# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e624ebd5-f386-5b6f-87d4-9bb739577c86
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.11.2010 IV 2009/11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-11_2010-11-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/11

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.07.2020

Entscheiddatum: 16.11.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2010
Art. 16 ATSG, aArt. 28 IVG. Würdigung medizinischer Gutachten und Berichte 
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsschätzungen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2010, IV 
2009/11).

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Philia Roth

Entscheid vom 16. November 2010

in Sachen

P.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.   

P.___ (Jahrgang 1960) stürzte am 25. Januar 2004 im Badezimmer und erlitt eine 

Verletzung der Halswirbelsäule. Die Schweizerische Unfallversicherung (Suva) 

anerkannt anfangs ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 

8. April 2005 verfügte sie die Einstellung sämtlicher Leistungen rückwirkend per 23. Juli 

2004, weil kein wahrscheinlicher kausaler Zusammenhang zwischen dem Unfall und 

dem im Verlauf des Frühjahrs 2004 entstandenen Beschwerdebild bestehe. Diese 

Beschwerden seien ausschliesslich krankhafter Natur (Suva-act. 75).

B.   

B.a Am 25. Januar 2005 hatte sich die Versicherte zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 1). Die ehemalige Arbeitgeberin, die A.___, 

berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 21. Februar 2005, die Versicherte 

habe vom 1. Februar 1996 bis 30. Juni 2004 bei ihr zu 100% gearbeitet. Der 

Stundenlohn habe Fr. 16.50 betragen (IV-act. 10). Dr. med. B.___, Facharzt für 

Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 7. Februar 2005, die Versicherte 

sei seit 26. Januar 2004 bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Es beständen ein 

chronisches zervikal betontes Panvertebralsyndrom bei Fehlform der BWS, ein Zustand 

nach HWS-Distorsion am 25. Januar 2004, ein Zustand nach Subarachnoidalblutung 

mit Kraniotomie am 4. August 2004, eine Osteochondrose C6/7 mit Diskushernie und 

eine Diskushernie L4/5. Kopfschmerzen, Schwindel und Gangunsicherheit würden 

anhalten (IV-act. 11). Dr. med. C.___, Facharzt für Otorhinolaryngologie, Hals- und 

Gesichtschirurgie FMH, bestätigte am 8. April 2005 die 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Die Versicherte leide an einer hochgradigen kombinierten Schwerhörigkeit rechts bei 

Otitis media chronica und St. n. Mittelohrrevision rechts. Die Arbeitsunfähigkeit lasse 

sich mit der Tatsache erklären, dass eine zentrale Kompensation der 

Schwindelbeschwerden innerhalb des Gleichgewichtssystems nicht mehr zu erreichen 

sei, vor allem nach der subarachnoidalen Blutung (IV-act. 17). Der Regionale Ärztliche 

Dienst (RAD) Ostschweiz führte in seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2005 aus, eine 

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polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten zur Beurteilung der (Rest-) 

Arbeitsfähigkeit sei angezeigt (IV-act. 24).

B.b Am 29. Juli 2005 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Basel mit der 

polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 27). Die MEDAS stellte der IV-Stelle am 

24. Oktober 2006 das Gutachten zu. Die Versicherte war am 30. und 31. Januar 2006 

sowie am 8., 9. und 21. März 2006 internistisch, rheumatologisch, neuro-otologisch 

und psychiatrisch untersucht worden. Als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit gaben die Ärzte an:

1. Chronisches zervikal betontes Panvertebralsyndrom (ICD-10: M54.0) bei:

-  Wirbelsäulenfehlform/-fehlhaltung

-  segmentale Dysfunktion der HWS und LWS

-   degenerative Veränderungen zervikal und lumbal

-  V. a. Symptomausweitung bei psychosozialer Problemkonstellation

- klinisch-neurologisch keine radikulären sensomotorischen Ausfälle

2. St. n. Subarachnoidalblutung bei Aneurysma der A. carotis interna rechts (ICD-10: 

C60.0)

-  aktuell keine organisch erklärbaren Residuen

3. leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.01)

4. Kombinierte Schwerhörigkeit rechts bei St. n. Otitis media chronica perforata 

(ICD-10: H 90.7) .

Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) wurden 

erwähnt:

1. Dyspnoe unklarer Ätiologie; DD: intrinsic asthma, COPD

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2. V. a. Gastritis

3. Atypische Thoraxschmerzen; DD: muskuloskelettal

4. Atypische Beinschmerzen bei St. n. Varikosis und OP und leichter Restvarikosis

5. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45-4)

6.  Kombinierte Schwerhörigkeit bei St. n. Otitis media chronica perforata mit 

Mittelohrrevision Tympanoplastik und Mastoidektomie rechts 2001.

Die Ärzte gaben in der zusammenfassenden Beurteilung an, seit dem Sturz sei die 

Versicherte von Dr. C.___ kontinuierlich zu 100% arbeitsunfähig erklärt worden. Im 

Rahmen der Untersuchung habe sie nicht mehr über Schwindelbeschwerden geklagt. 

Die klinisch-neurologische Untersuchung habe keine Hinweise auf eine zentrale oder 

peripher-vestibuläre Störung gezeigt, jedoch sei die Untersuchung durch die 

mangelnde Kooperation erschwert gewesen. Man könne sich deshalb der Beurteilung 

von Dr. C.___ nicht anschliessen. Im Rahmen der Subarachnoidalblutung habe 

sicherlich eine Zeit lang eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab welchem 

Zeitpunkt sich der Zustand der Versicherten jedoch auf den derzeitigen status quo 

stabilisiert habe, lasse sich aus den Akten nicht beurteilen. Seit dem Datum des 

Gutachtens bestehe für körperlich leicht bis mittelschwer belastende Tätigkeiten in 

wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen ohne schweres Heben und Tragen von 

Lasten eine Arbeitsfähigkeit von 70% (IV-act. 35).

B.c In seinem Bericht vom 12. April 2007 führte Dr. B.___ aus, die Versicherte leide 

nach wie vor stark an Schwindel, Kopf-, Hals-, Nacken- und Schulterschmerzen sowie 

an einer schlecht eingestellten Hypertonie. Die Depression habe sich verschlechtert 

und es bestehe mindestens eine mittelgradige Depression mit Entgleisungen. Die 

Versicherte sei auch in einer adaptierten Tätigkeit nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig 

(IV-act. 50).

B.d Am 18. Juni 2007 teilte die IV-Stelle den Abschluss der 

Arbeitsvermittlungsmassnahmen mit, weil sich die Versicherte subjektiv nicht 

arbeitsfähig fühle (IV-act. 57). Diese liess daraufhin durch ihren Rechtsvertreter eine 

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beschwerdefähige Verfügung verlangen (IV-act. 59). Am 26. Juni 2007 teilte die IV-

Stelle der Versicherten mit Vorbescheid mit, dass sie die Arbeitsvermittlung 

abschliessen werde (IV-act. 60). Am 18. Juli 2007 wandte die Versicherte ein, das 

MEDAS-Gutachten sei widersprüchlich. In der psychiatrischen Untersuchung werde 

vorgeschlagen, dass sie ein Arbeitstraining in geschütztem Rahmen absolvieren solle. 

Damit könne auf dem freien Arbeitsmarkt aber kein Lohn im Umfang von 70% 

erwirtschaftet werden. Auch die behandelnde Psychiaterin gehe nicht davon aus, dass 

die Versicherte für die aktive Stellenvermittlung einsetzbar sei (IV-act. 65).

B.e Der RAD schlug in seiner Stellungnahme vom 27. November 2007 unter Hinweis 

auf den Bericht von Dr. B.___ vom 12. April 2007 eine Verlaufsbegutachtung durch die 

MEDAS Basel vor. Aus medizinischer Sicht gebe es nachvollziehbare Hinweise für eine 

relevante und anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Zudem wäre 

eine allfällige Komorbidität bezüglich der attestierten somatoformen Schmerzstörung 

zu prüfen (IV-act. 67). Am 17. Dezember 2007 beauftragte die IV-Stelle das Aerztliche 

Begutachtungsinstitut (ABI), Basel, mit der Verlaufsbegutachtung (IV-act. 70).

B.f  Das ABI erstattete am 11. Juni 2008 das Verlaufsgutachten. Als Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeiten führten die Ärzte an:

1. Chronisches zervikales und zephales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.9) bei:

2. St. n. Subarachnoidalblutung bei Aneurysma der A. carotis interna rechts 7/04 

(ICD-10: I60.0)

-  St. n. osteoplastischer Craniotomie mit Aneurysma-Clipping am 04.08.04.

- Postoperativ linksseitiges Hemisyndrom laut Angabe

3. leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0).

Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) nannten 

sie:

1. Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54)

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-  multilokuläres, unspezifisches Schmerzsyndrom (ICD-10: R52.9)

2. Sensibles Hemisyndrom links unklarer Ursache (ICD-10: G83.9)

- DD: Zusammenhang mit Diagnose 2. oben, also residuell

3. Schwerhörigkeit rechts bei St. n. Otitis media chronica perforata laut Angabe

- St.n. Mittelohrrevision, Tympanoplastik und Mastoidektomie 2001

6.  beginnendes metabolisches Syndrom

- Adipositas (BMI 34.5 kg/m2) (ICD-10: E76.2)

- leichte Dyslipidämie, unbehandelt (ICD-10: 78.2)

- leicht erhöhter Hb1Ac Wert, kontrollbedürftig (6.5%, Norm < 6.3%)

- Verdacht auf arterielle Hypertonie, unbehandelt (ICD-10: I10).

Die Ärzte gaben in der zusammenfassenden Beurteilung an, der Versicherten seien 

aufgrund der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule keine schweren Tätigkeiten 

mehr zumutbar. Für leichte bis nur gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten ohne Heben 

und Tragen von Lasten in Zwangshaltungen und über der Horizontalen bestehe aus 

neurologischer Sicht auf Grund der etwas verminderten psychophysischen 

Leistungsfähigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Aus internistischer und anderweitiger 

somatischer Sicht beständen keine zusätzlichen Befunde und Diagnosen, welche die 

Arbeitsfähigkeit limitierten. Die angegebene Beschwerden und ihre Auswirkungen im 

Alltag seien diskrepant zu den nur diskret zu erhebenden, klinisch objektivierbaren 

Befunden. Das unspezifische, multilokuläre Schmerzsyndrom sei der psychiatrischen 

Schmerzverarbeitungsstörung zugeordnet. Aus psychiatrischer Sicht könnten bei der 

Versicherten eine leichte depressive Episode und eine Schmerzverarbeitungsstörung 

festgestellt werden. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit resultiere eine verminderte 

Belastbarkeit im Umfang von 20%. Insgesamt sei der Versicherten seit Januar 2004 

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eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar, da sich die Leistungseinbussen aus 

somatischer und psychiatrischer Sicht teilweise addierten (IV-act. 72).

B.g Mit Vorbescheid vom 16. September 2008 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht. Seit der Erstbegutachtung im Jahr 2006 habe sich die 

zumutbare Arbeitsfähigkeit von 70% in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht 

wesentlich und anhaltend geändert. Das zumutbare Einkommen ohne Behinderung 

betrage Fr. 40'111.-- pro Jahr. Mit Behinderung könne die Versicherte ein Einkommen 

von Fr. 28'078.-- erzielen. Die Erwerbseinbusse betrage Fr. 12'033.--, beziehungsweise 

der Invaliditätsgrad 30%. Da dieser unter 40% liege, habe sie keinen Anspruch auf eine 

Rente (IV-act. 80). Dagegen liess die Versicherte am 24. Oktober 2008 einwenden, sie 

sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden. Ihr sei mindestens eine Dreiviertelsrente 

zu gewähren (IV-act. 87).

B.h Mit Verfügung vom 24. November 2008 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung 

ab (IV-act. 89). Am 28. November 2008 verfügte sie die Abweisung des Rentengesuchs 

(IV-act. 90).

C.

C.a Gegen die Verfügung vom 28. November 2008 liess die Versicherte am 12. Januar 

2009 Beschwerde erheben. Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung und die 

Gewährung mindestens einer halben IV-Rente. Eventualiter sei eine aktuelle und 

polydisziplinäre medizinische Abklärung in Auftrag zu geben, um die medizinische 

Entwicklung seit der letzten Abklärung beim ABI zu evaluieren. Das ABI bezeichne die 

Ursache des Hemisyndroms als unklar. Aus dem Entlassungsschreiben des Spitals in 

Zagreb vom 17. August 2004 gehe hervor, dass nach der am 4. August 2004 

durchgeführte Kopfoperation postoperativ eine linksseitige Hemiparese 

zurückgeblieben sei. Dabei handle es sich um eine schwerwiegende Diagnose, die 

nicht verharmlost werden dürfe, indem sie als Diagnose ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit beurteilt werde. Das ABI gehe zu Unrecht von einer 70%igen 

Arbeitsfähigkeit seit Januar 2004 aus. Mindestens im Zeitraum, in dem der 

Beschwerdeführerin Taggelder der Suva und der Krankenkasse bezahlt worden seien, 

bestehe ein Anspruch auf eine IV-Rente. Zudem führe Dr. med. D.___, Klinik E.___, in 

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seinem Bericht vom 2. Dezember 2008 aus, die psychiatrische Untersuchung durch 

das ABI habe das traumatische Ereignis der Kraniotomie ungenügend gewichtet. Die 

Beschwerdeführer leide vielmehr an einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell 

leicht bis mittelschwer (act. G 1.1.3). Auch die Schwerhörigkeit habe eine Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit, zumal der Kommunikationsfähigkeit in der Arbeitswelt ein 

immer grösseres Gewicht zukomme. In Anbetracht der vorhandenen medizinischen 

Problematik würden sich das Validen- und Invalideneinkommen als falsch erweisen. 

Beim Valideneinkommen sei die Tatsache zu wenig berücksichtigt worden, dass die 

Beschwerdeführerin noch im Jahr 2003 Fr. 38'356.-- verdient habe; in den darauf 

folgenden Jahren wäre das Einkommen gestiegen. Als Invalideneinkommen sei 

maximal ein Einkommen von Fr. 20'000.-- realistisch. Aus diesen Gründen müsse die 

Beschwerdeführerin mindestens vorübergehend eine halbe Rente erhalten (act. G 1).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 24. April 2009 

die Abweisung der Beschwerde. Auf die beiden Gutachten der MEDAS und des ABI 

könne vollumfänglich abgestellt werden. Die Beschwerden seien sorgfältig abgeklärt 

worden. Der Bericht von Dr. D.___ enthalte keine objektiv feststellbaren 

Gesichtspunkte, welche unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer 

abweichenden Beurteilung zu führen. Eine somatoforme Schmerzstörung oder ein 

sonstiger vergleichbarer pathogenetisch beziehungsweise ätiologisch unklarer 

syndromaler Zustand schränke die Arbeitsfähigkeit zusammen mit einer mittelgradigen 

Depression nur ein, wenn eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, 

Ausprägung und Dauer vorliege. Das sei hier nicht der Fall. Zudem habe das ABI 

schlüssig dargelegt, dass die 70%ige Arbeitsfähigkeit bereits ab Januar 2004 

bestanden habe. Eine längerdauernde höhere Arbeitsunfähigkeit, die einen befristeten 

Rentenanspruch begründen könnte, sei somit nicht ausgewiesen. Die 

Beschwerdeführerin habe zuletzt im Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 38'356.-- erzielt. 

Weil davon ausgegangen werden könne, dass sich Validen- und Invalideneinkommen 

gleich entwickelten, könne eine Aufwertung unterbleiben. Weil die Beschwerdeführerin 

nicht mehr arbeite, sei das Invalideneinkommen anhand der LSE zu berechnen. Der 

entsprechende Wert im Jahr 2003 für Hilfsarbeiterinnen betrage Fr. 48'579.--. Weil 

dieser Betrag deutlich höher sei als das Valideneinkommen, sei das 

Invalideneinkommen auf diesen tieferen Wert zu reduzieren. Die Beschwerdeführerin 

könne nur noch leichte Tätigkeiten ausführen, weshalb ein sogenannter 

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"Leidensabzug" von 10% vorzunehmen sei. Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 

24'164.-- (Fr. 38'356.-- x 0.7 x 0.9), womit ein Invaliditätsgrad von 37% resultiere. 

Demnach bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente (act. G 9).

C.c In der Replik vom 14. Mai 2009 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest 

(act. G 13).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. Juni 2009 auf eine Duplik (act. G 14).

C.e Auf weitere Argumente der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.  

Am 1. Januar 2008 sind die Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und anderer Erlasse wie des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft 

getreten. Bei der Prüfung eines allenfalls schon vorher entstandenen Anspruchs auf 

eine Rente der Invalidenversicherung sind die allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Regeln heranzuziehen, wonach in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze 

massgebend sind, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts 

galten. Demzufolge ist der vorliegend zu beurteilende Rentenanspruch für die Zeit bis 

zum 31. Dezember 2007 auf Grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt - bis zum 

Erlass der strittigen Verfügung vom 28. November 2008, welcher 

rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis 

bildet (BGE 132 V 215 neues Fenster E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen) - nach den neuen 

Normen zu prüfen (BGE 130 V 445 neues Fenster E. 1 S. 446 f. [mit Hinweis u.a. auf 

BGE 130 V 329 neues Fenster]). Dies fällt materiellrechtlich indessen nicht ins Gewicht, 

weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen 

Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage 

(nachstehend: aArt.) gebracht hat, sodass die zur altrechtlichen Regelung ergangene 

Rechtsprechung weiterhin massgebend ist. Neu normiert wurde demgegenüber der 

Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden 

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Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1 

IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 

Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Da sich die Beschwerdeführerin bereits am 25. Januar 

2005 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte und ihre 

Arbeitsfähigkeit unbestrittenermassen seit dem Jahr 2004 wesentlich eingeschränkt ist, 

wäre ein allfälliger Rentenanspruch bereits vor dem 1. Januar 2008 entstanden, 

weshalb sich diese Neuerung auf den hier zu prüfenden Fall nicht auswirkt (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2008 [8C_829/2008] E. 2.1 und vom 28. August 

2008 [8C_373/2008] E. 2.1, je mit Hinweis).

2.  

2.1  Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist, ob die Beschwerdeführerin 

Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, 

derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 

Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.

2.2  Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der 

ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die 

versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die 

Beschwerdegegnerin stellt auf die Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens vom 

24. Oktober 2006 und des Verlaufsgutachtens des ABI vom 11. Juni 2008 ab. Gemäss 

diesen beiden Gutachten ist der Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit 

zu 70% zumutbar. Die Beschwerdeführerin ist damit nicht einverstanden. Das ABI habe 

unter den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit das chronische zervikale und 

zephale Schmerzsyndrom, die Subarachnoidalblutung bei Aneurysma und die 

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depressive Episode festgestellt. Gleichzeitig seien das sensible Hemisyndrom und die 

Schwerhörigkeit rechts als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt 

worden. Die Kopfoperation habe postoperativ das sensible Hemisyndrom 

zurückgelassen, was als schwerwiegende Diagnose in der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

zu berücksichtigen sei (act. G 1). Zudem sei das ABI-Gutachten unvollständig, da der 

Bedarf nach einer neuropsychologischen Untersuchung erwähnt worden sei (act. G 

13).

2.3  Die Beschwerdeführerin ist zweimal neurologisch untersucht worden. Bei der 

Untersuchung durch die MEDAS Basel vom 8. März 2006 hat die Beschwerdeführerin 

berichtet, dass ihr Gefühl auf der linken Körperseite nach der Aneurysma-Operation 

nicht mehr ganz normal gewesen sei. Hauptsächlich habe sie Nackenschmerzen. 

Konstant sei eine leichte Lärm- und Lichtempfindlichkeit vorhanden. Der Neurologe der 

MEDAS hat bei St. n. Subarachnoidalblutung bei Aneurysma der A. carotis interna 

rechts im August 2004 anlässlich der Untersuchung vom 8. März 2006 keine organisch 

erklärbaren Residuen feststellen können. Es bestehe ein diffuses Schmerzsyndrom mit 

chronischen zervikozephalen Schmerzen und diffusen Sensibilitätsstörungen, die 

organisch nicht erklärt werden könnten. Schwere Arbeiten seien aufgrund der 

chronischen Schmerzen ungünstig. Ansonsten bestehe aus neurologischer Sicht für 

jegliche Arbeit keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, auch nicht für die letzte 

Tätigkeit in der Stickerei (Neurologisches Teilgutachten vom 8. März 2006; IV-act. 

35-53/54 f.). Zwei Jahre später hat die Beschwerdeführerin gegenüber dem ABI-

Neurologen hauptsächlich Nackenschmerzen beklagt. Zudem leide sie unter 

Kopfschmerzen. Ein weiteres Problem sei, dass ihre linke Körperseite immer wieder 

taub werde. Bei der Untersuchung des Gesichtsfeldes am 2. Juni 2008 hat der 

Neurologe einen links afferent schwächer auslösbaren Kornealreflex festgestellt. Daher 

könne von einer organischen Genese der Sensibilitätsstörung im Zusammenhang mit 

der rechtseitigen Subarachnoidalblutung ausgegangen werden. Die 

Beschwerdeführerin gebe an, seit dieser Subarachnoidalblutung unter einer 

Überempfindlichkeit auf äussere Reize zu leiden. Es stelle sich dabei die Frage, ob 

auch die beklagten neuropsychologischen Defizite allenfalls organischer Natur, konkret 

Folge dieser Blutung seien. Diese Frage könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht 

abschliessend beantwortet werden: Es würden solche Beschwerden gar nicht beklagt, 

erst auf Befragen bejaht (was zur Differenzialdiagnose organisch versus funktionell 

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allerdings nichts beitrage). Aufgrund der chronischen Schmerzsituation und einer 

wahrscheinlich vorliegenden psychiatrischen Problematik kämen auch 

Interferenzfaktoren als Ursache dieser Defizite in Frage. Eine allfällige Testung müsste 

in der Muttersprache erfolgen und es erscheine im aktuellen Zustand der 

Beschwerdeführerin fraglich, ob hier zuverlässige und interpretierbare Resultate zu 

erwarten wären. Die sensible Hemisymptomatik falle bezüglich Arbeitsfähigkeit nicht 

ins Gewicht. Neurologische Defizite würden sich nur bei entsprechenden 

Anforderungen auswirken, jedoch nicht bei einfachen Tätigkeiten. Wegen der seit der 

Blutung beklagten Licht- und Lärmempfindlichkeit seien entsprechende 

Dauerexpositionen nicht zumutbar. Auch sei bei St. n. stattgehabter 

Subarachnoidalblutung eine etwas verminderte psychophysische Leistungsfähigkeit 

plausibel. Aufgrund der zervikalen Problematik seien körperlich schwere Tätigkeiten mit 

Heben und Tragen von Lasten, solche in Zwangshaltung, solche mit den Armen über 

der Horizontalen und solche ohne die Möglichkeit eines Positionswechsels ungünstig. 

Insgesamt sei aber aus neurologischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit von einer 

80%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 72-16/21 f.). Diese Ausführungen der 

medizinischen Sachverständigen belegen, dass sie das geklagte Hemisyndrom 

ausführlich untersucht, beurteilt und in ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen 

haben. Im Gegensatz zur MEDAS-Begutachtung im Jahr 2006 hat der Neurologe des 

ABI eine organische Ursache des Hemisyndroms im Zusammenhang mit der 

Subarachnoidalblutung bejaht. Dass eine Sensibilitätsstörung zu einer Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit führen könnte, hat er verneint. Jedoch sei von einer 

verminderten psychophysischen Leistungsfähigkeit im Umfang von 20% nach der 

Subarachnoidalblutung auszugehen. Zusammen mit den qualitativen Anforderungen an 

eine adaptierte Tätigkeit hat der ABI-Gutachter die Auswirkungen der Blutung 

nachvollziehbar in seiner Arbeitsfähigkeitsbeurteilung berücksichtigt. Die 

Beschwerdeführerin begründet nicht, inwiefern die Sensibilitätsstörung auf der linken 

Körperseite ihre Leistungsfähigkeit behindere. Es wurden auch keine objektivierbaren 

Befunde erhoben, die zu einem Nachweis einer diesbezüglichen verursachten 

Einschränkung führen würden. Sodann sind bei der ausgeprägten 

Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin von allfälligen neuropsychologischen 

Tests keine sicher verwertbaren Resultate zu erwarten. Sowohl der Neurologe wie der 

Psychiater des ABI haben keine zwingende Notwendigkeit für neuropsychologische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

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Tests gesehen. Gemäss dem Neurologen würden sich neuropsychologische Defizite 

bei einfachen Tätigkeiten (Hilfsarbeit) nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (IV-act. 

72-17/21). Der Verzicht auf eine entsprechende Untersuchung ist daher nachvollziehbar 

und im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung nicht zu beanstanden.

2.4  Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihre Hörbeschwerden wirkten sich 

auf ihre Arbeitsfähigkeit aus. Die Beschwerdeführerin ist am 9. und 21. März 2006 von 

der MEDAS neurootologisch abgeklärt worden. Dabei haben die Fachärzte angegeben, 

aus otoneurologischer Sicht beständen ein Integritätsschaden aufgrund der 

Hörverminderung von 15% und damit eine leichte Kommunikationseinschränkung. Die 

Beschwerdeführerin sei zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 35-39/54). Eine Verschlechterung 

der Hörbeschwerden seit der MEDAS-Begutachtung ist nicht aktenkundig. Ohne 

Zweifel hat die einseitige Hörverminderung zur Folge, dass das Spektrum an 

geeigneten Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt etwas schmaler ist. Auf dem allgemeinen 

und ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind jedoch durchaus genügend Stellen vorhanden, 

in denen es nicht darauf ankommt, ob jemand auf beiden Ohren gut hört oder nicht.

2.5  Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die psychiatrische Beurteilung des ABI sei 

gemäss Dr. D.___ mangelhaft. Dr. D.___ hat in seinem Bericht vom 2. Dezember 2008 

angegeben, der begutachtende Psychiater des ABI habe bei sonst korrekter 

psychiatrischer Untersuchung am 2. Juni 2008 ein wichtiges traumatisches Ereignis 

(die Subarachnoidalblutung mit Operationsnotwendigkeit im Sommer 2004) bei der 

Beschwerdeführerin übersehen, was anschliessend zu einer Fehldiagnose geführt 

habe. Bei kleineren Sensationen im Kopfbereich komme es wiederholt zu 

Auseinandersetzungen mit dem Tod. Ausserdem leide sie unter andauernder 

Schläfrigkeit, Schwindelgefühlen, andauernder Ängstlichkeit und sie wache nachts 

häufig mit Schrecken [Albträume] auf. Daher sei es bei der Beschwerdeführerin nach 

dem Insult im Sommer 2004 zur Entwicklung einer depressiven Störung und einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gekommen. Die depressive Störung habe 

bekanntlich einen phasenweisen Verlauf und es sei nicht auszuschliessen, dass die 

Beschwerdeführerin während der Untersuchung beim ABI wenig depressiv gewesen 

sei. Seit August 2008 habe sich der Zustand der Beschwerdeführerin jedoch erneut 

stark verschlechtert. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Sommer 2007 in der 

Klinik E.___ in psychiatrischer Behandlung und die depressiven Schwankungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

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könnten bestätigt werden. Daher sei von einer anhaltenden mindestens 50%igen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen (act. G 1.1.3).

2.6  Bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung vom 30. Januar 2006 hat der 

begutachtende Psychiater als Diagnosen einerseits eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung und andererseits eine leichte depressive Episode mit somatischem 

Syndrom angegeben. Diese leichte depressive Episode begründe eine leichte 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20% (IV-act. 35-43/54). Zwei Jahre später hat 

der begutachtende Psychiater des ABI bei der Beschwerdeführerin am 2. Juni 2008 

eine herabgesetzte, leicht depressive Stimmung festgestellt. Die Wahrnehmung, die 

Auffassung und das Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt gewesen. Das Denken sei 

formal und inhaltlich unauffällig gewesen. In der Anamnese habe die 

Beschwerdeführerin berichtet, seit dem 2004 erlittenen Sturz leide sie dauernd unter 

Schmerzen. Sie leide vor allem unter markanten Kopfschmerzen. Die Schmerzen hätten 

sich seit dem Unfall verschlimmert, die Therapien hätten keinen Erfolg gehabt, sondern 

die Beschwerden nur verschlimmert. Der begutachtende Psychiater hat in seiner 

Beurteilung angegeben, das Ausmass der beklagten Beschwerden und die subjektive 

Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten durch die psychosomatischen 

Befunde nicht vollständig objektiviert werden, sodass eine psychische Überlagerung 

angenommen werden müsse. Es handle sich um eine Schmerzverarbeitungsstörung. 

Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht gestellt 

werden, da bei der Beschwerdeführerin keine lang anhaltenden psychosozialen oder 

emotionalen Belastungsfaktoren vorhanden gewesen seien, als sie 2004 gestürzt sei. 

Neben der Schmerzverarbeitungsstörung könne eine leichte depressive Episode 

diagnostiziert werden. Es beständen auch ein gewisser Lebensverleider sowie 

Suizidphantasien. Eine eigentliche Suizidalität sei nicht vorhanden. Nach wie vor sei die 

Beziehung mit ihrem Ehemann und ihren Kindern gut. Die leichte depressive Episode 

bedinge eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20%. Die 

Schmerzverarbeitungsstörung habe keinen Krankheitswert und schränke die 

Arbeitsfähigkeit nicht ein. Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlten, ein primärer 

Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht könne der 

Beschwerdeführerin zugemutet werden, trotz der beklagten Beschwerden die nötige 

Willensanstrengung aufzubringen, um zu 80% einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. 

Aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung könnten berufliche 

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Massnahmen nicht empfohlen werden (IV-act. 72-10/21 ff.). Im Gegensatz zum Bericht 

des behandelnden Psychiaters Dr. D.___ hat die Beschwerdeführerin anlässlich der 

ABI-Untersuchung keine traumatische Erfahrungen und Ängste beziehungsweise 

Albträume als Folge der Hirnblutung erwähnt. Der begutachtende Psychiater hat auch 

keine unbewussten Konflikte feststellen können. Die Beschwerdeführerin hat vielmehr 

betont, dass sie dauernd unter Schmerzen leide. Sie leide vor allem unter markanten 

Kopfschmerzen, sie habe auch an verschiedenen Stellen im Körper, vor allem in Armen 

und Beinen Schmerzen. Wegen der Schmerzen könne sie kaum schlafen (IV-act. 

72-10/21). Weil sich die Beschwerdeführerin unter anderem nicht mehr freuen könne, 

sich wertlos fühle sowie einen gewissen sozialen Rückzug zeige, hat der 

begutachtende Psychiater die Diagnose einer leichten depressiven Episode gestellt. 

Diese Beurteilung ist aufgrund der Akten nachvollziehbar. Aus psychiatrischer Sicht ist 

bereits bei der Begutachtung im Jahr 2006 lediglich eine leichte depressive Episode 

diagnostiziert worden. Die Befunde haben sich seither nicht in erheblicher Art und 

Weise verändert. Auch die von Dr. D.___ erwähnten Befunde und Beschwerden sind 

mit der gutachterlich erhobenen Anamnese und den Befunden vergleichbar. Jedoch 

sind die diagnostische Einschätzung und die Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit 

unterschiedlich beurteilt worden. Sodann ist insgesamt die traumatische Folge der 

Subarachnoidalblutung durchaus erkannt worden, hat doch der begutachtende 

Neurologe in seiner Beurteilung die psychophysische Beeinträchtigung infolge der 

Subarachnoidalblutung mit einer Einschränkung von 20% berücksichtigt (vgl. IV-act. 

72-17/21). Es mag sein, dass eine depressive Störung phasenweise stärker zu Tage 

tritt. Eine andauernde erhebliche Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustandes hat Dr. D.___ nicht beschrieben. Nachdem aber bereits im März 

2006 eine leichte depressive Episode mit einer 20%igen Einschränkung diagnostiziert 

und dies bei der ABI-Begutachtung im Juni 2008 bestätigt worden ist, ist nicht 

nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht bei 

vergleichbaren Befunden über 30% stärker eingeschränkt gewesen sein soll. Sodann 

sind die Schlafstörungen der Beschwerdeführerin vom begutachtenden Psychiater des 

ABI nicht der depressiven Störung, sondern vielmehr dem passiven Alltag und dem 

vielen Liegen zugeordnet worden (IV-act. 72-12/21), weshalb sie sich aus 

psychiatrischer Sicht nicht zusätzlich auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Insgesamt 

erscheint die Diagnose einer bei Begutachtung leichten depressiven Episode daher als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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schlüssig. Ob die Beschwerdeführerin nun zusätzlich zur depressiven Symptomatik an 

einer somatoformen Schmerzstörung oder an einer Schmerzverarbeitungsstörung 

leidet, kann offen gelassen werden, da sowohl der begutachtende Psychiater der 

MEDAS wie des ABI ihr die Willensanstrengung zugemutet haben, um trotz der 

beklagten Schmerzen einer Teilerwerbstätigkeit im Umfang von 80% nachzugehen. 

Zudem hat der behandelnde Psychiater Dr. D.___ kraft seines Auftragsverhältnisses 

eine andere Perspektive auf die Leistungsbeurteilung seiner Patientin, als dies bei 

Gutachtern der Fall ist. Auf das Ergebnis der psychiatrischen Beurteilung des ABI kann 

daher abgestellt werden.

2.7  Zusammenfassend ist mit zwei voneinander unabhängigen Gutachten (zwischen 

denen ein Zeitraum von zwei Jahren liegt) eine Arbeitsfähigkeit von 70% in 

leidensadaptierten Tätigkeiten attestiert worden. Dabei haben die Gutachter die 

Einschränkungen aus somatischer Sicht aufgrund eines chronischen zervikalen und 

zephalen Schmerzsyndroms, des St. n. Hirnblutung und der Höreinschränkung ebenso 

wie aus psychiatrischer Sicht (leichte depressive Episode) berücksichtigt. Das 

unspezifische multilokuläre Schmerzsyndrom ist der Schmerzverarbeitungsstörung 

zugeordnet worden. Damit haben die Gutachter sämtliche geklagten Schmerzen der 

Beschwerdeführerin gemäss dem Ergebnis ihrer Untersuchungsbefunde 

berücksichtigt. Beim Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden 

drängte sich eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung auf. Dies wurde vorliegend mit 

zwei polydisziplinären Gutachten vorgenommen. Der Sachverhalt erweist sich damit als 

genügend abgeklärt.

2.8  Auch der Beginn der 70%igen Arbeitsfähigkeit gemäss ABI-Gutachten überzeugt. 

In den Unfallakten befindet sich ein Bericht von Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie 

FMH, der bereits am 2. Juli 2004 eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit im 

Umfang von 70% als zumutbar bezeichnet hat, nachdem die Abgabe von Novalgin 

Tropfen zu einer Besserung der Beschwerden geführt hatte. Jedoch sei das Heben und 

Tragen von schweren Stoffballen kontraindiziert (Suva-act. 28). Danach ist es im 

August 2004 zu einer Hirnblutung gekommen. Diese hat wohl vorübergehend zu einer 

vollen Arbeitsunfähigkeit geführt. Die von Dr. C.___ in seinem Bericht vom 8. April 2005 

attestierte, seit 15. Januar 2004 unverändert andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

ist bereits im MEDAS-Gutachten vom 24. Oktober 2006 als nicht nachvollziehbar 

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bezeichnet worden. Dr. C.___ hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung damit begründet, 

dass eine zentrale Kompensation der Schwindelbeschwerden innerhalb des 

Gleichgewichtssystems nicht mehr zu erreichen sei, vor allem nach der 

subarachnoidalen Blutung (IV-act. 17). Die Beschwerdeführerin hat jedoch bereits 

anlässlich der neurootologischen MEDAS-Untersuchung im Frühling 2006 auf explizite 

Nachfrage einen Schwindel oder Tinnitus verneint. Die Fachärzte haben daher 

angenommen, dass, falls eine peripher-vestibuläre Störung vorgelegen haben sollte, 

diese zentral weitestgehend kompensiert wäre (IV-act. 35-39/54). Dr. C.___ hat die 

andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit gerade mit der fehlenden 

Kompensationsmöglichkeit der Schwindelbeschwerden begründet. Da diese 

Beschwerden bereits im Frühling 2006 nicht mehr im Vordergrund gestanden haben 

und klinisch-neurologisch keine Hinweise auf eine zentrale oder peripher-vestibuläre 

Störung gefunden werden konnten, vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. 

C.___ nicht zu überzeugen. Dass das ABI und davor die MEDAS bei dieser Aktenlage 

und aufgrund der anamnestischen Angaben sowie der Untersuchungsbefunde eine 

länger dauernde und abgrenzbare invalidisierende Erkrankung verneint haben, ist 

schlüssig. Der Beschwerdeführerin ist daher gestützt auf das ABI-Gutachten und im 

Einklang mit dem MEDAS-Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen) seit 

Januar 2004 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar.

3.  

3.1  Die Beschwerdeführerin hat vor dem Eintritt der invalidisierenden Beschwerden im 

Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 38'356.-- erzielt. Sie arbeitet nicht mehr. Daher ist ihr 

Invalideneinkommen anhand der LSE-Tabellen zu berechnen. Hilfsarbeiterinnen haben 

im Jahr 2003 durchschnittlich Fr. 48'579.-- verdient. Dieses Einkommen liegt massiv 

über dem bisher erzielten Valideneinkommen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb 

korrekterweise das Invalideneinkommen an das Valideneinkommen angepasst. Bei 

einer 70%igen Leistungsfähigkeit ergibt sich ein Einkommen von Fr. 26'849.-- 

(Fr. 38'356.-- x 0.7).

3.2  Die Beschwerdegegenerin hat in ihrer Beschwerdeantwort entgegen der Verfügung 

vom 28. November 2008 einen Leidensabzug von 10% gewährt (vgl. hierzu: BGE 126 V 

75 neues Fenster). Die Beschwerdeführerin ist gegenüber einer gesunden Konkurrentin 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

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benachteiligt, weil ein grösseres Risiko besteht, dass sie aufgrund ihrer Beschwerden 

gehäuft Krankheitsabwesenheiten haben könnte und sie weniger flexibel sein dürfte 

(z.B. in Bezug auf Überstunden). Sie wird deshalb ihre Arbeitskraft zu einem 

unterdurchschnittlichen Lohn anbieten müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

9. Dezember 2009 [9C_68/2009]). Dies ist in der ärztlichen Schätzung der 

Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt. Jedoch ist bei Frauen im tiefsten 

Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch 

gesehen besser entlöhnt als Vollzeitarbeit (vgl. Tabelle T2* auf S. 16 der LSE 2004). Ein 

zusätzlicher Abzug von insgesamt 10% erscheint daher als angemessen. Das 

Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 24'164.-- (Fr. 26'849.-- x 0.9). Aus der 

Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 38'356.-- und des 

Invalideneinkommens von Fr. 24'164.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 37%. Da 

dieser Invaliditätsgrad unter 40% liegt, besteht unabhängig davon, ob während des 

Wartejahrs die Arbeitsunfähigkeit vorübergehend höher gewesen sein sollte, kein 

Rentenanspruch.

4.  

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die 

Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt. Ein 

Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang nicht.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

bis

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2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

sind durch den geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2010
	Art. 16 ATSG, aArt. 28 IVG. Würdigung medizinischer Gutachten und Berichte hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsschätzungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2010, IV 2009/11).

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