# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f606035-ace4-5163-9676-8ab56008d4de
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-02-08
**Language:** de
**Title:** Skateranlage auf einem öffentlichen Quartierplatz. Lärmimmissionen. Definitive baurechtliche Bewilligung.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0011/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0011_vom_8._februar_2019.doc.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2018.05088 
0011/2019 

Entscheid vom 8. Februar 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Walter  Linsi,  Baurichterin  Beatrice  Bosshard,  Baurich-
ter Claude Reinhardt, Gerichtsschreiber Alain Thiébaud     

in Sachen 

Rekurrent 

A, [….]  

vertreten durch [….] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich  
2.  Stadt Zürich, Grün Stadt Zürich, Beatenplatz 2, 8001 Zürich  

betreffend 

Bausektionsbeschluss  vom  10. Juli  2018  (Bauentscheid  Nr. 1089/18);  Be-
willigung  für  Skateranlage  als  Ersatz  für  bestehende  Anlage,  Kat.-Nr. 
UN4756, Wasserwerkstrasse bei 87 und 89, unter Kornhausbrücke, neben 
Kloster-Fahr-Weg, Zürich 6 - Unterstrass 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit  Beschluss  vom  10. Juli  2018  (Bauentscheid  Nr. 1089/18)  erteilte  die 

Bausektion  des  Stadtrates  der  Stadt  Zürich  der  Stadt  Zürich,  Grün  Stadt 

Zürich,  die  baurechtliche  Bewilligung  für  die  Erstellung  einer  Skateranlage 

als Ersatz für die bestehenden Einrichtungen (Skate-Rampen) auf dem as-

phaltierten  Quartierplatz  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr. UN4756,  Wasserwerk-

strasse bei 87 und 89, unter der Kornhausbrücke bzw. neben dem Kloster-

Fahr-Weg, Zürich. 

B. 
Gegen diesen Entscheid erhob A mit Eingabe vom 20. August 2018 fristge-

recht  Rekurs  an  das  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  stellte  im 

Einzelnen die folgenden Anträge: 

" 1.  Der  angefochtene  Beschluss  sei  aufzuheben  und  die  nachgesuchte 

Bewilligung sei zu verweigern. 

  2.  Eventuell sei die Bewilligung mit folgenden Auflagen zu verbinden: 

- 

- 

- 

In  Änderung  von  Dispositiv-Ziffer I.4:  Betriebszeiten:  Werk-  und 
Samstage:  08.00  bis  12.00  und  14.00  bis  20.00  Uhr.  Sonn-  und 
allgemeine Feiertage: geschlossen (Eventualbegehren: Sonn- und 
allgemeine Feiertage: 09.00 bis 12.00 und 14.00 bis 19.00 Uhr) 

In  Ergänzung  von  Dispositiv-Ziffer I.5:  Bauliche  Schutzmassnah-
men 

In  Änderung  und  Ergänzung  von  Dispositiv-Ziffer I.6:  Durchset-
zungsanordnungen  (Ausschilderung,  bauliche  Sicherungen  mit 
Abschliessen abends am Ende der Betriebszeit, Reglement) 

  3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegner." 

C. 
Mit  Präsidialverfügung  vom  24. August  2018  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

R1S.2018.05088 

Seite 2 

 
 
   
   
   
D. 
Mit  Rekursantwort  vom  25. September  2018  beantragte  die  Stadt  Zürich, 

Grün  Stadt  Zürich  (im  Folgenden:  Grün  Stadt  Zürich),  es  sei  auf  den  Re-

kurs nicht einzutreten, eventualiter sei der Rekurs vollumfänglich abzuwei-

sen;  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  des  Rekurrenten. 

Die  Vorinstanz  beantragte  mit  Vernehmlassung  vom  26. September  2018 

die Abweisung des Rekurses. 

E. 
Mit Replik vom 23. Oktober 2018 hielt der Rekurrent an den gestellten An-

trägen fest. Die Vorinstanz und Grün Stadt Zürich duplizierten mit Eingaben 

je vom 19. November 2018 mit ebenfalls unveränderten Begehren. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Der asphaltierte Quartierplatz, auf welchem die rekursgegenständliche Ska-

teranlage  projektiert  ist,  sowie  die  daran  anschliessenden  zwei  Beach-

Volleyballfelder und die Liegewiese auf der Parzelle Kat.-Nr. UN4756 (Let-

tenareal) wurden mit Entscheid des Stadtrats Zürich vom 9. Mai 1995 bau-

rechtlich bewilligt und im selbigen Jahr erstellt. 

2. 
Die Anordnung der aktuell bestehenden Skate-Rampen auf der Asphaltflä-

che  (unter  der  Kornhausbrücke)  erfolgte  durch  die  Nutzer  der  bewilligten 

Sport-  und  Freizeitanlage  bzw.  des  Quartierplatzes  sukzessive  ab  dem 

Jahr 2008.  Während  der  Dauer  des  von  der  Vorinstanz  durchgeführten 

baurechtlichen  Bewilligungsverfahrens  stellte  der  Rekurrent  mit  Eingabe 

vom  20. April  2018 ein  Gesuch  um  vorsorgliche  Massnahmen beinhaltend 

den  Erlass  eines  einstweiligen  Nutzungsverbotes  unter  Absicherung  der 

Einhaltung dieses Verbotes mittels baulicher Massnahmen. Dieses Gesuch 

R1S.2018.05088 

Seite 3 

 
 
wies  die  Vorinstanz  mit  Beschluss  vom  29. Mai 2018  (Bauentscheid 

Nr. 818/18)  ab.  Den  hiergegen  vom  Rekurrenten  erhobenen  Rekurs  wies 

das  Baurekursgericht  nach  Durchführung  eines  Referentenaugenscheins 

am 16. August 2018 ab (BRGE I Nr. 0153/2018 vom 19. Oktober 2018). Ei-

ne  Beschwerde  gegen  den  letzteren  Entscheid  ist  aktuell  beim  Verwal-

tungsgericht des Kantons Zürich unter der G.-Nr. VB.2018.00744 anhängig. 

3. 
Die Legitimation zur Rekurserhebung setzt nach § 338a des Planungs- und 

Baugesetzes  (PBG)  voraus,  dass  der  Rekurrent  durch  die  angefochtene 

Anordnung oder den Erlass berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Wird  die  spezifische  Betroffenheit 

Dritter in einem Rechtsmittelverfahren aus befürchteten Immissionen abge-

leitet, so ist auf Art und Intensität dieser Immissionen abzustellen. Die Legi-

timation ist zu bejahen, wenn die mutmasslichen Auswirkungen eines Bau-

vorhabens  deutlich  wahrnehmbar  sind,  ohne  technisch  aufwändige  und 

kostspielige  Abklärungen  festgestellt  und  von  den  allgemeinen  Immissio-

nen,  wie  sie  zum  Beispiel  der  Strassenverkehr  mit  sich  bringt,  unterschie-

den werden können. Dieses Erfordernis ist etwa beim Lärm eines Schiess- 

oder  eines  Flugplatzes  erfüllt,  ebenso  bei  zusätzlichem  Lastwagenverkehr 

aus durchschnittlich 120 Fahrten pro Tag auf einer bis anhin nicht stark be-

fahrenen Durchgangsstrasse oder bei einer allgemeinen Verkehrszunahme 

von 23 %. Die Praxis geht im Allgemeinen davon aus, dass eine Erhöhung 

des  Verkehrslärmpegels  um  1 dB (A),  was  einer  Zunahme  des  Strassen-

verkehrs um 25 % entspricht, wahrnehmbar stärkere Verkehrslärmimmissi-

onen  im  Sinn  von  Art. 9  lit. b  der  Lärmschutzverordnung  (LSV)  verursacht 

(VB.2002.00214  in  BEZ 2003  Nr. 7,  E. 2b,  mit  Hinweisen  zur  Rechtspre-

chung). 

Der Rekurrent ist Eigentümer einer Stockwerkeigentumseinheit der Liegen-

schaft auf der Parzelle Kat.-Nr. X an der [….]. Nach dem Ergebnis des im 

Verfahren  G.-Nr.  R1S.2018.05047  durchgeführten  Referentenaugenschei-

nes  vom  16. August 2018  sind  die  Geräusche des  Skate-Betriebs  auf  den 

aktuell  bestehenden  Skate-Rampen  vom  Balkon  des  Rekurrenten  aus  in 

geringer  Lautstärke  wahrnehmbar  (Prot. S. 4 ff. 

im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2018.05047).  Nach  den  zitierten,  von  der  Rechtsprechung  entwickel-

ten Kriterien kann entgegen den Vorbringen von Grün Stadt Zürich aus der 

R1S.2018.05088 

Seite 4 

 
 
Protokollierung  des  Referentenaugenscheines  vom  16. August  2018  ("in 

geringer  Lautstärke  wahrnehmbar")  nicht  auf  eine  mangelnde  Legitimation 

des  Rekurrenten  geschlossen  werden.  Die  zitierte  Rechtsprechung  wurde 

offenkundig  am  Beispiel  von  Bau-  oder  Deponieprojekten  entwickelt,  wel-

che  zur  Zunahme  von  Verkehrsimmissionen  auf  bestehenden  Strassen 

führten.  Dass  dabei  für  die  Rechtsmittellegitimation  eine  deutliche  Wahr-

nehmbarkeit – mithin: eine Unterscheidbarkeit im Verhältnis zu den beste-

henden  Verkehrsimmissionen  –  vorausgesetzt  wird,  überzeugt.  Für  ande-

ren,  von  den  bereits  bestehenden  Lärmarten  akustisch  ohne  weiteres  un-

terscheidbaren  Lärm  muss  für  die  Legitimation  angesichts  der  in  der  LSV 

getroffenen  Unterscheidung  verschiedener  Lärmarten  genügen,  dass  der 

relevante Lärm ohne aufwändige und kostspielige Abklärungen festgestellt 

und  von  andersartigen  Emissionen  unterschieden  werden  kann.  Ort  der 

Ermittlung  ist  die  Mitte  der  offenen  Fenster  lärmempfindlicher  Räume 

(Art. 39  Abs. 1  LSV).  Nach  dem  Ergebnis  des  Augenscheins  sind  die  Ge-

räusche  des  Skate-Betriebs  auf  den  aktuell  bestehenden  Skate-Rampen 

vom  geöffneten  (Balkon-)Wohnzimmerfenster  des  Rekurrenten  aus  von 

blossem  Ohr  wahrnehmbar  und  von  anderen  Lärmarten  unterscheidbar. 

Kommt  hinzu,  dass  das  dem  angefochtenen  Entscheid  zugrundeliegende 

Lärmgutachten vom 4. April 2018 bezüglich der projektierten Einrichtungen 

im Bereich der Liegenschaft auf der Parzelle Kat.-Nr. X daselbst von einer 

Lärmbelastung  von  52 dB (A)  (tagsüber)  und  von  50 dB (A)  (abends)  aus-

geht.  Die  Legitimation  gemäss  § 338a  PBG  ist  damit ohne  weiteres  gege-

ben. 

Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Re-

kurs einzutreten. 

4.1. 
Der  Rekurrent  rügt  zunächst,  dass  gemäss  Broschüre  des  Bayerischen 

Landesamtes für Umwelt "Geräusche von Trendsportanlagen – Teil 1: Ska-

teanlagen" auf Seite 43 selbst für "kleine Anlagen" ein Mindestabstand von 

130 m zum "Allgemeinen Wohngebiet" einzuhalten sei, wenn die Skateran-

lage  auch  während  der  Ruhezeiten  betrieben  werden  solle.  Dies  müsse 

angesichts  der  spezifischen  Charakteristik  des  Skate-Lärms  auch  in  der 

Schweiz  Geltung  haben,  zumal  das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU)  in  der 

Vollzugshilfe für die Ermittlung und Beurteilung von Sportlärm diese Studie 

R1S.2018.05088 

Seite 5 

 
 
als "Stand des Wissens und der Technik" bezeichne. Der Standort der Ska-

teranlage mitten in einem Wohngebiet erscheine damit schon von Vornhe-

rein  fragwürdig.  Die  Skateranlage  erscheine  mit  der  angrenzenden Wohn-

zone als funktional nicht vereinbar. 

4.2. 
Das  BAFU  verweist  in  der  Vollzugshilfe  für  die  Ermittlung  und  Beurteilung 

von  Sportlärm  in  der  Ausgabe  2017  (nachfolgend:  Vollzugshilfe  BAFU 

2017) hinsichtlich der Ermittlung der von Sportanlagen ausgehenden Lärm-

emissionen als Stand des Wissens auf die Richtlinie des Vereins Deutscher 

Ingenieure  3770  (nachfolgend:  VDI-Richtlinie  3770)  sowie  auf  die  Studie 

des  Bayerischen  Landesamtes  für  Umwelt  "Geräusche  von  Trendsportar-

ten"  (nachfolgend:  Bayerische  Studie)  (Vollzugshilfe  BAFU 2017,  S. 21 

FN 12 und  S. 37  sowie  S. 30 ff.).  Auch die Bayerische  Studie  verweist  auf 

die  VDI-Richtlinie 3770,  mit  dem  Hinweis,  dass  diese  nur  vier  Messungen 

an  Half-  und  Fun-Pipes  angebe,  welche  entsprechend  nur  als  Orientie-

rungswerte  angesehen  werden  könnten.  Sowohl  bauliche  Eigenschaften 

als  auch  die  Nutzung  der  Anlagen  hätten  entscheidenden  Einfluss  auf  die 

anzusetzende  Schallemission  (Bayerische  Studie,  Teil 1:  Skateranlagen, 

S. 4).  

Die Vollzugshilfe BAFU 2017 basiert methodisch auf der deutschen Sport-

anlagenlärmschutzverordnung  (Achtzehnte  Verordnung  zur  Durchführung 

des  Bundes-Immissionsschutzgesetzes  [BImSchV]),  unter  Anpassung  der 

beschriebenen  Methode  an  die  schweizerischen  Verhältnisse.  Kerngedan-

ke ist, dass bei der Einzelfallbeurteilung nach Art. 15 des Umweltschutzge-

setzes  (USG)  bzw.  der  Festlegung  einer  Störschwelle  nach  den  allgemei-

nen  Grundsätzen  im  Sinne  von  Art. 15,  19  und  23  USG  gemäss  Art. 40 

Abs. 3 LSV fachlich genügend abgestützte ausländische oder private Richt-
linien  herangezogen  werden  können,  sofern  die  Kriterien,  auf  welchen  sie 

beruhen,  mit  denjenigen  des  schweizerischen  Lärmschutzrechts  vereinbar 

sind  (Vollzugshilfe  BAFU 2017,  S. 15;  mit  Hinweis  auf  BGE 123 II 325, 

E. 4d bb). Bei der Anwendung der BImSchV ist namentlich zu berücksichti-

gen, dass diese keine Unterteilung in Planungswerte, Immissionsgrenzwer-

te  und  Alarmwerte  kennt,  wie  sie  einer  Betrachtung  nach  der  schweizeri-

schen  LSV  zugrunde  liegen.  Analog  zur  LSV  wird  nach  deutschem  Recht 

zwar  ebenfalls  eine  Abstufung  der  Richtwerte  je  nach  Empfindlichkeit  der 

Nutzung  vorgenommen.  Die  BlmSchV  weist  allerdings  nicht  vier  Stufen  – 

R1S.2018.05088 

Seite 6 

 
 
wie die schweizerische Konzeption – auf, sondern fünf. Als weitere Abwei-

chung  zum  Usus  nach  LSV  wird  in  der  BlmSchV  nicht  nur  zwischen  Tag 

und  Nacht  unterschieden,  sondern  es  werden  zusätzliche  Ruhezeiten  und 

Spitzenpegel separat behandelt. Da diese Unterscheidung elementarer Be-

standteil der deutschen Berechnungsvorschriften ist, muss sie auch bei der 

Ableitung der schweizerischen Richtwerte Anwendung finden (Vollzugshilfe 

des  BAFU  "Lärm  von  Sportanlagen"  in  der  Ausgabe  2013  [nachfolgend: 

Vollzugshilfe  BAFU 2013],  Anhang  [EMPA-Bericht  zur  Beurteilung  der 

Lärmbelastung  von  Polysportanlagen]  S. 15).  Unterschieden  wird  gemäss 

BImSchV zudem zwischen einer normalen Nutzung und der Nutzung wäh-

rend  eines  Grossanlasses  (Vollzugshilfe  BAFU 2013,  Anhang  S. 14). Wei-

ter trägt die     BImSchV dem speziellen Ruhebedürfnis der Bevölkerung an 

Sonn- und Feiertagen insofern Rechnung, als dass sie in § 2 Abs. 5 für die 

Zeitspanne von 13.00 bis 15.00 Uhr eine mittägliche Ruhezeit definiert, für 

welche unter gewissen Umständen eine separate Beurteilung vorzunehmen 

ist  (Vollzugshilfe  BAFU 2013,  S. 16).  Nicht  aus  den  Augen  gelassen  wer-

den darf im Allgemeinen, dass sich die Systematik der BImSchV von derje-

nigen  der  LSV  insofern  unterscheidet,  als  dass  letztere  auf  jahresdurch-

schnittliche Beurteilungspegel abstellt, wohingegen sich die deutschen Be-

urteilungspegel 

auf 

sehr 

kleine  Mittelungszeiten 

beziehen 

(BGr 1C_169/2008 vom 5. Dezember 2008, E. 3.4; BGE 133 II 292, E. 3.5). 

Rechnerisch  zu  beachten  ist  des  Weiteren,  dass  nach  schweizerischer 

Konzeption  im  Allgemeinen  die  Pegelzuschläge  bzw.  die  Impulszuschläge 

nicht  am  Emissionsort  vergeben  werden,  sondern  am  Immissionsort.  Für 

die  Berechnungen  mit  den  Emissionskennwerten  der  VDI-Richtlinie 3770 

sind  somit  die  reinen  Emissionsdaten  ohne  die  Impulszuschläge  heranzu-

ziehen.  Anschliessend  sind  am  Immissionsort  Pegelzuschläge  auf der  Ba-

sis von nicht wahrnehmbaren (0 dB (A)), schwach wahrnehmbaren (+ 2 dB 

(A)),  deutlich  wahrnehmbaren  (+ 4 dB  (A))  und  stark  wahrnehmbaren  Im-
pulsgehalten (+ 6 dB (A)) zu vergeben (Vollzugshilfe BAFU 2017, S. 21 und 

S. 30).  

Was das Kriterium der Spitzenpegel angeht, so definieren sich diese nach 

Konzeption  der  BImSchV  relativ  zu  den  Richtwerten,  wobei  die  entspre-

chenden  Richtwerte  tagsüber  um nicht  mehr  als  30 dB (A)  und  nachts  um 

nicht  mehr  als  20 dB (A)  überschritten  werden  dürfen.  Für  diese  Maximal-

pegel sind in der Vollzugshilfe BAFU 2013 Werte basierend auf einem Re-

ferenzabstand  von  1 m  für  verschiedene  Schallereignisse  dargestellt,  wel-

R1S.2018.05088 

Seite 7 

 
 
che auf Sportanlagen für hohe Spitzenpegel infrage kommen. Dabei wurde 

in Anwendung der VDI-Richtlinie 3770 bzw. deren Kapitel 15.2.4 der ermit-

telte  (Spitzen-)Dauerschallleistungspegel  zugrunde  gelegt  und  mit  einem 

Zuschlag  von  3 dB  (A)  versehen,  welcher  gemäss  der  VDI-Richtlinie 3770 

bzw.  deren  Kapitel 4  der  Differenz  zwischen  Maximalpegel  und  Schallleis-

tungspegel bei  lautem  Rufen  (Kommunikationsgeräusche)  entspricht  (Voll-

zugshilfe BAFU 2013, Anhang S. 18). Die Vollzugshilfe BAFU 2013 enthält 

sodann  in  tabellarischen  Darstellung  auf  einer  stark  vereinfachten  (Lärm-) 

Ausbreitungsberechnung  basierende  (Mindest-)Distanzrichtwerte  für  ver-

schiedene  Sportlärmarten  in  Abhängigkeit  der  Grenzwerte  für  Spitzen-

schallleistungspegel (Tag/Ruhezeiten/Nacht; Vollzugshilfe BAFU 2013, An-

hang S. 19). 

4.3. 
Der Beurteilung des rekursgegenständlichen Projekts gemäss Lärmgutach-

ten  vom  4. April  2018  liegen  die  in  der  Vollzugshilfe  BAFU 2017  enthalte-

nen  Planungsrichtwerte  für  den  Normalbetrieb  zugrunde.  Diese  betragen 

für  Gebiete  mit  der  Empfindlichkeitsstufe  (ES)  II  55 dB  (A)  tagsüber  (von 

07.00  bis  20.00 Uhr  an  Wochentagen;  von  08.00  bis  20.00 Uhr  an  Sonn- 

und Feiertagen), 50 dB (A) abends (von 20.00 bis 22.00 Uhr) und 45 dB (A) 

nachts  (von  22.00  bis  07.00  bzw.  08.00 Uhr;  Vollzugshilfe  BAFU 2017, 

S. 23  Tab. 2).  Von  der  Anwendbarkeit  der  genannten  Planungsrichtwerte 

geht auch der Rekurrent aus (act. 2 Rz. 5.3.1). Sodann werden den einzel-

nen  Elementen  der  projektierten  Skateranlage  in  Anwendung  der  Bayeri-

schen  Studie  Emissionskennwerte  (in  der  Regel  mit  separat  ausgewiese-

nen  Impulszuschlägen)  zugeordnet.  Je  nach  Konstruktionsart  der  projek-

tierten Einrichtung wurden im Verhältnis zu den durch Messungen ermittel-

ten  Emissionskennwerten  nach  Massgabe  der  Bayerischen  Studie  Zu-

schläge und Abzüge berechnet (Quarter Hip [= Coping Ramp]: + 2 dB (A); 
Pyramide: - 2 dB (A); Olliebox: - 2 dB (A); vgl. Bayerische Studie, S. 31).  

Die Abzüge und Zuschläge erweisen sich im Grundsatz als berechtigt. Ein-

zig  hinsichtlich  der  Pyramide  ist  der  angenommene  Abzug  angesichts  der 

Messungen an zwei Beton-Einrichtungen nicht nachvollziehbar; anzusetzen 

ist  der  in  der  Bayerischen  Studie  ermittelte  Wert  von  69 dB (A).  Bei  den 

projektierten Einrichtungen handelt es sich fast ausschliesslich um Einrich-

tungen mit kurzzeitiger Benutzung, welche normalerweise abgeschlossene 

Einzelereignisse  beinhaltet,  sodass  auf  Basis  der  typischen  Anzahl  Ereig-

R1S.2018.05088 

Seite 8 

 
 
nisse  pro  Stunde  der  Schallleistungspegel  LWA  errechnet  werden  kann, 

welcher für die Beurteilung massgeblich ist (Bayerische Studie, S. 41). Ein-

zige  Einrichtung  mit  möglicher  dauerhafter  Benutzung  ist  die  projektierte 

Minipipe,  für  welche  ein  Dauer-Schallleistungspegel  LWA  von  96 dB (A)  zu 

veranschlagen ist (Bayerische Studie, S. 13). Der bei den Einrichtungen mit 

kurzzeitiger  Benutzung  zusätzlich  zu  berechnende  Impulshaftigkeitszu-

schlag von 9 dB (A) ist im dem Lärmgutachten zugrundeliegenden Spitzen-

Schallleistungspegel  LWAFTm  von  105 dB (A)  bereits  enthalten  (Bayerische 

Studie, S. 13 und S. 41).  

4.4. 
Die  vom  Rekurrenten  angerufenen,  in  Tabelle 29  (S. 43)  der  Bayerischen 

Studie ersichtlichen Mindestabstände vom Rand der Anlage zur schutzbe-

dürftigen Bebauung beziehen sich auf die Kategorisierung der Immissions-

orte nach Massgabe von § 2 Abs. 2 Ziff. 3 BImSchV. Das fünfstufige Modell 

umfasst Kategorien von Gewerbegebieten (Ziff. 1), Kern-, Dorf- und Misch-

gebiete  (Ziff. 2),  allgemeine  Wohngebiete  und  Kleinsiedlungsgebiete 

(Ziff. 3),  reine  Wohngebiete  (Ziff. 4)  und  Kurgebiete,  Krankenhäuser  und 

Pflegeanstalten  (Ziff. 5).  Die  vom  Rekurrenten  wiedergegebenen,  in  der 

Bayerischen  Studie  überschlagsmässig  empfohlenen  Mindestabstände  für 

Skateranlagen beziehen sich auf reine Wohngebiete (Immissionsrichtwerte: 

50/45/35 dB (A) [tagsüber, während der Ruhezeiten und nachts]) sowie auf 

allgemeine Wohngebiete und Kleinsiedlungsgebiete (Immissionsrichtwerte: 

55/50/40 dB (A)). 

Eine  direkte  Anwendung  der  Immissionsrichtwerte  der  BImSchV  fällt  nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausser Betracht. Massgeblich für 

die  Beurteilung  des  vorliegenden  Falles  ist  schweizerisches  Lärmschutz-

recht (BGr 1C_278/2010 vom 31. Januar 2011, E. 4.4.3; BGr 1C_169/2008 
vom 5. Dezember 2008, E. 3.5). Insofern kann der Rekurrent aus den aus 

der Konzeption der BImSchV und der – selbstredend – darauf basierenden 

Bayerischen  Studie  zu  seinen  Gunsten  direkt  nichts  ableiten.  Ein  Fall,  in 

welchem  die  Verwendung  einer  spezifischen  Mess-  und  Beurteilungsme-

thode  die  sinngemässe  Anwendung  des  deutschen  Rechts  gleichsam  be-

dingen  würde,  liegt  nicht  vor  (vgl.  BGr 1C_169/2008  vom  5. Dezember 

2008,  E. 3.4).  Das  Gutachten  vom  4. April  2018  übernimmt  die  gemäss 

Vollzugshilfe BAFU 2017 anwendbaren Immissions- und Planungsrichtwer-

te und errechnet aus den in der Bayerischen Studie für die einzelnen Ska-

R1S.2018.05088 

Seite 9 

 
 
te-Einrichtungen  (konkret:  die  lauteste  der  Einrichtungen  bzw.  die  Mini-

Pipe)  festgehaltenen  Emissionsparametern  die  Belastung  des  kritischsten, 

weil am nächsten zur Anlage und ebenfalls in der ES II gelegenen Liegen-

schaft Wasserwerkstrasse 94 (Kat.-Nr. WP4433). Die Emissionsparameter 

der Bayerischen Studie orientieren sich in technischer Hinsicht an der Kon-

zeption  der  BImSchV.  Diese  unterscheidet  sich  vom  System  der  LSV  ins-

besondere  durch  die  Ausscheidung  besonderer  (Abend-)Ruhezeiten.  Weil 

die  Vollzugshilfe  des  BAFU 2017  punkto  Messweise  und  Ruhezeiten  im 

Kern ebenfalls auf der BImSchV aufbaut, ist das Vorgehen der Gutachterin 

nicht  zu  beanstanden.  Aus  der  Autonomie  des  schweizerischen  Rechts-

kreises  folgt  aber,  dass  die  von  der  BImSchV  vorgegebenen  Emissions-

richtwerte  in  quantitativer  Hinsicht  nicht  ohne  weiteres  übernommen  wer-

den dürfen. Massgeblich ist die autonome Einstufung der Schutzbedürftig-

keit des betreffenden Wohngebiets nach Massgabe der Unterteilung in ES 

(Art. 43  LSV).  Das  BAFU  hat  in  den  Vollzugshilfen  2013  und  2017  die  er-

wähnten Richtwertschemata definiert und verweist sodann auf die Erforder-

lichkeit  einer  Einzelfallbeurteilung  (Vollzugshilfe  BAFU 2017,  S. 15  und 

S. 23). 

Nach  dem  Gesagten kann entgegen der  Auffassung  des  Rekurrenten aus 

der  Unterschreitung  der  in  der  Bayerischen  Studie  überschlagsmässig 

empfohlenen  Mindestabstände  nicht  auf  eine  Überschreitung  der  massge-

blichen  –  schweizerischen  –  Belastungsgrenzwerte  geschlossen  werden. 

Im  konkreten  Fall  –  wie  nachfolgend  zu  untersuchen  sein  wird  –  ist  nach 

den  schweizerischen  Lärmschutzrecht  eine  Einzelfallbeurteilung  vorzu-

nehmen.  Das  fünfstufige  Modell  der  Emissionsrichtwerte,  welches  der 

BImSchV  und  damit  auch  der  Festlegung  der  empfohlenen  Abstände  ge-

mäss  der  Bayerischen  Studie  (S. 43)  zugrunde  liegt,  ist  in  der  Schweiz 

nicht anwendbar. Beim reinen Wohngebiet handelt es sich um eine Wohn-
zone  mit  einem  überaus  hohen  Immissionsschutz;  mithin  um  einen  Zwi-

schenschritt  zwischen  der  schweizerischen  ES I  und  ES II.  Deren  Anwen-

dung rechtfertigt sich daher nur, wenn die fragliche Zone ein erhöhtes Ru-

hebedürfnis  aufweist  (BRGE I  Nr. 0236/2011  vom  25. November 2011, 

E. 6.2;  BRGE IV  Nrn.  0001/2012  und  0002/2012  vom  12. Januar  2012, 

E. 6.2.1).  Das  allgemeine  Wohngebiet,  für  welches  die  Bayerische  Studie 

für  eine  Minipipe  einen  Abstand  von  100 m  und  für  kleine  einen  solchen 

von 130 m vorsieht, ist mit einem in der ES II gelegenen Wohngebiet jeden-

falls  vergleichbar.  Für  Zonen  in  Kerngebieten,  Dorfgebieten  und  Mischge-

R1S.2018.05088 

Seite 10 

 
 
bieten (§ 2 Abs. 2 Ziff. 2 BImSchV) beträgt der gemäss Bayerischer Studie 

empfohlene Mindestabstand hingegen 100 m für eine Minipipe und 80 m für 

eine  kleine  Skateranlage  (jeweils  mit  ganztägigen  Nutzungszeiten).  Ange-

sichts  der  Belegenheit  der  rekurrentischen  Liegenschaft  auf  der  Parzelle 

Kat.-Nr. X inmitten der Stadt Zürich, der Distanz von ca. xy m zur projektier-

ten  Minipipe  und  den  weiteren  Besonderheiten  (Kornhausbrücke,  von  Ge-

bäuden  verdeckte  und  erhöhte  Lage)  vermögen  die  wiedergegebenen 

Richtwerte  der  Bayerischen  Studie  die  zu  treffende  Einzelfallbeurteilung 

nicht zu ersetzen. 

4.5. 
Dass das BAFU die Bayerische Studie in der Vollzughilfe 2017 (S. 21) als 

"Stand des Wissens und der Technik" bezeichnet, führt nach dem Gesag-

ten  ebenfalls  nicht  dazu,  dass  die  darin  empfohlenen  (Mindest-)Abstände 

für  die  schweizerische  Betrachtung  massgeblich  wären.  Eine  Kompetenz 

zur Rechtsetzungsdelegation kommt dem BAFU nicht zu. 

4.6. 
Die  Frage  der  funktionalen  Vereinbarkeit  ist  allein  mit  Bezug  auf diejenige 

Nutzungszone  relevant,  in  welchem  eine  Baute  bzw.  Anlage  belegen  ist 

(vgl. Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf, Zürcher Planungs- und 

Baurecht, 5. Aufl., Zürich 2011, Bd. 2, S. 769 f., mit Hinweisen zur Recht-

sprechung). Die Parzelle Kat.-Nr. UN4756 befindet sich in der Freihaltezo-

ne.  Die  Zonierung  umliegender  Nutzungszonen  ist  bei  der  Beurteilung  der 

funktionalen Zonenkonformität nicht relevant. Aus der Belegenheit der Lie-

genschaft auf der Parzelle Kat.-Nr. X in der Wohnzone (ES II) kann zulas-

ten  der  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr.  UN4756  projektierten  Skateranlage  folg-

lich, soweit es nicht konkret um die Einhaltung der am Immissionspunkt in 

der ES II geltenden Planungs- bzw. Immissionsgrenzwerte geht, nichts ab-
geleitet werden. 

4.7. 
Die  unter  vorstehender  Ziffer 4.1  erwähnten  Rügen  erweisen  sich  im  Er-

gebnis als unbegründet. 

R1S.2018.05088 

Seite 11 

 
 
5.1. 
Der Rekurrent beruft sich weiter darauf, dass es sich beim Lärm von Ska-

teranlagen um eine Lärmart handle, die von ihrer Charakteristik her, mithin 

unabhängig  von ihrer Intensität, in einer Wohnzone mehr störe als andere 

Lärmarten. 

5.2. 
Nach  den  vorstehenden  Erwägungen  unter  den  Ziffern 4.2-4.4  kann  nicht 

davon  ausgegangen  werden,  dass  sich  der  Lärm  von  Skateranlagen  an-

hand  der  Kriterien  der  BImSchV  sowie  gestützt  auf  deren  entsprechende 

Adaption durch die Vollzugshilfen des BAFU nicht rechtsgenüglich beurtei-

len  liesse.  Die  spezifisch  auf  den  Lärm  von  Skate-Einrichtungen  (Skate-

Rampen)  zugeschnittene  Bayerische  Studie  orientiert  sich  an  denselben 

Kriterien. Der Rekurrent tut nicht im Einzelnen dar, in welcher Hinsicht eine 

abweichende  Beurteilung  gerechtfertigt  wäre.  Die  Bayerische  Studie  trägt 

der Impulshaftigkeit des Lärms von Skate-Einrichtungen hinreichend Rech-

nung,  indem  sie  für  Skate-Einrichtungen  mit  kurzzeitiger  Benutzung  zu-
nächst auf den Schalleistungspegel LWA,  1 h abstellt und sodann Impulshaf-
tigkeitszuschläge KI veranschlagt. Für Skate-Einrichtungen mit dauerhafter 

Benutzung  wird  in  der  Studie  sodann  der  Schallleistungspegel  LWAFTm  an-

gegeben, welcher den Impulshaftigkeitszuschlag definitionsgemäss bereits 

enthält  (Bayerische  Studie,  S. 41 f.).  Aus  der  verwaltungsgerichtlichen 

Rechtsprechung ergibt sich nichts Anderes. Zwar hielt das Verwaltungsge-

richt fest, dass der Betrieb einer Skateranlage nicht von vornherein als Ba-

gatellbelästigung  abgetan  werden  kann,  für  welche  von  vornherein  weder 

Messungen noch Lärmgutachten erforderlich sind, weshalb entsprechende 

Abklärungen  zu  treffen  sind  (VB.2005.00481  vom  8. Februar  2006,  E. 5.1-

5.5). Aus dem zitierten Entscheid ergeben sich aber keine Gründe, weshalb 

(und inwiefern) der Lärm von Skateranlagen gänzlich abweichend von den 
allgemeinen lärmrechtlichen Grundsätzen zu beurteilen wäre. 

5.3. 
Die unter vorstehender Ziffer 5.1 erwähnte Rüge ist unbegründet. 

6.1. 
Der  Rekurrent  beruft  sich  im  Kern  auf  die  Einhaltung  der  Richtwerte  der 

BImSchV,  wonach  für  die  in  der  ES  II  gelegene  Parzelle  Kat.-Nr.  X  Pla-

R1S.2018.05088 

Seite 12 

 
 
nungswerte  von  allerhöchstens  55  dB  (A)  (tagsüber)  und  von  50  dB  (A) 

(abends  und  nachts) massgeblich  seien. "Seltene  Ereignisse"  gemäss  der 

Vollzugshilfe des BAFU 2017 dürften den Wert von 65/60/55 dB (A) (tags-

über,  abends  und  nachts)  im  absoluten  Sinne  nicht  übersteigen.  Gemäss 

Lärmgutachten  vom  4. April  2018  würden  die  Planungswerte  zum  Teil 

überschritten.  Beim  Immissionspunkt  des  Rekurrenten  (IO 5)  würden  die 

Abendwerte genau eingehalten. Angesichts dessen könne keine Rede da-

von  sein,  dass bei der  Liegenschaft des  Rekurrenten die Bagatellschwelle 

nicht erreicht werde. Zudem sei nach der Rechtsprechung auch eine Beru-

fung  auf  Planungswertüberschreitungen  bei  Nachbarliegenschaften  mög-

lich. Die Werte seien daher mit baulichen Massnahmen zu reduzieren oder 

die Bewilligung zu verweigern.  

6.2. 
Die  nach  Massgabe  der  Vollzugshilfe  des  BAFU 2017  anwendbaren  und 

dem  Lärmgutachten  vom  4. April  2018  zugrundeliegenden  Planungsricht-

werte für den Normalbetrieb betragen – wie bereits mehrfach erwähnt – für 

Gebiete  in  der  ES II  55 dB  (A)  tagsüber, 50 dB  (A) abends  und 45  dB  (A) 

nachts  (Vollzugshilfe  BAFU 2017,  S. 23  Tab.  2).  Das  Lärmgutachten  vom 

4. April  2018  weist  für  den  Immissionspunkt  IO 5  auf  der  Parzelle  der  Lie-

genschaft  Kat.-Nr.  X  Beurteilungspegel  von  52  dB  (A)  tagsüber  sowie 

50 dB (A) abends aus. Die Planungswerte werden damit, wenn auch für die 

Abendstunden knapp, eingehalten. Während der Nachtstunden ist gemäss 

dem  rekursgegenständlichen  Projekt  kein  Betrieb  der  Skateranlage  vorge-

sehen.  Aus  den  Ergebnissen  des  im  Verfahren  G.-Nr. R1S.2018.05047 

durchgeführten  Augenscheins  ist  nichts  Gegenteiliges  zu  schliessen.  Die 

Geräusche der aktuell bestehenden Skateranlage (bzw. einzig die Aufprall-

geräusche bzw. das "Knallen" der Bretter) sind vom Balkon des Rekurren-

ten  aus,  wenn  auch  in  geringer  Lautstärke,  wahrnehmbar.  Daraus  kann 
trotz  der  Verschiedenheit  (punkto  Material  und  Positionierung)  der  aktuell 

bestehenden  und  der  projektierten  Einrichtungen  der  Schluss  gezogen 

werden,  dass  von  der  projektierten  Skateranlage  keine  unzumutbaren  Be-

lastungen  ausgehen  werden.  Nach  den  Ergebnissen  des  Augenscheins 

sind die Aufprallgeräusche mit erheblich geringerer Deutlichkeit zu verneh-

men als der Lärm der auf der Wasserwerkstrasse und (zum Teil) der Korn-

hausbrücke  verkehrenden  Motorfahrzeuge.  Hinzu  kommt,  dass  die  projek-

tierte  Anlage  im  Vergleich  zu  den  bestehenden  Einrichtungen  lärmtech-

R1S.2018.05088 

Seite 13 

 
 
nisch (punkto Material und Positionierung) optimiert wurde. Eine erhebliche 

Beeinträchtigung des Rekurrenten ist nicht zu erwarten. 

Das  eingeholte  Lärmgutachten  vom  4. April 2018  genügt  den  von  der 

Rechtsprechung  an  eine  Lärmprognose  bzw.  Lärmermittlung  gemäss 

Art. 25  Abs. 1  USG  und  Art. 36 ff.  LSV  gestellten  Anforderungen 

(BGE 137 II 30,  E.  3.4;  BGr  1C_278/2010  vom  31.  Januar  2011,  E. 4.4.7, 

im  Umkehrschluss).  Wie  bereits  erläutert,  erweist  sich  die  methodisch  auf 

die  BImSchV  abgestützte  Vorgehensweise  als  nachvollziehbar  und  inhalt-

lich  korrekt.  Die  im  Lärmgutachten  getroffene  Annahme  bezüglich  Auslas-

tung von 80 % tagsüber und von 100 % zwischen 20.00 Uhr und 21.00 Uhr 

erscheint  realistisch.  Eine  Annahme,  wonach  die  Auslastung  der  Anlage 

während  der  gesamten  Tageszeit  von  07.00 Uhr  (Wochentage)  bzw. 

08.00 Uhr (Sonn- und Feiertage) bis 20.00 Uhr 100 % betragen werde, wä-

re angesichts des jugendlichen Alters des Benutzerkreises, welcher auf ei-

ne hohe Auslastung zu Frei- und Abendzeiten und auf eine niedrigere Aus-

lastung  namentlich  während  der  frühen  Morgenstunden  schliessen  lässt, 

nicht  zu  begründen.  Die  Begutachtung  ist  aufgrund  realistisch  gewählter 

Parameter  vorzunehmen.  Dass  das  Gutachten  keine  konkrete  Nutzerzahl 

angibt,  ist  angesichts  der  Natur  der  verursachten  Geräusche  (Aufprallge-

räusche) und der angezeigten Beurteilung anhand der mit einem Schallpe-
gel von LWA von 96 dB (A) und KI von 9 dB (A) (= LWAFTm von 105 dB (A)) 
mit Abstand lautesten und als einzige auf dauerhaften Betrieb ausgelegten 

Minipipe  nicht  zu  beanstanden.  Für  die  weiteren  Einrichtungen  mit  den 

höchsten  anzunehmenden  –  im  Übrigen  ebenfalls  der  Bayerischen  Studie 

entsprechenden  –  Benutzungsfrequenzen  (Pyramide,  Olliebox)  ergeben 

sich  Lärmwerte  von  maximal  LWAFTm  101  dB  (A)  (=  LWA,  1h  von  69  dB  (A) 

+KE, 1h von 21 dB (A) + KI von 11 dB (A)) (für die Pyramide). Für die direkt un-

ter der Kornhausbrücke befindlichen Einrichtungen wurde (zwecks Berück-
sichtigung der horizontalen Reflexionen an der Brückendecke) ein Zuschlag 

von  linear  3 dB (A)  addiert.  Substantielle  Einwände  gegen  die  für  die  Ge-

samtheit  der  Skate-Einrichtungen  durchgeführten  computergestützten  Be-

rechnungen (mittels Lärmausbreitungsmodell SoundPLAN 8.0) und die da-

bei berücksichtigten Parameter erhebt der Rekurrent nicht. Die Vorschriften 

für "Seltene Ereignisse" (gemäss § 5 Ziff. 1 BImSchV; vgl. die Vollzugshilfe 

des BAFU 2017, S. 23) kommen nicht zur Anwendung. Diese gelten für be-

sondere  Ereignisse  und  Veranstaltungen  an  höchstens  18  Kalendertagen 

eines Jahres (Ziffer 1.5 des Anhangs der BImSchV). Derartiges ist auf der 

R1S.2018.05088 

Seite 14 

 
 
Parzelle  Kat.-Nr. UN4761  nicht  vorgesehen.  Ebenfalls  nicht  einschlägig  ist 

§ 2  Abs.  4  BImSchV,  welcher  einzelne  kurzzeitige  Geräuschspitzen  beim 

Betrieb von Sportanlagen zum Gegenstand hat. Auch solche Geräuschspit-

zen sind bei der projektierten Skateranlage nicht zu erwarten; die Aufprall-

geräusche  der  Skateboards  werden  im  Lärmgutachten  korrekt  nach  den 

Vorschriften  über  den  Regelbetrieb  beurteilt.  Da  die  Impulshaftigkeitszu-

schläge  gemäss  der  Bayerischen  Studie  am  Emissions-  und  nicht  am  Im-

missionsort  ausgewiesen  sind,  war  diese  Methodik  zu  übernehmen  und 

entfällt die – ansonsten übliche – Veranschlagung von Pegelzuschlägen am 

Immissionsort. 

6.3. 
Die  vom  Rekurrenten  beantragte,  beliebig  gehaltene  Erläuterung  der  dem 

Lärmgutachten  zugrundeliegenden  Annahmen  durch  die  Gutachterin  ist 

nicht  angezeigt;  die  Erhebung  von  Ausforschungsbeweisen  (sog.  fishing 

expeditions)  ist  ausgeschlossen.  Eine  Befragung  der  Anwohner  der  Lie-

genschaft  Wasserwerkstrasse  96  (Parzelle  Kat.-Nr.  WP4432)  ist  nicht  ge-

eignet,  den  Sachverhalt  weiter  zu  erhellen.  Die  nach  Auffassung  des  Re-

kurrenten  betroffenen  Zeugen  wurden  nicht  namentlich  genannt.  Ein  kon-

kretes  und  mit  Bezug  auf  den  Einzelnen  hinreichend  substantiiertes  Be-

weisthema  ist  nicht  ersichtlich.  Dass  die  Stadt  Zürich  (Sportamt  der  Stadt 

Zürich;  als  Vertreterin  der  Bauherrschaft)  Auftraggeberin  des  Lärmgutach-

tens  ist,  entspricht  der  im  baurechtlichen  Verfahren  gängigen  Praxis  und 

begründet keine Vermutung einer Voreingenommenheit. 

6.4. 
Indes sind angesichts der zahlreichen Parameter und der nur knappen Ein-

haltung  der  Planungswerte  bei  der  rekurrentischen  Liegenschaft  auf  der 

Parzelle Kat.-Nr. X durchaus weitere Abklärungen bzw. der Einbezug weite-
rer  Beurteilungskriterien  erforderlich  (Vollzugshilfe  des  BAFU 2017,  S. 24). 

Eine Rückweisung wegen fehlender diesbezüglicher Erwägungen im ange-

fochtenen Entscheid ist indes nicht vorzunehmen. Der Begründungsmangel 

kann  im  Rekursverfahren  ohne  weiteres  geheilt  werden.  Entscheidend  ist 

vorliegend, dass die Parzellen Kat.-Nr. UN4756 wie auch die Parzelle Kat.-

Nr.  X  inmitten  der  Stadt  Zürich  liegen.  Die  Parzelle  Kat.-Nr.  UN4756  liegt 

unmittelbar  neben  bzw.  unter  der  Wasserwerkstrasse  und  der  Kornhaus-

brücke,  über  welche  Strassen  ein  grosser  Teil  des  Verkehrs  zum  Auto-

bahnzubringer (Milchbucktunnel) abgewickelt wird. Richtung Limmat liegen 

R1S.2018.05088 

Seite 15 

 
 
weitere  publikumsintensive  Nutzungen  wie  beispielsweise  Restaurants 

(Kat.-Nr. UN4761; ebenfalls im Eigentum der Stadt Zürich). Daneben befin-

det  sich  der  Lettensteg  und  das  Kraftwerk  Letten.  Aus  diesem  Grund  ist 

auch für die Liegenschaft des Rekurrenten auf der Parzelle Kat.-Nr. X da-

von auszugehen, dass gewisse Lärmbelastungen, sei es zufolge Freizeitak-

tivitäten der städtischen Bevölkerung am Limmatufer oder zufolge des Ver-

kehrs,  zum  üblichen  und  akzeptierten  Mass  gehören.  Dass  die  Parzelle 

Kat.-Nr. X  in  einem  ruhigen  Wohngebiet  liege,  trifft  nach  dem  Gesagten 

nicht zu. Des Weiteren ist im Winter generell mit einer verminderten Benut-

zung  der  Skateranlage  zu  rechnen,  sodass  die  Hauptbelastung  in  die 

Sommerzeit fällt. Ein Nachtbetrieb ist, wie erwähnt, nicht vorgesehen. Dem 

Lärmcharakter wird unter Zugrundelegung der Methodik der BlmSchV und 

der Bayerischen Studie hinreichend Rechnung getragen. Die weiteren bei-

zuziehenden  Beurteilungskriterien  sprechen  klar  für  die  Realisierung  der 

Anlage am projektierten Standort und gegen eine übermässige Beeinträch-

tigung des Rekurrenten. Dasselbe hat sich aufgrund des im Verfahren G.-

Nr. R1S.2018.05047 durchgeführten Augenscheins ergeben. Der Rekurrent 

wird durch weitere Lärmarten, wie beispielsweise Lautsprecherdurchsagen 

der Gastronomiebetriebe oder auf der Wasserwerkstrasse/Kornhausbrücke 

verkehrende Motorfahrzeuge, erheblich stärker beeinträchtigt. 

6.5. 
Der Rekurrent beruft sich weiter auf die Überschreitung der Planungswerte 

am  Immissionspunkt  IO 6  an  der  Liegenschaft  Wasserwerkstrasse 94  auf 

der  Parzelle  Kat.-Nr.  WP4433.  Gemäss  Lärmgutachten  betragen  die  Im-

missionswerte  an  der  exponiertesten  lärmempfindlichen  Stelle  57.1 dB (A) 

tagsüber sowie 55 dB (A) abends; dies entspricht einer Überschreitung der 

massgeblichen  Planungswerte  um  2 dB  (A)  tagsüber  und  um  5 dB (A) 

abends.  Der  Wert  von  55 dB (A)  abends  entspricht  dem  vom  BAFU  defi-
nierten  Immissionsrichtwert,  welcher  Wert  nach  der  Systematik  des 

schweizerischen  Lärmschutzrechts  dem  Immissionsgrenzwert  entspricht 

(Vollzugshilfe BAFU 2017, S. 23). 

Zunächst  steht  infrage,  ob  der  Rekurrent  befugt  sei,  sich  auf  die  Über-

schreitung der Planungsrichtwerte an Immissionspunkten auf Drittgrundstü-

cken zu berufen. Allgemein gilt – wie vom Rekurrenten geltend gemacht –

im baurechtlichen Verfahren der Grundsatz, dass neben der formellen Be-

schwer  für  die  Legitimation  zur  Rechtsmittelerhebung  einerseits  eine  be-

R1S.2018.05088 

Seite 16 

 
 
sondere Betroffenheit und andererseits aus der Aufhebung oder Änderung 

des  angefochtenen  Entscheids  ein  praktischer  Nutzen  gezogen  werden 

kann. Das Anfechtungsinteresse muss indes nicht mit demjenigen Interes-

se übereinstimmen, das durch die als verletzt gerügte Norm geschützt wird. 

Nachbarn können die Überprüfung eines Bauvorhabens im Lichte all jener 

Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne auf 

ihre  Stellung  auswirken,  dass  ihnen  bei  einem  Obsiegen  ein  praktischer 

Nutzen  entsteht  (BGr 1C_37/2011  vom  14. April 2011,  E. 2.3.2  und 

E. 2.3.3).  Für  die  Rüge  überschrittener  Planungs-  oder  Immissionsgrenz-

werte  auf  Drittgrundstücken  kann  dies  nicht  unbesehen  gelten.  Die  Praxis 

hat in Lärmschutzfällen verschiedentlich festgehalten, dass auf die bei der 

Liegenschaft des Betroffenen gemessenen Immissionen – und nur auf die-

se – abzustellen ist. Bei einer Lärmklage kann es nur um die Feststellung 

gehen, ob der Lärmkläger übermässigen Immissionen ausgesetzt ist. Wenn 

deshalb einzig  die  in bzw.  bei  der  Liegenschaft  des  Betroffenen auftreten-

den  Immissionen  beurteilt  werden,  ist dies  nicht  zu beanstanden  (BRGE II 

Nr. 0193/2015  vom  15.  Dezember 2015  in  BEZ  2016  Nr. 34, E. 5.3.2; be-

stätigt  mit  VB.2016.00052  vom 12. Mai  2016;  diese Legitimationsfrage  im-

plizit bestätigt mit BGr 1C_383/2016 vom 13. Dezember 2017, E. 4.6). Das 

Abstellen auf Lärmwerte an Immissionspunkten auf Drittgrundstücken wäre 

ein unzulässiger Eingriff in die Interessenssphäre der entsprechenden, sich 

am  vermeintlichen  Lärm  offenkundig  nicht  störenden  Grundeigentümer, 

zumal  diese  zur  Mitwirkung  an  Lärmmessungen  ohnehin  nicht  verpflichtet 

werden könnten. Auch in Fällen wie dem vorliegenden (Lärmprognose) wä-

re  es  weder  faktisch  noch  prozessual  praktikabel,  Lärmwerte  für  alle  (po-

tentiell)  lärmempfindlichen  Punkte  in  der  Umgebung  zu  ermitteln.  Vorlie-

gend  verhält  es  sich  auch  insofern  speziell,  als  dass  der  Rekurrent  keine 

andere  Betroffenheit  als  eine  lärmschutzrechtliche  darzutun  vermag.  Die 

rekursgegenständliche  Skateranlage  ist  von  der  rekurrentischen  Liegen-
schaft  nicht  einsehbar.  Auf  die  Rüge  des  Rekurrenten  betreffend  den  Im-

missionspunkt IO 6 ist nach dem Gesagten nicht weiter einzugehen. 

Nur  der  Vollständigkeit  halber  zu  erwähnen  ist  Folgendes:  Selbst  wenn 

diesbezüglich  von  einer  Legitimation  des  Rekurrenten  auszugehen  wäre, 

könnte  aus  der  Überschreitung  des  Planungswerts  um  2  dB  (A)  tagsüber 

und um 5 dB (A) noch nicht auf die fehlende Bewilligungsfähigkeit der Ska-

teranlage geschlossen werden. Bei den Planungs- und Immissionsrichtwer-

ten handelt es sich – wie bereits erwähnt und vom BAFU daselbst betont – 

R1S.2018.05088 

Seite 17 

 
 
um  Richtwerte,  von  welchen  die  Vollzugsbehörde  in  begründeten  Fällen 

abweichen  kann  (Vollzugshilfe  des  BAFU 2017,  S. 22).  Ins  Gewicht  fallen 

dabei zunächst die unter Ziffer 6.2 bereits im Zusammenhang mit dem Er-

reichen  der  Planungswerte  bzw.  der  Notwendigkeit  weiterer  Abklärungen 

beleuchteten Kriterien. Des Weiteren können, so man die Immissionsricht-

werte des BAFU mit den Immissionsgrenzwerten gemäss LSV gleichsetzt, 

Erleichterungen  bis  zur  Einhaltung  der  Immissionsrichtwerte  gewährt  wer-

den  (Art. 25  Abs. 2  USG).  Erleichterungen  sind  zu  gewähren,  soweit  die 

Einhaltung der Planungswerte zu einer unverhältnismässigen Belastung für 

die  Anlage  führen  würde  und  ein  überwiegendes  öffentliches,  namentlich 

auch  raumplanerisches  Interesse  an  der  Anlage  besteht  (Art. 7  Abs. 2 

LSV).  Entgegen  der  Rechtsauffassung  des  Rekurrenten  könnte  aus  dem 

Wortlaut der zitierten Bestimmungen nicht abgeleitet werden, dass für eine 

Anlage  eine  positive  oder  negative  Standortgebundenheit  (analog zu  Bau-

ten ausserhalb der Bauzonen gemäss Art. 24 des Raumplanungsgesetzes 

[RPG])  zu  fordern  wäre  bzw.  entsprechende  Evaluationen  getätigt  werden 

müssten.  Dergestalt  kann  –  bemerkungsweise  angefügt  –  auch  aus  dem 

Vorsorgeprinzip  nicht  hergeleitet  werden.  Vorliegend  wäre,  so  der  Rekur-

rent  als  legitimiert  betrachtet  würde,  ein  überwiegendes  Interesse  der  Öf-

fentlichkeit  an  der  projektierten  Skateranlage  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr. 

UN4756  zu  bejahen.  Entsprechende  Freiflächen,  noch  dazu  solche  im  Ei-

gentum  des  Gemeinwesens,  sind  in  der  Stadt  Zürich  rar.  Als  Folge  der 

dichten  Bebauungsstruktur  auf  städtischem  Gebiet  sind  Freizeitanlagen 

kaum  gänzlich  ohne  eine  gewisse  Beeinträchtigung  von  Anwohnern  reali-

sierbar. Es besteht ein berechtigtes Bedürfnis der Stadtbevölkerung an na-

he  gelegenen  Erholungs-  und  Freizeiträumen.  Die  rekursgegenständliche 

Skateranlage  wurde  in  unmittelbarer  Nachbarschaft  zu  den  bestehenden 

Beach-Volleyballfeldern,  der  Liegewiese  und  dem  Flussbad  am  Oberen 

Letten sowie zum Kloster-Fahr-Weg (Promenade entlang der Limmat) pro-
jektiert  und  befindet  sich  damit  unter  raumplanerischen  Gesichtspunkten 

am  richtigen  Ort.  Darauf  hinzuweisen  ist  in  diesem  Zusammenhang,  dass 

auf  der  Parzelle  Kat.-Nr.  UN4756  (Teil  des  Letten-Areals)  ein  erhebliches 

Interesse  am  Bestand  publikumsintensiver  Freizeitnutzungen  besteht.  Die 

erwähnten  Einrichtungen  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr.  UN4756  wurden  nach 

der  Räumung  der  Drogenszene  auf  dem  Letten-Areal  gezielt  im  Hinblick 

auf  die  Verhinderung  einer  erneuten  Ansiedelung  der  Szene  und  zwecks 

Aufwertung des gesamten Quartiers realisiert. 

R1S.2018.05088 

Seite 18 

 
 
6.6. 
Im Ergebnis erweist sich die projektierte Skateranlage auf der Parzelle Kat.-

Nr. 4756 mit Bezug auf die Einhaltung der im Sinne von Art. 15, 19 und 23 

des USG gemäss Art. 40 Abs. 3 LSV zu definierenden Störschwelle, in er-

gänzender  Heranziehung  der  BlmSchV und der  Bayerischen Studie  sowie 

in Nachachtung der Vollzugshilfe des BAFU 2017, als rechtskonform. 

7.1. 
Der Rekurrent macht sodann geltend, die rekursgegenständliche Skateran-

lage  sei  zunächst  isoliert,  hernach  aber  auch  noch  im  Rahmen  einer  Ge-

samtbetrachtung  zusammen  mit  dem  Volleyballfeld,  der  Badeanstalt  und 

der Gastwirtschaft zu beurteilen. Auch insoweit erweise sich die vorinstanz-

liche  Prüfung  als  ungenügend  und  sei  der  Entscheid  zufolge  Begrün-

dungsmangels aufzuheben. 

7.2. 
Bei  der  rekursgegenständlichen Skateranlage  handelt  es  sich um ein Teil-

element  der  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr. UN4756  bestehenden  Sport-  und 

Freizeitanlage  (BRGE  I  Nr.  0153/2018  vom  19.  Oktober  2018,  E.  2.5;  mit 

Hinweis  auf  VB.2003.00216  in  BEZ 2004  Nr. 10,  E. 3b).  Insofern  sind 

grundsätzlich alle Immissionen der Sport- und Freizeitanlage, die durch die 

bestimmungsgemässe  Nutzung  verursacht  werden,  in  die  Beurteilung  ein-

zubeziehen  (BGE 133  II  292,  E.  3.1).  Auch  gemäss  § 1  Abs. 3  BImSchV 

sind Einrichtungen, die mit der Sportanlage in einem engen räumlichen und 

betrieblichen  Zusammenhang  stehen,  der  Sportanlage  zuzurechnen.  Dies 

entspricht der gesamtheitlichen Betrachtungsweise, wie sie Art. 8 USG vor-

schreibt (BGr 1C_169/2008 vom 5. Dezember 2008, E. 5.4). 

7.3. 
Auch im vorliegenden Fall ist eine gesamte Beurteilung der auf der Parzelle 

Kat.-Nr.  UN4756 bestehenden  Sport-  und  Freizeitanlage  grundsätzlich  an-

gezeigt. Von diesem Erfordernis kann nur dann abgewichen werden, wenn 

einzelne  Einrichtungen  als  für  die  Emissionsermittlung  nur  von  derart  un-

tergeordneter Bedeutung sind, dass sie bei der Erstellung des Lärmgutach-

tens  vernachlässigt  werden  dürfen  (BGr 1C_278/2010  vom  31. Januar 

2011,  E. 4.4.5).  Mit  Bezug  auf  die  vom  Rekurrenten  beanstandeten,  von 

der  Kornhausbrücke  und  der  rekurrentischen  Liegenschaft  weiter  entfernt 

R1S.2018.05088 

Seite 19 

 
 
befindlichen  Einrichtungen  (Beach-Volleyballfeld,  Liegewiese  gegenüber 

Flussbad oberer Letten), ist ein Verzicht auf eine Gesamtbeurteilung ohne 

weiteres  nachvollziehbar.  Es handelt  sich  um  kleinmassstäbliche Anlagen, 

ohne  Flutlicht-  und  Lautsprecheranlage  und  ohne  Zuschauerraum  bzw. 

Sitztreppen. Ein Wettkampfbetrieb findet nicht  statt.  Unter  diesen Umstän-

den  kann  angesichts  der  nur  geringfügigen  Immissionen  des  Beach-

Volleyballspiels  und  der  Liegewiese  eine  lärmrechtliche  Relevanz  dieser 

Anlagen für  das  gesamte  Umfeld  der  rekurrentischen  Liegenschaft  ausge-

schlossen  werden.  Anlässlich  des  im  Verfahren  G.-Nr. R1S.2018.05047 

durchgeführten  Augenscheins  waren  bei  der  rekurrentischen  Liegenschaft 

keinerlei  Geräusche  der  erwähnten  Einrichtungen  wahrnehmbar.  Die  Ein-

richtungen sind baurechtlich bewilligt, sodass keine Neubeurteilung in Fra-

ge steht. Die Gutachterin und die Vorinstanz durften daher auf eine beson-

dere Beurteilung verzichten. Der insofern bestehende Begründungsmangel 

hat als im Rekursverfahren geheilt zu gelten. 

7.4. 
Besonders wiederum verhält es sich mit Bezug auf den Gastronomiebetrieb 

"Stazione  Paradiso"  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr. UN4761.  Obwohl  sich  die 

Parzelle  Kat.-Nr. UN4761  ebenfalls  im  zivilrechtlichen  Eigentum  der  Stadt 

Zürich befindet, gehört der dortige Restaurantbetrieb weder organisatorisch 

noch  funktionell  zur  Sport-  und  Freizeitanlage.  Die  zivilrechtlichen  Eigen-

tumsverhältnisse  allein  sind  nicht  erheblich  (BGr 1C_169/2008  vom  5. De-

zember  2008,  E. 2.3).  Inhaberin  ist  die  Cucina  Paradiso  GmbH  und  damit 

eine private Trägerschaft. Eine Ausrichtung des Angebots auf die Besucher 

der Skateranlage oder der Beach-Volleyballfelder im Speziellen ist nicht er-

sichtlich. Die gesamtheitliche Betrachtung kann insofern nicht Platz greifen. 

7.5. 
Die unter vorstehender Ziffer 7.1 erwähnten Rügen sind unbegründet. 

8.1. 
Der  Rekurrent  macht  sodann  geltend,  dass  nach  Massgabe  der  BImSchV 

sowie gestützt auf das Vorsorgeprinzip auch die dort definierten Ruhezeiten 

Anwendung finden müssten, zumal die Beurteilung auch im Übrigen in An-

lehnung an das deutsche Recht erfolge. Dass im angefochtenen Entscheid 

keine  Mittagspausen  definiert  würden,  erweise  sich  als  rechtswidrig.  So-

R1S.2018.05088 

Seite 20 

 
 
dann  gehe  auch  die  Allgemeine  Polizeiverordnung  (APV)  werktags  in  der 

Zeit  von  12.00  bis  13.00 Uhr  sowie  von  20.00 Uhr  bis  zum  Beginn  der 

Nachtruhe von einem erhöhten Erholungs- und Ruhebedürfnis der Bevölke-

rung aus. Auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung halte fest, dass an 

Sonn- und allgemeinen Feiertagen ein besonderes Ruhebedürfnis der An-

wohner schlicht und einfach der Notorietät entspreche. Eine Beschränkung 

der  Betriebszeiten  könne  sodann  in  Anwendung  des  umweltrechtlichen 

Vorsorgeprinzips gefordert werden. Im angefochtenen Beschluss fehlten zu 

den Ruhezeiten jedwede Erwägungen. 

8.2. 
Der  angefochtene  Entscheid  statuiert  für  die  Skateranlage  durchgehende 

Betriebszeiten von 08.00 bis 21.00 Uhr an Wochen- wie an Sonn- und Fei-

ertagen (Dispositiv-Ziffer I.4 des angefochtenen Entscheids). Gemäss dem 

Konzept der BImSchV beziehen sich die Immissionsrichtwerte tagsüber an 

Wochentagen  auf  die  Zeitspanne  zwischen  06.00  bis  22.00 Uhr  sowie  an 

Sonn- und Feiertagen von 07.00 bis 22.00 Uhr; die Ruhezeit an Werktagen 

bezieht sich auf die Zeitspannen von 06.00 bis 08.00 Uhr sowie von 20.00 

bis 22.00 Uhr; an Sonn- und Feiertagen basieren die Immissionswerte auf 

Ruhezeiten  von  07.00  bis  09.00 Uhr,  von  13.00 Uhr  bis  15.00 Uhr  sowie 

von  20.00  bis  22.00 Uhr  (§  2  Abs.  5  Ziff.  1  und  3  BImSchV).  Diese  Vor-

schriften zu Betriebs- und Ruhezeiten sind – wie erwähnt – für die schwei-

zerische  Beurteilung  nach  LSV  nicht per  se massgeblich. Allzu  starke  Ab-

weichungen  sind  indes  nicht  zuzulassen,  da  ansonsten  das  der  BlmSchV 

und  damit  auch  der  schweizerischen  Konzeption  zugrundeliegende  Be-

rechnungsmodell der Immissionsrichtwerte infrage gestellt würde. Die APV 

als  massgebliche  Beurteilungsgrundlage  statuiert  eine  Nachtruhe  von 

22.00 Uhr  bis  07.00 Uhr;  während  der  Sommerzeit  eine  solche  von 

23.00 Uhr  bis  07.00 Uhr  (Art. 19  Abs. 1  APV).  Werktags  von  12.00  bis 
13.00 Uhr  und  von  20.00 Uhr  bis  zum  Beginn  der  Nachtruhe  sowie  an  öf-

fentlichen  Ruhetagen  ist  dem  Erholungsbedürfnis  der  Bevölkerung  Rech-

nung zu tragen (Abs. 2). 

8.3. 
Ein effektives Verbot des Betriebs von lärmemittierenden Anlagen kann aus 

Art. 19 APV selbstredend nicht hergeleitet werden. Die Pflicht zur erhöhten 

Rücksichtnahme hat jedoch – auch unter dem Titel des Vorsorgeprinzips – 

in die Beurteilung einzufliessen. Aus der BImSchV ergibt sich für die Statu-

R1S.2018.05088 

Seite 21 

 
 
ierung  von  Mittagsruhezeiten  während  der  Wochentage  keine  Grundlage. 

Indes ist der Rekurs in Anwendung des Vorsorgeprinzips gemäss LSV so-

wie unter Rücksichtnahme auf die Ruhezeiten gemäss APV insofern gutzu-

heissen, als an Werktagen eine Mittagsruhezeit von 12.00 bis 13.00 Uhr in-

frage  steht.  Die  entsprechende  betriebliche  Einschränkung  ist  vertretbar. 

An  –  regelmässig  arbeits-  und  schulfreien  –  Wochenenden  besteht  indes 

ein erhöhtes Interesse der Nutzer am Betrieb, weshalb die Einhaltung einer 

Mittagsruhe oder eine gänzliche Betriebseinstellung an Samstagen insofern 

nicht  als  verhältnismässig  gelten  kann.  Die  Immissionen  während  der 

abendlichen Ruhezeiten werden gemäss BlmSchV, wie aufgezeigt, separat 

behandelt  und  am  Immissionspunkt  IO 5  des  Rekurrenten  ohnehin  einge-

halten.  Eine  entsprechende  betriebliche  Einschränkung  rechtfertigt  sich 

während  der  Sommerzeit,  in  welchen  die  APV  eine  Nachtruhe  erst  ab 

23.00 Uhr  statuiert,  nicht.  Eine  Betriebseinstellung  bereits  ab  20.00 Uhr 

liesse sich mit Blick auf das bei Sport- und Freizeitanlagen notorische Inte-

resse der Nutzer am Betrieb ausserhalb der regulären Arbeits- und Schul-

zeiten nicht rechtfertigen. Insofern ist während der Sommerzeit ein Betrieb 

bis um 21.00 Uhr zu gewährleisten. Während der Winterzeit besteht das In-

teresse am Abendbetrieb bei der vorliegenden, nicht von Vereinen genutz-

ten Anlage nicht im gleichen Umfang. Die Betriebszeit ist daher in Anwen-

dung  des  Vorsorgeprinzips  auf  20.00 Uhr  zu  beschränken.  An  Sonn-  und 

Feiertagen ist – in Anlehnung an die Ruhezeiten gemäss    BImSchV und 

bereits angesichts fehlender  Berechnungen für  die morgendliche  Ruhezeit 

– ein Betrieb erst ab 09.00 Uhr vorzusehen. Da die BImSchV an Sonn- und 

Feiertagen ferner  eine  Ruhezeit  von  13.00 Uhr  bis  15.00 Uhr  vorsieht und 

die APV – wie erwähnt – an öffentlichen Ruhetagen ein erhöhtes Ruhebe-

dürfnis der Bevölkerung ausweist, ist an Sonn- und Feiertagen ebenfalls ei-

ne Betriebsunterbrechung statthaft. Nach schweizerischen Gepflogenheiten 

ist diese von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr festzusetzen. In der Summe ergeben 
sich  damit  keine  Abweichungen  von  den  der  Beurteilung  zugrundeliegen-

den Lärmbelastungswerten.  

Beim  Entscheid  ist  angesichts  der  allgemein  bekannten  Unklarheiten  mit 

Bezug  auf  eine  –  mögliche  –  zukünftige  Abschaffung  von  Sommer-  und 

Winterzeit der saisonale Betrieb sinnvollerweise nach Monaten festzulegen. 

Soweit mit Bezug auf die Festlegung der Betriebszeiten von einem Begrün-

dungsmangel  auszugehen  ist,  kann  dieser  als  im  Rekursverfahren  als  ge-

heilt gelten. 

R1S.2018.05088 

Seite 22 

 
 
8.4. 
In  Abänderung  von  Dispositiv-Ziffer I.4  Satz 1  ist  der  angefochtene  Ent-

scheid demgemäss wie folgt zu modifizieren:  

"Der Betrieb der Skateranlage wird wie folgt gestattet 

Während der Monate April bis Oktober: 

Montag bis Freitag von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.00 Uhr 

bis 21.00 Uhr 

Samstags von 08.00 Uhr bis 21.00 Uhr 

An Sonn- und Feiertagen von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 

14.00 bis 21.00 Uhr 

Während der Monate November bis März: 

Montag bis Freitag von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.00 Uhr 

bis 20.00 Uhr 

Samstags von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr 

An Sonn- und Feiertagen von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 

14.00 Uhr bis 20.00 Uhr " 

9.1. 
Der Rekurrent macht schliesslich geltend, im angefochtenen Entscheid un-

geprüft geblieben sei auch die Möglichkeit von lärmschützenden Installatio-

nen  (Lärmschutzwand,  Bedämpfung  des  Resonanzbogens  der  Kornhaus-

brücke). Derartige Massnahmen seien in Anwendung des Vorsorgeprinzips 

geboten. 

9.2. 
Das  USG  ordnet  zum  Zwecke  der  Vorsorge  an,  dass  Einwirkungen,  die 
schädlich  oder  lästig  werden  könnten,  frühzeitig  zu  begrenzen  sind  (Art. 1 

Abs. 2  USG;  das  bereits  erwähnte  Vorsorgeprinzip).  Einwirkungen  werden 

dabei  primär  an  der  Quelle,  d.h.  am  Emissionsort,  beschränkt  (Art. 11 

Abs. 1  USG).  Dabei  sind  zunächst ebenfalls  im  Sinne  der  Vorsorge  unab-

hängig  von  der  bestehenden  Umweltbelastung  die  Emissionen  so  weit  zu 

begrenzen, als dies technisch möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 

Abs. 2 USG). In einem zweiten Schritt sind die Emissionsbegrenzungen zu 

verschärfen,  wenn  feststeht  oder  zu  erwarten  ist,  dass  die  Einwirkungen 

unter  Berücksichtigung  der  bestehenden  Umweltbelastung  schädlich  oder 

lästig  werden  (Art. 11  Abs. 3  USG).  Die  unter  den  Immissionsgrenzwerten 

R1S.2018.05088 

Seite 23 

 
 
liegenden  Planungswerte  legen  daher  nicht  das  Mass  der  vorsorglichen 

Emissionsbegrenzung gemäss Art. 11 Abs. 2 USG fest. Die Einhaltung der 

Planungswerte belegt nicht ohne weiteres, dass alle erforderlichen vorsorg-

lichen  Emissionsbegrenzungen  gemäss  Art. 11  Abs. 2  USG  eingehalten 

sind  (zum  Ganzen  BGE 124  II  517,  E. 4a  und  E. 4b).  Vor  diesem  Hinter-

grund  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Anwendung  des 

lärmrechtlichen  Vorsorgeprinzips  eine  klar  quantifizierbare,  erhebliche  Be-

einträchtigung der Betroffenen bedinge. Dergestalt ergibt sich aus den von 

der  Vorinstanz  angeführten  bundesgerichtlichen  Entscheiden  nicht  (vgl. 

BGE 123 II 74, E. 5a). Indes ist mit Bezug auf die konkret infrage stehende 

Massnahme selbstredend deren Verhältnismässigkeit zu prüfen. 

9.3. 
Das  Begehren  des  Rekurrenten  auf  Lärmbegrenzung  mittels  einer  Lärm-

schutzwand ist nicht genügend substantiiert. Einen Standort für eine Lärm-

schutzwand definiert der Rekurrent nicht. Die Erstellung einer Lärmschutz-

wand  stellt  mit  Bezug  auf  den  Lärm  der  vorliegend  zu  beurteilenden  Ska-

teranlage kein taugliches Instrument dar. Der Rekurrent legt auch nicht dar, 

inwiefern  sich  mittels  einer  Lärmschutzwand  die  Lärmbelastung  erheblich 

reduzieren  liesse.  Sodann  kann  eine  Lärmschutzwand  nicht  per  se  als 

Lärmbegrenzung an der Quelle gelten. Auf das Begehren ist insofern nicht 

weiter  einzugehen.  Ein  Begründungsmangel  des  angefochtenen  Ent-

scheids  liegt  nach  dem  Gesagten  nicht  vor.  Die  vom  Rekurrenten  sodann 

vorgeschlagene  Bedämpfung  des  Resonanzbogens  der  Kornhausbrücke 

könnte zwar grundsätzlich als Lärmschutz an der Quelle gelten. Dass eine 

solche Massnahme indes entsprechend der Auffassung der Vorinstanz mit 

Kosten  von  mehreren  Fr.  10'000.–  verbunden  sein  dürfte,  ist  plausibel, 

weshalb sie von vornherein als unverhältnismässig einzustufen ist. 

9.4. 
Zusammengefasst ist die Rüge gemäss vorstehender Ziff. 9.1 unbegründet. 

10.1. 
Der  Rekurrent  fordert  ferner  Durchsetzungsmassnahmen  zwecks  Sicher-

stellung  der  Einhaltung  der  abendlichen  Betriebszeitenbeschränkungen. 

Dazu gehöre auch die Reduktion der Strassenbeleuchtung sowie bauliche 

Vorrichtungen zur Abschliessung. 

R1S.2018.05088 

Seite 24 

 
 
10.2. 
Der angefochtene Entscheid enthält in Dispositiv-Ziffer I.6 die Auflage, zur 

Einhaltung  der  Betriebszeiten  eine externe  Firma für Kontrollgänge  zu  be-

auftragen. Sodann sieht Dispositiv-Ziffer I.7 für den Fall berechtigter Lärm-

klagen  die  Anordnung  zusätzlicher  baulicher  und/oder  betrieblicher  Mass-

nahmen vor. 

10.3. 
Für  die  Anordnung  von  Vollstreckungsmassnahmen  und  die  Vollstreckung 

daselbst ist grundsätzlich die zuständige Verwaltungsbehörde daselbst be-

fugt  und  verpflichtet  (§ 29  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]). 

Indessen  kann  die Sachverfügung  auch  bereits  Anordnungen  zur  Vollstre-

ckung enthalten. Die Behörde, welche die Sachverfügung erlässt, ist befugt 

und  je  nach  den  Umständen  im  Einzelfall  auch  verpflichtet,  Vollstre-

ckungsmodalitäten  in  das  Dispositiv  aufzunehmen  (Tobias  Jaag,  in:  Kom-

mentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2013,  Vorbemerkungen  zu 

§§ 29-31 Rz. 15). Bei der Wahl des konkreten Vollstreckungsmittels kommt 

dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz besondere Bedeutung zu (Jaag, § 30 

Rz. 39 und Rz. 68 ff.). 

10.4. 
Der Rekurrent tut nichts dar, was die im angefochtenen Entscheid verfügte 

Durchsetzung  der  Betriebszeiten  mittels  privater  Sicherheitsfirmen  von 

vornherein als ungeeignet erscheinen liesse. Systematische Verstösse ge-

gen die Nutzungsordnung sind nicht ersichtlich und auch nicht von vornhe-

rein zu vermuten. Nach den im vorsorglichen Massnahmeverfahren (G.-Nr. 

R1S.2018.05047)  eingereichten  Kundenrapporten  der  Securitas  ist  wäh-

rend der Ruhezeiten kaum von Verstössen auszugehen. Beim Rekurrenten 

handelt es  sich  um den  einzigen  Lärmkläger.  Eine  Befragung  weiterer  un-
bestimmter  Anwohner  der  Liegenschaft  (Parzelle  Kat.-Nr.  WP4432)  ist  – 

wie  erwähnt –  nicht  vorzunehmen.  Die  Anordnung  baulicher  Massnahmen 

(Abschliessung) wäre unverhältnismässig, zumal solche Einrichtungen von 

der  Behörde  oder  Drittbeauftragten  jeden  Tag  neu  angeordnet  werden 

müssten. Ein Anspruch auf Erlass eines Benutzungsreglementes kann aus 

der  vom  Rekurrenten  zitierten  Rechtsprechung  nicht  abgeleitet  werden 

(BGr 1C_278/2010 vom 31. Januar 2011, E. 4.4.9). In dem Entscheid ging 

es  gerade darum,  dass für  den fraglichen Allwetterplatz  keine Betriebszei-

ten festgelegt worden waren. Über die an Grün Stadt Zürich als Betreiber-

R1S.2018.05088 

Seite 25 

 
 
schaft  adressierten  Betriebszeiten  hinaus  ist  das  Baurekursgericht  weder 

zuständig noch befugt, einer Gemeinde Anweisungen zum Erlass polizeili-

cher  Bestimmungen  zu  erteilen.  Das  übersprayte  Mahnplakat  an  der  Brü-

cke  sowie  die  verkritzelte  Hinweistafel  tun nichts  zur  Sache.  Die Ausschil-

derung  der  Betriebszeiten  ist  im  Hinblick  auf  die  modifizierten  Betriebszei-

ten ohnehin neu vorzunehmen. 

11. 
Im  Ergebnis  ist  der  Rekurs  teilweise  gutzuheissen  und  der  angefochtene 

Bausektionsbeschluss vom 10. Juli 2018 um die erwähnten Auflagen zu er-

gänzen.  Im  Übrigen  ist  der  Rekurs  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten 

ist. 

12. 
Der  Rekurrent  unterliegt  mit  seinen  Begehren  grossmehrheitlich.  Aus-

gangsgemäss sind die Verfahrenskosten zu vier Fünfteln dem Rekurrenten 

und zu je einem Zehntel der Vorinstanz sowie Grün Stadt Zürich aufzuerle-

gen (§ 13 VRG). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr  in  der  Regel  Fr.  1'000.–  bis  Fr. 50'000.–  (§  338  Abs. 2  PBG; 

§ 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 
Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). Ange-

sichts der zahlreichen erhobenen Rügen und einer gewissen Fallkomplexi-

tät ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 6'000.– festzusetzen. 

Grün Stadt Zürich beantragt die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung 

gestützt  auf  § 17  Abs.  2  lit.  b  VRG  (offensichtliche  Unbegründetheit  des 

Rekurses).  Dieser  Auffassung  kann  angesichts  des  Ausgangs  des  vorlie-

genden  Rekursverfahrens  von  vornherein  nicht  beigepflichtet  werden.  Die 

Voraussetzungen  von  § 17  Abs.  2  lit.  b  VRG  sind  daher  nicht  erfüllt,  so 

R1S.2018.05088 

Seite 26 

 
 
dass von der Zusprechung einer Umtriebsentschädigung an Grün Stadt Zü-

rich abzusehen ist. 

Dem  überwiegend  unterliegenden  Rekurrenten  ist  ausgangsgemäss  von 

vornherein keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. 

[….] 

R1S.2018.05088 

Seite 27