# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fcd9eda-f71c-585a-bc79-a35b7b5b38da
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 03.11.2017 SK 2017 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-92_2017-11-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 92 (Beschuldigter 2)
SK 17 93 (Beschuldigter 1)

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. November 2017 

Besetzung Obergerichtssuppleant Zuber (Präsident i.V.), Oberrichterin Brat-
schi, Oberrichter J. Bähler
Gerichtsschreiber Bruggisser

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Berufungsführer

C.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. D.________

Beschuldigter 2/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

E.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand einfache Körperverletzung, evtl. versuchte schwere Körperverlet-
zung, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 4. November 2016 (PEN 2015 
497/498/500)

2

Inhaltsverzeichnis

I. Formelles ......................................................................................................................4

1. Erstinstanzliches Urteil ...........................................................................................4

2. Berufung.................................................................................................................7

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen ...................................................................8

4. Dispensation...........................................................................................................8

5. Anträge der Parteien ..............................................................................................8

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer .............................................11

7. Anklageprinzip......................................................................................................12

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung.............................................................................14

8. Vorfall in der Aarbergergasse...............................................................................14

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift ..................................................................14

8.2 Vorbringen der Parteien..............................................................................15

8.3 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt................................................15

8.4 Würdigung durch die Kammer ....................................................................16

9. Vorfall beim Waisenhausplatz zum Nachteil von F.________ .............................21

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift ..................................................................21

9.2 Vorbringen der Parteien..............................................................................21

9.3 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt................................................22

9.4 Würdigung durch die Kammer ....................................................................22

III. Rechtliche Würdigung.................................................................................................24

10. Vorfall in der Aarbergergasse...............................................................................24

10.1 Versuchte schwere Körperverletzung .........................................................24

10.2 Einfache Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen ........................27

10.3 Angriff..........................................................................................................28

10.4 Raufhandel..................................................................................................28

11. Einfache Körperverletzung beim Waisenhausplatz zum Nachteil von 
F.________ ..........................................................................................................29

IV. Strafzumessung ..........................................................................................................30

12. Allgemeines und Strafrahmen ..............................................................................30

13. Tatkomponenten ..................................................................................................31

13.1 Objektive Tatschwere (objektives Tatverschulden) ....................................31

13.2 Subjektive Tatschwere (subjektives Tatsverschulden) ...............................31

14. Täterkomponenten ...............................................................................................31

14.1 A.________...................................................Error! Bookmark not defined.

3

14.2 C.________ ..................................................Error! Bookmark not defined.

15. Strafart und Tagessatzhöhe .................................................................................32

16. Vollzug und Verbindungsbusse............................................................................33

17. Konkrete Strafe ....................................................................................................34

V. Zivilpunkt .....................................................................................................................34

VI. Kosten und Entschädigung .........................................................................................36

19. Verfahrenskosten .................................................................................................36

20. Entschädigung......................................................................................................38

21. Amtliche Entschädigungen...................................................................................38

VII. Verfügungen ...............................................................................................................40

22. Sicherheitsleistungen ...........................................................................................40

23. DNA-Profile ..........................................................................................................40

24. Biometrische erkennungsdienstliche Daten .........................................................40

VIII. Dispositiv.....................................................................................................................41

4

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 4. November 2016 hat das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kolleg-
ialgericht in Dreierbesetzung; nachfolgend Vorinstanz) bezüglich der beiden Beru-
fungsführer Folgendes erkannt (pag. 656 ff., Hervorhebungen im Original):

A.

I. C.________ wird freigesprochen

von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen, angeblich 
begangen am 21.12.2014 in Bern, Waisenhausplatz, zum Nachteil des E.________ (Anklageschrift 
Bst. A, Ziff. 2)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. C.________ wird schuldig erklärt:

1. der eventualvorsätzlich versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 21.12.2014 
in Bern, Aarbergergasse, zum Nachteil des E.________ (Anklageschrift Bst. A, Ziff. 1);

2. der einfachen Körperverletzung, begangen am 21.12.2014 in Bern, zum Nachteil des 
F.________ (Anklageschrift Bst. A, Ziff. 3);

3. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Konsum von Cannabis, be-
gangen in der Zeit zwischen 20.12.2014 und 21.12.2014 in Bern (Anklageschrift Bst. A, Ziff. 4)

und in Anwendung der Art. 22 Abs. 1, 34, 40, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 49 Abs. 1, 51, 106, 122 und 
123 Ziff. 1 StGB; Art. 19a Ziff. 1 BetmG; Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten.

Die Untersuchungshaft vom 21.12.2014 bis 29.12.2014 wird im Umfang von 9 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt;

2. Zu einer Verbindungs-Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 1'800.00;

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf einen Tag festgesetzt;

4. Zu den anteilmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 9'460.00 und Auslagen von CHF 4'005.15, insgesamt bestimmt auf CHF 13'465.15 (Details 
vgl. separate Tabelle).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 12'865.15.

5

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von C.________ 
durch Fürsprecher D.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 74.00 200.00 CHF 14'800.00

CHF 217.70
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 15'017.70 CHF 1'201.40
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 16'219.10

volles Honorar CHF 18'500.00
CHF 217.70

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 18'717.70 CHF 1'497.40
Total CHF 20'215.10

nachforderbarer Betrag CHF 3'996.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher D.________ für die amtliche Verteidigung von C.________ 
mit CHF 16'219.10.

C.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecher D.________ die Differenz von CHF 3'996.00 zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 
4 StPO).

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Die für C.________ geleistete Sicherheitsleistung von EUR 8'000.00 wird freigegeben (Art. 239 
StPO).

Vorbehältlich des Eintritts der Rechtskraft dieses Urteils ist eine Summe im Gegenwert von 
EUR 8'000.00 zu überweisen an G.________, H._____strasse __, D-47055 Duisburg.

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

B.

I. A.________ wird freigesprochen

von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen, angeblich 
begangen am 21.12.2014 in Bern, Waisenhausplatz, zum Nachteil des E.________ (Anklageschrift 
Bst. B, Ziff. 2);

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

6

II. A.________ wird schuldig erklärt:

1. der eventualvorsätzlich versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 21.12.2014 
in Bern, Aarbergergasse, zum Nachteil des E.________ (Anklageschrift Bst. B, Ziff. 1);

2. der einfachen Körperverletzung, begangen am 21.12.2014 in Bern, zum Nachteil des 
F.________ (Anklageschrift Bst. B, Ziff. 3);

und in Anwendung der Art. 22 Abs. 1, 34, 40, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 49 Abs. 1, 51, 122 und 123 
Ziff. 1 StGB; Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten.

Die Untersuchungshaft vom 21.12.2014 bis 23.12.2014 wird im Umfang von 3 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt;

2. Zu einer Verbindungs-Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total 
CHF 3'600.00;

3. Zu den anteilmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 9'460.00 und Auslagen von CHF 3'404.05, insgesamt bestimmt auf CHF 12'864.05 (Details 
vgl. separate Tabelle).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 12'264.05.

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 69.00 200.00 CHF 13'800.00

CHF 279.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 14'079.20 CHF 1'126.35
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 15'205.55

volles Honorar CHF 17'940.00
CHF 466.80

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 18'406.80 CHF 1'472.55
Total CHF 19'879.35

nachforderbarer Betrag CHF 4'673.80

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 15'205.55.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 4'673.80 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

7

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Die für A.________ geleistete Sicherheitsleistung von EUR 8'000.00 wird freigegeben (Art. 239 
StPO).

Vorbehältlich des Eintritts der Rechtskraft dieses Urteils ist eine Summe im Gegenwert von 
EUR 8'000.00 zu überweisen an I.________, J._____strasse __, D 12057 Berlin

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ______) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

C.

[…]

D. Zivilklage

C.________ und A.________ werden unter solidarischer Haftbarkeit in Anwendung von Art. 47 OR 
sowie Art. 126 StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 3'000.00 Genugtuung an den Privatkläger E.________;

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

[Eröffnung]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte/Berufungsführer A.________ 
(nachfolgend Beschuldigter), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________ 
(pag. 666), sowie der Beschuldigte/Berufungsführer C.________ (nachfolgend Be-
schuldigter), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt D.________ (pag. 668), fristge-
recht die Berufung an.

In der form- und fristgerecht beim Obergericht des Kantons Bern eingegangenen 
Berufungserklärung vom 6. März 2017 (pag. 750 ff.) beschränkte C.________ sei-
ne Berufung auf die Schuldsprüche wegen versuchter schwerer (Bst. A Ziff. II.1 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und wegen einfacher Körperverletzung (Bst. A 
Ziff. II.2), auf die dafür ausgesprochene Sanktion (Freiheitsstrafe und Verbindungs-
Geldstrafe, Bst. A Ziff. II.1 und Ziff. II.2), auf die Auferlegung der anteilmässigen 
Verfahrenskosten (Bst. A Ziff. II.4) sowie auf den Entscheid im Zivilpunkt (Bst. D). 
Konkret beantragte er einen Freispruch, unter Auferlegung der Verfahrenskosten 
an den Kanton Bern und unter Ausrichtung einer Entschädigung von CHF 297.80 
sowie einer ins gerichtliche Ermessen gestellten Genugtuung von mindestens 
CHF 1‘800.00 für die ausgestandene Untersuchungshaft von 9 Tagen. Schliesslich 
seien sämtliche Zivilforderungen des Straf- und Zivilklägers E.________ (nachfol-
gend Privatkläger) auf den Zivilweg zu verweisen (pag. 752).

8

A.________ beschränkte seinerseits seine Berufung in der ebenfalls form- und 
fristgerecht eingereichten Berufungserklärung vom 10. März 2017 (pag. 756 ff.) auf 
die Schuldsprüche wegen versuchter schwerer (Bst. B Ziff. II.1 des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs) und wegen einfacher Körperverletzung (Bst. B Ziff. II.2), auf 
die dafür ausgesprochene Sanktion (Freiheitsstrafe und Verbindungs-Geldstrafe, 
Bst. B Ziff. II.1 und Ziff. II.2), auf die Auferlegung der anteilmässigen Verfahrens-
kosten (Bst. B Ziff. II.3), auf die Rückerstattungspflicht für die erstinstanzlichen amt-
lichen Verteidigungskosten (Bst. B Ziff. III) sowie auf die Verurteilung im Zivilpunkt 
(Bst. D). Auch er beantragte einen Freispruch, unter Auferlegung der erst- und obe-
rinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern und unter Ausrichtung einer 
Parteientschädigung in der Höhe des festgelegten bzw. noch festzulegenden amtli-
chen Honorars. Ferner sei ihm eine Genugtuung nach gerichtlichem Ermessen für 
die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft auszurichten. Die Zivilklage sei ab-
zuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen (pag. 756 f.).

Keine der Parteien erklärte Anschlussberufung oder machte Gründe für ein Nicht-
eintreten geltend (vgl. pag. 765 f.; pag. 781 f.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden von Amtes wegen aktuel-
le Strafregisterauszüge (datierend vom 27. Oktober 2017; pag. 820 f.) und Aus-
künfte aus dem deutschen Bundeszentralregister (datierend vom 12. Oktober 2017; 
pag. 824 und pag. 826 ff.) über die beiden Beschuldigten eingeholt.

4. Dispensation

Die Parteien wurden zur Berufungsverhandlung vom 3. November 2017 vorgela-
den. Rechtsanwalt D.________ beantragte mit Eingabe vom 25. April 2017, 
C.________ vom persönlichen Erscheinen an der Berufungsverhandlung vom 
3. November 2017 zu dispensieren (pag. 800 f.). Mit Eingabe vom 27. April 2017 
ersuchte Rechtsanwalt B.________ um Dispensation von A.________ (pag. 798). 
In Gutheissung der Dispensationsgesuche wurden die Beschuldigten mit Verfü-
gung vom 30. Mai 2017, gestützt auf Art. 405 i.V.m. Art. 336 Abs. 3 der Strafpro-
zessordnung (StPO; SR 312.0), von der persönlichen Teilnahme an der Beru-
fungsverhandlung vom 3. November 2017 dispensiert (pag. 815 f.).

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 3. No-
vember 2017 namens und im Auftrag von A.________ folgende Anträge (pag. 837; 
Hervorhebungen im Original):

1. Herr A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung, 
evtl. einfachen Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen und Angriff, evtl. Raufhan-
dels, angeblich gemeinsam begangen am 21. Dezember 2014, um ca. 4.30 Uhr in der Aarber-
gergasse in Bern, zN von Herrn E.________ (gemäss Anklageschrift, Ziffer I. B. 1.).

2. Herr A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung angeblich 
gemeinsam begangen am 21. Dezember 2014, um ca. 4.40 Uhr auf dem Waisenhausplatz in 
Bern, zN von Herrn F.________ (gemäss Anklageschrift, Ziffer I. B. 3.).

9

3. Die Zivilklage von Herrn E.________ sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verwei-
sen.

4. Herrn A.________ sei für gesetzliche aber ungerechtfertigte Polizei- und Untersuchungshaft, er-
standen vom 21. Dezember 2014 bis 23. Dezember 2014, eine Genugtuung zuzusprechen, de-
ren Höhe in das Ermessen des Gerichts gestellt wird.

5. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

6. Für das erstinstanzliche Verfahren sei Herrn A.________ eine Parteientschädigung in der Höhe 
des festgelegten, amtlichen Honorars von RA B.________ zuzusprechen.

7. Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

8. Für das Berufungsverfahren sei Herrn A.________ eine Parteientschädigung gemäss dem fest-
zusetzenden amtlichen Honorar von RA B.________ zuzusprechen.

9. Die einbezahlte Sicherheitsleistung von EUR 8‘000.00 sei frei zu geben und an den wirtschaft-
lich Berechtigten, Herrn I.________, zu überweisen.

10. Die weitergehenden Verfügungen seien zu erlassen (Löschung DNA-Profil / AFIS), soweit diese 
nicht ohnehin in Rechtskraft erwachsen seien.

Rechtsanwalt D.________ beantragte im Rahmen seines Parteivortrages für 
C.________ Folgendes (pag. 840 f.; Hervorhebungen im Original):

1. Herr C.________ sei freizusprechen von den Vorwürfen:

1.1. Der versuchten schweren Körperverletzung (evtl. einfache Körperverletzung zum Nachteil 
eines Wehrlosen und Angriff [evtl. Raufhandel]) gemäss Ziff. I./A./1. der Anklageschrift;

1.2. Der einfachen Körperverletzung zum Nachteil von F.________ gemäss Ziff. I./A./3. der An-
klageschrift.

2. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich des Vorwurfs der einfachen 
Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen (gemäss Ziff. I./A./2. der Anklageschrift) und 
der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetzes (gemäss Ziff. I./A./4. der Anklage-
schrift) in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Sämtliche Zivilforderungen des Privatklägers Herrn E.________ seien in Anwendung von 
Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg zu verweisen.

4. Die Verfahrenskosten für das Vorverfahren und die erst- sowie oberinstanzliche Gerichtsver-
handlungen seien vom Kanton Bern zu tragen und dem amtlichen Verteidiger von Herrn 
C.________ sei für das oberinstanzliche Verfahren eine Entschädigung im Umfang der am En-
de des Parteivortrages einzureichenden Kostennote auszurichten.

5. Herrn C.________ sei vom Kanton Bern in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO eine Ent-
schädigung von CHF 297.80 auszurichten.

6. Herrn C.________ sei vom Kanton Bern in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine ins 
gerichtliche Ermessen gestellte Genugtuung für die ausgestandene Untersuchungshaft von 
9 Tagen auszurichten, mindestens jedoch CHF 1‘800.00 (CHF 200.00 pro Tag).

7. Die am 29.12.2014 geleistete Sicherheitsleistung von EUR 8‘000.00 sei nach Eintritt der 
Rechtskraft an den Onkel von Herrn C.________, Herrn G.________, H._____strasse __, D-
47055 Duisburg zurückzuerstatten.

10

8. Die erkennungsdienstlichen Unterlagen von Herrn C.________ seien in Anwendung von 
Art. 261 Abs. 1 lit. b StPO zu vernichten.

9. Das DNA-Profil von Herrn C.________ sei in Anwendung von Art. 16 Abs. 1 lit. c DNA-Profil-
Gesetz zu vernichten.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt K.________ stellte für die Generalstaats-
anwaltschaft folgende Anträge (pag. 845 f.; Hervorhebungen im Original):

A. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 4. November 
2016 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. C.________

1.1 freigesprochen wurde von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung zum 
Nachteil eines Wehrlosen, angeblich begangen gemeinsam mit A.________ am 21. De-
zember 2014 in Bern, Waisenhausplatz, zum Nachteil von E.________, ohne Ausrichtung 
einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

1.2 schuldig erklärt wurde der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch 
Konsum von Cannabis, begangen in der Zeit zwischen dem 20. Dezember 2014 und dem 
21. Dezember 2014 in Bern;

1.3 verurteilt wurde zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 (1 Tag Ersatzfreiheitsstra-
fe).

2. A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung 
zum Nachteil eines Wehrlosen, angeblich begangen gemeinsam mit C.________ am 21. De-
zember 2014 in Bern, Waisenhauplatz, zum Nachteil von E.________, ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

3. die Freigabe der Sicherheitsleistungen von je 8‘000.00 Euro verfügt wurde.

B. C.________ sei schuldig zu erklären:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen gemeinsam mit A.________ am 
21. Dezember 2014 um ca. 04:30 Uhr in Bern, Aarbergergasse, zum Nachteil von E.________;

2. der einfachen Körperverletzung, begangen gemeinsam mit A.________ am 21. Dezember 
2014 um ca. 04:40 Uhr in Bern, Waisenhausplatz, zum Nachteil von F.________;

und er sei zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungshaft von 9 Tagen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 
2 Jahre festzusetzen.

2. zu einer Verbindungsgeldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 1‘800.00.

3. zu den anteilmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten, inkl. einer Gebühr von 
CHF 500.00 gemäss Art. 21 VKD, unter solidarischer Haftbarkeit mit A.________.

C. A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen gemeinsam mit C.________ am 
21. Dezember 2014 um ca. 04:30 Uhr in Bern, Aarbergergasse, zum Nachteil von E.________;

11

2. der einfachen Körperverletzung, begangen gemeinsam mit C.________ am 21. Dezember 2014 
um ca. 04:40 Uhr in Bern, Waisenhausplatz, zum Nachteil von F.________;

und er sei zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungshaft von 3 Tagen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 
2 Jahre festzusetzen.

2. zu einer Verbindungsgeldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total 
CHF 3‘600.00.

3. zu den anteilmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten, inkl. einer Gebühr von 
CHF 500.00 gemäss Art. 21 VKD, unter solidarischer Haftbarkeit mit C.________.

D. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen.

E. Es seien die weiteren Verfügungen zu treffen.

Der Privatkläger war an der Berufungsverhandlung nicht anwesend und stellte 
auch keine schriftlichen Anträge.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Aufgrund der bloss beschränkten Berufungen ist das vorinstanzliche Urteil bereits 
teilweise in Rechtskraft erwachsen, nämlich soweit die Beschuldigten freigespro-
chen wurden von den Anschuldigungen der einfachen Körperverletzung zum Nach-
teil eines Wehrlosen, angeblich begangen am 21. Dezember 2014 in Bern, Wai-
senhausplatz, zum Nachteil des Privatklägers, beides ohne Ausscheidung von Ver-
fahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung (Bst. A Ziff. I und Bst. B 
Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs); C.________ schuldig gesprochen 
wurde der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetzes (BetmG; 
SR 812.121) durch Konsum von Cannabis, begangen in der Zeit zwischen dem 
20. und 21. Dezember 2014 in Bern und hierfür in Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 
BetmG zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 verurteilt wurde, unter Fest-
setzung der Ersatzfreiheitsstrafe auf einem Tag (Bst. A Ziff. II.3 des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs). Ebenfalls in Rechtskraft erwachsen ist das vorinstanzliche 
Urteil soweit L.________ betreffend, d.h. der diesbezüglich erfolgte Freispruch, oh-
ne Ausrichtung einer Genugtuung und unter Auferlegung anteilsmässiger Verfah-
renskosten (Bst. C Ziff. I) und die weiteren Verfügungen (Bst. C Ziff. II des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs).

Somit hat die Kammer über die folgenden Punkte des erstinstanzlichen Urteils neu 
zu befinden: die Schuldsprüche gegen die Beschuldigten wegen (eventualvorsätz-
lich) versuchter schwerer Körperverletzung, begangen am 21. Dezember 2014 in 
Bern, Aarbergergasse, zum Nachteil des Privatklägers und der einfachen Körper-
verletzung, begangen am 21. Dezember 2014 in Bern, zum Nachteil von 
F.________ (Bst. A Ziff. II.1–2 und Bst. B Ziff. II.1–2 des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs); die hierfür erfolgten Verurteilungen zu bedingten Freiheitsstrafen von 
je 22 Monaten und zu Verbindungs-Geldstrafen von je 60 Tagessätzen (Bst. A 
Ziff. II.1–2 und Bst. B Ziff. II.1–2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs); der jewei-
ligen Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (Bst. A Ziff. II.4 und Bst. B 

12

Ziff. II.4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie die im Zivilpunkt erfolgte 
Verurteilung zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 3‘000.00, unter solidari-
scher Haftbarkeit, an den Privatkläger (Bst. D des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs). Hinsichtlich beiden Beschuldigten neu zu verfügen sein wird über die geleiste-
ten Sicherheitsleistungen, betreffend die Zustimmung zur Löschung des DNA-
Profils sowie den erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (Bst. A 
Ziff. IV und Bst. B Ziff. IV des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Die angefochtenen Punkte überprüft die Kammer umfassend, mit voller Kognition 
(Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Sie ist aufgrund der alleinigen Berufungen der Be-
schuldigten an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebun-
den, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten der Beschuldigten abändern (sog. 
Verbot der reformatio in peius). Vorbehalten bleibt eine strengere Bestrafung auf-
grund von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten 
(Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO).

7. Anklageprinzip

7.1 Die beiden Verteidiger brachten in ihren Parteivorträgen vor, die Umschreibung des 
Vorfalls auf dem Waisenhausplatz in der Anklageschrift, teilweise auch diejenige 
des Vorfalls in der Aarbergergasse, verletze das Anklageprinzip, namentlich des-
sen Umgrenzungsfunktion (vgl. pag. 832 f.). Es fehle an der Umschreibung des 
gemeinsamen Tatenschlusses und der Zuordnung der einzelnen Tatbeiträge. 
Wenn nicht bekannt sei, was der Klient getan haben soll, könne dieser nicht wirk-
sam verteidigt werden. 

Der stv. Generalstaatsanwalt K.________ führte dazu aus, es sei bei beiden Sach-
verhalten keine Verletzung des Anklagegrundsatzes ersichtlich (pag. 834). Den 
ersten Vorfall habe die Staatsanwaltschaft bewusst so formuliert, dass er dem 
kleinsten gemeinsamen Nenner der Zeugenaussagen entspreche. Insbesondere 
sei angeben, es sei zu einer Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf die 
Beschuldigten gemeinsam mit Fäusten auf das Opfer eingeschlagen hätten. Auch 
der zweite Sachverhalt sei klar und präzise umschrieben. Dass in beiden Fällen of-
fen gelassen werde, wer den Schlag bzw. den Fusstritt ausgeführt habe, sei uner-
heblich, da die Angriffe gemeinsam erfolgt seien. Falls die Kammer aber der An-
sicht sei, der Sachverhalt sei ungenügend umschrieben, müsse sie der Staatsan-
waltschaft Gelegenheit zur Nachbesserung geben, was nach obergerichtlicher Pra-
xis auch im Rechtsmittelverfahren, sogar im Stadium der Urteilsberatung, noch 
möglich sei.

7.2 Eine Straftat kann nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft 
gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts 
beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 Abs. 1 StPO). In den Worten 
des Bundesgerichts (statt vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_42/2017 vom 
30. August 2017 E. 2.2) bestimmt nach dem Anklagegrundsatz

[…] die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 
und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das Ge-
richt ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht 
aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat 

13

die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschrei-
ben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind. Das An-
klageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und 
dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hin-
weisen). Der Beschuldigte muss aus der Anklage ersehen können, wessen er angeklagt ist. Das be-
dingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, 
welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit 
er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Ge-
richtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit 
Hinweisen).

Die Anklageschrift ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgren-
zung des Prozessgegenstandes und der Information des Beschuldigten, damit die-
ser die Möglichkeit hat, sich zu verteidigen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_361/2017 vom 2. November 2017 E. 2.4.1 mit Hinweisen). Ungenauigkeiten 
sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte Person 
keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr angelastet wird. An die An-
klageschrift dürfen daher keine überspitzt formalistischen Anforderungen gestellt 
werden (statt vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_1319/2016 vom 22. Juni 2017 
E. 2.1.2 mit Hinweisen). 

7.3 Im vorliegenden Fall wird den Beschuldigten bezüglich des Vorfalls in der 
Aarbergergasse zusammenfassend vorgeworfen, es sei zwischen dem Privatkläger 
einerseits und C.________ sowie A.________ andererseits zu einer Auseinander-
setzung gekommen, in deren Verlauf die Beschuldigten gemeinsam mit den Fäus-
ten auf den Privatkläger (wobei sich dieser evtl. tätlich zur Wehr gesetzt habe) ein-
geschlagen hätten. Aufgrund eines Faustschlages (vermutlich von C.________) sei 
der Privatkläger zu Boden gegangen, wo er benommen liegen geblieben sei. Auf-
grund der Alkoholisierung und seiner Lage am Boden sei er erkennbar nicht in der 
Lage gewesen, sich gegen die anschliessenden Tritte der Beiden zu wehren. Min-
destens ein harter bzw. sehr starker Fusstritt (vermutlich durch C.________) sei 
gegen den Kopf des Privatklägers erfolgt. Weiter werden in der Anklageschrift der 
subjektive Tatbestand, die vom Privatkläger erlittenen Verletzungen sowie Ort und 
Zeit näher umschrieben.

Eine Verletzung des Anklageprinzips ist insoweit nicht ersichtlich. In der Anklage-
schrift werden beiden Beschuldigten Faustschläge und Fusstritte gegen den Privat-
kläger vorgeworfen, wobei ein Schlag zum Sturz des Privatklägers auf den Boden 
führte und mindestens ein harter Tritt gegen den Kopf erfolgte. Der vorgeworfene 
Sachverhalt ist insoweit klar und die Beschuldigten konnten sich ohne Weiteres 
sachgemäss verteidigen. Ob – wie in der Anklage vorgeworfen – im Urteil von meh-
reren Faustschlägen und Tritten auszugehen ist oder ob sich einzig ein Schlag und 
ein Tritt nachweisen lässt, ist eine Frage des Beweisverfahrens. 

Bezüglich des Vorfalls auf dem Waisenhausplatz wird den Beschuldigten vorgewor-
fen, sie seien gemeinsam auf F.________ zugegangen und einer der beiden habe 
diesen gegen den Hinterkopf geschlagen, sodass eine ca. 2 cm lange Riss-
quetschwunde entstand sei, welche genäht habe werden müssen. Weiter ist Ort 
und Zeit der Handlung aufgeführt. 

14

Es ist einzuräumen, dass die Umschreibung in der Anklageschrift knapp ausgefal-
len ist. Insbesondere lässt sich dieser mit Blick auf das mittäterschaftliche Vorge-
hen einzig entnehmen, dass beide Beschuldigte auf F.________ zugegangen sei-
en. Ob und inwieweit zusätzliche Sachverhaltselemente – welche auf eine Mittäter-
schaft hindeuten könnten, jedoch in der Anklageschrift nicht aufgeführt sind – bei 
der Beurteilung berücksichtigt werden könnten, kann im vorliegenden Fall offen 
bleiben, da sich derartige zusätzliche Sachverhaltselemente im Beweisverfahren 
nicht ergeben (vgl. E. 9.4 unten). Im vorliegenden Verfahren ist somit der in der 
Anklage umschriebene Sachverhalt, soweit sich dieser im Beweisverfahren erwei-
sen lässt, rechtlich zu würdigen. Eine rechtsgenügliche Verteidigung war insoweit 
problemlos möglich. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes liegt folglich nicht 
vor. 

Nach dem Gesagten besteht auch kein Anlass, die Anklageschrift gestützt auf 
Art. 329 Abs. 2 StPO zur Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft 
zurückzuweisen. Anders als im Obergerichtsurteil vom 10. März 2015 (Urteil der 
2. Strafkammer SK 14 114; vgl. BGE 141 IV 97 E. 2.4.2), auf welches die General-
staatsanwaltschaft verwies, ist vorliegend nicht ersichtlich, wie die beiden Sachver-
halte aufgrund der bestehenden Aktenlage um konkrete Elemente – vor allem um 
solche, die auf mittäterschaftliche Begehung hinweisen – ergänzt werden könnten. 
Die Anklageschrift erweist sich insofern als vollständig. Unter Berücksichtigung der 
rechtskräftigen Freisprüche hinsichtlich des ersten Vorfalls auf dem Waisenhau-
platzes zum Nachteil des Privatklägers (Ziff. I.A.2. bzw. Ziff. I.B.2 der Anklage-
schrift) und mangels Hinweisen auf eine wechselseitige tätliche Auseinanderset-
zung fällt auch eine Änderung des Anklagesachverhalts bezüglich des Vorfalls zum 
Nachteil von F.________ auf dem Waisenhausplatz (Ziff. I.A.3 bzw. Ziff. I.B.3 der 
Anklageschrift) mit Blick auf den Tatbestand des Raufhandels gestützt auf Art. 333 
Abs. 1 StPO ausser Betracht.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorfall in der Aarbergergasse

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Den Beschuldigten wird eine versuchte schwere Körperverletzung (evtl. einfache 
Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen und Angriff, evtl. Raufhandel) 
vorgeworfen. Es sei zwischen dem Privatkläger einerseits und den beiden Be-
schuldigten andererseits zu einer Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf 
die Beschuldigten gemeinsam mit den Fäusten auf den Privatkläger (der sich evtl. 
tätlich zur Wehr gesetzt habe) eingeschlagen hätten. Aufgrund eines Faustschla-
ges, vermutlich von C.________, sei der Privatkläger zu Boden gegangen, wo er 
benommen liegen geblieben sei. Aufgrund der Alkoholisierung und seiner Lage am 
Boden sei er erkennbar nicht in der Lage gewesen, sich gegen die anschliess-
enden Tritte der Beschuldigten zu wehren. Mindestens ein harter bzw. sehr starker 
Fusstritt, vermutlich von C.________, sei gegen den Kopf des Privatklägers erfolgt. 
Die Beschuldigten hätten durch das Vorgehen verschiedene schwere Verletzungen 
in Kauf genommen. Der Privatkläger habe ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma mit 

15

(nicht verschobenem) Schädelbruch, eine Kontusionsblutung am Gehirn vorne 
rechts, ein Bruch der knorpeligen Nasenscheidewand mit leichter Linksverlagerung 
sowie eine Schleimhautschwellung und Nasenrückenunterblutung, mehrere 
Blutergüsse und Rötungen im Gesicht sowie eine Zahnverletzung erlitten 
(pag. 404 f. und pag. 406). 

8.2 Vorbringen der Parteien

Fürsprecher B.________ führte zusammengefasst aus, es sei unklar, wie sich der 
Sachverhalt gemäss Anklageschrift gestützt auf die Aussagen von M.________ 
und N.________, auf welche die Vorinstanz schwergewichtig abgestützt habe, 
ergeben solle. M.________, der Einzige, welcher damals nüchtern gewesen sei, 
habe gerade kein gemeinsames Vorgehen der Beschuldigten beobachten können. 
Auch N.________ habe offenbar einen Täter gesehen, welcher den Faustschlag 
und den Fusstritt ausgeführt habe. Der angeklagte Sachverhalt sei nicht erstellt, 
weshalb ein Freispruch zu erfolgen habe (pag. 832). Dies beantragte auch 
Fürsprecher D.________ für seinen Klienten. Er erachtete das angeklagte Kernge-
schehen eines gemeinsamen Handelns zum Nachteil des Privatklägers ebenfalls 
nicht als erstellt. Kein einziger Zeuge habe einen mittäterschaftlichen Angriff 
gesehen. Gestützt auf die Aussagen von M.________ und N.________, auf welche 
sich auch die Vorinstanz stütze, könne nur von einem Schlag und einem Fusstritt, 
vermutungsweise ausgehend vom selben, aber nicht bekannten Aggressor, 
ausgegangen werden. Die Aussagen von O.________, dem einzigen Beteiligten, 
welcher die Darstellung in der Anklageschrift teilweise gestützt habe, hätten nur 
einen geringen Beweiswert. Dieser sei angetrunken und selbst am Vorfall beteiligt 
gewesen; zudem habe er sich später auch widersprüchlich zum Tatgeschehen 
geäussert. Überdies treffe die Täterbeschreibung nicht auf C.________ zu 
(pag. 833 und pag. 835).

Der stv. Generalstaatsanwalt K.________ schloss sich der Begründung der 
Vorinstanz an. Es sei auf die glaubhaften Angaben von M.________ und 
N.________ abzustellen; die Aussagen der Beschuldigten seien höchst 
widersprüchlich. Der nüchterne M.________ habe von einer physischen Einwirkung 
von mindestens zwei Personen gesprochen, weshalb auch nicht davon 
ausgegangen werden könne, dass Schlag und Fusstritt von derselben Person 
ausgegangen seien. Wäre es dieselbe Person gewesen, hätte diese zunächst um 
das Opfer herumlaufen müssen. Gemäss den Aussagen von M.________ und 
N.________ habe sich das Opfer zudem nicht gegen die Tritte zur Wehr gesetzt 
(pag. 834).

8.3 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Unstrittig ist, dass es am 21. Dezember 2014 um ca. 4.30 Uhr in der Aarberger-
gasse in Bern zwischen dem Privatkläger und O.________ einerseits sowie den 
Beschuldigten und L.________ andererseits zunächst zu einer verbalen und 
anschliessend auch zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam. Unstrittig bzw. 
erstellt ist zudem, dass der Privatkläger in jener Nacht verschiedene Verletzungen 
erlitt, unter anderem ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma sowie einen (nicht 
verschobenen) Schädelbruch, eine Kontusionsblutung am Gehirn vorne rechts 

16

sowie ein Bruch der knorpeligen Nasenscheidewand mit leichter Linksverlagerung, 
mehrere Blutergüsse und Rötungen im Gesicht sowie eine Zahnverletzung 
(pag. 315 ff.). Von der Vorinstanz in Auftrag gegebene Gutachten und Untersuch-
ungen ergaben keine Hinweise auf bleibende Schäden, insbesondere keine 
auffälligen kognitiven Befunde und keine Hinweise auf eine Seh- oder Höhrstörung 
(pag. 544 ff.).

Strittig ist demgegenüber die Ursache der Auseinandersetzung und insbesondere 
auch deren Ablauf sowie die tätlichen Handlungen der einzelnen Beteiligten.

8.4 Würdigung durch die Kammer

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel aufgeführt und eingehend und 
zutreffend erläutert. Es kann auf die Ausführungen in der vorinstanzlichen 
Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 696 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Nachvollziehbar hat die Vorinstanz im Rahmen der Beweis-
würdigung zudem begründet, weshalb sie vorab auf die Aussagen der 
Auskunftspersonen N.________ und M.________ abstellt, während sie die 
Aussagen der übrigen Befragten mit Zurückhaltung würdigt bzw. teils als 
unglaubhaft erachtet (pag. 710 ff., S. 25 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründ-
ung). Dem ist nichts beizufügen. Weiter ist der von den Auskunftspersonen 
geschilderte Geschehensablauf auch mit den Erkenntnissen aus dem rechts-
medizinischen Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Privatklägers 
stimmig, wonach der Schädelbruch am ehesten mit einem Sturzgeschehen auf den 
Hinterkopf erklärbar ist und wonach verschiedene, frische auf stumpfe Gewalt-
einwirkung zurückzuführende äusserliche Verletzungen am Kopf festgestellt 
wurden (pag. 318).

Bei den Auskunftspersonen N.________ und M.________ handelt es sich um nicht 
involvierte Passanten, welche auf die (bereits ausgebrochene) Streitigkeit 
aufmerksam wurden (pag. 217, Z. 26 und Z. 54; pag. 230, Z. 29). Sie konnten die 
Geschehnisse aus nächster Nähe beobachten (pag. 218, Z. 61; pag. 231, Z. 80 f.; 
vgl. auch pag. 222 und pag. 235). Gestützt auf die glaubhaften und im Kernbereich 
übereinstimmenden Aussagen der vorgenannten Auskunftspersonen ist erstellt, 
dass aufgrund des Verhaltens der agressiven Hauptperson das Opfer zu Boden 
ging. Diesbezüglich ist auf die Aussagen von N.________ abzustellen, der 
gesehen hat, dass das Opfer zu Boden ging, nachdem die Hauptperson auf dieses 
zuging und mit der rechten Faust an der unteren linken Gesichtshälfte traf 
(pag. 218, Z. 84 ff.). N.________ hat mehrfach bestätigt, dass es sich um einen 
Faustschlag handelte (pag. 217, Z. 55; pag. 218, Z. 100; pag. 219, Z. 133). Der 
Ablauf wird von M.________ bestätigt, auch wenn sich dieser nicht mehr zu 
erinnern vermochte, ob die Hauptperson das Opfer geschlagen oder sonstwie zu 
Boden geworfen hat (pag. 231, Z. 60 ff., pag. 231, Z. 92 ff.). Als das Opfer am 
Boden lag, wurde diesem mit dem Fuss einen Tritt gegen den Kopf versetzt. Es 
war ein Tritt von oben nach unten mit dem Absatz gegen den Kopf (pag. 219, 
Z. 114 ff.; pag. 232, Z. 121 f.). Es war ein harter bzw. heftiger Tritt (pag. 219, 
Z. 118; pag. 231, Z. 99, pag. 232, Z. 127 f.). Beide Auskunftspersonen sahen nur 
einen Fusstritt (pag. 218, Z. 88 f. und Z. 100; pag. 231, Z. 101). Das Opfer war am 
Boden benommen: Gemäss N.________ blieb es nach dem Tritt noch 30 

17

Sekunden bis eine Minute am Boden liegen; sein Gesicht war dannach leicht 
entstellt (pag. 219, Z. 150 ff.). Auch M.________ bestätigte, dass das Opfer stark 
benommen war (pag. 232, Z. 132 ff.). Nur das Opfer ist am Boden gelegen 
(pag. 219, Z. 109; pag. 232, Z. 115). Die Situation hat sich dann aufgelöst und die 
Beteiligten, auch das Opfer, liefen selbständig davon (pag. 220, Z. 163; pag. 233, 
Z. 176 ff.). 

Bezüglich der beteiligten Personen sagten N.________ und M.________, am Streit 
seien ca. 5 bis 6 Personen beteiligt gewesen (N.________: 6 Personen [pag. 218, 
Z. 73 f.], M.________: 5 Personen [pag. 231, Z. 57]). Beide Auskunftspersonen 
konnten die Beteiligten nicht identifizieren (pag. 224). Zudem weichen ihre 
Aussagen bezüglich der Person, welche dem Opfer den Faustschlag bzw. den 
Fusstritt versetzte, teilweise voneinander ab. Gemäss N.________ handelte es sich 
bei der aggressiven Hauptperson, die dem Opfer einen Faustschlag versetzte, um 
eine Person zwischen 25 und 30 Jahren, Körpergrösse ca. 180 cm, schlanke 
Statur, dunkle Haare, weisse Hautfarbe, mit einem Mantel bekleidet (pag. 217, 
Z. 45 ff.). Dies deckt sich weitgehend mit den Aussagen von M.________ 
(pag. 231, Z. 59 ff.: ca. 180 cm, schlanke Statur, eher dunkle Haut, eher dunkle 
Haare, eher «Balkantyp»). Gemäss den Aussagen von N.________ hat dieselbe 
Person dem Opfer den Faustschlag und den Fusstritt versetzt (pag. 218, Z. 84 ff.); 
andere Personen hätten nicht auf das Opfer eingewirkt (pag. 218, Z. 98 f.). 
M.________ demgegenüber gab zu Protokoll, dass nach seiner Auffassung zwei 
Personen involviert waren: Die agresssive Hauptperson habe das Opfer zu Boden 
gebracht; die zweite Person habe ihm den Fusstritt versetzt (pag. 231, Z. 57 f., 
Z. 64 ff. und Z. 92 ff.). Die zweite Person habe eine dunkle Jacke und 
Markenturnschuhe getragen. An die Farbe und Marke der Schuhe konnte er sich 
nicht erinnern (pag. 231, Z. 66 f.).

Unter Berücksichtigung des unstrittigen Sachverhalts und der Wahrnehmungen von 
N.________ und M.________ muss davon ausgegangen werden, dass 
A.________ oder C.________ dem Opfer den Faustschlag und den Fusstritt 
versetzt hat. Gestützt auf die Aussagen der Auskunftspersonen lässt sich allerdings 
nicht erstellen, welcher der beiden Beschuldigten es war. Beide sind gross (186 cm 
bzw. 200 cm), von schlanker Statur, braunhaarig, und beide sind Staatsangehörige 
von Montenegro mit ähnlichem Hauttyp etc. Gestützt auf die Beschreibungen der 
Auskunftspersonen lässt sich mithin die genannte agressive Hauptperson, welche 
dem Opfer den Faustschlag versetzte, nicht zweifelsfrei feststellen. So trug keiner 
der beiden Beschuldigten einen Mantel, beide hatten eine dunkle Jacke an 
(pag. 112 f.). Turnschuhe trug einzig C.________, wobei die Beschreibung als 
Markenturnschuhe auf die relativ schlichten, dunklen Schuhe kaum passt und – 
jedenfalls bei flüchtiger Betrachtung – die Schuhe beider Beschuldigten 
verwechselt werden könnten (pag. 112 f.). Bezeichnend für diese Schwierigkeit, die 
Beteiligten zu identifizieren, präzise zu umschreiben und klar auseinanderzuhalten, 
ist, dass sich die beiden Auskunftspersonen trotz zuverlässiger Schilderungen über 
die aus nächster Nähe gemachten Beobachtungen uneins waren, ob eine Person 
dem Opfer den Schlag und den Fusstritt versetzt hat oder aber ob zwei Personen 
je eine Handlung vorgenommen haben. Eine der beiden Auskunftspersonen muss 
also die Beschuldigten miteinander verwechselt haben, was namentlich aufgrund 

18

des dynamischen und hektischen Geschehens und der eingeschränkten Licht-
verhältnisse zur Tatzeit auch ohne Weiteres erklärbar erscheint. Beide Hypothesen 
sind aber gleichsam möglich und es kann nicht von einer Version ausgegangen 
werden, ohne dass ernsthafte Zweifel verblieben, dass sich das Tatgeschehen 
nicht doch nach der anderen abgespielt hat. In tatsächlicher Hinsicht bleibt damit 
unklar, ob derselbe Beschuldigte beide Handlungen vornahm oder beide 
Beschuldigten jeweils eine Handlung.

Weitgehend deckungsgleich wiederum waren die Umschreibungen der beiden 
Auskunftspersonen bezüglich des Opfers: dunkle Haare und kleiner als der Täter 
(N.________: pag. 217, Z. 55 f.) bzw. ca. 170 cm gross, eher dunkle Haut, dunkle 
Haare sowie ein «indischer Rassetyp» (M.________: pag. 230, Z. 54 f.). Unter 
Mitberücksichtigung des unstrittigen Sachverhaltes und der übrigen Beweismittel 
muss es sich dabei um den Privatkläger handeln (vgl. pag. 116).

An diesem Beweisergebnis vermögen die Aussagen der übrigen Auskunfts-
personen sowie der Beschuldigten nichts zu ändern, sie ergänzen es jedoch 
teilweise: So ergibt sich insbesondere aus den Aussagen von N.________ und 
M.________ wie auch von den übrigen Beteiligten, dass erstere die 
Auseinandersetzung erst wahrnahmen, als diese bereits ausgebrochen war bzw. 
dass sie diese nur in ihrer Schlussphase beobachteten (pag. 217, Z. 26 und 
Z. 54 ff.; pag. 230, Z. 27 ff.). Bezüglich des Ausbruchs des Streits ergibt sich was 
folgt: O.________ und der Privatkläger einerseits sowie die Beschuldigten und 
L.________ andererseits besuchten in den frühen Morgenstunden des 
21. Dezember 2014 die Q._____-Bar in der Aarbergergasse. O.________, der 
Privatkläger und L.________ kamen im Raucherraum ins Gespräch (pag. 164; 
pag. 177). Später trafen sie sich vor der Bar wieder. Es kam zu Differenzen 
bezüglich Zigaretten (so C.________ [pag. 139, Z. 70 ff.], A.________ [pag. 120, 
Z. 69 ff.] und L.________ [pag. 164, Z. 72 ff.]; O.________ vermag sich nicht zu 
erinnern [pag. 187, Z. 23 f.]). Aus einem verbalen Streit wurde eine tätliche 
Auseinandersetzung.

Bezüglich des Kerngeschehens, inbesondere bezüglich des Ausbruchs der 
tätlichen Auseinandersetzung und der einzelnen Handlungen der Beteiligten, sind 
die Aussagen dieser übrigen Beteiligten, vor allem diejenigen der beiden 
Beschuldigten, widersprüchlich, teils auch lebensfremd oder knapp. Zu 
berücksichtigen ist, dass sämtliche Beteiligte teils beträchtlich alkoholisiert waren 
(pag. 103) und dass deshalb und aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit deren 
Wahrnehmungsfähigkeiten eingeschränkt waren. Zudem hatten alle Beteiligten ein 
Interesse, ihre eigene Rolle zu beschönigen. Teils liegen zudem keine Aussagen 
zur Sache vor, da sich der Privatkläger nicht an den Vorfall zu erinnern vermag 
(pag. 170; pag. 498, Z. 17). L.________ hat zudem bei der Polizei die Aussagen 
verweigert (pag. 160). Die beiden Beschuldigten machten anlässlich der 
Hauptverhandlung vom Aussagenverweigerungsrecht Gebrauch (pag. 508 ff., 
pag. 512 f.).

Gemäss O.________ waren die Beschuldigten «extrem aggressiv» und es sei zu 
einer «wüsten Schlägerei» zwischen den beiden und dem Privatkläger gekommen 
(pag. 177, Z. 33 ff.). Nachdem er (O.________) und L.________ zunächst hätten 

19

schlichten wollen, habe sich letzterer dann auch an der Schlägerei beteiligt. Als er 
gesehen habe, wie die Beschuldigten auf den am Boden liegenden Privatkläger 
eingetreten und ihn am Kopf getroffen hätten, hätten sich bei ihm die Sicherungen 
gelöst (pag. 177, Z. 35 ff.). Er habe die Beschuldigten «weggeprügelt»; dies mit der 
rechten Faust. Die drei Deutschen seien dann auf ihn los (pag. 177, Z. 42 ff.; vgl. 
auch pag. 187 ff.). Gemäss den Aussagen der Beschuldigten und von L.________ 
ging die Aggression demgegenüber von O.________ und dem Privatkläger aus. 
Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, sind deren Aussagen im 
Kerngeschehen jedoch widersprüchlich und enthalten zahlreiche Ungereimtheiten: 
A.________ sagte aus, er habe einen Tritt in die Rippen erhalten und sei zu Boden 
gegangen (pag. 121, Z. 81 ff.; pag. 127 f.). Er habe sich nur zu schützen versucht. 
Dazu habe er mit den Fäusten in die obere Region, ins Gesicht von O.________ 
und/oder des Privatklägers geschlagen. Eine Person sei gestrauchelt, jedoch nicht 
umgefallen (pag. 122, Z. 141 f.; pag. 128, Z. 82 f.). C.________ habe die tretende 
Person ebenfalls mit den Fäusten geschlagen (pag. 128, Z. 97 ff.). C.________ 
sagte demgegenüber aus, L.________ habe einen Faustschlag erhalten und sei zu 
Boden gegangen (pag. 139, Z. 78; pag. 140, Z. 94 ff.; pag. 145, Z. 75 f.; pag. 151 
Z. 49 f.). Sonst sei niemand am Boden gewesen. Er habe niemanden geschlagen 
oder getreten (pag. 140, Z. 113 ff.). Später sagte er aus, er habe dem Privatkläger 
einen «Klatscher» gegeben (pag. 147, Z. 133; pag. 151 Z. 54). Dies sei ein Schlag 
mit der offenen Hand (pag. 151, Z. 57). Dem Privatkläger sei durch den 
«Klatscher» nichts geschehen. Allerdings sei er dann auf dem Weg zum 
Waisenhausplatz gestolpert (pag. 151, Z. 63 f.). Allenfalls habe er dabei den Kopf 
am Boden aufgeschlagen (pag. 154, Z. 180). Es sei eine Auseinandersetzung 
gewesen, wie eine Auseinandersetzung halt aussehe: «Jeder sei auf jeden los». Er 
sei angegriffen worden (pag. 152, Z. 89 ff.). L.________ sagte aus, er habe einen 
Faustschlag von O.________ erhalten. Er sei sofort runtergegangen; zu Boden. Es 
habe eine Rangelei gegeben. Er habe weder geschlagen noch getreten 
(pag. 164 ff., pag. 516 f.). 

Gestützt auf die widersprüchlichen Aussagen, die teils auch den glaubhaften 
Aussagen von N.________ und M.________ widersprechen, lässt sich nicht im 
Einzelnen erstellen, wer zu Beginn des Streites – bevor der Privatkläger zu Boden 
ging – wen wie geschlagen oder getreten hat. Soweit für die nachfolgende 
rechtliche Beurteilung relevant, ist für die Kammer jedoch zunächst erwiesen, dass 
O.________ und C.________ sowie A.________ sich gegenseitig schlugen. Alle 
drei räumen letztendlich (Faust-)Schläge ein; A.________ sagte zudem aus, 
C.________ habe eine Person mit den Fäusten geschlagen. Nicht glaubhaft ist 
demgegenüber, dass sich alle Beteiligten einzig verteidigten. Treffend dürfte 
diesbezüglich die Aussage von C.________ sein, wonach jeder auf jeden los sei 
(pag. 152). Dies wird weiter bestätigt durch die tatnahen Aussagen von 
O.________, wonach es zwischen dem Privatkläger und den zwei «Deutschen» zu 
einem Handgemenge kam, was dann zu einer wüsten Schlägerei ausartete 
(pag. 177, Z. 33 ff.). Wie die Vorinstanz misst die Kammer den Aussagen von 
O.________ zwar insgesamt, insbesondere soweit sie den glaubhaften 
Schilderungen von N.________ und M.________ widersprechen – so bezüglich der 
Anzahl Tritte auf das am Boden liegende Opfer –, keinen hohen Beweiswert bei. 

20

Aufgrund seiner Freundschaft zum Privatkläger und der eigenen tätlichen 
Involvierung in den Vorfall hatte O.________ ein Interesse, den Vorfall einseitig zu 
schildern. In diesem Sinne versuchte er in der zweiten Einvernahme – in der er 
angab, von niemandem geschlagen worden zu sein und auch niemanden 
gschlagen zu haben (pag. 189, Z. 91) –, seine Beteiligung herunterzuspielen. 
Damit widersprach er auch seinen ersten Aussagen. Genau diese ersten, sehr 
tatnah (weniger als 1,5 Stunden nach dem Vorfall) erfolgten Schilderungen von 
O.________ wirken aber relativ detailliert und genau (z.B. die räumliche 
Beschreibung des Vorfalls, die Beschreibung der drei «Deutschen» oder der 
Sanität auf dem Waisenhausplatz) und sind daher durchaus geeignet, den Beginn 
der tätlichen Auseinandersetzung – welchen N.________ und M.________ noch 
nicht mitbekommen haben – näher zu beleuchten. Mit «Handgemenge» und 
«Schlägerei» wird eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung bezeichnet, 
womit auch als erstellt gilt, dass sich (auch) der Privatkläger nicht nur passiv 
verhielt, sondern sich tätlich zur Wehr setzte, zumal O.________ weder Interesse 
noch Anlass dazu hatte, seinen Kollegen, den Privatkläger, zu Unrecht zu belasten. 
Auch die Tatsache, dass bei sämtlichen Beteiligten in der körperlichen 
Untersuchung Verletzungen festgestellt wurden, welche gemäss rechts-
medizinischer Beurteilung mehrheitlich durch stumpfe Gewalteinwirkung, wohl im 
Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung, entstanden sein dürften 
(pag. 293; pag. 302; pag. 306; pag. 318; vgl. pag. 298), spricht dafür, dass es zu 
einer wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung kam.

Wie ausgeführt, ist gestützt auf die Aussagen von N.________ und M.________ 
erwiesen, dass der Privatkläger am Ende der tätlichen Auseinandersetzung 
aufgrund eines Faustschlages zu Boden ging und dass ihm dort ein Tritt ins 
Gesicht versetzt wurde. N.________ und M.________ sahen beide den 
Privatkläger zu Boden gehen; anschliessend nahmen sie nur einen Fusstritt wahr. 
Da es keine Hinweise gibt, dass der Privatkläger mehrfach zu Boden ging, kann auf 
die Aussage von O.________, der Privatkläger sei am Boden mehrfach getreten 
worden, nicht abgestellt werden. Jedenfalls unter Berücksichtigung des 
Grundsatzes in dubio pro reo ist von einem Faustschlag sowie einem Fusstritt ins 
Gesicht des Privatklägers auszugehen. Nichts zu ändern an diesem Beweis-
ergebnis vermögen die Aussagen der Auskunftsperson P.________: Diese hat – 
abweichend von den Aussagen von N.________, M.________ und O.________ – 
von einem Faustschlag auf das am Boden liegende Opfer berichtet, währenddem 
sie keine Fusstritte wahrnahm (pag. 237, Z. 23, Z. 47 und Z. 51). P.________ war 
nach eigenen Angaben angetrunken, als sie die Schlägerei beobachtete (pag. 239, 
Z. 118 f.). Auch konnte sie sich bei der Befragung nicht mehr an Details des 
Vorfalls erinnern (vgl. pag. 238). 

Wie ausgeführt, erlitt der Privatkläger verschiedene Verletzungen, unter anderem 
ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma sowie einen Schädelbruch, eine Kontusions-
blutung am Gehirn vorne rechts sowie ein Bruch der knorpeligen Nasen-
scheidewand, mehrere Blutergüsse, Hautabschürfungen und Rötungen im Gesicht 
sowie eine Zahnverletzung. Die erlittenen Verletzungen lassen sich allesamt mit 
dem erwiesenen Hergang der körperlichen Auseinandersetzung – äusserliche 
Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung, Schädelbruch durch Sturz-

21

geschehen, Contre-coup-Verletzung – in Einklang bringen (vgl. pag. 318). Ob aber 
tatsächlich alle diese Verletzungen auf den Vorfall in der Aarbergergasse 
zurückgehen und nicht womöglich doch teilweise auch Folge des darauffolgenden 
Vorfalls auf dem Waisenhausplatz – wofür die Beschuldigten rechtskräftig 
freigesprochen wurden – sind, lässt sich nicht restlos klären und muss daher offen 
bleiben. Aufgrund des erstellten Tathergangs, insbesondere dem Faustschlag 
gegen den Kopf und des heftigen bzw. starken Tritts auf den Kopf des am Boden 
liegenden Opfers, sowie den Schlussfolgerungen im Gutachten des IRM bestehen 
für die Kammer aber keine Zweifel, dass der Vorfall in der Aarbergergasse 
zumindest einen wesentlichen Teil der beim Privatkläger festgestellten 
Verletzungen nach sich gezogen hat. Dafür spricht auch, dass die unbeteiligten 
Auskunftspersonen übereinstimmend davon berichteten, dass das Opfer danach 
eine gewisse Zeit sichtlich benommen, eventuell sogar bewusstlos am Boden 
liegen geblieben ist (N.________: pag. 218 Z. 87, pag. 219 Z. 143, Z. 150, 
pag. 219 Z. 154; M.________: pag. 231, Z. 101 f., Z. 133 f.; Heiniger: pag. 237 
Z. 30 f., Z. 39; pag. 238 Z. 94 f.).

Zusammenfassend ist in sachverhaltsmässiger Hinsicht erstellt, dass es zwischen 
dem Privatkläger und O.________ einerseits sowie den Beschuldigten und 
L.________ andererseits zunächst zu einer verbalen und anschliessend auch zu 
einer tätlichen Auseinandersetzung kam. Im Rahmen der tätlichen 
Auseinandersetzung teilten jedenfalls O.________ einerseits und C.________ 
sowie A.________ andererseits gegenseitig (Faust-)Schläge aus. Auch der 
Privatkläger beteiligte sich aktiv an der tätlichen Auseinandersetzung. Aufgrund 
eines Faustschlages auf den Kopf ging der Privatkläger zu Boden. Dort wurde ihm 
mit Wucht einen Fusstritt gegen den Kopf versetzt. Es war ein heftiger Tritt von 
oben ins Gesicht. Ob C.________ oder aber A.________ dem Privatkläger den 
Faustschlag und den Fusstritt gegen den Kopf versetzte, liess sich im 
Beweisverfahren nicht rechtsgenüglich erstellen. Ebenso bleibt ungeklärt, ob 
dieselbe Person Faustschlag und Fusstritt ausführte. Der Privatkläger blieb danach 
eine gewisse Zeit benommen und verletzt liegen. Die Streitigkeit löste sich dann 
auf und alle Beteiligten verliessen den Ort des Geschehens.

9. Vorfall beim Waisenhausplatz zum Nachteil von F.________

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Den Beschuldigten wird eine einfache Körperverletzung zum Nachteil von 
F.________, angeblich begangen am 21. Dezember 2014 um ca. 4.40 Uhr auf dem 
Waisenhausplatz in Bern vorgeworfen. Sie seien beide gemeinsam auf F.________ 
zugangen und einer der beiden habe diesem gegen den Hinterkopf geschlagen, 
sodass eine ca. 2 cm lange Rissquetschwunde entstanden sei, welche genäht 
habe werden müssen, jedoch folgenlos verheilt sei (pag. 405 und pag. 407). 

9.2 Vorbringen der Parteien

Fürsprecher B.________ brachte hierzu zusammengefasst vor, der in der 
Anklageschrift abgebildete Sachverhalt habe sich beweismässig nicht erhärten 
lassen und es müsse ein Freispruch erfolgen. Gemäss Gutachten des IRM seien 
die Verletzungen dem Opfer wohl mit einem stumpfen Gegenstand zugefügt 

22

worden. Ein solcher Gegenstand sei bei den Beschuldigten trotz zeitnaher 
Festnahme nicht aufgefunden worden. Das Opfer habe dreimal unterschiedlich 
ausgesagt; ein gemeinsames Zugehen auf das Opfer sei seinen Aussagen nicht zu 
entnehmen (pag. 832). Auch Fürsprecher D.________ wies darauf hin, dass es 
keinen Beweis gebe, welcher seinen Klienten klar belaste. Das Opfer habe nur 
ausgeschlossen, dass es die dunkelhäutige Person gewesen sei. Wer geschlagen 
und ob ein gemeinsamer Tatentschluss bestanden habe, könne nicht gesagt 
werden. Die Vorinstanz nehme aufgrund eines Schlages Mittäterschaft an, ohne 
dies konkret zu begründen. Auch wenn bei Mittäterschaft Erleichterungen 
betreffend Zuordnung der Tatbeiträge bestünden, könne dies keine Beweislosigkeit 
ersetzen. Es habe daher ein Freispruch zu erfolgen (pag. 833 und pag. 835).

Auch bezüglich des Vorfalls auf dem Waisenhausplatz schliesst sich die 
Generalstaatsanwaltschaft der Begründung der Vorinstanz an. Der angeklagte 
Sachverhalt ergebe sich aus den zuverlässigen Aussagen von F.________ 
(pag. 834).

9.3 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Die Beschuldigten bestreiten, dass sie auf dem Waisenhausplatz an einem Vorfall 
beteiligt waren. Es ist folglich der gesamte vorgeworfene Sachverhalt bestritten. 

9.4 Würdigung durch die Kammer

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel aufgeführt und eingehend 
erläutert. Es kann auf die Ausführungen in der Urteilsbegründung verwiesen 
werden (pag. 696 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zutreffend 
sind zudem die Erwägungen der Vorinstanz, weshalb grundsätzlich auf die 
Aussagen von F.________ abgestellt werden kann (pag. 717, S. 32 i.V.m. 
pag. 714, S. 29 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Die Beschuldigten streiten ab, am Waisenhausplatz an einer Auseinandersetzung 
beteiligt gewesen zu sein. A.________ behauptete, weder F.________ noch eine 
Person, welche auf dem Waisenhausplatz am Boden lag, gesehen zu haben 
(pag. 135, Z. 132 ff.). C.________ hat zunächst ausgesagt, er habe eine Person, 
bei welcher es sich um F.________ handeln könnte, gesehen (pag. 146, Z. 90 ff.; 
vgl. pag. 261). Später – auf Vorhalt eines Fotos von F.________ – gab er an, er 
habe diesen noch nie gesehen (pag. 157, Z. 264 f.). Gemäss seinen Aussagen 
habe er den Privatkläger am Waisenhausplatz am Boden gesehen und gedacht, 
dieser sei gestolpert (pag. 155 f., Z. 218 ff.). L.________ gab zu Protokoll, es habe 
nur einen Vorfall vor der Q._____-Bar gegeben. Anschliessend seien sie zum Tor 
der Polizeiwache auf dem Waisenhausplatz gegangen. An F.________ konnte er 
sich nicht erinnern (pag. 167). An der Hauptverhandlung konnte er sich überhaupt 
nicht mehr an das Geschehen auf dem Waisenhausplatz erinnern (pag. 517).

Gemäss den Erstaussagen von F.________, wenige Stunden nach dem Vorfall, sei 
er auf die Personen losgerannt, welche den Privatkläger mit den Füssen getreten 
hätten, da er habe helfen wollen. Er habe einen der Täter gepackt – es sei nicht der 
Dunkelhäutige gewesen. Als er den Täter habe wegreissen wollen, habe er einen 
Schlag gegen den Hinterkopf verspürt. Er habe nicht gesehen, wer ihn geschlagen 
habe. Die drei Täter seien dann davongelaufen. Kurze Zeit später sei die Polizei 

23

gekommen (pag. 195). Zwei Tage später bestätigte F.________ seine 
diesbezüglichen Aussagen bei einer parteiöffentlichen polizeilichen Einvernahme. 
Als er auf das Opfer zugegangen sei, habe er die Täter angeschrien. Diese hätten 
innegehalten und sie seien aufeinander zugegangen. Der Dunkelhäutige habe sich 
nicht mehr am Streit beteiligt. Er habe einen Schlag auf den Hinterkopf verspürt. 
Wer ihn mit was geschlagen habe, könne er nicht sagen (pag. 200 f., Z. 170 ff.). Er 
konnte A.________ auf einem Fotobogen identifizieren. Bezüglich der 
dunkelhäutigen Person nannte er die Bilder Nummer 10 und 11 als möglichen 
Beteiligten (pag. 199, Z. 106 ff.); das Bild 10 zeigte L.________ (pag. 205 f.). In der 
Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft vom 31. März 2015 schilderte er den 
Tatablauf zunächst nochmals ähnlich. Er habe die Beschuldigten angeschrien und 
sie seien auf ihn und er auf sie zugegangen (pag. 212, Z. 18 f.). Später, noch in der 
gleichen Einvernahme, sprach er davon, dass er zum Opfer gegangen sei, als die 
drei Täter zurück auf ihn zugekommen seien, worauf er einen Schlag erhalten habe 
(pag. 213, Z. 60 f.).

Die Aussagen der beiden Beschuldigten und von L.________ zu diesem Vorfall 
wirken widersprüchlich, lebensfremd und stehen teils im Widerspruch zu weiteren 
Beweismitteln. Letztendlich lässt deren Aussagen kein nachvollziehbarer 
Handlungsablauf erkennen, welcher mit den weiteren Beweismitteln in Einklang zu 
bringen wäre. Die Aussagen sind folglich als reine Schutzbehauptungen zu werten. 
Demgegenüber handelt es sich bei F.________ um einen Passanten, welcher dem 
Privatkläger zu Hilfe eilte. Er hat keine Verbindungen zu den Parteien und war in 
die Streitigkeit nicht involviert. Gewisse Beteiligte konnte er auf Fotobogen 
identifizieren. Auf eine Privatklage hat er verzichtet (pag. 202; pag. 208). Ein Motiv, 
weshalb er die Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte, ist nicht erkennbar. Seine 
Aussagen werden zudem durch weitere Beweismittel teilweise bestätigt. So wird im 
Anzeigerapport ausgeführt, dass Polizeimitarbeiter beobachteten, wie F.________ 
einen weisshäutigen Mann am Arm zurückzuhalten versuchte. Dieser habe sich 
dann jedoch losreissen können und sei mit zwei Begleitern geflüchtet. Der 
Privatkläger lag verletzt am Waisenhausplatz am Boden (pag. 101). Die Verletzung 
am Hinterkopf, welche sich F.________ durch den Schlag zugezogen hat, ist durch 
Bilder (pag. 262 ff.) und ein rechtsmedizinisches Gutachten belegt (2 cm lange 
Rissquetschwunde am Hinterkopf, die genäht werden musste [pag. 309 ff.]). Auch 
die Schilderung, es habe sich angefühlt, als sei er mit einem Gegenstand 
geschlagen worden (pag. 195; pag. 201, Z. 174), deckt sich mit der späteren 
gutachterlichen Schlussfolgerung, die Quetschwunde könnte durch einen stumpfen 
Gegenstand, beispielsweise einen Schlagring, verursacht worden sein (pag. 311). 
Während die Aussagen von F.________ hinsichtlich der Beschreibung der 
Beteiligten und des Schlags auf den Hinterkopf präzise und konstant blieben und 
an sich sehr zuverlässig erscheinen, hat er das unmittelbar vor dem Schlag 
Geschehene vor allem in seiner Befragung vor der Staatsanwaltschaft, mehrere 
Monate nach dem Vorfall, etwas abweichend geschildert. In den ersten, sehr 
tatnahen Aussagen war noch keine Rede davon, dass die Beschuldigten und 
L.________ zu ihm zurückgehrt seien, sondern vielmehr, dass er auf sie losgerannt 
sei und einen der drei Täter, nicht den dunkelhäutigen, gepackt habe. Dieser in den 
Erstaussagen geschilderte Geschehensablauf ist es denn auch, welcher sich mit 

24

den Angaben im Polizeirapport deckt und welchen die Kammer für glaubhaft hält. 
Auch die späteren Aussagen von F.________, wonach die Täter kurz inne gehalten 
hätten, als er sie angeschreien habe und man dann aufeinander zugegangen sei 
(pag. 200, Z. 170 ff.), stehen der späteren Darstellung, die Beschuldigten seien zu 
ihm zurückgekehrt, entgegen. Auch diesfalls ist gestützt auf die Gegebenheiten 
davon auszugehen, dass F.________ in unmittelbarer Nähe des Privatklägers und 
nur kurze Zeit, nachdem sie mit den Fusstritten innehielten, auf die Beschuldigten 
traf. Damit deutet nichts darauf hin, dass sich die Beschuldigten zunächst 
entfernten, um dann zu F.________ zurückzukehren. Der Schlag wurde 
F.________ versetzt, als dieser C.________ oder A.________ packte (pag. 195) 
bzw. zurückhielt (pag. 101). Es gibt keine Beweise oder Indizien, dass C.________ 
und/oder A.________ den Schlag auf F.________ bereits planten, bevor dieser 
einen der Beschuldigten zurückhielt. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach die 
beiden Beschuldigten zu F.________ zurückgekehrt seien, um ihm einen Schlag 
auf den Kopf zu verpassen (pag. 722, S. 37 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung), findet in den Akten keine Stütze. 

Zusammenfassend ist gestützt auf die glaubhaften, widerspruchsfreien und durch 
weitere Beweismittel belegten Erstaussagen von F.________ folgender 
Sachverhalt erstellt: F.________ rannte auf die Personen los, welche den 
Privatkläger mit den Füssen traten, da er helfen wollte. Er packte einen der Täter. 
Es war nicht der Dunkelhäutige, d.h. es musste sich um C.________ oder 
A.________ handeln. Als er den Täter wegreissen wollte, verspürte er einen 
Schlag gegen den Hinterkopf. Dieser wurde ihm von C.________ oder A.________ 
versetzt und hatte eine ca. 2 cm lange Rissquetschwunde am Hinterkopf, die 
genäht werden musste, zur Folge. 

III. Rechtliche Würdigung

10. Vorfall in der Aarbergergasse

10.1 Versuchte schwere Körperverletzung

Wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den 
Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 
wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend 
arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen 
arg und bleibend entstellt, wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des 
Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen 
verursacht, wird gemäss Art. 122 des Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) mit 
Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen 
bestraft.

Wie die Vorinstanz zutreffend erkannte, können harte Faustschläge gegen den 
Kopf oder entsprechende Fusstritte – je nach Umständen – zu lebensgefährlichen 
Verletzungen oder bleibenden körperlichen Schäden führen. Der Privatkläger hat 
allerdings objektiv keine schwere Körperverletzung erlitten. Zu prüfen bleibt, ob 

25

sich die Beschuldigten einer versuchen schweren Körperverletzung schuldig 
gemacht haben. 

Ein Tatbestand ist versuchsweise begangen, wenn der Täter die strafbare Tätigkeit 
nicht zu Ende führt, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder 
Vergehens begonnen hat, oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht 
eintritt oder nicht eintreten kann (Art. 22 Abs. 1 StGB). Der Versuch unterscheidet 
sich vom vollendeten Delikt dadurch, dass der objektive Tatbestand nur zum Teil 
verwirklicht ist, während aber der subjektive Tatbestand genauso erfüllt sein muss. 
Zum Tatentschluss, also dem auf die Begehung des Delikts gerichteten Willen, 
gehört stets der Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Tatentschluss setzt 
einen Handlungswillen voraus, der auf die Verwirklichung eines tatbestands-
mässigen Sachverhalts gerichtet ist (NIGGLI/MAEDER, in: Niggli/ Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, 3. Aufl. 2013, N. 1 f. und N. 5 zu 
Art. 22 StGB).

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und 
Willen ausführt bzw. die Verwirklichung der Tat schon nur für möglich hält und in 
Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter die 
Verwirklichung eines Tatbestands zwar nicht mit Gewissheit voraussieht, den 
Erfolg für den Fall seines Eintritts dennoch in Kauf nimmt, mag er ihm auch 
unerwünscht sein (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxis-
kommentar StGB, 2. Aufl. 2013, N. 13 zu Art. 12 StGB mit Hinweis auf die 
bundesgerichtilche Rechtsprechung). Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich 
das Gericht – soweit der Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich 
feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse auf 
die innere Einstellung des Täters erlauben. Zu den äusseren Umständen, aus 
denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter habe die Tatbestands-
verwirklichung in Kauf genommen, zählen namentlich die Grösse des dem Täter 
bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfalts-
pflichtverletzung. Je grösser dieses Risiko ist und je schwerer die Sorgfaltspflicht-
verletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die 
Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 mit 
Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_464/2017 vom vom 7. August 
2017 E. 1.3). 

Zutreffend hat die Vorinstanz mit Verweis auf die bundesgerichtliche Recht-
sprechung ausführt, dass es allgemeiner Lebenserfahrung entspricht, dass heftige 
Fusstritte oder Faustschläge gegen den Kopf eines Menschen zu schwer-
wiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen können (pag. 719, 
S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Wer einer Person heftige Fustritte 
oder Faustschläge gegen den Kopf versetzt, nimmt folglich – je nach Umständen – 
eine schwere Körperverletzung mindestens eventalvorsätzlich in Kauf (vgl. auch 
Urteile des Bundesgerichts 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 4.1 und 
6B_208/2015 vom 24. August 2015 E. 12.4 mit Hinweisen). Im Beweisverfahren 
liess sich jedoch nicht erstellen, ob C.________ oder A.________ dem Privatkläger 
den harten Faustschlag, der ihn zu Boden brachte, und den anschliessenden 
Fusstritt versetzte. Die Vorinstanz ging diesbezüglich aber von einer 

26

mittäterschaftlichen Tatbegehung aus (pag. 720, S. 35 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Wird Mittäterschaft bejaht, müssten sich die Beschuldigten 
beide den Faustschlag und den Fusstritt anrechnen lassen; unabhängig davon, 
welcher der beiden die Handlungen effektiv vorgenommen hat.

Das StGB enthält keine allgemeine Definition der Täterschaft. Nach der bundes-
gerichtlichen Umschreibung gilt als Mittäter, «wer bei der Entschliessung, Planung 
oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit 
anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht; dabei 
kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles 
und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm 
steht oder fällt» (BGE 133 IV 76 E. 2.7; BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; BGE 126 IV 84 
E. 2c/aa; BGE 125 IV 134 E. 3a; BGE 120 IV 265 E. 2c/aa). Das blosse Wollen der 
Tat, der subjektive Wille allein genügt zur Begründung der Mittäterschaft jedoch 
nicht. Der Mittäter muss vielmehr bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung 
der Tat auch tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, 
wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag 
(BGE 135 IV 152 E. 2.3.1 = Pra 99 [2010] Nr. 11; BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; 
BGE 125 IV 134 E. 3a). Mittäterschaft setzt unter anderem einen gemeinsamen 
Tatentschluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet werden muss; es 
genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Der Mittäter braucht an der 
ursprünglichen Entschlussfassung nicht von Anfang an mitgewirkt zu haben, er 
kann sich den Tatentschluss auch erst sukzessive (spätestens bis zur Vollendung 
des Deliktes) zu eigen machen (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; 
FORSTER, Basler Kommentar, a.a.O., N. 12 zu Art. 24 StGB).

Im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung wurde vom Bundesgericht eine 
mittäterschaftliche versuchte schwere Körperverletzung in einem Fall bejaht, in 
dem sich zeigte, dass sich der Beschuldigte dem Vorsatz des Mittäters, das Opfer 
tätlich anzugreifen, anschloss und in der Folge in massgebender Weise an der Tat 
mitwirkte. Der Beschuldigte musste sich deshalb die Tathandlungen seines 
Mittäters, von denen er wusste und die in ihrer Intensität nicht über seine eigenen 
hinausgingen, infolge mittäterschaftlichen Handelns anrechnen lassen (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1250/2013 vom 24. April 2015 E. 4). Nicht anrechnen lassen 
muss sich ein Mittäter demgegenüber einen Exzess. So wurde dem Beschuldigten, 
der gemeinsam mit Landsleuten entschlossen war, einen Angriff auf einen Dritten 
zu begehen und diesen zusammenzuschlagen, der Tötungsvorsatz des Mittäters 
nicht zugerechnet. Weder lag bezüglich der Tötung ein gemeinsamer Tat-
entschluss vor, noch wirkte der Beschuldigte bei der Tötungshandlung in einem 
Ausmass mit dem Mittäter zusammen, dass er als Hauptbeteiligter erschienen 
wäre. Zu beachten war dabei, dass sich der ganze Vorfall sehr schnell abspielte 
(BGE 118 IV 227 E. 5d). 

Im vorliegenden Fall waren sowohl C.________ wie auch A.________ 
entschlossen, tätlich auf den Privatkläger einzuwirken. Wie nachfolgend aufgezeigt 
wird, ist bei beiden der Vorsatz bezüglich eines Raufhandels zu bejahen (E. 10.4 
unten). Eine mittäterschaftliche Tatbegehung ist zwar durchaus auch bei 
spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten Straftaten möglich (vgl. 

27

Urteil des Bundesgerichts 6B_180/2011 vom 5. April 2012 E. 2.2). Vorliegend ist 
aber nicht erwiesen, dass die beiden Beschuldigten bezüglich des harten Faust-
schlages und des Fusstritts gegen das Gesicht des Privatklägers ausdrücklich oder 
konkludent einen gemeinsamen Tatentschluss fällten. Zudem ist nicht bekannt, wie 
der Mittäter beim Faustschlag bzw. Fusstritt (des Handelnden) mitgewirkt haben 
soll. Insbesondere ist nicht erstellt, ob und allenfalls wie der Mittäter (nebst dem 
Handelnden) während dieser (kurzen) Zeit auf den Privatkläger einwirkte oder den 
Handelnden in seinem Wirken bestärkte. Letztendlich ist nicht einmal erstellt, dass 
der Mittäter den Faustschlag bzw. Fusstritt überhaupt mitbekommen hat. Denkbar 
ist auch, dass dieser in der kurzen Zeit seine Aufmerksamkeit auf anderes, etwa 
ein Handgemenge mit O.________, gerichtet hatte. Damit unterscheidet sich der 
Sachverhalt auch deutlich von denjenigen, welche den von der Generalstaats-
anwaltschaft zitierten Bundesgerichtsentscheiden (Urteil des Bundesgerichts 
6B_45/2013 vom 18. Juli 2013 E. 1.4.2 und BGE 135 IV 152 E. 2.3.1) zugrunde 
lagen. Im ersten Urteil (6B_45/2013) war erstellt, dass sich der Beschuldigte am 
Angriff – notabene dem dritten Angriff, der kurz auf zwei andere mittäterschaftliche 
Angriffe, bei welchen der Beschuldigte aktiv mitgewirkt hatte, folgte – zumindest mit 
Faustschlägen beteiligte, die Handlungen der Mittäter wahrnahm und sich so deren 
Vorsatz bezüglich schwerer Körperverletzung zu eigen machte. Auch in 
BGE 135 IV 152 (= Pra 99 [2010] Nr. 11) waren Schläge und Tritte beider Mittäter 
erstellt. Ein solches Verhalten, welches auf einen (konkludenten) Tatentschluss 
schliessen – oder auch nur darauf hinweisen würde – und den (nicht handelnden) 
Beschuldigten als Hauptbeteiligten erscheinen liesse, ist vorliegend aber nicht 
auszumachen.

Zusammenfassend ist nicht erwiesen, ob C.________ oder aber A.________ dem 
Privatkläger den Faustschlag sowie den Fusstritt versetzt hat. In dubio pro reo ist 
davon auszugehen, dass der jeweils andere Beschuldigte die Taten vornahm. 
Ebenfalls nicht erstellen liess sich eine mittäterschaftliche Begehung der Tat. Der 
Tatbestand der (versuchten) vorsätzlichen Körperverletzung ist nicht erfüllt. Die 
Beschuldigten haben sich folglich nicht der versuchten schweren 
Körpververletzung schuldig gemacht. Nachfolgend ist zu prüfen, ob der erwiesene 
Sachverhalt einen anderen in der Anklageschrift aufgeführten Tatbestand erfüllt. 

10.2 Einfache Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen

Wer vorsätzlich einen Menschen an Körper oder Gesundheit schädigt, ohne dass 
die Voraussetzungen einer schweren Körperverletzung vorliegen, wird gemäss 
Art. 123 Ziff. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. 
Die Tat wird unter anderem dann vom Antrags- zum Offizialdelikt, wenn sie an ei-
nem Wehrlosen begangen wird (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB).

Als der Privatkläger am Boden lag und ihm ein harter Fusstritt ins Gesicht versetzt 
wurde, war er (wahrscheinlich) wehrlos im Sinne von Art. 123 Abs. 2 StGB. Das 
Vorliegen des objektiven Tatbestandes muss jedoch nicht im Einzelnen geprüft 
werden, da sich die Tat weder C.________ noch A.________ zurechnen lässt: Es 
ist unklar, wer von beiden dem Privatkläger den Fusstritt versetzte. Auch ein 
mittäterschaftliches Handeln lässt sich nicht nachweisen. Diesbezüglich kann auf 

28

die Erwägungen zur versuchten schweren Körpververletzung verwiesen werden 
(E. 10.1 oben). 

10.3 Angriff

Wer sich an einem Angriff auf einen oder mehrere Menschen beteiligt, der den Tod 
oder die Körperverletzung eines Angegriffenen oder eines Dritten zur Folge hat, 
wird gemäss Art. 134 StGB wegen Angriffs mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren 
oder mit Geldstrafe bestraft.

Ein Angriff ist die einseitige, gewaltsame Einwirkung auf den Körper oder die 
Körper von Dritten. Verhalten sich die angegriffenen Personen nicht völlig passiv, 
d.h. teilen sie selbst auch Schläge aus, so liegt ein Raufhandel vor (MAEDER, in: 
Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, 3. Aufl. 2013, 
N. 6 f. zu Art. 134 und N. 11 zu Art. 133 StGB). 

Das Beweisverfahren hat ergeben, dass sich der Privatkläger nicht rein passiv 
verhielt, sondern dass es zu einer wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung 
kam. Der Tatbestand des Angriffs ist folglich nicht erfüllt. 

10.4 Raufhandel

Wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung 
eines Menschen zur Folge hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft (Art. 133 Abs. 1 StGB). Nicht strafbar ist, wer ausschliesslich 
abwehrt oder die Streitenden scheidet (Art. 133 Abs. 2 StGB).

Ein Raufhandel ist eine «wechselseitige tätliche Auseinandersetzung zwischen 
mindestens drei Personen». Jede Seite muss aktiv am Streit beteiligt sein 
(«wechselseitig»). Wie die tätliche Auseinandersetzung geführt wird, spielt keine 
Rolle. Neben Schlägen kommen auch ein Stossen oder Ringen in Frage. Als 
Beteiligung gilt jede aktive Teilnahme, sei es auch nur ein einziger Schlag zur 
Abwehr oder Streitschlichtung (MAEDER, Basler Kommentar, a.a.O., N. 10 ff. zu 
Art. 133 StGB m.w.H.). Tätliche Auseinandersetzungen zwischen mehr als zwei 
Personen sind oft derart unübersichtlich, dass sich nicht nachweisen lässt, wer die 
Körperverletzung oder den Tod einer Person verursacht hat. Sinn und Zweck von 
Art. 133 StGB ist, in solchen Situationen zu verhindern, dass die Verantwortlichen 
straflos bleiben. Aufgrund der Beweisschwierigkeiten ist bereits die Beteiligung am 
Raufhandel unter Strafe gestellt. Es handelt sich beim Raufhandel mithin um ein 
abstraktes Gefährdungsdelikt, obschon ein Erfolg eintreten muss. Dieser 
Verletzungserfolg ist objektive Strafbarkeitsbedingung (MAEDER, Basler 
Kommentar, a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 133 StGB). Von der Straflosigkeit gemäss 
Art. 133 Abs. 2 StGB werden Fälle erfasst, in welchen eine Person zwar aktiv am 
Streit teilnimmt und z.B. Schläge austeilt, dies jedoch einzig mit dem Ziel, sich oder 
andere zu verteidigen oder Streitende zu trennen. Wehrt eine Person hingegen nur 
ab und teilt überhaupt keine Schläge aus, verhält sie sich also rein passiv, liegt gar 
keine Beteiligung vor (BGE 131 IV 150 E. 2).

Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz muss 
sich auf die Teilnahme an einem Raufhandel beziehen. Es genügt, wenn der Täter 
damit rechnet, dass sich mehr als zwei Personen an der tätlichen Auseinander-

29

setzung beteiligen und wenn er dies in Kauf nimmt. Der Vorsatz muss sich nicht auf 
die nachfolgende Körperverletzungsfolge beziehen; auch nicht verlangt ist ein 
Gefährdungsvorsatz (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3).

Wie das Beweisergebnis ergeben hat, fand am 21. Dezember 2014 um ca. 4.30 
Uhr in der Aarbergergasse in Bern eine tätliche wechselseitige Auseinander-
setzung statt, an der (unter anderem) der Privatkläger und die beiden 
Beschuldigten aktiv beteiligt waren, wobei Letztere (auch) auf den Privatkläger 
einschlugen. Die Beschuldigten haben sich nicht nur gewehrt bzw. rein passiv 
verhalten. Vielmehr ging – wie C.________ aussagte – jeder gegen jeden los. 
Einer der beiden Beschuldigten hat dem Privatkläger zudem einen Faustschlag ins 
Gesicht verpasst, sodass dieser zu Boden ging. Als der Privatkläger am Boden lag, 
wurde ihm von einem der Beschuldigten ein harter Fusstritt ins Gesicht verpasst. In 
objektiver Hinsicht ist der Tatbestand des Raufhandels damit erfüllt. Auch subjektiv 
handelten die beiden Beschuldigten durch die wissentliche und willentliche 
Beteiligung an der tätlichen Auseinandersetzung tatbestandsmässig.

Im Zuge der Auseinandersetzung erlitt unter anderem der Privatkläger diverse 
Verletzungen. Auch wenn nicht erstellt ist, ob sämtliche bei ihm festgestellten 
Verletzungen (unter anderem ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma sowie ein Schädel-
bruch, eine Kontusionsblutung am Gehirn vorne rechts sowie ein Bruch der 
knorpeligen Nasenscheidewand, mehrere Blutergüsse, Hautabschürfungen und 
Rötungen im Gesicht sowie eine Zahnverletzung) auf diesen Vorfall zurückzuführen 
sind, hatte der Raufhandel mehrere Körperschädigungen zur Folge, welche 
zweifellos das Ausmass einer Tätlichkeit (deutlich) überschreiten bzw. dasjenige 
einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB erreichen, weshalb 
die objektive Strafbarkeitsbedingung erfüllt ist.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. Die 
Beschuldigten sind somit des Raufhandels schuldig zu erklären.

11. Einfache Körperverletzung beim Waisenhausplatz zum Nachteil von 
F.________

Wer vorsätzlich einen Menschen an Körper oder Gesundheit schädigt, ohne dass 
die Voraussetzungen einer schweren Körperverletzung vorliegen, wird gemäss 
Art. 123 Abs. 2 StGB mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft. 

Die von F.________ erlittene Verletzung (Quetschrisswunde am Hinterkopf) 
entspricht einer einfachen Körperverletzung. Diesbezüglich kann auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 721, S. 36 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Unklar ist allerdings die Täterschaft. Insbesondere konnte im Beweisverfahren nicht 
ermittelt werden, ob C.________ oder aber A.________ F.________ den Schlag 
versetzte. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz lässt sich zudem auch ein 
mittäterschaftliches Handeln nicht nachweisen: Diesbezüglich kann vorab 
sinngemäss auf die theoretischen Erwägungen zur Mittäterschaft bei der 
versuchten schweren Körpververletzung verwiesen werden (E. 10.1 oben). 
F.________ wurde von einer Person einen Schlag versetzt. Hinweise auf einen 

30

(konkludenten) gemeinsamen Tatentschluss bestehen keine; insbesondere ist 
sachverhaltsmässig nicht davon auszugehen, dass die Beschuldigten gemeinsam 
auf F.________ zugingen, um diesem einen Schlag zu versetzen. Der Schlag 
erfolgte in dem Moment, als sich der Täter wegreissen wollte, nachdem er vom zu 
Hilfe eilenden F.________ gepackt wurde. Am Schlag hat damit keine zweite 
Person mitgewirkt. Letztendlich ist, ähnlich wie beim Vorfall in der Aarbergergasse, 
sogar unklar, ob der Schlag überhaupt durch eine weitere Person nebst 
F.________ und dem Täter wahrgenommen wurde. Unter diesen Umständen fehlt 
es sowohl am gemeinsamen Tatentschluss, als auch an einem Zusammenwirken 
bei der Tatausführung.

Zusammenfassend ist nicht erstellt, ob C.________ oder aber A.________ 
F.________ den Schlag auf den Hinterkopf versetzte. In dubio pro reo ist davon 
auszugehen, dass der jeweils andere Beschuldigte die Tat vornahm. Ebenfalls 
nicht nachweisen liess sich eine mittäterschaftliche Begehung der Tat. 

Eine andere rechtliche Würdigung des Sachverhaltes wurde weder vorbehalten, 
noch ist ersichtlich, welchen Tatbestand der angeklagte Sachverhalt erfüllen 
könnte. Die Beschuldigten sind folglich von der Anschuldigung der einfachen 
Körpververletzung zum Nachteil von F.________ freizusprechen. 

IV. Strafzumessung

12. Allgemeines und Strafrahmen

Es kann vorab auf die korrekten allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur 
Strafzumessung verwiesen werden (pag. 723 f., S. 38 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung).

Beide Beschuldigte haben sich des Raufhandels schuldig gemacht. 
Unterschiedliche Tatbeiträge oder Hinweise auf eine abweichende subjektive 
Tatschwere haben sich im Beweisverfahren nicht ergeben. Es rechtfertigt sich 
deshalb, die tatbezogene Strafe für beide Beschuldigte gemeinsam festzulegen.

Aus der oberinstanzlich eingeholten Auskunft aus dem deutschen Bundeszentral-
register ist ersichtlich, dass A.________ am 7. Februar 2017 in Deutschland wegen 
einer am 18. Oktober 2015 begangenen Körperverletzung verurteilt wurde 
(pag. 828). Auch der entsprechenden Auskunft über C.________ ist ein neuer 
Schuldspruch aus Deutschland, vom 4. Mai 2017, zu entnehmen (pag. 824). Da 
nach neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Zusatzstrafe nur zu inlän-
dischen Urteilen ausgesprochen werden kann (BGE 142 IV 329 E. 1.4.1), kommt 
vorliegend Art. 49 Abs. 2 StGB nicht zur Anwendung und sind für den vorliegenden 
Raufhandel eigenständige Strafen auszusprechen.

Raufhandel wird gemäss Art. 133 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
mit Geldstrafe betraft. 

31

13. Tatkomponenten

13.1 Objektive Tatschwere (objektives Tatverschulden)

Unter dem Titel Ausmass der Verletzung bzw. Gefährdung des geschützten 
Rechtsgutes ist die Gefährlichkeit der vorliegenden Rauferei im Vergleich mit 
anderen möglichen Fällen von Raufhandel einzuordnen. Es wurden vorliegend 
keine Waffen oder gefährliche Gegenstände verwendet, sondern zunächst «nur» 
(Faust-)Schläge ausgeteilt. Der Vorfall dauerte auch nur relativ kurz. Die Rauferei 
zu später Stunde in einer berüchtigten Ausgehmeile zwischen teils erheblich 
alkohlisierten Beteiligten hätte aber leicht zu einer grossen Schlägerei ausarten 
können, mit entsprechenden Gefährdungs- und Verletzungsfolgen. Auch war 
aufgrund der sichtlichen Alkoholisierung der Beteiligten deren Stand- und 
Trittfestigkeit eingeschränkt, was erhöhte Sturz- und damit Verletzungsrisiken zur 
Folge hatte. 

Die Beschuldigten haben den Raufhandel nicht selbst ausgelöst. Aufgrund der 
Beschreibungen der nicht beteiligten Zeugen ist aber von einer vergleichsweise 
aggressiven Schlägerei auszugehen, was auch durch das Nachtatverhalten der 
Beschuldigten, insbesondere dem Verfolgen des Privatklägers auf den Waisen-
hausplatz, hervorgeht. Insgesamt liegt die objektive Tatschwere aber noch im 
leichten Bereich.

13.2 Subjektive Tatschwere (subjektives Tatsverschulden)

Die Beschuldigten beteiligten sich wissentlich und willentlich, mit direktem Vorsatz, 
am Raufhandel. Die Beteiligten liessen einen Streit bezüglich Zigaretten zu einer 
tätlichen Auseinandersetzung ausarten und handelten damit aus nichtigen 
Beweggründen. Die Beteiligung an der tätlichen Eskalation aufgrund eines derart 
belanglosen Anlasses wäre für die Beschuldigten auch ohne weiteres vermeidbar 
gewesen. Insbesondere waren sie nicht in einem Ausmass alkoholisiert, dass sich 
ihr Verschulden vermindern würde. 

Insgesamt fallen die subjektiven Tatkomponenten leicht erschwerend ins Gewicht. 
Das objektive und subjektive Tatverschulden ist insgesamt noch als leicht zu be-
zeichnen. Hierfür ist eine Strafe im Bereich von 60 Strafeinheiten angemessen. 
Dieses Strafmass erweist sich, wenn auch etwas höher, noch im Rahmen der als 
Anhaltspunkt dienenden Referenzstrafen in den Richtlinien für die Strafzumessung 
des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staats-
anwälte (VBRS-Richtlinien, S. 43).

14. Täterkomponenten

14.1 A.________

Zunächst kann für die Täterkomponenten auf die Erwägungen der Vorinstanz 
(pag. 728, S. 43 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) verwiesen werden. 
Präzisierend ist aber festzuhalten, dass A.________ gemäss der Auskunft aus dem 
deutschen Bundeszentralregister mehrfach vorbestraft ist. Auch wenn die Vorstra-
fen zumindest teilweise nicht als einschlägig bezeichnet werden können, lag zum 
Zeitpunkt des Raufhandels ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung 

32

und damit wegen eines Delikts gegen Leib und Leben vor (Urteil des Amtsgerichts 
Berlin-Tiergarten vom 9. Juni 2011, pag. 826). Nebst diesen Vorstrafen, die sich 
nur wenig auswirken, fällt deutlich erschwerend ins Gewicht, dass A.________ 
während des laufenden Strafverfahrens weiter delinquierte. Am 18. Oktober 2015, 
d.h. kurz vor dem ersten Teil der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, beging er ei-
ne Körperverletzung, wofür er am 7. Februar 2017 vom Amtsgericht Tiergarten 
rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt wurde (pag. 828). 

Dieses Verhalten während des laufenden Strafverfahrens und die dadurch getrüb-
ten Täterkomponenten haben sich spürbar auf die Strafhöhe auszuwirken. Die 
Kammer erachtet hierfür eine Erhöhung um 20% auf 72 Strafeinheiten für ange-
bracht.

14.2 C.________

Bezüglich der Täterkomponenten von C.________ kann vollumfänglich auf die 
Erwägungen der Vorinstanz (pag. 728, S. 43 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung) verwiesen werden. Der oberinstanzlich eingeholten Auszug aus dem 
deutschen Bundeszentralregister ist zwar anders als derjenige, welcher der 
Vorinstanz vorgelegen hat, nicht mehr blank. Der mittlerweile ergangene Schuld-
spruch wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis kann allerdings nicht als 
einschlägig bezeichnet werden und vermag an den insgesamt noch neutral 
ausfallenden Täterkomponenten nichts zu ändern. Es bleibt damit beim auf 60 
Strafeinheiten festgesetzten Strafmass.

15. Strafart und Tagessatzhöhe

Bei der Wahl der Strafart ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung das 
Verhältnismässigkeitsprinzip zu wahren. Dieses gebietet, bei alternativ zur 
Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten 
Sanktionen grundsätzlich jene auszuwählen, die am wenigsten stark in die 
persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift, bzw. die ihn am wenigsten hart trifft 
(BGE 137 IV 249 E. 3.1). Die Geldstrafe ist damit gegenüber der Freiheitsstrafe 
grundsätzlich vorrangig. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die eine 
Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe nötig machen würden. Beide Beschuldigte sind 
daher zu einer Geldstrafe zu verurteilen.

Ein Tagessatz beträgt höchstens CHF 3‘000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe 
des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des 
Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach dem Einkommen und Vermögen, 
Lebensaufwand, allfälliger Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem 
Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Seinen eigenen Angaben zufolge erzielt 
A.________ ein monatliches Einkommen in der Höhe von EUR 2‘200.00 
(pag. 620). Obwohl er sich weigerte, entsprechende Angaben zu machen 
(pag. 132), ist aus den Akten ersichtlich, dass er ein Kind hat, weshalb ihm ein 
Kinderabzug von 15 % zu gewähren ist. C.________ gab ein Monatseinkommen 
von CHF 1‘200.00 an (pag. 619). Ausgehend von einem Euro-Wechselkurs von 
CHF 1.15 und unter Gewährung eines Pauschalabzuges von je 25 % erachtet die 
Kammer eine Tagessatzhöhe von abgerundet CHF 50.00 (A.________) bzw. 
CHF 30.00 (C.________) als angemessen.

33

16. Vollzug und Verbindungsbusse

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Gelstrafe in der Regel auf, wenn eine 
unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). In 
subjektiver Hinsicht ist für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges folglich das 
Fehlen einer ungünstigen Prognose bezüglich weiterer künftiger Verbrechen oder 
Vergehen vorausgesetzt (BGE 134 IV 1 E. 4.2; BGE 134 IV 97 E. 7.3). Das 
Vorleben und der Charakter des Täters werden im Gesetz nicht mehr ausdrücklich 
genannt, sind aber nach wie vor im Rahmen der vom Gericht vorzunehmenden 
Gesamtwürdigung entscheidend (SCHNEIDER/GARRÉ, Basler Kommentar, a.a.O., 
N. 60 und N. 69 zu Art. 42 StGB mit Hinweisen). Unter dem Gesichtspunkt des 
Vorlebens des Beschuldigten steht die strafrechtliche Vorbelastung im 
Vordergrund. Einschlägige Vorstrafen schliessen die Gewährung des bedingten 
Strafvollzugs nicht notwendigerweise aus, sind aber bei der Prognosestellung als 
erheblich ungünstiges Element zu gewichten (SCHNEIDER/GARRÉ, Basler 
Kommentar, a.a.O., N. 61 zu Art. 42 StGB mit Hinweisen). Auch zu berücksichtigen 
ist bei der Erstellung einer Prognose das Verhalten des Verurteilten während und 
nach der Tat, insbesondere auch während des Strafverfahrens (SCHNEIDER/GARRÉ, 
Basler Kommentar, a.a.O., N. 76 ff. zu Art. 42 StGB). Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB 
kann eine bedingte Geldstrafe mit einer unbedingten Geldstrafe oder einer Busse 
nach Art. 106 StGB verbunden werden.

Bei A.________ fallen zunächst die Vorstrafen prognostisch negativ ins Gewicht. 
Trotz dreimaliger Verurteilung zu einer Geldstrafe in Deutschland in den Jahren 
2011, 2012 und 2013 liess er sich nicht vom vorliegenden Raufhandel abhalten. 
Während dem dadurch geweckten Zweifel an seiner künftigen Legalbewährung 
möglicherweise noch mit einer Verbindungsbusse hätte begegnet werden können, 
hat er mit seiner Straffälligkeit – notabende einer Körperverletzung – während des 
in der Schweiz laufenden Strafverfahrens abermals gezeigt, dass ihn Strafen und 
Strafverfahren nicht so leicht von der Begehung weiterer Delikte abhalten. So ist 
auch nicht davon auszugehen, dass dem vorliegenden Strafverfahren und einer 
bedingten Geldstrafe, allenfalls verbunden mit einer Busse, genügend präventive 
Wirkung zukommen würde, um ihn von der Begehung weiterer Delikte abzuhalten. 
Vielmehr ist nach dem Gesagten von einer ungünstigen Prognose auszugehen. Die 
Kammer erachtet es als notwendig, eine unbedingte Geldstrafe auszusprechen.

Was C.________ anbelangt, hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, dass die 
Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs vorliegen. 
Entsprechend ist der Vollzug der 60 Tagessätze Geldstrafe aufzuschieben. Die 
Probezeit ist auf zwei Jahre festzusetzen. Wie die Vorinstanz hält es aber auch die 
Kammer vor allem aus spezialpräventiven Gründen für gerechtfertigt und geboten, 
eine Verbindungsstrafe, nun aber in Form einer Verbindungsbusse, auszufällen, 
um C.________ einen spürbaren Denkzettel zu verpassen. Es gilt ihm den Ernst 
der Lage vor Augen zu führen und zugleich zu demonstrieren, was bei Nicht-
bewährung droht, zumal er noch während dem laufenden Verfahren, wenn auch 
nicht einschlägig, straffällig geworden ist. In der Höhe eines Fünftels der schuldan-
gemessenen Geldstrafe, ausmachend CHF 360.00 (12 Tagessätze zu je 

34

CHF 30.00), ist eine Verbindungsbusse auszusprechen. Die Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 12 Tage festgesetzt (vgl. Art. 42 Abs. 4 
i.V.m. Art. 106 Abs. 2 StGB).

17. Konkrete Strafe

Von der Vorinstanz wurde A.________ nebst der bedingten Freiheitsstrafe von 
22 Monaten zu einer Verbindungs-Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 60.00, 
ausmachend total CHF 3‘600.00, verurteilt. Die im Rahmen der Täterkomponenten 
vorgenommene E