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**Case Identifier:** 97b7da6d-a3b4-5d3d-ab86-d6272e7cfac6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.12.2022 200 2022 404
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-404_2022-12-15.pdf

## Full Text

200 22 404 IV
FUE/TOZ/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Dezember 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Juni 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1995 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im September 2016 unter Hinweis auf ein Burnout und eine 
Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Ant-
wortbeilagen der Invalidenversicherung [AB] 1). Nach erwerblichen und 
medizinischen Abklärungen sowie Durchführung der beruflichen Eingliede-
rungsmassnahmen (Berufsberatung [AB 32], Aufbautraining [AB 43] und 
dessen Abbruch per 27. August 2017 [AB 50], Belastbarkeitstraining [AB 
65]) forderte die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) den Ver-
sicherten mit Schreiben vom 17. April 2018 (AB 78) zur Schadenminderung 
bzw. zur Mitwirkung bezüglich eines betreuten Wohnens auf, dies unter 
Androhung der Verweigerung von weiteren Leistungen (Abschluss der Ein-
gliederungsmassnahmen) im Unterlassungsfall. Nachdem sich der Ver-
sicherte gegen das betreute Wohnen entschieden hatte (AB 83), schloss 
die IVB mit Verfügung vom 18. Juni 2018 (AB 87) die berufliche Eingliede-
rung ab bzw. verneinte einen Anspruch auf berufliche Massnahmen. 

Im März 2020 ersuchte der Versicherte um Wiederaufnahme der beruf-
lichen Eingliederungsmassnahmen (AB 89). Die IVB gewährte in der Folge 
eine berufliche Abklärung als ... (Mitteilung vom 29. Juni 2020; AB 107) und 
daran anschliessend eine erstmalige berufliche Ausbildung als ... EFZ in 
der D.________ mit Coaching durch die E.________ GmbH (Mitteilung 
vom 27. Oktober 2020; AB 119, 141). Am 29. April 2021 erteilte sie ferner 
Kostengutsprache für das Wohnen im ... der Ausbildungsstätte (AB 133). 
Nach zahlreichen Absenztagen forderte die IVB den Versicherten mit 
Schreiben vom 25. Juni 2021 (AB 138) unter Androhung der Kürzung der 
Taggelder auf, seine Mitwirkungsplicht betreffend lückenlose Teilnahme in 
der Schule bzw. Einreichen eines Arztzeugnisses ab dem ersten Krank-
heitstag wahrzunehmen. Mit Mitteilung vom 3. Dezember 2021 (AB 158) 
brach sie die beruflichen Massnahmen ab, da sich der Versicherte nicht in 
der Lage fühle, die Ausbildung weiterzuführen. Im weiteren Verlauf liess sie 
den Versicherten durch Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 3

(Expertise vom 5. März 2022; AB 179). Nach durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren (AB 180, 193) verneinte sie mit Verfügung vom 2. Juni 2022 (AB 
198) einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, da kein 
Gesundheitsschaden mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne beste-
he. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________, B.________, am 4. Juli 2022 Beschwerde. Er beantragt, unter 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung seien ihm berufliche Massnah-
men, eventualiter eine Invalidenrente zuzusprechen. Gleichzeitig stellt er 
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt; alles unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Mit Beschwerdeantwort vom 9. August 2022 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Am 22. September 2022 liess sich der Beschwerdeführer erneut verneh-
men. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 4

Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Juni 2022 (AB 198). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen und 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht 
sind - vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen - 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 2. Juni 2022 (AB 198), womit 
sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. 
Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung 
des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, nämlich per Anfang De-
zember 2021 (attestierte Arbeitsunfähigkeit ab dem Oktober 2016 [AB 179 
S. 17 Ziff. 8.1 i.V.m. S. 6 Ziff. 2], Anmeldung zum Leistungsbezug im März 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 5

2020 [AB 89]; ein Jahr dauernde Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 28 Abs. 1 
lit. b IVG; gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG frühestens nach Beendigung des 
Taggeldanspruchs bzw. der beruflichen Massnahmen per 30. November 
2021 [vgl. AB 129, 158]), weshalb (mangels Vorliegens eines Revisions-
grundes mit Neufestsetzung des Rentenanspruchs nach dem 1. Januar 
2022) die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der 
bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind 
(vgl. auch Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozial-
versicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversiche-
rung [KSIR]; vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen: BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

Bezüglich des Anspruchs auf berufliche Massnahmen (vgl. E. 5.2 hiernach) 
sind die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der seit dem 
1. Januar 2022 gültigen Fassung massgebend. 

