# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a051792f-b3df-514f-975c-6beaa57404cd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-02-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 11.02.2004 VB 2003 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_VB-2003-1_2004-02-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 11. Februar 2004 Schriftlich mitgeteilt am:
VB 03 1 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer und Vital 
Aktuar Blöchlinger

——————

In der verwaltungsstrafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre 
Menge, Postfach 26, Quaderstrasse 5, 7002 Chur,

gegen

die Verfügung des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartements Graubünden vom 
8. Januar 2003, mitgeteilt am 15. Januar 2003, in Sachen gegen den Berufungs-
kläger,

betreffend Überprüfung der Massnahmebedürftigkeit,

hat sich ergeben:

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A. Mit Urteil vom 11. Dezember 1990 sprach das Kreisgericht Chur-
walden X. schuldig der wiederholten und fortgesetzten Unzucht mit Kindern ge-
mäss Art. 191 Ziff. 2 Abs. 1 und 3 StGB, der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 
1 StGB und der Drohung gemäss Art. 180 StGB. Dafür wurde er mit 12 Mo-
naten Gefängnis, unter Anrechnung von 69 Tagen Untersuchungshaft, bestraft. 
Gleichzeitig wurde die mit Urteil des Bezirksgerichtes Zofingen vom 26. Oktober 
1989 bedingt ausgesprochene Strafe von 7 Monaten Gefängnis widerrufen. Dem 
Verurteilten wurde sodann gestützt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB die richterliche 
Weisung erteilt, sich ambulant psychiatrisch behandeln zu lassen. Eine gegen 
dieses Urteil erhobene Berufung wies der Kantonsgerichtsausschuss von Grau-
bünden mit Urteil vom 23. April 1991 ab.

B. Auf Empfehlung des Chefarztes der Psychiatrischen Klinik Beverin 
stellte der amtliche Verteidiger von X. am 16. August 1991 beim Kantonsge-
richtsausschuss von Graubünden Gesuch um Anordnung einer stationären 
Massnahme anstelle der ambulanten Behandlung unter Aufschub des Strafvoll-
zugs. Mit Beschluss des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden vom 24. 
Februar 1992 wurde das Urteil vom 11. Dezember 1990 dahingehend geändert, 
dass die Strafen von 12 und 7 Monaten Gefängnis gestützt auf Art. 43 Ziff. 2 
Abs. 1 beziehungsweise Art. 41 Ziff. 3 Abs. 4 StGB aufgeschoben wurden. An-
stelle der ambulanten Behandlung wurde gegenüber X. in Anwendung von Art. 
43 Ziff. 3 Abs. 2 StGB eine stationäre Massnahme angeordnet. Am 12. Novem-
ber 1992 hob der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden diesen Beschluss 
gestützt auf ein Zusatzgutachten von Dr. med. A. vom 4. September 1992 wieder 
auf und entschied, X. sei im Sinne von Art. 43 Ziff. 3 Abs. 3 StGB in Verbindung 
mit Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu verwahren. Eine dagegen gerichtete Nichtig-
keitsbeschwerde wurde vom Kassationshof des Schweizerischen Bundesge-
richts am 24. März 1993 abgewiesen.

C. Mit Urteil vom 20. Juli 1993 sprach das Kreisgericht Lugnez X. 
schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 
187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Pornographie gemäss Art. 197 
Ziff. 1 StGB und bestrafte ihn mit drei Monaten Gefängnis. Der Vollzug der Strafe 
wurde aufgeschoben und der Verurteilte gestützt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 (recte 
Abs. 2) StGB verwahrt. Eine dagegen erhobene Berufung hiess der Kan-
tonsgerichtsausschuss von Graubünden mit Urteil vom 22. September 1993 teil-
weise gut und sprach X. von der Anklage der mehrfachen Pornographie frei. Die 

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Strafe wurde auf zwei Monate Gefängnis herabgesetzt, wobei deren Vollzug auf-
geschoben und der Verurteilte verwahrt wurde.

D. 1. Seit dem 12. November 1992 befindet sich X. im Massnahmevoll-
zug. Gegenwärtig ist er in der Strafanstalt Lenzburg untergebracht. Die von X. 
am 27. Juli 1993, 17. September 1994 und 2. April 1996 eingereichten Gesuche 
um probeweise Entlassung wies die Regierung am 9. November 1993 und 9. 
Mai 1995 beziehungsweise das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement 
Graubünden am 10. Dezember 1996 ab. Eine gegen die Departementsverfü-
gung vom 10. Dezember 1996 eingereichte Berufung an den Kantonsgerichts-
ausschuss von Graubünden wurde am 16. April 1997 abgewiesen.

2. Im Rahmen der periodischen Massnahmeüberprüfungen im Früh-
jahr 1998 und im Frühjahr 1999 gelangte das Justiz- Polizei- und Sanitäts-
departement Graubünden mit Verfügung vom 27. Juli 1998 beziehungsweise 10. 
August 1999 zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine bedingte Entlas-
sung nicht gegeben seien und der gerichtlich verfügte Massnahmevollzug nach 
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB bist auf weiteres aufrecht zu erhalten sei. Gegen die 
Departementsverfügung vom 10. August 1999, welche nicht ausdrücklich auf 
das Gesuch von X. um Versetzung in eine offene Therapiestelle El Rafa einging, 
reichte X. am 3. September 1999 Berufung beim Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden ein. Mit Urteil vom 6. Oktober 1999 hielt der Kantonsgerichtsaus-
schuss Graubünden fest, dass die Vorinstanz die bedingte Entlassung bezie-
hungsweise die Versetzung in die offene Therapiestelle El Rafa zu Recht abge-
lehnt habe. Die Berufung wurde jedoch insoweit gutgeheissen, als eine Rückwei-
sung der Sache zur Prüfung einer Versetzung in eine andere Anstalt erfolgte.

3. Kein anderes Ergebnis brachten auch die periodischen Mass-
nahmeüberprüfungen im Sommer 2000 und 2001. Die von X. gegen die jeweili-
gen Verfügungen des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartements Graubünden 
erhobenen Berufungen wies der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
mit Urteil vom 24. Oktober 2000 bzw. 14. November 2001 ab.

E. 1. Im Herbst 2002 holte die Vollzugsbehörde erneut die für die peri-
odische Massnahmeüberprüfung erforderlichen Berichte ein. 

a) Dr. med. B., Oberarzt bei den Psychiatrischen Diensten des Kan-
tons Aargau, hielt in seinem Bericht vom 22. Oktober 2002 fest, dass X. seit dem 
5. März 2002 das psychotherapeutische Angebot der Strafanstalt Lenzburg in 

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Anspruch nehme. Die diesbezügliche Motivation zu Gesprächen könne als gut 
bezeichnet werden. Für eine deliktorientierte Therapie sei jedoch keine Motiva-
tion vorhanden, da der Patient sich nicht als krank, persönlichkeitsgestört und 
demzufolge auch nicht als hilfsbedürftig empfinde. X. sei zwar mittlerweile in der 
Lage einzugestehen, dass er bei den Taten, die zu den ersten Verurteilungen 
geführt hätten, Fehler begangen habe. Diese sehe er allerdings nur darin, dass 
er sich den Wünschen und Forderungen der Kinder nicht habe widersetzen kön-
nen. Die eigenen, im Zusammenhang mit den Delikten stehenden Wünsche, 
Phantasien und Bedürfnisse hätten nicht besprochen werden können. In Bezug 
auf die Persönlichkeit von X. seien gegenüber den Feststellungen im Gutachten 
von Dr. C. aus dem Jahre 1996 keine tief greifenden Veränderungen erkennbar. 
Bei X. handle es sich immer noch um eine selbstunsichere Persönlichkeit, die 
ihre zwischenmenschlichen Kontakte im Sinne einer Helfer-/Opferbeziehung 
bzw. unter einem missionarischen Gesichtspunkt gestalte. Weiterhin sei von ei-
ner aggressionsgehemmten Persönlichkeit zu sprechen, bei der aber durchaus 
eine impulsive Reaktionsbereitschaft spürbar sei. X. sei - wie sich auch bei der 
Verhaltensbeobachtung zeige - nicht in der Lage, sich an relativ unbedeutende 
Anordnungen zu halten. Die Rückfallgefahr müsse insofern unter forensischen 
Gesichtspunkten als hoch eingestuft werden. Aus ärztlicher Sicht könne deshalb 
eine probeweise Entlassung aus der Verwahrung nicht empfohlen werden. 

b) Der Sozialdienst und die Direktion der Strafanstalt Lenzburg hiel-
ten in ihrem Führungsbericht vom 29. Oktober 2002 zusammenfassend fest, 
dass bei X. keine Veränderungen festzustellen seien. Er sei immer noch nicht 
fähig, seine alten Verhaltensmuster zugunsten eines adäquaten Benehmens 
aufzugeben. Auch in seiner Einstellung gegenüber den Delikten pflege er immer 
noch die gleiche Haltung. Er übernehme keine Verantwortung für seine Taten, 
streite die Schuld ab und sehe sich selber als Opfer. Er sei ein Aussenseiter und 
Sonderling geblieben, der von seinen Mitgefangenen gemieden und ausgelacht 
werde.

c) Die Schutzaufsicht Graubünden vertrat in ihrem Schreiben vom 8. 
November 2002 die Auffassung, die Massnahme gegenüber dem mittlerweile 65 
Jahre alten X. müsse weitergeführt werden. 

d) In seiner Stellungnahme vom 25. November 2002 führte X. aus, 
seines Erachtens habe er die deliktorientierte, konfrontative Therapie schon 
längst vollzogen. Er sei sich seiner Schuld schon seit rund 12 Jahren bewusst 

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und er übernehme die volle Verantwortung für seine Verfehlungen. Es glaube 
ihm jedoch niemand, weshalb ihm auch die Verhängung von disziplinarischen 
Sanktionen keinen grossen Eindruck machten. Offenbar müsse er sich darauf 
einstellen, bis an sein Lebensende im Gefängnis zu bleiben. 

e) Der Vormund von X., D., führte in seiner Stellungnahme vom 29. 
November 2002 im Wesentlichen aus, er könne sich den Auffassungen der Be-
treuungspersonen von X. nicht anschliessen. Der Vollzug in einer geschlosse-
nen Institution sei nicht die richtige Massnahme. Die Berichte des Psychiaters 
wie auch des Sozialdienstes müssten zurückgewiesen werden, da sie gravie-
rende, nicht belegte Aussagen beinhalteten. Die ständigen verdeckten Miss-
handlungen durch meist ausländische Mitgefangene und die Schikanen, denen 
X. ausgesetzt sei, seien menschenunwürdig und verlangten eine konkrete Än-
derung der Vollzugssituation. Aufgrund seiner zahlreichen Gespräche mit X. sei 
er zur Überzeugung gelangt, dass dieser klare Einsicht in die ihm zur Last ge-
legten Delikte zeige. Es treffe keinesfalls zu, dass X. die Delikte bagatellisiere 
oder nicht in der Lage sei, sich einer konfrontativen Therapie zu stellen. Er bean-
trage deshalb die Aufhebung der Massnahme zu Gunsten einer Änderung in der 
Vollzugssituation. Zu empfehlen sei die vorläufige Weiterführung des Vollzugs in 
einer offenen Anstalt verbunden mit einer intensiven psychiatrischen Betreuung. 

2. Mit Verfügung vom 8. Januar 2003, mitgeteilt am 15. Januar 2003, 
erkannte das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden: 

1. Der gegenüber X. gerichtlich verfügte Massnahmevollzug nach Art. 
43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB wird im Sinne der Erwägungen bis auf weiteres 
aufrechterhalten.

2. (Rechtsmittelbelehrung) 

3. (Mitteilung).

In der Begründung wurde festgehalten, die Gesamtbeurteilung der Mass-
nahmebedürftigkeit von X. ergebe nach wie vor ein praktisch unverändertes Bild. 
X. zeige sich zwar motiviert, an Therapiegesprächen teilzunehmen. Er sei hin-
gegen weder gewillt noch fähig, sich einer deliktorientierten, konfrontativen The-
rapie, deren erfolgreiche Durchführung Vollzugslockerungen zur Folge haben 
könnte, zu unterziehen. Solange er seine Verfehlungen verharmlose und baga-
tellisiere und es ihm demzufolge an Einsicht und Verantwortungsbewusstsein 
fehle, werde sich auch keine grundlegende Änderung der Vollzugssituation er-
geben. Der vom Vormund von X. erhobene Vorwurf, die in den Berichten des 
Psychiatrischen Dienstes und des Sozialdienstes gemachten Aussagen würden 

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zu Fehlinterpretationen verleiten, sei haltlos und unbegründet. Die Auffassung, 
X. zeige bezüglich der ihm zur Last gelegten Delikte klare Einsicht und sei mit 
mehr Unterstützung zu einer konfrontativen Therapie fähig, entbehre jeglicher 
Grundlage. Mit der vom Vormund von X. anbegehrten Weiterführung des Voll-
zuges in einer offenen Anstalt werde sich zuständigkeitshalber die kantonale 
Massnahmevollzugsbehörde befassen. 

F.1. Gegen diese Verfügung liess X. am 4. Februar 2003 Berufung beim 
Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden erheben mit folgenden Anträgen: 

1. Ziffer 1 der Verfügung des Justiz- Polizei- und Sanitätsdepartemen-
tes Graubünden vom 8.1.2003 sei aufzuheben und die über den Be-
rufungskläger verhängte Massnahme bzw. Verwahrung sei aufzuhe-
ben.

2. Eventualiter sei der Berufungskläger probeweise zu entlassen.

3. Subeventualiter sei der Berufungskläger in eine offene Anstalt zu 
verlegen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% 
MWSt.

In der Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, X. habe be-
reits im letzten Berufungsverfahren klar zum Ausdruck gebracht, dass er sich 
einer therapeutischen Aufarbeitung stellen wolle. Tatsächlich habe er sich schon 
früher mit seinen Straftaten auseinandergesetzt und habe entsprechende Reue 
und Einsicht in das Unrecht seiner Tat gezeigt. Dies werde ihm jedoch von keiner 
Seite geglaubt. X. habe die volle Verantwortung für das Geschehene übernom-
men. Es sei aber sein gutes Recht, gewisse Geschehensabläufe der Taten an-
ders zu schildern, ohne dass dies als uneinsichtiges Verhalten abqualifiziert 
werde. Nach neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung habe der Täter das 
Recht, die als Zeugen auftretenden Sexualopfer (Kinder) zu befragen oder be-
fragen zu lassen. Diese Rechtsprechung gewinne im vorliegenden Fall an Be-
deutung, sei eine solche Befragung doch im Strafverfahren unterblieben. Seit 
über 10 Jahren habe sich - mit Ausnahme von Dr. C. - kein Experte fundiert mit 
dem Zustand des Berufungsklägers auseinandergesetzt. Hinzu komme, dass es 
sich bei den beteiligten Ärzten immer um Staatsangestellte oder sogar Gefäng-
nisärzte gehandelt habe, die eine Parteistellung einnehmen würden. Der wieder-
holt erhobene Vorwurf, der Berufungskläger entziehe sich einer Therapie und 
spreche statt dessen nur über seine Alltagsprobleme im Strafvollzug, müsse 
zurückgewiesen werden. Auf eine Therapie werde nicht hingearbeitet. Zudem 
sei fraglich, ob der einsichtige Berufungskläger heute überhaupt noch eine The-
rapie brauche. X. sei mittlerweile 65 Jahre alt. Kein Experte habe sich in den 

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letzten Jahren zu dessen Sexualtrieb, der sich in der Regel im Alter zurückbilde, 
geäussert. Auch werde der Berufungskläger rechtsungleich behandelt. Einem 
Mann, der wiederholt wehrlose Drogenprostituierte misshandelt und aufs 
Schwerste bedroht habe, sei die vierjährige Zuchthausstrafe zugunsten einer 
ambulanten Massnahme aufgeschoben worden. Der Berufungskläger habe nie 
erhebliche Gewalt angewendet und werde trotzdem seit über 10 Jahren in einer 
geschlossenen Anstalt zurückgehalten. Aufgrund der glaubwürdigen und auf-
richtigen Aussagen des Berufungsklägers dürfe davon ausgegangen werden, 
dass das Ziel der Massnahme erreicht sei und diese aufgehoben werden könne. 
Gegebenenfalls könne auch eine probeweise Entlassung gemäss Art. 43 Ziff. 4 
Abs. 2 StGB angeordnet werden. Denkbar sei zudem die Weiterführung einer 
Therapie im ambulanten Rahmen. Auf jeden Fall müsse eine aktuelle Be-
gutachtung durch einen externen unabhängigen Experten erfolgen. Sollte das 
Gericht aufgrund einer solchen Expertise zur Überzeugung gelangen, dass an 
der Massnahme festgehalten werden müsse, sei zumindest die Versetzung in 
eine offene Anstalt zu verfügen. 

2. Das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden bean-
tragte in seiner Stellungnahme vom 17. Februar 2003 die kostenfällige Abwei-
sung der Berufung. 

3. Mit Teilurteil/Beweisbeschluss vom 26. März 2003 erkannte der 
Kantonsgerichtsausschuss Graubünden: 

1. Auf den Antrag um Versetzung in eine offene Anstalt (Ziff. 3 des 
Rechtsbegehrens) wird nicht eingetreten. 

2. Zur Beurteilung der vom Berufungskläger beantragten Aufhebung 
der Massnahme bzw. probeweisen Entlassung aus der Anstalt (Ziff. 
1 und 2 des Rechtsbegehrens) wird ein forensisch-psychiatrisches 
Gutachten eingeholt. 

3. Den Parteien wird eine Frist von 10 Tagen ab Mitteilung dieses Be-
schlusses angesetzt, innert welcher sie zu Handen des Kantonsge-
richtspräsidiums Vorschläge zur Expertennomination und Experten-
fragen im Rahmen der Expertenthemen beizubringen haben.

4. Die Kosten dieses Teilurteils und Beweisbeschlusses bleiben bei der 
Prozedur.

5. (Rechtsmittelbelehrung) 

6. (Mitteilung).

In Bezug auf den mit Teilurteil erledigten Antrag um Versetzung in eine 
offene Anstalt hielt der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden fest, dass Ge-

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genstand des angefochtenen Entscheids einzig die Aufrechterhaltung des gegen 
X. verfügten Massnahmevollzugs in Form der Verwahrung sei. Das vom Vor-
mund des Berufungsklägers gestellte Begehren um Weiterführung des Vollzugs 
in einer offenen Anstalt sei an die kantonale Massnahmevollzugsbehörde zur 
weiteren Abklärung weitergeleitet worden. Ein definitiver Entscheid liege diesbe-
züglich nicht vor, weshalb es auch an dem für die Berufung erforderlichen 
Anfechtungsobjekt fehle. 

Die im Beweisbeschluss angeordnete Begutachtung begründete der Kan-
tonsgerichtsausschuss mit dem Alter der drei vorhandenen Gutachten und der 
Möglichkeit, dass sich auch Veränderungen eingestellt haben könnten, die nach 
aussen weniger deutlich erkennbar sind. Namentlich schliesse - so der Kantons-
gerichtsausschuss - die von Dr. med. C. im Jahre 1996 gestellte Prognose nicht 
aus, dass das biologische Alter von X. zu einer gewissen Verminderung des 
Trieb- und Aggressionsdruckes geführt habe und sich die Gefährlichkeit von X. 
heute bei einer umfassenden Abklärung anders beurteile. 

4. In seiner innert Frist eingereichten Stellungnahme betreffend Ex-
pertenvorschläge und Expertenfragen unterbreitete das Justiz-, Polizei- und Sa-
nitätsdepartement zwei Gutachtervorschläge. Auf die Formulierung von konkre-
ten Expertenfrage wurde verzichtet. 

5. Der Rechtsvertreter des Berufungskläger unterbreitete fristgemäss 
vier Expertenvorschläge. Sodann hielt er fest, dass die Ausformulierung der Ex-
pertenfragen dem Gericht überlassen werde. Der Gutachter habe sich unter an-
derem zur Frage des fortgeschrittenen Alters und des damit verbundenen ab-
nehmenden Sexualtriebs zu äussern und Auskunft darüber zu geben, ob da-
durch nicht auch die Rückfallgefahr als geringfügig oder sogar als ausgeschlos-
sen zu betrachten sei. 

6. Mit Verfügung vom 16. Juni 2003, mitgeteilt am 18. Juni 2003, 
setzte das Kantonsgerichtspräsidium Graubünden den Rechtsvertreter des Be-
rufungsklägers als amtlichen Verteidiger ein. 

7. Am 17. Juni 2003 beauftragte das Kantonsgerichtspräsidium 
Graubünden Dr. med. E., Bereichsleiter Forensik der Psychiatrischen Klinik Wil, 
mit der Ausfertigung des Gutachtens, wobei ihm sieben konkrete Fragen unter-
breitet wurden (vgl. nachstehend die Erwägungen unter F.9.). Die Parteien wur-

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den vorgängig über die Einsetzung dieses Experten informiert. Es wurden keine 
Einwände erhoben. 

8. Am 19. Juni 2003 ersuchten der Rechtsvertreter des Berufungs-
klägers wie auch das Justiz-, Polizei und Sanitätsdepartement Graubünden das 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden, dem Experten eine Zusatzfrage zu dem 
eigentlich nicht Gegenstand der Berufung bildenden Punkt der Verlegung von X. 
in eine offene/halboffene Anstalt zu unterbreiten. In Ergänzung der Experten-
frage Nr. 6 liess das Kantonsgerichtspräsidium dem Experten folgende Zusatz-
frage stellen: 

6. ........... Ist eine Verlegung von X. in eine offene/halboffene Anstalt in 
Betracht zu ziehen? Wenn ja, unter welchen Auflagen und Begleit-
massnahmen?

9. In seinem am 22. Oktober 2003 ausgefertigten, am 27. Oktober 2003 
beim Kantonsgerichtspräsidium eingegangen Gutachten beantwortete Dr. med. 
E. die ihm gestellten Fragen wie folgt: 

1. Wie beurteilt der Gutachter den Behandlungserfolg und den heuti-
gen Zustand in Bezug auf die in den früheren Gutachten festgestellte 
Persönlichkeitsstörung?

Der Behandlungserfolg muss, wie bereits im Kapitel 10.2 dargelegt 
wurde, aktuell als nicht eingetreten erachtet werden. Es liegen dem 
Gutachter keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die mit seiner Per-
sönlichkeitsstörung einhergehenden Defizite (Stichworte: Bezie-
hungsproblematik, Kontaktscheu) sowie die feststellbaren Verdrän-
gungsmechanismen durch die bisherigen Behandlungen eine Mini-
mierung erfahren haben.

2. Wie beurteilt sich aus ärztlicher Sicht die Gefährlichkeit und Rück-
fallgefahr des Exploranden zum heutigen Zeitpunkt?

Aufgrund der aktuellen Untersuchung und unter Berücksichtigung 
der diversen Therapieberichte muss man auch zum heutigen Zeit-
punkt die Rückfallgefahr des Exploranden als hoch einstufen.

3. Sofern die Gefährlichkeit und Rückfallgefahr noch bejaht wird: Wie 
hoch ist diese aus gutachterlicher Sicht einzuschätzen, und in wel-
chen Bereichen ist allenfalls mit neuen Straftaten zu rechnen.

Wie bereits in der Beantwortung zur Frage 2 dargelegt wurde, geht 
der Gutachter gegenwärtig von einer hohen Rückfallgefahr aus. Auf-
grund der im Kapitel 10.3 dargelegten Gründe ist konkret die Gefahr 
neuerlicher sexueller Handlungen mit Kindern als hoch einzuschät-
zen.

4. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus den Feststellungen 
über Zustand, Gefährlichkeit und Rückfallgefahr aus gutachterlicher 
Sicht im Hinblick auf die beantragte Aufhebung der Verwahrung 
bzw. probeweiser Entlassung (Art. 43 Ziff. 4 Abs. 1 und 2 StGB)?

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Aus gutachterlicher Warte scheint eine Aufhebung der Verwahrung 
bzw. probeweise Entlassung gegenwärtig aufgrund der als hoch ein-
geschätzten Rückfallgefahr nicht empfehlenswert.

5. Sofern eine Aufhebung der Verwahrung oder eine probeweise Ent-
lassung aus gutachterlicher Sicht empfohlen werden kann: Sind be-
sondere Weisungen/Ersatzmassnahmen auszusprechen? Wenn ja, 
welche?

Die Beantwortung dieser Frage entfällt aufgrund der Verneinung der 
Frage 4.

6. Sofern eine Aufhebung der Verwahrung oder eine probeweise Ent-
lassung aus gutachterlicher Sicht nicht empfohlen werden kann: 
Werden vom Gutachter Änderungen am bisherigen Vollzug empfoh-
len? Ergänzungsfrage des Rechtsvertreters des Exploranden: Ist 
eine Verlegung von X. in eine offene/halboffene Anstalt in Betracht 
zu ziehen? Wenn ja, unter welchen Auflagen und Begleitmassnah-
men?

Aus aktueller gutachterlicher Warte kann keine Änderung der bis-
herigen Vollzugsdurchführung empfohlen werden. Eine Verlegung in 
eine offene/halboffene Anstalt kann gutachterlicherseits aktuell nicht 
empfohlen werden, da der Explorand gemäss den Ausführungen 
von Herrn Dr. B. selbst im geschlossenen Vollzugsrahmen Mühe be-
kundet, sich mit gewissen Anstaltsregeln zu arrangieren. Als wich-
tigster Aspekt gegen eine solche Massnahme ist jedoch die Auffin-
dung eines Adressverzeichnisses von Kindern bei einer Untersu-
chung der Zelle des Exploranden im Frühjahr 2003 ins Feld zu 
führen, die belegt, dass der Explorand selbst im geschlossenen Voll-
zugsrahmen Möglichkeiten gefunden hat, seine Kontaktaufnahme 
mit Kindern weiterhin zu versuchen und sich über Weisungen hin-
wegzusetzen.

7. Hat der Gutachter von sich aus weitere Bemerkungen oder Emp-
fehlungen anzubringen?

Den Einfluss des biologischen Alters des Exploranden auf die Ein-
schätzung der Rückfallgefahr haben wir im Kapitel 10.3 dargelegt.

10. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2003 räumte das Kantonsge-
richtspräsidium Graubünden den Parteien die Möglichkeit ein, bis zum 11. No-
vember 2003 eine Stellungnahme zum Gutachten einzureichen.

11. In seiner Stellungnahme vom 5. November 2003 hielt das Justiz-, 
Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden an den gestellten Rechtsbegeh-
ren fest. 

12. Gestützt auf ein entsprechendes, am 11. November 2003 einge-
reichtes Gesuch wurde dem Berufungskläger die Frist zur Einreichung seiner 
Stellungnahme bis zum 1. Dezember 2003 erstreckt. 

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13. Am 1. Dezember 2003 liess der Rechtsvertreter des Berufungs-
klägers ein Gesuch einreichen, in welchem er den Antrag stellte, es sei das Ver-
fahren zu sistieren, da der Berufungskläger noch ein Privatgutachten einholen 
wolle. Sollte diesem Antrag nicht entsprochen werden, ersuche er um eine Fris-
terstreckung von zwei Monaten für die Einreichung allfälliger Ergänzungsfragen 
an den Gutachter. Diese Frist sei erforderlich, da eine Rücksprache mit einem 
medizinischen Experten notwendig sei. Sofern auch diesem Antrag nicht statt-
gegeben werde, sei dem Berufungskläger die Frist zur Einreichung der Ver-
nehmlassung zum Gutachten angemessen zu erstrecken. Zur Begründung 
wurde vorgebracht, dass das Gutachten offensichtlich ergebnisorientiert ausge-
fallen sei. Die These, wonach X. die Motivation zur deliktorientierten Therapie 
fehle, werde nicht hinterfragt. Insbesondere werde nicht berücksichtigt, dass der 
Berufungskläger in seinem Glauben verwurzelt sei, seine Schuld eingestanden 
habe und dafür seit Jahren Busse tue. Dem Auffinden einer Kartei mit Kinder-
adressen in der Zelle von X. werde ein zu grosses Gewicht beigemessen. Der 
Gutachter habe sodann ausser acht gelassen, dass X. von seinen Therapeuten 
nie direkt auf seine Taten angesprochen worden sei. Es sei von ihm erwartet 
worden, dass er von sich aus das Wort ergreife. Unerwähnt geblieben sei auch, 
dass X. sich dahingehend geäussert habe, er könne bei seinem Vormund in des-
sen neu eröffneten Heim unterkommen. Auch der komplikationslos verlaufene 
Urlaub im Hause D. mit Kindern sei nicht thematisiert worden. Die Auseinander-
setzung mit den Zukunftsperspektiven von X. müsse als ungenügend bezeichnet 
werden. 

14. Mit Beweisbeschluss vom 3. Dezember 2003 wies der Kantons-
gerichtsausschuss das Gesuch um Sistierung des Verfahrens ab. Dem Rechts-
vertreter des Berufungsklägers wurde indes die Frist für die Einreichung seiner 
Stellungnahme zum Gesuch bis zum 26. Januar 2003 erstreckt. 

Zur Begründung führte der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden im 
Wesentlichen aus, dass mit Blick auf die Garantie eines fairen Verfahrens (Art. 
29 Abs. 1 BV; Art. 6 Ziff. 3 EMRK), aber auch im Bestreben, unnötige Weiterun-
gen von vornherein zu vermeiden, sowohl die gerichtliche Auswahl des Exper-
ten wie auch die Bestimmung der ihm zu unterbreitenden Fragen in einem par-
teiöffentlichen Verfahren vorgenommen worden seien. In Bezug auf die zu be-
urteilende Hauptfrage liege nun eine beweismässige Grundlage vor. Bei allfäl-
ligen Unklarheiten oder Unvollständigkeiten sei nicht ein Parteigutachten, das 
inhaltlich eine reine Parteibehauptung ohne Beweiseignung darstelle, einzuho-

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len, sondern es sei dem Berufungskläger die Möglichkeit einzuräumen, in einer 
Stellungnahme zum Gutachten Ergänzungsfragen zu stellen oder um Erläute-
rungen nachzusuchen. Dabei stehe es ihm grundsätzlich auch frei, hierfür eine 
fachkundige Person beizuziehen. Nach Eingang dieser Stellungnahme werde 
der Kantonsgerichtsausschuss alsdann prüfen, inwiefern diese Einwände be-
gründet seien und welche zusätzlichen Abklärungen allenfalls notwendig wür-
den. Allfällige Ergänzungsfragen hätten sich indes im Rahmen der bereits ge-
stellten Fragen zu bewegen, nachdem das Expertenthema gerichtlich bereits 
festgelegt worden sei und der Berufungskläger dabei von dem ihm eingeräumten 
Recht auf Beibringung von Expertenfragen verzichtet habe.

15. Am 29. Januar 2004 teilte der Rechtsvertreter des Berufungsklä-
gers dem Kantonsgerichtspräsidium Graubünden mit, dass er aufgrund eines 
Versehens die Frist zur Eingabe seiner Fragen zum Gutachten nicht eingehal-
ten habe. Seine Fragen ergäben sich indes bereits aus dem Schreiben vom 1. 
Dezember 2003, weshalb zumindest diese dem Gutachter zu unterbreiten seien. 
Da es um eine existenzielle Frage gehe, lasse es sich zudem rechtfertigen, aus-
nahmsweise von der Formstrenge abzuweichen. Er erlaube sich deshalb, zwei 
weitere Fragen zu unterbreiten. Im Übrigen beantrage er die Durchführung einer 
mündlichen Hauptverhandlung unter Vorladung des Experten. Auf diese habe 
sein Klient gestützt auf Art. 6 EMRK Anspruch. Es sei wichtig, dass das Gericht 
einen persönlichen Eindruck vom Berufungskläger und dem Gutachter erhalte. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und Stellungnah-
men sowie die Begründung des angefochtenen Entscheids wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 183a StPO in Verbindung mit Art. 144 StPO kann der 
Kantonsgerichtspräsident von Amtes wegen oder auf Antrag eine mündliche Be-
rufungsverhandlung durchführen. Demgemäss besteht kein vorbehaltloser An-
spruch auf eine Anhörung im Rechtsmittelverfahren. Namentlich aber ist über 
die Durchführung des mündlichen Verfahrens vor der Eröffnung der Hauptver-
handlung zu befinden. Im vorliegenden Fall wurde in der Berufungsschrift kein 
Antrag auf Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung gestellt. Ebenso-
wenig erachtete der prozessleitende Kantonsgerichtsvizepräsident von sich aus 
die persönliche Befragung des Berufungsklägers für erforderlich, weshalb am 

13

26. März 2003 der Kantonsgerichtsausschuss im schriftlichen Verfahren tagte. 
Der nachträglich, während ausgesetzter Berufungsverhandlung eingebrachte 
Antrag um Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erweist sich inso-
fern als verspätet. Im Übrigen ist er auch inhaltlich abzuweisen. Gemäss Art. 144 
StPO ist eine mündliche Verhandlung dann angezeigt, wenn die Befragung des 
Betroffenen für die Beurteilung wesentlich ist. Beim vorliegenden Entscheid über 
die definitive oder probeweise Entlassung hat das Gericht das Sicherheitsinter-
esse der Öffentlichkeit und das Freiheitsinteresse des Eingewiesenen gegenein-
ander abzuwägen. Wohl kommt hierbei der Persönlichkeit des Verwahrten eine 
grundlegende Bedeutung zu. Eine mündliche Verhandlung vermag jedoch ledig-
lich einen kurzen und summarischen Eindruck von der Persönlichkeit des Beru-
fungsklägers zu geben und würde bestenfalls die bereits bekannten Ausführun-
gen und Argumente bestätigen, welche schon in der Berufungsschrift und den 
Stellungnahmen zur Persönlichkeit des Täters vorgebracht wurden. Eine Pro-
gnose in Bezug auf das zukünftige Wohlverhalten, namentlich eine Aussage 
über das Mass einer allenfalls noch bestehenden Gefährlichkeit lässt sich allein 
durch eine solche Anhörung jedoch nicht machen. Sie vermag vor allem nicht 
eine spezifischere, umfassendere Analyse durch einen Sachverständigen, wie 
sie vorliegend eigens und aktuell in Bezug auf die Persönlichkeit des Berufungs-
klägers erstellt wurde, in Frage zu stellen. Ebensowenig braucht eine mündliche 
Berufungsverhandlung deshalb angesetzt zu werden, um einen Eindruck von der 
Persönlichkeit des Gutachters zu erhalten. Im Zentrum steht das vom Experten 
verfasste Gutachten. Der Berufungskläger legt nicht dar noch ist überhaupt er-
sichtlich, inwiefern die Persönlichkeit des Experten, bei dem es sich um einen 
ausgewiesenen Fachmann im Bereich der forensischen Psychiatrie handelt, in 
diesem Zusammenhang von besonderer Relevanz sein soll. Im Übrigen gilt dar-
auf hinzuweisen, dass der Experte in einem parteiöffentlichen Verfahren einge-
setzt wurde und dabei auch seitens des Berufungsklägers keine Einwände er-
hoben wurden. 

Schliesslich ist auch nach den Bestimmungen der EMRK und der BV vor-
liegend kein mündliches Verfahren angezeigt. Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a EMRK 
darf einem Menschen die Freiheit entzogen werden, wenn er rechtmässig nach 
Verurteilung durch ein zuständiges Gericht in Haft gehalten wird. Jedermann, 
dem seine Freiheit durch Festnahme oder Haft entzogen wurde, hat das Recht, 
ein Verfahren zu beantragen, in dem von einem Gericht über die Rechtmässig-
keit der Haft entschieden wird und im Falle der Widerrechtlichkeit seine Entlas-
sung angeordnet wird (Art. 5 Abs. 4 EMRK). Art. 5 Abs. 1 lit. a EMRK betrifft nicht 

14

nur die Strafhaft, sondern auch die Sicherungsverwahrung (Frowein / Peukert, 
EMRK-Kommentar, 2. Auflage, 1996, N. 57 zu Art. 5 EMRK). Gestützt auf Art. 5 
Abs. 4 EMRK hat der Verwahrte demgemäss auch das Recht, eine regelmässige 
Kontrolle zu verlangen, ob die Voraussetzungen für eine Unterbringung noch ge-
geben sind (Frowein / Peukert, a.a.O., N. 133 ff. zu Art. 5 EMRK). Wird ein Antrag 
betreffend Entlassung aus der Verwahrung zunächst von einer Verwaltungs-
behörde negativ entschieden, muss dem Betroffenen im anschliessenden ge-
richtlichen Rechtsmittelverfahren zur Wahrung des kontradiktorischen Charak-
ters des Verfahrens Gelegenheit gegeben werden, sich zur Sache vernehmen 
zu lassen. Dies verlangt jedoch nicht, dass im Rechtsmittelverfahren zwingend 
eine mündliche Anhörung zu erfolgten hat. Sie ist grundsätzlich nicht erforderlich 
(A. Haefliger, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 
1999, S. 122), namentlich dann nicht, wenn sich die nach Ansicht des Inhaftier-
ten relevanten Freilassungsgründe - wie dies vorliegend der Fall ist - aus den 
vorgelegten Dokumenten ergeben und der Betroffene über eine anwaltliche Ver-
tretung verfügt (Frowein / Peukert, a.a.O., N. 143; Jens Meyer-Ladewig, EMRK-
Handkommentar, 2003, N. 45 zu Art. 5 EMRK; ZR 69 (1998) 319). Daran ändert 
letztlich auch nichts, dass der Rechtsvertreter des Berufungsklägers in seinem 
Schreiben vom 29. Januar 2004 nach Ablauf der ihm eingeräumten Frist und 
damit verspätet zwei Ergänzungsfragen einbrachte. Die mit der ersten Frage - 
der Möglichkeit der Verlegung in eine andere Vollzugsform - angeschnittene Pro-
blematik bildet gar nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Wie im Teil-
urteil vom 26. März 2003 festgehalten wurde, hat das Justiz-, Polizei- und Sa-
nitätsdepartement Graubünden über die Frage einer Verlegung erst noch zu be-
finden. Die zweite Frage - den Einfluss des religiösen Sendungsbewusstseins 
auf die Rückfallgefahr - wurde, wie nachstehend noch eingehend dargelegt, im 
Gutachten bereits ausreichend erörtert. Darüber hinaus liegen weitere, zurei-
chende Erkenntnisse zu dieser Frage vor, so dass eine Beweisergänzung un-
nötig ist. 

2. Gemäss Art. 43 Ziff. 4 Abs. 1 StGB beschliesst die zuständige 
Behörde die Aufhebung einer Massnahme, wenn ihr Grund weggefallen ist. Ist 
ihr Grund nicht vollständig weggefallen, so kann sie auch eine probeweise Ent-
lassung aus der Anstalt oder der Behandlung anordnen (Art. 43 Ziff. 4. Abs. 2 
StGB). Die Regeln über die Beendigung von Massnahmen sind grundsätzlich in 
allen Fällen gleich. Bei der Beendigung einer Verwahrung, wie sie vorliegend zu 
prüfen ist, ergibt sich insofern eine Besonderheit, als eine solche Massnahme 
nicht scheitern kann und deshalb ein Verzicht auf diese Massnahme nur dann in 

15

Betracht fällt, wenn deren Grund weggefallen ist. Gegenstand der Beurteilung 
bildet damit nicht ein irgendwie gearteter Therapieerfolg. Entscheidend ist bei 
der Entlassung vielmehr die weitere Erforderlichkeit der Internierung. Diese ist 
dann zu verneinen, wenn die einmal gutachterlich attestierte Gefährlichkeit nicht 
mehr gegeben ist (M. Heer, Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch I, 2003, N. 
277 zu Art. 43 StGB). 

Verwahrt wurde X. wegen seinen mehrfachen sexuellen Handlungen mit 
Kindern. Bezüglich der Art und Intensität der einzelnen Übergriffe kann auf den 
Beschluss des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 12. November 
1992 und das Urteil des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 22. 
September 1993 verwiesen werden. Zusammenfassend lässt sich diesbezüglich 
festhalten, dass es sich keineswegs um geringfügige Übergriffe gehandelt hat, 
dabei auch eine Tendenz zu sadomasochistischen Sexualpraktiken erkennbar 
wurde (vgl. Urteil des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 22. Sep-
tember 1993, act. 6, S. 9) und aus der Art und dem Umfang der beurteilten Taten 
auf die Bedrohung der sexuellen Integrität einer unbestimmten Zahl von Kindern 
zu schliessen war (vgl. Beschluss des Kantonsgerichtsausschusses vom 12. No-
vember 1992, act. 4, S. 10). Bei der sexuellen Integrität von Kindern handelt es 
sich denn auch um ein wichtiges, vom Gesetzgeber generell geschützten 
Rechtsgut, das in Art. 2 Abs. 1 OHG der körperlichen Integrität gleich gestellt 
wird. 

3. Dr. med. E. kommt in seinem Gutachten zum Schluss, dass bei X. 
nach den diagnostischen Leitlinien gemäss ICD-10 eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung vorliegt. Neben einem ängstlichen Persönlichkeitsstörungsanteil lä-
gen auch Züge einer anankastischen Persönlichkeitsstörung vor, die aus Zwei-
feln und Vorsichtigkeit gegenüber seinem Umfeld, gleichzeitig aber auch aus ei-
ner gewissen Rigidität und einem Eigensinn bestehe, wie sich dies ebenfalls aus 
den Therapieberichten des Psychiatrisch- Psychologischen Dienstes und dem 
letzten von Dr. B. verfassten Bericht vom 22. Oktober 2002 ergäbe. Diese Rigi-
dität und dieser Eigensinn zeichneten sich bei X. dadurch aus, dass er auf seinen 
Einstellungen bestehe und diese kaum hinterfragen lasse. Folge man den An-
gaben des Exploranden, sei dieser bezüglich der sexuellen Identität grundsätz-
lich von einer heterosexuellen Intension mit erwachsenen Frauen getragen. Zu 
solchen heterosexuellen Kontakten sei es bis anhin jedoch nur zweimal gekom-
men, als der Explorand bereits 42 Jahre alt gewesen sei. Die ersten aktenkun-
digen sexuellen Übergriffe auf Kinder datierten jedoch zu einem Zeitpunkt, als X. 

16

35-jährig gewesen sei. Bis zu diesem Zeitpunkt sei es ihm offenbar nicht gelun-
gen, eine Beziehung zu einer Frau aufzunehmen. Ersatzweise seien nun in se-
xueller Hinsicht Kinder in sein Leben getreten. Diesen gegenüber habe er in 
mehr Selbstsicherheit leben können und er sei weniger von Angst vor Ableh-
nung/Zurückweisung getragen worden. Nebst dieser geringer ausgeprägten 
Angst vor Ablehnung/Zurückweisung habe aber wohl auch das Gefühl von 
Machterleben eine Rolle gespielt. So habe er sich im Kontakt mit Kindern über-
legen fühlen können, währenddem er im Kontakt mit Erwachsenen permanent 
nicht nur von einem Unterlegenheitsgefühl getragen worden sei, sondern auch 
davon, dass er diese nur schwerlich habe beeinflussen können. Hierfür spreche 
auch seine Begründung für das Adressensammeln und das Zustellen von Ka-
lendern an Kinder. Demnach sei es einfacher, Kinder zum Glauben hinzuführen 
als Erwachsene, da diese schneller zu begeistern seien. Aufgrund der aktuell 
vorliegenden Erkenntnisse könne eine ursprüngliche „Kernpädophilie", das 
heisst ein Wunsch nach sexuellem Kontakt mit Kindern (im vorpubertären Alter) 
ohne einen solchen nach sexuellem Kontakt mit Erwachsenen ausgeschlossen 
werden. Vielmehr sei von einer sogenannten „kompensatorischen Pädophilie" 
auszugehen, bei der sich das sexuelle Interesse einer Person aufgrund nicht 
erfüllter sexueller Wünsche gegenüber Erwachsenen „ersatzweise" auf Kinder 
richte. Zu fragen sei allerdings, ob sich diese ursprüngliche kompensatorische 
Pädophilie im Laufe der Zeit nicht in eine Kernpädophilie gewandelt habe. Zwar 
gingen die beziehungsmässigen Zukunftsvorstellungen des Exploranden dahin, 
eine Frau, evtl. seine rumänische Briefbekannte, zu heiraten, wobei diesbezüg-
lich auffallend sei, dass er seinen Briefen an diese Kinderbilder beigelegt habe, 
da auch sie Kinder möge. X. verdränge offensichtlich seine früheren, fehlge-
schlagenen Versuche der Beziehungsknüpfung zu Frauen, die ihn aus gutach-
terlicher Warte massgeblich beeinflusst hätten. Insgesamt sei jedoch eine nach 
wie vor bestehende kompensatorische Pädophilie wahrscheinlicher als eine 
Wandlung in eine Kernpädophilie. Beim Exploranden habe bis anhin noch keine 
Opferempathie festgestellt werden können. Eine solche sei nach einhelliger Mei-
nung ein wesentlicher Behandlungsaspekt deliktorientierter Therapie im Hinblick 
auf die Verminderung der Rückfallgefahr. In den späteren Therapieberichten 
werde festgehalten, dass eine Deliktarbeit bis anhin nicht möglich gewesen sei. 
Zwar werde im Bericht des Psychiatrischen Dienstes des Kantons Aargau vom 
22. Oktober 2002 die Motivation des Exploranden, die Gespräche wahrzuneh-
men, als gut bezeichnet. Gleichzeitig werde aber festgehalten, dass in Bezug 
auf eine deliktorientierte Therapie keine Motivation vorhanden sei. Der Explo-
rand selber habe mehrfach sein Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, 

17

dass man ihm mangelnde oder fehlende Bereitschaft zur Deliktarbeit vorhalte. 
Er habe seine Fehler eingesehen und bedaure diese. Zwar sei eine Tateinsicht 
bzw. Einsicht in das Unrecht einer Tat ein Bestandteil deliktorientierter Arbeit, 
jedoch bestehe diese aus wesentlich mehr Elementen. Sie beinhalte eine inten-
sive Analyse der Deliktvorlaufphase und eines allfälligen Grooming-Prozesses 
(Manipulationstaktiken gegenüber Kindern), eine Deliktrekonstruktion auf 
emotionaler und verhaltensorientierter Ebene, eine Verantwortungsübernahme 
für eigenes deliktisches Verhalten, Förderung der Opferempathie sowie auch 
Förderung und Integration der Täteridentität. Unter Berücksichtigung dieser As-
pekte lasse sich im bisherigen Therapieverlauf kein Fortschritt erkennen. Be-
trachte man die heutigen Angaben des Exploranden zu seinen früheren Delikten, 
so zeichne sich seine Sicht auch heute noch durch eine Verantwortungs-
übergabe an die Kinder aus. Aufgrund seiner durch seine Persönlichkeitsstörung 
geprägten Denkweise sehe er sich nach wie vor als Opfer und nicht als Täter. 
Es bestehe bei ihm nach wie vor die Überzeugung, den Kindern damals nicht 
geschadet zu haben, da die Initiative zu den sexuellen Handlungen nicht von ihm 
ausgegangen seien. Zwar räume X. ein, einen Fehler begangen zu haben; er 
beziehe dies jedoch lediglich auf das Überschreiten gesetzlicher Grenzen, nicht 
aber auf die Missachtung der sexuellen Integrität der Kinder. Hierin sei auch eine 
nach wie vor bestehende Bagatellisierung seiner Handlungen zu erkennen. Un-
ter Berücksichtigung der im Rahmen der aktuellen Begutachtung feststellbaren 
Aspekte müsse gesagt werden, dass sich in Bezug auf die Persönlichkeitss-
törung bis anhin trotz mehrfacher psychotherapeutischer Behandlungsversuche 
keine Veränderungen eingestellt hätten. Dies könne allerdings nicht überra-
schen, da sich der Explorand auch heute weder als persönlichkeitsgestört noch 
pädophil einstufe. Vielmehr sei sein Denken und Fühlen davon geprägt, unge-
recht behandelt worden zu sein. Aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht 
mangle es (aus der Warte des Exploranden verständlicherweise) auch an der 
Bereitschaft zu einer psychotherapeutischen Behandlung. 

Legalprognostisch müsse man daher bei X. weiterhin von ungünstigen 
Voraussetzungen ausgehen. X. gebe sich Zukunftsvorstellungen hin, die er bei 
kritischer Prüfung seiner bisherigen Lebensgeschichte als kaum realisierbar ein-
schätzen müsste. Es müsse sogar davon ausgegangen werden, dass die von 
ihm in den Raum gestellte Einfachheit der Findung einer Partnerin gerade auf-
grund seiner bisherigen Lebenserfahrungen dazu geeignet sei, erneute Frustra-
tionen zu provozieren, die er anderweitig zu kompensieren hätte. Hierbei stehe 
ihm als einziger Kompensationsmechanismus die Kontaktaufnahme mit Kindern 

18

zur Verfügung, da eine solche für ihn vermeintlich mit geringerer Gefahr von Ab-
lehnung verbunden sei. Zusätzlich hätte diese nach seinem subjektivem Emp-
finden den Vorteil, bisher für ihn kaum erfahrene Gefühle von Gleichstellung und 
Macht zu erleben. Dem biologischen Alter des Exploranden von nunmehr 66 
Jahren könne kein Einfluss auf die gegenwärtig noch als hoch einzuschätzende 
Rückfallgefahr beigemessen werden. Zwar erwähne Dr. C. in seinem Gutachten 
von 1996, dass lediglich das biologische Alter zu einer gewissen Verminderung 
des Trieb- und Aggressionsdrucks beigetragen haben dürfte. In den früheren se-
xuellen Handlungen des Exploranden lasse sich aber nicht nur eine Befriedigung 
seines Trieb- und Aggressionsdrucks erkennen, sondern auch das Bedürfnis, 
sich als gutmütiger Onkel fühlen zu können. Zwar könne es deshalb durchaus 
zutreffen, dass eine Verminderung des orgasmusorientierten Triebdrucks einge-
treten sei. In seiner Einstellung gegenüber Kindern lasse sich jedoch keinerlei 
Veränderung erkennen. Bei Nichterfüllung seiner realitätsfremden Zukunftsvor-
stellungen müsse aufgrund der tief verinnerlichten Selbsteinschätzung sogar bei 
der Annahme eines mittlerweile verminderten altersbedingten Triebdrucks von 
einer hoch einzustufenden Rückfallgefahr bezüglich sexueller Handlungen mit 
Kindern ausgegangen werden. In Beantwortung der ihm konkret unterbreiteten 
Fragen hielt der Gutachter zusammenfassend fest, dass gegenwärtig in Bezug 
auf neuerliche sexuelle Handlungen mit Kindern von einer hohen Rückfallgefahr 
ausgegangen werden müsse und eine Aufhebung der Verwahrung bzw. probe-
weise Entlassung deshalb nicht empfehlenswert sei. Desgleichen könne aus der 
aktuellen gutachterlichen Warte keine Änderung der bisherigen Vollzugsdurch-
führung empfohlen werden. Eine Verlegung in eine offene/halboffene Anstalt sei 
nicht ratsam, da der Explorand gemäss den Ausführungen von Herrn Dr. B. 
selbst im geschlossenen Vollzugsrahmen Mühe bekunde, sich mit gewissen An-
staltsregeln zu arrangieren. Als wichtigster Aspekt gegen eine solche Mass-
nahme sei jedoch insbesondere das Auffinden eines Adressverzeichnisses von 
Kindern bei einer Untersuchung der Zelle des Exploranden im Frühjahr 2003 ins 
Feld zu führen. Dies belege, dass der Explorand selbst im geschlossenen Voll-
zugsrahmen Möglichkeiten gefunden habe, eine Kontaktaufnahme mit Kindern 
zu versuchen und sich über Weisungen hinwegsetze. 

Mit seinen Empfehlungen schliesst sich der Experte letztlich der bereits 
im therapeutischen Fachbericht und dem Bericht des sozialen Dienstes sowie 
der Direktion der Strafanstalt vertretenen Auffassung an. Auch in diesen Berich-
ten wird von der bedingten oder gar definitiven Entlassung von X. aus der Ver-
wahrung abgeraten. 

19

4. Ausgehend von diesem Ergebnis der gutachterlichen Abklärungen 
und den anderen, in diesem Zusammenhang relevanten Stellungnahmen kann 
der beantragten Aufhebung der Verwahrung bzw. probeweise Entlassung aus 
dieser Massnahme klarerweise nicht stattgegeben werden. Nach wie vor muss 
bei X. von einer hohen Rückfallgefahr ausgegangen werden. Es besteht mit an-
deren Worten weiterhin die ernstliche Gefahr, dass es erneut zu sexuellen Hand-
lungen mit Kindern und damit zu einer schwerwiegenden Gefährdung der öffent-
lichen Sicherheit kommt. Irgendwelche nennenswerte Faktoren, welche dem at-
testierten Rückfallrisiko entgegengesetzt werden könnten, vermochten weder 
der Gutachter noch andere Personen, die sich im Massnahmevollzug mit X. be-
fassen, festzustellen. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass das Gutachten eigens 
zur Frage der Möglichkeit einer Aufhebung bzw. bedingten Entlassung aus der 
Verwahrung in Auftrag gegeben wurde. Der Gutachter hat sich eingehend mit 
dieser Problematik auseinandergesetzt und die ihm unterbreiten Fragen in gut 
nachvollziehbarer und überzeugender Weise beantwortet. Grundlage des Gut-
achtens bildeten dabei einerseits sämtliche Berichte und Akten der Vollzugs-
behörden. Andererseits nahm der Gutachter auch eigene Explorationen vor. Da-
mit liegt eine für die konkrete Fragestellung spezifische, aktuelle Gesamtanalyse 
vor. An diese Analyse sind die Behörden zwar von Rechts wegen nicht gebun-
den. Eine Abweichung rechtfertigt sich nach der Praxis des Bundesgerichts je-
doch nur dann, wenn wirklich gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen 
oder Indizien deren Überzeugungskraft ernstlich erschüttern (Felix Bommer, 
Basler Kommentar zum StGB, Band I, 2003, N. 27 zu Art. 13 StGB; St. Trechsel, 
Kurzkommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 1997, N. 8 zu Art. 13 
StGB, jeweils mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Praxis). Solche gewich-
tigen Umstände sind dem Kantonsgerichtsausschuss nicht ersichtlich und erge-
ben sich - wie aus den nachstehenden Erwägungen folgt - auch nicht aus den 
Ausführungen des Berufungsklägers. 

a) Der Berufungskläger macht geltend, das Gutachten sei ergebnis-
orientiert ausgefallen und reihe sich lediglich in die Meinung der bis anhin be-
teiligten Experten und Ärzte ein, wonach bei ihm die Motivation zur deliktsori-
entierten Therapie fehle. Er habe sich wiederholt dahin geäussert, dass ihm sein 
Verhalten aufrichtig leid tue und er auch echte Schuldgefühle habe. Es werde 
ihm deshalb zu Unrecht fehlende Einsicht in das Unrecht seiner Taten vorgewor-
fen. Er habe die volle Verantwortung für Geschehene übernommen, doch sei es 
sein gutes Recht, gewisse Geschehensabäufe der Taten anders zu schildern, 
ohne dass dies als uneinsichtiges Verhalten abqualifziert werde. Diesem Aspekt 

20

sei nachgerade unter Berücksichtigung dessen, dass er die als Zeugen auftre-
tenden Kinder nicht habe befragen können, Rechnung zu tragen. 

Der Vorwurf der fehlenden Eigenständigkeit des Gutachtens erweist sich 
als offensichtlich ungerechtfertigt. Der Gutachter beschränkte sich keineswegs 
auf die Prüfung der bestehenden Unterlagen. Er nahm - wie bereits erwähnt 
wurde - eine längere eigene psychiatrische Untersuchung vor, wobei auch die 
Ausführungen des Berufungsklägers in einer ausführlichen Anamnese dargelegt 
wurden und diese Elemente stehen denn auch im Zentrum des Gutachtens. Der 
Experte hat sich ein eigenes Bild gemacht und dabei - gerade was die Persön-
lichkeit des Berufungsklägers betrifft - auch neue, eigenständige Schlussfolge-
rungen gezogen. So hat er auch keineswegs unberücksichtigt gelassen, dass 
der Berufungskläger im Zusammenhang mit seinen Taten von einem Fehler 
spricht und ein Verschulden eingesteht. Gleichfalls hielt er fest, der Berufungs-
kläger habe ihm gegenüber mehrfach sein Unverständnis darüber zum Ausdruck 
gebracht, dass man ihm mangelnde oder fehlende Bereitschaft zur Deliktaufarb-
eitung vorwerfe. Der Gutachter weist jedoch zu Recht darauf hin, dass der Be-
rufungskläger dies einzig auf das Überschreiten gesetzlicher Grenzen, nicht je-
doch auf die Missachtung der sexuellen Integrität der Kinder bezieht. Unver-
ständlich erscheint deshalb auch, wenn der Berufungskläger im Zusammenhang 
mit seiner Einsichtigkeit davon spricht, es müsse ihm erlaubt sein, gewisse Ge-
schehensabläufe der Taten anders zu schildern. Die Behauptung, die sexuellen 
Handlungen hätten dem Wunsche der Kinder entsprochen und der Fehler sei 
gewesen, diesen Wünschen nachgekommen zu sein und damit gegen das Ge-
setz verstossen zu haben, hat nichts mit Einsichtigkeit zu tun. Wenn der Beru-
fungskläger anlässlich seiner Befragung angibt, er habe sein Handeln als Gefal-
len gegenüber den Kindern empfunden (S. 23), habe etwa dadurch, dass er 
Sperma in einem Joghurtbecher gezeigt habe, den Kindern nur einen Gefallen 
tun wollen, habe sich nur von den Kindern ausgezogen, da diese ansonsten nicht 
mehr gekommen wären, habe sich als gutmütigen Onkel gefühlt (S. 25), habe 
aus seiner Warte bei den Spielen die gesetzlichen Grenzen überschritten, letzt-
lich aber einfach nur der Neugierde der Kinder nachgegeben, heute aber sei er 
in der Lage, sich gegen Kinderwünsche zur Wehr zu setzen (S. 27), kann jeden-
falls sicherlich nicht behauptet werden, der Berufungskläger übernehme wirklich 
die volle Verantwortung für das Geschehene und der Experte schliesse sich mit 
seiner Auffassung nur ergebnisorientiert der Meinung der bis anhin tätigen Fach-
personen an. Vielmehr liegt mit der Feststellung, aus den Angaben des Beru-
fungsklägers müsse auf eine in wesentlichen Bereichen nicht vollzogene Delikt-

21

arbeit geschlossen werden und im Therapieverlauf sei kein Fortschritt erkenn-
bar, ein offensichtlich plausibler, folgerichtiger Schluss vor, der - ohne dass ir-
gendwelche weitere Beweiserhebungen zu machen wären - für ein Rückfallrisiko 
und damit klar gegen eine Entlassung aus der Massnahme spricht. 

b) Unbegründet ist auch der Einwand, das Gutachten bringe durch 
eine ungenügende Auseinandersetzung mit den Zukunftsperspektiven eine re-
trospektive Grundhaltung zum Ausdruck. Der Gutachter hat den Berufungsklä-
ger auf seine Zukunftsvorstellungen hin befragt (S. 26) und diese als wesentli-
chen Punkt in seiner Gesamtprognose gewürdigt. Seine Feststellung, der Beru-
fungskläger habe Zukunftsvorstellungen, die er bei kritischer Prüfung doch selbst 
als kaum realistisch einschätzen müsste und es sei gerade deshalb, weil X. 
glaube, es sei für ihn einfach, eine Partnerin zu finden, erneut mit Frustrationen 
zu rechnen, die er mit der Kontaktaufnahme zu Kindern zu kompensieren versu-
che, findet offensichtlich Bestätigung in der Lebensgeschichte des Berufungs-
klägers und basiert gleichfalls auf einer nachvollziehbaren Analyse von dessen 
Persönlichkeit. Eine weitere oder zusätzliche Prüfung der Zukunftsperspektiven 
des Berufungsklägers ist deshalb zweifellos nicht erforderlich. Eine solche 
drängt sich etwa auch nicht dadurch auf, dass der Experte - wie der Berufungs-
kläger wohl zutreffend geltend macht - den komplikationslos verlaufenen Urlaub 
im Hause D., wo offenbar auch Kinder zugegen waren, nicht weiter thematisiert 
hat (vgl. dazu den Führungsbericht der Strafanstalt Lenzburg vom 29. Oktober 
2002, act. 37). Aus einem solchen begleiteten Urlaub kann fraglos nicht ge-
schlossen werden, X. werde sich trotz seiner kombinierten Persönlichkeitss-
törung auch ohne Begleitung, ohne permanente Überwachung und namentlich 
auch bei Nichterfüllung seiner kaum realistischen Zukunftserwartungen länger-
fristig wohl verhalten. 

c) Ähnlich verhält es sich in Bezug auf die Behauptung des Beru-
fungsklägers, er sei tief in seinem mit einem missionarischen Eifer verbundenen 
Glauben verwurzelt, der ihn vor weiteren übergriffen abhalte. Die religiöse Über-
zeugung blieb im Gutachten von Dr. E. nicht unberücksichtigt. Der Gutachter hält 
fest, dass die Glaubensmotivation von X. auch heute noch darin liegt, sich damit 
feste Bezugspunkte im Sinne stabiler sozialer Beziehungen aufzubauen, um 
dem prägenden Gefühl von Einsamkeit zu entgehen (S. 32). Daran, dass der 
Berufungskläger an einer Persönlichkeitsstörung leidet und keine Einsicht in 
seine Krankheit zeigt, ändert sich dadurch jedoch nichts, so dass auch nicht da-
von auszugehen ist, der Glaube werde ihn von weiteren sexuellen Handlungen 

22

mit Kindern abhalten. Schliesslich hat der Berufungskläger weder gegenüber Dr. 
E. noch gegenüber anderen, früher tätigen Fachpersonen jemals seinem Glau-
ben im Zusammenhang mit den sexuellen Übergriffen eine besondere Bedeu-
tung beigemessen. Selbst in der Berufungsschrift wurde solches nicht behaup-
tet. Umso weniger besteht nun Anlass, in dem nachträglich geltend gemachten 
missionarischen Eifer eine Sublimation zu sehen, welche die Gefahr eines Rück-
falls entscheidend verringert. Eine solche Annahme rechtfertigt sich schliesslich 
umso weniger, als die geltend gemachte Verwurzelung im Glauben schon zu 
jener Zeit bestand, in welcher es zu den Übergriffen kam, für welche der Beru-
fungskläger verurteilt wurde. Da sich in Bezug auf die Persönlichkeit des Beru-
fungsklägers keine entscheidenden Veränderungen ergeben haben, kann offen-
kundig nicht von einem nun wesentlichen Einfluss auf das Wohlverhalten ge-
schlossen werden. 

d) Keine Zweifel an der Richtigkeit der gutachterlichen Feststellungen 
und keine Notwendigkeit zu weiteren Abklärungen ergeben sich auch aus dem 
Vorwurf des Berufungsklägers, seine Therapeuten hätten ihn nie direkt auf seine 
Taten angesprochen, hätten vielmehr von ihm erwartet, dass er von sich aus das 
Wort ergreife und hätten ihn besser - statt seine Probleme mit dem Gefängnisall-
tag anzuhören - den Sinn und Zweck der Gespräche aufmerksam gemacht. Mit 
diesen Ausführungen stellt der Berufungskläger letztlich nicht die Notwendigkeit 
der Verwahrung, sondern lediglich die Art der Durchführung der Massnahme in 
Frage. Insofern ist die Kritik für die vorliegend relevante Frage auch nicht rele-
vant. Darüber hinaus lässt sich aus den zahlreichen Berichten der Therapeuten 
entnehmen, dass in den vergangenen Jahren sehr wohl versucht wurde, dem 
Berufungskläger mit einer deliktorientierten konfrontativen Therapie zu helfen. 
Alle Versuche scheiterten jedoch daran, dass sich der Berufungskläger gar nicht 
als krank bzw. persönlichkeitsgestört fühlt und folglich seiner Auffassung nach 
gar keine Therapie nötig ist. Auch der Umstand, dass mit dem Berufungskläger 
auch über die Schwierigkeiten im Gefängnisalltag gesprochen wurde, ist in die-
sem Zusammenhang nicht negativ zu bewerten. Wie sich dem Gutachten von 
Dr. med. C. vom 26. Juli 1996 (act. 9 S. 12) entnehmen lässt, wurden diese 
Gespräche als therapeutischer Ansatzpunkt für die deliktorientierte Therapie ge-
sehen, da der Berufungskläger auf die direkte konfrontative Arbeit gar nicht erst 
einging. Diese fehlende Therapiewilligkeit erklärt letztlich den fehlenden Forts-
chritt und offensichtlich auch den Umstand, dass der Berufungskläger nicht in 
das von ihm erwähnte Intensivprogramm mit einbezogen wurde. Unzutreffend 
ist sodann auch der Vorwurf, man habe dem Berufungskläger den Sinn und 

23

Zweck der Therapie nicht erklärt. Dem Berufungskläger wurde wiederholt in den 
jährlichen Berichten und Verfügungen betreffend Massnahmeüberprüfung erläu-
tert, dass er sich umfassend mit seinem deliktischen Verhalten auseinanderset-
zen und an seiner Persönlichkeit arbeiten müsse (vgl. etwa die Verfügung des 
Justiz-, Polizei und Sanitätsdepartements Graubünden vom 12. Dezember 1996, 
act. 10 S. 5; Verfügung der vorerwähnten Behörde vom 27. Juli 1998, act. 12 S. 
3 f.; Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes Zürich vom 7. Juni 
1999, act. 14; Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes Zürich vom 
5. Juli 2001, act. 28). Wenn der Berufungskläger jedoch auch in der Berufungs-
schrift geltend macht, eine Therapie sei gar nicht erforderlich, ergibt sich daraus 
zwangsläufig, dass jeder Versuch scheitern muss und der Fehler dabei nicht bei 
den Fachpersonen zu suchen ist. Ohne eine erfolgreiche Therapie, aus der sich 
eine ausreichende Sicherheit für ein zukünftiges Wohlverhalten ergibt, lässt sich 
jedoch eine bedingte oder gar definitive Entlassung aus der Verwahrung einfach 
nicht rechtfertigen. 

e) Der Berufungskläger führt im weiteren aus, den in seiner Zelle auf-
gefundenen Adressen von Kindern werde im Gutachten ein zu grosses Gewicht 
beigemessen. Ausserdem werde der Sachverhalt zu seinen Ungunsten geschil-
dert. Es seien nicht alle Adressen brauchbar und auch nicht alle mit dem Jahr-
gang versehen gewesen. Ausserdem habe es sich nicht um Hunderte von 
Adressen gehandelt. Seine Erklärung, er habe die Kinder zum Glauben hinfüh-
ren wollen, sei zu Unrecht als Negativpunkt bewertet worden. 

Tatsache ist, dass beim Berufungskläger eine umfangreiche Kartei mit 
Kinderadressen vorgefunden wurden. Der Gutachter erachtete darin den wich-
tigsten Aspekt, der gegen eine Verlegung des Berufungsklägers in eine offene / 
halboffene Anstalt spricht. Denn das Auffinden der Kartei belege, dass der Be-
rufungskläger selbst im geschlossenen Vollzugsrahmen und gegen entspre-
chende Weisungen weiterhin versuche, mit Kindern in Kontakt zu treten. Sodann 
würdigte der Gutachter die Erklärung des Berufungsklägers, er habe die Kinder-
adressen gesammelt, um ihnen Kalender zu schicken, da es einfacher sei, Kin-
der zum Glauben hinzuführen, als Ausdruck dafür, dass der Berufungskläger 
den Kontakt - und dies auch in sexueller Hinsicht - deshalb zu Kindern sucht, da 
er diese in Kompensation eines Unterlegenheitsgefühls gegenüber Erwachse-
nen in mehr Selbstsicherheit und mit einem Gefühl von Macht erleben kann. 

24

Diesbezüglich gilt zum einen festzustellen, dass die Frage einer Verle-
gung des Berufungsklägers in den offenen / halboffenen Vollzug gar nicht Ge-
genstand des vorliegenden Verfahrens bildet, der erste vom Gutachter gezo-
gene Schluss insofern also nicht weiter relevant ist. Zum anderen wird mit den 
von Berufungsklägern vorgebrachten Einwände die Richtigkeit der vom Gutach-
ter gezogenen Schlüsse gar nicht in Frage gestellt. Der Umstand, dass der Be-
rufungskläger eine Kartei mit Kinderadressen angelegt hat und weiterhin gegen 
entsprechende Weisungen den Kontakt zu Kindern aus dem geschlossenen 
Vollzug heraus sucht, muss klarerweise im Zusammenhang mit der nach wie vor 
bestehenden Persönlichkeitsstörung gesehen und - was die Gefahr eines erneu-
ten Übergriffs auf Kinder betrifft - negativ gewürdigt werden. Wenn es dem Be-
rufungskläger schon nicht gelingt, sich im geschlossenen Vollzug mit seinen all-
jährlichen Verfahren betreffend Überprüfung der Massnahmebedürftigkeit wei-
sungsgemäss zu verhalten, besteht schwerlich Grund, solches - selbst unter 
Berücksichtigung, dass X. vorgibt, er sei durch die zehnjährige Verwahrung ab-
geschreckt und wisse genau um die Folgen eines Rückfalls - bei einer bedingten 
Entlassung aus der Massnahme zu erwarten. Dass ein Teil der Adressen nicht 
brauchbar gewesen sein soll, ist in diesem Zusammenhang ebenso irrelevant 
wie der Umstand, dass nicht alle Adressen mit dem Jahrgang des jeweiligen 
Kindes versehen waren. Dass der Berufungskläger selbst im geschlossenen 
Vollzug Mühe bekundet, sich an Regeln zu halten und sich dabei auch durch 
Restriktionen nicht beeinflussen lässt, wird im Übrigen auch anderweitig 
bestätigt. So ist auf die Berichte von Dr. med. B. und der Kantonalen Strafanstalt 
Lenzburg aus dem Jahr 2002 (act. 36 und 37) hinzuweisen, aus denen sich die 
nämlichen Feststellungen ergeben. Im Übrigen sind solche Versuche von X., aus 
dem Vollzug Kontakt zu Kindern zu suchen, nicht neu. Solches wurde X. schon 
im Beschluss des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 12. November 
1992 vorgehalten. Ausgehend von den grundlegenden Feststellungen über die 
sich aus einer kombinierten Persönlichkeitsstörung ergebende Gefährlichkeit 
des Berufungsklägers, der Tatsache, dass der Grund für die Massnahme gar 
nicht weggefallen ist, kann somit auch nicht davon ausgegangen werden, eine 
bedingte Entlassung aus der Verwahrung unter Erteilung von Weisungen ver-
möge in ausreichendem Mass die Gefahr erneuter Übergriffe zu verringern. Ent-
sprechend lässt es sich auch nicht vertreten, den Berufungskläger etwa - wie 
dieser geltend macht - bei einer bedingten Entlassung aus der Verwahrung unter 
Kontrolle bei seinem Vormund in dessen neu eröffneten Heim unterzubringen. 
Ein solcher Schritt in die Freiheit kann erst dann in Frage kommen, wenn sich 
die jetzt zu bejahende schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 

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deutlich verringert hat und ausreichend Gewähr dafür besteht, dass sich der Be-
rufungskläger auch an Auflagen hält. 

f) Auch die in der Berufung erwähnte und im Beschluss des Kantons-
gerichtsausschusses aufgegriffene Möglichkeit, das biologische Alter von X. 
habe allenfalls zu einer Veränderung geführt, muss verneint werden. Der Gut-
achter schliesst dies schon allein deshalb aus, weil in den früheren sexuellen 
Handlungen nicht nur eine Befriedigung des Trieb- und Aggressionsdrucks zu 
erkennen ist, sondern auch das Bedürfnis des Berufungsklägers, sich als gut-
mütiger Onkel fühlen zu können. Die Feststellung des Experten, da sich die Ein-
stellung von X. zu Kindern nicht verändert habe, müsse selbst unter der An-
nahme eines verminderten altersbedingten Triebdrucks bei Nichterfüllung seiner 
wenig realitätsnahen Zukunftsvorstellungen von einer hoch einzustufenden 
Rückfallgefahr erneuter sexueller Handlungen mit Kindern ausgegangen wer-
den, ist ohne weiteres nachvollziehbar, weshalb dem fortgeschrittenen Alter bei 
der Beurteilung der Risikos und der Gefährlichkeit auch kein zu Gunsten des 
Berufungsklägers sprechender Umstand gesehen werden kann. 

g) Sodann behauptet der Berufungskläger, er werde rechtsungleich 
behandelt. Wie sich aus dem beigelegten Zeitungsartikel ergebe, sei einem 
Mann, der wiederholt Drogenprostituierte misshandelt und aufs Schwerste be-
droht habe, eine Strafe von 4 1/2 Jahren Zuchthaus zugunsten einer ambulan-
ten Massnahme aufgeschoben worden. Er hingegen werde - ohne je erhebliche 
Gewalt angewandt zu haben - seit über 10 Jahren in einer geschlossenen Anstalt 
zurückgehalten. 

Rechtsungleiche Behandlung liegt dann vor, wenn die nämliche Behörde 
gleichartige Fälle unterschiedlich beurteilt (BGE 115 Ia 81). Von rechtsungleicher 
Behandlung kann vorliegend schon allein deshalb nicht gesprochen werden, weil 
der vom Berufungskläger erwähnte und sein eigener Fall nicht von der gleichen 
Behörde beurteilt wurde bzw. wird. Sodann liegen auch keine gleichgelagerten 
Sachverhalte vor. Wohl trifft es schliesslich zu, dass X. seit Jahren keine erheb-
liche Gewaltbereitschaft gezeigt hat. Dies ändert letztlich aber nichts daran, dass 
vom Berufungskläger mit dem Risiko von sexuellen Übergriffen auf Kinder eine 
hohe Gefahr für ein wichtiges, vom Gesetzgeber generell geschützten Rechtsgut 
ausgeht, die selbst bei Verneinung einer besonderen Gewaltbereitschaft eine 
Entlassung aus der Massnahme nicht erlaubt. 

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5. Erweist sich das Gutachten namentlich auch in den vom Beru-
fungskläger gerügten Punkten als vollständig, klar und wurden die gestellten Fra-
gen umfassend und in nachvollziehbarer Weise beantwortet, brauchen weder 
weitere Beweiserhebungen zu erfolgen, noch besteht Anlass, bei der Beurteilung 
der vorliegend relevanten Fragen von den gutachterlichen Feststellungen abzu-
weichen. Demgemäss muss davon ausgegangen werden, dass bei X. nach wie 
vor eine Persönlichkeitsstörung vorliegt, aus der sich eine hohe Rückfallgefahr 
bezüglich sexueller Handlungen mit Kindern ergibt. Angesichts der damit ver-
bundenen schwerwiegenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit lässt sich 
deshalb selbst unter Berücksichtigung, dass sich der Berufungskläger nun schon 
mehr als 10 Jahre in der Verwahrung befindet, eine bedingte oder gar definitive 
Entlassung aus der Massnahme nicht rechtfertigen. Die Berufung gegen die Ver-
fügung ist somit abzuweisen und die Massnahme fortzuführen. 

6. Bei erfolgloser Berufung sind die Kosten des Verfahrens wie auch 
die Kosten der amtlichen Verteidigung ungeachtet einer allfälligen Mittellosigkeit 
dem Rechtsmitteleinleger zu überbinden (Art. 160 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 
155 StPO Abs. 1 StPO sind die Kosten jedoch vorschussweise durch den Kanton 
zu übernehmen (Art. 155 StPO). Der Betroffene hat - womit seine Rechte bei 
einer allfälligen Mittellosigkeit gewahrt bleiben - alsdann die Möglichkeit, die 
Stundung oder den Erlass der Kosten zu beantragen. Der Entscheid hierüber 
obliegt jedoch nicht dem im konkreten Fall zuständigen Gericht, sondern dem 
Kanton (vgl. PKG 1987 Nr. 35; Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, 1996, S. 392). 

Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.-- zuzüglich der Ko-
sten des Gutachtens von Fr. 7'273.65, total somit Fr. Fr. 8'773.65, sind demnach 
dem Berufungskläger zu überbinden. Mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsi-
diums Graubünden vom 16. Juni 2003 wurde der Rechtsvertreter des Berufungs-
klägers ab Datum der Gesuchseinreichung - somit ab dem 22. Mai 2003 - als 
amtlicher Verteidiger eingesetzt. Die in der Honorarnote vom 18. Februar 2004 
ausgewiesenen Leistungen sind somit um die bis 21. Mai 2003 angefallenen Auf-
wendungen der privaten Verteidigung (Fr. 2'021.25), die der Berufungskläger 
von vornherein selbst zu tragen hat, zu kürzen. Die unter Berücksichtigung des 
in der Sache erforderlichen Aufwands anerkannten Kosten der amtlichen Vertei-
digung, die vom Kanton vorschussweise zu übernehmen sind, belaufen sich 
demnach auf Fr. 2'913.05. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Berufung wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 1'500.-- sowie den Kosten des eingeholten Gutachtens von Fr. 
7'273.65, total somit Fr. 8'773.65, gehen zu Lasten des Berufungsklägers, 
der überdies die Kosten der amtlichen Verteidigung (ab 22. Mai 2003) von 
Fr. 2'913.05 inklusive MwSt und die Kosten seiner privaten Verteidigung 
(bis 21. Mai 2003) zu bezahlen hat.

3. Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit erhaltener schriftlicher Mit-
teilung beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss Art. 
97 ff. OG eingereicht werden. 

4. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von  Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar