# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dc759a2-78f1-51b4-8305-bc19405943cd
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-28
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Unterschutzstellung eines Wohnhauses. Verhältnismässigkeit von Schutzmassnahmen.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0073/2020
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0073-2020_vom_28._april_2020.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2020.00008 
0073/2020 

Entscheid vom 28. April 2020  

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Peter  Rütimann,  Baurichterin  Sabine  Ziegler,  Ersatz-
richter Frank Kessler Arcon, Gerichtsschreiberin Karin Rüsch     

in Sachen 

Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Neptunstrasse 20, 8032 Zürich  

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X […] 

Mitbeteiligter 

2.  P. M. […] 

vertreten durch […]  

betreffend 

Beschluss  des  Gemeinderates  […];  Verzicht  auf  Unterschutzstellung  und 
Inventarentlassung […]  
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  2. Mai  2018  (Publikation  25. Mai  2018)  entliess  der 

Gemeinderat  X  die  Liegenschaft  Z.-Strasse 1  auf  dem  Grundstück  Kat.-

Nr. 1 in X aus dem Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung. 

B. 

Gegen diesen Beschluss erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom 25. Juni 2018 Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und 

beantragte  die  Aufhebung  des  angefochtenen  Beschlusses  unter  Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. 

C. 

Mit  Entscheid  vom  11. Dezember  2018  wies  die  2. Abteilung  des  Baure-

kursgerichts den Rekurs ab (BRGE II Nr. 0149/2018). 

D. 

Das  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Zürich  hiess  die  dagegen  erhobene 

Beschwerde mit Entscheid vom 23. Oktober 2019 (VB.2019.00063) teilwei-

se gut und wies die Sache im Sinne der Erwägungen an das Baurekursge-

richt zurück (Dispositiv-Ziffer 1).  

E. 

Mit  Verfügung  vom  13. Januar  2020  nahm  das  Baurekursgericht  von  der 

Rückweisung  der  Akten  Vormerk  und  teilte  den  Parteien  die  Fortsetzung 

des  Rekursverfahrens  unter  der  neuen  Geschäftsnummer  R2.2020.00008 

mit. 

F. 

Auf die Vorbringen der Parteien sowie auf die anlässlich des Abteilungsau-

genscheins  vom  2. Oktober  2018  gemachten  Feststellungen  wird,  soweit 

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für  die  Entscheidbegründung  erforderlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägun-

gen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Gemäss § 338b lit. a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) sind gesamt-

kantonal  tätige  Vereinigungen,  die  sich  seit  wenigstens  zehn  Jahren  im 

Kanton  statutengemäss  dem  Natur-  und  Heimatschutz  oder  verwandten, 

rein ideellen Zielen widmen, zum Rekurs gegen Anordnungen und Erlasse 

berechtigt, soweit sie sich auf den III. Titel oder § 238 Abs. 2 PBG stützen. 

Der  Rekurrent  erfüllt  diese  Voraussetzungen  unbestrittenermassen.  Da 

auch  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf  den  Rekurs 

einzutreten. 

2. 

Das  streitbetroffene  Grundstück  liegt  gemäss  der  geltenden  Bau-  und  Zo-

nenordnung der Gemeinde X (BZO) in der Wohnzone W2/1.40. Die Parzel-

le  grenzt  im  Nordosten an die L.-Strasse und  im  Übrigen  an ebenfalls der 

Wohnzone  zugehörige  Grundstücke  an.  Das  Grundstück  ist  überstellt  mit 

einem Wohnhaus, welches im Inventar der Schutzobjekte von kommunaler 

Bedeutung verzeichnet ist. 

3. 

Der  Mitbeteiligte  stellte  ein  Provokationsbegehren  im  Hinblick  auf  eine  all-

fällige Neuüberbauung des Grundstückes. Die Vorinstanz liess deshalb zur 

Beurteilung  der  Schutzwürdigkeit  ein  denkmalpflegerisches  Gutachten  […] 

in  Auftrag  geben.  Der  Mitbeteiligte  reichte  der  Gemeinde  im  Rahmen  der 

Anhörung zu diesem Gutachten eine Stellungnahme bzw. ein privates Gut-

achten […] ein. Aufgrund der beiden Gutachten kam der Gemeinderat zum 

Schluss,  dass  das  Objekt  zwar  einen  gewissen  Eigen-  und  Ensemblewert 

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aufweise  und  grundsätzlich  schutzwürdig  sei;  im  Rahmen  der  Interessen-

abwägung  indes  die  privaten  und  weiteren  öffentlichen  Interessen  das  öf-

fentliche Interesse an einer Unterschutzstellung überwiegen würden. Auch 

seien die Bedürfnisse an das Wohnen gestiegen. Namentlich würden heute 

grössere Abmessungen von Räumen, grosszügige Aussenflächen auf um-

laufenden  Balkonen,  raumhohe  Fenster,  eine  hindernisfreie  Erschliessung 

mit  einem  Lift  oder  eine  direkte  Erschliessung  von  Garage  und  Wohnung 

sowie eine hindernisfreie Bewohnbarkeit erwartet. Diese heutigen Anforde-

rungen könne das Schutzobjekt nicht erfüllen und könnten diese Elemente 

auch  nicht  ohne  Beeinträchtigung  des  Schutzobjektes  nachgerüstet  wer-

den. Das Gemeinwesen habe sodann ein Interesse daran, dass die zuläs-

sige bauliche Dichte der Bau- und Zonenordnung auch realisiert werde, um 

das unbesiedelte Land zu schonen. Die massvolle Verdichtung nach innen 

durch  die  Beanspruchung  von  Ausnutzungsreserven  entspreche  der  lang-

fristigen kantonalen Raumentwicklungsstrategie. Mit dem Abbruch des Ob-

jekts  und  dem  geplanten  Neubau  werde  eine  Verdichtung  erreicht.  Die 

streitbetroffene  Liegenschaft  sei  deshalb  aus  dem  Inventar  der  Schutzob-

jekte von kommunaler Bedeutung zu entlassen.  

Der  Rekurrent  war  demgegenüber  der  Auffassung,  es  handle  sich  um  ein 

hochkarätiges Schutzobjekt sowohl mit Bezug auf den Eigenwert als auch 

mit  Bezug  auf  den  Situationswert.  Ohne  weitere  Ausführungen  habe  die 

Vorinstanz  indes  die  privaten  Interessen  höher  gewichtet.  Die  Interessen-

abwägung  der  Vorinstanz  sei  mangelhaft.  Die  Schutzfähigkeit  sei  sodann 

ohne  weiteres  gegeben.  Das  Gebäude  sei  sogar  in  nicht  renoviertem  Zu-

stand bewohnbar. 

Der  mitbeteiligte  Grundeigentümer  stellte  die  vorinstanzliche  Würdigung 

ebenfalls  in  Frage,  und  vertrat  dabei  die  Auffassung,  es  handle  sich  beim 
streitbetroffenen  Objekt  nicht  einmal um  einen  wichtigen Zeugen,  weshalb 

die Inventarentlassung zu Recht erfolgt sei.  

Das Baurekursgericht kam zum Schluss, dass dem streitbetroffenen Objekt 

entgegen dem  Gutachten  weder  eine wichtige Zeugenschaft  noch  ein we-

sentlicher Situationswert zukomme und es sich daher nicht um einen wich-

tigen Zeugen handle.  

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Das Verwaltungsgericht hielt demgegenüber fest, dass es sich beim streit-

betroffenen Objekt sehr wohl um ein Objekt handle, welches sowohl einen 

hohen  Eigenwert  als  auch  einen  gewisse  Situationswert  aufweise  und  da-

her im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG schutzwürdig sei. Die Qualifikation 

eines  Objekts  als  "wichtiger  Zeuge"  oder  "wesentlich  mitprägendes  Ele-

ment"  für  die  Umgebung  führe  indes  nicht  zwingend  zur  Anordnung  von 

Schutzmassnahmen  im  Sinne  von  § 205  und  § 207  PBG,  sondern  nur, 

wenn  das  öffentliche  Interesse  an  der  Erhaltung  des  Schutzobjekts  höher 

zu werten sei als entgegenstehende öffentliche oder private Interessen. Die 

von  der  kommunalen  Behörde  vorgenommene  Interessenabwägung  sei 

durch das Baurekursgericht noch nicht überprüft worden. 

Das Baurekursgericht ist bei seinem Neuentscheid gemäss § 64 Abs. 2 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  an  die  in  der  Begründung  des 

Rückweisungsentscheides  enthaltene  rechtliche  Beurteilung  der  Streitsa-

che gebunden. Der Rekurrent macht somit zu Recht geltend, dass es sich 

bei dem in Frage stehenden Gebäude um ein Schutzobjekt handelt. Zu be-

urteilen bleibt die Verhältnismässigkeit der Unterschutzstellung.  

4.1. 

Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inte-

resse  liegen  und  verhältnismässig  sein  (Art. 36  Abs. 2  und  3  der  Bundes-

verfassung  [BV]).  Das  Verhältnismässigkeitsprinzip  im  engeren  Sinne  ver-

langt,  dass  eine  Schutzmassnahme  durch  ein  das  private  Interesse  über-

wiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt ist. Nur in diesem Fall ist sie 

den  Privaten  zumutbar  (Ulrich  Häfelin/Georg  Müller/Felix  Uhlmann,  Allge-

meines  Verwaltungsrecht,  7. Aufl.,  Zürich/St. Gallen 2016,  Rz. 556 ff.).  Ein 

durch  Schutzmassnahmen  verursachter  Grundrechtseingriff  ist  namentlich 
dann unverhältnismässig, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung 

für den angestrebten Erfolg ausreicht. 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zur  Verhältnismässigkeit 

von Schutzmassnahmen im engeren Sinne vermag das finanzielle Interes-

se an einer gewinnbringenden oder gar höchstmöglichen Ausnützung einer 

Liegenschaft  für  sich  allein  das  öffentliche  Interesse  an  Denkmalschutz-

massnahmen  grundsätzlich  nicht  zu  überwiegen  (BGE 120 Ia 270 ff., 

E. 6c).  Dies  ist  allerdings  nicht  so  zu  verstehen,  dass  den  wirtschaftlichen 

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Interessen privater Eigentümer bei der Interessenabwägung überhaupt kei-

ne Bedeutung zukommt. Sehr erhebliche finanzielle Interessen können der 

Verfolgung  eines weniger  gewichtigen öffentlichen Interesses durchaus im 

Wege stehen. Hingegen müssen unter Umständen auch sehr grosse finan-

zielle  Interessen  der  Grundeigentümer  öffentlichen  Interessen  weichen, 

weil das Gemeinwesen sonst kaum noch Bauten unter Schutz stellen könn-

te. Die Frage der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne darf nicht isoliert 

nur  anhand  der  zu  erwartenden  finanziellen  Aufwendungen  beurteilt  wer-

den. Vielmehr ist im Rahmen der Interessenabwägung auch das Mass des 

öffentlichen Interesses an der Unterschutzstellung und damit der Grad der 

Schutzwürdigkeit zu berücksichtigen. Dabei sind Rentabilitätsüberlegungen 

umso  geringer  zu  gewichten, 

je  schutzwürdiger  eine  Baute 

ist 

(BGr 1C_168/2012  vom  2. November 2012,  E. 6.4,  mit  weiteren  Hinwei-

sen).  

4.2. 

Bei  sich  auf  § 203  Abs. 1  PBG  stützenden  Schutzentscheiden  kommt  den 

kommunalen  und  kantonalen  Denkmalpflegebehörden  eine  gewisse  Ent-

scheidungsfreiheit zu. Diese bezieht sich vor allem auf die Qualifikation ei-

nes  Objektes  als  Schutzobjekt,  auf  den  konkreten  Umfang  einer  Schutz-

massnahme,  gegebenenfalls  auf  die  Auswahl  unter  mehreren  in  Betracht 

fallenden  Schutzobjekten  oder  aber  auf  den  Verzicht  auf  Schutzmassnah-

men. Insoweit hat sich die Rekursinstanz bei der Entscheidüberprüfung Zu-

rückhaltung aufzuerlegen.  Beruht  der  kommunale  Entscheid auf  einer  ver-

tretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, so hat ihn die Rekurs-

instanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur  dann  einschreiten, 

wenn die Behörde ihren Ermessensspielraum überschreitet, indem sie sich 

von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  in  Frage  stehenden  Regelung  fremden 

Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot 
von  Willkür  oder  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei 

darf sich die Rekursinstanz jedoch nicht auf eine blosse Willkürprüfung be-

schränken,  vielmehr  muss  die  Eingriffsschwelle  tiefer  gesetzt  werden  (vgl. 

BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). Die Entscheidungsfreiheit der Denk-

malpflegebehörde  ist  stets  gegen  den  Anspruch  auf  wirksamen  Rechts-

schutz  abzuwägen  (Art. 77  der  Kantonsverfassung  [KV]  und  Art. 29a  der 

Bundesverfassung [BV]; Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2014,  § 20  Rz. 64 ff.),  zumal  Schutzmassnahmen  in  der 

Regel einen schweren Eingriff in das Grundeigentum bilden. 

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Im Übrigen besteht in der Regel keine Kognitionseinschränkung. Die Frage, 

was unter einem Schutzobjekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu ver-

stehen  ist,  kann  die  Rekursinstanz  frei  beantworten.  Auch  steht  ihr  in  der 

Regel  eine  freie  Würdigung  der  örtlichen  Verhältnisse  zu,  soweit  ihr  diese 

hinreichend  bekannt  sind.  Geht  es  um  bautechnische  Fragen,  namentlich 

um  solche  der  Erhaltungs-  und  Renovationsfähigkeit  von  Schutzobjekten 

oder von Teilen hiervon, ist das Baurekursgericht als Fachgericht in Bausa-

chen zu deren Beantwortung nicht weniger berufen als die Denkmalpflege-

behörden. 

5. 

Für die somit im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen-

de  Abwägung  zwischen  öffentlichen  Interessen  an  der  Erhaltung  eines 

Schutzobjekts  und  den  weiteren,  entgegenstehenden  öffentlichen  Interes-

sen  sowie  den  privaten  Interessen  an  einer  möglichst  freien  Nutzung  des 

Grundstücks ist vorab der Grad der Schutzwürdigkeit des Objekts relevant. 

Gemäss  den  Ausführungen  im  Verwaltungsgerichtsentscheid  weist  das 

streitbetroffenen Objekt einen hohen Eigenwert und einen gewissen Situa-

tionswert  aufgrund  seiner  Ensemblewirkung  auf.  Es  handelt  sich  sodann 

gemäss  eigenen  Angaben  der  Vorinstanz  um  das  einzige  Objekt  mit  dem 

für  die  Schutzwürdigkeit  wichtigen  und  typischen  Fächergrundriss.  Auf-

grund  des  vom  Verwaltungsgericht  festgestellten  hohen  Eigenwertes  und 

der zumindest lokalen Einzigartigkeit des Objekts ist der Grad der Schutz-

würdigkeit gesamthaft als hoch zu qualifizieren. Daran ändert auch nichts, 

dass mit  Bezug auf  den Situationswert  nur  eine gewisse  Schutzwürdigkeit 

festgestellt  wurde,  da  die  Unterschutzstellungskriterien  nicht  kumulativ  ge-

geben sein müssen. 

Das öffentliche Interesse an einer Unterschutzstellung ist aufgrund des ho-

hen  Grades  der  Schutzwürdigkeit  aufgrund  des  wichtigen  und  hohen  Ei-

genwertes ebenfalls als grundsätzlich hoch zu qualifizieren.  

Das  Gebäude  steht  zurzeit  zwar  leer,  ist  aber  unbestrittenermassen  nach 

wie vor bewohnbar und kann somit problemlos weiterhin zonenkonform ge-

nutzt  werden.  Dies  bestätigte  sich  auch  am  durchgeführten  Augenschein. 

Die Räume sind gesamthaft in einem guten Zustand, die Ausstattung mag 

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nicht mehr modern sein, ist aber durchaus zweckmässig. Die Schutzfähig-

keit ist offensichtlich gegeben. Die von der Vorinstanz angeführten Neubau-

interessen  des  Grundeigentümers  sowie  das  Bedürfnis  nach  moderneren 

Wohnräumen  vermögen  das  hohe  Interesse  an  der  Unterschutzstellung 

nicht zu schmälern. Es handelt sich beim Gebäude denn auch nicht um ein 

altes Bauernhaus, sondern um ein Gebäude aus den 70er Jahren, welches 

sehr  wohl  über  grosszügige  Räume  und  eine  sehr  gute  Belichtung  der 

Räume  verfügt.  Das  Grundstück  bietet  sodann  trotz  der  steilen  Hanglage 

durchaus nutzbare Aussenflächen.  

Das  von  der  Vorinstanz  vorgebrachte  öffentliche  Interesse  an  einer  haus-

hälterischen  Bodennutzung  ist  zwar  ein  zentrales  Anliegen  des  Raumpla-

nungsrechts, indes erschöpft sich eine aus diesem Grund angestrebte bau-

liche  Verdichtung  in  den  Nutzungsplanungsmöglichkeiten  der  Vorinstanz. 

Eine  bauliche  Verdichtung  kann  problemlos  an  einem  anderen  Ort  in  der 
Gemeinde realisiert werden. Es ist nicht angezeigt, gerade dort zu verdich-
ten,  wo  sich  hochrangige  und  einzigartige  Schutzobjekte  befinden.  So  hat 

auch  das  Verwaltungsgericht  ausdrücklich  festgehalten,  dass  das  öffentli-

che Interesse an der inneren Verdichtung bei der Überprüfung der Verhält-

nismässigkeit  einer  Unterschutzstellung  keine  erhebliche  Rolle  spielen 

könne, da ein Abbruch schutzwürdiger Liegenschaften zumeist im Interesse 

einer Verdichtung läge (VB.2018.00103 vom 17. Januar 2019). 

Auch  im  Rahmen  der  Prüfung  der  Verhältnismässigkeit  erweist  sich  eine 

Unterschutzstellung somit als zulässig. 

Die  Erhaltung  der  äusseren  Erscheinung  sowie  der  Erhalt  der  inneren 

Raumstruktur  sind aufgrund des hohen Eigenwertes  unabdingbar.  Ebenso 

erscheint der Erhalt gewisser Ausstattungselemente notwendig. Der detail-
lierte Schutzumfang wird indes erstinstanzlich von der Vorinstanz festzule-

gen  sein,  wobei  das  von  der  Vorinstanz  eingeholte  Gutachten  hierbei  an-

gemessen zu berücksichtigen sein wird.  

Zusammengefasst ist somit festzuhalten, dass der Gemeinderat X sein Er-

messen nicht mehr vertretbar gehandhabt hat. 

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Seite 8 

 
 
6.1. 

Somit  ist  der  Rekurs  gutzuheissen.  Der  angefochtene  Beschluss  des  Ge-

meinderates X vom 2. Mai 2018 ist aufzuheben und der Gemeinderat X ist 

einzuladen, das Unterschutzstellungsverfahren im Sinne der vorstehenden 

Erwägungen fortzusetzen und den Schutzumfang festzulegen. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten dem Gemeinderat X aufzuer-

legen (§ 13 VRG). 

Nach  § 338  Abs. 1  PBG  bzw.  § 2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3  Abs. 3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (mit der 

angestrebten  Schutzmassnahme  verbundener  Eingriff  in  das  Eigentum) 

und des getätigten Verfahrensaufwandes (zweiter Schriftenwechsel, Durch-

führung  eines  Abteilungsaugenscheins,  zweiter  Rechtsgang)  ist  die  Ge-

richtsgebühr auf Fr. 7'000.-- festzusetzen (BGr 1C_566/2015 vom 18. Feb-

ruar  2016,  E. 2;  BGr 1C_244/2013  vom  4. Juli 2013,  E. 4;  BRGE II 

Nrn. 0162  und  0163/2012  vom  23. Oktober 2012,  E. 16,  in  BEZ 2014 

Nr. 36; Entscheid bestätigt mit VB.2012.00774 vom 22. August 2013, dieser 

bestätigt  mit  BGr 1C_810/2013  vom  14. Juli  2014;  www.baurekursgericht-

zh.ch). 

6.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

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Seite 9 

 
 
Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend dem Rekurrenten zulas-

ten des Gemeinderates X eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. An-

gemessen erscheint ein Betrag von Fr. 2'300.--. Da die Umtriebsentschädi-

gung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines  Mehrwert-

steuerzusatzes  von  vornherein  (BRKE II  Nrn. 0247  und  0248/2007  in  BEZ 

2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

Im  Übrigen  sind  aufgrund  des  Verfahrensausganges  keine  Umtriebsent-

schädigungen zuzusprechen. 

[…]  

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Seite 10