# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c692bad5-da4a-58c9-9541-90eed53f1d07
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 24.09.2010 SK1 2010 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-38_2010-09-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 24. September 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 38 [nicht mündlich eröffnet]

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 05. Mai 2011 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Präsident Brunner und Kantonsrichterin Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Peng

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
HSG Hermann Just, Masanserstrasse 35, 7001 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 15. April 2010, mitgeteilt 
am 2. Juli 2010, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte, gegen den 
Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Angriff (Art. 134 StGB),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X. wurde am _ in A. geboren. Er wuchs anfänglich bei seinen Eltern auf, 
welche sich scheiden liessen, als er drei bis vier Jahre alt war. Seine ältere 
Schwester starb, als sie 13 Monate alt war. X. besuchte die Primarschule und die 
Realschule in B. und absolvierte das zehnte Schuljahr in C.. Seit August 2008 
besucht er die D. in E.. Er absolviert dort die kaufmännische Ausbildung, welche 
seine Mutter finanziert. X. leidet an einer Leberkrankheit und erhielt mit sechs 
Monaten bereits eine neue Leber. Als Folge der Krankheit hat er im Moment 
Probleme mit dem Blutdruck und den Nieren und leidet unter einer 
Muskelschwäche. Er muss regelmässig Medikamente einnehmen und sich vom 
Arzt behandeln lassen. X. erhält eine monatliche Invalidenversicherungsrente von 
Fr. 600.-, welche seine Mutter verwaltet und ihm Fr. 500.- pro Monat als Sackgeld 
gibt. Er hat weder Vermögen noch Schulden.

X. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister nicht verzeichnet. Bei der Polizei ist 
er gemäss Leumundsbericht vom 2. Oktober 2009 bis auf den vorliegenden Fall 
nicht negativ aufgefallen. Er ist beim Betreibungsamt, beim Sozialdienst sowie bei 
der Vormundschaftsbehörde des Kreises B. nicht aktenkundig.

B. Die Staatsanwaltschaft eröffnete mit Verfügung vom 20. November 2008 
gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Angriffs (Art. 134 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]). Am 29. Januar 2009 überwies die 
Staatsanwaltschaft Graubünden den Fall an das Kreisamt B. und stellte einen 
Mandatsantrag bei Verbrechen und Vergehen.

Mit Strafmandat vom 31. März 2009, mitgeteilt am 2. April 2009, erkannte der 
Kreispräsident B. X. des Angriffs gemäss Art. 134 StGB für schuldig und bestrafte 
ihn mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 10.- sowie mit einer Busse 
von Fr. 100.-. Gegen dieses Strafmandat erhob X. am 14. April 2009 frist- und 
formgerecht Einsprache. In der Folge überwies der Kreispräsident B. die Akten der 
Staatsanwaltschaft Graubünden zur Durchführung des ordentlichen Verfahrens.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden klagte X. am 4. Februar 2010 des Angriffs 
gemäss Art. 134 StGB an. Der Anklageschrift liegt folgender Sachverhalt 
zugrunde:

„Am 13. September 2008 befanden sich X., F. und G. zusammen mit H. in 
der Disco I. in B., welche sie nach 03.00 Uhr verliessen, um nach Hause zu 
gehen. Auf dem Nachhauseweg gingen sie hinter J. und K. her, welche mit 
zwei Begleiterinnen unterwegs waren. Zuerst gingen die beiden Gruppen 

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hintereinander ein Stück des Weges und sprachen auch miteinander. Mit 
der Zeit begannen X. und seine Kollegen die Gruppe mit J. anzupöbeln, 
wobei insbesondere K. mit dem Ausdruck „Emo“ betitelt wurde. Die Gruppe 
mit J. liess die Gruppe mit X. passieren, worauf die Gruppe mit X. wieder 
auf die andere Gruppe wartete, diese vorbeigehen liess und anschliessend 
hinter dieser herging. G. wies in der Folge X. an, sich zu J. und K. zu 
begeben, um sie zu provozieren, da G. danach insbesondere K. schlagen 
wollte. X. befolgte die Anweisung von G.. Er begab sich in die Nähe von J. 
und K. und rief ihnen auf dem weiteren Weg immer wieder die Worte 
„Emo“, „Punk“ oder „Gangster“ nach. In der Folge wurde J. wütend, schrie 
X. an oder schubste ihn zurück. Daraufhin begab sich F. zu J. und erteilte 
diesem eine Ohrfeige. G. begab sich gleichzeitig zu K. und schlug ihm mit 
der Faust ins Gesicht, so dass K. auf die Strasse torkelte, diese überquerte 
und bewusstlos auf dem Trottoir liegen blieb.

Danach rannten G., F., H. und X. weg.

Gemäss einem Arztbericht vom 26. September 2008 erlitt K. durch den 
Faustschlag von G. Schwindel bei Zustand nach Tätlichkeit. Gemäss 
seinen Aussagen vom 24. September 2008 erlitt er eine Hirnerschütterung 
und befand sich drei Tage lang im Spital.

Der Angeklagte bestreitet, dass er von G. nach vorne geschickt wurde, um 
K., J. und deren Begleiterinnen zu provozieren. Zwar will er mit K. über 
„Emos“, „Punks“ oder „Gangster“ gesprochen, ihn und seine Kollegen 
jedoch nicht provoziert haben.“

C. Am 15. April 2010 fand die Hauptverhandlung vor dem 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur statt. Anwesend waren der Angeklagte und sein 
privater Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just, sowie auf Seiten 
der Anklagebehörde die Untersuchungsrichterin lic. iur. Bettina Ott, welche die 
Anklage mündlich vertrat. Auf Fragen des Vorsitzenden zu den persönlichen 
Verhältnissen führte der Angeklagte aus, dass die Schule in E. zu streng gewesen 
sei, weshalb er diese beendet habe. Übergangsweise arbeite er nun im L. in B., 
wo er ab August 2010 eine von der Invalidenversicherung unterstützte Lehre im 
kaufmännischen Bereich absolvieren werde. Nach dem Lehrabschluss würde er 
gerne in einer Bank arbeiten. Er erhalte von der Invalidenversicherung ein Taggeld 
von Fr. 34.-, wovon ihm seine Mutter monatlich Fr. 500.- als Sackgeld auszahle. 
Gesundheitlich gehe es ihm gut. Daraufhin erhielt der Angeklagte die Gelegenheit, 
sich zur ihm zur Last gelegten Tat zu äussern. Er könne sich nicht mehr daran 
erinnern, was G. ihm gesagt habe und ob dieser ihn zur anderen Gruppe 
geschickt habe, damit es zu einer Schlägerei komme. Dass G. die Absicht gehabt 
habe, zu „schlägeln“, glaube er nicht. Weiter erklärte der Angeklagte, dass er sich 
nur nach vorn zur anderen Gruppe begeben habe, um herumzublödeln und 
keineswegs in der Absicht, eine Schlägerei zu provozieren. Er habe sich zuerst mit 
J., anschliessend mit K. ganz normal unterhalten. Dabei habe er die Worte „Emo“, 
„Punk“ oder „Gangster“ fallen lassen. Dann habe die Schlägerei begonnen, wobei 

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er nicht mitbekommen habe, wie G. K. spitalreif geschlagen habe. In Bezug auf 
den Alkoholpegel an jenem Abend führte der Angeklagte aus, von seiner Gruppe 
seien alle alkoholisiert gewesen. Sie hätten aber noch gewusst, was sie sagten 
und hätten geradeaus gehen können.

Die Untersuchungsrichterin lic. iur. Bettina Ott stellte und begründete folgende 
Anträge:

„1. X. sei des Angriffs gemäss Art. 134 StGB schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 
Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 500.-- zu bestrafen, Probezeit 2 
Jahre. Als Ersatzfreiheitsstrafe sei eine solche von 10 Tagen 
anzusetzen.

3. Kostenfolge gemäss Gesetz.“

Der Verteidiger des Angeklagten beantragte einen Freispruch. In seinem 
Schlusswort bedauerte der Angeklagte den Vorfall in jener Nacht und erklärte, das 
Ganze sei ein Blödsinn gewesen.

D. Mit Urteil vom 15. April 2010, mitgeteilt am 2. Juli 2010, erkannte der 
Bezirksgerichtausschuss Plessur wie folgt:

„1. X. ist schuldig des Angriffs gemäss Art. 134 StGB.

2. Dafür wird X. mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 10.00 
sowie einer Busse von CHF 200.00 bestraft.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 
Jahren aufgeschoben.

4. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit X. dieselbe schuldhaft nicht bezahlt.

5. Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'793.00 (Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 2'293.35 und 
Gerichtskosten von CHF 1'500.00) gehen zu Lasten von X..

Die Kosten des Kreisamtes B. von CHF 300.00 gehen ebenfalls zu 
Lasten von X. und sind innert 30 Tagen direkt ans Kreisamt B. zu 
bezahlen.

X. schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich total CHF 3'993.00 
(Busse: CHF 200.00; Verfahrenskosten: CHF 3'793.00). Dieser Betrag 
ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Urteils auf das PC-Konto 70-
3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen.

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“

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E. Mit Eingabe vom 16. Juli 2010 reichte X., vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. HSG Hermann Just, eine Berufungsschrift beim Kantonsgericht von 
Graubünden ein. Er stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 
15. April 2010 sei aufzuheben und der Angeklagte und 
Berufungskläger sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates 
für das Untersuchungsverfahren, das Verfahren vor dem 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur und für das Verfahren vor dem 
Kantonsgericht.“

In der Begründung führte der Verteidiger aus, dass im vorliegenden Fall der 
Tatbestand des Angriffs nicht erfüllt sei. Einerseits liege keine einseitige, von 
feindseligen Absichten getragene gewaltsame Einwirkung auf den oder die Körper 
eines oder mehrerer Menschen durch mehrere Personen vor. Es handle sich 
vielmehr um zwei voneinander getrennte körperliche Attacken, welche bezüglich 
Täter und Opfer klar zugeordnet werden könnten. Denn es gelte im vorliegenden 
Fall als erwiesen, dass F. J. ohrfeigte, nachdem dieser X. schubste oder anschrie. 
Danach näherte sich G. K. und schlug diesem mit der Faust ins Gesicht.

Anderseits könne die Tathandlung des Berufungsklägers nicht als Beteiligung am 
Angriff qualifiziert werden, weil zum Zeitpunkt, als er sich mit den Mitgliedern der 
anderen Gruppe unterhalten und diese allenfalls provoziert habe, noch keine 
körperlichen Attacken erfolgt seien und dementsprechend der Angriff noch nicht 
begonnen habe. Eine Beteiligung sei aber nur an einem bereits gestarteten Angriff 
möglich.

Das Verhalten des Berufungsklägers erfülle auch in subjektiver Hinsicht den 
Tatbestand von Art. 134 StGB nicht. G. habe nie die Absicht geäussert, einen 
Angriff auf die andere Gruppe zu starten. Er habe lediglich kundgetan, sich mit K. 
schlagen zu wollen. Damit habe sich die Handlung des Berufungsklägers 
höchstens auf das Anzetteln einer Schlägerei zwischen G. und K., jedoch nicht auf 
einen Angriff bezogen.

F. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 22. Juli 
2010 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. Ebenso verzichtete das 
Bezirksgericht Plessur am 5. August 2010 auf eine Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen in der Berufungsschrift sowie im angefochtenen 
Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Graubünden 
(StPO; BR 350.000) können der Verurteilte, das Opfer und der Staatsanwalt 
gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse beim 
Kantonsgericht Berufung einlegen. Die Berufung ist innert 20 Tagen seit der 
schriftlichen Eröffnung des Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen und 
hat darzulegen, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder 
Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile 
davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag 
die vorliegende Berufung zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

2. Art. 144 Abs. 1 StPO sieht vor, dass der Vorsitzende von Amtes wegen 
oder auf Antrag eine mündliche Berufungsverhandlung durchführt, wenn die 
persönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache 
wesentlich ist. Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft das 
Kantonsgericht seinen Entscheid ohne Parteivortritt aufgrund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat überdies 
unabhängig von der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 der 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 
0.101) Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger Weise und öffentlich gehört 
wird. Bei diesem Anspruch handelt es sich um einen Teilgehalt der umfassenden 
Garantie auf ein faires Verfahren. Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit gilt dem 
Grundsatz nach für das gesamte Strafverfahren, also auch im Berufungsverfahren 
gemäss Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann aber auch auf die öffentliche 
Berufungsverhandlung verzichten. Für einen wirksamen Verzicht wird 
vorausgesetzt, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen 
des Betroffenen eindeutig ergibt. Zudem darf kein wichtiges öffentliches Interesse 
einem nichtöffentlichen Verfahren entgegenstehen. Sofern die erste Instanz 
öffentlich verhandelt hat, kann von einer weiteren Verhandlung im 
Rechtsmittelverfahren unter anderem dann abgesehen werden, wenn nur 
Rechtsfragen oder aber Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den 
Akten beurteilen lassen, ferner wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen 
oder die Sache von geringer Tragweite ist und sich keine Fragen zur Person und 
deren Charakter stellen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2.b S. 318 f.; ZGRG 1999 S. 46).

Vorliegend verzichtete der Berufungskläger stillschweigend auf eine mündliche 
Berufungsverhandlung, indem er bzw. sein Verteidiger die Durchführung einer 
solchen zu keinem Zeitpunkt beantragte. Es ist daher im Folgenden zu prüfen, ob 

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auch die weiteren Voraussetzungen für das Absehen von einer mündlichen 
Berufungsverhandlung erfüllt sind. Das angefochtene Urteil des 
Bezirksgerichtsausschusses Plessur wurde am 15. April 2010 im Anschluss an 
eine öffentliche und mündliche Hauptverhandlung, an der X. und sein Verteidiger 
teilgenommen hatten, erlassen. Es stehen vorliegend vorwiegend Rechtsfragen 
zur Diskussion. Überdies ist eine reformatio in peius (Art. 146 Abs. 1 StPO) 
ausgeschlossen, da lediglich der Berufungskläger gegen das vorinstanzliche Urteil 
Berufung erhoben hat und das Kantonsgericht – obwohl es nach Art. 146 Abs. 1 
StPO das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich frei überprüfen kann – mithin die 
Strafe nicht verschärfen darf. Auch stellen sich keinerlei Fragen zur Person und 
zum Charakter des Berufungsklägers, welche sich nicht aufgrund der Akten 
beantworten lassen. Schliesslich steht im vorliegenden Fall einem 
nichtöffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegen. Das 
Kantonsgericht kommt demnach zum Schluss, dass die streitige Strafsache 
gestützt auf die vorliegenden Akten auch ohne mündliche Verhandlung 
sachgerecht entschieden werden kann. Ein persönliches Vortreten von X. vor 
Gericht ist nicht notwendig.

3. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsgericht als 
Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte Kognition zukommt 
(Art. 146 Abs. 1 StPO). Es darf jedoch das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur 
im Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüfen. Wenn die 
Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
vorliegt oder der Mangel geheilt ist, entscheidet die Strafkammer des 
Kantonsgerichts in der Sache selbst. Eine Rückweisung an die Vorinstanz bildet 
die Ausnahme (Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons 
Graubünden [StPO], 2. Aufl. B. 1996, S. 375 f.).

Der von der Staatsanwaltschaft angeklagte und von der Vorinstanz bestätigte 
Sachverhalt wird vom Berufungskläger grundsätzlich nicht bestritten. Er 
beanstandet aber dessen rechtliche Würdigung. Gegenstand des 
Berufungsverfahrens bildet demzufolge die Frage, ob der Berufungskläger durch 
sein Handeln den Tatbestand des Angriffs (Art. 134 StGB) erfüllte.

4.a) Gemäss Art. 134 StGB ist strafbar, wer sich an einem Angriff auf einen oder 
mehrere Menschen beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines 
Angegriffenen oder eines Dritten zur Folge hat. Der Angriff besteht im Gegensatz 
zum Raufhandel (Art. 133 StGB), welcher als die wechselseitige tätliche 
Auseinandersetzung zwischen mindestens drei Personen definiert wird, aus der 

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einseitigen körperlichen Einwirkung auf den oder die Betroffenen. Er setzt somit 
voraus, dass die angegriffene Partei entweder völlig passiv bleibt oder sich nur zu 
schützen versucht, ohne ihrerseits tätlich zu werden. Dieser Angriff muss von 
mindestens zwei Personen ausgehen. Nur bei mehreren körperlichen Angreifern 
entstehen die Beweisschwierigkeiten, welche den Anlass für die Schaffung dieser 
Bestimmung darstellten. Strafbar ist die (vorsätzliche) Beteiligung am Angriff als 
solche, unabhängig davon, welcher der Beteiligten die schwere Folge 
herbeigeführt und ob sie jemand gewollt hat. Eine Beteiligung kann auf jede Art 
erfolgen, d.h. auch durch psychische oder verbale Mitwirkung. Als objektive 
Strafbarkeitsbedingung wird vorausgesetzt, dass der Angriff den Tod oder die 
Körperverletzung des Angegriffenen oder eines Dritten zur Folge hat (Peter 
Aebersold, Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 134 N. 4 ff.; 
Günter Stratenwerth/Guido Jenny, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: 
Straftaten gegen Individualinteressen, 6. Aufl., Bern 2003, § 4 N. 38 ff.; vgl. auch 
Stefan Trechsel/Thomas Fingerhuth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Zürich 
2008, Art. 134 N. 2 ff.).

Art. 134 StGB schliesst die Lücke, die Art. 133 StGB offen lässt, weil Raufhandel 
nicht vorliegt, wenn die angegriffene Partei passiv bleibt. Wie der Berufungskläger 
zutreffend zitiert, ist die Bestimmung zugeschnitten auf aggressive Übergriffe von 
Rockerbanden, Hooligans, Skinheads, Neonazis oder ähnlichen Gruppen. Solche 
Angriffe auf mehr oder weniger wehrlose Opfer (z.B. auf Asylsuchende, auf 
Homosexuelle oder auf Fans der gegnerischen Fussballmannschaft) begannen 
sich seit den 70er-Jahren zu häufen. Der Gesetzgeber beseitigte diese Lücke mit 
der Revision der Gefährdungsdelikte. Am 1. Januar 1990 trat die neue 
Bestimmung in Kraft (Aebersold, a.a.O., Art. 134 N. 1 ff.).

b) Damit ein Verhalten unter den Tatbestand von Art. 134 StGB subsumiert 
werden kann, wird vorausgesetzt, dass die angegriffene Partei völlig passiv bleibt 
oder sich nur zu schützen versucht, ohne ihrerseits tätlich zu werden. Den 
Ausführungen in der Anklageschrift kann entnommen werden, dass J. den 
Berufungskläger aufgrund seiner Provokationen anschrie oder schubste. Nach 
Ansicht des Berufungsklägers scheidet deshalb ein Angriff im Sinne von Art. 134 
StGB aus, weil die Opfer sich nicht passiv verhielten. Vorliegend kann weder im 
Anschreien noch im Schubsen eine Tätlichkeit erblickt werden. Es braucht 
mindestens einen heftigen, insbesondere mit den Ellbogen oder Händen geführten 
Stoss, um von einer Tätlichkeit sprechen zu können (vgl. BGE 117 IV 14 E. 2.a/cc 
S. 17). J. versuchte sich nur defensiv gegen die verbalen Provokationen zu 

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schützen und K. verhielt sich völlig passiv. Insofern steht der Anwendung von Art. 
134 StGB nichts entgegen.

c) Soweit der Berufungskläger geltend macht, das vorgängige Provozieren sei 
nicht als Beteiligung im Sinne von Art. 134 StGB zu qualifizieren, kann ihm nicht 
gefolgt werden. Vorausgesetzt, dass mindestens zwei Personen körperlich 
attackieren (Ohrfeige von F., Faustschlag von G.), kann eine Beteiligung auch 
durch verbale Mitwirkung erfolgen (vgl. oben E. 4.a). Dies wird vom 
Berufungskläger zu Recht nicht bestritten. Er macht hingegen geltend, dass eine 
verbale Mitwirkung nicht vor der körperlichen Attacke erfolgen könne. Gemäss 
Sachverhaltsfeststellung hatten die verbalen Provokationen eindeutig die 
nachfolgende Durchführung eines tätlichen Angriffs zum Ziel (vgl. 
Staatsanwaltschaft act. 4.9, 4.16 und 4.20). Dadurch sollte eine Schlägerei gegen 
die andere Gruppe angezettelt werden, weshalb der Tatbeitrag des 
Berufungsklägers den Beginn des Angriffs darstellt. Abgesehen davon ist 
festzuhalten, dass Tatbeiträge, die schon im Stadium der Vorbereitung der 
eigentlichen Tat geleistet werden, ebenfalls Mittäterschaft begründen könnten 
(Günter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 
3. Aufl., Bern 2005, § 13 N. 62; vgl. auch BGE 118 IV 227 E. 5.c/aa S. 230). Es 
spielt in zeitlicher Hinsicht keine Rolle, ob eine verbale Beteiligung vor dem 
tätlichen Angriff im Sinne von provozierendem Pöbeln oder während des tätlichen 
Angriffs im Sinne von Anfeuerungen, warnenden Zurufen oder Ratschlägen 
erfolgt.

d) In subjektiver Hinsicht ist der Tatbestand des Angriffs entgegen der 
Meinung des Berufungsklägers ebenfalls erfüllt. Es trifft nicht zu, dass sich der 
Vorsatz des Berufungsklägers nur darauf richtete, eine Schlägerei zwischen G. 
und K. anzuzetteln. Ihm war bewusst, dass sich auch F. an einer tätlichen 
Auseinandersetzung beteiligen würde (vgl. Staatsanwaltschaft act. 4.9 und 4.20). 
Auf Geheiss von G. und im Einverständnis mit F. provozierte er die andere Gruppe 
Jugendlicher, um eine Schlägerei herbeizuführen. Der Berufungskläger wusste 
von Anfang an, dass auf seine Provokationen hin ein handgreiflicher Angriff, 
insbesondere auf K., folgen würde. Zumindest nahm er dies in Kauf, womit er sich 
mindestens eventualvorsätzlich am Angriff beteiligte.

e) Gemäss Arztbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 26. September 
2008 erlitt K. durch den Faustschlag von G. „Schwindel bei Zustand nach 
Tätlichkeit“ (Staatsanwaltschaft act. 4.6). K. selbst sagte am 24. September 2008 
aus, dass bei ihm eine Hirnerschütterung festgestellt worden sei und er drei Tage 

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lang im Spital habe bleiben müssen (Staatsanwalt act. 4.13). Obwohl das 
Kantonsspital Graubünden von „Schwindel bei Zustand nach Tätlichkeit“ spricht, 
ist die Einwirkung von G. als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 
StGB und nicht als Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB zu qualifizieren. Dies 
lässt sich nur schon aus der erlittenen Bewusstlosigkeit sowie aus dem 
mehrtägigen Spitalaufenthalt ableiten. Somit ist auch die objektive 
Strafbarkeitsbedingung gemäss Art. 134 StGB gegeben.

f) Weiter bringt der Berufungskläger vor, dass im vorliegenden Fall der 
Tatbestand des Angriffs nicht erfüllt sei, weil zwei voneinander getrennte 
körperliche Attacken vorliegen würden, die bezüglich Täter und Opfer klar 
zuzuordnen seien. Nach anfänglichen Pöbeleien verpasste F. J. eine Ohrfeige und 
danach schlug G. K. mit der Faust ins Gesicht. Dieser Umstand steht jedoch einer 
Verurteilung des Berufungsklägers nach Art. 134 StGB nicht entgegen. Beim 
Angriff besteht zu einem anlässlich des Überfalls begangenen Verletzungsdelikt 
Idealkonkurrenz, weil neben dem Betroffenen andere Beteiligte gefährdet waren 
(vgl. Aebersold, a.a.O., Art. 134 N. 13). Der Vorsatz richtet sich bei Art. 134 StGB 
lediglich auf die Beteiligung am Angriff, nicht aber auf die Todes- oder 
Verletzungsfolge. Kann einem der Angreifer nachgewiesen werden, dass er den 
Tod oder die Körperverletzung schuldhaft herbeigeführt hat, so haftet er neben 
Art. 134 StGB auch nach Art. 111 ff. bzw. Art. 122 ff. StGB. Sofern sich der Angriff 
ausschliesslich gegen die verletzte Person gerichtet hat, wird Art. 134 StGB durch 
den Verletzungstatbestand konsumiert (BGE 118 IV 227 E. 5.b S. 229 mit 
Hinweisen). Es stimmt somit nicht, dass die Anwendbarkeit von Art. 134 StGB 
davon abhängt, dass nicht festgestellt werden kann, wer für die konkrete 
Verletzung verantwortlich ist (vgl. bezüglich des Raufhandels Trechsel/Fingerhuth, 
a.a.O, Art. 133 N. 8).

g) Zusammenfassend steht demnach fest, dass sich der Berufungskläger der 
Beteiligung an einem Angriff gemäss Art. 134 StGB schuldig gemacht hat. Weil er 
niemandem eine Körperverletzung zugefügt hat, kommt eine Konkurrenz mit 
anderen Strafnormen nicht in Betracht. Der Berufungskläger ist allein gestützt auf 
Art. 134 StGB zu bestrafen.

5.a) Der Berufungskläger beantragt in seiner Berufung, das angefochtene Urteil 
sei vollständig aufzuheben. Er rügt folglich auch die vorinstanzliche 
Strafzumessung, obwohl er in den Ausführungen der Berufung nicht näher darauf 
eingeht. Der Bezirksgerichtsausschuss Plessur verurteilte den Berufungskläger zu 
einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 10.-. Dabei wurde der Vollzug der 

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Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben. Zudem 
wurde X. zur Bezahlung einer Busse von Fr. 200.-, ersatzweise zu einer 
Freiheitsstrafe von zwei Tagen verurteilt. 

b) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung ist zu beachten, 
dass das Kantonsgericht sein Ermessen an Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt 
und die Regeln der Strafzumessung selbständig anwendet. Jedoch steht der 
Vorinstanz bei der Gewichtung der einzelnen Strafzumessungsfaktoren innerhalb 
des Strafrahmens ein erheblicher Spielraum zu. In diesen greift das 
Kantonsgericht nur mit grosser Zurückhaltung ein. Deshalb rechtfertigt sich eine 
Korrektur der Strafzumessung in der Regel nicht schon dann, wenn neben der von 
der Vorinstanz ausgefällten Strafe auch eine (allenfalls nur unerheblich) mildere 
Strafe vertretbar wäre, sich aber beide Strafen klar in der Bandbreite der 
möglichen angemessenen Sanktionen befinden.

c) Nach Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem 
Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die 
persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. 
Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend 
präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit der 
Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden.

d) Grundlage der Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in Art. 134 
StGB vorgesehene Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe. Hinsichtlich der Wahl der zur Verfügung stehenden Sanktionen ist zu 
beachten, dass kurze unbedingte Freiheitsstrafen unter sechs Monaten mit Blick 
auf Art. 41 Abs. 1 und Art. 37 StGB nur subsidiär anzuwenden sind, wenn keine 
Alternative in Frage kommt. Die Geldstrafe gilt also als Regelsanktion, welche 
Freiheitsstrafen unter sechs Monaten ersetzt (näheres bei Anette Dolge, Basler 
Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 34 N. 24). Deshalb ist im 
vorliegenden Fall – wie die Vorinstanz richtig erwogen hat – eine Geldstrafe 
auszufällen. Dabei hat deren Bemessung im Tagessatzsystem in zwei Schritten zu 
erfolgen, welche im Hinblick auf die Transparenz der Strafzumessung sowie den 
Grundsatz der Opfergleichheit strikte zu trennen sind. So bestimmt das Gericht 
zunächst die Anzahl Tagessätze nach dem Verschulden des Täters (Art. 34 Abs. 1 
StGB). Im Anschluss daran hat es die Höhe des Tagessatzes nach seinen 

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persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen im Zeitpunkt des Urteils 
festzusetzen (Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Gesamtbetrag der Geldstrafe, die dem 
Verurteilten auferlegt wird, ergibt sich erst aus der Multiplikation von Zahl und 
Höhe der Tagessätze (BGE 134 IV 60 E. 5.2 S. 65 f.; vgl. auch Dolge, a.a.O., Art. 
34 N. 27 ff.).