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 6

281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf 
Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.2.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des - unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades (IV-Grad) 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest-
gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 

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oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Drohende Inva-
lidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend 
wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist 
unerheblich (Art. 1novies IVV).

2.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste G.________ vom 7. 
Februar 2018 über die teilstationäre Behandlung vom 30. Oktober 2017 bis 
2. Februar 2018 (AB 81) wurden als Diagnosen eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine sozi-
ale Phobie (ICD-10 F40.1) und eine ängstlich-vermeidende Persönlich-
keitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1) genannt (AB 81 S. 1). Im Gespräch hät-
ten keine Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen ausgemacht 

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werden können, auch wenn der Beschwerdeführer subjektiv darüber klage. 
Auch die Merkfähigkeit sei unauffällig. Jedoch sei das Langzeitgedächtnis 
gestört, insbesondere liege eine auffällige Zeitgitterstörung (keine Überein-
stimmung betreffend Jahreszeiten und Ereignisse) vor. Des Weiteren habe 
der Beschwerdeführer ausgeprägte Insuffizienzgefühle und Versagen-
sängste und sei formalgedanklich weitschweifig. Er klage über Stimmungs-
schwankungen (AB 81 S. 3). Insgesamt habe eine Verbesserung des Ge-
samtzustandes erreicht werden können. Der Beschwerdeführer sei ent-
spannter, aktiver (...), aufgehellter und deutlich zuversichtlicher geworden, 
auch wenn er zwischendurch immer wieder über Verlustängste betreffend 
die berufliche Zukunft berichtet habe (AB 81 S. 5).

3.1.2 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 23. April 2020 (AB 97) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine selbstunsichere, verletzliche, wenig belastbare und 
konfliktvermeidende Persönlichkeit (richtig wohl: kombinierte Persönlich-
keitsstörung [ICD-10 F61.0]) und soziale Ängste (ICD-10 Kriterien für eine 
soziale Phobie seien nicht erfüllt; AB 97 S. 7 Ziff. 2.5). Es lägen keine Be-
wusstseins- oder Orientierungsstörungen und keine groben Konzentra-
tionsstörungen vor. Das Denken sei formal und inhaltlich unauffällig. Hin-
gegen bestünden Insuffizienzgefühle, welche sich bei der Arbeit in der 
I.________ jedoch gebessert hätten. In Menschengruppen fühle sich der 
Beschwerdeführer "schlecht" und traurig, was von der Unsicherheit herrüh-
re. Er zeige eine Tendenz zu sozialem Rückzug (AB 97 S. 7 Ziff. 2.4). Die 
Haupteinschränkungen bestünden in einer verminderten Belastbarkeit mit 
psychosozialem Rückzug und Versagensängsten (AB 97 S. 9 Ziff. 3.4). Die 
bisherige Tätigkeit bei der I.________ (..., ..., ...) sei zu acht Stunden pro 
Tag an drei Tagen pro Woche gut zu bewältigen (AB 97 S. 8 f. Ziff. 3.1 und 
4.1). Bei einer positiven Entwicklung könne mit einer Steigerung des aktuel-
len Arbeitspensums von 60 % gerechnet werden (AB 97 S. 10 Ziff. 4.2). 

Im Verlaufsbericht vom 7. November 2021 (AB 154) hielt der behandelnde 
Psychiater bei unveränderten Diagnosen einen stationären Gesundheitszu-
stand fest (AB 154 S. 3 Ziff. 1 f.). Derzeit würden keine Psychopharmaka 
eingenommen (AB 154 S. 6 Ziff. 8). 

