# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89c8796b-c1f7-5916-91a5-07253779fec3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.08.2023 200 2022 778
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-778_2023-08-07.pdf

## Full Text

200 22 778 IV
FUE/ISD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. August 2023

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. November 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1992 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte ... und ..., meldete sich im Oktober 2018 (Postaufgabe) unter Hin-
weis auf eine nicht näher bezeichnete psychische Krankheit bei der Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin], act. II 9, 27/2, 95/2 f.). Die IVB sprach der 
Versicherten ab dem 30. März 2020 wiederholt verschiedene berufliche 
Massnahmen zu (vgl. act. II 44, 52, 65, 70, 87) und schloss die berufliche 
Eingliederung nach einem zuletzt gescheiterten Arbeitsversuch (vgl. 
act. II 109) per 31. Mai 2021 ab (act. II 117). Im Rahmen der weiteren Ab-
klärungen holte die IVB ein vom 18. Januar 2022 datierendes psychi-
atrisch-orthopädisches Gutachten (act. II 141.1; Teilgutachten [act. II 133.1, 
141.2]) und einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 7. März 2022 
(act. II 137) ein. Gestützt darauf, nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren (act. II 142, 143/3, 150) und Eingang einer Stellungnahme des Bereichs 
Abklärungen vom 31. August 2022 (act. II 153) sprach die IVB der Versi-
cherten mit Verfügung vom 17. November 2022 (act. II 157) eine vom 
1. Mai 2019 bis 31. August 2021 befristete ganze Rente zu und verneinte 
einen darüber hinausgehenden Rentenanspruch.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 22. Dezember 2022 Beschwerde und bean-
tragte, die angefochtene Verfügung sei insoweit aufzuheben, als ihr ab dem 
1. September 2021 eine Viertelsrente zuzusprechen sei.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Februar 2023 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Neben den Verwaltungsakten 
und dem IV-Protokoll reichte die Beschwerdegegnerin zudem eine im Be-
schwerdeverfahren eingeholte Stellungnahme des Bereichs Abklärungen 
vom 25. Januar 2023 (in den Gerichtsakten) ein. 

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Mit prozessleitender Verfügung vom 9. Februar 2023 wies der Instruktions-
richter die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit einer Schlechterstellung 
hin und bot ihr Gelegenheit zur Stellungnahme bzw. zum Rückzug der Be-
schwerde. 

Mit Eingabe vom 22. Februar 2023 hielt die Beschwerdeführerin an der 
Beschwerde und den darin gestellten Rechtsbegehren fest. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. März 2023 bat der Instruktionsrich-
ter Dr. med. C.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, dem 
Verwaltungsgericht die vollständigen Akten inklusive Krankengeschichte 
der Beschwerdeführerin einzureichen. 

Mit Begleitschreiben vom 22. März 2023 reichte Dr. med. C.________ die 
einverlangten Akten (nachfolgend act. III [unpaginiert]) ein. Diese Eingabe 
samt Beilagen wurde den Parteien mit prozessleitender Verfügung vom 
6. April 2023 zur Kenntnis gebracht.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. November 2022 
(act. II 157). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, wobei in an-
fechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht betreffend der befristeten 
Rentenzusprache ein Rechtsverhältnis vorliegt (BGE 125 V 413; AHI 2001 
S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 E. 3.2), sodass der Rentenan-
spruch insgesamt, das heisst unter Einbezug der für den Zeitraum vom 
1. Mai 2019 bis 31. August 2021 zugesprochenen ganzen Rente, zu prüfen 
ist (vgl. prozessleitende Verfügung vom 9. Februar 2023 zweites Lemma).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefoch-
tene Verfügung (vom 17. November 2022 [act. II 157]) nach dem Inkrafttre-
ten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Jedoch liegen der frühestmögli-
che Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs sowie der 
von der Verwaltung angenommene Revisionsgrund vor dem 1. Januar 
2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und der Verordnung vom 

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17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der 
bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind 
(vgl. auch Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über 
Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR] Rz. 9100 f.; zur 
Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 
146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.3.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, 
dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatori-
schen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285).

2.3.2 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob 
ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität 
zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen 
Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). 
Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 
S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

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reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.5

2.5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.5.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5.3 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-

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sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 3 IVG; zur 
Statusfestsetzung vgl. hinten E. 5).

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 17. November 2022 (act. II 157) 
basiert in medizinischer Hinsicht auf dem bidisziplinären psychiatrisch-
orthopädischen Gutachten von Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. E.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vom 18. Januar 2022 (act. II 141.1 [bidisziplinäre Gesamtbeurteilung], 
133.1, 141.2). Darin stellten die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende mittelgradige depressive Episo-
de (ICD-10 F33.1) und eine zusätzlich bestehende Dysthymie (ICD-10 
F34.1), sodass von einer "double bind depression" ausgegangen werde. 
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gut-
achter eine subsyndromale Traumafolgestörung (ICD-10 F43.8), einen Sta-
tus nach Kontaktanlässen im (recte: mit) Bezug auf das Berufsleben (ICD-
10 Z56), eine belastungsabhängig verstärkte Schmerzsymptomatik im Be-
reich des linken Trochanter major (…) (ICD-10 M77.06), einen Status nach 
im Jahr 2005 erlittener Kontusion des rechten Kniegelenks und des rechten 
Ellenbogengelenks durch ... (gegenwärtig ohne Beschwerdeangabe sowie 
ohne Funktionseinschränkung; ICD-10 S80.0), einen Status nach im Jahre 
2000 erlittener und konservativ versorgter distaler Radiusfraktur rechts (ge-
genwärtig ohne Beschwerdeangabe sowie ohne Funktionseinschränkung; 
ICD-10 S52.0) und rezidivierende Infektionen eines Sinus pilonidalis (ge-
genwärtig ohne Funktionseinschränkung; ICD-10 L05.9; act. II 141.1/7) auf.

Zusammenfassend gelangten die Gutachter zum Schluss, dass aus or-
thopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht anhaltend seit Antragstellung 

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zu keinem Zeitpunkt gesicherte orthopädisch-chirurgische Störungsbilder 
mit handicapierenden Auswirkungen vorgelegen hätten, welche die mittel- 
und langfristige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt aus-
geübten bzw. einer allfällig adaptieren Tätigkeit um mehr als 20 % ein-
schränkten (act. II 141.1/8). Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten bzw. einer adaptierten Tätigkeit werde aus bidisziplinärer 
Sicht rein psychiatrisch begründet (act. II 141.1/11 Ziff. 4.9). Es lägen 
psychiatrische Störungen mit Krankheitswert vor, welche zu einer anhal-
tenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führten. Dabei mache es bei 
Depressionen keinen Unterschied, ob es sich um die letzte berufliche 
Tätigkeit oder um eine angepasste handle, da sich die mit der Krankheit 
verbundenen Einschränkungen wie Minderung des Antriebs, Erschöpfung 
etc. auf nahezu alle Tätigkeiten negativ auswirken würden. Zudem bestehe 
eine Komorbidität mit einer Schmerzstörung. Aufgrund der psychiatrischen 
Erkrankungen sei die Beschwerdeführerin bezüglich Selbstbehauptungs-
fähigkeit, Durchhaltefähigkeit sowie Gruppenfähigkeit im Kontakt zu Dritten, 
der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Flexibilität und Umstellungs-
fähigkeit sowie der Anpassung an Regeln und Routinen eingeschränkt. 
Zudem wirkten sich die Symptome der depressiven Erkrankung (unter an-
derem verminderter Antrieb und Umstellungsfähigkeit/Flexibilität sowie 
verminderte Fähigkeit zur Planung/Strukturierung) ebenfalls in nahezu allen 
Bereichen (sozial, beruflich, privat) negativ aus. Der Gesundheitszustand 
werde aktuell als instabil beurteilt (act. II 141.1/8). Aus rein psychiatrischer 
Sicht bestehe in der bisherigen sowie auch in einer allfällig angepassten 
Tätigkeit ab April/Mai 2021 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (act. II 141.1/10 
Ziff. 4.7 f.).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Die Frage, ob ein Gutachten beweiskräftig ist oder nicht, beurteilt sich im 
konkreten Einzelfall danach, ob sich gestützt auf die Expertise die rechtsre-
levanten Fragen beantworten lassen oder nicht. Mit anderen Worten ver-
letzt das Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten Art. 43 Abs. 1 ATSG 
nicht allein schon deshalb, weil einem Teilgutachten der Beweiswert abge-
sprochen wird. Dies hat auch umgekehrt zu gelten, wenn sich die Schluss-
folgerungen im Hauptgutachten, das nicht in einer interdisziplinären Kon-
sensbesprechung der beteiligten Fachärzte entstand, nicht nachvollziehen 
und sich nicht mit den Teilgutachten vereinbaren lassen, die Beurteilungen 
in allen Teilgutachten jedoch als schlüssig zu bezeichnen sind. Eine Be-
weiswürdigung, welche überzeugenden Teilkonsilien vollen Beweiswert 
zuerkennt, kann somit nicht allein deshalb als bundesrechtswidrig bezeich-
net werden, weil einem weiteren Teil des Gutachtens die Beweiskraft fehlt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.3

3.3.1 Das orthopädisch-traumatologische Gutachten vom 18. Januar 
2022 (act. II 141.2) erfüllt unbestritten die Anforderungen der Rechtspre-
chung an den Beweiswert einer versicherungsexternen medizinischen Ex-
pertise, weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Die im besagten Teilgutachten enthaltenen 
Feststellungen und Ausführungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen 
Abklärungen und sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie un-
ter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen getroffen worden. 
Gestützt darauf verneinte Dr. med. E.________ überzeugend begründet 
das Bestehen einer orthopädisch-chirurgischen Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. act. II 141.2/47 Ziff. 6.1). Die Beschwerdegeg-
nerin hat insoweit zu Recht (vgl. dazu vorne E. 3.2) auf das bidisziplinäre 
Gutachten vom 18. Januar 2022 (AB 141.1) abgestellt. 

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3.3.2 Dem psychiatrischen Teilgutachten vom 1. Januar 2022 (act. II 
133.1) kommt hingegen kein hinreichender Beweiswert für eine abschlies-
sende Beurteilung der sich vorliegend stellenden Fragen zu.

Zunächst beschränkte sich der psychiatrische Gutachter im Rahmen der 
Herleitung der Diagnosen im Wesentlichen auf die – von ihm gestellten 
(vgl. act. II 133.1/33 Ziff. 6.1) – Störungen aus dem affektiven Formenkreis 
und auf eine Diskussion der in den medizinischen Akten aufgeführten post-
traumatischen Belastungsstörung (PTSB), welche er im Sinne einer sub-
syndromalen Traumafolgestörung (ICD-10 F43.8) ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit qualifizierte (vgl. act. II 133.1/34-36). Demgegenüber setzte 
sich Prof. Dr. med. D.________ nicht einmal ansatzweise mit der von den 
behandelnden Ärzten bereits seit 2018 wiederholt gestellten Diagnose ei-
ner kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und abhän-
gigen bzw. ängstlich-vermeidenden, paranoiden und schizotypen Anteilen 
(ICD-10 F61.0; vgl. act. II 110, 92/4, 37/2) auseinander. Eine Beurteilung 
bzw. Einordnung der Beschwerden und Befunde in Bezug auf die anders-
lautenden diagnostischen Einschätzungen der behandelnden Fachärzte 
(vgl. Ziff. 6.3 der Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutach-
ten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie 
[SGPP]) puncto kombinierte Persönlichkeitsstörung fehlt mithin gänzlich.

Im Weiteren begründete der psychiatrische Gutachter die von ihm attestier-
te Arbeitsunfähigkeit von 50 % lediglich in allgemeiner Weise unter pau-
schalem Verweis auf die psychiatrische Symptomatik und die erhobenen 
Einschränkungen in der Mini-ICF-App (vgl. act. II 133.1/42). Hierbei legte er 
nicht bezogen auf den hier zu beurteilenden Fall dar, dass, inwiefern und 
inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 148 V 49 E. 6.2.1 S. 54), sondern 
er hielt es explizit für irrelevant, ob es um die zuletzt ausgeübte oder um 
eine adaptierte Tätigkeit handle, weil dies bei Depressionen keinen Unter-
schied mache (act. II 133.1/42 Ziff. 8.2). In dieser Absolutheit überzeugt 
dieser schematische Schluss von den Befunden auf die funktionellen Ein-
schränkungen der Depression nicht. Hinzu kommt, dass Prof. Dr. med. 
D.________ einerseits festhielt, die Beschwerdeführerin könne in einem 
Pensum von 4.25 Stunden an fünf Tagen pro Woche (in zeitlicher Hinsicht) 

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anwesend sein, andererseits die nachfolgende Frage nach einer während 
dieser Präsenzzeit bestehenden Einschränkung der Leistungsfähigkeit un-
ter Verweis auf die diagnostizierte psychiatrische Erkrankung bejahte, wo-
bei er hinsichtlich Quantifizierung der Leistungseinschränkung auf seine 
vorigen Ausführungen verwies (act. II 133.1/43 Ziff. 8.2). Bei dieser Aus-
gangslage ist letztlich nicht nachvollziehbar, wie der Gutachter die Arbeits-
unfähigkeit von 50 % herleitete (vgl. act. II 133.1/41 f.) und in welchem 
Verhältnis die zeitliche Einschränkung und eine allfällig (zusätzlich) beste-
hende Leistungsminderung stehen. Ferner hat sich der Gutachter nur zum 
Verlauf der Arbeitsfähigkeit ab April 2021 geäussert (act. II 133.1/42 
Ziff. 8.1 i.f.), obschon angesichts der Anmeldung vom Oktober 2018 (act. II 
9) und der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG der 
frühestmögliche Rentenbeginn auf den 1. April 2019 fällt, womit unter 
Berücksichtigung des Wartejahres die Arbeitsfähigkeit ab April 2018 festzu-
legen wäre. 

Schliesslich erfolgte weder eine vollständige noch eine hinreichend diffe-
renzierte Auseinandersetzung mit den durch BGE 141 V 281 normierten 
Beweisthemen (vgl. dazu vorne E. 2.3.2). Namentlich beschränkte sich 
Prof. Dr. med. D.________ im Rahmen der Beurteilung der Konsistenz und 
Plausibilität lediglich auf den Ausschluss von Symptomausweitung, Aggra-
vation und Simulation (vgl. act. II 133.1/39 f. Ziff. 7.3), während er weder 
zur Frage einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in 
allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) 
noch zum behandlungs- und eingliederungsanamnestischen Leidensdruck 
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) Stellung nahm. Dies wäre vorliegend ge-
boten gewesen, wies doch der Gutachter auf die bestehenden therapeuti-
schen Optionen respektive die bisher nicht leitliniengerecht erfolgte Psy-
chotherapie hin (vgl. act. II 133.1/38 Ziff. 7.2), attestierte er der Beschwer-
deführerin verschiedene mobilisierbare Ressourcen (vgl. act. II 133.1/41 
Ziff. 7.4) und sind dem Gutachten zudem verschiedene Hobbys und (sozia-
le) Aktivitäten zu entnehmen (vgl. act. II 133.1/30 f.). Beim Indikator Ko-
morbidität erwähnte der Gutachter sodann eine Komorbidität mit einer 
Schmerzstörung (act. II 133.1/42), obschon sich eine solche den im bidiszi-
plinären Gutachten gestellten Diagnosen nicht entnehmen lässt (act. II 
141.1/7 Ziff. 4.2). 

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3.4 Zusammenfassend weist das psychiatrische Teilgutachten ver-
schiedene nicht behebbare Mängel auf, sodass der medizinische Sachver-
halt insoweit unvollständig abgeklärt ist. 

4.

Angesichts der unvollständigen medizinischen Grundlagen (vgl. E. 3.4 hier-
vor) ist vorliegend keine Bemessung des Invaliditätsgrades möglich. 
Gleichwohl sind – namentlich mit Blick auf die instruktionsrichterlich getätig-
ten Abklärungen – nachfolgende Erwägungen zum umstrittenen erwerbli-
chen Status (vgl. E. 5 hiernach) und zur Schadenminderungspflicht im Zu-
sammenhang mit der Aufnahme einer leitliniengerechten Psychotherapie 
(vgl. hinten E. 6) angezeigt.

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 
17. November 2022 (act. II 157/5 f.) gestützt auf den Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 7. März 2022 (act. II 137) und die Stellungnahme des 
Bereichs Abklärungen vom 31. August 2022 (act. II 153) von der Anwen-
dung der gemischten Methode (vgl. vorne E. 2.5.2) und dabei von einem 
Status 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Aufgabenbereich aus. Die Be-
schwerdeführerin macht demgegenüber geltend, dass sie im Gesundheits-
fall vollzeitlich erwerbstätig wäre. Dies würde ihren eigenen Angaben an-
lässlich der Abklärung Haushalt/Erwerb entsprechen. Sie sei seit 2011 in 
einer festen Partnerschaft, kinderlos, habe keine Betreuungsaufgaben und 
keine zeitintensiven Hobbys (vgl. Beschwerde S. 9 Art. 10). Zudem seien 
die im Rahmen früherer Beschäftigungen erfolgten Pensumsreduktionen 
jeweils auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen gewesen (vgl. Be-
schwerde S. 6 ff. Art. 6-9). 

5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 13

Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge-
sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversiche-
rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er-
forderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.3

5.3.1 Die Beschwerdeführerin arbeitete ab dem 1. September 2013 als 
Mitarbeiterin auf dem F.________, in einem 100 %-Pensum (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I 3/1 Ziff. 1 f.). Das Arbeitspensum wurde per 
1. April 2014 auf 50 % reduziert (act. I 4/1 Ziff. 1 f.). Die Beschwerdeführe-
rin gab hierzu an, die Pensumsreduktion sei "aufgrund der Hüfte" erfolgt 
(act. II 137/4). Ab dem 26. Oktober 2014 arbeitete die Beschwerdeführerin 
als ... bei der G.________, in einem 50 %-Pensum (act. I 5). Daneben be-
zog sie zwischen dem 1. November 2014 und dem 31. Dezember 2015 bei 
einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % Taggelder der Arbeitslosenversiche-
rung (act. II 24/2 f. Ziff. 2 und 8). Ab dem 1. Dezember 2015 arbeitete sie 
wiederum in einer Vollzeitstelle im H.________ (act. II 150/6 f.), bis das 
Arbeitspensum per 1. August 2017 auf 80 % reduziert wurde. Zur Begrün-
dung ist der Vertragsänderung zu entnehmen, die Beschwerdeführerin 
fühle sich zurzeit überfordert. Es gelinge ihr schlecht, selbstständig zu ar-
beiten, die Arbeitsabläufe zu koordinieren und Prioritäten zu setzen. Im 
Bestreben, alles korrekt zu erledigen, arbeite sie oft zu hastig und unkon-
zentriert. Von der Unterstützung der Betriebsinhaberin in der Organisation 
des Betriebes sowie in der Personalführung müsse abgesehen werden 
(vgl. act. II 150/10). Das Arbeitsverhältnis wurde von der Beschwerdeführe-
rin unter Angabe von gesundheitlichen Gründen per 30. April 2018 gekün-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 14

digt (act. II 26/2 Ziff. 2.2). Gegenüber der Abklärungsperson gab die Be-
schwerdeführerin zu diesem Arbeitsverhältnis an, sie habe aus gesundheit-
lichen Gründen, wegen der Hüfte, auf 80 % respektive auf 50 % reduziert. 
Sie habe gekündigt, da es menschlich auch nicht mehr geklappt habe 
(act. II 137/4). 

5.3.2 In der Krankengeschichte finden sich ab November 2013 zahlreiche 
Einträge betreffend Hüftbeschwerden: Im Eintrag vom 23. November 2013 
wurden Schmerzen in der Leiste links beschrieben. In den nachfolgenden 
Einträgen vom 11. Dezember 2013 und vom 13. Januar, 18. Februar, 
9. April sowie 7. Mai 2014 wurden als Problem jeweils Hüftdysplasie und 
Leistenschmerzen angegeben und weitergehende Abklärungen veranlasst 
(vgl. dazu act. III Bildgebung des Spitals I.________ vom 4. Dezember 
2013; orthopädisches Konsilium des Zentrums J.________ vom 4. Januar 
2014; MRI-Bericht des Spitals K.________ vom 6. Januar 2014; Bericht der 
Klinik L.________ vom 7. März 2014 [entspricht act. II 80/2 f.]) bzw. eine 
Teilarbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. act. III Krankengeschichte S. 2 f.). Na-
mentlich im Bericht vom 7. März 2014 (act. II 80/2 f. bzw. act. III a.a.O.) 
diagnostizierte Dr. med. M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein im Vordergrund stehen-
des myofasciales Schmerzproblem periartikulär Hüftgelenk links mit teil-
weise Triggerpunkten im Bereich des Rectus femoris und auch des Tensor 
fasciae latae. Die Beschwerdeführerin berichte, seit circa Oktober 2013 an 
linksseitigen Leistenschmerzen zu leiden. Sie habe einen anstrengenden 
Beruf als ... und entsprechend gross sei auch die körperliche Belastung 
tagsüber (act. II 80/2).

5.3.3 Gegenüber der Abklärungsperson gab die Beschwerdeführerin zum 
Erwerbsstatus an, sie würde ohne gesundheitliche Einschränkungen in 
einem 100 %-Arbeitspensum tätig sein. Am liebsten würde sie in ihrem 
Beruf als ... arbeiten (act. II 137/5 Ziff. 4.2).

5.3.4 Die Abklärungsperson setzte den Erwerbsstatus auf 80 % Erwerbs-
tätigkeit und 20 % Haushalt fest. Dies mit der Begründung, dass die Be-
schwerdeführerin gemäss dem Arbeitgeberfragebogen des H.________ ihr 
Arbeitspensum per 1. August 2017 auf 80 % reduziert habe, selber aber in 
der Anmeldung zum Leistungsbezug angegeben habe, dass die gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 15

heitlichen Beeinträchtigungen (erst) seit dem 25. April 2018 bestünden 
(act. II 137/5 Ziff. 4.2). 

In der Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 31. August 2022 
wurde an der Statusfestlegung festgehalten. Der Begründung ist im We-
sentlichen zu entnehmen, dass die Pensumsreduktion beim H.________ 
per 1. August 2017 ohne eine damit korrelierende ärztliche Behandlung 
oder eine attestierte Arbeitsunfähigkeit erfolgt sei. Gemäss dem bidiszi-
plinären Gutachten lägen zudem keine gesicherten orthopädisch-
chirurgischen Störungsbilder mit handicapierenden Auswirkungen vor. Im 
beruflichen Werdegang zeige sich wiederholt, dass die Beschwerdeführerin 
ihr Vollzeitpensum auf ein Teilzeitpensum reduziert habe. Dies aus einem 
persönlichen Entscheid heraus. Es sei möglich, dass hier auch gesundheit-
liche Gründe vorangegangen seien. Eine Reduktion aus gesundheitlichen 
Gründen sei medizinisch jedoch nie bestätigt worden. Zudem müsse sich 
nicht jede Diagnose auf eine invalidisierende Weise auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirken (act. II 153/3). 

In einer weiteren (im Beschwerdeverfahren verfassten) Stellungnahme hielt 
der Bereich Abklärungen der Beschwerdeführerin an seinen bisherigen 
Ausführungen fest (in den Gerichtsakten). Weiter führte er aus, dass auf-
grund der Wohnsituation der Beschwerdeführerin, bei der sie sich die 
Wohnkosten mit ihrem Partner und nicht mehr – wie zuvor – mit ihrem Va-
ter zu teilen habe, die Pensumsreduktion auf 80 % nicht nachvollziehbar 
sei. Sodann seien die Aussagen der ersten Stunde der Beschwerdeführerin 
unter Einbezug des Verlaufs der bisherigen Erwerbskarriere, des Auszugs 
aus dem Individuellen Konto und den gesundheitlichen Einschränkungen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht (Mai 2018 
gemäss Gutachten) gewürdigt worden (in den Gerichtsakten). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 16

5.4

5.4.1 Die letzten längerdauernden Anstellungen der Beschwerdeführerin 
im F.________, und im H.________, trat die Beschwerdeführerin jeweils in 
einem vollzeitlichen Pensum an (vgl. act. I 3/1 Ziff. 1 f.; act. II 150/6 f.), 
musste das Pensum jedoch aus gesundheitlichen Gründen nach einer ge-
wissen Zeit reduzieren (vgl. act. I 4/1 Ziff. 1 f.; act. II 150/10), wie nachfol-
gende Ausführungen zeigen. 

Hinsichtlich der ersten Anstellung ist – entgegen der Beschwerdegegnerin 
bzw. den Ausführungen des Bereich Abklärungen (vgl. act. II 153/3 f. bzw. 
162/3 f.) – gestützt auf die edierten echtzeitlichen medizinischen Akten (vgl. 
dazu vorne E. 5.3.2) erstellt, dass die Beschwerdeführerin in den Monaten 
vor der Pensumsreduktion unter Hüftschmerzen litt und sich deswegen 
wiederholt haus- sowie fachärztlich untersuchen liess. Darüber hinaus kann 
den Akten entnommen werden, dass – wie vom behandelnden Orthopäden 
rapportiert (vgl. act. II 80/2 f.) – von der Hausärztin in diesem Zusammen-
hang eine entsprechende Teilarbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl. dazu 
act. III Krankengeschichte S. 3 [Eintrag vom 9. April 2014]). Die von der 
Beschwerdeführerin für die Pensumsreduktion geltend gemachten gesund-
heitlichen Gründe (vgl. act. II 137/4) sind damit ohne weiteres nachvoll-
ziehbar und fügen sich stimmig in die medizinische Aktenlage ein. 

Auch betreffend die im Rahmen der Anstellung im H.________ erfolgte 
Pensumsreduktion per 1. August 2017 (act. II 150/10) bzw. die Kündigung 
der Stelle per 30. April 2018 (act. II 26/2 Ziff. 2.2) geht aus den Akten her-
vor, dass gesundheitliche Gründe für diese Schritte ursächlich waren (vgl. 
auch act. 137/4 Ziff. 3.2). Die von der Arbeitgeberin beschriebene – trotz 
entsprechender Ausbildung und Berufserfahrung (vgl. act. II 27/2) beste-
hende – Überforderung und anderweitige Einschränkungen decken sich in 
wesentlichen Punkten mit von der Beschwerdeführerin als zumindest seit 
circa Mai 2017 bestehend beschriebenen psychischen Problemen (vgl. 
act. II 37/4) und den nachträglich durch den psychiatrischen Gutachter er-
hobenen Befunden (vgl. act. II 133.1/32 ff.). Sodann bestehen keine An-
haltspunkte dafür, dass die Pensumsreduktion nicht auch aufgrund der 
besagten Hüftprobleme erfolgte. Insgesamt erscheinen die von der Be-
schwerdeführerin geltend gemachten gesundheitlichen Gründe für die Pen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 17

sumsreduktion als überwiegend wahrscheinlich und mit Blick auf die medi-
zinischen Akten nachvollziehbar. 

Anders als vom Bereich Abklärungen vertreten (vgl. act. II 162/4), ändert 
daran nichts, dass gemäss dem orthopädischen Gutachten zu keinem Zeit-
punkt gesicherte orthopädisch-chirurgische Störungsbilder mit handicapie-
render Auswirkung vorlagen, welche die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt aus-
geübten Tätigkeit um mehr als 20 % eingeschränkt hätten (vgl. act. II 
141.2/56). Denn diese Einschätzung gilt ausdrücklich erst seit Antragstel-
lung, mithin seit Oktober 2018 (vgl. act. II 141.2/56) und damit nach den 
hier interessierenden Pensumsreduktionen. Im Rahmen der Statusfrage gilt 
zudem zu beachten, dass nicht die nachträgliche medizinisch-theoretische 
Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit massgebend ist, sondern 
vielmehr, dass sich die Beschwerdeführerin – wie hiervor festgestellt – auf-
grund der körperlichen Beeinträchtigungen zur Pensumsreduktion veran-
lasst sah (vgl. Entscheid des BGer vom 16. März 2023, 9C_165/2022, 
E. 6.3.1 in fine [zur Publikation vorgesehen]).

5.4.2 Die Angaben der Beschwerdeführerin zu den in der Vergangenheit 
gesundheitsbedingten Pensumsreduktionen decken sich sodann auch mit 
ihren Ausführungen anlässlich der Haushaltsabklärung vom 2. März 2022, 
anlässlich welcher sie ausdrücklich angab, dass sie ohne gesundheitliche 
Einschränkungen einer vollzeitlichen ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit 
nachgehen würde (vgl. act. II 137/5 Ziff. 4.2). Diesen Aussagen ist nach 
dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismaxime, wonach die 
sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbe-
fangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst 
oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs-
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 
E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), besonderes Gewicht beizumessen. 
Es finden sich zudem in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass die 
Angaben der Beschwerdeführerin von sozialversicherungsrechtlichen Über-
legungen geleitet gewesen wären. Vielmehr ist eine vollzeitliche ausser-
häusliche Beschäftigung auch mit Blick auf die relativ geringen Verdienst-
möglichkeiten in der angestammten Tätigkeit (vgl. dazu act. II 137/4 
Ziff. 3.2), den seit mehreren Jahren bestehenden eigenen Haushalt (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 18

act. II 137/3 Ziff. 2) und der fehlenden (Kinder-)Betreuungsaufgaben 
durchwegs plausibel. Überdies erschiene es nicht stimmig, wenn die Be-
schwerdeführerin ihr Pensum im April 2014 aufgrund persönlicher Präfe-
renzen – so die Annahme des Bereichs Abklärungen – reduziert hätte, je-
doch im Dezember 2015 wiederum eine Vollzeitstelle angenommen und 
diese erst per August 2017 wiederum reduziert hätte. 

5.5 In gesamthafter Würdigung der Angaben der Beschwerdeführerin, 
der amtlichen Akten, der edierten Krankengeschichte und der weiteren 
Umstände ist – entgegen dem Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb 
(AB 137) respektive der angefochtenen Verfügung – mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen 
Gesundheitsfall einer vollzeitlichen ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit 
nachgegangen wäre bzw. nachgehen würde. Die Invaliditätsbemessung 
hat dem Gesagten zufolge nicht anhand der gemischten Methode zu erfol-
gen, sondern es ist ein reiner Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG 
(vgl. vorne E. 2.5.1) vorzunehmen. 

6.

6.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumut-
baren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentli-
che Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit 
verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 
bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt 
oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die 
Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit 
einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine 
Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 
Abs. 4 ATSG).

6.2 Vorliegend erachteten die Gutachter die therapeutischen Möglich-
keiten als nicht ausgeschöpft. Es bestand bzw. besteht eine relativ nieder-
schwellige psychotherapeutische Behandlung (vgl. act. II 92/2 Ziff. 1.2) und 
die Gutachter bezeichneten namentlich die Installation einer psychophar-
makologischen Medikation – auch mit Blick auf eine leitliniengerechte Psy-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 19

chotherapie – als dringlich indiziert (vgl. act. II 141.1/9 Ziff. 4.5, 141.1/11 
Ziff. 4.10). Es ergeben sich aus den medizinischen Akten keine Anhalts-
punkte dafür, dass eine entsprechende medikamentöse Therapie unzu-
mutbar wäre, stellt eine solche doch auch eine jederzeit zumutbare Form 
der allgemeinen Schadenminderung dar (Entscheid des BGer vom 4. Juni 
2018, 9C_194/2018, E. 5.1.1). Die Gutachter empfahlen in diesem Zu-
sammenhang ferner eine erneute Beurteilung des Falles aus psychiatri-
scher Sicht nach rund eineinhalb Jahren (vgl. act. II 141.1/9 Ziff. 4.5 in fi-
ne). Auch wenn auf die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters nicht 
abgestellt werden kann (vgl. vorne E. 3.3.2 und 3.4), überzeugen diese 
Ausführungen. Mithin ist das therapeutische Potential nicht ausgeschöpft 
und auch im Hinblick auf eine erneute psychiatrische Begutachtung ist die 
Aufnahme einer leitliniengerechten antidepressiven Therapie inklusive ent-
sprechender psychopharmakologischer Medikation, wobei die Therapiead-
härenz mittels Serumspiegelbestimmung zu kontrollieren sein wird, ange-
zeigt. Aufgrund der notwendigen Vorbereitungs- und Kontrollmassnahmen, 
die den Beizug des RAD notwendig machen dürften, ist eine Rückweisung 
der Sache an die Verwaltung angezeigt (vgl. THOMAS FLÜCKIGER, Welchen 
Beitrag leisten die Gerichte zur Effektivität des Rechtsschutzes im Sozial-
versicherungsrecht?, in: FUHRER/KIESER/WEBER [Hrsg.], Mehrspuriger 
Schadenausgleich, 2022, S. 1117). Diese hat zunächst die möglichen Be-
handlungsoptionen zu prüfen, die Beschwerdeführerin mittels des Mahn- 
und Bedenkzeitverfahrens (Art. 21 Abs. 4 ATSG bzw. Art. 7 IVG) dazu zu 
verpflichten, sich einer kontrollierten, medikamentösen antidepressiven 
Therapie zu unterziehen und parallel dazu bei einem mit der Beschwerde-
führerin noch nicht befassten Sachverständigen ein weiteres psychiatri-
sches Gutachten i.S.v. Art. 44 ATSG einzuholen sowie hiernach über den 
Rentenanspruch erneut zu befinden. 

7.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 17. November 
2022 (act. II 157) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sa-
che an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornah-
me der weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen sowie unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 20

Berücksichtigung der voranstehenden Ausführungen zum erwerblichen 
Status über den Rentenanspruch neu verfüge; zu beachten blieben Tag-
geldzahlungen im gleichen Zeitraum (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG; vgl. act. II 
156, 157/2). 

Auf eine mögliche Schlechterstellung wurde die Beschwerdeführerin mit 
prozessleitender Verfügung vom 9. Februar 2023 bereits hingewiesen. 

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei die-
sem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

8.2 Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung 
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventu-
alantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 S. 43 E. 9.1). Die obsiegende 
Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf Ersatz der Parteikosten 
(Art. 61 lit. g ATSG).

Entsprechend der – mit Blick auf die Aktenlage und die verschiedenen sich 
stellenden Fragen sowie die zusätzliche Eingabe der Beschwerdeführerin 
vom 22. Februar 2023 – gerade noch nicht zu beanstandenden Kostennote 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 21

von Rechtsanwalt B.________ vom 22. Februar 2023 ist die Parteien-
tschädigung auf Fr. 4'825.50 (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen. 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 17. November 2022 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Er-
wägungen vorgehe und anschliessend neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'825.50 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Aug. 2023, IV/22/778, Seite 22

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.