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**Case Identifier:** b2ae1c92-2172-5480-bcf5-c8f3e6892d50
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 06.09.2019 KV-Z 2017/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_KV-Z-2017-9_2019-09-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2017/9

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 16.10.2019

Entscheiddatum: 06.09.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 06.09.2019
Krankentaggeld, VVG-Zusatzversicherung zur sozialen 
Krankenversicherung. Der Nachweis der Arbeitsunfähigkeit zur 
Geltendmachung von Taggeldleistungen obliegt der versicherten Person. 
Arbeitsplatzkonflikt. Würdigung medizinischer Berichte. 
Leistungsbegründende Arbeitsunfähigkeit in der strittigen Periode nicht 
nachgewiesen. Die neu zwischenzeitlich aufgetretene somatisch begründete 
Arbeitsunfähigkeit erfüllt die 30-tägige Wartefrist nicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. September 2019, KV-Z 
2017/9).

Entscheid vom 6. September 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber 

und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen

Geschäftsnr.

KV-Z 2017/9

Parteien

Oberstufenschulgemeinde A.___,

Klägerin,

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vertreten durch Rechtsanwältin Nathalie Glaus, MLaw, Glaus & Partner, Obergasse 28, 

Postfach 133, 8730 Uznach,

gegen

Sympany Versicherungen AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel,

Beklagte,

Gegenstand

Krankentaggelder für B.___

Sachverhalt

A.   

A.a  B.___ arbeitete als Oberstufenlehrperson in der Oberstufenschulgemeinde A.___ 

(act. G 9.3 im Verfahren KV-Z 2016/6) und war dadurch bei der Sympany Versicherung 

AG (nachfolgend: Sympany) krankentaggeldversichert. Vom 4. bis 5. Januar 2014 war 

B.___ in der Chirurgischen Klinik am Spital C.___ wegen einer symptomatischen 

Cholezystolithiasis hospitalisiert. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen 

bescheinigten für die Dauer vom 4. bis 9. Januar 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

(Austrittsbericht vom 6. Januar 2014, act. G 9.33 im Verfahren KV-Z 2016/6). Die 

Oberstufenschulgemeinde A.___ teilte in der Krankheitsanzeige vom 20. Januar 2014 

mit, B.___ sei seit 4. Januar 2014 krank. Am 10. Januar 2014 habe sie die Arbeit 

wiederaufgenommen, sei aber seit 16. Januar 2014 bis auf weiteres wieder 

krankgeschrieben (act. G 9.32 im Verfahren KV-Z 2016/6). B.___ unterzog sich in der 

Chirurgischen Klinik am Spital C.___ am 28. Januar 2014 wegen der Cholezystolithiasis 

einer laparoskopischen Cholezystektomie. Dort war sie bis 30. Januar 2014 

hospitalisiert. Für den Zeitraum vom 28. Januar bis 7. Februar 2014 wurde ihr eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (zum Operationsbericht vom 8. Februar 2014 

sowie zum Austrittsbericht vom 11. Februar 2014 siehe act. G 9.36 im Verfahren KV-

Z 2016/6). Der behandelnde Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, 

berichtete am 4. Februar 2014, B.___ leide an einer psychischen und physischen 

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Dekompensation bei Arbeitsplatzproblematik und an einer symptomatischen 

Cholezystitis mit notfallmässiger Cholezystektomie am 28. Januar 2014. Die Prognose 

sei gut. In drei bis vier Wochen könne mit einer Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit 

gerechnet werden (act. G 9.35 im Verfahren KV-Z 2016/6). Die Sympany teilte B.___ am 

27. März 2014 mit, dass sie im angestammten Beruf oder auch in einer anderen in 

Frage kommenden Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei. Deshalb würden 

Taggeldleistungen bis längstens am 31. März 2014 erbracht. Danach werde der 

Leistungsfall abgeschlossen (act. G 9.38 im Verfahren KV-Z 2016/6).

A.b Im Bericht vom 2. Mai 2014 zuhanden der Sympany führte Dr. D.___ aus, seit 

Januar 2014 bestehe eine angespannte Arbeitssituation. B.___ und ihr Ehemann seien 

einem "Mobbing" am Arbeitsplatz ausgesetzt. Zudem sei es in derselben Zeit zu 

wiederholten Oberbauchkoliken und schliesslich zur Cholezystektomie bei 

symptomatischer Cholezystolithiasis gekommen. In dieser Zeit sei auch der Konflikt am 

Arbeitsplatz eskaliert, der mit der Entlassung des Ehemanns geendet habe. Nachdem 

sich die Patientin von der laparoskopischen Cholezystektomie am 28. Januar 2014 

erholt gehabt habe, sei sie am 10. Februar 2014 wieder an ihrem Arbeitsplatz 

erschienen. Anlässlich der ärztlichen Konsultation vom 21. Februar 2014 habe sie 

angegeben, an ihrem jetzigen Arbeitsplatz nicht weiter arbeiten zu können. Die 

Situation an der Schule sei eskaliert und die emotionale Belastung nehme zu. Aktuell 

sei B.___ sicherlich 100% arbeitsunfähig. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz, der von 

der Schulleitung explizit nicht mehr erwünscht sei, würde zu einem erneuten 

Aufflammen der psychischen und körperlichen Symptomatik führen. In ihrem 

angestammten Beruf an einem anderen Arbeitsplatz wäre sie nach Lösung des 

Konflikts innert weniger Wochen wieder arbeitsfähig (act. G 9.40 im Verfahren KV-

Z 2016/6). Dr. med. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Vertrauensärztin der Sympany, vertrat in der Stellungnahme vom 5. Mai 2014 die 

Ansicht, aus den Angaben von Dr. D.___ ergäben sich "zu wenig spezifische objektive 

psychiatrische Befunde", "die eine psychiatrische Diagnosestellung nachvollziehbar 

machen". Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit könne dem Bericht von Dr. 

D.___ nicht entnommen werden. Vielmehr scheine es sich um eine Krankschreibung 

zwecks Schonung von B.___ bei Arbeitsplatzkonflikt zu handeln (E-Mail vom 5. Mai 

2014, act. G 9.41 im Verfahren KV-Z 2016/6). In der Fallbesprechung vom 7. Mai 2014 

verneinte Dr. med. F.___, beratender Arzt der Sympany, dass aktuell eine 

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Arbeitsunfähigkeit wegen der Cholezystektomie bestehe. Eine Arbeitsunfähigkeit sei 

maximal während 4 Wochen nach der laparoskopischen Cholezystektomie begründet 

(act. G 9.42 im Verfahren KV-Z 2016/6). Daraufhin teilte die Sympany B.___ mit, sie 

halte an ihrem Entscheid vom 27. März 2014 fest und erbringe ab 1. April 2014 keine 

Taggeldleistungen mehr (act. G 9.43 im Verfahren KV-Z 2016/6).

A.c  Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchte B.___ 

am 24. Juni 2014. Er diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion 

(ICD-10: F43.20). Es handle sich bei B.___ um eine __-jährige Lehrerin, die mit dem 

zunehmenden Druck seitens der Eltern ihrer Schulkinder und des Schulrates 

überfordert gewesen sei und mit depressiver Reaktion reagiert habe. Zurzeit sei sie 

nach wie vor depressiv, die Arbeitsfähigkeit betrage 0%, auch für jede andere Tätigkeit. 

Die Erkrankung sei durch die Schwierigkeiten des Arbeitsplatzes hervorgerufen worden 

und deshalb arbeitsplatzbezogen (act. G 9.44 im Verfahren KV-Z 2016/6). Dr. E.___ 

hielt die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G.___ für nicht nachvollziehbar (act. G 9.45 

im Verfahren KV-Z 2016/6). Gestützt darauf teilte die Sympany B.___ mit, sie halte an 

der Einstellung der Taggeldleistungen per 1. April 2014 fest (act. G 9.17 im Verfahren 

KV-Z 2016/6). Hierzu führte Dr. G.___ am 3. September 2014 aus, die Argumente der 

Sympany für die Leistungseinstellung seien nicht nachvollziehbar (act. G 1, Beilage 47, 

im Verfahren KV-Z 2017/9).

A.d Vom 24. bis 26. September 2014 war B.___ wegen eines 

Postpolypektomiesyndroms (mit/bei u.a. Koloskopie vom 24. September 2014 mit 

Polypektomie im Colon transversum, Sigma) und einer Adnexzyste rechts in der 

Abteilung Innere Medizin an der Medizinischen Klinik am Kantonsspital H.___ 

hospitalisiert. Bei Austritt hielten die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen 

fest, die Patientin habe bereits am 26. September 2014 beschwerdefrei in die häusliche 

Umgebung entlassen werden können (Austrittsbericht vom 26. September 2014, act. 

G 9.46 im Verfahren KV-Z 2016/6). Dr. D.___ berichtete am 5. Dezember 2014, 

einerseits bestehe eine arbeitsplatzbezogene 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus 

psychischen Gründen. Nach Austritt aus dem Kantonsspital habe B.___ weiterhin an 

unklaren Unterbauchschmerzen gelitten. Wahrscheinlich sei eine 

Nierenbeckenentzündung die Ursache dieser Beschwerden gewesen. Es habe eine 

längere antibiotische Kur durchgeführt werden müssen, weil initial ein nicht wirksames 

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Antibiotikum abgegeben worden sei. Der Keim, der isoliert worden sei, sei ein 

sogenannter Spitalkeim gewesen, was die Therapieresistenz erkläre. Insgesamt sei die 

Patientin deshalb mindestens vom 24. September bis 30. November 2014 aus 

organischen Gründen 100% arbeitsunfähig gewesen (act. G 9.48 im Verfahren KV-

Z 2016/6).

A.e  Der Rechtsvertreter von B.___ gab der Sympany am 3. Juli 2015 bekannt, dass sie 

allfällige Taggeldansprüche an die Oberstufenschulgemeinde A.___ abgetreten habe 

und das Arbeitsverhältnis beendet worden sei (act. G 9.7 im Verfahren KV-Z 2016/6). 

Am 27. August 2015 teilte die Sympany der Rechtsvertreterin der 

Oberstufenschulgemeinde A.___ mit, dass spätestens ab April 2014 kein Anspruch auf 

Taggelder mehr bestanden habe (act. G 9.29 im Verfahren KV-Z 2016/6). Diese bestritt 

im Schreiben vom 8. Dezember 2015 die Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung per 

1. April 2014 und machte eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von B.___ von 100% 

geltend. Sie forderte von der Sympany Taggelder für den Zeitraum vom 1. April bis 

31. Dezember 2014 von insgesamt Fr. 65'161.25 (act. G 9.30 im Verfahren KV-

Z 2016/6). Die Sympany hielt an der Leistungseinstellung per 1. April 2014 fest 

(Schreiben vom 14. Dezember 2015, act. G 9.31 im Verfahren KV-Z 2016/6).

B.   

B.a  In der am 1. März 2016 erhobenen Klage beantragte die Klägerin von der 

Beklagten unter dem Titel des von B.___ abgetretenen Taggeldanspruchs die 

Bezahlung von Fr. 65'161.25. Sie brachte im Wesentlichen vor, B.___ sei auch im 

Zeitraum vom 1. April bis 31. Dezember 2014 durchgehend krankheitsbedingt zu 100% 

arbeitsunfähig gewesen (act. G 1 im Verfahren KV-Z 2016/6).

B.b Die Beklagte beantragte in der Klageantwort vom 11. Juli 2016 die Abweisung der 

Klage; unter "o-/e-Kostenfolge". Sie vertrat den Standpunkt, dass B.___ ab 1. April 

2014 wieder voll arbeitsfähig gewesen sei, da ab diesem Zeitpunkt kein relevanter 

(psychischer) Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr 

vorgelegen habe. Am 1. Dezember 2014 sei ihr (der Beklagten) ein weiterer 

Leistungsfall angemeldet worden, wonach B.___ wegen eines Infekts sowie 

Komplikationen nach einer Koloskopie vom 24. September 2014 bis 30. November 

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2014 arbeitsunfähig gewesen sei. Im Austrittsbericht des Kantonsspitals H.___ werde 

hingegen erwähnt, dass B.___ am 26. September 2014 beschwerdefrei habe entlassen 

werden können. Die Dauer der bis 30. November 2014 geltend gemachten 

Arbeitsunfähigkeit könne nicht nachvollzogen werden. Im Übrigen sei die Anfrage der 

Beklagten vom 9. Dezember 2014, ob B.___ zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch zum 

Kreis der versicherten Personen gehört habe, bis anhin von der Klägerin unbeantwortet 

geblieben (act. G 9 im Verfahren KV-Z 2016/6).

B.c  Die Parteien verzichteten auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung 

zugunsten eines zweiten Schriftenwechsels (act. G 13 im Verfahren KV-Z 2016/6).

B.d In der Replik vom 10. Oktober 2016 hielt die Klägerin unverändert an der Klage 

fest. Der Vorwurf der unbeantworteten Anfrage sei haltlos. Abgesehen davon sei nicht 

ersichtlich, inwieweit die entsprechenden Antworten überhaupt etwas an der Tatsache 

geändert hätten, dass und in welchem Umfang die Beklagte taggeldleistungspflichtig 

sei. Die Taggeldleistung bestimme sich nach der Arbeitsunfähigkeit und dem bisherig 

versicherten Lohn. Aus der Korrespondenz sowohl mit der Beklagten als auch mit 

B.___ bzw. deren Ehemann gehe unmissverständlich hervor, dass B.___ weiterhin zum 

Kreis der Versicherten zähle (act. G 14 im Verfahren KV-Z 2016/6).

B.e  Die Beklagte hielt in der Duplik vom 14. November 2016 ihrerseits unverändert an 

der beantragten Klageabweisung fest (act. G 16 im Verfahren KV-Z 2016/6).

B.f Das Versicherungsgericht teilte den Parteien am 26. Juli 2017 seinen Entschluss 

mit, die Klage in drei separaten Verfahren zu behandeln. Die Klage betreffend die 

Krankentaggelder von B.___ werde unter der Verfahrensnummer KV-Z 2017/9 

fortgeführt. Die Klägerin wurde ersucht, weitere Akten (u.a. die Kranken- und 

Behandlungsgeschichte von Dr. D.___) einzureichen (act. G 20 im Verfahren KV-

Z 2016/6).

B.g Mit Eingabe vom 7. November 2017 reichte die Klägerin die vom Gericht 

angeforderten Unterlagen ein (Kranken- und Behandlungsgeschichte verschiedener 

medizinischer Fachpersonen sowie Leistungsabrechnungen der Krankenversicherung). 

Die Aktennotizen enthielten zahlreiche Feststellungen über den damaligen Sachverhalt 

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betreffend das Arbeitsverhältnis, die von ihr (der Klägerin) bestritten würden. Da es 

nicht um die Beurteilung des damaligen Arbeitsverhältnisses gehe, werde auf eine 

detaillierte Stellungnahme verzichtet. Sollte das Gericht die ärztlichen Feststellungen 

zum Arbeitsverhältnis, zum Konflikt zwischen Schulleitung und Schulrat für relevant 

erachten, so sei ihr (der Klägerin) Frist zur detaillierten Stellungnahme anzusetzen. 

Auch aus den neu eingereichten Akten gehe hervor, dass B.___ in der ganzen Zeit 

arbeitsunfähig gewesen sei (act. G 1 im Verfahren KV-Z 2017/9).

B.h In der Stellungnahme vom 7. Mai 2018 vertrat die Beklagte den Standpunkt, auch 

unter Berücksichtigung der neuen Akten sei eine psychische Krankheit nicht 

nachgewiesen. Selbst wenn von einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit von 

B.___ im Oktober/November 2014 auszugehen gewesen wäre, sei sie während dieser 

Zeit nicht mehr als Lehrkraft im Schulbetrieb der Klägerin eingeplant gewesen. Wer 

ohne Geldeinbusse (z.B. während einer Freistellung) nicht arbeite und 

krankheitsbedingt arbeitsunfähig werde, habe keinen Anspruch auf eine Entschädigung 

durch die Krankentaggeldversicherung (act. G 7 im Verfahren KV-Z 2017/9).

B.i Im Schreiben vom 1. Juni 2018 bestritt die Klägerin, dass die Krankschreibung im 

Zusammenhang mit einem Arbeitsplatzkonflikt erfolgt und dass B.___ nicht krank 

gewesen sei. Sie beantragte die Zusprache einer Parteientschädigung von pauschal 

Fr. 10'000.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer; act. G 9 im Verfahren KV-Z 2017/9).

B.j Nach einer summarischen Beurteilung der Streitsache unterbreitete die 

Verfahrensleitung den Parteien am 28. November 2018 einen Vergleichsvorschlag (act. 

G 12), den die Beklagte ablehnte. Zur Begründung führte sie aus, dass eine auf eine 

psychische Erkrankung zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit von B.___ nicht 

rechtsgenüglich nachgewiesen sei. Im Zusammenhang mit der ab September 2014 

geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines somatischen Leidens komme es 

nicht auf die rechtliche, sondern vielmehr auf die faktische Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses an. Eine faktische Betrachtungsweise komme auch bei der 

Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen der Arbeitslosigkeit zur Anwendung, indem für 

den Eintritt der Arbeitslosigkeit die tatsächliche Arbeitsbeendigung und nicht die 

rechtliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses relevant sei. Wenn eine 

Weiterbeschäftigung von B.___ nicht mehr erwünscht und sie als Lehrkraft nicht mehr 

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eingeplant gewesen sei, könnten für eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit auch 

keine Taggeldleistungen der Krankentaggeldversicherung gefordert werden (Schreiben 

vom 17. Dezember 2018, act. G 15 im Verfahren KV-Z 2017/9).

B.k  Die Verfahrensleitung ersuchte die Klägerin am 21. Dezember 2018 um Mitteilung, 

wann B.___ für welchen Zeitraum freigestellt worden sei und auf welchen Zeitpunkt hin 

eine allfällige Kündigung erfolgt sei (act. G 16 im Verfahren KV-Z 2017/9). In der 

Eingabe vom 28. März 2019 bestritt die Klägerin die Ausführungen der Beklagten vom 

17. Dezember 2018. Das Arbeitsverhältnis sei erst am 25. Januar 2015 einvernehmlich 

per 31. Januar 2015 aufgelöst worden. Die Klägerin bestritt, dass B.___ ab Frühjahr 

2014 "nicht mehr erwünscht gewesen" und als Lehrperson nicht mehr im Schulbetrieb 

eingeplant gewesen sei. Fakt sei, dass sie aufgrund der Arztatteste davon 

ausgegangen sei, dass B.___ arbeitsunfähig gewesen sei, weshalb eine Freistellung gar 

nicht zu Disposition gestanden sei. Im Gegenteil: Deren Lektionen seien nach Eintritt 

der Arbeitsunfähigkeit kurzfristig auf andere, teilweise mehrere Lehrpersonen aufgeteilt 

worden. Diese Einsätze seien jeweils nach Erhalt eines neuen Arztzeugnisses kurzfristig 

geplant worden (act. G 21 im Verfahren KV-Z 2017/9).

