# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ef0081f-c59d-5da1-aa5f-455ed8237073
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.04.2008 D-2262/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2262-2008_2008-04-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2262/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  A p r i l  2 0 0 8

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A.____
Nigeria,
vertreten durch B.____
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom C.___

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2262/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

dass der Beschwerdeführer am 6. Februar 2008 ohne Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass er dabei im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel im Rahmen 
der Erstbefragung vom 19. Februar 2008 und der Anhörung nach Art. 
29  Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998 (AsylG,  SR 142.31) 
vom 6. März 2008 unter anderem angab, nigerianischer Staatsangehö-
riger  zu  sein  und  an  seinem  Wohnort  (...)  Motorräder  vermietet  zu 
haben, 

dass  er  während  seiner  Abwesenheit  von  seiner  Vermieterin  telefo-
nisch  erfahren  habe,  dass  die  Polizei  nach  ihm  suche,  weil  einem 
Mann in den Fuss geschossen worden sei, dem er ein Motorrad ver-
mietet gehabt habe, 

dass bei  seiner Rückkehr die Polizei  nicht  mehr anwesend gewesen 
sei und die Vermieterin ihm erzählt habe, die Polizei habe ihn gesucht, 
weil er Anführer einer Bande sei, die einen Diebstahl begangen habe,

dass in der Folge die Mutter und eine Freundin des Beschwerdefüh-
rers festgenommen worden seien und die Polizei seinem Anwalt mitge-
teilt habe, er, der Beschwerdeführer, werde behördlich gesucht und die 
beiden Festgenommenen würden erst freigelassen, wenn sich der Be-
schwerdeführer bei der Polizei gemeldet habe,

dass der Anwalt daraufhin mit dem Mann, dem in den Fuss geschos-
sen  worden  sei,  habe  sprechen  wollen,  ihm  indessen  die  Polizei 
gesagt  habe,  dieser  sei  in  der  Zwischenzeit  von  ihr  erschossen 
worden,

dass im Weiteren die Polizei dem Anwalt mitgeteilt habe, dieser Mann 
sei  mit  anderen  Männern  auf  dem  Motorrad  seines  Mandanten 
unterwegs gewesen und habe ungefähr vier Personen erschossen,

dass  der  Beschwerdeführer  auf  Anraten  seines  Anwaltes  am  10. 
Januar 2008 das Land verlassen habe und am 6. Februar 2008 illegal 
in die Schweiz gelangt sei, wo er gleichentags ein Asylgesuch gestellt 
habe,

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dass der Beschwerdeführer trotz Aufforderung im Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum Basel bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Identitätspapie-
re einreichte mit der Begründung, er habe nie Identitätspapiere beses-
sen und sei ohne Reisedokumente von Nigeria in die Schweiz gelangt,

dass  das  BFM  mit  gleichentags  eröffnetem  Entscheid  vom  1.  April 
2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG auf das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, dessen Wegweisung 
anordnete  und  den  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
erachtete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 
7.  April  2008  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Ent-
scheid Beschwerde erhob,

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
übe  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]; 
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung hat  und daher  zur  Einreichung der  Beschwerde le-
gitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

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dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass  die  Erklärungen  des  Beschwerdeführers,  zu  seinem Reiseweg 
befragt  und  zur  Einreichung  von  Identitätsdokumenten  aufgefordert, 
auffallend  ausweichend  und  realitätsfremd  ausgefallen  sind  und  der 
Beschwerdeführer bis zum jetzigen Zeitpunkt offensichtlich keine An-
strengungen unternommen hat, Identitätsdokumente nachzureichen, 

dass angesichts der strengen Kontrollen an wichtigen Grenzübergän-
gen  die  Angabe  des  Beschwerdeführers,  ohne  Identitätsdokumente 
mit einem Schiff direkt in die Schweiz gelangt zu sein (vgl. A1, S. 6), 
als  nicht  realistisch  erscheint,  zumal  er  lediglich  angab,  nach 
Verlassen des Schiffes seiner Begleitperson gefolgt und mir ihr essen 
gegangen zu sein (vgl. A8, S. 7),

dass somit keine entschuldbaren Gründe für das Versäumnis des Be-
schwerdeführers, Identitätsdokumente einzureichen, vorliegen, 

dass  im  Weiteren  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seinen 
Vorbringen, die Polizei habe ihn als Anführer einer Diebesbande, die 
auf der Autobahn vier Personen erschossen habe, verdächtigt, wie von 
der  Vorinstanz  zutreffend  festgestellt,  auffallend  unsubstanziiert  und 
realitätsfremd und damit offensichtlich unglaubhaft ausgefallen sind,

dass hinsichtlich näherer Begründung zur Vermeidung von Wiederho-
lungen  auf  die  zu  bestätigenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann (vgl. Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 
6 AsylG),

dass  darüberhinaus  in  keiner  Weise  dargetan  ist,  inwiefern  die 
Vorbringen des Beschwerdeführers -  selbst  wenn sie den Tatsachen 
entsprechen sollten - überhaupt asylrechtlich relevant sein sollten,

dass sich die Argumente in der Beschwerdeschrift in einer Wiederho-
lung der bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Vor-

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bringen,  blossen  Behauptungen  und  allgemeinen  Ausführungen  er-
schöpfen, 

dass  auch  keine  Abklärungen  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  AsylG 
notwendig erscheinen,

dass  das  Bundesamt  somit  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass, befindet sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpo-
lizeilichen  Aufenthaltsbewilligung,  die  Anordnung  einer  Wegweisung 
die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügt 
und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, wes-
halb die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang 
mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist  (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [ARK] / EMARK 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass nämlich der junge und gemäss Aktenlage gesunde Beschwerde-
führer in seinem Heimatland seinen Lebensunterhalt weiterhin als Au-
toelektriker wird bestreiten können, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  auch  möglich  ist,  da  keine Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art.  1-3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.
Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- die Vorinstanz mit den Vorakten (...)
- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand am:

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