# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b99042f2-67d2-5a87-ade1-e2dac6e0add5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-04-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 16.04.2008 BK 2008 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2008-17_2008-04-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 16. April 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 08 17

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
Richter Rehli und Hubert 
Aktuar Blöchlinger

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer,

gegen

den Beschwerdeentscheid der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 26. März 
2008, mitgeteilt am 26. März 2008, in Sachen des Beschwerdeführers,

betreffend Ausstandsbegehren gegen Untersuchungsrichter Z.,

hat sich ergeben:

A.1. Am 12. September 2007 stellte A. bei der Kantonspolizei Strafan-
trag gegen X. wegen Körperverletzung, Drohung und Sachbeschädigung. Am 
13. September 2007 stellte alsdann B. bei der Kantonspolizei Graubünden Straf-
antrag gegen X. wegen Drohung. Die Anzeigen beruhen auf einem Vorfall, der 
im Zusammenhang mit der Tätigkeit der drei genannten Personen bei der F. AG 

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steht und sich am 10. bzw. 11. September 2007 ereignet haben soll. Gemäss 
Aussagen von A. und B. soll es am 10. September 2007 wegen der Weigerung 
A.s, den Verkehrsregelposten vor 22.00 Uhr zu verlassen, zu Problemen ge-
kommen sein. X. soll in der Folge A. am 11. September 2007 auf dem Parkplatz 
der Oberen Au in Chur durch Schläge verletzt haben. 

2. Gestützt auf die beiden Strafanzeigen sowie die vorausgehenden 
polizeilichen Ermittlungen - diese beinhalteten auch eine Befragung der betei-
ligten Personen - eröffnete die Staatsanwaltschaft am 27. Dezember 2007 ge-
gen X. ein Strafverfahren. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das 
Untersuchungsrichteramt Chur beauftragt. 

B.1. Mit Verfügung vom 31. Januar 2008 lud der zuständige Untersu-
chungsrichter - lic. iur. Z. - X., B., A. sowie D. (Leiter der Filiale Chur der F. AG) 
auf den 20. Februar 2008 zur Einvernahme vor. 

2. Am 20. Februar 2008 befragte der Untersuchungsrichter zuerst D.. 
Es folgten die Einvernahmen von B. und A.. Alle diese Einvernahmen erfolgten 
im Beisein von X., der auch Gelegenheit erhielt, sich zu den Zeugendepositio-
nen zu äussern. Für die Einvernahmen von D. und B. wurde zudem ein Dol-
metscher beigezogen. Im Anschluss an die vorerwähnten Einvernahmen wurde 
schliesslich X. vom Untersuchungsrichter als Angeschuldigter zur Sache be-
fragt. 

C.1. Mit Schreiben vom 25. Februar 2008 ersuchte X. den Untersu-
chungsrichter sinngemäss um Wiederholung der Einvernahme vom 20. Februar 
2008. Zur Begründung brachte X. vor, er habe sich zur Sache nicht ausreichend 
äussern können, da er nicht genügend deutsch verstehe. Er verlange deshalb, 
dass zur Einvernahme ein Dolmetscher beigezogen werde, der die ser-
bokroatische wie die deutsche Sprache ausreichend beherrsche. 

2. Mit Verfügung vom 4. März 2008 lehnte der Untersuchungsrichter 
das Begehren ab. 

D.1. Mit in serbokroatischer Sprache verfasster Eingabe vom 10. März 
2008, die vom Untersuchungsrichter zur Verbesserung zurückgewiesen wurde, 
bzw. in deutsch abgefasster Eingabe vom 22. März 2008 erhob X. bei der 
Staatsanwaltschaft Graubünden sinngemäss Beschwerde gegen die vorer-
wähnte Verfügung. Gleichzeitig stellte er ein Ausstandsbegehren gegen Unter-
suchungsrichter Z.. 

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Zur Begründung brachte X. im Wesentlichen vor, mit dem am 20. Februar 
2008 anwesenden Übersetzer sei in keiner Weise seiner Muttersprache ent-
sprochen worden. Der Dolmetscher sei nicht fähig gewesen, alles richtig zu 
übersetzen. Schlussendlich habe er -X. - so gut wie möglich auf deutsch geant-
wortet. Er habe alsdann das Protokoll unterschrieben, obwohl er nicht alles rich-
tig verstanden habe. Der Zeuge D. habe am 20. Februar 2008 eine andere Liste 
als Beweis vorgebracht, als jene, die er der Polizei zur Beweisführung überge-
ben habe. Der Untersuchungsrichter habe jedoch die Tatsache, dass es sich 
dabei um ein anderes Dokument gehandelt habe, nicht im Protokoll festgehal-
ten. Ebenfalls nicht ins Protokoll aufgenommen worden sei seine Beschwerde 
über die öffentliche Kundgabe seiner Entlassung durch die F. AG. Bei der Ein-
vernahme des Zeugen B., der ganz klar nicht die Wahrheit ausgesagt habe, 
habe sich Untersuchungsrichter Z. rechtswidrig verhalten, indem er die ge-
machte Aussage nicht Wort für Wort übernommen habe, sondern den Zeugen 
auf fehlende Übereinstimmungen mit der Aussage bei der Polizei hingewiesen 
habe und ihm die Möglichkeit gegeben habe, seine Aussage zu korrigieren. Er 
-X. - habe den Untersuchungsrichter auf diese Tatsache aufmerksam gemacht 
und ihn gebeten, dies ins Protokoll mit aufzunehmen, was Letzter jedoch unter-
lassen habe. Das habe mit Rassismus zu tun. Er habe bei seiner Aussage klar 
und deutlich gesagt, dass A. ihn als „Huara Jugo" beschimpft habe. Dieser ganz 
wichtige Punkt sei - anscheinend weil der Untersuchungsrichter das vergessen 
habe - erst nicht ins Protokoll aufgenommen worden. Erst als er den Untersu-
chungsrichter nochmals darauf hingewiesen habe, sei eine entsprechende Kor-
rektur erfolgt. 

2. Mit Verfügung vom 26. März 2008 wies die Staatsanwaltschaft das 
Ausstandsbegehren gegen Untersuchungsrichter Z. ab. Zur Begründung wurde 
ausgeführt, X. sei bei allen Befragungen das Recht zur Teilnahme zugestanden 
worden und aus den diesbezüglichen Protokollen gehe hervor, dass seine 
Rechte dabei gewahrt worden seien. Die von X. geäusserte Meinung, der Un-
tersuchungsrichter sei aus rassistischen Motiven gegen ihn eingestellt, sei durch 
nichts erhärtet. Ein objektiver Grund, das Verfahren einem anderen Untersu-
chungsrichter zu übertragen, bestehe nicht. 

E.1. Gegen diesen Entscheid erhob X. am 4. April 2008 Beschwerde 
bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden. 

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Auf die Beschwerdebegründung und die Ausführungen im angefochte-
nen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

2. Das Kantonsgerichtspräsidium Graubünden hat am 8. April 2008 
bei der Staatsanwaltschaft Graubünden die Akten des Strafverfahrens angefor-
dert. Auf das Einholen einer Vernehmlassung wurde verzichtet. 

3. Mit separater, ebenfalls am 26. März 2008 ergangener Verfügung 
wies die Staatsanwaltschaft Graubünden auch die Beschwerde gegen den Ent-
scheid des Untersuchungsrichters betreffend Beizug eines Dolmetschers ab. 
Auch diesen Entscheid hat X. mit seiner Eingabe vom 4. April 2008 bei der Be-
schwerdekammer angefochten. Nachdem letztlich zwei von einander zu tren-
nende Anfechtungsobjekte vorliegen, bildet die diesbezügliche Beschwerde Ge-
genstand eines separat geführten Beschwerdeverfahrens. 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1. Nach aArt. 74a Abs. 2 der Strafprozessordnung des Kantons 
Graubünden (StPO, BR 350.000) in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fas-
sung entschied die Staatsanwaltschaft über bestrittene Ausstandsfragen bei 
Untersuchungsorganen endgültig. Gemäss dem per 1. Januar 2008 in Kraft ge-
tretenen Art. 74a Abs. 2 StPO kann der Entscheid der Staatsanwaltschaft in 
Ausstandsfragen nunmehr innert 10 Tagen an das Kantonsgericht weitergezo-
gen werden. Damit räumt das Gesetz dem Betroffenen neu die Möglichkeit ein, 
Ausstandsentscheide der Staatsanwaltschaft wegen Rechtswidrigkeit und Un-
angemessenheit mittels der Beschwerde im Sinne von Art. 138 f. StPO bei einer 
richterlichen Behörde anzufechten. Die Beschwerde an das Kantonsgericht hat 
gemäss Art. 139 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 des Gesetzes 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG, BR 370.100) den Antrag und eine Be-
gründung zu enthalten hat. Es ist zu sagen, welche Punkte angefochten und 
worin die Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit erblickt wird. Die Begrün-
dung muss sich dabei aus der Eingabe selbst ergeben (PKG 2004 Nr. 19 E. 
4.b); W. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubün-
den, 1996, S. 343 mit Hinweisen). Die Vorinstanz legte im angefochtenen Ent-
scheid dar, weshalb dem Ausstandsbegehren von X. nicht zu entsprechen ist. 
Mit diesen Ausführungen setzt sich der Berufungskläger nicht auseinander. Er 
legt nicht dar, weshalb die von der Vorinstanz gewonnene Erkenntnis im Einzel-
nen falsch sein soll. Indem der Beschwerdeführer die Einvernahme vom 20. Fe-

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bruar 2008 bemängelt und vorbringt, das Vorgehen des Untersuchungsrichters 
habe klar einen rassistischen Hintergrund, beschränkt er sich darauf, die bereits 
im vorinstanzlichen Verfahren vorgetragenen Ausführungen zu wiederholen. 
Seine Kritik ist rein appellatorisch, weshalb auch nicht auf sein Rechtsmittel ein-
getreten werden kann. 

2. Selbst wenn der fehlenden Begründung keine Beachtung zu 
schenken wäre (vgl. zu den Anforderungen an die Rechtsmitteleingabe eines 
Laien PKG 1999 Nr. 26) und die Beschwerdekammer den Entscheid der Staats-
anwaltschaft von sich aus einer Überprüfung unterziehen würde, bestünde kein 
Anlass zu einer Korrektur. 

a) In welchen Fällen ein Untersuchungsorgan in den Ausstand zu tre-
ten hat, beantwortet sich grundsätzlich nach den diesbezüglichen Bestimmun-
gen des kantonalen Verfahrensrechts. Art. 74a Abs. 1 lit. b StPO sieht dabei 
unter anderem dann eine Ausstandspflicht vor, wenn ein Untersuchungsorgan 
zum Angeschuldigten in einem Feindschaftsverhältnis steht. Daneben besteht 
aber auch ein grundrechtlicher Anspruch auf Unabhängigkeit und Objektivität 
von Untersuchungs- und Anklagebehörden. Nehmen Untersuchungsrichter ihre 
Funktion als Strafuntersuchungs- oder Anklagebehörde wahr, ist die Ausstands-
pflicht aufgrund von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft (BV, SR 101) zu beurteilen. Demgemäss hat jede Person in 
Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und 
gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist. Die 
Tätigkeit des Untersuchungsrichters im Rahmen der Strafuntersuchung ist nicht 
gleichzusetzen mit der richterlichen Tätigkeit. Hinsichtlich der Unparteilichkeit 
des Untersuchungsrichters im Sinne von Unabhängigkeit und Unbefangenheit 
kommt Art. 29 Abs. 1 BV allerdings ein mit Art. 30 Abs. 1 BV, welcher die rich-
terliche Unabhängigkeit gewährleistet, ein weitgehend übereinstimmender Ge-
halt zu. Ein Untersuchungsrichter kann daher abgelehnt werden, wenn Um-
stände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit 
und Voreingenommenheit erwecken (BGE 127 I 196 2b S. 198). 

Der Anschein der Befangenheit kann durch unterschiedliche Umstände 
und Gegebenheiten entstehen. Dazu können in entsprechendem Zusammen-
hang grundsätzlich auch Fehler in der Verfahrensführung zählen. Verstösse ge-
gen die Verfahrensordnung sind zwar in erster Linie in dem dazu vorgesehenen 
Rechtsmittelverfahren bei der übergeordneten Instanz zu rügen. Deren Aufgabe 
besteht gerade darin, entsprechende Mängel zu beheben und auf diese Weise 

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für ein faires Verfahren zu sorgen. Dies bedeutet unter anderem, dass nicht 
sämtliche umstrittenen Anhaltspunkte oder etwa Fragen der Sachverhaltswür-
digung im Ausstandsverfahren zu beurteilen wären. Anders verhält es sich le-
diglich, wenn besonders krasse und wiederholte Irrtümer vorliegen, die einer 
schweren Amtspflichtverletzung gleichkommen und sich einseitig zu Lasten ei-
ner der Prozessparteien auswirken können (BGE 125 Ia 119 E. 3e S. 124, mit 
Hinweisen). Diesfalls kann eine fehlerhafte Verfahrensführung den Anschein 
der Befangenheit erwecken und - trotz oberinstanzlicher Korrektur - eine Verlet-
zung von Art. 29 Abs. 1 BV darstellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1P.156/2006 vom 12. Mai 2006 E. 2.2.1 f. mit zahlreichen Hinweisen). Im Inter-
esse einer beförderlichen Rechtspflege sind Ablehnungs- und Ausstandsbegeh-
ren gegen Justizpersonen jedoch nicht leichthin gutzuheissen, zumal eine Be-
willigung der Begehren zur Komplizierung und Verzögerung des Verfahrens 
führen kann (Urteil des Bundesgerichts 1P.709/2005 vom 21. Februar 2006 E. 
3.1).

