# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a288a33-4660-5dfa-98d7-a92f4b729a79
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.03.2007 IV 2006/69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-69_2007-03-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/69

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 27.03.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 27.03.2007
Art. 8 Abs. 1 ATSG, Art. 28 Abs. 1 IVG. Einem im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten kommt grundsätzlich volle 
Beweiskraft zu, sofern keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 127 V 353 E. 3.-b/bb). Gesamtbeurteilung der 
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen und somatischen Ursachen (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. März 2007, IV 
2006/69).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 27. März 2007

In Sachen

D.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,

Postfach, 9410 Heiden,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

IV-Leistungen

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) D.___ meldete sich am 27. Oktober 2003 wegen starker Schmerzen im rechten 

Arm zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Dabei beantragte sie 

besondere medizinische Eingliederungsmassnahmen sowie eine Rente (act. G 3/1). 

Ihre letzte Arbeitsstelle als Packerin bei der A.___ AG verlor sie per 31. Oktober 2002 

aus betrieblichen Gründen (act. G 3/14.1). Im Arztbericht vom 5. November 2003 stellte 

Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin, die Diagnosen eines chronischen 

Schmerzsyndroms Vorderarm rechts bei Radiuspseudarthrose nach Plattenbruch, 

eines lumbospondylogenen Syndroms links bei Hohlrundrücken, einer Osteochondrose 

L2 bis L5 sowie degenerativen Veränderungen. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit stellte Dr. B.___ eine Adipositas fest. Dazu führte er aus, dass die 

Versicherte vor zwölf Jahren in Bosnien eine Vorderarmfraktur rechts erlitten habe, 

welche mittels einer Platte osteosynthetisch versorgt worden sei. Vor sechs Jahren sei 

es dann anlässlich eines Bagatelltraumas zum Bruch der Platte gekommen. Im Beiblatt 

zum Arztbericht gab Dr. B.___ an, der Versicherten seien allenfalls ganz leichte 

manuelle Tätigkeiten wie Sortieren von leichten Gegenständen in sitzender Position zu 

50% zumutbar (act. G 3/11.1 - 11.4).

Mit Bericht vom 12. November 2003 stellte Dr. med. C.___, FMH Handchirurgie, die 

zusätzlichen Diagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) von Tendomyosen der 

linken oberen Extremität sowie eines Zervikalsyndroms. Auch dieser Arzt ging davon 

aus, dass die Versicherte leichte, nicht belastende Arbeiten für vier Stunden pro Tag 

ausführen könne. In diesem zeitlichen Rahmen bestehe keine verminderte 

Leistungsfähigkeit (act. G 3/13.3 - 13.9).

b) Am 1. März 2004 ordnete die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons 

St. Gallen eine medizinische Abklärung bei der MEDAS an (act. G 3/27.1). Diese 

erfolgte am 17. und 18. Mai 2005. In ihrem Gutachten vom 9. Juni 2005 stellt die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

MEDAS die Diagnosen (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) eines 

lumbospondylogenen Syndroms mit pseudoradikulären Ausstrahlungen (ICD-10: M 

54.5) mit wenig degenerativen LWS-Veränderungen L3 und L4, leichter Fehlhaltung 

und Deconditioning-Syndrom bei Adipositas permagna, eines leichten 

Cervicalsyndroms (M 54.2) mit Osteochondrosen C5/C6 und leicht C4/C5 mit 

Uncovertebralarthrosen C4 - C6 und reaktiven Tendomyosen, eines unklaren 

Schmerzsyndroms Schultergürtel beidseits (M 75.0) mit Brachialgie rechts bei Radius-

Pseudarthrose nach Plattenbruch 1996/97 nach Osteosynthese einer Vorderarmfraktur 

rechts 1989, Brachialgie links bei schmerzhaften Ansatztendinosen mit 

sonographischem Ausschluss einer Rotatorenmanschettenläsion und einer 

entzündlich-rheumatischen Krankheit sowie einer mittelgradigen depressiven Episode 

ohne somatischem Syndrom. Als Diagnose ohne wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit stellte die MEDAS diejenige einer Adipositas mit Diabetes mellitus 

(ICD-10: F 32.10). Die MEDAS kam zum Schluss, dass sowohl in der angestammten als 

auch in einer anderen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestehe, falls die 

Tätigkeit ohne häufiges Heben von Gewichten mit der rechtern Hand und 

Umwendbewegungen mit dem rechtern Vorderarm, Arbeiten über Schultergürtelhöhe 

sowie ergonomisch und gewichtmässig belastenden Rückentätigkeiten auskomme 

(act. G 3/32.1 - 32.19).

c) Mit Verfügung vom 14. Oktober 2005 sprach die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten 

ab 1. Juni 2003 eine halbe Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

50%, zu (act. G 3/40.1 - 40.4). Die dagegen erhobene Einsprache vom 3. November 

2005, mit welcher der Rechtsvertreter der Versicherten die Glaubwürdigkeit des 

Gutachtens bezweifelte, wurde mit Entscheid vom 2. März 2006 abgewiesen (act. G 

3/41.1 - 41.4 und 3/51.1 - 51.6 bzw. G 1.1.1).

B.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 5. April 

2006 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. Der 

Beschwerdeführerin sei sodann mit Wirkung ab dem 1. Juni 2003 mindestens eine 

Dreiviertelsrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme 

weiterer medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Beschwerde wird im Wesentlichen damit begründet, dass das Gutachten der MEDAS 

vom 9. Juni 2005 Zweifel erwecke. Dieses beruhe nicht auf vollständigen und den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anforderungen des Art. 46 ATSG entsprechenden Unterlagen. Der Beweiswert des 

Gutachtens sei zudem reduziert, weil es sich nicht mit den abweichenden 

Meinungsäusserungen anderer Ärzte auseinander setze. Vorliegend hätten 

verschiedene Ärzte der Beschwerdeführerin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt (so Dr. B.___ am 5. November 2003 und Dr. C.___ am 12. November 2003). 

Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass der ermittelte Grad der Arbeitsunfähigkeit 

aus polydisziplinärer Sicht nicht schlüssig sei. Die Beschwerdeführerin sei von den 

behandelnden Ärzten praktisch ausschliesslich aus somatischen Gründ¬en 

arbeitsunfähig geschrieben worden. Im Rahmen der MEDAS-Begutachtung habe sich 

jedoch eine namhafte psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40% ergeben. 

Schliesslich sei die Gutachterstelle voreingenommen, habe sie es doch in der 

Beantwortung der durch die Beschwerdegegnerin vorgenommenen zusätzlichen 

Abklärungen an der nötigen Distanz fehlen lassen (act. G 1).

b) Die Beschwerdegegnerin verzichtet in ihrer Eingabe vom 3. Mai 2006 auf eine 

materielle Beschwerdeantwort und beantragt unter Verweis auf ihre Ausführungen im 

Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

II.

1.- a) Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. 

Januar 2004 gültigen Fassung besteht ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

Anspruch auf eine Viertel-, ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine 

halbe, ab 60% auf eine Dreiviertel- und ab 70% auf eine ganze Invalidenrente.

b) Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen 

Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den 

Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind daher zunächst medizinische Grundlagen 

wesentlich. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

261 Erw. 4). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf 

die Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken. Ob die versicherte 

Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die 

Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich.

2.- a) Vorliegend - wie auch schon im Einspracheverfahren - bemängelt der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einzig die Glaubwürdigkeit des MEDAS-

Gutachtens vom 9. Juni 2005. Dazu führte er in der Einsprache vom 3. November 2005 

aus, das MEDAS-Gutachten befinde sich in der Hierarchiestufe der Beweismittel 

irgendwo zwischen einem reinen Parteigutachten und einem Gutachten von externen 

Spitalärzten. Einem solchen komme voller Beweiswert zu, wenn nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Exploration beständen (act. G 3/41.2). Mithin ist 

unbestritten, dass dem angegriffenen Gutachten grundsätzlich volle Beweiskraft 

zukommt (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3.-b/bb, mit Hinweis auf BGE 104 V 212 Erw. c). 

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht jedoch verschiedene Gründe 

geltend, weshalb im vorliegenden Fall davon abzuweichen sei. Dies ist nachfolgend zu 

prüfen.

b) Zunächst macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend, dass das 

Gutachten nicht auf vollständigen Unterlagen beruhe. Die Gutachter hätten selber 

darauf hingewiesen, dass sie sich nur auf nicht chronologisch abgelegte unvollständige 

Fotokopien stützen könnten, und dass die Qualität der Akten ebenfalls wichtig sei. Art. 

46 ATSG schreibe zwingend vor, dass Akten vom Versicherungsträger systematisch zu 

erfassen seien. Es sei augenscheinlich, dass die der Gutachtenstelle überlassenen 

Unterlagen diesen gesetzlichen Anforderungen nicht entsprochen hätten. Dem ist 

jedoch entgegen zu halten, dass der MEDAS bis auf die Stellungnahme des RAD vom 

22. Januar 2004 (wobei es sich lediglich um die Aufforderung zur Abklärung durch die 

MEDAS handelt; act. G 3/19.1) sämtliche relevanten Unterlagen der IV vorgelegen 

haben. So lagen der MEDAS der Arztbericht von Dr. med. E.___, FMH Rheumatologie, 

vom 28. August 2002 an die Versicherung F.___ (act. G 3/11.5 - 11.6), das Schreiben 

von Dr. C.___ vom 1. Oktober 2003 an Dr. med. G.___, FMH Allgemeine Medizin (act. G 

3/11.7 - 11.8), der Arztbericht von Dr. B.___ vom 5. November 2003 an die IV-Stelle St. 

Gallen (act. G 3/11.1 -11.4) sowie der Arztbericht von Dr. C.___ vom 12. November 

2003 an die IV-Stelle (act. G 3/13.3 - 13.9) vor. Zusätzlich zu diesen Akten der IV lagen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der MEDAS nach eigenen Angaben im Gutachten ein Schreiben von Dr. E.___ an Dr. 

B.___ vom 30. Juni 2004 sowie ein Schreiben von Dr. E.___ an Dr. B.___ vom 27. 

Oktober 2004 vor. Sodann erhielt die MEDAS vom Ärztehaus H.___ die Laborresultate 

vom 14. Juni 2004, den Sonographie-Bericht linke Schulter vom 27. Oktober 2004 

sowie die Laborresultate vom 25. Oktober 2004. Schliesslich lag der MEDAS noch ein 

Schreiben von Dr. med. I.___, Orthopädische Chirurgie FMH, Spital J.___, vom 28. 

August 1996 vor. Endlich standen der MEDAS auch der Fragebogen der Arbeitgeberin 

vom 21. November 2003 sowie der Schlussbericht des Eingliederungsberaters vom 27. 

Januar 2004 zur Verfügung (act. G 3/14.1 - 14.5; G 3/20.1).

Nach dem Gesagten kann nicht davon ausgegangen werden, die MEDAS habe ihr 

Gutachten auf Grund mangelhafter Unterlagen durchgeführt. Vielmehr bezog sich ihre 

Bemerkung der Unvollständigkeit offenbar einzig auf die im Bericht des 

Eingliederungsberaters erwähnte und ihr nicht vorgelegene Stellungnahme des RAD 

vom 22. Januar 2004 (act. G 3/19.1). Im Weiteren ist nicht ersichtlich, noch wird vom 

Rechtsvertreter geltend gemacht, welche relevanten Unterlagen nicht berücksichtigt 

worden sein sollen. Im Rahmen einer freien Beweiswürdigung (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 

3a) vermag jedenfalls eine geringfügige Verletzung des Art. 46 ATSG, welche 

Bestimmung primär die Akteneinsicht der betroffenen Person ermöglichen soll (vgl. Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 46, Rz 2), als solche nicht zu einer Schmälerung des 

Beweiswerts des fraglichen Gutachtens zu führen, standen der MEDAS noch 

zusätzliche, in den IV-Akten nicht vorhandene weitere Berichte und Röntgenbilder 

sowie die Ergebnisse eigener Untersuchungen zur Verfügung.

c) Als "Hauptmangel" des Gutachtens bezeichnet der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin, dass sich dieses nicht mit den abweichenden 

Meinungsäusserungen anderer Ärzte auseinander setze und nicht darlege, weshalb 

diese nicht zuträfen. Unterbleibe eine solche Auseinandersetzung, vermöge ein 

Gutachten, sei es auch fachlich noch so kompetent, nur bedingt zu überzeugen. Der 

Beweiswert sei also reduziert. Verschiedene Ärzte hätten der Beschwerdeführerin eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. So Dr. B.___ am 5. November 2003 vom 23. 

September 2003 bis auf weiteres und Dr. C.___ am 12. November 2003 ab September 

2003 bis auf weiteres.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass sowohl Dr. B.___ im genannten 

Arztbericht vom 5. November 2003 als auch Dr. C.___ im Arztbericht vom 12. 

November 2003 von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit (bzw. vier Stunden täglich) für eine 

leichte, nicht belastende Tätigkeit ausgehen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Packerin geben diese Ärzte allerdings eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab September 

2003 an (act. G 3/13.8 - 13.9 und 11.3 - 11.4). Dr. E.___ attestierte der 

Beschwerdeführerin bereits am 28. August 2002 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 

50% (act. G 3/11.5). Auch das Gutachten geht davon aus, dass in einer angepassten 

Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% realisiert werden könne, sofern die Tätigkeit 

kein häufiges Heben von Gewichten mit der rechten Hand und Umwendbewegungen 

mit dem rechten Vorderarm, keine schwereren und häufigeren Arbeiten mit den Armen 

über Schultergürtelhöhe sowie keine ergonomisch und gewichtsmässig belastenden 

Rückentätigkeiten beinhalte (act. G 3/32.18). Diese Beurteilung des Gutachtens deckt 

sich im Wesentlichen mit der Ansicht der behandelnden Ärzte in den von der 

Beschwerdeführerin zitierten Arztberichten vom 5. und 12. November 2003. Weiter 

wurden in jenen Berichten keine detaillierten Begründungen für den Grad der 

Arbeitsunfähigkeit abgegeben. Vielmehr wurde von Dr. C.___ in seinem Bericht vom 12. 

November 2003 gerade eine weitere Abklärung der Arbeitsfähigkeit aus 

rheumatologischer Sicht als empfehlenswert erachtet (act. G 3/13.5). Diese 

rheumatologische Beurteilung fand nun anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. 

K.___, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, statt. Mithin ist nicht ersichtlich, mit 

welchen konkreten abweichenden Meinungsäusserungen von anderen Ärzten sich das 

Gutachten sonst noch hätte auseinander setzen müssen.

d) Als weiteren Punkt rügt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, dass der 

ermittelte Grad der Arbeitsunfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht nicht schlüssig sei. 

Die Beschwerdeführerin sei bis zum Zeitpunkt der Begutachtung von den 

behandelnden Ärzten praktisch ausschliesslich aus somatischen Gründen 

arbeitsunfähig geschrieben worden, nämlich durch Dr. C.___ betreffend Arme und 

durch Dr. B.___ betreffend Rücken. Im Rahmen der MEDAS-Begutachtung habe sich 

aber eine namhafte psychisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 40% ergeben. Die 

somatischen Befunde seien somit nur im Rundungsbereich berücksichtigt worden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dem ist jedoch mit der Beschwerdegegnerin entgegen zu halten, dass bei der 

Schätzung der Arbeitsunfähigkeit die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im 

somatischen Bereich bereits berücksichtigt wurden. So führt das Gutachten 

ausdrücklich aus, dass sich die 50%-ige Arbeitsfähigkeit nur auf solche Tätigkeiten 

beziehe, die kein häufiges Heben von Gewichten und keine Drehung des rechten 

Armes, keine häufigen Arbeiten mit den Armen über Schultergürtelhöhe sowie keine 

rückenbelastenden Tätigkeiten beinhalteten (act. G 3/32.18). Dass sich bei einer 

Gesamtbeurteilung also auch mit der psychisch bedingten Einschränkung von 40% 

lediglich eine Gesamtarbeitsunfähigkeit von 50% ergibt, steht nicht im Widerspruch zur 

von den behandelnden Ärzten festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 50% aus 

somatischen Gründen. Daraus ergibt sich insbesondere nicht, dass die somatische 

Arbeitsunfähigkeit lediglich mit 10% gewichtet worden wäre. Bei Zusammentreffen 

verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen

überschneiden sich deren erwerblichen Auswirkungen in der Regel, weshalb der Grad 

der Arbeitsunfähigkeit diesfalls auf Grund einer sämtliche Behinderungen umfassenden 

ärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist. Eine blosse Addition der mit Bezug auf 

einzelne Funktionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten 

Arbeitsunfähigkeitsgrade ist nicht zulässig (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 17. Juni 2003 [I 209/03], Erw. 3.2.1, mit Hinweis auf Urteil 

vom 3. März 2003 [I 850/02], Erw. 6.4.1 und RDAT 2002 I Nr. 72 S. 485). Beim 

Zusammentreffen von somatischen mit psychischen Ursachen der Arbeitsunfähigkeit 

wird die Gesamtbeurteilung in aller Regel von der höheren Arbeitsunfähigkeit 

ausgehen. Letztere überdeckt die geringere Arbeitsunfähigkeit, oder sie wird wegen der 

zusätzlichen Behinderung aufgewertet. Vorliegend hat das Gutachten zwar die rein 

somatische Arbeitsunfähigkeit nicht genannt. Das ist aber keine gravierende Lücke, da 

nur die Gesamtbeurteilung begründet sein muss. Nach der Aktenlage ist aber die 

Annahme gerechtfertigt, auch die somatische Störung sei mit 40% (oder eventuell 

50%) Arbeitsunfähigkeit gewichtet worden. Jedenfalls ist die Behauptung unzutreffend, 

dass das Gutachten die somatischen Beschwerden nur noch in einem relativ geringen 

Umfang als zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigte. 

Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters wird im Schreiben der MEDAS vom 16. 

Februar 2006 auch nicht "glauben gemacht", die 50%-ige Arbeitsunfähigkeit 

berücksichtige zusätzlich soziale Faktoren und sei weitgehend somatisch begründet. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vielmehr führt die MEDAS in ihrem Zusatzbericht - übereinstimmend mit dem 

Gutachten - aus, dass sowohl die psychischen als auch die physischen bzw. 

somatischen Veränderungen massgeblich an der Arbeitsunfähigkeit mitbeteiligt und 

letztere eben durch die gemachten qualitativen Einschränkungen bei der 50%-igen 

Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt worden seien (act. G 3/50.3 - 50.4).

e) Schliesslich macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend, die MEDAS 

sei befangen. Die Beschwerdegegnerin habe im Rahmen des Einspracheverfahrens am 

30. Januar 2006 bei der MEDAS einen Zusatzbericht eingeholt. Dies sei zwar deren 

gutes Recht. Indem sie der MEDAS aber auch die Einsprachebegründung zugestellt 

habe, habe sie den Unmut der Dres. L.___ und K.___ geweckt. Letztere zeigten mit 

ihren Bemerkungen gegenüber dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht nur, 

dass sie keine Kritik vertrügen, sondern auch, dass sie es in dieser Angelegenheit an 

der notwendigen Distanz vermissen liessen.

Dieser Einwand ist nicht zu hören. Allein schon auf Grund der Tatsache, dass das 

Gutachten vom 9. Juni 2005, die Kritik des Rechtsvertreters dagegen erst vom 3. 

November 2005 (Einsprache) datiert, ist nicht ersichtlich, wie die Befangenheit der 

Gutachter im Nachhinein entstanden und die Glaubwürdigkeit des Gutachtens 

geschmälert worden sein sollen. Insofern die Formulierungen des Schreibens vom 16. 

Februar 2006 (auf Seite 1 und 2 unten; act. G 3/50.1 - 50.2) etwas schärfer ausgefallen 

sind, hat sich dies der Rechtsvertreter wohl selbst zuzuschreiben, hat er doch die 

Gutachter - auch nicht gerade diplomatisch - falscher Angaben bezichtigt. So wirft er 

ihnen in der Einsprache vor, der Konsiliargutachter Dr. U.___ habe an der "angeblich 

interdisziplinären Besprechung" gar nicht teilgenommen. Ein Vorwurf, den die MEDAS 

glaubwürdig entkräften konnte, und den der Rechtsvertreter im vorliegenden Verfahren 

deshalb zu Recht nicht mehr aufgreift. Jedenfalls kann aus diesen beanstandeten 

Formulierungen ebenfalls keine Befangenheit der Gutachter abgeleitet werden. Im 

Gegenteil müsste eher an der Glaubwürdigkeit des Gutachtens gezweifelt werden, 

wenn die Gutachter im Nachhinein selber nicht mehr dazu stehen könnten.

f) Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass das 

Gutachten vom 9. Juni 2005 als vollständig und schlüssig erscheint, und die dagegen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorgebrachten Einwände der Beschwerdeführerin dessen volle Beweiskraft nicht zu 

erschüttern vermögen.

3.- Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 27.03.2007
	Art. 8 Abs. 1 ATSG, Art. 28 Abs. 1 IVG. Einem im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten kommt grundsätzlich volle Beweiskraft zu, sofern keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 127 V 353 E. 3.-b/bb). Gesamtbeurteilung der Arbeitsunfähigkeit aus psychischen und somatischen Ursachen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. März 2007, IV 2006/69).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T16:35:21+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen