# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59c75306-cab4-51d5-905b-2768670d21d6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.07.2017 KV 2015/13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2015-13_2017-07-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2015/13

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 04.07.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 04.07.2017
Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG i.V.m. Art. 33 lit. g KVV i.V.m. Art. 27 KLV. Beitrag an 
Rettungskosten. Im massgebenden Zeitpunkt der Alarmierung der 
Rettungskräfte konnte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 
Rettungsbedürftigkeit des Versicherten ausgegangen werden (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2017, KV 2015/13).

Entscheid vom 4. Juli 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Monika 

Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

KV 2015/13        

Parteien

A.___,

B.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Gattiker,

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Gattiker Rechtsanwälte, Asylstrasse 39, Postfach 1669,

8032 Zürich,

gegen

Helsana Versicherungen AG, Recht & Compliance, Zürichstrasse 130, 8600 

Dübendorf,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Übernahme Rettungskosten

Sachverhalt

A.   

A.a  B.___ wurde am 7. Juni 2012 vom Standort seines abgestellten Autos (Alp C.___) 

mit dem Helikopter zu seiner Hütte in D.___, Kanton Glarus, geflogen. Sein Neffe 

besuchte ihn am 8. Juni 2012 auf der Hütte. Aufgrund der schlechten Witterung 

beabsichtigte B.___, am 8. Juni 2012 um 12:00 Uhr nach Hause aufzubrechen, und 

verabschiedete sich vom Neffen. Als der Neffe am Morgen des 9. Juni 2012 den 

Rückweg antrat, sah er auf der Alp C.___, dass das Fahrzeug von B.___ noch am 

gleichen Ort parkiert war. Deshalb alarmierte er via die Kantonspolizei Glarus die 

Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega; Alarm um 7:53 Uhr). Zu diesem Zeitpunkt 

herrschte wechselhaftes Wetter mit Regen, Nebel und schwachem Wind. Der Suchflug 

der Rega entlang des Aufstiegswegs blieb ergebnislos. Da die Witterungsbedingungen 

im Suchgebiet keinen weiteren Suchflug mehr zuliessen, wurde die Rettungsstation 

E.___ zu einer Suchaktion aufgeboten. Um 12:17 Uhr des gleichen Tages wurde B.___ 

tot aufgefunden. Der Rettungssanitäter traf um 12:48 Uhr am Fundort ein 

(Einsatzbericht des Einsatzleiters der Alpinen Rettung Schweiz vom 9. Juni 2012, act. G 

5.1). Zur Todeszeit wurde im Zivilstandsregister „aufgefunden um 12:30“ Uhr 

eingetragen (act. G 1.2).

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A.b  Mit Verfügung vom 1. April 2015 wies die Helsana Versicherungen AG, bei welcher 

B.___ obligatorisch krankenversichert gewesen war, eine Leistungspflicht bezüglich der 

bei der Rega und Alpinen Rettung Schweiz entstandenen Kosten von Fr. 17'448.15 (Fr. 

4'074.-- + Fr. 13'374.15; siehe hierzu die Rechnungen in act. G 5.1 und die Eingabe der 

Erben des B.___ sel. vom 4. Dezember 2012 in act. G 5.4) ab (act. G 5.8). Die dagegen 

von den Erben erhobene Einsprache vom 12. Mai 2015 (act. G 5.9) wies die Helsana 

Versicherungen AG mit Einspracheentscheid vom 2. September 2015 ab (act. G 5.11).

B.   

B.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 2. September 2015 richtet sich die 

vorliegende Beschwerde vom 12. Oktober 2015. Die Beschwerdeführer beantragen 

darin dessen Aufhebung, und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihnen Fr. 

5'000.-- für die Rettung von B.___ vom 9. Juni 2012 zu bezahlen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Im Wesentlichen bringen sie vor, die Suche einer Person, die mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit in akuter Gefahr für Leib und Leben schwebe, sei 

als Teil der Rettung zu betrachten. Im Zeitpunkt der Alarmierung der Rettungskräfte 

habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden müssen, dass 

sich B.___ in akuter Gefahr befunden habe, die eine Rettung erforderlich gemacht 

habe. Wie sich nachträglich ergeben habe, habe der Versicherte einen Herzinfarkt 

erlitten und sei als Folge davon abgestürzt. Unklar sei, ob er aufgrund des Herzinfarkts 

oder an den Absturzfolgen verstorben sei (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 

2015 die Abweisung der Beschwerde. Hätten Rettungskräfte im Zeitpunkt der 

Vermisstmeldung keine Hinweise, dass sich die betroffene Person in einer 

gesundheitsbedrohlichen Situation befinden könnte und daher medizinische Hilfe 

notwendig sei, dürfe nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von 

einer Rettung im Sinn von Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG ausgegangen werden. Eine solche 

Situation habe beim Versicherten bestanden. Dessen Auto sei auf der Alp C.___ einen 

Tag nach dessen Abstieg aufgefunden worden. Aus diesem Umstand lasse sich aber 

keine überwiegend wahrscheinliche Notsituation ableiten, die zudem keinen Bezug zu 

Elementen des Unfallbegriffs aufweise. Ob zudem eine gesundheitliche 

Beeinträchtigung eingetreten sei, habe ex ante lediglich möglicherweise angenommen 

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werden können. Vorliegend hätten die Einsatzkräfte ausschliesslich eine 

Vermisstensuche vorgenommen (act. G 5).

B.c  In der Replik vom 20. April 2016 halten die Beschwerdeführer unverändert an den 

Beschwerdeanträgen fest (act. G 15).

B.d  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Duplik vom 19. Mai 2016 unverändert 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 17).

Erwägungen

1.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch auf 

einen Beitrag an die Rettungskosten aus der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung.

1.1  Die obligatorische Krankenpflegeversicherung gewährt gemäss Art. 1a Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) Leistungen bei 

Krankheit (lit. a), bei Unfall, soweit dafür keine Unfallversicherung aufkommt (lit. b), und 

bei Mutterschaft (lit. c). Vorliegend ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der 

Versicherte im Juni 2012 obligatorisch oder freiwillig UVG-versichert war (siehe hierzu 

Art. 1a bzw. Art. 4 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]), 

weshalb offen bleiben kann, ob sich ein UVG-versichertes Ereignis verwirklicht hat, da 

sich die Leistungspflicht vorliegend in jedem Fall nach KVG richtet (vgl. BBl 1992 I 153 

zur subsidiären Leistungspflicht).

1.2  Die Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung umfassen auch 

einen Beitrag an die medizinisch notwendigen Transportkosten sowie an die 

Rettungskosten (Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG). Die Krankenversicherung übernimmt für 

Rettungen in der Schweiz 50% der Rettungskosten. Pro Kalenderjahr wird maximal ein 

Betrag von Fr. 5'000.-- übernommen (Art. 27 der Verordnung des EDI über Leistungen 

der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [KLV; SR 832.112.31] i.V.m. Art. 33 lit. 

g der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102]).

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1.3  Rettung im Sinn von Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG bedeutet nicht bloss Behandlung, 

sondern umfassende Hilfe, wenn eine versicherte Person sich in einer Lage befindet, 

die für ihre Gesundheit oder ihr Leben eine ernsthafte Gefahr bedeutet, selbst wenn 

eine Gesundheitsschädigung noch gar nicht eingetreten ist (vgl. ALFRED MAURER, 

Transport- und Rettungskosten in der Krankenversicherung und anderen Zweigen der 

Sozialversicherung, in: Institut de recherches sur le droit de la responsabilité civile et 

des assurances [Hrsg.], Mélanges en l'honneur de Jean-Louis Duc, Lausanne 2001, S. 

185; vgl. auch UELI KIESER, Bemerkungen zu BGE 130 V 424 ff., in: AJP 5/2005, S. 

627 mit Hinweis, sowie GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in: SBVR Band 

XIV, 3. Auflage Basel 2016, Rz 473). Sinn und Zweck der in den Leistungskatalog des 

KVG aufgenommenen Rettung ist die Schadensvermeidung und -verringerung, die sich 

gerade auch zugunsten des für die (allfällige spätere) Behandlung leistungspflichtigen 

Krankenversicherers auswirkt. Durch die Rettung soll vermieden werden, dass einer 

Person, die sich bereits in einer für die Gesundheit unmittelbaren Gefahrensituation 

befindet, (noch) Schlimmeres zustösst. Dies geschieht einerseits dadurch, dass sich 

die Gefahrensituation nicht bzw. nicht noch weiter auf die Gesundheit auswirkt, und 

andererseits, dass allenfalls bereits eingetretene Schädigungen psychischer oder 

physischer Natur schnellstmöglich behandelt werden können.

1.4  Diese Betrachtungsweise wird durch den Wortlaut von Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG 

bestätigt. Dieser bezieht das Abgrenzungskriterium der medizinischen Notwendigkeit 

nur auf die Transportkosten, nicht aber auf die Rettungskosten. Damit gilt bezüglich 

leistungspflichtiger Rettungsmassnahmen eine offenere Umschreibung, was sich 

daraus erklärt, dass Rettungsmassnahmen sehr oft mit Blick auf die Vermeidung der 

Beeinträchtigung der physischen oder psychischen Gesundheit - also einer Krankheit 

bzw. eines Unfalls - erfolgen. Keine Leistungsvoraussetzung ist deshalb etwa, dass im 

Anschluss an die Rettungsmassnahme eine medizinische Behandlung vorgenommen 

wird (KIESER, a.a.O., S. 628 f. mit Hinweisen). Mit anderen Worten besteht eine 

Leistungspflicht auch für rein präventive Rettungsmassnahmen, die zur Verhinderung 

einer ansonsten unabwendbaren Gesundheitsschädigung erforderlich sind (vgl. BGE 

135 V 93 E. 3.3 = Praxis 99 [2010] Nr. 13: „[…] l'existence d'un risque d'atteinte à la 

santé qui se serait sans aucun doute réalisé dans le sens d'une exception restrictive en 

cas de danger accru pour la santé de l'assuré […]). Deshalb kann es zum Beispiel bei 

Bergunfällen für die Rettung und die vorgängige Suche notwendig sein, Helikopter 

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einzusetzen (vgl. ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. 

Auflage, Bern 1989, S. 318). Geradezu als absurd mutet es an und mit dem 

Kerncharakter der in den KVG-Leistungskatalog aufgenommenen Rettung, nämlich der 

Schadensbegrenzung (siehe hierzu vorstehende E. 1.2), nicht zu vereinbaren ist, wenn 

für eine leistungsbegründende Rettungshandlung stets der Eintritt eines 

Gesundheitsschadens im Zeitpunkt der Alarmierung der Rettungskräfte verlangt würde 

(so allerdings Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2010, 9C_858/2009, E. 3.2.2 ohne 

nähere Begründung). Denn dadurch würde von den Versicherten, die sich in einer 

Gefahrensituation mit unabwendbaren Folgen für die physische oder psychische 

Gesundheit befinden, als Leistungserfordernis verlangt, solange mit dem Rettungsruf 

zuzuwarten, bis der ohne Rettungshandlung unabwendbare, versicherte 

Gesundheitsschaden zumindest einzutreten beginnt bzw. erste Anzeichen für einen 

Gesundheitsschaden auftreten. Eine solche Voraussetzung für die Leistungspflicht 

steht im klaren Widerspruch zu den sozialversicherungsrechtlichen, insbesondere 

krankenversicherungsrechtlichen Interessen und ist mit dem Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit nicht zu vereinbaren. Im Übrigen führte dies zu erheblichen 

grundrechtlichen Konflikten (siehe etwa Art. 7 [Menschenwürde] und Art. 10 Abs. 2 

[Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit] der Schweizerischen 

Bundesverfassung [BV; SR 101]). Abgesehen davon ist es unter Umständen für die 

Versicherten oder Dritte, welche die Rettungskräfte alarmieren, schwierig bzw. häufig 

unmöglich zu beurteilen, ob aufgrund der Notsituation bereits ein Schaden mit 

Krankheitswert eingetreten ist. Solche Schwierigkeiten dürften etwa bei 

Krankheitsbildern, die unter ICD-10: F43 erfasst sind, oder bei Erschöpfungs-, 

Erfrierungs-, Hitze-, Krampf-, Schwindel- oder Durstzustände sowie Atem- oder 

Kreislaufbeschwerden bestehen.

1.5  Da die Leistungspflicht bereits durch den Höchstbetrag von Fr. 5'000.-- jährlich 

begrenzt wird, besteht kein Anlass für eine restriktive Auslegung des Tatbestands der 

Rettung, die deren Semantik (Befreiung aus einer gefährlichen Situation) nicht gerecht 

wird. In Bezug auf die Leistungspflicht des KVG kann deshalb lediglich vorausgesetzt 

sein, dass sich die gefährliche Situation auf das KVG versicherte Gut (Gesundheit) 

bezieht. Die Rettung bildet die Voraussetzung für jede weitere Massnahme zugunsten 

der verunglückten Person (vgl. BBl 1976 III 189). Rettung ist mehr als medizinischer 

Notfalltransport; der Begriff der Rettungskosten erschöpft sich daher nicht in den 

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Kosten für Rettungstransporte, sondern umfasst alle Massnahmen, die zur Rettung der 

betroffenen Person bzw. von dessen Gesundheit aus einer unmittelbaren Gefahr 

notwendig sind (BGE 130 V 431 E. 3.3).

1.6  Die Notwendigkeit von Rettungsmassnahmen beurteilt sich ex ante nach den 

konkreten Umständen zum Zeitpunkt, in dem die Rettungskräfte kontaktiert werden 

oder in dem der Rettungseinsatz angeordnet wird. Eine bloss vermeintliche Gefahr des 

Gesundheitszustands ist leistungsbegründend, wenn das scheinbare Opfer oder 

Drittpersonen anhand der Umstände eine tatsächliche Gefahr (siehe hierzu 

vorstehende E. 1.3 ff.) annehmen durften, was ebenfalls ex ante zu beurteilen ist (siehe 

zum Ganzen EUGSTER, a.a.O., Rz 474 mit Hinweisen).

1.7  Die Transportkosten setzen bei Rettungen spätestens mit dem Beginn der Anfahrt 

ein. Sie sind auch dann leistungsbegründend, wenn sich bei der Ankunft herausstellt, 

dass keine medizinische Behandlung und kein Lebendtransport mehr möglich sind, 

weil die versicherte Person in der Zwischenzeit verstorben ist (EUGSTER, a.a.O., Rz 

474).

2.   

Aus den Akten ergibt sich und ist zwischen den Parteien unbestritten, dass sich der 

Versicherte am Mittag des 8. Juni 2012 von seinem Neffen verabschiedete und nach 

Hause aufbrach. Am frühen Vormittag des 9. Juni 2012 entdeckte der Neffe bei seiner 

Rückkehr ins Tal, dass das Fahrzeug des Versicherten auf der Alp C.___ noch „am 

selben Ort parkiert“ war, weshalb er die Rettungskräfte alarmierte (Einsatzbericht, vom 

9. Juli 2012, act. G 5.1).

2.1  Aus der Tatsache, dass der Neffe auf seinem Rückweg das Fahrzeug des 

Versicherten in unveränderter Position antraf, musste er schliessen, dass es seit 

Donnerstag, 7. Juni 2012, nicht benutzt worden war. Da der Versicherte am Mittag des 

8. Juni 2012 eindeutig kundgetan hatte, die Heimkehr anzutreten, und seit der 

Verabschiedung unterdessen knapp 20 Stunden vergangen waren, ist der Schluss des 

Neffen plausibel, dass dem Versicherten etwas Ernsthaftes zugestossen sein musste, 

er sich in einer akuten Notsituation befand und sofortiger medizinischer Hilfe bedurfte. 

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Zumindest musste er davon ausgehen, dass sich der Versicherte in einer 

unabwendbaren Gefahrensituation für Leib und Leben befand (vgl. BGE 135 V 93 E. 3.3 

= Praxis 99 [2010] Nr. 13). Dies gilt umso mehr, als keine Anhaltspunkte ersichtlich 

waren (und solche gehen auch nicht aus den Akten oder den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin hervor), dass der Versicherte spontan irgendwo auf der Strecke 

von der Hütte in D.___ bis zum Fahrzeug (unbeschadet) übernachtet hätte. Weil der 

Neffe erst am Samstagvormittag die Hütte verliess, konnte er zudem ausschliessen, 

dass der Versicherte am Freitag spontan zur Hütte zurückgekehrt wäre. Von Bedeutung 

ist ausserdem, dass ungünstige Witterungsverhältnisse herrschten und aufgrund des 

vorgerückten Alters des im Juni 2012 knapp 8_-jährigen Versicherten ein gewisses 

erhöhtes Gesundheitsrisiko bestand, das bei Einritt einer wie auch immer gearteten 

Unpässlichkeit gerade im Berggebiet stets zu einer ernsthaften Notlage führen kann. 

Dies gilt umso mehr, als der Versicherte alleine unterwegs war und aufgrund der 

ungünstigen Witterungsverhältnisse auch nicht mit allenfalls Hilfe leistenden anderen 

Wanderern auf dem Abstiegsweg gerechnet werden konnte.

2.2  Zu beachten ist ausserdem, dass am 8./9. Juni 2012 keine derart lebensfeindlichen 

Witterungsverhältnisse herrschten oder andere ernsthafte Todesgefahren für den 

Versicherten bestanden, die im Alarmierungszeitpunkt auf dessen Tod hindeuteten. Die 

Beschwerdegegnerin bringt denn auch keine substanziierten gegenteiligen 

Gesichtspunkte vor. Deshalb kann offen bleiben, ob für die Annahme des Todes einer 

versicherten Person die zivilrechtlichen Beweisregeln (insbesondere Art. 34 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuchs [ZGB; SR 210]) im Sozialversicherungsrecht analoge 

Anwendung finden. Im Rahmen der erforderlichen Beurteilung ex ante (siehe hierzu 

vorstehende E. 1.6) kann die leistungsbegründende Annahme, eine vermisste 

versicherte Person sei noch am Leben, nicht ohne eindeutige und gewichtige Indizien 

umgestossen werden.

2.3  Im Licht der dargestellten Verhältnisse war zum Zeitpunkt der Alarmierung der 

Rega am 9. Juni 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (noch) davon auszugehen, 

dass dem Versicherten beim Abstieg etwas Ernsthaftes zugestossen war und er in eine 

verhängnisvolle Situation bzw. in eine Notlage mit zumindest akuter, unabwendbarer 

Gefährdung von Leib und Leben geraten war, aus der er sich ohne Rettung nicht zu 

befreien vermochte (vgl. BGE 135 V 93 E. 3.3 = Praxis 99 [2010] Nr. 13). Damit ist der 

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Tatbestand von Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG erfüllt. Die Kenntnis des genauen Aufenthalts 

einer Person und der konkreten Umstände der Notsituation sind zwingende 

Voraussetzungen für jede Rettungshandlung. An der als überwiegend wahrscheinlich 

anzunehmenden Notlage mit Rettungsbedürftigkeit des Versicherten und dem 

hauptsächlich darauf ausgerichteten Einsatz der Rettungskräfte vermag vorliegend 

deshalb nichts zu ändern, dass weder der genaue Verbleib des Versicherten auf der 

Abstiegsroute noch die konkreten Umstände der mutmasslichen Notsituation im 

Zeitpunkt der Alarmierung bekannt waren, und sich die Rettungskräfte im Rahmen des 

mutmasslichen Rettungsauftrags zunächst über den genauen Einsatzort Erkenntnisse 

zu verschaffen hatten. Weder den Akten noch den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin kann denn auch entnommen werden, dass bereits im Zeitpunkt 

der Alarmierung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen war, die 

anzunehmende akute Notsituation würde sich durch das blosse Auffinden des 

Versicherten auflösen und der Einsatz der Rettungskräfte würde bereits dadurch erfüllt 

werden.

2.4  Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG i.V.m. Art. 33 lit. g KVV i.V.m. 

Art. 27 KLV erfüllt. Da die von den Beschwerdeführern geltend gemachten 

Rettungskosten im Gesamtbetrag von Fr. 17'448.15 an sich nicht bestritten sind (act. G 

1.6), haben sie Anspruch auf einen Beitrag an die Rettungskosten von Fr. 5'000.-- (Art. 

27 KLV).

3.   

3.1  In Gutheissung der Beschwerde ist der Einspracheentscheid vom 2. September 

2015 aufzuheben und den Beschwerdeführern ein Beitrag an die Rettungskosten von 

Fr. 5'000.-- zuzusprechen.

3.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

3.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

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Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen (vgl. 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 31. August 2016, KV 2015/6).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 2. September 2015 

aufgehoben und den Beschwerdeführern ein Beitrag an die Rettungskosten von Fr. 

5'000.-- zugesprochen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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