# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9094b66b-338d-551e-bcad-43e5b100eb7c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2011 D-6494/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6494-2011_2011-12-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6494/2011/wif

U r t e i l   v om   8 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi,
mit Zustimmung von Richter Yanick Felley; 
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

Parteien A._______, geboren B._______,
alias C._______, geboren D._______, 
E._______, geboren F._______,
alias G._______, geboren H._______, 
I._______, geboren J._______,
K._______, geboren L._______,
M._______, geboren N._______,
Afghanistan, 
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 24. November 2011 / N _______.

D­6494/2011

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die Beschwerdeführenden  eigenen Angaben  zufolge  im  Juni  2011 
Afghanistan  von  Z._______  aus mit  dem Flugzeug  verliessen  und  über 
Y._______ nach X._______ gelangten, von dort aus mit dem Schiff nach 
Italien  fuhren,  von  der  italienischen  Küstenwache  aufgegriffen  wurden 
und nach Zwischenhalten  in W._______, V._______ und U._______ mit 
dem Zug in die Schweiz einreisten, wo sie am 18. August 2011 um Asyl 
nachsuchten,

dass sie  im T._______ am 29. August 2011 gemäss Art. 26 Abs. 2 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu ihrer Person und 
summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des 
Heimatlandes  befragt  wurden,  wobei  ihnen  gemäss  Art.  36  AsylG  das 
rechtliche  Gehör  zu  einer  allfälligen  Zuständigkeit  Italiens  und  einem 
damit  verbundenen Nichteintretensentscheid  nach Art.  34 Abs.  2 Bst.  d 
AsylG sowie einer Überstellung nach Italien gewährt wurde,

dass sie dabei im Wesentlichen vorbrachten, der Beschwerdeführer habe 
aufgrund seiner Tätigkeit als (…) bei verschiedenen NGOs wie etwa den 
S._______ und den R._______ Probleme bekommen, 

dass  der  Beschwerdeführer  einen  Drohbrief  von  den  Taliban  erhalten 
habe,  in  welchem  ihm  die  Kollaboration  mit  Ausländern  vorgeworfen 
worden sei,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  eines  Abends  zwei  bewaffnete 
Männer gesehen habe, die sich  in der Nähe seines Hauses aufgehalten 
hätten, 

dass sich die Beschwerdeführenden angesichts dieser Bedrohungen und 
Gefahren  in Afghanistan  ihres Lebens nicht mehr sicher gewesen seien 
und  sie  sich  auch  Sorgen  um  die  Sicherheit  ihrer  Familie  und  um  die 
Schulbildung  ihrer  Kinder  gemacht  hätten,  so  dass  sie  beschlossen 
hätten, das Land zu verlassen, 

dass für den Inhalt der weiteren Aussagen der Beschwerdeführenden auf 
die Akten verwiesen wird, 

dass  das  BFM  am  27.  September  2011  Italien  um  Übernahme  der 
Beschwerdeführenden gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung (EG) 
Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur  Festlegung  von 

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Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die 
Prüfung  eines  Asylverfahrens  zuständig  ist,  den  ein  Staatsangehöriger 
eines  Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt  hat  (Dublin­II­VO), 
ersuchte, 

dass  das  BFM,  da  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der 
vorgesehenen Frist  keine Antwort  gaben,  von  der  Zuständigkeit  Italiens 
für die Beurteilung des Asylgesuchs der Beschwerdeführenden ausging, 

dass das BFM mit Verfügung vom 24. November 2011 in Anwendung von 
Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  die  Asylgesuche  nicht  eintrat,  die 
Wegweisung aus der Schweiz nach Italien sowie den Vollzug anordnete, 
den  Kanton  Zürich  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu 
vollziehen,  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  habe  keine 
aufschiebende  Wirkung,  und  den  Beschwerdeführenden  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigen liess, 

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Beschwerdeführenden  hätten  gemäss  Eurodac­Treffer  vom  16.  August 
2011  in  Italien  ein  Asylgesuch  gestellt  und  Italien  sei  gemäss  dem 
Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]) 
und gestützt auf das Übereinkommen vom 17. Dezember 2004 zwischen 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung 
des  Schengen­Besitzstandes  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staats  für  die  Prüfung  eines  in  der 
Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrages 
(Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR  0.362.32)  für  die 
Durchführung des Asylverfahrens zuständig, 

dass  Italien  innerhalb  der  vorgesehenen  Frist  nicht  geantwortet  habe, 
weshalb die Zuständigkeit gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO 
auf  Italien  übergegangen  sei  und  die Rückführung  –  vorbehältlich  einer 
allfälligen  Unterbrechung  oder  Verlängerung  –  bis  spätestens  am  12. 
April 2012 zu erfolgen habe, 

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dass  den  Beschwerdeführenden  am  29.  August  2011  das  rechtliche 
Gehör zu einer allfälligen Überstellung nach Italien gewährt worden sei, 

dass  sie  bei  dieser  Gelegenheit  erklärt  hätten,  nicht  nach  Italien 
zurückkehren  zu  wollen,  da  die  Lebensbedingungen  in  den 
Empfangszentren  in  Italien  sehr  schlecht  und  insbesondere  die 
hygienischen Bedingungen miserabel seien, 

dass  die  Beschwerdeführerin  ferner  geltend  gemacht  habe,  im 
italienischen  Empfangszentrum  einen  Arzt  verlangt  zu  haben,  ihr  dort 
aber mitgeteilt worden sei, dass zurzeit kein Arzt anwesend sei, 

dass  diese  Aussagen  indessen  kein  Hindernis  für  eine  Wegweisung 
darstellten,  da  Italien  ein  Rechtsstaat  sei  und  gemäss  der  Dublin­II­VO 
zur Rückübernahme verpflichtet sei, 

dass zudem zu berücksichtigen sei, dass  Italien die Mindestnormen der 
EU  für  die  Aufnahme  von  Asylsuchenden  anwende  und  daher 
ausreichende Aufnahmestrukturen zur Verfügung stelle, 

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  30.  November  2011 
gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erhoben und dabei beantragten, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, 
die  Flüchtlingseigenschaft  sei  anzuerkennen  und  es  sei  Asyl  zu 
gewähren,  es  sei  festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung 
unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei,  und  es  sei  die  vorläufige 
Aufnahme anzuordnen, 

dass  in prozessualer Hinsicht beantragt wurde, es sei die unentgeltliche 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
sei  zu  verzichten,  eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung  der 
Beschwerde  wieder  herzustellen,  die  zuständigen  Behörden  seien 
vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des 
Heimat­  oder  Herkunftsstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an 
dieselben  zu  unterlassen,  und  eventualiter  sei  bei  bereits  erfolgter 
Datenweitergabe  die  beschwerdeführende  Person  in  einer  separaten 
Verfügung darüber zu informieren, 

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dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  1.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG), 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

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dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Frage  der  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  der 
Gewährung  von  Asyl  demgegenüber  nicht  Gegenstand  des 
angefochtenen  Nichteintretensentscheides  bildet,  weshalb  auf  die 
entsprechenden Beschwerdeanträge nicht einzutreten ist,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im 
Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (vgl.  BVGE 
2010/45 E. 10.2 S. 645),

dass  dementsprechend  die  Anordnung  von  Ersatzmassnahmen 
respektive  die  Feststellung  von  diesen  zugrundeliegenden 
Vollzugshindernissen  auch  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens sein kann,

dass  deshalb  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  darin 
beantragt wird, es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

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dass  der  vorgängige  Aufenthalt  der  Beschwerdeführenden  in  Italien 
feststeht und sie diesen auch nicht bestreiten,

dass sich nämlich aus den Akten ergibt, dass sie  in W._______,  Italien, 
am  (…)  bei  der  Einreichung  eines  Asylgesuchs  daktyloskopisch  erfasst 
wurden, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  ausgeht,  die 
Beschwerdeführenden seien über  Italien  in den Dublin­Raum eingereist, 
und demzufolge sei  Italien als erster Dublin­Mitgliedstaat  für die Prüfung 
des  Asylantrages  zuständig  (vgl.  Art.  16  Abs.  1  i.V.m.  Art.  10  Abs.  1 
Dublin­II­VO),

dass  das  BFM  am  27.  September  2011  denn  auch  die  italienischen 
Behörden um Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden ersuchte, 

dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  Frist  von  zwei  Wochen 
keine Antwort gaben, weshalb gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO 
davon ausgegangen werden kann, dass  Italien die Wiederaufnahme der 
Beschwerdeführenden akzeptiert, 

dass  die  Beschwerdeführenden  somit  ohne  weiteres  in  den  Drittstaat 
(Italien)  ausreisen  können,  der  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist, 

dass das BFM die Vorbringen der Beschwerdeführenden anlässlich des 
ihnen  im  Rahmen  der  Befragung  vom  29.  August  2011  gewährten 
rechtlichen Gehörs zu einer allfälligen Überstellung nach Italien zu Recht 
als unmassgeblich beurteilte,

dass  die  von  den  Beschwerdeführenden  bei  der  Gewährung  des 
rechtlichen  Gehörs  geäusserten  Bedenken  nämlich  allfällige 
Wegweisungshindernisse betreffen, nicht aber die Zuständigkeit Italiens,

dass die Beschwerdeführenden in der Beschwerdeschrift sodann geltend 
machten,  sie  seien  auf  dem  Meer  aufgegriffen  und  anschliessend 
daktyloskopiert  worden,  hätten  jedoch  in  Italien  kein  Asylgesuch  stellen 
wollen, zumal sie sich nur einige Tage in Italien aufgehalten hätten, 

dass sie in Italien kein Asylgesuch gestellt hätten, da sie ein solches erst 
in der Schweiz hätten stellen wollen, 

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dass  sie  entgegen  ihren  Vorbringen  gemäss  den  Ergebnissen  der 
Datenbank  EURODAC  am  (…)  in  W._______,  Italien,  anlässlich  eines 
Asylgesuchs  daktyloskopiert  wurden,  weshalb  dieser  Einwand  nicht 
gehört werden kann, 

dass  die  Beschwerdeführenden  sodann  einwenden,  in  Italien  keine 
genügende  medizinische  Versorgung  für  die  Herz­  und 
Unterleibsprobleme der Beschwerdeführerin zu erhalten, 

dass diese Einwände  jedoch nicht gegen eine Überstellung nach  Italien 
sprechen, 

dass  Italien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003 
(Aufnahmerichtlinie) ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen 
Kommission  umgesetzt  hat  und  nebst  den  staatlichen  Strukturen 
zahlreiche  private  Hilfsorganisationen,  welche  Asylsuchende  betreuen, 
existieren,

dass  die  medizinische  Grundversorgung  in  Italien  grundsätzlich 
gewährleistet ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  zwar  die  teilweise  prekären 
Verhältnisse  für  Asylsuchende  nicht  verkennt  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts E­6038/2010 vom 3. September 2010; MARIA 
BETHKE/DOMINIK  BENDER,  Zur  Situation  von  Flüchtlingen  in  Italien, 
Förderverein Pro Asyl, Frankfurt am Main, 28. Februar 2011), 

dass  indes  die  geltend  gemachten  medizinischen  Probleme  der 
Beschwerdeführerin  zu  wenig  substanziiert  und  stichhaltig  sind,  um  zur 
Auffassung zu gelangen, sie sei  in Italien einem individuell realen Risiko 
ausgesetzt  (vgl.  u.a.  das  Urteil  des  Europäischen  Gerichtshofs  für 
Menschenrechte  [EGMR]  vom  10.  Dezember  2005,  Shamayev  c. 
Russland, Appl. No 36378/02),

dass  zudem  zu  berücksichtigen  ist,  dass  der  Ehemann  der 
Beschwerdeführerin  (…)  ist, weshalb der geltend gemachte Einwand zu 
relativieren ist, 

dass auch der  in der Beschwerde geltend gemachte Umstand, dass die 
Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin drei kleine Kinder haben, 
nicht gegen eine Überstellung nach Italien spricht, 

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Seite 9

dass  infolgedessen  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  für  einen 
Nichteintretensentscheid nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG erfüllt sind, 

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass – wie erwähnt –  in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die 
Frage nach Hindernissen des Wegweisungsvollzugs regelmässig bereits 
Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheids 
ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645) und allfällige völkerrechtliche und 
humanitäre Vollzugshindernisse im Rahmen der eventuellen Anwendung 
der sogenannten Souveränitätsklausel  (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO  i.V.m. 
Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über 
Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311])  zu  prüfen  sind,  weshalb  kein 
Raum  für Ersatzmassnahmen  im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG  i.V.m. 
Art. 83 Abs. 1­4 AuG) besteht, 

dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach 
Italien zur Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  der  Antrag,  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  sei  die 
Kontaktaufnahme  mit  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  sowie  jede 
Weitergabe  von  Daten  an  denselben  zu  unterlassen,  mit  dem 
vorliegenden Urteil gegenstandslos geworden ist, 

dass den Akten keine Hinweise auf eine bereits erfolgte Datenweitergabe 
durch  das BFM  zu  entnehmen  ist, weshalb  der Antrag  auf Offenlegung 

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Seite 10

einer  solchen  Weitergabe  mittels  separater  Verfügung  ebenfalls 
gegenstandslos geworden ist, 

dass schliesslich auch das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses sowie der Eventualantrag auf Wiederherstellung der 
aufschiebenden Wirkung mit vorliegendem Urteil gegenstandslos werden,

dass die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege  im Sinne von Art. 65 
Abs.  1  und  2 VwVG abzuweisen  sind,  da  die Beschwerdebegehren  als 
aussichtslos zu bezeichnen sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

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