# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7f9feaf-9a3d-55cc-829d-471ef4157668
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-26
**Language:** de
**Title:** Gebäudeversicherung. Sturmschaden an Pultdach. Beweislast. Ausschluss des Elementarschadens wegen Konstruktionsmangel.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0069/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_IV_0069_2016_2.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0069/2016 vom 26. Mai 2016 in BEZ 2017 Nr. 9 

(Bestätigt mit VB.2016.00368 vom 23. November 2016.) 

2. Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid verweigerte die Vorinstanz 
die  Übernahme  eines  am  14. August  2015  am  Dach  des  rekurrentischen 
Gebäudes  entstandenen  Schadens.  Dies  mit  der  Begründung,  dass  der  von 
den  Rekurrierenden  geltend  gemachte  Schaden  nicht  als  Elementarschaden 
betrachtet  werden  könne,  da  eine  unsachgemässe  Bauausführung  den 
Kausalzusammenhang zwischen dem damaligen (versicherten) Sturmwind und 
dem  Schaden  unterbrochen  habe.  Der  Schaden  wäre  nicht  entstanden,  wenn 
das Dach normgerecht befestigt gewesen wäre (§ 20 Ziff. 3 des Gesetzes über 
die Gebäudeversicherung [GebVG]). 

Dem  halten  die  Rekurrierenden  in  der  Rekursbegründung  zusammen-
gefasst  entgegen,  dass  der  Sturm  zum  Schadenszeitpunkt  so  heftig  gewesen 
sei,  dass  der  Schaden  auch  ohne  einen  allfälligen  Mangel  eingetreten  wäre. 
(…)   

3.1  Im  Gesetzesabschnitt  «Versicherte  Schäden»  erklärt  § 19 GebVG 
unter  dem  Randtitel  «Elementarschäden»  in  Ziffer 1  die  Gebäude  als  gegen 
Schäden versichert, die durch «Sturmwind» entstanden sind. Keine Elementar-
schäden sind nach § 20 GebVG Schäden, die nicht durch plötzliche Einwirkung 
von  Naturgewalten  entstanden  sind,  wie  Feuchtigkeitseinwirkungen,  Boden-
senkungen,  Frostschäden  (Ziffer 1),  Schäden,  die  verursacht  wurden  durch 
Stauseen  oder  sonstige  künstliche  Wasseranlagen,  wie  Rückstau  aus 
Kanalisationen  (Ziffer  2)  sowie  solche  Schäden,  die  voraussehbar  waren  und 
deren  Entstehung  durch  zumutbare  Massnahmen  hätte  verhindert  werden 
können,  wie  Schäden  zufolge  schlechten  Baugrundes,  unsachgemässer  oder 
unsolider  Ausführung  oder  Abdichtung  oder  mangelhaften  Gebäudeunterhalts 
(Ziffer 3).  

Dass  das  Unwetterereignis  vom  14. August  2015  als  «Sturmwind»  im 
Sinne  von  § 19  Ziff.  1  GebVG  zu  qualifizieren  ist,  ist  unbestritten.  Strittig  ist 
indes das Vorliegen solcher Umstände, welche die Qualifikation der auf dieses 
Unwetterereignis  zurückzuführenden  Schäden  am  Gebäude  der  Re-
kurrierenden  als  ersatzfähige  Elementarschäden  ausschliessen  würden.  Als 
solchen  Ausschlussgrund  nennt  die  Vorinstanz  eine  unfachgemässe  oder  un-
solide Bauausführung im Sinne von § 20 Ziffer 3 GebVG. Nach der Vorinstanz 
hat  dies  den  adäquaten  Kausalzusammenhang  zwischen  dem  Unwetter  und 
dem eingetretenen Schaden unterbrochen. Die Rekurrierenden bestreiten indes 
das  Vorliegen  eines  solchen  Mangels  und  halten  dafür,  dass  derart  hohe 
Windgeschwindigkeiten  geherrscht  hätten,  sodass  der  Schaden  auch  ohne 
einen allfälligen Mangel eingetreten wäre.  

3.2 Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat 
derjenige,  der ein  Recht  behauptet,  die  Sachumstände  zu  beweisen,  die  nach 
dem massgebenden Rechtssatz diese  Rechtsfolge erzeugen. In diesem Sinne 
hat  im  Versicherungsrecht  der  Versicherungsnehmer  den  Eintritt  des  Ver-
sicherungsfalls  zu  beweisen.  Hingegen  obliegt  der  Beweis  einer  Tatsache, 

 
 
 
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welche  die  Leistungspflicht  ausschliesst  oder  herabsetzt,  dem  Versicherer. 
Diese  Grundsätze  der  Beweislastverteilung  gelten  auch 
im  öffentlichen 
Gebäudeversicherungsrecht (vgl. RB 1983 Nr. 117).  

In  Bezug  auf  den  Beweisgrad  gilt  Folgendes:  Grundsätzlich  darf  eine 
Verwaltungsbehörde bzw. ein Gericht Tatsachen erst als bewiesen annehmen, 
wenn der volle Beweis erbracht ist. Da absolute Gewissheit häufig nicht erlangt 
werden  kann,  ist  dies  bereits  dann  der  Fall,  wenn  die  entscheidende  Behörde 
vom  Vorhandensein  der  zu  beweisenden  Tatsache  derart  überzeugt  ist,  dass 
das  Gegenteil  als  unwahrscheinlich  erscheint.  Unter  Umständen  reicht  sogar 
bereits  der  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  (Alfred Kölz/-
Isabelle Häner/Martin Bärtschi,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. A., 2013, Rz. 482).  

3.3  Nachdem  unbestrittenermassen  von  einem  die  Leistungspflicht  des 
Versicherers  grundsätzlich  auslösenden  Sturmwind  auszugehen  ist,  obliegt  es 
der  Vorinstanz  den  Nachweis  dafür  zu  erbringen,  dass  ein  Mangel  am 
beschädigten  Dach  des  rekurrentischen  Gebäudes  den  adäquaten  Kausal-
zusammenhang  zwischen  ebendiesem  Sturmwind  und  dem  eingetretenen 
Schaden unterbrochen hat.  

Ob ein zum Schadensausschluss führender Konstruktionsmangel im Sinne 
von  § 20  Ziffer 3  GebVG  besteht,  ist  nach  den  Regeln  der  Baukunde  zu 
beurteilen. Zu beachten sind dabei sowohl gesetzliche Vorschriften als auch die 
gültigen  Normen  und  Richtlinien  der  Fachorganisationen  (z.B.  SIA,  VSS  oder 
SEV), ferner  die  technischen  Verordnungen  der  zuständigen  Amtsstellen  (z.B. 
SUVA). Eine Ablehnung des Schadens ist nicht leichthin anzunehmen. Stets ist 
zu  prüfen,  ob  der  Mangel  den  Kausalzusammenhang  zwischen  Ereignis  und 
Schaden tatsächlich unterbrochen hat, oder ob er allenfalls eine Mitursache des 
Schadens darstellt, etwa wenn der Schaden auch ohne den Mangel in gleicher 
Art oder allenfalls in geringerem Ausmass eingetreten wäre. In beiden Fällen ist 
auf  den  Schaden  einzutreten  (Dieter  Gerspach,  in:  Kommentar  Gebäude-
versicherung, 2009, Rz. 2.98).  

Das von der Vorinstanz in Auftrag gegebene Gutachten kommt hinsichtlich 
der  Tragfähigkeit  des  beschädigten  Daches  am  rekurrentischen  Gebäude 
gestützt  auf  SIA-Norm  160,  Ausgabe  1989,  Einwirkung  auf  Tragwerke,  sowie 
SIA Norm 164, Holzbau, zum Schluss, dass die Nagelverbindung zwischen den 
Lattenrosten  der  Dämmebene  zu  schwach  gewählt  worden  sei.  Der  gewählte 
Nagel sei für eine Zugkraft von 39 kg festgelegt, was einer Windbelastung von 
70 kg/m2  entspreche.  Die  Belastung  aus  Wind  für  Vordächer  an  exponierten 
Lagen könne in Extremfällen lokal auf Gebrauchsniveau indes bis zu 180 kg/m2 
betragen.  Das  Eigengewicht  des  Daches  in  der  Bruchebene  liege  bei  ca. 
30 kg/m2.  Somit  verbleibe  eine  Sogbelastung  von  150 kg/m2  auf  Gebrauchs-
niveau. Die Einflussfläche des ersten Randnagels betrage zwischen den beiden 
Dämmlattungen (0,65 m Achsmass und 1,57 m Einflusslänge) 1,02 m2. Die auf 
den  massgebenden  Randnagel  wirkende  Zugkraft  in  Schaftrichtung  betrage 
deshalb ca. 153 kg (= 150 kg/m2 x 1,02 m2 [Sogbelastung/m2 x Einflussfläche]). 
Damit  liege  die  Belastung  gemäss  Gutachten  eindeutig  über  dem  Mass  der 
zulässigen  Zugkraft  eines  glatten  Nagels  von  39  kg.  Reisse  der  erste  Nagel 

 
 
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aus,  folge  eine  Überbelastung  des  Nachbarnagels  und  es  ergebe  sich  ein 
Dominoeffekt. Um die damalige Norm zu erfüllen, wären daher vier Nägel statt 
nur einer erforderlich gewesen.  

Das  Gutachten  erweist  sich  als  nachvollziehbar  und  schlüssig.  Daraus 
ergibt sich, dass die Dachkonstruktion nicht den damals geltenden Normen der 
SIA und somit nicht den anerkannten Regeln der Baukunde entsprach. (…) 

Damit  ist  in  tatsächlicher  Hinsicht  erstellt,  dass  dem  Dach  des  re-
kurrentischen  Gebäudes  ein  Konstruktionsmangel  im  Sinne  von  § 20  Ziffer 3 
GebVG  anhaftete.  Der  Mangel  erweist  sich  dabei  als  erheblich.  Die 
Konstruktion  vermochte  hinsichtlich  (Zug-)Festigkeit  nicht  im  Geringsten  den 
genannten  Anforderungen  zu  genügen.  Dies  allein  rechtfertigt  die  Ablehnung 
der Schadensvergütung noch nicht. Es stellt sich die Frage, ob der Mangel den 
Kausalzusammenhang  zwischen  Sturmwind  und  Schaden  tatsächlich  unter-
brochen  hat  oder  ob  er  lediglich  eine  Mitursache  darstellt.  Letzteres  träfe  zu, 
wenn der Schaden auch ohne den festgestellten Mangel eingetreten wäre, weil 
anlässlich  des  Unwetterereignisses  Windgeschwindigkeiten  herrschten,  denen 
auch ein mangelfreies Dach nicht hätte standhalten müssen. Hierzu was folgt. 

3.4 Die Rekurrierenden gehen gestützt auf das erwähnte Gutachten davon 
aus, dass ein Dach einem Druck bzw. Sog von 150 kg/m2 zu widerstehen hat. 
Einig  sind  sich  die  Parteien  darin,  dass  dies  einer  Windgeschwindigkeit  von 
180 km/h entspricht. (…) 

Mithin  hätten  Böen  mit  Spitzenwerten  von  über  180  km/h  auftreten 
müssen,  damit  der  Schaden  auch  bei  einem  mangelfreien  Dach  eingetreten 
wäre.  

Den  Rekurrierenden  obliegt  es  damit,  den  Nachweis  dafür  zu  erbringen, 
dass  eine  Böe  mit  solchen  Spitzenwerten  unmittelbar  am  Dach  des  re-
kurrentischen Gebäudes herrschten.  

3.5  Dagegen  spricht  zunächst,  dass  sich  das  beschädigte  Gebäude  der 
Rekurrierenden nicht an einem speziell windexponierten Standort befindet und 
die  behaupteten  Böengeschwindigkeiten  selten  vorkommen.  Von  den  Mess-
stationen der MeteoSchweiz in Schaffhausen und Kloten wurden im vorliegend 
fraglichen  Zeitraum  nicht  annähernd  solche  Werte  aufgezeichnet.  Festgestellt 
wurden lediglich Böenspitzen von maximal rund 80 km/h. Aufgrund der Distanz 
dieser  Stationen  zum  Ereignisort  kann  zwar  nur  begrenzt  darauf  abgestellt 
werden.  Dass  die  beim  rekurrentischen  Gebäude  aufgetretene  Böe  rund 
100 km/h  stärker  gewesen  sein  soll,  ist  indes  wenig  wahrscheinlich.  Doch 
ebendieser  Auffassung  sind  die  Rekurrierenden  und  halten  dafür,  dass  die 
fragliche  Böe,  welche  zum  Schaden  an  ihrem  Dach  geführt  haben  soll,  nur 
deshalb nicht erfasst werden konnte, weil sie – als Fallwind im Zuge eines sog. 
«Downbursts»  bzw.  «Microdownbursts» –  plötzlich  und  sehr  lokal  aufgetreten 
sei.  Es  mag  durchaus  zutreffen,  dass  solche  Fallwinde  lokal  sehr  begrenzt 
Wirkung  entfalten  können  und  von  Messstationen  deshalb  oft  nicht  registriert 
werden. Dass ein Fallwind – in der Form eines «Microdownbursts» – vorliegend 
mit  über  180 km/h  punktgenau  an  einer  Ecke  des  rekurrentischen  Dachs 

 
 
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angesetzt  haben  soll,  erscheint  hingegen  konstruiert.  Denn  trotz  der  lokalen 
Wirkung  solcher  Böen  wären  Druckschäden  in  nächster  Nähe  des  Daches  –
 etwa  an  dem  neben  der  fraglichen  Gebäudeecke  befindlichen  Baum –  zu 
erwarten gewesen. Solche sind indes nicht aktenkundig. Mithin bildet entgegen 
der Ansicht der Rekurrierenden auch der Umstand, dass das gegen Norden hin 
ausgerichtete,  zweite  Pultdach  des  rekurrentischen  Gebäudes  den  Sturm 
unbeschadet  überstanden  hat,  kein  Indiz  für  das  Auftreten  eines  solchen 
Wetterphänomens.  

Als  Hinweise  für  die  behaupteten  Windgeschwindigkeiten  ziehen  die 
Rekurrierenden  sodann  die 
in  der  Umgebung  der  Ereignisörtlichkeit 
festgestellten  Flur-  und  Sachschäden  hinzu  und  stellen  mithin  auf  das 
Kollektivschadensbild ab. Die hierfür von ihnen ins Recht gelegten Fotografien 
zeigen  in  Bezug  auf  Sachschäden  folgendes  Bild:  ein  von  einem  Dach 
herunterhängendes Blech, das nach den Rekurrierenden ein Vordach gewesen 
sein  soll;  zwei 
teilweise  abgedeckte  Ziegeldächer;  zwei  eingedrückte 
Aluminiumtore sowie ein vor einer Scheune am Boden liegendes Tor aus Holz. 
Dieses Schadensbild deute auf die geltend gemachten Windgeschwindigkeiten 
hin.  Dabei  verweisen  die  Rekurrierenden  auf  die  Masseinheit  nach  Beaufort 
sowie auf die sog. TORRO-Skala (s. hierzu die Homepage der «The TORnado 
and  storm  Research  Organisation»  [=TORRO]  unter  www.torro.org.uk,  auf 
welche  Skala  sowohl  die  Vorinstanz  als  auch  die  Präventionsstiftung  der 
Kantonalen  Gebäudeversicherungen  in  ihrem  Bericht  über  die  «Sicherheit  von 
Dächern  und  Fassaden  bezüglich  schadensverursachendem  Wind»  abstellen; 
für  den  gesamten  Bericht  s.  www.praeventionsstiftung.ch).  Entgegen  der 
Auffassung der Rekurrierenden weisen die genannten Schäden gestützt hierauf 
indes  nicht  einmal  auf  Böenspitzen  von  151 km/h  hin.  Grössere  Schäden  an 
Ziegel-  oder  ungesicherten  Flachdächern,  mittelschwere  Schäden  an 
Leichtbauten  oder  einzelne  Schäden  an  strukturellen  Elementen  von  Massiv-
bauten,  welche  nach  der  Kategorie  «T3»  nach  TORRO  auf  Böenspitzen  von 
151  bis  184  km/h  hinweisen,  sind  nicht  aktenkundig.  Die  zu  den  Akten 
gereichten  Fotografien  der  Rekurrierenden  zeigen  zwei  beschädigte  Dächer, 
die  indes  lediglich  teilweise  – und  nicht  flächig –  abgedeckt  wurden.  Dass  es 
sich  hierbei  um  einen  «grösseren  Schaden»  handeln  soll,  ist  entgegen  den 
Vorbringen  der  Rekurrierenden  zu  verneinen.  Leichtbauten  – wie  Barracken 
oder dergleichen – sind, soweit ersichtlich, intakt geblieben. Grössere Schäden 
an  Ziegel-  oder  Flachdächern  oder  mittelschwere  Schäden  an  Leichtbauten 
sind  nicht  aktenkundig,  ebenso  wenig  wie  – vom  rekurrentischen  Dach 
abgesehen –  Schäden  an  strukturellen  Elementen  von  Massivbauten.  Hinzu 
kommt,  dass  das  Schadensbild  bei  Böenspitzen  nach  der  besagten  Kategorie 
«T3» 
im  Allgemeinen  auch  beinhaltet,  dass  zahlreiche  Fahrzeuge  und 
Anhänger  umgeworfen  und  fahrende  Autos  von  der  Strasse  gedrückt  würden. 
Solches  ist  weder  aktenkundig  und  wird  von  den  Rekurrierenden  denn  auch 
nicht  behauptet.  Aus  dem  Umstand,  dass  in  der  Nachbarschaft  Blechdecken-
paneele von einem Gebäude abgerissen wurden, vermögen die Rekurrierenden 
nichts  zugunsten  ihres  Standpunktes  abzuleiten.  Solche  Paneele  haben  nicht 
denselben  statischen  Anforderungen  zu  entsprechen  wie  die  vorliegend 
fragliche  Dachkonstruktion.  Ebenso  wenig  zeugen  ein  zerstörtes  Festzelt  oder 
das  vom  Laufstall  abgerissene  und  filigran  anmutende  Vordach  von  den 
nachzuweisenden Böenspitzen.  

 
 
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jeweils  doch  eher 

In  Bezug  auf  Flurschäden,  aufgrund  welcher  nach  den  Rekurrierenden 
ebenfalls  auf  die  behaupteten  Böenspitzen  zu  schliessen  sei,  sind  auf  den 
besagten  Aufnahmen  vor  allem  einzelne  umgeknickte  und  entwurzelte  Bäume 
oder  Baumgruppen  abgebildet.  Hierzu  ist  festzuhalten,  dass  selbst  nach 
TORRO  einzelne  starke  Äste  bereits  bei  Böenspitzen  von  118  bis  151 km/h 
abgebrochen oder geknickt sowie kleine Bäume entwurzelt werden. Angesichts 
des 
flachen  Wurzelwerks  der  auf  den  Aufnahmen 
ersichtlichen entwurzelten Bäume, verbleiben nicht unerhebliche Zweifel daran, 
dass  es  sich  hierbei  nicht  um  solche  Bäume  handeln  könnte,  die  auch  bei 
Böenspitzen  von  unter  151 km/h  – und  umso  mehr  von  unter  181  km/h – 
entwurzelt worden wären. Zudem ist auf den Fotos der zwei Waldabschnitte, in 
welchen  etliche  Bäume  in  erhebliche  Weise  beschädigt  worden  sein  sollen, 
vorwiegend  geschlagenes  bzw.  geschnittenes  Holz  ersichtlich,  was  nur  vage 
Rückschlüsse  auf  den  durch  den  Sturm  tatsächlich  verursachten  Schaden 
zulässt.  Die  Fotografien  vermögen  nicht  zu  belegen,  dass  durch  das  fragliche 
Ereignis  «ganze  Waldabschnitte»  entwurzelt  oder  «ganze  Waldschneisen 
geschlagen» worden sind. Mit ihrem Hinweis auf den Sturm, der im Jahre 1982 
in  A.  herrschte  und  bei  welchem  das  Phänomen  eines  «Downbursts» 
aufgetreten  sei,  vermögen  die  Rekurrierenden  nichts  zugunsten  ihres  Stand-
punktes  abzuleiten;  im  Gegenteil.  Das  damalige  Schadensbild  zeigt  im 
Unterschied  zum  vorliegenden,  dass  damals  tatsächlich  gesamte  Waldab-
schnitte zerstört wurden, sodass einiges dafür spricht, dass damals weit höhere 
Böenspitzen zu verzeichnen waren.  

3.6 Unter diesen Umständen ist nicht unwahrscheinlich, dass nur Böen mit 
Geschwindigkeiten  von  weniger  als  151 km/h  auftraten,  und  keine  solchen  mit 
Spitzengeschwindigkeiten  von  über  180 km/h.  Den 
rechtsgenügenden 
Nachweis  für  das  Auftreten  der  behaupteten  Böenspitzen  vermögen  die 
Rekurrierenden damit nicht zu erbringen.  

Ein  normgemäss  konstruiertes  Dach  hätte  den  im  fraglichen  Zeitpunkt 
aufgetretenen Windgeschwindigkeiten standhalten müssen. Der Mangel erweist 
sich  als  derart  erheblich,  dass  der  Kausalzusammenhang  zwischen  dem 
unbestrittenermassen  im  Ereigniszeitpunkt  herrschenden  «Sturmwind»  und 
dem eingetretenen Schaden mit der Vorinstanz als tatsächlich unterbrochen zu 
betrachten 
ist  somit  nicht  das  Elementarereignis 
«Sturmwind»  (§  19  Ziff.  1  GebVG),  sondern  die  nicht  fachgemässe  Bauaus-
führung  des  Daches.  Damit  ist  der  Ausschlussgrund  im  Sinne  von  § 20  Ziff.  3 
GebVG gegeben und es liegt folglich kein versicherter Elementarschaden vor. 

ist.  Schadensursache 

4.  Die  Rekurrierenden  bringen  vor,  der  Schaden  sei  für  sie  im  Sinne  von 
§ 20  Ziffer 3  GebVG  nicht  voraussehbar  gewesen.  Indem  sie  sich  vor  dem 
Erwerb  der  Liegenschaft  über  den  Zustand  des  Gebäudes  hätten  beraten 
lassen, hätten sie alles Zumutbare an Gebäudeunterhalt für die Verhütung von 
Schäden  getan.  Einen  einschlägigen  Haftungsausschluss  im  Kaufvertrag 
zugunsten  des  Verkäufers  hätten  sie  erst  dann  akzeptiert,  nachdem  sie 
Kenntnis  davon  erhalten  hätten,  dass  keine  Sanierungsmassnahmen  nötig 
gewesen seien. 

 
 
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Gemäss § 20 Ziff. 3 GebVG ist die Versicherungsdeckung ausgeschlossen 
bei Schäden, die voraussehbar waren und deren Entstehung durch zumutbare 
Massnahmen  hätte  verhindert  werden  können.  Gemäss  der  Rechtsprechung 
des Verwaltungsgerichts sind Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit kumulative, 
miteinander  verbundene  Voraussetzungen  des  Deckungsausschlusses.  § 20 
Ziff. 3 GebVG sieht demnach eine Vergütung vor, «wenn der Eigentümer bzw. 
Bauunternehmer  im  Hinblick  auf  ein  Elementarereignis,  mit  dem  zu  rechnen 
war,  die  Vorsichtsmassregeln  getroffen  hat,  die  von  einem  sorgfältigen 
Eigentümer und Unternehmer zu erwarten und ihm zuzumuten sind» (BGE 100 
Ia 32, E. 3c). Voraussehbarkeit meint Voraussehbarkeit des schadenstiftenden 
Ereignisses und gegebenenfalls seines Ausmasses wie auch Voraussehbarkeit 
des eingetretenen Schadens als Folge dieses Ereignisses (VB.2003.00434, E. 
4.2.1 = RB 2004 Nr. 56, mit weiteren Hinweisen). 

Die  Argumentation  der  Rekurrierenden  geht  somit  fehl.  Sie  verkennen, 
dass  für  einen  Ausschluss  von  Elementarschäden  kein  den  Versicherten 
treffendes  Verschulden  vorausgesetzt  wird.  Für  die  Beurteilung  der 
Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des eingetretenen Schadens ist allein ein 
objektiver  Massstab  anzuwenden.  Der  Eintritt  des  vorliegend  zu  beurteilenden 
Schadens war vor diesem Hintergrund und in Anbetracht des Mangels, welcher 
dem  Gebäude  anhaftete,  objektiv  voraussehbar  und  vermeidbar.  Es  ist  einem 
Bauherrn  bzw.  Eigentümer 
fraglos  zuzumuten,  eine  Baute  nach  den 
anerkannten  Regeln  der  Baukunde  zu  erstellen  bzw.  nach  Massgabe  dieser 
Regeln zu unterhalten. Dass der Schaden den Rekurrierenden als nachmalige 
Erwerber  der  Liegenschaft  entstanden  ist,  ändert  daran  so  wenig  wie  der 
Umstand,  dass  sich  die  Rekurrierenden  im Vorfeld  des Erwerbs  fachmännisch 
haben  beraten  lassen.  Solche  Vorkehrungen  sind  zwar  durchaus  als  vom 
Versicherungsnehmer  zu  ergreifenden  Massnahmen  zur  Verhütung  von 
Schäden  zu  betrachten  und  den  Rekurrierenden  ist  insoweit  denn  auch  nichts 
vorzuwerfen. Trotzdem hat nicht der Versicherer für den Fall einzustehen, wenn 
ein  Mangel  – trotz  Beizug  einer  Fachperson –  dennoch  unentdeckt  bleibt.  Es 
kann  nicht  Sinn  der  Elementarschadenversicherung  sein,  für  Schäden  auf-
kommen  zu  müssen,  die  darauf  zurückzuführen  sind,  dass  ein  Gebäude  nicht 
den Regeln der Baukunde entspricht. 

5. Dies führt zur Abweisung des Rekurses.