# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 640d66b4-b5cd-59bd-a1d8-4dacaf3d291f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 10.12.2021 BRGE I Nrn. 0195-0196/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nrn--0195-019_2021-12-10.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

 

 

 
 
 
G.-Nrn. R1S.2021.05073 und R1S.2021.05078 
BRGE I Nr. 0195/2021 und 0196/2021     

 
 
  Entscheid vom 10. Dezember 2021      
 
 
 

Mitwirkende Abteilungspräsident Walter Linsi, Baurichter Claude Reinhardt, Baurichterin 
Beatrice Bosshard, Gerichtsschreiber Fabian Vonlanthen     

 
 

in Sachen Rekurrierende 

R1S.2021.05073 

1. V. E., […]  
2. S. E., […]  
3. M. K., […]  

Nrn. 1 – 3 vertreten durch […] 

R1S.2021.05078 

4.    P. F., […] 

Nr. 4 vertreten durch […] 

 

gegen Rekursgegnerschaft 

1. Baubehörde X, […] 
2. B. Z. und A. D., […] 

R1S.2021.05073 

Nr. 2 vertreten durch […] 

 

betreffend […] Baubewilligung für Neubau Subterrain-Haus, […] 
______________________________________________________ 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Entscheid vom 1. Juni 2021 erteilte die Baubehörde X B.Z. und A.D. die 

baurechtliche Bewilligung für den Neubau eines Subterrain-Hauses auf dem 

Grundstück Kat.-Nr. 1 an der B.-Strasse 8 in X. 

B. 

Gegen diesen Entscheid erhoben V.E., S.E. und M.K. mit gemeinsamer Ein-

gabe vom 7. Juli 2021 fristgerecht Rekurs beim Baurekursgericht des Kan-

tons Zürich und beantragten die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, 

eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurtei-

lung, unter Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegner (Verfahren G.-

Nr. R1S.2021.05073). 

Mit Eingabe vom 8. Juli 2021 erhob auch P.F. Rekurs gegen den genannten 

Entscheid und beantragte eine Abänderung von Dispositiv-Ziffer I/B/1 und 

I/B/2 des angefochtenen Entscheids. In prozessualer Hinsicht stellte er den 

Antrag, das Verfahren sei zu sistieren (Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05078). 

C. 

Mit Präsidialverfügungen vom 9. Juli 2021 und 13. Juli 2021 wurde von den 

Rekurseingängen Vormerk genommen. Der Rekurs im Verfahren G.-Nr. 

R1S.2021.05078 wurde als vorsorglich eingereicht behandelt und antrags-

gemäss sistiert. Im Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05073 wurde das Vernehm-

lassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit Eingabe vom 10. August 2021 reichten die privaten Rekursgegner im 

Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05073 ihre Vernehmlassung ein und beantrag-

ten die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. Die Vorinstanz 

beantragte mit Vernehmlassung vom 11. August 2021 ebenfalls die Abwei-

sung des Rekurses. 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 3 

E. 

Mit Replik vom 22. September 2021 und Dupliken vom 14. bzw. 18. Oktober 

2021 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 

F. 

Auf die Parteivorbringen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1.1. 

Die Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05073 sind allesamt Ei-

gentümer oder Miteigentümer von Liegenschaften, die unmittelbar an das 

Baugrundstück angrenzen (L.-Strasse 3, 5 und 7), womit sie zweifellos über 

die legitimationsbegründende besondere Beziehungsnähe verfügen. Die pri-

vaten Rekursgegner machen jedoch geltend, den Rekurrierenden fehle es 

an einem schutzwürdigen Interesse an der Aufhebung oder Änderung der 

Baubewilligung. 

1.2. 

Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene 

Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung 

oder Änderung hat (§ 338a Satz 1 des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). 

Mit dieser Umschreibung der Legitimation verlangt das Gesetz zunächst, 

dass der Rekurrent über eine hinreichend enge nachbarliche Raumbezie-

hung zum Baugrundstück bzw. den dort vorgesehenen Bauten und Anlagen 

verfügt, kraft derer er stärker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit von 

der angefochtenen Anordnung betroffen ist. Ob eine legitimationsbegrün-

dend enge Raumbeziehung zu bejahen ist, hängt auch von der Art der gel-

tend gemachten oder sich sonst aus den Akten ergebenden Einwirkungen 

auf das rekurrentische Grundstück ab (Martin Bertschi, in: Kommentar VRG, 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 4 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 21 Rz. 10 ff. und 53 ff., auch zum Folgen-

den). 

Das vom Gesetz alsdann verlangte schutzwürdige Interesse (Anfechtungs-

interesse) setzt voraus, dass der Rekurrent mit der Gutheissung des Rechts-

mittels einen Nutzen erlangt bzw. einen Nachteil abwendet. Soweit das 

Rechtsmittel mit hierzu von vornherein ungeeigneten Rügen begründet wird, 

fehlt es am schutzwürdigen Interesse. Dies ist etwa dann der Fall, wenn ein 

geltend gemachter Projektmangel bloss eine für den Rekurrenten bedeu-

tungslose Nebenbestimmung zur Folge hätte. 

Das Interesse des Rekurrenten kann rechtlicher oder tatsächlicher Natur 

sein. Allerdings vermag nicht jeder noch so geringfügige Nachteil ein schutz-

würdiges Interesse zu begründen (BRGE II Nr. 0124/2013 in BEZ 2013 Nr. 

46; www.baurekursgericht-zh.ch). Der angestrebte Nutzen muss stets ein ei-

gener und die Betroffenheit eine unmittelbare sein. Schliesslich ist zu verlan-

gen, dass das Anfechtungsinteresse aktuell ist. 

Sind die vorstehend genannten Voraussetzungen erfüllt, können alle Argu-

mente angeführt und Rechtsnormen angerufen werden, die im Ergebnis zu-

mindest zur teilweisen Gutheissung des Rechtmittels und damit zur (teilwei-

sen) Erlangung des angestrebten Nutzens führen können. Dies findet indes 

nur, aber immerhin dort seine Grenze, wo es um die Geltendmachung von 

Mängeln im Baubewilligungsverfahren geht, die nicht den Rekurrenten 

selbst, sondern höchstens Dritte betreffen (BRGE II Nr. 0110/2014 in BEZ 

2014 Nr. 48; www.baurekursgericht-zh.ch). 

1.3. 

Die Rekurrierenden rügen mangelnde wohnhygienische Verhältnisse, einen 

Verstoss gegen die Abgrabungsvorschriften sowie eine ungenügende Ein-

ordnung (§ 238 Abs. 2 PBG). Zwar handelt es sich beim streitgegenständli-

chen Bauvorhaben um ein Subterrain-Haus, das praktisch vollständig ins 

Erdreich eingelassen werden soll. Dennoch tritt das Bauvorhaben auf ver-

schiedene Weise auch oberirdisch und für die Rekurrierenden wahrnehmbar 

in Erscheinung (Hauszugang mit Treppen und Türe, drei nahe der Grund-

stücksgrenze zu liegen kommende Oberlichter, ins Terrain eingelassenes 

Glasdach von ca. 16 m2 Fläche, Umgebungsgestaltung etc.). Hinzu kommt, 

dass auf dem unmittelbar an die rekurrentischen Grundstücke angrenzenden 

http://www.baurekursgericht-zh.ch/

 

 

R1S.2021.05073 Seite 5 

Baugrundstück neu eine Wohnnutzung realisiert werden soll, was stets eine 

Zunahme von Immissionen zur Folge hat. Entgegen der Ansicht der privaten 

Rekursgegner stellt die angefochtene Bewilligung somit durchaus einen Ein-

griff in die Interessensphäre der Rekurrierenden dar. Diese erheben sodann 

Rügen, die im Falle einer Gutheissung zur Aufhebung der Baubewilligung 

führen. Damit besteht ein schutzwürdiges Interesse der Rekurrierenden. Da 

auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs 

einzutreten. 

1.4. 

Der Rekurrent im Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05078 ist Alleineigentümer des 

westlich des Baugrundstücks gelegenen Grundstücks Kat.-Nr. 2, über wel-

ches die für das Bauvorhaben erforderliche Erschliessung erfolgen soll. Auch 

er ist als direkter Nachbar vom angefochtenen Entscheid besonders berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an den gestellten Anträgen. Da die 

übrigen Prozessvoraussetzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auch auf diesen 

Rekurs einzutreten. 

2. 

Beim Bauvorhaben der privaten Rekursgegner handelt es sich um ein Sub-

terrainhaus, welches im rückwärtigen Hof zwischen A.-, B.- und C.-Strasse 

zwischen der Stützmauer einer Garagenzufahrt und den nördlichen Grenzen 

der rekurrentischen Liegenschaften in gegen Nordwesten abfallendem Ge-

lände ins Erdreich eingelassen werden soll. Geplant ist eine ausschliessliche 

Wohnnutzung auf einem Geschoss von gut 100 m2 Grundfläche mit Ein-

gangsbereich, drei Zimmern, einem Wohnzimmer mit Küche, zwei Nasszel-

len und einem Kellerabteil. Über vertikale Fenster verfügt das Bauvorhaben 

nicht, eine Belichtung der Räume erfolgt ausschliesslich über Oberlichter. 

3.1. 

Die Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05073 machen geltend, 

das Bauvorhaben verstosse in offensichtlicher Weise gegen die gesetzlichen 

Anforderungen an wohnhygienische Verhältnisse (§ 302 Abs. 1 PBG). Die 

Fensterscheiben der drei Zimmer kämen nicht über dem Erdreich, sondern 

auf der Höhe des gestalteten Terrains zu liegen bzw. bildeten einen Teil des-

 

 

R1S.2021.05073 Seite 6 

selben. Wesentlicher als das sei indessen, dass als Fenster oder Fensteröff-

nungen nicht die terrainbündigen Fensterscheiben betrachtet werden könn-

ten, sondern die darunterliegenden Öffnungen in den Decken, welche sich 

zwischen 0,69 m und 1,64 m unter dem gestalteten Terrain befänden. Die 

Zimmer würden also nicht über Fenster belichtet, die über dem Erdreich lä-

gen, sondern über eigentliche Lichtschächte. Weiter sei unklar, ob die Ober-

lichter in ausreichendem Mass geöffnet werden könnten und wie die Wohn- 

und Schlafräume bei schlechtem Wetter belüftet werden sollen. Schliesslich 

seien die zwei Kinderzimmer mit einer Fläche von 7 m2 winzig klein. 

Weiter verstosse das Bauvorhaben gegen die Vorschrift, wonach Wohn-

räume von Mehrzimmerwohnungen gesamthaft mit den gesetzlich nötigen 

Fenstern nicht mehrheitlich nach dem Sektor Nordost/Nordwest ausgerichtet 

sein dürfen (§ 301 Abs. 1 PBG). Das Glasdach über dem Wohnzimmer sei 

offensichtlich gegen den Sektor Nordwest ausgerichtet. 

3.2. 

Die privaten Rekursgegner halten dem entgegen, es gebe keine Vorschrift, 

wonach ein Gebäude über vertikale Fenster verfügen müsse. Es sei auch 

nicht erforderlich, dass eine besondere Sicht ins Freie gewährleistet sei bzw. 

die Fenster von Wohnräumen über bestimmte Blickfelder verfügen müssten. 

Der Umstand, dass die rekurrentischen Grundstücke zu gewissen Zeiten ei-

nen Schatten auf das Baugrundstück werfen würden, stehe einer zonenkon-

formen Bebauung nicht entgegen. Die wohnhygienischen Verhältnisse seien 

gewährleistet. Die Fenster lägen entgegen der rekurrentischen Darstellung 

über dem Erdreich und der Lichteinfall sei sogar besser als bei Fenstern in 

der Fassade. Es bestehe keine Veranlassung dazu, die Öffnungen in den 

Decken der Zimmer als Lage der Fenster zu beurteilen. Es sei zulässig, 

Wohn- und Schlafräume nur mit Dachflächenfenster zu belichten, sofern 

diese 10 % der Bodenflächen betragen würden und geöffnet werden könn-

ten. Bei den vorliegend zu beurteilenden Oberlichter handle es sich um nichts 

anderes als eine spezielle Art von Dachflächenfenstern. Selbstverständlich 

werde es möglich sein, die Oberlichter zu öffnen. Wie dies konkret gelöst 

werde, sei eine Sache der baulichen Umsetzung und für das Baubewilli-

gungsverfahren nicht relevant. Zudem werde das Gebäude auch mit einer 

Komfortlüftung ausgestattet werden. Die drei geplanten Schlafzimmer seien 

zwar klein, genügten aber für den vorgesehenen Zweck, zumal Einfamilien-

häuser von der Mindestfläche für Räume befreit seien. 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 7 

Das Glasdach über dem Wohnzimmer sei nicht nach dem Sektor Nord-

ost/Nordwest ausgerichtet. Primär sei das Glasdach nach oben gerichtet, 

verlaufe aber mit einer geringen Neigung auch vom nordöstlichen Teil des 

Baugrundstücks nach Südwesten.  

3.3. 

Der angefochtene Entscheid enthält keine Ausführungen zur Frage der 

Wohnhygiene. Vernehmlassungsweise führt die Rekursgegnerin aus, es lä-

gen keine ungenügenden wohnhygienischen Verhältnisse vor. Vorliegend 

befänden sich die Fensterflächen nicht unter dem Erdreich, sondern auf der 

Höhe des gestalteten Terrains. Das natürliche Licht könne ungehindert in 

sämtliche Zimmer einfallen. Die vorliegend umstrittene Belichtung könne 

nicht mit einer Belichtungssituation verglichen werden, in welcher ein Fenster 

eines Raumes im Untergeschoss in einen Lichtschacht führe und somit das 

natürliche Licht nicht ungehindert einfallen könne. Vielmehr könne die Be-

lichtung mit einem Dach-Schrägfenster verglichen werden, wo der Lichtein-

fall sogar besser als bei Fenstern in der Fassade gewährleistet sei. Der Ein-

wand der Rekurrierenden, wonach die terrainbündigen Fensterflächen nicht 

als eigentliche Fensteröffnungen betrachtet werden könnten, überzeuge 

nicht, da die Räume horizontal durch diese Fensteröffnungen - trotz der 

Lichtschächte - ungehindert belichtet würden. Die Fenster liessen sich jeder-

zeit über ein elektronisches sowie ein mechanisches System öffnen. Die Be-

lüftung der Räume erfolge nicht ausschliesslich über die Oberlichter, sondern 

es sei eine kontrollierte Wohnraum-Lüftung vorgesehen. 

3.4. 

Bauten müssen nach aussen wie im Innern unter anderem den Geboten der 

Wohnhygiene genügen (§ 239 Abs. 3 Satz 1 PBG). Als Teilgebiet der Hygi-

ene befasst sich die Wohnhygiene mit den Wechselwirkungen zwischen dem 

Menschen und seiner Wohnumwelt. Die Wohnhygiene beschäftigt sich mit 

allen Faktoren, die das physische und psychische Wohlbefinden in einer 

Wohnung bedingen, insbesondere mit dem Wärme- und Feuchtigkeits-

schutz, dem Schallschutz und der Belichtung. Bezüglich Belichtung schreibt 

§ 302 Abs. 2 PBG vor, dass Wohn- und Schlafräume mit Fenstern zu verse-

hen sind, die über dem Erdreich liegen, ins Freie führen und in ausreichen-

dem Masse geöffnet werden können; die Fensterfläche hat wenigstens einen 

Zehntel der Bodenfläche zu betragen. Diese Regelung soll sicherstellen, 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 8 

dass nur solche Räume zu Wohn- und Schlafzwecken genutzt werden kön-

nen, die die Erfordernisse der Wohnhygiene einwandfrei erfüllen. Gerade bei 

Neubauten spielen die wohnhygienischen Regelungen von §§ 299 ff. PBG 

eine entscheidende Rolle. 

Die Formulierung, wonach die Fenster über dem Erdreich liegen müssen, 

wird in Literatur und Rechtsprechung dahingehend verstanden, dass der 

Luftraum horizontal (und in gewissem Masse auch seitlich) vor dem Fenster 

nicht verstellt sein darf und das natürliche Licht ungehindert einfallen kann 

(BRKE II Nr. 0052/2001, E. 6. a, in BEZ 2001 Nr. 30,). Führt ein Fenster ei-

nes Raumes im Untergeschoss in einen (selbst gross dimensionierten) Licht-

schacht, sind diese wohnhygienischen Anforderungen nicht erfüllt und der 

Raum darf nicht zu Wohn- oder Schlafzwecken genutzt werden (Christoph 

Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, Zürcher Planungs- und 

Baurecht, 6. Aufl., Wädenswil 2019, Bd. 2, S. 1247, mit Hinweis auf 

VB.2017.00452 vom 16. November 2017, E. 2.2 f.).  

3.5. 

Vorliegend erfolgt die Belichtung der unterirdischen Wohn- und Schlafräume 

ausschliesslich über Oberlichter, wobei jedes der drei Zimmer jeweils über 

ein Oberlicht verfügt, dessen Fläche exakt 10 % der Bodenfläche des ent-

sprechenden Raums beträgt. Die Belichtung des Wohnzimmers erfolgt über 

ein grösseres Glasdach. Ob die Oberlichter und das Glasdach in ausreichen-

dem Masse geöffnet werden können, geht aus den Plänen nicht hervor. Es 

darf jedoch davon ausgegangen werden, dass eine entsprechende Lösung 

technisch möglich und umsetzbar ist. 

Uneinig sind sich die Parteien insbesondere darüber, ob die Oberlichter auf-

grund der konkreten Ausgestaltung als über dem Erdreich liegende Fenster 

gelten. Während die Rekurrierenden diesbezüglich auf die Öffnung in der 

Raumdecke abstellen, halten die Bauherrschaft und die Rekursgegnerin die 

Lage der Oberlichter für massgebend. Aus den Plänen ist ersichtlich, dass 

die Glasflächen der Oberlichter exakt auf das Niveau des gestalteten Ter-

rains zu liegen kommen, mithin ein nahtloser Übergang von Erdreich und 

Glasfläche geschaffen wird. Streng genommen liegen die Oberlichter daher 

selbst dann nicht über dem Erdreich, wenn auf die Lage der Glasflächen ab-

gestellt wird. Diesem Umstand alleine kommt jedoch keine entscheidende 

Bedeutung zu, da in gewissen baulichen Situationen selbst die Belichtung 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 9 

von Räumen durch über dem Erdreich liegende Fenster ungenügend sein 

kann (BRKE II Nr. 0052/2001, E. 6. a, in BEZ 2001 Nr. 30). 

Entscheidend ist vorliegend die Tatsache, dass in den drei Zimmern zwi-

schen der ebenerdigen Glasfläche und der darunterliegenden Raumdecke 

eine Entfernung von bis zu 0,7 m bzw. 1,21 m und 1,64 m besteht, über die 

das Licht durch einen in der Zimmerdecke eingelassenen Schacht in den 

darunterliegenden Raum fällt (vgl. act. 10.3.2, Schnitt S-03). Entgegen der 

Meinung der Rekursgegnerschaft ist die vorliegend zu beurteilende Situation 

in keiner Weise mit Dachflächenfenstern vergleichbar. Während bei diesen 

ein ungehinderter Lichteinfall in der Regel ohne weiteres gewährleistet ist, ist 

dies vorliegend aufgrund der tiefen Schächte gerade nicht der Fall. Es liegt 

auf der Hand, dass der Lichteinfall bei Fenstern bzw. Oberlichtern, die direkt 

in die Fassade bzw. in die Dachhaut eingelassen sind, deutlich besser ist, 

als bei solchen, denen ein Schacht vorgelagert ist. Zur Veranschaulichung 

braucht man sich bloss einen Raum vorzustellen, der sich beispielsweise 

20 m unter Terrain befindet und dessen Belichtung einzig über einen ent-

sprechend langen Schacht erfolgt. Eine ausreichende Belichtung wäre selbst 

dann nicht mehr gegeben, wenn die Glasfläche des Oberlichts deutlich mehr 

als 10 % der Bodenfläche betragen würde. Daraus erhellt, dass der Gesetz-

geber bei der Festlegung des Mindestgrenzwerts von 10 % offensichtlich den 

Normalfall von Fassaden- oder Dachflächenfenstern vor Augen hatte. Mit an-

deren Worten können mangelnde wohnhygienische Verhältnisse auch dann 

gegeben sein, wenn die Vorgaben von § 302 Abs. 2 PBG dem Wortlaut nach 

eingehalten sind. Vorliegend beträgt die Fensterfläche der Oberlichter der 

drei Zimmer genau 10 % der Bodenfläche, was angesichts der vorgelagerten 

Schächte klar zu einem nicht mehr ausreichenden Lichteinfall und somit zu 

mangelnden wohnhygienischen Verhältnissen führt. Nicht hilfreich ist der et-

was wortklauberisch anmutende Einwand der Rekursgegnerschaft, dass vor-

liegend der Luftraum horizontal vor dem Fenster nicht verstellt sei. Tatsäch-

lich verhält es sich so, dass der horizontale Luftraum vor den Fenstern auf-

grund der Schächte nicht einmal ansatzweise sichtbar ist, was einer totalen 

Verstellung gleichkommt. So ist ein Blick ins Freie nur dann möglich, wenn 

man sich direkt unter den Lichtschacht stellt und den Blick senkrecht nach 

oben richtet. 

Erschwerend kommt vorliegend hinzu, dass die beiden nebeneinander gele-

genen Zimmer, die wohl als Kinderzimmer dienen sollen, eine Bodenfläche 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 10 

von lediglich 7 m2 aufweisen. Zwar ist den privaten Rekursgegnern beizu-

pflichten, dass die Mindestfläche für Räume von 10 m2 bei Einfamilienhäu-

sern nicht gilt; dies ändert jedoch nichts daran, dass insgesamt eine genü-

gende Wohnhygiene vorliegen muss. Dabei sind alle Faktoren relevant, die 

das physische und psychische Wohlbefinden in einer Wohnung bedingen 

(VB.2017.00169 vom 13. Juli 2017, E. 3.4.). In wohnhygienischer Sicht wirkt 

sich dieser Umstand vorliegend besonders nachteilig aus, da die bei unterir-

dischen Räumen ohnehin schon vorherrschende bunkerartige Atmosphäre 

noch verstärkt wird. Im Verbund mit dem bloss 0,7 m2 grossen Oberlicht, das 

sich mehr als 4 m über dem Zimmerboden am Ende eines bis zu 1.64 m 

langen Schacht befindet und als einzige natürliche Lichtquelle dient, resul-

tiert ein Raum, der eher an einen Kellerraum oder eine Gefängniszelle als an 

ein Schlaf- oder Kinderzimmer erinnert. Personen, die sich in diesen Räu-

men aufhalten, sind nahezu komplett von der Aussenwelt abgeschottet, 

wodurch sich ein Gefühl des Isoliert- oder Eingesperrtseins entwickeln kann, 

welches das psychische Wohlbefinden auf Dauer ernsthaft beeinträchtigen 

kann. Der Einwand der privaten Rekursgegner, sie hätten diesbezüglich halt 

offenbar geringere Ansprüche als andere Personen, stösst dabei ins Leere, 

da ein objektivierter Massstab anzulegen ist und nicht ausgeschlossen wer-

den kann, dass dereinst auch andere Personen als die privaten Rekursgeg-

ner das Haus bewohnen werden. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Rüge der mangelnden 

wohnhygienischen Verhältnisse als begründet erweist. Dies führt zur Gut-

heissung des Rekurses. 

4. 

Im Ergebnis ist der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2021.5073 gutzuheis-

sen und der angefochtene Entscheid der Baubehörde X vom 1. Juni 2021 

aufzuheben. Dies hat die Gegenstandslosigkeit des Rekurses im Verfahren 

G.-Nr.R1S.2021.05078 zur Folge, weshalb das entsprechende Verfahren als 

gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. 

 

 

R1S.2021.05073 Seite 11 

5.1. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den privaten Rekursgegnern 

und der Vorinstanz je zur Hälfte aufzuerlegen (§ 13 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes [VRG]). 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt wie hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr.  500.— bis Fr.  50'000.— (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 

GebV VGr). Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz 

ein grosser Ermessensspielraum zu (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). Demnach ist die Gerichts-

gebühr vorliegend auf Fr. 5'000.-- festzusetzen. 

5.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner angemessenen Entschädigung für die Umtriebe der Gegenpartei ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder 

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-

triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung einer Umtriebsentschädigung einzustufen (VB.2003.00093 vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend den Rekurrierenden zu-

lasten der privaten Rekursgegnern eine Umtriebsentschädigung zuzuspre-

chen. Angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 1'700.-- (Verfahren G.-

Nr. R1S.2021.05073) und Fr. 1'100.-- (Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05078). 

Da die Umtriebsentschädigung pauschal festgelegt wird, entfällt die Zuspre-

chung eines Mehrwertsteuerzusatzes von vornherein (BRKE II Nrn. 0247 

und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

http://www.baurekursgericht-zh.ch/