# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54b74025-e45f-538a-9ac8-206e60b68096
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.03.2025 D-7865/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7865-2024_2025-03-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7865/2024 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen; 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), 

B._______, 

geboren am (…), 

C._______, 

geboren am (…), 

Venezuela, 

(…), 

Beschwerdeführerinnen, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 27. November 2024. 

 

 

 

D-7865/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) suchte in der Schweiz am 

13. August 2024 für sich und ihre Töchter um Asyl nach. Sie wurden dem 

Bundesasylzentrum (BAZ) der Region J._______ zugewiesen. Am 2. Sep-

tember 2024 wurde die Beschwerdeführerin vom SEM in Anwesenheit der 

ihr zugewiesenen Rechtsvertretung gemäss Art. 29 AsylG (SR 142.31) zu 

ihren Asylgründen angehört. Alsdann verfügte das SEM am 5. September 

2024, das Asylgesuch der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder werde im 

erweiterten Verfahren behandelt. 

B.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 27. November 2024 (eröffnet am 

28. November 2024) fest, die Beschwerdeführerin und ihre Kinder würden 

die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihre Asylgesuche vom 

13. August 2024 ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und stellte 

fest, sie seien verpflichtet, das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schen-

gen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung zu 

verlassen, dies zur Rückreise in ihren Heimatstaat beziehungsweise ihren 

Herkunftsstaat oder zur Weiterreise in ein Land, das sich ausserhalb des 

Schengen-Raumes befindet und in dem sie aufgenommen würden, ver-

bunden mit dem Hinweis, wenn sie ihrer Verpflichtung nicht innert Frist 

nachkämen, könne die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden. 

Gleichzeitig beauftragte das SEM den Kanton D._______ mit dem Vollzug 

der Wegweisung und händigte der Beschwerdeführerin die editionspflichti-

gen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

C.  

Mit Eingabe vom 13. Dezember 2024 erhob die Beschwerdeführerin gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht für sich und ihre Kinder 

Beschwerde. In dieser wird beantragt, die Verfügung des SEM sei aufzu-

heben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und es sei Asyl zu 

gewähren. Es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzu-

lässig, unzumutbar und unmöglich sei und es sei die vorläufige Aufnahme 

anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird beantragt, es sei die un-

entgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses zu verzichten und ein amtlicher Rechtsbeistand einzusetzen. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 16. Dezem-

ber 2024 den Eingang der Beschwerde. 

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Seite 3 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. Februar 2025 stellte der Instruktionsrichter 

fest, die Beschwerdeführerin und ihre Kinder dürften den Ausgang des Ver-

fahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wies er die Gesuche um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung, um amtliche Verbeiständung 

und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und for-

derte die Beschwerdeführerin auf, bis zum 3. März 2025 einen Kostenvor-

schuss von Fr. 750.– zu leisten, dies mit dem Hinweis, auf die Beschwerde 

werde nicht eingetreten, wenn der Kostenvorschuss innert Frist nicht be-

zahlt werde. 

F.  

Die Beschwerdeführerin leistete den Kostenvorschuss am 3. März 2025. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 In der Zwischenverfügung vom 14. Februar 2025 wurde festgestellt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht zur Behandlung der Beschwerde zu-

ständig, die Beschwerdeführerin und ihre Kinder zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert und diese frist- und formgerecht eingereicht worden 

ist (vgl. a.a.O. E. 1.1 und 1.2). Nachdem der einverlangte Kostenvorschuss 

innert angesetzter Frist bezahlt wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend aufgezeigt wird, handelt es sich 

vorliegend um eine solche, weshalb auf einen Schriftenwechsel zu verzich-

ten und der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

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tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen in verschiedenen 

Entscheiden dargelegt und präzisiert (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie das 

Referenzurteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 6.1 

m.w.H). 

4.  

4.1  

4.1.1 Die Beschwerdeführerin führte anlässlich der Anhörung zu ihren Asyl-

gründen vom 2. September 2024 zu ihrem persönlichen und familiären Hin-

tergrund aus, sie sei Christin und in E._______ geboren und aufgewach-

sen. Sie habe acht Semester Systemingenieurwissenschaften studiert, das 

Studium jedoch nicht abgeschlossen. Sie habe als Planungskoordinatorin 

beim Gouverneur gearbeitet und sei 32-jährig pensioniert worden. Danach 

habe sie als Planerin weiterhin für die Regierung gearbeitet. Sie sei Sekre-

tärin bei einem Obersten gewesen, habe diverse Arbeiten gemacht, habe 

Gerichte verkauft oder für Freundinnen Reinigungsarbeiten gemacht. Im 

Oktober 2023 habe sie ihr Haus, das sie von der Regierung zur Verfügung 

gestellt bekommen habe, verkauft. Seither habe sie mit ihren drei Töchtern 

im Haus ihrer Mutter gelebt. Sie habe nie geheiratet. Der Vater ihrer beiden 

jüngeren Töchter sei (…). Seine Familie habe in Venezuela ein Vermögen 

gemacht und lebe wieder in F._______. 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, dass sie Venezuela wegen der schlechten allgemei-

nen, wirtschaftlichen und medizinischen Lage verlassen habe. Sie habe 

ihre Tochter, B._______, die seit Kindheit an wiederkehrenden Blasen-

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infektionen leide, an verschiedenen Orten untersuchen und behandeln las-

sen, zuletzt bei Spezialisten in der Hauptstadt. Sie (die Beschwerdeführe-

rin) sei mit den medizinischen Behandlungen jedoch nicht zufrieden gewe-

sen, habe den Diagnosen misstraut und deshalb vor einiger Zeit beschlos-

sen, ihre Tochter in der Schweiz behandeln zu lassen. Zudem habe sie in 

der Schweiz eine Arbeit suchen wollen. 

Kurz vor der Ausreise sei ein weiterer Ausreisegrund hinzugekommen: Ihre 

erwachsene Tochter, G._______ (N […]) sei wegen ihrer politischen Aktivi-

täten rund um die Präsidentschaftswahlen politisch verfolgt worden. 

Am 11. August 2024 sei sie zusammen mit ihren drei Töchtern legal und 

visumsbefreit via die H._______ nach F._______ geflogen und danach mit 

dem Zug in die Schweiz gelangt. 

4.1.2 Die Beschwerdeführerin reichte die Reisepässe und die Geburts-

scheine der Kinder, je im Original, die Sorgerechtsbestimmung, die Ausrei-

sebewilligung für die Kinder, Reiseunterlagen wie Nachweise über die 

Flüge und die Reservierung eines zehntägigen Hotelaufenthalts in 

F._______ sowie Röntgenaufnahmen der Tochter, B._______, je in Kopie, 

ein. 

4.2  

4.2.1 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung zur Begründung sei-

nes Entscheides im Wesentlichen aus, dass insgesamt die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 3 AsylG noch den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 

gemäss Art. 7 AsylG standhalten würden. 

Die Beschwerdeführerin – so das SEM – habe vorgebracht, dass ihre er-

wachsene Tochter G._______ kurz vor der Ausreise politisch verfolgt wor-

den sei. Dies sei ein Grund gewesen, dass sie und ihre beiden minderjäh-

rigen Töchter Venezuela hätten verlassen müssen. Ihre Tochter sei nach 

den Präsidentschaftswahlen Ende Juli 2024 mehrmals auf die Strasse ge-

gangen. Wegen Fotos beziehungsweise wegen eines Videos, das auf 

Tiktok hochgeladen worden sei, sei ihr an ihrer Arbeitsstelle Terrorismus 

und Landesverrat vorgeworfen und ihr die Weiterarbeit untersagt worden. 

Als sie (die Beschwerdeführerin) und ihre Tochter erfahren hätten, dass die 

Tochter und ihr Freund gesucht würden, habe sie (die Beschwerdeführerin) 

die Tochter zu einer Freundin gefahren. Dort habe sich die Tochter bis zur 

Ausreise versteckt. Dazu führt das SEM aus, die Tochter der 

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Beschwerdeführerin habe die angebliche politische Verfolgung nicht glaub-

haft machen können. Das SEM habe sich im Asylentscheid ihrer Tochter 

dazu detailliert geäussert. An dieser Stelle seien lediglich die Widersprüche 

ausgeführt, in die sich die Beschwerdeführerin und ihre Tochter bei der 

Schilderung der angeblich politischen Verfolgung und der angeblich dra-

matischen Flucht aus dem Land verwickelt hätten: Die Beschwerdeführerin 

habe gesagt, dass sie ihre Tochter, nachdem sie von der angeblichen Su-

che nach ihr erfahren habe, unverzüglich auf dem Motorrad zu einer Freun-

din gefahren habe: «Ich stieg auch auf mein Motorrad und fuhr mit meiner 

Tochter möglichst schnell, um sie bei einer Freundin zu verstecken. Ohne 

Kleidung oder sonst etwas. Sehr schnell. Diese Freundin ist wie eine 

Schwester für mich. Es war schrecklich. Wir fuhren so schnell auf dem Mo-

torrad, dass wir hätten ums Leben kommen können». Ihre Tochter habe 

hingegen gesagt, dass sie beide zuerst zum Patenonkel, einem Richter, 

gefahren seien. Es sei darum gegangen, ob sie (die Tochter) auf der Liste 

der Personen stehe, die nicht aus dem Land ausreisen dürften. Die Tochter 

habe gesagt: «Ich ging mit meiner Mutter zu meinem Patenonkel. Sie 

brachte mich zu ihm. Wir sind sehr schnell gefahren. Ich trug einen Helm 

und einen Mundschutz. Er sagte, ich müsse mich verstecken». Angespro-

chen auf den Widerspruch habe ihre Tochter gesagt, dass die Beschwer-

deführerin diese Zwischenstation beim Richter wohl vergessen habe. 

Diese Erklärung vermöge nicht zu überzeugen. Die Beschwerdeführerin 

habe die angebliche Fahrt zur Freundin derart dramatisch geschildert, dass 

wenig glaubhaft sei, dass sie die angebliche Zwischenstation beim Richter 

und Patenonkel ihrer Tochter vergessen haben könnte. Zudem habe sie in 

der Anhörung gesagt, dass sie allein zu diesem Richter gegangen sei. 

Auch bei der Schilderung einer weiteren angeblich dramatischen Fahrt, 

nämlich derjenigen zum Flughafen, hätten sie sich beide in Widersprüche 

verwickelt: Die Beschwerdeführerin habe gesagt, dass sie und ihre Töchter 

am 10. August 2024 zum Flughafen gefahren seien. Sie seien mitten in der 

Nacht los- und die ganze Nacht durchgefahren. Ihre Tochter habe ebenfalls 

gesagt, dass man am 10. August 2024 losgefahren sei jedoch am Vormit-

tag um acht Uhr. Auf den Widerspruch angesprochen, habe ihre Tochter 

diesen ebenfalls nicht auflösen können und lediglich gesagt: «Nichts. Ich 

weiss nicht». In einer Gesamtschau hätten die Beschwerdeführerin und 

ihre Tochter nicht glaubhaft machen können, dass die Tochter wegen poli-

tischer Aktivitäten nach den Wahlen gesucht worden sei und dass sie und 

ihre Töchter deshalb das Land hätten verlassen müssen. 

Die Beschwerdeführerin – so das SEM weiter – bringe vor, dass sie Vene-

zuela wegen der schlechten allgemeinen, wirtschaftlichen und 

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medizinischen Lage verlassen habe. Sie habe ihre Tochter, B._______, die 

seit Kindheit an wiederkehrenden Blaseninfektionen leide, an verschiede-

nen Orten untersuchen und behandeln lassen, zuletzt bei Spezialisten in 

der Hauptstadt. Sie sei mit den medizinischen Behandlungen jedoch nicht 

zufrieden gewesen, habe den Diagnosen misstraut und deshalb vor einiger 

Zeit beschlossen, ihre Tochter in der Schweiz behandeln zu lassen. Zudem 

habe sie in der Schweiz eine Arbeit suchen wollen. Die Beschwerdeführe-

rin habe gesagt: «Ich mag die Schweiz halt». Das SEM anerkenne, dass 

die wirtschaftliche und medizinische Situation in ihrem Heimatland schwie-

rig sei. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien jedoch nicht geeig-

net, die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG zu begründen. Nach-

teile, welche auf die allgemeinen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen 

Lebensbedingungen in einem Staat zurückzuführen seien und nicht auf der 

Absicht beruhen würden, einen Menschen aus einem der in Art. 3 Abs. 1 

AsylG erwähnten Gründe zu treffen, würden keine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung darstellen. Auch entfalte die Absicht, in der Schweiz eine 

Arbeitsstelle sowie eine bessere und unentgeltliche medizinische Behand-

lung für ihre Tochter zu finden, keine flüchtlingsrechtliche Relevanz. 

4.2.2 Die Beschwerdeführerin macht im Beschwerdeverfahren geltend, 

dass ihre Aussagen entgegen der Auffassung des SEM den Tatsachen ent-

sprächen. Sie und ihre Tochter, G._______, würden in Venezuela verfolgt 

werden. Sie habe Angst, in ihr Heimatland zurückzukehren. Die venezola-

nischen Behörden würden weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen 

gegen die Bevölkerung begehen. Ihre Tochter sei an ihrem Arbeitsplatz des 

Terrorismus und des Verrats am Vaterland beschuldigt worden. Man habe 

ihr gedroht, weil sie Fotos und ein Video von ihr bei den Demonstrationen 

hätten. In Venezuela gäbe es weder Meinungsfreiheit noch Menschen-

rechte. Die Regierung gehe regelmässig mit Härte gegen die Opposition 

und Demonstranten vor. 

Sie sei mit 32 Jahren in den Ruhestand versetzt worden, weil sie ihre Po-

sition dem amtierenden Regime habe geben wollen. Nach ihrer Pensionie-

rung habe sie unter Demütigungen und Misshandlungen seitens einer Re-

gierungsorganisation namens (…) ([…], lokales Komitee zur Versorgung 

und Produktion; Anmerkung BVGer) gelitten, die für den Verkauf von Le-

bensmitteln, Haushaltsgas und anderen Leistungen zuständig sei, nur weil 

sie eine andere politische Meinung gehabt habe. Oft hätten sie sie ohne 

Lebensmittel zurückgelassen. Aufgrund der hohen Kosten für Lebensmittel 

und Medikamente habe sie sich gezwungen gesehen, ihr Haus im 

(…) 2023 zu verkaufen, das sie in 20 Jahren an die Regierung abgezahlt 

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habe. Ein Teil des Geldes habe sie verwendet, um die gesundheitlichen 

Probleme ihrer Tochter B._______ zu behandeln und eine angemessene 

Ernährung zu gewährleisten, da sie auch unter Verstopfung gelitten habe. 

Sie sei in die Schweiz gekommen, um Zuflucht für sich und ihre Familie zu 

suchen, da sie über Jahre hinweg Misshandlungen durch die Regierung 

erlitten hätten. Sie gebe zu, dass sie in ihrer Erklärung zwei Fehler gemacht 

habe, die sie aufgrund der Nervosität und des Drucks, den sie durch die 

instabile Situation ihrer Familie erleide, vergessen habe. Vor dem Besuch 

bei ihrer Freundin seien sie jedoch zu ihrem Patenonkel gegangen, der zu 

diesem Zeitpunkt der oberste Richter der Strafgerichte des Bundesstaates 

I._______ gewesen sei und die Liste der gesuchten Personen verwaltet 

habe. Er habe ihnen empfohlen, sich zu verstecken, bis sie das Land hät-

ten verlassen können, und habe gesagt, dass die Kontrolle der gesamten 

Situation in seinen Händen liege, solange er sie habe. Sie habe auch ihren 

Besuch am Flughafen vergessen, da sie es gewohnt seien, nachts zu rei-

sen. An diesem Tag hätten sie beschlossen, morgens zu fahren, da es mor-

gens keine Kontrollpunkte der Nationalgarde gegeben habe. 

4.2.3 In der Zwischenverfügung vom 14. Februar 2025 wurde festgehalten, 

dass die Einwände in der Beschwerde nicht geeignet seien, um hinsichtlich 

der Frage der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung zu einer von 

derjenigen des SEM abweichenden Beurteilung zu gelangen. Die Ein-

schätzung des SEM, dass Nachteile, die auf die allgemeinen politischen, 

wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in einem Staat zurück-

zuführen seien und nicht auf der Absicht beruhen würden, einen Menschen 

aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten Gründe zu treffen, keine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung darstelle, ist auch nach einer er-

neuten Prüfung der Akten zu bestätigen. Weiter hat das SEM unter Hinweis 

auf zahlreiche Protokollstellen in den Anhörungen überzeugend ausge-

führt, weshalb die Beschwerdeführerin und ihre Tochter, G._______, nicht 

hätten glaubhaft machen können, dass diese wegen politischer Aktivitäten 

nach den Wahlen gesucht worden sei und die Beschwerdeführerin und ihre 

Töchter deshalb das Land hätten verlassen müssen. Die Einwände und 

Erklärungsversuche hinsichtlich der vom SEM festgestellten Widersprüch-

lichkeiten in ihren Aussagen und jenen ihrer erwachsenen Tochter sind 

nicht geeignet, ihre Vorbringen in einem glaubhafteren Licht erscheinen zu 

lassen, zumal die Beschwerdeführerin die vom SEM aufgezeigten Wider-

sprüche als solche nicht bestreitet. Im Übrigen kann vollumfänglich auf die 

zutreffenden Erwägungen des SEM in der angefochtenen Verfügung (vgl. 

Ziff. II) verwiesen werden. 

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4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM zu Recht die Flüchtlings-

eigenschaft der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder verneint und die Asyl-

gesuche abgelehnt hat. 

5.  

5.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführerinnen verfügen weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50, je m.w.H.). 

5.2 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung – dies mit Verweis auf 

die geltende bundesverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung und unter 

Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation der Tochter, B._______, – 

ausführlich und zutreffend aus, weshalb der Vollzug der Wegweisung vor-

liegend zulässig, zumutbar und möglich ist (vgl. angefochtene Verfügung 

Ziff. III). Dem wird in der Beschwerde nichts Stichhaltiges entgegenge-

bracht, weshalb dies nicht zutreffen soll. Es kann vollumfänglich auf die 

zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen wer-

den. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt nach dem Gesagten 

ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG [SR 142.20). 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten desselben den Be-

schwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 3. März 2025 in gleicher Höhe ge-

leistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführerinnen 

auferlegt. Der eingezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Ver-

fahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

Walter Lang Patrick Blumer 

 

 

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