# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d38ba9c2-4192-5108-ac47-27518a39b6ad
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.03.2024 720 23 209/65 (720 23 209 / 65)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-209-65_2024-03-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 14. März 2024 (720 23 209 / 65) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung des Rentenanspruchs einer versicherten Person mit aktenanamnestischer 

ADHS; Unterbrechung der Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG. 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka-
tin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 

A.1 Der 1989 geborene A.____ begann am 1. August 2006 in der B.____ eine Lehre als 
Polymechaniker. Per 30. Juni 2009 wurde das Lehrverhältnis aus gesundheitlichen Gründen vor-
zeitig beendet (vgl. Bestätigung der Lehrvertragsauflösung vom 25. Juni 2009). Nach einem Un-
terbruch von rund 18 Monaten konnte er seine Lehre am 24. Januar 2011 in der gleichen Lehr-
werkstätte in X.____ fortsetzen. Aufgrund zu häufiger Absenzen wurde dieses Lehrverhältnis per 

 

 
 
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31. Juli 2011 wieder aufgelöst (vgl. Bestätigung der Lehrvertragsauflösung vom 24. August 2011). 
Danach übte A.____ diverse Temporärjobs aus und besuchte im Jahr 2013 über die Sozialhilfe-
behörde der Gemeinde Y.____ das Beschäftigungsprogramm "C.____".  
 
A.2 Am 19. Januar 2015 stellte A.____ unter Hinweis auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hy-
peraktivitätsstörung (ADHS) seit Kindheit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) ein 
Gesuch für berufliche Massnahmen. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) gewährte ihm 
Kostengutsprache für eine Ausbildung zum Polymechaniker EFZ, 3. Ausbildungsjahr, in der 
D.____ vom 11. Juli 2015 bis 31. Juli 2016 (vgl. Mitteilung vom 2. September 2015). Das 4. Lehr-
jahr konnte er in der E.____ AG vom 1. August 2016 bis 31. Juli 2017 absolvieren. Er schloss 
seine Lehre als Polymechaniker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis erfolgreich ab. Ab 1. 
August 2017 war er als Schweisser und Montagemitarbeiter weiterhin bei der E.____ AG ange-
stellt (vgl. Dienst- und Anstellungsvertrag vom 13. Juli 2017; Abschlussbericht der Eingliede-
rungsmassnahme vom 11. März 2021). Mit Verfügung vom 25. September 2017 wurden die be-
ruflichen Massnahmen abgeschlossen.  
 
A.3 Bereits am 4. September 2020 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
bei der IV an, wobei er auf eine rezidivierende mittelgradige depressive Störung hinwies. In der 
Folge wurden verschiedene Frühinterventionsmassnahmen zum Erhalt des Arbeitsplatzes bei der 
E.____ AG eingeleitet (vgl. Mitteilungen vom 26. Februar 2021 und vom 23. März 2021). Da diese 
Massnahmen wenig Erfolg hatten, kündigte die E.____ AG schliesslich das Arbeitsverhältnis per 
30. Juni 2021. Die IV-Stelle leistete daraufhin Kostengutsprache für Vorbereitungsmassnahmen, 
die zuerst in der D.____ und danach bei der F.____ AG durchgeführt wurden (vgl. Mitteilung vom 
1. Juni 2021 bzw. vom 17. August 2021). Nachdem der Versicherte ab 30. September 2021 voll-
ständig arbeitsunfähig geschrieben wurde, wurden die beruflichen Eingliederungsmassnahmen 
Mitte Oktober 2021 beendet (vgl. Mitteilung vom 14. Oktober 2021). Im Rahmen der Rentenprü-
fung holte die IV-Stelle bei Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiat-
risches Gutachten ein, welches am 7. Oktober 2022 erstattet wurde. Gestützt auf die von 
Dr. G.____ attestierte 90%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Polymechaniker 
und die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit lehnte die IV-Stelle nach Durchführung 
des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 14. Juni 2023 einen Rentenanspruch von A.____ 
mangels Erfüllung des Wartejahres ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Advokatin Raffaela Bi-
aggi, am 29. Juni 2023 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei 
die IV-Stelle zu verurteilen, ihm ab März 2021 die gesetzliche Invalidenrente auszurichten. Even-
tualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt neu 
abzuklären; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung wurde angeführt, dass es nicht nachvoll-
ziehbar sei, weshalb das Wartejahr nicht erfüllt sein sollte. Im Weiteren wurde die Beweistaug-
lichkeit des Gutachtens von Dr. G.____ und der Beurteilungen des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes (RAD) beanstandet. Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass in einer leidensbedingten 
Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehen würde, würde ein Rentenanspruch beste-

 

 
 
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hen. Gemäss den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin zum zuletzt erzielten Lohn des Versi-
cherten sei das Valideneinkommen auf Fr. 99'004.-- festzusetzen. Das gestützt auf die Lohnstruk-
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik berechnete Invalideneinkommen betrage Fr. 
57'972.--. Aus einer Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens resultiere ein 
Invaliditätsgrad von 42 %. Unter Berücksichtigung eines angemessenen leidensbedingten Ab-
zugs bestehe Anspruch auf mindestens eine halbe Invalidenrente.   
 
C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2023 unter Verweis 
auf die RAD-Stellungnahme von Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. 
Juli 2023 die Abweisung der Beschwerde.  
 
D. Mit Replik vom 28. August 2023 hielt der Versicherte, weiterhin vertreten durch Advoka-
tin Raffaela Biaggi, an seinen Rechtsbegehren und Ausführungen fest.   
 
E. Nachdem die IV-Stelle auf die Einreichung einer Duplik verzichtet hatte, überwies der 
instruierende Präsident des Kantonsgerichts mit Verfügung vom 7. November 2023 die Angele-
genheit dem Dreiergericht zur Beurteilung.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde des Versicherten vom 24. Oktober 
2022 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Ja-
nuar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verordnung über 
die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der Fas-
sung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der In-
validenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt die Verfügung über die 
erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet diese aber einen Rentenan-
spruch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die Bestimmungen des IVG und der IVV sowie 
diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung massgebend 
(KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des 
linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). Vorliegend datiert 

 

 
 
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die angefochtene Verfügung vom 14. Juni 2023. Der Rentenanspruch ist jedoch am 1. März 2021 
(vgl. angefochtene Verfügung vom 14. Juni 2023) bzw. 1. Mai 2021 (vgl. nachstehende Erwägung 
8) entstanden. Somit ist die Angelegenheit in Anwendung der Bestimmungen des IVG und der 
IVV sowie derjenigen des ATSG in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
zu beurteilen. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und an-
gewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, 
dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren 
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen 
definiert systematisierte Indikatoren, die –  unter Berücksichtigung von leistungshindernden 
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander-
seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 
E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord-
nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht-
lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die 

 

 
 
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materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 3.7.2). 
 
2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 
E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag-
ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin  
oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 

 

 
 
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3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut-
achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der 
Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
4.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Versicherte bereits während seiner Lehre in psy-
chiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung stand (vgl. Berichte der I.____ vom 21. Ja-
nuar 2013 und von Dr. phil. J.____, Fachpsychologe, vom 17. April 2015). Gemäss den Angaben 
der behandelnden Ärzteschaft der I.____ leide der Versicherte seit seiner Jugend an unterschwel-
ligen depressiven Verstimmungen, welche sich ab August 2011 verschlimmert hätten. Als Diag-
nosen stellte sie eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine Zyklothymia (ICD-
10 F34.0), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 G47.2) und einen schädlichen Ge-
brauch von Alkohol (ICD-10 F10.1) fest. Ab 29. September 2014 befand sich der Versicherte bei 
Dr. med. K.____ in psychiatrischer Behandlung (vgl. Bericht vom 2. März 2015). Am 27. April 2015 
bestätigte Dr. K.____ die Diagnose einer ADHS. Im weiteren Verlauf konnten mit Hilfe einer me-
dikamentösen Therapie die bisherigen Beeinträchtigungen wie Konzentrationsstörungen, Ablenk-
barkeit, nach Absenzen im Lehrbetrieb reduziert werden (vgl. Berichte von Dr. K.____ vom 22. 
April 2016 und 19. August 2016). Im Frühling 2020 verschlechterte sich der psychische Zustand 
des Versicherten, so dass er zeitweise arbeitsunfähig geschrieben wurde (vgl. ärztliches Zeugnis 
von Dr. med. L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. März 2020 sowie der I.____ 
vom 18. Mai 2020 und vom 2. August 2020). Vom 23. bis 25. Juni 2020 hielt sich der Versicherte 
wegen einer depressiven Störung (ICD-10 F32.0) stationär in den I.____ auf (vgl. Austrittsbericht 
vom 1. Juli 2020).  
 
4.2 Wenige Wochen später erfolgte aufgrund einer zunehmenden depressiven Symptomatik 
und eines Erschöpfungszustands ein weiterer stationärer Aufenthalt in der Klinik M.____ vom 17. 
August 2020 bis 9. Oktober 2020 (vgl. Bericht vom 11. September 2020). Im Austrittsbericht vom 
9. Oktober 2020 wurden als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit-
telgradige Episode (ICD-10 F33.3) und eine anamnestische ADHS (ICD-10 F90.0) festgehalten. 
Der Versicherte berichte über Reizbarkeit, Stressanfälligkeit bei der Arbeit, ein erhöhtes Schlaf-
bedürfnis, eine erhöhte Sensibilität auf Aussenreize und einen sozialen Rückzug. Er sei im Affekt 
niedergestimmt und leide zeitweise an Gedankenkreisen, Zukunfts- und sozialen Ängsten sowie 
Störungen der Vitalgefühle und Anhedonie. Es hätten zudem ein reduzierter Antrieb und passive 
Lebensüberdrussgedanken bestanden. Im Bericht der Klinik M.____ vom 13. Oktober 2020 an 
die Krankentaggeldversicherung wurde nebst den bisher gestellten Diagnosen zusätzlich eine 
Persönlichkeitsstörung im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F61.1; DD 
ICD-10 F60.9) aufgeführt. Vom 30. November 2020 bis 16. April 2020 besuchte der Versicherte 
teilstationär die Tagesklinik M.____ mit dem Ziel, seine Leistungsfähigkeit soweit zu steigern, 

 

 
 
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dass er wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen könnte. Zudem standen die Reduktion der de-
pressiven Affekte und die Stärkung der sozialen Kompetenzen des Versicherten im Fokus (vgl. 
Bericht vom 18. Januar 2021). Am 15. April 2021 führte die behandelnde Ärzteschaft aus, dass 
der Verlauf der Behandlung aufgrund der Persönlichkeitsstruktur des Versicherten verkompliziert 
gewesen sei; insbesondere in sozialen Interaktionen und Gruppensituationen habe er immer wie-
der ein starkes Rückzugs- und Vermeidungsverhalten sowie eine Hemmung bzw. eine Blockade 
gezeigt, sobald es um die Kommunikation seiner Gefühle und Bedürfnisse gegangen sei. Im Rah-
men solcher Phasen sei es auch wiederholt zu Verspätungen und Absenzen gekommen. Auf-
grund seines Perfektionismus und seiner starren Verhaltensmuster sei es ihm häufig schwerge-
fallen, Aufgaben auszuführen. Dabei habe seine Angst, Fehler zu machen, zu versagen oder 
abgelehnt zu werden, eine Rolle gespielt. Aufgrund dieser Persönlichkeitszüge sei er in der Fle-
xibilität und in der Anpassungsfähigkeit eingeschränkt. Im Vordergrund ständen vor allem Selbst-
wertdefizite, ein reduzierter Antrieb, eine innere Unruhe, Entscheidungsschwierigkeiten und Ge-
dankenkreisen. Auch Symptome der ADHS seien sichtbar gewesen. Im Verlauf sei der Versi-
cherte stabiler geworden sei; vereinzelt käme es noch zu Affekteinbrüchen und Selbstwertkrisen. 
Seine Stimmung und sein Antrieb hätten sich erheblich gebessert. So habe er wieder Hobbies 
und soziale Kontakte aufnehmen können. Zwar sei es wegen fehlender beruflicher Perspektiven 
zu einer erneuten depressiven Dekompensation gekommen. Es sei ihm jedoch im Vergleich zu 
früher gelungen, sich rascher zu stabilisieren. Aufgrund einer insgesamt verbesserten Stabilität 
habe er aus der Tagesklinik entlassen werden können.  
 
4.3 Am 1. Juni 2021 wurde der Versicherte im Rahmen von IV-Eingliederungsmassnah-men 
für die Ausbildung zum Automobilfachmann EFZ vorbereitet (vgl. Zielvereinbarung und Einglie-
derungsplan vom 19. Mai 2021). Bereits nach einer Woche verschlechterte sich der psychische 
Zustand des Versicherten. Er wurde ab dem 21. Juni 2021 bis 31. Juli 2021 und vom 1. Septem-
ber bis 28. Februar 2022 zu 100 % und vom 1. März 2022 bis 30. April 2022 zu 80 % arbeitsun-
fähig geschrieben (vgl. Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von Dr. med. N.____, FMH Allgemeine In-
nere Medizin, vom 23. Juni 2021 und vom 30. August 2021, von Dr. med. O.____, FMH Allge-
meine Innere Medizin, vom 15. Juli 2021 sowie von Dr. med. P.____, FMH Innere Medizin, vom 
6. November 2021 und vom 23. April 2022). 
 
4.4 Dem Bericht von Dr. med. Q.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und des 
Psychologen, Dr. phil. R.____, vom 14. März 2022 ist zu entnehmen, dass der Versicherte seit 
21. September 2021 von ihnen behandelt wird. Sie hätten beim Versicherten keine depressive 
Störung mehr feststellen können. Ob noch eine ADHS bestehe, sei fraglich. Demgegenüber sei 
eine Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 F61 zu diagnostizieren. Beim Versicherten lägen 
Einschränkungen in der Fähigkeit zur ganzheitlichen Objektwahrnehmung, in der Selbstwertre-
gulierung und im Affekterleben vor, die zu zwischenmenschlichen Belastungen am Arbeitsplatz 
führten. Es gelinge ihm nur bedingt, negative Affekte oder Enttäuschungen zeitnah und selbst-
schützend zu regulieren.  
 
4.5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit 
des Versicherten ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. G.____ ein. Der Gutachter hielt in seiner 
Beurteilung vom 7. Oktober 2022 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

 

 
 
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aktenanamnestische ADHS (ICD-10 F90.0) fest. Die gegenwärtig remittierte depressive Störung 
im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.4), der aktenanamnestische 
schädliche Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), von Cannabinoiden, aktuell abstinent (ICD-10 
F12.1), und von Kokain, gegenwärtig anamnestisch abstinent (ICD-10 F14.1), beeinflussten die 
Arbeitsfähigkeit nicht. Der Anamneseerhebung ist zu entnehmen, dass der Versicherte seine Ar-
beit als Polymechaniker als traumatisierend erlebt habe. Er suche eine Erwerbstätigkeit in einem 
naturnahen Beruf im Umfang von 60 % bis 80 %, ev. auch eine Vollzeitstelle, wenn die Arbeit ihm 
gefalle. Momentan lebe er mit seiner Partnerin in einer 3-Zimmerwohnung. Mit seiner Freundin 
spiele er Karten- oder Brettspiele. Zweimal in der Woche übe er Sport aus. Gelegentlich gehe er 
mit Freunden "campen" und treffe ab und zu einen Freund, mit welchem er am Rhein sitze und 
rede. Er stehe morgens um 8 Uhr auf, meditiere, spaziere und um 11 Uhr esse er etwas Kleines. 
Danach erledige er die notwendigen Haushalts- und Administrativarbeiten. Meistens habe er aus-
wärtige Termine, die er wahrzunehmen habe. Ausserdem lese er und mache Onlinekurse in Per-
sönlichkeitsentwicklung.  
 
4.5.2 Der Gutachter führte in seiner Beurteilung aus, dass er beim Versicherten klinisch-phä-
nomenologisch und testpsychologisch keine Hinweise auf das Vorliegen einer aktuell klinisch re-
levanten ADHS habe feststellen können. Die Kommunikation sei problemlos und der Psychosta-
tus normal gewesen. Es hätten weder Unaufmerksamkeiten noch eine Hyperaktivität oder Impul-
sivität bestanden. Auch eine entsprechende Testung habe keine Auffälligkeiten ergeben. Die Di-
agnose einer ADHS habe er nur deshalb gestellt, weil Dr. K.____ diese Diagnose begründet und 
belegt habe. Zurzeit befinde sich die ADHS in Remission bzw. sei in allenfalls geringer Ausprä-
gung vorhanden. Dies stimme mit der Selbsteinschätzung des Versicherten überein. Es seien in 
dieser Hinsicht weiterhin konsequente therapeutische Massnahmen notwendig, um den Gesund-
heitszustand des Versicherten stabil zu halten. Eine depressive Störung könne heute nicht mehr 
festgestellt werden. Der Affekt sei bei belastenden Themen zwar ernst, aber nicht auffällig nie-
dergestimmt. Auch die Psychomotorik sei unauffällig und der Antrieb angemessen. Es könne 
deshalb gegenwärtig nur eine remittierte depressive Episode  
diagnostiziert werden.  
 
Eine Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicher-vermeidenden bzw. zwanghaften Persön-
lichkeitszügen könne höchstens in leichter Ausprägung festgestellt werden. Die daraus resultie-
renden Einschränkungen seien bei einer allfälligen Weiterführung von beruflichen Massnahmen 
zu berücksichtigen. So benötige der Versicherte eine klare Struktur und eine für ihn erreichbare 
Bezugsperson, mit welcher er allfällige Unklarheiten umgehend besprechen und bereinigen 
könne. Ansonsten bestehe das Risiko, dass es aufgrund von Missverständnissen zu Kontaktab-
brüchen seitens des Versicherten komme. Die Eingangskriterien für eine Persönlichkeitsstörung 
im Sinne der ICD-10 (erhebliches Abweichen im Denken, Fühlen und Wollen von der gesell-
schaftlichen Norm) seien nicht erfüllt. So sei dem Versicherten trotz Startschwierigkeiten eine 
angemessene schulische, berufliche und soziale Entwicklung gelungen, auch wenn er wegen der 
ADHS und der depressiven Störung die Lehre nicht im ersten Anlauf habe abschliessen können. 
Er könne deshalb die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht stellen. 
 

 

 
 
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Schliesslich prüfte Dr. G.____ die Standardindikatoren. Als Ressourcen nannte er die vorhan-
dene Schul- und Berufsausbildung, die mehrjährige berufliche Tätigkeit sowie die Abstinenz von 
Alkohol, Cannabis und Kokain. Es seien keine gravierenden Probleme in den Beziehungen vor-
handen und eine finanziell angespannte Lage sei nicht festzustellen. Ein sozialer Rückzug be-
stehe nicht, pflege der Versicherte doch soziale Kontakte und Hobbies. Zudem sei er im familiä-
ren Umfeld integriert. Für den Versicherten stelle einzig die Tatsache, dass er nicht wisse, welche 
berufliche Zukunft ihm offenstehe, eine Belastung dar. Es bestehe somit keine relevante gleich-
mässige Einschränkung in allen Lebensbereichen. 
 
Zu den abweichenden Diagnosen der behandelnden Ärzteschaften führte er aus, es sei aufgrund 
des Abschlussberichts der I.____ vom 14. Oktober 2013 und der darin beschriebenen psychopa-
thologischen Befunde nachvollziehbar, dass der Versicherte anlässlich der ambulanten Behand-
lung bei den I.____ an einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung gelitten habe. Es falle 
jedoch auf, dass die Ärzteschaft in ihrem Bericht keine Trennung zwischen den subjektiven und 
den objektiven Befunden vorgenommen habe. Er könne der von der Ärzteschaft der Klinik M.____ 
diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode nicht folgen, sei doch während des rund 
zweimonatigen stationären Aufenthalts aus unklaren Gründen nie eine medikamentöse Behand-
lung verordnet worden. Fest stehe, dass sich die depressive Symptomatik im Verlauf verbessert 
habe. Beim Austritt sei die depressive Episode remittiert gewesen. Die Remission der depressi-
ven Störung habe auch Dr. R.____ bestätigt. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei nicht 
nachvollziehbar, da weder die Klinik M.____ noch Dr. Q____ bzw. Dr. R.____ diese hergeleitet 
hätten.   
 
4.5.3 Die Arbeitsfähigkeit beurteilte der Gutachter nach dem Mini-ICF-APP. Danach seien ein-
zig die Flexibilität und die Umstellungsfähigkeit sowie die Selbstbehauptungsfähigkeit leicht und 
die Kontaktfähigkeit zu Dritten und die Gruppenaktivität allenfalls leicht eingeschränkt. Insgesamt 
beständen beim Versicherten gegenwärtig keine bis gelegentlich leichte Beeinträchtigungen in 
den Funktionsfähigkeiten. Es sei davon auszugehen, dass der Versicherte spätestens ab Unter-
suchungszeitpunkt (= 14. September 2022) in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 90 % bei einer 
Anwesenheit von 8 bis 9 Stunden arbeitsfähig sei. Ab diesem Zeitpunkt könne er auch eine Tä-
tigkeit, welche geringe Anforderungen an die Belastbarkeit stelle, bedarfsweise Pausen und einen 
Wechsel zwischen Sitzen und Bewegungen erlaube, wenig intensiven zwischenmenschlichen 
Kontakt voraussetze, einen überschaubaren und strukturierten Aufgabenbereich umfasse sowie 
abwechslungsreich gestaltet sei, zu 100 % ausführen.  
 
4.6 Am 16. Februar 2023 nahm Dr. R.____ Stellung zum Gutachten von Dr. G.____. Er teilte 
darin die Auffassung des Gutachters, wonach heute keine Symptome einer ADHS oder einer 
depressiven Störung mehr festzustellen seien. Aus therapeutischer Perspektive liessen sich 
Schwierigkeiten in den Persönlichkeitsfunktionen erkennen, die erstmals von der Ärzteschaft der 
Klinik M.____ erkannt worden seien. Der Versicherte habe Schwierigkeiten im Affekterleben, bei 
der Affekttoleranz, in der ganzheitlichen Objektwahrnehmung und der Selbstwertregulierung. Da-
mit seien die Kriterien für eine leichtgradige Persönlichkeitsstörung mit Manifestation negativer 
Affektivität (ICD-11 6D10 0/6D11 0) erfüllt. Diese Diagnose sei der Grund, weshalb er die Arbeits-
fähigkeit des Versicherten anders einschätze. Entgegen den gutachterlichen Ausführungen sei 

 

 
 
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der Versicherte nicht durch eine mehr oder weniger angemessene schulische und berufliche Aus-
bildung gegangen. Auch das von Dr. G.____ beschriebene Zustandsbild stimme nicht mit seinen 
Feststellungen während der Behandlung überein. Der Versicherte erlebe regelmässig krisen-
hafte, hoffnungslose Episoden, die von Misstrauen und Enttäuschung gegenüber anderen Per-
sonen geprägt seien. Es falle ihm schwer, soziale Kontakte zu pflegen. Zwischenmenschliche 
Kontakte würden als anstrengend beschrieben und es sei für ihn schwierig, Nähe und Distanz zu 
wichtigen Personen zu regulieren. Es komme häufig zum Rückzug und zu starken negativen Af-
fekten (Wut, Enttäuschung). Auch gelinge es ihm nur bedingt, Hobbies für eine längere Zeit nach-
zugehen. Für ihn gäben Tätigkeiten und soziale Kontakte wenig Sinn und verschafften ihm keinen 
Halt. Insgesamt wirke er sehr belastet. Aus diesen Gründen sei die Ausübung einer Tätigkeit im 
Umfang von 90 % unrealistisch. Aufgrund der diagnostischen Abweichung und der unterschied-
lichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sollten weitere Abklärungen betreffend die Persönlich-
keitsstörung vorgenommen werden.  
 
5.1 In Würdigung des Gutachtens von Dr. G.____ ist nicht zu beanstanden, dass die IV-
Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten 
auf die gutachterliche Einschätzung abgestellt hat. Das Gutachten genügt den Anforderungen, 
die rechtsprechungsgemäss an den Beweiswert eines Arztberichts zur Beurteilung von Leis-
tungsansprüchen im Sozialversicherungsrecht gestellt werden. Dr. G.____ sichtete die ihm zur 
Verfügung gestellten Akten, listete sie im Gutachten auf und erhob in allen Bereichen eine voll-
ständige Anamnese (Familie, Kindheit, Schule, Lehre und Beruf). Er untersuchte den Versicher-
ten persönlich und berücksichtigte die von ihm geltend gemachten psychischen Beeinträchtigun-
gen und setzte sich mit den abweichenden ärztlichen Beurteilungen auseinander. Insgesamt sind 
die medizinisch-diagnostischen Feststellungen im Gutachten bzw. namentlich die daraus resul-
tierenden Schlussfolgerungen betreffend die funktionelle Leistungsfähigkeit umfassend und plau-
sibel begründet und es ergibt sich ein lückenloses Bild der Gesundheitsschädigung und der Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Damit bildet das Gutachten von Dr. G.____ 
eine rechtsgenügliche Grundlage, um den psychischen Gesundheitszustand und die Arbeitsfä-
higkeit des Versicherten zuverlässig beurteilen zu können.   
 
5.2 Die anderslautenden psychiatrischen Berichte sind nicht geeignet, Zweifel an der aus-
schlaggebenden Beweiskraft des Gutachtens von Dr. G.____ zu erwecken. Sowohl die Ärzte-
schaft der Klinik M.____ als auch Dr. Q____ bzw. Dr. R.____ bestätigen, dass sich die depressive 
Symptomatik inzwischen deutlich verbessert habe bzw. sich in Remission befinde. Entgegen der 
Ansicht des Versicherten ist die Einschätzung der behandelnden Ärzteschaft der Klinik M.____, 
wonach beim Versicherten akzentuierte Persönlichkeitszüge und eine Persönlichkeitsstörung zu 
diagnostizieren seien, nicht überzeugend genug, um dieser diagnostischen Einschätzung folgen 
zu können. Es fehlt hierfür – wie Dr. G.____ zu Recht feststellt – an einer Herleitung der Diagno-
sen. Aus dem gleichen Grund überzeugt auch die von Dr. Q____ bzw. Dr. R.____ diagnostizierte 
Persönlichkeitsstörung nicht. Dazu kommt, dass Dr. R.____ in seinem Bericht vom 16. Februar 
2022 selbst zum Ausdruck bringt, dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung noch abklä-
rungsbedürftig sei. Aufgrund dieser Aussage ist anzunehmen, dass es sich um keine abschlies-
sende Diagnosestellung handelt. Bei einer solchen Unsicherheit kann nicht mit überwiegender 

 

 
 
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Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass beim Versicherten eine Persönlichkeits-
störung vorliegt. Selbst wenn der diagnostischen Einschätzung von Dr. Q____ bzw. Dr. R.____ 
zu folgen wäre, ist die von ihnen angegebene daraus resultierende Einschränkung der Arbeits-
unfähigkeit im Umfang von 50 % mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht nachvollziehbar. 
Selbst der Versicherte ist der Ansicht, dass er bei einer "ihm genehmen" Arbeit mehr als 50 % 
arbeiten könne. Demgegenüber setzt sich Dr. G.____ mit den diagnostischen Eingangskriterien 
auseinander und erklärt einleuchtend, weshalb diese mit Blick auf den bisherigen Werdegang 
des Versicherten nicht erfüllt seien. Wie bei Dr. Q____ bzw. Dr. R.____ steht auch bei Dr. G.____ 
die Persönlichkeit des Versicherten im Zentrum, aber nicht in dem Ausmass, wie sie Dr. Q____ 
bzw. Dr. R.____ beschreiben. Dagegen analysiert Dr. G.____ die Funktionseinschränkungen des 
Versicherten und nimmt eine Prüfung der Standardindikatoren vor. Dadurch wird deutlich aufge-
zeigt, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht die Leistungsfähigkeit des Versicherten in der 
angestammten Tätigkeit zu 10 % eingeschränkt ist. Demgegenüber besteht unter Beachtung des 
von Dr. G.____ formulierten Zumutbarkeitsprofils in einer Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeits-
fähigkeit.  
 
6.1 Die Einwände des Versicherten vermögen nichts an diesem Ergebnis zu ändern. Er 
bringt vor, dass er im Alltag oft nicht zurechtkomme und Mühe mit sozialen Kontakten habe. Um 
mit Belastungen zurechtzukommen, habe er dysfunktionale Verhaltensweisen (Substanzge-
brauch) entwickelt, die zum Muster geworden seien. Es mag durchaus stimmen, dass sich der 
Versicherte heute im Alltag und in sozialen Beziehungen belastet fühlt. Dr. G.____ hat in dieser 
Hinsicht auch beschrieben, dass der Versicherte Schwierigkeiten habe, sich in Bezug auf wech-
selnde Anforderungen der Umwelt angemessen zu verhalten und sich im sozialen Bereich und 
im Beruf durchzusetzen bzw. sich zu behaupten. Diesen Beeinträchtigungen hat er im Rahmen 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen, indem er dem Versicherten in der ange-
stammten Tätigkeit als Polymechaniker eine 10%ige Einschränkung attestiert hat. Für eine Ver-
weistätigkeit hat er ein qualitatives Zumutbarkeitsprofil (geringe Anforderungen an die Belastbar-
keit, bedarfsweise Pausen, wenig intensiver zwischenmenschlicher Kontakt, abwechslungsreich, 
Wechselbelastung, überschaubarer und strukturierter Aufgabenbereich) formuliert und damit 
klargestellt, dass die Ausführung einer Verweistätigkeit im Umfang von 100 % nur unter Berück-
sichtigung dieses Zumutbarkeitsprofils möglich sei. Was die geltend gemachte dysfunktionale 
Verhaltensweise anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass der Versicherte gemäss seinen Anga-
ben seit 2018 keinen Alkohol, keine Cannaboide und kein Kokain mehr konsumiert, weshalb er 
aus diesem Vorbringen nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Es wird nicht bestritten, dass er 
in früheren Jahren an psychischen Beeinträchtigungen gelitten hat, welche sich auf die Arbeits-
fähigkeit ausgewirkt haben. Es ist jedoch aufgrund der medizinischen Aktenlage davon auszuge-
hen, dass sich sein psychischer Zustand inzwischen derart gebessert hat, dass er nun in der 
Lage ist, sowohl die angestammte Tätigkeit mit einer geringen Einschränkung als auch eine lei-
densangepasste Tätigkeit vollzeitlich auszuüben.  
 
6.2 Der Ansicht des Versicherten, wonach Dr. G.____ der schwierigen beruflichen Biogra-
phie keine Beachtung geschenkt habe, kann nicht beigepflichtet werden. Der Gutachter be-
schreibt die schulische und die berufliche Entwicklung auf S. 36 ff. des Gutachtens sehr detailliert. 

 

 
 
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Dabei hat er auch die erreichten Ziele mit abgeschlossener Berufslehre und Berufstätigkeit be-
rücksichtigt.  
 
6.3 Weiter macht der Versicherte geltend, dass diagnostisch nie genügend abgeklärt worden 
sei, ob eine komplexe Traumafolgestörung oder eine posttraumatische Belastungsstörung vorlä-
gen. Für die Erforderlichkeit einer solchen Abklärung ergeben sich aus den Akten keine Hinweise. 
Beständen beim Versicherten tatsächlich Symptome einer komplexen Traumafolgestörung oder 
einer posttraumatischen Belastungsstörung, so wären sie in den Berichten der Klinik M.____ zu 
den stationären und teilstationären Behandlungen aufgeführt worden.  
 
6.4 Der Versicherte ist zudem der Ansicht, dass das von Dr. G.____ formulierte Zumutbar-
keitsprofil einem solchen eines geschützten Arbeitsplatzes entspreche. Ein Arbeitsplatz auf dem 
ersten Arbeitsmarkt sei nicht erkennbar, da selbst Hilfstätigkeiten das Zumutbarkeitsprofil nicht 
erfüllen könnten. Dieser Auffassung kann nicht zugestimmt werden. Es trifft zwar zu, dass nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit anzunehmen 
ist, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus-
geglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegen-
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechen-
den Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des Bundesgerichts vom 
30. Oktober 2017, 9C_183/2017, E. 4.2 und vom 8. Oktober 2015, 8C_582/2015, E. 5.11). Eine 
derartige ausserordentliche Konstellation liegt aber nicht vor. Gemäss der hier massgebenden 
gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung besteht beim Versicherten in einer Verweistätigkeit 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die qualitativen Limitierungen schränken die Chancen der Ver-
wertung der fraglichen Restarbeitsfähigkeit im Ergebnis zwar ein, lassen sie aber nicht als völlig 
unrealistisch erscheinen, zumal der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenar-
beitsplätze umfasst (Urteile des Bundesgerichts vom 6. Mai 2020, 8C_30/2020, E. 5.3 und vom 
8. Mai 2013, 8C_728/2012, E. 4.3.3). Diese Stellen- und Arbeitsangebote zeichnen sich dadurch 
aus, dass behinderte Personen bei solchen Stellen mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2007, 
9C_95/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). 
 
6.5 Zusammengefasst bildet das psychiatrische Gutachten von Dr. G.____ vom 7. Oktober 
2022 eine rechtsgenügliche Grundlage, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des 
Versicherten zuverlässig beurteilen zu können. Es ist nicht zu erwarten, dass weitere diagnosti-
sche Abklärungen in Bezug auf die Persönlichkeitsstörung an der von Dr. G.____ vorgenomme-
nen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versichersten etwas ändern würden, zumal er keine 
bzw. nur leichtgradige Funktionseinschränkungen hat feststellen können. Es ist daher auf die vom 
Versicherten vorgeschlagene Abklärung der Persönlichkeitsstörung durch eine Spezialistin bzw. 
einen Spezialisten, die bzw. der sich mit dieser Erkrankung und der Schnittstelle zur ADHS aus-
kenne, zu verzichten (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 132 V 393 E. 3.3, 126 V 
130 E. 2a, 124 V 90 E. 4b und 159 E. 1d, 119 V 335 E. 3c mit Hinweisen).  
 

 

 
 
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7.1 Dem Versicherten ist jedoch zuzustimmen, dass der Verlauf der Arbeitsfähigkeit vor der 
Exploration bei Dr. G.____ am 14. September 2022 nicht ganz klar ist, bestätigt doch der Gut-
achter einzig, dass während der stationären und teilstationären Behandlung in der Klinik M.____ 
vom 17. August 2020 bis 9. Oktober 2020 und vom 30. November 2020 bis 16. April 2021 eine 
100%igen Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (vgl. Gutachten S. 56). Zur Frage, ob nach dem 
Austritt aus der Klinik M.____ die von ihm attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistä-
tigkeit bereits Geltung hat, äussert er sich nicht. Der Umfang der Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab 
17. April 2021 bis zum 13. September 2022 ist deshalb gestützt auf die übrige medizinische Ak-
tenlage zu ermitteln. Gemäss den Ausführungen der behandelnden Ärzteschaft der Klinik M.____ 
steht fest, dass sich der Versicherte zum Zeitpunkt des Austritts in einem stabilen psychischen 
Gesundheitszustand befand (vgl. Bericht vom 15. April 2021). Es gibt keine Hinweise, dass sich 
dieser Zustand bis zur Untersuchung bei Dr. G.____ wesentlich verändert hat. Auch dem Bericht 
von Dr. Q____ bzw. Dr. R.____ vom 14. März 2022 sind keine Anhaltspunkte für eine Verschlech-
terung der psychischen Stabilität des Versicherten bis zum Untersuchungstermin bei Dr. G.____ 
zu entnehmen. Aufgrund dieser unveränderten psychischen Situation ist davon auszugehen, 
dass der Versicherte seit dem Klinikaustritt am 17. April 2021 in der angestammten Tätigkeit zu 
90 % und in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.   
 
7.2 Den Ausführungen von Dr. H.____ zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in seiner Stellung-
nahme vom 24. Oktober 2022 kann nicht gefolgt werden. Er stellt sich darin auf den Standpunkt, 
dass aufgrund des "überdauernden Charakters der Aufmerksamkeitsstörung" bereits zum Zeit-
punkt der Anmeldung im Januar 2020 eine 90%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten und 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestanden habe. Dr. H.____ 
übersieht, dass sich die depressive Störung des Versicherten im Januar 2020 noch nicht in Re-
mission befunden haben kann, hat er sich doch deswegen ab August 2020 während knapp 2 
Monaten stationär und anschliessend während 5 Monaten teilstationär in der Klinik M.____ be-
handeln lassen müssen. 
 
8. Mit Blick auf den frühstmöglichen Rentenbeginn am 1. März 2021 (= 6 Monate nach der 
Anmeldung vom 14. September 2020 [Eingang bei der IV-Stelle]; vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG)) stellt 
sich die Frage, ob der Versicherte einen Rentenanspruch für die Zeit vom 1. März 2021 bis 16. 
April 2021 hat, da während dieser Zeit aufgrund der Hospitalisation in der Klinik M.____ eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Diese Frage ist mangels Erfüllens der einjährigen 
Wartefrist gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zu verneinen. Gemäss dieser Bestimmung hat eine 
versicherte Person Anspruch auf eine Rente, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist. Ein wesentlicher Un-
terbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG liegt vor, wenn die versicherte 
Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV). Nach 
einem allfälligen Unterbruch beginnt die Wartezeit ohne Anrechnung der bis zum Unterbruch be-
reits zurückgelegten Arbeitsunfähigkeitsperiode neu zu laufen (Urteil des Bundesgerichts vom 
25. August 2016, 9C_317/2016, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Aus den Akten geht hervor, dass 
der Versicherte ab 20. März 2020 "mit Unterbrechungen" zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben 
worden ist (vgl. Arztzeugnis von Dr. N.____ vom 7. Juli 2020), wobei keine Angaben gemacht 
worden sind, wann die «Unterbrechungen" begonnen und wie langen sie gedauert haben. Das 

 

 
 
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Arztzeugnis von Dr. N.____ ist auch der Grund gewesen, weshalb die IV-Stelle den Beginn des 
Wartejahres auf den 1. März 2020 festgesetzt hat Aus dem Absenzenblatt der C.____ AG geht 
hervor, dass der Versicherte seine Arbeit am 6. April 2020 wiederaufgenommen hat. Eine weitere 
Arbeitsunfähigkeit ist dann erst ab 13. Mai 2020 bis auf weiteres attestiert worden (vgl. ärztliches 
Zeugnis der I.____ vom 18. Mai 2020). Es ist somit davon auszugehen, dass der Versicherte vom 
6. April 2020 bis 12. Mai 2020 vollständig arbeitsfähig gewesen ist. Damit liegt ein Unterbruch 
von mehr als 30 Tagen vor. Die Wartefrist hat demnach erst ab 13. Mai 2020 bzw. am 1. Mai 
2020 (vgl. Art. 29 Abs. 3 UVG) zu laufen begonnen, weshalb Arbeitsunfähigkeiten vor diesem 
Zeitpunkt nicht berücksichtigt werden können.  
 
9. Aus diesen Ausführungen ergibt sich zusammenfassend, dass ein allfälliger Rentenan-
spruch am 1. Mai 2021 (= Ablauf der Wartezeit) entstehen würde. Da der Versicherte aus versi-
cherungsmedizinischer Sicht bereits ab 17. April 2021 in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeits-
fähig ist, hat er gestützt auf Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Bei 
dieser Sachlage erübrigt es sich auf die Vorbringen des Versicherten zum Einkommensvergleich 
näher einzugehen. Demzufolge hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 14. Juni 
2023 im Ergebnis zu Recht einen Rentenanspruch des Versicherten abgelehnt hat. Die hiergegen 
erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 
10. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach 
§ 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend unterliegt der Versicherte, weshalb die Verfahrens-
kosten ihm aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Vorschuss in Höhe von Fr. 800.-
- verrechnet. Bei diesem Verfahrensausgang wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
  

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet.  

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.