b) Im vorinstanzlichen Verfahren schilderte der Beschwerdeführer 
verschiedene Gegebenheiten der Einvernahmen vom 20. Februar 2008, an-
hand welcher er auf eine Befangenheit des Untersuchungsrichters schloss. We-
der einzeln noch in der Gesamtsicht vermögen die dargelegten Gründe indes-
sen objektiv Anzeichen einer Befangenheit des Untersuchungsrichters darzu-
stellen. 

ba) Der Beschwerdeführer hält dem Untersuchungsrichter vor, er habe 
ihm zu Unrecht den Beizug eines Übersetzers verweigert. Mit diesem Vorwurf 
hat sich die Beschwerdekammer ausführlich im Beschwerdeverfahren BK 08 16 
auseinandergesetzt. Die Beschwerdekammer gelangte dabei zur Auffassung, 
der Untersuchungsrichter habe aufgrund der guten Deutschkenntnisse des Be-
schwerdeführers zu Recht auf den Beizug eines Dolmetschers verzichtet. Es 
besteht folglich auch kein Anlass, das Nichtbestellen eines (anderen) Überset-
zers als Anzeichen einer Befangenheit des Untersuchungsrichters zu würdigen. 

bb) Der Beschwerdeführer führt aus, der Zeuge D., Leiter der Filiale 
Chur der F. AG, habe bei seiner Einvernahme eine andere Liste angebracht, als 
jene, welche er der Polizei zur Beweisführung übergeben habe. Dass es sich 
um ein anderes Dokument gehandelt habe, sei vom Untersuchungsrichter je-
doch nicht protokolliert worden. Ebensowenig habe der Untersuchungsrichter 
festgehalten, dass er -X. - sich gegen das öffentliche Anprangern seiner Entlas-
sung seitens der F. AG beschwert habe. 

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Der Beschwerdeführer bezieht sich mit diesem Vorhalt offenbar auf das 
Anschlagblatt, mit welchem die F. AG ihre Mitarbeiter in M. im Anschluss an den 
Vorfall darüber informierte, dass X. nicht mehr für das Unternehmen tätig ist. 
Diesbezüglich gilt darauf hinzuweisen, dass die F. AG dem Untersuchungsrich-
teramt bereits am 30. Januar 2008 diverse Unterlagen zur Verfügung stellte (vgl. 
act. 1.3), aus denen mit genügender Klarheit hervorgeht, dass X. mit dem Vor-
gehen seiner Arbeitgeberin nach den Vorfällen vom 11./12. September 2007 
nicht einverstanden war. Namentlich sind darin zwei Schreiben des Rechtsver-
treters von X. enthalten, in welcher sich dieser für seinen Mandanten wegen der 
Kündigung und die Art der Information der Mitarbeiter durch die F. zur Wehr 
setzt. Weitere Unterlagen wurden weder von der F. noch von ihrem Filialeiter D. 
anlässlich der Befragung vom 20. Februar 2008 zu den Akten gegeben. Dass 
sich der Zeuge D. bei der Befragung auf eigene Unterlagen stützte, wurde im 
Protokoll ausdrücklich vermerkt (vgl. act. 5.1. S. 2). Gegenstand der strafrecht-
lichen Untersuchung bildet alsdann das Verhalten von X. am 10./11. September 
2007 gegenüber seinen damaligen Mitarbeitern B. und A.. Diesbezüglich ist ir-
relevant, ob der Beschwerdeführer mit den Konsequenzen, welche seine Arbeit-
geberin im Anschluss an diesen Vorfall zog, einverstanden ist oder nicht. Wenn 
der Untersuchungsrichter unter diesen Umständen darauf verzichtete, den er-
neuten Protest des Beschwerdeführers gegen seine Arbeitgeberin zu 
protokollieren und sich darauf beschränkte, den Filialleiter zum eigentlichen Vor-
fall vom 10./11. September zu befragen, lässt sich dies offenkundig nicht als 
Ausdruck einer möglichen Befangenheit würdigen. 

bc) Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, der Untersu-
chungsrichter habe die Aussage von B., der klar nicht die Wahrheit ausgesagt 
habe, nicht Wort für Wort protokolliert und habe dem Zeugen durch Vorlesen 
seiner früheren Aussage bei der Polizei immer wieder Gelegenheit gegeben, 
seine Aussage zu korrigieren. Grundsätzlich gilt darauf hinzuweisen, dass der 
Beschwerdeführer das diesbezügliche Protokoll (act. 5.2) unterzeichnet hat, 
was ohne weiteres als Beleg dafür angesehen werden kann, dass zu jenem 
Zeitpunkt keine Einwände gegen das Vorgehen des Untersuchungsrichters be-
standen. Alsdann ist der Untersuchungsrichter von Gesetzes wegen befugt, nur 
diejenigen Fragen und Aussagen zu protokollieren, die er selbst als wesentlich 
erachtet. Eine wörtliche Widergabe von einzelnen Fragen und Antworten erfolgt 
nur ausnahmsweise (Art. 87 Abs. 1 StPO). Die untersuchungsrichterliche Befra-
gung dient nachgerade auch dazu, Widersprüche zu früheren Aussagen zu 
klären (vgl. Peter Schumacher, Der Zeugenbeweis - Eigenarten und Technik der 

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Befragung, HAVE 2007, S. 88). Dies führt zwangsläufig dazu, dass der Zeuge 
mit einer abweichenden früheren Aussage konfrontiert werden muss. Dass der 
Zeuge vom Protokoll seiner polizeilichen Aussage Kenntnis nehmen konnte, 
wurde dabei vom Untersuchungsrichter in der Einvernahme gleich zu Beginn 
ausdrücklich vermerkt (vgl. act. 5.2 S. 2). Desgleichen wurden die Einwände, 
welche der Beschwerdeführer in Bezug auf die Richtigkeit der Zeugenaussage 
erhob, ins Protokoll aufgenommen. Allein der Umstand, dass der Beschwerde-
führer nach wie vor die Richtigkeit der Deposition von B. bestreitet und im Ge-
gensatz zum Zeugen eine völlig normal verlaufene Rückfahrt nach Chur schil-
dert, stellt weder einen Grund dar, dem Untersuchungsrichter ein Fehlverhalten 
bei der Protokollierung vorzuhalten, noch ergeben sich aus der Befragung des 
Zeugen Anhaltspunkte, welche in irgend einer Form auf eine Befangenheit des 
Untersuchungsrichters schliessen liessen. 

c) Dass A. den Beschwerdeführer beschimpft haben soll, wurde im 
Protokoll der Einvernahme vermerkt (vgl. act. 5.3. S. 3). Ob der Vorhalt erst auf 
entsprechenden Einwand des Beschwerdeführers erfolgte, lässt sich dem Pro-
tokoll nicht entnehmen, ist aber auch nicht weiter relevant. Der Untersuchungs-
richter hat die Behauptung des Beschwerdeführers jedenfalls berücksichtigt. Er 
hat diese sogar wörtlich protokolliert, was zeigt, dass er der Wichtigkeit, welcher 
der Beschwerdeführer der Beschimpfung beimisst, in besonderem Mass Rech-
nung trug. Entsprechend wenig ergibt sich daraus der Anschein der Befangen-
heit. 

3. Zusammenfassend gilt demnach festzustellen, dass sich der 
Untersuchungsrichter gegenüber dem Beschwerdeführer anlässlich der Einver-
nahme vom 20. Februar 2007 korrekt verhielt. Die vom Beschwerdeführer vor-
gebrachten Einwände vermögen weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit den 
Vorwurf der Befangenheit zu rechtfertigen, weshalb die Staatsanwaltschaft 
Graubünden das Ausstandsbegehren auch zu Recht abgelehnt hat. 

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens von Fr. 400.-- zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 
Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 3 lit. c der Verordnung über Gebühren und Entschä-
digung der im Strafverfahren mitwirkenden Personen sowie das Rechnungswe-
sen (BR 350.230) beträgt die Gerichtsgebühr im Verfahren vor Kantonsgericht 
als Beschwerdeinstanz zwischen Fr. 80.-- bis Fr. 5'000.--. Mit der Beschränkung 
der Kosten auf den Betrag von Fr. 400.-- wird dem Umstand, dass die Beschwer-
dekammer bei der zweiten, vom Beschwerdeführer anhängig gemachten Be-

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schwerde grundsätzlich denselben Sachverhalt und die gleiche Aktenlage zu 
würdigen hat, angemessen Rechnung getragen. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 400.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers. 

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 82 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Schweizerische Bundesgericht geführt werden. 
Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwer-
delegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Be-
schwerde gelten die Art. 29 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG. 

4. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von  Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar