# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c831d6d-f462-51e8-96a6-f7421f663465
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-12
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 12.02.2014 VG.2013.00086 (VG.2014.7)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00086_2014-02-12.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES
  KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 12. Februar 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00086

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    
	
     

    	
     

    
	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Am 12. März 2012 meldete sich A.______ bei der
  IV-Stelle Glarus (IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen der
  Invalidenversicherung an. Am 7. August 2012 teilte ihm die IV-Stelle
  mit, dass aufgrund der unklaren Leistungsfähigkeit keine beruflichen Massnahmen
  durchgeführt werden könnten. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Vorbescheid vom 6. März 2013 verneinte die
  IV-Stelle bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 36 % einen
  Rentenanspruch von A.______. Nach Prüfung der dagegen erhobenen Einwände vom
  22. April 2013 nahm die IV-Stelle am 16. August 2013 Stellung und
  verfügte am 21. August 2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  A.______ gelangte am 20. September
  2013 ans Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung der
  Verfügung der IV-Stelle vom 21. August 2013 sowie die Zusprechung einer
  ganzen Invalidenrente mit Wirkung ab 22. März 2012. Eventualiter sei die
  Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle beantragte
  am 28. Oktober 2013 die Abweisung der Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1. 

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a
  des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Der Beschwerdeführer
  beantragt in seiner Beschwerde vorsorglich eine mündliche Verhandlung vor dem
  Verwaltungsgericht, anlässlich welcher die zur Befragung beantragten Zeugen
  einzuvernehmen sowie der Beschwerdeführer und allfällige weitere Dritte
  persönlich zu befragen seien.

  
	
   

  
	
  2.1 Das Verfahren vor Verwaltungsgericht ist
  grundsätzlich schriftlich, wobei in der Regel ein einfacher Schriftenwechsel
  stattfindet. Das Verwaltungsgericht kann einen zweiten Schriftenwechsel
  durchführen und auf Antrag der Parteien oder von Amtes wegen eine mündliche
  Verhandlung anordnen (Art. 96 Abs. 3 des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]). Nach Art. 6 Ziff. 1 Satz
  1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4.
  November 1950 (EMRK) hat jedoch jede Person ein Recht darauf, dass über
  Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche und
  Verpflichtungen oder über eine gegen sie erhobene strafrechtliche Anklage von
  einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden Gericht in einem
  fairen Verfahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt
  wird. Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist auf sozialversicherungsrechtliche
  Streitigkeiten anwendbar (BGE 122 V 47 E. 2a). Damit hat der Beschwerdeführer
  grundsätzlich Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Grundsatz der Öffentlichkeit bezieht sich
  sowohl auf die Parteiöffentlichkeit als auch auf die Publikums- und
  Presseöffentlichkeit. Er umfasst unter anderem den Anspruch des Einzelnen,
  seine Argumente dem Gericht mündlich in einer öffentlichen Sitzung vortragen
  zu können. Der Öffentlichkeitsgrundsatz beinhaltet hingegen keinen Anspruch
  darauf, dass bestimmte Beweismittel öffentlich und in Anwesenheit der Parteien
  abgenommen werden. Die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung setzt
  daher im Sozialversicherungsprozess einen Parteiantrag voraus, aus dem klar
  und unmissverständlich hervorgehen muss, dass eine konventionskonforme Verhandlung
  mit Publikums- und Presseanwesenheit durchgeführt werden soll. Wird lediglich
  eine persönliche Anhörung oder Befragung, ein Parteiverhör, eine Zeugeneinvernahme
  oder die Durchführung eines Augenscheins verlangt, darf das Gericht daraus
  schliessen, dass es dem Antragsteller um die Abnahme bestimmter Beweismittel
  und nicht um die Durchführung einer Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit
  geht (BGer-Urteil 8C_138/2011 vom 21. Juni 2011 E. 2.3, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  2.3 Das Gesuch des Beschwerdeführers erschöpft sich in
  der beantragten Beweisabnahme, welche die EMRK nicht berührt, sondern durch
  das innerstaatliche Recht geregelt ist. Vorliegend ergibt sich der
  Sachverhalt hinsichtlich der bisherigen Arbeitstätigkeit des
  Beschwerdeführers rechtsgenüglich aus den Akten, weshalb auf dessen Befragung
  und die beantragte Einvernahme der Zeugen, welche zudem Angestellte des
  Beschwerdeführers sind, in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist.

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität kann Folge von
  Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
  Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
  oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie
  Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
  auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
  ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
  die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
  Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
  überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

  
	
   

  
	
  3.2 Nach Art. 28 Abs. 2
  IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf
  eine Viertelsrente, bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe
  Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens
  70 % auf eine ganze Rente. 

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1 Zur Bemessung
  der Invalidität ist die Arbeitsfähigkeit bzw. die Leistungsfähigkeit im
  Aufgabenbereich medizinisch-theoretisch zu schätzen und hernach zu ermitteln,
  wie sich dieser medizinisch-theoretische Wert konkret auswirkt. Im Hinblick
  darauf holt die IV-Stelle die erforderlichen Unterlagen über den
  Gesundheitszustand sowie die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit des
  Versicherten ein (Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die
  Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]). Es ist Aufgabe des Arztes,
  sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand
  der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, bezüglich
  welcher konkreter Tätigkeiten und in welchem Umfang sie arbeitsunfähig ist.
  Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung
  der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person im Hinblick auf
  ihre persönlichen Verhältnisse noch zugemutet werden können (vgl. BGE 125 V 256
  E. 4).

  
	
   

  
	
  4.2 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend
  und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies,
  dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
  eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
  E. 3a). 

  
	
   

  
	
  4.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
  Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
  umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
  untersuchten Person auseinandersetzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
  Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in
  der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob
  die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet
  sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie
  ob der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche
  ihm die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht. Ausschlaggebend
  für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
  Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  4.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
  Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
  (BGE 137 V 210 E. 1.3.4). Dagegen entspricht es einer
  allgemeinen Erfahrung, dass Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
  Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
  (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
  Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
  2. A., Zürich/Basel/Genf 2010, S. 353).

  
	
   

  
	
  4.5 Auch den Berichten und Gutachten
  versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als
  schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
  widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
  Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
  zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
  und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände,
  welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als
  begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche
  den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
  Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen
  (BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee).

  
	
   

  
	
  4.6 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts gelten
  analoge Voraussetzungen wie für denjenigen eines Arztberichts. Es ist
  wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird,
  die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den
  medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen
  hat. Weiter sind die Angaben des Versicherten zu berücksichtigen, wobei
  divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der
  Berichtstext muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich
  der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und
  Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der
  Abklärungsbericht voll beweiskräftig (BGer-Urteil I 13/05 vom 12. Mai 2005 E.
  2.3). Da die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten
  Sachverhalt ist, weicht das Gericht von deren Feststellungen nur ab, wenn
  klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen (BGer-Urteil 8C_756/2011 vom
  12. Juli 2012 E. 3.2). 

  
	
   

  
	
  4.7 Die Verwaltung als verfügende Instanz und –
  im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Dr. med.
  C.______, Oberarzt Radiologie, diagnostizierte beim
  Beschwerdeführer am 17. April 2012 ein chronifiziertes lumbovertebrales
  Schmerzsyndrom (LVS) bei Lumbalskoliose und muskulärer Dysbalance ohne
  radikuläre/spondylogene Ausstrahlungen. Auch sein Hausarzt, Dr. med. D.______,
  Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte beim Beschwerdeführer am
  24. April 2012 ein chronifiziertes LVS bei muskulärer Dysbalance, einer
  Beinlängendifferenz links +1.5 cm und konsekutiver Rechtsskoliose sowie
  degenerative Lendenwirbelsäule (LWS)-Veränderungen mit Facettengelenksarthrosen
  lumbosakral sowie Diskusprotrusionen im gesamten LWS-Bereich. Er attestierte
  ihm in seiner angestammten Tätigkeit als Gipser eine Arbeitsunfähigkeit von
  100 % ab 29. August 2011, 80 % ab 19. September 2011 und
  50 % seit dem 26. November 2011, wobei die aktuelle
  Arbeitsfähigkeit von 50 % bei seiner Tätigkeit als Geschäftsführer
  administrative Arbeiten, Baustelleninspektionen und leichte Hilfestellungen
  auf der Baustelle beinhalte. In seiner Stellungnahme vom 16. November
  2012 zu den Rückfragen des RAD führte er zudem aus, dass dem Beschwerdeführer
  ab dem 30. Mai 2012 rein sitzende und wechselbelastete Tätigkeiten als auch
  im Gehen ausgeübte Tätigkeiten – sofern dabei nicht Gewichte über 10-15 kg zu
  tragen seien – grundsätzlich ganztags zumutbar seien. Als ungünstig würden
  sich rein stehende sowie belastete Tätigkeiten in gebückter, kauernder oder
  kniender Stellung erweisen. 

  
	
   

  
	
  5.2 Dr. med. E.______, Oberärztin
  Wirbelsäulenchirurgie des Wirbelsäulenzentrums der Klinik F.______,
  bestätigte in ihren Berichten vom 26. Juni 2012 und 10. Oktober
  2012 die von Dr. D.______ gestellte Diagnose sowie die attestierte
  Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Weiter führte sie am 13. Februar 2013
  aus, dass beim Beschwerdeführer keine entzündlichen rheumatologischen
  Erkrankungen erkennbar und gemäss dessen Aussagen bei reduzierter Belastung
  die Schmerzen deutlich rückläufig seien. Sie empfehle weiterhin eine
  Reduzierung von schweren körperlichen Tätigkeiten, wobei ein Beruf mit
  partiellen Bürotätigkeiten hilfreich sein könnte. Eine Operationsindikation bestehe
  nicht. Die gleiche Diagnose stellte in seinem Bericht vom 26. August
  2013 auch Dr. med. G.______, Leitender Arzt Manuelle Medizin und
  Interventionelle Rheumatologie des Muskulo-Skelettal Zentrums der Klinik F.______.

  
	
   

  
	
  5.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der IV-Bericht von Dr. D.______ vom 24. April
  2012 sowie seine ergänzende Stellungnahme zu den Rückfragen des RAD vom
  16. November 2012 die durch die
  Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen erfüllen (vgl. vorne E. 4.3) und
  somit darauf abgestellt werden kann. So berücksichtigt er die wesentlichen
  Vorakten und setzt sich umfassend mit diesen und der gesamten Vorgeschichte
  auseinander. Schliesslich sind auch die gemachten Schlussfolgerungen
  nachvollziehbar und genügend begründet und es ist darauf hinzuweisen,
  dass sich dessen Einschätzungen mit der Beurteilung der Spezialisten Dr. E.______
  und Dr. G.______ deckt. Auch Dr. med.
  H.______, Rheumatologie FMH vom RAD, kommt in seiner Stellungnahme vom
  13. Februar 2012 zum gleichen Ergebnis. Folglich ist dem
  Beschwerdeführer seit dem 26. November 2011 in seiner angestammten Tätigkeit als Gipser eine
  Arbeitsunfähigkeit von 100 % zu attestieren, wobei er seine
  Tätigkeit als Geschäftsführer zu 50 % (administrative Arbeiten, Baustelleninspektionen
  und leichte Hilfestellungen auf der Baustelle) weiterhin ohne Einschränkungen
  ausüben kann. Eine angepasste Tätigkeit (rückenadaptiert, leicht, selten am
  Tag max. mittelschwer, wechselbelastend, vorwiegend sitzend) wird ihm ab dem
  30. Mai 2012 zu 100 % zugemutet. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass zur
  Bemessung der Invalidität des Beschwerdeführers aufgrund dessen selbständiger
  Erwerbstätigkeit praxis- und rechtsprechungsgemäss die ausserordentliche
  Methode angewandt worden sei. Die Schwierigkeit habe bei der Gewichtung des
  Invalideneinkommens einzig darin bestanden, die geschäftsführende Tätigkeit
  von 35 % betragsmässig zu erfassen. Weiter sei hervorzuheben, dass der
  Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 %
  arbeitsfähig sei und ihm trotz seines Gesundheitsschadens zugemutet werden
  könne, seine bisherige Tätigkeit der Invalidität anzupassen. Nötigenfalls
  seien bei der Arbeitsaufteilung unter den Familienmitgliedern Umstellungen
  vorzunehmen, damit seine verbleibende Arbeitskraft vollständig ausgenützt
  werden könne. Da ihm im Familienbetrieb zudem ein vergleichsweise weites
  Spektrum zumutbarer (Hilfs-)tätigkeiten offenstehe, könne bei einem
  56-Jährigen mit Blick auf eine Aktivitätsdauer von immerhin noch neun Jahren
  durchaus von einer verwertbaren Resterwerbstätigkeit gesprochen werden. 

  
	
   

  
	
  6.2 Der Beschwerdeführer rügt die von der IV-Stelle im
  Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 18. Januar 2013 vorgenommene
  prozentuale Aufteilung der Aufgabenbereiche und macht geltend, dass er bei
  der Leitung, Beaufsichtigung und Kontrolle der Baustellen jeweils wie die angestellten
  Arbeitnehmer handwerkliche Tätigkeiten ausgeführt habe, weshalb maximal von
  einer geschäftsführenden Tätigkeit im Umfang von 20 % ausgegangen werden
  könne. Da er den Aufgabenbereich Baustelle vollumfänglich nicht mehr
  ausführen könne, sei von einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 70 %
  auszugehen. Auch wenn die prozentuale Aufteilung der Aufgabenbereiche
  zutreffend würde, habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht anstelle des
  Betätigungsvergleichs die Einkommensvergleichsmethode angewandt. Ein Einkommensvergleich
  setze jedoch voraus, dass das zukünftige Erwerbseinkommen einigermassen
  verlässlich ermittelt werden könne, was bei einem Gipserunternehmen, welches
  relativ stark auf konjunkturelle Schwankungen reagiere, von Anfang an nicht
  möglich sei. Folglich lasse sich die zukünftige Lohnentwicklung nur mit
  Vorbehalt aus der Vergangenheit ableiten, weshalb vorsorglich eine
  gutachterliche Analyse der Löhne (unter Einschluss des Gewinnanteils) der
  beiden Geschäftsinhaber und des zukünftig zu erwartenden Lohns bzw.
  Betriebsgewinnes des gemeinsamen Gipserunternehmens beantragt werde. Zudem
  könne er seine Resterwerbstätigkeit in Bezug auf geschäftsführende
  Tätigkeiten bzw. leichte wechselbelastende Tätigkeiten in Anbetracht seines
  fortgeschrittenen Alters und der Schwere der gesundheitlichen Beschwerden
  weder an seinem angestammten Arbeitsplatz noch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
  verwerten, weshalb ihm in Analogie zum Gesamtarbeitsvertrag für den flexiblen
  Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (GAV FAR) der maximale leidensbedingte
  Abzug von 25 % zu gewähren sei.

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  Strittig und vorliegend zu
  prüfen ist die Berechnung des Invaliditätsgrads – insbesondere die ihm
  zugrundeliegende Bemessungsmethode und die prozentuale Aufteilung der
  Aufgabenbereiche – sowie die damit
  einhergehende Frage eines Rentenanspruchs. 

  
	
   

  
	
  7.1 Bei erwerbstätigen versicherten Personen ist die
  Bemessung der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen
  (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Dazu wird das Erwerbseinkommen,
  das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
  Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
  Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
  Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
  gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
  geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat
  auch bei Selbständigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass
  die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau
  ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
  Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die
  fraglichen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermittelt werden können, sind
  sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so
  gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. 

  
	
   

  
	
  Lassen sich die beiden
  hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so
  ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige nach
  Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG ein Betätigungsvergleich
  anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen
  Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten
  erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches Bemessungsverfahren,
  BGE 128 V 29 f. E. 1; AHI 1998 S. 120 f. E. 1a und S. 252 E. 2b je mit
  Hinweisen). Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens
  zur spezifischen Methode (Art. 28a Abs. 2 IVG ) besteht darin, dass die
  Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als
  solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs
  die leidensbedingte Behinderung festzustellen. Diese ist dann im Hinblick auf
  ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung
  im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, muss aber
  nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu
  haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des
  Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt,
  wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe
  der Erwerbsfähigkeit zu bestimmen ist.

  
	
   

  
	
  7.2 Beim Gipsergeschäft des Beschwerdeführers handelt
  es sich um einen Familienbetrieb, bei welchem das Geschäftsergebnis – abgesehen
  von den familiären Faktoren – von einer Reihe nur schwer überblickbarer Komponenten, insbesondere auch
  solcher konjunktureller Natur, abhängt. Wie bereits ausgeführt wurde, ist die
  ausserordentliche Methode zur Bemessung der Invalidität nur anzuwenden, wenn
  die beiden hypothetischen Einkommen nicht zuverlässig ermittelt oder geschätzt
  werden können. Wie unten aufzuzeigen ist, hat sich der Beschwerdeführer in
  den letzten Jahren trotz konjunktureller Schwankungen und einem im Jahr 2009
  erwirtschafteten Betriebsverlust stets den gleichen Lohn ausbezahlt. Es ist
  deshalb davon auszugehen, dass dies ohne Eintritt des Gesundheitsschadens
  auch weiterhin der Fall gewesen wäre, weshalb sich auch das zukünftige
  Erwerbseinkommen ermitteln lässt. Die Anwendung der ausserordentliche Methode
  wird somit hinfällig. 

  
	
   

  
	
  7.3 Für die Bemessung der Invalidität
  Selbständigerwerbender, die zusammen mit Familienangehörigen ein Geschäft
  betreiben, genügt der blosse Einkommensvergleich nach Art. 28a Abs. 1 IVG
  i.V.m. Art. 16 ATSG nicht. Gemäss Art. 25 Abs. 2 IVV ist in diesen Fällen auf
  die Mitarbeit der invaliden Person im Betrieb vor und nach der Invalidisierung
  abzustellen. Dies bedingt eine Aufteilung des Gesamteinkommens nach Massgabe
  der Arbeitsleistung der versicherten Person und ihrer Familienangehörigen.
  Der auf die Mitarbeit der Familienangehörigen entfallene Teil des Einkommens
  scheidet für den Einkommensvergleich aus. Dabei ist allerdings die Funktion
  der betriebsleitenden Person angemessen zu berücksichtigen.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  8.1 Zur Ermittlung des Validen- und
  Invalideneinkommens und letztlich des Invaliditätsgrads wurde am
  15. Januar 2013 durch die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des
  Kantons Zürich (SVA) eine Abklärung im Betrieb des Beschwerdeführers
  durchgeführt. In ihrem Abklärungsbericht führte die IV-Stelle aus, dass der Beschwerdeführer
  keine berufliche Ausbildung vorweisen könne und bisher stets als Gipser gearbeitet
  habe. Er sei in seinem eigenen Betrieb tätig und habe – wie aus den Geschäftsunterlagen zu entnehmen sei –
  immer ein überaus gutes Einkommen erzielt. Folglich sei davon auszugehen,
  dass auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100 % das
  bisherige Einkommen nicht annähernd erzielt werden könnte. Auch seien
  aufgrund des Alters des Versicherten berufliche Massnahmen in Form von Umschulungen
  wohl nicht mehr zu prüfen. Dem Beschwerdeführer sei jedoch gemäss
  Stellungnahme von Dr. H.______ vom 4. Juli 2012 eine
  angepasste Tätigkeit (rückenadaptiert, leicht, selten am Tag max.
  mittelschwer, wechselbelastend, vorwiegend sitzend) zu 100 % zumutbar
  und auch Abklärungen vor Ort hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer zwar
  als eigentlicher Handwerker nicht mehr tätig sein könne, d.h. ihm die rein
  körperlichen Arbeiten wie Gipserarbeiten und Materialtransporte nicht mehr
  möglich seien, jedoch könne er die Funktionen als Geschäftsführer mit
  Leitung, Aufsicht und Kontrollen auf den Baustellen auch weiterhin ohne Einschränkungen
  wahrnehmen. Aus diesen Gründen und nach Vornahme eines Betätigungsvergleichs
  ergebe sich für den Bereich als reiner Handwerker (körperliche Arbeiten) ein
  Anteil von 65 % und für den Bereich Geschäftsführung ein solcher von
  35 %. 

  
	
   

  
	
  8.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die von der
  IV-Stelle vorgenommene prozentuale Aufteilung der Aufgabenbereiche und führt
  im Abklärungsbericht aus, dass er vor Eintritt des Gesundheitsschadens
  hauptsächlich als Gipser gearbeitet und Materialtransporte durchgeführt habe.
  Auch die Leitung und Kontrolle auf den Baustellen habe er innegehabt. Zwei
  bis drei Tage habe er voll als Handwerker gearbeitet, danach habe er wieder
  einen Tag eingeschaltet, wo er nur in leitender und kontrollierender Funktion
  auf den verschiedenen Baustellen unterwegs gewesen sei. In seiner Anmeldung
  zur Früherfassung vom 9. Februar 2012 hat er hingegen als ausgeübte
  Tätigkeit "Geschäftsführer" angegeben. 

  
	
   

  
	
  Infolge seiner
  gesundheitlichen Probleme könne er das Fahrzeug nun nicht mehr selber be- und
  entladen, jedoch sei ihm der eigentliche Transport (Lenken des Fahrzeugs)
  noch möglich. Auch die reinen Leiter- und Kontrollfunktionen auf den Baustellen
  könne er immer noch wahrnehmen. Seine reine Präsenzzeit betrage nach wir vor
  100 %, wobei er sich auch im Büro aufhalte. Von der ganzen
  Administration habe er jedoch keine Ahnung, weshalb er lediglich zum Kopieren
  von Unterlagen und solchen Hilfeleistungen zu gebrauchen sei.

  
	
   

  
	
  8.3 Aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers kann
  davon ausgegangen werden, dass er vor Eintritt des Gesundheitsschadens zu
  29 % (Mittelwert von 33 % [ein Tag leitende Funktion, zwei Tage
  Handwerkstätigkeiten] und 25 % [ein Tag leitende Funktion, drei Tage
  Handwerkstätigkeiten]) im Aufgabenbereich "Geschäftsführer, Leiter,
  Aufsicht und Kontrollen auf Baustellen" und zu 71 % im
  Aufgabenbereich "Handwerkliche Tätigkeiten, Materialtransport"
  tätig war. Weiter gilt es festzuhalten, dass die im Rahmen der
  Invaliditätsbemessung zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen
  weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende
  Unterstützung (BGer-Urteil 9C_696/2013 vom 12. Dezember 2013 E. 2.3.2;
  KSIH, Rz. 3073). In Anbetracht dessen, dass dem Beschwerdeführer aus medizinischer
  Sicht die Ausübung geschäftsführender Tätigkeiten ohne Einschränkung bzw.
  mindestens zu 50 % (vgl. E. II/5.3) möglich ist und er mit seinem Bruder
  einen Familienbetrieb leitet, erscheint es als zumutbar, dass er seine
  bisherige geschäftsführende Tätigkeit von 29 % der Invalidität anpasst
  und nötigenfalls bei der Arbeitsaufteilung unter den Familienmitgliedern
  Umstellungen vorgenommen werden. Den Ausführungen der IV-Stelle, der
  Beschwerdeführer könne zu 35 % geschäftsführende Tätigkeiten ausüben,
  kann durchaus gefolgt werden. Wie der Beschwerdeführer selber ausführt,
  wurden in der Arbeitsaufteilung zwischen den Brüdern bereits Umstellungen
  vorgenommen, weshalb sein Bruder wieder vermehrt auf den Baustellen anzutreffen
  sei und auf diese Weise sein Ausfall habe aufgefangen werden können. Es ist
  daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
  trotz Gesundheitsschadens eine geschäftsführende Tätigkeit in der Höhe von 35 %
  ausüben kann.

  
	
   

  
	
  8.4 Insgesamt erscheinen der Abklärungsbericht sowie die
  Feststellungen der IV-Stelle hinsichtlich der vorgenommenen Gewichtung der
  Tätigkeitsbereiche des Beschwerdeführers als schlüssig und es sind keine klar
  feststellbaren Fehleinschätzungen ersichtlich, welche ein Abweichen vom
  Abklärungsbericht erfordern würde. Daran mag auch der Einwand des
  Beschwerdeführers, er habe höchstens zu 20 % geschäftsführende
  Tätigkeiten erbracht, nichts zu ändern, da dieser nicht substanziiert
  dargetan wird. Inwiefern die vom Beschwerdeführer eingereichten schriftlichen
  Bestätigungen von betriebsinternen und betriebsfremden Personen zudem seine
  eigenen Äusserungen hinsichtlich seines Arbeitsablaufs zu entkräften vermögen
  sollen, ist nicht ersichtlich. 

  
	
   

  
	
  9.

  
	
  Da der Abklärungsbericht
  vom 18. Januar 2013 die durch die Rechtsprechung aufgestellten
  Anforderungen erfüllt (vgl. vorne E. II/4.6), kann darauf abgestellt
  werden. So berücksichtigt er die wesentlichen Akten und setzt sich umfassend
  mit diesen und der gesamten Vorgeschichte auseinander. Schliesslich sind auch
  die gemachten Schlussfolgerungen genügend begründet und nachvollziehbar,
  wobei die Berechnung des Invalideneinkommens einer Korrektur bedarf (vgl.
  dazu E. II/11). Da die Einschränkung des Beschwerdeführers
  ausschliesslich auf dessen physischen Problemen beruht und auch die
  medizinischen Gutachten in die Beurteilung einbezogen wurden, konnte die
  Sachlage umfassend abgeklärt werden. Die vom Beschwerdeführer beantragte neutrale
  medizinische Begutachtung und Abklärung für Selbständigerwerbende durch das
  Gericht sowie die vorsorglich beantragte gutachterliche Analyse der Löhne der
  beiden Geschäftsinhaber und des zukünftigen zu erwartenden Lohnes bzw.
  Betriebsgewinnes des gemeinsamen Gipserunternehmens erweisen sich als nicht
  notwendig, da die vorliegenden Akten als schlüssig erachtet werden sowie weitere
  Beweisvorkehren an der Würdigung der bereits abgenommenen Beweise nichts mehr
  zu ändern vermögen würden. Auf eine weitere Expertise ist folglich im Sinne einer
  antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. BGE 124 I 208 E.
  4a).

  
	
   

  
	
  10.

  
	
  Für die Berechnung des
  Valideneinkommens ist grundsätzlich das vor Eintritt des Gesundheitsschadens
  erzielte Einkommen massgebend, wobei dieses der Real- und Nominallohnentwicklung
  anzupassen ist. Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass sich die
  IV-Stelle auf einen Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers
  stützt, gemäss welchem er sich in den letzten Jahren – trotz unterschiedlicher
  Betriebsgewinne und eines Betriebsverlusts im Jahr 2009 – stets den gleichen
  Lohn von Fr. 143'000.- pro Jahr ausbezahlt hat. Es kann deshalb davon
  ausgegangen werden, dass dies ohne Eintritt des Gesundheitsschadens auch
  weiterhin der Fall gewesen wäre. Gemäss den vorliegenden Geschäftsabschlüssen
  betrug der durchschnittliche Betriebsgewinn in den Jahren 2008 – 2010
  ca. Fr. 9'797.- pro Jahr, wovon dem Versicherten ein Anteil von
  50 % (Fr. 4'898.50) zusteht. Damit ist der Beschwerdegegnerin
  beizupflichten, wenn sie das Valideneinkommen anhand des durchschnittlichen Geschäftsgangs
  berechnet und auf Fr. 147'898.50 pro Jahr festgesetzt hat.

  
	
   

  
	
  11. 

  
	
  11.1 Im Abklärungsbericht wurde zur Feststellung des
  Invalideneinkommens die dem Beschwerdeführer noch zumutbare geschäftsführende
  Tätigkeit von 35 % erwerblich gewichtet, indem basierend auf der
  Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2010 des Bundesamtes für Statistik (LSE
  2010), Tabelle TA1, Pos. 41-43, Niveau 1+2, Männer, und unter
  Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung und einer betriebsüblichen
  Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche der durchschnittliche Jahreslohn eines
  zu 65 % angestellten Handwerkers berechnet und dieser Betrag vom
  errechneten Valideneinkommen abgezogen wurde. 

  
	
   

  
	
  11.2 Es ist offensichtlich, dass das Valideneinkommen
  deutlich über den Tabellenlöhnen gemäss LSE liegt. Die Beschwerdegegnerin
  geht nun davon aus, dass die handwerklichen Arbeiten als Gipser entsprechend
  den Tabellenlöhnen entschädigt worden sind, nicht hingegen die
  geschäftsführenden Tätigkeiten. Folgt man dieser Betrachtungsweise, ergibt
  sich folgendes Bild: Ausgehend von einer Tätigkeit von 71 % als Gipser
  und 29 % als Geschäftsführer (vgl. E. II/8.3) erzielte der
  Beschwerdeführer gemäss LSE 2010, Tabelle TA1, Pos. 41-43, Niveau 1+2,
  Männer, und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (2011: 101.0;
  2012: 101,7; Basis 2010=100) und einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,6
  Stunden pro Woche einen durchschnittlichen Jahreslohn von Fr. 58'574.30
  (71 % von 12*6'500.00*41,6/40*1,017) als Gipser. Damit wäre die
  Geschäftsführungstätigkeit von 29 % mit Fr. 89'324.20
  (Fr. 147'898.50 - Fr. 58'574.30) entlöhnt worden, was einem Lohn
  von Fr. 308'014.50 bei einem vollen Arbeitspensum entspricht. Es ist offensichtlich,
  dass die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin nicht zu einem sachgerechten Ergebnis
  führt.

  
	
   

  
	
  11.3 Will die Beschwerdegegnerin auf das am bisherigen
  Arbeitsplatz des Beschwerdeführers noch erzielbare Einkommen und nicht auf
  das Invalideneinkommen in einer angepassten Tätigkeit, welche dem
  Beschwerdeführer grundsätzlich zu 100 % zumutbar wäre, abstellen, hat
  sie wie folgt vorzugehen: Festzuhalten ist zunächst, dass sowohl für die
  geschäftsführende Tätigkeit als auch für die Tätigkeit als Gipser ein deutlich
  über den Tabellenlöhnen liegender Lohn ausbezahlt wurde. Dabei erscheint es
  als gerechtfertigt, davon auszugehen, dass beide Tätigkeiten im gleichen
  Verhältnis über dem jeweiligen Tabellenlohn entschädigt wurden, da der
  Geschäftsführertätigkeit zwar eine besondere Bedeutung zukommt, die Tätigkeit
  als Gipser aber den weitaus grösseren Teil der Arbeitszeit in Anspruch nahm.

  
	
   

  
	
  Geht man davon aus, dass
  beide Tätigkeiten in demselben Verhältnis überdurchschnittlich entlöhnt
  wurden, kann ausgehend von den Tabellenlöhnen ermittelt werden, wie sich das
  Valideneinkommen von Fr. 147'898.50 zusammensetzt. Die Entschädigung von
  29 % für die Tätigkeit als Geschäftsführer ist dabei nach dem Gesagten
  auf 35 % zu erhöhen. Hernach kann der Invaliditätsgrad ermittelt werden.
  Da der Beschwerdeführer weiterhin ein Einkommen aus seiner geschäftsführenden
  Tätigkeit erzielen kann, stellt sich entgegen seiner Auffassung die Frage
  eines Abzugs vom Tabellenlohn nicht.

  
	
   

  
	
  12. Zusammenfassend ergibt sich, dass bei einer
  korrekten Berechnung des Invalideneinkommens ein Invaliditätsgrad von über
  40 % resultieren wird, weshalb die Sache im Sinne der Erwägungen an die
  Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung und zur Festsetzung der Invalidenrente
  zurückzuweisen ist.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Die pauschale
  Gerichtsgebühr von Fr. 600.- ist ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
  aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 134 Abs. 1 lit. c des Gesetzes
  über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]). Dem
  Beschwerdeführer ist der bereits geleistete Kostenvorschuss in der
  Höhe von 

  Fr. 600.- zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, dem
  obsiegenden Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von
  Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inklusive) zu bezahlen (Art. 61 lit. g
  ATSG).

  
	
  Demgemäss erkennt
  die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
    21. August 2013 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen
    an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Der
    Beschwerdegegnerin wird eine Gerichtsgebühr von pauschal Fr. 600.-
    auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss
    in der Höhe von Fr. 600.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von
    Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]