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**Case Identifier:** 93b98673-38b3-5d5e-9fb7-fbd171730ee7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.10.2017 200 2017 623
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-623_2017-10-10.pdf

## Full Text

200 17 623 IV
ACT/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 10. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/623, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 21. August 2013 unter Hinweis auf ein Rückenleiden bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV, Antwortbeilagen [AB] 1). Im Rahmen der medizinischen und 
erwerblichen Abklärungen holte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) insbesondere ein neurochirurgisches (AB 25.1) und psychiatri-
sches Gutachten (AB 32.1) ein und gewährte mit Verfügung vom 13. No-
vember 2015 (AB 60) bei einem Invaliditätsgrad von zunächst 88 % vom 
1. bis 28. Februar 2014 eine befristete ganze Rente. Die dagegen beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern erhobene Beschwerde (AB 65) wur-
de mit unangefochten gebliebenem Entscheid vom 30. März 2016 
(IV/2015/1102 [AB 72]) abgewiesen. In der Folge erteilte die IVB Kosten-
gutsprache für ein Arbeitstraining (AB 78), welches nach Aufforderung zur 
Schadenminderung (AB 85) mit Verfügung vom 12. Oktober 2016 (AB 94) 
vorzeitig abgebrochen bzw. der Anspruch auf berufliche Massnahmen ab-
gewiesen wurde; diese Verfügung wurde nicht angefochten. 

Auf ein neuerliches Leistungsbegehren vom 1. Februar 2017 (AB 98) trat 
die IVB nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 100, 104 - 106) 
mit Verfügung vom 31. Mai 2017 (AB 107) nicht ein. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 30. Juni 2017 Beschwerde. Sie lässt beantragen, dass die 
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu ver-
pflichten sei, auf die Neuanmeldung einzutreten sowie den Rentenan-
spruch zu prüfen.

Mit Beschwerdeantwort vom 18. August 2017 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/623, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Nichteintretensverfügungen oder 
-entscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG).

1.3 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Mai 2017 (AB 107). 
Streitig und zu prüfen ist, ob die Verwaltung auf die Neuanmeldung vom 
1. Februar 2017 (AB 98) zu Recht nicht eingetreten ist.

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemach-
ten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). 
Dies gilt auch für Revisionsgesuche im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG 
(BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie analog, wenn die versicherte Per-
son nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Einglie-
derungsmassnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 
S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die 
Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründe-
ten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesu-
chen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112). Die glaubhaft zu 
machende Änderung muss nicht gerade jenes Anspruchselement betreffen, 
welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung 
zugrunde legte. Vielmehr hat es zu genügen, wenn die versicherte Person 
zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die 
Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. 
Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegeh-
ren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig zu 
prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200).

2.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur 
Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt 
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere 
Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu 
berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon 
längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung 
höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein 
gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu re-

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spektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung 
ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung (oder dem Revisions-
gesuch) die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen. Der Un-
tersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für die richti-
ge und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sor-
gen hat, spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung (oder dem Revisi-
onsgesuch) kein Eintretenstatbestand geltend gemacht, sondern bloss auf 
ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die 
noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist 
der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Be-
weismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergän-
zenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu 
erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gege-
benenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht eine Nichteintretens-
verfügung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das diesen Erforder-
nissen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen 
genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den 
Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 
E. 5.2.5 S. 69).

2.3 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte 
Anforderungen an den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht 
nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend 
gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhalts-
punkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen 
ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdar-
stellung nicht erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftma-
chen weniger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss 
– im Gegensatz zum vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der 
behaupteten Sachdarstellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht 
vollständig und unter Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2014 IV Nr. 33 
S. 121 E. 2).

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2.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Zu prüfen ist, ob eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
glaubhaft gemacht ist. Dabei ist der Sachverhalt zur Zeit der Verfügung 
vom 13. November 2015 (AB 60) – bestätigt durch (unangefochten geblie-
benen) VGE IV/2015/1102 vom 30. März 2016 (AB 72) –, mit welcher eine 
befristete Rente zugesprochen worden war, zu vergleichen mit demjenigen, 
der sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 31. Mai 2017 
(AB 107) entwickelt hat (vgl. E. 2.4 hiervor). Nicht massgebend ist in die-
sem Zusammenhang die Verfügung vom 12. Oktober 2016 (AB 94), mit 
welcher allein berufliche Massnahmen abgewiesen wurden, denn demge-
genüber wird in der vorliegenden Beschwerde materiell einzig ein Renten-
anspruch geltend gemacht.

3.2 Die Verfügung vom 13. November 2015 (AB 60) stützte sich mass-
geblich auf das neurochirurgische Gutachten von Dr. med. C.________, 
Fachärztin für Neurochirurgie, vom 17. April 2014 (AB 25.1) sowie auf das 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, vom 8. Oktober 2014 (AB 32.1) bzw. deren inter-
disziplinäre Beurteilung (AB 32.2).

Dr. med. C.________ diagnostizierte mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit ein chronifiziertes lumbales und lumboischialgieformes Schmerz-
syndrom beidseits mit/bei LWS-Fehlform/-haltung, degenerativen LWS-
Veränderungen (Chondrose der gesamten LWS, leichtgradige Spondylar-
throse) sowie einen Status nach PLIF-Stabilisierung L4/5 und L5/S1, dorsa-
ler Instrumentation L4 auf S1 mit Matrix-Implantat, dorsaler und dorsolate-
raler Spondylodese L4 auf S1 mit Dekompressionseigenknochen im No-

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vember 2012 (AB 25.1 S. 16 f.). Zur Arbeitsfähigkeit führte die Fachärztin 
aus, in der bisher ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin … – eine zumin-
dest überwiegend mittelschwere und mehrheitlich stehend und gehend 
auszuführende Tätigkeit – bestehe aus neurochirurgischer Sicht bleibend 
keine Arbeitsfähigkeit mehr (AB 25.1 S. 20). In körperlich schweren Tätig-
keiten liege zumindest seit anfangs 2011 eine anhaltende medizinisch be-
gründete Arbeitsunfähigkeit von 20 % oder mehr vor (AB 25.1 S. 21). Kör-
perlich leichte bis körperlich mittelschwere (der Anteil mittelschwerer Arbeit 
sei mit 50 % begrenzt) wechselbelastende Tätigkeiten seien in einem zeitli-
chen Rahmen von 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen der Woche bei dabei 
bestehender 10 % bis 20 % verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar. 
Nach einer angemessenen Rekonvaleszenzzeit von maximal 12 Monaten 
nach operativem Eingriff Ende November 2012 könne ab Dezember 2013 
von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen 
werden (AB 25.1 S. 21 - 23). Im psychiatrischen Gutachten diagnostizierte 
Dr. med. D.________ keine psychische Störung mit Krankheitswert 
(AB 32.1 S. 11). Die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht zu 
100 % arbeitsfähig. Sie zeige jedoch eine ausgeprägte affektive Reaktion 
auf die Schmerzen, welche subjektiven Leidensdruck auslösten. Hier wäre 
eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung indiziert, um der 
Entwicklung einer depressiven Symptomatik vorzubeugen (AB 32.1 S. 13). 
Im interdisziplinären Konsens kamen die Gutachter zum Schluss, die Ar-
beitsfähigkeit sei aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen qualitativ und 
quantitativ eingeschränkt, wobei eine verminderte Belastbarkeit der LWS 
bestehe (AB 32.2 S. 2). 

3.3 Die medizinische Situation präsentiert sich seit Erlass der Verfü-
gung vom 13. November 2015 (AB 60) im Wesentlichen wie folgt:

3.3.1 Dr. E.________, Chiropraktor SCG, führte im Bericht vom 4. Sep-
tember 2016 (AB 86) aus, im Vordergrund stehe die Diagnose eines aus-
geweiteten chronischen und invalidisierenden myofaszialen Dysfunk-
tionssyndroms sowie eines failed backsurgery-Syndroms (S. 1). Weiter hielt 
er ausgeweitete Zylinderdistorsionen und zahlreiche Triggerbänder fest. 
Die Arbeitskraft könne nicht mehr als in einem Pensum von 20 % verwertet 
werden (S. 2).

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3.3.2 Med. pract. F.________, praktische Ärztin und Ärztin des Regiona-
len Ärztlichen Dienstes (RAD), hielt im Bericht vom 22. September 2016 
(AB 91) die folgenden Diagnosen fest (S. 4 f.):

- Chronifiziertes lumbales und lumboischialgieformes Schmerzsyndrom beidseits 
mit/bei:

• LWS-Fehlform/-haltung
• degenerativen LWS-Veränderungen (Chondrose der gesamten LWS, leichtgradi-

ge Spondylarthrose)
• Status nach PLIF-Stabilisierung L4/5 und L5/S1, dorsaler Instrumentation L4 auf 

S1 mit Matriximplantat, dorsaler und dorsolateraler Spondylodese L4 auf S1 mit 
Dekompressionseigenknochen 11/2012

- Status nach chirurgischer Hüftluxation rechts am 30.04.2014 bei Mischimpinge-
ment Hüfte rechts mit Labrumläsion

Mit dem Bericht von Dr. med. E.________ (AB 86 bzw. E. 3.3.1 hiervor) 
seien keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden, es könne weiterhin 
auf das folgende Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden. Der Beschwerde-
führerin seien körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten mit einer 
Obergrenze für das Hantieren mit Gewichten von 10 kg, überwiegend sit-
zend, mit nicht allzu langen Gehstrecken und jeweils nur kurzer Stehdauer, 
ohne repetitives Besteigen von Leitern/Treppensteigen sowie ohne Arbei-
ten auf unebenem Gelände in einem zeitlichen Rahmen von 8.5 Stunden 
pro Tag an fünf Tagen der Woche zumutbar. Dabei sei die Leistungsfähig-
keit um 10 % bis 20 % vermindert (S. 5). 

3.3.3 Dr. med. G.________, Fachärztin für Anästhesiologie, führte im Be-
richt vom 2. Dezember 2016 (AB 96 S. 2 - 4) die nachstehenden Diagno-
sen auf (S. 2):

- Generalisiertes Schmerzsyndrom bei:
• Verdacht auf Fibromyalgie
• Status nach Diskushernien-Operation 2012

- Status nach Hüftoperation 2014
- Status nach Appendektomie 2009
- Status nach Sectio 2009
- Status nach Hysterektomie

Es liege ein generalisiertes Schmerzsyndrom vor, welches einerseits An-
zeichen einer Fibromyalgie, andererseits auch einer generalisierten 
Schmerzausweitung im Sinne einer somatogenen Schmerzverarbeitungs-
störung zeige (S. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/623, Seite 9

3.4 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, eine gesundheitliche Ver-
schlechterung sei mit dem Bericht von Dr. med. G.________ vom 2. De-
zember 2016 (AB 96 S. 2 - 4) glaubhaft gemacht (Beschwerde S. 5), kann 
ihr nicht gefolgt werden. Zwar führte die Ärztin in der Anamnese aus, seit 
Sommer 2016 komme es zunehmend zu einer Schmerzausdehnung, wobei 
Schmerzen im Kopf-, Schulter- und Nackenbereich, im gesamten Torso 
sowie in beiden Beinen und im linken Arm angegeben würden (AB 96 S. 2), 
jedoch berichtete die Beschwerdeführerin gegenüber der Gutachterin Dr. 
med. C.________ bereits anlässlich der Untersuchung vom 14. April 2014 
über ubiquitäre Schmerzen. Damals wurden anhaltende und zusätzlich 
bewegungs- und belastungsabhängig verstärkte lokale lumbale Rücken-
schmerzen mit Lokalisation im unteren Teil des Rückens, in das gesamte 
Bein ausstrahlende Schmerzen beidseits, eine subjektiv wechselnd beein-
trächtigte Kraftentfaltung beider Beine, intermittierende Gefühlsmissemp-
findungen im gesamten Bein sowie zusätzlich ubiquitäre bzw. multilokuläre 
Schmerzen am ganzen Körper erhoben (AB 25.1 S. 17). Unter der Befund-
aufnahme hielt die Gutachterin unter anderem auch fest, die LWS-
Beweglichkeit sei bei prompter und massivster Schmerzangabe nicht kon-
klusiv beurteilbar, der Finger-Boden-Abstand sei hochgradig und schmerz-
haft eingeschränkt vorgeführt nicht prüfbar, bei Reklination bestehe eine 
prompte Schmerzangabe und es bestünden ubiquitäre Druckdolenzen am 
gesamten Körper einschliesslich der gesamten, nicht verspannten paraver-
tebralen zervikalen, Schultergürtel- sowie paravertebralen thorakalen und 
lumbalen Muskulatur (AB 25.1 S. 8). Dass dieses bereits im Jahr 2014 vor-
handene Schmerzbild nunmehr der Diagnose eines Verdachts auf Fibro-
myalgie (AB 96 S. 2) zugeordnet wurde, lässt nicht den Schluss auf eine 
Veränderung der gesundheitlichen Situation zu, handelt es sich dabei doch 
lediglich um eine neuanmeldungsrechtlich unbeachtliche unterschiedliche 
Würdigung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts (vgl. BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 11). Nichts anderes ergibt sich aus den Berichten von Dr. 
med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 30. De-
zember 2016 (AB 96 S. 1) und 24. Mai 2017 (AB 106 S. 1), beschreibt er 
darin doch allein die aktuelle Situation, welche sich – wie bereits ausgeführt 
– weitestgehend unverändert präsentiert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/623, Seite 10

Eine Änderung in erwerblicher Hinsicht sowie des Status (vgl. AB 38 S. 4 
und 6, VGE IV/2015/1102, E. 3.3.3 [AB 72 S. 13 f.]) wird zu Recht nicht 
geltend gemacht, enthalten die Akten zu einer solchen Annahme doch kei-
nerlei Hinweise.

3.5 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerdegegnerin auf die Neuan-
meldung vom 1. Februar 2017 (AB 98) zu Recht nicht eingetreten. Dem-
entsprechend ist die gegen die Verfügung vom 31. Mai 2017 (AB 107) er-
hobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/623, Seite 11

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.