# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cde7b051-d751-5977-81dc-cd94edbc77dd
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-18
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 18.04.2014 VG.2014.00022 (VG.2014.29)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2014-00022_2014-04-18.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  Urteil vom 18. Juni 2014

  
	
   

   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2014.00022

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin  

    

  

  
	
   

   

   

  
	
  gegen

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  	
    Amt für Wirtschaft und
    Arbeit des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegner  

    

  

  
	
   

   

  betreffend

  
	
   

   

  
	
  Einstellung in der Anspruchsberechtigung

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
   

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  A.______ arbeitete vom
  8. April 2013 bis am 31. Januar 2014 bei der B.______AG. Am
  20. Dezember 2013 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis.
  A.______ beantragte am 2. Februar 2014 Arbeitslosenentschädigung ab dem
  1. Februar 2014. Am 10. März 2014 stellte das Amt für Wirtschaft
  und Arbeit des Kantons Glarus A.______ für 36 Tage, laufend ab dem
  1. Februar 2014, in ihrer Berechtigung zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung
  ein. Zur Begründung führte es an, A.______ habe die Arbeitslosigkeit selbst
  verschuldet. Gegen die Verfügung erhob A.______ am 15. März 2014
  Einsprache. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit hiess die Einsprache am
  24. März 2014 teilweise gut und reduzierte die Anspruchseinstellung auf
  acht Tage.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 27. März 2014 gelangte
  A.______ mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Sinngemäss beantragte sie die
  Aufhebung des Einspracheentscheids und der Einstellungsverfügung. Am
  6. Mai 2014 reichte A.______ dem Gericht die Kopie eines an das Amt für
  Wirtschaft und Arbeit gerichteten Schreibens ein. Das Amt für Wirtschaft und
  Arbeit liess sich am 8. Mai 2014 vernehmen und schloss auf Abweisung der
  Beschwerde. Am 14. Mai 2014 nahm A.______ erneut Stellung und reichte
  zwei E-Mails ihres ehemaligen Vorgesetzten zu den Akten.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 56 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
  Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 12
  Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die obligatorische
  Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 6. Mai 1984
  (EG AVIG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch
  die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die obligatorische Arbeitslosenversicherung
  will den versicherten Personen einen angemessenen Ersatz für Erwerbsausfälle
  wegen Arbeitslosigkeit garantieren (Art. 1a Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes
  über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
  vom 25. Juni 1982 [AVIG]). Gemäss der im gesamten Sozialversicherungsrecht
  geltenden Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) muss der Versicherte
  jedoch alles Zumutbare unternehmen, um den Eintritt oder das Fortdauern der Arbeitslosigkeit
  zu verhindern (BGer-Urteil 8C_12/2010 vom 4. Mai 2010 E. 2.2). Ist er
  durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden, ist er in der
  Anspruchsberechtigung einzustellen (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG). Zweck
  der Einstellung als versicherungsrechtliche Sanktion ist die angemessene
  Mitbeteiligung des Versicherten am Schaden, den er durch sein pflichtwidriges
  Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal
  verursacht hat (BGE 122 V 34 E. 4c/aa, mit Hinweis).

  
	
   

  
	
  2.2 Ein
  Selbstverschulden des Versicherten liegt vor, wenn oder soweit der Eintritt
  oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren
  zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Verhältnissen
  vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht
  übernimmt (BGer-Urteil C 348/00 vom 21. Februar 2001 E. 1a; ARV
  1998 Nr. 9 S. 44; Thomas Nussbaumer, in Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
  Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Bd. XIV, 2. A.,
  Basel/Genf/München 2007, O. Rz. 829). Dies ist unter anderem dann
  der Fall, wenn der Versicherte durch sein Verhalten, insbesondere wegen
  Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur
  Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit.
  a der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
  Insolvenzentschädigung vom 31. August 1983 [AVIV]). Zwischen dem geltend
  gemachten Grund zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses und der eingetretenen
  Arbeitslosigkeit muss ein Kausalzusammenhang bestehen (Barbara Kupfer Bucher,
  in Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Bundesgesetz über die
  obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenz, 4. A., Zürich/Basel/Genf
  2013, S. 163).

  
	
   

  
	
  2.3 Als selbstverschuldet kann unter anderem die
  fristlose Entlassung oder die Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten wegen
  unentschuldigten Absenzen, ungebührliches Verhalten am Arbeitsplatz oder ein
  gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten gelten (vgl. Kupfer Bucher,
  S. 167 ff.; Gerhard Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz,
  Bd. I, Art. 1-58, Bern 1987, Art. 30 N. 10). Der Tatbestand von Art. 44 Abs.
  1 lit. a AVIV setzt indessen keine (fristlose) Auflösung des Arbeitsverhältnisses
  aus wichtigen Gründen gemäss Art. 337 des Bundesgesetzes über das Obligationenrecht
  vom 30. März 1911 (OR) voraus. Es genügt, dass das allgemeine dienstliche und
  allenfalls auch ausserdienstliche Verhalten des Versicherten Anlass zu einer
  Kündigung gegeben haben. Hierzu gehören auch charakterliche Eigenschaften, welche
  eine Person für den Betrieb als untragbar erscheinen lassen. Beanstandungen
  beruflicher Art müssen nicht vorgelegen haben (BGer-Urteil 8C_606/2010 vom
  20. August 2010 E. 3.2; Nussbaumer, O. Rz. 831; Jacqueline Chopard,
  Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998,
  S. 107 ff.).

  
	
   

  
	
  2.4 In Nachachtung
  von Art. 20 lit. b des am 17. Oktober 1991 für die Schweiz in Kraft getretenen
  Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über Beschäftigungsförderung
  und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 ist eine Einstellung
  in der Anspruchsberechtigung nur zulässig, wenn die gekündigte Person eventualvorsätzlich
  zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Eventualvorsatz ist anzunehmen, wenn die
  betroffene Person vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr
  Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt und dies in Kauf
  nimmt (vgl. BGer-Urteil 8C_466/2007 vom 19. November 2007 E. 3.1,
  C 277/06 vom 3. April 2007 E. 2, C 95/00 vom 29. November
  2000 E. 1 und 2c, mit weiteren Hinweisen; Nussbaumer, O. Rz. 831;
  ARV 2003 Nr. 26 S. 248).

  
	
   

  
	
  2.5 Das dem Versicherten zur Last gelegte
  Verhalten muss in beweisrechtlicher Hinsicht klar feststehen (BGer-Urteil C
  19/06 vom 5. Januar 2007 E. 2.5). Bei Differenzen zwischen dem
  Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer darf nicht ohne Weiteres auf ein
  fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschlossen werden, insbesondere
  wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für
  welche er keine Beweise anführen kann (BGE 112 V 242 E. 1; Weisung des
  Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, AVIG-Praxis, ALE, Januar 2014,
  Rz. D6; Kupfer Bucher, S. 161; Nussbaumer,
  O. Rz. 831; Gerhards, Art. 30 N. 11).

  
	
   

  
	
  2.6 Die Dauer der Einstellung
  bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie
  dauert bei leichtem Verschulden 1-15 Tage, bei mittelschwerem Verschulden
  16-30 Tage und bei schwerem Verschulden 31-60 Tage (Art. 45 Abs. 3
  AVIV).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführerin wird zur Last gelegt, die
  Kündigung selbst verschuldet zu haben. Im angefochtenen Entscheid führt der
  Beschwerdegegner aus, die Aussagen der Beschwerdeführerin und diejenigen der
  ehemaligen Arbeitgeberin widersprächen sich. Die Beschwerdeführerin habe aber
  eine gewisse Mitschuld an der Kündigung eingestanden. Einerseits schildere
  sie, dass sie aufgrund ihrer Ignorierung durch das Kader sehr wütend gewesen
  sei. Dadurch habe die gute Atmosphäre zwischen ihr und der Arbeitgeberin gelitten.
  Andererseits habe sie festgestellt, dass sie sich nicht immer teamkooperativ
  verhalten habe. So sei sie stets alleine in die Pause gegangen. Überdies habe
  sie ein Geschenk einer Kadermitarbeiterin abgelehnt, nachdem sie als einzige
  nicht zur Weihnachtsfeier eingeladen gewesen sei.

  
	
   

  
	
  3.2 Im Fragebogen vom 31. Januar 2014 gab die B.______AG
  als Grund für die Kündigung an, die Beschwerdeführerin habe sich geweigert,
  für einen Vorgesetzten zu kopieren. Zudem sei sie nicht kritikfähig und nehme
  Vorschläge zur Arbeitstechnik nicht an. In der Kündigung vom
  20. Dezember 2013 wird ihr ausserdem vorgeworfen, ihr persönliches
  Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und vor allem Geschäftspartnern
  habe die Stimmung im negativen Sinne erheblich beeinflusst, wodurch es
  unmöglich geworden sei, sie ins Team zu integrieren. Persönliche Gespräche
  und mündliche Mahnungen hätten nicht zu einer Verbesserung, sondern zu einer
  Verschlechterung der Arbeitsergebnisse und der Stimmung innerhalb des Teams
  geführt. Dies sei für die Firma und das Team nicht weiter tragbar und mache
  eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in Zukunft unmöglich.

  
	
   

  
	
  3.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet, die Kündigung
  bewusst herbeigeführt oder provoziert zu haben. Von der Arbeitgeberin sei sie
  nie verwarnt worden. Mitarbeitergespräche hätten keine stattgefunden. Es sei
  zwar möglich, dass sie gegenüber einer Person einmal dominant aufgetreten
  sei. Zu Geschäftspartnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei sie aber nie
  unfreundlich gewesen. In die Mittagspausen sei sie jeweils alleine gegangen.
  Es treffe jedoch nicht zu, dass sie sich nicht ins Team habe integrieren
  wollen. Die Arbeitskollegen hätten mit ihr während Monaten kein Wort Deutsch
  gesprochen und nichts mit ihr zu tun haben wollen. Sie habe sich sehr
  ausgeschlossen gefühlt. Darüber sei sie sehr wütend geworden und die
  Atmosphäre zwischen dem Team, dem Kader und ihr sei nicht mehr so gut
  gewesen. Als Einzige sei sie nicht an die Weihnachtsfeier eingeladen worden,
  woraufhin sie ihrem Vorgesetzten ein E-Mail geschrieben habe. Das Geschenk
  habe sie abgelehnt, weil sie in diesem Moment nicht anders habe reagieren
  können. 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Die Sanktionierung der
  Beschwerdeführerin infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit begründet der
  Beschwerdegegner ausschliesslich mit dem von ihr eingestandenen Verhalten
  (Verschlechterung der Arbeitsatmosphäre und unkooperatives Verhalten; vgl. dazu
  oben E. II./3.1 und 3.3).

  
	
   

  
	
  4.1 Das allgemeine Verhalten am Arbeitsplatz kann für
  die Auflösung eines Arbeitsverhältnisses ausschlaggebend sein. Eine
  selbstverschuldete Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a
  AVIG kann aber nur dann angenommen werden, wenn das Verhalten von der
  Arbeitgeberin aus sachlich gerechtfertigten Gründen missbilligt werden durfte
  und die Gekündete trotz Wissens um diese Missbilligung ihr Verhalten nicht
  geändert hat (vgl. Kupfer Bucher, S. 162, mit Hinweis). 

  
	
   

  
	
  Ursache der Kündigung vom
  20. Dezember 2013 waren zwischenmenschliche Differenzen zwischen der
  Beschwerdeführerin und ihren ehemaligen Arbeitskollegen. Welche der Parteien
  den Grund für diese Unstimmigkeiten setzte, lässt sich nicht eruieren. Die
  Beschwerdeführerin gestand ein, wegen ihrer Ausgrenzung wütend geworden zu
  sein, wodurch die Atmosphäre im Betrieb gelitten habe. Dies lässt aber nicht
  darauf schliessen, dass sie ein vermeidbares Verhalten an den Tag gelegt und
  damit die Kündigung provoziert hat. Insbesondere ist nicht bekannt, dass sich
  die von ihr beschriebene Wut in einem objektiv inakzeptablen Verhalten geäussert
  hätte. Vielmehr bestand ein Zustand, wie er in vielen Betrieben vorkommt.
  Konkrete Vorkommnisse, die darauf hindeuten würden, dass die Beschwerdeführerin
  für die Störung des Betriebsfriedens eine Mitverantwortung trägt und ihre
  Entlassung zumindest in Kauf genommen hätte, sind nicht ersichtlich (vgl.
  auch BGer-Urteil C 38/03 vom 6. Mai 2003 E. 2). Auch wenn die
  Verhältnisse für die Beteiligten letzten Endes nicht mehr tragbar waren,
  besteht vorliegend kein Grund, der Beschwerdeführerin wegen der schlechten
  Stimmung im Team ein versicherungsrelevantes Fehlverhalten anzulasten. 

  
	
   

  
	
  Genauso verhält es sich
  mit den Pausengewohnheiten der Beschwerdeführerin. Arbeitsvertraglich dürfte
  sie kaum dazu verpflichtet gewesen sein, die Mittagspausen im Beisein des
  Teams zu verbringen. Dass das Arbeitsklima darunter leidet, ist das eine, der
  Beschwerdeführerin hierfür eine Mitschuld zu geben und ihr vermeidbares Verhalten
  vorzuwerfen, das andere. Zumindest kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen
  werden, dass die Beschwerdeführerin bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  sowie den Vorgesetzten tatsächlich einen schweren Stand hatte und aus
  psychohygienischen Gründen ihre Pausen alleine verbrachte. Unabhängig davon
  steht es der Beschwerdeführerin ohnehin frei, wo und mit wem sie Essen will. 

  
	
   

  
	
  Das von der
  Beschwerdeführerin selbst geschilderte dienstliche Verhalten stellt deshalb
  keine dermassen untragbare Verfehlung oder Vertragswidrigkeit dar, dass sich
  eine versicherungsrechtliche Sanktionierung rechtfertigen würde. Überdies ist
  nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch uneinsichtiges
  Verhalten die Kündigung geradezu in Kauf genommen hätte.

  
	
   

  
	
  4.2 Weiter wird der Beschwerdeführerin von der
  Arbeitgeberseite vorgeworfen, sich im Betrieb und insbesondere auch gegenüber
  Geschäftspartnern unfreundlich verhalten zu haben. Die Beschwerdeführerin
  selbst bestreitet dies. Gerade in einer Situation wie der vorliegenden, wo
  zwischen der versicherten Person und ihrer ehemaligen Arbeitgeberin über
  längere Zeit Differenzen bestanden, kann nicht unbesehen auf die Angaben der
  ehemaligen Arbeitgeberin abgestellt werden (vgl. BGer-Urteil C 260/06
  vom 29. März 2007 E. 4). Abgesehen von der durchaus
  nachvollziehbaren Verweigerung einer Geschenkannahme als Reaktion auf die Nichteinladung
  zum Weihnachtsessen werden von der ehemaligen Arbeitgeberin keine konkreten
  Vorkommnisse angeführt, die unfreundliches und nicht mehr tragbares Verhalten
  seitens der Beschwerdeführerin erkennen lassen. Schriftliche Abmahnungen an
  die Adresse der Beschwerdeführerin sind keine bekannt. Dies lässt Zweifel an
  den allgemein gehaltenen Ausführungen der B.______AG aufkommen. Es steht
  daher beweismässig nicht mit hinreichender Deutlichkeit fest, dass sich die
  Beschwerdeführerin gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Vorgesetzten
  oder Geschäftspartnern unfreundlich verhalten, geschweige denn dadurch eine
  Kündigung in Kauf genommen hat. 

  
	
   

  
	
  Das angebliche einmalige
  Verweigern eines Kopierauftrages, mangelnde Kritikfähigkeit oder die
  Nichtberücksichtigung von Vorschlägen zur Arbeitstechnik reichen für die Annahme
  eines Fehlverhaltens aus versicherungsrechtlicher Sicht ebenfalls nicht aus.
  Es mag sich dabei um Gesichtspunkte handeln, die für die berufliche
  Qualifikation zu berücksichtigen sind. Darin aber gerade ein derart schweres
  Fehlverhalten zu erblicken, dass von einer eventualvorsätzlich verursachten
  Kündigung ausgegangen werden müsste, würde den Bogen überspannen. 

  
	
   

  
	
  Damit sind auch ausserhalb
  des von der Beschwerdeführerin eingestandenen Verhaltens keine hinreichend
  nachgewiesenen Gegebenheiten auszumachen, die nach einer Sanktionierung
  verlangen. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass sofern objektive
  Gründe für das Missfallen des von der Beschwerdeführerin eingestandenen
  Verhaltens überhaupt auszumachen sind, diese nicht derart schwer wiegen, dass
  ein vermeidbares Verhalten angenommen werden könnte. So oder anders legte es
  die Beschwerdeführerin nicht mit Eventualvorsatz darauf an, dass ihr das
  Arbeitsverhältnis gekündigt wird. Darüber hinaus ist ein schwerwiegendes
  Fehlverhalten im Sinne eines nicht mehr tragbaren Umgangs mit
  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Vorgesetzten oder Geschäftspartner beweisrechtlich
  ebenso wenig nachgewiesen, wie allfällige Ermahnungen vor Aussprache der
  Kündigung. Zu Recht stellte der Beschwerdegegner im angefochtenen Entscheid
  denn auch nicht darauf ab.

  
	
   

  
	
  5.2 Bei dieser Ausgangslage steht nicht fest, dass
  die Beschwerdeführerin ihre Arbeitslosigkeit selbst verschuldete. Eine
  Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. a
  AVIG ist daher nicht zulässig. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen. Der
  Einspracheentscheid vom 24. März 2014 und die Verfügung des Beschwerdegegners
  vom 10. März 2014 sind aufzuheben.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens sind von
  Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1
  AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 24. März
    2014 und die Verfügung des Beschwerdegegners vom 10. März 2014 werden
    aufgehoben.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]