# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a012b147-2464-5280-8cda-26b6656a86d5
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-29
**Language:** de
**Title:** Würdigung eines MEDAS-Gutachten. Es kann nicht darauf abgestellt werden; Rückweisung zur erneuten Begutachtung.
**Docket/Reference:** IV.2017.00653
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00653.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00653
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
2
9.
März 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Ernst A. Widmer
Wiederkehr Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 48, Postfach, 8022 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1970,
geschieden und
Mutter dreier Kinder mit
Jahrgang 1994, 1996
und
2002
war
seit
November 2011 bei der Arbeitslosenversiche
rung
gemeldet
,
als sie
am 2
5.
Dezember 2011
auf einer
Treppe
stolperte
und sich im Be
reich der linken oberen Extremität Verletzungen
zuzog
(
Urk.
9/15/57
)
.
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Lei
stungen
als Unfallversicherer
(Taggeld und Heilbehand
lung;
Urk.
9/15/56
)
.
U
nter Angabe von
seit dem Unfall bestehenden
gesundheitlichen Beeinträchti
gungen
und
einer
Rückenoperation meldete sich
die Versicherte
am
3.
Mai 2012
zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen
Invalidenversicherung an (
Urk.
9/12/5
Ziff.
6
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-
Stelle, klärte die medizinischen und
beruflichen Verhältnisse ab,
zog
mehrfach die Akten der Suva bei (
Urk.
9/15, 9/
22
, 9/28, 9/34, 9/46
) und veranlasste eine polydisziplinäre Abklärung in der MEDAS
Y.___
(Gutachten vom 1
0.
Februar 2015;
Urk.
9/73).
V
om
5.
Januar bis
6.
Februar 2015
unterzog sich die Versicherte einer durch die Suva veranlassten
Belastbarkeitsabklärung
respektive einem Be
lastbarkeitstraining
in der
Z.___
(
Urk.
9/74
).
Am
1
9.
Mai 2015 er
teilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 1
8.
Mai bis 1
7.
August 2015
mit Verlängerung bis
2.
September 2015
in der Durchfüh
rungsstelle
A.___
und sprach
Taggeld
er zu
(
Urk.
9/88
,
Urk.
9/98 und
Urk.
9/99).
Mit Mitteilung vom
1.
September 2015
hielt
die IV-Stelle den Abschluss der Arbeitsvermittlung
mit der Begründung fest,
die Versicherte
sehe sich nicht in der Lage
,
die Integrationsmassnahmen fortzusetzen
,
und
beantrage die
Rentenprüfung
(
Urk.
9/100).
Die Suva stellte ihre Leistungen (Taggeld und Heilkosten)
per
3
1.
Oktober 2015 ein (Verfügung vom 1
4.
Oktober 2015 [
Urk.
9/107/2-4]).
Am
5.
November 2015
führte die IV-Stelle
eine
Haus
haltsabklärung
am Wohnort der Versicherten
durch
(
Bericht vom 2
4.
November 2015 [
Urk.
9/110
]
)
und qualifizierte diese als Vollerwerbstätige.
M
it
Vorbescheid vom
22
.
Dezember 2016
(
Urk.
9
/
120)
stellte
sie der Versicherten
die
Zusprache
einer abgestuften
Invalidenrente
(
ganze Rente von
Mai 2013
bis Januar 2014, halbe Rente von Februar bis April 2014, ganze Rente von Mai 2014 bis März 2015 und unbefristete
Viertelsrente
ab April 2015)
in Aussicht
.
Gegen den Vorbescheid erhob die Versicherte am 3
1.
Januar 2017 (
Urk.
9/131) Einwand, worauf die IV-St
elle mit
mehreren
Verfügung
en
vom
4.
Mai
2017 im angekün
digten Sinne entschied
(
Urk.
2
, vgl. auch
Urk.
9/155, 9/162, 9/166, 9/176, 9/183, 9/19
3
)
.
2
2.1
Dagegen erhob
X.___
am
6.
Juni
2017 Beschwerde
mit folgendem
Rechtsbegehren
:
«
Es sei der Versicherten mit Wirkung ab 0
1.
April 2015 eine drei-viertels Invalidenrente zuzusprechen.
Eventualiter: es sei das Verfahren zwecks weiterer Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh
ren. »
Mit
Beschwerdeantwort vom 1
3.
Juli
2017
(
Urk.
8)
beantragte die Beschwerde
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit
Beschluss
vom
8.
Februar 2019 (
Urk.
11
) wurde der Beschwerdeführerin die Gelegenheit eingeräumt, um zu der vom Gericht nicht auszuschliessenden Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Abklärung und der damit verbundenen möglichen Abänderung der angefochtenen Verfügung zu ihrem Nachteil (
reformatio
in
peius
) Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen, worauf die Beschwerd
eführerin in ihrer Eingabe vom
5.
März 2019 (
Urk.
13
) an ihrem beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren festhielt. Dies wu
rde der Beschwerdegegnerin am
6.
März 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (
BGE
141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (
BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rz
11 zu Art. 30–31 IVG). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Ver
fügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
IVV ist eine Ver
besserung
(
Abs.
1)
wie auch eine Ver
schlechterung
(
Abs.
2)
zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin sprach mit der angefochtenen Verfügung vom
4.
Mai 2017 (
Urk.
2) rückwirkend ab
1.
Mai 2013 eine ganze beziehungsweise für die Zeit vom
1.
Februar bis 3
0.
April 2014 eine halbe Invalidenrente zu, was unbe
stritten blieb. Die Beschwerdeführerin wandte sich beschwerdeweise lediglich ge
gen die ab
1.
April 2015 gewährte
Viertelsrente
.
Die Beschwerdegegnerin führte
hiezu
aus, gestützt
auf das Gutachten der MEDAS
Y.___
sei ab Januar 2015
aus somatischer Sicht aufgrund der eingeschränkten Rückenbelastbarkeit in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
60
%
ausgewiesen. Dabei sei
en
die verminderte Leistungsfähigkeit und die ver
mehrten Pausen mitberücksichtigt. Aus psychiatrischer Sicht sei aufgrund der mittelgradigen Depression eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tä
tigkeit attestiert worden. Im psychiatrischen Teilgutachten sei jedoch festgehal
ten, dass sich die 50%ige Arbeitsfähigkeit auf die angestammte Tätigkeit beziehe und in einer Verweistätigkeit ohne hohe Anforderungen an die Konzentration und die Aufmerksamkeit und ohne zeitlichen Leistungsdruck eine 100%
ige Ar
beitsfähigkeit
bestehe. Es
lägen
auch
ausgeprägte psychosoziale Belastungsfak
toren vor, welche sich auf die psychische Situation auswirkten
,
und im
psycho
therapeutisc
hen Bereich
bestehe Optimierungsbedarf
,
indem
von Seiten
der Gut
achter eine
stationäre Behandlung mit einer
Anpassung der antidepressiven me
dikamentösen Behandlung empfohlen
worden
sei
.
Aus Sicht des Rechtsanwen
ders
sei
in einer
Verweistätigkeit
von
eine
r
100%
ige
n
Arbeitsfähigkeit aus
zuge
hen
.
2.2
Demgegenüber
stellte
sich
d
ie Beschwerdeführerin
auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S.
3 f.),
das
Gutachten der MEDAS
Y.___
weise Mängel
auf und könne
für die Beur
teilung des aktuellen Gesundheitszustandes
nicht herangezogen werden
.
D
ie Ope
rationsnarben
seien
im Zeitpunkt der Untersuchung noch nicht vollständig ver
heilt
gewesen, sodass
nur eine eingeschränkte klinische Untersuchung habe statt
finden können.
Die aus somatischer Sicht gegebene Arbeitsfähigkeit
von 60
%
beruhe daher
auf einer Schätzung, welche
den weiterhin
bestehenden
schwierigen Heilungsverlauf
ignoriere. Der Abschlussberic
ht
der
A.___
vom
8.
Oktober 2015
weise eine maximale Belastung von vier Stunden pro Tag und somit eine Restar
beitsfähigkeit von ca. 50
%
aus, was ausser Acht
ge
lasse
n
worden sei
.
W
ider
sprüchlich
sei
im
Gutachten
einerseits
von einer Restarbeitsfähigkeit von 60
%
,
an anderer Stelle aber von 50
%
die Rede
.
W
eshalb in der
bisher ausgeübte
n
Tätigkeit
als A
llrounderin in einem Schwimmbad, also
in
einer Tätigkeit
,
die kaum mit Stress verbunden und psychisch wenig anspruchsvoll sei, auf eine Rest
arbeitsfähigkeit von 50
%
, in
einer angepassten Tätigkeit
jedoch auf eine 100
%
ige
Arbeitsfähigkeit
geschlossen werde
, sei nicht begründet. Für
diese Steigerung
fehle es an
eine
r
Beschreibung de
r leidensangepassten Tätigkeit und an einer Be
gründung
,
inwiefern
sich
die bisher ausgeübte von einer
leidensangepassten Tä
tigkeit
erheblich
unterscheide (S. 4).
Zwischenzeitlich habe
sie,
die
Beschwerde
führerin
,
auch
eine neue Anstellung
finden
können
und es
sei
davon aus
zugehen
, dass sie
im Stundenlohn
ca. 13 Stunden in der
Woche
arbeite
.
Werde
das hierbei erzielbare Einkommen ins Verhältnis zum von der Beschwerdegegnerin ermitte
l
ten
Valideneinkommen
gesetzt,
resultiere
ein Invaliditätsgrad von 70
%
(S. 5).
2.3
Streitgegenstand ist die Verfügung
vom
4.
Mai 2017
(
Urk.
2)
. Dabei umfasst die
gerichtliche
Prüfung den Rentenanspruch
über
den gesamten
verfügungsweise geregelten Zeitraum
,
sowohl
für
die Zusprechung als auch
für
die Abstufung
und
Aufhebung der Rente
, unabhängig davon, ob
nur einzelne Punkte davon bestrit
ten
sind (vgl. E. 1.4
hievor
).
3.
3.1
Dr.
B.___
, Orthopädische Chirurgie FMH
,
hielt
im
Bericht vom
3.
Au
gust 2012 (
Urk.
9/25
Ziff.
1.4
) einen Status nach
notfallmässiger Diskushernien-Operation L5/S1 im Januar 2012 wegen grosser luxierter Diskushernie mit
Fuss
heberplegie
und nach
erneuter Diskushernie einer am 1
5.
Juni
2012
durchgeführ
ten Re-
Hemilaminektomie
L4/5 links
fest
. Bei
der
Verlaufskontrolle vom 2
3.
Au
gust
2012
habe sich eine deutliche Verbesserung gezeigt. Di
e Fu
ssheber-Schwä
che habe sich
erholt, wenn auch nicht ganz. Es besteht noch eine Re
stfussheber-Schwäche sowie tief
lumbale Beschwerden insbesondere morgens.
Betreffend das Arbeitsprofil liege weiterhin eine verminderte Belastbarkeit vor und das mono
tone Stehen und Sitzen sei wie das Tragen von Gewichten über 10 kg zu meiden. In angepasster Tätigkeit ca. drei bis sechs Monate postoperativ wäre die Patientin anfangs zu 50
%
arbeitsfähig, danach steigernd gemäss Verlauf.
3.2
Im Austrittsbericht der
Z.___
vom 1
9.
Oktober 2012 (
Urk.
9/26
/1-4
) über den Aufenthalt vom 1
2.
September bis 1
6.
Oktober 2012 erwähnten die Ärzte vorwiegend nächtliche und bewegungsabhängige Schmerzangaben der Be
schwerdeführerin an der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
mit
radikulärer
Ausstrahlung
ins linke Bein im Bereich
Dermatom
L5 und eine
regrediente
leichte Fuss- und
Zehenheberparese
(M4) links. Sie konstatierten, aus unfallkausaler Sicht sei die berufliche Tätigkeit als Allrounderin in einem Schwimmbad (Kasse, Küche) nicht mehr zumutbar.
Andere
sehr leichte, wechselbelastende Arbeit
en
, ohne rein ge
hend oder stehend zu verrichtende Tätigkeiten, ohne häufige vorgeneigte Rumpf
haltung, ohne Tätigkeiten mit länger dauernder vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition und ohne unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen, Vibra
tionsbelastung und Schläge bezüglich der Wir
belsäule
seien
ganztags zumutbar (S. 2
).
Anlässlich d
es ps
ychosomatischen Konsiliums
vom 1
8.
Oktober 2012
hielten die zuständigen Fachperson
en fest (
Urk.
9/26/10-11), während des
Aufenthalts in der
Z.___
sei die Beschwerdeführerin
psychologisch begleitet und schwerpunkt
mässig an der depressiven Thematik sowie am Aufbau von Schmerzbewälti
gungss
trategien gearbeitet worden.
Die Diagnose lautete
r
ezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig leichte bi
s mittelgradige Episode (ICD-10
F33.0)
und
es wurde
ausgeführt, dass die psychische Störung eine leichte bis mittelschwere arbeitsrelevante Leistungsminderung zusätzlich zu den
muskuloskelettal
beding
ten Einschränkungen begründe.
3.3
Dr.
med.
C.___
, leitender Arzt Neurologie am
D.___
,
berichte
te am 16.
November 2012 (
Urk.
9/34/35-37 S. 3)
, die Beschwerdeführerin sei weiterhin durch
lumboradikuläre
Schmerzen im
Dermatom
L5 links und lokale Kreuz
schmerzen sowie störende Parästhesien im genannten
Dermatom
und
durch
eine leichte Parese im entsprechenden
Myotom
geplagt. Im L5-Kennmuskel
Tibialis
anterior
hätten sich erfreulicherweise keine aktiven Schädigungszeichen und nur leichte Zeichen der chronischen
axonalen
Schädigung gefunden, was insgesamt die Prognose für eine Remission der Parese unterstreiche.
Zudem klage die Be
schwerdeführerin über Beschwerden an beiden Handgelenken (Carpaltunnelsyn
drom) sowie Nackenschmerzen.
3.4
Dr.
med.
E.___
, FMH Orthopädische Chirurgie, bericht
ete am 2
7.
Februar 2013 (
Urk.
9/34/24-25)
über den
Hospitalisationsverlauf
vom 1
4.
bis 2
3.
Februar 2013 und wies auf einen Status nach zweimaliger Diskusdekompression L5/S1 bei Dis
kushernie und
Plegie
, initial komplett mit deutlicher Erholung, sowie
Hemilami
notomie
L4/L5 linksseitig hin. Am 1
5.
Februar 2013 seien eine
Hemilaminektomie
L5/S1, e
ine
interkorporelle
Fusion L5/S1
beidseits mit zusätzlicher
Rezidivdis
kektomie
L4/L5, ein
Duraverschluss
auf der linken Seite auf Höhe L4/L5, ein Mono PLIF L4/L5 und eine
transped
i
kuläre
Fixat
ion L4-S1 durchgeführt worden.
Auf Grund der zunehmenden Beschwerden und der
erosiven
Osteochondrose
sei an eine erneute Dekompression nicht mehr zu denken gewesen, weshalb nun die
Fusion und Revision auf den beiden Etagen vorgenommen worden seien. Die Be
schwerdeführerin habe unmittelbar postoperativ sehr starke Schmerzen im
Der
matom
L5 auf der rechten Seite gehabt, die sich dann im Verlauf deutlich gebes
sert hätten, so dass sie in gutem Allgemeinzustand habe nach Hause entlassen werden können.
3.5
Im Bericht über die Computertomographie (CT) der LWS und die kontrastmittel
verstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) der Halswirbelsäule (H
WS) vom
8.
Oktober 2013 (
Urk.
9/46/38-39)
vermerkte der zuständige Radiologe, die CT des
thorakolumbalen
Überganges und der LWS ergäben im Vergleich zur Vorun
tersuchung vom 1
9.
Juni 2013 keine relevante Befundänderung und eine unver
ändert regelrechte lockerungsfreie Lage des intakten dorsalen und intervertebra
len
Spondylodeseinstrumentariums
.
Es bestehe
eine
segmentale Wirbelsäulen
fehlstellung bei bekannten dorsalen
Fensterungsdefekten
der Wirbelbögen mit
geringgradiger
ISG
-Arthrose beidseits. Der Befund der HWS in der oberen Brust
wirbelsäule (BWS) sei in dem MRT altersentsprechend normal und es bestehe in Hinsicht auf die klinische Symptomatik kein beweisendes Korrelat. Der postope
rative Status und der Verlauf nach dorsaler und intervertebraler
Spondylodese
LWK4 bis SWK1 seien regelrecht und es sei kein akut pathologischer Befund des
thorakolumbalen
Überganges und der LWS vorhanden.
3.6
Dr.
med.
F.___
,
Psychiatrie und Psychotherapie
,
wies im Bericht vom
8.
De
zember 2013 (
Urk.
9/47/1-4) auf die Behandlung der Beschwerdeführerin seit 2001 hin. Diese sei damals schwer zwanghaft und schwer depressiv gewesen. Sie leide unter Angstzuständen kombiniert mit Zwängen, die Konzentration
sfähigkeit sei schlecht und es b
estünden Gedächtnisstörungen, Energieverlust, Erschöpfung und es würde
ihr schwindlig, wenn sie vielerlei zu tun habe. Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
und
ausgeführt, die Arbeitsunfähigkeit sei hauptsächl
ich somatisch bedingt, aber der Einfluss des Psychischen spiele sicher seine Rolle.
3.7
Am 2
8.
Mai 2014 (
Urk.
9/66/7-8
) berichtete
Dr.
E.___
über den
Hospitalisa
tionsverlauf
vom 1
9.
bis 2
6.
Mai 201
4.
Bei einem Status nach dreimaliger De
kompression L5/S1, letztmali
g mit zusätzlicher
Fusionsoperation
L4/L5 am 15.
Februar 2013 seien am 2
0.
Mai 2014 die
Osteosynthesematerialentfernung
(
OSME
) L4-S1 und eine
Neurolyse
L4 auf der linken Seite bei Status nach
Duraleck
erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe die Operation sehr gut überstan
den. Sie weise eine neuropathische Symptomatik auf und habe einen leichten sensomotorischen Ausfall auf der linken Seite. Die Mobilisation sei frei, da die Stabilität gewährleistet sei, wobei die Wirbelsäule auf Grund der Operation nicht selbständig mobilisiert werden könne, weshalb noch Vorsicht geboten sei.
3.8
Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 1
0.
Februar 2015 (
Urk.
9/73)
hielten
die Ärzte aufgrund
ihrer
Untersuchungen
vom Au
gust/September 2014 (S. 1)
in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie
die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S. 2
7
)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ICD-10 F33.1
-
Chronisches
l
umbovertebrales
Schmerzsyndrom bei Status nach Unfallereignis vom 2
5.
Dezember 2011
mit/bei
-
motorischem
Restdefizit im Sinne von
Fusshebe
r
schwäche
links, bei je
doch wieder voller Kraft für die
Fusssenkerfunktion
links
-
residualem sensible
m
Defizit
im distalen L5
-Segment links, distal Knie
höhe
(seit OP 2012)
-
1
5.
Juli 2004
Interlaminotomie
L5/S1 links mit
subligamentärer
Lu
xat
e
ntfernung
und
interkorporeller
Nachdekompression L5/S1
-
3.
Januar 2012
Hemilaminotomie
,
F
oraminotomie
,
Neurolyse
, Disk
ekto
mie L4/L5 links
-
1
5.
Juni 2012
Re-
Hemilaminotomie
,
Foraminotomie
L4/L5 links, Neuro
-
lyse
und Diskektomie
-
1
5.
Februar 2013
Rezidivdiskektomie
L5/S1 links sowie L4/L5 links unter zusätzliche
m
Dura-Verschluss und
Neurolyse
bei 1mm-Leck auf der lin
ken Seite
dorso
-medial auf Höhe L4/L5,
transpedikuläre
und
interkorpo
relle
Fusion L4/S1 beidseits,
interkorporelle
F
usion mit
Spongiosaplastik
L4/L5
rechtsseitig (
Solera
)
-
2
0.
Mai 2014
Dekompression L4/L5,
Neurolyse
L4/L5 linksseitig sowie
Os
teosynthesematerialentfernung
L4-S1 (
Solera
)
-
Restserom
L4-S1 links (
MRI
vom
1.
September 2014)
Der internistische Sachverständige hielt
fest (S. 21 ff.), für eine allgemeinmedizi
nisch
e
, internistische Erkrankung ergäben sich keine Anhaltspunkte und diesbe
züglich bestünden für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Badeanstalt und in Verweistätigkeiten keine Einschränkungen (S. 22).
Der Neurologe
führte aus (S. 23),
insgesamt
sei
ein Status nach mehrfachen Ope
rationen mit anhaltender lumbaler Schmerzsymptomatik zu konstatieren, ohne dass aus neurologischer Sicht
radikuläre
Schmerzanteile vorzuliegen schienen. Dies möge allenfalls bei
höhergradiger
Belastung und Provokation zeitweilig vorübergehend möglich sein. Versicherungsmedizinisch-neurologisch sei somit der lokale lumbale Rückenschmerz zu berücksichtigen. Diesbezüglich sei auf das orthopädische Fachgutachten zu verweisen. Eine neurologische zusätzliche Kom
ponente mit Relevanz sei nicht zu eruieren.
Durch die noch minime residuale
motorische Schwäche im Fussheber links zeige sich eine gewisse Unsicherheit beim Gehen auf unebenem Gelände. Entsprechende Tätigkeiten wie auch solche auf Leitern und Gerüsten seien eher zu vermeiden. Hinsichtlich des zervikalen Befundes lägen nur unspezifische Beschwerden vor, ohne
radikuläre
Reizung oder gar sensomotorische Defizite.
Zusammenfassend ergäben sich keine quantitativen Einschränkungen, welche über die Bewertung im orthopädischen und psychiatri
schen Fachgebiet hinausgingen.
Der zuständige Orthopäde erhob (S. 25 unten und S. 26) während der Begutach
tung eine erkennbare Unmöglichkeit für langes Sitzen. Die Beschwerdeführerin müsse ständig die Position wechseln. Daneben finde sich ein Gangbild mit abge
schwächtem Zehen- und Fersengang links. Die LWS-Beweglichkeit sei bei einem Status nach
Spondylodese
, aber auch schmerzbedingt, um zwei Drittel einge
schränkt und es zeigten sich starke Ausweichbewegungen. Im Bereich der
LWS
seien lokale
Druckdolenzen
sowie ein leichter paravertebraler Hartspann zu ver
zeichnen und die Kraft im linken Bein sei deutlich abgeschwächt. Der Grossze
hen-/Fussheber links sei abgeschwächt, die Reflexe nicht klar beurteilbar und der
Lasègue
beidseits negativ, wobei die Beschwerdeführerin links ein Spannungsge
fühl angebe. Es bestehe eine Hyposensibilität im Bereiche des lateralen Unter
schenkels links über dem Fussrücken nach lateral ziehend. Der übrige orthopädi
sche Status sei unauffällig. Die Beschwerden im Bereich der HWS seien teilweise objektivierbar.
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Orthopäde aus (S. 19 unten), aufgrund der klini
schen und radiologischen Befunde bestehe eine eingeschränkte Rückenbelastbar
keit mit folgendem Zumutbarkeitsprofil: Das Heben und Tragen von schweren Lasten über 5 kg, rein stehende Arbeiten, wie auch Arbeiten in gebückter und kniender Position und Arbeiten mit monotonen
Zwangshaltungen des Oberkör
pers,
Arbeiten mit viel Treppensteigen und Gehen auf unebenem Grunde, Arbei
ten mit vibrierenden, stossenden und schlagenden Maschinen se
ien nicht zumut
bar. Dies bedinge
eine teilweise Inkongruenz zur Tätigkeit als Al
lrounderin in einer Badeanstalt
,
sofern dies
e
schwere
n
Putztätigkeiten und
Arbeiten
m
it schwe
ren Maschinen beinhalte
. Leichtere wechselseitige Tätigkeiten an der Kasse, Su
pervisionsaufgaben und andere Tätigkeiten im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils sollten jedoch mit vermehrten Pausen und einer eingeschränkten Leistungsfähig
keit zu 60
%
möglich sein. Dies gelte auch für eine entsprechende Verweistätig
keit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils.
Es sei
offensichtlich von der Suva
eine EFL
(Evaluation der f
unktionellen Leistungsfähigkeit)
unter stationären Bedin
gungen geplant. Eine solche EFL könne sicherlich zu einem detaillierteren Zu
mutbarkeitsprofil führen und eine neue Ausgangsbasis geben für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils
(S. 20 oben)
.
Der psychiatrische Teilgutachter führte aus (S. 39 unten), die Beschwerdeführerin erscheine in gepflegtem Zustand,
sei
freundlic
h und offen im Kontakt,
normal gekleidet und leicht adipös. Eine Orientierung bestehe zu allen Qualitäten. Das Ich-Bewusstsein sei nicht gestört, sie sei bewusstseinsklar und es bes
tünden keine Ich-Störungen.
Aufmerksamkeit und Konzentration seien reduzier
t und sie sei nicht in der Lage
,
das Gelesene zu merken
,
und müsse mehrfach lesen, um etwas behalten zu können. Die Gedächtnisleistungen seien ansonsten intakt. Es bestehe ein Grübeln über die gesundheitliche Situation, ansonsten aber keine formalen oder inhaltlichen Denkstörungen. Sie könne sich gut artikulieren, das Sprechen sei leicht verlangsamt, es bestünden keine Halluzinationen und die Intelligenz liege im Normbereich. Psychomotorisch sei sie angespannt und nervös. Es besteh
e
eine depressive Stimmung, im Affekt sei sie labil und die Schwingungsfähigkeit sei leicht reduziert. Zwänge oder Phobien bestünden nicht. Die Willenskraft und auch der Antrieb seien
reduziert. Es bestehe
ein
sozialer Rückzug. Die Realitäts
orientierung sei nicht gestört und die Motivation sei reduziert. Es besteh
e
ein mangelndes Selbstwertgefühl und Suizidgedanken seien latent vorhanden, wobei sie sich von Suizidgedanken jedoch gut wieder distanzieren
könne
. Es besteht eine Freudlosigkeit.
Zum Tagesablauf
berichte
die Beschwerdeführerin
,
sie stehe mittags auf, wenn keiner zuhause sei. Sie stehe eigentlich nur wegen der Kinder auf. Es gebe ein Morgentief. Sie trinke Kaffee und versuche
,
den Haushalt zu erledigen, koche das Mittagessen und zwinge sich, einkaufen zu gehen. Am Nachmittag versuche sie sich zu beschäftigen, indem sie male, lese, aber sie lege sich auch öfters hin. Sie trinke manchmal auch Kaffee mit einer sehr guten Kollegin, die zu ihr k
om
me. Abends koche sie für die Kinder und sie be
schäftige sich dann im Internet
,
indem sie interessante Artikel zu Gesundheit und Ernährung und auch zu psychischen Krankheiten lese. Sie schaue auch fern. Sie schlafe gut ein, wenn sie zuvor lese. Schlafen gehe sie zwischen 22 und 23 Uhr, bei depressiver Stimmung gehe sie bereits um 20 Uhr schlafen. Der Schlaf sei gut, nur durch die Schmerzen gestört.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine rezidivierende depressive Störung, die erst
mals 1998 aufgetreten und bereits damals vor der Geburt des Sohnes antidepres
siv behandelt worden sei. Es seien dann weitere depressive Episoden 2004 und 2008 aufgetreten. Ein Absetzversuch des Antidepressivums
Cymbalta
im Sommer 2008
habe nach
drei Monaten erneut zu stärkeren depressiven Episode
n
geführt, die
bis heute anhaltend seien
. Zurzeit liege eine mittelgradige depressive Episode
vor. Die antidepressive Medikation mit
Cymbalta
liege im therapeutisch wirksa
men Bereich und die Beschwerdeführerin befinde sich seit 1998 mit Unterbre
chungen in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Eine stationäre psychiatri
sche Behandlung habe bisher nicht stattgefunden. Eine Somatisierungsstörung besteht nicht und die psychischen Beschwerden seien auf die depressive Störun
g zurückzuführen. D
er
Antrieb
sei deutlich
geschwächt, es bestünden
Konzentra
tions
- und Merkfähigkeitsstörungen, das Selbstwertgefühl sei reduziert, im Affekt sei die Beschwerdeführerin labil und es
l
ä
ge
n
eine latente Suizidalität und ein Morgentief
vor
. Finanzielle und familiäre Sorgen seien vorhanden und insbeson
dere d
as
ver
mutliche ADS des Sohnes belaste
die Beschwerdeführerin emotional stark. Die Sorgen seien jedoch nicht ursächlich für die depressive Störung und sie leide unter Schmerzen, die einen physiologischen Ursprung hätten. Der soziale Rückzug sei aufgrund der depressiven Störung begründet.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in angestammter Tätigkeit
zu
50
%
arbeitsunfä
hig und in
einer
Verweistätigkeit
zu
100
%
arbeitsfähig. In Bezug auf ein Fähig
keitsprofil könne die Beschwerdeführerin Tätigkeiten übernehmen ohne hohe An
forderungen an die Konzentration und Aufmerksamkeit und ohne zeitlichen Leis
tungsdruck
(S. 40)
.
Aus interdisziplinäre Sicht wurde zur Arbeitsfähigkeit festg
ehalten (S. 26 unten und S. 27),
d
ie Beschwerdeführerin sei von 2012 bis 2014 insgesamt fünf
Mal an der Wirbelsäule operiert
worden. Ein postoperatives
Serom
sei in einem neuen MRI vom September 2014 immer noch ersichtlich und beeinflusse entsprechend noch die Arbeitsfähigkeit. Orthopädisch könne eine 60%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils attestiert werden
,
sowohl in angestammter wie in einer Verweistätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils ab Januar 201
5.
Psychiatrisch sei eine mittelgradige Depression attestiert mit einer Arbeits
fähigkeit von 50
%
fortführend. Entsprechend sei für die angestammte Tätigkeit die Psychiatrie federführend mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit betrag
e
60
%
im Rahmen des
Zu
mutbarkeitsprofils mit eingeschränkter Leistung und vermehrten Pausen
(S. 28)
.
Retrospektiv bescheinigten die Gutachter eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit für die Zeit vom 2
5.
Dezember 2011 bis im Dezember 201
4.
In einer Verweistätigkeit attestierten sie unter Verweis auf das durch die Ärzte der
Z.___
(vorstehend E. 3.2) formulierte Zumutbarkeitsprofil folgende Arbeitsunfähigkeiten hinsichtlich der Zeit ab Mai 2013 (Beginn Renten
anspruch):
-
100
%
im Rahmen der Rückenoperation vom Februar 2013
-
50
%
Mitte Oktober 2013 bis Mitte Mai 2014
-
100
%
Mitte Mai bis Dezember 2014
-
50
%
ab Januar 2015
3.9
Im Austrittsbericht der
Z.___
vom 1
1.
Februar 2015 (
Urk.
9
/
74
) über den Aufenthalt vom
5.
J
anuar bis
6.
Februar 2015 wies
der verantwortliche
Dr.
med.
G.___
, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation, da
rauf hin,
als Hauptziel für die aktuelle Phase der Rehabilitation sei
en
die medizi
nische Beurteilung der Belastbarkeit und Zumutbarkeit und soweit möglich
die
Steigerung der Belastbarkeit im Hinblick auf eine beruflic
he Wiedereingliederung in eine neue
Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt festgelegt worden
(S. 3)
.
W
ährend der ambulanten Rehabilitation
hätten
punkto Kreuzschmerz
-
sympto
matik keine Fortschritte erzielt werden können und deshalb
seien
keine weiteren physiotherapeutischen
Massnahmen vorgesehen
(S. 2).
Zur zumutbaren Arbeitsfäh
igkeit
führte
er
aus, die berufliche Tätigkeit als Schwimmbadangestellte (für Küche und Kasse) sei nicht zumutbar und die An
forderungen mit wiederholtem Hantieren von Lasten von leicht bis mi
ttelschwer, wie Getränkeharasse
aus der Küche holen, sowie mit mehrheitlich stehenden und gehenden Tätigkeiten seien zu hoch. Eine sehr leichte Arbeit mit speziellen Ein
schränkungen für die LWS, wechselbelastend, wahlweise stehend, gehend, sitzend und Stehen/Sitzen am Stück bis maximal etwa 30 Minuten, ohne Tätigkeit
en
in länger dauernd vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition sei ganztags zu
mutbar (S. 3).
3.10
Im von
Dr.
G.___
veranlassten
neurologischen Konsilium legte
PD
Dr.
med.
H.___
im Bericht vom 27.
Februar 2015 (
Urk.
9/86
) dar, es finde sich konsistent angegeben und reproduzierbar eine Hypästhesie im
Dermatom
L5 links, entsprechend dem Untersuchungsbefund d
urch
Dr.
C.___
(vgl. E. 3.3
hiervor). Entsprechend dessen Befund seien auch diesmal in der Kennmuskulatur L5 keine aktiven Schädigungszeichen zu finden und mit überhöhten Amplituden zeigten sich lediglich die Zeichen eines abgelaufenen regenerativen Prozesses ohne Hinweis auf eine akute
axonale
Schädigung. Auch in der Kennmuskulatur S1 zeigten sich vereinzelt Amplituden überhöhter Potenziale, die auf einen rege
nerativen Prozess hinwiesen
,
ohne Anzeichen einer frischen
axonalen
Läsion. Gemäss neurologischem Untersuchungsbefund entstehe der Eindruck einer un
spezifischen Minderinnervation des linken Beines mit zum Teil fluktuierender In
nervation und je nach Untersuchungssituation unterschiedlich erreichter Kraft
grade. Es ergebe sich insgesamt neurologisch und elektrodiagnostisch kein Hin
weis auf eine
radikuläre
Schädigung, welche eine signifikante Beeinträchtigung der Beinkraft links aus neurologischer Sicht erklären könnte. Hingegen entstehe der Eindruck, dass die Sensibilitätsstörungen mit Schmerzen im L5-Dermatom
auf die alte
sensibelradikuläre
Symptomatik im
Dermatom
L5 zurückzuführen sei, welche bereits 2012 durch
Dr.
C.___
festgestellt worden sei.
3.11
Dr.
med.
I.___
,
Facharzt Anästhesiologie FMH
des regional
en
ä
rztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
hielt in seine
r
Aktenbeurteilung vom
26.
Novem
ber 2015 (
Urk.
9/118/8) fest, gemäss Austrittsbericht der
Z.___
vom 1
1.
Februar 2015 werde eine sehr leichte Arbeit ganztags als zumutbar erachtet. Diese Beurteilung sei unverändert gegenüber
der
–
auch den MEDAS-Gutachtern vorgelegenen
–
Einschätzung der gleichen Stelle vom 6.
Oktober 201
2.
Der neu
rologische Konsiliarbericht vom 2
7.
Februar 2015 bestätige
ein
residuelles
sensi
bel
radikuläres
Syndrom
L5 links, jedoch keine
radikuläre
Schädigung, welche eine signifikante Beeinträchtigung der Beinkraft links
erklären könnte. Auch im MEDAS-Gutachten
sei
aus neurologischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit formuliert.
Eine Einschränkung auf 50
%
sei
psychiatrisch mit der mit
telgradigen
Depression begründet, aus rein
orthopädischer Sicht
–
auch
im Falle einer Verbesserung der
psychiatrischen Situation
–
sei
eine
Arbeitsunfähigkeit von 40
%
zugestanden
worden
.
3.12
Im Zeugnis vom 1
9.
Januar 2017
(
Urk.
9/13
0
)
berichtete
Dr.
F.___
,
sie begleite die Beschwerdeführerin psychotherapeutisch seit vielen Jahren.
Diese
sei eigent
lich immer depressiv und müsse immer Medikamente nehmen. Ein Klinikaufent
halt sei aber in ihrem Fall nicht indiziert und völlig nutzlos. Sie halte die Be
schwerdeführerin für
zu
60
%
arbeitsunfähig.
4.
4.1
Zur Erwerbsbiographie
geht
aus den
Akten
hervor
, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Ereignisses vom 2
5.
Dezember 2011 stellenlos war und davor eine saisonale Anstellung in einer Badeanstalt (Kiosk/Restaurant/Kasse) und wei
ter zurückliegend eine Anstellung in einem Privathaushalt (Kinderbetreu
ung/Köchin) in einem Teilzeitpensum von 40
%
inneg
e
habt
hatte (
Urk.
9/18/1 f., vgl. auch Lebenslauf [
Urk.
9/10]
,
Auszug aus dem individuellen Konto [
Urk.
9/3]
und Berufsanamnese im MEDAS-Gutachten [
Urk.
9/73/12]
).
Den
vor
erwähnten medizinischen Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwer
deführerin
nach
bereits im Jahr 2004
operierter Wirbelsäule
aufgrund des
Unfall
ereignis vom 2
5.
Dezember
2011
und
nachfolgenden
weiteren vier operativen
Eingriffen
am Rücken
im
Januar 2012, im Juni 2012 (E. 3.1) sowie im Februar 2013 (E. 3.4) und
im Mai 2014 (E. 3.7)
verschiedentlich Arbeitsunfähigkeiten aus somatischer Sicht attestiert wurden.
Sodann leidet
sie
unte
r einer depressiven
Symptomatik, weswegen sie
mit Unterbrüchen seit dem Jahr 1998 (
Urk.
9/73/38
; E. 3.6 und E. 3.12
) behandelt
wird
.
Mit Blick auf
die
Rücke
n
problematik
legte der
orthopädische
Sachverständige im MEDAS-Gutachten
zwar
nachvollziehbar
dar, dass
aus somatischer Sicht das
Be
lastungsprofil
Einschränkungen enthält und
die im Belastungsprofil näher um
schriebenen Tätigkeiten
unzumutbar sind
.
Hingegen relativierte er s
eine
Ein
schätzung,
wonach auch
eine entsprechend angepasste Tätigkeit aufgrund ver
mehrter Pausen und einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit
nur
zu 60
%
mög
lich sein
sollte dahingehend
,
als
eine durch die Suva
geplante Abklärung mittels EFL (
Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit
)
eine neue
– bessere –
Ausgangsbasis
zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in ange
pass
ter Tätigkeit er
gebe
(
Urk.
9/73/20
oben).
Anlässlich
dieser
stationären
Abklärung
en
in der
Z.___
gelangten
die somatischen Experten
zur Einschätzung, dass
e
ine sehr leichte
wechselbelastende
Arbeit mit speziellen Einschränkungen für
die LWS
ganztags zumutbar
ist
(E. 3.9).
Betreffend die psychische
Symptomatik
mit der
Diagnose einer rezidivierenden depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ICD-10 F33.1
,
ging
der psychiatrische G
utachter
der MEDAS
von
eine
r
50%ige
n
Arbeits
un
fähigkeit in
ange
stammter Tätigkeit und eine
r
100
%ige
n
Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tä
tigkeit
aus
.
Zum
Stellen
profil hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin Tätigkei
ten übernehmen kann ohne Anforderungen an die
Konzentration und
Aufme
rk
samkeit und ohne zeitlichen Leistungsdruck (vgl.
Urk.
9/73/40).
Von
welcher
an
gestammten Tätigkeit
– erlernter Beruf
als
Kindergärtnerin
in Ital
ien
, Mitarbeite
rin in der Badi
(
Urk.
9/73/4)
oder
eine
r
Tätigkeit als Unterrichtslehrerin in der katholischen Kirche (
Urk.
9/73/38) –
der Gutachter
bei dieser Einschätzung
aus
ging,
kann
seinem
Teilg
utachten nicht
entnommen werden
.
Für den Rechtsan
wender ist damit eine
Differ
e
nzierung
der Arbeitsunfähigkeiten in angestammter und angepasster Tätigkeit aufgrund der psychischen Symptomatik nicht nach
vollziehbar.
D
ieser Mangel
fällt
umso mehr ins Gewicht
,
als die
Beschwerdefüh
rerin die zuletzt ausgeübte Teilzeiterwerbstätigkeit (
eine
saisonale Anstellung) nicht
gesundheits
bedingt verloren hatte
,
so dass sie sich zur Umsetzung der laut
Haushaltsabklärung
angestrebten
100%ige
n
Erwerbstätigkeit
(
Urk.
9/110]),
auch im Gesundheitsfall um
eine neue (andere)
Anstellung hätte bemühen müssen.
4.2
Das Gutachten der MEDAS
Y.___
ist
damit
nicht schlüssig. Einerseits
erstattete
der
Orthopäde
seine Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit von 60
%
in angepasster Tätigkeit
vorbehältlich einer aussagekräftigeren Beurteilung
aufgrund der
bevor
stehende
n
stationäre
n
Belastungsabklärung
.
Die
se
stationären Abklärungen
erga
ben davon
abweichend
in
einer angepassten
Tätigkeit
eine zumutbare
Arbeitsfä
higkeit von 100
%
.
D
iese Diskrepanz
wurde
nicht mittels Rückfrage an die MEDAS-Gutachter geklärt und
k
ann
auch nicht durch
eine Stellungnahme des RAD (E. 3.9 hiervor)
ersetzt oder
aufgelöst werden.
Anderseits
überzeugt
das Gutachten auch hinsichtlich
der psychiatrischen Ein
schätzung der Restarbeitsfähigkeit nicht
, da ke
ine
zureichende Begründung
aus dem psychiatrischen Teilgutachten ersichtlich ist
, weshalb in angestammter Tä
tigkeit von einer 50%igen und in einer angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Ar
beitsfähigkeit ausgegangen wurde
.
Dabei wurde
– wie gesagt –
i
nsbesondere nicht dar
gelegt
,
auf welche angestammte
Tätigkeit
abgestellt wurde
und inwie
fern sich diese von einer angepassten Tätigkeit unterscheidet. Mit Blick auf
die
diagnostizierte
rezid
ivierende depressive
Störung mit
mi
ttelgradige
r
Episode
fehlt es dem Gutachten auch an
der
Berücksichtigung der
neuere
n
bundesgerichtliche
n
Rechtsprechung zur invaliditätsrelevanten Arbeitsunfähigkeit bei psychischen Störungsbilder (vgl. E. 1.5 hiervor)
und
einer zureichenden Auseinandersetzung mit den
massgebenden Standardindikatoren
, die es – unter Berücksichtigung leis
tungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensations
potentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1).
Im Wei
teren
ist
auch
nicht von der Hand zu
weisen, dass das
MEDAS-
Gutachten
,
welches auf
Untersuchungen
vom August/
September 2014
beruht
,
für den
Entscheid
vom
4.
Mai 2017 –
als
o
mehr als
zweieinhalb Jahre
später –
nicht mehr aussagekräftig ist
.
Zudem ist zu bemerken, dass der Leistungsanspruch für die gesamte Zeit ab 1. Mai 2013 strittig bleibt. In diesem Zusammenhang wird auch zu prüfen sein, worin die von den MEDAS-Gutachtern postulierte Verbesserung des Gesundheitszu
standes im Dezember 2014 zu erblicken ist, der zu einer Erhöhung der Arbeitsfä
higkeit in einer Verweistätigkeit von 0
%
auf 50
%
beziehungsweise 60
%
geführt hat. Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Materialentfernung im Mai 2014 (vor
stehend E. 3.7) wiederum eine - vorübergehende - vollständige Arbeitsunfähigkeit und somit einen Anspruch auf eine ganze Rente nach sich gezogen hat. Inwiefern das im MRI vom September 2014 erhobene postoperative
Serom
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diese ab Januar 2015 nicht mehr im gleichen Ausmass be
einträchtigt haben soll, legten die Gutachter indes nicht dar. Daher wird der Sach
verhalt auch in Bezug auf den postoperativen Verlauf zu ergänzen und gleich
zeitig die diskrepanten Angaben der Gutachter in Bezug auf die zuletzt attestier
ten Arbeitsfähigkeiten von 50
%
beziehungsweise 60
%
zu klären sein.
5
.
5
.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung
an die Vorinstanz zurückweisen
insbesondere,
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzi
sierung oder Ergänzung der medi
zi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5
.2
Vorliegend erweist sich der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Beurtei
lung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in zumutbaren behinde
rungsangepassten Tätigkeiten in somatischer und psychischer Hinsicht,
im Ver
lauf, aber auch
im Verfügungszeitpunkt
als ungenüg
end abgeklärt (vorstehend E.
4.1 und E. 4.2
)
.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine erneute Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlasst und zeit
nah zum Gutachten über den Rentenanspruch erneut entscheidet.
D
ie Beschw
erde
ist
in dem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
l
iegend sind die Kosten auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschä
digung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuz
üglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1’
9
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
6
.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweisen sich die Gesuche der Beschwerde
führerin um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretun
g vom
6.
Juni 2017
(
Urk.
1
S. 2
und S. 5 f.
) als gegenstandslos.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
4.
Mai 2017
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin erneut verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800.--
werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’900
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Milan
Kryka
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef