# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3e12fe6-a1c1-5de5-afce-3deda1813cf1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.10.2021 SB180428
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180428_2021-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB180428-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und 

Oberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. M. Keller 

Urteil vom 27. Oktober 2021 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. C. Meier, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend mehrfache, teilweise versuchte, qualifizierte Widerhandlung  
gegen das Betäubungsmittelgesetz  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung,  
vom 14. Februar 2018 (DG170021) 
  

-   2   - 

 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 13. Januar 

2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 40). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 91 S. 224 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen, teilweise versuchten, qualifizierten Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 1'395 Tage durch Haft 

bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

3. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 werden 

eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen:  

- 7 schwarze und 1 weisses Mobiltelefon Samsung davon vier inkl. SIM- Karte  

- SIM-Kartenhalterungen ohne SIM Nr. 893555011306267552016  

- 2 Mobile PrePaid Kartenhalterungen; 3 SIM-Karten mit Halterung Lycamobile  

- 1 Lebara SIM-Kartenhalterung leer und 1 Quittung über Kauf Mobiltelefon   

 IMEI …. 

4. Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015 

beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 werden dem Beschuldig-

ten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innert Jahresfrist auf erstes Verlangen heraus-

gegeben; nach Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der Bezirksgerichtskasse zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen:  

- 1 Mobiltelefon Apple iPhone 4S inkl. SIM-Karte  

- 1 HP Notebook dv7-6117ez, darin eingebaute Toshiba Festplatte Serien-Nr. GT001C 

- 2 externe Festplatten Western Digital Elements 0035.14.07 inkl. USB Ladekabel und 

 Festplatte 0035.14.07.H01. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015 be-

schlagnahmte Papierware unter der Sachkaution Nr. 10209 (Kundenbeleg ZKB-Konto Nr. 

-   3   - 

..., lautend auf A._____; Notizzettel mit Telefonnummern) sowie eine Festplatte mit Daten 

der Hausdurchsuchung Kapo ZH Ref.-Nr. 0035-2014 verbleiben bei den Akten. 

6. Der Antrag des Beschuldigten auf Herausgabe von in der Wohnung an der ... [Adresse] aus 

einer Hemdtasche im Kleiderschrank Gästezimmer sichergestellten Fr. 6'000.– und Euro 

400.– wird abgewiesen. 

7. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der BM-Lager-Nr. B04937-2013 

aufbewahrten Betäubungsmittel (1'668.3 Gramm Heroingemisch, 983.6 Gramm Streckmit-

tel) und -utensilien (1 Waage) sowie die unter der BM-Lager-Nr. B05007-2013 aufbewahrten 

Betäubungsmittel (5 Gramm Heroingemisch) werden eingezogen und sind nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 20. Dezember 2013 

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'750.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten ver-

wendet. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 12'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 12'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 24'451.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 1'311.35   Gutachten/Expertisen etc. 

Fr. 
 
 

71'419.65 
 
 

  amtl. Verteidigungskosten (Fr. 46'000.– Akonto + 
  Fr. 25'419.65 Restbetrag; festgesetzt mit  
  Nachtragsurteil vom 3. April 2018)  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche 

einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse 

übernommen werden. 

11. [Mitteilungen.] 

12. [Rechtsmittel.]" 

  

-   4   - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5 ff.) 

a) Die Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 97; Urk. 113 S. 1 f. und Prot. II S. 8 sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Für die erstandene Haft von 1395 Tagen sei dem Beschuldigten eine Ge-

nugtuung von Fr. 279'000.– zuzusprechen.  

3. Eventualiter sei der Beschuldigte der nachfolgenden Anklagepunkte unter 

Urteilsziffer 1 des angefochtenen Urteils freizusprechen; 

− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Aa 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ac 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ad 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ae 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Af 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ag 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ah 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ai 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Aj 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ak 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bn 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bp 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bq 
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Br 

und der Beschuldigte sei gemäss den nachfolgenden Anklagepunkten unter 

Urteilsziffer 1 des angefochtenen Urteils zu verurteilen und angemessen zu 

bestrafen: 

− Vorwurf gemäss Anklagepunkt Ab (500 Gramm) 
− Vorwurf gemäss Anklagepunkt Am (1245 Gramm) 
− Vorwurf gemäss Anklagepunkt Am betreffend Besitz von 418 Gramm. 

-   5   - 

4. Eventualiter sei auf den Widerruf der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe 

vom 5. August 2013 zu verzichten bzw. die Probezeit der Strafe sei ange-

messen zu verlängern. 

5. Die Urteilsziffern 3-9 des Urteils vom 14. Februar 2018 werden nicht ange-

fochten. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

b) Die Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 101) 

Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren zu bestrafen. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann 

zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid verwiesen werden (Urk. 91 S. 8 ff.). Die erstinstanzliche Hauptverhand-

lung wurde am 3. sowie am 5. Oktober 2017 im Beisein der Mitbeschuldigten 

B._____ und C._____ sowie deren amtlichen Verteidigern durchgeführt (Prot. I 

S. 11 ff. und 96 ff.; Urk. 91 S. 2).  

1.2. Gegen das am 14. Februar 2018 mündlich im Dispositiv eröffnete erst-

instanzliche Urteil meldete der amtliche Verteidiger mit Schreiben vom 15. Febru-

ar 2018 Berufung an (Prot. I S. 128 ff.; Urk. 85). Mit Urteil vom 3. April 2018 wurde 

in Ergänzung des ergangenen Sachentscheids das Gesamthonorar der amtlichen 

Verteidigung festgelegt (Urk. 87). Die schriftlich begründete Fassung des Urteils 

vom 14. Februar 2018 wurde der amtlichen Verteidigung am 22. August 2018 und 

der Staatsanwaltschaft am 21. August 2018 zugestellt (Urk. 90). Unter dem 

10. September 2018 ging die Berufungserklärung des amtlichen Verteidigers des 

Beschuldigten hierorts ein (Urk. 92). Mit Präsidialverfügung vom 10. Oktober 2018 

-   6   - 

wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um die Berufungserklärung zu verdeut-

lichen und insbesondere anzugeben, ob das Urteil ganz oder in Teilen angefoch-

ten und bezüglich welcher Anklagevorgänge ein Freispruch beantragt werde 

(Urk. 95). Mit Eingabe vom 22. Oktober 2018 reichte der amtliche Verteidiger die 

zweite, ergänzte Berufungserklärung ins Recht (Urk. 97). Die Staatsanwaltschaft 

meldete nach entsprechender Fristansetzung mit Eingabe vom 9. November 2018 

(hierorts eingegangen: 16. November 2018) Anschlussberufung an (Urk. 101).  

1.3. Zur Berufungsverhandlung vom 12. Dezember 2019 erschienen der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie der Staatsanwalt 

lic. iur. Ch. Meier als Vertreter der Anklage (Prot. II S. 5). Die Berufungsverhand-

lung fand gemeinsam mit der Berufungsverhandlung gegen den Mitbeschuldigten 

B._____ statt, welcher gegen das erstinstanzliche Urteil ebenfalls in Berufung 

ging (Prot. II S. 5). C._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 14. 

Februar 2018 wegen mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Be-

täubungsmittelgesetz zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (DG170020). Jener 

Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen (Verfahren SB180536-O). 

1.4. Im Verfahren gegen den Mitbeschuldigten B._____ wurde auf Antrag von 

dessen Verteidigung im Nachgang der Berufungsverhandlung ein Stimmengut-

achten beim Forensischen Institut Zürich (FOR) eingeholt. Nach Eingang dieses 

Gutachtens wurde dem Beschuldigten mit Verfügung vom 25. März 2021 Frist zur 

Stellungnahme angesetzt (Urk. 118). Innert Frist ging keine Stellungnahme des 

Beschuldigten ein, weshalb androhungsgemäss Verzicht auf Stellungnahme zum 

erwähnten Gutachten anzunehmen ist. 

1.5. Die Parteien waren mit der schriftlichen Fortführung des Verfahrens nach 

der ergänzten Beweisabnahme (Stimmengutachten) einverstanden (Prot. II S. 17; 

Urk. 118).  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der amtliche Verteidiger beantragt im Schuldpunkt einen Freispruch bzw. 

eventualiter teilweisen Freispruch gemäss den eingangs formulierten Anträgen 

-   7   - 

und damit eine mildere Bestrafung. Nicht angefochten werden gemäss 

Berufungserklärung (Prot. II S. 8) die Dispositiv-Ziff. 3 bis 5 (Einziehung, Be-

schlagnahme und Herausgabe diverser Gegenstände), Ziff. 6 (Abweisung des An-

trags auf Herausgabe sichergestellter Barschaft), Ziff. 7 (Einziehung Betäu-

bungsmittel und Betäubungsmittelutensilien) sowie Ziff. 8 (Verwendung beschlag-

nahmter Barschaft zur Deckung der Verfahrenskosten) und Ziff. 9 (Kostenfestset-

zung). Im Übrigen steht das vorinstanzliche Urteil gemäss Berufungserklärung zur 

Disposition. 

2.2. Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberufung auf das 

Strafmass und beantragt eine Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren 

(Urk. 97). 

II. Prozessuales 

1. Teilweise Freisprüche durch die Vorinstanz 

Die Vorinstanz kommt in ihren Erwägungen in einigen Anklagepunkten zum 

Schluss, der Beschuldigte sei freizusprechen. Sie hielt dies auch in ihren Erwäg-

ungen zur rechtlichen Würdigung fest (Urk. 91 S. 202 E. 5.). Trotzdem fehlen im 

Dispositiv diese teilweisen Freisprüche, was prozessual nicht statthaft und im 

Berufungsentscheid nachzuholen ist. Da die Staatsanwaltschaft allerdings nur die 

Sanktion anfocht, wird im Nachfolgenden auf diese teilweisen Freisprüche durch 

die Vorinstanz materiell nicht mehr eingegangen.  

2. Verweis auf vorinstanzliche Erwägungen und Parteivorbringen 

2.1. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann die Rechtsmittelinstanz für die tatsäch-

liche und rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes auf die Begrün-

dung der Vorinstanz verweisen. Soweit nachfolgend auf Erwägungen im vor-

instanzlichen Urteil verwiesen wird, erfolgt dies im zustimmenden Sinne. 

2.2. Das urteilende Gericht muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerle-

gen (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_242/2020 vom 

-   8   - 

2. September 2020 E. 2.2.). Es kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. 

3. Übersetzung der abgehörten Gespräche 

3.1. Die Beweisführung der Staatsanwaltschaft stützt sich zu einem wesentli-

chen Teil auf abgehörte Gespräche von Mitbeschuldigten ab, insbesondere auf 

Gespräche aus der Wohnung des Beschuldigten. Die Verteidigung erhob den 

Einwand, dass die Namen der Übersetzer und deren Ermahnung auf die Straffol-

gen wissentlich falscher Übersetzung nicht dargelegt worden seien (Urk. 113 S. 1; 

Prot. II S. 10). Die Anklage falle deshalb in sich zusammen, weshalb ein Frei-

spruch zu ergehen habe.  

3.2. Der Staatsanwaltschaft wurde mit Verfügung vom 28. November 2019 

aufgegeben, eine Legende mit den Personenvor- und Nachnamen für die Kürzel 

sämtlicher Dolmetscher einzureichen, welche in der Strafuntersuchung gegen den 

Beschuldigten, insbesondere in der Aktion ... sowie der Aktion ..., eingesetzt wur-

den. Zudem sei der Nachweis zu erbringen, dass die in der Strafuntersuchung, 

der Aktion ... sowie der Aktion ... gegen den Beschuldigten tätigen Dolmetscher 

auf die Straffolgen von Art. 307 StGB hingewiesen worden sind (Urk. 105). Die 

entsprechende Dokumentation mit den Dolmetschererklärungen über die straf-

rechtlichen Hinweise wurde anlässlich der Berufungsverhandlung ein- bzw. nach-

gereicht (Urk. 111; Urk. 115). Insofern wurde dem Antrag der Verteidigung Rech-

nung getragen, weshalb nicht mehr weiter darauf einzugehen ist.  

4. Observationsberichte  

Die Verteidigung wendet im Zusammenhang mit Anklageziffer A/e (Vorgang [VG] 

35, D._____) ein, die Observationsberichte seien mangels Einvernahme des 

observierenden Polizisten prozessual nicht zulasten des Beschuldigten verwert-

bar (Urk. 74 S. 13 f.; Urk. 113 S. 6 und S. 19). Ob die Verwertbarkeit polizeilicher 

Observationsberichte im Rahmen von Ermittlungen in einem Strafverfahren 

zwingend eine nachträgliche Konfrontation zwischen der beschuldigten Person 

und dem observierenden Polizeibeamten verlangt, kann vorliegend offen bleiben 

-   9   - 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 3). Die Ver-

teidigung unterlässt es geflissentlich, zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

das Treffen mit D._____ in seiner Befragung vor Vorinstanz ausdrücklich aner-

kannt hat (Prot. I S. 36). Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, ist für die Beweisfüh-

rung deshalb gar nicht auf den Observationsbericht abzustellen.  

5. Verletzung des Anklageprinzips 

5.1. Die Verteidigung rügt, dass sich der Beschuldigte während der Unter-

suchung nicht habe in rechtlich einwandfreier Weise verteidigen können, weil die 

Vorhalte von SMS, TK-Protokollen und Audiogesprächen im Untersuchungsver-

fahren nicht im Gesamtkontext und ohne Zusammenhang mit dem konkreten 

Anklagevorwurf vorgehalten worden seien (Urk. 113 S. 15). Es mag zutreffend 

sein, dass es für den Beschuldigten bei erstem Vorhalt von abgehörten 

Gesprächspassagen schwierig oder unmöglich war sich zu erinnern, in welchem 

Zusammenhang (und welchem Drogengeschäft) das betreffende Gespräch stand. 

Er war allerdings auch nicht verpflichtet, nach Vorhalt solcher Gespräche Aussa-

gen zu machen und es stand ihm frei, darauf hinzuweisen, dass ihm der Kontext 

nicht klar sei. Die Untersuchungsbehörde ist zudem nicht Diener des Beschuldig-

ten und es ist zulässig, wenn sie einer beschuldigten Person in einem ersten 

Schritt nur die belastenden Beweise vorhält und nach deren Bedeutung fragt. Ins-

besondere im Ermittlungsverfahren muss der beschuldigten Person nicht zuerst 

das gesamte Untersuchungsmaterial vorgelegt und dann um ihre Meinung gebe-

ten werden. Schliesslich klärte sich der genaue Zusammenhang der vorgehalte-

nen Gespräche mit den Anklagevorwürfen spätestens nach dem erstinstanzlichen 

Urteil, weshalb der gerügte Mangel ohne Weiteres hätte im Berufungsverfahren 

geheilt werden können.  

5.2. Beizupflichten ist der Verteidigung, dass die Aktenanlage und der Aufbau 

der Anklageschrift Optimierungspotential gehabt hätte und dies der Verteidigung, 

aber auch dem Gericht, die Arbeit erschwerte (Urk. 113 S. 16 f.). Andererseits 

liegen diese Umstände auch in der Komplexität der Untersuchung und des teil-

weise unkooperativen Verhaltens des Beschuldigten begründet. So beinhaltet ei-

ne Unterteilung von Drogengeschäften und Drogenbezügen zwar gewisse inhaltli-

-   10   - 

che Überschneidungen, die zu doppelter Berücksichtigung verleiten könnten (so 

die Verteidigung: Urk. 113 S. 11 lit. b und S. 17 lit. j). Diese Struktur liegt aber 

auch darin begründet, dass der Beschuldigte keine Auskunft über Lieferanten und 

die Verwendung der einzelnen Drogenpakete gab. Dies kann nicht der Staatsan-

waltschaft angelastet werden.  

5.3. Die Verteidigung bemängelt weiter, dass die Anklageschrift erwähnt, dass 

der Beschuldigte seit Anfang 2013 dem Drogenhandel nachgegangen sei 

(vgl. Urk. 40 S. 2). Diese unpräzise Angabe – so die Verteidigung – stelle eine 

Verletzung des Anklageprinzips dar und dem Beschuldigten sei es nicht möglich 

gewesen, sich gegen diesen Vorwurf substantiiert zur Wehr zu setzen (Urk. 113 

S. 16). Dieser pauschale Vorwurf setze den Beschuldigten auch in ein falsches 

Licht, indem seine Rolle im Gefüge der vorliegenden Drogenhandelshierarchie 

viel zu gross und zu wichtig dargestellt werde. Es ist allerdings offensichtlich, dass 

es sich beim Vorwurf des Drogenhandels um eine bloss einleitende, pauschale 

Bemerkung der Anklagebehörde handelt, die das Gericht durchaus richtig zu 

werten weiss. Insofern ist der Beschuldigte dadurch nicht beschwert. 

6. Dauer der Überwachungsmassnahmen 

6.1. Die Verteidigung erachtet die Dauer der Überwachungsmassnahmen als 

unverhältnismässig lange. Dies stelle ein Verstoss gegen Art. 6 EMRK dar, da 

trotz dringendem Verdacht mit der Verhaftung des Beschuldigten zugewartet und 

damit weitere "deliktsverdächtige" Handlungen erst ermöglicht worden seien. Die-

se Beweismittel seien prozessual daher nicht zu Lasten des Beschuldigten ver-

wertbar (Urk. 74 S. 2 f.; Urk. 113 S. 12 f.).  

6.2. Die erste Anordnung zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs erfolgte mit 

Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich am 22. Mai 2013 durch 

das Gesuch um Verwertung eines Zufallsfundes (Urk. 1/4/2). Diese Überwa-

chungsmassnahmen wurden per 12. Januar 2015 beendet (Urk. 1/4/99). Am 

11. Dezember 2013 wurde der Beschuldigte verhaftet (Urk. 1/16/1). Angesichts 

des immensen Umfanges der Strafuntersuchung sowie der unübersichtlichen 

Verhältnisse aufgrund des professionellen Vorgehens des Beschuldigten im 

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Rahmen eines Drogenhändlerringes, mit Verwendung mehrerer unter verschie-

denen Namen registrierten Mobiltelefonen, ist diese Dauer auch im Rahmen einer 

Rechtsgüterabwägung noch nicht unverhältnismässig (vgl. BGE 140 IV 40). Die 

Überwachungsmassnahmen waren zudem in weiten Teilen gegen weitere Mitbe-

schuldigte gerichtet und nicht ausschliesslich gegen den Beschuldigten. Es kann 

nicht die Rede davon sein, dass die Ermittlungsbehörden mit der Verhaftung des 

Beschuldigten unnötig zugewartet hätten, insbesondere weil die Auswertung der 

überwachten Gespräche erhebliche Zeit in Anspruch nahm.  

III. Sachverhalt 

1. Einleitende Bemerkung 

Soweit in den nachfolgenden Ausführungen auf SMS oder abgehörte Gespräche 

verwiesen wird, werden die bereits im vorinstanzlichen Urteil im Wortlaut wieder-

gegebenen Niederschriften nicht alle wiederholt. Es kann auf die entsprechenden 

Zitate im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden Analoges gilt für die in den 

Gesprächen verwendeten Codewörter und deren Bedeutung, womit sich die 

Vorinstanz einlässlich befasst hat (Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. 91 S. 28 - 187). 

2. Anklageziffer A/a, VG 5/31/32 

2.1. 667 Gramm Heroingemisch 

2.1.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, ab Anfang 2013 mit verschiedenen 

Personen aus einer serbischen Drogenhandelsgruppierung "gestanden zu haben" 

(Anklage Urk. 40 S. 2). Man kann vermuten, dass die Staatsanwaltschaft hier 

wohl "in Kontakt gestanden" meinte und ob der Länge und Umständlichkeit des 

Satzes die Worte "in Kontakt" versehentlich vergessen hat. 

2.1.2. Der besagten Drogenhandelsgruppierung haben gemäss Anklageschrift 

E._____ alias "E'._____", eine Person namens "F._____" und G._____ angehört.  

2.1.3. Der Beschuldigte habe mit dieser Drogenhandelsgruppierung zwecks 

Übergabe von 677 Gramm Heroingemisch und Entgegennahme von mindestens 

Fr. 6'100.-- (in Kontakt) gestanden. Die Drogenhandelsgruppierung habe dem 

-   12   - 

Beschuldigten bis am 4. September 2013 noch Fr. 18'000.-- geschuldet. Darüber, 

was die Staatsanwaltschaft mit dieser Formulierung in der Anklage genau meint, 

kann nur gerätselt werden. Das (in Kontakt) stehen zwecks Übergabe von Drogen 

und Geld ist im Betäubungsmittelgesetz nicht direkt als strafbare Handlung um-

schrieben. Es könnte allenfalls als strafbares Anstalten treffen (vgl. BGE 130 

IV 135) oder zumindest als Besitz von 677 Gramm Heroingemisch interpretiert 

werden. Die Vorinstanz legte diese Passage der Anklageschrift dahingehend aus, 

dass der Beschuldigte der Drogenhandelsgruppierung 677 Gramm Heroin zu 

einem Grammpreis von Fr. 36.-- übergeben habe (Urk. 91 S. 38). Nach der 

Sachverhaltswürdigung kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass erstellt sei, dass 

der Beschuldigte an E'._____ 66.7 Gramm (und nicht 677 Gramm) Heroinge-

misch übergeben und dafür Fr. 2'400.-- entgegengenommen habe (Urk. 91 S. 54 

E. 4.4.). Darüber hinausgehende Drogenlieferungen seien nicht erstellt. Soweit 

die Anklage in diesem Anklagepunkt eine Menge von über 66.7 Gramm Heroin-

gemisch übersteigt, ist mangels Anfechtung des erstinstanzlichen Entscheides 

durch die Staatsanwaltschaft ohnehin nicht mehr darauf einzugehen. Was die 

Menge von 66.7 Gramm Heroingemisch betrifft, so verstiesse eine Verurteilung 

wegen der erwähnten unklaren Formulierung jedoch gegen das Anklageprinzip. 

Die Formulierung "zwecks Übergabe von Drogen und Geld (in Kontakt) stehen" ist 

keine Verkaufshandlung und für ein Anstaltentreffen fehlen konkretere Angaben 

zur vorgeworfenen Handlung. Es hat deshalb auch diesbezüglich ein Freispruch 

zu ergehen (so im Ergebnis auch die Verteidigung: Urk. 113 S. 4). 

2.2. Lieferung von 40 Gramm Heroingemisch an F._____ 

Konkret listet die Anklage in Anklageziffer A/a zwei Drogenübergaben auf. (Urk. 

40 S. 3). Bei der einen handelt es sich um jene am 18. Juli 2013 an eine Person 

namens F._____, 40 Gramm Heroingemisch. Diese Übergabe wurde von der Ver-

teidigung in der Berufungserklärung anerkannt, in der Berufungsbegründung dann 

aber bestritten (Urk. 97 S. 1, Urk. 113 S. 3). Allerdings hielt die Vorinstanz den 

Sachverhalt diesbezüglich für nicht erwiesen (Urk. 91 S. 47 E. 4.3.7), weshalb es 

beim Freispruch bleibt. 

 

-   13   - 

2.3. Lieferung von 100 Gramm Heroingemisch an G._____ 

2.3.1. Bei der zweiten angeklagten konkreten Drogenübergabe habe C._____ 

(separates Verfahren) im Auftrag des Beschuldigten am 22. August 2013 100 

Gramm Heroingemisch zu einem Grammpreis von Fr. 37.-- an G._____ überge-

ben. Diese Übergabe wird vom Verteidiger bestritten (Urk. 97 S. 2; Urk. 113 S. 4). 

Sowohl der Drogenkäufer als auch C._____ hätten den Beschuldigten nicht belas-

tet.  

2.3.2. Die Vorinstanz hat diesen Sachverhalt anhand der abgehörten Telefon-

gespräche und des aufgezeichneten SMS-Verkehrs zwischen dem Beschuldigten 

und C._____ einerseits sowie C._____ und G._____ andererseits als erstellt er-

achtet (Urk. 91 S. 47 ff.). Aus diesen Aufzeichnungen geht eindeutig hervor, dass 

der Beschuldigte C._____ zu einem Treffen mit G._____ lotste. Wiederum be-

nutzten beide – wie im Drogenhandel üblich – Codewörter für die Drogen und die 

Preise. Die Formulierung des Beschuldigten in seiner SMS an C._____: "hund. 

Röhre […] und er wird für die Arbeit 37 pro Stunde bar bezahlen" ist dahingehend 

zu übersetzen, dass C._____ 100 Gramm Drogen zu Fr. 37.-- das Gramm liefern 

solle. Der pauschale Einwand der Verteidigung, allein durch abgehörte Natelver-

bindungen sowie Audioüberwachungen lasse sich die Indizienkette nach dem 

Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" nicht beweisen, überzeugt nicht (Urk. 

74 S. 10 lit. g, Urk. 113 S. 4). Die Darstellung des Beschuldigten, in den Gesprä-

chen sei es um Sanitärarbeiten gegangen, ist völlig unglaubhaft. Kein Mensch re-

det in derart codierter Form über völlig unverdächtige Sanitärarbeiten. Der Auffas-

sung der Verteidigung, wonach eine Übergabe der Drogen nicht erwiesen sei, 

kann ebenfalls nicht gefolgt werden (Urk. 113 S. 4). Der Beschuldigte fragte 

C._____, ob dieser die Drogen übergeben habe, was C._____ wiederum bejahte 

(Urk. 2/19 Beilagen 88 und 89, Urk. 91 S. 51). Dieser in Ziffer A/a der Anklage 

geschilderte Teilsachverhalt (Lieferung von 100 Gramm Heroingemisch gegen 

Fr. 3'700.--, VG 5) ist rechtsgenügend bewiesen. 

-   14   - 

3. Anklageziffer A/b, VG 96 

Der Vorwurf in Anklageziffer A/b, VG 96 (Lieferung von zwei Paketen mit insge-

samt 500 Gramm Heroingemisch an H._____), wurde vom Beschuldigten bereits 

vor Vorinstanz anerkannt (Urk. 74 S. 10 Ziff. 6.3; Urk. 91 S. 60). Dieser Punkt wird 

auch im Berufungsverfahren nicht mehr aufgeworfen (Urk. 97 S. 1 f.; Urk. 113 

S. 1).  

4. Anklageziffer A/c, VG 21/22 

4.1. Gemäss Anklage seien dem Beschuldigten von einer Person namens 

I._____ Drogenabnehmer vermittelt worden. Die Verteidigung erachtet diesen 

Sachverhalt als nicht bewiesen. Die Gespräche gäben keinerlei Aufschluss dazu, 

ob tatsächlich Drogen oder Geld übergeben worden seien (Urk. 113 S. 5). 

4.2. Einem "J._____" aus dem Tessin habe der Beschuldigte am 17. Juni 2013 

zunächst 20 Gramm und am 10. Oktober 2013 nochmals 160 Gramm Heroin-

gemisch geliefert.  

4.3. Der Beschuldigte machte hierzu ausweichende Aussagen und sagte zu 

den aufgezeichneten Gesprächen aus, vielleicht habe I._____ schon Drogen ge-

meint und vielleicht sei J._____ schon an Drogen interessiert gewesen. Er sei 

aber diesen Wünschen von ihnen nicht nachgekommen (Prot. I S. 34; Urk. 2/10 S. 

7 ff.). Diese Behauptung überzeugt nicht. Am frühen Morgen des 17. Juni 2013 

schrieb I._____ dem Beschuldigten per SMS, dass "der aus dem Tessin" kommen 

werde und 20 Franken zum Anschauen wolle (Urk. 2/10 Beilage 5). Auch hier ist 

klar, dass mit 20 Franken 20 Gramm Heroingemisch gemeint sind. Gleichzeitig 

fragte I._____ den Beschuldigten, welche Zeit er ihm sagen solle. Dies belegt, 

dass der Tessiner tatsächlich gekommen ist, und wer extra aus dem Tessin her-

reist, lässt sich nicht einfach mit leeren Worten abspeisen. Zudem spricht I._____ 

im Telefongespräch vom 9. Oktober 2013 mit dem Beschuldigten von "dem aus 

dem Tessin", der eine erneute Lieferung wolle, allerdings nicht so, wie die Letzte, 

welche ihm nicht gefallen habe (Urk. 2/10 Beilage 14; s.a. Urk. 91 S. 62 f.). Es ist 

deshalb zumindest erwiesen, dass der unbekannte Mann aus dem Tessin vor 

dem 9. Oktober 2013 eine Lieferung erhalten hat.  

-   15   - 

4.4. Weiter wurde I._____ im Telefongespräch vom 9. Oktober 2013 vom Be-

schuldigten gefragt, wieviel er "ihm" übergeben solle, worauf I._____ erwiderte: 

"Äh 260, denn er nimmt 160 […] 160 Kilometer" (Urk. 2/10 Beilage 14). Wiederum 

konnte der Beschuldigte keine plausible Erklärung liefern, was mit diesen Anga-

ben gemeint war, weshalb nur auf Drogen geschlossen werden kann. Dafür 

spricht auch die Aufforderung von I._____ an den Beschuldigten, ein wenig Salz 

dazu zu geben, ansonsten es "fade" sei (Urk. 2/10 Beilage 15). Dies ist unzwei-

deutig ein Hinweis bezüglich dem Strecken des Heroins. Auch dieser Sachverhalt 

ist rechtsgenügend erwiesen. Die von der Verteidigung erwähnte Möglichkeit, 

dass die Drogen gar nicht übergeben worden seien, ist bloss theoretischer Art 

(Urk. 113 S. 5). Wäre dem so gewesen, hätte ein Unschuldiger ganz anders aus-

gesagt als der Beschuldigte. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte I._____ in ei-

nem Telefongespräch am Folgetag, dem 10. Oktober 2013, berichtete, dass die 

Arbeit erledigt und alles gut sei (Urk. 2/10 Beilage 23): "Der Kaffee gefällt, morgen 

wirst du es sehen, wenn er ihn probiert. Ok?". Dies ist ein deutliches Indiz, dass 

die Ware tatsächlich übergeben worden war.  

4.5. Unter derselben Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, einem 

Chinesen am 9. Oktober 2013 10 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben. Die 

Vorinstanz erachtete diesen Sachverhalt als nicht rechtsgenügend erwiesen, 

unterliess aber auch diesbezüglich einen Freispruch im Dispositiv (Urk. 91 S. 66). 

Da die Staatsanwaltschaft den vorinstanzlichen Freispruch im Berufungsverfahren 

nicht anficht, bleibt es dabei und weitere Erwägungen dazu erübrigen sich. Der 

Beschuldigte ist in diesem Punkt freizusprechen. 

4.6. Schliesslich wird dem Beschuldigten ebenfalls unter derselben Anklagezif-

fer vorgeworfen, am 12. November 2013 einem unbekannten Abnehmer auf Ver-

mittlung von I._____ 200 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben, wofür er von 

I._____ Fr. 8'000.-- erhalten habe. Die Verteidigung wendet ein, die Kommunika-

tion per SMS sei insgesamt zu vage, um mit Sicherheit sagen zu können, dass 

die 200 Gramm Heroin tatsächlich übergeben worden seien (Urk. 74 S. 12; Urk. 

113 S. 5). Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Die aufgezeichneten Te-

lefongespräche vom 12. November 2013 sind eindeutig (Urk. 2/11 Beilage 3). 

-   16   - 

I._____ teilt dem Beschuldigten mit: "Und der will eine 200", sowie "er möchte sie 

ungevögelt", was nur ungestreckt heissen kann. Zum Preis sagte I._____ "3.6", 

etwas später spricht er von "3.8 oder 4", abzüglich seiner Kosten, was nur heis-

sen kann, dass Fr. 36.-- bzw. Fr. 38.-- oder Fr. 40.-- pro Gramm Heroingemisch 

gemeint sind. Im Gespräch von 20:03 sagte der Beschuldigte dann auf die Frage, 

ob er ihn getroffen habe: "Ja, alles in Ordnung" (Urk. 2/11 Beilage 23). "Er hat mir 

4 bezahlt." Auch Letzteres lässt nur die Annahme zu, dass die Lieferung tatsäch-

lich erfolgt ist. Es ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verwei-

sen (Urk. 91 S. 67 - 71). Auch dieser Sachverhalt der Anklage ist rechtsgenügend 

bewiesen.  

5. Anklageziffer A/d, VG 23 

5.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, einer Person namens K._____ 

500 Gramm Heroingemisch zu einem Preis von Fr. 35.-- pro Gramm geliefert zu 

haben. Das Geld habe ihm K._____ in zwei Tranchen zu Fr. 11'000.-- und Fr. 

6'500.-- in seiner Wohnung übergeben. Die Verteidigung beantragte diesbezüg-

lich einen Freispruch (Urk. 97 S. 2, Urk. 113 S. 5). Es lasse sich beweismässig 

weder erstellen, dass es um 500 Gramm Heroingemisch gegangen sei, noch dass 

hierfür Fr. 17'500.-- bezahlt worden seien (Urk. 113 S. 5).  

5.2. Aus den Telefongesprächen zwischen dem Beschuldigten und der unbe-

kannten Person aus Genf vom 26. und 27. April 2013 geht zweifelsfrei hervor, 

dass ein Treffen in Zürich vereinbart wurde und der Beschuldigte die Person beim 

Gleis 18 abholen wollte (Urk. 2/23 Beilagen 2 und 3). Ebenso geht aus den Tele-

fongesprächen des Beschuldigten mit seinem Lieferanten "L._____" vom 27., 29. 

und 30. April 2013 hervor, dass der Beschuldigte L._____ das Geschäft mit der 

Person aus Genf schmackhaft machen wollte und sie über den Kaufpreis spra-

chen (Urk. 2/32 Beilagen 6 - 10). Schliesslich erhellt auch aus den Telefonaten 

des Beschuldigten mit L._____ vom 17. und 19. Mai 2013, wonach 35 vereinbart 

worden seien, der Beschuldigte 11 erhalten habe und noch 6'500.-- offen seien, 

was damit gemeint war. Es kann wiederum auf den im vorinstanzlichen Urteil dar-

gelegten Wortlaut der Gespräche verwiesen werden (Urk. 91 S. 78 f.). Es besteht 

kein Zweifel, dass Fr. 35.-- pro Gramm vereinbart wurden für insgesamt Fr. 

-   17   - 

17'500.--, was rund 500 Gramm entspricht. Wenn nicht geliefert worden wäre, wie 

die Verteidigung geltend macht, dann hätten auch keine Schulden bestanden. Der 

vorinstanzlichen Würdigung kann deshalb beigepflichtet werden (Urk. 91 S. 80). 

Der entsprechende Sachverhalt der Anklageschrift ist erstellt.  

6. Anklageziffer A/e, VG 35 

6.1. Der Beschuldigte hat gemäss Anklage am 4. Juni 2013 auf dem Rastplatz 

M._____ einer Person namens D._____ 101 Gramm Heroingemisch sowie 

98.9 Gramm Streckmittel übergeben. Die Verteidigung macht wie vor Vorinstanz 

geltend, der Observationsbericht sei mangels Konfrontationseinvernahme des 

observierenden Polizisten nicht verwertbar und der Bericht beweise keine Dro-

genübergabe an D._____ (Urk. 74 S. 13). Er beantragt deshalb auch im Beru-

fungsverfahren einen Freispruch (Urk. 113 S. 5).  

6.2. Gemäss Observationsbericht trafen sich der Beschuldigte und D._____ am 

4. Juni 2013 am besagten Ort. D._____ wurde unmittelbar nach dem Treffen mit 

dem Beschuldigten, das ca. eine halbe Stunde dauerte, aufgrund der polizeilichen 

Observation verhaftet, wobei ein Damen-Nécessaire mit 101 Gramm 

Heroingemisch und 98.9 Gramm Streckmittel sichergestellt werden konnte, 

welches sie vor ihrer Verhaftung aus dem Beifahrerfenster ihres Autos geworfen 

hatte. Am 8. Juni 2013 schickte ihr der Beschuldigte eine SMS mit der Frage, 

weshalb sie sich nicht melde (Urk. 2/16 Beilage 16). Weiter ist ein Telefonge-

spräch vom 25. Juni 2013 aufgezeichnet worden, worin der Beschuldigte I._____ 

mitteilt: "Hoffentlich redet die Scheisserin nicht, D._____, wenn die redet, dann 

vögle die Mutter" (Urk. 2/10 Beilage 6). I._____ forderte darauf den Beschuldigten 

auf, die Telefonnummer von D._____ zu löschen. Der Beschuldigte behauptete in 

seiner Einvernahme, er habe sich auf dem Rastplatz mit D._____ getroffen, um 

mit ihr zusammen zu essen und deren Geburtstag zu feiern (Prot. I S. 36). Inso-

weit bestätigt er die Feststellung im Observationsbericht, dass er D._____ kurz 

vor deren Verhaftung traf. Hinsichtlich des behaupteten Zwecks ist seine Aussage 

aber unglaubhaft. Im Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und D._____ 

vom 3. Juni 2013 ist von "Arbeiterinnen" die Rede, welche der Beschuldigte gelie-

fert habe und neue bringen solle (s.a. Urk. 91 S. 81, Urk. 2/16 Beilage 6). Dass 

-   18   - 

hier das Wort "Arbeiterinnen" Heroin bedeutet, ist im Gesamtzusammenhang of-

fensichtlich. Die Vorinstanz hat überzeugend begründet, weshalb dieser Sachver-

halt erwiesen ist. Ihren Erwägungen ist beizupflichten (Urk. 91 S. 80 - 84).  

7. Anklageziffer A/f, VG 36 

7.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, seiner damaligen Freundin N._____ 

und weiteren Personen an bestimmten Daten von Juni bis September 2013 ins-

gesamt sieben Mal Heroingemisch in der Gesamtmenge von 1'080 Gramm sowie 

20 Gramm Streckmittel übergeben zu haben. Die Verteidigung verlangt 

diesbezüglich einen Freispruch. Vor Vorinstanz machte sie geltend, die Anklage 

enthalte weder Ort noch Zeit der Drogenübergaben. Zur ersten Übergabe von 

200 Gramm wird geltend gemacht, im abgehörten Telefongespräch sei die Rede 

davon, dass N._____ zwei Mal 100 Gramm genommen habe. Mit anderen Worten 

N._____ habe die Drogen selbst genommen, was eine Übergabe durch den Be-

schuldigten ausschliesse (Urk. 74 S. 14). Im Berufungsverfahren bringt die Ver-

teidigung vor, dass tatsächliche Übergaben von Geld oder Drogen allein durch die 

Telefongespräche nicht nachgewiesen seien (Urk. 113 S. 6). 

7.2. Richtig ist, dass genaue Uhrzeitangaben für die einzelnen Drogenüberga-

ben nicht bekannt sind. Die Anklage enthält aber die genauen Kalenderdaten der 

Übergaben (8.6./19.6./14.8./15.8./ca. 3.9./8.9. 2013). Zusammen mit dem Vorhalt 

der abgehörten Gespräche in der Wohnung des Beschuldigten war es dem Be-

schuldigten ohne Weiteres möglich, die Vorwürfe eindeutig und klar zu individuali-

sieren. Das Anklageprinzip ist nicht verletzt.  

7.3. Dass N._____ entgegen der Behauptung des Beschuldigten nicht dessen 

Geliebte bzw. Freundin war, sondern der Kontakt zwischen ihnen zum Zwecke 

des Drogenhandels bestand, belegt die SMS vom 7. Juni 2013 mit aller Deutlich-

keit (Urk. 2/20 Beilage 3 und 5-7). Es kann auf den im vorinstanzlichen Urteil zi-

tierten SMS-Text verwiesen werden (Urk. 91 S. 85).  

7.4. Im abgehörten Gespräch aus der Wohnung des Beschuldigten vom 8. Juni 

2013 spricht N._____ davon, dass sie dem Beschuldigten an jenem Tag vom 

-   19   - 

"heutigen "100er" "1'650" gegeben habe. Das kann nur bedeuten, dass sie für 

100 Gramm Drogen Fr. 1'650.-- bezahlte. Weiter sagte N._____, sie werde noch 

ein weiteres 100er nehmen (Urk. 2/20 Beilage 8). Abgesehen davon wurde sie 

vom Beschuldigten gefragt: "Wie viel hast du nun Gemischtes?". Aus dieser ab-

gehörten Konversation geht zweifelsfrei hervor, dass sie über Drogen sprachen. 

Allein der Umstand, dass N._____ die Drogen vom Drogenvorrat selbst genom-

men hat, entlastet den Beschuldigten nicht. Die Konversation belegt, dass sie dies 

im Einverständnis des Beschuldigten tat und dass sie ihm Rechenschaft darüber 

ablegte. Damit ist auch erwiesen, dass es sich um den Heroingemisch-Vorrat des 

Beschuldigten handelte. Es kann zu diesem Anklagepunkt auf die Darstellung und 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, denen zu folgen ist (Urk. 91 S. 85 

- 87). Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG beinhaltet nicht nur eine konkrete, physische 

Übergabe von Drogen. Das Wort "verschaffen" beinhaltet auch eine Einwilligung 

an eine andere Person, sich vom Drogenvorrat in seinem Besitz im verabredeten 

Umfang zu bedienen. Hinweise, dass N._____ letztlich entgegen der Ankündi-

gung keine Drogen aus dem Lager des Beschuldigten übernommen hat, bestehen 

nicht. Die Behauptung der Verteidigung erweist sich deshalb als bloss theoreti-

sche Möglichkeit, die immer besteht.  

7.5. Im abgehörten Gespräch vom 19. Juni 2013 sagt N._____ unter anderem 

zum Beschuldigten: "Wie viel hast du noch um zu geben?" Darauf erwidert der 

Beschuldigte: "Ich werde etwa einen 100er geben, werde ich dir geben" (Urk. 2/20 

Beilage 12). Es kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 

91 S. 89). Zwar ist zutreffend, dass die effektive Übergabe nicht beobachtet wer-

den konnte. Im Gesamtkontext und zumal der Beschuldigte und N._____ im Ge-

spräch vom 17. Juli 2013 über Drogen und Abrechnungen bzw. noch zu bezah-

lende Gelder sprechen, kann auch nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden, 

dass N._____ das Heroingemisch auch tatsächlich aus dem Lager des Beschul-

digten genommen hat. Der Beschuldigte hält in diesem Gespräch wörtlich fest, 

N._____ habe zwei Mal 200er genommen (Urk. 2/20 S. 10). Weiter erwähnt 

N._____ in diesem Gespräch, dass sie dem Beschuldigten einmal Fr. 1'600.-- und 

einmal Fr. 2'700.-- übergeben habe. Auch diese beiden Drogenübergaben des 

-   20   - 

Beschuldigten an N._____ vom 8. und 19. Juni 2013 sind deshalb rechtsgenü-

gend nachgewiesen. 

7.6. Unter der Anklageziffer A/f wird dem Beschuldigten weiter vorgeworfen, er 

habe am 14. August 2013 an eine unbekannte Person namens "O._____" 30 

Gramm Heroingemisch und 20 Gramm Streckmittel geliefert. Auch diese Überga-

be ist hinreichend belegt durch den SMS-Verkehr zwischen dem Beschuldigten 

und N._____ (Urk. 2/20 Beilage 23-30). N._____ schreibt: "Hey, die O'._____, wo 

wir gestern waren, möchte wieder. Um wie viel Uhr soll ich ihr sagen? Aber du 

musst es ihr selbst backen". Der Beschuldigte schreibt folgende Antwort: "Sagst 

du für O._____?" Darauf wiederum N._____: "30 Nelken und 20 Lilien mach eine 

Straus und bring ihr, ja für O._____ sage ich." Am selben Tag bestätigt der Be-

schuldigte per SMS, dass er die Arbeit erledigt habe (Urk. 2/20 Beilage 34). Der 

Einwand der Verteidigung, daraus könne beweisrechtlich keine Drogenlieferung 

abgeleitet werden, ist unbegründet (Urk. 74 S. 14). Es kann wiederum auf die zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 91 S. 90 f.).  

7.7. Gemäss Anklage habe der Beschuldigte am 15. August 2013 an zwei 

unbekannte Abnehmer 200 und 300 Gramm Heroingemisch geliefert. Auch diese 

Lieferungen gehen aus den abgehörten Gesprächen hervor. Am 15. August 2013 

erklärte der Beschuldigte N._____: "Heute habe ich dem anderen 200 gebracht" 

(Urk. 2/20 Beilage 41c). Am Folgetag sagte er gegenüber N._____: "Der Junge 

gestern Abend hat 300 genommen" (Urk. 2/20 Beilage 47c). Diese Aussagen im 

Gesamtkontext gesehen vermögen entgegen dem Einwand der Verteidigung kei-

ne vernünftigen Zweifel am Anklagesachverhalt zu erwecken. Es wird auf die zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 91 S. 92).  

7.8. Weiter wird dem Beschuldigten unter dieser Anklageziffer vorgeworfen, am 

3. September 2013 der bereits genannten "O._____" erneut 50 Gramm Heroin-

gemisch geliefert zu haben. Auch diese Übergabe ist durch das abgehörte Ge-

spräch vom 4. September 2013 belegt. Der Beschuldige sagt: "Ja, der O._____ 

habe ich 30 gemacht, 50 Punkte habe ich für Berat gemacht" (Urk. 2/20 Beilage 

50). Darauf erwidert N._____: "Ja, und wir haben noch weitere 30 Punkte, die wir 

für O._____ gemacht haben. Wir haben sie ihr 50 gemacht".  

-   21   - 

7.9. Schliesslich ist in der Anklageschrift unter diesem Titel eine weitere 

Lieferung an einen unbekannten Mann aufgeführt, welcher 4 Portionen à 50 

Gramm Heroingemisch am 8. September 2013 in der Wohnung des Beschuldig-

ten erhalten habe (Urk. 40 S. 4). Auch dies ist durch ein abgehörtes Gespräch 

nachgewiesen, in dem der Beschuldigte wiederholt sagt, dass er vier 50er Portio-

nen mache. Dies auf Aufforderung von N._____: "Dann trenne es ihm, mach ihm 

4". Auch an diesem Sachverhalt bestehen keine Zweifel. Der Einwand der Vertei-

digung, damit sei nicht nachgewiesen, dass die Drogen in der Folge tatsächlich 

übergeben worden seien, ist richtig, wenn man diese Äusserung isoliert betrach-

ten würde. Tatsache ist jedoch, dass sich der Beschuldigte nachgewiesenermas-

sen sowohl in zeitlicher als auch mengenmässiger Hinsicht dem schwunghaften 

Drogenhandel widmete. In seiner Befragung hat er nicht geltend gemacht, diese 

Lieferungen hätten nicht ausgeführt werden können (Urk. 2/20). Vielmehr wollte er 

sich auf Vorhalt der Gespräche nicht äussern oder gab zu Protokoll, N._____ sei 

ja nicht richtig im Kopf. Wenn das alles stimmen würde, dann hätte er ja tonnen-

weise Drogen verkauft (Urk. 2/20 Antworten 116 - 121). Es sei ja normal, dass er 

sich mit N._____ unterhalte.  

7.10. Insgesamt ist unter diesem Anklagevorhalt Ziff. A/f, VG 36, deshalb 

erwiesen, dass der Beschuldigte total 1'080 Gramm Heroingemisch sowie 

20 Gramm Streckmittel veräussert hat. 

8. Anklageziffer A/g, VG 18 

8.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Zeitraum von Juni 2013 bis 

September 2013 P._____ mehrmals Heroingemisch geliefert zu haben.  

8.2. Eine Konfrontationseinvernahme zwischen dem Beschuldigten und 

P._____ fand im Laufe der Untersuchung nicht statt, weil Letzterer seinen Vorla-

dungen keine Folge leistete. Nach Meinung der Verteidigung belege das Bemü-

hen nach einer Konfrontationseinvernahme, dass die Staatsanwaltschaft die Be-

weislage ohne Konfrontationseinvernahme als ungenügend erachte, weshalb der 

Beschuldigte freizusprechen sei (Urk. 113 S. 7). Die Einschätzung der Staats-

anwaltschaft ist allerdings ohne Bedeutung, weil das Gericht die vorhandenen 

-   22   - 

Beweise unabhängig davon zu würdigen hat. Weiter machte die Verteidigung 

geltend, dass unklar geblieben sei, ob tatsächlich Drogen oder Geld übergeben 

worden seien (Urk. 113 S. 7).  

8.3. Es kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, die vollum-

fänglich zutreffend sind (Urk. 91 S. 94 - 103). Im Gespräch vom 12. September 

2013 mit N._____ erwidert der Beschuldigte auf die entsprechende Frage von 

N._____ nach der Menge, dass der "Junge von Bern" 100 Punkte wolle (Urk. 2/7 

Beilage 51). Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass aufgrund der Bestellung von 

P._____ kaum eine Minute zuvor und dem Umstand, dass P._____ in … [Ort-

schaft] bei Bern wohnte, damit nur P._____ gemeint gewesen sein kann, der 100 

Gramm Heroingemisch bestellte (Urk. 91 S. 100 - 102). Die Bezeichnung Punkte 

wurde bei einigen anderen Geschäften des Beschuldigten als Codewort für 

Gramm verwendet. Die Lieferung von 100 Gramm am Folgetag ist deshalb im Zu-

sammenhang mit den weiteren Gesprächen erwiesen (Urk. 91 S. 102). Da der 

Beschuldigte im Telefongespräch vom 12. September 2013 P._____ noch fragt: 

"Willst du wie letztes Mal oder?", ist zwingend darauf zu schliessen, dass das letz-

te Mal, d.h. am 29. Juni 2013, ebenfalls 100 Gramm geliefert wurden (Urk. 2/7 

Beilage 39, Urk. 91 S. 100). Da P._____ bei jener Lieferung im Telefongespräch 

mit dem Beschuldigten vom 29. Juni 2013 geradezu penetrant drei Mal betont er-

wähnt, "wie letztes Mal", ist auch erwiesen, dass die Bestellung bzw. Lieferung 

zuvor, d.h. jene vom 20. Juni 2013, ebenfalls 100 Gramm Heroin betraf.  

9. Anklageziffer A/h, VG 28 

9.1. Der Beschuldigte anerkennt zwar, die Drogenläuferin Q._____ gekannt und 

sich mit ihr getroffen zu haben (Urk. 2/18 Antwort 15: "Sie war etwa so gross wie 

ich, blond"). Es sei auch möglich, dass sie sich nach Drogen erkundigt habe. Wei-

ter fuhr er fort: "Wir haben da aber nichts gemacht und ich habe sie nicht mehr 

gesehen" (Urk. 2/18 Antwort 16). Allein die abgehörten Telefongespräche doku-

mentieren klar einen regelmässigen Kontakt des Beschuldigten zu Q._____, teil-

weise via N._____, sowie auch regelmässige Anfragen von Q._____ betreffend 

Drogen und Verabredungen zu Treffen zwecks Übergabe von Heroingemisch und 

Streckmittel. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden 

-   23   - 

(Urk. 91 S. 103 - 117). Wenn die Verteidigung auch hier einwendet, die konkreten 

Übergaben seien nicht bewiesen, kann ihrer Auffassung nicht gefolgt werden. 

Worte in den abgehörten Gesprächen wie "wickle es gut ein, denn das Mädchen 

wird kommen" oder (an N._____): "bist du rausgegangen, weil das Mädchen sagt, 

es sei dort" oder "soll ich sie wie das letzte Mal bedienen", sind im Gesamtkontext 

nicht anders zu interpretieren, als dass es nicht bei blossen Bestellungen blieb 

(Urk. 2/18 Beilagen 24 - 27).  

9.2. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass in der Anklageschrift eine 

Drogenübergabe am 10. August 2013 aufgeführt wird, obschon sich aus dem 

abgehörten Gespräch vom 10. August 2013 relativ eindeutig ergibt, dass diese 

Lieferung bereits am Vortag erfolgt ist (Urk. 91 S. 113). Zwar handelt es sich um 

ein offenkundiges Versehen in der Anklageschrift, die Vorinstanz erachtete aller-

dings wegen des falschen Datums einen Schuldspruch als nicht zulässig. Dabei 

hat es auch im Berufungsverfahren aufgrund des Verschlechterungsverbotes zu 

bleiben. 

9.3. Ebenfalls zutreffend haben die Vorderrichter erwogen, weshalb die am 

16. August 2013 erfolgte Übergabe von 60 Gramm Heroingemisch als erstellt zu 

gelten hat (Urk. 91 S. 113 - 115; Urk. 40 S. 5). Darauf kann verwiesen werden. 

9.4. Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 27. September 2013 beim 

Coop R._____ beabsichtigt zu haben Q._____ 80 Gramm Heroin und 60 Gramm 

Streckmittel zu übergeben. Dafür habe er Fr. 3'000.-- erhalten. In der Folge habe 

sich jedoch herausgestellt, dass es sich anstelle des Heroingemisches um reines 

Streckmittel gehandelt habe, weshalb er das Geld Q._____ zurückgegeben und 

das Streckmittel zurück erhalten habe (Anklageziffer A/h, VG 28).  

9.5. Die Verteidigung bringt vor, dass der unter Ziff. 11.4 im vorinstanzlichen 

Entscheid erwähnte Vorwurf der Übergabe von 80 Gramm, der gemäss Vor-

instanz nicht erstellbar sei, nicht in der Anklageschrift zu finden sei (Urk. 113 

S. 7). Dabei bleibt unklar, welchen Vorwurf die Verteidigung meinte. Die im vor-

instanzlichen Urteil in E. 11.4. genannte, nicht erstellbare Übergabe von 80 

Gramm betrifft die in der Anklage aufgeführte Übergabe vom 10. August 2013 

-   24   - 

beim Coop R._____ (welche gemäss Vorinstanz tags zuvor geschehen und daher 

nicht erstellbar sei; vgl. Urk. 91 S. 113 und S. 117). Die weiter erwähnte beabsich-

tigte Lieferung von 80 Gramm Heroingemisch zusammen mit 60 Gramm Streck-

mittel betrifft sodann den letzten Absatz der Anklageziffer A/h (VG 28; Urk. 40 

S. 5). Diesbezüglich ist allerdings unbestritten, dass es nicht zu einer Übergabe 

von Heroingemisch gekommen ist. Die beabsichtigte Lieferung von 80 Gramm 

Heroin und 60 Gramm Streckmittel ergibt sich aus der SMS des Beschuldigten, 

worin er diese Mengen ausdrücklich erwähnt (Urk. 1/2/18 Beilage 140 - 146). Mit 

SMS vom 27. September 2013 bestätigte der Beschuldigte dann das Treffen (Urk. 

1/2/18 Beilagen 151 - 152). In derselben SMS-Konversation wird ihm dann mitge-

teilt: "Was hast du mir denn gegeben. Mann?? Beides sind Salz …" (Urk. 1/2/18 

Beilagen 153 - 167). Der Vorinstanz ist beizupflichten, wenn sie davon ausging, 

dass eine Lieferung von 80 Gramm Heroingemisch lediglich beabsichtigt war, 

dann aber versehentlich nur Streckmittel geliefert worden sei (Urk. 91 S. 115 - 

117). Allerdings bleibt zumindest ein Anstaltentreffen zu einer Heroinlieferung er-

wiesen. Im Übrigen ist der Sachverhalt gemäss den vorinstanzlichen Erwägungen 

erstellt (Urk. 91 S. 103 - 117). Der Beschuldigte hat an Q._____ in diversen Malen 

insgesamt 280 Gramm Heroingemisch und 210 Gramm Streckmittel für Fr. 3'000.-

- übergeben, wobei das letzte Geschäft wieder rückabgewickelt wurde. 

10. Anklageziffer A/i, VG 6 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, S._____ in drei Malen insgesamt 

410 Gramm Heroingemisch und 300 Gramm Streckmittel übergeben zu haben 

(Urk. 40 S. 6). Auch diese Sachverhalte sind bei einer Betrachtung im Gesamt-

kontext nicht anders zu würdigen, als dass der Beschuldigte S._____ Heroinge-

misch geliefert hat. Wenn der Beschuldigte auf Vorhalt der abgehörten Gespräche 

hin ausführt, "ist das verboten jemanden zu treffen" oder "ich lebe alleine. Ich ha-

be das Bedürfnis, jemanden zu treffen", ist das keine glaubhafte Bestreitung (Urk. 

2/17 S. 5). Den vorinstanzlichen Erwägungen kann vollumfänglich zugestimmt 

werden (Urk. 91 S. 117 - 123). Wiederum lässt sich der Einwand der Verteidi-

gung, wonach es an einem Beweis für tatsächliche Übergaben der Drogen mang-

le, aufgrund der SMS-Kommunikation verwerfen. So schrieb S._____ alias 

-   25   - 

S`._____ z.B. bei seiner Bestellung vom 15. August 2013:"… wie das, was du mir 

vor einigen Tagen gegeben hast" (Urk. 2/17 Beilage 68) oder einige Stunden spä-

ter: "bringst du mir morgen noch einmal wie heute" (Urk. 2/17 Beilage 84). Ledig-

lich hinsichtlich 10 Gramm und der 300 Gramm Streckmittel ist die Übergabe nicht 

nachgewiesen (Urk. 91 S. 121, 123 f.). 

11. Anklageziffer A/j, VG 37.6 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 20. September 2013 an C._____ ins-

gesamt 600 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben. Auch hier wird der Vollzug 

der vereinbarten Lieferung von der Verteidigung bestritten (Urk. 113 S. 8). Es 

kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 91 S. 124 - 

129). Die Äusserung von T._____, welche von einem "Halben" spricht, und das 

abgehörte Gespräch vom 22. September 2013 über die schlechte Qualität des 

Stoffes (Urk. 2/23 Beilage 191a und 191b) lassen keine Zweifel daran, dass der 

Beschuldigte 500 Gramm Heroingemisch geliefert hat. Im Übrigen bleibt es beim 

vorinstanzlichen Teilfreispruch bezüglich der weiteren 100 Gramm Heroinge-

misch, da nicht erstellt werden konnte, dass diese Menge separat geliefert wor-

den war (Urk. 91 S. 127 f.). 

12. Anklageziffer A/k, VG 37.7 

Die Übergabe von 300 Gramm Heroingemisch an C._____ durch den 

Beschuldigten, in Anwesenheit von "U._____", ist durch das Gespräch vom 

10. Oktober 2013 rechtsgenügend bewiesen (Urk. 2/26 Beilage 216). Ebenso wird 

klar, dass die drei irgendwelche Probleme bei der Präparierung von nassem 

Heroingemisch hatten, was allerdings letztlich nicht ausschlaggebend ist. Es kann 

wiederum auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 91 S. 129 - 135). Die Verteidigung behauptete vor Vorinstanz, dass die 

Drogen, welche sie gemeinsam auf 1,5 kg gestreckt hätten, von "U._____" ge-

bracht worden seien, weshalb man dem Beschuldigten nicht vorwerfen könne, er 

habe C._____ davon 300 Gramm gegeben (Urk. 74 S. 20). Das spielt allerdings 

keine Rolle, denn aus dem abgehörten Gespräch geht hervor, dass der Beschul-

digte bei der Aufteilung der Drogen zumindest ein massgebliches Wort mitredete 

-   26   - 

(Urk. 2/26 Beilage 216, "Da hast da [du] 300 Gramm"). Auch in diesem Zusam-

menhang muss zwingend darauf geschlossen werden, dass die Übergabe auch 

tatsächlich stattgefunden hat. Etwas Anderes anzunehmen ist lebensfremd ange-

sichts des Umstands, dass den abgehörten Gesprächen nicht die geringsten Hin-

weise entnommen werden können, dass die Übergabe geplatzt war.  

13. Anklageziffer A/l, VG 29 

Die Vorinstanz erachtete den Vorwurf der Übergabe von 200 Gramm Heroin-

gemisch an V._____ als nicht erstellt (Urk. 91 S. 140). Dies ist aufgrund des ab-

gehörten Gesprächsinhaltes und der sichergestellten Drogen anlässlich der 

Verhaftung von V._____ äusserst wohlwollend zugunsten des Beschuldigten. 

Dass V._____ erhebliche Mengen von Heroingemisch erhalten hat, eventuell als 

blosser Läufer, steht fest. Allerdings ist die Beweislage bezüglich einer konkreten 

Übergabe von 200 Gramm durch den Beschuldigten tatsächlich dünn. Es hat bei 

diesem Teilfreispruch zu bleiben (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

14. Anklageziffer A/m, VG 10 

Die Vorinstanz erachtete es als erwiesen, dass der Beschuldigte vorhatte, am 

11. Dezember 2013 in Zusammenarbeit mit C._____ die bei ihm sichergestellten 

1'245 Gramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 24%, d.h. 298.3 

Gramm reines Heroinhydrochlorid, an W._____ für Fr. 44'000.– zu verkaufen (Urk 

91 S. 148). Der Vollzug des Geschäftes wurde alleine durch die polizeiliche Inter-

vention verhindert. Ebenso beurteilte die Vorinstanz den Besitz von weiteren 418 

Gramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 56%, d.h. 233 Gramm rei-

nem Heroinhydrochlorid, aufgrund dieser sichergestellten Drogen im Kellerabteil 

des Beschuldigten als erwiesen (Urk 91 S. 148). Dieser Anklagepunkt wurde im 

Rahmen der Berufungsbegründung anerkannt (Urk. 97 S. 2; Urk. 113 S. 2). Es ist 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen (Urk. 91 S. 140 - 148). 

15. Vorbemerkung zu den folgenden Anklageziffern B/n-r betr. Drogenbezüge 

In den folgenden Anklageziffern geht es um Bezüge von Heroin und die Frage, 

woher bzw. von wem der Beschuldigte sein Heroin, welches er in der Folge 

-   27   - 

streckte und weiterverkaufte, bezog. Die Verteidigung rügt in diesem Zusammen-

hang die Anklageschrift. Die geschilderten Drogenbezüge seien vom Sachverhalt 

her teilweise überschneidend mit dem Sachverhalt bezüglich der Drogenabgaben, 

weshalb das Anklageprinzip verletzt sei (Urk. 74 S. 22; Urk. 113 S. 11 und 15). 

Diese Auffassung kann nicht geteilt werden. Erwerb und Weitergabe sind in Art. 

19 des Betäubungsmittelgesetzes als separate strafbare Handlungen aufgeführt, 

auch wenn die Weitergabe begriffsnotwendig einen Erwerb zu einem gewissen 

Zeitpunkt voraussetzt. Die Strafbarkeit bei der Weitergabe von Drogen hängt auch 

nicht vom Nachweis ab, auf welchem Wege diese Drogen in den Besitz des Dea-

lers kamen. Gleiches gilt umgekehrt. Unzulässig wäre es lediglich, im Rahmen 

der Strafzumessung die erworbenen und die verkauften Mengen einfach zu ad-

dieren. Dies hat aber auch die Vorinstanz nicht getan (Urk. 91 S. 204 - 212). Im-

merhin ist aber festzustellen, dass das Heroin, welches der Beschuldigte weiter-

verkaufte bzw. abgab, in irgendeinem Zeitpunkt auch erworben wurde. Insofern 

haben die in Anklageschrift unter B geschilderten Sachverhalte keine eigenstän-

dige Bedeutung. Es spielt deshalb im Endeffekt auch keine Rolle, dass einige der 

Erwerbshandlungen nicht rechtsgenügend erwiesen sind. Da ein Urteil jedoch 

über sämtliche Inhalte der Anklageschrift befinden muss, ist im Nachfolgenden 

trotzdem darauf einzugehen. 

16. Anklageziffer B/n, VG 37.6 

16.1. Einleitende Bemerkung 

Die Vorinstanz erachtete nur den eingeklagten Erwerb vor dem 29. April 2013 

sowie jene vom 17. Mai 2013 und 14. August 2013 als rechtsgenügend erwiesen 

(Urk. 91 S. 155, S. 159 und S. 166 sowie Zusammenfassung auf S. 169 f.). Auf 

die anderen angeklagten Erwerbshandlungen wird demzufolge an dieser Stelle 

nicht mehr eingegangen. 

 

16.2. Erwerb im Zeitraum vor dem oder am 29. April 2013 

-   28   - 

Am 30. April 2013 schrieb der Beschuldigte folgende SMS: "Den Korb, den diese 

Garage mir gegeben hat, habe ich Einem, der von unten gekommen ist, gegeben" 

(Urk. 2/32 Beilage 10). Dies war im Zusammenhang mit der Drogenübergabe an 

K._____, der von Genf anreiste (Anklagepunkt A/d, VG 23). Dass es sich bei der 

Person, welche der Beschuldigte jeweils als "den von der Garage" bezeichnete, 

um B._____ handelt, ergab die polizeiliche Observation (Urk. 2/32 Beilage 24 f.). 

Wer der Lieferant war bzw. welche Person, wäre in Bezug auf die Strafbarkeit des 

Beschuldigten aber irrelevant. Da wie bereits oben unter E. III.5. zu Anklageziffer 

A/d VG 23 dargelegt, die Drogenübergabe von 500 Gramm Heroingemisch an 

K._____ erwiesen ist, ist selbstredend auch von einem entsprechenden Erwerb 

der Drogen durch den Beschuldigten auszugehen.  

16.3. Erwerb vom 17. Mai 2013  

Dieser Sachverhalt ist im Wesentlichen durch das abgehörte Telefongespräch 

vom 19. Mai 2013 erwiesen, worin der Beschuldigte mit L._____ über die Bezah-

lung der Lieferung an K._____ diskutiert und dann erklärt, dass er erneut eine Lie-

ferung wie beim Ersten (500 Gramm) genommen habe (Urk. 2/33 Beilage 23). Es 

kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 91 S. 157 - 

159).  

16.4. Erwerb vom 14. August 2013 

Allein aus dem abgehörten Gespräch aus der Wohnung des Beschuldigten bzw. 

dem Ausruf des Beschuldigten: "Das sind ja nur 240 Punkte, fuck!" (Urk. 2/22 

Beilage 127), lässt sich eine Erwerbshandlung wie in der Anklage umschrieben, in 

Übereinstimmung mit der Verteidigung nicht rechtsgenügend beweisen (Urk. 113 

S. 9). In diesem Punkt erscheint die vorinstanzliche Interpretation als zu spekula-

tiv und der Beschuldigte ist in diesem Punkt freizusprechen (Urk. 91 S. 165).  

17. Anklageziffer B/o, VG 37.6 

Die Vorinstanz hielt den unter dieser Anklageziffer geschilderten Erwerb von 3 kg 

Heroin von C._____ als nicht erwiesen (Urk. 91 S. 176). Dem ist beizupflichten. 

Bereits die Zahlenspiele der Vorinstanz erscheinen sehr fraglich, zwar plausibel 

-   29   - 

aber doch zu spekulativ (Urk. 91 S. 171 f.). Auf diesen Anklagepunkt bzw. den 

Freispruch der Vorinstanz wird nicht mehr eingegangen.  

18. Anklageziffer B/p VG 37.7 

18.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 9. Oktober 2013 von einer nicht 

näher bekannten Person 500 Gramm Heroingemisch erhalten zu haben. Die 

Verteidigung beantragt, den Beschuldigten diesbezüglich nach dem Grundsatz im 

Zweifel für den Angeklagten freizusprechen (Urk. 113 S. 9). 

18.2. In einem abgehörten Gespräch vom 9. Oktober 2013 erwähnt der Beschul-

digte, dass er an diesem Tag "ein Halbes" genommen habe bzw. dass man ihm 

das gegeben habe (Urk. 2/26 Beilage 215 h). Damit kann nur Heroingemisch 

gemeint sein. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 91 S. 177). Der Erwerb von 500 Gramm ist diesbezüglich erstellt.  

19. Anklageziffer B/q, VG 40 

19.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 16. November 2013 bei einer 

Tankstelle in Winterthur 200 Gramm Heroingemisch von sehr guter Qualität zum 

Grammpreis von Fr. 40.-- von AA._____ übernommen zu haben. 

19.2. Dieser Sachverhalt (Übernahme von 200 Gramm Heroin oder Heroin-

gemisch) ergibt sich im Wesentlichen aus dem abgehörten Gespräch vom 

16. November 2013 (Urk. 2/34 Beilage 321). Der Beschuldigte erklärt hier, dass er 

200 Punkte zu einem sehr hohen Preis genommen habe. Der Vorinstanz ist zuzu-

stimmen, dass der Sachverhalt rechtsgenügend erwiesen ist. (Urk. 91 S. 178 - 

181). Der Einwand der Verteidigung, die Beweislage sei schwammig, ist im 

Gesamtkontext nicht stichhaltig (Urk. 113 S. 10). 

20. Anklageziffer B/r, VG 37.9 

20.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 21. November 2013 von 

B._____ eine Heroinprobe erhalten zu haben und in der Folge am 30. November 

2013 244 Gramm Heroingemisch. Für die Strafbarkeit des Beschuldigten bleibt 

ohne Bedeutung, um welche Person es sich beim Lieferanten tatsächlich gehan-

-   30   - 

delt hat, insbesondere ob es sich dabei um B._____ handelte oder nicht (vgl. Urk. 

113 S. 10 f.).  

20.2. Die erste Lieferung ergibt sich zweifelsfrei aus dem abgehörten Gespräch 

aus der Wohnung des Beschuldigten, wo die männliche Person erklärt, er habe 

ihm ein Muster mitgebracht, damit es sich der Beschuldigte anschaue (Urk. 2/29 

Beilage 344). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann aber nicht bewiesen 

werden, dass dieses Muster einer Heroinmenge von 5 Gramm entsprach (Urk. 91 

S. 191). 

20.3. Die zweite Lieferung ergibt sich im abgehörten Gespräch vom 30. Novem-

ber 2013, in dem eine Person mit Übernamen "AB._____" den Beschuldigten zum 

Wägen auffordert, worauf der Beschuldigte unmittelbar darauf "244" sagt (Urk. 

2/29 Beilage 372 f.). In diesem Gespräch finden sich noch weitere Indizien, wel-

che diesen Anklagepunkt stützen. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen 

und die Schlussfolgerung verwiesen werden (Urk. 91 S. 188). Auch hier bestehen 

keine Zweifel an der Lieferung von Heroingemisch an den Beschuldigten. Der 

Sachverhalt dieses Anklagepunktes ist rechtsgenügend erwiesen.  

21. Reinheitsgrad des Heroins 

21.1. Auch von der Verteidigung wurde zu Recht nicht bestritten, dass der 

Beschuldigte ausschliesslich mit Heroin handelte (Urk. 74 S. 27).  

21.2. Das in der Wohnung des Beschuldigten sichergestellte Heroin wies 

Reinheitsgrade zwischen 7.2 und 56 % auf (Gutachten FOR, Urk. 15/8). Aufgrund 

der Akten ist erstellt, dass der Beschuldigte den Stoff teilweise streckte, und zwar 

teilweise im Verhältnis 1:2 und 1:3. Wenn die Vorinstanz aufgrund von statisti-

schen Angaben über den durchschnittlichen Reinheitsgrad von gehandeltem He-

roin im Jahre 2013 schliesst, dass die vom Beschuldigten gehandelten Drogen im 

Durchschnitt einen Reinheitsgrad von 18% aufwiesen (Urk. 91 S. 191 f.), ist dies 

nicht zu beanstanden. Auch vorliegend ist von diesem Wert auszugehen, wobei 

bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass es sich bei schwunghaftem 

Drogenhandel bei der Strafzumessung nicht auswirkt, ob nun von einem Rein-

-   31   - 

heitsgrad von 18 oder 25% ausgegangen wird. Es kann auf die vorinstanzlichen 

Erwägungen verwiesen werden (Urk. 91 S. 192).  

22. Fazit 

Es ist aufgrund der Akten erwiesen, dass der Beschuldigte im Jahre 2013 Heroin-

gemisch von insgesamt 5'686 Gramm im durchschnittlichen Reinheitsgrad von 

18% sowie 230 Gramm Streckmittel an Abnehmer veräusserte.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der mehrfachen, teilweise ver-

suchten, qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sin-

ne von Art. 19 Abs. 1 lit. b (Lagerung) und c (Veräusserung) BetmG in Verbindung 

mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig.  

2. Die einzelnen gehandelten Mengen überstiegen mit wenigen Ausnahmen 

die Grenze von 12 Gramm reinem Heroinwirkstoff für den schweren Fall gemäss 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Es ist nicht auszuschliessen, dass bei den Veräusse-

rungen im Umfang von 20 Gramm (Anklageziffer A/c), von 30 Gramm (Anklage-

ziffer A/f) und 40 Gramm (Anklageziffer A/h) diese Einzelmengen den qualifizier-

ten Fall nicht erreichen. Allerdings ist angesichts des schwunghaften Drogenhan-

dels des Beschuldigten im Jahre 2013 von einem Fortsetzungszusammenhang 

auszugehen, weshalb die Frage des Grenzwertes keine Rolle spielt. Es kann auf 

die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 91 S. 202 f.).  

3. Nicht gefolgt werden kann der Auffassung der Verteidigung, der Beschuldig-

te sei nur ausgenützt worden, habe nie in die eigene Tasche gewirtschaftet und 

sei nur als Gehilfe von Hintermännern zu betrachten (Urk. 74 S. 28; Urk. 113 

S. 20). Es mag sein, dass andere mehr Profit aus der Drogenhandelstätigkeit des 

Beschuldigten zogen als er selbst. Allein seine Entscheidkompetenz und seine 

selbstständige Handelstätigkeit belegen, dass er nicht nur untergeordnete Dienste 

geleistet hat. Einem Gehilfen überlässt man nicht derartige Mengen an Heroin 

zwecks Weiterveräusserung. Der Beschuldigte hat den Drogenhandel in mittlerer 

-   32   - 

Stufe eigenständig organisiert und keinesfalls bloss auf konkrete Anweisungen 

hin gehandelt.  

4. Es kann im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 91 S. 193 - S. 203). Der Beschuldigte ist der mehrfachen, 

teilweise versuchten, qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, schuldig zu 

sprechen. 

V. Strafzumessung 

1. Vorinstanzliche Strafzumessung 

1.1. Den Erwägungen der Vorinstanz zur Strafzumessung kann ausnahmslos 

zugestimmt werden. Um blosse Wiederholungen zu vermeiden, wird darauf ver-

wiesen (Urk. 91 S. 204 - S. 217).  

1.2. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit 7 Jahren Freiheitsstrafe. 

Die Verteidigung beantragt im Eventualstandpunkt eine mildere Bestrafung, die 

Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung eine Strafe von 8 Jahren (Urk. 97 

S. 3; Urk. 101 S. 1; Urk. 113 S. 20 ff.). 

2. Sanktion 

2.1. Es ist eine Strafe im Bereich von einem bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe 

festzusetzen (Art. 19 Abs. 2 BetmG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 StGB).  

2.2. Die Menge der gehandelten Drogen, vorliegend rund 1'023 Gramm reiner 

Heroinwirkstoff (entspricht 18% von 5686 Gramm), ist ein zentrales, meistens 

sogar das bestimmende Strafzumessungskriterium bei Betäubungsmitteldelikten 

(FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OF-Kommentar BetmG, Zürich 2016, N 176 zu 

Art. 19 BetmG und N 37 zu Art. 47 StGB). Dies, weil der Gesetzgeber selbst ab 

einer gewissen Menge einen schweren Fall vorsieht, aber auch, weil die Menge 

letztlich den Deliktserfolg widerspiegelt. Dennoch kann anderen Strafzumes-

sungsfaktoren im Einzelfall eine wichtigere Bedeutung zukommen als der Menge, 

-   33   - 

welche beispielsweise einen eher zufälligen Charakter aufweisen kann. Vorlie-

gend sticht vor allem ins Auge, mit welcher Regelmässigkeit der Beschuldigte 

Drogen umsetzte. Wenn die Verteidigung geltend macht, der Beschuldigte sei 

weiterhin berufstätig gewesen, was auf eine untergeordnete Rolle schliessen las-

se, kann dem nicht gefolgt werden (Urk. 113 S. 24). Eher erscheint das Wort 

"gewerbsmässig", zumindest was den zeitlichen Aufwand des Beschuldigten be-

traf, sehr treffend. Es macht den Anschein, dass er praktisch über grenzenlose 

Beschaffungskapazitäten verfügte und der Umfang seines Handels primär davon 

abhing, wie viele Abnehmer er finden konnte. Der Beschuldigte benützte dabei 

seine Wohnung als Drogenumschlagsplatz. Seine kriminelle Energie war gross, 

von einer gewissen Zurückhaltung, Angst oder sogar Skrupel ist nicht ansatzwei-

se etwas spürbar. Innerhalb der Drogenhandelshierarchie ist er – wie erwähnt – 

auf einer mittleren Stufe, das heisst im Zwischenhandel, anzusiedeln. Er war we-

der süchtig noch blosser Befehlsempfänger noch war er finanziell in einem Eng-

pass und er verkaufte auch nicht direkt an Endverbraucher. Eine Einsatzstrafe für 

das Tatverschulden im Bereich von fünfeinhalb Jahren erscheint für das mittel-

schwere Verschulden angemessen.  

2.3. Zum Strafmassvergleich kann auch auf das Schema von FINGERHUTH/ 

SCHLEGEL/JUCKER (a.a.O. S. 547) verwiesen werden. Bei einer Menge von rund 

1 kg Heroin-Reinsubstanz ist von einer Strafe im Bereich von 48 Monaten auszu-

gehen. Wie erwähnt, ist vorliegend aber weniger die Menge, als der professionell 

in der Art eines Gewerbes aufgezogene regelmässige Handel verschuldensprä-

gend, weshalb eine höhere Strafe angezeigt ist. Auch das Modell von FINGER-

HUTH/ SCHLEGEL/JUCKER sieht Zuschläge von bis zu 50% wegen einschlägiger 

Vorstrafen und 20% bei hoher Anzahl von Geschäften vor (a.a.O. S. 548). 

2.4. Bei der Täterkomponente fällt vor allem die einschlägige Vorstrafe aus 

Deutschland ins Gewicht. Der Beschuldigte wurde dort im Jahre 2008 wegen 

Betäubungsmittelhandel zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Wenn er nach 

jenem Strafvollzug dann 2013 in der Schweiz wieder intensiv dem Betäubungs-

mittelhandel nachgeht, muss konstatiert werden, dass ihn eine mehrjährige 

Freiheitsstrafe offenbar nicht beeindruckt. Allein dieser Umstand drängt spezial-

-   34   - 

präventiv heute eine deutlich höhere Freiheitsstrafe auf. Eine Straferhöhung 

um 1/3 ist angemessen. 

2.5. Von einem Geständnis, das Ausdruck von Reue wäre oder die Unter-

suchung erheblich erleichtert hätte, kann keine Rede sein (vgl. Urk. 113 S. 20). 

Immerhin zeigte er aber anlässlich der Berufungsverhandlung eine gewisse Reue 

(Prot. II S. 17). Insgesamt muss das Nachtatverhalten aber strafzumessungsneut-

ral gewertet werden, wie bereits die Vorinstanz festhielt (Urk. 91 S. 216). Ebenso 

die persönlichen Verhältnisse (Urk. 91 S. 213). Der Beschuldigte verlebte eine gu-

te Jugendzeit und absolvierte eine gute Ausbildung. Er hatte im Tatzeitraum ein 

genügendes finanzielles Auskommen aufgrund seiner Anstellung als Lastwagen-

chauffeur. Dass der Beschuldigte im Tatzeitraum einsam gewesen sein will, 

vermag sein Handeln nicht ansatzweise zu rechtfertigen (Urk. 113 S. 24 f.). 

2.6. Wenn die Vorinstanz schliesslich für die doch etwas lange Dauer des 

Hauptverfahrens eine Strafminderung von ca. 4 Monaten zugestand, ist dies nicht 

zu beanstanden. Hinzu kommt die rund einjährige Verzögerung im Berufungsver-

fahren wegen des Beweisantrags des Mitbeschuldigen B._____ auf Einholung ei-

nes Stimmengutachtens, was nicht der Beschuldigte zu vertreten hat. Deshalb 

rechtfertigt sich eine weitere Reduktion um 3 Monate. 

3. Fazit 

Insgesamt resultiert eine Strafe von 6 ¾ Jahren Freiheitsstrafe. Davon hat der 

Beschuldigte von seiner Verhaftung am 11. Dezember 2013 bis zu seiner Ent-

lassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug am 6. Oktober 2017 durch Haft und 

vorzeitigen Strafvollzug insgesamt 1395 Tage erstanden.  

VI. Widerruf 

Der Beschuldigte delinquierte innerhalb der vierjährigen Probezeit der mit Straf-

befehl vom 5. August 2013 ausgesprochenen bedingten Geldstrafe von 30 Tages-

sätzen zu Fr. 110.-- wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln. In den Anträ-

gen der Staatsanwaltschaft fehlt ein Antrag zu einem allfälligen Widerruf. Die Vor-

instanz geht in ihrem Urteil ebenso wenig auf diese Frage ein. Dem Beschuldigten 

-   35   - 

wurde anlässlich der Berufungsverhandlung Gelegenheit geboten, zu einem allfäl-

ligen Widerruf des bedingen Vollzugs der Geldstrafe Stellung zu nehmen (Prot. II 

S. 9). Da gestützt auf eine Verurteilung für die vorliegend angeklagten Delikte ei-

ne Rückfallmeldung des Strafregisteramtes erfolgen würde, die einen Entscheid in 

einem separaten Verfahren nach sich ziehen würde, verstösst es grundsätzlich 

nicht gegen das Verschlechterungsverbot, wenn über den Widerruf in diesem Ver-

fahren befunden wird. Die für einen Widerruf vorgesehene Maximalfrist gemäss 

Art. 46 Abs. 5 StGB ist mittlerweile jedoch verstrichen. Auf die Anordnung eines 

Widerrufs ist daher von Gesetzes wegen zu verzichten. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

Der Beschuldigte hat gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO die Kosten des erstin-

stanzlichen Verfahrens zu tragen. Die gegenüber der Untersuchung bzw. der An-

klage erfolgten teilweisen Freisprüche fallen insgesamt kaum ins Gewicht. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Staatskasse zu neh-

men, unter Vorbehalt einer Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO, sobald 

der Beschuldigte in entsprechende wirtschaftliche Verhältnisse kommt. 

2. Berufungsverfahren 

2.1. Im Berufungsverfahren unterliegt der Beschuldigte praktisch vollumfänglich 

in Bezug auf den Schuldpunkt als auch in Bezug auf die beantragte Sanktion. 

Auch hier sind die gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil noch etwas weiterge-

henden Freisprüche bei einer Gesamtbeurteilung völlig untergeordnet, weshalb 

sie bei der Kostenauflage unbeachtlich sind. Auch die Staatsanwaltschaft unter-

liegt mit ihrer Anschlussberufung auf Erhöhung der Strafe um ein Jahr. Es recht-

fertigt sich deshalb, die Kosten des Berufungsverfahrens zu sieben Achteln dem 

Beschuldigten aufzuerlegen und zu einem Achtel auf die Gerichtskasse zu neh-

men (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Beru-

fungsverfahren sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine Rückfor-

derung im Umfang von sieben Achteln gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbe-

halten.  

-   36   - 

2.2. Soweit die Verteidigung geltend macht, die Kosten seien aufgrund der fi-

nanziellen Situation des Beschuldigten abzuschreiben, besteht hierfür keine 

Grundlage (Urk. 113 S. 26). Gemäss Art. 425 StPO können die Verfahrenskosten 

von der Strafbehörde gestundet oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen 

Verhältnisse der kostenpflichtigen Person herabgesetzt oder erlassen werden. 

Hierfür müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse jedoch derart angespannt sein, 

dass eine Kostenauflage als unbillig erscheint. Dies ist vorliegend nicht der Fall 

(vgl. Urk. 112 S. 4), und die StPO sieht für beschuldigte Personen auch keine 

Kostenbefreiung aufgrund mangelnder finanzieller Leistungsfähigkeit vor (vgl. 

BSK StPO II-DOMEISEN, 2. Aufl. 2014, Art. 426 N 4). 

2.3. Der amtliche Verteidiger machte für das Berufungsverfahren einen Auf-

wand von knapp 45 Stunden bzw. Fr. 10'032.27 geltend (Urk. 108/1-2, Urk. 110 

und Urk. 121). Dies erscheint angesichts der umfangreichen Akten und der 

Schwierigkeiten des Falles angemessen. 

Es wird beschlossen 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 14. Februar 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1.-2. […] 

3. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 

werden eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen:  

- 7 schwarze und 1 weisses Mobiltelefon Samsung davon vier inkl. SIM-Karte  

- SIM-Kartenhalterungen ohne SIM Nr. 893555011306267552016  

- 2 Mobile PrePaid Kartenhalterungen; 3 SIM-Karten mit Halterung Lycamobile 

- 1 Lebara SIM-Kartenhalterung leer und 1 Quittung über Kauf Mobiltelefon IMEI  

 …. 

4. Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innert Jahresfrist 

-   37   - 

auf erstes Verlangen herausgegeben; nach Ablauf dieser Frist werden diese Gegen-

stände der Bezirksgerichtskasse zur gutscheinenden Verwendung überlassen:  

- 1 Mobiltelefon Apple iPhone 4S inkl. SIM-Karte  

- 1 HP Notebook dv7-6117ez, darin eingebaute Toshiba Festplatte Serien-

 Nr. GT001C 

- 2 externe Festplatten Western Digital Elements 0035.14.07 inkl. USB Ladeka-

bel  

 und Festplatte 0035.14.07.H01. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015 

beschlagnahmte Papierware unter der Sachkaution Nr. 10209 (Kundenbeleg ZKB-

Konto Nr. ..., lautend auf A._____; Notizzettel mit Telefonnummern) sowie eine Fest-

platte mit Daten der Hausdurchsuchung Kapo ZH Ref.-Nr. 0035-2014 verbleiben bei 

den Akten. 

6. Der Antrag des Beschuldigten auf Herausgabe von in der Wohnung an der ... [Adres-

se] aus einer Hemdtasche im Kleiderschrank Gästezimmer sichergestellten Fr. 

6'000.– und Euro 400.– wird abgewiesen. 

7. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der BM-Lager-

Nr. B04937-2013 aufbewahrten Betäubungsmittel (1'668.3 Gramm Heroingemisch, 

983.6 Gramm Streckmittel) und -utensilien (1 Waage) sowie die unter der BM-Lager-

Nr. B05007-2013 aufbewahrten Betäubungsmittel (5 Gramm Heroingemisch) werden 

eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspo-

lizei Zürich zu vernichten. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

20. Dezember 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'750.– wird zur Deckung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 12'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 12'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 24'451.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 1'311.35   Gutachten/Expertisen etc. 

Fr. 
 
 

71'419.65 
 
 

  amtl. Verteidigungskosten (Fr. 46'000.– Akonto + 
  Fr. 25'419.65 Restbetrag; festgesetzt mit  
  Urteil vom 3. April 2018) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

-   38   - 

10. […] 

11. [Mitteilungen.] 

12. [Rechtsmittel.]" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen, teilweise versuchten, 

qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird von folgenden Vorwürfen freigesprochen: 

a) Übergabe von 677 Gramm Heroingemisch und Erhalt von Gegenleis-

tungen in Geld (Anklageziffer A/a, VG 5/31/32), soweit nicht 

100 Gramm gemäss VG 5 betreffend; 

b) Übergabe von 40 Gramm Heroingemisch an UM F._____ am 18. Juli 

2013 (Anklageziffer A/a, VG 32); 

c) Übergabe von 10 Gramm Heroingemisch an einen Chinesen am 

9. Oktober 2013 (Anklageziffer A/c, VG 21/22); 

d) Übergabe von 80 Gramm Heroingemisch an Q._____ am 10. August 

2013 (Anklageziffer A/h, VG 28); 

e) Übergabe von total 300 Gramm Streckmitteln an S._____ im Zeitraum 

vom 12. - 16. August 2013 (Anklageziffer A/i, VG 6); 

f) Übergabe von 10 Gramm Heroingemisch an S._____ am 15. August 

2013 (Anklageziffer A/i, VG 6); 

g) Übergabe von 100 Gramm Heroingemisch an C._____ am 

20. September 2013 (Anklageziffer A/j, VG 37.6); 

-   39   - 

h) Strecken von 500 Gramm Heroingemisch auf 1,5 kg Heroingemisch 

zusammen mit C._____ und UM U._____ um den 10. Oktober 2013 

(Anklageziffer A/k, VG 37.7); 

i) Übergabe von zwei Mal 200 Gramm Heroingemisch an V._____ am 8. 

November 2013 und vor dem 29. November 2013 gegen Leistung von 

Fr. 10'000.-- (Anklageziffer A/l, VG 29); 

j) Übernahme von 2 kg Heroingemisch von B._____ im Zeitraum von Mai 

2013 bis 12 Oktober 2013 (Anklageziffer B/n, VG 37.6, soweit Über-

nahme von 2 x 500 Gramm übersteigend [vor dem 29. April 2013 und 

am 17. Mai 2013]); 

k) Übernahme einer Heroinprobe am 5. Juni 2013 (Anklageziffer B/n, 

VG 37.6 bzw. VG 37.3); 

l) Übernahme von 1 kg Heroingemisch im Zeitraum vom 5. Juni 2013 bis 

9. Juli 2013 und Strecken auf 1,4 kg Heroingemisch (Anklageziffer B/n, 

VG 37.6 bzw. VG 37.3); 

m) Übernahme von 250 Gramm Heroingemisch am 28. Juli 2013 (Ankla-

geziffer B/n, VG 37.6 bzw. VG 37.4); 

n) Erwerb von 240 Gramm Heroingemisch von einem Unbekannten am 

14. August 2013 (Anklageziffer B/n, VG 37.6 bzw. VG 37.4); 

o) Erwerb von 3 kg Heroingemisch von B._____ via C._____ im Zeitraum 

vom 29. April 2013 bis 12. Oktober 2013 (Anklageziffer B/o, VG 37.6);  

p) Übernahme von 500 Gramm Heroingemisch am 1. September 2013 

(Anklageziffer B/o, VG 37.6 bzw. VG 37.5). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

1'395 Tage durch Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

4. Auf den Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft Zürich-Limmat vom 5. August 2013 ausgefällten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu Fr. 110.-- wird verzichtet.  

-   40   - 

5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 10) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'032.30   amtliche Verteidigung. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 7/8 auferlegt und zu 

1/8 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden zu 1/8 definitiv und zu 7/8 einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Umfang von 7/8 

bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  
− das Bundesamt für Polizei  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 

Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA Zürich mit dem Formular 

"Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− die Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage (gemäss erstinstanzlicher 
Dispositivziff. 7) 

− die Kasse des Bezirksgerichts Bülach (gemäss erstinstanzlichen 
Dispositivziff. 3-5 und 8). 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

-   41   - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 27. Oktober 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Keller 
 
 

	Urteil vom 27. Oktober 2021
	Anklage:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen, teilweise versuchten, qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, teilweise in Verbindung ...
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 1'395 Tage durch Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 werden eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen:  - 7 schwarze und 1 we...
	4. Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innert Jahresfrist auf erstes Ve...
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015 beschlagnahmte Papierware unter der Sachkaution Nr. 10209 (Kundenbeleg ZKB-Konto Nr. ..., lautend auf A._____; Notizzettel mit Telefonnummern) sowie eine Festplatte mi...
	6. Der Antrag des Beschuldigten auf Herausgabe von in der Wohnung an der ... [Adresse] aus einer Hemdtasche im Kleiderschrank Gästezimmer sichergestellten Fr. 6'000.– und Euro 400.– wird abgewiesen.
	7. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der BM-Lager-Nr. B04937-2013 aufbewahrten Betäubungsmittel (1'668.3 Gramm Heroingemisch, 983.6 Gramm Streckmittel) und -utensilien (1 Waage) sowie die unter der BM-Lager-Nr. B05007-2013 a...
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 20. Dezember 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'750.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskass...
	11. [Mitteilungen.]
	12. [Rechtsmittel.]"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 ff.)
	1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.
	2. Für die erstandene Haft von 1395 Tagen sei dem Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 279'000.– zuzusprechen.
	3. Eventualiter sei der Beschuldigte der nachfolgenden Anklagepunkte unter Urteilsziffer 1 des angefochtenen Urteils freizusprechen;
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Aa
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ac
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ad
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ae
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Af
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ag
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ah
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ai
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Aj
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ak
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bn
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bp
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bq
	 vom Vorwurf unter Anklagepunkt Br
	und der Beschuldigte sei gemäss den nachfolgenden Anklagepunkten unter Urteilsziffer 1 des angefochtenen Urteils zu verurteilen und angemessen zu bestrafen:
	 Vorwurf gemäss Anklagepunkt Ab (500 Gramm)
	 Vorwurf gemäss Anklagepunkt Am (1245 Gramm)
	 Vorwurf gemäss Anklagepunkt Am betreffend Besitz von 418 Gramm.

	4. Eventualiter sei auf den Widerruf der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe vom 5. August 2013 zu verzichten bzw. die Probezeit der Strafe sei angemessen zu verlängern.
	5. Die Urteilsziffern 3-9 des Urteils vom 14. Februar 2018 werden nicht angefochten.
	6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung
	1. Verfahrensgang
	1.1. In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 91 S. 8 ff.). Die erstinstanzliche Hauptverhandlung wurde am 3. sowie a...
	1.2. Gegen das am 14. Februar 2018 mündlich im Dispositiv eröffnete erstinstanzliche Urteil meldete der amtliche Verteidiger mit Schreiben vom 15. Februar 2018 Berufung an (Prot. I S. 128 ff.; Urk. 85). Mit Urteil vom 3. April 2018 wurde in Ergänzung...
	1.3. Zur Berufungsverhandlung vom 12. Dezember 2019 erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie der Staatsanwalt lic. iur. Ch. Meier als Vertreter der Anklage (Prot. II S. 5). Die Berufungsverhandlung fand gemeinsam m...
	1.4. Im Verfahren gegen den Mitbeschuldigten B._____ wurde auf Antrag von dessen Verteidigung im Nachgang der Berufungsverhandlung ein Stimmengutachten beim Forensischen Institut Zürich (FOR) eingeholt. Nach Eingang dieses Gutachtens wurde dem Beschul...
	1.5. Die Parteien waren mit der schriftlichen Fortführung des Verfahrens nach der ergänzten Beweisabnahme (Stimmengutachten) einverstanden (Prot. II S. 17; Urk. 118).

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Der amtliche Verteidiger beantragt im Schuldpunkt einen Freispruch bzw. eventualiter teilweisen Freispruch gemäss den eingangs formulierten Anträgen und damit eine mildere Bestrafung. Nicht angefochten werden gemäss Berufungserklärung (Prot. II ...
	2.2. Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberufung auf das Strafmass und beantragt eine Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren (Urk. 97).

	II. Prozessuales
	1. Teilweise Freisprüche durch die Vorinstanz
	2. Verweis auf vorinstanzliche Erwägungen und Parteivorbringen
	2.1. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann die Rechtsmittelinstanz für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes auf die Begründung der Vorinstanz verweisen. Soweit nachfolgend auf Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil verwie...
	2.2. Das urteilende Gericht muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_242/2020 vom 2. September 2020 E. ...

	3. Übersetzung der abgehörten Gespräche
	3.1. Die Beweisführung der Staatsanwaltschaft stützt sich zu einem wesentlichen Teil auf abgehörte Gespräche von Mitbeschuldigten ab, insbesondere auf Gespräche aus der Wohnung des Beschuldigten. Die Verteidigung erhob den Einwand, dass die Namen der ...
	3.2. Der Staatsanwaltschaft wurde mit Verfügung vom 28. November 2019 aufgegeben, eine Legende mit den Personenvor- und Nachnamen für die Kürzel sämtlicher Dolmetscher einzureichen, welche in der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten, insbesondere...

	4. Observationsberichte
	5. Verletzung des Anklageprinzips
	5.1. Die Verteidigung rügt, dass sich der Beschuldigte während der Untersuchung nicht habe in rechtlich einwandfreier Weise verteidigen können, weil die Vorhalte von SMS, TK-Protokollen und Audiogesprächen im Untersuchungsverfahren nicht im Gesamtko...
	5.2. Beizupflichten ist der Verteidigung, dass die Aktenanlage und der Aufbau der Anklageschrift Optimierungspotential gehabt hätte und dies der Verteidigung, aber auch dem Gericht, die Arbeit erschwerte (Urk. 113 S. 16 f.). Andererseits liegen diese ...
	5.3. Die Verteidigung bemängelt weiter, dass die Anklageschrift erwähnt, dass der Beschuldigte seit Anfang 2013 dem Drogenhandel nachgegangen sei (vgl. Urk. 40 S. 2). Diese unpräzise Angabe – so die Verteidigung – stelle eine Verletzung des Anklagepri...

	6. Dauer der Überwachungsmassnahmen
	6.1. Die Verteidigung erachtet die Dauer der Überwachungsmassnahmen als unverhältnismässig lange. Dies stelle ein Verstoss gegen Art. 6 EMRK dar, da trotz dringendem Verdacht mit der Verhaftung des Beschuldigten zugewartet und damit weitere "deliktsve...
	6.2. Die erste Anordnung zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs erfolgte mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich am 22. Mai 2013 durch das Gesuch um Verwertung eines Zufallsfundes (Urk. 1/4/2). Diese Überwachungsmassnahmen wurden per...

	III. Sachverhalt
	1. Einleitende Bemerkung
	2. Anklageziffer A/a, VG 5/31/32
	2.1. 667 Gramm Heroingemisch
	2.1.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, ab Anfang 2013 mit verschiedenen Personen aus einer serbischen Drogenhandelsgruppierung "gestanden zu haben" (Anklage Urk. 40 S. 2). Man kann vermuten, dass die Staatsanwaltschaft hier wohl "in Kontakt gestan...
	2.1.2. Der besagten Drogenhandelsgruppierung haben gemäss Anklageschrift E._____ alias "E'._____", eine Person namens "F._____" und G._____ angehört.
	2.1.3. Der Beschuldigte habe mit dieser Drogenhandelsgruppierung zwecks Übergabe von 677 Gramm Heroingemisch und Entgegennahme von mindestens Fr. 6'100.-- (in Kontakt) gestanden. Die Drogenhandelsgruppierung habe dem Beschuldigten bis am 4. September ...
	2.2. Lieferung von 40 Gramm Heroingemisch an F._____
	Konkret listet die Anklage in Anklageziffer A/a zwei Drogenübergaben auf. (Urk. 40 S. 3). Bei der einen handelt es sich um jene am 18. Juli 2013 an eine Person namens F._____, 40 Gramm Heroingemisch. Diese Übergabe wurde von der Verteidigung in der B...
	2.3. Lieferung von 100 Gramm Heroingemisch an G._____
	2.3.1. Bei der zweiten angeklagten konkreten Drogenübergabe habe C._____ (separates Verfahren) im Auftrag des Beschuldigten am 22. August 2013 100 Gramm Heroingemisch zu einem Grammpreis von Fr. 37.-- an G._____ übergeben. Diese Übergabe wird vom Vert...
	2.3.2. Die Vorinstanz hat diesen Sachverhalt anhand der abgehörten Telefongespräche und des aufgezeichneten SMS-Verkehrs zwischen dem Beschuldigten und C._____ einerseits sowie C._____ und G._____ andererseits als erstellt erachtet (Urk. 91 S. 47 ff....

	3. Anklageziffer A/b, VG 96
	Der Vorwurf in Anklageziffer A/b, VG 96 (Lieferung von zwei Paketen mit insgesamt 500 Gramm Heroingemisch an H._____), wurde vom Beschuldigten bereits vor Vorinstanz anerkannt (Urk. 74 S. 10 Ziff. 6.3; Urk. 91 S. 60). Dieser Punkt wird auch im Berufun...

	4. Anklageziffer A/c, VG 21/22
	4.1. Gemäss Anklage seien dem Beschuldigten von einer Person namens I._____ Drogenabnehmer vermittelt worden. Die Verteidigung erachtet diesen Sachverhalt als nicht bewiesen. Die Gespräche gäben keinerlei Aufschluss dazu, ob tatsächlich Drogen oder Ge...
	4.2. Einem "J._____" aus dem Tessin habe der Beschuldigte am 17. Juni 2013 zunächst 20 Gramm und am 10. Oktober 2013 nochmals 160 Gramm Heroingemisch geliefert.
	4.3. Der Beschuldigte machte hierzu ausweichende Aussagen und sagte zu den aufgezeichneten Gesprächen aus, vielleicht habe I._____ schon Drogen gemeint und vielleicht sei J._____ schon an Drogen interessiert gewesen. Er sei aber diesen Wünschen von ih...
	4.4. Weiter wurde I._____ im Telefongespräch vom 9. Oktober 2013 vom Beschuldigten gefragt, wieviel er "ihm" übergeben solle, worauf I._____ erwiderte: "Äh 260, denn er nimmt 160 […] 160 Kilometer" (Urk. 2/10 Beilage 14). Wiederum konnte der Beschuldi...
	4.5. Unter derselben Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, einem Chinesen am 9. Oktober 2013 10 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben. Die Vorinstanz erachtete diesen Sachverhalt als nicht rechtsgenügend erwiesen, unterliess aber auch die...
	4.6. Schliesslich wird dem Beschuldigten ebenfalls unter derselben Anklageziffer vorgeworfen, am 12. November 2013 einem unbekannten Abnehmer auf Vermittlung von I._____ 200 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben, wofür er von I._____ Fr. 8'000.-- erh...

	5. Anklageziffer A/d, VG 23
	5.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, einer Person namens K._____ 500 Gramm Heroingemisch zu einem Preis von Fr. 35.-- pro Gramm geliefert zu haben. Das Geld habe ihm K._____ in zwei Tranchen zu Fr. 11'000.-- und Fr. 6'500.-- in seiner Wohnung über...
	5.2. Aus den Telefongesprächen zwischen dem Beschuldigten und der unbekannten Person aus Genf vom 26. und 27. April 2013 geht zweifelsfrei hervor, dass ein Treffen in Zürich vereinbart wurde und der Beschuldigte die Person beim Gleis 18 abholen wollte...

	6. Anklageziffer A/e, VG 35
	6.1. Der Beschuldigte hat gemäss Anklage am 4. Juni 2013 auf dem Rastplatz M._____ einer Person namens D._____ 101 Gramm Heroingemisch sowie 98.9 Gramm Streckmittel übergeben. Die Verteidigung macht wie vor Vorinstanz geltend, der Observationsbericht ...
	6.2. Gemäss Observationsbericht trafen sich der Beschuldigte und D._____ am 4. Juni 2013 am besagten Ort. D._____ wurde unmittelbar nach dem Treffen mit dem Beschuldigten, das ca. eine halbe Stunde dauerte, aufgrund der polizeilichen Observation verh...

	7. Anklageziffer A/f, VG 36
	7.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, seiner damaligen Freundin N._____ und weiteren Personen an bestimmten Daten von Juni bis September 2013 insgesamt sieben Mal Heroingemisch in der Gesamtmenge von 1'080 Gramm sowie 20 Gramm Streckmittel übergebe...
	7.2. Richtig ist, dass genaue Uhrzeitangaben für die einzelnen Drogenübergaben nicht bekannt sind. Die Anklage enthält aber die genauen Kalenderdaten der Übergaben (8.6./19.6./14.8./15.8./ca. 3.9./8.9. 2013). Zusammen mit dem Vorhalt der abgehörten Ge...
	7.3. Dass N._____ entgegen der Behauptung des Beschuldigten nicht dessen Geliebte bzw. Freundin war, sondern der Kontakt zwischen ihnen zum Zwecke des Drogenhandels bestand, belegt die SMS vom 7. Juni 2013 mit aller Deutlichkeit (Urk. 2/20 Beilage 3 u...
	7.4. Im abgehörten Gespräch aus der Wohnung des Beschuldigten vom 8. Juni 2013 spricht N._____ davon, dass sie dem Beschuldigten an jenem Tag vom "heutigen "100er" "1'650" gegeben habe. Das kann nur bedeuten, dass sie für 100 Gramm Drogen Fr. 1'650.--...
	7.5. Im abgehörten Gespräch vom 19. Juni 2013 sagt N._____ unter anderem zum Beschuldigten: "Wie viel hast du noch um zu geben?" Darauf erwidert der Beschuldigte: "Ich werde etwa einen 100er geben, werde ich dir geben" (Urk. 2/20 Beilage 12). Es kann ...
	7.6. Unter der Anklageziffer A/f wird dem Beschuldigten weiter vorgeworfen, er habe am 14. August 2013 an eine unbekannte Person namens "O._____" 30 Gramm Heroingemisch und 20 Gramm Streckmittel geliefert. Auch diese Übergabe ist hinreichend belegt du...
	7.7. Gemäss Anklage habe der Beschuldigte am 15. August 2013 an zwei unbekannte Abnehmer 200 und 300 Gramm Heroingemisch geliefert. Auch diese Lieferungen gehen aus den abgehörten Gesprächen hervor. Am 15. August 2013 erklärte der Beschuldigte N._____...
	7.8. Weiter wird dem Beschuldigten unter dieser Anklageziffer vorgeworfen, am 3. September 2013 der bereits genannten "O._____" erneut 50 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben. Auch diese Übergabe ist durch das abgehörte Gespräch vom 4. September 201...
	7.9. Schliesslich ist in der Anklageschrift unter diesem Titel eine weitere Lieferung an einen unbekannten Mann aufgeführt, welcher 4 Portionen à 50 Gramm Heroingemisch am 8. September 2013 in der Wohnung des Beschuldigten erhalten habe (Urk. 40 S. 4)...
	7.10. Insgesamt ist unter diesem Anklagevorhalt Ziff. A/f, VG 36, deshalb erwiesen, dass der Beschuldigte total 1'080 Gramm Heroingemisch sowie 20 Gramm Streckmittel veräussert hat.

	8. Anklageziffer A/g, VG 18
	8.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Zeitraum von Juni 2013 bis September 2013 P._____ mehrmals Heroingemisch geliefert zu haben.
	8.2. Eine Konfrontationseinvernahme zwischen dem Beschuldigten und P._____ fand im Laufe der Untersuchung nicht statt, weil Letzterer seinen Vorladungen keine Folge leistete. Nach Meinung der Verteidigung belege das Bemühen nach einer Konfrontationsei...
	8.3. Es kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, die vollumfänglich zutreffend sind (Urk. 91 S. 94 - 103). Im Gespräch vom 12. September 2013 mit N._____ erwidert der Beschuldigte auf die entsprechende Frage von N._____ nach der Menge,...

	9. Anklageziffer A/h, VG 28
	9.1. Der Beschuldigte anerkennt zwar, die Drogenläuferin Q._____ gekannt und sich mit ihr getroffen zu haben (Urk. 2/18 Antwort 15: "Sie war etwa so gross wie ich, blond"). Es sei auch möglich, dass sie sich nach Drogen erkundigt habe. Weiter fuhr er ...
	9.2. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass in der Anklageschrift eine Drogenübergabe am 10. August 2013 aufgeführt wird, obschon sich aus dem abgehörten Gespräch vom 10. August 2013 relativ eindeutig ergibt, dass diese Lieferung bereits am ...
	9.3. Ebenfalls zutreffend haben die Vorderrichter erwogen, weshalb die am 16. August 2013 erfolgte Übergabe von 60 Gramm Heroingemisch als erstellt zu gelten hat (Urk. 91 S. 113 - 115; Urk. 40 S. 5). Darauf kann verwiesen werden.
	9.4. Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 27. September 2013 beim Coop R._____ beabsichtigt zu haben Q._____ 80 Gramm Heroin und 60 Gramm Streckmittel zu übergeben. Dafür habe er Fr. 3'000.-- erhalten. In der Folge habe sich jedoch herausgest...
	9.5. Die Verteidigung bringt vor, dass der unter Ziff. 11.4 im vorinstanzlichen Entscheid erwähnte Vorwurf der Übergabe von 80 Gramm, der gemäss Vorinstanz nicht erstellbar sei, nicht in der Anklageschrift zu finden sei (Urk. 113 S. 7). Dabei bleibt ...

	10. Anklageziffer A/i, VG 6
	Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, S._____ in drei Malen insgesamt 410 Gramm Heroingemisch und 300 Gramm Streckmittel übergeben zu haben (Urk. 40 S. 6). Auch diese Sachverhalte sind bei einer Betrachtung im Gesamtkontext nicht anders zu würdigen, al