# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2232172-9b05-558b-bd67-4dda7d788542
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-12
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 12.01.2021 OG.2020.00056 (OGS.2021.119)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2020-00056_2021-01-12.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 12. Januar 2021

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2020.00056/57/58

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. Staats- und Jugendanwaltschaft des
  Kantons Glarus

  
	
   

  
	
  2. C.______

  
	
   

  
	
  3. D.______

  
	
   

  
	
  4. E.______

  
	
  Beschwerdegegner

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Nichtanhandnahme
  einer Strafuntersuchung

  
	
   

  
	
  Anträge
  des Beschwerdeführers (gemäss Eingaben vom 7. Oktober 2020
  [act. 1] und vom 20. Oktober 2020 [act. 6 S. 1]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es seien die
    Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft Glarus je vom
    6. Oktober 2020 in den Verfahren SA.2020.00623 [Beschuldigter
    C.______], SA.2020.00624 [Beschuldigter D.______] und SA.2020.00625
    [Beschuldigte E.______] aufzuheben, und es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen,
    eine Strafuntersuchung zu eröffnen mit allen ordentlichen Untersu­chungshandlungen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen.

    

  

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Am 14. Juli 2020
  erstattete A.______ (nachfolgend Beschwerdeführer) bei der hiesigen Staatsan­waltschaft
  schriftlich Strafanzeige/Strafantrag einerseits gegen C.______ wegen
  Verleumdung/Ehrverletzung und Nötigung sowie andererseits gegen D.______ und
  E.______ wegen Begünstigung sowie Beihilfe zu Nötigung (act. 7/2).

  
	
   

  
	
  Soweit sich die eben besagte
  Strafanzeige inhaltlich überhaupt erfassen und zu­sammenfassen lässt, ergibt
  sich daraus in etwa Folgendes (act. 7/2 S. 2): Der Vater des
  Beschwerdeführers ist seit den 80er-Jahren Eigentümer einer Wohnung im Wohnblock
  an der […]-strasse in […], wobei er allerdings seit 20 Jah­ren nicht mehr
  dort wohnt und die Wohnung vermietet ist. In einer anderen Woh­nung auf dem
  gleichen Stockwerk lebt C.______. Der Beschwerdeführer schreibt, sein Vater
  habe mit der Wohnung im [...] nichts mehr zu tun haben wollen und habe daher
  ihm die Verwaltung übertragen. Als die Mieterin der Woh­nung die Absicht
  geäussert habe, ins Altersheim umzuziehen, habe er mit deren Tochter und
  Schwiegersohn, E.______ und D.______, auf den 11. Juli 2020 einen
  Besichtigungstermin vor Ort vereinbart, um die Abgabe der Wohnung grob zu pla­nen.
  Sein Vater habe auf demselben Stockwerk wie die Wohnung einen separaten
  Abstellraum erworben. Als er anlässlich des Besichtigungstermins diesen Raum
  inspiziert habe, sei dieser voll mit Hundeartikeln gewesen. E.______ und
  D.______ hätten dazu geäussert, diese Sachen würden dem Nachbarn C.______
  gehö­ren. Nachdem sie diesen herbeigerufen hätten, habe dieser gemeint, der
  Abstell­raum gehöre allen vier Parteien auf dieser Etage. Der
  Beschwerdeführer will hierauf von C.______ "schriftliche Beweise"
  verlangt haben. Darauf habe C.______ entgegnet, er kenne ihn (den
  Beschwerdeführer) und auch seinen Vater; er (der Beschwerdeführer) sei schon
  einmal da gewesen [wie der Beschwerdeführer selber erwähnt, wohnte er vor
  23 Jahren für ein paar Monate dort], er habe es aber nicht ausgehalten,
  sei immer zur Mutter gerannt, die ihn verzogen habe; beim Vater jedenfalls
  sei er nie durchgekommen, weswegen er auch die Wohnung nicht erhal­ten habe.
  Den Rest von C.______s Äusserungen habe er (der Beschwerdefüh­rer) dann nicht
  mehr gehört, jedoch habe er C.______ verboten, so über ihn zu reden; dieser
  habe dann fortwährend gelallt, er kenne seinen Vater. Als er (der
  Beschwerdeführer) spä­ter C.______ draussen noch einmal getroffen habe, habe
  er (der Beschwerde­führer) ihm gesagt, dass er (der Beschwerdeführer), falls
  er die Wohnung überneh­me, seinen Frieden haben wolle, andernfalls er
  (C.______) Ärger bekäme; doch C.______ habe nicht mal wiederholen können, was
  er (der Beschwerde­führer) ihm aufgetragen habe, sondern nur fortwährend
  gelallt, er kenne seinen Vater.

