# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e6151cd-c705-5436-bb46-84202023413b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 24.10.2023 WBE.2023.263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2023-263_2023-10-24.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2023.263 / ME / wm  
(BE.2022.004)  

Art. 105 

 

Urteil vom 24. Oktober 2023 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz 

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Dommann 

Gerichtsschreiber Meier    

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____,  

        

gegen 

 

 
   

  Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, 5001 Aarau    

     

     
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales vom 6. Juli 2023 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

B._____ und ihr Ehemann C._____ bezogen zusammen mit ihren drei 

Kindern materielle Hilfe von der Gemeinde Q._____. 

 

2. 

Der Gemeinderat Q._____ traf im Beschluss vom 29. November 2021 fol-

gende Anordnungen: 

 

1. Die Einnahmen von Herrn C._____ und alle bezogenen Kinderzulagen 
sind vollumfänglich dem Haushalt von B._____ und den Kindern 
anzurechnen. Dadurch entfällt der Anspruch von B._____ und ihren 
Kindern auf materielle Hilfe. 

 
2. Der Grundbedarf ist um die Höhe der Betriebskosten des Audi TT 

Coupé in Höhe von 340.90 pro Monat rückwirkend per 1. Juli 2021 zu 
kürzen. 

 
(…) 

 

B. 

1. 

Gegen den Gemeinderatsbeschluss vom 29. November 2021 erhob 

B._____, unentgeltlich vertreten durch Dr. iur. A._____, R._____, am 

3. Januar 2022 Verwaltungsbeschwerde und beantragte unter anderem 

dessen Aufhebung. 

 

2. 

Das Departement Gesundheit und Soziales (DGS), Kantonaler Sozial-

dienst, Beschwerdestelle SPG entschied am 6. Juli 2023: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 

2. Der Entscheid des Gemeinderats Q._____ vom 29. November 
2021 wird von Amtes wegen wie folgt abgeändert: 
 
"1. Unter Berücksichtigung eines 5-Personenhaushaltes und An-

rechnung der Einnahmen von Herrn C._____ sowie der Be-
triebskosten des Audi TT Coupé in Höhe von 340.90 pro Monat 
entfällt der Anspruch von B._____ und ihren Kindern auf 
materielle Hilfe. 

 
2. aufgehoben." 
 

3. (…) 
 

 - 3 - 

 

 

 

4. Die Parteikosten der Beschwerdeführerin in festgesetzter Höhe 
von Fr. 1'900.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) sind durch diese sel-
ber zu tragen. Zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtsvertretung 
werden die Kosten einstweilen aus der Staatskasse bezahlt und 
zur späteren Rückforderung von der Beschwerdeführerin vorge-
merkt. 

 

C. 

1. 

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 4. August 2023 stellte die unent-

geltliche Rechtsvertreterin von B._____, Dr. iur. A._____, folgende 

Anträge: 

 

1. Ziff. 4 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben. 
 

2. Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin sei im 
Umfang von Fr. 3'116.35 zu genehmigen. 
 

3. U.K.u.E.F. 

 

2. 

Die Beschwerdestelle SPG beantragte in der Beschwerdeantwort vom 

11. September 2023 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin. 

 

3. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 24. Oktober 2023 beraten und ent-

schieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Nach § 58 Abs. 1 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe und die so-

ziale Prävention vom 6. März 2001 (Sozialhilfe- und Präventionsgesetz, 

SPG; SAR 851.200) können Verfügungen und Entscheide der Sozialbehör-

den mit Beschwerde beim Departement Gesundheit und Soziales (DGS) 

angefochten werden (§ 39a der Sozialhilfe- und Präventionsverordnung 

vom 28. August 2002 [SPV; SAR 851.211]). Die Entscheide des DGS kön-

nen an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 58 Abs. 2 SPG). 

Das Verwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung vorliegender Beschwerde 

zuständig. 

 

2. 

Gemäss § 42 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200) 

 - 4 - 

 

 

 

ist zur Beschwerde befugt, wer ein schutzwürdiges eigenes Interesse an 

der Aufhebung oder der Änderung des Entscheids hat. 

 

Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist allein die unentgelt-

liche Vertreterin bzw. der unentgeltliche Vertreter zur Beschwerde befugt, 

soweit mit der Honorarfestsetzung durch die Vorinstanz lediglich eine Re-

duktion des im Rahmen der unentgeltlichen Vertretung beantragten Hono-

rars vorgenommen wurde. Die unentgeltlich vertretene Person könnte aus 

der Beschwerdeführung keinen Vorteil erzielen (Entscheide des Verwal-

tungsgerichts WBE.2021.315/317 vom 16. Februar 2022, Erw. I/2; 

WBE.2021.277/279 vom 8. Dezember 2021, Erw. I/2). Der Entschädi-

gungsanspruch gegen den Staat steht nicht dem Mittellosen, sondern sei-

ner Anwältin bzw. seinem Anwalt zu (BGE 133 V 645, Erw. 2.2; STEFAN 

MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 

Abs. 3], Basel 2008, S. 202). 

 

Die Beschwerdeführerin hat vor der Vorinstanz eine Honorarnote mit Auf-

wendungen von insgesamt Fr. 3'116.35 eingereicht (Beschwerdebei-

lage 3). Gewährt hat die Vorinstanz eine Entschädigung von Fr. 1'900.00 

inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer (siehe vorne lit. B/2). Somit ist die un-

entgeltliche Rechtsvertreterin zur Anfechtung von Ziffer 4 des Entscheids 

der Beschwerdestelle SPG befugt, womit ihr lediglich ein reduziertes Ho-

norar zugesprochen wurde. 

 

3. 

Die übrigen Beschwerdevoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist einzutreten. 

 

4. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 58 Abs. 4 SPG i.V.m. § 55 Abs. 1 VRPG). Die Rüge der Unan-

gemessenheit ist demgegenüber unzulässig (Umkehrschluss aus § 55 

Abs. 3 VRPG). 

  

 - 5 - 

 

 

 

II. 

1. 

Die Beschwerdeführerin beanstandet die Höhe des Honorars für die unent-

geltliche Rechtsvertretung. Die Vorinstanz habe korrekterweise ausgeführt, 

beim vorliegenden Streitwert betrage die Entschädigung gemäss § 8a 

Abs. 1 lit. a Ziffer 2 des Dekrets über die Entschädigung der Anwälte vom 

10. November 1987 (Anwaltstarif, AnwT; SAR 291.150) zwischen 

Fr. 1'500.00 und Fr. 6'000.00. Sie habe dann aber das Honorar zu Unrecht 

unter Bezugnahme auf § 8b Abs. 2 AnwT um 50 % gekürzt. Es treffe nicht 

zu, dass der getätigte Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zur er-

brachten Leistung stehe. Das Verwaltungsgericht habe im Entscheid 

WBE.2022.464 vom 23. Februar 2023 betreffend Rechtsverzögerung er-

wogen, es handle sich um eine Sozialhilfesache mit überdurchschnittlicher 

Komplexität. Angesichts dessen überzeuge es auch nicht, wenn die Vor-

instanz ausführe, im Beschwerdeverfahren sei ein einfacher Schriften-

wechsel grundsätzlich ausreichend. Die zweite Eingabe sei gerechtfertigt 

und zu vergüten. Die eingereichte Honorarnote über Fr. 3'116.35 liege im 

unteren Bereich der tarifgemässen Entschädigung und wäre zu genehmi-

gen gewesen. 

 

2. 

Die Beschwerdestelle SPG entgegnet in der Beschwerdeantwort, die ein-

gereichte Kostennote beinhalte diverse Positionen, welche nicht im Rah-

men des Verwaltungsbeschwerdeverfahrens angefallen seien und deshalb 

nicht berücksichtigt werden könnten. Die von der Beschwerdeführerin ver-

fasste freiwillige Stellungnahme stelle nach Auffassung der Beschwerde-

stelle SPG keinen zwingend notwendigen Aufwand dar; sie habe haupt-

sächlich viele Wiederholungen und Verweise auf die Vorakten und Belege 

des Gemeinderats enthalten, aber keine für den Beschwerdefall neuen und 

relevanten Aspekte. Die verlangte Entschädigung im Umfang von 

Fr. 3'116.35 habe nicht gewährt werden können. 

 

3. 

3.1. 

Das Honorar der unentgeltlichen Vertretung und die Parteientschädigung 

werden nach den gleichen Vorgaben festgelegt (vgl. § 10 Abs. 1 AnwT). 

Der Verweis in § 10 AnwT betreffend die Bemessung der Entschädigung 

der unentgeltlichen Rechtsvertretung in Zivil- und Verwaltungssachen ist 

über den Wortlaut hinaus in dem Sinne zu verstehen, dass er sich auch auf 

§§ 8a - 8c AnwT bezieht (in diesem Sinne bereits Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2016.349 vom 16. November 2016, Erw. III/3). Ein Ver-

weis auf die Streitwerte in Zivilsachen würde für Verwaltungssachen keinen 

Sinn machen; zudem liesse es sich nicht rechtfertigen, wenn das Honorar 

der unentgeltlichen Vertretung und die Parteientschädigung auf eine we-

sentlich unterschiedliche Art und Weise festgelegt würden (Entscheid des 

 - 6 - 

 

 

 

Verwaltungsgerichts WBE.2021.277/279 vom 8. Dezember 2021, 

Erw. III/3). 

 

3.2. 

Sozialhilfesachen sind grundsätzlich vermögensrechtliche Angelegenhei-

ten mit einem zu bestimmenden Streitwert (vgl. Aargauische Gerichts- und 

Verwaltungsentscheide [AGVE] 2007, S. 191 ff.). 

 

Die Vorinstanz bestimmte einen Streitwert von Fr. 37'320.00, entsprechend 

der monatlichen materiellen Hilfe im Betrag von Fr. 3'110.00 aufgerechnet 

auf die Dauer eines Jahres (vgl. angefochtener Entscheid, Erw. III/2.2; 

AGVE 2007, S. 193). Der Entschädigungsrahmen geht in Beschwerdever-

fahren mit einem Streitwert zwischen Fr. 20'000.00 und Fr. 50'000.00 von 

Fr. 1'500.00 bis Fr. 6'000.00 (§ 8a Abs. 1 lit. a Ziffer 2 AnwT). Innerhalb des 

vorgesehenen Rahmenbetrags richtet sich die Entschädigung nach dem 

mutmasslichen Aufwand des Anwalts, nach der Bedeutung und der 

Schwierigkeit des Falls (§ 8a Abs. 2 AnwT). Die Entschädigung wird als 

Gesamtbetrag festgesetzt. Auslagen und Mehrwertsteuer sind darin enthal-

ten (§ 8c AnwT). 

 

Die Beschwerdestelle SPG hat ein Anwaltshonorar von Fr. 1'900.00 und 

damit eine Entschädigung innerhalb des in § 8a Abs. 1 lit. a Ziffer 2 AnwT 

vorgesehenen Rahmens festgesetzt. 

 

3.3. 

Gemäss § 12 Abs. 1 AnwT ist die Entschädigung der unentgeltlichen Ver-

tretung aufgrund einer Rechnung der Anwältin oder des Anwalts festzule-

gen. 

 

Die Honorarnote der Beschwerdeführerin im Gesamtbetrag von 

Fr. 3'116.35 listet die erbrachten Leistungen entsprechend dem Zeitauf-

wand auf und weist Auslagen für Porti, Telefon/Fax und Kopien aus. In der 

Kostennote sind auch Aufwendungen im Zeitraum vom 1. bis 23. Novem-

ber 2021 enthalten. Da der erstinstanzliche Entscheid des Gemeinderats 

vom 29. November 2021 datiert, können diese Kosten grundsätzlich nicht 

das vorinstanzliche Beschwerdeverfahren betreffen. Nicht zu berücksichti-

gen sind folglich Aufwendungen von 120 min bzw. 2 h zu einem Stunden-

ansatz von Fr. 220.00 (entsprechend Fr. 440.00) sowie Auslagen für Porto 

von Fr. 15.60 und für Kopien von Fr. 7.00 (d.h. 14 Stück à Fr. 0.50). Die 

nicht während des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens entstandenen 

Kosten im Betrag von gesamthaft Fr. 462.60 sind von der geltend gemach-

ten Entschädigung (Fr. 3'116.35) in Abzug zu bringen, woraus sich ein 

Resthonorar von Fr. 2'653.75 ergibt (Beschwerdebeilage 3). 

 

 - 7 - 

 

 

 

3.4. 

Grundsätzlich ist auf die eigenen Angaben der Beschwerdeführerin in de-

ren Kostennote abzustellen, wobei offensichtliche Fehler zu korrigieren 

sind (vgl. vorne Erw. 3.3). Zu prüfen bleibt, ob der so ermittelte Betrag von 

Fr. 2'653.75 einer Berechnung nach Streitwert standhält oder ob nach 

Massgabe derselben die geltend gemachten Aufwendungen als übertrie-

ben erscheinen und daher eine Kürzung vorzunehmen ist. Eine Entschädi-

gung, welche über diejenige gemäss (korrigierter) Kostennote der Be-

schwerdeführerin hinausgehen würde, fällt zum vornherein ausser Be-

tracht. 

 

Mit der tarifgemässen Entschädigung werden die in einem Verfahren not-

wendigen und entsprechend der Bedeutung der Sache üblichen Leistun-

gen der Anwältin bzw. des Anwalts abgegolten (§ 2 Abs. 1 AnwT). Im Rah-

men des streitwertabhängigen Honorars wird der Bedeutung einer Angele-

genheit in erster Linie anhand des Streitwerts Rechnung getragen. Entspre-

chend haben sich die anwaltlichen Aufwendungen grundsätzlich innerhalb 

eines bestimmten Bandes zu bewegen und sich – bei geringerer (finanziel-

ler) Bedeutung der Streitigkeit – zu beschränken (Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2021.277/279 vom 8. Dezember 2021, Erw. III/4.3). 

Umgekehrt ist auch die Beschwerdeinstanz gehalten, der im Streitwert zum 

Ausdruck kommenden höheren Bedeutung einer Sache nach Massgabe 

des Anwaltstarifs Rechnung zu tragen. Es greift zu kurz, wenn die Vor-

instanz den Entschädigungsrahmen unterschreitet und hierzu in pauscha-

ler Weise ausführt, der hohe Streitwert habe keinen Einfluss auf die 

Schwierigkeit und den Aufwand für das Verfahren gehabt (angefochtener 

Entscheid, Erw. III/2.2). 

 

Die Vorinstanz hat eine Grundentschädigung von Fr. 3'800.00 ermittelt, die 

auf einem Streitwert von Fr. 37'320.00, einem durchschnittlichen Aufwand 

und einer mittleren Schwierigkeit des Falls beruht. Unter Bezugnahme auf 

§ 8b Abs. 2 AnwT hat sie die Entschädigung um 50 % auf Fr. 1'900.00 ge-

kürzt (angefochtener Entscheid, Erw. III/2.2). Dieses Vorgehen ist nicht 

nachvollziehbar: Zum einen ist ein offensichtliches Missverhältnis zu den 

erbrachten Leistungen nicht erkennbar, zum anderen steht ein Unterschrei-

ten des durch den Streit vorgegebenen Rahmens vorliegend selbst nach 

Auffassung der Vorinstanz ausser Diskussion. Eine Anwendung von § 8b 

Abs. 2 AnwT kommt daher nicht in Frage. 

 

Der Streitwert von Fr. 37'320.00 befindet sich in der Mitte des Rahmens 

von § 8a Abs. 1 lit. a Ziffer 2 AnwT. Unter Berücksichtigung der damit ver-

bundenen Bedeutung des Falles, eines – verglichen mit andern Rechtsge-

bieten – durchschnittlichen Aufwands und einer mittleren Schwierigkeit er-

weist sich die von der Vorinstanz ermittelte Grundentschädigung von 

Fr. 3'800.00 als korrekt. 

 

 - 8 - 

 

 

 

Das gemäss (korrigierter) Kostennote geltend gemachte Honorar von 

Fr. 2'653.75 liegt deutlich unter der von der Vorinstanz errechneten Grund-

entschädigung von Fr. 3'800.00 bzw. im unteren Bereich des Entschädi-

gungsrahmens. Entsprechend erübrigt sich von vornherein eine Überprü-

fung, ob und gegebenenfalls inwieweit die einzelnen Rechtsschriften allen-

falls wenig entscheidrelevante Ausführungen enthielten (angefochtener 

Entscheid, Erw. III/2.2). Immerhin lässt sich festhalten, dass eine sorgfäl-

tige Prozessführung mitunter Erörterungen verlangt, welche der entschei-

denden Behörde nicht unbedingt wesentlich erscheinen. 

 

Insgesamt bestand keine Grundlage und keine Veranlassung, um die er-

mittelte Grundentschädigung um 50 % zu kürzen. Das von der Beschwer-

deführerin beantragte, korrigierte Honorar von Fr. 2'653.75 wäre genehmi-

gungsfähig gewesen und hätte von der Vorinstanz in diesem Umfang ge-

währt werden müssen. 

 

4. 

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als teilweise begründet. In 

Abänderung von Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids ist der Beschwer-

deführerin ein Honorar für die unentgeltliche Rechtspflege im Betrag von 

Fr. 2'653.75 zu genehmigen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

III. 

1. 

Strittig vor Verwaltungsgericht war eine zusätzliche Entschädigung der un-

entgeltlichen Rechtsvertreterin im Betrag von Fr. 1'216.35 (entsprechend 

Fr. 3'116.35 - Fr. 1'900.00). Die Beschwerdeführerin dringt mit ihrem Be-

gehren im Umfang von Fr. 753.75 bzw. zwei Dritteln durch. Entsprechend 

hat sie die verwaltungsgerichtlichen Kosten zu einem Drittel zu tragen. Der 

Vorinstanz werden grundsätzlich keine Verfahrenskosten auferlegt (§ 31 

Abs. 2 VRPG). 

 

Die Staatsgebühr wird – namentlich auch in Anbetracht des Parallelverfah-

rens WBE.2023.262 – auf das Minimum von Fr. 500.00 festgelegt (§ 22 

Abs. 1 lit. c des Dekrets über die Verfahrenskosten vom 24. November 

1987 [Verfahrenskostendekret, VKD; SAR 221.150]). Für die Kanzleige-

bühr und die Auslagen wird auf §§ 25 ff. VKD verwiesen. 

 

2. 

Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet (§ 29 i.V.m. § 32 Abs. 2 

VRPG). 

 

  

 - 9 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziffer 4 des Entscheids der 

Beschwerdestelle SPG vom 6. Juli 2023 abgeändert und lautet neu wie 

folgt: 

 

4. Die Parteikosten der Beschwerdeführerin in festgesetzter Höhe 
von Fr. 2'653.75 (inkl. Auslagen und MwSt.) sind durch diese sel-
ber zu tragen. Zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtsvertretung 
werden die Kosten einstweilen aus der Staatskasse bezahlt und 
zur späteren Rückforderung von der Beschwerdeführerin vorge-
merkt. 

 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 500.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 112.00, gesamthaft Fr. 612.00, sind von der Beschwerdeführerin zu 

1/3 mit Fr. 204.00 bezahlen. Die restlichen Verfahrenskosten trägt der 

Kanton. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin 

das DGS, Kantonaler Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, Schwei-

zerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden. Die Frist steht still vom 

7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. Au-

gust und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Be-

schwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in 

gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht 

verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen 

 - 10 - 

 

 

 

(Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 24. Oktober 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Michel Meier