# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dd4547c-b2a0-5352-aca9-fa62384378f2
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-19
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 19.01.2018 OG.2017.00005 (OGZ.2018.102)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2017-00005_2018-01-19.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 19. Januar 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2017.00005

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. A.______                                                                           Beklagte
  und

  
	
                                                                                                 Berufungskläger

  
	
   

  
	
  2. B.______

  
	
   

  
	
  beide
  vertreten durch D.______ 

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  C.______                                                                               Klägerin
  und

  
	
                                                                                                 Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch E.______ 

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Forderung

  
	
  über die Anträge der Parteien

  
	
   

  
	
  A. der
  Beklagten und Berufungskläger (gemäss Eingabe vom
  1. Februar 2017):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Das
    Urteil des Kantonsgerichts Glarus vom 2. Dezember 2016 sei
    vollumfänglich aufzuheben und es sei die Klage vom 28. Oktober 2015
    vollumfänglich abzuwei­sen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Alles
    unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklagten.

    

  

  
	
   

  
	
  B. der
  Klägerin und Berufungsbeklagten (gemäss Eingabe vom
  21. März 2017):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es
    sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen und das angefochtene Urteil zu
    bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Alles
    unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungskläger.

    

  

  
	
  _____________________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Im Frühling 2013 haben A.______ und B.______ auf ihrer Parzelle
  Nr.[…] in […] eine Baugrube für die Erstellung eines Einfamilienhauses aus­heben
  lassen. Das Aushubmaterial wurde dabei auf der damals noch nicht über­bauten
  Nachbarliegenschaft Nr. […] von C.______ deponiert, und zwar in einem
  Bereich der Parzelle, wo sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein Erdhaufen
  befand, welcher sich bis auf das Grundstück Nr. […] von Z.______
  erstreckte (siehe zur örtlichen Situa­tion act. 47).

  
	
   

  
	
  Im weiteren Verlauf der Bauausführung liessen A.______ und B._____
  Aushubmate­rial abführen bzw. ein Teil davon wurde für die Hinterfüllung auf
  dem eigenen Bau­grundstück verwendet. Indes befand sich auf der Parzelle von
  C.______ weiterhin ein Erdhaufen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 26. Februar 2015 stellte C.______ beim Kantonsgericht Antrag
  auf Erlass eines gerichtlichen Befehls dahingehend, dass A.______ und
  B.______ zu verpflichten seien, innert einer Frist von 20 Tagen den
  Erdhaufen auf der Liegenschaft Nr. [...] zu entfernen. Sollten A.______ und
  B.______ dem gerichtlichen Befehl keine Folge leisten, sei sie [C.______] zur
  Ersatzvornahme auf Kosten der Beklagten zu ermächtigen. Eventualiter ‑
  für den Fall, dass das Kantonsgericht auf den Befehls­antrag nicht eintreten
  würde – ersuchte C.______ das Kantons­gericht darum, die strittige
  Aushubdeponie im Sinne einer vorsorglichen Beweisaufnahme auszu­messen (siehe
  zum Ganzen im Verfahren ZG.2015.00139, act. 1).

  
	
   

  
	
  Am 18. März 2015 begab sich der Kantonsgerichtspräsident vor Ort
  und vermass den Erdhaufen (Verfahren ZG.2015.00139, act. 12 und 13).
  Diesen auch fotogra­fisch dokumentierten Vorgang vermerkte der
  Kantonsgerichtspräsident anschlies­send in seiner Verfügung vom 26. März
  2015 (Verfahren ZG.2015.00139, act. 14 Dispositiv-Ziff. 1). Auf das
  Befehlsbegehren von C.______ trat er hingegen nicht ein
  (Dispositiv-Ziff. 2), auferlegte die Verfahrenskosten von Fr. 400.‑
  der Antragstel­lerin und verpflichtete diese zudem zur Bezahlung einer
  Parteientschädigung von Fr. 500.‑ an die Beklagten
  (Dispositiv-Ziff. 3-5).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Im Mai 2015 liess C.______ den Erdhaufen auf ihrem Grundstück
  Nr. [...] abtransportieren, was ihr Kosten von Fr. 14‘871.35
  verursachte (siehe act. 3/10).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Am 28. Oktober 2015 gelangte C.______ an das Kantonsgericht mit
  dem Begehren, es seien A.______ und B.______ zu verpflichten, ihr
  Fr. 14‘871.35 zuzüglich Zinse zu bezahlen (act. 2). Sie begründete
  die eingeklagte Forderung damit, die Beklagten hätten ohne Zustimmung das
  Aushubmaterial auf ihrem Grundstück deponiert und danach nicht wieder vollständig
  abgeführt, weshalb sie ihr nun die Aufwendungen für den Abtransport des
  (restlichen) Erdhaufens zu ersetzen hätten (act. 12 S. 2 ff.).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Kantonsgerichtspräsident erkannte in
  seinem Entscheid vom 2. Dezember 2016, A.______ und B.______ hätten rund
  182 m3 Aushubmaterial auf der Liegen­schaft von C.______
  zurückgelassen. Für den Abtransport dieser Menge seien C.______ Kosten in
  Höhe von Fr. 7‘500.‑ erwachsen (act. 33 S. 15
  E. 10.4). Demgemäss ver­pflichtete er A.______ und B.______ zur Bezahlung
  von Schadener­satz in entspre­chender Höhe zuzüglich 5 % Zins ab
  19. Juni 2015 (act. 33 S. 17 Dispositiv-Ziff. 1). Im
  Mehrbetrag wies er die Forderungsklage von C.______ ab
  (Dispositiv-Ziff. 2). Die Gerichtskosten des Verfahrens in Höhe von
  Fr. 2‘500.‑ (Dis­positiv-Ziff. 3) aufer­legte er den Parteien
  je zur Hälfte; Parteientschädigungen wur­den keine zugespro­chen
  (Dispositiv-Ziff. 4 und Ziff. 6).

