# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 253d197f-a3a8-57d0-951c-e1ae943e33ef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-01-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.01.2021 F-1439/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1439-2019_2021-01-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1439/2019 

 

 
 

  U r t e i l  1 3 .  J a n u a r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton, Richterin Susanne Genner,    

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch B._______, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot. 

 

 

 

F-1439/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein am (…) 1999 geborener Staatsangehöriger 

aus Bosnien und Herzegowina – wurde am 28. Februar 2019 von der Ar-

beitsmarktkontrolle im C._______ in D._______ angehalten. Zu diesem 

Zeitpunkt trug er Arbeitskleidung und hatte einen Kessel mit Wasser sowie 

einen Wischlappen bei sich. Es wurde festgestellt, dass er auf der Bau-

stelle des C._______ als Hilfsarbeiter tätig war, ohne über eine entspre-

chende Arbeitsbewilligung zu verfügen (vgl. Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft des Kantons Bern, Region Berner Jura-Seeland, vom 30. Juli 2019 

in den Akten der Vorinstanz [unpaginiert]; Anzeigerapport der Kantonspoli-

zei Bern vom 28. März 2019 in den Akten des Migrationsdienstes des Kan-

tons Bern, S. 20 ff.; Einvernahmeprotokoll der Kantonspolizei Bern vom 

28. Februar 2019 in den Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1).  

 

Im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 28. Februar 2019 gab er 

im Wesentlichen an, er sei am 25. Februar 2019 mit dem Car via Kroatien, 

E._______ und F._______ in die Schweiz eingereist. Obschon er in Kroa-

tien eine Arbeitsstelle gehabt habe, sei er hierhergekommen, um zu helfen. 

Er wolle nur ein paar Tage bleiben. Sein Bruder, bei dem er wohne, habe 

ihn auf die Baustelle gefahren, wo er vielleicht eine knappe halbe Stunde 

Fugen gereinigt habe. Er habe für G._______ gearbeitet. Da dieser ein 

Kollege seines Bruders sei, habe er helfen wollen. Es sei ein freundschaft-

licher Dienst gewesen. Er sei nicht auf die Baustelle gegangen, um zu ar-

beiten und habe nichts verdient. Er sei nur zu seinem Bruder zu Besuch 

gekommen.  

 

Anlässlich der Einvernahme wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche 

Gehör zu einer Wegweisung aus der Schweiz (Art. 64 ff. AIG [SR 142.20]) 

sowie zu einem Einreiseverbot (Art. 67 ff. AIG) gewährt. Dabei erklärte er, 

Gesetze seien Gesetze. 

B.  

Mit Verfügung vom 1. März 2019 wurde der Beschwerdeführer vom Migra-

tionsdienst des Kantons Bern aus der Schweiz weggewiesen und aufge-

fordert, die Schweiz bis zum 3. März 2019 zu verlassen (vgl. Beilage zur 

Beschwerde in den Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1). 

C.  

Am 1. März 2019 verhängte die Vorinstanz über den Beschwerdeführer ein 

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ab 4. März 2019 bis 3. März 2021 gültiges Einreiseverbot, ordnete die Aus-

schreibung zur Einreiseverweigerung im Schengener Informationssystem 

(SIS II) an und entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung (vgl. 

Beschwerdebeilage [BVGer-act. 1]). 

D.  

Mit Eingabe vom 25. März 2019 erhob der Bruder des Beschwerdeführers, 

B._______, gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 1. März 2019 für den 

Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bat 

darum, das Einreiseverbot für die Schweiz und den Schengen-Raum zu 

überprüfen. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. März 2019 forderte die zuständige Instruk-

tionsrichterin den Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Säumnisfolge 

auf, bis zum 29. April 2019 einen Kostenvorschuss von Fr. 800.– einzuzah-

len. 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 14. Mai 2019 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Mit Replik vom 14. Juni 2019 liess der Beschwerdeführer darum bitten, 

mindestens das Einreiseverbot betreffend den Schengen-Raum aufzuhe-

ben und das Einreiseverbot hinsichtlich der Schweiz auf ein Jahr herabzu-

setzen. 