e) Wenn es das Gesetz nicht anders bestimmt, so beträgt die Geldstrafe 
höchstens 360 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). Die Bemessung der 
Tagessatzanzahl richtet sich nach dem Verschulden. Es gilt dabei die allgemeine 
Regel von Art. 47 StGB, wonach das Gericht neben dem Verschulden im engeren 
Sinn (Art. 47 Abs. 2 StGB; sog. Tatkomponenten) das Vorleben, die persönlichen 
Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt 
(Art. 47 Abs. 1 StGB; sog. Täterkomponenten). Die persönlichen Verhältnisse und 
eine allenfalls erhöhte Strafempfindlichkeit im Sinne von Art. 47 Abs. 1 StGB sind 
bei der Festsetzung der Anzahl Tagessätze nur zu berücksichtigen, soweit sie 
nicht die aktuelle finanzielle Situation des Täters betreffen. Denn seine 
persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Urteilszeitpunkt stellen das 
Kriterium für die Bemessung der Höhe des Tagessatzes dar, welches vom 
Verschuldenskriterium klar abzugrenzen ist (BGE 134 IV 60 E. 5.3 S. 66).

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist das Verschulden des Berufungsklägers 
als nicht leicht zu qualifizieren. Der Berufungskläger liess sich dazu anstiften, mit 
provozierenden Worten den Angriff gegen die andere Gruppe Jugendlicher 
einzuleiten. Er war sich voll bewusst, dass es zu einer Schlägerei kommen würde 
und hatte keine Bedenken deswegen. Da ihm in Bezug auf den geschilderten 
Angriff ein grosses Mass an Entscheidungsfreiheit zustand, wäre es für den 
Berufungskläger ein Leichtes gewesen, sich nicht an der Aktion zu beteiligen. Die 
Schwere der Verletzung von K. darf in der Strafzumessung nicht berücksichtigt 
werden, da es sich bei der Körperverletzung bloss um eine Strafbarkeitsbedingung 
handelt (vgl. Aebersold, a.a.O., Art. 133 N. 12). Strafmindernd ist zu beachten, 
dass der Berufungskläger einen guten Leumund aufweist. Der Umstand, dass er 
nicht vorbestraft ist, wirkt sich hingegen gemäss neuer Bundesgerichtspraxis nicht 
mehr strafmindernd aus (BGE 136 IV 1 ff.). Die Vorinstanz hat dem 
Berufungskläger straferhöhend angerechnet, dass er uneinsichtig sei. Es stimmt, 
dass er die Tat in den späteren Einvernahmen und vor der Vorinstanz bestritt. 
Nach der diskutablen und wenig konsistenten Praxis des Bundesgerichts kann 
aber nur hartnäckiges Bestreiten als Zeichen von fehlender Einsicht und Reue 
interpretiert werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_858/2008 vom 20. Mai 
2009, E. 4.3.3 mit Hinweisen), was im vorliegenden Fall nicht zutrifft. Zudem geht 

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aus der polizeilichen Befragung vom 13. September 2008 (Staatsanwaltschaft act. 
4.9), aus der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 10. Dezember 2008 
(Staatsanwaltschaft act. 4.16) und aus der Aussage anlässlich der 
Hauptverhandlung hervor, dass der Berufungskläger den Vorfall bedauere. 
Deshalb liegen nach der Ansicht des Kantonsgerichts keine Straferhöhungsgründe 
vor. Es fehlen ebenfalls Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründe. Unter 
Würdigung der dargelegten Strafzumessungsgründe erscheint die von der 
Vorinstanz festgelegte Anzahl von 20 Tagessätzen dem Verschulden des 
Berufungsklägers als angemessen.

f) Die Bemessung der Tagessatzhöhe erfolgt nach dem 
Nettoeinkommensprinzip (BGE 134 IV 60 E. 5.4 S. 66 ff. mit Hinweisen). 
Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das durchschnittliche 
Tagesnettoeinkommen. Dazu zählen namentlich die Einkünfte aus selbständiger 
und unselbständiger Arbeit des Täters. Es ist jedoch ganz gleich, aus welcher 
Quelle die Einkünfte stammen. Denn massgeblich ist die tatsächliche 
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter 
wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so die laufenden Steuern, die Beiträge 
an die Sozialversicherungen und an die obligatorische Kranken- und 
Unfallversicherung sowie die notwendigen Berufsauslagen. Vom Nettoeinkommen 
in Abzug zu bringen sind sodann auch allfällige Familien- und 
Unterstützungspflichten, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. 
Anderweitige finanzielle Lasten können nur im Rahmen der persönlichen 
Verhältnisse einkalkuliert werden. Das Vermögen ist bei der Bemessung des 
Tagessatzes nur (subsidiär) zu berücksichtigen, wenn besondere 
Vermögensverhältnisse einem vergleichsweise kleinen Einkommen 
gegenüberstehen. Mit anderen Worten wird es nur einberechnet, wenn der Täter 
ohnehin von der Substanz des Vermögens lebt, und es bildet 
Bemessungsgrundlage in dem Ausmass, in dem er es selbst für seinen Alltag 
anzehrt. Schliesslich ist bei der Bemessung des Tagessatzes das 
Existenzminimum zu berücksichtigen (Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Hinweis auf das 
Existenzminimum gibt dem Gericht ein Kriterium zur Hand, welches es erlaubt, 
vom Nettoeinkommensprinzip abzuweichen und den Tagessatz bedeutend tiefer 
zu bemessen. Die Bemessung des Tagessatzes im Einzelfall ist dem sorgfältigen 
gerichtlichen Ermessen überlassen (vgl. zum Ganzen BGE 134 IV 60 E. 6 
S. 68 ff.). Dabei darf die Höhe des Tagessatzes den Betrag von Fr. 10.- 
grundsätzlich nicht unterschreiten (BGE 135 IV 180 E. 1.4 S. 184 f.).

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Nach eigenen Angaben anlässlich der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz erhält 
der Berufungskläger von der Invalidenversicherung ein Taggeld von Fr. 34.-, was 
einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 1'020.- entspricht. Von diesem Betrag 
stehen ihm pro Monat Fr. 500.- als Sackgeld zur freien Verfügung. Bei dieser 
Ausgangslage erscheint es – wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat – 
angemessen, dem Berufungskläger einen minimalen Tagessatz von Fr. 10.- 
aufzuerlegen. Zusammenfassend wird der Berufungskläger damit zu einer 
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 10.- verurteilt.

6. Vorliegend besteht keine Veranlassung, um eine unbedingte Strafe 
auszusprechen, da keine Befürchtung besteht, X. werde sich in Zukunft nicht 
bewähren. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, ist davon auszugehen, 
dass das Strafverfahren und die bedingt ausgesprochene Geldstrafe bei X. einen 
nachhaltigen Eindruck hinterlassen werden. Die Geldstrafe ist somit zu Recht 
bedingt ausgesprochen worden (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB), wobei eine Probezeit 
von zwei Jahren als angemessen erscheint.

7.a) Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Geldstrafe mit einer 
unbedingten Geldstrafe oder einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. 
Die Strafenkombination trägt dazu bei, das unter spezial- und generalpräventiven 
Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. 
Das Hauptgewicht liegt jedoch auf der bedingten Geldstrafe, während der 
unbedingten Verbindungsstrafe bzw. der Busse nur untergeordnete Bedeutung 
zukommt. Diese soll nicht zu einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche 
Strafe erlauben (BGE 134 IV 1 E. 4.5.2 S. 8). Die Höhe der Busse hat sich sowohl 
am Verschulden als auch an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des 
Verurteilten zu orientieren (Art. 106 Abs. 3 StGB). Um dem akzessorischen 
Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, erscheint es gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung als sachgerecht, die Obergrenze 
grundsätzlich bei einem Fünftel bzw. 20 % festzulegen. Abweichungen von dieser 
Regel sind bei tiefen Strafen denkbar, um zu gewährleisten, dass der 
Verbindungsstrafe nicht eine bloss symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 
188 E. 3.4.4 S. 191). Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz dem Berufungskläger 
eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 10.- auferlegt. Es handelt sich dabei 
um eine tiefe Strafe, weshalb von der Regel abgewichen werden darf, dass die 
Obergrenze der Busse bei einem Fünftel der Geldstrafe liegt. Die Vorinstanz hat 
eine Busse von Fr. 200.- ausgesprochen, welche der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts als angemessen erscheint.

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b) Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, hat das Gericht 
eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten 
auszusprechen (Art. 106 Abs. 2 StGB). Dabei ist zu berücksichtigen, dass das 
Gericht die Höhe des Tagessatzes für die bedingte Geldstrafe und damit die 
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Täters bereits ermittelt hat. Dies lässt es als 
sachgerecht erscheinen, die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel zu 
verwenden, indem der Betrag der Busse durch jene dividiert wird (vgl. BGE 134 IV 
60 E. 7.3.3 S. 77). Wendet man diesen Grundsatz vorliegend auf die Bemessung 
der Ersatzfreiheitsstrafe an und dividiert die Busse in der Höhe von Fr. 200.- durch 
die Tagessatzhöhe von Fr. 10.-, so resultiert zwar eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 
Tagen. Da es jedoch den Grundsatz der reformatio in peius zu beachten gilt, bleibt 
es bei der von der Vorinstanz festgesetzten Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen.

8. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Berufung 
vollumfänglich abzuweisen ist. Wer ohne Erfolg ein Rechtsmittel eingelegt hat, 
trägt in der Regel die Kosten des Rechtsmittelverfahrens (Art. 160 Abs. 1 StPO). 
Deshalb rechtfertigt es sich im vorliegenden Fall, die Kosten des 
Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.- im gesamten Umfang X. aufzuerlegen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen 
an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. 
Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: