# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7a1d608-cf81-5956-9c5a-fcef4e3fe583
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-04
**Language:** de
**Title:** Kein Anspruch auf Umschulung zu KESB-Berufsbeistand; höherer Invaliditätsgrad, da Invalideneinkommen nicht branchenspezifisch zu bestimmen; teilweise Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2019.00130
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00130.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00130
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
4.
Juni 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
Freiestrasse
76, Postfach 420, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960,
mit 1979 abgeschlossener Maurerlehre und seit 1987 diplomierter Polier,
meldete sich am 17. August 2014 bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2
Ziff.
5.3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm am 17. März 2015 Frühinterventions
massnahmen in Form diverser Ausbildungskurse (Urk. 8/49) und am 18. März 2015 einen Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin (Urk. 8/50) zu. Am 1. Dezember 2015 erteilte sie Kostengutsprache für Eingliederungsmassnahmen in einer neuen Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber (Urk. 8/54). Diese verlän
gerte sie (letztmals) am 9. Juni 2016 (Urk. 8/79). Mit Verfügung vom 7. Septem
ber 2017 hielt sie den Abschluss des Arbeitsplatzer
halts (
Umplatzierung
und Ein
schulung) fest (Urk. 8/109). Dies bestätigte das hiesige Gericht in Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde mit Urteil vom 1
5.
Juni 2018 im Verfahren Nr. IV.2017.01082 (
Urk.
8/126).
1.2
Am 2
1.
August 2017 hatte der Versicherte eine Umschulung zum Berufsbeistand Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) beantragt (
Urk.
8/107). Mit Vor
bescheid vom 1
5.
Juli 2018 stellte ihm die IV-Stelle in Aussicht, einen Umschu
lungsanspruch zu verneinen (
Urk.
8/135), und mit Vorbescheid vom 2
5.
Juli 2018 stellte sie die
Zusprache
einer
Viertelsrente
in Aussicht (
Urk.
8/136). Innert zwei
mal erstreckter Frist (
Urk.
8/142,
Urk.
8/145) nahm der Versicherte dazu keine Stellung.
Mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2018 verneinte die IV-Stelle einen Umschu
lungsanspruch (
Urk.
8/151 =
Urk.
11/2).
Die IV-Stelle sprach dem Versicherten sodann eine
Viertelsrente
zu, dies mit Ver
fügung vom 3
1.
Januar 2019
(
Urk.
8/154 =
Urk.
5/2)
von März 2017 bis Januar 2019 und mit Verfügung vom 1
7.
Januar 2019
(
Urk.
8/153 =
Urk.
2)
ab Februar 2019.
2.
Am 3
1.
Januar 2019 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
11/2) mit den Anträgen (
Urk.
11/1 S. 2 oben), diese sei aufzuheben und es seien ihm angemes
sene Eingliederungsmassnahmen/
eine Umschulung zuzusprechen (
Ziff.
1), eventuell sei die Sache zurückzuweisen (
Ziff.
2).
Am 2
0.
Februar 2019 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
7.
Januar 2019 (
Urk.
2) mit den Anträgen (
Urk.
1 S. 2 oben), diese sei auf
zuheben
und es sei ihm eine ganze Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
zuzusprechen (
Ziff.
1), eventuell sei die Sache zurückzuweisen (
Ziff.
2).
Am
7.
März 2019 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
1.
Januar 2019 (
Urk.
5/2) mit vergleichbaren Anträgen (
Urk.
5/1 S. 2). Das be
treffende Verfahren wurde mit Gerichtsverfügung vom 1
2.
März 2019 mit dem vorliegenden Verfahren vereinigt und als erledigt abgeschrieben (
Urk.
5/4,
Urk.
6).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantworten vom 1
1.
März 2019 (
Urk.
11/5) und 2
6.
März 2019 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerden, was dem Beschwerdeführer am 1
3.
März 2019 (
Urk.
11/7) und 2
8.
März 2019 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Eingabe vom 1
1.
April 2019 erklärte sich der Beschwerdeführer mit einer Verfahrensvereinigung einverstanden und verzichtete auf Replik (
Urk.
10).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Zwischen den Verfahren Nrn. IV.2019.00091 und IV.2019.00130 besteht ein en
ger sachlicher und rechtlicher Zusammenhang und die Parteien sind identisch. Es rechtfertigt sich daher
,
den Prozess Nr. IV.2019.00091 mit dem vorliegenden Pro
zess Nr. IV.2019.00130 zu vereinigen und unter dieser Prozessnummer weiterzu
führen. Das Verfahren Nr. IV.2019.00091 ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als Urk. 11/0-9 geführt.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen ge
mäss Abs. 3 in medizinischen Massnahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsver
mittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.3
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
2.4
In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungs
zweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Ein
gliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2).
2.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
2.
6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2;
vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung betreffend Um
schulung (
Urk.
11/2) davon aus, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich nicht erheblich verändert (S. 2 oben). Das Belastungsprofil entspreche weiterhin den Tätigkeiten, auf welche sie den Beschwerdeführer im Rahmen der bisher erfolgten Eingliederungsmassnahmen ausgebildet und eingearbeitet habe. Eine reine Innendiensttätigkeit sei ihm nach wie vor zumutbar, allerdings mit einer Einschränkung im Rahmen der Präsenz, so dass eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
resultiere. Es gebe keine besser angepasste Tätigkeit, welche einer Umschu
lung bedürfte (S. 2 Mitte).
In der angefochtenen Verfügung betreffend Rente (
Urk.
2) ging die Beschwerde
gegnerin davon aus, die Invaliditätsbemessung aufgrund einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
in - näher umschriebener - angepasster Tätigkeit ergebe einen Invali
ditätsgrad von 43
%
, was den Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründe (S. 2).
3.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
11/1), im Bauwesen seien in der Praxis keine «reinen Innendiensttätigkeiten» denkbar (S. 5
Ziff.
16), und er sei nicht in der Lage, reine Innendiensttätigkeiten auszu
üben, schon gar nicht im Umfang von 70
%
(S. 5
Ziff.
17). Er sei gemäss ärztlicher Beurteilung nicht in der Lage, längere Schreibtischarbeiten ohne Unterbrechung auszuführen (S. 6
Ziff.
21). Eine Tätigkeit bei der KESB wäre aus näher dargeleg
ten Gründen seinen Beschwerden angepasster (S. 6
Ziff.
22).
Die Beschwerdegegnerin habe sich bezüglich seines Gesundheitszustandes aus
schliesslich auf die Beurteilung durch den Arzt des Regionalen Ärztlichen Diens
tes (RAD) gestützt, auf die aus näher genannten Gründen nicht abzustellen sei (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
15 ff.). Die Tätigkeit «Polier mit reiner Innendiensttätigkeit» gebe es auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht, er wäre beschwerdebedingt auch nicht in der Lage, sie auszuüben, weshalb zur Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf sie abgestellt werden dürfe (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
25 f.).
3.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit dem Gesundheitszustand und der Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers, mit einem allfälligen Umschulungsan
spruch sowie mit dem Invalideneinkommen verhält.
4.
4.1
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, untersuchte den Beschwerdeführer laut Bericht vom 2
6.
September 2014 (
Urk.
8/15/8-14) am 2
8.
August 2014 im Auftrag der Militärversicherung (S. 1 Mitte). Er nannte die folgenden, hier verkürzt angeführten Diagnosen (S. 2):
-
belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des medialen
Malleolus
und des medialen Fusses
-
klinisch: Abschwächung des Vibrationssinnes bei fehlendem Achillesseh
nenreflex (ASR) beidseits
-
Konjunktivitis bei
Sicca
-Syndrom seit Jahren
-
anamnestisch Psoriasis
vulgaris
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, nach Abheilung der Reizung der Sehneninser
tion der
Tibialis
posterior
Sehne sei die Tätigkeit im Wesentlichen zumutbar (S. 7
Ziff.
2), dies mit einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
, wobei der Explorand 80
%
auf dem Bau und 20
%
im Büro arbeite (S. 7
Ziff.
3).
4.2
Dr.
med.
Z.___,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in sei
nem Bericht vom 2
6.
November 2014 (
Urk.
8/20/1-5) aus, er behandle den Be
schwerdeführer seit 1997 (
Ziff.
1.2), und nannte als Diagnosen Sprunggelenks
arthrosen 1990, eine Hypertonie 2000, einen Diabetes mellitus April 2010 und eine Nickelallergie (
Ziff.
1.1).
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, für Tätigkeiten als Polier auf dem Bau bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
seit
3.
Mai (wohl 2014). Eine behinderungsan
gepasste Tätigkeit mit vorwiegend sitzender Aktivität im Planungsbüro oder im Lager könne
auch zu 100
%
ausgeführt werden (
Ziff.
1.6 und 1.7).
4.3
Med.
pract
.
A.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 1
1.
Februar 2016 (
Urk.
8/64 =
Urk.
8/92/1-6) unter anderem aus, der Patient arbeite trotz der attestierten Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Betrieb zu 100
%
im Büro und für leichtere Tätigkeiten. Gemäss den Angaben des Patienten vom 1
0.
Februar 2016 sei er nach wie vor 100
%
im Büro für Administration tätig (
Ziff.
1.6).
4.4
Dr.
med. B.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, führte in seinem Bericht vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
8/99) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit 2
7.
März 2017 (
Ziff.
1.2), und nannte die folgenden, hier verkürzt angeführten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
chronisches
cervicobrachiales
Syndrom rechts (seit Jahren, aber vermehrt seit 2014)
-
chronisch rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom (seit Jahren)
-
Ellbogen-Schmerzen beidseits (seit 2014)
-
degenerativ bedingte Knieschmerzen beidseits (seit Jahren)
-
OSG-Schmerzen und -Instabilität beidseits (seit 1990)
-
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts (seit 2015)
A
nlässlich der Umschulung zum Polier mit Bürotätigkeit
sei
offensicht
lich nicht voraussehbar gewesen
, dass die meist sitzende Tätigkeit zu neuen oder
exazer
bierten
Beschwerden - Blockierungen der Halswirbelsäule (HWS) und Lendenwir
belsäule (LWS), Ellenbogen- und Schulterbeschwerden - führen würde (S. 1 Mitte).
Mit dieser
Begründung attestierte er für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Polier mit Bürotätigkeit (Arbeitssicherheit Hoch- und Tiefbau und Lehrlingsaus
bildung, Coaching bei Bedarf von jüngeren Polierkollegen) eine Arbeitsunfähig
keit
von
30
%
vom
8.
Mai bis
7.
Juni 201
7
und von 50
%
vom
8.
Juni bis 3
1.
Juli 2017 (
Ziff.
1.6)
Zur Prognose führte er aus, angesichts des Verlaufs in den letzten Monaten und der Befunde werde es für den Beschwerdeführer kaum möglich sein, die ange
passte Tätigkeit (nach der IV-Umschulung) mittel- und langfristig zu 100
%
durchzuführen (
Ziff.
1.4 am Ende).
4.5
Dr.
med. C.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, RAD, berichtete am 2
3.
November 2017 über seine am 2
1.
November 2017 erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/118).
Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8
Ziff.
6):
-
linksbetonte Fussbeschwerden bei diabetischer Polyneuropathie und Sprunggelenksarthrose links, Status nach Sprunggelenksdistorsion links
-
chronisches
cervicobrachiales
Syndrom rechts mit
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts
-
chronisches, rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits
-
Karpaltunnelsyndrom (CTS) rechts
-
Gonarthrose beidseits
In seiner Beurteilung führte er unter anderem aus, der Explorand sei als Polier im Büro eingesetzt worden, habe diese Tätigkeit jedoch nur zum Teil ausführen kön
nen. Es
hätten
sich zunehmend Beschwerden im Bereich der Füsse mit Taubheits
gefühl, bedingt durch diabetische Polyneuropathie, entwickelt. Zusätzlich klage der Explorand über Einschlafen der Finger der rechten Hand unter Belastung, was zur Diagnose des Karpaltunnelsyndroms führe (S. 8
Ziff.
7).
Der Gesundheitsschaden führe zu Beeinträchtigungen für regelmässiges mittel
schweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbei
ten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufi
ges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, Kauern, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und für dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund. Die Festlegung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt des Exploranden auf 100
%
im Büro könne nicht nachvollzogen werden. Bedingt durch die Schmerzen sei bei rein
angepasster Tätigkeit entsprechend dem neuen Belas
tungsprofil eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
mit 30
%
Pausen bei 100
%
Pensum zumutbar (S. 8).
In der bisherigen Tätigkeit als Polier mit Bürotätigkeit bestehe eine Arbeitsfähig
keit von 40
%
seit
3.
Mai 2014 (S. 9 oben).
In angepasster Tätigkeit (überwiegend sitzend ausgeübte leichte wechselbelas
tende Tätigkeiten auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg, ohne Knien, Kriechen, Hocken, Kauern, ohne Arbeiten mit erhöhten An
-
forde
rungen an die Stand- und Gangsicherheit und ohne dauerhaftes Gehen und Ste
hen auf unebenem Grund, ohne Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne an
dauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition) sei
eine 100
%
ige
Arbeitsfähigkeit unter Gewährung von 30
%
Pausen (= 70
%
Arbeitsfähigkeit) gegeben seit
3.
Mai 2014 (S. 9).
Am 2
4.
November 2017 bestätigte
Dr.
C.___
- unter Einbezug der zwischen 1
5.
Juli 2014 und
4.
Juli 2017 (vgl. vorstehend E. 4.4) erstatteten Arztberichte -diese Beurteilung (
Urk.
8/131 S. 3 f.)
4.6
Dr.
B.___
(vorstehend E.
4.4) nannte in seinem Bericht vom 1
1.
Mai 2018 an den Krankenversicherer (
Urk.
3) als bisherige Diagnose ein chronisch rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom (seit Jahren) und als neue Diagnosen eine Gastral
gie bei
nichtsteroidalem
Antirheumatika (
NSAR
) Konsum und ein beginnendes Karpaltunnelsyndrom (CTS) rechts (S. 1 Mitte).
Ein MRI vom 3
1.
Januar 2018 habe als neuen Befund eine Deformation/Kom
pression der Nervenwurzeln L5 beidseits und mögliche
foraminale
Beeinträchti
gungen der L4 beidseits ergeben (S. 1 unten). Dies erkläre, warum der Beschwer
deführer nur vorübergehend auf die Physiotherapie bezüglich der
lumbospondy
logenen
Symptomatik anspreche. Eine invasive Behandlung komme vorerst gar nicht
in
Betracht und er ersuche um Kostengutsprache für die Fortsetzung der Physiotherapie von Mai bis Dezember 2018 (S. 2 oben).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer am
1
7.
März 2015 Früh
interventionsmassnahmen in Form diverser Ausbildungskurse (
Urk. 8/
49) und am 1
8.
März 2015 einen Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin (
Urk. 8/
50) zu.
Es folgte ein Standortbestimmungsgespräch am 20. Oktober 2015 unter Be
teiligung
der Beschwerdegegnerin, des Beschwerdeführers sowie zweier Verant
wortlicher der Arbeitgeberin (vgl. Urk. 8/81 S. 2 Mitte).
Am
1.
Dezember 2015 erteilte
die Beschwerdegegnerin
Kostengutsprache für Ein
gliederungsmassnahmen in einer neuen Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber (
Urk. 8
/54).
Es folgte ein Standortbestimmungsgespräch am 11. April 2016
unter Beteiligung der Beschwerdegegnerin, des Beschwerdeführers
und seines Rechts
vertreters
sowie zweier Verantwortlicher der Arbeitgeberin (vgl.
Urk. 8/8
1
S. 2 oben), sowie die (letztmalige) Verlängerung der genannten Kostengutsprache
am
9.
Juni 2016 (
Urk. 8/
79).
5.2
Am 31. März 2017 erfolgte ein Abschlussgespräch, an welchem die Beschwerde
gegnerin, der Beschwerdeführer und sein Rechtsvertreter sowie ein Verantwortli
cher der Arbeitgeberin teilnahmen (Urk. 8/110 S. 1 f.). Dabei wurde festgehalten, die Arbeitgeberin habe dem Beschwerdeführer zwei Anstellungen angeboten, die er abgelehnt habe.
E
ine davon wurde mit «Polier im Innendienst» (Inhalt: Sub
missionsanfragen, Arbeitssicherheit, Lehrlingssupport, ÜK
-
Besuche, Audit, Be
richte schreiben; Lohn bei 100
%
:
Fr.
6'400.-- x 13 =
Fr.
83'200.--) umschrieben (S. 2).
5.3
Am 2
1.
August 2017 beantragte der Versicherte eine Umschulung zum Berufs
beistand KESB (
Urk.
8/107).
Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
B.___
(vorstehend E. 4.4) sei er nicht in der Lage, längere Schreibtischarbeiten ohne Unterbrechung auszuführen. Eine An
stellung in einem Innendienst sei damit nicht mehr möglich. Bei derartigen An
stellungen könnten nicht einfach nach Belieben Pausen eingeschaltet werden, sondern es sei in der vorgegebenen Zeit die Leistung zu erbringen (
Urk.
11/21 S. 6
Ziff.
21).
Eine Tätigkeit bei der KESB wäre den gesundheitliche Beschwerden angepasster. Sie beinhalte weniger Schreibtischarbeit beziehungsweise könne vom Beistand selbständig eingeteilt werden. Die Schreibtischarbeiten müss
t
en nicht sofort erle
digt werden, sondern er könne sie dann erledigen, wenn es für ihn möglich sei und sie auch beliebig unterbrechen. Die Arbeit als Beistand umfasse auch sehr leichte körperliche Tätigkeiten, zum Beispiel die Begleitung der
verbeiständeten
Personen bei Einkäufen oder Anlässen. Zudem werde sie nach wie vor nachge
fragt; die Chance, auch tatsächlich eine Anstellung zu finden, sei also weitaus höher als bei einer Tätigkeit im Innendienst (
Urk.
11/21 S. 6
Ziff.
22).
5.4
Im Verlaufsprotokoll der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Juli 2018 (
Urk.
8/128) wurde dazu unter anderem ausgeführt, aus eingliederungs- und
berufsberateri
scher
Sicht
werde das ärztlich formulierte Belastungsprofil (vgl. vorstehend E. 4.5) bei den bereits erfolgten Umschulungsmassnahmen in den Innendienst und bei den beiden angebotenen, vom Beschwerdeführer abgelehnten Stellen einge
halten. Im Stellenangebot sei zwar die Bezeichnung Polier noch enthalten. Es sei aber zu berücksichtigen, dass gemäss sämtlichen Zielvereinbarungen und Einar
beitungsplänen immer von einer reinen Innendiensttätigkeit die Rede gewesen sei (u.a. Arbeitssicherheit, Lehrlingssupport, ÜK-Besuche, Audit, Berichtschreiben). Damit sei der Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin im Hinblick auf eine angepasste Tätigkeit unterstützt worden und die Eingliederungsmassnahmen seien ausgeschöpft worden. Er könnte mit einer entsprechenden Stelle optimal eingegliedert werden, ein Umschulungsanspruch bestehe daher nicht (S. 2 unten, S. 5
Ziff.
3).
6.
6.1
Die vorliegenden Arztberichte zeigen übereinstimmend, dass der Beschwerdefüh
rer insbesondere an Fussbeschwerden, Nacken- und Schulterbeschwerden sowie Rückenbeschwerden leidet. Die Rücken
beschwerd
en sind gemäss dem neueren Bericht von
Dr.
B.___
(vorstehend 4.6) behandlungsbedürftig.
Dr.
B.___
schloss aus den Erfahrungen mit der 2017 vom Beschwerdeführer ef
fektiv ausgeübten Tätigkeit, nämlich einer vorwiegend sitzend erfolgenden Bü
rotätigkeit, es werde dem Beschwerdeführer in Zukunft kaum möglich sein, eine solche zu 100
%
auszuüben (vorstehend E. 4.4).
Zu
m
gleichen (und quantitativ genauer gefassten) Schluss gelangte auch der RAD-Arzt
Dr.
C.___
, nämlich einer um 30
%
reduzierten Leistungsfähigkeit in überwiegend sitzend ausgeübten, leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten mit gewissen näher umschriebenen Einschränkungen (vorstehend E. 4.5).
Da
Dr.
B.___
nicht ausdrücklich ein Belastungsprofil formulierte, lassen sich die beiden Beurteilungen diesbezüglich nicht
direkt
vergleichen. Immerhin ist zu be
rücksichtigen, dass eine der von
Dr.
C.___
formulierten Anforderungen an angepasste Tätigkeiten die Wechselbelastung ist. Damit ist auch den von
Dr.
B.___
als neu aufgetreten genannten Beschwerden (
HWS
- und LWS-Blockierungen,
Ellenbogen- und Schulterbeschwerden
) Rechnung getragen.
Dr.
B.___
führte diese zwar auf eine vorwiegend sitzende Tätigkeit zurück. Plausibler ist jedoch, dass sie insbesondere bei einer
ausschliesslich
sitzenden Tätigkeit auftreten, und eine solche sieht das von
Dr.
C.___
formulierte Belastungsprofil gerade nicht vor.
6.2
Somit bleibt festzuhalten, dass die Feststellungen von
Dr.
C.___
zur Arbeits
fähigkeit
(vorstehend E. 4.5)
mit der Beurteilung durch
Dr.
B.___
durchaus ver
einbar sind, so dass sachverhaltsmässig von ihnen auszugehen ist.
Damit steht fest, dass i
n überwiegend sitzend ausgeübte
n
leichte
n
wechselbelas
tende
n
Tätigkeiten auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg, ohne Knien, Kriechen, Hocken, Kauern, ohne Arbeiten mit erhöhten Anforde
rungen an die Stand- und Gangsicherheit und ohne dauerhaftes Gehen und Ste
hen auf unebenem Grund, ohne Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne an
dauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition)
eine
Arbeitsfähig
keit
von
100
%
mit einem Pausenbedarf
von 30
%
, mithin eine
Arbeitsfähigkeit
von
70
%
besteht.
6.3
Der Beschwerdeführer beantragte eine Umschulung zum KESB-Berufsbeistand (vorstehend E. 5.3).
Im
«Anforderungsprofil Berufsbeistände»
der Schweizerischen Vereinigung der
Berufsbeiständinnen
und Berufsbeistände (
SVBB
)
wird als eine der beruflichen Anforderungen der Abschluss einer Grundausbildung auf tertiärer Stufe (Fach
hochschule, Universität) in den Bereichen Soziale Arbeit, Psychologie, Pädagogik oder Rechtswissenschaften genannt (
www.svbb.ch
, dort: Berufsstand >
Neues An
forderungsprofil für
Berufsbeiständinnen
und Berufsbeistände 2017
, S. 11
Ziff.
3.4).
Der Beschwerdeführer hat mit einer abgeschlossenen Maurerlehre
,
dem darüber hinaus erlangten Diplom als Polier sowie den von
der
Beschwerdegegnerin über
nommenen weiteren Kursen (vorstehend E. 5.1) eine gute Ausbildung. Sie befin
det sich aber bei weitem nicht auf der Stufe des laut Berufsbild erforderlichen Universitäts- oder Fachhochschulabschlusses.
Damit fehlt eine wesentliche persönliche Voraussetzung für die beantragte Um
schulung, was einer Kostengutsprache durch die Beschwerdegegnerin entgegen
steht.
Sollte der - vom Beschwerdeführer nicht näher substantiierte - Antrag darauf lauten, es sei ihm zuerst eben dieser tertiäre Bildungsabschluss zu ermöglichen, so würde
dies
am Erfordernis der Verhältnismässigkeit (vorstehend E.
2.4) schei
tern, denn bis zum Erwerb einer gymnasialen oder Berufs-Maturität und dem Abschluss des anschliessenden Studiums befände sich der im Verfügungszeit
punkt über 58 ½-jährige Beschwerdeführer bereits im Rentenalter.
Somit hat es die Beschwerdegegnerin zu Recht abgelehnt, die beantragte Um
schulung zu finanzieren.
Dies führt zur Abweisung der betreffenden Beschwerde.
6.4
Die Beschwerdegegnerin hat dem Einkommensvergleich (
Urk.
8/130) ein
Validen
einkommen
von rund
Fr.
113'130.-- im Jahr 2017
zugrundegelegt
(S. 1 Mitte), was beschwerdeweise unkommentiert blieb und nicht zu beanstanden ist.
Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf Tabellenlöhne der LSE ermittelt, wobei sie auf den
gemäss Tabelle TA1 auf Kompetenzniveau 3 im Baugewerbe (Wirtschaftszweige 41-43) erzielt
en
Lohn abgestellt hat
(S. 1 un
ten).
Diese Fokussierung auf eine einzelne Branche überzeugt nicht. Das medizinische Anforderungsprofil
(vorstehend E. 6.2
) verweist den Beschwerdeführer ganz all
gemein auf körperlich nicht belastende Tätigkeiten, mithin vorzugsweise Bürotä
tigkeiten. Dass solche auch in der Branche existieren, in welcher der Beschwer
deführer bisher (praktisch) tätig war, ergibt sich zwar daraus, dass ihm seine - grosse - damalige Arbeitgeberin eine solche Tätigkeit anbieten konnte, rechtfer
tigt aber nicht die Annahme,
Bürotätigkeiten, bei denen er von branchenspezifi
schen Vorkenntnissen profitieren könnte,
stünden ihm auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt offen.
Als sachgerecht erscheint vielmehr, auf die Lohnstatistik nach Berufsgruppen (Ta
belle T17) abzustellen, der gemäss der von Bürokräften und verwandten Berufen (
Ziff.
41-44) von Männern im Alter von 50 und mehr im Jahr 2014 erzielte Lohn
Fr.
6'140.-- betrug. Dies
ist
auf ein Jahr umzurechnen (x 12), der durchschnittli
chen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (
www.bfs.admin.ch
, dort:
Betriebsüb
liche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T
03.02
) und der Nominallohnent
wicklung vom Indexstand (Männer) 2'220 im Jahr 2014 auf 2'249 im Jahr 2017 (
www.bfs.admin.ch
, dort:
Entwicklung der Nominallöhne,
T
39
)
anzupassen
, wo
mit bei der attestierten Arbeitsfähigkeit von 70
%
(vorstehend E. 6.
2
) ei
n Invali
deneinkommen von rund
Fr.
54'470.-- (
Fr.
6'140.-- x 12 : 40.0 x 41.7 : 2'220 x 2'249) resultiert
, von welchen rechtsprechungsgemäss kein leidensbedingter Ab
zug vorzunehmen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 2
2.
Sep
tember 2015 E. 4.3.1)
.
Die Einkommenseinbusse bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
113'130.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
54'470.-- beträgt
Fr.
58'660.--, was einen In
validitätsgrad von rund 52
%
ergibt.
Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente. Die diesbezüg
lichen Verfügungen sind in
teilweiser
Gutheissung der dagegen erhobenen Be
schwerden entsprechend abzuändern.
7.
7.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung IVG für die Verfahren sind ermessensweise auf
Fr.
1’000.
festzusetzen und ausgangsgemäss den Parteien hälftig aufzuerlegen.
7.2
Dem
anwaltlich vertretenen und
bezüglich
Rente
teilweise
obsiegenden Be
schwerdeführer steht eine entsprechend reduzierte Prozessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2'000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerden werden in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die Verfügungen vom 1
7.
und 3
1.
Januar 2019 dahin abgeändert werden, dass der Beschwerdeführer ab März 2017 Anspruch auf eine halbe Rente hat.
Im Übrigen werden die Beschwerden abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
1’000
.-- werden
den Parteien je zur Hälfte
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
reduzierte
Pro
zessentschädigung von
Fr.
2’000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Philip
Stolkin
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten
Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher