# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80155736-5499-5d23-8557-0012b0cc57d1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 23.08.2011 R 2010 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-124_2011-08-23.pdf

## Full Text

R 10 124

5. Kammer 

URTEIL
vom 23. August 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baupolizei

1. Mit Schreiben vom 6. April 2010 teilte die Gemeinde … der … 

Bauunternehmung AG mit, sie habe festgestellt, dass die Firma ohne 

Bewilligung in … grössere Mengen (ca. 1'431 m3) an Aushubmaterial ab einer 

Baustelle in … abgelagert habe, und forderte die Firma gleichzeitig auf, 

nachträglich das erforderliche Baugesuch einzureichen. Am 30. April 2010 

reichte die Bauunternehmung bei der Gemeinde ein BAB-Baugesuch für die 

temporäre Lagerung von ca. 800 m3 Aushubmaterial für den Zeitraum vom 

Sommer 2009 bis Sommer 2010 ein. Mit Verfügung vom 9. Juni 2010 wies die 

Gemeinde … das nachträgliche Baugesuch für eine temporäre Deponie für 

Aushubmaterial ab und stellte ferner fest, die bereits realisierte Deponie sei 

vollumfänglich materiell baurechtswidrig (Ziff. 1). Über die Wiederherstellung 

des rechtmässigen Zustandes werde - soweit noch erforderlich - in einem 

separaten Verfahren entschieden. Dasselbe gelte für eine allfällige Busse, 

eine allfällige Einziehung widerrechtlicher Gewinne sowie die Bestimmung der 

damit zu belastenden Personen (Ziff. 2).

Nachdem die Unternehmung bis Ende Juli 2010, entgegen anders lautender 

schriftlicher Zusicherungen, lediglich ca. einen Drittel des widerrechtlich 

deponierten Aushubs entfernt hatte, leitete die Gemeinde … gegen die 

Bauunternehmung sowie einzelne Verantwortliche ein Buss- und 

Wiederherstellungsverfahren ein, in welchem diesen das rechtliche Gehör 

gewährt wurde, so bezüglich Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes, einer Busse sowie der Einziehung von widerrechtlichen 

Vermögensteilen. Nachdem seitens der ins Verfahren Einbezogenen keine 

Stellungnahme einging, sie der Gemeinde insbesondere auch keinerlei 

Auskünfte hinsichtlich ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse 

zukommen liessen, erliess die Gemeinde … gegenüber der … 

Bauunternehmung AG und … zwei gleichlautende Verfügungen, worin sie u.a. 

die Bauunternehmung zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes 

bis zum 15. April 2011 verpflichtete (Ziff. 1 a und b des Dispositivs) und …, 

bzw. die … Bauunternehmung AG gestützt auf Art. 95 Abs. 2 KRG als 

solidarisch Haftende, verpflichtete, eine Busse von Fr. 10'000.-- zu bezahlen. 

Letztere wurde zudem verpflichtet, den widerrechtlich erzielten Gewinn von 

Fr. 8'568.-- an die Gemeinde abzuliefern. Ferner wurden der 

Bauunternehmung und … unter solidarischer Haftung die Verfahrenskosten 

von Fr. 2'470.-- auferlegt.

2. Dagegen erhoben die … Bauunternehmung AG und … beim 

Verwaltungsgericht am 10. Dezember 2010 Beschwerde mit folgenden 

Anträgen:

„1. Die angefochtene Verfügung sei in Bezug auf Ziff. 1b, betreffend den 
Zeitpunkt der Wiederherstellung aufzuheben und der … 
Bauunternehmung AG sei stattdessen eine bis 15. Juni 2011 
angemessen verlängerte Frist zur Räumung der Deponie und zur 
Wiederherstellung gemäss Ziff. 1a der Verfügung vom 9. November 2010 
einzuräumen.

 2. Es sei Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung aufzuheben.
 3. Es sei Ziff. 5 der angefochtenen Verfügung ersatzlos aufzuheben.
 4. Es sei Ziff. 6 der angefochtenen Verfügung ersatzlos aufzuheben.“  
Es treffe zu, dass sie eine temporäre Deponie eingerichtet hätten; sie seien 

aber der Meinung gewesen, diese befinde sich auf Gebiet der Gemeinde …, 

von wo das Aushubmaterial auch stamme. Bei der Suche nach einem solchen 

temporären Deponieplatz seien sie vom Bauamt der Gemeinde … unterstützt 

worden. Sie bestritten daher jeden Vorsatz und beriefen sich auf den 

Vertrauensschutz. Es sei aber auch unüblich und praxisfremd, für solche 

zeitlich begrenzten Ablagerungen eine Bau- resp. BAB-Bewilligung zu 

verlangen. Sie hätten nicht gewusst, dass sich der Deponieplatz auf Gebiet 

der Gemeinde … befinde. Betreffend der ausgefällten Busse und dem von der 

Gemeinde verfügten Einziehung des Gewinns machten sie im Wesentlichen 

geltend, es gelte die Relationen zu wahren. So seien von der fraglichen 

Baustelle rund 11'000 m3 Aushubmaterial auf die Gemeindedeponie „…“ 

abgeführt (Deponiegebühren über Fr. 150'000.--), und lediglich ca. 1’430 m3 

Material zwischengelagert worden. Von letzteren seien wiederum ca. 550 m3 

bereits im Zuge der Bauarbeiten wieder weggeführt worden, so dass noch ca. 

800 m3 zur Diskussion stehen könnten. Halte man sich vor Augen, dass im 

Werkvertrag die von der Bauherrschaft zu bezahlende Entschädigung für 

Aushubmaterial mit Fr. 21.--/m3 vorgesehen worden sei, stelle diesen die 

Kosten der Zwischenlagerung in … von Fr. 35.--/m3 entgegen, so zeige sich 

unschwer, dass sie mit der Zwischenlagerung gar keinen Gewinn erzielt, 

sondern gar einen Verlust von Fr. 15.--/m3 erlitten hätten, weshalb für die 

angeordnete Einziehung kein Grund bestehe. Hinsichtlich der gegen … 

ausgefällten Busse von Fr. 10'000.-- machten sie geltend, diese sei 

hinsichtlich ihrer Höhe gar nicht begründet worden. So sei bloss von einem 

schweren Verschulden die Rede gewesen und man sei davon ausgegangen, 

dass er in durchschnittlich guten Verhältnissen lebe. Unberücksichtigt 

geblieben sei hingegen, dass ihm höchstens fahrlässiges Verhalten, nicht 

aber Vorsatz, mithin allenfalls ein geringes Verschulden vorgeworfen werden 

könne. Die Gemeinde habe es zudem unterlassen, seine Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse abzuklären. Ausgehend von der im Strafrecht 

üblichen Viertelsregelung lasse die ausgesprochene Busse auf ein 

mutmassliches Monatseinkommen von Fr. 40'000.-- schliessen, was nicht 

zutreffe. 

3. Die Gemeinde … beantragte die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung 

vom 9. Juni 2010 sei die materielle Baurechtswidrigkeit der ausserhalb der 

Bauzone liegenden Deponie in … rechtskräftig festgestellt worden. Sie stellte 

in Abrede, dass die Gemeinde …, welche ein professionelles Bauamt 

unterhalte, den Beschwerdeführern die Auskunft erteilt haben könnte, eine 

ausserhalb der Bauzonen vorgesehene Deponie für 1'431 m3 Aushub sei nicht 

baubewilligungspflichtig. Seitens des Bauamtes sei solches denn auch 

glaubhaft verneint worden. Da … seine Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse nicht habe offenlegen wollen, sei die Busse 

ermessensweise in dem vom KRG vorgesehenen Bussrahmen 

ausgesprochen worden, zumal ihm auch eine massive materiellrechtliche 

Baurechtsverletzung zur Last gelegt werden müsse. Bei der Berechnung des 

einzuziehenden Gewinns habe sie sich von sachlichen Überlegungen 

(abgeführte Materialmenge: ca. 476 m3; der Transportkostenersparnis rund 6 

Fr./m3 Aushub und der Ersparnis der Deponiekosten von weiteren 6 Fr./m3) 

leiten lassen. Daraus ergebe sich der Totalbetrag von Fr. 8'568.--. Der 

Einwand, die Unternehmung habe einen Verlust erzielt, sei 

rechtsprechungsgemäss unbeachtlich (BGE 119 IV 16, E. 4b/bb).

4. In einem zweiten Schriftenwechsel erhielten die Parteien die Gelegenheit, die 

von ihnen vertretenen Rechtsstandpunkte zu ergänzen und zu vertiefen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bilden zwei gleichlautende Verfügungen vom 9. November 

2010, mit welchen die Beschwerdeführerin 1 zur Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes bis zum 15. April 2011 verpflichtet (Ziff. 1 a und b 

des Dispositivs) und dem Beschwerdeführer 2, bzw. gestützt auf Art. 95 Abs. 

2 KRG der Beschwerdeführerin 1 als solidarisch Haftende, eine Busse von Fr. 

10'000.-- auferlegt worden ist. Die Beschwerdeführerin 1 wurde zudem 

verpflichtet, den widerrechtlich erzielten Gewinn von Fr. 8'568.-- an die 

Beschwerdegegnerin abzuliefern. Den Beschwerdeführern wurden sodann 

unter solidarischer Haftung die Verfahrenskosten von Fr. 2'470.-- auferlegt.

Wiederherstellungsanordnung

2. a) Nach Art. 107 Abs. 2 KRG gehen unmittelbar anwendbare Bestimmungen 

dieses Gesetzes abweichenden kommunalen Vorschriften vor. Als 

unmittelbar anwendbar gelten u.a. nach Ziff. 6 auch das formelle Baurecht 

(Art. 85-96 KRG). Gemäss Art. 94 Abs. 1 KRG sind materiell vorschriftswidrige 

Zustände auf Anordnung der zuständigen Behörde zu beseitigen, gleichgültig, 

ob für deren Herbeiführung ein Bussverfahren durchgeführt wurde. Damit hat 

der Gesetzgeber die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zum alten 

KRG, nach welcher lediglich formelle Baurechtsverletzungen keine 

Wiederherstellungsverfügung rechtfertigten, nachvollzogen. Unabdingbare 

Voraussetzung für die Anordnung einer Wiederherstellung ist nach Art. 94 

Abs. 1 KRG also das Vorliegen eines materiell vorschriftswidrigen Zustandes. 

Wenn die materielle Vorschriftswidrigkeit einer oder mehrerer baulicher 

Massnahmen bejaht werden kann, darf die Wiederherstellung grundsätzlich 

angeordnet werden. Dagegen führt eine bloss formelle Baurechtswidrigkeit 

nicht zur Wiederherstellung bzw. Restitution (vgl. VGU R 09 26 E. 2a; PVG 

2007 Nr. 30). 

b) Vorliegend ergibt sich die materielle Rechtswidrigkeit der temporären Deponie 

für Aushubmaterial ohne weiteres aus den Akten. Die Gemeinde hat nämlich 

mit Verfügung vom 9. Juni 2010 dem nachträglichen Baugesuch um 

Bewilligung einer temporären Deponie für Aushubmaterial in „…“ die 

Baubewilligung verweigert. Die Verfügung erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft. Daher braucht auf ihre Darlegungen, mit welchen sie die 

Bewilligungspflicht einer ausserhalb der Bauzonen gelegenen temporären 

Deponie für Aushubmaterial wie der vorliegenden generell in Frage stellen 

wollen, auch nicht mehr näher eingegangen werden.

3. a) Auch bei Vorliegen einer materiellen Baurechtsverletzung sind die 

Voraussetzungen für eine Wiederherstellungsverfügung jedoch nicht 

vollständig erfüllt; solche Zwangsmassnahmen rechtfertigen sich vielmehr 

erst dann, wenn sie notwendig sind und verhältnismässig erscheinen (anstelle 

vieler: VGU R 09 26 E. 2b, R 99 105 E. 3b). Die Notwendigkeit eines Eingriffes 

ergibt sich aus dem öffentlichen Interesse an der Einhaltung der verletzten 

Baurechtsvorschriften. Von der Anordnung der Beseitigung derartiger Bauten 

kann ausnahmsweise, bei Vorliegen besonderer Umstände, abgesehen 

werden. So kann der Abbruch nach der bundesgerichtlichen Praxis etwa 

unterbleiben, wenn die formell rechtswidrige Baute nachträglich bewilligt 

werden kann oder wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist 

oder kein ausreichendes öffentliches Interesse für die Beseitigung besteht, 

ebenso, wenn der Bauherr in gutem Glauben angenommen hat, er sei zur 

Bauausführung ermächtigt, und der Beibehaltung des ungesetzlichen 

Zustandes nicht schwerwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen 

(BGE 108 Ia 217 E. 4, 104 Ib 303 E. 5b, 102 Ib 66f. E. 2a). Der Schutz des 

Vertrauens rechtfertigt sich aber nur, wenn der Bauherr die ihm nach den 

Umständen zumutbare Sorgfalt und Aufmerksamkeit hat walten lassen. Wer 

trotz vorhandenen und sich nach objektiven Massstäben aufdrängenden 

Zweifeln über die Tragweite einer Baubewilligung (ohne entsprechende 

Abklärungen bei der verfügenden Behörde) Bauarbeiten vornimmt, kann sich 

gegenüber einem Abbruchbefehl nicht mit Erfolg auf den Schutz seines guten 

Glaubens berufen (BGE vom 14. Februar 1979 in ZBl 80 [1979] 312f. E. 4b). 

Als Grundsatz muss in diesem Zusammenhang gelten, dass sich der 

Bauwillige selber um die Zulässigkeit seines Handelns zu kümmern hat (vgl. 

PVG 1993 Nr. 29). 

b) Die Beschwerdeführer berufen sich in ihrer Beschwerde auf 

Vertrauensschutzüberlegungen. Sie machen geltend, das Bauamt der 

Gemeinde … habe sie bei der Suche nach einem geeigneten Standort für die 

temporäre Deponie unterstützt und (falsch) beraten. Ebenso wenig sei in den 

damaligen Besprechungen die Rede davon gewesen, dass eine (BAB-

)Bewilligung erforderlich sei. Aus diesen Überlegungen können sie aus 

vertrauensschutzrechtlicher Sicht bereits deshalb nichts zugunsten ihrer 

Begehren ableiten, weil das (wie auch immer) Auskunft erteilende Bauamt … 

mit Blick auf den auf Gemeindegebiet … gelegenen Deponiestandort in „…“ 

gar nicht zuständig war. Wenn die Beschwerdeführer dies nicht gewusst 

haben wollen, so haben sie sich die Folgen daraus, zumal sie es diesfalls 

offenkundig an der ihnen zumutbaren Sorgfalt und Aufmerksamkeit haben 

mangeln lassen, selbst zuzuschreiben. Letzteres gilt im Ergebnis auch für die 

von den Beschwerdeführern geltend gemachte Unkenntnis über die 

Bewilligungspflicht einer temporären Aushubdeponie ausserhalb der 

Bauzonen. Soweit vorliegend von Interesse machen sie im vorliegenden 

Verfahren denn auch nur geltend, das Bauamt habe keine Bewilligungspflicht 

erwähnt. Dies allein genügt nun aber offenkundig auch nicht, um bei ihnen 

eine berechtigte      Überzeugung zu wecken, es brauche keine Bewilligung. 

Die Berufung auf den Vertrauensschutz erweist sich daher so oder anders als 

ungerechtfertigt. 

c) Zu prüfen bleibt, ob die Wiederherstellung verhältnismässig ist. Praxisgemäss 

verlangt die Verhältnismässigkeit im Sinne des Übermassverbots, dass der 

Eingriff nicht weiter gehen darf, als es der Zweck erheischt. Mit anderen 

Worten ist das mildeste Mittel zur Erreichung des gesetzmässigen Zustandes 

zu wählen. Dementsprechend ist auf einen umfassenden Abbruch zu 

verzichten, wenn der gesetzmässige Zustand durch einen Teilabbruch 

erreicht werden kann. Werden die Notwendigkeit und die Verhältnismässigkeit 

im so verstandenen Sinne bejaht, erfolgt eine Abwägung zwischen den 

öffentlichen Interessen an der Durchsetzung der Zwangsmassnahme und den 

privaten Interessen am Festhalten am gesetzeswidrigen Zustand. Auf diese 

Interessenabwägung kann verzichtet werden, wenn der Abbruchbefehl schon 

an der Notwendigkeit bzw. der Verhältnismässigkeit im oben verstandenen 

Sinne scheitert. Zur Rüge, dass ein Abbruchbefehl nicht notwendig oder 

unverhältnismässig ist, werden sowohl der Gut- als auch der Bösgläubige 

zugelassen. Bösem Glauben wird erst bei der Interessenabwägung Rechnung 

getragen (BGE 108 Ia 218 E. 4b; VGE 264/83). Dies erhellt aus dem Umstand, 

dass auch der Bösgläubige vor nicht notwendigen und unverhältnismässigen 

Verwaltungshandlungen geschützt werden soll. Folglich ist das Verhalten, das 

zum Abbruchbefehl geführt hat, erst bei der Interessenabwägung 

angemessen zu berücksichtigen. Anders zu entscheiden führte dazu, dem 

Abbruchbefehl Strafcharakter zukommen zu lassen (vgl. Art. 95 KRG). Dies 

ist aber einer allfälligen Busse vorbehalten (VGU R 04 8).

d) Vorliegend ist zu Recht unbestritten geblieben, dass die gemeindliche 

Anordnung der vollständigen Entfernung des illegal deponierten 

Aushubmaterials innert Frist den umschriebenen Vorgaben entspricht, mithin 

auch verhältnismässig ist. Die Beschwerdeführer fechten jedenfalls die 

Wiederherstellungsanordnung nicht grundsätzlich an, sondern beantragen 

lediglich eine Verlängerung der auf den 15. April 2011 angesetzten Frist bis 

zum 15. Juni 2011. Die von ihnen in diesem Zusammenhang vorgebrachte 

Begründung vermag nicht zu überzeugen. Wie die Gemeinde nachvollziehbar 

ausgeführt hat, war es aus Witterungsgründen ohne weiteres möglich, das 

deponierte Material innert gesetzter Frist abzuführen. Zudem erklärte sich die 

Gemeinde ausdrücklich bereit, die Frist kurzfristig zu erstrecken, sofern die 

Verhältnisse die Einhaltung dieser Frist wider Erwarten dennoch 

verunmöglichen würde. Der Antrag auf Verlängerung der angesetzten 

Wiederherstellungsfrist erweist sich daher als unbegründet.

Busse/Verfahrenskosten

4. a) Gemäss Art. 95 KRG wird mit Busse zwischen 200 und 40'000 Franken 

bestraft, wer dieses Gesetz oder darauf beruhende Erlasse und Verfügungen 

des Kantons oder der Gemeinden verletzt. Widerrechtliche Gewinne werden 

nach den Bestimmungen des StGB eingezogen (Abs. 1). Strafbar ist die 

vorsätzliche oder fahrlässige Widerhandlung durch die nach Art. 93 

verantwortlichen Personen. Anstelle einer juristischen Person, einer Kollektiv- 

oder Kommanditgesellschaft, einer Einzelfirma oder einer 

Personengesamtheit ohne Rechtspersönlichkeit sind die natürlichen 

Personen haftbar, die für sie gehandelt haben oder hätten handeln sollen. Für 

Bussen und Kosten haftet die juristische Person, die Gesellschaft     oder die 

Personengemeinschaft solidarisch (Abs. 2). Für die Beachtung der 

gesetzlichen Vorschriften, (…) sind die Bauherrschaften, Eigentümerinnen 

und Eigentümer, sonstige Berechtigte sowie die mit der Projektierung und 

Ausführung von Bauvorhaben betrauten Personen verantwortlich (Art. 93 Abs. 

1 KRG).

b) Dass die Beschwerdeführer im Lichte von Art. 93 KRG betrachtet als 

Verantwortliche (natürliche und juristische Personen) zu Recht ins Recht 

gefasst worden sind, ist unbestritten. Aus dem Einwand der 

Beschwerdeführer, ihnen könne höchstens fahrlässige Begehung 

vorgeworfen werden, können diese nichts zu ihren Gunsten ableiten, weil das 

Gesetz auch die fahrlässige Widerhandlung der Bussandrohung unterstellt 

hat. Entsprechend kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer 2 als über 

langjährige Erfahrungen verfügender Bauführer nicht zumindest 

eventualvorsätzlich gegen formelles und materielles Baurecht verstossen hat. 

Die ausgefällte Busse von Fr. 10'000.-- bewegt sich sodann offenkundig 

innerhalb des vom Gesetz umschriebenen Rahmens. 

c) Der Beschwerdeführer 2 bringt gegen die Höhe der Busse vor, die Gemeinde 

habe seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht ermittelt. 

Angesichts der im Strafrecht üblichen Viertelsregelung sei sie sodann zu 

Unrecht von einem Monatseinkommen von Fr. 40'000.-- ausgegangen und sie 

sei zudem zu Unrecht auch von  einer schweren, statt einer bloss 

geringfügigen Verletzung von Baurechtsvorschriften ausgegangen. Ihm kann 

nicht gefolgt werden. Mit der Gemeinde ist davon auszugehen, dass das von 

ihm als Bauführer zu verantwortende temporäre Deponieren von rund 1431 

m3 Aushubmaterial ausserhalb der Bauzonen als schwere 

(materiellrechtliche) Verfehlung zu qualifizieren ist. Zu Unrecht versucht er  die 

Widerhandlung zu bagatellisieren und sein offenkundiges Verschulden klein 

zu reden. Als mit dem öffentlichen Baurecht vertrauter Fachmann hätte er 

wissen können und müssen, dass eine temporäre Deponie 

bewilligungspflichtig ist, und er wäre, falls er in dieser Frage unsicher gewesen 

sein sollte, verpflichtet gewesen, sich bei den (richtigen) zuständigen Stellen 

zu erkundigen. 

d) Hinsichtlich der beanstandeten Busshöhe übersieht er, dass die von ihm 

angeführte Viertelsregelung im Baubussverfahren gar nicht zur Anwendung 

gelangt, und die Gemeinde hat denn auch nicht auf ein Monatseinkommen 

von Fr. 40'000.-- abgestellt. Vielmehr hat sie die Busse seinem (schweren) 

Verschulden und seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen 

entsprechend ausgefällt. Hinsichtlich letzteren gilt es festzuhalten, dass er 

diese trotz ausdrücklicher Aufforderung der Gemeinde nicht offen gelegt, die 

verlangten Unterlagen nicht eingereicht hat. Dadurch hat er seine 

Mitwirkungspflicht verletzt und muss sich daher entgegenhalten lassen, dass 

der Gemeindevorstand die Busse unter diesem Aspekt nach Ermessen 

festsetzte (VGU R 02 80). Aufgrund seiner eigenen Angaben im vorliegenden 

Verfahren ist er nicht bedürftig, wenn auch als Bauführer wohl auch nicht 

gerade in sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Namhaftes Vermögen ist, 

soweit ersichtlich, nicht vorhanden. Die Gemeinde durfte jedoch 

berücksichtigen, dass er als Bauführer (natürliche Person) im Lichte der 

eingangs zitierten Bestimmungen anstelle der Bauunternehmung (juristische 

Person), für die er gehandelt hat, strafbar ist, diese aber solidarisch für die 

ausgefällte Busse (und Kosten) haftet. Die Gemeinde hat daher denn auch 

die Unternehmung zur Bezahlung der Busse verpflichtet (Art. 95 Abs. 3 letzter 

Satz KRG). Im Lichte des Dargelegten erscheint die ausgesprochene Busse 

von Fr. 10'000.-- dem Verschulden und den wirtschaftlichen Verhältnissen des 

bwz. der Beschwerdeführer als angemessen, weshalb ihre Beschwerde auch 

diesbezüglich abzuweisen ist. 

Einziehung des widerrechtlich erzielten Gewinns von Fr. 8'658.--

5. a) Die Beschwerdeführer wehren sich gegen die von der Gemeinde verfügte 

Einziehung des widerrechtlichen Gewinns von Fr. 8'658.--. Die gesetzliche 

Grundlage findet sich in Art. 95 Abs. 1 Satz 3 KRG. Die von der Gemeinde 

bereits im angefochtenen Entscheid vorgenommene und im vorliegenden 

Verfahren noch verdeutlichte Berechnung, auf die uneingeschränkt verwiesen 

werden kann, erweist sich als sachlich nachvollziehbar und überzeugend. 

Wenn die Bauunternehmung dem entgegensetzt, dass ihr aus dieser 

Zwischendeponie insgesamt ein Schaden entstanden sei, so übersieht sie, 

dass die Gemeinde nur für jenen - kleineren - Teil des temporär deponierten 

Aushubmaterials (ca. 476 m3) einen Gewinn (zufolge Einsparungen von 

Transportkosten und Deponiekosten) ermittelt hat, der in der Zwischenzeit 

bereits abgeführt worden ist. Dass bezüglich des verbliebenen Materials  am 

Schluss tatsächlich ein finanzieller Verlust für die Bauunternehmung 

entstehen könnte, mag zutreffen, ist vorliegend aber bereits deshalb nicht 

entscheidend, weil dieses Material bei der gemeindlichen Berechnung des 

widerrechtlich erzielten Gewinns unberücksichtigt geblieben ist.

Verfahrenskosten vor der Vorinstanz

6. Die Beschwerdeführer verlangen, ohne ihr Begehren jedoch näher zu 

begründen, die Aufhebung der ihnen im vorinstanzlichen Verfahren 

auferlegten Kosten von Fr. 2'470.-- (Fr. 600.-- Behandlungsgebühr; Fr. 1'870.-

- für Rechtsberatung). Auch diesbezüglich kann ihnen nicht geholfen werden. 

Nach Art. 96 Abs. 1 KRG sind der Gemeinde - abgesehen von Gebühren im 

Baubewilligungsverfahren und weiteren baupolizeilichen Verfahren - auch 

Auslagen für Leistungen Dritter wie Fachgutachten, Beratungen sowie 
Grundbuchkosten zu vergüten. Dass darunter auch die den 

Beschwerdeführern in Rechnung gestellten Fr. 1’870.-- für Rechtsberatung zu 

verstehen sind, ist offenkundig, ebenso, dass der entsprechende Aufwand 

durch das Vorgehen der Beschwerdeführer verursacht worden ist (Art. 96 

Abs. 2 Satz 1KRG). Da es sich um einen vergleichsweise geringen Betrag 

handelt und die Notwendigkeit des fachmännischen Beizugs zu keinen 

Bemerkungen Anlass gegeben hat (und auch nicht gibt), wurden die 

geklagten Verfahrenskosten zu Recht erhoben.  - Die Beschwerde erweist 

sich mithin unter allen Titeln als unbegründet und ist daher abzuweisen.  

7. a) Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten unter solidarischer Haftung 

je zur Hälfte zulasten der Beschwerdeführer (Art. 73 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege; VRG).

b) Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird dagegen gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der 

Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 284.--

zusammen Fr. 3'284.--

gehen unter solidarischer Haftung je zur Hälfte zulasten der … 

Bauunternehmung AG und … Die entsprechenden Kostenanteile  sind innert 

30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.