  
	
   

  
	
  5.2 Nebenher kam der
  Kantonsgerichtspräsident auf die Kostenregelung im voran­gegangenen Verfahren
  ZG.2015.00139 (siehe oben E. 2) zurück. Die damalige Gerichtsgebühr von
  Fr. 400.‑ auferlegte er nun den Parteien je zur Hälfte und strich
  die vormals zugunsten von A.______ und B.______ verfügte Parteientschädigung
  von Fr. 500.‑ (Dispositiv-Ziff. 5 und Ziff. 7).

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Dagegen erhoben A.______ und B.______ am 1. Februar 2017 beim
  Oberge­richt innert Frist Berufung mit dem Antrag, es sei der Entscheid des
  Kantonsgerichtsprä­sidenten vom 2. Dezember 2016 aufzuheben und die
  Forderungsklage von C.______ vollumfänglich und unter entsprechender Kosten-
  und Entschädigungsfolge abzuweisen (act. 36).

  
	
   

  
	
  C.______ schliesst in ihrer Berufungsantwort vom 21. März 2017
  (act. 43) auf kostenfällige Abweisung der Berufung und Bestätigung des
  angefochtenen Ent­scheids.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Das Obergericht hat den Parteien am 22. März 2017 angezeigt, es
  werde keinen zweiten Schriftenwechsel und auch keine mündliche Verhandlung
  durchführen (act. 44). In der Folge haben A.______ und B.______ am
  29. März 2017 eine kurze Stellungnahme eingereicht (act. 45),
  welche der Gegenpartei umgehend zur Kennt­nisnahme zugestellt worden ist
  (act. 46).

  
	
   

  
	
  An seiner Sitzung vom 19. Januar 2018 fällte das Obergericht
  seinen Ent­scheid (act. 48).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Im vorinstanzlichen Verfahren hatte der Kantonsgerichtspräsident über
  eine Forde­rungsklage von C.______ im Betrag von Fr. 14‘871.35 zu
  befinden (act. 33 S. 2 Antrag Ziff. 1). Damit ist die
  Streitangelegenheit berufungsfähig (Art. 308 Abs. 2 ZPO).

  
	
   

  
	
  Im Berufungsprozess selber beträgt der Streitwert jedoch nur noch
  Fr. 7‘500.‑, indem A.______ und B.______ die von der Vorinstanz in
  dieser Höhe erkannte Forde­rung bestreiten und C.______ ihrerseits nicht mehr
  an der Forderung im ursprünglich geltend gemachten Umfang festhält.

  
	
  Neben der eigentlichen Streitforderung ist auch noch die
  Kostenregelung in Bezug auf das vorausgegangene Verfahren ZG.2015.00139
  strittig, nachdem die Vor­in­stanz die Kosten aus jenem Verfahren im hier
  angefochtenen Entscheid neu verlegt hat (oben E. I.5.2).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  In den nachstehenden Erwägungen werden die Parteien gleich wie im
  vorinstanzli­chen Verfahren bezeichnet: C.______ als Klägerin, A.______ und
  B.______ als Beklagte.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Mit Berufung kann geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe im
  angefochtenen Entscheid die Rechtsbestimmungen nicht richtig angewendet
  und/oder den Sach­verhalt nicht richtig festgestellt (Art. 310 ZPO).

  
	
   

  
	
  Die Beklagten stellen sich in ihrer Berufung auf den Standpunkt, sie
  hätten ihren gesamten Aushub, den sie beim Bau ihres Einfamilienhauses
  vorübergehend auf der benachbarten Liegenschaft zwischengelagert hätten,
  wieder vollständig ab­transportieren lassen. Die gegenteilige Feststellung
  der Vorinstanz und die daraus resultierende (teilweise) Gutheissung der
  Schadenersatzklage der Klägerin beruhe auf willkürlichen Annahmen und
  willkürlicher Beweiswürdigung (act. 36 S. 10 Ziff. 26).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Zwischen den Parteien ist unbestritten,
  dass im Jahr 2013, als die Beklagten auf ihrem Grundstück eine Baugrube zur
  Errichtung eines Einfamilienhauses aushoben, sie das Aushubmaterial auf der
  benachbarten Liegenschaft der Klägerin deponier­ten. Auf der betreffenden
  Parzelle der Klägerin befand sich bereits zuvor eine Auf­schüttung von
  Erdmaterial (siehe dazu act. 15/2); unmittelbar im Bereich dieses
  vorbestandenen Erdhaufens wurde in der Folge der Aushub von der Parzelle der
  Beklagten aufgeschichtet (act. 15/3; act. 3/14).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen
  Entscheid, die Deponierung des Aus­hubmaterials auf der benachbarten
  Liegenschaft sei auf der Basis einer entspre­chenden vertraglichen
  Übereinkunft zwischen den Parteien erfolgt (act. 33 S. 5 ff.
  E. III. 3.-4.). Diese rechtliche Qualifizierung der Parteibeziehung als
  vertragliches Verhältnis blieb im Berufungsverfahren grundsätzlich
  unbestritten und ist damit für das Obergericht verbindlich.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beklagten waren gemäss vertraglicher
  Übereinkunft berechtigt, ihr Aushub­material vorübergehend auf der
  Liegenschaft der Klägerin abzulagern. Im Gegenzug aber waren sie ebenso
  vertraglich verpflichtet, den deponierten Aushub wieder voll­ständig
  abzuführen. In der eben dargelegten Obliegenheit, das Aushubmaterial wie­der
  abzuführen, offenbart sich Folgendes: Die Beklagten sind Schuldner dieser
  Obli­gation (indem sie zu einer Leistung gehalten sind, nämlich das Aushubmaterial
  wie­der abzuführen), während sich die Klägerin in der Position der
  Gläubigerin befindet (sie hat Anspruch darauf, dass die Beklagten das
  deponierte Aushubmaterial wieder beseitigen).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Erfüllt der Schuldner eine
  Verbindlichkeit nicht oder nicht vollständig, so hat er dem Gläubiger für den
  daraus entstehenden Schaden Ersatz zu leisten (Art. 97 Abs. 1 OR).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Wo das Gesetz es nicht anders
  bestimmt, hat jene Partei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu
  beweisen, die aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Jede Partei hat
  demnach die tatbeständlichen Voraussetzungen desjenigen Rechts­satzes zu
  beweisen, der zu ihren Gunsten wirkt. Im Einzelnen wird dabei gemeinhin wie
  folgt unterschieden: Rechtserzeugende (rechtsbegründende) Tatsachen
  hat zu beweisen, wer ein Recht oder ein Rechtsverhältnis geltend macht.
  Derjenige, der fordert, soll das Zustandekommen des Rechtsanspruchs auch
  beweisen. Als rechtsbegründende Tatsache gilt namentlich das gültige
  Zustandekommen des Vertrags mit dem behaupteten Inhalt. Rechtsaufhebende
  (rechtsvernichtende) Tat­sachen hat zu beweisen, wer sie vorbringt. Auf
  die rechtsbegründende Tatsache wird mit „Ja, aber“ entgegnet. Die Gegenpartei
  bestreitet die rechtserzeugenden Tatsachen an sich nicht, bringt aber
  Tatsachen vor, die dieses bestehende Recht nachträglich zum Erlöschen
  gebracht haben, namentlich etwa den Untergang der Forderung durch Erfüllung.
  Der Gläubiger muss mithin seine Angriffsmittel, der Schuldner seine
  Verteidigungsmittel beweisen (siehe zum Ganzen: Göksu, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht,
  3. A., Zürich 2016, N 13-15 zu Art. 8 ZGB mit Hinweisen). Der
  Beweis einer Vertragsverletzung obliegt grundsätzlich dem Gläubiger. Besteht
  die vertragliche Verpflichtung in einem Tun, so muss der Gläubi­ger
  allerdings nur den Bestand der Forderung dartun, jedoch nicht die
  Nichterfüllung (BK-Weber,
  N 317 zu Art. 97 OR).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Daraus ergibt sich für die vorliegende
  Auseinandersetzung Folgendes: Der Klägerin obliegt der Nachweis dafür, dass
  die Beklagten vertraglich verpflichtet sind, das von ihnen auf ihrer
  Liegenschaft deponierte Aushubmaterial wieder vollständig abzutransportieren.
  Demgegenüber haben die Beklagten, wollen sie die ihnen ge­genüber aus
  Vertragsverletzung erhobene Schadenersatzklage abwenden, den Beweis zu
  erbringen, dass sie ihre vertragliche Obliegenheit restlos erfüllt haben,
  d.h. das ganze Aushubmaterial wieder vom Grundstück der Klägerin entfernt
  haben.

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Die Vorinstanz hat in Würdigung der
  vorhandenen Beweise erkannt, dass zwi­schen den Parteien ein Vertrag
  dahingehend zustande gekommen war, dass die Beklagten berechtigt waren, beim
  Bau ihres Einfamilienhauses das Aushubmaterial auf der benachbarten Parzelle
  der Klägerin einstweilen zu deponieren und hernach wieder wegzuschaffen
  (siehe dazu sowie zur Verbindlichkeit dieser rechtlichen Würdigung bereits
  oben E. III.2.2).

  
	
   

  
	
  Es ist unbestritten, dass die Beklagten im Frühjahr 2013 beim Bau
  ihres Einfamili­enhauses den Aushub effektiv auch auf der benachbarten Parzelle
  aufgeschichtet haben (act. 36 S. 4 Ziff. 6; act. 15/3).
  Damit ist erstellt, dass der Klägerin ein ver­traglicher Anspruch darauf
  zusteht, dass die Beklagten das Aushubmaterial wieder vollständig
  wegschaffen.

  
	
   

  
	
  3.3.2 Die Beklagten haben zu beweisen, dass
  sie das gesamte von ihnen depo­nierte Aushubmaterial wieder abtransportiert
  haben. Insoweit ihnen dieser Beweis misslingt, ist eine Vertragsverletzung
  erstellt und schulden sie der Klägerin entspre­chend Schadenersatz.

  
	
   

  
	
  3.4

  
	
  3.4.1 Gemäss Aushubplan hatte das
  ausgehobene Erdreich in fester Form ein Volumen von 1073,25 m3, in
  aufgelockerter Form ein Volumen von 1‘341.60 m3. Die Umrechnung
  von festem zu losem Material beruht dabei auf einem Auflockerungs­faktor von
  1.25 (act. 21/1).

  
	
   

  
	
  Indes ist die Vorinstanz bei ihrer Volumenberechnung von einem
  Auflockerungs­faktor von 1.3 ausgegangen; sie hat sich dabei an die
  allgemeinen Bedingungen der Stadt Zürich für Tiefbauarbeiten angelehnt (siehe
  act. 33 S. 11 f. E. 8.6.). Die Be­klagten halten in ihrer
  Berufung dafür, der Auflockerungsfaktor variiere je nach Beschaffenheit des
  Materials; es sei daher willkürlich, ohne genaue Kenntnis des konkret
  ausgehobenen Materials von einem Faktor von 1.3 auszugehen (act. 36
  S. 5 Ziff. 10).

  
	
   

  
	
  In diesem Punkt kann den Beklagten nicht gefolgt werden. Ein tieferer
  Faktor als 1.3 gilt für Oberbo­den/Humus (1.2) sowie Kiesmaterial (1.25)
  (siehe dazu act. 37/3 und 37/4). Auf dem Foto bei act. 15/3 ist
  allerdings zweifelsfrei erkennbar, dass es sich bei dem auf der klägerischen
  Liegenschaft gelagerten Material weder um Kies noch um Kulturerde (Humus)
  handelt, sondern um „gewöhnliches“ Erdreich (in der Fach­terminologie
  „Unterboden und Untergrundmaterial“). Bei Unterboden und Unter­grundmaterial
  kennen die Zürcher und Walliser Richtlinien einen Auflocke­rungsfak­tor von
  1.3 (act. 37/3 und 37/4), während Solothurn von einem Faktor von 1.25
  aus­geht (act. 37/2). Die hiesige Baubranche scheint einem Faktor von
  1.3 zu folgen (dazu act. 3/10: konkret abgeführte Menge loses Material:
  372 m3 [Summe der Lie­ferscheine „Entsorgung“]; effektiv
  verrechnetes Volumen fest: 286 m3 [372 m3 /
  286 m3 = 1.3]). Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz
  vorliegend zu Recht auf einen Auflockerungsfaktor von 1.3 abgestellt.

  
	
   

  
	
  3.4.2 Betrug demnach das Aushubvolumen in
  fester Form 1073,25 m3, so entspricht dies lose einem Volumen von 1‘395.23 m3
  (so zutreffend auch die Vorinstanz; act. 33 S. 12 oben). In
  Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Beklagten
  diese Menge Aushubmaterial auf der Parzelle der Klägerin deponiert haben.
  Zwar hat die Klägerin im vorinstanzlichen Verfahren sowie erneut im
  Berufungsverfahren vorgebracht, dass der Aushubplan nicht das genaue Aus­mass
  des Aushubvolumens wiedergebe und es sich dabei letztlich um eine reine
  Eigenberechnung und damit unbewiesene Parteibehauptung handle (act. 25
  S.2 und act. 43 S. 6 Ziff. 14 f.). Indes erscheint die
  vorliegend vom Architekturbüro bau­herrenseitig vorgenommene Berechnung
  (act. 21/1) schlüssig und fundiert, weshalb das Gericht von deren
  Richtigkeit überzeugt ist, zumal nicht geltend gemacht wird, dass die der
  Berechnung zugrunde liegenden Planmasse falsch seien.

  
	
   

  
	
  Die Beklagten haben somit nachzuweisen, dass sie am Ende die
  entsprechende Menge von 1‘395.23 m3 wieder vom
  Grundstück der Klägerin weggeführt haben.

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  3.5

  
	
  3.5.1 An der mündlichen Verhandlung vor
  Vorinstanz haben die Beklagten erklärt, im Frühjahr 2013 hätten sie mit dem
  Bau ihres Einfamilienhauses begonnen; dabei habe man den Aushub für die
  Unterkellerung unmittelbar entlang der künftigen Hausfassade auf der
  benachbarten Parzelle der Klägerin aufgeschichtet (act. 13 Ziff. 2
  und Ziff. 4). Anfang Juni 2013 sei dieses Aushubmaterial wieder
  beseitigt worden; auf der Liegenschaft der Klägerin habe sich danach einzig
  noch ein Erd­haufen befunden, wie er bereits vor dem Bauprojekt der Beklagten
  bestanden habe (act. 13 Ziff. 6). In der Folge hätten sie [die
  Beklagten] im September 2013 auf eigene Rechnung die vom Aushub befreite
  Fläche auf dem Grundstück der Klägerin fachmännisch wieder begrünen lassen
  (act. 13 Ziff. 7). Nachdem sie [die Beklagten] somit den auf der
  benachbarten Parzelle deponierten Aushub bereits Anfang Juni 2013 abgeführt
  hätten, habe die Klägerin erst anderthalb Jahre später im Dezember 2014 erstmals
  geltend gemacht, dass nur ein Teil der Deponie ent­fernt worden sei
  (act. 13 Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  3.5.2 Die Beklagten haben vor Vorinstanz
  beweiskräftig dokumentiert, dass vom 30. April 2013 bis 15. Mai
  2013 insgesamt 1'024 m3 loses Aushubmaterial mit Last­wagen
  wegtransportiert wurde (act. 21/2/1-21/2/12; siehe dazu auch
  act. 33 S. 12 E. 8.7.).

  
	
   

  
	
  Vom deponierten Aushubmaterial wurden sodann nach Angaben der
  Beklagten weitere 206.4 m3 (in loser Form) für die
  Hinterfüllung (Auffüllung der Baugrube bis zum vorgesehenen Terrainniveau)
  benötigt (siehe dazu act. 21/1). Die Vorinstanz hat diese Menge an
  Füllmaterial für plausibel erachtet (act. 33 S. 13 E. 8.8.).
  Im Berufungsverfahren sind gegen dieses Beweisergebnis keine konkreten Einwen­dungen
  erfolgt, womit es bei dessen Verbindlichkeit bleibt.

  
	
   

  
	
  Damit steht im Ergebnis fest, dass die Beklagten im Mai/Juni 2013
  insgesamt 1‘230.4 m3 (1'024 m3 +
  206.4 m3) loses Aushubmaterial wegtransportiert bzw. für die
  Hinterfüllung auf ihrem Grundstück verwendet haben.

  
	
   

  
	
  3.5.3 Wie weiter oben dargelegt (oben
  E. III.3.4.2), hatte das von den Beklagten im Frühjahr 2013 auf der
  benachbarten Parzelle der Klägerin deponierte Aushubmate­rial lose ein
  Volumen von 1‘395.23 m3. Hiervon haben die Beklagten bis Juni
  2013 die davor erwähnte Menge von 1‘230.40 m3 (lose) wieder
  abgeführt. Somit liessen sie eine lose Menge Aushub von 164.83 m3
  auf der Liegenschaft der Klägerin zurück.

  
	
   

  3.6

  
	
  3.6.1 Im Nachgang zur vorinstanzlichen
  Hauptverhandlung haben die Beklagten in ihrer Eingabe vom 14. März 2016
  (act. 20) geltend gemacht, dass sie in einer „zweiten Phase“ weiteres
  Aushubmaterial von 120 m3 wegtransportiert hätten, was sie
  konkret mit entsprechenden Abfuhrlieferscheinen vom September/Oktober 2014
  (act. 21/3/1-21/3/9) belegen wollen. Diesen Standpunkt halten die
  Beklagten auch in ihrer Berufung aufrecht (act. 36
  Ziff. 12 ff.).

  
	
   

  
	
  3.6.2 Die Vorinstanz hat hierzu erwogen, bei
  dem erst im Herbst 2014 abgeführten Material handle es sich nicht um Aushub,
  welcher ehedem auf der Liegenschaft der Klägerin deponiert gewesen sei. Im
  Herbst 2014 habe nämlich vom vormaligen Deponiestandort aus kein Material
  mehr über die inzwischen überbaute Liegen­schaft der Beklagten abgeführt
  werden können, jedenfalls nicht mit den damals im Einsatz gestandenen Gerätschaften.
  Auch seien beim gerichtlichen Augenschein vor Ort [am 18. März 2015;
  siehe im Verfahren ZG.2015.00139, act. 14 S. 3 E. 3.] keine
  Fahrspuren sichtbar gewesen, die auf einen allenfalls möglichen Abtransport
  des Materials über die Speerstrasse hingewiesen hätten. Aus Sicht der
  Vorinstanz stammte das erst im Herbst 2014 abtransportierte Erdreich von den
  in diesem Zeit­raum ausgeführten Umgebungsarbeiten, zumal die Beklagten
  anfänglich selber geltend gemacht hätten, sie hätten bereits im Frühsommer 2013
  den auf der Nach­barliegenschaft abgelagerten Aushub wieder vollständig
  entfernt (act. 33 S. 12 f. E. 8.7.).

  
	
   

  
	
  Darin ist der Vorinstanz vollumfänglich zu folgen. So haben die
  Beklagten zunächst nicht nur vorgebracht, bereits im Frühjahr 2013 ihren gesamten
  Aushub wieder vom Nachbargrundstück entfernt zu haben. Vielmehr haben sie
  bereits im September 2013 die vom Aushub befreite Fläche auf dem
  Nachbargrundstück wieder planieren und ansäen lassen (act. 15/8). Allein
  dazu aber hätte für sie damals kaum Veranlas­sung bestanden, wäre aus ihrer
  Sicht noch nicht das ganze aus ihrer Baugrube stammende Aushubmaterial
  weggeführt gewesen. Insofern erscheint die Argumen­tation der Beklagten, bei
  dem erst im September 2014 abgeführten Erdreich handle es sich ebenfalls um
  Material, welches zuvor auf der benachbarten Liegenschaft deponiert gewesen
  sei, als konstruiert.

  
	
   

  
	
  3.7

  
	
  Aus alldem ergibt sich, dass die Beklagten eine Abfuhrmenge von
  1‘230.4 m3 (lose) nachweisen können (siehe oben
  E. III.3.5.2). Bei einem Aushubvolumen von insge­samt 1‘395.23 m3
  (lose) bedeutet dies eine Fehlmenge von 164.83 m3 (lose).
  Inso­weit daher die Beklagten nicht alles Material, welches sie auf der
  Parzelle der Klä­gerin deponierten, wieder abgeführt haben, sind sie ihrer
  entsprechenden vertragli­chen Verpflichtung nicht vollständig nachgekommen.

  
	
   

  
	
  3.8

  
	
  3.8.1 Die Klägerin hat im Mai 2015 den
  gesamten Erdhaufen, welcher sich damals noch auf ihrem Grundstück befand, auf
  ihre Kosten abführen lassen. Konkret wur­den 372 m3 loses
  Material abtransportiert (siehe dazu die Lieferscheine bei act. 3/10),
  wobei das beauftragte Bauunternehmen die abgeführte Menge für die
  Rechnungsstellung in ein festes Volumen von 286 m3
  umgerechnet hat (siehe die Rechnung bei act. 3/10; Auflockerungsfaktor
  von 1.3, siehe dazu bereits oben E. III.3.4.1). Die Kosten für Auflad,
  Abtransport und Deponie dieser Menge Erdreich von 286 m3
  (fest) bzw. 372 m3 (lose) beliefen sich auf
  Fr. 14‘871.35 (act. 3/10).

  
	
   

  
	
  3.8.2 Wie zuvor erörtert, befand sich auf
  dem Erdhaufen, den die Klägerin im Mai 2015 abtransportieren liess, eine
  Menge von 164.83 m3 losem Erdmaterial, welches vertragsgemäss
  noch die Beklagten hätten abführen müssen (siehe zuvor E. 3.7). Für die
  Entsorgung dieser von den Beklagten zurückgelassenen Menge sind der Klägerin
  Kosten in Höhe von (gerundet) Fr. 6‘590.‑ erwachsen
  (Fr. 14‘871.35 / 372 x 164.83). Zufolge nicht vollständiger
  Vertragserfüllung haben die Beklagten der Klä­gerin diesen Kostenaufwand als
  Schadenersatz im Sinne von Art. 97 Abs. 1 OR zu ersetzen.

  
	
   

  
	
  3.8.3 Die Beklagten schulden der Klägerin
  hinsichtlich der zu leistenden Zahlung antrags­gemäss einen Schadenszins von
  5 % ab 19. Juni 2015. Es kann in diesem Punkt, der in der Berufung
  nicht substantiiert in Widerspruch gezogen wurde, voll­umfäng­lich auf die
  Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwie­sen werden
  (act. 33 S. 15 f. E. 12.).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Vorinstanz hat die Beklagten im
  angefochtenen Entscheid zu einer höheren Ersatzzahlung von Fr. 7‘500.‑
  verpflichtet (act. 33 S. 17 Dispositiv-Ziff. 1). Die Vor­instanz
  erwog dabei, die Beklagten hätten rund 182 m3 loses
  Erdmaterial auf der Parzelle der Klägerin zurückgelassen. Es handelt sich
  dabei um ein Schätzungser­gebnis, indem die Vorinstanz den Erdhaufen, wie sie
  ihn anlässlich ihres Augen­scheins am 26. März 2015 vor Ort angetroffen
  hat (hierzu im Verfahren ZG.2015.00139, act. 14), mit der fotografisch
  dokumentierten Grösse des Erdhau­fens verglichen hat, wie er bereits
  vorhanden war, bevor die Beklagten mit dem Bau ihres Einfamilienhauses
  begannen (act. 33 S. 13 ff. E. 10.-10.4.).

  
	
   

  
	
  4.2 Für eine solchermassen schätzungsweise
  Bemessung des Schadens, wie von der Vorinstanz gestützt auf Art. 42
  Abs. 2 OR vorgenommen, bestand vorliegend indes keine Notwendigkeit. Wie
  in den vorstehenden Erwägungen erörtert, lässt sich anhand der verfügbaren
  Akten schlüssig ermitteln, in welchem Umfang die Beklag­ten Erdmaterial auf
  der Parzelle der Klägerin zurückgelassen und damit ihrer ver­traglichen
  Wegräumpflicht nicht vollständig nachgekommen sind.

  
	
   

  
	
  Kommt noch Folgendes hinzu: Allein der Umstand, dass der Erdhaufen
  auf der Par­zelle der Klägerin nach der Bautätigkeit der Beklagten mächtiger
  war als zuvor, bedeutet nicht, dass sämtliches Aushubmaterial, welches neu
  dazugekommen ist, auch tatsächlich von den Beklagten stammt. Denn immerhin
  ist die Vorinstanz in sachverhaltlicher Hinsicht selber davon ausgegangen,
  dass neben den Beklagten ebenso auch der Nachbar Z.______, als er auf der
  gleich angrenzenden Parzelle Nr. […] ein Bauvorhaben realisierte, sein
  Aushubmaterial auf dem vorbestandenen Erdhügel deponierte (act. 33
  S. 10 unten und S. 14 oben). Vor diesem Hintergrund ist es nicht
  angängig, den ganzen Zuwachs des Haufens ausschliesslich nur den Beklagten
  anzulasten. Dies aber hat die Vorinstanz im Ergebnis getan: Sie ist von einer
  Verdoppelung des Haufens ausgegangen, hat das entsprechende Mehraus­mass auf
  182 m3 lose geschätzt und hat hierauf die Kosten für die
  Wegschaffung dieser Menge Aushubmaterial den Beklagten überbunden
  (act. 33 S. 15 E. 10.3. und 10.4.).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen
  Entscheid die Kosten des früheren Verfah­rens ZG.2015.00139 in Höhe von
  Fr. 400.‑ zur Hälfte den Beklagten auferlegt und hat zudem die in
  jenem Verfahren den Beklagten zuge­sprochene Parteientschädi­gung von
  Fr. 500.‑ wieder aufgehoben (act. 33 S. 17 Dis­positiv-Ziff. 5
  und Ziff. 7 sowie S. 16 f. E. IV.3.).

  
	
   

  
	
  Die Beklagten machen in ihrer Berufung geltend, die Vorinstanz habe
  auf die Kos­tenregelung des vorausgegangenen Verfahrens ZG.2015.00139 nicht
  mehr zurück­kommen dürfen (act. 36 S. 10 f. Ziff. 27-30).

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  Hierin ist die Berufung begründet.

  
	
  5.2.1 Hauptgegenstand des früheren
  einzelrichterlichen Summarverfahrens ZG.2015.00139 war ein Begehren der
  Klägerin um Rechtsschutz in klaren Fällen im Sinne von Art. 257 ZPO,
  indem die Klägerin damals beantragt hat, es seien die Beklagten zu ver­pflichten,
  innert einer Frist von 20 Tagen die Aushubdeponie auf der Liegenschaft
  der Klägerin zu entfernen, andernfalls sie [die Klägerin] zur Ersatz­vornahme
  auf Kosten der Beklagten zu ermächtigen sei (Verfahren ZG.2015.00139,
  act. 1 S. 2 Antrag Ziff. 1 und Ziff. 2). Auf dieses
  Begehren trat jedoch der Kantons­gerichtspräsident nicht ein, da der
  Sachverhalt nicht liquid war; namentlich bestand Unklarheit dar­über, welcher
  Anteil des Schutthügels effektiv von den Beklagten stammte (Verfah­ren
  ZG.2015.00139, act. 14 S. 4 Dispositiv-Ziff. 2 sowie S. 3
  E. 2. und E. 4.).

  
	
   

  
	
  Beim Verfahren um Rechtsschutz in klaren Fällen im Sinne von
  Art. 257 ZPO (sog. Befehlsverfahren) handelt es sich um ein vollkommen
  eigenständiges Verfahren, mit dem Vorteil, dass bei klarer Rechts- und
  Sachlage die gesuchstellende Partei rasch und mit vergleichsweise geringem
  Aufwand zu einem gerichtlichen Entscheid gelangt. Für die Regelung der Prozesskosten
  (Gerichtskosten und Parteientschädi­gung, vgl. Art. 95 Abs. 1 ZPO)
  gelten in diesem Verfahren die allgemeinen Verteil­grundsätze gemäss
  Art. 106 Abs. 1 ZPO, was bedeutet, dass bei einem Nichtein­tretensentscheid
  die Kosten dem Gesuchsteller (hier der Klägerin) auferlegt werden. Auch wenn
  bei einem Nichteintretensentscheid dem Gesuchsteller das ordentliche oder
  vereinfachte Verfahren noch offen steht, so werden in diesem nachfolgenden
  Prozess die Prozesskosten des vorangegangenen Befehlsverfahren nicht neu ver­legt,
  selbst wenn der Gesuchsteller nunmehr obsiegt. Es liegt alleine in der Verant­wor­tung
  des Gesuchstellers, wenn er zunächst ein Befehlsverfahren eingeleitet hat,
  ohne dass hierfür die erfolgversprechenden Voraussetzungen [eindeutige und
  klare Sach- und Rechtslage] gegeben waren; demgemäss bleiben die betreffenden
  Ver­fahrenskosten an ihm definitiv hängen (siehe zum Ganzen Sutter-Somm/ Lötscher, in:
  Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], ZPO Komm., 3. A.,
  Art. 257 N 34).

  
	
   

  
	
  Daraus folgt, dass die Vorinstanz im hier angefochtenen Entscheid zu
  Unrecht auf die Kostenregelung im vorangegangenen Befehlsverfahren
  zurückgekommen ist. Es hat daher bei der damals angeordneten Regelung zu
  bleiben, der zufolge die Kläge­rin die Gerichtsgebühr von Fr. 400.‑
  allein zu tragen und den Beklagten zudem eine Parteientschädigung von
  Fr. 500.‑ zu bezahlen hat (Verfahren ZG.2015.00139, act. 14
  S. 4 Dispositiv-Ziff. 3-5). Demgemäss sind Dispositiv-Ziff. 5
  und Ziff. 7 des hier angefochtenen Entscheids (act. 33 S. 17)
  aufzuheben.

  
	
   

  5.2.2 Am eben Ausgeführten ändert auch
  nichts, dass die Vorinstanz im vorausge­gangenen Verfahren ZG.2015.00139
  entsprechend dem damals gestellten Even­tualantrag der Klägerin (Verfahren
  ZG.2015.00139, act. 1 S. 2 Antrag Ziff. 3) vor Ort eine
  vorsorgliche Beweisaufnahme vorgenommen hat. Zwar ist bei einer vorsorgli­chen
  Beweisaufnahme eine Neuverlegung der Prozesskosten im späteren Haupt­prozess
  denkbar (BGE 140 III 30 E. 3.2 S. 31). Hier ist ein
  solcher Schritt jedoch nicht angezeigt. Das damals ermittelte Beweisergebnis
  (Ausmass des Schutthügels) war für die Beurteilung der hier strittigen Frage,
  ob die Beklagten ihr Aushubmaterial wieder vollständig abgeführt haben, ohne
  Bedeutung. Der hier massgebende Streit­punkt war, wie viel Erdreich die
  Beklagten aus ihrer Baugrube ausgehoben und her­nach wieder abgeführt haben,
  wobei sich diese Frage anhand der verfügbaren Belege klären liess, ohne dass
  etwas darauf ankam, wie gross der Schutthügel auf der Parzelle der Klägerin
  effektiv noch war.

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Beklagten dringen mit ihrer Berufung
  insoweit durch, als die von ihnen gegenüber der Klägerin geschuldete
  Ersatzforderung von Fr. 7‘500.‑ auf Fr. 6‘590.‑
  reduziert wird (oben E. III.3.8.2). Ausserdem werden sie von einer
  Kostenpflicht [Fr. 200.‑] in Bezug auf das vorausgegangene
  Verfahren ZG.2015.00139 entbunden und steht ihnen aus jenem Verfahren
  weiterhin eine Parteientschädigung von Fr. 500.‑ zu (oben
  E. III.5)

  
	
   

  
	
  Nachdem allerdings die Beklagten in ihrer Berufung die vollumfängliche
  Abweisung der Ersatzforderung der Klägerin angetragen haben, obsiegen sie
  letztlich, geht man von einem Streitwert von insgesamt Fr. 8‘200.‑
  aus (noch strittige Forderung von Fr. 7‘500.‑, Gerichtkostenanteil
  von Fr. 200.‑ und Parteientschädigung von Fr. 500.‑),
  nur im Umfang von 20 %. Nach Massgabe von Art. 106 Abs. 2 ZPO
  sind daher die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren zu vier Fünftel den
  Beklagten und zu einem Fünftel der Klägerin aufzuerlegen; der Klägerin ist
  zudem für das Berufungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung
  zuzusprechen.

  
	
   

  
	
  1.2 Die Gerichtsgebühr für das
  Berufungsverfahren ist nach Massgabe von Art. 3 Abs. 1 lit. a
  der kanto­nalen Verordnung zu den Kosten im Zivil- und Strafprozess
  (GS III A/5) auf Fr. 1‘500.‑ festzusetzen. Die Beklagten
  haben für das Berufungs­verfahren einen Kostenvorschuss in entsprechender
  Höhe geleistet (act. 39 f.). Damit ist die Gerichtsgebühr vom
  geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen (Art. 111 Abs. 1 ZPO); die
  Klägerin hat ihren Kostenanteil von Fr. 300.‑ (1/5) den Beklagten zu
  erstatten (Art. 111 Abs. 2 ZPO).

  
	
   

  
	
  Die von den Beklagten gegenüber der Klägerin geschuldete (reduzierte)
  Parteient­schädigung für das Berufungsverfahren ist im Lichte von
  Art. 20 Abs. 1 EG ZPO (GS III C/1) auf Fr. 900.‑ zu
  bemessen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Trifft die Berufungsinstanz einen neuen
  Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des
  erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Klägerin hatte vor Vorinstanz eine
  Forderung in Höhe von Fr. 14‘871.35 ein­geklagt (act. 1 Antrag
  Ziff. 1). Hiervon zugesprochen erhält sie Fr. 6‘590.‑. Sie
  obsiegt damit lediglich im Umfang von 45 % bzw. sie unterliegt im Umfang
  von 55 %. In Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO sind daher die
  vorinstanzlichen Gerichtskosten in hier unbestritten gebliebener Höhe von
  Fr. 2‘500.‑ der Klägerin zu 11/20 und den Beklagten zu 9/20
  aufzuerlegen.

  
	
   

  
	
  Die Klägerin hat für das vorinstanzliche Verfahren einen
  Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 2‘500.‑ geleistet (act. 7).
  Die gesamte Gerichtsgebühr für das vorinstanzliche Verfahren von
  Fr. 2‘500.‑ ist vom geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen
  (Art. 111 Abs. 1 ZPO); die Beklagten haben den auf sie entfallenden
  Kostenanteil von Fr. 1‘125.‑ (9/20) der Klägerin zu erstatten
  (Art. 111 Abs. 2 ZPO).

  
	
   

  
	
  2.3 Für das vorinstanzliche Verfahren ist
  den Beklagten eine reduzierte Parteient­schädigung von Fr. 250.‑
  zuzusprechen.

  
	
   

  
	
  _____________________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    In teilweiser Gutheissung der Berufung von
    A.______ und B.______ werden Disposi­tiv-Ziff. 1 sowie
    Ziff. 4 bis Ziff. 7 des Urteils des Kan­tonsgerichts vom
    2. Dezember 2016 im Verfahren ZG.2015.00826 auf­gehoben, und es wird
    wie folgt neu erkannt:

    

  

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______ und B.______ werden
    verpflichtet, C.______ Fr. 6‘590.‑ nebst Zins zu 5 % seit
    19. Juni 2015 zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die Gerichtsgebühr im
    vorinstanzlichen Verfahren ZG.2015.00826
    von Fr. 2‘500.‑ wird im Umfang von Fr. 1‘375.‑
    (11/20) C.______ und im Umfang von Fr. 1‘125.‑ (9/20) A.______
    und B.______ auferlegt.

    
	
     

    	
    Die gesamte Gerichtsgebühr
    von Fr. 2‘500.‑ wird von dem von C.______ für das Verfahren
    ZG.2015.00826 geleisteten Kostenvorschuss bezogen; A.______ und B.______
    haben ihren Kostenanteil im Betrag von Fr. 1‘125.‑ an C.______
    zu erstatten.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    [entfällt ersatzlos] 

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    C.______ wird verpflichtet,
    A.______ und B.______ für das vorinstanzli­che Verfahren ZG.2015.00826 eine
    reduzierte Parteientschädigung von Fr. 250.‑ zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    [entfällt ersatzlos]

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    Im Übrigen wird die Berufung von A.______
    und B.______ abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Pauschalgerichtsgebühr für das
    Berufungsverfahren von Fr. 1‘500.‑ wird im Umfang von
    Fr. 1‘200.‑ (4/5) A.______ und B.______ und im Umfang von
    Fr. 300.‑ (1/5) C.______ auferlegt.

    
	
     

    	
    Die gesamte Gerichtsgebühr von
    Fr. 1‘500.‑ wird von dem von A.______ und B.______ für das
    Berufungsverfahren geleisteten Kostenvorschuss bezogen; C.______ hat ihren
    Kostenanteil im Betrag von Fr. 300.‑ an A.______ und B.______ zu
    erstatten.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    A.______ und B.______ werden verpflichtet,
    C.______ für das Berufungsverfah­ren eine reduzierte Parteientschädigung
    von Fr. 900.‑ zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Schriftliche Mitteilung an die Parteien