B.l Die Beklagte nahm am 27. Juni 2019 Stellung zur Eingabe der Klägerin vom 

28. März 2019. Aus medizinischer Sicht habe Dr. D.___ ab dem 8. April 2014 den initial 

erhobenen Befund als kompensiert beurteilt und im weiteren Verlauf keine objektiven 

medizinischen Befunde mehr erhoben. Auch in seinem Bericht vom 2. Mai 2014 habe 

er von einer Arbeitsplatzproblematik gesprochen und festgehalten, dass B.___ aktiv 

eine neue Stelle suche. Aufgrund der fehlenden objektiven Befunderhebung seien die 

Angaben von Dr. D.___ zur Beweiserbringung der geltend gemachten 

Arbeitsunfähigkeit nicht geeignet. Sie zeichneten vielmehr die Situation eines 

Arbeitsplatzkonflikts. Eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung 

sei anhand der Berichte der behandelnden Ärzte nicht nachvollziehbar begründet. Die 

von Dr. G.___ bescheinigte Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar. Der 

Spitalaufenthalt Ende September 2014 (wegen eines Postpolypektomiesyndroms sowie 

einer Adnexzyste rechts) habe grundsätzlich eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit 

begründet. Allerdings sei nach wie vor unklar, inwiefern B.___ in diesem Zeitpunkt 

überhaupt noch als Lehrperson im Schulbetrieb eingeplant gewesen sei. Die von der 

Klägerin eingereichten Stundenpläne würden weder eine krankheitsbedingte 

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Abwesenheit von B.___ noch die Behauptung belegen, dass deren 

Weiterbeschäftigung geplant bzw. erwünscht gewesen sei. Belegt werde damit 

lediglich, dass eine Lehrperson gefehlt und deren Abwesenheit habe ersetzt werden 

müssen. Selbst wenn aber davon ausgegangen würde, dass B.___ noch zum Kreis der 

versicherten Personen gehört habe, wären aufgrund der in der Police vereinbarten 

Wartefrist von 30 Tagen gestützt auf Ziff. 7.3.1 AVB für diesen Leistungsfall keine 

Taggelder geschuldet. Dr. med. I.___, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, die 

B.___ erstmals am 10. November 2014 behandelt habe, habe ihr eine 

krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vom 10. bis 28. November 2014 wegen einer 

Divertikulitis mit erhöhtem Entzündungswert attestiert. Es treffe daher nicht zu, dass 

B.___ von September bis November 2014 an einem schweren Infekt erkrankt gewesen 

sei. Auch aus den Verlaufseinträgen von Dr. D.___ vom 30. September und 28. Oktober 

2014 lasse sich nichts dergleichen ableiten, zumal keine Befunde mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit festgehalten worden seien. Im Übrigen sei die Wartefrist von 30 

Tagen selbst dann noch nicht abgelaufen gewesen, wenn die Arbeitsunfähigkeiten vom 

September und jene vom November 2014 demselben Leistungsfall zuzurechnen wären 

(act. G 27 im Verfahren KV-Z 2017/9).

B.m  Die Klägerin rügte abschliessend, dass die Vorbringen der Beklagten betreffend 

die Arbeitsunfähigkeit und Leistungspflicht unter die Novenschranke gemäss Art. 229 

ZPO fallen würden (Eingabe vom 15. Juli 2019, act. G 29 im Verfahren KV-Z 2017/9).

Erwägungen

1.  

Mit der Klage beantragt die Klägerin Leistungen aus einer kollektiven Krankentaggeld­

versicherung.

1.1 Gemäss Ziff. 12 der vorliegend unbestrittenermassen anwendbaren Allgemeinen 

Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten zur Lohnausfallsversicherung, 

Ausgabe 2011 (act. G 9.5; siehe auch act. G 1.3 je im Verfahren KV-Z 2016/6), steht 

der klagenden Partei bei Streitigkeiten aus dem Versicherungsvertrag wahlweise die 

Anrufung des Gerichts am schweizerischen Wohnort, am schweizerischen Arbeitsort 

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oder am Geschäftssitz der Beklagten offen. Die Klägerin hat das Gericht am Arbeitsort 

von B.___ (Kanton St. Gallen) angerufen. Die örtliche Zuständigkeit des 

Versicherungsgerichts ist damit gegeben.

1.2 Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz über 

Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem 

Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden 

praxisgemäss auch Zusatzversicherungen wie die vorliegend zu beurteilende 

Kollektivtaggeldversicherung subsumiert, auf die das Bundesgesetz über den 

Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. etwa BGE 138 

III 2 E. 1.1). Damit sind vorliegend auch die Voraussetzungen der sachlichen und 

funktionellen Zuständigkeit des Versicherungsgerichts erfüllt.

1.3 Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren 

gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 564 E. 4.6).

2.  

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der an die Klägerin 

abgetretene Taggeldanspruch von B.___ für den Zeitraum vom 1. April bis 

31. Dezember 2014.

2.1 B.___ hat ihre Taggeldansprüche für den eingeklagten Zeitraum an die Klägerin 

abgetreten, was der Beklagten mit Schreiben vom 3. Juli 2015 mitgeteilt worden ist 

(act. G 9.7; siehe auch act. G 9.6 je im Verfahren KV-Z 2016/6). Im 

Privatversicherungsrecht ist die Abtretung von Ansprüchen aus 

Personenversicherungsverträgen zulässig (vgl. Art. 73 VVG). Die Beklagte hat die 

Gültigkeit der Abtretung bzw. die Aktivlegitimation zu keiner Zeit bestritten.

2.2 Klagen aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind gemäss 

Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren 

zu behandeln, wobei gemäss Art. 219 ZPO die Bestimmungen über das ordentliche 

Verfahren sinngemäss gelten (vgl. Christoph Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler, 

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Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Auflage, Bern 2016, N 11.154, N 11.157). 

Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht in solchen Streitigkeiten den 

Sachverhalt von Amtes wegen feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder 

soziale Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, den Sachverhalt mit 

eigenen Mitteln abzuklären und mit vertretbarem Aufwand zu einem hinreichend 

sicheren Beweisergebnis zu gelangen. Es ist dabei aber nicht an die Beweisanträge 

gebunden und kann von sich aus Beweis erheben. Die Parteien werden dadurch auch 

nicht von der Mitwirkung an der Erhebung der Beweise und der Erstellung des 

Sachverhalts entbunden. Sie bleiben mitverantwortlich für die Beweisführung und 

haben insbesondere die Beweismittel zu benennen und beizubringen (vgl. BSK ZPO 

[2. Auflage] - Peter Guyan, Art. 153 N 3 ff., insbesondere N 9; Franz Hasenböhler in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 2. Auflage Zürich/

Basel/Genf 2013 [nachfolgend zitiert mit ZPO Kommentar], Art. 153 N 5 ff.; Bernd 

Hauck in: ZPO Kommentar, Art. 247 N 33; sowie BGE 130 III 107 E. 2.2, BGE 125 III 

238 f. E. 4a und BGE 107 II 236 E. 2c mit weiteren Hinweisen).

2.3 Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das 

Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten 

Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete 

Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die 

Kraft eines Beweismittels nach seiner Überzeugung festzulegen (Urteil des 

Versicherungsgerichts vom 10. Februar 2015, KV-Z 2013/16, E. 2.2 mit Hinweis auf 

Hasenböhler, ZPO Kommentar, Art. 157 N 8 f.).

