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**Case Identifier:** b06c3471-f77a-5602-920e-dc7eb67d2787
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.02.2024 D-1253/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1253-2024_2024-02-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1253/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang;  

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 19. Februar 2024. 

 

 

D-1253/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 6. Dezember 2023 illegal in die Schweiz 

einreiste, wobei er durch das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit 

(BAZG) mit den Personalien B._______, geboren am (…), Afghanistan, er-

fasst wurde, 

dass er hier am 11. Dezember 2023 ein Asylgesuch stellte und dabei an-

gab, am (…) geboren und somit noch minderjährig zu sein, 

dass ein am 14. Dezember 2023 durchgeführter Abgleich mit der Eurodac-

Datenbank ergab, dass der Beschwerdeführer am 7. September 2023 in 

Bulgarien um Asyl nachgesucht hatte,  

dass der Beschwerdeführer am 18. Dezember 2023 die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung mandatierte,  

dass er anlässlich der am 5. Januar 2024 durchgeführten Erstbefragung 

für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (EB UMA) erklärte, er kenne 

sein Geburtsdatum nach dem europäischen Kalender erst seit seiner An-

kunft in der Schweiz,  

dass er mit ungefähr elf Jahren eine Tazkira erhalten habe, weil er für die 

Schule in Afghanistan eine solche benötigt habe, 

dass die Schweizer Grenzbehörden bei der Einreise einfach ein Geburts-

datum aufgeschrieben hätten, ohne ihn nach seinem Alter zu fragen, 

dass er in Bulgarien kein Asylgesuch gestellt habe, sondern lediglich nach 

der Einreise registriert worden sei und die dortigen Behörden ihn ebenfalls 

nicht nach seinem Geburtsdatum gefragt hätten, 

dass dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu einem allfälligen 

Wegweisungsvollzug nach Bulgarien im Rahmen der Dublin-Bestimmun-

gen gewährt wurde und er hierbei vorbrachte, er sei dort bei Einreisever-

suchen mehrfach geschlagen worden,  

dass er seinen Gesundheitszustand betreffend angab, er habe manchmal 

(…) und seine rechte (…) schmerze aufgrund der erlittenen Schläge in Bul-

garien, 

dass er im Anschluss an die EB UMA eine Kopie seiner Tazkira einreichte, 

D-1253/2024 

Seite 3 

dass die bulgarischen Behörden am 17. Januar 2024 auf ein lnformations-

ersuchen des SEM vom 19. Dezember 2023 antworteten, der Beschwer-

deführer sei in Bulgarien mit dem Geburtsdatum (…) registriert worden, 

dass das von der Vorinstanz in Auftrag gegebene rechtsmedizinische Al-

tersgutachten vom 19. Januar 2024 in seinem Fazit festhält, in der Gesamt-

betrachtung ergebe sich ein durchschnittliches Alter des Beschwerdefüh-

rers von (…) Jahren, wobei eine Volljährigkeit nicht bewiesen werden 

könne und das vom Beschwerdeführer angegebene Alter von (…) Jahren 

und (…) Monaten innerhalb der Ergebnisse der Altersschätzung liege, 

dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 6. Februar 

2024 mitteilte, die geltend gemachte Minderjährigkeit bleibe unbelegt und 

angesichts seiner widersprüchlichen, vagen und unplausiblen Angaben 

hinsichtlich seines Alters und der Registrierung in Bulgarien und an der 

Schweizer Grenze habe er seine Minderjährigkeit nicht glaubhaft machen 

können, und die Vermutung liege nahe, er versuche, über sein tatsächli-

ches Alter zu täuschen, 

dass der Beschwerdeführer somit als volljährig betrachtet werde und das 

SEM beabsichtige, das im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS) eingetragene Geburtsdatum auf den (…) abzuändern, 

dass sein Rechtsvertreter in der Stellungnahme vom 12. Februar 2024 zu 

der dem Beschwerdeführer vom SEM gewährten rechtlichen Gehör aus-

führte, bereits die von ihm eingereichte Tazkira-Kopie stelle ein starkes In-

diz für die Minderjährigkeit dar, auch habe er in der EB UMA sein Alter 

schlüssig darlegen können, wobei die Angaben aus Bulgarien wegen der 

Defizite des dortigen Asylverfahrens nicht verwendet werden dürften und 

er gegenüber den Schweizer Grenzbehörden kein Geburtsdatum genannt 

habe, 

dass die Vorinstanz am 13. Februar 2024 die bulgarischen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) 

