# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e60e7005-6b1a-5158-9a3b-6eb5e3275de4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.11.2016 200 2016 562
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-562_2016-11-25.pdf

## Full Text

200 16 562 IV
SCJ/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. November 2016

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Mai 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 24. Juni 2004 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II] 2). Diese wies 
das Leistungsbegehren hinsichtlich einer Invalidenrente bei einem Invali-
ditätsgrad von 10 % mit Verfügung vom 12. Januar 2006 (act. II 32) ab. 
Nach einer Neuanmeldung vom 28. November 2006 (act. II 36) verneinte 
sie mit Verfügung vom 3. April 2007 (act. II 43) mangels einer ausgewiese-
nen wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes einen Anspruch 
auf Leistungen der Invalidenversicherung. Eine hiergegen erhobene Be-
schwerde (act. II 46) zog die Versicherte zurück (act. II 49), worauf das 
Verfahren mit Urteil des Verwaltungsgerichts vom 17. Januar 2008, 
IV/68082 (act. II 49), als gegenstandslos geworden vom Geschäftsver-
zeichnis abgeschrieben wurde. Auf eine weitere Neuanmeldung vom 
30. Oktober 2008 (act. II 50) trat die IVB am 19. Mai 2009 nicht ein 
(act. II 58). 

B.

Nachdem die Versicherte am 17. März 2014 abermals mit einem Leis-
tungsgesuch (act. II 62) an die IVB gelangt war, veranlasste diese eine 
polydisziplinäre Begutachtung (act. II 118) und stellte ihr daraufhin mit Vor-
bescheid vom 16. März 2016 (act. II 124) in Aussicht, das Gesuch mangels 
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens abzuweisen. Nach erhobe-
nem Einwand (act. II 127) verneinte die IVB mit Verfügung vom 11. Mai 
2016 (act. II 131) entsprechend dem Vorbescheid einen Anspruch auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 3

C.

Mit Eingabe vom 13. Juni 2016 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________ vom Rechtsdienst B.________, Beschwerde 
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben 
und ihr seien berufliche Massnahmen sowie eine Invalidenrente zuzuspre-
chen. Überdies ersuchte sie um unentgeltliche Rechtspflege und Beiord-
nung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt. Am 22. Juni 2016 reichte 
sie Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nach (Akten 
der Beschwerdeführerin [act. IA] 1-6).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2016 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 9. August 2016 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete der Beschwerdefüh-
rerin Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 4

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Mai 2016 
(act. II 131). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
sowie auf Massnahmen beruflicher Art.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 

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damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Liegt eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor, sind die 
nachfolgenden Grundsätze zu beachten, wobei diese auch für vergleichba-
re Beschwerden gelten, denn aus Gründen der Rechtssicherheit ist es ge-
boten, sämtliche psychosomatischen Leiden den gleichen sozialversiche-
rungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen (BGE 141 V 281 E. 4.2 
S. 298, 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 
S. 283).

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind. Die auf die Begrifflichkeit des medizini-
schen Klassifikationssystems abstellende Diagnose der anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung führt im Weiteren nur dann zur Feststellung einer 
invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung, 
wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschluss-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 6

gründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so be-
steht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst wenn 
die klassifikatorischen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung ge-
geben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betref-
fenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesund-
heitsschädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Aus-
wirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287).

2.3.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer Willensanstren-
gung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist jedoch auch in 
Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen «Validität» der versicherten Person auszu-
gehen ist (E. 3.7.2). Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird – gemäss 
erwähntem Entscheid – durch einen strukturierten, normativen Prüfungs-
raster ersetzt. Anhand eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine ergeb-
nisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leis-
tungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensati-
onspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leis-
tungsvermögens (E. 3.6). Es gilt neu im Regelfall nach gemeinsamen Ei-
genschaften systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), 
welche sich in die Kategorien «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) und 
«Konsistenz» einteilen lassen (E. 4.4). Der Prüfungsraster ist rechtlicher 
Natur (E. 5). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgra-
des ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch 
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand 
der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete 
versicherte Person zu tragen (E. 6). 

2.4 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 7

nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. 
IVG. 

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht zudem der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Wurde eine Rente oder eine andere Dauerleistung wegen eines 
fehlenden oder zu geringen Invaliditätsgrades bereits einmal verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 8

die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, die Beschwerdeführerin habe keinen Anspruch auf Inva-
lidenversicherungsleistungen. Hinsichtlich der beantragten Invalidenrente 
als Dauerleistung ist vorab zu klären, ob im Verlauf eine relevante Gesund-
heitsveränderung eingetreten ist (vgl. E. 2.5 hiervor). Als Referenzzeitpunkt 
ist dabei die ursprüngliche Verfügung vom 12. Januar 2006 (act. II 32) her-
anzuziehen, denn jene vom 3. April 2007 (act. II 43) fusste nicht auf einer 
hinreichend umfassenden Sachverhaltsabklärung (die Verwaltung holte zu 
den vom Hausarzt eingereichten Unterlagen [act. II 37] lediglich eine Kurz-
stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes [RAD; act. II 39] ein). 
Soweit im Vergleich zur Sachlage im Jahr 2006 im Zeitpunkt der vorliegend 
angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2016 (act. II 131) in den tatsächli-
chen Verhältnissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, die geeignet 
ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen, ist anschliessend der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 109 E. 1.1).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 9

3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 12. Januar 2006 (act. II 32) ba-
sierte in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf einem psychiatrischen 
Gutachten (act. II 23) sowie einem RAD-Untersuchungsbericht (act. II 30). 

3.2.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, konnte in seiner Expertise vom 14. Juli 2005 (act. II 23) keine psych-
iatrische Diagnose stellen (act. II 23/10 lit. A Ziff. 4) und ging dementspre-
chend von einer uneingeschränkten Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit aus 
(act. II 23/11 f. lit. C Ziff. 4 f.). Er hielt fest, bei der Beschwerdeführerin 
handle es sich um eine eher knapp durchschnittlich intelligente junge Frau, 
die sich recht gut durchs Leben schlage. Es sei denkbar, dass die ur-
sprüngliche «Magenproblematik» im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzsi-
tuation gestanden habe. Zu vermuten sei zudem, dass ihr nach den wie-
derholten Operationen in Vollnarkose zu wenig Erholungszeit zugebilligt 
worden sei, was – zusammen mit der Abdominalsymptomatik – das (sub-
jektive) Müdigkeitsgefühlt erklären könnte. Es fänden sich jedoch keine 
Zeichen einer relevanten psychischen Störung.

3.2.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin FMH und Endokrinologie-Diabetologie FMH, vermerkte im 
Untersuchungsbericht vom 22. Dezember 2005 (act. II 30) die folgende 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

Somatisierungsstörung mit chronischen rechtsseitigen Oberbauch-
schmerzen und Schmerzen der rechten Achselhöhle mit/bei:
 Status nach laparoskopischer Cholezystektomie im August 1997 

(es bestand lediglich eine Cholezystolithiasis ohne Entzündung)
 Status nach zweimaliger endoskopischer retrograden Cholan-

giopankreatikographie (ERCP) bei rechtsseitigem Oberbauch-
schmerz mit erhöhten Leberwerten im Juli 2003 mit post-ERCP-
Pankreatitis vom serösen Typ

 normalem ERCP am 25. Juli 2003
 Status nach laparoskopischer Adhäsiolyse im September 2003 

und Juni 2004
 Status nach Schweissdrüsenexzision der linken Axilla im Juni 

1999 und Exzision von Rezidivknoten im Oktober 1999 sowie 
Januar 2001, Entfernung von akzessorischem Brustdrüsenge-
webe rechts im Juni 2004

Die RAD-Ärztin erklärte, es lägen chronische Oberbauchschmerzen sowie 
Achselhöhlenschmerzen rechtsbetont vor, welche bei fehlenden organi-
schen Befunden und fehlenden schweren psychiatrischen Diagnosen die 
Diagnose einer Somatisierungsstörung erlaubten. Sie attestierte eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 10

höchstens 10%ige Arbeitsunfähigkeit und empfahl dringend die Behand-
lung der Somatisierungsstörung.

3.3 Der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2016 (act. II 131) liegt 
das polydisziplinäre (allgemein-internistische, gastroenterologische, rheu-
matologische, neuropsychologische und psychiatrische) Gutachten der 
Begutachtungsstelle F.________ (MEDAS) vom 17. Dezember 2015 (act. II 
118) zu Grunde. Darin figurieren die nachstehenden Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 118.1/60 Ziff. 7):

 Leichte Intelligenzminderung (Intelligenzquotient [IQ] 66)
 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak-

toren
 Status nach Cholezystektomie im Jahr 1997
 Rezidivierende Papillenstenosen mit/bei:

 ERCP im Oktober 2003 mit Papillotomie, im März 2007 erfolg-
lose ERCP mit konsekutiven Pankreatitiden

 Status nach multiplen iatrogenen Pankreatitiden bei Status 
nach ERCP (in den Jahren 2003, 2007, 2008, 2009, 2014 und 
2015)

 Status nach Adäsiolysen: Laparoskopische Netzadhäsiolyse im Sep-
tember 2003 und Bauchdeckenrevision, Revision im Jahr 2004 so-
wie im Dezember 2005 subhepatisch/parakolisch rechts

 Status nach multiplen Bauchwandrekonstruktionen im Bereich der 
Laparotomie-Narben

 Status nach Serompunktion im Bereich der Laparotomie

Die Gutachter gingen von einer klaren Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes aus (act. II 118.1/68 Ziff. 9). Sie hielten fest, vor dem Hinter-
grund eines in den Akten gut dokumentierten Schmerzprozesses bei 
Nachweis organischer Faktoren und in Kombination mit der Minderintelli-
genz, erheblichen psychosomatischen Faktoren und emotionalen Konflik-
ten, sei es zur Entwicklung einer chronischen Schmerzstörung (ICD-10: 
F45.41) mit somatischen und psychischen Faktoren gekommen 
(act. II 118.1/49 Ziff. 4.4.5). Aus psychiatrischer Sicht sei die Explorandin 
sowohl für die bisherige als auch eine Verweisungstätigkeit bei Minderintel-
ligenz und chronischer Schmerzstörung in ihrer Leistungsfähigkeit (Ren-
dement) um 50 % eingeschränkt. Die gastroenterologische bedingte Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % gehe in der psychischen Beein-
trächtigung auf, weshalb es nicht zu einer Addition komme. Aus neuropsy-
chologischer Perspektive seien einfache, repetitive Arbeiten möglich. Poly-
disziplinär gelte die psychiatrische Einschätzung, mithin bescheinigten die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 11

Experten im Begutachtungszeitpunkt eine medizinisch-theoretische Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 50 % für einfache und repetitive Tätigkeiten 
(act. II 118.1/71 f. Ziff. 10 f.).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.5 Die MEDAS-Verlaufsexpertise vom 17. Dezember 2015 (act. II 118) 
erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen und er-
bringt vollen Beweis. 

3.5.1 Das Gutachten basiert auf vollständiger Kenntnis der relevanten 
medizinischen Aktenlage. Dass die Verwaltung in antizipierter Beweiswür-
digung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) darauf verzichtete, beim behandeln-
den Psychiater (act. II 118.1/46 Ziff. 4.4.2, 118.1/73 Ziff. 12) einen Arztbe-
richt einzuholen, wird seitens der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführe-
rin nicht gerügt und hinderte die MEDAS-Experten nicht daran, sich ein 
gesamthaft lückenloses Bild von der Anamnese zu verschaffen. Zudem 
stützten die Gutachter ihre Beurteilung zusätzlich auf umfassende labor-
technische (act. II 118.2), bildgebende (sonographische [act. II 118.1/40 

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Ziff. 4.3.3]), testpsychologische (act. II 118.1/58 f. Ziff. 4.5) und klinische 
Untersuchungen. Sie bezogen sich auf das revisionsrechtliche Beweisthe-
ma (erhebliche Veränderung des Sachverhalts [vgl. E. 3.1 hiervor]) und 
zeigten nachvollziehbar auf, dass aufgrund des mittlerweile hervorgetrete-
nen klar multi-somatoformen Krankheitsprozesses und den stattgehabten 
mehrfachen Hospitalisationen seit der RAD-Untersuchung vom 13. März 
2009 (act. II 56) eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliegt 
(act. II 118.1/68 Ziff. 9, 118.1/71). 

3.5.2 Wohl wird in der Beschwerde (S. 6 Ziff. II Ziff. 8) ein Widerspruch im 
Umstand geortet, dass die Leistungsverminderung gemäss MEDAS-
Gutachten einerseits bei 50 % liege, andererseits ab dem Rehabilitations-
aufenthalt in der Klinik G.________ (im Februar und März 2006 [act. II 
37/7-13]) 40 % betragen haben soll (act. II 118.1/72 Ziff. 10). Bei Lichte 
betrachtet handelt es sich indes um die Beschreibung eines sich seit März 
2009 zusätzlich verschlechterten Beschwerdeverlaufs, der im Explorations-
zeitpunkt gegenüber der Situation nach dem Austritt aus der besagten Kli-
nik (bei damals 40%iger Leistungseinschränkung) in einer höheren Ein-
schränkung von 50 % mündete. Im Übrigen ist die exakte Quantifizierung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im zeitlichen Verlauf vorliegend nicht 
entscheidend, da dieser medizinisch-theoretischen Einschätzung – wie 
aufzuzeigen sein wird – aus rein rechtlicher Sicht ohnehin nicht zu folgen 
ist. 

3.5.3 Des Weiteren ergibt sich vorderhand zwar insoweit eine Diskrepanz, 
als im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung aus gastroenterologischer 
Sicht eine in der psychiatrischen Einschränkung aufgehende 30%ige Ar-
beitsunfähigkeit erwähnt wurde (act. II 118.1/72 Ziff. 10), wogegen Dr. med. 
H.________, Facharzt für Gastroenterologie FMH und Allgemeine Innere 
Medizin FMH, zum Schluss gelangte, leichte, wechselbelastende Tätigkei-
ten mit deutlicher Einschränkung des Hebens bei Gewichten über fünf Kilo-
gramm seien zumutbar (act. II 118.1/44 Ziff. 4.3.8). Diesbezüglich ist aber 
augenfällig, dass die von der Beschwerdeführerin in erster Linie geltend 
gemachte abdominelle Schmerzsymptomatik aus gastroenterologischer 
Sicht nicht befriedigend erklärt werden konnten. Vor diesem Hintergrund 
wies die Beschwerdegegnerin gestützt auf die einleuchtende RAD-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 13

Beurteilung von Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Me-
dizin FMH (act. II 123), in der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2016 
(act. II 131) zutreffend darauf hin, dass das Ausmass der somatisch be-
gründbaren Schmerzen allein keine Einschränkung der Arbeits- bzw. Leis-
tungsfähigkeit zu begründen vermöge, was beschwerdeweise denn auch 
nicht substanziiert bestritten wird.

3.6 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass der medizinische Sach-
verhalt mit dem MEDAS-Gutachten vom 17. Dezember 2015 (act. II 118) 
rechtsgenüglich abgeklärt wurde und damit keine Veranlassung besteht, 
die Expertise entsprechend dem Beweisantrag der Beschwerdeführerin 
(Beschwerde S. 2 Ziff. I und S. 8 Ziff. II Ziff. 11) ergänzen zu lassen. Ge-
stützt auf die beweiskräftige MEDAS-Beurteilung sowie nach dem vorste-
hend Dargelegten ist eine relevante Gesundheitsveränderung ausgewiesen 
und hat eine freie Rentenprüfung Platz zu greifen (vgl. E. 3.1 hiervor). Zu-
dem ist erstellt, dass sich (aus rein medizinischer Sicht) einzig die leichte 
Intelligenzminderung sowie die chronische Schmerzstörung in relevanter 
Weise einschränkend auf eine leidensadaptierte Tätigkeit auswirken. 
Während die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Formen (ICD-10: F45.41) grundsätzlich mit einer anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) gleichgesetzt werden kann 
(vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psy-
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 
9. Aufl. 2014, S. 233 Fn. 1) und damit ein unter die Rechtsprechung von 
BGE 141 V 281 zu subsumierendes «unklares Beschwerdebild» darstellt 
(vgl. E. 2.3 hiervor), handelt es sich bei der leichten Intelligenzminderung 
(ICD-10: F70) um ein selbständiges, von der Schmerzstörung losgelöstes 
und daher nicht nach diesen Regeln zu behandelndes Leiden. 

Es gilt somit in einem ersten Schritt die funktionellen Auswirkungen der 
Schmerzstörung anhand der sog. Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 
281 zu prüfen. Zwar wurde der Begutachtungsauftrag noch vor der Pra-
xisänderung von BGE 141 V 281 erteilt (act. II 74), womit der Fragenkata-
log nicht dem IV-Rundschreiben Nr. 339 des Bundesamtes für Sozialversi-
cherungen (BSV) entspricht, nichtsdestotrotz ist im Gutachten in intertem-
poralrechtlicher Hinsicht eine schlüssige Beurteilung im Lichte des mittler-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 14

weile massgeblichen Prüfungsrasters zu erblicken (vgl. BGE 141 V 281 
E. 8 S.309). Sodann ist in einem weiteren Schritt einer allfälligen invalidisie-
renden Wirkung der leichten Intelligenzminderung nachzugehen. 

4.

4.1 Ob die diagnostizierte Schmerzstörung unter dem Gesichtspunkt 
der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält (vgl. E. 2.3.1 hiervor) 
ist fraglich, kann mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen jedoch letzt-
lich offen bleiben. 

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
«funktioneller Schweregrad» (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.):

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes: 

4.2.1.1 Was die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und 
Symptome anbelangt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.), wies der 
psychiatrische Gutachter auf mitwirkende erhebliche psychosoziale 
Belastungsfaktoren und emotionale Konflikte hin (frühere 
Arbeitsplatzschwierigkeiten, knappe finanzielle Verhältnisse [act. II 
118.1/49 ff. Ziff. 4.4.5]). Zwar beschrieb die Beschwerdeführerin anlässlich 
der MEDAS-Begutachtung eine seit zirka fünf bis sechs Jahren bestehende 
Schmerzintensität von zwischen sechs und acht Punkten auf der «Richter-
skala» (visuelle Analogskala [VAS]; act. II 118.1/30 f. Ziff. 3.3 118.1/39 Ziff. 
4.3.1). Es träten zudem unvorhersehbare Schmerzzustände mit maximaler 
Intensität auf, denen sie mit Rückzug und Hinlegen begegne (act. II 
118.1/33 Ziff. 3.6). Das aktive Leben der Beschwerdeführerin und ihre so-
zialen Kontakte deuten aber insgesamt auf in weiten Teilen erhaltene All-
tagsfunktionen hin. So lebt sie in einer gefestigten Partnerschaft mit ihrem 
Ehegatten, hat einen grossen Freundeskreis aus der vergangenen Schul-
zeit, ist sozial vernetzt, hat verständnisvolle langjährige Bekanntschaften, 
erledigt Haushaltsarbeiten, bereitet ihrem Ehegatten das Essen zu, geht 
wenn möglich täglich spazieren, unternimmt gelegentlich Ausflüge nach … 
zu einer Kollegin, hat Freude an ihren Haustieren, betätigt sich sportlich, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 15

liest gerne Romane und Klatsch-Zeitungen, hört … bzw. schaut fern und es 
ist ihr möglich den Computer zu bedienen sowie Ferien im Ausland zu ver-
bringen (act. II 118.1/29 Ziff. 3.1, 118.1/32 Ziff. 3.4, 118.1/36 Ziff. 4.2.1, 
118.1/40 Ziff. 4.3.2, 118.1/54 f. Ziff. 4.4.5, 118.1/69 f. Ziff. 9). Dies ist mit 
den Schmerzangaben nicht vereinbar. Eine schwere Ausprägung der dia-
gnoserelevanten Befunde und Symptome fällt vor diesem Hintergrund aus-
ser Betracht (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. April 2016, 
9C_367/2015, E. 3.2.2)

4.2.1.2 Bezüglich Behandlungserfolg bzw. -resistenz (vgl. BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin mit einer 
tiefen Therapiefrequenz von lediglich fünf Wochen in integrativ-
psychiatrischer Behandlung steht (act. II 118.1/46 Ziff. 4.4.2, 118.1/73 
Ziff. 12) und sich aus den Akten zudem Hinweise auf eine mangelnde 
Kooperation ergeben. So lehnte sie eine seitens des Inselspitals Bern im 
Jahr 2010 vorgeschlagene psychosomatische Beurteilung mehrfach ab 
(act. II 118.1/50 Ziff. 4.4.5) und zeigte sich mit einer im Jahr 2013 
empfohlenen stationären Behandlung auf der psychosomatischen Station 
des Lindenhofspitals nicht einverstanden (act. II 118.1/51 Ziff. 4.4.5). Die 
Laboruntersuchungen im Rahmen der MEDAS-Begutachtung offenbarten 
überdies eine Malcompliance bezüglich des verordneten Antidepressivums 
(Wirkstoff: Duloxetin [Präparat Cymbalta]; act. II 118.1/55 Ziff. 4.4.5, 
118.1/69 Ziff. 9, 118.2). Es kann deshalb nicht von einem definitiven 
Scheitern einer indizierten, lege artis und mit optimaler Kooperation der 
Beschwerdeführerin durchgeführten Therapie ausgegangen werden. Mit 
anderen Worten verbietet sich die Annahme einer Behandlungsresistenz. 
Auch dieser Indikator spricht gegen eine rechtserhebliche Einschränkung 
der funktionellen Leistungsfähigkeit.

4.2.1.3 Die bisherigen Kriterien der «psychiatrischen Komorbidität» und 
«körperlichen Begleiterkrankung» wurden zu einem einheitlichen Indikator 
zusammengefasst. Relevant ist die Gesamtbetrachtung der 
Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens 
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (vgl. BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.). Aus den somatischen Beschwerden ergibt sich 
medizinisch-theoretisch keine relevante Einschränkung der Arbeits- und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 16

Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.6 hiervor). Die leichte Intelligenzminderung 
wurde von Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, zwar als erhebliche Komorbidität in Bezug auf die 
chronische Schmerzstörung interpretiert (act. II 118.1/48 f. Ziff. 4.4.5), 
worauf auch in der Beschwerde (S. 5 Ziff. II Ziff. 6 und S. 9 Ziff. II Ziff. 12) 
hingewiesen wurde. Die kognitiven Einschränkungen haben in Bezug auf 
die Erwerbstätigkeit für sich allein indes eine untergeordnete Bedeutung 
(vgl. E. 5.2 hiernach), weshalb sie unter dem Aspekt dieses Indikators nicht 
ins Gewicht fallen.

4.2.2 Dafür, dass der Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) einer Erwerbstätigkeit entgegensteht, bestehen keine 
Anhaltspunkte. Der psychiatrische Gutachter erklärte, überwertige Ideen, 
Wahn, Phobien, Wahrnehmungs- und Ich-Störungen seien nicht eruierbar 
(act. II 118.1/46 Ziff. 4.4.3). Er konnte keine spezifische 
Persönlichkeitsstörung nachweisen und gab an, die Beschwerdeführerin 
zeige auch keine grössere Persönlichkeitsakzentuierung; sie habe sich 
trotz kognitiver Limits persönlich, schulisch-beruflich, sozial und 
partnerschaftlich ordentlich entwickeln können (act. II 118.1/48 Ziff. 4.4.5).

4.2.3 Der Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
spricht gegen die rechtliche Anerkennung der geltend gemachten 
Einschränkungen, hält das soziale Umfeld doch bedeutende Ressourcen 
bereit. Die Beschwerdeführerin vertreibt sich ihre Zeit unter anderem im 
sozialen Austausch mit Freunden (act. II 118.1/32 Ziff. 3.4). Wie bereits 
dargelegt (vgl. E. 4.2.1.1 hiervor), führt sie zudem eine intakte Ehe, pflegt 
einen grossen Bekannten- bzw. Freundeskreis, und zeigt ein reges 
Freizeitverhalten (Schwimmen, Radfahren, Haustiere, Lesen, Musikhören, 
Fernsehen, Ferien etc.).

4.3 Unter der Kategorie «Konsistenz» sind verhaltensbezogene 
Aspekte zu prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.).

4.3.1 Dass das Niveau sozialer Aktivität nach dem Eintritt des 
Gesundheitsschadens im Vergleich zu vorher reduziert wäre, ist nicht 
ausgewiesen. Es ergeben sich auch nicht in allen vergleichbaren 
Lebensbereichen gleichmässige Einschränkungen des Aktivitätsniveaus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 17

(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303). Die Beschwerdeführerin gab an, 
Arbeit sei kein Thema. Hätte sie weniger Schmerzen, könnte sie sich ein 
40%iges Pensum vorstellen (act. II 118.1/45 Ziff. 4.4.1). Diese nach der 
Selbsteinschätzung geltend gemachte vollständig aufgehobene 
Arbeitsfähigkeit kontrastiert mit den erhaltenen Sozialkontakten, den 
Familienaktivitäten sowie dem Freizeitverhalten, was die Überwindbarkeit 
des psychosomatischen Leidens indiziert. 

4.3.2 Was den Indikator der Inanspruchnahme von therapeutischen 
Optionen anbelangt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), spricht das 
Therapiesetting mit tiefer Behandlungsfrequenz (act. II 118.1/46 Ziff. 4.4.2, 
118.1/73 Ziff. 12) und die Malcompliance bezüglich der Pharmakotherapie 
(act. II 118.1/55 Ziff. 4.4.5, 118.1/69 Ziff. 9, 118.2) gegen einen erheblichen 
Leidensdruck. Anhaltspunkte, dass diese schlechte Kooperation 
klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht 
zurückzuführen ist, welcher Umstand auf einen dennoch nicht fehlenden 
Leidensdruck hindeuten würde (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), sind den 
medizinischen Unterlagen keine zu entnehmen.

4.4 In der Gesamtbetrachtung fehlt es am erforderlichen funktionellen 
Schweregrad der Schmerzstörung. Die im Zusammenhang mit diesem 
psychosomatischen Beschwerdebild seitens der MEDAS-Gutachter 
postulierte 50%ige Einschränkung des Rendements ist deshalb nicht zu 
beachten, selbst wenn sie aus rein medizinischer Sicht zutreffen mag. 
Massgebend ist somit allein eine allfällige invalidisierende Wirkung der 
leichten Intelligenzminderung.

5.

5.1 Eine auf geringe Intelligenz zurückzuführende Erwerbsunfähigkeit 
gilt in der Regel zwar erst als gesundheitlich verursacht, wenn die 
Intelligenz im medizinischen Sinne vermindert ist, der IQ mithin weniger als 
70 beträgt, wohingegen nicht als gesundheitliche Beeinträchtigung im 
Sinne von Art. 7 Abs. 2 ATSG eine Intelligenz im unteren Normalbereich, 
also bei einem IQ zwischen 70 und 84, zu betrachten ist (vgl. Entscheid 
des BGer vom 16. März 2015, 8C_741/2013, E. 3.2.1; MEYER/REICHMUTH, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 18

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, N. 83) 
Dass eine Intelligenzschwäche gesundheitlich bedingt ist – was bei der 
Beschwerdeführerin mit dem von der MEDAS festgestellten IQ von 66 
(act. II 118.1/60 Ziff. 7 Lemma 1) zu bejahen wäre –, mithin Krankheitswert 
aufweist, besagt allein indessen noch nicht, dass auch das 
Leistungsvermögen im erwerblichen Bereich in 
invalidenversicherungsrechtlich relevantem Ausmass beeinträchtigt wäre. 
Wie bei jeder anderen auf den Gesundheitszustand zurückzuführenden 
Verminderung der Arbeitsfähigkeit auch stellt sich bei der 
Beschwerdeführerin zusätzlich die Frage, inwiefern sich ein allfälliger 
Intelligenzmangel konkret auf die zumutbarerweise mögliche 
Leistungserbringung auswirkt. Dabei kann es durchaus sein, dass die 
Behinderung wegen Intelligenzmangels (auch zusammen mit 
Einschränkungen aufgrund anderer Leiden) kein rentenrelevantes 
Ausmass erreicht. Arbeitgeberberichte und bisherige Erfahrungen etwa 
können Aufschlüsse liefern, die trotz der medizinisch-theoretischen 
Bestätigung der Krankheitswertigkeit einer Intelligenzschwäche eine 
invalidenversicherungsrechtlich nicht leistungsrelevante Verminderung der 
Arbeitsfähigkeit annehmen lassen. So kann sich aus entsprechenden 
Arbeitgeberberichten allenfalls eine effektiv geringfügigere 
Beeinträchtigung des Leistungsvermögens ergeben, als aufgrund der 
Angaben von Fachleuten zum IQ zu erwarten wäre. Diesfalls kann ein 
Abweichen von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung zulässig sein (vgl. 
BGer 8C_741/2013, E. 3.2.1).

5.2 Die leichte Intelligenzminderung hinderte die Beschwerdeführerin 
nicht daran, eine Anlehre als … (heute: …) zu absolvieren (act. II 2/4 
Ziff. 6.2, 14/2 f.) und anschliessend in diesem Berufsfeld zu arbeiten (act. II 
2/4 Ziff. 6.3.1, 6/3, 11, 23/3, 118.1/27 f. Ziff. 2.3, 118.1/30 Ziff. 3.2, 
118.1/47 f. Ziff. 4.4.5). Die kognitiven Defizite sind nicht geeignet, einen 
rentenrelevanten Invaliditätsgrad (vgl. E. 2.4 hiervor) zu begründen, zumal 
die Voraussetzungen zur Annahme einer Frühinvalidität im Sinne von 
Art. 26 Abs. 1 IVV (vgl. BSV, Kreisschreiben über Invalidität und 
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, 
Rz. 3035) – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
(Beschwerde S. 6 f. Ziff. II Ziff. 9) – vorliegend nicht erfüllt sind. Zwar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 19

kommt es bei der Beurteilung der Frage nach dem Vorliegen einer 
Frühinvalidität nicht auf den IQ an, vielmehr ist die Gesamtheit der 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen massgebend (Entscheid des BGer 
vom 9. April 2015, 9C_45/2015, E. 3.1). Hier sind jedoch die mit der nicht 
invalidisierenden Schmerzstörung (vgl. E. 4.4 hiervor) assoziierten 
Symptome auszublenden. Dass die Beschwerdeführerin mit der Anlehre 
keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erworben hätte (Rz. 3037 
KSIH), wird zu Recht nicht geltend gemacht; zudem realisierte sie trotz der 
Intelligenzminderung unbesehen einer allfälligen Soziallohnkomponente 
(act. II 11/2 f. Ziff. 14 und Ziff. 28) mit ihrer Ausbildung dieselben 
Verdienstmöglichkeiten wie nichtbehinderte Personen mit derselben 
Ausbildung. 

5.3 Bei fehlendem rentenrelevantem Invaliditätsgrad besteht zwar kein 
Anspruch auf die beantragte Invalidenrente (Beschwerde S. 2 Ziff. 3), dies 
schliesst indes nicht aus, dass eine leistungsspezifische Invalidität für die 
ebenfalls ersuchten (Beschwerde S. 2 Ziff. 2) Massnahmen beruflicher Art 
im Sinne von Art. 15 ff. IVG (vgl. E. 2.4 hiervor) vorliegen könnte (vgl. BSV, 
Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art 
[KSBE], gültig ab 1. Januar 2014, Rz. 1003), zumal mit der leichten 
Intelligenzminderung ein Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. Die 
Beschwerdeführerin ist seit über zehn Jahren nicht mehr erwerbstätig 
(act. II 50/5 Ziff. 6.7.1, 118.1/30 Ziff. 3.2) und bedarf deshalb bei einem 
allfälligen Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess zweifellos einer 
Unterstützung durch die Beschwerdegegnerin. Insofern bestünde 
beispielsweise Anspruch auf Arbeitsvermittlung (vgl. Art. 18 Abs. 1 lit. a 
IVG; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., N. 2 ff.), soweit die weiteren 
Voraussetzungen (insbesondere der Eingliederungswille) vorhanden sind. 
Demzufolge ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit sie nach den hierfür allenfalls erforderlichen Zusatzabklärungen die 
spezifischen Anspruchsvoraussetzungen bezüglich der in Frage 
kommenden Massnahmen beruflicher Art prüft. In diesem Sinne ist die 
Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit weitergehend 
(Rentenanspruch) abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 20

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall sind die Kosten auf Fr. 800.-- festzulegen. Wie im 
Rahmen des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung 
(vgl. BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61), gilt es auch unter dem Gesichtspunkt der 
Verfahrenskosten bereits als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre 
Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss des Administra-
tivverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden 
Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergän-
zender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht. Damit obsiegt die Be-
schwerdeführerin betreffend die beruflichen Massnahmen, wogegen sie 
bezüglich des Rentenanspruchs unterliegt. Es rechtfertigt sich von einem 
Obsiegen/Unterliegen im Umfang von 50 % auszugehen, womit die Verfah-
renskosten den Parteien je hälftig aufzuerlegen sind. Da mit Verfügung 
vom 9. August 2016 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutge-
heissen wurde, wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald 
sie innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in 
der Lage ist – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten be-
freit.

6.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Angesichts des teilweisen Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin die hälftigen Parteikosten zu ersetzen. Diese werden 
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 
Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 21

bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter <www.justice.be.ch>). Im Falle der Vertretung durch 
eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtspre-
chung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich 
qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin durch Rechtsanwalt 
C.________ vom Rechtsdienst B.________ vertreten. In der Kostennote 
vom 10. August 2016 hat er ein Honorar von Fr. 1‘235.-- (9.5h x Fr. 130.--), 
Auslagen von Fr. 142.90 und die Mehrwertsteuer von Fr. 110.25, insge-
samt Fr. 1‘488.15, geltend gemacht. Entsprechend des hälftigen Obsiegens 
wird die reduzierte Parteientschädigung auf Fr. 744.10 (Fr. 1‘488.15 / 2) 
festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerde-
führerin zu ersetzen.

6.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Bei-
ordnung von Rechtsanwalt C.________ bleibt im Umfang des Unterliegens 
dessen amtliches Honorar festzulegen. Gemäss dem erwähnten Rund-
schreiben vom 16. Dezember 2009 wird der Stundenansatz amtlicher An-
wältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsberatungsstellen unter 
Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.3 
S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) ebenfalls auf Fr. 130.-- festgesetzt. 
Folglich ist nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskas-
se ein amtliches Honorar von Fr. 744.10 (Fr. 1‘488.15 / 2) auszurichten. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 22

genüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 11. Mai 2016, soweit Massnahmen be-
ruflicher Art betreffend, aufgehoben und die Sache an die Beschwer-
degegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen ver-
fahre und neu verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 800.-- festgelegt. Davon werden 
der Beschwerdegegnerin Fr. 400.-- und der Beschwerdeführerin 
Fr. 400.-- zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgelt-
lichen Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine reduzierte 
Parteientschädigung von Fr. 744.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu be-
zahlen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 744.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. 
Rechtsanwalt C.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-
teils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 744.10 festgesetzte Entschä-
digung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2016, IV/16/562, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.