# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02518ad4-4632-5300-9af6-77aa84c14a8a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 29.06.2009 ERZ 2009 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ERZ-2009-134_2009-06-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 29. Juni 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ERZ 09 134

Verfügung
Einzelrichter in Zivilsachen

Vorsitz Präsident Brunner
Redaktion Aktuar ad hoc Bühler

Im zivilrechtlichen Rekurs

des X., VGesuchsgegner und Rekurrent, vertreten durch Rechtsanwalt Sebastiano 
Pellegrini, Via Noseda 2, 6850 Mendrisio, 

gegen

die Verfügung des Kreispräsidenten von Sur Tasana vom 12.05.2009, mitgeteilt am 
13.05.2009, in Sachen des Z. und der Y., Gesuchsteller und Rekursgegner, vertre-
ten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Schütt, Via Stredas 4, 7500 St. Moritz, ge-
gen den Gesuchsgegner und Rekurrenten,

betreffend Ernennung des Verwalters bei Stockwerkeigentum

hat sich ergeben:

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Sachverhalt:

A. Die Parteien sind Stockwerkeigentümer des Doppeleinfamilienhauses 
„Chasa E.“, Parz. Nr. _, in G., mit benachbarten Stockwerkeinheiten (556/1000 Y. 
und Z. [Miteigentümer je zu 1/2] und 444/1000 X. [Alleineigentum]).

B. Mit "Prozesseingabe" vom 23. Dezember 2008 (eingegangen am 30. Dezem-
ber 2008) ersuchte der Rechtsvertreter der Gesuchsteller den Kreispräsidenten H. 
um die Einsetzung eines professionellen Liegenschaftsverwalters und schlug F. von 
der A. Treuhand in 7550 G. als Verwalter vor. Er beantragte, es sei im weiteren zu 
bestimmen, dass 

- sich die Rechte und Pflichten sowohl des Verwalters als auch der Parteien nach 
dem Verwaltungsvertrag zu richten hätten;

- ein einzelner Stockwerkeigentümer an einer Stockwerkeigentümerversammlung 
alleine einen Entscheid herbeiführen könne, sofern nur einer anwesend sei und 
gemäss Gesetz das einfache Mehr ausreiche;

- im Falle der Stimmengleichheit der Verwalter den Stichentscheid habe und in 
diesem Fall eventualiter nach der Wertquote zu entscheiden sei. 

- der Beklagte zu verpflichten sei, sich mit 44.4% an den Verwaltungskosten zu 
beteiligen.

Als Begründung wird angeführt, dass der Rekurrent den einberufenen Stockwerkei-
gentümerversammlungen vom 28. November 2008 und vom 19. Dezember 2008, 
an welchen über die Einsetzung eines professionellen Verwalters hätte befunden 
werden sollen, nicht erschienen sei, weshalb die Stockwerkeigentümerversamm-
lungen wiederholt nicht beschlussfähig gewesen seien. Daher bleibe nach Art. 712q 
Abs. 1 ZGB nur noch die Anrufung des Richters. Ausserdem sei bekannt gewesen, 
dass die Parteien immer wieder Probleme hätten bezüglich der Stockwerkeigentü-
merbeiträge, der Zuständigkeit zu Verwaltungshandlungen, der Öffnung der Räume 
usw.. 

C. Im Rahmen der Vernehmlassung vom 2. Februar 2009 teilte der Rekurrent      
dem Kreisamt mit, er sei grundsätzlich mit der Ernennung eines professionellen Ver-
walters einverstanden, was die Auslagen für Heizung usw. betreffe. Bei der Einset-
zung des Verwalters sei allerdings zu berücksichtigen, dass die Korrespondenz in 
italienischer Sprache zu führen sei und dass Frau B. bis am 31. Dezember 2009 mit 
der Aufsicht beauftragt worden sei. Im weiteren sollen die Probleme, welche er in 
seinem Schreiben vom 12. Dezember 2008 dem Rechtsvertreter der Gesuchssteller 
mitgeteilt habe, gelöst werden. 

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D. An der Hauptverhandlung vom 12. Februar 2009 in I., liessen sich die Ge-
suchsteller anwaltlich vertreten, während X. persönlich anwesend war. Die Ver-
handlung konnte vorwiegend in italienischer Sprache geführt werden (die direkten 
Gespräche zwischen den Parteien), so dass mit dem der deutschen Sprache nicht 
mächtigen Gesuchsgegner eine Verständigung möglich war. Dieser machte gel-
tend, dass die Stockwerkeigentümerversammlungen während seiner beruflichen 
Landesabwesenheit von Mitte Dezember 2008 bis Ende Januar 2009 einberufen 
worden seien, obwohl die Gesuchsteller von dessen Abwesenheit Kenntnis hatten.  
In der Hauptverhandlung führte er aus, dass er schon immer einen Verwalter ein-
setzen wollte, die Eheleute YZ. die Ernennung von B. aus Zuoz jedoch ablehnten. 
Bei der Einsetzung eines professionellen Verwalters sei jedoch zu berücksichtigen, 
dass dieser der italienischen Sprache mächtig sei, damit die Korrespondenz und 
der Dialog in italienischer Sprache erfolgen könne. Ausserdem beanstandete X., 
dass das Honorar des von den Gesuchstellern vorgeschlagenen Verwalters mit Fr. 
3'600.00 zu hoch sei. Die Parteien vereinbarten schliesslich, dass der Gesuchsgeg-
ner bis zum 5. März 2009 einen Vorschlag für einen neuen Verwalter einbringen 
dürfe. Im weiteren solle der Verwaltungsvertrag zwischen dem vom Kreispräsiden-
ten ernannten Verwalter und der Stockwerkeigentümergemeinschaft integrierter Be-
standteil des Entscheides bilden. Die in der Hauptverhandlung vom Vertreter der 
Gesuchsteller abgegebene Honorarnote (Fr. 4'543.95) erachtete der Gesuchsgeg-
ner als ungerechtfertigt. Seinerseits machte er Kosten von Fr. 1'500.00 geltend und 
beantragte, die Kosten des Gerichts den Eheleuten Pfenninger zu überbinden.

E. Am 28. Februar 2009 reichte X. dem Kreisamt H. einen Vertrag bzw. eine 
entsprechende Offerte der Treuhandbüro C. AG in H. ein. Die Offerte der Treuhand-
büro C. AG lautete auf Fr. 1'800.00 pro Jahr. In der Stellungnahme zur Offerte der 
Treuhandbüro C. AG hielt der Rechtsvertreter der Gesuchsteller fest, dass im Urteil 
Deutsch als Korrespondenz- und Dialogssprache verwendet werden soll, weil Ita-
lienisch im Unterengadin keine offizielle Sprache sei. Aus diesem Grund sei auch 
der Verwaltungsvertrag in deutscher Sprache abzufassen. Der Vertragsvorschlag 
der Treuhandbüro C. AG sei daher untauglich. Die Gesuchsteller beanstandeten im 
weiteren, dass das Honorar von Fr. 1'800 pro Jahr zwar verlockend klinge, doch 
würden die "spese e altri costi" separat verrechnet, was letztendlich zu höheren 
Kosten führe als im Vertrag unter Ziff. 1 erwähnt. Weiter führten sie aus, dass Herr 
K. mit Herrn X. befreundet sei, was keine gute Voraussetzung für eine unparteiliche 
Verwaltungstätigkeit sei, insbesondere weil diesem bei Stimmengleichheit der 
Stichentscheid zukomme. 

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F. Bei dieser Ausgangslage holte der Kreispräsident eine dritte Offerte bei der 
Treuhandbüro D. AG in G. ein, welche die Verwaltungstätigkeit für Fr. 2'800.00 pro 
Jahr offerierte.

G. Mit Entscheid vom 12. Mai 2009 erkannte der Kreispräsident was folgt:

1. Das Gesuch wird gutgeheissen und es wird für die Liegenschaft "Chasa    
Quattervals" Parz. Nr. _, in G., ein professioneller Verwalter eingesetzt. 

2. Zum Verwalter wird die Treuhandbüro D. AG in Suot Rachögna,    7550 
G. ernannt. 

3. Die Rechte und Pflichten des ernannten Verwalters ergeben sich aus dem 
von der Treuhandbüro D. AG (im Sinne einer Offerte) eingereichten (in 
deutscher Spache abgefassten) Verwaltungsvertrag, welcher integrierter 
Bestandteil dieses Entscheides ist. 

4. An der Stockwerkeigentümerversammlung kann ein einzelner Stockwerk-
eigentümer einen gültigen Entscheid herbeiführen, sofern nur einer anwe-
send ist und gemäss Gesetz das einfache Mehr ausreicht. 

5. Im Falle der Stimmengleichheit hat der Verwalter den Stichentscheid.

6. Der gesamte Schriftverkehr ist in deutscher Sprache zu führen; wobei für 
eine allenfalls notwendige Übersetzung der Gesuchsgegner aufzukom-
men hat. Die Stockwerkeigentümerversammlungen sind, soweit erforder-
lich und möglich, zweisprachig zu führen. 

7. Die Parteien werden verpflichtet, sich an den Verwaltungskosten wie folgt 
zu beteiligen:

Y. und Z. (zusammen) mit 55.6%,

X. mitt 44,4%

8. Die amtlichen Kosten dieses Verfahrens, bestehend aus

einer Gerichtsgebühr von Fr. 520.00
Schreibgebühr von Fr. 240.00
im Ganzen somit Fr. 760.00

gehen zu Lasten des Gesuchsgegners X. und sind dem Kreisamt innert 
30 Tagen mit dem beigelegten Einzahlungsschein zu überweisen.

9. Der Gesuchsgegner hat die Gesuchssteller ausseramtlich mit 4'835.95 
(inkl. 7.6% MwSt) zu entschädigen.

H. Am 2. Juni reichte der Rekurrent gegen den Entscheid des Kreispräsidenten 
H. vom 12. Mai 2009 fristgerecht Beschwerde beim Einzelrichter am Kantonsgericht 
ein. Der Hauptantrag des Rekurrenten richtete sich gegen die Sachlegitimation. Der 
Rekurrent machte geltend, dass nur die Stockwerkeigentümergemeinschaft, jedoch 
nicht ein einzelner Stockwerkeigentümer passivlegitimiert sein könne. Im weitern 
sei der Kreispräsident weder zuständig für die Sprachenregelung noch für die Re-
gelung der Beschlussfassungsfähigkeit im Falle der Nichtteilnahme eines Stock-

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werkeigentümers an einer Stockwerkeigentümerversammlung und einer Patt-Situa-
tion.

I. Die Rekursgegner beantragten mit Eingabe vom 15. Juni 2009 die Abwei-
sung der Beschwerde. Eventualiter sei zu bestimmen, dass im Fall der Stimmen-
gleichheit nach der Mehrheit der Wertquoten zu entscheiden sei.

Sie begründen ihr Begehren insbesondere damit, wenn eine Stockwerkeigentümer-
gemeinschaft aus zwei Parteien bestehe, die eine die andere einklagen könne 
(Amédéo Wermelinger, Das Stockwerkeigentum, Zürich 2004, N 65 zu Art 712q 
ZGB). Folglich sei der Hauptantrag des Rekurrenten abzuweisen. Der Entscheid 
des Kreispräsidenten, dass an einer Stockwerkeigentümerversammlung ein einzel-
ner Stockwerkeigentümer einen gültigen Beschluss im Sinne von Art. 712q Abs. 1 
ZGB herbeiführen könne, sofern gemäss Gesetz das einfache Mehr ausreiche, sei 
zu bestätigen. Dies gelte auch für die Anordnung, dass im Falle einer Patt-Situation 
dem Verwalter der Stichentscheid zustehen solle. 

J. Gemäss Verfügung vom 30. Juni 2009 des Einzelrichters am Kantonsgericht 
wurde dem Rekurs bezüglich der Ziffern 4, 5, 6, 8 und 9 des Dispositivs des ange-
fochtenen Entscheids suspensive Wirkung gewährt. 

II. Erwägungen

1. Entscheide des Kreispräsidenten betreffend Ernennung des Verwalters bei 
Stockwerkeigentum im Sinne von Art. 9 Ziff. 21 EGzZGB können nach Art. 12 Abs. 
1 EGzZGB innert zwanzig Tagen mit Rekurs beim Einzelrichter am Kantonsgericht 
angefochten werden. Im Rekurs ist mit kurzer Begründung anzugeben, welche 
Punkte des Entscheids angefochten und welche Abänderungen beantragt werden 
(Art. 12 Abs. 1 und 3 EGzZGB in Verbindung mit Art. 233 Abs. 2 ZPO). Der Rekurs 
vom 2. Juni 2009 wurde von den Rekursgegnern frist- und formgerecht eingereicht. 

Der Rechtsvertreter der Eheleute YZ. hat die "Beschwerdeantwort" beim Kantons-
gerichtsausschuss von Graubünden eingereicht. Beim vorliegenden Verfahren han-
delt es sich jedoch um einen Rekurs nach Art. 12 EGzZGB und nicht wie der Rechts-
vertreter fälschlicherweise angenommen hat, um eine Beschwerde nach Art. 232 ff. 
ZPO. Zuständig für die Erledigung des Rekurses ist somit der Einzelrichter am Kan-
tonsgericht gemäss Art. 12 Abs. 1 EGzZGB. Der Rechtsvertreter der Eheleute YZ. 
hat die Rekursantwort daher zu Unrecht beim Kantonsgerichtsauschuss einge-
reicht. Aufgrund der Weiterleitungspflicht, schadet ihm dies indessen nicht (vgl. Art. 
93 Abs. 4 ZPO). 

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Im weiteren ist darauf hinzuweisen, dass mit der Einführung des Gerichtsorganisa-
tionsgesetzes das Kantonsgericht von Graubünden nicht mehr als Ausschuss, son-
dern als Kammer oder als Einzelrichter entscheidet (vgl. Art. 232 Abs. 1 ZPO i.V.m. 
Art 11 ff GOG). Unrichtig ist auch der Hinweis der Rekursgegner in der Rekursant-
wort, wonach der Beschwerde (recte Rekurs) von Gesetzes wegen aufschiebende 
Wirkung zukommt (vgl. Art. 234 Abs. 3 ZPO). Für das Rekursverfahren ist nämlich 
Art. 12 Abs. 2 EGzZGB massgebend, der festhält, dass der Einzelrichter dem Re-
kurs auf Antrag oder von Amtes wegen aufschiebende Wirkung erteilen kann. Auf-
grund dieser Bestimmung wurde dem Rekurs mit Verfügung vom 29. Juni 2009 auf-
schiebende Wirkung erteilt. 

2. Der Rekurrent beanstandet im Rekurs, dass nicht er als Stockwerkeigentü-
mer, sondern die Stockwerkeigentümergemeinschaft passivlegitimiert sei. Die Re-
kursgegner widersetzen sich diesem Antrag. Ihrer Meinung nach wäre eine Klage 
gegen die Stockwerkeigentümergemeinschaft geradezu absurd gewesen, weil 
diese im Prozess durch die Prozessparteien oder durch einen von ihnen ernannten 
Vertreter hätte vertreten werden müssen. Letztere Variante hätte gemäss den Aus-
führungen der Rekursgegner zum Ausschluss des Stimmrechts der Eheleute YZ. 
geführt (vgl. Art. 68 ZGB i.V.m Art. 712m Abs. 2 ZGB). Grundsätzlich ist die Klage 
auf Ernennung des Verwalters gegen die Stockwerkeigentümergemeinschaft zu 
richten (René Bösch, Basler Kommentar, 3. Auflage, Basel 2007, N. 11 zu Art. 712q; 
Amédéo Wermelinger, a.a.O., N. 65 zu Art. 712q ZGB). Gemäss letzterem kann, 
falls die Stockwerkeigentümergemeinschaft lediglich aus zwei Stockwerkeigentü-
mern besteht, auch gegen den zweiten Stockwerkeigentümer geklagt werden, wenn 
er sich gegen die Einsetzung eines Verwalters wehrt oder sich gegen die Durch-
führung einer Stockwerkeigentümerversammlung ausspricht. In seinem Schreiben 
(act. 06 BC1) vom 12. Dezember 2008 an den Rechtsvertreter der Rekursgegner 
hält X. fest, dass er die  Einsetzung eines externen Verwalters als unnötig erachtet. 
Mit diesem Schreiben hat er sich für die auf den 19. Dezember 2008 angesetzte 
Stockwerkeigentümerversammlung entschuldigt. Das Traktandum "Bestellung ei-
nes professionellen Verwalters" bestand aber schon für die Versammlung vom 28. 
November 2008, für welche sich der Rekurrent gemäss den Akten nicht entschuldigt 
hat. Er hat somit weder vorgängig Einigung in dieser Frage signalisiert noch sich 
um seine Anwesenheit an der Versammlung vom 28. November 2008 gekümmert. 
Weil er sich selbst auch nicht um die Durchführung einer Stockwerkeigentümerver-
sammlung bemühte, kann davon ausgegangen werden, dass er sich gegen die Ab-
haltung einer derartigen Versammlung stellte. Es ist folglich nicht zu beanstanden, 
dass die Rekursgegner keine weiteren Stockwerkeigentümerversammlungen anzu-

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setzen versuchten und direkt gegen den Rekurrenten Klage auf Ernennung eines 
Verwalters gemäss Art. 712q Abs. 1 ZGB erhoben. Damit ist gleichzeitig festgestellt, 
dass eine Versammlung i.S. von Art. 712q Abs. 1 nicht zustande kam und die Ehe-
leute YZ. in dieser Frage direkt den Richter anrufen konnten (vgl. PKG 1973 Nr. 37 
E. 3.). Somit ist der Rekurs ist bezüglich dieses Streitpunktes abzuweisen.

3. Der Kreispräsident hat in Ziff. 3 des Dispositivs nicht nur den Verwalter be-
stimmt, sondern in Ziff. 3 unter Verweis auf einen dem Entscheid angefügten An-
hang auch die Offerte der Verwalterin als Vertragsinhalt zum Beschluss erhoben. 
Dadurch wurde sowohl der Inhalt des Verwalterauftrags als auch die Entschädigung 
der Treuhandbüro D. AG festgelegt. Grundsätzlich ist dies nicht ausgeschlossen, 
jedoch auch nicht zwingend notwendig (vgl. Amédéo Wermelinger, a.a.O., N. 90/91 
zu Art. 712q ZGB). Der Richter ist berechtigt, die Vertragsfreiheit der Parteien ein-
zuschränken und insbesondere die Ausgestaltung der Dauer des Amtes, die Ent-
schädigung und Entlöhnung sowie die Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung 
vorwegzunehmen. Die nähere Ausgestaltung des Verwaltungsvertrages kann auch 
den Parteien überlassen werden (vgl. Amédéo Wermelinger, a.a.O., N. 90/91 zu 
Art. 712q ZGB). Wieweit der Kreispräsident im Zusammenhang mit der Ernennung 
eines Verwalters für die Stockwerkeigentümergemeinschaft in die Vertragsfreiheit 
der Parteien eingreifen soll und kann, muss vorliegend nicht geklärt werden. Der 
Rekurrent ficht nämlich – wohl für den Fall, dass die Passivlegitimation von X. bejaht 
wird – die Ziff. 1. – 3. des Dispositivs des beanstandeten Entscheides gar nicht an 
(Rekurs S. 7) und anerkennt somit sowohl den ernannten Verwalter als auch die 
festgelegten Vertragsbedingungen. Folglich ist darauf nicht weiter einzugehen. 

4. In den Ziff. 4, 5 und 6 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids hat der 
Kreispräsident weitere Anträge der Gesuchssteller gutgeheissen, indem er neue, 
von den gesetzlichen bzw. reglementarischen Regelungen abweichende Vorschrif-
ten über die Beschlussfassung und die anzuwendende Sprache in der Stockwerk-
eigentümergemeinschaft erlassen hat. Der Rekurrent vertritt die Auffassung, dass 
der Kreispräsident gar nicht zuständig sei. Dies ist zutreffend. 

Der Kreispräsident hat im Zusammenhang mit der Stockwerkeigentümergemein-
schaft nur eingeschränkte Entscheidungskompetenz (Art. 9 Abs. 1 Ziff. 19 – 21 EGz-
ZGB). Es handelt sich um Entscheide, denen in der Regel eine gewisse Dringlichkeit 
anhaftet, teilweise nur vorsorglicher Natur sind und im summarischen Verfahren 
(Art. 10 Abs. 1 EGzZGB) zu entscheiden sind. Im Stockwerkeigentümer-Reglement 
ist die Frage, wie vorzugehen ist, wenn eine Stockwerkeigentümergemeinschaft, die 
nur aus zwei Parteien besteht und aufgrund von Art. 712p Abs. 1 ZGB (Patt-Situa-

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tion oder Verweigerung der Teilnahme eines Stockwerkeigentümers an der Ver-
sammlung) nicht beschlussfähig ist, offenbar nicht geregelt. Ob überhaupt ein Re-
glement i.S.v. Art. 712g Abs. 3 ZGB besteht, geht aus den Akten nicht hervor. Das 
Gesetz lässt gemäss Art. 647 und Art. 647a ZGB zwar gewisse Tätigkeiten durch 
einen einzelnen Stockwerkeigentümer zu. Dies vermag die Situation hinsichtlich 
weiterer notwendiger Beschlüsse der Stockwerkeigentümergemeinschaft aber nicht 
hinreichend zu entspannen. Wie eine Lösung aussehen kann, wenn sich die Stock-
werkeigentümer nicht einigen können, kann aber der Kreispräsident mangels Zu-
ständigkeit nicht im summarischen Verfahren entscheiden. Art. 712m Abs. 2 ZGB 
hält fest, dass, wenn das Stockwerkeigentumsrecht eine Frage im Zusammenhang 
mit der Stockwerkeigentümerversammlung nicht beantwortet, die Bestimmungen 
über die Organe des Vereins und über die Anfechtung von Vereinsbeschlüssen An-
wendung finden. Art. 712m Abs. 2 ZGB bezieht sich nur auf Art. 64 – 68 ZGB und 
Art. 75 ZGB (vgl. Bösch, a.a.O., N.7 zu Art. 712m ZGB). Da weder das Gesetz noch 
das Reglement die Korrespondenz- und die Dialogssprache sowie das Vorgehen 
bei Nichtzustandekommen eines Beschlusses aufgrund einer Patt-Situation oder 
der Nichtteilnahme eines Stockwerkeigentümers an der Versammlung regeln, ist 
Art. 712m Abs. 2 ZGB anwendbar. Demnach ist bei entsprechenden Beschlüssen 
oder Nichtzustandekommen solcher Beschlüsse der Weg über die Klage nach Art. 
75 ZGB einzuschlagen. Zuständig zu dieser Beurteilung ist der Richter im ordentli-
chen Verfahren (Art. 48ff. ZPO). Der Rekurs von X. ist somit bezüglich des Eventu-
albegehrens teilweise gutzuheissen. Die Ziff. 4, 5 und 6 des Dispositivs des ange-
fochtenen Entscheids des Kreispräsidenten H. sind aufzuheben.

5. Ziff. 7 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids hält fest, dass die Ver-
waltungskosten entsprechend der Wertquoten der Stockwerkeigentümer zu tragen 
sind. Bei den gemeinschaftlichen Kosten handelt es sich um finanzielle Auslagen, 
welche von den gemeinschaftlichen Teilen des Stockwerkeigentums und deren Ver-
waltung verursacht werden. Gemäss Art. 712h Abs. 1 ZGB haben die Stockwerkei-
gentümer die Verwaltungskosten nach Massgabe ihrer Wertquoten zu leisten. Die 
vom Kreispräsidenten getroffene Anordnung entspricht somit der Regelung von Art. 
712h Abs. 1 ZGB. Die Bestimmung ist dispositiver Natur, weshalb die Stockwerkei-
gentümer von der gesetzlichen Verteilung der gemeinschaftlichen Kosten abwei-
chen könnten. Die Aufnahme eines abweichenden Verteilschlüssels in das Regle-
ment bedarf der Annahme mit qualifiziertem Mehr nach Köpfen und nach Wertquo-
ten (vgl. Art. 712g Abs. 3 ZGB; Amédéo Wermelinger, a.a.O., N. 4 zu Art 712h Abs. 
1 ZGB). Da den Akten kein Reglement zu entnehmen ist, kann davon ausgegangen 
werden, dass keine von Art. 712h Abs. 1 ZGB abweichende Regelung besteht und 

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somit ohnehin die gesetzliche Bestimmung zur Anwendung gelangt. Auf die Frage, 
ob der Kreispräsident für eine entsprechende Erkenntnis zuständig ist, muss daher 
nicht näher eingegangen werden. 

6. Der Kreispräsident hat die amtlichen Kosten von Fr. 760.00 vollumfänglich 
dem Gesuchsgegner überbunden. Dies war insoweit gerechtfertigt, als die Gesuch-
steller mit nahezu all ihren Begehren durchgedrungen waren. Berücksichtigt man 
nun das Resultat des Rekursverfahrens, so ergibt sich, dass die Eheleute YZ. bloss 
mit ihrem Antrag auf Ernennung eines Verwalters erfolgreich waren, während auf 
die Anträge 4 – 5 nicht hätte eingetreten werden dürfen. Die übrigen Punkte waren 
entweder nicht umstritten oder es konnte den Anträgen beider Parteien nicht gefolgt 
werden. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Kosten der Vorinstanz 
beiden Parteien je zu Hälfte aufzuerlegen (vgl. Art. 122 Abs. 1 ZPO). 

Nach den gleichen Grundsätzen und im gleichen Verhältnis sind bei diesem Aus-
gang des Verfahrens auch die aussergerichtlichen Kosten zu verteilen (Art. 122 
Abs. 2 ZPO). Der Kreispräsident hat den Gesuchstellern die von ihrem Anwalt gel-
tend gemachte Entschädigung nur unwesentlich reduziert und ihnen einen Betrag 
von Fr. 4835.95 (inkl. MwSt) zugesprochen. Diesen Honoraranspruch hat X. bereits 
vor dem Kreispräsidenten gerügt. Gemäss der genannten Bestimmung sind nur die 
notwendigen Kosten zu ersetzen. Dazu gehören grundsätzlich nur die durch das 
betreffende Verfahren verursachten Kosten und nicht solche für nicht direkt damit 
im Zusammenhang stehenden Aufwand. Der Rechtsvertreter hat nun in seiner Ho-
norarnote auch Kostenersatz für die Einberufung und Durchführung einer Stock-
werkeigentümerversammlung, Vorabklärungen etc. gefordert. Dieser Aufwand ist 
von vornherein nicht durch die Gegenpartei zu tragen: Einerseits weil er nicht zum 
kreisamtlichen Verfahren gehört und andererseits, weil die einfache Einberufung 
und Durchführung einer Stockwerkeigentümerversammlung mit zwei Stockwerkein-
heiten keinen Beizug eines Rechtsanwalts erfordert. Sodann verrechnet Rechtsan-
walt Schütt für die sechsseitige "Prozesseingabe", welche zudem zu rund der Hälfte 
Begründungen zu unzulässigen Begehren enthält, über 6 Stunden. Dies ist bei wei-
tem überrissen; führen doch die Gesuchsteller darin zu Recht an, dass die Bestel-
lung eines Verwalters "ohne Begründung und ohne Interessennachweis" verlangt 
werden kann. Ein Aufwand von 5 Stunden für das vorinstanzliche Verfahren er-
scheint unter diesen Umständen angemessen. Da der Gesuchsgegner vor dem 
Kreisamt anwaltlich nicht vertreten war, können auch bei diesem Ausgang die aus-
sergerichtlichen Kosten nicht einfach verrechnet werden (PKG 2007 Nr. 6). Hinge-
gen hat der Gesuchsgegner zumindest Anspruch auf eine Umtriebsentschädigung, 
welche er auf Fr. 1'500.00 beziffert (act. 9). Angesichts der bedeutend längeren 

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Fahrzeit zur Hauptverhandlung ist dieser Betrag für das ganze Verfahren nicht un-
angemessen, so dass die Wettschlagung der aussergerichtlichen Kosten als ge-
rechtfertigt erscheint. 

7. Im Rekursverfahren hält sich das Verhältnis des Obsiegens und Unterliegens 
unter den Parteien etwa die Waage. Der Rekurrent drang mit seinem Hauptantrag 
nicht durch, hatte aber mehrheitlich Erfolg mit seinem Eventualantrag. Die Kosten 
des Rekursverfahrens gehen somit je zur Hälfte zulasten der Parteien, während die 
aussergerichtlichen Kosten der im Rekursverfahren anwaltlich vertretenen Parteien 
wettgeschlagen werden.

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III. Demnach wird verfügt:

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 4, 5, 6, 8 und 9 des 
angefochtenen Entscheides werden aufgehoben.

2. Die Kosten des Kreisamtes H. von Fr. 760.00 und jene des Kantonsgerichts 
von Graubünden von Fr. 1'500.00 (inkl. Schreibgebühr) gehen je zur Hälfte 
zu Lasten der Parteien. Die ausseramtlichen Kosten für beide Instanzen wer-
den wettgeschlagen.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: