# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f8ff228-973d-5c87-974b-cfa51f236d1f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 24.08.2023 SK1 2022 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2022-8_2023-08-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 24. August 2023

Referenz SK1 22 8

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Gustin, Aktuar

Parteien A._____, 
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

B._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Tomaschett-Murer
St. Martinsplatz 8, Postfach 619, 7001 Chur 

Gegenstand Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 18.05.2021, mitgeteilt am 
15.02.2022 (Proz. Nr. 515-2020-57)

Mitteilung 08. Oktober 2024

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Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft eröffnete am 9. Januar 2020 die Strafuntersuchung 
gegen A._____ (nachfolgend: Beschuldigter) wegen Vergewaltigung gemäss Art. 
190 Abs. 1 StGB. Mit Verfügung vom 6. März 2020 ernannte die Staatsanwalt-
schaft Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny als amtlichen Verteidiger des Beschuldig-
ten. Bereits vorher, am 6. November 2019, hatte sich B._____ (nachfolgend: Pri-
vatklägerin) bei der Staatsanwaltschaft als Privatklägerin konstituiert.

B. Mit Anklageschrift vom 29. September 2020 erhob die Staatsanwaltschaft 
gegen den Beschuldigten Anklage wegen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 
StGB. 

C. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Plessur fand am 18. Mai 
2021 statt. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Verurteilung gemäss Art. 190 
Abs. 1 StGB und eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Die Privatklägerin 
forderte vom Beschuldigten Schadenersatz in der Höhe von CHF 1'703.90 sowie 
eine Genugtuung von CHF 15'000.00, beides zuzüglich Zins von 5%. Der Be-
schuldigte beantragte einen vollumfänglichen Freispruch.

D. Mit Urteil vom 18. Mai 2021 verurteilte das Regionalgericht Plessur den Be-
schuldigten wegen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB. Dafür sprach es 
eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten aus, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe 
unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben wurde. Die Zivil-
klage der Privatklägerin hiess das Regionalgericht teilweise gut und verpflichtete 
den Beschuldigten, der Privatklägerin CHF 183.90 Schadenersatz und eine Ge-
nugtuung von CHF 8'000.00 zuzüglich Zins von 5% ab dem 8. September 2019 zu 
bezahlen. Ausgangsgemäss wurden die gesamten Verfahrenskosten dem Be-
schuldigten auferlegt; die amtliche Verteidigung entschädigte das Gericht mit 
CHF 4'836.50.

E. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung an. In 
der Berufungserklärung vom 8. März 2022 beantragte sein Verteidiger die Aufhe-
bung des vorinstanzlichen Urteils und einen vollumfänglichen Freispruch vom 
Vorwurf der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StPO, alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zulasten des Staates. Im Weiteren stellte er den Beweisan-
trag, die vollständigen medizinischen Krankenakten über die Privatklägerin von 
den Z._____ gerichtlich edieren zu lassen. Mit Verfügung vom 26. Januar 2023 
wies der Vorsitzende den Beweisantrag ab.

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F. Die mündliche Berufungsverhandlung fand am 24. August 2023 in Anwe-
senheit der Staatsanwaltschaft, des Beschuldigten, seines Verteidigers und der 
Privatklägerin mit ihrer Rechtsvertreterin statt. Der Beschuldigte hielt an seinen 
Anträgen in der Berufungserklärung fest und wiederholte dabei auch seinen Be-
weisantrag um Edition der Akten der Z._____. Zusätzlich beantragte er explizit die 
Abweisung der Zivilklage. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Privatkläge-
rin beantragten die Abweisung der Berufung.

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Die formellen Voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, 
womit auf die Berufung einzutreten und ein neues Urteil zu fällen ist (Art. 408 
StPO). 

1.2.1. Anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidi-
gung den in der Berufungserklärung gestellten und durch den Vorsitzenden abge-
wiesenen Beweisantrag, wonach das Gericht die vollständigen Krankenakten der 
Privatklägerin von den Z._____ edieren lassen solle. Begründend führte die Ver-
teidigung an, dass es aufgrund der vorliegenden Aussage-gegen-Aussage-
Situation unabdingbar für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der 
Privatklägerin sei, dass vollständige Akteneinsicht in ihr Krankendossier gewährt 
werde. Den im Recht liegenden Berichten der Z._____ könne entnommen werden, 
dass die Privatklägerin mutmasslich bereits lange Zeit vor dem Ereignis vom 
_____ 2019 in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei. Die Verarbeitung 
einer angeblich erlittenen Vergewaltigung werde in den ärztlichen Berichten vom 
9. Juni 2020 und 7. Januar 2021 mit keinem Wort erwähnt (vgl. act. H.3). 

1.2.2. Beweisanträge können nur abgelehnt werden, wenn damit die Beweiserhe-
bung über Tatsachen verlangt wird, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde 
bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind (Art. 139 Abs. 2 StPO; 
Art. 318 Abs. 2 StPO; vgl. zum Ganzen KGer GR SK2 2014 67 v. 22.6.2015 
E. 3b). Vorliegend sind die Akten der Z._____ im Rahmen einer ärztlichen Be-
handlung angelegt worden und unterliegen damit dem Arztgeheimnis. Eine Edition 
ist nur unter den Voraussetzungen von Art. 321 StGB und Art. 171 StPO möglich, 
weitergehende kantonale Melde- und Anzeigepflichten dürfen die bundesrechtli-
chen Vorschriften nicht unterlaufen (vgl. BGE 147 I 354). Vorliegend hat die Pri-
vatklägerin mehrmals signalisiert, dass sie keiner Entbindung zustimmt. Eine Ent-
bindung durch die zuständige Behörde liegt zudem ebenfalls nicht vor und kann 

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lediglich durch die betroffene Gesundheitsperson beantragt werden. Unabhängig 
davon wäre ohnehin nicht davon auszugehen, dass die zuständigen Ärzte ohne 
Einwilligung der Privatklägerin Unterlagen edieren würden, zumal sie keiner Aus-
sagepflicht unterliegen. Auch aufgrund dessen ist der Beweisantrag abzuweisen. 

2. Anklagevorwurf, vorinstanzliches Urteil und Berufungsumfang

2.1. Mit Anklageschrift vom 29. September 2020 warf die Staatsanwaltschaft 
dem Beschuldigten den folgenden Sachverhalt vor: 

Der Beschuldigte und B._____ lernten sich ca. 2 Wochen vor der Tat bei 
einem Geburtstagsfest persönlich kennen und hatten danach mehrmals via 
soziale Medien schriftlichen Kontakt zusammen. Der Beschuldigte blockier-
te und entblockierte B._____ mehrfach u.a. via Snapchat. Am Samstag-
abend, den _____ 2019, hielt sich der Beschuldigte wie auch B._____ mit 
Kollegen/innen im Club C._____ am D._____ in E._____ auf. Da der ange-
trunkene Beschuldigte B._____ im Club C._____ sah, schrieb er ihr um ca. 
00:45 Uhr und sie verabredeten sich in der Folge zu einem Treffen beim 
Parkplatz im F._____. Der Beschuldigte und B._____ unterhielten sich in 
der Folge und gingen der G._____ entlang, bis sie sich in der Nähe des 
Kreisels an der H._____- und G._____ in einem Wohngebiet auf eine Sitz-
bank setzten. Dort versuchte der Beschuldigte, B._____ erstmals mehrmals 
um ca. 01:00 Uhr zu küssen und anzufassen. B._____ sagte ihm dann 
mehrmals, dass sie das nicht wolle und versuchte immer wieder, seine 
Hand wegzutun. Ab diesem Zeitpunkt war B._____ wie gelähmt. Der Be-
schuldigte küsste sie dann mehrmals gegen ihren Willen. Anschliessend 
nahm der Beschuldigte ihre Hand und ging mit B._____ zu einer Mauer. Da 
der Beschuldigte grösser und kräftiger war als sie, hatte sie Angst wegzu-
laufen. Der Beschuldigte drückte B._____ mit seinen Händen gegen die 
Wand. Als sie versuchte, ihn wegzustossen, hielt er sie fester. Der Be-
schuldigte versuchte, sie dann mehrmals zu küssen und anzufassen, wor-
auf B._____ ihm öfters sagte, dass sie das nicht möchte. Dann zog der Be-
schuldigte B._____ die Hosen und den Slip runter. Der Beschuldigte zog 
sich dann ebenfalls die Hosen und Unterhosen runter und versuchte, mit 
seinem Glied ohne Kondom von vorne in das Opfer einzudringen. Als dies 
nicht ging, sagte er, dass sie ihm einen "Blowjob" geben soll, was B._____ 
nicht wollte und dem Beschuldigten sagte. Der Beschuldigte drückte dann 
mit seiner Hand den Kopf des Opfers hinunter und zwang sie dazu. Als es 
B._____ wieder gelang aufzustehen, drang der Beschuldigte ohne Kondom 
mit seinem Glied vaginal in das Opfer ein, worauf er während mehrerer Mi-
nuten den Geschlechtsakt vollzog. Zur Ejakulation kam der Beschuldigte 
nicht. B._____ wollte während des Geschlechtsverkehrs weg vom Tatort, 
konnte dies aber nicht, da sie wie gelähmt war und der Beschuldigte sie 
währenddessen festhielt und gegen die Wand drückte. Nach der Tat liefen 
sie zusammen um ca. 02:00 Uhr zurück zum Club C._____, woraufhin 
B._____ mit dem Bus nach Hause fuhr.

2.2. Die Vorinstanz sah den Anklagesachverhalt als erstellt an und sprach den 
Beschuldigten der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig. Vorlie-
gend ficht die Verteidigung den Schuldspruch der Vorinstanz an und beantragt 
einen Freispruch (vgl. act. H.2). Das vorinstanzliche Urteil ist vollumfänglich ange-

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fochten, womit über alle Punkte neu zu befinden ist (Art. 402 StPO und Art. 404 
Abs. 1 StPO).

3. Vorbringen der Parteien

3.1.1. Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, dass 
das gesamte vorinstanzliche Verfahren eine Tragödie für den Beschuldigten ge-
wesen sei und er noch heute stark darunter leide. Er sei unschuldig in zwei Straf-
prozesse gezwungen worden, nachdem ihn die Privatklägerin bei der Polizei an-
gezeigt habe (act. H.2, S. 8 ff.).

3.1.2. Hinsichtlich des Sachverhalts brachte der Verteidiger vor, dass sich die bei-
den Beteiligten einig seien, dass sie sich zwei Wochen vor dem Ereignis über eine 
Geburtstagsparty beziehungsweise die sozialen Medien kennengelernt hätten. Am 
Abend des _____ 2019 seien beide im Club C._____ in E._____ gewesen und 
hätten sich dann auf einem Parkplatz im F._____ getroffen und unterhalten. Sie 
seien anschliessend zu einer Sitzbank gelaufen, wo sie sich geküsst hätten, da-
nach zum Spielplatz, wo es zwischen ihnen zum Geschlechtsverkehr gekommen 
sei. Später seien sie wieder zurück und dann nach Hause. In der Folge habe die 
Privatklägerin geltend gemacht, dass sie dies (Küssen, Geschlechts- und Oralver-
kehr) nicht gewollt habe und sie ihm das mehrmals gesagt habe. Der Beschuldigte 
demgegenüber habe bestritten, dass die Handlungen gegen ihren Willen stattge-
funden hätten. Sie habe sich nie verbal und körperlich gewehrt und sei freiwillig 
geblieben. Er habe während des Geschlechtsverkehrs das Gefühl gehabt, dass 
der Sex für beide Seiten passe (act. H.2, S. 10 f.).

3.1.3. Die Aussagen des Beschuldigten seien von der Vorinstanz dahingehend 
gewürdigt worden, dass diese auffallend ausweichend gewesen seien. Der Be-
schuldigte habe gemäss Vorinstanz in seiner ersten Einvernahme nur von einer 
Annäherung zwischen ihm und der Privatklägerin gesprochen und den Ge-
schlechtsverkehr erst auf Nachfragen erwähnt, um dann abrupt auf die Zeit nach 
dem Vorfall abzuschweifen. Die Vorinstanz habe den Beschuldigten deshalb kriti-
siert, weil er den Hergang nicht im Detail geschildert habe. Das Treffen sei jedoch 
nicht ein Ereignis gewesen, welches sich in besonderer Weise in sein Hirn einge-
brannt habe; es sei zudem nachvollziehbar, dass man sein Sexleben und seine 
Gefühlswelt nicht offenherzig präsentieren wolle. Weiter sei das Aussageverhalten 
des Beschuldigten als widersprüchlich dargestellt worden, weil er den Grund für 
sein Blockieren der Privatklägerin nach dem Geburtstag seines Cousins zuerst 
nicht genannt und auch nicht erklärt habe, warum er sie nach dem Ereignis wieder 
blockiert habe. Daraus könne jedoch nichts abgeleitet werden; es komme offenbar 

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vor, dass Jugendliche sich auf sozialen Medien blockieren würden (act. H.2, S. 11 
f.).

Die Vorinstanz habe dem Beschuldigten weiter vorgeworfen, dass er selbst zuge-
geben habe, dass sich die Privatklägerin nicht positiv hinsichtlich des Ge-
schlechtsverkehrs geäussert habe. Damit unterliege die Vorinstanz offensichtlich 
einem Irrtum, indem sie davon ausgehe, eine Frau müsse verbal positiv zum Aus-
druck bringen, dass sie den Geschlechtsverkehr wolle. Die Eidgenössischen Räte 
hätten die "Nur-ja-ist-ja-Regel" bekanntlich abgelehnt. Vorliegend sei vielmehr der 
Fokus auf den subjektiven Eindruck des Beschuldigten in der konkreten Situation 
zu legen. Die Privatklägerin habe bei ihrer Aussage angegeben, dass sie wie 
gelähmt gewesen sei, als sich auf der Sitzbank befunden hätten und er versucht 
habe, sie zu küssen. Er sei von der Sitzbank aufgestanden und einige Meter weg-
gelaufen. Als er gemerkt habe, dass sie sitzengeblieben sei, sei er zurückgekom-
men und habe sie an der Hand genommen. Sie habe auch angegeben, dass er 
sie weder bedroht noch geschlagen oder gewürgt habe. Sie hätten sich mitten in 
einem bewohnten Quartier befunden, womit Hilfe schnell zur Stelle gewesen wäre. 
Indem sie nicht weggerannt sei oder ihren Unwillen nicht anderweitig kundgetan 
habe und mit dem Beschuldigten zum nahegelegenen Spielplatz spaziert sei, ha-
be er davon ausgehen können, dass sie dies auch wollte. Auf jeden Fall habe der 
Beschuldigte aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Gesten nicht davon ausgehen 
müssen, dass sie dies nicht wollte (act. H.2, S. 12 f.). Die Vorinstanz werfe dem 
Beschuldigten weiter vor, dass seine Spekulation über den Grund für die Strafan-
zeige der Privatklägerin nicht nachvollziehbar sei. Tatsächlich sei es jedoch völlig 
plausibel, dass die Privatklägerin eine Anzeige erstattet habe, um Rache zu üben, 
weil er sie wegen einer möglichen Affäre mit seinem Cousin gerügt hatte. Es sei 
jedoch wichtig zu beachten, dass nur die Privatklägerin selbst wisse, warum sie 
tatsächlich eine Anzeige erstattet habe. Der Beschuldigte könne sich daher nur 
auf Spekulationen stützen. Die medizinischen Akten würden darauf hindeuten, 
dass die Privatklägerin unter schweren depressiven Störungen und Minderwertig-
keitsgefühlen leide. Sie habe offenbar auch Schwierigkeiten, ihre Gefühle auszu-
drücken und zu zeigen. Sie habe, noch als sie im Bus sass, den Beschuldigten per 
Snapchat gefragt, weshalb er sie mitgenommen habe, was darauf hindeute, dass 
die Privatklägerin nicht sofort böse auf den Beschuldigten gewesen sei und auch 
noch nach dem Ereignis Kontakt zu ihm aufgenommen habe. Es sei möglich, dass 
sie sich in ihn verliebt habe oder sie gekränkt gewesen sei, als er sie blockiert ha-
be. Die Privatklägerin sei von Kolleginnen motiviert worden, einen Arzt aufzusu-
chen, welcher ihr offenbar wiederum empfohlen hatte, Anzeige zu erstatten. Sie 
habe auch eine Anwältin zur Seite gestellt bekommen und habe plötzlich von ver-

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schiedenen Seiten Aufmerksamkeit erhalten. Aufgrund ihrer Minderwertigkeitsge-
fühle könne diese Aufmerksamkeit für sie eine Motivation gewesen sein, Strafan-
zeige zu erstatten (act. H.2, S. 13 f.).

Schliesslich zeige auch der aktenkundige Chatverlauf zwischen den beiden Betei-
ligten, dass der Beschuldigte konstant ausgesagt habe, er habe sie nie zu etwas 
gezwungen. Der Chatverlauf sei sehr authentisch und zeige, dass es dem Be-
schuldigten nicht bewusst gewesen sei, dass die Privatklägerin den Geschlechts-
verkehr nicht gewollt habe. Der Beschuldigte habe zudem stets widerspruchslos 
und schlüssig ausgesagt. Seine Aussagen seien glaubhaft, in sich geschlossen 
und nachvollziehbar (act. H.2, S. 14 ff.).

3.1.4. Die Aussagen der Privatklägerin schliesslich seien entgegen der Ansicht 
der Vorinstanz nicht als glaubhaft und überzeugend zu werten. Dagegen spreche 
gemäss der von der Vorinstanz zitierten Theorie beispielsweise die erst anlässlich 
der Konfronteinvernahme erwähnten Probleme des Beschuldigten mit dem Gürtel. 
Im Weiteren würden noch diverse andere Ungereimtheiten und Widersprüche im 
Aussageverhalten vorliegen. So habe die Privatklägerin ein intrigantes Verhalten 
gezeigt, indem sie sich offenbar bemüht habe, eine weitere Frau dazu zu bewe-
gen, Strafanzeige gegen den Beschuldigten zu erstatten. Das intrigante Verhalten 
der Privatklägerin ergebe sich auch aus dem Chatverlauf mit dem Beschuldigten. 
Sie habe sich offenbar über diesen lustig gemacht, nachdem er sie gebeten hatte, 
die Anzeige zurückzuziehen. Weiter habe die Privatklägerin den Beschuldigten 
nach dem angeblichen Vergewaltigungsfall kontaktiert und ihn gefragt, warum er 
sie mitgenommen habe. Dies sei ungewöhnlich und werfe Fragen auf. Wenn je-
mand tatsächlich vergewaltigt worden sei, wolle die betroffene Person normaler-
weise keinerlei Kontakt mehr zum Täter. Schliesslich sei das unlautere (Aussage-) 
Verhalten der Privatklägerin auch in ihren Aussagen zu ihrem Gesundheitszustand 
erkennbar. Sie habe ausgesagt, seit dem angeblichen Vergewaltigungsfall eine 
Psychologin besucht zu haben. Nun sei jedoch bekannt, dass sie bereits vorher in 
spezialärztlicher Behandlung gewesen sei. Auch sei ihre Mutter im Juli 2020 tra-
gisch verstorben, woraufhin sie in ein psychisches Loch gefallen sei. Die Privat-
klägerin habe diese Punkte bewusst verschwiegen, um die tatsächlichen Ursa-
chen für ihre Beschwerden zu verschleiern. Offenbar wolle sie um jeden Preis 
durchsetzen, dass der Beschuldigte bestraft werde (act. H.2, S. 17 ff.).

Schliesslich führte die Verteidigung diverse Beispiele an, wonach die Aussagen 
der Privatklägerin widersprüchlich seien. Bei der Polizei habe sie zu Protokoll ge-
geben, der Beschuldigte habe sie mit den Händen gegen ihre Schultern an die 
Wand gedrückt. Bei der Staatsanwaltschaft habe sie ausgesagt, er habe sie 

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während des Geschlechtsverkehrs immer an der Hand festgehalten. Das sei be-
merkenswert, weil dieser im Stehen stattgefunden habe und sie offenbar selbst 
nicht wisse, wie der Beschuldigte sie festgehalten habe. Auf jeden Fall hätte sie 
jederzeit weglaufen können. Realitätsfremd sei ferner, dass sie gemäss ihrer Aus-
sage während des Geschlechtsaktes mit dem Beschuldigten gesprochen habe 
und ihn gefragt habe, warum er mit ihr weggegangen sei. Widersprüchlich seien 
auch die Aussagen zum Küssen. Bei der Polizei habe sie zuerst ausgesagt, der 
Beschuldigte habe mehrmals versucht sie zu küssen; ein paar Fragen später habe 
sie implizit ausgesagt, dass man sich gegenseitig geküsst habe. Der geltend ge-
machte Lähmungszustand wiederum widerspreche deutlich ihren Ausführungen 
zum Sachverhalt. In einem solchen Zustand wäre sie nicht mehr in der Lage ge-
wesen, den Beschuldigten wegzustossen. Jedoch hätte sie schreien oder weglau-
fen können. Weiter habe die Privatklägerin bei der Polizei zeitnah nach dem Er-
eignis ausgesagt, sie sei direkt nach Hause gefahren und habe geschlafen. Dies 
widerspreche ihrer späteren Aussage vor der Vorinstanz, wonach die Schockstar-
re bis ca. 03:00 Uhr gedauert habe und sie dann duschen gegangen sei. Diese 
berichtigte Aussage sei nicht glaubhaft und vielmehr ein Indiz für eine Lügenge-
schichte. Offenbar habe die Privatklägerin auch erst am nächsten Morgen be-
merkt, dass etwas nicht richtig gewesen sei, als ihre Kollegin ihr dies so gesagt 
habe. Grundsätzlich werfe das Verhalten der Privatklägerin nach der Tat Fragen 
auf. Nach allgemeiner Lebenserfahrung sei nicht zu erwarten, dass eine Person, 
die soeben vergewaltigt worden sei, sich zusammen mit dem Täter auf einen Spa-
ziergang zurückbegebe. Kaum ein Opfer wäre direkt mit dem Bus nach Hause 
gefahren und hätte sich einfach ins Bett gelegt. Zu erwarten sei zudem, dass – 
wenn effektiv eine Vergewaltigung stattgefunden hätte – das Opfer sofort Hilfe bei 
der Polizei gesucht hätte. All dies lasse sehr stark an der Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen der Privatklägerin zweifeln (act. H.2, S. 19 ff.).

Insgesamt würden mit Ausnahme der Aussage der Privatklägerin keine Indizien 
vorliegen, welche auf eine Tat gemäss Anklageschrift hindeuten würden. Aufgrund 
von grossen objektiven und nicht überwindbaren Zweifeln sei der Beschuldigte 
freizusprechen (act. H.2, S. 24).

3.1.5. In rechtlicher Hinsicht brachte die Verteidigung vor, dass – selbst wenn das 
Kantonsgericht davon ausgehen sollte, die sexuellen Handlungen seien gegen 
den Willen der Privatklägerin erfolgt – in objektiver Hinsicht keine Gewalteinwir-
kung, Bedrohung oder Körpergewalt vorliege. Es gebe keine Anhaltspunkte für 
eine tatkräftige Willensbezeugung des Opfers gegen den Geschlechtsverkehr. 
Namentlich habe es keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass die Privatklägerin 

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sich losreissen oder wehren wollte, obwohl sie dies tatsächlich hätte tun können. 
Dr. med. Daniel Wyler habe denn auch keine äusserlichen Verletzungen festge-
stellt und auch die Kunststoff-Fingernägel der Privatklägerin hätten keine Ablö-
sungen oder Beschädigungen aufgewiesen, was darauf hindeute, dass es keine 
körperliche Gewalt gegeben habe. Die Verteidigung brachte weiter vor, dass der 
Beschuldigte aufgrund des Verhaltens der Privatklägerin nicht habe davon ausge-
hen müssen, dass sie die Handlungen nicht wollte. Der Beschuldigte sei denn 
auch davon ausgegangen, dass sämtliche Handlungen einvernehmlich seien, was 
er auch bei seiner Aussage vor der Polizei zu Protokoll gegeben habe. Aufgrund 
des Verhaltens der Privatklägerin könne sich der Beschuldigte also nicht schuld-
haft verhalten haben. Der Beschuldigte sei auch aus diesen Gründen freizuspre-
chen (act. H.2, S. 25 ff.).

3.2. Die Staatsanwaltschaft brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, 
dass das Regionalgericht mit seiner Beweiswürdigung richtig gelegen habe; die 
Ausführungen der Vorinstanz seien korrekt hinsichtlich des Ergebnisses und der 
dazu führenden Argumentation. Demnach seien die Aussagen der Privatklägerin 
in allen drei Einvernahmen konstant und frei von Widersprüchen ausgefallen, wo-
bei kleinere Widersprüche durch den Zeitablauf erklärbar seien. Die detaillierten 
Schilderungen des Opfers hätten die Glaubhaftigkeit noch erhöht, ohne dass 
Übertreibungen festzustellen gewesen seien. Demgegenüber seien die Aussagen 
des Beschuldigten auffallend ausweichend ausgefallen. Zudem habe sich die Vor-
instanz mit der Argumentation der Verteidigung, die Zweifel an der Glaubwürdig-
keit des Opfers habe säen wollen, vertieft auseinandergesetzt (act. H.1, S. 2 f.).

Auch in rechtlicher Hinsicht verwies die Staatsanwaltschaft auf die ihrer Ansicht 
nach zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen. Demnach habe das von 
Art. 190 StGB geforderte Nötigungsmittel in der Anwendung von körperlicher Ge-
walt bestanden, konkreterweise, indem der Beschuldigte das Opfer gegen die 
Wand gepresst und festgehalten habe. Das Regionalgericht habe sich dabei ins-
besondere auf die Aussagen des Opfers anlässlich der Hauptverhandlung vom 18. 
Mai 2021 gestützt, in denen das Opfer detailliert geschildert habe, wie genau der 
Beschuldigte körperliche Gewalt angewendet hatte. In subjektiver Hinsicht habe 
der Beschuldigte bewusst gehandelt, da sich die Privatklägerin für ihn erkennbar 
verbal und tätlich gewehrt habe (act. H.1, S. 5 f.).

