# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9946fedc-956b-5c1a-92c7-749b27278888
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.01.2019 200 2017 526
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-526_2019-01-07.pdf

## Full Text

200 17 526 IV
KNB/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Januar 2019

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1977 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 29. April 2005 ohne nähere Angaben zur Art der gesund-
heitlichen Einschränkung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilagen [AB] 1). Nach 
Vornahme der erwerblichen und medizinischen Abklärungen, in deren 
Rahmen unter anderem ein interdisziplinäres Gutachten bei der MEDAS 
C.________ (MEDAS; AB 35) eingeholt wurde, wies die IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) einen Leistungsanspruch mit Verfügung vom 
27. Oktober 2006 (AB 39) mangels Vorliegens einer Invalidität ab. Diese 
Verfügung wurde nicht angefochten.

Am 15. September 2014 beantragte die Versicherte abermals Leistungen 
der IV (AB 40), woraufhin die IVB das Begehren auf weitere Abklärungen 
hin mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 2. Juli 2015 (AB 67) 
erneut abwies. Sie erwog wiederum, es liege kein Gesundheitsschaden mit 
invalidisierendem Charakter vor.

Auf die neuerliche Anmeldung zum Leistungsbezug vom 5. November 2015 
(AB 69) erachtete der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) eine Begutachtung 
für angezeigt (AB 89). Gestützt auf das daraufhin bei den Dres. med. 
D.________, Facharzt für Rheumatologie sowie Physikalische Medizin und 
Rehabilitation, und E.________, Facharzt für Psychiatrie, eingeholte Gut-
achten von Februar 2017 (AB 97.1, 97.2, 98.1) sah die IVB mit Vorbe-
scheid vom 6. März 2017 (AB 99) eine weitere Leistungsabweisung vor. 
Am 2. Mai 2017 (AB 100) verfügte sie dementsprechend, wobei sie weiter-
hin erwog, dass kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesund-
heitsschaden vorliege.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 31. Mai 2017 Beschwerde. Sinn-
gemäss beantragte sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie 
die Zusprache einer IV-Rente; gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege. 

Mit Eingabe vom 26. Juni 2017 zeigte Rechtsanwältin B.________ dem 
Gericht an, dass sie die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren 
neu vertrete und hielt fest, dass der Gerichtskostenvorschuss vergütet wer-
de. 

Innert der vom Instruktionsrichter gewährten Frist (vgl. prozessleitende Ver-
fügung vom 27. Juni 2017, Ziff. 2) liess die Beschwerdeführerin mit Be-
schwerdeergänzung vom 27. Juli 2017 die folgenden Anträge stellen:

• Die Verfügung vom 2. Mai 2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu 
verpflichten, eine Rente so wie rechtens, zu bezahlen.

• Eventualiter sei die Verfügung vom 2. Mai 2017 aufzuheben und eine neuropsy-
chologische, allenfalls neurologische Expertise zur Klärung des Leistungsan-
spruchs der Beschwerdeführerin anzuordnen, unter Wahrung der Partizipations-
rechte der Parteien.

Am 25. September 2017 reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht auf-
forderungsgemäss weitere Unterlagen ein, welche direkt auch an die Be-
schwerdegegnerin zugestellt wurden.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2017 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. März 2018 wurde das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege als erledigt abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Mai 2017 (AB 100). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2

2.2.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.2.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 6

Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.2.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). Erfolgte nach einer 
ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend 
gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein-
kommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerbli-
chen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig ver-
neint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vor-
behältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen 
Revision – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegen halten lassen (BGE 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 7

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom 5. November 2015 
(AB 69) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichs-
zeitpunkte zur Beantwortung der Frage, ob eine wesentliche Änderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen vorliegt, die überhaupt geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (E. 2.2.1 
hiervor), bilden einerseits die Verhältnisse zur Zeit der letzten leistungsab-
weisenden Verfügung vom 2. Juli 2015 (AB 67) und andererseits diejenigen 
bei Erlass der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2017 
(AB 100; vgl. E. 2.2.3 hiervor). 

3.2 Der Verfügung vom 2. Juli 2015 (AB 67) lagen im Wesentlichen die 
folgenden medizinischen Unterlagen zugrunde:

3.2.1 Im Bericht vom 13. Oktober 2014 (AB 46) hielt Dr. med. 
F.________, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, 
hauptsächlich die folgenden Diagnosen fest:

• Anti-CCP positive rheumatoide Arthritis, ED 2010
• Rhinitis allergica
• Anorexie
• Sozialamt-Abhängigkeit offenbar seit Jahren

Die Entzündungsaktivität sei aktuell noch ungenügend supprimiert. Vorerst 
sei eine ausgeprägte Flexorentendosynovitis im Bereich des rechten 
Handgelenks sonographisch gezielt mit einem Depot-Steroid infiltriert wor-
den. Wegen der Polyarthritis-Beschwerden habe offenbar zuletzt eine Teil-
arbeitsunfähigkeit durch den früher betreuenden Rheumatologen ausge-
stellt werden müssen. Über die künftige Arbeitsfähigkeit könne noch keine 
definitive Aussage gemacht werden.

3.2.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, hielt im Bericht vom 
22. Januar 2015 (AB 62 S. 10 f.) fest, bei gut kompatibler Klinik könne er 
elektrophysiologisch die Diagnose eines mittelschweren senso-motorischen 
Karpaltunnelsyndroms rechts bestätigen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 8

3.2.3 Bezugnehmend auf seinen Bericht vom 13. Oktober 2014 (AB 46) 
führte Dr. med. F.________ in einem weiteren Bericht vom 20. April 2015 
(AB 62 S. 2 ff.) aus, die Prognose sei grundsätzlich gut. Von seiner Seite 
her werde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die bisherige Tätigkeit sei 
weiterhin zumutbar bzw. mit deren Wiederaufnahme könne gerechnet wer-
den, wobei der zeitliche Rahmen nach der CTS-Operation evaluiert werden 
müsse. 

3.2.4 RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 18. Mai 2015 (AB 65) aus, der behandelnde 
Rheumatologe Dr. med. F.________ stelle eine weitergehende Remission 
der Entzündungsaktivität fest und denke, dass die Prognose grundsätzlich 
gut sei. Die im Oktober 2014 festgestellte Flexorensynovitis sei durch eine 
Infiltration erfolgreich behandelt worden. Mit der rheumatischen Erkrankung 
lasse sich keine langdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begrün-
den. Das im Januar 2015 durch den Neurologen Dr. med. G.________ dia-
gnostizierte rechtsseitige Karpaltunnelsyndrom vermöge ebenfalls keine 
langdauernde Funktionseinschränkung zu begründen, da es sich in der 
Regel gut behandeln lasse.

3.3 In der angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2017 (AB 100) hat sich 
die Beschwerdegegnerin massgeblich auf das bidisziplinäre Gutachten der 
Dres. med. D.________ und E.________ von Februar 2017 (AB 97.1, 97.2, 
98.1) gestützt.

3.3.1 Im rheumatologischen Gutachten vom 15. Februar 2017 (AB 98.1) 
stellte Dr. med. D.________ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er 
(S. 14):

• Rheumatoide Arthritis
o ED 2010
o Anti-CCP positiv
o Unter 20mg Methrotrexat/Woche und 7.5mg Prednison/Tag aktuell klinisch und 

humoral keine erkennbare Entzündungsaktivität

• Zervikales Schmerzsyndrom seit einigen Wochen
o Segmentale Dysfunktion C3/4
o Spondyloarthrose C3/4

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 9

Der Gutachter führte aus, nach den Akten sei die Diagnose einer rheuma-
toiden Arthritis schlüssig, nach dem aktuellen klinischen Zustandsbild könn-
te dieses Krankheitsbild jedoch nicht diagnostiziert werden, da die Be-
schwerdeführerin keinerlei entzündliche Symptome präsentiere, was mit 
ihren anamnestischen Angaben übereinstimme. Auch die kürzlich durchge-
führte Blutuntersuchung habe keine humorale Entzündungsaktivität erge-
ben. Zusammengefasst werde die rheumatoide Arthritis mit der aktuellen 
medikamentösen Behandlung sehr gut kontrolliert. Weiter scheine die zer-
vikale Symptomatologie die Beschwerdeführerin nicht zu beeinträchtigen, 
habe letztere doch erst Angaben gemacht, als der Untersucher auf die Be-
wegungseinschränkung der Halswirbelsäule (HWS) aufmerksam geworden 
sei. Die aktuelle HWS-Pathologie habe aber keinen Zusammenhang mit 
dem somatischen Grundleiden. In der bisherigen Tätigkeit lasse sich mit 
der rheumatoiden Arthritis zurzeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
begründen. Auch in der Tätigkeit als Hausfrau und in einer sonstigen Ver-
weistätigkeit ermittelte Dr. med. D.________ keine Einschränkung (S. 15).

3.3.2 Dr. med. E.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten 
vom 21. Februar 2017 (AB 97.1) Nachstehendes:

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Mittelgradige depressive Episode (Oktober bis Dezember 2015; ICD-10 F32.1)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Leichtgradige depressive Episode (seit Januar 2016; ICD-10 F32.0)
• Fehlende berufliche Ausbildung (ICD-10 Z56)
• Schwierige familiäre Situation (ICD-10 Z60.1)
• Belastung durch die Alleinerziehung des Sohnes (ICD-10 Z63)
• Verdacht auf unspezifische Essstörung (ICD-10 F50.9)

Der psychiatrische Experte führte aus, in der MEDAS sei 2006 ein Gesamt-
Intelligenzquotient (IQ) von 79 Punkten erzielt worden, die Beschwerdefüh-
rerin sei insbesondere im Handlungsteil normal intelligent gewesen. Im 
Verbal-IQ sei dagegen ein Wert von 62 ermittelt worden. Der Wert vom 
18. März 2016 betrage 67 Punkte (vgl. AB 87). Die Ergebnisse der beiden 
testpsychologischen Untersuchungen seien divergierend, wobei der Be-
such der Realschule sowie das Bestehen der Autofahrprüfung dafür 
sprächen, dass der Test, welcher in der MEDAS durchgeführt worden sei, 
der Realität entspreche. Damit liege gemäss Kriterien der ICD-10 keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 10

Intelligenzminderung vor und die Beschwerdeführerin sei insbesondere 
fähig, in praktischen Tätigkeiten, welche nicht allzu differenziert seien, eine 
volle Arbeitsfähigkeit zu erreichen, was sie denn auch während Jahren be-
wiesen habe (S. 8)

Die im Rahmen der Hospitalisation von Oktober bis Dezember 2015 ge-
stellte Diagnose einer dissoziativen Bewegungsstörung war für Dr. med. 
E.________ mangels genügender psychologischer Zusammenhänge nicht 
schlüssig nachvollziehbar. Es habe auch keine prämorbide Persönlich-
keitsstörung bestanden, weshalb anzunehmen sei, dass die damals massi-
ve Erschöpfung dazu geführt habe, dass die Beschwerdeführerin nicht 
mehr genügend Energie besessen habe, um sich normal zu bewegen. Zu-
dem könnten appellative Impulse vermutet werden. Die während der Hospi-
talisation diagnostizierte mittelgradige depressive Episode sei erfolgreich 
behandelt worden, wofür auch die mässige Psychopathologie vom 24. Ja-
nuar 2017 spreche. Weiter habe die Beschwerdeführerin eine regelmässige 
Tagesgestaltung, sie kümmere sich um den Sohn, halte den Haushalt in 
Ordnung und schaue zu den Tieren. Selber spüre sie keinen Leidensdruck, 
weshalb sie nachvollziehbar nicht bereit sei, sich ambulant psychiatrisch 
betreuen zu lassen. Die bislang eingenommenen Cipralex-Tabletten wolle 
sie ab sofort absetzen (S. 9). Zu den im Zusammenhang mit der rheumato-
iden Arthritis beklagten chronischen Schmerzen hielt Dr. med. E.________ 
fest, diese liessen den Schluss auf eine psychosomatische Überlagerung 
nicht zu, zeige die Beschwerdeführerin doch die Symptomatik nicht, welche 
gemäss ICD-10 bei einer anhaltenden Schmerzstörung vorausgesetzt sei. 
Weder sei sie auf die Schmerzen fixiert, noch äussere sie hypochondrische 
Befürchtungen oder zeige sie eine massgebliche Schmerzausdehnung; 
zudem seien die Schmerzen nicht ständig quälend. Emotionale Konflikte 
führten nicht zu einer Verstärkung der Schmerzen (S. 10). Mit Ausnahme 
der von Oktober bis Dezember 2015 vorhandenen 40%igen Einschränkung 
sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen bzw. in einer angepassten Tätig-
keit nicht anhaltend beeinträchtigt (S. 15). 

3.3.3 In der interdisziplinären Beurteilung vom 21. Februar 2017 
(AB 98.2) hielten die Experten gestützt auf die gemeinsame Besprechung 
fest, für den Somatiker stehe eine rheumatoide Arthritis, die 2010 diagnos-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 11

tiziert worden sei, im Vordergrund. Sowohl gemäss den Akten, wie auch 
nach dem aktuellen Befund werde und wurde das Krankheitsbild durch die 
durchgeführte Behandlung sehr gut kontrolliert und zeige aktuell nur mini-
me Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Eine Arbeitsunfähigkeit lasse 
sich mit der organischen Diagnose nicht bestätigen. Aus psychiatrischer 
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen bzw. in einer angepassten 
Tätigkeit in der Regel nicht anhaltend eingeschränkt, wobei von Oktober bis 
Dezember 2015 eine 40%ige Einschränkung bestanden habe. In der inter-
disziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit könne vollumfänglich auf 
die psychiatrische Beurteilung abgestellt werden. 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Im bidisziplinären Gutachten der Dres. med. D.________ und 
E.________ von Februar 2017 (AB 97.1, 97.2, 98.1) haben sich die Exper-
ten in ihrer Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig 
mit den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 12

einandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf 
eigene Untersuchungen getroffen. Die Ausführungen in den Beurteilungen 
der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. 
Somit erfüllt das vorerwähnte Gutachten die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestell-
ten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) und erbringt vollen Beweis, womit 
sich weitere Sachverhaltserhebungen (vgl. Beschwerdeergänzung) erübri-
gen (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). 

3.5.1 Vorab ist bezüglich der geltend gemachten Gehörsverletzung (vgl. 
Beschwerdeergänzung S. 2 f.) festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 
mit Schreiben vom 31. Oktober 2016 (AB 90) über die vorgesehene Begut-
achtung samt den Namen und Facharzttiteln der zu beauftragenden Gut-
achter informiert wurde. Dabei hat die Beschwerdegegnerin explizit auf die 
Möglichkeit zur Erhebung von Einwendungen hingewiesen und auch aus-
geführt, dass nach Ablauf der gesetzten Frist der definitive Auftrag an die 
Gutachter erteilt werde. Nachdem die Beschwerdeführerin keine Einwände 
vorbrachte, erfolgte am 2. Dezember 2016 die Auftragsvergabe an die Gut-
achter (AB 93 f.). Bei dieser – auch im Einklang mit dem vom Bundesamt 
für Sozialversicherungen (BSV) erlassenen Kreisschreiben über das Ver-
fahren in der Invalidenversicherung (KSVI, Ziff. 2083 f., Stand: 1. Januar 
2017, abrufbar unter www.bsvlive.admin.ch) stehenden – Vorgehensweise 
liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Die Beschwerdegegne-
rin weist denn auch zu Recht darauf hin, dass es der durch den Sozial-
dienst unterstützten Beschwerdeführerin frei gestanden wäre, sich rechtlich 
beraten zu lassen (vgl. Beschwerdeantwort S. 3 f. Ziff. 11). 

3.5.2 In somatischer Hinsicht gilt sodann was folgt: Unter Berücksichti-
gung der Anamnese- und Befunderhebung (AB 98.1 S. 8 ff.) sowie der Er-
gebnisse der Blutuntersuchung vom Januar 2017 (AB 98.1 S. 12) führte der 
rheumatologische Gutachter überzeugend aus, dass die rheumatoide Ar-
thritis mit der aktuellen medikamentösen Behandlung sehr gut kontrolliert 
werde, da keinerlei entzündliche Symptome mehr präsentiert würden 
(AB 98.1 S. 15). Insoweit deckt sich seine Beurteilung denn auch mit derje-
nigen von Dr. med. F.________, hielt doch dieser bereits am 13. Oktober 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 13

2014 fest, dass die Prognose grundsätzlich gut sei und mit einer Wieder-
aufnahme der bisherigen Tätigkeit gerechnet werden könne (AB 46, 62 S. 4 
Ziff. 1.9), was im Mai 2015 auch vom RAD bestätigt wurde (AB 65). Die 
Beschwerdeführerin gab gegenüber Dr. med. D.________ selbst an, mit 
Medikamenten sei die Rheumaerkrankung aushaltbar (AB 98.1 S. 9). Folg-
lich ist diesbezüglich im massgeblichen Vergleichszeitpunkt keine Sach-
verhaltsänderung eingetreten. Das vom Gutachter aufgeführte zervikale 
Schmerzsyndrom – das in keinem Zusammenhang mit dem somatischen 
Grundleiden stehe – wurde zudem in nachvollziehbarer Weise als ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bewertet (AB 98.1 S. 14 f.). Die Beschwer-
deführerin berichtete einzig, dass bei starker Belastung diffuse Hand-
schmerzen beidseitig, selten auch generalisierte Schmerzen und seit eini-
gen Wochen Schmerzen im Nacken und Trapezius links ohne äusseren 
Grund bestünden, ohne hierzu genauere Angaben zu machen (AB 98.1 
S. 9). Schmerzen wurden jedoch bereits früher geltend gemacht, berichtete 
doch die Beschwerdeführerin auch anlässlich des Erstgesprächs bei der 
Beschwerdegegnerin im Januar 2015 darüber (AB 52 S. 2). Weiter wurden 
ebenso im Bericht der Hausärztin Dr. med. L.________, Fachärztin für All-
gemeine Innere Medizin, vom 11. Februar 2015 seit 2010 zunehmend 
Schmerzen und eine Schwellung vor allem der Hände und Füsse aufge-
führt (AB 57 S. 3). Demnach kann auch hier nicht von einem seit Juli 2015 
(vgl. E. 3.1 hiervor) wesentlich geänderten Sachverhalt ausgegangen wer-
den.

3.5.3 In psychiatrischer Hinsicht ist ebenso wenig von einer mit Bezug auf 
den umstrittenen Rentenanspruch relevanten Änderung des Sachverhalts 
auszugehen. Zwar diagnostizierte Dr. med. E.________ mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit neu eine mittelgradige depressive Episode gemäss 
ICD-10 F32.1, dies jedoch nur befristet für die Zeit von Oktober bis Dezem-
ber 2015 (AB 97.1 S. 8). Diese Einschätzung erfolgte gestützt auf den Be-
richt der Klinik I.________ vom 26. Februar 2016 zum stationären zweimo-
natigen Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 7. Oktober bis 8. Dezem-
ber 2015 (AB 77). Da die diesbezüglich gutachterlich attestierte Einschrän-
kung von 40 % (AB 97.1 S. 15) bloss zwei Monate angedauert hat, ist sie 
invalidenversicherungsrechtlich von vornherein unbeachtlich (vgl. Art. 88a 
Abs. 2 IVV) und kann damit auch nicht zur Begründung einer wesentlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 14

Änderung des Sachverhalts herangezogen werden. Gegenüber Dr. med. 
E.________ führte die Beschwerdeführerin denn auch aus, nach dem Kli-
nikaufenthalt in …, wo sie sich erholt habe, sei es ihr deutlich besser ge-
gangen (AB 97.1 S. 6). Am 1. Dezember 2015 gab sie hierzu auch den 
Ärzten des Spitals J.________ an, sie habe vom (damals aktuellen) Auf-
enthalt in der Klinik I.________ sehr profitiert. Innert kurzer Zeit habe sie 
eine Gehfähigkeitsverbesserung bemerkt und schliesslich wieder normales 
freies Gehen erlernt; zudem finde sie in psychischer Hinsicht mehr Ruhe 
und Stabilität (AB 84 S. 4). Diese Stabilisierung hielt sodann auch in der 
Tagesklinikbehandlung im Spital J.________ zwischen Dezember 2015 
und Juli 2016 an. Die Ärzte diagnostizierten zwar bei Eintritt (10. Dezember 
2015) – offenbar bezugnehmend auf den Bericht der Klinik I.________ 
(AB 77 S. 2) – nach wie vor eine mittelschwere depressive Episode (vgl. 
AB 84 S. 4, 86 S. 1), führten im Austrittsbericht vom 18. August 2016 aber 
aus, die Beschwerdeführerin sei deutlich weniger depressiv gewesen als 
bei der Ersttestung in der Klinik I.________. Unter Anwendung des bio-
psycho-sozialen Krankheitsmodells wurde überdies vorab die psychosozia-
le Problematik beschrieben (Arbeitssituation, enger finanzieller Rahmen, 
Abhängigkeit vom Sozialamt, alleinerziehend, pubertierender Sohn, 
schwierige Interaktion mit Kindsvater, Lehrern und Beiständin des Sohnes, 
Wunsch nach mehr sozialen Kontakten [AB 86 S. 2; vgl. auch AB 97.1 
S. 9]). Weiter hat die Beschwerdeführerin nach dem Austritt aus der teilsta-
tionären Tagesklinik (1. Juli 2016 [AB 86 S. 1]) die empfohlene psychiatri-
sche Behandlung nicht aufgenommen, da sie sich nicht krank fühlte. Ge-
genüber Dr. med. E.________ berichtete sie denn auch von einer wechsel-
haften Stimmung – oft gehe es gut, bei Lebensproblemen sei sie eher be-
drückt –, von diversen Interessen vor allem für ihre Tiere und den Sohn, 
einem manchmal etwas verminderten Antrieb, einem zeitweisen Erschöp-
fungsgefühl, einer guten Konzentrationsfähigkeit und einer positiven Zu-
kunftsperspektive (AB 97.1 S. 6). Bei diesen Gegebenheiten fällt mit Blick 
auf die aufgeführte leichtgradige depressive Episode (seit Januar 2016; 
ICD-10 F32.0 [AB 97.1 S. 8]) ein invalidisierender Gesundheitsschaden 
selbst bei Heranziehung der für psychische Störungen geänderten höch-
strichterlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 409 und 418) ausser Betracht. 
Diese Diagnose wurde vom Gutachter ohnehin als ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit bewertet (AB 97.1 S. 8 und 15), was – trotz psychosozialer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 15

Problematik – auch gut mit der familiären Vernetzung der Beschwerdefüh-
rerin, dem strukturierten und regelmässigen Tagesablauf, den diversen 
Lebensaktivitäten mit Betreuung des Sohnes und der Haustiere, der Haus-
haltführung, der grundsätzlichen Zufriedenheit mit dem eigenen Leben 
(AB 97.1 S. 5 und 12) und dem gutachterlich festgestellten Fehlen einer 
relevanten psychischen bzw. psychosomatischen Störung (AB 97.1 S. 14) 
korreliert. Zur herausfordernden Lebenssituation der Beschwerdeführerin 
als alleinerziehende Mutter mit bereits langjähriger Sozialhilfeabhängigkeit 
(teilweise trotz Arbeitstätigkeit), Beistandschaft des Sohnes und einem 
schwierigen Umgang mit dem Kindsvater (vgl. AB 35 S. 5 und 8, 46 S. 1, 
70 S. 2, 86 S. 2, 97.1 S. 9, 98.1 S. 18) ist zu bemerken, dass diesen psy-
chosozialen Belastungsfaktoren kein Krankheitswert zukommt (vgl. BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2).

3.5.4 Die Beschwerdeführerin macht weiter sinngemäss geltend, die Min-
derintelligenz sei gutachterlich nicht hinreichend gewürdigt worden (vgl. 
Beschwerdeergänzung S. 3 f.). Bereits im interdisziplinären MEDAS-
Gutachten vom 8. August 2006 wurde eine formale Testung der Intelligenz 
vorgenommen, wobei ein Gesamt-IQ von 79 Punkten, ein Verbal-IQ von 62 
Punkten und ein Handlungs-IQ von 102 Punkten erzielt wurde (AB 35 
S. 12). Die Experten gelangten damals zum Schluss, dass die von ihnen 
vermutete Entwicklungsstörung der kognitiven Funktionen bei der Beurtei-
lung der Leistungsfähigkeit keinen nennenswerten Einfluss habe, da die 
Beschwerdeführerin trotz der verbalen Defizite in der Lage gewesen sei, 
sich als ungelernte ... oder als ... zu betätigen und zudem auch den Füh-
rerausweis Typ B erworben habe (AB 35 S. 16). Im nunmehr eingeholten 
Gutachten vom 21. Februar 2017 führte Dr. med. E.________ unter 
Berücksichtigung des am 18. März 2016 durch die Psychologen des Spitals 
J.________ ermittelten Gesamt-IQ’s von 67 Punkten (AB 87) aus, die Er-
gebnisse seien zwar gegenüber den Ergebnissen der MEDAS divergie-
rend, jedoch könne mit Blick auf den Besuch der Realschule sowie das 
Bestehen der Autoprüfung (weiterhin) auf die Ergebnisse der MEDAS ab-
gestellt werden (AB 97.1 S. 8). Gemäss eigenen Angaben wiederholte die 
Beschwerdeführerin zweimal die erste Primarschulklasse, zudem besuchte 
sie von 1988 bis 1990 die Kleinklasse; sie habe in allen Schulfächern 
Schwierigkeiten gehabt (vgl. AB 35 S. 9, 97.1 S. 4 und 8, Beschwerdebei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 16

lagen [act. I] 6 S. 1). Eine Anlehre als ... habe sie nach drei Monaten aus 
finanziellen Gründe abgebrochen (AB 35 S. 9, 87 S. 2), die Autoprüfung 
habe sie erst nach mehreren Anläufen bestanden (AB 97.1 S. 4). Aus wel-
chen Gründen die dargelegten Schwierigkeiten in der Schule sowie beim 
Erlangen des Fahrausweises bestanden und weshalb die Berufsausbildung 
tatsächlich abgebrochen wurde, kann letztlich offen bleiben (vgl. hierzu 
Beschwerdeergänzung S. 4). Denn die im Mai bzw. Juni 2017 vorgenom-
mene psychodiagnostische Abklärung der psychiatrischen Dienste 
K.________, welche hinsichtlich der Frage einer Minderintelligenz durch-
aus Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungs-
verfahrens bestehende Situation erlaubt (vgl. SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 
E. 3.4), ergab einen IQ von 79 Punkten (act. I 6). Damit wurden die intellek-
tuellen Ressourcen zwar als unterdurchschnittlich beurteilt, eine Intelli-
genzminderung nach ICD-10 konnte aber eindeutig ausgeschlossen wer-
den. In der Folge ist ein durch einen zu tiefen IQ begründeter invalidenver-
sicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden weiterhin und von 
vornherein zu verneinen (vgl. u.a. Entscheid des Bundesgerichts vom 
16. März 2015, 8C_741/2013, E. 3.2.1, sowie MEYER / REICHMUTH, Bun-
desgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 4 N. 83). 
Es besteht keine Veranlassung zur Annahme, die intellektuellen Fähigkei-
ten der Beschwerdeführerin hätten sich seit dem MEDAS-Gutachten vom 
8. August 2006 (AB 35) bzw. im hier massgeblichen Vergleichszeitraum 
(E. 3.1 hiervor) verändert. Vielmehr liegt mit dem am 18. März 2016 erziel-
ten IQ-Ergebnis (AB 87) lediglich eine andere Beurteilung eines im Wesent-
lichen bereits langjährig gleich gebliebenen medizinischen Sachverhalts 
vor. 

3.5.5 Soweit die Beschwerdeführerin die geltend gemachte wesentliche 
gesundheitliche Veränderung schliesslich mit dem nach Erlass der ange-
fochtenen Verfügung (2. Mai 2017 [AB 100]) verfassten Austrittsbericht der 
psychiatrischen Dienste  K.________ vom 12. September 2017 (act. I 5) 
bzw. den während des stationären Aufenthalts im August 2017 neu gestell-
ten Diagnosen begründet, ist dieser Bericht für die Frage einer wesentli-
chen gesundheitlichen Veränderung bis zum massgebenden Verfügungs-
zeitpunkt nicht heranzuziehen (vgl. jedoch E. 3.5.4 hiervor). Die Ärzte der 
psychiatrischen Dienste  K.________ beurteilten darin hauptsächlich den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 17

im August bzw. September 2017 aktuellen und nicht den bis zum Verfü-
gungserlass massgeblichen Gesundheitszustand (vgl. BGE 131 V 242 
E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140, SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). 
Soweit die Ärzte gestützt auf die in jenem Zeitpunkt als Folge ständiger 
Überforderung eingetretene psychotische Entgleisung den Verdacht auf 
eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis äusserten (act. I 6 
S. 4, vgl. auch act. I 5 S. 3), handelt es sich hierbei nicht um eine gesicher-
te Diagnose; vielmehr halten die behandelnden Ärzte hierfür weitere Ab-
klärungen ihrerseits für notwendig (act. I 5 und 6).

3.6 Zusammenfassend ist im hier massgeblichen Überprüfungszeitraum 
in den medizinischen Verhältnissen keine wesentliche Veränderung einge-
treten. Auch hinsichtlich der erwerblichen oder anderer tatsächlicher Ver-
hältnisse ist eine solche nicht auszumachen. Selbst wenn unter der An-
nahme eines Revisionsgrundes eine umfassende Prüfung erfolgen würde, 
änderte sich jedoch nichts daran, dass im massgeblichen Überprüfungs-
zeitpunkt kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheits-
schaden vorlag (vgl. E. 3.5 hiervor). 

4.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh-
ren vom 5. November 2015 (AB 69) zu Recht abgelehnt, womit die gegen 
die Verfügung vom 2. Mai 2017 (AB 100) erhobene Beschwerde abzuwei-
sen ist. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 18

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen. 

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2019, IV/17/526, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.