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**Case Identifier:** 39283a55-5f42-5751-839e-d81a32fc7b67
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-08
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung 08.01.2019 OG O1S-17-8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_001_OG-O1S-17-8_2019-01-08.pdf

## Full Text

Berufungsbeklagte 1 
Anklägerin 

Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden  
 
vertreten durch: StA B___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau 
 

 
Berufungsbeklagte 2 
Beschuldigte 

C___ 
 
verteidigt durch: RA CC___ 
 

 
 

 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
1. Abteilung  
 

Urteil vom  8. Januar 2019  
(berichtigt in Dispositiv Ziffer 3) 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichterin S. Rohner-Staubli, M. Gasser Aebischer 
Oberrichter H. Zingg, H. P. Fischer  
Obergerichtsschreiberin B. Widmer 
 
 

Verfahren Nr. O1S 17 8 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Berufungskläger 
Privatkläger 

A___ 
 
vertreten durch: RA AA___ 
 
 

Gegenstand unbefugtes Aufnehmen von Gesprächen 
Berufung gegen das Urteil des Einzelrichters des Kantons-
gerichts SE3 16 5 vom 27. Februar 2017  

 

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Anträge 
 
a) der Staatsanwaltschaft und Berufungsbeklagten 1:  
 
aa) im erstinstanzlichen Verfahren (sinngemäss): 
 

1. Die Beschuldigte C___ sei wegen unbefugten Aufnehmens von Gesprächen, 
begangen, am 10. September 2014, zu einer bedingten Geldstrafe von 15 
Tagessätzen zu je CHF 70.00, unter der Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, 
und zu einer Busse von CHF 400.00 (bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise 
zu einer Freiheitsstrafe von 4 Tagen) zu verurteilen.  

 
2. Die Zivilforderung des Privatklägers sei auf den Zivilweg zu verweisen. 
 
3. Die Verfahrenskosten seien der Beschuldigten aufzuerlegen.  

 
 
bb) im Berufungsverfahren: 
 

(kein Antrag) 
 

 
b) des Privatklägers und Berufungsklägers: 
 
aa) im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

1. Die Beschuldigte sei wegen unbefugtem Aufnehmen von Gesprächen nach Art. 
179ter StGB zu verurteilen und angemessen zu bestrafen.  

 
2. Die Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatkläger für seine Anwaltskosten 

angemessen zu entschädigen.  
 

3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Privatkläger auf die Geltendmachung 
einer Zivilforderung verzichtet.  

 
 
bb) im Berufungsverfahren: 
 

1. Das Urteil des Einzelrichters des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden vom 
27. Februar 2017 (SE3 16 5) sei aufzuheben. 
 

2. Die Beschuldigte sei wegen unbefugtem Aufnehmen von Gesprächen nach Art. 
179ter StGB zu verurteilen und angemessen zu bestrafen.  
 

3. Die Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatkläger für seine Anwaltskosten 
angemessen zu entschädigen.  

 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
 
 

c) der Beschuldigten und Berufungsbeklagten 2: 
 
aa) im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

1. Es sei die Beschuldigte C___ von Schuld und Strafe freizusprechen.  
 

 

Seite 3 

2. Es seien die Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen oder dem 
Antragsteller zu überbinden, und es sei der Beschuldigten eine angemessene 
Entschädigung zuzusprechen.  

 
 
bb) im Berufungsverfahren: 
 

1. Es sei die Beschuldigte C___ von Schuld und Strafe freizusprechen. 
 

2. Es seien die Verfahrenskosten für beide Verfahren auf die Staatskasse zu nehmen 
oder dem Privatkläger zu überbinden, und es sei der Beschuldigten für beide 
Verfahren eine angemessene Entschädigung, ausgerichtet vom Staat oder vom 
Privatkläger, zuzusprechen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

Am Mittwoch, 10. September 2014, kam es zwischen der in D___ in E___ wohnhaften 

C___ und ihrem Nachbar A___ bei dessen Stall im D___ 0001 zu einem Vorfall, als sie 

dort vorbeispazierte. C___ erstattete am 14. September 2014 beim Polizeiposten E___ 

Strafanzeige gegen A___ wegen Beschimpfung sowie aufgrund eines weiteren Vorfalls 

wegen Nötigung, allenfalls SVG-Vergehen, und stellte Strafantrag (O1S 17 6, act. B 3/1; B 

3/2). C___ sagte bezüglich des Vorwurfs der Beschimpfung gleichentags bei der Polizei 

aus, sie sei vom Spaziergang mit ihrem Hund nachhause gekommen und als sie auf der 

Höhe des Stalls von Herrn A___ gewesen sei, sei Herr A___ vor der Stalltüre gestanden 

und habe angefangen sie zu beschimpfen (O1S 17 6, act. B 3/4, S. 2). Zur Abschreckung 

habe sie A___ ihr iPhone 5 entgegengehalten (O1S 17 6, act. B 3/4, S. 2). Als sie 

zuhause gewesen sei, habe sie festgestellt, dass sie die Beschimpfungen tatsächlich 

aufgenommen habe (O1S 17 6, act. B 3/4). A___ gab am 19. November 2014 in der 

Einvernahme durch die Polizei an, C___ beschimpfe ihn des öfteren und halte danach ihr 

Natel in die Luft (O1S 17 6, act. B 3/5, S. 2). Er kenne sich nicht so aus mit den Geräten, 

vielleicht habe sie Fotos gemacht (O1S 17 6, act. B 3/5, S. 4). Anlässlich der 

Einvernahme erstattete A___ Anzeige gegen C___ wegen Anhören und Aufnehmen 

fremder Gespräche, unbefugtem Aufnehmen von Gesprächen und Beschimpfung und 

stellte Strafantrag (O1S 17 6, act. B 3/1, S. 3; B 3/3).  

 

 

 

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B. Prozessgeschichte 

 C___ wurde am 4. Dezember 2014 hinsichtlich der ihr vorgeworfenen Delikte durch die 

Polizei einvernommen (O1S 17 6, act. B 3/6). Mit Strafbefehl vom 16. Juni 2015 verurteilte 

die Staatsanwaltschaft C___ wegen unbefugten Aufnehmens von Gesprächen zu einer 

bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 70.00, unter der Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren, und zu einer Busse von CHF 400.00. Die Zivilforderung des 

Privatklägers wurde auf den Zivilweg verwiesen (U 15 165; O1S 17 6, act. B 3/21). 

Hinsichtlich des Vorwurfs der Beschimpfung erging eine Einstellungsverfügung (O1S 17 

6, act. B 3/63/P1.3). A___ wurde mit Strafbefehl vom 16. Juni 2015 wegen Beschimpfung 

verurteilt (U 15 165; O1S 17 6, act. B 3/22). Das Verfahren gegen A___ wegen des 

Vorwurfs der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln wurde eingestellt (O1S 17 6, act. B 

3/64/P2.5). C___ liess mit Schreiben ihres Verteidigers vom 24. Juni 2015 rechtzeitig 

Einsprache gegen den Strafbefehl vom 16. Juni 2015 erheben (O1S 17 6, act. B 3/23). Mit 

Schreiben vom 29. Juni 2015 liess A___ ebenfalls fristgerecht Einsprache gegen den ihn 

betreffenden Strafbefehl erheben (O1S 17 6, act. B 3/24). Am 30. Juli 2015 führte der 

zuständige Staatsanwalt mit A___ und C___ eine Vergleichsverhandlung durch (O1S 17 

6, act. B 3/29+30), welche jedoch scheiterte (O1S 17 6, act. B 3/34). In der Folge wurden 

sowohl A___ (O1S 17 6, act. B 3/37) als auch C___ (O1S 17 6, act. B 3/38) am 7. Juni 

2016 durch die Staatsanwaltschaft einvernommen. RA CC___ beantragte am 22. August 

2016 die Anhörung der CD von C___ (O1S 17 6, act. B 3/54), was die Staatsanwaltschaft 

mit Beweisverfügung vom 13. September 2016 ablehnte (O1S 17 6, act. B 3/58+59). Am 

10. Oktober 2016 überwies die Staatsanwaltschaft die Strafbefehle gegen A___ (O1S 17 

6, act. B 3/65B, B 3/66A) und C___ (act. B 3/65A, B 3/66A) zur Beurteilung an das 

Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden. RA CC___ stellte am 7. November 2016 den 

Beweisantrag, dass die von der Staatsanwaltschaft aus den Akten entfernte CD mit der 

von C___ erstellten Tonaufnahme wieder zu den Akten zu nehmen und anlässlich der 

Hauptverhandlung vorzuspielen sei (act. B 3/68A). RA AA___ beantragte am 

21. November 2016, dass die aus den Akten entfernte CD weiterhin unter Verschluss zu 

halten und nicht zu verwenden sei (act. B 3/71A). Mit Verfügung des Einzelrichters vom 

28. November 2016 wurde entschieden, dass über die Frage der Verwertbarkeit der 

Tonaufnahme von C___ im Hauptverfahren zu entscheiden sei und dazu die 

Tonaufnahme beigezogen werde. Im Übrigen wurden die Beweisanträge von RA CC___ 

vom 7. November 2016 abgelehnt (act. B 3/73A). Am 7. Dezember 2016 reichte C___ das 

Formular „Erklärung über die finanziellen Verhältnisse“ ein (act. B 3/74A). Den Parteien 

wurde am 12. Dezember 2016 je eine Kopie der von der Staatsanwaltschaft 

eingeforderten Audio-Sprachaufnahme zugestellt (act. B 3/75). A___ liess mit Eingabe 

vom 22. Dezember 2016 beantragen, dass der Einzelrichter vorfrageweise und vor der 

angesetzten Hauptverhandlung darüber befinde, ob die Aufnahme mit seiner 

 

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rechtsgenüglichen Zustimmung zustande gekommen sei (O1S 17 6, act. B 3/77). Der 

Einzelrichter lehnte mit Verfügung vom 12. Januar 2017 den Antrag ab und erklärte, das 

Gericht werde erst im Rahmen des Endentscheids über diese Frage entscheiden (act. B 

3/77A). Der Einzelrichter vereinigte am 9. Februar 2017 (act. B 3/79) die Verfahren SE3 

16 4 (A___) und SE3 16 5 (C___). Die Hauptverhandlungen in den Verfahren SE3 16 4 

(O1S 17 6, act. B 3/84) und SE3 16 5 (O1S 17 6, act. B 3/87) fanden am 27. Februar 

2017 statt. Das Urteil im Verfahren gegen C___ (SE3 16 5) wurde der Beschuldigten im 

Anschluss an die Hauptverhandlung mündlich eröffnet und kurz begründet (O1S 17 6, act. 

B 3/84). Das Dispositiv wurde am 2. März 2017 versandt (act. B 3/81) und dem 

Verteidiger der Beschuldigten am 3. März 2017 (O1S 17 6, act. B 3/93) und dem 

Rechtsvertreter des Privatklägers gleichentags (O1S 17 6, act. B 3/92) zugestellt. Am 

13. März 2017 meldete RA AA___ rechtzeitig die Berufung an (O1S 17 6, act. B 3/96A).   

 

 

C. Erstinstanzliches Urteil 

Mit Urteil des Einzelrichters des Kantonsgerichts vom 27. Februar 2017 (SE3 16 5) wurde 

C___ vom Vorwurf des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter 

StGB freigesprochen. Zudem wurde Vormerk davon genommen, dass der Privatkläger auf 

die Geltendmachung seiner Zivilforderung verzichtet. Die Verfahrenskosten von total CHF 

1‘330.00 wurden dem Privatkläger auferlegt und dieser verpflichtet, der Beschuldigten 

eine Parteientschädigung von CHF 6‘888.25 zu bezahlen.  

 

Auf eine Wiedergabe der Urteilsbegründung in den angefochtenen Punkten wird 

verzichtet und auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen. 

 

 

D. Schriftenwechsel 

  a) Gegen das Urteil vom 27. Februar 2017, dessen Zustellung an RA AA___ in 

begründeter Ausfertigung am 10. April 2017 erfolgt war (O1S 17 6, act. B 3/103), 

erklärte dieser mit Eingabe vom 1. Mai 2017 fristgemäss die Berufung beim 

Obergericht (act. B 1).  

 

 

  b) Mit Schreiben vom 5. Mai 2017 teilte der im vorinstanzlichen Verfahren zuständige 

Gerichtsschreiber den Verfahrensparteien mit, dass das Verhandlungsprotokoll 

bezüglich des Verhandlungsbeginns berichtigt wird (act. B 5/1-4). 

 

 

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  c) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 15. Mai 2017 (act. B 7) wurde den 

Berufungsbeklagten Gelegenheit gegeben, einen schriftlichen und begründeten 

Nichteintretensantrag und/oder eine schriftliche Anschlussberufung einzureichen, 

wovon diese keinen Gebrauch machten.  

 

d) Die Parteien wurden am 27. Oktober 2017 zur mündlichen Hauptverhandlung vom 

3. April 2018 vorgeladen (act. B 10). 

 

e) Mit Eingabe vom 6. November 2017 (act. B 12) stellte RA CC___ den Antrag, dass 

die CD mit der von der Privatklägerin erstellten Tonaufnahme zu den Akten und vom 

Gericht vorgängig zur Hauptverhandlung zur Kenntnis genommen, eventualiter 

anlässlich der Hauptverhandlung selber abgespielt werde. Zudem warf er die Frage 

auf, ob das Verfahren O1S 17 8 nicht vor dem Verfahren O1S 17 6 durchgeführt 

werden sollte, da die Frage des unbefugten bzw. befugten Aufnehmens von 

Gesprächen für das Verfahren O1S 17 6 von erheblicher Bedeutung sei und daher 

vorgängig geklärt sein sollte.  

 

 f) Mit Schreiben der Verfahrensleitung vom 21. Dezember 2017 (act. B 15) an RA 

CC___ wurde bestätigt, dass sich die CD mit der Tonaufnahme von C___ bei den 

Akten befinde. Den Antrag, dass die CD vom Gericht vorgängig zur 

Hauptverhandlung zur Kenntnis zu nehmen sei, werde abgewiesen, da anlässlich 

der Hauptverhandlung vorfrageweise über die Frage der Verwertbarkeit dieser CD 

zu entscheiden sei. Das Eventualbegehren, dass die CD anlässlich der 

Hauptverhandlung abgespielt werde, hänge davon ab, wie das Gericht diese Frage 

entscheide. Auch der Antrag, zunächst die Verhandlung im Verfahren O1S 17 8 

durchzuführen, werde abgewiesen, da im Verfahren O1S 17 6 die Frage der 

Verwertbarkeit der Tonaufnahme als Vorfrage behandelt, beraten und der Entscheid 

des Gerichts unverzüglich bekannt gegeben werde.  

 

 g) Mit Beschluss vom 6. Februar 2018 (O2S 17 11) trat das Obergericht auf eine 

Beschwerde von A___ gegen die Verfügung des Einzelrichters des Kantonsgerichts 

vom 12. Januar 2017 (SE3 16 4) nicht ein (act. B 18).  

 

 h) Mit Beschluss vom 3. April 2018 wurde die Verhandlung auf einen späteren 

Zeitpunkt verschoben (act. B 19).  

 

i) Die mündliche Hauptverhandlung fand am 8. Januar 2019, im Anschluss an die 

Hauptverhandlung im Verfahren O1S 17 6, statt (act. B 26, 20).  

 

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  Auf die entsprechenden Ausführungen und Angaben in den in lit. a - i vorstehend 

angeführten Schriftstücken wird, soweit für die Beurteilung erforderlich, im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen einzugehen sein. 

 

 

 

Erwägungen des Gerichts 

 

1. Formelles 

1.1 Örtliche und sachliche Zuständigkeit 

 Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen 1.1 zur örtlichen und sachlichen 

Zuständigkeit kann verwiesen werden.  

 Bezüglich der sachlichen und funktionellen Zuständigkeit des Obergerichts ist auf 

die Art. 26 und 27 Justizgesetz (JG, bGS 145.31) hinzuweisen. Nach Art. 26 JG ist 

das Obergericht Berufungs- und Beschwerdeinstanz in der allgemeinen 

Strafrechtspflege, unter Vorbehalt der Befugnisse des Einzelrichters (letztere 

beschränken sich laut Art. 27 JG auf den Bereich des Zwangsmassnahmenrechts). 

 

 1.2 Strafantrag 

 Wie die Vorinstanz in deren Erwägung 1.2 zutreffend festgehalten hat, ist das 

unbefugte Aufnehmen von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter StGB nur auf Antrag 

strafbar. Ein rechtzeitig gestellter Strafantrag von A___ liegt vor (O1S 17 6, act. B 

3/3). 

 

 1.3 Legitimation des Privatklägers und Berufungsklä gers  

 Die Legitimation des durch den vorinstanzlichen Freispruch beschwerten 

Privatklägers A___ zur Erhebung der Berufung ergibt sich ohne weiteres aus 

Art. 382 Abs. 1 und 2 StPO i.V. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO. 

 

1.4 Verzicht des Privatklägers auf Zivilforderung 

Der Privatkläger hat vor erster Instanz den Antrag gestellt, es sei davon Vormerk zu 

nehmen, dass er auf die Geltendmachung einer Zivilforderung verzichte. Dieser 

Vormerk ist auch in das zweitinstanzliche Urteilsdispositiv aufzunehmen, da der 

Berufungskläger das gesamte vorinstanzliche Urteil angefochten hat, sich jedoch im 

Berufungsverfahren nicht mehr zum Verzicht auf die Zivilforderung geäussert hat.  

 

 

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1.5 Noven 

 Vorliegend sind neue Tatsachenbehauptungen und Beweise zulässig. Dies ergibt 

sich e contrario aus Art. 398 Abs. 4 StPO, da es sich beim unbefugten Aufnehmen 

von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter StGB gestützt auf Art. 10 Abs. 3 StGB um 

ein Vergehen handelt  

 

 
2. Materielles: Unbefugtes Aufnehmen von Gesprächen  (Art. 179 ter StGB) 

 2.1 Parteivorbringen 

 Der Berufungskläger  lässt vorbringen, sein Stall sei sehr abgeschieden gelegen. 

Im Weiler D___ würden etwa 40 Einwohner wohnen, wovon die grosse Mehrheit 

noch arbeiten gehe. Das Gespräch und die Äusserungen seien nicht an die 

Allgemeinheit gerichtet gewesen, sondern nur an einen in personeller Beziehung 

abgegrenzten Kreis (C___ und A___). Der am Stall des Berufungsklägers 

vorbeiführende Wanderweg sei nicht stark frequentiert. Am Tag des Augenscheins 

sei trotz schönem Wetter und idealen Wandertemperaturen nicht ein einziger 

Wanderer vorbeigelaufen. Wanderer würden, wenn überhaupt, nur am Wochenende 

vorbeikommen. Ausserdem würden diese praktisch immer von Westen her 

kommen, also von der Seite, wo gemäss Augenschein freie Sicht bestehe und kein 

Überraschungsbesuch/Überraschungszuhörer drohe. Es treffe nicht zu, dass die 

Chancen 50 zu 50 stehen würden, dass jemand von Osten oder von Westen 

komme. Man müsse nicht damit rechnen, dass jemand von Osten komme. Die 

seltenen Wanderer würden zudem erst gegen Mittag oder Nachmittag vor dem 

Gebäude des Berufungsklägers vorbeigehen. Am angeblichen Deliktszeitpunkt, 

Mittwoch, 10. September 2014, 10.00 Uhr, habe der Berufungskläger nicht mit 

Wanderern rechnen müssen. Zwischen 8.15 und 9.45 Uhr sei die 

Wahrscheinlichkeit äusserst klein, wenn nicht gar auszuschliessen. Es sei keine 

Ferienzeit gewesen und gutes Wanderwetter sei aktenmässig nicht erstellt. Sowohl 

die Wanderempfehlung Kulturspur Appenzellerland als auch die Beschreibung der 

Schweizerfamilie für ihre Familienfeuerstelle würden die Wanderroute von 

Degersheim bzw. Flawil her nach E___ vorschlagen, d.h. wenn Wanderer kommen 

würden, dann von Westen her. Es treffe nicht zu, dass häufig im D___ geparkt 

werde, um zum Grillieren zur Schweizerfamilien-Feuerstelle zu gelangen. Zum 

strittigen Tatzeitpunkt seien keine Zeugen zugegeben gewesen. Der 

Berufungskläger habe davon ausgehen dürfen, dass seine Äusserungen, selbst 

wenn sie lautstark erfolgt seien, nicht von einem Dritten hätten gehört werden 

können. Die Situation sei so gewesen, dass sich der Beschuldigte auf seinem 

Privatgrundstück befunden habe. Dies sei damit zu vergleichen, dass im 

 

Seite 9 

Gerichtssaal ein Gespräch geführt werde und die Türe in den Gang hinaus offen 

stehe. Damit werde das Gespräch nicht öffentlich. Im vorliegenden Fall handle es 

sich somit um ein nichtöffentliches Gespräch.  

 Die Berufungsbeklagte 2  lässt entgegnen, der Augenschein vom 26. Juni 2018 

habe deutlich gemacht, dass die Entfernung zwischen dem Berufungskläger und ihr 

29 Meter betragen habe und vom seinerzeitigen Standort des Berufungsklägers aus 

in Richtung des seinerzeitigen Standortes der Berufungsbeklagten 2 gerufene Worte 

dort gut hör- und verstehbar gewesen seien. Der Weg, auf dem die 

Berufungsbeklagte 2 seinerzeit gestanden habe, sei in Richtung Westen zwar gut 

einsehbar. Es sei aus der Ostrichtung aber jederzeit und für jemanden, der am 

fraglichen Stalleingang stehe, nicht vorzeitig erkennbar (toter Winkel), ob Wanderer 

oder Spaziergänger erscheinen könnten. Dort wo der Weg und die Südfassade des 

Stalles sich schneiden würden, seien vom fraglichen Stalleingang her gesprochene 

Worte aufgrund der etwas grösseren Distanz von 34 Metern zwar etwas leiser, aber 

ebenfalls noch gut verständlich hörbar. Wanderer würden mit dem Auto auf den 

Parkplatz fahren und ab dort laufen. Es würden also sicher 50 % der Wanderer von 

Osten her kommen. Es würden immer von beiden Seiten Wanderer vorbeilaufen. 

Der ganze Teil dort sei schlicht öffentlich. Spaziergänger seien dort keine Seltenheit. 

Es sei somit erstellt, dass die Beschimpfungen des Berufungsklägers in der 

Öffentlichkeit stattgefunden hätten. Jeder andere Spaziergänger, der sich von Osten 

her auf dem Weg aus dem toten Winkel heraus bewegt hätte, was an einem 

Mittwoch zwischen 8.45 und 9.15 Uhr durchaus möglich gewesen wäre, hätte die 

Beschimpfungen ohne Weiteres hören können. Diese Zeit sei eine klassische 

“Hundespazierzeit“. An diesem Ort befinde man sich quasi auf offenem Feld und 

wer hier so laut rufe, dass man es 29 bzw. 34 Meter entfernt noch problemlos hören 

und verstehen könne, der tue dies nicht mehr in einem nichtöffentlichen Gespräch, 

womit die Tatbestandsmässigkeit von Art. 179ter StGB entfalle. Es müsse ein 

objektivierter Massstab angesetzt werden. Damit sei die Aufnahme in jedem Fall 

verwertbar. Man könne nicht einfach aus dem Garten heraus auf 30 Meter hinaus in 

die Öffentlichkeit herausschreien und dann sagen, es sei ein nichtöffentliches 

Gespräch gewesen. Würde man der Auffassung des Berufungsklägers folgen, dann 

gäbe es die Öffentlichkeit praktisch gar nicht mehr. Im Übrigen wäre er sich nicht 

ganz sicher, ob das Gespräch nicht öffentlich wäre, wenn hier im Gerichtssaal die 

Türe offenstehen würde.  

 

 

 

 2.2 Nichtöffentlichkeit des Gesprächs 

 

Seite 10 

 Zu klären ist, ob sich die Berufungsbeklagte 2 am 10. September 2014 mit der 

Aufnahme von Äusserungen des Berufungsklägers mit ihrem Handy des unbefugten 

Aufnehmens von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter StGB schuldig gemacht hat.  

 

 Wer als Gesprächsteilnehmer ein nichtöffentliches Gespräch, ohne die Einwilligung 

der andern daran Beteiligten, auf einen Tonträger aufnimmt, wird, auf Antrag, mit 

Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft (Art. 179ter StGB). Art. 

179ter StGB schützt den Privat- und Geheimbereich. Der Einzelne soll sich in diesem 

Bereich frei äussern können, ohne Gefahr zu laufen, dass das von ihm geführte 

Gespräch ohne seinen Willen von einem Dritten mit einem Abhörgerät abgehört 

oder auf einen Tonträger aufgenommen wird (BGE 133 IV 249 E. 3.2.2).  

 

 Im Vordergrund steht für das Gericht beim Tatbestand von Art. 179ter StGB das 

Tatbestandselement der Nichtöffentlichkeit bzw. Öffentlichkeit des Gesprächs (O1S 

17 6, act. B 18, S. 6; B 19). Zu diesem Thema führte das Obergericht am 26. Juni 

2018 vor Ort im Parallelverfahren O1S 17 6 einen Augenschein durch (O1S 17 6, 

act. B 21+22/1-4; B 29). Die Vorinstanz gelangte in Erwägung 2.6 ihres Urteils zur 

Auffassung, wegen der sehr abgeschiedenen Lage des Stalls des Berufungsklägers 

und aufgrund dessen, dass zur fraglichen Zeit keine Zeugen zugegen gewesen 

seien, habe der Berufungskläger davon ausgehen dürfen, dass seine Äusserungen 

nicht noch von Dritten hätten mitangehört werden können. Einen Augenschein am 

Tatort führte sie nicht durch. Daraus kann geschlossen werden, dass es die 

Vorinstanz als massgebend erachtete, dass zur Zeit des Vorfalls keine Drittperson 

in der Nähe war. Für das Obergericht stellt sich jedoch die Frage, ob es unter 

Umständen nicht bereits genügen kann, dass eine unbeteiligte Person hätte 

vorbekommen und die Äusserungen des Berufungsklägers mitanhören können.   

 

 In Anbetracht der Verschiedenartigkeit der Tatbestände, die Öffentlichkeit als 

strafbegründendes Element voraussetzen, liegt eine tatbestandsbezogene 

Auslegung des Merkmals der Öffentlichkeit nahe (BGE 130 IV 111 E. 4.2; 133 IV 

149 E. 3.2.2). ANDREAS DONATSCH verweist zu dem in Art. 179ter StGB verwendeten 

Begriff „nichtöffentlich“ auf Art. 179bis StGB (in: Donatsch [Hrsg.], Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, 20. Aufl. 2018, N. 1 zu Art. 179ter StGB). Nichtöffentlich sei das 

Gespräch, wenn es nicht an die Allgemeinheit gerichtet ist und nur in einem in 

personeller Beziehung abgegrenzten Kreis gehört werden könne (ANDREAS 

DONATSCH, a.a.O., N. 3 zu Art. 179bis StGB). Nach ANDREAS DONATSCH ist die auf 

der Strasse oder in einem Café in normaler Lautstärke gehaltene Zwiesprache nicht 

öffentlich (Jositsch [Hrsg.], Strafrecht III, 11. Aufl. 2018, S. 424). 

 

Seite 11 

STRATENWERTH/WOHLERS betonen, es komme darauf an, ob die Kommunikation 

innerhalb eines abgeschlossenen Personenkreises stattfinde, was dann 

anzunehmen sei, wenn die Kenntnisnahme durch Aussenstehende besondere 

Massnahmen oder Anstrengungen erforderlich mache. Insoweit sei dann auch der 

Ort, an dem das Gespräch geführt werde, von Bedeutung (Handkommentar 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, 3. Aufl. 2013, N. 2 zu Art. 179bis StGB). 

TRECHSEL/LIEBER vertreten die Meinung, nicht öffentlich sei das Gespräch, wenn es 

nach begründeter Erwartung der Gesprächsteilnehmer ohne Einsatz technischer 

Hilfsmittel nicht mitgehört werden könne (in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, 3. Aufl. 2018, N. 4 zu Art. 179bis StGB; Entscheid des 

Kantonsgerichts St. Gallen, Strafkammer, vom 15. Februar 2010, in: SG GVP 2010 

Nr. 100). Das Bundesgericht führte zu Art. 179bis StGB aus, der öffentliche oder nicht 

öffentliche Charakter eines Gesprächs hänge auch wesentlich davon ab, ob es in 

einem privaten oder allgemein zugänglichen Umfeld stattfinde (BGE 133 IV 249 E. 

3.2.2). So hat es ein Gespräch als nichtöffentlich bezeichnet, welches in einem 

zahntechnischen Labor geführt wurde, in welchem sich einzig dessen Inhaber und 

seine Angestellte aufhielten, und damit in einem privaten Umfeld. Daran ändere 

nichts, dass die Tür des Labors zum Treppenhaus des Geschäftsgebäudes 

zunächst ganz und danach noch eine Handbreit offen gewesen sei (BGE 133 IV 149 

E. 3.2.3). In einem weiteren Entscheid zu Art. 179bis StGB beurteilte das 

Bundesgericht das aufgenommene Gespräch ebenfalls als nichtöffentlich. Die 

Gespräche hätten im Garten der Beschwerdegegner stattgefunden und hätten wohl 

vom Beschwerdeführer, aber nicht von beliebigen Drittpersonen auf den in der Nähe 

vorbeiführenden Quartierstrassen mitgehört werden können (Urteil des 

Bundesgerichts 6P.79/2006/6S.162/2006 vom 6. Oktober 2006 E. 6.). Die 

Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern hielt zu Art. 

179ter StGB fest, die Privatheit der Örtlichkeit ergebe sich in der Regel aus dem 

Umstand, dass der Ort nicht frei zugänglich sei, sondern nur einem begrenzten 

Personenkreis offenstehe; dies treffe z. B. für die eigene Wohnung, das 

Hotelzimmer oder das Fahrzeug zu (Beschluss 2013 388 vom 31. März 2013 E. 

3.2). In einem Entscheid zu Art. 179bis StGB führt die Beschwerdekammer in 

Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern aus, es treffe zu, dass sich die 

Quartierstrasse und das Trottoir sowie die Terrassen anderer Wohnungen in 

unmittelbarer Nähe zum Parkplatz, wo das Gespräch stattgefunden habe, befinden 

würden. Dieser Umstand alleine mache das Gespräch aber noch nicht öffentlich. 

Der Ort, an welchem ein Gespräch geführt werde, sei nur eines von mehreren 

Kriterien. Das Gespräch habe um die Mittagszeit stattgefunden. Es seien keine 

weiteren Personen auf dem Video erkennbar. Wie auch aus der Einvernahme des 

 

Seite 12 

damals beigezogenen Polizisten hervorgehe, sei es sehr kalt an diesem Tag 

gewesen, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass sich Personen auf den 

Terrassen befunden hätten. Nach Durchsicht der Videodatei komme die Kammer 

zudem zum Schluss, dass die Unterhaltung nicht in lautstarkem Ton geführt worden 

sei. Es habe deshalb keinen Grund gegeben, davon auszugehen, dass beliebige 

Dritte das Gespräch mühelos hätten mitanhören können. Der Beschwerdeführer 

habe sich unmittelbar bei seinem Auto befunden. Es habe sich um den Austausch 

zwischen Vater und Sohn über die Situation gehandelt (Beschluss 16 379 vom 

1. Mai 2017 E. 6.3).   

 

 Der vom Obergericht am 26. Juni 2018 im Weiler D___ in E___ beim Gebäude 

Assekuranz Nr. 0001 durchgeführte Augenschein hat folgendes ergeben:  

 Der Berufungskläger stand nach der unwidersprochen gebliebenen Darstellung der 

Berufungsbeklagten 2 während des behaupteten Vorfalls vom 10. September 2014 

im Türrahmen seines Stalleinganges (O1S 17 6, Standort 2; act. B 29, S. 5 Bild Nr. 

5), während dem sich die Berufungsbeklagte 2 auf dem öffentlichen Wanderweg 

befand, der südlich am Gebäude Assekuranz Nr. 0001 vorbeiführt (O1S 17 6, 

Standort 3; act. B 29, S. 7 Bild Nr. 8; S. 6 Bild Nr. 6; S. 9 Bild Nr. 10). Die Messung 

zwischen den Standorten 2 und 3 ergab eine Entfernung von 29 Metern (O1S 17 6, 

act. B 29, S. 7 ff.). Die Entfernung zwischen dem Standort 2 und dem Schnittpunkt 

der Flucht der südlichen Stallfassade mit dem Wanderweg östlich des Gebäudes 

beträgt 34 Meter (O1S 17 6, Standort 4; act. B 29, S. 10 Bild Nr. 11). Der sichttote 

Bereich ist in Beilage 2 zum Protokoll des Augenscheins mittels Schraffierung 

gekennzeichnet (O1S 17 6, act. B 22/2). In der Folge wurde ein Hörtest mit einem 

Handy des Typs iPhone 5s, den die Berufungsbeklagte gemäss ihren Angaben 

damals verwendete, durchgeführt. Die Aufnahme der von Oberrichter Fischer am 

Standort 2 gesprochenen Worte durch den Vorsitzenden Kobler am Standort 3 mit 

dem Handy war gemäss Feststellung des Vorsitzenden gut hörbar. Die anwesenden 

Parteien widersprachen dieser Feststellung nicht (O1S 17 6, act. B 29, S. 12). Ein 

weiterer Hörtest mit dem Handy wurde an den Standorten 2 und 4 vorgenommen, 

indem Oberrichter Fischer am Standort 2 wiederum von 1 bis 10 zählte und der 

Vorsitzende Kobler dies am Standort 4 mit dem Handy aufnahm. Der Vorsitzende 

stellte fest, dass die Worte von Oberrichter Fischer leicht schwächer als am 

Standort 3, aber immer noch gut hörbar seien. Auch dies wurde von den 

anwesenden Parteien akzeptiert (O1S 17 6, act. B 29, S. 13). Im Übrigen findet sich 

eine Übersicht über die Standorte 1 bis 4 in O1S 17 6, act. B 22/1 sowie ein Ortho-

Foto des Gebäudes Assekuranz Nr. 0001 mit Umgebung in O1S 17 6, act. B 22/3). 

 

Seite 13 

Die beiden am Augenschein erstellten Sprachaufnahmen befinden sich in O1S 17 6 

als act. B 22/4 auf einem USB Speicherstick bei den Akten.  

 

 Gestützt auf die am Augenschein gemachten Feststellungen sowie weitere Kriterien 

kommt das Obergericht zum Schluss, dass die vom Berufungskläger an die 

Berufungsbeklagte 2 gerichteten Äusserungen nicht als nichtöffentliches Gespräch 

im Sinne von Art. 179ter StGB zu qualifizieren sind. Von Bedeutung ist zunächst, 

dass sich die Berufungsbeklagte 2 während des behaupteten Vorfalls auf einem 

öffentlichen Wanderweg befand, also in einem allgemein zugänglichen Umfeld (O1S 

17 6, act. B 29, Bild Nr. 3 „Wanderwegzeichen“). Bezüglich des Wanderwegs 

anzumerken ist, dass es sich dabei um einen besonderen Wanderweg handelt, 

nämlich um einen Teil der touristisch vermarkteten „Kulturspur Appenzellerland 22“ 

(O1S 17 6, act. B 29, Bild Nr. 4; O1S 17 8, B 23/2). Auf demselben Wegweiser 

findet sich auch ein Hinweis auf eine „Schweizerfamilie-Feuerstelle“, welche 

ebenfalls über diesen Wanderweg erreichbar ist (act. B 23/1). Zweifellos hätten 

deshalb von Osten und von Westen her jederzeit beliebige Dritte - Wanderer oder 

Velofahrer - vorbeikommen können (O1S 17 6, act. B 29, Bilder Nr. 1-4). Zudem 

zeigte der Hörtest am 34 Meter entfernten Standort 4, dass eine Drittperson die 

Äusserungen des Berufungsklägers ohne weiteres hätte mithören können. Denn 

solange sie sich im sichttoten Bereich befunden hätte, hätte der Berufungskläger sie 

nicht wahrnehmen und folglich auch nicht mit einem sofortigen Gesprächsabbruch 

reagieren können. Ferner spricht auch die erhebliche Distanz von 29 Metern 

zwischen den beiden Beteiligten während des Vorfalls gegen ein nichtöffentliches 

Gespräch. Die Parteien standen mitnichten in geringer Distanz im „Zwiegespräch“ 

beeinander. Äusserungen, welche sich nun aber an eine Person richten, welche 

sich 29 Meter weit entfernt auf einem öffentlichen Wanderweg befindet, erfolgen klar 

nicht mehr innerhalb eines abgeschlossenen Personenkreises bzw. in einem 

privaten Umfeld. Im Gegenteil durfte der Berufungskläger bei dieser Ausgangslage 

nicht damit rechnen, dass nur die Berufungsbeklagte 2 seine Äusserungen hören 

konnte. Ausserdem war an der von der Berufungsbeklagten 2 behaupteten Tatzeit 

8.45 bis 9.15 Uhr jederzeit mit Wanderern oder spazierenden Hundehalterinnen und 

–haltern zu rechnen; dies auch an einem Mittwoch. Im Weiteren ist zu bemerken, 

dass Wanderwege in der Regel immer von beiden Richtungen her begangen 

werden. Umso mehr gilt dies vorliegend, denn gerade wegen des öffentlichen 

Parkplatzes im D___ handelt es sich bei der Begehung von Osten her um eine 

attraktive Ausflugsvariante. Dass offenbar zur Tatzeit keine Drittperson zugegen 

war, vermag nach Ansicht des Obergerichts den im Rahmen einer 

 

Seite 14 

Gesamtwürdigung klar zu bejahenden Öffentlichkeitscharakter des Gesprächs nicht 

zu widerlegen.  

 

 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Berufungsbeklagte 2 nicht des 

unbefugten Aufnehmens von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter StGB schuldig 

gemacht hat. Demzufolge ist die Berufung abzuweisen und C___ freizusprechen.  

 

 

3. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 3.1 Parteivorbringen 

  Der Berufungskläger lässt ausführen, die Vorinstanz habe dem Privatkläger 

sämtliche Verfahrenskosten und eine an die Beschuldigte zu bezahlende 

Parteientschädigung auferlegt. Sie stütze sich dabei auf Art. 427 Abs. 1 und Art. 432 

Abs. 2 StPO. Die Regelungen der beiden Artikel, welche inhaltlich miteinander 

korrespondieren würden, seien dispositiver Natur. Die Verfahrenskosten oder die 

Parteientschädigung seien damit bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens 

nicht zwingend von der Privatklägerschaft zu tragen (BGE 138 IV 248 E. 4.2.4). 

Selbst bei einem Freispruch der Beschuldigten sei die Überwälzung sämtlicher 

Kosten auf den Privatkläger nicht gerechtfertigt und unverhältnismässig. Einzig die 

Beschuldige habe gegen den Strafbefehl vom 16. Juni 2015 Einsprache erhoben. 

Es könne deshalb nicht angehen, wenn die Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft 

verurteilt werde, diesen Strafbefehl weiterziehe und im Falle eines Freispruchs der 

Privatkläger für sämtliche Kosten aufkommen müsse. Der Staat, welcher die 

Beschuldigte mittels Strafbefehl verurteilt habe, trage für den Ausgang des 

Verfahrens die Hauptschuld, weshalb er für die Verfahrenskosten sowie die 

Parteientschädigung der beschuldigten Person aufzukommen habe.  

  Die Berufungsbeklagte 2  lässt entgegnen, bezüglich des Einwands des 

Berufungsklägers, der Staat sei schuld, sei darauf hinzuweisen, dass die 

Einsprache gegen einen Strafbefehl kein Rechtsmittel sei. Die Kosten könnten 

deshalb nicht nach Obsiegen oder Unterliegen verlegt werden. Im Falle eines 

Freispruchs würden gestützt auf Art. 427 Abs. 1 und Art. 432 Abs. 2 StPO die 

Kosten und auch die Parteientschädigung zu Lasten des Staates oder des 

Privatklägers gehen.  

 

 

Seite 15 

 

 3.2 Erst und zweitinstanzliche Verfahrenskosten  

  Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz 

selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der 

Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Da die Berufung 

abgewiesen wurde und der Berufungskläger somit vollumfänglich unterlegen ist, 

sind ihm die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Gerichtsgebühr von CHF 2‘000.00 (Art. 29 lit. b Gebührenordnung, bGS 233.3), 

aufzuerlegen. Bezüglich der erstinstanzlichen Verfahrenskosten ist vorliegend Art. 

427 Abs. 2 StPO anwendbar, wonach bei Antragsdelikten die Verfahrenskosten der 

Privatklägerschaft auferlegt werden können: lit. a wenn die beschuldigte Person 

freigesprochen wird; und lit. b soweit die beschuldigte Person nicht nach Art. 426 

Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist. Vorliegend entfällt ein rechtswidriges und 

schuldhaftes Verhalten der Beschuldigten im Sinne von Art. 426 As. 2 StPO, so 

dass eine Kostenauflage an den Privatkläger grundsätzlich möglich ist. Der 

Berufungskläger stützt sich zur Begründung seines Vorbringens, dass die 

Verfahrenskosten und die Parteientschädigung bei einem Freispruch nicht zwingend 

auf den Privatkläger zu überwälzen sind, auf BGE 138 IV 248 E. 4.2.4. Aus diesem 

Entscheid kann der Privatkläger jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im 

genannten Bundesgerichtsurteil hatte sich der dortige Beschwerdeführer – 

abgesehen von der Erhebung der Strafklage – an dem gegen den 

Beschwerdegegner geführten Strafverfahren nicht aktiv beteiligt. Insofern hatte er 

laut Bundesgericht keine Kosten verursacht und es könnten ihm daher grundsätzlich 

keine Kosten auferlegt werden (BGE 138 IV 248 E. 4.4.1; SCHMID/JOSITSCH, 

Praxiskommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2018, N. 7 zu Art. 

427 StPO). Vorliegend ist es dagegen so, dass sich der Privatkläger durch beide 

Instanzen hindurch aktiv am Strafverfahren beteiligte, am Augenschein teilnahm und 

die Bestrafung der Beschuldigten beantragte. Damit bleibt kein Raum für ein 

Absehen von einer Kostenauflage an den Privatkläger und demzufolge sind ihm 

ebenfalls die erstinstanzlichen Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die vom 

Berufungskläger geleistete Sicherheit im Umfang von CHF 700.00 wird dabei 

angerechnet. Dies ist im Urteilsdispositiv versehentlich nicht berücksichtigt worden, 

was hiermit berichtigt wird.  

 

 

Seite 16 

 

 3.3 Erst- und zweitinstanzliche Entschädigung 

 Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren richten 

sich nach den Artikeln 429-434 StPO (Art. 436 Abs. 1 StPO). Der Berufungskläger 

hat gestützt auf Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 Abs. 1 StPO weder im erst- noch im 

zweitinstanzlichen Verfahren Anspruch auf eine Entschädigung. Hingegen hat die 

Berufungsbeklagte 2 gegenüber dem Privatkläger Anspruch auf eine Entschädigung 

in beiden Verfahren (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 Abs. 2 StPO; BGE 138 IV 148 E. 

5.3) 

 Sowohl die von RA CC___ vor erster Instanz eingereichte Kostennote in der Höhe 

von CHF 6‘888.25 (O1S 17 6, act. B 3/86/1) als auch diejenige vor zweiter Instanz 

von CHF 3‘231.00 (act. B 24) erweisen sich als tarifkonform. Somit hat der 

Berufungskläger die Berufungsbeklagte 2 für die Kosten ihrer Vertretung im erst- 

und zweitinstanzlichen Verfahren mit CHF 10‘119.25 (inkl. Barauslagen und MWSt)  

zu entschädigen.   

 

 

Seite 17 

In Abweisung der Berufung erkennt das Obergericht: 
 

1. Die Beschuldigte C___ wird von der Anklage des unbefugten Aufnehmens von 
Gesprächen im Sinne von Art. 179ter StGB freigesprochen. 

 
 
2. Es ist davon Vormerk zu nehmen, dass der Privatkläger auf die Geltendmachung seiner 

Zivilforderung verzichtet.  
 
 
3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus 
 

CHF    880.00 Kosten der Voruntersuchung 
CHF    450.00 erstinstanzliche Gerichtsgebühr 
CHF 2‘000.00 zweitinstanzliche Gerichtsgebühr 
CHF 3‘330.00 insgesamt, 

 
werden dem Berufungskläger A___ auferlegt, unter Anrechnung der von ihm geleisteten 
Sicherheit im Umfang von CHF 700.00.  

 
 
4. Der Berufungskläger A___ wird verpflichtet C___ für die Kosten ihrer Verteidigung im erst- 

und zweitinstanzlichen Verfahren eine Entschädigung von CHF 10‘119.25 (inkl. 
Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.  

 
 
5. A___ wird für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren keine Entschädigung 

zugesprochen.  
 
 
6. Rechtsmittel:  
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 78 ff. 
Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizerischen 
Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die 
als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 
BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 
  

 
 
7. Zustellung am 16. Mai 2019 an: 

- den Berufungskläger über seinen Rechtsvertreter 
- die Beschuldigte über ihren Verteidiger 
- die Staatsanwaltschaft (U 15 165) 
- die Vorinstanz (SE3 16 5) 
- Verfahrensakten O2S 17 6 

 

Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

lic. iur. W. Kobler 

Die Obergerichtsschreiberin: 

 

B. Widmer, Fürsprecherin