Betreffend Strafzumessung habe die Vorinstanz eine Strafe von 16 Monaten Frei-
heitsstrafe verhängt und dies sorgfältig begründet, wobei sie den gesamten Straf-
rahmen berücksichtigt habe. Es sei korrekterweise zu einer Einsatzstrafe von 18 
Monaten gelangt, welche dann in Berücksichtigung der Täterkomponenten um 2 

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Monate reduziert worden sei. Es sei schliesslich darauf hinzuweisen, dass der Be-
schuldigte mittlerweile vorbestraft (Fahren in fahrunfähigem Zustand) sei (act. H.1, 
S. 7).

3.3. Die Rechtsvertreterin der Privatklägerin verwies hinsichtlich des Strafpunkts 
auf die ihrer Ansicht nach zutreffenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft. Die 
Berufung des Beschuldigten sei abzuweisen (vgl. act. H.4).

4. Grundsätze der Beweiswürdigung

4.1. Das Gericht würdigt Beweismittel gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach 
seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt 
bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). 
Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vorausset-
zungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Per-
son günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt 
aus der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschul-
digten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden 
verpflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: 
Donatsch/Lieber/Summer/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 6 zu Art. 10 StPO). An die-
sen Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine 
blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach 
der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden 
Beweiswürdigungsregel in dubio pro reo darf sich der Strafrichter jedoch nicht von 
der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt er-
klären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Vorausset-
zungen für eine verurteilende Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2a). 
Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 
Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel han-
deln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 
(vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2).

4.2. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtlicher Umstände, die sich 
aus den Akten ergeben (BGer 6B_738/2018 v. 27.3.2019 E. 1.3.1; 6B_653/2016 v. 
19.1.2017 E. 3.2), zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wo-
bei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit 
der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Bei der Beweiswürdigung von Aus-
sagen ist nicht die Form, sondern der Gesamteindruck, das heisst die Art und 

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Weise der Bekundung sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall 
entscheidend, wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit des Aussagenden, 
sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im Vordergrund 
steht. Für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ist eine konkrete Aussage durch me-
thodische Analyse ihres Inhalts (Vorhandensein von Realitätskriterien, Fehlen von 
Fantasiesignalen) darauf zu überprüfen, ob die auf ein bestimmtes Geschehen 
bezogenen Angaben auf ein tatsächliches Erleben der befragten Person zurück-
gehen (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5). Der allgemeinen 
Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kommt bei 
der Würdigung von Aussagen kaum mehr relevante Bedeutung zu (BGE 147 IV 
534 E. 2.3.3). Die prozessuale Stellung der aussagenden Person sowie ihre per-
sönlichen Beziehungen und Bindungen (Verwandtschaft, Freundschaft, Feind-
schaft) zu den übrigen Prozessbeteiligten sind als Kriterien zur sachgerechten 
Würdigung der Aussagen jedoch nicht auszublenden. Vielmehr kann basierend 
darauf beurteilt werden, ob und gegebenenfalls in welchem Masse die aussagen-
de Person am Ausgang des Verfahrens interessiert ist (Andreas Donatsch, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/ Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, N 19 zu Art. 177 StPO).

5. Vorliegende Beweismittel

Als Beweismittel liegen – neben dem Polizeirapport – die Aussagen der Privatklä-
gerin (pol. Einvernahme [StA act. 3.8], Konfronteinvernahme [StA act. 3.11], Ein-
vernahme Regionalgericht [RG act. 30], Einvernahme Berufungsverhandlung 
[act. H.6]), die Aussagen des Beschuldigten (pol. Einvernahmen [StA act. 3.10 und 
2.2], Konfronteinvernahme [StA act. 3.11], Einvernahme Regionalgericht [RG 
act. 29], Einvernahme Berufungsverhandlung [act. H.5]), zwei medizinische Be-
richte des Kantonsspitals (StA act. 3.14 u. 3.16) und eine Dokumentation mit di-
versen Chatverläufen der Privatklägerin (StA act. 3.2) vor. Im Weiteren hat die 
Privatklägerin vor Regionalgericht diverse Dokumente eingereicht (Behandlungs-
plan der Z._____ vom 7.1.2021 [RG act. 22.1], Behandlungsplan der Z._____ vom 
9.6.2020 [RG act. 22.2], zwei Auflösungen von Lehrverträgen [RG act. 22.3 u. 
22.4], Kostenzusammenstellung Psychotherapie [RG act. 22.5], Behandlungsplan 
der Z._____ vom 14.4.2021 [RG act. 22.5]). Die Verteidigung reichte anlässlich 
der Berufungsverhandlung zudem die Todesanzeige der Mutter der Privatklägerin 
(Todestag _____) ein (act. B.1). Gestützt auf diese Beweismittel ist im Nachfol-
genden die Beweiswürdigung vorzunehmen.

6. Beweiswürdigung

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6.1. Aussagen der Privatklägerin

6.1.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin vor der Kantonspolizei, 
der Staatsanwaltschaft und dem Regionalgericht ausführlich und korrekt zusam-
mengefasst. Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden (vgl. act. E.1, E. 3.3). 
Zusammenfassend schilderte die Privatklägerin anlässlich der ersten Einvernah-
me, dass sie den Beschuldigten über eine Geburtstagsparty kennengelernt und 
später mit ihm per Snapchat kommuniziert hatte. Am _____ 2019 sei sie im Club 
C._____ gewesen; der Beschuldigte habe sie offenbar gesehen und ihr deshalb 
geschrieben. Man habe sich dann auf dem Parkplatz F._____ getroffen und sei 
anschliessend in ein Wohngebiet gelaufen. Der Beschuldigte habe dann versucht 
sie zu küssen, sie habe ihm aber gesagt, dass sie dies nicht wolle. Trotzdem habe 
er seine Annäherungen fünf Minuten später fortgesetzt und begonnen, sie anzu-
fassen. Sie habe immer wieder gesagt, dass sie dies nicht wolle, und versucht, ihn 
wegzustossen, aber er habe sie am Arm und an der Schulter festgehalten und 
weitergemacht. Daraufhin sei sie wie gelähmt gewesen. Sie habe Angst gehabt, 
dass etwas Schlimmeres passiere, wenn sie versuchen würde, wegzulaufen. Der 
Beschuldigte habe ihr dann gesagt, sie solle mitkommen. Als sie dies nicht ge-
macht habe, habe er sie an der Hand mitgezogen zu einer Hauswand, wo er sie 
gegen die Wand gedrückt habe. Sie habe keine Kraft gehabt, ihn wegzustossen. 
Er habe gesagt, sie solle das nicht versauen, es sei nicht so schlimm. Er habe 
dann seine und ihre Hosen heruntergezogen und versucht, sie zu vergewaltigen. 
Dies sei nicht gelungen, woraufhin er einen Blowjob von ihr gefordert und ihren 
Kopf heruntergedrückt habe. Sie habe wieder aufstehen können, worauf er erneut 
versucht habe, in sie einzudringen; diesmal sei es ihm gelungen. Sie habe immer 
wieder versucht, ihn wegzustossen, und habe auch gefragt, warum er mit ihr weg-
gegangen sei. Er habe dann aufgehört und sie hätten sich angezogen und seien 
gemeinsam zum Club zurückgelaufen. Dort sei sie mit dem Bus nach Hause und 
habe am nächsten Morgen mit einer Freundin geschrieben, welche ihr gesagt ha-
be, sie solle eine Apotheke für die Pille danach aufsuchen. Dort sei sie ins Spital 
weiterverwiesen worden (vgl. zum Ganzen StA act. 3.8). Anlässlich der Konfron-
teinvernahme und der Einvernahme vor der Vorinstanz bestätigte sie ihre Anga-
ben, gab aber zusätzlich an, dass der Beschuldigte Probleme mit ihrem Gürtel 
gehabt habe, als er ihre Hose ausgezogen habe (vgl. StA act. 3.11, Frage 9; RG 
act. 30, Frage 5.13). Mit ihm zurückgelaufen sei sie, weil sie noch unter Schock 
gestanden habe. Nach dem Vorfall sei sie direkt schlafen gegangen, nachdem sie 
zuerst noch geduscht habe (vgl. StA act. 3.11, Frage 23; RG act. 30, Frage 5.42).

13 / 36

6.1.2. Vor dem Kantonsgericht äusserte sich die Privatklägerin weitgehend gleich 
wie anlässlich der übrigen Einvernahmen. Einzig hinsichtlich der Frage, ob der 
Beschuldigte in sie eingedrungen sei, gab sie zuerst zu Protokoll, dass sie es nicht 
mehr genau wisse, sie sich aber noch daran erinnere, dass sie danach Schmer-
zen gehabt habe. Erst nachdem die Einvernahme aufgrund des emotionalen Zu-
stands der Privatklägerin unterbrochen werden musste und der Vorsitzende sie 
abermals zum Thema befragte, bestätigte sie, dass der Beschuldigte in sie einge-
drungen sei (vgl. act. H.6, S. 5 f.).

6.1.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin umfassend gewürdigt 
und ist zum Schluss gekommen, dass ihre Aussagen grundsätzlich glaubhaft und 
überzeugend seien (vgl. act. E.1, E. 3.6). Dieser Beurteilung stimmt auch das Kan-
tonsgericht zu. Der von der Privatklägerin beschriebene Ablauf inklusive Vor- und 
Nachgeschichte ist grundsätzlich in sich stimmig und wird – abgesehen vom 
Kerngeschehen an diesem Abend – in diversen Punkten auch vom Beschuldigten 
bestätigt. Die Privatklägerin beschreibt die Geschehnisse detailliert (vgl. StA 
act. 3.8, Fragen 3, 15; StA act. 3.11, Frage 3), nimmt dabei Bezug auf bestimmte 
örtliche Verhältnisse (vgl. act. StA act. 3.8, Fragen 3, 6), erläutert die zeitlichen 
Abläufe (vgl. act. StA act. 3.8, Frage 3, 15), zitiert Äusserungen von beiden Par-
teien (vgl. act. StA act. 3.8, Fragen 3, 16, 26) und erläutert auch nachvollziehbar 
die eigenen psychischen Vorgänge (vgl. act. StA act. 3.8, Frage 3; RG act. 30, 
Frage 5/13; vgl. dazu auch act. E.1, E. 3.6). Die Art und Weise, wie die Privatklä-
gerin dabei das (unbestrittene) Nebengeschehen und das (bestrittene) Kernge-
schehen beschreibt, weist dabei eine ähnliche Qualität und Detaildichte auf, was 
ebenfalls darauf hindeutet, dass beides tatsächlich erlebt worden ist (vgl. bspw. 
StA act. 3.8, Fragen 3, 15 und 36, RG act. 30, Frage 5/41). Den Geschlechtsver-
kehr selbst beschrieb die Privatklägerin anlässlich der ersten Einvernahme in der 
ersten Frage nur sehr kurz (vgl. StA act. 3.8, Frage 1). Auf Nachfrage erläuterte 
sie das Vorgehen jedoch ebenfalls detailliert und sehr glaubhaft (vgl. StA act. 3.8, 
Fragen 14 u. 15). Diese Aussagen wiederholte sie bei den Einvernahmen bei der 
Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz. Angesichts dessen etwas erstaunlich wa-
ren die diesbezüglichen Aussagen der Privatklägerin vor dem Kantonsgericht, wo 
sie erst auf mehrfaches explizites Nachfragen bestätigte, dass der Beschuldigte in 
sie eingedrungen sei. Tatsache ist jedoch, dass die glaubhaften Aussagen im No-
vember 2019, das Verhalten der Privatklägerin nach dem Vorfall (Besuch einer 
Apotheke, um eine Pille-danach zu erwerben) und namentlich auch die Angaben 
des Beschuldigten selbst (vgl. ausdrücklich in StA act. 3.10 Fragen 2 und 4) keine 
wirklichen Zweifel aufkommen lassen, dass es zum Geschlechtsverkehr gekom-
men ist. Letztlich lassen sich die diesbezüglichen Aussagen der Privatklägerin vor 

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dem Kantonsgericht mit dem langen Zeitablauf und dem emotionalen Zustand an-
lässlich der Berufungsverhandlung erklären. Entgegen der Ansicht der Verteidi-
gung vermittelt das Verhalten der Privatklägerin nicht den Eindruck, dass sie den 
Beschuldigten mit allen Mitteln ins Gefängnis bringen will, zumal es ihr grundsätz-
lich ein Leichtes gewesen wäre, die Frage nach dem Eindringen lediglich mit ei-
nem Ja zu beantworten. Stattdessen gab sie zuerst an, sie wisse es nicht mehr 
genau, sie könne sich lediglich noch an die Schmerzen erinnern (vgl. act. H.6, 
Frage III.19).

6.1.4. Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, dass 
die Privatklägerin an diversen Stellen widersprüchlich ausgesagt und sich ver-
meintlich realitätsfremd und intrigant verhalten habe.

Als unglaubhaft und widersprüchlich bezeichnet die Verteidigung namentlich den 
geschilderten Lähmungszustand der Privatklägerin. Ein Widerspruch bestehe da-
bei unter anderem darin, dass die Privatklägerin gleichzeitig angebe, dass sie ver-
sucht habe, den Beschuldigten wegzustossen. Wenn sie tatsächlich in einem 
Lähmungszustand gewesen sei, wäre dies nicht möglich gewesen; stattdessen 
hätte sie einfach schreien oder weglaufen können. Entgegen der Ansicht der Ver-
teidigung erscheinen die Schilderungen der Privatklägerin nicht unglaubhaft. Die 
Privatklägerin begründet ihr eher passiven Verhalten mit einem Lähmungszu-
stand, welcher eingetreten sei, als sich der Beschuldigte trotz gegenteiliger Auf-
forderungen über ihren Willen hinweggesetzt habe und sie an den Armen gehal-
ten, umarmt und in den Schritt beziehungsweise in ihre Hose gefasst habe (vgl. 
StA act. 3.8, Frage 3; RG act. 30 Fragen 5/3, 5/13, act. H.6, Fragen III.1, III.6, 
III.43, III.44). Den Eintritt des Lähmungszustands, den Zustand selbst und ihre 
damit einhergehenden Gedanken, wonach sie nicht schnell und stark genug sei, 
um wegzulaufen, beschreibt sie denn auch verständlich, gerade wenn man ihr 
damaliges Alter und das offenbar tiefe Selbstwertgefühl (vgl. RG act. 22.1) einbe-
zieht. Angesichts dieser Schilderungen erscheint es glaubhaft, dass die Privatklä-
gerin in einen Zustand des passiven Widerstands geraten ist und sich nicht mehr 
intensiv wehren konnte. Das grundsätzlich passive Verhalten steht nach Ansicht 
des Gerichts nicht in einem Widerspruch zu der geschilderten Gegenwehr. Anläss-
lich allen Einvernahmen beschreibt die Privatklägerin, wie sie dem Beschuldigten 
mehrfach mitgeteilt hat, dass sie keinen sexuellen Kontakt mit ihm wolle, ihm aus-
gewichen sei und seine Hände weggetan habe. Der Beschuldigte habe dann 
trotzdem ihre Arme gehalten, sie umarmt und in ihren Schritt gefasst. Anschlies-
send habe er sie an der Hand zu einer Wand geführt, und sie dort festgehalten 
und an die Wand gedrückt, dies habe aber keine Schmerzen verursacht. Er habe 

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ihr auch nicht gedroht, sei nicht tätlich geworden und habe sie nicht geschlagen. 
Sie habe jedoch mehrfach gesagt, dass sie dies nicht wolle und versucht ihn weg-
zustossen. Er habe einmal entgegnet, dass es ja nicht so schlimm sei; ein anderes 
Mal an der Wand, als er sie versucht habe zu küssen, habe er gesagt, sie solle es 
nicht versauen. Die beschriebenen Aussagen der Privatklägerin zur Gewalteinwir-
kung des Beschuldigten und ihrer Gegenwehr sind relativ detailliert, konsistent, 
und in sich schlüssig. Den Zwang beziehungsweise die Gewalteinwirkung durch 
den Beschuldigten hat die Privatklägerin in allen Einvernahmen nicht als erheblich 
dargestellt, obwohl sie dies leicht hätte tun können. Aus ihren Aussagen wird klar, 
dass die Gewalteinwirkung nicht so gross war, dass sie sich überhaupt nicht hätte 
wehren können. Trotz der offensichtlich nicht starken Gegenwehr der Privatkläge-
rin muss der Beschuldigte mitbekommen haben, dass die Privatklägerin die Hand-
lungen eigentlich nicht wollte, zumal er ihr ja mitteilte, es sei nicht so schlimm und 
sie solle es nicht versauen.

6.1.5. Weiter wirft die Verteidigung der Privatklägerin vor, dass sie alles unter-
nehme, um den Beschuldigten ins Gefängnis zu bringen. Dies erscheint nach An-
sicht des Gerichts als unbegründet. Dass sie sich mit einem mutmasslich anderen 
Opfer des Beschuldigten ausgetauscht hat, ist verständlich und kann ihr kaum 
vorgeworfen werden, zumal dazu keine besonderen Umstände bekannt sind, wel-
che auf "intrigantes" Verhalten hindeuten. Für die Beurteilung des Vorfalls selber 
ebenfalls irrelevant ist, dass die Privatklägerin bereits vor dem Vorfall in psycholo-
gischer Behandlung war und ihre Mutter im Jahr 2020 tragisch verstorben ist und 
sie dies nicht mitgeteilt hat. An der Glaubhaftigkeit der Aussage an sich vermag ihr 
Schweigen dazu nichts zu ändern, zumal es auch lediglich einen Nebenpunkt des 
Strafverfahrens betrifft. Das milde Aussageverhalten betreffend Gewalteinwirkung 
des Beschuldigten und die zögernden Aussagen vor dem Kantonsgericht zum Ge-
schlechtsverkehr deuten vielmehr darauf hin, dass sie den Vorfall relativ objektiv 
geschildert hat und keine Mehrbelastungen vorgenommen hat, obwohl diese na-
heliegend gewesen wären. Als unglaubhafte Mehrbelastung sind entgegen der 
Verteidigung auch nicht die erst anlässlich der zweiten und dritten Einvernahme 
vorgebrachten Aussagen zu ihrem Gürtel und der Dusche anzusehen. Diese 
Punkte hat die Privatklägerin erst auf explizite Fragen geäussert (vgl. beispiels-
weise RG act. 30, Fragen 13 und 42). Mit der Vorinstanz sind die geäusserten De-
tails vielmehr als Zeichen von erhöhter Glaubhaftigkeit zu werten, zumal sie na-
mentlich das Nebengeschehen beziehungsweise irrelevante Details betreffen und 
keine eigentliche Mehrbelastung des Beschuldigten darstellen. 

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6.1.6. An diversen Stellen bringt die Verteidigung schliesslich vor, dass das 
Nachtatverhalten der Privatklägerin zeige, dass keine Vergewaltigung stattgefun-
den habe, da sich eine vergewaltigte Person nicht so verhalte. Alleine deshalb, 
weil die Privatklägerin mit dem Beschuldigten während der Tat gesprochen hat, 
mit ihm nach der Tat zurückgelaufen ist und danach noch mit ihm geschrieben hat, 
ist eine Vergewaltigung jedoch nicht auszuschliessen. Die eher geringe Gewalt-
einwirkung des Beschuldigten und der geschilderte Lähmungszustand der Privat-
klägerin vermögen ihr Verhalten nach der Tat denn auch zu erklären. Der Vertei-
digung ist jedoch insofern Recht zu geben, dass die Belastung der Privatklägerin 
offensichtlich nicht so gross gewesen ist, dass sie auch später jeglichen Kontakt 
mit dem Beschuldigten vermeiden wollte. Wenn die Verteidigung daraus jedoch 
ableiten will, dass die Privatklägerin den Geschlechtsverkehr gar nicht als Verge-
waltigung erlebt hat und erst später durch Dritte zu einer Strafanzeige gebracht 
worden ist, ist dem zu widersprechen. Aus der Nachricht der Privatklägerin am 
nächsten Morgen an ihre Kollegin wird ersichtlich, dass sie bereits in diesem Zeit-
punkt klar angegeben hat, dass der Beschuldigte sie zu Handlungen gezwungen 
hatte, welche sie nicht wollte (vgl. dazu. E. 6.4.2). Entgegen der Verteidigung ist 
die Privatklägerin damit offensichtlich nicht durch Dritte zu dieser Ansicht gebracht 
worden.

6.1.6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Privatklägerin die 
Vorgeschichte, die Geschehnisse in der besagten Nacht und den Nachgang an 
insgesamt vier Einvernahmen vorgebracht hat und dabei ohne wesentlichen Wi-
dersprüche blieb, weitgehend konstant ausgesagt und die Abläufe sachlich und 
ohne Übertreibungen geschildert hat. Die Aussagen an sich sind in sich schlüssig 
und nachvollziehbar und weisen eine Vielzahl von weiteren Realkennzeichen auf. 
Insgesamt sind die Aussagen als sehr glaubhaft zu bewerten.

6.2. Aussagen des Beschuldigten

6.2.1. Die Vorinstanz hat auch die Aussagen des Beschuldigten vor der Kantons-
polizei, der Staatsanwaltschaft und dem Regionalgericht ausführlich und korrekt 
zusammengefasst. Darauf kann ebenfalls verwiesen werden (vgl. act. E.1, E. 3.4). 
Zusammengefasst gab der Beschuldigte bei der ersten Einvernahme an, er sei am 
fraglichen Abend mit Kollegen im Club I._____ gewesen. Er und die Privatklägerin 
hätten sich vorher bei einer Geburtstagsparty kennengelernt. Am relevanten 
Abend habe er ihr über Snapchat geschrieben, dass man sich treffen könne, wor-
aufhin man sich auf dem Parkplatz getroffen habe. Sie seien zusammen die 
G._____ entlanggelaufen, dann irgendwo abgesessen und seien sich dann näher-
gekommen, woraufhin es zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Sie habe sich 

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die Hosen selbst ausgezogen; ein Blowjob sei nie Thema gewesen. Sie habe ein-
mal angetönt, dass sie gehen wolle, er habe sie aber nicht zurückgehalten und sie 
habe sich nie verbal oder körperlich gewehrt. Er vermute, dass dies nun eine Re-
tourkutsche sei. Die Privatklägerin habe eventuell an der Geburtstagsfeier etwas 
mit seinem Cousin gehabt habe. Er habe beiden gesagt, dass er das nicht gut fin-
den würde, da sein Cousin in diesem Zeitpunkt eine Freundin gehabt habe. An-
lässlich der Konfrontationseinvernahme und der Einvernahme vor dem Regional-
gericht wiederholte der Beschuldigte im Wesentlichen seine Aussagen. Er gab 
abermals an, dass die Privatklägerin nie widersprochen oder versucht habe, ihn 
wegzustossen. Er sei alkoholisiert gewesen, aber ihm sei etwas übel geworden, 
ohne dass er sich habe übergeben müssen.

Vor dem Kantonsgericht stellte der Beschuldigte die Geschehnisse etwas anders 
dar, als er sie anlässlich der anderen Einvernahmen geäussert hatte. Im ersten 
Teil der Befragung gab er im Wesentlichen an, dass er sich mit der Privatklägerin 
auf dem Parkplatz F._____ getroffen habe, danach stadtauswärts zu einem Spiel-
platz bei den Wohnblöcken gelaufen sei und dort auf einer Sitzbank platzgenom-
men habe. Was man auf der Bank gemacht habe, könne er nicht mehr sagen, 
wahrscheinlich gesprochen, zu Berührungen sei es wohl gekommen. Ob er ihr die 
Hosen und Unterhosen ausgezogen habe, wisse er nicht mehr genau. Auf Nach-
frage, ob es zu Geschlechtsverkehr oder sonstigen sexuellen Handlungen ge-
kommen sein, antwortete er mehrfach, dass es nicht zu Geschlechtsverkehr ge-
kommen sei. Als der beisitzende Richter ihm seine Aussage anlässlich der polizei-
lichen Einvernahmen vorlas, wo er bestätigt hatte, dass man Geschlechtsverkehr 
gehabt habe, gab er an, dass er sich nicht mehr an alles erinnern könne, weil das 
schon lange her sei. Er könne sich grundsätzlich nicht mehr erinnern, was an die-
sem Abend geschehen sei.

6.2.2. Abgesehen von zwei grösseren Ausnahmen (siehe nachfolgend) sind die 
Aussagen des Beschuldigten grundsätzlich konstant und widerspruchsfrei. Insge-
samt beschrieb der Beschuldigte den Ablauf vor dem Geschlechtsverkehr teilwei-
se relativ detailliert; zudem gab er auch an, dass er sich an alles in dieser Nacht – 
abgesehen vom genauen Ort – erinnern könne. Der Vorinstanz ist jedoch zuzu-
stimmen, wenn sie festhält, dass der Beschuldigte Fragen zum Geschlechtsver-
kehr selbst auffallend ausweichend und knapp beantwortet hat. Die Verteidigung 
bringt vor, dass das Treffen für den Beschuldigten kein Ereignis gewesen sei, wel-
ches sich in besonderer Weise in sein Hirn eingebrannt habe; es sei zudem nach-
vollziehbar, dass man sein Sexleben nicht offenherzig präsentieren wolle. Diese 
Feststellungen erscheinen zwar grundsätzlich verständlich. Angesichts des erheb-

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lichen Vorwurfs, der Einvernahmesituation und der ansonsten wesentlich detaillier-
teren Aussagen des Beschuldigten wäre dennoch zu erwarten gewesen, dass er 
zumindest die reinen Abläufe (wer war wann wo) genauer beschreibt. Während 
der Beschuldigte in der Vorgeschichte sein Erlebtes mit detaillierten räumlichen 
und zeitlichen Angaben versehen hat (vgl. StA act. 3.10, Fragen 1, 12), finden sich 
solche Angaben überhaupt nicht mehr, als er zum eigentlichen Kerngeschehen 
befragt wurde (vgl. StA act. 3.10, Fragen 2, 4, 16, 17 ff.). Dies offenbar bewusst: 
Bereits an der ersten Einvernahme wollte er sich unter anderem nicht mehr daran 
erinnern, dass er der Privatklägerin während der Tat gesagt hat, dass sie es ver-
saue. Dies, obwohl er im Chat mit der Privatklägerin einige Wochen vorher noch 
angegeben hatte, dass er sich daran erinnern könne (vgl. E. 6.4). Dass der Be-
schuldigte dies dazwischen vergessen hat, erscheint sehr unglaubhaft. 

Das Aussageverhalten des Beschuldigten anlässlich der Befragung vor dem Kan-
tonsgericht erscheint schliesslich ebenfalls sehr widersprüchlich. Zunächst gab er 
eindeutig zu Protokoll, dass kein Geschlechtsverkehr stattgefunden habe, nur um 
später – nach Vorhalt seiner früheren gegenteiligen Aussagen – anzufügen, dass 
er sich daran nicht erinnern können. Zwar ist auch dem Beschuldigten zuzugeste-
hen, dass die vorgeworfene Tat bereits einige Jahre her ist, zumal er auch sonst 
an der Einvernahme oft angab, dass er sich nicht mehr genau erinnern könne. 
Nichtsdestotrotz erscheint es nicht sehr glaubhaft, dass sich der Beschuldigte gar 
nicht mehr an den Geschlechtsverkehr – den Kernpunkt des Verfahrens – erinnern 
konnte. Wahrscheinlicher erscheint es, dass der Beschuldigte weitere Fragen zu 
diesem Punkt umgehen wollte.

6.2.3. Insgesamt ist festzuhalten, dass der Beschuldigte grundsätzlich konstant 
ausgesagt hat und – von zwei Ausnahmen abgesehen – keine wesentlichen Wi-
dersprüche ersichtlich sind. Dies gilt jedoch namentlich nicht für die Befragung vor 
dem Kantonsgericht. Die dort geltend gemachte Erinnerungslücke betreffend die 
eigentliche Kernhandlung, den Geschlechtsverkehr, erscheint nicht sehr glaubhaft. 
Insgesamt weisen die Aussagen eine tiefere Aussagequalität auf als die wesent-
lich detaillierteren Aussagen der Privatklägerin. Teilweise sind die Aussagen des 
Beschuldigten zwar ebenfalls detailliert; dies jedoch einzig hinsichtlich des Neben-
geschehens. Es verbleibt der Eindruck, dass der Beschuldigte sich hinsichtlich der 
Aussagen zum Kerngeschehen bewusst zurückgehalten hat. Insgesamt sind die 
Aussagen des Beschuldigten dementsprechend gerade betreffend den Kernsach-
verhalt nicht als sehr glaubhaft einzustufen.

6.3. Arztberichte Spital X._____

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6.3.1. Nach dem Vorfall vom 7./8. September 2019 suchte die Privatklägerin am 
9. September 2019 eine Apotheke auf, welche sie aufgrund der Schilderungen an 
das Spital X._____ weiterverwies. Aufgrund des Verdachts auf einen sexuellen 
Übergriff untersuchten die Ärzte am Kantonsspital die Privatklägerin umfassend. 
Auf Nachfragen der Staatsanwaltschaft gab die behandelnde Oberärztin des Spital 
X._____, Dr. med. J._____, zu Protokoll, dass die Privatklägerin angegeben habe, 
dass sie an den Handgelenken festgehalten worden, es zu Küssen und im weite-
ren Verlauf zu einer vaginalen und oralen Penetration gekommen sei. Am äusse-
ren Genital habe man zudem Schleimhautverletzungen bei 3 und 9 Uhr im Intro-
itusbereich gefunden. In der Spekulumeinstellung hätte sich eine Schleimhaut-
schürfung bei 3 Uhr im Bereich der Vaginalwand mit Kontaktblutung nebst leicht 
blutigem Fluor sowie Hinweise auf eine Mischkolpitis im Nativpräparat gezeigt. 
Zudem sei Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma hominis in den Abstrichre-
sultaten gefunden und mit Antibiotika behandelt worden (vgl. zum Ganzen StA 
act. 3.14). Die Rechtsmedizin wiederum konnte keine Verletzungen feststellen, 
namentlich hätten keine Hautverletzungen oder Beschädigungen an den Kunst-
stoff-Fingernägeln vorgelegen (StA act. 3.16).

6.3.2. Nach Ansicht des Gerichts lässt sich aus den ärztlichen Angaben nur be-
dingt etwas ableiten. Zwar scheinen namentlich die Schleimhautverletzungen im 
Genitalbereich und die nachgewiesenen bakteriellen Infektionskrankheiten (Urea-
plasma urealyticum, Mycoplasma hominis) auf den Geschlechtsverkehr mit dem 
Beschuldigten hinzudeuten. Letztlich sind die Angaben der Ärzte jedoch nicht 
genügend klar, um die Befunde zweifellos einem Geschlechtsverkehr mit dem Be-
schuldigten zuzuordnen; soweit das Gericht dies beurteilen kann, erscheint es 
durchaus möglich, dass die Verletzungen im Intimbereich und die Infektionskrank-
heiten auch andere Ursachen haben könnten. Gemäss Bericht der Rechtsmedizin 
konnten im Übrigen keine Verletzungen festgestellt werden, welche auf Gewalt-
anwendung hinweisen würden.

6.4. Chatverläufe

6.4.1. Im Rahmen der polizeilichen Einvernahme stellte die Privatklägerin der Po-
lizei einen Screenshot einer Chatnachricht an ihre Kollegin sowie ein Video (bzw. 
Bildschirmfotos eines Videos) mit dem Chatverkehr zwischen der Privatklägerin 
und dem Beschuldigen nach dem Vorfall zur Verfügung (vgl. StA act. 3.2 und StA 
act. 3.6, Fragen 14 u. 36).

6.4.2. In der Chatnachricht an ihre Kollegin beschrieb die Privatklägerin den Vor-
fall mit dem Beschuldigten. Er habe sie die ganze Zeit geküsst und angefasst, sie 

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habe aber immer gesagt, dass sie das nicht wolle und habe seine Hand weggetan. 
Er habe nicht aufgehört, woraufhin sie "hässig" geworden und wie gelähmt gewe-
sen sei. Er sei selbst wütend ("a pisst") geworden, habe immer aber weiter ge-
macht und ihr gesagt, dass sie es versaue und nicht feucht sei. Er habe den Kopf 
zu seinem Penis gedrückt und habe sie dann dennoch "gefickt" (vgl. StA act. 3.2., 
S. 2). 

Die Nachricht der Privatklägerin an ihre Kollegin hat die Privatklägerin am Sonn-
tagmorgen an diese abgeschickt (vgl. RG act. 30, Frage 5.41). Die Nachricht zeigt 
eindeutig, dass die Privatklägerin – entgegen den Behauptungen der Verteidigung 
– nicht im Nachhinein durch externe Personen dazu gebracht wurde, die Sache 
aufzubauschen. Vielmehr äusserte sie sich bereits in der kurzen Nachricht sehr 
ähnlich wie später an den Einvernahmen.

6.4.3. Aus den Bildschirmfotos des längeren Chatverkehrs zwischen dem Be-
schuldigten und der Privatklägerin wird ersichtlich, dass sich dieser bei der Privat-
klägerin gemeldet hat, nachdem diese gegen ihn die Strafanzeige eingereicht hat-
te. Der Beschuldigte hatte über seinen Vater von der Anzeige erfahren. Im Rah-
men des Chatverlaufs gab der Beschuldigte im Wesentlichen an, dass er die Pri-
vatklägerin ja nie zu etwas gezwungen habe. Die Privatklägerin erwiderte, dass 
sie die ganze Zeit gesagt habe, dass sie dies nicht wolle. Sie habe ihn weggestos-
sen, woraufhin er (an diesem Abend) gesagt habe, dass sie es jetzt versaue. Der 
Beschuldigte gab an, dass er sich an Letzteres erinnern könne. Er sei besoffen 
gewesen und es sei mit ihr ein Fehler gewesen, aber eine Anzeige sei ein wenig 
übertrieben. Er habe nicht mitbekommen, dass sie es nicht wolle, das tue ihm leid. 
Eine Anzeige bringe nichts, sie solle doch versuchen, diese zurückzuziehen (vgl. 
StA act. 3.2., S. 3-16). 

Die Chatnachrichten zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin bestäti-
gen nach Ansicht des Gerichts in weiten Teilen die Aussagen beider Beteiligten 
vor den Behörden. Entgegen der Aussagen vor Polizei, Staatsanwaltschaft und 
Gerichten gab der Beschuldigte jedoch an, dass er sich an seine Aussage, wo-
nach es die Privatklägerin versaue, erinnern könne. Nicht ersichtlich ist schliess-
lich, dass sich die Privatklägerin über den Beschuldigten lustig gemacht hat. Dies 
aus den Smileys (StA act. 3.2, S. 15) abzuleiten, wie die Verteidigung dies macht, 
ginge zu weit, zumal der Beschuldigte dieselben Emojis in seiner eigenen Nach-
richt genutzt hat. Die Privatklägerin machte im Chatverkehr zudem mehrmals klar, 
dass sie an der Anzeige unter anderem deshalb festhalten wolle, um weitere Fälle 
zu verhindern.

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6.5 Gesamtwürdigung

Zusammenfassend erscheint die Beweiswürdigung der Vorinstanz zutreffend. Die 
Aussagen der Privatklägerin sind detailliert, grundsätzlich schlüssig und erfüllen 
mehrere Realkennzeichen. Sie beschreibt sehr glaubhaft, wie sie sich gefühlt hat, 
warum sie sich wie verhalten hat und wie der Beschuldigte vorgegangen ist. Di-
verse wesentliche Punkte in ihren Aussagen werden zudem durch die beiden 
Chatverläufe bestätigt. Gerade die Nachricht an ihre Freundin am nächsten Tag 
weist diverse Aussagen auf, welche sie auch später analog vor den Behörden 
gemacht hat. Die Nachricht zeigt zudem, dass die Privatklägerin keinesfalls erst 
durch Drittpersonen zur Ansicht gebracht worden ist, dass der Beschuldigte sie zu 
Handlungen gezwungen hat, welche sie selbst nicht wollte. Vielmehr gab sie be-
reits in der Nachricht an, dass sie den Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten 
nicht gewollt habe und in einen Schockzustand gefallen sei. Die Aussagen des 
Beschuldigten wiederum weisen nur eine mässige Aussagequalität auf. Zwar äus-
serte er sich grundsätzlich – von Ausnahmen abgesehen – relativ konstant. Auch 
bereits im Chatverkehr mit der Privatklägerin gab er an, dass er den Widerstand 
der Privatklägerin nicht wahrgenommen habe. Es ist jedoch davon auszugehen, 
dass dies bereits in diesem Zeitpunkt wohl eine Schutzbehauptung gewesen ist, 
zumal ihm dort schon bekannt war, dass ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet 
worden war. Allgemein machte der Beschuldigte im ganzen Verfahren den Ein-
druck, dass er sich zum Kernsachverhalt nicht äussern wollte; er machte diesbe-
züglich auffallend oft Erinnerungslücken geltend oder blieb in seinen Schilderun-
gen sehr knapp.

Aus dem Gesagten folgt, dass der Anklagesachverhalt grundsätzlich als erstellt 
anzusehen ist. Unklar erscheint letztlich einzig, ob und wie der von der Privatklä-
gerin dargelegte orale Verkehr stattgefunden hat. Die Aussagen der Privatklägerin 
dazu bleiben sehr knapp. Sie beschrieb zwar mehrfach und konstant, dass der 
Beschuldigte sie heruntergedrückt habe, damit sie ihn oral befriedige. Ob es 
tatsächlich zu oralem Verkehr gekommen ist, erscheint nach Ansicht des Gerichts 
jedoch nicht ganz klar. Die Privatklägerin gab anlässlich der ersten Einvernahme 
an, dass er sie gezwungen habe, "es zu tun" (vgl. StA act. 3.8, Frage 15). In den 
übrigen Einvernahmen hat sich die Privatklägerin nicht mehr klar geäussert, ob es 
tatsächlich zu oralem Verkehr gekommen ist oder ob es bei einem Versuch blieb. 
Letztlich bleibt für das Gericht unklar, was "es zu tun" genau für die Privatklägerin 
bedeutet. Als erstellt anzusehen ist damit, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 
aufgefordert hat, sie oral zu befriedigen und sie dabei heruntergedrückt hat. Ob es 
tatsächlich zu oralem Verkehr gekommen ist, ist jedoch als nicht erstellt anzuse-

22 / 36

hen. Im Hauptpunkt ist der Anklagesachverhalt aus den dargelegten Gründen hin-
gegen als erstellt anzusehen.

7. Rechtliche Würdigung

7.1. Tatbestand der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB

7.1.1. Eine Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 1 StGB begeht, wer eine Person 
weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich, indem er 
sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Wider-
stand unfähig macht. Die Strafnorm schützt vor Angriffen auf die sexuelle Freiheit 
insoweit, als der Täter den zumutbaren Widerstand des Opfers überwindet oder 
ausschaltet (BGE 133 IV 49 E. 4; BGer 6B_935/2020 v. 25.2.2021 E. 4.1). 

7.1.2. Objektiv unterscheidet sich die Vergewaltigung gegenüber dem Grundtat-
bestand der sexuellen Nötigung von Art. 189 StGB nur dadurch, dass das dem 
Opfer abgenötigte Verhalten in der Duldung des Geschlechtsverkehrs unter den 
vom Täter diktierten Bedingungen steht. Die nötigende Handlung richtet sich ge-
gen ein Opfer weiblichen Geschlechts, welches unzweideutig den Willen manifes-
tiert, die betreffende sexuelle Handlung nicht zu wollen (vgl. Andreas Donatsch, in: 
Daniel Jositsch [Hrsg.], Zürcher Grundrisse des Strafrechts, Strafrecht III, Delikte 
gegen den Einzelnen, 11. Aufl., Zürich 2018, S. 533). Erforderlich ist eine tatkräfti-
ge und manifeste Willensbezeugung des Opfers, mit welcher dem Täter unmiss-
verständlich klargemacht wird, mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden 
zu sein (BGer 6B_634/2020 v. 31.1.2022 E. 3.2.2; 6B_1444/2020 v. 10.3.2021 
E. 2.3.2; 6B_479/2020 v. 19.1.2021 E. 4.3.3; je mit Hinweisen). Das Nötigungsmit-
tel der Drohung umfasst Drohungen, die sich auf wesentliche Beeinträchtigungen 
der Rechtsgüter Leben oder körperliche Integrität des Opfers beziehen, d.h. be-
trächtliche gesundheitliche Nachteile oder Schmerzen zur Folge hätten. Die herr-
schende Lehre und Rechtsprechung zum Tatbestand der Nötigung stellen darauf 
ab, ob die Drohung geeignet gewesen wäre, eine verständige bzw. besonnene 
Person in der Lage des Opfers gefügig zu machen. Erforderlich ist ein Mass an 
Zwang, das auch eine besonnene Person in der Lage des Opfers zur Aufgabe des 
Widerstands veranlasst hätte (vgl. Donatsch, a.a.O., S. 533 f.). Verlangt wird des 
Weiteren ein Kausalzusammenhang zwischen dem Einsatz des Nötigungsmittels 
und der Duldung bzw. Vornahme der sexuellen Handlung. Es wird vorausgesetzt, 
dass das Opfer die sexuelle Handlung nur deshalb duldete oder vornahm, weil der 
Täter es bedrohte, Gewalt anwendete, psychischen Druck ausübte oder es durch 
andere Nötigungsmittel zum Widerstand unfähig machte (vgl. Stefan Trech-
sel/Carlo Bertossa, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

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Praxiskommentar, 4. Aufl., Zürich 2021, N 3 zu Art. 190 StGB und N 11 zu Art. 
189 StGB; Donatsch, a.a.O., S. 538 f.). Vollendet wird die Tat damit, dass der 
Täter sein Glied in die Scheide des Opfers einführt, wenn auch nur vorübergehend 
oder bloss in den Vorhof. Eine Ejakulation ist zur Erfüllung des Tatbestands nicht 
erforderlich (vgl. Trechsel/Bertossa, a.a.O., N 4 zu Art. 190 StGB). 

7.1.3. Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Täter 
muss wissen oder mit der Möglichkeit rechnen, dass der Wille des Opfers seinem 
Ansinnen entgegensteht, wobei genügt, wenn die Überwindung dieses ablehnen-
den Willens in Kauf genommen wird (vgl. BGE 87 IV 66 E. 3; Trechsel/Bertossa, 
a.a.O., N 6 zu Art. 190 StGB; Donatsch, a.a.O., S. 593).

7.2. Subsumtion

7.2.1. Wie dargelegt, ist der Anklagesachverhalt – von den erwähnten Ausnah-
men abgesehen – im Hauptvorwurf als erstellt anzusehen. Erstellt ist damit auch, 
dass der Beschuldigte und die Privatklägerin in der Nacht vom 7. auf den 8. Sep-
tember 2019 Geschlechtsverkehr hatten. Für die Erfüllung des Tatbestands spielt 
keine Rolle, dass der Beschuldigte nicht zu einem Orgasmus gekommen ist. Ent-
scheidend ist lediglich, dass der Beschuldigte mit seinem Penis in die Scheide der 
Privatklägerin eindrang, was als erfüllt anzusehen ist.

7.2.2. Strittig ist vorliegend hingegen, ob der Beschuldigte den Beischlaf mit der 
Privatklägerin durch eine Nötigung, namentlich durch Anwendung von Gewalt, 
bewirkt hat. Die Verteidigung brachte wie erwähnt vor, dass einerseits keine Ge-
walteinwirkung durch den Beschuldigten vorliege, andererseits die Privatklägerin 
ihre Ablehnung des Geschlechtsverkehrs nie unzweideutig manifestiert habe. 
Mangels unmissverständlicher, tatkräftiger und manifester Willensbezeugung habe 
der Beschuldigte zudem zumindest nicht erkennen können, dass die Privatklägerin 
mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden sei.

8.2.3. Entgegen der Ansicht der Verteidigung ist vorliegend als erstellt anzusehen, 
dass die Privatklägerin mehrfach mitgeteilt hat, dass sie den Geschlechtsverkehr 
nicht will. Weiter ist mit der Anklage als erstellt anzusehen, dass die Privatklägerin 
mehrfach versucht hat, den Beschuldigten wegzustossen. Fraglich erscheint vor-
liegend jedoch tatsächlich, ob die tatkräftigen und manifesten Willensbekundun-
gen der Privatklägerin und die notwendige körperliche Gewalt des Beschuldigten 
das gemäss Art. 190 Abs.1 StGB notwendige Mass erfüllen. Wie die Verteidigung 
durchaus zu Recht darlegt, kann sich die Privatklägerin nicht allzu stark gewehrt 
haben, zumal der Geschlechtsverkehr im Stehen stattfand. Nach Ansicht des Ge-

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richts kann alleine dies die Erfüllung des Tatbestands jedoch nicht ausschliessen, 
zumal die Privatklägerin in diesem Zeitpunkt bereits in einem Schockzustand war 
und sich offensichtlich nicht mehr intensiv wehren konnte. Auch wenn die Privat-
klägerin nicht mehr fähig war, einen starken Widerstand zu äussern, so hat sie – 
wie dargelegt – doch immerhin versucht, den Beschuldigten wegzustossen und 
gleichzeitig mehrfach geäussert, dass sie dies nicht wolle. Sie hat damit eine tat-
kräftige und manifeste Willensbezeugung gezeigt und dem Beschuldigten klar 
gemacht, dass sie diese Handlungen nicht will. Gemäss glaubhafter Aussage der 
Privatklägerin hielt der Beschuldigte sie jedoch fest und drückte sie während des 
Aktes an eine Wand und wendete so mehr Gewalt an, als dies unter normalen 
Umständen nötig gewesen wäre (vgl. StA act. 3.8, Fragen 3, 7, 12; StA act. 3.11, 
Frage 16). Vor dem Eintritt des Lähmungszustands hat die Privatklägerin zudem 
mehrfach den Beschuldigten mit ihren Händen abgewehrt; gemäss ihrer konstan-
ten Aussage hat der Beschuldigte sie dennoch so umarmt beziehungsweise fest-
gehalten, dass sie sich kaum noch bewegen konnte, und ihr dabei in die Hose in 
ihren Schritt gefasst (vgl. StA act. 3.8, Frage 13; RG act. 30. Frage 5.10). Durch 
dieses Verhalten hat der Beschuldigte die Privatklägerin erst in den von ihr be-
schriebenen Lähmungszustand gebracht. Diesen Zustand und die geringe Wider-
standskraft der damals siebzehnjährigen Privatklägerin hat der Beschuldigte in der 
Folge ausgenützt, um die Privatklägerin zum Geschlechtsverkehr zu nötigen. 
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht hinsichtlich der nötigen Ge-
walteinwirkung ein relativer Massstab; es genügt diejenige Gewalt, die erforderlich 
ist, um den Willen des konkreten Opfers zu brechen (6B_494/2012 v. 21.03.2013 
E. 2.3). Diese vorliegend notwendige Gewaltintensität hat der Beschuldigte er-
bracht (vgl. ähnlichen Konstellationen mit ähnlich beschriebener Gewalteinwirkung 
in BGer 6P.194/2001 v. 3.12.2002 E. 6.2.2; 6B_267/2007 v. 3.12.2007 E. 6.4; 
6B_494/2012 v. 21.03.2013 E. 2.3). Entgegen seiner eigenen Aussage geht das 
Gericht schliesslich ohne weiteres auch davon aus, dass der Beschuldigte den 
Widerwillen und Widerstand der Privatklägerin mitbekommen hat und haben 
muss. Nicht ohne Grund hat er geäussert, dass sie "es versaue". Glaubhaft gab 
die Privatklägerin zudem zu Protokoll, dass der Beschuldigte aufgrund ihres Wi-
derstandes auch mit dem Geschlechtsverkehr aufgehört habe, was auch erklären 
würde, weshalb dieser nicht bis zum Orgasmus gedauert hat (vgl. RG act. 30, 
Frage 5.34). 

7.2.4. In subjektiver Hinsicht hat der Beschuldigte zumindest mit Eventualvorsatz 
gehandelt. Es muss ihm – wie dargelegt – bewusst gewesen sein, dass die Privat-
klägerin den Geschlechtsverkehr (und sexuelle Handlungen überhaupt) ablehnt. 
Indem er seine Handlungen trotzdem fortführte, die Privatklägerin so in einen 

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Lähmungszustand versetzte und sie anschliessend mittels Gewalteinwirkung zum 
Geschlechtsverkehr nötigte, nahm er zumindest in Kauf, den Willen der Privatklä-
gerin zu brechen, so dass sie den Beischlaf dulden würde. Insgesamt sieht das 
Gericht die Voraussetzungen von Art. 190 Abs. 1 StGB als erfüllt an. Der Beschul-
digte ist der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig.

7.3. Sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 StGB

Gemäss Anklage hat der Beschuldigte die Privatklägerin neben dem Geschlechts-
verkehr auch zu oralem Verkehr genötigt. Das Kantonsgericht sieht es zwar als 
erstellt an, dass der Beschuldigte die Privatklägerin zu oralem Verkehr nötigen 
wollte. Ob es wirklich dazu kam, ist nach Ansicht des Gerichts letztlich jedoch 
nicht genügend klar und kann deshalb nicht als erstellt angesehen werden. Es ist 
damit höchstens von einer versuchten sexuellen Nötigung auszugehen. Unabhän-
gig davon sah die Vorinstanz die sexuelle Nötigung als Teil der Vergewaltigung, 
welche keine eigenständige Bedeutung aufweise, an. Unter diesen Umständen 
liege keine Realkonkurrenz vor und die Vergewaltigung gehe der sexuellen Nöti-
gung vor. Angesichts des Verschlechterungsverbots ist auf die zutreffenden Erwä-
gungen der Vorinstanz nicht weiter einzugehen.

7.4. Fazit

Zusammenfassend erfüllt der Beschuldigte sämtliche Tatbestandsmerkmale der 
Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB. In subjektiver Hinsicht ist von 
Eventualvorsatz auszugehen. Weiter hat der Beschuldigte zumindest versucht, die 
Privatklägerin zum Oralverkehr zu zwingen. Eine versuchte Nötigung wird jedoch 
– da Teil der Vergewaltigungshandlung – durch den Tatbestand von Art. 190 
Abs. 1 StGB konsumiert. Der Beschuldigte ist damit der Vergewaltigung im Sinne 
von Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

8. Strafzumessung und Vollzug

8.1. Anträge, Grundsätze

8.1.1. Die Vorinstanz bestrafte die Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 
16 Monaten, wobei der Vollzug unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren 
aufgeschoben wurde. Damit ging die Vorinstanz über den Antrag der Staatsan-
waltschaft hinaus; diese hatte im Schlussbericht vom 26. September 2020 eine 
bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten beantragt (vgl. RG act. 6). Anlässlich 
der Berufungsverhandlung beantragte der Beschuldigte einen Freispruch, zur 
Strafzumessung machte die Verteidigung keine Ausführungen.

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8.1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 
StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 
(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen; vgl. auch 144 IV 313 E. 1; 144 IV 217 
E. 2.3 ff.; 142 IV 265 E. 2.3 ff.). Darauf kann verwiesen werden.

