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**Case Identifier:** b5eca930-af82-5401-8f90-85d8c0e17f01
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-04-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.04.2008 UV 2007/110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-110_2008-04-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/110

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 04.05.2020

Entscheiddatum: 22.04.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 22.04.2008
Art. 6 UVG; UVG 19: Die Leistungseinstellung erfolgte zu Unrecht, da die 
vorliegenden medizinischen Unterlagen den Fallabschluss nicht schlüssig 
belegen konnten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 22. April 2008, UV 2007/110).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; a.o. Gerichtsschreiberin Denise Wyss

Entscheid vom 22. April 2008

in Sachen

I.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Erwin Scherrer, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,

gegen

SWICA Versicherungen, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

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A.         

A.a    Die 1959 geborene I.___ war als technische Operationsfachfrau beim A.___ mit 

einem Pensum von 70-80% angestellt und dadurch bei der SWICA 

Gesundheitsorganisation (SWICA) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am Abend 

des 7. Juni 2004 fuhr sie auf dem Rückweg von ihrem Arbeitsort auf der Autobahn A13 

zwischen St. Margarethen und Au, als sich am vor ihr fahrenden Fahrzeug das linke 

Vorderrad löste und sie mit diesem kollidierte. Durch den Aufprall geriet das Fahrzeug 

der Versicherten ins Schleudern, kippte für kurze Zeit nach links und dann wieder 

zurück, wodurch die Versicherte gemäss UVG-Bericht vom 2. Februar 2005 mit dem 

Kopf gegen das linke Seitenfenster schlug (UV-act. 25). Sie konnte danach das 

Fahrzeug wieder unter Kontrolle bringen und es auf den Pannenstreifen lenken, wo es 

zum Stillstand kam (UV-act. 2,10,25,140). Bei der noch gleichentags durchgeführten 

ärztlichen Untersuchung diagnostizierte Dr. med. B.___ eine HWS-Distorsion und gab 

an, die Versicherte beklage sich über Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindel, 

Übelkeit sowie Erbrechen. Sie attestierte der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 

100% ab 8. Juni 2004 (UV-act. 4,11). Am 2. Juli 2004 bestätigte der Hausarzt, Dr. med. 

C.___, Praxisgemeinschaft Centro, die Diagnose HWS-Distorsion (UV-act. 12). Die 

SWICA anerkannte ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom 12. August 2004 (UV-act. 

9).

A.b   Am 7. Dezember 2004 berichtete Dr. C.___, die Versicherte beklage sich weiterhin 

über persistierende Nacken- und Kopfschmerzen mit Schwindelzuständen und 

Konzentrationsstörungen. Der Heilungsverlauf sei langsam, zeige jedoch eine 

tendenzielle Besserung. Die Prognose dürfte nicht schlecht sein. Es sei ein 

teilstationärer Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Leukerbad (recte: Bad Reutte) 

geplant, nach welchem er sich erhoffe, dass die Versicherte wieder zu 100% einsetzbar 

sein werde (UV-act. 24). Am 2. Februar 2005 wurde im UVG-Abklärungsbericht 

festgehalten, dass die Versicherte ab 1. Februar 2005 ihre Arbeit versuchsweise zu 

50% wieder aufnehmen werde (UV-act. 25). Dr. C.___ äusserte sich am 28. Februar 

2005 bezüglich der Arbeitsfähigkeit von 50% dahingehend, dass die Prognose nicht 

schlecht sei, wenn die Wiederaufnahme der Arbeit mit kontinuierlicher Steigerung und 

ohne Druck erfolgen könne (UV-act. 29). Am 2. Juni 2005 attestierte er der Versicherten 

hingegen erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit dem 25. Mai 2005 bis auf 

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Weiteres (UV-act. 36). Im medizinischen Bericht vom 15. August 2005 hielten Dr. med. 

D.___ und Dr. med. E.___, Neurologie, Kantonsspital St. Gallen, fest, dass der 

angegebene Schwindel klinisch-neurologisch nicht objektiviert werden könne. 

Zusammen mit den Konzentrationsstörungen sowie den Nacken- und Kopfschmerzen 

sei die Diagnose eines cervicocephalen Beschleunigungstraumas wahrscheinlich. Es 

empfehle sich ein Rehabilitationsaufenthalt in einer dafür spezialisierten Klinik (zum 

Beispiel Rheinfelden) (UV-act. 80).

A.c    Mit Schreiben vom 12. August 2005 und 11. Oktober 2005 forderte die SWICA 

die Versicherte auf, sich bei der IV-Stelle ihres Wohnsitzkantons anzumelden (UV-act. 

45). Die Versicherte gelangte daraufhin an die Invalidenversicherung und beantragte 

Berufsberatung, die Umschulung auf eine neue Tätigkeit sowie die Wiedereinschulung 

in die bisherige Tätigkeit (UV-act. 56).

A.d   Vom 26. Oktober bis 2. Dezember 2005 weilte die Versicherte in der Rehaklinik 

Rheinfelden. Im Austrittsbericht vom 4. Januar 2006 hielt Dr. med. F.___ fest, dass die 

Versicherte die stationäre Rehabilitation gut zu einer Verbesserung ihres körperlichen 

und psychischen Befindens habe nutzen können. Die vegetative Dysbalance habe sich 

deutlich, die Schmerzsituation hingegen nur geringfügig vermindert. Bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit empfahl er, dass die Versicherte Anfang Januar 2006 die angepasste 

Berufstätigkeit in der Klinik (Handchirurgie, Ausbildungstätigkeit) zu 50% beginnen 

sollte. Je nach der Stabilität könne dann z.B. in 10%-Schritten eine Steigerung der 

Arbeitsbelastung erfolgen (UV-act. 64). Am 23. Januar 2006 berichtete Dr. med. G.___, 

Orthopädie am Rosenberg, das Hauptproblem sei im Augenblick der 

Schwankschwindel. Im medizinischen Bericht vom 15. August 2006 führte er aus, die 

Versicherte habe deutliche Fortschritte gemacht (UV-act. 85). Am 8. November 2006 

hielt er hingegen fest, dass aufgrund des hohen Drucks seitens des Arbeitgebers der 

Versicherten eine zunehmende Verschlechterung der Situation eingetreten sei (UV-act. 

91). Im Bericht vom 14. März 2007 beschrieb Dr. G.___ wiederum eine langsame 

Stabilisierung der Situation. Die Versicherte sei aber weiterhin vollständig 

arbeitsunfähig. Eine Prognose sei schwierig zu stellen. Es sei jedoch mit einer weiteren 

Besserung zu rechnen (UV-act. 103).

B.        

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B.a   Mit Verfügung vom 5. Juni 2007 eröffnete die SWICA dem Rechtsvertreter der 

Versicherten, Rechtsanwalt Dr. Erwin Scherrer, St. Gallen, dass aufgrund des 

vorliegenden Sachverhalts die Adäquanz spätestens seit Februar 2006 nicht mehr 

gegeben sei und somit der Leistungsfall per 31. Januar 2006 abgeschlossen werde. 

Auf die Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen seit Februar 2006 werde 

verzichtet (UV-act. 122).

B.b In der dagegen gerichteten Einsprache vom 29. Juni 2007 beantragte der 

Rechtsvertreter die Aufhebung der Verfügung vom 5. Juni 2007 sowie sinngemäss die 

weitere Ausrichtung der Versicherungsleistungen. Des Weiteren sei der Einsprache die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter 

insbesondere aus, da die Beschwerden der Einsprecherin objektivierbar seien, der 

Heilungsverlauf vielversprechend, vor allem aber die Heilbehandlung noch nicht 

abgeschlossen sei, sei die angefochtene Verfügung aufzuheben (UV-act. 129).

B.c   Mit Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2007 wies die SWICA die Einsprache 

ab. Seit spätestens Januar 2006 sei der Gesundheitszustand der Einsprecherin 

stationär. Die verschiedenen Berichte der behandelnden Ärzte zeigten keine Besserung 

der Beschwerden. Insofern müsse der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung auf den Januar 

2006 festgelegt werden. Unter Berücksichtigung der Kasuistik in der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts müsse das Ereignis als höchstens mittelschwer an der Grenze zu 

den leichten Unfällen eingeordnet werden. Unter Berücksichtigung des Zeitpunkts der 

Adäquanzprüfung per 1. Februar 2006 müsse zudem festgestellt werden, dass die in 

gehäufter Weise nötigen Zusatzkriterien nicht in genügendem Masse gegeben seien 

(UV-act. 136).

C.        

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 7. November 2007 mit 

den Anträgen, die Verfügung vom 5. Juni 2007 sowie der Einspracheentscheid vom 

8. Oktober 2007 seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die 

Unfalltaggelder und Heilbehandlungskosten weiter auszurichten. Der Beschwerde sei 

zudem die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung legt der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin unter anderem dar, dass es sich vorliegend um einen Unfall 

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aus dem mittleren Bereich handle. Es seien demnach für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit 

dem Unfall in Zusammenhang stünden oder als direkte oder indirekte Folge davon zu 

betrachten seien, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Nach der 

Gesamtwürdigung aller objektiven Kriterien habe der Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sowie die gesundheitliche Situation 

der Beschwerdeführerin. Der adäquate Kausalzusammenhang sei deshalb zu bejahen. 

Des Weiteren führt er aus, dass die Beschwerdegegnerin nicht darlege, weshalb sie 

davon ausgehe, dass seit Januar 2006 der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin stationär sei. Die verschiedenen Berichte von Dr. G.___ zeigten 

eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation, obwohl die Beschwerdeführerin 

immer wieder Rückfälle zu beklagen gehabt habe. Das ohne Zustimmung der 

Beschwerdeführerin erstellte Gutachten sehe klare Besserungsmöglichkeiten und eine 

berufliche Wiedereingliederung. Aufgrund der eigenen Akten der SWICA sei der 

Zeitpunkt der Adäquanzprüfung noch nicht erreicht (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Ausführungen im 

angefochtenen Entscheid und macht insbesondere geltend, dass die Unfallschilderung 

laut Beschwerdeschrift nicht der Unfallschilderung laut Befragungsprotokoll des PSP 

Thal entspreche. Im Befragungsprotokoll sei weder die Rede davon, dass das 

Fahrzeug zeitweise seitlich nur noch auf zwei Rädern gestanden habe, noch davon, 

dass die Beschwerdeführerin heftig den Kopf gegen das linke Seitenfenster 

angeschlagen habe. Im HWS-Fragebogen werde kein Kopfanprall angegeben und die 

Kopfstellung sei nicht bekannt. Aufgrund dieser Tatsachen handle es sich beim 

Ereignis vom 7. Juni 2004 um einen Unfall, welcher laut der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts eher den leichten als den mittleren Unfällen zuzuordnen sei. Mit Datum 

vom 27. Dezember 2007 habe sie endlich auch das medizinische Gutachten des 

Instituts für Interdisziplinäre Medizin, Zürich, erhalten (UV-act. 140). Das Gutachten 

beruhe auf Untersuchungen der Beschwerdeführerin zwischen dem 29. April und 

25. September 2006 und sei somit nicht aktuell. Der Gesundheitszustand habe sich bis 

Juni 2007 trotz diverser Therapien nicht verbessert. Es sei davon auszugehen, dass 

weitere Behandlungen und Therapien keine Verbesserung des Gesundheitszustands 

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mehr bringen würden und dass der Endzustand eingetreten sei. Die rückwirkende 

Leistungseinstellung per Januar 2006 sei somit korrekt (act. G 5).

C.c   Mit Replik vom 30. Januar 2008 lässt die Beschwerdeführerin an den gestellten 

Anträgen festhalten. Es wird ergänzend angefügt, dass die Unfallschilderung der 

Beschwerdeführerin den Beilagen zur Beschwerde sowie der Darstellung des Unfalls 

im interdisziplinären Gutachten vom 9. Dezember 2007, welche die 

Beschwerdegegnerin selber bestellt habe, entspreche. Das Verbesserungspotential sei 

auch heute noch gegeben. Auch das interdisziplinäre Gutachten zeige klar, dass der 

Zeitpunkt für die Adäquanzprüfung noch nicht erreicht sei (act. G 9).

C.d Mit formellem Zwischenentscheid vom 26. Februar 2008 hat der Präsident des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen festgestellt, dass der Beschwerde vom 

7. November 2007 gegen den Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2007 

aufschiebende Wirkung zukomme (act. G 14).

C.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 15).

Erwägungen:

1.         

Streitig ist vorliegend, ob die am 5. Juni 2007 verfügte Einstellung der Leistungen durch 

die Beschwerdegegnerin per 31. Januar 2006 zu Recht erfolgt ist oder ob weiterhin ein 

Anspruch auf Versicherungsleistungen (insbesondere Heilungskosten und Taggelder) 

besteht. Bezüglich der strittigen Unfallschilderung (Kopfanprall) ist festzuhalten, dass 

vorliegend offen gelassen werden kann, ob während des Unfalls vom 7. Juni 2004 ein 

Kopfanprall stattgefunden hat oder nicht.

2.         

2.1    Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 

1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem 

versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, 

wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von 

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jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen). 

Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 und 118 V 289). Der Unfallversicherer haftet 

sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen, 

wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive Voraussehbarkeit 

des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist. Nach der Rechtssprechung hat ein Ereignis 

dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen 

Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also 

durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 476 Erw. 5a). 

Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 Erw. 3a).

2.2    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit 

bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 125 V 461 Erw. 5a). Sind dagegen die Unfallfolgen 

organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität 

nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade 

klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt 

zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall 

ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 

indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, 

muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung 

gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen 

Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 

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2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 366 

Erw. 6a und 382 Erw. 4b festgelegten Kriterien (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb). Mit Urteil 

vom 19. Februar 2008 i/S M. (U 394/06) bestätigte das Bundesgericht diese 

Vorgehensweise (Erw. 9), präzisierte hingegen die in BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382 

Erw. 4b festgelegten Kriterien (Erw. 10).

2.3    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Distorsionen der HWS (vgl. dazu RKUV 

1999 Nr. 341 S. 408 Erw. 3b), d.h. bei so genannten Beschleunigungsverletzungen der 

HWS, auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre 

nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der 

Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine Distorsion der HWS typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (präzisierendes Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, a.a.O., Erw. 9; BGE 117 V 359 E. 5d/aa). 

Aufgrund der medizinischen Akten ist unbestritten davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin eine Beschleunigungsverletzung der HWS erlitten hat (u.a. UV-act. 

4, 12, 24, 64, 80, 140). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin einen 

diesbezüglichen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin bis am 31. Januar 2006 

auch anerkannt.

3.         

3.1    Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab 1. Februar 2006 seien 

keine Unfallfolgen mehr gegeben, so ist darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 

2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen 

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erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es 

Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist 

unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter 

Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 

dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b).

3.2    Bezüglich des Einwands der Beschwerdeführerin, der Zeitpunkt der 

Adäquanzprüfung sei noch nicht erreicht (act. G 1), ist vorliegend festzuhalten, dass 

nicht danach zu fragen ist, in welchem Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorgenommen 

werden darf, sondern wann der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen hat. Beim 

Abschluss hat er den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung zu prüfen. Gemäss Art. 19 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20), hat der Versicherer – sofern allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die 

Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 

erwartet werden kann. Dies wird sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt 

beeinträchtigt, bestimmen. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlung zu 

erwartende Besserung ins Gewicht fallen. Unbedeutende Verbesserungen genügen 

hingegen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, a.a.O., Erw. 3.2, 4.1, 

4.3). Die Adäquanz hat demzufolge erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt 

erforderlichen Heilungsprozesses geprüft zu werden, und nicht solange von einer 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung zu 

erwarten ist (Urteil des EVG vom 11. Februar 2004 i/S K. [U 246/03]).

3.3    Den im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Januar 2006 vorliegenden 

ärztlichen Stellungnahmen der Rehaklinik Rheinfelden vom 4. Januar 2006 (UV-act. 64) 

und von Dr. G.___ vom 23. Januar 2006 (UV-act. 67) sind weder zu einem stationären 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin noch zu einer zu erwartenden 

erheblichen Verbesserung klare Äusserungen zu entnehmen.

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3.4    Zwischen dem 29. April und 25. September 2006 unterzog sich die 

Beschwerdeführerin einer interdisziplinären Begutachtung durch das Institut für 

Interdisziplinäre Medizinische Begutachtung (kurz: IIMB), Zürich (UV-act. 140). 

Bezüglich der rechtlichen Würdigung dieser Begutachtung, datiert vom 9. Dezember 

2007, ist festzuhalten, dass das Versicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung 

die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheides in der Regel nach 

dem Sachverhalt beurteilt, der zu jenem Zeitpunkt gegeben war. Massgebend sind die 

rechtserheblichen Tatsachen, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids 

vom 8. Oktober 2007 entwickelt haben (BGE 131 V 243 Erw. 2.1; BGE 121 V 366 Erw. 

1b mit Hinweisen, RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2a). Spätere Arztberichte sind 

somit nicht in die Beurteilung mit einzubeziehen, soweit sie keine Rückschlüsse auf die 

im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation 

erlauben (BGE 121 V 366 Erw. 1 b in fine). Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin ist das Gutachten für die Beurteilung des Gesundheitszustands 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durchaus aktuell. Die persönlichen Explorationen 

der Beschwerdeführerin haben zwischen April und September 2006 stattgefunden, also 

noch vor dem Erlass des Einspracheentscheids vom 8. Oktober 2007 und nur kurze 

Zeit nach der Leistungseinstellung per Ende Januar 2006. Das Gutachten vom 

7. Dezember 2007 ist somit in die rechtliche Würdigung des Sachverhalts mit 

einzubeziehen.

3.5    Zu der im Rahmen des IIMB-Gutachtens durchgeführten rheumatologischen 

Untersuchung vom 15. September 2006 hielt Dr. med. H.___, Facharzt FMH für 

Rheumatologie, Innere Medizin, fest, dass er prognostisch im Zeitpunkt der 

Untersuchung, zweieinviertel Jahre nach dem Unfall, und in Anbetracht der 

dokumentierten kurzen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit damit rechne, dass noch 

eine weitere teilweise Besserung realistisch sei. Ein definitiver Endzustand dürfte nach 

insgesamt etwa drei Jahren erreicht sein (UV-act. 140). In der Gesamtwürdigung der 

Fachgutachten führten Dr. med. J.___ und Dr. med. K.___, beide Neurologie FMH, aus, 

es bestünden mit der ausgeprägten vegetativen Begleitreaktion in der neurologischen 

als auch in der rheumatologischen Untersuchung sowie in der parazervikalen 

Myogelose objektivierbare klinische Zeichen. Zudem bestünden keine Hinweise auf 

unfallfremde Ursachen. Der Unfall sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die einzige 

Ursache der aktuellen Beschwerden. Nur die Schwellungen, die unsystematische 

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Sensibilitätsstörung und die Gewichtszunahme seien höchstens möglicherweise auf 

den Unfall zurückzuführen. Grundsätzlich sei die Prognose gut, eine Arbeitsfähigkeit 

von mindestens 60% sollte im Bereich des Machbaren liegen. Langfristig sei sogar eine 

Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit zu 100% denkbar. Aus psychiatrischer Sicht 

bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (UV-act. 140). Des Weiteren hielten 

die Gutachter ausdrücklich fest, dass der Endzustand noch nicht erreicht sei, da die 

Beschwerdeführerin noch nicht voll austherapiert sei. Grundsätzlich sei eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands noch möglich und bei adäquater Behandlung 

anzunehmen. Aus rheumatologischer und neurologischer Sicht seien diverse 

Massnahmen zu empfehlen (vgl. UV-act. 140/23).

3.6    Das IIMB-Gutachten und die zugehörigen Fachgutachten basieren auf 

eingehenden medizinischen Untersuchungen, enthalten klare und schlüssig begründete 

Diagnosen und sind ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb ihnen volle Beweiskraft 

zukommt. Auf die darin enthaltenen überzeugenden ärztlichen Beurteilungen und die 

gezogenen Schlussfolgerungen kann ohne weiteres abgestellt werden. Dem IIMB-

Gutachten ist zu entnehmen, dass die geklagten Beschwerden zur Zeit der 

Begutachtungen vom 29. April bis 25. September 2006 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit immer noch auf das Unfallereignis zurückzuführen sind und von den 

medizinischen Massnahmen eine namhafte gesundheitliche Verbesserung und dadurch 

eine wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu erwarten 

sei. Wie bereits in Erw. 3.3 ausgeführt, lagen zum Zeitpunkt der Leitungseinstellung 

keine gegenteiligen ärztlichen Beurteilungen vor. Somit ist nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit dargetan, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Januar 

2006 keine unfallkausalen Folgen der Beschleunigungsverletzung vom 7. Juni 2004 

mehr vorgelegen haben und von der Fortsetzung der medizinischen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit zu erwarten 

war. Folglich besteht für einen Fallabschluss per 31. Januar 2006 kein Anlass, weshalb 

unter den gegebenen Umständen die Adäquanzprüfung zu früh erfolgte. Gemäss 

rheumatologischem IIMB-Teilgutachten ist ein Endzustand drei Jahre nach dem 

Unfallereignis zu erwarten. Es bleibt der Beschwerdegegnerin überlassen, in 

medizinischer Hinsicht abzuklären, ob diese Prognose eingetroffen ist.

4.         

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die vorhandenen medizinischen 

Unterlagen nicht geeignet sind, einen Fallabschluss per 31. Januar 2006 zu belegen, 

weshalb die Leistungseinstellung zu diesem Zeitpunkt zu Unrecht erfolgte.

5.         

5.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 8. Oktober 2007 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen 

Leistungen für den am 7. Juni 2004 erlittenen Unfall über den 31. Januar 2006 hinaus 

auszurichten.

5.2    Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Hingegen hat die 

obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung für die Kosten 

der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Unter Berücksichtigung der 

Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des Prozesses rechtfertigt es sich, 

diese auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 8. Oktober 

2007 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der Beschwerdeführerin 

auch über den 31. Januar 2006 hinaus die gesetzlichen Leistungen für den am 7. Juni 

2004 erlittenen Unfall zu erbringen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.        Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.04.2008
	Art. 6 UVG; UVG 19: Die Leistungseinstellung erfolgte zu Unrecht, da die vorliegenden medizinischen Unterlagen den Fallabschluss nicht schlüssig belegen konnten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. April 2008, UV 2007/110).

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		2025-07-19T15:44:25+0200
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