicht, Recht auf Aussage-
verweigerung etc.) zu umgehen, was rechtsmissbräuchlich und nicht vertretbar 
sei (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.022). 

6.2 Auskunftspersonen nach Art. 178 lit. b - g StPO haben das Recht, ihre Aussage 
und die aktive Mitwirkung am Strafverfahren wie eine beschuldigte Person zu 
verweigern (Art. 180 Abs. 1 StPO). Im Gegensatz zu Zeugen haben Auskunfts-
personen nach Art. 178 StPO keine Aussage- und Wahrheitspflicht. Sie unterlie-
gen nicht der Strafandrohung von Art. 307 StGB. Sie haben mithin auch keine 
Pflicht zur Selbstbelastung (vgl. KÜFFER, Basler Kommentar, 2. AufI. 2014, Art. 105 
StPO N. 20 f.). 

6.3 Der Beschuldigte wurde zu Beginn der Einvernahme vom 25. Januar 2017 (BA 
pag. 12-01-0003 ff.) als Auskunftsperson explizit belehrt, dass er nicht zu Aussa-
gen verpflichtet sei und seine Aussagen als Beweismittel verwendet werden 
könnten (vgl. BA pag. 12-01-0004 Rz. 8 f.). Sodann wurde er, nach Erlass der 
Ausdehnungsverfügung vom 1. Februar 2017 (BA pag. 01.00.0002), des Straf-
befehls vom 7. Februar 2017 (BA pag. 03-00-0005 ff.) und der Einsprache vom 
1. März 2017 (BA pag. 03-00-0009), am 8. Mai 2017 ein zweites Mal, nunmehr 
als beschuldigte Person, befragt (BA pag. 13-01-0005 ff.). 

6.4 Aufgrund des Gesagten ist seitens der Strafverfolgungsbehörden in diesem Zu-
sammenhang kein rechtsmissbräuchliches Verhalten zu erkennen. Die Strafver-
folgungsbehörden haben A. nicht bewusst falsch als Auskunftsperson einver-
nommen; vor seiner Aussage konnten sie nicht wissen, welche Führungsperson 
vorliegend verantwortlich war. Folgerichtig wurde A. nach Erhalt der entspre-
chenden Information in den Beschuldigtenstatus versetzt. Während der ersten 
Einvernahme vom 25. Januar 2017 fand in diesem Sinne ein sogenannter «un-
echter Rollenwechsel» statt, wobei die Rechtsbelehrung für die Fortsetzung der 

- 16 - 

Einvernahme – als nunmehr beschuldigte Person – erfolgte (vgl. BA pag. 12-01-
0005 f. Rz. 18 - pag. 12-01-0006 Rz. 14). Der Grundsatz nemo tenetur se ipsum 
accusare wurde somit nicht verletzt. Demgemäss ist insbesondere die Aussage 
des Beschuldigten vom 25. Januar 2017 (wörtlich: «Diesen Kunden aus Norwe-
gen habe ich akquiriert, daher dürfte ich verantwortlich sein», vgl. oben E. I. 4.3 
f.), ohne Weiteres verwertbar (vgl. GLESS, Basler Kommentar, 2. AufI. 2014, Art. 
141 StPO N. 51). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte bei 
nachfolgenden Einvernahmen insbesondere seine Aussagen vom 25. Januar 
2017 als korrekt bzw. wahrheitsgetreu bestätigte (vgl. TPF 2017.27 pag. 
2.931.005 Rz. 29 ff.; CAR 2021.1 pag. 7.401.004 Rz. 14 ff.). 

II. Materielle Erwägungen 

1.  Versuchte Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz (Art. 14 Abs. 1 
lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB) 

1.1 Anklagevorwurf / Standpunkte der Vorinstanz und des Beschuldigten 

1.1.1  Die BA wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, sich als Vertreter der B. 
AG der versuchten Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz im Sinne von 
Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 
gemacht zu haben. Dies indem er versucht habe, das verfahrensgegenständliche 
Gut D. ohne die erforderliche Bewilligung des Seco aus der Schweiz auszuführen 
(vgl. Strafbefehl vom 7. Februar 2017; BA pag. 3-00-0005 ff.). 

1.1.2   

1.1.2.1 Gemäss Vorinstanz gilt als erstellt, dass die B. AG mit Sitz in U. – deren Ge-
schäftsführer, Mitinhaber und Verwaltungsrats-Mitglied der Beschuldigte ist – am 
1. November 2016 die D. als bewilligungsfrei beim Zollamt Basel-Flughafen mit 
Bestimmungsland Norwegen zur Ausfuhr anmelden liess, worauf der Export 
durch das Zollamt gestoppt worden sei. Im Nachgang und in Absprache mit der 
BA sei das besagte Produkt dann ohne Beschlagnahmung am 17. Januar 2017 
zum Export freigegeben und die entsprechende Ausfuhrbewilligung erteilt wor-
den (vgl. Urteil SK 2019.16 E. 2.4.1; TPF 2019.16 pag. 930.010 f.). 

1.1.2.2 Gestützt auf den Amtsbericht des Seco vom 8. September 2017 (TPF 2017.27 
pag. 2.291.003 ff.) und dessen ergänzendes Schreiben (Ergänzungsbericht) vom 
28. November 2017 (TPF 2017.27 pag. 2.291.383 ff.) erachtet es die Vorinstanz 
zusammengefasst als erstellt, dass die D. kryptographische Funktionen (d.h. Ver-
schlüsselungsfunktionen) gemäss EKN 5A002.a.1 aufweise (Verwendung sym-
metrischer Algorithmen mit einer Schlüssellänge grösser als 56 Bit und asym-
metrische Algorithmen, deren Sicherheit auf dem Verfahren der Faktorisierung 

- 17 - 

ganzer Zahlen beruhe, die grösser seien als 512 Bit), nicht unter die Ausnahme-
bestimmungen von Art. 4 lit. a - i GKV falle und somit als doppelt verwendbares 
Gut (Dual-Use) klassifiziert werde. Ausschlaggebend für diese Einstufung seien 
insbesondere die Dokumentation der Herstellerfirma E. mit den entsprechenden 
Angaben zu den Verschlüsselungsverfahren sowie deren Bestätigung der Ein-
stufung des Gutes unter die EKN 5A002.a.1 gewesen (die von der Sekretariats-
mitarbeiterin und Zeugin F. auf der Handelsrechnung vom 1. November 2016 
aufgeführt worden sei). Im Übrigen sei auch die Empfängerin der Ware, die Firma 
H. AS, gemäss der Formular-Überschrift «Statement of End-Use for Dual-Use 
Goods» ebenfalls von der Lieferung eines Dual-Use-Gutes ausgegangen (vgl. 
Urteil SK 2019.16 E. 2.4.4 f.; TPF 2019.16 pag. 930.011 f.). 

1.1.2.3 Dem Beschuldigten sei – entgegen seiner eigenen Behauptungen – bereits im 
März 2016 bekannt gewesen, dass Güter der Firma E. mit der EKN 5A002.a.1 
der güterkontrollrechtlichen Bewilligungspflicht unterliegen; er sei für diese The-
matik hinreichend sensibilisiert gewesen. Der Beschuldigte habe als Geschäfts-
herr und Organ der B. AG gehandelt, sei firmenintern für den Vertrieb der Pro-
dukte der Firma E. zuständig gewesen und habe zudem die Empfängerin (H. AS) 
bei der B. AG betreut. Aufgrund der Korrespondenz mit dem Seco in der Zeit vom 
9. - 24. März 2016 habe er gewusst, dass Güter der Produktepalette der Firma 
E. unter der EKN 5A002.a.1 zu qualifizieren seien. Bereits zuvor, anlässlich des 
Besuchs des Seco bei der B. AG vom 19. Oktober 2015, sei er auf die Proble-
matik der Bewilligungspflicht für die Ausfuhr von Dual-Use-Gütern sensibilisiert 
worden. Er habe es jedoch unterlassen, seine Mitarbeiterinnen entsprechend zu 
informieren bzw. zu schulen oder kontrollieren, obwohl er als Geschäftsführer 
und VR-Mitglied dazu verpflichtet gewesen wäre. Es gehe nicht an, dass er nun 
versuche, die Backoffice-Mitarbeiterin C. vorzuschieben (vgl. Urteil SK.2019.16 
E. 2.5 - 2.6.2.3; TPF 2019.16 pag. 3.930.012 ff.). 

1.1.2.4 Der Beschuldigte habe sich fälschlicherweise entgegen seiner Rechtspflicht der 
Kontrolle dieser Vorgänge bezüglich Export von Dual-Use-Gütern enthalten und 
damit in Kauf genommen, dass die D. ohne die erforderliche Bewilligung nach 
Norwegen ausgeführt worden sei. Damit habe er eventualvorsätzlich gegen Art. 
14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV verstossen. Aufgrund der Sicher-
stellung durch das Zollamt Basel-Flughafen sei jedoch die Ausfuhr nach Norwe-
gen misslungen, weshalb versuchte Tatbegehung (vollendeter Versuch) im Sinne 
von Art. 22 StGB vorliege. Aufgrund der zuvor erfolgten Sensibilisierung (Besuch 
des Seco im Oktober 2015 sowie Korrespondenz mit dem Seco vom März 2016) 
habe er sich im Tatzeitpunkt nicht in einem Rechtsirrtum befunden. Auch ein 
Sachverhaltsirrtum liege nicht vor. Entsprechend wurde der Beschuldigte ge-
mäss Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GKV und Art. 22 Abs. 1 StGB 

- 18 - 

schuldig gesprochen (vgl. Urteil SK.2019.16 E. 2.6 - 2.10; TPF 2019.16 pag. 
3.930.015). 

1.1.3  Der Beschuldigte bestreitet den Anklagevorwurf. Er bringt diesbezüglich in mate-
rieller Hinsicht im Wesentlichen folgende Argumente bzw. Rügen vor: 

1.1.3.1 Im Verlaufe des Verfahrens bestritt der Beschuldigte, dass die D. ein bewilli-
gungspflichtiges Dual-Use-Gut im Sinne von Anhang 2 zur GKV darstelle und 
berief sich auf die Ausnahmen von der Bewilligungspflicht (EKN 5A002.a.1) ge-
mäss technischen Anmerkungen (vgl. Urteil SK.2019.16 E. 2.4.2; TPF 2019.16 
pag. 3.930.011). Ob die D. einer Exportbewilligungspflicht unterliege, sei weder 
untersucht noch von der BA in Frage gestellt worden. Es sei nicht einzusehen, 
weshalb das Schwestermodell Q. nicht bewilligungspflichtig sei, die D. jedoch 
schon, obschon beide dieselben kryptographischen Eigenschaften aufweisen wür-
den. Seines Erachtens konsumiere der Ausnahmenkatalog aber beide Güter (vgl. 
CAR 2019.10 pag. 6.400.053 Ziffer 43; pag. 6.400.021 ff. Ziffern 58 - 64 und 80; 
CAR 2021.1 pag. 7.200.021 und 023). Entgegen den Behauptungen im Urteil 
SK.2019.16 E. 2.4.4 habe er stets bestritten, dass die Ausnahmen von der Bewil-
ligungspflicht nach Art. 4 lit. a - i GKV im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung 
kämen (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.023). 

1.1.3.2 Der Beschuldigte kritisiert zudem, dass der Amtsbericht des Seco eine 
Parteiäusserung sei, jedoch kein unabhängiger fundierter Bericht, der aufzeige, 
inwiefern sich die kryptographischen Eigenschaften der D. gegenüber der Q. un-
terscheiden würden. Zu dieser Frage äussere sich der Amtsbericht des Seco nicht. 
Er beschränke sich vielmehr auf die Angaben des Herstellers mit Sitz in den USA. 
Indem das Seco die Güter auf ihre technisch-kryptographischen Eigenschaften 
nicht prüfe und sich dabei nur auf Herstellerinformationen stütze und selber nicht 
wisse, ob ein Gut bewilligungspflichtig sei, verfalle es in Willkür (vgl. CAR 2019.10 
pag. 6.400.055 Ziffern 52 ff.; pag. 6.400.018 Ziffer 41; CAR 2021.1 pag. 7.200.023). 

1.1.3.3 Der Beschuldigte macht geltend, am Versand der fraglichen Sendung nicht be-
teiligt gewesen zu sein, weshalb er dafür keine Verantwortung trage (vgl. CAR 
2021.1 pag. 7.200.023 f.). Im Übrigen sei C. (Leiterin und Exportverantwortliche 
des Backoffice) beim Versand der D. (Vorfall vom 1. November 2016) einem Irr-
tum unterlegen. Sie habe zuvor im Frühling 2016 den Export einer Q. nach Pa-
derborn (D) veranlasst. Die Sendung sei zwar am Zoll angehalten worden und 
sie habe zwecks Freigabe verschiedene Unterlagen einreichen müssen, nicht 
aber eine Exportbewilligung. Im September 2016, nach der Änderung der GKV, 
habe sie nochmals eine Q. nach Frankfurt (D) exportiert, die ebenfalls am Zoll 
gestoppt und später ohne Exportbewilligung freigegeben worden sei. Sie sei ent-
sprechend davon ausgegangen, dass auch der Export der D. vom 1. November 

- 19 - 

2016 keine Bewilligung erfordere. Dieser Irrtum sei dem Beschuldigten anzurech-
nen (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.018 ff.). Es stimme nicht, dass er die Mitarbei-
terinnen im Zusammenhang mit den Vorschriften des Güterkontrollrechts nicht 
genügend geschult, instruiert oder kontrolliert habe. Mehr als das, was C. von 
sich aus getan habe, könne nicht erwartet werden (vgl. CAR 2021.1 pag. 
7.200.024). Weder er noch seine Mitarbeiterinnen hätten eventualvorsätzlich ge-
handelt. Sie hätten nie die Absicht gehabt, gegen Vorschriften zu verstossen – 
die zahlreichen Mails und Aufwendungen sowie die korrekte Deklaration würden 
das Gegenteil beweise (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.024 ff.). 

1.1.3.4 Der Beschuldigte moniert schliesslich, dass beim Zeugenprotokoll C. nur die ur-
sprüngliche Version der Strafkammer, nicht jedoch die berichtigte Version be-
rücksichtigt worden sei. Im angefochtenen Urteil finde ihre Zeugenaussage keine 
Würdigung (vgl. CAR 2019.10 pag. 6.400.015 ff. Ziffern 18 und 38; pag. 
6.400.044 ff. Ziffern 10, 19 und 50). Schliesslich sei ihm bzw. seiner Verteidigung 
der Fragebogen, auf welchen sich die Anklage stürze, vorenthalten respektive 
erst in der Hauptverhandlung vom 7. Dezember 2017 erstmals vorgelegt worden. 
Aus diesem könne seine Schuldigkeit nicht abgeleitet werden (vgl. CAR 2019.10 
pag. 6.400.048 f. Ziffern 20 - 22; vgl. auch pag. 6.400.010 ff. Ziffern 4 - 8; pag. 
6.400.014 f. Ziffern 14 - 17). 

1.2 Rechtliches 

1.2.1 Das Güterkontrollgesetz bezweckt u.a. die Kontrolle doppelt verwendbarer Güter 
(Art. 1 GKG). Als doppelt verwendbar (Dual-Use) gelten gemäss Art. 3 lit. b GKG 
Güter, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke verwendet werden 
können. Dual-Use-Güter sind Waren, einschliesslich Software und Technologie, 
welche grundsätzlich für einen zivilen Verwendungszweck konzipiert und herge-
stellt wurden, deren Verwendung aufgrund ihrer Eigenschaften (z.B. Materialbe-
schaffenheit oder Leistungsfähigkeit) jedoch auch für militärische Zwecke nicht 
ausgeschlossen werden kann (PETERMANN, Dual-Use, 2014, 7. Kap. N. 288). 
Welche Güter als doppelt verwendbar gelten, bestimmt der Bundesrat (Art. 2 
Abs. 2 GKG) in einer ausführenden Verordnung (GKV) in generell-abstrakter 
Weise. Gemäss Art. 3 GKV sind die zivil und militärisch verwendbaren Güter in 
Anhang 2 der GKV aufgeführt. Dieser enthält eine Liste, in welcher Waren und 
Technologien nach technischen Merkmalen kategorisiert sind. 

1.2.2 Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG macht sich strafbar, wer vorsätzlich ohne ent-
sprechende Bewilligung Waren herstellt, lagert, weitergibt, verwendet, ein-, aus-, 
durchführt oder vermittelt oder an eine Bewilligung geknüpfte Bedingungen und 
Auflagen nicht einhält. Der Tatbestand von Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG schliesst eine 
sich aus Art. 3 GKV i.V.m. Anhang 2 zu dieser Verordnung ergebende Bewilli-

- 20 - 

gungspflicht mit ein. Die Ausfuhr von Gütern des Anhangs 2 zur GKV ist der Be-
willigungspflicht unterstellt (Art. 3 Abs. 1 GKV). Es gilt das Selbstdeklarations-
prinzip, d.h. wer Güter der Anhänge zur GKV ausführt, muss beim Seco eine 
Bewilligung beantragen. Den objektiven Tatbestand von Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG 
erfüllt, wer die nach Art. 3 Abs. 1 GKV vorgeschriebene Ausfuhrbewilligung des 
Seco nicht einholt und trotzdem Güter aus dem schweizerischen Staatsgebiet 
ausführt. In subjektiver Hinsicht erfordert die Strafbarkeit nach Art. 14 Abs. 1 lit. 
a GKG Vorsatz bezüglich sämtlicher objektiver Tatbestandsmerkmale, wobei 
Eventualvorsatz genügt (Urteil der Strafkammer des BStGer SK.2015.52 vom 1. 
April 2016 E. 6.7.2). 

1.2.3 Werden Widerhandlungen gegen das GKG in Geschäftsbetrieben begangen, so 
gilt gestützt auf Art. 16 GKG gemäss Art. 6 Abs. 2 VStrR Folgendes: Der Ge-
schäftsführer, der es vorsätzlich oder fahrlässig in Verletzung der Rechtspflicht 
unterlässt, eine Widerhandlung des Untergebenen, Beauftragten oder Vertre-
ters abzuwenden oder in ihren Wirkungen aufzuheben, untersteht den Strafbe-
stimmungen, die für den entsprechend handelnden Täter gelten. Die Verwal-
tungsstraftat des Untergebenen (Anlasstat) ist lediglich objektive Strafbarkeits-
bedingung. Der Geschäftsherr verletzt seine Garantenstellung, wenn er als Füh-
rungsperson Straftaten der ihm unterstellten Personen nicht unterbindet, wes-
halb eine solche Nichtverhinderung der Begehung von Straftaten als strafwürdig 
erachtet wird. Die Garantenpflicht des Geschäftsherrn wird dadurch begründet, 
dass er in leitender Funktion dafür zu sorgen hat, Gefahrenquellen für öffentliche 
Rechtsgüter oder Rechtsgüter Dritter, welche vom Unternehmen ausgehen, zu 
unterbinden. Dafür muss er den Geschäftsbetrieb entsprechend sicher organi-
sieren, indem er seine Angestellten überwacht, Weisungen erteilt und falls not-
wendig eingreift (vgl. BGE 142 IV 315 E. 2). Demzufolge ist der Geschäftsherr 
von Gesetzes wegen als Überwachungsgarant für die Kontrolle und die Minimie-
rung der vom Unternehmen ausgehenden Gefahren verantwortlich. Nötigenfalls 
muss er ein entsprechendes Sicherheitskonzept erstellen und dessen Einhal-
tung überwachen (vgl. BGE 122 IV 103 E. 5.2; DONATSCH / TAG, Strafrecht I, 
Verbrechenslehre, 9. Aufl. 2013, S. 368 f.).  

 Art. 6 Abs. 3 VStrR bezieht sich auf die Strafbarkeit von Organen. Steht eine 
juristische Person in der Verantwortung, so ist aufgrund dieser Bestimmung auf 
die dahinterstehende natürliche Person durchzugreifen, wobei Art. 6 Abs. 2 
VStrR zur Anwendung gelangt. Für den Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft 
folgt die vorerwähnte Rechtspflicht direkt aus dessen unübertragbaren und un-
entziehbaren Aufgaben gemäss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 2 OR. Die Mitglieder des 
Verwaltungsrats sowie Dritte, die mit der Geschäftsführung befasst sind, müssen 
nach Art. 717 Abs. 1 OR ihre Aufgaben mit aller Sorgfalt erfüllen. Für diese Sorg-

- 21 - 

falt gilt ein objektiver Massstab. Die Verwaltungsräte sind zu aller Sorgfalt ver-
pflichtet und nicht nur zur Vorsicht, die sie in eigenen Geschäften anzuwenden 
pflegen (Urteil der Strafkammer des BStGer SK.2015.23 vom 24. September 
2015 E. 4.3.4, mit Verweis auf BGE 122 III 195 E. 3a; 113 52 E. 3a). Handelt es 
sich um eine Gesellschaft mit einfacher Organisationsstruktur, so sind praxisge-
mäss hohe Anforderungen an die allgemeine Sorgfaltspflicht und die Aufsichts- 
und Kontrollpflicht eines Verwaltungsratsmitglieds zu stellen (Urteil der Strafkam-
mer des BStGer SK.2017.9 vom 16. Juni 2017 E. 4.2.2.2; GRAF, Gesellschafts-
organe zwischen Aktienrecht und Strafrecht, 2017, Rz. 677 m.w.H.). 

1.2.4 Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und 
Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 
möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach ständiger Rechtspre-
chung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. 
die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den 
Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag 
er ihm auch unerwünscht sein (vgl. Urteil des BGer 6B_1050/2017 vom 20. De-
zember 2017 E. 1.3.2, mit Hinweisen). Der Eventualvorsatz und die bewusste 
Fahrlässigkeit, von der er abzugrenzen ist, stimmen auf der Wissensseite über-
ein: Im einen wie im anderen Falle muss sich der Täter der Möglichkeit des Er-
folgseintritts bewusst sein. Der Unterschied liegt allein darin, wie er sich zu dieser 
Möglichkeit einstellt, traditionell formuliert also auf der Willensseite. Auch wer den 
Erfolg als möglich ansieht, kann sich innerlich darauf verlassen, dass schon 
nichts passieren werde, und wer sich so verhält, wer leichtfertig oder gar frivol 
auf Nichteintritt selbst eines für wahrscheinlich gehaltenen Erfolgs vertraut, han-
delt nicht mit Eventualvorsatz. Hier bleibt es bei bewusster Fahrlässigkeit. Wer 
dagegen den Eintritt des Erfolgs ernstlich in Rechnung stellt, wer beispielsweise 
schon Vorkehrungen trifft, um einer eventuellen Strafverfolgung zu entgehen, der 
ist offenbar bereit, die Tatbestandserfüllung um des von ihm verfolgten Zieles 
willen hinzunehmen. Das ist die Konstellation des Eventualvorsatzes (vgl. STRA-
TENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, AT I, 4. Aufl. 2011, § 9 N. 105 ff. mit 
ausführlichen Hinweisen). 

1.2.5 Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Verge-
hens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Voll-
endung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so 
kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). 

1.3 Beweisgrundsätze / Beweisthema 

1.3.1  Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im 
erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Beweisabnahmen des 
erstinstanzlichen Gerichts werden nur wiederholt, wenn: a. Beweisvorschriften 

- 22 - 

verletzt worden sind; b. die Beweiserhebungen unvollständig waren; c. die Akten 
über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen. Die Rechtsmittelinstanz 
erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzli-
chen Beweise (Art. 389 StPO). Die Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung 
alle nach dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel 
ein, die rechtlich zulässig sind. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der 
Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Be-
weis geführt (Art. 139 Abs. 1 und 2 StPO). Art. 139 Abs. 2 StPO schränkt die 
gerichtliche Pflicht zur förmlichen Beweisführung wieder in engen Grenzen ein. 
Bestimmte Tatsachen müssen nicht bewiesen werden oder dürfen bereits vor dem 
Verfahren als bewiesen gelten. Art. 139 Abs. 2 StPO erlaubt damit in gewissem 
Umfang auch eine antizipierte Beweiswürdigung vor allem aus prozessökonomi-
schen Gründen (GLEISS, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 139 StPO N. 31). 

1.3.2  Eine unmittelbare Beweisabnahme hat im mündlichen Berufungsverfahren u.a. 
zu erfolgen, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfäl-
lung notwendig erscheint (vgl. BGE 143 IV 288 E. 1.4.1 f. mit Hinweisen), bzw. 
wenn sie im Sinne von Art. 405 Abs. 1 i.V.m. Art. 343 Abs. 3 StPO den Ausgang 
des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft 
des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner 
Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf den un-
mittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage das 
einzige direkte Beweismittel (Aussage gegen Aussage) darstellt. Das Gericht ver-
fügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen 
Ermessensspielraum (vgl. BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 mit Hinweisen). 

1.3.3 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass 
die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Be-
stimmung konkretisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsver-
mutung (in dubio pro reo; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziffer 2 EMRK). Der Grund-
satz in dubio pro reo als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich der Strafrich-
ter nicht von einem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt überzeugt 
erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische 
Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter-
drückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sach-
lage aufdrängen (Urteil des BGer 6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 E.3.2, 
mit Verweis auf BGE 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2c). 

1.3.4 Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche 
Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz 

- 23 - 

verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Diese Bestimmung dient der Prozessökonomie. 
Werden jedoch im Rechtsmittelverfahren erhebliche Einwände vorgebracht, wel-
che nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten, entfällt die Mög-
lichkeit der Verweisung (vgl. STOHNER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 82 
StPO N. 9, mit Hinweisen). 

1.3.5 Die in Bezug auf den Anklagevorwurf unbestrittenen und bestrittenen Punkte sind 
im Wesentlichen aus den obigen Ausführungen (E. II. 1.1 - 1.1.3.4) ersichtlich, 
woraus sich auch das Beweisthema ergibt. 

1.3.5.1 Zusammenfassend ist in objektiver Hinsicht unbestritten und aufgrund der vorlie-
genden Beweismittel erstellt, dass der Beschuldigte Geschäftsführer, Mitinhaber 
und Verwaltungsrats-Mitglied der B. AG mit Sitz in U. ist. Er war während des 
tatrelevanten Zeitraums firmenintern für den Vertrieb der Produkte der Firma E. 
zuständig und betreute zudem die Empfängerin (Firma H. AS) bei der B. AG, 
wobei er insofern als Geschäftsherr und Organ der B. AG handelte. Unbestritten 
und erstellt ist auch, dass die B. AG (in Person der Mitarbeiterin C.) am 1. No-
vember 2016 das Produkt D. beim Zollamt Basel-Flughafen mit Bestimmungsland 
Norwegen zur Ausfuhr anmelden liess, ohne zuvor eine entsprechende Bewilli-
gung beim Seco eingeholt zu haben, worauf der Export durch das Zollamt gestoppt 
wurde. Im Nachgang und in Absprache mit der BA wurde das besagte Produkt 
schliesslich am 17. Januar 2017, ohne beschlagnahmt worden zu sein, zum Export 
freigegeben und die entsprechende Ausfuhrbewilligung erteilt. 

1.3.5.2 Strittig ist, ob das Produkt D. im Tatzeitpunkt in objektiver Hinsicht als bewilli-
gungspflichtiges doppelt verwertbares Gut (Dual-Use-Gut) gemäss GKG zu klas-
sifizieren war oder ob es unter die Ausnahmebestimmungen von Art. 4 lit. a - i 
GKV zu subsumieren war (vgl. oben E II. 1.1.3.1 f.). 

1.3.5.3 Ebenfalls strittig ist, ob der Beschuldigte die Verantwortung für den durch Sekre-
tärin C. am 1. November 2016 veranlassten Versand der D. trägt bzw. ob er sich 
diesbezüglich auf einen Irrtum berufen kann (vgl. oben E. 1.1.3.3 f.). Diesbezüg-
lich ist auch zu prüfen, ob der Beschuldigte die Mitarbeiterinnen im Hinblick auf 
die güterkontrollrechtlichen Vorschriften genügend geschult, instruiert und kon-
trolliert hatte (vgl. oben E. II. 1.1.3.3). Bei der Prüfung dieser Fragen wird auch 
auf die Rügen des Beschuldigten betreffend das Zeugenprotokoll C. und den be-
sagten strittigen Fragebogen (vgl. oben E. II. 1.1.3.4) einzugehen sein. Gestützt 
auf die Ergebnisse der entsprechenden Prüfungen wäre sodann, falls der objek-
tive Tatbestand erfüllt ist, in subjektiver Hinsicht zu klären, ob der Beschuldigte 
eventualvorsätzlich gehandelt hat (vgl. oben E. II. 1.1.3.3 f.). 

 

- 24 - 

1.4 Beweisanträge des Beschuldigten im Berufungsverfahren 

1.4.1 Mit Eingabe vom 5. März 2021 stellte der Beschuldigte folgende Beweisanträge 
(vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.003 ff.):      

1. Die Bundesanwaltschaft hat darzulegen, weshalb sie mittels Verfügung vom 
1. Februar 2017 diese auf den Beschuldigten ausgedehnt hat und worauf ihre An-
klage gründet. Der Beschuldigte ist weder im Zeitpunkt des angeblichen Verstos-
ses noch zuvor anwesend gewesen und hat selbst keinerlei Vorkehrungen zum 
Versand des Gutes unternommen noch in die Wege geleitet. 

2. Hierzu sei auch der Assistenz-Staatsanwalt des Bundes I. zu befragen, hat dieser 
anlässlich der Einvernahme des Beschuldigten (vgl. nachstehend Ziff. 3.) im April 
[recte: Mai] 2017 keinerlei Angaben dahingehend gemacht, obschon er mehrfach 
von der Verteidigung direkt und deutlich gefragt wurde, worauf die Anklage gegen 
den Beschuldigten sich stütze. 

3. Folgeweise sei das Protokoll der Einvernahme vom 27. ApriI [recte: 8. Mai] 2017 
des Beschuldigten bei der Bundesanwaltschaft im Einvernahmezentrum, zu edie-
ren. Dieses Protokoll fand bis heute keinen Eingang in die Akten (vgl. Aktenver-
zeichnis zu Ziff. 16), wie auch der Fragebogen (vgl. nachstehende Ziffer 4), was 
verfahrenswidrig ist und eine wirkungsvolle Verteidigung zum Vornherein vereitelt, 
mögIicherweise vereiteln soll. 

4. Der Fragebogen gemäss Ziff. 16 bzw. Ziff. 19 des (vom beschuldigten erstellten) 
Protokolls der Befragung C., sei (endlich) der Verteidigung auszuhändigen und in 
die Akten aufzunehmen. Dieser Fragebogen wurde, ohne die Verteidigung darüber 
in Kenntnis zu setzen, anlässlich der Hauptverhandlung des Bundesstrafgerichts 
vom 7. Dezember 2017 zwar der Zeugin C. vorgelegt und diese darüber befragt. 
Der Verteidigung wurde dieses Aktorum weder vorgelegt noch wurde es bis dato 
in die Akten aufgenommen – obschon die Anklage sich darauf abstützt und der 
Beschuldigte gerade deshalb angeklagt wird. 

6. Es seien alle der Vorinstanz und dem Bundesgericht eingereichten und vorliegen-
den Unterlagen, Dokumente, Gutachten, Produktbeschreibungen und andere 
sachdienliche Eingaben gemäss Beweisantrag der Verteidigung Ziffer 1 vom 05. 
Juli 2019 abzunehmen und zu würdigen. 

7. Insbesondere sei die Stellungnahme (Gutachten) vom Mai 2019 durch die L.GmbH 
und die Produktebeschreibungen zu würdigen. 

8.  

  8.1 Es seien folgende Zeugen zu befragen: O., Managing Director der L. GmbH 
und Firewallexperte, Professor R., S., Ausbildungsstätte der Polizisten der 
Staatsanwaltschaft Il Zürich, Abtl. Cybercrime; Dr. T., Fachexperte i. S. kryp-
tografischer Verschlüsselung, [Link], G.; weitere Fachexperten als Zeugen 
zu benennen vorbehalten. 

  8.2 Der von der Berufungskammer aufgebotene J. wird sich anlässlich der Be-
rufungsverhandlung zum grossen Schweigen darüber [dass der Amtsbericht 

- 25 - 

des SECO «gerade zur technischen bzw. kryptografischen Eigenschaft bei-
der Güter keinerlei Bezug» nehme und «sich nicht im Geringsten darüber» 
äussere] in seinem Amtsbericht äussern müssen. 

  8.3  Eventualiter wird beantragt, dass das SECO bzw. ein technischer Dienst 
und/oder eine Fachperson (Aussenwirtschaft) detailliert nachweist, worin 
genau die kriegerische Eigenschaft der Produkte Q. und D. zu erblicken sind 
und –  sollte sie gegeben sein –  wie hoch deren Gefährlichkeit in Bezug auf 
die unterstellte Einsatzfähigkeit solcher Güter eingestuft werden kann als 
Grundvoraussetzung zur Listung als bewilligungspflichtiges Gut. 

9. Es sei das vom Beschuldigten bzw. dessen Verteidigung in Transkription erstellte 
und gestützt auf die Tonaufnahme der Zeugeneinvernahme C. vom 07. Dezember 
2017 bereits eingereichte, voIIständige Wortprotokoll als Beweis zuzulassen und 
zu würdigen. 

10. Eventualiter sei die Tonaufnahme der Zeugeneinvernahme vom 07. Dezember 
2017 von C. anzuhören und es sei dieser –  vom Bundesstrafgericht selbst geschaf-
fene Beweis – abzunehmen, zu würdigen und auszuwerten. Es sei jetzt schon darauf 
verwiesen, dass anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung jede Abweichung 
der richterlichen Niederschrift zum beschuldigtenseits erstellten Wortprotokoll be-
sagter Zeugeneinvernahme als Antrag auf Berichtigung gilt bzw. ein solcher Antrag 
gestellt werden wird, sofern notwendig und beweisrelevant. 

11. Über folgende Tatsachen sei entweder gestützt auf das Wortprotokoll oder durch 
erneute Befragung der Zeugin C. Beweis abzunehmen: Wer war für den Export der 
D. verantwortlich und wer handelte bzw. leitete den Export ein und setzte ihn um 
(sog. Anlasstat)? Warum wurde beim Export der D. nach Norwegen, Bergen, der 
Vermerk «dieses Gut unterliegt der Exportkontrolle durch den Zoll» angebracht? 
Und was wurde damit bezweckt? 

12. Im E-MaiI-Verkehr zwischen den Zeugen C. und J. vom 24. Juni 2016, der auch 
der Amtsbericht (teilweise) wiedergibt, ging es um eine Sendung einer Firewall D. 
nach Paderborn, D, (Sendung 3), wobei Frau C. festhält, dass dieses Gut nach 
ihrem Dafürhalten keiner Bewilligungspflicht unterliege und Herr J. mit seiner 
Mailantwort von 10:22 Uhr sie darin bestärkt. Herr J. sei dahingehend zu befragen, 
weshalb er Frau C. in diesem lrrtum beliess, wenn er selbst doch von einer anderen 
Annahme ausging. 

13. Ebenso sei die Zeugin C. zu befragen bzw. das Wortprotokoll abzunehmen, ob sie, 
die Zeugin C., bei der Sendung der D. nach Bergen (N) in Kauf genommen habe, 
dass diese Sendung einer Bewilligungspflicht unterläge, sie aber dennoch versen-
det habe. Und daraus folgernd warum sie dann trotzdem den Vermerk «dieses Gut 
unterliegt der Exportkontrolle durch den Zoll» auf den Exportpapieren angebracht 
habe, führte dieser Vermerk doch erst dazu, dass der Zoll auf das Gut aufmerksam 
wurde. 

14. Es sei je eine vom SECO und von der Bundesanwaltschaft zu stellende kompe-
tente Person zu befragen zu folgenden Themen: 

- 26 - 

  a) Weshalb wurde der Beschuldigte für den hier fraglichen Export verantwort-
lich gemacht und nicht die tatsächlich handelnde und damit verantwortliche 
Person bzw. nicht einfach nur die Gesellschaft (Organisationsmangel) selbst; 

  b) Weshalb fehlt das Einvernahmeprotokoll vom 27. April [recte: 8. Mai] 2017 
des Beschuldigten in den Akten und weshalb wurde das Verfahren daraufhin 
von der Bundesanwaltschaft nicht eingestellt; 

  c) weshalb wurde der Fragebogen auch auf mehrmaliges Nachfragen der Ver-
teidigung gegenüber ihr bis heute nie offengelegt bzw. ihr überlassen und 

  d) weshalb soll der (Eventual)Vorsatz der beschuldigten Person gegeben sein, 
wenn auf den Ausfuhrpapieren ein deutlicher, absolut nicht zu übersehender 
Vermerk angebracht und beim Zoll selbst angemeldet wurde? 

 15. Es sei der Zollbeamte bzw. die Zollbeamtin (Zoll Basel), der bzw. die für die Ver-
arbeitung dieses Vorfalls verantwortlich ist, zu eruieren und zu befragen, worin ge-
nau das «Abfangen» der zur Prüfung unterbreitenden Ware (D.) bestand und ob 
dem zuständigen Zollbeamten bzw. der zuständigen Zollbeamtin auch ohne Ver-
merk auf dem Paket aufgefallen wäre, dass dieses Gut einer (angeblichen) Aus-
fuhrbewilligung unterIäge.  

Die BA reichte mit Eingabe vom 15. März 2021 das (bereits zuvor zugestellte) 
Protokoll der Einvernahme vom 8. Mai 2017 ein, schuf Klarheit in Bezug auf die 
Datierung der Protokolle und verzichtete auf eine Stellungnahme zu den Beweis-
anträgen des Beschuldigten (CAR 2021.1 pag. 6.200.011 f.). 

Mit Verfügung über Beweismassnahmen vom 29. März 2021 (CAR 2021.1 pag. 
6.200.032 ff.) wurden die Beweisanträge des Beschuldigten Ziffern 3, 4, 14 b) (in 
Bezug auf das erwähnte Einvernahmeprotokoll) und 14 c) als gegenstandslos 
gewertet. Die Beweisanträge Ziffern 1, 2, 8.1, 14 a), 14 b), 14 c) (im Übrigen), 14 d) 
und 15 wurden abgewiesen. Beweisantrag Ziffer 6 wurde gutgeheissen und die 
Beweisanträge Ziffern 5, 8.2, 8.3, 9, 10, 11, 12 und 13 wurden unter näherer 
Spezifizierung gutgeheissen (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.032 ff.). Auf die ent-
sprechenden Begründungen kann verwiesen werden. Zu den Beilagen der Ver-
fügung gehörte insbesondere die durch die Berufungskammer am 11. Februar 
2021 erstellte Niederschrift der Audiodatei betreffend Einvernahme der Zeugin 
C., welche in der Hauptverhandlung SK. 2017.27 vom 7. Dezember 2017 durch-
geführt worden war (CAR 2021.1 pag. 6.200.042; 6.200.043 ff.). 

1.4.2  Anlässlich des ersten Teils der Berufungsverhandlung CA.2021.1 vom 9. Juni 
2021 beantragte der Beschuldigte die Zeugenbefragung von K. als Stellvertreter 
des krankheitshalber nicht verfügbaren, vom Beschuldigten selbst beantragten 
Zeugen O. (Mitinhaber und Mitbegründer der L. GmbH; ausgewiesener Firewall-
Experte) (CAR 2021.1 pag. 7.200.005 f.). 

- 27 - 

1.4.3  Im Nachgang zum ersten Teil der Berufungsverhandlung beantragte der Be-
schuldigte mit Eingabe vom 23. Juni 2021 die Einvernahme der Zeugen O. (L. 
GmbH) und C. sowie die Unterbreitung der an J. (Seco) gestellten Fragen des 
Gerichts vom 10. Juni 2021 an den Zeugen O. (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.100.001 
ff.; oben SV lit. G.6). 

1.4.4  Mit Beweisverfügung vom 24. Juni 2021 wurden die Beweisanträge des Beschul-
digten vom 23. Juni 2021 abgewiesen. Auf die entsprechenden Begründungen 
kann verwiesen werden (CAR 2021.1 pag. 6.200.061 ff.; oben SV lit. G.7). 

1.4.5  Anlässlich des zweiten Teils der Berufungsverhandlung CA.2021.1 vom 3. Sep-
tember 2021 hielt der Beschuldigte an seinem Beweisantrag betreffend die Be-
fragung des Zeugen O. fest. Dieser Beweisantrag wurde abgewiesen (CAR 
2021.1 pag. 7.200.014 f.). Zudem stellte der Beschuldigte den Beweisantrag der 
umgehenden Überprüfung, ob das System ELIC eine Bewilligungspflicht für die 
Ausfuhr der Q. vorsehe. Dieser Antrag wurde ebenfalls abgewiesen (CAR 2021.1 
pag. 7.200.016 f.). Auf die entsprechenden Begründungen kann verwiesen wer-
den (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.015; 017). 

1.5 Beweismittel 

 Zum Sachverhalt liegen folgende Beweismittel (teilweise mit Beilagen) vor: 

1.5.1 Sachbeweise 

 a) Amtsbericht des Seco vom 8. September 2017 (inkl. Beilagen), mit Ergänzungs-
bericht vom 28. November 2017 (TPF 2017.27 pag. 2.291.003 - 010 / 011 ff.; 
383 - 403) 

 b) Vom Beschuldigten eingereichte Stellungnahme von O., L. GmbH, zu den Gü-
tern Q. und D. von E. (TPF 2017.27 pag. 3.521.053 - 056) 

 c) Beigezogenes Dossier SK.2017.15 inkl. Akten BA SV.16.1510-GMA betref-
fend Strafanzeige gegen N. vom 15. September 2016; Urteil der Strafkammer 
SK.2017.15 vom 31. Mai 2017; Urteil des BGer 6B_1032/2017 vom 1. Juni 
2018 

1.5.2 Personalbeweise 

 a) Einvernahme der Zeugin C. durch die Strafkammer anlässlich der mündlichen 
Hauptverhandlung SK. 2017.27 am 7. Dezember 2017 (Niederschrift der ent-
sprechenden Audiodatei durch die Berufungskammer [CAR 2021.1 pag. 
6.200.043 - 060]). Der Beschuldigte verzichtete anlässlich der Berufungsver-
handlung auf die Beantragung von Berichtigungen bzw. die Nennung von an-
geblichen Abweichungen zu dem von ihm erstellten Wortprotokoll (vgl. Ziffer 9 
der Verfügung über Beweismassnahmen vom 29. März 2021; CAR 2021.1 pag.  
6.200.033 f., 040 sowie pag. 7.200.016). 

- 28 - 

 b) Einvernahme der Zeugin F. durch die Stafkammer (TPF 2017.27 pag. 
2.933.001 - 006). 

 c) Einvernahme von P. (der in Bezug auf den Vorfall vom 1. November 2016 
zuerst beanzeigten Person) durch die BA (BA pag. 13-01-0001 - 0007). 

 d) Einvernahme des Zeugen J. durch die Berufungskammer (CAR 2021.1 pag. 
7.601.001 ff.). 

 e) Einvernahmen des Beschuldigten durch die BA (BA pag. 12.01.0003 ff.: 
13.02.0003 ff.), die Strafkammer (TPF 2017.27 pag. 2.931.001 - 016) und die 
Berufungskammer (CAR 2021.1 pag. 7.401.001 ff.). 

1.6 Beweiswürdigung / Beweisergebnis 

1.6.1  Beweiswert des Amtsberichts des Seco vom 8. September 2017 inkl. Ergän-
zungsbericht vom 28. November 2017 

1.6.1.1 Soweit der Beschuldigte rügt, der Amtsbericht des Seco sei nicht unabhängig 
erstellt worden, ist darauf hinzuweisen, dass dieser kein Gutachten im Sinne von 
Art. 183 ff. StPO darstellt. Das Seco ist die zuständige Amtsstelle des Bundes auf 
dem Gebiet des Güterkontrollrechts. Amtsstellen verkehren mit Gerichten im Be-
reich der nationalen Rechtshilfe gemäss Art. 43 i.V.m. Art. 195 StPO. Amtsberichte 
gemäss Art. 195 StPO geben die Sichtweise und Auffassung der Behörde zu einer 
Fachfrage wieder. Die Rüge ist unter diesem Gesichtspunkt nicht stichhaltig. 

1.6.1.2 Entgegen der Auffassung des Beschuldigten sind der Amts- und Ergänzungsbe-
richt des Seco auch durchaus aussage- und beweiskräftig. Das Seco hält darin 
im Wesentlichen Folgendes fest: Das Produkt D. weise kryptographische Funkti-
onen (sogenannte Verschlüsselungen) auf. Nach Einschätzung des Seco handle 
es sich bei der Produktepalette der Herstellerfirma E. um Güter der Informations-
sicherheit, falls diese die Verschlüsselungseigenschaften der EKN 5A002.a.1 
aufweisen und die Kontrollparameter bezüglich der angewendeten Verschlüsse-
lungsverfahren erfüllen (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.291.005). Im Ergänzungsbericht 
vom 28. November 2017 hielt das Seco fest, dass die D. die technischen Para-
meter der EKN 5A002.a.1 erfülle. Das Produkt verwende symmetrische Algorith-
men mit einer Schlüssellänge grösser als 56 Bit und asymmetrische Algorithmen, 
deren Sicherheit auf dem Verfahren der Faktorisierung ganzer Zahlen beruhe, 
die grösser seien als 512 Bit (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.291.383 f.). Das Seco 
schliesst nach ausführlicher Prüfung sämtlicher Anmerkungen bzw. Ausnahmen 
zur Kategorie 5 (Teil 2) des Anhangs 2 (Teil 2) der GKV und des Ausnahmeka-
talogs zur EKN 5A002, dass die D. unter die EKN 5A002.a.1 einzustufen sei. Die 
Ausnahmen zur Kategorie 5 (Teil 2) des Anhangs 2 (Teil 2) der GKV bzw. zur 
Exportkontrollnummer 5A002 (d.h. die Ausnahmen von der Bewilligungspflicht 
nach Art. 4 lit. a - i GKV) fänden zudem keine Anwendung. Die Ausnahmen in 

- 29 - 

Art. 4 GKV bezögen sich nämlich ausschliesslich auf Retourwaren (lit. a), Che-
mikalien (lit. b) und Waffen (lit. c - i) (vgl. TPF pag. 2.291.005 ff.). Nach Auffas-
sung des Seco handle es sich bei der D. zusammenfassend um ein doppelt ver-
wendbares Gut (Dual-Use), weil diese Verschlüsselungsfunktionen gemäss EKN 
5A002.a.1 aufweise, demnach die Einstufungskriterien erfüllt seien und die Vo-
raussetzungen des Ausnahmekatalogs zur EKN 5A002 nicht greifen würden. Eine 
wesentliche Rolle bei dieser Einstufung des Seco spielte die Dokumentation der 
Herstellerfirma E. mit den Angaben zu den Verschlüsselungsverfahren (vgl. TPF 
2017.27 pag. 2.291.003 ff.). 

1.6.1.3 Diese Ausführungen des Seco sind nachvollziehbar und überzeugend. Sie wer-
den auch dadurch bestätigt, dass die Herstellerfirma E. die Einstufung unter die 
EKN 5A002.a.1 bestätigt, wie aus deren Dokumentation (vgl. Stand 16. Oktober 
2015 [TPF pag. 2.291.020] bzw. Stand 17. Juli 2017 [TPF pag. 2.521.050]) her-
vorgeht; in der entsprechenden Kolonne «License Designation» (zu Deutsch: Zu-
lassungs- oder Bewilligungsbezeichnung) steht jeweils die Einstufung «restric-
ted». Der Beschuldigte selbst räumte anlässlich der Einvernahme vom 7. Dezem-
ber 2017 explizit ein, dass dies die Bewilligungspflicht für die D. nachweise (vgl. 
TPF 2017.27 pag. 2.931.013 Rz. 13 - 20). 

 Dazu kommt, dass die B. AG selbst dem Seco diese Einstufung der Hersteller-
firma unterbreitet hatte, ebenso wie es der Beschuldigte später gegenüber der 
Strafkammer getan hat (vgl. TPF pag. 2.291.011 ff., 020; 2.521.024 ff.; 050). So 
figurierte auf der durch Backoffice-Mitarbeiterin F. am 1. November 2016 erstell-
ten Handelsrechnung die EKN 5A002.a.1 (vgl. BA pag. 05-00-0023; TPF 2017.27 
pag. 2.933.005). Die Firma E. weist zudem gemäss «Global Trade Compliance» 
explizit auf die kryptografischen respektive Dual-Use-Eigenschaften ihrer Pro-
dukte hin, welche unter die Klassifikation EKN 5A002 fallen und daher u.a. zu-
sätzlichen Import- oder Exportregulierungen unterliegen (vgl. TPF 2017.27 pag. 
2.931.017 f.). Schliesslich war die Empfängerin der D. die Firma H. AS, wobei 
deren Formular vom 8. November 2016 folgende Überschrift enthält: „Statement 
of End-Use for Dual-Use Goods“ (BA pag. 12-01-0013). Sie ging somit ebenfalls 
davon aus, dass sie ein Dual-Use-Gut erhalten werde. Im Übrigen hat die B. AG 
auch in ihrem (nachträglichen) Antrag vom 8. November 2016 auf Ausfuhrbewil-
ligung für die D. die EKN 5A002.a.1 angegeben (vgl. BA pag. 2.291.123; TPF 
2017.27 pag. 2.931.012 Rz. 41 ff.). 

1.6.1.4 Der im Rahmen der Hauptverhandlung vom 3. September 2021 einvernommene 
Zeuge J. verfügt über mehrjährige Erfahrung mit der vorliegend interessierenden 
Thematik (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.601.004 ff.). Er bestätigte, dass nach Ansicht 
des Seco die D. klarerweise der Bewilligungspflicht unterliege. Die entsprechen-
den Ausführungen im Amtsbericht – u.a. auch, weshalb die Ausnahmebestim-

- 30 - 

mungen (Art. 4 lit. a - i GKV) vorliegend (d.h. im Tatzeitpunkt) nicht zur Anwen-
dung kämen, weil sie sich ausschliesslich auf Retourwaren, Chemikalien oder 
Waffen bezögen (vgl. Schlussfolgerung des Seco betreffend Einstufung der Gü-
ter im Anhang 2 [Teil 2] GKV, S. 6 f.; TPF 2017.27 pag. 2.291.008 f.) – bezeich-
nete er als nach wie vor zutreffend (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.601.017). Die Ein-
stufung der D hätten sie innerhalb des Seco im Team diskutiert. Nicht nur er, 
sondern auch sein Chef gingen von einer Bewilligungspflicht aus (vgl. CAR 
2021.1 pag. 7.601.026). Sowohl die Q. wie auch die D. würden unter der EKN 
5A002.a.1 klassifiziert und ihr Export sei deshalb (gemäss Art. 3 Abs. 1 GKV) 
heute [bzw. im Tatzeitpunkt] bei beiden bewilligungspflichtig. Beide würden eine 
Schlüssellänge von mehr als 56 Bit aufweisen – das sei das technische Krite-
rium gemäss Anhang 2 der GVK. Bezüglich der Ausführungen von Q. (vgl. oben 
E. II. 1.5.1. lit. b) sei für die Bewilligungspflicht oder die Einstufung unter den 
Ausnahmenkatalog nicht ausschlaggebend, ob etwas schneller oder langsamer 
gehe. Vor der erwähnten Gesetzesrevision (vom 1. Juli 20216) seien sie jedoch 
dank der Ausnahmebestimmung von Art. 13 Abs. 1 lit. a GKV von der Ausfuhrbe-
willigung nach Deutschland bzw. Norwegen ausgenommen gewesen (vgl. CAR 
2021.1 pag. 7.601.020 f. und insbesondere pag. 7.601.031 Rz. 25 - 40). J.s Aus-
sagen sind schlüssig, nachvollziehbar, plausibel und glaubhaft. 

 Schliesslich ist zu betonen, dass im vorliegenden Berufungsverfahren die Frage 
der Bewilligungspflicht der D. im Tatzeitpunkt (1. November 2016) ausschlagge-
bend ist und nicht eine allfällige Bewilligungspflicht zu einem späteren Zeitpunkt 
oder diejenige einer Q. (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.017). 

1.6.1.5 Zusammenfassend überzeugen die Rügen des Beschuldigten zum Amtsbericht / 
Ergänzungsbericht des Seco (vgl. oben E. II. 1.1.3.2) nicht. Aus den vorliegenden 
Beweismitteln sind (in Übereinstimmung mit dem Amtsbericht / Ergänzungsbe-
richt des Seco) auch keine stichhaltigen Hinweise ersichtlich, die indizierten, dass 
die D. – wie es der Beschuldigte geltend macht (vgl. oben E. II. 1.1.3.1) – zum 
Tatzeitpunkt nicht bewilligungspflichtig bzw. aufgrund der technischen Anmer-
kungen von der Bewilligungspflicht gemäss EKN 5A002.a.1 ausgenommen ge-
wesen wäre. Es ist erstellt, dass es sich bei der D. zum Tatzeitpunkt um ein be-
willigungspflichtiges Dual-Use-Gut handelte. Die Ausführungen in der vom Be-
schuldigten eingereichten Stellungnahme von O. vermögen daran nichts zu än-
dern (vgl. oben E. II. 1.6.1.4 Abs. 1). 

1.6.2 Verantwortlichkeit des Beschuldigten für die Backoffice-Mitarbeiterinnen 

1.6.2.1 Als CEO der B. AG war der Beschuldigte im Tatzeitpunkt der direkte Vorgesetzte 
der Backoffice-Mitarbeiterinnen, insbesondere von C., der fachlichen Leiterin und 
Exportverantwortlichen des Backoffice (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.044 ff., vgl. 

- 31 - 

betreffend F. pag. 6.200.057 Rz. 28 sowie TPF 2017.27 pag. 2.933.002 f.), wel-
che den Versand der fraglichen D., der zum Vorfall vom 1. November 2016 führte, 
zusammen mit ihrer Untergebenen F. (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.933.002 Rz. 32) 
vorbereitet und durchgeführt hatte. Vor allem betreffend C. stellt sich insofern die 
Frage, welchen Wissens- und Ausbildungsstand sie im Zeitpunkt des Versands 
der D. bezüglich GKG, Dual-Use-Güter und deren Bewilligungspflicht hatte bzw. 
welche Rolle der Beschuldigte diesbezüglich spielte. 

1.6.2.2 C. verneinte in ihrer Einvernahme als Zeugin vor erster Instanz, sich mit dem 
Bewilligungsverfahren im Güterkontrollrecht auszukennen (vgl. CAR 2021.1 pag. 
6.200.045 Rz. 46 ff.). Ebenso verneinte sie, dass es vor dem 1. November 2016 
bei der B. AG interne Weisungen betreffend das Bewilligungsverfahren gemäss 
Güterkontrollrecht gegeben habe (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.047 Rz. 31 ff.), 
oder dass es irgendeinen Hinweis auf irgendwelche Bewilligungspflichten oder 
das Güterkontrollgesetz gegeben habe (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.047 unten / 
048 oben). Von solchen Bewilligungstatbeständen oder -sachverhalten habe sie 
erstmals überhaupt erfahren, als das Seco einen Export von ihnen (Versand ei-
ner Q. nach Paderborn im März 2016) am Zoll angehalten habe. Die Exportkon-
trollnummer (EKN) sei ihr total fremd gewesen – sie habe damals nicht gewusst, 
was das Seco von ihr verlange. Von Bewilligungspflicht und Dual-Use sei (zuvor) 
noch gar keine Rede gewesen (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.048 f., 052 und 055). 
Sie habe den Beschuldigten und N. sodann informiert, dass es bei der Sendung 
zu einer Verzögerung komme, weil diese vom Zoll angehalten worden sei (vgl. CAR 
2021.1 pag. 6.200.049 unten / 050 oben). 

 Sie habe auch nicht gewusst, wann die revidierte GKV in Kraft getreten war (vgl. 
CAR 2021.1 pag. 6.200.050 Rz. 33 ff.). Über die Bewilligungspflichten bzw. die 
Dual-Use- und Güterkontrollrechts-Angelegenheiten sei sie vom Beschuldigten 
erst instruiert worden, als sie diesen Fragebogen (nach dem Vorfall vom 1. No-
vember 2016) hätten ausfüllen müssen (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.051 Rz. 1 
ff. und pag. 6.200.053 f.). Sowohl C. (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.053 Rz. 41 ff.) 
als auch der Beschuldigte (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.931.008 Rz. 45 f., pag. 
2.931.011 Rz. 36 f.) verneinten, dass die vom Backoffice getätigten Exporte hin-
sichtlich der Notwendigkeit einer Ausfuhrbewilligung kontrolliert worden seien. 

 C. erwähnte zudem den Besuch des Seco bei der B. AG im Oktober 2015, woran 
von den Backoffice-Mitarbeitern jedoch niemand teilgenommen habe. Sie kenne 
den Gegenstand der Verhandlungen weder generell noch im Detail (vgl. CAR 
2021.1 pag. 6.200.054 f.). Sie verneinte, dass in der B. AG nach diesem Treffen 
irgendwelche Compliance-Vorschriften, ein Reglement oder Weisungen in Bezug 
auf den Umgang mit und der Bewilligung von Dual-Use-Gütern erlassen worden 
seien. Über die Revision der GKV im Juli 2016 sei sie auch nicht in Kenntnis 
gesetzt worden (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.056 Rz. 39 ff.; pag. 6.200.055 Rz. 

- 32 - 

22 ff.). Ebenso wenig konnte C. anlässlich der erstinstanzlichen Einvernahme 
das Konzept eines Dual-Use-Guts erklären (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.055 Rz. 
1 ff.; siehe auch die entsprechenden Aussagen von F., TPF 2017.27 pag. 
2.933.005 Rz. 10 ff.). 

 C. bestätigte, dass für den Versand/Export der D. am 1. November 2016 aus-
schliesslich das Backoffice zuständig gewesen sei (ohne interne Kontrolle). Sie 
habe hinsichtlich der Bewilligungspflicht der D. nach Norwegen zuvor beim Seco 
keine Abklärungen getätigt (vgl. CAR 2021.1 pag. 6.200.057 unten / 058 oben; 
siehe dazu auch die entsprechenden Aussagen von F., TPF 2017.27 pag. 
2.933.006 Rz. 11 ff.). Auch der Beschuldigte verneinte, beim Seco vor dem Ex-
port dieser Sendung wegen der möglichen Bewilligungspflicht nachgefragt zu ha-
ben (vgl. BA pag. 12-01-0007 Rz. 19 ff.) Zuvor sei diesbezüglich auch nie eine 
verantwortliche Person bestimmt worden (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.931.011 Rz. 
40 - 42). 

1.6.2.3 Aufgrund ihrer glaubhaften Aussagen (im Wesentlichen durch die Zeugin F. be-
stätigt und vom Beschuldigten nicht entkräftet) ist erstellt, dass C. im Tatzeitpunkt 
selbst die elementarsten Kenntnisse zum Bewilligungsverfahren im Güterkon-
trollrecht fehlten. Sie verneinte anlässlich der erstinstanzlichen Einvernahme vom 
7. Dezember 2017, d.h. über ein Jahr nach dem Vorfall noch immer, sich mit dem 
Bewilligungsverfahren im Güterkontrollrecht auszukennen. Die Behauptung des 
Beschuldigten, dass C. 2016 diesbezüglich sicher einen guten Wissensstand ge-
habt habe (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.401.009 Rz. 5 ff.), ist damit eindeutig wider-
legt. Nichtsdestotrotz bezeichnete der Beschuldigte C. im Zusammenhang mit 
Bewilligungsverfahren im Güterkontrollrecht als «zweifelsohne kompetenteste» 
Person, die sich «am eingehendsten mit der Thematik befasst» habe (vgl. CAR 
7.401.010 Rz. 8 ff.; pag. 7.401.009 Rz. 8). Daraus wird deutlich, dass innerhalb 
der B. AG vor dem Vorfall vom 1. November 2016 offensichtlich generell ein be-
denklicher Mangel an Know-How in Bezug auf Bewilligungsverfahren im Güter-
kontrollrecht herrschte. Der Beschuldigte räumte insofern z.B. auch ein, dass B.-
intern niemand gewusst habe, dass die GKV per 1. Juli 2016 revidiert worden sei 
(vgl. CAR 7.401.011 Rz. 14 ff.).  

 C. war vor dem 1. November 2016 weder vom Beschuldigten (ihrem direkten 
Vorgesetzten) noch von sonst jemandem genügend geschult, instruiert oder kon-
trolliert worden (vgl. hierzu auch die entsprechenden Aussagen von F., TPF 
2017.27 pag. 2.933.004 Rz. 27 und 34). Vor diesem Hintergrund ist die Behaup-
tung des Beschuldigten, dass man insofern «mehr als das, was gemacht worden 
sei, bzw. mehr als C. von sich aus, in eigener Regie gemacht habe», «da nicht 
tun» könne (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.024), offensichtlich unzutreffend, akten-
widrig und massiv beschönigend. Es bestanden auch keine internen Weisungen 
betreffend das Bewilligungsverfahren gemäss Güterkontrollrecht (vgl. CAR 

- 33 - 

2021.1 pag. 6.200. Rz. 31 ff.; BA pag. 13-02-0007 Rz. 22 ff.; Urteil des BGer 
6B_167/2018 E. 2.2; TPF 2017.27 pag. 2.980.015) und es gab gemäss Aussage 
des Beschuldigten keinen Legal and Compliance-Verantwortlichen (vgl. BA pag. 
13-02-0007 Rz. 16 ff.). 

1.6.2.4 Die obigen Einschätzungen (E. II. 1.6.2.3) werden durch die Aussagen des Zeu-
gen J. (Seco) anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigt. So habe nach dem 
Besuch des Seco bei der B. AG am 19. Oktober 2015 AA. (Seco) am 11. Januar 
2016 die beiden B.-Inhaber (N. und den Beschuldigten) per E-Mail auf die Pflicht 
zur Überprüfung der Güter betreffend Listung unter Kategorien 3, 4 oder 5 auf-
merksam gemacht und sie – aufgrund ausbleibender Antwort/Reaktion – am 19. 
Oktober, 27. November 2015 sowie am 22. Januar 2016 nochmals erinnert (vgl. 
CAR 2021.1 pag. 7.601.012 Rz. 32 - pag. 7.601.013 Rz. 4; pag. 7.601.044 ff.). 
Gemäss Aussagen von J. habe die Strafanzeige gegen N. vom 15. September 
2016 (Verfahren SK.2017.15 bzw. Verfahren BGer 6B_1032/2017) bei diesem 
seines Erachtens nicht zu einer Änderung im Verhalten bezüglich Exportkontrol-
len im GKG-Bereich im Sinne eines erhöhten Vorsichts- bzw. Verantwortungsbe-
wusstseins geführt. Das Seco habe wiederholt insistieren müssen, um die nöti-
gen Informationen zu erhalten (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.601.023 Rz. 28 - pag. 
7.601.024 Rz. 2). 

1.6.2.5 Ergänzend ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass sich der An-
trag des Beschuldigten vom 5. März 2021 betreffend Aushändigung des ICP-
Fragebogens an die Verteidigung bzw. Aufnahme in die Akten (vgl. CAR 2021.1 
pag. 6.200.004; oben E. II. 1.4.1 Ziffer 4) als gegenstandslos erweist. Dieser Fra-
gebogen war bzw. ist nämlich bereits in doppelter Hinsicht in den Akten enthalten 
(BA pag. 12-01-0015 und TPF 2017.27 pag. 2.291.128). Der Beschuldigte erhielt 
insbesondere am 19. April 2017 (seitens der BA) Akteneinsicht (BA pag. 20-01-
0001). Zudem ist der besagte Fragebogen im Amtsbericht des Seco (in welchen 
der Beschuldigte ebenfalls Einsicht nehmen konnte) ebenfalls enthalten (TPF 
2017.27 pag. 2.291.128 und 2.480.005) (vgl. zum Ganzen CAR 2021.1 pag. 
6.200.039, Erwägungen zu den Dispositivziffern 3 und 4). Die Behauptung des 
Beschuldigten, der Fragebogen, auf den sich die Anklage stütze, sei der Vertei-
digung gänzlich vorenthalten worden (vgl. oben E. II. 1.1.3.7), erweist sich dem-
gemäss als unzutreffend und aktenwidrig. 

 Betreffend den Inhalt des am 10. November 2016 ausgefüllten bzw. unterzeich-
neten Fragebogens ist zu erwähnen, dass die darin gestellten Fragen nach fir-
meninternen Ausbildungen oder Audits zu Exportkontrollen (Durchführung, Be-
such durch Mitarbeiter) allesamt verneint wurden. Diese Aussagen fügen sich ins 
Bild ein, welches sich vor allem aus den oben wiedergegebenen und gewürdigten 
Aussagen von C. (E. II. 1.6.2.2 f.) und J. (E. II. 1.6.2.4) ergibt (vgl. J.s Aussagen 
zu Sinn und Zweck des Fragebogens in CAR 2021.1 pag. 7.601.008 f.). Zudem 

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zeigt die Unterzeichnung des Fragebogens durch den Beschuldigten als CEO 
der B. AG, dass sich dieser als Führungsperson für die E.-Produkte und den Ver-
sand derselben, inkl. der am 1. November 2016 am Zoll blockierten D., als ver-
antwortlich erachtete (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.931.010 Rz. 7 - 11). 

1.6.3 Irrtum bezüglich Export-Bewilligungspflicht für die D. bzw. Q. 

1.6.3.1 Die Argumentation des Beschuldigten, wonach Backoffice-Mitarbeiterin C. zuvor 
im Frühling und September 2016 je eine Q. zum Export versandt habe, es dabei 
zu einer Anhaltung am Zoll gekommen sei, eine Ausfuhr dann jedoch bewilli-
gungsfrei möglich gewesen sei und sie deshalb nicht habe wissen können, dass 
die D. bewilligungspflichtig sei (vgl. oben E. II. 1.1.3.3), vermag in verschiedener 
Hinsicht nicht zu überzeugen. Erstens ist erstellt, dass C. (bzw. allgemein den in 
der B. AG tätigen Mitarbeitern) im Tatzeitpunkt die elementarsten Kenntnisse 
zum Bewilligungsverfahren im Güterkontrollrecht fehlten; dass C. (ebenso wie F.) 
von der B. AG bzw. vom Beschuldigten vor dem Vorfall vom 1. November 2016 
weder genügend geschult noch instruiert oder kontrolliert wurde und keine inter-
nen Weisungen betreffend GKG-Bewilligungsverfahren bestanden (vgl. oben E. II. 
1.6.2.2 f.). Ohne diese Organisationsmängel wäre betreffend Ausfuhr der D. die 
Bewilligungspflicht erkannt worden; gestützt darauf wäre sodann eine Ausfuhr-
bewilligung eingeholt worden, womit der Vorfall vom 1. November 2016 hätte ver-
mieden werden können. Der Beschuldigte verkennt in diesem Zusammenhang 
einmal mehr die Natur des gegen ihn erhobenen Vorwurfs: Gerade C.s Irrtum 
führte zum Vorwurf gegenüber dem Beschuldigten, da es nämlich seine Aufgabe 
gewesen wäre, solche Irrtümer zu verhindern. 

1.6.3.2 Zweitens hatten C. und F. im Vorfeld des Vorfalls vom 1. November 2016 beim 
Seco nachweislich in keiner Weise Abklärungen zu einer allfälligen Bewilligungs-
pflicht bezüglich D. getätigt (vgl. oben E. II. 1.6.2.2 Abs. 2 und 4). Dies zeigt erneut, 
dass die Instruktion von C. und F. ungenügend war; der Grund für das Unterlassen 
der notwendigen Abklärung lag in der fehlenden Ausbildung der Mitarbeiterinnen. 
Mittels entsprechender Abklärungen, durch Rücksprache beim Seco oder durch 
entsprechende Eingaben im ELIC-System (vgl. zu Letzterem unten E. II. 1.8.5) 
wäre das Resultat bzw. die Antwort bezüglich Bewilligungspflicht zweifellos positiv 
gewesen und sie hätten realisiert, dass die Ausnahmen von der Bewilligungspflicht 
im Zuge der GKV-Revision abgeschafft worden waren (vgl. oben E. II. 1.6.1.2 ff.). 

1.6.3.3 Drittens geht es im vorliegenden Berufungsverfahren um die Frage der Bewilli-
gungspflicht der D. am 1. November 2016. Nicht relevant ist hingegen eine allfäl-
lige Bewilligungspflicht bezüglich Q., weder im März noch im September 2016 
(vgl. oben E. II. 1.6.1.4 Abs. 2; CAR 2021.1 pag. 7.200.017). Die Argumentation 
des Beschuldigten, dass es im Verhältnis bzw. infolge Vergleichs der Q. zur D. 

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bei C. zu einem Irrtum gekommen sei, wirkt auch unter diesem Gesichtspunkt für 
ihn nicht entlastend. 

1.6.4 Angesichts der klaren Sachlage ist es auch unbehelflich, wenn der Beschuldigte 
geltend macht, es dürfe nicht erstaunen, dass in diesem (angeblichen) Verord-
nungswirrwarr Fehler passieren könnten, oder wenn er vorbringt, er, sein Ge-
schäftspartner bzw. seine Mitarbeitenden hätte das Seco wohl geärgert, doch 
das sei auch alles (vgl. CAR 2021.1 pag. 7.200.024 ff.; CAR 2019.10 pag. 
6.400.028 Ziffer 92). 

1.6.5 Zusammenfassend vermögen die Rügen bzw. Argumente des Beschuldigten, mit 
denen er den Sachverhalt gemäss Anklagevorwurf bestreitet (vgl. oben E. II. 
1.1.3 - 1.1.3.4), nicht zu überzeugen. Der Sachverhalt ist in diesem Sinne im We-
sentlichen erstellt. Auf gewisse spezifische Aspekte des Sachverhalts, die für die 
Subsumtion des objektiven und subjektiven Tatbestands relevant sind, wird, um 
Wiederholungen zu vermeiden, nachfolgend (E. II. 1.7 ff.) ergänzend eingegangen. 

1.7 Subsumtion des objektiven Tatbestands 

1.7.1 Objektive Tatbestandsmerkmale gemäss Güterkontrollrecht 

 Die Tatbestandsmerkmale von Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 (be-
treffend «zivil und militärisch verwendbare Güter nach Anhang 2 Teil 2») GKV (je 
in der zum Tatzeitpunkt geltenden Fassung) wurden oben (E. II. 1.2.1 f.) detailliert 
umschrieben. Nachfolgend ist zu prüfen, ob diese erfüllt sind. 

1.7.1.1 Beim Produkt D. handelt es sich klarerweise um ein Dual-Use-Gut (Art. 3 lit. b 
GKG), das zum Tatzeitpunkt hinsichtlich Export bewilligungspflichtig war (Art. 3 
Abs.1 GKV, «zivil und militärisch verwendbare Güter nach Anhang 2 Teil 2» [Ein-
stufung unter EKN 5A002.a.1]). Auf das Gut war insofern keine Ausnahmebe-
stimmung anwendbar (vgl. Art. 4 GKV; es liegt keine Ausnahme zur Kategorie 5 
von Teil 2 des Anhangs 2 bzw. von der EKN 5A002 vor; vgl. oben E. II. 1.6.1.2 - 
1.6.1.5). Das Tatbestandsmerkmal der (bewilligungspflichtigen) «Ware» im Sinne 
von Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG ist somit erfüllt. 

1.7.1.2 Mit der Tathandlung wurde versucht, diese Ware gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG 
aus der Schweiz auszuführen, wobei der Versand an den Flughafen-Zoll mit Zielort 
Norwegen ohne entsprechende Bewilligung und damit rechtswidrig erfolgte (vgl. 
oben E. II. 1.3.5.1). 

1.7.1.3 Damit sind die objektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 14 Abs. 1 lit. a GKG 
erfüllt. Da die insofern unmittelbar handelnden Personen (C. und F.) in der vor-
liegenden Konstellation jedoch keiner eigenen strafrechtlichen Verantwortlichkeit 
unterliegen (vgl. unten E. II. 1.7.2.3), ist nachfolgend zusätzlich zu prüfen, ob die 

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Voraussetzungen für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit des Beschuldigten 
gemäss den Bestimmungen betreffend Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben 
vorliegt. 

1.7.2 Objektive Tatbestandsmerkmale gemäss Verwaltungsstrafrecht 

 Die Tatbestandsmerkmale gemäss Art. 6 Abs. 2 und 3 VStrR (gestützt auf Art. 16 
GKG) wurden oben (E. II. 1.2.3) umschrieben. Deren Prüfung ergibt Folgendes: 

1.7.2.1 Die B. AG verfügte zum Tatzeitpunkt über kein Geschäftsreglement, welches die 
Zuständigkeiten für die Bearbeitung der einzelnen Geschäftsvorgänge näher kon-
kretisierte (vgl. TPF 2017.27 pag. 2.931.007 f.; pag. 2.933.003 Rz. 25 ff.; BA pag. 
12-01-0015). Der Beschuldigte handelte als Geschäftsherr, Mitinhaber und Or-
gan (Mitglied de