2.4 Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das 

Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten 

Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die 

einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, 

während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder 

rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs 

behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Der Eintritt des 

Versicherungsfalls ist nach diesen Grundsätzen vom Anspruchsberechtigten zu 

beweisen (BGE 141 III 241 E. 3.1). Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im 

Bereich des Versicherungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, 

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geniesst die anspruchsberechtigte Person insofern eine Beweiserleichterung, als sie 

nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten 

Versicherungsanspruchs darzutun hat. Beim Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ist verlangt, dass die Möglichkeit, es könnte sich auch anders 

verhalten, zwar nicht ausgeschlossen ist, sie aber für die betreffende Tatsache weder 

eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen darf (Urteil 

des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 4A_516/2014, E. 4.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 

130 III 325 E. 3.3).

2.5 Dass die Versicherung zunächst Taggelder ausbezahlt hat, ändert nichts an der 

Beweislast der anspruchsberechtigten Person. Macht die Versicherung geltend, die 

Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht 

erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig, so hat die 

anspruchsberechtigte Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und 

daher Anspruch auf Taggelder hat. Im Fall der Beweislosigkeit trägt mithin nicht die 

Versicherung, sondern die anspruchsberechtigte Person die Beweislast (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. August 2015, 4A_246/2015, E. 2.2 mit Hinweis).

2.5.1 Im Zivilprozess stellt ein Privatgutachten kein Beweismittel dar. Die 

sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung nach BGE 125 V 351 gilt unter dem 

Anwendungsbereich der ZPO nicht. Parteigutachten haben nicht die Qualität von 

Beweismitteln, sondern sind blosse Parteibehauptungen. Allerdings ist zu beachten, 

dass nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden müssen, die ausdrücklich 

bestritten sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt, 

welche einzelnen Behauptungen der klagenden Partei damit bestritten werden; die 

Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die Gegenpartei 

weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss. Der Grad der 

Substanziierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen Grad an 

Substanziierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines gesamten 

Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären, 

welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet. Je detaillierter mithin ein Parteivortrag 

ist, desto höher sind die Anforderungen an eine substanziierte Bestreitung. Diese sind 

zwar tiefer als die Anforderungen an die Substanziierung einer Behauptung; pauschale 

Bestreitungen reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, dass 

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der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung 

infrage gestellt wird. Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, 

werden meist besonders substanziiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale 

Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substanziieren, welche 

einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung von 

der Gegenpartei substanziiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine 

Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie 

allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den Beweis 

zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als 

bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (zum Ganzen BGE 141 III 

437 f. E. 2.6).

2.6 Das grundsätzlich anwendbare VVG enthält mit Ausnahme von Art. 87 VVG, der 

das selbstständige Forderungsrecht des Begünstigten in der kollektiven Unfall- oder 

Krankenversicherung normiert, keine spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld. 

Es sind deshalb vorab die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien massgebend, 

vorliegend also die AVB der Beklagten.

2.6.1 Gemäss Ziff. 7.1.1 AVB gilt als Krankheit eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine 

medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert und eine Arbeitsunfähigkeit zur 

Folge hat. Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, 

Unfall oder Geburt ganz oder teilweise ausserstande ist, ihren Beruf oder eine andere 

zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben. Teilweise Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn 

eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25% besteht (Ziff. 7.1.4 AVB). Das versicherte 

Taggeld wird für die Dauer der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf 

der vertraglich vereinbarten Wartefrist ausgerichtet. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit 

wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet 

(Ziff. 7.2.1 Absatz 2 AVB). Gemäss Police vom 19. November 2012 beträgt die 

Wartefrist 30 Tage je Fall (act. G 9.4 im Verfahren KV-Z 2016/6).

2.6.2 Versichert sind die in der Versicherungspolice aufgeführten natürlichen Personen 

oder Personengruppen, welche zum Versicherungsnehmer in einem 

arbeitsvertraglichen Verhältnis stehen und der AHV unterstellt sind (Ziff. 2.2.1 Abs. 1 

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AVB). Für die versicherte Person endet der Versicherungsschutz u.a. mit Beendigung 

des Arbeitsverhältnisses beim Versicherungsnehmer (Ziff. 5.2 lit. a AVB). Die 

versicherte Person hat alles zu tun, was zur Leistungsminderung beitragen kann. Die 

versicherte Person, welche in ihrem ursprünglichen Beruf voraussichtlich voll oder 

teilweise arbeitsunfähig bleibt, ist verpflichtet, ihre verbleibende Erwerbstätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich zu verwerten resp. sie hat sich bei der 

Arbeitslosenversicherung anzumelden. Sympany fordert die versicherte Person unter 

Ansetzung einer angemessenen Frist auf, die bisherige Tätigkeit anzupassen oder 

einen Stellen- resp. Berufswechsel vorzunehmen (Ziff. 8.2 Abs. 1 AVB).

3.  

3.1 Zur Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs für die Dauer vom 1. April bis 

31. Dezember 2014 (act. G 1, Rz 39, im Verfahren KV-Z 2016/6) ist zunächst die 

medizinische Aktenlage zu würdigen. Soweit die Klägerin gegen die Vorbringen der 

Beklagten vom 27. Juni 2019 (siehe hierzu act. G 27 im Verfahren KV-Z 2017/9) "die 

Novenschranke gemäss Art. 229 ZPO" ins Feld führt (act. G 29 im Verfahren KV-

Z 2017/9), übersieht sie, dass das Gericht neue Tatsachen und Beweismittel bis zur 

Urteilsberatung berücksichtigt, wenn es - wie vorliegend (siehe vorstehende E. 2.2) - 

den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären hat (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Unter diesen 

Umständen kann offenbleiben, ob die Vorbringen der Beklagten überhaupt neu sind 

und Tatsachenbehauptungen darstellen.

3.2 Zunächst ist zu prüfen, ob im umstrittenen Zeitraum aus psychiatrischer Sicht eine 

krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nachgewiesen ist.

3.2.1 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass dem Arbeitsplatzkonflikt eine 

herausragende Bedeutung im von B.___ geklagten Leidensbild zukommt. So stellte Dr. 

D.___ im Bericht vom 4. Februar 2014 u.a. die Diagnose "psychische und physische 

Dekompensation bei Arbeitsplatzproblematik" (act. G 9.35 im Verfahren KV-Z 2016/6). 

Am 2. Mai 2014 diagnostizierte er "ein arbeitsbezogenes Erschöpfungssyndrom 

(Burnout; ICD-10: Z73.0) mit/bei «Arbeitsplatzproblematik» sowie emotionaler und 

geistiger Erschöpfung". Der Bericht beinhaltet zahlreiche Schilderungen von B.___ 

bezüglich des von ihr wahrgenommenen "Mobbing" und Arbeitsplatzkonflikts. Sie leide 

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an der Ambivalenz bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit. Einerseits wolle sie ihre Schüler und 

die Klasse nicht im Stich lassen, anderseits könne sie den Arbeitstag kaum mehr 

ertragen. Dr. D.___ vertrat die Auffassung, aktuell sei B.___ an ihrem aktuellen 

Arbeitsplatz "sicherlich" 100% arbeitsunfähig. In ihrem angestammten Beruf an einem 

anderen Arbeitsplatz wäre sie nach Lösung des Konflikts innert weniger Wochen 

wieder arbeitsfähig. Physisch und kreislaufmässig sei B.___ gesund. Sie werde sich 

sehr schnell erholen, wenn sich die Problematik am Arbeitsplatz löse (act. G 9.40 im 

Verfahren KV-Z 2016/6). Nichts anderes kann der von Dr. D.___ am 11. September 

2017 eingereichten Kranken- und Behandlungsgeschichte für das ganze Jahr 2014 

entnommen werden. So nannte Dr. D.___ am 17. Januar 2014 "Mobbing am 

Arbeitsplatz" als einziges Problem (act. G1, Beilage 44a). In der Beurteilung hielt er fest: 

Dekompensation bei Loyalität zu Ehemann; Generationenfrage in der Lehrmethode und 

"schlussendlich Macht/politisches Problem" (act. G 1, Beilage 44a, S. 2 oben, im 

Verfahren KV-Z 2017/9). Hinzu kommt, dass B.___ Dr. D.___ offenbar vor allem auch 

mit Blick auf (fortlaufende) Arbeitsunfähigkeitsatteste konsultierte (siehe etwa act. G 1, 

Beilage 44b, im Verfahren KV-Z 2017/9: "möchte AUF" [S. 1 oben]; "07.01.14 Pat. steht 

hier, möchte AUF ein Forlaufents Zeugnis" [sic; S. 1 unten]; siehe auch die Einträge 

vom 20. Mai und 16. Juni 2014: "Beurteilung: Regelung Arbeitsunfähigkeit" und 

"kompensiert, va Diskussion über AUF" [act. G 1, Beilage 44b, S. 4]). Hinsichtlich der 

Diagnose, der Beurteilung des Krankheitswerts und der Arbeitsfähigkeitsbescheinigung 

von Dr. D.___ legte Dr. E.___ des Weiteren zutreffend dar, dass dieser nicht über die 

erforderlichen fachpsychiatrischen Kompetenzen verfüge, krankheitsfremde Faktoren 

einbeziehe und keine spezifischen objektiven psychiatrischen Befunde angebe. Ihre 

Schlussfolgerung, es scheine sich um eine Krankschreibung zwecks Schonung der 

Versicherten bei Konflikt an der Arbeit zu handeln, leuchtet angesichts der erwähnten 

Umstände ein (Stellungnahme vom 5. Mai 2014, act. G 9.41 im Verfahren KV-Z 2016/6). 

Dies gilt umso mehr, als auch im Austrittsbericht des Kantonsspitals H.___ vom 

26. September 2014 betreffend die Systemanamnese des Nervensystems eine 

"psychische Belastung aufgrund des Arbeitsplatzes bei Mobbing und Stellenverlust" 

erwähnt wurde (act. G 9.46, S. 2, im Verfahren KV-Z 2016/6).

3.2.2 Dr. G.___ diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion 

(ICD-10: F43.20) und hielt B.___ für sämtliche Tätigkeiten für vollständig arbeitsunfähig. 

Die Erkrankung sei durch die Schwierigkeiten des Arbeitsplatzes hervorgerufen und sei 

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deshalb arbeitsplatzbezogen (Bericht vom 27. Juni 2014, act. G 9.44 im Verfahren KV-

Z 2016/6). Bei der attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten 

handelt es sich um eine gerichtsnotorisch apodiktische Beurteilung von Dr. G.___ 

zugunsten von Versicherten (vgl. die Entscheide des Versicherungsgerichts vom 

17. September 2018, KV-Z 2016/6, E. 3.2.1, und vom 24. Juni 2019, KV-Z 2017/10, 

E. 3.4), die weder auf einer erkennbaren objektiven Prüfung der Ressourcen noch der 

Konsistenz beruht. Sie steht nicht nur im Widerspruch zu den arbeitsplatzbezogenen 

Klagen von B.___ (siehe vorstehende E. 3.2.1), sondern auch zur eigenen von Dr. G.___ 

vertretenen Auffassung, dass eine arbeitsplatzbezogene Erkrankung vorliege (siehe 

hierzu act. G 9.44, S. 2, im Verfahren KV-Z 2016/6). In damit zu vereinbarender Weise 

äusserte B.___ gegenüber Dr. D.___ im Zusammenhang mit den Taggeldleistungen am 

4. August 2014 den Verdacht, dass die Beurteilung bei Dr. G.___ den Zweck gehabt 

habe, dass die Schulgemeinde Geld bekomme (act. G 1, Beilage 44b, S. 5, im 

Verfahren KV-Z 2017/9). Aus seiner Befunderhebung geht ausserdem die zentrale 

Bedeutung der eskalierten Situation an der Schule hervor, aufgrund derer sich B.___ 

"ungerecht behandelt fühlt" (act. G 9.44 im Verfahren KV-Z 2016/6). Zudem führte 

Dr. E.___ in ihrer Stellungnahme vom 19. Juli 2014 plausibel aus, dass die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G.___ nicht nachvollziehbar sei und sie im 

Widerspruch zur medizinischen Voraktenlage stehe (act. G 9.45 im Verfahren KV-

Z 2016/6). An dieser Betrachtungsweise vermögen auch die eher allgemein gehaltenen 

Ausführungen von Dr. G.___ vom 3. September 2014 nichts zu ändern (act. G 1, 

Beilage 47, im Verfahren KV-Z 2017/9). Im Übrigen hat die Klägerin durch ihren 

damaligen Rechtsvertreter am 11. Juli 2014 - anders als bei den Lehrpersonen der 

Verfahren KV-Z 2016/6 und KV-Z 2017/10 - bezüglich B.___ ausdrücklich selbst darauf 

hingewiesen, dass von einer arbeitsplatzbezogenen Krankheit auszugehen sei (act. 

G 9.14 im Verfahren KV-Z 2016/6). Insgesamt ist der Schluss von Dr. G.___ nicht 

einleuchtend, dass im strittigen Zeitraum ein von den von B.___ geschilderten 

Umständen am Arbeitsplatz unabhängiger Gesundheitsschaden bestanden habe, der 

zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für "jede andere Tätigkeit" geführt habe (act. 

G 9.44 im Verfahren KV-Z 2016/6). Diese war denn auch - nachdem sie bereits 

anlässlich der Konsultation bei Dr. D.___ vom 7. März 2014 "deutlich entspannter" 

gewesen sei - ab April 2014 in der Lage, Stellenbemühungen vorzunehmen (siehe act. 

G 1, Beilage 44b, S. 3, Einträge vom 7. März 2014 und 8. April 2014, im Verfahren KV-Z 

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2017/9; zur Erfolgslosigkeit der Bemühungen siehe die entsprechenden Einträge vom 

1. Juli 2014 und 4. August 2014, in act. G 1, Beilage 44b, S. 5, im Verfahren KV-Z 

2017/9). Im Eintrag vom 29. April 2014 gab Dr. D.___ bei der Anamnese "in Summe 

besser" und beim Befund vom 16. Juni 2014 "kompensiert" bzw. beim Befund vom 

2. September 2014 "Guter AZ, kompensiert" an (act. G 1, Beilage 44b, S. 3 ff., im 

Verfahren KV-Z 2017/9). Schliesslich ist ab April 2014 auch keine psychiatrische 

Therapie in Anspruch genommen worden, die Rückschlüsse auf einen subjektiven 

Leidensdruck bzw. auf einen krankheitswertigen, die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigenden psychischen Gesundheitsschaden zulassen würde.

3.3 Des Weiteren ist zu prüfen, ob im umstrittenen Zeitraum aus somatischer Sicht eine 

krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nachgewiesen ist.

3.3.1 Für die Folgen der wegen einer symptomatischen Cholezystitis am 28. Januar 

2014 erfolgten laparoskopischen Cholezystektomie (zum Operationsbericht der 

Chirurgischen Klinik am Spital C.___ vom 8. Februar 2014 siehe act. G 9.36 im 

Verfahren KV-Z 2016/6) bescheinigten die behandelnden medizinischen Fachpersonen 

der Chirurgischen Klinik am Spital C.___ bis 7. Februar 2014 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (Austrittsbericht vom 11. Februar 2014, act. G 9.36 im Verfahren KV-

Z 2016/6). In damit zu vereinbarender Weise berichtete Dr. D.___ am 2. Mai 2014, B.___ 

habe sich von der Cholezystektomie gut erholt und sei am 10. Februar 2014 wieder an 

ihrem Arbeitsplatz erschienen. Anlässlich der Konsultation vom 21. Februar 2014 

wurden keine Befunde beschrieben, die im Zusammenhang mit der Cholezystektomie 

bzw. der Cholezystitis standen (act. G 9.40 im Verfahren KV-Z 2016/6). Auch der 

Vertrauensarzt der Beklagten, Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

vertrat in der Stellungnahme vom 6. Mai 2014 die Auffassung, dass die Folgen der 

Cholezystektomie zu keiner Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr führten. Eine 

Arbeitsunfähigkeit habe maximal bis 4 Wochen nach der Operation bestanden (act. 

G 9.42 im Verfahren KV-Z 2016/6). Gestützt auf die dargestellte medizinische 

Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Cholezsystektomie im strittigen Zeitraum 

keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr begründete.

3.3.2 Betreffend die Folgen des nach der Koloskopie vom 24. September 2014 

aufgetretenen Postpolypektomiesyndroms führten die an der Abteilung Innere Medizin 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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am Kantonsspital H.___ behandelnden medizinischen Fachpersonen aus, dass B.___ 

"bereits am 26.09.2014 beschwerdefrei in die häusliche Umgebung [habe] entlassen 

werden" können (siehe hierzu den Austrittsbericht vom 26. September 2014, act. 

G 9.46 im Verfahren KV-Z 2016/6). Dr. D.___ hielt anlässlich der Konsultation vom 

30. September 2014 fest, es sei B.___ gut gegangen. "AZ gut DG normal". Die am 

28. Oktober 2014 bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit charakterisierte er 

ausdrücklich bloss noch als "arbeitsplatzspezifisch" (act. G 1, Beilage 44b, S. 6, im 

Verfahren KV-Z 2017/9) und führte sie demnach offensichtlich nicht mehr auf ein 

somatisches Leiden zurück. Erst am 14. November 2014 beschrieb er ab 9. November 

2011 somatische Probleme ("unwohlsein, vd. auf HWI, Bauchschmerzen"; 

Verschlechterung des Allgemeinzustands; act. G 1, Beilage 44b, S. 7, im Verfahren KV-

Z 2017/9). Dr. I.___ stellte kurz zuvor anlässlich der Konsultation vom 11. November 

2014 eine Divertikulitis mit erhöhtem Entzündungswert CRP fest (act. G 1, Beilage 48c, 

im Verfahren KV-Z 2017/9). Bereits am 22. November 2014 notierte Dr. D.___ einen 

deutlich verbesserten Gesundheitszustand (deutlich besser, "alles vorbei"). In mit 

diesen echtzeitlichen Feststellungen nicht zu vereinbarender Weise bescheinigte Dr. 

D.___ am 5. Dezember 2014 dann aber rückwirkend eine vom 24. September bis 

"sicher" 30. November 2014 durchgehende vollständige Arbeitsunfähigkeit. Nach einer 

Koloskopie sei es zu Komplikationen gekommen, weswegen B.___ vom 24. bis 

26. September 2016 im Kantonsspital H.___ hospitalisiert gewesen sei. Nach dem 

Austritt habe sie weiterhin an unklaren Unterbauchschmerzen gelitten und es habe sich 

gezeigt, dass eine Nierenbeckenentzündung wahrscheinlich Ursache dieser 

Beschwerden gewesen sei. Es habe eine längere antibiotische Kur durchgeführt 

werden müssen, weil initial ein nicht wirksames Antibiotikum abgegeben worden sei. 

Der Keim, der isoliert worden sei, sei ein sogenannter Spitalkeim gewesen, was die 

Therapieresistenz erkläre (act. G 9.48 im Verfahren KV-Z 2016/6; siehe auch die 

Ausführungen von Dr. D.___ vom 2. Dezember 2014 in act. G 1, Beilage 44b, S. 8, im 

Verfahren KV-Z 2017/9). Angesichts der echtzeitlich festgehaltenen medizinischen 

Angaben und Befunde ist jedenfalls davon auszugehen, dass im Zeitraum vom 

24. September bis 30. November 2014 keine durchgehende bzw. keine insgesamt 30-

tägige somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit bestand. Die von Dr. D.___ erst im 

Nachhinein mit den früheren Akten - insbesondere mit seinen eigenen echtzeitlichen 

Angaben - nicht zu vereinbarende Bescheinigung einer durchgehenden 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/21

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Arbeitsunfähigkeit ist nicht nachvollziehbar. Auch die Eindeutigkeit, mit der er sich 

dabei ausdrückt ("sicher"), weckt Zweifel an seiner nachträglichen 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, gibt er damit doch eine Sicherheit vor, die es in 

solchen Belangen von der Natur der Sache her nicht geben kann (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 9. August 2006, I 391/06, E. 3.2.2). Wie die 

Beklagte zutreffend ausführt, ist die in der Police vereinbarte Wartefrist von 30 Tagen 

(siehe hierzu vorstehende E. 2.6.1) selbst dann nicht erfüllt worden, wenn die 

Arbeitsunfähigkeiten im Zeitraum von September und November 2014 addiert würden 

(act. G 27, Rz 3, im Verfahren KV-Z 2017/9). Unter diesen Umständen kann 

offenbleiben, ob B.___ in diesem Zeitraum überhaupt noch in einem 

leistungsbegründenden Arbeitsverhältnis mit der Klägerin stand, was die Beklagte 

bestreitet (act. G 27, Rz 2, im Verfahren KV-Z 2017/9).

3.4 Die Frage, ob eine dauerhafte Wiederaufnahme der Tätigkeit am bisherigen 

Arbeitsplatz aus krankheitsfremden arbeitsmässigen oder psychosozialen 

Gesichtspunkten B.___ nicht mehr zumutbar gewesen ist, bildet nicht Gegenstand des 

vorliegenden Streits. Nicht Zweck einer Krankentaggeldversicherung ist es, 

Arbeitsausfälle zu entschädigen, die nicht auf ein versichertes Risiko (siehe hierzu 

vorstehende E. 2.6.1), sondern ausschliesslich auf nicht (mehr) krankheitswertige 

Folgen begründende Arbeitsplatzkonflikte oder von den Versicherten empfundene 

Kränkungen zurückzuführen sind. Die Klägerin bestreitet, dass die Krankschreibungen 

im Zusammenhang mit einem Arbeitsplatzkonflikt erfolgt seien, und beantragt, "sollte 

das Gericht Feststellungen zum Arbeitsverhältnis, zum Konflikt zwischen Schulleitung 

und Schulrat für relevant erachten", sei ihr Frist zur detaillierten Stellungnahme 

anzusetzen (act. G 9, Rz 3, im Verfahren KV-Z 2017/9). Wie aus den vorstehenden 

E. 3.2.1 f. hervorgeht, fühlte sich B.___ durch die Situation am Arbeitsplatz sehr 

belastet. Sie empfand diese als konfliktträchtig und fühlte sich gekränkt (vgl. auch die 

Einschätzung von B.___ selbst, besonders deutlich in act. G 1, Beilage 44b, im 

Verfahren KV-Z 2017/9, wiedergegeben im Eintrag vom 22. November 2014, S. 8 

Mitte). Das tatsächliche Ausmass des Arbeitsplatzkonflikts - sofern denn überhaupt 

erhebbar - spielt für die vorliegende Beurteilung keine Rolle. Denn jedenfalls ist ein 

eigenständiger medizinischer psychischer und somatischer Gesundheitsschaden 

spätestens ab 1. April 2014 nicht (mehr) im leistungsbegründenden Ausmass dargetan. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

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Deshalb erübrigen sich Ausführungen zur von der Klägerin in der Eingabe vom 

28. März 2019 dargelegten Sichtweise (siehe hierzu act. G 21 im Verfahren KV-Z 

2017/9).

3.5 Nach dem Gesagten ist spätestens per 1. April 2014 eine durch einen 

Gesundheitsschaden bedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht mehr in 

einem leistungsbegründenden Ausmass dargetan. Gesundheitsschäden standen damit 

einer Arbeitsaufnahme am bisherigen Arbeitsplatz ab 1. April 2014 nicht (mehr) 

entgegen. Nachdem für B.___ bereits im Februar 2014 klar war, dass sie nicht an ihren 

bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren würde (siehe die Angaben in act. G 1, Beilage 

44b, S. 2, Einträge vom 10. und 21. Februar 2014, im Verfahren KV-Z 2017/9: "wird 

sicher mal kündigen", "muss sich anders orientieren") und sie sich bereits (spätestens) 

anfangs April 2014 aktiv im Bewerbungsprozess befand (act. G 1, Beilage 44b, S. 3, 

Eintrag vom 8. April 2014, im Verfahren KV-Z 2017/9: "schon beworben in […]"), war ihr 

ein Stellenwechsel im Übrigen spätestens im April 2014 zumutbar. Die im Zeitraum von 

September bis November 2014 aufgetretenen somatischen Leiden begründeten keine 

die Wartefrist erfüllende Arbeitsunfähigkeit. Jedenfalls ist eine taggeldbegründende 

Arbeitsunfähigkeit ab 1. April 2014 nicht rechtsgenüglich erstellt. Die Folgen dieser 

Beweislosigkeit hätte B.___ bzw. hat die Klägerin zu tragen. Von weiteren Abklärungen 

können in antizipierender Beweiswürdigung keine zusätzlichen entscheidwesentlichen 

Erkenntnisse mehr erwartet werden, nachdem sowohl die psychische wie auch die 

somatische Symptomatik offenbar auch nach der Sichtweise der Klägerin spätestens 

per 31. Dezember 2014 abgeklungen waren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

16. Februar 2017, 4A_445/2016, E. 4.3).

4.  

4.1 Nach dem Gesagten ist die Klage vollumfänglich abzuweisen.

4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).

4.3 Die unterliegende Klägerin hat ausgangsgemäss keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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4.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat im Bereich der 

Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung der obsiegende 

Versicherungsträger Anspruch auf eine Parteientschädigung, falls er durch einen 

externen Anwalt vertreten ist (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2010, 

4A_194/2010, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 137 III 47; Urteil des Bundesgerichts 

vom 9. Januar 2001, 5C.244/2000, E. 5 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der 

Fall, weshalb die Beklagte keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 des sankt-gallischen Reglements über 

Organisation und Geschäftsgang des Versicherungsgerichtes (OrgR; sGS 941.114)

1.  

Die Klage wird abgewiesen.

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  

Die Anträge der Parteien auf eine Parteientschädigung werden abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.09.2019
	Krankentaggeld, VVG-Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Der Nachweis der Arbeitsunfähigkeit zur Geltendmachung von Taggeldleistungen obliegt der versicherten Person. Arbeitsplatzkonflikt. Würdigung medizinischer Berichte. Leistungsbegründende Arbeitsunfähigkeit in der strittigen Periode nicht nachgewiesen. Die neu zwischenzeitlich aufgetretene somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit erfüllt die 30-tägige Wartefrist nicht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. September 2019, KV-Z 2017/9).

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		2024-05-27T01:03:02+0200
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