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**Case Identifier:** 69e1c1db-f34e-58db-9cb0-0cd227ff26f0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 06.04.2022 715 21 358/72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-21-358-72_2022-04-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
Vom 6. April 2022 (715 21 358 / 72) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Arbeitslosenversicherung 

 

 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen Nichtbefolgung einer Weisung 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Ergänzende Massnahmen ALV, Güterstrasse 107, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  
 
 
 
A. Die 1976 geborene A.____ meldete sich am 27. April 2020 zur Arbeitsvermittlung an 
und erhob ab diesem Datum Anspruch auf Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung 
(ALV). Laut Eintrag im Dokument Beratungsverlauf wurde anlässlich des Gesprächs mit der 
zuständigen RAV-Personalberaterin vom 9. März 2021 beschlossen, die Teilnahme an einem 
Programm zur vorübergehenden Beschäftigung umzusetzen. Mit Zuweisungsentscheid vom 
17. März 2021 wurde A.____ angewiesen, sich im Rahmen einer arbeitsmarktlichen Massnah-
me bis spätestens 24. März 2021 bei der Genossenschaft B.____ für eine vorübergehende Be-
schäftigung telefonisch oder persönlich zu melden. Gemäss Zuweisungsrückmeldung der Ge-
nossenschaft B.____ vom 26. März 2021 kam A.____ dieser Aufforderung nicht nach. Mit Ver-

 

 
 
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fügung vom 14. April 2021 stellte das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA), 
Abteilung Ergänzende Massnahmen ALV, die Versicherte wegen Nichtbefolgung einer Weisung 
ab 25. März 2021 für 22 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Gegen diese Verfügung erhob 
die Versicherte am 12. Mai 2021 Einsprache. Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, dass 
sie im Dezember 2020 an Covid-19 erkrankt sei und nach wie vor an Folgeerscheinungen lei-
den würde. Im März (2021) sei es ihr erneut schlecht gegangen, weshalb ihr auch der Gang 
zum Briefkasten nicht möglich gewesen sei. Sie habe die Massnahme unverzüglich nach Wie-
dererlangung der Arbeitsfähigkeit angetreten. Mit Einspracheentscheid vom 23. September 
2021 hielt das KIGA an der verfügten Einstellung fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid reichte A.____ am 21. Oktober 2021 (Eingang) 
eine als "Einsprache" bezeichnete Eingabe beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht), ein. Da das Schreiben der Versicherten den gesetzlichen Anforde-
rungen an eine Beschwerdeschrift nicht genügte, räumte das Kantonsgericht A.____ eine uner-
streckbare Nachfrist zur Beschwerdeverbesserung ein. In der Folge reichte die Versicherte am 
15. November 2021 fristgerecht eine verbesserte Beschwerde ein. Darin beantragte sie sinn-
gemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung brachte sie 
im Wesentlichen vor, dass die Zuweisung zu einem Programm zur vorübergehenden Beschäfti-
gung ausdrücklich auf ihren Wunsch und nicht auf Veranlassung ihrer Personalberaterin erfolgt 
sei. Ferner bekräftigte sie, dass sie die Massnahme unmittelbar nach ihrer Genesung angetre-
ten habe. Sie leide nach wie vor unter Folgeerscheinungen ihrer Covid-19-Erkrankung. Für die 
Behandlung der Beschwerden im Zusammenhang mit dieser Erkrankung sei ausschliesslich die 
Arztpraxis C.____ in Basel zuständig.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Dezember 2021 schloss das KIGA auf Abweisung 
der Beschwerde.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver-
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 kann der Bundesrat die 
örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Ok-
tober 2000 regeln. Laut Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenver-
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 ist für die Beurteilung 
von Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das 
Versicherungsgericht desselben Kantons zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Ver-
fahrens bildet ein Einspracheentscheid, den das KIGA als kantonale Amtsstelle im Sinne von 
Art. 85 AVIG erlassen hat, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ver-
sicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-

 

 
 
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spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung 
Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von 
Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die 
Frage, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen Nichtbefolgung einer Weisung für die Dauer 
von 22 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. Bei einem versicherten Ver-
dienst in der Höhe von Fr. 2'820.-- und einer Einstelldauer von 22 Tagen liegt der Streitwert in 
jedem Fall unter der erwähnten Grenze von Fr. 20'000.--, weshalb die Angelegenheit in die 
Kompetenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht fällt. 
 
2.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG muss die versicherte Person, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare 
unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Schadenminderungspflicht; 
vgl. BGE 114 V 285 E. 3, 111 V 239 E. 2a, 108 V 165 E. 2a). Insbesondere ist sie verpflichtet, 
Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes, und sie muss ihre Be-
mühungen nachweisen können. Im Weiteren muss die versicherte Person eine vermittelte zu-
mutbare Arbeit annehmen und sie hat auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an arbeitsmarkt-
lichen Massnahmen teilzunehmen, die ihre Vermittlungsfähigkeit fördern (Art. 17 Abs. 3 lit. a 
AVIG).  
 
2.2 Zur Durchsetzung der verschiedenen in Art. 17 AVIG statuierten Pflichten der versi-
cherten Person, insbesondere der Schadenminderungspflicht, sieht das Gesetz bei Verhal-
tensweisen, die sich negativ auf Eintritt oder Dauer der Leistungspflicht der Arbeitslosenversi-
cherung auswirken, Sanktionen vor (vgl. dazu THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, 
in: Soziale Sicherheit, Ulrich Meyer [Hrsg.], Basel 2016, Rz. 828). Bei Verwirklichung der in Art. 
30 Abs. 1 AVIG aufgezählten Tatbestände kann die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädi-
gung für eine bestimmte Anzahl von Tagen ausgesetzt werden. So kann die versicherte Person 
in der Anspruchsberechtigung eingestellt werden, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die 
Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht 
annimmt oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, ab-
bricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmög-
licht (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG).  
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben der Versicherungsträger 
und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwer-
defall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih-
rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, 
sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt 

 

 
 
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den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein-
lichste würdigen (BGE 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen).  
 
3.2 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast 
begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden 
Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozi-
alversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als 
im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem un-
bewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings 
erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf 
Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein-
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen).  
 
4. Vorliegend steht unbestritten fest, dass die Beschwerdeführerin der Aufforderung des 
RAV vom 17. März 2021, sich im Rahmen einer arbeitsmarktlichen Massnahme bis spätestens 
am 24. März 2021 bei der Genossenschaft B.____ telefonisch oder persönlich für eine vorüber-
gehende Beschäftigung zu melden, keine Folge geleistet hat. Damit erfüllt sie grundsätzlich den 
Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG. Aktenkundig ist sodann, dass im Zeitpunkt der Zuwei-
sung der arbeitsmarktlichen Massnahme keine Anhaltspunkte für eine baldige Neuanstellung 
der Versicherten vorgelegen haben. Vor diesem Hintergrund war das RAV berechtigt, eine be-
rufliche Massnahme zur Verbesserung der Vermittlungsfähigkeit und zum Zwecke einer ra-
schen und dauerhaften Wiedereingliederung anzuordnen. Streitig und im Folgenden zu prüfen 
ist einzig, ob die Versicherte für den Umstand, dass sie sich – entgegen der Aufforderung des 
RAV – nicht bis zum 24. März 2021 bei der Genossenschaft B.____ persönlich oder telefonisch 
gemeldet hat, entschuldbare Gründe anführen kann.  
 
5.1 Den vorliegenden Akten lässt sich hierzu entnehmen, dass am 9. März 2021 ein tele-
fonisches Beratungsgespräch zwischen der Versicherten und ihrer RAV-Beraterin stattgefunden 
hat, anlässlich welchem die Teilnahme an einem Programm zur vorübergehenden Beschäfti-
gung vereinbart wurde. In der hierzu ergangenen Kurzmitteilung vom 10. März 2021 wurde die 
Versicherte aufgefordert, mit ihrer Unterschrift zu bestätigen, bei einem versicherten Verdienst 
von 46% eine arbeitsmarktliche Massnahme mit einem Pensum von 50% besuchen zu können. 
Ferner wurde sie darauf hingewiesen, dass sie nach Eingang ihrer Bestätigung die Zuweisung 
per Post erhalten werde. Die Versicherte unterzeichnete die dieser Kurzmitteilung beigeschlos-
sene Bestätigung am 17. März 2021. Mit Zuweisungsentscheid gleichen Datums wurde die 
Versicherte angewiesen, sich im Rahmen einer arbeitsmarktlichen Massnahme bis spätestens 
24. März 2021 bei der Genossenschaft B.____ für eine vorübergehende Beschäftigung telefo-
nisch oder persönlich zu melden. Gemäss Zuweisungsrückmeldung der Genossenschaft 
B.____ vom 26. März 2021 kam sie dieser Aufforderung – wie dargelegt – nicht nach. Mit E-
Mail vom 29. März 2021 (Montag) teilte die Versicherte der zuständigen RAV-Beraterin mit, 
dass sie seit Mittwoch krank sei und sich daher erst heute telefonisch (bei der Genossenschaft 
B.____) habe melden können. Einer weiteren E-Mail vom 30. März 2021 zuhanden der zustän-
digen Beraterin legte sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 29. März 2021 bei, worin 

 

 
 
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der Versicherten für die Zeit vom 24. März 2021 bis 29. März 2021 eine volle Arbeitsunfähigkeit 
bescheinigt wurde.  
 
5.2 In den vorliegenden Akten finden sich sodann weitere Arbeitsunfähigkeitsbescheini-
gungen. So attestierte Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, am 6. Januar 2021 
vom 27. Dezember 2020 bis 3. Januar 2021 eine krankheitsbedingte volle Arbeitsunfähigkeit. 
Mit Zeugnis vom 4. Januar 2021 bescheinigte pract. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Me-
dizin, eine solche für die Zeit vom 4. bis 8. Januar 2021 und mit Zeugnis vom 11. Januar 2021 
attestierte Prof. Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, eine Arbeitsunfähigkeit von 
100% für den Zeitraum vom 11. bis 15. Januar 2021. Der E-Mail des Contact Tracings Basel-
Landschaft vom 28. Dezember 2020, mit welcher für die Versicherte eine Isolationsdauer vom 
26. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 angeordnet wurde, sowie der E-Mail der Versicherten 
vom 31. Dezember 2020 zuhanden der zuständigen Beraterin, kann ferner entnommen werden, 
dass die Versicherte in diesem Zeitraum an Covid-19 erkrankte.  
 
6.1 Die Versicherte macht im Wesentlichen geltend, dass sie im Dezember 2020 an Covid-
19 erkrankt sei und nach wie vor unter Folgeerscheinungen leide. Während des vorliegend 
massgebenden Zeitraums sei es ihr erneut gesundheitlich schlecht gegangen, weshalb sie nicht 
in der Lage gewesen sei, das Haus zu verlassen und ihren Briefkasten zu leeren. Die Be-
schwerdegegnerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass es ihr zumutbar gewe-
sen wäre, sich bei der Genossenschaft B.____ zu melden, zumal die Aussagen der Beschwer-
deführerin von ärztlicher Seite nicht bestätigt würden.  
 
6.2 Der Beschwerdegegnerin ist im Ergebnis beizupflichten. Soweit sie im Rahmen ihrer 
Begründung u.a. die Unzumutbarkeit der arbeitsmarktlichen Massnahme an sich thematisiert, 
gilt es indessen festzuhalten, dass mögliche Unzumutbarkeitsgründe im Sinne von Art. 16 
Abs. 2 lit. c AVIG vorliegend nicht zur Diskussion stehen, zumal die Beschwerdeführerin auch 
nicht geltend macht, ihr sei die arbeitsmarktliche Massnahme in grundsätzlicher Hinsicht nicht 
zumutbar gewesen. Zur Beurteilung steht einzig die Frage nach einem entschuldbaren Grund 
für die unterlassene Meldung bei der Genossenschaft B.____. Mit Kurzmitteilung vom 10. März 
2021 wurde die Versicherte darauf hingewiesen, dass sie nach Eingang der Bestätigung zur 
Teilnahme an einer arbeitsmarktlichen Massnahme die entsprechende Zuweisung per Post er-
halten werde. Sie unterzeichnete die Bestätigung am 17. März 2021. Mit Zuweisungsentscheid 
gleichen Datums wurde die Versicherte angewiesen, sich im Rahmen einer arbeitsmarktlichen 
Massnahme bis spätestens 24. März 2021 bei der Genossenschaft B.____ für eine vorüberge-
hende Beschäftigung telefonisch oder persönlich zu melden. Das von der Beschwerdeführerin 
beigebrachte Zeugnis von Dr. G.____ vom 29. März 2021 bescheinigte der Versicherten eine 
volle Arbeitsunfähigkeit für die Zeit ab 24. März 2021 bis 29. März 2021, womit (zumindest) der 
letzte Tag der angesetzten Frist in diese Zeitspanne fällt. Für den Zeitraum davor ist anhand der 
vorliegenden Aktenlage indessen keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Auch in ihrer E-Mail 
vom 29. März 2021 (Montag) zuhanden der zuständigen RAV-Beraterin teilte die Versicherte in 
Übereinstimmung hierzu mit, dass sie seit Mittwoch, mithin 24. März 2021, krank sei. Ferner 
sind weder dieser Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung noch sonst Hinweise zu entnehmen, wo-
nach es der Versicherten während des vorliegend massgebenden Zeitraums nicht möglich ge-

 

 
 
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wesen wäre, den Gang zum Briefkasten sowie Telefonanrufe zu tätigen. Die beigebrachten At-
teste äussern sich nicht zu den konkreten Beschwerden der Versicherten und die Versicherte 
legt auch nicht näher dar, inwiefern ihr entsprechende Handlungen nicht zumutbar gewesen 
wären. Aus dem in der Beschwerde angeführten pauschalen Hinweis, wonach sie nach wie vor 
unter Atemnot leide, kann jedenfalls nicht allein auf eine Unzumutbarkeit solcher Handlungen 
geschlossen werden. Dies umso weniger, als eine Covid-19-Erkrankung im Dezember 2020 
aufgrund der Aktenlage zwar erstellt ist, den Akten sich indessen auch im Zeitraum vom 
16. Januar bis 23. März 2021, in welchem keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist, keine Hin-
weise auf einen derart schwer beeinträchtigten Gesundheitszustand entnehmen lassen. Viel-
mehr geht bspw. dem Eintrag vom 9. März 2021 im dokumentierten Beratungsverlauf betreffend 
die persönliche Situation der Versicherten hervor, dass es der Versicherten gutgehe und nur 
noch leichte Symptome vorhanden seien. Ferner war es der Versicherten zwischenzeitlich auch 
möglich, Beratungstermine wahrzunehmen und Bewerbungen zu verfassen. Alsdann unter-
zeichnete sie die Bestätigung zur Teilnahme an einem Programm zur vorübergehenden Be-
schäftigung am 17. März 2021. Soweit die Beschwerdeführerin ferner geltend macht, dass für 
die Behandlung der Folgebeschwerden ihrer Covid-19-Erkrankung ausschliesslich die Arztpra-
xis C.____ in Basel zuständig sei, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die dort 
tätigen Fachpersonen Prof. Dr. F.____, Dr. D.____ und pract. med. E.____ bescheinigten der 
Versicherten lediglich eine Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 27. Dezember 2020 bis 15. Janu-
ar 2021 (vgl. E. 5.2 hiervor). Für den hier interessierenden Zeitraum liegen keine Beweismittel 
vor. Die von Dr. G.____ bescheinigte Arbeitsunfähigkeit vom 24. bis 29. März 2021 vermag die 
unterlassene Abmeldung mit Blick auf das Dargelegte jedenfalls nicht zu entschuldigen. Daran 
ändert entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch der Umstand nichts, dass sie die 
entsprechende Massnahme nach erneuter Zuweisung schliesslich am 27. April 2021 angetreten 
hat. Bei dieser Argumentation verkennt sie, dass für die vorliegende Streitigkeit einzig ihr Ver-
halten bis zum 24. März 2021 (Ende der Frist zur Vereinbarung eines Vorstellungsgesprächs 
bei der Genossenschaft B.____) massgebend ist. Daher ist vorliegend nicht von Belang, dass 
sie mehrere Wochen später die Massnahme angetreten hat. Unerheblich ist ferner, ob die Zu-
weisung ursprünglich auf ihren Wunsch erfolgte.  
 
7. Nach dem Gesagten liegt kein entschuldbarer Grund für die unterlassene Meldung bei 
der Genossenschaft B.____ vor. Der Tatbestand der Nichtbefolgung einer Weisung gemäss 
Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist daher als erfüllt zu betrachten. Die vorübergehende Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung ist demnach im Grundsatz zu Recht erfolgt. 
 
8.1 Zu prüfen bleibt schliesslich, ob die Einstelldauer von 22 Tagen angemessen ist. Die 
Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach 
Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-
15 Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwe-
rem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt das RAV seinen Entscheid nach 
pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die Präsidentin der sozialversicherungs-
rechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts den angefochtenen Einspracheentscheid auch auf 
dessen Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der vom RAV an-

 

 
 
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geordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspiel-
raum ein. 
 
8.2 Die Beschwerdegegnerin hat das Verhalten der Versicherten als mittelschweres Ver-
schulden qualifiziert und die Einstellungsdauer in Anlehnung an Randziffer D79, N. 3.C des 
Einstellrasters des SECO (AVIG-Praxis ALE) festgesetzt, wonach bei erstmaligem, unentschul-
digtem Nichtantritt eines Programms zur vorübergehenden Beschäftigung eine Einstellung im 
Rahmen von 21 bis 25 Tagen vorgegeben wird. Massgebend für die Festsetzung der Einstel-
lungsdauer ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, das unter Berücksichtigung aller 
wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu 
würdigen ist (BGE 141 V 365 E. 4.1 mit Hinweisen). Bei der Festlegung der Dauer der Einstel-
lung ist zugunsten der Beschwerdeführerin zu Recht verschuldensmindernd berücksichtigt wor-
den, dass sie per 27. April 2021 die ursprünglich für März 2021 vorgesehene arbeitsmarktliche 
Massnahme angetreten hat. Weitere verschuldensmindernde Gründe sind vorliegend nicht er-
sichtlich. Die von der Beschwerdegegnerin angeführte, wiederholte Einstellung in der An-
spruchsberechtigung lässt sich den vorliegenden Akten betreffend die zweite Bezugsrahmen-
frist zwar nicht entnehmen. Es handelt sich indessen aktenkundig bereits um die zweite Sankti-
on bis zum Zeitpunkt des vorliegenden Einspracheentscheids, was zu Ungunsten der Versi-
cherten ins Gewicht fällt. In Würdigung der gesamten objektiven und subjektiven Umstände 
erweist sich die Sanktionshöhe daher als vertretbar und ist demzufolge nicht zu beanstanden. 
Das Kantonsgericht sieht daher keinen Anlass, in das vorinstanzliche Ermessen einzugreifen. 
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 
 
9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das AVIG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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