8.2. Strafrahmen und Strafart

Der Strafrahmen reichte in der im Tat- und Urteilszeitpunkt geltenden Fassung von 
Art. 190 Abs. 1 StGB von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Vorliegend 
sind keine Strafschärfungs- oder Strafminderungsgründe ersichtlich, welche dazu 
führen könnten, die Grenzen des ordentlichen Strafrahmens zu verlassen. Als 
Sanktionsart sieht das Gesetz zudem zwingend eine Freiheitsstrafe vor. Der kon-
krete ordentliche Strafrahmen reicht deshalb von einem bis zu zehn Jahren Frei-
heitsstrafe.

8.3. Tatkomponenten

Geschütztes Rechtsgut des Tatbestands der Vergewaltigung im Sinne von 
Art. 190 Abs. 1 StGB ist die sexuelle Selbstbestimmung. Über dieses Selbstbe-
stimmungsrecht der Privatklägerin hat sich der Beschuldigte in egoistischer Weise 
hinweggesetzt, indem er ihren verbalen und physischen Widerstand ignoriert hat, 
um seine egoistischen Ziele zu befriedigen. Mit Blick auf die konkrete Vorgehens-
weise ist vorliegend von einer vergleichsweise leichten Tatschwere auszugehen. 
Einerseits hielten sich die aufgezwungenen Handlungen im Rahmen, anderseits 
wendete er keine grosse Gewalt an. Gemäss Aussage der Beteiligten brach der 
Beschuldigte zudem seine Tat angesichts des Widerstands der Privatklägerin ab, 
bevor er zum Orgasmus gekommen ist, und verzichtete damit auf eine weitere 
Eskalation der Tat. Unklar erscheint, inwiefern sich die Vergewaltigung zudem auf 
die physische und psychische Gesundheit der Privatklägerin ausgewirkt hat. Sie 
war nach dem Vorfall zwar in psychologischer Betreuung. Aus den eingereichten 
Unterlagen ist jedoch nicht ersichtlich, in welchem Umfang diese Betreuung mit 
der Tat selbst in Zusammenhang stand, zumal die Privatklägerin bereits vorher 
psychologische Betreuung hatte und im Juli 2020 einen familiären Schicksals-
schlag erleiden musste. Ob die nachgewiesenen bakteriellen Infektionen von be-
sagter Tat stammen, erscheint ebenfalls nicht klar und kann damit nicht berück-
sichtigt werden (vgl. E. 6.3). 

In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zumindest mit Even-
tualvorsatz handelte, was sich strafzumessungsneutral auswirkt. Sodann ist davon 
auszugehen, dass er bei intakter Schuldfähigkeit gehandelt hat. Auch wenn auf-

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grund der Vorgeschichte anzunehmen ist, dass der Beschuldigte unter Alkoholein-
fluss stand, fehlt es an Anhaltspunkten, dass sich dies auf seine Schuldfähigkeit 
ausgewirkt hätte. Solches wird denn auch vom Beschuldigten selber nicht geltend 
gemacht. Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte in der Lage 
war, das Unrecht seiner Tat einzusehen und grundsätzlich danach zu handeln. 
Letztlich ging es ihm einzig um die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse. 

Insgesamt ist die Einsatzstrafe aufgrund der Tatkomponenten beziehungsweise 
der vergleichsweise leichten Tatschwere auf zwölf Monate Freiheitsstrafe festzu-
setzen.

8.4. Täterkomponente

8.4.1. Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben des Be-
schuldigten korrekt zusammengefasst (act. E.1, E. A). Darauf kann vorab verwie-
sen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Gemäss Aussage vor dem Kantonsgericht hat 
der Beschuldigte seine Lehre mittlerweile abgeschlossen, arbeitet als Elektroin-
stallateur in seinem ehemaligen Lehrbetrieb und wohnt neu mit seiner Freundin in 
Bonaduz. Gemäss Strafregisterauszug vom 16. August 2023 weist der Beschul-
digte eine Vorstrafe auf. So wurde er mit Strafbefehl vom 4. Januar 2021 aufgrund 
einer groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG sowie Fahren in 
angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a StGB zu einer bedingten 
Geldstrafe von 40 Tagessätzen und einer Busse von CHF 500.00 verurteilt. Zu-
dem war im Urteilszeitpunkt ein weiteres Verfahren wegen Vergewaltigung am 
Kantonsgericht hängig. 

8.4.2. Die Vorinstanz hat die Freiheitsstrafe aufgrund der Täterkomponenten um 
zwei Monate gesenkt und dabei namentlich auf das kooperative Verhalten des 
Beschuldigten, sein Alter und die Auswirkung der Strafe auf das weitere Leben 
verwiesen. Angesichts der – nicht einschlägigen und damit nur leicht zu berück-
sichtigenden – Vorstrafe und der Tatsache, dass der Beschuldigte die Privatkläge-
rin nach der Anzeigeerstattung kontaktiert hat und dabei mit einem gewissen 
Druck versucht hat, sie zu einem Rückzug zu bringen, erscheint eine Senkung der 
Strafe aufgrund der Täterkomponenten nicht angemessen. Vielmehr sind die 
Täterkomponenten angesichts der aufgezählten Punkte strafneutral zu werten. Zu 
erwähnen ist dabei, dass das weitere Verfahren wegen Vergewaltigung noch nicht 
in Rechtskraft erwachsen ist und deshalb auch noch nicht berücksichtigt werden 
kann (vgl. BGer 6B_54/2018 v. 28.11.2018 E. 1.4.4). Die Strafe ist damit bei 12 
Monaten Freiheitsstrafe zu belassen.

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8.5. Vollzug

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe  
oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 
unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung wei-
terer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Die Vorinstanz gewährte dem Be-
schuldigten den bedingten Strafvollzug (vgl. act. E.1, E. 5.3), wobei im Urteilsdis-
positiv eine Probezeit von zwei Jahren angeordnet ist. Unter Berücksichtigung des 
Verschlechterungsverbots ist an der Regelung im Urteilsdispositiv festzuhalten, 
welche denn auch angemessen erscheint. Demzufolge ist der Vollzug der Frei-
heitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufzuschie-
ben.

8.6. Fazit Strafe

Unter Berücksichtigung der erfolgten Erwägungen resultiert eine dem Verschulden 
und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessene Freiheits-
strafe von 12 Monaten, deren Vollzug unter Ansetzung einer Probezeit von zwei 
Jahren bedingt aufzuschieben ist. 

9. Zivilforderungen

9.1. Grundlagen

Gemäss Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Person zivilrechtliche An-
sprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren 
geltend machen. Der zivilrechtliche Anspruch muss sich aus der Straftat herleiten; 
er kann sich mithin nur auf Handlungen stützen, die von der Anklage erfasst sind. 
In erster Linie sind Schadenersatz- oder Genugtuungsansprüche aus unerlaubter 
Handlung gemäss Art. 41 ff. OR denkbar. Das Gericht entscheidet über die an-
hängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht 
oder freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 lit. a und b).

Entsprechend der für den Adhäsionsprozess massgeblichen Dispositionsmaxime 
hat die Zivilklägerschaft den Anspruch, welchen sie geltend macht, zu beziffern 
und zu begründen. Kommt es bis zum Abschluss der Hauptverhandlung nicht zu 
einer ausreichenden Begründung und Bezifferung, so wird die Zivilforderung ent-
sprechend Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO grundsätzlich auf den Zivilweg verwiesen. 
Die Klage kann jedoch unter anderem dann abgewiesen werden, wenn der Be-
weis für die den Anspruch begründenden Umstände nicht oder nicht vollständig 

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erbracht wurde (vgl. Julian Mausbach, Das Adhäsionsverfahren – auch im medizi-
nalstrafrechtlichen Licht, Bern 2023, S. 265 f.). 

9.2. Anträge und vorinstanzliches Urteil

Die Privatklägerin machte vor der Vorinstanz Schadenersatz in Höhe von 
CHF 1'703.90 zuzüglich 5% Zins ab dem 22. Oktober 2020 und eine Genugtuung 
im Betrag von CHF 15'000.00 zuzüglich 5% Zins ab dem 8. September 2019 gel-
tend. Die Vorinstanz hiess die Zivilklage teilweise gut und verpflichtete den Be-
schuldigten zur Zahlung eines Schadenersatzes von CHF 183.90 und einer Ge-
nugtuung von CHF 8'000.00 (zuzüglich Zins). Vor dem Berufungsgericht beantragt 
der Beschuldigte nun, die entsprechenden Ziffern 4 und 5 des Entscheids des Re-
gionalgerichts Plessur vom 18. Mai 2021 seien aufzuheben und die Zivilklage ab-
zuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

9.3. Konstituierung als Zivilklägerin

9.3.1. Der Beschuldigte bringt vorab vor, dass die Privatklägerin sich einzig als 
Strafklägerin, jedoch nie als Zivilklägerin konstituiert habe und die Zivilklage des-
halb abzuweisen sei. 

9.3.2. Gemäss Art. 118 Abs. 1 StPO gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich 
erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin oder -kläger zu beteili-
gen, als Privatklägerin. Die Erklärung ist bis zum Abschluss des Vorverfahrens 
abzugeben (Art. 118 Abs. 3 StPO). Die geschädigte Person kann die Erklärung 
schriftlich oder mündlich zu Protokoll geben (Art. 119 Abs. 1 StPO).

9.3.3. Unstrittig und nicht weiter darauf einzugehen ist, dass die Privatklägerin als 
Opfer gemäss Art. 116 StPO zur Konstituierung als Straf- und Zivilklägerin legiti-
miert ist. Durch die Verteidigung bestritten wird hingegen, dass sie sich auch als 
Zivilklägerin legitimiert hat. Tatsächlich hat sich die Privatklägerin im Formular der 
Staatsanwaltschaft am 6. November 2019 lediglich als Strafklägerin konstituiert; 
das entsprechende Feld betreffend Zivilklage hatte sie offengelassen (vgl. StA 
act. 3.7). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme bei der Staatsanwaltschaft am 
11. März 2020 gab sie jedoch mündlich explizit zu Protokoll, "im Verlaufe des Ver-
fahrens noch Zivilforderungen" geltend machen zu wollen (vgl. StA act. 3.11, S. 4). 
Dies ist als gültige Erklärung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 in Verbindung mit 
Art. 119 Abs. 1 StPO anzusehen. Die Erklärung erfolgte auch vor Abschluss des 
Vorverfahrens. Die Privatklägerin hat sich damit gültig sowohl als Straf- als auch 
Zivilklägerin konstituiert. 

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9.4. Schadenersatz

9.4.1.  Wie dargelegt, beantragt die Privatklägerin die Abweisung der Berufung 
und damit die Zusprechung von Schadenersatz und Genugtuung wie vor der Vor-
instanz. Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies die Rechtsvertreterin der 
Privatklägerin auf ihre Vorbringen vor Vorinstanz. Dort hatte sie die Schadener-
satzansprüche namentlich mit den psychischen Beschwerden und der deshalb 
notwendigen psychologischen Betreuung begründet.

9.4.2. Mit dem vorliegenden Schuldspruch wegen Vergewaltigung steht ohne Wei-
teres fest, dass sich der Beschuldigte auch im zivilrechtlichen Sinne (vgl. Art. 41 
OR) widerrechtlich und schuldhaft gegenüber der Privatklägerin verhalten hat. 
Weiter kann davon ausgegangen werden, dass dieses Verhalten jedenfalls mitur-
sächlich für die geltend gemachte psychische Beeinträchtigung der Privatklägerin 
war. Im Verfahren vor dem Kantonsgericht wurde bekannt, dass die Privatklägerin 
– entgegen vorherigen Angaben – bereits vor der vorliegenden Tat in psychologi-
scher Betreuung war (vgl. act. H.6, Fragen III.32 ff.); tragischer Weise ist zudem 
die Mutter der Privatklägerin – und damit eine vermutungsgemäss sehr enge Be-
zugsperson – im Juli 2020 verstorben. Es erscheint deshalb sehr wahrscheinlich, 
dass die psychologische Betreuung der Privatklägerin in dieser Zeit diverse Mitur-
sachen hatte, welche nicht alleine in der Tat begründet sind. Die genaue Bestim-
mung des Schadenersatzanspruches, insbesondere die Abklärung der weiteren 
Einflussfaktoren, erweist sich gestützt auf die vorliegenden eingereichten Behand-
lungspläne jedoch nicht als möglich. Die Privatklägerin beziehungsweise ihre 
Rechtsvertretung hat zudem mehrfach dargelegt, dass sie keine weiteren ärztli-
chen Unterlagen editieren lassen will und hat selbst auch keine weiteren Unterla-
gen eingereicht. Angesichts dessen ist der Schadenersatzanspruch nicht nachge-
wiesen; ein Nachweis des Anspruchs ohne Einblick in die ärztlichen Unterlagen ist 
zudem nicht möglich. Die Zivilklage auf Schadenersatz ist deshalb abzuweisen.

9.5. Genugtuung

9.5.1. Anspruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung hat, wer in seiner 
Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, sofern die Schwere der Verletzung es 
rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 Abs. 1 
OR). Voraussetzung für die Zusprechung ist eine immaterielle Unbill. Der erlittene 
körperliche oder seelische Schmerz muss von einer gewissen Schwere sein. Die 
Beeinträchtigung muss durch eine widerrechtliche und schuldhafte Verletzung von 
Persönlichkeitsrechten verursacht worden sein. Zwischen der Handlung des Ge-
nugtuungspflichtigen und der Persönlichkeitsverletzung sowie der immateriellen 

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Unbill muss ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Bemessungskriterien 
der Genugtuungshöhe sind vor allem die Art und Schwere der Verletzung, die In-
tensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen, der 
Grad des Verschuldens des Haftpflichtigen, ein allfälliges Selbstverschulden des 
Geschädigten sowie die Aussicht auf Linderung des Schmerzes durch die Zahlung 
eines Geldbetrags. Dem Sachrichter steht bei Festsetzung der Höhe ein weiter 
Ermessensspielraum zu (BGE 132 II 117 E. 2.2.2 bzw. E. 2.2.5). 

9.5.2. Zweifelsohne stellt eine Vergewaltigung per se eine objektiv schwere Per-
sönlichkeitsverletzung dar, die vom Beschuldigten widerrechtlich und schuldhaft 
verursacht wurde. Die Voraussetzungen von Art. 49 OR sind als erfüllt anzusehen; 
es ist ohne weiteres von einem Genugtuungsanspruch der Privatklägerin gegenü-
ber dem Beschuldigten auszugehen. Hinsichtlich der Genugtuungshöhe hat sich – 
entgegen der Ansicht der Privatklägerin – in der Rechtsprechung im Zusammen-
hang mit sexuellen Persönlichkeitsverletzungen die Zwei-Phasen-Methode nicht 
durchgesetzt. Vielmehr ist die Genugtuung mit der Präjudizienmethode anhand 
der allgemeinen Bemessungskritierien festzusetzen (vgl. Hardy Landolt, Genugtu-
ungsrecht, Systematische Gesamtdarstellung und Kasuistik, 2. Auflage 2021, 
S. 204 ff.). In der Praxis besteht eine relativ grosse Varianz, wobei grundsätzlich 
bei einer Vergewaltigung von einer Genugtuung von CHF 15'000.00 bis 
CHF 20'000.00 auszugehen ist, in der Vergangenheit jedoch durchaus auch tiefe-
re Beträge zugesprochen wurden (CHF 5'000.00 in KGer LU v. 2.12.2016 = BGer 
6B_400/2017 v. 4.9.2017 E. A). 

9.5.3. Wie bereits im Rahmen der Strafzumessung ersichtlich, ist die vorliegende 
Tat im Vergleich mit anderen Vergewaltigungen noch als leicht zu bewerten. Die 
Privatklägerin hat keine wesentlichen körperlichen Schäden davongetragen; sie 
scheint auch gegenüber dem Beschuldigten nicht so eingeschüchtert, dass sie 
diesem gar nicht mehr begegnen will oder kann. Der Verweis der Rechtsvertrete-
rin der Privatklägerin auf einen Fall des Kantonsgerichts (KGer GR SF 06 14 v. 
28.8.2006) ist dementsprechend unbehilflich, zumal gerade die Gewalteinwirkung 
in jenem Fall erheblich schwerer war. Nichtsdestotrotz hat die Privatklägerin unter 
anderem aufgrund der Tat erhebliche Folgen in ihrem Leben davongetragen, zu-
mal sie offenbar auch ihre Ausbildung abbrechen musste. Auch diesbezüglich er-
scheint jedoch nicht ganz klar, in welchem Umfang andere Gründe ebenfalls mit-
ursächlich waren. Angesichts dessen und der vergleichsweise geringen Gewalt-
einwirkung erscheint es deshalb angemessen, eine Genugtuung von 
CHF 5'000.00 auszufällen. Der Genugtuungsanspruch ist ab dem Zeitpunkt des 

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schädigenden Ereignisses mit 5 % zu verzinsen (vgl. BGE 129 IV 149 E. 4.2 f.; 
Art. 73 OR).

9.6. Fazit Zivilklage

Zusammenfassend wird die Zivilklage der Privatklägerin teilweise gutgeheissen 
und der Beschuldigte verpflichtet, dieser eine Genugtuung von CHF 5'000.00 zu-
züglich Zins von 5 % seit dem 8. September 2019 zu bezahlen. Die Schadener-
satzforderung wird abgewiesen. 

10. Kosten- und Entschädigungsfolgen

10.1. Vorinstanz

10.1.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen Entscheid, so befindet sie auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 
Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person dabei die Verfahrens-
kosten, wenn sie verurteilt wird. 

10.1.2. Vorliegend bestätigt die erkennende Kammer den Schuldspruch der Vor-
instanz. In diesem Sinne endet das Strafverfahren mit einer Verurteilung, womit 
die Kosten der Staatsanwaltschaft (CHF 2'715.00) und die vorinstanzliche Ge-
richtsgebühr (CHF 3'600.00) vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen sind. 

10.1.3. Als Bestandteil der Verfahrenskosten ebenfalls dem Beschuldigten aufzu-
erlegen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Art. 422 Abs. 2 lit. a 
StPO). Diese Kosten sind jedoch einstweilen vom Kanton Graubünden zu über-
nehmen, sind aber vom Beschuldigten zurückzuerstatten, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 135 Abs. 4 StPO). 
Die Vorinstanz hat dem amtlichen Verteidiger ein Honorar von CHF 4'836.50, in-
klusive Spesen und MwSt., zugesprochen. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen 
Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden (vgl. act. E.1, E. 8.2). An die-
ser Honorarfestsetzung ist festzuhalten.

10.1.4. Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch 
auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, 
wenn sie obsiegt (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Sie hat ihre Entschädigung bei der 
Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und zu belegen. Kommt sie dieser Pflicht 
nicht nach, so tritt die Strafbehörde auf den Antrag nicht ein (Art. 433 Abs. 2 
StPO). Vorliegend ist die Privatklägerschaft im vorinstanzlichen Verfahren als ob-
siegend zu betrachten. Die Privatklägerin hat dabei eine Entschädigung von 

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CHF 3'518.70 beantragt, erhielt von der Vorinstanz jedoch lediglich CHF 3'239.15 
zugesprochen. Die Privatklägerin hat diesen Punkt nicht angefochten, ohnehin 
erscheint der von der Vorinstanz zugesprochene Betrag als angemessen. Der Be-
schuldigte hat die Privatklägerin für das vorinstanzliche Verfahren damit mit 
CHF 3'239.15 zu entschädigen. 

10.2. Rechtsmittelinstanz

10.2.1. In Anwendung von Art. 7 VGS (BR 350.210) ist die Gerichtsgebühr für das 
Berufungsverfahren angesichts des Aufwands (mündliche Hauptverhandlung, Ur-
teilsbegründung) auf CHF 4'000.00 festzulegen. 

10.2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga-
be ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unter-
liegt der Beschuldigte mit seinen Anträgen, einzig hinsichtlich des Strafmasses 
und der Zivilklage erreicht er eine Verbesserung. Betreffend das Strafmass hat der 
Beschuldigte keine eigenen Anträge gestellt, weshalb er diesbezüglich auch nicht 
als obsiegend zu betrachten ist. Betreffend die Zivilklage obsiegt er schliesslich 
nur teilweise. Zusammenfassend ist er im Strafpunkt als vollständig unterliegend 
zu betrachten, wobei angesichts des Aufwands ein Anteil von CHF 3'500.00 dem 
Strafpunkt zuzuordnen ist. Dieser Anteil ist vollständig durch den Beschuldigten zu 
tragen. Die durch die Zivilklage verursachten Aufwendungen von CHF 500.00 sind 
angesichts der Teilabweisung beziehungsweise Teilgutheissung im Umfang von 
CHF 200.00 der Privatklägerin und im Umfang von CHF 300.00 dem Beschuldig-
ten aufzuerlegen.

10.2.3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung als Bestandteil der Verfahrenskos-
ten sind ausgangsgemäss zum grössten Teil ebenfalls dem Beschuldigten aufzu-
erlegen (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO). Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten 
reichte anlässlich der Berufungsverhandlung eine Honorarnote im Umfang von 
CHF 5'879.35 (inkl. Spesen und MwSt.) ein (act. G.1). Er machte dabei einen 
Aufwand von 26.5 Stunden à CHF 200.00 geltend. Die einzelnen Aufwendungen 
sind grundsätzlich nicht zu beanstanden, einzig hinsichtlich der Positionen Plä-
doyer und Dauer der Hauptverhandlung sind gewisse Abzüge zu machen, zumal 
die Hauptverhandlung weniger lang gedauert hat und der Verteidiger diverse Ab-
schnitte aus seinem erstinstanzlichen Plädoyer wiederverwenden konnte. Insge-
samt erscheint eine Entschädigung im Umfang von 22 Stunden als angemessen, 
womit der Verteidiger inklusive der Mehrwertsteuer von 7.7% und praxisgemässer 
Spesenpauschale von 3% mit CHF 4'880.96 zu entschädigen ist. Angesichts des 
teilweisen Obsiegens sind diese Kosten lediglich im Umfang von CHF 4'636.90 

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dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die ihm auferlegten Kosten übernimmt einstwei-
len der Kanton Graubünden, sie sind aber vom Beschuldigten zurückzuerstatten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 426 Abs. 1 StPO; 
Art. 135 Abs. 4 StPO).

10.2.4. Für die Entschädigungsfrage der Privatklägerin sind durch Verweis in 
Art. 436 Abs. 1 StPO die gleichen Normen wie im erstinstanzlichen Verfahren an-
wendbar. Dementsprechend hat die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldig-
ten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwen-
dungen im Verfahren, wenn sie obsiegt. Auch im Rechtsmittelverfahren hat sie die 
Forderung zu beantragen, zu beziffern und zu belegen (vgl. Art. 433 StPO).

Die Privatklägerin obsiegt im vorliegenden Verfahren teilweise. In der eingereich-
ten Honorarnote (act. G.3) hat die Rechtsvertreterin der Privatklägerin für das Be-
rufungsverfahren einen Aufwand von 15.66 Stunden à CHF 200.00 geltend ge-
macht. Es fällt auf, dass diverse Aufwendungen das erstinstanzliche Verfahren 
betreffen, diese Aufwendungen vor dem Regionalgericht jedoch nicht geltend ge-
macht worden sind (vgl. dazu act. G.2). Eine Geltendmachung von Aufwendungen 
des erstinstanzlichen Verfahrens im Berufungsverfahren ist verspätet und nicht 
zulässig. Dies, zumal ansonsten eine materielle Korrektur des vorinstanzlichen 
Kostenpunkts möglich wäre, ohne dass man selbst ein Rechtsmittel erhoben hat. 
Dem Gesagten entsprechend sind alle Aufwendungen im Zusammenhang mit der 
Vorinstanz (Aufwendungen vor dem 31. März 2022) zu streichen. Anzurechnen 
sind damit 9.9 Stunden à CHF 200.00, womit – inklusive 3% Spesenpauschale 
und 7.7% Mehrwertsteuer – Aufwendungen von CHF 2'196.45 resultieren. Davon 
ist die eine Hälfte dem Strafpunkt, die andere Hälfte dem Zivilpunkt zuzuweisen. 
Während die Privatklägerin im Strafpunkt vollständig obsiegt und zu entschädigen 
ist, obsiegt sie im Zivilpunkt lediglich zu 60 %. Damit hat der Beschuldigte die Pri-
vatklägerin insgesamt im Umfang von 80 % und damit mit CHF 1'757.15 zu ent-
schädigen.

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Demnach wird erkannt:

1. A._____ ist schuldig der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB.

2.1. Dafür wird A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft.

2.2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 
Jahren aufgeschoben.

3. Die Zivilklage von B._____ gegen A._____ wird teilweise gutgeheissen. 
A._____ wird verpflichtet, B._____ eine Genugtuung von CHF 5'000.00 zu-
züglich Zins zu 5% ab dem 8. September 2019 zu bezahlen. Im Mehrbetrag 
wird die Zivilklage abgewiesen. 

4.1. Die Untersuchungskosten von CHF 2'715.00 gehen zulasten von A._____.

4.2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 8'436.50 (Gerichts-
kosten CHF 3'600.00; amtliche Verteidigung CHF 4'836.50 [inkl. Spesen 
und MwSt.]) gehen zulasten von A._____.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen aus der Ge-
richtskasse des Regionalgerichts Plessur bezahlt. Vorbehalten bleibt die 
Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

4.3. A._____ wird verpflichtet, B._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 3'239.15 zu bezahlen.

5.1. Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 geht im 
Umfang von CHF 3'800.00 zulasten von A._____ und im Umfang von 
CHF 200.00 zulasten von B._____.

5.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren von 
CHF 4'880.95 werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Kantonsge-
richts bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ im 
Umfang von CHF 4'636.90 gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

5.3. A._____ wird verpflichtet, B._____ für das Berufungsverfahren eine Partei-
entschädigung von CHF 1'757.15 zu bezahlen.

6.1. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 

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Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6.2. Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Verteidiger 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) 
Beschwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem 
Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellin-
zona, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 
39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässig-
keit, die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Ver-
fahren der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

7. Mitteilung an: