# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7964cb8-2b5a-5b85-8afe-33b3341be99e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.02.2014 200 2013 589
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-589_2014-02-11.pdf

## Full Text

200 13 589 IV
STC/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Februar 2014

Verwaltungsrichterin Stirnimann, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Juni 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/13/589, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 12. September 2011 wegen Multipler Sklerose (MS) bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Damals arbeitete sie … und ver-
richtete zusätzlich … (AB 7). Nachdem die IVB erwerbliche und medizini-
sche Abklärungen getätigt hatte, verneinte sie mit unangefochten gebliebe-
ner Verfügung vom 5. Juli 2012 (AB 21) einen Rentenanspruch. Dabei ging 
sie von einem gewichteten Invaliditätsgrad von 21% aus (Erwerbstätigkeit 
[0%]; Mitarbeit im Betrieb [9.6%]; Haushalt [11.22%]).

B.

Mit am 6. September 2012 bei der IVB eingegangenem Schreiben (AB 22) 
teilte die Versicherte die bevorstehende Auflösung der Ehe und eine neue 
Anstellung mit; gleichzeitig machte sie eine Verschlechterung in gesund-
heitlicher Hinsicht geltend. Daraufhin holte die IVB je einen Bericht der drei 
Arbeitgeber (AB 27, 28, 30) sowie einen Verlaufsbericht der behandelnden 
Ärztin (AB 32) ein. Nachdem sie in der Folge ihren Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) beigezogen (AB 33) und einen Abklärungsbericht Haushalt 
(AB 34) veranlasst hatte, stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid 
vom 4. April 2013 (AB 35) in Aussicht, das Leistungsbegehren (erneut) 
abzuweisen. Dabei ging sie von einem Status 80% Erwerbstätigkeit und 
20% Haushalt aus; den gewichteten Invaliditätsgrad bezifferte sie auf 35%. 
Die Versicherte erhob dagegen Einwand (AB 36) und reichte einen aktuel-
len Bericht ihres behandelnden Neurologen ein (AB 40). Am 5. Juni 2013 
verfügte die IVB wie angekündigt; die Verfügung enthielt zudem den Hin-
weis, dass sich die Versicherte melden könne, wenn sie berufliche Mass-
nahmen wünsche.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/13/589, Seite 3

C.

Hiergegen lässt die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 3. Juli 2013 Beschwerde erheben und folgende Rechtsbegehren stel-
len: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 5. Juni 2013 sei aufzuheben und 
der Beschwerdeführerin sei mindestens eine Dreiviertels-
Invalidenrente ab Januar 2009 zuzusprechen.

Eventuell: die Verfügung  der IV-Stelle Bern vom 5. Juni 2013 sei auf-
zuheben und der Beschwerdeführerin sei eine IV-Rente in gerichtlich 
zu bestimmendem Umfang seit wann rechtens zuzusprechen. 

Subeventuell: die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 5. Juni 2013 sei 
aufzuheben und die Rechtssache sei zur Neubeurteilung an die Vorin-
stanz zurückzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Beschwerde-
gegnerin habe den medizinischen Sachverhalt falsch und unvollständig 
festgestellt. Beanstandet werden insbesondere das angenommene Zumut-
barkeitsprofil, der Status sowie das herangezogene Valideneinkommen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 23. August 2013 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 24. September 2013 und Duplik vom 24. Oktober 2013 hiel-
ten die Parteien an den bisherigen Ausführungen und Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

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die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. Juni 2013 (AB 41). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und dabei 
insbesondere, ob der Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 

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Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 
3.2). Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts-
grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmel-
dungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – 
durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materi-
ellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demje-
nigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 
112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

3.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/13/589, Seite 6

3.1 Die Beschwerdeführerin arbeitet nicht mehr …, sondern hat – neben 
den zwei Stellen als … (AB 28, 30) – seit dem 12. September 2012 eine 
Anstellung auf Abruf (40-50%) in einem … (AB 26/2, 27/4). Dies stellt im 
Vergleich zur ersten rentenablehnenden Verfügung vom 5. Juli 2012 (AB 
21) eine revisions- resp. neuanmeldungsrechtlich relevante Veränderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen dar (vgl. E. 2.4 hiervor), sodass eine freie 
Prüfung des Rentenanspruchs vorzunehmen ist (vgl. BGE 117 V 198 E. 4b 
S. 200). Nicht streitig und daher nicht zu prüfen ist die Frage des Eintretens 
auf die Neuanmeldung (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

3.2 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen: 

3.2.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
nannte im Bericht vom 21. September 2011 (AB 10/2) als Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine sekundär chronisch progrediente 
Multiple Sklerose. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
führte er einen St. n. vorderer Kreuzbandrekonstruktion linkes Knie auf. Im 
Jahr 1986 seien erstmals Doppelbilder aufgetreten (Verdacht auf ersten 
MS-Schub). Nach der Knieoperation (1994) sei es zu einer zunehmenden 
Beinparese gekommen und seit ca. 2009 habe die Patientin zunehmend 
Mühe, die schweren Arbeiten … zu verrichten. Seit dem 3. April 2009 be-
stehe eine 25%-ige Arbeitsunfähigkeit.

3.2.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie FMH, nannte im Be-
richt vom 28. September 2011 (AB 13/2) die Diagnose einer sekundär 
chronisch progredienten Multiplen Sklerose. Die Patientin klage über ein 
Unsicherheits- und Schwächegefühl im linken Bein und bei längeren Haus-
haltsarbeiten ermüde sie schneller. Es sei mit einer langsam weitergehen-
den Zunahme der Behinderung zu rechnen. Aufgrund der erhöhten Ermüd-
barkeit bestehe eine etwa um 30% eingeschränkte Leistungsfähigkeit.

3.2.3 Im Bericht vom 27. August 2012 über die jährliche Verlaufskontrolle 
(AB 31) führte der Neurologe Dr. med. D.________ folgende Diagnose auf: 

Sekundär chronisch progrediente Multiple Sklerose

- Beinparese links seit 11 Jahren; aktuell stabiler Verlauf

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/13/589, Seite 7

- Lumbalpunktion vom 7. April 2009 mit positiven oligoklonalen 
Banden

- MRI des Schädels und der spinalen Achse mit typischen, nicht 
kontrastaufnehmenden Läsionen

- unauffällige visuell evozierte Potentiale

- einmalige Doppelbilder 1986 als erster Schub

Es hätten sich keine Hinweise für erneute Schübe oder eine Verschlechte-
rung der Symptomatik ergeben. Neu sei allerdings, dass die Patientin in 
Scheidung lebe; dementsprechend suche sie jetzt auch eine neue Arbeit. 
Falls Schmerzen im Bein aufträten, coupiere sie diese weiterhin mit Para-
cetamol 500mg, was ihr genüge. Es zeige sich weiterhin ein erfreulicher 
Verlauf. Bei klinisch und anamnestisch stabiler Situation sei auf eine erneu-
te Bildgebung verzichtet worden.

3.2.4 Die neue Hausärztin (vgl. AB 18, Ziff. 7) Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, legte im Bericht vom 
11. März 2013 (AB 32) dar, der Gesundheitszustand habe sich verschlech-
tert. Die Kraft habe abgenommen, vor allem in den unteren Extremitäten. 
Auch träten vermehrt Rückenschmerzen auf. Die Arbeitsunfähigkeit betra-
ge 70%. Im Beiblatt zum Zwischenbericht (AB 32/3) gab Dr. med. 
E.________ an, durch den Kraftverlust und die Instabilität träten Rücken-
schmerzen und eine Gangunsicherheit auf; ausserdem bestehe eine zu-
nehmende Müdigkeit. Noch zumutbar seien Tätigkeiten mit wechselnden 
Positionen, selbst bestimmbarem Tempo und ohne schwere Lasten. Die 
aktuelle Erwerbstätigkeit sei für die Patientin ideal und momentan zumut-
bar.

3.2.5 Die RAD-Ärztin med. pract. F.________, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation, bestätigte am 20. März 2013 die 
Einschätzung des Fallmanagements, dass auf die hausärztliche Beurtei-
lung mangels fachärztlicher Spezialisierung nicht abgestellt werden könne. 
Weil die Beschwerdeführerin aktuell bemüht sei, nach der Scheidung einer 
prozentual höheren Arbeitsfähigkeit (wohl: Arbeitstätigkeit) nachzukommen 
und sie dies durch ihre Tätigkeit von ca. 30 Stunden pro Woche beweise, 
ständen ihr berufliche Massnahmen zur Eingliederung in eine optimal an-
gepasste Tätigkeit zu. Hierbei sollte es sich um eine überwiegend sitzende, 
leichte Tätigkeit zu 70% ohne ständiges repetitives Einsetzen der linken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/13/589, Seite 8

oberen Extremität für komplexe Tätigkeiten handeln. Nicht mehr zumutbar 
seien Tätigkeiten, die überwiegend im Stehen oder Gehen auszuüben sei-
en. Weiter sollte maximal eine Treppe ein- bis zweimal bewältigt werden 
müssen. Aufgrund der eingeschränkten Gehfähigkeit sei die Tätigkeit als … 
nicht mehr zumutbar (AB 33).

3.2.6 Dr. med. D.________ legte im Bericht vom 21. Mai 2013 (AB 40) 
dar, die Beschwerdeführerin komme zur Verlaufskontrolle unter anderem 
wegen einer Hyp- bis Anosmie, die vor etwa einem Monat eingesetzt habe. 
Bezüglich der bekannten sekundär-chronischen Multiplen Sklerose zeige 
sich eine zunehmende Ermüdbarkeit sowohl im Bein als auch im linken 
Arm. Die Ursachen der Hyposmie sehe er bei stabilen Verhältnissen vor 
allem im MRI des Schädels (vgl. AB 40/4) eher im Rahmen eines viralen 
Infektes und nicht aufgrund der demyelinisierenden Erkrankung. Die Be-
schwerden der Patientin seien aber zunehmend, wie es auch bei einer se-
kundär-progredienten Multiplen Sklerose zu erwarten sei. Leider sei davon 
auszugehen, dass sich in Zukunft eine weitere Progredienz der Erkrankung 
zeigen könne.

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.4 Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringen lässt, basiert die
Verfügung vom 5. Juni 2013 (AB 41) auf einem unvollständig abgeklärten 
Sachverhalt: 

3.4.1 Auf die Einschätzung gemäss „Sprechstunde“ des RAD vom 
20. März 2013 (AB 33) kann nicht abgestellt werden. Abgesehen davon, 
dass diese keinen eigentlichen medizinischen Bericht – auch keinen sog. 
Aktenbericht – des RAD darstellt, sondern einzig eine vom RAD bestätigte 
„Einschätzung zur Optimierung der weiteren Fallbearbeitung“ der Abteilung 
Fallmanagement ist, überzeugen die entsprechenden Schlussfolgerungen 
nicht. Die RAD-Ärztin med. pract. F.________ ist der Auffassung, dass auf 
die Beurteilung der Hausärztin nicht abgestellt werden könne, da jene nicht 
über die notwendige fachärztliche Spezialisierung verfüge (AB 33/1).
Dasselbe trifft allerdings auf sie selber zu: Auch RAD-Ärzte müssen über 
die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen ver-
fügen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 14. Juli 2009, 
9C_323/2009, E. 4.3.1). Mit der vorliegend im Vordergrund stehenden Mul-
tiplen Sklerose wäre ein neurologischer Facharzt beizuziehen gewesen; 
med. pract. F.________ ist jedoch Spezialistin für Physikalische Medizin 
und Rehabilitation. Nicht nachvollziehbar ist ferner das Zumutbarkeitsprofil 
resp. die Annahme, eine überwiegend sitzende Tätigkeit sei besser geeig-
net, als eine Tätigkeit mit wechselnden Positionen (vgl. AB 32/3). Die 
Sprechstunden-Einschätzung vom 20. März 2013 erfüllt die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.3 hiervor), die hier mangels Vorlie-
gen eines externen Gutachtens streng sind (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470), 
nicht. 

3.4.2 Auch der Verlaufsbericht der Hausärztin vom 11. März 2013 (AB 32) 
ist keine zulängliche Beurteilungsgrundlage. Zum einen darf und soll das 
Gericht in Bezug auf Atteste von Hausärzten der Erfahrungstatsache 
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patien-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/13/589, Seite 10

ten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Zum anderen ist fraglich, 
ob Dr. med. E.________ zum Verlauf hinreichend Stellung nehmen kann. 
Zwar ist ohne weiteres davon auszugehen, dass sie als Nachfolgerin von 
Dr. med. C.________ (vgl. AB 18, Ziff. 7) Kenntnis von den Vorakten hat 
resp. ihr die frühere Krankengeschichte zur Verfügung steht. Allerdings hat 
sie noch im Februar 2012 ausgeführt, die Beschwerdeführerin noch nicht 
lange zu kennen, und für nähere Informationen auf den behandelnden Neu-
rologen verwiesen (AB 18/1). Hinzu kommt, dass die Angabe, der Gesund-
heitszustand habe sich verschlechtert (AB 32), was den zeitlichen Aspekt 
anbelangt, nicht nachvollziehbar ist: Seit wann genau die Kraft abgenom-
men haben soll und die Rückenschmerzen vermehrt aufgetreten sein sol-
len, wird nicht dargelegt. Ausserdem hat Dr. med. E.________ bereits im 
Bericht vom Februar 2012 (AB 18) angekreuzt, der Gesundheitszustand 
habe sich verschlechtert; dannzumal versah sie diese Angabe mit dem 
Hinweis, dass sich diese Verschlechterung seit 1998 manifestiert habe. Ob 
sich Dr. med. E.________ auch im aktuellen Bericht vom März 2013 wieder 
auf den Referenzzeitpunkt 1998 bezieht, oder ob sie als Vergleichszeit-
punkt März 2012 herangezogen hat (vgl. Vordruck „Verlaufsbericht zur Ak-
tualisierung des Dossiers für die Zeit ab: 01.03.2012“ [AB 32]) ist unklar. 
Selbst wenn sie sich auf März 2012 beziehen sollte, ist die attestierte Ar-
beitsunfähigkeit von 70% nicht nachvollziehbar, fehlt doch eine hinreichen-
de Begründung für die nach Auffassung der Hausärztin doch erheblich ein-
geschränkte Arbeitsfähigkeit, zumal die geltend gemachte Verschlechte-
rung im Widerspruch steht zur Annahme einer stabilen Situation durch Dr. 
med. D.________ (Bericht vom 27. August 2012 [AB 31]).

3.4.3 Auf den im Anhörungsverfahren eingereichten Bericht des behan-
delnden Neurologen vom 21. Mai 2013 (AB 40) kann ebenfalls nicht absch-
liessend abgestellt werden. Während Dr. med. D.________ im September 
2011 noch von einer aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit etwa um 30% 
eingeschränkten Leistungsfähigkeit ausgegangen war (AB 13/4), erachtete 
er im Bericht vom Mai 2013 die um etwa einen Drittel eingeschränkte Leis-
tungsfähigkeit nicht mehr als adäquat resp. beurteilte diese Einschätzung 
als „zu optimistisch“. Zwar führte er die aktuell auftretenden Geruchs-
sinnstörungen (Hypo- bis Anosmie) nicht auf die demyelinisierende Erkran-
kung, sondern auf einen viralen Infekt zurück. Er bekräftigte aber erneut 

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(vgl. bereits AB 13/3), dass eine weitere Progredienz der MS-Erkrankung 
zu erwarten sei. Eine eigene Einschätzung der verbleibenden Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit nahm er nicht vor, vielmehr empfahl er eine nochmalige 
Evaluation der Arbeitsfähigkeit aufgrund der zu erwartenden Zunahme der 
Beschwerden, aber auch wegen der aktuellen Symptomatik. 

3.5 Nach dem Dargelegten lässt sich die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unter-
lagen nicht abschliessend beurteilen. Die angefochtene Verfügung ist damit 
in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Akten sind an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese in Nachachtung der Unter-
suchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) weitere Abklärungen durchführe 
und anschliessend neu über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 
befinde. Dies rechtfertigt sich vorliegend umso mehr, als beim ermittelten 
Invaliditätsgrad von 35% (AB 41) bereits eine relativ geringfügige Änderung 
(der Restarbeitsfähigkeit, des Zumutbarkeitsprofils oder des Validenein-
kommens) Auswirkungen auf den Rentenanspruch haben kann.

Die Beschwerdegegnerin hat insbesondere eine neurologische Abklärung 
zu veranlassen und in diesem Rahmen unter anderem das Zumutbar-
keitsprofil sowie den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit(en) abklären zu lassen. 
Aufgrund der Behandlung wegen der Psoriasis-Problematik (AB 10/9) bzw. 
„Schuppenflechten, die psychischer Natur seien“ (AB 34/2) hat die Be-
schwerdegegnerin zudem einen Bericht des behandelnden Hautarztes ein-
zuholen und je nach Ergebnis allenfalls weitere (dermatologische, ev. 
psychiatrische) Abklärungen zu treffen. Anschliessend an die medizini-
schen Erhebungen ist eine neue Haushaltabklärung vorzunehmen. Hin-
sichtlich der (umstrittenen) Fragen des Status und Valideneinkommens ist 
auch die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin nach der Trennung 
vom Ehemann in die Beurteilung miteinzubeziehen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

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Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist ihr nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG; BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). 
Die Kostennote von Fürsprecher B.________ vom 14. November 2013 
über Fr. 2‘970.85, bestehend aus einem Honorar von Fr. 2‘895.85 und Aus-
lagen von Fr. 75.--, ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin hat 
der Beschwerdeführerin somit eine Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 2‘970.85 (inkl. Auslagen) zu bezahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 5. Juni 2013 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘970.85 (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):

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- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt einge-
reichten Akten)

- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.