# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8eed6c45-7def-5457-8d91-1085849e4ee6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.04.2022 LE210041
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE210041_2022-04-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE210041-O/U 

damit vereinigt Geschäfts-Nr.: LE210042-O 
 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin Dr. S. Janssen  

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Faoro 

Beschluss und Urteil vom 8. April 2022 
 

in Sachen 
 

A._____,  
Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  
 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegner, Erstberufungsbeklagter und Zweitberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Uster vom 25. Juni 2021 (EE200084-I) 
 

Rechtsbegehren: 
- der Gesuchstellerin (Urk. 25 S. 1; vgl. auch Urk. 1 S. 2): 
 

 1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen. 
2. Es sei die eheliche Wohnung an der C._____-strasse …, D._____ 

samt Hausrat und Mobiliar der Gesuchstellerin zur Benützung zu-
zuweisen. 

- 2 - 

3. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, ab 19. August 2020 
der Gesuchstellerin monatliche, im Voraus jeweils auf den Ersten 
eines jeden Monats fällige Ehegattenunterhaltsbeiträge in Höhe 
von mindestens Fr. 10'000.– zu bezahlen unter Anrechnung der 
von ihm seither bezahlten Hypothekarkosten von monatlich 
Fr. 549.–. 

4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen 
Prozesskostenvorschuss in Höhe von Fr. 10'000.– zu bezahlen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MwSt.) zu 
Lasten des Gesuchsgegners. 
 

- des Gesuchsgegners (Urk. 14 S. 2 i.V.m. Prot. I S. 18): 
1. Die Anträge der Gesuchstellerin seien abzuweisen, sofern sie 

nicht mit den nachfolgenden Anträgen des Gesuchsgegners 
übereinstimmen. 

2. Den Parteien sei das Getrenntleben zu bewilligen und es sei fest-
zustellen, dass die Parteien seit dem 19. August 2020 voneinan-
der getrennt leben. 

3. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Zusprechung von persönli-
chen Unterhaltsbeiträgen sei abzuweisen und die Gesuchstellerin 
zu verpflichten, sämtliche im Zusammenhang mit der ehelichen 
Liegenschaft C._____-strasse …, D._____ stehenden Kosten 
(Hypothekarzins, Heizkosten, Wasser, Abwasser, Kehricht, Ge-
bäudeversicherung, Unterhalt und Reparaturen usw.) unter voll-
ständiger Schadloshaltung des Gesuchsgegners ab 19. August 
2020 zu bezahlen. 

4. Eventualiter – für den Fall, dass Unterhaltsbeiträge festgelegt 
werden sollten – sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklä-
ren, den seit der Trennung geleisteten Unterhalt im Gesamtbetrag 
von Fr. 10'793.10 mit dem durch das Gericht festgelegten Unter-
halt zu verrechnen, wobei dem Gesuchsgegner unmittelbar vor 
Urteilsfällung das Recht einzuräumen ist, seine Verrechnungsfor-
derung abschliessend zu aktualisieren bzw. zu beziffern. 

5. Die Gesuchstellerin sei unter Strafandrohung bei Zuwiderhand-
lung im Sinne von Art. 292 StGB zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner auf erstes Verlangen hin den Mercedes SL 350, Kennzei-
chen 1, zur alleinigen Benützung für die Dauer des Getrenntle-
bens herauszugeben. 

6. Die Gesuchstellerin sei unter Strafandrohung bei Zuwiderhand-
lung im Sinne von Art. 292 StGB zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner auf erstes Verlangen hin seine Rolex-Herren-Armband-
Uhr herauszugeben. 

- 3 - 

7. Die Gesuchstellerin sei unter Strafandrohung bei Zuwiderhand-
lung im Sinne von Art. 292 StGB zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner auf erstes Verlangen hin nachfolgende Möbel und Gegen-
stände aus der ehelichen Liegenschaft an der C._____-strasse … 
in D._____ zu übergeben: 

 - Antike Stühle im Keller; 
 - Antikes Eckgänterli im Keller; 
 - Antike Truhe im Bügelzimmer; 
 - Antiker Tisch und Stabelle im Bügelzimmer; 
 - Ständerlampe im Fernsehzimmer im UG; 
 - 6 Stühle im Wohnzimmer im EG; 
 - Geschirrschrank im Wohnzimmer im EG; 
 - die Hälfte von Geschirr und Besteck im Geschirrschrank im 

Wohnzimmer im EG; 
 - 3er Sofa im Wohnzimmer im EG; 
 - Antiker Schrank in der Garage; 
 - Kommode im Schlafzimmer im OG; 
 - die Hälfte der Bett- und Frottéewäsche; 
 - Werktisch und Werkzeugschrank in der Garage; 
 - Ersatzteile für MFH ... aus Keller; 
 - Ordner im Keller; 
 - Unterlagen und Pläne vom MFH .... 
8. Der Antrag auf Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses sei 

abzuweisen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MwSt.) zu Lasten 
der Gesuchstellerin. 
 
 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 25. Juni 2021: 
(Urk. 37 S. 45 ff. = Urk. 41 S. 45 ff. = Urk. 49/41 S. 45 ff.) 

1. Die Parteien werden zum Getrenntleben berechtigt erklärt und es wird fest-

gehalten, dass die Parteien seit dem 19. August 2020 getrennt leben. 

2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monatliche Ehe-

gattenunterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 3'175.– zu bezahlen, zahlbar 

- 4 - 

monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend 

ab 19. August 2020. 

3. Es wird vorgemerkt, dass der Gesuchsgegner als Schuldner der auf der 

ehelichen Liegenschaft an der C._____-strasse … in D._____ lastenden 

Hypothek weiterhin verpflichtet ist, die entsprechenden Hypothekarzinsen zu 

bezahlen. 

4. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Berechtigung zu Verrechnung der Un-

terhaltspflicht im Umfang von Fr. 10'793.10 wird abgewiesen. 

5. Die eheliche Wohnung an der C._____-strasse … in D._____ wird, inkl. 

Hausrat und Mobiliar mit Ausnahme der in Dispositivziffer 6 aufgelisteten 

Möbel und Gegenstände, für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstel-

lerin zur alleinigen Benützung zugewiesen. 

6. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner folgende Möbel 

und Gegenstände auf erstes Verlangen hin herauszugeben: 

- Antike Stühle im Keller; 
- Antikes Eckgänterli im Keller; 
- Antike Truhe im Bügelzimmer; 
- Antiker Tisch und Stabelle im Bügelzimmer; 
- Ständerlampe im Fernsehzimmer im UG; 
- Antiker Schrank in der Garage; 
- Werkzeugschrank in der Garage; 
- Ersatzteile für MFH ... aus Keller; 
- Ordner im Keller; 
- Unterlagen und Pläne des MFH .... 

7. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner das allfällige Auf-

finden der Rolex-Herren-Armbanduhr unverzüglich anzuzeigen und ihm die-

se sodann auf erstes Verlangen herauszugeben. 

8. Die weiteren Herausgabebegehren des Gesuchsgegners werden abgewie-

sen. 

- 5 - 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

10. Die Entscheidgebühr wird den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 

11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

12. (Schriftliche Mitteilung) 

13. (Rechtsmittelbelehrung) 

 

Berufungsanträge zur Erstberufung: 

der Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 40 
S. 2): 
 

"1. Dispositiv Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 
25. Juni 2021 (Geschäfts-Nr. EE200084) sei aufzuheben und 
durch folgende Fassung zu ersetzen: 
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monat-
liche Ehegattenunterhaltsbeiträge in Höhe von CHF 6'145.00 zu 
bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten ei-
nes jeden Monats, rückwirkend ab 19. August 2020. 

2. Eventualiter: Dispositiv Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Us-
ter vom 25. Juni 2021 (Geschäfts-Nr. EE200084) sei aufzuheben 
und durch folgend Fassung zu ersetzen: 

 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monat-
liche Ehegattenunterhaltsbeiträge in Höhe von CHF 5'370.00 zu 
bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten ei-
nes jeden Monats, rückwirkend ab 19. August 2020. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MwSt.) zu 
Lasten des Gesuchgegners" 

 
 
des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers 
(Urk. 48 S. 2): 
 

"1. Die Berufung der Berufungsklägerin sei vollumfänglich abzuwei-
sen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Berufungsklägerin." 

 

- 6 - 

 
Berufungsanträge zur Zweitberufung: 

 
des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers 
(Urk. 49/40 S. 2 f.): 
 
 

"1. Das Urteil vom 25. Juni 2021 des Bezirksgerichts Uster (Ge-
schäfts-Nr. EE200084) sei bezüglich Dispositivziffer 2 [Ehegat-
tenunterhaltsbeiträge], 3 [Zahlung der Hypothekarzinsen], 4 [Ver-
rechnungsforderung], 10 und 11 [Kosten- und Entschädigungsfol-
gen] aufzuheben und wie folgt abzuändern: 

2. Der Antrag der Berufungsbeklagten auf Zusprechung von persön-
lichen Unterhaltsbeiträgen sei abzuweisen und die Berufungsbe-
klagte zu verpflichten, sämtliche im Zusammenhang mit der eheli-
chen Liegenschaft C._____-strasse …, D._____ stehenden Kos-
ten (Hypothekarzins, Heizkosten, Wasser, Abwasser, Kehricht, 
Gebäudeversicherung, Unterhalt und Reparaturen usw.) unter 
vollständiger Schadloshaltung des Berufungsklägers ab 19. Au-
gust 2020 zu bezahlen. 

3. Eventualantrag für den Fall, dass Unterhaltsbeiträge festgelegt 
werden sollten: Der Berufungskläger sei für berechtigt zu erklären 
den seit der Trennung geleisteten Unterhalt im Gesamtbetrag von 
CHF 10'793.10 mit dem durch das Gericht festgelegten Unterhalt 
zu verrechnen. 

4. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Berufungsbeklagten/Gesuchstellerin 
(sowohl im erst- als auch im zweitinstanzlichen Verfahren)." 

 
der Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 51 
S. 1): 
 

"Die Berufungsanträge sowie auch der Eventualantrag des Gesuchs-
gegners und Berufungsklägers seien vollumfänglich abzuweisen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MwSt.) zu 
Lasten des Gesuchsgegners." 

 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien sind seit dem tt. September 2012 verheiratet (vgl. Urk. 1 Rz. 2; 

Urk. 14 Rz. 14). Sie haben keine gemeinsamen Kinder. Mit Eingabe vom 

- 7 - 

20. November 2020 machte die Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und 

Zweitberufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz ein Ehe-

schutzverfahren anhängig (Urk. 1). Betreffend den Verlauf des erstinstanzlichen 

Verfahrens kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 37 

S. 4 f. = Urk. 41 S. 4 f.). Die Vorinstanz regelte das Getrenntleben der Parteien 

mit eingangs wiedergegebenem Entscheid vom 25. Juni 2021 (Urk. 41). 

2. Gegen diesen Entscheid erhoben sowohl die Gesuchstellerin als auch der 

Gesuchsgegner, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungskläger (fortan Ge-

suchsgegner) innert Frist (vgl. Urk. 38) Berufung mit den eingangs angeführten 

Anträgen (Urk. 40 und Urk. 49/40). Die von den Parteien einverlangten Kosten-

vorschüsse von je Fr. 3'000.– gingen fristgerecht ein (Urk. 45, 46, 49/48 und 

49/49). Sowohl die Erst- als auch Zweitberufungsantwort datiert vom 

20. September 2021 (Urk. 48 und Urk. 49/51). Mit Beschluss vom 21. Oktober 

2021 wurde das Zweitberufungsverfahren (LE210042-O) mit dem vorliegenden 

Berufungsverfahren (LE210041-O) vereinigt und als dadurch erledigt abgeschrie-

ben. Gleichzeitig wurden die Erst- sowie die Zweitberufungsantwort der jeweiligen 

Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 50 und 51). In der Folge reichten 

der Gesuchsgegner am 1. November 2021 und die Gesuchstellerin am 

5. November 2021 je eine weitere Stellungnahme ein, die der jeweiligen Gegen-

partei zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (Urk. 52 und Urk. 53). Weitere Ein-

gaben sind nicht erfolgt.  

3. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Akten wur-

den beigezogen (Urk. 1-39).  

II. 

1. Strittig sind im vorliegenden Verfahren der der Gesuchstellerin zugespro-

chene Ehegattenunterhalt (Disp. Ziff. 2), die Vormerknahme betreffend Verpflich-

tung des Gesuchsgegners zur Bezahlung der für die eheliche Liegenschaft ge-

schuldeten Hypothekarzinsen (Disp. Ziff. 3) sowie die vom Gesuchsgegner gel-

tend gemachte Verrechnungsforderung (Disp. Ziff. 4). Die Dispositiv-Ziffern 1 so-

- 8 - 

wie 5-8 des vorinstanzlichen Urteils blieben unangefochten, womit sie in Rechts-

kraft erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. 

2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). Im Berufungsverfahren 

gilt sodann auch im Bereich der Untersuchungsmaxime die Rüge- bzw. Begrün-

dungsobliegenheit, was bedeutet, dass die berufungführende Partei sich sachbe-

zogen mit den Entscheidgründen der Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzuset-

zen und konkret aufzuzeigen hat, was am angefochtenen Urteil oder am Verfah-

ren der Vorinstanz falsch war. Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger 

nicht, wenn er lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen ver-

weist bzw. diese wiederholt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen 

zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert 

(BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2, m.w.H.). Was nicht in einer den 

gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, 

braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. In diesem Rah-

men ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheid-

findung erforderlich ist (BGE 134 I 83 E. 4.1). 

3. Mit Bezug auf neue Vorbringen ist festzuhalten, dass neue Tatsachen und 

Beweismittel im Berufungsverfahren nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nur noch berück-

sichtigt werden können, wenn diese ohne Verzug vorgebracht wurden (lit. a) und 

wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 

werden konnten (lit. b). Dabei hat, wer sich auf Noven beruft, deren Zulässigkeit 

darzutun (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1; 143 III 42 E. 4.1; BGer 4A_193/2021 vom 

7. Juli 2021, E. 3.1; 4A_24/2020 vom 26. Mai 2020, E. 4.1.4.3). 

4. In seiner Berufungsschrift schildert der Gesuchsgegner einleitend den seiner 

Ansicht nach entscheidrelevanten Sachverhalt, ohne dabei auf den vorinstanzli-

chen Entscheid Bezug zu nehmen und ohne darzutun, inwiefern dies novenrecht-

lich zulässig ist (Art. 317 Abs. 1 ZPO) bzw. die entsprechenden Behauptungen 

- 9 - 

schon vor Vorinstanz aufgestellt wurden (vgl. Urk. 49/40 Rz. 7-26). Derartige Dar-

legungen sind nach dem zuvor Ausgeführten unzulässig und damit unbeachtlich. 

Entsprechend ist auf die in diesem Zusammenhang gemachten Ausführungen der 

Parteien (Urk. 49/40 Rz. 8-26; Urk. 49/51 Rz. 5-22; Urk. 52 Rz. 4 ff.; siehe auch 

Urk. 48 Rz. 9-27) nicht weiter einzugehen. 

III. 

1. Ausgangslage 

1.1. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid bezüglich des Unterhalts 

zunächst fest, dass die Einkommens- und Vermögensverhältnisse im vorliegen-

den Verfahren aussergewöhnlich seien: Die Parteien seien im Zeitpunkt der Ehe-

schliessung bereits 66 bzw. 71 Jahre alt und damit pensioniert gewesen. Sie wür-

den kein Erwerbseinkommen mehr erzielen, sondern je eine Altersrente erhalten, 

mit welcher sie ihren jeweiligen Bedarf jedoch nicht decken könnten. Sie würden 

aber über diverse Liegenschaften sowie liquides Vermögen verfügen, womit Ver-

mögenserträge erwirtschaftet werden könnten, und sie seien sich im Grundsatz 

einig, dass auch das Vermögen zur Deckung des Bedarfs heranzuziehen sei. Vor 

diesem Hintergrund rechtfertige es sich, zum Einkommen der Parteien einen ge-

wissen Vermögensverzehr hinzuzurechnen (Urk. 41 S. 9 f.).  

 In der Folge ging die Vorinstanz in Bezug auf die Gesuchstellerin von mo-

natlichen Einkünften von Fr. 7'503.– (Renteneinkommen Fr. 350.– + Pachtzins-

einnahmen Fr. 80.– + Mietzinseinnahmen aus der Liegenschaft in E._____ 

Fr. 2'645.– + Vermögensertrag Fr. 650.– + Vermögensverzehr Fr. 3'778.–) aus, 

ihren monatlichen Bedarf bezifferte sie auf insgesamt Fr. 4'090.–. Dem Gesuchs-

gegner rechnete die Vorinstanz ein monatliches Einkommen von Fr. 18'281.– 

(Renteneinkommen Fr. 2'390.– + Mieteinnahmen Garage Fr. 650.– + Mietzinsein-

nahmen ... Fr. 13'543.– + Vermögensertrag Fr. 217.– + Vermögensverzehr von 

Fr. 1'481.–) an, den Bedarf setzte sie auf Fr. 8'519.– pro Monat fest. Den aus der 

Gegenüberstellung von Einkommen und Bedarf resultierenden Überschuss von 

Fr. 13'175.– teilte die Vorinstanz hälftig auf und verpflichtete den Gesuchsgegner, 

der Gesuchstellerin – unter Abzug ihres Einkommens – einen Unterhaltsbeitrag 

- 10 - 

von monatlich Fr. 3'175.– zu bezahlen (Urk. 41 E. 4.1.-5.2. S. 7-36 und 

Disp. Ziff. 2 des Urteils). Zudem nahm die Vorinstanz davon Vormerk, dass der 

Gesuchsgegner als Schuldner der auf der ehelichen Liegenschaft lastenden Hy-

pothekarschuld weiterhin zur Zahlung der entsprechenden Hypothekarzinsen ver-

pflichtet sei (Urk. 41 E. 5.3. S. 36 und Disp. Ziff. 3 des Urteils). Den Antrag auf 

Verrechnung der vom Gesuchsgegner geltend gemachten Beträge mit dem von 

ihm zu leistenden Unterhalt wies die Vorinstanz ab (Urk. 41 E. 6 S. 36 f. und 

Disp. Ziff. 4 des Urteils). 

1.2. Der Gesuchsgegner stellt sich im Berufungsverfahren auf den Standpunkt, 

die Gesuchstellerin habe grundsätzlich keinen Anspruch auf Unterhalt. Im Zu-

sammenhang mit dem von der Vorinstanz festgestellten Einkommen sind über-

dies der Vermögensverzehr, die der Gesuchstellerin angerechneten Mieterträge 

aus der Liegenschaft in E._____ sowie die Höhe der dem Gesuchsgegner ange-

rechneten Mieterträge aus der Liegenschaft ... umstritten. Der Gesuchsgegner 

moniert ausserdem die Höhe der in seinem Bedarf angerechneten Steuern, die 

Gesuchstellerin verlangt angesichts der neu festzusetzenden Unterhaltsbeiträge 

eine Neuberechnung der monatlichen Steuerlast. Zudem beantragt der Gesuchs-

gegner erneut, die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, die im Zusammenhang mit 

der ehelichen Liegenschaft C._____-strasse … anfallenden Kosten zu bezahlen, 

und es sei – sollte ein Unterhaltsbeitrag festgelegt werden – der Betrag von Fr. 

10'793.10 mit den zu leistenden Unterhaltsbeiträgen zu verrechnen (Urk. 40 und 

Urk. 49/40).  

2. Unterhaltsanspruch 

Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, dass die Vorinstanz bei der Festsetzung des 

Unterhalts die Kriterien von Art. 125 ZGB nicht angemessen einbezogen habe, 

und will unter Hinweis auf eine fehlende Lebensprägung der Ehe (kurze Ehedau-

er, Altersehe), die Vermögensverhältnisse der Parteien sowie das Primat der Ei-

genversorgung eine Unterhaltspflicht gegenüber der Gesuchstellerin offenbar ge-

nerell verneinen (siehe Urk. 49/40 Rz. 40 f. i.V.m. Urk. 14 Rz. 51 ff.; Urk. 52 

Rz. 38). Der Gesuchsgegner geht jedoch fehl. Der Unterhaltsanspruch eines 

Ehegatten hat während der ganzen Dauer der Ehe seine Grundlage ausschliess-

- 11 - 

lich in Art. 163-165 ZGB. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass 

eine Wiederaufnahme des Ehelebens gemäss dem Gesuchsgegner nach dem 

"jahrelangen Martyrium" und den "schlimmen Erlebnissen der letzten Jahre" für 

den Gesuchsgegner unvorstellbar ist (vgl. Urk. 49/40 Rz. 51). Zwar sind die gel-

tenden Kriterien gemäss Art. 125 ZGB bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträ-

gen im Eheschutzverfahren miteinzubeziehen, wenn eine Wiedervereinigung der 

Eheleute unwahrscheinlich ist. Dies bedeutet allerdings nicht, dass im Eheschutz-

verfahren bereits der Entscheid über den nachehelichen Unterhalt vorwegge-

nommen werden soll. Die gesetzliche Grundlage zur Unterhaltsberechnung bildet 

weiterhin Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB und nicht Art. 125 ZGB. Die Parteien sind 

nach wie vor miteinander verheiratet, schulden einander gemäss Art. 159 Abs. 2 

ZGB Treue und Beistand und haben gemeinsam für den gebührenden Unterhalt 

der Familie zu sorgen. Dies hat zur Folge, dass – im Gegensatz zum nacheheli-

chen Unterhalt – der Grundsatz des Anspruchs auf Teilhabe an der Lebenshal-

tung massgebend ist, auf die sich die Ehegatten verständigt haben und die sie 

tatsächlich gelebt haben. Eine Anknüpfung an die vorehelichen Verhältnisse, wie 

sie beim nachehelichen Unterhalt bei nicht lebensprägenden Ehen erfolgt, ist 

während bestehender Ehe nicht angezeigt, sondern steht frühestens nach der 

Teilrechtskraft des Scheidungspunktes in Frage. Während mit Bezug auf den 

nachehelichen Unterhalt die Ehedauer von Bedeutung ist, ist dieses Kriterium für 

den Unterhalt während der Ehe unbeachtlich, da die Ehe während des Ehe-

schutzverfahrens eben gerade noch besteht. Es geht in diesem Sinne nicht um 

eine nacheheliche Solidarität, sondern um den während der Ehe von Gesetzes 

wegen bestehenden Unterhaltsanspruch (vgl. BGE 137 III 385 E. 3.1= Pra 101 

(2012) Nr. 4; 130 III 537 E. 3.2 m.w.H.; Zogg, "Vorsorgliche" Unterhaltszahlungen 

im Familienrecht, in: FamPra 2018 S. 49 f.; BGer 5A_323/2014 vom 15. Oktober 

2014, E. 4; hinsichtlich der Berücksichtigung von Vermögen siehe nachfolgende 

Ziff. 3). Ob die Gesuchstellerin dereinst einen Anspruch auf nachehelichen Unter-

halt haben wird oder – wie der Gesuchsgegner geltend macht (vgl. Urk. 49/40 

Rz. 39) – nicht, wird letztlich im Scheidungsverfahren zu klären sein. 

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3. Vermögensverzehr 

3.1. Die Vorinstanz berücksichtigte auf beiden Seiten ein "Einkommen" aus Ver-

mögensverzehr. Hierzu – soweit vorliegend relevant – erwog sie im Wesentlichen, 

es sei den Parteien zwar möglich, ihren Bedarf aus ihrem (Renten-)Einkommen 

und den Erträgen aus der Vermietung der Liegenschaft ... zu decken. Allerdings 

seien sie sich einig, dass sie sich ihren gehobenen Lebensstandard während der 

Ehe nur durch Vermögensverzehr hätten leisten können (Urk. 41 E. 4.5.2. S. 15). 

Aussergewöhnlich sei vorliegend, dass sämtliche vorhandenen Vermögenswerte 

vom Gesuchsgegner in die Ehe eingebracht und diese danach schenkungshalber 

auf die Gesuchstellerin übertragen worden seien. So habe der Gesuchsgegner 

insbesondere die eheliche Liegenschaft C._____-strasse … am 1. Februar 2013 

auf die Gesuchstellerin übertragen, wobei er sich ein Wohn- bzw. Mitbenutzungs-

recht habe einräumen lassen und Schuldner der darauf lastenden Hypothek ge-

blieben sei. Am 17. April 2015 habe er sodann das Eigentum an der Liegenschaft 

... auf die Gesuchstellerin übertragen, wobei er sich die Nutzniessung an dem 

Grundstück habe einräumen lassen und Schuldner der darauf lastenden Hypo-

thek geblieben sei. Darüber hinaus sei ein Rückfallsrecht für den Fall des Vorver-

sterbens der Gesuchstellerin sowie der Scheidung vereinbart worden. Die der 

Gesuchstellerin vom Gesuchsgegner schenkungshalber übertragene Stockwer-

keinheit in F._____ sei von ihr vor Kurzem verkauft worden. Zudem habe der Ge-

suchsgegner der Gesuchstellerin das Geld für den Erwerb eines Mehrfamilien-

hauses in E._____ geschenkt. Würde in dieser speziellen Situation darauf ver-

zichtet, einen Vermögensverzehr anzurechnen, so geschähe dies angesichts der 

heutigen Eigentums- und Nutzniessungsverhältnisse zugunsten der Gesuchstelle-

rin, welche im heutigen Zeitpunkt Eigentümerin der meisten Vermögenswerte sei 

und als Eigentümerin – anders als der Gesuchsgegner als Nutzniesser – keine 

Erträge aus der Liegenschaft ... erwirtschafte. Dies wäre keine angemessene Ver-

teilung der Unterhaltskosten. Der Gesuchsgegner, welcher die Vermögenswerte 

angespart und in die Ehe eingebracht habe, solle von diesen sicherlich auch mit 

Blick auf eine angemessene Altersvorsorge angesparten Vermögenswerten inso-

fern profitieren können, als dass ein Vermögensverzehr der liquiden Vermögens-

werte berücksichtigt werde. Zudem hätten gemäss Art. 163 ZGB beide Ehegatten 

- 13 - 

gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt zu 

sorgen. Da es vorliegend in erster Linie der Gesuchsgegner sei, der durch die 

Nutzniessung an der Liegenschaft ... regelmässig Erträge erwirtschafte, die Ge-

suchstellerin aber über wesentlich mehr – liquides sowie illiquides – Vermögen 

verfüge, sei es mit Blick auf die beidseitigen Möglichkeiten, zum Unterhalt der 

Familie beizutragen, erforderlich, dass auch Vermögen angezehrt werde. Um die 

Gleichbehandlung der Parteien zu gewährleisten, habe ein derartiger Vermö-

gensverzehr auf Seiten beider Ehegatten zu erfolgen (Urk. 41 E. 4.5.3. S. 15 f.). 

Dabei sei der Vermögensverzehr auf die liquiden Vermögensteile zu beschrän-

ken. Zudem sei beiden Parteien ein Grundstock von Fr. 100'000.– zu belassen, 

welcher als Notgroschen dienen solle (Urk. 41 E. 4.5.4. S. 16 f.). Hinsichtlich der 

Dauer des Vermögensverzehrs sei angesichts des Alters der Parteien von unter-

schiedlichen Zeiträumen auszugehen. Die Gesuchstellerin sei 75 Jahre alt, wes-

halb mit einer statistischen Lebenserwartung von 15 Jahren zu rechnen sei. Die 

statistische Lebenserwartung des 80-jährigen Gesuchsgegners liege bei neun 

Jahren. Damit sei bei der Gesuchstellerin rechnerisch von einem Verzehr innert 

15 Jahren und beim Gesuchsgegner innert neun Jahren auszugehen (Urk. 41 

E. 4.5.5. und E. 4.5.6. S. 17 f.).  

 Folglich sei auf Seiten der Gesuchstellerin unter Berücksichtigung ihres li-

quiden Vermögens in Höhe von Fr. 780'000.–, eines zu belassenden Notgro-

schens von Fr. 100'000.– sowie einer Verzehrdauer von 15 Jahren ein Vermö-

gensverzehr von Fr. 3'778.– pro Monat anzurechnen (Fr. 45'333.33 

[{Fr. 780'000.– - Fr. 100'000.–} / 15 Jahre] / 12 Monate; Urk. 41 E. 4.6.5. S. 22 f.). 

Auf Seiten des Gesuchsgegners sei unter Berücksichtigung eines liquiden Ver-

mögens von Fr. 260'000.–, eines zu belassenden Notgroschens von Fr. 100'000.– 

sowie einer Verzehrdauer von neun Jahren ein Vermögensverzehr in Höhe von 

Fr. 1'481.– pro Monat zu berücksichtigen (Fr. 17'778.– [{Fr. 260'000.– - 

Fr. 100'000.–} / 9 Jahre] / 12 Monate; Urk. 41 E. 4.7.5. S. 28). 

3.2. Der Gesuchsgegner rügt in diesem Zusammenhang zusammengefasst, die 

Vorinstanz habe zu Unrecht einen Vermögensverzehr des liquiden Vermögens bis 

zum statistischen Lebensende statt lediglich bis zur Scheidung angerechnet. Bei 

- 14 - 

korrekter Berechnung des Vermögensverzehrs (d.h. bis zur Scheidung und nicht 

bis zum statistischen Lebensende) könne die Gesuchstellerin den von ihr auf 

Fr. 10'437.– bezifferten gebührenden Bedarf mit ihrem Einkommen (inklusive 

Vermögensverzehr) ohne Weiteres selbst decken und habe daher keinen An-

spruch auf Ehegattenunterhalt (vgl. Urk. 49/40 Rz. 28-62). Die Gesuchstellerin 

moniert hingegen zusammengefasst, die Vorinstanz sei von den in der Recht-

sprechung anerkannten Grundsätzen zur Unterhaltsbemessung mittels Vermö-

gensverzehr abgewichen. Vorliegend sei kein Vermögen für den laufenden Unter-

halt einzusetzen (Urk. 40 Rz. 3.1.-4.1.).  

3.3. Die für die Unterhaltsberechnung massgeblichen wirtschaftlichen Verhältnis-

se der Ehegatten beurteilen sich in erster Linie nach deren Erwerbseinkommen 

und Vermögenserträgen. Erst wenn das eheliche Einkommen für die Bestreitung 

des gebührenden Familienunterhaltes nicht ausreicht, haben die Ehegatten unter 

Umständen keinen Anspruch mehr darauf, ihr Vermögen zu schonen, wobei es 

keine Rolle spielt, ob es sich um ehelichen, nachehelichen oder Kindesunterhalt 

handelt. Ob und in welchem Umfang es als zumutbar erscheint, Vermögen für 

den laufenden Unterhalt einzusetzen, ist schliesslich anhand sämtlicher Umstän-

de des konkreten Einzelfalls zu beurteilen. Zu diesen Umständen gehören die 

Bedeutung des anzugreifenden Vermögens, die Funktion und Zusammensetzung 

desselben sowie das Ausmass des Vermögensverzehrs, und zwar sowohl hin-

sichtlich des Umfangs als auch der Dauer. Mit Blick auf den Grundsatz der 

Gleichbehandlung der Ehegatten ist es unzulässig, von einem Ehegatten zu ver-

langen, sein Vermögen anzugreifen, wenn dies nicht auch vom anderen verlangt 

wird, es sei denn, der andere habe kein Vermögen. Zum Verzehr in Frage kommt 

in erster Linie liquides oder relativ einfach liquidierbares Vermögen. Dabei spielt 

es keine Rolle, ob es sich um Eigenguts- oder Errungenschaftsvermögen handelt. 

Hingegen ist Vermögen, das nur schwer liquidierbar ist oder in der Familienwoh-

nung investiert ist, grundsätzlich nicht zu berücksichtigen. Das Kriterium der Funk-

tion des vorhandenen Vermögens zielt hauptsächlich auf jene Fälle, in denen das 

Vermögen für das Alter geäufnet worden ist. Offensichtlich spricht nichts dage-

gen, das genau zu diesem Zweck angesparte Vermögen für die Sicherstellung 

des Unterhalts der Eheleute nach der Pensionierung einzusetzen. Klassischer-

- 15 - 

weise gilt sodann ein Vermögensverzehr als zumutbar, wenn die Eheleute ihre 

(gegebenenfalls grosszügige) Lebenshaltung ganz oder teilweise aus ihrem Ver-

mögen finanziert haben. Die weiteren Beurteilungskriterien sind (naturgemäss) 

voneinander abhängig und je nach den konkreten Umständen des Einzelfalls von 

unterschiedlicher Bedeutung. So hat die Grösse des Vermögens Einfluss einer-

seits auf die Höhe des zumutbaren Vermögenverzehrs und andererseits auf die 

Höhe des zu deckenden Unterhalts. Dabei ist klarzustellen, dass es keinen vor-

behaltslosen Anspruch auf Beibehaltung des zuletzt gemeinsam gelebten Stan-

dards gibt und dieser gegebenenfalls herabgesetzt werden kann. Je nach Höhe 

des Vermögens kann dieses zur Deckung des familienrechtlichen Existenzmini-

mums oder aber des über das familienrechtliche Existenzminimum hinausgehen-

den gebührenden Unterhalts bzw. des zuletzt gelebten Standards herangezogen 

werden. Zum anderen sind die Grösse des Vermögens und die Höhe des zuge-

muteten Vermögensverzehrs ins Verhältnis zur (voraussichtlichen) Dauer des 

letzteren zu setzen. Mit Ausnahme jener Fälle, in welchen das Vermögen für das 

Alter angespart wurde und auf genau dieses zurückgegriffen werden soll, um den 

Unterhalt nach der Pensionierung sicherzustellen, kann es nicht darum gehen, ein 

bestehendes Vermögen zwecks Aufrechterhaltung eines bestimmten Lebens-

standards aufzubrauchen. Die Rechtsprechung liefert keine allgemeingültigen 

Vorgaben für die Berechnung der Höhe des (zumutbaren) Vermögensverzehrs. 

Vielmehr ist das Gericht bei der Frage, ob der Unterhalt ganz oder teilweise aus 

dem Vermögen zu bestreiten ist, in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen 

verwiesen (vgl. BGE 147 III 393 E. 6.1 m.w.H.). 

3.4. Nach dem Ausgeführten ist das Vermögen somit erst dann zu berücksichti-

gen, wenn das eheliche Einkommen für die Bestreitung des (gebührenden) Fami-

lienunterhaltes nicht ausreicht, mithin aus der Gegenüberstellung von Einkommen 

und (allenfalls gebührenden) Bedarf ein "Manko" resultiert. Wie noch zu zeigen 

sein wird, kann das familienrechtliche Existenzminimum der Parteien mit den von 

ihnen erwirtschafteten Einkünften (Rente, Mieteinnahmen und Vermögenserträge) 

ohne Weiteres gedeckt werden, es resultiert sogar ein Überschuss (siehe nach-

folgend Ziffer 8.2). Somit wäre das Vermögen der Parteien für die Bestreitung des 

laufenden Unterhalts nur dann heranzuziehen, wenn mit den in Anwendung der 

- 16 - 

zweistufigen Berechnungsmethode resultierenden Unterhaltsbeiträgen der gebüh-

rende Unterhalt der ansprechenden Person – vorliegend der Gesuchstellerin – 

nicht gedeckt werden kann. Dabei obliegt es ihr, darzulegen, welcher Betrag zur 

Weiterführung des bisherigen Lebensstandards notwendig ist (vgl. hierzu BGer 

5A_681/2018 vom 1. Mai 2019, E. 5.1), wobei dieser dem familienrechtlichen 

Existenzminimum bei Getrenntleben zuzüglich des betragsmässig unveränderten 

Anteils am früheren gemeinsamen Überschuss entspricht. Daher ist zunächst der 

Überschuss während des Zusammenlebens zu ermitteln, der rechnerisch nach 

den üblichen Teilungsgrundsätzen zu verteilen ist (BGE 147 III 293 E. 4.4).  

 Vorliegend stellte die Gesuchstellerin vor Vorinstanz (und auch im Beru-

fungsverfahren) keine rechtsgenügenden (substantiierten) Behauptungen zu ei-

nem über das familienrechtliche Existenzminimum hinausgehenden gebührenden 

Unterhalt bzw. zum zuletzt gelebten ehelichen Lebensstandard auf. Sie behaupte-

te vor Vorinstanz einzig, ihr gebührender Bedarf belaufe sich nach der Trennung 

auf Fr. 10'437.– pro Monat (vgl. Urk. 1 Rz. 9 ff.). Behauptungen zum familien-

rechtlichen Bedarf während des Zusammenlebens sowie dazu, über welche Ein-

künfte die Parteien während des Zusammenlebens verfügt und in welchem Um-

fang sie ihr Vermögen verzehrt haben, stellte sie hingegen keine auf. Da das fa-

milienrechtliche Existenzminimum mit den Einkünften der Parteien ohne Weiteres 

gedeckt werden kann und die Gesuchstellerin einen darüber hinaus gehenden 

gebührenden Unterhalt nicht rechtsgenügend dargetan hat, ist vorliegend kein 

Vermögensverzehr zu berücksichtigen. Abgesehen davon stellt sich die anwaltlich 

vertretene Gesuchstellerin im Berufungsverfahren selbst auf den Standpunkt, 

dass das Vermögen vorliegend nicht heranzuziehen sei (siehe hierzu Urk. 40 

Rz. 3.3.-4.1.; Urk. 49/51 Rz. 38; Urk. 53 Rz. 16). Bei diesem Ergebnis braucht auf 

die Ausführungen der Parteien zur konkreten Berechnung des Vermögensver-

zehrs (Urk. 40/49 Rz. 32-60, 64; Urk. 48 Rz. 29 ff. und Rz. 63 ff. und Urk. 52 

Rz. 45 [Gesuchsgegner]; Urk. 40 Rz. 3.2., Urk. 53 Rz. 11 ff. [Gesuchstellerin]) 

nicht weiter eingegangen zu werden. Offenbleiben kann auch, ob der Gesuchs-

gegner angesichts seiner hohen Schuldenlast überhaupt über ein (Netto-

)Vermögen verfügt, welches er für die Bestreitung des laufenden Unterhalts her-

anziehen könnte (vgl. auch Urk. 48 Rz. 70 ff.).  

- 17 - 

4. Einkommen der Gesuchstellerin 

4.1. Die Vorinstanz rechnete auf Seiten der Gesuchstellerin unter anderem ein 

monatliches Einkommen aus der Vermietung eines Mehrfamilienhauses in 

E._____ in Höhe von Fr. 2'645.– pro Monat an. Hierzu erwog sie im Wesentli-

chen, es sei unbestritten, dass die Gesuchstellerin Eigentümerin eines Mehrfami-

lienhauses in E._____ sei, welches vermietet werde und entsprechend Mieterträ-

ge generiere (Urk. 41 E. 4.6.3. S. 18). Strittig sei hingegen, ob die Gesuchstellerin 

seit der Eigentumsübertragung im Juli 2016 tatsächlich keine Mieterträge erzielt 

habe und diese seit jeher ihrem Sohn zugeflossen seien. In den eingereichten 

Steuerbescheiden des Finanzamts E._____-Porz sei die Gesuchstellerin als 

Steuersubjekt genannt und die Mieterträge würden von ihr versteuert. Dies spre-

che grundsätzlich dafür, dass die Gesuchstellerin die Erträge auch tatsächlich 

eingenommen habe. Diesfalls wären die Mieterträge als Einkommen zu berück-

sichtigen. Aber auch wenn die Ausführungen der Gesuchstellerin zutreffend sein 

sollten und sie freiwillig auf sämtliche Erträge zugunsten ihres Sohnes verzichtet 

habe, müssten ihr die Mieterträge als hypothetisches Einkommen angerechnet 

werden (Urk. 41 E. 4.6.3.3. S. 20). Im Übrigen sei erwähnt, dass der zwischen 

den Parteien abgeschlossene Erbvertrag nichts über die gelebte Vereinbarung 

zwischen der Gesuchstellerin und ihrem Sohn aussage, sondern die Ausschei-

dung und Zuwendung eines bestimmten Vermögenswerts aus der Erbmasse im 

Zeitpunkt des Erbanfalls zum Gegenstand habe. Auch die vom Gesuchsgegner 

unterzeichnete "Bestätigung einer erfolgten Schenkung" (Urk. 3/10), worin die 

Nichtanrechnung der Mieterträge für den Scheidungsfall vereinbart worden sei, 

vermöge nichts über die aktuelle Trennungssituation auszusagen. In diesem Do-

kument habe der Gesuchsgegner festgehalten, dass "sich die Gesuchstellerin die 

Einkünfte aus dem Mehrfamilienhaus in E._____ bei einer Scheidung im Rahmen 

der Regelung einer allfälligen Unterhaltsverpflichtung (nachehelicher Unterhalt) 

nicht anrechnen lassen" müsse. Die Gesuchstellerin leite daraus ab, dass dies 

erst recht im Falle einer Trennung gelte. Der Gesuchsgegner halte dafür, dass 

dies selbstverständlich im vorliegenden Verfahren nicht so sei. Die Liegenschaft 

... werde im Falle einer Scheidung vereinbarungsgemäss an den Gesuchsgegner 

zurückfallen. Damit würde sich das Vermögen der Gesuchstellerin im Schei-

- 18 - 

dungszeitpunkt enorm verringern, während dasjenige des Gesuchsgegners im 

selben Umfang anwachsen würde. Bei Berücksichtigung dieser Scheidungsfolge 

werde die Auslegung des Dokuments "Bestätigung einer erfolgten Schenkung" 

nachvollziehbar. Nämlich, dass die Nichtanrechnung der Mieterträge [nur] im 

Scheidungsfall Geltung haben solle, nicht aber im Trennungsfall. Damit erweise 

sich die Auslegung des Gesuchsgegners als zutreffend (Urk. 41 E. 4.6.3.4. S. 20 

f.; zur Höhe der anzurechnenden Mieterträge: Urk. 41 E. 4.6.3.5. S. 21).  

4.2. Die Gesuchstellerin rügt in diesem Zusammenhang eine unrichtige Feststel-

lung des Sachverhalts sowie eine unrichtige Rechtsanwendung. Hierzu führt sie 

im Wesentlichen aus, ihr Sohn habe die Liegenschaft vor vielen Jahren gebaut, 

wohne seither darin und besorge die Verwaltung sowie die Hauswartung. Ledig-

lich aus "finanztechnischen Gründen" sei die Liegenschaft auf sie übertragen 

worden, weshalb sie nun rechtlich Alleineigentümerin sei und die Liegenschaft 

samt Erträge versteuern müsse. Gemäss ausdrücklicher Vereinbarung der Par-

teien würden die Einnahmen indessen weiterhin dem Sohn zukommen, welcher 

dort wie bis anhin unentgeltlich wohne. Diese mündliche Vereinbarung sei jahre-

lang so gelebt worden und keine der Parteien habe je Ansprüche gegen den Sohn 

geltend gemacht. Dieses Verständnis widerspiegle sich sowohl in der öffentlich 

letztwilligen Verfügung (Urk. 15/24) als auch im Dokument "Bestätigung einer er-

folgten Schenkung" (Urk. 3/10). Im angefochtenen Entscheid stelle die Vorinstanz 

lediglich auf den "klaren Wortlaut der Bestätigung" ab, was jedoch nicht einer 

rechtsgenügenden Auslegung entspreche. Vielmehr sei auf die gesamten Um-

stände abzustellen. Fakt sei, dass noch nie Mieterträge an die Gesuchstellerin 

oder den Gesuchsgegner geflossen seien, was allein bereits aufzeige, dass dies 

offensichtlich dem Konsens der Parteien entsprochen habe. Der Gesuchsgegner 

habe zudem auch nie bestritten, dass keine Erträge an die Gesuchstellerin ge-

flossen seien, sondern mache bloss geltend, diese seien ihr künftig anzurechnen. 

Im Dokument "Bestätigung einer erfolgten Schenkung" (Urk. 3/10) halte der Ge-

suchsgegner fest, die Gesuchstellerin müsse sich die Mieterträge im Falle einer 

Scheidung nicht anrechnen lassen. Darin sei der Wille der Parteien zu erblicken, 

dass auf die tatsächlichen Fakten abgestellt werden solle, da beide wissen wür-

den, dass in tatsächlicher Hinsicht keine Erträge an die Gesuchstellerin flössen 

- 19 - 

und sie nur formal eine Eigentümerstellung habe. Keineswegs könne daraus e 

contrario geschlossen werden, dass dies im Falle einer Trennung nicht gelten sol-

le. Die diesbezügliche Auslegung der Vorinstanz sei lebensfremd. Viel realisti-

scher sei, dass den Parteien – wie vielen juristischen Laien – die Möglichkeit ei-

nes Eheschutzes schlicht nicht bekannt gewesen sei und sie lediglich an die 

Scheidung gedacht hätten. Letzten Endes hätten die Parteien damit bezwecken 

wollen, dass im Falle einer gerichtlichen Regelung der Finanzen – unabhängig 

davon, ob es sich um eine Scheidung oder einen Eheschutz handle – von den 

tatsächlichen Gegebenheiten ausgegangen werden solle. Die anderslautende 

Auslegung der Vorinstanz sei willkürlich. Die "Bestätigung einer erfolgten Schen-

kung" habe nichts mit dem sonstigen Vermögen der Parteien, den Erträgen aus 

den anderen Liegenschaften oder "gar mit einer vorgezogenen Scheidungsver-

einbarung im Zusammenhang mit persönlichen Unterhaltsbeiträgen" zu tun. Dies 

insbesondere angesichts des Umstands, dass ohnehin sämtliche Erträge dem 

Gesuchsgegner alleine zukämen. Den Parteien im Umkehrschluss im vorliegend 

hochkomplexen Fall zu unterstellen, sie hätten damit eine Regelung für die Tren-

nung getroffen, gehe fehl (Urk. 40 Rz. 2.2.-2.8.; siehe auch Urk. 53 Rz. 4 ff.). 

4.3. Die Gesuchstellerin ist Eigentümerin der Liegenschaft in E._____ und hat 

die durch die Vermietung erzielten Erträge jeweils versteuert (siehe Urk. 26/6-7), 

was – wie die Vorinstanz zu Recht erwog – grundsätzlich dafür spricht, dass sie 

die Mietzinsen auch einnimmt. Dass in tatsächlicher Hinsicht diese Erträge stets 

ihrem Sohn zugeflossen sind, vermag die Gesuchstellerin nicht glaubhaft zu ma-

chen. Weder aus dem Dokument "Bestätigung einer erfolgten Schenkung" 

(Urk. 3/10) noch aus dem Umstand, dass gemäss der öffentlich letztwilligen Ver-

fügung samt Erbvertrag vom 21. Juli 2016 die Liegenschaft bei Vorversterben der 

Gesuchstellerin ihrem Sohn zukommen solle (siehe Urk. 3/9), lässt sich ohne 

Weiteres ableiten, dass die Mietzinserträge stets dem Sohn zugeflossen sind. 

Welche (weiteren) Umstände die Vorinstanz in diesem Zusammenhang nicht be-

rücksichtigt haben soll, erschliesst sich sodann nicht. Auch legt die Gesuchstelle-

rin nicht dar, wo im vorinstanzlichen Verfahren der Gesuchsgegner bloss die künf-

tige Anrechnung der Erträge verlangt haben soll, und daher die vorinstanzliche 

Erwägung, es sei strittig, ob die Erträge aus dem Mehrfamilienhaus in E._____ 

- 20 - 

seit jeher dem Sohn der Gesuchstellerin zugeflossen seien, von vornherein falsch 

sein soll. Und schliesslich ist festzuhalten, dass gemäss dem Wortlaut der "Bestä-

tigung einer erfolgten Schenkung" die Mietzinserträge einzig im Rahmen der Re-

gelung eines nachehelichen Unterhalts – mithin im Falle einer Scheidung – nicht 

anzurechnen sind. Die Gesuchstellerin vermag nicht glaubhaft zu machen, dass 

der Gesuchsgegner in tatsächlicher Hinsicht auch eine Nichtanrechnung für den 

Trennungsfall bestätigen wollte und auch eine objektivierte Auslegung deutet 

nicht auf diesen Sinn hin. Insbesondere spricht ihr Vorbringen, dass den Parteien 

als juristische Laien ohne anwaltlichen Beistand – was vom Gesuchsgegner im 

Übrigen bestritten wird (Urk. 48 Rz. 55) – die Möglichkeit eines Eheschutzes nicht 

bekannt gewesen sei, ebenfalls dafür, dass die Parteien lediglich eine Regelung 

für den Scheidungsfall, nicht jedoch für eine Trennung bzw. eines Eheschutzes, 

vor Augen hatten. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz der Ge-

suchstellerin ein (tatsächliches) Einkommen aus der Vermietung des Mehrfamili-

enhauses in E._____ angerechnet hat. Vor diesem Hintergrund braucht auf die 

Rügen der Gesuchstellerin im Zusammenhang mit der (Eventual-)Begründung der 

Vorinstanz, wonach diese Mieterträge – sollte die Gesuchstellerin auf diese tat-

sächlich freiwillig zugunsten ihres Sohnes verzichten – als hypothetisches Ein-

kommen anzurechnen wären, nicht weiter eingegangen zu werden. Dennoch sei 

angemerkt, dass die Gesuchstellerin diesbezüglich einzig vorbringt, sie verzichte 

nicht freiwillig auf die Mieterträge, da ihr diese gestützt auf die Vereinbarung mit 

ihrem Sohn nicht zustünden (Urk. 40 Rz. 2.9.; Urk. 53 Rz. 4 f.). Indes legt sie nicht 

dar und ist auch nicht ersichtlich, weshalb sie diese angebliche "Vereinbarung" 

mit ihrem Sohn nicht beenden könnte, sodass auch ihre diesbezüglichen Rügen 

ins Leere gehen würden. 

 Nachdem die von der Vorinstanz berücksichtigte Höhe der Mieterträge 

(Fr. 2'645.– pro Monat) nicht beanstandet wurde, bleibt es damit bei der Anrech-

nung der Erträge aus der Vermietung des Mehrfamilienhauses in E._____ in Hö-

he von Fr. 2'645.– pro Monat.  

4.4. Die von der Vorinstanz berücksichtigten Einkünfte aus Rente, Vermögenser-

trag und Pachtzinseinnahmen wurden im Berufungsverfahren nicht beanstandet 

- 21 - 

und sind damit zu übernehmen. Entsprechend ist auf Seiten der Gesuchstellerin 

von einem monatlichen Einkommen von insgesamt Fr. 3'725.– (Renteneinkom-
men Fr. 350.– + Pachtzinseinnahmen Fr. 80.– + Mietzinseinnahmen aus der Lie-

genschaft in E._____ Fr. 2'645.– + Vermögensertrag Fr. 650.–) auszugehen.  

5. Einkommen des Gesuchsgegners 

5.1. Die Vorinstanz rechnete auf Seiten des Gesuchsgegners ein monatliches 

Einkommen von insgesamt Fr. 18'281.– an, welches sich aus einer AHV-Rente 

von Fr. 2'390.–, Einnahmen aus der Vermietung von Garagen von Fr. 650.–, Ein-

nahmen aus der Vermietung der Liegenschaft ... von Fr. 13'543.–, eine Vermö-

gensertrag von Fr. 217.– sowie einem Vermögensverzehr von Fr. 1'481.– zu-

sammensetzt (vgl. Urk. 41 E. 4.7. S. 23 ff., insbesondere E. 4.7.6. S. 28).  

5.2. Der Gesuchsgegner moniert zunächst, die Vorinstanz habe ihm zu hohe 

Mieterträge aus der Vermietung der Liegenschaft ... angerechnet. Er habe vor Vo-

rinstanz substantiiert einen Bruttomietertrag von Fr. 17'260.– pro Monat behaup-

tet. Indes habe die Vorinstanz die Darstellung der Gesuchstellerin, wonach er ei-

nen monatlichen Bruttomietertrag von Fr. 17'632.– erziele, als glaubhafter erach-

tet und sei von diesem Betrag ausgegangen. Die Diskrepanz sei darauf zurückzu-

führen, dass infolge der Senkung des Referenzzinssatzes von 1.5 % auf 1.25 % 

die Mietzinse reduziert worden seien. Dies habe er seinen Mietern per 1. Juli 

2020 angezeigt und sei abgesehen davon notorisch. Damit würden sich die ihm 

zustehenden Bruttomieterträge auf Fr. 17'260.– pro Monat belaufen. Abzüglich 

der von der Vorinstanz berücksichtigten Hypothekarzinsen (Fr. 1'583.–) und Ne-

benkosten (Fr. 2'506.–) ergebe sich ein Nettomietertrag von Fr. 13'171.– pro Mo-

nat (Urk. 49/40 Rz. 67-70; siehe auch Urk. 52 Rz. 19, Rz. 30, Rz. 34 und Rz. 42).  

 Der Gesuchsgegner legt nicht dar, wo im vorinstanzlichen Verfahren er die 

Behauptung, er habe seinen Mietern eine Mietzinsreduktion per 1. Juli 2020 ge-

währt, bereits vorgebracht hat oder inwiefern es sich hierbei um zulässige Noven 

im Sinne von Art. 317 ZPO handelt. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners 

ist es sodann keineswegs notorisch, dass ein Vermieter bei einer Senkung des 

Referenzzinssatzes den Mietzins reduziert. Entsprechend hat diese Behauptung 

- 22 - 

unberücksichtigt zu bleiben (vgl. vorstehend Ziff. II./3.). Gleiches gilt mit Bezug auf 

die im Berufungsverfahren eingereichten Beweismittel (Urk. 49/44/3). Nachdem 

der Gesuchsgegner in diesem Zusammenhang keine weiteren Beanstandungen 

erhebt, bleibt es somit beim vorinstanzlich festgestellten Nettomietertrag von 

Fr. 13'543.– pro Monat. 

5.3. Im Weiteren rügt der Gesuchsgegner den ihm als Einkommen angerechne-

ten Vermögensertrag. Diesbezüglich erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, es 

sei von einem liquiden Vermögen des Gesuchsgegners in Höhe von Fr. 260'000.– 

auszugehen, welches er zu einem Zinssatz von 1 % anlegen könne. Zutreffend 

sei zwar, dass diesem liquiden Vermögen auch (Hypothekar-)Schulden im Um-

fang von Fr. 2'500'000.– gegenüberstünden. Allerdings würden hierfür primär die 

als Sicherheit bestellten Liegenschaften und nicht das liquide Vermögen haften, 

weshalb Letzteres sehr wohl für die Berechnung von Vermögenserträgen zu be-

rücksichtigen sei. Die diesbezüglichen Schuldzinsen würden im Bedarf berück-

sichtigt. Auch sei kein Abzug für ausstehende Steuerschulden zu machen. Aus-

gehend von einem liquiden Vermögen von Fr. 260'000.– sei dem Gesuchsgegner 

somit ein erzielbarer Vermögensertrag von Fr. 217.– pro Monat anzurechnen 

(Urk. 41 E. 4.7.4. S. 27 f.).   

 Der Gesuchsgegner bringt berufungsweise vor, er sei Alleinschuldner der 

auf den Liegenschaften C._____-strasse … und ... lastenden Hypotheken. Beide 

Liegenschaften stünden im Alleineigentum der Gesuchstellerin. Damit sei die Be-

gründung der Vorinstanz, dass die Schulden durch die Liegenschaften gesichert 

würden und damit auf Seiten des Gesuchsgegners nicht zu berücksichtigen seien, 

klarerweise falsch. Selbst bei Nichtberücksichtigung der auf der Liegenschaft ... 

lastenden Hypothekarschuld [Fr. 2'000'000.–], welche bei einer Scheidung an ihn 

zurückfallen würde, bliebe ihm die auf der Liegenschaft C._____-strasse … las-

tende Hypothekarschuld [Fr. 500'000.–]. Er verfüge aber über kein Aktivum mehr, 

welches der Hypothekarschuld von Fr. 500'000.– entgegenstehen würde, sei mit-

hin überschuldet. Entsprechend könne ihm kein Vermögensertrag angerechnet 

werden (Urk. 49/40 Rz. 72 f.). Die Gesuchstellerin erachtet den von der Vo-

rinstanz berücksichtigten Vermögensertrag als korrekt (Urk. 49/51 Rz. 43).  

- 23 - 

 Der Gesuchsgegner geht fehl. Es mag zutreffen, dass er alleiniger Schuld-

ner der auf den Liegenschaften lastenden Hypotheken ist und selbst eine Verwer-

tung der als Sicherheit für die Hypothekarschuld dienenden Liegenschaften, wel-

che derzeit im Eigentum der Gesuchstellerin stehen, nichts an seinen (persönli-

chen) Schulden ändert (vgl. insbesondere Art. 827 Abs. 2 ZGB). Allerdings macht 

der Gesuchsteller weder geltend noch ist ersichtlich, dass der Hypothekarkredit 

gekündigt und die Schulden im heutigen Zeitpunkt zur Rückzahlung fällig sind, 

weshalb sie bei der Beurteilung, ob bzw. welcher Vermögensertrag dem Gesuch-

steller derzeit zu erzielen möglich und zumutbar ist, nicht zu berücksichtigen sind. 

Damit bleibt es diesbezüglich beim vorinstanzlichen Entscheid. 

5.4. Im Übrigen blieb – mit Ausnahme des Vermögensverzehrs (siehe hierzu 

vorstehend Ziff. III./3.) – das dem Gesuchsgegner angerechnete Einkommen un-

beanstandet. Entsprechend ist in Bezug auf den Gesuchsgegner von monatlichen 

Einkünften in Höhe von Fr. 16'800.– (Renteneinkommen Fr. 2'390.– + Mietein-
nahmen Garage Fr. 650.– + Mietzinseinnahmen ... Fr. 13'543.– + Vermögenser-

trag Fr. 217.–) auszugehen.  

6. Bedarf der Gesuchstellerin 

6.1. Der von der Vorinstanz festgestellte Bedarf der Gesuchstellerin in Höhe von 

insgesamt Fr. 4'090.– pro Monat wird vom Gesuchsgegner nicht explizit bean-

standet (vgl. Urk. 49/40 Rz. 79). Die Gesuchstellerin ist der Ansicht, dass bei ei-

ner Neufestsetzung der Unterhaltsbeiträge die Steuerlast neu zu berechnen sei 

(vgl. insbesondere zur Berechnung Urk. 40 Rz. 4.3. und Rz. 5). Der Gesuchsgeg-

ner hält diesen Ausführungen nichts Substanzielles entgegen (vgl. Urk. 48 Rz. 78-

82). Angesichts der im vorliegenden Berufungsverfahren vorzunehmenden Kor-

rektur betreffend des Unterhaltsbeitrags (siehe nachfolgend Ziff. 8.2.) rechtfertigt 

sich eine Neuberechnung der geschuldeten Steuern. 

6.2. Das Einkommen der Gesuchstellerin ist – unter Berücksichtigung der ange-

passten Unterhaltsbeiträge – auf jährlich gerundet Fr. 92'000.– (Rente von 

Fr. 4'200.–, Eigenmietwert der Wohnung von Fr. 25'120.–, Vermögenserträge von 

Fr. 7'800.– sowie Unterhaltsbeiträge in der Grössenordnung von Fr. 55'000.–) zu 

- 24 - 

beziffern. Die Mieterträge aus dem Mehrfamilienhaus in E._____ werden in 

Deutschland versteuert, wobei die darauf entfallenden Steuern mit Fr. 350.– pro 

Monat zu Buche schlagen und bereits im Rahmen der Berechnung der Mieterträ-

ge berücksichtigt worden sind (vgl. Urk. 41 E. 4.8.1./8. S. 32). Im Rahmen der 

Vermögenssteuer sind – gemäss den unbeanstandet gebliebenen Erwägungen 

der Vorinstanz – die eheliche Liegenschaft C._____-strasse … , das verpachtete 

Landstück in der Landwirtschaftszone, die Liegenschaft in E._____ sowie ihr li-

quides (Bar-)Vermögen zu berücksichtigen (vgl. zum jeweiligen Steuerwert auch 

Urk. 3/4 und Urk. 3/5). Die Liegenschaft ... ist als Nutzniessungsvermögen vom 

Gesuchsgegner zu versteuern (vgl. § 38 Abs. 2 StG/ZH). Abzüge sind auf Seiten 

der Gesuchstellerin keine vorzunehmen, jedenfalls wurden keine geltend ge-

macht. Gestützt auf den Steuerrechner des Kantons Zürich ist damit von Staats- 

und Gemeindesteuern (Gemeinde: D._____; Konfession: evangelisch; Grundtarif) 

in Höhe von gerundet Fr. 1'535.– pro Monat sowie direkten Bundessteuern von 

gerundet Fr. 195.– pro Monat auszugehen. Insgesamt ist damit im Bedarf der Ge-

suchstellerin eine monatliche Steuerlast in Höhe von Fr. 1'730.– zu berücksichti-

gen. 

6.3. Damit ist der von der Vorinstanz festgestellte familienrechtliche Bedarf von 

Fr. 4'090.– um Fr. 225.– zu erhöhen und auf Fr. 4'320.– (Fr. 1'200.– Grundbetrag 
+ Fr. 1'090.– Wohnkosten + Fr. 100.– Gesundheitskosten + Fr. 50.– Hausrat- und 

Haftpflichtversicherung + Fr. 30.– Serafe + Fr. 120.– Kommunikationskosten + 

Fr. 1'730.– Steuern) festzusetzen. 

7. Bedarf des Gesuchsgegners 

7.1. Der Gesuchsgegner moniert einzig die von der Vorinstanz festgestellte 

Steuerlast von Fr. 3'000.– pro Monat als zu tief (Urk. 49/40 Rz. 76). Die Gesuch-

stellerin ist der Ansicht, dass angesichts der neu festzusetzenden Unterhaltsbei-

träge die Steuerlast ohnehin neu berechnet werden müsse (vgl. Urk. 40 Rz. 4.3.).  

7.2. Wie bei der Gesuchstellerin sind die geschuldeten Steuern angesichts der 

im Berufungsverfahren vorzunehmenden Korrektur hinsichtlich des Unterhaltsbei-

trags (siehe nachfolgend Ziff. 8.2.) neu zu berechnen. Dabei ist auf Seiten des 

- 25 - 

Gesuchsgegners von einem jährlichen Einkommen in Höhe von Fr. 201'600.– 

(Renteneinkommen Fr. 28'680.– + Mieteinnahmen Garage Fr. 7'800.– + Mieter-

träge Liegenschaft ... Fr. 162'516.– + Vermögensertrag Fr. 2'604.–) auszugehen. 

Hiervon zog die Vorinstanz lediglich die vom Gesuchsgegner zu leistenden Un-

terhaltsbeiträge ab. Dies wird von keiner Partei beanstandet, weshalb es dabei 

bleibt. Damit ist das steuerbare Einkommen auf Fr. 146'600.– (Fr. 201'600.– ab-

züglich Unterhaltsbeiträge in der Grössenordnung von Fr. 55'000.–) zu beziffern. 

In Bezug auf die Vermögenssteuer sind – wie die Gesuchstellerin zu Recht vor-

bringt (Urk. 49/51 Rz. 45; vgl. auch Urk. 49/53/1) – auf der Aktivseite das liquide 

Vermögen, das Nutzniessungsvermögen (Liegenschaft ...) sowie die fünf Garagen 

und auf der Passivseite die (Hypothekar-)Schulden zu berücksichtigen, sodass 

als steuerbares Vermögen ein Betrag von gerundet Fr. 600'000.– einzusetzen ist 

(siehe zum Steuerwert auch Urk. 3/5 und 3/7). Insgesamt resultieren damit ge-

stützt auf den Steuerrechner des Kantons Zürich Staats- und Gemeindesteuern 

(Gemeinde: D._____; Konfession: evangelisch; Grundtarif) in Höhe von gerundet 

Fr. 2'010.– pro Monat sowie direkte Bundessteuern von Fr. 600.– pro Monat, mit-

hin monatliche Steuerlasten von gerundet Fr. 2'610.–. Da die Gesuchstellerin dem 

Gesuchsgegner jedoch eine zu berücksichtigende Steuerlast von Fr. 2'817.– zu-

gesteht (Urk. 49/51 Rz. 45), ist von diesem Betrag auszugehen.  

7.3. Damit ist der Bedarf des Gesuchsgegners auf Fr. 8'336.– pro Monat 
(Grundbetrag Fr. 1'200.– + Wohnkosten Fr. 2'394.– + Krankenkasse [KVG und 

VVG] Fr. 1'076.– + Gesundheitskosten Fr. 100.– + Hausrat-

/Haftpflichtversicherung Fr. 50.– + Serafe Fr. 30.– + Kommunikationskosten 

Fr. 120.– + Steuern Fr. 2'817.– + Hypothekarzins C._____-strasse … Fr. 549.–) 

zu veranschlagen.  

8. Unterhaltsberechnung 

8.1. Überschussverteilung 

Die Vorinstanz wies den resultierenden Überschuss den Parteien je zur Hälfte zu 

(Urk. 41 E. 5.1. S. 35 f.). Die Gesuchstellerin macht im Rahmen ihres Eventualan-

trags geltend, sollten ihr der Ertrag aus der Liegenschaft in E._____ und der Ver-

- 26 - 

mögensverzehr weiterhin angerechnet werden, so müsse der Überschuss im 

Verhältnis 2/3 zu 1/3 zu ihren Gunsten zugewiesen werden (vgl. Urk. 40 Rz. 7). 

Der Berufungsbegründung lässt sich nicht entnehmen, dass sie dies auch für den 

nun eingetretenen Fall beantragt, dass ihr zwar der Ertrag aus der Liegenschaft in 

E._____, nicht aber ein Vermögensverzehr angerechnet wird. Im Gegenteil führt 

die Gesuchstellerin in ihrer Berufungsschrift aus, dass bei "Nichtanrechnung des 

Vermögensverzehrs, aber Hinzurechnung des Mietertrags aus E._____" der 

Überschuss hälftig aufzuteilen sei (vgl. Urk. 40 Rz. 5). Entsprechend braucht in-

soweit auf ihre Ausführungen nicht weiter eingegangen zu werden. Dennoch sei 

angemerkt, dass die Gesuchstellerin in diesem Zusammenhang ohnehin nicht 

rechtsgenügend glaubhaft zu machen vermag, dass sie während des Zusammen-

lebens signifikant höhere Ausgaben als der Gesuchsgegner gehabt habe bzw. die 

von ihr vor Vorinstanz geltend gemachten, über das familienrechtliche Existenz-

minimum hinausgehenden Ausgaben lediglich bei ihr angefallen seien (vgl. insbe-

sondere Urk. 1 S. 11 f., wonach die Parteien regelmässig zusammen verreist sei-

en und mindestens einmal pro Woche auswärts gegessen hätten) und der Über-

schuss deshalb zu 2/3 ihr zuzuweisen sei (vgl. Urk. 40 Rz. 7.2.). Insofern bleibt es 

diesbezüglich beim vorinstanzlichen Entscheid, zumal auch der Gesuchsgegner 

von einer hälftigen Zuweisung des Überschusses ausgeht (siehe Urk. 48 Rz. 83).  

8.2. Unterhaltsanspruch 

Gestützt auf vorstehende Erwägungen ergibt sich damit folgender Unterhaltsan-

spruch der Gesuchstellerin: 

 GSin GGn 
Einkommen Fr. 3'725.– Fr. 16'800.– 
./. Bedarf Fr. 4'320.– Fr. 08'336.– 
./. Manko Bedarf GSin – Fr. 00'595.– 
Überschuss Fr. 0'000.– Fr.   7'869.– 
Anteil Überschuss (je 50 %) Fr. 3'934.– Fr.   3'934.– 
Unterhaltsanspruch GSin Fr. 4'529.–  

Entsprechend ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen 

Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 4'530.– pro Monat (Fr. 595.– + Fr. 3'934.–) 
zu bezahlen. Sowohl der von der Vorinstanz vorgesehene Beginn der Unterhalts-

- 27 - 

pflicht (19. August 2020) als auch die Zahlungsmodalitäten wurden von keiner 

Partei beanstandet, weshalb es dabei bleibt.  

9. Verpflichtung der Gesuchstellerin zur Übernahme der im Zusammenhang 
mit der Liegenschaft C._____-strasse … entstehenden Kosten 

Der Gesuchsgegner beantragt, der Antrag der Gesuchstellerin auf Zusprechung 

von Unterhalt sei abzuweisen und die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, sämtli-

che im Zusammenhang mit der ehelichen Liegenschaft C._____-strasse … ste-

henden Kosten (Hypothekarzins, Heizkosten, Wasser, Abwasser, Kehrricht, Ge-

bäudeversicherung, Unterhalt und Reparaturen usw.) unter vollständiger Schad-

loshaltung des Gesuchsgegners ab 19. August 2020 zu bezahlen (siehe 

Urk. 49/40, Ziffer 2 der Berufungsanträge). Der Berufungsbegründung lässt sich 

nicht entnehmen, dass er dies auch verlangt, wenn es – wie vorliegend – bei der 

Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen bleibt (vgl. Urk. 49/40 Rz. 61). Ausserdem 

begründet der Gesuchsgegner seinen diesbezüglichen Antrag nicht näher. Ent-

sprechend ist darauf nicht weiter einzugehen, die Berufung insoweit abzuweisen 

und Dispositiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheids zu bestätigen.  

10. Verrechnung 

10.1. Der Gesuchsgegner machte vor Vorinstanz geltend, die Gesuchstellerin ha-

be unmittelbar nach seinem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft einen Betrag 

von Fr. 5'200.– vom gemeinsamen ZKB-Konto bezogen. Zudem habe das Steu-

eramt einen Betrag von Fr. 5'593.10 auf ihr persönliches Konto gutgeschrieben. 

Sollten der Gesuchstellerin Unterhaltsbeiträge zugesprochen werden, so sei er für 

berechtigt zu erklären, diese Beträge mit dem Unterhalt zu verrechnen (Rechts-

begehren Ziffer 4; Urk. 41 E. 6.2. S. 36 f. mit Verweis auf Urk. 14 S. 35).  

10.2. Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang, bei den vom Gesuchs-

gegner erwähnten Beträgen handle es sich nicht um von ihm tatsächlich erbrach-

te Unterhaltszahlungen, sondern um eine Umbuchung (Steuern) bzw. um einen 

Bezug von einem auf beide Parteien lautenden Konto. Vom Gesuchsgegner sei 

nicht dargelegt worden, weshalb die auf den gemeinsamen Konten liegenden Be-

- 28 - 

träge ihm anzurechnen sein sollten. Sein Antrag auf Anrechnung dieser Beträge 

als Verrechnungsforderung sei daher abzuweisen (Urk. 41 E. 6.4. S. 37). 

10.3. Der Gesuchsgegner bringt berufungsweise vor, die Gesuchstellerin habe 

den (Bar-)Geldbezug vom 20. August 2020 nicht bestritten. Nach der Trennung 

vorgenommene Geldbezüge eines Ehegatten vom gemeinsamen Konto seien 

selbstverständlich als Unterhalt anzurechnen, zumal die Gesuchstellerin mit die-

sem Geld gemäss eigenen Angaben ihren Lebensunterhalt finanziert habe. Für 

Lebenshaltungskosten, welche durch eine gemeinsame Kasse gedeckt seien, 

könne gar kein Unterhaltsanspruch resultieren. Bei dem vom Steueramt auf ihr 

persönliches Konto gutgeschriebenen Betrag handle es sich nicht um eine unter-

haltsrechtlich "irrelevante" Umbuchung, sondern um eine Reduktion der aktuellen 

Steuerschuld der Gesuchstellerin. Da der Gesuchstellerin im Bedarf die effektive 

aktuelle Steuerlast angerechnet worden sei, wäre diese um den Betrag des Gut-

habens zu reduzieren "oder aber eben das Guthaben der Gesuchstellerin, wel-

ches infolge Splitting bereits bezahlt wurde, als Verrechnung zu den damit zu 

hoch angesetzten Steuern im Bedarf zuzulassen". Entsprechend sei er für be-

rechtigt zu erklären, den seit der Trennung geleisteten Unterhalt im Gesamtbetrag 

von Fr. 10'793.10 mit dem vom Gericht festgelegten Unterhalt zu verrechnen 

(Urk. 49/40 Rz. 81-85). 

10.4. Was der Gesuchsgegner mit seinen Vorbringen konkret geltend machen will, 

geht aus seinen Ausführungen nicht klar hervor. Soweit er den erwähnten Betrag 

mit dem geschuldeten Unterhalt verrechnen will, ist Folgendes festzuhalten: Eine 

Verrechnung setzt auf jeder Seite eine Forderung voraus, welche gegenseitig und 

gleichartig sind. Die Verrechnungsforderung muss ferner klagbar sein. Sodann 

muss die Verrechnungsforderung fällig sein, während bei der Hauptforderung Er-

füllbarkeit reicht. Zudem darf die Verrechnung nicht durch Vertrag oder Gesetz 

ausgeschlossen sein (vgl. BSK OR I-Müller, Art. 120 N 2 ff.). Vorliegend hob die 

Gesuchstellerin unbestrittenermassen am 20. August 2020 vom gemeinsamen 

Konto einen Betrag von Fr. 5'200.– ab. Dass es sich hierbei um ein lediglich dem 

Gesuchsgegner zuzurechnendes Guthaben gehandelt hat, hat der Gesuchsgeg-

ner nicht rechtsgenügend dargetan, bezog sie den erwähnten Betrag doch unbe-

- 29 - 

strittenermassen vom gemeinsamen Konto und verfügte die Gesuchstellerin wäh-

rend des Zusammenlebens doch ebenfalls über – wenngleich geringe – Einkünf-

te. Was die behauptete Rückzahlung von Steuern betrifft, so lässt sich der hierzu 

eingereichten Beilage entnehmen, dass das Steueramt die von den Parteien für 

das Steuerjahr 2020 bereits geleistete Zahlung im Umfang von Fr. 11'186.25 auf-

grund der nunmehr erfolgten Trennung und der damit einhergehenden separaten 

Veranlagung auf die beiden Parteien aufgeteilt und dementsprechend 

Fr. 5'593.10 auf das Konto der Gesuchstellerin umgebucht hat (Urk. 15/41/43). 

Inwieweit es sich auch hierbei allein um Guthaben des Gesuchsgegners gehan-

delt haben soll und nicht (auch) der Gesuchstellerin, legt der Gesuchsgegner er-

neut nicht dar. Entsprechend vermochte der Gesuchsgegner damit nicht glaubhaft 

zu machen, dass (bzw. in welchem Umfang) ihm eine (Rück-)Forderung gegen-

über der Gesuchstellerin zusteht. Soweit der Gesuchsgegner mit seinen Ausfüh-

rungen geltend machen will, es handle sich hierbei um anzurechnende Unter-

haltszahlungen, ist er darauf hinzuweisen, dass die strittigen Beträge von der Ge-

suchstellerin vom gemeinsamen Konto selbst bezogen bzw. ihr von den Steuer-

behörden gutgeschrieben wurden, womit keine effektive Leistung des Gesuchs-

gegners gegenüber der Gesuchstellerin und damit auch keine Tilgung glaubhaft 

gemacht wurde (vgl. hierzu auch Maier, Die Berücksichtigung von bereits geleis-

tetem Unterhalt im gerichtlichen Entscheid (2/2), FamPra.ch 2021, S. 634 f.). Da-

mit erweist sich die Berufung in diesem Punkt als unbegründet und es bleibt beim 

vorinstanzlichen Entscheid.  

11. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

11.1. Die Höhe der erstinstanzlichen Entscheidgebühr (Dispositiv-Ziffer 9) wurde 

von keiner Partei moniert und ist zu bestätigen.  

11.2. Die Vorinstanz auferlegte die Kosten des Verfahrens den Parteien je zu 

Hälfte. Hierzu führte sie aus, es handle sich um ein familienrechtliches Verfahren, 

in dessen Rahmen es angemessen erscheine, die Kosten nach Ermessen zu ver-

teilen. Dem Verfahren liege ein tiefgreifender persönlicher Konflikt zwischen den 

Parteien zugrunde, an dem zwingenderweise beide Ehepartner beteiligt seien. 

Auch werde der Gesuchsgegner entgegen seinem Antrag zur Zahlung substanti-

- 30 - 

eller Unterhaltsbeiträge verpflichtet, wobei die Höhe der Beiträge deutlich unter 

den Anträgen der Gesuchstellerin liege. Unter diesen Umständen könne es einzig 

gerechtfertigt sein, die Gerichtskosten hälftig zu teilen und demzufolge die Partei-

entschädigungen wettzuschlagen (Urk. 41 E. 10.4. S. 44).  

11.3. Der Gesuchsgegner bringt vor, die Gesuchstellerin sei im Unterhaltspunkt zu 

rund 65 % unterlegen und habe – entgegen der Empfehlung des Richters – bis 

zuletzt an ihrem Antrag auf Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses fest-

gehalten, und sei diesbezüglich ebenfalls unterlegen. Vor diesem Hintergrund er-

scheine die erstinstanzliche Kostenregelung nicht angemessen. Es seien daher 

die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens vollumfänglich der Gesuchstellerin 

aufzuerlegen und sie sei zu verpflichten, dem Gesuchsgegegner eine angemes-

sene Parteienentschädigung zu bezahlen (Urk. 49/40 Rz. 87 f.).  

 Nach Anpassung der Unterhaltsbeiträge im Berufungsverfahren unterliegt 

die Gesuchstellerin im Unterhaltspunkt zu rund 50 %. Zutreffend ist zwar, dass die 

Gesuchstellerin vor Vorinstanz in Bezug auf den verlangten Prozesskostenvor-

schuss unterlegen ist (Urk. 41 Disp. Ziff. 1 der Verfügung). Allerdings ist auch zu 

berücksichtigen, dass der Gesuchsgegner vor Vorinstanz mehrere Herausgabe-

begehren gestellt hat, welche mehrheitlich abgewiesen wurden (vgl. Urk. 14 S. 2, 

Ziffer 5-7 der Begehren; Urk. 41 Disp. Ziff. 6-8 des Urteils). Vor diesem Hinter-

grund ist die von der Vorinstanz vorgesehene hälftige Auferlegung der erstin-

stanzlichen Gerichtskosten sowie die Wettschlagung der Parteientschädigungen 

nicht zu beanstanden und die vorinstanzliche Regelung zu bestätigen. 

IV. 

1. Die Entscheidgebühr für das vereinigte Berufungsverfahren ist gestützt auf 

§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf insgesamt 

Fr. 6'000.– festzusetzen. Die Parteientschädigung ist – unter Berücksichtigung 

der Doppelberufung – auf Fr. 5'000.– zuzüglich 7.7 % MwSt., mithin Fr. 5'385.–, 

festzulegen (vgl. § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und 3, § 11 Abs. 1-3 und § 13 Abs. 1 und 

2 AnwGebV). 

- 31 - 

2. Ausgehend von den Berufungsanträgen und einer Geltungsdauer dieser 

Regelung von drei Jahren unterliegt der Gesuchsgegner zu rund 90 % und die 

Gesuchstellerin zu rund 10 %. Entsprechend ist ihnen die Entscheidgebühr in die-

sem Verhältnis aufzuerlegen. Zudem ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der 

Gesuchstellerin eine auf 80 % reduzierte Parteientschädigung von Fr. 4'308.– 

(inkl. Mehrwertsteuerzuschlag) zu bezahlen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass die Dispositiv-Ziffern 1 und 5-8 des Urteils des 

Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 

25. Juni 2021 in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monatliche Ehe-

gattenunterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 4'530.– zu bezahlen, zahlbar 

monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend 

ab 19. August 2020. 

2. Die (Zweit-)Berufung wird abgewiesen und die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des 

Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 

Uster vom 25. Juni 2021 werden bestätigt.  

3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Dispositiv-

Ziffern 9 bis 11 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Uster vom 25. Juni 2021) wird bestätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt.  

5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Ge-

suchsgegner zu 90 % und der Gesuchstellerin zu 10 % auferlegt und mit 

den von ihnen geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. Der Gesuchs-

- 32 - 

gegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin den Vorschuss im Umfang von 

Fr. 2'400.– zu ersetzen. 

6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das zweitin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 4'308.– zu bezahlen.  

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG sowie ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
mehr als Fr. 30'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 8. April 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Faoro 
 
versandt am: 
ya 

	Beschluss und Urteil vom 8. April 2022
	Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 25. Juni 2021: (Urk. 37 S. 45 ff. = Urk. 41 S. 45 ff. = Urk. 49/41 S. 45 ff.)
	1. Die Parteien werden zum Getrenntleben berechtigt erklärt und es wird festgehalten, dass die Parteien seit dem 19. August 2020 getrennt leben.
	2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 3'175.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 19. August 2020.
	3. Es wird vorgemerkt, dass der Gesuchsgegner als Schuldner der auf der ehelichen Liegenschaft an der C._____-strasse … in D._____ lastenden Hypothek weiterhin verpflichtet ist, die entsprechenden Hypothekarzinsen zu bezahlen.
	4. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Berechtigung zu Verrechnung der Unterhaltspflicht im Umfang von Fr. 10'793.10 wird abgewiesen.
	5. Die eheliche Wohnung an der C._____-strasse … in D._____ wird, inkl. Hausrat und Mobiliar mit Ausnahme der in Dispositivziffer 6 aufgelisteten Möbel und Gegenstände, für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zur alleinigen Benützung zuge...
	6. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner folgende Möbel und Gegenstände auf erstes Verlangen hin herauszugeben:
	7. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner das allfällige Auffinden der Rolex-Herren-Armbanduhr unverzüglich anzuzeigen und ihm diese sodann auf erstes Verlangen herauszugeben.
	8. Die weiteren Herausgabebegehren des Gesuchsgegners werden abgewiesen.
	9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	10. Die Entscheidgebühr wird den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
	11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	12. (Schriftliche Mitteilung)
	13. (Rechtsmittelbelehrung)
	Berufungsanträge zur Erstberufung:
	Erwägungen:
	1. Ausgangslage
	1.1. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid bezüglich des Unterhalts zunächst fest, dass die Einkommens- und Vermögensverhältnisse im vorliegenden Verfahren aussergewöhnlich seien: Die Parteien seien im Zeitpunkt der Eheschliessung bereits 66...
	In der Folge ging die Vorinstanz in Bezug auf die Gesuchstellerin von monatlichen Einkünften von Fr. 7'503.– (Renteneinkommen Fr. 350.– + Pachtzinseinnahmen Fr. 80.– + Mietzinseinnahmen aus der Liegenschaft in E._____ Fr. 2'645.– + Vermögensertrag Fr...
	1.2. Der Gesuchsgegner stellt sich im Berufungsverfahren auf den Standpunkt, die Gesuchstellerin habe grundsätzlich keinen Anspruch auf Unterhalt. Im Zusammenhang mit dem von der Vorinstanz festgestellten Einkommen sind überdies der Vermögensverzehr,...

	2. Unterhaltsanspruch
	Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, dass die Vorinstanz bei der Festsetzung des Unterhalts die Kriterien von Art. 125 ZGB nicht angemessen einbezogen habe, und will unter Hinweis auf eine fehlende Lebensprägung der Ehe (kurze Ehedauer, Altersehe), die ...

	3. Vermögensverzehr
	3.1. Die Vorinstanz berücksichtigte auf beiden Seiten ein "Einkommen" aus Vermögensverzehr. Hierzu – soweit vorliegend relevant – erwog sie im Wesentlichen, es sei den Parteien zwar möglich, ihren Bedarf aus ihrem (Renten-)Einkommen und den Erträgen a...
	Folglich sei auf Seiten der Gesuchstellerin unter Berücksichtigung ihres liquiden Vermögens in Höhe von Fr. 780'000.–, eines zu belassenden Notgroschens von Fr. 100'000.– sowie einer Verzehrdauer von 15 Jahren ein Vermögensverzehr von Fr. 3'778.– pro...
	3.2. Der Gesuchsgegner rügt in diesem Zusammenhang zusammengefasst, die Vorinstanz habe zu Unrecht einen Vermögensverzehr des liquiden Vermögens bis zum statistischen Lebensende statt lediglich bis zur Scheidung angerechnet. Bei korrekter Berechnung d...
	3.3. Die für die Unterhaltsberechnung massgeblichen wirtschaftlichen Verhältnisse der Ehegatten beurteilen sich in erster Linie nach deren Erwerbseinkommen und Vermögenserträgen. Erst wenn das eheliche Einkommen für die Bestreitung des gebührenden Fam...
	3.4. Nach dem Ausgeführten ist das Vermögen somit erst dann zu berücksichtigen, wenn das eheliche Einkommen für die Bestreitung des (gebührenden) Familienunterhaltes nicht ausreicht, mithin aus der Gegenüberstellung von Einkommen und (allenfalls gebüh...
	Vorliegend stellte die Gesuchstellerin vor Vorinstanz (und auch im Berufungsverfahren) keine rechtsgenügenden (substantiierten) Behauptungen zu einem über das familienrechtliche Existenzminimum hinausgehenden gebührenden Unterhalt bzw. zum zuletzt ge...

	4. Einkommen der Gesuchstellerin
	4.1. Die Vorinstanz rechnete auf Seiten der Gesuchstellerin unter anderem ein monatliches Einkommen aus der Vermietung eines Mehrfamilienhauses in E._____ in Höhe von Fr. 2'645.– pro Monat an. Hierzu erwog sie im Wesentlichen, es sei unbestritten, das...
	4.2. Die Gesuchstellerin rügt in diesem Zusammenhang eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie eine unrichtige Rechtsanwendung. Hierzu führt sie im Wesentlichen aus, ihr Sohn habe die Liegenschaft vor vielen Jahren gebaut, wohne seither dari...
	4.3. Die Gesuchstellerin ist Eigentümerin der Liegenschaft in E._____ und hat die durch die Vermietung erzielten Erträge jeweils versteuert (siehe Urk. 26/6-7), was – wie die Vorinstanz zu Recht erwog – grundsätzlich dafür spricht, dass sie die Mietz...
	Nachdem die von der Vorinstanz berücksichtigte Höhe der Mieterträge (Fr. 2'645.– pro Monat) nicht beanstandet wurde, bleibt es damit bei der Anrechnung der Erträge aus der Vermietung des Mehrfamilienhauses in E._____ in Höhe von Fr. 2'645.– pro Monat.
	4.4. Die von der Vorinstanz berücksichtigten Einkünfte aus Rente, Vermögensertrag und Pachtzinseinnahmen wurden im Berufungsverfahren nicht beanstandet und sind damit zu übernehmen. Entsprechend ist auf Seiten der Gesuchstellerin von einem monatlichen...

	5. Einkommen des Gesuchsgegners
	5.1. Die Vorinstanz rechnete auf Seiten des Gesuchsgegners ein monatliches Einkommen von insgesamt Fr. 18'281.– an, welches sich aus einer AHV-Rente von Fr. 2'390.–, Einnahmen aus der Vermietung von Garagen von Fr. 650.–, Einnahmen aus der Vermietung ...
	5.2. Der Gesuchsgegner moniert zunächst, die Vorinstanz habe ihm zu hohe Mieterträge aus der Vermietung der Liegenschaft ... angerechnet. Er habe vor Vorinstanz substantiiert einen Bruttomietertrag von Fr. 17'260.– pro Monat behauptet. Indes habe die ...
	Der Gesuchsgegner legt nicht dar, wo im vorinstanzlichen Verfahren er die Behauptung, er habe seinen Mietern eine Mietzinsreduktion per 1. Juli 2020 gewährt, bereits vorgebracht hat oder inwiefern es sich hierbei um zulässige Noven im Sinne von Art. ...
	5.3. Im Weiteren rügt der Gesuchsgegner den ihm als Einkommen angerechneten Vermögensertrag. Diesbezüglich erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, es sei von einem liquiden Vermögen des Gesuchsgegners in Höhe von Fr. 260'000.– auszugehen, welches er zu ...
	Der Gesuchsgegner bringt berufungsweise vor, er sei Alleinschuldner der auf den Liegenschaften C._____-strasse … und ... lastenden Hypotheken. Beide Liegenschaften stünden im Alleineigentum der Gesuchstellerin. Damit sei die Begründung der Vorinstanz...
	Der Gesuchsgegner geht fehl. Es mag zutreffen, dass er alleiniger Schuldner der auf den Liegenschaften lastenden Hypotheken ist und selbst eine Verwertung der als Sicherheit für die Hypothekarschuld dienenden Liegenschaften, welche derzeit im Eigentu...
	5.4. Im Übrigen blieb – mit Ausnahme des Vermögensverzehrs (siehe hierzu vorstehend Ziff. III./3.) – das dem Gesuchsgegner angerechnete Einkommen unbeanstandet. Entsprechend ist in Bezug auf den Gesuchsgegner von monatlichen Einkünften in Höhe von Fr....

	6. Bedarf der Gesuchstellerin
	6.1. Der von der Vorinstanz festgestellte Bedarf der Gesuchstellerin in Höhe von insgesamt Fr. 4'090.– pro Monat wird vom Gesuchsgegner nicht explizit beanstandet (vgl. Urk. 49/40 Rz. 79). Die Gesuchstellerin ist der Ansicht, dass bei einer Neufestset...
	6.2. Das Einkommen der Gesuchstellerin ist – unter Berücksichtigung der angepassten Unterhaltsbeiträge – auf jährlich gerundet Fr. 92'000.– (Rente von Fr. 4'200.–, Eigenmietwert der Wohnung von Fr. 25'120.–, Vermögenserträge von Fr. 7'800.– sowie Unte...
	6.3. Damit ist der von der Vorinstanz festgestellte familienrechtliche Bedarf von Fr. 4'090.– um Fr. 225.– zu erhöhen und auf Fr. 4'320.– (Fr. 1'200.– Grundbetrag + Fr. 1'090.– Wohnkosten + Fr. 100.– Gesundheitskosten + Fr. 50.– Hausrat- und Haftpflic...

	7. Bedarf des Gesuchsgegners
	7.1. Der Gesuchsgegner moniert einzig die von der Vorinstanz festgestellte Steuerlast von Fr. 3'000.– pro Monat als zu tief (Urk. 49/40 Rz. 76). Die Gesuchstellerin ist der Ansicht, dass angesichts der neu festzusetzenden Unterhaltsbeiträge die Steuer...
	7.2. Wie bei der Gesuchstellerin sind die geschuldeten Steuern angesichts der im Berufungsverfahren vorzunehmenden Korrektur hinsichtlich des Unterhaltsbeitrags (siehe nachfolgend Ziff. 8.2.) neu zu berechnen. Dabei ist auf Seiten des Gesuchsgegners v...
	7.3. Damit ist der Bedarf des Gesuchsgegners auf Fr. 8'336.– pro Monat (Grundbetrag Fr. 1'200.– + Wohnkosten Fr. 2'394.– + Krankenkasse [KVG und VVG] Fr. 1'076.– + Gesundheitskosten Fr. 100.– + Hausrat-/Haftpflichtversicherung Fr. 50.– + Serafe Fr. 30...

	8. Unterhaltsberechnung
	8.1. Überschussverteilung
	Die Vorinstanz wies den resultierenden Überschuss den Parteien je zur Hälfte zu (Urk. 41 E. 5.1. S. 35 f.). Die Gesuchstellerin macht im Rahmen ihres Eventualantrags geltend, sollten ihr der Ertrag aus der Liegenschaft in E._____ und der Vermögensverz...
	8.2. Unterhaltsanspruch
	Gestützt auf vorstehende Erwägungen ergibt sich damit folgender Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin:
	Entsprechend ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 4'530.– pro Monat (Fr. 595.– + Fr. 3'934.–) zu bezahlen. Sowohl der von der Vorinstanz vorgesehene Beginn der Unterhaltspflicht (19. Augus...

	9. Verpflichtung der Gesuchstellerin zur Übernahme der im Zusammenhang mit der Liegenschaft C._____-strasse … entstehenden Kosten
	Der Gesuchsgegner beantragt, der Antrag der Gesuchstellerin auf Zusprechung von Unterhalt sei abzuweisen und die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, sämtliche im Zusammenhang mit der ehelichen Liegenschaft C._____-strasse … stehenden Kosten (Hypothek...

	10. Verrechnung
	10.1. Der Gesuchsgegner machte vor Vorinstanz geltend, die Gesuchstellerin habe unmittelbar nach seinem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft einen Betrag von Fr. 5'200.– vom gemeinsamen ZKB-Konto bezogen. Zudem habe das Steueramt einen Betrag von Fr....
	10.2. Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang, bei den vom Gesuchsgegner erwähnten Beträgen handle es sich nicht um von ihm tatsächlich erbrachte Unterhaltszahlungen, sondern um eine Umbuchung (Steuern) bzw. um einen Bezug von einem auf beide Part...
	10.3. Der Gesuchsgegner bringt berufungsweise vor, die Gesuchstellerin habe den (Bar-)Geldbezug vom 20. August 2020 nicht bestritten. Nach der Trennung vorgenommene Geldbezüge eines Ehegatten vom gemeinsamen Konto seien selbstverständlich als Unterhal...
	10.4. Was der Gesuchsgegner mit seinen Vorbringen konkret geltend machen will, geht aus seinen Ausführungen nicht klar hervor. Soweit er den erwähnten Betrag mit dem geschuldeten Unterhalt verrechnen will, ist Folgendes festzuhalten: Eine Verrechnung ...

	11. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
	11.1. Die Höhe der erstinstanzlichen Entscheidgebühr (Dispositiv-Ziffer 9) wurde von keiner Partei moniert und ist zu bestätigen.
	11.2. Die Vorinstanz auferlegte die Kosten des Verfahrens den Parteien je zu Hälfte. Hierzu führte sie aus, es handle sich um ein familienrechtliches Verfahren, in dessen Rahmen es angemessen erscheine, die Kosten nach Ermessen zu verteilen. Dem Verfa...
	11.3. Der Gesuchsgegner bringt vor, die Gesuchstellerin sei im Unterhaltspunkt zu rund 65 % unterlegen und habe – entgegen der Empfehlung des Richters – bis zuletzt an ihrem Antrag auf Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses festgehalten, und sei d...
	Nach Anpassung der Unterhaltsbeiträge im Berufungsverfahren unterliegt die Gesuchstellerin im Unterhaltspunkt zu rund 50 %. Zutreffend ist zwar, dass die Gesuchstellerin vor Vorinstanz in Bezug auf den verlangten Prozesskostenvorschuss unterlegen ist...

	IV.
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird vorgemerkt, dass die Dispositiv-Ziffern 1 und 5-8 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 25. Juni 2021 in Rechtskraft erwachsen sind.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 4'530.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 19. August 2020.
	2. Die (Zweit-)Berufung wird abgewiesen und die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 25. Juni 2021 werden bestätigt.
	3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Dispositiv-Ziffern 9 bis 11 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 25. Juni 2021) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt.
	5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuchsgegner zu 90 % und der Gesuchstellerin zu 10 % auferlegt und mit den von ihnen geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchsteller...
	6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 4'308.– zu bezahlen.
	7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...