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**Case Identifier:** 5637b782-3393-5761-9702-3507dff5b1be
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.06.2010 UV 2009/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-55_2010-06-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.04.2020

Entscheiddatum: 16.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 16.06.2010
Art. 6, 10 und 16 UVG: Selbstverursachter Schleuderunfall beim Überholen 
auf der schneebedeckten Autobahn höchstens als mittelschwer im engeren 
Sinn eingestuft. Adäquate Kausalität der Gesundheitsbeeinträchtigungen 
über den Einstellungszeitpunkt hinaus verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Juni 2010, UV 
2009/55).

Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 16. Juni 2010

in Sachen

C.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   C.___, geboren 1967, war im Zwischenverdienst als Reinigerin mit einem 

Arbeitspensum von 40% bei A.___ tätig und dadurch obligatorisch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen Unfälle versichert. Am 

11. April 2006 lenkte sie ihren Personenwagen auf der Autobahn. Beim Überholen 

eines Tanklastwagens kam sie auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern, 

worauf die vordere rechte Ecke ihres Autos mit dem Tankfahrzeug kollidierte. Ihr 

Personenwagen drehte sich nach links, stiess gegen die Mittelleitplanke und kam auf 

der Überholspur zum Stillstand (vgl. UV-act. 1, 3 und 12f.). Am Tag nach dem Unfall 

konsultierte sie ihren Hausarzt, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Innere Medizin. 

Dieser diagnostizierte eine "erhebliche HWS-Distorsion mit anhaltend starken 

Beschwerden" (HWS = Halswirbelsäule) und attestierte volle Arbeitsunfähigkeit seit 

11. April 2006. Im Zeugnis vom 24. Mai 2006 hielt er weiter fest, die Versicherte sei 

bereits vor dem Unfall wegen lumbaler Rückenschmerzen und anamnestisch 

chronischen Unterbauchschmerzen in Behandlung gewesen. Er verschrieb 

Physiotherapie und hochdosiert Schmerzmittel neben Psychopharmaka (Diclofenac 

150mg/Tag, Zaldiar bis 3x1, Paceum 10mg und Citalopram; UV-act. 11). Das in der 

Klinik Stephanshorn, St. Gallen, am 4. Mai 2006 durchgeführte cervico-vertebrale 

Kernspintomogramm hatte keine discoligamentären oder ossären Läsionen gezeigt 

(UV-act. 5). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und 

Taggelder).

A.b   Vom 14. August bis 7. September 2006 weilte die Versicherte zur stationären 

Rehabilitation in der Klinik Valens (UV-act. 31.1). Beim Austritt wurde ihr eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Raumpflegerin attestiert, unter der 

Voraussetzung, dass sie für ihre Arbeit eigenverantwortlich mehr Zeit beanspruchen 

könne (z.B. sechs Stunden für eine Arbeit von vier Stunden). Im Austrittsbericht vom 

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2. Oktober 2006 vermerkten die Ärzte und Therapeuten der Klinik Valens insgesamt 

eine Tendenz der Patientin zur Symptomausweitung und hielten fest, dass sie sich in 

spielerisch unbeobachteten Situationen deutlich aktiver und beschwerdearm zeigte 

(UV-act. 34).

A.c   Da die Beschwerden anhielten, wurde die Versicherte am 27. Oktober 2006 durch 

Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen-, Halsheilkunde, wegen Tinnitus und 

Schwindel abgeklärt und behandelt. Er stellte ausgeprägte Verspannungen der 

Nacken-, Kau- und Sprechmuskulatur aber keine Schädigung der Hör- und 

Gleichgewichtsorgane fest (UV-act. 46 und 53). - Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, hatte die Versicherte ebenfalls im Herbst 2006 

behandelt. Im Bericht vom 15. Januar 2007 diagnostizierte sie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit einem massiven sekundären 

Krankheitsgewinn und hielt fest, dass der Patientin die Einsicht in die 

psychosomatischen Ursachen ihrer Beschwerden fehle und die ambulante 

psychiatrische Behandlung nach acht Konsultationen abgebrochen worden sei (UV-act. 

56). - Am 23. Januar 2007 berichtete Dr. B.___ der Suva, dass die Versicherte trotz aller 

Behandlungsmassnahmen subjektiv kaum eine wesentliche Besserung verspüre. Die 

initial hochdosierte Schmerztherapie habe zugunsten einer psychiatrisch 

stabilisierenden Therapie mit Antidepressiva etwas umgelagert werden können. 

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) würden kaum mehr benötigt, Benzodiazepine 

gar nicht mehr (UV-act. 57). Im Zwischenbericht vom 11. April 2007 (UV-act. 70) hielt 

der Hausarzt zum bisherigen Verlauf und gegenwärtigen Zustand fest: "Leider subjektiv 

nach wie vor massiv reduzierte Selbsteinschätzung der gesundheitlichen Situation mit 

chronischen Kopf/Nackenschmerzen, Unverträglichkeit von Lärm sowie hellem Licht, 

Durchschlafstörungen, Schwindel." Als mögliche unfallfremde Faktoren führte er an: 

"Bereits früher Verdacht auf Somatisierung mit Bauchschmerzen, Rückenschmerzen." - 

Dr. med. F.___, Fachärztin FMH für Neurologie, erhob bei der Untersuchung vom 

15. Juni 2007 keinen objektivierbaren pathologischen Befund, insbesondere keine 

organisch bedingten Ursachen für den Schwindel und die Gleichgewichtsstörungen der 

Versicherten. Als auffallend verzeichnete sie "die fast demonstrativ wirkende 

Präsentation von Schwindel und Gangunsicherheit im Rahmen der komplizierten 

Gangproben und die ausgeprägte Reaktion auf Reize, die normalerweise als nicht 

unangenehm wahrgenommen werden". Aus rein neurologischer Sicht ging Dr. F.___ 

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von einer mindestens 60%igen Arbeitsfähigkeit als Raumpflegerin aus und hielt fest, 

der Wiederaufnahme einer Tätigkeit würden vor allem psychologische Faktoren im Weg 

stehen (UV-act. 77).

A.d   Die Experten der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik, Zürich, hatten in der 

zwischenzeitlich erstellten biomechanischen Kurzbeurteilung vom 16. November 2006 

(Triage; UV-act. 44) auf die degenerativen Vorzustände an der Halswirbelsäule der 

Versicherten hingewiesen und festgehalten, dass deshalb eine Abweichung vom 

Normalfall vorliege. Wörtlich hatten sie unter anderem ausgeführt (a.a.O. S. 3): "Das 

komplexe Ereignis hat Charakteristiken einerseits einer Frontkollision und einer 

Heckkollision. Der Frontschaden lässt auf eine Geschwindigkeitsänderung von 

unterhalb des Bereichs von 20-30 km/h schliessen, der Heckschaden auf eine 

Geschwindigkeitsänderung von unterhalb oder innerhalb des Bereichs von 10-15 km/h. 

Lenkerin und Mitfahrende bewegten sich nach dem Frontstoss dabei nach vorne, 

vermutlich nach vorne rechts und nach dem Heckstoss nach rechts, vermutlich schräg 

nach hinten rechts."

A.e   Arbeitsversuche am 23. Oktober 2006 und vom 13. bis 16. November 2006 

scheiterten (UV-act. 40 und 62). Am 20. März 2007 wurde das Arbeitsverhältnis durch 

die Arbeitgeberin per 31. Mai 2007 gekündigt (UV-act. 65). Ab 1. Juli 2007 wurde der 

Versicherten vom Hausarzt eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert (UV-act. 82 und 

87). - Laut mündlichen Angaben vom 21. November 2007 gegenüber der Suva hatte 

sich die Beschwerdeführerin im August 2006 auch wieder bei der 

Arbeitslosenversicherung bzw. dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zum 

Leistungsbezug angemeldet (vgl. UV-act. 104).

A.f    Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und 

Unfallchirurgie, nahm am 28. September 2007 eine Aktenbeurteilung vor (UV-act. 90) 

und veranlasste eine cervicale vertebrospinale Kernspintomographie, vergleichend zur 

Voruntersuchung vom 4. Mai 2006 (= UV-act. 5). Im Bericht vom 9. Oktober 2007 (UV-

act. 95) hielt Dr. med. H.___, Facharzt FMH für Radiologie, die leichten degenerativen 

Veränderungen der Halswirbelsäule weiterhin fest und vermerkte lediglich leichte 

Progredienzen vor allem der Discusprotrusionen jedoch weiterhin ohne 

Myelonkompression. Dr. G.___ liess darauf die Versicherte zur kreisärztlichen 

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Untersuchung am 21. November 2007 aufbieten. Im Bericht vom 22. November 2007 

(UV-act. 103) schilderte er eine depressiv verstimmte Versicherte, die in abgelenkten 

Situationen eine gute Kopfbeweglichkeit zeige, bei der gezielten Untersuchung jedoch 

eine schlechte. Auch die ausgeprägten Druckdolenzen seien in diesem Ausmass nicht 

mit den objektivierbaren Befunden zu korrelieren. Er hielt einen symmetrischen 

Hartspann im Trapeziusbereich aber ohne palpierbare Myogelosen fest und vermerkte, 

die Untersuchung sei durch die Schmerzempfindung eingeschränkt gewesen. Die 

neurologischen Missempfindungen seien nicht objektivierbar. Insgesamt auch nicht im 

gezeigten Mass erklärbar seien die schlechte Greiffunktion der linken Hand und die 

geltend gemachten Einschränkungen. Strukturelle Läsionen als Folge des Unfalls seien 

nicht ausgewiesen und eine richtungsgebende Verschlimmerung der degenerativen 

Veränderungen könne nicht objektiviert werden (a.a.O. S. 4).

A.g   Gestützt auf ihre Abklärungen verneinte die Suva die Adäquanz der geklagten 

Beschwerden zum Unfall vom 11. April 2006 und stellte mit Verfügung vom 

4. Dezember 2007 an den zwischenzeitlich beauftragten Rechtsvertreter der 

Versicherten, Rechtsanwalt Dr. Duri Poltera, St. Gallen, ihre Leistungen per 

15. Dezember 2007 ein (UV-act. 107).

B.        

Die SWICA Krankenversicherung zog am 24. Januar 2008 ihre vorsorgliche Einsprache 

vom 15. Januar 2008 gegen die Verfügung vom 4. Dezember 2007 zurück (UV-

act. 116). Die Einsprache der Versicherten vom 15. Januar 2008 (UV-act. 115) wies die 

Unfallversicherung mit Entscheid vom 30. April 2009 ab.

C.        

Die Versicherte hatte sich zwischenzeitlich zum Bezug einer Rente der 

Invalidenversicherung (IV) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen 

(SVA bzw. deren IV-Stelle) angemeldet. Mit Vorbescheid vom 14. April 2008 (UV-act. 

120) hatte die SVA einen Rentenanspruch abgelehnt und die Ablehnung in der 

Verfügung vom 11. August 2008 (UV-act. 124) formell festgehalten.

D.        

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D.a   Gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 30. April 2009 richtet sich die 

Beschwerde vom 20. Mai 2009 mit den Anträgen auf Aufhebung des 

Einspracheentscheids, auf weitere Ausrichtung der Unfallversicherungsleistungen an 

die Beschwerdeführerin sowie eventualiter die Anordnung einer medizinischen 

Begutachtung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter beantragte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den Beizug der Prozessakten aus dem damals 

gerichtshängigen Verfahren gegen die Verfügung der IV (IV 2008/365). Zur Begründung 

wurde angeführt, trotz entsprechendem Anspruch der Beschwerdeführerin sei keine 

neutrale externe Begutachtung durchgeführt worden. Die Sache sei daher medizinisch 

noch nicht entscheidungsreif und in Zusammenarbeit mit der IV-Stelle sei ein 

(Ergänzungs-) Gutachten zu demjenigen des Ärztlichen Begutachtungsinstituts GmbH 

(ABI) in Auftrag zu geben. Mit der Adäquanzprüfung im angefochtenen 

Einspracheentscheid erklärte sich die Beschwerdeführerin nicht einverstanden. Da eine 

Mehrfachkollision vorliege, müsse von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu 

den schweren ausgegangen werden. Es sei nicht zwischen physischen und 

psychischen Unfallfolgen zu differenzieren und von den Adäquanzkriterien gemäss 

BGE 117 V 359 seien die Schwere der erlittenen Verletzungen, die lange Dauer der 

ärztlichen Behandlung, Dauerbeschwerden sowie Grad und Dauer der Arbeitsun­

fähigkeit erfüllt. Die Adäquanz sei daher zu bejahen und die Suva weiterhin 

leistungspflichtig.

D.b   Am 20. August 2009 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dem 

Gericht Kopien der Berichte von Dr. B.___ vom 14. August 2009, der Klinik Gais für 

kardiale und psychosomatische Rehabilitation vom 15. Juni 2009 über ihren 

stationären Aufenthalt vom 12. März bis 8. April 2009, von PD Dr. med. I.___, Facharzt 

FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe, vom 11. Juni 2009, sowie von Dr. H.___ über 

die Computertomographie von Abdomen und Becken vom 4. Juni 2009 ein (act. G 5.1 

bis 5.5) zur Berücksichtigung in den beiden hängigen Verfahren (IV 2008/365 und 

UV 2009/55). Der Suva wurden diese Unterlagen vom Gericht am 26. August 2009 zur 

Kenntnisnahme zugestellt (act. G 6).

D.c   Die Beschwerdegegnerin hatte zwischenzeitlich Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, 

St. Gallen, mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. Mit Beschwerdeantwort vom 

25. August 2009 beantragte er die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte 

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der Rechtsvertreter an, die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin seien 

nicht adäquat kausal zum Unfall vom 11. April 2006. Dieser sei als mittelschwer an der 

Grenze zu den leichten Unfällen einzustufen. Alle vier Adäquanzkriterien, von denen 

geltend gemacht werde, sie seien erfüllt, seien dies nach der Rechtsprechung nicht. 

Deshalb erweise sich die Beschwerde als unbegründet und sei abzuweisen.

D.d   Die Beschwerdeführerin liess die Frist für die Einreichung einer Replik unbenutzt 

verstreichen, worauf der Schriftenwechsel am 8. Oktober 2009 abgeschlossen wurde 

(act. G 9).

D.e   Mit Schreiben vom 26. Januar 2010 (act. G 10) reichte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin dem Gericht Kopien weiterer medizinischer Unterlagen ein, 

wiederum zur Berücksichtigung in den beiden hängigen Verfahren IV 2008/365 und 

UV 2009/55. Es handelt sich dabei um die konsiliarische Beurteilung vom 29. Oktober 

2009 durch Dr. med. J.___, Fachärztin FMH für Neurologie, den Bericht über die 

cervicale Kernspintomographie vom 27. Oktober 2009, den Bericht von Dr. med. K.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, 

vom 16. November 2009, das Überweisungsschreiben von Dr. B.___ vom 8. September 

2009 an Dr. med. L.___, Augenarzt FMH, und dessen Bericht vom 14. September 2009 

sowie die Übersicht über die von Dr. B.___ erhobenen Laborwerte (Erhebungszeitraum 

23. August 1999 bis 4. Dezember 2009; act. G 10.1 bis 10.6). Diese Unterlagen wurden 

dem Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin am 27. Januar 2010 zur Kenntnisnahme 

zugestellt.

E.         

Mit Entscheid vom 30. März 2010 wies die Abteilung II des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen die Beschwerde vom 5. September 2008 gegen die Verfügung der 

IV-Stelle vom 11. August 2008, mit der ein Anspruch auf eine IV-Rente verneint worden 

war, ab (Verfahren IV 2008/365). Dieser Entscheid ist rechtskräftig.

F.         

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Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den 

übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva zu Recht ihre Leistungspflicht nach dem 

15. Dezember 2007 für die Folgen des Unfalls vom 11. April 2006 verneint hat.

1.2    Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend 

dargelegt, nach welchen Bestimmungen sich die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers richtet und dass ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem Gesundheitsschaden 

vorausgesetzt ist (Erwägung 1). Ebenfalls zutreffend sind die Ausführungen zu 

psychischen bzw. nicht organisch nachweisbaren Beschwerden und die Anwend­

barkeit der sogenannten Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 134 V 109 (Erwägungen 

3.a und 3.b). Darauf kann verwiesen werden.

1.3    Zu ergänzen ist die Gerichtspraxis zur Schwere von (Verkehrs-)Unfällen: Als 

Rechtsfrage ist diese durch das rechtsanwendende Organ (Unfallversicherer oder 

Sozialversicherungsgericht) allein aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit 

den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11 

[8C_283/2009] E. 9.1 und SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 [U 2/07] E. 5.3.1). Folgen des 

Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet 

werden können, sind dabei nicht zu berücksichtigen. Diesen wird gegebenenfalls bei 

den Adäquanzkriterien Rechnung getragen. Entsprechend seiner Praxis und mit 

Verweis auf eine Zusammenstellung von Autounfällen, die mit vergleichbarer oder 

jedenfalls nicht mit geringerer Krafteinwirkung verbunden gewesen seien (Urteil 

8C_915/2008 vom 11. September 2009 E. 5.1; vgl. auch Urteil 8C_786/2009 vom 

4. Januar 2010 E. 4.6.2), hatte das Bundesgericht im Urteil 8C_933/2009 vom 28. April 

2010 (E. 4.3.1) den Selbstunfall einer Lieferwagen-Chauffeurin als mittelschwer im 

engeren Sinn qualifiziert, die auf der Autobahn bei einer Geschwindigkeit von 100 - 

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120 km/h bei starkem Regen die Kontrolle über das Fahrzeug verlor, welches gegen 

die Mittel- und Seitenleitplanke prallte und seitlich liegend auf dem rechten 

Pannenstreifen zum Stillstand kam. Als mittelschweres an der Grenze zu den schweren 

liegendes Ereignis qualifizierte es demgegenüber einen Selbstunfall auf der Autobahn 

bei mindestens 120 km/h, bei dem ein Personenwagen mit der Mittelleitplanke 

kollidierte, sich überschlug und auf der Gegenfahrbahn zum Stillstand kam (Urteil 

8C_817/2009 vom 26. März 2010 E. 4.1; Wobei die Aussage des verunfallten 

Fahrzeuglenkers gegenüber der Unfallversicherung, seine beiden Kinder seien beim 

Unfall aus dem Wagen geschleudert worden, obwohl sie die Sicherheitsgurten 

getragen hätten, vom Bundesgericht nicht [ausdrücklich] als überwiegend 

wahrscheinlicher Bestandteil des Sachverhalts mitberücksichtigt worden war.).

2.         

2.1    Im Einstellungszeitpunkt (per 15. Dezember 2007) litt die Beschwerdeführerin laut 

Bericht von Dr. G.___ vom 22. November 2007 (UV-act. 103; soweit objektivier- bzw. 

klinisch fassbar) an symmetrischem Hartspann im Trapeziusbereich ohne Myogelosen 

und war depressiv verstimmt. Diese Befunde sind psychischer Natur oder stellen, wie 

der Hartspann, praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat des 

Beschwerdebildes dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2009 vom 2. März 2010 E. 3 

mit Hinweisen). Radiologisch nachgewiesen waren degenerative Veränderungen der 

Halswirbelsäule, die vorbestanden hatten und für die eine richtungsgebende 

Verschlimmerung durch den Unfall vom 11. April 2006 nicht hatte (überwiegend 

wahrscheinlich) nachgewiesen werden können (vgl. UV-act. 95). Strukturelle 

Veränderungen konnten keine auf den Unfall zurückgeführt werden. Subjektiv hatte die 

Beschwerdeführerin bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 21. November 2007 

ausser über die linksseitigen Nackenschmerzen, über Kopfschmerzen, Schwindel 

sowie Gefühlsstörungen bis ins linke Bein und tiefsitzende Rückenschmerzen, wie 

schon vor dem Unfall vom 11. April 2006 bekannt, geklagt. Besonders für die 

neurologischen Missempfindungen und die Schwindelbeschwerden waren für den 

Hals-Nasen-Ohrenarzt und die Neurologin keine organischen Korrelate objektivierbar 

und die schlechte Greiffunktion der linken Hand war dem Kreisarzt nicht im gezeigten 

Ausmass erklärbar (vgl. UV-act. 46, 77 und 103). - Für die klinisch fassbaren Befunde 

ist somit kein organisches Substrat im Sinn struktureller Veränderungen nachgewiesen.

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2.2    Zwar hatte die Beschwerdegegnerin keine unabhängige inter- oder 

polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin durchführen lassen, wie sie das 

Bundesgericht mit BGE 134 V 109 (E. 9.4 und 9.5 S.124ff.; Urteil vom 19. Februar 2008) 

für unabdingbar erachtet. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde vom 20. Mai 

2009 war der vorliegende Fall im Einstellungszeitpunkt medizinisch jedoch 

entscheidungsreif: Die Beschwerdegegnerin hatte ihre Verfügung vom 4. Dezember 

2007 bzw. ihren Einspracheentscheid vom 30. April 2009 nicht allein auf den Bericht 

von Kreisarzt Dr. G.___ vom 22. November 2007 abgestellt. Vielmehr war die 

Beschwerdeführerin durch verschiedene Fachspezialistinnen und Fachspezialisten 

(Rheumatologie und Psychiatrie in Valens, Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. D.___, Neurologin 

Dr. F.___, Psychiaterin Dr. E.___ sowie anlässlich mehrerer Kernspintomographien) 

umfassend abgeklärt worden. Dr. G.___ verfügte über diese medizinischen Vorakten 

und bezog sie in seine Beurteilung mit ein (vgl. "Anamnese/Aktenlage" und 

"Beurteilung" in UV-act. 103). Die einzelnen medizinischen Berichte ergeben ein 

gebührend abgerundetes Bild und stehen nicht in Widerspruch zueinander. Auch die 

ärztlichen Rapporte, die der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dem Gericht am 

20. August 2009 und am 26. Januar 2010 einreichte (act. G 5 und G 10), enthalten 

keine Unstimmigkeiten zu den bisherigen medizinischen Akten der Unfallversicherung. 

Auf weitere medizinische Abklärungen (sei es als Gutachten oder in anderer Form) kann 

auch verzichtet werden, weil nicht anzunehmen ist, dass sie für die Beurteilung des 

vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 und Urteil des Bundesgerichts 

8C_956/2009 vom 9. März 2010 E. 4.2 je mit Hinweisen).

2.3    Die Beschwerdegegnerin hatte im Einspracheentscheid vom 30. April 2009 die 

Frage, ob die geltend gemachten Beschwerden in einem natürlich kausalen 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 11. April 2006 stehen, offen gelassen, da sie die 

Adäquanz des Kausalzusammenhangs verneinte. Dieses Vorgehen wurde vom 

Bundesgericht wiederholt geschützt (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472 mit Hinweisen) 

und erfolgte auch im vorliegenden Fall zu Recht. Wie in den nachstehenden 

Erwägungen zu zeigen sein wird, fehlt die Adäquanz des allfälligen natürlichen 

Kausalzusammenhangs, und es muss der medizinische Sachverhalt auch daher nicht 

weiter abgeklärt werden.

3.         

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3.1    Die Beschwerdegegnerin hat die Adäquanz nach der sogenannten Schleuder­

trauma-Praxis von BGE 134 V 109 geprüft und (neben den physischen) die 

psychischen Unfallfolgen mitberücksichtigt. Die Beschwerdeführerin wurde bereits laut 

dem ersten Zeugnis des Hausarztes vom 24. Mai 2006 (UV-act. 11; somit spätestens 

sechs Wochen nach dem Unfall) auch mit Psychopharmaka behandelt. Im 

Überweisungsschein vom 6. Juni 2006 an die Klinik Valens (UV-act. 18.2) berichtete 

Dr. B.___ über eine Stagnation der Besserung trotz intensiver medizinischer Therapie 

und Physiotherapie, erwähnte im Zwischenbericht vom 14. August 2006 (UV-act. 22) 

die Tendenz zur Symptomausweitung als möglich und vermerkte eine hohe 

Chronifizierungsgefahr als bleibenden Nachteil. Dr. med. M.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie an der Klinik Valens, stellte bei der interdisziplinären 

Abklärung während des stationären Aufenthalts (14. August bis 7. September 2006) 

"psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderseits klassifizierten 

Krankheiten (cervicocephales Beschleunigungstrauma) mit deutlichen Hinweisen auf 

eine vor der Erkrankung subjektiv gestresste und objektiv wahrscheinlich durch 

langjährige Überlastung geprägte Lebenssituation" fest, diagnostizierte aber keine 

eigentliche depressive Symptomatik. Dennoch empfahl er die Beibehaltung der 

antidepressiven Medikation mit Citalopram und zusätzlich eine Kombinationstherapie 

mit dem schlafanstossenden Trittico. Auch eine Psychotherapie in der Muttersprache 

der Patientin wurde "aufgrund der belasteten psychologischen Faktoren" für sehr 

wünschenswert erachtet (Austrittsbericht Klinik Valens vom 2. Oktober 2006, UV-act. 

34). Dr. E.___, der die Beschwerdeführerin "aufgrund von generalisierten Schmerzen, 

bei einem für diese Schmerzintensität fehlenden organischen Korrelat, zu einer 

integrierten psychiatrischen Behandlung zugewiesen" worden war, diagnostizierte 

aufgrund der Abklärung und Psychotherapie im Herbst 2006 im Bericht vom 15. Januar 

2007 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit einem 

massiven sekundären Krankheitsgewinn (UV-act. 56). Ob die Adäquanzprüfung 

angesichts dieser Fakten statt nach der Schleudertrauma-Praxis nach derjenigen bei 

psychischer Fehlentwicklung mit Krankheitswert gemäss BGE 115 V 133 

durchzuführen wäre, bei der nur die physischen, nicht die psychischen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen zu berücksichtigen sind, kann letztlich offen bleiben, 

da die Adäquanz auch nach der für die Beschwerdeführerin günstigeren 

Schleudertrauma-Praxis zu verneinen ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen.

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3.2      

3.2.1           Bei der Beschwerdeführerin wurde anlässlich der Erstbehandlung durch 

Dr. B.___ (und in der Folge durch alle Ärztinnen und Ärzte) eine HWS-Distorsion 

diagnostiziert (UV-act. 11). Schmerzen im Kopf und am Nacken sowie an beiden Armen 

hatten sie veranlasst, am Tag nach dem Unfall den Hausarzt aufzusuchen. Die 

Voraussetzungen für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis sind somit bezüglich 

Diagnose und bei Auftreten von mehreren Elementen des sogenannten typischen 

Beschwerdebilds innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall erfüllt 

(vgl. BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 116f. sowie SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75 [U 215/05] E. 5 

und Urteil des Bundesgerichts 8C_574/2009 vom 9. Dezember 2009 mit Hinweisen).

3.2.2           Die Einstellung der vorübergehenden Versicherungsleistungen per 

15. Dezember 2007 ist nicht zu beanstanden. Zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass von 

einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin mehr zu erwarten war (vgl. UV-act. 103). 

Nach der Rechtsprechung zu Recht nahm die Beschwerdegegnerin auf diesen 

Zeitpunkt hin die Adäquanzprüfung vor (vgl. BGE 134 V 109 E. 3.2 und ganze E. 4 

S. 113ff.).

3.3    Wie in Erwägung 1.3 ausgeführt, wird die Unfallschwere nach dem augenfälligen 

Geschehensablauf beurteilt. Am Morgen des 11. April 2005 kam der Personenwagen 

der Beschwerdeführerin beim Wechsel auf die Überholspur der Autobahn ins 

Rutschen. Er schleuderte und kollidierte seitlich mit dem Tanklastwagen, der auf der 

Normalspur weitergefahren war, wurde nach links abgedrängt und kollidierte frontal mit 

der Mittelleitplanke, neben der er zum Stillstand kam. (Vgl. Polizeirapport UV-act. 12; 

Exkurs zur Unfallendlage des verunfallten Personenwagens: Das Zum-Stillstand-

Kommen entgegen der Fahrtrichtung lässt sich dem Befragungsprotokoll der 

Unfallverursacherin sowie dem Polizeirapport selbst entnehmen und ist auch in der 

Unfallskizze der Beschwerdeführerin [UV-act. 3.4] dokumentiert. Die Unfallfotos zeigen 

ihr Fahrzeug jedoch in Fahrtrichtung und der rapportierende Polizist führte aus, er habe 

die angetroffene Situation [= unveränderte Unfallendsituation] dokumentiert. 

Diesbezüglich blieben die Akten widersprüchlich. Übereinstimmung herrscht 

demgegenüber hinsichtlich der Tatsache, dass kurz nacheinander zwei Kollisionen 

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stattfanden und damit für den Sachverhalt, der für die Beurteilung der Unfallkausalität 

massgebend ist.) Entsprechend der angeführten Kasuistik (vgl. Erwägung 1.3 mit 

Zitaten) ist der Selbstunfall der Beschwerdeführerin im mittleren Bereich, dort jedoch 

nicht an der Grenze zu den schweren Unfällen, einzuordnen. Ob es sich um ein 

mittelschweres Ereignis im engeren Sinn oder an der Grenze zu den leichten Unfällen - 

wie von der Beschwerdegegnerin angenommen - handelt, kann letztlich offen gelassen 

werden. Im ersten Fall müssen nach der Rechtsprechung entweder ein 

Adäquanzkriterium in besonders ausgeprägter Weise oder mindestens drei in einfacher 

Weise erfüllt sein, während das Bundesgericht bei mittelschweren Ereignissen an der 

Grenze zu den leichten mindestens vier in einfacher Weise erfüllte Adäquanzkriterien 

verlangt (oder eines in besonders ausgeprägter Weise; vgl. Urteile 8C_879/2009 vom 

29. Januar 2010 E. 5.1 [publiziert in Plädoyer 2/2010 S. 53f.] und 8C_487/2009 vom 

7. Dezember 2009 E. 5). Wie nachfolgend darzustellen ist, sind die Adäquanzkriterien 

für keinen der in Frage kommenden Unfall-Schweregrade in genügendem Ausmass 

erfüllt.

3.4    Von der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Rechtsvertreter in der Beschwerde vom 

20. Mai 2009 nicht geltend gemacht und damit implizit als nicht erfüllt angenommen, 

werden die drei Adäquanzkriterien besonders dramatische Begleitumstände oder 

besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen. Die Akten enthalten keine Hinweise, wonach eines dieser drei 

Adäquanzkriterien erfüllt wäre. Deshalb können sie ohne eingehende Prüfung verneint 

werden.

3.5    Die Beschwerdeführerin lässt die vier Adäquanzkriterien Schwere der erlittenen 

Verletzungen, lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerbeschwerden sowie Grad 

und Dauer der Arbeitsunfähigkeit als erfüllt darstellen. Darauf ist nachfolgend im 

Einzelnen einzugehen. Mit BGE 134 V 109 (E. 10 S. 126ff.) hatte das Bundesgericht für 

die Schleudertrauma-Praxis drei dieser vier Adäquanzkriterien gegenüber BGE 117 V 

359 bzw. BGE 117 V 369 modifiziert. Seither ist zu prüfen, ob eine fortgesetzt 

spezifische, belastende ärztliche Behandlung (statt einer solchen von langer Dauer; vgl. 

BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128), ob erhebliche Beschwerden (statt 

Dauerbeschwerden; vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128) und ob (statt Grad und Dauer 

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der Arbeitsunfähigkeit) trotz ausgewiesener Anstrengungen eine erhebliche Arbeits­

unfähigkeit (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129f.) vorliegt.

3.5.1           Die Schwere (oder besondere Art) der erlittenen Verletzungen lässt die 

Beschwerdeführerin aus der ärztlichen Feststellung herleiten, sie habe beim Unfall vom 

11. April 2006 eine "schwere" bzw. "erhebliche HWS-Distorsion" erlitten (vgl. UV-act. 5, 

10.1 und 11) und auch die Ärzte der Klinik Valens hätten von einem schweren 

craniocervicalen Beschleunigungstrauma gesprochen (UV-act. 34.3). Obwohl dies nicht 

ausdrücklich vermerkt ist, dürfte die Bezeichnung der HWS-Distorsion als "schwer" 

bzw. "erheblich" in allen genannten Aktenstücken direkt oder indirekt von Dr. B.___ 

stammen (direkt = Zeugnis UV-act. 11 und Überweisungsschreiben UV-act. 10.1; 

indirekt = Zitate Überweisungsschreiben im Austrittsbericht der Klinik Valens UV-act. 

34.3 und im Bericht über die cervico-vertebrale Kernspintomographie UV-act. 5). 

Demgegenüber konnten sich die Experten der Arbeitsgruppe für Unfallmedizin in der 

biomechanischen Kurzbeurteilung vom 16. November 2006 (UV-act. 44) die 

Beschwerden und Befunde an der Halswirbelsäule der Versicherten vor allem deshalb 

erklären, weil neben den beiden Kollisionen mit kollisionsbedingten 

Geschwindigkeitsänderungen (Delta-v) innerhalb oder unterhalb der kritischen Grenzen 

ein Vorzustand dokumentiert war, der zur Folge hatte, dass nicht vom Normalfall 

ausgegangen werden konnte. Mit nachvollziehbarer Begründung warnten sie davor, auf 

Aussagen von technischen Laien zur Unfallheftigkeit abzustellen (S. 3 letzter Aschnitt 

bzw. UV-act. 44.4). Weiter wiesen sie, wissenschaftlich abgestützt, auf die Wichtigkeit 

von angemessener Information der Betroffenen über die Schädigungen hin, die aus 

biomechanischer Sicht zu erwarten seien (S. 5 erster Abschnitt bzw. UV-act. 44.6). - 

Die Diagnose einer HWS-Distorsion genügt nach der Rechtsprechung für sich allein 

nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen 

Verletzung. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma 

typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild 

beeinflussen können, wie eine besondere Körperhaltung, die beim Unfall eingenommen 

worden war, oder erhebliche weitere Verletzungen (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2 

S. 127f. mit Hinweisen und Urteile des Bundesgerichts 8C_735/2009 vom 2. November 

2009 E. 7.3 sowie 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 mit Hinweisen). Solche 

Umstände sind vorliegend nicht dokumentiert. Die erlittene HWS-Distorsion kann daher 

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zusammenfassend nicht als schwere Verletzung im Sinn der Schleudertrauma-

Rechtsprechung bezeichnet werden und dieses Adäquanzkriterium ist zu verneinen.

3.5.2           Die Beschwerdeführerin wurde schon vor dem Unfall vom 11. April 2006 

wegen eines rezidivierenden lumbovertebralen Schmerzsyndroms therapiert (vgl. UV-

act. 11 Ziffer 3.b sowie UV-act. 105). Den Ärzten der Klinik Valens berichtete sie zudem 

über einen Sturz auf den Hinterkopf, der sich etwa zehn Tage vor dem Autounfall 

ereignet hatte (UV-act. 34.3). Ob sie deswegen (haus)ärztlich behandelt wurde, ist den 

vorliegenden Akten nicht eindeutig zu entnehmen. - Nach dem Ereignis wurde die 

Beschwerdeführerin zunächst ambulant durch Hausarzt Dr. B.___ therapiert (UV-act. 11 

und 18.2). Dessen Behandlung erschöpfte sich bald einmal in ärztlichen Kontrollen und 

Verschreibung von Physiotherapie sowie von Medikamenten. Vom 14. August bis 

7. September 2006 weilte sie zur stationären Rehabilitation in der Klinik Valens (UV-

act. 34). Bei Dr. D.___ wurde sie abgeklärt und anlässlich von zwei Konsultationen 

behandelt (UV-act. 46 und 53). Die ambulante psychiatrische Therapie bei Dr. E.___ 

wurde nach acht Sitzungen abgebrochen (UV-act. 56). Die verschiedenen 

Magnetresonanztomographien (UV-act. 5, 76 und 95) sowie die Untersuchungen bei 

Dr. F.___ und Kreisarzt Dr. G.___ (UV-act. 77 und 103) dienten der Abklärung und 

gelten nicht als ärztliche Behandlung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_747/2009 vom 

2. Dezember 2009 E. 6.2 mit Hinweisen). Bis zum Einstellungszeitpunkt vom 

15. Dezember 2007 liegt keine ununterbrochene, konsequent fortgeführte 

Behandlungsfolge vor und kann damit objektiv nicht von einer spezifischen, die 

Beschwerdeführerin speziell belastenden ärztlichen Behandlung nach dem Sinngehalt 

dieses Adäquanzkriteriums ausgegangen werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128 

sowie Urteile des Bundesgerichts 8C_879/2009 vom 29. Januar 2010 E. 5.2, 

8C_747/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 6.2 mit Hinweisen und 8C_299/2009 vom 

30. September 2009 E. 4.3.3). Selbst wenn die weitere ärztliche Behandlung bis zum 

Erlass des Einspracheentscheids am 30. April 2009 bei der Prüfung dieses 

Adäquanzkriteriums ebenfalls gewürdigt würde, ist dieses nicht erfüllt. Nach den 

Unterlagen, die der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dem Versicherungsgericht 

am 20. August 2009 einreichte, dauerten beim Hausarzt die Verlaufskontrollen an und 

weilte die Beschwerdeführerin vom 12. März bis 8. April 2009 zur stationären 

psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik Gais (act. G 5.1 und 5.2f.), was 

insgesamt ebenfalls keine ununterbrochene, konsequent fortgeführte 

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Behandlungsfolge ergibt bzw. zu keiner speziellen Belastung der Beschwerdeführerin 

führte. Das Adäquanzkriterium fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung 

ist daher vorliegend nicht erfüllt.

3.5.3           Die Beschwerdeführerin lässt weiter erhebliche Beschwerden geltend 

machen. Zu beurteilen sind diese in der Zeit vom Unfall bis zum Fallabschluss, wobei 

sich deren Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der 

Beeinträchtigung beurteilt, die die verunfallte Person durch die Beschwerden im 

Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128 sowie einschlägige Urteile des 

Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.2, 8C_488/2009 vom 

30. Oktober 2009 E. 5.2.2 und 8C_172/2009 vom 31. Juli 2009 E. 5.3.3). Subjektiv 

machte die Beschwerdeführerin durchgehend starke Nacken- und Kopfschmerzen 

sowie Schwindel und Schlafstörungen geltend; objektiv konnten diese nicht im 

gezeigten Ausmass erklärt werden (vgl. UV-act. 34, 46, 56 [massiver sekundärer 

Krankheitsgewinn], 77 und 103). Ausgewiesen ist die ärztliche Verordnung und parallele 

Einnahme von mindestens zwei Schmerzmitteln neben magenschützenden und 

Psychopharmaka (vgl. UV-act. 11, 18.2, 34, 57, 70, 77 und 103). Sie berichtete auch 

über eine eingeschränkte Einsatzfähigkeit bei der Haushaltführung (UV-act. 40.3 103). 

Selbst wenn aufgrund der nachvollziehbaren Beeinträchtigungen der 

Beschwerdeführerin zu ihren Gunsten von erheblichen Beschwerden ausgegangen 

wird, ist dieses Adäquanzkriterium höchstens in einfacher Weise erfüllt.

3.5.4           Das Adäquanzkriterium Arbeitsunfähigkeit ist seit BGE 134 V 109 E. 10.2.7 

S. 129f. erfüllt, wenn diese erheblich ist, obwohl die versicherte Person ausgewiesene 

Anstrengungen unternommen hat, sie zu überwinden. Der Beschwerdeführerin war seit 

dem Unfall volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (vgl. UV-act. 11 und 45). Unter der 

Voraussetzung, dass sie für ihre Arbeit eigenverantwortlich mehr Zeit beanspruchen 

könne (z.B. sechs Stunden für eine Arbeit von vier Stunden), wurde sie beim Austritt 

aus der Klinik Valens im September 2006 für 50% arbeitsfähig im angestammten Beruf 

als Raumpflegerin gehalten (UV-act. 34). Anlässlich der Besprechung vom 

10. November 2006, die unter Beizug einer Übersetzerin zwischen der 

Beschwerdeführerin, ihrer direkten Vorgesetzten und des Abteilungsleiters der 

Arbeitgeberin sowie der zuständigen Aussendienstmitarbeiterin der Suva stattfand, 

wurde eine angepasste Arbeitstätigkeit zu 30% ab 13. November 2006 und bis dahin 

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volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin vereinbart (UV-act. 40). Bei einer 

weiteren Besprechung der gleichen Teilnehmenden am 5. März 2007 wurde 

festgestellt, dass die Beschwerdeführerin die angepasste Arbeitstätigkeit nur während 

vier Tagen ausgeübt hatte (UV-act. 62). Die Arbeitsstelle wurde ihr darauf per 31. Mai 

2007 gekündigt (UV-act. 65). Ab 1. Juli 2007 attestierte auch der Hausarzt eine 

Arbeitsfähigkeit von 50% (UV-act. 82 und 87). Die Arbeitsunfähigkeit von zunächst 

100%, ab 13. November 2006 70% und spätestens ab 1. Juli 2007 50% muss als 

erheblich bezeichnet werden. Ernsthafte Anstrengungen der Beschwerdeführerin, (ihre 

Arbeitsfähigkeit zu verwirklichen und) ihre Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, sind 

jedoch nicht zu erkennen. Daher muss dieses Adäquanzkriterium ebenfalls verneint 

werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_357/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 9.7 

und 8C_735/2009 vom 2. November 2009 E. 7.7).

3.6    Zusammenfassend ist damit höchstens das Adäquanzkriterium erhebliche 

Beschwerden in einfacher Weise erfüllt. Das genügt nach der Rechtsprechung nicht, 

um die Adäquanz der Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin zu 

bejahen, die über den Einstellungszeitpunkt per 15. Dezember 2007 hinaus geltend 

gemacht werden.

4.         

4.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen fehlt der adäquate Kausalzusammenhang 

und ist daher eine weitere

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über den Einstellungszeitpunkt per 

15. Dezember 2007 hinaus zu verneinen. Die Beschwerde vom 20. Mai 2009 ist daher 

abzuweisen.

4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 51 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

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1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.06.2010
	Art. 6, 10 und 16 UVG: Selbstverursachter Schleuderunfall beim Überholen auf der schneebedeckten Autobahn höchstens als mittelschwer im engeren Sinn eingestuft. Adäquate Kausalität der Gesundheitsbeeinträchtigungen über den Einstellungszeitpunkt hinaus verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Juni 2010, UV 2009/55).

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