ersuchte, und die bulgarischen Behörden dem Übernahmeersuchen am 

16. Februar 2024 zustimmten, 

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Seite 4 

dass das SEM mit Verfügung vom 19. Februar 2024 – eröffnet am 20. Fe-

bruar 2024 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz in den 

für ihn zuständigen Dublin-Staat (Bulgarien) anordnete, den Beschwerde-

führer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen und den zuständigen Kanton (C._______) mit 

dem Vollzug der Wegweisung beauftragte,  

dass es ferner festhielt, dass im ZEMIS als Geburtsdatum laute: (…), mit 

Bestreitungsvermerk, 

dass es dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten aushändigte 

und feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen die vorliegende Verfü-

gung komme keine aufschiebende Wirkung zu,  

dass die bisherige Rechtsvertretung am 20. Februar 2024 ihr Mandat nie-

derlegte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner neu mandatierten Rechts-

vertretung vom 27. Februar 2024 gegen den Nichteintretens- und Wegwei-

sungsentscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, 

dass in dieser beantragt wurde, die Verfügung der Vorinstanz vom 

19.  Februar 2024 sei vollumfänglich aufzuheben und diese sei anzuwei-

sen, auf das Asylgesuch einzutreten,  

dass eventualiter beantragt wurde, die angefochtene Verfügung sei vollum-

fänglich aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen, 

dass subeventualiter die Vorinstanz anzuweisen sei, von den Behörden in 

Bulgarien eine konkrete, schriftliche Zusicherung einzuholen, dass ab dem 

Zeitpunkt der Ankunft in Bulgarien umgehend Obdach, Nahrung, eine adä-

quate und regelmässige medizinische sowie psychologische Behandlung 

zur Verfügung stehe (vgl. Beschwerde Ziff. 27), 

dass sodann beantragt wurde, der Beschwerde sei die aufschiebende Wir-

kung zu gewähren und die kantonalen Behörden seien entsprechend an-

zuweisen, die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs sei superproviso-

risch zu verfügen und es sei eine angemessene Frist anzusetzen, um die 

Beschwerde zu ergänzen, 

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Seite 5 

dass ferner in beantragt wurde, es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren und zufolge Mittellosigkeit auf die Erhebung von Verfahrenskos-

ten, insbesondere eines Kostenvorschusses, zu verzichten, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

27. Februar 2024 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 

AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG) und diese frist- und formgerecht 

eingereicht worden ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

weshalb darauf einzutreten ist,  

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass sich die vorliegende Beschwerde nicht gegen die Anpassung des im 

ZEMIS eingetragenen Geburtsdatums des Beschwerdeführers richtet (vgl. 

Ziff. 5 des Dispositivs der vorgenannten Verfügung), 

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Seite 6 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts 

grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 

das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.),  

dass in der Beschwerde (eventualiter) wegen Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

Rückweisung der Sache beantragt wird, weil sich das SEM unzureichend 

mit den Umständen des Asylverfahrens des Beschwerdeführers in Bulga-

rien auseinandergesetzt habe, insbesondere nicht berücksichtigt habe, 

dass sein Asylgesuch dort rechtskräftig abgewiesen worden sei, 

dass auch das Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte 

des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK, SR 0.107) nicht beachtet wor-

den sei, obwohl der Beschwerdeführer nicht mit unumstösslicher Gewiss-

heit volljährig sei (vgl. Beschwerde S. 9 f.), 

dass zudem der medizinische Sachverhalt noch nicht abschliessend ge-

klärt sei (vgl. Beschwerde, S. 4), 

dass keine Hinweise vorliegen, wonach das SEM den Sachverhalt hinsicht-

lich des Asylverfahrens in Bulgarien unvollständig abgeklärt hätte,  

dass diesbezüglich insbesondere festzuhalten ist, dass das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers in Bulgarien entgegen der Darstellung in der Be-

schwerde nicht rechtskräftig abgewiesen wurde,  

dass der Beschwerdeführer vielmehr ungefähr eine Woche nach der Re-

gistrierung seines Gesuchs ausgereist ist, ohne dass sein Asylgesuch (ma-

teriell) geprüft worden wäre, 

dass die bulgarischen Behörden seiner Wiederaufnahme gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO ausdrücklich zugestimmt haben, womit 

sie verpflichtet sind, sein Asylverfahren nach der Überstellung wiederauf-

zunehmen und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend abzu-

schliessen, 

dass sich der Beschwerdeführer wegen seiner (…) und Schmerzen an der 

(…) nicht in medizinische Behandlung begeben hat und auch sonst keine 

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Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der medizinische Sachverhalt nicht 

abschliessend erstellt worden wäre, 

dass das SEM sodann nachvollziehbar aufgezeigt hat, weshalb es die Min-

derjährigkeit des Beschwerdeführers nicht als glaubhaft erachtet,  

dass alleine der Umstand, dass das SEM nach der Würdigung der Partei-

vorbringen zu einem anderen Schluss als der Beschwerdeführer kommt, 

keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör beziehungsweise 

der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts darstellt, sondern die Frage der materiellen Würdigung be-

trifft,  

dass die formellen Rügen folglich unbegründet sind, weshalb die eventua-

liter beantragte Rückweisung an das SEM ausser Betracht fällt,  

dass entgegen den Darlegungen in der Beschwerdeschrift für die Setzung 

einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung im Sinne von Art. 53 VwVG kein 

Anlass besteht und der entsprechende Antrag abzuweisen ist, da die vor-

liegende Streitsache weder einen aussergewöhnlichen Umfang noch eine 

besondere Schwierigkeit aufweist,  

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG) und diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung 

kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), wobei im Rahmen des – hier interessie-

renden – Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) grundsätzlich 

keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.),  

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags oder nach 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2017%20VI/5

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Rückzug desselben in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt 

hat oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Auf-

enthaltstitel aufhält, nach Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder 

aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b und c Dublin-III-VO),  

dass im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre 

Anknüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig ist, in welchem der Antrag auf internatio-

nalen Schutz gestellt wird, wobei von der Situation zum Zeitpunkt der ers-

ten Antragstellung in einem Mitgliedstaat ausgegangen wird (vgl. Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO),  

dass das SEM anhand der Daten der Zentraleinheit Eurodac zu Recht die 

Zuständigkeit Bulgariens anerkannte und die bulgarischen Behörden – ge-

stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO – um Wiederaufnahme des 

Beschwerdeführers ersuchte, wobei die bulgarischen Behörden das Wie-

deraufnahmeersuchen guthiessen, womit sie die Zuständigkeit Bulgariens 

ausdrücklich anerkannten,  

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Bulgariens für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens – unter Voraussetzung der Volljährig-

keit des Beschwerdeführers – somit gegeben ist,  

dass die Minderjährigkeit von der beschwerdeführenden Person zumindest 

glaubhaft zu machen ist (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3 und 4.2.3),  

dass hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Minder-

jährigkeit der Vorinstanz zuzustimmen ist, dass seine Angaben unstimmig 

sind, 

dass sich, wie vom SEM zutreffend dargelegt, anhand des durchgeführten 

Altersgutachtens gemäss BVGE 2018 VI/3 (E. 4.2.2) keine Aussage zur 

Minder- beziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdeführers machen 

lässt,  

dass demnach die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der EB 

UMA im Zusammenhang mit seinem Alter, seiner Schullaufbahn, zum Er-

halt seiner (in Kopie eingereichten) Tazkira, seiner Registrierung in Bulga-

rien und an der Schweizer Grenze sowie zum Ausreisezeitpunkt einer Wür-

digung zu unterziehen sind,  

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dass diese Aussagen, wie vom SEM zutreffend festgestellt, widersprüch-

lich und unplausibel ausgefallen sind (vgl. act. A29, S. 6-10),  

dass den Akten entnommen werden kann, dass der Beschwerdeführer bei 

der Einreise in die Schweiz mit dem Geburtsdatum (…) registriert wurde 

und in Bulgarien mit dem Geburtsdatum (…), welche von dem fortan im 

Asylverfahren geltend gemachten Geburtsdatum ([…]) abweichen, wobei 

die ersten beiden Daten das gleiche Geburtsjahr wiedergeben und seine 

Volljährigkeit implizieren,  

dass der Beschwerdeführer diesbezüglich geltend macht, die ausländi-

schen Behörden sowie die Schweizer Grenzbehörden hätten sein Geburts-

datum jeweils willkürlich festgesetzt,  

dass es sich hierbei um pauschale Behauptungen handelt und unter diesen 

Umständen vielmehr davon auszugehen ist, die jeweils registrierten Ge-

burtsdaten würden den vom Beschwerdeführer gemachten Angaben ent-

sprechen,  

dass es sich bei der in Kopie eingereichten afghanischen Tazkira nicht um 

ein rechtsgenügendes Dokument handelt, welches die geltend gemachte 

Minderjährigkeit abschliessend zu belegen respektive die dargelegten Un-

glaubhaftigkeitselemente aufzuwiegen vermag, zumal Tazkiras – selbst bei 

Vorliegen des Originals – über keine Sicherheitsmerkmale verfügen und 

leicht fälschbar sind (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2; 2013/30 E. 4.2.2),  

dass es dem Beschwerdeführer insgesamt nicht gelungen ist, seine Min-

derjährigkeit glaubhaft zu machen und die grundsätzliche Zuständigkeit 

Bulgariens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahren be-

stehen bleibt,  

dass der Einwand des Beschwerdeführers, er sei in Bulgarien gegen sei-

nen Willen registriert worden, daran nichts zu ändern vermag, zumal sich 

die Abnahme der Fingerabdrücke von illegal einreisenden ausländischen 

Personen und Asylsuchenden auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) 

Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 

26. Juni 2013 (Eurodac-Verordnung) stützt und das Vorgehen der bulgari-

schen Behörden insoweit nicht zu beanstanden ist,  

dass das Bundesverwaltungsgericht in Bezug auf das bulgarische Asyl-

system zwar gewisse Mängel bei den Aufnahme- und Haftbedingungen 

feststellte, diese jedoch nicht als systemische Schwachstellen im Sinne 

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von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO qualifizierte, weshalb Über-

stellungen grundsätzlich zulässig sind (vgl. Referenzurteil des BVGer 

F-7195/2018 vom 11. Februar 2020 E. 6.6.1 und 6.6.7; vgl. ferner etwa Ur-

teile des BVGer D- 4680/2023 vom 30. Oktober 2023 E. 12, D-5839/2023 

vom 27. Oktober 2023 E. 8.3 und E-5821/2023 vom 27. Oktober 2023 

E. 6),  

dass sodann festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer trotz der von ihm 

geltend gemachten Problemen bei der Einreise schlussendlich in Bulgarien 

registriert sowie den dortigen Asylstrukturen zugeführt wurde und sich die 

bulgarischen Behörden auf Anfrage der Vorinstanz als für den Beschwer-

deführer zuständig erklärt haben,  

dass daher eine Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf die genannte 

Bestimmung – auch unter Berücksichtigung der Beschwerdevorbringen 

(vgl. Beschwerde, S. 5 ff.) – nicht angezeigt ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm gestellten Antrag auf internationalen Schutz 

zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kri-

terien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-

VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Selbsteintritt obligatorisch auszuüben ist, wenn völkerrechtliche 

Überstellungshindernisse vorliegen (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1), 

dass Bulgarien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und grundsätzlich davon auszugehen ist, dass es sei-

nen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt,  

dass auch anzunehmen ist, dieser Staat anerkenne und schütze die 

Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen 

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Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsa-

men Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur 

Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationa-

len Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass die Vermutung, Bulgarien halte seine völker- und gemeinschafts-

rechtlichen Verpflichtungen ein, zwar im Einzelfall widerlegt werden kann, 

es hierfür aber konkreter und ernsthafter Hinweise bedarf, die von der be-

troffenen Person glaubhaft darzutun sind, wobei die auf Beschwerdeebene 

geübte Kritik am bulgarischen Asylsystem nicht genügt, diese grundsätzli-

che Vermutung umzustossen (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.), 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die bulgarischen Behörden würden ihm nach einer Überstellung 

den Zugang zum Asyl- respektive zu einem allfälligen Wiederaufnahmever-

fahren unter Einhaltung der Regeln der Richtlinie des Europäischen Parla-

ments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen 

Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) verweigern, wobei er gegen einen all-

fälligen negativen Asylentscheid ein Rechtsmittel wird einlegen können 

(vgl. statt vieler Urteil BVGer D-2559/2022 vom 17. Januar 2023 E. 13.1.2 

m.w.H.), 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Bulgarien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement miss-

achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein 

Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-

fährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden, 

dass aus der vom Beschwerdeführer angeführten immer noch hohen Ab-

weisungsquote für Asylgesuchstellende aus Afghanistan nicht abgeleitet 

werden kann, sein Asylverfahren werde in Bulgarien nicht korrekt durchge-

führt oder die bulgarischen Behörden würden in seinem Fall den Grundsatz 

des Non-Refoulement missachten (vgl. Referenzurteil F-7195/2018 vom 

11. Februar 2020 E. 6.6.7 und E. 7.2.2), 

dass ausserdem mit den Ausführungen hinsichtlich der angeblich unzu-

mutbaren Zustände und der behaupteten Übergriffe seitens bulgarischer 

Sicherheitsbeamter nicht dargetan wird, die ihn bei einer Rückführung 

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erwartenden Bedingungen in Bulgarien seien derart schlecht, dass sie zu 

einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder 

Art. 3 FoK führen könnten,  

dass zwar angesichts der vom Beschwerdeführer geschilderten Ausfüh-

rungen nicht auszuschliessen ist, dass das Verhalten der bulgarischen 

Grenzbehörden und die Behandlung von Asylsuchenden im Rahmen der 

Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Bulgarien problematisch sein kön-

nen, aus seinen Angaben aber auch hervorgeht, dass er in Bulgarien kein 

Asylgesuch habe stellen und das Land offenbar nur als Transitland habe 

nutzen wollen,  

dass davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe dort keine einfa-

chen Umstände angetroffen, er im Falle einer Rücküberstellung jedoch 

nicht als Neuankömmling behandelt, sondern direkt in die dortigen Asyl-

strukturen aufgenommen würde, und er bei einer allfälligen vorübergehen-

den Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingungen sich an 

die bulgarischen Behörden wenden und seine Rechte notfalls auf dem 

Rechtsweg wird einfordern können, da Bulgarien ein Rechtsstaat mit funk-

tionierendem Justizsystem ist,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar-

stellen kann (vgl. BVGE 2011/9 E. 7) und die vorliegend in der EB UMA 

geltend gemachten Gesundheitsprobleme des Beschwerdeführers ([…]- 

und […]schmerzen) die Feststellung der Unzulässigkeit im Sinne der er-

wähnten Rechtsprechung nicht zu rechtfertigen vermögen (vgl. act. A14, 

S. 11), wobei dies auch für die in der Beschwerde nachträglich angeführten 

und unbelegten (…) des Beschwerdeführers gilt, 

dass Bulgarien im Übrigen über eine ausreichende medizinische Infra-

struktur verfügt und als Mitgliedstaat verpflichtet ist, dem Beschwerdefüh-

rer im Bedarfsfall die notwendige medizinische Behandlung zukommen zu 

lassen (Art. 19 Abs. 1 und 2 Aufnahmerichtlinie),  

dass demnach keine völkerrechtlichen Überstellungshindernisse beste-

hen,  

dass der Beschwerdeführer – nachdem er nicht als besonders verletzlich 

einzustufen ist – auch nicht unter die Kategorie von Personen fällt, für die 

im Kontext mit einer Überstellung nach Bulgarien allenfalls besondere Zu-

sicherungen einzuholen wären (vgl. Referenzurteil des BVGer 

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F-7195/2018 vom 11. Februar 2020 E. 6.6.5 und 7.3.2 ff.), weshalb der ent-

sprechende Subeventualtrag auf Einholung konkreter Zusicherungen von 

Bulgarien abzuweisen ist, 

dass gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts das SEM bei der An-

wendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspielraum 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) verfügt und die angefochtene Verfügung auch 

unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden ist,  

dass das SEM mithin zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

die Überstellung nach Bulgarien in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls 

zu Recht angeordnet hat,  

dass die Beschwerde nach vorstehenden Erwägungen abzuweisen und 

die Gesuche um Erlass eines superprovisorischen Vollzugsstopps, um Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sowie um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden 

sind,  

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege – ungeachtet der geltend gemachten Mittellosigkeit 

– abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwä-

gungen ergibt – als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen waren, wes-

halb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1253/2024 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Segessenmann Mareile Lettau 

 

 

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