# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6ab9a25-8493-5ba6-b95e-f35c99217422
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.06.2024 720 22 287 / 142 (720 2022 287 / 142)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-287---142_2024-06-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. Juni 2024 (720 22 287 / 142) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Gestützt auf ein psychiatrisches Gerichtsgutachten erfolgt die Zusprache einer ganzen 

Invalidenrente 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Holger Hügel, Rechtsan-
walt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. A.____, geboren 1965, meldete sich am 10. Juli 2019 sich unter Hinweis auf eine seit 
29. April 2019 bestehende 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bei der Schweizerischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse, insbe-
sondere nach Beizug des vom Krankentaggeldversicherers in Auftrag gegebene psychiatrische 
Gutachten von Dr. B.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 26. Juni 2020, 
nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens bei Dr. C.____, Facharzt für Psychiatrie und 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Psychotherapie FMH, vom 16. November 2021, sowie nach Durchführung des Vorbescheidver-
fahrens wies die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) das Leistungsbegehren mit 
Verfügung vom 9. September 2022 ab. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Holger Hügel, mit Eingabe vom 
17. Oktober 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte unter o/e-Kostenfolge, es sei die angefochtene Ver-
fügung aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen 
Leistungen gemäss IVG zuzusprechen, namentlich eine Invalidenrente. Eventualiter sei zur Ab-
klärung des medizinischen Sachverhalts, namentlich zum Gesundheitszustand und dessen Ver-
lauf sowie dessen Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit ein medizinisches fachpsychiatrisches 
Gutachten bei einer unabhängigen, fachlich geeigneten Gutachterperson einzuholen. Subeven-
tualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese zu verpflich-
ten, zur rechtsgenüglichen Abklärung des medizinischen Sachverhalts, ein verwaltungsexternes 
fachpsychiatrisches Gutachten zum Gesundheitszustand und dessen Verlauf sowie dessen Aus-
wirkungen auf die Erwerbsfähigkeit bei einer unabhängigen, fachlich geeigneten Gutachterper-
son einzuholen, um auf Basis dieser gutachterlichen Beurteilung über die Ansprüche des Be-
schwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung zu entscheiden. Zusammenfassend 
wurde in der Beschwerde geltend gemacht, dass die Beurteilungen im Rahmen der von der Be-
schwerdegegnerin vorgenommenen gutachterlichen Abklärungen des medizinischen Sachver-
halts nicht zum Beweis herangezogen werden könnten, da sie nicht schlüssig und nachvollzieh-
bar seien. Das psychiatrische Gutachten von Dr. C.____ überzeuge überhaupt nicht. Es stehe 
zudem in diametralem Gegensatz zu den Vorakten, ohne die Widersprüche zu erklären, und ba-
siere auf Mutmassungen, Unterstellungen und nicht statthaften Schlussfolgerungen. Daran könn-
ten auch die Stellungnahmen von Med. pract. D.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, 
Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel RAD, nichts ändern. Der Beschwerdeführer habe auf-
grund einer vollen Arbeitsunfähigkeit nach fachgutachterlicher Abklärung durch den Krankentag-
geldversicherer während zwei Jahren das volle Krankentaggeld erhalten. Sowohl der Gutachter 
des Krankentaggeldversicherers als auch der behandelnde Psychiater und die Fachärzte der 
psychiatrischen Fachklinik hätten eine schwere Depression diagnostiziert und den Beschwerde-
führer durchgängig als voll arbeitsunfähig beurteilt. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 16. Dezember 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin unter 
anderem unter Hinweis auf die Stellungnahme von Med. pract. D.____ vom 24. Oktober 2022 die 
Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Nachdem der Beschwerdeführer darauf verzichtet hatte, sich replikweise vernehmen zu 
lassen (vgl. Schreiben vom 18. Januar 2024), wurde die Angelegenheit mit Verfügung der instru-
ierenden Präsidentin vom 24. Februar 2023 der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
E. In der Folge reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Februar 2023 eine er-
gänzende Stellungnahme zur beruflichen Tätigkeit von Dr. C.____ ein. Dazu liess sich die Be-
schwerdegegnerin am 14. März 2023 vernehmen. 
 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

F. Im Rahmen der Urteilsberatung vom 1. Juni 2023 gelangte die Dreierkammer zur Auf-
fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene 
medizinische Aktenlage nicht möglich sei, da dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten psy-
chiatrischen Gutachten von Dr. C.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Gestützt 
darauf könne die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente habe, nicht 
rechtsgenüglich beantwortet werden, weshalb ein psychiatrisches Gerichtsgutachten angeordnet 
werde (vgl. Beschluss vom 1. Juni 2023). Als Gutachter bestimmt wurde PD Dr. med. E.____, 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH. In der Folge wurde den Parteien die Möglichkeit einge-
räumt, zur Wahl des Gutachters und zum Entwurf des Gutachtensauftrags sowie des Fragekata-
logs Stellung zu nehmen. 
 
G. Die Parteien erklärten sich mit der Wahl des Gutachters einverstanden und verzichteten 
auf Ergänzungen zum Fragekatalog (vgl. Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 29. Juni 
2023 bzw. des Beschwerdeführers vom 20. Juli 2023). Mit Schreiben vom 2. August 2023 wurde 
PD Dr. E.____ mit der Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt. 
 
H. Das Gutachten von PD Dr. E.____ ging am 2. Januar 2024 beim Kantonsgericht ein. Die 
instruierende Präsidentin räumte den Parteien mit Verfügung vom 11. Januar 2024 die Möglich-
keit ein, sich zum Gerichtsgutachten und zu den Auswirkungen auf den Rentenanspruch zu äus-
sern. 
 
I. Mit Schreiben vom 25. Januar 2024 teilte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf 
eine Stellungnahme mit. Der Beschwerdeführer liess sich am 10. Februar 2024 vernehmen und 
hielt fest, dass die gutachterlichen Ausführungen klar und überzeugend begründet seien, weshalb 
ohne Weiteres darauf abgestellt werden könne. Aufgrund seines Gesundheitsschadens sei er 
seit 29. April 2019 in seiner Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sowohl in angestammter als auch in 
optimal behinderungsangepasster Tätigkeit vollständig beeinträchtigt, weshalb es ihm nicht zu-
zumuten sei, einer Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachzugehen. Aus diesem 
Grund habe er nach Ablauf des Wartejahres und unter Berücksichtigung der sechsmonatigen 
Wartefrist ab April 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 
 
J. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin vom 13. Februar 2024 wurde die Angele-
genheit der Dreierkammer erneut zur Beurteilung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde vom 17. Oktober 2022 trat das Kantonsgericht bereits anlässlich 
der ersten Urteilsberatung vom 1. Juni 2023 ein. 
 
2.1 Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich 
die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 
und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-Rente 
bzw. dessen Ablehnung nach dem 1. Januar 2022 verfügt, gilt unter anderem folgendes: Liegen 
Eintritt der Invalidität und Beginn des umstrittenen Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, so 
bleiben die vor dem 1. Januar 2022 gültigen Bestimmungen anwendbar (Kreisschreiben über 
Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9101). 
Da die vorliegend angefochtene Verfügung zwar nach dem 1. Januar 2022 erging, ein allfälliger 
Invalidenrentenanspruch aber bereits ab April 2020 gegeben wäre, bleiben die Bestimmungen 
des IVG und diejenigen der IVV in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
anwendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und ange-
wendet. 
 
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die wäh-
rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfä-
hig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind 
(lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bemessung der Invalidität von erwerb-
stätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). 
 
3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht et-
was Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b; 121 V 47 E. 
2a; 115 V 142 E. 8b, je mit Hinweisen). 
 
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerde-
fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aus-
künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der ver-
sicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Das 
Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-prozess gültigen 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 
– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen sind und danach zu entscheiden ist, ob die Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechenden medi-
zinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne dass das gesamte Beweismaterial 
gewürdigt wird und die Gründe angegeben werden, warum auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abgestellt wird. 
 
4. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Inva-
lidenrente hat. Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stützte sich die Beschwerde-
gegnerin auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 16. November 2021 sowie die Einschätzungen 
ihres RAD. Sie ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass zu keinem Zeitpunkt ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden vorgelegen habe. Anlässlich der Urteilsberatung vom 1. 
Juni 2023 erachtete es das Kantonsgericht als erforderlich, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten 
in Auftrag zu geben. Im gleichentags erlassenen Beschluss wurden die medizinischen Unterlagen 
dargestellt und eingehend gewürdigt, weshalb an dieser Stelle auf diesbezügliche Wiederholun-
gen verzichtet und auf den Beschluss vom 1. Juni 2023 verwiesen wird. In Bezug auf die Abklä-
rung des Gesundheitszustands und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl aktuell als auch 
rückwirkend stellte das Kantonsgericht fest, dass das Gutachten von Dr. C.____ die beweisrecht-
lichen Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage aus mehreren Gründen nicht 
erfülle und einen Entscheid über den Rentenanspruch nicht zulasse. In der Folge wurde PD Dr. 
E.____ damit beauftragt, den Beschwerdeführer nochmals psychiatrisch zu begutachten. 
 
5. PD Dr. E.____ diagnostizierte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 2. Januar 2024 
auf Seite 35 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit kombinierte Persönlichkeitsstörungen 
(ICD-10 F61.0) mit emotional instabilen, anankastischen und selbstunsicheren Anteilen, eine mit-
telgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine Neurasthenie (ICD-10 F48.1), eine Somati-
sierungsstörung (ICD-10 F45.0) sowie eine Agoraphobie (ICD-10 F40.0). Keine Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit mass er den Störungen durch Alkohol, Status nach schädlichem Ge-
brauch 2018 (ICD-10 F10.1), bei. In der Beurteilung führte er ab Seite 36 zunächst aus, dass eine 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gründliche Diskussion und Auseinandersetzung mit der innerpsychischen Struktur des Versicher-
ten unerlässlich sei. Nur so könne verstanden werden, wie es zu den diversen psychischen Symp-
tomformationen und Syndromen gekommen sei, und nur so könne beurteilt werden, ob es sich 
um chronifizierende, dauerhafte und therapieresistente Symptome handle oder nicht. Im Rahmen 
der Begutachtung sei deutlich geworden, dass beim Versicherten eine relevante Persönlichkeits-
pathologie im Sinne von kombinierten Persönlichkeitsstörungen vorliegen würde. Die Schilderun-
gen des Versicherten betreffend Kindheit und Jugendzeit seien überaus eindrücklich und fänden 
sich in keinen der früheren psychiatrischen Akten. Diese Schilderungen seien aber entscheidend 
um zu verstehen, in welch emotional deprivierten Umfeld er aufgewachsen sei, was zur Folge 
gehabt habe, dass er nie eine ausreichend stabile narzisstische Entwicklung habe durchlaufen 
können. Dies bedeute wiederum, dass seine psychostrukturelle Entwicklung nicht ausreichend 
stabil habe erfolgen können. Ohne Verständnis für diese ausgeprägte emotionale Deprivation 
bzw. für diese ausgeprägte primäre narzisstische Insuffizienz, die sich beim Versicherten entwi-
ckelt habe, könne nicht verstanden werden, weshalb der Versicherte schliesslich in seiner Be-
rufsanamnese eine massive Erschöpfung seiner innerpsychischen Ressourcen habe erleben 
müssen. Er habe aufgrund dieser dysfunktionalen frühen Beziehungsgestaltungen Elternbilder 
internalisieren müssen, die keineswegs aufwertend gewesen seien, so dass es ihm nie habe 
gelingen können, eine ausreichende Selbstwirksamkeit zu internalisieren. Das bedeute, dass er 
sich zeitlebens nach der Aussenwelt habe orientieren müssen, um narzisstische Aufwertungen 
zu erleben. In der Berufsanamnese sei eine ausgesprochen hohe Tendenz erkennbar, möglichst 
perfektionistisch zu handeln, möglichst fehlerfreie Arbeiten zu erzielen, möglichst fleissig und ef-
fizient zu sein, womit der Versicherte seine Freizeit nicht ausreichend gepflegt und wichtige Quel-
len der Selbstwirksamkeit ausser Acht gelassen habe. Dadurch sei auch zu erklären, dass er 
zeitlebens nie einen eigenen Freundeskreis habe etablieren können und seine langjährige Ehe 
kaum je stabil gewesen sei, denn der Versicherte sei, wie er selbst gesagt habe, "24/7 am Arbei-
ten". Der Kern der innerpsychischen Struktur des Versicherten sei durch eine ausgeprägte pri-
märe narzisstische Insuffizienz definiert, weshalb deutlich werde, dass dieses übermässige be-
rufliche Engagement hauptsächlich dazu gedient habe, die primäre narzisstische Insuffizienz zu-
mindest vorübergehend zu kompensieren. Weder habe innerhalb seiner innerpsychischen Res-
sourcen während seiner gesamten Berufsanamnese ein stabiles Gleichgewicht bestanden noch 
seien die innerpsychischen Ressourcen, die an die Berufsanamnese gebunden gewesen seien, 
in einem stabilen Gleichgewicht mit ausserberuflichen innerpsychischen Ressourcen gestanden, 
denn diese habe er ja nie wirklich entwickeln können. Überaus eindrücklich seien sodann die 
Angaben des Versicherten, wie er seine psychische Krankheitsentwicklung erlebt habe. Er habe 
mitgeteilt, dass er bis zum Zeitpunkt, als er im Spätsommer 2018 von seiner damaligen Lebens-
partnerin damit konfrontiert worden sei, dass er seinen Alkoholkonsum sistieren und eine Psy-
chotherapie beginnen müsse, nie bemerkt habe, dass er psychische Beschwerden habe. Er habe 
erst dann realisiert, dass er erschöpft gewesen sei. Diese Angaben seien deshalb überaus ein-
drücklich, weil sie deutlich aufzeigen würden, dass die eigentliche Mentalisierungsfähigkeit des 
Versicherten, also seine Fähigkeit, innerpsychische Prozesse bewusst wahrzunehmen, deutlich 
defizitär geblieben sei bzw. kaum vorliege. Dies überrasche nicht, wenn gewürdigt werde, dass 
der Versicherte in seiner Ursprungsfamilie nie über Persönliches habe sprechen können, und 
bedeute auch, dass er seine eigenen Gedanken und Affekte nie in einer Auseinandersetzung 
bzw. auch in einer Identifizierung mit den primären Beziehungspersonen, also seinen Eltern, habe 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

reflektieren, entwickeln und konsolidieren können, so dass die Mentalisierung beim Versicherten 
ein gewissermassen nie entwickeltes "Feld" geblieben sei. Dadurch könne auch besser verstan-
den werden, weshalb er noch mehrere Monate weitergearbeitet habe und bis zum 28. April 2019 
in einem 100 % Pensum tätig geblieben sei, obwohl er kaum noch leistungsfähig gewesen sei, 
und am darauffolgenden Tag in die Psychiatrische Klinik F.____ eingetreten sei. Es gebe beim 
Versicherten kaum eine Mitte zwischen den Extrempositionen, was sich auch darin zeige, dass 
er im Rahmen der Untersuchung zwar depressiv imponiert habe, lange Zeit aber eine Affektlabi-
lisierung habe abwehren können, schliesslich aber so imponiert habe, als stünde er vor einem 
relevanten affektlabilen Einbruch, als im Rahmen der Begutachtung die psychische Verfassung 
und Krankheitsentwicklung besprochen worden sei. Dass der Versicherte nicht auf ausreichend 
sublimierte Abwehrmechanismen habe zurückgreifen können, untermauere auch der Umstand, 
dass er im Jahr 2018 einen übermässigen Alkoholkonsum begonnen habe, um den nun zuneh-
menden und von ihm aufgrund seiner fortschreitenden psychischen Erschöpfung immer schlech-
ter handhabbaren Druck ausgleichen und dämpfen zu können. Es falle auf, dass in den Vorakten, 
insbesondere in den beiden Vorgutachten, dieser Alkoholkonsum nicht als unsublimierter Ab-
wehrmechanismus erkannt worden sei. Weiter falle auf, dass in den Vorakten Impulskontrollstö-
rungen, bspw. eine Spielsucht, aber auch Essattacken, separat diagnostiziert worden seien, was 
aufgrund dieser phänomenologischen Beurteilung nicht das Gesamtbild erfasse, denn diese Im-
pulskontrollstörungen seien aufgetreten, nachdem der Versicherte arbeitsunfähig geworden sei, 
und er nicht mehr in der Lage gewesen sei, die ohnehin defizitäre Impulskontrolle beruflich zu 
binden, so dass er sie nun in andere Bereiche habe verlagern müssen. Damit sei erneut deutlich 
geworden, wie sehr der Versicherte lediglich auf unsublimierte Abwehrmechanismen zurückgrei-
fen könne, um mit innerpsychischen Spannungszuständen umgehen zu können. Der Versicherte 
sei nie in der Lage gewesen, einen Freundeskreis zu etablieren. In seinen drei Beziehungen zu 
Frauen habe nie eine längere harmonische Beziehungsgestaltung etabliert werden können. Auch 
hier würden sich dysfunktionale interaktionelle Muster seitens des Exploranden zeigen. Beim Ver-
sicherten seien die Kardinalkriterien für kombinierte Persönlichkeitsstörungen mit emotional in-
stabilen, anankastischen und selbstunsicheren Anteilen erfüllt. Die Persönlichkeitsstörungen des 
Exploranden würden mit einer deutlich reduzierten Flexibilität und einer deutlich rigiden Abwehr 
einhergehen. Es bestehe insbesondere im Rahmen der emotional instabilen Persönlichkeitsan-
teile eine relevante Frustrationsintoleranz, die dazu betrage, dass der Versicherte in Situationen, 
in denen er eine subjektive Frustration erlebe, zu impulsiven Durchbrüchen neige. 
 
Im Rahmen der Affektpathologie führte PD Dr. E.____ ab Seite 46 aus, dass der Versicherte im 
objektiven Psychostatus eine depressive Grundstimmung gezeigt habe, die hauptsächlich mittel-
gradig ausgeprägt gewesen sei. Er habe auch eine mittelgradige Affektarmut gezeigt. Die affek-
tive Schwingungsfähigkeit sei deutlich reduziert gewesen. Er habe in den spezifischen objektiven 
Parametern teilweise pathologisch ausgelenkte Befunde gezeigt. Zum aktuellen Zeitpunkt sei 
eine mittelgradige depressive Störung bzw. Episode zu diagnostizieren. Auf klinischer Ebene im-
poniere sodann eine ausgeprägte Neurasthenie, die oftmals auch dann noch weiter bestehen 
bleibe, wenn es zu einer Remission oder Teilremission einer oftmals parallel verlaufenden de-
pressiven Störung komme. Die Neurasthenie entstehe nie zufällig und autonom, sondern sie sei 
immer Ausdruck einer relevanten Dysbalance der innerpsychischen Ressourcen bzw. einer Er-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schöpfung derselben. Zugrunde liege in aller Regel eine Persönlichkeitspathologie. Typischer-
weise seien es anankastische Persönlichkeitspathologien, die dazu neigen würden, mit den ei-
genen innerpsychischen Ressourcen über Jahre hinweg unökonomisch umzugehen. Darüber 
hinaus würden eine Agoraphobie und eine Somatisierungsstörung vorliegen. 
 
Hinweise für Inkonsistenzen konnte PD Dr. E.____ keine finden (vgl. Seite 24). Im Zusammen-
hang mit den Behandlungsmassnahmen hielt der Gutachter fest, dass der Versicherte gewissen-
haft seit Oktober 2018 permanent in psychiatrisch-psychologischer Behandlung stehe. Nach Wür-
digung der ICF-Kriterien gelangte PD Dr. E.____ ab Seite 52 zum Schluss, dass die qualitativen 
Funktionsfähigkeiten aus psychiatrischer Sicht beim Versicherten in den relevanten Beurteilungs-
dimensionen schwer beeinträchtigt seien, so dass aus psychiatrischer Sicht im ersten Arbeits-
markt keine Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. In Bezug auf die ICF-Kriterien könne zwar behauptet 
werden, dass nicht sonderlich viele qualitative Funktionsfähigkeiten schwer beeinträchtigt seien. 
Allerdings sei die Durchhaltefähigkeit – als relevanteste Funktionsfähigkeit – aufgrund der Neu-
rasthenie schwer beeinträchtigt. Sie verunmögliche es dem Versicherten, aktuell wieder in den 
Arbeitsmarkt zurückzukehren, wobei zu betonen sei, dass diese Neurasthenie eine sekundäre 
psychische Störung auf dem Boden der primären Persönlichkeitsstörungen sei. Als Beginn der 
Arbeitsunfähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit legte PD Dr. E.____ den 29. 
April 2019 fest.  
 
6.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist ergänzend zu den in Erwägung 3.2 hiervor darge-
legten Grundsätzen darauf hinzuweisen, dass für den Beweiswert eines Arztberichtes entschei-
dend ist, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be-
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab-
gegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), und dass 
das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der me-
dizinischen Fachperson abweicht, deren Aufgabe es ist, dem Gericht ihre Fachkenntnisse zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum 
Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder ein vom Gericht 
eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. 
Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungs-
äusserungen anderer Fachexperten als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichts-
gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass die Überprüfung durch einen Oberexperten für ange-
zeigt gehalten wird, sei es, dass ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens ab-
weichende Schlussfolgerungen gezogen werden (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
6.2 PD Dr. E.____, ein langjähriger und ausgesprochen erfahrener Gutachter in versiche-
rungsmedizinischen Fragestellungen, verfasste seine Beurteilung nach umfassender Darstellung 
der Akten, nach persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers sowie nach gründlicher ei-
gener Anamnese- und Befunderhebung. Seine Einschätzungen zu den gesundheitlichen Leiden 
und der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sind für medizinische Laien äusserst nach-
vollziehbar, da sie detailliert und begründet hergeleitet werden. Eindrücklich zeigt PD Dr. E.____ 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auf, welche Vorgänge dazu führten, dass der Beschwerdeführer, der über ein langjähriges erfolg-
reiches Berufsleben verfügt, von einem Tag auf den anderen aus dem Arbeitsprozess ausschied. 
Weiter gelingt es dem Gerichtsgutachter aufzuzeigen, weshalb dem Beschwerdeführer auf dem 
ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitstätigkeit mehr zuzumuten ist und medizinische und/oder beruf-
liche Massnahmen (derzeit) daran nichts zu ändern vermögen. Im Rahmen der Auseinanderset-
zung mit den bisherigen Berichten diskutierte PD Dr. E.____ die Vorgutachten und zeigte auf, wo 
diese ihre Mängel haben. Ab Seite 32 ff. setzte er sich mit dem Gutachten von Dr. C.____ ausei-
nander. Er wies mehrfach darauf hin, dass Dr. C.____ die Befunde und Erhebungen lediglich kurz 
oder knapp erfasst und dargestellt habe. PD Dr. E.____ setzte sich auch mit der Auffassung von 
Dr. C.____ auseinander, wonach eine langjährige Berufsanamnese im ersten Arbeitsmarkt be-
deute, dass eine Persönlichkeitsstörung nicht vorliegen könne (vgl. Seite 33). Er gelangte zum 
Schluss, dass sich eine Auseinandersetzung mit der Beurteilung von Dr. C.____ erübrige, da 
dieser die innerpsychische Struktur des Versicherten nicht erfasst habe ober nicht habe erfassen 
können, weshalb seiner Argumentation das Fundament fehle. 
 
6.3 Zusammenfassend legte PD Dr. E.____ äusserst überzeugend und schlüssig dar, wes-
halb er von einer schwerwiegenden Persönlichkeitspathologie ausgeht, die sich insbesondere auf 
das Erwerbsleben des Beschwerdeführers im ersten Arbeitsmarkt auswirkt. Zweifel an der vollen 
Beweistauglichkeit des Gerichtsgutachtens bestehen keine. Dieses erfüllt alle in Erwägung 6.1 
hiervor dargestellten Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung an eine beweis-
taugliche medizinische Beurteilung. 
 
7. Gestützt auf das Gerichtsgutachten von PD Dr. E.____ ist damit erstellt, dass der Be-
schwerdeführer aufgrund von kombinierten Persönlichkeitsstörungen mit emotional instabilen, 
anankastischen und selbstunsicheren Anteilen, der mittelgradigen depressiven Episode, der Neu-
rasthenie, der Somatisierungsstörung und der Agoraphobie in jeder Tätigkeit zu 100 % arbeits-
unfähig ist. Der Invaliditätsgrad liegt somit bei 100 %, was zu einem Anspruch des Beschwerde-
führers auf eine ganze Invalidenrente führt. Wie vom Beschwerdeführer richtig aufgezeigt, be-
steht unter Berücksichtigung des Wartejahres und der sechsmonatigen Wartefrist (vgl. Art. 29 
Abs. 1 IVG) ab April 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Beschwerde wird deshalb 
vollumfänglich gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 9. September 2022 aufgeho-
ben.  
 
8.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts-
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 
Abs. 1bis IVG) und vorliegend auf Fr. 1'000.-- anzusetzen. Dem Verfahrensausgang entsprechend 
sind sie von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Der vom Beschwerdeführer bezahlte Kosten-
vorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird ihm rückerstattet. 
 
8.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 1. Juni 2023 ausführlich begründet, lag der 
angefochtenen Verfügung ein in medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt zu-
grunde. Somit rechtfertigt es sich aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Art. 43 ATSG, die Kosten für das Gerichtsgutachten in der Höhe von insgesamt Fr.7'000.-- der 
Beschwerdegegnerin zu auferlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 502 E. 4.4). 
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers wies in seiner Honorarnote vom 27. Februar 2024 für das vorliegende Verfahren 
einen Zeitaufwand von insgesamt 26 Stunden und 30 Minuten aus, was sich in Anbetracht der 
sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen grundsätzlich als angemessen erweist. Praxis-
gemäss nicht der Beschwerdegegnerin auferlegt werden kann jedoch der geltend gemachte Auf-
wand vom 1. Juni 2023 von insgesamt 3 Stunden (Besuch der ersten Urteilsberatung und Vorbe-
reitung derselben) sowie die Spesen von Fr. 26.40. Ebenfalls nicht zu berücksichtigen ist sodann 
die Position vom 27. Februar 2024 im Umfang von 25 Minuten, da der Aufwand für die Rech-
nungsstellung ebenfalls nicht von der Beschwerdegegnerin zu entschädigen ist. Nicht zu bean-
standen ist die in der Honorarnote aufgeführte Spesenpauschale von 3 %. Dem Beschwerdefüh-
rer ist folglich eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'407.15 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer von 7,7 % auf Fr. 4'806.70 bzw. von 8,1 % auf Fr. 1'138.15) zu Lasten der Beschwer-
degegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
9. September 2022 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Be-
schwerdeführer ab 1. April 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
hat. 

 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 1'000.-- sowie die Kosten für 
das Gutachten von PD Dr. E.____ im Betrag von Fr. 7'000.-- werden der 
Beschwerdegegnerin auferlegt. 

Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- wird ihm zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 6'407.15 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer von 7,7 % auf Fr. 4'806.70 bzw. von 8,1 % auf Fr. 1'138.15) zu 
bezahlen. 

 
 

 http://www.bl.ch/kantonsgericht