# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** acdb9646-08b7-5201-9e79-b474b0affe58
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2010 D-7469/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7469-2010_2010-10-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7469/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

A._______, geboren (...),
Tunesien,
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 8. Oktober 2010 / 
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7469/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 10. Juni 2010 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchte, 

dass  er  anlässlich  der  beiden  Befragungen  im  Empfangs-  und  Ver-
fahrenszentrum  C._______  vom  18. Juni  2010  im  Wesentlichen 
geltend machte,  er  stamme aus einer sehr  armen Familie  und habe 
sein  Heimatland  verlassen,  um  im  Ausland  eine  Arbeitsstelle  zu 
suchen, 

dass  er  in  Tunesien weder  politisch aktiv  gewesen sei,  noch jemals 
Probleme mit den Behörden oder Drittpersonen gehabt habe, 

dass er Tunesien am 8. Dezember 2008 in Richtung Italien verlassen 
habe,  wo  er  sich  bis  zur  Einreise  in  die  Schweiz  am 10. Juni  2010 
aufgehalten habe,

dass  der  Beschwerdeführer  auf  Vorhalt  des  Eurodac-Treffers  vom 
12. Oktober  2009 in  D._______/Griechenland berichtigte,  dass seine 
vorgängigen Angaben zum Aufenthalt in Italien nicht der Wahrheit ent-
sprächen; er  habe  sein  Heimatland vielmehr  erst  im Jahr  2009 ver-
lassen und sei nach Griechenland gereist, wo er in D._______ daktylo-
skopisch erfasst und nach E._______ gebracht worden sei, 

dass er nach zirka einem Monat aufgefordert  worden sei,  Griechen-
land zu verlassen, weshalb er nach Tunesien zurückgekehrt sei, 

dass er Tunesien im Dezember 2009 erneut verlassen habe und auf 
dem Seeweg nach F._______ gereist sei,

dass  keine  Gründe  gegen  die  Zuständigkeit  Griechenlands  für  die 
Prüfung seines Asylgesuchs sprächen, 

dass es ihm in Griechenland jedoch nicht gefalle, weshalb er von dort  
weggegangen sei,

dass  bezüglich  der  weiteren  Aussagen  beziehungsweise der  Einzel-
heiten des rechtserheblichen Sachverhalts auf die Protokolle bei den 
Akten verwiesen wird (vgl. A1 und A7), 

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dass  das  BFM  aufgrund  der  Angaben  des  Beschwerdeführers  und 
dessen  daktyloskopischer  Erfassung  am  12. Oktober  2009  in 
D._______/Griechenland am 6. Juli 2010 ein Übernahmeersuchen an 
die griechischen Behörden stellte, welches unbeantwortet blieb,

dass das BFM auf das Asylgesuch mit Verfügung vom 8. Oktober 2010 
–  eröffnet  am 13. Oktober  2010 –  in  Anwendung von Art. 34  Abs. 2 
Bst. d  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  nicht 
eintrat, die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz nach 
Griechenland und den Wegweisungsvollzug anordnete und gleichzeitig 
feststellte,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine  aufschiebende 
Wirkung zukomme, 

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, Griechen-
land sei gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Ge-
meinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsabkommen 
[DAA], SR 0.142.392.68) und das Übereinkommen vom 17. Dezember 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik 
Island  und  dem  Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  An-
wendung und  Entwicklung des  Schengen-Besitzstands und über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für 
die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  ge-
stellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004,  SR 
0.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig, 

dass  die  Zuständigkeit  aufgrund  des  unbeantwortet  gebliebenen 
Übernahmeersuchens gestützt auf Art. 18 Abs. 7 der Verordnung [EG] 
Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 
Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat 
gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin-II-VO),  auf  Griechenland 
übergegangen sei, 

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
oder Verlängerung gemäss Art. 19 f. Dublin-II-VO – bis  zum 7. März 
2011 zu erfolgen habe, 

dass dem Beschwerdeführer am 18. Juni  2010 das rechtliche Gehör 
gewährt worden sei, 

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dass das Vorbringen, er sei von Griechenland nach Tunesien zurück-
gekehrt, nicht glaubhaft sei, sondern vielmehr davon auszugehen sei, 
er  habe sich seit  dem Eintreffen in  Griechenland ununterbrochen im 
Dublin-Raum aufgehalten, 

dass  sein  Einwand,  Griechenland  habe  ihm  nicht  gefallen,  keinen 
Hinderungsgrund für die Rückführung dorthin darstelle, 

dass daher auf  das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  einzu-
treten und dessen Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei, 

dass er in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rück-
schiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG fände, weshalb das Non-
Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaats nicht 
zu prüfen sei, und ferner für den Fall einer Rückkehr nach Griechen-
land keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) bestehen würden, 

dass  weder  die  in  Griechenland  herrschende  allgemeine  Situation 
noch andere Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvoll -
zugs in diesen Staat sprechen würden, 

dass der Wegweisungsvollzug zudem technisch möglich und praktisch 
durchführbar  sei,  da  Griechenland  der  Rückübernahme  still-
schweigend zugestimmt habe,

dass  der  Beschwerdeführer  dagegen  mit  Eingabe  vom  19. Oktober 
2010  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob,  worin  um 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  um  Anweisung  des 
BFM, sein Recht zum Selbsteintritt  auszuüben und sich für  das vor-
liegende Asylgesuch für zuständig zu erachten, ersucht wurde, 

dass  in  prozessualer  Hinsicht  beantragt  wurde,  der  Beschwerde sei 
die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und es seien entsprechende 
vollzugshemmende Massnahmen anzuordnen,

dass  zudem  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne  von  Art. 65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

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ersucht  wurde,  wobei  diesbezüglich  eine  Fürsorgeabhängigkeits-
bestätigung vom 19. Oktober 2010 zu den Akten gereicht wurde, 

dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit für den Entscheid 
wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
20. Oktober 2010 den Vollzug der Wegweisung provisorisch aussetzte, 

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden  gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG)  des BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni  2005  [VGG, SR 173.32]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist-  und  formgerecht  ein -
gereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  sowie 
Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52 
VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG), 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – 
um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftwechsel 
verzichtet wurde, 

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dass der Beschwerdeführer in formeller Hinsicht rügt, das BFM habe 
die Begründungspflicht  verletzt,  indem es weder in den Erwägungen 
noch im Dispositiv die Frist für die Durchführung der Überstellung an-
geben habe,

dass  diesem formellen  Einwand  nicht  gefolgt  werden  kann,  da  das 
BFM  die  entsprechende  Frist  in  den  Erwägungen  ausdrücklich  ge-
nannt  hat  (vgl.  S. 3  der  angefochtenen  Verfügung),  und  sich  der 
effektive  Zeitpunkt  der  Überstellung  selbstredend  erst  bei  Vorliegen 
eines rechtskräftigen Dublin-Entscheids ergeben kann, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs indes 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  dies-
bezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen – namentlich  diejenigen hinsichtlich des Bestehens von Voll-
zugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zu-
ständigen  Staat)  –  in  den  Dublin-Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheides stellen,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die  Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als 
zutreffend  erweisen,  weshalb  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen 
vorab auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen des BFM in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, 

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dass der vorgängige Aufenthalt  des Beschwerdeführers in Griechen-
land und die stillschweigende Zustimmung Griechenlands zu dessen 
Rückübernahme aufgrund der Aktenlage feststehen,

dass  die  in  der  Schweiz  geltend  gemachten  Asylgründe  daher  in 
Griechenland,  das  staatsvertraglich  zuständig  ist,  zu  prüfen  sein 
werden, 

dass auf Beschwerdeebene im Wesentlichen geltend gemacht wird, es 
bestehe  in  Griechenland  das  ernsthafte  Risiko,  dass  Asylsuchende 
ohne  Zugang  zu  einem fairen  Asylverfahren  und  ohne  Überprüfung 
ihrer Asylgründe in ihren Heimatstaat zurückgeschafft würden, und es 
bestehe  die  Gefahr  unmenschlicher  Behandlung  aufgrund  prekärer 
Aufnahmebedingungen, 

dass  diesbezüglich  festzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  ge-
mäss  eigenen  Angaben in  Tunesien  weder  politisch  aktiv  war,  noch 
jemals Probleme mit den Behörden oder Drittpersonen hatte, sondern 
sein  Heimatland  einzig  aus  wirtschaftlichen  Gründen  verlassen  hat 
(vgl. A1 S. 5),

dass er damit keine asylrechtlich relevante Verfolgung geltend macht,  
die  ihm im Heimatland drohen  würde,  und  daher  keinen flüchtlings-
rechtlichen Schutz benötigt, 

dass daher die Gefahr einer Verletzung des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulement-Gebots  –  auch  im  Falle  einer  allfälligen  Ketten-
abschiebung – ausgeschlossen werden kann, 

dass,  auch wenn die  Aufenthaltsbedingungen von Asylsuchenden  in 
Griechenland  generell  zu  Besorgnis  Anlass  geben,  vorliegend  keine 
konkreten Anhaltspunkte gegeben sind, die darauf hindeuten würden, 
der Beschwerdeführer würde im Falle einer Rückkehr nach Griechen-
land in eine existenzielle Notlage geraten, zumal es ihm auch jederzeit  
offensteht,  in sein Heimatland zurückzukehren,  wo er über Familien-
angehörige verfügt (vgl. A1 S. 3), 

dass  somit  entgegen  der  Beschwerdevorbringen  nicht  davon  auszu-
gehen ist, das BFM hätte Veranlassung zu einem Selbsteintritt (Art.  3 
Abs. 2 Dublin-II-VO) gehabt, 

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dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art.  34 Abs. 2 
Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten ist, 

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Griechenland  der 
Systematik  des  Dublin-Verfahrens  –  bei  dem es  sich  um ein  Über-
stellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zu-
ständigen  Staat  handelt  –  entspricht  und  im  Einklang  mit  der  Be-
stimmung  von  Art. 44  Abs. 1  AsylG  steht,  wobei  in  Verfahren  nach 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und 
Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraus-
setzung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheids ist, 
und hier nicht mehr zu prüfen ist, 

dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in  einem  Dublin-Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen 
Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 
142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung  –  soweit  not-
wendig – vielmehr bereits im Rahmen der Entscheidfindung hinsicht-
lich der Ausübung des Selbsteintrittsrechts stattfinden muss (vgl. vor -
stehende Erwägungen), 

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) besteht,  weshalb der 
vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion das Gesuch 
um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstands-
los geworden ist, 

dass die Beschwerde aufgrund obiger Erwägungen als aussichtslos zu 
qualifizieren ist und daher das Gesuch um Gewährung der unentgelt -
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG – un-
geachtet der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers – abzuweisen ist, 

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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Versand  des  vor-
liegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand:

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