# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62c6ef87-b292-5d41-ad8e-55ea2d43b093
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.12.2011 E-5057/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5057-2008_2011-12-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5057/2008

U r t e i l   v om   1 6 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Markus
König, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,   
Gerichtsschreiber Tobias Meyer.

Parteien A._______, geboren (…),
B._______, geboren (…),
Russland,  
beide vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 24. Juni 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführenden,  beide  russische  Staatsangehörige  aus 
Moskau, verliessen ihr Heimatland am 6. April 2003 zusammen mit  ihrer 
Tochter  C._______  (geboren  (…),  N (…),  separates  Asylgesuch)  und 
gelangten per Flugzeug legal mit einem Visum in die Schweiz, wo sie am 
7. April 2003 um Asyl nachsuchten.

B. 
Die  Beschwerdeführenden  wurden  am  9. April  2003  in  der 
Empfangsstelle  Kreuzlingen  (heute:  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
Kreuzlingen) zur Person und summarisch zu ihren Fluchtgründen befragt. 
Am 28. April 2003 wurden sie ausführlich zu ihrer Identität befragt und am 
2. Juni 2003 zur politischen Karriere des Beschwerdeführers und zu ihren 
Verfolgungsgründen.

Die Beschwerdeführenden machten dabei  im Wesentlichen geltend, der 
Beschwerdeführer sei [ein Politiker] gewesen und habe sich in dieser Zeit 
durch seine Arbeit  (…) den Parteichef seiner damaligen Partei, der (…), 
D._______,  und  den  [Industriellen  E._______  ]  zu  Feinden  gemacht. 
D._______  habe  in  der  Folge  mehrmals  versucht,  ihn  umbringen  zu 
lassen.  Nachdem  eine  Cousine  der  Beschwerdeführerin,  die  auch  eine 
Mitarbeiterin  im  politischen  Stab  des  Beschwerdeführers  gewesen  sei, 
Anfang 2003 umgebracht worden sei, hätten sie sich entschlossen, in die 
Schweiz zu fliehen. Kurz vor der Flucht hätten sie ihren Namen geändert 
und den Namen der Beschwerdeführerin angenommen ([…]).

C. 
Am 27. Juni 2003 bat das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: BFM) 
die Schweizerische Botschaft  in Moskau um Abklärungen bezüglich des 
Beschwerdeführers. Mit Schreiben vom 26. August 2003 übermittelte die 
Botschaft  dem  BFF  ausführliche  Informationen.  Auf  den  Inhalt  der 
Botschaftsantwort wird soweit relevant in den Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Verfügung  vom  7. Oktober  2003  stellte  das  BFF  fest,  die 
Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte 
ihre Asylgesuche ab, wies sie aus der Schweiz weg, setzte ihnen Frist bis 
zum 3. Dezember  2003,  um die Schweiz  zu  verlassen,  und  beauftragte 
den Kanton Bern mit dem Vollzug der Wegweisung.

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Zur  Begründung  führte  das  BFF  im  Wesentlichen  an,  es  sei  den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen,  eine  Verfolgung  in  ihrem 
Heimatland  glaubhaft  zu  machen.  Vor  dem  Hintergrund  der 
Botschaftsantwort  sei  nicht  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  verfolgt  werde,  zudem  hätten  sich  verschiedene 
Unglaubhaftigkeitselemente ergeben.  

E. 
Mit Eingabe vom 10. November 2003 reichten die Beschwerdeführenden 
bei  der  damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK;  heute:  Bundesverwaltungsgericht)  Beschwerde  gegen  die 
Verfügung des BFF ein.

Mit Urteil vom 3. April 2006 hiess die ARK die Beschwerde gut, hob die 
Verfügung  auf  und  wies  die  Sache  zur  vollständigen  Erstellung  des 
Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück. Die ARK 
führte in ihrem Urteil aus, die Identität der Beschwerdeführenden und das 
politische  Profil  des  Beschwerdeführers  könnten  als  erstellt  erachtet 
werden. Die aus den Akten folgenden Hinweise auf eine Verfolgung seien 
jedoch  nicht  genügend  abgeklärt  worden,  da  sich  die  Anhörungen 
grösstenteils  auf  die  Erstellung  der  Identität  der  Beschwerdeführenden 
konzentriert hätten. Zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts sei  in 
erster  Linie  eine  einlässliche  Befragung  der  Beschwerdeführenden  zur 
geltend  gemachten  Verfolgung  durchzuführen.  Unter  Umständen  seien 
anschliessend  weitere  Untersuchungsmassnahmen  angebracht.  Zudem 
seien  zumindest  einzelne  Aspekte  der  angeblichen 
Verfolgungshandlungen  mit  Dokumenten  belegbar,  weshalb  die 
Beschwerdeführenden aufzufordern seien, solche Belege einzureichen.

F. 
Am  10. August  2006  befragte  das  BFM  die  Beschwerdeführenden 
ausführlich zur geltend gemachten Verfolgung in ihrem Heimatstaat. 

Der Beschwerdeführer machte dabei geltend, er sei von D._______, dem 
Parteichef der  (…), nach seinem Austritt aus der Partei verfolgt worden, 
weil  er  sich  während  seiner  Zeit  als  [Politiker]  und  auch  nach  seinem 
Rücktritt  erfolgreich  gegen  die  [Privatisierung  eines  Industriesektors] 
gewehrt  habe.  D._______  sei  zwar  öffentlich  gegen  das  Projekt 
aufgetreten,  habe aber  heimlich mit E._______  vereinbart,  die Gewinne 
der Privatisierung zu teilen. 

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Seit  Oktober  2001  habe  er  Drohungen  erhalten.  Ende  2001  sei  er  in 
einen  inszenierten  Autounfall  verwickelt  gewesen,  bei  dem  versucht 
worden sei, ihn umzubringen. Dabei sei ein Kollege von ihm, F._______, 
umgekommen.  An  dessen Beerdigung  habe  ihm D._______  gesagt,  es 
hätte  sich  eigentlich  um  seine  (des  Beschwerdeführers)  Beerdigung 
handeln  sollen. Nach  dem Vorfall  hätten  die Behörden Untersuchungen 
eingeleitet,  seien aber zum Schluss gekommen, es habe sich um einen 
Unfall  gehandelt.  Danach  seien  er  und  seine  Familie  von Moskau  weg 
und in ein Dorf auf dem Land gezogen.

Im Januar 2002 habe er seine Geschichte in den Medien veröffentlichen 
wollen,  um  sich  so  zu  schützen.  Auf  dem  Weg  zu  einem  Treffen  mit 
einem  Journalisten  sei  er  jedoch  ein  zweites  Mal  in  einen  inszenierten 
Autounfall  verwickelt  worden.  Er  sei  danach  fünf  Tage  bewusstlos  in 
einem  Spital  gewesen.  Nach  diesem  Vorfall  habe  er  bei  der 
Staatsanwaltschaft  eine  Anzeige  gemacht.  Diese  habe  ihm  jedoch 
mitgeteilt, es habe sich nicht um einen Anschlag gegen ihn gehandelt. Im 
Anschluss  daran  sei  bei  der  städtischen  Staatsanwaltschaft  Moskaus 
gegen  ihn  ein  Verfahren  wegen  Verleumdung  einer  Staatsperon  und 
Landesverrat  eröffnet  worden.  Er  wisse  nicht,  wer  dieses  initiiert  habe, 
und auch über den Stand des Verfahrens wisse er nichts. Normalerweise 
würden solche dubiosen Verfahren irgendwann annulliert. 

Mitte Juni 2002 sei er von Agenten des russischen Geheimdienstes FSB 
in G._______ überfallen und geschlagen worden. Er sei am nächsten Tag 
im Krankenhaus  aufgewacht,  und  ein Oberarzt  habe  ihm  geholfen,  aus 
dem  Krankenhaus  zu  fliehen.  Ende  Juni  2002  habe  er  beim  Versuch, 
einen  anderen  Journalisten  zu  treffen,  einen Schlag  auf  den Hinterkopf 
erhalten und sei erst  in einem Fluss treibend wieder aufgewacht. Er und 
seine  Familie  hätten  sich  in  der  Folge  in  einer  Wohnung  in  Moskau 
versteckt  gehalten.  Im  November  2002  habe  er  versucht,  sich  als 
Kandidat  für das  lokale Parlament  in der Region G._______  registrieren 
zu  lassen.  Die  Registrierung  sei  aber  von  seinen  Feinden  verhindert 
worden.

Im  Januar  2003  hätten  seine  Feinde  versucht,  ihm mit  einer  Vorladung 
zur  Staatsanwaltschaft  in  G._______  eine  Falle  zu  stellen.  Eine  seiner 
Mitarbeiterinnen  und Cousine  der Beschwerdeführerin, H.________,  die 
eine  Vollmacht  zur  Erledigung  von  Finanzsachen  in  seinem  Namen 
gehabt  habe,  habe  die  Sache  aber  regeln  können.  Als  H._______ 

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schliesslich  im  Februar  2003  ermordet  worden  sei,  hätten  sie 
beschlossen, aus Russland auszureisen.

Die  Beschwerdeführerin  macht  keine  eigenen  Verfolgungsgründe 
geltend.  Sie  sei  zwar  ebenfalls  in  der  Partei  tätig  gewesen,  die 
Verfolgungshandlungen  seien  aber  alle  auf  die  Tätigkeiten  ihres 
Ehemannes zurückzuführen.

Als  Beweismittel  für  die  geltend  gemachten  Verfolgungshandlungen 
reichte  der  Beschwerdeführer  die  Vorladung  der  Staatsanwaltschaft 
G._______  ein.  Der  Beschwerdeführer  wurde  aufgefordert,  weitere 
Belege für die geltend gemachten Verfolgungshandlungen einzureichen.

G. 
[Eingereichtes  Beweismittel  zur  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  als 
Politiker]

H. 
Mit  Schreiben  vom  28. Dezember  2006  ersuchte  das  BFM  die 
Schweizerische  Botschaft  in  Moskau  erneut  um  Abklärungen  bezüglich 
der Beschwerdeführenden.

Mit Schreiben vom 17. April  2008 und vom 21. April  2008 äusserte sich 
die  Botschaft  ausführlich  zu  einer  möglichen  Bedrohung  des 
Beschwerdeführers  durch  E._______  und  D._______,  zur  Echtheit  der 
eingereichten  Vorladung,  zu  allfälligen  offenen  Verfahren  gegen  den 
Beschwerdeführer,  zu  dessen  politischen  Tätigkeiten  und  zur 
Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Verfolgungshandlungen. Auf den 
genauen  Inhalt  der  Botschaftsantwort  wird  soweit  relevant  in  den 
Erwägungen eingegangen.

I. 
Mit  Schreiben  vom  5. Mai  2008  wurde  die  Botschaftsantwort  den 
Beschwerdeführenden zur Stellungnahme zugestellt.

Mit  Eingabe  vom  26. Mai  2008  nahmen  die  Beschwerdeführenden 
ausführlich zu den Ausführungen der Botschaft Stellung. Zudem reichten 
sie zwei Todesanzeigen von H._______ aus einer Zeitung/Zeitschrift  (in 
Kopie;  mit  deutscher  Übersetzung  des  Beschwerdeführers)  ein,  sowie 
einen  Internetausdruck  der  Website  des  Hamburger  Abendblattes 
[bezüglich  eines  anderen  Politikers].  Schliesslich  reichten  die 

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Beschwerdeführenden  einen  Internetausdruck  der Website  (…)  ein  (auf 
Russisch, ohne Übersetzung).

J. 
Mit Verfügung vom 24. Juni 2008 – am 3. Juli 2008 eröffnet – stellte das 
BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  lehnte  ihre Asylgesuche ab, wies sie aus der Schweiz weg, setzte 
ihnen Frist bis zum 19. August 2008, um die Schweiz zu verlassen, und 
beauftragte den Kanton (…) mit dem Vollzug der Wegweisung.

Zur  Begründung  führte  das  BFM  an,  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden hielten den Anforderungen an die Glaubwürdigkeit 
in weiten  Teilen  nicht  stand.  So  lägen  keine  glaubhaften Anhaltspunkte 
dafür  vor,  dass  der  Beschwerdeführer  massgeblich  [an  den  gegen  die 
Privatisierung  gerichteten  Tätigkeiten  beteiligt  gewesen  sei]. 
Insbesondere erinnere er sich nicht mehr daran, wer mit  ihm zusammen 
(…) gearbeitet habe (Anhörung vom 10. August 2006, Akte 45, S. 4). Es 
sei  zudem  unglaubhaft,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  mehreren 
Jahren  nun  plötzlich  im  Internet  auf  einen  getöteten  ehemaligen 
[politischen  Kollegen]  gestossen  sei,  (…).  Schliesslich  hätten  die 
Abklärungen  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Moskau  ergeben,  dass 
[die geltend gemachte politische Arbeit mit den tatsächlichen Vorgängen 
zeitlich nicht in Übereinstimmung zu bringen sei].

Die  von  den  Beschwerdeführenden  geltend  gemachten  diversen 
Verfolgungsvorfälle  seien  mit  keinem  einzigen  Dokument  belegt.  Die 
Schweizerische Botschaft habe zwar bestätigen können, dass ein Kollege 
des  Beschwerdeführers,  F._______,  bei  einem  Autounfall  ums  Leben 
gekommen  sei.  Dies  genüge  allerdings  nicht,  um  eine  Verfolgung  des 
Beschwerdeführers  zu  belegen.  Ebenso  wenig  genügten  dafür  die 
Todesanzeigen von H._______, zumal darin deren Todesumstände nicht 
erwähnt  würden.  Auch  auf  nochmalige  Aufforderung  hin  hätten  die 
Beschwerdeführenden  keine  einschlägigen  Beweismittel  für  die  geltend 
gemachten  Verfolgungshandlungen  eingereicht.  Die  Begründung,  ein 
Kontakt  zu  seinem  früheren  russischen Anwalt  sei  zu gefährlich  und es 
gebe keine anderen Vertrauenspersonen  in Russland,  vermöchten nicht 
zu überzeugen. Es handle sich dabei um reine Behauptungen, denn die 
Beschwerdeführenden  könnten  nicht  belegen,  welche  (erfolglosen) 
Schritte zur Beschaffung von Belegen sie unternommen hätten.

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Zudem  seien  die  in  Russland  zurückgebliebenen  Familienangehörigen 
beider  Beschwerdeführenden  offensichtlich  bisher  keinen 
Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt  gewesen.  Auch  habe  die  Familie 
der  umgekommenen  Cousine  (H._______)  offenbar  keine  Schritte 
unternommen,  um  ihren  angeblich  gewaltsamen  Tod  untersuchen  zu 
lassen.

Schliesslich  wirkten  die  angeblichen  Versuche,  mit  einem  Journalisten 
Kontakt  aufzunehmen,  konstruiert,  und  die  Schweizerische  Botschaft 
habe  keine  Hinweise  darauf  gefunden,  dass  der  Beschwerdeführer  wie 
behauptet in Russland wegen eines offenen Verfahrens gesucht werde.

Es sei nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer mit D._______ 
Auseinandersetzungen gehabt habe oder sogar von ihm bedroht worden 
sei.  Derartige  Vorkommnisse  seien  aber  nicht  asylrelevant,  da  es  sich 
dabei nicht um ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes handle.

K. 
Mit  Eingabe  vom  4. August  2008  (Poststempel)  reichten  die 
Beschwerdeführenden  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ein 
und  beantragten,  die  Verfügung  des  BFM  vom  24. Juni  2008  sei 
aufzuheben und die Sache wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs zur 
Feststellung des vollständigen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an 
das  BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  den  Beschwerdeführenden 
Asyl  zu  gewähren  und  subeventualiter  sei  festzustellen,  dass  der 
Wegweisungsvollzug unzulässig respektive unzumutbar sei.

Zur Begründung  führten die Beschwerdeführenden  im Wesentlichen an, 
das BFM habe  sich  in  der  angefochtenen Verfügung  zu  einem grossen 
Teil nicht auf die relevante Fragestellung bezogen und einen zu strengen 
Massstab an die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführenden 
angelegt.  Es  habe  sich  zudem  in  keiner  Weise  mit  der  ersten 
Botschaftsanfrage  vom  Juni/August  2003,  die  erhebliche  Mängel 
aufgewiesen  habe,  und  der  dadurch  ausgelösten  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Schliesslich sei der Sachverhalt 
in  verschiedener  Hinsicht  nicht  vollständig  abgeklärt  worden,  so 
insbesondere  bezüglich  des  vereitelten  Treffens  der 
Beschwerdeführenden  mit  dem  Journalisten  J._______  und  dessen 
Ermordung.  Die  diesbezüglichen  Ausführungen  des  BFM  seien  nicht 
nachvollziehbar  und  willkürlich.  An  der  Bedrohungslage  der 
Beschwerdeführenden  habe  sich  nichts  geändert;  würde  der 

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Beschwerdeführer  nach  Russland  zurückkehren,  müsste  er  mit  seiner 
Liquidierung rechnen.

Zusammenfassend stelle sich die Gefährdung des Beschwerdeführers als 
ein  Gesamtbild  dar  und  stütze  sich  auf  die  glaubhaften  Aussagen 
betreffend  seine  [politische  Tätigkeit],  seine  Opposition  gegen  die 
radikalen  Privatisierungspläne  von  E._______  und  seinen  Widerstand 
gegen  die  Anordnungen  [von]  D._______.  Es  stehe  fest,  dass  die 
Verfolgung  von  D._______  und  seinen  Schergen  die  asylrelevante 
Intensität  erreiche  und  überdies  die  russischen  Behörden  weder 
schutzwillig  noch  schutzfähig  seien.  Zudem  habe  das  BFM  auch  die 
Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs zu wenig begründet. Schliesslich 
sei auch von der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen.

L. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  7. August  2008  bestätigte  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Eingang  der 
Beschwerde  und  teilte  mit,  dass  nach  Erhalt  der  Akten  darauf 
zurückzukommen sei.

M. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  19. August  2008  forderte  die 
Instruktionsrichterin  die  Beschwerdeführenden  zur  Einzahlung  eines 
Kostenvorschusses innert Frist auf

Mit  Eingabe  vom  3. September  2008  ersuchten  die 
Beschwerdeführenden  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  des 
Kostenvorschusses  und  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung,  da  sie  bedürftig  seien  und  ihre  Beschwerde  nicht 
aussichtslos sei.

Mit  Zwischenverfügung  vom  12. September  2008  hiess  die 
Instruktionsrichterin  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Gleichzeitig  wurde  die  Vorinstanz  zur 
Vernehmlassung eingeladen.

N. 
Mit Vernehmlassung  vom 16. September  2008  beantragte  das BFM die 
Abweisung  der  Beschwerde,  da  die  Beschwerdeschrift  keine  neuen 
erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel  enthalte,  die  eine  Änderung 

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ihres  Standpunktes  rechtfertigen  könnten.  Die  Vernehmlassung  wurde 
den Beschwerdeführenden zur Kenntnisnahme zugestellt.

O. 
Mit Eingabe vom 24. September 2008 stellten die Beschwerdeführenden 
fest,  dass  das  BFM  den  in  der  Beschwerdeschrift  erhobenen  Rügen 
angesichts der Vernehmlassung offenbar nichts entgegenzusetzen habe, 
was zu ihren Gunsten gewertet werden müsse.

P. 
Mit Eingabe  vom 15. Juni  2009  reichten die Beschwerdeführenden eine 
Kopie der Rechtskraftmitteilung betreffend der erleichterten Einbürgerung 
ihrer Tochter ein (C._______). Die Tochter werde deshalb in der Schweiz 
verbleiben,  was  im  Rahmen  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges zu berücksichtigen sei.

Gleichzeitig erkundigten sich die Beschwerdeführenden nach dem Stand 
des Verfahrens und baten um einen schnellstmöglichen Entscheid.

Q. 
Mit  Schreiben  vom  23. Juni  2009  teilte  die  Instruktionsrichterin  den 
Beschwerdeführenden  mit,  das  Bundesverwaltungsgericht  sei  bemüht, 
die Dauer seiner Verfahren möglichst kurz zu halten. Da das vorliegende 
Verfahren  jedoch  gemäss  der  internen  Prioritätenordnung  des  Gerichts 
nicht  prioritär  zu  behandeln  sei,  könnten  keine  Aussagen  über  die 
voraussichtlich verbleibende Verfahrensdauer gemacht werden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 

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endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor dem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).  Betreffend  die  Beschwerdeführenden  liegt  kein 
Auslieferungsersuchen vor.

1.2. Das Verfahren  richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  VGG  und 
das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 
sowie Art. 52 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4. 

4.1. Das BFM begründete  seine  abweisende Verfügung  damit,  dass  es 
den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  sei,  asylrelevante 
Verfolgungshandlungen in Russland glaubhaft zu machen. Es gebe keine 

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glaubhaften  Anhaltspunkte  [für  die  behauptete  politische  Tätigkeit]  im 
Gegenteil  sei  nach  Auskunft  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Moskau 
erst  [zu  einem  späteren  Zeitpunkt]  eine  umfassende  Reform  [des 
betreffenden  Industriesektors]  in  Russland  eingeleitet  worden,  weshalb 
der Beschwerdeführer daran nicht beteiligt gewesen sein könne, (…). Die 
von  den  Beschwerdeführenden  geschilderten  Vorkommnisse  seien 
allesamt  ohne  plausible  Begründung  unbelegt  geblieben  und  wirkten 
teilweise  konstruiert.  Schliesslich  habe  die  Botschaft  keine  Spur  des 
angeblich  gegen  den  Beschwerdeführer  laufenden  Strafverfahrens 
gefunden.  Obwohl  nicht  ausgeschlossen  werden  könne,  dass  der 
Beschwerdeführer mit D._______ verbale Auseinandersetzungen gehabt 
habe  oder  gar  von  ihm  bedroht  worden  sei,  vermöchten  derartige 
Vorkommnisse die Flüchtlingseigenschaft nicht zu begründen.

4.2. Die Beschwerdeführenden machen in der Beschwerdeschrift geltend, 
das BFM habe mit  seiner  Verfügung  aus  verschiedenen Gründen  ihren 
Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt,  da  der  Sachverhalt  nicht 
vollständig  abgeklärt  worden  sei  und  gewichtige  Aspekte  in  der 
angefochtenen Verfügung nicht beurteilt worden seien. Zudem habe das 
BFM auch gegen das Willkürverbot verstossen, weil seine Ausführungen 
teilweise  nicht  nachvollziehbar  seien.  Entgegen  der  Ansicht  des  BFM 
hätten  die  Beschwerdeführenden  ihre  asylrelevante  Gefährdung  in 
Russland glaubhaft dargelegt.

4.3.  Im Folgenden  sind  vorab  die  geltend  gemachten Verletzungen  des 
Willkürverbots,  des  rechtlichen  Gehörs  und  der  unvollständigen 
Sachverhaltserstellung  zu  beurteilen.  Da  diese  Rügen  eng  miteinander 
verbunden  sind,  rechtfertigt  es  sich,  sie  gemeinsam  zu  beurteilen  (E. 5 
und  6).  Anschliessend  wird  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden  bezüglich  des  Mangels  an  Beweismitteln  (E. 8), 
der angeblichen Verfolgungsmotivation D._______ (E. 9) und der geltend 
gemachten Verfolgungshandlungen (E. 10) beurteilt.

5. 

Die Beschwerdeführenden machen in zwei Punkten eine Verletzung des 
Willkürverbotes  geltend.  Sie  führen  erstens  aus,  die Argumentation  des 
BFM,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  bezüglich  der  versuchten 
Kontaktaufnahme mit einem Journalisten wirkten konstruiert,  seien nicht 
nachvollziehbar  und  willkürlich.  Ebenso  willkürlich  sei  die  Aussage  des 
BFM, die Familienangehörigen der Beschwerdeführenden seien bis anhin 

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von keinen Verfolgungsmassnahmen betroffen gewesen; diese Aussage 
des BFM sei diametral  falsch und ergebe sich  in  keiner Weise aus den 
Aussagen der Beschwerdeführenden.

Unter Willkür  ist eine grobe, qualifizierte, augenfällige Unrichtigkeit eines 
behördlichen  Aktes  zu  verstehen;  in  Bezug  auf  einen 
Rechtsanwendungsakt bedeutet dies, dass dieser offensichtlich unhaltbar 
sein  und  in  stossender  Art  und  Weise  dem  Gerechtigkeitsgedanken 
widersprechen muss. Das Willkürverbot bezieht sich immer auf den Inhalt 
eines Rechtsaktes und nicht auf dessen Begründung. Willkür  liegt somit 
nur vor, wenn nicht nur die Begründung eines Rechtsaktes, sondern auch 
das  Ergebnis  der  behördlichen  Überlegungen  unhaltbar  ist.  Ist  das 
Ergebnis hingegen als rechtlich korrekt zu beurteilen, kann allenfalls der 
Anspruch  auf  ausreichende  Begründung  als  Teilgehalt  des  rechtlichen 
Gehörs  verletzt  sein  (BGE 131  I  467 E. 3.1; PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH 
ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern 
2009, § 23 Rz. 21 ff.).

Bei  beiden  in  der  Beschwerdeschrift  geltend  gemachten  Willkürrügen 
geht der Vorwurf der Willkür nicht auf den Entscheid an sich, sondern auf 
dessen  Begründung.  Im  Übrigen  ist  –  wie  festzustellen  sein  wird  –  die 
Entscheidung  des  BFM  als  rechtlich  korrekt  zu  beurteilen  (vgl.  E. 13). 
Deshalb  sind  die  oben  genannten  Beschwerdepunkte  der 
Beschwerdeführenden  unter  dem  Gesichtspunkt  des  Anspruches  auf 
rechtliches Gehör zu beurteilen (siehe E. 6.4.5 und 6.4.6).

6. 

6.1.  Die  Beschwerdeführenden  machen  geltend,  das  BFM  habe  in 
verschiedenen  Bereichen  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
unvollständig abgeklärt und aus verschiedenen Gründen  ihren Anspruch 
auf  rechtliches  Gehör  verletzt.  Sie  beantragen  deshalb  die 
Zurückweisung der Sache an das BFM zur vollständigen Abklärung des 
Sachverhaltes und zur Neubeurteilung.

6.2.  Der  Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  beinhaltet  neben  weiteren 
Verfahrensgarantien,  dass  die  verfügende  Behörde  die  Vorbringen  des 
Betroffenen  tatsächlich  hört,  sorgfältig  und  ernsthaft  prüft  und  in  der 
Entscheidfindung  berücksichtigt,  was  sich  entsprechend  in  der 
Entscheidbegründung  niederzuschlagen  hat  (Art.  29  Abs.  2  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

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1999  [BV,  SR  101],  Art.  29  VwVG,  Art.  32  Abs.  1  VwVG  und  Art. 35 
VwVG;  vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.3). Die Begründung soll 
es  dem  Betroffenen  ermöglichen,  den  Entscheid  sachgerecht 
anzufechten. Dies ist nur dann der Fall, wenn sich der Beschwerdeführer 
(und  im  Übrigen  auch  die  Rechtsmittelinstanz)  über  die  Tragweite  des 
Entscheides  ein Bild machen  kann. Die  verfügende Behörde muss  sich 
allerdings nicht  ausdrücklich mit  jeder  tatbeständlichen Behauptung und 
jedem  rechtlichen  Einwand  der  Parteien  auseinander  setzen,  sondern 
kann  sich  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  einer  Argumentation 
beschränken.  Die  Begründungsdichte  richtet  sich  dabei  nach  dem 
Verfügungsgegenstand,  den  Verfahrensumständen  und  den  Interessen 
der  Betroffenen,  wobei  bei  schwerwiegenden  Eingriffen  in  rechtlich 
geschützte  Interessen  –  und  um  solche  geht  es  bei  der  Frage  der 
Gewährung des Asyls  –  eine  sorgfältige Begründung  verlangt wird  (vgl. 
EMARK  2006  Nr.  24  E.  5.1  mit  weiteren  Hinweisen  auf  die 
Rechtsprechung des Bundesgerichts).

Im  Asylverfahren  gilt  –  wie  im  übrigen  Verwaltungsverfahren  –  der 
Untersuchungsgrundsatz.  Das  heisst,  die  Asylbehörde  hat  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  vor  ihrem  Entscheid  von  Amtes  wegen 
vollständig  und  richtig  abzuklären  (Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  12  VwVG, 
Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende 
Person gleichzeitig die Pflicht und unter dem Blickwinkel des rechtlichen 
Gehörs  das  Recht,  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  mitzuwirken 
(vgl. BVGE 2007/21 E. 11.1.3; EMARK 2004 Nr. 16 E. 7a; EMARK 2003 
Nr. 13).

6.3. Grundsätzlich  ist  festzuhalten, dass das BFM  in der angefochtenen 
Verfügung den Sachverhalt auf eineinhalb Seiten ausführlich darlegt und 
sich anschliessend auf fünf Seiten mit den geltend gemachten Vorbringen 
der Beschwerdeführenden auseinandersetzt. Damit  kann der Vorinstanz 
grundsätzlich  nicht  vorgeworfen werden,  sie  habe  sich  nicht  ausführlich 
genug  mit  den  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden 
auseinandergesetzt.  Zudem  kann  dem BFM  in  Anbetracht  der  äusserst 
umfangreichen  und  streckenweise  wenig  gehaltvollen  Eingaben  des 
Rechtsvertreters  der  Beschwerdeführenden  nicht  vorgeworfen  werden, 
dass  es  sich  in  seiner  Verfügung  auf  die  wesentlichen 
Argumentationslinien  beschränkte  und  nicht  jedes  nebensächlich 
erscheinende  und  unbelegt  gebliebene  Vorbringen  ausdrücklich  in  der 
Verfügung erwähnte.

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6.4.  Im  Einzelnen  machen  die  Beschwerdeführenden  sieben 
Verletzungen  des  rechtlichen  Gehörs  geltend,  die  in  der  Folge  einzeln 
beurteilt werden.

6.4.1. Erstens machen die Beschwerdeführenden geltend, das BFM habe 
sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  mit  der  durch  die  erste 
Botschaftsabklärung  im  Jahr  2003  für  den  Beschwerdeführer 
entstandenen Gefahr auseinandergesetzt (Art. 9 der Beschwerdeschrift).

Die  Beschwerdeführenden  substantiieren  diesen  Vorwurf  in  keiner  Art 
und Weise. Sie bringen nicht vor, inwiefern sich die Gefährdungssituation 
durch  die  von der Schweizerischen Botschaft  durchgeführten  Interviews 
(…)  verändert  habe.  Insbesondere  machen  sie  weder  neue 
Verfolgungsmassnahmen gegen sie persönlich hier  in der Schweiz noch 
gegen  die  in  Russland  zurückgebliebenen  Familienmitglieder  geltend. 
Dieser  Vorwurf  wurde  damit  nicht  substantiiert,  womit  das  BFM  nicht 
verpflichtet war, darauf in seiner Verfügung ausdrücklich einzugehen. Der 
Anspruch auf rechtliches Gehör wurde damit nicht verletzt.

6.4.2.  Zweitens  bringen  die  Beschwerdeführenden  vor,  das  BFM  habe 
sich  nicht  mit  dem  Argument  auseinandergesetzt,  dass  der 
Beschwerdeführer,  gerade  weil  er  als  Politiker  nicht  sehr  bekannt 
gewesen  sei,  umso  mehr  einer  allfälligen  Verfolgung  ausgeliefert 
gewesen sei (Art. 11 der Beschwerdeschrift).

Diesbezüglich  ist  festzuhalten, dass sich das BFM in der angefochtenen 
Verfügung  auf  zwei  Seiten  (Mitte  S. 5  bis  Mitte  S. 7)  konkret  mit  den 
einzelnen  von  den  Beschwerdeführenden  geltend  gemachten 
Verfolgungshandlungen  auseinandergesetzt  hat.  Darin  zeigt  sich,  dass 
das BFM die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer trotz – oder gerade 
wegen – seiner Unbekanntheit verfolgt sein könnte, ernst genommen hat. 
Damit ist die Vorinstanz der ihr von der ARK diesbezüglich aufgetragenen 
sorgfältigen  Überprüfung  der  geltend  gemachten 
Verfolgungsmassnahmen nachgekommen und hat  keine Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör begangen.

6.4.3.  Drittens  monieren  die  Beschwerdeführenden,  die  zweite 
Botschaftsanfrage  vom  28. Dezember  2008  (recte:  2006)  sei  mit 
zahlreichen  Mängeln  behaftet  gewesen,  welche  die 
Beschwerdeführenden  in  ihrer  Eingabe  an  das  BFM  vom  26. Mai  2008 
(Akte A55/20) dargelegt hätten. Das BFM habe sich in der angefochtenen 

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Verfügung nicht mit diesen Mängeln auseinandergesetzt. Dies stelle auch 
eine  mangelhafte  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  dar. 
Konkret  bringen  die  Beschwerdeführenden  vor,  die  Zusammenfassung 
des  Sachverhaltes  in  der  Botschaftsanfrage  sei  zu  einseitig  auf  die 
Tätigkeit des Beschwerdeführers (…) ausgerichtet gewesen, so dass die 
Verfolgungssituation  für  die  Botschaft  nicht  habe  ersichtlich  werden 
können.  (…) Schliesslich monierten die Beschwerdeführenden, dass die 
Botschaft keine Abklärungen bezüglich der geltend gemachten Anschläge 
auf  verschiedene  Verwandte  und  Bekannte  der  Familie  gemacht  habe 
(Art. 12 der Beschwerdeschrift).

Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass die Parteien keinen Anspruch 
darauf haben, der entscheidenden Behörde konkrete Vorgaben bezüglich 
der  zu  treffenden  weiteren  Abklärungen  zu  machen.  Sie  können  damit 
auch  nicht  über  den  Inhalt  einer  Botschaftsanfrage  bestimmen.  Des 
Weiteren ist es nachvollziehbar, dass das BFM sich darauf beschränkte, 
die  Botschaft  bezüglich  derjenigen  Vorkommnisse  um  zusätzliche 
Abklärungen  zu  bitten,  die  von  den  Beschwerdeführenden  wenigstens 
ansatzweise  belegt  worden  waren,  so  insbesondere  die  Vorladung  der 
Staatsanwaltschaft  G._______.  Bezüglich  der  weiteren  geltend 
gemachten  Vorkommnisse  wäre  es  an  den  Beschwerdeführenden 
gelegen,  im  Rahmen  ihrer  Mitwirkungspflicht  (Art. 8  AsylG) 
entsprechende Belege  beizubringen,  um die Vorkommnisse mindestens 
insoweit  zu  stützen,  dass  es  dem  BFM  möglich  gewesen  wäre, 
diesbezüglich weitere Abklärungen zu treffen.

Zusammenfassend  und  im  Hinblick  auf  die  oben  (E. 6.2)  genannten 
Grundsätze  der  Begründungspflicht  kann  dem  BFM  nicht  vorgeworfen 
werden, es habe den Anspruch auf eine sorgfältige Begründung verletzt, 
indem  es  nicht  weiter  auf  die  geltend  gemachten  Mängel  in  der 
Botschaftsanfrage  eingegangen  ist,  sondern  lediglich  feststellte,  diese 
führten  nicht  zu  einer  anderen  Einschätzung  der  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers.  Es  liegt  somit  auch  diesbezüglich  keine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs vor.

6.4.4.  Viertens  machen  die  Beschwerdeführenden  geltend,  das  BFM 
habe  sich  nicht  mit  den  finanziellen  Aspekten  der  Bedrohungslage  des 
Beschwerdeführers  auseinandergesetzt,  was  eine  Verletzung  der 
Begründungspflicht darstelle (Art. 13 der Beschwerdeschrift).

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Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  es  sich  bei  den  Ausführungen  der 
Beschwerdeführenden  in  ihrer  Eingabe  vom  26. Mai  2008  zu  den 
finanziellen  Folgen,  welche  die  Handlungen  des  Beschwerdeführers 
angeblich  für  E._______  und  D._______  gehabt  hätten,  um  reine 
Spekulationen handelt, die weder in der Eingabe noch in den Anhörungen 
substantiiert  worden  waren.  Wörtlich  hielt  der  Rechtsvertreter  der 
Beschwerdeführenden  in  der  genannten  Eingabe  fest:  "Mein  Mandant 
geht davon aus, dass E._______ D._______ eine sehr hohe Geldzahlung 
zugesichert  hat,  auf  welche  D._______  zwecks  Weiterführung  seiner 
politischen Tätigkeiten für seine Partei damals auch dringend angewiesen 
war"  (Akte  55/20,  S. 4).  Es  handelt  sich  dabei  mithin  um  eine  reine 
Behauptung  des  Beschwerdeführers,  die  in  keiner Weise  belegt  wurde. 
Dem BFM kann damit nicht vorgeworfen werden, sich nicht weiter damit 
auseinandergesetzt zu haben.

6.4.5.  Das  BFM  habe  fünftens  die  Kontaktaufnahme  mit  einem 
Journalisten namens J._______ sowie das Vorbringen, dieser Journalist 
sei  später  umgebracht  worden,  im  Sachverhalt  nicht  erwähnt  und  den 
Zusammenhang  zwischen  dieser  Kontaktaufnahme  und  dem  zweiten 
Autounfall unterschlagen (Art. 16, 21, 22 und 23 der Beschwerdeschrift).

Diesbezüglich  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  in  der  angefochtenen 
Verfügung  den  zweiten  Autounfall  im  Rahmen  der  Darstellung  des 
Sachverhaltes  aufführte  (S. 3  oben)  und  den  angeglichen  Versuch  des 
Beschwerdeführers, seine Geschichte publik zu machen, im Rahmen der 
Beurteilung der geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen nannte und 
beurteilte. Dem Beschwerdeführer  ist zuzugestehen, dass das BFM den 
von  ihm hergestellten  Zusammenhang  zwischen  den  beiden Elementen 
nicht  ausführte.  Das  BFM  beurteilte  jedoch  beide  Aspekte,  den 
inszenierten  Autounfall  und  die  Kontaktaufnahme mit  dem  Journalisten, 
als  unglaubhaft  und  durfte  ohne Weiteres  davon  ausgehen,  dass  auch 
der  angebliche  Zusammenhang  zwischen  diesen  beiden  Elementen  an 
dieser  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  nichts  geändert  hätte,  zumal  die 
Beschwerdeführenden  auch  diesbezüglich  keinerlei  Belege  beibrachten 
und es sich bei den Ausführungen um reine Mutmassungen handelt.

6.4.6. Die Beschwerdeführenden machen sechstens geltend, es sei nicht 
nachvollziehbar,  wie  das  BFM  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung 
darauf  stützen  könne,  dass  ihre  in  Russland  zurückgebliebenen 
Familienangehörigen  keinen  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt 

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gewesen seien. Diese Aussage lasse sich aus den Anhörungsprotokollen 
nicht ableiten.

Die Beschwerdeführerin sagte in der Anhörung vom 10. August 2006 auf 
die Frage hin,  ob sie Kontakt mit  ihren Familienangehörigen habe, aus, 
sie  und  ihr  Ehemann  hätte  "manchmal"  Kontakt  mit  ihren 
Familienangehörigen, "sehr selten" rufe sie  ihre Mutter an, die mit  ihrem 
Ehemann auf dem Land lebe, mithin "weit weg von dem Ort, wo sich alles 
ereignet" habe. Auf die ausdrückliche Frage, ob die Familienangehörigen 
irgendwelche Schwierigkeiten mit den Behörden gehabt hätten, sagte sie, 
sie  könne  dazu  nichts  sagen,  weil  sie  keinen  Kontakt  zu  ihren 
Verwandten habe, was für beide Seiten besser sei. Sie fügte an, sie habe 
sich  nach  der  letzten  Anhörung  an  ihre  Verwandten  gewandt  und  sie 
gebeten, ihr Dokumente zu schicken (A46/11, S. 2).

Aus  diesen  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  geht  –  trotz  ihren 
Widersprüchlichkeiten  –  klar  hervor,  dass  die  Beschwerdeführerin 
zumindest  zu  ihren  eigenen  Familienangehörigen  Kontakt  hatte,  wenn 
auch  selten.  Damit  durfte  das  BFM  davon  ausgehen,  dass  die 
Beschwerdeführerin über allfällige mit ihrer Auswanderung in die Schweiz 
zusammenhängenden  Probleme  ihrer  Familienangehörigen  informiert 
gewesen  wäre.  Nachdem  das  BFM  ausdrücklich  danach  gefragt  hatte, 
durfte  es  anschliessend  auch  davon  ausgehen,  dass  die 
zurückgebliebenen  Familienangehörigen  offensichtlich  keinen 
asylrelevanten Verfolgungshandlungen ausgesetzt gewesen sind.

6.4.7. Schliesslich  machen  die  Beschwerdeführenden  siebtens  geltend, 
das  BFM  habe  die  Zulässigkeit  des Wegweisungsvollzugs  ungenügend 
begründet. 

Bezüglich  der  Wegweisungsvollzugshindernisse  gilt  der  gleiche 
Beweismassstab  der  Glaubhaftigkeit  wie  bezüglich  der 
Flüchtlingseigenschaft  (Art. 7  AsylG;  siehe  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/ Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht,  2. Aufl., Basel 
2009,  Rz. 11.148  S. 568).  Nachdem  das  BFM  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden  und  insbesondere  die  geltend  gemachten 
Verfolgungshandlungen  als  unglaubhaft  beurteilt  hatte  und  die 
Beschwerdeführenden keine zusätzlichen, spezifisch die Zulässigkeit des 
Wegweisungsvollzugs  betreffenden  Aussagen  gemacht  hatten,  ist  es 
nicht zu beanstanden, dass das BFM nicht weiter begründete, wieso der 
Vollzug  der  Wegweisung  nicht  gegen  Art. 3  der  Konvention  vom 

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4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verstosse. 

6.5.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  den 
rechtserheblichen Sachverhalt vollständig und richtig  festgestellt hat und 
keine Verletzung des  rechtlichen Gehörs begangen hat. Der Antrag der 
Beschwerdeführenden, die Verfügung zu kassieren und zur vollständigen 
Abklärung des Sachverhaltes sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, ist abzuweisen.

7. 
Nachdem das Bundesverwaltungsgericht damit festgestellt hat, dass das 
BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  weder  den  Anspruch  der 
Beschwerdeführenden  auf  rechtliches  Gehör  noch  das  Willkürverbot 
verletzt  hat  und  dass  der  relevante  Sachverhalt  vollständig  und  richtig 
abgeklärt  wurde,  ist  im  Folgenden  zu  prüfen,  ob  das  BFM  zu  Recht 
feststellte, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden bezüglich der 
erlittenen Verfolgung in Russland unglaubhaft seien.

7.1.  Die  Beschwerdeführenden  machen  in  ihrer  Beschwerdeschrift 
geltend,  das  BFM  habe  bei  der  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  ihrer 
Vorbringen einen zu strengen Massstab angelegt. 

7.2.  Nach  Art. 7  Abs. 1  AsylG  muss,  wer  in  der  Schweiz  um  Asyl 
nachsucht,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest 
glaubhaft machen. Vorbringen  sind dann glaubhaft, wenn  sie genügend 
substantiiert,  in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 
vagen  Schilderungen  erschöpfen  oder  den  Tatsachen  oder  der 
allgemeinen  Erfahrung  widersprechen  und  sie  dürfen  nicht 
widersprüchlich  sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren. Darüber  hinaus 
muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (Art. 7  Abs. 3  AsylG), 
wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe 
des Verfahrens Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt, 
mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung 
verweigert. 

Glaubhaftmachung bedeutet  –  im Gegensatz  zum strikten Beweis – ein 
reduziertes  Beweismass  und  lässt  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel  an  den  Vorbringen  eines  Beschwerdeführers.  Eine  Behauptung 

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gilt  bereits als glaubhaft  gemacht, wenn das Gericht  von  ihrer Wahrheit 
nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht 
alle  Zweifel  beseitigt  sind.  Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es 
demgegenüber  nicht  aus, wenn  der  Inhalt  der Vorbringen  zwar möglich 
ist,  aber  in  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  wesentliche  und 
überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen.  Entscheidend  ist  im  Sinne  einer 
Gesamtwürdigung,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht;  dabei  ist  auf 
eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl.  die  von  der  ARK 
begründete Rechtsprechung  in EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f., die 
vom  Bundesverwaltungsgericht  weitergeführt  wird;  BVGE  2010/57  E. 
2.3).

7.3.  Das  BFM  stützt  die  Verneinung  der  Existenz  einer  asylrelevanten 
Verfolgung  der  Beschwerdeführenden  in  der  angefochtenen  Verfügung 
darauf,  dass  einerseits  das  geltend  gemachte  Motiv  einer  Verfolgung 
durch  D._______  –  [die  Tätigkeiten  des  Beschwerdeführers  gegen  die 
Privatisierung],  wodurch  dieser  sich  den  Zorn  [von]  D._______ 
zugezogen  habe  –  und  andererseits  die  angeblich  erlittenen 
Verfolgungshandlungen  unglaubhaft  seien.  Zudem  führte  das  BFM 
insbesondere an, dass die Beschwerdeführenden keinerlei Belege für die 
verschiedenen Verfolgungshandlungen eingereicht hätten.

7.4.  Die  Beschwerdeführenden  bezeichnen  ihre  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift  als  "klar,  nachvollziehbar  und  widerspruchsfrei", 
äussern  sich  in  der  insgesamt  sehr  umfangreichen  Beschwerdeschrift 
jedoch  nur  ansatzweise  konkret  zu  den  Ausführungen  des  BFM  zur 
Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen. Sie reichten auch auf Beschwerdeebene 
keine neuen Beweismittel ein.

8. 
Das  BFM  führt  bezüglich  der  fehlenden  Beweismittel  aus,  die 
Beschwerdeführenden  und  ihr  Rechtsvertreter  seien  mehrmals 
aufgefordert  worden,  weitere  Beweismittel  zu  beschaffen  und 
einzureichen.  Ausser  (…)  und  den  Todesanzeigen  seien  aber  keine 
weiteren  Dokumente  eingereicht  worden,  welche  die  erlittenen 
Verfolgungshandlungen  betroffen  hätten.  Zur  Rechtfertigung  hätten  die 
Beschwerdeführenden  ausgeführt,  ein  Kontakt  mit  den  früheren 
russischen  Anwälten  sei  zu  gefährlich  und  es  gebe  keine 
Vertrauensperson,  die  Beweismittel  beschaffen  könnte.  Putin  habe 

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zudem  viele  Dokumente  vernichten  lassen.  Diese  Erklärungsversuche 
müssten  jedoch  als  mit  nichts  belegte  pauschale  Behauptungen 
bezeichnet werden. Es erstaune zudem, dass die Beschwerdeführenden 
in Russland niemanden um Hilfe hätten bitten können, obwohl nach ihren 
eigenen Aussagen viele Leute ihr Leben riskiert hätten, um sie zu retten.

Es  ist  festzustellen,  dass  die  behaupteten  Verfolgungshandlungen  mit 
keinen  Beweismitteln  belegt  worden  sind.  Weder  wurden  die 
Spitalaufenthalte  der  Beschwerdeführenden  belegt,  noch  die  beiden 
Autounfälle  oder  ein  Zusammenhang  ihrer Vorbringen mit  dem Tod  der 
Cousine der Beschwerdeführerin. Das BFM stellt zu Recht  fest, dass es 
an  den  Beschwerdeführenden  gelegen  hätte,  sich  im  Rahmen  ihrer 
Mitwirkungspflicht  nach  Art. 8  AsylG  um  solche  Beweismittel  zu 
bemühen,  ein  solches  Bemühen  aber  offensichtlich  nicht  stattgefunden 
habe und die angeführten Erklärungen nicht glaubhaft seien. Es ist nicht 
nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer angeblich keine Möglichkeit 
gehabt haben soll, über seinen (ehemaligen) Anwalt, seine Familie oder 
andere  Vertrauenspersonen  Beweismittel  bezüglich  der  geltend 
gemachten Vorkommnisse zu beschaffen. Als langjähriger und vernetzter 
Politiker muss er über Vertrauenspersonen verfügt haben, was sich auch 
darin  zeigt,  dass  es  ihm  und  seiner  Familie  gelungen  ist,  Russland mit 
Hilfe anderer Personen zu verlassen. Der Mangel an Beweismittel muss 
damit den Beschwerdeführenden angelastet werden und ist entsprechen 
in die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen einzubeziehen.

9. 

9.1.  Bezüglich  der  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten 
Verfolgungsmotivation  durch  D._______  führt  das  BFM  in  der 
angefochtenen  Verfügung  erstens  aus,  es  gebe  keine  glaubhaft 
dargelegten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer 
massgeblich  [gegen  die  Privatisierung  tätig  gewesen  sei].  (…)  Der 
Glaubhaftigkeit  dieses  Vorbringens  abträglich  sei  zudem,  dass  der 
Beschwerdeführer  sich  nicht  mehr  daran  erinnere,  wer  mit  ihm 
zusammen (…) gearbeitet habe, und dass der Beschwerdeführer gemäss 
den Ausführungen der Schweizerischen Botschaft als Politiker nicht durch 
ein eigenständiges Profil aufgefallen sei. 

Zu  diesen  Ausführungen  des  BFM  äussern  sich  die 
Beschwerdeführenden  in  ihrer  Beschwerde  nicht.  Insbesondere  reichen 

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sie  keinerlei  Dokumente  ein,  die  ihre  Vorbringen  hätten  unterstützen 
können. 

Unter diesen Umständen besteht  für das Bundesverwaltungsgericht kein 
Grund,  an  der  Einschätzung  des  BFM  zu  zweifeln,  zumal  sich  die 
Auskunft  der  Schweizerischen  Botschaft  auf  Interviews  mit  [politischen 
Kollegen]  stützt  (…),  und  die  Botschaftsantwort  grundsätzlich  als 
verlässlich eingestuft werden kann.

9.2.  Das  BFM  stützt  die  Unglaubhaftigkeit  der  Verfolgungsmotivation 
[von]  D._______  zweitens  auf  die  Ausführungen  der  Schweizerischen 
Botschaft, in denen diese darlegt, [die geltend gemachte politische Arbeit 
seien mit den tatsächlichen Vorgängen zeitlich nicht in Übereinstimmung 
zu  bringen].  Zudem  sei  die  Privatisierung  unterdessen  abgeschlossen 
und Herr E._______ habe sein Ziel (mit einigen Abstrichen zwar) erreicht. 
Auch  dazu  äussern  sich  die  Beschwerdeführenden  in  der 
Beschwerdeschrift nicht. 

9.2.1. [Ausführungen zu den zeitlichen Unstimmigkeiten]

9.2.2.  [Ausführungen  zu  Unstimmigkeiten  der  Vorbringen  mit  den 
Angaben  der Schweizerischen Botschaft] Dies  zieht  die Vorbringen  des 
Beschwerdeführers zusätzlich in Zweifel.

9.2.3.  Schliesslich  ist  hinzuzufügen,  dass  die  angebliche  Vereinbarung 
zur Aufteilung der Gewinne einer Privatisierung (…) zwischen E._______ 
und  D._______  ausschliesslich  auf  Behauptungen  des 
Beschwerdeführers  beruht.  Die  reine  Möglichkeit  einer  solchen 
Verbindung  genügt  jedoch  nicht,  um  deren  tatsächliche  Existenz 
glaubhaft zu machen.

9.3. Damit  ist  die Schlussfolgerung  des BFM,  die  vorgebrachten Motive 
von  D._______  für  eine  Verfolgung  des  Beschwerdeführers  seien 
unglaubhaft, nicht zu beanstanden.

10. 

10.1.  Bezüglich  der  verschiedenen  Anschläge,  die  angeblich  auf  den 
Beschwerdeführer und sein Umfeld verübt wurden,  führte das BFM aus, 
dass  diese  trotz  wiederholter  Aufforderung  mit  keinem  einzigen 
Dokument belegt worden seien. Die Schweizerische Botschaft habe zwar 
bestätigt, dass Ende 2001 ein Freund des Beschwerdeführers bei einem 

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Autounfall  ums  Leben  gekommen  sei.  Es  gebe  jedoch  keine  Belege 
dafür, dass der Beschwerdeführer in diesen Autounfall involviert gewesen 
sei  und  es  sich  um  einen  Anschlag  gehandelt  habe.  Die  eingereichten 
Todesanzeigen  von  H._______  würden  ebenfalls  nicht  ausreichen,  um 
eine  Verfolgungssituation  des  Beschwerdeführers  zu  begründen,  zumal 
die Todesanzeigen über die Todesursache keine Auskunft gäben. 

Die Beschwerdeführenden wiederholen bezüglich des Todes der Cousine 
der  Beschwerdeführerin  und  Mitarbeiterin  des  Beschwerdeführers, 
H._______, in der Beschwerdeschrift lediglich, deren Tod sei letztlich der 
Auslöser  ihrer  Flucht  aus  Russland  gewesen  (Art. 35  der 
Beschwerdeschrift). Diese Aussage  trägt aber nichts zur Glaubhaftigkeit 
der Vorbringen bei, dass H._______ eines gewaltsamen Todes gestorben 
sei  und  ihre  Ermordung  gegen  die  Beschwerdeführenden  gerichtet 
gewesen sei.

10.2.  Das  BFM  bezeichnete  die  angeblichen  Versuche  des 
Beschwerdeführers,  seine Verfolgungssituation durch einen Journalisten 
publik  zu  machen,  als  konstruiert  wirkend.  Es  begründete  diese 
Feststellung  damit,  dass  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  nichts 
mitzuteilen gehabt habe, was nicht bereits bekannt gewesen sein dürfte. 
Zudem  habe  der  Beschwerdeführer  gleichzeitig  Wahlpropaganda 
betrieben  und  eine  Person  beschäftigt,  die  für  die  Zeitungen  und  die 
Medien zuständig gewesen sei.

10.2.1.  Die  Beschwerdeführenden  machen  diesbezüglich  in  ihrer 
Beschwerde geltend, das BFM habe den Zusammenhang zwischen dem 
Versuch,  mit  einem  Journalisten,  der  später  umgebracht  worden  sei, 
Kontakt  aufzunehmen,  und  dem  Autounfall  im  Januar  2002  nicht 
angemessen  gewürdigt.  Der  Beschwerdeführer  habe  entgegen  der 
Meinung des BFM eine sehr brisante Geschichte zu erzählen gehabt und 
sei bereits seit  längerem vom Inlandgeheimdienst überwacht worden, zu 
dem  D._______  gute  Beziehungen  gehabt  habe.  Zudem  sei  davon 
auszugehen, dass auch der  Journalist,  den der Beschwerdeführer habe 
treffen  wollen,  bereits  vorher  unter  Beobachtung  des  Geheimdienstes 
gestanden sei. Die Kontaktaufnahme der beiden Personen habe für den 
Geheimdienst dann wohl eine "nicht mehr hinnehmbare 'Überschneidung' 
und  somit  die  Gefährdung  der  durch  den  Geheimdienst  gewahrten 
Interessen" dargestellt (Art. 20 der Beschwerdeschrift). Der Geheimdienst 
habe  wohl  deshalb  beschlossen,  mit  einem  Schlag  "zwei  Fliegen"  zu 
erledigen.  Mit  dem  inszenierten  Autounfall  des  Beschwerdeführers  auf 

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dem Weg zu einem Treffen mit dem Journalisten habe der Geheimdienst 
den  Beschwerdeführer  ausschalten  und  den  Journalisten  einschüchtern 
wollen. Zudem habe sich der Beschwerdeführer erst nach dem Unfall  im 
Januar 2002 als Kandidat für einen Parlamentssitz beworben, weshalb er 
zum Zeitpunkt des Unfalls über keinen Medienvertreter verfügt habe.

10.2.2.  Auch  diese  Behauptungen  der  Beschwerdeführenden  sind  mit 
keinerlei  Beweismittel  belegt:  Weder  gibt  es  Aufzeichnungen  über  den 
Unfall an sich noch über den Spitalaufenthalt der Beschwerdeführenden 
oder  die  angebliche  Anzeige  bei  der  Staatsanwaltschaft.  Die  Aussage, 
der  Journalist  sei  wohl  unter  Beobachtung  des  Geheimdienstes 
gestanden, ist genauso eine reine Behauptung wie diejenige, D._______ 
habe  gute  Beziehungen  zum  Geheimdienst  gehabt  und  der 
Beschwerdeführer  sei  ebenfalls  vom  Geheimdienst  überwacht  worden. 
Diese Aussagen werden durch nichts untermauert.

10.2.3.  Die  Aussage  des  BFM,  dass  es  dem  Beschwerdeführer 
gleichzeitig  möglich  war,  Wahlpropaganda  zu  betreiben,  und  er  eine 
Person angestellt hatte, die für seinen Kontakt zu den Medien zuständig 
war,  ist  hingegen  wenig  aussagekräftig.  Nach  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  fand  dessen  Versuch,  sich  als  Kandidat  für  die 
Lokalwahlen  registrieren  zu  lassen,  tatsächlich  erst  nach  dem 
angeblichen  Autounfall  im  Januar  2002  statt,  weshalb  auch  davon 
auszugehen  ist,  dass  er  zur  Zeit  des  angeblichen  Unfalls  keinen 
Medienvertreter  hatte.  Die  Behauptung  der  Beschwerdeführenden,  dem 
Beschwerdeführer sei es als Kandidat gesetzlich verboten gewesen, sich 
negativ über andere Politiker zu äussern, weshalb er seine Geschichte zu 
diesem  Zeitpunkt  nicht mehr  habe  veröffentlichen  können,  ist  hingegen 
wiederum durch nichts belegt und damit unglaubhaft.

10.2.4.  Es  ist  damit  entgegen  den  Behauptungen  der 
Beschwerdeführenden  in  der  Beschwerdeschrift  auch  nicht  davon 
auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach 
Russland  in  Gefahr  wäre,  weil  D._______  eine  Veröffentlichung  der 
Geschichte des Beschwerdeführers zu verhindern versuchen würde. Da 
weder  diese  Geschichte  selber  noch  eine  bisherige  Gefährdung  durch 
D._______  glaubhaft  gemacht  wurden,  ist  auch  eine  zukünftige  Gefahr 
unglaubhaft.  Daran  ändert  auch  nichts,  dass  die  Beschwerdeführenden 
davon  ausgehen,  dass  D._______  aufgrund  der  Nachforschungen  der 
Schweizerischen  Botschaft  erfahren  haben  dürfte,  dass  der 
Beschwerdeführer in die Schweiz geflüchtet sei. 

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10.2.5.  Gesamthaft  hat  das  BFM  auch  die  Vorbringen  bezüglich  des 
Autounfalles  im  Januar  2002  und  der  Kontaktaufnahme  mit  einem 
Journalisten damit zu Recht als unglaubhaft bezeichnet.

10.3. Das BFM führte in der angefochtenen Verfügung zudem aus, dass 
gegen  den  Beschwerdeführer  gemäss  den  Untersuchungen  der 
Schweizerischen  Botschaft  entgegen  seinen  Aussagen  kein  Verfahren 
wegen  Verleumdung  einer  Staatsperson  und  Landesverrat  eingeleitet 
worden  sei.  Zudem  seien  die  in  Russland  zurückgebliebenen 
Familienangehörigen  der  Beschwerdeführenden  nie 
Verfolgungshandlungen  ausgeliefert  gewesen.  Zu  beiden  Argumenten 
äussern  sich  die  Beschwerdeführenden  in  der  Beschwerdeschrift 
inhaltlich nicht. Weil auch den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen 
sind, die gegen diese Argumente des BFM sprechen würden, besteht für 
das  Bundesverwaltungsgericht  keine  Veranlassung,  darauf  näher 
einzugehen.

11. 
Das BFM hat damit zu Recht festgestellt, dass sowohl die massgebliche 
[Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  gegen  die  Privatisierung]  –  und  die 
daraus angeblich resultierende Feindschaft mit D._______ – als auch die 
angeblich erlittenen Verfolgungshandlungen unglaubhaft sind.

12. 
Das  BFM  schloss  in  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  aus,  dass  der 
Beschwerdeführer mit D._______ verbale Auseinandersetzungen gehabt 
habe oder von diesem sogar bedroht worden sei. Solche Ereignisse seien 
jedoch  keine  ernsthaften  Nachteile  im  Sinne  des  Asylgesetzes  und 
genügten damit nicht für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft.

Die Beschwerdeführenden führen in der Beschwerdeschrift diesbezüglich 
aus, sogar das BFM sei davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer 
von  D._______  bedroht  worden  sei.  Es  sei  nicht  ersichtlich,  wieso  das 
BFM  diese  Drohungen  als  zu  wenig  intensiv  und  deshalb  nicht 
asylrelevant anschaue.

Dazu  ist  festzuhalten,  dass  das  BFM  mit  den  "Drohungen"  wohl  die 
verbalen  Drohungen  gemeint  hat,  die  der  Beschwerdeführer  angeblich 
gleich  nach  seinem Verlassen der Partei D._______ erhalten  hat. Dass 
solche Drohungen alleine nicht ausreichen, um die Flüchtlingseigenschaft 

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zu begründen,  ist offensichtlich und bedarf keiner weiteren einlässlichen 
Ausführungen.

13. 
Das BFM hat damit die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden 
zu Recht  nicht  anerkannt  und  ihre Gesuche  um Asyl  zu Recht  und mit 
zutreffender Begründung abgewiesen.

14. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art.  44 Abs.  1 AsylG). Die Beschwerdeführenden  verfügen weder  über 
eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen 
Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 
zu  Recht  angeordnet  (Art.  44  Abs.  1  AsylG;  vgl.  BVGE  2009/50  E. 9, 
EMARK 2001 Nr. 21).

15. 

15.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

15.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss 
Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK 

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darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe 
oder Behandlung unterworfen werden.

Die Vorinstanz wies  in  ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin,  dass  das Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen Refoulementverbots  nur 
Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  findet  der  in 
Art. 33  Abs. 1  FK  und  Art.  5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der 
Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung.  Eine 
Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat    ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG rechtmässig.

Die Beschwerdeführenden machen in ihrer Beschwerde zwar geltend, der 
Vollzug  der  Wegweisung  sei  unzulässig,  begründen  dies  aber  nicht 
weiter. Auch aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass 
sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat    dort  mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  im Heimatstaat  lässt  den Wegweisungsvollzug 
zum  heutigen  Zeitpunkt  sodann  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach 
dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl­ 
als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

15.3.   Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

In Russland besteht keine Situation allgemeiner Gewalt, die sich über das 
ganze  Staatsgebiet  oder  weite  Teile  desselben  erstrecken  würde.  Eine 
gänzlich  unsichere,  von  bewaffneten  Konflikten  oder  permanent 
drohenden  Unruhen  dominierte  Lage,  aufgrund  derer  die 
Beschwerdeführenden  sich  bei  einer  Rückkehr  unvermeidlich  einer 
konkreten Gefährdung ausgesetzt sehen würden, besteht nicht.

Aufgrund  der  Akten  besteht  kein  Grund  zur  Annahme,  die 
Beschwerdeführenden  gerieten  im  Falle  einer  Rückkehr  nach Russland 
aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher 

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Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation,  die  den  Vollzug  der 
Wegweisung  als  unzumutbar  erscheinen  liesse.  Die 
Beschwerdeführenden  machen  keine  gesundheitlichen  Beschwerden 
geltend. Es ist nicht  in Abrede zu stellen, dass sie bei einer Rückkehr in 
ihren  Heimatstaat  aufgrund  ihrer  langen  Landesabwesenheit  mit 
gewissen  Schwierigkeiten  konfrontiert  sein  könnten.  Dem 
Beschwerdeführer  wird  es  als  ehemaligem  Politiker  und 
Interessenvertreter  jedoch  kaum  schwerfallen,  sich  wieder  in  die 
Gesellschaft  Russlands  zu  integrieren.  Zudem  verfügen  die 
Beschwerdeführenden  in  Russland  über  Familienangehörige  und  ein 
breites Beziehungsnetz.

An der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ändert auch nichts, dass 
die  einzige  Tochter  der  Beschwerdeführenden  mit  einem  Schweizer 
verheiratet  ist  und  deshalb  über  eine  Aufenthaltsbewilligung  in  der 
Schweiz  verfügt.  Den  Beschwerdeführenden  ist  es  zuzumuten,  diese 
Beziehung  in  der  Zukunft  im  Rahmen  von  gegenseitigen  Besuchen  zu 
pflegen. Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der Wegweisung 
auch als zumutbar.

15.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art.  8  Abs.  4  AsylG; 
BVGE  2008/34  E.  12  S.  513 ff.),  weshalb  der  Vollzug  der Wegweisung 
auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

15.5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art.  83 
Abs. 1 – 4 AuG).

16. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

17. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem mit 
Instruktionsverfügung  vom  12. September  2008  das  Gesuch  um 

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Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen wurde und 
aus  den  Akten  die  auch  heute  weiterhin  andauernde  Bedürftigkeit  des 
Beschwerdeführers hervorgeht, sind indessen keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

(Dispositiv nächste Seite)

E­5057/2008

Seite 29

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Christa Luterbacher Tobias Meyer

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