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**Case Identifier:** 7d14f112-55dc-590a-a2c6-1c2736d6e425
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.06.2016 200 2014 978
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-978_2016-06-08.pdf

## Full Text

200 14 978 IV
KNB/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Juni 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Fuhrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________ 
vertreten durch B.________, Advokat C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. September 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2016, IV/14/978, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die am 21. Dezember 1950 geborene A.________ (nachfolgend Versicher-
te bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich im Dezember 2006 erstmals bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug in 
Form von Berufsberatung und Arbeitsvermittlung an (Akten der Invaliden-
versicherung, Antwortbeilage [AB] 1). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in erwerblicher und medizi-
nischer Hinsicht vor und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidver-
fahren (AB 18, 21) mit Verfügung vom 27. Juli 2007 (AB 23) einen Leis-
tungsanspruch mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens. 
Eine dagegen erhobene Beschwerde (AB 24) wies das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern mit Urteil vom 21. Februar 2008, IV 68537, ab (AB 28).

B.

Im April 2008 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter ein Revisi-
onsgesuch stellen (AB 31). Die IVB nahm dieses als Neuanmeldung ent-
gegen und holte weitere medizinische und erwerbliche Unterlagen ein; ins-
besondere veranlasste sie zunächst eine interdisziplinäre rheumatologisch-
psychiatrische Begutachtung (Gutachten vom 16. bzw. 24 März 2011 
[AB 67.1 und 68.1]) und sodann eine orthopädisch-psychiatrische Begut-
achtung, wobei aufgrund der Weigerung der Versicherten, sich psychia-
trisch untersuchen zu lassen (AB 118.1), lediglich das orthopädische Gut-
achten vom 23. April 2012 erstattet wurde (AB 118.2). Gestützt auf diese 
Unterlagen sowie den Abklärungsbericht Haushalt vom 15. Mai 2012 
(AB 119) und nach entsprechender Ankündigung mittels Vorbescheids 
(AB 120) sprach die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 22. Novem-
ber 2012 (AB 123) eine vom 1. Februar 2011 bis zum 31. Mai 2012 befris-
tete ganze Rente zu; dies bei einem in Anwendung der gemischten Metho-
de (80 % Erwerbstätigkeit; 20 % Aufgabenbereich Haushalt) ermittelten 
Invaliditätsgrad von 96 %. Für die nachfolgende Zeit verneinte sie bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 32 % einen Rentenanspruch (AB 122).

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C.

Mit Schreiben vom 22. Mai 2013 (AB 129) ersuchte die D.________ als 
zuständiger Krankentaggeldversicherer die IVB um erneute Rentenprüfung. 
Nachdem die IVB die Versicherte darauf aufmerksam gemacht hatte, dass 
die D.________ nicht zur Anmeldung legitimiert sei (AB 130), meldete sich 
die Versicherte mit Gesuch vom 5. Juli 2013 (AB 131) zum Leistungsbezug 
an. Die IVB tätigte Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht, 
namentlich holte sie beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-
Stellen Bern/Freiburg/Solothurn eine Stellungnahme (AB 150) und bei ih-
rem Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht Haushalt (AB 153) ein. Mit 
Vorbescheid vom 30. Mai 2014 (AB 154) stellte sie der Versicherten die 
Ausrichtung einer vom 1. Mai 2013 bis zum 31. Dezember 2013 befristeten 
ganzen Rente bei einem – wiederum mittels gemischter Methode berech-
neten – Invaliditätsgrad von 96 % in Aussicht. Nach dagegen vorgebrach-
ten Einwänden (AB 155) sowie diesbezüglicher Stellungnahme seitens des 
RAD (AB 162) und des Abklärungsdienstes (AB 165) verfügte die IVB am 
16. September 2014 (AB 167) wie vorgesehen.

D.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, Advokat 
C.________, mit Eingabe vom 16. Oktober 2014 Beschwerde. Sie bean-
tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer 
ganzen Invalidenrente über den 31. Dezember 2013 hinaus. Sie macht im 
Wesentlichen geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich Ende 2013 nicht 
verbessert, weshalb die Befristung der Rente nicht gerechtfertigt sei.

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2014 beantragt die Beschwerde-
gegnerin unter Verweis auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfü-
gung die Abweisung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. September 2014 
(AB 167). 

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der generelle Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine IV-Rente – unter Einschluss der grundsätzlich 
unbestritten gebliebenen Zusprechung einer ganzen IV-Rente vom 1. Mai 
2013 bis zum 31. Dezember 2013 (AB 167) – zu prüfen.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.1 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hin-
sichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 
S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-

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ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

2.5.2 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

2.7 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Dies gilt auch für Revisionsgesuche 
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie 
analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 

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V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.8 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.8.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-
gabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 
S. 349).

2.8.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.8.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 

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Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom Juli 2013 eingetreten ist und den Rentenanspruch in der angefochte-
nen Verfügung vom 16. September 2014 (AB 167) materiell geprüft hat. Die 
Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden 
Vergleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 22. November 2012 
(AB 123) und der Verfügung vom 16. September 2014 (AB 167) eine Ver-
änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet 
ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise 
zu beeinflussen (vgl. E. 2.8 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der Verfügung 
vom 22. November 2012, mittels welcher der Beschwerdeführerin eine be-
fristete ganze Rente zugesprochen wurde, auf das orthopädische Gutach-
ten vom 23. April 2012 (Begutachtung vom 15. Februar 2012 [AB 118.2]) 
des Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH. Diesem lassen sich die 
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen: 
Acromioclaviculargelenksarthrose und Supraspinatus- sowie Subscapula-
rissehnenkalzifikation links; Status nach Laminotomie L4/5 beidseits (2011) 
und Spondylolisthesis L4/5 Grad I nach Meyerding sowie posttraumatische 
Coccygodynie; Adipositas (S. 9). Der Gutachter führte aus, körperlich 

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schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vorwiegend sitzend 
oder stehend ausgeübt werden müssen und die mit häufigen inklinierten 
und reklinierten sowie rotierten Körperhaltungen und Arbeiten über der Ho-
rizontalen sowie regelmässigem Heben und Tragen von Lasten über 5 kg 
verbunden seien, könnten nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden. 
Die Arbeitsfähigkeit als … betrage dementsprechend seit dem Zeitpunkt 
der Begutachtung bei voller Stundenpräsenz eines vollen Pensums 50 % 
(Arbeitsunfähigkeit von 50 %). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als …, 
einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit, betrage die Arbeitsfähigkeit 65 % 
(Arbeitsunfähigkeit von 35 %). Eine körperlich leichte Tätigkeit in temperier-
ten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt wer-
den könnte, ohne dass dabei häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte 
Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 3 kg gehoben oder 
getragen werden müssten und die nicht mit häufigen Arbeiten über der Ho-
rizontalen verbunden seien, könnte seit dem Zeitpunkt der Begutachtung 
bei voller Stundenpräsenz zu 90 % (Arbeitsunfähigkeit von 10 %) zugemu-
tet werden. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitationen (Implantation 
einer Knietotalprothese rechts im März 2011 und Mobilisation in Narkose 
im Mai 2011 [S. 9]) habe von März 2011 bis zum Zeitpunkt der Begutach-
tung auch in einer adaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit vorge-
legen (S. 12).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 22. November 2012 (AB 123) bzw. seit der Begutach-
tung durch Dr. med. E.________ im Februar 2012 (AB 118.2) lässt sich 
den Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Im Bericht des Spitals F.________ vom 11. April 2012 (AB 129 
S. 15 f.) wurden persistierende Knieschmerzen rechts bei Status nach 
Knie-Totalprothese rechts im März 2011 diagnostiziert. Die Patientin sei mit 
seit Mitte Februar exazerbierten Schmerzen im rechten Kniegelenk in die 
Sprechstunde gekommen. Im Röntgenbefund habe sich eine intakte Pro-
these sowie im Bereich der Auflagefläche Tibiakomponente ein deutlich 
sichtbarer Lysesaum gezeigt. Entlang der Femurkomponente sei kein Ly-
sesaum ersichtlich. Da die Patientin unter den anhaltenden Knieschmerzen 
sehr leide, habe man sich zur operativen Abklärung entschlossen.

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3.3.2 Dem Austrittsbericht des Spitals F.________ vom 25. Juli 2012 
(AB 129 S. 12 f.) lässt sich entnehmen, dass am 12. Juli 2012 im Rahmen 
eines chirurgischen Eingriffs ein Ausbau der Knieprothese und ein Zement-
spacereinbau rechts vorgenommen wurden. Der postoperative Verlauf ha-
be sich problemlos gestaltet. Die entnommenen multiplen Biopsien hätten 
keinen Keimnachweis gezeigt, ebenso sei die Sonikation negativ geblie-
ben. Letztendlich habe sich also keine Infektion der Prothese nachweisen 
lassen.

3.3.3 In einem weiteren Bericht des Spitals F.________ vom 20. Sep-
tember 2012 (AB 129 S. 8 f.) betreffend einer vom 11. bis 20. September 
2012 dauernden Hospitalisation wurden ein Status nach Zementprothese 
rechts bei aseptischer Lockerung und eine nachgewiesene Methylacrylat-
Allergie bei Status nach Zementprothese am 26. Juli 2012 (richtig: 12. Juli 
2012) diagnostiziert. Am 12. September 2012 sei die Explantation der Ze-
mentprothese und der Einbau der neuen Knieprothese erfolgt. Postoperativ 
hätten sich keine Probleme gezeigt.

3.3.4 Am 6. Januar 2013 (AB 129 S. 7) berichtete das Spital 
F.________ über eine komplexe Beschwerdesymptomatik mit sehr starken 
Schmerzen am rechten Knie, Überwärmung und Schwellung sowie Blocka-
den beim Gehen. Der Patientin sei die Weiterführung der physiotherapeuti-
schen Massnahmen mit Kräftigung der Muskulatur und Propriozeption 
empfohlen worden. Bis Ende März 2013 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 %. Im Bericht vom 2. April 2013 (AB 129 S. 5 f.) wurde auf einen 
mässig verzögerten Verlauf nach Revisionsprothesenimplantation mit an-
haltenden belastungsabhängigen Knieschmerzen hingewiesen und eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis 20. September 2013 attestiert. 

3.3.5 In einem undatierten – bei der Beschwerdegegnerin am 16. Okto-
ber 2013 eingegangenen – Bericht (AB 145 S. 1 ff.) verwies das Spital 
F.________ auf eine komplexe Situation. Auf Grund der seit Jahren an-
dauernden Beschwerdesituation mit rezidivierenden operativen Eingriffen 
sei von einer teilweise chronifizierten Schmerzsymptomatik auszugehen. In 
diesem Rahmen sei mit keiner zeitnahen deutlichen Verbesserung der Be-
schwerdesituation zu rechnen. Im Röntgenbefund vom 20. September 
2013 hätten sich im Vergleich zu den Voruntersuchungen stationäre Stel-

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lungsverhältnisse der Knieprothese gezeigt. Es bestünden keine Anzeichen 
einer Prothesenlockerung. Seit dem 11. Juli 2013 bis aktuell bestehe eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit als diplomierte …. Auf Grund der einge-
schränkten Belastbarkeit des rechten Kniegelenks sei eine Rückkehr in 
einen körperlich belastenden Beruf aktuell nicht möglich. Ein Jahr nach der 
letzten operativen Versorgung des Kniegelenks sei die Patientin weiterhin 
nicht beschwerdefrei. Eine erfolgreiche Wiedereingliederung in das Berufs-
leben erscheine zum jetzigen Zeitpunkt mehr als zweifelhaft. Sollte sich die 
andauernde Beschwerdesituation verbessern, könnte eine schrittweise 
Wiedereingliederung erfolgen. Grundsätzlich kämen nur Tätigkeiten mit 
minimaler körperlicher Belastung bei Wechselbeanspruchung (Sitzen und 
Laufen) in Frage.

3.3.6 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie FMH, kam im Bericht vom 30. Januar 2014 (AB 150) zum 
Schluss, ab dem 11. April 2012 sei eine Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes bezüglich des Kniegelenks ausgewiesen und ab diesem 
Zeitpunkt sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auch in einer ange-
passten Tätigkeit auszugehen. Am 23. September 2013 sei der Vorzustand 
wieder erreicht worden, entsprechend könne wieder auf das von Dr. med. 
E.________ definierte Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden. Entsprechend 
sei eine vorwiegend sitzende Tätigkeit in einem ganztägigen Pensum mit 
einer maximalen Leistungsminderung von 10 % wegen vermehrter Pausen 
zumutbar.

3.3.7 Im Bericht des Spitals F.________ vom 30. Juni 2014 (AB 158) 
wurde u.a. ein Low-Grade-Infekt mit infektiöser Kniegelenksbeteiligung und 
biomechanischer Lockerung der Femurprothese rechts bei bestehender 
Methylacrylat-Allergie diagnostiziert. Es sei festzustellen, dass die Prothe-
senlockerung alleine die Arbeitsfähigkeit schon sehr einschränke, so dass 
bei noch zusätzlich erschwerenden Erkrankungen diese aktuell nicht gege-
ben sei und es fraglich bleibe, ob sie wieder hergestellt werden könne. Zu-
sätzlich bestünden weitere Beschwerden wie die Fussproblematik des 
rechten Fusses, welche aufgrund fehlender prothetischer Möglichkeiten 
aktuell nicht verbessert werden könne.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2016, IV/14/978, Seite 13

3.3.8 Im Bericht vom 15. Juli 2014 (AB 162) führte der RAD-Arzt Dr. 
med. G.________ aus, die Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit, wie 
sie die Versicherte zuletzt ausgeübt habe, werde durch eine lockere Knie-
prothese oder durch die bekannten Fussschmerzen rechts nicht beein-
trächtigt. Beide Schmerzbilder seien belastungsabhängig und entspre-
chend in einer sitzenden Tätigkeit irrelevant. Eine solche könne seit dem 
23. September 2013 in einem ganztägigen Pensum zugemutet werden.

3.4 Zwischen den Parteien herrscht zu Recht Einigkeit darüber, dass 
(zumindest) ab April 2012 eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vorgelegen 
hat, was denn auch aufgrund der Akten erstellt ist. Strittig ist hingegen, ob 
per September 2013 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes einge-
treten ist, wovon die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Aktenbeurteilun-
gen des RAD-Arztes Dr. med. G.________ vom 30. Januar 2014 (AB 150) 
und 15. Juli 2014 (AB 162) ausgeht. Auf dessen Einschätzungen kann al-
lerdings aus nachfolgenden Gründen nicht abschliessend abgestellt wer-
den: Der RAD-Arzt erachtete ab dem 23. September 2013 eine vorwiegend 
sitzende Tätigkeit – was der zuletzt ausgeübten Tätigkeit entspreche – in 
einem ganztägigen Pensum mit einer maximalen Leistungsminderung von 
10 % wegen vermehrter Pausen als zumutbar. Insofern könne wiederum 
auf das vom Gutachter Dr. med. E.________ definierte Zumutbarkeitsprofil 
abgestellt werden (AB 150). Dem steht entgegen, dass der Gutachter die 
zuletzt ausgeübte vorwiegend sitzende Tätigkeit lediglich als zu 65 % zu-
mutbar erachtet hatte und eine Tätigkeit empfahl, die abwechslungsweise 
sitzend und stehend ausgeübt werden kann (AB 118.2 S. 12). Hinzu kommt 
folgendes: Im Zeitpunkt der Begutachtung im Februar 2012 war eine Lo-
ckerung der Knieprothese (zumindest) nicht ersichtlich, eine solche wurde 
jedoch kurz darauf nachgewiesen (AB 129 S. 15 f.), woraufhin die Prothese 
ausgewechselt worden ist (AB 129 S. 8 f.). Auch bezüglich dieser zweiten 
Prothese wurde im Januar 2014 eine Lockerung diagnostiziert (AB 158 
S. 3). Insofern unterscheidet sich die medizinische Befundlage im Zeitpunkt 
der Begutachtung und in demjenigen der abschliessenden Stellungnahme 
durch Dr. med. G.________ im Juli 2014 wesentlich, was von der Be-
schwerdeführerin denn auch zu Recht vorgebracht wird (Beschwerde S. 8 
Ziff. 15). Insgesamt erfüllen die vom RAD-Arzt ohne eigene Untersuchung 
erstellen Stellungnahmen die Anforderungen an den Beweiswert medizini-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2016, IV/14/978, Seite 14

scher Berichte (vgl. E. 2.5) nicht restlos. Damit erweist sich der medizini-
sche Sachverhalt mit Blick auf die Frage nach der gesundheitlichen Ver-
besserung im September 2013 bzw. deren allfälliges Ausmass als ungenü-
gend abgeklärt, zumal sich den Berichten der behandelnden Ärzte diesbe-
züglich auch keine hinreichenden Einschätzungen entnehmen lassen. 
Deswegen müsste die Sache grundsätzlich an die Beschwerdegegnerin zur 
Vornahme weiterer Abklärungen zurückgewiesen werden. Hierauf kann 
jedoch aufgrund der nachfolgenden Ausführungen verzichtet werden.

4.

Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin stellt sich die 
Frage nach der Verwertbarkeit einer allfälligen (Rest-)Arbeitsfähigkeit.

4.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditäts-
fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches 
zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf 
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirt-
schaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Er-
werbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verblie-
bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer-
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern 
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art 
und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der ab-
sehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusam-
menhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fer-
tigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Be-
rufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 
S. 460).

4.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2016, IV/14/978, Seite 15

Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem 
auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Mass-
geblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit 
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in wel-
chem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. 
Dies ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine 
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 
S. 462).

4.3 Wie vorstehend dargelegt (E. 3.4 hiervor), hat die Beschwerde-
gegnerin den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Selbst 
wenn jedoch auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. G.________ 
abzustellen wäre, ist die Verwertbarkeit der von ihm attestierten Arbeits-
fähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. E. 3.3.8 hiervor) zu verneinen. 
Zum Zeitpunkt seiner abschliessenden Stellungnahme vom 15. Juli 2014 
(AB 162) stand die Beschwerdeführerin fünf Monate vor der ordentlichen 
Pensionierung, so dass das Finden einer Arbeitsstelle für die unbestritte-
nermassen höchstens eingeschränkt einsetzbare und hinsichtlich der Knie-
prothesen-Problematik keineswegs rehabilitierte Beschwerdeführerin nicht 
realistisch gewesen wäre. In der Folge kann auf die Durchführung eines 
Einkommensvergleichs verzichtet werden, da wegen der nicht verwertba-
ren (allfälligen) Restarbeitsfähigkeit im mit 80 % gewichteten Erwerbsbe-
reich (AB 153 S. 6 Ziff. 6) eine vollständige Invalidität vorliegt. Die Befris-
tung des Rentenanspruchs auf den 31. Dezember 2013 erfolgte damit zu 
Unrecht.

5.

5.1 Bezüglich des Beginns des Rentenanspruchs (AB 167 S. 10) ist 
das Folgende festzuhalten: Die Beschwerdegegnerin ging zwar korrekter-
weise von einem Wiederaufleben des Rentenanspruchs gemäss Art. 29bis 
IVV aus (AB 153 S. 6 f. Ziff. 7) und hat die sechsmonatige Frist von Art. 29 
Abs. 1 IVG nicht angewandt (vgl. dazu Urteil des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 7. Dezember 2011, IV/10/1039, E. 4). Allerdings ist für 
den Rentenbeginn entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2016, IV/14/978, Seite 16

das Gesuch der D.________ vom 22. Mai 2013 (AB 129) massgebend, ist 
diese doch nicht zur Anmeldung legitimiert, was die Beschwerdegegnerin 
der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 29. Mai 2013 (AB 130) denn 
auch mitgeteilt hat. Da die Neuanmeldung vom 5. Juli 2013 datiert 
(AB 131), ist der Beginn des Rentenanspruchs auf den 1. Juli 2013 festzu-
legen; die Dreijahresfrist des Art. 29bis IVV ist auch in diesem Fall eingehal-
ten.

5.2 Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die ange-
fochtene Verfügung vom 16. September 2014 (AB 167) dahingehend ab-
zuändern, als der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2013 eine ganze 
Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen ist. Trotz des gegenüber 
der angefochtenen Verfügung um zwei Monate nach hinten verschobenen 
Rentenbeginns besteht hier keine reformatio in peius, da aufgrund der Auf-
hebung der Befristung des Rentenanspruchs insgesamt eine Besserstel-
lung resultiert. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(vgl. BVR 2009 S. 187 E. 4). Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen im Sinne von 
BGE 135 I 1 sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2016, IV/14/978, Seite 17

rufsverbänden aufgrund eines allgemeingültigen pauschalisierten Stunden-
ansatzes festgesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Auf-
wand multipliziert wird. Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifi-
kation der Vertretung festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung 
diejenige durch Juristinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplo-
mierte Sozialversicherungsexpertinnen und -experten gilt (vgl. Rundschrei-
ben vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne von BGE 135 I 1 wird der Stundenansatz bei einer – wie hier – fach-
lich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Advokat C.________ 
von B.________ vom 26. Februar 2016 wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 1‘428.40 (Honorar von Fr. 1‘222.-- [9.4 Std. à Fr. 130.--] zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 100.60 und Mehrwertsteuer von Fr. 105.80) festgesetzt. Die-
sen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu erset-
zen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. September 2014 dahingehend abgeändert, als 
der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2013 eine ganze Rente der In-
validenversicherung zugesprochen wird.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Eintritt der Rechtskraft des 
Urteils zurückerstattet.

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3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘428.40 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2016, IV/14/978, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.