# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** faeafe0c-1221-5ebc-a610-a6311f80fd18
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.03.2014 SB130464
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130464_2014-03-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130464-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Burger, Präsident, und lic. iur. Spiess, 

Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. Bruggmann 

 

Urteil vom 11. März 2014 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Bebié 

Anklägerin, Erstberufungsklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____, 
Beschuldigter, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

betreffend Raub etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 
2. Juli 2013 (DG130137) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 30. April 2013 (Urk. 

HD 28) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des Raubs zum Nachteil von B._____ im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

StGB,  

− der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG. 

2. Vom Vorwurf des Raubs zum Nachteil von C._____, D._____ und E._____ 

wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 23 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von 

Fr. 100.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 

Jahre festgesetzt.  

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag. 

6. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger C._____, 

E._____ und D._____ werden abgewiesen.  

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'500.– zu-

züglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

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8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der F._____ Gesellschaft [Versicherung] 

Fr. 2'150.– zuzüglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 zu bezahlen. 

9. Die Löschungsfrist für das bereits erstellte DNA-Profil des Beschuldigten 

beginnt mit Rechtskraft des vorliegenden Urteils neu zu laufen. 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 2'310.–   Auslagen Untersuchung 

Fr. 11'418.–   amtliche Verteidigung 

Fr.    unentgeltliche Rechtsbeistandschaft (ausstehend) 
 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu 

1/2 auf die Gerichtskasse genommen und zu 1/2 dem Beschuldigten aufer-

legt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu 1/2 definitiv und zu 

1/2 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung des 

dem Beschuldigten auferlegten Teils erfolgt, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Pri-

vatklägers B._____ werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

Berufungsanträge: 

A) Der Verteidigerin des Beschuldigten 

(Urk. 66 S. 1) 

1. Es sei vorab davon Vormerk zu nehmen, dass die Verurteilung des Be-

schuldigten wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sin-

ne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG und die Bestrafung mit einer Busse von 

Fr. 100.– in Rechtskraft erwachsen ist. 

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2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raubes zum Nachteil von 

B._____ im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB freizusprechen. 

3. Auf die Schadenersatz- sowie Genugtuungsbegehren des Privatklä-

gers B._____ sowie der F._____ Gesellschaft sei zufolge Freispruchs 

nicht einzutreten. 

4. Zufolge Freispruchs sei das erstellte DNA-Profil des Beschuldigten 

gemäss Art. 16 lit. c des DNA-Profilgesetzes umgehend zu löschen. 

5.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens sowie die Kosten des Be-

rufungsverfahrens, inklusive diejenigen der Untersuchung wie auch der 

amtlichen Verteidigung, seien ausgangsgemäss vollumfänglich und de-

finitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

5.2. Dem Beschuldigten sei aus der Gerichtskasse eine Entschädigung für 

23 Tage erlittene Untersuchungshaft von Fr. 2'300.– zuzusprechen. 

B) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

(Urk. 67 S. 1) 

1. Schuldigsprechung im Sinne der Anklageschrift. 

2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten sowie einer Busse 

von Fr. 100.–. 

3. Anrechnung der erstandenen Haft. 

4. Vollzug der Freiheitsstrafe. 

5. Festsetzung einer Einsatzfreiheitsstrafe von 1 Tag bei schuldhafter 

Nichtbezahlung der Busse. 

6. Vollständige Kostenauflage. 

 

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Erwägungen: 

I. 

 1. a) Dem Beschuldigten wird in Ziff. 1 der Anklage zur Last gelegt, am frü-

hen Morgen des 20. März 2011 zusammen mit mehreren unbekannten Mittätern 

die Geschädigten C._____, D._____ und E._____ ausgeraubt zu haben. Dabei 

habe er zunächst von D._____ dessen Jacke und Portemonnaie verlangt. Er habe 

ihm einen Schlag ins Gesicht versetzt und ihn sodann zusammen mit Mittätern 

mehrmals gegen den Oberkörper geschlagen bzw. getreten. Schliesslich habe er 

C._____ mit einer Wodkaflasche auf den Kopf geschlagen und ihm dabei eine 

Rissquetschwunde an der Stirn zugefügt. Ausserdem hätten der Beschuldigte und 

ein Mittäter dem Geschädigten gedroht, ihn zu töten, wenn er sein Geld nicht her-

gebe. C._____ habe schliesslich seinen Widerstand aufgegeben und dem Be-

schuldigten Fr. 80.– ausgehändigt. Den Geschädigten D._____ und E._____ hät-

ten Mittäter des Beschuldigten Schläge versetzt bzw. mit einem Messer gedroht 

und ihnen ebenfalls die Barschaft abgenommen. 

 b) In Ziff. 2 der Anklage wird dem Beschuldigten ein weiterer Raub vorge-

worfen. Am 7. Mai 2011 sei er um ca. 01.30 Uhr an der G._____-Strasse in Zü-

rich-… von hinten an den Geschädigten B._____ herangetreten, habe ihm einen 

Gegenstand – mutmasslich eine Pistole – gegen den Rücken gedrückt und das 

Portemonnaie des Geschädigten gefordert. Der Geschädigte habe zunächst ge-

glaubt, ein Kollege mache einen Scherz, und gesagt: "Mach kän Seich!" Der Be-

schuldigte habe ihm entgegnet: "Häsch es nöd verstande, suscht knall Di ab!" Der 

Geschädigte habe daraufhin gesagt, er werde die Hände hochheben, und der Be-

schuldigte könne das Portemonnaie aus der linken Innentasche seiner Jacke 

nehmen. Der Beschuldigte habe dies getan und sei mit dem Portemonnaie samt 

ca. Fr. 1'800.– in bar, Ausweisen etc. geflüchtet. 

 c) Ziff. 3 der Anklage schliesslich betrifft den einmaligen Konsum von Mari-

huana im Oktober oder anfangs November 2011. 

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 2. a) Das Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, sprach den Beschuldigten am 

2. Juli 2013 des Raubes zum Nachteil von B._____ und der Übertretung des 

BetmG schuldig. Hinsichtlich des Raubüberfalls vom 20. März 2011 wurde der 

Beschuldigte freigesprochen. Das Gericht verurteilte ihn sodann zu 20 Monaten 

Freiheitsstrafe, bedingt vollziehbar bei drei Jahren Probezeit, und Fr. 100.– Bus-

se. Ausserdem wurde er verpflichtet, der "F._____" Gesellschaft (anstelle des 

Geschädigten B._____) Fr. 2'150.– Schadenersatz (zuzüglich Zins) und dem Ge-

schädigten B._____ Fr. 1'500.– (zuzüglich Zins) als Genugtuung zu bezahlen. Die 

Kosten des Verfahrens wurden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und im 

Übrigen auf die Gerichtskasse genommen (Urk. 53 S. 35/36). 

 b) Gegen dieses Urteil meldeten sowohl der Beschuldigte (Urk. 43) als auch 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (Urk. 44) rechtzeitig die Berufung an. Der 

Beschuldigte will gemäss der von seiner amtlichen Verteidigerin fristgerecht ein-

gereichten Berufungserklärung (Urk. 54; vgl. Urk. 52/2 und Art. 399 Abs. 3 StPO) 

vom Vorwurf des Raubes zum Nachteil von B._____ freigesprochen werden. Die 

Anklagebehörde zog am 4. November 2013 ihre selbständige Berufung zurück 

(Urk. 55). Sie erhob aber in der Folge eine Anschlussberufung, mit der sie den vo-

rinstanzlichen Teilfreispruch anficht und die Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 36 

Monate sowie deren unbedingten Vollzug verlangt (Urk. 58). Im Berufungsverfah-

ren wurden keine Beweisergänzungsanträge gestellt. Nach der heute durchge-

führten Berufungsverhandlung erweist sich der Prozess als spruchreif. 

 

II. 

 a) Hinsichtlich des Schuldspruchs wegen Übertretung des BetmG (in Ziff. 1), 

der dafür ausgefällten Busse (in Ziff. 3) bzw. der Ersatzfreiheitsstrafe (Ziff. 5) und 

der Abweisung der Zivilforderungen der Geschädigten C._____, E._____ und 

D._____ (Ziff. 6) blieb das vorinstanzliche Urteil unangefochten. Es ist demnach 

insoweit in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO), was vorab in einem Beschluss 

festzustellen ist. 

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 b) Ausserdem ist davon Vormerk zu nehmen, dass die Staatsanwaltschaft 

Zürich-Limmat ihre selbständige Berufung zurückgezogen hat (Urk. 55). 

 

III. 

 1. a) Der Beschuldigte bestritt in der Untersuchung (HD 5/1, 5/5 und 5/6), 

vor Bezirksgericht (Urk. 36 S. 5/6) und auch heute (Prot. II S. 10) jegliche Beteili-

gung an der Raubtat vom 20. März 2011. Die Anklage stützt sich in diesem Punkt 

ausschliesslich auf die Aussagen der drei Geschädigten C._____, E._____ und 

D._____. Diese schilderten den Tathergang in der polizeilichen Befragung und – 

geraume Zeit später, mit dadurch zwanglos erklärbaren Gedächtnislücken – bei 

der Staatsanwaltschaft im wesentlichen übereinstimmend. Sie seien auf dem Weg 

in den Club "H._____" gewesen, als sich ihnen eine Gruppe von Jugendlichen in 

den Weg gestellt habe. Einer davon habe gesagt, ihm sei kalt, und habe ihre Ja-

cken verlangt. Dann seien sie sofort von mehreren Personen tätlich angegriffen 

und aufgefordert worden, ihr Geld herzugeben. Ein Täter habe C._____ zuerst die 

Faust ins Gesicht und dann eine noch teilweise gefüllte Wodka-Flasche über den 

Kopf geschlagen. Ein anderer habe E._____ mit einem Messer bedroht, und ein 

dritter habe D._____ geschlagen. Die Geschädigten hätten ihr Bargeld herausge-

geben, und die Räuber seien damit weggerannt (C._____: HD 7/1 S. 3, HD 7/4 

S. 3 ff.; D._____: HD 8/1 S. 3, HD 8/3 S. 3 ff.; E._____: HD 9/1 S. 3, HD 9/4 S. 3-

5). Aufgrund dieser Aussagen und der fotografisch (HD 13/1) sowie mit Arztbe-

richten (HD 13/2, 13/5 und 13/6) dokumentierten Kopfverletzung des Geschädig-

ten C._____ kann ohne Weiteres als erstellt gelten, dass sich der Raubüberfall so 

ereignete. 

 b) aa) Der Geschädigte C._____ beschrieb den Mann, der seine Jacke ver-

langt, ihm einen Faustschlag versetzt und ihn mit der Flasche auf den Kopf ge-

schlagen hatte, wie folgt: Männlich, Hautfarbe weiss mit dünklerem Teint, 18-19 

Jahre alt, 170-172 cm gross, feste Statur, arabischer oder türkischer Typ, gepfleg-

te Erscheinung mit Dreitagebart, kreiselförmige Kopfform, volle schwarze Haare 

mit viel Gel leicht nach hinten gekämmt, braune Augen, dichte schwarze Augen-

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brauen. Der Täter spreche Zürcherdialekt mit Slangeinfluss und habe eher dunkle 

Bluejeans, eine schwarze Jacke und einen weiss-schwarzen "Arafat-Schal" ge-

tragen. Er, C._____, würde ihn mit Bestimmtheit wieder erkennen (HD 7/1 S. 6). 

 bb) Der Geschädigte D._____ erwähnte einen "Täter A", der zu Beginn des 

Raubüberfalls gesagt hatte, dass ihm kalt sei, einen "Täter B", der ihn, D._____, 

geschlagen und bestohlen hatte, und einen "Täter C", der E._____ ausgeraubt 

hatte (HD 8/1 S. 3). Von den drei Männern waren die beiden Letztgenannten mit 

D._____ bzw. E._____ beschäftigt und kommt somit nur A für den Angriff auf 

C._____ in Frage. Dazu passt C._____s Aussage, dass "sein" Angreifer derjenige 

gewesen sei, der gesagt habe, ihm sei kalt (HD 7/1 S. 3). D._____ beschrieb die-

sen Mann allerdings etwas anders (HD 8/1 S. 5) als C._____. Insbesondere 

sprach er von einer "normalen" Statur und erwähnte, dass Täter A eventuell ein 

"Schweizertyp" sei. Weitgehend übereinstimmend sind die Signalemente bezüg-

lich der Körpergrösse (D._____: ca. 173 cm), des (mindestens) Dreitagebartes, 

des dunklen, vollen Haares und der Kleidung (dunkle Bluejeans, schwarze Ja-

cke). D._____ war sich nicht sicher, ob er den fraglichen Mann wieder erkennen 

würde (a.a.O., S. 6). Er gab überdies an, dass "ein grosser, korpulenter Täter" 

C._____ die Flasche über den Kopf geschlagen habe (a.a.O., S. 3), was mit sei-

ner Beschreibung des Täters A ("normale Statur", ca. 173 cm gross) nicht zu-

sammenpasst, aber auf den Beschuldigten durchaus zutrifft. 

 cc) E._____ bezeichnete den Mann, der als erster C._____ einen Faust-

schlag ins Gesicht versetzt hatte, ebenfalls als Täter A (HD 9/1 S. 3). Nach seiner 

Erinnerung war dieser etwa 18 Jahre alt, ca. 165 cm gross, rasiert und von "ro-

buster" Statur, d.h. eher übergewichtig. Er beschrieb ihn überdies als "Jugosla-

wen-Typ", gab an, der Mann habe keine Jacke getragen, und stellte in Aussicht, 

ihn eventuell wieder erkennen zu können (HD 9/1 S. 5/6). 

 c) aa) Am 8. bzw. 15. April 2011 wurde den drei Geschädigten eine Auswahl 

von 120 Fotos junger Männer vorgelegt, von denen der Beschuldigte (Nr. 3 auf 

dem Bogen FB-ID 0372) als einziger einen Bart trug. 

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 bb) C._____ bestätigte zunächst das von ihm in der ersten Befragung ange-

gebene Signalement des Mannes, der ihn mit der Schnapsflasche geschlagen 

hatte, als richtig und bezeichnete sodann nach Vorlage der Fotoauswahl den Be-

schuldigten als Täter. Er führte dazu aus, dass dieser vom Aussehen her passe. 

Er könne es aber nicht hundertprozentig sagen, zumal es schon eine Weile her 

sei und er auch noch etwas "unter Schock" gewesen sei (HD 7/2 S. 2/3). 

 cc) D._____ blieb ebenfalls bei seiner früher abgegebenen Beschreibung 

des von ihm als "Täter A" bezeichneten Mannes. Er bezifferte die Wahrschein-

lichkeit, dass er diesen wieder erkennen würde, mit 70 %. Auf Vorlage der Foto-

auswahl bezeichnete er ebenfalls den Beschuldigten, aber auch noch einen wei-

teren Mann (Nr. 7 auf dem Bogen FB-ID 0374) als möglichen Täter A. Er sei aber 

diesbezüglich unsicher (HD 8/2 S. 2/3). Anders als in der ersten Befragung ver-

mochte D._____ nun klar zu sagen, dass Täter A C._____ mit der Schnapsfla-

sche geschlagen habe (a.a.O., S. 4). 

 dd) E._____ bestätigte seine frühere Beschreibung des "Täters A" als richtig 

und führte aus, dass dieser Mann C._____ angegriffen und ihm die Wodka-

Flasche über den Kopf geschlagen habe. Auch E._____ nannte nach Durchsicht 

der Fotobogen spontan den Beschuldigten als mutmasslichen Täter. Er sei dabei 

aber unsicher. Auf Nachfrage fügte er hinzu: "Bei Täter A bin ich aufgrund des Fo-

tos sicher, wie ich ihn erlebt habe. Ausser der Bart passt nicht" (HD 9/2 S. 3). 

Schon in der ersten, tatzeitnahen Befragung hatte E._____ als einziger der Ge-

schädigten den fraglichen Täter nicht als Träger eines (mindestens Dreitage-) 

Bartes bezeichnet. 

 d) aa) Lebendwahlkonfrontationen wurden erst am 5. Oktober 2011 durch-

geführt. Dabei wurden die drei Geschädigten mit fünf Personen konfrontiert, von 

denen wiederum einzig der Beschuldigte einen Bart trug (HD 12/6, 12/8 und 

12/10). 

 bb) Der Geschädigte D._____ erklärte, dass er niemanden wieder erkenne 

(HD 12/4). 

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 cc) C._____ gab in der an die Konfrontation anschliessenden polizeilichen 

Einvernahme zu Protokoll, dass er die Person mit der Nr. 5 (d.h. den Beschuldig-

ten) wieder erkannt habe. Er habe ihn von der Körperstatur her und vor allem an 

der Gesichtsform sowie aufgrund des Bartes wieder erkannt. Auf die Frage, wie 

sicher er bei dieser Täteridentifikation sei, antwortete C._____: "Zwischen 90-

80 %. Ich bin mir eigentlich schon ziemlich sicher. Hundertprozentig habe ich ihn 

nicht erkannt, weil es schon lange her ist. Ich möchte niemanden falsch bezeich-

nen." In der Wartezeit zwischen der Konfrontation und der Einvernahme habe er 

überlegt, und dabei sei ihm immer klarer geworden, dass die Person Nr. 5 einer 

der Täter gewesen sei. Es sei schon länger her, und diese Person habe nun kür-

zere Haare als der Täter damals (beim Raubüberfall). Dies habe ihn bei der Kon-

frontation ein bisschen irritiert. Er sei sich aber schon sicher, dass die Person 

Nr. 5 einer der Täter sei, und zwar derjenige, der zu Beginn Geld und Jacke ver-

langt habe, dann immer bei ihm, C._____, gewesen sei und ihn auch mit der Fla-

sche geschlagen habe (HD 7/3 S. 3). 

 dd) E._____ gab im Anschluss an die Konfrontation an, die Nr. 2, d.h. den 

Beschuldigten, als Täter aufgrund von Postur, Gesicht und Bart wieder erkannt zu 

haben. Er sei zu 90-95 % sicher, dass der Beschuldigte einer der Räuber gewe-

sen sei. Er habe gesehen, wie dieser C._____ die halbvolle "Trojka"-Flasche quer 

über die Stirne geschlagen habe (HD 9/3 S. 3). 

 e) Zur staatsanwaltlichen Einvernahme der drei Geschädigten kam es erst 

1 ½ Jahre nach der Tat. C._____ führte aus, dass einer der Täter, "vermutlich der 

heute anwesende Beschuldigte", von ihm Jacke und Portemonnaie verlangt habe 

(HD 7/4 S. 3). Anschliessend wurde C._____ einlässlich zum Tathergang befragt, 

nicht aber zur Frage, wie sicher er den Beschuldigten als Täter wieder erkannt 

hatte. Er führte aus, dass er selbst 185 cm gross sei. Der Täter sei glaublich et-

was kleiner gewesen, vom Gesicht und der Art her südländisch oder "südostlän-

disch" und ausserdem ein ziemlicher "Fetzen", ein "Mocken", ein "Bär" (a.a.O., 

S. 9). D._____ gab zwar – im Widerspruch zu seinen Aussagen anlässlich der 

Lebendwahlkonfrontation – zu Protokoll, dass der anwesende Beschuldigte derje-

nige gewesen sei, der C._____ angegriffen habe, sagte aber auch aus, dass er 

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nicht richtig mitbekommen habe, was mit C._____ (C._____) und "dessen" Täter 

geschehen sei (HD 8/3 S. 4). Der Täter mit der Flasche sei sicher so gross wie 

C._____ gewesen, also 180 bis 185 cm, und glaublich auch "ziemlich breit" 

(a.a.O., S. 8). E._____ schliesslich wurde ebenfalls im Detail zum Tathergang 

einvernommen. Bezüglich des Täters, der C._____ mit der Flasche geschlagen 

hatte, erinnerte er sich allerdings nur noch, dass dieser "etwas fester" gewesen 

sei und einen Dreitagebart getragen hatte (HD 9/4 S. 9). Letzteres erstaunt, weil 

E._____ diesen Täter anfänglich als bartlos beschrieben hatte. Möglicherweise 

vermischten sich hier – lange Zeit nach dem Raub – eigene Wahrnehmung und 

von den Mitgeschädigten Gehörtes. Zur Frage, mit welcher Gewissheit er den Be-

schuldigten anlässlich der Konfrontation als Täter wieder erkannt habe, wurde 

E._____ nicht befragt. Insgesamt brachten die staatsanwaltlichen Einvernahmen 

kaum neue Erkenntnisse. 

 f) Die vorinstanzliche Kritik an der ungeschickten Auswahl der Fotos für die 

Wahlbildkonfrontation (Urk. 53 S. 26/27) ist berechtigt. Nicht minder ungeschickt 

war überdies die Auswahl der Vergleichspersonen für die Lebendwahlkonfrontati-

on. Dass die Geschädigten davon ausgingen, auf den Fotos zumindest überwie-

gend Straftäter vor sich zu haben, mag durchaus ebenfalls zutreffen. Wieso sie 

aber deswegen geneigt sein sollten, unbedingt jemanden zu identifizieren, ist 

nicht nachvollziehbar. Die Protokolle ihrer Einvernahmen zeigen im Gegenteil, 

dass sie sehr zurückhaltend aussagten. Wieso man sie hätte darauf hinweisen 

müssen, dass die Fotoauswahl möglicherweise keinen der Täter enthält, leuchtet 

nicht ein. Das war unter den gegebenen Umständen auch ohne solchen Hinweis 

für jeden normal intelligenten Menschen klar. Nicht überzeugend ist schliesslich 

das Argument, die Privatkläger seien zufolge des (zugegebenen) Konsums von 

Cannabis möglicherweise in der Erinnerungsfähigkeit beeinträchtigt gewesen. 

Cannabis kann zwar Störungen des Kurzzeitgedächtnisses bewirken (vgl. dazu 

etwa www.hanfverband.de), doch wäre dann die Erinnerung eben weg und wären 

die Geschädigten nicht in der Lage, unabhängig voneinander auf einer grossen 

Fotoauswahl dieselbe Person als Täter wieder zu erkennen. 

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 g) Im Sinne eines Zwischenfazits kann festgehalten werden, dass zwar die 

wenige Tage nach der Tat abgegebenen Täterbeschreibungen der drei Geschä-

digten recht unterschiedlich ausfielen und auf den Beschuldigten nur teilweise zu-

treffen. Alle drei bezeichneten aber auf Vorhalt einer Auswahl von immerhin 120 

Fotos unabhängig voneinander spontan den Beschuldigten als mutmasslichen 

Täter. C._____ sagte aus, dass der Beschuldigte "vom Aussehen her passe". 

Dass er anfügte, er könne ihn "nicht hundertprozentig" identifizieren, schmälert 

die Qualität seiner Täteridentifikation kaum, zumal er auch später sichtlich bemüht 

war, ja keinen Unschuldigen zu belasten ("Ich möchte niemanden falsch bezeich-

nen"; HD 7/3 S. 3). Dass keines der weiteren 119 Bilder einen Bartträger zeigt, 

muss als ermittlungstechnisch ungeschickt bezeichnet werden. Dies fällt aber 

nicht stark ins Gewicht, zumal der Beschuldigte auf den Fotobogen auch von 

E._____ wieder erkannt wurde, obwohl dieser den fraglichen Täter zunächst als 

rasiert beschrieben hatte. Er erklärte nun, aufgrund des Fotos sicher zu sein – nur 

der Bart passe nicht. Was den Bart betrifft, bleibt anzumerken, dass der Beschul-

digte diesen nur unterhalb des Kinns und auf der hinteren Seite beider Wangen 

wachsen lässt, die Gesichtspartie um den Mund herum hingegen rasiert (FB-ID 

0372 Nr. 3 in HD 7/2, HD 12/6, 12/8 und 12/10, HD 23/15 S. 1). Je nach den herr-

schenden Lichtverhältnissen ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob es sich 

wirklich um einen Bart oder bloss um einen Schatten handelt. Dass einer der Ge-

schädigten zunächst angab, der fragliche Täter sei rasiert gewesen, während die 

beiden anderen einen "Dreitagebart" feststellten, erstaunt somit nicht. Mit einer 

erheblichen Unsicherheit behaftet war einzig die Täteridentifikation seitens von 

D._____, bezeichnete doch dieser zwar (und immerhin) ebenfalls den Beschuldig-

ten, daneben aber auch noch eine weitere Person als möglichen Täter. Er ver-

mochte den Beschuldigten denn auch bei der Lebendwahlkonfrontation nicht 

mehr zu identifizieren. C._____ und E._____ hingegen blieben dabei, den Be-

schuldigten "vom Aussehen her" bzw. "aufgrund von Postur, Gesicht und Bart" 

wieder erkannt zu haben. Sie gaben zwar an, diesbezüglich nur (aber immerhin) 

zu 80-90 % bzw. zu 90-95 % sicher zu sein. Beide bestätigten jedoch, dass der 

fragliche Täter derjenige mit der Wodkaflasche gewesen sei. Dass sie unabhän-

gig voneinander nahezu sicher waren, den Beschuldigten als Täter wieder zu er-

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kennen, und ihm zudem dieselbe Rolle beim Überfall zuschrieben, macht ihn 

dringend tatverdächtig. Ein rechtsgenügender Schuldbeweis liegt aber damit noch 

nicht vor, weil die zwar unwahrscheinliche, aber doch nicht bloss ganz theoreti-

sche Möglichkeit verbleibt, dass nicht der Beschuldigte am Raub beteiligt war, 

sondern ein unbekannter Dritter, der ihm zum Verwechseln ähnlich ist. 

 h) aa) Hinzu tritt nun allerdings die Tatsache, dass die Geschädigten 

D._____ und E._____ auf der Fotoauswahl unabhängig voneinander noch einen 

zweiten Jugendlichen als Täter wieder erkannten, nämlich die Nr. 3 auf dem Fo-

tobogen ID 0361. Dabei handelt es sich um I._____ (vgl. HD 2 S. 4). D._____ gab 

an, diesbezüglich "ganz sicher" zu sein (HD 8/2 S. 3). E._____ identifizierte 

I._____ ebenfalls "ganz sicher" als den Mann, der ihn mit einem Messer bedroht 

hatte (HD 9/2 S. 2/3). Bei I._____ handelt es sich um den jüngeren Bruder von 

J._____, eines Kollegen des Beschuldigten. Der Beschuldigte bestätigte, ihn zu 

kennen, machte aber geltend, nicht mit "so jungen Typen" zu verkehren. Auf den 

Vorhalt des einvernehmenden Polizeibeamten, er selber habe ihn schon in Be-

gleitung von I._____ gesehen, gab der Beschuldigte dies zu, wandte aber ein, sie 

seien damals bloss zusammen auf dem Weg zu I._____s älterem Bruder gewe-

sen (HD 5/1 S. 2). Auch bei der Staatsanwaltschaft bestätigte der Beschuldigte, 

I._____ zu kennen. Dies sei aber "nicht seine Altersklasse", und er verkehre nicht 

mit "diesen Leuten" (HD 5/6 S. 3). I._____ selber bestritt ebenfalls, am Raubüber-

fall vom 20. März 2011 beteiligt gewesen zu sein. Er behauptete zunächst, er sei 

nach seiner Entlassung aus der Haft (im Zusammenhang mit anderen Raubtaten) 

sogleich zu seiner Pflegefamilie in den Kanton Thurgau gegangen (HD 6/1 S. 2). 

Als eine Rückfrage bei der Pflegefamilie ergab, dass dies nicht stimmte, gab er 

neu an, er habe noch eine Nacht – die Tatnacht – bei seinem Vater verbracht 

(HD 6/2 S. 1, so auch beigezogene Akten der Jugendanwaltschaft Zürich, Urk. 

65/2 S. 6, Urk. 65/3 S. 3). Gemäss dem Polizeirapport vom 6. Juli 2011 bestätigte 

K._____ gegenüber der Polizei, dass sein Sohn einmal bei ihm übernachtet habe, 

nachdem er aus dem Gefängnis gekommen sei. Er sei auch sicher, dass dieser 

die Wohnung während jener Nacht nicht verlassen habe, denn sonst hätte er mit 

ihm, dem Vater, Probleme bekommen (HD 3 S. 4). Eine förmliche Einvernahme 

von K._____, auch zur Frage, ob sein Sohn die Wohnung nicht unbemerkt zu 

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später Nachtstunde verlassen (und damit zur Tatzeit beim – nicht weit entfernten 

– "H._____" sein) konnte, fand nicht statt. Stattdessen wollte die Jugendanwalt-

schaft eine Lebendwahlkonfrontation mit den drei Geschädigten durchführen. 

Dies erwies sich indessen als unmöglich, weil für den 15-jährigen, aber bereits 

183 cm grossen I._____ keine geeigneten Vergleichspersonen gefunden werden 

konnten (Urk. 65/5 S. 6/7, Urk. 65/7 S. 2). So wurde das Verfahren gegen I._____ 

schliesslich eingestellt (Urk. 65/8). 

 bb) Trotz der Verfahrenseinstellung gegenüber I._____ bleibt aber Tatsache, 

dass die Geschädigten D._____ und E._____ ihn unabhängig voneinander auf ei-

ner Auswahl von 120 Fotos spontan und mit Sicherheit als einen der Täter vom 

20. März 2011 identifizierten. Dieser Umstand belastet nun auch den Beschuldig-

ten zusätzlich. Dass nicht er, sondern eine Drittperson von sehr ähnlichem Aus-

sehen der Täter mit der Flasche war, ist nach dem vorstehend Gesagten zwar 

möglich, aber schon für sich allein sehr unwahrscheinlich. Unterstellt man als Hy-

pothese, dass dies tatsächlich so war und der Beschuldigte unschuldig ist, so 

müsste als weiterer, ebenfalls sehr unwahrscheinlicher Zufall hinzugekommen 

sein, dass entweder ausgerechnet eine Person aus seinem Kollegenkreis – 

I._____ – oder aber eine Drittperson von extrem ähnlichem Aussehen an der Tat 

beteiligt war. Eine solche Kombination von Zufällen erscheint nun aber nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung als mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich-

keit ausgeschlossen, und es verbleibt kein Raum für ernsthafte und nicht bloss 

ganz theoretische Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten. 

 i) Im Ergebnis ist rechtsgenügend erstellt, dass der Beschuldigte am Raub-

überfall zum Nachteil von C._____, E._____ und D._____ beteiligt war. 

 2. a) Hinsichtlich des Raubüberfalls vom 7. Mai 2011 ist zunächst festzuhal-

ten, dass der Geschädigte B._____ den Täter nur von hinten sah (HD 10/1 S. 6) 

und ihn demgemäss auch nicht zu beschreiben vermochte. Bei einer Personen-

wahlkonfrontation mussten der Beschuldigte und drei Vergleichspersonen (vgl. 

HD 12/9) den Satz "Gib mer s Portemonnaie use!" aussprechen, während der 

Geschädigte mit dem Rücken zu ihnen stand und sie nicht sehen konnte. Diese 

Konfrontation verlief negativ, indem B._____ eine der Vergleichspersonen, nicht 

- 15 - 

aber den Beschuldigten als möglichen Täter bezeichnete (HD 12/3 S. 2). Auf-

grund der Aussagen des Geschädigten, dass der Räuber in die linke Innentasche 

seiner Jacke gegriffen hatte, um das Portemonnaie herauszunehmen, asservierte 

die Polizei mit einem speziellen Kleber das dort möglicherweise vorhandene 

DNA-Material (HD 15/1 S. 2). In der Folge konnte tatsächlich eine DNA-Spur fest-

gestellt werden, und es zeigte sich eine Übereinstimmung mit dem bereits re-

gistrierten DNA-Profil des Beschuldigten (HD 15/2 S. 2). Das Institut für Rechts-

medizin erstattete diesbezüglich nach Hinweis auf Art. 307 StGB (HD 15/3 S. 2) 

ein Gutachten und stellte dabei fest, dass ein DNA-Mischprofil vorlag, zu dem 

mindestens zwei Personen beigetragen hatten. Dabei waren die Merkmale der 

DNA-Profile sowohl des Geschädigten B._____ als auch des Beschuldigten lü-

ckenlos nachweisbar. Die Spurengeberschaft dieser beiden Personen erwies sich 

als mehrere Milliarden Male wahrscheinlicher als diejenige des Geschädigten und 

einer unbekannten, nicht mit dem Beschuldigten verwandten Drittperson (HD 15/4 

S. 2). Damit ist rechtsgenügend erstellt, dass sich in der Jackeninnentasche des 

Geschädigten nach dem Raubüberfall vom Beschuldigten stammendes DNA-

Material befand. 

 b) Der Beschuldigte versuchte diesen eindeutigen Befund in der Folge damit 

zu erklären, dass er – ohne den Überfall begangen zu haben – irgendwie mit dem 

ihm unbekannten (HD 5/2 S. 4) Geschädigten in Kontakt gekommen sein müsse. 

Vielleicht habe er vor der Tat dem nachmaligen Täter die Hand gegeben und sei 

seine DNA in der Folge von diesem auf die Jacke des Geschädigten übertragen 

worden. Vielleicht sei der Täter kurz vor dem Überfall mit ihm, dem Beschuldigten 

zusammen unterwegs gewesen (a.a.O., S. 6). Bei der Staatsanwaltschaft sagte 

der Beschuldigte aus, dass er in der Nähe gewesen sein müsse, ansonsten es 

nicht zu dieser DNA-Spur gekommen wäre. Er habe aber diesen Raub nicht ver-

übt. Möglicherweise sei er dort (d.h. im Langstrassenquartier) in einer Bar gewe-

sen, und der Geschädigte habe später sein Portemonnaie auf dieselbe Bartheke 

gelegt, an der vorher er, der Beschuldigte, gesessen sei. Vielleicht habe er auch 

mit dem Täter Kontakt gehabt. Er kenne in jener Gegend einige Leute (HD 5/6 

S. 3/4). Vor Bezirksgericht schliesslich äusserte sich der Beschuldigte dahinge-

hend, dass er sich das Vorhandensein der DNA-Spur nicht erklären könne 

- 16 - 

(Urk. 36 S. 7). Auch heute war das Ganze für den Beschuldigten unverständlich 

(Prot. II S. 11). 

 c) Zwar ergab eine Rückfrage der Staatsanwaltschaft beim Institut für 

Rechtsmedizin, dass die Sekundärübertragung einer DNA-Spur grundsätzlich 

immer möglich sei und gerade bei einer schwachen Spur wie im vorliegenden Fall 

nicht ausgeschlossen werden könne (HD 15/5). Auch ist im Auge zu behalten, 

dass der Beschuldigte erst dreieinhalb Monate nach der Tat mit dem ihn belas-

tenden Ergebnis der DNA-Analyse konfrontiert wurde (HD 5/2). Verständlich ist 

somit, dass er sich nicht konkret zu erinnern vermochte, wo er in der fraglichen 

Nacht gewesen war. Er gab aber immerhin an, sich ab Mai – bei schönem Wetter 

– mehrheitlich am Zürichsee aufgehalten zu haben. Ansonsten verkehre er vor al-

lem im Raum Oerlikon/Schwamendingen, am Wochenende auch am Escher-

Wyss-Platz. Auf die Frage, was er denn im Bereich der Langstrasse kenne, nann-

te der Beschuldigte einzig die "L._____ -Bar". Ob er schon an der G._____-

Strasse gewesen sei, wisse er nicht. Es könne aber schon sein (HD 5/2 S. 4/5). 

Es kann somit davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte sich eher sel-

ten im Langstrassenquartier aufhält. Demgemäss wäre zu erwarten gewesen, 

dass er bezüglich seiner letzten Anwesenheiten in dieser Gegend bestimmte Lo-

kale hätte bezeichnen können, die er aufgesucht hatte, und Personen hätte nen-

nen können, denen er begegnet war und allenfalls die Hand gegeben hatte. Dass 

er bloss abstrakt Wege nannte, auf denen eine Sekundärübertragung seiner DNA 

hätte erfolgen können, legt daher nahe, dass es sich dabei um Schutzbehauptun-

gen handelt. 

 d) Hätte eine Drittperson dem Beschuldigten die Hand gegeben und kurz da-

rauf den Raubüberfall begangen, so wäre kaum nur die DNA des Beschuldigten, 

sondern vor allem auch diejenige des Täters auf die Jackentasche des Geschä-

digten übertragen worden. Damit wären aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 

DNA-Merkmale des Täters ins Asservat gelangt, die weder beim Beschuldigten 

noch beim Geschädigten vorhanden sind. Solches war indessen nicht der Fall – 

die Mischspur enthält keine solchen Merkmale. Dies ist ein starkes Indiz gegen 

die Tatbegehung durch einen unbekannten Dritten. 

- 17 - 

 e) Nicht anders verhielte es sich, wenn ein solcher vor der Tatbegehung ei-

nen Gegenstand berührt hätte, mit dem der Beschuldigte zuvor Kontakt hatte. 

Theoretisch denkbar wäre immerhin, dass der Geschädigte selbst mit einem sol-

chen Gegenstand in Kontakt gekommen wäre und dann die DNA des Beschuldig-

ten direkt oder via Portemonnaie in seine Jackentasche "verschleppt" hätte. Eine 

solche Konstellation erscheint aber, da der Beschuldigte und der Geschädigte ei-

nander nicht kannten, als äusserst unwahrscheinlich. Am ehesten denkbar wäre 

noch das vom Beschuldigten angegebene Szenario mit der Bartheke, die zufällig 

zuerst vom Beschuldigten und dann – kurz vor dem Überfall – vom Geschädigten 

berührt worden wäre. Da eine solche Theke von vielen Personen berührt wird, 

wäre aber auch in diesem Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur DNA-

Material des Beschuldigten, sondern ausserdem solches von Drittpersonen mit 

anderen, weder bei ihm noch beim Geschädigten vorhandenen Merkmalen über-

tragen worden. Im Übrigen gab der Geschädigte kurz nach dem Überfall zu Pro-

tokoll, dass er an die G._____-Strasse gefahren sei, dort sein Fahrzeug parkiert 

habe und zu Fuss an die Langstrasse gegangen sei, um an einem Kiosk Zigaret-

ten zu kaufen. Auf dem Rückweg habe er an der Ecke Lang-/Hohlstrasse einen 

Kollegen getroffen und kurz mit diesem gesprochen. Dann hätten sie sich verab-

schiedet, und er sei in Richtung G._____-Strasse weitergegangen. Nach dem 

Schuhgeschäft "M._____" sei er dann überfallen worden (HD 10/1 S. 4). Diese 

aus frischer Erinnerung gemachten Aussagen des Geschädigten belegen, dass er 

kurz vor dem Überfall – entgegen seiner zehn Monate später bei der Staatsan-

waltschaft geäusserten Vermutung (HD 10/2 S. 4/5) – kein Restaurant aufgesucht 

hatte. Ohne weiteres anzunehmen ist zwar, dass er dies zu einem früheren Zeit-

punkt getan hatte, doch wäre bei einer dann erfolgten zufälligen Übertragung von 

DNA-Material des Beschuldigten die entsprechende Spur mit grosser Wahr-

scheinlichkeit längst verwischt und kaum noch ein vollständiges DNA-Profil des 

Beschuldigten festzustellen gewesen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass 

eine Sekundärübertragung der fraglichen DNA zwar theoretisch möglich war, un-

ter den vorliegend gegebenen Umständen aber mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. 

- 18 - 

 f) aa) Die Verteidigung machte geltend, dass im Falle einer Täterschaft des 

Beschuldigten dessen DNA-Spuren auch auf der Aussenseite der Jacke des Ge-

schädigten hätten gefunden werden müssen (Prot. II S. 13). Dazu ist zunächst 

festzuhalten, dass die Jackenaussenseite zwar ebenfalls asserviert wurde, dass 

dabei offenbar aber keine verwertbaren Spuren sichergestellt werden konnten 

(vgl. dazu den Kurzbericht des Forensischen Instituts Zürich [HD 15/1 S. 2]). Die-

sem Umstand kommt vorliegend allerdings keine weitere Bedeutung zu, da der 

Beschuldigte bei der gegebenen Beweislage weder aus dem Vorhandensein noch 

aus dem Fehlen einer DNA-Spur auf der Jackenausseite etwas zu seinen Guns-

ten ableiten könnte. Der Einwand der Verteidigung erweist sich somit als unbe-

helflich. 

 bb) Die Verteidigung bezweifelt den Wahrheitsgehalt der Aussagen des Ge-

schädigten. Sie wandte ein, wenn sich der Geschädigte – wie er ausführte – um-

gedreht und die Pistole gesehen habe, so sei nicht glaubhaft, dass er – wie er 

ebenfalls angab – das Gesicht des Täters nicht gesehen habe (Urk. 66 S. 2, unter 

Hinweis auf HD 10/1 S. 4 und 6). Daraus, dass der Geschädigte die Pistole er-

kennen konnte, nachdem er sich umgedreht hatte, folgt entgegen der Verteidi-

gung allerdings nicht, dass er gleichzeitig auch das Gesicht des Täters erkennen 

musste. Hält man sich nämlich vor Augen, dass der Täter unmittelbar hinter dem 

Opfer stand, so konnte dieses, nachdem es sich umgedreht hatte, aufgrund der 

geringen räumlichen Distanz zwischen ihm und dem Täter nicht gleichzeitig die 

Pistole, welche der Täter (auf der Höhe des Rückens des Opfers) in der rechten 

Hand hielt, und das Gesicht des Täters sehen. Demnach erweist sich die Sach-

darstellung des Geschädigten als nachvollziehbar und glaubhaft. Auch dieser 

Einwand der Verteidigung verfängt mithin nicht. 

 cc) Was den (nicht substantiierten) Einwand der Verteidigung betrifft, die Tä-

terschaft einer mit dem Beschuldigten (bluts-)verwandten Person könne nicht 

ausgeschlossen werden (Urk. 66 S. 4), ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

während der ganzen Untersuchung derlei nie geltend machte, weshalb dieses 

Vorbringen als nachgeschoben und deshalb unglaubhaft erscheint. 

- 19 - 

 g) Damit ist die Täterschaft des Beschuldigten mit hinreichender Gewissheit 

erstellt. 

 h) Lediglich ergänzend bleibt zu erwähnen, dass der Beschuldigte auf die 

Frage, ob er diesen Raub begangen habe, dies nicht nur verneinte, sondern so-

gleich zurückfragte, weshalb er so etwas hätte tun und etwas hätte riskieren sol-

len, wenn er doch einen vollen Lohn gehabt habe und davon zuhause nichts habe 

abgeben müssen (HD 5/2 S. 4). Ein solches Aussageverhalten ist als Hinweis auf 

die Unwahrheit der gemachten Aussagen zu werten. 

 3. Die rechtliche Würdigung der beiden vorstehend abgehandelten Sachver-

halte als Raub ist zutreffend und im Übrigen als solche auch nicht bestritten. Der 

Beschuldigte ist somit des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 

IV. 