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3.1.3 In der auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; 
vgl. AB 160 S. 6) eingeholten psychiatrischen Expertise vom 5. März 2022 
(AB 179) stellte Dr. med. F.________ als Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leich-
te bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.00/33.10). Ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit seien akzentuierte kombinierte ängstlich-vermeidende 
(selbstunsichere) und zwanghafte (anankastische) Persönlichkeitszüge 
(ICD-10 Z73.1), welche durch eine rasche Selbstunsicherheit mit Insuffizi-
enzgedanken, eine Ängstlichkeit in der Auseinandersetzung mit anderen 
Menschen (Vermeidungsverhalten/Rückzug bei diesbezüglich grösseren 
Anforderungen) sowie eine Tendenz zu einer gewissen Fixierung auf eige-
ne Ideen gekennzeichnet seien. Die Persönlichkeitszüge manifestierten 
sich auf dem Hintergrund von lebensgeschichtlichen Belastungen (zerrütte-
te Familienverhältnisse, nicht verheiratete Eltern, frühe Trennung des [nun 
in ... lebenden] Vaters von der Mutter, ein an ... erkrankter Bruder, häusli-
che Gewalt im Kindesalter). Insbesondere sei es dem Beschwerdeführer 
nicht gelungen, nach dem Schulabschluss eine berufliche Ausbildung ab-
zuschliessen oder dauerhaft einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die 
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung - welche mit deutlichen Auffälligkei-
ten einhergehe, in der Kindheit beginne und sich auf Dauer im Erwachse-
nenalter manifestiere - könne beim noch jungen Beschwerdeführer nicht 
gestellt werden (AB 179 S. 14 Ziff. 6.3). So verfüge der Beschwerdeführer 
über einen normalen Schulabschluss und habe auch in der beruflichen 
Ausbildung keine grossen Probleme gemacht. Vielmehr sei im Fragebogen 
für Arbeitgebende festgehalten worden, dass der Beschwerdeführer sehr 
sorgfältig und exakt gearbeitet habe, auch wenn der Zeitdruck problema-
tisch gewesen sei. Der Beschwerdeführer sei immer wieder arbeitsunfähig 
geschrieben worden (AB 179 S. 14 Ziff. 6.2). Es bestehe beim Beschwer-
deführer durchaus noch ein gewisser Spielraum zur Reifung der Persön-
lichkeit. Der weitere Verlauf müsse sorgfältig beobachtet werden (AB 179 
S. 14 Ziff. 6.3). Es seien jedoch die diagnostischen Kriterien einer leichten 
depressiven Episode erfüllt, welche durch depressive Verstimmungen mit 
einer etwas verminderten Freude sowie einem gewissen Interessensver-
lust, durch Schlafstörungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit mit leichten Kon-
zentrationsstörungen und durch einen verminderten Selbstwert mit Insuffi-
zienzgedanken gekennzeichnet sei. Es hätten zwei teilstationäre Behand-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 10

lungen und bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine psychotherapeutische 
Behandlung stattgefunden. Diagnostisch sei von einer rezidivierenden de-
pressiven Störung auszugehen. Diese und die 
akzentuierten Persönlichkeitszüge interagierten negativ im Sinne einer 
Chronifizierung (AB 179 S. 15 Ziff. 6.3). Der Beschwerdeführer werde ak-
tuell ambulant psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt, wobei er die 
verordnete antidepressive Medikation (Escitalopram) gemäss eigenen An-
gaben nicht einnehme (AB 179 S. 11 Ziff. 4.1 und S. 15 Ziff. 7.1). Zu Kon-
sistenz und Plausibilität führte der Gutachter aus, dass die geltend ge-
machte Arbeitsunfähigkeit mit den guten Leistungen im Rahmen der von 
der Invalidenversicherung unterstützten EFZ-Ausbildung (als ...) und mit 
den täglichen Aktivitäten kontrastiere (AB 179 S. 12 Ziff. 6.2). Der Be-
schwerdeführer sei hinsichtlich seiner täglichen Verrichtungen und Akti-
vitäten selbständig. Er könne alle Haushaltsarbeiten selbst verrichten. Er 
erledige Einkäufe, koche und bezahle seine Rechnungen selber. Er sei mit 
den öffentlichen Verkehrsmitteln mobil. Er zeige jedoch eine Tendenz zur 
sozialen Verwahrlosung (..., vorgekommener Kontaktverlust ...), welche 
jedoch dadurch bedingt sei, dass er keiner regelmässigen Tätigkeit mehr 
nachgehe und arbeitsunfähig geblieben sei. Seine Kontaktfähigkeit sei aber 
prinzipiell erhalten (AB 179 S. 13 Ziff. 6.2). Der Beschwerdeführer interes-
siere sich für ... und ... und ... gerne, auch ..., was mit deutlichen Konzen-
trationsstörungen nicht zu vereinbaren wäre. Auch bei der aktuellen psy-
chopathologischen Befunderhebung hätten keine schweren Konzentrati-
onsstörungen festgestellt werden können (AB 179 S. 14 f. Ziff. 6.2 f.). Auf-
grund der durch die Depression bedingten erhöhten Ermüdbarkeit bestehe 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % bzw. eine Arbeitsfähig-
keit von 60 % sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten 
Tätigkeit (ohne allzu grosse Anforderungen an soziale Interaktionen, ohne 
grosse Drucksituationen; AB 179 S. 16 f. Ziff. 8.1 f.). 

3.1.4 Stellung nehmend dazu hielt der behandelnde Psychiater Dr. med. 
H.________ am 11. Mai 2022 fest, der psychiatrische Gutachter habe die 
Situation des Beschwerdeführers gut erfasst. Über das Ausmass der Leis-
tungseinschränkung könne man verschiedener Meinung sein. In depressi-
ven Phasen sei diese Einschränkung natürlich höher als 40 %. Der Ent-

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scheid zum Lehrabbruch sei in einer depressiven Phase erfolgt (AB 188 S. 
1). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.________ vom 5. 
März 2022 (AB 179) erfüllt - soweit die Befunderhebung und die darauf 
basierende diagnostische Einschätzung betreffend - die von der höchstrich-
terlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizinischen Experti-
se gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Die gutachterlichen Aus-
führungen und Feststellungen beruhen auf einer eingehenden, fachärztli-
chen Abklärung (AB 179 S. 6 bis 12 Ziff. 3 f.) und sind in Kenntnis der Vor-
akten (AB 179 S. 4 bis 6 Ziff. 2) sowie unter Berücksichtigung der geklag-
ten Einschränkungen (AB 179 S. 6 f. Ziff. 3) getroffen worden. Der psychia-
trische Experte setzte sich im Rahmen der diagnostischen Herleitung ein-

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lässlich mit den psychiatrischen Vordiagnosen, dem bisherigen Behand-
lungsverlauf und den Befunden der gutachterlichen Exploration auseinan-
der und zeigte schlüssig anhand der klassifikatorischen Vorgaben auf, dass 
der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.00/33.10; vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl., 2015, S. 176 bis 179) sowie ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
an akzentuierten kombinierten ängstlich-vermeidenden (selbstunsicheren) 
und zwanghaften (anankastischen) Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) 
leidet (AB 179 S. 14 f. Ziff. 6.3). Daraus leitete der Sachverständige sowohl 
für die bisherige als auch für eine adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsunfähig-
keit von 40 % ab (AB 179 S. 16 f. Ziff. 8.1 f.). Diese Beurteilung steht in 
diagnostischer Hinsicht weitgehend im Einklang mit der Aktenlage, nament-
lich mit der Einschätzung der psychiatrischen Dienste G.________ im Be-
richt vom 7. Februar 2018 (AB 81 S. 1), und fügt sich bezüglich der Aus-
prägung der depressiven Symptomatik ohne Weiteres in das vom Be-
schwerdeführer anlässlich der Exploration geschilderte Bild über die Frei-
zeit- bzw. Alltagsaktivitäten wie Haushaltsarbeiten, Einkaufen, Kochen, ... 
sowie Beschäftigung mit ... und ... ein (AB 179 S. 13 bis 15 Ziff. 6.2 f.). Der 
Gutachter zeigte sodann hinsichtlich der Persönlichkeit des Beschwerde-
führers in Auseinandersetzung mit der abweichenden Diagnosestellung im 
Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. H.________ vom 23. April 
2020 (Persönlichkeitsstörung [ICD-10 F61.0]; AB 97 S. 7 Ziff. 2.5) und un-
ter Bezugnahme auf die Schul- und Sozialbiographie des Beschwerdefüh-
rers nachvollziehbar und einleuchtend auf, dass lediglich von akzentuierten 
Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1), jedoch nicht von einer Persönlich-
keitsstörung auszugehen ist (AB 179 S. 14 Ziff. 6.2 f.). Anzumerken ist an 
dieser Stelle, dass die diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge 
als Z-Kodierung nicht unter den Begriff der invalidenversicherungsrechtlich 
erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung fallen (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 22. März 2022, 8C_404/2021, E. 6.2). Damit bestehen 
vorliegend keine unauflösbaren diagnostischen Differenzen oder gar dia-
metrale Widersprüche. Dies umso weniger, als Dr. med. H.________ die 
gutachterliche Diagnosestellung nicht anzweifelte, sondern dem Experten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 13

