# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7da1961b-e216-5ca4-92aa-55b94dbc3733
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.09.2016 SB150479
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150479_2016-09-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB150479-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos und Oberrichter lic. iur. B. Gut sowie Gerichts-

schreiber Dr. iur. F. Manfrin 

 
Urteil vom 13. September 2016 

 
in Sachen 

 
A._____,  

Drittansprecher und Berufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 
sowie 

 
1. Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  

 vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. D. Zogg 

2. Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  

Anklägerinnen 

 
gegen 

 
B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

betreffend 

mehrfache Veruntreuung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, 

vom 8. Juni 2015 (DG140342) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

30. September 2014 (Urk. 000008) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 130 S. 67 ff.) 

"Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Gehilfenschaft zu mehrfacher ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 
Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB,  

− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB 

− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB 

− der Beschäftigung einer Ausländerin ohne Bewilligung im Sinne von Art. 117 Abs. 1 
AuG 

− des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97 
Abs. 1 lit. b SVG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

524 Tage durch Untersuchungshaft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, 

und mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 10. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 19 Monaten aufgeschoben und die Pro-

bezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (17 Monate, abzüglich 524 Tage, die durch Haft 

erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den nachfolgenden Privatklägern nachfolgenden Scha-

denersatz unter solidarischer Haftbarkeit des Mitbeschuldigten C._____ zu bezahlen: 

− D._____  EUR 7'076.85 zzgl. 5 % Zins seit 01.06.2010 

− E._____   EUR 34'940.25 zzgl. 5 % Zins seit 01.06.2012 

− F._____   EUR 9'616.00zzgl. 5 % Zins seit 01.12.2011 

− G._____  EUR 9'445.90 zzgl. 5 % Zins seit 01.06.2012 

− H._____  EUR 38'720.00 zzgl. 5 % Zins seit 01.11.2010 

− I._____  CHF 42'008.85 zzgl. 5 % Zins seit 01.07.2011 

− J._____   CHF 21'646.00 zzgl. 5 % Zins seit 01.08.2012 

− K._____  SA CHF 210'600.00 zzgl. 5 % Zins seit 28.03.2012 

-   3   - 

− L._____  CHF 288'000.00 zzgl. 5 % Zins seit 10.12.2012. 

Im Mehrbetrag werden ihre Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen. 

5. Die folgenden Privatkläger 

− M._____ und 

− N._____ 

werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin O._____ aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Mit ihrem Schadenersatzbegehren wird die Privatklägerin O._____ im Übrigen auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin P._____ Ltd. in  

Liquidation aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Mit ihrem Schadenersatzbegehren wird die Privatklägerin P._____ Ltd. in Liquidation im Üb-

rigen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Die Genugtuungsforderung des Privatklägers I._____ wird abgewiesen. 

9. Der J._____ Anstalt wird die Stellung als Privatklägerin aberkannt.  

10.  Der R._____ AG wird die Stellung als Privatklägerin aberkannt.  

Auf das Schadenersatzbegehren der R._____ AG wird nicht eingetreten. 

11.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, CHF 100'000 als Ersatzforderung an den Staat zu be-

zahlen. Über eine allfällige Zusprechung der Ersatzforderung an die Geschädigten wird in 

einem Nachverfahren separat entschieden. 

12.  Die Eidgenössische Zollverwaltung wird angewiesen, von den ihr mit Beschluss des hiesi-

gen Gerichts vom 14. Januar 2015 überlassenen 52 Diamanten die nicht verwerteten Dia-

manten und / oder einen allfälligen Verwertungsüberschuss nach Deckung der Zollforde-

rung - nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils - an die Privatklägerin O._____ herauszu-

geben.  

13.  Die Pfandleihkasse der … Kantonalbank wird angewiesen, die als Pfand dienende Her-

renarmbanduhr ROLEX, Submariner II, mit Goldarmband (Versatzschein-Nr. …) nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Urteils zu verwerten und – nach Deckung ihrer Forderung ge-

genüber dem Beschuldigten – einen allfälligen Verwertungsüberschuss an die Kasse des 

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Bezirksgerichts Zürich (Konto-Nr. 1112-0095.007, Zürcher Kantonalbank, Bahnhofstr. 9, 

8010 Zürich) zur Deckung der Verfahrenskosten beziehungsweise der Ersatzforderung zu 

überweisen.  

14.  a) Die Pfandleihkasse der … Kantonalbank wird angewiesen, innert 90 Tagen nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Urteils, dem Vater des Beschuldigten die als Pfand die-

nenden folgenden Wertgegenstände: 

− Halskette weissgold mit Anhänger mit 12 Brillanten (Versatzschein-Nr. …, 
Schatzungswert CHF 9'000) 

− Ring gold mit einem Brillant (Versatzschein-Nr. …, Schatzungswert CHF 4'500) 

zum Schatzungswert zu verkaufen und – nach Deckung ihrer Forderung gegenüber 

dem Beschuldigten – einen allfälligen Verwertungsüberschuss an die Kasse des Be-

zirksgerichts Zürich (Konto-Nr. 1112-0095.007, Zürcher Kantonalbank, Bahnhofstr. 9, 

8010 Zürich) zur Deckung der Verfahrenskosten beziehungsweise der Ersatzforde-

rung zu überweisen. 

b) Falls der Verkauf dieser Pfandgegenstände zum Schatzungswert an den Vater des 

Beschuldigten innert 90 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils nicht ab-

gewickelt werden kann, wird die Pfandleihkasse der … Kantonalbank angewiesen, 

diese Wertgegenstände zu verwerten und nach Deckung ihrer Forderung gegenüber 

dem Beschuldigten einen allfälligen Verwertungserlös an die Bezirksgerichtskasse 

Zürich (Konto-Nr. 1112-0095.007, Zürcher Kantonalbank, Bahnhofstr. 9, 8010 Zürich) 

zur Deckung der Verfahrenskosten beziehungsweise der Ersatzforderung zu über-

weisen.  

15.  Die folgenden beschlagnahmten Wertgegenstände: 

− Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin (Asservat Nr. A…, …) 

− Holzschatulle mit Herrenarmbanduhr Mühle, Glashütte (Asservat Nr. A…, …) 

werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Lagerbehörde verwertet und 

der Erlös wird zur Deckung der Verfahrenskosten beziehungsweise der Ersatzforderung 

verwendet. 

16.  Die folgenden beschlagnahmten Wertgegenstände: 

− Box mit 2 Ohrringen und 1 Anhänger "Chanteclair Capri" (Asservat Nr. A…, …) 

− 1 Weissgold-Solitär, 1 Paar Ohrstecker weissgold (Asservat Nr. A…, …) 

werden S._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausge-

geben. 

17.  Der beschlagnahmte Netto-Erlös aus der Verwertung des beschlagnahmten Mercedes Benz 

in der Höhe von CHF 55'025.45 wird zur Deckung der Verfahrenskosten beziehungsweise 

der Ersatzforderung verwendet. 

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18.  Die Bank …, … [Ort], wird angewiesen, das Konto Nr. …, lautend auf B._____, nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils zu saldieren und den Saldo an die Bezirksgerichtskasse Zü-

rich (Konto-Nr. 1112-0095.007, Zürcher Kantonalbank, Bahnhofstr. 9, 8010 Zürich) zur De-

ckung der Verfahrenskosten beziehungsweise der Ersatzforderung zu überweisen. 

19.  Die folgenden beschlagnahmten Unterlagen und Gegenstände: 

− HC Pos. 1/3 (lose Papiere, Kaufvertrag Neuwagen) 

− HC Pos. 1/5 - 1/8 (Notizzettel, lose Akten, lose Blätter, Leasingvertrag "Maserati", 
Kaufvertrag "Maserati", Rechnung Bucherer "Rolex GMT Master II") 

− HC Pos. 1/19 - 1/21 (Bankunterlagen Raiffeisenbank … [Ort], … KB, Clariden Leu, 
Unterlagen Allianz Suisse, Unterlagen … Hypo- und Vereinsbank, Banca …, … KB, 
…) 

− HC Pos. 1/23 - 1/25 (div. Unterlagen, 6 CDs, 1 USB-Stick, Unterlagen Diamanten) 

− HC Pos. 1/27 - 1/28 (Unterlagen, Excel-Liste, div. Unterlagen, 1 CD, 1 …-Bank Zu-
gangs-Stick) 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben. Bei Nichtabholung werden die Unterlagen 6 Monate nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils vernichtet. 

20.  Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'015.00   Kosten Kantonspolizei  

Fr. 60'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 7'267.80   Auslagen Untersuchung 

Fr. 28'375.00   amtliche Verteidigung (Akontozahlung) 

Fr. 35'213.65   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

21.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-

halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

22.  Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des 

Beschuldigten mit insgesamt CHF 63'588.65 (inkl. MwSt und Akontozahlung vom 11. No-

vember 2013 in der Höhe von CHF 28'375.00) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

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23.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der K._____ SA unter solidarischer Haftbarkeit des Mit-

beschuldigten C._____ eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 12'500.00 (inkl. 

MwSt) zu bezahlen. 

24.  Auf die Entschädigungsforderung der O._____ wird nicht eingetreten. 

25.  (Mitteilungen) 

26.  (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

(Prot. II S. 11 f.) 

a) Des Rechtsvertreters des Drittansprechers/Berufungsklägers 

 (Urk. 160 S. 3) 

1. Es sei Ziffer 15 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 8. Juni 2015 (DG140342) betreffend die beschlagnahmte  

Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin (Asservat Nr. A…, …) aufzuheben. 

2. Es sei die Herausgabe der beschlagnahmten Herrenarmbanduhr 

Ulysse Nardin (Asservat Nr. A…, …) an den rechtmässigen Eigentü-

mer A._____ (Drittansprecher und Berufungskläger) anzuordnen. 

3. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

Beweisanträge: 

(Urk. 149 S. 3) 

1. Es sei die Garantiekarte betreffend die Herrenarmbanduhr 

Ulysse Nardin …, Case No. …, welche am 31. Dezember 2010 in Mos-

kau gekauft wurde, zu den amtlichen Akten zu erheben; 

2. es sei die Bestätigung von Ulysse Nardin vom 30. Oktober 2015, dass 

die Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin …, Case No. …, am 

31. Dezember 2010 in Moskau gekauft und im Sommer 2012 seitens 

eines Schweizer Händlers zur Reparatur an den Hauptsitz 

Ulysse Nardin eingeschickt worden war, zu den amtlichen Akten zu er-

heben; 

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2a. es sei die Rechnung des Schweizer Händlers T._____ AG,  

Zürich, welcher die Uhr zur Reparatur an den Hauptsitz von 

Ulysse Nardin eingeschickt hatte, zu den amtlichen Akten zu erheben; 

3. es seien der Drittansprecher und Berufungskläger als Eigentümer der 

Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin …, Case No. …, als Zeuge sowie 

der Beschuldigte und Berufungsbeklagte als Auskunftsperson einzu-

vernehmen; 

4. erforderlichenfalls seien weitere Beweise zu erheben über die Eigen-

tumsverhältnisse an der beschlagnahmten Herrenarmbanduhr Ulysse 

Nardin …, Case No. … (Asservat Nr. A…, …) unter Wahrung der Ver-

fahrensrechte, insbesondere des Anspruchs auf rechtliches Gehör, des 

Drittansprechers und Berufungsklägers. 

b) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 145; sinngemäss) 

Keine Anschlussberufung, keine Anträge in der Sache. 

Zu den Beweisanträgen: 

Keine Anträge.  

c) Der Staatsanwaltschaften I und III: 

(Urk. 141, 156; sinngemäss) 

- Keine Anschlussberufung, keine Anträge in der Sache. 

- Die Kosten des Verfahrens seien dem Berufungskläger aufzuerlegen. 

- Dem Berufungskläger sei keine Entschädigung und/oder Genugtuung 

zuzusprechen. 

Zu den Beweisanträgen: 

(Urk. 141, sinngemäss) 

1. Keine Einwände betreffend Beweisanträge 1 und 2, wobei der Beru-

fungskläger die entsprechenden Belege im Original einzureichen habe; 

2. Beweisantrag 3 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist; 

3. Beweisantrag 4 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

-   8   - 

Erwägungen: 

I.  Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 8. Juni 2015 wurde der Be-

schuldigte B._____ unter anderem wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsbe-

sorgung, mehrfacher Veruntreuung und mehrfacher Urkundenfälschung schuldig 

gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt (Urk. 109 = 

Urk. 130). Unter anderem wurde auch die Verwertung der Luxusarmbanduhr der 

Marke Ulysse Nardin zur Deckung der Verfahrenskosten und der Ersatzforderung 

angeordnet. 

2. Das Urteil wurde nicht mündlich eröffnet. Das begründete Urteil wurden den 

zahlreichen Parteien und Amtsstellen zwischen dem 1. September 2015 und dem 

2. Oktober 2015 (Urk. 115/1 - Urk. 118) schriftlich eröffnet bzw. zugestellt. Mit 

Eingabe vom 10. November 2015 (Datum Poststempel) reichte der Rechtsver-

treter von A._____ eine Berufungserklärung ein (Urk. 131).  

3. A._____ ist Drittansprecher der im Verfahren gegen B._____ beschlag-

nahmten Luxusarmbanduhr Ulysse Nardin. Der Rechtsvertreter von A._____ führ-

te aus, das Urteil sei ihm von B._____ am 21. Oktober 2015 per Email zugestellt 

und damit zur Kenntnis gebracht worden (Urk. 131 Rz 14, Kopie der Email von 

B._____ an Rechtsanwalt Dr. X._____ vom 21. Oktober 2015, Urk. 132/2). Die 

20-tägige Frist von Art 399 Abs. 3 StPO für die Einreichung der Berufungserklä-

rung wurde somit gewahrt. Da den Parteien kein Urteilsdispositiv, sondern direkt 

die begründete Fassung des Urteils zugestellt wurde, war keine Berufungsanmel-

dung nötig und der Berufungskläger konnte direkt eine Berufungserklärung einrei-

chen (BGE 138 IV 157).  

4. Auf Verfügung vom 2. Dezember 2015 hin reichte keine Partei eine An-

schlussberufung ein (Urk. 139).  

5. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 

Interesse (Beschwer) an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein 

Rechtsmittel ergreifen. Anderen Verfahrensbeteiligten, unter anderem den durch 

-   9   - 

Verfahrenshandlungen beschwerten Dritten, stehen die zur Wahrung ihrer Inte-

ressen erforderlichen Verfahrensrechte einer Partei zu, soweit sie in ihren Rech-

ten unmittelbar betroffen sind (Art. 105 StPO). Hinsichtlich der Legitimation des 

Berufungsklägers zur Berufung kann auf die zutreffenden Erwägungen des Ver-

treters des Berufungsklägers verwiesen werden (Urk. 131 Rz 5 - 7). Als Anspre-

cher auf das Eigentum der beschlagnahmten Uhr ist er als zur Berufung gegen 

die Verwertung der Uhr legitimiert zu betrachten. Dass er vorgängig nicht als Par-

tei im Verfahren involviert war, schliesst dies nicht aus. 

6. Das Verfahren wurde schriftlich durchgeführt (Urk. 139).  

II.   Beanstandungen und Teilrechtskraft 

Angefochten wurde vom vorinstanzlichen Urteil einzig der erste Absatz von  

Dispositivziffer 15, die Anordnung der Verwertung der sichergestellten Armband-

uhr Ulysse Nardin (Urk. 131 S. 3). Somit ist vorzumerken, dass der Entscheid der 

Vorinstanz in allen übrigen Dispositivziffern rechtskräftig geworden ist (Art. 402 

StPO). 

III.  Beweisanträge 

1. Obschon der Wortlaut von Art. 263 StPO auch die Beschlagnahme von 

Vermögenswerten Dritter erwähnt, stellt Art. 268 StPO über die Kostendeckungs-

beschlagnahme klar, dass nur Vermögen des Schuldners hierzu verwendet wer-

den darf (BSK StPO II-BOMMER/GOLDSCHMID, N 12 zu Art. 268). Aus diesem 

Grund ist die rechtliche Frage des Eigentums vorliegend von erheblicher Bedeu-

tung. 

2. Die Rechtsmittelinstanz erhebt gemäss Art. 389 Abs. 3 StPO von Amtes 

wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise. Der 

Berufungskläger stellte folgende Beweisanträge (Urk. 141 S. 3 und Urk. 149 S. 3):  

"1. Es sei die Garantiekarte betreffend die Herrenarmbanduhr 
Ulysse Nardin …, Case No 0 …, welche am 31. Dezember 2010 
in Moskau gekauft wurde, zu den amtlichen Akten zu erheben; 

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2. es sei die Bestätigung von Ulysse Nardin vom 30. Oktober 2015, 
dass die Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin …, Case No0 … am 
31. Dezember 2010 in Moskau gekauft und im Sommer 2012 sei-
tens eines Schweizer Händlers zur Reparatur an den Hauptsitz 
von Ulysse Nardin eingeschickt worden war, zu den amtlichen 
Akten zu erheben; 

2.a) es sei die Rechnung des Schweizer Händlers T._____ AG, Zü-
rich, welcher die Uhr zur Reparatur an den Hauptsitz von Ulysse 
Nardin eingeschickt hatte, zu den amtlichen Akten zu erheben; 

3. es seien der Drittansprecher und Berufungskläger als Eigentü-
mer der Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin …, Case No0 …, als 
Zeuge sowie der Beschuldigte und Berufungsbeklagte als Aus-
kunftsperson einzuvernehmen; 

4. erforderlichenfalls seien weitere Beweise zu erheben über die 
Eigentumsverhältnisse an der beschlagnahmten Herrenarm-
banduhr Ulysse Nardin …, Case No0 … (Asservat Nr. A…, …) un-
ter Wahrung der Verfahrensrechte, insbesondere des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör, des Drittansprechers und Berufungsklä-
gers." 

3. Die in den Anträgen Nr. 1, 2 und 2a genannten Dokumente sind als zulässi-

ge Beweismittel zu den Akten genommen worden. Es ist allerdings zu erwähnen, 

dass der Rechtsvertreter des Berufungsklägers nur Kopien dieser Dokumente 

eingereicht hat.  

4. Eine Einvernahme des Berufungsklägers und Drittansprechers als Zeugen 

gemäss dem Beweisantrag Nr. 3 erweist sich als unnötig. Sein Eigentumsan-

spruch wurde bereits durch seinen Rechtsvertreter begründet und es kann ohne 

Weiteres davon ausgegangen werden, dass der Berufungskläger als Zeuge kei-

nen anderen Standpunkt einnehmen bzw. nichts Gegenteiliges aussagen würde. 

Auch eine Aussage unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB vermag die 

Glaubhaftigkeit seines Standpunktes vor diesem Hintergrund nicht zu erhöhen. 

Eine Zeugenaussage würde auch an der Beurteilung seiner Glaubwürdigkeit 

nichts ändern (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 4. Aufl., 

München 2014, N 219). 

5. Die Untersuchung wird grundsätzlich von der Staatsanwaltschaft geführt und 

nicht vom Gericht bzw. der Berufungsinstanz (Art. 308 StPO und Art. 311 StPO). 

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Der Beweisantrag Nr. 4 ist im Lichte von Art. 308 und Art. 311 StPO zu unbe-

stimmt bzw. zu allgemein und zu umfassend formuliert, um als Beweisantrag im 

Sinne von Art. 389 Abs. 3 StPO interpretiert werden zu können. Auch dieser Be-

weisantrag ist deshalb abzuweisen. 

6. In der Berufungserklärung vom 10. November 2015 beantragte der Beru-

fungskläger auch die Einvernahme von B._____ als Zeuge (Urk. 131 Rz 26). 

Auch diese Einvernahme ist jedoch entbehrlich, denn es ist unbestritten, dass 

B._____ den Berufungskläger als Eigentümer der Uhr bezeichnet hat. Es kann 

ebenfalls davon ausgegangen werden, dass er dies als Zeuge wiederholen wür-

de. 

IV.  Erwägungen zur Sache 

1. Drittansprache im Gesetz und Beweislast 

1.1. Gemäss Art. 267 Abs. 3 StPO ist über die Verwendung beschlagnahmter 

Gegenstände, sei es die Rückgabe an die berechtigte Person oder die Ver-

wendung zur Kostendeckung, im Endentscheid zu befinden. Beansprucht eine 

Drittperson das Eigentum, so ist nach privatrechtlichen, insbesondere sachen-

rechtlichen Grundsätzen zu entscheiden (BSK StPO-BOMMER/GOLDSCHMID, N 14 f. 

zu Art. 267). Dabei bestehen durchaus Analogien zur Widerspruchsklage im Sin-

ne von Art. 107 SchKG. Für Drittansprecher von eingezogenen Vermögenswerten 

gilt jedenfalls nicht die Unschuldsvermutung gemäss Art. 10 StPO bzw. die dar-

aus abgeleitete strafrechtliche Beweislast der Untersuchungsbehörde, allein 

schon, weil der Drittansprecher nicht beschuldigte Partei im Sinne von Art. 10 

StPO ist. Es wäre auch nicht gerechtfertigt, den Drittansprecher im Strafverfahren 

gegenüber einem Drittansprecher in Zivilverfahren zu bevorzugen, indem hier tie-

fere Anforderungen an das Beweismass gälten, bloss aufgrund des für den 

Drittansprecher "glücklichen" Umstands, dass der beanspruchte Gegenstand von 

Strafbehörden beschlagnahmt worden ist. Diese Auffassung wird auch dadurch 

gestützt, dass Art. 267 Abs. 5 StPO im Falle einer Mehrheit von Drittansprechern 

die Möglichkeit vorsieht, den Parteien eine Frist zur Zivilklage anzusetzen.  

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1.2. Bei Drittansprachen im Sinne von Art. 267 f. StPO gelten die genau glei-

chen beweisrechtlichen Grundsätze wie im Privatrecht, insbesondere die Beweis-

lastregel von Art. 8 ZGB. Der Drittansprecher muss mit anderen Worten die ge-

setzliche Vermutung von Art. 930 ZGB umstossen und sein Eigentumsrecht zwei-

felsfrei nachweisen; es gilt der sogenannte strikte Beweis. Dieser gilt als erbracht, 

wenn das Sachgericht nach objektiven Gesichtspunkten vom Vorliegen einer Tat-

sache überzeugt ist und ihm allfällige Zweifel als unerheblich erscheinen 

(BGE 133 III 153 Erw. 3.3 mit angegebenen Entscheiden). Bloss überwiegende 

Wahrscheinlichkeit genügt nicht.  

2. Eigentumsvermutung im Zeitpunkt der Beschlagnahme 

2.1. Unbestritten ist, dass die besagte Uhr im Zeitpunkt der Beschlagnahme im 

Besitze des Beschuldigten war. Gemäss Art. 930 ZGB besteht die Vermutung, 

dass der Besitzer auch Eigentümer der Sache ist. Ein Drittansprecher hat diese 

gesetzliche Vermutung umzustossen und insoweit trifft ihn die Beweislast. Daran 

vermag nichts zu ändern, dass der Beschuldigte selbst den Berufungskläger als 

Eigentümer bezeichnet hat (Urk. 131 Rz 20). Es kann nicht dem alleinigen Ent-

scheid des Beschuldigten überlassen werden, ob beschlagnahmte Vermögens-

werte zur Kostendeckung herangezogen werden können oder nicht. Dies zumal 

ein Beschuldigter potentiell ein erhebliches Eigeninteresse daran haben kann, 

möglichst viel Vermögenswerte einer Beschlagnahme, Einziehung und/oder Ver-

wertung zu entziehen. Gleich wie bei der Widerspruchsklage nach Art. 107 

SchKG ist die Stellungnahme des Beschuldigten zur Frage des Eigentums zwar 

nicht ohne Bedeutung. Ein fehlender Widerspruch des Schuldners bzw. des Be-

schuldigten bedeutet aber noch nicht, dass die Drittansprache somit als anerkannt 

zu gelten hat, weil die Eigentumsvermutung gemäss Art. 930 ZGB nicht greifen 

würde. 

2.2. Die Staatsanwaltschaft brachte vor, dass der Beschuldigte B._____ bereits 

in der Befragung vom 26. November 2012 um Belege über die Eigentümerschaft 

der beschlagnahmten Uhr ersucht worden sei (Urk. 141 Ziff. 13; Befragung des 

Beschuldigten Urk. 025016). Gemäss Aussagen von S._____ sei der Berufungs-

kläger bereits im Januar 2013 über die behördliche Sicherstellung der Uhr infor-

-   13   - 

miert worden (Urk. 41 Ziff. 14, Befragung S._____ Urk. 025030). Trotzdem habe 

der Berufungskläger bis zum Entscheid der Vorinstanz die Behörden nicht kontak-

tiert. 

3. Eigentum im Zeitpunkt des Erwerbes 

3.1. Der Berufungskläger lässt geltend machen, dass er die Uhr am 

31. Dezember 2010 in Moskau erworben habe (Urk. 131 Rz 16). Die von ihm ein-

gereichten Kopien einer Garantiekarte sowie einer Bestätigung von 

Ulysse Nardin, Le Locle, vom 15. Oktober 2015 vermögen zwar einen Erwerb in 

Russland zu dokumentieren, jedoch mangels Nennung eines Personennamens 

nicht die Identität des Erwerbers. Ulysse Nardin schreibt dazu im Brief an den 

Rechtsvertreter des Berufungsklägers vom 30. Oktober 2015 (Urk. 132/4): "Mal-

hereusement, nous ne sommes pas autorisés à communiquer les informations 

demandées (acheteur, date, etc.). De plus, seul un détaillant peut confirmer à 

quel client final il a vendu une montre, nous n'avons pas ces données de notre 

coté." Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, weshalb Ulysse Nardin dem 

Rechtsvertreter des Käufers den Verkauf an ihn (bzw. den Käufer) nicht bestäti-

gen will unter Berufung auf eine fehlende Autorisierung. Wenn jemand diese Au-

torisierung erteilen kann, dann wohl der Käufer selbst. Die Auskunft von Ulysse 

Nardin ergibt nur vor dem Hintergrund Sinn, dass der Käufer - entgegen der Dar-

stellung des Berufungsklägers - eine andere Person ist als der Berufungskläger 

oder dass der Detailhändler die entsprechende Information dem Hersteller, der 

Ulysse Nardin, nicht liefert. Zu letzterer Möglichkeit ist festzustellen, dass der Be-

rufungskläger, trotz des ausdrücklichen Hinweises im Brief von Ulysse Nardin, bis 

heute in diesem Verfahren keine Bestätigung der Moskauer Filiale in diesem Be-

rufungsverfahren eingereicht hat.  

3.2. Der Berufungskläger reichte weiter eine Kopie einer Rechnung des Ge-

schäfts U._____ an der Bahnhofstrasse in Zürich zu den Akten, woraus der Kauf 

von zwei Lederarmbändern für eine Herrenarmbanduhr der Marke Ulysse Nardin 

hervorgeht (Urk. 132/5). Auch dieser Beleg führt allerdings keinen Personenna-

men auf, insbesondere nicht jenen des Käufers; ebenso wenig geht daraus die 

genaue Bezeichnung der Uhr hervor, für welche die Armbänder gekauft wurden. 

-   14   - 

Auch wenn dies zwanglos mit dem Umstand erklärbar ist, dass bei Verkäufen 

über den Ladentisch in so geringem Wert wohl kaum je nach den Personalien des 

Käufers für die Quittung gefragt wird, bedeutet dies jedoch auch, dass aus dem 

eingereichten Beleg nichts zu Gunsten des Berufungsklägers abgeleitet werden 

kann.  

4. Übergabe an den Beschuldigten 

Der Berufungskläger lässt ausführen, weil er im Sommer 2012 nicht unbegrenzte 

Zeit in der Schweiz geweilt habe, habe er die Uhr dem Beschuldigten übergeben 

mit der Bitte, diese fachgerecht in der Werkstatt des Ulysse-Nardin-Hauptsitzes in 

Le Locle revidieren zu lassen (Urk. 131 Rz 18). Gemäss Akten wurde die Uhr 

dann aber nicht direkt dem Werk von Ulysse Nardin zugestellt, sondern im Juni 

2012 dem Detailhändler, der T._____ AG an der Bahnhofstrasse in Zürich 

(Urk. 132/4 und Urk. 150/2). Unbeantwortet bleibt die Frage, weshalb dann der 

Berufungskläger seine Uhr nicht selbst zur T._____ AG gebracht hat und unge-

wöhnlich erscheint der Umstand, dass er diese Luxusuhr im Wert von über 

CHF 60'000.-- dem Beschuldigten ohne jegliche Quittung oder schriftliche Bestä-

tigung übergeben haben soll.  

5. Reparaturannahme durch die T._____ AG in Zürich 

5.1. Gestützt auf Art. 389 Abs. 3 StPO kann das Berufungsgericht von Amtes 

wegen zusätzliche Beweise einholen. Eine analoge Regel kennt auch die schwei-

zerische Zivilprozessordnung in Art. 153 Abs. 2 ZPO. Mit Schreiben vom 29. Juni 

2016 wurde deshalb von der T._____ AG eine schriftliche Auskunft im Sinne von 

Art. 145 StPO eingeholt, zumal der Berufungskläger die Rechnung über die Über-

holung der Uhr im Juni 2012 nur in Kopie eingereicht hatte (Urk. 152/2).  

5.2. Mit Schreiben vom 29. Juli 2016 teilte die T._____ AG mit, dass die fragli-

che Uhr von B._____ zur Reparatur überbracht und von dessen Ehefrau wieder 

abgeholt worden sei (Urk. 166). Nachdem die Reparaturrechnung längere Zeit of-

fen geblieben sei, habe B._____ mitgeteilt, dass er die Uhr im Auftrag von 

A._____ zur Reparatur gebracht habe und man eine Rechnung auf dessen Na-

-   15   - 

men ausstellen möge. Dessen Rechtsvertreter in Zürich werde diese dann beglei-

chen. Allerdings sei dann trotz mehrmaliger Kontaktaufnahme mit dem Rechtsver-

treter keine Zahlung erfolgt. 

5.3. Der Berufungskläger nahm am 19. August 2016 zu diesem Schreiben Stel-

lung (Urk. 169). Darin führte er zunächst aus, dass sich B._____ nicht mehr habe 

erinnern können, bei welchem Uhrengeschäft er die Uhr zur Reparatur gebracht 

habe, weil er regelmässig mit verschiedenen Detailhändlern verkehrt habe 

(Urk. 169 Rz 4). Im Dezember 2015 habe das fragliche Uhrgengeschäft T._____ 

AG dann eruiert werden können. Der Rechtsvertreter habe in der Folge die offene 

Rechnung dem Berufungskläger weitergeleitet. Nachdem keine Zahlung erfolgte 

sei, habe die T._____ AG dem Berufungskläger an die Adresse seines Rechtsver-

treters mit Datum vom 4. Februar 2016 eine letzte Mahnung gesendet 

(Urk. 171/8). Auch diese habe der Rechtsvertreter an den Berufungskläger wei-

tergeleitet und die T._____ AG mit Schreiben vom 6. Februar 2016 um etwas Ge-

duld gebeten, weil sich der Berufungskläger auf Geschäftsreise befinde 

(Urk. 171/9). Am 17. August 2016 sei dann der Rechtsvertreter mit dem Beru-

fungskläger persönlich bei der T._____ AG vorbei gegangen und habe den Aus-

stand samt Verzugszinsen beglichen (Urk. 169 Rz 13). Dies wurde mit einer ent-

sprechenden Quittung belegt (Urk. 171/10). 

5.4. Die Bezahlung der Reparaturkosten ist ein gewichtiges Indiz für die Eigen-

tümerschaft. Andererseits tönen die Erklärungen für den langen Zeitraum zwi-

schen der Rechnung im September 2012 und der Bezahlung im August 2016, 

rund vier Jahre, wenig glaubhaft. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, aber doch 

sehr lebensfremd, dass sich ein Eigentümer derart lange nicht um den Verbleib 

seiner teuren Armbanduhr kümmert; ebenso, dass B._____ vergessen habe, wo 

bzw. bei welchem Geschäft er die Reparatur in Auftrag gegeben habe. Zweifel 

erweckt auch der Umstand, dass erst bezahlt wurde, nachdem das Gericht selbst 

durch die Erkundigung bei der T._____ AG in Erfahrung gebracht hatte, dass die 

Reparaturkosten bis dahin nicht bezahlt worden waren. Weder die angebliche 

Geschäftsreise des Berufungsklägers noch der Kanzleiwechsel seines Rechtsver-

-   16   - 

treters vermögen diesen späten Zeitpunkt glaubhaft erscheinen zu lassen 

(Urk. 169 Rz7).  

6. Fazit 

6.1. Für die Eigentümerschaft des Berufungsklägers an der beschlagnahmten 

Ulysse Nardin Uhr spricht der Umstand, dass der Berufungskläger eine Kopie ei-

ner Garantiekarte einreichen konnte, welche einen Kauf der Uhr in Russland 

am 31. Dezember 2010 belegt. Zwar wohnt der russische Berufungskläger in 

Moskau, das Garantiezertifikat trägt allerdings weder den Stempel eines offiziellen 

Ulysse Nardin Händlers, wie es die rückseitigen Garantiebestimmungen verlan-

gen (Urk. 132 /3 S. 2), noch beweist das Einreichen einer Kopie des Zertifikates 

den Besitz oder die Eigentümerschaft an der Uhr, zumal die Garantiedauer von 

zwei Jahren ohnehin längst abgelaufen ist und auch weil der Berufungskläger 

persönliche oder geschäftliche Beziehungen zu B._____ pflegte. 

6.2. Ein weiteres Indiz für die Eigentümerschaft des Berufungsklägers ist die 

entsprechende Behauptung des früheren Besitzers der Uhr, B._____. Immerhin 

hat er offenbar auch gegenüber der T._____ AG angegeben, der Berufungskläger 

sei der Eigentümer der Uhr. Dies allerdings erst nachdem er die Uhr nach der 

Reparatur wieder erhalten hat und es um die Bezahlung der Reparaturkosten ging 

sowie auch erst nach Einleitung von Strafuntersuchungen gegen ihn (Urk. 130 

S. 9 Erw. 1). Abgesehen davon ist die Glaubwürdigkeit von B._____ aufgrund der 

Verurteilung wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung, mehrfacher 

Veruntreuung und mehrfacher Urkundenfälschung reduziert. 

6.3. Schliessich spricht für den Standpunkt des Berufungsklägers, dass er die 

Reparaturkosten von rund Fr. 2'000.-- am 17. August 2016 an die T._____ AG 

bezahlt hat. Der Zeitpunkt der Bezahlung, rund vier Jahre nach der Reparatur, 

sowie der Umstand, dass die Rechnung erst beglichen wurde, nachdem das Ge-

richt auf den Ausstand aufmerksam geworden ist, relativiert den Beweiswert die-

ser Zahlung allerdings erheblich.  

-   17   - 

6.4. Von massgeblichem Gewicht ist der Umstand, dass der Berufungskläger 

den Beweis seines angeblichen Erwerbs der Uhr nicht erbringen konnte. Plausible 

Gründe, weshalb er keine entsprechende Bestätigung des Verkaufsgeschäfts ein-

reichen konnte, sind nicht ersichtlich. 

6.5. Dem Berufungskläger gelingt es nicht, den Beweis seiner Eigentümer-

schaft an der beschlagnahmten Uhr nachzuweisen. Seine Drittansprache und 

somit die Berufung ist deshalb abzuweisen. 

V.  Kosten 

Gemäss Art. 428 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

nach Obsiegen und Unterliegen. Demzufolge sind die Kosten des Berufungsver-

fahrens dem Berufungskläger aufzuerlegen. Nachdem der amtlichen Verteidigung 

im vorliegenden Verfahren keine nennenswerten Aufwendungen entstanden sind 

resp. die amtliche Verteidigung auf eine Entschädigung verzichtet (Urk. 172), sind 

keine Entschädigungen auszurichten.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 8. Juni 2015, mit Ausnahme der Verwertung der beschlagnahmten  

Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin (Asservat Nr. A…, …), Dispositivziffer 15 

erster Absatz, vollumfänglich in Rechtskraft erwachsen ist.  

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Die beschlagnahmte Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin (Asservat Nr. A…, 

…) wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils verwertet und der Erlös 

zur Deckung der Verfahrenskosten und der Ersatzforderung verwendet. 

-   18   - 

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Berufungskläger auf-

erlegt.  

4. Schriftliche Mitteilung  

im Dispositiv an die Privatkläger (gemäss vorinstanzlichem Verzeichnis) 

sowie in vollständiger Fassung an 

− die Vertretung des Berufungsklägers im Doppel für sich und zuhanden 
des Berufungsklägers 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz (mit dem Ersuchen um Vornahme der erforderlichen Mit-
teilungen) 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

− die Kasse des Bezirksgerichts Zürich 
− das Zentrale Inkasso des Obergerichts des Kantons Zürich (betreffend 

Art. 6 TEVG) 

− die Oberstaatsanwaltschaft (betreffend Art. 6 TEVG) 
− das Bundesamt für Justiz (gemäss Art. 6 TEVG). 

5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   19   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 13. September 2016 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

OR lic. iur. R. Naef 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. F. Manfrin 
 

 

	Urteil vom 13. September 2016
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 130 S. 67 ff.)
	"Das Gericht erkennt:
	Erwägungen:
	I.   Verfahrensgang und Prozessuales
	5. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse (Beschwer) an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Anderen Verfahrensbeteiligten, unter anderem den durch Verfahrenshandl...
	6. Das Verfahren wurde schriftlich durchgeführt (Urk. 139).
	II.   Beanstandungen und Teilrechtskraft
	III.   Beweisanträge
	IV.   Erwägungen zur Sache

	1. Drittansprache im Gesetz und Beweislast
	1.1. Gemäss Art. 267 Abs. 3 StPO ist über die Verwendung beschlagnahmter Gegenstände, sei es die Rückgabe an die berechtigte Person oder die Verwendung zur Kostendeckung, im Endentscheid zu befinden. Beansprucht eine Drittperson das Eigentum, so ist ...
	1.2. Bei Drittansprachen im Sinne von Art. 267 f. StPO gelten die genau gleichen beweisrechtlichen Grundsätze wie im Privatrecht, insbesondere die Beweislastregel von Art. 8 ZGB. Der Drittansprecher muss mit anderen Worten die gesetzliche Vermutung vo...

	2. Eigentumsvermutung im Zeitpunkt der Beschlagnahme
	2.1. Unbestritten ist, dass die besagte Uhr im Zeitpunkt der Beschlagnahme im Besitze des Beschuldigten war. Gemäss Art. 930 ZGB besteht die Vermutung, dass der Besitzer auch Eigentümer der Sache ist. Ein Drittansprecher hat diese gesetzliche Vermutun...
	2.2. Die Staatsanwaltschaft brachte vor, dass der Beschuldigte B._____ bereits in der Befragung vom 26. November 2012 um Belege über die Eigentümerschaft der beschlagnahmten Uhr ersucht worden sei (Urk. 141 Ziff. 13; Befragung des Beschuldigten Urk. ...

	3. Eigentum im Zeitpunkt des Erwerbes
	3.1. Der Berufungskläger lässt geltend machen, dass er die Uhr am 31. Dezember 2010 in Moskau erworben habe (Urk. 131 Rz 16). Die von ihm eingereichten Kopien einer Garantiekarte sowie einer Bestätigung von Ulysse Nardin, Le Locle, vom 15. Oktober 201...
	3.2. Der Berufungskläger reichte weiter eine Kopie einer Rechnung des Geschäfts U._____ an der Bahnhofstrasse in Zürich zu den Akten, woraus der Kauf von zwei Lederarmbändern für eine Herrenarmbanduhr der Marke Ulysse Nardin hervorgeht (Urk. 132/5). A...

	4. Übergabe an den Beschuldigten
	5. Reparaturannahme durch die T._____ AG in Zürich
	5.1. Gestützt auf Art. 389 Abs. 3 StPO kann das Berufungsgericht von Amtes wegen zusätzliche Beweise einholen. Eine analoge Regel kennt auch die schweizerische Zivilprozessordnung in Art. 153 Abs. 2 ZPO. Mit Schreiben vom 29. Juni 2016 wurde deshalb v...
	5.2. Mit Schreiben vom 29. Juli 2016 teilte die T._____ AG mit, dass die fragliche Uhr von B._____ zur Reparatur überbracht und von dessen Ehefrau wieder abgeholt worden sei (Urk. 166). Nachdem die Reparaturrechnung längere Zeit offen geblieben sei, h...
	5.3. Der Berufungskläger nahm am 19. August 2016 zu diesem Schreiben Stellung (Urk. 169). Darin führte er zunächst aus, dass sich B._____ nicht mehr habe erinnern können, bei welchem Uhrengeschäft er die Uhr zur Reparatur gebracht habe, weil er regelm...
	5.4. Die Bezahlung der Reparaturkosten ist ein gewichtiges Indiz für die Eigentümerschaft. Andererseits tönen die Erklärungen für den langen Zeitraum zwischen der Rechnung im September 2012 und der Bezahlung im August 2016, rund vier Jahre, wenig glau...

	6. Fazit
	6.1. Für die Eigentümerschaft des Berufungsklägers an der beschlagnahmten Ulysse Nardin Uhr spricht der Umstand, dass der Berufungskläger eine Kopie einer Garantiekarte einreichen konnte, welche einen Kauf der Uhr in Russland am 31. Dezember 2010 bele...
	6.2. Ein weiteres Indiz für die Eigentümerschaft des Berufungsklägers ist die entsprechende Behauptung des früheren Besitzers der Uhr, B._____. Immerhin hat er offenbar auch gegenüber der T._____ AG angegeben, der Berufungskläger sei der Eigentümer de...
	6.3. Schliessich spricht für den Standpunkt des Berufungsklägers, dass er die Reparaturkosten von rund Fr. 2'000.-- am 17. August 2016 an die T._____ AG bezahlt hat. Der Zeitpunkt der Bezahlung, rund vier Jahre nach der Reparatur, sowie der Umstand, d...
	6.4. Von massgeblichem Gewicht ist der Umstand, dass der Berufungskläger den Beweis seines angeblichen Erwerbs der Uhr nicht erbringen konnte. Plausible Gründe, weshalb er keine entsprechende Bestätigung des Verkaufsgeschäfts einreichen konnte, sind n...
	6.5. Dem Berufungskläger gelingt es nicht, den Beweis seiner Eigentümerschaft an der beschlagnahmten Uhr nachzuweisen. Seine Drittansprache und somit die Berufung ist deshalb abzuweisen.
	V.   Kosten

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 8. Juni 2015, mit Ausnahme der Verwertung der beschlagnahmten  Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin (Asservat Nr. A…, …), Dispositivziffer 15 erster Absatz, vollumfänglic...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die beschlagnahmte Herrenarmbanduhr Ulysse Nardin (Asservat Nr. A…, …) wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils verwertet und der Erlös zur Deckung der Verfahrenskosten und der Ersatzforderung verwendet.
	2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–.
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Berufungskläger auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung
	im Dispositiv an die Privatkläger (gemäss vorinstanzlichem Verzeichnis)
	sowie in vollständiger Fassung an
	 die Vertretung des Berufungsklägers im Doppel für sich und zuhanden des Berufungsklägers
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz (mit dem Ersuchen um Vornahme der erforderlichen Mitteilungen)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die Kasse des Bezirksgerichts Zürich
	 das Zentrale Inkasso des Obergerichts des Kantons Zürich (betreffend Art. 6 TEVG)
	 die Oberstaatsanwaltschaft (betreffend Art. 6 TEVG)
	 das Bundesamt für Justiz (gemäss Art. 6 TEVG).

	5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.