# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c63cf4a-fc84-5135-bcde-7affed9ff44f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240412-O1
**Docket/Reference:** SB240412-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240412-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240412-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. R. Faga und 

Oberrichterin lic. iur. V. Keller sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. 

S. Kümin 

Urteil vom 27. März 2025

in Sachen

A._____,

Privatkläger und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

sowie

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,

Anklägerin

B._____,

Beschuldigter und Berufungsbeklagter

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

betreffend Veruntreuung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, 

vom 23. Mai 2024 (GG240006)

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Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  14.  März  2024 

(Urk. 14) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 43 S. 16)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird vom Vorwurf der Veruntreuung nach 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freigesprochen.

2.

3.

Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird auf den Zivilweg verwiesen.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die nachfolgenden übrigen Kosten wer-

den auf die Gerichtskasse genommen:

Fr.

2'500.– ; Gebühr für das Vorverfahren

4.

Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 5'534.00 für anwaltli-

che Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

5.

6.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 66 S. 1)

Es sei die Berufung des Berufungsklägers abzuweisen

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsklägers, 

eventuell der Staatskasse.

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b)

Der Privatklägerschaft (A._____):

1.

Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und 

angemessen zu bestrafen.

2.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger CHF 25'000.00 

nebst Zins zu 5 % seit 8. April 2022 zu bezahlen.

3.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich der gesetzlichen 

Mehrwertsteuer zulasten des Beschuldigten. 

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils kann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Urk. 43 S. 3). 

2. Die  Vorinstanz  fällte  am  23.  Mai  2024  das  eingangs  im  Dispositiv  wieder-

gegebene Urteil, welches gleichentags mündlich eröffnet wurde (Prot. I S. 29). Der 

Privatkläger meldete innert Frist Berufung an (Urk. 39). Nach Zustellung des be-

gründeten Urteils liess der Privatkläger durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ am 11. 

September 2024 fristgerecht die Berufungserklärung einreichen (Urk. 42/3 und 45). 

Letzterer reichte gleichzeitig eine Vollmacht ins Recht, mit welcher er sich – nach-

dem er das Mandat vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung niedergelegt hatte 

(Urk. 31) – neu mandatieren liess (Urk. 46/1). Mit Präsidialverfügung vom 17. Sep-

tember 2024 wurde dem Privatkläger Frist angesetzt, um eine Prozesskaution von 

einstweilen  Fr. 7'000.–  zu  leisten  (Urk.  48),  welcher  Foderung  dieser  am  20. 

September 2024 fristegerecht nachkam (Urk. 50). Mit Präsidialverfügung vom 26. 

September  2024  wurde  dem  Beschuldigten  und  der  Staatsanwaltschaft  die 

Berufungserklärung  des  Privatklägers  zugestellt  und  Frist  angesetzt,  um  zu 

erklären, ob Anschlussberufung erhoben oder ob begründet ein Nichteintreten auf 

die Berufung beantragt wird (Urk. 51). In ihrer Eingabe vom 1. Oktober 2024 ver-

zichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung und aktive Beteiligung am 

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weiteren  Verfahren  (Urk. 43).  Der  Beschuldigte  liess  sich  nicht  vernehmen.  Am 

23. Januar 2025  wurde  auf  den  27. März 2025  zur  Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 58). 

3. Am  27.  März 2025  wurde  die  Berufungsverhandlung  durchgeführt,  zu  welcher 

der Beschuldigte in Begleitung seines Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

und der Privatkläger in Begleitung seines Vertreters, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

erschienen sind (Prot. II S. 6). Der Beschuldigte wurde zu seinen persönlichen Ver-

hältnissen sowie zur Sache befragt (Urk. 62) und der Verteidiger sowie der Privat-

klägervertreter  erstatteten  ihre  Parteivorträge  (Prot. II  S. 8  ff.).  Das  Urteil  wurde 

gleichentags beraten und eröffnet (Prot. II S. 17 f.). 

II. Prozessuales

1. Der Privatkläger ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an (Urk. 54 S. 2). 

Das angefochtene Urteil ist somit in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen und 

steht im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Disposition. 

2. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit 

allen  Parteistandpunkten  einlässlich  auseinandersetzen  und  jedes  einzelne  Vor-

bringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 

E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich 

somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.

3. Soweit  für  die  tatsächliche  und  die  rechtliche  Würdigung  des  angeklagten 

Sachverhalts auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in 

Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit 

Erwähnung findet.

III. Sachverhalt

1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am 8. April 2022 vom 

Privatkläger in dessen Wohnung 25 alte 1'000er-Banknoten erhalten zu haben mit 

der mündlichen Vereinbarung, dass er diese bei der Schweizerischen Nationalbank 

in  Zürich  in  neue  1'000er-Banknoten  umtausche  und  sie  dem  Privatkläger 

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gleichentags  zurückbringe.  Der  Beschuldigte  habe  sich  zwar  zum  Schalter  der 

Schweizerischen  Nationalbank  begeben,  dieser  sei  aber  bereits  geschlossen 

gewesen, was er dem Privatkläger am Folgetag mitgeteilt habe. Zudem habe er in 

Aussicht gestellt, am darauffolgenden Montag, 11. April 2022, das Geld umzutau-

schen. Nach dem 11. April 2022 habe der Privatkläger den Beschuldigten mehrere 

Male nicht erreichen können. Am Freitag 15. April 2022 habe der Privatkläger den 

Beschuldigten in dessen Geschäft namens "C._____" aufgesucht, wo dieser dem 

Privatkläger gesagt habe, er habe die Banknoten nicht umtauschen können, wes-

halb  er  ihm  keine  neuen  Banknoten  übergeben  könne.  In  der  Folge  habe  der 

Beschuldigte die erhaltenen Banknoten zu keinem Zeitpunkt an den Privatkläger 

retourniert,  sondern  diese  für  seine  eigenen  finanziellen  Bedürfnisse  verwendet, 

insbesondere um bestehende Schulden zu tilgen. 

2. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf vollumfänglich, weshalb nachfolgend zu 

prüfen ist, ob sich der eingeklagte Anklagesachverhalt dennoch erstellen lässt. 

3. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung zutreffend aufgeführt, 

weshalb  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  darauf  zu  verweisen  ist  (Urk. 43 

S. 5 f.). Als Beweismittel liegen die Aussagen des Privatklägers (Urk. 3/1-2; Prot. I 

S. 13  f.) sowie jene des Beschuldigten (Urk. 4/1, Urk. 4/3, Urk. 4/5; Prot. I S. 13 ff.) 

im  Recht,  sodann  ein  Brief  des  Privatklägers  an  den  Beschuldigten  (Urk.  4/2), 

Kopien  aus  dem  Tagebuch  des  Privatklägers  (Urk.  2/2),  die  Beizugsakten  des 

Friedensrichteramts D._____ (Urk. 10/1-15) sowie der Betreibungsregisterauszug 

des Beschuldigten (Urk. 9/4). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wies der 

Privatkläger zudem eine Uhr und eine Goldmünze vor (Prot. I S. 19). Der Vertei-

diger reichte an der Berufungsverhandlung schliesslich Beilagen zum Wetter am 

8. April  2022  und  zum  WM-Qualifikationsspiel  der  Frauen  desselben  Datums  ins 

Recht (Urk. 64/1-2). 

4. Die  Vorinstanz  setzte  sich  zunächst  ausführlich  mit  der  Glaubwürdigkeit  des 

Beschuldigten und des Privatklägers auseinander (Urk. 43 S. 7 f.), wobei anzumer-

ken ist, dass die Glaubhaftigkeit der einzelnen Aussagen entscheidend ist. 

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5.1.1.  Die  bei  der  Polizei  und  gegenüber  der  Staatsanwaltschaft  deponierten 

Aussagen  des  Privatklägers  werden  im  angefochtenen  Entscheid  zutreffend 

wiedergegeben  (Urk.  43  S. 8 f.),  sodass  grundsätzlich  darauf  verwiesen  werden 

kann. Ergänzend, resp. hervorhebend ist Folgendes festzuhalten: Der Privatkläger 

führte auch an der Hauptverhandlung vor Vorinstanz übereinstimmend mit seinen 

bisherigen Aussagen aus, er habe dem Beschuldigten 25 alte Tausendernoten in 

einem Couvert gegeben (Prot. I S. 7 f.; vgl. auch Urk. 3/1 S. 3, Urk. 3/2 S. 5). Es 

sei vereinbart worden, dass der Beschuldigte diese Geldscheine bei der National-

bank wechsle und ihm das Geld gleich wieder überbringe. Bis jetzt habe er vom 

Beschuldigten kein Geld zurückerhalten (Prot. I S. 8). 

Bei  den  Aussagen  des  Privatklägers  in  der  Untersuchung  wie  auch  an  der 

Hauptverhandlung fällt der hohe Detaillierungsgrad auf. Er umschrieb die gesamten 

Umstände, wie es zu der besagten Vereinbarung gekommen sei, sehr genau, plau-

sibel und mehrfach übereinstimmend. Beispielsweise erklärte er, dem Beschuldig-

ten am 8. April 2022 in dessen Geschäft zunächst eine Münzsammlung und eine 

Rolex für Fr. 2'200.– verkauft zu haben. Es sei dann auch eine Frau in den Laden 

gekommen, welche ebenfalls etwas habe verkaufen wollen. Der Beschuldigte habe 

gesagt, er habe kein Geld mehr im Laden, weshalb er – der Privatkläger – diesem 

Fr. 200.– angeboten habe, die er ihm später zurückgeben und vorerst der Frau zu 

Zahlung übergeben könne (Urk. 3/1 S. 1, Urk. 3/2 S. 3, Prot. I S. 21). An der Haupt-

verhandlung legte der Privatkläger eine Uhr und eine Goldmünze vor und erklärte, 

dass der Beschuldigte ihm die Uhr als Pfand für die ausgeliehenen Fr. 200.– gege-

ben  habe,  die  Münze  habe  der  Beschuldigte  ihm  geschenkt  (Prot.  I  S.  21).  Sie 

hätten  im  Geschäft  des  Beschuldigten  noch  eine  Zeit  lang  geschwatzt,  wobei  er 

gegenüber  dem  Beschuldigten  erwähnt  habe,  dass  er  bei  der  Nationalbank  alte 

Noten wechseln müsse. Der Beschuldigte habe ihm darauf angeboten, dies für ihn 

zu erledigen (Urk. 3/1 S. 1, Urk. 3/2 S. 3), da er sowieso noch dort vorbei müsse 

und  wisse,  wie  man  dort  mit  dem  Auto  parkieren  könne.  Der  Beschuldigte  habe 

gesagt,  dass  es  für  ihn,  den  Privatkläger,  problematisch  sei,  wenn  er  mit  so  viel 

Geld nach Zürich gehe. Bei ihm, dem Beschuldigten, sei dies sicher und er kenne 

sich damit aus (Urk. 3/1 S. 3). So hätten sie am selben Tag auf 16:30 Uhr bei ihm 

(Privatkläger)  zu  Hause  für  die  Übergabe  der  Noten  abgemacht  (Urk.  3/1  S.  1, 

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Urk. 3/2 S. 3, Prot. I S. 22). Er erklärte bei der Polizei, bei der Staatsanwaltschaft 

und vor Vorinstanz, er habe dem Beschuldigten 25 alte Tausendernoten übergeben 

(Urk. 3/1 S. 3, Urk. 3/2 S. 5, Prot. I S. 7). Auch den Umstand, dass er den Beschul-

digten nach einer Quittung gefragt habe, dieser aber erwidert habe, dass man dies 

in seinen Kreisen nicht mache und das Ehrenwort gelte (Urk. 3/1 S. 1) resp. dass 

es  dies  nicht  brauche,  da  dies  eine  "Ehrensache"  sei  (Urk.  3/2  S. 3),  erklärte  er 

deckungsgleich. Ebenso gab er konstant an, der Beschuldigte sei am selben Abend 

nicht zurückgekommen und sei erst am Tag darauf, also am Samstag 9. April 2022, 

wieder erreichbar gewesen. Der Beschuldigte habe gesagt, dass er am Montag zur 

Bank gehen werde, er habe es nicht erledigen können (Prot. I S. 22). Der Privat-

kläger erklärte, die Nationalbank sei am 8. April 2022 bereits geschlossen gewesen, 

weshalb  der  Beschuldigte  die  Noten  nicht  habe  tauschen  können  (Urk.  3/1  S. 2, 

Urk. 3/2 S. 4 und 6). Nachdem der Beschuldigte sich an jenem Montag nicht bei 

ihm gemeldet habe, habe er diesen kontaktiert und mit ihm einen Termin im Ge-

schäft abgemacht, wo er am darauffolgenden Donnerstag oder Freitag vorbeige-

gangen  sei  (Urk.  3/1  S.  2,  Urk.  3/2  S.  4).  Der  Beschuldigte  habe  ihm  gesagt,  er 

könne ihm kein Geld geben, er habe bei der Nationalbank Fr. 21'000.– deklarieren 

müssen, wobei er seinen verstorbenen Vater angegeben habe (Urk. 3/1 S. 2, Prot. I 

S. 22). Dass der Privatkläger bei der Staatsanwaltschaft erklärte, der Beschuldigte 

habe  bei  der  Deklaration  seinen  Grossvater  angegeben  (Urk.  3/2  S.  4),  ist  ein 

offensichtliches  Versehen,  zumal  er  an  der  Hauptverhandlung  wieder  vom  Vater 

sprach (Prot. I S. 22). 

Der Privatkläger gab weiter konstant an, dass der Beschuldigte ihm gesagt 

habe, die Nationalbank würde dies überprüfen und ihm – dem Beschuldigten – das 

Geld auf sein Konto überweisen (Urk. 3/1 S. 2, Urk. 3/2 S. 4, Prot. I S. 22). Der 

Privatkläger gab weiter wiederum stets gleichlautend an, er habe den Beschuldig-

ten  nach  einer  gewissen  Zeit  in  dessen  Geschäft  aufsuchen  wollen,  wo  er  aber 

lediglich einen Mitarbeiter angetroffen habe, der ihm mitgeteilt habe, dass der Be-

schuldigte in Deutschland sei, weil ein Bruder von ihm gestorben sei. Ein weiteres 

Mal habe ihm der Mitarbeiter gesagt, der Beschuldigte sei zusammengeschlagen 

worden  und  müsse  noch  zwei  bis  drei  Monate  im  Spital  bleiben  (ebd.).  Er  habe 

gesagt, dass sich der Beschuldigte bei seiner Rückkehr bei ihm melden würde, was 

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er aber nie getan habe (ebd.). Nachdem er einen Flyer vom "C._____" im Briefkas-

ten gehabt habe, sei er im Geschäft vorbeigegangen, wo ihm der Mitarbeiter aber 

wiederum gesagt habe, der Beschuldigte sei nicht da, weil es ihm noch nicht gut 

gehe (Urk. 3/1 S. 2, Urk. 3/2 S. 4). Als er darauf wieder nichts vom Beschuldigten 

gehört habe, habe er diesem einen eingeschriebenen Brief geschickt (Urk. 3/1 S. 

2, Urk. 3/2 S. 4, Prot. I S. 22), welcher aber nicht abgeholt worden sei. Darauf habe 

er das Doppel im Geschäft vorbeigebracht und dem Mitarbeiter übergeben (Urk. 

3/1 S. 2, Urk. 3/2 S. 4). In diesem Brief nimmt er sodann auch Bezug auf gesund-

heitliche Probleme des Beschuldigten (vgl. Urk. 4/2).

Der  Privatkläger  berichtete  sodann  auch  übereinstimmend  vom  Verfahren 

beim Friedensrichteramt, wobei auf die Aussagen verwiesen wird (Urk. 3/1 S. 2 f., 

Urk. 3/2 S. 4 f.). Der Privatkläger erklärte bei jeder Einvernahme, bis anhin nichts 

vom Beschuldigten zurückerhalten zu haben (Urk. 3/1 S. 3, Urk. 3/2 S. 7, Prot. I 

S. 8). 

5.1.2. Zur Würdigung dieser Aussagen ist Folgendes festzuhalten: Die Vorinstanz 

sieht im Umstand, dass der Privatkläger beim Friedensrichteramt D._____ bean-

tragte, der Beschuldigte sei zur Zahlung von Fr. 21'000.– zu verpflichten (Urk. 10/1), 

und  er  in  seinem  Brief  an  den  Beschuldigten  ebenfalls  Fr.  21'000.–  von  diesem 

forderte"(Urk. 4/2), in der Strafanzeige (Urk. 1) und im Strafverfahren jedoch von 

einem Betrag von Fr. 25'000.– spricht, ein Indiz für die Unzuverlässigkeit der Aus-

sagen des Privatklägers (Urk. 43 S. 12). Der Privatkläger erklärte – bei der Polizei 

auf diese Ungereimtheit angesprochen –, er habe dem Beschuldigten 25 Noten à 

Fr. 1'000.–  übergeben.  Dummerweise  sei  beim  Friedenrichteramt  Fr.  21'000.– 

übernommen worden. Er habe erst später bemerkt, dass dies dort ja falsch gewe-

sen sei. Es habe eine Verwechslung gegeben, weil der Beschuldigte ihm gesagt 

habe, er warte noch auf die Fr. 21'000.–. Die Fr. 4'000.–, welche er ohne Deklara-

tion habe wechseln können, seien dann vergessen gegangen (Urk. 3/1 S. 3). Die 

Erklärung des Privatklägers ist nachvollziehbar. Er hat sich – in der Zeit, als er auf 

ein Lebenszeichen seitens des Beschuldigten gewartet hat – offensichtlich auf die 

damals im Raum stehenden und vom Beschuldigten angeblich speziell deklarierten 

Fr. 21'000.–  fokussiert,  welche  gemäss  Angaben  des  Beschuldigten  von  der 

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Nationalbank an ihn hätten überwiesen werden sollen. Dass er in seinem Brief an 

den Beschuldigten dann die Zahlung von Fr. 21'000.– forderte und dies so auch 

beim  Friedensrichteramt  geltend  machte,  ist  daher  erklärbar.  Entscheidend  ist 

jedenfalls, dass der Privatkläger nicht nur in der strafrechtlichen Untersuchung und 

vor Vorinstanz konsequent von Fr. 25'000.– sprach (Urk. 3/1 S. 3, Urk. 3/2 S. 5, 

Prot. I S. 7), sondern dass er am 8. April 2022 auch in seinem Tagebuch Entspre-

chendes festhielt ("Fr. 25'000 25 alte 1000 Noten, wird abgeh.", Urk. 2/2 S. 1). Der 

Verteidiger nahm die besagte Ungereimtheit in seinen Plädoyers auf und behaup-

tete,  der  Privatkläger  habe  im  Schlichtungsverfahren  sogar  von  23  resp. 

28 Tausendernoten gesprochen (Urk. 34 S. 5, Urk. 66 S. 3). Als Beweis reichte er 

vor  Vorinstanz  seine  Handnotizen  ins  Recht  "Behauptung:  23  Tausendernoten" 

(Urk.  35/3),  welche  jedoch  nicht  als  Beweis  für  eine  tatsächliche  Aussage  des 

Privatklägers herangezogen werden können. Von 28 Tausendernoten ist in den Ak-

ten nirgends die Rede. Die besagten Ungereimtheiten tun der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Privatklägers entgegen der Ansicht der Vorinstanz daher keinen Ab-

bruch. 

Wenn die Verteidigung bezüglich der Information der Schweizerischen Natio-

nalbank vom 23. Januar 2024 (Urk. 6/4) geltend macht, die ausgewiesenen zehn 

Umtauschvorgänge mit jeweils vier Tausendernoten hätten mit dem Beschuldigten 

nichts zu tun (Prot. II S. 10), so ist dem entgegenzuhalten, dass die registrierten 

Umtauschvorgänge  nicht  dem  Beschuldigten  zugeordnet  werden  können,  dass 

aber eine oder mehrere Umtauschaktionen im angegebenen Zeitraum durch den 

Beschuldigten möglich ist resp. sind und die Sachdarstellung des Privatklägers da-

durch jedenfalls nicht umgestossen wird. 

Dass der Privatkläger – wie er an der Berufungsverhandlung ausführen liess 

(Urk.  63  S.  3)  –  die  Rolex,  welche  er  dem  Beschuldigten  vor  dem  eingeklagten 

Vorfall  verkauft  habe,  von  seinem  früheren  Arbeitgeber  geschenkt  erhalten  und 

daher den genauen Wert nicht gekannt habe, erscheint entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (Prot. II S. 10 f.) durchaus nachvollziehbar. Nicht jedermann, insbe-

sondere wer nicht an solchen Statussymbolen interessiert ist, kennt den Wert einer 

Rolex-Uhr.  Dass  der  Privatkläger  seine  alte  Rolex-Uhr  dem  Beschuldigten  für 

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Fr. 2'000.– verkauft hat, ist daher nicht unglaubhaft, zumal der Beschuldigte noch 

von  einer  nötigen  Revision  aufgrund  von  Standschäden  gesprochen  habe  (vgl. 

Urk. 63 S. 3).

Der Privatkläger tätigte im gesamten Strafverfahren gleichlautende, stringente 

und  plausible  Aussagen.  Diese  werden  nicht  nur  bezüglich  der  Übergabe  von 

25 Tausendernoten am 8. April 2022, sondern auch hinsichtlich der darauffolgen-

den Besuche und Nachfragen beim Beschuldigten resp. in dessen Geschäft ("Infor 

C._____  D._____"  [9.4.2022];  "tel.  Info  B._____,  C._____  D._____"  [17.5.2022]; 

"Velo Ausfahrt C._____ E._____-str." [17.6.2022]; "per Velo-C._____ Info, Mitar-

beiter Chef, Todesfall Deutschland retour 22. Juli" [15.7.2022]; "per Velo E._____-

str.  C._____,  Info  B._____  [Vorname]  Spital  nach  Anschlag  ca.  3  Wochen?" 

[22.7.2022];  "Tel  mit  B._____  [Vorname]  C._____  D._____,  Infos?"  [23.9.2022; 

"Info  C._____  D._____?"  [28.10.2022];  "Brief  Zahlungsaufforderung  C._____ 

D._____"  [7.11.2022];  "Brief  C._____  retour",  "per  Auto  C._____  Info  Partner?" 

[18.11.2022];  "per  Auto  C._____,  Brief  abgegeben"  [2.12.2022])  durch  die  Tage-

bucheinträge  des  Privatklägers  untermauert  (Urk.  2/2).  Dafür,  dass  diese  Tage-

bucheinträge nachträglich zur Unterstützung einer erfundenen Geschichte angefer-

tigt wurden, fehlen jegliche Anhaltspunkte.

5.2.1. Der Beschuldigte erklärte bei der polizeilichen Befragung am 29. Juni 2023, 

den Privatkläger vom Sehen her zu kennen. Der Privatkläger sei zwei-, dreimal bei 

ihm  im  Geschäft  gewesen  und  er  habe  diesem  ein  Glas  Wasser  gegeben.  Der 

Privatkläger komme immer mit dem Fahrrad zum Geschäft und klingle. Er sehe ihn 

dann und  mache die Tür  nicht auf.  Auf die Frage, wann er  den  Privatkläger das 

letzte Mal gesehen habe, gab er an, es nicht zu wissen, im Jahr zuvor, "wo er dies 

ja  behauptet"  (Urk.  4/1  S.  2).  Bezüglich  der  Frage,  was  am  8.  April  2022  genau 

passiert  sei,  machte  der  Beschuldigte  von  seinem  Aussageverweigerungsrecht 

Gebrauch, so auch bezüglich der weiteren Fragen (ebd.). Schliesslich erklärte er, 

es sei eine absolute Lüge (Urk. 4/1 S. 2 f.). 

Bei der Staatsanwaltschaft gab der Beschuldigte Auskunft über seine Tätig-

keit im "C._____" und erklärte unter anderem, er habe keine Mitarbeiter (Urk. 4/3 

S.  3).  Auf  den  Tatvorwurf  angesprochen,  erklärte  der  Beschuldigte,  es  sei  eine 

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grosse Lüge, er höre es zum dritten Mal, es sei nur Aufwand für ihn. Mehr könne 

er dazu nicht sagen. Gefragt, wieso der Privatkläger eine solche Geschichte erfin-

den würde, erklärte er, es nicht zu wissen, und auf erneute Frage dann, er sehe 

vielleicht  jemandem  ähnlich,  er  wisse  davon  nichts  (Urk.  4/3  S.  4).  Auf  weitere 

Fragen  gab  er  an,  der  Privatkläger  sei  öfters  auf  eine  Tasse  Kaffee  und  zum 

Plaudern vorbeigekommen, habe von alten Münzen erzählt, gesehen habe er sie 

aber nie (Urk. 4/3 S. 5). Auf die Frage, wie oft der Privatkläger bei ihm im Geschäft 

gewesen  sei,  erklärte  er"7  bis  10  Mal,  ich  weiss  es  nicht  genau,  ich  habe  nicht 

gezählt" (Urk. 4/3 S. 6). Auf den Vorhalt, der Privatkläger habe ihm einen einge-

schriebenen  Brief  geschickt,  bzw.  seinem  Bodyguard  in  seinem  Geschäft  einen 

Brief übergeben, erklärte der Beschuldigte, keinen Bodyguard zu haben und auch 

nie  einen  Brief  erhalten  zu  haben.  Auf  Vorhalt  der  Vorwürfe  des  Privatklägers, 

erklärte der Beschuldigte wiederum, es sei eine Lüge, er habe nie Geld erhalten, 

das  sei  gelogen  (Urk. 4/3  S. 6 f.).  Auf  weitere  Fragen  dementierte  er,  im  Spital 

gewesen  oder  für  längere  Zeit  im  Ausland  abwesend  gewesen  zu  sein.  Und 

schliesslich  erklärte  er  auf  die  Frage,  weshalb  sich  der  Privatkläger  all  diese 

Vorwürfe  ausgedacht  haben  soll,  dieser  habe  "es"  vielleicht  an  jemand  anderen 

verkauft (Urk. 4/3 S. 7). Die Frage, ob er im Jahr 2022 finanzielle Probleme gehabt 

habe, verneinte er (Urk. 4/3 S. 8). 

Bei der zweiten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme machte der Beschul-

digte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (Urk. 4/5). 

Vor Vorinstanz zur Sache befragt erklärte er, die ganze Geschichte sei nicht 

wahr (Prot. I S. 13). Der Privatkläger sei zu ihm ins Geschäft gekommen, "drei bis 

viermal, fünfmal, ich weiss es nicht mehr genau" (Prot. I S. 13). Sie hätten sich über 

alles unterhalten, über Gott und die Welt. Der Privatkläger habe ihm auch immer 

leidgetan. Er habe ihm auch mal Kaffee, Tee oder Wasser angeboten. Irgendwann 

sei er gekommen und habe gefragt, wo seine Noten seien. Er habe dann gefragt, 

welche Noten, und so sei das Ganze ins Rollen gekommen. Er habe nicht gewusst, 

was der Privatkläger gewollt habe. Dann habe ihn der Privatkläger zwei- dreimal 

angerufen. Er habe dann auch einen Brief erhalten, welchen er aber nicht wahrge-

nommen habe. Das sei alles, was passiert sei. Auf weitere Frage erklärte er, der 

-   12   -

Brief habe in seinem Briefkasten gelegen. Es sei ein Zettel gewesen ohne Couvert. 

Dieser  sei  nicht  von  der  Post  gekommen,  sondern  habe  der  Privatkläger  wahr-

scheinlich selber eingeworfen. Der Privatkläger habe ihm niemals Geld gegeben. 

Er  habe  ihm  auch  keine  Uhr  und  Münzen  verkauft  (Prot.  I  S.  14  f.).  Auf  weitere 

Fragen erklärte er, im Jahr 2022 ein Einkommen von über Fr. 100'000.– erzielt zu 

haben,  Geldschwierigkeiten  habe  er  in  der  Vergangenheit  nicht  gehabt.  Auf  die 

Betreibungen im Jahr 2022 angesprochen, gab er an, er sei nicht immer da, viel 

unterwegs und dann gehe die Post zum Treuhänder. Die Post werde zum Treuhän-

der  umgeleitet.  Die  Frage,  ob  es  der  Treuhänder  dazu  kommen  lasse,  dass  er 

Betreibungen  habe,  beantwortete  er  mit  "Ja.  Wahrscheinlich"  (Prot.  I  S.  18).  Die 

offenen Betreibungen habe er im September 2022 mit Beträgen aus seinen Auf-

trägen bezahlt (ebd.). 

An  der  Berufungsverhandlung  mit  dem  Anklagevorwurf  konfrontiert  erklärte 

der Beschuldigte, dies nun schon zum sechsten Mal zu sagen; er wisse nicht, wie 

der  Privatkläger  darauf  komme,  er  habe  mit  der  Geschichte  nichts  zu  tun.  Die 

Frage,  ob  er  eine  Erklärung  für  die  hartnäckigen  Beschuldigungen  des  Privat-

klägers habe, verneinte er. Auf entsprechende Fragen erklärte er sodann, nie beim 

Privatkläger zuhause gewesen zu sein und nie einen eingeschriebenen Brief erhal-

ten zu haben. Da sei einfach mal ein Zettel im Briefkasten gewesen, bei dem es 

darum  gegangen  sei,  dass  der  Privatkläger  seine  Tausendernoten  zurückhaben 

wolle und dass er, der Beschuldigte, sich beim Privatkläger melden solle. Er habe 

nicht gewusst, was "der Mann" von ihm wolle (Urk. 62 S. 8 f.). Auf seine Betreibun-

gen im Jahr 2022 in der Höhe von Fr. 20'000.– angesprochen erklärte der Beschul-

digte,  davon  nichts  zu  wissen.  Seine  Aufträge  –  wohl  gemeint  seine  daraus 

fliessenden Einkünfte – kämen auf das Konto und der Treuhänder regle das alles. 

Dass er betrieben werde, wisse er erst, wenn der Treuhänder ihn anrufe. Dieser 

überweise das dann. Auf entsprechende Frage gab er weiter an, keine Ahnung zu 

haben, wie sein Geschäft laufe, welche Einkünfte er habe und welche Rechnungen 

ausstehen.  Die  ganze  Post  erhalte  der  Treuhänder,  welcher  sich  da  besser 

auskenne als er. Auf den Hinweis, dass er als Einzelfirmeninhaber aber doch eine 

Ahnung haben müsse, was für Einkünfte und Schulden er habe, gab der Beschul-

digte an, dass ihm das sein Treuhänder immer zeige. Er fahre einmal im Monat hin, 

-   13   -

und  dieser  zeige  ihm  dann  alles  (Urk. 62  S. 9 f.).  Dass  gegen  ihn  Betreibungen 

laufen, habe der Treuhänder ihm schon gesagt, da sei das Geld aber noch nicht 

auf dem Konto gewesen, sodass er (der Beschuldigte) es habe bezahlen können. 

Die  Steuerschuld  von  rund  Fr.  20'000.–  habe  er  aus  seinen  Aufträgen  bezahlt 

(Urk. 62 S. 10). 

5.2.2.

Die Aussagen des Beschuldigten fielen – nicht nur aufgrund der häufi-

gen Verweigerung von Aussagen im Vorverfahren – dürftig aus. Es versteht sich 

zwar von selbst, dass über etwas, das sich nicht zugetragen hat, auch nichts gesagt 

werden kann. Von jemandem, der zu Unrecht belastet wird, dürfte aber zumindest 

erwartet werden, dass er sich Gedanken dazu macht, weshalb er derart belastet 

wird. Die diesbezüglichen Erklärungen des Beschuldigten, er sehe vielleicht jeman-

dem ähnlich (Urk. 4/3 S. 4, S. 7), vermögen nicht zu überzeugen, zumal der Privat-

kläger ja auch gemäss dem Beschuldigten einige Male bei ihm im Geschäft gewe-

sen war und sie sich zumindest so gut kannten, dass der Beschuldigte ihm jeweils 

etwas  zu  trinken  anbot.  Eine  Verwechslung  ist  daher  auszuschliessen.  Die  Aus-

sagen des Beschuldigten fielen hinsichtlich der Beziehung zum Privatkläger über-

dies nicht einheitlich aus: Bei der Polizei sprach er noch davon, den Privatkläger 

nur  vom  Sehen  her  zu  kennen,  dieser  sei  "zwei  drei  Mal"  bei  ihm  im  Geschäft 

gewesen (Urk. 4/1 S. 2), gegenüber der Staatsanwaltschaft waren es dann schon 

"7 bis 10 Mal", "Der Mann" sei "öfters" vorbeigekommen auf eine Tasse Kaffee und 

zum Plaudern, er habe von Münzen erzählt (Urk. 4/3 S. 5 f.). Der Beschuldigte war 

offensichtlich bemüht, den Anschein zu erwecken, den Privatkläger nur flüchtig zu 

kennen.  Dem  Brief  des  Privatklägers  an  den  Beschuldigten  kann  entnommen 

werden, dass man sich aber immerhin duzte, begann dieser doch mit "Hoi B._____ 

[Vorname]" (Urk. 4/2; vgl. auch Tagebucheintrag "Info B._____ [Vorname] Spital…" 

[22.7.2022], Urk. 2/2). 

Auch fielen seine Aussagen hinsichtlich Erhalt des Briefes uneinheitlich aus, 

indem er zunächst abstritt, überhaupt je einen Brief erhalten zu haben, später aber 

einräumte, einen Brief erhalten, diesen jedoch nicht wahrgenommen zu haben. 

Die  Aussagen  des  Beschuldigten,  er  habe  keine  Mitarbeiter  (Urk.  4/3  S. 3 

und 6), mögen zutreffen, zumindest bezüglich seines Geschäfts "C._____". An glei-

-   14   -

cher  Adresse  mit  demselben  Eingang  befindet  sich  jedoch  auch  das  Geschäft 

"F._____" (Urk. 62 S. 6 f.). Gemäss Homepage der "F._____" ist das Geschäft von 

Mo-Fr von 8:00 bis 18:00 Uhr (https://www.F._____.ch/kontakt-…, zuletzt gelese-

nen am 7.4.2025) geöffnet. Der Beschuldigte räumte an der Berufungsverhandlung 

ein, dass er montags bis freitags in der ganzen Schweiz unterwegs und daher nur 

ein- bis zweimal pro Woche im Geschäft sei (Urk. 62 S. 4). Zwar behauptete er, 

seine zwei F._____-Mitarbeiter aus Rumänien holten lediglich manchmal Material 

aus dem Geschäft und sprächen überdies kaum Deutsch (Urk. 62 S. 7). Angesichts 

der besagten Öffnungszeiten ist jedoch nicht undenkbar, dass der Privatkläger je-

weils,  wenn  nicht  den  Beschuldigten,  dann  einen  Mitarbeiter  jener  Zweitfirma  im 

Geschäft  antraf.  Dies  zumal  nicht  einzusehen  ist,  weshalb  der  Beschuldigte  in 

G._____,  in  Zürich  und  nächstens  offenbar  auch  in  H._____  Filialen  betreffend 

"F._____" führen und für die Geschäftslokalitäten Miete bezahlen sollte, wenn nie-

mand vor Ort ist. 

Zu Ungunsten des Beschuldigten fällt weiter auf, dass dieser vor Vorinstanz 

verneinte,  in  der  Vergangenheit  Geldschwierigkeiten  gehabt  zu  haben  (Prot. I 

S. 17).  Im  Betreibungsregisterauszug  des  Betreibungsamts  Schaffhausen  vom 

22. Januar 2024 wurden jedoch alleine zwischen Anfang Januar und Ende März 

2022 – und somit in den Monaten vor der vorgeworfenen Tat – fünf Betreibungen 

in  der  Höhe  von  insgesamt  Fr.  25'252.55  gegen  den  Beschuldigten  verzeichnet 

(Urk. 9/4). Indem er, vor Vorinstanz darauf angesprochen, seinem Treuhänder die 

Schuld  dafür  zuschob  (Prot. I  S. 17 f.),  vermochte  er  sich  nicht  zu  entlasten,  im 

Gegenteil.  So  ist  zu  erwarten,  dass  ein  Treuhänder  Betreibungen  von  seinem 

Klienten eher fernhält, als solche regelmässig zu riskieren. Ebenso wenig überzeu-

gen die Erklärungen des Beschuldigten an der Berufungsverhandlung, er erfahre 

jeweils vom Treuhänder, wenn er betrieben werde, und dieser überweise "es" dann 

(Urk. 62 S. 9). Wenn der Treuhänder, wie der Beschuldigte geltend macht, sämt-

liche Post des Beschuldigten erhält (Urk. 62 S. 9), würde dieser wohl bereits bei 

der  ersten  Mahnung  reagieren  und  die  entsprechende  Zahlung  auslösen,  sofern 

der nötige Geldbetrag vorhanden ist. Damit gab der Beschuldigte aber immerhin 

zu,  bereits  bei  der  Betreibung  von  einer  solchen  zu  erfahren,  weshalb  davon 

auszugehen ist, das er damals und auch später bei der Vorinstanz von den gegen 

-   15   -

ihn  laufenden  Betreibungen  wusste.  Demzufolge  und  entgegen  der  Ansicht  der 

Vorinstanz (Urk. 43 S. 11) vermögen diese Ungereimtheiten die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Beschuldigten sehr wohl in Zweifel zu ziehen. 

Dass  sich  der  Beschuldigte  in  seinem  Flyer  des  "C._____"  als  "Ihr  Gold-

schmied B._____" bezeichnet (Urk. 33), er aber an der Berufungsverhandlung ein-

räumen musste, nie eine Ausbildung als Goldschmied gemacht zu haben (Urk. 62 

S. 7), passt ins Bild. 

5.3.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Aussagen  des  Privatklägers  in 

sich stimmig sind, sich ausser den erklärbaren Ungereimtheiten bezüglich der Höhe 

des veruntreuten Betrags keine Diskrepanzen oder Lügensignale erkennen lassen 

und dass seine Aussagen gestützt werden durch verschiedene Sachbeweise, ins-

besondere  die  Tagebucheinträge,  womit  die  Darstellung  des  Privatklägers  sehr 

glaubhaft erscheint. Das Aussageverhalten des Privatklägers erscheint im Gegen-

satz zu jenem des Beschuldigten als konstant, vielschichtig, detailliert authentisch 

und widerspruchsfrei. An der Version des Privatklägers bestehen keine vernünfti-

gen  Zweifel.  Ein  nachvollziehbares  Motiv  für  eine  grundlose  Falschbelastung  ist 

nicht  auszumachen.  Diese  hätte  sodann  auch  von  langer  Hand  geplant  sein 

müssen, hätte der Privatkläger doch nicht nur eine Geschichte erfinden, sondern 

diese auch noch vorsorglich über mehrere Monate hinweg durch erfundene Tage-

bucheinträge und eingeschriebene Briefe untermauern müssen. Hinweise, die auf 

ein  solches  Verhalten  des  Privatklägers  hindeuten,  welches  doch  ein  gewisses 

Mass  an  krimineller  Energie  erfordern  würde,  fehlen.  Ebenso  ist  sehr  unwahr-

scheinlich, dass der Privatkläger – wie die Verteidigung anbringt (Prot. II S. 11) – 

das Tagebuch im Nachhinein und im Hinblick auf die Friedensrichterverhandlung, 

gleich einem Geschichtenerzähler, geschrieben hat. Der Privatkläger hätte diesfalls 

wohl die eher intimen Anmerkungen wie seine Toilettengänge, Bedenken wegen 

Durchfall, Wechsel der Unterwäsche oder die Zehennagelpflege (Urk. 2/2) unter-

lassen.  Auch  deutet  nichts  auf  eine  –  angesichts  des  höheren  Alters  des  Privat-

klägers an sich mögliche – geistige Verwirrtheit hin. Im Gegensatz dazu sind die 

Aussagen des Beschuldigten – wenn überhaupt vorhanden – unschlüssig, unstim-

mig und enthalten Warn- bzw. Lügensignale. Es verbleiben damit insgesamt keine 

-   16   -

vernünftigen  Zweifel  daran,  dass  sich  der  Sachverhalt  so  wie  in  der  Anklage 

umschrieben, zugetragen hat. Der objektive Anklagesachverhalt kann demzufolge 

vollumfänglich erstellt werden. 

5.4.  In  Bezug  auf  den  subjektiven  Sachverhalt  ist  festzuhalten,  dass  sich  der 

Beschuldigte bewusst sein musste, dass er die 25 alten Tausendernoten im Auftrag 

des  Privatklägers  hätte  umtauschen  und  zurückbringen  müssen.  Es  ist  zudem 

davon auszugehen, dass er das dem Privatkläger vorenthaltene Geld für eigene 

finanzielle Bedürfnisse verwenden wollte resp. dies auch tat. Der subjektive Sach-

verhalt ist damit ebenfalls erstellt. 

IV. Rechtliche Würdigung

1. Die Staatsanwaltschaft beantragt, den Beschuldigten der Veruntreuung im Sinne 

von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen (Urk. 14 S. 3). 

2. Der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, 

wer  sich  eine  ihm  anvertraute  fremde  bewegliche  Sache  aneignet,  um  sich  oder 

einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern. 

3. Als  fremde  bewegliche  Sache  gilt  auch  Bargeld,  das  nicht  durch  Vermengung 

mit  eigenem  Geld  Eigentum  des  Täters  geworden  ist  (BSK-Niggli/Riedo  Art. 138 

N 11).  Die  Sache  ist  Tatobjekt  nach  Art.  138  Ziff.  1  Abs.  1,  wenn  sie  nach  dem 

Willen der Parteien für denjenigen, der daran Gewahrsam erhält, fremd bleibt (BSK-

Niggli/Riedo Art. 138 N 13). Anvertraut ist, was jemand mit der besonderen Ver-

pflichtung empfängt, es dem Treugeber zurückzugeben oder es für diesen an einen 

Dritten  weiterzuleiten,  wobei  der  Treugeber  seine  Verfügungsmacht  über  das 

Anvertraute aufgibt (BSK-Niggli/Riedo Art. 138 N 45). Zur Aneignung der fremden 

Sache muss der Täter den Willen zur dauernden Enteignung des Berechtigten und 

zur zumindest vorübergehenden Zueignung der Sache haben, wobei vorausgesetzt ist, 

dass dieser Wille äusserlich erkennbar betätigt wird (BSK-Niggli/Riedo Art. 138 N 103 

und Art. 137 N 16; BGE 118 IV 148). In subjektiver Hinsicht werden Vorsatz und eine 

Absicht unrechtmässiger Bereicherung verlangt. 

-   17   -

4. Im  vorliegenden  Fall  übergab  der  Privatkläger  dem  Beschuldigten  25  alte 

Tausendernoten in der Abmachung, dass Letzterer diese bei der Nationalbank in 

neue Noten umtausche und dem Privatkläger gleichentags wieder überbringe. Der 

Beschuldigte übernahm die Noten in einem Couvert; eine Vermengung mit eige-

nem Geld sollte nicht stattfinden. Der Beschuldigte übergab dem Privatkläger in der 

Folge weder die alten Tausendernoten noch neue Geldscheine in gleichem Wert. 

Sein  Wille  zur  dauernden  Enteignung  des  Privatklägers  und  zur  persönlichen 

Aneignung  des  übergebenen  Geldes  bestand  offensichtlich  bereits  resp.  spätes-

tens am Montag, 11. April 2022, auf welches Datum der Beschuldigte den Privat-

kläger  vertröstete.  Dass  der  Beschuldigte  dem  Privatkläger  das  übernommene 

Geld bewusst nicht zurückgab und sich damit unrechtmässig bereichern wollte, ist 

ebenfalls offensichtlich. Seine Erklärungsversuche überzeugten nicht; er hätte dem 

Privatkläger auch einfach die alten Tausendernoten zurückgeben können. Demzu-

folge  hat  sich  der  Beschuldigte  der  Veruntreuung  im  Sinne  von  Art. 138  Ziff. 1 

Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

V. Sanktion

1.1. Bei der Strafzumessung ist zunächst der abstrakte Strafrahmen zu bestimmen. 

Vorliegend ist demnach grundsätzlich vom Strafrahmen der Veruntreuung gemäss 

Art. 138 Ziff. 1 StGB, mithin von einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Gelds-

trafe auszugehen. 

1.2. Der ordentliche Strafrahmen kann unter Berücksichtigung von Strafschärfungs- 

und Strafmilderungsgründen nach oben bzw. nach unten erweitert werden, sofern 

aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die angeordnete Strafe im konkreten 

Fall zu hart resp. zu milde erscheint. Vorliegend ist dies aber nicht der Fall. 

1.3. Innerhalb des theoretischen Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden der Täterschaft (Tatkomponente). Es berücksichtigt das Vorle-

ben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben 

des Täters (Täterkomponente; Art. 47 Abs. 1 StGB).

-   18   -

1.4. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggrün-

den und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den 

inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung 

zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Betreffend die Tatkomponente sind in objekti-

ver Hinsicht (objektive Tatschwere) somit das Ausmass des verschuldeten Erfolgs 

(Gefährdung  des  geschützten  Rechtsguts,  Deliktsbetrag,  Sachschaden,  körper-

liche und psychische Schäden beim Opfer etc.) zu berücksichtigen. In subjektiver 

Hinsicht (subjektive Tatschwere) sind die Art und Weise der Herbeiführung dieses 

Erfolgs  (Mittel,  kriminelle  Energie,  Provokation),  die  Willensrichtung,  mit  der  der 

Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Beschuldigten zu beachten. Sodann 

sind  für  das  Verschulden  auch  das  „Mass  an  Entscheidungsfreiheit“  beim  Täter 

sowie die sogenannte Intensität des deliktischen Willens bedeutsam (OFK StGB-

Heimgartner, Art. 47 N 7 ff.). Je leichter es für den Täter gewesen wäre, die Norm 

zu  respektieren,  desto  schwerer  wiegt  die  Entscheidung  gegen  sie  (Bundes-

gerichtsurteil 6S.270/2006 vom 5. September 2006, E. 6.2.1).

1.5. Die im Rahmen des Verschuldens ermittelte Strafe kann aufgrund wesentlicher 

Täterkomponenten  verändert  werden.  Dabei  sind  das  Vorleben  und  die  persön-

lichen Verhältnisse des Täters sowie dessen Verhalten nach der Tat und im Straf-

verfahren zu berücksichtigen. Bei der Beurteilung des Vorlebens fallen einerseits 

früheres Wohlverhalten, anderseits Zahl, Schwere und Zeitpunkt von Vorstrafen ins 

Gewicht. Unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse ist unter anderem 

zu  berücksichtigen,  ob  der  Täter  Reue  und  Einsicht  zeigt  und  ob  er  mehr  oder 

weniger strafempfindlich ist (OFK StGB-Heimgartner, Art. 47 N 14 ff.).

2.Tatkomponente

2.1. Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte die Tat nicht 

von langer Hand geplant hatte, sondern die günstige Gelegenheit ergriff, als der 

Privatkläger  ihm  von  seiner  Absicht,  alte  Tausendernoten  bei  der  Nationalbank 

umzutauschen,  erzählte  resp.  als  er  diese  Noten  wenige  Stunden  später  beim 

Privatkläger  abholte.  Er  wendete  keine  grosse  Überzeugungskraft  auf  und  der 

Privatkläger insistierte auch nicht, als er diesem sagte, eine Quittung sei nicht nötig, 

-   19   -

das  sei  Vertrauenssache.  Dennoch  ist  zu  beachten,  dass  er  den  Umstand  aus-

nutzte, dass der 85-jährige Privatkläger im Gang zur Nationalbank eine Hürde sah 

und dieser froh war, wenn der Beschuldigte den Umtausch der Noten für ihn erle-

digte. Dass der Privatkläger in seinem Vertrauen in den Beschuldigten enttäuscht 

wurde, ist dem Delikt der Veruntreuung inhärent. Eine besonders enge Beziehung 

bestand  nicht  zwischen  den  beiden.  Zwar  sind  noch  wesentlich  schwerere  Fälle 

einer  Veruntreuung,  insbesondere  viel  höhere  Deliktsbeträge,  denkbar.  Dieser 

betrug im vorliegenden Fall aber immerhin Fr. 25'000.–, was nicht mehr als Baga-

tellbetrag bezeichnet werden kann. 

2.2. In subjektiver Hinsicht ist zu beachten, dass der Beschuldigte aus egoistischen, 

finanziellen Gründen handelte, so waren zur Zeit des Delikts einige Betreibungen 

hängig (Urk. 9/4). Die subjektive Tatkomponente vermag die objektive somit nicht 

zu relativieren. 

2.3. Insgesamt ist innerhalb des Spektrums des Möglichen noch von einem leichten 

Tatverschulden  auszugehen.  Eine  Einsatzstrafe  von  4  Monaten  Freiheitsstrafe 

resp. 120 Tagessätzen Geldstrafe erscheint hierfür als angemessen. 

3. Täterkomponente

3.1. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten ist festzuhalten, 

dass dieser gemäss Aussagen im Vorverfahren und vor Vorinstanz hauptberuflich 

in  der  Bausanierung  tätig  ist  und  seit  dem  Jahr  2021  das  Geschäft  namens 

"C._____" in D._____ führt, welches ein- bis zweimal pro Woche geöffnet sei und 

in welchem er Reparaturen von Uhren und den An- und Verkauf von Uhren und 

Schmuck anbiete. Sein Einkommen variiere je nach Aufträgen, betrage im Schnitt 

jedoch zwischen Fr. 6'000.– und Fr. 7'000.–. Für die Miete des Geschäfts bezahle 

er Fr. 700.– und für seine Wohnung Fr. 900.–. Er habe weder Unterstützungspflich-

ten, noch Vermögen, noch Schulden (Urk. 4/3 S. 3; Prot. I S. 9 f., Urk. 61/1). Aus 

-   20   -

den persönlichen Verhältnissen und dem Vorleben des Beschuldigten ergeben sich 

keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

3.2.  Dass  der  Beschuldigte  sich  nicht  geständig  zeigte  und  er  somit  auch  keine 

Reue oder Einsicht erkennen liess, ist neutral zu bewerten, ebenso der Umstand, 

dass er zumindest hierzulande keine Vorstrafen aufweist. 

4. Demzufolge erweist sich eine Strafe in der vorgenannten Höhe (4 Monate Frei-

heitsstrafe resp. 120 Tagessätze Geldstrafe) als angemessen. Der Beschuldigte ist 

Ersttäter resp. die angeblich in I._____ [Stadt in Deutschland] gegen den damals 

18  oder  19-jährigen  Beschuldigten  verhängte  Geldstrafe  liegt  weit  zurück.  Eine 

Freiheitsstrafe, um den Beschuldigten vor weiteren Verbrechen oder Vergehen ab-

zuhalten, erscheint somit nicht notwendig (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB). Auch besteht 

kein Anlass zur Besorgnis, dass eine Geldstrafe nicht vollzogen werden könnte (Art. 

41 Abs. 1 lit. b StGB). Es rechtfertigt sich deshalb, heute eine Geldstrafe und nicht 

eine Freiheitsstrafe auszusprechen. 

5.1.  Nach  Art. 34  Abs. 2  StGB  beträgt  ein  Tagessatz  in  der  Regel  mindestens 

Fr. 30.–  und  höchstens  Fr. 3'000.–.  Ausnahmsweise,  wenn  die  persönlichen  und 

wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis auf 

Fr. 10.–  gesenkt  werden.  Die  Höhe  des  Tagessatzes  bestimmt  sich  nach  den 

persönlichen  und  wirtschaftlichen  Verhältnissen  des  Täters  im  Zeitpunkt  des 

Urteils,  namentlich  nach  Einkommen  und  Vermögen,  Lebensaufwand,  allfälligen 

Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 

Abs. 2 StGB). 

Ausgangspunkt  für  die  Bemessung  bildet  das  Einkommen,  wozu  auch 

Renten,  privat-  und  öffentlichrechtliche  Unterhalts-  und  Unterstützungsbeiträge, 

Naturaleinkünfte  sowie  Sozialversicherungs-  und  Sozialhilfeleistungen  zählen 

(BGE 134 IV 60 E. 6.1.). Vom ermittelten Einkommen abzuziehen ist sodann, was 

gesetzlich  geschuldet  ist,  wie  Steuern  und  die  Beiträge  an  die  obligatorische 

Kranken- und Unfallversicherung (BGE 134 IV 60 E. 6.1.). Anderweitige finanzielle 

Lasten  können  nur  im  Rahmen  der  persönlichen  Verhältnisse  berücksichtigt 

werden.  Grössere  Zahlungsverpflichtungen,  die  schon  unabhängig  von  der  Tat 

-   21   -

bestanden  haben,  fallen  dabei  grundsätzlich  ausser  Betracht.  Auch  Hypothekar-

zinsen können, wie Wohnkosten überhaupt, i.d.R. nicht in Abzug gebracht werden 

(BGE 134  IV  60  E. 6.4.  mit  Verweisen).  Für  Kinder  rechtfertigt  sich  sodann  ein 

Abzug  von  10-15 %  pro  Kind,  je  nach  Alter,  Anzahl  und  Ausbildungsstand 

(BSK StGB-DOLGE, Art. 34 N. 73).

5.2. Der Beschuldigte gab an, ein Einkommen von Fr. 6'000.-- bis Fr. 7'000.-- zu 

erzielen.  Hiervon  sind  pauschal  30%  für  Krankenkassenprämien  und  Steuern 

abzuziehen. Ausserdem gab er an, für die Miete des Geschäfts Fr. 700.-- und für 

seine  Wohnung  Fr.  900.--  zu  bezahlen.  Weitere  Unterstützungspflichten  habe  er 

nicht  (Urk.  4/3  S.  3,  Prot.  I  S.  9  f.,  Urk.  62  S.  2).  Damit  scheint  vorliegend  ein 

Tagessatz in der Höhe von Fr. 130.– angemessen. 

6. Dem Beschuldigten kann keine ungünstige Prognose gestellt werden, weshalb 

der Vollzug der Geldstrafe – unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren – auf-

zuschieben ist. 

7.  Die  Staatsanwaltschaft  beantragte  zusätzlich  eine  Verbindungsbusse  in  der 

Höhe von Fr. 2'100.– (Urk. 14 S. 4). Entgegen dieses Antrags besteht für die Aus-

fällung einer zusätzlichen Verbindungsbusse nach Art. 42 Abs. 4 StGB vorliegend 

keine Veranlassung (vgl. dazu BGer 6B_412/2012 vom 19. August 2010).

VI. Zivilansprüche

1. Der Privatkläger beantragt im Rahmen der adhäsionsweisen Zivilklage Schaden-

ersatz in der Höhe von Fr. 25'000.– zuzüglich 5% Zins seit Ereignisdatum (Urk. 7/5, 

Urk. 12). 

2. Es gilt vorliegend als erstellt, dass der Beschuldigte die ihm seitens des Privat-

klägers übergebenen 25 Tausendernoten veruntreut hat. Er ist daher zu verpflich-

ten,  dem  Privatkläger  Schadenersatz  in  der  Höhe  von  Fr.  25'000.–  zuzüglich 

5% Zins seit dem 8. April 2022 zu bezahlen.

-   22   -

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten der ersten Instanz

Aufgrund  des  Ausgangs  des  Verfahrens  resp.  des  Schuldspruchs  sind  dem 

Beschuldigten die Kosten für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Verfahren 

aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr für das erstinstanzliche 

Gerichtsverfahren ist auf Fr. 1'500.– festzusetzen. Hinzu kommt die von der ersten 

Instanz  aufgeführte  Gebühr  für  das  Vorverfahren  in  der  Höhe  von  Fr.  2'500.– 

(Urk. 13). 

2. Kosten der Berufungsinstanz

2.1. Die  Kosten  des  Rechtsmittelverfahrens  tragen  die  Parteien  nach  Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

2.2. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens rechtfertigt es sich auch im Berufungs-

verfahren,  dem  Beschuldigten  die  Kosten  dieses  Verfahrens  aufzuerlegen.  Die 

Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veranschlagen 

(Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 Abs. 1 lit. b 

GebV OG). 

3. Prozessentschädigung

3.1. Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte dem Privatkläger eine angemessene 

Prozessentschädigung für anwaltliche Vertretung zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 lit. a 

StPO).

Der  Rechtsvertreter  des  Privatklägers,  Rechtsanwalt  lic.  iur.  X._____,  macht  für 

seine Aufwendungen und Barauslagen im Vorverfahren und im Berufungsverfahren 

ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr. 7'870.05 geltend (Urk. 65). Das geltend 

gemachte Honorar ist ausgewiesen und erscheint angemessen, weshalb der Be-

schuldigte zu verpflichten ist, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine Pro-

zessentschädigung von Fr. 7'870.05 zu bezahlen.

3.2. Dem Beschuldigten ist mit Blick auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens 

keine Prozessentschädigung zuzusprechen. 

-   23   -

4. Prozesskaution

Die  durch  den  Privatkläger  geleistete  Prozesskaution  von  Fr.  7'000.–  (Urk. 48, 

Urk.  50) ist dem Privatkläger ausgangsgemäss nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils zurückzuerstatten. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 130.–. 

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei 

Jahre festgesetzt.

4.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 25'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 8. April 2022 zu bezah-

len.

5.

Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

2'500.–   Gebühr für das Vorverfahren

6.

7.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 

Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens sowie diejenigen des Beru-

fungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfah-

ren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'870.05 zu bezahlen.

-   24   -

9.

Die durch den Privatkläger geleistete Prozesskaution von Fr. 7'000.– wird 

dem Privatkläger nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (versandt)

die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

das Zentrale Inkasso der Gerichte betr. Dispo-Ziff. 9

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

-   25   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 27. März 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Prinz

lic. iur. S. Kümin