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**Case Identifier:** 02f8ee78-6e98-5504-a13e-dd830fadf646
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 22.04.2021 725 20 377/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-377-99_2021-04-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 22. April 2021 (725 20 377 / 99) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Adäquater Kausalzusammenhang zwischen den im Zeitpunkt des Fallabschlusses vor-

handenen Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem erlittenen Unfall in Anwendung der 

sogenannten Psycho-Praxis zu Recht verneint. 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Olivia Reber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 
4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SWICA Versicherungen AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 37, Post-
fach, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A.1 Die 1983 geborene A.____ ist bei der Stiftung B.____ angestellt und in diesem Zusam-
menhang bei der SWICA Versicherungen AG (SWICA) obligatorisch unfallversichert. Am 12. Au-
gust 2018 fiel der Versicherten im Keller beim Putzen eine schwere Holzlatte auf die linke Kopf-
seite, wobei sie eine commotio cerebri (Gehirnerschütterung) und einen Tinnitus beidseits bei 
unauffälligem Tonaudiogramm erlitt. Vom 13. August 2018 bis zum 18. August 2018 war A.____ 

 

 
 
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deswegen arbeitsunfähig und die Behandlungen konnten am 27. August 2018 abgeschlossen 
werden. Die SWICA erbrachte dafür die gesetzlichen Leistungen. 
 
A.2 Am 8. Mai 2019 begab sich die Versicherte wegen Zunahme der Tinnitusbeschwerden 
erneut in Behandlung. Die verordnete Physiotherapie der Halswirbelsäule (HWS) und des Kiefer-
gelenks wurde per 30. Juli 2019 abgeschlossen. Nachdem die Versicherte der SWICA aufgrund 
von retournierten Rechnungen am 8. August 2019 per Telefon einen Rückfall gemeldet hatte 
resp. dass der Fall noch nicht abgeschlossen sei, wurden sämtliche medizinischen Unterlagen 
des Kantonsspitals X.____ angefordert. Gestützt auf einen Bericht von Dr. med. C.____, FMH 
Oto-Rhino-Laryngologie, vom 11. Dezember 2019 bat die Versicherte um weitere physiothera-
peutische Behandlungen. Die SWICA richtete in der Folge auch für die Behandlungen vom 13. 
Mai 2019 bis zum 27. März 2020 Leistungen aus. 
 
A.3 Mit Verfügung vom 4. Februar 2020 verneinte die SWICA mangels adäquater Kausalität 
ab 31. Juli 2019 eine weitere Leistungspflicht und verzichtete auf eine Rückforderung der bereits 
erbrachten Leistungen. Eine dagegen erhobene Einsprache von A.____ wies die SWICA mit Ein-
spracheentscheid vom 31. August 2020 ab. Es wurden keine Verfahrenskosten erhoben und eine 
Parteientschädigung wurde nicht ausgerichtet. Einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid 
wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. 
 
B. Mit Eingabe vom 29. September 2020 erhob A.____, vertreten durch Raffaella Biaggi, 
Advokatin, Beschwerde am Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht), und beantragte, der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 
31. August 2020 sei aufzuheben und diese sei zu verurteilen, ihr auch in der Zeit nach dem 
31. Juli 2019 die gesetzlichen Leistungen zu entrichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin 
zu verurteilen, den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt zu beurteilen; unter o/e-Kosten-
folge. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, der rechtserhebliche medizinische 
Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Weiter sei der Tinnitus objektivierbar, weshalb 
eine Adäquanzprüfung entfiele und der Endzustand noch nicht erreicht sei. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. November 2020 schloss die SWICA auf Abweisung der 
Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer oder gegen Verfügungen der Unfallversicherer, gegen welche eine 
Einsprache ausgeschlossen ist, beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 

 

 
 
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befindet sich dieser in Y.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen form- und fristgerecht 
eingereichte – Beschwerde vom 29. September 2020 ist einzutreten. 
 
2.1 In der obligatorischen Unfallversicherung werden nach Art. 6 Abs. 1 UVG, soweit dieses 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun-
fällen und Berufskrankheiten gewährt. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person 
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versi-
cherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie Anspruch auf ein 
Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versi-
cherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 
Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Un-
falltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer 
Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten 
Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent 
invalid ist und sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. 
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann 
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit 
dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 
UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch 
auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt 
oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt 
(Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
2.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezem-
ber 1982 werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle 
und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar (BGE 127 V 457 E. 4b, 
118 V 297 E. 2d). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich 
geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar-
beitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Ver-
laufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersge-
arteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an 
ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des Unfallver-
sicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der 
seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adä-
quater Kausalzusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 2012, 
8C_714/2011, E. 3.2.1; BGE 118 V 269 f. E. 2c mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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2.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri-
tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 
E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In-
tegrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weg-
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob 
zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kau-
salzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach 
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 
Leistungsanspruches nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.4 Für eine Bejahung der Leistungspflicht des Unfallversicherers muss zwischen dem Un-
fallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquater 
Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate 
Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er-
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 
123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges 
zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch 
der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechts-
frage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist 
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_626/2010, E. 5; BGE 112 V 30 E. 1b). 
 
2.4.1 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Anders verhält es sich bei natürlich 
unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Be-
urteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf des geltend gemachten Unfaller-
eignisses auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Bei psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter 
Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (sogenannte Psycho-Praxis; BGE 115 V 133), während 
nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirn-
traumen anwendbaren sogenannten Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen 

 

 
 
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physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 
mit Hinweisen). 
 
2.4.2 Im Zusammenhang mit der Adäquanzprüfung ist sodann auf die Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum Krankheitsbild des Tinnitusleiden hinzuweisen. Das Bundesgericht nahm in 
seiner Rechtsprechung (BGE 138 V 248 ff.) gestützt auf die medizinische Literatur eine Unter-
scheidung zwischen objektivem und subjektivem Tinnitus vor. Der objektive Tinnitus bezeichnet 
ein Ohrgeräusch, welches aufgrund pathologisch-anatomischer Veränderungen entsteht und 
grundsätzlich auch für Aussenstehende – allenfalls mit technischen Hilfsmitteln – hörbar wird. 
Meist handelt es sich um gefässreiche Missbildungen, Tumore oder um muskulär bedingte 
Schallgeräusche. Der subjektive Tinnitus wird einzig durch die betroffene Person gehört und stellt 
die weitaus häufigste Form dar. Eine weitere Umschreibung geht dahin, dass dieser eine audito-
rische Empfindung ist, die ohne äussere akustische oder elektrische Reizung entsteht und die 
keinen subjektiven Informationsgehalt hat. Die genannten Definitionen unterscheiden sich bei ge-
nauer Betrachtung lediglich in begrifflicher, nicht aber in inhaltlicher Hinsicht. Gestützt auf diese 
medizinischen Lehrmeinungen gelangte das Bundesgericht in BGE 138 V 256 E. 5.8.3 zum 
Schluss, dass an der Annahme, der Tinnitus sei ein körperliches Leiden oder zumindest (zwin-
gend) auf eine körperliche Ursache zurückzuführen, nicht festgehalten werden könne. Es wies 
darauf hin, dass in der medizinischen Lehre Einigkeit darüber bestehe, dass jedenfalls ein sub-
jektiver Tinnitus nicht objektiv gemessen werden könne. Alle Untersuchungen würden nur auf 
eine "Vergleichbarkeit" abzielen. Dabei stünden die Kooperation des Patienten oder der Patientin 
und dessen bzw. deren volle Subjektivität im Mittelpunkt. Die Einstufung eines Tinnitus innerhalb 
gebräuchlicher Raster mit drei bis vier Schweregraden erfolge nicht aufgrund audiometrischer 
oder anderer Messungen, sondern nach der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung. Dement-
sprechend würden die Schweregrade des Tinnitus den subjektiven Leidensdruck wiedergeben 
und müssten nicht mit irgendwelchen Tinnitusparametern wie der subjektiven Lautheit oder mit 
audiologischen Messungen korrelieren. Der nur so bestimmbare Schweregrad könne demge-
mäss keine verlässlichen Rückschlüsse auf eine organische Unfallfolge als Ursache des Tinnitus 
bieten. Zusammenfassend kam das Bundesgericht zum Schluss, dass keine medizinisch gesi-
cherte Grundlage bestehe, um einen Tinnitus als körperliches Leiden zu betrachten oder ihn 
(zwingend) einer organischen Ursache zuzuordnen. Auch lasse sich nicht vom Schweregrad ei-
nes Tinnitus auf eine organische Unfallfolge als Ursache schliessen. Das schliesse zwar nicht 
aus, dass ein Tinnitus in einer organischen Unfallfolge begründet sein könne. Es bestehe aber 
keine Rechtfertigung, bei einem Tinnitus, welcher im Einzelfall nicht nachgewiesenermassen auf 
eine solche (organische) Unfallfolge zurückzuführen ist, auf das Erfordernis einer besonderen 
Adäquanzprüfung zu verzichten. Anders zu verfahren würde kausalrechtlich einer sachlich und 
rechtlich nicht begründbaren Bevorteilung des Tinnitus gegenüber anderen organisch nicht ob-
jektiv ausgewiesenen Beschwerdebildern entsprechen. In diesem Sinne sei die Rechtsprechung 
zu bereinigen. 
 
3. Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte (Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit 
der versicherten Person, Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen schädi-
gendem Ereignis und gesundheitlicher Störung) bedarf es verlässlicher medizinischer Entschei-

 

 
 
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dungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversi-
cherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle 
anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 
3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für 
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4. Den medizinischen Akten des vorliegenden Falls lässt sich Folgendes entnehmen: 
 
4.1 Am 6. September 2018 berichtete Dr. med. D.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, von 
der Sprechstunde vom 27. August 2018. Als Diagnose hielt er eine commotio cerebri am 12. Au-
gust 2018 mit intermittierendem Drehschwindel fest. Aktuell bestehe kein Hinweis für eine peri-
pher-vestibuläre Funktionsstörung. Die Patientin habe am 12. August 2018 beim Putzen durch 
ein niederfallendes Brett einen Schlag gegen die linke Kopfseite erhalten. Danach seien Kopf-
schmerzen aufgetreten und sie sei schlafen gegangen. Am nächsten Morgen sei sie mit persis-
tierenden drückenden Kopfschmerzen linksseitig sowie mit einem intermittierenden Drehschwin-
del aufgewacht. Seither würden drückende Kopfschmerzen, aktuell eher rechtsseitig, von der In-
tensität her langsam regredient, persistieren. Zudem werde ein rauschend-pfeifender Tinnitus 
beidseits wahrgenommen. Ebenso persistiere ein intermittierender Drehschwindel, welcher beim 
Hinlegen sowie Aufrichten auftreten würde, inzwischen aber ebenfalls langsam regredient sei. 
Dieser sei teilweise begleitet von Übelkeit, Erbrechen sei bisher nicht aufgetreten. Keine beglei-
tende Hörminderung, keine Otalgie, keine Otorrhoe, keine Doppelbilder, keine Gangunsicherheit. 
Die Patientin habe sich am 14. August 2018 in der Praxis von Dr. med. E.____, FMH Allgemeine 
Innere Medizin, vorgestellt. Da sich keine Prellmarke am Kopf gezeigt habe und die Hirnner-
venneurologie unauffällig gewesen sei, sei auf eine notfallmässige zentrale Bildgebung verzichtet 
worden. 
 
4.2 Dr. med. C.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, hielt in ihrem Bericht vom 6. September 
2019 aufgrund der Tonaudiometrie vom 8. Mai 2019 als Diagnosen ein HWS-Syndrom und 
Schonhaltung bei Status nach Unfall vom 12. August 2018 mit SHT Grad I sowie einen Tinnitus 
beidseits mit Normakusis beidseits fest. Auffällig seien eine deutliche Schonhaltung der HWS und 
eine Kiefergelenksdysfunktion im Sinne eines schnappenden Kiefergelenks gewesen. Dr. C.____ 
verordnete Physiotherapie der HWS und des Kiefergelenks, welche per 30. Juli 2019 abgeschlos-
sen werden konnte. 
 

 

 
 
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4.3 Im Bericht über die Physiotherapie vom 5. Dezember 2019 wurde festgehalten, dass sie 
in einer weiteren Serie die Behandlung des Kiefergelenks wiederaufnehmen, weiter an der Zent-
rierung der Halswirbelsäule, der Tonusregulation der Schultergürtelmuskulatur sowie auch an der 
Haltung arbeiten könnten. Die Beschwerden könnten noch einmal stabiler reduziert und damit die 
Belastbarkeit der Patientin verbessert werden. 
 
4.4 Im Bericht von Dr. C.____ vom 11. Dezember 2019 wurde als Diagnose festgehalten: 
HWS-Syndrom und Tinnitus links > rechts bei Status nach Unfall vom 12. August 2018 mit SHT 
Grad I und Normalhörigkeit beidseits. Klinisch wurde betreffend Kiefergelenk weiter festgestellt: 
schmerzbedingt deutlich eingeschränkte Mundöffnung, Druckschmerz linkes Kiefergelenk, 
schnappende Schlittenbewegungen bei Mundöffnung. 
 
4.5 Dr. med. F.____, FMH Praktischer Arzt, berichtete am 4. März 2020 zu Handen der 
Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin, die Versicherte leide nach einer commotio 
cerebri an einem HWS-Syndrom und einer Kiefergelenksproblematik links. Es handle sich um 
organisch bedingte Beschwerden, welche ohne Dazutun des Unfallereignisses überwiegend 
wahrscheinlich nicht zum aktuellen Zeitpunkt aufgetreten wären und das Ereignis dafür geeignet 
gewesen sei. Die physiotherapeutischen Behandlungen hätten zu einer Verbesserung der HWS-
Problematik und der Kiefergelenksproblematik geführt. Beim Tinnitus sei die Therapie erschwert: 
Die Tatsache, dass der Tinnitus aber durch die physiotherapeutische Verbesserung im Kieferge-
lenk wie auch des HWS-Befundes besser geworden sei, weise mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit auf eine peripher organische Ursache des Tinnitus hin. Anhaltspunkte für eine psychiatri-
sche Krankheit lägen in den Akten nicht vor. Unter diesen Umständen könne aus versicherungs-
ärztlicher Sicht die Einstellung der medizinischen Massnahmen nicht nachvollzogen werden. Im 
konkreten·Fall und im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen sei aus versicherungsärztlicher 
Sicht die Terminierung der SWICA zum verfügten Zeitpunkt nicht nachvollziehbar, insbesondere 
auch weil im konkreten Fall mit einer sehr guten Prognose bei guter Führung des Falles·durch 
die Unfallversicherung zu rechnen sei. Mit einem Dauerschaden sei unter Berücksichtigung des 
letzten Physiotherapieberichtes nicht zu rechnen. Aus versicherungsärztlicher Sicht sei mit Blick 
auf ähnlich gelagerte Fälle eine Behandlung und Beobachtung im Rahmen von ca. zwei Jahren 
nachvollziehbar. 
 
4.6 Im Physiotherapiebericht vom 7. April 2020 wurde festgehalten, dass die Versicherte 
nun, unter anderem auch durch ihre sehr gute Compliance, nahezu schmerzfrei sei und keine 
Ohrgeräusche mehr habe. Es gehe ihr momentan sehr gut. Sie hätten in der zweiten Therapie-
serie noch einmal nachhaltig an den Dysbalancen der gesamten Nacken-/Kopf- und Kieferregion 
arbeiten und die Heimübungen verinnerlichen können, sodass sie die Beschwerden nun hoffent-
lich langfristig kontrollieren könne. 
 
5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der medizinische Endzustand sei Ende 
Juli 2019 noch nicht erreicht gewesen, sodass die Voraussetzungen für eine Einstellung der vo-
rübergehenden Leistungen im genannten Zeitpunkt nicht erfüllt gewesen seien. 
 

 

 
 
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5.2 Die vorübergehenden Leistungen wie Taggelder und Heilbehandlung hat der Unfallver-
sicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 
sind – nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine 
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Was darunter zu verste-
hen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung 
der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlung 
zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen). Trifft dies 
nicht mehr zu und ist ein Endzustand eingetreten, ist der Fall unter Einstellung der vorüberge-
henden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruches auf eine Invalidenrente und/oder 
eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen, 134 V 109 
E. 4.1). 
 
5.3 Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (wei-
tere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht. Erlässt der Versicherer stattdessen 
nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlich-
keit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt. Standen zu ei-
nem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch dann 
vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall 
ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob ursprünglich da-
von ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit mehr auftreten. 
Diese Frage ist im Rahmen einer ex ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Um-
stände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine ent-
scheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf 
vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründete, wird 
tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem 
kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem As-
pekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte 
Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Be-
schwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über 
das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteile des Bundesgerichts vom 26. 
September 2008, 8C_102/2008, E. 4.1 und vom 26. August 2008, 8C_433/2007, E. 2.3, je mit 
Hinweisen). 
 
5.4 Sind die geltend gemachten Beschwerden unter dem Titel Grundfall zu prüfen, obliegt 
es dem Versicherer darzutun, dass diese mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein übli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall zurückzufüh-
ren sind, da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt. Die blosse Möglich-
keit genügt nicht. Sind die Beschwerden jedoch im Rahmen eines Rückfalles oder als Spätfolge 
zu prüfen (Art. 11 UVV), stellt sich die Frage, ob eine leistungsbegründende natürliche Kausalität 
gegeben ist. Die Beweislast liegt hier bei der versicherten Person. Je grösser der zeitliche Ab-
stand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto 
strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusam-
menhangs zu stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2018, 8C_414/2017, E. 2.2; 

 

 
 
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RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der 
versicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3). 
 
5.5 Es trifft zu, dass den Akten kein formeller Fallabschluss zu entnehmen ist. Jedoch kann, 
wie in E. 5.3 dargelegt, ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt 
wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstel-
lation ist entscheidend, ob ursprünglich davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Be-
handlungsbedürftigkeit mehr auftreten. Diesbezüglich ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhal-
ten, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis vom 12. August 2018 ab 19. August 
2018 wieder zu 100 % arbeitsfähig war und die Behandlungen per 27. August 2018 abgeschlos-
sen wurden. Erst ab Mai 2019 fanden wieder physiotherapeutische Behandlungen ohne Arbeits-
unfähigkeit statt. Für den Zeitraum vom 27. August 2018 bis Mai 2019 sind in den Akten keine 
Behandlungen dokumentiert. Danach durfte die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgehen, 
dass keine Behandlungsbedürftigkeit mehr auftrete und den Fall (formlos) abschliessen. Es ist 
somit vorliegend von einem Rückfall auszugehen. Demzufolge obliegt es der Beschwerdeführe-
rin, den Beweis für die leistungsbegründende natürliche Kausalität zu erbringen. Allerdings kann 
offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin diesen Beweis zu erbringen vermag, denn so oder so 
war aufgrund der 100%-igen Arbeitsfähigkeit mit weiteren Behandlungen keine Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit mehr möglich und somit gemäss Rechtsprechung von der Fortsetzung der ärzt-
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes in Bezug auf die Ar-
beitsfähigkeit zu erwarten. Der medizinische Endzustand war mithin spätestens am 30. Juli 2019 
eingetreten. Dies ergibt sich auch aus den Berichten über die Physiotherapie vom 5. Dezember 
2019 sowie vom 7. April 2020. Weder die Stabilisierung des bereits Erreichten (Urteil des Bun-
desgerichts vom 23. April 2008, 8C_402/2007, E. 5.1.2.2) noch die Verinnerlichung der Heim-
übungen stellt eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands im Sinne des Gesetzes oder 
der Rechtsprechung dar. Nach dem Gesagten wurde der Fallabschluss bzw. die Adäquanzprü-
fung zu Recht spätestens per 31. Juli 2019 vorgenommen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, 
dass die Leistungen gemäss UVG ohnehin noch darüber hinaus erbracht und nicht zurückgefor-
dert wurden. Unter den geschilderten Umständen durfte die Beschwerdegegnerin den Fallab-
schluss per 31. Juli 2019 vornehmen. 
 
6.1 Ob der für die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzte natürliche Kausal-
zusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 12. August 2018 und den im Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung vorhandenen Gesundheitsbeeinträchtigungen zu bejahen ist, kann letztlich 
offen bleiben. Wie im Folgenden zu zeigen ist, fehlt es vorliegend nämlich an dem für die Beja-
hung einer Leistungspflicht – zusätzlich zur natürlichen Unfallkausalität – erforderlichen adäqua-
ten Kausalzusammenhang zwischen den im Zeitpunkt des Fallabschlusses vorhandenen Ge-
sundheitsbeeinträchtigungen der Versicherten und dem am 12. August 2018 erlittenen Unfall. 
 
6.2.1 Im Rahmen der Adäquanzprüfung ist als Erstes zu klären, ob diese nach der sogenann-
ten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) oder nach der Schleudertrauma-Praxis, welche bei Schleu-
dertraumata der Halswirbelsäule und analog bei äquivalenten Verletzungsmechanismen sowie 
Schädel-Hirntraumata mit entsprechenden Verletzungen zur Anwendung gelangt (BGE 134 V 
109 und 117 V 259), zu erfolgen hat. 

 

 
 
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6.2.2 Die Beschwerdeführerin erlitt beim Unfall zum einen eine commotio cerebri. Gemäss 
Rechtsprechung genügt ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den Schweregrad einer 
commotio cerebri – nicht im Grenzbereich zu einer contusio cerebri (Gehirnprellung) – erreicht, 
grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis. Eine commotio cerebri ist ein 
Zustand vorübergehender, schnell reversibler neurologischer Dysfunktion, der mit kurzzeitiger 
Bewusstlosigkeit kurz nach der Verletzung einhergeht. Der Verletzte hat oft eine Amnesie für die 
Zeit der Verletzung resp. für die Zeit vor der Verletzung. Es bestehen aber keine neurologischen 
Auffälligkeiten. Die contusio cerebri ist eine fokale Gewaltanwendung auf das zerebrale Gewebe, 
die mit kleinen parenchymatösen Blutungen oder einem lokalen Ödem einhergeht (Urteile des 
Bundesgerichts vom 24. August 2020, 8C_386/2020, E. 4.3.2 und vom 18. April 2016, 
8C_75/2016, E. 4.2, je mit weiteren Hinweisen). Die HWS- und die Kiefergelenksproblematik wer-
den von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren zwar nicht (mehr) als leistungsbe-
gründende Beschwerden aufgeführt. Aus den Akten geht denn auch nicht hervor und es bestehen 
diesbezüglich keine bildgebenden Befunde, dass sie eine Verletzung im Grenzbereich zu einer 
Contusio cerebri erlitten hätte. Folglich ist eine Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis vorzu-
nehmen. 
 
Zum anderen leidet die Beschwerdeführerin an einem Tinnitus. Diesbezüglich ist streitig und zu 
prüfen, ob dieser eine objektiv nachweisbare, organische Unfallfolge darstellt. Weder für den Tin-
nitus selber noch für die als Ursache für den Tinnitus in den Arztberichten genannten Diagnosen 
des HWS-Syndroms und der Kiefergelenksdysfunktion liegen apparative, bildgebende Abklärun-
gen vor. Ausserdem kann die Versicherte sowohl gemäss dem Tonaudiogramm vom 27. August 
2018 als auch gemäss dem Tonaudiogramm vom 8. Mai 2019 normal hören, der Tinnitus ist mit-
hin nicht mit einer Hörstörung verbunden. Gemäss dem Bundesgericht besteht zudem keine me-
dizinisch gesicherte Grundlage, um einen Tinnitus als körperliches Leiden zu betrachten oder ihn 
(zwingend) einer organischen Ursache zuzuordnen. Es besteht keine Rechtfertigung, bei einem 
Tinnitus, welcher im Einzelfall nicht nachgewiesenermassen auf eine solche (organische) Unfall-
folge zurückzuführen ist, auf das Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung zu verzichten. 
Demnach ist der Tinnitus nicht objektivierbar, weshalb sich auch in Bezug auf dieses Leiden eine 
Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis ergibt. 
 
6.2.3 Insgesamt liegen jedenfalls keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vor, 
weshalb die Adäquanzprüfung nachfolgend nach der Psycho-Praxis zu erfolgen hat. 
 
6.3.1 Danach setzt die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un-
fallereignis und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung im Einzelfall vo-
raus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbs-
unfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 
E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wo-
bei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung der Unfälle in drei 
Gruppen zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander-
seits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6). Während 

 

 
 
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bei leichten bzw. banalen Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel ohne wei-
teres verneint werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter 
Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher 
Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen, ist der adä-
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu 
bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfah-
rung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. 
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein 
adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantwor-
ten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in 
Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamt-
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (BGE 
115 V 133 E. 6c/aa) zu nennen: 
 

• besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; 
• die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfah-

rungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; 
• ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 
• körperliche Dauerschmerzen; 
• ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 
• schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
• Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. 
 

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erfor-
derlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzu-
sammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um 
einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als 
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren 
Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. 
Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen 
mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um ei-
nen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen 
ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise 
erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den 
objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs. 
Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglicherweise die 
psychische Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/bb). 
 
6.3.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid gelangte die Beschwerdegegnerin zur Auffas-
sung, dass es sich beim Unfall vom 12. August 2018 allerhöchstens um einen mittelschweren 
Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen handelt. Diese Einschätzung ist nicht zu beanstan-
den. Demgemäss müsste ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in be-
sonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder es müssten mehrere der zu berücksichtigenden 
Kriterien gegeben sein, damit die Adäquanz bejaht werden könnte (BGE 115 V 133 E. 6c/bb). 

 

 
 
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6.3.3 Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass vorliegend keines dieser Kriterien er-
füllt ist. Beim vorliegenden Ereignis liegen weder besonders dramatische Begleitumstände noch 
eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles vor. Weder das Kriterium der Schwere oder beson-
deren Art der erlittenen Verletzungen, noch das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belasten-
den ärztlichen Behandlung, noch das Kriterium der erheblichen Beschwerden, noch das Kriterium 
der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, noch das Krite-
rium des schwierigen Heilungsverlaufs und erhebliche Komplikationen ist erfüllt. Auch das Krite-
rium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist vorliegend nicht 
erfüllt, zumal ab 19. August 2018 bereits wieder·eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bestand. Die Ver-
sicherte bringt in ihrer Beschwerde denn auch keinerlei Argumente vor, welche die Richtigkeit der 
vorinstanzlichen Adäquanzbeurteilung in Frage stellen könnten. 
 
6.3.4 Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen den im Zeitpunkt des Fallabschlusses vorhandenen Gesundheitsbeeinträch-
tigungen der Versicherten und dem am 12. August 2018 erlittenen Unfall in Anwendung der so-
genannten Psycho-Praxis zu Recht verneint hat. 
 
Der Bericht von Dr. F.____ vom 4. März 2020 vermag daran nichts zu ändern, da dieser ohnehin 
nur die natürliche Kausalität der Beschwerden zum Unfallereignis umschreibt. Wie bereits er-
wähnt, kann jedoch die Frage nach dem Vorliegen der natürlichen Kausalität offengelassen wer-
den. 
 
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss zwar bereits 
per 31. Juli 2019 verfügt, aber zuvor Leistungen bis zum 27. März 2020 erbracht hat. Lediglich 
ein paar Tage später, mithin am 7. April 2020, hat sodann die Physiotherapeutin ohnehin in ihrem 
Bericht festgehalten, dass die Beschwerdeführerin nahezu schmerzfrei sei und keine Ohrgeräu-
sche mehr habe. Die im vorliegenden Verfahren zentrale Frage, ob der Fallabschluss Ende Juli 
2019 korrekt gewesen ist, ist demnach ohnehin nur theoretischer Natur, da die Versicherte weit 
über diesen Zeitpunkt hinaus Leistungen erhalten hat. 
 
Abschliessend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen – unabhängig da-
von, ob es sich um den Unfall oder einen Rückfall handelt – per 31. Juli 2019 einstellen durfte, 
zumal der adäquate Kausalzusammenhang in beiden Fällen zu verneinen ist. 
 
7. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, dass es die Be-
schwerdegegnerin abgelehnt hat, der Versicherten im Zusammenhang mit dem Unfallereignis 
vom 12. August 2018 über den 31. Juli 2019 hinaus Leistungen aus der obligatorischen Unfall-
versicherung auszurichten. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 31. Au-
gust 2020 erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie abzuwei-
sen ist. 
 

 

 
 
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8. Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung 
(Art. 83 ATSG) hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kosten-
los zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Bei 
diesem Ausgang des Verfahrens wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.