H.  

Mit Strafbefehl vom 30. Juli 2019 erklärte die Staatsanwaltschaft des Kan-

tons Bern, Region Berner Jura-Seeland, den Beschwerdeführer wegen des 

vorstehend erwähnten rechtswidrigen Aufenthalts und der Erwerbstätigkeit 

ohne Bewilligung schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 15 

Tagessätzen zu je Fr. 30.‒, aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit 

von zwei Jahren, und einer Verbindungsbusse von Fr. 300.‒. Dieser Straf-

befehl ist am 26. August 2019 unangefochten in Rechtskraft erwachsen 

(vgl. vom Bundesverwaltungsgericht bei der Staatsanwaltschaft des Kan-

tons Bern eingeholte Auskunft vom 4. Januar 2021). 

I.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Erwä-

gungen eingegangen. 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Über 

sie entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c 

Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

3.1 Landesrechtliche Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 

1. März 2019 bildet Art. 67 AIG. Die Absätze 1 und 2 der Bestimmung zäh-

len eine Reihe von Tatbeständen auf, welche ein Einreiseverbot nach sich 

ziehen oder nach sich ziehen können. 

3.2 Das SEM verfügt unter Vorbehalt von Absatz 5 Einreiseverbote gegen-

über weggewiesenen Ausländerinnen und Ausländern, wenn die Wegwei-

sung nach Art. 64d Abs. 2 Bst. a–c AIG sofort vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 

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Seite 5 

Bst. a AIG) oder die betroffene Person nicht innerhalb der angesetzten Frist 

ausgereist ist (Art. 67 Abs. 1 Bst. b AIG). Es kann sodann gestützt auf 

Art. 67 Abs. 2 Bst. a–c AIG Einreiseverbote gegenüber ausländischen Per-

sonen verfügen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der 

Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Bst. a), 

Sozialhilfekosten verursacht haben (Bst. b) oder in Vorbereitungs-, Aus-

schaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen worden sind (Bst. c). Das 

Einreiseverbot wird – so Art. 67 Abs. 3 AIG – für eine Dauer von höchstens 

fünf Jahren verfügt, kann aber für eine längere Dauer angeordnet werden, 

wenn von der ausländischen Person eine schwerwiegende Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht (vgl. BVGE 2014/20 E. 5). Aus 

humanitären oder anderen wichtigen Gründen kann die verfügende Be-

hörde ausnahmsweise von der Verhängung eines Einreiseverbots abse-

hen oder ein Einreiseverbot endgültig oder vorübergehend aufheben 

(Art. 67 Abs. 5 AIG). 

3.3 Das Einreiseverbot stellt keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten 

dar, sondern dient der Abwendung einer künftigen Störung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Aus-

länderinnen und Ausländer vom 8. März 2002 BBl 2002 3813; vgl. auch 

BVGE 2008/24 E. 4.2). 

3.4 Wird gegenüber einer Person, welche nicht die Staatsangehörigkeit ei-

nes Mitgliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Frei-

handelsassoziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach 

Massgabe und Bedeutung des Falles im SIS II zur Einreiseverweigerung 

ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und Art. 24 der Verordnung [EG] 

Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. De-

zember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des 

Schengener Informationssystems der zweiten Generation [SIS-II-VO, Abl. 

L 381/4 vom 28.12.2006]; Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 

[SR 362.0]). Damit wird der betroffenen Person grundsätzlich die Einreise 

in das Hoheitsgebiet aller Schengen-Staaten verboten (vgl. Art. 6 Abs. 1 

Bst. d sowie Art. 14 Abs. 1 der Verordnung [EU] 2016/399 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Unionsko-

dex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Schengener 

Grenzkodex] [kodifizierter Text] Abl. L 77 vom 23.3.2016 [nachfolgend: 

SGK] sowie Art. 32 Abs. 1 Bst. a Ziff. v und vi der Verordnung [EG] Nr. 

810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 

über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex, Abl. L 243/1 vom 

15.9.2009]). Die Mitgliedstaaten können ihr aus wichtigen Gründen oder 

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aufgrund internationaler Verpflichtungen die Einreise gestatten bezie-

hungsweise ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit ausstellen (vgl. 

Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK und Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex). 

4.  

4.1 Zur Begründung des Einreiseverbots hielt die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer sei gemäss den kantonalen Akten in der Schweiz erwerbs-

tätig gewesen, ohne im Besitze der erforderlichen ausländerrechtlichen 

Bewilligung zu sein. Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz 

eine Erwerbstätigkeit ausüben wollten, benötigten unabhängig von der Auf-

enthaltsdauer eine Bewilligung (Art. 11 Abs. 1 Satz 1 AIG). Als Erwerbstä-

tigkeit gelte jede üblicherweise gegen Entgelt ausgeübte unselbstständige 

oder selbstständige Tätigkeit, selbst wenn sie unentgeltlich erfolgt sein 

sollte (Art. 11 Abs. 2 AIG). Dabei sei ohne Belang, ob die Beschäftigung 

nur stunden- oder tageweise oder vorübergehend ausgeübt werde (Art. 1a 

Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 

vom 24. Oktober 2007 [VZAE, SR 142.201]). Die Ausübung einer solchen 

unbewilligten Erwerbstätigkeit stelle einen Verstoss gegen die Einreisevor-

aussetzungen des Ausländerrechts dar, womit auch gegen die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung verstossen worden sei (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG 

i.V.m. Art. 77a Abs. 1 Bst. a und Art. 77a Abs. 2 VZAE). Die Verfügung einer 

Fernhaltemassnahme zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

sei unabhängig eines allfälligen Strafverfahrens angezeigt. Auch unter Be-

rücksichtigung der Stellungnahme im Rahmen des rechtlichen Gehörs er-

weise sich die vorliegende Fernhaltemassnahme als verhältnismässig und 

gerechtfertigt.  

 

Aus den gleichen Gründen werde zur Wahrung der öffentlichen Ordnung 

und Sicherheit einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen 

(Art. 55 Abs. 2 VwVG). 

4.2 Demgegenüber wird in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen gel-

tend gemacht, der Beschwerdeführer habe ein paar Tage bei seinem Bru-

der und dessen Familie verbringen wollen, da er zwei Wochen Ferien ge-

habt habe. Ein Freund des Bruders habe diesen gefragt, ob er ihm in sei-

nem C._______ etwas helfen könne. Da er aber habe arbeiten müssen, 

habe er den Beschwerdeführer gefragt, ob er dies für ihn mache. Verein-

bart seien 2-3 Stunden gewesen, um das Mobiliar ([…] etc.) von einem 

Zimmer in das andere zu tragen. Die Arbeiter, welche im C._______ tätig 

gewesen seien, seien jedoch noch nicht bereit gewesen. Es hätten noch 

Feinarbeiten erledigt werden müssen. Da er vor Ort gewesen sei und bis 

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am Mittag auf seinen Bruder habe warten müssen, habe der Beschwerde-

führer den Arbeitern geholfen. Dies sei in Bosnien üblich und werde ohne 

Hintergedanken oder Entschädigung so gemacht. Er sei erstaunt gewesen, 

als plötzlich zwei Männer hinter ihm gestanden hätten und seine Doku-

mente hätten sehen wollen.  

 

Aufgrund des Einreiseverbots könne der Beschwerdeführer seinen Bruder 

und dessen Familie sowie weitere enge Familienangehörige in der Schweiz 

nicht mehr besuchen. Zusätzlich habe er eine Freundin in Österreich, wel-

che er ebenfalls nicht mehr sehen dürfe. Für die Firma "(…)", für welche er 

in Kroatien arbeite, sei er auch im EU-Raum tätig, was nun nicht mehr mög-

lich sei. Es sei weder dem Bruder noch dem Beschwerdeführer bewusst 

gewesen, dass Letzterer mit der Bitte, jemandem zu helfen, in grosse 

Schwierigkeiten gebracht werde und er das Schweizer Gesetz breche. 

4.3 In ihrer Vernehmlassung weist die Vorinstanz darauf hin, dass sich die 

Fernhaltemassnahme auf den Antrag der kantonalen Migrationsbehörde 

und die Einvernahme bei der Kantonspolizei Bern stütze. Aus dem Einver-

nahmeprotokoll vom 28. Februar 2019 gehe klar hervor, dass der Be-

schwerdeführer Arbeiten auf der Baustelle verrichtet habe ("Fugen reini-

gen", vgl. a.a.O., S. 7). Die "Hilfeleistungen", wie sie der Beschwerdeführer 

bezeichne, seien entgegen seinen Ausführungen klarerweise als bewilli-

gungspflichtige Erwerbstätigkeit einzustufen (Art. 11 Abs. 2 AIG). Somit 

habe sich der Beschwerdeführer der Erwerbstätigkeit ohne entsprechende 

Bewilligung strafbar gemacht (Art. 115 Abs. 1 Bst. c AIG i.V.m. Art. 11 AIG). 

Gemäss ständiger Praxis gelte illegale Erwerbstätigkeit als grobe Zuwider-

handlung gegen das Ausländerrecht (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG). Die Fern-

haltemassnahme sei somit zu Recht erfolgt und mit einer zeitlichen Befris-

tung von zwei Jahren auch verhältnismässig und der ständigen Praxis in 

vergleichbaren Fällen entsprechend.  

 

Mit Blick auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift sei vorerst festzu-

halten, dass Kroatien nicht Mitglied des Schengen-Raums sei und deshalb 

eine Aufenthaltsbewilligung von Kroatien keinen Verzicht auf eine Aus-

schreibung der Fernhaltemassnahme im Schengener-Informations-Sys-

tem (SIS II) rechtfertige (Art. 25 des Schengener Durchführungsüberein-

kommens vom 19. Juni 1990 [SDÜ, Abl. L 239 vom 22.9.2000]). 

 

Abklärungen mit der kroatischen Behörde hätten zudem ergeben, dass der 

Beschwerdeführer zwar vom (…) bis am (…) im Besitze eines kroatischen 

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Seite 8 

Aufenthaltstitels gewesen sei, jedoch aktuell über keine Aufenthaltsbewilli-

gung mehr verfüge.  

 

Was den Besuch bei Familienangehörigen in der Schweiz anbelange, sei 

festzuhalten, dass das Einreiseverbot ausnahmsweise aus humanitären 

oder anderen wichtigen Gründen vorübergehend suspendiert werden 

könne (Art. 67 Abs. 5 AIG). Der Kontakt könne im Übrigen auch über mo-

derne Kommunikationsmittel gepflegt werden. In Bezug auf die geltend ge-

machte Freundin in Österreich stehe es dem Beschwerdeführer allenfalls 

frei, bei den österreichischen Behörden eine Einreiseerlaubnis zu beantra-

gen. Die SIS-Ausschreibung hindere die österreichischen Behörden nicht 

daran, dem Beschwerdeführer aus wichtigen Gründen die Einreise in das 

eigene Hoheitsgebiet zu gestatten (Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

4.4 Replikweise wird betont, dem Beschwerdeführer und seinem Bruder 

sei nicht bewusst gewesen, dass Hilfeleistungen ohne finanzielle Entschä-

digung als Schwarzarbeit angesehen würden. Mittlerweile wüssten sie 

dies.  

 

Sie würden darum bitten, mindestens das Einreiseverbot betreffend den 

Schengen-Raum aufzuheben. Der Beschwerdeführer habe am (…) den 

Bruder am Flughafen in Kroatien abholen wollen. Ihm sei jedoch die Ein-

reise verweigert worden, da dieses Land anscheinend das Recht des 

Schengen-Raums anwende. Da der Bruder und seine Ehefrau im Dezem-

ber 2019 ihr zweites Kind erwarteten, werde zusätzlich darum gebeten, das 

Einreiseverbot hinsichtlich der Schweiz auf ein Jahr herabzusetzen. Sie 

freuten sich, wenn der Beschwerdeführer zu Besuch kommen dürfte und 

das Baby nicht erst im Alter von zwei Jahren kennenlernen würde. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz stützt die Fernhaltemassnahme auf die kantonalen Ak-

ten, wonach der Beschwerdeführer in der Schweiz erwerbstätig gewesen 

sei, ohne im Besitze der erforderlichen ausländerrechtlichen Bewilligung 

zu sein. Er seinerseits macht geltend, es sei ihm nicht bewusst gewesen, 

dass Hilfeleistungen ohne Entschädigung als Schwarzarbeit gelten wür-

den. Aufgrund der dem Gericht vorliegenden Akten steht zweifelsfrei fest, 

dass der Beschwerdeführer in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachge-

gangen ist, ohne im Besitze der hierfür erforderlichen Bewilligung zu sein. 

Als bewilligungspflichtige Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 11 Abs. 1 AIG 

gilt jede üblicherweise gegen Entgelt ausgeübte unselbstständige oder 

selbstständige Tätigkeit, selbst wenn sie unentgeltlich erfolgt (Art. 11 Abs. 2 

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AIG). Der Begriff der Erwerbstätigkeit ist weit zu fassen (Urteil des BVGer 

F-1827/2018 vom 30. September 2019 E. 6.3.4). Es kommt nicht darauf 

an, ob dem Beschwerdeführer für die von ihm eingestandenen "Hilfeleis-

tungen" ein Entgelt ausbezahlt wurde. Massgebend für die Annahme einer 

bewilligungspflichtigen Erwerbstätigkeit ist vorliegend einzig, dass die von 

ihm ausgeübte Tätigkeit üblicherweise gegen Entgelt erbracht wird. Eine 

Tätigkeit gilt dann als üblicherweise auf Entgelt gerichtet, wenn sie ihrer Art 

und ihrem Umfang nach auf dem schweizerischen Arbeits- und Dienstleis-

tungsmarkt angeboten wird (statt vieler: Urteile des BVGer F-2058/2018 

vom 10. Mai 2019 E. 6.1; F-6991/2018 vom 14. Oktober 2019 E. 5.4; vgl. 

EGLI/MEYER, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], 2010, Art. 11 

N. 6). Somit fallen auch die zugegebenen "Hilfeleistungen" – wie dem Be-

schwerdeführer inzwischen bekannt ist – unter den Begriff der bewilli-

gungspflichtigen Erwerbstätigkeit. Die Grundsätze der Einheit der Rechts-

ordnung sowie der Rechtssicherheit gebieten, dass das Bundesverwal-

tungsgericht den vorliegenden Sachverhalt rechtlich nicht abweichend vom 

in Rechtskraft erwachsenen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kan-

tons Bern, Region Berner Jura-Seeland, vom 30. Juli 2019 würdigt (BGE 

139 II 95 E. 3.2; 137 II 363 E. 2.3.3; 124 II 103 E. 1c/bb; Urteil des BGer 

1C_98/2017 vom 2. Juni 2017 E. 2.4; Urteil des BVGer C-3333/2011 vom 

19. September 2013 E. 7.4), zumal auch keine sachlichen Gründe ersicht-

lich sind, um von der Einschätzung der Strafbehörde abzuweichen (vgl. 

BGE 136 II 447 E. 3.1). 

5.2 Nach dem Gesagten ist die vorliegend in Frage stehende Tätigkeit als 

bewilligungspflichtige Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 11 Abs. 1 AIG zu 

qualifizieren. Indem der Beschwerdeführer auf einer Baustelle als Hilfsar-

beiter tätig war, ohne über eine entsprechende Bewilligung zu verfügen, 

hat er diese Bestimmung verletzt, was als Nichtbeachtung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung zu werten ist (Art. 77a Abs. 1 Bst. a VZAE). Zudem 

wurde der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 115 Abs. 1 Bst. c AIG verur-

teilt. Der Beschwerdeführer hat damit einen Fernhaltegrund im Sinne von 

Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG gesetzt. 

5.3 Hinzu kommt der Vorwurf des rechtswidrigen Aufenthalts, weswegen 

der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 115 Abs. 1 Bst. b AIG bestraft 

wurde. Die Rechtswidrigkeit des Aufenthalts lässt sich vorliegend aus dem 

Umstand ableiten, dass der Beschwerdeführer wegen Aufnahme einer Er-

werbstätigkeit der Bewilligungspflicht unterlegen hätte (Art. 11 Abs. 1 AIG), 

jedoch keine Bewilligung einholte (vgl. Urteil des BVGer F-6097/2017 vom 

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Seite 10 

7. August 2018 E. 5.3 m.H.). Auch mit diesem Verhalten ist vorliegend der 

Fernhaltegrund nach Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG erfüllt. 

5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Verwirklichung des Fern-

haltegrunds im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG die Verhängung eines 

Einreiseverbots zu rechtfertigen vermag. 

6.  

6.1 Der Entscheid darüber, ob ein Einreiseverbot anzuordnen und wie es 

zeitlich auszugestalten ist, legt Art. 67 Abs. 2 AIG in das pflichtgemässe 

Ermessen der Behörde. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit zu, der eine wertende Abwägung zwischen den 

berührten privaten und öffentlichen Interessen verlangt. Ausgangspunkt 

der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten 

Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die 

persönlichen Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person (Art. 96 

AIG; ferner statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 555 ff.). 

6.2 Der Beschwerdeführer hat – wie dargelegt – wegen rechtswidrigen Auf-

enthalts sowie Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gegen die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG verstossen. 

Dieses Fehlverhalten wiegt objektiv nicht leicht, kommt doch den auslän-

derrechtlichen Normen im Interesse einer funktionierenden Rechtsordnung 

grundsätzlich eine zentrale Bedeutung zu. Namentlich das generalpräven-

tiv motivierte Interesse, die ausländerrechtliche Ordnung durch eine kon-

sequente Massnahmenpraxis zu schützen, ist als gewichtig einzustufen 

(zur Zulässigkeit der Berücksichtigung generalpräventiver Aspekte in 

Konstellationen, in denen wie hier kein sogenannter Vertragsausländer be-

troffen ist, vgl. Urteil des BGer 2C_516/2014 vom 24. März 2015 E. 4.3.2 

m.H.). Überdies liegt eine spezialpräventive Zielsetzung der Massnahme 

darin, dass sie die Betroffenen ermahnt, bei einer allfälligen künftigen Wie-

dereinreise in die Schweiz nach Ablauf der Dauer des Einreiseverbots die 

für sie geltenden Regeln zu beachten (vgl. hierzu Urteil des BVGer 

F-3163/2017 vom 12. März 2019 E. 6.2 m.H.). Es besteht somit ein ge-

wichtiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdefüh-

rers. 

6.3 Den öffentlichen Interessen ist das private Interesse des Beschwerde-

führers an möglichst ungehinderten persönlichen Kontakten zu seinen in 

der Schweiz lebenden Angehörigen (Bruder und dessen Familie, weitere 

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Seite 11 

enge Familienangehörige) gegenüberzustellen. Diesbezüglich ist hervor-

zuheben, dass das Einreiseverbot die familiären Beziehungen des Be-

schwerdeführers nicht – jedenfalls nicht in einer den Schutzbereich von 

Art. 8 EMRK betreffenden Weise – tangiert, ist es ihm doch zuzumuten, 

den Kontakt zu den erwähnten Angehörigen mittels Telefon oder via mo-

derne Kommunikationsmittel (SMS, E-Mail, WhatsApp, Skype, Facebook 

usw.) zu pflegen oder sie ausserhalb der Schweiz (und der übrigen Schen-

gen-Staaten) zu treffen. Abgesehen davon steht es ihm unter bestimmten 

Voraussetzungen offen, eine Suspension des Einreiseverbots zu beantra-

gen (vgl. Art. 67 Abs. 5 AIG). Das geltend gemachte private Interesse ver-

mag nach dem Gesagten eine Aufhebung des Einreiseverbots nicht zu 

rechtfertigen. Die verhängte Fernhaltemassnahme entspricht von ihrer 

Dauer her denn auch der gängigen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

in vergleichbaren Fällen (vgl. etwa Urteile F-2058/2018 vom 10. Mai 2019; 

F-6906/2018 vom 10. Dezember 2019; F-3451/2018 vom 22. Januar 

2020). 

7.  

Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass das vorliegende Einreiseverbot 

sowohl im Grundsatz als auch hinsichtlich der Dauer eine verhältnismäs-

sige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen Sicher-

heit und Ordnung darstellt. 

8.  

Der über das Einreiseverbot hinausgehende Ausschluss der Bewegungs-

freiheit im Schengen-Raum, der auf die Ausschreibung des Beschwerde-

führers im SIS II zurückzuführen ist (vgl. dazu E. 3.4), ist ebenso wenig zu 

beanstanden (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 SIS-II-VO), geht es doch vorliegend 

um zentrale Bestimmungen der migrationsrechtlichen Ordnung, gegen 

welche der Beschwerdeführer verstossen hat (Art. 115 Abs. 1 Bst. b AIG, 

Art. 115 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 11 Abs. 1 AIG). Zum einen ist aufgrund des 

Verhaltens des Beschwerdeführers – wie oben ausgeführt – von einem ge-

wichtigen öffentlichen Interesse der Schweiz an seiner Fernhaltung auszu-

gehen, zum anderen hat die Schweiz die Interessen der Gesamtheit aller 

Schengen-Staaten zu wahren (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.2). Es bleibt den 

Schengen-Staaten allerdings unbenommen, dem Beschwerdeführer bei 

Vorliegen besonderer Gründe die Einreise ins eigene Hoheitsgebiet zu ge-

statten (vgl. E. 3.4 sowie Art. 67 Abs. 5 AIG). Damit vermag er auch aus 

dem in der Beschwerde erhobenen Einwand, wonach er aufgrund der Aus-

schreibung im SIS II die Freundin in Österreich nicht mehr besuchen dürfe, 

nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Im Übrigen kann er diesen Kontakt 

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ebenfalls ausserhalb der Schengen-Staaten pflegen beziehungsweise mit-

tels Telefon oder moderner Kommunikationsmittel aufrechterhalten. 

Wie Abklärungen der Vorinstanz mit den kroatischen Behörden ergeben 

haben, war der Beschwerdeführer vom (…) bis am (…) im Besitz eines 

kroatischen Aufenthaltstitels. Mittlerweile verfügt er über keine Bewilligung 

mehr (vgl. E. 4.3). Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass 

das Vorliegen einer solchen Aufenthaltsbewilligung keinen Einfluss auf die 

SIS-Ausschreibung hätte, zumal Kroatien aktuell nicht Schengen-Vollmit-

glied ist. 

9.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im Lichte 

von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist demnach 

abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 26. April 2019 einbe-

zahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zu deren Be-

zahlung verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (mit den Akten Ref-Nr. […]) 

– den Migrationsdienst des Kantons Bern (in Kopie) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Karin Schnidrig 

 

 

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