vielmehr attestierte, dieser habe die Situation des Beschwerdeführers gut 
erfasst (AB 188 S. 1). Mithin ist der rechtserhebliche Sachverhalt hinrei-
chend erstellt; weiterer medizinischer Abklärungen bedarf es nicht (antizi-
pierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b 
S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.3.2 Zu prüfen bleibt anhand des strukturierten Beweisverfahrens nach 
BGE 141 V 281, ob der psychiatrischerseits aufgrund der rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-
10 F33.00/33.10), attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % 
(AB 179 S. 17 Ziff. 8.2) aus rechtlicher Sicht gefolgt werden kann, wobei 
hierfür der Beschwerdeführer die materielle Beweislast zu tragen hat (vgl. 
E. 2.2.2 f. hiervor). Zu Recht unbestritten ist, dass in somatischer Hinsicht 
keine Einschränkungen bestehen.

4.

4.1 Dr. med. F.________ zeigte keine Diskrepanzen im Sinne eines 
Ausschlussgrundes auf. Insbesondere stellte er keinen Hinweis für eine 
Aggravation, Verdeutlichungstendenz oder gar Simulation fest (vgl. BGE 
131 V 49 E. 1.2 S. 51). Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen 
invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht aus (vgl. E. 2.2.2 hiervor), 
womit auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergeb-
nisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leis-
tungsvermögens zu erfolgen hat (vgl. E. 2.2.3 hiervor). 

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex "Gesundheitsschädigung" (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 14

S. 298 f.). Im Rahmen der Untersuchung konstatierte die Experte - nebst 
unauffälligen Befunden - anamnestisch Verstimmungen auch mit vermin-
derter Freude, einen gewissen Interessenverlust bei sozialem Rückzug, 
Schlafstörungen mit Einschlafschwierigkeiten, einen herabgesetzten 
Selbstwert mit Insuffizienzgedanken, Gefühle der Unsicherheit und Ängste 
im Kontakt mit Menschen, eine etwas zwanghafte Wirkung und ein zum 
Teil weitschweifiges formales Denken auch mit Tendenz zum Grübeln (AB 
179 S. 11 f. Ziff. 4.3). Es ergeben sich damit keine Anhaltspunkte, die eine 
schwerere Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde nahelegten, als 
der gestellten Diagnose bereits inhärent ist (vgl. Entscheid des BGer vom 
9. Mai 2019, 9C_755/2018, E. 4.2.1, mit Hinweis auf BGE 143 V 418 
E. 5.2.2 S. 425). 

4.2.1.2 Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Zur Behandlung berichtete 
der Experte, aktuell erfolge eine ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung, wobei der Beschwerdeführer die ver-
ordnete antidepressive Medikation (Escitalopram) nicht einnehme, obwohl 
sie bei depressiven Störungen hilfreich sein und sich auch günstig auf 
Ängste auswirken könne. Ferner sollte die Schlafhygiene beachtet werden. 
Auch ein sedierendes Antidepressivum wie Trazodon wäre eine Option, um 
den Nachschlaf zu verbessern (AB 179 S. 11 Ziff. 4.1 und S. 15 Ziff. 7.1). 
Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung könne optimiert zum 
Erhalt der Arbeitsfähigkeit beitragen (AB 179 S. 18 Ziff. 8.3). Mithin kann 
unter diesen Umständen nicht von einer Ausschöpfung der 
Behandlungsmöglichkeiten bzw. einer ausgewiesenen Behandlungsresis-
tenz die Rede sein. 

4.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.) anbelangt, so ging der Experte von gewissen Wechselwirkungen 
zwischen der rezidivierenden depressiven Störung und den akzentuierten 
Persönlichkeitszügen aus ("interagieren negativ im Sinne einer Chronifizie-
rung"; AB 179 S. 15 Ziff. 6.3). Anhaltspunkte für weitere Wechselwirkungen 
sind den Akten nicht zu entnehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 15

4.2.2 Betreffend den Komplex "Persönlichkeit" (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) diagnostizierte der Gutachter ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit akzentuierte kombinierte ängstlich-vermeidende (selbstunsichere) 
und zwanghafte (anankastische) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1; AB 
179 S. 14 Ziff. 6.3) und verneinte gleichzeitig das Vorliegen einer Persön-
lichkeitsstörung. In diesem Zusammenhang erwähnte er insbesondere die 
rasche Selbstunsicherheit mit Insuffizienzgedanken, die Ängstlichkeit in der 
Auseinandersetzung mit anderen Menschen (Vermeidungsverhal-
ten/Rückzug bei diesbezüglich grösseren Anforderungen) sowie die Ten-
denz zur gewissen Fixierung auf eigene Ideen (AB 179 S. 14 Ziff. 6.3). Es 
bestünden aber auch persönliche Ressourcen wie die guten bis sehr guten 
Leistungen im Rahmen der von der Invalidenversicherung unterstützten 
EFZ-Ausbildung als ... (AB 145 S. 2, AB 164 S. 3 Ziff. 2.1, AB 179 S. 12 
Ziff. 6.2). 

4.2.3 Was den Komplex "Sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303) betrifft, hielt der Gutachter fest, der Beschwerdeführer, seine Mutter 
und sein Bruder lebten gemeinsam in einer 3.5-Zimmerwohnung (AB 179 
S. 8 Ziff. 3 und S. 12 Ziff. 6.1). Er beschäftige sich mit ..., Haushaltsarbei-
ten, Einkaufen sowie Kochen und interessiere sich für ... und .... Weiter sei 
die Kontaktfähigkeit erhalten (AB 179 S. 13 bis 15 Ziff. 6.2 f.). Der Be-
schwerdeführer lebt sozial zwar zurückgezogen, ein ausgeprägter sozialer 
Rückzug liegt jedoch nicht vor. Der Beschwerdeführer verfügt weiterhin 
über verschiedene, wenn auch geringe, persönliche und familiäre Ressour-
cen, welche im Rahmen der Indikatorenprüfung zu berücksichtigen sind 
(vgl. Entscheid des BGer vom 4. Juni 2018, 9C_194/2018, E. 5.2). 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie “Konsistenz“. Dar-
unter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 
f.). 

4.3.1 Bezüglich des Indikators "gleichmässige Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen" (BGE 
141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) ist dem psychiatrischen Gutachten zu ent-
nehmen, dass sich der Beschwerdeführer mit ..., Haushaltsarbeiten, Ein-
kaufen sowie Kochen beschäftige und für ... und ... interessiere. Er sei mit 
den öffentlichen Verkehrsmitteln mobil. Die Kontaktfähigkeit sei weiterhin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 16

erhalten (AB 179 S. 13 bis 15 Ziff. 6.2 f.). Gemäss dem Gutachter kontras-
tierten die angegebenen Freizeit- bzw. Alltagsaktivitäten und erhaltenen 
Fähigkeiten des Beschwerdeführers mit der geltend gemachten Arbeitsun-
fähigkeit sowie den guten bis sehr guten Leistungen im Rahmen der von 
der Invalidenversicherung unterstützten EFZ-Ausbildung (AB 145 S. 2, AB 
164 S. 3 Ziff. 2.1, AB 179 S. 12 Ziff. 6.2).

4.3.2 In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
ausgewiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inan-
spruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) ist zwar von einem zumindest gewissen Leidensdruck auszugehen 
(vgl. zu den Behandlungen E. 4.2.1.2 hiervor), gleichzeitig bestehen jedoch 
insofern Zweifel an dessen Erheblichkeit, als der Beschwerdeführer die 
verordnete antidepressive Medikation nicht einnimmt (AB 179 S. 11 Ziff. 4.1 
und S. 15 Ziff. 7.1). Hieran vermag auch der - auf Wunsch des Beschwer-
deführers erfolgte - Abbruch der beruflichen Massnahmen per Ende 
November 2021 (AB 157 S. 1, AB 158) nichts zu ändern. Obwohl der Be-
schwerdeführer während der Ausbildung zahlreiche Absenzen aufwies, 
welche weder vom Arbeitgeber noch von der Berufsschule nachvollzogen 
werden konnten, erzielte er gleichzeitig gute bis sehr gute Noten (AB 145 
S. 2, AB 164 S. 3 Ziff. 2.1, AB 179 S. 12 Ziff. 6.2). 

4.4 Wenngleich der Komplex Persönlichkeit und der Indikator Komor-
biditäten allenfalls für eine gewisse funktionelle Einschränkung bzw. eine 
gewisse Ressourcenhemmung sprechen, stehen die übrigen Indikatoren 
bzw. Komplexe sowie die Kategorie "Konsistenz" der psychiatrischerseits 
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 40 % (vgl. E. 3.3.2 hiervor) entgegen. 
Mithin sind in der Gesamtbetrachtung die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung 
anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, 
weshalb das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen Gesundheits-
schadens zu verneinen ist. Dies steht im Übrigen im Einklang mit der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung, wonach sich die diagnostizierte leicht- 
bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen 
durch psychiatrische Komorbiditäten im Allgemeinen nicht als schwere 
psychische Krankheit definieren lässt und für das Gericht Grund dafür be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 17

steht, der medizinisch-psychiatrischen Folgenabschätzung die rechtliche 
Massgeblichkeit zu versagen (BGE 148 V 49 E. 6.2.2 S. 54 f.). Vor diesem 
Hintergrund ist auf die psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit aus recht-
licher Optik nicht abzustellen.

5.

5.1 Nach dem Ausgeführten ist mit der Beschwerdegegnerin ein inva-
lidisierender Gesundheitsschaden bzw. eine Invalidität zu verneinen, was 
einen Rentenanspruch ausschliesst (vgl. E. 2.4 hiervor).

5.2 Ebenso besteht mangels Invalidität kein Anspruch auf berufliche 
Massnahmen (vgl. E. 2.3 hiervor). Konkrete Anhaltspunkte, welche mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine unmittelbar drohende Invalidität 
bzw. eine bevorstehende signifikante Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes und damit auf einen bevorstehenden Eintritt der Erwerbsun-
fähigkeit (vgl. E. 2.3 hiervor) schliessen liessen, sind aufgrund der Akten 
ebenfalls nicht ersichtlich (vgl. auch Beschwerdeantwort, S. 4 Ziff. C.14). 

Sodann vermag der Beschwerdeführer aus dem Bericht des RAD, 
J.________, Fachpsychologe für Psychotherapie (MAS), vom 9. Dezember 
2021 (AB 160) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (vgl. Beschwerde, S. 6 
Ziff. II.7), erachtete doch der RAD-Psychologe zur genauen Diagnostik und 
Klärung der Ausbildungs- und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eine 
psychiatrische Begutachtung als angezeigt (AB 160 S. 6). 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Verneinung des An-
spruchs auf berufliche Massnahmen sei nur unter der Voraussetzung einer 
Revision zulässig, da zuvor berufliche Massnahmen zugesprochen worden 
seien (vgl. Beschwerde, S. 6 Ziff. II.6), ist Folgendes festzuhalten: Mit Mit-
teilung vom 3. Dezember 2021 (AB 158) brach die Beschwerdegegnerin 
die beruflichen Massnahmen ab mit der Begründung, der Beschwerdefüh-
rer fühle sich nicht in der Lage, die Ausbildung weiterzuführen. In verfah-
rensrechtlicher Hinsicht ist festzustellen, dass der Abbruch der beruflichen 
Massnahmen gemäss Ziff. 6005 des vom BSV herausgegebenen Kreis-
schreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI; gültig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 18

ab 1. Januar 2022; vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen: BGE 
147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228) hätte verfügt werden 
müssen; bei einem solchen zu Unrecht im formlosen Verfahren ergange-
nen Entscheid wird von einer Interventionsfrist von einem Jahr ausgegan-
gen (SUSANNE GENNER, in FRÉSARD-FELLAY/KLETT/LEUZINGER 
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts, 2020, Art. 51 N. 7). Bevor die formlose Mitteilung vom 3. Dezember 
2021 (AB 158) rechtskräftig wurde, hat der Beschwerdeführer im Mai 2022, 
d.h. innerhalb der einjährigen Frist, opponiert (AB 188, 197). Folglich ist im 
vorliegenden Verfahren auch die Rechtsmässigkeit des Abbruchs zu prü-
fen. Ein Anspruch auf berufliche Massnahmen - hier auf eine erstmalige 
berufliche Ausbildung - setzt unter anderem eine subjektive und objektive 
Eingliederungsfähigkeit voraus (vgl. SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht 
der Invalidenversicherung, 2011, S. 75 N. 124). Diese Eingliederungsfähig-
keit war im Dezember 2021 offenkundig nicht mehr gegeben, teilte der Be-
schwerdeführer doch mit, er sehe sich nicht mehr in der Lage, die Ausbil-
dung weiterzuführen (Protokolleintrag vom 2. Dezember 2021; in den Ge-
richtsakten). Damit war die Fortführung der Eingliederungsmassnahme 
nicht mehr geeignet, das Eingliederungsziel zu erreichen und der Abbruch 
der beruflichen Massnahme vom 3. Dezember 2021 (AB 158) korrekt. Die 
im Mai 2022 nunmehr bekundete Eingliederungsfähigkeit (AB 188 S. 2) 
stellt sodann einen Neuanmeldungsgrund dar. Folge dessen war die Be-
schwerdegegnerin gehalten, das gestellte Gesuch um berufliche Mass-
nahmen allseitig neu zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 
E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Bei dieser Prüfung durfte 
sie das Ergebnis der lndikatorenprüfung berücksichtigen. 

Zusammenfassend ist somit mangels Invalidität bzw. unmittelbar drohender 
Invalidität (vgl. E. 2.3 hiervor) auch die Verneinung des Anspruchs auf be-
rufliche Massnahmen korrekt. 

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 2. Juni 2022 
(AB 198) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 19

7.

Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne der Prozessarmut ist 
aufgrund der Akten ausgewiesen (vgl. Beschwerde, S. 9 Ziff. II.13, und 
Beschwerdebeilagen 3). Zudem kann das Verfahren nicht als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit einer 
Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlicher 
Anwalt ist demnach gutzuheissen.

7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege ist er - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 
VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - jedoch von der Zahlungspflicht zu 
befreien. 

7.3 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 20

7.4 Festzusetzen bleibt indes das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
C.________.

7.4.1 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikosten-
ersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

7.4.2 Die Kostennote von Rechtsanwalt C.________ vom 22. September 
2022 ist nicht zu beanstanden. Gestützt darauf ist das amtliche Honorar auf 
total Fr. 1'705.30 festzusetzen (Honorar von Fr. 1'508.-- [11.60 Stunden à 
Fr. 130.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 75.40 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 121.90 [7.7% von Fr. 1'583.40]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2022, IV/22/404, Seite 21

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Dem amtlichen Anwalt C.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'705.30 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwalt C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 22. Sep-
tember 2022)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.