# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 078c3f3a-04aa-584d-87d2-fa7811885f2a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.02.2014 200 2013 408
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-408_2014-02-28.pdf

## Full Text

200 13 408 IV und
200 13 409 IV (2)
MAW/SAW/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Februar 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 17. und 18. April 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2014, IV/13/408, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1987 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
verunfallte am 30. November 2001 mit ihrem Fahrrad und leidet seither an 
einer sensomotorisch kompletten Tetraplegie (Akten der Invalidenversiche-
rung [IV, act. IIB] 348). In der Folge sprach die IV der Versicherten ver-
schiedene Leistungen zu und gewährte ihr unter anderem die Ausrichtung 
einer Hilflosenentschädigung schweren Grades (act. IIB 263 und 367).

Nachdem die Versicherte die Matura bestanden hatte (act. IIB 270), liess 
die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) die Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit im Institut für Berufsfindung der Klinik C.________ abklären 
(act. IIB 287 und 289) und holte diverse Stellungnahmen ein (act. IIB 332, 
336 und 344). Im Weiteren absolvierte die Versicherte ab Januar bis Juli 
2012 ein Praktikum in einem Kindergarten (act. IIB 337) und unterrichtete 
als Praktikantin während der Zeit von Oktober 2012 bis Februar 2013 an 
mehreren Tagen eine sechste Klasse (act. IIB 382). Am 17. September 
2012 begann sie überdies ohne Unterstützung durch die IV eine pädagogi-
sche Ausbildung (act. IIB 351). 

B.

Am 8. Februar 2013 verfügte die IVB die Zusprache eines Assistenzbeitra-
ges für die Zeit vom 1. April 2012 bis zum 1. Mai 2017 (act. IIB 374). Mit 
Vorbescheid vom 18. Februar 2013 (act. IIB 377) stellte sie der Versicher-
ten zudem die Abweisung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in 
Form einer Ausbildung im pädagogischen Bereich (Primarlehrerin, Kinder-
gärtnerin, Lehrerin Sekundarstufe 1 oder schulische Heilpädagogin) in 
Aussicht und führte zur Begründung aus, die Versicherte habe Anspruch 
auf Unterstützung der IV während der erstmaligen Ausbildung. Nach wie 
vor sei jedoch ungeklärt, welche konkrete Ausbildung dem Gesundheitszu-
stand angemessen sei und auch hinsichtlich des Eingliederungserfolgs am 
geeignetsten erscheine. Deshalb seien weitere Abklärungen im Rahmen 

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einer professionellen Berufsberatung durch die Berufs-, Studien-, und 
Laufbahnberatung (BIZ) unerlässlich. Der von der IVB am 11. März 2013 
sodann eingeleiteten Anmeldung beim BIZ (act. IIB 381) folgte die Versi-
cherte, vertreten durch die D.________, handelnd durch Rechtsanwalt 
B.________, nicht (Schreiben der Versicherten vom 16. April 2013, Akten 
der IV [act. IIA] 397). 

Am 17. April 2013 lehnte die IVB nach erfolgtem Vorbescheid- und Ein-
wandverfahren (act. IIB 373 und 380) den Anspruch auf ein Wartezeittag-
geld ab (act. IIA 396) und verfügte am 18. April 2013 (act. IIA 398) entge-
gen dem Einwand vom 22. März 2013 (act. IIA 383) die Abweisung des 
Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Form einer Ausbildung im päd-
agogischen Bereich.

C.

Sowohl gegen die Verfügung vom 17. als auch gegen jene vom 18. April 
2013 erhob die Versicherte, nun einzig vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 17. Mai 2013 Beschwerde und beantragte die kostenfälli-
ge Aufhebung der Verfügungen, die Ausrichtung eines Wartezeittaggeldes 
ab September 2010 bis August 2012 sowie die Gutheissung beruflicher 
Massnahmen in Form einer Ausbildung im pädagogischen Bereich. Zudem 
sei ihr unentgeltliche Rechtspflege zu gewährend und Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen. 

In der Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2013 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Aufforderungsgemäss (vgl. prozessleitende Verfügung vom 21. Mai 2013) 
reichte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. Juli 2013 weitere 
Unterlagen betreffend der unentgeltlichen Rechtspflege ein. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Juli 2013 wurde das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege wegen fehlender Bedürftigkeit abgewiesen.

Am 26. September 2013 hielt die Beschwerdeführerin in der Replik an den 
gestellten Rechtsbegehren fest und reichte weitere Unterlagen ein. 

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In der Duplik vom 7. Oktober 2013 bestätigte die Beschwerdegegnerin die 
bereits gestellten Rechtsbegehren.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Verfügungen sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Verfügungen 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, wes-
halb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständig-
keit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invali-
denversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 17.  und 18. April 2013 
(act. IIA 396 und 398). Streitig und zu prüfen sind die rückwirkende Aus-
richtung von Wartezeittaggeld ab September 2010 bis August 2012 sowie 
der Anspruch auf berufliche Massnahmen in Form einer Ausbildung im 
pädagogischen Bereich. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b, vgl. E. 2.1.2 
hiernach). 

Laut der geltenden Rechtsprechung hat die erstmalige berufliche Ausbil-
dung überdies auch der Angemessenheit, dem dritten Teilgehalt des Ver-
hältnismässigkeitsgrundsatzes, zu genügen. Die versicherte Person hat in 
der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck an-
gemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den ge-
gebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die 
Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwen-
dig, aber auch genügend ist. Ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer 
Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kos-
ten stehen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 6. Okto-
ber 2008, 8C_812/2007, E. 2.3).

2.1.2 Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Mass-
nahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). Dazu gehören die Berufs-
beratung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), 
die Umschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG), der Ar-
beitsversuch (Art. 18a IVG), der Einarbeitungszuschuss (Art. 18b IVG), 
Entschädigung für Beitragserhöhungen (Art. 18c IVG) und die Kapitalhilfe 
(Art. 18d IVG).

http://www.admin.ch/ch/d/sr/831_20/a18c.html

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Gemäss Art. 16 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren 
und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in 
wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz 
dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten des Versicherten 
entspricht. Invalid im Sinne von Art. 16 IVG ist, wem aus gesundheitlichen 
Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung während 
längerer Zeit (Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG) erhebliche Mehrkosten 
(Art. 5 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Ja-
nuar 1961 [IVV; SR 831.201]) entstehen (BGE 126 V 461 E. 1 S. 461 f.). 
Infolgedessen tritt der leistungsspezifische Invaliditätsfall nach Art. 16 IVG 
in jenem Zeitpunkt ein, in welchem die Absolvierung der beruflichen Ausbil-
dung erstmals in erheblichem Umfange gesundheitsbedingt Mehrkosten 
verursacht. Das kann bei einem vorbestandenen (z.B. kongenitalen oder im 
Kleinkindalter erworbenen) Gesundheitsschaden von Beginn der berufli-
chen Ausbildung an oder aber auch erst in deren Verlaufe zutreffen (z.B. 
wenn jemand während der Lehre mit bleibenden Folgen erkrankt oder ver-
unfallt und deswegen sich beruflich neu orientieren muss; vgl. Entscheid 
des BGer vom 27. Februar 2007, I 659/06, E. 4.1).

2.1.3 Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 IVV jede 
Berufslehre oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonder-
schule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche 
Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten 
Werkstätte.

2.1.4 Für die Beurteilung der Beiträge an berufliche Ausbildungsschritte 
nach Art. 16 IVG sind Verwaltung und Gerichte auf Unterlagen angewie-
sen, die der Arzt sowie auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Der Arzt hat den Gesundheitszustand zu diagnostizieren und zu 
den sich daraus ergebenden Einschränkungen Stellung zu nehmen. Ferner 
hat er sich gegebenenfalls darüber zu äussern, ob der Gesundheitszustand 
die ins Auge gefasste berufliche Vorkehr zulässt und, bejahendenfalls, wel-
che Tätigkeiten hierbei aus medizinischer Sicht dem Leiden angepasst 
sind. Solche ärztlichen Auskünfte sind auch dann erforderlich, wenn der 
Versicherte aus eigener Initiative eine berufliche Ausbildung begonnen hat 

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und hierfür die IV in Anspruch nehmen will (vgl. ULRICH MEYER, Bundesge-
setz über die IV, 2. Aufl. 2010, S. 178).

2.2 Die versicherte Person, die zu mindestens 50% arbeitsunfähig ist 
und auf den Beginn einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder einer 
Umschulung warten muss, hat während der Wartezeit Anspruch auf ein 
Taggeld (Art. 18 Abs. 1 IVV). Der Anspruch beginnt im Zeitpunkt, in 
welchem die IV-Stelle feststellt, dass eine erstmalige berufliche Ausbildung 
oder eine Umschulung angezeigt ist (Art. 18 Abs. 2 IVV). Laut der 
Rechtsprechung setzt der Anspruch auf Taggeld während der Wartezeit 
weiter voraus, dass subjektiv und objektiv Eingliederungs- und nicht bloss 
Abklärungsmassnahmen angezeigt sind (BGE 117 V 275 E. 2a S. 277).

2.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

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3.

3.1 Unbestritten sind der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Unter-
stützung der IV während ihrer erstmaligen beruflichen Ausbildung sowie, 
dass ein pädagogisches Studium im Sinne von Art. 16 IVG i.V.m. Art. 5 
Abs. 1 IVV unter eine erstmalige berufliche Ausbildung fällt (vgl. E. 2.1.3).

Umstritten ist hingegen, ob die begonnene Ausbildung den Fähigkeiten der 
Beschwerdeführerin entspricht und insbesondere, ob sie betreffend Ein-
gliederung geeignet und zweckmässig ist. Den Akten ist dazu im Wesentli-
chen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im Abschlussbericht des Instituts für Berufsfindung der Klinik 
C.________ vom 24. Februar 2011 (act. IIB 287) wurde der Beschwerde-
führerin punkto Belastungsfähigkeit nach sieben Lektionen Arbeit noch eine 
Lektion Englisch unterrichtet, was sie ohne weiteres meisterte. Auch die 
Hausaufgaben seien auf den nächsten Tag zuverlässig und vollständig 
erledigt worden (S. 4). Die Beschwerdeführerin habe ein sehr breites und 
überdurchschnittliches Interesse gezeigt (S. 2) und sei in der Lage, in einer 
für sie optimal angepassten Infrastruktur ein volles Pensum während einer 
Ausbildung zu erfüllen (S. 5). Da die Alltagsbewältigung in einer fremden 
Umgebung jedoch nicht beurteilt werden konnte, wurde betreffend Einglie-
derung zuerst ein Praktikumsjahr vorgeschlagen. Anschliessend wurde vor 
allem eine Tätigkeit in den Berufsfeldern Kommunikation oder Sozialarbeit 
befürwortet (S. 5).

Im Ergänzungsschreiben vom 28. März 2011 (act. IIB 289) wurde sodann 
präzisiert, die Beschwerdeführerin sei gestützt auf die bestandene Matura, 
welche sie innert fünf Jahren abgeschlossen habe, zu 80% leistungsfähig 
und unter idealen Rahmenbedingungen zu 80% belastbar. Ferner wurde 
darauf hingewiesen, dass kein Behinderter irgendeine Ausbildung durch-
ziehe, wenn er nicht davon überzeugt sei und diese nicht voll und ganz 
seinen Neigungen und Wünschen entspreche (S. 1). Die beiden genannten 
Arbeitsbereiche Kommunikation und Sozialarbeit seien zwei gute "Möglich-
keiten", obwohl es auch angepasstere Studienrichtungen gebe. Obschon 
es grundsätzlich für möglich gehalten wurde, dass die Beschwerdeführerin 
ein Studium durchziehe und später damit erwerbsfähig werde, wurde auch 
in Frage gestellt, ob ein Studium nicht dennoch ein zu ehrgeiziges Ziel sei 

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und ob eine Erwerbstätigkeit in einem so umworbenen Bereich wie der 
Kommunikation tatsächlich realisiert werden könne. 

3.1.2 Die Beschwerdeführerin absolvierte ab Januar bis Juli 2012 ein 
Praktikum in einem Kindergarten und konnte verschiedene Aufgabenberei-
che (z.B. Geschichten und Bilderbücher erzählen, Konfliktlösungsstrategien 
einüben und begleiten, Bastelarbeiten im Sinne der Ärztin Maria Montessori 
begleiten usw.) übernehmen (vgl. Bericht vom 2. Juli 2012, act. IIB 337). 
Laut der leitenden Kindergärtnerin habe die Beschwerdeführerin alle be-
rufsrelevanten Kompetenzen in hohem Masse erfüllt. Zudem weise sie ein 
breites Wissen im pädagogisch-psychologischen Bereich aus, könne dem 
Unvermögen mit dem Körper zu handeln, mit hoher Sprachkompetenz ent-
gegentreten und sei eine kompetente Beobachterin. Zusammenfassend 
hielt die leitende Kindergärtnerin fest, nach einer pädagogischen Ausbil-
dung sei die Beschwerdeführerin gerüstet, um in einem Team (auf der Ba-
sisstufe oder im Team Teaching) Kinder zu unterrichten.

3.1.3 In der Stellungnahme des Dachverbandes H.________ vom 3. Juli 
2012 (act. IIB 336) wird ausgeführt, dass nichts unmöglich sei und dem-
nach auch angesichts der Tetraplegie einzelne Lektionen durchführbar sei-
en. Die Übernahme einer Klassenleitfunktion und von musischen Fächern 
sei jedoch eher unrealistisch. Ebenfalls das Hauptfach "Natur, Mensch und 
Gesellschaft" sowie die Fremdsprachen würden sich weniger eigenen, da 
der Unterricht in diesen Fächern bewegt und noch viel stärker von der Rolle 
der Lehrperson als Moderatorin abhängig sei. Hauptfächer zu unterrichten 
ohne Klassenleitung sei überdies auf der Primarstufe ebenfalls nicht sehr 
gut möglich (Jobaussichten). Allgemein wurde darauf hingewiesen, dass 
bei Kindern mit gewissen Krankheiten (Allergien, Epilepsie usw.) umge-
hend reagiert werden müsse, kein Tag ohne ein "Verarzten" in irgendeiner 
Form vergehe, Konflikte teilweise auch physisch (nicht zu verwechseln mit 
Gewalt) gelöst werden müssten und der Schulalltag insgesamt sehr bewegt 
(singen zum Schulabschluss in der Aula, zusammen mit der Polizei Ver-
kehrsunterricht auf der Strasse usw.) sei.

3.1.4 Prof. Dr. E.________ bestätigte im Empfehlungsschreiben vom 
14. August 2012 (act. IIB 344), dass die Beschwerdeführerin Studiengänge 
an der F.________ und ebenfalls weiterführende Kurse, im Sinne von An-

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schlusslösungen, besuchen könne. Zudem führte er aus, nach dem Studi-
um bestünden verschiedene Möglichkeiten, um in diesem Berufsfeld tätig 
zu werden, da das Studium für ein breites berufliches Spektrum qualifiziere. 
Im Lehrberuf sei es denn auch möglich, Teilzeit zu arbeiten, was im vorlie-
genden Fall ein weiterer Vorteil darstelle. 

3.1.5 Nach der Untersuchung vom 5. September 2012 diagnostizierte 
med. pract. G.________, Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabi-
litation FMH, des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen 
Bern/Freiburg/Solothurn (RAD) im Bericht vom 16. Oktober 2012 (act. IIB 
354) insbesondere eine sensomotorisch komplette Tetraplegie, eine Suba-
rachnoidalblutung im Hirnstammbereich, eine mittelschwere restriktive Ven-
tilationsstörung, einen Status nach Dekubitus ersten Grades sowie eine 
autonome Dysregulation mit Herz/Kreislauf-, Blasen-, Darm- und Sexual-
funktionsstörungen (S. 3). Zur gesundheitlichen Situation machte sie deut-
lich, dass die Physiotherapie, welche während der Matura unterbrochen 
wurde, rigoros umzusetzen sei, damit die so zugenommene Gelenkkontrak-
tur im rechten Knie behandelt und weiteren Kontrakturen vorgebeugt wer-
den könne. Zudem sei bei der Beschwerdeführerin aufgrund der Höhe der 
Läsion (sub C4) das Atmen durch den Ausfall der Interkostalmuskulatur 
eingeschränkt, was sich ebenfalls in der festgestellten restriktiven Ventilati-
onsstörung widerspiegle. Auch die autonomen Dysregulationen (morgend-
licher Schwindel, Kreislaufprobleme) seien in Rechnung zu halten. 
Schliesslich unterschätze die Beschwerdeführerin die Gefahr einer Dekubi-
tusbildung. Eine längere Sitzposition als zwei Stunden sei zur Erhaltung 
einer dauerhaften Arbeitsfähigkeit zu vermeiden (S. 3). Da die Beschwer-
deführerin aufgrund ihres Handicaps an dem benötigten vermehrten 
Zeitaufwand (Körperpflege, Katheterisierung usw.) nichts ändern könne, 
bestehe eine maximal Arbeitsfähigkeit von vier bis viereinhalb Stunden. Bei 
einer späteren Halbtagstätigkeit müsse die Beschwerdeführerin zudem die 
Möglichkeit von ihrem Arbeitgeber erhalten, nach zwei Stunden eine zu-
sätzliche halbstündliche Liegepause zur Dekubitusprophylaxe einzulegen 
und nach vier Stunden einen Ort zu haben, an welchem die Fremdkathete-
risierung erfolgen könne (S. 4).

3.1.6 In der Selbstdeklaration bezüglich des Assistenzbeitrages vom 
19. September 2012 (act. IIB 351) gab die Beschwerdeführerin an, sowohl 

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in den alltäglichen Lebensverrichtungen als auch im Haushalt auf vollstän-
dige Hilfe angewiesen zu sein (S. 5 f.). Die Pflege und Betreuung werde 
zudem durch Spasmen erschwert (S. 4). Im Bereich gesellschaftlicher Akti-
vitäten und Mobilität benötige sie viel Hilfe, könne aber auch kleine Eigen-
leistungen erbringen. Zu beachten seien diesbezüglich die beschränkte 
Aufenthaltszeit wegen der Blasenentleerung sowie die eingeschränkte 
Sitzdauer wegen der Dekubitusgefahr (S. 7). Betreffend Aus- und Weiter-
bildung brauche sie für die Bereitstellung von Laptop und Arbeitsmaterial 
Hilfe sowie zum Einscannen der entsprechenden Unterlagen. Zurzeit ab-
solviere sie eine pädagogische Ausbildung und möchte im Anschluss Heil-
pädagogik studieren (S. 10 f.). 

3.1.7 Die Beschwerdeführerin unterrichtete im Rahmen eines Praktikums 
in der Zeit von Oktober bis Dezember 2012 acht Mal an einem Mittwoch-
morgen eine sechste Klasse in Deutsch und gab dieser während zwei Wo-
chen im Januar/Februar 2013 Deutsch sowie das Fach "Natur, Mensch und 
Mitwelt" (NMM). Im Praktikumsbericht vom März 2013 (act. IIB 382) wurde 
vorab darauf aufmerksam gemacht, dass die Beschwerdeführerin auf ein 
Schulhaus mit flachem Schulzimmereingang, Rampe oder Lift sowie auf 
Internet und Beamer angewiesen sei und das Schulmaterial digital vorhan-
den sein oder eingescannt werden müsse. Zur Berufstätigkeit führte die 
Praxislehrperson aus, die Beschwerdeführerin könne bestens Deutsch, 
NMM, Musik und Französisch unterrichten. Da es Helfer aus der Klasse 
brauche, sei die fünfte oder sechste Klasse ideal. Im Weiteren seien ein 
Team Teaching oder eine enge Zusammenarbeit mit der Klassenlehrkraft 
von Vorteil. Das Praktikum habe zudem klar aufgezeigt, dass es für die 
Beschwerdeführerin absolut im Bereich des Möglichen liege, dieses Studi-
um zu bestehen. 

3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 18. April 2013 (act. IIA 398) massgeblich auf den RAD-Arztbericht vom 
16. Oktober 2012 (act. IIB 354) sowie auf die Stellungnahme des 
H.________ vom 3. Juli 2012 (act. IIB 336) gestützt.

3.2.1 In medizinischer Hinsicht machte die RAD-Ärztin med. pract. 
G.________ im Bericht vom 16. Oktober 2012 auf die eingeschränkte At-
mung, auf die autonomen Dysregulationen wie auch auf die Gefahr einer 

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Dekubitusbildung aufmerksam (act. IIB 354 S. 3). Insbesondere sei wegen 
der Dekubitusprophylaxe nur noch eine maximale Arbeitsfähigkeit von vier 
bis viereinhalb Stunden anzunehmen und nach zwei Stunden müsse eine 
halbstündige Liegepause eingelegt werden (act. IIB 354 S. 4). Dem entge-
genstehend kann aus den beiden Praktikumsberichten (act. IIB 337 und 
382) nicht entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin Probleme mit 
einer halbtägigen Präsenzzeit hatte. Auch von Atemschwierigkeiten, mor-
gendlichem Schwindel oder anderweitigen Kreislaufproblemen wurde 
nichts berichtet. Zudem wurden der Beschwerdeführerin während der Be-
rufsabklärung nach sieben Stunden noch eine Lektion Englisch erteilt und 
Hausaufgaben aufgegeben, was diese problemlos meisterte (act. IIB 287 
S. 4). Da sie zudem die Matura absolvierte (act. IIB 270) und nun das Stu-
dium an der F.________ begann (act. IIB 351), bestehen erhebliche Zwei-
fel, ob die erhöhte Gefahr einer Dekubitusbildung konkret ist und von ande-
ren medizinischen Sachverständigen geteilt würde oder ob bloss auf eine 
theoretische Möglichkeit hingewiesen wird. Dies umso mehr als ein ent-
standener Dekubitus im Februar 2011 nach der Anpassung eines Jay-
Rückenteils ausheilte (act. IIB 354 S. 3) und seither – trotz den hohen Prä-
senzzeiten während den Praktika und dem Studium – kein Dekubitus mehr 
entstand. Der RAD-Arztbericht vom 16. Oktober 2012 (act. IIB 354) leuchtet 
demnach in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der gesundheitlichen Situation nicht restlos ein. Zudem berück-
sichtigte die RAD-Ärztin weder die praktischen Erfahrungen noch die ge-
klagten Beschwerden. Denn auf die Problematik der Spastik, welche die 
Beschwerdeführerin in der Selbstdeklaration vom 19. September 2012 
(act. IIB 351) angab, ging die RAD-Ärztin nicht ein. Überdies hat sich ein 
Arzt, wenn Beiträge an berufliche Ausbildungsschritte im Streit liegen, 
darüber zu äussern, ob der Gesundheitszustand die ins Auge gefasste be-
rufliche Vorkehr zulässt und, bejahendenfalls, welche Tätigkeit hierbei aus 
medizinsicher Sicht dem Leiden angepasst sind (E. 2.1.4 hiervor). Auch 
diesbezüglich nahm die RAD-Ärztin nicht Stellung. Demnach erfüllt ihr Be-
richt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen nicht (E. 2.3 hier-
vor), weshalb auf diesen nicht abgestellt werden kann. Im Übrigen hat es 
die Beschwerdegegnerin unterlassen, weitere Arztberichte, insbesondere 
diejenigen der behandelnden Ärzte, einzuholen oder andere Untersuchun-

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gen bezüglich dem Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit zu veran-
lassen. Demzufolge bleibt aufgrund der medizinischen Abklärungen offen, 
ob eine pädagogische Ausbildung die Voraussetzungen von Art. 8 IVG 
i.V.m. Art. 16 IVG erfüllt resp. ob diese aus medizinischen Gründen geeig-
net bzw. zumutbar ist und welche Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
attestiert werden kann.

3.2.2 Hinsichtlich der Tätigkeit als Lehrperson wies der H.________ ex-
plizit auf den immer bewegten Schulalltag sowie auf das unumgängliche 
rasche Reagieren in allen Situationen hin und stellte die Lehrertätigkeit 
deswegen eher in Frage (act. IIB 336). Diese Beurteilung findet Rückhalt im 
Praktikumsbericht vom März 2013, in welchem die Praxislehrperson eben-
falls erwähnte, die Beschwerdeführerin sei auf spezielle bauliche wie auch 
arbeitstechnische Hilfsmittel und auf Hilfe in der Klasse angewiesen. Im 
Weiteren seien ein Team Teaching oder eine enge Zusammenarbeit mit 
dem Klassenlehrer von Vorteil (act. IIB 382). Zudem gab die Beschwerde-
führerin in der Selbstdeklaration vom 19. September 2012 bestätigend an, 
bei gesellschaftlichen Kontakten und betreffend Mobilität auf viel Hilfe an-
gewiesen zu sein (act. IIB 351 S. 7). Im Hinblick auf die eigentliche Unter-
richtstätigkeit – das Vermitteln des Lehrstoffes – stehen diesen Punkten 
indessen die praktischen Erfahrungen entgegen. So habe die Beschwerde-
führerin im sechsmonatigen Kindergartenpraktikum (act. IIB 337) alle be-
rufsrelevanten Kompetenzen in hohem Masse erfüllt und sei dem Unver-
mögen mit dem Körper zu handeln, mit hoher Sprachkompetenz entgegen-
getreten. Dadurch sei es denn auch möglich gewesen, dass sie ganze Auf-
gabenbereiche habe übernehmen können. Ebenfalls positiv verlief diesbe-
züglich das Praktikum bei der … Klasse, in welcher sie die Fächer Deutsch 
und NMM unterrichtete. Die Praxislehrperson hielt zudem fest, die Be-
schwerdeführerin könne Fächer wie Deutsch, NMM, Musik und Franzö-
sisch bestens unterrichten (act. IIB 382). Wie in der Replik vom 26. Sep-
tember 2013 überdies nachgewiesen wurde, hat die Beschwerdeführerin 
das Studium an der F.________ begonnen und die ersten Leistungsprü-
fungen – insbesondere auch im bildnerischen Gestalten und in Musik (inkl. 
Instrumentalunterricht) – erfolgreich absolviert (Akten der Beschwerdefüh-
rerin [act. IB] 5 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2014, IV/13/408, Seite 14

Aus dem Dargelegten folgt, dass sich die vorliegenden Berichte teilweise 
diametral entgegenstehen und keine eindeutigen Schlüsse zulassen. Un-
bestrittenermassen ist die Beschwerdeführerin körperlich stark einge-
schränkt und wird immer in gewissen Bereichen auf Hilfe angewiesen sein. 
Angesichts der abgeschlossenen Matura (act. IIB 270) und gestützt auf die 
bisher erfolgreichen Leistungsnachweise der F.________ (act. IB 5 f.) so-
wie unter Ausschluss der medizinischen Faktoren (vgl. hierzu E. 3.2.1 hier-
vor) ist es zudem gut möglich, dass die Beschwerdeführerin das pädagogi-
sche Studium erfolgreich abschliessen könnte. Ob sie anschliessend je-
doch effektiv als Lehrperson tätig sein oder lediglich – wie eine Praktikantin 
– Hilfspersonenaufgaben übernehmen kann, geht aus den vorliegenden 
Berichten nicht eindeutig hervor. Denn während dem Kindergartenprakti-
kum konnte die Beschwerdeführerin nur wenige aktive Aufgabenbereiche 
(Geschichten und Bilderbücher erzählen, Konfliktlösungsstrategien einü-
ben) übernehmen, wurde insbesondere als kompetente Beobachterin be-
zeichnet und daher vor allem als Aufsichtsperson eingesetzt (act. IIB 337 
S. 3). Auch im Praktikumsbericht bezüglich der … Klasse wurde nicht be-
schrieben, wie die Beschwerdeführerin die Schullektionen abhielt und wel-
che Arbeits- und Unterrichtsformen sie tatsächlich umsetzen konnte. Insbe-
sondere blieb offen, wie viel Dritthilfe sie während dem Unterricht in An-
spruch nehmen muss, um den Lernstoff zu vermitteln oder um allfällige 
Konflikte in der Klasse zu beheben. Ob diesbezüglich die sprachlichen 
Kompetenzen genügen, wird in Frage gestellt, da die Beschwerdeführerin 
eine Vorschul- oder Primarstufe und nicht beispielsweise Erwachsene un-
terrichten will. 

Unabgeklärt blieb im Weiteren, ob die Beschwerdeführerin später – wie in 
der Selbstdeklaration vom 19. September 2012 (act. IIB 351) explizit ange-
geben wurde – als Heilpädagogin tätig sein könnte und diesbezüglich die 
Hinweise des H.________ (bewegter Unterricht, alltägliches "Verarzten" 
usw.) ebenfalls noch gelten. Auch andere Weiterbildungen oder die neu 
entstehenden Unterrichtsformen (Basisstufenmodelle resp. Team Teaching 
[vgl. Merkblatt für die freiwillige Einführung von Basisstufenklassen, Erzie-
hungsdirektion des Kantons Bern, Amt für Kindergarten, Volksschule und 
Beratung, Stand 18. April 2013, abrufbar unter: www.erz.be.ch]) liess die 
Beschwerdegegnerin nicht näher untersuchen, obwohl auch Prof. Dr. 

http://www.erz.be.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2014, IV/13/408, Seite 15

E.________ im Empfehlungsschreiben vom 14. August 2012 auf solche 
Möglichkeiten hinwies (act IIB 344). Demnach kann – entgegen den Aus-
führungen der Beschwerdegegnerin (vgl. Verfügung vom 18. April 2013, 
act. IIA 398 S. 2) – nicht schlüssig beurteilt werden, ob sich eine pädagogi-
sche Ausbildung, insbesondere auch eine allfällige Weiterbildung in der 
Heilpädagogik, als Eingliederungsmassnahme eignet und ob ein Lehramt 
den Fähigkeiten der Beschwerdeführerin entspricht (E. 2.1.1 hiervor).

3.2.3 Schliesslich ist bei der Prüfung der Eingliederungsmassnahmen zu 
beachten, dass die Beschwerdeführerin nur Anspruch auf angemessene 
und notwendige Massnahmen hat (E. 2.1.1 hiervor). Es wird demzufolge – 
entgegen den Erfahrungen des Instituts für Berufsfindung der Klinik 
C.________ (vgl. Ergänzungsschreiben vom 28. März 2011, act. IIB 289 
S. 1) – nicht diejenige Weiterbildung unterstützt, welche voll und ganz den 
Neigungen und Wünschen der versicherten Person entspricht, sondern 
jene, welche auch die Möglichkeit eines Eingliederungserfolges aufweist 
und die verursachten Kosten rechtfertigt. Wie die Beschwerdegegnerin in 
der Verfügung vom 18. April 2013 (act. IIA 398 S. 2) zu Recht ausführte, ist 
nach wie vor ungeklärt, welche konkrete Ausbildung hinsichtlich Eingliede-
rungserfolg am geeignetsten ist. Demzufolge sind auch diesbezüglich wei-
tere Abklärungen unumgänglich, zumal die Beschwerdeführerin während 
der Berufsfindung ein sehr bereites und überdurchschnittlich grosses Inter-
esse in verschiedenen Bereichen zeigte (act. IIB287 S. 2). 

3.3 Unter diesen Umständen kann vorliegend keine abschliessende 
Beurteilung darüber erfolgen, ob eine Ausbildung im pädagogischen Be-
reich in Bezug auf die körperlichen Einschränkungen eingliederungswirk-
sam und damit geeignet, medizinisch zumutbar und angemessen ist. Des-
halb hat die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt vollstän-
dig fachärztlich abzuklären. Dazu hat sie insbesondere bei den involvierten 
Ärzten eine ergänzende Untersuchung zu veranlassen, wobei die Frage zu 
beantworten sein wird, ob der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
die ins Auge gefasste berufliche Vorkehr zulässt und, bejahendenfalls, wel-
che Tätigkeiten hierbei aus medizinischer Sicht dem Leiden angepasst 
sind. Dabei hat sie auch eine Prognose betreffend der Eingliederungswirk-
samkeit einzuholen, in welcher explizit die praktischen Erfahrungen in den 
Praktika und im begonnen Studium eruiert, Weiterbildungsmöglichkeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2014, IV/13/408, Seite 16

(z.B. Heilpädagogik) geprüft und die neusten Entwicklungen im Bereich der 
Unterrichtsformen berücksichtigt werden. 

In diesem Sinne ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die Verfü-
gung vom 18. April 2013 aufgehoben und die Sache zum weiteren Vorge-
hen im Sinne dieser Erwägung an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen wird. 

4. Der Anspruch auf Taggeld während der Wartezeiten setzt unter an-
derem voraus, dass subjektiv und objektiv Eingliederungs- und nicht bloss 
Abklärungsmassnahmen angezeigt sind; der Versicherte also insbesondere 
eingliederungsbereit ist (vgl. E. 2.2 hiervor und ULRICH MEYER, Bundesge-
setz über die IV, 2. Aufl. 2010, S. 252). Wie in Erwägung 3.3 hiervor ausge-
führt, sind vorliegend unter anderem weitere Abklärungen über den Ge-
sundheitszustand, die Arbeitsfähigkeit sowie über die Zumutbarkeit, Zweck-
mässigkeit und Angemessenheit der ins Auge gefassten Eingliederungs-
massnahme notwendig. Über das Wartezeittaggeld kann demnach erst 
verfügt werden, wenn betreffend die beruflichen Massnahmen Klarheit 
herrscht. Folglich ist die Beschwerde auch insoweit gutzuheissen, als eben-
falls die Verfügung vom 17. April 2013 aufzuheben ist. Sobald die Ab-
klärungsmassnahmen abgeschlossen sind, hat die Beschwerdegegnerin 
neu über die Ausrichtung allfälliger Wartezeittaggelder zu verfügen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2014, IV/13/408, Seite 17

schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Mit Kostennote vom 15. Oktober 2013 hat Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 2'565.-- sowie Auslagen von Fr. 35.-- und basierend auf 
Fr. 2'600.-- die Mehrwertsteuer von Fr. 208.-- geltend gemacht. Der gesam-
te Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2'808.-- (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 17. und 18. April 2013 aufgehoben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2014, IV/13/408, Seite 18

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'808.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.