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**Case Identifier:** 4d612fca-3ad6-5034-8ada-a6659b7e7b7b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 28.04.2025 SST.2024.138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-138_2025-04-28.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.138 
(ST.2023.140; STA.2022.2394) 

 

 

Urteil vom 28. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Jacober 

Gerichtsschreiber Fehlmann  

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

Privatklägerin   A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwältin Olivia Müller,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1977, von Eritrea, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Nils Haldemann,  

[…]  

  

 
 

Gegenstand  Sexuelle Nötigung, sexuelle Handlungen mit einem Kind usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft erhob am 26. Juni 2023 Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen sexueller Nötigung, sexueller Handlungen mit einem 

Kind, Ungehorsams des Schuldners im Betreibungsverfahren sowie 

Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz gemäss Art. 57 

Abs. 3 PBG. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Aarau sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 

15. Februar 2024 gemäss Anklage schuldig, verurteilte ihn zu einer 

unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren sowie einer Busse von 

Fr. 400.00, ordnete ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot an, verwies ihn 

unter Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) für 7 Jahre 

des Landes und entscheid über die Zivilklage. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 15. Juli 2024 beantragte der Beschuldigte 

einen Freispruch von den Vorwürfen der sexuellen Nötigung sowie der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind, ein Absehen von einer Landesver-

weisung sowie eines Tätigkeitsverbots und die Abweisung der Zivilklage, 

eventualiter deren Verweis auf den Zivilweg. 

 

3.2. 

Der Beschuldigte reichte am 19. September 2024 vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine im Wesentlichen auf die Frage der Landesverweisung 

beschränkte schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Die Berufungsverhandlung fand am 28. April 2025 statt. Die Staatsanwalt-

schaft sowie die Privatklägerin A._____ beantragten die Abweisung der 

Berufung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung richtet sich gegen die Schuldsprüche wegen sexueller 

Nötigung sowie sexueller Handlungen mit einem Kind und damit einher-

gehend gegen die Strafzumessung, die Landesverweisung, das 

Tätigkeitsverbot und die Zivilforderung der Privatklägerin A._____. Im 

Übrigen ist das Urteil der Vorinstanz unangefochten geblieben. Eine Über-

prüfung dieser unbestrittenen Punkte findet somit grundsätzlich nicht statt 

(Art. 404 Abs. 1 StPO).   

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe am 30. März 2022 über 

Mittag seine damals 15-jährige Tochter A._____ in ihrem Bett – positioniert 

gegen die Wand – neben ihr liegend aufgefordert, ihn zu umarmen. Er habe 

während rund einer Stunde A._____ zunächst geküsst, teilweise mit der 

Zunge, und sie am Gesäss sowie den Brüsten angefasst. Er habe ihr T-

Shirt sowie das Untershirt hinaufgeschoben, an den freigelegten Brüsten 

mehrfach manipuliert, diese geküsst und daran gesaugt. Er habe ihre Hose 

geöffnet, sei mit seiner Hand in ihre Unterhose gefahren, sei mit zwei oder 

drei Fingern in die Scheide eingedrungen und habe stossende 

Bewegungen ausgeführt. Nachdem A._____ ihre Hose wieder geschlossen 

habe, habe der Beschuldigte den Reissverschluss wieder geöffnet und sei 

wiederum mit zwei bis drei Fingern in die Scheide eingedrungen. Es seien 

zwei weitere solche Phasen gefolgt, wobei bei der vierten und letzten 

Phase der Beschuldigte die Intensität sowie das Tempo der Stossbewe-

gungen erheblich gesteigert habe, so dass sie Schmerzen erlitten habe. Er 

habe eine Hand von ihr genommen und diese über seiner Trainerhose an 

seinen Penis gelegt, worauf sie ihre Hand sofort zurückgezogen habe. Er 

habe seine Trainerhose ausgezogen und unter der Bettdecke mit einer 

Hand an seinem Penis manipuliert, während er sie geküsst und mit der 

anderen Hand an ihre Brüste gefasst habe. Er habe gesagt, er würde es 

aus Liebe tun, um sie vom Stress zu erlösen. Er habe betont, dass die 

Mutter nichts davon erfahren dürfe. A._____ habe ihm versprechen 

müssen, nichts zu erzählen, ansonsten ihr Gott die Zunge abschneiden 

würde. Der Beschuldigte habe ihre Vulnerabilität – u.a. zerrüttete Familien-

verhältnisse mit getrennt lebender Mutter, Fremdplatzierung bei einer 

Pflegefamilie, der Rückplatzierung beim Beschuldigten aufgrund von 

Problemen bei der Platzierung sowie des Wunschs von A._____, 

psychologische Belastung – und damit seinen Einfluss als enge 

Bezugsperson ausgenutzt, damit A._____ diese Handlungen wider-

standslos über sich ergehen lasse. Überdies habe sie sich bei einer Gegen-

wehr vor Schlägen gefürchtet, da er ihr bereits in der Vergangenheit Gewalt 

angetan habe und bereits wegen eines Gewaltdelikts verurteilt worden sei. 

 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der sexuellen Nötigung sowie der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig gesprochen. Sie ging im 

Wesentlichen gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 

A._____ sowie der an ihrer rechten Brustwarze sichergestellten DNA-Spur 

des Beschuldigten davon aus, er sei nach Küssen und Berührungen der 

Brüste, auch der nackten Brüste und teilweise mit Saugen, sowie dem 

Berühren des Gesässes mit mehreren Fingern in die Vagina von A._____ 

eingedrungen. Der Beschuldigte habe seine Machtposition und die 

Abhängigkeit von A._____ sowie ihre Furcht vor einer gewalttätigen 

Reaktion ausgenutzt.   

 - 4 - 

 

 

Der Beschuldigte bringt im Wesentlichen vor, er habe keine sexuellen 

Handlungen vorgenommen. Die Aussagen von A._____ seien 

widersprüchlich und nicht glaubhaft. Jedenfalls seien seine Aussagen nicht 

weniger glaubhaft, weshalb er freizusprechen sei. Selbst bei einem 

Abstellen auf die Aussagen von A._____ sei er zumindest vom Vorwurf der 

sexuellen Nötigung mangels Vorliegens der erforderlichen tatsituativen 

Zwangssituation freizusprechen. 

 

2.2. 

Wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt, 

macht sich der sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig (Art. 187 

Ziff. 1 StGB [in der bis 30. Juni 2024 geltenden Fassung]; vgl. BGE 146 IV 

153 E. 3.5; BGE 131 IV 100 E. 7; BGE 129 IV168 E. 3; BGE 125 IV 58 E. 3; 

BGE 124 IV 154 E. 3). Wer eine Person zur Duldung einer beischlafs-

ähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem 

er sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, 

macht sich der sexuellen Nötigung schuldig (Art. 189 Abs. 1 StGB [in der 

bis 30. Juni 2024 geltenden Fassung]; vgl. BGE 128 IV 106; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_933/2018 vom 3. Oktober 2018 E. 1.3; BGE 133 IV 49 

E. 4; BGE 131 IV 167 E. 3; BGE 131 IV 107 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 

7B_232/2022 vom 22. Juli 2024 E. 2.2; BGE 146 IV 153). 

 

Sexuelle Übergriffe auf Kinder unter 16 Jahren fallen sowohl unter den 

Schutzbereich von Art. 187 StGB als auch unter den Schutzbereich von 

Art. 189 ff. StGB. Art. 187 StGB und Art. 189 ff. StGB schützen 

unterschiedliche Rechtsgüter. Art. 187 StGB schützt als abstraktes 

Gefährdungsdelikt die seelische Entwicklung von Kindern. Kinder besitzen 

sodann gleich wie Erwachsene eine strafrechtlich geschützte sexuelle 

Freiheit bzw. fallen unter den Schutz der sexuellen Unversehrtheit. Das 

Strafrecht schützt Minderjährige mit anderen Worten durch Art. 189 ff. 

StGB wie Erwachsene in ihrer sexuellen Integrität und Freiheit, und sieht 

mit Art. 187 StGB einen zusätzlichen Schutz ihrer Persönlichkeits-

entwicklung vor. Zwischen den Tatbeständen besteht gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung folglich echte Konkurrenz (BGE 

146 IV 153 E. 3 mit Hinweisen). 

 

Wer eine sexuelle Handlung mit einem Kind unter 16 Jahren vornimmt, 

erfüllt unabhängig davon, ob das Kind in die Handlungen eingewilligt hat, 

den Tatbestand von Art. 187 StGB. Die Anwendung der Nötigungstat-

bestände (Art. 189, Art. 190 StGB) erfordert, dass sich das Opfer bereits 

einen Willen betreffend seine sexuelle Freiheit bilden kann. Wird bei einem 

Kind von Urteilsfähigkeit betreffend die Willensbildung ausgegangen, so ist 

der entwicklungsbedingten Unterlegenheit, der Beeinflussbarkeit der 

Willensbildung und der längst nicht abgeschlossenen Persönlichkeits-

entwicklung solcher Kinder bei der Auslegung der Voraussetzungen von 

sexuellen Nötigungshandlungen Rechnung zu tragen. Insbesondere kann 

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ein Täter aus dem sozialen Nahraum ein Kind bei gegebener 

Urteilsfähigkeit auch ohne aktive Ausübung von Zwang oder Androhung 

von Nachteilen unter Druck setzen und damit die sexuellen Nötigungs-

tatbestände erfüllen. Entscheidend ist, ob vom Kind angesichts seines 

Alters, seiner familiären und sozialen Situation, der Nähe des Täters, 

dessen Funktion in seinem Leben, seines Vertrauens in den Täter und der 

Art und Weise der Vornahme der sexuellen Handlungen erwartet werden 

kann, dass es sich dem Missbrauch eigenständig entgegensetzt (BGE 

146 IV 153 E. 3.5.5 mit Hinweisen). 

 

2.3. 

2.3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass sich der Beschuldigte am 30. März 2022 in Q._____ über 

Mittag zu seiner damals 15-jährigen Tochter A._____ in ihr Bett in ihrem 

Zimmer unter die Bettdecke gelegt hat. Ebenfalls unbestritten geblieben 

sind die zerrütteten Familienverhältnisse mit getrennt lebender Mutter, die 

Fremdplatzierung bei einer Pflegefamilie, die Rückplatzierung beim 

Beschuldigten, die psychologische Belastung von A._____ und der 

Umstand, dass es sich beim Beschuldigten um eine enge Bezugsperson 

von A._____ handelt. 

 

Umstritten ist, ob es bei einem blossen Gespräch geblieben ist oder zu den 

angeklagten sexuellen Handlungen gekommen ist. 

 

2.3.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach einer objektiven 

Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und 

theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich 

sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Der Grundsatz 

«in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des 

urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet 

worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante 

Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich erheblicher 

Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu begründen 

vermag (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

2.3.3. 

Mit der Vorinstanz bestehen für das Obergericht keine mehr als nur 

theoretischen Zweifel daran, dass sich die sexuellen Handlungen wie 

angeklagt zugetragen haben. Aus den nachfolgenden Gründen ist auf die 

Aussagen von A._____ abzustellen: 

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C._____, Pflegemutter von A._____, meldete am 31. März 2022 bei der 

Notrufzentrale, dass ihre Pflegetochter ihr anvertraut habe, dass der 

Beschuldigte sie am Vortag sexuell missbraucht habe, worauf sie sich mit 

ihr in den Notfall des Kinderspitals begeben habe (Untersuchungskaten 

[UA] act. 201). Anlässlich der gleichentags durchgeführten forensisch-klini-

schen Untersuchung konnten im Genital-, Damm- und Afterbereich keine 

auffälligen Verletzungen für eine gewaltsame Penetration oder grobe Mani-

pulation festgestellt werden. Bei einer Frau im geschlechtsreifen Alter 

(A._____ war damals 15 Jahre alt) müssen aus rechtsmedizinischer Sicht 

bei einer gegen den Willen durchgeführten vaginalen Penetration mit 

Fingern – wie sie in der Anklage geschildert worden sind – jedoch nicht 

zwingend offensichtliche Verletzungen resultieren (Gutachten der D._____ 

AG, Institut für Rechtsmedizin, vom 8. April 2022, UA act. 113 ff.). Sodann 

konnten an der rechten Brustwarze von A._____ DNA-Spuren des 

Beschuldigten festgestellt werden (UA act. 214 ff.), was nahe legt, dass der 

Beschuldigte A._____ dort berührt hatte. 

 

In der Folge wurde A._____ tatnah bereits am 1. April 2022 delegiert 

polizeilich unter Gewährung der Teilnahmerechte als Auskunftsperson 

befragt, was audiovisuell aufgezeichnet wurde (UA act. 233-254). Sie gab 

den Sachverhalt im Rahmen des freien Berichts detailliert wieder. Der 

Beschuldigte habe sich – wie schon öfters – neben sie aufs Bett gelegt. Sie 

sei davon ausgegangen, dass der Beschuldigte das «Gras» gefunden habe 

und deshalb mit ihr habe sprechen wollen. Er habe gesagt, dass sie ihn 

umarmen solle, was sie auch gemacht habe. Er habe sie angefangen zu 

küssen, was verstörend für sie gewesen sei. Sie habe nicht gewusst, was 

sie machen solle. Sie sei mit Ausnahme der Arme wie gelähmt gewesen. 

Er habe mit ihr sozusagen «herumgemacht». Seine Hand sei zu ihrem 

Gesäss herabgerutscht. Sie sei erschrocken. Er habe ihren «Arsch» sowie 

ihre Brüste angefasst. Er habe ihre Hosen aufgemacht und sei in ihre 

Vagina eingedrungen. Er habe gemeint, sie dadurch zu beruhigen, da er 

ihr währenddessen gesagt habe, sie solle es einfach geniessen. Das sei 

das erste Mal gewesen. Sie habe ihre Hosen wieder geschlossen. Er habe 

angefangen, ihre Brüste anzufassen, zunächst durchs T-Shirt. Er habe 

wieder mit ihr «herumgemacht». Er sei wieder mit seiner Hand in ihre Hose. 

Er habe aber nicht den Knopf, sondern den Reissverschluss aufgemacht. 

Es sei nochmals das Gleiche wie vorher passiert. Er habe sie gefragt, ob 

es ihr gefallen habe, was sie verneint habe. Er habe gelacht und gesagt, 

dass sie lüge. Er habe sie wieder geküsst. Er sei mit der Hand unter ihr T-

Shirt, habe ihre Brüste angefasst und habe das T-Shirt heraufgezogen. Er 

sei mit der Hand in ihre Hose und habe ihren Po angefasst. Er sei wieder 

mit seiner Hand in ihre Vagina [das dritte Mal]. Er habe ihr Ohr 

abgeschleckt. Er habe es nochmals, allerdings nicht einigermassen sanft 

wie bei den anderen Malen, sondern bei diesem letzten Mal fester gemacht, 

so dass es ihr weh getan bzw. sie Schmerzen gehabt habe. Er habe an ihre 

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Brüste gefasst, mit den Nippeln gespielt und die Brüste abgeleckt. Sie habe 

ihren Reissverschluss geschlossen und das T-Shirt heruntergemacht. Er 

habe ihr gesagt, dass er nicht einmal «eine ufe bechume», worauf sie 

erwidert habe, dass es kein Wunder sei, da sie sein Kind sei. Er habe ihre 

Hand genommen und an seinen Penis gehalten, worauf sie ihre Hand 

sofort zurückgezogen habe. Auf Nachfrage hin ergänzte A._____, dass sie 

nicht gewusst habe, ob der Beschuldigte durchdrehe, wenn sie nein sagen 

würde. Denn er sei früher sehr gewalttätig gewesen, er habe auch sie 

zusammengeschlagen und sie wisse, weshalb er schon im Gefängnis 

gewesen sei. Beim letzten Mal habe er seine Hose ausgezogen, seinen 

Penis herausgeholt und sich «einen heruntergeholt», alles unter der Decke. 

Währenddessen habe er ihre Brüste angefasst und habe sie geküsst. Auf 

Nachfrage hin präzisierte A._____, dass der Beschuldigte mit zwei oder 

drei Fingern in ihre Vagina eingedrungen sei. Es habe ihr beim vierten Mal 

weh getan, da es aggressiver, mit mehr Gewalt sowie schneller gewesen 

sei. Der Beschuldigte habe gesagt, dass ihre Mutter nichts davon erfahren 

dürfe. Sie solle ihm versprechen, niemandem davon zu erzählen, 

ansonsten Gott ihr die Zunge abschneide. Überdies habe er gesagt, dass 

er es aus Liebe mache, um sie vom Stress zu erlösen. Jedenfalls habe sie 

in diesem Moment Angst vor dem Beschuldigten gehabt. 

 

Die detailreichen Aussagen von A._____ sind schlüssig und nach-

vollziehbar. Sie hat teilweise spontan, teilweise auf Nachfrage hin 

Präzisierungen vorgenommen. Hinweise auf eine Selbst- oder 

Fremdsuggestion sind hinsichtlich dieser tatnahen Aussage nicht 

auszumachen. Zwar hat sie sich in therapeutische Behandlung begeben, 

allerdings erst am darauffolgenden Montag (Protokoll der Berufungs-

verhandlung [Protokoll], S. 3), weshalb in diesem Zusammenhang eine 

mögliche Beeinflussung ihres Erinnerungsvermögens bzw. Aussage-

verhaltens durch autosuggestive Prozesse oder fremdsuggestive 

Einwirkungen Dritter ausgeschlossen werden kann. 

 

An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 15. Februar 2024 – mithin 

fast zwei Jahre später – wurde A._____ (vorinstanzliche Akten [VA] 

act. 397 ff.) zum zweiten Mal befragt. Sie schilderte auch hier vier Male 

bzw. Phasen, wobei das letzte Mal fester gewesen sei und ihr weh gemacht 

habe, ebenso das «Begrabschen» der Brüste, das Küssen sowie Ablecken 

der Brüste und des Ohrs, das Führen ihrer Hand an seinen Penis und ihr 

Wegreissen. Dass ihre Aussagen vor Vorinstanz – mehr als 1 Jahr und 

10 Monate nach dem angezeigten Vorfall – nicht gleich detailliert ausge-

fallen sind, ist wesentlich auf die Art der Befragung zurückzuführen. Nach 

dem freien Bericht wurde mit Ausnahme zur möglichen Angst vor dem 

Beschuldigten keine einzige engere Frage zum Tatablauf gestellt (vgl. VA 

act. 401-403). Der von der Verteidigung angeführte Widerspruch, wonach 

gemäss Aussage von A._____ vor Vorinstanz der Beschuldigte ihren Knopf 

an der Hose zwischenzeitlich geschlossen habe und nicht mehr, wie sie 

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das zuvor geschildert hatte, sie, trifft zwar zu. Es ist aber weniger 

entscheidend, wer die Hose wieder geschlossen hat, als wer sie geöffnet 

hat. Gewisse Unstimmigkeiten wie das Schliessen der Hose durch den 

Beschuldigten sind aufgrund des Zeitablaufs erklärbar, zumal dieser 

Handlung im Vergleich zum eigentlichen Kerngeschehen keine 

entscheidende Bedeutung zukommt. Hingegen ist unzutreffend, dass 

A._____ neu Erektionsprobleme beim Beschuldigten erwähnt habe (siehe 

vorstehend: «ufe bechume»). Konstant war sodann die Aussage von 

A._____, dass der Beschuldigte ihr gesagt habe, sie soll niemandem davon 

erzählen. Ob sie dabei zunächst ausgesagt hat, dass, wenn es ihre Mutter 

erfahre, es nicht gut komme, oder später, dass es ihr Geheimnis sei und 

ihre Mutter nichts davon erfahren dürfe, spielt keine entscheidende Rolle; 

darin ist kein wirklicher Widerspruch zu erkennen. Erst recht liegt darin 

keine Aggravation. 

 

Schliesslich wurde A._____ an der Berufungsverhandlung vom 28. April 

2025 – mithin gut drei Jahre nach dem angezeigten Vorfall – einlässlich 

befragt (Protokoll, S. 3 ff.), so dass das Obergericht einen persönlichen 

Eindruck ihres Aussageverhaltens und ihrer Persönlichkeit gewinnen und 

Unklarheiten klären konnte. Sie schilderte das Kerngeschehen im 

Wesentlichen wie in der Ersteinvernahme, nämlich ein viermaliges 

Eindringen mit den Fingern in ihre Vagina, wobei das vierte Mal fester 

gewesen sei und ihr weh getan habe. Ebenfalls schilderte sie das Küssen, 

das Anfassen der Brüste und des Gesässes sowie ein «Herumnuggen» an 

ihrer Brust. Auch schilderte sie erneut, dass der Beschuldigte ihre Hand an 

seinen Penis gezogen habe.  

 

Ein Motiv dafür, dass A._____ den Beschuldigten zu Unrecht belasten 

würde, oder naheliegende Mehrbelastungen, wie sie bei einer bewussten 

Falschanschuldigung zu erwarten wären, sind nicht auszumachen. 

Namentlich ist nicht stichhaltig, dass sie, wie dies vom Beschuldigten 

vorgebracht wird, eine Zuteilung der Obhut wieder an die Mutter habe 

erreichen wollen, nachdem sie u.a. wegen einer Überforderung der Mutter 

fremdplatziert worden war und sodann einen Umzug zu ihrem Vater, dem 

Beschuldigten, vorgezogen hatte. Entgegen dem Beschuldigten liegt auch 

keine Aggravation vor. Im Gegenteil hat A._____ den sexuellen Übergriff in 

allen Einvernahmen im Kerngehalt konstant und übereinstimmend 

geschildert. 

 

Insgesamt erscheinen die Aussagen von A._____ als schlüssig und 

glaubhaft, weshalb darauf abzustellen ist. 

 

2.3.4. 

Im Einklang mit den Aussagen von A._____ stehen die Aussagen des 

Zeugen E._____. Dieser sagte in der Einvernahme vom 22. Juni 2022 – 

fast drei Monate nach dem fraglichen Vorfall – als bester Kollege von 

 - 9 - 

 

 

A._____ aus, dass sie ihm noch am gleichen Tag, an dem der sexuelle 

Übergriff passiert sein soll, gegen 17:30 Uhr erzählt habe, der Beschuldigte 

habe sie gegen ihren Willen geküsst und sei mit seiner Hand in die Scheide 

eingedrungen. Er habe als Reaktion darauf eine leere Bierflasche an einer 

Kante abgeschlagen und ihr diese zum Schutz mitgegeben. Er habe 

A._____ zwar schon öfters weinen sehen oder Zusammenbrüche erlebt, 

aber noch nie so (UA act. 276). 

 

Tatsächlich konnte im Zimmer von A._____ die von ihm geschildete 

Bierflasche gefunden werden. Dies ändert jedoch nichts daran, dass er die 

von A._____ geschilderten sexuellen Übergriffe nicht selbst wahr-

genommen hatte und es sich bei ihm diesbezüglich somit um einen blossen 

Zeugen vom Hörensagen handelt (vgl. zum Zeugen vom Hörensagen: 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1265/2019 vom 9. April 2020 E. 2.3, nicht 

publ. in BGE 146 IV 153). Seinen Aussagen kommt daher nur bedingt ein 

Beweiswert zu. 

 

2.3.5. 

Auch die Mutter von A._____, F._____, sagte in der Einvernahme vom 

22. Juni 2022 aus, A._____ habe ihr erzählt, der Beschuldigte habe sie an 

der Brust angefasst und sie geküsst. Er habe ihr gesagt, dass er sie liebe 

und sie gewarnt, sie dürfe ihr, der Mutter, nichts darüber erzählen. Sie habe 

aber nicht richtig zuhören können, da sie geschockt gewesen sei (UA 

act. 266 f.). Auch bei der Mutter von A._____ handelt es sich nur um eine 

Zeugin vom Hörensagen, weshalb ihren Aussagen nur bedingt ein 

Beweiswert zukommen kann.  

 

2.3.6. 

Der Beschuldigte bestreitet zwar durchgehend, die angeklagten sexuellen 

Handlungen an seiner Tochter begangen zu haben. Einen auch nur an-

nähernd nachvollziehbaren oder plausiblen Grund dafür, wie seine DNA an 

die Brustwarze seiner Tochter gekommen sein könnte, konnte er jedoch 

nicht vorbringen (VA act. 408; Protokoll, S. 17). Eine Sekundärübertragung 

kann zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, scheint mit Blick auf den 

intimen Fundort aber unwahrscheinlich. Die von der Verteidigung geltend 

gemachte Übertragung via Besorgung des Haushalts oder das Waschen 

der Kleider durch den Beschuldigten oder das Benutzen eines Trocknungs-

tuchs des Beschuldigten durch A._____ – wofür es denn auch keine 

Hinweise oder allfällig bisherige Gewohnheiten gibt – ist von bloss 

theoretischer Natur und liegt vorliegend vollständig ausserhalb einer 

vernünftigen Betrachtungsweise. 

 

Auffallend im Aussageverhalten des Beschuldigten ist, dass er mehrfach 

versucht hat, A._____ in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen (UA 

act. 223; UA act. 229: «schlechter Charakter», «immer frech», 

«respektlos»). Auch erscheint weiter wenig nachvollziehbar, wenn er 

 - 10 - 

 

 

aussagt, dass er manchmal Angst vor A._____ habe bzw. haben sollte (UA 

act. 224, UA act. 229). Selbst das letzte Wort vor Vorinstanz hat er dazu 

verwendet, um Vorwürfe gegen A._____ zu erheben, wonach sie Steine 

auf ihn geworfen, ihn geohrfeigt oder mit Wasser bespritzt habe, und sie 

ihn nicht mehr belästigen soll (VA act. 475). 

 

2.3.7. 

Zusammenfassend ist für das Obergericht der zur Anklage gebrachte 

Sachverhalt gestützt auf die schlüssigen und glaubhaften Aussagen von 

A._____, die zudem im Einklang mit der sichergestellten DNA-Spur des 

Beschuldigten an ihrer Brust stehen, erstellt.  

 

2.4. 

Das viermalige Penetrieren der Vagina mit den Fingern und das Küssen 

sowie Ablecken der Brüste stellen ohne weiteres eine sexuelle Handlung 

dar, was aufgrund der Umstände offensichtlich und erkennbar gegen den 

Willen der damals 15-jährigen A._____ erfolgt ist. Sie ist in zerrütteten 

Familienverhältnissen aufgewachsen und hat häusliche Gewalt nicht nur 

zwischen den Eltern, sondern auch Gewalt vom Vater ihr gegenüber erlebt 

(vgl. UA act. 224), was zu einer entsprechenden psychologischen 

Belastung geführt hatte. Die erfolgte Fremdplatzierung gestaltete sich 

ebenfalls als nicht problemlos, weshalb auf ihren Wunsch hin sogar eine 

Rückplatzierung beim Beschuldigten erfolgt ist. Der Beschuldigte war zum 

damaligen Zeitpunkt ihre einzige enge Bezugsperson, während ihre Mutter 

auch aufgrund der Fremdplatzierung nicht in Frage gekommen ist. 

Angesichts seiner Nähe als Vater, der bisherigen Gewalterfahrung – auch 

durch ihn – samt der dadurch erfolgten psychischen Belastung, des 

Wissens um dessen Verurteilung sowie Gefängnisaufenthalts wegen eines 

Gewaltdelikts und der damit einhergehenden Angst vor der Aggression des 

Beschuldigten hat Letzterer für A._____ eine latente Zwangssituation 

geschaffen, was er sich beim sexuellen Übergriff auf seine Tochter zu 

Nutze machte, auch wenn er darum bemüht war, seine sexuellen Übergriffe 

in einen liebevollen Akt zur Beruhigung von A._____ umzudeuten. Passend 

zur geschaffenen Zwangssituation hat er ihr ein Schweigegebot 

aufzudrängen versucht. Der Beschuldigte hat mit seinem konkreten 

Vorgehen gesamthaft bzw. in Kombination eine Situation psychischen 

Drucks geschaffen, die für A._____ aussichtslos gewesen ist; eine 

Widersetzung war ihr unter den vorliegenden Umständen nicht zumutbar. 

 

Es liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor. 

Damit hat sich der Beschuldigte der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 

Abs. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] und der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB [in der 

bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] schuldig gemacht. Die per 1. Juli 

2024 in Kraft getretene Revision zeitigt hinsichtlich der sexuellen Nötigung 

bei Bejahung eines Nötigungsmittels und hinsichtlich der sexuellen 

 - 11 - 

 

 

Handlungen mit einem Kind allgemein auf den vorliegenden Fall indessen 

keine konkreten Auswirkungen. Es erweist sich mithin nicht als milder (sog. 

«lex mitior», siehe Art. 2 Abs. 2 StGB), weshalb vorliegend das im 

Tatzeitpunkt geltende Recht zur Anwendung gelangt. 

 

3. 

3.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundzüge der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Einsatzstrafe ist qua Strafrahmen für die sexuelle Nötigung als 

schwerste Straftat festzusetzen. 

 

Der Tatbestand der sexuellen Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 StGB [in der 

bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] sieht eine Freiheitsstrafe bis zu 

zehn Jahren oder eine Geldstrafe vor. Ausgangspunkt für die 

Strafzumessung innerhalb des ordentlichen Strafrahmens bildet die 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 

StGB). Der Tatbestand der sexuellen Nötigung schützt die sexuelle 

Integrität und Freiheit (BGE 146 IV 153 E. 3.5.2). 

 

Der Beschuldigte hat am 30. März 2022 über Mittag viermal mit zwei bis 

drei Fingern die Vagina seiner damals 15-jährigen Tochter A._____ 

penetriert und deren Brüste geküsst sowie abgeleckt, wobei hinsichtlich der 

einzelnen Handlungen von einer natürlichen Handlungseinheit auszugehen 

ist. Bei einer vaginalen Penetration mit den Fingern handelt es sich von der 

Intensität her um eine beischlafsähnliche und damit eine gravierende 

sexuelle Handlung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_222/2012 vom 

8. Oktober 2012 E. 1.4). 

 

Die Art und Weise der Tatausführung bzw. die Verwerflichkeit des 

Handelns ist nicht wesentlich über die blosse Erfüllung des Tatbestands 

hinausgegangen. Der Beschuldigte hat eine Situation psychischen Drucks 

geschaffen, die für A._____ aussichtslos gewesen und ihr eine 

Widersetzung nicht zumutbar gewesen ist. 

 

Dem Tatbestand der sexuellen Nötigung ist eine (rein) sexuelle sowie 

egoistische Motivation immanent, was für sich allein nicht verschuldens-

erhöhend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

6P.194/2001 vom 3. Dezember 2002 E. 7.4.2 sowie 7B_229/2022 vom 

29. November 2023 E. 2.4.1 [betr. Schändung zum Nachteil eines Kindes]). 

 

 - 12 - 

 

 

Verschuldenserhöhend wirkt sich hingegen das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit, über das der Beschuldigte im Tatzeitpunkt verfügt 

hat, aus. Es sind keine inneren oder äusseren Umstände ersichtlich, 

welche seine Entscheidungsfreiheit hätten einschränken können. Es wäre 

in seiner Verantwortung als Erwachsener gelegen und von ihm zu erwarten 

gewesen, seine sexuellen Bedürfnisse anderweitig zu befriedigen. Je 

leichter es aber für ihn gewesen wäre, die sexuelle Integrität und Freiheit 

seiner Tochter A._____ zu respektieren, desto schwerer wiegt die 

Entscheidung dagegen und damit das Verschulden (vgl. BGE 127 IV 101 

E. 2a; BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 

vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand der sexuellen Nötigung erfassten sexuellen Handlungen, 

Tatvorgehen und Tatumständen von einem in Relation zum Strafrahmen 

von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe nicht mehr leichten bis 

mittelschweren Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe 

von 18 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

3.2.2. 

Die Einsatzstrafe ist in Anwendung des Asperationsprinzips für die 

sexuellen Handlungen mit einem Kind, die aufgrund der Schwere des 

Verschuldens mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden sind, angemessen zu 

erhöhen: 

 

Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind schützt die 

ungestörte psychisch-emotionale und sexuelle Entwicklung des Kindes 

(BGE 146 IV 153 E. 3.5.2; Urteil des Bundesgerichts 7B_878/2023 vom 

29. Februar 2024 E. 7.4). 

 

Der damals 45-jährige Beschuldigte hat die Vagina seiner damals 15-

jährige Tochter A._____ mit seinen Fingern penetriert und deren Brüste 

geküsst sowie abgeleckt. Namentlich bei einer vaginalen Penetration mit 

den Fingern handelt es sich von der Intensität her um eine 

beischlafsähnliche und damit eine gravierende sexuelle Handlung (siehe 

dazu oben). 

 

Ob und inwiefern sich die Gefährdung der ungestörten psychisch-

emotionalen und sexuellen Entwicklung von A._____ nachhaltig 

verwirklicht hat, kann zum heutigen Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilt 

werden und ist auch nicht entscheidend. Mögliche negative Folgen werden 

bei Opfern von Sexualdelikten oft erst nach Jahren manifest, können dann 

aber gravierende und langanhaltende Wirkungen zeitigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1076/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.6.5). 

 

 - 13 - 

 

 

Die Art und Weise der Tatbegehung ist straferhöhend zu berücksichtigen. 

Der Beschuldigte hat seine Stellung als Vater und als einzige enge 

Bezugsperson schamlos ausgenutzt, was ein grosses Ausmass an 

krimineller Energie offenbart (Urteil des Bundesgerichts 7B_187/2022 vom 

30. Oktober 2023 E. 2.5). 

 

Dem Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind ist eine (rein) 

sexuelle sowie egoistische Motivation immanent, was für sich allein nicht 

verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist (siehe dazu oben). 

 

Verschuldenserhöhend wirkt sich hingegen wiederum das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit, über das der Beschuldigte im Tatzeitpunkt verfügt 

hat, aus. Je leichter es für den Beschuldigten gewesen wäre, die ungestörte 

psychisch-emotionale und sexuelle Entwicklung seiner Tochter A._____ zu 

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit 

das Verschulden (siehe dazu oben). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind erfassten sexuellen 

Handlungen, Tatvorgehen und Tatumständen von einem in Relation zum 

Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe nicht mehr leichten bis 

mittelschweren Verschulden und – bei isolierter Betrachtung – einer dafür 

angemessenen Einzelstrafe von neun Monaten Freiheitsstrafe auszu-

gehen. Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass die sexuellen 

Handlungen mit einem Kind in einem sehr engen sachlichen sowie 

zeitlichen Zusammenhang zur Einsatzstrafe für die sexuelle Nötigung 

stehen bzw. mit dieser einhergegangen sind. Der Gesamtschuldbeitrag ist 

allerdings nicht zu vernachlässigen, zumal mit dem Tatbestand der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind ein anderes Rechtsgut geschützt 

wird. Die Einsatzstrafe ist angemessen um sechs Monate auf 24 Monate 

Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

 

3.2.3. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte ist vorbestraft. Er wurde mit Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich vom 29. Juni 2017 wegen mehrfachen Angriffs zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 20 Monaten und mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl vom 1. Februar 2018 wegen Hausfriedensbruchs sowie 

geringfügigen Diebstahls zu einer unbedingten Geldstrafe von 20 Tages-

sätzen verurteilt. Diese Vorstrafen sind straferhöhend zu berücksichtigen, 

auch wenn sie nicht einschlägig sind, da der Beschuldigte daraus nicht die 

genügenden Lehren gezogen hat (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). Zu beachten ist 

allerdings, dass die Vorstrafen nicht wie eigenständige Delikte gewürdigt 

werden dürfen, weil dies auf eine Doppelbestrafung hinausliefe (Urteil des 

 - 14 - 

 

 

Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweis), 

weshalb nur eine massvolle Straferhöhung infrage kommt. 

 

Wer wie der Beschuldigte nicht geständig ist, kann hinsichtlich des 

begangenen Unrechts auch nicht nachhaltig einsichtig und aufrichtig reuig 

sein. Mehr als eine blosse Tatfolgenreue ist beim Beschuldigten denn auch 

nicht erkennbar. Eine Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

geständigen und einsichtigen Straftäter möglich ist, kommt vorliegend 

somit nicht in Frage. 

 

Aus den persönlichen, familiären und beruflichen Verhältnissen des 

Beschuldigten ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten 

Faktoren. Er ist nicht verheiratet (vgl. Protokoll, S. 20), lebt allein, hat drei 

Kinder und ist sozialhilfeabhängig. Die Rechtsprechung hat wiederholt 

betont, dass ein Freiheitsentzug für jede Person eine (gewisse) Härte 

bewirkt und eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnlichen 

Umständen – die in casu nicht vorliegen – zu bejahen ist (statt vieler: Urteile 

des Bundesgerichts 6B_1354/2021 vom 22. März 2023 E. 2.4.3 sowie 

6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.4). 

 

Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente negativ aus, weshalb die 

Freiheitsstrafe um drei Monate auf 2 ¼ Jahre zu erhöhen ist. 

 

3.3. 

Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer 

bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten 

verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige 

Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Das Gericht kann den Vollzug 

einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren 

teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des 

Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Die 

subjektiven Voraussetzungen von Art. 42 StGB gelten auch im Rahmen 

von Art. 43 StGB, d.h. eine teilbedingte Strafe ist nur möglich, wenn die 

Legalprognose nicht negativ ausfällt. Bei der Frage, ob besonders günstige 

Gründe im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB vorliegen, ist die voraussichtliche 

Wirkung der teilbedingten Strafe zu berücksichtigen, die eine bessere 

Legalprognose ermöglichen kann (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1 und E. 3.2). 

 

Der Beschuldigte hat die neuen Straftaten am 30. März 2022 und damit 

noch innerhalb von fünf Jahren nach einer Verurteilung durch das Bezirks-

gericht Zürich vom 29. Juni 2017 zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten 

und damit zu einer solchen von mehr als sechs Monaten begangen. Der 

Beschuldigte lebt allein und ist sozialhilfeabhängig. Mithin lebt er 

(zumindest finanziell) nicht in besonders stabilen Verhältnissen. Die im 

Rahmen der ersten Verurteilung ausgestandene Haft von 173 Tagen 

haben beim Beschuldigten offenbar keinen bleibenden Eindruck 

 - 15 - 

 

 

hinterlassen. Sein bisheriges Verhalten ist von einem grossen Mass an 

Gleichgültigkeit und Unbekümmertheit geprägt. Weder eine Verurteilung zu 

einer bedingten Freiheitsstrafe noch die verbüssten 173 Tage Haft noch 

eine unbedingte Geldstrafe haben ihn beeindruckt. Die Ausfällung einer 

bloss teilbedingten Freiheitsstrafe würde unter diesen Umständen beim 

Beschuldigten offensichtlich jede Warnwirkung verfehlen. Mithin ist ihm 

aufgrund seiner nachhaltigen Unverbesserlichkeit eine eigentliche 

Schlechtprognose zu stellen. Schon gar nicht kann von besonders 

günstigen Umständen ausgegangen werden. 

 

3.4. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheits-

strafe von 2 ¼ Jahren sowie einer – mit Berufung nicht angefochtenen – 

Busse von Fr. 400.00, ersatzweise 4 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen.  

 

Die vorläufige Festnahme von einem Tag (31. März 2022 bis 1. April 2022), 

die weniger lang als 24 Stunden gedauert hat (vgl. BGE 150 IV 377 E. 2), 

ist auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 

StGB). 

 

4. 

4.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung gemäss 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR zu 

Art. 8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; BGE 

146 IV 105; BGE 146 II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 364; BGE 

145 IV 161; BGE 144 IV 332; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 E. 4). Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.2. 

Der Beschuldigte ist eritreischer Staatsangehöriger. Er hat mit der 

sexuellen Nötigung und der sexuellen Handlungen mit einem Kind zwei 

Katalogtaten für eine obligatorische Landesverweisung gemäss Art. 66a 

Abs. 1 lit. h StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] 

begangen. Er ist somit grundsätzlich für die Dauer von 5 bis 15 Jahre aus 

der Schweiz zu verweisen. 

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a 

Abs. 2 Satz 1 StGB). Art. 66a StGB ist EMRK-konform auszulegen. Die 

Interessenabwägung im Rahmen der Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 

StGB hat sich daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 

EMRK zu orientieren. 

 - 16 - 

 

 

 

Allfällige Vollzugshindernisse spielen bereits bei der strafgerichtlichen 

Anordnung der Landesverweisung, das heisst bei der dort vorgesehenen 

Interessenabwägung, eine Rolle, soweit die Verhältnisse stabil sind und 

sich definitiv bestimmen lassen. Liegt ein definitives Vollzugshindernis vor, 

so hat das Sachgericht auf die Anordnung der Landesverweisung zu 

verzichten (BGE 149 IV 231 E. 2.1.2 f.; BGE 147 IV 453 E. 1.4.5). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Der 48-jährige Beschuldigte ist eritreischer Staatsangehöriger. Er ist am 

8. Dezember 2008 im Alter von 31 Jahren in die Schweiz gekommen. Er 

verfügt aktuell über eine Aufenthaltsbewilligung B. Mithin lebt er seit mehr 

als 16 Jahren in der Schweiz. Damit ist er nach der Rechtsprechung des 

EGMR als «long-term immigrant» anzusehen (Urteil des Bundesgerichts 

7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 E. 4.6.1 mit Verweis auf das Urteil des 

EGMR Nr. 52232/20 i.S. P.J. und R.J. gegen die Schweiz vom 

17. September 2024, § 28), was es bei seinen persönlichen Interessen zu 

berücksichtigen gilt. 

 

Die Muttersprache des Beschuldigten ist Tigrinya (UA act. 5). Deutsch 

beherrscht er trotz seiner Anwesenheit von mehr als 16 Jahren in der 

Schweiz noch immer kaum, so dass bei seiner Einvernahme ein 

Dolmetscher notwendig gewesen ist. 

 

Der Beschuldigte ist nicht verheiratet, da nie eine Ehe eingetragen worden 

sei (vgl. Protokoll, S. 20), und lebt allein. Er hat neben seiner nunmehr 

mündigen Tochter A._____ noch zwei minderjährige Kinder, die 15 bzw. 

13 Jahre alt sind (Protokoll, S. 15). Die Letzteren stehen unter der Obhut 

der Kindsmutter, die jetzt verheiratet sei. Der Beschuldigte pflegt zu keinem 

seiner Kinder Kontakt. Hinzu kommt, dass das mittlere Kind im Zeitpunkt 

der Entlassung des Beschuldigten voraussichtlich fast volljährig und das 

jüngste 15 Jahre alt sein wird. Aufgrund des Vollzugs der Freiheitsstrafe 

von 2 ¼ Jahren wäre der persönliche Kontakt zu den Kindern zwangsläufig 

weiterhin zumindest sehr eingeschränkt. Unter den vorliegenden 

Gegebenheiten könnte die Beziehung zu den Kindern – selbst wenn sie 

sich bessern sollte – nach der Verbüssung der Freiheitsstrafe auch 

während Kurzaufenthalten bzw. Ferienbesuchen oder über moderne 

Kommunikationsmittel gepflegt und aufrecht erhalten werden (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_155/2023 vom 2. Oktober 2023 E. 1.4.5). Die Eltern 

sind verstorben (UA act. 5). Ein Bruder lebe in R._____. Weitere Verwandte 

würden noch im Kanton Bern leben (UA act. 5, 7). Es liegt somit weder eine 

Kernfamilie noch ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis vor. 

 

Der Beschuldigte hat eigenen Angaben zufolge keine Ausbildung gemacht. 

In Eritrea habe er in der Maschinerie sowie als Schauspieler gearbeitet. Er 

 - 17 - 

 

 

arbeite sporadisch und könne nicht Vollzeit arbeiten, da er gesundheitlich 

angeschlagen sei (VA act. 410). Mehrmals in den Akten ist allerdings einzig 

erwähnt, dass er Diabetiker sei (MIKA-Akten act. 26). Es liegt weder ein 

Arztzeugnis noch eine Diagnose vor. Trotz verschiedener Hilfestellungen 

hat er weder sein Deutsch verbessert noch ist er einer Arbeit nachge-

gangen (vgl. MIKA-Akten act. 351). Mithin hat er in der Schweiz nie 

gearbeitet, sondern war immer sozialhilfeabhängig (MIKA-Akten act. 452). 

Während er nach eigenen Aussagen über keine Schulden verfüge 

(Protokoll, S. 14), so weist er – über Schulden aus der jahrelang bezogenen 

Sozialhilfe hinaus, die bereits im Jahr 2018 über Fr. 171'073.60 betrugen 

(vgl. MIKA-Akten act. 386) – mehrere Betreibungen für Krankenkassen-

prämien (MIKA-Akten act. 238: Fr. 710.25, act. 455: Fr. 587.00) und eine 

Betreibung über Fr. 10'000.00 von einer Treuhandgesellschaft auf (MIKA-

Akten act. 455). 

 

Der Beschuldigte ist in keinem Verein und engagiert sich auch sonst nicht 

in einer kulturellen oder gemeinnützigen Institution. Freunde habe er keine 

und in der Freizeit gehe er spazieren, koche und esse er (Protokoll, S. 15). 

Mithin pflegt er kein gesellschaftliches Leben, was gegen eine hinreichende 

Integration spricht. 

 

Sodann liegen – nebst den vorliegend zu beurteilenden Straftaten – die 

beiden vorstehend erwähnten Verurteilungen vor, was gegen eine positive 

Integration spricht, zumal im Rahmen der Landesverweisung auch 

gelöschte Straftaten in der Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen sind 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 

E. 2.6). Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Solothurn vom 20. August 2015 wegen Trunkenheit und 

unanständigem Benehmen gemäss § 23 Abs. 2 EG StGB/SO sowie 

Ungehorsams gegen die Polizei gemäss § 31 EG StGB/SO zu einer Busse 

von Fr. 150.00, mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 

10. Oktober 2016 wegen Widerhandlung gegen die Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit gemäss Art. 90a VZAE zu einer 

Busse von Fr. 100.00 und mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Solothurn vom 30. Oktober 2017 wegen Trunkenheit und 

unanständigem Benehmen gemäss § 23 Abs. 2 EG StGB/SO zu einer 

Busse von Fr. 100.00 verurteilt. Auch wenn es sich bei diesen 

Verurteilungen um blosse Übertretungen handelt, so zeigen sie mit den 

erwähnten Vorstrafen und den vorliegend zu beurteilenden Delikten doch 

deutlich auf, dass der Beschuldigte schon seit Jahren Probleme damit 

bekundet hat, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten. Mit Verfügung 

des Migrationsamts des Kantons Aargau vom 18. Juni 2018 (MIKA-Akten 

act. 385 ff.) wurde er – aufgrund der Verhältnismässigkeit im Sinn einer 

«allerletzten» Chance zur Bewährung – unter Androhung des Widerrufs 

des Asyls, der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie des 

Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung verwarnt, 

 - 18 - 

 

 

obschon an sich ein Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung begründet 

gewesen wäre. Er wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er sich 

inskünftig in jeder Hinsicht wohl zu verhalten habe. Die bisherigen 

Verurteilungen und selbst der angedrohte Widerruf konnten den 

Beschuldigten offensichtlich nicht davon abhalten, nunmehr eine sehr 

schwerwiegende Sexualstraftat zu begehen. Hinsichtlich des Legal-

verhaltens muss dem Beschuldigten eine eigentliche Schlechtprognose 

gestellt werden. Von einer gelungenen Integration in die schweizerische 

Werte- und Rechtsordnung kann unter diesen Umständen keine Rede sein. 

 

Die im Rahmen der Strafzumessung erfolgte Umschreibung des 

Verschuldens als nicht mehr leicht bis mittelschwer ist allein der Recht-

sprechung des Bundesgerichts geschuldet, wonach die Verschuldens-

formulierung im begrifflichen Einklang mit dem Strafrahmen der sexuellen 

Nötigung von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe situierten 

Strafmass stehen sollte (Urteil des Bundesgerichts 6B_1044/2019 vom 

17. Februar 2020 E. 2.6). Gleiches gilt für die sexuellen Handlungen mit 

einem Kind. Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Delikte als 

Verbrechen und das je damit verbundene Verschulden vergleichsweise 

schwer wiegt. 

 

4.3.2. 

Es ist von einem intakten Bezug des Beschuldigten zu seinem Heimatland 

Eritrea auszugehen. Er ist in Eritrea geboren und aufgewachsen, wo er 

auch die Schule absolviert hat (UA act. 5, 7). Es ist davon auszugehen, 

dass eine Wiedereingliederung in Eritrea den Beschuldigten nicht vor 

unzumutbare Schwierigkeiten stellen würde, auch angesichts seiner 

bereits dort erworbenen Arbeitserfahrung in der Maschinerie sowie als 

Schauspieler. Er ist mit der Kultur und den Gepflogenheiten vertraut und 

verfügt über die notwendigen Sprachkenntnisse. In Eritrea leben noch vier 

Tanten sowie zwei Onkel (UA act. 7). Mithin leben in Eritrea nahe Bezugs-

personen, die ihn unterstützen könnten. Die Resozialisierungschancen des 

Beschuldigten erscheinen mit zumutbaren Anstrengungen intakt. Dass die 

Wirtschaftslage in Eritrea allenfalls schwieriger als in der Schweiz sein 

könnte, vermag eine Landesverweisung nicht zu hindern (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.2 mit 

Hinweisen). Das Bundesgericht hat sodann in Bezug auf eritreische 

Flüchtlinge wiederholt festgestellt, dass die Flüchtlingseigenschaft allein 

der Anordnung der Landesverweisung nicht entgegensteht (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_507/2020 vom 17. August 2020 E. 3.2, 6B_577/2024 

vom 14. November 2024 E. 1.4.3 sowie 6B_1367/2022 vom 7. August 

2023 E. 1.4.3). Ein reales Risiko einer unmenschlichen Behandlung bzw. 

eine persönliche Gefährdungssituation substantiiert der Beschuldigte auch 

im Berufungsverfahren nicht. Vielmehr begnügt er sich damit zu behaupten, 

ein bekannter Regimekritiker zu sein (Plädoyer, S. 4). Der Beschuldigte hat 

jedoch keine angebliche kritische und überprüfbare Äusserung ins Recht 

 - 19 - 

 

 

gelegt. Im Rahmen des Asylverfahrens hatte er hingegen noch ausgeführt, 

dass er in seiner schauspielerischen Tätigkeit stark eingeschränkt gewesen 

sei, er im Alltag sowie im Berufsleben ständig benachteiligt worden sei, er 

sich nicht mehr habe entfalten können und befürchtet habe, wegen des 

Glaubens «entdeckt» zu werden (MIKA-Akten act. 13). Dass eine 

Rückführung mangels Kooperation der lokalen Behörden derzeit nicht 

möglich sei, stellt kein definitives Vollzugshindernis dar und vermag die 

Anordnung der Landesverweisung nicht zu hindern (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1069/2023 vom 21. Januar 2025 E. 3.4.3). 

 

4.3.3. 

Der Beschuldigte leidet an Diabetes (siehe oben). Vor Obergericht 

behauptet er neu, an Bluthochdruck sowie brennenden Fusssohlen zu 

leiden (Protokoll, S. 13). Der Beschuldigte behauptet jedoch nicht, dass bei 

einer allfälligen Rückkehr in sein Heimatland eine adäquate Behandlung 

nicht möglich wäre. Selbst ein genereller Hinweis auf eine schlechte 

Gesundheitsversorgung würde nicht genügen. Vielmehr hätte er mitunter 

konkret darzulegen, welche Arzneimittelstoffe oder Behandlungen 

erforderlich wären, aber in Eritrea nicht verfügbar sein sollen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 7B_136/2023 vom 20. Juni 2024 E. 1.2.4.3). Zudem 

besteht die Möglichkeit von Rückkehrhilfe und insbesondere medizinischer 

Rückkehrhilfe. Die blosse Tatsache, dass die Behandlung allenfalls nicht in 

gleicher Qualität wie in der Schweiz angeboten würde, hindert die 

Landesverweisung derweil nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_369/2022 

30. Juni 2023 E. 2.3.6). Jedenfalls sind in casu keine konkreten Hinweise 

darauf ersichtlich, dass dem Beschuldigten im Falle einer Landes-

verweisung eine ernsthafte, rapide und irreversible Verschlechterung 

seines Gesundheitszustands drohen würde. 

 

4.3.4. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der 48-jährige Beschuldigte seit 

mehr als 16 Jahren in der Schweiz lebt und zufolge EGMR als «long-term 

immigrant» gilt. Mit seinen hier lebenden Kindern hat er keinen Kontakt. Er 

ist weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich integriert. Er spricht und 

versteht kaum Deutsch, hat noch nie hier gearbeitet und lebt seit Jahren 

auf Kosten der Allgemeinheit. Mithin ist trotz seines langjährigen 

Aufenthalts in der Schweiz von einer augenscheinlich ungenügenden 

Integration auszugehen. Eine Wiedereingliederung in seiner Heimat Eritrea 

ist ihm zumutbar. 

 

Damit ist bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände bereits ein Härtefall 

zu verneinen. Doch selbst wenn ein solcher – allein aufgrund seiner 

langjährigen Anwesenheit in der Schweiz – knapp zu bejahen wäre, 

überwiegt das öffentliche Interesse an der Wegweisung das Interesse des 

Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz deutlich: 

 

 - 20 - 

 

 

Der Beschuldigte hat mit der sexuellen Nötigung sowie den sexuellen 

Handlungen mit einem Kind Straftaten von erheblicher Schwere begangen, 

wofür er zu einer Freiheitsstrafe von 2 ¼ Jahren verurteilt wird. Seine 

Legalprognose erweist sich als schlecht, zumal beim Beschuldigten keine 

nachhaltige Einsicht und aufrichtige Reue hinsichtlich seines Verhaltens 

auszumachen ist. Angesichts der regelmässigen und darunter auch 

schweren Straftaten, der schlechten Legalprognose und der immer wieder 

an den Tag gelegten Gleichgültigkeit gegenüber der Schweizer 

Rechtsordnung ist insgesamt von einer hohen Gefährlichkeit des 

Beschuldigten für die öffentliche Sicherheit auszugehen. Gemäss der aus 

dem Ausländerrecht stammenden «Zweijahresregel» bedarf es bei einer 

Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr, wie sie 

vorliegend gegeben ist, ausserordentlicher Umstände, damit das private 

Interesse des Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche 

Interesse an einer Landesverweisung überwiegt, was grundsätzlich sogar 

bei bestehender Ehe mit einer Schweizerin und gemeinsamen Kindern gilt 

(statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 

E. 4.5). Solche ausserordentlichen Umstände sind auch unter 

Berücksichtigung des jüngst ergangenen Urteils des EGMR in Sachen P.J. 

und R.J. gegen die Schweiz weder dargetan noch ersichtlich, zumal der 

Beschuldigte alleine lebt, keinen Kontakt zu seinen Kindern hat und auch 

sonst keine Freunde hat. Zur Schweiz liegen trotz langen Aufenthalts keine 

besonders intensiven, über eine normale Integration hinausgehenden 

Beziehungen vor und schon gar keine aussergewöhnlichen Umstände. Im 

Gegenteil liegt angesichts der langen Aufenthaltsdauer vielmehr eine 

unterdurchschnittliche und ungenügende Integration vor. Demgegenüber 

steht angesichts der regelmässigen Delinquenz mit Ausdehnung hin zu 

Straftaten gegen die sexuelle Integrität, der eigentlichen Schlechtprognose 

und der bereits erfolgten Verwarnung ein ganz erhebliches öffentliches 

Interesse an einer Wegweisung des Beschuldigten. Mithin überwiegt die 

Stabilität des Privatlebens des Beschuldigten in der Schweiz das öffentliche 

Interesse an seiner Wegweisung nicht bzw. ist eine Wegweisung nach 

Art. 8 Ziff. 2 EMRK gerechtfertigt (vgl. Urteil des EGMR Otite gegen 

Vereinigtes Königreich vom 27. September 2022, Nr. 18338/19, § 53). 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte des Landes zu verweisen. 

 

4.4. 

Die Landesverweisung dauert 5 bis 15 Jahre. Der Beschuldigte delinquiert 

seit Jahren und bekundet Probleme damit, sich an die geltende 

Rechtsordnung zu halten, wobei sich seine deliktische Tätigkeit hin zu 

Delikten gegen die sexuelle Integrität ausgedehnt hat (siehe dazu oben). 

Angesichts dessen sowie des Strafmasses von 2 ¼ Jahren Freiheitsstrafe 

ist im Rahmen der Landesverweisung von einem vergleichsweise 

schweren Verschulden auszugehen. Das öffentliche Interesse an einer 

Wegweisung ist ganz erheblich, zumal es sich bei der strafrechtlichen 

Landesverweisung in erster Linie um eine sichernde Massnahme handelt. 

 - 21 - 

 

 

Zudem ist zu beachten, dass er mit seinen Kindern keinen Kontakt pflegt. 

Bei einer Gesamtwürdigung aller relevanter Umstände und unter Berück-

sichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips wäre eine deutlich höhere 

Dauer der Landesverweisung auszusprechen gewesen. Aufgrund des 

Verschlechterungsverbots bleibt es bei einer Dauer von 7 Jahren. 

 

4.5. 

Die Landesverweisung ist im Schengener Informationssystem (SIS) 

einzutragen (vgl. BGE 147 IV 340 E. 4; BGE 146 IV 172). 

 

Vom Beschuldigten geht eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicher-

heit und Ordnung aus (siehe dazu oben). Die Ausschreibung ist sowohl 

verhältnismässig als auch aufgrund des ganz erheblichen öffentlichen 

Interesses an einer Wegweisung geboten. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b 

sowie lit. c StGB ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot für jede berufliche 

und organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen 

Kontakt zu Minderjährigen umfasst, auferlegt. 

 

Der Beschuldigte äussert sich für den Fall eines Schuldspruchs nicht dazu. 

 

5.2. 

Wird ein Täter wegen sexueller Handlungen mit Kindern (Art. 187) oder 

sexueller Nötigung (Art. 189) zu einer Strafe verurteilt, so verbietet ihm das 

Gericht lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausser-

berufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen 

umfasst (Art. 67 Abs. 3 lit. b sowie lit. c StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 

geltenden Fassung]). Das Gericht kann in besonders leichten Fällen 

ausnahmsweise von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes absehen, 

wenn ein solches Verbot nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot 

sind (Art. 67 Abs. 4bis Satz 1 StGB). Für das Absehen von einem 

lebenslänglichen Tätigkeitsverbot muss kumulativ eine gute Prognose bzw. 

das Fehlen von Anhaltspunkten einer Wiederholungsgefahr sowie ein 

besonders leichter Fall einer Katalogtat vorliegen (BGE 149 IV 161 E. 2.5). 

 

5.3. 

Der Beschuldigte wird wegen sexueller Nötigung sowie sexueller 

Handlungen mit einem Kind und damit wegen gleich zwei Katalogtaten 

gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b sowie lit. c StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 

geltenden Fassung] verurteilt, so dass grundsätzlich zwingend ein 

lebenslängliches Tätigkeitsverbot auszusprechen ist. Ein ausnahmsweises 

Absehen von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots fällt bereits aufgrund 

 - 22 - 

 

 

der Schlechtprognose ausser Betracht. Überdies liegt angesichts des je 

nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden sowie der sich negativ 

auswirkenden Täterkomponente und der dafür ausgesprochenen Freiheits-

strafe von 2 ¼ Jahren auch kein besonders leichter Fall vor. 

 

6. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zur Bezahlung einer Genugtuung 

von Fr. 5'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 30. März 2022 an die Privatklägerin 

A._____ verpflichtet. 

 

Für den Fall der ganz oder teilweisen Abweisung der Berufung im 

Strafpunkt macht der Beschuldigte keine substanzierten Ausführungen zur 

Genugtuung. Es besteht kein Grund darauf zurückzukommen, zumal der 

Adhäsionsprozess der Verhandlungs- und Dispositionsmaxime unterliegt 

(Urteil des Bundesgerichts 7B_269/2022 vom 11. Juni 2024 E. 4.2.1). 

 

7. 

7.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 

13. Oktober 2023 E. 3.2.1). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung 

vollständig. Bei diesem Verfahrensausgang sind die obergerichtlichen Ver-

fahrenskosten von Fr. 5'000.00 (§ 15 GebührD) vollumfänglich dem 

Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

7.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf seine 

Honorarnote – jedoch angepasst an die effektive Dauer der Berufungs-

verhandlung und ergänzt um eine Nachbesprechung für die schriftliche 

Eröffnung des Urteils samt Dolmetscher – mit gerundet Fr. 4'300.00 aus 

der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 

und Abs. 3bis AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ohne Dolmetscherkosten 

zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

7.3. 

Die Privatklägerin hat bei Obsiegen gegenüber dem Beschuldigten einen 

Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen 

im Berufungsverfahren (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 433 Abs. 1 StPO). 

 

 - 23 - 

 

 

Ausgangsgemäss wird der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 

A._____ gestützt auf die von ihrer Rechtsvertreterin eingereichte 

Honorarnote eine Entschädigung von Fr. 3'348.11 zu bezahlen. 

 

7.4. 

Fällt das Obergericht im Berufungsverfahren selber einen neuen Entscheid, 

so befindet es darin auch über die von der Vorinstanz getroffene 

Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Der Beschuldigte trägt im 

erstinstanzlichen Verfahren die Verfahrenskosten, wenn er verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). Nachdem die erstinstanzlichen 

Schuldsprüche gemäss Anklage bestätigt werden, ist die vorinstanzliche 

Kostenverlegung nach wie vor korrekt. Die erstinstanzlichen Verfahrens-

kosten sind deshalb dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

7.5. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung in der Höhe von Fr. 13'000.00 ist mit 

Berufung nicht angefochten worden, weshalb darauf im Berufungs-

verfahren nicht zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1231/2022 vom 10. März 2023 E. 2.1). 

 

Hinsichtlich der im vorinstanzlichen Urteil vorgemerkten Nachzahlung von 

Fr. 811.65 betreffend die Entschädigung der amtlichen Verteidigung bleibt 

festzuhalten, dass die Festsetzung der Entschädigung im Entscheid zu 

erfolgen hat und Anwendung des Anwaltstarifs im Einzelfall ist, weshalb für 

einen Vorbehalt, eine bedingte Zusprechung oder eine Nachzahlung keine 

gesetzliche Grundlage und auch gar keine Notwendigkeit besteht. Dem auf 

Beschwerde in einem konkreten Fall hin ergangenen Urteil des Bundes-

gerichts 6B_168/2024 vom 27. März 2025 E. 2.4.2 kann hinsichtlich nicht 

angefochtener Entschädigungen keine Wirkung zukommen, zumal es sich 

nicht um ein Normenkontrollverfahren gehandelt hat. 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

7.6. 

Die der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin A._____ für 

das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Entschädigung von 

Fr. 5'131.94 ist mit Berufung nicht angefochten worden, weshalb darauf im 

Berufungsverfahren nicht mehr zurückgekommen werden kann (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 2023 E. 2.1). 

 

Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin trägt 

der Beschuldigte nur, wenn er sich in günstigen Verhältnissen befindet 

(Art. 426 Abs. 4 StPO). Das ist vorliegend nicht der Fall, weshalb er die 

 - 24 - 

 

 

Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin A._____ 

nicht zu tragen hat. 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO; Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB [in 

der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung]; 

- der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in der bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung]; 

- des Ungehorsams des Schuldners im Betreibungsverfahrens gemäss 

Art. 323 Ziff. 1 StGB; [in Rechtskraft erwachsen] 

- der Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz gemäss 

Art. 57 Abs. 3 PBG. [in Rechtskraft erwachsen] 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 ¼ Jahren und einer Busse von 

Fr. 400.00, ersatzweise 4 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

2.2. 

Die vorläufige Festnahme von einem Tag wird auf die Freiheitsstrafe 

angerechnet. 

 

3. 

Der Beschuldigte wird gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB [in der bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung] für 7 Jahre des Landes verwiesen. 

 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem (SIS) 

ausgeschrieben. 

 

 - 25 - 

 

 

4. 

Dem Beschuldigten wird gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. c StGB [in der 

bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] lebenslänglich jede berufliche 

und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen 

Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 

 

5. 

5.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ eine 

Genugtuung von Fr. 5'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 30. März 2022 zu 

bezahlen. 

 

Im Übrigen wird die Zivilklage der Privatklägerin A._____ auf den Zivilweg 

verwiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 

5.2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der G._____ AG Schadenersatz von 

Fr. 230.00 zu bezahlen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 4'300.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten ohne Übersetzungskosten 

mit Fr. 3'939.20 zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben. 

 

6.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 3'348.11 zu bezahlen. 

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 8'457.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'850.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 13'000.00 auszurichten. 

 

 - 26 - 

 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

7.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerin 

A._____, Rechtsanwältin Olivia Müller, für das erstinstanzliche Verfahren 

eine Entschädigung von Fr. 5'131.94 auszurichten. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 28. April 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Six Fehlmann