# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9e47781-90da-5134-b0f5-e4b47911bc52
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.03.2012 SB110689
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110689_2012-03-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB110689-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, und lic. iur. M. Langmeier, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. B. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. C. Grieder 

 

Urteil vom 12. März 2012 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

betreffend  

grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht, vom  
7. Juni 2011 (GB110003) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Der Strafbefehl Nr. B-3/2010/3619 der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 

9. Februar 2011 (Urk. 12), welcher gemäss Art. 356 Abs. 1 Satz 2 StPO die  

Anklageschrift ersetzt, ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist der groben Verkehrsregelverletzung nicht schuldig und 

wird diesbezüglich freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen einfachen Verkehrsregelver-

letzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 und Art. 27 

Abs. 1 SVG sowie Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1bis SSV. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–. Bezahlt der 

Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine nicht 

aufschiebbare Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.–. Allfällige weitere Aus-

lagen, insbesondere die Kosten des Vorverfahrens, bleiben vorbehalten. 

5. Die Kosten werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen 

auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 1'200.– zugesprochen. 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (schriftlich; Urk. 44) 

1. Der Beschuldigte sei freizusprechen 

2. Eventualiter: die Berufung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis sei abzu-

weisen und das vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen, soweit es nicht  

bereits in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 43) 

1. Der Angeklagte sei der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln 

im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 iVm Art. 100 Ziff. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG  

sowie Art. 68 Abs. 1 SSV und Art. 69 Abs. 3 SSV schuldig zu sprechen. 

2. Der Angeklagte sei zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 130.-- 

sowie einer Busse von Fr. 500.-- zu verurteilen. 

3. Der Vollzug der Strafe sei bei einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben. 

Eventualiter: Bei einem Schuldspruch betreffend Art. 90 Ziff. 1 SVG sei eine  

Busse von Fr. 1000.-- auszusprechen.  

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Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 7. Juni 2011 wurde der  

Beschuldigte vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung frei- und der fahr-

lässigen einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 und Art. 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 68 Abs. 1 und 

Abs. 1bis SSV schuldig gesprochen. Der Beschuldigte wurde mit einer Busse von 

Fr. 500.– bestraft, unter Ansetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen für den 

Fall der schuldhaften Nichtbezahlung. Die Kosten des Vorverfahrens und des  

gerichtlichen Verfahrens wurden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und zur 

Hälfte auf die Gerichtskasse genommen, und es wurde dem Beschuldigten eine 

reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 1'200.– zugesprochen (Urk. 28 S. 10). 

1.2. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 21. Juni 2011 frist-

gerecht die Berufung an (Urk. 23) und reichte nach Zustellung des begründeten 

Urteils - ebenfalls fristgerecht - am 31. Oktober 2011 dem Obergericht die  

Berufungserklärung ein (Urk. 29). Die Staatsanwaltschaft wendet sich gegen den 

Schuldspruch sowie die Strafzumessung und beantragt, der Beschuldigte sei der 

groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu 

sprechen und mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 130.– sowie einer 

Busse von Fr. 500.– zu bestrafen, eventualiter sei alleine die Busse auf  

Fr. 2'000.– zu erhöhen (Urk. 29). Beweisanträge wurden keine gestellt.  

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 12. November 2011 wurde die Berufungs-

erklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO dem Beschuldigten 

übermittelt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichtein-

treten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte auf-

gefordert, zu seinen finanziellen Verhältnissen verschiedene Auskünfte zu erteilen 

und zu belegen (Urk. 32). Am 19. Dezember 2011 gingen darauf das vom  

Beschuldigten ausgefüllte "Datenerfassungsblatt", dessen Mietvertrag sowie 

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Steuerunterlagen ein (Urk. 38). Anschlussberufung wurde nicht erhoben und  
Beweisanträge wurden keine gestellt. 

1.4. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldigte 

mit seinem Verteidiger sowie die Staatsanwältin erschienen sind, waren weder 

Vorfragen zu entscheiden noch Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5). Das vor-

liegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 7 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

Wie gesehen, beschränkte die Staatsanwaltschaft ihre Berufung ausdrücklich auf 

den Schuldpunkt und die Bemessung der Strafe (Urk. 29). Mit der Anfechtung des 

Schuldpunkts gelten jedoch für den Fall der Gutheissung der Anträge automatisch 

auch die damit zusammenhängenden Folgepunkte des Urteils als angefochten 

(z.B. Zivilpunkt, Kosten- und Entschädigungsfolgen: Schmid, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N. 1548; ders., StPO 

Praxiskommentar, Art. 399 N. 18; ZHK StPO-Hug, Art. 399 N. 19; BSK StPO-

Eugster, Art. 399 N. 6, mit Verweis auf die sog. Trennbarkeitsformel nach  

deutschem Recht). Vorliegend wird die Berufungsinstanz deshalb auch die  

Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Urteils zu überprüfen 

haben, sofern sie im Schuldpunkt zu einer anderen Auffassung als die Vorinstanz 

gelangt. Würde nämlich der Beschuldigte zweitinstanzlich anklagegemäss (bzw. 

im Sinne des an Stelle der Anklage getretenen Strafbefehls) schuldig gesprochen 

und blieben aber die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen (nur 

teilweise Kostenauflage an den Beschuldigten, Zusprechung einer Prozessent-

schädigung) bestehen, litte das Urteil vor dem Hintergrund von Art. 426 Abs. 1 

und 2 StPO an einem inneren Widerspruch. 

Von Vornherein im vorliegenden Berufungsverfahren nicht zu überprüfen und in 

Rechtskraft erwachsen ist daher einzig Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen  

Urteils, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 StPO in Verbindung mit  

Art. 402 und 437 StPO). 

-   6   - 

3. Sachverhalt 

3.1. Im Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen ist zunächst der Anklagesach-

verhalt dahingehend zu korrigieren, als es sich bei der Strasse, auf welcher sich 

das dem Beschuldigten vorgeworfene Manöver abgespielt hat, nicht um die  

B._____-, sondern um die C._____-Strasse handelt (vgl. dazu Urk. 28 S. 3). Eine  

B._____-Strasse gibt es in D._____ gar nicht (vgl. dazu "google-maps"). Die fal-

sche Strassenbezeichnung entspringt einem Irrtum des rapportierenden  

Polizeibeamten (Urk. 1 S. 1). Da sich aber alle Beteiligten - und namentlich auch 

der Beschuldigte selbst - zweifelsfrei im Klaren darüber sind, wo das Geschehen 

gemäss Anklageschrift stattgefunden hat, ist weder das Anklageprinzip verletzt 

noch müsste eine formelle Korrektur ergehen (vgl. dazu zutreffend der Verteidiger 

in Urk. 20 S. 2). Vielmehr ist im Folgenden einfach vom zutreffenden Sachverhalt 

auszugehen. 

3.2. Im Übrigen hat der Beschuldigte den ihm vorgeworfenen Sachverhalt - im 

Einklang mit dem restlichen Beweisergebnis - anerkannt. Soweit er wiederholt 

geltend macht, er sei überzeugt gewesen, dass die Ampel auf grün geschaltet 

habe, und er könne sich die Missachtung des Rotlichts nicht erklären (zuletzt in 

Urk. 19 S. 1), beschlägt dies genau die ihm von der Staatsanwaltschaft vorgewor-

fene Fahrlässigkeit. Neu führt die Verteidigung vor der Berufungsinstanz ins Feld, 

im Strafbefehl werde nur ausgeführt, dass der Beschuldigte generell nicht auf die 

Lichtsignalanlage geachtet habe und entsprechend nicht abgewartet habe, bis 

diese wieder auf grün geschaltet habe. Das Gericht dürfe wegen des Anklage-

prinzips folglich nur prüfen, ob der Beschuldigte generell auf die Lichtsignalanlage 

geachtet habe, nicht aber, ob er auf ein anderes Lichtsignal geschaut habe, da 

ihm dies im Strafbefehl nicht vorgeworfen werde. Ausserdem sei im Strafbefehl 

nicht ausgeführt, inwiefern das Verhalten des Beschuldigten grob fahrlässig (im 

Unterschied zur normalen Fahrlässigkeit) sei. Es habe folglich ein Freispruch zu 

erfolgen (Urk. 44 S. 3 ff.). Dem Beschuldigten wird im Strafbefehl zur Last gelegt, 

dass die (ebenfalls genau umschriebene) Kollision für ihn voraussehbar gewesen 

wäre und durch ihn bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit (Abwarten, bis die Licht-

signalanlage auf grün schaltete / generelles Achten auf die Lichtsignalanlage)  

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ohne Weiteres hätte vermieden werden können. Im Strafbefehl ist demnach  

genügend umschrieben, was dem Beschuldigten vorgeworfen wird, insbesondere 

wurde der Vorwurf klar zum Ausdruck gebracht, dass der Beschuldigte nicht auf-

merksam genug gewesen sei und nicht auf die Lichtsignalanlage geachtet habe 

(unabhängig davon, ob er sich an einer anderen Ampel orientiert hat), bzw. nicht 

abgewartet habe, bis die Ampel auf grün steht und es infolgedessen zur Kollision 

kam. Ob das dem Beschuldigten vorgeworfene Verhalten grobe Fahrlässigkeit 

darstellt, ist eine Rechtsfrage und somit Sache des Gerichts (vgl. Art. 350 Abs. 1 

StPO). Entgegen der Ansicht der Verteidigung liegt folglich keine Verletzung des 

Anklageprinzips vor.  

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Umstritten zwischen den Parteien ist, ob der Beschuldigte mit seinem  

Handeln den Tatbestand von Art. 90 Ziff. 1 SVG oder Art. 90 Ziff. 2 SVG erfüllt 

und ob er mithin eine einfache oder grobe Verkehrsregelverletzung begangen hat. 

Die Vorinstanz hat mit dem Verteidiger auf eine einfache Verletzung der Ver-

kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG geschlossen. Die Staatsanwaltschaft 

ist demgegenüber - anklage- und berufungsweise - der Auffassung, dass eine 

Verurteilung wegen einer groben Verletzung der Verkehrsregeln zu erfolgen habe. 

4.2. In objektiver Hinsicht ist klar, dass der Beschuldigte eine wichtige Verkehrs-

vorschrift in schwerer Weise missachtet und die Sicherheit anderer ernstlich (d.h. 

erhöht abstrakt oder - i.c. gegeben - konkret) gefährdet hat (vgl. dazu BGE 123 

IV 88 E. 2 und 3; 118 IV 285 E. 3 und 4; BGE 118 IV 84). Dies sieht auch die Vo-

rinstanz so (Urk. 28 S. 4/5, auf welche Erwägungen verwiesen werden kann:  

Art. 82 Abs. 4 StPO) und wird vom Verteidiger zumindest nicht in Abrede gestellt 

(Urk. 20 S. 2 ff.). 

4.3. Der subjektive Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG verlangt ein schweres 

Verschulden bzw. bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. 

Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner 

verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch 

vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflicht-

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widrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. In solchen 

Fällen - wie vorliegend einer gegeben ist - bedarf jedoch die Annahme grober 

Fahrlässigkeit einer sorgfältigen Prüfung (vgl. dazu die im Folgenden zitierten 

Entscheide des Bundesgerichts). 

4.3.1. Das Bundesgericht hatte sich schon oft mit Fällen unbewusster Fahrlässig-

keit bei der Missachtung von Lichtsignalen zu befassen (BGE 123 IV 88; BGE 121 

IV 375; BGE 118 IV 285; BGE 118 IV 84; Urteil 6B_331/2008 vom 10. Oktober 

2008; Urteil 6P.153/2002 vom 14. März 2003; Urteil 6A.30/2002 vom  

30. Juli 2002; Urteil 6S.228/1994 vom 6. Juni 1994; Urteil 6S.156/1993 vom  

25. Juni 1993). Dabei beurteilte es die Fahrlässigkeit meistens als grob. Keine 

grobe Pflichtwidrigkeit sah es im Falle eines Automobilisten, der bei Gegenlicht 

eine seit 4,4 Sekunden auf rot stehende Verkehrsregelungsanlage übersah, weil 

das Versehen auf Grund der auf dem fraglichen Strassenabschnitt aufeinander 

folgenden Lichtsignalanlagen, deren Phasensteuerung nicht immer koordiniert 

und durchgehend gleich anzeigten, als nachvollziehbar bewertet wurde (Urteil 

6S.156/1993 vom 25. Juni 1993). Ebenso entschied das Bundesgericht, als ein 

Automobilist infolge Unaufmerksamkeit das seit 7,6 Sekunden auf rot gewechsel-

te Lichtsignal übersah, weil diese Pflichtwidrigkeit in Anbetracht der Übersichtlich-

keit der spitzwinkligen Einmündung einer einzigen Fahrbahn von links und der 

ausgesprochen ruhigen Verkehrslage nicht besonders schwer wiege. Dabei liess 

sich das Bundesgericht vom Gedanken leiten, dass bei der Beurteilung des  

Verschuldens nicht nur das Ausmass des verschuldeten Erfolges entscheidend 

sei (i.c. erhöhte abstrakte Gefährdung), sondern auch bei Annahme einer objektiv 

schweren Verkehrsregelverletzung die Art und Weise der Herbeiführung dieses 

Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und dessen  

Beweggründe zu berücksichtigen seien. Das Mass des Verschuldens variiere  

dabei je nach Schwere des deliktischen Erfolges sowie den unterschiedlich  

gravierenden Modalitäten der Tatbegehung. Auch bei der unbewussten Fahr-

lässigkeit könne es daher entscheidend sein, weshalb der Täter die Gefährdung 

anderer Verkehrsteilnehmer gar nicht in Betracht gezogen habe. Nicht jede  

Unaufmerksamkeit, die wegen der Schwere des Erfolges objektiv als gravierende 

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Verletzung der Vorsichtspflicht zu betrachten sei, wiege auch subjektiv schwer 

(BGE 118 IV 285). 

4.3.2. Allerdings wies das Bundesgericht auch darauf hin, dass je schwerer die 

Verkehrsregelverletzung objektiv wiege, desto eher Rücksichtslosigkeit subjektiv 

zu bejahen sei, sofern keine besonderen Gegenindizien vorlägen. Gerade beim 

Beachten von Lichtsignalanlagen bei Strassenverzweigungen, was zu den  

elementarsten Pflichten gehöre, die ein Fahrzeuglenker zu befolgen habe, reiche 

der Umstand, dass ein Verkehrsteilnehmer die Situation falsch einschätze, für 

sich allein nicht aus, um in seinem Fehlverhalten lediglich eine leichte Fahrlässig-

keit zu erblicken, sofern die objektiven Merkmale der groben Fahrlässigkeit  

gegeben sind. Eine Vielzahl von Fällen unbewusster Fahrlässigkeit, namentlich 

bei Verkehrsregelverstössen, beruhe gerade darauf, dass der Handelnde  

während einer gewissen Zeitspanne unaufmerksam sei bzw. die Situation und 

seine Fähigkeiten falsch einschätze. Dass der fehlbare Verkehrsteilnehmer die 

erhöhte Gefahr oder die aufgrund der Umstände gebotene Verhaltensalternative 

nicht bedacht habe, sei typisch für die unbewusste Fahrlässigkeit und schliesse 

den Schuldvorwurf rücksichtslosen Verhaltens und damit grober Fahrlässigkeit 

nicht von vorneherein aus. Vielmehr müssten weitere, in der Person des Fahr-

zeuglenkers liegende besondere Umstände hinzukommen, die den Grund des 

momentanen Versagens erkennen und in einem milderen Licht erscheinen  

liessen (Urteil 6B_331/2008 vom 10. Oktober 2008, E. 3.2, mit Verweis auf BGE 

123 IV 88 E. 4c und BGE 118 IV 84 E. 2b und weiteren Hw.). 

4.3.3. Einen ganz ähnlichen Fall wie den Vorliegenden hatte das Bundesgericht 

im Entscheid 6P.153/2002 vom 14. März 2003 zu beurteilen: Hier ging es um  

einen Automobilisten, der - wie der Beschuldigte - vor einer auf rot stehenden 

Ampel korrekt angehalten hatte, sodann aber infolge einer Verwechslung der  

Signale irrtümlicherweise losgefahren war, als erst eine für ihn nicht massgebliche 

Ampel auf grün geschaltet hatte, währenddem die für ihn geltende noch weiterhin 

auf rot stand. Obwohl es - im Gegensatz zu vorliegend - zu keinem Unfall  

gekommen war, beurteilte das Bundesgericht die Pflichtwidrigkeit des damals  

Beschuldigten als grob, weil er sich sein Versehen auf einer relativ unübersichtli-

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chen Kreuzung (Einmündung von vier Seiten mit je mindestens zwei Spuren, zu-

sätzliche Fussgängerstreifen) mit regem Verkehrsaufkommen habe zuschulden 

kommen lassen. Weil der Beschuldigte - so das Bundesgericht weiter - in einer 

Verkehrslage unaufmerksam gewesen sei, die besondere Aufmerksamkeit ver-

lange, treffe ihn ein schwerer Vorwurf und erweise sich sein Verhalten als grob-

fahrlässig (E. 6.2). 

4.3.4. Auch vorliegend fuhr der Beschuldigte los, obwohl das für ihn geltende 

Lichtsignal, vor welchem er korrekt angehalten hatte, noch nicht wieder auf grün 

stand. Es wird dem Beschuldigten nicht vorgeworfen, das Rotlicht vorsätzlich 

überfahren zu haben. Vielmehr ist aufgrund der ganzen Umstände und seinen 

Aussagen offensichtlich, dass er aus irgend einem Grund angenommen hat, die 

für ihn massgebliche Ampel habe auf grün geschaltet. Während sich der Beschul-

digte seine fehlerhafte Annahme nicht erklären kann (Urk. 2/2 S. 6 ff.; Urk. 19  

S. 2/3), mutmasst der Verteidiger, dass der Beschuldigte durch die sehr tief in  

seinem Rücken stehende Sonne irritiert gewesen sein und deshalb angenommen 

haben könnte, die Ampel stehe auf grün (Urk. 20 S. 5 ff., Urk. 44 S. 5 f.). Die Vo-

rinstanz stellt zudem in den Raum, dass der Beschuldigte versehentlich auf die  

falsche, für die geradeaus fahrenden Verkehrsteilnehmer geltende und kurz vor-

her auf grün umgeschaltene Ampel geachtet haben könnte (Urk. 28 S. 6; vgl.  

dazu Urk. 2/2 S. 6 sowie Urk. 5 und 6). So oder anders unterlag er - wie die Vo-

rinstanz schreibt - "schlicht einem Irrtum" (Urk. 28 S. 6). Wenn die Vorinstanz 

dann aber daraus ableitet, das bedeute "nicht ohne weiteres, dass jemand des-

wegen ein besonders schwerer, rücksichtsloser oder unverbesserlicher Verkehrs-

sünder" sei, so stimmt dies als theoretische Feststellung zwar, stellt aber keine 

taugliche Begründung dafür dar, weshalb das Verhalten des Beschuldigten "nicht 

als  

besonders verwerflich und damit als grob fahrlässig" zu werten sei (ebd.). Viel-

mehr wohnt der unbewussten Fahrlässigkeit ja begriffsnotwendig inne, dass der 

Täter einem Irrtum unterliegt. Wie gesehen, beruht eine Vielzahl von unbewusst 

fahrlässig begangenen Verkehrsregelverstössen gerade darauf, dass der  

Handelnde während einer gewissen Zeitspanne unaufmerksam ist und die Situa-

tion falsch einschätzt, womit einher geht, dass er die erhöhte Gefahr oder die auf-

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grund der Umstände gebotene Verhaltensalternative nicht bedacht hat. Das 

schliesst aber den Schuldvorwurf grober Fahrlässigkeit keineswegs aus (vgl.  

Erw. 4.3.2 vorstehend).  

4.3.5. Vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vielmehr 

zu prüfen, ob der Irrtum des Beschuldigten in der konkret gegebenen Situation als 

grob fahrlässig erscheint. Hiefür ist - entgegen der Vorinstanz - nicht erforderlich, 

dass der Täter "aus egoistischen Motiven, beispielsweise aus Zeitdruck,  

Ungeduld oder Leichtsinn" und somit "ohne jegliche Rücksicht auf die anderen 

Verkehrsteilnehmer" gehandelt haben muss (Urk. 28 S. 6), sondern bei Vorliegen 

der objektiven Merkmale der groben Fahrlässigkeit genügt, wenn keine besonde-

ren Umstände hinzukommen, die den Grund des momentanen Versagens erken-

nen und in einem milderen Licht erscheinen lassen (vgl. vorstehend Erw. 4.3.2). 

Wie gesehen, hat das Bundesgericht solche das Verschulden mindernden  

Umstände etwa dann als gegeben erachtet, als bei aufeinander folgenden Licht-

signalanlagen die Phasensteuerung nicht immer koordiniert und gleich angezeigt 

hatte und deshalb das Übersehen einer seit 4,4 Sekunden im Gegenlicht auf rot 

stehenden Ampel nachvollziehbar erschien, oder als ein Automobilist an einer 

übersichtlichen Einmündung einer einzelnen Strasse bei ausgesprochen ruhiger 

Verkehrslage ein seit 7,6 Sekunden auf rot stehendes Signal übersah. Vorliegend 

sind keine solchen entlastenden Umstände auszumachen. Zwar handelt es sich 

bei der Ein- und Ausfahrt der Autobahn in Richtung … bei der C._____-Strasse in 

D._____ nicht um eine derart unübersichtliche und komplizierte Kreuzung, wie sie 

etwa dem Bundesgerichtsentscheid 6P.153/2002 vom 14. März 2003 zugrunde 

lag (E. 6.2). Immerhin führen aber auf der C._____-Strasse in beiden Richtungen 

jeweils zwei Fahrspuren (eine für geradeaus und eine zum Autobahn-Zubringer) 

auf die Kreuzung zu und münden von der Autobahn her Fahrzeuge in die 

C._____-Strasse ein, wobei sie die Möglichkeit haben, sowohl in Richtung 

D._____ als auch in Richtung C._____ abzubiegen (Urk. 5). Entsprechend ist die-

se Konstellation auch nicht mit jener im Falle des BGE 118 IV 285 zu vergleichen 

und fordert demnach von den Verkehrsteilnehmern bereits eine leicht erhöhte 

Aufmerksamkeit. Entscheidend kommt nun aber hinzu, dass vorliegend keines-

wegs von einer ausgesprochen ruhigen Verkehrslage gesprochen werden kann. 

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Vielmehr stellte der rapportierende Polizeibeamte ein starkes Verkehrsaufkom-

men fest (Urk. 1 S. 4; Urk. 4, letzte Seite), was für den massgeblichen Zeitpunkt 

um 18.45 Uhr an einem Mittwochabend und mithin im "Feierabendverkehr" an be-

sagter Örtlichkeit auch als notorisch anzusehen ist. Der Beschuldigte anerkannte 

denn auch, es habe "normaler Verkehr" geherrscht, und es seien ihm sowohl 

Fahrzeuge aus Richtung D._____ entgegen gekommen, als auch habe es rechts 

neben ihm Verkehr in Richtung D._____ gehabt (Urk. 2/1 S. 2). Diese Erkenntnis-

se werden schliesslich durch die polizeilichen Unfallaufnahmen bestätigt, wo ein  

durchaus reges Verkehrsaufkommen zu erkennen ist, und zwar sowohl von und 

nach D._____ als auch - gar im Kolonnenverkehr - von der Autobahn her  

(Urk. 5 S. 1 und 2).  

Diese konkrete Verkehrssituation erlaubte dem Beschuldigten keine verminderte, 

sondern verlangte von ihm gegenteils eine erhöhte Aufmerksamkeit. Ausserorts 

(Geschwindigkeitsbeschränkung 60 km/h, Urk. 1 S. 1) im "normalen" abendlichen 

Berufsverkehr links in einen Autobahn-Zubringer abzubiegen erfordert ein Mass 

an Aufmerksamkeit, das ein Fehlverhalten wie jenes, das dem Beschuldigten  

unterlaufen ist und zur Kollision mit erheblichem Sachschaden geführt hat, aus-

schliesst - und zwar unabhängig davon, ob der Beschuldigte fälschlicherweise auf 

das Grün des für geradeaus geltenden Signals reagiert, die tief stehende Sonne 

zu einer fehlerhaften Wahrnehmung geführt oder er aus anderen, unbekannten 

Gründen die für ihn geltende Ampel auf grün geschaltet gewähnt haben sollte. 

Wenn die untergehende Sonne den Beschuldigten irritiert hätte - was dem  

Verteidiger als wahrscheinlichstes Szenario erscheint (Urk. 20 S. 5 ff.) - wäre der  

Beschuldigte überdies noch in besonderem Masse verpflichtet gewesen, sich zu 

vergewissern, ob das Signal tatsächlich auf grün gewechselt hat. Bei nur gerings-

tem Zweifel wäre er keinesfalls berechtigt gewesen, einfach zuzufahren, sondern 

hätte den Gegenverkehr beobachten müssen, womit er den herannahenden  

Unfallgegner wohl wahrgenommen und die Kollision vermutlich hätte verhindern 

können. Jedenfalls war der Beschuldigte in einer Verkehrslage unaufmerksam, 

die gerade besondere Aufmerksamkeit verlangte. Deshalb trifft ihn ein schwerer 

Vorwurf und erscheint sein Verhalten als grobfahrlässig (vgl. dazu Urteil 

6P.153/2002 des Bundesgerichts vom 14. März 2003, E. 6.2 a.E.). 

-   13   - 

4.4. Der Beschuldigte hat sich demnach der groben Verkehrsregelverletzung im 

Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig gemacht; und zwar, wie die Vorinstanz im 

Übrigen richtig erkannt hat, in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 und Art. 27 Abs. 1 

SVG sowie Art. 68 Abs. 1 und 1bis SSV. Warum die Staatsanwaltschaft der  

Auffassung ist, der Beschuldigte habe sich auch eines Verstosses gegen Art. 69 

Abs. 3 SSV schuldig gemacht (Urk. 12 S. 3, Urk. 43 S. 1), ist nicht ersichtlich und 

muss einem Irrtum entspringen. 

5. Strafzumessung 

5.1. Das Gericht misst gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB die Strafe nach dem Ver-

schulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das  

Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des be-

troffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen 

und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den  

inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder  

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Vorliegend ist die Strafe innerhalb 

des durch Art. 90 Ziff. 2 SVG zur Verfügung gestellten Strafrahmens einer  

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe festzulegen. 

5.2. In objektiver Hinsicht wiegt das Vergehen des Beschuldigten nicht mehr 

ganz leicht, ist doch das Überfahren eines Rotlichts als Missachtung einer  

elementaren, zentralen und für die Wahrung der Sicherheit im Strassenverkehr 

sehr wichtigen Regel zu werten. Dass der Beschuldigte versehentlich bei rot los-

gefahren ist, hatte denn auch einen Unfall mit erheblichem Sachschaden zur  

Folge, bei welchem es durchaus auch zu Verletzungen der Beteiligten hätte 

kommen können. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unfalleintritts war ange-

sichts des "Feierabendverkehrs" erhöht. Weshalb sich zugunsten des Beschuldig-

ten auswirken soll, dass klare Sichtverhältnisse herrschten und die Fahrbahn tro-

cken und eben war (so die Vorinstanz in Urk. 28 S. 7), ist nicht ganz einsichtig. 

Gegenteils wird das Vergehen des Beschuldigten unter diesen Umständen  

insofern vorwerfbarer, als effektiv kein Grund bestand, das Signal falsch wahrzu-

nehmen. Sollte er dagegen durch die Sonne geblendet bzw. irritiert worden sein, 

-   14   - 

hätte ihn dies zu besonders vorsichtigem Handeln anhalten sollen. Auf der  

subjektiven Seite ist dem Beschuldigten aber zugute zu halten, dass er sich  

verkehrskonform verhalten wollte und auch zu verhalten glaubte. Es ist ihm abzu-

nehmen, dass er nur deshalb losgefahren ist, weil er irrtümlicherweise gemeint 

hat, die für ihn geltende Ampel habe auf grün umgeschaltet. Insbesondere wäre 

nicht ersichtlich, dass er etwa in Eile gewesen wäre und sich einen zeitlichen Vor-

teil hätte verschaffen wollen, wie das beispielsweise in jenen Fällen gegeben ist, 

wo Fahrzeuglenker vor einem auf gelb stehenden Lichtsignal beschleunigen und 

hoffen, noch vor dem Umschalten auf rot über die Kreuzung zu kommen. Die  

subjektive Seite mindert deshalb die objektive Tatschwere etwas und lässt eine 

Einsatzstrafe im Bereich von etwa 15 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen 

erscheinen.  

5.3. Soweit die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten bekannt sind  

(Urk. 2/2 S. 2, 3; Urk. 19 S. 3; Urk. 20 S. 10), ergeben sich daraus keine Umstän-

de, welche sich wesentlich auf die Strafzumessung auswirken würden. Allerdings 

ist ihm leicht strafmindernd zuzubilligen, dass er keine Vorstrafen und einen tadel-

losen automobilistischen Leumund aufweist (Urk. 31; Urk. 10/2 und 10/5). Dies 

erscheint im Sinne der auch vom Bundesgericht in den Raum gestellten Ausnah-

me von der Regel, dass sich Vorstrafenlosigkeit grundsätzlich neutral auszu-

wirken habe (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4), beim Beschuldigten darum gerechtfertigt, 

weil sich sein Wohlverhalten über mehrere Jahrzehnte hinzog (er war zum Tat-

zeitpunkt 54-jährig) und er überdies seit mehreren Jahren jährlich zwischen 

23'000 und 30'000 Kilometer am Steuer zurücklegt (Urk. 10 S. 10; Urk. 42 S. 2). 
Nicht ins Gewicht fällt dagegen die vom Verteidiger geltend gemachte - angebli-

che - Strafempfindlichkeit (Urk. 20 S. 11). Dass der Beschuldigte beruflich auf ein 

Fahrzeug angewiesen ist, mag sein, tut indessen bei der vorliegend interessie-

renden Frage der Bemessung der Geldstrafe nichts zur Sache. Wiederum leicht 

strafmindernd ist dem Beschuldigten dann aber schliesslich sein Nachtatverhalten 

anzurechnen. So anerkannte er nach Vorhalt der Auswertung der betreffenden 

Lichtsignalanlage den Anklagevorwurf (Urk. 2/2 S. 6 ff.; Urk. 19 S. 1/2, Urk. 42  

S. 4 - wenn auch in dem Sinne "contre coeur", als er fest überzeugt war, bei grün 

-   15   - 

losgefahren zu sein), ist sich seiner Verantwortung im Strassenverkehr sehr wohl 

bewusst und zeigte sich ernsthaft reuig (Urk. 19 S. 2). 

5.4. Mit seinem Verhalten hat der Beschuldigte im Bereich der sogenannten 

Schnittstellenproblematik delinquiert und grundsätzlich sowohl den Vergehens- 

tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG als auch den Übertretungstatbestand von  

Art. 90 Ziff. 1 SVG erfüllt. Allerdings stehen diese Tatbestände in unechter  

Gesetzeskonkurrenz zueinander und konsumiert die Strafe für das Vergehen die 

Übertretung. In solchen Fällen sprechen die gesetzgeberische Zielsetzung, der 

Normzweck und die Rechtsgleichheit dafür, einen Teil der schuldangemessenen 

(bedingten, vgl. dazu nachstehend Erw. 6) Geldstrafe im Sinne von Art. 42 Abs. 4 

StGB als unbedingte Geldstrafe oder als Busse auszuscheiden und zu ver-

hängen. Leitgedanke dahinter ist, dass wer das Vergehen begeht, nicht besser 

wegkommen soll, als wer sich lediglich der konsumierten Übertretung strafbar 

macht (BGE 134 IV 82 E. 8.3). 

5.5. Die Höhe der Tagessätze wird vom Gericht nach den persönlichen und  

wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils bestimmt,  

namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen  

Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum  

(Art. 34 Abs. 2 StGB). Wie dabei genau vorzugehen ist, hat das Bundesgericht in 

BGE 134 IV 60 E. 6 festgelegt. Busse und Ersatzfreiheitsstrafe werden je nach 

den Verhältnissen des Täters so bemessen, dass dieser die Strafe erleidet, die 

seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). 

Zufolge seiner selbständigen Tätigkeit variiert das Einkommen des Beschuldigten 

recht stark. So deklarierte er 2007 ein steuerbares Einkommen von Fr. 0.–, 2008 

ein Solches von Fr. 50'000.– (Urk. 19/4) und 2009 ein Solches von Fr. 72'700.– 

(Urk. 38/3). Betreffend das Jahr 2010 erklärte er, die definitiven Zahlen lägen 

noch nicht vor, sein monatliches Nettoeinkommen habe sich jedoch zwischen 

Fr. 5'000.-- und Fr. 7'000.-- bewegt (Urk. 42 S. 3). Entsprechend gibt der  

Beschuldigte an, ein monatliches Nettoeinkommen von zwischen Fr. 0.– und  

Fr. 10'000.– zu erzielen (Urk. 38/1 S. 2; vgl. Urk. 2/2 S. 2). Er räumt ein, "natürlich 

auch viel abziehen [zu können] bei den Steuern" (Urk. 2/2 S. 3). Der Begriff des 

-   16   - 

strafrechtlichen Einkommens im Sinne von Art. 34 Abs. 2 StGB ist denn auch mit 

jenem des Steuerrechts nicht identisch, was gerade bei Selbständigerwerbenden 

von Bedeutung sein kann. Bei stark schwankenden Einkünften ist es zudem  

unvermeidlich, auf einen repräsentativen Durchschnitt der letzten Jahre abzu-

stellen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). Im Sinne der Ausführungen des Verteidigers von 

einem jährlichen Nettoeinkommen von Fr. 50'000.– (und damit einem monatlichen 

Einkommen von gut Fr. 4'000.–) auszugehen (Urk. 20 S. 10), kommt deshalb 

nicht in Frage. Als Basis ist vielmehr ein strafrechtlich relevantes Nettoeinkommen 

von monatlich Fr. 7'500.– anzunehmen. Der Beschuldigte wohnt mit seiner  

23-jährigen Tochter zusammen, welche nach Abschluss des Studiengangs  

Betriebsökonomie auf der Bachelorstufe noch bis Sommer ein Praktikum bei der 

E._____ absolviert und für deren Lebensunterhalt er aufkommt, wobei sie dem  

Beschuldigten monatlich Fr. 500.-- abgibt (Urk. 42 S. 2). Die Krankenkassen-

prämie betrage für ihn und seine Tochter monatlich Fr. 200.-- (Urk. 42 S. 3). Für 

die 4 ½-Zimmerwohnung in F._____ sowie einen Parkplatz bezahlt der  

Beschuldigte schliesslich Fr. 2'530.– im Monat (Urk. 38/2), wobei allerdings 

Wohnkosten bei der Berechnung des Tagessatzes in der Regel nicht in Abzug 

gebracht werden können (BGE 134 IV 60 E. 6.4). Vor diesem Hintergrund  

erscheint ein Tagessatz von Fr. 130.– als angemessen. Als Busse rechtfertigt sich 

eine Solche von Fr. 300.–. 

5.6. Gesamthaft ist damit der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 10 Tagess-

ätzen zu Fr. 130.– sowie einer Busse von Fr. 300.– zu bestrafen. Für den Fall der 

schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von  

2 Tagen festzusetzen (vgl. dazu BGE 134 IV 60 E. 7.3.3). 

6. Strafvollzug 

6.1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geld-

strafe (...) in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig  

erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 

abzuhalten. 

-   17   - 

6.2. Angesichts der seit Jahrzehnten bestehenden Vorstrafenlosigkeit des  

Beschuldigten, der unbewusst fahrlässigen Tatbegehung sowie seinen glaub-

haften Reuebekundungen (Urk. 19 S. 2; Urk. 42 S. 4), ist der Vollzug der vorste-

hend ausgefällten Geldstrafe ohne weiteres aufzuschieben. Eine unbedingte  

Strafe ist nicht notwendig, um den Beschuldigten von weiterer Delinquenz abzu-

halten.  

6.3. Damit verbunden ist eine Probezeit von 2 Jahren anzusetzen (Art. 44 

 Abs. 1 StGB). 

6.4. Die Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). 

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

7.1. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens - der Beschuldigte wird ankla-

gegemäss (bzw. im Sinne des Strafbefehls) schuldig gesprochen - hat der  

Beschuldigte die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens 

zu tragen (Art. 426 Abs. 1 StPO).  

7.2. Zufolge seines Unterliegens im Berufungsverfahren hat der Beschuldigte 

sodann auch die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens zu zahlen (Art. 428 

Abs. 1 StPO). 

7.3. Ausgangsgemäss entfällt schliesslich auch die Zusprechung einer Ent-

schädigung an den Beschuldigten (Art. 429 StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzel-

gericht Strafsachen, vom 7. Juni 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1.-3. (...) 

"4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.–. Allfällige weitere Aus-
lagen, insbesondere die Kosten des Vorverfahrens, bleiben vorbehalten. 

"5.-6. (...) 

 

-   18   - 

"7. (Mitteilungen) 

"8. (Rechtsmittelbelehrung)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der  

Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 

Ziff. 1 und Art. 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1bis SSV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 130.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.  

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  

2 Jahre festgesetzt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'500.--. 

6. Die Kosten des Vorverfahrens sowie der beiden gerichtlichen Verfahren 

werden dem Beschuldigten auferlegt. 

7. Dem Beschuldigten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis  
 
 

-   19   - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung  

Administrativmassnahmen (PIN-Nr.: …). 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 12. März 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. F. Bollinger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Grieder 
 
 

	Urteil vom 12. März 2012
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist der groben Verkehrsregelverletzung nicht schuldig und wird diesbezüglich freigesprochen.
	2. Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 und Art. 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1bis SSV.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine nicht aufschiebbare Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.–. Allfällige weitere Auslagen, insbesondere die Kosten des Vorverfahrens, bleiben vorbehalten.
	5. Die Kosten werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 1'200.– zugesprochen.
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei freizusprechen
	2. Eventualiter: die Berufung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis sei abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen, soweit es nicht  bereits in Rechtskraft erwachsen ist.
	3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
	1. Der Angeklagte sei der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 iVm Art. 100 Ziff. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG  sowie Art. 68 Abs. 1 SSV und Art. 69 Abs. 3 SSV schuldig zu sprechen.
	2. Der Angeklagte sei zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 130.-- sowie einer Busse von Fr. 500.-- zu verurteilen.
	3. Der Vollzug der Strafe sei bei einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben.
	Eventualiter: Bei einem Schuldspruch betreffend Art. 90 Ziff. 1 SVG sei eine  Busse von Fr. 1000.-- auszusprechen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 7. Juni 2011 wurde der  Beschuldigte vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung frei- und der fahrlässigen einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 100...
	1.2. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 21. Juni 2011 fristgerecht die Berufung an (Urk. 23) und reichte nach Zustellung des begründeten Urteils - ebenfalls fristgerecht - am 31. Oktober 2011 dem Obergericht die  Berufungserklärung ...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 12. November 2011 wurde die Berufungserklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO dem Beschuldigten übermittelt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantrag...
	1.4. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldigte mit seinem Verteidiger sowie die Staatsanwältin erschienen sind, waren weder Vorfragen zu entscheiden noch Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5). Das vorliegende Urteil erging...

	2. Umfang der Berufung
	3. Sachverhalt
	3.1. Im Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen ist zunächst der Anklagesachverhalt dahingehend zu korrigieren, als es sich bei der Strasse, auf welcher sich das dem Beschuldigten vorgeworfene Manöver abgespielt hat, nicht um die  B._____-, sondern um d...
	3.2. Im Übrigen hat der Beschuldigte den ihm vorgeworfenen Sachverhalt - im Einklang mit dem restlichen Beweisergebnis - anerkannt. Soweit er wiederholt geltend macht, er sei überzeugt gewesen, dass die Ampel auf grün geschaltet habe, und er könne sic...

	4. Rechtliche Würdigung
	4.1. Umstritten zwischen den Parteien ist, ob der Beschuldigte mit seinem  Handeln den Tatbestand von Art. 90 Ziff. 1 SVG oder Art. 90 Ziff. 2 SVG erfüllt und ob er mithin eine einfache oder grobe Verkehrsregelverletzung begangen hat. Die Vorinstanz h...
	4.2. In objektiver Hinsicht ist klar, dass der Beschuldigte eine wichtige Verkehrsvorschrift in schwerer Weise missachtet und die Sicherheit anderer ernstlich (d.h. erhöht abstrakt oder - i.c. gegeben - konkret) gefährdet hat (vgl. dazu BGE 123 IV 88 ...
	4.3. Der subjektive Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG verlangt ein schweres Verschulden bzw. bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fa...
	4.3.1. Das Bundesgericht hatte sich schon oft mit Fällen unbewusster Fahrlässigkeit bei der Missachtung von Lichtsignalen zu befassen (BGE 123 IV 88; BGE 121 IV 375; BGE 118 IV 285; BGE 118 IV 84; Urteil 6B_331/2008 vom 10. Oktober 2008; Urteil 6P.153...
	4.3.2. Allerdings wies das Bundesgericht auch darauf hin, dass je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiege, desto eher Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sei, sofern keine besonderen Gegenindizien vorlägen. Gerade beim Beachten von Li...
	4.3.3. Einen ganz ähnlichen Fall wie den Vorliegenden hatte das Bundesgericht im Entscheid 6P.153/2002 vom 14. März 2003 zu beurteilen: Hier ging es um  einen Automobilisten, der - wie der Beschuldigte - vor einer auf rot stehenden Ampel korrekt angeh...
	4.3.4. Auch vorliegend fuhr der Beschuldigte los, obwohl das für ihn geltende Lichtsignal, vor welchem er korrekt angehalten hatte, noch nicht wieder auf grün stand. Es wird dem Beschuldigten nicht vorgeworfen, das Rotlicht vorsätzlich überfahren zu h...
	4.3.5. Vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vielmehr zu prüfen, ob der Irrtum des Beschuldigten in der konkret gegebenen Situation als grob fahrlässig erscheint. Hiefür ist - entgegen der Vorinstanz - nicht erforderlich, dass...
	4.4. Der Beschuldigte hat sich demnach der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig gemacht; und zwar, wie die Vorinstanz im Übrigen richtig erkannt hat, in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 und Art. 27 Abs. 1 SVG sowie A...

	5. Strafzumessung
	5.1. Das Gericht misst gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das  Verschulden wird nach der Sch...
	5.2. In objektiver Hinsicht wiegt das Vergehen des Beschuldigten nicht mehr ganz leicht, ist doch das Überfahren eines Rotlichts als Missachtung einer  elementaren, zentralen und für die Wahrung der Sicherheit im Strassenverkehr sehr wichtigen Regel z...
	5.3. Soweit die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten bekannt sind  (Urk. 2/2 S. 2, 3; Urk. 19 S. 3; Urk. 20 S. 10), ergeben sich daraus keine Umstände, welche sich wesentlich auf die Strafzumessung auswirken würden. Allerdings ist ihm leicht st...
	5.4. Mit seinem Verhalten hat der Beschuldigte im Bereich der sogenannten Schnittstellenproblematik delinquiert und grundsätzlich sowohl den Vergehens- tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG als auch den Übertretungstatbestand von  Art. 90 Ziff. 1 SVG erf...
	5.5. Die Höhe der Tagessätze wird vom Gericht nach den persönlichen und  wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils bestimmt,  namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen  Familien- und Unterstützungspfli...
	5.6. Gesamthaft ist damit der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 130.– sowie einer Busse von Fr. 300.– zu bestrafen. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von  2 Tagen festzusetz...

	6. Strafvollzug
	6.1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe (...) in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig  erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten.
	6.2. Angesichts der seit Jahrzehnten bestehenden Vorstrafenlosigkeit des  Beschuldigten, der unbewusst fahrlässigen Tatbegehung sowie seinen glaubhaften Reuebekundungen (Urk. 19 S. 2; Urk. 42 S. 4), ist der Vollzug der vorstehend ausgefällten Geldstr...
	6.3. Damit verbunden ist eine Probezeit von 2 Jahren anzusetzen (Art. 44  Abs. 1 StGB).
	6.4. Die Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB).

	7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	7.1. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens - der Beschuldigte wird anklagegemäss (bzw. im Sinne des Strafbefehls) schuldig gesprochen - hat der  Beschuldigte die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens zu tragen (Art. 426 Abs. ...
	7.2. Zufolge seines Unterliegens im Berufungsverfahren hat der Beschuldigte sodann auch die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens zu zahlen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
	7.3. Ausgangsgemäss entfällt schliesslich auch die Zusprechung einer Entschädigung an den Beschuldigten (Art. 429 StPO).

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzelgericht Strafsachen, vom 7. Juni 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der  Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 und Art. 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 68 Abs. 1 und Abs. 1bis SSV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 130.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  2 Jahre festgesetzt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'500.--.
	6. Die Kosten des Vorverfahrens sowie der beiden gerichtlichen Verfahren werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Dem Beschuldigten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die Vorinstanz
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung  Administrativmassnahmen (PIN-Nr.: …).
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.