# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc752d38-0fc2-53a1-b656-13e760faad4b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.01.2012 D-378/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-378-2012_2012-01-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­378/2012

U r t e i l   v om   2 5 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas
mit Zustimmung von Richter Yanick Felley;  
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

Parteien A._______, geboren am _______,
B._______, geboren am _______,
C._______, geboren am _______,
D._______, geboren am _______,
Afghanistan,  
vertreten durch lic. iur. Stephanie Motz, _______, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz,

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren);
Verfügung des BFM vom 11. Januar 2012 / _______.

D­378/2012

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

I.

dass der Beschwerdeführer am 6. Januar 2003 erstmals  in der Schweiz 
um Asyl nachsuchte,

dass  die  Vorinstanz  das  Gesuch  mit  Verfügung  vom  7.  Oktober  2003 
ablehnte  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug 
anordnete,

dass die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) die gegen diesen 
Entscheid  erhobene  Beschwerde  mit  Urteil  vom  4.  Juli  2006 
vollumfänglich abwies,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  ein  Revisionsgesuch  des 
Beschwerdeführers vom 15. Dezember 2006 mit Urteil  vom 13. Februar 
2007 nicht eintrat, 

dass  das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  des  Beschwerdeführers 
vom 27. Juli 2010 mit Verfügung vom 3. August 2010 abwies, 

dass  der  Beschwerdeführer  seit  August  2010  unbekannten  Aufenthalts 
war,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Angaben  im  August  2010 
über  Italien  in  die  Türkei  reiste,  von  wo  er  in  seinen  Heimatstaat 
ausgeschafft worden sei,

II.

dass die Beschwerdeführenden ihr Heimatland gemäss eigenen Angaben 
im  Frühjahr  2011  erneut  verliessen  und  von  Italien  her  kommend  am       
30.  Mai  2011  in  die  Schweiz  gelangten,  wo  sie  am  selben  Datum 
Asylgesuche stellten, 

dass  sie  dazu  am  15.  respektive  17.  Juni  2011  summarisch  befragt 
wurden, 

dass  die  Beschwerdeführerin  und  ihre  Tochter  gemäss  Eurodac­
Datenbank am 21. April 2011 in Italien eingereist waren, 

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dass  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  anlässlich  der 
Summarbefragungen  das  rechtliche  Gehör  zur  möglichen  Zuständigkeit 
Italiens für das Asylverfahren und zu einer allfälligen Wegweisung dorthin 
gewährte,

dass die Beschwerdeführenden unter anderem darlegten,  in Italien unter 
prekären Umständen gelebt zu haben,

dass  das  BFM  am  19.  Juli  2011  –  gestützt  auf  die  Bestimmungen  der 
Verordnung  (EG)  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  –  ein  Ersuchen  um  Übernahme  der 
Beschwerdeführerin und der beiden Kinder an Italien sandte,

dass sich das BFM dabei auf Art. 10 Abs. 1 Dublin­II­VO berief, 

dass  gleichentags  auch  für  den  Beschwerdeführer  ein  entsprechendes 
Gesuch gestellt wurde,

dass die  italienischen Behörden das Gesuch um Übernahme betreffend 
den Beschwerdeführer am 29. August 2011 ablehnten, 

dass  Italien zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer sei vor Ort 
nicht bekannt,  

dass  das  BFM  am  6.  September  2011  die  italienischen  Behörden  um 
Wiedererwägung  des  ablehnenden  Entscheids  den  Beschwerdeführer 
betreffend ersuchte, 

dass  sich das BFM dabei  auf  die  voraussichtliche Zuständigkeit  Italiens 
für die Ehefrau und die Kinder bezog und auf Art 14 Bst. a Dublin­II­VO 
verwies,  wonach  der  Staat  für  die  Behandlung  eines  Asylgesuches 
zuständig ist, der nach den Kriterien für die Aufnahme für den grösseren 
Teil der Familie zuständig ist,

dass  diesem  Ersuchen  von  italienischer  Seite  am  3.  Januar  2012 
entsprochen wurde, 

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dass  die  italienischen  Behörden  dem  BFM  am  selben  Datum  die 
nachträgliche  Zustimmung  zur  Übernahme  der  Beschwerdeführerin  und 
der beiden Kinder übermittelten, 

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  11.  Januar  2012  –  eröffnet  am  12. 
Januar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
sowie  den  Wegweisungsvollzug  nach  Italien  anordnete  und  festhielt, 
einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diesen  Entscheid  komme  keine 
aufschiebende Wirkung zu, 

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung  der  Frist  –  bis  spätestens  am  20. März  2012  zu  erfolgen 
habe,

dass  das  BFM  in  seinem  Entscheid  –  unter  Verweis  auf  die 
Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren,  den  vorgängigen  Aufenthalt  der 
Beschwerdeführenden  in  Italien  und  die  an  Italien  gerichteten Gesuche 
um Wiederaufnahme, welche von  Italien  innert massgeblicher Frist nicht 
beantwortet  beziehungsweise  schliesslich  gutgeheissen  worden  seien – 
auf  die  Zuständigkeit  Italiens  für  die  Behandlung  der  Asylgesuche 
verwies,

dass der vorgängige siebenjährige Aufenthalt des Beschwerdeführers  in 
der Schweiz an dieser Sachlage nichts ändere, da er das Hoheitsgebiet 
der Mitgliedstaaten während mehr als drei Monaten verlassen habe und 
damit die Zuständigkeit der Schweiz erloschen sei (Art. 16 Abs. 3 Dublin­
II­VO), 

dass Italien seine Zuständigkeit im Übrigen ausdrücklich bestätigt habe, 

dass  es  ferner  festhielt,  die  Beschwerdeführenden  hätten  keine 
relevanten  Argumente  gegen  die  beabsichtigte  Überstellung  vorbringen 
können, 

dass  die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs  zu 
bejahen seien,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  ihrer  neu  mandatierten 
Rechtsvertretung vom 19. Januar 2010  (Datum des Poststempels) beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben,

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dass sie die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Rückweisung 
der Sache an das BFM verbunden mit  der Anweisung, auf das Gesuch 
einzutreten und ein materielles Asylverfahren durchzuführen, eventualiter 
die Feststellung der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs  sowie  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme, 
die  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  der  Beschwerde,  den  Erlass 
superprovisorischer  Massnahmen  sowie  die  unentgeltliche 
Prozessführung  (Art.  65  Abs.  1  und  2  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  [VwVG,  SR 
172.021]) samt Entbindung von der Vorschusspflicht beantragten,

dass sie zur Begründung geltend machten, Italien sei nicht zuständig für 
die Behandlung ihrer Asylgesuche, 

dass  gemäss  Art.  5  Abs.  2  der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der 
Kommission  vom  2.  September  2003  (Durchführungsbestimmungen  zur 
Dublin­II­VO) die Frist zur Beantwortung eines Wiedererwägungsgesuchs 
zwei Wochen betrage, 

dass das den Beschwerdeführer betreffende Gesuch vom 6. September 
2011 von Italien innert massgeblicher Frist nicht beantwortet worden sei, 

dass die Zuständigkeit zur Behandlung von dessen Gesuch demnach am 
21.  September  2011  auf  die  Schweiz  übergegangen  sei  und  die 
nachträgliche Zustimmung von Italien an dieser Sachlage nichts ändere,

dass  auch  die  Verfristung  des  die  übrigen  Beschwerdeführenden 
betreffenden Übernahmegesuchs zu keiner anderen Einschätzung führe, 
da  vorliegend  die  gemeinsame  Asylgesuchsbehandlung  im  Land, 
welches für das älteste Familienmitglied zuständig sei, stattfinden müsse 
(Art. 8 und Art. 14 Bst. b Dublin­II­VO), 

dass bei anderer Sichtweise ein Selbsteintritt  im Sinne von Art. 3 Abs. 2 
i.V.m.  Art  15  Dublin­II­VO  angezeigt  sei,  zumal  in  Italien  gemäss 
übereinstimmenden Quellen prekäre Bedingungen für Dublin­Rückkehrer 
herrschten, 

dass  gesundheitliche  Probleme  des  Adoptivsohnes  und  der Mutter  ihre 
Aufenthaltsbedingungen vor Ort zusätzlich erschwerten, 

dass  für  den  Sohn  im  April  2012  ein  Operationstermin  in  der  Schweiz 
vereinbart worden sei, 

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dass  die  Beschwerdeführerin  krank  und  seit  dem  18.  Januar  2012 
hospitalisiert sei, 

dass  ein  detailliertes  ärztliches  Zeugnis  baldmöglichst  nachgereicht 
werde, 

dass  nach  dem  Gesagten  von  einer  Rückschiebung  der  Familie  nach 
Italien als besonders verletzliche Personen Abstand zu nehmen sei, 

dass namentlich auch das Kindswohl zu berücksichtigen sei, 

dass  der  Eingabe  zwei  ärztliche  Dokumente  und  Unterlagen  im 
Zusammenhang mit der geltend gemachten Lage vor Ort beilagen, 

dass auf weitere vorinstanzliche Argumente und Beschwerdevorbringen – 
soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  24.  Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei 
Vorliegen  eines  Auslieferungsgesuches  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG 
i.V.m.  Art. 31  und  33   des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]  sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG oder 
das AsylG nichts anderes bestimmen (vgl. Art. 37 VGG sowie Art. 6 und 
105 AsylG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass  auf  die  frist­  und  formgerechte  Eingabe  der  legitimierten 
Beschwerdeführenden einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 
VwVG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass  die  Beschwerde  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt  –  offensichtlich 
unbegründet  ist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit 
Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten 
Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache die Anträge auf Gewährung 
der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  im  Sinne  von  Art.  107a 
AsylG und Kostenvorschussverzicht gegenstandslos werden,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass  die  Beschwerdeführenden  von  Italien  kommend  in  die  Schweiz 
gelangten  und  dieses  Land  am  3.  Januar  2012  einer  Übernahme 
ausdrücklich zustimmte, 

dass  die  Beschwerdeführenden  zwar  geltend machen,  die  Zustimmung 
zur  Übernahme  des  Beschwerdeführers  sei  erst  nach  der 
vorgeschriebenen  Frist  von  zwei  Wochen  gemäss  Art.  5  Abs.  2  der 
Durchführungsverordnung  erfolgt,  weshalb  die  Schweiz  für  die 
Behandlung  des  Asylgesuchs  des  Beschwerdeführers  und  auch  seiner 
Angehörigen zuständig sei, 

dass die Dublin­II­VO jedoch in erster Linie ein Regelwerk zwischen den 
Staaten darstellt; die Betroffenen  insbesondere keinen Anspruch auf die 
Prüfung  ihres  Asylgesuches  im  "richtigen"  Staat  haben  und  sie  sich 
deshalb  auf  eine Verletzung  einzelner Bestimmungen nur  dann  berufen 
können, wenn diese als "self­executing" gelten, 

dass  die  Bestimmung  "self­executing"  sind  wenn  sie  genügend  präzise 
sind und sich daraus direkt Rechte für den Einzelnen ableiten lassen (vgl. 
dazu BVGE 2010/27 E.6),

dass  bereits  fraglich  ist,  ob  die  von  den  Beschwerdeführerenden 
angerufenen Bestimmungen  als  "self­executing"  in  diesem Sinne  gelten 
können,  zumal  die  Gefahr  des  "refugee  in  orbit"  oder  des  fehlenden 
Zugangs zu einem Asylverfahren anders als bei Art. 19 und 20 Dublin­II­

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VO  bei  einer  verspätet  eintreffenden  positiven  Antwort  des  angefragten 
Mitgliedstaates bereits fraglich ist,

dass aber ohnehin zudem eine konkrete Gefahr der Verletzung der den 
Betroffenen  zustehenden Rechte  vorliegen müsste  (vgl.  BVGE  2010/27 
E. 7.1), 

dass  nämlich  gemäss  dem  publizierten  Grundsatzentscheid  die 
Zuständigkeit  des  ersuchten  Staates  nicht  erlischt,  wenn  er  bei 
verspäteter  Überstellung  seine  Zuständigkeit  durch  konkludentes 
Verhalten auch nach Ablauf der Frist anerkennt, 

dass  eine  solche  Ausnahmekonstellation  aufgrund  der  Antwort  der 
italienischen Behörden vom 3. Januar 2012 (in analogiam) offensichtlich 
vorliegt, 

dass  schliesslich  eine  Zusammenführung  der  Familie  in  Italien  auch 
gemäss Art. 15 Dublin­II­VO erfolgen könnte,

dass  bei  dieser  Sachlage  –  entsprechend  den  vom  BFM  angerufenen 
Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren,  auf  welche  anstelle  einer 
Wiederholung zu verweisen  ist –  Italien  für die Prüfung der Asylanträge 
der  Beschwerdeführenden  grundsätzlich  zuständig  ist,  weshalb  es  sich 
erübrigt,  auf  weitere  diesbezügliche  Beschwerdeargumente  detailliert 
einzugehen, 

dass so die Grundlage für einen Nichteintretensentscheid  in Anwendung 
von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ohne weiteres gegeben ist, 

dass  Italien  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951 
über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der 
EMRK  ist und vorliegend keine Hinweise darauf bestehen,  Italien würde 
sich  im Falle der Beschwerdeführenden nicht an seine völkerrechtlichen 
Verpflichtungen halten,

dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten 
Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit  erhöhtem 
Zustrom  von  Asylsuchenden  zwar mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen 
konfrontiert  sieht  und  die  diesbezüglichen  Beschwerdevorbringen  daher 
nachvollziehbar erscheinen, 

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dass  Italien  aufgrund  seiner  Zustimmung  indes  verpflichtet  ist,  über  die 
Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu befinden, und keine konkreten 
Hinweise  dafür  bestehen,  der  italienische  Staat  würde  den  Zugang  zu 
einem funktionierenden Asylverfahren nicht gewährleisten, 

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten 
ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene 
Kapazitätsprobleme in der jüngsten Zeit akzentuiert haben dürften, 

dass jedoch auch unter Berücksichtigung dieser Umstände entgegen den 
Beschwerdevorbringen  kein  konkreter Anlass  zur Annahme besteht,  die 
Beschwerdeführenden  gerieten  nach  der  Rückführung  in  Italien  in  eine 
existenzielle  Notlage,  zumal  gemäss  Kenntnissen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  neben  staatlichen  Behörden  auch  private 
Hilfsorganisationen Dublin­Rückkehrende unterstützen,

dass  Italien  im  Übrigen  an  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom
27.  Januar  2003  zur  Festlegung  von Mindestnormen  für  die  Aufnahme 
von Asylsuchenden in den Mitgliedstaaten (Aufnahmerichtlinie) gebunden 
ist  und  demnach  dafür  besorgt  sein  muss,  den  Asylsuchenden  ein 
menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, 

dass  die  Beschwerdeführenden  ihren  Rekurs  auch  mit  medizinischen 
Problemen  begründen  (Spitalaufenthalt  der  Beschwerdeführerin; 
bevorstehende  Operation  des  Adoptivsohnes;  zu  gesundheitlichen 
Problemen der Beschwerdeführenden vgl. auch die vorinstanzliche Akte 
C 11/2),

dass  allfällige  Krankheiten  aber  auch  in  Italien  abgeklärt  und 
grundsätzlich (weiter)behandelt werden können, 

dass  im  vorinstanzlichen  Verfahren  nicht  geltend  gemacht  worden  war, 
die  gesundheitlichen  Beschwerden  des  Adoptivsohnes,  der  offenbar  an 
einer Lippen­Kiefer­Gaumenspaltung litt, die jedoch bereits im Jahre 2006 
in  Afghanistan  operativ  behandelt  worden  war,  würden  gegen  eine 
Überstellung nach Italien sprechen,

dass  insbesondere auch  in der Beschwerde nicht geltend gemacht wird, 
die Behandlung sei in Italien nicht möglich,

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Seite 10

dass dies auch für die Beschwerdeführerin gilt, zumal in der Beschwerde 
in  keiner  Weise  vorgebracht  wird,  die  Beschwerdeführerin  leide  unter 
Problemen, die in Italien nicht behandelt werden könnten,

dass  demnach  davon  auszugehen  ist,  dass  die  gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und des Adoptivkindes nicht 
gegen die Überstellung nach Italien sprechen,

dass es sich demnach rechtfertigt, von weiteren Abklärungen abzusehen 
und  keine  Frist  zur  Nachreichung  medizinischer  Unterlagen 
beziehungsweise einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, 

dass  nach  den  vorstehenden  Erwägungen  der  Nichteintretensentscheid 
in Anwendung von Art. 34 Abs. Bst. d AsylG zu bestätigen ist, 

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  entspricht  und  von  daher  im  Einklang  mit  der 
Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2),

dass in diesem Sinne das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Italien 
zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte, 

dass nach vorstehenden Erwägungen für das BFM keine Pflicht zu einem 
Selbsteintritt  aus  völkerrechtlichen  Gründen  nach  der  Bestimmung  von 
Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO besteht (vgl. dazu BVGE 2011/9 E. 4 S. 115), 

dass  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  auch  ein  Selbsteintritt  aus 
humanitären Gründen nach der Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 
ausgeschlossen  bleibt  (vgl.  dazu  BVGE  2011/9  E.  8  S.  121  f.),  da  in 
vorliegender  Sache  keine  besonderen  Sachverhaltsumstände  vorliegen, 
welche  eine  Behandlung  des  Asylgesuches  in  der  Schweiz  geradezu 
aufdrängen würden (vgl. dazu das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
D­4534/2011 vom 28. Dezember 2011 E. 8), 

dass die eingereichte Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich 
unbegründet abzuweisen ist, 

dass die Gesuche im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen 
sind,  da  sich  die Beschwerde  von Anfang  an  als  aussichtslos  erwiesen 
hat, 

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dass die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– den Beschwerdeführenden 
aufzuerlegen  sind  (vgl.  dazu  Art. 63  Abs.  1  VwVG  sowie  Art. 1­3  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Gesuche  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  werden 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

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