# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86b11ec2-a1ad-58e4-9e2d-777c9194156b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.11.2016 IV 2014/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-38_2016-11-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/38

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.12.2019

Entscheiddatum: 18.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2016
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Weder die 
Arbeitsfähigkeitsschätzung der behandelnden Ärzte noch jene des 
psychiatrischen Gutachters überzeugt. Rückweisung der Sache zur erneuten 
psychiatrischen Begutachtung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. 
November 2016, IV 2014/38).

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen

Karin Huber-Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin

Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2014/38

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 20. Februar 2011 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 

5). Dabei gab er u.a. an, er habe in B.___ die Primarschule besucht und anschliessend 

eine Lehre als Dreher absolviert. In der Schweiz sei er immer nur als Fabrikmitarbeiter 

tätig gewesen. Gemäss einem Auszug aus seinem individuellen Beitragskonto (IK) hatte 

er 2007 Fr. 87‘277.--, 2008 Fr. 85‘989.-- und 2009 Fr. 77‘590.-- verdient (IV-act. 15). Dr. 

med. C.___, Oberarzt an der Klinik D.___, berichtete der IV-Stelle am 9. März/6. April 

2011 (IV-act. 24, 26), der Versicherte leide an einer schizophreniformen Psychose mit 

zunehmendem Residuum vom depressiven Typ (ICD-10: F25.1). Wegen einer 

wahnhaften Störung sei der Versicherte bereits 1996 in der psychiatrischen Klinik F.___ 

stationär behandelt worden. Seit dem 30. Oktober 2010 laufe eine Psychotherapie. 

Vom 8. November bis 17. Dezember 2010 habe sich der Versicherte in der Klinik D.___ 

aufgehalten. Bei Klinikeintritt sei der Versicherte psychotisch gewesen. Wegen der 

psychotischen Ängste, wegen der verminderten Belastbarkeit, wegen des stark 

eingeschränkten Durchhalte- und Leistungsvermögen und wegen der eingeschränkten 

geistigen Flexibilität sei der Versicherte nur noch in einem geschützten Rahmen zu 50 

% arbeitsfähig. Eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nicht mehr vorstellbar.

A.b  Die letzte Arbeitgeberin des Versicherten, die F.___ AG, gab der IV-Stelle am 7. 

April 2011 an (IV-act. 27), sie habe den Versicherten vom 1. Juni 2009 bis 30. 

September 2010 als Schichtführer/Induktionshärter beschäftigt. Die Kündigung sei aus 

wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 30. August 2010 

gewesen. Die Lohnbuchhaltungen 2009 und 2010 gaben als Eintrittsdatum allerdings 

den 1. Dezember 2006 an (IV-act. 27-9 f.). Von Januar bis Mai 2009 hatte der 

Monatslohn des Versicherten Fr. 6‘300.-- (zuzüglich 13. Monatslohn) betragen, ab Juni 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2009 dann Fr. 5‘700.-- (ebenfalls zuzüglich 13. Monatslohn). In einzelnen Monaten 

hatte der Versicherte eine Schichtzulage von Fr. 90.--, Fr. 60.-- bzw. Fr. 30.-- erhalten.

A.c  Die psychiatrische Klinik E.___ hatte in ihrem Austrittsbericht vom 4. Oktober 1996 

(IV-act. 30-2) festgehalten, der Versicherte habe angegeben, er höre Klopfgeräusche, 

die ihm Angst einflössten. Diese Klopfgeräusche waren gemäss den Klinikärzten als 

akustische Halluzinationen zu qualifizieren. Der Psychostatus des Versicherten habe 

sich als Folge der neuroleptischen und antidepressiven Medikation vollkommen 

normalisiert. Daraufhin habe der Versicherte frei über das Durchgemachte berichten 

können. Zusätzlich gestützt auf die Aussagen der Ehefrau und des Schwagers habe 

sich folgendes Bild ergeben: Der Versicherte habe sich von einem Geistheiler auf böse 

Art und Weise beeinflusst gefühlt. Er habe den Eindruck gehabt, dass dieser Geistheiler 

von Seiten des Teufels komme, möglicherweise als Strafe für begangene Sünden. Im 

Austrittsbericht war weiter darauf hingewiesen worden, dass sich erst noch zeigen 

werde, ob die Diagnose einer wahnhaften Störung zugunsten einer affektiven oder 

schizophrenen Störung revidiert werden müsse. Die Ärzte der Klinik D.___ hatten in 

ihrem Austrittsbericht vom 22. Dezember 2010 (IV-act. 31-9 ff.) u.a. festgehalten, der 

Versicherte habe ab 2006 bei der F.___ AG gearbeitet. Aufgrund der schlechten 

Arbeitsleistung sei ihm gekündigt worden, aber er habe dann seine Arbeitsstelle bei 

einem tieferen Lohn behalten können. Wegen der psychischen Probleme sei die 

Arbeitsleistung jedoch ungenügend geblieben, so dass dem Versicherten schliesslich 

gekündigt worden sei.

A.d  Dr. C.___ von der Klinik D.___ berichtete der IV-Stelle am 20. Mai 2011 (IV-act. 31), 

der Versicherte leide an einer schizophreniformen Psychose (F25.1). Diese Krankheit 

habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zur Folge. In einem geschützten Rahmen sei 

einer Arbeitsfähigkeit von 30 % zumutbar. Der Hausarzt med. pract. G.___ gab der IV-

Stelle am 21. Mai 2011 an (IV-act. 32), der Versicherte leide an wahnhaften Störungen 

mit religiösem Wahn und Angststörungen, an einer schizophreniformen Psychose und 

an einer Depression mit zunehmendem Residuum. Dies äussere sich in 

Konzentrationsstörungen, Unsicherheit, fehlender Ausdauer und Ängsten. Die Ängste 

seien bei der Arbeit und zuhause vorhanden. Der Versicherte könne sich nicht mit der 

realen Welt auseinandersetzen. Seit dem 30. September 2010 sei er vollständig 

arbeitsunfähig.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e  Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. H.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, mit einer psychiatrischen Begutachtung des Versicherten (IV-act. 35). 

Dr. H.___ führte in seinem Gutachten vom 23. September 2011 (IV-act. 37) aus, im 

Zeitpunkt der Untersuchung (26. August 2011) sei die Grundstimmung des 

Versicherten leicht zum depressiven Pol hin verschoben gewesen. Die affektive 

Modulationsfähigkeit sei eingeschränkt gewesen. Der Versicherte habe über eine 

Ambivalenz geklagt und angegeben, er fühle sich unsicher, sei innerlich unruhig und 

habe Angst zu sterben. Auf der Hamilton Depressionsskala habe er zwölf Punkte 

erreicht. Es bestünden also gewisse depressive Symptome, diese seien aber nicht 

stark ausgeprägt, so dass höchstens eine leichte depressive Episode diagnostiziert 

werden könne. Schizophreniforme Symptome fehlten. Die Diagnose einer 

postschizophrenen Depression komme nicht in Frage, weil dazu noch einige – das 

klinische Bild nicht beherrschende – Symptome vorhanden sein müssten. Bei einem 

schizophrenen Residuum seien schizophrene Negativsymptome erforderlich, d.h. es 

müssten früher einmal die Kriterien einer Schizophrenie erfüllt gewesen sein. Das sei 

beim Versicherten nicht der Fall. Hinweise für das Vorliegen einer neurotischen, einer 

Belastungs-, einer somatoformen oder eine Persönlichkeitsstörung fehlten. Die 

Diagnose laute deshalb: Leichte depressive Episode (F32.0) und St. n. wahnhafter 

Störung 1996. Die Arbeitsunfähigkeit betrage höchstens 30 %. Das gelte sicher für die 

Zeit nach dem Aufenthalt in der Klinik D.___, da seither vom Behandler und vom 

Versicherten ein stationärer Zustand angegeben worden sei. Die diagnostische 

Einschätzung der psychiatrischen Klinik E.___ sei plausibel gewesen, da auf die 

unsichere Situation bezüglich der Diagnostik und auf die Notwendigkeit, dies im Verlauf 

zu klären, hingewiesen worden sei. Weniger plausibel sei die diagnostische 

Einschätzung der Klinik D.___. Es sei nämlich schwer nachvollziehbar, wie gleichzeitig 

eine wahnhafte Störung, eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv, und eine 

schizophrenes Residuum vorliegen könnten, weil nicht alle Kriterien dieser drei 

Diagnosen erfüllt sein könnten, zumal sie sich teilweise ausschlössen. Zudem deute 

weder bei den beschriebenen Klagen des Versicherten noch in dessen Psychostatus 

etwas auf eine psychotische Symptomatik hin (keine Hinweise auf Wahnideen, 

Halluzinationen oder Ich-Störungen). Beschrieben worden seien ausschliesslich 

depressive Symptome. Die Klinik D.___ habe einen positiven Behandlungsverlauf 

beschrieben (insbesondere mit einer Stabilisierung der Stimmungslage). Trotzdem sei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angegeben worden. Der von der Klinik angegebene 

chronische Verlauf mit mehr oder weniger anhaltenden Symptomen habe sich früher 

offensichtlich nicht auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt bzw. der Arbeitgeber habe 

nichts Derartiges bemerkt. Hinzu komme, dass die Einstellung von Dr. C.___ sehr 

fatalistisch sei. In dessen Bericht vom 20. Mai 2011 sei die Diagnose einer 

schizophreniformen Psychose angegeben worden (schizoaffektive Störung, 

gegenwärtig depressiv). Dabei sei unklar, ob Dr. C.___ vom Vorliegen einer 

Schizophrenie ausgegangen sei oder nicht, wobei der Begriff „schizophreniform“ eher 

auf Letzteres hindeute. Was mit dem „invalidisierenden Charakter“ der 

schizophreniformen Psychose gemeint sei, werde nicht klar. Pauschal sei ab 2009 bis 

auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert worden, obwohl die 

Behandlung in der Klinik D.___ erst ab dem 2. November 2010 erfolgt sei, obwohl dort 

keine psychotische Symptomatik beschrieben worden sei und obwohl sich die 

depressive Symptomatik bis zum Klinikaustritt gebessert habe. Eine telefonische 

Besprechung mit Dr. C.___ habe keine Klärung gebracht. Eine akute psychotische 

Episode würde die Arbeitsfähigkeit beschränken. Eine solche sei aber im 

Austrittsbericht der Klinik D.___ nicht beschrieben worden. Nach der akuten Phase 

lasse sich damit aber keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit mehr begründen, vor allem 

wenn keine psychotischen Symptome mehr vorhanden seien. Es sei nicht plausibel, 

dass der Versicherte jahrelang mit diesen Symptomen habe arbeiten können und nun 

plötzlich anhaltend arbeitsunfähig sein solle. Dr. med. I.___ vom RAD notierte am 3. 

Oktober 2011 (IV-act. 38), das Gutachten von Dr. H.___ sei umfassend, konsistent, 

nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei. Insbesondere habe sich Dr. H.___ 

eingehend mit der abweichenden Beurteilung der Klinik D.___ auseinandergesetzt. Der 

Versicherte sei auf dem ersten Arbeitsmarkt zu mindestens 70 % arbeitsfähig.

A.f  Die IV-Stelle verglich ein (offenbar dem IK entnommenes) Valideneinkommen von 

Fr. 77‘590.-- mit einem Invalideneinkommen von Fr. 54‘313.--, d.h. sie ging davon aus, 

dass der Versicherte an der letzten (oder einer gleichwertigen) Arbeitsstelle weiterhin zu 

70 % arbeitsfähig sei (IV-act. 39-2). Mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2011 kündigte sie 

dem Versicherten bei einem IV-Grad von 30 % die Abweisung seines Rentenbegehrens 

an (IV-act. 41). Der Versicherte liess am 2. Dezember 2011 mitteilen, dass er in die 

psychiatrische Klinik J.___ eintreten werde (IV-act. 47). Im Austrittsbericht vom 3. 

Februar 2012 (IV-act. 58) gaben die Ärzte der psychiatrischen Klinik J.___ an, der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere 

Episode ohne psychotische Symptome (F33.2). Der Versicherte habe angegeben, er 

habe oft Schmerzen und einen Druck auf der Brust und im Schulter- und 

Nackenbereich. Er sei erschöpft und müde. Ängste habe er selten, aber manchmal 

viele schlechte Gedanken. Ab und zu trete ein inneres Zittern auf. Die Stimmung sei an 

sich gut; er habe manchmal Freude an seiner Familie. Er habe schon einmal Stimmen 

gehört, aktuell aber nicht mehr. Er habe auch keine paranoiden Gedanken. Die Ärzte 

der psychiatrischen Klinik J.___ führten weiter aus, während der stationären 

Behandlung sei ein guter Verlauf beobachtet worden. Die depressive Episode befinde 

sich in Teilremission. Bei einer weiteren Behandlung der Depression sei eine teilweise 

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit denkbar. Aktuell sei der Versicherte vollständig 

arbeitsunfähig. Der psychopathologische Status beim Austritt aus der Klinik habe 

folgendermassen ausgesehen: Wacher Patient, zu allen vier Qualitäten orientiert, 

Konzentration vermindert, formales Denken leichtgradig verlangsamt mit Grübeln, 

formal gedanklich unauffällig, keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-

Störungen, leicht gedrückter Affekt, leicht verminderter Antrieb, keine Selbst- oder 

Fremdgefährdung, sozialer Rückzug.

A.g  Dr. I.___ vom RAD empfahl, einen Bericht der Tagesklinik einzuholen, bei welcher 

der Versicherte weiterbehandelt werde (IV-act. 59). Die Tagesklinik gab am 13. Juni 

2012 an, dass der Versicherte nicht bei ihr eingetreten sei (IV-act. 60). Der Versicherte 

liess am 21. Juni 2012 mitteilen (IV-act. 63), dass die Nachbehandlung in der Klinik 

D.___ erfolge. Dr. K.___ und Dr. C.___ von der Klinik D.___ berichteten am 27. Juli 2012 

(IV-act. 66), der Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit 

intermittierenden religiösen Wahnideen im Rahmen der schweren depressiven Episode 

(F33.2). Während der psychotischen bzw. wahnhaften Phasen sei er jeweils 

verschlossen und tief zurückgezogen gewesen, so dass er nicht zu den vereinbarten 

Sprechstunden gekommen sei. In der Klinik J.___ sei er unter Zyprexa-Therapie frei von 

psychotischen Symptomen gewesen. Dann sei das Zyprexa herabgesetzt worden. Ein 

paar Monate später sei der Versicherte wieder zunehmend depressiv gewesen und 

habe wieder bildhafte Erlebnisse (weisses Licht im Dunkeln, wie etwas Heiliges) 

gehabt. Er sei ordentlich gepflegt, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die 

mnestischen Funktionen seien abgesehen von den Konzentrationsstörungen 

unauffällig. Das formale Denken sei verlangsamt und stark auf die negativen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zukunftsperspektiven und die eigenen Ängste und Befürchtungen eingeschränkt, 

inhaltlich aber ohne Hinweis auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Der 

Versicherte sei im Affekt deprimiert, ängstlich und verunsichert. Die affektive 

Schwingungsfähigkeit sei reduziert. Der Versicherte sei affektiv modulierbar und der 

affektive Rapport sei knapp herstellbar. Im Antrieb sei er vermindert und motorisch 

wenig lebhaft. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 %, denn der Versicherte leide an 

einem Antriebsmangel, an einer Reduktion der geistigen Flexibilität, an einer niedrigen 

Stress¬toleranz, einer niedrigen Belastbarkeit, einer eingeschränkten Ausdauer, 

Konzentrationsstörungen und einer Störung der Affektkontrolle. Dr. I.___ empfahl, den 

Therapieverlauf abzuwarten (IV-act. 67). Dr. K.___ und Dr. C.___ berichteten am 7. 

Dezember 2012 (IV-act. 70), nach dem Einsetzen von Abilify anfangs Mai 2012 sei es 

zu einer Linderung der wahnhaften Ideen und der optischen Halluzinationen 

gekommen. Diese bestünden in einem ganz besonderen Gefühl in der Brust und im 

ganzen Körper, wie wenn der Versicherte ein „geistiges Licht“ gesehen habe. Der 

Versicherte sei in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung in der Klinik 

D.___. Er sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Sinnvoll wäre ein Arbeitstraining in 

einem geschützten Rahmen, anfänglich zu 50 %. Daraufhin empfahl Dr. L.___ vom RAD 

eine Verlaufsbegutachtung durch Dr. H.___ (IV-act. 74).

A.h  Dr. H.___ berichtete in seinem Gutachten vom 20. September 2013 (IV-act. 82), 

der Versicherte habe angegeben, an der letzten Arbeitsstelle sei die Arbeit körperlich 

schwer gewesen und sie habe die Augen angestrengt. Sein Chef habe bemerkt, dass 

er Medikamente eingenommen habe. In der Folge sei er mit zwei Monatslöhnen 

freigestellt worden. Er sei gar nicht mehr fähig gewesen, mehr als 15 Minuten zu 

arbeiten, ohne Verspannungen und Schmerzen zu verspüren. Von den Tabletten sei er 

sehr schläfrig gewesen. Dr. H.___ führte weiter aus, der Versicherte sei pünktlich zur 

Untersuchung erschienen; er habe einen gepflegten Eindruck gemacht. Im Kontakt sei 

er freundlich zugewandt und kooperativ gewesen. Er habe sich bemüht, zu seiner 

Problematik ausführlich Stellung zu nehmen. Den Blickkontakt habe er immer 

aufgenommen und gehalten, den affektiven Rapport habe er aber nur zögerlich 

aufgenommen. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keine Beeinträchtigungen der 

Bewusstseinsklarheit und -helligkeit gezeigt. Der Versicherte sei zu allen Qualitäten voll 

orientiert gewesen. Er habe die Aufmerksamkeit und die Konzentration für die Dauer 

des Gesprächs durchgehend aufrechterhalten können. Die Auffassung sei nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gestört, das Langzeitgedächtnis klinisch unauffällig gewesen. Der Versicherte habe 

angegeben, seine Konzentration sei ziemlich gut, aber er sei vergesslich. Das 

Ausdrucksverhalten des Versicherten habe sich während der Schilderung der 

Beschwerden nicht verändert. Der formale Gedankengang sei unauffällig und 

höchstens diskret verlangsamt gewesen. Der Versicherte habe angegeben, er leide 

unter Gedankenkreisen, wenn er ganz unten sei. Dr. H.___ führte weiter aus, er habe 

keine Hinweise auf Zwangsgedanken, zwanghafte Handlungen oder eine 

hypochondrische Erlebnisverarbeitung gefunden. Er habe auch keine Anzeichen für 

inhaltliche Denkstörungen in der Form wahnhafter Gedanken oder Wahrnehmungen, 

für systematisches wahnhaftes Denken oder für Sinnestäuschungen in der Form von 

Halluzinationen oder illusionären Verkennungen gefunden. Ich-Störungen in der Form 

eines Fremdbeeinflussungserlebens oder von Derealisations- oder 

Depersonalisationsphänomenen seien ebenfalls nicht vorhanden gewesen. Der 

Versicherte habe angegeben, er habe das Gefühl, dass jemand in der Nähe sein 

könnte, aber es sei niemand da; seit er ins Spital gegangen sei, habe er keine Stimmen 

mehr gehört. Die Grundstimmung sei etwas zum depressiven Pol hin verschoben und 

die affektive Modulationsfähigkeit sei etwas eingeschränkt gewesen. Der Versicherte 

habe über Insuffizienzgefühle, gelegentliche Unruhe, Gereiztheit, ein wenig Angst (vor 

der Zukunft bzw. vor allem), schwankende Deprimiertheit und dann auftretende 

Antriebsminderung geklagt. Er habe eine gewisse Hypomimie gezeigt, die Gestik sei 

unauffällig gewesen. Die Schilderungen des Versicherten hätten nicht auf einen 

sozialen Rückzug hingedeutet. In der Hamilton Depressionsskala habe der Versicherte 

elf Punkte erreicht. In seiner Diagnoseableitung führte Dr. H.___ aus, die Untersuchung 

habe keine Hinweise für eine organische (einschliesslich einer symptomatischen 

psychischen) Störung, für eine Störung durch psychotrope Substanzen, für eine 

Schizophrenie oder für eine schizotype oder wahnhafte Störung ergeben. Wie bei der 

Voruntersuchung hätten aber gewisse depressive Symptome bestanden, die aufgrund 

der Phänomenologie weiterhin höchstens die Diagnose einer leichten depressiven 

Episode rechtfertigten. In der Hamilton Depressionsskala habe der Versicherte 

praktisch gleich viele Punkte erreicht wie in der Voruntersuchung. Weil nun aber seit 

längerer Zeit eine leichte depressive Episode bestehe, müsse die Diagnose einer 

rezidivierenden depressiven Störung gestellt werden. Diese begründe höchstens eine 

30 %ige Arbeitsunfähigkeit für jede in Frage kommende Tätigkeit. Grundsätzlich sei es 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

möglich, dass sich der Zustand des Versicherten gegen Ende 2011 so verschlechtert 

habe, dass eine schwere depressive Episode bestanden habe, wie die psychiatrische 

Klinik J.___ berichtet habe. Allerdings spreche die Aktenlage nicht wirklich für das 

Vorliegen einer schweren depressiven Episode, zumal die psychiatrische Klinik J.___ in 

ihrem Bericht angegeben habe, der Versicherte habe seit 2010 keine Veränderung 

seiner Stimmung benennen können; er habe gesagt, dass seine Stimmung an sich gut 

sei und dass er manchmal Freude an seiner Familie habe. Dr. H.___ wies darauf hin, 

dass dies nicht wirklich zu einer schweren depressiven Episode passe. Im Bericht der 

psychiatrischen Klinik J.___ sei aber festgehalten worden, dass sich die Symptomatik 

im Verlauf deutlich gebessert habe, dass sich der Affekt aufgehellt habe, dass der 

Versicherte schwingungsfähiger geworden sei und dass sich die depressive Episode in 

Teilremission befunden habe. Die von Dr. C.___ gemäss dem Bericht vom 27. Juli 2012 

gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit intermittierenden 

religiösen Wahnideen im Rahmen der schweren depressiven Episode könne nur so 

verstanden werden, dass der Versicherte seit 1996 an einer rezidivierenden 

depressiven Störung leide und dass er intermittierend schwere depressive Episoden 

mit auch religiösen Wahnideen gehabt habe. Dr. H.___ wies darauf hin, dass er 

anlässlich der ersten Untersuchung am 26. August 2011 eine leichte depressive 

Episode erhoben habe. Die Symptomatik habe sich verschlechtert, wie der 

Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik J.___ belege. Allerdings werde dort auch eine 

Teilremission beschrieben, so dass aufgrund des Psychostatus bei Austritt wieder von 

einer höchstens leichten depressiven Episode ausgegangen werden könne/müsse. 

Zum Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung am 31. Mai und 5. September 2013 sei die 

Symptomatik im Vergleich zur Erstbegutachtung praktisch unverändert gewesen 

(leichte depressive Episode). Deshalb müsse davon ausgegangen werden, dass die 

Symptomatik nur vorübergehend stärker gewesen sei. Die von Dr. C.___ beschriebene 

psychotische Symptomatik sei aufgrund der Beschreibung nur fraglich psychotisch; sie 

sei offenbar von niemand anderem beobachtet worden und habe rasch auf eine 

neuroleptische Behandlung angesprochen. Dr. C.___ gehe nicht mehr von seiner 

früheren Diagnose einer wahnhaften Störung/schizophreniformen Psychose aus. Der 

Versicherte selbst habe angegeben, dass er keine Stimmen mehr gehört habe, seit er in 

der Klinik gewesen sei. Es sei nicht plausibel, mit einer rezidivierenden depressiven 

Störung mit meist nur leichten depressiven Episoden eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu begründen. Die neuropsychologische Abklärung habe keine Hinweise auf 

Diskrepanzen, Widersprüche oder eine Simulation aufgezeigt. Deshalb entspreche das 

gemessene neuropsychologische Leistungsprofil dem tatsächlichen Leistungsprofil. 

Ideal adaptiert sei eine überschaubare, klar geregelte, repetitive Erwerbstätigkeit mit 

leicht vermindertem Produktionsdruck. Aus neuropsychologischer Sicht sei die 

Arbeitsfähigkeit um 10 % eingeschränkt. Gesamthaft sei der Versicherte zu 70 % 

arbeitsfähig. Dr. L.___ vom RAD notierte am 3. Oktober 2013 (IV-act. 83), auf diese 

psychiatrisch-neuropsychologische Beurteilung könne vollumfänglich abgestellt 

werden.

A.i Am 21. November 2013 liess der Versicherte einen Bericht von Dr. C.___ und Dr. 

K.___ von der Klinik D.___ vom 20. November 2013 einreichen (IV-act. 89). Darin hatten 

die beiden Ärzte ausgeführt, der Versicherte leide an einer schizoaffektiven Störung, 

gegenwärtig depressiv (F25.1) mit zunehmendem Residuum (F20.51). Im September 

2011 sei es zu einer Zuspitzung der negativen schizophrenen Symptome 

(psychomotorische Verlangsamung, verminderte Aktivität, Affektverflachung, Passivität, 

Initiativmangel, geringe nonverbale Kommunikation durch Gesichtsausdrücke, 

Antriebsminderung, Gewichtszunahme) gekommen. Nach der Entlassung aus der 

psychiatrischen Klinik D.___ im Februar 2012 sei der Versicherte nur mit Antidepressiva 

behandelt worden. Im April 2012 sei es wieder zu wahnhaften Ideen und optischen 

Halluzinationen gekommen. Diese hätten sich nach dem Einsatz von Abilify anfangs 

Mai 2012 reduziert. Die negativen schizophrenen Symptome seien phasenweise bereits 

chronifiziert, einem schizophrenen Residuum entsprechend. Dr. C.___ und Dr. K.___ 

empfahlen, eine Drittmeinung einzuholen. Dr. L.___ notierte am 2. Dezember 2013 (IV-

act. 90), die von Dr. C.___ und Dr. K.___ aufgeführten Diagnosen seien fachlich nicht 

haltbar, denn sie unterstellten einerseits ein Residuum bei einer paranoid-

halluzinatorischen Psychose und andererseits eine schizoaffektive Psychose. Das sei 

nach den ICD-Kriterien gar nicht möglich. Bei der schizoaffektiven Störung gebe es im 

Unterschied zur Schizophrenie kein Residuum und es müsse gleichzeitig (nicht 

nacheinander) mit der schizophrenen Symptomatik entweder eine manische oder eine 

depressive Phase bestehen. Das sei gemäss dem Bericht vom 20. November 2013 

gerade nicht der Fall. Es seien keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt. 

Mit Verfügung vom 3. Dezember 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit der 

Begründung ab, der Invaliditätsgrad betrage lediglich 30 % (IV-act. 91).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B. 

B.a  Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 17. Januar 2014 

Beschwerde erheben (act. G 1) und die Ausrichtung einer ganzen Rente beantragen. 

Der Rechtsvertreter führte zur Begründung der Beschwerde zusammengefasst aus, der 

Beschwerdeführer habe einen Anspruch auf ein medizinisches Gutachten nach Art. 43 

ATSG und auf Leistungen gemäss Art. 14a, 18 und 18a bis c IVG. Da die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) noch keine Eingliederungsmassnahmen evaluiert 

oder gar durchgeführt habe, verletze die angefochtene Verfügung den Art. 16 ATSG 

und sei allein schon deswegen aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, 

die erforderlichen Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Zur Bemessung der 

Arbeitsfähigkeit dürfe nicht auf das Gutachten von Dr. H.___ abgestellt werden, weil 

dieses Gutachten nicht nachvollziehbar sei und weil zahlreiche Indizien gegen dessen 

Zuverlässigkeit sprächen. Dr. H.___ habe alle Kriterien, die für eine schwere Depression 

sprächen, aufgezählt, aber jeweils mit diminuierenden Adjektiven versehen, um so die 

Diagnose einer leichten depressiven Episode stellen zu können. Im 

neuropsychologischen Gutachten sei demgegenüber ausgeführt worden, dass eine 

schwergradige Affektarmut und eine schwergradige Deprimiertheit vorgelegen hätten. 

Der innere Widerspruch zwischen dem neuropsychologischen Teilgutachten und den 

Feststellungen von Dr. H.___ sei unauflösbar. Zudem suche man in der Beurteilung von 

Dr. H.___ vergeblich nach einer Würdigung der sehr belastenden Lebensumstände und 

Ereignisse in der Vita des Beschwerdeführers. Da erhebliche Zweifel an der 

Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. H.___ bestünden, könne nicht auf dessen 

Gutachten abgestellt werden. Das Valideneinkommen betrage mindestens Fr. 81‘900.-- 

(13 x Fr. 6‘300.-- zuzüglich Zulagen). Der von der Beschwerdegegnerin angenommene 

Betrag beruhe auf einem Lohn, der aus gesundheitlichen Gründen bereits vermindert 

gewesen sei. Das Invalideneinkommen dürfe nicht anhand des letzten Lohnes 

bestimmt werden, weil der Beschwerdeführer aufgrund seines neuropsychologischen 

Profils die frühere Tätigkeit nicht mehr ausüben könne. Auszugehen sei von einem 

Einkommen gemäss LSE von Fr. 59‘979.--. Bei einem Tabellenlohnabzug von 10 % 

und einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 % resultiere ein zumutbares 

Invalideneinkommen von Fr. 35‘987.--. Gehe man von einem Valideneinkommen von 

Fr. 86‘633.-- (Durchschnitt Lohn 2007/2008) aus, betrage der Invaliditätsgrad 50 %. Da 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aber im Einklang mit den übrigen ärztlichen Beurteilungen von einer Arbeitsunfähigkeit 

von 100 % auszugehen sei, sei eine ganze Rente zuzusprechen.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. März 2014 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Sie machte sinngemäss geltend, Dr. H.___ habe 

nachvollziehbar dargelegt, warum er die Meinungen der Behandler nicht teile. Zudem 

seien die Berichte behandelnder Ärzte aufgrund der auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Das Valideneinkommen 

sei anhand des 2009 erzielten Lohnes zu bemessen, da dem Beschwerdeführer aus 

wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden sei und da erst anschliessend 

Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden seien. Da die Arbeitsfähigkeit von 70 % für die 

angestammte und jede andere Tätigkeit gelte, könne der Invaliditätsgrad nur 30 % 

betragen. Ein Teilzeitabzug komme nicht in Frage, denn gemäss der 

neuropsychologischen Begutachtung sei dem Beschwerdeführer am angestammten 

und an jedem anderen Arbeitsplatz eine Präsenz von 100 % möglich bei einer 

Leistungsminderung von 10 %, gemäss Dr. H.___ von 30 %.

B.c  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 23. Mai 2014 eine 

Stellungnahme von Dr. C.___ und Dr. K.___ von der Klinik D.___ vom 20. Mai 2014 ein 

(act. G 8.1). Darin hatten die beiden Ärzte zur Haltbarkeit ihrer Diagnose einer 

schizoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv (F25.1), mit zunehmendem Residuum 

(F20.51), folgende Gründe angeführt: Auffallendes Vorhandensein in der bisherigen 

Behandlung festgestellter negativer schizophrener Symptome (psychomotorische 

Verlangsamung, Antriebsminderung, verminderte Aktivität, affektive Verflachung, 

Passivität und Initiativmangel, Verarmung hinsichtlich Menge und Inhalt des 

Gesprochenen, geringe nonverbale Kommunikation wie Gesichtsausdruck, 

Blickkontakt, Modulation der Stimme und Körperhaltung, Vernachlässigung der 

körperfähigen und sozialen Leistungsfähigkeit) und früheres Vorhandensein einer 

weniger eindeutigen psychotischen Episode gemäss dem Austrittsbericht der 

psychiatrischen Klinik J.___ vom 4. Oktober 1996 (stationäre Behandlung wegen einer 

wahnhaften Störung). In der Folge hatten die beiden Ärzte den Inhalt des 

entsprechenden Berichts der psychiatrischen Klinik J.___ wiedergegeben. Sie hatten 

ausserdem auf die Angaben des damals behandelnden Psychiaters verwiesen, der 

dem Beschwerdeführer hoch potente Neuroleptika in einer für eine Schizophrenie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entsprechenden Dosis verschrieben und ausgeführt hatte, beim Beschwerdeführer 

bestehe die typische „doppelte Buchhaltung“ (indem er sich als gesund ausgebe); der 

Beschwerdeführer sei während den akuten psychotischen Phasen jeweils unter 

Vorbringen einer Ausrede nicht in die Sprechstunde des behandelnden Psychiaters 

gekommen. Abschliessend hielten die beiden Ärzte der Klinik D.___ fest, sie hätten nie 

eine manische Entwicklung, sondern immer eine depressive affektive Entwicklung mit 

psychotischen Anteilen beschrieben.

B.d  In seiner Replik vom 3. Juni 2014 (act. G 10) machte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers insbesondere geltend, zwischen der Beurteilung von Dr. H.___ 

(leichte depressive Episode) und den Feststellungen des Neuropsychologen 

(schwergradige Affektarmut, schwergradige Deprimiertheit) bestehe ein 

unüberbrückbarer Widerspruch. Zudem habe Dr. H.___ sämtliche Symptome einer 

schweren Depression bestätigt, aber dann nur eine leichte depressive Erkrankung 

diagnostiziert, was nicht nachvollziehbar sei. Dr. C.___ und Dr. K.___ hätten immer 

wieder darauf hingewiesen, dass die depressive Symptomatik nicht losgelöst von der 

Krankheitsentwicklung (schizophrene Symptome und entsprechende Medikation) 

betrachtet werden könne und dass der Beschwerdeführer immer bemüht gewesen sei, 

seine Krankheit zu verheimlichen. Deshalb könne nicht auf das Gutachten von Dr. 

H.___ abgestellt werden. Zudem habe Dr. H.___ (auch) für die zuletzt ausgeübte 

Erwerbstätigkeit des Schichtführers eine Arbeitsfähigkeit von 70 % angegeben, ohne 

zu wissen, worin diese Tätigkeit bestanden habe. Der Beschwerdeführer habe diese 

Tätigkeit krankheitsbedingt aufgegeben. Als Schichtführer habe er Mitarbeiter führen 

und in Störungsfällen flexibel und adäquat handeln müssen. Deshalb habe er Fr. 

85‘000.-- verdient. Mit einer Tätigkeit, die überschaubar, klar geregelt und repetitiv sei 

und mit einem leicht verminderten Produktionsdruck einhergehe, könne man nicht Fr. 

85‘000.-- verdienen. Mit einer Arbeitsfähigkeit von 70 % könnte der Beschwerdeführer 

schon aus organisatorischen Gründen gar nicht mehr als Schichtführer tätig sein. 

Deshalb könne das zumutbare Invalideneinkommen nicht ausgehend vom zuletzt 

erzielten Lohn ermittelt werden.

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 13. Juni 2014 auf eine Duplik (act. G 12).

B.f  Der Rechtsvertreter teilte dem Gericht am 8. Februar 2016 mit, dass er den 

Beschwerdeführer nicht mehr vertrete (act. G 15).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1. 

Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen oder verbessern können (lit. a), die 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und die nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG regelt den Grundsatz der 

„Eingliederung vor Rente“ (vgl. etwa U. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. A., 

Vorbemerkungen N 81 ff.). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG 

vor, wenn die versicherte Person trotz einer zumutbaren Behandlung und Eingliederung 

nicht mehr jene Erwerbsmöglichkeiten erlangt, über die sie vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung verfügt hat. Der Einkommensvergleich zur Ermittlung des 

Erwerbsunfähigkeitsgrades – und damit des Invaliditätsgrades (Art. 8 Abs. 1 ATSG) – 

kann also erst erfolgen, wenn sich die versicherte Person den einen 

Eingliederungserfolg versprechenden, zumutbaren medizinischen und beruflichen 

Massnahmen unterzogen hat. Eine die Erwerbsmöglichkeiten beeinträchtigende und 

damit den Grundsatz der „Eingliederung vor Rente“ aktivierende 

Gesundheitsbeeinträchtigung liegt vor, wenn die versicherte Person in der bisherigen 

(und in der ohne Eingliederung noch in Frage kommenden) Berufstätigkeit ganz oder 

teilweise unfähig ist, zumutbare Arbeit zu leisten, wenn sie also gemäss Art. 6 ATSG 

arbeitsunfähig ist. Der Beschwerdeführer ist als Hilfsarbeiter zu qualifizieren, da er die 

in seinem Herkunftsland erworbenen beruflichen Kenntnisse nie verwertet und in der 

Schweiz immer nur als Hilfsarbeiter, wenn auch in einer führenden und 

verantwortungsvollen Position, tätig gewesen ist. Er könnte also dem Grundsatz der 

„Eingliederung vor Rente“ allenfalls bereits dadurch gerecht werden, dass er eine 

seiner Gesundheitsbeeinträchtigung angepasste Hilfsarbeit annehmen würde, mit der 

er seinen Arbeitsfähigkeitsgrad und damit allenfalls seine Erwerbsmöglichkeiten 

verbessern würde. Zur Prüfung der Eingliederungsmöglichkeiten muss deshalb die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Erwerbstätigkeit und in einer 

behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit ermittelt werden. Diese Arbeitsfähigkeit ist 

auch relevant für die zweite Voraussetzung eines allfälligen Anspruchs auf eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Invalidenrente, nämlich die Erfüllung des sogenannten Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b 

IVG). Und schliesslich bildet die Arbeitsfähigkeit (in der bisherigen und in einer der 

Gesundheitsbeeinträchtigung bestmöglich Rechnung tragenden Erwerbstätigkeit) auch 

ein wichtiges Element der Invaliditätsbemessung (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG i.V.m. Art. 16 

ATSG), denn von ihr (und dem verbliebenen Einkommenspotential, der sogenannten 

Invalidenkarriere) hängt ab, wie hoch das zumutbare Invalideneinkommen ist bzw. um 

wieviel es unter dem (fiktiven) Valideneinkommen liegt, das die versicherte Person 

erzielen könnte, wenn sie gesund wäre. Diese weitreichende Bedeutung der 

Arbeitsfähigkeit lässt es als sinnvoll erscheinen, die Akten in einem ersten Schritt 

darauf zu prüfen, ob sie einen bestimmten Arbeitsfähigkeitsgrad (in einer von der 

Gesundheitsbeeinträchtigung wenig − oder im besten Fall gar nicht − beeinträchtigten 

Erwerbstätigkeit) mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu belegen vermögen.

2. 

2.1  Die vorhandenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen liegen aussergewöhnlich weit 

auseinander. Während der psychiatrische Gutachter Dr. H.___ eine Arbeitsfähigkeit von 

70 % angegeben hat, sind die behandelnden Psychiater Dr. C.___ und Dr. K.___ von 

der Klinik D.___ davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer auf dem freien 

Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig sei. Die Ursache für diese Diskrepanz liegt darin, 

dass Dr. H.___ die Diagnose einer leichten depressiven Episode resp. Störung 

(Verlaufsgutachten) gestellt hat, während Dr. C.___ und Dr. K.___ eine sehr viel 

schwerere Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers 

angenommen haben. Sie haben am 22. Dezember 2010 (vgl. IV-act. 31-9) eine 

wahnhafte Störung mit religiösem Wahn und eine schizophreniforme Psychose 

(depressiver Typ mit zunehmendem Residuum) angegeben. Am 6. April 2011 hat Dr. 

C.___ von einer schizophreniformen Psychose mit zunehmendem Residuum vom 

depressiven Typ (mit den Symptomen psychotische Ängste, verminderte Belastbarkeit, 

stark eingeschränktes Leistungs- und Durchhaltevermögen, eingeschränkte geistige 

Flexibilität) berichtet (vgl. IV-act. 26). Am 27. Juli 2012 haben Dr. C.___ und Dr. K.___ 

folgende Diagnose angegeben (vgl. IV-act. 66): Rezidivierende depressive Störung mit 

intermittierenden religiösen Wahnideen im Rahmen der schweren depressiven 

Episoden (mit den Symptomen Antriebsmangel, reduzierte geistige Flexibilität, niedrige 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stresstoleranz und Belastbarkeit, eingeschränkte Ausdauer, Konzentrationsstörungen 

und Störung der Affektkontrolle). Am 20. November 2013 (vgl. IV-act. 89) und am 20. 

Mai 2014 (vgl. act. G 8.1) hat die Diagnose gemäss den Angaben von Dr. C.___ und Dr. 

K.___ folgendermassen gelautet: Schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv mit 

zunehmendem Residuum. Die besondere Qualität der von Dr. C.___ und Dr. K.___ im 

Lauf der Jahre angegeben, immer wieder veränderten Diagnosen, nämlich die 

wahnhafte Komponente, dürfte auf den Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik E.___ 

(vgl. IV-act. 30-2) vom 4. Oktober 1996 zurückzuführen sein, in dem festgehalten 

worden war, der Beschwerdeführer habe angegeben, er höre häufig Klopfgeräusche 

und er fühle sich von einem (vom Teufel geschickten) Geistheiler auf eine böse Art und 

Weise beeinflusst; nach der Einnahme neuroleptischer und antidepressiver 

Medikamente habe sich sein Zustand dann aber vollständig normalisiert. Gegenüber 

Dr. C.___ und Dr. K.___ hat der Beschwerdeführer dann ab Herbst 2010 ein ganz 

anderes Erleben geschildert, nämlich dass er im Dunkel ein weisses Licht wie etwas 

Heiliges sehe (vgl. IV-act. 66-3) bzw. dass er ein „geistiges“ Licht sehe, das seine Seele 

vom Körper wegnehme und dann wieder bringe, wobei ein besonderes Gefühl in der 

Brust und im ganzen Körper auftrete (vgl. IV-act. 89). Dass der Beschwerdeführer 

tatsächlich geglaubt hat, Klopfgeräusche zu hören, von einem bösen Geistheiler 

negativ beeinflusst zu werden, ein weisses Licht zu sehen oder seine Seele diesem 

Licht für eine kurze Zeit hergeben zu müssen, lässt sich – trotz des augenscheinlichen 

Erfolgs der Einnahme eines Neuroleptikums und eines Antidepressivums im Jahr 1996 

– naturgemäss nicht belegen. Es gibt nur die entsprechenden Aussagen des 

Beschwerdeführers, die allerdings in den späteren medizinischen Berichten nur sehr 

rudimentär wiedergegeben worden sind. Zudem fehlt jeder Hinweis darauf, dass Dr. 

C.___ und Dr. K.___ sich darüber Gedanken gemacht hätten, ob der Beschwerdeführer 

tatsächlich glaubte, was er ihnen und anderen Ärzten angab, oder ob er nur 

„Geschichten“ erzählte, um sie dazu zu bringen, den geklagten schlechten 

psychischen Gesundheitszustand als real zu akzeptieren. Selbst wenn der 

Beschwerdeführer Dr. C.___ und Dr. K.___ nur erzählt haben sollte, was er effektiv 

glaubte, erlebt zu haben, könnte aus diesen psychotischen Erlebnissen nicht ohne 

weiteres auf das Vorliegen einer schizophreniformen oder schizoaffektiven 

Beeinträchtigung geschlossen werden. Auch eine Depression kann nämlich, wie Dr. 

H.___ überzeugend dargelegt hat, derartige psychotische Erlebnisse auslösen. Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Exploration durch Dr. H.___, aber auch die Untersuchungen und Beobachtungen durch 

die Ärzte der psychiatrischen Klinik J.___ während des stationären Aufenthalts des 

Beschwerdeführers vom 6. Dezember 2011 bis 2. Februar 2012 (vgl. IV-act. 58), haben 

keine Anzeichen für psychotische Erlebnisse zu Tage gefördert. Die Angaben von Dr. 

C.___ und Dr. K.___ zur Diagnose und damit zur Arbeitsfähigkeit vermögen deshalb 

nicht zu überzeugen. Es steht also nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, 

dass der Beschwerdeführer an einer schizoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv 

mit zunehmendem Residuum (bzw. an einer der früher von diesen beiden Ärzten 

angegebenen Diagnosen) leidet. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der behandelnden 

Psychiater kann demzufolge nicht abgestellt werden. Allerdings überzeugt auch die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H.___ nicht. Erstens hat er nicht begründet, 

weshalb die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wegen der leichten depressiven 

Störung in jeglicher in Frage kommenden Tätigkeit um 30 % eingeschränkt sein soll. 

Zweitens ist es aus der Sicht eines medizinischen Laien nicht nachvollziehbar, weshalb 

eine leichte Depression in einer adaptierten Hilfsarbeit, die insbesondere keine hohen 

Anforderungen an die Konzentration und die Belastbarkeit stellt (z.B. repetitive Tätigkeit 

ohne Zeitdruck und ohne Verantwortung), eine doch erhebliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 30 % zur Folge haben sollte. Drittens divergieren die von Dr. H.___ 

bei der Verlaufsbegutachtung erhobenen Befunde mit jenen des neuropsychologischen 

Gutachters Dr. phil. M.___. Während die Grundstimmung gemäss Dr. H.___ nur etwas 

zum depressiven Pol hin verschoben und die affektive Modulationsfähigkeit nur etwas 

eingeschränkt gewesen sei (IV-act. 82-22), hat der neuropsychologische Gutachter 

eine schwergradige Affektarmut und eine schwergradige Deprimiertheit festgestellt (IV-

act. 82-41). Viertens scheinen der psychiatrische wie auch der neuropsychologische 

Gutachter davon auszugehen, dass die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers 

eine einfache Hilfsarbeit gewesen ist ("Maschinenbediener"). An keiner Stelle wird 

erwähnt, dass der Beschwerdeführer zuletzt als Schichtführer eine verantwortungsvolle 

Leitungsfunktion ausgeübt hat. Eine Leitungsfunktion ist dem Beschwerdeführer 

gemäss dem neuropsychologischen Gutachter jedoch gerade nicht mehr zumutbar. In 

Frage kommt eine einfache, eindeutig vorgeplante, repetitive Tätigkeit ohne hohen 

Produktionsdruck und mit eindeutigen Handlungsanweisungen. Diese 

Adaptionskriterien treffen auf die Tätigkeit als Schichtführer offensichtlich nicht zu. Dr. 

H.___ hat angegeben, dass dem Beschwerdeführer jede in Frage kommende Tätigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu 70 % zumutbar sei. Er ist also offensichtlich davon ausgegangen, dass der 

Beschwerdeführer auch in seiner angestammten Tätigkeit noch zu 70 % arbeitsfähig 

ist. Das Gutachten von Dr. H.___ erweist sich somit in Bezug auf die angestammte 

Tätigkeit resp. die Adaptionskriterien als widersprüchlich. Aus den genannten Gründen 

kann auch auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H.___ nicht abgestellt werden. Da 

keine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung im Recht liegt, ist eine psychiatrische 

Neubegutachtung − und nicht nur eine Verlaufsbegutachtung − notwendig. 

Selbstverständlich hat die Begutachtung nicht durch den Vorgutachter Dr. H.___ zu 

erfolgen. Das psychiatrische Gutachten wird insbesondere Auskunft über den Verlauf 

der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Schichtführer/Induktionshärter 

sowie in einer adaptierten Tätigkeit ab Oktober 2010 (geltend gemachter Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit) geben müssen.

2.2  Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin oder das Gericht die psychiatrische 

Neubegutachtung in Auftrag geben muss, d.h. ob die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder ein Gerichtsgutachten zu veranlassen ist. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung holt ein kantonales 

Versicherungsgericht in der Regel dann ein Gerichtsgutachten ein, wenn es im Rahmen 

der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer 

Sachverhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt 

werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht 

beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es 

darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. 

Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn 

allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen 

erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 8C_633/2014 

E. 3.2; BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Im vorliegenden Fall liegt ein nicht beweiskräftiges 

psychiatrisches Administrativgutachten (mit Verlaufsgutachten) im Recht. Gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung müsste in diesem Fall ein Gerichtsgutachten 

eingeholt werden. Die bundesgerichtliche Praxis vermag jedoch nicht zu überzeugen: 

Die IV-Stellen sind gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG verpflichtet, die notwendigen 

Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Sie haben somit u.a. den medizinischen 

Sachverhalt soweit abzuklären, dass die Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in 

psychiatrischer Hinsicht nur ungenügend abgeklärt. Würde das Versicherungsgericht 

nun ein Gerichtsgutachten in Auftrag geben, würde es die der Beschwerdegegnerin 

obliegende Aufgabe der Sachverhaltsermittlung „übernehmen“. Dies wäre 

gesetzwidrig, da der Gesetzgeber diese Aufgabe, d.h. die rechtsgenügliche Ermittlung 

des Sachverhalts, der Beschwerdegegnerin zugewiesen hat. Eine solche 

Rechtsverletzung kann durch die vom Bundesgericht angeführten Vorteile von 

Gerichtsgutachten, namentlich der Straffung des Gesamtverfahrens und der 

beschleunigten Rechtsgewährung (siehe (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.2), nicht „geheilt“ 

werden. Zu beachten ist auch, dass einer versicherten Person durch die Einholung 

eines Gerichtsgutachtens die Möglichkeit genommen wird, den Rentenentscheid von 

zwei Instanzen überprüfen zu lassen. Dies ist insbesondere auch deshalb 

problematisch, weil das Bundesgericht nur über eine eingeschränkte Kognition verfügt, 

d.h. es kann den vom kantonalen Versicherungsgericht festgestellten Sachverhalt nur 

eingeschränkt überprüfen (siehe Art. 97 des Bundesgerichtsgesetzes, SR 173.110). Die 

Einholung eines Gerichtsgutachtens ist deshalb nur in jenen Fällen angezeigt, in denen 

die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt zwar rechtsgenüglich abgeklärt hat, für die 

rechtliche Würdigung aber trotzdem die Einholung eines weiteren Gutachtens 

notwendig ist, namentlich weil zwei (oder mehr) überzeugende, sich jedoch 

widersprechende Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Recht liegen. Die psychiatrische 

Neubegutachtung ist demnach durch die Beschwerdegegnerin in Auftrag zu geben.

2.3  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung wegen 

der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 ATSG aufzuheben 

und die Sache ist zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3. 

3.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V 

215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

3.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 

963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Beschwerdeführer ist bis zum 

Abschluss des Schriftenwechsels rechtlich vertreten gewesen. Sein damaliger 

Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. In einem Fall mit mittlerem Aufwand 

und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 

3'500.-- ausgerichtet. Da es sich um einen solchen Fall handelt, hat die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 3. 

Dezember 2013 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur 

anschliessenden Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2016
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Weder die Arbeitsfähigkeitsschätzung der behandelnden Ärzte noch jene des psychiatrischen Gutachters überzeugt. Rückweisung der Sache zur erneuten psychiatrischen Begutachtung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. November 2016, IV 2014/38).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:49:04+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen