# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 916ad7e5-69e1-53d5-8651-649be4f14d32
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.12.2011 E-5600/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5600-2011_2011-12-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5600/2011

U r t e i l   v om   1 3 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz),
Richter Jean­Pierre Monnet, Richter Kurt Gysi;  
Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser.

Parteien A._______, geboren am (…),
B._______, geboren am (…),
C._______, geboren am (…),
D._______, geboren am (…),
Bosnien und Herzegowina,  
alle vertreten durch Dieter Roth, Advokatur Gysin + Roth, 
(…), 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für 
Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. 
September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  ihrem  Mann  am  25.  Juli  1991  in  der 
Schweiz ihr erstes Asylgesuch stellte, 

dass das BFF am 2. August 1991 eine Wegweisung nach Italien verfügte, 

dass die Beschwerdeführer indessen nach Deutschland gegangen seien, 
wo sie bis Ende 2000 gelebt hätten und anschliessend nach Bosnien und 
Herzegowina zurückgekehrt seien, 

dass  die  Beschwerdeführerin  und  ihre  drei  Kinder  Bosnien  und 
Herzegowina  eigenen  Angaben  zufolge  am  24. Oktober  2010  in  einem 
Bus  nach  Zagreb  verliessen  und  von  dort  aus  in  einem  Minibus  über 
ihnen  unbekannte  Länder  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  am  25. 
Oktober  2010  in  die  Schweiz  einreisten,  wo  sie  gleichentags  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  E._______  (EVZ)  um  Asyl 
nachsuchten,

dass  die  Beschwerdeführerin,  ethnische  Roma mit  letztem Wohnsitz  in 
F._______,  bei  der  Befragung  vom  10. November  2010  und  der 
Anhörung  zu  den  Asylgründen  durch  das  BFM  vom  11. Mai  2011  im 
Wesentlichen  geltend  machte,  sie  habe  Angst  um  ihr  Leben  und 
dasjenige  ihrer  Kinder  gehabt,  nachdem  ihr  Neffe  G._______  am  (…) 
2009 von der Mafia erschossen und sein Vater (Bruder ihres Ehemannes) 
verletzt worden sei, 

dass bereits im Jahre 2002 ein Mitglied der Familie getötet worden sei, 

dass der Neffe umgebracht worden sei, weil er das Geld, das die Mafia­
Leute von ihm verlangt hätten, nicht habe zahlen können,  

dass die Mafia überall  in den Medien  (Zeitungen, Fernsehen) verkündet 
habe, die ganze Familie H._______ umzubringen, 

dass  die  Beschwerdeführerin  nach  dieser  Tat  mit  ihrer  Familie  in  das 
Haus ihres Schwagers gezügelt sei, 

dass  sie  wegen  dieser  Umstände  mit  ihrem  Mann  viel  gestritten  und 
psychische  Probleme  bekommen  habe,  weshalb  sie  bis  heute 
Antidepressiva nehme,  

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dass  sie  drei  bis  vier  Monate  nach  der  Ermordung  ihres  Neffen 
beziehungsweise  im  Jahre  (…),  als  sie  tagsüber  in  ihr  Haus 
zurückgekehrt  sei,  um  dort   Kleider  für  die  Kinder  zu  holen,  von 
unbekannten Männern vergewaltigt worden sei,

dass sie dies niemandem gesagt habe, weil ansonsten  ihr Mann  ihr die 
Kehle durchgeschnitten hätte,   

dass sie im Mai 2010 von ihrem Mann, mit dem sie zusammen eine (…) 
betrieben  habe,  verlassen worden  sei  und  bis  heute  nicht wisse, wo  er 
sich aufhalte, 

dass auch ihr ältester Sohn das Haus verlassen habe,

dass sie daher den Entschluss gefasst habe, alles zu verlassen und in die 
Schweiz zu kommen, 

dass  die  zwei  älteren  Kinder  der  Beschwerdeführerin  (B._______  und 
C._______)  im Wesentlichen  die  Asylgründe  ihrer Mutter  bezüglich  der 
Tötung  ihres  Cousins  und  der  Angst,  auch  umgebracht  zu  werden, 
bestätigten,

dass sie seit der Tötung des Cousins aus Angst nicht mehr in die Schule 
gegangen seien, 

dass sich  ihre Eltern an die Polizei gewandt hätten, diese  jedoch nichts 
zu  ihrem  Schutz  unternommen  habe,  weil  sie  die  Mafia  unterstützen 
würde, 

dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Untermauerung  ihrer  Vorbringen 
verschiedene Beweismittel beigebracht hat,

dass  das  BFM  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführer  mit  Verfügung 
vom 8. September 2011 – eröffnet am 9. September 2011 – ablehnte, die 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug der Wegweisung 
anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Beschwerdeführerin habe sich zu der geltend gemachten Vergewaltigung 
widersprüchlich geäussert, indem sie die Zahl der Täter einmal auf zwei, 
ein anderes Mal auf drei beziffert habe, 

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dass sie bei der summarischen Befragung angegeben habe, das Ereignis 
habe  im  Jahre  2010  stattgefunden,  bei  der  Anhörung  habe  sie 
andererseits  festgehalten,  es  habe  sich  drei  bis  vier  Monate  nach  der 
Ermordung des Neffen, was sich auf (…) datieren liesse, ereignet,     

dass demnach ihre Vorbringen nicht glaubhaft seien, 

dass  zudem den eingereichten Zeitungsausschnitten  zu entnehmen sei, 
dass die beiden Vorfälle, bei welchen ein Familienmitglied getötet worden 
sei,  ohne  Zusammenhang  mit  einer  Angelegenheit  der  Mafia  oder  mit 
ethnischer Diskriminierung stünden, 

dass  es  sich  beim  ersten  Fall  um  einen  nachbarschaftlichen  Streit 
gehandelt  habe,  bei  dem  Alkohol  eine  wesentliche  Rolle  gespielt  habe 
und der Täter für seine Tat verurteilt worden sei, 

dass  sich  beim  tragischen  Vorfall  des  Jahres  2009  die  Beteiligten 
ebenfalls  gekannt  hätten,  da  die  Täter  aus  den  Familien  in  der 
Nachbarschaft  stammen  würden  und  der  Auseinandersetzung  nicht  die 
ethnische  Zugehörigkeit  zugrunde  gelegen  habe,  sondern 
Geldstreitigkeiten  zwischen  dem  Neffen  des  Ehemannes  der 
Beschwerdeführerin und dem Oberhaupt der Familie der anderen Partei,

dass  die  Urheber  des  Mordes  am  Neffen  zu  unbedingten 
Gefängnisstrafen verurteilt worden seien,     

dass  die  Widersprüche  zwischen  den  Ausführungen  und  der  in  den 
Beweismitteln  beschriebenen  Realität  dementsprechend  nicht  auf  die 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen schliessen lassen würden, 

dass weiter die von den Beschwerdeführern geschilderten Übergriffe, die 
von Drittpersonen ausgegangen seien, nur dann asylrelevant seien, wenn 
der  Staat  seiner  Schutzpflicht  nicht  nachkomme  oder  nicht  in  der  Lage 
sei, Schutz zu gewähren,

dass die als Beweismittel eingereichten Zeitungsartikel den Schluss nahe 
legen würden, dass die Beschwerdeführer in ihrem Herkunftsland Zugang 
zur Justiz gehabt hätten,   

dass es ferner keinem Staat gelingen könne, die absolute Sicherheit aller 
Bürger jederzeit und überall zu garantieren,

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dass  der  Vollzug  der Wegweisung  zulässig,  zumutbar  und möglich  sei,  
zumal  sie  dort  über  ein  Beziehungsnetz  verfügen  würden  und  im 
Familienbetrieb, für deren Auflösung kein Nachweis erbracht worden sei, 
einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnten, 

dass die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Oktober 2011 (Eingabe 
und  Poststempel)  durch  ihren  Rechtsvertreter  gegen  diesen  Entscheid 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen 
liessen,  die  Verfügung  des  BFM  vom  8.  September  2011  sei 
vollumfänglich  aufzuheben  und  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführer 
seien  gutzuheissen,  eventualiter  sei  der  Entscheid  des  Bundesamtes 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,  subeventualiter  sei  die  Wegweisungsverfügung 
aufzuheben  und  die  Beschwerdeführer  seien  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufzunehmen, 

dass sie  in prozessualer Hinsicht um unentgeltliche Prozessführung und 
unentgeltliche Verbeiständung ersuchten, 

dass  die  Instruktionsrichterin  die  Gesuche  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) wegen Aussichtslosigkeit der 
Beschwerdebegehren  mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Oktober  2011 
abwies und die Beschwerdeführer aufforderte, bis zum 2. November 2011 
einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu leisten,

dass der Kostenvorschuss fristgereicht geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des BFM entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

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dass  die  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  im Übrigen auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG;  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 52 
Abs. 1 VwVG) einzutreten ist, 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  im vorliegenden Verfahren gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf 
die Einholung einer Vernehmlassung verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden  (Art. 3 Abs. 1 AsylG) und den  frauenspezifischen Fluchtgründen 
Rechnung zu tragen ist (Art. 3 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das  BFM  in  seiner  Verfügung  zu  Recht  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit  der  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten 

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Vergewaltigung, die sie widersprüchlich geschildert hat, hegte (vgl. S. 3f. 
vorne), 

dass selbst wenn die Vergewaltigung tatsächlich stattgefunden hätte, was 
ohne  Zweifel  ein  schwer  zu  verarbeitendes  Erlebnis  darstellen  würde, 
sich  im vorliegenden Falle keine Hinweise auf eine relevante Verfolgung 
nach  Art.  3  AsylG  ergeben  hätten  und  die  Beschwerdeführerin  die  Tat 
hätte anzeigen können, 

dass  dieses  Ereignis  zudem  nicht  für  die  Ausreise  ausschlaggebend 
gewesen wäre, zumal sie noch mehrere Monate danach  in  ihrer Heimat 
verblieben sei,   

dass  der  bosnische  Staat  sodann  sowohl  über  funktionierende 
Polizeiorgane als auch über ein Rechts­ und Justizsystem verfügt,

dass  dies  auch  daraus  ersichtlich  wird,  dass  die  Mörder  in  beiden 
erwähnten Fällen zur Rechenschaft gezogen wurden, 

dass an dieser Stelle nicht zu beurteilen ist, ob ihre Verurteilung zu mild 
war  –  wie  dies  in  der  Beschwerde  gerügt  wird  –  zumal  die 
Beschwerdeführerin  keine  diesbezüglichen  Gerichtsakte 
beziehungsweise kein Urteil einreichte, womit die genauen Umstände des 
Mordes und des darauffolgenden Strafverfahrens nicht klar sind, 

dass  die  Schilderungen  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der 
Befragungen  und  in  der  Beschwerde,  der  Staat  arbeite  mit  der  Mafia 
zusammen, angesichts einer anderen Realität übersteigert anmuten, 

dass  im Übrigen weder  die Beschwerdeführerin  selbst  noch  ihre Kinder 
jemals Probleme mit den Behörden oder allenfalls der Mafia hatten, 

dass  ebenfalls  keine  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  aus  ethnischen 
Gründen vorliegen,  

dass daher ihre angebliche Furcht, getötet zu werden, unbegründet ist,  

dass  im  Übrigen Mitglieder  der  Familie  ihres  Schwagers,  die  durch  die 
Tötung  ihres  Familienmitglieds  direkt  betroffen  wurden,  offensichtlich 
weiterhin am gleichen Ort leben,

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dass daher die Behauptung, die Mafia habe in allen Medien proklamiert, 
die ganze Familie H._______ umzubringen, haltlos ist,  

dass weiter  in  der  Beschwerde  im Wesentlichen  die  bereits  bekannten, 
zur  Begründung  der  Asylgesuche  geltend  gemachten 
Sachverhaltselemente  wiederholt  werden  und  an  der  Glaubhaftigkeit 
beziehungsweise asylrechtlichen Relevanz derselben festgehalten wird,

dass  jedoch  keine  neuen,  erheblichen  Argumente  vorgetragen  werden, 
die  allenfalls  geeignet  wären,  zu  einer  von  derjenigen  des  BFM 
abweichenden Beurteilung der Asylgesuche zu gelangen,

dass die Beschwerdeführerin auch bei einer allfälligen Bedrohung durch 
Dritte  bei  den  bosnischen  Behörden  Schutz  suchen  könnte,  zumal 
Bosnien und Herzegowina durch den Bundesrat am 1. August 2003 als 
so genanntes Safe­country bezeichnet wurde  (vgl. Art. 6 Abs. 2 AsylG), 
weshalb  von  der  Schutzfähigkeit  und  vom  Schutzwillen  dieses  Staates 
auszugehen ist,

dass  es  den  Beschwerdeführern  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen, weshalb das BFM die Asylgesuche zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus 
der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton 
keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf 
Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S. 733, 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 

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strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  es  den  Beschwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet, 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  ihnen  in  Bosnien  und 
Herzegowina drohen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  der 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Bosnien  und  Herzegowina  noch 
individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführer 
im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, 

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dass  sie  gemäss  ihren  Aussagen  über  ein  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz  verfügen  (Schwager  und  seine  Familie)  und  in 
F._______ ein Haus besitzen,

dass  ferner  in  F._______  eine  bedeutende  Roma­Minderheit  lebt  und 
daher davon ausgegangen werden kann, dass die Beschwerdeführer, die 
Mitgliedschaftskarten  des  dortigen  Romavereins  einreichten  und  in  der 
gleichen  Gemeinde  während  zehn  Jahren  wohnten,  über  einen 
Bekanntenkreis verfügen,  

dass  es  weiter  in  der  Gemeinde  F._______  Projekte  gibt,  um  den 
Analphabetismus  zu  bekämpfen  und  insbesondere  Roma­Kindern  den 
Zugang  zu  Bildung  und  somit  zur  aktiven  Teilnahme  an  der 
Zivilgesellschaft zu ermöglichen, weshalb davon auszugehen ist, dass die 
Kinder der Beschwerdeführerin  in  ihrer Heimat  in die Schule gehen und 
eine Ausbildung in ihrer Muttersprache machen können, 

dass sie von Seiten  ihrer  in (…)  lebenden weiteren Verwandten (Mutter, 
drei  Brüder  und  zwei  Schwestern  der  Beschwerdeführerin)  eine 
Unterstützung  erwarten  dürfen,  weshalb  die  Beschwerdeführerin,  die 
zwar psychisch angeschlagen, grundsätzlich jedoch gesund ist, sich und 
ihren Kindern in ihrer Heimat eine Zukunft aufbauen kann,    

dass  sie  im  Übrigen  auch  durch  ihre  (…)  Tochter  dabei  unterstützt 
werden kann,

dass  die  Depressionen  der  Beschwerdeführerin  bereits  in  ihrer  Heimat, 
wo  sie  sich  dagegen  ambulant  und  medikamentös  behandeln  liess, 
bestanden  haben,  und  ihren  Ursprung  offenbar  vor  allem  darin  finden, 
dass  der  älteste  Sohn  weggegangen  ist  und  sie  von  ihrem  Mann 
verlassen wurde, 

dass sie daher Zugang zu medizinischen Einrichtungen hatte und nichts 
dagegen spricht, dass sie sich nicht weiterhin in ihrer Heimat medizinisch 
behandeln lassen könnte,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Anbetracht  der  Aktenlage  nicht 
unzumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung 

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gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (die  Beschwerdeführerin  (…)  im 
Besitze einer gültigen Licna Karta) (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  es  den  Beschwerdeführern  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) den Beschwerdeführern aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass  die  Kosten  durch  den  in  derselben  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  geleisteten Kostenvorschuss  gedeckt  und 
werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser

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