# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43367452-3622-54dc-9d68-43a8b843b2da
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-01
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 01.04.2025 SK 2024 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-11_2025-04-01.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 24 11

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 1. April 2025 

Besetzung Oberrichter Knecht (Präsident i.V.)
Obergerichtssupleantin Scheer 
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Imboden

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, ev. Ver-
such, sowie Widerruf

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 28. September 2023 (PEN 21 967)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend: Vorinstanz) fällte 
am 28. September 2023 folgendes Urteil (pag. 447 ff.; Hervorhebungen im Origi-
nal):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 4. Januar 2021 
in K.________ (Ort) z.N. von C.________

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 
4. Januar 2021 in K.________ (Ort) z.N. von C.________, 

schuldig erklärt,

und in Anwendung der 
Art. 34, 42 Abs. 1, 46 Abs. 2, 47, 51, 123 Ziff. 2 StGB, 
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 92 Tagessätzen zu CHF 110.00, ausmachend total CHF 10’120.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 18. Februar 2022.

Die Untersuchungshaft von 5 Tagen wird im Umfang von 5 Tagessätzen auf die Geldstrafe an-
gerechnet.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 7’687.50 (Ge-
bühren Staatsanwaltschaft CHF 4’287.50, Gebühren ZMG CHF 500.00, Gebühren Gericht inkl. 
Widerruf CHF 2'900.00) und Auslagen von CHF 1’041.80 (Auslagen Staatsanwaltschaft 
CHF 1’010.20, Auslagen Gericht CHF 31.60), insgesamt bestimmt auf CHF 8'729.30 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 8’129.30 (ohne Kosten für die amtliche Ver-
teidigung).

III.

1. Der A.________ mit Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 01.03.2019 für 
eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen gewährte bedingte Vollzug wird nicht widerrufen.

2. Die Probezeit wird um 1 Jahr verlängert.

3

3. Der A.________ mit Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 11.03.2019 für 
eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen gewährte bedingte Vollzug wird nicht widerrufen.

4. Die Probezeit wird um 1 Jahr verlängert.

IV.

1. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt 
Dr. B.________ wird wie folgt bestimmt: 

[Berechnungstabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt Dr. B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 10'115.85. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt Dr. B.________ auf die Nachforderung der Differenz 
zwischen dem amtlichen und dem vollen Honorar verzichtet.

V.

Weiter wird verfügt:

1. Der Klauenhammer wird zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB).

2. Das DNA-Profil und die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN ________) 
sind nach Ablauf der gesetzlichen Frist von zehn Jahren zu löschen (Art. 16 Abs. 2 Bst. a i.V.m. 
Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB).

3. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) nach Eröff-
nung des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs mündlich zu Protokoll Berufung an 
(pag. 444). Die schriftliche Berufungsanmeldung seines amtlichen Verteidigers, 
Rechtsanwalt Dr. B.________, datiert vom 5. Oktober 2023 (pag. 455). Die Staats-
anwaltschaft meldete am 2. Oktober 2023 ebenfalls Berufung an (pag. 454).

Daraufhin stellte die Vorinstanz den Parteien die schriftliche Urteilsbegründung zu, 
datierend vom 3. Januar 2024 (pag. 460 f.).

In der Berufungserklärung vom 25. Januar 2024 beschränkte der Beschuldigte sei-
ne Berufung auf den Schuldspruch sowie die entsprechenden Sanktions-, Kosten- 
und Entschädigungsfolgen (pag. 522 ff.).

Mit Verfügung vom 29. Januar 2024 stellte der Verfahrensleiter fest, die schriftliche 
Urteilsbegründung sei der Generalstaatsanwaltschaft nur via E-Mail zugestellt wor-
den, und retournierte den zweiten Band der amtlichen Akten an die Vorinstanz 
zwecks rechtsgültiger Eröffnung der schriftlichen Urteilsbegründung an die Gene-
ralstaatsanwaltschaft (pag. 540 f.). Daraufhin eröffnete die Vorinstanz der General-
staatsanwaltschaft die schriftliche Urteilsbegründung mit Verfügung vom 8. Feb-
ruar 2024 (pag. 546 f.).

4

Mit Berufungserklärung vom 26. Januar 2024 beschränkte die Generalstaatsan-
waltschaft ihre Berufung auf den Sanktionenpunkt (Strafzumessung, pag. 550 f.). 
Am 5. März 2024 teilte sie mit, kein Nichteintreten auf die Berufung des Beschul-
digten zu verlangen und auf eine Anschlussberufung zu verzichten (pag. 556 f.). 

Am 22. März 2024 beantragte der Beschuldigte das Nichteintreten auf die Berufung 
der Generalstaatsanwaltschaft (pag. 558 ff.). Nach durchgeführtem Schriftenwech-
sel verfügte der Verfahrensleiter am 30. April 2024, auf die Berufung der General-
staatsanwaltschaft werde eingetreten (pag. 594 f.).

3. Oberinstanzliches Beweisergänzungsverfahren

Mit der Berufungserklärung beantragte die Generalstaatsanwaltschaft die oberin-
stanzliche Einvernahme des Opfers, C.________ (pag. 551). Der Beweisantrag 
wurde am 30. April 2024 gutgeheissen (pag. 584 ff.). 

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich über den Beschuldigten ein Strafregis-
terauszug (datierend vom 12. März 2025, pag. 609 ff.) und ein Leumundsbericht in-
kl. Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 4. März 2025, 
pag. 605 ff.) eingeholt. 

An der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte ergänzend einvernommen 
(pag. 621 ff.). C.________ konnte der Zeugenvorladung aus gesundheitlichen 
Gründen keine Folge leisten, weshalb – im Einverständnis der Parteien – auf seine 
Einvernahme verzichtet wurde (pag. 619).

4. Anträge der Parteien

4.1 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete an der Berufungsverhand-
lung folgende Anträge (pag. 637 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelge-
richt) vom 28. September 2023 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der Einstellung wegen Tät-
lichkeiten, angeblich begangen am 4. Januar 2021 in K.________ (Ort) z.N. von C.________, ohne 
Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Dispo Ziff. I.); 

II.

Das Widerrufsverfahren sei einzustellen betreffend den mit Urteil vom 11. März 2019 für eine Gelds-
trafe von 15 Tagessätzen à CHF 100.00 gewährten bedingten Vollzug, wobei die Probezeit um 1 Jahr 
verlängert wurde, unter Auferlage der Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren an A.________ 
(Dispo Ziff. III.3).

5

III.

In Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils sei A.________ der einfachen Körperverletzung mit ge-
fährlichem Gegenstand, begangen am 4. Januar 2021 in K.________ (Ort) z.N. von C.________, 
schuldig zu erklären

und er sei in Anwendung von Art. 40, 41, 42 Abs. 1, 46, 47, 51, 123 Ziff. 2 StGB, Art. 422 und 426 
Abs. 1 StPO

zu verurteilen zu:

1. einer Freiheitsstrafe von 300 Tagen, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Pro-
bezeit von 4 Jahren sowie unter Anrechnung der ausgestandenen Polizei und Untersuchungs-
haft von 5 Tagen;

2. der Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer an gemessenen 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Die mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 1. März 2019 bedingt ausge-
sprochene Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je CHF 80.00, ausmachend CHF 400.00, sei zu widerru-
fen und als vollziehbar zu erklären.

V.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Der Klauenhammer sei zur Vernichtung einzuziehen (Art. 69 StGB).

2. Die Zustimmung zur Löschung des erhobenen DNA-Profils sowie der erhobenen er kennungs-
dienstlichen Daten (PCN ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist von zehn Jahren sei vor-
zeitig zu erteilen (Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 2 Bst. a und Art. 16 
Abs. 3 DNA-ProfilG). 

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4.2 Beschuldigter

Rechtsanwalt Dr. B.________ beantragte und begründete an der Berufungsver-
handlung namens des Beschuldigten was folgt (pag. 634; Hervorhebungen im Ori-
ginal):

1. In Abänderung von Dispositiv Ziff. II. des vorinstanzlichen Urteils sei A.________ freizusprechen 
vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, angeblich be-
gangen am 4. Januar 2021 in K.________ (Ort) z.N. von C.________.

Eventualiter sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. II.1 des vorinstanzlichen Urteils die gegen den 
Berufungsführer verhängte Geldstrafe von 92 Tagessätzen zu reduzieren und es sei eine Gelds-
trafe mit einer geringeren Anzahl Tagessätzen und einer geringeren Tagessatzhöhe auszufällen 
und dem Berufungsführer sei der bedingte Vollzug zu gewähren. 

2. Ausgangsgemäss seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen in Abänderung von Ziff. II.2 des 
vorinstanzlichen Urteils neu festzulegen.

3. Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

6

4. A.________ sei für das Berufungsverfahren eine angemessene Entschädigung für die (amtliche) 
Verteidigung (zzgl. MwSt.) zuzusprechen gemäss noch einzureichender Honorarnote.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den erstinstanzli-
chen Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Gegen-
stand sowie die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
Aufgrund des Konnexes mit dem angefochtenen Schuldspruch gelten die Frage 
des Widerrufs und die verfügte Einziehung des Klauenhammers zur Vernichtung 
als mitangefochten. Die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft umfasst die Straf-
zumessung betreffend den Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung mit 
gefährlichem Gegenstand. Diese Punkte sind durch die Kammer zu prüfen. Dabei 
verfügt sie über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der Berufung der 
Generalstaatsanwaltschaft ist die Kammer im Sanktionenpunkt nicht an das Ver-
schlechterungsverbot gebunden. Im Übrigen darf sie das erstinstanzliche Urteil 
nicht zum Nachteil des Beschuldigten abändern (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

Jene Punkte des erstinstanzlichen Urteils, die von keiner Partei (zumindest indirekt) 
angefochten wurden, sind in Rechtskraft erwachsen. Es sind dies die Einstellung 
des Verfahrens betreffend den Vorwurf der Tätlichkeiten mit den entsprechenden 
Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie die Festsetzung der Höhe der amtlichen 
Entschädigung von Rechtsanwalt Dr. B.________. Die verfügte Löschung des 
DNA-Profils und der biometrischen erkennungsdienstlichen Daten des Beschuldig-
ten ist der Rechtskraft nicht zugänglich.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss (ergänzter) Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. I.1. der Anklageschrift vom 6. Septem-
ber 2021 und Ergänzung der Anklageschrift vom 13. September 2023 folgender 
(Eventual-)Sachverhalt zur Last gelegt (pag. 270, pag. 413 f.; Hervorhebungen im 
Original):

Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand (Art. 123 Ziff. 2 StGB) 

begangen am 04.01.2021, zwischen 14:00 Uhr und 17:30 Uhr in K.________ (Ort), an der 
L.________ (Strasse) (Erdgeschosswohnung), Z. N. C.________ wie folgt. 

Der alkoholisierte A.________ behändigte – nachdem ihn der Geschädigte nach den Schlägen 
gemäss Ziff. 2 nachfolgend mit dem Fuss weggestossen hatte – einen Klauenhammer und versetzte 
dem ebenfalls alkoholisierten und auf einem Stuhl sitzenden Geschädigten mit dem abgerundeten 
Teil des Hammers einen Schlag gegen das Gesicht, wodurch der Geschädigte eine Prellung des 
rechten Auges mit einer Schwellung der Netzhaut erlitt, was A.________ zumindest in Kauf nahm.

7

eventualiter: versuchte einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand (Art. 123 
Ziff. 2 i.V.m. Art. 22 StGB) 

begangen am 04.01.2021, zwischen 14:00 Uhr und 17:30 Uhr in K.________ (Ort), an der 
L.________ (Strasse) (Erdgeschosswohnung), Z. N. C.________ wie folgt. 

Der alkoholisierte A.________ behändigte – nachdem ihn der Geschädigte nach den Schlägen 
gemäss Ziff. 2 nachfolgend mit dem Fuss weggestossen hatte – einen Klauenhammer und versetzte 
dem ebenfalls alkoholisierten und auf einem Stuhl sitzenden Geschädigten mit dem abgerundeten 
Teil des Hammers einen Schlag gegen das Gesicht, wobei er zumindest in Kauf nahm, dem Geschä-
digten eine das Gesicht, insbesondere das Auge, schädigende Verletzung zu versetzen.

7. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass sich der Beschuldigte und C.________ (auch D.________ 
genannt) am 4. Januar 2021 gemeinsam mit E.________ in der Wohnung des 
Letztgenannten an der L.________ (Strasse) in K.________ (Ort) aufhielten. Es 
wurde zusammen Alkohol konsumiert, gesprochen und Musik gehört. C.________ 
äusserte sich im Spass über die Familie/Frau von E.________, was dem Beschul-
digten missfiel. Er schlug C.________ mehrmals mit der offenen Hand gegen den 
Kopf, woraufhin ihn jener mit dem Fuss resp. den Füssen wegstiess.

Vom Beschuldigten bestritten und beweismässig zu klären ist hingegen, ob der Be-
schuldigte anschliessend einen Hammer ergriff und mit diesem C.________ ins 
Gesicht schlug, wodurch jener eine Prellung des rechten Auges mit einer Schwel-
lung der Netzhaut erlitt.

8. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (pag. 467 f.). 

9. Beweismittel

Auf eine Zusammenfassung der Beweismittel wird verzichtet. Soweit erforderlich, 
wird direkt im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung auf die einzelnen Be-
weismittel eingegangen. Im Übrigen wird vollumfänglich auf die Zusammenfassung 
der Vorinstanz (pag. 470 ff.) und die amtlichen Akten verwiesen.

10. Beweiswürdigung der Kammer

10.1 Aussagen des Opfers C.________ (D.________)

C.________ schilderte das Kerngeschehen an den Einvernahmen vom 6. und 
14. Januar 2021 durchwegs authentisch, nachvollziehbar, reflektiert, schlüssig, oh-
ne den Beschuldigten unnötig zu belasten und teilweise gar selbstbelastend – mit-
hin glaubhaft. Er berichtete zusammengefasst, er sei am 4. Januar 2021 zu 
E.________ nach Hause gegangen, um Party zu machen resp. den Feiertag zu 
feiern (pag. 120 Z. 46 ff., pag. 121 Z. 101, pag. 133 Z. 46 ff.). G.________ sei 
ebenfalls vor Ort gewesen (pag. 120 Z. 60, pag. 135 Z. 116 ff.). Später sei spontan 
der Beschuldigte dazugekommen (pag. 120 Z. 61 f.) und sie hätten zu dritt auf 
Stühlen im Wohnzimmer gesessen (pag. 121 Z. 86 f.). Er habe mit E.________ ein 

8

wenig Spass über dessen Familie gemacht, woraufhin der Beschuldigte – der in 
Trennung lebe – wütend geworden sei und gemeint habe, er solle nicht so von der 
Familie von E.________ sprechen (pag. 121 Z. 69 f. und Z. 86 ff., pag. 125 
Z. 303 ff., pag. 133 Z. 54 ff., pag. 136 Z. 191 ff., pag. 137 Z. 215 ff.). Über die Fami-
lie des Beschuldigten habe er nichts gesagt, weil er «habe eh nicht so gerne Kon-
takt mit ihm» (pag. 136 Z. 191 ff.). Der Beschuldigte habe ihm gegenüber am Tisch 
gesessen und ihm über den Tisch hinweg mehrfach mit der offenen Hand auf den 
Kopf und in das Gesicht geschlagen resp. sei aufgestanden und habe angefangen, 
ihn mit der Hand zu schlagen. Er selbst habe den Beschuldigten dann mit dem 
rechten Fuss resp. mit den Füssen weggestossen und am Bauch oder im Brustbe-
reich getroffen, woraufhin dieser einen Hammer unter dem Bett, das nahe beim 
Tisch gestanden habe, hervorgeholt und ihn damit geschlagen habe (pag. 123 
Z. 203 ff., pag. 124 Z. 221 ff. und Z. 250 ff., pag. 126 Z. 354, pag. 133 Z. 55 ff., 
pag. 136 Z. 200 ff.; siehe zu den räumlichen Gegebenheiten die Fotos und Pläne 
auf pag. 169 ff. und pag. 176). E.________ habe derweilen auf dem Stuhl geses-
sen und zugeschaut (pag. 123 Z. 206 f., pag. 126 Z. 317 f. und Z. 324 ff., pag. 138 
Z. 261 ff.). Auch H.________ (G.________) habe es gesehen. Jener habe sich 
dann angezogen und sei weggegangen (pag. 138 Z. 272 ff.). 

Betreffend die Schläge berichtete C.________, der Beschuldigte habe ihn vier oder 
fünf Mal mit ganzer Kraft mit der Hand geschlagen, d.h. mit Stärke 10 (ausgehend 
von einer Skala von 1 bis 10), und zwar an Kopf, Hinterkopf und Nacken (pag. 125 
Z. 270 ff. und Z. 281 ff., pag. 137 Z. 209 ff.). Mit dem Hammer sei er nur einmal ge-
schlagen worden, auf die rechte Seite im Augenbereich. Er habe den Kopf abge-
dreht resp. sich abdrehen können, weshalb ihn der Beschuldigte «nicht so richtig 
getroffen» habe. Der Hammer habe ihn «nur so ein wenig am rechten Auge» ge-
troffen, so dass das Auge «ein wenig gerötet» gewesen sei und er Schmerzen ge-
habt habe. Der Schlag mit dem Hammer sei nicht stark gewesen, etwa mit Stärke 5 
(ausgehend von einer Skala von 1 bis 10), andernfalls die Wunde viel schlimmer 
gewesen wäre resp. es geblutet hätte und er hätte nähen müssen (pag. 124 
Z. 225 ff. und Z. 262 ff., pag. 125 Z. 270 ff. und Z. 281 ff., pag. 134 Z. 58 ff., 
pag. 137 Z. 239 ff. und Z. 247 ff.). Es habe sich um einen Hammer gehandelt, 
«welcher auf einer Seite abgeflacht ist und auf der anderen Seite kann man Nägel 
herausziehen» (pag. 124 Z. 232 f.). Getroffen habe ihn der Beschuldigte «mit dem 
runden Teil, mit der anderen Seite wäre es mehr reingegangen» (pag. 124 
Z. 246 f.). Ihm sei dann ein wenig schwindlig geworden und er habe sich gedacht 
«weg hier», woraufhin er gegangen sei (pag. 125 Z. 264 f.). Er sei mit öffentlichen 
Verkehrsmitteln nach Hause gefahren und habe nicht so gut laufen können, weil 
ihm schwindlig gewesen sei (pag. 122 Z. 140 ff.). Dass es C.________ gemäss 
dessen glaubhaften Schilderungen unmittelbar nach den Schlägen schwindlig wur-
de, spricht dafür, dass er dies – entgegen den Ausführungen der Verteidigung 
(pag. 633) – nicht aufgrund des von ihm konsumierten Alkohols verspürte, sondern 
aufgrund des körperlichen Angriffs des Beschuldigten. Aus dem festgestellten 
Restblutalkohol von 3 % Promille gegen Mittag des 5. Januar 2021 (pag. 67) kön-
nen zudem keine Rückschlüsse auf die Alkoholisierung von C.________ im Zeit-
punkt der Auseinandersetzung gezogen werden. So sagte C.________ aus: «Zu-

9

hause habe ich dann noch Alkohol getrunken wegen der Schmerzen» (pag. 126 
Z. 335 f.).

Auf Erkundigung, in welcher Beziehung er zum Beschuldigten stehe, gab 
C.________ an, er habe diesen vor drei/vier resp. zehn Jahren über seinen 
Schwager kennengelernt (pag. 123 Z. 192 ff., pag. 136 Z. 145 ff.). Es sei nicht das 
erste Mal, dass er Probleme mit dem Beschuldigten habe: «Ich habe ihn schon an-
gezeigt, das ist das dritte Mal. Dann kommt er wieder und ich ziehe dann die An-
zeige wieder zurück. Aber dieses Mal nicht, ich bleibe hart» (pag. 123 Z. 192 f.; 
ferner: «A.________ hat mir schon bei früheren Vorfällen mindestens drei Mal mei-
ne Brille kaputt gemacht. Deshalb will ich meine Aussage nicht zurückziehen», 
pag. 135 Z. 128 ff.). Zugleich betonte C.________, er wolle dem Beschuldigten 
keine Probleme machen (pag. 125 Z. 278). Dies erscheint insofern glaubhaft, als er 
auf Aggravierungen und Mehrbelastungen verzichtete. So sagte er beispielsweise 
aus, der Beschuldigte habe ihn nur einmal und nicht so stark mit der abgerundeten 
Seite des Hammers getroffen, und es habe nicht geblutet. Auch verneinte er auf 
entsprechende Nachfragen hin, vom Beschuldigten beschimpft, bedroht, mit ande-
ren gefährlichen Gegenständen oder den Fäusten geschlagen worden zu sein 
(pag. 125 Z. 296 f. und Z. 308 f., pag. 137 Z. 212 f.), oder dass seine Brille beim 
Schlag mit dem Hammer kaputt ging (pag. 137 Z. 251; siehe zur Brille auch die 
Bemerkung im Anzeigerapport auf pag. 42). Selbstreflektierend und eine Mitver-
antwortung bei sich suchend, antwortete er sodann auf die Frage, wie es zum Streit 
gekommen sei: «Ich bin auch ein wenig selber schuld. Ich habe einen Spass ge-
macht, die Frau von E.________ ist nicht in der Schweiz, aber A.________ wurde 
dann wütend darüber» (pag. 125 Z. 286 ff.; ferner pag. 136 Z. 191 ff.). Dadurch 
schwächte er seine Opferposition und lieferte zugleich eine plausible Erklärung für 
den Angriff des Beschuldigten. Dasselbe gilt für seine selbstbelastenden Aussa-
gen, wonach er den Beschuldigten, nachdem dieser ihn mit der offenen Hand und 
mit dem Hammer geschlagen habe, jeweils weggestossen resp. wegzustossen 
versucht habe (pag. 123 Z. 206 f. und Z. 209, pag. 124 Z. 260, pag. 125 Z. 263 f., 
pag. 126 Z. 350 ff., pag. 134 Z. 56, pag. 136 Z. 201).

Mit der Vorinstanz (pag. 487 f.) erachtet die Kammer die Sachverhaltsdarstellung 
von C.________ als glaubhaft. Seine Aussagen weisen zahlreiche Realitätskriteri-
en auf und wirken selbsterlebt resp. weder einstudiert noch erfunden. Hätte er an 
seiner ersten Einvernahme bewusst wahrheitswidrig ausgesagt, hätte er zu Beginn 
der zweiten Einvernahme auf die Frage, ob er sich an die Einvernahme vom 6. Ja-
nuar 2021 erinnern könne, kaum geantwortet: «Ja ich bin mir nicht sicher, ob ich 
100 % richtige Aussagen gemacht habe. Weil mir an diesem Tag schwindlig war 
und ich Bluthochdruck hatte» (pag. 133 Z. 31 ff.). Bei einer bewussten falschen 
Erstaussage wäre vielmehr zu erwarten gewesen, dass er diese vorbehaltlos als 
richtig bestätigt. Der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen steht ferner nicht entgegen, 
dass er zum Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen sein dürfte (siehe zur konsumierten 
Alkoholmenge seine Angaben auf pag. 126 Z. 331 f. und Z. 341 f., pag. 135 
Z. 108 ff., Z. 111 und Z. 142 f., pag. 136 Z. 173). Er litt damals an einer «Psychi-
sche und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Schädlicher Gebrauch» nach ICD 10 
F.10.1 (pag. 66, pag. 68), weshalb von einer hohen Alkoholtoleranz auszugehen ist 
und seine Wahrnehmungs-, Speicherungs- und Erinnerungsfähigkeit trotz Alkohol-

10

konsums nicht wesentlich beeinträchtigt gewesen sein dürfte. Kommt hinzu, dass 
er von Beginn weg, d.h. bereits gegenüber der Polizei an der informellen Befragung 
vom 5. Januar 2021 als auch gegenüber dem Spitalpersonal angab, mit einem 
Hammer geschlagen worden zu sein (pag. 41, pag. 66). Untermauert werden seine 
Aussagen zum Kerngeschehen nicht zuletzt durch die weiteren Beweismittel – ins-
besondere die am Hammerkopf sichergestellte DNA-Spur des Beschuldigten sowie 
die von G.________ berichtete und von der Polizei rapportierte Verletzung/Rötung 
am rechten Auge. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass in beweismässiger Hinsicht auf den glaubhaften 
Aussagen von C.________ abgestellt werden kann.

10.2 Aussagen des Beschuldigten A.________

Der Beschuldigte wurde am 11. Januar 2021 von der Polizei angehalten (pag. 7 ff.) 
und delegiert einvernommen. Er bestritt mit Nachdruck jegliche verbale und körper-
liche Auseinandersetzung mit C.________. Weder habe sich C.________ zur Fa-
milie von E.________ geäussert, noch habe er C.________ mit den Händen 
und/oder einem Hammer geschlagen (pag. 147 Z. 37 ff., pag. 148 Z. 106 ff., 
pag. 149 Z. 113 f. und Z. 145 ff., pag. 150 Z. 178 ff.). Auch verneinte er, dass sie 
Probleme miteinander hätten (pag. 149 Z. 136), was im Widerspruch zu den frühe-
ren Strafverfahren zwischen ihm und C.________ steht (siehe dazu pag. 237 ff. 
und pag. 245 ff.) und kaum mit den wiederholten Diskreditierungen von 
C.________, den er wiederholt zusammenhangslos des Ladendiebstahls bezichtig-
te, in Einklang zu bringen ist (pag. 149 Z. 111 ff.). Indessen gab der Beschuldigte 
zu, nach dem Vorfall versucht zu haben, C.________ anzurufen (pag. 150 
Z. 192 ff.). Als Grund für den Anrufversuch gab er ausweichend und wenig über-
zeugend an: «Wir telefonieren ab und zu miteinander. Deshalb habe ich ihn ange-
rufen» (pag. 150 Z. 196 ff.).

An der Hafteröffnungseinvernahme vom 12. Januar 2021 hielt der Beschuldigte an 
seinen bisherigen Aussagen fest (pag. 153 Z. 40 f.). Er beharrte weiterhin darauf, 
C.________ weder mit der Hand noch mit einem Hammer geschlagen zu haben 
(pag. 153 Z. 43 ff., pag. 154 Z. 47 ff. und Z. 79 f., pag. 155 Z. 82 ff.). Auf die frühe-
ren Anzeigen durch C.________ angesprochen, wies er jede Verantwortung von 
sich und ging zum Gegenangriff über, indem er erneut auf angebliche Laden-
diebstähle von C.________ zu sprechen kam (pag. 155 Z. 102 ff.) und anfügte: 
«Ich bringe dies nicht vor, weil er mich fälschlicherweise angeklagt hat, sondern ich 
möchte aufzeigen, dass ich ihn auf die Diebstähle angesprochen habe und ihn ge-
warnt habe. Das mag dazu geführt haben, dass er jetzt gegen mich handelt» 
(pag. 155 Z. 117 ff.). Augenscheinlich hatte der Beschuldigte jedoch kein Problem 
damit, am fraglichen Nachmittag vom angeblich gestohlenen Alkohol zu trinken 
(siehe dazu pag. 154 Z. 64). Auch auf die Frage, warum er nach der Tat versucht 
habe, C.________ anzurufen, antwortete er ausweichend und weitschweifig. Selbst 
auf mehrmaliges Nachhacken der Staatsanwältin hin nannte er den Grund des Te-
lefonats nicht und machte – abweichend zu seinen Erstaussagen – geltend, 
C.________ habe versucht, ihn anzurufen, er habe aber nicht rangehen können 
(pag. 154 Z. 62 ff.). Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte und ihm naheste-
hende Drittpersonen telefonisch versucht haben, C.________ zur Rücknahme der 

11

Anzeige zu bewegen und ihm glaubhaft zu machen, er sei nicht geschlagen wor-
den, sondern vom Stuhl gefallen (eingehend dazu E. II.10.4.1 hiernach), erstaunt 
es nicht, dass der Beschuldigte nicht näher auf die nach dem Vorfall mit 
C.________ geführten Telefonate resp. die betreffenden Anrufversuche eingehen 
wollte.

An der Hafteinvernahme vom 14. Januar 2021 führte der Beschuldigte eingangs 
aus, er könne seine bisherigen Aussagen nicht bestätigen. Er präzisierte: «Ich ha-
be diese Person nicht mit einem Hammer geschlagen. Ich habe ihn lediglich zwei 
oder drei Mal mit der Hand geschlagen. Ausserdem möchte ich sagen, dass ich 
nicht aufgrund des existierenden Problems zwischen uns geschlagen habe. […] 
D.________ und E.________ haben miteinander geredet. D.________ hat über die 
Frau von E.________ gesprochen. Das heisst, D.________ hat über die Frau von 
E.________ geredet. Ich habe dann eine Bemerkung gemacht: ‘Warum reden sie 
auf diese Weise, älterer Bruder D.________?’. Daraufhin habe ich ihn dann ge-
schlagen» (pag. 28 Z. 7 ff.). Er habe C.________ mit der Hand geschlagen, «ein-
mal auf diese Seite, dann wieder auf diese und dann erneut auf die andere Seite» 
(pag. 28 Z. 22 f. und Z. 28 ff.). Während der Beschuldigte damit gegenüber dem 
Zwangsmassnahmengericht ein Teilgeständnis betreffend die Schläge mit der offe-
nen Hand gegen den Kopf von C.________ ablegte und den Grund für die Ausein-
andersetzung nannte, stritt er den Schlag mit dem Hammer gegen den Kopf von 
C.________ weiterhin ab (pag. 28 Z. 35 ff.). Auch verneinte er, dass jener die 
Wohnung verletzt verlassen habe (pag. 29 Z. 74 f.), was im Widerspruch zu den 
Aussagen von G.________ steht (eingehend dazu E. Error! Reference source 
not found. hiernach).

Auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung stritt der Beschuldigte auffällig re-
petitiv ab, C.________ mit einem Hammer geschlagen zu haben: «Ich habe mit ei-
nem Hammer ihn nicht geschlagen, ich habe eine Ohrfeige gemacht, das habe ich 
auch zugegeben bei der Aussage, aber mit einem Hammer habe ich ihn nicht ge-
schlagen» (pag. 433 Z. 20 ff.; ferner pag. 433 Z. 27 ff., pag. 434 Z. 30 f.). Zugleich 
und damit im Widerspruch stehend, behauptete er auf die Frage hin, was aus sei-
ner Sicht am 4. Januar 2021 geschehen sei, sich nicht mehr erinnern zu können 
(pag. 433 Z. 37 f.). Hellhörig macht sodann, dass er zu Beginn der Einvernahme zu 
seiner Verteidigung die Frage aufwarf «Wo sollte ich diesen Hammer gefunden ha-
ben?» (pag. 433 Z. 28 f.), auf die Ergänzungsfrage seines Verteidigers hin, ob er 
damals gewusst habe, dass unter dem Bett ein Hammer sei, jedoch zugab: «Also 
Herr E.________ hat mir gesagt, dass er einfach unter dem Bett Messer und 
Hammer und so weiter besitzt» (pag. 435 Z. 10 ff.). Auch auf die Frage, wie er sich 
erkläre, dass die DNA von C.________ vorne am Hammer(-kopf) festgestellt wor-
den sei, erwähnte er den Aufbewahrungsort des Hammers unter dem Bett 
(pag. 434 Z. 7 ff.). Insofern muss davon ausgegangen werden, dass der Beschul-
digte bereits im Tatzeitpunkt wusste, dass sich in der Bettschublade des im Wohn-
zimmer stehenden Betts von E.________ ein Hammer befindet (siehe dazu auch 
pag. 628 Z. 36 ff.).

An der Berufungsverhandlung hielt der Beschuldigte an seinem bisherigen Stand-
punkt fest: «Herr C.________ hatte Alkohol getrunken. Ich kann mich nicht mehr 

12

genau erinnern… Er hat über die Familie gesprochen und das hat mir nicht ge-
passt. Ich bin ‘verruckt’ geworden und habe ihm gesagt, er solle nicht über die Fa-
milie sprechen. Aber er hat weitergemacht. Wir waren alle betrunken. Ich habe ihm 
dann einen ‘Chlapf’ auf die Wange gegeben. Dann bin ich weg von dort gegangen» 
(pag. 625 Z. 36 ff.). Er bestritt erneut, C.________ mit dem Hammer geschlagen zu 
haben (pag. 624 Z. 27 ff., pag. 625 Z. 1 ff., pag. 627 Z. 1 ff.). Allerdings erwähnte er 
erstmals, C.________ habe ihn mit den Händen «weggemüpft» (pag. 626 Z. 5 ff.), 
womit er sich der Sachverhaltsdarstellung von C.________ weiter annäherte. Auf 
Nachfrage hin erwiderte er, sich nicht daran erinnern zu können, ob ihn 
C.________ auch mit den Füssen weggestossen habe (pag. 626 Z. 20) und ob je-
ner vom Stuhl gefallen sei (pag. 627 Z. 34 ff.).

Mit der Vorinstanz (pag. 482 f.) erachtet die Kammer die Behauptung des Beschul-
digten, C.________ nicht mit dem Hammer geschlagen zu haben, für unglaubhaft. 
Obgleich es keiner besonderen intellektuellen und sprachlichen Fähigkeiten erfor-
dert hätte, den Hammerschlag konsistent zu bestreiten und den Vorfall ansonsten 
wahrheitsgetreu zu schildern, finden sich in den Aussagen des Beschuldigten kaum 
Realitätskennzeichen und dafür diverse Lügensignale. Auf seinen ausweichenden, 
wenig konsistenten und unnötig diffamierenden Aussagen, die nicht zuletzt mit den 
Schilderungen von C.________ und den weiteren befragten Personen (eingehend 
dazu E. II.10.3 hiernach) im Widerspruch stehen, kann daher nicht abgestellt wer-
den. 

10.3 Aussagen Dritter

10.3.1 E.________ (F.________)

E.________ ist ein entfernter Verwandter des Beschuldigten, den er als «Neffen» 
bezeichnet und zu dem er einen engen Kontakt pflegt (pag. 29 Z. 45 ff., pag. 107 
Z. 43, pag. 109 Z. 109 ff. und Z. 125 ff., pag. 148 Z. 62 ff., pag. 437 Z. 11 ff.). Zu-
gleich ist er gemäss eigenen Aussagen ein langjähriger Bekannter/Freund von 
C.________ (pag. 107 Z. 43 f., pag. 109 Z. 125 ff., pag. 134 Z. 85 ff.). C.________ 
hat auch gegen E.________ wiederholt Strafanzeigen erstattet und diese alsdann 
wieder zurückgezogen (pag. 108 Z. 95 f.). 

Es fällt auf, dass E.________ an der Einvernahme vom 12. Januar 2021 von Be-
ginn weg betonte, er habe sich im Bad und in der Küche aufgehalten, während der 
Beschuldigte und C.________ im Wohnzimmer gesessen und Alkohol getrunken 
hätten. Gleichzeitig behauptete er, C.________ sei «plötzlich» alkoholbedingt vom 
Stuhl gefallen. So berichtete er eingangs und in freier Rede: «In meiner Wohnung 
war ich mal in der Küche oder mal im Bad. Meine beiden Besucher unterhielten 
sich zusammen im Wohnzimmer. Sie beide sassen jeweils auf einem Stuhl. Plötz-
lich war Herr C.________ von seinem Stuhl auf den Boden heruntergefallen. Ich 
fragte A.________, was vorgefallen sei, beide waren in betrunkenem Zustand. 
A.________ sagte mir, dass Herr C.________ umgefallen sei. Ich fragte daraufhin 
A.________, ob er den anderen geschlagen habe. Nur das ist vorgefallen. Wir ha-
ben zusammen gegessen. Danach habe ich Herrn C.________ gebeten, meine 
Wohnung zu verlassen, denn ich wollte nicht, dass in meiner Wohnung Streit statt-
findet. A.________ hat bei mir übernachtet. Ich kann meinen Verwandten ja 

13

schliesslich nicht wegschicken, wenn er mich während der Festtage besucht» 
(pag. 107 Z. 47 ff.; ferner pag. 109 Z. 101 f., pag. 111 Z. 228). Weiter beteuerte 
E.________, er sei «mit 100 prozentiger Sicherheit überzeugt», dass C.________ 
wegen seines betrunkenen Zustands vom Stuhl gefallen sei (pag. 112 Z. 255 f.). 
Der Beschuldigte selbst habe ihm gesagt, sie hätten sich nur unterhalten und plötz-
lich sei C.________ wegen seines betrunkenen Zustands heruntergefallen resp. 
umgefallen (pag. 112 Z. 270 ff., pag. 198 Z. 86 ff.). Auf Vorhalt der Sachverhalts-
darstellung von C.________ führte er aus, nichts von Witzen über seine Familie 
mitbekommen zu haben (pag. 113 Z. 308 ff.). Es stimme nicht, dass der Beschul-
digte C.________ mit den offenen Händen mehrfach auf den Kopf geschlagen ha-
be (pag. 113 Z. 313 ff.). Auch sei er sich sicher, dass der Beschuldigte C.________ 
nicht mit einem Hammer geschlagen habe (pag. 113 Z. 326 ff.).

An dieser Sachverhaltsdarstellung hielt E.________ an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung weitgehend fest (pag. 437 ff.). Er näherte sich jedoch insofern 
den Aussagen des Beschuldigten und denjenigen von C.________ an, als er erst-
mals eine «mündliche Auseinandersetzung» zwischen beiden erwähnte und angab, 
der Beschuldigte habe C.________ «weggeschoben», woraufhin jener «vom Stuhl 
einfach runtergefallen» sei (pag. 437 Z. 33 ff.). Bezeichnenderweise schob er so-
gleich nach, er habe währenddessen gekocht und nichts gesehen (pag. 437 Z. 35 
und Z. 37 ff., pag. 438 Z. 5 ff. und Z. 25 ff.). Auf Nachfrage hin gab er an, der Be-
schuldigte habe nicht gewusst, dass er in seiner Bettschublade einen Hammer auf-
bewahre (pag. 438 Z. 47 f.).

Die Aussagen von E.________ – welcher u.a. aussagte, man habe «harmonisch zu 
dritt miteinander getrunken» (pag. 111 Z. 234) – wirken stark beschönigend. Sie 
sind in sich widersprüchlich und stimmen weder mit der Sachverhaltsdarstellung 
von C.________ noch mit jener des Beschuldigten überein. Bei der Würdigung sei-
ner Aussagen gilt es ferner zu berücksichtigen, dass er in der Nacht vor seiner ers-
ten Einvernahme beim Beschuldigten übernachtete (pag. 44, pag. 148 Z. 67 ff.), 
zum Zeitpunkt seiner zweiten Einvernahme beim Beschuldigten wohnte (pag. 437 
Z. 23 ff.) und nicht zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorgeladen war, son-
dern auf entsprechenden Antrag der Verteidigung spontan als Zeuge befragt wurde 
(pag. 431). Diese Umstände mindern die Zeugenqualität und lassen eine Gefällig-
keitsaussage annehmen. Seine Aussagen waren denn auch darauf ausgerichtet, 
einerseits die eigene physische Präsenz im Wohnzimmer und damit die Anwesen-
heit während der Auseinandersetzung zu negieren und andererseits den Beschul-
digten in einem guten Licht darzustellen und zu entlasten. Selbst betreffend die 
vom Beschuldigten eingestandenen Schläge mit der offenen Hand und das Wissen 
um den Aufbewahrungsort des Hammers versuchte er, den Beschuldigten in 
Schutz zu nehmen. Bezeichnend ist denn auch, dass er als Erklärung für die Ver-
letzungen von C.________ einen Sturz vom Stuhl vorbrachte, den der Beschuldigte 
selbst nicht geltend machte. Aufhorchen lässt ferner, dass er den Beschuldigten 
gefragt haben will, ob er [der Beschuldigte] C.________ geschlagen habe. Eine 
solche Frage machte nur Sinn, wenn es zuvor zu einer Auseinandersetzung zwi-
schen dem Beschuldigten und C.________ gekommen war. Es fällt zudem auf, 
dass er mehrfach ausweichend und grundlos diskreditierend antwortete. So redete 
er C.________ wiederholt schlecht, obwohl ihm eine andere Frage gestellt worden 

14

war. So erwiderte er auf die Frage, ob es einen Streit zwischen dem Beschuldigten 
und C.________ gegeben habe: «Sie sassen am Tisch beieinander und hatten zu-
sammen getrunken und gegessen. Herr C.________ ist Schweizer Bürger und 
macht viele illegale Dinge. Er hat Betreibungen über hunderttausend. Ich weiss 
nicht, ob er mich und meinen Neffen A.________ auseinanderbringen will. Ich den-
ke, dass er als Schweizer Bürger vielleicht möchte, dass wir beiden Ausländer 
vermehrt Probleme mit der Polizei haben, das könnte so sein, denn er selbst hat 
sein Leben nicht im Griff. Er lebt getrennt von seiner Familie und sie haben ein ei-
genes Haus, in welchem seine Frau lebt» (pag. 108 Z. 66 ff.; vgl. ferner pag. 108 
Z. 79 f. und Z. 90 ff., pag. 109 Z. 137 ff., pag. 112 Z. 280 ff., Z. 285 f. und Z. 293 f., 
pag. 440 Z. 1 ff.). Bezeichnenderweise endete seine Ersteinvernahme auf die Fra-
ge, ob er dem Protokoll etwas anzufügen habe, mit einem weiteren Schlechtreden 
von C.________ (pag. 115 Z. 425).

Insgesamt tragen die Aussagen von E.________ kaum zur Sachverhaltsaufklärung 
bei. Sein unangekündigtes Erscheinen an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
und die damaligen Wohnverhältnisse legen zudem nahe, dass es sich bei seinen 
damals gemachten Aussagen um Gefälligkeitsaussagen handelt. In Verbindung mit 
seinen wenig glaubhaften Aussagen ist dies als Indiz zu werten, dass der Beschul-
digte mit Hilfe von E.________ versuchte, den Hammerschlag gegen C.________ 
in Abrede zu stellen.

10.3.2 G.________ (H.________)

G.________ kennt sowohl C.________, den er «D.________» nennt (pag. 98 
Z. 57 ff.), als auch den Beschuldigten. Er hat zu beiden kein «besonderes Verhält-
nis» und kennt sie primär vom Sehen her (pag. 98 Z. 57 ff. und Z. 70 ff.). Er wohnte 
zum Tatzeitpunkt seit zwei Monaten mit E.________ zusammen, den er 
«F.________» nennt (pag. 97 Z. 39 ff.) und seit dem Jahr 2017 kennt (pag. 97 
Z. 32 f. und Z. 44 ff.). Er befand sich am 4. Januar 2021 ebenfalls in der Wohnung 
(pag. 97 Z. 48 ff.). Laut eigenen Angaben kam er gegen 16:00 Uhr nach Hause und 
mied die Anwesenden: «Ich kenne den Charakter dieser Männer. Wenn [sie] be-
trunken sind, sind sie anders. Deshalb habe ich sie gemieden. Ich wollte keine 
Probleme bekommen wegen meinem Visum usw.» (pag. 98 Z. 78 ff.; ferner pag. 99 
Z. 106 ff.). Dass G.________ keine Probleme wollte, illustriert auch sein Aussage-
verhalten. Er zeigte sich an der Einvernahme vom 19. Januar 2021 sehr zurückhal-
tend und sichtlich bemüht, den Beschuldigten nicht von sich aus zu belasten und 
seine eigene Anwesenheit im Wohnzimmer zu negieren. Weil er – soweit aus den 
Akten ersichtlich – mit keiner Partei verwandt oder näher befreundet ist, handelt es 
sich bei G.________ um den «unabhängigsten» Zeugen.

Auf die Frage, was er zur Sachverhaltsdarstellung von C.________ sagen könne, 
berichtete G.________: «Ich war in meinem Zimmer und hörte Stimmen und 
Geräusche, wie eine Auseinandersetzung. Aber ich wollte mich nicht einmischen 
und ging nicht ins Wohnzimmer, ich habe nichts gesehen. D.________ kam zu mir 
ins Zimmer und sagte mir, dass er geschlagen worden sei. Sie sind Kollegen, sie 
streiten und schlagen sich an einem Tag und am nächsten Tag sind sie wieder Kol-
legen. Da ich Angst hatte, auch geschlagen zu werden, ging ich nicht ins Wohn-
zimmer. Ich habe die Verletzung bei D.________ an seinem Kopf, beim Auge, ge-

15

sehen, dann habe ich ihn bei mir ins Bett gelegt. Ich hörte zuvor, wie D.________ 
meinen Namen rief und dabei sagte: ‘Sie schlagen mich’. A.________ nimmt auch 
Drogen. Ich hatte Angst rauszugehen, da ich nicht geschlagen werden wollte. Ich 
hörte D.________ ca. dreimal dies rufen. Ich habe ihn dann in mein Bett gelegt, 
damit er schlafen kann und bin dann auch schlafen gegangen» (pag. 99 Z. 110 f.). 
Als er D.________ im Wohnzimmer geholt habe, habe sich das Wohnzimmer wie 
folgt präsentiert: «Die Stühle waren am Boden. Die Wasserflasche war ausgeleert. 
Der Tisch war verschoben» (pag. 99 Z. 137 f.). Er wisse nicht, wer D.________ ge-
schlagen habe, vermute aber, dass es der Beschuldigte gewesen sei (pag. 99 
Z. 143 f.). Zur Begründung führte er aus, er habe anhand der Stimmen gehört, dass 
die beiden streiten (pag. 99 Z. 146 f.). Der Beschuldigte habe zu D.________ ge-
sagt, er solle ruhig sein, ansonsten er ihn schlage (pag. 99 Z. 149 ff.). Auf Vorhalt, 
C.________ habe laut eigenen Angaben etwas über die Familie von E.________ 
gesagt, woraufhin der Beschuldigte ausgerastet sei, bestätigte G.________: «Das 
stimmt. […] Er hat im Spass etwas über die Frau von D.________ [vermutlich 
falsch protokolliert und E.________ gemeint] gesagt, dass diese und deren Familie 
in M.________ (Land) entführt werden sollte. Dies ist aber nur Spass, das machen 
sie immer, wenn sie zusammen trinken» (pag. 100 Z. 161 f.). Auf Vorhalt, 
C.________ habe angegeben, vom Beschuldigten mit den offenen Händen gegen 
den Kopf geschlagen worden zu sein, antwortete er sehr bestimmt mit: «Das 
stimmt». Auf die Frage, woher er das wisse, berichtete er: «Ich habe das gehört» 
(pag. 100 Z. 171 f.). Er habe sich zu diesem Zeitpunkt in seinem Zimmer befunden 
(pag. 100 Z. 174 ff.; siehe zur Wohnungsaufteilung den Plan auf pag. 176). Auf die 
Frage, was er dazu sagen könne, dass der Beschuldigte einen Hammer unter dem 
Bett behändigt und damit gegen den Kopf von C.________ geschlagen haben soll, 
erklärte er, das wisse er nicht (pag. 100 Z. 178 ff. und Z. 194 ff.). Angesichts des 
Zustands, «in dem sie waren, könnte dies sein. Ob es so war, kann ich nicht sa-
gen» (pag. 101 Z. 199 ff.). D.________ habe ihm gegenüber keinen Hammer er-
wähnt (pag. 101 Z. 204 ff. und Z. 227 f.). Tags darauf habe er D.________ zweimal 
angerufen und sich nach dessen Gesundheitszustand erkundigt, woraufhin jener 
Schwindel und Kopfschmerzen erwähnt habe (pag. 101 Z. 208 ff.). D.________ 
habe gesagt, er sei im Wohnzimmer vom Beschuldigten geschlagen worden und 
habe nun Schwindel, Kopfschmerzen und Schmerzen am Auge (pag. 101 Z. 224 ff. 
und Z. 230 f.). Auf entsprechende Nachfrage führte er abschliessend aus, 
D.________ ein paar Tage später mit dem Telefon von F.________ angerufen und 
aufgefordert zu haben, er solle die Anzeige zurückziehen: «F.________ hat mir ge-
sagt, A.________ sei im Gefängnis. Darum habe ich ihm gesagt, es sei halt pas-
siert, aber er solle die Anzeige zurückziehen. Ich habe ihm gesagt, A.________ sei 
auch nur ein Mensch, sei auch betrunken gewesen und sei auch ein armer» 
(pag. 101 Z. 237 ff.). Damit bestätigte G.________ die Aussage von C.________, 
wonach ihn G.________ rund drei Tage nach dem Vorfall mit dem Telefon des Be-
schuldigten angerufen und aufgefordert habe, seine Anzeige/Aussagen zurückzu-
ziehen (pag. 136 Z. 123 ff.). 

Die Aussagen von G.________ muten teilweise ausweichend an und erwecken 
den Eindruck, dass er nur offenlegen wollte, was den Strafverfolgungsbehörden be-
reits bekannt war. Er versuchte dabei, sich möglichst aus der Sacher herauszuhal-

16

ten und gab namentlich an, die Auseinandersetzung nur gehört und sich nicht im 
Wohnzimmer aufgehalten zu haben. Sein späteres Verhalten lässt jedoch darauf 
schliessen, dass er mehr mitbekommen hat, als er zugeben wollte. So erkundigte 
er sich am Folgetag gleich zweimal bei C.________ nach dessen Wohlbefinden. 
Dies legt nahe, dass er den Schlag mit dem Hammer entgegen seinen eigenen 
Aussagen mitbekommen oder die Verletzung am Auge alles andere als harmlos 
ausgesehen hat. Nicht zuletzt haben sowohl C.________ (pag. 135 Z. 120 ff., 
pag. 138 Z. 272 ff.) als auch E.________ (pag. 48 oben) angegeben, dass 
G.________ dabei gewesen sei. Ob sich G.________ zum Tatzeitpunkt im Wohn-
zimmer oder in seinem Zimmer aufgehalten hat, kann beweismässig offenbleiben. 
Seine Schilderungen untermauern jedenfalls die Sachverhaltsdarstellung von 
C.________, wonach eine von ihm im Spass gemachte Äusserung betreffend die 
Familie/Frau von E.________ den Beschuldigten derart aufregte, dass jener ihn 
darauf verbal und körperlich attackierte, mithin dermassen körperlich anging, dass 
er eine sichtbare Verletzung am Auge und länger anhaltende Schmerzen davon-
trug. 

10.3.3 I.________ 

I.________ ist mit C.________ (pag. 91 Z. 59 ff. und Z. 68, pag. 122 Z. 162 ff.) und 
dem Beschuldigten (pag. 29 Z. 59 ff., pag. 91 Z. 62, pag. 93 Z. 148 f.) befreundet 
und der Cousin von E.________ (pag. 91 Z. 62, pag. 93 Z. 159 ff.). Er befand sich 
am 4. Januar 2021 nicht in der Wohnung von E.________ und kann daher zum 
Tatgeschehen nur vom Hörensagen berichten. Er war derjenige, der am 5. Janu-
ar 2021 zwecks medizinischer Versorgung von C.________ den Notruf alarmierte 
(pag. 40).

Auffällig ist, dass I.________ an der Einvernahme vom 19. Januar 2021 von Be-
ginn weg darauf beharrte, C.________ sei von niemandem an den Kopf geschla-
gen worden, sondern vom Stuhl gefallen und habe sich den Kopf angeschlagen 
(pag. 90 Z. 38 ff. und Z. 48, pag. 92 Z. 143 ff.). Seines Erachtens sei es unmöglich, 
dass die angeblichen Schläger C.________ geschlagen hätten; jene seien gute 
Menschen (pag. 92 Z. 121 f). Er sei dabei gewesen, als C.________ die Personen, 
mit denen er getrunken habe, angerufen und sich erkundigt habe, was passiert sei. 
Jene hätten ihm wiederholt erklärt, dass er nicht angegriffen/geschlagen worden, 
sondern nur umgefallen resp. in betrunkenem Zustand vom Stuhl gefallen sei 
(pag. 91 Z. 52 ff., pag. 92 Z. 127 ff. und Z. 135 f., pag. 93 Z. 189 f.). C.________ 
habe dies jedoch nicht geglaubt und darauf beharrt, geschlagen worden zu sein 
(pag. 92 Z. 112 ff.). Doch so etwas habe er selbst an C.________ nicht gesehen 
(pag. 92 Z. 116); jener habe keine Verletzungen aufgewiesen und sich normal ver-
halten (pag. 91 Z. 86 ff.). Diese Behauptung steht im Wiederspruch zu seinen Aus-
sagen, wonach es C.________ am 4. Januar 2021 gegen 18:00 Uhr nicht so gut 
gegangen sei (pag. 91 Z. 79 ff.) und er am 5. Januar 2021 gegen 11:45 Uhr den 
Notruf gewählt habe, weil es C.________ körperlich nicht gut resp. gesundheitlich 
nicht so gut gegangen und jener krank gewesen sei und im Bett seine Notdurft ver-
richtet habe (pag. 90 Z. 31, pag. 92 Z. 106 ff.; siehe ferner den auf pag. 40 rappor-
tierten Meldungseingang). 

17

Das von I.________ geschilderte Telefonat legt nahe, dass der Beschuldigte und 
E.________ vergeblich versucht hatten, C.________ einzureden, er sei vom Stuhl 
gefallen und derart alkoholisiert gewesen, dass er sich nicht mehr richtig erinnere. 
Ob I.________ dieser Sachverhaltsdarstellung tatsächlich Glauben schenkte oder 
er – wie von ihm selbst ausgesagt – vielmehr «nicht in diesen Fall involviert werden 
will» (pag. 94 Z. 197 f.) und bewusst zu Gunsten des Beschuldigten aussagte, 
muss offenbleiben. Für letzteres spricht neben seinen widersprüchlichen Aussagen 
betreffend die körperliche Verfassung von C.________, dass er jenen wiederholt 
ohne Anlass diskreditierte (beispielhaft: «Wissen Sie, er ist ein grosser Trinker. Er 
stiehlt im Coop Nahrungsmittel Z. B. Fleisch und mehrere Flaschen Ballantines. Er 
betrinkt sich 24 Stunden. Das ist ein verrückter Mann. Niemand hat ihn geschla-
gen», pag. 90 Z. 46 ff.; ferner pag. 92 Z. 133). 

Auf die Frage, was ihm C.________ betreffend den 4. Januar 2021 erzählt habe, 
verstrickte sich I.________ sodann in einen unauflösbaren Widerspruch. So gab er 
einerseits an, C.________ habe ihm gesagt, er sei vom Stuhl gefallen und habe 
den Kopf angeschlagen (pag. 90 Z. 36 ff., pag. 92 Z. 120 f., Z. 125 und Z. 144). 
Andererseits führte er aus, C.________ «behauptet zwar so etwas [d.h. von Kolle-
gen angegriffen worden zu sein] aber er meint es nicht ernst. Ich habe das Tele-
fongespräch mitbekommen» (pag. 92 Z. 127 ff.). Mit letztzitierter Aussage gab er 
indirekt zu, dass C.________ ihm vom Angriff berichtet hatte. Die Frage, ob 
C.________ ihm gegenüber erwähnt habe, mit den Händen und einem Hammer 
geschlagen worden zu sein, verneinte er. Gleichzeitig betonte er: «Ich war nicht 
dabei. Ich weiss nicht, was passiert ist. Ich habe das Telefonat mitbekommen. Am 
Ende der Leitung haben die Personen immer wieder gesagt, dass er nicht geschla-
gen worden» sei (pag. 93 Z. 186 ff.). 

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (pag. 484 f.), sind die Aussagen von 
I.________ mangels eigener Wahrnehmungen betreffend das Tatgeschehen wenig 
sachdienlich. Gleichwohl entkräften sie die Behauptung von E.________, 
C.________ sei zufolge Angetrunkenheit vom Stuhl gefallen, und untermauern sie 
vielmehr die Sachverhaltsdarstellung von C.________, wonach der Beschuldigte 
ihn körperlich angegriffen hat und es ihm infolgedessen derart schlecht ging, dass 
er ärztlicher Behandlung bedurfte. 

10.4 Nachtatgeschehen

10.4.1 Telefonische Einflussversuche

Wie die Auswertung der Mobiltelefone des Beschuldigten und von C.________ er-
gab, kam es nach dem Vorfall zu mehreren Verbindungen zwischen deren Mobilte-
lefonnummern. Neben zahlreichen Anrufversuchen und Gesprächen von wenigen 
Sekunden (pag. 177 ff., pag. 189 ff.; ferner pag. 49 f.) sind zwei längere Gespräche 
von 19:40 Minuten und 57:23 Minuten vom 5. Januar 2021 ersichtlich (pag. 184 Nr. 
29 und Nr. 33). Auch im Einvernahmeprotokoll von C.________ vom 6. Janu-
ar 2021 finden sich Anrufversuche verbalisiert und protokoliert: «Das Handy von 
Herrn C.________ klingelt zwei Mal, A.________ versucht ihn zu erreichen» 
(pag. 125 Z. 267 f.) und «Jetzt rufen mich beide an, ich nehme nicht ab. Vielleicht 
hat ihnen jemand gesagt, dass ich im Spital bin. Deshalb rufen sie an. Vielleicht hat 

18

ihnen der Kollege, welcher bei mir war, als die Polizei kam, Bescheid gesagt, er hat 
beide Nummern. Ich nehme nicht ab» (pag. 126 Z. 319 f.). An der Einvernahme 
vom 14. Januar 2021 berichtete C.________, der Beschuldigte habe mehrmals 
versucht, ihn anzurufen, sicher zwanzigmal. Er habe die Anrufe jedoch nicht entge-
gengenommen (pag. 138 Z. 301 ff.).

Aufgrund dieser Verbindungsnachweise und gestützt auf die diesbezüglichen Aus-
sagen von C.________ (pag. 135 Z. 123 ff.), G.________ (pag. 101 Z. 237 ff.) und 
I.________ (pag. 91 Z. 52 ff., pag. 92 Z. 127 ff., pag. 93 Z. 189 f.) ist beweismässig 
als erstellt zu betrachten, dass der Beschuldigte – und über dessen Mobiltelefon 
auch Dritte, namentlich G.________, – versuchten, auf C.________ einzuwirken. 
Namentlich wollten sie ihn dazu bringen, seine Anzeige/Aussagen zurückzuziehen 
und zu glauben, er sei nicht geschlagen worden, sondern bloss betrunken vom 
Stuhl gefallen. 

10.4.2 Vereinbarung vom Juli 2023

Am 21. August 2023 legte Rechtsanwalt Dr. B.________ eine zwischen dem Be-
schuldigten und C.________ im Juli 2023 abgeschlossene Vereinbarung ins Recht, 
in welcher sich der Beschuldigte bei C.________ «für die Auseinandersetzung vom 
4. Januar 2021» entschuldigte und sich verpflichtete, jenem CHF 300.00 zu bezah-
len. C.________ nahm seinerseits «den Vorwurf, dass A.________ ihn am 4. Ja-
nuar 2021 mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen haben soll» zurück und 
bestätigte, dass dieser Vorwurf nicht stimmt. Gleichzeitig erklärte C.________ den 
Rückzug der Strafanzeige und des Strafantrags, sein Desinteresse an der weiteren 
Strafverfolgung und Bestrafung des Beschuldigten sowie den Verzicht auf seine 
Parteistellung als Straf- und Zivilkläger (pag. 394 ff.). 

Angesprochen auf diese Vereinbarung erklärte der Beschuldigte an der Berufungs-
verhandlung, er habe sich bei C.________ erkundigt, warum er Anzeige gegen ihn 
eingereicht habe, woraufhin C.________ gesagt habe, er ziehe die Anzeige zurück 
(pag. 625 Z. 13 ff.). Daraufhin habe er mit seinem amtlichen Verteidiger gespro-
chen, der die Vereinbarung aufgesetzt und C.________ zugestellt habe (pag. 629 
Z. 17 ff.). Ein Arbeitskollege von ihm habe C.________ die Vereinbarung übersetzt 
(pag. 628 Z. 16 ff.). Trotz der ergänzenden Ausführungen des Beschuldigten, wie 
es zu dieser schriftlichen Vereinbarung kam, bleiben diesbezüglich für die Kammer, 
wie bereits für die Vorinstanz (pag. 488), Fragen zurück. Unter Berücksichtigung 
der vorangegangenen telefonischen Einflussversuche und der Aussagen des Be-
schuldigten an der Berufungsverhandlung ist davon auszugehen, dass die Initiative 
für den Abschluss der Vereinbarung vom Beschuldigten ausging. Ob sich 
C.________ den möglichen Konsequenzen im Falle der Unterzeichnung dieser 
Vereinbarung bewusst war, namentlich, dass er damit eine Falschanschuldigung 
(Art. 303 StGB) eingestand, ist zu bezweifeln. Mit der Vorinstanz (pag. 488) 
schenkt die Kammer der in der Vereinbarung verbrieften Behauptung von 
C.________, er sei vom Beschuldigten nicht mit dem Hammer geschlagen worden, 
denn auch keinen Glauben, zumal diese im Wiederspruch zu seinen glaubhaften 
Erstaussagen steht. Der Widerruf der belastenden Aussagen und der Rückzug des 
Strafantrags stellt nicht zuletzt kein ungewöhnliches Verhalten von C.________ 

19

dar, zog er doch bereits früher mehrmals Anzeigen gegen den Beschuldigten 
zurück (pag. 123 Z. 192 f.).

Die Vereinbarung zeigt, dass es C.________ mit seiner Anzeige nicht darum ging, 
den Beschuldigten ungerechtfertigterweise in ein Strafverfahren zu verwickeln. 
Dies ergibt sich auch daraus, dass er die Polizei nicht von sich aus aufgesucht hat-
te, um Anzeige betreffend den Vorfall vom 4. Juni 2021 zu erstatten, sondern diese 
erst aufgrund des Notrufs von I.________ betreffend medizinische Versorgung von 
C.________ involviert wurde (pag. 40, pag. 122 Z. 151 f.; ferner: «Ich habe zuerst 
an mich gedacht. Die Verletzung muss erst verheilen. Wie gesagt, kam nach dem 
Wählen des Notrufs zuerst die Polizei und erst danach die Ambulanz», pag. 134 
Z. 82 ff.; «Dann habe ich I.________ gebeten, mir eine Ambulanz zu rufen. Er hat 
von meinem Natel aus angerufen. Anstatt die Ambulanz kam dann die Polizei zu 
mir», pag. 134 Z. 68 ff.). 

Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände (u.a. DNA-Spur von C.________ am 
Hammerkopf, passende Beschreibung/Zeichnung des Hammers durch C.________ 
[eingehend dazu E. 10.5 hiernach] und von G.________ wahrgenommene Augen-
verletzung) bestehen für die Kammer keine Zweifel, dass sich der Sachverhalt zu-
getragen hat, wie von C.________ geschildert.

10.5 Tatwerkzeug

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 12. Januar 2021 fand die Polizei in der 
Schublade des im Wohnzimmer von E.________ stehenden Betts den auf pag. 55 
abgebildeten Klauen-/Zimmermannshammer (pag. 161 f.). Dieser ist rund 26.5 cm 
lang, hat einen schwarzen Kunststoffgriff und einen silbernen Kopf aus Eisen. Die 
Schlagseite hat einen Durchmesser von rund 2 cm (pag. 55).

Ab Hammerkopf und Hammergriff wurden DNA-Abriebe genommen. Das ab dem 
Hammerkopf erstellte DNA-Profil stimmt mit der DNA von C.________ überein, die 
Nebenkomponente ist nicht interpretierbar. Das ab dem Hammergriff erstellte DNA-
Profil ist nicht interpretierbar (pag. 53, pag. 54 Nr. 002 und Nr. 003). 

Wenngleich gemäss dem Rapport Forensik vom 20. Februar 2021 spurentechnisch 
nicht bewiesen werden kann, ob der Hammer vom Beschuldigten eingesetzt wurde 
(pag. 53), ist die am Hammerkopf festgestellte DNA-Spur von C.________ ein wei-
teres, gewichtiges Indiz dafür, dass jener vom Beschuldigten mit dem Hammer ins 
Gesicht geschlagen wurde. Eine anderweitige oder bloss zufällige Spurenabgabe – 
wie sie vom Beschuldigten und seinem Verteidiger geltend gemacht wurde 
(pag. 434 Z. 7, pag. 442, pag. 633) – ist wenig wahrscheinlich, zumal die DNA von 
C.________ nur am Hammerkopf sichergestellt wurde, nicht aber am Hammergriff. 
Dass am Hammergriff keine interpretierbaren Spuren gefunden wurden, schliesst 
die Benutzung des Hammers durch den Beschuldigten nicht aus. Zudem ist denk-
bar, dass der Beschuldigte nach der Tat zwar daran dachte, die Spuren am Ham-
mergriff abzuwischen, jedoch vergass, dies auch am Hammerkopf zu tun. Dem Be-
schuldigten war bekannt, dass sich in der Bettschublade ein Hammer befindet. 
Aufgrund dieser Kenntnis und der engen räumlichen Verhältnisse im Wohnzimmer 
(siehe dazu die Fotos und Pläne auf pag. 169 ff. und pag. 176) ist es ohne weiteres 
vorstellbar, dass der Beschuldigte den Hammer während der Auseinandersetzung 

20

aus der Bettschublade behändigte, wie dies von C.________ geschildert wurde. 
Sodann stimmt die Beschreibung des Hammers durch C.________ («Es war ein 
Hammer, welcher auf einer Seite abgeflacht ist und auf der anderen Seite kann 
man Nägel herausziehen. […] Er war schwarz, er war nicht so gross, so eine 
Haushaltsgrösse. Oben war Eisen, das war schwarz, unten Holz», pag. 124 
Z. 232 f. und Z. 240 f.; ferner: «Verbal: Herr C.________ zeigt ca. 20 cm als Breite 
des Hammerkopfs, für den Stiel ca. 30 cm», pag. 134 Z. 243 f.) und dessen Zeich-
nung auf pag. 129 – entgegen dem Einwand der Verteidigung (pag. 633) – in den 
wesentlichen Punkten (Grösse, Farbe und Form) mit dem sichergestellten Hammer 
überein. Daran ändert nichts, dass entgegen der protokollierten und übersetzten 
Beschreibung nicht der obere Teil resp. das Eisen schwarz ist, sondern der Ham-
mergriff, und dieser nicht aus Holz ist, sondern aus Hartplastik. Dabei handelt es 
sich um kleinere Abweichungen, die sich damit erklären lassen, dass es sich um 
ein dynamisches Geschehen handelte, das nur wenige Sekunden dauerte, und der 
Fokus bei C.________ weniger auf dem Einprägen der Beschaffenheit des Ham-
mers als vielmehr auf dem Ausweichen gelegen haben dürfte. Auf Vorhalt eines 
Fotos eines Klauen-/Zimmermannshammers bestätigte er nicht zuletzt, dass es 
sich beim Tatwerkzeug um einen solchen Hammer handelt.

10.6 Verletzungsfolgen

Nachdem in beweismässiger Hinsicht als erstellt gelten kann, dass der Beschuldig-
te mit dem Hammer auf die rechte Wange im Augenbereich von C.________ ge-
schlagen hat, bleibt zu klären, welche Verletzungen letzterer davontrug.

C.________ wurde am 5. Januar 2021 ambulant im Spital N.________ behandelt. 
Initial wurde von einer schweren Verletzung des rechten Auges ausgegangen, 
weshalb C.________ umgehend vom diensthabenden Augenarzt Dr. med. 
J.________ untersucht wurde. Nach dem ambulanten Aufenthalt im Spital 
N.________ trat C.________ zur Therapie in die Privatklinik O.________ ein 
(pag. 64 f.; ferner pag. 134 Z. 71 ff.), wo er stationär psychiatrisch-psycho-
therapeutisch behandelt wurde. 

Beim Eintritt ins Spital N.________ gab C.________ an, mit Kopfschmerzen und 
Schwindel erwacht zu sein sowie eine Sehminderung auf dem rechten Auge zu ha-
ben. Es wurden Druckdolenzen und Kopfschmerzen über der gesamten Kalotte 
festgestellt. Zudem zeigte sich, dass die Linse des rechten Auges luxiert ist und ei-
ne leichte Schwellung der Netzhaut besteht. C.________ wurden Topradx-
Augentropfen verordnet (pag. 66 f.).

Dr. med. J.________ diagnostizierte am 5. Januar 2021 u.a. eine «schwere Contu-
sio Bulbi mit Linsenluxation und ausgedehntem Berlinödem» (pag. 70 f.). Nach ei-
nem Telefonat mit dem Hausarzt von C.________ und Lektüre des Augenarztbe-
richts vom 21. Februar 2020 (pag. 86) ging er am 7. Januar 2021 davon aus, dass 
die meisten von ihm konstatierten Befunde «auf ein schon länger zurückliegendes 
Bulbustrauma zurückzuführen sind. Dazu würde passen, dass in der Vorderkam-
mer keine Zellen und keine Blutungen erkennbar sind, was bei einem schweren 
Bulbustrauma doch eher ungewöhnlich wäre. Ebenfalls (wie bereits bei meinem 
ersten Bericht [vom 5. Januar 2021] schon erwähnt) dürfte die zentrale Hornhaut-

21

narbe älteren Datums sein. Was nicht ganz klar ist, ist der Netzhautbefund. Ob es 
sich wirklich um ein frisches Berlinödem handelt oder um eine ältere Netzhautablö-
sung, ist im Moment nicht ganz klar. […] Aufgrund dieser neuen Informationen und 
der neuen Beurteilung erachte ich eine baldige Zuweisung an die Augenklinik am 
Inselspital oder Lindenhof nicht als dringlich».

Dem Kurzbericht der Privatklinik O.________ vom 26. Januar 2021 ist zu entneh-
men, dass C.________ zwecks Alkoholentzugs- und Entwöhnungsbehandlung, 
Behandlung einer depressiven Symptomatik sowie zur psychischen Stabilisierung 
in die Klinik eintrat und am 25. Januar 2021 disziplinarisch entlassen wurde. Bei 
Austritt benötigte er nach wie vor Topradx-Augentropfen. Vom 5. Januar 2021 bis 
7. Februar 2021 war C.________ arbeitsunfähig geschrieben (pag. 68 f.).

Zu Handen der Staatsanwaltschaft hielt Dr. med. J.________ am 15. März 2021 
schriftlich fest, C.________ habe am 4. Januar 2021 «eine Prellung des rechten 
Auges mit einem peripheren Netzhautödem (Schwellung der Netzhaut)» erlitten. 
Die durch diese Prellung verursachten Verletzungen zögen grösstwahrscheinlich 
keine unmittelbaren negativen Folgen resp. neue bleibende Schäden nach sich. Of-
fenbar habe das Auge bereits vor dieser Prellung keine brauchbare Sehschärfe 
mehr gehabt. Es sei davon auszugehen, dass die jetzt erlittene Prellung zu keiner 
weiteren Verschlechterung der Sehkraft führe (pag. 76 f.).  Auf Nachfrage der 
Staatsanwaltschaft, warum er im Bericht vom 15. März 2021 angegeben habe, 
C.________ habe eine Prellung des rechten Auges mit einem peripheren Netzhau-
tödem erlitten, obwohl er es am 7. Januar 2021 für unklar erachtet habe, ob es sich 
um ein frisches Berlinödem handle oder nicht (pag. 84), ergänzte Dr. med. 
J.________ am 30. März 2021: «Ich habe den Patienten tatsächlich nur 1 x als 
diensthabenden Augenarzt der Region P.________ gesehen. Einerseits sah der 
Netzhautbefund für mich wie ein typisches Berlin-Ödem nach einer Contusio bulbi 
aus, andererseits fehlten andere typische Zeichen einer schweren Contusio bulbi 
wie Vorderkammerblutung, Hornhautverletzungen, Irisverletzung. Aufgrund bereits 
früher durchgemachten Verletzungen und Operationen, war das ganze auch nicht 
ganz einfach zu beurteilen. Eine Nachkontrolle, wie von mir vorgeschlagen etwa 
2 – 4 Wochen später, hat bei mir nicht stattgefunden» (pag. 85).

Mit der Vorinstanz (pag. 489, pag. 491) erachtet die Kammer beweismässig als er-
stellt, dass C.________ durch den Schlag mit dem Hammer eine Prellung des 
rechten Auges mit einem peripheren Netzhautödem erlitt. Zum einen nannte Dr. 
med. J.________ – im Wissen um die vorbestehende Schädigung des rechten Au-
ges und unter Bezugnahme auf diese – im Bericht vom 15. März 2021 als Verlet-
zungsfolgen des Vorfalls vom 4. Januar 2021 explizit «eine Prellung des rechten 
Auges mit einem peripheren Netzhautödem (Schwellung der Netzhaut)». Auch 
sprach er ausdrücklich von der «jetzt erlittene[n] Prellung». Zum anderen berichtete 
C.________ der Polizei zwei Tage nach dem Vorfall, er habe Schmerzen am gan-
zen Kopf und am Nacken, verspüre Schwindel und habe Probleme mit seinem Au-
ge (pag. 120 Z. 36 ff., pag. 125 Z. 312 ff.). An der späteren Einvernahme präzisier-
te er auf die Frage, wann er festgestellt habe, dass mit seinem Auge etwas nicht 
stimme: «Als ich die Wohnung von E.________ verliess, ab da habe ich es be-
merkt. Ich hatte Schmerzen am Auge und Schwindelgefühle» (pag. 138 Z. 287 f.). 

22

Zudem gab C.________ an, sein Auge sei «ein wenig gerötet» gewesen (pag. 134 
Z. 60 f.). Letzteres wird untermauert durch die Aussagen von G.________, der an-
gab, eine «Verletzung bei D.________ an seinem Kopf, beim Auge» gesehen zu 
haben (pag. 99 Z. 118). Laut Anzeigerapport nahm auch die Polizei gegen Mittag 
des 5. Januar 2021 «leichte Kratzer an der Stirn und eine Rötung am rechten Au-
ge» wahr (pag. 41). Diese Symptome sind mit den von C.________ geschilderten 
Schlägen mit der offenen Hand gegen den Kopf, Hinterkopf und Nacken wie auch 
dem berichteten Schlag mit dem Hammer auf die rechte Wange im Augenbereich 
vereinbar. Wenngleich C.________ eine vorbestehende Schädigung am rechten 
Auge hatte, nahm er infolge des Hammerschlags über mehrere Tage eine spür- 
und sichtbare pathologische Veränderung wahr, die nach Auffassung der Kammer 
mit der von Dr. med. J.________ festgestellten Prellung des rechten Auges mit ei-
nem peripheren Netzhautödem vereinbar ist.

Über den Genesungsverlauf ist nichts bekannt, weil C.________ weder die Nach-
kontrolle bei Dr. med. J.________ wahrnahm noch an den erst- und oberinstanzli-
chen Verhandlung zu seinem Gesundheitszustand befragt werden konnte (siehe 
dazu pag. 430 und E. I.3 hiervor). Zu Gunsten des Beschuldigten ist daher be-
weismässig davon auszugehen, dass die Prellung des rechten Auges mit einem 
peripheren Netzhautödem folgenlos verheilt ist und C.________ aufgrund des 
Hammerschlags auch keine anderweitigen bleibenden körperlichen Schäden da-
vongetragen hat. Die ihm von der Privatklinik O.________ attestierte 34-tägige Ar-
beitsunfähigkeit dürfte nicht auf die Augenverletzung zurückzuführen sein, hatte er 
zu dieser Zeit doch auch alkoholbezogene und psychische Probleme. 

10.7 Beweisergebnis

Nach dem Gesagten hat der Anklagesachverhalt als erstellt zu gelten, wobei die 
Kammer beweismässig von folgendem Sachverhalt ausgeht:

Der Beschuldigte und C.________ sassen am Wohnzimmertisch von E.________ 
und tranken Alkohol. C.________ machte einen Spass über die Familie/Frau von 
E.________, was den in Trennung lebenden Beschuldigten derart aufregte, dass er 
C.________ mehrmals mit der offenen Hand gegen den Kopf, Hinterkopf und Na-
cken schlug. Nachdem ihn C.________ mit dem Fuss resp. den Füssen wegge-
stossen hatte, behändigte der Beschuldigte einen Klauen-/Zimmermannshammer 
aus der Bettschublade und schlug mit dessen Schlagseite von ca. 2 cm Durchmes-
ser C.________ in das Gesicht. Dieser konnte sich leicht abdrehen, so dass der 
Schlag nicht seine volle Wucht entfaltete und ihn auf der rechten Seite im Augen-
bereich traf. Dabei erlitt C.________ eine Prellung des rechten Auges mit einem 
peripheren Netzhautödem. Zudem hatte er Kopfschmerzen, Schmerzen am rech-
ten Auge und verspürte Schwindel. Am Folgetag wurde er im Spital ambulant be-
handelt, wo ihm Augentropfen verschrieben wurden, die er bis mindestens am 
25. Januar 2021 anzuwenden hatte.

23

III. Rechtliche Würdigung

11. Rechtliche Grundlagen

Eine einfache Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 aStGB begeht, wer vorsätzlich 
einen Menschen an Körper oder Gesundheit schädigt. Art. 123 Ziff. 1 aStGB er-
fasst alle Körperverletzungen, die weder als schwer im Sinne von Art. 122 aStGB 
noch als blosse Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 aStGB zu werten sind. Die kör-
perliche Integrität ist dann im Sinne einer Körperverletzung beeinträchtigt, wenn in-
nere oder äussere Verletzungen oder Schädigungen zugefügt werden, die mindes-
tens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit erfordern, so etwa Knochen-
brüche, auch wenn sie unkompliziert sind und verhältnismässig rasch und problem-
los ausheilen, aber auch bereits Hirnerschütterungen, Quetschungen mit Bluter-
güssen und Schürfungen, sofern sie um einiges über blosse Kratzer hinausgehen 
(ROTH/
BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N. 3 f. zu 
Art. 123 StGB).

Eine von Amtes wegen zu verfolgende einfache Körperverletzung nach Art. 123 
Ziff. 2 Abs. 2 aStGB liegt namentlich vor, wenn der Täter einen gefährlichen Ge-
genstand gebraucht. Ob ein Gegenstand gefährlich ist, hängt von der konkreten Art 
seiner Verwendung ab. Ein Gegenstand ist gefährlich, wenn er so verwendet wird, 
dass die Gefahr einer schweren Körperverletzung nach Art. 122 aStGB besteht 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_617/2019 vom 14. November 2019 E. 1.3.2). 

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt 
(Art. 12 Abs. 1 und Abs. 2 aStGB).

12. Subsumtion

Gemäss Beweisergebnis (vgl. E. II.10.4 hiervor) schlug der Beschuldigte mit der 
Schlagseite eines Klauen-/Zimmermannshammers von ca. 2 cm Durchmesser in 
das Gesicht von C.________, konkret in den Augenbereich seiner rechten Ge-
sichtshälfte, so dass jener eine Prellung des rechten Auges mit einer Schwellung 
der Netzhaut erlitt. C.________ verspürte in den darauffolgenden Tagen anhalten-
de Schmerzen und Schwindel, musste sich in ärztliche Behandlung begeben und 
Augentropfen anwenden. Diese vom Beschuldigten durch den Hammerschlag kau-
sal verursachten Verletzungen, die medizinischer Behandlung bedurften, Schmer-
zen verursachten und eine gewisse Heilungszeit erforderten, gehen über das Mass 
einer blossen Tätlichkeit hinaus und sind als einfache Körperverletzung zu qualifi-
zieren. 

Der vom Beschuldigten eingesetzte Hammer ist sodann geeignet, die Gefahr einer 
schweren Körperverletzung herbeizuführen, wenn – wie vorliegend – mit dessen 
Kopfende in das Gesicht einer Person geschlagen wird. Mithin setzte der Beschul-
digte einen gefährlichen Gegenstand ein. Der objektive Tatbestand von Art. 123 
Ziff. 2 Abs. 2 aStGB ist damit erfüllt.

Es kann als allgemein bekannt gelten, dass ein Schlag mit einem metallenen 
Hammer in das Gesicht einer anderen Person das Risiko schwerer Verletzungen 

24

birgt. Dieses Wissen kann auch beim Beschuldigten vorausgesetzt werden und 
dürfte mitunter der Grund sein, weshalb er den Einsatz des Hammers gegen das 
Gesicht von C.________ bis zuletzt abstritt und lediglich das wiederholte Zuschla-
gen mit der flachen Hand eingestand. Indem der Beschuldigte bewusst mit dem 
Hammerkopf in das Gesicht von C.________ schlug, handelte er direktvorsätzlich. 
Dies sowohl hinsichtlich der Verursachung einer einfachen Körperverletzung als 
auch hinsichtlich der Verwendung eines gefährlichen Gegenstands. Somit ist auch 
der subjektive Tatbestand von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 aStGB erfüllt.

Es liegen keine Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe vor. Weder die 
vom Beschuldigten missbilligte Äusserung von C.________ betreffend die Fami-
lie/Frau von E.________ noch der Fussstoss von C.________ gegen den Beschul-
digten vermögen den Hammereinsatz ansatzweise zu rechtfertigen. Der Beschul-
digte befand sich zu keinem Zeitpunkt in einer Notwehrlage, weshalb auch kein 
Notwehrexzess in Frage kommt. Ferner fehlen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass 
der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt derart alkoholisiert gewesen wäre, dass er über 
keine Einsichts- und/oder Steuerungsfähigkeit mehr verfügt hätte. Er gab denn 
auch selbst zu Protokoll: «Ich war nicht bis zum Umfallen betrunken. Ich war klar im 
Kopf und wusste, was um mich geschah» (pag. 156 Z. 136 ff.).

13. Fazit

Der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand 
im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 aStGB schuldig zu erklären.

IV. Strafzumessung

14. Allgemeine Grundsätze der Strafzumessung 

Für die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung wird auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (pag. 492 ff.). 

15. Strafrahmen und Strafart

Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand wird mit Geldstrafe zwi-
schen drei und 180 Tagessätzen oder Freiheitsstrafe zwischen drei Tagen und drei 
Jahren bestraft (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 aStGB i.V.m. Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 
Abs. 1 aStGB). Das Gericht kann statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe 
erkennen, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten und/oder eine Geldstrafe voraus-
sichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 aStGB).

Wie nachstehend aufgezeigt, liegt die verschuldensangemessene Strafhöhe bei 
über 180 Strafeinheiten, weshalb der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe zu 
sanktionieren ist. Ohnehin kann der Geldstrafe vorliegend nur ungenügende spezi-
alpräventive Wirkung zugesprochen werden, zeigte sich der Beschuldigte doch 
bisher von Geldstrafen für teilweise ähnliche, in der Vergangenheit begangenen 
Delikte unbeeindruckt (eingehend dazu E. IV.17.1, E. IV.17.2 und E. IV.20.2 hier-
nach).

25

16. Tatverschulden

16.1 Objektive Tatschwere

C.________ erlitt eine Prellung des rechten Auges mit einer Schwellung der Netz-
haut. Er verspürte Kopfschmerzen, Schmerzen am Auge und Schwindel. Das Ge-
sicht und insbesondere die Augen sind hochsensible Körperregionen. Dortige Ver-
letzungen können rasch gravierende Folgen nach sich ziehen und äusserst 
schmerzhaft sein. Dass C.________ keine schwereren Verletzungen davontrug ist 
denn auch primär dem Zufall zu verdanken resp. dem Umstand, dass er sich etwas 
abdrehen konnte, so dass der Schlag nicht seine volle Wucht entfalten konnte 
(pag. 623 Z. 19 ff.). Der konkrete Verlauf der Genesung ist nicht bekannt. Es ist 
deshalb zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass die Prellung des 
rechten Auges mit einem peripheren Netzhautödem folgenlos verheilte und 
C.________ keine bleibenden Schäden davontrug. Die Verletzung des geschützten 
Rechtsguts der körperlichen Integrität und Gesundheit wiegt damit insgesamt noch 
leicht.

Im Zusammenhang mit der Art und Weise des Vorgehens des Beschuldigten fällt 
verschuldenserhöhend ins Gewicht, dass er C.________ mit der Schlagseite eines 
Klauen-/Zimmermannshammers von ca. 2 cm Durchmesser ins Gesicht schlug, 
mithin einen gefährlichen Gegenstand einsetzte. Der Einsatz eines solch massiven 
Schlagwerkzeugs in einem dynamischen Geschehen zwischen alkoholisierten Per-
sonen gegen die Kopfregion ist äusserst gefährlich und ohne weiteres geeignet, 
schwere Verletzungen herbeizuführen. Wenngleich der Beschuldigte nicht in blin-
der Wut oder mehrfach zuschlug, handelte er rücksichtslos und verwerflich. Sein 
Handeln war dabei nicht von langer Hand geplant, sondern dürfte aus der Situation 
heraus und mithin spontan erfolgt sein. Nichtsdestotrotz musste er sich bewusst 
dafür entschliessen, den Hammer aus der Bettschublade zu behändigen und mit 
diesem C.________ ins Gesicht zu schlagen. Er hielt den Hammer mithin nicht be-
reits in der Hand. Dieser bewusste Entscheid, den Hammer hervorzunehmen und 
mit diesem zuzuschlagen, zeugt von einer beachtlichen kriminellen Energie. Dass 
sich die Situation immer weiter hochschaukelte, ist nicht zuletzt dem Verhalten des 
Beschuldigten selbst zuzuschreiben, indem er auf die unliebsamen Äusserungen 
von C.________ zunächst mit Schlägen mit der flachen Hand reagierte und auf das 
darauffolgende Wegstossen mit dem Fuss resp. den Füssen zum Hammer griff und 
mit diesem zuschlug.

Insgesamt und mit Blick auf den gesetzlichen Strafrahmen von bis zu drei Jahren 
Freiheitsstrafe ist das objektive Tatverschulden noch als eher leicht zu bezeichnen. 
Die Kammer erachtet für die objektive Tatschwere eine Freiheitsstrafe von 7 Mona-
ten als angemessen.

16.2 Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Er schlug bewusst mit dem Hammer in 
das Gesicht von C.________ um ihm Schmerzen zuzufügen. Das direktvorsätzli-
che Handeln ist tatbestandsimmanent und daher neutral zu gewichten.

Der Beschuldigte führte den Hammerschlag – wie zuvor die Schläge mit der offe-
nen Hand – aus, weil er sich über die Äusserung von C.________ betreffend die 

26

Familie/Frau von E.________ sowie den auf seine Schläge mit der offenen Hand 
erfolgten Fussstoss von C.________ enervierte. Dies lässt sein Verhalten jedoch 
nicht in einem milderen Licht erscheinen. Er reagierte nicht nur völlig unverhältnis-
mässig auf die ihm missliebigen Äusserungen und das Wegstossen mit dem Fuss 
bzw. den Füssen, sondern hatte bereits zuvor C.________ mit der flachen Hand 
mehrmals geschlagen und damit auf die ihm missfallenen Äusserungen mit Tätlich-
keiten reagiert. 

Die Tat wäre sodann ohne Weiteres vermeidbar gewesen. Der Beschuldigte war 
nicht derart alkoholisiert, dass er in seiner Einsichts- und/oder Steuerungsfähigkeit 
eingeschränkt gewesen wäre. Entgegen der Vorinstanz (pag. 496 f.) erachtet es 
die Kammer als nicht gerechtfertigt, den Alkoholkonsum verschuldensmindernd zu 
berücksichtigen. Der Beschuldigte wusste, dass er in alkoholisiertem Zustand zu 
gewalttätigem Verhalten neigt, wie insbesondere die früheren Strafverfahren betref-
fend ihn und C.________ anschaulich illustrieren (siehe dazu pag. 237 ff. und 
pag. 245 ff.) und aus dem Strafbefehl vom 18. Februar 2022 betreffend häusliche 
Gewalt erhellt (siehe Beilageakten ________).

Das subjektive Tatverschulden wird insgesamt neutral gewichtet. 

16.3 Gesamtverschulden

Im Ergebnis erachtet die Kammer eine Freiheitsstrafe von 7 Monaten als dem Ver-
schulden des Beschuldigten angemessen.

17. Täterkomponenten

17.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Der Beschuldigte ist mehrfach und teilweise wegen ähnlicher Delikte vorbestraft. 
Der Strafregisterauszug vom 12. März 2025 weist sechs Urteile aus (pag. 609 ff.):

̶ Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 18. Februar 2022

Delikte: Beschimpfung; wiederholte Tätlichkeiten, begangen am Ehegatten; Tätlichkei-
ten; Nötigung (Versuch)

Tatzeitpunkte: 5. bis. 7. Januar 2022

Sanktion: bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen, 3-jährige Probezeit ab 22. Febru-
ar 2022; Busse von CHF 500.00

̶ Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 2. Dezember 2020

Delikte: Ungehorsam des Schuldners im Betreibungs- oder Konkursverfahren; Sachbe-
schädigung, mit grossem Schaden

Tatzeitpunkte: 24. August 2020, 13. September 2020

Sanktion: Geldstrafe von 150 Tagessätzen; Busse von CHF 200.00

̶ Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 11. März 2019

Delikte: pflichtwidriges Verhalten bei Unfall im Sinne des Strassenverkehrsgesetzes; 
Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit im Sinne des 
Strassenverkehrsgesetzes; Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne des Stras-
senverkehrsgesetzes

Tatzeitpunkt: 21. Mai 2018

27

Sanktion: bedingte Geldstrafe von 15 Tagessätzen, 2-jährige Probezeit ab 15. März 2019; 
Busse von CHF 1'400.00

̶ Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 1. März 2019

Delikte: Nichtabgabe von ungültigen oder entzogenen Ausweisen/Kontrollschildern im 
Sinne des Strassenverkehrsgesetzes

Tatzeitpunkt: 26. Juni 2018

Sanktion: bedingte Geldstrafe von 5 Tagessätzen, 4-jährige Probezeit ab 5. März 2019

̶ Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 10. Juni 2016

Delikte: pflichtwidriges Verhalten bei Unfall im Sinne des Strassenverkehrsgesetzes; 
Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne des Strassenverkehrsgesetzes; Vereite-
lung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit im Sinne des Stras-
senverkehrsgesetzes

Tatzeitpunkt: 1. Mai 2016

Sanktion: Geldstrafe von 15 Tagessätzen; Busse von CHF 550.00

̶ Urteil der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 19. Februar 2016

Delikte: Fahren ohne Fahrzeugausweis/Kontrollschilder im Sinne des Strassenverkehrs-
gesetzes, missbräuchliche Verwendung von Ausweisen/Kontrollschildern im 
Sinne des Strassenverkehrsgesetzes

Tatzeitpunkt: 18. Juli 2015

Sanktion: bedingte Geldstrafe von 10 Tagessätzen, 2-jährige Probezeit ab 2. März 2016; 
Busse von CHF 400.00

Diese Verurteilungen belegen eindrücklich, dass der heute ________-jährige Be-
schuldigte seit Jahren Mühe bekundet, sich rechtskonform zu verhalten. Insbeson-
dere der Umstand, dass er wiederholt während hängiger Verfahren und laufender 
Probezeit rückfällig wurde und die vorliegend zu beurteilende Tat beging, nachdem 
er rund einen Monat zuvor u.a. zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen verurteilt 
wurde, zeugt von einer eindrücklichen Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit ge-
genüber der Rechtsordnung. Die Vorstrafen fallen deshalb deutlich straferhöhend 
ins Gewicht.

Betreffend die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wird auf die Erwägun-
gen der Vorinstanz (pag. 497 f.) verwiesen. Diese wirken sich neutral auf die Strafe 
aus. Bezugnehmend auf das Vorbringen der Verteidigung (pag. 633) ist ergänzend 
anzumerken, dass Alkoholabstinenz resp. ein verantwortungsbewusster Umgang 
mit Alkohol, eine Erwerbstätigkeit und das Bezahlen von Schulden – wie die Vor-
strafenlosigkeit – grundsätzlich erwartet werden dürfen und insofern keine beson-
deren Leistungen darstellen, die strafmindernd zu berücksichtigen sind. Diese Um-
stände spielen gegebenenfalls bei der Prüfung der Gewährung des bedingten Voll-
zugs und der hierfür vorzunehmenden Prognosestellung eine Rolle (vgl. dazu ein-
gehend E. IV.20.2 hiernach).

17.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Wie das Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 18. Februar 2022 
(pag. 613 f.; eingehend dazu E. IV.17.1 hiervor) zeigt, wurde der Beschuldigte 
während des vorliegenden Strafverfahrens erneut einschlägig straffällig. Dies zeugt 

28

wie die Vorstrafen von einer beachtlichen Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit ge-
genüber der Rechtsordnung und fällt straferhöhend ins Gewicht.

Das Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahren ist demgegenüber neutral zu 
gewichten. Er hat sich korrekt verhalten. Daran ändert nichts, dass er sich gegen 
den erhobenen Vorwurf zur Wehr setzte und den Hammerschlag bis zuletzt bestritt. 
Dies ist sein strafprozessuales Recht als beschuldigte Person (Art. 113 
Abs. 1 StPO) und darf nicht zu seinen Ungunsten gewertet werden. Damit einher-
gehend fehlen jedoch auch jegliche Anhaltspunkte, die auf Einsicht oder Reue 
schliessen liessen. 

Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (pag. 633) ist kein «Geständnisra-
batt» zu gewähren. Der Beschuldigte stritt den Schlag mit dem Hammer bis zuletzt 
mit Vehemenz ab und trug mit seinen Aussagen nicht zur Wahrheitsfindung bei. 
Von einem relevanten Geständnis kann somit nicht die Rede sein.

17.3 Strafempfindlichkeit

Eine erhöhte Strafempfindlichkeit ist nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu 
bejahen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1354/2021 vom 22. März 2023 E. 2.4.3). 
Solche liegen beim Beschuldigten nicht vor. Die Strafempfindlichkeit wirkt sich so-
mit neutral auf die Strafe aus.

17.4 Fazit Täterkomponenten

Insgesamt sind die Täterkomponenten im Umfang von 3 Monaten straferhöhend zu 
berücksichtigen.

18. Beschleunigungsgebot

18.1 Rechtliche Grundlagen

Jede Person hat in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch 
auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV). Das Beschleuni-
gungsgebot verpflichtet die Strafbehörden, das Strafverfahren unverzüglich an die 
Hand zu nehmen und ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss zu bringen 
(Art. 5 Abs. 1 StPO). Der Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist wird 
missachtet, wenn eine Sache über Gebühr verschleppt wird. Die Beurteilung der 
angemessenen Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Es ist in jedem Ein-
zelfall zu prüfen, ob sich die Dauer unter den konkreten Umständen als angemes-
sen erweist. Der Verfahrensgegenstand und die damit verbundene Interessenlage 
können raschere Entscheide erfordern oder längere Behandlungsperioden erlau-
ben. Kriterien für die Angemessenheit der Verfahrensdauer im Rahmen des Straf-
verfahrens sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sachver-
halts, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten der be-
schuldigten Person und dasjenige der Behörden sowie die Zumutbarkeit für die be-
schuldigte Person (Urteil des Bundesgerichts 1B_184/2021 vom 10. Novem-
ber 2021 E. 2.1; MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N. 367).

18.2 Erwägungen der Kammer

Die Straftat ereignete sich am 4. Januar 2021. Am 7. Januar 2021 eröffnete die 
Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen den Beschuldigten (pag. 1), der am 

29

11. Januar 2021 von der Polizei angehalten (pag. 5, pag. 7 ff.) und gleichentags 
erstmals befragt wurde (pag. 145). Weitere Einvernahmen des Beschuldigten und 
von mehreren Auskunftspersonen fanden in den Folgetagen statt (pag. 89 ff.). Am 
6. September 2021 und damit zeitnah erhob die Staatsanwaltschaft Anklage beim 
Gericht (pag. 270). Die Vorinstanz lud am 28. März 2022 zur Hauptverhandlung 
vom 23. August 2022 vor (pag. 302 f.), welche am 16. Juni 2022 von Amtes wegen 
ohne Angabe von Gründen abgesetzt wurde (pag. 327). Erst am 20. Januar 2023 
lud die Vorinstanz zur (neu angesetzten) Hauptverhandlung vom 22./23. Juni 2023 
vor (pag. 332 f.). Am ersten Verhandlungstag ersuchte die Verteidigung um Ab- 
und Neuansetzung der Hauptverhandlung, weil der vergleichsbereite C.________ 
krankheitsbedingt nicht an der Hauptverhandlung teilnehmen konnte. Die Vori-
nstanz folgte dem Antrag und setzte die Fortsetzungsverhandlung in Absprache mit 
der Verteidigung noch vor Ort zeitnah auf den 28. September 2023 an (pag. 382). 
Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 3. Januar 2024 (pag. 507) und 
erging innert angemessener Frist. Umgehend nach Behandlung der seitens der 
Verteidigung aufgeworfenen Frage betreffend Eintreten auf die Berufung der Gene-
ralstaatsanwaltschaft (pag. 558 ff.) erhielten die Parteien am 18. Juni 2024 die 
Terminumfrage für die Berufungsverhandlung mit Terminvorschlägen am 
24./25. Juli 2024, 25./26. September 2024, 25./26. September 2024, 26./27. Sep-
tember 2024, 27./30. September 2024, 1./2. April 2025 und 2./3. April 2025 
(pag. 587). Den Parteien passten jeweils nur die beiden letzten Terminvorschläge 
vom 1./2. resp. 2./3. April 2025 (pag. 591 f.). Das oberinstanzliche Urteil erging am 
1. April 2025 (pag. 641).

Entgegen dem nicht näher substantiierten Einwand der Verteidigung (pag. 633) er-
achtet die Kammer das Beschleunigungsgebot vorliegend als nicht verletzt. Zwar 
erscheint die Gesamtverfahrensdauer von mehr als vier Jahren angesichts der ge-
ringen Komplexität des Sachverhalts und der überschaubaren Ermittlungs-/Unter-
suchungshandlungen auf den ersten Blick als eher lang. Die Behörden trieben das 
Strafverfahren jedoch stets mit der gebotenen Geschwindigkeit voran. Insbesonde-
re wurden den Parteien jeweils zeitnahe Verhandlungstermine vorgeschlagen. Mit 
Ausnahme der von Amtes wegen erfolgten Absetzung der erstinstanzlichen Ver-
handlung vom 23. August 2022 sind die «Verzögerungen» zudem auf äussere Um-
stände zurückzuführen und wurden diese vom Beschuldigten mitverantwortet resp. 
mitgetragen. So namentlich die auf Antrag der Verteidigung erfolgte Absetzung der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 22. Juni 2023 und die Ansetzung der Be-
rufungsverhandlung erst auf den 1./2. April 2025 trotz Terminvorschlägen im Juli 
und September 2024.

19. Zwischenfazit

Der Beschuldigte ist zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten zu verurteilen.

20. Vollzug

20.1 Rechtliche Grundlagen

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe in der Regel auf, wenn eine 
unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung wei-

30

terer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 aStGB). Bei der Prü-
fung des künftigen Wohlverhaltens resp. der Bewährungsaussichten sind alle we-
sentlichen Umstände zu beachten. Zu berücksichtigen sind neben den Tatumstän-
den namentlich das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die 
gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Be-
währung zulassen. Relevante Prognosekriterien sind insbesondere die strafrechtli-
che Vorbelastung, die Sozialisationsbiografie, das Arbeitsverhalten und das Beste-
hen sozialer Bindungen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeit-
punkt des Entscheids miteinzubeziehen. Es ist unzulässig, einzelnen Umständen 
eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder 
gänzlich ausser Acht zu lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_962/2023 vom 
26. Februar 2024 E. 2.3.4). 

Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe auf, bestimmt es dem Verurteilten ei-
ne Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). Welche Probezeit in-
nerhalb des gesetzlichen Rahmens als angemessen gilt, entscheidet sich nach den 
Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit und dem Cha-
rakter der verurteilten Person sowie der Rückfallgefahr. Je grösser die Rückfallge-
fahr ist, desto länger muss die Bewährungsprobe zum Zwang zum Wohlverhalten 
sein (BGE 95 IV 121 E. 1).

20.2 Erwägungen der Kammer

Wie unter E. IV.17.1 hiervor ausgeführt, ist der Beschuldigte mehrfach vorbestraft 
und delinquierte er wiederholt während hängiger Verfahren sowie laufender Probe-
zeit. Er zeigte sich von früheren Bussen und Geldstrafen wegen teilweise gleichar-
tiger Delikte bisher unbeeindruckt. Soweit ersichtlich, liess er sich jedoch seit Janu-
ar 2022 strafrechtlich nichts mehr zu Schulden kommen (pag. 613 f.). Diese Ent-
wicklung, wie auch die vom Beschuldigten berichtete Alkoholabstinenz (pag. 606, 
pag. 623 Z. 19 ff.), sind erfreulich und lassen erhoffen, dass er sein Leben nun in 
den Griff bekommen hat. Relativierend ist gleichwohl anzumerken, dass ungewiss 
ist, ob er die Alkoholabstinenz auch nach Wiedererhalt des Führerausweises – der 
ein starker Motivator für den gegenwärtigen Alkoholverzicht sein dürfte (pag. 624 
Z. 1 ff.) – fortführen wird. Auch ist fraglich, ob er sich zwischenzeitlich von seinem 
früheren Freundes- und Bekanntenkreis abgewandt hat und seinen Fokus nun 
primär auf seine Arbeit legt, wie er dies an der Berufungsverhandlung zu Protokoll 
gab (pag. 628 Z. 7 ff.). So gab er doch bereits am 11. Januar 2021 und damit tat-
nah an, nicht viel Freizeit zu haben und nicht viel Zeit mit seinen Freunden zu ver-
bringen (pag. 147 oben). Hinzu kommt, dass er an der Berufungsverhandlung nicht 
plausibel erklären konnte, warum er in der Vergangenheit wiederholt straffällig ge-
worden war, und die Ursachen hierfür ausschliesslich bei anderen suchte (pag. 62 
Z. 30 ff.). Wenngleich Zweifel an der künftigen Bewährung des Beschuldigten be-
stehen, ist immerhin festzuhalten, dass er mit vorliegendem Urteil erstmals zu einer 
längeren Freiheitsstrafe verurteilt wird. Es ist zu hoffen, dass die im Widerrufsfall 
drohende Freiheitsstrafe von 10 Monaten eine nachhaltige Warnwirkung resp. ab-
schreckende Wirkung zeitigt.

Insgesamt kann dem Beschuldigten somit zwar keine günstige, jedoch auch noch 
keine ungünstige Prognose gestellt werden. Die Voraussetzungen für die Ge-

31

währung des bedingten Vollzugs sind damit knapp erfüllt. Der bestehenden Unsi-
cherheit bezüglich seines zukünftigen Wohlverhaltens ist mit einer längeren Probe-
zeitdauer von vier Jahren Rechnung zu tragen.

Dem Beschuldigten ist für die Freiheitsstrafe der bedingte Vollzug zu gewähren. 
Die Probezeit ist auf vier Jahre festzusetzen.

21. Anrechnung Haft

21.1 Rechtliche Grundlagen

Das Gericht rechnet die Untersuchungshaft, die der Täter während dieses oder ei-
nes anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf die Strafe an. Als Untersuchungs-
haft gilt jede in einem Strafverfahren verhängte Haft, Untersuchungs-, Sicherheits- 
und Auslieferungshaft (Art. 110 Abs. 7 aStGB).

21.2 Erwägungen der Kammer 

Der Beschuldigte befand sich vom 11. Januar 2021 bis am 15. Januar 2021 in Poli-
zei- und Untersuchungshaft (pag. 4 ff.). Diese 5 Hafttage sind im Umfang von 
5 Tagen an die Freiheitsstrafe anzurechnen.

22. Fazit

Der Beschuldigte ist zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten zu verurteilen. Der 
Vollzug der Freiheitsstrafe ist aufzuschieben und die Probezeit auf 4 Jahre festzu-
setzen. Die Polizei- und Untersuchungshaft von 5 Tagen ist im Umfang von 5 Ta-
gen an die Freiheitsstrafe anzurechnen.

V. Widerruf

23. Rechtliche Grundlagen

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und 
ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, widerruft das Ge-
richt die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 aStGB). Der Widerruf setzt voraus, dass 
von einer negativen Einschätzung der Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. 
aufgrund der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht 
(BGE 134 IV 140 E. 4.3). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist 
anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die 
Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben 
und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den 
Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Relevante 
Faktoren sind etwa die strafrechtliche Vorbelastung, die Sozialisationsbiografie, 
das Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtge-
fährdungen, etc. (BGE 134 IV 140 E. 4.4).

Der Widerruf darf nicht mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probe-
zeit drei Jahre vergangen sind (Art. 46 Abs. 5 aStGB).

32

24. Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 1. März 2019

Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 
1. März 2019 zu einer bedingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen verurteilt. Er beging 
das vorliegend zu beurteilende Vergehen am 4. Januar 2021 und damit während 
der vierjährigen Probezeit, die ab dem 5. März 2019 lief (pag. 611).

Die Vorinstanz verzichtete darauf, den dem Beschuldigten gewährten bedingten 
Vollzug zu widerrufen, verlängerte indessen die Probezeit um ein Jahr. Zur Be-
gründung führte sie aus, das Urteil betreffe eine SVG-Widerhandlung, die mit der 
vorliegend zu beurteilenden einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegen-
stand in keinem Zusammenhang stehe. Zudem sei dem Beschuldigten keine 
Schlechtprognose zu stellen, weil er sich seit der letzten Verurteilung im Febru-
ar 2022 nichts mehr habe zuschulden kommen lassen, seinen Alkoholkonsum re-
duziert und nunmehr eine unbefristete Anstellung habe (pag. 501). Dem kann sich 
die Kammer nicht anschliessen: 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Erwägungen betreffend die Gewährung des 
bedingten Vollzugs (E. IV.20.2 hiervor) nicht unbesehen bei der Prüfung des Wider-
rufs übernommen werden können. Der Beschuldigte wurde während der vorliegend 
relevanten Probezeit bereits in den Jahren 2020 und 2022 wiederholt straffällig und 
bezüglich des im Raum stehenden Widerrufs bereits einmal verwarnt (pag. 611 ff.). 
Die gesetzliche Kaskade gebietet nunmehr einen Widerruf. Nachdem die Verwar-
nung keine Wirkung zeitigte und aufgrund der Mehrfachdelinquenz innerhalb der 
Probezeit – u.a. Tätlichkeiten zum Nachteil der Ehefrau – kann dem Beschuldigten 
diesbezüglich keine günstige Legalprognose mehr gestellt werden. Soweit die Vor-
instanz zu Gunsten des Beschuldigten festhielt, dieser sei seit dem Jahr 2016 bei 
seinem gegenwärtigen Arbeitgeber angestellt (pag. 606), ist relativierend anzumer-
ken, dass ihn dies in der Vergangenheit nicht davon abhielt, straffällig zu werden. 
Auch ist ungewiss, ob er seine angeblich seit acht Monaten andauernde Alkohol-
abstinenz nach Erhalt des Führerausweises fortführen wird. 

Dem Widerruf steht das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht ent-
gegen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat in ihrer Berufungserklärung und bei der 
Angabe des Umfangs der Berufung den Widerrufsverzicht zwar nicht explizit ge-
nannt. Die Frage des Widerrufs lässt sich jedoch nicht losgelöst vom Sanktionen-
punkt und der Strafzumessung beantworten, und es besteht eine Wechselwirkung 
zwischen den beiden Urteilspunkten (Stichwort «Mischrechnungspraxis»). Mit der 
Anfechtung der Strafzumessung hat somit zugleich die Frage des Widerrufs als 
(implizit) mitangefochten zu gelten (vgl. hierzu auch das Urteil des Obergerichts 
des Kantons Bern SK 22 416+417 vom 16. August 2023 E. I.5). Der Widerruf 
kommt für den Beschuldigten auch nicht überraschend, hat die Generalstaatsan-
waltschaft diesen doch in ihrem Plädoyer explizit beantragt und hatte die Verteidi-
gung Gelegenheit, dazu in ihrer Replik Stellung zu nehmen. 

Nach dem Gesagten ist der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland vom 1. März 2019 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu 
CHF 80.00, ausmachend CHF 400.00, gewährte bedingte Vollzug zu widerrufen.

33

Die für die Beurteilung des Widerrufs entstandenen oberinstanzlichen Verfahrens-
kosten von CHF 200.00 sind vom Beschuldigten zu tragen.

25. Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 11. März 2019

Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 
11. März 2019 zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen verurteilt. Das 
vorliegend zu beurteilende Vergehen beging der Beschuldigte am 4. Januar 2021 
und damit während der zweijährigen Probezeit, die ab dem 15. März 2019 zu lau-
fen begann (pag. 612). Weil die Probezeit nunmehr seit mehr als drei Jahren abge-
laufen ist, ist ein Widerruf der bedingten Geldstrafe indessen nicht mehr möglich.

Das Widerrufsverfahren betreffend das Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittel-
land vom 11. März 2019 ist einzustellen. 

Angesichts des vernachlässigbaren Aufwands sind hierfür oberinstanzlich keine 
separaten Kosten auszuscheiden. 

VI. Kosten und Entschädigung

26. Verfahrenskosten

26.1 Erstinstanzliche Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, befindet sie darin auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die 
Verfahrenskosten nach Art. 422 Abs. 1 StPO werden grundsätzlich vom Kanton ge-
tragen (Art. 423 Abs. 1 StPO). Wurde die beschuldigte Person verurteilt, trägt sie 
die erstinstanzlichen Verfahrenskosten (Art. 426 Abs. 1 StPO).

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 8'729.30 sind zufolge Verurteilung 
vom Beschuldigten zu tragen.

26.2 Oberinstanzliche Verfahrenskosten 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten werden auf CHF 3'500.00 bestimmt 
(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 24 Bst. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; 
BSG 161.12]) und sind zufolge vollumfänglichen Unterliegens vom Beschuldigten 
zu tragen.

27. Amtliche Entschädigung

Zu den Verfahrenskosten gehören auch die Kosten für die amtliche Verteidigung 
(Art. 422 Abs. 2 Bst. a StPO). Diese werden von der Kammer praxisgemäss sepa-
rat ausgewiesen. 

Der Kanton Bern bezahlt den amtlich bestellten Anwälten eine angemessene Ent-
schädigung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens 
dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei 
der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwands sind die Bedeutung der Streitsache 

34

und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich vergütet (Art. 42 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes 
[KAG; BSG 168.11]). Die Auslagen können effektiv in Rechnung gestellt oder pau-
schal mit 3 % des amtlichen Honorars ausgewiesen werden (Ziff. 3.3 Kreisschrei-
ben Nr. 15 des Obergerichts vom 20. Januar 2025). Der Stundenansatz für die 
Entschädigung der amtlich bestellten Anwälte beträgt CHF 200.00 (Art. 1 der Ver-
ordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; 
BSG 168.711]).

Der Tarifrahmen in Verfahren vor einem Einzelgericht des Regionalgerichts beträgt 
CHF 500.00 bis CHF 25'000.00 (Art. 17 Abs. 1 Bst. b der Parteikostenverordnung 
[PKV; BSG 168.811]). Im Rechtsmittelverfahren beträgt das Honorar 10 bis 50 % 
des Honorars in erster Instanz (Art. 17 Bst. f PKV), d.h. vorliegend zwischen 
CHF 50.00 und CHF 12'500.00.

27.1 Erstinstanzliche Entschädigung

Die Vorinstanz bestimmte die amtliche Entschädigung von Rechtsanwalt Dr. 
B.________ für das erstinstanzliche Verfahren auf CHF 10’115.85, was unange-
fochten in Rechtskraft erwuchs.

Der Beschuldigte hat infolge Verurteilung dem Kanton Bern die an Rechtsanwalt 
Dr. B.________ für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete amtliche Entschä-
digung von CHF 10’115.85 zurückzuzahlen, sobald es se