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**Case Identifier:** 4575b6ae-b80a-526e-b170-4d339c68286b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 06.11.2025 I/1-2025/97, 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2025-97--98_2025-11-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2025/97, 98

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 20.11.2025

Entscheiddatum: 06.11.2025

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 06.11.2025
Elterntarif bei alternierender Obhut; Art. 45 ff. StG sowie Art. 35 ff. DBG. Der 
Elterntarif ist gemäss ständiger Lehre und Rechtsprechung stets mit dem 
Kinderabzug verbunden. Damit ist für die Anwendbarkeit des Elterntarifs in 
erster Linie der durch die Unterhaltsbeiträge geschaffene Status 
entscheidend. Der formelle Wohnsitz stellt dabei kein massgebliches 
Anknüpfungskriterium dar (Verwaltungsrekurskommsission, Abteilung I/1, 6. 
November 2025, I/1-2025/97, 98).

«Entscheid siehe PDF»

Kanton St. Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 

Verwaltungsrekurskommission 

Abteilung I - 1. Kammer 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 6. November 2025 

Besetzung  Präsident Titus Gunzenreiner, Richter Markus Frei und Richterin Isabelle 

Krüse, Gerichtsschreiberin Franziska Geser  

   

Geschäftsnr.   I/1-2025/97 und 98 

   

Parteien 

 

 A.__,  

Rekurrentin und  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch SSG Steuerberatung GmbH, Sonnenstrasse 5, Postfach, 

9004 St. Gallen,  

 

  gegen 

  Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

und 

 

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundes-

steuer, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,  

Beschwerdebeteiligte,  

  

Gegenstand  Kantons- und Gemeindesteuern 2023 sowie direkte Bundessteuer 

2023 

 

 

I/1-2025/98 

 

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Sachverhalt: 

A.- A.__ hat sich am 22. September 2023 beim Einwohneramt B.__ angemeldet. Gemein-

sam mit ihrem Partner wohnt sie seither in einem Einfamilienhaus in B.__. Sie hat zwei 

minderjährige Kinder aus einer früheren Beziehung (Ehe), die nach wie vor in C.__ ange-

meldet sind und dort die Schule besuchen. Abwechselnd mit dem Vater der Kinder betreut 

sie diese in alternierender Obhut bei gemeinsamer elterlicher Sorge. A.__ übernimmt den 

grösseren Anteil an der Betreuung der Kinder, wobei sie diese teilweise in C.__ und teil-

weise in B.__ betreut. Der Vater der Kinder bezahlt ihr Unterhaltsbeiträge. In der Steuerer-

klärung 2023 deklarierte A.__ein steuerbares Einkommen von Fr. __ und ein steuerbares 

Vermögen von Fr. __. Am 4. März 2025 wurde sie für die Kantons- und Gemeindesteuern 

2023 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. __ (satzbestimmend: Fr. __ und einem 

steuerbaren Vermögen im Kanton St. Gallen von Fr. __ (insgesamt: Fr. __ sowie für die 

direkte Bundessteuer 2023 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. __ veranlagt. 

B.- Gegen die Veranlagungsverfügungen vom 4. März 2025 erhob A.__ am 26. Mai 2025 

Einsprache. Mit Einspracheentscheiden vom 10. Juni 2025 wurde die Einsprache sowohl 

betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2023 als auch betreffend die direkte Bun-

dessteuer 2023 abgewiesen. 

C.- Gegen die Einspracheentscheide vom 10. Juni 2025 erhob A.__ am 3. Juli 2025 durch 

ihre Rechtsvertretung Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen (VRK). Sie beantragte die Aufhebung der beiden Einspracheentscheide 

und den Erlass neuer Veranlagungen unter Berücksichtigung des Elterntarifs; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. Das Kantonale Steueramt beantragte 

mit Vernehmlassung vom 8. August 2025 die Abweisung von Rekurs und Beschwerde. Eine 

weitere Eingabe der Steuerpflichtigen datiert vom 8. September 2025. 

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

  

 

I/1-2025/98 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1.- Die Verfahren I/1-2025/97 (Kantons- und Gemeindesteuern 2023) und I/1-2025/98 (di-

rekte Bundessteuer 2023) betreffen die gleichen Verfahrensparteien. Die sich in den Ver-

fahren stellenden Fragen hängen aktenmässig und inhaltlich eng zusammen. Vor diesem 

Hintergrund erscheint es gerechtfertigt, den Rekurs und die Beschwerde im gleichen Ent-

scheid, aber mit getrennten Dispositivziffern zu erledigen (BGE 130 II 509 E. 8.3 = Pra 94 

[2005] Nr. 114; BGE 135 II 260 E. 1.3 und 142 II 293 E. 1.2; Urteil des Bundesgerichts 

[BGer] 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2). 

2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist für den 

Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs 

und die Beschwerde vom 3. Juli 2025 gegen die Einspracheentscheide vom 10. Juni 2025 

über die Kantons- und Gemeindesteuern 2023 sowie die direkte Bundessteuer 2023 sind 

rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 

des St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 41 lit. h Ziff. 1, Art. 45 Abs. 1 

und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP; 

Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG). 

Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten. 

II. Kantons- und Gemeindesteuern 

3.- Im Rekurs ist umstritten, ob der Rekurrentin der Elterntarif gewährt werden kann. 

a) Für gemeinsam steuerpflichtige Ehegatten wird der Steuersatz des halben steuerbaren 

Einkommens angewendet (Art. 50 Abs. 3 StG; sog. Vollsplitting- oder Elterntarif). Der ent-

sprechende Tarif wird unter anderem auch auf getrennt lebende und geschiedene Steuer-

pflichtige angewendet, die mit Kindern zusammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsa-

che bestreiten (Art. 50 Abs. 4 StG). 

Im Bereich von Kinderabzug und Elterntarif besteht eine gewisse Schematisierung und 

Pauschalierung des Abgaberechts. Derjenige Elternteil, der Unterhaltsbeiträge an die ge-

schiedene oder getrennt lebende Ehepartnerin leistet, kann die geleisteten Unterhaltsbei-

träge von seinen Einkünften abziehen (Art. 45 Abs. 1 lit. c StG). Im Gegenzug kann der 

unterhaltsempfangende Elternteil den Kinderabzug nach Art. 48 Abs. 1 lit. a StG geltend 

 

I/1-2025/98 

 

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machen. Der Elterntarif ist gemäss ständiger Lehre und Rechtsprechung stets mit dem Kin-

derabzug verbunden (BGer 9C_696/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.6; VerwGE B 

2022/200 und 201 vom 3. Februar 2023 4.3.2). Damit ist für die Anwendbarkeit des Eltern-

tarifs in erster Linie der durch die Unterhaltsbeiträge geschaffene Status entscheidend. Die-

ser Grundsatz gilt bei gemeinsamer elterlicher Sorge mit alternierender Obhut unverändert 

(StB 48 Nr. 2 A.2.3; vgl. auch Kreisschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

[ESTV] Nr. 30 Ziff. 14.5.3; Bericht des Bundesrates – Alternierende Obhut vom 8. Dezem-

ber 2017, Ziff. 4.3.1 ff., im Internet abrufbar unter www.newsd.admin.ch). Selbst wo keine 

Unterhaltsbeiträge geleistet werden, knüpft das Bundesgericht nicht an den formellen 

Wohnsitz, sondern an die Einkommensverhältnisse der Eltern an (vgl. BGE 141 II 338 E. 6.3 

f.). Das Bundesgericht geht in seiner steuerrechtlichen Rechtsprechung zur alternierenden 

Obhut nicht einmal näher auf den Begriff des "Zusammenlebens" ein. Daraus kann implizit 

geschlossen werden, dass das Bundesgericht nicht in Frage stellt, dass in diesen Konstel-

lationen beide Elternteile faktisch mit den Kindern "zusammenleben". Damit kann der for-

melle Wohnsitz als massgebliches Kriterium ausgeschlossen werden. Es erschiene nicht 

als sachgerecht (vgl. dazu auch ausführlich Urteil des Spezialverwaltungsgerichts des Kan-

tons Aargau 3-RV.2023.33 vom 23. November 2023, E. 3.1, im Internet abrufbar unter 

www.swisslex.ch). 

b) Vorliegend ist unbestritten, dass die Rekurrentin als Empfängerin der Unterhaltsbeiträge 

die Kinderabzüge für ihre beiden minderjährigen Kinder zu Recht geltend gemacht hatte. 

Dies entspricht denn auch der klaren gesetzlichen Regelung (vgl. voranstehende E. 3a). Ist 

die Rekurrentin anspruchsberechtigt für die Kinderabzüge, so ist sie gemäss klarer Lehre 

und Rechtsprechung gleichermassen auch für den Elterntarif anspruchsberechtigt (vgl. vor-

anstehende E. 3a). Es besteht weder eine rechtliche Grundlage noch eine nachvollziehbare 

Begründung dafür, ihr diesen zu verweigern. Bei ihrem von den Kindern abweichenden 

formellen Wohnsitz handelt es sich gemäss den voranstehenden Ausführungen nicht um 

ein massgebliches, sachgerechtes Kriterium. Es gibt keine Veranlassung dafür, in diesem 

Fall von der im Steuerrecht vorgesehenen Schematisierung und Pauschalierung abzuwei-

chen. 

Im Übrigen ist aktenkundig, dass der Vater in D.__ zum Alleinstehendentarif veranlagt wor-

den war. Somit liegt auch kein Verstoss gegen das Kumulationsverbot vor. Vielmehr gebie-

tet der Schematismus und die Pauschalierung des Steuerrechts gerade, dass der Elterntarif 

einem der beiden Elternteile auch tatsächlich gewährt wird. Dies ist auch unter Berücksich-

tigung des Grundsatzes der Gleichbehandlung mit ähnlichen Fällen, d.h. vorliegend der 

 

I/1-2025/98 

 

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Gleichbehandlung mit anderen getrenntlebenden Ehepaaren mit gemeinsamen minderjäh-

rigen Kindern mit gemeinsamer elterlicher Sorge und mit Unterhaltszahlungen, geboten. 

Dementsprechend ist der Rekurs gutzuheissen, der Einspracheentscheid vom 10. Juni 

2025 aufzuheben und die Angelegenheit zu neuer Veranlagung und Entscheidung im Sinne 

der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

III. Direkte Bundessteuer 

4.- Art. 45 Abs. 1 lit. c, 48 und 50 Abs. 4 StG entsprechen im Wesentlichen Art. 33 Abs. 1 

lit. c, 35 und 36 Abs. 2bis des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, 

abgekürzt: DBG). Dementsprechend kann auf die voranstehenden Ausführungen zu den 

Kantons- und Gemeindesteuern verwiesen werden. Die Beschwerdeführerin hat für ihre 

beiden Kinder die Kinderabzüge erhalten, weshalb sie auch Anspruch auf Gewährung des 

Elterntarifs hat. Dementsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen, der Einspracheent-

scheid vom 10. Juni 2025 aufzuheben und die Angelegenheit zu neuer Veranlagung und 

Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

IV. Kosten 

5.- Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten vom Staat (Kantonales Steueramt) zu 

tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Gebühr von insgesamt Fr. 1'600.– 

erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die 

von der Rekurrentin und Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüsse in gleicher 

Höhe sind zurückzuerstatten. 

6.- Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin hat aufgrund des Verfahrensausgangs An-

spruch auf eine volle Entschädigung ihrer ausseramtlichen Kosten (Art. 98bis VRP), soweit 

diese aufgrund der Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 

Abs. 2 VRP). Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin war vorliegend auf eine rechtliche 

Vertretung angewiesen, um Recht zu erhalten. Die Rechtsvertretung hat keine Kostennote 

eingereicht. Für Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen beträgt das Honorar bei Verfahren 

vor der VRK pauschal Fr. 1'500.– bis Fr. 15'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung, 

sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin war nicht anwalt-

lich, aber gleichermassen durch eine Fachperson in Steuerfragen vertreten. Dementspre-

chend ist grundsätzlich die Anwendung des gleichen Ansatzes gerechtfertigt. Inhaltlich war 

die Problematik auf die Frage der Anwendbarkeit des Elterntarifs beschränkt, der Aufwand 

somit verhältnismässig gering. Eine Entschädigung von Fr. 1'500.– erscheint angemessen. 

 

I/1-2025/98 

 

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Entscheid: 

1. Der Rekurs wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid vom 10. Juni 2025 über 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2023 aufgehoben. Die Angelegenheit wird im 

Sinne der Erwägungen zu neuer Veranlagung und neuem Entscheid an die Vorinstanz 

zurückgewiesen. 

2. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid vom 10. Juni 2025 

über die direkte Bundessteuer 2023 aufgehoben. Die Angelegenheit wird im Sinne der 

Erwägungen zu neuer Veranlagung und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück-

gewiesen. 

3. Die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'600.– bezahlt der Staat 

(Kantonales Steueramt). Die geleisteten Kostenvorschüsse in gleicher Höhe werden 

der Rekurrentin und Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

4. Der Staat (Kantonales Steueramt) hat die Rekurrentin und Beschwerdeführerin mit 

Fr. 1'500.– zu entschädigen. 

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		2026-01-28T04:01:02+0100
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