# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfaaff94-ffd0-5a48-bb1d-95083729c0c1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.08.2010 D-4170/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4170-2010_2010-08-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4170/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei-Koller,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom
3. Mai 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4170/2010

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – ein srilan-
kischer  Staatsangehöriger  singhalesischer  Ethnie  aus  B._______  – 
seine  Heimat  am  25.  März  2009  auf  dem  Luftweg  und  reiste  am 
26. März 2010 in die Schweiz ein, wo er gleichentags im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) (...) ein Asylgesuch einreichte.

B.
Zur Begründung seines Gesuches brachte der Beschwerdeführer an-
lässlich  der  Befragung  vom  2.  April  2009  und  der  Anhörung  vom 
17. April  2009 – jeweils durch die Vorinstanz – im Wesentlichen vor, 
sein  Bruder  habe  über  dessen  Kollegen  C._______  eine  Person 
namens D._______ kennengelernt. Letztgenannter habe die Liberation 
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) unterstützt. Sein Bruder und D._______ 
seien  im  Handel  mit  Autos  aktiv  gewesen  und  hätten  zuletzt  auch 
zusammen gewohnt. Am 28. Februar 2009 sei die Polizei im Haus des 
Bruders erschienen, habe ihn gesucht und auch das Haus durchsucht. 
Danach  sei  die  Polizei  auch  zum  Haus  des  Beschwerdeführers 
gekommen, habe seine Identitätsdokumente mitgenommen und seiner 
Mutter  ausgerichtet,  ihr  Sohn  (beziehungsweise  der  Bruder  des 
Beschwerdeführers)  müsse sich  bei  der  Polizei  melden. Am 9. März 
2009  sei  die  Polizei  erneut  vorbeigekommen  und  habe  den 
Beschwerdeführer  mitgenommen.  Er  sei  über  seinen  Bruder  und 
dessen  Kollegen  (D._______)  befragt  und  dabei  auch  geschlagen 
worden.  Man  habe  ihn  aber  in  der  folgenden  Nacht  wieder 
freigelassen. Der Beschwerdeführer habe sich in der Folge bei einem 
Verwandten aufgehalten. In seiner Abwesenheit sei er von der Polizei 
erneut mehrere Male zu Hause aufgesucht worden.

Als Beweismittel hat der Beschwerdeführer einen Geburtsschein, eine 
amtliche  Registrierung  seines  Transportgeschäftes  und  ein  Foto  zu 
den Akten gereicht.

C.
Mit Verfügung vom 3. Mai 2010 – eröffnet am 7. Mai 2010 – lehnte das 
BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führ-
te die Vorinstanz im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe er -
klärt, sein Bruder sei für die LTTE aktiv gewesen. Er habe aber weder 

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zu dessen Aktivitäten noch dessen Aufenthalt Angaben machen kön-
nen (vgl. A11, S. 5 und 7), was umso mehr zu erwarten gewesen wäre, 
als sein Bruder in nächster Nähe zu ihm gewohnt haben solle (vgl. A1, 
S.  5).  Auch  bezüglich  der  Aktivitäten  des  besagten  D._______,  mit 
dem  sein  Bruder  zusammengearbeitet  haben  solle,  habe  er  keine 
Auskünfte geben können (vgl. A11, S. 7). An der Anhörung habe er auf 
die  diesbezüglichen  Fragen  erklärt,  er  sei  –  nachdem  er  von  der 
Polizei  mitgenommen  worden  sei  –  von  etwa  drei  Personen  befragt 
worden (vgl. A11, S. 10); nach seiner Freilassung sei er drei oder vier 
Mal  gesucht  worden  (vgl.  A11,  S.  11).  Angesichts  dieser  zentralen 
Elemente  seines  Asylgesuches  wären  dazu  aber  verbindliche 
Angaben  zu  erwarten  gewesen.  Im  Weiteren  habe  der 
Beschwerdeführer  erklärt,  seine  Mutter  habe  sich  im  vorgebrachten 
Zusammenhang an die  Polizei  gewandt,  und er  habe sich  nach der 
vorgebrachten Freilassung bei einem Verwandten aufgehalten. Er habe 
jedoch  auch  zu  diesen  Aspekten  keine  konkreten  Auskünfte  liefern 
können. Seine Schilderungen seien somit zu wenig konkret, als dass 
sie geglaubt werden könnten.

Der Beschwerdeführer habe angegeben, er sei am 9. März 2009 (und 
somit am gleichen Tag seiner Entführung) wieder freigelassen worden. 
Angesichts dessen sei nicht nachvollziehbar, dass ihn die Polizei dar-
aufhin wieder habe suchen sollen (A11, S. 11). Da diese Schilderung 
nicht nachvollziehbar sei, werde sie nicht geglaubt. Schliesslich habe 
er während der Anhörung geschildert, sein Bruder habe Fahrzeuge an 
die LTTE verkauft (vgl. A11, S. 6), während letzterer diese gemäss sei -
ner  Aussage  an  der  Befragung  nur  vermittelt  haben  solle  (vgl.  A1, 
S. 5).

Somit  hielten  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforde-
rungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  stand,  so 
dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle 
er die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzuleh-
nen  sei.  Daran  würden  auch  die  eingereichten  Unterlagen  nichts 
ändern.

D.
Mit  Beschwerde vom 7. Juni  2010 (Poststempel)  an das Bundesver-
waltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  beantragen,  es  sei  der 
Entscheid der Vorinstanz vom 3. Mai 2010 betreffend Asyl und Weg-
weisung vollumfänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer hier-
zulande Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allen-

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falls  die  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers 
festzustellen und ihm als Folge davon von Amtes wegen die vorläufige 
Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. In prozessualer  Hinsicht  sei 
ihm  die  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  zu gewähren und auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten.  Auf  die 
Begründung der Beschwerde wird – soweit  entscheidwesentlich – in 
den Erwägungen eingegangen.

E.
Der Beschwerdeführer liess mit Schreiben vom 14. Juni 2010 eine Für-
sorgebestätigung zu den Akten reichen.

F.
Mit Verfügung vom 28. Juni 2010 wies der Instruktionsrichter das Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 
Abs. 1 VwVG ab und forderte den Beschwerdeführer – unter Hinweis 
auf die Säumnisfolgen – auf, bis zum 13. Juli 2010 einen Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu Gunsten der Gerichtskasse zu 
überweisen. Am 8. Juli 2010 bezahlte der Beschwerdeführer den ein-
verlangten Kostenvorschuss.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  be-
treffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-
liegenden  Beschwerde und  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

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1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG, 
Art. 105 und 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutz-
würdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung 
und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  108 
AsylG sowie Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist  
einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

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4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.
5.1 In seiner Eingabe vom 7. Juni 2010 bringt der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen vor, es sei nicht ersichtlich, wieso seine Angaben zu 
seinem Asylgesuch zu wenig konkret sein sollten. Er habe seine Er -
lebnisse und vor allem die Geschehnisse rund um seine Entführung 
genau, detailreich und ausführlich geschildert. Seine Aussagen seien 
daher konkret und glaubhaft.

5.2 Für das Bundesverwaltungsgericht besteht nach Überprüfung der 
Akten jedoch keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu bean-
standen. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann daher vorab auf die 
zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen in der angefochtenen Ver-
fügung verwiesen werden. Die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe 
vom 7. Juni 2010 sind nicht geeignet, eine Änderung dieser Verfügung 
zu bewirken. Der Argumentation des BFM werden keine stichhaltigen 
Gründe  entgegengesetzt.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
seiner angeblichen Verfolgung sind insgesamt unsubstanziiert ausge-
fallen. Er konnte nur vage Ausführungen dazu machen, inwieweit sein 
Bruder und D._______ mit den LTTE zusammengearbeitet haben. Dies 
ist  umso  erstaunlicher,  als  zumindest  für  eine  gewisse  Zeit  diese 
beiden  Personen  in  nächster  Nähe  zum Beschwerdeführer  gewohnt 
haben  sollen.  Es  ist  weiter  nicht  nachvollziehbar,  wieso  der 
Beschwerdeführer geflüchtet ist – obwohl er nichts Genaues über die 
diesbezüglichen  Aktivitäten  seines  Bruders  und  von  D._______ 
wusste, und er ohnehin nicht direkt in diese involviert war – zumal er 
aus einem vertrauten familiären und sozialen Umfeld herausgerissen 
wurde und seine Berufstätigkeit aufgegeben hat. Unter den gegebenen 
Umständen hätte zudem erwartet werden können, dass er die Anzahl 
der Befrager – die ihn nach der Mitnahme durch die Polizei angeblich 
ausfragten und schlugen – genau hätte bestimmen können (vgl. A11, 
S.  10).  Auch  seine  Aussagen  zur  Hausdurchsuchung  sind  sowohl 
widersprüchlich als auch unsubstanziiert ausgefallen (vgl. A11, S. 5 f.). 
Weil dies zentrale Elemente seiner Fluchtvorbringen sind, wären hier 

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genaue Angaben jedoch unabdingbar gewesen. Schliesslich sind auch 
seine Schilderungen zur Ausreise dürftig ausgefallen (vgl. A1, S. 5 f.). 
So konnte er sich weder explizit an die Fluggesellschaft erinnern, mit 
welcher  er  ausreiste,  noch  mit  Sicherheit  den  Ort  der  Zwischen-
landung nennen, was ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit seiner Vor-
bringen  spricht.  Insgesamt  wirken  die  Asylvorbringen  des  Be-
schwerdeführers konstruiert  und es fehlt ihnen auch an sogenannten 
Realkennzeichen.

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht  kommt  somit  nach  einer  Prüfung 
der  Akten und der  Rechtsmitteleingabe zum Schluss,  dass  die  Aus-
führungen in der Beschwerde nicht geeignet sind, die Erwägungen der 
Vorinstanz zu entkräften. Wie bereits von der Vorinstanz treffend aus-
geführt,  erfüllen die Vorbringen des Beschwerdeführers  die  Anforde-
rungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG nicht. Es erüb-
rigt sich, auf weitere Vorbringen in der Beschwerde einzugehen, weil 
sie an dieser Würdigung nichts zu ändern vermögen. Demzufolge hat 
das BFM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 
verneint und das Asylgesuch abgelehnt.

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-

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gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des 
Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entge-
genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder  unmenschli-
cher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  wer-
den.

7.3 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist,  eine asylrecht-
lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  fin-
den. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers  nach Sri  Lanka ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe 
oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-

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Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall  
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka 
lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise 
nicht  als  unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist  der Vollzug 
der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtli-
chen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  im  Grundsatzurteil  BVGE 
2008/2 eine Lageanalyse betreffend Sri Lanka vorgenommen und ge-
langte  dabei  zum Schluss,  dass  sich  die  allgemeine Sicherheitslage 
seit Januar 2006 insgesamt, insbesondere aber in Colombo kontinuier-
lich verschlechtert  habe. Seit  Ergehen dieses Urteils am 14. Februar 
2008 hatte sich der bewaffnete Konflikt  zwischen der Regierung und 
der LTTE weiter zugespitzt. Nach der Rückeroberung des letzten von 
der LTTE kontrollierten Gebietes im Raum Mullaitivu wurde am 18. Mai 
2009 seitens der Regierung der endgültige Sieg über die LTTE verkün-
det und der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt. Nach dieser Nie-
derlage der LTTE haben die srilankischen Behörden – namentlich im 
Grossraum  Colombo  –  die  Sicherheitsmassnahmen  nicht  gelockert. 
Daher laufen junge Männer Gefahr, überall und jederzeit von srilanki -
schem Sicherheitspersonal einer minuziösen Personenkontrolle unter-
zogen und öfters auch für eingehendere Abklärungen auf den Posten 
mitgenommen oder in ein Armeecamp beordert zu werden. Diese so 
genannten "Anti-Terrormassnahmen" werden im Raum Colombo – un-
besehen der Rügen des Supreme Courts – als repressives Instrument 
gegen befürchtete Infiltrationen tamilischer Separatisten angewandt.

7.4.2 Mit  solchen  Massnahmen  beziehungsweise  Repressalien,  die 
ein Grossteil der tamilischen Bevölkerung im ganzen Land (vor allem 

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im Grossraum Colombo) zu erdulden hat, muss der Beschwerdeführer 
– welcher singhalesischer Ethnie ist und gemäss den vorliegenden Ak-
ten sowie  gemäss  eigenen  Angaben ohnehin  nie  Mitglied  der  LTTE 
war und sich auch nicht politisch engagierte – jedoch nicht rechnen.

7.4.3 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Der junge und gemäss Akten 
gesunde  Beschwerdeführer  verfügt  über  ein  intaktes  familiäres  und 
soziales  Beziehungsnetz  an  seinem  letzten  Wohnort  in  B._______ 
(vgl. A1, S. 3 und 5 sowie A11, S. 3 und 12). Dort betrieb er auch ein 
eigenes Transportgeschäft (vgl. A1, S. 2) weshalb nicht davon auszu-
gehen  ist,  dass  er  bei  einer  Rückkehr  in  seine  Heimat  in  eine 
existenzbedrohende Situation geraten könnte.
Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG),  auf  ins-
gesamt  Fr. 600.--  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am 
8. Juli 2010 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrech-
nen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Stadelmann

Versand:

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