 1. a) Die gesetzliche Strafandrohung für den einfachen Raub im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 1 StGB lautet auf Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe 

nicht unter 180 Tagessätzen. Der Beschuldigte hat diesen Tatbestand zwar 

zweimal erfüllt. Besondere Umstände, die eine Überschreitung des gesetzlichen 

Strafrahmens in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB (2. Satz) erfordern würden, 

liegen nicht vor. Die Strafe ist somit innerhalb dieses Rahmens (BGE 136 IV 63) 

nach dem Verschulden des Täters und unter Mitberücksichtigung seines Vorle-

bens, seiner persönlichen Verhältnisse sowie der Wirkung der Strafe auf sein Le-

ben zuzumessen (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere 

der Verletzung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Han-

delns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie 

weit er nach den gesamten Umständen in der Lage war, rechtskonform zu han-

deln (Art. 47 Abs. 2 StGB). 

 b) Da der Beschuldigte zwei Raubtaten begangen hat, ist zunächst für die 

schwerwiegendere davon eine Strafe zuzumessen. Diese ist sodann wegen des 

- 20 - 

zweiten Delikts angemessen zu erhöhen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 116 IV 303). 

Es bestehen keine Strafmilderungsgründe. 

 2. a) Der Raubüberfall vom 20. März 2011 erscheint im Vergleich zu demje-

nigen vom 7. Mai 2011 als gravierender, weil der Beschuldigte diesen zusammen 

mit anderen Tätern beging, dabei dem Geschädigten C._____ eine Flasche über 

den Kopf schlug und ihn erheblich verletzte. Dem Beschuldigten kann zugute ge-

halten werden, dass der Tatentschluss wohl spontan gefasst wurde und er insbe-

sondere die Wodkaflasche kaum zur Begehung eines solchen Delikts mitführte. 

Auch war die Beute – wie regelmässig bei solchen Überfällen – bescheiden. Ver-

schuldenserhöhend wirken sich indessen die hemmungslose Gewaltanwendung 

mit einem gefährlichen Gegenstand als Tatwerkzeug und das gemeinschaftliche 

Vorgehen unter Ausnützung der Überzahl der Tätergruppe aus. Zudem trat der 

Beschuldigte als erster aus seiner Gruppe auf die Geschädigten zu, verlangte die 

Jacke des Geschädigten C._____ und versetzte diesem sogleich auch einen 

Schlag ins Gesicht. Insgesamt ist bezüglich dieser Tat von einem keinesfalls mehr 

leichten Verschulden auszugehen und erscheint dafür eine Einsatzstrafe von 18 

Monaten als angemessen. 

 b) Beim zweiten, am 7. Mai 2011 begangenen Raub trat der Beschuldigte 

von hinten an sein Opfer heran und hielt ihm einen harten Gegenstand gegen den 

Rücken. Auch wenn es sich dabei nicht wirklich um eine Pistole handelte, sollte 

der Geschädigte jedenfalls den Eindruck bekommen, mit einer solchen bedroht zu 

werden. Der Beschuldigte drohte dem Geschädigten für den Fall, dass er nicht 

sofort sein Portemonnaie hergebe, auch verbal mit dem Tode. Er wendete aber 

keine physische Gewalt an. Er erbeutete mit ca. Fr. 1'800.– wohl mehr Geld, als 

er sich vorgestellt hatte. Im Rahmen des Raubtatbestandes wiegt diese Tat noch 

eher leicht und wäre für sich allein mit etwa zehn Monaten Freiheitsstrafe zu ahn-

den. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ergibt sich für beide Delikte 

zusammen eine Strafe von 26 Monaten. 

 3. a) A._____ wurde 1991 in Zürich geboren. Er ist … Staatsangehöriger 

[von N._____, Staat in Südosteuropa] und besitzt in der Schweiz die Niederlas-

sungsbewilligung C. Der Beschuldigte wuchs zusammen mit zwei jüngeren Brü-

- 21 - 

dern bei den Eltern auf. Nach der Volksschule, welche er mit der "Sek-B" beende-

te, begann er eine kaufmännische Lehre, die er dann aber abbrach. Danach ar-

beitete der Beschuldigte zwei Jahre als Sanitär-Hilfsarbeiter auf dem Bau. Im 

Sommer 2012 wurde er arbeitslos und fand in der Folge nur noch temporär Arbeit. 

Zeitweise half er auch in der Autowerkstatt seines Vaters mit. Aktuell arbeitet er 

temporär als Metallbauer, wobei er monatlich ca. Fr. 4'000.– verdient. Er äusserte 

einmal die Absicht, in N._____ zum Militärdienst einzurücken, kam dann aber 

wieder davon ab. Der Beschuldigte ist ledig und frei von Unterstützungspflichten. 

Er hat kein nennenswertes Vermögen, aber auch keine Schulden. Ein Auto besitzt 

er nicht (HD 24/2-3, HD 24/7, Urk. 36 S. 1-4, Prot. II S. 6 ff.). Aus dieser Biogra-

phie ergeben sich keine straferhöhend oder strafmindernd zu gewichtenden Mo-

mente. 

 b) Im Strafregister ist der Beschuldigte mit einer Verurteilung verzeichnet. 

Die Jugendanwaltschaft Zürich bestrafte ihn am 26. April 2010 wegen einfacher 

Körperverletzung und Tätlichkeiten mit 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit ohne 

Vollzugsaufschub (HD 24/8). Diese hat der Beschuldigte zwischenzeitlich geleis-

tet (Urk. 36 S. 4). 

 4. a) Bei der eingetragenen Vorstrafe handelt es sich um eine Verurteilung 

wegen einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten nach Jugendstrafrecht. Diese 

erweist sich entgegen der Auffassung der Verteidigung (Prot. II S. 16) als ein-

schlägig, da der Beschuldigte bei der Begehung des Raubes vom 20. März 2011 

gegenüber C._____ als Nötigungsmittel körperliche Gewalt ausübte. Die Vorstrafe 

wirkt sich dennoch nur leicht straferhöhend aus. 

 b) Strafminderungsgründe sind nicht auszumachen. 

 5. Unter Berücksichtigung der Vorstrafe erweist sich eine Freiheitsstrafe von 

28 Monaten als angemessene Sanktion. Der Beschuldigte befand sich vom 

24. August 2011, 06.30 Uhr bis zum 13. September 2011, 09.45 Uhr (HD 23/3 

und 23/14: 20 Tage) sowie vom 5. November 2011, 01.25 Uhr bis zum 6. Novem-

ber 2011, 11.30 Uhr (HD 23/15 und 23/22: 2 Tage) in Haft. Auf die heute ausge-

- 22 - 

fällte Strafe sind somit 22 Tage bereits erstandene Haft anzurechnen (Art. 51 

StGB). 

 

V. 

 a) Der Vollzug einer Strafe von 28 Monaten Dauer kann nicht gänzlich, wohl 

aber teilweise, nämlich im Umfang von mindestens 14 bis höchstens 22 Monaten, 

aufgeschoben werden (Art. 42 Abs. 1, Art. 43 Abs. 1-3 StGB). Auch der teilbe-

dingte Strafvollzug ist nur zu gewähren, wenn dem Täter bezüglich der Bewäh-

rungsaussichten keine schlechte Prognose gestellt werden muss (BGE 134 IV 

14). Der Beschuldigte weist zwar eine nicht sehr lange zurückliegende Vorstrafe 

von 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit wegen Körperverletzung auf (HD 24/8). Es 

kann aber davon ausgegangen werden, dass ihn die nun ausgefällte, wesentlich 

schwerere Sanktion, von der er zudem einen Teil verbüssen muss, von der Bege-

hung weiterer Straftaten abhalten wird. Der teilbedingte Strafvollzug kann ihm 

somit gewährt werden. Verbleibenden Bedenken, die sich auch aus der bislang 

mangelhaften Integration des Beschuldigten ins Erwerbsleben ergeben, kann mit 

der Festsetzung der Probezeit auf drei Jahre Rechnung getragen werden. 

 b) Für die Zumessung des zu vollziehenden Strafteils sind einerseits das 

Verschulden des Täters und anderseits die Wahrscheinlichkeit seiner künftigen 

Bewährung massgebend (Schneider/Garré, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 3. A., Basel 2013, N 17 zu Art. 43 StGB mit Hinweisen 

auf die Rechtsprechung). Vorliegend ist von einem insgesamt schon recht erheb-

lichen Verschulden, aber auch von einer nur leicht getrübten Legalprognose aus-

zugehen. Unter diesen Umständen ist der Vollzug von zehn Monaten Freiheits-

strafe angemessen. 

 

 

 

- 23 - 

VI. 

 a) Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer überzeugenden Begrün-

dung, der zuzustimmen ist (Urk. 53 S. 32-34), zur Bezahlung von Fr. 1'500.– Ge-

nugtuung an den Privatkläger B._____ und zur Leistung von Fr. 2'150.– Scha-

denersatz an dessen Versicherer verpflichtet (dies nebst Schadenszins zu 5 % 

seit 7. Mai 2011). Dabei muss es bleiben, nachdem der Beschuldigte hinsichtlich 

des Raubs zum Nachteil von B._____ auch heute schuldig gesprochen wird und 

die Höhe der Genugtuung und des Schadenersatzes unangefochten blieb. 

 b) Die Zivilansprüche der Privatkläger C._____, E._____ und D._____ wur-

den von der Vorinstanz zufolge Freispruchs abgewiesen (Urk. 53 S. 32). Weil die 

Privatkläger gegen diesen Entscheid nicht appelliert haben, ist es nicht möglich, 

darauf zurückzukommen, obwohl der Beschuldigte heute auch bezüglich des 

Raubüberfalls vom 20. März 2011 verurteilt wird. 

 

VII. 

 Der Beschuldigte wird vorliegend wegen vorsätzlich begangener Verbrechen 

zu einer Freiheitsstrafe von deutlich mehr als einem Jahr verurteilt. Der Entscheid 

der Vorinstanz, die Löschungsfrist für das DNA-Profil des Beschuldigten ab dem 

Zeitpunkt der Rechtskraft dieser Verurteilung neu beginnen zu lassen, ist somit 

ohne weiteres zu bestätigen. 

 

VIII. 

 Ausgangsgemäss gehen die gesamten Kosten der Untersuchung und des 

gerichtlichen Verfahrens beider Instanzen zu Lasten des Beschuldigten (Art.426 

Abs. 1 und 428 Abs. 1 StPO). Davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers B._____, 

welche auf die Gerichtskasse zu nehmen sind; die erstgenannten unter dem Vor-

behalt der Rückzahlungspflicht (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

- 24 - 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 2. Juli 2013 bezüglich des Schuldspruchs wegen Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes (in Ziff. 1), der dafür ausgefällten Busse (in Ziff. 3) 

bzw. Ersatzfreiheitsstrafe (Ziff. 5) und der Abweisung der Zivilforderungen 

der Geschädigten C._____, E._____ und D._____ (Ziff. 6) in Rechtskraft er-

wachsen ist. 

2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat ihre selbständige Berufung zurückgezogen hat. 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist ferner schuldig des mehrfachen Raubes im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird dafür bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

22 Tage durch Polizei- und Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. Der Rest der Strafe (10 

Monate, abzüglich 22 Tage bereits erstandene Haft) wird vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'500.– zu-

züglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbe-

trag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 25 - 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der F._____-Gesellschaft Fr. 2'150.– zu-

züglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 zu bezahlen. 

6. Die Löschungsfrist für das bereits erstellte DNA-Profil des Beschuldigten 

beginnt mit der Rechtskraft des vorliegenden Urteils neu zu laufen. 

7. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 10) wird bestätigt. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 
Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'627.60   amtliche Verteidigung 

Fr.     unentgeltliche Vertretung Privatkläger B._____  

   

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider In-

stanzen werden mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und 

der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers B._____ dem Beschuldig-

ten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Ge-

richtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. Die 

Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers B._____ werden auf 

die Gerichtskasse genommen. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den Beschuldigten bzw. seine Verteidigerin 
− die Staatsanwalt Zürich-Limmat 
− den Privatkläger C._____ 
− den Privatkläger E._____ 
− den Privatkläger D._____ 
− den Privatkläger B._____ bzw. seinen Vertreter 
− die F._____ Gesellschaft, O._____, Schaden Nr. … 

 sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− den Beschuldigten bzw. seine Verteidigerin 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− den Privatkläger C._____ 

- 26 - 

− den Privatkläger E._____ 
− den Privatkläger D._____ 
− den Privatkläger B._____ bzw. seinen Vertreter 
− die F._____ Gesellschaft, O._____, Schaden Nr. … 

 und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− die KOST Zürich (im Dispositivauszug gemäss Ziff. 6) 
− die Koordinationsstelle Zürich mit Formular A. 

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 27 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 11. März 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Burger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. Bruggmann 
 

 

	Urteil vom 11. März 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des Raubs zum Nachteil von B._____ im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB,
	 der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Vom Vorwurf des Raubs zum Nachteil von C._____, D._____ und E._____ wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 23 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 100.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.
	6. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger C._____, E._____ und D._____ werden abgewiesen.
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der F._____ Gesellschaft [Versicherung] Fr. 2'150.– zuzüglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 zu bezahlen.
	9. Die Löschungsfrist für das bereits erstellte DNA-Profil des Beschuldigten beginnt mit Rechtskraft des vorliegenden Urteils neu zu laufen.
	10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu 1/2 auf die Gerichtskasse genommen und zu 1/2 dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu 1/2 definitiv und zu 1/2 einstweilen auf die Gerichts...
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 2. Juli 2013 bezüglich des Schuldspruchs wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (in Ziff. 1), der dafür ausgefällten Busse (in Ziff. 3) bzw. Ersatzfreiheits...
	2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ihre selbständige Berufung zurückgezogen hat.
	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist ferner schuldig des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird dafür bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 22 Tage durch Polizei- und Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. Der Rest der Strafe (10 Monate, abzüglich 22 Tage bereits erstandene Haft) wird vollzogen.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der F._____-Gesellschaft Fr. 2'150.– zuzüglich 5 % Zins ab 7. Mai 2011 zu bezahlen.
	6. Die Löschungsfrist für das bereits erstellte DNA-Profil des Beschuldigten beginnt mit der Rechtskraft des vorliegenden Urteils neu zu laufen.
	7. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 10) wird bestätigt.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider Instanzen werden mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers B._____ dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlich...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 den Beschuldigten bzw. seine Verteidigerin
	 die Staatsanwalt Zürich-Limmat
	 den Privatkläger C._____
	 den Privatkläger E._____
	 den Privatkläger D._____
	 den Privatkläger B._____ bzw. seinen Vertreter
	 die F._____ Gesellschaft, O._____, Schaden Nr. …
	 den Beschuldigten bzw. seine Verteidigerin
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 den Privatkläger C._____
	 den Privatkläger E._____
	 den Privatkläger D._____
	 den Privatkläger B._____ bzw. seinen Vertreter
	 die F._____ Gesellschaft, O._____, Schaden Nr. …
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die KOST Zürich (im Dispositivauszug gemäss Ziff. 6)
	 die Koordinationsstelle Zürich mit Formular A.

	11. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.