# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7577ebe-fd1d-58bf-adf3-ba77af7b2e13
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 06.02.2018 U 2016 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2016-73_2018-02-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 16 73

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
RichterIn Audétat, Moser

Aktuar Gross 

URTEIL

vom 6. Februar 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hermann Lei,

Beschwerdeführerin
gegen 

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin

Gebäudeversicherung des Kantons Graubünden,
Beigeladene 1

beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Frank Schuler,

und

B._____,
Beigeladene 2

betreffend Einhaltung Brandschutzvorschriften

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1. Die A._____ ist Eigentümerin von Parzelle 133 mit dem darauf stehenden 

Haus (Gebäude 99) in Y._____. Daran angebaut ist das B._____ 

gehörende Haus (Gebäude 100) auf der Parzelle 132.

2. Da die von der Brandschutzbehörde angesetzte Frist zur Mängelbehe-

bung nicht eingehalten wurde, fand am 16. März 2016 eine Besprechung 

zwischen der Gemeinde X._____ (nachfolgend Gemeinde), dem Vertreter 

der A._____ und einem Abteilungsleiter der Gebäudeversicherung 

Graubünden (nachfolgend GVG) statt. Der Vertreter der A._____ bestritt, 

an der fraglichen Brandmauer Änderungen vorgenommen zu haben. Aus 

diesem Grund nahmen die Parteien am 20. März 2016 Augenschein an 

der fraglichen Brandmauer von Gebäude 99 bzw. 100. Ebenfalls anwe-

send waren dannzumal Herr C._____ der Firma D._____ GmbH sowie 

B._____, Eigentümerin des angrenzenden Gebäudes 100. 

3. Mit Verfügung vom 27. Juni 2016 fasste die Gemeinde die Ergebnisse 

des Augenscheins vom 20. März 2016 zusammen. Nach Ansicht der Ge-

meinde zeigte sich dabei, dass an der Aussenwand (und Brandmauer) 

des Gebäudes 99 Spitz- und Abbrucharbeiten vorgenommen worden sei-

en, wobei die Bruchstein-Aussenwand von Gebäude 100 beschädigt wor-

den sei. Diese Beschädigungen würden eine Sanierungspflicht zwecks 

Anpassung an die aktuellen Brandschutzvorschriften auslösen. Aufgrund 

der festgestellten Mängel werde die A._____ verpflichtet, die Aussenwän-

de der Gebäude 99 und 100 im Bereich der Küche des Gebäudes 99 (das 

heisst die beschädigte zweischalige Brandschutzkonstruktion) bis zum 

31. August 2016 zu reparieren und instand zu stellen. Die ordnungs-

gemässe Sanierung der Brandschutzmauer des Gebäudes 100 sei zu do-

kumentieren oder der Baubehörde bzw. dem zuständigen Abteilungsleiter 

der GVG vor der Sanierung der Brandschutzmauer des Gebäudes 99 zur 

Kontrolle und Abnahme zu melden. Die entsprechende Sanierung der 

Brandschutzmauer des Gebäudes 99 sei der Baubehörde bzw. dem zu-

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ständigen Abteilungsleiter der GVG zur Kontrolle und Abnahme zu mel-

den. Die A._____ werde darauf hingewiesen, dass die bestehende bauli-

che Situation zwischen den Gebäuden 99 und 100 nicht den geltenden 

Brandschutzvorschriften entspreche. Bezüglich des Wohnzimmerbereichs 

im Erdgeschoss, des Zimmerbereichs im Obergeschoss und des Estrich-

bereichs im Dachgeschoss werde eine Behebung des Mangels und eine 

Anpassung an die Brandschutznormen erforderlich, sobald wesentliche 

bauliche oder betriebliche Veränderungen, Erweiterungen oder Nutzungs-

änderungen vorgenommen würden.

4. Dagegen erhob E._____ im Namen der A._____ (nachfolgend Beschwer-

deführerin) am 27. August 2016 (mit Poststempel vom 29. August 2016) 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Die 

Beschwerdeführerin beantragte, dass die in der Verfügung gemachten 

falschen Darstellungen des Sachverhalts korrigiert würden und die Verfü-

gung hinsichtlich der zu treffenden Baumassnahmen angepasst werde. 

Deren grundsätzliche Notwendigkeit werde zwar nicht bestritten, doch sei 

hinsichtlich der Verantwortlichkeit für die Baumassnahmen bzw. der Fra-

ge, wer die Kosten für die Reparaturarbeiten zu übernehmen habe, an-

ders zu entscheiden. 

5. In ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2016 beantragte die anwalt-

lich vertretene Gemeinde (hiernach Beschwerdegegnerin) unter gesetzli-

cher Kostenfolge, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten sei. Die Beschwerdeführerin sei als Eigentümerin des Gebäudes 99 

nach Art. 5 Abs. 2 (recte: Abs. 3) BSG verpflichtet, die bestehenden 

Brandschutznahmen – d.h. vorliegend die Aussenwand – entsprechend 

zu unterhalten. Zudem seien aufgrund des Verursacherprinzips die Sanie-

rung der Aussenwand von Gebäude 100 und die damit verbundenen Kos-

ten zu Recht der Beschwerdeführerin überbunden worden.

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6. Am 5. April 2017 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen Au-

genschein durch, an welchem ein Vertreter der Beschwerdeführerin sowie 

seitens der Beschwerdegegnerin der Gemeindepräsident und ihr Rechts-

vertreter (RA Dr. iur. Frank Schuler) teilnahmen. Die Beigeladene 1 war 

durch den Abteilungsleiter Brandschutz der GVG (als fachkundige Aus-

kunftsperson) sowie ebenfalls durch den bereits genannten Rechtsvertre-

ter vor Ort anwesend. Die Beigeladene 2 war persönlich in Begleitung ih-

rer Tochter zugegen. Allen Anwesenden wurde dabei an zwei verschie-

denen Standorten die Möglichkeit geboten, sich zur Sache zu äussern. 

Von Seiten des Gerichts wurden 13 Fotos erstellt und dem Protokoll des 

Augenscheins beigefügt. Nachdem laut Mitteilung der Beschwerdegegne-

rinnen vom 19. Dezember 2017 an das Gericht keine Vereinbarung zwi-

schen den Parteien über die Kostenaufteilung in Sachen Reparatur und 

Instandstellung der beschädigten Brandschutzmauer beim Gebäude 100 

zustande gekommen war, liess das streitberufene Gericht den Parteien 

am 21. Dezember 2017 das Augenscheinprotokoll zukommen, mit der 

Möglichkeit, sich dazu bis zum 22. Januar 2018 (freiwillig) zu äussern. Bis 

heute gingen keine Stellungnahmen dazu beim Gericht ein.

Die am Augenschein vom 5. April 2017 noch als Gerichtsaktuarin ad hoc 

fungierende, am 30. Juni 2017 aus dem Betrieb des Verwaltungsgerichtes 

ausgeschiedene damalige Aktuarin ad hoc Nicole Lenz wurde für das wei-

tere Verfahren durch den ordentlichen Gerichtsaktuaren Beat Gross er-

setzt.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Verfügung vom 27. Juni 2017, worin 

die Beschwerdeführerin (Eigentümerin des Gebäudes 99 auf Parzelle 133) 

von der Beschwerdegegnerin zur Reparatur und Instandstellung der 

mangelhaften zweischaligen Brandschutzmauer im Grenzbereich der Ge-

bäude 99 und des direkt angrenzenden Gebäudes 100 auf Parzelle 132 

(Eigentümerin Beigeladene 2) verpflichtet wurde. Damit konnte und wollte 

sich die Beschwerdeführerin nicht einverstanden erklären, weshalb sie 

dagegen am 27. August 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden erhob und die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung betreffend Mängelbehebung für das Haus 100 beantragte. Be-

schwerdethema ist demnach die Frage, ob die Beschwerdeführerin von 

der Beschwerdegegnerin zu Recht verpflichtet wurde, nicht nur für die 

festgestellten Beschädigungen an der eigenen Brandschutzmauer im Ge-

bäude 99, sondern auch noch für diejenigen im Gebäude 100 finanziell 

geradezustehen, da die zweischalige Brandschutzmauer unbestritten Ver-

änderungen gegenüber dem ursprünglichen Zustand aufweist bzw. als 

Brandschutzmauer nicht mehr als 'funktionsfähig' taxiert werden kann. Es 

geht hier also einzig um die Reparatur- und Wiederherstellungskosten für 

die Brandschutzmauer auf der Seite des Gebäudes 100.

2. Nach Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) ist zur Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht legitimiert, wer 

durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 

Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat. Gemäss Art. 52 Abs. 1 

VRG ist die Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen seit Mitteilung des an-

gefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht einzureichen. Im kon-

kreten Fall ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin durch die strittige Ver-

fügung unmittelbare Nachteile erleiden könnte, da sie zur Behebung von 

Mängeln verpflichtet würde, für die sie möglicherweise gar nicht zuständig 

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ist bzw. finanziell gar nicht verantwortlich gemacht werden kann, weshalb 

an ihrer Beschwerdelegitimation vor Gericht keine Zweifel bestehen. Zu-

dem ist die fragliche Beschwerde auch frist- und formgerecht eingereicht 

worden, da die Zulassungsvoraussetzungen gemäss Art. 38 Abs. 1 VRG 

(Mindestinhalt für die Beschwerde: Rechtsbegehren, Sachverhalt und Be-

gründung) und Art. 52 Abs. 1 VRG (30-tägige Rechtsmittelfrist unter Ein-

bezug der Gerichtsferien gemäss Art. 39 Abs. 1 lit. b VRG mit Friststill-

stand von einem Monat) unwidersprochen erfüllt sind. Auf die schriftlich 

erhobene Beschwerde ist infolgedessen vollumfänglich einzutreten.

3. a) In materieller Hinsicht gilt es vorab auf die massgebenden Bestimmungen 

des Gesetzes über den vorbeugenden Brandschutz und die Feuerwehr im 

Kanton Graubünden (BSG; BR 840.100), des Raumplanungsgesetzes für 

den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) und des kantonalen Ein-

führungsgesetzes zum ZGB (EGzZGB; BR 210.100) hinzuweisen, welche 

im Einzelnen wie folgt lauten:

Art. 5 BSG – Brandschutzvorschriften
1Gebäude, Anlagen und Einrichtungen sind so zu erstellen, zu betreiben 
und zu unterhalten, dass;
a) die Sicherheit von Personen und Tieren gewährleistet ist;
b) der Entstehung von Bränden und Explosionen vorgebeugt und die 

Ausbreitung von Flammen, Hitze und Rauch begrenzt wird ;
c) die Ausbreitung von Feuer auf benachbarte Bauten und Anlagen be-

grenzt wird; 
d) die Tragfähigkeit während eines bestimmten Zeitraumes erhalten 

bleibt;
e) eine wirksame Brandbekämpfung vorgenommen werden kann und die 

Sicherheit der Rettungskräfte gewährleistet wird. 
2 […]
3 Eigentümerinnen oder Eigentümer von Gebäuden und Anlagen sind 
dafür verantwortlich, dass die Brandschutzvorschriften eingehalten wer-
den. 

Art. 17 BSG – Mängelbehebung
1Eigentümerinnen beziehungsweise Eigentümer von nicht vorschrifts-
gemässen Bauten, haustechnischen Anlagen und technischen Brand-
schutzeinrichtungen haben die von der Behörde festgestellten Mängel in-
nert der vorgegebenen Frist zu beheben.

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2Für den Fall, dass die von der Behörde festgestellten Mängel nicht beho-
ben werden, kann sie Ersatzvornahme anordnen. 

Art. 94 KRG – Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
1Materiell vorschriftswidrige Zustände sind auf Anordnung der zuständi-
gen Behörde zu beseitigen, gleichgültig, ob für deren Herbeiführung ein 
Bussverfahren durchgeführt wurde.
2 […]
3Die Pflicht zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands obliegt 
sowohl den Eigentümerinnen oder Eigentümern als auch Personen, die 
den rechtswidrigen Zustand herbeigeführt haben. Kommen die Pflichtigen 
einer rechtskräftigen Widerherstellungsverfügung innert Frist nicht nach, 
lässt die zuständige Behörde nach erfolgter Androhung die verfügten 
Massnahmen auf Kosten der Säumigen durch Dritte vornehmen.
4[…].

Art. 99 EGzZGB – Bauliche Veränderungen u. Unterhalt an Brandmauern      
1[…]
2[…]  
3Von keiner Seite dürfen an der Brandmauer bauliche Veränderungen 
vorgenommen werden, welche sie in ihrer Funktion beeinträchtigen; ins-
besondere dürfen in die Brandmauer keine Balken, Schränke oder andere 
Vertiefungen eingelassen werden, die weiter als bis auf 5 cm an die Mit-
tellinie der Mauer heranreichen.

b) Im Lichte dieser gesetzlichen Vorgaben, der bei den Akten liegenden Do-

kumente und Planskizzen sowie insbesondere den anlässlich des gericht-

lichen Augenscheines vom 5. April 2017 selbst gemachten Feststellungen 

einschliesslich der Angaben der Parteien und Beteiligten ist auch die vor-

liegende Streitsache durch das streitberufene Gericht zu entscheiden.

4. a) Für die hier entscheidende Frage, wer von den beiden Grundstücksei-

gentümerinnen der Gebäude 99 und 100 die zweifelslos beschädigte 

zweischalige Brandschutzmauer zu reparieren und damit auch die Kosten 

für die Sanierung und Instandstellung derselben zu tragen hat, gilt es in 

tatsächlicher Hinsicht vorweg auf die Erläuterungsskizze über die genau-

en Umstände des Brandschutzmauerverlaufs sowie die optisch/visuell 

feststellten 'Löcher bzw. Hohlräume' im Eck- und Grenzbereich der direkt 

aneinander stossenden Aussenwände einerseits zur Küche im Gebäude 

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99 und anderseits zum Badezimmer im Gebäude 100 (vgl. zur Illustration: 

Planskizze der Beigeladenen 1 vom 22. März 2016 bzw. beschwerdegeg-

nerische Akten [Bg-act] C.2) hinzuweisen. Weiter gilt es in Bezug auf den 

Sachverhalt die kommentierte Fotodokumentation der Beschwerdeführe-

rin (beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 1 mit 4 Bildaufnahmen) und die 

vom Gericht selbst vor Ort noch erstellten Fotos im Hausinnern (vgl. An-

hang zum Augenscheinprotokoll: Standort 1 Fotos 1-3 mit Rohrverlauf im 

Eck-/Grenzbereich auf Gebäudeseite 100) und im Aussenbereich (Stand-

ort 2 Fotos 11-13 – mit sichtbarem Rohrverlauf im oberen Teil der Aus-

senfassade Haus 100 und anschliessendem Betonsockel im unteren Teil, 

wo der Rohrverlauf äusserlich nicht mehr sichtbar ist und somit inwendig 

in die Brandschutzmauer des Gebäudes 100 hinein-/hinunterführt) zu 

berücksichtigen und zu würdigen. Aufgrund dieser Feststellungen ist aus 

Sicht der Gebäudeeigentümerinnen bezüglich der augenfällig vorhande-

nen Beschädigung der Brandschutzmauer im innerhäuslichen Bereich der 

rechtliche Unterschied zwischen einem sog. Zustandsstörer und einem 

sog. Verhaltensstörer von Bedeutung. Nach gefestigter Lehre und Recht-

sprechung ist Zustandsstörer, wer die tatsächliche oder rechtliche Herr-

schaft über Sachen hat, welche die Polizeigüter unmittelbar stören oder 

gefährden. Als solcher kommt in erster Linie der Eigentümer einer Sache 

bzw. eines Gebäudes in Betracht. Anknüpfungspunkt ist die Verfügungs-

macht, die es dem Inhaber ermöglicht, die Sache in ordnungsgemässem 

Zustand zu halten oder den Gefahrenherd zu beseitigen. Unerheblich ist, 

wodurch der polizeiwidrige Zustand entstanden ist und ob den Zustands-

störer dafür ein Verschulden trifft. Entscheidend ist allein die Tatsache, 

dass eine Störung vorliegt und dass die Sache selbst unmittelbar die Ge-

fahrenquelle bildet (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-

recht, 7: Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 2614 S. 590; BGE 139 II 106 

E.3.1.1, 132 II 371 E.3.5, 131 II 743 E.3.1, 127 I 60 E.5, 122 II 65 E.6a, 

114 Ib 44 E.2a; Urteile des Bundesgerichts 1C_170/2017 vom 7. Sep-

tember 2017 E.2, 1C_515/2015 vom 2. Juni 2016 E.2.2, 1C_418/2015 

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vom 25. April 2015 E.2.2, 1C_17/2014 vom 19. September 2014 E.1.1, 

1C_146/2011 vom 29. November 2011 E.2 und 1C_59/2011 vom 10. Mai 

2011 E.3.3). Demgegenüber wird als Verhaltensstörer taxiert, wer durch 

sein eigenes Verhalten oder durch das Verhalten Dritter, für die er ver-

antwortlich ist, die öffentliche Ordnung und Sicherheit unmittelbar stört 

oder gefährdet. Verhalten ist Tun oder Unterlassen, wobei ein Unterlas-

sen die Störereigenschaft nur zu begründen vermag, wenn eine besonde-

re Rechtspflicht zu sicherheits- oder ordnungswahrendem Handeln be-

steht (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2612;  BGE 142 II 232 E.3.4, 

131 II 743 E.3.1, 107 Ia 19 E.2b in fine; Urteile des Bundesgerichts 

1C_566/2011 vom 4. Oktober 2012 E.2.2.1, 1A.158/2005 vom 31. Okto-

ber 2005 E.3.1, 1A.191/2000 vom 12. Februar 2001 E.4a).

b) Im konkreten Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin als Ei-

gentümerin von Parzelle 133 und dem darauf stehenden Gebäude 99 die 

Aussenwand ihres Gebäudes 99 zu reparieren und instand zu stellen hat. 

Dieser gesetzlichen Rechtspflicht nachzukommen ist die Beschwerdefüh-

rerin als Hauseigentümerin und Zustandsstörerin der auf ihrer Seite be-

schädigten Brandschutzmauer nach eigenen Aussagen auch gewillt. Bei 

diesem Zugeständnis kann sie dereinst behaftet werden. In diesem Sinne 

liess die Beschwerdeführerin anlässlich des gerichtlichen Augenscheins 

vom 5. April 2017 durch ihren Vertreter explizit ausführen, dass sie mit 

der hälftigen Kostenaufteilung für die Sanierung der beschädigten Wand 

einverstanden wäre, hingegen nicht auch noch für die Sanierung der an-

deren Gebäudeseite (Haus 100) bezahlen möchte, weil das Lüftungsrohr 

im Kücheneckbereich (als schadensverursachende Einbaumassnahme) 

nicht von ihr, sondern von der Nachbarin (Eigentümerin des Haus 100 

[Beigeladene 2]) erstellt worden sei und die Beschwerdeführerin für deren 

Wand nicht zuständig sei (vgl. Augenscheinprotokoll S. 2-3 [Aussagen 

E._____]). 

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c) Strittig und zu klären ist also noch, wer für die Reparatur der Aussenwand 

des Gebäudes 100 (im Bereich der Küche des Gebäudes 99) bzw. des 

Badezimmers im Bereich des Gebäudes 100 finanziell geradezustehen 

hat. Während die Beschwerdeführerin behauptet, dass die Beigeladene 2 

mit dem Einbau der Rohrlüftung zu deren Badezimmer die Aussenmauer 

– die zugleich die Brandschutzmauer auf der Gebäudeseite 100 darstellt 

– beschädigt habe, behaupten die Beschwerdegegnerin und die Beigela-

dene 1, der zu beseitigende Wandschaden sei durch die Beschwerdefüh-

rerin bei der Renovation der eigenen Aussenmauer – die zugleich den 

Brandmauerteil auf der Gebäudeseite 99 verkörpert – entstanden und da-

her  – gemäss Verfügung – auch von ihr zu beseitigen.

d) Ausgangspunkt für die Streitentscheidung bilden hier die Art. 5 Abs. 3 und 

Art. 17 Abs. 1 BSG, Art. 94 Abs. 3 KRG sowie insbesondere Art. 99 Abs. 

3 EGzZGB. Danach obliegt es im Grundsatz stets der Eigentümerin der 

vorschriftswidrigen Sache/Anlage oder baulichen Verrichtung für geset-

zeskonforme Zustände auf ihrer Parzelle bzw. im eigenen Gebäude zu 

sorgen, und dies unabhängig davon, ob es sich ausschliesslich um einen 

(eigentumsbedingten) Zustandsstörer oder einen solchen in Kombination 

mit einem (baulich aktiv gewordenen) Verhaltensstörer handelt. Klar und 

unerlässlich ist in jedem Falle hingegen, dass die gesetzlich vorgeschrie-

bene Brandschutzmauer funktionstüchtig sein/bleiben muss und alle zur 

Gefahrenabwehr erforderlichen Massnahmen baulicher sowie finanzieller 

Natur von den Verantwortungsträgern auch getroffen werden.

e) Wie die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene 1 bereits im Nachgang 

zu einem Augenschein vom 20. März 2016 festhielten, seien in der Küche 

des Gebäudes 99 Spitz- und Abbrucharbeiten festgestellt worden. Durch 

diese Sanierungs- und Renovationsarbeiten seien die Bruchstein-Aussen-

wände der Gebäude 99 und 100 erheblich beschädigt worden. Von der 

Küche des Gebäudes 99 sei die Wandverkleidung des Badezimmers des 

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Gebäudes 100 zu sehen. Man sehe eine zementgebundene Holzfaser-

platte, auf der die Badezimmerplättli des Gebäudes 100 befestigt seien. 

Diese Arbeiten im Gebäude 99 hätten zu einer solchen Beschädigung der 

Aussenwände geführt, dass die ursprüngliche zweischalige Brandmauer-

konstruktion ihre brandabschnittsbildende Funktion nicht mehr wahrneh-

men könne (s. Bg-act. C1 S. 3 oben). Der gerichtliche Augenschein vom 

5. April 2017 hat allerdings ergeben, dass schon vor der erwähnten Spitz-

aktion der Beschwerdeführerin im Küchenbereich des Gebäudes 99 auf 

der direkt angrenzenden Seite des Gebäudes 100 der Einbau eines (Ent-

lüftungs-) Rohres vorgenommen wurde. Zu diesem Zweck wurde höchst-

wahrscheinlich vom heutigen Badezimmer des Hauses 100 aus ein Teil 

der Aussenwand des Gebäudes 100 entfernt und an dessen Stelle das 

Entlüftungsrohr verlegt. Mit dieser baulichen Handlung (Einbau Rohr) 

wurde die Funktion der Aussenmauer des Hauses 100 als Teil der Brand-

schutzmauer stark beschädigt. Umgekehrt ist höchst unwahrscheinlich, 

dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Spitzaktion nicht nur die eigene 

Aussenwand beschädigt hat, sondern zugleich auch noch den jetzt feh-

lenden Mauerteil des Hauses 100 herausgespitzt hat, ohne das bereits 

vorher verlegte Rohr zu beschädigen. Diese Beschädigung des Hauses 

100 muss ebenfalls vom Haus 100 ausgegangen sein. Wer den Schaden 

am Haus 100 damals verursacht hat, ist nicht bekannt. Aus dem Gesag-

ten folgt, dass in Bezug auf die Aussenwand des Hauses 100 die heutige 

Eigentümerin des Hauses 100 (Beigeladene 2) als Zustands- und zu-

gleich insbesondere auch noch Verhaltensstörerin die eigene Wand wie-

der brandschutztauglich zu machen hat bzw. finanziell dafür aufzukom-

men hat, und eben nicht die Beschwerdeführerin, welche ihrerseits als 

Zustands- und allfällige Verhaltensstörerin lediglich für die Spitzarbeiten 

und die daraus resultierenden Beschädigungen im Küchenbereich des 

Hauses 99 verantwortlich ist und anerkanntermassen dafür auch bereits 

die Sanierungskosten zugesichert hat. Die Beigeladene 2 wird als Ei-

gentümerin des Hauses 100 also noch in einem separaten Verfahren von 

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der Beschwerdegegnerin zu verpflichten sein, die Funktion der Aussen-

mauer des Gebäudes 100 als Brandschutzmauer wiederherzustellen.

5. a) Die angefochtene Verfügung vom 27. Juni 2016 ist folglich nicht rechtens 

und die dort enthaltende Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Repa-

ratur und Instandstellung bzw. die Pflicht zur Dokumentation und Meldung 

betreffend die Reparatur/Instandstellung der Aussenmauer des Gebäudes 

100 daher ersatzlos aufzuheben. Hingegen ist die Beschwerdeführerin bei 

ihren Zusagen zu behaften, die marode und defekte Brandschutzmauer 

im Gebäude 99 auf eigene Kosten zu sanieren. In diesem Sinne wird die 

Beschwerde somit vollumfänglich gutgeheissen. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG je zur Hälfte der Beschwerdegegnerin (½) sowie der 

Beigeladenen 2 (½) aufzuerlegen. Die Beigeladene 1 wird aufgrund ihrer 

(nur) fachspezifisch erteilten Auskünfte und Ratschläge nicht finanziell be-

lastet, zumal die strittige Verfügung von der Beschwerdegegnerin stammt.

c) Aussergerichtlich haben die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene 2 

die obsiegende anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 

78 Abs. 1 VRG zudem angemessen für die durch den Rechtsstreit verur-

sachten notwendigen Kosten zu entschädigen. Es kann dabei grundsätz-

lich auf die Honorarnote des Anwalts der Beschwerdeführerin vom 14. 

November 2016 in der Gesamthöhe von (recte) Fr. 1'926.68 und nicht   

Fr. 1'889.65 (gegliedert in: Arbeits-/Zeitaufwand 7.13 Std. à Fr. 240.--/h [= 

Fr. 1'732.--] plus Kleinspesenpauschale 3 % [Fr. 51.96], zzgl. MWST 8 % 

[Fr. 142.72], insgesamt Fr. 1'926.68 [nicht Fr. 1'889.65]) verwiesen und 

diese – mit Ausnahme der geltend gemachten MWST (Fr. 142.72) – un-

verändert übernommen werden. Da die Beschwerdeführerin selbst mehr-

wertsteuerpflichtig ist (UID-Register CH-114.303.068), ist vorliegend keine 

Mehrwertsteuer geschuldet (vgl. Leitentscheid in PVG 2015 Nr. 19). Die 

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Honorarnote von Fr. 1'926.68 muss deshalb noch um den MWST-Betrag 

von Fr. 142.72 reduziert werden, was rechnerisch eine Gesamtforderung 

von Fr. 1'783.96 (Fr. 1'926.68 minus Fr. 142.72) ergibt. Somit haben die 

Beschwerdegegnerin und die Beigeladene 2 der Beschwerdeführerin je 

eine Parteientschädigung ohne MWST, folglich je ½ von Fr. 1'783.96 = Fr. 

891.98 zu bezahlen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung be-

treffend Verpflichtung der A._____ zur Reparatur und Instandstellung der 

Aussenmauer des Gebäudes 100 auf Parzelle 132 und betreffend Ver-

pflichtung zur Dokumentation und Meldung der betreffenden Arbeiten an 

der Aussenmauer des Gebäudes 100 aufgehoben.  

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘000.-- 

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 2‘314.--

gehen je zur Hälfte zulasten der Gemeinde X._____ (½) und B._____ (½) 

und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanz-

verwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich haben die Gemeinde X._____ und B._____ je zur Hälfte 

die A._____ mit insgesamt Fr. 1'783.96 (ohne MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]