# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a18cbc09-15e4-546d-8aee-a7840a42c3b1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.06.2020 100 2019 387
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-387_2020-06-17.pdf

## Full Text

100.2019.387U
BDE/BER/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Juni 2020

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, 
a.o. Verwaltungsrichterin Baerfuss Klossner
Gerichtsschreiberin Bernasconi Zenger

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 22. Oktober 2019; 2018.POM.255)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1979) ist Staatsangehöriger von Nigeria. Am 15. Januar 
2006 reiste er in die Schweiz ein und ersuchte hier unter falscher Identität 
und Staatsangehörigkeit erfolglos um Asyl. Am 27. Mai 2008 erhielt er eine 
Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei seiner Schweizer 
Lebenspartnerin und der gemeinsamen Tochter (Jg. 2007). Im November 
2010 trennte sich das Paar. Aus zwei weiteren Beziehungen mit Schweizer 
Bürgerinnen gingen zwei Söhne hervor (Jg. 2011 und 2018). Im Mai 2012 
wurde A.________ wegen Verstössen gegen die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung ausländerrechtlich verwarnt. Seine Aufenthaltsbewilligung wurde 
letztmals bis zum 7. Mai 2014 verlängert.

Am 10. Mai 2016 verurteilte das Appellationsgericht des Kantons Basel-
Stadt A.________ wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz 
in zweiter Instanz zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten.

Mit Verfügung vom 23. Februar 2018 verweigerte das Amt für Migration 
und Personenstand des Kantons Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungs-
dienste [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), die Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung und wies A.________ unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus 
der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 26. März 2018 Beschwerde 
bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: 
Sicherheitsdirektion [SID]). Mit Entscheid vom 22. Oktober 2019 wies die 
POM die Beschwerde ab und setzte A.________ eine neue Ausreisefrist 
auf den 3. Dezember 2019. Zudem gewährte sie ihm antragsgemäss die 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als 
amtliche Anwältin.

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C.

Hiergegen hat A.________ am 25. November 2019 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei 
aufzuheben, seine Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern und er sei zu 
verwarnen. Im Weiteren ersucht er für das verwaltungsgerichtliche Ver-
fahren um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seiner Rechts-
vertreterin als amtliche Anwältin. 

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 20. Dezember 2019, die Be-
schwerde sei abzuweisen. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege enthält sie sich eines Antrags.

Mit Eingaben vom 3. und 11. Dezember 2019 sowie vom 14. Januar und 
12. März 2020 hat A.________ weitere Belege zu den Akten gereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und 
Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

Strittig sind die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz.

2.1 Auf die Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung im 
Sinn von Art. 33 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und 
Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20; vor dem 1.1.2019: Bundesgesetz über 
die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, AuG]) besteht grund-
sätzlich kein Rechtsanspruch, es sei denn, die um eine Bewilligung er-
suchende Person oder ihre in der Schweiz lebenden Angehörigen könnten 
sich auf eine besondere Norm des Bundesrechts (einschliesslich Bundes-
verfassungsrecht) oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 135 II 1 E. 1.1, 
133 I 185 E. 2.3). Andernfalls entscheidet die zuständige Behörde nach 
pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungserteilung oder 
-verlängerung (vgl. Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Das AIG (wie 
bereits das AuG) unterscheidet demnach zwischen Bewilligungen, auf 
deren Erteilung ein Rechtsanspruch besteht (sog. Anspruchsbewilligung), 
und Bewilligungen, über welche die Behörde ermessensgeprägt ent-
scheidet (sog. Ermessensbewilligung; BVR 2013 S. 73 E. 2.2, 2010 S. 481 
E. 2.1).

2.2 Der Aufenthalt des Beschwerdeführers wurde ausschliesslich auf 
Ermessensbasis bewilligt und verlängert (Härtefallbewilligung; Akten MIDI 
pag. 145, 227 ff.). Als Vater von drei hier lebenden Kindern mit Schweizer 
Bürgerrecht kann sich der Beschwerdeführer aber auf Art. 8 der Euro-
päischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 
Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) berufen und gegebenenfalls 
gestützt darauf einen Rechtsanspruch auf Bewilligungsverlängerung ab-
leiten. Diese Bestimmungen gewährleisten das Recht auf Achtung des 
Familien- und Privatlebens. Sie können unter anderem verletzt sein, wenn 
die Pflege einer intakten familiären Beziehung zwischen der betroffenen 
Person und nahen Verwandten mit festem Anwesenheitsrecht in der 
Schweiz durch die Entfernungsmassnahme vereitelt wird (vgl. 
BGE 144 I 91 E. 4.2 [Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 
S. 309 E. 4.4, je mit Hinweisen). Die Nichtverlängerung der Aufenthalts-

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bewilligung und Wegweisung kann aber selbst bei Bestehen eines Rechts-
anspruchs auf Bewilligungsverlängerung zulässig sein, sofern ein aus-
länderrechtlicher Widerrufsgrund vorliegt und sich die Massnahme im 
Rahmen der Rechtskontrolle als verhältnismässig erweist (vgl. etwa 
BVR 2011 S. 289 E. 4).

2.3 Ein ausländerrechtlicher Widerrufsgrund und damit ein – unter Vor-
behalt der Prüfung der Verhältnismässigkeit – gerechtfertigter Eingriff in 
den Anspruch nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV liegt unter 
anderem dann vor, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen 
Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG bzw. AuG). Dar-
unter ist eine solche von mehr als einem Jahr zu verstehen, wobei es keine 
Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)bedingt oder unbedingt ausgesprochen 
wurde (BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in 
Rechtskraft erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 S. 543 E. 3.1). 
– Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt verurteilte den Be-
schwerdeführer am 10. Mai 2016 in zweiter Instanz zu einer Freiheitsstrafe 
von 30 Monaten (vgl. vorne Bst. A). Das Strafurteil ist rechtskräftig. Damit 
hat der Beschwerdeführer den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheits-
strafe nach Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG gesetzt, was er nicht bestreitet. Ob 
angesichts der konkreten Tatumstände zusätzlich der Widerrufsgrund ge-
mäss Art. 62 Abs. 1 Bst. c AIG erfüllt ist (erheblicher Verstoss gegen die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung; so angefochtener Entscheid E. 2d), 
kann offenbleiben, da dieser gegenüber dem Widerrufsgrund der länger-
fristigen Freiheitsstrafe bloss subsidiär zur Anwendung kommt 
(BGE 135 II 377 E. 4.2 am Ende).

2.4 Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn 
sie aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als 
verhältnismässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AIG). Im 
Rahmen dieser Prüfung sind die öffentlichen Interessen an der Ent-
fernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 
gegen die privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib 
in der Schweiz abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit der 
rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1; 

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BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Beeinträchtigt die Entfernungsmassnahme die 
weitere Pflege familiärer Beziehungen oder das Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 
EMRK; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage dieser Interessenabwägung 
Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (BGE 144 II 1 E. 6.1 [Pra 108/2019 
Nr. 11], 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Hat die betroffene Per-
son minderjährige Kinder, sind in diese Prüfung ausserdem die nach dem 
Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 
(KRK; SR 0.107) und Art. 11 BV zu berücksichtigenden Interessen im Zu-
sammenhang mit dem Kindeswohl einzubeziehen (BGE 143 I 21 E. 5.5.1; 
BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

3.

Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthalts-
bewilligung und der Wegweisung richtet sich nach der Schwere des Ver-
schuldens, dem Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicher-
heit im Allgemeinen und der Rückfallgefahr.

3.1 Das Verschulden, das die betroffene Person mit der längerfristigen 
Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung des 
öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens bemisst sich regel-
mässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafe 
(BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 E. 4.2). 
Praxisgemäss sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für ein schweres 
Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend eingestuft werden, 
dass ein vollständiger Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage kommt und 
mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch aus fremden-
polizeilicher Sicht bedeutet die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe ab 
24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die 
schweizerische Rechtsordnung (BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 
E. 4.4, zur hier infolge nicht mehr kurzer Aufenthaltsdauer zwar nicht an-
wendbaren sog. «Reneja-Praxis»; in Bezug auf die Beurteilung des Ver-
schuldens sind die Erwägungen aber dennoch massgeblich).

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3.1.1 Am 10. Mai 2016 verurteilte das Appellationsgericht des Kantons 
Basel-Stadt den Beschwerdeführer in zweiter Instanz zu einer Freiheits-
strafe von 30 Monaten. Es schob den Vollzug der Strafe im Umfang von 
20 Monaten auf und setzte die Probezeit auf 2 Jahre fest (Akten MIDI 
pag. 407 ff., 416). Bereits das Strafmass spricht im Licht der mass-
gebenden Praxis für ein schweres Verschulden. Nichts anderes ergibt sich 
mit Blick auf die konkreten Tatumstände: Der Beschwerdeführer beteiligte 
sich am 21. November 2013 als Fahrer an einem Betäubungsmittel-
transport. Er holte in Frankreich den mitbeschuldigten Bodypacker ab, der 
zuvor 86 Kokainfingerlinge mit einem Gesamtgewicht von 835 Gramm ge-
schluckt hatte, und fuhr diesen über einen unbewachten Grenzübergang in 
die Schweiz. Der Transport scheiterte kurz nach dem Grenzübertritt in 
Basel, wo der Beschwerdeführer und sein Mitfahrer polizeilich angehalten 
wurden (Akten MIDI pag. 161, 409, 411). Die beschlagnahmte Menge von 
297 Gramm reinem Kokain (Akten MIDI pag. 163, 413) übersteigt den 
Grenzwert für einen mengenmässig schweren Fall um ein Vielfaches (vgl. 
BGE 145 IV 146 [BGer 6B_932/2018 vom 24.1.2019] nicht publ. E. 1.2). 
Der Beschwerdeführer hat aus rein finanziellen Interessen aber ohne wirt-
schaftliche Not gehandelt, war er doch zum Zeitpunkt der Tat fest angestellt 
(Akten MIDI pag. 413 f.). Darüber hinaus gehören qualifizierte Drogen-
delikte gemäss Art. 66a Abs. 1 Bst. o des Schweizerischen Strafgesetz-
buches (StGB; SR 311.0) zu den Anlasstaten, die zwingend zu einer 
Landesverweisung führen. Auch wenn diese Bestimmung hier nicht direkt 
anwendbar ist, weil die Tat vor deren Inkrafttreten begangen wurde, unter-
streicht sie die Schwere der Gesetzesverletzung und ist den darin ent-
haltenen verfassungsrechtlichen Wertungen (Art. 121 Abs. 3 Bst. a BV) in-
soweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu über-
geordnetem Recht führt (BGE 139 I 31 E. 2.3.2). Ohnehin verfolgt die 
Rechtsprechung bei Drogendelikten ausländerrechtlich eine strenge Praxis 
(BGE 139 I 145 E. 2.5; BVR 2015 S. 391 E. 5.3, 2013 S. 543 E. 4.2.3 am 
Ende).

3.1.2 Der Beschwerdeführer bringt vor Verwaltungsgericht vor, bei der 
Beurteilung des Verschuldens hätte berücksichtigt werden müssen, dass 
der angebliche schwerwiegende Verstoss gegen das Betäubungsmittel-
gesetz einmalig gewesen sei und er die Tat stets bestritten habe (Be-

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schwerde S. 9 f.). Diese Aspekte sind allerdings bereits in das Urteil bzw. 
die Strafzumessung des Appellationsgerichts eingeflossen (vgl. Akten MIDI 
pag. 414 f.). Im ausländerrechtlichen Verfahren besteht regelmässig kein 
Raum mehr, die strafrichterliche Beurteilung in Bezug auf das Verschulden 
zu relativieren (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3; VGE 2018/245 vom 
11.3.2019 E. 3.1.2 [bestätigt durch BGer 2C_358/2019 vom 18.11.2019]). 
Mit der Vorinstanz ist beim Beschwerdeführer daher ausländerrechtlich von 
einem schweren Verschulden auszugehen (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 3a/dd).

3.2 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten des Beschwerde-
führers gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im All-
gemeinen.

3.2.1 Bei Personen, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert 
haben, besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheits-
polizeiliches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte 
oder gar notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die 
betreffende Person von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und 
führt zum Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige 
Rechtsordnung zu halten (vgl. BGE 139 I 145 E. 3.8; BVR 2013 S. 543 
E. 4.3 mit Hinweisen).

3.2.2 Der Beschwerdeführer hat, abgesehen von der Anlasstat, zwischen 
2006 und 2013 zahlreiche weitere Delikte begangen, die zu Einträgen im 
Strafregister geführt haben: Rechtswidrige Aufenthalte (Akten MIDI 
pag. 254 f.), Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch 
Konsum von Kokain (Akten MIDI pag. 90, 255), grobe und einfache Ver-
letzung der Verkehrsregeln, Missbräuche von Ausweisen und Schildern, 
Fahren ohne Haftpflichtversicherung, Übertretung der Verordnung über die 
Strassenverkehrsregeln, Übertretung der Verkehrszulassungsverordnung, 
Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern (Akten MIDI 
pag. 256, 469 f.; Beschwerdebeilage [BB] POM 33). Insgesamt wurde er 
hierfür zu 140 Tagen Freiheitsstrafe sowie zu Geldstrafen von 113 Tages-
sätzen verurteilt. Hinzu kommen zahlreiche Bussen wegen Übertretungen 
in den Jahren 2010-2016, hauptsächlich im Bereich der Strassenverkehrs-
gesetzgebung und des Personenbeförderungsgesetzes, aber auch eine 

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Verurteilung wegen Ungehorsams in einem Betreibungsverfahren (Akten 
MIDI pag. 249 ff., 489 f.). Diese Verurteilungen wiegen zwar weniger 
schwer als das verfahrensauslösende Betäubungsmitteldelikt. Bei den Ver-
fehlungen handelt es sich aber nicht durchwegs um Bagatelldelikte, was 
bereits die Einträge im Strafregister verdeutlichen. Die grosse Anzahl der 
Verurteilungen, die lange Deliktsphase und der Umstand, dass der Be-
schwerdeführer auch während laufender Probezeit und trotz fremden-
polizeilicher Verwarnung (Akten MIDI pag. 229 f.) weiter delinquierte, 
machen zudem deutlich, dass er unbelehrbar ist und grosse Mühe hat, die 
schweizerische Rechtsordnung zu beachten. In Übereinstimmung mit der 
Vorinstanz geht das Verwaltungsgericht deshalb davon aus, dass das Ver-
halten des Beschwerdeführers gegenüber der öffentlichen Sicherheit und 
Ordnung dem Interesse an der Beendigung seines Aufenthalts zusätzliches 
Gewicht verleiht (vgl. angefochtener Entscheid E. 3b/cc).

3.3 Zur Rückfallgefahr ergibt sich Folgendes:

3.3.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Bei schweren Straftaten muss, angesichts der von 
diesen Delikten ausgehenden potenziellen Gefahr für die Gesellschaft, aus-
länderrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen 
werden. Da Art. 5 Anhang I des Freizügigkeitsabkommens (FZA; 
SR 0.142.112.681) hier nicht anwendbar ist, ist das Vorliegen einer kon-
kreten gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung für eine Entfernungs-
massnahme. Vielmehr dürfen nach ständiger Rechtsprechung auch gene-
ralpräventive Überlegungen mitberücksichtigt werden (vgl. BGE 136 II 5 
E. 4.2 im Umkehrschluss; BGer 2C_1045/2019 vom 30.1.2020 E. 5.6). Die 
konkrete Prognose über das Wohlverhalten sowie der Resozialisierungs-
gedanke des Strafrechts müssen bei der umfassenden fremdenpolizei-
lichen Interessenabwägung zwar ebenfalls berücksichtigt werden; sie 
geben aber nicht den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; BVR 2013 S. 543 
E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).

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3.3.2 Der Beschwerdeführer hat bereits vor dem verfahrensauslösenden 
Betäubungsmitteldelikt vom 21. November 2013 regelmässig delinquiert. 
Auch danach hat er sich nicht klaglos verhalten. Zwar hat er, soweit akten-
kundig, keine Betäubungsmitteldelikte oder andere schwere Straftaten 
mehr begangen. Er wurde jedoch wiederholt wegen Widerhandlungen 
gegen das Personenbeförderungsgesetz sowie einmal wegen Ungehor-
sams in einem Betreibungsverfahren verurteilt (Akten MIDI pag. 489 f; 
vorne E. 3.2.2). Zudem hat der Beschwerdeführer entgegen seiner Dar-
stellung nicht einmalig gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen; be-
reits sieben Jahre vor dem Drogentransport war er wegen Kokainkonsums 
verurteilt worden (Akten MIDI pag. 90). Wohl hat sich der Beschwerde-
führer seit der oberinstanzlichen Verurteilung durch das Appellationsgericht 
nichts mehr zu Schulden kommen lassen, abgesehen von einer Busse 
wegen Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz. Dieses 
Wohlverhalten ist jedoch aus mehreren Gründen zu relativieren: Vom 
22. August 2017 bis 10. März 2018 verbüsste der Beschwerdeführer den 
unbedingt zu vollziehenden Teil seiner Freiheitsstrafe (Akten MIDI 
pag. 532). Die Probezeit zum Urteil vom 10. Mai 2016 endete erst Ende 
2018 (zur Berechnung der Probezeit bei teilbedingten Freiheitsstrafen vgl. 
BGE 143 IV 441 E. 2.3). Seit September 2017 steht der Beschwerdeführer 
zudem unter dem Druck der drohenden Wegweisung (Akten MIDI 
pag. 540 ff.). Sein Verhalten kann somit nicht als eigentliche Bewährung 
verstanden werden. Korrektes Verhalten wird in derartigen Situationen 
ohne weiteres erwartet und erlaubt kaum Rückschlüsse auf die Be-
währungsaussichten nach Ablauf der entsprechenden Zeitspannen (vgl. 
BGE 139 II 121 E. 5.5.2 [Pra 103/2014 Nr. 1], 139 I 31 E. 3.2; 
BGer 2C_365/2018 vom 1.4.2019 E. 5.4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.3).

3.3.3 Im Weiteren ist entgegen den Ausführungen des Beschwerde-
führers nicht ersichtlich, dass sich seine Lebenssituation seit dem Be-
täubungsmitteldelikt vom 21. November 2013 wesentlich verändert hätte 
und das Risiko eines Rückfalls deshalb ausgeschlossen wäre (vgl. Be-
schwerde S. 11). Er war bereits in jenem Zeitpunkt Vater zweier Kinder und 
trug diesen gegenüber Verantwortung. Zudem war er im Tatzeitpunkt bei 
seiner damaligen Arbeitgeberin fest angestellt, verfügte über ein geregeltes 
Einkommen und hatte keine finanziellen Nöte (Akten MIDI pag. 168, 

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461 ff.). Der Beschwerdeführer befindet sich heute in einer ähnlichen 
Situation wie damals. Die familiären Verhältnisse sind zwar stabiler, da er 
mit seiner Lebenspartnerin und dem gemeinsamen Sohn zusammenlebt. 
Jedoch haben die Schulden des Beschwerdeführers in den letzten Jahren 
deutlich zugenommen (Akten MIDI pag. 231, BB POM 34). Insgesamt kann 
ein gewisses Rückfallrisiko nicht ausgeschlossen werden. Ein solches ist 
bei schwerer Delinquenz wie dem hier interessierenden Drogendelikt 
praxisgemäss nicht hinzunehmen (vgl. allgemein BGE 139 I 16 E. 2.2.1; 
VGE 2018/245 vom 11.3.2019 E. 3.2.2 [bestätigt durch BGer 2C_358/2019 
vom 18.11.2019]).

3.4 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz 
aufgrund des schweren Verschuldens, der Mehrfachdelinquenz sowie der 
bestehenden Rückfallgefahr auf ein grosses öffentliches Interesse an der 
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung des Be-
schwerdeführers aus der Schweiz geschlossen hat (angefochtener Ent-
scheid E. 3d).

4.

Bei den privaten Interessen, die der Entfernungsmassnahme entgegen-
stehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration in der 
Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seiner Familie drohenden 
Nachteile zu berücksichtigen.

4.1 Der heute 40-jährige Beschwerdeführer kam im Januar 2006 im 
Alter von 26 Jahren in die Schweiz und lebte hier vorerst ohne Aufenthalts-
titel bis er am 27. Mai 2008 eine Aufenthaltsbewilligung erhielt (Akten MIDI 
pag. 1 ff., 145; vorne Bst. A). Vom 21. November 2013 bis 4. März 2014 
war er in Untersuchungshaft (Akten MIDI pag. 509). In den Jahren 2010 
und 2017 verbüsste er Ersatzfreiheitsstrafen von insgesamt 13 Tagen 
(Akten MIDI pag. 155 und 484). Weiter befand er sich vom 22. August 2017 
bis 10. März 2018 im Strafvollzug (Akten MIDI pag. 508). Seit Februar 2018 
beruht die Anwesenheit des Beschwerdeführers einzig auf der auf-
schiebenden Wirkung der im ausländerrechtlichen Verfahren erhobenen 

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Rechtsmittel (vorne Bst. B und C). Der Dauer des illegalen Aufenthalts, der 
Aufenthalte im Strafvollzug und des Aufenthalts aufgrund einer vorläufigen 
Duldung ist kein besonderes Gewicht beizumessen (BGE 137 II 1 E. 4.3; 
BVR 2013 S. 543 E. 5.1). Die entsprechende Zeit kann für die Interessen-
abwägung nicht ausschlaggebend sein. Damit beträgt die anrechenbare 
Aufenthaltsdauer knapp neun Jahre, was aber immer noch eher lang ist.

4.2 Zur Integration des Beschwerdeführers ist Folgendes festzuhalten: 

4.2.1 Nach der erstmaligen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung ging der 
Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben verschiedenen Erwerbstätig-
keiten nach. Vom 1. Februar 2010 bis zum Zeitpunkt seiner Inhaftierung im 
November 2013 war er als Montagemitarbeiter tätig mit einem Be-
schäftigungsgrad von 60 % (Februar 2010) bzw. 100 % (ab März 2010; 
Akten MIDI pag. 268 f.). Seit dem 1. April 2018 ist der Beschwerdeführer im 
Unternehmen seiner Lebenspartnerin angestellt; zunächst mit einem Voll-
zeitpensum, seit 1. Januar 2019 zu 50 % (Akten MIDI pag. 705 f.; 
BB POM 36). Ein gewisses berufliches Engagement ist anzuerkennen. Der 
Beschwerdeführer war allerdings zeitweise auch arbeitslos und hat über 
längere Zeit Sozialhilfe bezogen; per 14. März 2017 beliefen sich die aus-
gerichteten Sozialhilfeleistungen auf Fr. 29'609.-- (vgl. Akten MIDI 
pag. 186, 371, 454). Seine Arbeitsstellen hat er teilweise selbstverschuldet 
wegen Unzuverlässigkeit und unentschuldigten Absenzen verloren (Akten 
MIDI pag. 454). Der Beschwerdeführer ist zudem verschuldet; neben 
diversen offenen Betreibungen und Pfändungen, verzeichnete er per 
14. August 2019 offene Verlustscheine von insgesamt Fr. 41ʹ971.95.-- (BB 
POM 34). Die Verschuldung, der Bezug von Sozialhilfe sowie die teilweise 
(selbstverschuldete) Arbeitslosigkeit sind den beruflich-wirtschaftlichen 
Leistungen des Beschwerdeführers abträglich. Positiv anzurechnen ist ihm 
hingegen, dass er seit längerer Zeit die Unterhaltsbeiträge an seine beiden 
älteren Kinder wieder leistet (BB POM 14-29; BB 8, 15-17). Insgesamt hat 
sich der Beschwerdeführer beruflich-wirtschaftlich jedoch unzureichend 
integriert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
Seite 13

4.2.2 Der Beschwerdeführer verfügt über durchschnittliche Deutsch-
kenntnisse und ist fähig, sich über alltägliche Angelegenheiten zu unter-
halten (Akten MIDI pag. 709). Da er seit 14 Jahren in der Schweiz lebt und 
sowohl seine Kinder wie auch seine Lebenspartnerin Deutsch sprechen, 
hat die Vorinstanz diesen Umstand zu Recht nicht als besondere Integra-
tionsleistung anerkannt (angefochtener Entscheid E. 4c).

4.2.3 In sozialer Hinsicht ist unbestritten, dass sich das soziale Umfeld 
des Beschwerdeführers weitestgehend auf seine erweiterte Familie 
(Lebenspartnerin und deren Kinder sowie eigene Kinder) beschränkt (vgl. 
Beschwerde S. 15; BB 14). Entgegen seiner Ankündigung (Beschwerde 
S. 14 f.) hat er auch vor Verwaltungsgericht keine vertieften ausser-
familiären Kontakte nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund ist davon aus-
zugehen, dass der Beschwerdeführer ausserhalb seiner (erweiterten) 
Familie keine intensiven Beziehungen zur einheimischen Bevölkerung 
pflegt, deren Abbruch ihn besonders hart treffen würde. 

4.2.4 Schliesslich spricht auch die erhebliche Straffälligkeit wesentlich 
gegen eine erfolgreiche Integration, ist doch die Respektierung der rechts-
staatlichen Ordnung ein zentraler Aspekt jeglicher Integration (vgl. an-
gefochtener Entscheid E. 4c; Art. 4 Bst. a der hier noch anwendbaren Ver-
ordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Ausländerinnen 
und Ausländern [VIntA; AS 2007 S. 551]; heute Art. 58a Bst. a AIG). Die 
Vorinstanz ist insgesamt überzeugend zum Schluss gekommen, dass sich 
der Beschwerdeführer in der Schweiz unzureichend integriert hat (an-
gefochtener Entscheid E. 4c).

4.3 Zu würdigen sind weiter die dem Beschwerdeführer und seinen An-
gehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile:

4.3.1 Hinsichtlich der Rückkehr ins Heimatland ist zu berücksichtigen, 
dass der Beschwerdeführer jedenfalls die prägenden ersten 15 Lebens-
jahre in Nigeria verbracht hat. Die Vorinstanz ging davon aus, dass er bis 
zu seiner Einreise in die Schweiz im Heimatland gelebt hat, was der Be-
schwerdeführer in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht bestreitet. 
In den Akten findet sich jedoch eine Aussage gegenüber der Einwohner-
gemeinde Bern, wonach er vor seiner Einreise in die Schweiz acht Jahre in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
Seite 14

Russland gelebt habe (Akten MIDI pag. 138). Wie es sich damit verhält, 
kann offenbleiben. Unbestritten geblieben ist, dass der Beschwerdeführer 
mit der Sprache, Kultur und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten seines 
Heimatlandes nach wie vor bestens vertraut ist und in Nigeria soziale 
Kontakte pflegt (angefochtener Entscheid E. 4d/aa). Er hat sich seit dem 
Jahr 2014 siebenmal und immer während mehrerer Wochen in seinem 
Heimatland aufgehalten (Akten MIDI pag. 180, 399, 436, 451, 497; Akten 
POM pag. 41, 52). Zudem ist der Beschwerdeführer erst 40 Jahre alt, ge-
sund und hat in der Schweiz Berufserfahrung sammeln können. Er hat folg-
lich gute Voraussetzungen, um sich in Nigeria eine wirtschaftliche Existenz 
aufzubauen, was er auch nicht bestreitet (Beschwerde S. 17). Dass die 
Lebensumstände und die wirtschaftliche Situation in Nigeria schwieriger 
sind als in der Schweiz, trifft wohl zu. Darin liegen jedoch keine spezi-
fischen persönlichen Umstände, die eine Ausreise als unzumutbar er-
scheinen lassen, zumal hiervon nicht allein der Beschwerdeführer, sondern 
alle dort lebenden Menschen betroffen sind (vgl. BGE 139 II 393 E. 6; 
BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015, bestätigt durch 
BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 12.5.2015] nicht publ. E. 4.4.1). 
Die Vorinstanz hat folglich zu Recht geschlossen, dem Beschwerdeführer 
sei eine Rückkehr in sein Heimatland möglich und zumutbar (ange-
fochtener Entscheid E. 4d/aa).

4.3.2 In familiärer Hinsicht stehen die Beziehungen des Beschwerde-
führers zu seinen drei Kindern mit Schweizer Bürgerrecht im Vordergrund. 
Diese tatsächlich gelebten familiären Beziehungen sind unstrittig vom 
Recht auf Familienleben nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV 
geschützt (vgl. vorne E. 2.2). Der Beschwerdeführer leitet daraus ein ge-
wichtiges Interesse an seinem Verbleib in der Schweiz ab. Er macht 
geltend, er könnte die engen Beziehungen zu seinen Kindern bei einer 
Rückkehr nach Nigeria aufgrund der grossen Distanz nicht mehr pflegen. 
Seine Wegweisung würde das Kindeswohl akut gefährden (Beschwerde 
S. 17 f.). – Der Beschwerdeführer lebt mit seiner Lebenspartnerin und dem 
gemeinsamen 1-jährigen Sohn im selben Haushalt und übernimmt einen 
Teil der Kindsbetreuung. Den Kontakt zu seinen beiden älteren Kindern 
(12- und 8-jährig) aus vorangegangenen Beziehungen pflegt er regel-
mässig im Rahmen seines Besuchsrechts (Akten MIDI pag. 282 f., 458 f., 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
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475; BB POM 37; BB 14). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, ist die Be-
ziehung des Beschwerdeführers zu seinen beiden älteren Kindern in wirt-
schaftlicher und vor allem in affektiver Hinsicht eng (angefochtener Ent-
scheid E. 4d/bb). Es würde den Beschwerdeführer hart treffen, wenn er die 
Beziehung zu ihnen nur noch unter erschwerten Bedingungen leben 
könnte. Jedoch hat er sich diese familiären Konsequenzen selber zuzu-
schreiben, hat ihn doch auch seine Verantwortung als Vater nicht davon 
abgehalten, mehrfach und auch schwer zu delinquieren. Sein eigenes 
Interesse, nicht von den Kindern getrennt zu werden, fällt deshalb nicht ent-
scheidend ins Gewicht. Für die beiden älteren Kinder hätte die Trennung 
zweifellos einschneidende Konsequenzen, würden sie doch eine enge Be-
zugsperson verlieren. Jedoch gilt es zu beachten, dass sie nie (Sohn) bzw. 
nur während der ersten drei Jahre (Tochter) mit dem Beschwerdeführer zu-
sammengelebt haben und ihren Vater nur besuchshalber sehen. Sie 
können bei ihren Müttern in der gewohnten Umgebung bleiben und unter 
den hiesigen Lebensbedingungen aufwachsen. Den Kontakt zum Be-
schwerdeführer können sie auch über die Distanz mittels der modernen 
Kommunikationsmittel und allenfalls im Rahmen von Besuchen pflegen. 
Das jüngste 1-jährige Kind des Beschwerdeführers lebt mit diesem und der 
Kindsmutter zusammen und wird hälftig vom Beschwerdeführer betreut. 
Hinsichtlich des Interesses des Beschwerdeführers, nicht von diesem Kind 
und der Lebenspartnerin getrennt zu werden, gilt das bereits Gesagte. Im 
Weiteren gilt es zu beachten, dass sich das Paar erst nach der rechts-
kräftigen Verurteilung des Beschwerdeführers kennengelernt hat und das 
gemeinsame Kind während des hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens 
gezeugt wurde. Der Beschwerdeführer und seine Lebenspartnerin konnten 
somit nicht damit rechnen, das Familienleben in der Schweiz führen zu 
können (vgl. BGer 2C_69/2019 vom 4.11.2019 E. 4.2; VGE 2019/338 vom 
6.4.2020 E. 4.3.3 mit Hinweisen). Insofern fällt die vom Beschwerdeführer 
übernommene hälftige Betreuung des jüngsten Kindes nicht erheblich ins 
Gewicht. Auch sein jüngstes Kind kann bei der Mutter bleiben und unter 
den hiesigen Bedingungen aufwachsen. Schliesslich ist festzuhalten, dass 
das private Interesse eines ausländischen Elternteils am Verbleib im Land 
das öffentliche Interesse an einer einschränkenden Migrationspolitik regel-
mässig nur dann zu überwiegen vermag, wenn zwischen diesem und 
seinen im Inland lebenden Kindern nicht nur eine enge wirtschaftliche und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
Seite 16

affektive Beziehung besteht und die Beziehung wegen der Distanz 
zwischen der Schweiz und dem Heimatland des ausländischen Elternteils 
praktisch nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte, sondern sich dieser 
in der Schweiz auch tadellos verhalten hat (vgl. BGer 2C_358/2019 vom 
18.11.2019 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Angesichts der Verurteilungen 
des Beschwerdeführers kann bei ihm von tadellosem Verhalten keine Rede 
sein. Schliesslich bleibt festzuhalten, dass die Verurteilung des Be-
schwerdeführers einen neuen Aufenthaltstitel nicht ein für alle Mal aus-
schliesst. Besteht ein Bewilligungsanspruch fort und wird dannzumal 
anzunehmen sein, dass der Beschwerdeführer sich in seiner Heimat 
bewährt und keine Gefahr mehr für die hiesige Sicherheit und Ordnung 
darstellt, kann er um Neuerteilung einer Bewilligung ersuchen (vgl. 
BGer 2C_911/2019 vom 6.2.2020 E. 7.4 mit Hinweisen; BVR 2015 S. 391 
E. 4.2 und 7.4).

4.3.3 Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Kindsmütter haben ihre 
Standpunkte und diejenigen der gemeinsamen Kinder dargelegt (Be-
schwerde S. 17 f.; BB 14; BB POM 37 und 38; Akten MIDI pag. 569 f., 
573 f., 575 ff.). Das Verwaltungsgericht geht mit der Vorinstanz von engen 
affektiven Bindungen des Beschwerdeführers zu seinen drei Kindern aus 
und anerkennt, dass seine Wegweisung die Kinder hart treffen würde (vgl. 
E. 4.3.2 hiervor). Der rechtserhebliche Sachverhalt ist aufgrund der vor-
liegenden Unterlagen genügend erstellt und von einer Anhörung des Be-
schwerdeführers sowie der Kinder und Kindsmütter sind keine zusätzlichen 
Erkenntnisse zu erwarten. Die entsprechenden Beweisanträge (Be-
schwerde S. 19 f.) werden deshalb abgewiesen.

4.4 Zusammenfassend begründen die familiären Beziehungen ein nicht 
unerhebliches privates Interesse am weiteren Verbleib des Beschwerde-
führers in der Schweiz. Der Beschwerdeführer hat sich jedoch nicht ge-
nügend in die hiesigen Verhältnisse integrieren können und der Rückkehr 
nach Nigeria stehen keine wesentlichen Hindernisse entgegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
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5.

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen er-
gibt was folgt:

5.1 Der Beschwerdeführer wurde wegen eines qualifiziert begangenen 
Betäubungsmitteldelikts zu einer 30-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. 
Damit hat er ein schweres Verschulden auf sich geladen. Bereits zuvor war 
er wiederholt, teils während laufender Probezeit und trotz ausländerrecht-
licher Verwarnung straffällig geworden. Auch nach dem verfahrens-
auslösenden Schuldspruch ist der Beschwerdeführer strafrechtlich in Er-
scheinung getreten. Im Verbund mit der Rückfallgefahr begründet dies ein 
gewichtiges öffentliches Interesse an seiner Wegweisung. Dagegen haben 
die privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz zurückzustehen: 
Obwohl die rechtmässige Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers eher 
lang ist, konnte er sich weder wirtschaftlich noch sozial genügend 
integrieren. Der Rückkehr nach Nigeria stehen keine massgeblichen Hin-
dernisse entgegen. In familiärer Hinsicht werden die Beziehungen des Be-
schwerdeführers zu seiner Lebenspartnerin und seinen Kindern zwar ein-
geschränkt. Diese können jedoch mittels der üblichen Kommunikations-
mittel und allfälliger Besuche auch vom Ausland her gepflegt werden. Ins 
Gewicht fällt zudem, dass der Beschwerdeführer und seine Lebens-
partnerin sich erst nach der zweitinstanzlichen Verurteilung des Be-
schwerdeführers kennengelernt und zur Familiengründung entschieden 
haben. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz erweisen sich somit 
auch im Licht von Art. 8 EMRK, Art. 13 BV und der KRK als verhältnis-
mässig. Unter diesen Umständen fällt die blosse Verwarnung unter An-
drohung der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als mildere 
Massnahme nicht in Betracht (vgl. dazu auch BGer 2C_787/2018 vom 
11.3.2019 E. 3.4; VGE 2019/338 vom 6.4.2020 E. 5.1). Dies gilt umso 
mehr, als sich der Beschwerdeführer auch von der am 9. Mai 2012 aus-
gesprochenen Verwarnung nicht von weiterer schwerer Delinquenz hat ab-
halten lassen (vgl. vorne E. 3.2.2). Mit seinem Verhalten hat er selbst ge-
zeigt, dass diese Massnahme nicht wirksam ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
Seite 18

5.2 Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechts-
kontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzu-
weisen. Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, 
ist eine neue festzulegen. Sie beträgt nach der Praxis des Verwaltungs-
gerichts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Bemessung besondere 
Umstände zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AIG). Die gegen-
wärtige ausserordentliche Lage aufgrund des Coronavirus rechtfertigt eine 
längere Frist bis Ende August 2020. Sollte die Ausreise bis zu diesem Zeit-
punkt aufgrund von Reisebeschränkungen nicht möglich sein, ist es Sache 
der Migrationsbehörde, eine neue Frist anzusetzen.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerde-
führer an sich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Er hat für das ver-
waltungsgerichtliche Verfahren indes um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin ersucht.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den 
gleichen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder 
ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen 
Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht 
aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das 
heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind demgegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinn-
aussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die des-
halb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, 
ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 
Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen 
würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
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Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie 
nichts kostet (BGE 142 III 138 E. 5.1; BVR 2019 S. 128 E. 4.1).

6.2 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als von 
vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat einlässlich 
und zutreffend begründet, weshalb die Interessenabwägung nicht zu 
Gunsten des Beschwerdeführers ausfallen und ein weiterer Aufenthalt in 
der Schweiz nicht bewilligt werden kann. Dabei hat sie auf die massgeb-
liche Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts und des Bundesgerichts 
Bezug genommen. Dies darf bei der Beurteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im oberinstanzlichen Rechtsmittelverfahren berücksichtigt 
werden (BVR 2015 S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen). Gegen die vorinstanz-
lichen Erwägungen bringt der Beschwerdeführer nichts wesentlich Neues 
vor. Wie bereits vor der Vorinstanz hält er im Wesentlichen daran fest, dass 
die Wegweisung aus der Schweiz für seine Kinder mit einschneidenden 
Folgen verbunden wäre und die Massnahme nicht verhältnismässig sei. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit abzuweisen, ohne 
dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

6.3 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im End-
entscheid befunden wird und der Beschwerdeführer deshalb keine Gele-
genheit hatte, sein Rechtsmittel nach Abweisung dieses Begehrens zurück-
zuziehen und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss im 
Rahmen der üblichen Abschreibungsgebühren zu erheben (BVR 2014 
S. 437 E. 7.9). Für das Gesuchsverfahren betreffend unentgeltliche Rechts-
pflege sind keine Kosten zu erheben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige 
Parteikosten sind keine angefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 31. August 2020.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.06.2020, Nr. 100.2019.387U, 
Seite 20

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.