# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc92fc89-1d2a-54d8-8076-a07f5c9e6315
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.05.2016 IV 2014/97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-97_2016-05-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/97

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.10.2019

Entscheiddatum: 30.05.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 30.05.2016
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Gerichtsgutachten. Bestimmung der 
Vergleichseinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 30. Mai 2016, IV 2014/97).

Besetzung

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen

Miriam Lendfers und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2014/97

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1, 9000 St. 

Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.a  A.___ erlitt am 23. Oktober 2002 einen Unfall und verletzte sich an der rechten 

Schulter (Partialläsion der Supraspinatussehne). Am 25. November 2004 verletzte sich 

die Versicherte an ihrem linken Kleinfinger (Strecksehnenausriss). Aufgrund der 

verbliebenen Schulterbeschwerden sprach die Suva der Versicherten mit Verfügung 

vom 4. September 2007 ab 1. Juli 2007 eine Invalidenrente entsprechend einer 

22%igen Erwerbsunfähigkeit sowie eine 5%ige Integritätsentschädigung zu (vgl. 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 11. März 2009, IV 2008/183, lit. A, IV-

act. 63). Am 21. August 2007 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 1). In den Verfügungen vom 7. März 2008 wies die IV-Stelle das 

Begehren um berufliche Massnahmen (IV-act. 44) und Rentenleistungen (IV-act. 45) ab, 

da die Versicherte gemäss Einschätzung des RAD (Stellungnahme vom 6. März 2008, 

IV-act. 43) über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

verfüge. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 18. April 2008 (IV-act. 51) hiess das 

Versicherungsgericht teilweise gut. Es hob die angefochtenen Verfügungen auf und 

wies die Sache zur weiteren Abklärung (Begutachtung zur Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten in einer leidensangepassten Tätigkeit) und neuen Verfügung an die IV-

Stelle zurück (Entscheid vom 11. März 2009, IV 2008/183, IV-act. 63).

A.b  Der behandelnde Dr. med. B.___, Arzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, 

berichtete im "hausärztlichen Gutachten" vom 5. Oktober 2009, die Versicherte leide an 

folgenden arbeitsrelevanten Diagnosen: Zustand nach arthroskopischem Impingement 

OP rechte Schulter sowie offener Bandplastik nach Rotatorenmanschettenriss und 

Revision im AC-Gelenk rechte Schulter; posttraumatisches Impingement linke Schulter; 

chronisch vertebragenes Schmerzsyndrom bei Beckenschiefstand; chronifizierte 

Epicondylitis radialis humeri links ("sin"); rezidivierende Epicondylitis radialis humeri 

rechts ("dext"); Zustand nach dreimaligen Beinvenenthrombosen; 

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Streckaponeurosenabriss linker Kleinfinger - Korrekturversuch - Malletfinger; 

Osteoporose mit Zustand nach osteoporotischen Rippenfrakturen rechts, zweimaligen 

Zehenfrakturen und Steissbeinfraktur; akut symptomatisches Mittelfingerganglion links. 

Die Gesamtarbeitsbelastung bei einer leidensangepassten Tätigkeit solle 50% nicht 

überschreiten. Da es sich bei der derzeitig ausgeübten Tätigkeit als 

Hotelfachassistentin im C.___ (Anstellung seit 26. Mai 2008 mit einem 40%igen 

Beschäftigungsgrad, IV-act. 54) nicht um eine leidensangepasste Arbeit handle, sollte 

die aktuelle Arbeitszeitbelastung von 40% nicht überschritten, sondern eher nochmals 

um 5% reduziert werden (IV-act. 84).

A.c  Am 16. und 18. November 2009 wurde die Versicherte in der MEDAS Ostschweiz 

polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, psychiatrisch) untersucht. Im Gutachten 

vom 12. Februar 2010 stellten die Experten mit Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit ein Impingement Schulter beidseits, ein belastungsabhängiges 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom (Spondylose L3/4), ein retropatelläres 

Schmerzsyndrom rechts mehr als links, eine leichte Ansatztendinopathie Extensoren 

Ellbogen beidseits, eine Strecksehneninsuffizienz Digitus V links nach Reinsertion 

sowie einen vordiagnostizierten Status nach Unterschenkelvenenthrombose rechts 

2003, links 2004 und Thrombose der V. fibularis rechts Juni 2006 fest. Die 

angestammte Tätigkeit als Flight Attendant sei nicht mehr ausübbar. Auch für die 

aktuell ausgeübte Tätigkeit als Hotelfachangestellte bestehe eine Arbeitsunfähigkeit. 

Für leidensangepasste Tätigkeiten sei "von einer vollschichtigen Tätigkeit auszugehen 

ohne wesentliche quantitative Einschränkung. Allenfalls ist dabei eine zeitliche 

Einschränkung von ca. 10% infolge erforderlicher Wechselhaltung und erschwertem 

Tastaturschreiben zu berücksichtigen" (IV-act. 90). RAD-Arzt D.___, Facharzt für 

Arbeitsmedizin, führte gestützt auf die gutachterliche Beurteilung aus, in angepasster 

Tätigkeit (z.B. Büro) bestehe eine 90%ige Arbeitsfähigkeit. Die Tätigkeit als 

Flugbegleiterin sei nicht mehr zumutbar. Die jetzige Tätigkeit im Hotelfach sei aus 

orthopädischer Sicht nicht leidensangepasst. Dementsprechend könne in diesem 

Bereich nur eine Arbeitsfähigkeit von etwa 50% angenommen werden (Stellungnahme 

vom 25. Juni 2010, IV-act. 91).

A.d  Mit Vorbescheiden vom 23. März 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, das Begehren um Rente (IV-act. 112) und berufliche Massnahmen (IV-

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act. 114) abzuweisen. Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädie und orthopädische 

Chirurgie, berichtete am 10. April 2012, im Nachgang zur Operation eines 

Carpaltunnelsyndroms vom 4. November 2011 sei es zu einem verzögerten 

Heilungsverlauf im Sinn eines Morbus Sudeck gekommen. Anlässlich der 

Untersuchung vom 2. April 2012 hätten sich nach wie vor Hinweise auf einen abortiven 

Morbus Sudeck mit deutlich reduzierter Belastbarkeit der Hand gezeigt. Tätigkeiten, 

die Anforderungen an das feinmanipulative Handgeschick stellen würden, seien der 

Versicherten nicht möglich. Die Griffstärke, insbesondere des Daumens, sei reduziert, 

die Handkraft herabgesetzt. Insbesondere repetitive Bewegungsabläufe könnten zu 

Schmerzen führen. Insgesamt bestehe eine deutliche Funktionseinschränkung der 

linken Hand (IV-act. 115-25). Gegen den Vorbescheid betreffend Rente erhob die 

Versicherte am 15. Mai 2012 Einwand und beantragte die Vornahme weiterer 

Abklärungen (IV-act. 115-1 ff.). Am 22. Mai 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung 

des Gesuchs um berufliche Massnahmen (IV-act. 117).

A.e  Im auf Empfehlung des RAD-Arztes D.___ (Stellungnahme vom 18. Juli 2012, IV-

act. 129) von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 16. Oktober 2012 gab Dr. B.___ an, 

aufgrund der Beeinträchtigung durch den Morbus Sudeck im Handgelenk sei die 

Tätigkeit als Hotelfachangestellte nicht mehr durchführbar. Hinsichtlich der für eine 

leidensangepasste Tätigkeit bestehenden Arbeitsfähigkeit verwies er auf das 

hausärztliche Gutachten vom 5. Oktober 2009 (IV-act. 134).

A.f Zur Beurteilung des Gesundheitsverlaufs wurde die Versicherte am 12. und 

13. März 2013 in der MEDAS Ostschweiz erneut polydisziplinär (internistisch, 

neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch) untersucht. Im Verlaufsgutachten vom 

17. Juni 2013 berichteten die Experten, die Versicherte leide mit Einschränkung der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit an einem Verdacht auf Reruptur der Supraspinatussehne, 

einem chronischen belastungsabhängigen Lumbovertebralsyndrom, einer 

intramedialen Instabilität des rechten Kniegelenks und einer Strecksehneninsuffizienz 

Dig. V links. Die angestammte Tätigkeit sei jene einer Flight Attendant. Ob die 

fliegerärztliche Beurteilung vom 22. Mai 2007 noch zutreffend sei, worin die Versicherte 

als fluguntauglich erklärt worden sei wegen eines "major bleedings" unter 

Antikoagulation, müsste durch eine erneute fliegerärztliche Beurteilung beantwortet 

werden, nachdem eine Hyperkoagulabilität später nicht mehr bestätigt worden sei. Für 

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die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hotelfachangestellte bestehe aus polydisziplinärer 

Sicht eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Beginn der Einschränkung in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit sei auf den 4. November 2011 zu datieren. Dies werde damit 

begründet, dass mit der Durchführung der Operation des Carpaltunnelsyndroms eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt werde, obwohl aus heutiger Sicht keine Folgen 

aus erfolgter Operation objektiv festzustellen seien. Die aktuelle Einschränkung bestehe 

aufgrund der vermuteten Reruptur der Rotatorenmanschette, der vorderen Instabilität 

des rechten Knies sowie aufgrund des chronischen lumbovertebralen 

Schmerzsyndroms, die zu einer Veränderung der Gesundheitslage geführt hätten. Der 

genaue Beginn sei jedoch retrospektiv schwer festzulegen. Für eine leidensangepasste 

Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 143). RAD-Arzt D.___ hielt das 

Verlaufsgutachten für beweiskräftig. Ob die Tätigkeit als Hotelfachfrau nun 

abschliessend als angepasst angesehen werden könne oder nicht, sei unklar und wäre 

im konkreten Fall gegebenenfalls von Berufsfachleuten zu beurteilen. Im 

Verlaufsgutachten werde dies orthopädischerseits bejaht, im Erstgutachten verneint 

(IV-act. 144).

A.g  Im Rahmen einer zweiten Anhörung (worin an der angekündigten Abweisung des 

Rentengesuchs festgehalten wurde, IV-act. 145) nahm die Versicherte am 

13. September 2013 Stellung zu den von der IV-Stelle seit dem Einwand vom 15. Mai 

2012 eingeholten medizinischen Akten. Für den Zeitraum vom 4. November 2011 bis 

zur Vorlage des Verlaufsgutachtens vom 17. Juni 2013 seien die Voraussetzungen für 

den Bezug einer (ganzen) Rente erfüllt. Was den übrigen Zeitraum betreffe, so ergebe 

sich aus dem Verlaufsgutachten keine verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. 

Selbst wenn hierfür auf die für leidensangepasste Tätigkeiten gutachterlich 

bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit abgestellt würde, resultiere ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 47%. Sie habe somit seit dem 

Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit von 80% Anspruch auf eine Viertelsrente (IV-

act. 147). RAD-Arzt D.___ führte zu den Vorbringen der Versicherten aus, hinsichtlich 

der Dauer der Arbeitsunfähigkeit, die nach der erfolgten Operation und verzögerten 

Heilung von den behandelnden Ärzten bescheinigt worden sei, müsse ihr zugestimmt 

werden, dass ab dem 4. November 2011 (Operationstag) bis zum 16. Oktober 2012 

eine volle Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bescheinigt worden sei 

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(Stellungnahme vom 16. Dezember 2013, IV-act. 156). Am 14. Januar 2014 verfügte die 

IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 157).

B.

B.a  Gegen die Verfügung vom 14. Januar 2014 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 14. Februar 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihr bis und mit Oktober 

2011 eine Viertelsrente, ab dann eine ganze Rente bis und mit März 2014 sowie ab 

dann eine halbe Rente zuzusprechen (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2014 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Verfügung und 

die zweite Anhörung (act. G 4).

B.c  Mit Schreiben vom 3. Juni 2014 teilt die Beschwerdeführerin den Verzicht auf eine 

Replik mit (act. G 6).

B.d  Am 24. September 2014 gelangt die Präsidentin, nachdem sie zuvor den Parteien 

Gelegenheit für ergänzende Fragen eingeräumt hat (act. G 8), worauf diese verzichtet 

haben, mit verschiedenen Fragen betreffend die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin an die MEDAS Ostschweiz (act. G 10). Die orthopädische 

Gutachterin hat am 7. Oktober 2014 Stellung genommen (act. G 11). Die Parteien 

haben sich hierzu je am 10. November 2014 (act. G 13 mit RAD-Stellungnahme vom 

7. November 2014 und act. G 14) vernehmen lassen.

B.e  Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs (act. G 17; die Beschwerdegegnerin 

verzichtete auf eine Stellungnahme; zur Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 

13. Februar 2015 siehe act. G 20) beauftragte das Gericht die MEDAS asim 

Begutachtung Universitätsspital Basel am 18. Februar 2015 mit einer orthopädischen 

Begutachtung der Beschwerdeführerin (act. G 22). Am 16. Juli 2015 wurde die 

Beschwerdeführerin von den Dres. F.___, Assistenzarzt Orthopädie, und G.___, 

Fachärztin FMH Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zertifizierte 

medizinische Gutachterin SIM, untersucht. Sie diagnostizierten mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit: chronische Schulterschmerzen rechts; einen Verlust der aktiven 

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Extensionsfähigkeit im DIP-Gelenk Dig V links; ein chronisches therapieresistentes 

zervikodorsales und dorsolumbales Schmerzsyndrom; eine Retropatellararthrose im 

rechten Knie; persistierende Schmerzen im Handgelenk und in der Handinnenfläche 

sowie ein subjektive Sensibilitätsstörung an der Handinnenfläche links. Die 

angestammte Tätigkeit als Flight Attendant sowie auch die letzte Tätigkeit als 

Hotelfachassistentin seien der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Für eine 

leidensangepasste Tätigkeit verfüge die Beschwerdeführerin über eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit. Die angestammte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin seit der 

Schulterverletzung (23. Oktober 2002) nicht mehr zumutbar (Gerichtsgutachten vom 

16. Oktober 2015, act. G 30). Die Parteien halten das Gerichtsgutachten für 

beweiskräftig (Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 5. November 2015, act. 

G 32; siehe auch die RAD-Stellungnahme vom 4. November 2015, act. G 32.1; 

Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 9. November 2015, act. G 33).

B.f Auf Nachfrage des Versicherungsgerichts vom 13. November 2015 (act. G 35) 

nahmen Dres. G.___ und F.___ eine ausführliche Beurteilung des retrospektiven 

Verlaufs der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor. Sie gaben u.a. an, dass vom 

"31.06.2006" bzw. vom 31. Januar 2006 bis 4. November 2011 eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bestanden habe (bei der Angabe 

"31.06.2006" handelt es sich um einen Verschrieb, wie der Hinweis auf die 

vorangehende Zeile zeigt). Danach habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche 

Tätigkeit bis zur MEDAS-Begutachtung vom 12./13. März 2013 bestanden. Für die Zeit 

danach bescheinigten sie eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten (Stellungnahme vom 29. Februar 2016, act. G 36). Die Beschwerdegegnerin 

hat auf eine Stellungnahme verzichtet (act. G 38). Die Beschwerdeführerin bringt am 

2. Mai 2016 vor, für die Zeit vor November 2011 sei von einer 10%igen 

Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 41).

Erwägungen

1. 

Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten und 

nachfolgend zu prüfen. Zu den massgebenden rechtlichen Grundlagen kann auf die 

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Erwägungen im Entscheid vom 11. März 2009, IV 2008/183 (E. 2.2 ff.; IV-act. 63-9 f.), 

verwiesen werden. Ergänzend ist mit Blick auf Gerichtsgutachten anzuführen, dass das 

Gericht „nicht ohne zwingende Gründe“ von den Einschätzungen der medizinischen 

Experten abweicht. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat 

diesbezüglich erwogen, der Meinung der von einem Gericht ernannten Experten 

komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 

469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).

1.1 Bei der Würdigung der gerichtsgutachterlichen Beurteilung fällt ins Gewicht, dass 

sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend 

ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert. Abweichungen von 

den Vorakten wurden eingehend und nachvollziehbar begründet. Die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wurden umfassend berücksichtigt und 

gewürdigt. Die bescheinigten Arbeitsfähigkeiten leuchten in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 

Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden wären. Die Parteien bringen sodann nichts vor, was Zweifel am 

Gerichtsgutachten entstehen liesse. Betreffend die Zeit vor November 2011 wendet die 

Beschwerdeführerin zwar ein, gestützt auf die Beurteilung der Gutachter der MEDAS 

Ostschweiz sei aufgrund der Verletzung des Kleinfingers bzw. der dadurch 

verursachten qualitativen Einschränkung von einer 10%igen Arbeitsunfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 41). Die asim-Gutachter massen 

dieser Beeinträchtigung (lediglich aber immerhin) eine qualitative Auswirkung auf das 

Zumutbarkeitsprofil aus. Eine zusätzliche quantitative Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit in einer dem Fingerleiden angepassten Tätigkeit verneinten sie mit 

schlüssiger Begründung (act. G 30, S. 20 f., und act. G 36, S. 2 f.). Ein Mangel an der 

Einschätzung der asim-Gutachter ist nicht erkennbar. Es besteht damit auch für die 

Zeit vor November 2011 kein Anlass, von der von den asim-Gutachtern 

vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen.

1.2 Bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten ist gestützt auf die Beurteilung der 

Gerichtsgutachter für den rentenrelevanten Zeitraum von folgenden Arbeitsfähigkeiten/

Arbeitsunfähigkeiten auszugehen: 100%ige Arbeitsfähigkeit vom 31. Januar 2006 bis 

4. November 2011; 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 5. November 2011 bis 

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12/13. März 2013 (Zeitpunkt Verlaufsbegutachtung MEDAS Ostschweiz; IV-act. 143); 

50%ige Arbeitsfähigkeit für die Zeit danach (act. G 36, S. 1). Die angestammte Tätigkeit 

als Flight Attendant ist der Beschwerdeführerin seit 23. Oktober 2002 nicht mehr 

zumutbar (act. G 30, S. 20 und S. 22, und act. G 36, S. 2).

2. 

Zu prüfen verbleibt die Höhe des Invaliditätsgrads.

2.1 Hinsichtlich der Höhe des Valideneinkommens kann offen bleiben, ob auf den von 

der Beschwerdeführerin mit Hinweis auf die Festlegung des Unfallversicherers für das 

Jahr 2008 geltend gemachten Betrag von Fr. 66'218.-- (act. G 1, Rz 18) oder auf den 

von der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2007 berücksichtigten Betrag von 

Fr. 60‘976.-- (IV-act. 157-2: Hochrechnung Einkommen gemäss Angaben Suva von 

2002 per 2007; angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2008 von + 1,8%: 

Fr. 62‘074.--) abzustellen ist. Denn in beiden Fällen resultieren identische 

Rentenansprüche.

2.2 Was das Invalideneinkommen anbelangt, so ist zwischen den Parteien zu Recht 

unbestritten geblieben (vgl. act. G 1, Rz 19, und IV-act. 157), dass hierfür auf den 

statistischen Hilfsarbeiterinnenlohn abzustellen ist. Dieser hat im Jahr 2008 

Fr. 51'368.-- betragen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2012).

2.3 Zu prüfen ist damit noch, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang ein 

Tabellenlohnabzug bei der Bestimmung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen 

ist.

2.3.1 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 

weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

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Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).

2.3.2 Die Beschwerdeführerin erachtet aufgrund der leidensbedingten Einschränkung 

sowie ihres Alters einen Abzug von 20% für gerechtfertigt (act. G 1, Rz 22, und G 33, 

S. 2). Die Beschwerdegegnerin sieht keinen Anlass für einen Abzug (IV-act. 157-2).

2.3.3 Die Beschwerdeführerin, Jahrgang 1956 (IV-act. 1), war im Zeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2014 bereits 57-jährig. Allerdings verblieben 

ihr in diesem Zeitpunkt immerhin noch knapp 7 Jahre bis zum Erreichen des 

ordentlichen Rentenalters. Die mit dem fortgeschrittenen Alter einhergehenden 

Lohnnachteile sind daher zu bejahen, allerdings nicht in sehr ausgeprägter Weise. Die 

gemäss Beurteilung der asim-Experten für eine leidensangepasste Tätigkeit zu 

beachtenden Anforderungen beinhalten „eine Vielzahl“ von zu berücksichtigenden 

Faktoren (act. G 30, S. 22: Zumutbar wäre eine mehrheitlich sitzende, 

wechselbelastende Arbeit, welche mehrheitlich auf Tischniveau zu verrichten sei, 

lediglich einhändig [rechts] feinmotorische Anforderungen stelle. Das Heben und 

Tragen schwerer Lasten, Überkopfarbeiten sowie repetitives Treppen-/Leiternsteigen 

seien nicht zumutbar. Beidhändiges Tastaturschreiben sei nur zu einem kleinen Anteil 

möglich und mit einem zeitlichen Mehraufwand verbunden). Dadurch wird das der 

Beschwerdeführerin noch offenstehende Spektrum an zumutbaren Tätigkeiten 

eingeschränkt. Als leidensangepasste Tätigkeiten nannten die asim-Experten leichtere 

Kontroll- oder eine leichte, abwechslungsreiche Bürotätigkeit, welche die Möglichkeit 

zur freien Wahl der Position lasse (act. G 30, S. 22). Insgesamt erscheint ein 

Tabellenlohnabzug von (höchstens) 15% angemessen, zumal die Beschwerdeführerin 

trotz der nunmehr längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt über ein erhebliches 

Potenzial für die genannten leidensangepassten Tätigkeiten verfügt ("sozial, sprachlich 

und kommunikativ gewandte Frau", IV-act. 143-40).

2.3.4 Unter Berücksichtigung eines 15%igen Tabellenlohnabzugs resultieren folgende 

Invalideneinkommen: Fr. 43‘663.-- (Fr. 51'368.-- x 0,85) für die Zeit vom 31. Januar 

2006 bis 4. November 2011; Fr. 0.-- für die Zeit vom 5. November 2011 bis 12/13. März 

2013; Fr. 21‘831.-- (Fr. 51'368.-- x 0,5 x 0,85) für die Zeit danach. Daraus ergeben sich 

bei einem Valideneinkommen von a) Fr. 66'218.-- bzw. b) Fr. 62‘074.-- folgende 

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Invaliditätsgrade: a) 34% ({Fr. 66‘218.-- - Fr. 43‘663.--} / Fr. 66‘218.--] x 100) bzw. b) 

30% ({Fr. 62‘074.-- - Fr. 43‘663.--} / Fr. 62‘074.--] x 100) für die Zeit vom 31. Januar 

2006 bis 4. November 2011; (unabhängig von der Höhe der Valideneinkommen) 100% 

für die Zeit vom 5. November 2011 bis 12./13. März 2013; a) 67% ({Fr. 66‘218.-- -

 Fr. 21‘831.-- } / Fr. 66‘218.--] x 100) bzw. b) 65% ({Fr. 62‘074.-- -

 Fr. 21‘831.-- } / Fr. 62‘074.--] x 100) für die Zeit danach. Die Beschwerdeführerin hat 

damit für die Zeit ab 1. November 2011 Anspruch auf eine ganze Rente und - unter 

Berücksichtigung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) - ab 1. Juli 2013 Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente.

3. 

3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 

14. Januar 2014 aufzuheben und der Beschwerdeführerin rückwirkend für die Zeit ab 

1. November 2011 bis 30. Juni 2013 eine ganze Rente und ab 1. Juli 2013 eine 

Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist 

die Beschwerde abzuweisen.

3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit mit Rücksicht auf das erforderliche 

Gerichtsgutachten und die im Beschwerdeverfahren zuvor erfolgte Rückfrage bei der 

MEDAS Ostschweiz (act. G 10 ff.) als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens 

entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. 

betreffend quantitative und zeitliche Überklagung das Urteil des Bundesgerichts vom 

7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

3.3 In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die 

Beschwerdegegnerin die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von 

Fr. 6‘413.75 (act. G 30.1) zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

3.4 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). 

Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint unter 

Berücksichtigung des durch die Rückfrage bei der MEDAS Ostschweiz sowie des 

durch das Gerichtsgutachten entstandenen Mehraufwands eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 5'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

14. Januar 2014 aufgehoben und der Beschwerdeführerin rückwirkend für die Zeit ab 

1. November 2011 bis 30. Juni 2013 eine ganze Rente und ab 1. Juli 2013 eine 

Dreiviertelsrente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen 

wird die Beschwerde abgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 1‘000.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für das Gerichtsgutachten von Fr. 6‘413.75 zu 

bezahlen.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 5‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.05.2016
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Gerichtsgutachten. Bestimmung der Vergleichseinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Mai 2016, IV 2014/97).

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