# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31e400b4-e795-5b48-a880-871a478b6e28
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-28
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 28.01.2022 S1 21 213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S1-21-213_2022-01-28.pdf

## Full Text

S1 21 213 

 

 

URTEIL VOM 27. JANUAR 2022 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Thierry Schnyder, Präsident; Candido Prada und Thomas Brunner, 

Kantonsrichter; Petra Stoffel, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________ AG - Y _________, Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

KANTONALE ARBEITSLOSENKASSE, Beschwerdegegnerin  

 

(KAE / Covid-19 / Geltendmachung des Anspruchs) 

Beschwerde gegen den Entscheid vom 14. September 2021 

  

- 2 - 

Sachverhalt 

 

A.  Die Beschwerdeführerin reichte am 24. Oktober 2020 (S. 73 ff.) für die Periode ab 

dem 24. Oktober 2020 die «Voranmeldung von Kurzarbeit» ein. Mit Verfügungen vom 

23. Dezember 2020 (S. 70 ff.) bewilligte die Dienststelle die Kurzarbeitsentschädigung 

für die Zeit vom 6. November 2020 bis zum 31. Januar 2021. Sofern die übrigen An-

spruchs- und Anrechnungsvoraussetzungen erfüllt seien und der Entschädigungsan-

spruch gemäss Art. 38 Abs 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen-

versicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 innert dreier Mo-

nate nach Beendigung jeder Abrechnungsperiode bei der gewählten Arbeitslosenkasse 

geltend gemacht werde, bestehe Anspruch auf Leistungen.  

Mit Schreiben vom 8. April 2021 (59 f.) liess das Treuhandbüro der Beschwerdeführerin 

eine rückwirkende Anpassung der bestehenden Voranmeldung beantragen. Gestützt 

darauf erliess die Dienstelle am 23. April 2020 (S. 56) die Verfügung, in der sie die Vo-

ranmeldung für die Periode vom 26. Oktober bis zum 14. März 2021 guthiess. Die neuen 

Abrechnungen waren bis zum 30. April 2021 bei der Beschwerdegegnerin zu hinterle-

gen. 

Am 30. April 2021 (S. 26 - 45) liess das Treuhandbüro der Beschwerdegegnerin die 

Abrechnungen der Monate Januar bis März 2021 per Mail zukommen. Am 18. Mai 2021 

(S. 46-55) sandte sie die Abrechnung für den Monat Dezember 2020 zu. 

B.  Mit Verfügung vom 25. Juni 2021 (S. 20 ff.) lehnte die Beschwerdegegnerin den 

Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (fortan KAE) für den Monat Dezember 2020 mit 

der Begründung ab, das Abrechnungsformular sei verspätet eingereicht worden. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 22. Juli 2021 (S. 9 ff.) Einsprache. Aufgrund 

der komplexen Materie sei es dem Treuhandbüro nicht möglich gewesen, bis zum  

30. April 2020 die Abrechnung für den Monat Dezember 2020 einzureichen. Mit der Ver-

fügung vom 23. April 2021 sei eine neue dreimonatige Frist eingeräumt worden. Da 

schliesslich die Abrechnung für den Monat Dezember 2020 am 18. Mai 2021 nachge-

reicht worden sei, könne ihr kein fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden. 

Mit Entscheid vom 14. September 2021 (S. 2 ff.) wies die Beschwerdegegnerin die Ein-

sprache ab. Die Abrechnung für den Monat Dezember 2020 sei von der Treuhänderin 

verspätet eingereicht worden. Die Darlegungen der Beschwerdeführerin, die Frist sei zu 

kurz berechnet gewesen, sei unzutreffend. Gemäss den Mitteilungen bestreffend den 

- 3 - 

Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigungen und den gesetzlichen Bestimmungen habe 

die Abrechnung innert einer Frist von 3 Monaten nach Ablauf der Periode bei der Kasse 

eingereicht werden müssen.  

C.  Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 29. September 2021 Beschwerde bei 

der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Wallis. Sie bezeich-

nete die Vorgehensweise der Arbeitslossenkasse als «überspitzten Formalismus». Die 

Frist von wenigen Tagen habe die Treuhänderin nicht einhalten können. Die Vorgehens-

weise der Beschwerdegegnerin sei ungerecht und willkürlich.  

Im Rahmen der Vernehmlassung hielt die Arbeitslosenkasse am 21. Oktober 2021 an 

der Anspruchsverweigerung fest. 

Replizierend führte die Beschwerdeführerin am 24. November 2021 aus, gegen die Ver-

fügung der DIHA vom 23. Dezember 2020 sei Rekurs eingelegt worden, was am 23. April 

2021 zur Gutheissung geführt habe. Dabei sei ihm eine Frist von 5 Tagen auferlegt wor-

den, um die Abrechnungen einzureichen. Diese hätten von der Treuhänderin nicht voll-

ständig eingereicht werden können. Die Abrechnung vom Dezember 2020 sei von dieser 

am 18. Mai 2021 der Beschwerdegegnerin zugestellt worden. Sie persönlich habe aber 

die Formulare für die Monate Oktober, November und Dezember 2020 bereits mit Mail 

vom 11. November 2020 und 1. Januar 2021 an die Beschwerdegegnerin zugesandt. 

Mit Duplik vom 9. Dezember 2021 ergänzte die Beschwerdegegnerin, die strittige Ab-

rechnung sei bei ihr vor Mai 2021 weder per Post noch per Mail eingegangen. 

Auf weitere Parteivorbringen wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen. 

Erwägungen 

1.  Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver-

sicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 (Arbeitslosengesetz, 

AVIG) sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) auf das AVIG anwendbar, soweit 

dieses nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt. Die sachliche und örtliche Zustän-

digkeit der angerufenen Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts 

ist in casu gegeben (Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 und Art. 119 Abs. 1 lit. a und 

Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol-

venzentschädigung vom 31. August 1983 [AVIV]; Art. 7 Abs. 2 des Gesetzes über die 

- 4 - 

Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [RPflG], Art. 1 Abs. 2 des Verfahrensreglements 

des kantonalen Versicherungsgerichts vom 2. Oktober 2001 [RVG] und Art. 81a des Ge-

setzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 

1976 [VVRG]). Auf die fristgerecht und den formalen Anforderungen entsprechende Be-

schwerde kann eingetreten werden. 

2.  Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Auszahlung der Kurzarbeitsentschädigung 

für die Zeit vom 1. bis zum 31. Dezember 2020. 

3. 

3.1  Gemäss Art. 38 Abs. 1 AVIG muss der Arbeitgeber, der im Rahmen einer Kurzarbeit, 

einen Entschädigungsanspruch geltend macht, dies innert dreier Monate nach Ablauf 

jeder Abrechnungsperiode gesamthaft für den Betrieb bei der von ihm bezeichneten 

Kasse tun. Er reicht der Kasse ein: a. die für die weitere Beurteilung der Anspruchsbe-

rechtigung und die Berechnung der Entschädigung erforderlichen Unterlagen; b. eine 

Abrechnung über die an seine Arbeitnehmer ausgerichtete Kurzarbeitsentschädigung; 

c. eine Bestätigung, dass er die Verpflichtung zur Fortzahlung der Sozialversicherungs-

beiträge übernimmt (Art. 38 Abs. 3 AVIG). Die Frist für die Geltendmachung des Ent-

schädigungsanspruchs gemäss Art. 38 AVIG wird durch das Ende der Abrechnungspe-

riode ausgelöst, weshalb die Frist am Tag des letzten Monats der Dreimonatsfrist abläuft, 

der durch seine Zahl dem Tag des Endes der Abrechnungsperiode entspricht (Bundes-

gerichtsurteil C 26/01 vom 15. Januar 2003 publiziert in ARV 2003, S. 251). Massgebend 

zur Fristwahrung ist nicht das Eintreffen der schriftlichen Eingabe am letzten Tag der 

Frist bei der Arbeitslosenkasse (sog. Empfangsprinzip), sondern die Übergabe an die 

Schweizerische Post oder den Empfänger (sog. Expeditionsprinzip). Entschädigungen, 

die der Arbeitgeber nicht fristgemäss (Art. 38 Abs. 1 AVIG) geltend macht, werden ihm 

nicht vergütet (Art. 39 Abs. 1 und 3 AVIG). Bei der Frist für die Geltendmachung des 

Anspruchs handelt es sich um eine Verwirkungsfrist (vgl. Rubin Boris, assurance-

chômage et service public de l’emploi, 6. Teil, indemnité en cas de réduction de l’horaire 

de travail, 2019, S. 138 N 669). 

3.2  Am 20. März 2020 hat der Bundesrat ein Paket mit diversen Coronavirus-bedingten 

Verordnungen bzw. Verordnungsänderungen verabschiedet, unter anderem die Verord-

nung über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang 

mit dem Coronavirus (COVID-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung). Bereits am  

25. März 2020 wurde die COVID-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung ein erstes 

- 5 - 

Mal abgeändert und weitere Änderungen folgten. Eine Abweichung von der dreimonati-

gen Frist gemäss Art. 38 Abs. 1 AVIG für die Geltendmachung des Anspruchs wurde 

jedoch nie vorgenommen.  

Nachdem am 25. September 2020 das Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen 

für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-

Gesetz) in Kraft getreten war, wurde dieses durch die Bundesversammlung am 19. März 

2021 abgeändert. Gemäss Art. 17b Abs. 1 Covid-19-Gesetz (in Kraft [rückwirkend] vom 

1. September 2020 bis zum 31. Dezember 2021) war in Abweichung von Art. 36 Abs. 1 

AVIG keine Voranmeldefrist für Kurzarbeit mehr einzuhalten. Sodann war die Voranmel-

dung zu erneuern, wenn die Kurzarbeit länger als sechs Monate dauerte. Für rückwir-

kende Anpassungen einer bestehenden Voranmeldung war ein entsprechendes Gesuch 

bis am 30. April 2021 bei der kantonalen Amtsstelle einzureichen. Neu entstandene Ent-

schädigungsansprüche nach den Absätzen 1 und 2 waren in Abweichung von  

Artikel 38 Absatz 1 AVIG bis zum 30. April 2021 bei der zuständigen Arbeitslosenkasse 

geltend zu machen (Art. 17b Abs. 3 Covid-19-Gesetz), wobei es sich um eine Verwir-

kungsfrist handelte (vgl. Botschaft zu einer Änderung des Covid-19-Gesetzes, BBl 2021 

285 S. 30; vgl. auch Sozialversicherungsgericht Zürich AL.2021.00051 vom 8. April 2021 

E. 3.2). 

3.3  Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin mit Entscheid vom 

23. Dezember 2020 (S. 70) über ein gültiges KAE-Gesuch der DIHA für die Periode vom 

6. November 2020 bis 31. Januar 2021 verfügte. Die hier zur Diskussion stehende Ab-

rechnungsperiode ist am 31. Dezember 2020 abgelaufen, so dass die Frist zur Geltend-

machung des Anspruchs auf KAE am nächsten Tag, d.h. am 1. Januar 2021, zu laufen 

begonnen und grundsätzlich mit Ablauf des dritten Monats, d.h. am 31. März 2021,  

geendet hat. 

Den Akten der Beschwerdegegnerin kann entnommen werden, dass die Beschwerde-

führerin mit Schreiben vom 10. März 2021 (S. 67 f.) - mit Eingangsstempel der Beschwer-

degegnerin vom 12. März 2021 und Briefumschlag vom 11. März 2021 (S. 69) bestätigt 

- sich auf den Entscheid vom 23. Dezember 2020 und die erfolgte Zustellung der Ab-

rechnungsformulare vom November und Dezember 2020 berief. Sie ersuchte um Erläu-

terung der immer noch nicht gezahlten Leistungen und Hilfe, damit eine Auszahlung 

rasch möglichst erfolgen könne. Mithin ist innert der 3-monatigen Frist – entgegen den 

Darlegungen der Beschwerdegegnerin – die Geltendmachung des Anspruchs durch die 

Beschwerdeführerin erfolgt. Die Beschwerdegegnerin hat diesem Schreiben in keiner 

Art und Weise Folge geleistet. Dies lässt darauf schliessen, dass sie bereits im Besitz 

- 6 - 

der Abrechnungen für die Monate November und Dezember 2020 gewesen war, wie 

dies die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 10. März 2021 unter Beifügung der 

Kopie einer früher an die Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse gesendeten Textnach-

richt nochmals untermauerte. Widrigenfalls wäre es Aufgabe der Arbeitslosenkasse ge-

wesen, der Beschwerdeführerin eine angemessene Frist zur Vervollständigung der Ak-

ten mit dem Hinweis zu setzen, dass der Anspruch erlischt, wenn die Vervollständigung 

nicht bis zum Ablauf der dreimonatigen Verwirkungsfrist erfolge (Ziff. 17 AVIG-Praxis 

KAE; vgl. auch Art. 29 Abs. 3 AVIV; Kantonsgericht Basel-Landschaft 715 20 350/141 

vom 21. Mai 2021 E. 5.2). Art. 17 AVIG-Praxis KAE entspricht der Schutznorm  

Art. 29 Abs. 3 AVIV, wonach die Kasse der versicherten Person im Rahmen der Gel-

tendmachung ihres Anspruchs nötigenfalls eine Frist zur Vervollständigung der Unterla-

gen setzt und sie auf die Folgen der Unterlassung hinweist. Es ist im Übrigen nachvoll-

ziehbar, dass die Beschwerdeführerin am 10. März 2021, nachdem die Sachbearbeiterin 

der Arbeitslosenkasse nicht auf die E-Mail Nachricht reagierte, ein Erinnerungsschreiben 

- nota bene per Einschreiben - sandte und die Beschwerdegegnerin darauf aufmerksam 

machte, dass eine Prüfung des Antrags und eine Auszahlung der Entschädigungen trotz 

hinterlegen Unterlagen immer noch nicht erfolgt seien. Indem die Beschwerdegegnerin 

untätig blieb, hatte sie ihre Beratungspflicht (Art. 27 Abs. 2 ATSG) bzw. ihre Pflicht zur 

Nachfristansetzung zur Vervollständigung der Akten (Art. 17 AVIG-Praxis KAE) verletzt. 

In diesem Fall kann der Anspruchsuntergang für den Monat Dezember 2020 daher nicht 

aufrechterhalten werden. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die damals 

eingereichten Akten, die Auszahlung für den Monat Dezember 2020 vorzunehmen. In 

Bezug auf die bis zum 30. April 2021 geltend zu machenden Anspruchsänderungen, sei 

ergänzt, dass es sich dabei um eine gesetzliche Frist gehandelt hatte, weshalb der Ein-

wand der Beschwerdeführerin des überspitzen Formalismus unbehelflich ist. Allfällige 

Änderungen betreffend den Monat Dezember 2020 waren mithin mit der verspäteten 

Einreichung des Änderungsformulars per 18. Mai 2021 definitiv verwirkt (vgl. E. 3.2).  

4.  Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das Verfahren vor dem Kantonsgericht - 

ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung - gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG 

i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG kostenlos ist. Das Spezialgesetz, in casu das AVIG, sieht 

ebenfalls keine Kostenpflicht vor. Parteientschädigungen sind keine geschuldet, da 

diese weder geltend gemacht wurden noch eine anwaltliche Vertretung erfolgte. 

  

- 7 - 

Das Kantonsgericht erkennt 

 

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen, als die Be-

schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die bis März 2021 für den Monat  

Dezember 2020 geltend gemachten Zahlungen leistet. Allfällige nachträgliche Än-

derungen bleiben unberücksichtigt. 

2. Es werden weder Kosten erhoben noch Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

Sitten, 27. Januar 2022