# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 885c65b1-cefc-5100-8adf-a37a43e0abac
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-29
**Language:** de
**Title:** Ablösung Lohnzahlung durch Unfalltaggeld nach erfolgter Kündigung; Nichterfüllen der Beitragszeit und Befreiung infolge mehr als 12 Monate unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit bestätigt; Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (AVIG 27 IV); Abweisung.  (BGE 8C_238/2021)
**Docket/Reference:** AL.2020.00186
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2020.00186.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2020.00186
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
2
9.
Januar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch IG Treuhand & Beratungen GmbH
Industriestrasse 1, 8117 Fällanden
gegen
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
Einkaufszentrum Neuwiesen
Zürcherstrasse
8, Postfach 474, 8405 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1981, meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom
3.
September 2019 (
Urk.
8/79) sowie vom 1
3.
September 2019 (
Urk.
7/147 =
Urk.
8/41 =
Urk.
3/7) und Mutationsbestätigung vom 1
6.
März 2020 (
Urk.
7/148 =
Urk.
7/106-180 =
Urk.
3/8) am
3.
September 2019 zur Arbeitsvermittlung
an.
Ebenfalls am
3.
September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslos
en
ent
schä
digung (
Urk.
8/67-70) ab
1.
Dezember 2019 (
Ziff.
1) im Umfang von 70
%
einer Vollzeitbeschäftigung (
Ziff.
3).
Am 2
3.
Januar 2020 (
Urk.
7/219-222 =
Urk.
8/13-17) stellte er den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab
1.
Januar 2020 (
Ziff.
1) im Umfang von 85
%
einer Vollzeitbeschäftigung (
Ziff.
3).
Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachstehend: Kasse) hielt mit
Ver
fü
gung
vom
2
6.
März 2020 (
Urk.
7/106-107 =
Urk.
7/153-152 =
Urk.
3/1)
fest, der Versicherte habe während der Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom
1.
Januar 2020 bis 3
1.
Dezember 2021 Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (S. 1 Mitte).
Die dagegen am
2.
April 2020
erhobene Einsprache
(
Urk.
7/101-104)
wies sie mit
Einspracheentscheid
vom
1
4.
Juli 2020
ab
(
Urk.
7/80-85 =
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am 2
2.
Juli 2020 Beschwerde gegen den
Einsprache
ent
scheid
vom 1
4.
Juli 2020 (
Urk.
2) und beantragte, die für die Beitragszeit mass
gebende Rahmenfrist sei vom
1.
Januar 2017 bis 3
0.
November 2019 festzusetzen und die für den Leistungsbezug massgebende Rahmenfrist vom
1.
Dezember 2019 bis 3
0.
November 202
1.
Es seien ihm höchstens 260 Taggelder zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 4
lit
. b
,
c
und e
).
Die Kasse beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
August 2020 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
7.
August 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
9
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
gelten - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei
jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (
Art.
9
Abs.
2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Art.
9
Abs.
3 AVIG).
1.2
Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (
Art.
8
Abs.
1
lit
. a AVIG). Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeit
beschäftigung sucht (
Art.
10
Abs.
1 AVIG). Als teilweise arbeitslos gilt, wer eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit- oder eine weitere Teilzeitbeschäfti
gung sucht (
Art.
10 Abs. 2
lit
. b AVIG).
Zu den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gehört ferner, dass die versi
cherte Person einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (
Art.
8
Abs.
1
lit
. b AVIG). Arbeitsausfall heisst Ausfall an normaler Arbeitszeit. Dieser ist nach der Rechtsprechung in der Regel aufgrund der im Beruf oder Erwerbszweig der ver
sicherten Person allgemein üblichen Arbeitszeit zu ermitteln (Thomas Nuss
bau
mer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht
,
SBVR, 3. Auflage, Basel 2015, S. 2310
Rz
151). Nach
Art.
11
Abs.
1 AVIG ist der Arbeits
ausfall anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinanderfolgende volle Arbeitstage dauert. Kumulativ erforderlich ist da
mit ein Verdienstausfall und ein Mindestarbeitsausfall (Thomas Nussbaumer, a.a.O., S. 2311
Rz
153).
1.3
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Beitragspflicht befreit ist (
Art.
8
Abs.
1
lit
. e AVIG). Von der Erfül
lung der Beitragszeit befreit sind gemäss
Art.
14
Abs.
1 AVIG Personen, die innerhalb der Rahmenfrist (
Art.
9
Abs.
3) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit nicht erfüllen konnten
unter anderem
wegen
Unfall, sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten
(
lit
. b).
1.4
Versicherte, die von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, haben Anspruch auf
höchstens
90 Taggelder (
Art.
27
Abs.
4 AVIG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, der Beschwerdeführer habe in der für die Beitragszeit massgebenden Rahmenfrist
vom
1.
Januar
2018 bis 3
1.
Dezember
2019 lediglich
vom
8.
Januar bis 10.
Septem
ber 2018 (8.120 Monate) und vom 1
1.
September bis 1
2.
Oktober 2018 (1.120 Monate), mithin
während 9.307 Monaten
,
eine beitragspflichtige Beschäf
tigung ausgeübt (S. 4 oben). Er sei in dieser Rahmenfrist während mehr als 12
Monaten arbeitsunfähig gewesen, weshalb er von der Erfüllung der Beitrags
pflicht zu befreien sei und Anspruch auf höchstens 90
Taggelder habe (S. 5
Ziff.
4).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), er habe sich vom 1
1.
September 2018 bis 2
8.
Februar 2019 in einem Arbeits
verhält
nis befunden (S. 2
Ziff.
1). Er habe sich der Arbeitsvermittlung am 1
3.
September 2019 ab
1.
Dezember 2019 und nicht erst am
2
3.
Januar 2020 ab
1.
Januar 2020 zur Verfügung gestellt (S. 3
Ziff.
2). Die für die Beitragszeit massgebende Rah
menfrist dauere deshalb vom
1.
Januar 2017 bis 3
0.
November 201
9
(S. 4
Ziff.
3b) und die für den Leistungsbezug massgebende
Rahmenfrist
vom
1.
Dezember 2019 bis 3
0.
November 20
2
1 (S. 4
Ziff.
3e).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit den Rahmenfristen
und der Erfüllung der Beitragszeit
sowie dem Anspruch auf Taggelder
verhält.
3.
3.1
Den Akten der Beschwerdegegnerin ist zu entnehmen, dass folgende Rahmen
fristen für den Leistungsbezug eröffnet wurden:
-
1.
Dezember 2011 bis 3
0.
November 2013 (
Urk.
11
/102
)
-
1.
Dezember 2013 bis 3
0.
November 2015 (
Urk.
10
Aktendeckblatt
)
-
1
6.
Dezember 2015 bis 1
5.
Dezember 2017 (
Urk.
9
/3
)
-
1
6.
Dezember 2017 bis 1
5.
Dezember 2019 (
Urk.
8
/95
)
-
1.
Januar 2020 bis 3
1.
Dezember 2021 (
Urk.
7)
3.2
Gemäss Arztzeugnis von
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Chirurgie, vom 1
5.
November 2018 (
Urk.
7/76) stürzte der Beschwerdeführer am
3.
Oktober 2018 auf das linke Handgelenk (
Ziff.
2)
;
die Erstbehandlung fand am 1
2.
Oktober 2018 statt (
Ziff.
1).
Dr.
Y.___
attestierte eine Arbe
itsunfähigkeit von 100
%
ab 12.
Oktober bis voraussichtlich 2
1.
Oktober 2018 (
Ziff.
8) und
sah
eine voraus
sichtliche Arbeitsaufnahme zu 100
%
ab 2
2.
Oktober 2018
vor
(
Ziff.
9).
Dr.
med.
Z.___
, Leitender Arzt Handchirurgie, Spital
A.___
, führte mit Bericht vom 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
7/74-75) aus, die erste Konsultation bei ihm sei am 2
5.
Oktober 2018 erfolgt. Mit Zeugnis vom 2
1.
Oktober 2018 (
Urk.
7/276 =
Urk.
7/282) attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab 2
7.
Oktober 2018.
Dr.
Y.___
gab m
it Zeugnis v
om 2
8.
Januar 2020 (
Urk.
7/211)
an, der Beschwer
deführer sei ab
6.
Oktober 2018 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig ge
wesen.
3.3
Gemäss der Taggeldübersicht (
Urk.
7/72 =
Urk.
7/209) entrichtete die Suva Taggelder
vom 1
3.
Oktober
bis 1
1.
Dezember
2018
an die Arbeitgeberin und ab 1
2.
Dezember 2018 an den Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
7/195-198,
Urk.
7/200,
Urk.
7/206-208,
Urk.
7/223-225)
.
Gemäss
ihrer Meldung vom
5.
September 2019 an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/234 =
8/39) und
Schreiben vom 1
3.
Oktober
2019
an den Beschwerdeführer
(
Urk.
7/143-144 =
Urk.
7/255-257 =
Urk.
3/6) stellte
sie die Taggeldleistungen ab
1.
Dezember 2019 ein (S. 2). Gemäss Verfü
gung vom 2
7.
Dezember 2019 (
Urk.
7/138-141 =
Urk.
7/
202-205 =
Urk.
7/233-236
= Urk.
3/5) richtete sie ab
1.
Januar 2020 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbsunfähigkeit von 14
%
aus.
3.4
Im Antrag auf Arbeitslos
en
entschädigung vom
3.
September 2019 (
Urk.
8/67-70)
gab
der Beschwerdeführer an, das Arbeits
verhältnis habe von 2017 bis 1.
Dezem
ber 2019 gedauert (
Ziff.
16) und sei vom Arbeitgeber schriftlich gekündigt wor
den (
Ziff.
18). Der letzte Arbeitstag sei am
3.
Oktober 2018 gewesen (
Ziff.
19).
Gemäss Anmeldebestätigung vom
3.
September
2019 (
Urk.
8/79) sowie vom 1
3.
September 2019 (
Urk.
7/147 =
Urk.
8/41 =
Urk.
3/7) und Mutationsbestä
tigung vom 1
6.
März 2020 (
Urk.
7/148 =
Urk.
7/106-180 = Urk.
3/8)
gab der Be
schwerdeführer
am
3.
September
2019 als mögliche
n Stellenantritt den
1.
Dezem
ber 2019 an.
3.5
In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1
5.
Okto
ber
2019 (
Urk.
7/111-112 = Urk.
7/217-218 =
Urk.
7/241-242 =
Urk.
8/37-38 =
Urk.
3/2) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom 1
1.
September bis 1
2.
Oktober 2018 gedauert (
Ziff.
2). Gekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1
0.
Oktober 2018 auf den 1
2.
Oktober 2018 (
Ziff.
10). Als letzter gelei
steter Arbeitstag wurde der 12.
Oktober 201
8
genannt (
Ziff.
14). Die Lohnzahlung sei bis am 3
1.
März 2019 erfolgt (
Ziff.
15).
In der Arbeitgeberbescheinigung vom 2
9.
Oktober 201
8
(
richtig wohl: 2019;
Urk.
7/286-287) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom
8.
Januar bis 1
0.
September 2018 (vgl.
Urk.
7/295 =
Urk.
7/308) und vom 1
1.
September bis 1
2.
Oktober 2018 (vgl.
Urk.
7/296
=
Urk.
8/148
) gedauert (
Ziff.
2). Gekündigt habe
die Arbeitgeberin schriftlich am 1
0.
Oktober 2018 auf den 1
2.
Oktober 2018 (
Ziff.
10)
.
Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1
2.
Oktober 2018 genannt (
Ziff.
14). Die Lohnzahlung sei bis am 1
2.
Oktober 2018 erfolgt (
Ziff.
15).
Mit Arbeitszeugnis (
Urk.
7/215 =
Urk.
8/10) und Arbeitsbestätigung (
Urk.
7/216 =
Urk.
8/9)
vom 1
5.
Januar 2020
gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2
9.
Mai 2017 bis 1
2.
Oktober 2018 tätig gewesen.
In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1
2.
März
2020 (
Urk.
7/78
-79 = Urk.
7/113
114 =
Urk.
7/158-159 =
Urk.
7/185-186)
wurde angegeben, das Arbeit
sverhältnis habe vom 1
1.
September 2018 bis 2
8.
Februar 2019 geda
uert (
Ziff.
2). Die Fragen nach den Kündigungsmodalitäten (
Ziff.
10
ff.) blieben unbeantwortet. Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1
2.
Oktober 201
8
ge
nannt (
Ziff.
14). Die Lohnzahlung sei bis am 1
1.
Dezember 2018 erfolgt (Ziff.
15).
3.6
Im Antrag auf Arbeitslos
en
entschädigung vom 2
3.
Januar 2020 (
Urk.
7/219-222 =
Urk.
8/13-17)
gab
der Beschwerdeführer an, das
Arbeitsverhältnis habe vom 11.
September bis 1
2.
Oktober 2018 gedauert (
Ziff.
16) und sei vom Arbeitgeber am 1
0.
Oktober 2018 schriftlich auf den 1
2.
Oktob
er 2018 gekündigt worden (Ziff.
18). Der letzte Arbeitstag sei am 1
2.
Oktober 2018 gewesen (
Ziff.
19).
3.7
In der Lohnabrechnung vom
8.
November 2018 betreffend
Oktober 2018
wurde ein Bruttolohn von rund
Fr.
3'300.-- angegeben
(
Urk.
7/73
=
Urk.
7/135
)
.
In der Lohnabrechnung vom
7.
Dezember 2018 betreffend
November 2018
wurde ein Unfalltaggeld vom 1
3.
Oktober bis 3
0.
November 2018 im Betrag von rund
Fr.
7'526.-- angegeben
(
Urk.
7/136)
.
In der Lohnabrechnung vom
9.
Januar 2019 betreffend
Dezember 2018
wurde ein Unfalltaggeld vom
1.
bis 1
1.
Dezember 2018 im Betrag von rund
Fr.
1'690.-- angegeben
(
Urk.
7/137)
.
4.
4.1
In einem ersten Schritt ist zu bestimmen, ab welchem Tag die Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu eröffnen ist und
vor welchem
die Rahmenfrist für die Bei
tragszeit endete. Es ist dies der Tag, an welchem - vorbehältlich genügender Bei
tragszeit - alle Anspruchsvoraussetzungen gemäss
Art.
8
Abs.
1 AVIG erfüllt waren
(vorstehend E. 1.1).
Der Beschwerdeführer meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom 3. Septem
ber 2019 (
Urk.
8/79) sowie vom 1
3.
September 2019 (
Urk.
7/147 = Urk. 8/41 =
Urk.
3/7) und Mutationsbestätigung vom 1
6.
März
2020 (
Urk.
7/148 =
Urk.
7/
106-180 =
Urk.
3/8) am
3.
September 2019 zur Arbeitsvermittlung ab 1. Dezember 2019 an.
Ebenfalls am
3.
September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslosenent
schädigung (
Urk.
8/67-70) ab
1.
Dezember 2019 (
Ziff.
1) im Umfang von 70
%
einer Vollzeitbeschäftigung (
Ziff.
3).
Damit stimmt überein, dass die Taggeldleistungen der Suva per 3
0.
November 2019 eingestellt wurden (vorstehend E. 3.3).
Als Stichtag ist deshalb der
1.
Dezember 2019 festzusetzen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug dauert somit vom
1.
Dezember 2019 bis 3
0.
November 2021 und die Rahmenfrist für die Beitragszeit vom
1.
Dezember 2017 bis 3
0.
November 2019.
4.2
Strittig ist sodann die Dauer des Arbeitsverhältnisses des Beschwerdeführers. Die verschiedenen - alle mit Firmenstempel und Unterschrift versehenen
–
Arbeitge
berbescheinigungen enthalten dazu unterschiedliche Angaben:
-
Arbeitgeberbescheinigung vom 1
5.
Oktober 2019 (
Urk.
7/111-112 = Urk. 7/217-218 =
Urk.
7/241-242 =
Urk.
8/37-38 =
Urk.
3/2): 11.
Septem
ber bis 1
2.
Oktober 2018 (
Ziff.
2).
-
Arbeitgeberbescheinigung vom 2
9.
Oktober
2019 (
Urk.
7/286-287): 8.
Januar bis 1
0.
September 2018 und 1
1.
September bis 1
2.
Oktober 2018 (
Ziff.
2)
-
Arbeitgeberbescheinigung vom 1
2.
März 2020 (
Urk.
7/78-79 =
Urk.
7/113 114 =
Urk.
7/158-159 =
Urk.
7/185-186)
:
1
1.
September
2018 bis 28.
Februar 2019 (
Ziff.
2)
Mit Arbeitszeugnis (
Urk.
7/215 =
Urk.
8/10) und Arbeitsbestätigung (
Urk.
7/216 =
Urk.
8/9)
vom 1
5.
Januar 2020
gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2
9.
Mai 2017 bis 1
2.
Oktober 2018 tätig gewesen.
Soweit die Frage beantwortet wurde, wurde sodann übereinstimmend ausgeführt, g
ekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1
0.
Oktober 2018 auf den 1
2.
Oktober 2018 (
Ziff.
10).
Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde
durchgehend
der 12. Oktober 2018
ge
nannt (
Ziff.
14).
Zur Dauer der
Lohnzahlung
wurde einmal ausgeführt, diese
sei bis am 3
1.
März 2019 erfolgt (
Urk.
7/11-112
Ziff.
15)
, einmal, sie
sei
bis am 1
2.
Oktober 2018 erfolgt (
Urk.
7/295-296
Ziff.
15), und einmal, sie sei bis am 1
1.
Dezember 2018 erfolgt (
Urk.
7/78-79 Ziff. 15).
4.3
Der letzte Arbeitstag war der 1
2.
Oktober 2018, darin stimmen die Bescheini
gungen überein, ebenso darin, da
ss das Arbeitsverhältnis am 10.
Oktober auf den 1
2.
Oktober 2018 gekündigt wurde.
Die unterschiedlichen Angaben zur Dauer der Lohnzahlung erklären sich ohne weiteres dadurch, dass das Taggeld der Suva vom 1
3.
Oktober bis 1
1.
Dezember 201
8
der Arbeitgeberin und erst ab 1
2.
Dezember 2018 direkt dem Beschwerde
führer überwiesen wurde (vorstehend E. 3.3). Dies findet seine Bestätigungen in den «Lohnabrechnungen» der Monate November und Dezember 2018, in denen vom 1
3.
Oktober bis 1
1.
Dezember 2018 nicht Lohn, sondern Unfalltaggeld aus
gewiesen wurde (vorstehend E. 3.7).
Somit steht ausweislich der Akten fest, dass das Arbeitsverhältnis und die
Lohn
zahlung am 1
2.
Oktober 2018 endeten. Ab 1
3.
Oktober 2018 bezog der Beschwer
deführer nicht mehr Lohn, sondern Unfalltaggeld.
4.4
Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht davon ausgegangen, dass das Arbeits
verhältnis im Jahr 2018 vom
8.
Januar bis 1
2.
Oktober gedauert hat und
der Beschwerdeführer
mithin eine Beitragszeit von 9.307 Monaten aufwies (vorstehend E. 2.1).
O
b der Beschwerdeführer allenfalls im Monat Dezember 2017 Beitragszeit
gene
riert haben könnte,
kann offen bleiben,
denn auch bejahendenfalls käme er lediglich auf 10.307 Monate.
4.5
Dass er die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten nicht erreichte, ergibt sich schliesslich auch aus dem Umstand, dass er während mehr als 12 Monaten auf
grund des erlittenen Unfalls arbeitsunfähig war und Taggeld bezog, nämlich vom 1
3.
Oktober 2018 bis am 3
0.
November 2019 (vorstehend E. 3.3). Dies entspricht einer Bezugsdauer von 13.419 Monaten, so dass innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist lediglich 10.581 Monate verbleiben, in denen er eine beitrags
pflich
tige Beschäftigung ausüben konnte.
4.6
Der angefochtene Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegnerin
gestützt auf
Art.
27
Abs.
4 AVIG
einen Anspruch auf höchstens 90 Taggelder festhielt, ist
so
mit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Besch
werde führt.
Zu korrigieren ist einzig, dass die Rahmenfris
t für den Leistungsbezug vom 1.
Dezember 2019 bis 3
0.
November 2021 dauert, was jedoch, da materiell nicht Streitgegenstand, an der Abweisung nichts ändert.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
mit der Feststellung
abgewiesen
,
dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom
1.
Dezember 2019 bis 3
0.
November 2021 dauert.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
IG Treuhand & Beratungen GmbH
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher