# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8268e73b-b934-5279-9dfd-4b667874ae08
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2025 D-2448/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2448-2025_2025-04-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2448/2025 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A.______, geboren am (…), 

Marokko, 

vertreten durch lic. iur. Robert Goldmann, 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 28. März 2025 / N (…). 

 

 

 

D-2448/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein marokkanischer Staatsangehöriger mit 

letztem Aufenthalt in B.______, gelangte eigenen Angaben gemäss am 

20. Mai 2024 in die Schweiz und suchte am 23. Mai 2024 um Asyl nach. 

Am 29. Mai 2024 bevollmächtigte er die ihm von den Bundesasylzentren 

(BAZ) C.______ zugewiesene Rechtsvertretung mit der Wahrung seiner 

Interessen. 

A.b Am 17. Juni 2024 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer in An-

wesenheit seiner zugewiesenen Rechtsvertretung die Erstbefragung UMA 

(EB) durch. Er gab an, er sei (…) Jahre alt und sei am (…) geboren worden. 

Die italienische Polizei habe behauptet, er stamme aus Algerien und sei 

(…) geboren worden. Er habe ein Dokument in seiner Hosentasche, auf 

dem stehe, dass er aus Marokko und (…) geboren sei. Auf Nachfrage sagte 

er, er habe dieses Dokument 2021 verloren. Seine Geburtsurkunde sei bei 

seiner Mutter in Marokko. In Italien sei er unter dem Namen D.______ aus 

Algerien, geboren im Jahr (…), drei Jahre im Gefängnis gewesen. Er habe 

sich mit dem Messer geschnitten, aber man habe ihm nicht glauben wollen. 

Im Gefängnis sei ihm ein Mittel gespritzt worden, um dies zu akzeptieren 

und nichts zu sagen. Sein Geburtsdatum kenne er aus dem Zivilregister-

auszug, von dem er in der Heimat vielleicht eine Fotografie bestellen 

könne. Auf Nachfrage gab er an, er könne eine Fotokopie des Zivilregister-

auszugs beschaffen, auf der das Geburtsdatum und der Name der Eltern 

stehe. In seiner Heimat habe er vier Jahre lang die Schule besucht, dann 

habe er arbeiten müssen, um seine Eltern zu unterstützen. Nach drei Jah-

ren Arbeit habe er sich in einem Lastwagen versteckt und sei nach Europa 

geflüchtet. Er sei damals zirka (…) Jahre alt gewesen. 2016 sei er in einem 

Lastwagen versteckt nach E.______ gereist und alleine wieder nach Ma-

rokko zurückgekehrt. Anfang 2018 habe er Marokko alleine verlassen, er 

sei mit dem Schiff F.______ gelangt und in G.______ eingereist. Dann sei 

er nach H.______ gegangen, wo er gearbeitet habe. Anschliessend sei er 

über I.______ nach J.______ gereist, habe sich in einem Lastwagen ver-

steckt und sei 2020 bis nach Italien gefahren. Dort sei er wegen einem 

Raubüberfall inhaftiert worden, er sei aber unschuldig gewesen. In der 

Schweiz habe er eine Person begleitet und die Polizei habe gesagt, dass 

diese ein Handy und eine Kette gestohlen habe. Er sei als Mittäter betrach-

tet worden, sei aber unschuldig. 

D-2448/2025 

Seite 3 

Dem Beschwerdeführer wurde vom SEM eröffnet, dass Zweifel an seinen 

Altersangaben bestünden, weshalb bei ihm eine medizinische Altersabklä-

rung durchgeführt werde. 

Am 17. Juni 2024 wurden dem Beschwerdeführer vom SEM Zusatzfragen 

zur beabsichtigten Altersabklärung gestellt. 

A.c Gemäss einem Kurz-Austrittsbericht der (…) vom 6. Juli 2024 wurde 

ihr der Beschwerdeführer am 5. Juli 2024 aufgrund akuter Sui-zidalität und 

massiver Drogenintoxikation notfallmässig zugewiesen. Er befinde sich 

seit ungefähr fünf Monaten in der Schweiz und habe zuvor über drei Jahre 

in Italien gewohnt. Dort sei er aufgrund diverser Drogendelikte immer wie-

der in einem Jugendgefängnis gewesen. Er berichte von diversen Trau-

mata, möchte aber nicht näher darauf eingehen. Er habe von Beginn an 

die Entlassung gefordert und keine Behandlungsmotivation gezeigt. Diag-

nostiziert wurden bei ihm psychische und Verhaltensstörungen durch mul-

tiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen: 

Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F19-1). 

A.d Das SEM wandte sich am 15. Juli 2024 über die zugewiesene Rechts-

vertretung an den Beschwerdeführer. Es teilte ihm mit, dass es verpflichtet 

sei, bei unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden besondere Massnah-

men zu deren Schutz zu ergreifen, weshalb vorgängig die Minderjährigkeit 

zu prüfen sei. Den Akten seien unterschiedliche Angaben zu seiner Her-

kunft und seinem Geburtsdatum zu entnehmen und seine Erläuterungen 

zu seinem Leben vor seiner Ausreise seien vage, wenig substantiiert und 

teilweise widersprüchlich gewesen. Am 11. Juli 2024 sei er zu einer medi-

zinischen Altersabklärung am Institut für Rechtsmedizin (IRM) in K.______ 

aufgeboten worden. Dieser Untersuchung sei er ohne Erklärung fernge-

blieben. Aufgrund der Aktenlage sei davon auszugehen, dass er seine Mit-

wirkungspflicht schuldhaft und grob verletzt habe, weshalb ihm das recht-

liche Gehör gewährt werde (Art. 36 Abs. 1 Bst. c AsyIG). Das SEM gelange 

zum Schluss, dass er die geltend gemachte Minderjährigkeit nicht habe 

glaubhaft machen können, und beabsichtige, sein Geburtsdatum im Zent-

ralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den 1. Januar (…) anzu-

passen. Dem Beschwerdeführer wurde zur Einreichung einer Stellung-

nahme Frist bis zum 18. Juli 2024 gesetzt. 

A.e Mit Schreiben vom 18. Juli 2024 teilte die Rechtsvertretung mit, der 

Beschwerdeführer sei seit dem 16. Juli 2024 als «verschwunden» gemel-

det. Seit der Erstbefragung UMA habe sie keinen Kontakt mehr mit ihm. 

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Seite 4 

Ein beratendes Gespräch habe nie stattgefunden. Daher sei es ihr nicht 

möglich, sich zur ZEMIS-Altersanpassung, zu allfälligen Asylgründen und 

Vollzughindernissen bei einer Wegweisung in den Heimatstaat zu äussern. 

Zu berücksichtigen sei, dass gemäss dem ärztlichen Bericht vom 5. Juli 

2024 beim Beschwerdeführer der Verdacht auf eine psychiatrische Grun-

derkrankung bestehe. Unter anderem seien selbstverletzendes Verhalten 

mit multiplen Narben am ganzen Körper, regelmässiger Substanzkonsum 

(Pregabalin, Alkohol, Kokain) und mangelnde Compliance mit Regeln, 

Schul- und Arztbesuchen im Asylzentrum festgestellt worden. Die Rechts-

vertretung beantrage, dass neue Termine für eine medizinische Altersab-

klärung und eine Anhörung zu den Asylgründen angesetzt würden. 

A.f Mit Entscheid über die Änderung von Personendaten vom 24. Juli 2024 

verfügte das SEM, dass die Personendaten des Beschwerdeführers im 

ZEMIS fortan A.______, geboren (…), Marokko, alias A.______, geboren 

(…), Marokko, alias L.______, geboren (…), Algerien, alias M.______, ge-

boren (…), Marokko, alias N.______, geboren (…), Marokko, alias 

O.______, geboren (…), Algerien, lauten würden. Dem Beschwerdeführer 

würden die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis bezie-

hungsweise die Auszüge dieser Akten, auf die sich die vorliegende Verfü-

gung stütze, ausgehändigt. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Ver-

fügung werde die aufschiebende Wirkung entzogen. 

B.  

B.a Das SEM schrieb das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 

23. Mai 2024 gestützt auf Art. 8 Abs. 3bis AsyIG am 24. Juli 2024 als gegen-

standslos geworden ab, weil er den Asylbehörden in einem Zentrum des 

Bundes ohne triftigen Grund während mehr als 5 Tagen nicht zur Verfü-

gung gestanden habe. Er habe die ihm zugewiesene Unterkunft am 19. Juli 

2024 verlassen und sei seither nicht mehr zurückgekehrt. 

B.b Der Beschwerdeführer ersuchte das SEM mit Eingabe vom 31. Januar 

2025 um die Wiederaufnahme seines Asylverfahrens. Aufgrund von finan-

ziellen Schwierigkeiten seiner Familie, habe er von Schleusern Geld gelie-

hen, die es nach einer gewissen Zeit hätten zurückhaben wollen. An-

schliessend sei er mit dem Tod bedroht worden und habe sich entschieden, 

Marokko zu verlassen. In Italien hätten ihn die Schleuser aufgespürt und 

auf ihn geschossen. Aus Furcht um sein Leben sei er in die Schweiz geflo-

hen. Falls er nach Marokko zurückgehe, würde er bis zum Tod gefoltert 

werden. 

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Seite 5 

B.c Mit Entscheid vom 10. Februar 2025 nahm das SEM das Asylverfahren 

des Beschwerdeführers wieder auf. 

C.  

C.a Das SEM hörte den Beschwerdeführer am 19. März 2025 in der Jus-

tizvollzugsanstalt P.______ in Anwesenheit der zugewiesenen Rechts-ver-

tretung zu seinen Asylgründen an. Er machte im Wesentlichen geltend, er 

habe seit seiner Geburt bis 2013 in B.______ gelebt und sei dann nach 

Q.______ gezogen. Nach einer gewissen Zeit sei er nach B.______ zu-

rückgekehrt, wo er bis zur Ausreise im Jahr 2016 geblieben sei. Seine El-

tern lebten immer noch dort und führten ein einfaches Leben. Einer seiner 

Brüder sei behindert, die anderen drei arbeiteten zeitweise. Er verfüge über 

keine Ausweispapiere. Die Schule habe er drei Jahre besucht, danach 

habe er gearbeitet. «Leute» in Marokko hätten gesagt, sie würden ihm 

beim Finden einer Arbeit helfen, falls er zu ihnen nach Italien komme. Damit 

hätte er seinem kranken Bruder und seiner kranken Grossmutter helfen 

können. Man habe ihm geholfen, F.______ zu gelangen, von wo aus er 

nach J.______ gereist sei. Dort hätte er die bisherigen Reisekosten bezah-

len sollen. Als er in Italien angekommen sei, habe er gemerkt, dass es die 

ihm versprochene Arbeit nicht gegeben habe. Er sei zu einem Wald ge-

bracht worden und hätte beim Verkauf von Kokain mit den Leuten zusam-

menarbeiten sollen. In Marokko habe er nur einmal Probleme mit den Be-

hörden gehabt. Zirka elf Jahre vor seiner Ausreise – er sei (…) gewesen – 

habe er mit jemandem Streit gehabt und ihn geschlagen. Er sei festgenom-

men und sechs Monate inhaftiert worden. Er wisse nicht, was ihn bei einer 

Rückkehr nach Marokko erwarte. In der letzten Zeit sei einer seiner Brüder 

mit einem Auto angefahren worden. Er habe ein Problem mit der Bande, 

die ihn nach Italien gebracht habe. Sie seien Drogenhändler und arbeiteten 

als Schlepper. Jemand von ihnen werde mit dem Namen «R.______» ge-

rufen. Die marokkanischen Behörden könnten ihm keinen Schutz vor die-

ser Person gewähren. Dieser Mann habe gesagt, sie seien bereit, ihn nach 

Italien zu bringen und die Operation seines Bruders zu finanzieren, falls er 

dort mit ihnen zusammenarbeite. Als er in Italien gewesen sei, hätten sie 

ihn am rechten Bein angeschossen und an der linken Schläfe mit einem 

Eisenstück verletzt. Er schulde diesen Männern 80 000 Euro. Er habe sie 

im Hafen kennengelernt, wo es «Security-Männer» gebe, die für diese 

Gruppe arbeiten würden. Diese hätten ihn direkt zu einem Boot gebracht. 

Als er in Italien angekommen sei, habe man ihn zu einem Haus gebracht, 

in dem ein Homosexueller gelebt habe. Als sie einmal zusammen gewesen 

seien, habe er ihm (dem Beschwerdeführer) die Hose ausziehen wollen. 

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Seite 6 

Er sei 15 Tage bei dieser Gruppe geblieben, dann hätten sie ihn geschla-

gen und er sei weggegangen. 

C.b Die Rechtsvertretung wandte sich mit E-Mail vom 20. März 2025 an 

das SEM und teilte mit, vor dem Hintergrund der Aussagen des Beschwer-

deführers werde beantragt, dass dessen Eigenschaft als Opfer von Men-

schenhandel festzustellen sei. Es sei ihm die 30-tägige Bedenk- und Erho-

lungszeit zu gewähren. 

C.c Das SEM händigte der Rechtsvertretung am 26. März 2025 einen Ent-

scheidentwurf zur Stellungnahme aus. Die Rechtsvertretung übermittelte 

dem SEM am folgenden Tag ihre Stellungnahme. 

D.  

Mit am gleichen Tag eröffneter Verfügung vom 28. März 2025 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch vom 23. Mai 2024 ab, verfügte die Wegweisung 

aus der Schweiz und stellte fest, er sei verpflichtet, das Staatsgebiet der 

Schweiz und den Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft 

der Verfügung zu verlassen. Dies zur Rückreise in seinen Heimat- bezie-

hungsweise Herkunftsstaat oder zur Weiterreise in ein Land, das sich aus-

serhalb des Schengen-Raums befinde und in dem er aufgenommen 

werde. Wenn er seiner Verpflichtung nicht innert Frist nachkomme, könne 

die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden. Es beauftragte den Kan-

ton S.______ mit dem Vollzug der Wegweisung und ordnete die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Be-

schwerdeführer an. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung 

entzog es die aufschiebende Wirkung. 

E.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 8. April 2025 erhob der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde. In dieser wurde beantragt, die Verfügung des SEM vom 

28. März 2025 aufzuheben und das SEM anzuweisen, die Flüchtlingsei-

genschaft des Beschwerdeführers anzuerkennen und ihm Asyl zu gewäh-

ren, beziehungsweise, die Verfügung sei in den Dispositivziffern 3, 4, 5 und 

7 aufzuheben und das SEM anzuweisen, den Beschwerdeführer aufgrund 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufzu-

nehmen. Eventualiter sei die Verfügung vollständig aufzuheben und die 

Sache sei zur rechtsgenüglichen Begründung sowie zur vollständigen und 

richtigen Sachverhaltsfeststellung an das SEM zurückzuweisen. Es sei 

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anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer ein Opfer von Menschenhan-

del sei und es seien ihm die daraus resultierenden Rechte zu gewähren. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde weiter beantragt, der Beschwerde 

sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, es sei dem Beschwerdeführer 

die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses zu verzichten. 

F.  

Das Bundesverwaltungsgericht setzte den Wegweisungsvollzug am 

10. April 2025 per sofort einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um 

eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). 

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Seite 8 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM begründet seinen Entscheid damit, aufgrund der Aussagen 

des Beschwerdeführers hätten nicht Verfolgung, sondern ökonomische 

Gründe ihn zum Verlassen Marokkos bewogen. Seine Probleme mit den 

Leuten von «R._______» hätten erst in Italien begonnen. Offenbar habe er 

mit diesen einen Deal abgeschlossen, bei dem diese für seine Ausreise 

nach Italien sorgen würden, wogegen er dort für sie arbeiten würde und so 

seine Familie unterstützen könne. Das SEM gehe nicht von einem Fall von 

Menschenhandel aus. Der Beschwerdeführer scheine vor der Ausreise ge-

wusst zu haben, auf wen er sich einlasse, da er angegeben habe, im Süden 

Marokkos würden viele Schlepper für diesen Mann arbeiten. Die Leute 

seien für die Operation seines Bruders aufgekommen, als er noch in Ma-

rokko gewesen sei. Es weise nichts darauf hin, dass er in Italien gefangen 

gehalten und zur kriminellen Arbeit gezwungen worden sei. Er sei im 

Mai 2024 in die Schweiz gekommen, wo er bald und mehrfach mit delin-

quentem Verhalten auffällig geworden sei; dies, nachdem er in Italien drei 

Jahre im Gefängnis gewesen sei. Zudem handle es sich um einen Konflikt 

privater Natur, der nicht den Verfolgungskriterien von Art. 3 AsylG entspre-

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Seite 9 

che. Für seine Behauptung, der marokkanische Staat sei nicht schutzfähig, 

habe er keinerlei Belege und Begründung vorgebracht. 

In den Aussagen des Beschwerdeführers fielen Inkonsistenzen und Wider-

sprüche auf, sodass sich die Frage aufdränge, wie viele seiner Vorbringen 

zutreffen würden. Aus den Justiz- und Polizeidokumenten und seinen Aus-

sagen gehe hervor, dass er in der Vergangenheit offenbar bewusst unter-

schiedliche Namen, Nationalitäten und Geburtsdaten angegeben habe. 

Hinsichtlich Algerien als Nationalität und (…) als Geburtsjahr habe er ge-

sagt, er wisse nicht, wie die italienischen Behörden darauf gekommen 

seien. Zur Ausreise aus Marokko habe er in der EB angegeben, er sei 2016 

nach E.______ gegangen, aber wieder nach Marokko zurückgekehrt. 2018 

sei er nochmals ausgereist. In der Anhörung habe er gesagt, er sei 2016 

von Q.______ nach B.______ zurückgekehrt und im selben Jahr letztmals 

aus Marokko ausgereist. In der EB habe er gesagt, er habe zwei Brüder, 

von denen der eine gleich heisse wie er und sein Zwillingsbruder sei, wäh-

rend er in der Anhörung behauptet habe, vier Brüder zu haben, deren Alter 

er nicht kenne. In der EB habe er gesagt, seine Geburtsurkunde sei bei 

seiner Mutter, in der Anhörung haben er angegeben, er habe gar keine sol-

che. In der Anhörung habe er vorgebracht, er sei in Marokko während 

sechs Monaten in Haft gewesen, als er etwa (…) oder (…) Jahre alt gewe-

sen, dies habe sich etwa elf Jahre vor seiner Ausreise zugetragen. Rechne 

man mit diesen Angaben, müsste er zum Zeitpunkt der Ausreise ungefähr 

(…) Jahre alt gewesen und bei einem Ausreisejahr von 2016 oder 2018 in 

der (…) geboren worden sein. In der EB habe er behauptet, zum Zeitpunkt 

der Ausreise etwa (…) Jahre alt gewesen zu sein. 

Seine Aussagen zur Haft in Italien und deren Gründen stimmten nicht über-

ein. In der EB habe er gesagt, er sei dort mit Gefängnis bestraft worden, 

weil man seine Altersangaben nicht akzeptiert und behauptet habe, er 

stamme aus Algerien. Später habe er gesagt, er sei dort wegen eines 

Raubüberfalls drei Jahre in Haft gewesen. Dem Bericht der (…) zufolge 

habe er drei Jahre in Italien verbracht und sei aufgrund diverser Drogende-

likte immer wieder im Gefängnis gewesen. In der EB habe er die Männer 

von «R._______» nie erwähnt; Probleme scheine er in Italien aus-schliess-

lich mit Polizei und Behörden gehabt zu haben. Seine kurze Antwort, er sei 

allein aus Marokko ausgereist, weise nicht auf eine spezielle Beziehung zu 

seinen Schleppern hin. 

Aufgrund der zahlreichen Widersprüche und willkürlich gewählt scheinen-

den Angaben zu verschiedenen Aspekten seiner Biografie und seiner 

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Seite 10 

Asylgründe im Laufe der Befragungen scheine es ein offensichtliches Mus-

ter des Aussageverhaltens des Beschwerdeführers zu sein, wie er Fragen 

zu seiner Person beantworte. Im Wiederaufnahmegesuch vom 31. Januar 

2025 habe er geschrieben, er habe sich von den Schleppern Geld geliehen 

und erst dann beschlossen, Marokko zu verlassen, als diese ihr Geld zu-

rückgewollt und ihn mit dem Tod bedroht hätten. In der Anhörung habe er 

gesagt, in Marokko seien diese Leute noch nett mit ihm gewesen, erst in 

Italien hätten die Probleme begonnen. Zudem habe er angegeben, man 

habe ihm kein Geld gegeben. Seine Geschichte um die Probleme mit der 

Bande von «R._______» seien unglaubhaft und im Wesentlichen erfun-

den, womit das SEM die Behauptung von Menschenhandel im Zusammen-

hang mit Art. 7 AsylG von der Hand weise. Es gebe keine glaubhaften An-

haltspunkte für die Annahme, dass er Opfer von Menschenhandel gewor-

den sei. Im Schreiben der Rechtsvertretung werde erwähnt, dass er sich in 

Italien vom Ort habe absetzen können, wo er untergebracht gewesen sei, 

was bedeute, dass er weder eingeschlossen noch gefangen gehalten wor-

den sei. Die Behauptung im Schreiben, er sei über einen Containerhafen 

nach Italien gebracht worden, decke sich nicht mit seinen früheren Aussa-

gen. 

Der Beschwerdeführer habe keine Beweismittel zu seinen Behauptungen 

eingereicht. Die gezeigten Narben sagten nichts über die Ursache der Ver-

letzungen und die Geschehnisse aus, in deren Zusammenhang sie ent-

standen seien. 

Das SEM lehne auch den Antrag des Rechtsvertreters auf eine medizini-

sche Abklärung des Beschwerdeführers ab. Er könne sich selbständig 

beim medizinischen Personal der Haftanstalt melden. Bisher scheine er 

sich nicht darum bemüht zu haben. Aus Sicht des SEM sei der Sachverhalt 

erstellt. 

5.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, es sei glaubhaft, dass die 

vom Beschwerdeführer erwähnte kriminelle Organisation von T.______ im 

Menschenhandel tätig sei. Das SEM habe es versäumt, weitere Informati-

onen einzuholen. Aus seinen Äusserungen gehe hervor, dass die «Bande» 

ihm offeriert habe, für die Kosten der Operation seines Bruders aufzukom-

men. Als Gegenleistung hätte er in Italien Drogen verkaufen und dem 

Mann, bei dem er gewohnt habe, sexuell zu Diensten sein sollen. Als er 

sich geweigert habe, sei er geschlagen worden. Als Beweis habe er Nar-

ben vorgezeigt. Es sei eindeutig erkennbar, dass seine Vorbringen sich un-

ter die Definition des Menschenhandels, so wie das SEM diesen Begriff 

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Seite 11 

verwende, subsumieren lasse. Es sei nicht nachvollziehbar, wie das SEM 

im angefochtenen Entscheid zum Schluss gelange, dass keine solche Si-

tuation vorliege. Mit der nicht rechtsgenüglich begründeten Schlussfolge-

rung verletze das SEM das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers, den 

Grundsatz von Treu und Glauben sowie die Untersuchungsmaxime. Als 

Fazit sei der Beschwerdeführer nach der vom SEM verwendeten Definition 

als Opfer von Menschenhandel zu qualifizieren und die vom SEM selbst 

vorgesehenen Massnahmen für Fälle von Menschenhandel seien umzu-

setzen. 

Mit dem angefochtenen Entscheid würden die Untersuchungsmaxime so-

wie diverse Verfahrensgarantien verletzt, die in der Bundesverfassung ver-

ankert seien. Die Vorbringen des Beschwerdeführers seien mehrfach 

falsch zitiert und falsch bewertet worden. Aus dem Entscheid gehe hervor, 

dass er auf Akten der Strafverfahren beruhe, in welche die Verteidigung 

keine Einsicht erhalten habe. Die Akte 15 werde als «Strafbefehl vom 

23.05.2024 Kapo (…)» bezeichnet, die keine Kompetenz habe, Strafbe-

fehle auszustellen. Die Rechtsvertretung könne aus den zur Verfügung ge-

stellten Akten auch nicht nachvollziehen, ob die Einträge zu den anderen 

Justiz- und Polizeidokumenten korrekt seien. Hinsichtlich der ihm vorge-

worfenen unterschiedlichen Angaben zur Identität sei festzuhalten, dass er 

im Asylverfahren unter seiner richtigen Identität aufgetreten sei. Hinsicht-

lich seiner Angaben zur letzten Ausreise aus Marokko sei darauf hinzuwei-

sen, dass geringe Abweichungen in den Aussagen sogar eher für deren 

Glaubhaftigkeit sprechen würden. Für tatsächliche oder vermeintliche Wi-

dersprüche könne es viele Erklärungen geben. Es könne sich um Überset-

zungsfehler handeln, der Drogenkonsum könne die Leistungen des Ge-

dächtnisses beeinträchtigt haben, es könnten Konzentrationsfehler vorge-

legen haben oder Ereignisse könnten verwechselt worden sein. 

Aus dem Protokoll der EB gehe nicht hervor, dass der Beschwerdeführer 

gefragt worden sie, wie viele Brüder er habe, oder dass er behauptet habe, 

nur zwei Brüder zu haben. Das Protokoll sei so zu verstehen, dass er Kon-

takt zu zwei in Marokko lebenden Brüdern habe. In der Anhörung sei er 

gefragt worden, wie seine Brüder hiessen und nicht, mit welchen Brüdern 

er in Kontakt stehe. Das SEM habe sein Geburtsdatum auf den (…) fest-

gesetzt. Seine Angaben zum Ausreisedatum sowie diverse andere Zeitan-

gaben habe es nicht bestritten, weshalb anzunehmen sei, es gehe davon 

aus, dass er bei seiner Ausreise (…) Jahre alt gewesen sei. Dies spreche 

auch dafür, dass er als Opfer von Menschenhandel anzuerkennen sei. In 

Marokko könnten Eltern Geburtsurkunden für ihre Kinder ausstellen 

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lassen, was für den Schulbesuch wichtig sein könne. Es sei an-zunehmen, 

dass für ihn eine solche ausgestellt worden sei, die möglicherweise verlo-

ren gegangen sei. Das SEM habe auch hier den Sachverhalt nicht zu eru-

ieren versucht. Wenn das angegebene Ausreisedatum sowie das ange-

passte Alter stimmen würden, sei der Beschwerdeführer (…) Jahre alt ge-

wesen, als er von der Bande nach Italien gebracht worden sei. Die vom 

SEM angestrengten Rechenkünste seien fehlerhaft. Bezüglich der Inhaf-

tierung in Italien zitiere das SEM vermeintliche Widersprüche, ohne sich 

wirklich um die Aufklärung des Sachverhalts zu bemühen. Aus dem Ge-

samtkontext gehe hervor, dass er in Italien unter der Nebenidentität 

U.______, geboren (…), Algerien, inhaftiert gewesen sei. Er wisse nicht, 

weshalb ihm diese Identität zugeordnet worden sei. Er habe darauf verwie-

sen, dass er offensichtlich nicht (…) geboren sein könne, weil seine Mutter 

den Jahrgang (…) habe. Er behaupte nicht, dass er mit Gefängnis bestraft 

worden sei, weil man sein Alter oder Geburtsjahr nicht akzeptiert, sondern 

den Hinweis auf sein tatsächliches Alter im Sinne eines Entlastungsbewei-

ses in Bezug auf die Identität nicht beachtet habe. In der EB sei nie nach 

den Männern um «(…).» gefragt worden. Angesichts der Gefährlichkeit der 

Bande sei plausibel, dass er diese nicht bei seinem ersten Gespräch mit 

dem SEM erwähnt habe, sondern sich dies habe gründlich überlegen wol-

len. Was sein Verhältnis zu den Schleppern angehe, so habe er gesagt, 

dass er in Marokko noch nicht geschlagen worden sei. Seine Aussagen 

würden erst widersprüchlich, wenn das SEM ihm die Deutungshoheit für 

Begriffe wie «noch nett» entreisse und mit selbst gewählten Begriffsinhal-

ten fülle. 

Aus der Tatsache, dass es dem Beschwerdeführer gelungen sei, sich der 

Bande zu entziehen, schliesse das SEM, dass er in Italien «weder einge-

schlossen noch gefangen gehalten worden sei». Eingeschlossen-Sein 

oder Gefangengehalten-Werden seien keine notwendigen Voraussetzun-

gen, um als Opfer von Menschenhandel zu gelten. Insoweit sei die 

Schlussfolgerung des SEM unzulässig. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

 

D-2448/2025 

Seite 13 

6.2  

6.2.1 Einleitend ist festzustellen, dass die Identität des Beschwerdeführers 

nicht (rechtsgenüglich) feststeht, da er bisher keinerlei Reise- oder Identi-

tätspapiere (vgl. Art. 1a Bst. b und c der Asylverordnung 1 über Verfahrens-

fragen [AsylV1; SR 142.311]) einreichte. 

6.2.2 In der EB gab der Beschwerdeführer an, er habe ein Dokument in 

seiner Hosentasche, gemäss dem er aus Marokko und (…) geboren sei. 

Gefragt, ob er es zeigen könne, antwortete er, er habe es 2021 verloren. 

Auf Nachfrage erklärte er, er kenne sein Geburtsdatum aus dem Zivilregis-

terauszug, von dem er in der Heimat vielleicht eine Kopie bestellen könne. 

Kurz darauf versicherte er, er könne eine Fotokopie des Zivilregisteraus-

zugs beschaffen, auf der das Geburtsdatum und der Name der Eltern ste-

hen würden. Im Weiteren führte er aus, es gebe eine Geburtsurkunde, die 

sich bei seiner Mutter in Marokko befinde. Er wurde aufgefordert, diese so 

rasch wie möglich einzureichen (vgl. SEM-act. […]-11/12 Ziff. 1.06 und 

4.04). In der Anhörung wurde der Beschwerdeführer darauf angesprochen, 

dass er in der EB gebeten worden sei, dem SEM schnellstmöglich die er-

wähnte Geburtsurkunde einzureichen. Darauf antwortete er, er habe keine 

Ausweispapiere und habe auch keine Geburtsurkunde gehabt (vgl. SEM-

act. […]-44/11 F36 f.). Die diametral voneinander abweichenden Aussagen 

des Beschwerdeführers zum Vorhandensein einer Geburtsurkunde bezie-

hungsweise eines Zivilregisterauszugs erwecken ernsthafte Zweifel an sei-

ner persönlichen Glaubwürdigkeit. 

6.3  

6.3.1 Der Beschwerdeführer hielt auf dem Personalienblatt fest, er sei am 

(…) geboren worden (vgl. SEM-act. […]-1/2). Auf dem Formular «Questi-

onnaire Europa» schrieb er, er habe Marokko am 29. November 2018 ver-

lassen und sei am folgenden Tag in Italien eingetroffen (vgl. SEM-act. […]-

2/1). In der EB bestätigte der Beschwerdeführer, er sei am (…) geboren 

worden (vgl. SEM-act. […]-11/12 Ziff. 1.06). Er führte aus, er habe nach 

vier Jahren Schulbesuch drei Jahre lang gearbeitet und sich dann in einem 

Lastwagen versteckt, um nach Europa zu gelangen. Er sei bei der Ausreise 

zirka (…) Jahre alt gewesen (vgl. SEM-act. […]-11/12 Ziff. 1.17.04 f.). 

Ebenfalls in der EB gab er an, er sei Anfang 2018 aus Marokko ausgereist. 

Er sei mit dem Schiff F.______ gereist und in G.______ «gelandet». Er sei 

nach H.______ gegangen, wo er gearbeitet habe. Danach sei er nach 

I.______ und J.______ weitergereist, wo er sich in einem Lastwagen ver-

steckt habe, in dem er nach Italien gereist sei. Auf Nachfrage gab er an, er 

sei 2020 in Italien eingetroffen (vgl. SEM-act. […]-11/12 Ziff. 5.01). In der 

D-2448/2025 

Seite 14 

Anhörung sagte der Beschwerdeführer, er habe Marokko im Jahr 2016 ver-

lassen (vgl. SEM-act. […]-44/11 F26). Des Weiteren schilderte er, Nach-

barn hätten seinem kranken Bruder geholfen. Sie hätten ihm (dem Be-

schwerdeführer) geholfen, B.______ illegal zu verlassen und F.______ zu 

reisen. Dort habe er Marokkaner getroffen, die ihm geholfen hätten, nach 

J.______ zu gehen (vgl. SEM-act. […]-44/11 F56). Ebenfalls in der Anhö-

rung gab er an, er habe in Marokko zirka elf Jahre vor seiner Ausreise 

Probleme mit den Behörden gehabt, weil er jemanden geschlagen habe. 

Er sei damals (…) oder (…) Jahre alt gewesen und habe sechs Monate in 

Haft bleiben müssen (vgl. SEM-act. […]-44/11 F61–F66). Der Beschwer-

deführer gab nicht übereinstimmend an, in welchem Jahr er Marokko ver-

lassen habe und wie alt er damals gewesen sei. Seinen Aussagen gemäss 

wäre er beim Verlassen der Heimat (…), (…) oder (…) Jahre alt gewesen. 

Gestützt auf seine Aussage, er sei (…) oder (…) Jahre alt gewesen, als er 

in Marokko zirka elf Jahre vor seiner Ausreise sechs Monate lang inhaftiert 

gewesen sei, wäre davon auszugehen, dass er im Zeitpunkt der Ausreise 

ungefähr (…)- oder (…)-jährig gewesen wäre. In diesem Fall wäre er (…) 

oder (…) geboren worden. Des Weiteren schilderte er auch die Modalitäten 

seiner Reise nach Italien nicht übereinstimmend. Gemäss den Angaben 

auf dem «Questionnaire Europa» wäre er am 30. November 2018 nach 

einem Reisetag in Italien eingetroffen, was sich nicht mit seinen Aussagen 

bei der EB, er sei dort nach Aufenthalten in F.______, I.______ und 

J.______ 2020 angekommen, in Einklang bringen lässt. Diese in weiten 

Teilen ungereimten beziehungsweise widersprüchlichen Aussagen des Be-

schwerdeführers erwecken erhebliche Zweifel an deren Glaubhaftigkeit. 

6.4 In der EB führte der Beschwerdeführer aus, die Italiener hätten seine 

Angabe, er sei (…) geboren worden, nicht akzeptiert und deswegen sei er 

mit Gefängnis bestraft worden (vgl. SEM-act. […]-11/12 Ziff. 1.06). Im wei-

teren Verlauf der EB gab er an, er sei in Italien drei Jahre lang im Gefängnis 

gewesen. Sie hätten von einem Raubüberfall gesprochen, es habe aber 

weder ein Opfer noch eine Waffe gegeben, er sei unschuldig gewesen (vgl. 

SEM-act. […]-11/12 Ziff. 5.02). Dem Kurz-Austrittsbericht der (…) vom 

6. Juli 2024 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ein-

reise in die Schweiz über drei Jahre in Italien «gewohnt» habe. Aufgrund 

diverser Drogendelikte sei er immer wieder im Gefängnis beziehungsweise 

in einem Jugendgefängnis gewesen. Der Beschwerdeführer räumte somit 

übereinstimmend ein, dass er in Italien inhaftiert wurde, äusserte sich hin-

gegen in unterschiedlicher Weise zum Grund seiner Inhaftierung. 

 

D-2448/2025 

Seite 15 

6.5  

6.5.1 In seinem Schreiben an das SEM vom 31. Januar 2025 (Wiederauf-

nahmeersuchen) machte der Beschwerdeführer geltend, er habe wegen 

finanzieller Probleme seiner Familie von Schleusern Geld geliehen. Als 

diese es hätten zurückhaben wollen und er nicht habe zahlen können, sei 

er mit dem Tod bedroht worden. Er habe sich entschieden, Marokko zu 

verlassen. Die Schleuser hätten ihn in Italien aufgespürt und auf ihn ge-

schossen. Aus Furcht um sein Leben, sei er in die Schweiz geflohen (vgl. 

SEM-act. […]-38/3). In der Anhörung brachte er vor, «Leute» hätten ihn 

unter dem Versprechen, sie hätten Arbeit für ihn, nach Italien gelockt. Er 

habe seine Heimat verlassen, um seine finanzielle Situation zu verbessern 

und seiner Familie helfen zu können. Die Leute, die ihm Hilfe angeboten 

hätten, seien Drogenhändler und Schlepper. Einer von ihnen werde «(…)» 

gerufen, er sei in Marokko ein «grosser Name» und habe für ihn die Schlep-

per organisiert. Dieser Mann habe gesagt, sie wären bereit, die Operation 

seines Bruders zu finanzieren, falls er in Italien mit ihnen zusammenar-

beite. Die Probleme mit dieser Bande hätten erst in Italien begonnen. In 

Marokko habe er von ihnen kein Geld erhalten, er hätte in Europa zuerst 

für sie arbeiten müssen. Er habe diese Leute im Hafen kennengelernt und 

sei von «Security-Männern» zu einem Boot gebracht worden (vgl. SEM-

act. […]-44/11 F57 f, F73, F76–F80, F88 f., F91). Der Beschwerdeführer 

gab in der Anhörung einerseits an, Nachbarn hätten ihm geholfen, Marokko 

zu verlassen und nach Europa zu reisen (vgl. E. 6.3.1). Anderseits behaup-

tete er, eine Bande um einen gewissen «(…)» habe ihn nach Italien ge-

bracht, damit er für sie Drogen verkaufe. Im Wiederaufnahmegesuch führte 

er aus, er habe sich von Schleusern Geld geliehen, die es hätten zurück-

haben wollen. Da er nicht habe zahlen können, hätten sie ihm mit dem Tod 

gedroht, weshalb er Marokko verlassen habe. Seine Gläubiger hätten ihn 

in Italien aufgespürt und verletzt. In der Anhörung sagte er im Gegensatz 

dazu aus, er habe in Marokko von den Schleusern/Drogenhändlern noch 

kein Geld erhalten und sei von diesen nach Italien gebracht worden. Die 

Angaben des Beschwerdeführers weichen diametral voneinander ab. Des 

Weiteren erscheint die Angabe des Beschwerdeführers, der Chef einer 

Bande, die mit Drogenhandel und Schlepperei Geld verdiene, würde per-

sönlich mit einem Kind «einen Deal» vereinbaren, abwegig und damit un-

glaubhaft. 

6.5.2 Das Verhalten des Beschwerdeführers spricht nicht dafür, dass er 

sich vor einer Bande von Drogenhändlern fürchten musste. Obwohl er von 

dieser Bande verletzt und mit dem Tod bedroht worden sei, suchte er bei 

den italienischen Behörden nicht um Schutz vor Verfolgung nach (vgl. 

D-2448/2025 

Seite 16 

SEM-act. […]-11/12 Ziff. 5.02). In der EB erwähnte er die Probleme, die ihn 

zum Verlassen Marokkos bewogen hätten beziehungsweise, die ihm erst 

in Italien erwachsen seien (Drohungen durch eine Bande von Drogenhänd-

lern) mit keinem Wort. Die zugewiesene Rechtsvertretung teilte dem SEM 

am 18. Juli 2024 mit, der Beschwerdeführer sei seit dem 16. Juli 2024 als 

«verschwunden» gemeldet (vgl. SEM-act. […]-22/2). Am 25. Juli 2024 

schrieb das SEM sein Asylgesuch vom 23. Mai 2024 als gegenstandslos 

geworden ab (vgl. SEM-act. […]-28/3). Der Beschwerdeführer sah sich erst 

veranlasst, Ende Januar 2025 beim SEM um Schutz vor einer Verbrecher-

bande nachzusuchen, als er in der Schweiz inhaftiert wurde. Dieses Ver-

halten des Beschwerdeführers bestätigt die Zweifel an der Glaubhaftigkeit 

seiner Verfolgungsvorbringen. 

6.5.3 Aufgrund des vorstehend Gesagten besteht keine Veranlassung, bei 

Interpol Berichte zur Organisation von T.______ einzuholen. Der entspre-

chende Antrag (vgl. Beschwerde Ziff. 3.1) ist abzuweisen. 

6.6  

6.6.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer 

habe den Dolmetscher nicht immer verstanden. Bereits bei der Anhörung 

sei erkennbar gewesen, dass der Dolmetscher gelegentlich habe nachfra-

gen müssen, um mehr Klarheit in die Aussagen zu bringen. Es existierten 

signifikante Unterschiede zwischen dem maghrebinischen Arabisch und 

dem irakischen Arabisch (des Dolmetschers bei der Anhörung). 

6.6.2 Der Beschwerdeführer wurde in der Anhörung nach der Begrüssung 

und Einleitung gefragt, wie er die dolmetschende Person verstehe. Er ant-

wortete, er verstehe sie perfekt und gut und habe alle Punkte der Einleitung 

verstanden. Bei Abschluss der Anhörung bestätigte er, dass ihm das Pro-

tokoll Satz für Satz vorgelesen und in eine ihm verständliche Sprache über-

setzt worden sei. Das Protokoll sei vollständig und entspreche seinen 

freien Äusserungen (vgl. SEM-act […]-44/11 F1, F17 bzw. S. 11). Er 

brachte während der Rückübersetzung keinerlei Korrekturen an. Auch bei 

der EB erklärte der Beschwerdeführer, er habe alle Punkte der Einleitung 

verstanden und verstehe die dolmetschende Person gut (vgl. SEM-act. 

[…]-11/12 S. 2 und S. 10). 

6.6.3 Vor diesem Hintergrund erweist sich die Behauptung in der Be-

schwerde, der Beschwerdeführer habe den Dolmetscher nicht immer ver-

standen, als nicht stichhaltig. Dass der Dolmetscher manchmal habe nach-

fragen müssen, um mehr Klarheit in die Aussagen zu bringen, muss nicht 

D-2448/2025 

Seite 17 

in sprachlichen Missverständnissen begründet liegen. Vorliegend sind die 

Nachfragen vielmehr auf das Aussageverhalten des Beschwerdeführers 

zurückzuführen. Der Antrag, es sei ein sprachwissenschaftliches Gutach-

ten zu den Unterschieden zwischen maghrebinischem und irakischem Ara-

bisch zu erstellen (vgl. Beschwerde Ziff. 2 S. 4), ist somit abzuweisen. 

6.7  

6.7.1 In der Beschwerde wird darauf hingewiesen, dass der Beschwerde-

führer seit einigen Jahren Medikamente und diverse Rauschmittel miss-

braucht habe, was sich sehr wahrscheinlich auch auf sein Erinnerungsver-

mögen ausgewirkt habe. Man dürfe ihn wegen kleineren Differenzen in sei-

nen Aussagen nicht als vorsätzlichen Lügner bezeichnen. Bei Bedarf könn-

ten weitere medizinische Berichte nachgereicht werden. 

6.7.2 Aufgrund der Akten ist als erstellt zu erachten, dass der Beschwer-

deführer ein Drogenproblem hat (vgl. SEM-act. […]-18/2), weshalb sich die 

Einforderung von weiteren ärztlichen Berichten erübrigt. Entgegen der in 

der Beschwerde vertretenen Auffassung bestehen in den Aussagen des 

Beschwerdeführers jedoch nicht nur kleinere Differenzen. Seine Vorbrin-

gen sind – dies unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen – vielmehr 

in weiten Teilen durch erhebliche Widersprüche gekennzeichnet und teil-

weise sogar diametral widersprüchlich. Die aufgezeigten Widersprüche 

sind in ihrer Gesamtheit weder auf den Zeitablauf zwischen den angebli-

chen Geschehnissen und dem Zeitpunkt der Befragungen noch auf den 

Drogen- und Medikamentenmissbrauch des Beschwerdeführers zurückzu-

führen. 

6.8 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in Einklang mit dem SEM zum 

Schluss, dass den Aussagen des Beschwerdeführers keine glaubhaften 

Hinweise auf Menschenhandel zu entnehmen sind. Das SEM war dem-

nach nicht verpflichtet, das für Fälle, in denen glaubhafte Hinweise auf 

Menschenhandel bestehen, vorgesehene Verfahren durchzuführen. 

6.9 In der Beschwerde wird zu Recht darauf hingewiesen, dass sich das 

SEM in der angefochtenen Verfügung auf Strafakten bezieht, die im Rah-

men der Akteneinsicht nicht ediert wurden. Da die dem SEM übermittelten 

Akten aus mehreren Strafverfahren aus Sicht des Bundesverwaltungsge-

richts für den Ausgang des Verfahrens nicht relevant sind und die Frage, 

ob das SEM einer allfälligen Beschwerde zu Recht die aufschiebende Wir-

kung entzog, angesichts des direkten Entscheids in der Hauptsache, 

D-2448/2025 

Seite 18 

offengelassen werden kann, erübrigen sich weitere Erwägungen zur Frage 

der Akteneinsicht. 

6.10 Insoweit in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Sachverhalt 

sei nicht rechtsgenüglich festgestellt worden und das SEM sei seiner Be-

gründungspflicht nicht nachgekommen, ist festzustellen, dass der Sachver-

halt, soweit dies aufgrund der widersprüchlichen Aussagen des Beschwer-

deführers möglich war, erstellt wurde. Die angefochtene Verfügung ist aus-

führlich begründet und dem Beschwerdeführer beziehungsweise seinem 

Rechtsvertreter war es möglich, sich mit der Begründung in einer ausführ-

lichen Beschwerde auseinanderzusetzen, weshalb das SEM der ihm ob-

liegenden Begründungspflicht nachgekommen ist. Es ist auch nicht ersicht-

lich, inwiefern das SEM gegen das Prinzip von Treu und Glauben verstos-

sen haben sollte. 

6.11 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die wei-

teren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie 

an der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern ver-

mögen. Das SEM hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-

deführers verneint und das Asylgesuch abgelehnt. Da der Sachverhalt 

rechtsgenüglich festgestellt ist und das SEM seiner Begründungspflicht 

nachgekommen ist, besteht keine Veranlassung die Sache an das SEM 

zurückzuweisen, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt da-

bei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

8.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

D-2448/2025 

Seite 19 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.3  

8.3.1 Das SEM weist in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Ma-

rokko ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.3.2 Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Ak-

ten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Aus-

schaffung nach Marokko dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 3 des Übereinkommens gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (Folterkonvention [FoK]; SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste er eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft 

machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche 

Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die 

vom Beschwerdeführer geltend gemachten Probleme mit einer Bande ma-

rokkanischer Drogenhändler und Schlepper haben sich als überwiegend 

unglaubhaft erwiesen, weshalb die in der Beschwerde geäusserte Furcht 

vor Retorsionsmassnahmen dieser Bande unbegründet sind. Auch die all-

gemeine Menschenrechtssituation in Marokko lässt den Wegweisungsvoll-

zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

8.3.3 Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl im Sinne der landes- als auch 

der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4  

8.4.1 In Marokko herrscht weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation all-

gemeiner Gewalt, aufgrund derer die Zivilbevölkerung als konkret gefähr-

det bezeichnet werden müsste. Der Wegweisungsvollzug ist grundsätzlich 

D-2448/2025 

Seite 20 

zumutbar (vgl. Urteil des BVGer D-446/2025 vom 10. Februar 2025 

E. 8.3.1 m.w.H.). 

8.4.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen Mann mit 

einer geringen Schulbildung, der eigenen Angaben gemäss in seiner Ju-

gendzeit mit Hilfsarbeiten Geld verdiente. In B.______ leben seine Eltern 

und Brüder, sodass er über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt (vgl. 

SEM-act. […]-44/11 F28–F34). Er wird nach seiner Rückkehr zumindest in 

der Anfangsphase bei seinen Angehörigen wohnen können. Die geltend 

gemachten gesundheitlichen Probleme (vgl. SEM-act. […]-44/11 F3–F16) 

sind nicht derart schwerwiegend, dass sie in seinem Heimatland nicht be-

handelt werden könnten. Marokko verfügt über ein gut entwickeltes Ge-

sundheitssystem und vor allem in städtischen Zentren über eine genü-

gende Anzahl von Einrichtungen, die auch psychiatrische oder psychologi-

sche Therapien anbieten (vgl. das Urteil des BVGer D-3307/24 vom 

22. August 2024 E. 7.4.4), so dass er bei Bedarf adäquat behandelt wer-

den kann. Insgesamt gesehen ist nicht davon auszugehen, er würde bei 

einer Rückkehr nach Marokko aus wirtschaftlichen, sozialen oder gesund-

heitlichen Gründen in eine existenzielle Notlage geraten. Der Vollzug der 

Wegweisung erweist sich demnach nicht als unzumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allfällig notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Angesichts des direkten Entscheids in der Hauptsache, sind die Ge-

suche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Wie-

derherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen-

standslos geworden. 

D-2448/2025 

Seite 21 

10.2 Die am 10. April 2025 angeordnete Aussetzung des Wegweisungs-

vollzugs ist aufzuheben. 

11.  

11.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

unabhängig von der zu vermutenden prozessualen Bedürftigkeit des Be-

schwerdeführers abzuweisen, da sich die Beschwerdebegehren entspre-

chend den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.‒ 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2448/2025 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Der am 10. April 2025 angeordnete Vollzugsstopp wird aufgehoben. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

Versand: