# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c55c6a8e-06c2-5ac6-9922-4bcdb6cad426
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 16.01.2024 UV 2023/32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2023-32_2024-01-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/32

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.02.2024

Entscheiddatum: 16.01.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 16.01.2024
Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 9 UVG; Art. 11 UVV; Anhang 1 zur UVV: Vorliegend 
ist vom Vorliegen einer Berufskrankheit im Sinne einer am 29. Oktober 2021 
bestätigten Covid-Infektion auszugehen. Der Leistungsanspruch der 
Beschwerdeführerin für die Zeit ab dem 12. April 2022 ist unter dem Aspekt 
des Grundfalls und nicht als Rückfall zu prüfen. Die Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin für die vorübergehenden gesetzlichen Leistungen – 
soweit von der Fortsetzung der medizinischen Behandlung noch eine 
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 
19 Abs. 1 UVG) – entfällt nur dann, wenn mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die Berufskrankheit für die geklagte 
Long-Covid-Symptomatik keinen (teil-)kausalen Anteil (mehr) hat. Es gibt 
nicht zu unterdrückende Zweifel an der versicherungsmedizinischen 
neurologischen Aktenbeurteilung. Rückweisung zur weiteren medizinischen 
Abklärung und neuen Verfügung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. 
Januar 2024, UV 2023/32).

Entscheid vom 16. Januar 2024

Besetzung

Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Sabrina 

Bleile

Geschäftsnr.

UV 2023/32

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Zahner Anwälte AG, 

Neugasse 40, Postfach 2020, 9000 St. Gallen,

gegen

AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Kathrin Hässig, Anwaltsbüro Lätsch + Hässig, 

Dorfstrasse 18, Postfach 138, 8630 Rüti ZH,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als diplomierte Pflegefachfrau beim B.___ 

tätig und dadurch über die AXA Versicherungen AG (nachfolgend: Axa) gegen die 

Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als sie am 29. Oktober 2021 

positiv auf Covid-19 getestet wurde (act. M1 und A1). Vom 29. Oktober bis 17. 

November 2021 war die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben, am 18. 

November 2022 (recte: 2021) nahm sie ihre Arbeit im vorbestehenden Pensum von 90 

% wieder auf (act. A1 und A19).

A.a. 

Am 10. Dezember 2021 wurde die Versicherte in der kardiologischen Praxis C.___, 

vorstellig. Im dazu ergangenen Sprechstundenbericht hielt Dr. med. D.___, Fachärztin 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Innere Medizin FMH, Fachärztin Kardiologie FMH, fest, dass es anamnestisch bereits 

seit mehreren Monaten zu unklaren thorakalen Beschwerden mit retrosternalem Druck 

komme. Ab und an bestehe subjektiv auch eine Belastungsdyspnoe. Im Oktober 2021 

sei die Versicherte an Covid erkrankt mit einem eher milden Verlauf (Temperaturen, 

Husten, kein stationärer Aufenthalt, keine akute Dyspnoe). Anschliessend sei es 

subjektiv zu einer Progredienz der inadäquaten Belastungsdyspnoe und der thorakalen 

Beschwerden gekommen. Insgesamt bestehe subjektiv ein Unwohlgefühl, vermutlich 

auch durch eine chronische Belastungssituation am Arbeitsplatz mitbedingt. In der 

zusammenfassenden Beurteilung gelangte Dr. D.___ zum Schluss, dass sich bei der 

Versicherten anhand der erhobenen Befunde keine klaren Anhaltspunkte für eine 

mögliche relevante koronare Herzerkrankung ergäben. Eine weitergehende Diagnostik 

mittels einer CT-Koronarangiografie habe die Versicherte aufgrund der bekannten 

Kontrastmittelallergie nicht gewünscht. In der durchgeführten Ergometrie sei eine 

altersentsprechend unauffällige Auslastung gelungen (act. M3). Am 21. Dezember 2021 

wurde die Versicherte im Lungenzentrum des KSSG vorstellig. Im dazu ergangenen 

Untersuchungsbericht vom 29. Dezember 2021 hielten die behandelnden Ärzte fest, 

dass die Versicherte anamnestisch im Oktober 2021 an Covid erkrankt und drei 

Wochen stark krank gewesen sei mit einer Ruhedyspnoe nach sieben Tagen. Im 

Verlauf sei es zu einer langsamen Besserung gekommen. Die Versicherte habe stets 

das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können. Teilweise habe sie Panikattacken und 

Erstickungsängste gehabt, aktuell nicht mehr. Als Diagnosen nannten die 

behandelnden Ärzte einen Status nach einer Covid-Infektion Oktober 2021 (aktuell 

Long-Covid mit Leistungsminderung, Dyspnoe und Brustenge), ein allergisches Asthma 

bronchiale (GINA-Stufe 1, Erstdiagnose August 2011), einen Status nach 

Mitralklappenendokarditis 2001 und weitere Nebendiagnosen. In ihrer Beurteilung 

hielten die Ärzte sodann fest, dass sich in der Lungenfunktion normale dynamische und 

statische Lungenvolumina sowie eine normale Diffusionskapazität hätten beobachten 

lassen. Die geschilderten Beschwerden entsprächen einer Long-Covid-Symptomatik, 

welche hauptsächlich die Atmung und Leistungsfähigkeit betreffe. Als supportive 

Massnahme empfahlen sie ein ICS/LABA-Präparat in Reserve und trotz 

durchgemachter Infektion eine Covid-Impfung (act. M2).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit Schadenmeldung UVG vom 11. März 2022 liess die Arbeitgeberin der Axa 

melden, dass die Versicherte durch einen Patientenkontakt am Arbeitsplatz eine 

Coronainfektion erlitten habe und vom 29. Oktober 2021 bis 17. November 2022 (recte: 

2021) zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei (act. A1). Am 21. März 2022 füllte die 

Versicherte einen Fragebogen der Axa aus (act. A4). Mit Schreiben vom 24. März 2022 

teilte die Axa der Versicherten mit, dass die Arbeitgeberin die Infektion mit dem 

Coronavirus als Berufskrankheit gemeldet habe. Obwohl bei summarischer Prüfung der 

vorliegenden Informationen der Nachweis einer beruflichen Ansteckung nicht mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit habe erbracht werden können, übernehme die Axa 

dennoch vorläufig alle gesetzlich festgelegten Versicherungsleistungen, ohne die 

Leistungsvoraussetzungen im Zusammenhang mit dem Vorliegen einer Berufskrankheit 

näher zu prüfen. Dies garantiere der Versicherten eine rasche und unkomplizierte 

Kostenübernahme. Die Axa behalte sich aber vor, den Anspruch auf 

Versicherungsleistungen später zu prüfen. Auf Leistungen, die sie bis zu diesem 

Zeitpunkt bereits ausgerichtet oder zugesichert habe, werde die Überprüfung keinen 

Einfluss haben, sondern es gehe dann ausschliesslich um zukünftige Leistungen (act. 

A6).

A.c. 

Ab dem 12. April 2022 wurde die Versicherte erneut arbeitsunfähig geschrieben 

(act. A31), was diese der Axa mit E-Mail vom 19. Mai 2022 unter Bezugnahme auf ein 

Telefonat vom 18. Mai 2022 mitteilte (act. A19; vgl. ferner act. A29). Die Axa erbrachte 

für die Zeit ab dem 12. April 2022 wiederum Taggelder für eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit und ab dem 16. Mai 2022 entsprechend der von der Versicherten 

beigebrachten Krankschreibung für eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (vgl. act. A19, 

A31, A45 und A79).

A.d. 

Anlässlich einer Konsultation in der Klinik für Rheumatologie des KSSG vom 20. 

Mai 2022 ergab sich in Zusammenschau der Befunde kein Hinweis für eine entzündlich 

rheumatologische Grunderkrankung. Als Diagnosen nannten die behandelnden 

Ärztinnen in ihrem Bericht Artralgien, Myalgien und Cephalgie (derzeit ohne Hinweis auf 

eine entzündlich rheumatologische Grunderkrankung), einen Status nach einer Covid-

Infektion Oktober 2021 (aktuell Long-Covid mit Leistungsminderung, Dyspnoe und 

Brustenge), ein allergisches Asthma bronchiale (GINA-Stufe 1, Erstdiagnose August 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2011), einen Status nach Mitralklappenendokarditis 2001 und weitere Nebendiagnosen 

(act. M14).

In einem Bericht vom 9. Juni 2022 an die Axa erklärte Dr. med. E.___, Allgemeine 

Innere Medizin FMH, Polipraxis F.___, dass die Versicherte anamnestisch im November 

2021 an Covid-19 erkrankt sei. Danach habe eine langandauernde Dyspnoe 

bestanden. Seit der Covid-Erkrankung leide sie immer wieder (rechts mehr als links) an 

drückenden Kopfschmerzen und Myalgien. Die Myalgien seien am ganzen Körper 

verteilt und zum Teil als taktile Hyperästhesien beschrieben. Durch konventionelle 

Analgesie könne keine Besserung erzielt werden. Als objektiven Befund nannte er einen 

Vitamin B12 Mangel. Als Diagnosen erwähnte er unklare Kopfschmerzen und Myalgien 

(Differentialdiagnose: Long-Covid, rheumatologisch, funktionell). Als Behandlung werde 

neben der Einnahme von Vitarubin, Duloxetin, Magnesium, Echinamed forte und Irfen 

Physiotherapie durchgeführt und die Versicherte befinde sich in rheumatologischer 

Abklärung sowie in der Long-Covid-Sprechstunde beim KSSG (act. M5).

A.f. 

 Im Rahmen einer Kopfschmerzsprechstunde vom 16. Juni 2022 in der Klinik für 

Neurologie des KSSG erkannten die behandelnden Ärzte in Zusammenschau der 

erhobenen Befunde und der ICHD-3-Kopfschmerzkriterien keinen Anhalt für einen 

primären Kopfschmerz. Sie sahen die Beschwerden als sekundäre Kopfschmerzen an, 

welche auf eine systemische virale Infektion (Covid-Infekt) zurückzuführen seien. Eine 

bereits geplante Rehabilitation unterstützten sie und empfahlen eine anschliessende 

Reevaluation der Beschwerden. Bei fehlender Besserung oder Zunahme der 

Beschwerden erachteten sie eine Zuweisung und Anbindung ans Schmerzzentrum aus 

neurologischer Sicht als sinnvoll (act. M12).

A.g. 

Am 1. Juli 2022 erfolgte auf Zuweisung des Hausarztes eine Vorstellung der 

Versicherten bei Dr. med. G.___, Fachärztin für Physikalische Medizin und 

Rehabilitation FMH, Ambulante Reha H.___, welche als Diagnosen eine Post-Covid-19-

Erkrankung (Long-Covid-Syndrom), ein allergisches Asthma bronchiale (GINA-Stufe 1; 

Erstdiagnose August 2011) sowie einen Status nach einer Mitralklappenendokarditis 

2001 erhob (act. M10). Noch gleichentags gelangte die Ambulante Reha H.___ mit 

einem Kostengutsprachegesuch für eine ambulante Therapie an die Axa (act. A25). 

Nach der Zustellung eines Auszugs aus der Krankengeschichte der Versicherten (act. 

A.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

M8) und der Beantwortung einiger Fragen durch Dr. E.___ (act. A40 und M9) erteilte die 

Axa am 19. Juli 2022 Kostengutsprache für die ambulante Rehabilitation im 

Zusammenhang mit der Corona-Erkrankung vom 29. Oktober 2021 (act. A43). In einem 

Verlaufsbericht vom 19. August 2022 hielt Dr. G.___ fest, dass die Versicherte gut in die 

multimodale ambulante Rehabilitation gestartet sei. Es bestehe ein positiver 

Rehabilitationsverlauf. Im Mittelpunkt stünden die körperliche Aktivierung sowie die 

Energiemanagementschulung und Krankheitsakzeptanz. Typisch für die Erkrankung 

beschreibe die Versicherte immer wiederkehrende Tiefpunkte der Energie sowie 

anschliessende Re-Kompensation. Sie sei in ihren Alltagsaktivitäten nach wie vor 

deutlich eingeschränkt. Von ärztlicher Seite werde die Wiederaufnahme der 

Arbeitstätigkeit mit 20 % ab September 2022 unterstützt. Idealerweise würde das 

Pensum von 20 % auf zwei Tage pro Woche aufgeteilt. Sollte dies nicht möglich sein, 

könne die Versicherte mit einem Dienst pro Woche starten und die Verträglichkeit des 

Arbeitspensums abwarten (act. M11). Am 26. September 2022 ging ein erneutes 

Kostengutsprachegesuch für eine weitere ambulante Rehabilitationstherapie bei der 

Axa ein (act. A67). Mit E-Mail vom 28. September 2022 erklärte die Axa, dass sie noch 

weitere Abklärungen treffen müsse und daher zum erneuten Kostengutsprachegesuch 

noch keine Stellung beziehen könne (act. A68).

In seiner Aktenbeurteilung vom 31. Oktober 2022 kam der Versicherungsmediziner 

Dr. med. I.___, Facharzt für Neurologie FMH, zum Schluss, dass sich aufgrund der 

erhobenen Befunde nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit objektiv nachweisen 

lasse, dass die gesundheitlichen Beschwerden im Zusammenhang mit der Covid-

Infektion vom Oktober 2021 stünden. In Anwendung der WHO-Kriterien könne keine 

Post-Covid-19-Erkrankung diagnostiziert werden, da andere Ursachen nicht 

ausgeschlossen seien bzw. die Fortsetzung eines vorbestehenden, nicht durch eine 

organische Erkrankung bedingten Prozesses als Ursache der weiterhin bestehenden 

Symptome weit im Vordergrund stehe. Sicher sei, dass keine organische Erkrankung 

des Nervensystems, des Herzes und des Atemapparates nachgewiesen worden sei 

und die geklagten Beschwerden respektive deren Ursachen nicht durch technische 

oder apparative Untersuchungsmethoden nachzuweisen seien. Die ab dem 12. April 

2022 erneut eingetretene Arbeitsunfähigkeit sei nicht auf die Covid-Infektion 

zurückzuführen. Die initial milde verlaufende akute Covid-19-Erkrankung respektive die 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

organischen Folgen dieser Krankheit könnten keine vier Monate später neu auftretende 

Arbeitsunfähigkeit erklären (act. M15).

Mit Schreiben vom 1. November 2022 teilte die Axa der Versicherten mit, der 

medizinische Dienst sei zum Schluss gelangt, dass die Beschwerden nicht mehr mit 

der gesetzlich festgelegten überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem 

Zusammenhang zur erlittenen Covid-Infektion vom 29. Oktober 2021 stehen würden. 

Aufgrund dieser Beurteilung bestehe ab dem 12. April 2022 kein Anspruch auf 

Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mehr. Auf eine Rückforderung 

der bereits erbrachten Leistungen verzichte die Axa (act. A71). Bezugnehmend auf ein 

Telefonat vom 7. November 2022 liess die Versicherte der Axa am 8. November 2022 

eine Stellungnahme zukommen, mit welcher sie zum Ausdruck brachte, mit dem 

negativen Leistungsbescheid vom 1. November 2022 nicht einverstanden zu sein (act. 

A76 f.). Aus der Stellungnahme und den dazu eingereichten Unterlagen ging überdies 

hervor, dass bei der Versicherten bereits ein Antikörper-Serologie-Test vom 5. August 

2021 positiv ausgefallen war (vgl. act. M16 und A76 f.).

A.j. 

Am 29. November 2022 verfügte die Axa, dass für die Covid-Infektion vom 29. 

Oktober 2021 sowie für eine weitere Covid-Infektion unklaren Datums (positiver 

Antikörper-Serologie-Test vom 5. August 2021) kein Leistungsanspruch aus der 

Unfallversicherung bestehe (act. A88).

A.k. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 

iur. R. Zahner, St. Gallen, am 6. Januar 2023 Einsprache (act. A92). Sie legte ihrer 

Einsprache einen Bericht von Dr. G.___ vom 15. Dezember 2022 (act. M18), einen 

Bericht der gleichen Ärztin vom 2. Dezember 2022 zur Sprechstunde vom 25. 

November 2022 (act. M17) sowie einen Bericht von Dr. med. J.___, Psychosomatik, 

und Dr. phil. K.___, Psychotherapeutin, Ambulante Reha H.___, vom 12. Dezember 

2022 bei (act. M19).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 1. April 2023 wies die Axa die Einsprache der 

Versicherten ab (act. A1).

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Erwägungen

1.

Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid vom 1. April 2023 (act. A1), mit welchem die Beschwerdegegnerin 

die Verfügung vom 29. November 2022 bestätigt hat. In dieser Verfügung hatte die 

Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch für die am 29. Oktober 2021 

nachgewiesene Covid-Infektion sowie eine weitere Covid-Infektion unklaren Datums 

(positiver Antikörper-Serologie-Test vom 5. August 2021; act. M6) verneint, da es sich 

bei den genannten Covid-Infektionen um keine Berufskrankheiten handle. Darüber 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt 

Zahner vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 16. Mai 2023 

Beschwerde. Sie beantragte, der Einspracheentscheid der Axa (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) vom 1. April 2023 sei vollumfänglich aufzuheben und ihr seien 

die ihr zustehenden gesetzlichen Leistungen aus UVG zuzusprechen. Eventualiter sei 

ein versicherungsexternes Gutachten beim Universitätsspital Basel, asim, einzuholen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. 

G 1 S. 2). Die Beschwerdeführerin legte ihrer Beschwerde unter anderem einen Auszug 

aus ihrem Kalender vom Oktober 2021 (act. G 1.6), eine Übersicht über ihre Absenzen 

von Dezember 2021 bis November 2022 (act. G 1.3), einen weiteren 

Sprechstundenbericht von Dr. G.___ vom 28. Oktober 2022 (act. G 1.4) sowie eine 

Aktenbeurteilung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 3. Januar 2023 (act. G 

1.5) bei.

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. K. Hässig, Rüti ZH, die 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.b. 

Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Replik vom 28. August 2023 an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 6).

C.c. 

In ihrer Duplik vom 9. November 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 10).

C.d. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hinaus hatte sie einen über die akuten Folgen der Infektion vom 29. Oktober 2021 

hinausgehenden Leistungsanspruch auch in Ermangelung eines nachgewiesenen 

Kausalzusammenhangs abgelehnt und ihre Leistungen daher für die Zukunft (ex nunc 

et pro futuro) eingestellt (act. A88).

2.  

Zunächst zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu 

Recht mit der Begründung abgelehnt hat, bei den Covid-Erkrankungen der 

Beschwerdeführerin (Tests vom 5. August 2021 und 29. Oktober 2021) handle es sich 

nicht um Berufskrankheiten im unfallversicherungsrechtlichen Sinne.

2.1. 

Soweit das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) nichts 

anderes bestimmt, werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). Als 

Berufskrankheiten gelten namentlich Krankheiten (Art. 3 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), die bei der 

beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder 

bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser 

Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG).

2.2. 

Als arbeitsbedingte Erkrankungen im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG erwähnt Anhang 

1 zur Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Ziff. 2 lit. b unter 

anderem Infektionskrankheiten, die durch Arbeiten in Spitälern, Laboratorien, 

Versuchsanstalten und dergleichen bedingt sind. Die Covid-19-Erkrankung lässt sich 

eindeutig der in Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV erwähnten Gruppe der Infektionskrankheiten 

zuordnen und die Arbeit der Beschwerdeführerin als Pflegefachperson auf der Covid-

Station hat unbestrittenermassen eine berufsbedingte Exposition gegenüber dem Virus 

in einem Spital umfasst (vgl. dazu Empfehlungen der Ad-Hoc-Kommission Schaden 

UVG, Nr. 1/2003, Erkrankungen im Sinne von Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV in der Version 

vom 23. Dezember 2020). Wurden die Covid-19-Erkrankungen der Beschwerdeführerin 

ausschliesslich oder vorwiegend bei ihrer beruflichen Tätigkeit als Pflegefachfrau im 

Spital verursacht, haben sie demnach als Berufskrankheiten zu gelten (Art. 9 Abs. 1 

UVG i.V.m. Anhang 1 zur UVV).

2.3. 

Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursachung von Krankheiten 

durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG 

dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin 

im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a und 

117 V 355 E. 2a mit Hinweis).

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigt (BGE 144 V 472 E. 3.2). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis).

2.5. 

Ein spezifisches Expositionsrisiko am Arbeitsplatz, wie es bei Arbeiten auf der 

Covid-19-Intensivstation oder der Covid-19-Pflegeabteilung gegeben ist, ist ein 

gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer Berufskrankheit, während das alleinige 

Arbeiten im Spital ohne bewussten Kontakt mit infizierten Personen, beispielsweise in 

der Wäscherei oder in der Orthopädie, für den Nachweis einer Berufskrankheit nicht 

ausreicht. Bei der Deckungsprüfung gilt es auch die ausserberuflichen Kontakte zu 

berücksichtigen. Massgebend ist stets der Einzelfall mit einer Abwägung der 

Argumente, die für oder gegen eine vorwiegende Verursachung (> 50 %) bei der 

beruflichen Tätigkeit sprechen. Bei Beweislosigkeit, wenn also gleich viel für und gegen 

eine berufliche Ansteckung spricht, fällt der Entscheid zu Ungunsten der versicherten 

Person aus, die aus dem Vorliegen einer Berufskrankheit für sich Rechte ableiten wollte 

(https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/uvg/berufskrankheit/

listenerkrankungen/#highlight = Berufskrankheiten%2FListenkrankheiten; abgerufen 

am 16. Januar 2024; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel- Stadt 

vom 25. April 2023, UV.2022.25, E. 3.12 mit Hinweisen).

2.6. 

Was die von der Beschwerdeführerin behauptete Covid-Infektion vom Sommer 

2021 (Serologie-Test vom 5. August 2021; act. M16) betrifft, ist hinsichtlich der Frage, 

ob es sich dabei um eine Berufskrankheit gehandelt hat, mit der Beschwerdegegnerin 

(act. G 3 S. 4 f.) von Beweislosigkeit auszugehen, die sich zu Ungunsten der 

Beschwerdeführerin auswirkt (zur Folge der Beweislosigkeit vgl. oben E. 2.6). Es kann, 

wie die Beschwerdeführerin selber eingesteht (vgl. act. A77), rückwirkend nicht mehr 

rekonstruiert werden, wann genau und unter welchen Umständen diese Ansteckung 

erfolgt ist. Vor diesem Hintergrund ist nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erstellt, dass die Ansteckung im beruflichen Kontext wahrscheinlicher ist als eine 

solche im privaten Kontext. Dass die Beschwerdegegnerin mangels ausgewiesener 

Berufskrankheit eine Leistungspflicht für die Covid-Infektion unklaren Datums 

abgelehnt hat, ist somit nicht zu beanstanden.

Anders verhält es sich hinsichtlich der am 29. Oktober 2021 bestätigten Covid-

Infektion (act. M16). Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt der Ansteckung 

unbestrittenermassen als Pflegefachperson in einem Pensum von 90 % in einem 

Akutspital angestellt. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin im Fragebogen 

vom 21. März 2022 war sie damals seit zwei Jahren in einem Springerteam tätig mit 

überwiegendem Einsatz auf der Covid-Station 0202 (Pneumologie; act. A4). Bei diesen 

Angaben handelt es sich um Aussagen der ersten Stunde, denen beweisrechtlich ein 

erhöhtes Gewicht zukommt (BGE 121 V 47 E. 2a und 143 V 174 E. 5.2.2; Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Juni 2021, 9C_808/2020, E. 3.3). Angesichts dessen, dass die 

Beschwerdeführerin somit auch im fraglichen Zeitraum der Covid-Infektion teilweise 

auf der Covid-Station eingesetzt worden ist, mithin am Coronavirus erkrankte Personen 

gepflegt hat, ist grundsätzlich ohne Weiteres von einer berufsbedingten Exposition mit 

relevanter Dauer auszugehen. An den Nachweis einer beruflichen Ansteckung sind 

demnach keine hohen Anforderungen zu stellen (vgl. dazu Nathalie Lang, Long Covid, 

Ein neues Krankheitsbild und seine Herausforderungen für das Versicherungsrecht, in: 

Ueli Kieser/Marc Hürzeler/Stefanie J. Heinrich [Hrsg.], Jahrbuch zum 

Sozialversicherungsrecht 2022, S. 123; vgl. oben E. 2.6). Dass die Beschwerdeführerin, 

wie von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht wird (act. G 3 S. 6), neben ihrer 

Tätigkeit auf der Covid-Station möglicherweise im Zeitraum der Ansteckung auch noch 

auf anderen Stationen eingesetzt worden ist, ändert am grundsätzlich erhöhten 

Expositionsrisiko nichts. Selbst wenn die Beschwerdeführerin nicht ausschliesslich 

Patientinnen und Patienten mit Covid-19-Infektion gepflegt haben sollte, musste sie 

immerhin in Kauf nehmen, dass mehrere Patienten – aufgrund ihrer Einsätze auf der 

Covid-Station vermutungsweise sogar alle Patientinnen und Patienten – an Covid-19 

erkrankt waren und sie sich dabei infiziert haben könnte. Die vom Bund empfohlenen 

Abstandsvorschriften konnte sie bei ihrer Berufstätigkeit nicht einhalten, womit sie 

aufgrund einer räumlichen Nähe einem spezifischen Berufsrisiko ausgesetzt gewesen 

war (vgl. dazu auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt 

vom 25. April 2023, UV.2022.25, E. 4.6.1). Die von der Beschwerdeführerin – unter 

Beilage einer Fotografie ihres Kalenders mit eingetragenen Diensten (act. G 1.6) – in der 

Beschwerde aufgestellte Behauptung, wonach auch der am 27. und 28. Oktober 2021, 

also an den beiden Tagen vor dem positiven Testresultat, verrichtete Dienst auf der 

2.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nephrologie (vgl. act. A4), als Dienst auf der Covid-Station zu werten sei (act. G 1 S. 7), 

braucht daher keiner weiteren Überprüfung unterzogen zu werden.

Neben dem bei der beruflichen Tätigkeit generell erhöhten Expositionsrisiko 

kommt bei der Beschwerdeführerin konkret hinzu, dass sie an den beiden Tagen vor 

ihrem positiven Testresultat bzw. vor dem Ausbruch ihrer Covid-19-Erkrankung 

unbestrittenermassen Kontakt mit einem an Covid-19 infizierten Patienten hatte, wobei 

sie nur mit einem normalen Mund-Nasenschutz geschützt war (act. A4; act. G 3 S. 6 f. 

und 10 S. 3), was eine Ansteckung im beruflichen Kontext wahrscheinlich macht. Der 

Hinweis der Beschwerdegegnerin auf die angeblich zu kurze Inkubationszeit ist 

unbehelflich (act. G 3 S. 7 f.). Die Beschwerdeführerin hat auf eine Internetinformation 

des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) verwiesen, wonach die Inkubationszeit 

durchschnittlich drei bis vier Tage betrage, jedoch bis zu 14 Tagen reichen könne, 

womit ein Ausbruch bzw. eine Positivtestung einer Covid-19-Erkrankung am 29. 

Oktober 2021 (dritter Tag nach Exposition am 27. Oktober 2021) durchaus von der 

Inkubationszeit erfasst sein kann. Inwiefern die von der Beschwerdeführerin zitierten 

Angaben des BAG (act. G 1 S. 8) weniger aussagekräftig sein sollen als die von der 

Beschwerdegegnerin angeführte Studie, welche Fälle von Juli bis August 2021, mithin 

eines Zeitraums vor der hier fraglichen Ansteckung im Oktober 2021, untersucht zu 

haben scheint (act. G 3 S. 7), ist nicht ersichtlich. Bei einem beruflich allgemein 

erhöhten Risiko und einem konkreten Kontakt mit einem an Covid-19 erkrankten 

Patienten an den zwei Tagen vor dem positiven Test vermag eine Statistik mit 

Durchschnittswerten somit nichts daran zu ändern, dass eine Ansteckung im Spital 

wahrscheinlich ist, wenn keine Anhaltspunkte für eine anderweitige Infektionssituation 

bestehen.

2.9. 

Solche sind vorliegend nicht ersichtlich. Es gibt keine Anhaltspunkte für eine 

erhöhte Gefährdung im Privatbereich. Die Beschwerdeführerin hat durchaus glaubhaft 

ausgeführt, dass der mit ihr zusammenlebende Ehemann geimpft gewesen und 

aufgrund seiner Anstellung als Arzt wöchentlich getestet worden sei (act. G 1 S. 9). Das 

von ihrem Ehemann ausgehende Ansteckungsrisiko dürfte somit gering gewesen sein. 

Ausserdem wäre anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin von einer allfälligen 

Infektion ihres Ehemannes im fraglichen Zeitraum erfahren hätte. Aufgrund der 

fehlenden Impfung und der zeitweise geltenden Zertifikatspflicht erscheint es überdies 

glaubhaft, dass sich die Beschwerdeführerin im privaten Bereich eher zurückhaltend 

verhalten hat (act. G 1 S. 9), selbst wenn es durch Tests die Möglichkeit gegeben hat, 

ein Zertifikat zu erlangen (vgl. dazu die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in act. 

G 3 S. 10). Der Beschwerdeführerin dürfte aufgrund ihrer Anstellung das 

2.10. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Ansteckungsrisiko sowie die entsprechenden Verhaltensempfehlungen im privaten 

Bereich durchaus bekannt gewesen sein, sodass ein vorsichtiger Umgang im 

Privatleben plausibel erscheint. Jedenfalls fehlen konkrete Indizien, dass die 

Beschwerdeführerin im hier interessierenden Zeitraum um den 29. Oktober 2021 

ausserhalb des Spitals Kontakt mit infizierten Personen gehabt hätte.

Folglich ist eine Ansteckung im Spital mit abstrakt erhöhtem Expositionsrisiko 

und konkret feststehendem Kontakt mit einer infizierten, hustenden Person 

wahrscheinlicher (act. A4). Dass im Spital gegenüber dem privaten Bereich erhöhte 

Schutzmassnahmen gegolten haben, wie von der Beschwerdegegnerin vorgebracht 

wird (vgl. act. G 3 S. 8 f.), lässt den Kontakt mit dem infizierten Patienten als nicht 

weniger gefährlich erscheinen. Es ist zwischen den Parteien nämlich, wie bereits 

gesagt, nicht umstritten, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des besagten 

Kontaktes einzig mit einem normalen Mund-Nasenschutz ausgerüstet gewesen ist (act. 

A4; G 3 S. 8, unten; vgl. oben E. 2.9). Aus ihren Ausführungen zur epidemiologischen 

Lage bzw. den gestiegenen Fallzahlen (act. G 3 S. 8 f.) kann die Beschwerdegegnerin 

ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Eine Zunahme der Fallzahlen dürfte das 

Ansteckungsrisiko sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext erhöht haben.

2.11. 

In der Gesamtwürdigung aller Umstände erscheint nach dem Gesagten eine 

Ansteckung im beruflichen Kontext wahrscheinlicher als im privaten. Folglich ist vom 

Vorliegen einer Berufskrankheit im Sinne einer am 29. Oktober 2021 bestätigten Covid-

Infektion auszugehen.

2.12. 

In einem nächsten Schritt gilt es zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin eine über 

den 11. April 2022 hinausgehende Leistungspflicht (zum Datum vgl. 

Einspracheentscheid [act. G 1.2] S. 7 f.) infolge fehlender natürlicher Kausalität 

zwischen den Beschwerden und der Covid-Infektion zu Recht verneint.

3.1. 

Bei Fehlen gegenteiliger Regelungen sind Berufskrankheiten von ihrem Ausbruch 

an einem Berufsunfall gleichgestellt (Art. 9 Abs. 3 UVG). Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht grundsätzlich nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Ereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 f. E. 

3.2 f. mit Hinweisen; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser 

[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [KOSS UVG]; Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine 

Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2012, S. 53 ff.). 

Für die Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen 

angewiesen (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-HofeR, N 66 zu Art. 6; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2, 112 V 32 f. E. 1 

sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. 

Oktober 2009, je mit Hinweisen). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, 

beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 

genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 

Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4).

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so 

entfällt sie erst dann, wenn der Unfall bzw. die Berufskrankheit nicht mehr die 

natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 

dann zu, wenn entweder der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bzw. der Berufskrankheit bestanden hat (Status quo ante), 

oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 

krankhaften Vorzustands auch ohne den Unfall bzw. die Berufskrankheit früher oder 

später eingestellt hätte (Status quo sine) erreicht ist (vgl. zum Ganzen Urteile des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2, und vom 11. Juni 2007, U 

290/06, E. 3.3 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; 

KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten bzw. berufskrankheitsbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender 

Auswirkungen des Unfalls bzw. der Berufskrankheit genügt nicht (zum Ganzen Urteil 

des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; KOSS 

UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6).

3.3. 

Die Beschwerdegegnerin hat initial grundsätzlich anerkannt, dass die 

Beschwerdeführerin an Folgen einer Corona-Infektion leidet. Der von ihr beim 

Leistungsanerkennungsschreiben angebrachte Vorbehalt hinsichtlich ihrer 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Leistungspflicht hat sich in erster Linie auf das Vorliegen einer Berufskrankheit und 

nicht auf das Bestehen eines Kausalzusammenhangs zwischen den Beschwerden und 

der Covid-Infektion von Oktober 2021 bezogen (act. A6). Selbst wenn der Vorbehalt 

aber auch hinsichtlich des Kausalzusammenhangs angebracht worden wäre, kann die 

Beschwerdegegnerin vorliegend daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Da die 

Beschwerdegegnerin nach der Manifestierung der Diagnose Long-Covid (diese hat 

erstmals im Bericht der Pneumologie des KSSG vom 29. Dezember 2021 Erwähnung 

gefunden; act. M2) weiterhin Leistungen ausgerichtet hat, ist grundsätzlich von einer 

faktischen Anerkennung auszugehen (zur späteren Anerkennung der Long-Covid-

Symptomatik vgl. auch unten E. 4.5).

Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich bei der ab 

dem 12. April 2022 erneut aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit um einen Rückfall 

gehandelt habe, nachdem die Beschwerdeführerin vom 18. November 2021 bis 11. 

April 2022, also rund fünf Monate, arbeitstätig gewesen und erst ab dem 12. April 2022 

wieder arbeitsunfähig geworden sei. Folglich obliege es der Beschwerdeführerin, das 

Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall geltend gemachten 

Beschwerdebild und der Berufskrankheit Covid-19 nachzuweisen. Bei Beweislosigkeit 

falle der Entscheid zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus (und act. G 3 S. 15 f.). 

Demgegenüber bestreitet die Beschwerdeführerin, dass es sich bei der ab dem 12. 

April 2022 erneut eingetretenen Arbeitsunfähigkeit um einen Rückfall gehandelt habe. 

Sie vertritt die Ansicht, dass die Beweislast für das Dahinfallen jeder kausalen 

Bedeutung der Covid-19-Erkrankung bei der Beschwerdegegnerin liege (act. G 1 S. 

10).

4.1. 

Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und 

Spätfolgen gewährt. Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das 

Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich geheilter 

Unfallfolgen, sodass es erneut zu ärztlicher Behandlung und möglicherweise zu einer 

weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen wird dann gesprochen, wenn ein 

scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit organische oder psychische Folgen 

bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und 

Spätfolgen schliessen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis bzw. eine 

Berufskrankheit an. Dementsprechend können sie eine Leistungspflicht des 

(damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut vorgebrachten 

Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Ereignis erlittenen 

Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 118 V 296 f. E. 2c). Der Unfallversicherer kann 

bezüglich Rückfälle oder Spätfolgen nicht auf der Anerkennung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs beim Grundfall oder bei früheren Rückfällen behaftet werden, 

da die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Der Nachweis, dass 

zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall 

bzw. der Berufskrankheit ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, obliegt dem 

Versicherten (Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 

2.2).

Wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion 

steht, hat der Unfallversicherer einen Fallabschluss mittels Verfügung vorzunehmen 

(vgl. Art. 49 ATSG). Erlässt er stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses 

jedenfalls regelmässig dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person 

nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt. Standen allerdings in einem gewissen 

Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann auch ein Rückfall vorliegen, 

ohne dass der versicherten Person vorgängig mitgeteilt worden war, dass der Fall 

abgeschlossen und die Leistungen eingestellt würden. Entscheidend ist, ob zum 

damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, dass keine 

Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten werden. Diese 

Beurteilung hat im Rahmen einer ex-ante Betrachtung unter Berücksichtigung der 

konkreten Umstände zu erfolgen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem 

bisherigen Verlauf eine entscheidende Bedeutung zu. Lag ein vergleichsweise 

harmloses Ereignis mit günstigem Heilungsverlauf vor, das nur während relativ kurzer 

Zeit Leistungen erforderte, ist tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten 

Abschluss auszugehen als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. 

Andererseits ist der Leistungsanspruch auch dann unter dem Aspekt des Grundfalls 

und nicht eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der 

leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem versicherten Ereignis aufgetretenen 

Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das 

Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (zum 

Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 4.1 und 

vom 26. August 2008, 8C_433/2007, E. 2.3; je mit Hinweisen).

4.3. 

Soweit aktenkundig, hatte die Beschwerdegegnerin vor der am 12. April 2022 

erneut eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (act. A19 und A31) keinen formellen 

Fallabschluss vorgenommen. Auch hatte sie kein einfaches Schreiben erlassen, mit 

welchem sie der Beschwerdeführerin einen solchen angezeigt hätte. Weiter kann nicht 

gesagt werden, dass in der Zeit zwischen der Arbeitsaufnahme vom 18. November 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2021 (act. A1) und der am 12. April 2022 erneut eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (act. 

A19 und A31) keine Leistungen mehr zur Diskussion gestanden hätten. Vielmehr hat die 

Beschwerdeführerin auch nach der Arbeitsaufnahme vom 18. November 2021 über 

Symptome im Zusammenhang mit der Corona-Infektion geklagt und sich bereits im 

Dezember 2021 zur Abklärung der Beschwerden in fachärztliche Behandlung zu einer 

Kardiologin (act. M3) und ins Lungenzentrum des KSSG begeben, wo dann auch 

erstmals die Diagnose Long-Covid mit Leistungsminderung, Dyspnoe und Brustenge 

gestellt worden ist (act. M2). Anlässlich der weiteren ärztlichen Konsultationen hat die 

Beschwerdeführerin immer wieder auf den Zusammenhang zwischen der Covid-

Infektion im Oktober 2021 und den Beschwerden hingewiesen. Dieser Zusammenhang 

ist auch von der behandelnden Ärzteschaft in den vorliegenden medizinischen 

Berichten immer wieder erwähnt worden (vgl. act. M5 ff.). Schliesslich hat die 

Beschwerdeführerin im Juli 2022 eine ambulante Rehabilitation im Zusammenhang mit 

der Covid-Infektion bzw. deren Folgen gestartet (act. M10 f. und A50 f.). Es liegen 

somit in der nur knapp fünf Monate dauernden Zeit der Arbeitsfähigkeit zwischen dem 

18. November 2021 und dem 11. April 2022 klarerweise Brückensymptome vor, die 

das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen. 

Zwischen der am 24. März 2022 erfolgten Leistungsanerkennung durch die 

Beschwerdegegnerin für die Corona-Erkrankung vom 29. Oktober 2021 (act. A6) und 

der am 12. April 2022 erneut eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (act. A19 und A31) liegt 

sodann nicht einmal ein Monat. Der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin für die 

Zeit ab dem 12. April 2022 ist demnach unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht als 

Rückfall zu prüfen.

Selbst wenn man aber von einem Rückfall ausgehen würde, wäre anzunehmen, die 

Beschwerdegegnerin habe einen solchen und damit einen Kausalzusammenhang 

zwischen dem als Rückfall postulierten Beschwerdebild und der Covid-19-Infektion 

anerkannt, hat sie doch ab dem 12. April 2022 erneut Taggelder für eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit erbracht (act. A45) und Kostengutsprache für die im Juli 2022 

angetretene Rehabilitation erteilt (act. A43 und A50 f.). Diese Rehabilitation ist auf die 

Behandlung der von der Beschwerdeführerin auch noch nach dem 11. April 2022 

geklagten Beschwerden bzw. eine Long-Covid-Symptomatik ausgerichtet gewesen, 

was der Beschwerdegegnerin durch die von ihr getätigten medizinischen Abklärungen 

im Zeitpunkt der Kostengutsprache bewusst gewesen ist (vgl. dazu namentlich act. 

A40).

4.5. 

Nach dem Gesagten trifft die Beschwerdegegnerin für den Wegfall des 

Kausalzusammenhangs zwischen den von der Beschwerdeführerin über den 11. April 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

2022 hinaus geklagten Beschwerden und der am 29. Oktober 2021 nachgewiesenen 

Corona-Infektion die Beweislast.

Nachfolgend gilt es somit zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Aktenlage mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die am 29. 

Oktober 2021 bestätigte Corona-Infektion im Zeitpunkt der von der 

Beschwerdegegnerin vorgenommenen Leistungseinstellung sämtliche Bedeutung für 

die geklagten Beschwerden verloren hatte, mithin ob die Beschwerden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine andere Ursache als die Corona-Infektion 

zurückzuführen sind.

5.1. 

Die Beschwerdegegnerin geht gestützt auf die versicherungsmedizinische Akten­

beurteilung von Dr. I.___ vom 31. Oktober 2022 (act. M15) davon aus, dass in den 

medizinischen Akten eine nachvollziehbar begründet erhobene Post-Covid-19-

Diagnose, welche die WHO-Kriterien erfülle, fehle, weshalb keine Leistungspflicht 

bestehe (act. G 1.2 S. 10). Die Diagnose Long-Covid sei erstmals im Bericht der 

Pneumologen des KSSG vom 29. Dezember 2021 zur Untersuchung vom 21. 

Dezember 2021 erhoben worden. Dr. I.___ habe zutreffend festgehalten, dass die 

Diagnosestellung sowohl rein formal als auch inhaltlich unzutreffend sei. Die 

nachfolgenden behandelnden Ärzte hätten die am 21. Dezember 2021 unzutreffend 

erhobene Post-Covid-19-Diagnose jeweils unkritisch, ohne eigene Prüfung, 

übernommen (act. G 1.2 S. 9; act. G 3 S. 13 und 17 f.). Ausserdem habe Dr. I.___ 

zutreffend darauf hingewiesen, dass ein Erschöpfungssyndrom, wie hier vorliegend, 

sowohl Folge einer Covid-19-Erkrankung als auch einer starken beruflichen Belastung 

sein könne (act. G 1.2 S. 10). Gestützt auf eine sorgfältige Analyse aller verfügbaren 

medizinischen Akten habe Dr. I.___ nachgewiesen, dass bereits über ein halbes Jahr 

vor der akuten Covid-19-Erkrankung ein Prozess begonnen habe, mit immer neuen und 

an Intensität und Auswirkungen zunehmenden gesundheitlichen Symptomen. Dieser 

Prozess habe sich nach der Covid-19-Erkrankung von Ende Oktober 2021 fortgesetzt 

(act. G 1.2 S. 11; act. G 3 S. 17). Die Beschwerdeführerin habe die geklagten 

Beschwerden fälschlicherweise der erlittenen Covid-19-Infektion zugeordnet. Es sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Erschöpfungssyndrom 

auf die schon vor der Covid-19-Infektion bestehende berufliche Überbelastung 

zurückzuführen sei. In den medizinischen Akten sei belegt, dass die 

Beschwerdeführerin tatsächlich schon Monate vor ihrer Covid-19-Erkrankung unter 

den psychischen Belastungen der beruflichen Pflegetätigkeit gelitten und sich 

deswegen im Juli und im August 2021 bei ihrem Hausarzt gemeldet habe. Eine 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Leistungspflicht entfalle daher auch aus diesem Grund (act. G 1.2 S. 10 f.; act. G 3 S. 

18 mit Verweis auf act. M8). Es bestünden nicht die geringsten Zweifel an der 

Beurteilung von Dr. I.___ (act. G 3 S. 19). Die behandelnden Ärztinnen Dr. G.___ und Dr. 

J.___ würden in ihren Berichten keinen Bezug auf die Beurteilung von Dr. I.___ nehmen 

und sich nicht auf die vollständigen Akten, sondern vorab auf die subjektiven Angaben 

der Beschwerdeführerin stützen (act. G 3 S. 14 und 18 f.). Der RAD habe sich inhaltlich 

ebenfalls nicht mit der Beurteilung von Dr. I.___ auseinandergesetzt. Aus der 

psychiatrischen Beurteilung von Dr. J.___ ergäben sich keine Anhaltspunkte, welche 

eine psychiatrische Begutachtung erforderlich machen würden. Zudem befänden sich 

in den Akten bereits Berichte über kardiologische, pneumologische und 

rheumatologische Abklärungen, welche allesamt unauffällige Befunde ergeben hätten. 

Von einer weiteren Abklärung seien somit keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (act. G 

3 S. 18 f.).

Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass die von der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung geforderten geringen Zweifel an der Darstellung 

von Dr. I.___ begründet seien. Unter Zitaten verschiedener Definitionen von Long-Covid 

stellt sie sich auf den Standpunkt, dass die Voraussetzungen für den Beweis einer 

Post-Covid Erkrankung in jedem Fall erfüllt seien, zumal bei ihr bereits im Juli/August 

2021 eine Covid-Infektion wahrscheinlich gewesen sei, da ein positiver Antikörpertest 

genüge (act. G 1 S. 10 ff.). Wenig überzeugend sei die Argumentation von Dr. I.___, 

wonach die vorliegende Erkrankung einzig auf die höhere Arbeitsbelastung und ein 

deshalb resultierendes Erschöpfungssyndrom zurückzuführen sei. Der von ihm 

behauptete nahtlos fortgesetzte Prozess wäre nur dann einleuchtend, wenn die 

Covid-19-Erkrankung und die daraus resultierenden Beschwerden vollständig 

ausgeblendet würden, was nicht haltbar sei. Aufgrund der medizinischen Aktenlage 

bestünden klare Anhaltspunkte dafür, dass Long-Covid-Beschwerden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise auf die erlittene Coronainfektion 

zurückzuführen seien. Mehrere Fachärzte und auch der RAD würden im vorliegenden 

Fall eine Post-Covid-Erkrankung bestätigen und somit mindestens geringe Zweifel an 

der neurologischen Aktenbeurteilung erwecken. Eine neurologische Aktenbeurteilung 

wie diejenige von Dr. I.___, die sich insbesondere nur mit den körperlichen 

Erkrankungen auseinandersetze, vermöge dem nicht vollständig verstandenen 

Krankheitsbild nach einer Covid-Infektion nicht zu genügen. Vielmehr stelle dies eine 

interdisziplinäre Herausforderung dar. Im Lichte der aktenkundigen psychiatrischen 

Beurteilung von Dr. J.___ vom 12. Dezember 2022 wäre eine zusätzliche klinische 

psychiatrische Beurteilung unbedingt angezeigt gewesen. Auch argumentiere Dr. I.___ 

zu Unrecht mit der Schwere der Infektion. Das Postcovid-19-Syndrom könne 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unabhängig von der Schwere der Erkrankung auftreten. Aufgrund der obigen 

Darstellung seien geringe Zweifel an der neurologischen Aktenbeurteilung von Dr. I.___ 

mit Sicherheit erstellt (act. G 1 S. 12 ff.).

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1 und 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. 

beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern 

sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei 

sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 

und 125 V 353 f. E. 3b/ee; je mit Hinweisen). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung 

eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 

jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen der beratenden Ärzteschaft, so 

sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 und 4.6; bestätigt 

etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die 

Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein 

vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und 

diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, 

damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. 

März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

5.4. 

Vorab ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdegegnerin an Dr. I.___ gestellte 

Frage, ob sich aufgrund der erhobenen Befunde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachweisen lasse, dass die gesundheitlichen Beschwerden im Zusammenhang mit der 

Covid-Infektion vom Oktober 2021 stehen (vgl. act. M15), nicht ganz präzise ist. Wie 

bereits festgehalten, hat die Beschwerdegegnerin die von der Beschwerdeführerin 

geklagte Long-Covid-Symptomatik, die zum Antritt der ambulanten Rehabilitation 

geführt hat, initial anerkannt (vgl. oben E. 3.4 und 4.5). Folglich stellt sich hinsichtlich 

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des natürlichen Kausalzusammenhangs die Frage, ob mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die zunächst anerkannte Symptomatik nicht (mehr) 

auf die Covid-Infektion vom Oktober 2021 zurückzuführen ist, mithin ob der geklagten 

Symptomatik überwiegend wahrscheinlich ausschliesslich andere Ursachen als die 

Covid-Infektion vom Oktober 2021 zu Grunde liegen (vgl. dazu oben E. 4.6 und 5.1). 

Dieser Nachweis könnte namentlich dann als erbracht gelten, wenn überwiegend 

wahrscheinlich feststehen würde, dass keine Post-Covid-19-Erkrankung, sondern 

ausschliesslich eine andere Erkrankung, die in keinem Zusammenhang mit der als 

Berufskrankheit anerkannten Covid-Infektion von Oktober 2021 steht, für die über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus geklagte Symptomatik verantwortlich ist. Dazu 

gilt es festzuhalten, dass das Vorliegen eine Long-Covid-Symptomatik nicht einzig mit 

dem Argument fehlender organischer Ursachen in Abrede gestellt werden kann. Denn 

viele Long-Covid-Symptome dürften nach dem aktuellen medizinischen Stand nicht 

durch organische Ursachen belegt werden können (vgl. Nathalie Lang, a.a.O., S. 127 f.; 

Philipp Egli/Matthias Kradolfer/Kerstin Noëlle Vokinger, «Long Covid» – Eine (vorläufige) 

interdisziplinäre Standortbestimmung, SZS 2021, S. 171 f. und 176; je mit Hinweisen). 

Ebenso erscheint die Entwicklung einer Long-Covid-Symptomatik auch bei leichten 

akuten Covid-Infektionen möglich (vgl. dazu Philipp Egli/Matthias Kradolfer/Kerstin 

Noëlle Vokinger, a.a.O., S. 173 mit Hinweisen).

Dr. I.___ führt in seiner Aktenbeurteilung durchaus verständlich aus, dass die 

WHO-Definition der Post-Covid-19-Erkrankung sehr allgemein gehalten und ungenau 

sei. Nach dieser Definition trete eine Post-Covid-19-Erkrankung bei Personen mit einer 

wahrscheinlichen oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion in der Anamnese auf, in der 

Regel drei Monate nach Ausbruch der Covid-19-Erkrankung und mit Symptomen, die 

mindestens zwei Monate lang anhalten und nicht durch eine andere Diagnose erklärt 

werden könnten. Zu den häufigsten Symptomen würden gemäss WHO-Definition 

Müdigkeit, Kurzatmigkeit und kognitive Funktionsstörungen zählen, aber auch andere, 

die sich im Allgemeinen auf das tägliche Leben auswirken würden. Entsprechend der 

WHO-Definition könnten die Symptome neu auftreten nach der anfänglichen Genesung 

von einer akuten Covid-19-Erkrankung oder die anfängliche Krankheit überdauern. Die 

Symptome könnten fluktuieren oder im Laufe der Zeit zurückkehren. Die Diagnose 

erfordere keine Mindestanzahl an Symptomen. Sie könne gestellt werden, wenn eine 

beliebige Art und eine beliebige Anzahl Symptome zeitlich irgendwann nach einer 

Covid-19-Erkrankung auftreten würden und keine andere Erklärung gefunden werde. 

Neben der Schwierigkeit, dass die Post-Covid-19-Erkrankung nach WHO einzig 

basierend auf dem Umstand diagnostiziert werde, dass Symptome zeitlich irgendwann 

nach einer Covid-19-Erkrankung aufgetreten seien, stecke in der WHO-Definition noch 

5.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ein weiterer Fallstrick. Die Symptome dürften nicht durch eine andere Diagnose erklärt 

werden. Dieses Ausschlusskriterium sei in der Praxis schwierig anzuwenden, da die 

Frage nach dem Vorliegen einer anderen Erklärung auch davon abhängig sei, wie 

intensiv eine solche gesucht werde (act. M15).

Zwar legt Dr. I.___ die mit der sehr offen gehaltenen WHO-Definition 

einhergehenden Schwierigkeiten verständlich dar. Gleichwohl erachtet er die Definition 

angesichts des aktuellen Forschungsstandes durchaus für sinnvoll und präsentiert 

jedenfalls keine andere Definition, welche besser geeignet wäre, eine Post-Covid-

Symptomatik zu diagnostizieren oder zu beurteilen. In seiner weiteren Stellungnahme 

orientiert er sich denn auch an der WHO-Definition, um aufzuzeigen, dass aus seiner 

Sicht im Fall der Beschwerdeführerin keine Post-Covid-19-Erkrankung überwiegend 

wahrscheinlich ausgewiesen sei (act. M15).

5.7. 

Zunächst stellt Dr. I.___ die Diagnose einer Post-Covid-19-Erkrankung in Abrede, 

da diese anlässlich der pneumologischen Sprechstunde vom 21. Dezember 2021 

schon rein formal falsch gestellt worden sei. Nach der WHO-Definition könne eine 

Post-Covid-19-Erkrankung nämlich frühestens drei Monate nach der akuten 

Erkrankung diagnostiziert werden. Dem ist entgegenzuhalten, dass gemäss der von Dr. 

I.___ selbst zitierten WHO-Definition lediglich die Rede davon ist, dass eine Post-

Covid-19-Erkrankung "in der Regel" drei Monate nach Ausbruch der Covid-19-

Erkrankung auftrete. "In der Regel" bedeutet nicht, dass die Erkrankung oder 

Symptome nicht auch früher auftreten können. Dies ergibt sich auch daraus, dass 

entsprechend der von Dr. I.___ dargelegten WHO-Definition die Symptome nach der 

anfänglichen Genesung von einer akuten Covid-19-Erkrankung neu auftreten oder die 

anfängliche Krankheit überdauern können. Im Übrigen ist es ein Widerspruch, wenn Dr. 

I.___ für die Anerkennung einer Post-Covid-19-Erkrankung eine Dauer von mindestens 

drei Monaten fordert, gleichzeitig aber im Rahmen der Beantwortung der Fragen 

behauptet, dass die Covid-19-Erkrankung von Oktober 2021 keine vier Monate später 

neu auftretende Arbeitsunfähigkeit erklären könne. Auch hinsichtlich der 

Kopfschmerzsymptomatik stellt sich Dr. I.___ auf den Standpunkt, dass eine solche 

gemäss den Diagnosekriterien der Kopfschmerzgesellschaft nur dann auf eine 

systemische virale Infektion zurückgeführt werden könne, wenn diese noch aktiv oder 

innerhalb der letzten drei Monate abgeklungen sei. Da bei der Beschwerdeführerin die 

Diagnose des chronischen Kopfschmerzes von den behandelnden Ärzten erst Mitte 

Juni 2022 und damit zu einem Zeitpunkt, als die systemische virale Infektion schon 

deutlich mehr als drei Monate lang abgeklungen sei, gestellt worden sei, könne kein auf 

die Covid-19-Erkrankung zurückzuführender Kopfschmerz diagnostiziert werden. Beim 

5.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kopfschmerz verlangt Dr. I.___ also ein Auftreten innerhalb von drei Monaten nach der 

akuten Viruserkrankung (vgl. zum Ganzen act. M15). Die von ihm dargestellten 

zeitlichen Kriterien überzeugen in einer Gesamtschau somit nicht.

Weiter stellt Dr. I.___ eine Post-Covid-19-Erkrankung mit dem Argument in Abrede, 

dass andere Ursachen für die geklagten Beschwerden nicht ausgeschlossen seien, 

sondern mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit vorliegen würden. Die 

Beschwerdeführerin habe bereits im Frühling und Sommer 2021 den Hausarzt wegen 

verschiedener gesundheitlicher Beschwerden konsultiert. Ende August 2021 hätten 

sich ein allgemeines Unwohlsein, ein Druckgefühl in der Brust, eine innere Unruhe und 

zeitweise intensive Angstgefühle eingestellt. Der Hausarzt habe eine erhebliche 

subjektive Belastung durch die Tätigkeit als Pflegefachfrau auf den Covid-Stationen 

festgestellt und einen direkten Kausalzusammenhang zwischen dieser Belastung und 

den Symptomen, die er als psychosomatischer Natur eingestuft habe, gesehen. Diese 

Einschätzung sei nachvollziehbar. Der Wissenschaft sei bekannt, dass bei 

Pflegefachpersonen in Akutspitälern im hier relevanten Zeitraum (Sommer 2021) 

sowohl die subjektiv empfundene Arbeitsbelastung als auch die emotionale 

Erschöpfung im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie stark angestiegen seien. Dass 

angesichts dieser bekannten Belastung, dem Vorhandensein unspezifischer Symptome 

und des Fehlens einer nachweisbaren organischen Ursache eine stressbedingte 

Symptomatik vermutet worden sei, erscheine retrospektiv gerechtfertigt. Ein 

Erschöpfungssyndrom, wie es hier vorliegend sei, könne sowohl Folge einer Covid-19-

Erkrankung als auch einer starken beruflichen Belastung sein. Das klinische Bild 

unterscheide sich nicht. Die Symptome seien unspezifisch und bei jeder Ursache 

gleich. Dies bedeute, dass beim Untersuch der vorliegenden Symptome lediglich ein 

Erschöpfungssyndrom diagnostiziert werden könne. Bei der sorgfältigen Analyse aller 

verfügbaren medizinischen Akten zeige sich deutlich, dass bereits über ein halbes Jahr 

vor der akuten Covid-19-Erkrankung ein Prozess mit immer neuen und in Intensität und 

Auswirkungen zunehmenden gesundheitlichen Symptomen bestanden habe. Dieser 

Prozess habe sich nach der Covid-19-Erkrankung von Ende Oktober 2021 fortgesetzt. 

Nachdem die im Dezember 2021 dokumentierten Symptome noch denjenigen von vor 

der Covid-19-Erkrankung entsprochen hätten, seien ab März 2022 zunehmende 

Symptome dokumentiert, die schliesslich ab April 2022 die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigt hätten. Letztlich entspreche dies einem nahtlos fortgesetzten Prozess 

(act. M15).

5.9. 

Dass sich die Beschwerdeführerin wegen verschiedener ungeklärter Symptome 

bereits im Sommer 2021 und damit noch vor der im Oktober 2021 nachgewiesenen 

5.10. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Corona-Infektion in ärztliche Behandlung begeben hat, ist aktenkundig (act. M 8). Es ist 

durchaus möglich und scheint plausibel, dass die im Frühling oder Sommer 2021 

aufgetretene Symptomatik einen Zusammenhang zu der starken, pandemiebedingten 

Belastungssituation auf den Covid-Stationen aufweisen könnte. Daraus kann aber nicht 

automatisch geschlossen werden, dass die von der Beschwerdegegnerin als 

Berufskrankheit anerkannte Covid-Infektion von Oktober 2021 keine Post-Covid-19-

Erkrankung ausgelöst hat und sämtliche nach dem 11. April 2022 geklagten 

Beschwerden auf eine vor der Corona-Erkrankung im Oktober 2021 bestehende 

Problematik zurückzuführen sind. Dies gilt umso mehr, als Dr. I.___ selber einräumt, 

dass sich die Beschwerden nach der Covid-19-Erkrankung von Ende Oktober 2021 

verschlimmert bzw. auch verändert hätten. Zunächst hätten die Symptome im 

Dezember 2021 noch denjenigen vor der Covid-Erkrankung geglichen, ab März 2022 

seien zunehmende Symptome dokumentiert (vgl. act. M15). Dies spricht ja gerade 

dafür, dass durch die Covid-Erkrankung eine verschlimmerte Situation eingetreten ist, 

die sich nicht ohne Weiteres durch die vorbestehende Symptomatik erklären lässt. Im 

Übrigen ist es durchaus denkbar, dass gerade eine vorbestehende Belastungssituation 

eine Person vulnerabler für die Entwicklung einer Post-Covid-19-Erkrankung macht. 

Mit diesem Umstand setzt sich Dr. I.___ ebenso wenig wie mit den Diagnosekriterien 

eines Erschöpfungssyndroms auseinander. Als Neurologe scheint er denn auch nicht 

prädestiniert für eine solche Diagnostik, soweit diese nicht im Rahmen einer 

neurologischen Erkrankung gestellt wird. Angesichts des von Dr. I.___ in den Raum 

gestellten Erschöpfungssyndroms ist folglich eine psychiatrische Mitbeurteilung 

angezeigt, wie die Beschwerdeführerin zu Recht angemerkt hat (vgl. act. G 1 S. 13). 

Auch ist der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen, dass sich beim eher neuartigen 

Krankheitsbild einer Post-Covid-19-Erkrankung und angesichts der multiplen 

Beschwerden eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung und nicht bloss eine 

neurologische Aktenbeurteilung aufdrängt (vgl. act. G 1 S. 13 und 6 S. 6). Dies gilt 

umso mehr, als mehrere behandelnde Ärztinnen und Ärzte eine Post-Covid-19-

Erkrankung diagnostiziert haben (vgl. act. M2, M9 ff. und M17 ff.) und auch Dr. G.___ 

eine Begutachtung als angezeigt erachtet (act. M18). Der Umstand, dass bereits 

verschiedene somatische Abklärungen erfolgt sind, ohne organische Ursachen der 

geklagten Beschwerden nachweisen zu können, macht eine Begutachtung entgegen 

der Ansicht der Beschwerdegegnerin (act. G 3 S. 19) ebenfalls nicht entbehrlich. Zum 

einen dürften sich Long-Covid-Symptome gerade dadurch auszeichnen, dass sie 

organisch häufig nicht objektivierbar sind (vgl. Nathalie Lang, a.a.O., S. 127 f.; Philipp 

Egli/Matthias Kradolfer/Kerstin Noëlle Vokinger, a.a.O., S. 171 f. und 176). Zum 

anderen kommt es im Zusammenhang mit Long Covid auch häufig zu psychischen 

Symptomen wie Depressionen, Ängstlichkeit, Anpassungs- und Schlafstörungen 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid 

aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

(Nathalie Lang, a.a.O., S. 120; Philipp Egli/Matthias Kradolfer/Kerstin Noëlle Vokinger, 

a.a.O., S 171 f.).

Nach dem Gesagten gibt es nicht zu unterdrückende Zweifel an der 

neurologischen Beurteilung von Dr. I.___. Nachdem bereits geringe Zweifel an den 

versicherungsinternen Beurteilungen weitere Abklärungen erfordern (vgl. oben E. 5.4), 

kann auf die Einschätzung von Dr. I.___ nicht abgestellt werden. Vielmehr wäre es an 

der Beschwerdegegnerin gewesen, eine polydisziplinäre versicherungsexterne 

fachmedizinische Abklärung zu veranlassen. Nachdem sie dies in Verletzung ihrer 

Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) unterlassen hat, ist der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin selber noch kein Gutachten veranlasst hat, drängt 

sich die Einholung eines Gerichtsgutachtens zum aktuellen Zeitpunkt nicht auf.

5.11. 

Gerichtskosten sind mangels entsprechender spezialgesetzlicher Grundlage keine 

zu erheben (vgl. Art. 61 lit. f  ATSG).

6.1. 
bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung 

der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 235 E. 6.2). 

Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle 

rechtfertigt sich vorliegend eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 16.01.2024
	Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 9 UVG; Art. 11 UVV; Anhang 1 zur UVV: Vorliegend ist vom Vorliegen einer Berufskrankheit im Sinne einer am 29. Oktober 2021 bestätigten Covid-Infektion auszugehen. Der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit ab dem 12. April 2022 ist unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht als Rückfall zu prüfen. Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die vorübergehenden gesetzlichen Leistungen – soweit von der Fortsetzung der medizinischen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG) – entfällt nur dann, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die Berufskrankheit für die geklagte Long-Covid-Symptomatik keinen (teil-)kausalen Anteil (mehr) hat. Es gibt nicht zu unterdrückende Zweifel an der versicherungsmedizinischen neurologischen Aktenbeurteilung. Rückweisung zur weiteren medizinischen Abklärung und neuen Verfügung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Januar 2024, UV 2023/32).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-27T02:03:35+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen