# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 090411c2-233e-5ae4-91c6-09ef61d52cc2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-02-06
**Language:** de
**Title:** (unveränderter) Invaliditätsgrad und neu zugesprochene Integritätsentschädigung korrekt; Abweisung. (BGE 8C_234/2017)
**Docket/Reference:** UV.2015.00235
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00235.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00235
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
6. Februar 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
Aliotta
Rechtsanwälte
Obergasse 20, Postfach 1508, 8401 Winterthur
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1959,
war als Bauarbeiter tätig und bei der Suva unfall
versichert, als er sich am
9.
September 1989 beim Fussballspielen eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes und des medialen Seitenbandes
am
rechten Knie zuzog (
Urk.
11/1
Ziff.
1-6,
Urk.
11/2
Ziff.
5).
Am 3
0.
Januar 2012 wurde ein Rückfall gemeldet (
Urk.
11/15). Die Suva sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 2
2.
Apri
l 2013 mit Wirkung ab Februar 2013 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 16
%
zu (
Urk.
11/145).
Am 1
8.
Februar 2014 wurde ein weiterer Rückfall gemeldet (
Urk.
11/156).
Die Suva sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 1
2.
September 2014 (
Urk.
11/237
=
Urk.
3/3
) eine Invalidenrente beim gleichen Invaliditätsgrad (S. 1) und eine Integritätsentschädigung entsprechend einer
Integritäts
ein
busse
von 30
%
(S. 3 oben) zu. Die dagegen am 1
5.
Oktober 2014 erho
bene Einsprache (
Urk.
11/243
=
Urk.
3/4
) wies sie mit
Einsprache
entscheid
vom 1
5.
Oktober 2015 (
Urk.
11/271 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen
den
Einspracheentscheid
vom 1
5.
Oktober 2015 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 1
7.
November 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, dieser sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die ihm ab November 2014 zustehenden Versicherungsleistungen (Heilungskosten und Taggelder) auszurichten
,
und es sei vom Gericht ein medizinisches Gut
achten einzuholen (S. 2
Ziff.
1-3). Eventuell sei die Sache an die
Beschwer
degegnerin
zwecks Einholens eines Gutachtens zurückzuweisen (S.
2
Ziff.
4). Es sei nach Vorliegen des Gutachtens die Rentenfrage neu zu prüfen,
auf jeden Fall - auch ohne Begutachtung - eine höhere Invaliden
rente
und ein höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen (S. 2
Ziff.
5-7).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Januar 2016 (
Urk.
10)
die Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 2
2.
März 2016 an seinen Anträ
gen fest (
Urk.
15), was der Beschwerdegegnerin am 2
9.
März 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
17 S. 2
Ziff.
3). Eine Duplik ging nicht ein (
Urk.
19).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
9.
März 2016 wurde antragsgemäss (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
9) die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt
(
Urk.
17)
.
Den Antrag auf eine öffentliche Verhandlung (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
9) zog der Beschwerdeführer wieder zurück (
Urk.
22).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeits
unfä
hig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Unfall
ver
si
cherung (UVG)
Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld ent
steht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wieder
erlan
gung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeitpunkt der vollen Wiederer
langung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten,
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicher
ten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
1.2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invali
di
tät ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil
weise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhält
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozi
allohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den
vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellari
schen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen
Anforderungs
kriterien
basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die SUVA entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das
Invalidenein
kommen
entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten
Behinde
rungsprofil
entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und
Durch
schnittslohnes
im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beur
teilung der von der SUVA verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativi
tät erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die SUVA die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezoge
nen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwen
dungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Ein
spracheverfahren
zu erheben, damit sich die SUVA im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die SUVA nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die SUVA hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE
Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die
Rechtskon
formität
der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem auf
grund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbe
schreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitli
che oder
leistungsmässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übri
gen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3, 129 V 472
E.
4.2.3).
1.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent
schädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussicht
lich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integritätsent
schädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut
Art.
25
Abs.
1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem
medizinischem
Befund ist der
Integri
tätsschaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität (BGE 13 V 218 E. 4b). Dementsprechend ist der Umfang der
Integritätsein
busse
eine ärztlich zu beantwortende Frage.
1.
5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invali
denrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesge
richts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwen
dung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, im Zeitpunkt der Rentenprüfung sei der medizinische Endzustand erreicht gewesen (S. 7 f.
Ziff.
3a). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei auf das Zumutbarkeitsprofil gemäss kreisärztlicher Beurteilung, bestätigt durch die Ärzte des
Y.___
, abzustellen (S. 8
Ziff.
3b). Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
76‘050.-- (S. 8 f.
Ziff.
4a) und dem anhand von DAP-Daten ermittelten Invalideneinkommen von
Fr.
63‘906.--
(S. 9
Ziff.
4b) resultiere eine Erwerbseinbusse von 16
%
(S. 10
Ziff.
4c). Auf die
kreisärztli
che
Schätzung des Integritätsschadens sei abzustellen (S. 12
Ziff.
5.c).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin hätte eine im Februar 2014 eingetretene Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes gutachterlich abklären müssen (S. 6 f.
Ziff.
2.3 f.)
. A
uf die im November 2012 erstellte kreisärztliche
Zumutbar
keitsbeurteilung
könne im
Entscheidzeitpunkt
(September 2015) nicht abge
stellt werden (S. 7 f.
Ziff.
2.5), ebenso nicht auf die
im
September 2014 erstellte (S. 8). Verschiedene ihn behandelnde Spezialärzte gingen von einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in leidensangepasster Tätigkeit aus (S.
8 ff.
Ziff.
2.6). Auf die verwendeten DAP-Daten könne nicht abgestellt werden, da es sich dabei um Vollzeitstellen handle (S. 10
Ziff.
2.7). Die kreisärztliche Schätzung des Integritätsschadens könne nicht akzeptiert werden (S. 10
Ziff.
2.8).
2.3
Was strittig ist, ergibt sich aus der Zusammenschau der in der Beschwerde (
Urk.
1) gestellten Anträge (S. 2
Ziff.
2-6) und den - den Anträgen nur teil
weise entsprechenden
-
Ausführungen in der Begründung (S. 6 ff.).
Demnach ist,
nebst der Frage, ob zur
Entscheidfindung
ein Gutachten erforder
lich sei
, strittig und zu prüfen
:
-
ob der medizinische Endzustand erreicht ist oder ein fortgesetzter
Tag
geldanspruch
besteht
-
mit Blick auf den Invaliditätsgrad der Umfang der Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit
-
die Höhe des Integritätsschadens.
Der Antrag auf Taggeld und die Anträge auf Invalidenrente schliessen einan
der grundsätzlich aus, ist doch der Rentenbeginn einer der
Beendigungs
gründe
des Taggeldanspruchs (
vorstehend E. 1.1
).
3.
3.1
Im Rahmen einer Besprechung am
2.
Oktober 2012 (
Urk.
11
/89) führte
Dr.
med.
Z.___
, Oberarzt
A.___
, unter anderem aus, schwere Arbeiten seien nicht mehr zumutbar. Die Physiotherapie sei auslaufen zu lassen, das Heimprogramm sei fortzusetzen. Es sei auf gutes Schuhwerk zu achten
. Eine namhafte Veränderung des Zustandes werde nicht mehr eintre
ten, einzig könne noch mit Schmerzmitteln, Injektionen und eventuell
Kno
chenaufbaupräparaten
dem Zustand ein wenig entgegengewirkt werden. Der Endzustand sei erreicht (S. 1 Mitte).
3.2
Kreisarzt
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Chirurgie, berichtete am
5.
November 2011 über seine gleichentags erfolgte Untersuchung
(
Urk.
11/106).
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, als Bauarbeiter bestehe keine Arbeitsfähig
keit mehr. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe für Tätigkeiten mit folgendem Zumutbarkeitsprofil (S. 8 Mitte):
wechselbelastende überwiegend (über 70
%
) sitzende Arbeiten, ohne repetitives Gehen oder gar Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, Gehen auf ebenem Gelände mit einer maximalen Traglast von 10 kg, ohne repetitives Treppengehen, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne hockende, kauernde und kniende Arbeiten
Die Veränderungen im rechten Kniegelenk (beginnende Arthrose) hätten das entschädigungspflichtige Ausmass einer Integritätsschädigung noch nicht erreicht (S. 8).
3.3
Am 2
7.
Februar 2014 berichtete
Dr.
med.
C.___
, Leitender Arzt, Klinik für Orthopädische Chirurgie,
Y.___
, über die am 2
1.
Februar 2014 erfolgte Implantation einer Totalprothese am rechten Knie (
Urk.
11/168).
Vom 2
7.
Februar bis
2.
April 2014 weilte der Beschwerdeführer stationär in der
D.___
, worüber am
2.
April 2014 berichtet wurde (
Urk.
11/190). Die Zumutbarkeit für angepasste Tätigkeiten werde im Moment noch nicht festgelegt, da man sich noch in der medizinischen Phase befinde (S. 2 oben).
Dr.
C.___
,
Y.___
, berichtete am
2.
Mai 2014 über die am 2
3.
April 2014 erfolgte Verlaufskontrolle (
Urk.
11/202) und führte unter anderem aus, zwei
Monate postoperativ sei der Verlauf soweit regelrecht, so dass weiter auf Vollbelastung übergegangen werden könne (S. 1 unten).
3.4
Kreisarzt
Dr.
B.___
führte in seinem Bericht vom 1
7.
Juni 2014 (
Urk.
11/212) nach der gleichentags erfolgten Untersuchung unter anderem aus, es bestehe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit (S. 8 Mitte).
Gleichentags
führte er aus, der
Integritätsschaden
betrage 30
%
, dies
infolge einer lateral betonten Gonarthrose rechts gemäss Tabelle 5,
Integritätsscha
den
bei Arthrosen
(
Urk.
11/213)
.
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Kurzbericht vom 1
8.
Juli 2014 an den Kreisarzt unter anderem aus, es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
11/219).
M
it Zeugnis vom
6.
November 2014 attestierte
Dr.
E.___
für
leidensan
gepasste
Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit ab
2.
September 2014 (vgl.
Einspracheentscheid
des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich vom 1
7.
März 2015,
Urk.
11/262 S. 3 Mitte).
3.5
Kreisarzt
Dr.
B.___
berichtete am
2.
September 2014 über seine gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
11/229).
Er führte unter anderem aus, als Bauarbeiter bestehe keine Arbeitsfähigkeit, eine solche werde auch nicht mehr erreichbar sein. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für das im November
2012 definierte Zumutbarkeitsprofil (vorstehend E.
3.3), das vollumfänglich
übernommen werden könne (S. 8 unten).
Es sei ein Endzustand erreicht. Weitere Behandlungen seien weder notwendig noch zielführend (S. 9).
3.6
Am
9.
April 2015 berichtete
Dr.
med.
F.___
, Oberarzt, Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
Y.___
, über die am 2
5.
März 2015 erfolgte Untersuchung (
Urk.
11/256). Er führte unter anderem aus, gut ein Jahr post
operativ zeige sich klinisch eine ordentliche Kniegelenksfunktion. Es bestehe jedoch ein deutlicher Leidensdruck aufgrund der unzureichenden
Schmerz
kontrolle
sowie der schwierigen sozialen Situation. Momentan sähen sie - die Ärzte des
Y.___
- durch eine chirurgische Intervention kein
Verbesserungs
potential
der Kniefunktion. Ihrer Einschätzung zufolge wäre eine angepasste, knieschonende berufliche Tätigkeit mit Wechselbelastung zu
50
%
möglich
; sie bäten jedoch die Beschwerdegegnerin um
eine
erneute kreisärztliche Untersuchung zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (S. 2 oben).
3.7
Mit Schreiben vom 1
0.
September 2015 teilte
Dr.
F.___
mit, sie - die Ärzte des
Y.___
- teilten die Einschätzung des Kreisarztes bezüglich des
Zumutbar
keitsprofils
. Bei ihren Untersuchungen hätten sich in der letzten Zeit keine richtungsweisenden Veränderungen der Kniegelenksfunktionen ergeben, so dass das definierte Zumutbarkeitsprofil Bestand habe (
Urk.
11/268).
3.8
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, berichtete am 3
0.
September 2015
an
Dr.
E.___
(
Urk.
11/269
/2-3
).
Er habe den Beschwerdeführer erstmals am 1
9.
August 2015 untersucht und am 1
6.
September 2015 zur Bespre
chung der (Röntgen-) Befunde gesehen (S. 1 oben). Als Zuweisungsgrund nannte er eine schmerzhafte Knietotalprothese rechts (S. 1 Mitte). Anamnes
tisch hielt er unter anderem fest, am
9.
April 2015 sei durch die Ärzte des
Y.___
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert worden (S. 1 unten).
Als Hilfsarbeiter auf dem Bau sei der Beschwerdeführer mit einer
Kniepro
these
sicher nicht mehr voll arbeitsfähig. Er sei ebenfalls der Meinung, dass aber eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten mit wechselndem Belastungsprofil vertretbar sei (S. 2 unten).
4.
4.1
Der Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beein
trächtigt, ist die erhebliche Funktionseinschränkung seines rechten Kniegelenks. Sie hat zur Folge, dass er nach nahezu einhelliger Auffassung der dies beurteilenden Ärzte als Bauarbeiter auf Dauer nicht mehr arbeitsfä
hig ist. Aufgrund der noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit resultierte im Jahr 2013 ein Invaliditätsgrad von 16
%
; diesem entsprechend sprach ihm die Beschwerdegegnerin im Jahr 2013 eine Invalidenrente zu
, was unbestritten blieb.
Im Februar 2014 wurde, rund ein Jahr nach der
Rentenzusprache
,
am rechten Knie eine Totalprothese implantiert, und im Juni 2014 wurde die Arthrose am rechten Knie, die 2011 noch als (lediglich) beginnend eingestuft worden war (vorstehend E. 3.2), als Integritätsschaden im Umfang von 30
%
taxiert (vorstehend E. 3.4).
Es fragt sich nun, wie sich die genannten gesundheitlichen Aspekte auf die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers auswirken.
4.2
Die Feststellung von Kreisarzt
Dr.
B.___
, dass im September 2014 der medizi
nische Endzustand (wieder) erreicht war (vorstehend E. 3.5), ist als sol
che
nicht in Frage gestellt worden. Auch der Beschwerdeführer hat sich ihr de facto angeschlossen, denn seine den Rentenanspruch betreffenden An
träge (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
5 und 6) würden sonst keinen Sinn ergeben (vgl. vor
stehend E.
1.5). Damit ist auch die Frage geklärt, ob - wie vom Beschwer
deführer postuliert (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2) - ein fortgesetzter Taggeldanspruch bestehe; er besteht nicht.
4.3
Gemäss den Feststellungen von Kreisarzt
Dr.
B.___
wirkt sich die
Prothesen
versorgung
des beschädigten Knies
und das Fortschreiten der Arthrose
nicht auf die verbleibende Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit aus; diese hat sich weder verbessert noch verschlechtert, weshalb ab 2014 vom gleichen Zumutbarkeitsprofil ausgegangen werden kann wie 2012 (vorste
hend E. 3.5).
Es gibt keine ärztliche
n
Beurteilung
en
, die diesbezüglich etwas anderes annehmen liessen. Klärungsbedürftig ist einzig der Umfang der im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils bestehenden Arbeitsfähigkeit.
Kreisarzt
Dr.
B.___
erachtete eine dem Zumutbarkeitsprofil gerecht wer
dende Tätigkeit als vollschichtig möglich (vorstehend E. 3.2).
Dr.
F.___
(
Y.___
) postulierte diesbezüglich im April 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, erbat jedoch ausdrücklich eine kreisärztliche Beurteilung (vorstehend E. 3.6). Nachdem ihm diese vorlag, schloss er sich ihr im September 2015 an, ging also im Ergebnis ebenfalls von einer vollen Arbeitsfähigkeit in
leidens
angepasster
Tätigkeit aus (vorstehend E. 3.7). Damit übereinstimmend attestiert
e
Dr.
E.___
bereits ab September 2014 eine volle Arbeitsfä
higkeit
in angepasster Tätigkeit
(vorstehend E. 3.4). Die davon abweichende Äusserung von
Dr.
G.___
(vorstehend E. 3.8) ist nicht geeignet, diese übereinstimmenden Einschätzungen in Frage zu stellen. Offensichtlich war ihm nämlich weder die kreisärztliche Beurteilung bekannt noch der Umstand, dass sich
Dr.
F.___
im September 2015 dieser angeschlossen hat. Die von ihm verwendeten Formulierungen machen deutlich, dass er letztlich nicht eine eigene Beurteilung vornahm, sondern bloss die - zwischenzeitlich über
holte - Einschätzung durch
Dr.
F.___
vom April 2015
übernahm. Seine fehlende Vertrautheit mit den näheren Umständen zeigt sich auch darin, dass er befand, in der angestammten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer „nicht mehr voll“ arbeitsfähig, was nicht vereinbar ist mit der klaren und wieder
holten kreisärztlichen Feststellung, dass in der angestammten Tätigkeit aktu
ell und auf Dauer gar keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht.
4.4
Somit bleibt festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer nur Tätigkeiten mög
lich sind, die der erheblichen Beeinträchtigung des rechten Kniegelenks im
Sinne des formulierten Zumutbarkeitsprofils Rechnung tragen. Wird das Zumutbarkeitsprofil eingehalten, sind keine Gründe ersichtlich, die auf eine in diesem Rahmen zusätzlich reduzierte Arbeitsfähigkeit schliessen liessen. Mithin ist die Beschwerdegegnerin bei der Invaliditätsbemessung zu Recht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ausge
gangen.
Damit wird auch der - einzige - Einwand, der beschwerdeweise gegenüber der Verwendung der DAP-Daten erhoben wurde (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
2.7), hin
fällig.
Die Invaliditätsbemessung gestützt auf die DAP-Profile entspricht den Vorgaben der Rechtsprechung (vorstehend E. 1.3) und ist nicht zu beanstan
den.
4.5
Gemäss der von Kreisarzt
Dr.
B.___
verwendeten und einschlägigen Tabelle
5 (Arthrosen) entspricht eine mässige
Pangonarthrose
einem
Integritäts
schaden
von 10-30
%
und eine schwere einem solchen von 30-40
%
.
Endoprothesen
mit gutem Erfolg lassen einen Integritätsschaden von 20
%
annehmen,
Endoprothesen
mit schlechtem Erfolg einen
solchen
von 40
%
.
Vor diesem Hintergrund ist die von
Dr.
B.___
vorgenommene Einschätzung mit 30
%
(vorstehend E. 3.4) vollumfänglich plausibel. Dass sie nach Meinung des Beschwerdeführers „nicht akzeptiert“ werden könne (
Urk.
1 S.
10
Ziff.
2.8), ist zur Kenntnis zu nehmen, aber nicht geeignet, die behaup
tete Erforderlichkeit einer weiteren, gutachterlichen Beurteilung zu begrün
den.
4.6
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die
Beschwerdegegnerin zu Recht weiter
hin einen Invaliditätsgrad von 16
%
und neu eine Integritätseinbusse von 30
%
angenommen hat.
Der angefochtene Entscheid ist deshalb nicht zu beanstanden, sondern zu bestätigen, und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter hat mit Honorarnote vom 2
3.
Mai 2016 einen Aufwand von 13.77 Stunden sowie eine Kleinspesenpauschale von 3
%
fakturiert (
Urk.
20). Beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist er somit mit
Fr.
3‘369.90 (inklusive
Auslagen
ersatz
und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Massimo Aliotta, Winterthur,
wird mit
Fr.
3'369.90
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher