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**Case Identifier:** 35301478-adba-5792-8749-964f2a5748de
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2017 B-842/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-842-2015_2017-12-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid aufgehoben durch BGer mit  

Urteil vom 7.10.2021 (2C_146/2018) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-842/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), 

Richterin Maria Amgwerd,  

Richter David Aschmann, 

Gerichtsschreiber Said Huber. 
 

 
 

Parteien 
 Dr. X._______,  

Apotheke Dr. X._______,  

(…),  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Wettbewerbskommission WEKO,  

(…),  

(…), 

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Sanktionsverfügung: Hors-Liste Medikamente  

(Publikumspreisempfehlungen für Viagra Levitra und Cialis). 

 

 

 

B-842/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.a  

Die Pharmaunternehmen Pfizer AG (Pfizer), Bayer (Schweiz) AG (Bayer) 

und Eli Lilly (Suisse) SA (Eli Lilly) vertreiben unter anderem ihre (vom Mut-

terkonzern hergestellten und – bis auf Viagra – zur Zeit noch patentge-

schützten) Medikamente gegen erektile Dysfunktion, Viagra (Pfizer), Le-

vitra (Bayer) und Cialis (Eli Lilly). Angesichts ihres gesundheitlichen Ge-

fährdungspotenzials sind diese Arzneimittel verschreibungspflichtig (Ver-

kaufskategorie B; vgl. zu den übrigen Kategorien Art. 23-27 der Arzneimit-

telverordnung vom 17. Oktober 2001 [VAM, SR 812.212.21]), aber nicht 

auf der krankenversicherungsrechtlichen Spezialitätenliste aufgeführt und 

damit nicht kassenpflichtig (sog. Hors-Liste Medikamente). 

In der Schweiz waren im Jahr 2006 insgesamt 4'857 Medikamente heilmit-

telrechtlich zugelassen. Die nachfolgende Übersicht schlüsselt die Anteile 

nach Rezeptpflicht bzw. Freiverkäuflichkeit sowie einer allfälligen Listung 

in der Spezialitätenliste (SL) auf: 

 

 

 

  (Quelle: Wettbewerbskommission in Recht und Politik des Wettbewerbs [RPW] 2010/4, S. 650) 

A.b Am 10. Mai 2005 eröffnete das Sekretariat der Wettbewerbskommis-

sion (Sekretariat) eine Vorabklärung nach Art. 26 des Kartellgesetzes vom 

6. Oktober 1995 (KG, SR 251), da Pfizer, Bayer und Eli Lilly damals zu 

Viagra, Levitra und Cialis unverbindliche Publikumspreisempfehlungen an 

Grossisten und Verkaufsstellen abgaben bzw. über eine Datenbankbetrei-

berin an diese weiterleiten liessen. 

A.c Wegen Anhaltspunkten für unzulässige Wettbewerbsabreden eröff-

nete das Sekretariat am 26. Juni 2006 eine Untersuchung (1.) gegen Pfizer, 

Eli Lilly und Bayer, (2.) gegen die Grossisten Galexis AG, Unione Far-

maceutica Distribuzione SA, Voigt AG und Amedis-UE AG, (3.) gegen die 

Datenbankbetreiberin e-mediat AG, (4.) gegen alle in der Schweiz nieder-

gelassenen 1'672 Apotheken sowie (5.) gegen alle dort praktizierenden 

3'693 selbstdispensierenden Ärzte. 

B-842/2015 

Seite 3 

B.  

In der Folge führte das Sekretariat mit grossem Erhebungs- und Auswer-

tungsaufwand eine langjährige Untersuchung bei über 800 Marktteilneh-

mern durch, um deren Wettbewerbssituation auszuleuchten. 

B.a  

Nachdem Pfizer, Eli Lilly und Bayer zum Antrag des Sekretariats vom 

2. Februar 2009 Stellung genommen hatten, erliess die Wettbewerbskom-

mission (WEKO) am 2. November 2009 eine rund hundertseitige Sankti-

onsverfügung (RPW 2010/4, S. 649 ff.) mit folgendem Dispositiv: 

"1. Es wird festgestellt, dass das Veröffentlichen und das Befolgen von Pub-

likumspreisempfehlungen für Cialis, Levitra und Viagra in der bisherigen 

Form und im bisherigen Umfang eine unzulässige Wettbewerbsabrede im 

Sinne von Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 4 KG darstellt. 

