# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70cde2be-eaf3-5584-a25f-80eb4f94d9e4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.02.2023 E-231/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-231-2021_2023-02-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-231/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Roswitha Petry;   

Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Johannes Mosimann, Advokat,  

Advokatur Gysin + Roth, 

(…),  

Beschwerdeführer,   

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 17. Dezember 2020 / N (…). 

 

 

 

E-231/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 6. Juni 2018 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 15. Juni 2018 fand die Befragung zur Person (BzP) statt. 

Dabei gab der Beschwerdeführer an, er habe früher (…) für die Liberation 

Tigers of Tamil Eelam (LTTE) (…). Deshalb habe er sein Heimatland bereits 

einmal zwischen den Jahren (…) und (…) verlassen (mit einem Visum sei 

er nach Katar gereist). Nach der Rückkehr nach Sri Lanka habe er mit sei-

ner Familie in B._______, Sri Lanka gelebt. Es habe Probleme mit unbe-

kannten Leuten gegeben. Eines Nachts seien diese zu ihm nach Hause 

gekommen, hätten seine Mutter geschlagen, ihn mitgenommen und eben-

falls geschlagen. Bei einer Rückkehr sei sein Leben gefährdet, er werde 

bedroht. Nach der erneuten Ausreise (…) 2018 sei er über mehrere Länder 

zunächst nach Spanien gelangt und dort registriert worden. Er habe den 

spanischen Behörden mitgeteilt, dass er nicht in Spanien bleiben wolle. 

Nach ein paar Tagen sei er weiter in die Schweiz gereist – sein eigentliches 

Zielland.  

Auf die Frage, wie es ihm gesundheitlich gehe, gab der Beschwerdeführer 

an, er habe schon seit früher (…).  

A.a Aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Reiseweg 

ersuchte das SEM die spanischen Behörden am (…) 2018 um Aufnahme 

des Beschwerdeführers. Diese stimmten der Übernahme nach einem 

Schriftenwechsel am (…) 2018 zu. 

A.b In der Folge trat das SEM auf das Gesuch des Beschwerdeführers mit 

Entscheid vom 13. Juli 2018 nicht ein, verfügte die Wegweisung und den 

Vollzug nach Spanien, händigte die editionspflichtigen Akten gemäss Ak-

tenverzeichnis aus und entzog einer allfälligen Beschwerde gegen diese 

Verfügung die aufschiebende Wirkung.  

A.c Das SEM registrierte den Beschwerdeführer am 30. Juli 2018 als ver-

schwunden. Der obgenannte Entscheid erwuchs unangefochten in Rechts-

kraft.  

A.d Mit Schreiben vom 24. März 2020 ersuchte der Beschwerdeführer 

durch seine damalige Rechtsvertretung das SEM um Wiederaufnahme des 

nationalen Asylverfahrens. Nach Aufforderungen des SEM meldete sich 

der Beschwerdeführer erneut beim zuständigen Kanton an. 

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A.e Da die Frist für eine Überstellung des Beschwerdeführers nach Spa-

nien abgelaufen war, hob das SEM mit Verfügung vom 27. Oktober 2020 

die Verfügung vom 13. Juli 2018 auf und nahm das nationale Asylverfahren 

wieder auf.  

B.  

Am 1. Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer vom SEM einlässlich 

zu seinen Asylgründen angehört (Art. 29 AsylG, SR 142.31).  

Dieser machte geltend, er habe (…) Jahre lang die Schule besucht. Da-

nach habe er einen Kurs als (…) absolviert und in der Folge in mehreren 

Bereichen gearbeitet. Zudem sei er eine Zeit lang als (…) für die LTTE tätig 

gewesen (ca. 2006). Nach Kriegsende (2009) habe er sich gestellt, Solda-

ten hätten ihn registriert und er sei in einem Camp gewesen. Man habe ihm 

immer wieder vorgeworfen, ein Militant zu sein, was er stets abgestritten 

habe. In dem Camp habe er als (…) gearbeitet und sei mehrmals befragt 

worden. Im Jahr (…) sei er in ein Camp in B._______ gekommen. Per Zu-

fall habe er seine Eltern getroffen. Während der (…) Monate dort sei er 

einmal vorgeladen und von Beamten des Criminal Investigation Depart-

ment einvernommen und heftig geschlagen worden. Deshalb habe er im-

mer noch (…). Seine Mutter habe den Behörden die nötigen Dokumente 

vorgewiesen, woraufhin er Entlassungspapiere erhalten habe und in sein 

Dorf habe gehen können. Dort sei er von den Sicherheitskräften schlecht 

behandelt worden, weshalb er ausgereist sei ([…]). Da sein Arbeitgeber in 

Katar unzuverlässig gewesen sei, sei er im Jahr (…) nach Sri Lanka zu-

rückgekehrt. Bei der Einreise habe er keine Probleme gehabt. In der Folge 

habe er in mehreren Bereichen gearbeitet. Zudem habe er sich wegen der 

längeren Abwesenheit monatlich in einem Camp melden und dort unter-

schreiben müssen. Am (…) November oder am (…) Dezember 2017 habe 

er anlässlich der Märtyrertage mit weiteren Personen eine Feier organisie-

ren wollen (er habe schon vorher Heldentagfeiern organisiert respektive 

daran teilgenommen). Soldaten hätten ihn beobachtet, einvernommen und 

aufgefordert, nicht an solchen Tätigkeiten teilzunehmen. Am selben Abend 

seien (…) unbekannte Personen bei ihm zuhause aufgetaucht, hätten ihn 

geschlagen, gefesselt und in einem Lieferwagen mitgenommen. Er sei 

dann in einem dunklen Raum festgehalten und misshandelt worden. Ihm 

sei vorgeworfen worden, bei den LTTE mitgemacht zu haben, und man 

habe mehr über seinen (…) wissen wollen. Am nächsten Tag sei er zu ei-

nem anderen Ort gebracht und unterwegs mit dem Tod bedroht worden. 

Die Männer hätten ihn wieder misshandelt. Schliesslich sei er in den Lie-

ferwagen geladen und nach einer weiteren Fahrt an einem Strassenrand 

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weggestossen worden. Ein Mann habe ihn gefunden, gepflegt und dann 

nach Hause gebracht. Noch am selben Tag sei er zu seinem Onkel und 

dann nach C._______, Sri Lanka gereist. Er sei nicht mehr nach Hause 

zurückgekehrt, aus Angst, nochmals mitgenommen zu werden. Im (…) 

2018 habe er sich weiter nach Colombo begeben, von wo aus er den 

Schlepper für die Auslandreise organisiert habe. Während dieser (…) Mo-

nate sei zuhause zwei oder dreimal nach ihm gefragt worden. Im (…) 2018 

sei er mit seinem Pass legal und problemlos ab Colombo per Flugzeug 

ausgereist. Im (…) 2018 hätten sich Zivilpersonen zuhause nach ihm er-

kundigt und Sachbeschädigungen begangen. Sein Vater sei tätlich ange-

gangen worden. Im (…) 2020 hätten zudem Soldaten anlässlich des Hel-

dentags eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Diese hätten sich nach ihm 

erkundigt, seine Eltern aber nicht angegriffen. Er habe Angst, in seine Hei-

mat zurückzukehren, da er dort gesucht werde. Dieselben Probleme könn-

ten sich wiederholen. Er könnte streng bestraft werden.  

Sodann habe er psychische Probleme (…). Manchmal habe er (…). Er sei 

in ärztlicher Behandlung gewesen, aktuell aber in keiner Therapie. 

Der Beschwerdeführer reichte Kopien seiner sri-lankischen Identitätskarte, 

seines Geburtsregisterauszugs, Führerscheins, Familienscheins und eines 

Spitalscheins ein. Ferner gab er Kopien eines Arztberichts und eines be-

fristeten Arbeitsunfähigkeitszeugnisses (wegen der […]) vom Mai 2020 zu 

den Akten. 

C.  

Mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. 

Gleichzeitig verfügte sie seine Wegweisung aus der Schweiz sowie dem 

Schengen-Raum und ordnete deren Vollzug an. 

D.  

Durch den rubrizierten Rechtsvertreter reichte der Beschwerdeführer ge-

gen die Verfügung des SEM eine Beschwerde vom 18. Januar 2021 beim 

Bundesverwaltungsgericht ein. Er beantragte, die Verfügung des SEM vom 

17. Dezember 2020 sei aufzuheben und dieses sei anzuweisen, ihm in der 

Schweiz Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und 

die Angelegenheit zur Neubeurteilung ans SEM zurückzuweisen; subeven-

tualiter seien Dispositivziffern vier und fünf der Verfügung des SEM aufzu-

heben und dieses sei anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen. Weiter er-

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suchte er um Gewährung des Replikrechts, der unentgeltlichen Prozess-

führung und Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses. 

Der Beschwerde wurden zwei Berichte der Schweizerischen Flüchtlings-

hilfe (SFH) zu Sri Lanka vom 10. April 2020 sowie eine Bestätigung der 

zuständigen Sozialhilfebehörde vom 15. Mai 2020 beigelegt.  

E.  

Mit Schreiben vom 21. Januar 2020 (recte: 2021) reichte der Beschwerde-

führer eine aktuelle Fürsorgebestätigung vom 4. Januar 2021 nach. 

F.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Januar 

2021 wurden die Aussichtslosigkeit der erhobenen Rechtsbegehren fest-

gestellt sowie die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung und Rechtsverbeiständung und um Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses abgewiesen. Der Beschwerdeführer wurde zudem 

zur Leistung eines Kostenvorschusses aufgefordert, welcher innert Frist 

beim Gericht einging.  

G.  

Mit Eingabe vom 25. Februar 2021 reichte der Beschwerdeführer einen 

Arztbericht vom 17. Februar 2021 ein, welcher aufzeige, dass er an einer 

(…) leide. Weiter sei zu berücksichtigen, dass eine (…) bestehe. Bei einer 

Rückkehr sei eine (…) zu befürchten. Weitere Symptome würden ein men-

schenwürdiges Leben in Sri Lanka verunmöglichen. Eine Wegweisung 

wäre damit existenziell gefährdend und sei deshalb unzulässig bezie-

hungsweise unzumutbar.  

H.  

Mit Schreiben vom 9. Juni 2021 wies der Beschwerdeführer auf den Tod 

seines Vaters hin und reichte entsprechende Beilagen in Kopie ein (Todes-

bescheinigung und -anzeige, Bilder zum Unfall des Vaters). 

Am 24. Juni 2021 wurden Übersetzungen der Todesbescheinigung und der 

Anzeige nachgereicht. 

I.  

Ein weiterer Arztbericht vom 24. Juni 2021 wurde mit Schreiben vom 

30. Juni 2021 zu den Akten gegeben.  

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Seite 6 

J.  

Mit Instruktionsverfügung vom 4. August 2021 wurde die Vorinstanz um 

Einreichung einer Vernehmlassung ersucht.  

K.  

Die Vernehmlassung vom 31. August 2021 wurde dem Beschwerdeführer 

am 3. September 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt.  

L.  

Dieser reichte eine Stellungnahme vom 6. September 2021 sowie weitere 

Belege zum Tod seines Vaters ein.  

M.  

Mit Eingabe vom 5. Dezember 2021 (recte: 2022) gelangte der Beschwer-

deführer mit weiteren Ausführungen ans Gericht und gab drei Fotografien 

von sich zu den Akten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu diesem Zeit-

punkt gültige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-

rung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz stufte die Vorbringen des Beschwerdeführers als un-

glaubhaft sowie nicht asylrelevant ein (Art. 7 und 3 AsylG). 

5.1.1 Der Beschwerdeführer habe angegeben, in einem Camp gewesen 

und im Jahr (…) entlassen worden zu sein. Die sri-lankischen Behörden 

hätten junge tamilische Männer nach dem Krieg einem Screening hinsicht-

lich Engagements für die LTTE unterzogen und diese gegebenenfalls in die 

Rehabilitation geschickt. Dies sei beim Beschwerdeführer offenbar nicht 

der Fall gewesen. Er sei nach dem Aufenthalt in einem Camp ohne weitere 

Auflagen nach Hause entlassen worden. Somit werde er nicht als Person 

betrachtet, die in einem LTTE-Zusammenhang gestanden habe. Er habe 

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angegeben, lediglich einige (…) für die LTTE ausgeführt zu haben, mut-

masslich als Jugendlicher. Angesichts der geringfügigen Tätigkeiten und 

des Umstands, dass die Behörden nicht gegen den Beschwerdeführer vor-

gegangen seien, bestünden Vorbehalte, dass man ihn im (…) 2017 plötz-

lich hätte mitnehmen und ihm den Vorwurf hätte machen sollen, bei der 

LTTE mitgemacht zu haben. Diese Mitnahme enthalte zudem Unglaubhaf-

tigkeitselemente. Der Beschwerdeführer habe wider Erwarten nicht ge-

wusst, ob er von der Polizei, der Armee oder sonst Unbekannten zuhause 

mitgenommen worden sei. Auch habe er die Personen nicht angemessen 

beschrieben (SEM-Akte A39 [recte: A41] F71). Weiter habe er erklärt, er 

sei mit einem (…) geschlagen worden, aber auch angegeben, mit verbun-

denen Augen in einem dunklen Raum eingesperrt gewesen zu sein. Die 

Frage, was er in der Zeit der Gefangenschaft mit seinen Sinnen mitbekom-

men habe, habe er sodann nicht adäquat beantwortet (SEM-Akte A39 

[recte: A41] F52, 67 ff.). Ein Beschrieb seiner Eindrücke oder Angaben zu 

Wahrnehmungen fehlten, obwohl solches habe erwartet werden können. 

Auch Unterschiede zwischen den beiden Festhaltungsorten habe der Be-

schwerdeführer nicht benennen können. Es falle auf, dass er sämtliche 

weiterführenden Fragen zur Haft und deren Begleitumständen nicht habe 

beantworten können und bei jeder Antwort sofort wieder auf die Beschrei-

bung der angeblichen Misshandlungen ausgewichen sei. Sein Aussage-

verhalten hinterlasse das Bild, dass es sich bei der Beschreibung der Ge-

fangenschaft um eine Begebenheit handle, die einstudiert worden sei. Fra-

gen ausserhalb des Ereigniskonstrukts hätten deshalb nicht beantwortet 

werden können. Bei Tatsächlichkeit der Begebenheit hätte dies jedoch 

ohne weiteres möglich sein müssen. Der Hinweis des Beschwerdeführers, 

man habe ihn nach der Freilassung zwei oder drei Mal gesucht, könne so-

dann nicht geglaubt werden. Man hätte ihn nicht freigelassen, um ihn da-

nach gleich wieder zu suchen. Insgesamt hielten seine Vorbringen den An-

forderungen an die Glaubhaftigkeit somit nicht stand.  

5.1.2 Der Beschwerdeführer habe wie aufgezeigt nicht glaubhaft gemacht, 

vor der Ausreise flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen 

ausgesetzt gewesen zu sein. Nach Kriegsende habe er (…) Jahre und 

nach der Rückkehr aus Katar im Jahr (…) weitere (…) in Sri Lanka gelebt. 

Allfällige im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten folg-

lich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden auszu-

lösen vermocht. Der Beschwerdeführer habe sein Heimatland mit seinem 

eigenen Pass über den streng kontrollierten Flughafen Colombos verlas-

sen. Aufgrund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb er bei einer 

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Rückkehr nun in den Fokus der Behörden geraten und in flüchtlingsrecht-

lich relevanter Weise verfolgt werden sollte. An dieser Einschätzung könn-

ten auch die Präsidentschaftswahl im Jahr 2019 und deren Folgen nichts 

ändern. Hinweise auf eine Verschärfung der persönlichen Situation des Be-

schwerdeführers aufgrund dessen seien nicht ersichtlich. Mithin seien die 

Anforderungen an eine begründete Verfolgungsfurcht nicht gegeben. Es 

bestehe kein Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer werde bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in ab-

sehbarer Zukunft flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen 

ausgesetzt sein. Die eingereichten Kopien von Dokumenten seien 

schliesslich zum Beweis untauglich. Diese würden sich hauptsächlich auf 

die Identität des Beschwerdeführers beziehen. Der Spitalschein sei zudem 

unleserlich. Demzufolge erfülle der Beschwerdeführer die Flüchtlingsei-

genschaft nicht und sein Asylgesuch sei abzulehnen. 

5.2 Der Beschwerdeführer brachte hiergegen in der Beschwerdeschrift vor, 

die Vorinstanz verkenne seine Vorbringen und die klaren aktenkundigen 

Zusammenhänge. Er habe nicht geltend gemacht, er sei im Jahr 2017 al-

lein wegen der (…) verschleppt worden. Vielmehr habe seine Entführung 

darauf beruht, dass er im Jahr 2017 Gedenkfeiern für seinen verschleppten 

(…) organisiert habe. Deshalb habe man ihn verdächtigt, an der Wieder-

belebung der LTTE mitzuwirken (SEM-Akte A41 F52, 64). Repressionen 

gegen Teilnehmer an Gedenkveranstaltungen seien ein Gefährdungsmo-

ment. Verfolgungsmassnahmen fänden oftmals extralegal durch Entfüh-

rungen mit Lieferwagen und Folterungen statt. Die Zusammenhänge, wes-

halb es zur Verschleppung im Jahr 2017 gekommen sei, seien somit klar. 

Seine Schilderungen seien substantiiert und plausibel, nicht unglaubhaft. 

Für Verfolgungsmassnahmen in Sri Lanka kämen diverse Akteure in Frage, 

die oftmals in zivil auftreten würden. Es sei daher völlig normal, dass er 

nicht wisse, welche Akteure genau ihn entführt hätten. Weiter habe er nicht 

gesagt, seine Augen seien jederzeit verbunden gewesen. Und er könne 

den Gegenstand, mit dem er geschlagen worden sei, auch an dessen 

sonstiger Beschaffenheit mit verbundenen Augen erkannt haben. Nach An-

gaben zu Wahrnehmungen habe ihn die Vorinstanz nicht gefragt, weshalb 

es treuwidrig sei, ihm nachträglich vorzuwerfen, hierzu nichts ausgeführt 

zu haben. Für ihn sei es nicht einfach gewesen zu beurteilen, welche Er-

lebnisse er in welcher Ausführlichkeit hätte darlegen sollen. Er habe den 

Schwerpunkt auf die sehr detailliert, plausibel und widerspruchsfrei ge-

schilderten Misshandlungen gelegt und auch die sexualisierte Folter be-

schrieben (SEM-Akte A41 F52, 73, 81), obwohl dies in der tamilischen Kul-

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tur tabuisiert sei. Ausschweifende Erzählungen würden ohnehin in der Re-

gel unterbunden. Der Einwand, es mache keinen Sinn, dass nach seiner 

Freilassung nach ihm gesucht worden sei, gehe fehl. Für Einschüchte-

rungsmassnahmen in repressiven Systemen sei es typisch, dass ein Ver-

folgter misshandelt, freigelassen und wiederum neu eingeschüchtert 

werde. Die Vorinstanz habe behauptet, er habe Fragen zur Haft und deren 

Begleitumständen nicht beantworten können. Dabei habe sie es unterlas-

sen, seine Schilderungen zu den Misshandlungen zu prüfen. Es sei nach-

vollziehbar, dass er diese viel genauer wahrgenommen und sich daran er-

innert habe, als die für ihn damals unwichtigen Begleitumstände und sinn-

lichen Wahrnehmungen. Weiter erfüllten die erlittenen Folterungen zweifel-

los die Intensität (Art. 3 AsylG) und seien dem sri-lankischen Staat zuzu-

rechnen. Sie seien aufgrund unterstellter LTTE-Verbindungen, nachdem er 

Gedenkveranstaltungen organisiert habe, erfolgt, weshalb er einer Risiko-

gruppe angehöre und begründete Furcht vor weiterer Verfolgung habe. 

Dies gelte umso mehr, als es sich um schwere Menschenrechtsverletzun-

gen handle. Daran ändere die Ausreise über den Flughafen Colombo 

nichts. Es sei bekannt, dass die dortigen Behörden korrupt seien und die 

Schlepper Beziehungen hätten, weshalb eine Ausreise im Einzelfall mög-

lich sein könne, ohne dass darauf auf mangelnde Verfolgungsgefahr ge-

schlossen werden könne. Seine Rückkehr aus der Schweiz, ein Land mit 

grosser tamilischer Diaspora, akzentuiere seine Gefährdungssituation zu-

dem noch zusätzlich. Insgesamt erfülle er daher die Flüchtlingseigen-

schaft, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei.  

5.3 In seiner weiteren Eingabe vom 9. Juni 2021 gab der Beschwerdefüh-

rer an, am (…) 2021 seien bei seinem Elternhaus unbekannte Personen 

erschienen und hätten seiner für ein Verhör habhaft werden wollen. Sie 

hätten seinen Vater geschlagen und mit dem Tod bedroht, falls er nicht bei 

ihnen erscheine. Zwei Tage danach sei der Vater auf dem (…) von einem 

Auto überfahren worden und später im Spital verstorben. Es liege auf der 

Hand, dass diese zwei Vorfälle zuhause zusammenhingen und der Vater 

in Verwirklichung der Drohungen umgebracht worden sei. Der Vater sei in 

Reflexverfolgung umgebracht worden, was zeige, wie gefährdet er in Sri 

Lanka wäre. Ihm drohe offenkundig eine asylrelevante Verfolgung. 

5.4 Die Vorinstanz nahm hierzu Stellung und führte aus, der Beschwerde-

führer habe an der BzP und an der Anhörung seine Probleme im Jahr 2017 

in Bezug zu seinen (…) für die LTTE gesetzt. Zum Tod seines Vaters sei 

festzuhalten, dass sich die Asylvorbringen des Beschwerdeführers als un-

glaubhaft erwiesen hätten. Eine Reflexverfolgungsmassnahme sei daher 

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Seite 11 

in Frage zu stellen. Vielmehr dürfe es sich um einen bedauerlichen Ver-

kehrsunfall gehandelt haben, ohne Bezug zu den Ausreisegründen des Be-

schwerdeführers. 

5.5 Der Beschwerdeführer erklärte, die Vernehmlassung der Vorinstanz 

beruhe auf einem Zirkelschluss. Der Tod dürfte gerade kein Verkehrsunfall 

gewesen sein. Dieser sei nicht isoliert zu betrachten, in die Beweiswürdi-

gung miteinzubeziehen und stärke die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen.  

5.6 Mit der weiteren Eingabe vom Dezember 2022 gab der Beschwerde-

führer drei Fotografien ein, die ihn an einem Märtyrertag vom 26. und 

27. November 2022 zeigten. Es handle sich um den wichtigsten Feiertag 

der politisch aktiven tamilischen Diaspora. Er habe sein politisches Enga-

gement mittlerweile wiederaufgenommen, nachdem ihm dies zeitweise aus 

gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen sei. Bereits in der Hei-

mat sei er an der Organisation von solchen Tagen beteiligt gewesen. Heute 

sei er beim «D._______» tätig und helfe bei solchen Veranstaltungen. Die 

Exil-Diaspora werde überwacht. Dies gelte umso mehr für Personen wie 

ihn, die bereits konkret im Verdacht der LTTE-Unterstützung gestanden 

hätten. Sein politisches, öffentlich exponiertes Engagement verdeutliche 

die Glaubhaftigkeit seiner politischen Tätigkeit in Sri Lanka und stelle ein 

Gefährdungsmoment dar, da er von den sri-lankischen Behörden nun 

(noch mehr) als Unterstützer der LTTE wahrgenommen werde.  

6.  

6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass der aktenkundige Sachverhalt (vgl. 

oben) erste Zweifel an einer bestehenden asylrelevanten Verfolgungsge-

fahr im Heimatland des Beschwerdeführers erweckt. Denn obwohl er die 

Möglichkeit gehabt hätte, bei den spanischen Behörden um Asyl nachzu-

suchen, hat er diesen erklärt, er wolle nicht in Spanien bleiben. Daraufhin 

ist er weiter in die Schweiz gereist, um hier ein Asylgesuch einzureichen 

(SEM-Akte A7 S. 6 f.). Sodann hat er die Schweiz trotz rechtskräftigen 

Wegweisungsentscheids nicht verlassen und ist untergetaucht, bis er das 

SEM, unter Hinweis auf die abgelaufene Frist für eine Überstellung nach 

Spanien, um die Durchführung eines nationalen Asylverfahrens ersuchte.  

6.2 Weiter kommt das Gericht nach Durchsicht der Akten zum Schluss, 

dass die vorinstanzlichen Erwägungen zu bestätigen sind. Die Ausführun-

gen auf Beschwerdeebene vermögen der vorinstanzlichen Einschätzung 

nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. 

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Seite 12 

6.2.1 Der Beschwerdeführer hat dargelegt, er habe sich nach Kriegsende 

(2009) gestellt, sei von den sri-lankischen Behörden registriert worden und 

in zwei Camps gewesen. Einmal oder mehrmals sei er einvernommen wor-

den. Nach seinem Aufenthalt in den Camps sei er mit entsprechenden Do-

kumenten entlassen worden (SEM-Akte A41 F48, 86, 88). Dass ihm zu 

diesem Zeitpunkt eine Verbindung zu den LTTE angelastet worden wäre, 

ist mithin nicht anzunehmen, wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt 

wurde. Dem Beschwerdeführer war es in der Folge problemlos möglich, 

sich einen Reisepass ausstellen zu lassen, nach Katar aus- ([…]) und spä-

ter wieder nach Sri Lanka einzureisen ([…]; SEM-Akten A7 S. 4, A41 F17, 

54). Seine Rückkehr spricht gegen eine zu dem Zeitpunkt bestehende 

Furcht vor Verfolgung. Auf die Frage, ob es nach seiner Rückkehr bis zum 

Vorfall im Jahr 2017 Vorkommnisse gegeben habe, erklärte der Beschwer-

deführer einzig, er habe sich aufgrund seines Auslandaufenthalts regel-

mässig bei einem Camp in der Nähe seines Heimatorts melden müssen, 

was reibungslos funktioniert habe (SEM-Akte A41 F55–58). Nach dem Ge-

sagten ist mithin auch nicht ersichtlich, dass nach seiner Rückkehr nach 

Sri Lanka ein behördliches Interesse an seiner Person hätte bestehen sol-

len, namentlich aufgrund einer LTTE-Verbindung (gemäss Angaben des 

Beschwerdeführers (…) im Jahr 2006, SEM-Akte A41 F47 f.). Erst im Jahr 

2017 – am Märtyrertag ([…] November) oder am (…) Dezember (SEM-

Akte A41 F52, 62, 107), das Ereignisdatum vermag der Beschwerdeführer 

nicht einheitlich anzugeben – sei er nach einer Kontrolle durch Soldaten 

nachts von Unbekannten für einen Tag mitgenommen und misshandelt 

worden. Entgegen seiner Darlegung in der Beschwerdeschrift hat er die 

Entführung an den Befragungen klar in einen Zusammenhang mit seiner 

behaupteten früheren Tätigkeit für die LTTE gestellt (SEM-Akten A7 S. 7, 

A41 F64, 76, 92), und nicht vordergründig mit einer angeblichen Organisa-

tion von oder der Teilnahme an Gedenkfeiern. Weshalb ihn (…) unbe-

kannte Personen nach dem Gesagten plötzlich wegen seiner Vergangen-

heit hätten angehen sollen, kann er nicht verständlich darlegen und ist auch 

nicht zu erkennen. Der Hinweis in der Beschwerdeschrift, man habe ihn 

wegen der Organisation einer Feier verdächtigt, an der Wiederbelebung 

der LTTE mitzuwirken, überzeugt nicht. Daran vermögen die eingereichten 

Berichte der SFH nichts zu ändern, zumal diese keinen konkreten Bezug 

zum Beschwerdeführer aufweisen. Hinzu kommt, dass er die angeblichen 

Organisationen nur äusserst knapp und unsubstantiiert darlegt (SEM-Akte 

A41 F31, 52, 64). Sodann hat er zwar längere Schilderungen zum Umgang 

mit ihm während der behaupteten Mitnahme gemacht, dies aber ohne hin-

reichend persönlich geprägte Wahrnehmungen oder substantiierte Detail-

E-231/2021 

Seite 13 

angaben (SEM-Akte A41 F52, 65 ff.), wie dies bei einer selbst erlebten Ent-

führung mit Todesdrohung zu erwarten gewesen wäre. Das Geschilderte 

könnte zudem – wenn überhaupt – von Erfahrungen im Zusammenhang 

mit dem Aufenthalt in den Camps im Jahr (…) herrühren (SEM-Akte A41 

F48, 65, 77). Die Vorinstanz hat die Ausführungen des Beschwerdeführers 

insgesamt gewürdigt und zu Recht darauf hingewiesen, dass er bei Rück-

fragen zur behaupteten Entführung ausgewichen ist und keine vertieften 

oder detaillierten Angaben (namentlich zu seinen Wahrnehmungen) hat 

machen können (SEM-Akte A41 F67 ff.). Auch durch wen er entführt wor-

den sein will oder wo man ihn nach einem Tag wieder freigelassen habe, 

kann der Beschwerdeführer nicht benennen (SEM-Akte A41 F52, 60, 65). 

Der Vorfall kann mithin nicht geglaubt werden. Von wem er nach der Frei-

lassung nochmals gesucht worden sei, ist dem Beschwerdeführer eben-

falls nicht klar (SEM-Akte A41 F85). Ausreichend Grund für seine Befürch-

tung, erneut belangt und wegen seiner Hilfe für die Militanten streng be-

straft zu werden (SEM-Akte A41 F93 f.), besteht mithin nicht. Schliesslich 

vermochte der Beschwerdeführer das genaue Datum seiner legal erfolgten 

Ausreise nicht anzugeben (gemäss BzP am (…) 2018, gemäss Anhörung 

erst im (…) 2018, SEM-Akten A7 S. 5 f., A41 F27, 102 ff.). Entgegen seiner 

Darlegung zeigt die problemlose Ausreise mit seinem eigenen Pass auf, 

dass seitens der sri-lankischen Behörden nichts gegen ihn vorlag. Daran 

vermag der angegebene Beizug eines Schleppers nichts zu ändern (vgl. 

Urteil des BVGer E-3263/2020 vom 28. Dezember 2022 E. 9.1). Insgesamt 

ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen glaubhaft darzulegen, 

sein Heimatland (…) 2018 aufgrund einer asylrechtlich relevanten Verfol-

gung(-sgefahr) verlassen zu haben. Im Zeitpunkt seiner Ausreise erfüllte er 

die Flüchtlingseigenschaft mithin nicht.  

6.2.2 Weshalb er im (…) 2021 wiederum durch unbekannte Personen hätte 

gesucht werden sollen, ist nach dem Gesagten und einzig aufgrund der 

Aussage des Beschwerdeführers nicht zu erkennen. Der von ihm vermu-

tete Zusammenhang zwischen ihm respektive seiner (unglaubhaft darge-

legten) Verfolgungssituation und dem Tod seines Vaters (nach einem Ver-

kehrsunfall, vgl. mit Eingabe vom 6. September 2021 eingereichter Auszug 

aus dem Todesregister) geht aus seinen Ausführungen sowie den einge-

reichten Beweismitteln nicht hervor. Dieses Vorbringen ist daher – entge-

gen der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht geeignet, auf eine ihm dro-

hende asylrelevante Verfolgung hinzuweisen. 

E-231/2021 

Seite 14 

6.3 Zu prüfen bleibt, ob aufgrund des Profils des Beschwerdeführers eine 

begründete Furcht vor künftiger Verfolgung im Falle einer Rückkehr nach 

Sri Lanka anzunehmen ist.  

6.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-

fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Zur Beurteilung des Risi-

kos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaf-

tung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risikofaktoren identifi-

ziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Ver-

bindung zu den LTTE, ein Eintrag in der «Stop-List» und die Teilnahme an 

exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobegrün-

dende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten Um-

ständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begründe-

ten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher 

Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine ge-

wisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegrün-

dende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden 

Risikofaktoren erfüllten, habe nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinn von Art. 3 AsylG 

zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden bestrebt sei, 

den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so den sri-

lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten Risikofak-

toren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Namen in der 

am Flughafen in Colombo abrufbaren «Stop-List» vermerkt seien und de-

ren Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen Straf-

registereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten 

Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri-lankische 

Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt hätten (vgl. 

a.a.O. E. 8.5.5). Diese Rechtsprechung ist auch in Anbetracht der aktuellen 

Ereignisse in Sri Lanka weiterhin ausschlaggebend. 

6.3.2 Wie oben dargelegt, konnte der Beschwerdeführer nicht überzeu-

gend aufzeigen, aufgrund der angegebenen früheren Hilfsarbeiten für die 

LTTE asylbeachtliche Verfolgungsmassnahmen erlebt zu haben. Er hat 

sein Heimatland im Jahr (…) legal verlassen und ist im Jahr (…) freiwillig 

und problemlos zurückgekehrt. Politische Aktivitäten im Heimatland hat er 

nicht geltend gemacht beziehungsweise die Organisation oder Teilnahme 

an Gedenkveranstaltungen nicht überzeugend dargetan. Bis auf die un-

glaubhafte Mitnahme (…) 2017 durch unbekannte Personen gab er keine 

E-231/2021 

Seite 15 

asylrelevanten Behelligungen an, welche ihn zur erneuten legalen Ausreise 

(…) 2018 bewogen hätten. Dass er von den sri-lankischen Behörden als 

Anhänger der LTTE mit separatistischem Gedankengut wahrgenommen 

worden wäre und ein Verfolgungsinteresse bestanden hätte, kann folglich 

nicht angenommen werden. Weshalb er nun bei einer erneuten Wiederein-

reise in den Fokus der Behörden geraten und eine Verfolgung zu befürch-

ten hätte, ist entgegen seiner Befürchtung nicht festzustellen. Die im De-

zember 2022 behaupteten niederschwelligen exilpolitischen Aktivitäten 

sind nicht für die Annahme geeignet, er könnte seitens der sri-lankischen 

Behörden heute als Person gesehen werden, die bestrebt ist, den tamili-

schen Separatismus wiederaufleben zu lassen. Der Beschwerdeführer 

zeigte nicht auf, inwiefern oder seit wann er beim angegebenen Komitee 

tätig sein will. Die eingereichten Fotografien nennen weder Aufnahmeort 

noch -datum. Weshalb die sri-lankischen Behörden von einer Teilnahme 

des Beschwerdeführers an einer Veranstaltung (mutmasslich in der 

Schweiz) oder diesen Aufnahmen wissen sollten, ist ebenfalls nicht zu er-

blicken. Aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehrende tamilische Asyl-

suchende sind sodann nicht per se einer ernstzunehmenden Gefahr aus-

gesetzt, bei ihrer Rückkehr ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG 

zu erleiden, sondern nur dann, wenn die sri-lankischen Behörden das Ver-

halten der zurückkehrenden Person mutmasslich als staatsfeindlich einstu-

fen. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt.  

Dies gilt auch unter Berücksichtigung der politischen Lage in Sri Lanka. Es 

ist weder aus der Situation seit dem Machtwechsel im Jahr 2019 noch aus 

der aktuellen Lage in Sri Lanka eine Gefährdung des Beschwerdeführers 

abzuleiten. Die Wahl am 20. Juli 2022 von Ranil Wickremesinghe zum 

Nachfolger des abgetretenen Gotabaya Rajapaksa als neuer Staatspräsi-

dent ändert vorerst nichts an der bisherigen Lageeinschätzung, ist dieser 

doch Teil der alten politischen Elite (vgl. u.a. Urteil des BVGer E-4403/2020 

vom 26. Januar 2023 E. 6.7.2 m.w.H.).  

6.4 Insgesamt ist auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einem erhöhten Verfolgungsrisiko 

ausgesetzt wäre und ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG 

zu befürchten hätte. Das SEM hat demnach zu Recht festgestellt, dass er 

die Flüchtlingseigenschaft insgesamt nicht erfüllt, und sein Asylgesuch ab-

gelehnt. 

7.  

E-231/2021 

Seite 16 

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). Wie die Vorinstanz festgestellt hat, kommt dem Beschwerdeführer 

keine Flüchtlingseigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschie-

bungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher 

nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach 

den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen 

(Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

8.2.1 Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Ak-

ten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaf-

fung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. 

E-231/2021 

Seite 17 

8.2.2 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. 

EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Beschwer-

de Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 2011, Be-

schwerde Nr. 41178/08; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, 

Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 

17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07; Rechtsprechung bestätigt in J.G. 

gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). 

Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon 

auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-

handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die 

Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hät-

ten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse, verschiedene As-

pekte – welche im Wesentlichen durch die im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind (vgl. 

EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94) – in Betracht gezogen werden. 

8.2.3 Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass 

er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksam-

keit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten 

Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, 

ihm würde eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen.  

8.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht sieht sodann keinen Grund zur An-

nahme, dass sich die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka kon-

kret auf den Beschwerdeführer auswirken könnten. Die allgemeine Men-

schenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heu-

tigen Zeitpunkt weiterhin nicht als generell unzulässig erscheinen und der 

Beschwerdeführer macht keine individuellen Merkmale glaubhaft, welche 

eine Unzulässigkeit des Vollzugs begründen könnten (zu den medizini-

schen Vorbringen siehe unten). 

8.2.5 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich 

nach dem Gesagten als zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

E-231/2021 

Seite 18 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1  

8.3.1.1 Das SEM führte hierzu insbesondere aus, der junge Beschwerde-

führer stamme aus der Nordprovinz und habe an seinem ursprünglichen 

Wohnort seine Familie. Somit sei er bei einer Rückkehr nicht auf sich al-

leine gestellt. Er sei in der (…) tätig gewesen und könne beispielsweise 

wieder in diesem Bereich arbeiten. Seine angegebenen gesundheitlichen 

Schwierigkeiten erschienen nicht dergestalt, um vom Vollzug der Wegwei-

sung abzusehen. Er könne diese gegebenenfalls auch in der Heimat be-

handeln. 

Ergänzend gab das SEM an, die im Arztbericht diagnostizierten Probleme 

könnten auf Ursachen zurückgehen, die in keinem Zusammenhang mit den 

– als unglaubhaft bewerteten – Asylvorbringen stünden. Weiter sei eine 

psychologisch/psychiatrische Behandlung im Heimatland des Beschwer-

deführers auch möglich, sollte er diese nach der Rückkehr benötigen. Trotz 

gewisser Mängel sei die medizinische Versorgung in Sri Lanka grundsätz-

lich gewährleistet (unter Nennung mehrerer Anlaufstellen).  

8.3.1.2 Der Beschwerdeführer erachtete einen Wegweisungsvollzug auf-

grund seines Gesundheitszustands als unzumutbar (vgl. Sachverhalt 

Bstn. G und I). Ein menschenwürdiges Leben in Sri Lanka würde ihm we-

gen einer (…) und weiterer Symptome verunmöglicht. Damit sei ein Vollzug 

existenziell gefährdend.  

8.3.2 In Sri Lanka herrscht aktuell weder Krieg noch Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Der Vollzug der Wegweisung in die Nordpro-

vinz ist gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zumutbar, wenn 

das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Exis-

tenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie 

Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht 

werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 E. 13.2). An diesen Leitlinien ändern die Situation nach dem Macht-

wechsel im Jahr 2019 oder die aktuelle Lage in Sri Lanka nichts (vgl. u.a. 

Urteil des BVGer D-374/2020 vom 16. Januar 2023 E. 8.5.2 m.w.H.). 

8.3.3 Der junge Beschwerdeführer stammt aus der Nordprovinz (Nähe 

E._______) und verfügt über Schul- und Berufsbildung. Er kann auf Ar-

beitserfahrung in mehreren Bereichen im In- und Ausland zurückgreifen. 

E-231/2021 

Seite 19 

Ferner hat er in der Heimat mit seiner Mutter und Geschwistern, die in ei-

nem eigenen Haus wohnhaft sind, und weiteren Verwandten ein tragfähi-

ges familiäres Beziehungsnetz (SEM-Akten A7 S. 4, A41 F21, 40, 44, 46, 

49). Es ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer – bei Be-

darf mit Unterstützung seiner Familie – im Heimatland sozial und wirt-

schaftlich reintegrieren und sich eine Lebensgrundlage wird aufbauen kön-

nen.  

8.3.4 In Bezug auf die geltend gemachten medizinischen Vorbringen ist 

festzuhalten, dass aus gesundheitlichen Gründen nur dann auf Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ge-

schlossen werden kann, wenn eine dringend notwendige medizinische Be-

handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die fehlende Mög-

lichkeit der (Weiter-)Behandlung bei einer Rückkehr zu einer raschen und 

lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands, zur In-

validität oder gar zum Tod der betroffenen Person führt. Unzumutbarkeit 

liegt jedenfalls nicht vor, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizeri-

schen Standard entsprechende Behandlung grundsätzlich möglich ist (vgl. 

BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1, 

2009/2 E. 9.3.2). 

8.3.4.1 Aus dem Arztbericht vom 17. Februar 2021 geht hervor, dass sich 

der im Jahr 2018 in die Schweiz eingereiste Beschwerdeführer seit Januar 

2021 in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung be-

finde. Er nehme rund einmal wöchentlich an Therapiesitzungen teil. Dies 

sei für die Dauer von mehreren Monaten bis Jahren nötig. Ohne Behand-

lung sei von einer raschen Verschlechterung seines Zustands auszugehen. 

Diagnostiziert worden sei eine (…). Ferner leide er unter anderem an (…). 

Es sei ein Zusammenhang des psychiatrischen Beschwerdeauftretens mit 

mehrfach traumatisierenden Erfahrungen im Herkunftsland, möglicher-

weise auf der Flucht sowie im Rahmen postmigratorischer Stressoren in 

der Schweiz (ungeregelter Aufenthaltsstatus, Wohnverhältnisse etc.) ge-

geben. Dem Bericht vom 24. Juni 2021 ist insbesondere zu entnehmen, 

dass sich die genannten Symptome unter der Therapie teilweise weniger 

häufig zeigten und sich das psychische Zustandsbild leicht verbessert 

habe. Weiterhin leide der Beschwerdeführer an (…) beim Gedanken an 

eine Rückschaffung in die Heimat, insbesondere nach dem Tod (evtl. Er-

mordung) seines Vaters. Die (…) würden sich ebenfalls auf die Situation 

der Ausschaffung begrenzen. Eine Rückkehr wäre mit dem hohen Risiko 

(…) verbunden. 

E-231/2021 

Seite 20 

8.3.4.2 Zunächst fällt auf, dass sich der Beschwerdeführer unmittelbar 

nach Erhalt des negativen Entscheids der Vorinstanz in ärztliche Behand-

lung begeben hat. Zuvor erachtete er eine Therapie demnach nicht als er-

forderlich. Mit der Vorinstanz ist denn auch festzustellen, dass die in den 

Arztberichten beschriebenen psychischen Beschwerden verschiedene Ur-

sachen zu haben scheinen und nicht einzig von geltend gemachten Erleb-

nissen in der Heimat herrühren. Sodann verbesserte sich der Gesundheits-

zustand des Beschwerdeführers nach der rund halbjährigen Therapie (von 

Januar bis Juni 2021) offenbar bereits. In seiner letzten Eingabe vom De-

zember 2022 hat der Beschwerdeführer erklärt, er habe sein politisches 

Engagement mittlerweile wiederaufgenommen, nachdem ihm dies zeit-

weise aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen sei. Da er 

auch mit den weiteren Eingaben auf Beschwerdeebene keine neuen Arzt-

berichte mehr eingereicht oder darüber berichtet hat, dass er nach wie vor 

einer ärztlichen Behandlung bedürfe, darf angenommen werden, dass sich 

sein psychischer Gesundheitszustand in den zwei Jahren seit Therapiebe-

ginn nochmals verbessert und stabilisiert hat. Von einer medizinischen Not-

lage im Sinne der obgenannten Rechtsprechung beziehungsweise der Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs kann daher nicht ausgegangen 

werden. Sollte der Beschwerdeführer noch eine Therapie benötigen, ist da-

von auszugehen, dass eine solche – wie von der Vorinstanz festgestellt – 

auch in der Heimat zur Verfügung stehen würde. Psychische Probleme 

sind in Sri Lanka gemäss ständiger Rechtsprechung adäquat behandelbar 

(vgl. u.a. Urteil des BVGer D-172/2021 vom 5. Januar 2023 E. 9.3.3 

m.w.H., auch zur allfälligen Gefahr […]). Schliesslich ist auf die Möglichkeit 

hinzuweisen, medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen (Art. 93 Abs. 1 

Bst. d AsylG). Inwiefern seine gesundheitliche Situation ein menschenwür-

diges Leben in Sri Lanka verunmöglichen sollte, vermochte der Beschwer-

deführer nach dem Gesagten nicht darzutun. 

8.3.5 Es ist somit nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer würde 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aus individuellen Gründen in eine exis-

tenzielle Notlage geraten, die als konkrete Gefährdung im Sinne der zu 

beachtenden Bestimmung zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AIG). Der Vollzug 

der Wegweisung erweist sich auch als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-231/2021 

Seite 21 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. Für die 

beantragte Rückweisung an die Vorinstanz besteht keine Veranlassung, 

zumal das Begehren nicht substantiiert begründet wurde und auch aus den 

Akten keine Anhaltspunkte hierfür hervorgehen.  

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von 

Fr. 750.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Begleichung der Verfahrenskos-

ten verwendet. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-231/2021 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Linda Mombelli-Härter 

 

 

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