# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2b942c7-2f44-5cfe-8963-fb309d0c2ad4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.09.2010 S 2010 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-67_2010-09-02.pdf

## Full Text

S 10 67

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren 1953, erlitt bei einem Autounfall 1995 ein HWS-

Distorsionstrauma, welches zu chronischen Nacken- und Schulterschmerzen 

führte. Zudem litt sie unter degenerativ bedingten chronischen Schmerzen im 

Bereich der Hüfte. Am 28. März 2004 meldete sie sich bei der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden zum Bezug einer Rente an. Die IV-Stelle holte einen 

Bericht des Hausarztes Dr. med. … ein und liess am 22. August 2005 eine 

Haushaltabklärung machen, welche eine Einschränkung von 24.7% ergab. Im 

Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch Dr. med. … 

rheumatologisch begutachtet. In seinem Gutachten vom 21. August 2006 

führte Dr. med. … aus, die Versicherte sei für die täglichen schweren 

Haushaltarbeiten auf die Hilfe der Angehörigen angewiesen; die frühere Arbeit 

an der Kasse der Bergbahnen … könne sie gar nicht mehr ausführen, die 

Arbeit auf dem Minigolfplatz nur noch zu 30 - 50%. Im Gutachten der 

Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 29. August 2007 wurden eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung seit 1995, eine anhaltende 

kognitive Beeinträchtigung, sowie eine Persönlichkeits- und 

Verhaltensstörung bei low-dose Benzodiazepin- und Opioidabhängigkeit seit 

zirka 1995 diagnostiziert. Mit Verfügung vom 11. Februar 2008 wies die IV-

Stelle das Leistungsbegehren wegen eines zu tiefen Invaliditätsgrades ab.

2. Am 11. April 2007 erlitt die Beschwerdeführerin bei einem Auffahrunfall erneut 

ein HWS-Distorsionstrauma. Mit Bericht vom 10. März 2008 hielt Dr. med. … 

fest, es würde sicher eine im Vergleich zum Zeitpunkt vor dem zweiten Unfall 

stark erhöhte Einschränkung der Tätigkeit bestehen bleiben.

3. Mit Entscheid vom 30. Mai 2008 wies das Verwaltungsgericht die gegen die 

ablehnende Rentenverfügung erhobene Beschwerde in Bezug auf die Zeit vor 

dem 11. April 2007 ab; in Bezug auf die Zeit nach dem zweiten Unfall wies 

das Verwaltungsgericht die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die 

Vorinstanz zurück (VGer-Entscheid S 08 33).

4. Die IV-Stelle veranlasste darauf verschiedene Abklärungen. Dr. med. … 

führte in seinem Arztbericht vom 17. November 2008 aus, der Autounfall vom 

11. April 2007 habe zu einer passageren Verschlechterung geführt. Die 

Arbeitsunfähigkeit liege seit Februar 2001 bei 50 - 70% als Hausfrau und bei 

100% als Verkäuferin. Dr. med. …, Psychiatrie FMH, führte in ihrem 

Arztbericht vom 26. Februar 2009 aus, sie könne die von der Versicherten 

geltend gemachte Verschlechterung seit dem Unfall vom 11. April 2007 nicht 

objektivieren. Die medizinische Abklärungsstelle MEDAS Zentralschweiz 

schliesslich kam in ihrem Gutachten vom 22. Oktober 2009 zum Schluss, die 

von der Versicherten geklagte Verschlechterung des Gesundheitszustands 

seit dem zweiten Unfallereignis könne weder aufgrund der klinischen noch 

bildgebenden Befunde objektiviert werden. In rheumatologischer Hinsicht 

treffe das Gutachten von Dr. med. … nach wie vor zu, und in 

neuropsychologischer und rein psychischer Hinsicht liege gar eine leichte 

Verbesserung gegenüber der Vorbegutachtung vor. Gestützt auf dieses 

Gutachten wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 30. 

März 2010 auch bezüglich der Zeit nach dem zweiten Unfall vom 11. April 

2007 ab. 

5. Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 29. April 2010 Beschwerde 

ans Verwaltungsgericht erheben. Sie beantragte, es sei ein Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% festzustellen und eine entsprechende Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei eine neue medizinische Abklärung 

anzuordnen. Subeventualiter sei ein von der Versicherung und von ihr 

ausgewähltes paritätisch besetztes Gutachter-Gremium zwecks erneuter 

medizinischer Abklärung einzusetzen und ihr Gesundheitszustand durch 

dieses Gremium abzuklären. Zur Begründung machte sie geltend, es könne 

nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Seit dem zweiten Unfall 

hätten sich zahlreiche Beschwerden entwickelt, welche ihr physisches und 

psychisches Wohlbefinden stark beeinträchtigten. Dies werde durch Dr. med. 

… bestätigt, dieser schätze in seinem Schreiben vom 1. Februar 2008 ihre 

Arbeitsfähigkeit im Minigolfbetrieb auf 20%, im Haushalt auf 25%. Im Bereich 

Erwerb sei mindestens von einem 81%-igen Teilinvaliditätsgrad auszugehen. 

Im Bereich Haushalt liege die Leistungsminderung bei zirka 50%, die 

Haushaltabklärung stamme aus der Zeit vor dem zweiten Unfall und treffe in 

zahlreichen Punkten nicht zu. Abschliessend machte die Beschwerdeführerin 

geltend, gemäss dem Rechtsgutachten von Prof. Dr. iur. … und Dr. iur. … 

genüge die gegenwärtige Ausgestaltung des Verfahrens, in welchem ein 

Antrag auf eine IV-Rente behandelt werde, dem Recht auf ein faires Verfahren 

nach Art. 6 EMRK nicht. Es bestünden schwerwiegende objektive Zweifel an 

der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der ärztlichen Untersuchungen durch 

die MEDAS.

6. Die IV-Stelle beantragte die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt an der 

Begründung der angefochtenen Verfügung fest und ergänzte, auf die 

Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens könne vollumfänglich abgestellt werden. 

Zudem komme auch Dr. … vom RAD in der Abschlussbeurteilung vom 3. 

November 2009 zum Schluss, dass der zweite Unfall zu keinen 

objektivierbaren zusätzlichen anhaltenden Gesundheitsschäden geführt 

habe. Der Arztbericht von Dr. med. … sei widersprüchlich, und die von ihm 

erwähnten Einschränkungen seien bei der Haushaltabklärung berücksichtigt 

worden.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird soweit erforderlich 

in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Beschwerdegegenstand ist die Frage, ob die IV-Stelle der 

Beschwerdeführerin in Bezug auf die Zeit ab dem 11. April 2007 zu Recht 

keine Rente zugesprochen hat. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, der 

Invaliditätsgrad sei nicht korrekt festgelegt, beziehungsweise ihre 

Arbeitsfähigkeit sei nicht mit genügender Objektivität abgeklärt worden.

2. Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG / SR 830.1) und Art. 4 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG / SR 831.20) die durch 

einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. 

Ist eine Versicherte mindestens 40% invalid, so hat sie Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine Vollrente (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

3. Art. 28a IVG sieht für die Ermittlung des Invaliditätsgrades drei verschiedene 

Methoden vor, die Methode des Einkommensvergleichs für Erwerbstätige 

(Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 IVG), die Methode des Betätigungsvergleichs 

für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG, Art. 27 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung / IVV / SR 831.201) und die gemischte Methode für 

Teilerwerbstätige (Art. 28a Abs.3 IVG, Art. 27bis IVV). Für die Wahl der 

Methode ist entscheidend, welchen Status die Versicherte bei sonst gleichen 

Verhältnissen im Gesundheitsfall hypothetisch hätte (BGE 133 V 477 E 6.3). 

Im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle angenommen, die Beschwerdeführerin 

würde ohne Gesundheitsschaden 68% im Haushalt und 32% ausserhause 

arbeiten (15% als Kassiererin bei den Bergbahnen … und 17% bei der 

Minigolfgenossenschaft). Mit dieser Annahme und mit der Anwendung der 

gemischten Methode ist die Beschwerdeführerin einverstanden.

4. a) Für den Bereich der Erwerbstätigkeit ist die Invalidität mit einem 

Einkommensvergleich zu bemessen, indem das Erwerbseinkommen, das die 

Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 

eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). 

b) Das Valideneinkommen hat die IV-Stelle auf der Basis der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) für das Jahr 2009 

auf Fr. 16'800.-- festgelegt (Anforderungsniveau 4 - einfache und repetitive 

Tätigkeiten). Dies ist korrekt und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht 

beanstandet.

c) Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist entscheidend, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten einer Versicherten eine 

Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann. Für die Beantwortung dieser 

Frage sind Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf 

medizinische Experten angewiesen (BGE 132 V 93 E. 4). Vorliegend stehen 

folgende Arztberichte zur Verfügung:

• Dr. med. …, FMH per medischina fisicala e rehabilitaziun en special 

rheumatologia:

- 21. August 2006: Die frühere Arbeit an der Kasse der Bergbahnen … 

könne sie gar nicht mehr ausführen, die Arbeit auf dem Minigolfplatz 

nur noch zu 30 - 50%. 

- 17. November 2008: Der Autounfall vom 11. April 2007 habe zu einer 

passageren Verschlechterung geführt.

• Dr. med. …, Hausarzt:

- 2. Februar 2008: In der Minigolfanlage könne die Patientin die Bahnen 

nicht wischen, den Rasen nicht mähen, die Getränkeharasse nicht 

tragen und ähnlich schwere Arbeiten nicht erledigen. Damit 

beschränke sich die Tätigkeit auf den Kioskbetrieb und die 

Minigolfkasse. Dies entspreche etwa 20% des Minigolfbetriebs.

- 10. März 2008: Der bisherige Verlauf zeige eine deutliche 

Verschlechterung mit Zunahme der Symptomatik. Es würden sicher 

ein bleibender Nachteil mit ständigen Schmerzen und eine im 

Vergleich zum Zeitpunkt vor dem zweiten Unfall stark erhöhte 

Einschränkung der Tätigkeit bestehen bleiben.

• Dr. med. …, Psychiatrie FMH, 26. Februar 2009: Die Arbeitsunfähigkeit 

sei in erster Linie somatisch bedingt. Sie könne die von der Versicherten 

geltend gemachte Verschlechterung seit dem Unfall vom 11. April 2007 

nicht objektivieren.

• MEDAS, Medizinische Abklärungsstelle Zentralschweiz, 26. Mai 2009: Im 

Vergleich zum Gutachten von Dr. med. … vom 21. August 2006 liege ein 

im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand vor, und auch die 

damalige Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit erscheine 

korrekt. 

• Dr. med. …, RAD, 3. November 2009: Der zweite Unfall habe zu keinen 

objektivierbaren zusätzlichen anhaltenden Gesundheitsschäden geführt. 

Die Arbeitsfähigkeit habe sich durch den zweiten Unfall nicht bleibend 

verschlechtert.

d) Es liegen somit sich widersprechende ärztliche Beurteilungen vor. Die Dres. 

med. …, … und … und das interdisziplinäre Team der MEDAS sind der 

Ansicht, der zweite Unfall habe die Arbeitsfähigkeit nicht bleibend 

beeinträchtigt, so dass für die Tätigkeit in der Minigolfanlage beziehungsweise 

eine sonstige adaptierte Tätigkeit nach wie vor die im Gutachten von Dr. med. 

… festgestellte Arbeitsfähigkeit von 30 bis 50% vorliege. Dr. med. … gibt 

demgegenüber an, der zweite Unfall habe die Arbeitsfähigkeit stark 

vermindert. Nach der Praxis des Bundesgerichts kann in einem solchen Fall 

der einen Sichtweise nur dann der Vorrang gegeben werden, wenn der 

Beweiswert der entsprechenden Arztberichte klarerweise grösser ist als der 

Beweiswert des Arztberichtes mit der abweichenden Ansicht (BGE 122 V 

159). 

e) Untersucht wird zunächst der Beweiswert des MEDAS-Gutachtens. Die 

Beschwerdeführerin macht geltend, die MEDAS sei wirtschaftlich von der 

auftraggebenden IV-Stelle abhängig und befinde sich in einem engen Kontakt 

mit den IV-Stellen und dem Bundesamt für Sozialversicherungen. Infolge 

dieses faktischen und rechtlichen Naheverhältnisses bestünden objektive 

Zweifel an der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der MEDAS Gutachter. 

Die Beschwerdeführerin stützt sich dabei auf das Rechtsgutachten vom 11. 

Februar 2010 von Prof. Dr. iur. … und Dr. iur. ... In diesem Rechtsgutachten 

unterstellen die Autoren den MEDAS generell fehlende Unabhängigkeit 

gegenüber der Verwaltung, und sie halten den in Art. 6 der Europäischen 

Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) gewährleisteten Anspruch auf 

ein faires Verfahren für verletzt. Damit kommt das Rechtsgutachten im 

Wesentlichen zum selben Schluss wie das Positionspapier der wichtigsten 

Schweizer Behindertenverbände vom 8. Februar 2010. Das Rechtsgutachten 

ist von hoher Qualität und wirkt überzeugend. Dennoch kann vorliegend nicht 

auf die darin geäusserte Sichtweise abgestellt werden, hat sich doch das 

Bundesgericht in den vergangenen Jahren immer wieder mit vergleichbarer 

Kritik auseinandergesetzt und bis anhin in konstanter Praxis entschieden, den 

von den MEDAS erstellten Gutachten komme grundsätzlich volle Beweiskraft 

zu (BGE 123 V 175 und 125 V 351; Urteile 8C_661/2010 und 8C_947/2008). 

Nach Ansicht des Bundesgerichtes handelt es sich bei den MEDAS um 

unabhängige, unparteiliche Gutachterstellen (BGE 132 V 376 E. 6.2., Urteile 

8C_127/2010 und I_711/2003). An diese mit aktuellsten Entscheiden 

bestätigte Praxis ist das Verwaltungsgericht vorliegend gebunden, und dem 

streitigen MEDAS Gutachten ist grundsätzlich voller Beweiswert 

beizumessen.

f) Nach der Praxis des Bundesgerichtes ist hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, 

in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 134 V 231, 125 V 351). Das MEDAS-

Gutachten vermag im vorliegenden Fall alle diese Voraussetzungen zu 

erfüllen, insbesondere erscheint es schlüssig und umfassend, so dass ihm ein 

uneingeschränkter Beweiswert zuzuerkennen ist. Bekräftigt wird dieses 

Ergebnis dadurch, dass die Ansicht der MEDAS-Gutachter von den Dres. …, 

… und … geteilt wird.

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=beweiswert+arztbericht+hausarzt&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-351%3Ade&number_of_ranks=0#page351

g) Dem Arztbericht von Dr. med. … vom 10. März 2010 kommt demgegenüber 

nur ein beschränkter Beweiswert zu. Dem Bericht liegt nur eine beschränkte 

klinische Untersuchung zugrunde; primär stützt er sich auf die subjektiven 

Schmerzangaben der Versicherten. Diese Angaben werden nicht mit 

korrelierenden fachärztlich schlüssig feststellbaren Befunden erklärt. Hinzu 

kommt, dass der Bericht in sich widersprüchlich ist. Einerseits wird 

festgehalten, nach Angabe der Patientin seien immer noch die gleichen 

Haushaltarbeiten nicht möglich, und andererseits ist erwähnt, die 

Einschränkungen im Haushalt hätten sich nach dem Unfall vom 11. April 2007 

weiterhin verstärkt. Ein weiterer Widerspruch liegt darin, dass Dr. med. … im 

Februar 2008 ausführte, der Zustand sei seit Monaten stabil, dass er aber nur 

einen Monat später angab, der bisherige Verlauf zeige eine deutliche 

Verschlechterung mit Zunahme der Symptomatik. Zu beachten ist weiter, 

dass Dr. med. … bereits für die Zeit vor dem zweiten Unfall eine 

Arbeitsunfähigkeit von 75% angenommen hatte (Arztbericht vom 15. 

September 2004), während der Gutachter Dr. med. … die Arbeitsunfähigkeit 

auf 30 - 50% festgelegt hatte. Im Entscheid S 08 33 hatte sich das 

Verwaltungsgericht auf die letztere Einschätzung abgestützt und damit die 

damalige Einschätzung von Dr. med. … verworfen. Hinzu kommt die 

Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher 

zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351) und die Tatsache, dass 

Dr. med. … mit seiner Ansicht isoliert dasteht.

h) …, Physiotherapie und Osteopathie, gab in seinem Bericht vom 17. November 

2009 an, es sei neu eine diagnostizierte Fibro-Myalgie dazu gekommen. Die 

Beschwerdeführerin ist der Ansicht, diese Aussage bestätige die von ihr 

geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustands. Dies ist nicht 

der Fall. Die vom Physiotherapeuten als "neu diagnostiziert" beschriebene 

Fibro-Myalgie wurde vom zuständigen MEDAS Gutachter beschrieben und 

berücksichtigt (Rheumatologisches Konsilium Dr. med. …, 1. Juli 2009).

i) Die Beschwerdeführerin beantragt weitere ärztliche Abklärungen. Diesem 

Antrag kann nicht stattgegeben werden. Nach der Praxis der Gerichte hat die 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=beweiswert+arztbericht+hausarzt&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-351%3Ade&number_of_ranks=0#page351

IV-Stelle keine weiteren medizinischen Abklärungen zu veranlassen, wenn die 

aktenkundigen Arztberichte ein ausreichend klares Bild über den 

Gesundheitsschaden und seine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

ergeben, so dass eine zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruchs 

möglich ist (BGE 122 V 157 Erw. 1d). Vorliegend kommt dem MEDAS-

Gutachten wie gezeigt voller Beweiswert zu, so dass eine erneute Abklärung 

nicht angezeigt ist. 

j) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichtes primär von der beruflich-erwerblichen Situation 

auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie aber 

nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft, so können Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76). 

Im vorliegenden Fall schöpft die Beschwerdeführerin die ihr gemäss 

Gutachten der MEDAS verbleibende Arbeitsfähigkeit von 35 % mit der 17 %-

igen und unterdurchschnittlich bezahlten Tätigkeit bei der 

Minigolfgenossenschaft nicht in zumutbarer Weise voll aus. Die 

Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht angenommen, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit auch in einer anderen Tätigkeit 

verwerten könnte, wenn diese ihr eine abwechslungsreiche Körperhaltung 

erlauben würde. In Frage kommen zum Beispiel leichte Maschinenbedienung, 

Kontrollfunktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie 

leichte Arbeiten im Bereich der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung. Die 

Beschwerdegegnerin hat demzufolge das Invalideneinkommen zu Recht 

gestützt auf die LSE ermittelt. Sie ist dabei vom Anforderungsniveau 4 und 

einem Pensum von 32 % ausgegangen. Von dem so errechneten Einkommen 

hat sie einen so genannten Leidensabzug von 25 % gemacht; dies gestützt 

auf die bundesgerichtliche Praxis, wonach vom Tabellenlohn hinsichtlich 

verschiedener in Betracht fallender einkommensbeeinflussender Merkmale 

(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) ein Abzug von 

maximal 25 % vorgenommen werden kann (BGE 126 V 75). Damit hat sie 

berücksichtigt, dass ein Arbeitgeber auch bei einem Teilzeitpensum von 32 % 

gesundheitlich bedingte Umstände und Einschränkungen des 

Leistungsvermögens zu gewärtigen hätte (wie z.B. Aufteilung der Arbeitszeit 

in zahlreiche kurze Einsätze etc.). Die IV-Stelle hat demnach das 

Invalideneinkommen mit Fr. 12'600.-- korrekt bemessen.

k) Für den Bereich des Erwerbs mit einem Anteil von 32% ergibt sich bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 16'800.-- (vgl. 4.b.) und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 12'600.-- eine Einschränkung von 25%, 

beziehungsweise ein Teilinvaliditätsgrad von 8%. Dies entspricht dem Wert, 

den die IV-Stelle ermittelt hat.

5. a) Der Invaliditätsgrad im Bereich Haushalt wird nach dem Mass bemessen, in 

welchem die Versicherte unfähig ist, sich wie vor dem Eintritt des 

Gesundheitsschadens im Haushalt zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). 

Grundlage dieses Betätigungsvergleichs ist in der Regel eine 

Haushaltabklärung durch eine Haushaltexpertin. Im vorliegenden Fall wurde 

am 25. August 2005 eine solche Abklärung gemacht, welche eine 

Einschränkung von 24.7% ergab. Obwohl diese Abklärung vor dem zweiten 

Unfall statt fand und schon eine gewisse Zeit zurück liegt, kann vorliegend 

nach wie vor darauf abgestellt werden. Dies, weil der zweite Unfall gemäss 

den ärztlichen Abklärungen nur eine vorübergehende Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes bewirkt hatte, und der aktuelle Gesundheitszustand 

demjenigen zum Zeitpunkt der Haushaltabklärung im Wesentlichen entspricht 

(vgl. 4.c. - f.), so dass für den Bereich Haushalt mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit keine wesentlichen Änderungen zu erwarten sind.

b) Dr. med. … attestierte der Beschwerdeführerin mit Arztbericht vom 1. Februar 

2008 eine 75%-ige Einschränkung im Haushalt und gab mit Bericht vom 10. 

März 2008 an, die Einschränkungen im Haushalt hätten sich nach dem 

zweiten Unfall verstärkt. Diese Einschätzung vermag die Beweiskraft des 

Abklärungsberichts Haushalt nicht zu erschüttern. Gestützt auf das MEDAS-

Gutachten kann die behauptete Verstärkung der Einschränkungen 

ausgeschlossen werden. Zudem ist zu beachten, dass Dr. med. … 

Einschätzung die medizinisch-theoretische Einschränkung betrifft; diese ist 

zwar beim Betätigungsvergleich zu berücksichtigen, darf aber mit der durch 

den Betätigungsvergleich festzustellenden Einschränkung nicht gleichgesetzt 

werden. Weiter ist zu beachten, dass Dr. med. … selbst bestätigt, dass nach 

Angaben der Patientin immer noch die gleichen Haushaltarbeiten nicht 

möglich seien, nämlich Arbeiten mit vornüber geneigtem Oberkörper sowie 

Arbeiten über Kopfhöhe. Als Beispiele nennt er Staubsaugen, Betten machen, 

Böden aufwischen, Kleider aufhängen, Fenster putzen und höher gelegene 

Regale wischen. Diese Einschränkungen sind bei der Haushaltabklärung 

berücksichtigt und im Abklärungsbericht explizit aufgeführt. Auch die 

Tatsache, dass der Beschwerdeführerin manchmal Gegenstände aus den 

Händen fallen, ist im Abklärungsbericht erwähnt. 

c) Nachdem sich gezeigt hat, dass dem Abklärungsbericht Haushalt vom 25. 

August 2005 grundsätzlich nach wie vor volle Beweiskraft zukommt, ist im 

folgenden auf die dagegen im Detail vorgebrachten Argumente einzugehen. 

Bei dieser inhaltlichen Überprüfung ist zu beachten, dass die Haushaltexpertin 

naturgemäss einen gewissen Ermessensspielraum hat, und dass nach der 

Praxis des Bundesgerichts nicht ohne Not in ihre Beurteilung eingegriffen 

werden soll (BGE 130 V 61). Zu beachten ist auch, dass die Kritikpunkte fast 

durchgehend Fragen betreffen, welche bereits im Verfahren S 08 33 geklärt 

wurden. Der Vollständigkeit halber werden diese Punkte nachfolgend 

nochmals einzeln behandelt.

d) Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie könne die im Abklärungsbericht 

angegebenen Aufgaben zwar prinzipiell erledigen, brauche dabei aber viel 

länger als vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens. Dieses Argument ist 

unbehelflich. Auf Grund der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht ist die 

Beschwerdeführerin gehalten, Massnahmen zu treffen, um die bisherigen 

Aufgaben zumindest teilweise weiterhin erfüllen zu können; dabei wirkt sich 

nach der Praxis des Bundesgerichtes ein erhöhter Zeitaufwand, wie er sich 

insbesondere aus vermehrt notwendigen Pausen ergibt, nicht invalidisierend 

aus, soweit die Besorgung der Aufgaben insgesamt noch möglich bleibt (Urteil 

I 42/03 vom 13. Dezember 2004). Dies weil im Haushalt, anders als im 

Erwerbsleben, mehr Spielraum für die Einteilung und Ausführung der Arbeiten 

besteht, und Pausen nach Bedarf eingelegt werden können (BGE 134 V 11).

e) Im Bereich Haushaltführung hat die Haushaltexpertin keine Einschränkung 

festgestellt. Dies ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin korrekt. Die 

Beschwerdeführerin ist problemlos in der Lage, die im Haushalt anfallenden 

Arbeiten zu planen und zu organisieren. Dass die Besprechung und Einteilung 

der Arbeiten mit dem Ehemann Zeit benötigt, begründet keine Einschränkung, 

ist doch ein erhöhter Zeitaufwand wie dargelegt nicht invalidisierend.

f) Im Bereich Ernährung stellte die Haushaltexpertin eine Einschränkung von 

20% fest. Die Beschwerdeführerin hält dies für deutlich zu tief. Sie macht 

geltend, sie brauche für die Zubereitung einer Mahlzeit in etwa doppelt so 

lange wie früher. Das Argument des erhöhten Zeitbedarfs ist indessen wie 

gezeigt unbehelflich. 

g) Im Bereich Einkauf und weitere Besorgungen beträgt die Einschränkung 

gemäss Abklärungsbericht 10%. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie 

könne Einkäufe nicht mehr eigenständig erledigen, insbesondere wegen ihrer 

starken Einschränkung beim Tragen. Diesen Umstand hat die 

Haushaltexpertin im Abklärungsbericht berücksichtigt. Angesichts des 

wöchentlichen, seit jeher zusammen mit dem Ehemann vorgenommenen 

Grosseinkaufs in …, erscheint die Einschränkung bei den zwischendurch 

vorzunehmenden kleinen Einkäufen in den Läden im Dorf mit 10% korrekt 

bemessen.

h) Im Bereich Wäsche und Kleiderpflege beträgt die Einschränkung gemäss 

Bericht 15%, und es ist angegeben, dass die Beschwerdeführerin alle 

Arbeiten in diesem Bereich selber erledige, wobei sie einen Tumbler benutze 

und nur noch im Notfall bügle. Dies erscheint angemessen. Nicht zu 

berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass Dr. med. … angibt, bei 

der Besorgung der Wäsche sei die Mithilfe Angehöriger erforderlich. Dr. med. 

… bezieht sich dabei offensichtlich auf das Aufhängen der Wäsche, ohne über 

die Abläufe im Haushalt der Beschwerdeführerin genau im Bilde zu sein. 

i) Im Bereich Verschiedenes stellte die Haushaltexpertin eine Einschränkung 

von 20% fest. Die Begründung der Haushaltexpertin ist genügend und 

nachvollziehbar. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist keine 

höhere Einschränkung anzunehmen.

6. Bei einer Invalidität von 25% im Erwerbsbereich und bei einer Einschränkung 

von 24.7% im Haushalt ergibt sich ein Invaliditätsgrad von rund 25% (25% x 

0.32 + 24.7% x 0.68). Da dieser Invaliditätsgrad unter 40% liegt, besteht auch 

für die Zeit nach dem zweiten Unfall am 11. April 2007 kein Anspruch auf 

Rente. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtmässig und 

die Beschwerde ist abzuweisen.

7. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-

1000 Franken festgelegt. Im vorliegenden Fall hat die unterliegende 

Beschwerdeführerin Kosten von Fr. 700 zu übernehmen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 25. Juli 2011 

abgewiesen (9C_120/2011).