 2. Den Herstellern Pfizer, Eli Lilly und Bayer wird verboten, die Publikums-

preisempfehlungen für Cialis, Levitra und Viagra weiterhin zu veröffentli-

chen. 

 3. Die Grossisten Galexis, Unione Farmaceutica Distribuzione, Voigt und 

Amedis-UE und e-mediat dürfen bezüglich dieser Publikumspreisempfeh-

lungen keine Gehilfenhandlungen (z.B. Weiterleiten, Aufbereiten, Publi-

zieren von Preisempfehlungen etc.) mehr vornehmen. 

 4. Die Hersteller Pfizer, Bayer und Eli Lilly werden für das unter Ziff. 1 dieses 

Dispositivs genannte Verhalten für den Zeitraum vom 1. April 2004 bis 31. 

Dezember 2008 gestützt auf Art. 49a Abs. 1 KG mit folgenden Beträgen 

belastet: 

- Pfizer: CHF […] 

- Eli Lilly: CHF […] 

- Bayer: CHF […] 

 5. Im Übrigen wird die Untersuchung eingestellt. 

 6. Zuwiderhandlungen gegen diese Verfügung können mit Sanktionen ge-

mäss Art. 50 bzw. 54 KG belegt werden. 

 7. Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 692'118.- Franken werden den 

drei Pharmaunternehmen Pfizer AG, Eli Lilly SA und Bayer (Schweiz) AG 

jeweils zu einem Sechstel, d.h. je CHF 115'353.- Franken, und unter soli-

darischer Haftung auferlegt.  

 8. (Rechtsmittelbelehrung) 

B-842/2015 

Seite 4 

 9. (Eröffnung einzeln) 

10. (Eröffnung durch amtliche Publikation)"  

B.b Die drei Unternehmen Pfizer, Bayer und Eli Lilly wurden mit einem 

Sanktionsbetrag von insgesamt Fr. 5.7 Millionen belastet (veröffentlicht in 

der Medienmitteilung der WEKO vom 27. November 2009, siehe unter: 

www.weko.admin.ch > Startseite > Aktuell > Medieninformationen > Medi-

enmitteilungen 2009). 

C.  

Diese Sanktionsverfügung focht der Inhaber der "Apotheke Dr. 

X._______", Dr. Y._______ X._______ (Beschwerdeführer), am 18. Januar 

2010 beim Bundesverwaltungsgericht an mit folgendem Antrag: 

"Es sei der Entscheid der Wettbewerbskommission vom 2. November 2009 in der 

Untersuchung 22-0326 (Preise für Hors-Liste Medikamente) vollumfänglich auf-

zuheben und es sei die Wettbewerbskommission anzuweisen, die Untersuchung 

ohne Folgen für die Apotheke Dr. X._______ einzustellen." 

D.  

Am 20. April 2010 informierte das Bundesverwaltungsgericht durch amtli-

che Publikation im Bundesblatt alle von der Vorinstanz nicht direkt ange-

schriebenen Adressaten der Sanktionsverfügung, dass dagegen am 

18. Januar 2010 Beschwerde erhoben worden war (vgl. BBl 2010 2518).  

E.  

E.a Am 12. Juli 2010 beantragte die Vorinstanz nach erstreckter Frist, die 

Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.  

E.b Mit Zwischenverfügung vom 19. August 2010 gab das Bundesverwal-

tungsgericht dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich bis zum 20. Sep-

tember 2010 zur vorinstanzlichen Eingabe vernehmen zu lassen. 

F.  

F.a Nach erstreckter Frist reichte der Beschwerdeführer am 8. Oktober 

2010 seine Stellungnahme ein. Darin nahm er zur Vernehmlassung der 

Vorinstanz eingehend Stellung unter Bekräftigung seines Antrags, wonach 

der Entscheid der Vorinstanz aufzuheben beziehungsweise diese anzuwei-

sen sei, die Untersuchung folgenlos einzustellen. 

B-842/2015 

Seite 5 

F.b Am 11. Oktober 2010 liess das Bundesverwaltungsgericht dieses 

Schreiben der Vorinstanz zur Kenntnis zukommen. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. November 2010 sistierte das Bundesver-

waltungsgericht das Verfahren, unter Vorbehalt eines gegenteiligen An-

trags der Parteien, bis zur Eröffnung der bundesgerichtlichen Entscheide 

zu den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts B-2050/2007 vom 24. 

Februar 2010 (i.S. Swisscom/Mobilterminierung; veröffentlicht in BVGE 

2011/32 und in RPW 2010/2, S. 242 ff.) und B-2977/2007 vom 27. April 

2010 (i.S. Publigroupe/Kommissionierungsrichtlinien; veröffentlicht in RPW 

2010/2, S. 329 ff.). 

H.  

Am 6. Februar 2013 hob das Bundesverwaltungsgericht die Verfahrenssis-

tierung auf, nachdem das Bundesgericht am 29. Januar 2013 die Begrün-

dung des öffentlich beratenen Urteils 2C_484/2010 vom 29. Juni 2012 im 

Fall Publigroupe SA (vgl. BGE 139 I 72) schriftlich eröffnet hatte. 

I.  

Am 3. September 2013 informierte die Instruktionsrichterin den Beschwer-

deführer, dass sich in einem weiteren Beschwerdeverfahren zur selben 

Sanktionsverfügung Fragen zum sog. "fil rouge" gestellt hätten, die auch 

hier bedeutsam seien. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer eine 

anonymisierte Kopie der Zwischenverfügung B-364/2010 vom 3. Septem-

ber 2013 zugestellt, die zeigt, dass die "fils rouges" der Untersuchung 22-

0326 als Interna – mangels Beweiseignung – in keinem Beschwerdever-

fahren als Bestandteil der Akten anerkannt wurden. 

J.  

Mit Urteil B-320/2010 vom 3. Dezember 2013 trat das Bundesverwaltungs-

gericht mangels Beschwer auf die Beschwerde nicht ein.  

K.  

Mit Urteil 2C_73/2014 vom 28. Januar 2014 hiess das Bundesgericht die 

von Dr. X._______ dagegen erhobene Beschwerde gut und wies die Sache 

zu neuem Entscheid an das Bundesverwaltungsgericht zurück.  

L.  

Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, 

soweit sie für das Urteil erheblich sind, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

B-842/2015 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Nachfolgend ist gemäss dem bundesgerichtlichen Rückweisungsurteil 

2C_73/2014 vom 28. Januar 2015 (E. 3) zu klären, ob die Feststellung der 

Vorinstanz, wonach das Befolgen von Publikumspreisempfehlungen für Vi-

agra, Levitra und Cialis in der bisherigen Form und im bisherigen Umfang 

eine unzulässige Wettbewerbsabrede im Sinne der Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 

5 Abs. 4 KG darstelle, Bundesrecht verletzt. 

Soweit der Beschwerdeführer jedoch darüber hinaus die vollständige Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung beantragt, ist, wie bereits im Urteil 

B-320/2010 vom 3. Dezember 2013 in E. 1.2.6 festgehalten worden war, 

nach wie vor in sechs Punkten auf die Beschwerde nicht einzutreten:  

1.1 In der Dispositiv-Ziffer 2 wird Pfizer, Eli Lilly und Bayer verboten, ihre 

Publikumspreisempfehlungen für Viagra, Cialis und Levitra weiterhin zu 

veröffentlichen. Als materielle Adressaten dieser Anordnung sind in erster 

Linie diese Unternehmen beschwerdebefugt, zumal nur ihnen gegenüber 

rechtsverbindlich ein Veröffentlichungsverbot für ihre Preisempfehlungen 

auferlegt wird (vgl. VERA MARANTELLI/SAID HUBER, in: Waldmann/Weissen-

berger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 24 zu Art. 48 

VwVG). Diese drei Unternehmen haben die strittige Sanktionsverfügung 

ebenfalls angefochten, zumal ihnen gegenüber neben dem Verbot insbe-

sondere auch erhebliche Sanktionsbeträge (inkl. Verfahrenskosten) aufer-

legt worden sind (vgl. Beschwerdeverfahren B-846/2015 betr. Pfizer, B-

844/2015 betr. Bayer und B-843/2015 betr. Eli Lilly). 

Soweit der Beschwerdeführer die Dispositiv-Ziffer 2 anficht, scheint er zu 

Gunsten der besagten Pharmaunternehmen Beschwerde führen zu wollen, 

ohne dass ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung dieser 

Dispositiv-Ziffer ersichtlich wäre, welches über dasjenige eines Popularbe-

schwerdeführers hinausginge (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

B-4364/2009 vom 18. November 2009 E. 2.4, m.w.H.). Zudem liegt hier 

keine der in der Rechtsprechung anerkannten Konstellati-onen für eine zu-

lässige Beschwerde zu Gunsten eines belasteten Dritten vor (vgl. MARAN-

TELLI/HUBER, a.a.O., Rz. 34-36 zu Art. 48 VwVG, m.H.). 

1.2 In der Dispositiv-Ziffer 3 wird den Grossisten Galexis, Unione Far-

maceutica Distribuzione, Voigt und Amedis-UE und e-mediat verboten, be-

B-842/2015 

Seite 7 

züglich der fraglichen Publikumspreisempfehlungen weiterhin "Gehilfen-

handlungen" (im Sinne von "Weiterleiten, Aufbereiten, Publizieren von 

Preisempfehlungen etc.") vorzunehmen. 

Auch diese Anordnung betrifft und beschwert den Beschwerdeführer nicht 

direkt. Vielmehr will er auch hier zu Gunsten der angeblichen "Gehilfen" 

Beschwerde führen, ohne dass ein eigenes schutzwürdiges Interesse an 

der Aufhebung dieser Dispositiv-Ziffer ersichtlich wäre, das über dasjenige 

eines Popularbeschwerdeführers hinausginge. Auch wenn der Beschwer-

deführer – als Inhaber einer Apotheke – im Rahmen seiner Geschäftstätig-

keit mit den Grossisten Galexis, Unione Farmaceutica Distribuzione, Voigt, 

Amedis-UE und e-mediat in Vertragsbeziehungen steht und insofern auch 

Gläubigerstellung hat, genügt dieser Umstand für eine Drittbeschwerde 

"pro Adressat" in der Regel nicht, um das schutzwürdige Interesse und da-

mit die Beschwerdelegitimation zu begründen (vgl. Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts B-2233/2006 vom 30. Mai 2007 E. 1.3.1). 

1.3 In der Dispositiv-Ziffer 4 wurde Pfizer, Bayer und Eli Lilly für das in der 

Dispositiv-Ziffer 1 genannte Verhalten (für den Zeitraum vom 1. April 2004 

bis 31. Dezember 2008) je ein Sanktionsbetrag auferlegt, dessen jeweilige 

Höhe dem Beschwerdeführer gegenüber nie offen gelegt worden ist. Wie 

bereits in der Erwägung 1.1 erwähnt, haben die drei sanktionierten Unter-

nehmen dagegen beim Bundesverwaltungsgericht rekurriert. 

Auch hier will der – selber nicht "gebüsste" – Beschwerdeführer zu Guns-

ten der sanktionierten Unternehmen Beschwerde führen, ohne dass er-

sichtlich wäre, inwiefern sich seine Interessenlage von der eines Popular-

beschwerdeführers unterscheiden könnte. 

1.4 Gemäss der Dispositiv-Ziffer 5 wird die Untersuchung eingestellt. 

Hiermit wird genau das angeordnet, was der Beschwerdeführer mit seinem 

Antrag anstrebt, wonach die Vorinstanz anzuweisen sei, "die Untersuchung 

ohne Folgen für die Apotheke Dr. X._______ einzustellen". Abgesehen da-

von, macht dieser Antrag auch wenig Sinn, nachdem die vorliegende Un-

tersuchung mit Erlass der angefochtenen Verfügung ohnehin abgeschlos-

sen worden ist (vgl. Beschwerdeentscheid der REKO/WEF FB/2003-4 vom 

9. Juni 2005 E. 1.4, publiziert in RPW 2005/3, S. 530). In diesem Zusam-

menhang ist erneut in Erinnerung zu rufen, dass sich nach konstanter Pra-

xis des Bundesverwaltungsgerichts weder die Eröffnung noch die Fortfüh-

B-842/2015 

Seite 8 

rung einer Untersuchung im Beschwerdeverfahren anfechten lässt (vgl. Ur-

teile des Bundesverwaltungsgerichts B-2050/2007 vom 24. Februar 2010 

E. 1.2.3 sowie B-3863/2013 vom 2. September 2013 E. 1.2.2.3.2). 

1.5 In der Dispositiv-Ziffer 6 wird festgehalten, dass Zuwiderhandlungen 

gegen die angefochtene Verfügung mit Sanktionen gemäss Art. 50 bzw. 54 

KG belegt werden können. 

In dieser Ziffer wird lediglich die kartellgesetzliche Rechtslage wiederholt, 

ohne dass aber Inhalte verfügt würden, die über die rechtsgestaltenden 

Anordnungen der angefochtenen Verfügung hinausgehen. Daher ist auch 

der Dispositiv-Ziffer 6 Dispositivqualität abzusprechen, weshalb für den Be-

schwerdeführer kein schützenswertes Interesse an der Aufhebung dieser 

Ziffer ersichtlich ist (vgl. MARANTELLI/HUBER, a.a.O., N 15 zu Art. 48 VwVG). 

1.6 In der Dispositiv-Ziffer 7 schliesslich werden die Verfahrenskosten von 

insgesamt Fr. 692'118.– je zu einem Sechstel einzig den sanktionierten 

Pharmaunternehmen auferlegt. Der Beschwerdeführer wurde mit keinerlei 

Verfahrenskosten belastet. 

Entsprechend den in der Erwägung 1.3 angestellten Überlegungen verfügt 

der Beschwerdeführer auch in diesem Punkt über kein schutzwürdiges In-

teresse, um die angefochtene Verfügung anzufechten. 

1.7 Diese Überlegungen gelten nach wie vor und wurden vom Bundesge-

richt im Rückweisungsurteil nicht in Frage gestellt. 

2.  

2.1 Strittig ist, ob sich der Beschwerdeführer – durch sein allfälliges Befol-

gen der Publikumspreisempfehlungen für Viagra, Levitra und Cialis "in der 

bisherigen Form und im bisherigen Umfang" – an einer unzulässigen Wett-

bewerbsabrede im Sinne der Art. 4 Abs. 1 i.V.m. 5 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 4 

KG beteiligt habe. Hierzu räumt das Bundesgericht im Rückweisungsurteil 

zwar ein, "aus pragmatischen Gründen" sei eine direkte Sanktionierung 

des Beschwerdeführers unterblieben. Doch sei ihm mit der Verfügung 

kundgetan worden, er habe gesetzeswidrig, "näherhin kartellrechtswidrig 

gehandelt" (Urteil 2C_73/2014 vom 28. Januar 2015 E. 2.3.2). Deshalb 

stehe die "verfügte Feststellung des gesetzeswidrigen Verhaltens" im 

Raum, was vom Bundesverwaltungsgericht zu überprüfen sei. 

B-842/2015 

Seite 9 

2.2 Die hier strittige angebliche Unzulässigkeit des Befolgens der frag-li-

chen Publikumspreisempfehlungen steht im engen Sachzusammenhang 

mit dem in der angefochtenen Sanktionsverfügung – zur Hauptsache – an 

Pfizer, Eli Lilly und Bayer gerichteten und direktsanktionierten Verbots, wei-

terhin Publikumspreisempfehlungen für Viagra, Cialis und Levitra zu veröf-

fentlichen.  

2.3 Mit den ebenfalls am 19. Dezember 2017 gefällten Urteilen in den Be-

schwerdeverfahren B-846/2015 (betr. Pfizer), B-844/2015 (betr. Bayer) und 

B-843/2015 (betr. Eli Lilly) hat das Bundesverwaltungsgericht erneut er-

kannt, dass die Vorinstanz mit der verfügten Sanktion sowie dem Veröf-

fentlichungsverbot für die strittigen Publikumspreisempfehlungen Bundes-

recht verletzt. Dementsprechend hat es die drei Beschwerden, soweit da-

rauf einzutreten war, teilweise gutgeheissen und die Dispositiv-Ziffern 1, 2, 

4 und 7 der angefochtenen Verfügung aufgehoben.  

Dazu hat das Bundesverwaltungsgericht jeweils mit ausführlicher Begrün-

dung festgehalten, im sanktionierten Zeitraum hätten weder zu Viagra noch 

zu Levitra noch zu Cialis nach Art. 49a Abs. 1 KG sanktionswürdige verti-

kale Abreden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG (i.V.m. Art. 5 Abs. 4 KG) vor-

gelegen. Insbesondere seien keine Empfehlungen über die Einhaltung von 

Mindest- oder Festpreisen und insofern auch keine abgestimmten Verhal-

tensweisen mit wettbewerbsbeschränkender Wirkung (im Sinne von Art. 4 

Abs. 1 KG i.V.m. Art. 5 Abs. 4 KG) nachgewiesen worden. 

2.4 Diese Beurteilung gilt auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren:  

Weder das Veröffentlichen der Publikumspreisempfehlungen zu Viagra, 

Levitra und Cialis (durch Pfizer, Bayer, Eli Lilly) noch das von der Vor-

instanz kritisierte teilweise Befolgen der Publikumspreisempfehlungen 

lässt sich kartellgesetzlich beanstanden. Soweit sich daher auch ein allfäl-

liges Befolgen dieser Empfehlungen durch den Beschwerdeführer im kon-

kreten Fall ereignet haben sollte, was dieser nur andeutet (vgl. Beschwerde 

S. 2 und 4) und die Vorinstanz bezogen auf ihn weder vertieft untersucht 

noch beanstandet hat, liesse sich dies nicht bemängeln. Insofern ist die 

Beschwerde insoweit begründet und gutzuheissen, als die angefochtene 

Dispositiv-Ziffer 1 bereits im Rahmen der Hauptsanktionsverfahren B-

846/2015 (Pfizer), B-844/2015 (Bayer) und B-843/2015 (Eli Lilly) aufzuhe-

ben war und daher auch für keinen der weiteren potenziellen, nicht sankti-

onierten Adressaten ("Verkaufsstellen") Auswirkungen entfalten kann. 

B-842/2015 

Seite 10 

2.5 Zusammenfassend ist die Beschwerde daher gutzuheissen. Nachdem 

das Bundesgericht im Urteil 2C_73/2014 vom 28. Januar 2015 (E. 2.3) der 

Ziffer 1 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung anfechtbaren Fest-

stellungscharakter verliehen hat, hat das Bundesverwaltungsgericht nach 

dem Gesagten hier festzustellen, dass das Veröffentlichen und das Befol-

gen von Publikumspreisempfehlungen für Cialis, Levitra und Viagra in der 

bisherigen Form und im bisherigen Umfang keine unzulässige Wettbe-

werbsabrede im Sinne der Art. 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 

4 KG darstellt. 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt in der Entscheidungsformel 

die Verfahrenskosten, bestehend aus Spruchgebühr, Schreibgebühren und 

Barauslagen, in der Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur 

teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Keine Verfahrenskosten werden Vorinstanzen auferlegt (Art. 63 

Abs. 2 VwVG). 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt der Beschwerdeführer überwie-

gend. Deshalb sind ihm in stark ermässigtem Umfang Verfahrenskosten 

aufzuerlegen, soweit auf dessen Beschwerde nicht eingetreten werden 

kann (E. 1). Dem Beschwerdeführer werden Verfahrenskosten von 

Fr. 300.– auferlegt. Diese werden mit dem (im Vorverfahren B-320/2010) 

geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'500.– verrechnet, weshalb dem Be-

schwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils der 

Restbetrag von Fr. 2'200.– zurückzuerstatten sein wird. 

3.2 Weder der (nicht anwaltlich vertretene) Beschwerdeführer noch die Vo-

rinstanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 VwVG 

i.V.m. Art. 7 VGKE). 

 

  

B-842/2015 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, gutgeheissen.  

1.1  

Es wird festgestellt, dass das (im Zeitraum vom 1. April 2004 bis am 31. De-

zember 2008 erfolgte) Veröffentlichen wie auch das Befolgen von Publi-

kumspreisempfehlungen für Cialis, Levitra und Viagra in der bisherigen 

Form und im bisherigen Umfang keine unzulässige Wettbewerbsabrede im 

Sinne von Art. 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 4 KG darstellt. 

2.  

2.1 Die Verfahrenskosten von Fr. 300.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt und mit dem (im Vorverfahren B-320/2010) geleisteten Kosten-

vorschuss von Fr. 2'500.– verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 2'200.– wird 

dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-

teils zurückerstattet. 

2.2 Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

  

B-842/2015 

Seite 12 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde;  

Beilage: Rückerstattungsformular) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 22-0326; Gerichtsurkunde) 

– das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und  

Forschung (Gerichtsurkunde) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Vera Marantelli Said Huber 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 

und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Be-

weismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 10. Januar 2018