# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1bf00bc-9ab4-5f95-a5fd-04021150a254
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.11.2015 U 2015 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2015-3_2015-11-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 15 3

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, Stecher 

Aktuar ad hoc Crameri

URTEIL

vom 17. November 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter,

Beschwerdeführerin

gegen 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Aufenthaltsbewilligung

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1. A._____, geboren 1969, ist Staatsangehörige der Russischen Föderation. 

Sie heiratete am 23. März 2009 den Schweizer Bürger B._____, geboren 

1960. B._____ beantragte daraufhin mit Gesuch vom 6. April 2009 den 

Familiennachzug für A._____. Das Amt für Migration und Zivilrecht 

Graubünden (nachfolgend AfM) erteilte A._____ rückwirkend per Heirats-

datum eine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B).

2. Anfangs 2013 ging beim AfM eine anonyme Meldung ein, wonach die 

Eheleute eine Aufenthaltsehe (Scheinehe) eingegangen seien. Daraufhin 

führte die Kantonspolizei Graubünden im Auftrag des AfM im Juni 2013 

verschiedene Abklärungen und Erhebungen durch. Gemäss Erledigungs-

bericht vom 5. September 2013 ergaben diese, dass an der Haustüre so-

wohl der Name der Ehefrau als auch des Ehemannes vermerkt seien. Die 

Wohnungsbesichtigung vom 18. Juni 2013 an der C._____-strasse in 

X._____ habe zudem ergeben, dass sich im Schlafzimmer lediglich eine 

Tasche mit Kleidern der Ehefrau befunden hätte. Es gäbe keine weiteren 

Hinweise, die auf eine regelmässige Anwesenheit der Ehefrau in der 

Wohnung hingedeutet hätten. Der Ehemann habe ferner gesagt, dass 

seine Ehefrau lediglich zwei bis drei Monate nach der Eheschliessung bei 

ihm gewohnt habe. Diese Aussage habe der Ehemann bei seiner Einver-

nahme vom 20. Juni 2013 nochmals bestätigt.

3. In der Folge wurde A._____ am 7. Oktober 2013 und B._____ am 4. No-

vember 2013 durch das AfM zur Ehe befragt. Mit Schreiben vom 26. März 

2014 fragte das AfM A._____ an, ob sie und B._____ in der Zwischenzeit 

die eheliche Gemeinschaft wieder aufgenommen hätten. Mit Schreiben 

vom 7. April 2014 teilte A._____ mit, dass sie sich nach vier Ehejahren im 

letzten Jahr von ihrem Ehemann getrennt habe und jeder eine eigene 

Wohnung habe.

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4. Mit Verfügung vom 1. Mai 2014 widerrief das AfM die Jahresaufenthalts-

bewilligung von A._____ und wies sie per 2. Juni 2014 aus der Schweiz 

aus. Im Wesentlichen wurde der Widerruf damit begründet, dass es sich 

von Anfang an um eine Aufenthaltsehe gehandelt habe. Ein Ehewillen sei 

aus den Schilderungen des Ehepaars überhaupt nicht erkennbar gewe-

sen. Selbst wenn es sich nicht um eine Aufenthaltsehe gehandelt hätte, 

sei erwiesen, dass das Ehepaar in Zeitraum zwischen 23. März 2009 und 

15. Juli 2013 nur 16 Monate zusammengelebt habe. Die Wegweisung sei 

zudem verhältnismässig.

5. Gegen die Verfügung erhob A._____ am 4. Juni 2014 Beschwerde beim 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit des Kantons 

Graubünden (DJSG). Mit Verfügung vom 25. November 2014 wies das 

DJSG die Beschwerde ab. Im Wesentlichen begründete das DJSG den 

Entscheid damit, dass verschiedene Indizien bestünden, die auf eine Auf-

enthaltsehe hinweisen würden. Insbesondere würden die Eheleute die 

Namen der nahen Familienangehörigen des jeweiligen Partners nicht 

kennen. Ebenfalls sei die Wohnsituation der Eheleute ein weiteres wichti-

ges Indiz für eine Aufenthaltsehe. Ferner sei der Widerruf der Aufent-

haltsbewilligung verhältnismässig.

6. Gegen die Verfügung des DJSG erhob A._____ (nachfolgend Beschwer-

deführerin) am 9. Januar 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit den folgenden Rechtsbegehren:

"1. Unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz 
sowie auch der Verfügung vom 1. Mai 2014 der Fremdenpolizei 
Graubünden sei der Beschwerdeführerin die Jahresaufenthalts-
bewilligung ordentlich zu erteilen bzw. auf den Widerruf der Jah-
resaufenthaltsbewilligung zu verzichten.

2. Vorliegender Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuer-
kennen; von der Wegweisung der Beschwerdeführerin sei bis zur 
rechtskräftigen Erledigung des vorliegenden Verfahrens abzuse-
hen.

3. (Kostenfolge)."

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Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Eheleute aus Liebe geheira-

tet hätten. Die mangelnden Kenntnisse des gegenseitigen Bekannten- 

und Verwandtenkreises seien aufgrund der schwierigen Familienverhält-

nisse der beiden Ehegatten zurückzuführen und nicht aufgrund mangeln-

des Interesse der Ehegatten. Weiter hätten die Eheleute – entgegen der 

Feststellung des Beschwerdegegners – gesamthaft vier Jahren zusam-

mengelebt. Als Beweis reichte die Beschwerdeführerin zwei Bestätigun-

gen ein, die den Aufenthalt der Beschwerdeführerin von April 2011 bis 

April 2013 an der D._____-strasse in X._____ bestätigen sollen. Ferner 

bestehe gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ein Anspruch auf Erteilung 

und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.

7. Mit Vernehmlassung vom 22. Januar 2015 beantragte das DJSG (nach-

folgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Des Weite-

ren sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Weiter führt der Be-

schwerdegegner aus, dass die von der Beschwerdeführerin neu einge-

reichten Bestätigungen zurückhaltend zu werten seien. Zudem hätten die 

anonymen Hinweise lediglich die Sachverhaltsabklärung durch die Polizei 

angestossen und zum Erledigungsbericht der Kantonspolizei geführt, je-

doch hätten diese nicht zum Beweisergebnis beigetragen. 

8. Sowohl in der Replik vom 11. Februar 2015 als auch der Duplik vom 

18. Februar 2015 wurden keine neuen sach- oder rechtsrelevanten As-

pekte vorgebracht.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf die angefochtene Departemensverfügung vom 25. Novem-

ber 2014 wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Departe-

mente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht 

endgültig sind. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die 

Departementsverfügung vom 25. November 2014, mit welcher der Be-

schwerdegegner die Verfügung des AfM vom 1. Mai 2014 betreffend 

Wiederruf der Jahresaufenthaltsbewilligung bestätigt hat. Diese Verfü-

gung ist nicht endgültig, so dass sie ein taugliches Anfechtungsobjekt 

darstellt. Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschwer-

deführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung auf (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdegegner zu Recht 

der vom AfM verfügte Widerruf der Aufenthaltsbewilligung der Beschwer-

deführerin und die Ausweisung aus der Schweiz geschützt hat. 

3. a) Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetz über die Ausländerinnen und 

Ausländer (AuG; SR 142.20) haben ausländische Ehegatten von Schwei-

zer Staatsangehörigen einen Rechtsanspruch auf Erteilung und Verlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. 

Das Erfordernis des Zusammenwohnens besteht nur dann nicht, wenn für 

getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die 

Familiengemeinschaft weiter besteht (vgl. Art. 49 AuG). Wichtige Gründe 

für eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens können ins-

besondere durch berufliche Verpflichtungen oder durch eine vorüberge-

hende Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme entstehen (vgl. 

Art. 76 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 

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und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Weder mit Art. 49 AuG noch 

mit Art. 76 VZAE sollte jedoch die Praxis wieder eingeführt bzw. fortge-

setzt werden, wonach das Aufenthaltsrecht des ausländischen Ehepart-

ners einer Schweizerin oder eines Schweizers erst endet, wenn feststeht, 

dass die Ehe definitiv gescheitert und eine Berufung darauf rechtsmiss-

bräuchlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_635/2009 vom 

26. März 2010 E.4.4). Zum einen stünde dies mit dem Ziel des (neuen) 

Erfordernisses des Zusammenwohnens in Widerspruch. Zum anderen 

käme Art. 49 AuG nicht mehr der ihm zugewiesene Ausnahmecharakter 

zu. Nicht jede Trennung von Eheleuten begründet somit eine Ausnahme 

vom Erfordernis des Zusammenwohnens. Eine Ausnahmesituation nach 

Art. 49 AuG liegt erst bei wichtigen Gründen oder erheblichen Problemen 

vor, wozu auch eine vorübergehende kurzfristige Ehekrise zählen kann 

(vgl. BGE 137 II 345 E.3.1.2). Das krisenbedingte Getrenntleben darf je-

doch nur wenige Monate dauern, ansonsten der Anspruch gestützt auf 

Art. 42 AuG erlöscht (vgl. HUGI YAR, Von Trennungen, Härtefällen und De-

likten – Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemein-

schaft, in: Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, S. 55; Urteil BGer 

2C_712/2014 vom 16. Juni 2015 E.2.3). 

b) Demnach ist die Wohnsituation bzw. das Bestehen der ehelichen Ge-

meinschaft entscheidend für die Feststellung, ob ein Anspruch auf Ertei-

lung und allenfalls Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach 

Art. 42 AuG besteht. Die Rechtsansprüche nach Art. 42 AuG auf Erteilung 

und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erlöschen, wenn sie 

rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschrif-

ten dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zu-

lassung und den Aufenthalt zu umgehen (vgl. Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG). 

Dieser Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs bezieht sich insbesondere auf 

die sogenannte Schein- bzw. Ausländerrechtsehe, die einzig mit dem Ziel 

geschlossen wurde, die ausländerrechtlichen Bestimmungen zu umge-

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hen, ohne dass dabei eine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigt wä-

re (vgl. Urteil BGer 2C_58/2012 vom 1. Oktober 2012 E.3.1; BGE 128 II 

145 E.2.2). Eine Scheinehe liegt allerdings nicht bereits dann vor, wenn 

ausländerrechtliche Motive für den Eheschluss mitentscheidend waren. 

Vielmehr ist hierfür erforderlich, dass der Wille zur Führung einer Lebens-

gemeinschaft – zumindest bei einem der beiden Ehepartner – von Anfang 

an nicht gegeben war (vgl. Urteile BGer 2C_22/2012 vom 22. Oktober 

2012 E.5, 2C_914/2010 vom 29. August 2011 E.2.4; vgl. CARONI in: CA-

RONI/GÄCHTER/THURNHERR [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerin-

nen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 N. 12). Liegen Hinweise vor, wel-

che auf eine Scheinehe hindeuten, so trägt die Verwaltungsbehörde die 

Beweislast für das Vorliegen einer Scheinehe, wobei an die Bejahung ei-

nes Rechtsmissbrauchs hohe Anforderungen gestellt werden (vgl. 

BGE 130 II 113 E.10.2, 127 II 49 E.5a, 128 II 145 E.2.2; 122 II 289 E.2.b; 

SPECHA/KERLAND/BOLZLI, Handbuch zum Migrationsrecht, 2. Auflage, 

Zürich 2015, S. 238). Da sich das Vorliegen einer Scheinehe in der Regel 

einem direkten Beweis entzieht, kann der Nachweis oft nur anhand von 

Indizien erbracht werden (vgl. Urteil BGer 2C_125/2011 vom 31. August 

2011 E.3.3; BGE 130 II 113 E.10.2, 127 II 49 E.5a; ZÜND/ARQUINT HILL, in: 

UEBERSAX ET AL. (Hrsg.), Ausländerrecht, Eine umfassende Darstellung 

der Rechtsstellung von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz, 

2. Auflage, Basel 2009, Rz. 8.50). Feststellungen über das Bestehen sol-

cher Hinweise können äussere Gegebenheiten, aber auch innere psychi-

sche Vorgänge betreffen (Wille der Ehegatten). Erforderlich sind konkrete 

und klare Hinweise darauf, dass die Führung einer Lebensgemeinschaft 

nicht beabsichtigt ist (vgl. Urteil BGer 2C_273/2011 vom 5. Oktober 2011 

E.3.3; BGE 128 II 145 E.2.3).

4. a) Im vorliegenden Verfahren ist die Dauer einer Ehegemeinschaft zwischen 

der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann strittig. Die Standpunkte der 

Verfahrensbeteiligten stellen sich wie folgt dar:

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b) Der Beschwerdegegner ist der Auffassung, dass die eheliche Gemein-

schaft zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem schweizerischen 

Ehemann spätestens im April 2011 tatsächlich und faktisch aufgegeben 

wurde. Er stützt sich im Wesentlichen auf die Aussagen des Ehemannes 

und der Beschwerdeführerin. Demnach sei erwiesen, dass im Zeitraum 

vom 23. März 2009 bis 15. Juli 2013 die Eheleute mehrheitlich nicht zu-

sammen wohnten. Diese Feststellungen beruhten auf Aussagen des 

Ehemannes und der Beschwerdeführerin, die bestätigten, dass es immer 

wieder Streit zwischen den Eheleuten mit sehr häufigen und längerdau-

ernden Unterbrüchen gegeben habe. Damit würden gewichtige Indizien 

für das Vorhandensein einer Aufenthaltsehe vorliegen oder zumindest 

dass sich die Beschwerdeführerin auf eine nicht mehr gelebte Ehe beru-

fen habe. Es sei aber rechtsmissbräuchlich, sich auf eine nicht gelebte 

Ehe zu berufen, um ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erwirken. Es 

liege entweder eine Scheinehe vor oder die Beschwerdeführerin habe 

sich bereits vor Ablauf der dreijährigen Frist nach Art. 50 Abs. 1 lit a AuG , 

spätestens ab April 2011 rechtsmissbräuchlich auf eine nicht mehr geleb-

te Ehe berufen.

c) Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie mit ihrem Ehemann bis 

Juli 2013 zusammengelebt habe und daher einen Anspruch auf Erteilung 

und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 AuG 

habe.

5. a) Zur Dauer der ehelichen Gemeinschaft im strittigen Zeitraum ist festzuhal-

ten, dass sich diese unübersichtlich gestaltet. Aufgrund der Akten ergibt 

sich bezüglich der Wohnsituation der Eheleute im relevanten Zeitraum 

folgendes Bild:

• vom 23. März 2009 bis 7. Januar 2010, E._____-strasse in X._____, 
Mietvertrag vom 15. Februar 2007 unterschrieben nur vom Ehemann, 
Mietvertrag gültig ab 1. März 2007 (Bg-act. I/43);

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• vom 7. Januar 2010 bis 11. April 2011, F._____-strasse in X._____, 
Mietvertrag vom 28. Dezember 2009 unterschrieben von beiden, gültig 
ab 1. Januar 2010 (Bg-act. II/1, Beilage 12);

• vom 11. April 2011 bis 2. April 2013, D._____-strasse in X._____, kein 
Mietvertrag in den Verfahrensakten;

• vom 2. April 2013 bis 15. Juli 2013, C._____-strasse in X._____, kein 
Mietvertrag in den Verfahrensakten;

• ab 1. September 2013, G._____-gasse in X._____, nur von der Be-
schwerdeführerin unterschrieben, Mietvertrag vom 8. August 2013 
(Bg-act. II/1, Beilage 9).

b) Der Beschwerdegegner stützt sich bezüglich der Wohnsituation der Ehe-

leute im Wesentlichen auf die Aussagen des Ehemannes und der Be-

schwerdeführerin. Aus den Akten geht hervor, dass der Ehemann der Be-

schwerdeführerin insgesamt dreimal befragt wurde. Dabei ist festzuhal-

ten, dass der Ehemann dabei unterschiedliche Aussagen machte, die 

sehr widersprüchlich sind und daher an seiner Glaubwürdigkeit zweifeln 

lassen. Dies ist insbesondere dadurch ersichtlich, dass er bei der Befra-

gung hinsichtlich des Hausbesuches durch die Kantonspolizei Graubün-

den vom 18. Juni 2013 sagte, dass die Beschwerdeführerin lediglich zwei 

bis drei Monaten nach der Hochzeit bei ihm (an der E._____-strasse in 

X._____) gewohnt habe (vgl. Bg-act. I/68). Bei der Befragung vom 

20. Juni 2013 durch die Kantonspolizei Graubünden korrigierte er seine 

Aussage; die Beschwerdeführerin habe in jeder Wohnung zwei bis drei 

Monaten mit ihm zusammengewohnt (vgl. Bg-act. I/68, Einvernahme 

20.06.2013, S. 3 u. 4). In der Wohnung F._____-strasse hätte sie 

während der (Miet)Zeit von ein bis eineinhalb Jahren höchstens die Hälfte 

dieser Zeit bei ihm gewohnt. In der dritten Befragung vom 4. Novem-

ber 2013 sagte er aus, die Beschwerdeführerin habe an der D._____-

strasse immer nur sporadisch gewohnt, immer ein paar Tage bis zu zwei 

bis drei Wochen bis sie wieder Krach bekamen und die Beschwerdeführe-

rin wieder auszog; sie hätten nie ununterbrochen zusammen gewohnt. 

Ebenfalls sagte er aus, dass sie an der C._____-strasse auch nur spora-

disch zusammen wohnten, auch dort ging es so weiter (vgl. Bg-act. I/72 

S. 3 u. 4). Schliesslich erklärt er mit Schreiben vom 20. Mai 2014, die ers-

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ten zwei (Ehe)Jahre seien ganz normal gewesen und trotz seiner ausser-

ehelichen Beziehung habe die Beschwerdeführerin in der Wohnung an 

der D._____-strasse gewohnt (vgl. beschwerdeführerische Beilage [Bf-

act]. 2). Zu beanstanden ist, dass der Ehemann gesamthaft dreimal ein-

vernommen bzw. befragt wurde, die Beschwerdeführerin jedoch lediglich 

einmal. Somit können allfällige Widersprüche oder Bestätigungen in den 

Aussagen der Beschwerdeführerin nicht belegt werden, zumal die einzige 

Befragung der Ehefrau (7. Oktober 2013) rund einen Monat vor der letz-

ten Befragung des Ehemannes (4. November 2013) stattfand. Weiter sind 

ausser den Ehegatten keine weiteren Personen zur Wohnsituation des 

Ehepaares befragt worden. Den Sachverhalt bezüglich der tatsächlichen 

Dauer der Ehegemeinschaft nur aufgrund von widersprüchlichen Aussa-

gen des Ehepaares ermitteln zu wollen, erachtet das Verwaltungsgericht 

unter den gegeben Umständen als unzureichend. 

c) Für die abschliessende Beurteilung der vorliegenden Streitsache fehlen in 

den Akten zudem die Mietverträge der Wohnungen an der D._____-

strasse sowie an der C._____-strasse. Insbesondere wäre bei den feh-

lenden Mietverträgen zu prüfen, ob diese von beiden Ehegatten unter-

schrieben wurden und gegebenenfalls als Familienwohnung bezeichnet 

wurden.

d) Ebenfalls nicht genügend abgeklärt wurde der tatsächliche Aufenthalt der 

Beschwerdeführerin an der G._____-gasse in X._____ im Zeitraum vom 

Sommer 2009 bzw. ab April 2011. Insbesondere fehlen formelle Befra-

gungen des Vermieters der Liegenschaft oder anderer Personen, die 

sachdienliche Hinweise zur Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin in 

der besagten Wohnung machen könnten. Sollte sich womöglich heraus-

stellen, dass die Beschwerdeführerin über einen längeren Zeitraum bzw. 

mehrere Monate in der besagten Wohnung ununterbrochen gewohnt hät-

te, so wäre dies als klares Indiz zu werten, dass es sich um eine allfällige 

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Scheinehe handeln würde bzw. es wäre der Beschwerdeführerin vorzu-

werfen, dass sie sich rechtsmissbräuchlich auf eine nicht mehr gelebte 

Ehe berufen würde.

e) Ferner fehlen in den Akten Informationen zur Einkommenssituation der 

Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes. Insbesondere fehlen die 

Steuererklärungen samt Beilagen und Lohnabrechnungen der Eheleute in 

dem für die Streitsache relevanten Zeitraum. Daraus könnte allenfalls er-

sichtlich sein, ob die Beschwerdeführerin ein selbständiges Einkommen 

erzielt hat bzw. über genügend Vermögen verfügt, um selbständig die 

Wohnung an der G._____-gasse in X._____ finanzieren zu können bzw. 

ob die Beschwerdeführerin im besagten Zeitraum überhaupt in der Lage 

war eine Zweitwohnung zu finanzieren.

6. Aus den Akten geht zudem hervor, dass Indizien bestehen, dass die Be-

schwerdeführerin im relevanten Zeitraum eine aussereheliche Beziehung 

mit H._____, geboren 1970, gepflegt haben könnte. Das Verwaltungsge-

richt ist der Auffassung, dass auch in diesem Punkt ungenügende Sach-

verhaltsabklärungen vorgenommen wurden. Zu bemängeln ist insbeson-

dere, dass keine formelle Befragung von H._____ zur mutmasslichen 

ausserehelichen Beziehung zur Beschwerdeführerin stattfand und somit 

auch keine anschliessende Konfrontation der Beschwerdeführerin mit 

seinen Aussagen erfolgte. Darauf hinzuweisen ist, dass ein deutliches In-

diz für eine Scheinehe vorliegt, wenn ein Ehepartner mit einer Drittperson 

eine Beziehung führt (vgl. Urteil BGer 2C_804/2013 vom 3. April 2014 

E.3.2; CARONI, a.a.O., Art. 51 N. 11; UEBERSAX in: ACHERMANN et al. 

[Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2005/2006, Bern 2006, Der Rechts-

missbrauch im Ausländerrecht unter Berücksichtigung der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts, S. 10). Im Falle der Bigamie ist unerheblich, 

welcher der Ehegatten eine Fremdbeziehung zu einer Drittperson unter-

hält (vgl. Urteil BGer 2A.397/2000 vom 1. Dezember 2000 E.3c).

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7. Nach dem Gesagten und unter den gegebenen Umständen ist das Ver-

waltungsgericht daher der Auffassung, dass in den vorgängig genannten 

Punkten nicht genügend Indizien bzw. Beweise gesammelt wurden, um 

auf eine allfällige Scheinehe der Beschwerdeführerin mit ihrem Schweizer 

Ehemann schliessen zu können bzw. der Beschwerdeführerin vorzuwer-

fen, dass sie sich rechtsmissbräuchlich auf eine nicht mehr gelebte Ehe 

berufe. Demzufolge erweist sich die Sache als nicht spruchreif, was zur 

Gutheissung der Beschwerde vom 9. Januar 2015, zur Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids vom 25. November 2014 und Rückweisung 

der Sache an den Beschwerdegegner zur weiteren Sachverhaltsab-

klärungen führt.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Dieser hat der 

anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG 

zudem aussergerichtlich angemessen zu entschädigen. In seinen drei 

Honorarnoten vom 4. Juni 2014, 9. Januar 2015 respektive 7. Septem-

ber 2015 macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gesamthaft 

ein Honorar von Fr. 6'556.-- (Zeitaufwand von ca. 27.3 Stunden bei einem 

Stundenansatz von Fr. 240.--) zuzüglich Fr. 541.85 Mehrwertsteuer, somit 

Fr. 7'097.85 plus Spesen vom insgesamt Fr. 217.05, total also 

Fr. 7'314.90 geltend. Für das Verwaltungsverfahren vor dem AfM ist ge-

stützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG keine aussergerichtliche Entschädigung ge-

schuldet. Ferner nicht berücksichtigt wird der geltend gemachte Zeitauf-

wand vor dem 26. November 2014 für das Verwaltungsbeschwerdever-

fahren; diese Entschädigung ist vielmehr durch die Vorinstanz zu prüfen 

und festzulegen. Für das Verfahren vor Verwaltungsgericht wird ein Auf-

wand von insgesamt 13.85 Stunden geltend gemacht. Bei einem Stun-

denansatz von Fr. 240.00, 3% Spesen und MWST würde dies einen Be-

trag von insgesamt Fr. 3'697.60 ergeben. Festzustellen ist zunächst, dass 

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der Zeitaufwand des Substituten/der Substitutin in der Honorarnote vom 

9. Januar 2015 nicht gesondert ausgewiesen wurde bzw. es nicht ersicht-

lich ist, zu welchem Stundenansatz dieser Zeitaufwand verrechnet wurde 

(vgl. zum üblichen Honorar von Rechtspraktikantinnen und Rechtsprakti-

kanten Art. 6 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte; BR 310.250). Angesichts der be-

reits vorhandenen Kenntnis des Sachverhaltes aus dem Verwaltungs- 

und Verwaltungsbeschwerdeverfahren und der auffallend vielen Korre-

spondenzen des Rechtsvertreters mit seiner Klientin wird ermessenswei-

se eine Entschädigung von Fr. 3‘000.-- pauschal (inkl. MWST) als ausrei-

chend und angemessen erachtet.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Departementsverfügung vom 

25. November 2014 aufgehoben und die Streitsache zur Neuregelung der 

Kosten- und Entschädigungsfolgen im vorangegangenen Verwaltungsbe-

schwerdeverfahren, zur weiteren Sachverhaltsabklärung im Sinne der 

Erwägungen und zur Neubeurteilung an das Departement für Justiz, Si-

cherheit und Gesundheit Graubünden (DJSG) zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 344.--

zusammen Fr. 1'844.--

gehen zulasten des Kantons Graubünden (DJSG) und sind innert 30 Ta-

gen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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3. Der Kanton Graubünden (DJSG) hat A._____ aussergerichtlich mit Fr. 

3‘000.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]