# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95997597-0f21-5f6f-b8bb-b76298ba2ac9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.03.2016 D-1727/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1727-2016_2016-03-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1727/2016 
thc/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Irak,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 23. Februar 2016 / N (…). 

 

 

 

D-1727/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 12. Januar 2016 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 23. Februar 2016 – eröffnet am 15. März 

2016 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Bulgarien 

anordnete, den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen und den zuständigen 

Kanton mit dem Vollzug beauftragte, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte, 

dass die kantonalen Behörden den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

15. März 2016 für die Dauer von sechs Wochen in Ausschaffungshaft ver-

setzten, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. März 2016 gegen den 

Entscheid des SEM vom 23. Februar 2016 beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben und sein Asylantrag gutzuheissen, eventuell sei er 

vorläufig aufzunehmen, 

dass er zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei die un-

entgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewäh-

ren und im Sinne vorsorglicher Massnahmen der vorliegenden Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 22. März 2016 per Telefax beim Bun-

desverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

  

D-1727/2016 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

m.w.H.), 

dass die Frage der Gewährung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand 

des angefochtenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des 

vorliegenden Verfahrens bildet, weshalb auf den entsprechenden Be-

schwerdeantrag nicht einzutreten ist,  

D-1727/2016 

Seite 4 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank ergab, dass dieser am 5. Januar 2016 in Bulgarien ein 

Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das SEM die bulgarischen Behörden am 15. Februar 2016 um Wie-

deraufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 23 Dublin-III-VO er-

suchte, 

dass die bulgarischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 22. Feb-

ruar 2016 zustimmten, womit die grundsätzliche Zuständigkeit Bulgariens 

feststeht,  

D-1727/2016 

Seite 5 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe geltend macht, er 

habe seit einem Jahr in der Schweiz eine Freundin, die im Besitz einer 

Niederlassungsbewilligung sei und sobald sie im Dezember 2016 18 Jahre 

alt werde, würden sie heiraten, 

dass im Zusammenhang mit Art. 9 Dublin-III-VO gemäss Art. 2 Bst. g Dub-

lin-III-VO unter den Begriff Familienangehörige lediglich Ehegatten, nicht 

verheiratete Partner, die eine dauerhafte Beziehung führen, minderjährige 

Kinder und bei unverheirateten minderjährigen asylsuchenden Personen 

der Vater, die Mutter oder der Vormund fallen, 

dass Art. 8 EMRK unter dem Aspekt von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

rücksichtigt werden kann, wobei es gemäss der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) auf ein tatsächlich bestehen-

des Familienleben ankommt (vgl. hierzu etwa EGMR, K. und T. gegen Finn-

land [Grosse Kammer], Urteil vom 12. Juli 2001, Beschwerde Nr. 25702/94, 

§ 150), für das Vorliegen einer Familie im Sinne von Art. 8 EMRK allerdings 

nicht notwendig ist, dass zwei Personen ihre Beziehung rechtlich formali-

siert haben, weshalb die Unehelichkeit einer Partnerschaft grundsätzlich 

kein Hindernis für die Anwendbarkeit des konventionsrechtlichen Familien-

begriffs darstellt (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1; CHRISTOPH GRABENWARTER, 

Europäische Menschenrechtskonvention, 4. Aufl., München/Basel/Wien 

2009, S. 204), 

dass dabei als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Beziehung 

das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, die finan-

zielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung sowie das 

Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berücksichtigen sind 

(vgl. GRABENWARTER, a.a.O., S. 204; MARK E. VILLIGER, Handbuch der Eu-

ropäischen Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., Zürich 1999, S. 365; LU-

ZIUS WILDHABER in: Internationaler Kommentar zur Europäischen Men-

schenrechtskonvention, Hrsg.: Wolfram Karl, 12. Lfg., Köln/ 

Berlin/München 2009, Art. 8 EMRK, S. 137), 

dass der Beschwerdeführer die Personalien seiner Freundin nicht angab, 

dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben noch nicht mit der 

Freundin verheiratet ist, 

D-1727/2016 

Seite 6 

dass der Beschwerdeführer erst am 12. Januar 2016 in die Schweiz ein-

reiste, demgegenüber die Freundin angeblich bereits im Besitz einer Nie-

derlassungsbewilligung ist, was darauf hinweist, dass sie sich in der Regel 

bereits einige Zeit in der Schweiz aufhält, 

dass der Beschwerdeführer zudem anlässlich der Befragung im EVZ be-

züglich seines Zivilstandes nicht angab, verlobt zu sein oder in einer Part-

nerschaft zu leben und gefragt nach einer Bezugsperson in der Schweiz 

"Keine" angab (vgl. Akte A5/10 S. 3 Ziff. 1.14 und 3.02), 

dass er auch anlässlich der Gehörsgewährung betreffend die Zuständigkeit 

Bulgariens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

und einer Wegweisung dorthin keinerlei Andeutungen machte, er habe in 

der Schweiz eine Freundin, die er heiraten wolle, sondern nur meinte, er 

wolle nicht in Bulgarien bleiben, sie hätten ihn gezwungen, die Fingerab-

drücke zu geben (vgl. Akte A5/10 S. 7 Ziff. 8.01), 

dass demnach offenbar weder von einer Partnerschaft im Sinne von Art. 2 

Bst. g Dublin-III-VO noch von einer tatsächlich gelebten Beziehung im 

Sinne von Art. 8 EMRK zwischen dem Beschwerdeführer und der Freundin 

ausgegangen werden kann, 

dass mit Bezug auf das Recht auf Eheschliessung festzuhalten ist, dass 

ein Ehevorbereitungsverfahren in der Schweiz auch dann möglich ist, 

wenn die Brautleute nicht in der Schweiz wohnhaft sind (vgl. Art. 62 ff. der 

Zivilstandverordnung vom 28. April 2004 [ZStV, SR 211.112.2]), 

dass demnach auch diesbezüglich der Überstellung des Beschwerdefüh-

rers nach Bulgarien nichts entgegensteht, 

dass das Vorbringen in der Beschwerde, wonach das Asylsystem in Bulga-

rien systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 

Dublin-III-VO aufweise, sich als nicht gerechtfertigt erweist, 

dass systemische Schwachstellen im Asylsystem im Sinne von Art. 3 

Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO dann zu bejahen sind, wenn in dem als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat ernsthafte und durch Tatsachen bestä-

tigte Gründe für die Annahme bestehen, dass die asylsuchende Person 

tatsächlich Gefahr läuft, einer unmenschlichen oder erniedrigenden Be-

handlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäi-

schen Union in der Fassung vom 26. Oktober 2012 (ABl EG C 326 S. 392, 

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Seite 7 

EuGrCH) ausgesetzt zu werden (EuGH, Urteil vom 14. November 2013 C-

4/11), 

dass es für die Feststellung systemischer Schwachstellen mithin struktu-

reller und landesweiter Missstände bedarf, welche eine individuelle und 

konkrete Gefahr unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung eines je-

den einzelnen oder zumindest einer nennenswerten Anzahl von Asylbe-

werbern bedarf, welche von den nationalen Behörden tatenlos hingenom-

men werden,  

dass zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen Gründe für die Annahme 

bestehen, wonach das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Asylantragsteller in Bulgarien systemische Schwachstellen im genannten 

Sinn aufweisen würden, 

dass Bulgarien Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 

31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist, und seinen diesbezüglichen völker-

rechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nachkommt,  

dass davon ausgegangen werden kann, Bulgarien anerkenne und schütze 

die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäi-

schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sogenannte Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sogenannte Aufnahmericht-

linie) ergeben, 

dass Asylsuchende in Bulgarien zwar bei der Unterkunft, der Arbeit und 

dem Zugang zur medizinischen Infrastruktur Schwierigkeiten ausgesetzt 

sein können, die ersichtlichen Schwierigkeiten nach Auffassung des Bun-

desverwaltungsgerichts entgegen den Beschwerdevorbringen jedoch nicht 

als generell untragbar und unüberwindbar erscheinen,  

dass der Beschwerdeführer mithin aus der Bestimmung von Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO nichts für sich ableiten kann,  

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Seite 8 

dass schliesslich jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer jedoch nicht konkret ausführt, weshalb seine 

Sicherheit in Bulgarien gefährdet wäre, er insbesondere mit seinem pau-

schalen Vorbringen, er befürchte eine mehrmonatige Inhaftierung wegen 

seiner illegalen Einreise, kein konkretes und ernsthaftes Risiko dargetan 

hat, dass die bulgarischen Behörden sich weigern könnten, ihn aufzuneh-

men und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-

geln der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass es dem Beschwerdeführer zudem offensteht, allfällige Probleme beim 

Zugang zum Asylverfahren bei den zuständigen bulgarischen Justizbehör-

den zu rügen, dies entweder unter Beiziehung eines bulgarischen Rechts-

anwalts oder mittels Hilfe unabhängiger, vorhandener Hilfsorganisationen 

in Bulgarien, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Bulgarien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement miss-

achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein 

Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-

fährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, ihm in Bulga-

rien aus individuellen Gründen drohende Völkerrechtsverletzungen glaub-

haft zu machen, weshalb ein Selbsteintritt im Sinne von Art. 17 Abs. 1 Dub-

lin-III-VO aus diesen Gründen nicht in Betracht fällt, 

dass dem SEM sodann bei der Prüfung des Vorliegens von humanitären 

Gründen im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV1 Ermessen zukommt (vgl. 

D-1727/2016 

Seite 9 

BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten in diesem Zusammenhang keine Hin-

weise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 

Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für einen Selbsteintritt nach 

Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die 

Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag 

prüfenden Staat selbst auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist und – weil der Beschwer-

deführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-

bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach 

Bulgarien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.), weshalb auf den im Übrigen unbegründeten Even-

tualantrag, es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen, nicht einzutreten 

ist, 

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit auf diese 

einzutreten ist, 

dass der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung, welcher nur für 

die Dauer des Beschwerdeverfahrens Wirkung entfalten kann, aufgrund 

des direkten Entscheids in der Hauptsache gegenstandslos wird, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-

zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen sind und damit die Vorausset-

zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1 ‒ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1727/2016 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Sarah Ferreyra 

 

 

Versand: