# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4534128d-4aea-597b-ab19-ff108f39ba0f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 23.09.2021 I/1-2020/169 und 170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2020-169-und-170_2021-09-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/7

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2020/169 und 170

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 08.11.2021

Entscheiddatum: 23.09.2021

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 23. September 

2021
Art. 39 Abs. 1 lit. b StG (sGS 811.1), Art. 26 Abs. 1 lit. b DBG (SR 642.11). Die 
Steuerpflichtige arbeitet von Montag bis Freitag täglich mit 60% eines vollen 
Pensums. Vor der Arbeit bringt sie ihre Tochter morgens in die Kita und holt 
sie dort nach der Arbeit wieder ab. Dass die Einnahme der Mahlzeit beim 
Arbeitgeber vor der Abholung des Kindes einfacher ist, vermag keinen 
steuerlichen Abzug für auswärtige Verpflegung zu begründen. Die 
Aufwendungen für die Verpflegung am Arbeitsort sind nicht wesentlich 
durch die Erzielung von Einkommen verursacht und deshalb den privaten 
Lebenskosten zuzuordnen (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 23. 
September 2021, I/1-2020/169, 170).

Präsident Urs Gmünder, hauptamtlicher Richter Titus Gunzenreiner und Richter Markus 

Frei, Gerichtsschreiberin Franziska Geser

X und Y, Rekurrenten und Beschwerdeführer,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuer (Einkommen und Vermögen 2018), direkte 

Bundessteuer (Einkommen 2018)

 

Sachverhalt:

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A.- X und Y sind verheiratet und leben mit ihrer Tochter in ihrem Einfamilienhaus in A. In 

der Steuererklärung 2018 deklarierten sie ein steuerbares Einkommen von Fr. 

113'800.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.–. Am 11. März 2020 wurden sie für 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 

117'100.– und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.– sowie für die direkte 

Bundessteuer 2018 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 102'500.– veranlagt.

B.- Gegen diese Veranlagungsverfügungen vom 11. März 2020 erhoben die 

Steuerpflichtigen am 2. April 2020 jeweils Einsprache. Sie führten aus, dass die Ehefrau 

zwar nur in einem Teilzeitpensum von 60% arbeite, aber dennoch jeden Tag zur Arbeit 

fahre. Die Fahrkosten würden also jeden Tag anfallen. Der Arbeitsweg lasse sich mit 

den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht bewältigen, da sie das Kind vor der Arbeit zur 

Kindertagesstätte (Kita) bringen und nach der Arbeit dort wieder abholen müsse. Die 

Fahrkosten seien deshalb wie deklariert zu veranlagen. Gleichermassen würden auch 

die Mehrkosten für die Verpflegung jeden Tag anfallen. Mit Einspracheentscheiden vom 

25. Juli 2020 wurden die Fahrkosten sowohl für die Kantons- und Gemeindesteuern 

2018 als auch für die direkte Bundessteuer 2018 gemäss Deklaration zum Abzug 

zugelassen. Hingegen wurden die Mehrkosten für die Verpflegung der Ehefrau gänzlich 

gestrichen. Begründet wurde dies damit, dass bei einer Arbeitszeit von täglich fünf 

Stunden kein Anspruch auf einen Abzug für auswärtige Verpflegung bestehe. Die 

Mahlzeiten könnten zu Hause eingenommen werden. Die Einsprachen wurden teilweise 

gutgeheissen und die Steuerpflichtigen für die Gemeinde- und Kantonssteuern 2018 

mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 117'800.– und einem Vermögen von Fr. 0.– 

und für die direkte Bundessteuer 2018 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 

103'200.– veranlagt.

C.- Gegen die Einspracheentscheide vom 25. Juli 2020 (zugestellt am 4. August 2020) 

erhoben die Steuerpflichtigen am 30. August 2020 Rekurs und Beschwerde bei der 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Sie stellten den Antrag, 

die Verpflegungskosten der Ehefrau seien in der Höhe von Fr. 3'200.– sowohl bei den 

Kantons- und Gemeindesteuern 2018 als auch bei der direkten Bundessteuer 2018 

zum Abzug zuzulassen. Am 9. September 2020 zogen sie die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 25. Juli 2020 über die direkte Bundessteuer 2018 zurück. Die 

Vorinstanz beantragte am 9. November 2020 die Abweisung des Rekurses. Sie verwies 

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auf die Ausführungen im Einspracheentscheid vom 25. Juli 2020 und verzichtete auf 

weitere Ausführungen.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

I. Prozessuales

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum 

Sach-entscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der 

Rekurs vom 30. August 2020 gegen den Einspracheentscheid vom 25. Juli 2020 über 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt 

die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes, sGS 

811.1, abgekürzt: StG; Art. 41 lit. h Ziff. 1, Art. 45 Abs. 1 und Art. 48 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist 

einzutreten.

2.- Die Beschwerde vom 30. August 2020 gegen den Einspracheentscheid vom 25. Juli 

2020 über die direkte Bundessteuer 2018 wurde am 9. September 2020 

zurückgezogen. Sie ist ohne Kostenfolgen als erledigt abzuschreiben (Art. 57 Abs. 1 

VRP).

II. Kantons- und Gemeindesteuern

3.- Im Rekurs ist umstritten, ob die geltend gemachten Mehrkosten für die auswärtige 

Verpflegung der Ehefrau zum Abzug zuzulassen sind.

a) Die Vorinstanz erwog im Einspracheentscheid vom 25. Juli 2020 zusammengefasst, 

dass ein direkter Zusammenhang zwischen der unselbständigen Erwerbstätigkeit und 

den Mehrkosten für die Verpflegung bestehen müsse. Notwendig seien die Mehrkosten 

nur, wenn deren Vermeidung dem Steuerpflichtigen nicht zuzumuten seien. Die Ehefrau 

arbeite in einem Beschäftigungsgrad von 60%. Sie sei täglich am Arbeitsort anwesend. 

Bei einer gewöhnlichen Arbeitswoche von 42 Stunden arbeite sie also fünf Stunden pro 

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Tag. In dieser Situation bestehe kein Anspruch auf einen Abzug für auswärtige 

Verpflegung. Die Mahlzeiten könnten zu Hause eingenommen werden.

Die Steuerpflichtigen führten in ihrer Eingabe vom 30. August 2020 im Wesentlichen 

aus, die Ehefrau bringe das Kind am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr in die Kita. Danach 

gehe sie arbeiten. Nach dem Mittagessen hole sie das Kind von der Kita ab und bringe 

es nach Hause. Sie sei darauf angewiesen, sich selbst zwischen 11 und 12 Uhr bei der 

Arbeitsstätte zu verpflegen. Andernfalls käme sie erst gegen 14 bis 15 Uhr dazu, 

nachdem sie ihr Arbeitspensum erfüllt, das Kind von der Kita abgeholt und sich 

anschliessend ihr eigenes Essen zubereitet habe. Eine Kürzung der 

Verpflegungspauschale bei Teilzeitbeschäftigung könne legitim und angebracht sein. 

Dies mache aber nur Sinn, wenn nicht an jedem Tag gearbeitet werde. Das Einnehmen 

der Verpflegung zu Hause dürfe nicht auf einen beliebigen Zeitpunkt hinausgeschoben 

werden. Bei Schichtarbeitenden werde der Verpflegungsabzug ohne Weiteres gewährt. 

Der Grund dafür sei, dass eine Hauptmahlzeit zu Hause nicht zur üblichen Zeit 

eingenommen werden könne. Vorliegend müsse die Mittagsverpflegung aufgrund der 

Gesamtsituation vor 12 Uhr am Arbeitsplatz eingenommen werden. Analog zur 

Schichtarbeit sei auch hier der volle, pauschale Verpflegungsabzug zu gewähren. Die 

gesetzlichen Pauschalabzüge seien im Übrigen deshalb geschaffen worden, weil im 

realen Leben nicht alles mit verhältnismässigem Aufwand belegt werden könne.

b) Als Berufskosten bei unselbständiger Erwerbstätigkeit gelten unter anderem 

notwendige Mehrkosten für die Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei 

Schichtarbeit (Art. 39 Abs. 1 lit. b StG). Die Mehrkosten für die Verpflegung werden 

nach den für die direkte Bundessteuer massgebenden Pauschalansätzen abgezogen, 

wenn die steuerpflichtige Person wegen grosser Entfernung zwischen Wohn- und 

Arbeitsstätte oder wegen kurzer Essenspause eine Hauptmahlzeit nicht zu Hause 

einnehmen kann; bei durchgehender Schicht- oder Nachtarbeit (Art. 19 Abs. 1 der 

Steuerverordnung, sGS 811.11, abgekürzt: StV). Der volle Abzug für Mehrkosten für die 

auswärtige Verpflegung beträgt Fr. 3'200.– (Anhang 1 der Verordnung des EFD über 

den Abzug der Berufskosten unselbstständig Erwerbstätiger bei der direkten 

Bundessteuer, SR 642.118.1, abgekürzt: Berufskostenverordnung). Als Schichtarbeit 

gilt eine mindestens achtstündige, durchgehende Arbeitszeit (Zigerlig/Oertli/Hofmann, 

Das st. gallische Steuerrecht, II. Teil N 106). Der Wortlaut von Art. 39 Abs. 1 lit. b StG 

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stimmt mit dem Wortlaut des entsprechenden Abzugs bei der direkten Bundessteuer 

überein (vgl. Art. 26 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, 

SR 642.11, abgekürzt: DBG). Dementsprechend können auch die Literatur und die 

Rechtsprechung zum DBG herangezogen werden.

In der Literatur werden der finale und der kausale Gewinnungskostenbegriff verwendet. 

Als finale Gewinnungskosten werden die "Aufwendungen zur Erzielung des 

Einkommens" verstanden. Dabei werden nur diejenigen Ausgaben als 

Gewinnungskosten anerkannt, die erforderlich waren und deren Vermeidung der 

steuerpflichtigen Person nicht zugemutet werden können. In der neueren Literatur hat 

sich das Verständnis mehr und mehr zu einem kausalen Gewinnungskostenbegriff 

gewandelt. Darunter werden Kosten verstanden, die durch die Einkommenserzielung 

veranlasst sind, analog zur entsprechenden Definition bei Selbständigerwerbenden. 

Gemäss Bundesgericht gelten diejenigen Auslagen als Gewinnungskosten, die 

wesentlich durch die Erzielung von Einkommen verursacht sind und deren Vermeidung 

der steuerpflichtigen Person nicht zumutbar ist. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung 

der konkreten Umstände ist zu prüfen, ob zwischen den geltend gemachten 

Aufwendungen und den Einkünften ein genügend enger Zusammenhang besteht (P. 

Locher, Kommentar DBG Teil I, 2. Aufl. 2019, Art. 25 N 11 ff.; Urteil des Bundesgerichts 

[BGer] 2C_745/2017 vom 21. September 2017, E. 2.2.2; StB 39 Nr. 8).

c) Für einen Abzug für auswärtige Verpflegung ist demnach vorausgesetzt, dass eine 

Hauptmahlzeit wegen zu grosser Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsstätte oder 

wegen kurzer Essenspause nicht zu Hause eingenommen werden kann (vgl. E. 3b). Die 

Distanz zwischen A (Wohnort) und B (Arbeitsort) beträgt rund fünf Kilometer und ist 

klein. Aufgrund ihres reduzierten Pensums dauert die Arbeitszeit pro Arbeitstag der 

Rekurrentin rund fünf Stunden. Bei einer Arbeitszeit von fünf Stunden ist jedoch 

gesetzlich keine Pause vorgesehen (Art. 15 des Arbeitsgesetzes, SR 822.11, abgekürzt: 

ArG). Die Rekurrentin bringt denn auch nicht vor, dass ihre Mittagspause derart kurz 

sei, dass sie die Mahlzeit nicht zu Hause einnehmen könne. Vielmehr erklärt sie, 

deshalb ihre Mahlzeit bei der Arbeitsstätte einzunehmen, weil sie nachher ihr Kind von 

der Kita abholen und sich um dessen Betreuung kümmern müsse. Andernfalls könnte 

sie erst zu fortgeschrittener Zeit ihre Mahlzeit zu Hause einnehmen. Dass sie dies so 

macht, ist in praktischer Hinsicht durchaus nachvollziehbar. Die auswärtige 

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Verpflegung steht unter diesen Umständen jedoch nicht in ursächlichem 

Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit. Namentlich erfordert die Erwerbstätigkeit 

keine auswärtige Einnahme der Mahlzeit. Im Übrigen dauert der Heimweg der 

Rekurrentin von B nach A mit dem Motorfahrzeug – dessen Kosten für den täglichen 

Arbeitsweg von der Vorinstanz vollumfänglich zum Abzug zugelassen worden sind – 

rund 12 Minuten. Die Kita Z liegt wenige 100 Meter vom Wohnort der Rekurrentin und 

des Rekurrenten entfernt. Die Einnahme des Mittagessens zu Hause zu üblicher oder 

leicht verzögerter Tageszeit sollte dementsprechend problemlos möglich sein. Gelingt 

dies nicht, so liegt dies jedenfalls nicht in der Erwerbstätigkeit begründet. Ein 

genügender Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit entfällt damit. Dass die Einnahme 

der Mahlzeit auswärts vor Abholung des Kindes einfacher ist, vermag keinen 

steuerlichen Abzug zu begründen; vielmehr sind die entsprechenden Aufwendungen 

den privaten Lebenshaltungskosten zuzuordnen. Dem Gericht als rechtsanwendender 

Behörde kommt diesbezüglich kein Ermessensspielraum zu. Dementsprechend erweist 

sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.

Eine Vergleichbarkeit mit der Schichtarbeit ist aufgrund der kurzen Arbeitsdauer der 

Rekurrentin, für die gesetzlich keine Pause vorgesehen ist, nicht gegeben. Der Abzug 

für auswärtige Verpflegung bei Schichtarbeit ist durch die lange ununterbrochene 

Arbeitszeit bedingt, die keine Rückkehr an den Wohnort zur Verpflegung zulässt. Das 

Kriterium des üblichen Zeitpunkts der Mahlzeiten ist nur bei der gestaffelten oder 

unregelmässigen Arbeitszeit von Relevanz, wobei es in diesem Fall beide 

Hauptmahlzeiten betreffen muss (Art. 19 Abs. 3 StV). Auch dies trifft vorliegend nicht 

zu.

III. Kosten

4.- Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens der 

Rekurrentin und dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 600.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 600.– ist damit 

zu verrechnen. Für das Beschwerdeverfahren sind demgegenüber zufolge Rückzugs 

des Rechtsmittels keine amtlichen Kosten zu erheben (Art. 144 Abs. 3 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11).

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Entscheid:

1.   

Die Beschwerde wird als erledigt abgeschrieben.

2.   

Der Rekurs wird abgewiesen.

3.   

Der Rekurrent und die Rekurrentin haben die Kosten des Rekursverfahrens von 

Fr. 600.- (Entscheidgebühr) zu bezahlen, unter Verrechnung des Kostenvorschusses in 

gleicher Höhe.

4.   

Für das Beschwerdeverfahren werden keine amtlichen Kosten erhoben.

 

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