# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97719fe0-c58c-5198-ad60-08af0b2fa012
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 03.04.2024 B 2023/202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-202_2024-04-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/202

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 27.05.2024

Entscheiddatum: 03.04.2024

Entscheid Verwaltungsgericht, 03.04.2024
Strassenrecht, Nichteintreten, Art. 45 Abs. 1 VRP. Die Vorinstanz durfte das 
Vorliegen eines praktischen Nutzens der Beschwerdeführer zur Anfechtung 
der von der Beschwerdegegnerin erlassenen Sichtzonenverfügung (Art. 101 
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 Ingress sowie lit. e und Abs. 2 StrG) 
bei der Einmündung einer Stich- in eine weitergehende Gemeindestrasse 
verneinen, ohne Recht zu verletzen. Die von den Beschwerdeführern 
bemängelte Erschliessungssituation auf der fraglichen Stichstrasse kann im 
Rahmen der Beurteilung der hängigen beschwerdeführerischen Einsprache 
gegen ein über die Stichstrasse erschlossenes Bauvorhaben abschliessend 
überprüft werden. Überdies stände es zumindest der Be-schwerdeführerin 1, 
soweit erforderlich, frei, ein Plangesuch nach (Art. 39bis StrG und) Art. 40 in 
Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 Ingress sowie lit. c Ziff. 1 PBG einzureichen, 
um eine hinreichende Erschliessung ihres Grundstücks über die besagte 
Stichstrasse sicherzustellen (E. 3, Verwaltungsgericht B 2023/202).

Entscheid vom 3. April 2024

Besetzung

Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichter Steiner, Engeler;

Gerichtsschreiber Bischofberger

Verfahrensbeteiligte

A.__,

B.__ und C.__,

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D.__ und E.__,

F.__ und G.__,

H.__ und I.__,

Beschwerdeführer 1-9,

alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Nagel,

schochauer ag, Marktplatz 4, Postfach, 9004 St. Gallen,

gegen

Bau- und Umweltdepartement des Kantons St. Gallen,

Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Politische Gemeinde Z.__, vertreten durch den Gemeinderat,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Erlass Sichtzonen / Nichteintreten

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

Gemäss dem Gemeindestrassenplan der Politischen Gemeinde Z.__ (vom 

Baudepartement genehmigt am 7. Februar 2020) zweigt die J.__, eine rund 95 m lange 

und ca. 4,5 m breite Gemeindestrasse dritter Klasse, als Stichstrasse und Fussweg von 

der K.__-strasse, Gemeindestrasse erster Klasse (Parzelle Nr. 0000_, Grundbuch Z.__), 

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ab und führt zunächst entlang der süd(west)lichen Grenze des Grundstücks Nr. 0001_ 

(im Miteigentum von L.__ und M.__) über die Parzelle Nr. 0002_ (im Miteigentum von 

N.__ und O.__). Weiter verläuft sie in südöstlicher Richtung entlang der Grundstücke 

Nrn. 0003_, 0004_ (im Miteigentum von H.__ und I.__) und 407 (im Miteigentum von 

D.__ und E.__) über die Parzellen Nrn. 0006_, 0007_ und 0008_ (im Eigentum der P.__ 

GmbH, Y.__) zum Grundstück Nr. 0009_ (im Eigentum von A.__). Über letzteres 

Grundstück führt der Q.__, Weg zweiter Klasse, ab der J.__ entlang der Parzellen 

Nrn. 0010_ (im Eigentum von C.__) und 0011_ zum R.__-weg, Weg erster Klasse 

(Parzelle Nr. 0012_). Die Parzellen Nrn. 0011_, 0010_, 0005_, 0004 und 0003_ grenzen 

im Nord(ost)en bzw. Nordwesten (Parzelle Nr. 0011_) an die S.__-strasse, 

Gemeindestrasse dritter Klasse (Parzelle Nr. 0013_). Nach dem Zonenplan der 

Politischen Gemeinde Z.__ sind die genannten Grundstücke mit Ausnahme der 

Parzellen Nrn. 0000_, 0013_ und 0012_ der Wohnzone 2a zugewiesen und mit 

Einfamilienhäusern überbaut. Südwestlich grenzt die Parzelle Nr. 0008_ an das mit 

einem Einfamilienhaus überbaute Grundstück Nr. 0014_ (im Eigentum von G.__), 

welches in der Wohnzone W1 liegt (https://www.geoportal.ch, https:// www.zefix.ch, 

https://publikationen.sg.ch, alle Stand: 6. März 2024).

B.

Mit Rekursentscheid BDE Nr. 77/2020 vom 20. August 2020 

(Verfahrensnummern 19-7754, 19-7755, 19-7756 und 19-7757) hob das 

Baudepartment (seit 1. Oktober 2021: Bau- und Umweltdepartement, BUD) zwei 

Baubewilligungs- und Einspracheentscheide der Baukommission Z.__ vom 

11. September 2019 betreffend Abbruch des Gebäudes Assek.-Nr. 0015_ und Neubau 

eines Mehrfamilienhauses auf Parzelle Nr. 0008_ unter anderem mangels hinreichender 

strassenmässiger Erschliessung über die J.__ auf.

Vom 18. November bis 1. Dezember 2021 lag ein Gesuch der T.__ AG, X.__, für den 

Abbruch des Einfamilienhauses Assek.-Nr. 0015_ und den Neubau von drei 

Einfamilienhäusern auf Parzelle Nr. 0008_ öffentlich auf. Dagegen ging unter anderem 

eine Einsprache der Grundeigentümer der Parzellen Nrn. 0010, 0016_ und 0017_, 

0009_ und 0014_ ein (act. 2, S. 3 f. Sachverhalt lit. A/d, act. 7/5).

C.  

Mit Verfügung vom 5. Juli 2022 erliess der Gemeinderat Z.__ auf den Grundstücken 

Nrn. 002_ und 0001_ bei der Einmündung der J.__ in die K.__-strasse Sichtzonen. Auf 

den dagegen von den Grundeigentümern der Parzellen Nrn. 0008_, 0010_, 0016_, 

0017_ und 0014_ sowie B.__ und F.__ am 12. August 2022 erhobenen Rekurs trat das 

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BUD mit Entscheid vom 12. September 2023 nicht ein (act. 2, 10/1, 10/7/2 f.).         

Gegen diesen Nichteintretensentscheid des BUD (Vorinstanz) erhoben A.__, B.__ und 

C.__, D.__ und E.__, F.__ und G.__ sowie H.__ und I.__ (Beschwerdeführer 1-9) mit 

Eingabe vom 26. September 2023 und Ergänzung vom 30. Oktober 2023 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, es seien der angefochtene 

Entscheid und die Verfügung des Rates der Politischen Gemeinde Z.__ 

(Beschwerdegegnerin) vom 5. Juli 2022 unter Kosten- und Entschädigungsfolge, 

zuzüglich Mehrwertsteuer, aufzuheben. Eventualiter sei die Angelegenheit zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Am 22. November 2023 schloss die 

Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 

20. Dezember 2023, die Beschwerde sei unter Kostenfolgen abzuweisen. Am 

19. Januar 2024 liessen sich die Beschwerdeführer und am 5. Februar 2024 die 

Vorinstanz abschliessend vernehmen (act. 1, 6, 9, 14, 16, 18).

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.  

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe 

vom 26. September 2023 erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung 

vom 30. Oktober 2023 formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Ungeachtet ihrer 

Legitimation in der Sache sind die Beschwerdeführer befugt, das Nichteintreten auf 

ihren Rekurs anzufechten (vgl. dazu Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP; 

BGer 1C_682/2020 vom 14. Januar 2022 E. 1.2; 1C_472/2009 vom 21. Mai 2010 

E. 1.4; VerwGE B 2023/217 und B 2023/204 je vom 12. Februar 2024 E. 1.5 bzw. 1.3, je 

mit Hinweis[en]). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.1. 
bis

Die Vorinstanz ist auf den Rekurs im angefochtenen Entscheid nicht eingetreten, ohne 

mit einer Eventualbegründung die Sache auch inhaltlich zu beurteilen (vgl. dazu auch 

1.2. 

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2.

Die Beschwerdeführer stellen den Beweisantrag (act. 6, S. 9 f. Ziff. IV/3.3), es seien bei 

der Beschwerdegegnerin die Unterlagen zum hängigen Baugesuch auf Parzelle Nr. 314 

einzuholen.  

Die mit Blick auf die nachstehend zu schildernden Gegebenheiten entscheidrelevanten 

tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten und dem Geoportal, 

welchem ein offizieller Anstrich anhaftet und dessen Beizug im vorliegenden 

Zusammenhang nahelag, weshalb die daraus stammenden Tatsachenangaben als 

notorisch betrachtet werden können. Es besteht kein Anlass, den Beweisanträgen der 

Beschwerdeführer zu entsprechen (vgl. zu den nicht beweisbedürftigen notorischen 

Tatsachen BGE 149 I 91 E. 3.4; BGer 1C_582/2018 vom 23. Dezember 2019 E. 2.3, je 

mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 143 IV 380 E. 1.2, in: Pra 2018 Nr. 61, und zur 

antizipierten Beweiswürdigung BGE 144 V 361 E. 6.5; 144 II 427 E. 3.1.3 je mit 

Hinweis[en], siehe davon teilweise abweichende Meinung von M. Bickel, Antizipierte 

Beweiswürdigung, Bern 2021, Rz. 530 ff.).

3.

Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf den Rekurs der Beschwerdeführer wegen 

Fehlens der erforderlichen Legitimation nicht eingetreten ist.

act. 6, S. 4 Ziff. IV/1, act. 9 Ziff. II/3, act. 14 Ziff. 7). Erwiese sich die Beschwerde als 

begründet, müsste das Verwaltungsgericht die Sache bei dieser Ausgangslage gestützt 

auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP in Aufhebung des angefochtenen 

Nichteintretensentscheids zur weiteren Beurteilung des Falles an die Vorinstanz 

zurückweisen. Im gegenteiligen Fall hätte es mit dem vorinstanzlichen Nichteintreten 

sein Bewenden (vgl. dazu VerwGE B 2021/215 vom 16. Juni 2022 E. 1.2, 

mit Hinweisen, siehe dazu auch BGer 2C_181/2023 vom 6. April 2023 E. 2.2; 

1C_475/2021 vom 3. November 2022 E. 1.2, mit Hinweisen). Soweit im Rahmen der in 

der Beschwerde vorgetragenen Kritik materielle Einwände gegen die 

Sichtzonenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Juli 2022 vorgebracht werden 

(act. 6, S. 4, 11-15 Ziff. III/2, V), sind die Beschwerdeführer deshalb nicht zu hören.

Laut Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wer an der 

Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein eigenes 

schutzwürdiges Interesse dartut. Nach Art. 111 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das 

Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG) und Art. 33 Abs. 3 Ingress 

und lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz; SR 700, 

3.1. 

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RPG) richtet sich die Beschwerdelegitimation, die im kantonalen Verfahren mindestens 

zu gewähren ist, nach dem Rechtsmittel, mit dem letztinstanzlich das Bundesgericht 

befasst werden kann (vgl. dazu VerwGE B 2023/61 und B 2023/63 je vom 

22. Oktober 2023 je E. 5.1, je mit Hinweisen). Zur Ermittlung des Umfangs des 

Beschwerde- bzw. Rekursrechts zieht das Verwaltungsgericht daher Art. 89 

Abs. 1 BGG heran (vgl. dazu VerwGE B 2022/175 vom 8. Mai 2023 E. 3.2, mit 

Hinweisen). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am 

Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a; 

sog. formelle Beschwer); durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist 

(lit. b); und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat 

(lit. c).

Das Erfordernis der formellen Beschwer im Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. a BGG ist trotz 

fehlender Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren erfüllt, wenn eine Person ohne 

eigenes Verschulden daran verhindert war, am Verfahren teilzunehmen. Dies ist etwa 

der Fall, wenn es ihr wegen eines Fehlers der Behörde nicht möglich war, als Partei 

mitzuwirken, obwohl sie dazu befugt gewesen wäre, ihr die Durchführung des 

Verfahrens nicht bekannt war und auch nicht bekannt sein musste oder die Behörde ihr 

zu Unrecht die Teilnahme an einem Verfahren verunmöglicht hat. Des Weiteren ist ein 

solcher Fall zu bejahen, wenn die Vorinstanz ihr zu Unrecht die Parteistellung und die 

damit zusammenhängenden Rechte versagt hat. Ferner handelt es sich um Fälle, in 

denen erst der angefochtene Entscheid die Parteistellung begründet (vgl. 

BGE 145 V 343 E. 2.1, mit Hinweisen).

3.2. 

Neben der formellen Beschwer ist verlangt, dass die beschwerdeführende Person über 

eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt (lit. b) und einen praktischen 

Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids zieht (lit. c, 

sog. materielle Beschwer). Ist die beschwerdeführende Person nicht 

Verfügungsadressatin, muss sie durch den angefochtenen Entscheid stärker betroffen 

sein als eine beliebige Drittperson und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen 

Beziehung zur Streitsache stehen. Zudem muss sie einen eigenen, praktischen Nutzen 

aus einer allfälligen Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids ziehen, 

das heisst, ihre Situation muss durch den Ausgang des Verfahrens in relevanter Weise 

beeinflusst werden können. Das schutzwürdige Interesse besteht in der Vermeidung 

eines unmittelbaren materiellen oder ideellen Nachteils, den der angefochtene 

Entscheid für sie mit sich bringen würde. Ein bloss mittelbares oder ausschliesslich 

3.3. 

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allgemeines öffentliches Interesse genügt nicht (vgl. dazu BGer 1C_530/2022 vom 

23. November 2023 E. 2.1.1; 1C_180/2022 vom 11. August 2023 E. 1.2; 1C_145/2022 

vom 6. April 2023 E. 1.2, je mit Hinweis auf BGE 142 II 451 E. 3.4.1). Als Kriterium zur 

Beurteilung der Betroffenheit dient in der baurechtlichen Praxis die räumliche Distanz 

zum Bauvorhaben bzw. zur Anlage. Die Rechtsprechung bejaht in der Regel die 

Legitimation von Nachbarinnen und Nachbarn, deren Liegenschaften sich in einem 

Umkreis von bis zu rund 100 m befinden. Bei grösseren Entfernungen muss eine 

Beeinträchtigung aufgrund der konkreten Gegebenheiten glaubhaft gemacht werden. 

Allerdings darf nicht schematisch auf einzelne Kriterien (insbesondere Distanzwerte) 

abgestellt werden, sondern es ist eine Gesamtwürdigung anhand der konkreten 

Verhältnisse erforderlich (vgl. dazu BGer 1C_67/2022 vom 9. Januar 2023 E. 3.1, mit 

Hinweis auf BGE 140 II 214 E. 2.3). Wer in diesem Sinne zur Beschwerde resp. zum 

Rekurs legitimiert ist, hat auch Parteistellung im erstinstanzlichen Verfügungsverfahren 

samt den damit verbundenen Parteipflichten und -rechten; die Beschwerdelegitimation 

wirkt insofern auf die Parteistellung zurück (BGE 142 II 451 E. 3.4.1; 139 II 279 E. 2.2; 

129 II 286 E. 4.3.1).

 3.4. 

Die Beschwerdeführer, welche selbst nicht Adressaten der von der 

Beschwerdegegnerin am 5. Juli 2022 erlassenen Sichtzonenverfügung (vgl. dazu 

Art. 101 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 Ingress sowie lit. e und Abs. 2 des 

Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG; VerwGE B 2022/185, 186, 189 und 190 vom 

6. Juli 2023 E. 4.2.3, mit Hinweisen) sind, wohnen weniger als 75 m von den durch 

diese Verfügung belasteten Grundstücken Nrn. 112 und 401 entfernt. Mit Ausnahme 

derjenigen der Beschwerdeführer 3 und 4 sowie 6 und 7 (Parzellen Nrn. 406 und 432) 

grenzen ihre Grundstücke zudem an die J.__ an. Ihre räumliche Beziehungsnähe ist 

deshalb zu bejahen.

3.4.1. 

Ihr schutzwürdiges Interesse erblicken die Beschwerdeführer im Wesentlichen unter 

Anrufung des Verwaltungsgerichtsentscheids B 2022/185, 186, 189 und 190 vom 

6. Juli 2023 darin (act. 6, S. 4-11 Ziff. IV/2-2.1, 2.3-3, 3.3-3.9, act. 16), dass die 

Bewilligung im Verfahren betreffend das Baugesuch auf Parzelle Nr. 0008_ mangels 

hinreichender Erschliessung nicht erteilt werden könne, wenn sich die angeordneten 

Sichtzonen als unrechtmässig erwiesen, weil sie im falschen, koordinationsrechtlich 

unzulässigen Verfahren erlassen worden wären bzw. sich als unzureichend erwiesen. 

3.4.2. 

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Als Einsprecher gegen das Bauvorhaben auf Parzelle Nr. 0008_ entstünde ihnen damit 

erwiesenermassen ein praktischer Nutzen an der Anfechtung der Sichtzonenverfügung. 

Das schutzwürdige Interesse der Beschwerdeführerin 1 begründen sie überdies damit, 

dass sich deren rechtliche Situation als Eigentümerin des über die J.__ strassenmässig 

erschlossenen Grundstücks Nr. 0009_ durch die Aufhebung der Sichtzonenverfügung 

mit entsprechenden Anweisungen im Rechtsmittelentscheid, wie korrekt zu verfügen 

sei, verbessere. Mangels hinreichender Erschliessung sei es dieser derzeit nicht 

möglich, ein erschliessungsrelevantes Bauvorhaben zu realisieren. Es sei ihr in der 

vorliegenden Konstellation auch verwehrt, die mangelhafte Erschliessung auf dem Weg 

der von der Vorinstanz ins Feld geführten Feststellungsverfügung oder im Rahmen 

einer Rechtsverweigerungsbeschwerde geltend zu machen, zumal beide subsidiär zur 

rechtsgestaltenden Sichtzonenverfügung seien. Versuche eine Gemeinde, wie hier, 

mittels einer rechtsgestaltenden Sichtzonenverfügung eine hinreichende Erschliessung 

herzustellen und mache sie dies falsch bzw. unzureichend, müsse es den über die 

betreffende Strasse erschlossenen Anwohner möglich sein, sich gegen die 

entsprechende falsche Gestaltungsverfügung zu wehren und eine korrekte Lösung der 

Erschliessungsproblematik zu verlangen. Ansonsten ginge die Gemeinde davon aus, 

dass sie das Problem gelöst habe, obwohl dem faktisch nicht so sei. Würde die 

Legitimation in einem solchen Verfahren verweigert, bestände der nicht rechtmässige 

Zustand fort. Es sei den Anwohnern nicht zumutbar, erst im Falle eines konkreten 

Baugesuchs, von welchem nicht klar sei, ob an diesem festgehalten werde, die 

Erschliessungsfrage klären zu lassen. Im Übrigen müsse die Bereinigung der 

Erschliessungssituation über die J.__ in einem separaten Strassenplanverfahren 

gemäss dem StrG erfolgen. Gegen ein solches Projekt könne die Beschwerdeführerin 1 

ohne Weiteres vorgehen.

Soweit die Beschwerdeführer ihren eigenen, praktischen Nutzen an einer allfälligen 

Aufhebung der Sichtzonenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Juli 2022 daraus 

ziehen, dass die Bewilligung für das hängige Baugesuch auf Parzelle Nr. 0008_ 

deswegen verweigert werden könnte, kann ihnen nicht gefolgt werden: Im Rahmen des 

hängigen Baubewilligungsverfahrens besteht für das von ihnen angestrebte Ziel eine 

Rechtsschutzmöglichkeit. Falls die Verkehrssicherheit im Einmündungsbereich der J.__ 

in die K.__-strasse mittels der fraglichen, vom Rat der Beschwerdegegnerin erlassenen 

Sichtzonenverfügung gemäss der Darstellung der Beschwerdeführer nicht 

sichergestellt worden und der Baugrund auf Parzelle Nr. 0008_ deswegen nicht 

hinreichend erschlossen wäre (vgl. dazu Art. 22 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art. 19 

3.4.3. 

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Abs. 1 RPG und Art. 4 des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetz; SR 843, WEG; 

Art. 66 lit. a PBG in Verbindung mit Art. 67 Abs. 1 PBG; BGer 1C_319/2021 vom 

8. April 2022 E. 2.1, mit Hinweisen) oder diese Sichtzonenverfügung gemäss der 

Auffassung der Beschwerdeführer mit der Baubewilligung auf Parzelle Nr. 0008_ sowie 

dem Erlass eines Teilstrassenplans mitsamt Strassenbauprojekt im Sinne von 

Art. 25a RPG zu koordinieren gewesen wäre, werden diese Einwände im Rahmen der 

Beurteilung ihrer Einsprache gegen das Bauvorhaben auf Parzelle Nr. 0008_ durch die 

Baukommission der Beschwerdegegnerin und allenfalls im darauffolgenden 

Rechtsgang zu berücksichtigen sein. Das Bestreben der Beschwerdeführer, eine 

Bewilligung des Bauvorhabens auf Parzelle Nr. 0008_ abzuwenden, vermag somit kein 

hinreichendes Interesse an der Anfechtung der fraglichen Sichtzonenverfügung zu 

begründen. Dies umso mehr, als sich die Beschwerdeführer als Nachbarn und nicht 

etwa analog zur Anfechtung von funktionellen Verkehrsanordnung als 

Verkehrsteilnehmer gegen die Sichtzonenverfügung wehren (vgl. dazu 

BGer 1C_392/2020 vom 20. Mai 2021 E. 4.2 und 5.2, mit Hinweis[en]). Im übrigen wird 

sich erst im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens zeigen, ob die von den 

Beschwerdeführern bemängelte Erschliessung allenfalls mittels Nebenbestimmunen 

der Baubewilligung geheilt werden könnte (vgl. dazu BGer 1C_378/2019 vom 

17. Juni 2020 E. 1.2, mit Hinweisen, auszugsweise in: ZBl 2021, S. 697 ff.).          

Soweit die Beschwerdeführerin 1 ihren eigenen, praktischen Nutzen an einer allfälligen 

Aufhebung oder Abänderung der Sichtzonenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 

5. Juli 2022 darüber hinaus darin erblickt, dass sich dadurch die Erschliessung ihres 

Grundstücks rechtlich verbessere, setzt sie sich zunächst in einen gewissen 

Widerspruch zu ihrer anderslautenden Darstellung (act. 6, S. 7 Ziff. IV/2.7 f., act. 16, 

S. 3 Ziff. I/3), wonach für die Bereinigung der Erschliessungssituation auf der J.__ ein 

Strassenprojekt mit Wendehammer, Vortrittsregelung und Sichtzonen notwendig sei. 

Demnach kann eine allfällig mangelhafte Erschliessung des Grundstücks der 

Beschwerdeführerin 1 ihrer eigenen Einschätzung gemäss in tatsächlicher oder 

rechtlicher Hinsicht weder mit der Abänderung noch mit der Aufhebung der fraglichen 

Sichtzonenverfügung behoben werden (vgl. dazu auch act. 10/2, Ziff. I/3, act. 14 

Ziff. 5 f. und act. 10/7 Rz. 8 ff., wonach die Verfügung vom 5. Juli 2022 gemäss der 

Beschwerdegegnerin einzig bezweckt, die ungenügenden Sichtzonen im 

Einmündungsbereich der J.__ in die K.__-strasse zur Gewährleistung der 

Verkehrssicherheit zu korrigieren). Dessen ungeachtet lässt sie ausser Acht, dass es ihr 

als Eigentümerin der an die J.__ angrenzenden Parzelle Nr. 0009_ freistünde, bei der 

Beschwerdegegnerin ein Plangesuch nach Art. 40 in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 

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4.

Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 

CHF 2'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, 

sGS 914.12, GKV); der von den Beschwerdeführern geleistete Kostenvorschuss in 

Ingress und lit. c Ziff. 1 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) oder in 

sachgemässer Anwendung dieser Bestimmungen (vgl. dazu auch Art. 39  StrG e 

contrario) ein Gesuch um Durchführung eines strassenbaurechtlichen Plan- bzw. 

Projektverfahrens (Art. 39 ff. StrG) einzureichen, falls sich dies gemäss der Darstellung 

der Beschwerdeführer für eine hinreichende Erschliessung ihres Grundstücks als 

erforderlich erweisen sollte (siehe dazu auch VerwGE B 2023/62 vom 26. Oktober 2023 

E. 6.2.4, mit Hinweisen). Falls deswegen der am 7. Februar 2020 genehmigte 

Gemeindestrassenplan angepasst werden müsste, wäre dabei allerdings die 

Vereinbarkeit mit dem Grundsatz der Planbeständigkeit (Art. 21 Abs. 1 RPG) zu 

beachten. Weist die Beschwerdegegnerin ein solches Gesuch ab, steht der 

Beschwerdeführerin 1 dagegen der Rechtsweg offen (vgl. dazu auch VerwGE 

B 2016/42 vom 29. Juni 2017 E. 5.1, mit Hinweisen, allerdings in Bezug auf ein 

Einzonungsbegehren). Demzufolge vermag die Beschwerdeführerin 1 kein hinreichend 

intensives, über das Interesse der übrigen Beschwerdeführer hinausgehendes 

Privatinteresse an der Anfechtung oder Abänderung der Sichtzonenverfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 5. Juli 2022 zu begründen.          

bis

Mit der Anfechtung der hier strittigen Sichtzonenverfügung verfolgen die 

Beschwerdeführer letztlich prozessfremde Zwecke; obschon sie von den verfügten 

Sichtzonen nicht direkt betroffen sind bzw. diese – wenn überhaupt – die 

Verkehrssicherheit an der J.__ verbessern, wenden sie sich dagegen, weil sie 

befürchten, dass sie damit gewisser (erschliessungs- und koordinationsrechtlicher) 

Argumente verlustig gehen könnten, die sie gegen das Baugesuch auf Parzelle Nr. 

0008_ vorbringen können. Den Beschwerdeführern ist im erstinstanzlichen 

Verfügungsverfahren daher zu Recht keine Parteistellung eingeräumt worden, und 

ihnen fehlte es im vorinstanzlichen Verfahren an der materiellen Beschwer. Der Schluss 

der Vorinstanz in Erwägung 1.4 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 11), wonach 

auf den Rekurs der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren mangels formeller 

und materieller Beschwer nicht eingetreten werden kann, ist damit im Ergebnis nicht zu 

beanstanden.        

Die Beschwerde ist abzuweisen.

3.4.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/11

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gleicher Höhe ist anzurechnen. Ausseramtliche Kosten sind mangels Anspruchs der 

vollständig obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht zu entschädigen (vgl. dazu Art. 98 

Abs. 1 und 98  VRP; VerwGE B 2023/6 vom 4. Mai 2023 E. 4.2, mit Hinweis, siehe 

dazu auch Art. 68 Abs. 3 BGG).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführer bezahlen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 2'500 unter Anrechnung des von ihnen in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschusses.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

bis

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 03.04.2024
	Strassenrecht, Nichteintreten, Art. 45 Abs. 1 VRP. Die Vorinstanz durfte das Vorliegen eines praktischen Nutzens der Beschwerdeführer zur Anfechtung der von der Beschwerdegegnerin erlassenen Sichtzonenverfügung (Art. 101 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 Ingress sowie lit. e und Abs. 2 StrG) bei der Einmündung einer Stich- in eine weitergehende Gemeindestrasse verneinen, ohne Recht zu verletzen. Die von den Beschwerdeführern bemängelte Erschliessungssituation auf der fraglichen Stichstrasse kann im Rahmen der Beurteilung der hängigen beschwerdeführerischen Einsprache gegen ein über die Stichstrasse erschlossenes Bauvorhaben abschliessend überprüft werden. Überdies stände es zumindest der Be-schwerdeführerin 1, soweit erforderlich, frei, ein Plangesuch nach (Art. 39bis StrG und) Art. 40 in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 Ingress sowie lit. c Ziff. 1 PBG einzureichen, um eine hinreichende Erschliessung ihres Grundstücks über die besagte Stichstrasse sicherzustellen (E. 3, Verwaltungsgericht B 2023/202).

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