# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ae1997a-6b80-5dbd-9622-7c8fec587df5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.10.2023 S 2022 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-54_2023-10-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 54

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

Richter Righetti und Audétat

Aktuarin Lanfranchi

URTEIL

vom 24. Oktober 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evalotta Samuelsson, 

Beschwerdeführerin

gegen

B._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren 1986, wohnhaft in C._____, war bei der D._____ 

angestellt und obligatorisch bei der B._____ AG (nachfolgend: B._____) 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 26. Oktober 2018 in 

einen Auffahrunfall verwickelt wurde, in welchem ein anderes Auto von 

hinten in ihr Auto fuhr. Sie suchte am 27. Oktober 2018 Dr. med. E._____ 

auf. Einen Tag später, am 28. Oktober 2018, begab sich A._____ 

zu Dr. med. F._____ in eine Notfallkonsultation. Am 29. Oktober 2018 

wurde sie durch Dr. med. G._____ in ihrer Wohnung untersucht. Ihr 

gegenüber gab A._____ an, es sei ihr am 26. Oktober 2018 jemand von 

hinten in ihr Auto gefahren. Dies nicht mit grosser Geschwindigkeit. Nun 

habe sie starke Rückenschmerzen lumbal, teilweise mit leichter 

Ausstrahlung ins rechte Bein, v.a. entlang dem ventralen Oberschenkel. 

Es wurde kein Röntgenbefund erhoben. Dr. med. G._____ diagnostizierte 

ein akutes lumbovertebrales Schmerzsyndrom nach LWS Kontusion am 

26. Oktober 2018 und hielt fest, es lägen ausschliesslich Unfallfolgen vor.

2. Die B._____ erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld). A._____ war ab dem 26. Oktober 2018 bis zum 9. Dezember 

2018 zu 100 % arbeitsunfähig, anschliessend bestand eine 40%ige 

Arbeitsfähigkeit ganztags verwertet bis zum 31. Dezember 2018 und ab 

dem 1. Januar 2019 sollte eine Steigerung des Arbeitspensums 

wöchentlich um je 10 % bis zum ursprünglichen Pensum von 80 % möglich 

sein.

3. Am 30. Oktober 2018 wurde A._____ notfallmässig in das Spital H._____ 

(nachfolgend: H._____) eingeliefert. Das MRI LWS vom 31. Oktober 2018 

ergab die Diagnose einer grossvolumigen nach kranial umgeschlagenen 

rechts paramedianen Bandscheibenextrusion mit Dorsalverlagerung der 

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rechtsseitigen L5 Wurzel und foraminaler Kompression der L4 Wurzel 

rechts. Es wurde keine Fraktur diagnostiziert.

4. Im Austrittsbericht des H._____ vom 3. November 2018 wurde A._____ 

die Diagnose einer nach kranial luxierten Diskushernie L4/5 rechts mit 

Nervenwurzelkompression gestellt. Zudem wurde darin auf bekannte 

chronische Lumbalgien nach Auffahrunfällen in der Kindheit und Jugend 

hingewiesen, wobei diesbezüglich auf das MRI der LWS aus dem Jahr 

2013 verwiesen wurde. Damals wurde eine Diskopathie der unteren drei 

Segmente mit flacher medianer Diskushernie L4/5 und Pelottierung des 

Duralschlauches erkannt sowie eine Protrusion mit medianem Anulusriss 

der Bandscheibe L5/S1 sowie eine leichte Diskopathie und Protrusion L3/4 

und Spondylarthrosen vor allem L5/S1 mässigen Grades.

5. Daraufhin liess die P._____ Versicherung das Gutachten vom 

16. November 2018 über die Schäden am Fahrzeug von A._____ 

erstellen.

6. Vom 10. November 2018 bis zum 8. Dezember 2018 befand sich A._____ 

im Rehaaufenthalt in der Klinik I._____. Gemäss Austrittsbericht vom 

11. Dezember 2018 wurde ihr dort die Diagnose eines sensomotorischen 

lumboradikulären Syndroms L4 und L5 rechts gestellt.

7. Gemäss dem Bericht des H._____ vom 12. Dezember 2018 über die 

ambulante Untersuchung vom 11. Dezember 2018, bei Status nach 

lumboradikulärem Schmerz- und sensomotorischem Ausfallsyndrom bei 

kranial luxierter Diskushernie LWK4/5 rechts, weise A._____ einen höchst 

erfreulichen Verlauf nach konservativer Therapie einer Diskushernie auf 

Höhe LWK4/5 rechts auf. Sie brauche aber weiterhin Physiotherapie.

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8. Ab Januar 2019 war A._____ wieder grösstenteils arbeitsfähig. Im 

Arztbericht vom 16. Februar 2021 von Dr. med. G._____ wird, bei 

aktueller Diagnose eines residuellen lumboradikulären Syndroms L4 und 

L5 rechts nach Autounfall am 26. Oktober 2018, als Datum der 

Erstbehandlung betreffend Rückfall der 28. Januar 2021 genannt. Zudem 

wird festgehalten, A._____ berichte seit ihrem Unfall am 26. Oktober 2018 

von persistierenden Schmerzen bzw. Beschwerden unterschiedlicher 

Intensität im Bereich des Rückens und im rechten Bein; sie führe weiterhin 

ihre Physiotherapie fort und nehme gelegentlich Schmerzmittel bei Bedarf 

ein.

9. Im Arztbericht vom 23. März 2021 stellt Dr. med. G._____ klar, dass es 

sich eigentlich nicht um einen Rückfall handelt, da A._____ immer wieder 

seit dem Unfallereignis in ihrer Behandlung gestanden sei und eine 

vollständige Regredienz der Beschwerden nie bestanden habe.

10. Der Versicherungsmediziner Dr. med. J._____ beurteilt am 2. März 2021 

unter Hinweis auf die seit 2013 bekannte multiple Diskopathie und 

Spondylarthrosen, Diskusprotrusion L4/5 den Status quo sine als nach 

sechs Monaten nach dem Unfallereignis am 30. April 2019 erreicht. Er 

sieht im MRT von 2018 keine Traumazeichen.

11. Mit Schreiben vom 19. März 2021 teilte die B._____ A._____ mit, dass es 

sich bei ihren Rückenbeschwerden überwiegend wahrscheinlich nicht um 

Unfallfolgen handelt, womit es der B._____ nicht möglich sei, weitere 

Leistungen aus der Unfallversicherung zu erbringen.

12. Der Versicherungsmediziner Dr. med. K._____ kam in seiner 

Stellungnahme vom 13. April 2021 zum Schluss, dass der natürliche 

Kausalzusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sechs 

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Monate nach dem Ereignis vom 26. Oktober 2018, also am 30. April 2019, 

entfallen sei.

13. Mit Verfügung vom 30. April 2021 stellte die B._____ sämtliche Leistungen 

rückwirkend per 30. April 2019 ein (Heilbehandlung und Taggeld). 

Begründend führte sie an, dass sich im MRI vom 31. Oktober 2018 kein 

Nachweis finde von unfallkausalen strukturellen Läsionen und dass der 

Status quo sine am 30. April 2019 erreicht gewesen sei.

14. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 26. Mai 2021 Einsprache.

15. Mit Einspracheentscheid vom 13. Mai 2022 wies die B._____ die 

Einsprache ab.

16. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 15. Juni 

2022 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte:

1. Der Einspracheentscheid vom 13.05.2022 sei aufzuheben und es seien 

der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; 

2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Einholung 

eines radiologischen und neurochirurgischen Gutachtens zurückzuweisen, 

damit sie hernach nochmals über die gesetzlichen Ansprüche der 

Beschwerdeführerin entscheide; 

unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Begründet wird die Beschwerde im Wesentlichen damit, dass sich im MRI 

vom 31. Oktober 2018 frische strukturell-traumatische Läsionen 

feststellen liessen und echtzeitlich neurologische Ausfälle vorlägen, 

weshalb rechtsprechungsgemäss von einer traumatischen Diskushernie 

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resp. von einer richtungsgebenden Verschlimmerung auszugehen sei. Ein 

Behandlungsabschluss habe nie bestanden. Es seien durchwegs 

Brückensymptome beklagt und entsprechend behandelt worden. Die 

versicherungsmedizinischen Behauptungen seien falsch. Die 

vertrauensärztlichen Beurteilungen seien nicht umfassend - insbesondere 

fehle eine Einsichtnahme in die Bildgebung - und gründeten in einem 

falschen Rechtsverständnis. Der rechtsrelevante Sachverhalt sei nicht im 

Sinne von Art. 43 ATSG erstellt.

17. Mit Beschwerdeantwort vom 19. August 2022 beantragte die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde 

unter gesetzlicher Kostenfolge. Begründet wird die 

Beschwerdeabweisung im Wesentlichen mit dem Vorbestehen der 

Diskushernie, welche durch den Auffahrunfall vom 26. Oktober 2018 

weder verursacht noch richtunggebend verschlimmert worden sei. Kein 

behandelnder Arzt stütze diese These. Es habe (lediglich) eine 

vorübergehende Verschlimmerung der vorbestandenen Beschwerden 

stattgefunden. Der Auffahrunfall sei banal gewesen. Ein solches Ereignis, 

das kaum sichtbaren Schaden am Fahrzeug hinterlassen habe, könne 

nicht zu einer Diskushernie oder einer massgebenden Verschlimmerung 

einer solchen beitragen. Der Status quo sine sei sechs Monate nach dem 

Ereignis eingetreten, d.h. am 30. April 2019. Die 

versicherungsmedizinischen Beurteilungen von Dr. med. J._____ und 

Dr. med. K._____ seien schlüssig und nicht zu beanstanden. Keine der 

involvierten Medizinalpersonen habe eine anderslautende Beurteilung 

abgegeben und Dr. med. K._____ Einschätzung weiche nicht von 

derjenigen des H._____ ab. Eine richtunggebende Verschlimmerung liege 

nicht vor und sei aufgrund der medizinischen Akten nicht ausgewiesen. 

Traumatische Verletzungen würden in keinem Arztbericht beschrieben. 

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Die Einstellung der UVG Leistungen sechs Monate nach stattgehabtem 

Ereignis sei korrekt.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die übrigen Akten 

sowie den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 13. Mai 2022. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin davon überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher 

Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und 61 ATSG).

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2. Unbestritten sind das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG 

und die Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG (Heilbehandlung 

Art. 10 UVG; Taggeld Art. 16 UVG). Auch das Unfallereignis als solches 

ist in casu unbestritten, obschon über den Unfallhergang an sich nur wenig 

bekannt ist. Streitig sind hingegen die (ungenügende) Abklärung des 

Sachverhalts und die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über den 

30. April 2019 hinaus.

3. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen 

Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 

versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des 

Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss 

Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.

3.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen 

Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, 

Integritätseinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 148 V 356 E.3, 147 V 

161 E.3.1, 142 V 435 E.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in 

das schweizerische Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und 

Rz. 249 ff.). 

3.1.1. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

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Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 

nicht (BGE 147 V 161 E.3.2, 146 V 51 E.5.1, 142 V 435 E.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_722/2021 vom 20. Januar 2022 E.4 m.w.H., 

8C_102/2021 vom 26. März 2021 E.2, 8C_269/2017 vom 13. September 

2017 E.4.1). Nicht tauglich für den Beweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist das Argument, die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten und deshalb 

auf das Unfallereignis zurückzuführen, d.h. die Beweismaxime "post hoc 

ergo propter hoc" ist unzulässig (BGE 142 V 325 E.2.3.2.2, 119 V 

335 E.2b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_809/2021 vom 24. Mai 

2022 E.5.5.2, 8C_355/2021 vom 25. November 2021 E.6.4 mit Hinweisen, 

8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E.3; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, 

a.a.O., Rz. 253; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum 

Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über 

die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 6 Rz. 53).

3.1.2. Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Leistungspflicht des 

Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 

Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend 

mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V 248 E.4, 

134 V 109 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_270/2022 vom 12. Oktober 

2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.4, 8C_499/2020 vom 

19. November 2020 E.2.2.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., 

Rz. 271). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die 

reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den 

Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv 

ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit gesprochen werden, wenn die 

erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt 

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wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 

wissenschaftlich anerkannt sind (vgl. BGE 138 V 248 E.5.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_473/2022 vom 20. Januar 2023 E.5.1, 8C_391/2022 

vom 10. Januar 2023 E.3.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.4.2; 

NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 62 f.). Sind die geklagten Beschwerden 

natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne objektiv ausgewiesen 

bzw. bei psychischen Unfallfolgen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz 

vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind 

gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 140 

V 356 E.3.2 und 134 V 109 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 

2022 E.3.4 und 8C_620/2019 vom 5. Februar 2020 E.3.3). Bei 

psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden die Adäquanzkriterien 

unter Ausschluss psychischer Aspekte bzw. einzig unter Berücksichtigung 

der physischen Komponenten des Gesundheitsschadens geprüft (vgl. 

BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V 248 E.4, 134 V 109 E.2.1, 115 V 133 E.6c/aa, 

sog. Psycho-Praxis; Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 

9. August 2023 E.3.4, 8C_473/2022 vom 20. Januar 2023 E.6, 

8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 

2022 E.3.4).

3.2. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der 

Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Versicherungsträger und Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 

dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von 

ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das 

Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

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vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 

fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 

427 E.3.2, 138 V 218 E.6, 126 V 353 E.5b). Der Untersuchungsgrundsatz 

schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts 

(oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung 

des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess 

tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als 

im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich 

als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf 

Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 144 V 427 E.3.2 mit Hinweis, 138 V 2018 E.6; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_527/2022 vom 13. September 2023 

E.5.4, 8C_722/2021 vom 20. Januar 2022 E.4 und 8C_382/2020 vom 

3. Dezember 2020 E.3.3). Bei der Beurteilung der streitigen Fragen ist 

vorliegend der Sachverhalt zu berücksichtigen, der sich bis zum Erlass 

des angefochtenen Einspracheentscheids am 13. Mai 2022 verwirklicht 

hat (BGE 142 V 337 E.3.2.2). Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, 

bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 

Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben erhebliche Zweifel an 

Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen 

Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von 

zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 

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8C_316/2022 vom 31. Januar 2023 E.4 mit Hinweis, 8C_701/2018 vom 

28. Februar 2019 E.4.1 und 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E.3.2.1; vgl. 

KIESER, Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 Rz. 

20).

3.3. Zur Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Leistungsansprüchen 

sind die rechtsanwendenden Behörden auf verlässliche medizinische 

Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Das Gericht hat diese nach dem 

für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Der Beweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs bzw. von dessen Wegfall ist in erster Linie mit den 

Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.2, 

8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2, 8C_68/2019 vom 22. Juli 2019 E.3.2). 

Das Gericht hat dabei das gesamte Beweismaterial objektiv zu würdigen 

und bei sich widersprechenden medizinischen Berichten die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine oder andere medizinische These 

abstellt (BGE 143 V 124 E.2.2.2 mit Hinweis). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (siehe zum Ganzen: BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 

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122 V 157 E.1c; Urteile des Bundesgerichts 9C_528/2021 vom 

11. Februar 2022 E.4.1, 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2 und 

8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1).

Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b).

3.3.1. Zu betonen ist, dass beratende Ärzte, was den Beweiswert ihrer ärztlichen 

Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen sind 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4 

m.w.H.). Deren Berichten und Gutachten kommt nach der 

Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit 

Hinweis). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den 

Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten 

Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 

an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit 

weiteren Hinweisen, BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E. 4.4 f., 125 V 351 

E.3b/ee; Urteile des Bundesgerichts 8C_410/2022 vom 23. Dezember 

2022 E.4.3, 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.3).

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3.3.2. Gemäss Rechtsprechung ist auch ein reines Aktengutachten 

beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten 

sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der 

Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 mit Hinweisen). 

Dabei geht es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines 

an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts, mithin rückt die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_253/2023 vom 7. August 2023 E.3, 

8C_500/2022 vom 4. Mai 2023 E.3, 8C_390/2022 vom 7. September 2022 

E.3 und 8C_629/2021 vom 24. März 2022 E.4.2).

3.3.3. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, 

ist zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus 

diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen, wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig 

gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je 

in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen 

nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch 

die von der versicherten Person aufgelegten Berichte 

- 15 -

mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken (BGE 

135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 8C_301/2021 vom 23. Juni 

2021 E.5.2.2, 8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E.7, 8C_499/2020 vom 

19. November 2020 E.4.2).

3.3.4. Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen er-

bracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche 

Schaden nur noch ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber 

derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (BGE 147 V 161 E.3.3; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_7/2022 vom 22. April 2022 E.5.1; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 262 f.; NABOLD, a.a.O., Art. 6 

Rz. 54). Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine 

Teilursächlichkeit für noch bestehende Beschwerden. Solange jedoch der 

Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der 

Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den 

Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu 

übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG 

fallen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_781/2017 vom 21. September 

2018 E.5.1, 8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.2 und 8C_637/2013 

vom 11. März 2014 E.2.3.2). Ebenso wie der leistungsbegründende 

natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen 

Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (Status quo sine 

- 16 -

vel ante; vgl. BGE 146 V 51 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_689/2019 vom 9. März 2020 E.5.3, 

8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.2 [dazu SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26]). 

Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher 

Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als 

bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern 

beim Unfallversicherer (Urteile des Bundesgerichts 8C_727/2022 vom 

16. März 2023 E.3.2.4, 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.2, 

8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, 

a.a.O., Rz. 264). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde 

Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes 

Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder 

degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, 

ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale 

Bedeutung verloren haben, ob diese also dahingefallen sind (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_727/2022 vom 16. März 2023 E.3.2.4, 8C_410/2022 

vom 23. Dezember 2022 E.4.2 und 8C_600/2021 vom 3. März 2022 

E.3.2). Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis 

erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2, 8C_840/2019 vom 

14. Februar 2020 E.3.2 mit Hinweisen, 8C_68/2019 vom 22. Juli 2019 

E.3.2).

4. Bezüglich der natürlichen Kausalität der geltend gemachten Beschwerden 

wird auf die konstante bundesgerichtliche Rechtsprechung hingewiesen, 

wonach es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des 

Unfallversicherungsrechts entspricht, dass praktisch alle Diskushernien 

- 17 -

bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und 

ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen 

Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Dasselbe gilt 

für Diskusprotrusionen, die nach medizinischer Lehrmeinung in der Regel 

Folge eines degenerativen Prozesses sind. Als weitgehend unfallbedingt 

kann eine Diskushernie oder –protrusion betrachtet werden, wenn das 

Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine 

Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der 

Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) oder der 

Diskusprotrusion unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit 

auftreten. So muss eine entsprechende richtunggebende 

Verschlimmerung insbesondere auch röntgenologisch ausgewiesen sein 

und sich von der altersüblichen Progression abheben. Ist hingegen die 

Diskushernie oder –protrusion bei (stummem) degenerativem Vorzustand 

durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, liegt eine 

vorübergehende Verschlimmerung vor. Diesfalls hat die 

Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang 

mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem 

medizinischem Wissensstand kann in solchen Fällen das Erreichen des 

Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien 

nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Im Allgemeinen ist bei einer 

Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule die vorübergehende 

Verschlimmerung nach sechs bis neun Monaten und bei Vorliegen eines 

erheblichen degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr als 

abgeschlossen zu betrachten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_19/2021 vom 27. April 2021 E.7.2, 8C_765/2020 vom 4. März 2021 

E.2.3, 8C_774/2020 vom 19. Februar 2021 E.2.3, 8C_552/2020 vom 

16. Dezember 2020 E.3.2, sowie 8C_154/2016 vom 7. Juni 2016 E.4.1.2, 

8C_681/2011 vom 27. Juni 2012 E.3.3, 8C_601/2011 vom 9. Januar 2012 

- 18 -

E.3.2.2, 8C_735/2009 vom 2. November 2009 E.5.1, je mit weiteren 

Hinweisen).

4.1. Der Versicherungsmediziner, Dr. med. J._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates/Vertrauensarzt SGV, beurteilt am 2. März 2021 

unter Hinweis auf die seit 2013 bekannte multiple Diskopathie und 

Spondylarthrosen, Diskusprotrusion L4/5 den Status quo sine als nach 

sechs Monaten nach dem Unfallereignis am 30. April 2021 erreicht. Er 

sieht im MRT von 2018 keine Traumazeichen (vgl. Bg-act. 30).

4.2. Der Versicherungsmediziner, Dr. med. K._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates/Vertrauensarzt SGV, führt am 13. April 2021 

schlüssig und nachvollziehbar aus, aufgrund des minimalen 

Schadensbildes am Fahrzeug der Beschwerdeführerin nach Heckkollision 

und des Fehlens eines bei einer Heckkollision praktisch immer 

vorkommenden kraniozervikalen Beschleunigungstraumas habe es sich 

um eine Kollision mit einem geringen Delta V gehandelt. Das Ereignis sei 

vom Schweregrad und infolge des Schutzes der LWS durch die Rücklehne 

nicht geeignet gewesen, eine lumbale Diskushernie zu verursachen. Die 

Beschwerdeführerin habe eine Kontusion der Lendenwirbelsäule erlitten. 

Es habe aber eine Diskushernie L4/L5 vorbestanden. Bereits 2013 seien 

kernspintomografisch eine Schädigung der Lendenwirbelsäule festgestellt 

worden. Es sei im MRI vom 31. Oktober 2018 auch kein Nachweis von 

unfallkausalen strukturellen Läsionen vorhanden. Durch das Ereignis sei 

es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden 

Diskushernie L4/5 gekommen. Bereits 2013 seien kernspintomographisch 

eine Diskopathie der unteren drei Segmente mit flacher medialer 

Diskushernie auf der Höhe L4/5 und Pelottierung des Duralschlauches, 

eine Protrusion mit medianem Anulusriss Bandscheibe L4/S1, eine leichte 

- 19 -

Diskopathie und Protrusion L3/4 und Spondylarthrosen v.a. L5/S1 

festgestellt worden. Der mutmassliche Zustand, wie er beim 

schicksalsmässigen Verlauf des Vorzustandes auch ohne Ereignis 

eingetreten wäre (Status quo sine), sei sechs Monate nach dem Ereignis 

erreicht gewesen (vgl. Bg-act. 36).

5. Es ist zu prüfen, ob die (fach-)ärztlichen Einschätzungen von 

Dr. med. G._____, der Klinik I._____ und des H._____ zumindest geringe 

Zweifel an den versicherungsmedizinischen Beurteilungen der beiden 

Versicherungsmediziner, Dr. med. J._____ und Dr. med. K._____, zu 

wecken vermögen.

5.1 Der Befund im Arztzeugnis UVG vom 9. November 2018 von Hausärztin 

Dr. G._____ über ihre Hauskonsultation vom 29. Oktober 2018, d.h. drei 

Tage nach dem Unfallereignis, lautete bei diagnostiziertem akutem 

lumbovertebralem Schmerzsyndrom nach LWS Kontusion am 26. Oktober 

2018 wie folgt: LWS kaum druckdolent, insbesondere kein Klopf- oder 

Schüttelschmerz. Beweglichkeit nur eingeschränkt beurteilbar, da im 

Liegen im Bett untersucht. Aufstehen nicht möglich. Hypästhesie am 

lateralen und ventralen Oberschenkel sowie Druckdolenz auch gluteal 

rechts (nach i.m. Injektion). Keine radikulären Ausfälle, sonst 

Muskeleigenreflexe symmetrisch auslösbar (vgl. Bg-act. 10). Dabei ist 

festzuhalten, dass die behandelnde Hausärztin, Dr. med. G._____, am 

9. November 2018 die Kausalität der Beschwerden als ausschliessliche 

Unfallfolgen bejahte – ohne dies jedoch weiter zu begründen (vgl. Bg-

act. 10) –, während die (Fach-)Ärztinnen der Neurochirurgie des H._____ 

am 8. November 2018 die Kausalität als "unklar" bezeichneten (vgl. Bg-

act. 11). Übereinstimmend sahen die Hausärztin Dr. med. G._____ wie 

auch das H._____ eine konservative Therapie mit Analgesie und 

Physiotherapie vor (vgl. Bg-act. 10, 11).

- 20 -

5.2 Im Austrittsbericht des H._____ vom 3. November 2018 der 

neurochirurgischen Abteilung, Dres. L._____ und M._____, findet sich die 

Diagnose einer nach kranial luxierten Diskushernie L4/5 rechts mit 

Nervenwurzelkompression. Es findet sich darin auch der Hinweis auf 

bekannte chronische Lumbalgien nach Auffahrunfällen in der Kindheit und 

Jugend sowie der Verweis auf das MRI der LWS aus dem Jahr 2013. 

Damals wurde eine Diskopathie der unteren drei Segmente mit flacher 

medianer Diskushernie L4/5 und Pelottierung des Duraschlauches sowie 

eine Protrusion mit medianem Anulusriss der Bandscheibe L5/S1 sowie 

eine leichte Diskopathie und Protrusion L3/4 und Spondylarthrosen vor 

allem L5/S1 mässigen Grades erkannt (MRI LWS vom 4. März 2013; Bg-

act. 8). Die (Fach-)Ärztinnen beschreiben echtzeitlich, dass bei 

anamnestischer Schmerz-Intensivierung übers Wochenende gleich im 

Anschluss an das Unfallereignis eine Selbstvorstellung in der Praxis 

N._____ erfolgte und eine radiologische Untersuchung der LWS 

unauffällig gewesen sei. Ein Hausbesuch durch die Hausärztin am 

28. Oktober 2018 und die dabei verordnete Analgesie (Ibuprofen, 

Ecofenac, Tramal [recte wohl Tramadol, vgl. Dr. med. G._____ am 

9. November 2018, Bg-act. 10 S. 2]) hätten zu keiner Besserung 

verholfen, was zur Zuweisung ins H._____ geführt habe. Die 

Beschwerdeführerin beklage auch eine Hypästhesie am gesamten 

rechten Bein. Weitere Schmerzen würden verneint. Bei Schmerzen im 

Bereich der rechten Hüfte sowie des Iliosakralgelenks rechts erfolgte eine 

radiologische Beckenübersichtsaufnahme, welche keinen Hinweis auf 

eine ossäre Mitbeteiligung gezeigt habe. Entsprechend stellten die (Fach-

)Ärztinnen den Befund, sie gingen am ehesten von einer 

posttraumatischen Myalgie bei muskuloskelettalen Verspannungen aus. 

Die stationäre Aufnahme sei erfolgt zur analgetischen Therapie und 

Mobilisation durch die Physiotherapie. Der Verlauf des Spitalaufenthalts 

habe dazu geführt, dass die Beschwerdeführerin bei Austritt 

- 21 -

beschwerdearm und mit regredienten Rückenschmerzen gewesen sei. 

Empfohlen wurde die ambulante Weiterführung der Physiotherapie, bei 

keinen formellen Einschränkungen bezüglich Hebens und Tragens von 

Lasten, wobei gemäss Instruktion der Physio auf rückenschonendes 

Verhalten geachtet werden sollte; ebenso sollte die analgetische Therapie 

(Ibuprofen, Pantozol, Dafalgan, Minalgin) angepasst und reduziert werden 

im ambulanten Verlauf (vgl. Bg-act. 7).

5.3 Nach Erteilung der Kostengutsprache befand sich die Beschwerdeführerin 

vom 10. November 2018 bis zum 8. Dezember 2018 in der Klinik I._____ 

in stationärer Behandlung (Bg-act. 20). Diagnostiziert wurde u.a. ein 

sensomotorisches lumboradikuläres Syndrom L4 und L5 rechts. Während 

die Beschwerdeführerin bei Eintritt in die Klinik I._____ noch über 

Schmerzen unter der etablierten analgetischen Therapie, bei 

Schmerzlokalisation lumbal paravertebral rechts in Höhe LWK4 sowie 

LWK5/SWK1 mit Ausstrahlung in das Gesäss sowie in den ventralen 

Oberschenkel bis zum Knie berichtete, zudem 

Sensibilitätseinschränkungen im Dermatom L5 rechts beschrieb und ein 

deutlich hinkendes Gangbild vorlag, nahm sie nach Anpassen der 

Analgesie und initialer Etablierung einer Kortisonstosstherapie mit 

Prednison, engagiert und auch sehr motiviert an den angebotenen 

Therapien im Rahmen des multimodalen stationären 

Rehabilitationsprogrammes teil und konnte sehr gute Fortschritte in der 

Steigerung der Muskelkraft und Mobilisierung erzielen. Der positive 

Verlauf in der Klinik I._____ zeigte sich auch dadurch, dass die 

Beschwerdeführerin die Gewichtsbelastungen in den Trainingseinheiten 

kontinuierlich steigern konnte und im täglichen durchgeführten Gehtraining 

eine deutliche Erweiterung der Gehstrecke und des Gehtempos, sowohl 

in der Ebene als auch beim Treppenlaufen innerhalb und ausserhalb der 

Klinik, erreicht werden konnte. Bei Austritt war das Trendelenburghinken 

- 22 -

fast nicht mehr vorhanden und auch die muskulären Defizite der unteren 

Extremität waren regredient. Insgesamt konnte die Beschwerdeführerin 

ihre allgemeine Kraft und Ausdauer verbessern. Bei Austritt war sie sicher 

mobil in allen Ebenen bei noch minimem Hinken und leichtem muskulärem 

Defizit des rechten Quadrizeps. Die Fussheberschwäche war bei Austritt 

nicht mehr vorhanden. Als Prozedere wurde das Weiterführen der 

ambulanten Physiotherapie und medizinischen Trainingstherapie sowie 

des erlernten Heimübungsprogramms als auch das Absetzen der (bereits 

reduzierten) Analgesie (Pantoprazol, Olfen) im weiteren Verlauf festgelegt 

(Bg-act. 20).

5.4 Auch die ambulante Untersuchung im H._____ vom 11. Dezember 2018 

ergibt anamnestisch, dass die Beschwerdeführerin von einer vollständigen 

Regredienz der lumboradikulären Schmerzen und von einer vollständigen 

Erholung des Kraftdefizits berichte, lediglich im Schienbeinbereich 

bestehe noch eine deutliche Sensibilitätsminderung. Sie habe am Vortag 

ihre Arbeitstätigkeit in reduziertem Ausmass wieder aufgenommen. Sie sei 

mit dem Verlauf und vor allem mit dem Vermeiden einer Operation sehr 

zufrieden (Bg-act. 22 S. 1). Damit weise sie einen höchst erfreulichen 

Verlauf nach konservativer Therapie einer Diskushernie auf Höhe LWK4/5 

rechts auf.

5.5 Die Haftpflichtversicherung hat die Schäden am Fahrzeug der 

Beschwerdeführerin, die kaum sichtbar sind und aus Kratzern oder Beulen 

bestehen (vgl. Expertise z.Hd. der P._____ Versicherung Bg-act. 16 S. 2, 

16 S. 9-19), übernommen. Das Ereignis ist – soweit ersichtlich und 

relevant – als Bagatelle zu qualifizieren; die kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung lag überwiegend wahrscheinlich unterhalb von 

10 km/h. Darauf lässt auch die Aussage der Beschwerdeführerin 

gegenüber ihrer Hausärztin Dr. med. G._____ am 29. Oktober 2018 

- 23 -

schliessen, wonach das andere Auto nicht mit grosser Geschwindigkeit in 

ihr Auto gefahren sei (Bg-act. 10).

5.6 Den Versicherungsmedizinern Dr. med. J._____ und Dr. med. K._____ 

lagen unbestrittenermassen alle für die Beurteilung notwendigen 

medizinischen Unterlagen samt den Berichten über den Vorzustand vor. 

Sie gelangen übereinstimmend und widerspruchsfrei zum Schluss, dass 

der Status quo sine spätestens sechs Monate nach dem Ereignis am 

30. April 2019 erreicht war. Der Unfall habe lediglich zur Aktivierung und 

vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden Diskushernie 

geführt, nicht aber zu einer richtunggebenden Verschlimmerung des 

Vorzustandes. Bereits im Jahr 2013 sei kernspintomographisch eine 

Schädigung der Lendenwirbelsäule festgestellt worden.

5.7 Der Umstand, dass es sich bei den Stellungnahmen der beiden 

Versicherungsmediziner um Aktenbeurteilungen handelt, tut dem 

Beweiswert im vorliegenden Fall keinen Abbruch, sind doch auch reine 

Aktengutachten beweiskräftig, sofern sie ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status abgeben, was in casu zu 

bejahen ist. Überdies liegt unbestrittenermassen ein lückenloser Befund 

vor und es geht im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung 

eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts, womit die 

direkte ärztliche Befassung mit der Beschwerdeführerin als versicherter 

Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_253/2023 vom 7. August 2023 E.3 m.w.H.). Es ist unbestritten und es 

liegen keine andersgearteten Anhaltspunkte vor, dass den beiden 

Versicherungsmedizinern Dr. med. J._____ und Dr. med. K._____ der 

lückenlose Befund über die Gesundheitsschädigung der 

Beschwerdeführerin vorlag, inklusive Vorzustand, wie er bereits im Jahr 

2013 erhoben worden war. Sie beide sind Fachärzte auf dem Gebiet der 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

- 24 -

und konnten somit aus fachärztlicher Sicht den medizinischen Sachverhalt 

beurteilen, ohne dass eine direkte ärztliche Befassung mittels klinischer 

Untersuchung der Beschwerdeführerin notwendig gewesen wäre. Sie 

waren imstande, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein 

vollständiges Bild zu verschaffen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_414/2019 vom 25. September 

2019 E.2.2.1, 8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 mit Hinweisen), 

ohne dass eine Einsichtnahme in die Bildgebung vonnöten gewesen wäre 

bzw. eine solche zu anderen Schlüssen geführt hätte. Unter Hinweis auf 

das Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2020 vom 19. Februar 2021 E.3, in 

dem bei einem ähnlich gelagerten Heckauffahrunfall (wobei dort zusätzlich 

ein Schleudertrauma Grad II diagnostiziert wurde!), die stossbedingte 

Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von zwischen 13.3 und 18.3 km/h als 

nicht geeignet eingestuft wurde, eine Diskushernie zu verursachen (vgl. 

auch Urteil des Bundesgerichts 8C_154/2016 vom 7. Juni 2016 E.4.1.2), 

darf vorliegendenfalls gestützt auf die Akten bzw. unwidersprochen 

gebliebenen Äusserungen des Versicherungsmediziners, 

Dr. med. K._____, von einer geringeren Geschwindigkeitsänderung 

ausgegangen werden, welche keine besondere Schwere aufwies und 

somit nicht geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe 

herbeizuführen. Traumatische strukturelle Läsionen, die eine 

richtunggebende Verschlimmerung insbesondere auch röntgenologisch 

ausgewiesen hätten, sind mit dem echtzeitlichen MRI vom 31. Oktober 

2018, worin explizit festgehalten wurde, dass keine Fraktur vorliegt (vgl. 

Bg-act. 7), nicht beschrieben worden. Sodann ist zu berücksichtigen, dass 

der Beschwerdeführerin bereits im Jahr 2013 eine Diskopathie der 

untersten drei Segmente mit flacher medianer Diskushernie L4/5 und 

Pelottierung des Duralschlauches sowie der Protrusion mit medianem 

Anulusriss der Bandscheibe L5/S1 sowie eine leichte Diskopathie und 

Protrusion L3/4 und Spondylarthrosen vor allem L5/S1 mässigen Grades 

- 25 -

diagnostiziert wurden (vgl. hierzu den Arztbericht von Dr. med. O._____, 

Facharzt für Radiologie, vom 4. März 2013 [Bg-act. 8]). Die Aktivierung 

dieses degenerativen Vorzustands, ist mit dem Auffahrunfall vom 

26. Oktober 2018 nachvollziehbarerweise bejaht worden. Die 

Beschwerdeführerin tut jedoch nicht substanziiert dar, worin die 

objektivierbare richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen 

Vorzustands läge, welche dem Eintritt eines Status quo sine 

entgegenstünde, und es sind dafür in den Akten keine Anhaltspunkte 

ersichtlich. Zudem liegen auch keine anderslautenden (fach-)ärztlichen 

Beurteilungen vor, die die versicherungsmedizinischen Erkenntnisse in 

Zweifel ziehen oder entkräften würden. Es ist somit auf sie abzustellen, 

was die Beschwerdegegnerin in nicht zu beanstandender Weise getan 

hat.

5.8. Schliesslich sei noch angemerkt, dass vorliegend der Wegfall der 

natürlichen Kausalität der Beschwerden bezogen auf das Unfallereignis 

vom 26. Oktober 2018 zu beurteilen ist, und nicht eine 

Rückfallsproblematik (vgl. Bg-act. 24) nach Behandlungsabschluss, 

weshalb auch das Thema Brückensymptome keiner Weiterungen bedarf.

6.1 In antizipierter Beweiswürdigung sind von einem radiologischen oder 

neurochirurgischen Gutachten keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu 

erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (vgl. BGE 144 V 361 

E.6.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_355/2022 vom 2. November 2022 

E.9.2, 8C_19/2021 vom 27. April 2021 E.7.7, 8C_658/2020 vom 14. 

Januar 2021 E.7). Der Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt.

6.2. Daraus folgt, dass sich der angefochtene Einspracheentscheid als 

rechtens erweist und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

- 26 -

7.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge 

mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 

Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende Verfahren werden keine 

Kosten erhoben. 

7.2. Ein Parteikostenersatz steht der unterliegenden Beschwerdeführerin nicht 

zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]