  
	
  Am 13. Juli 2020 habe er
  (der Beschwerdeführer) die Eheleute D.______ und E.______ aufgefordert, ihm
  "im Detail wiederzugeben", was C.______ über ihn geläs­tert habe;
  das Ehepaar habe sich jedoch geweigert (act. 7/2 S. 2 unten und
  S. 3 oben).

  
	
   

  
	
  Im weiteren Text seiner
  Strafanzeige (act. 7/2 S. 3) trägt der Beschwerdeführer an, es sei
  zu prüfen, ob C.______ überhaupt schuldfähig sei; anschliessend nimmt er
  selber eine inhaltliche Würdigung und rechtliche Einordnung der zur Anzeige
  gebrachten Äusserungen und Verhaltensweisen vor. Allerdings sind diese Ausfüh­rungen
  über weite Strecken verworren und ist deren damit gemeinter Sinn schwer­lich
  auszumachen. Der Beschwerdeführer scheint auf dem Standpunkt zu stehen, eine
  Verleumdung liege namentlich vor, wenn C.______ sage, sein (des
  Beschwerdeführers) Vater habe das gesagt. Sein Vater sei nämlich schon seit 20 Jahren nicht mehr in dieser Wohnung gewesen und wolle
  mit den Leuten dort kei­nen Kontakt mehr; es sei daher ein schlechter Scherz,
  wenn C.______ mei­ne, er kenne den Vater gut. Der Vorwurf, er (der
  Beschwerdeführer) sei nie eigen­ständig gewesen und sei immer zur Mutter
  gerannt, verleumde ebenso die verstor­bene Mutter, dass diese ihn
  "verzogen" und nicht richtig erzogen habe. Lachhaft sei ferner der
  Vorwurf, er habe die Wohnung nicht erhalten, weil er vom Vater bestraft
  worden sei. Die Vorwürfe bezweckten indes immer dasselbe: Man dringe damit in
  seine Intimsphäre ein, verändere einen Sachverhalt ins Negative und stelle
  ihn dar, als wäre es die Wahrheit. Die Verleumdung geschehe dabei nicht nur
  gegenüber der Allgemeinheit, sondern werde zielgenau auf einen
  Vertragspartner gerichtet, damit dieser dann ihn (den Beschwerdeführer) in
  irgendeiner Form die Folgen der Verleumdung spüren lasse. So glaube das
  Ehepaar D./E.______ mittlerweile C.______ mehr als ihm. Dadurch werde die
  Verleumdung zur Nötigung, indem C.______ ihn indirekt nötige, die
  Wohnungsabgabe anders machen zu müssen, "weil aus der Verleumdung durch
  die BeP [C.______] der K [Beschwerdeführer] offenbar immer nur alles schlecht
  machen will und die anderen nur schlecht behan­deln will". Diese
  Nötigung führe weiter dazu, dass das Ehepaar D./E.______ durch C.______ gegen
  ihn (den Beschwerdeführer) aufgehetzt werde, "bei der Wohnungs­abgabe
  oder dem restlichen Vertragskontakt Steine in den Weg zu legen".

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Eingabe vom 15.
  Juli 2020 (act. 7/3) wandte sich der Beschwerdeführer erneut an die
  Staatsanwaltschaft und teilte mit, die Verleumdung habe ihre Wirkung bereits
  entfaltet. Er (der Beschwerdeführer) habe nämlich vormittags von seinem Vater
  am Telefon erfahren, dass er von den Eheleuten D./E.______ kontaktiert worden
  sei und sie sich über ihn (den Beschwerdeführer) beschwert hätten, indem sie
  genau das als Vorwurf ausgebreitet hätten, was C.______ ihnen über ihn (den
  Beschwerdeführer) "als ehrenrührige Tatsache hingestellt" habe.
  Dadurch sei sein Vater "durch seine noch-Mieter (resp. der Tochter
  seiner Mieterin) also dazu gedrängt [worden], den
  Liegenschaftsverwaltungsauftrag an seinen Sohn zurückzu­ziehen und die
  Wohnung zu verkaufen, um weiteren Repressalien auszuweichen". Bei alldem
  sei daher abzuklären, "ob das nicht den Tatbestand der Erpressung dar­stellt,
  denn der Wohnungsverkauf wird nicht regulär ablaufen können. Man könnte
  formulieren, der Vater des K [Beschwerdeführer] muss ein Lösegeld
  bezahlen."

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Je mit Verfügung vom
  6. Oktober 2020 entschied die Staatsanwaltschaft, dass weder gegen C.______
  noch gegen D.______ noch gegen dessen Ehefrau E.______ eine Strafuntersu­chung
  eingeleitet werde (act. 2-4).

  
	
   

  
	
  2.2 Mit einem kurz
  gefassten Schreiben vom 7. Oktober 2020 erhob der Beschwer­deführer
  gegen die drei Nichtan­hand­nahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft beim
  Obergericht Beschwerde (act. 1). Am 20. Oktober 2020 reichte er
  innert gewährter Nachfrist (siehe dazu act. 5) eine ergänzende Eingabe
  nach (act. 6) und beantragt darin die Aufhebung der angefochtenen Verfügungen
  und Eröffnung einer Strafun­tersuchung.

  
	
   

  
	
  2.3 In der Sache sind
  keine Stellungnahmen eingeholt und auch keine Vorakten der Staats­anwaltschaft
  beigezogen worden.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Vorliegend angefochten sind drei
  Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwalt­schaft (act. 2-4); insofern
  handelt es sich um drei Beschwerdeverfahren. Der Streit­gegenstand der
  Verfahren ist im Kern identisch bzw. es überschneiden sich mass­gebende
  Aspekte, weshalb die drei Verfahren zu vereinen und gemeinsam zu behandeln
  sind (analog Art. 30 StPO).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Obergericht ist
  als Rechtsmittelinstanz zuständig zur Behandlung von Beschwerden in
  Strafsachen (Art. 16 Abs. 1 lit. a GOG).

  
	
   

  
	
  1.2 Gegen eine
  Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft kann Beschwerde erhoben werden
  und ist der Beschwerdeführer dazu legitimiert, inso­weit ihm die Stellung
  eines Privatklägers zukommt (Art. 310 Abs. 2 SPO in Verbin­dung mit
  Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 118 Abs. 1 und
  Abs. 2 StPO; BSK-Omlin,
  N 26 ff. zu Art. 310 StPO sowie Guidon, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer
  Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, S. 49 f.
  N 110).

  
	
   

  
	
  1.3 Die angefochtenen
  Nichtanhandnahmeverfügungen datieren vom 6. Oktober 2020; die
  Beschwerdeerhebung erfolgte bereits am 7. Oktober 2020 und somit gleich zu
  Beginn der zehntägigen Anfechtungsfrist (Art. 310 Abs. 2 StPO in
  Verbin­dung mit Art. 322 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 309
  Abs. 1 lit. a StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Strafun­tersuchung,
  wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der
  Strafanzeige oder aus eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht
  ergibt. Hingegen verfügt sie die Nichtanhandnahme einer Strafuntersuchung,
  namentlich wenn auf Grund der Strafanzeige feststeht, dass die fraglichen
  Straftatbestände eindeutig nicht erfüllt sind, mithin überhaupt kein
  Tatverdacht besteht (Art. 310 lit. a StPO).

  
	
   

  
	
  2.2 Vorliegend verfügte
  die Staatsanwaltschaft in allen drei Fällen gestützt auf die soeben zitierte
  Bestimmung von Art. 310 lit. a StPO die Nichtanhandnahme einer
  Strafuntersuchung.

  
	
   

  
	
  2.2.1 In der
  Nichtanhandnahmeverfügung betreffend C.______ hielt die Staats­anwaltschaft
  ausgehend von der oben dargelegten Strafanzeige des Beschwerde­führers fest
  (act. 2 S. 2), dem Beschuldigten C.______ werde sinngemäss vor­geworfen,
  er habe sich am 11. Juli 2020 an der […]-strasse in […] in Anwesenheit
  des Beschwerdeführers sowie von D.______ und E.______ dahinge­hend geäussert,
  dass er den Beschwerdeführer und dessen Vater kenne, der Beschwerdeführer
  "schon einmal da gewesen sei, es nicht ausgehalten habe und immer zur
  Mutter gerannt sei"; diese habe den Beschwerdeführer
  "verzogen"; der Beschwerdeführer sei beim Vater nie durchgekommen
  und habe daher auch die Wohnung nicht erhalten.

  
	
   

  
	
  In Würdigung dieses Anzeigesachverhalts
  erwog die Staatsanwaltschaft, es sei nicht ersichtlich, inwiefern C.______
  sich der Verleumdung und Nötigung straf­bar gemacht haben solle; auch
  bestünden keine Anhaltspunkte, welche weitere Abklärungen erforderlich machen
  würden. Aus diesem Grund seien die zur Anzeige gebrachten Tatbestände
  eindeutig nicht erfüllt und sei kein strafrechtlich relevantes Verhalten zu
  ersehen; zudem bestehe kein Tatverdacht hinsichtlich anderer Tatbe­stände.

  
	
   

  
	
  2.2.2 In der Angelegenheit
  von D.______ und E.______ fasste die Staatsanwaltschaft die Anzeige
  dahingehend zusammen (act. 3 und act. 4 je S. 2), dass ihnen sinnge­mäss
  vorgeworfen werde, sie hätten sich geweigert, "das im Detail
  wiederzugeben, was C.______ über A.______ gelästert habe".

  
	
   

  
	
  Hierzu erkannte die
  Staatsanwaltschaft, es sei nicht ersichtlich, inwiefern D.______ und E.______
  sich der Begünstigung strafbar gemacht hätten; Anhaltspunkte für zu­sätzliche
  Abklärungen lägen keine vor. Daraus ergebe sich, dass die vom
  Beschwerdeführer zur Anzeige gebrachten Tatbestände nicht erfüllt seien, wie
  denn auch sonst kein strafbares Verhalten erkennbar sei.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Mit Beschwerde können in Bezug
  auf den angefochtenen Ent­scheid Rechtsverlet­zungen und eine unvollständige
  oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts so­wie Unangemessenheit gerügt
  werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  3.1 Vorweg ist
  festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seiner weitschweifigen Beschwerde
  (act. 6) nicht geltend macht, die Staatsanwaltschaft habe die von ihm
  zur Anzeige gebrachten Begebenheiten nicht korrekt verstan­den und erfasst.
  Es ist daher anhand der von der Staatsanwaltschaft beschriebenen
  Anzeigesachverhalte (vorstehend E. 2.2.1 und E. 2.2.2) zu prüfen,
  ob die Staatsan­waltschaft im Lichte von Art. 310 Abs. 1 lit. a
  StPO zu Recht davon ausging, es läge kein Tatverdacht für strafbare
  Handlungen vor und sei daher keine Strafuntersu­chung durchzuführen.

  
	
   

  
	
  3.2 Soweit die weitgehend
  abstrusen Ausführungen in der Beschwerde überhaupt einer intellektuellen
  Erfassung zugänglich sind, scheint der Beschwerdeführer gel­tend machen zu
  wollen, die von C.______ gemachten inkriminierten Äusserun­gen seien
  ehrverletzend. Zudem ergebe sich daraus, dass die Eheleute D./E.______ sich
  nach der Begegnung mit C.______ gegenüber ihm (dem Beschwerdeführer) "um
  180°" anders verhalten hätten, dass C.______ ihnen noch mehr Unan­ständigkeiten
  über ihn (den Beschwerdeführer) gesagt habe; die Staatsanwaltschaft hätte
  daher eine Untersuchung vornehmen müssen (act. 6 S. 3
  Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  Darin kann dem Beschwerdeführer
  nicht gefolgt werden. Der strafrechtliche Schutz der Ehre (Art. 173 ff.
  StGB) beschränkt sich auf den menschlich-sittlichen Bereich, nämlich auf den
  Ruf und das Gefühl des Betroffenen, ein ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so
  zu benehmen, wie nach allgemeinen Anschauungen ein charakterlich anständiger
  Mensch sich zu verhalten pflegt. Unter der vom Strafrecht geschützten Ehre
  wird allgemein ein Recht auf Achtung verstanden, das durch jede Äusserung
  verletzt wird, die geeignet ist, die betroffene Person als Mensch verächtlich
  zu machen (Urteil BGer 6B_683/2016 vom 14. März 2017 E. 1.3 mit
  Hinweisen; OFK/StGB-Donatsch,
  StGB 173 N 2). Die hier inkriminierten Aussagen, welche C.______ über
  den Beschwerdeführer gemacht haben soll (oben E. II. 2.2.1), haben
  allesamt keine ehrverletzende Wirkung im eben dargelegten Sinne. Freilich
  sind die betreffenden Aussagen unbeschwert von Freundlichkeit, haben aber
  gewiss kein kriminales Potential. Demnach hat die Staatsanwaltschaft zu Recht
  von der Einleitung einer Strafuntersuchung gegen C.______ abgesehen.

  
	
   

  
	
  Kommt noch Folgendes hinzu:
  C.______ ist 80-jährig […]. Der Beschwerdeführer schreibt selber in seiner
  Strafanzeige, der Beschuldigte habe damals fortwährend nur gelallt, "er
  kenne den Vater des K [Beschwerdeführer]" (siehe act. 7/2 S. 2
  unten). Ganz offensichtlich machte der Beschuldigte damals auf den
  Beschwerdeführer einen nachgerade verwirrten Eindruck, beantragte nämlich der
  Beschwerdeführer in seiner Strafanzeige, es sei zu prüfen, ob der Beschuldigte
  "bezüglich den vorgeworfenen Taten überhaupt schuldfähig ist"
  (siehe act. 7/2 S. 3 oben). Gerade aber weil aus Sicht des
  Beschwerdeführers der Beschuldigte offen­bar erkennbar altersverwirrt zu sein
  scheint, haben Aussagen von einer solchen Person kaum noch Wirkungskraft und
  können infolgedessen auch nicht ehrverlet­zend sein. Vor diesem Hintergrund
  gegen einen betagten Beschuldigten eine Straf­untersuchung zu eröffnen, wäre
  schlicht nicht nachvollziehbar.

  
	
   

  
	
  Aus alldem folgt, dass die
  Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.

  
	
   

  
	
  3.3 In Hinsicht auf die
  beiden Nichtanhandnahmeverfügungen betreffend D.______ und E.______
  (act. 3 und act. 4) scheint der Beschwerdeführer in seiner
  Beschwerde vorbringen zu wollen, die Staatsanwaltschaft habe übersehen, dass
  zureichende Anhaltspunkte dafür vorlägen, wonach die beiden Beschuldigten
  eine Begünstigung sowie eine "Nötigung/Erpressung" begangen hätten
  (act. 6 S. 3 Ziff. 2 und S. 4 Ziff. 3). 

  
	
   

  
	
  Bevor die Argumentation des
  Beschwerdeführers näher dargelegt wird, ist an dieser Stelle ein kurzer
  Einschub erforderlich: Der Beschwerdeführer schrieb dem Ehepaar D./E.______
  mit E-Mail vom 12. Juli 2020: "Ich will wissen, was für Lügengeschichten
  er [C.______] Ihnen gegenüber über mich herausgelassen hat" (siehe act. 7/1
  S. 2 oben). Das Ehepaar D./E.______ antwortete am folgenden Tag
  ebenfalls per E-Mail: "Wir bedauern es, dass Sie sich offenbar durch
  Äusserungen von C.______ angegriffen oder verletzt fühlten. Das Gespräch mit
  C.______ führten wir aus­schliesslich zur Klärung der Verhältnisse bezüglich
  des Abstell­raumes. Wir möchten diesbezüglich keine Partei ergreifen und auch
  nichts werten. Uns ist es wichtig, dass zwischen Ihnen und uns weiterhin ein
  einvernehmliches Verhältnis herrscht und wir die Wohnungsübergabe für beide
  Seiten korrekt und rei­bungslos abwickeln können" (act. 7/1
  S. 1 Mitte).

  
	
   

  
	
  Offenkundig an diese
  E-Mail-Korrespondenz knüpft nun der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde an.
  Er macht unter dem Titel "Begünstigung" geltend (act. 6
  S. 3 Ziff. 2), das Ehepaar D./E.______ "habe ein höheres
  Interesse am Anstand" gehabt, als ihm (dem Beschwerdeführer) "die
  Wahrheit zu sagen, was als weiteres Indiz zu wer­ten ist, dass der Fam.
  D./E.______ bewusst war, dass C.______ sehr wahrscheinlich etwas gegen die
  Strafrechtsordnung getan hat. Denn letzteres, dass C.______ deswegen hätte
  bestraft werden sollen, wollte die Fam. D./E.______ dann auch wieder nicht.
  Deren Versuch nicht zu einer oder der anderen Partei explizit Zustimmung zu
  geben, wäre an enge Grenzen gebunden. Wenn sie gesagt hätten, sie wüssten
  nichts, könnte man der Fam. D./E.______ kein aktives Tun nachweisen. Indem
  sie aber gesagt haben, sie 'hätten die Gespräche zur Klärung der Verhältnis­se
  bezüglich des Abstellraums geführt', haben sie absichtlich das zu verbergen
  ver­sucht, was C.______ als Verleumdung zur Last gelegt werden könnte."
  Sodann erachtet der Beschwerdeführer es für "offensichtlich", dass
  das Ehepaar D./E.______ gegenüber sei­nem Vater eine
  "Nötigung/Erpressung" begangen habe (act. 6 S. 4 Ziff.
  3). Die hier­für vom Beschwerdeführer vorgebrachte Begründung ist indes
  derart verworren, dass es beim besten Willen nicht möglich ist, hier
  irgendwie nach­vollziehbar wieder­zugeben, was damit effektiv gedacht sein
  könnte.

  
	
   

  
	
  Insofern aber, als die
  Ausführungen in der Beschwerde inhaltlich überhaupt nicht nachvollziehbar
  sind, erweist sich die Beschwerde als nicht hinreichend begründet und ist
  darauf nicht einzutreten (Art. 385 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  Die Beschwerde ist zudem aus
  folgenden Überlegungen unbegründet: Selbst wenn D.______ und E.______ dem
  Beschwerdeführer etwas verschwiegen haben sollten, begingen sie dabei
  keineswegs eine Begünstigung im Sinne von Art. 305 StGB. Der
  Beschwerdeführer ist nicht eine Strafbehörde; wer daher ihm gegenüber etwas
  nicht preisgibt, entzieht dadurch nicht "jemanden der
  Strafverfolgung" (Art. 305 Abs. 1 StGB). Ganz abgesehen davon
  schützt der Tatbestand der Begünstigung gemäss Art. 305 StGB die
  Strafrechtspflege, mithin das staatliche Interesse am ungehinder­ten Gang des
  Verfahrens; Art. 305 StGB schützt nicht Individualinteres­sen, weshalb
  es auch keine geschädigte Person gibt (OFK/StGB-Isenring, StGB 305 N 1 und N 1a). Zur Erhebung
  einer Beschwerde, wie vorliegend gegen eine Nichtanhand­nahmeverfügung, ist
  nur legitimiert, wer ein rechtlich geschütztes Inte­resse an der Aufhebung
  oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Ein
  recht­lich geschütztes Interesse im Sinne dieser Bestimmung ist gege­ben,
  wenn der Rechtsmittelkläger durch den angefochtenen Urteilspunkt beschwert
  ist, er also selbst und unmittelbar in seinen Interessen tan­giert ist
  (Schmid/Jositsch,
  StPO-Praxiskommentar, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2018,
  Art. 382 N 2); eine blosse Reflexwirkung bzw. mittelbare
  Betroffenheit genügt demgegenüber nicht (siehe dazu BGE 143 IV 77 E. 4.5
  S. 84). Indem der Beschwerdeführer nicht selber Träger des Rechts­gutes
  ist, welches durch die Strafbestimmung von Art. 305 StGB geschützt ist,
  fehlt es ihm in Hinsicht darauf an einer Beschwerdelegitimation. Inso­weit
  ist daher auf seine Beschwerde nicht einzutreten.

  
	
   

  
	
  Nicht anders verhält es sich
  bezüglich der vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Tatbestände der
  Nötigung (Art. 181 StGB) und Erpressung (Art. 156 StGB). Zwar
  schützen die beiden Strafbestimmungen den individuellen Schutz der freien Wil­lensbildung
  und Willensbetätigung. Indes macht der Beschwerdeführer vorliegend nicht
  geltend, dass er erpresst oder genötigt worden wäre, sondern sein Vater.
  Demnach ist der Beschwerdeführer auch darin nicht selber beschwert und infolge­dessen
  zur Beschwerdeführung nicht legitimiert. 

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Aus alldem ergibt sich, dass die
  Staatsanwaltschaft in zutreffender Anwendung von Art. 310 StPO in allen
  drei Fällen (C.______ sowie D.______ und E.______) kei­ne Strafuntersuchung
  eröffnet hat, womit die Beschwerde abzu­weisen ist, soweit darauf überhaupt
  einzutreten ist. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens
  dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO); die
  Gerichtsgebühr ist dabei für die drei Verfahren auf insgesamt
  CHF 1'500.- festzusetzen (Art. 8 Abs. 2 lit. b der Zivil-
  und Strafprozess­kostenverordnung; GS III A/5).

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    In allen drei Fällen wird die
    Beschwerde abgewiesen, soweit darauf über­haupt einzutreten ist.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten für das
    Beschwerdeverfahren im Betrag von CHF 1'500.- werden dem Beschwerdeführer
    auferlegt und vom geleisteten Kostenvorschuss bezogen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]