# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40bc79a6-c297-5fcb-b85a-d79e0fc65b2e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240108-O1
**Docket/Reference:** SB240108-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240108-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240108-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, und lic. iur. R. Faga, 

Oberrichterin lic. iur. V. Keller sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw W. Dharshing

Urteil vom 28. April 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A._____,

Beschuldigter und Berufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw, LL.M. X._____, 

betreffend Misswirtschaft etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 14. Dezember 2023 (DG230079)

-   2   -

Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 15. Mai 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 1A).

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 20 S. 47 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







der Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB;

der Unterlassung der Buchführung i.S.v. Art. 166 StGB sowie

der mehrfachen Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Zusatzstrafe von 5 Monaten Freiheitsstrafe 

zu der mit Urteil vom 30. März 2022 des Bezirksgerichts Zürich ausgefällten Strafe.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Der Vollzug der Zusatzstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhande-

nen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 30'000 zu bezahlen.

Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 (B._____) wird nicht eingetreten. 

Auf das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 2 (C._____) wird nicht eingetreten.

Auf das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 3 (D._____) wird nicht eingetreten.

Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich vom 30. März 

2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände lagernd bei der Kantonspolizei 

Zürich, Asservaten Triage, sind an die Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich zwecks 

Beschlagnahme im Verfahren 2021/10032341 zu überlassen:

-

-

Ass.-Nr. A015'878'076: Datensicherung von Apple iPhone 12 pro max, SN: …

Ass.-Nr. A015'878'101: Datensicherung von Apple iMac, SN: …, ModellA1418

-   3   -

9.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

15'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

9'425.25   ehemalige amtliche Verteidigung

150.00   Auslagen (Gutachten);

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

10.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

A._____ auferlegt.

11.

(Mitteilungssatz)

12.

(Neubeurteilungsgesuch)

13.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge

a)

Der Staatsanwaltschaft (Urk. 22 S. 4):

Vollzug der Freiheitsstrafe von 5 Monaten als Zusatzstrafe.

b)

Des Beschuldigten (Urk. 45 S. 1):

1. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich sei 

nicht einzutreten.

2. Eventualiter sei das vorinstanzliche Urteil aufzuheben, das Verfah-
ren an die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich zurückzuwei-
sen und diese anzuweisen, meinem Mandanten eine amtliche Ver-
teidigung zu bestellen und ihn erneut einzuvernehmen.

3. Subeventualiter  sei  die  Berufung  der  Staatsanwaltschaft  III  des 
Kantons Zürich abzuweisen soweit darauf einzutreten sei und das 
Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich  vom  14. Dezember  2023  sei  zu 
bestätigen.

4. Die  Kosten  seien  einschliesslich  derjenigen  für  die  amtliche  Ver-

teidigung auf die Staatskasse zu nehmen.

-   4   -

Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales

1.

Prozessgeschichte

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 14. Dezember 2023 wurde den 

Parteien  am  18. Dezember  2023  schriftlich  im  Dispositiv  eröffnet  (Urk. 14; 

Urk. 16/1-5). Die Staatsanwaltschaft meldete mit Eingabe vom 19. Dezember 2023 

innert Frist Berufung an (Urk. 15).

1.2. Nach  Zustellung  des  begründeten  Urteils  (Urk. 19/1-2)  reichte  die  Staats-

anwaltschaft mit Eingabe vom 13. März 2024 fristgerecht die Berufungserklärung 

ein (Urk. 22). Mit Präsidialverfügung vom 20. März 2024 wurde die Berufungserklä-

rung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO dem Beschuldig-

ten  und  der  Privatklägerschaft  zugestellt,  um  gegebenenfalls  Anschlussberufung 

zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 23). In der 

Folge  liessen  sich  der  Beschuldigte  und  die  Privatklägerschaft  nicht  vernehmen. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  25. April  2024  wurde  Rechtsanwältin  MLaw  X._____ 

als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten bestellt (Urk. 26). Mit Beschluss vom 

23. Juli 2024 wurden die Anträge des Beschuldigten auf Rückweisung des Verfah-

rens und auf Nichteintreten auf die Berufung der Staatsanwaltschaft abgewiesen 

(Urk. 35).  Gleichzeitig  wurde  die  schriftliche  Durchführung  des  Berufungsverfah-

rens angeordnet. Mit Präsidialverfügung vom 26. September 2024 wurde der An-

trag des Beschuldigten auf Durchführung eines mündlichen Berufungsverfahrens 

abgewiesen (Urk. 42). 

1.3. Die  Staatsanwaltschaft  verweist  zur  Berufungsbegründung  auf  ihre  Beru-

fungserklärung  (Urk. 37  i.V.m.  Urk. 22).  Die  Verteidigung  reichte  ihre  Berufungs-

antwort mit Eingabe vom 31. Oktober 2024 innert (erstreckter) Frist ein (Urk. 45). 

2.

Umfang der Berufung

2.1. Die  Staatsanwaltschaft  beschränkt  ihre  Berufung  auf  Dispositiv-Ziff. 3  des 

vorinstanzlichen Urteils und verlangt, dass der Beschuldigte zu einer vollziehbaren 

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Freiheitsstrafe von 5 Monaten als Zusatzstrafe zu verurteilen sei (Urk. 22). Infolge 

Anfechtung des bedingten Strafvollzugs gilt der ganze Strafpunkt als angefochten 

(vgl. BGE 144 IV 383 E. 1.1). Mithin umfasst der Gegenstand des Berufungsver-

fahrens die Strafzumessung und den Vollzug (Dispositiv-Ziff. 2 und 3).

2.2. Unangefochten blieben die Schuldsprüche (Dispositiv-Ziff. 1), die Verpflich-

tung zur Leistung einer Ersatzforderung (Dispositiv-Ziff. 4), der Nichteintretensent-

scheid  betreffend  die  Schadenersatzbegehren  der  Privatkläger  1-3  (Dispositiv-

Ziff. 5-7), der Beschlagnahmeentscheid (Dispositiv-Ziff. 8), sowie die Kosten- und 

Entschädigungsregelung (Dispositiv-Ziff. 9 und 10). In diesem Umfang ist der vor-

instanzliche  Entscheid  in  Rechtskraft  erwachsen,  was  vorab  vorzumerken  ist 

(Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO).

3.

Antrag auf Nichteintreten / Rückweisung

Soweit die Verteidigung mit Berufungsantwort erneut beantragt, auf die Berufung 

sei infolge unterlassener Sicherstellung einer notwendigen Verteidigung nicht ein-

zutreten, eventualiter sei das Verfahren an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen 

(vgl. Urk. 45 S. 2), kann auf die weiterhin zutreffenden Erwägungen im Beschluss 

der  Kammer  vom  23. Juli  2024  verwiesen  werden  (Urk. 35).  Rekapitulierend  ist 

festzuhalten, dass für die Frage der notwendigen Verteidigung – auch bei der Bil-

dung  einer  Zusatzstrafe  –  einzig  auf  das  im  konkreten  Verfahren  zu  erwartende 

Strafmass abzustellen ist. Gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut von Art. 130 lit. b 

StPO  muss  die  beschuldigte  Person  verteidigt  werden,  wenn  "ihr  eine  Freiheits-

strafe von mehr als einem Jahr droht": Im Verfahren, in welchem das Zweiturteil 

ergeht und eine Zusatzstrafe gebildet wird, droht einem Beschuldigten von vorn-

herein  nicht  die  hypothetisch  zu  bildende  Gesamtstrafe,  zumal  diese  nur  ein 

rechnerischer Zwischenschritt zur konkret drohenden Strafe darstellt. Schliesslich 

ist festzuhalten, dass die Frage der notwendigen Verteidigung entgegen der An-

sicht der Verteidigung ebenfalls an das konkret zu erwartende Strafmass anknüpft 

(BGE 143 I 164 E. 2.4.3), weshalb eine allfällige Asperation mit einzubeziehen ist 

und die Summe der Einzelstrafen nicht massgebend sein kann. 

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II.  Strafe

1.

Allgemeines / Strafart

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung ausführlich 

und zutreffend dargelegt (Urk. 20 S. 29-33), worauf verwiesen werden kann. Ange-

sichts  der  wiederholten  Delinquenz  des  Beschuldigten  im  Rahmen  seiner  wirt-

schaftlichen  Tätigkeiten  erscheint  eine  Geldstrafe  bei  keinem  der  vorliegend  zu 

beurteilenden Delikte in spezialpräventiver Hinsicht als zweckmässig. In Überein-

stimmung  mit  der  Vorinstanz  rechtfertigt  es  sich,  für  sämtliche  Delikte  eine  Frei-

heitsstrafe auszusprechen, was von der Verteidigung in zweiter Instanz nicht bean-

standet wurde.

2. Misswirtschaft

Der Konkurs wurde um die Dauer von 2.5 Jahren verschleppt, was zu einer An-

häufung von beträchtlichen Schulden über Fr. 230'000.– führte. Die konkrete Tat 

bewegt sich im untersten Schwerebereich, zumal im Rahmen von Misswirtschaft 

(beispielsweise  bei  umsatzstarken  Unternehmen)  weitaus  höhere  Schulden  auf-

laufen  können.  Der  Beschuldigte  machte  sich  indes  nicht  nur  der  nachlässigen 

Berufsausübung durch Passivität schuldig, sondern er verursachte darüber hinaus 

auch  (aktiv)  unverhältnismässige  Aufwände.  Da  der  Beschuldigte  eventualvor-

sätzlich gehandelt hat, was die objektive Tatschwere leicht relativiert, rechtfertigt 

sich in Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 4 Monaten. 

3.

Unterlassung der Buchführung

Der  Beschuldigte  kam  der  Pflicht  zur  ordnungsgemässen  Buchführung  im  Jahr 

2016  nur  teilweise  und  von  2016  bis  2021  gar  nicht  nach.  Ein  nachvollziehbarer 

Grund, der sein Versäumnis in einem günstigeren Licht erscheinen liesse, ist nicht 

ersichtlich. Eine Einzelstrafe von 2 Monaten Freiheitsstrafe, wie sie die Vorinstanz 

unter  strafmindernder  Berücksichtigung  der  eventualvorsätzlichen  Tatbegehung 

vorsah, erscheint angemessen.

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4. Mehrfache Geldwäscherei

Im Rahmen der Geldwäscherei zum Nachteil des Privatklägers 2 betrieb der Be-

schuldigte einen beträchtlichen Aufwand, um den Deliktsbetrag von Fr. 22'500.– in 

einer Vielzahl von Einzeltransaktionen aufgeteilt zu überweisen. Indes handelte es 

sich nicht um besonders schwer nachvollziehbare Zahlungsströme oder raffinierte 

Geldwäschereistrategien. Eine Einzelstrafe von 3 Monaten ist angemessen. 

Demgegenüber handelte es sich bei der Geldwäscherei zum Nachteil der Privat-

klägerin  1  um  weniger  Tathandlungen,  jedoch  um  einen  etwas  höheren  Delikts-

betrag  von  Fr. 44'443.50.  Im  Umfeld  von  Geldwäschereihandlungen  bewegt  sich 

dieser Deliktsbetrag ebenfalls im unteren Bereich. Zu beachten ist ferner, dass es 

sich bei den Geldwäschereihandlungen zum Nachteil der Privatklägerin 1 ebenfalls 

nicht um ausgeklügelte Verschleierungsmethoden handelte. Eine Einzelstrafe von 

3 Monaten erscheint insgesamt ebenfalls angemessen. 

5.

Asperation

Die Vorinstanz nahm eine gemässigte Asperation der mit Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich vom 30. März 2022 ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 36 Monaten um 

die Hälfte der Einzelstrafen (insgesamt 6 Monate) vor, zumal der Beschuldigte die 

neuen wie die alten Straftaten im Umfeld seiner wirtschaftlichen Tätigkeiten beging 

und überschneidende Tatbestände und Rechtsgutsverletzungen vorliegen. Dieses 

Ergebnis, welches in zweiter Instanz weder von der Staatsanwaltschaft noch von 

der Verteidigung in Frage gestellt wurde, erscheint angemessen und ist zu bestäti-

gen. 

6.

Täterkomponente

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug 

vom 11. September 2018 wegen der Nichtabgabe von Ausweisen zu einer Gelds-

trafe von 5 Tagessätzen sowie einer Busse von Fr. 150.– verurteilt. Wie die Vor-

instanz zu Recht festhielt, ist diese Vorstrafe nicht einschlägig. Ergänzend ist fest-

zuhalten, dass sich eine straferhöhende Berücksichtigung vor allem aufgrund der 

Höhe dieser Vorstrafe verbietet: Bei einer Vorstrafe von 5 Tagessätzen liefe selbst 

-   8   -

eine marginale Erhöhung der Freiheitsstrafe auf eine Doppelbestrafung hinaus (vgl. 

Urteil  6B_325/2013  vom  13. Juni  2013  E. 4.3.3.,  rechtswidrige  Doppelbestrafung 

angenommen bei Straferhöhung um 30 Monate infolge Vorstrafen in der Höhe von 

34 Monaten). Mit der Vorinstanz ergibt sich aus der Biografie des Beschuldigten 

(auch)  ansonsten  nichts  Relevantes  für  die  Strafzumessung.  Die  vorinstanzliche 

Strafminderung um einen Monat für das Geständnis ist angemessen und zu über-

nehmen.

7.

Fazit

Der Beschuldigte ist mit einer Freiheitsstrafe von 5 Monaten als Zusatzstrafe zu der 

mit  Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich  vom  30. März  2022  ausgefällten  Freiheits-

strafe zu bestrafen. 

III.  Vollzug

1.

Die Vorinstanz verwies bezüglich des Grundsatzes der Unabänderlichkeit des 

rechtskräftigen Ersturteils sowie der selbständigen Beurteilung des Zweitgerichts 

hinsichtlich Art, Dauer und Vollzugsform der Strafe auf den Leitentscheid BGE 142 

IV 265. Dabei gab sie die entscheidende Erwägung verkürzt wieder, weshalb sie 

einen  unzutreffenden  Schluss  daraus  zog.  Die  vollständige  Erwägung  lautet  wie 

folgt (BGE 142 IV 265 E. 2.4.6, Hervorhebung nicht im Original): 

"Zwar sind die Grundstrafe und die Strafe für die neu zu beurteilenden Delikte 

unabhängige Strafen und das Zweitgericht ist hinsichtlich Art, Dauer und Vollzugs-

form der Strafe für die von ihm zu beurteilenden Straftaten frei und durch die Grund-

strafe (im Voraus) nicht eingeschränkt. Liegen jedoch die Voraussetzungen für eine 

Zusatzstrafe vor, entfaltet die rechtskräftige Grundstrafe für das Zweitgericht inso-

weit Bindungswirkung, als im Rahmen der gedanklich zu bildenden hypothetischen 

Gesamtstrafe die Ober- und Untergrenze der verschiedenen Strafarten einzuhalten 

sind  und  die  hypothetische  Gesamtstrafe  die  Vollzugsform  der  Zusatzstrafe  be-

stimmt  (KOCH,  a.a.O.,  S. 198  f.  mit  Hinweisen;  ACKERMANN,  a.a.O,  N. 177  zu 

Art. 49 StGB)." 

-   9   -

2.

Daraus ergibt sich, dass das Zweitgericht die Vollzugsfrage zwar grundsätz-

lich unabhängig vom Erstgericht beurteilt, dies aber nur in den Fällen, in denen sich 

die Frage der Vollzugsartwahl (im Rahmen der hypothetischen Gesamtstrafe) über-

haupt  stellt.  Vorliegend  beträgt  die  hypothetische  Gesamtstrafe  41  Monate  Frei-

heitsstrafe, weshalb sich die Frage der Vollzugsartwahl von Gesetzes wegen nicht 

stellt (vgl. Art. 42 und Art. 43 StGB e contrario). Vor diesem Hintergrund braucht 

auf die Ausführungen der Verteidigung (Urk. 45 S. 3) zur Legalprognose nicht ein-

gegangen zu werden. Die heute auszusprechende Freiheitsstrafe von 5 Monaten 

ist demnach zu vollziehen.

IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

1.1. Die  Kosten  des  zweitinstanzlichen  Verfahrens  haben  die  Parteien  nach 

Massgabe  ihres  Obsiegens  und  Unterliegens  zu  tragen  (Art. 428  Abs. 1  StPO). 

Inwiefern  eine  Partei  im  Sinne  dieser  Bestimmung  obsiegt  oder  unterliegt,  hängt 

davon  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  im  Berufungsverfahren  gestellten  Anträge 

gutgeheissen werden (Urteil 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.). 

1.2. Die  Entscheidgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'000.–  zu 

veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. b GebV OG).

1.3. Die Staatsanwaltschaft setzt sich mit ihrem Antrag auf Vollzug der Freiheits-

strafe  gegen  den  Beschuldigten  durch,  weshalb  die  Kosten  des  Berufungs-

verfahrens,  ausgenommen  jener  der  amtlichen  Verteidigung,  dem  Beschuldigten 

aufzuerlegen sind. 

2.

2.1. Die amtliche Verteidigung macht für ihre Aufwendungen und Barauslagen im 

Berufungsverfahren den Betrag von Fr. 11'105.10 (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 46). 

-   10   -

2.2. Grundlage für die Festsetzung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

bilden  die  Bedeutung  des  Falls,  die  Verantwortung  und  der  notwendige  Zeitauf-

wand der Anwältin oder des Anwalts sowie die Schwierigkeit des Falls (§ 2 Abs. 2 

lit. b–e AnwGebV). Nach § 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV beträgt die Grundgebühr für 

die Führung eines Strafprozesses einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrags 

und Teilnahme an der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht in der Regel Fr. 1'000.– 

bis Fr. 28'000.–. Im Berufungsverfahren wird die Gebühr grundsätzlich nach den 

für die Vorinstanz geltenden Regeln bemessen. Dabei wird auch berücksichtigt, ob 

das  Urteil  vollumfänglich  oder  nur  teilweise  angefochten  worden  ist  (§  18  Abs. 1 

AnwGebV). 

2.3. Gegenstand  des  Berufungsverfahrens  waren  im  Wesentlichen  die  zwei 

Rechtsfragen, ob in der Untersuchung bzw. vor Vorinstanz ein Fall der notwendigen 

Verteidigung  vorlag  und  ob  eine  Zusatzstrafe  von  5  Monaten  Freiheitsstrafe  bei 

einer  hypothetischen  Gesamtfreiheitsstrafe  von  41  Monaten  zu  vollziehen  ist. 

Insbesondere stand der Schuldpunkt, dessen Anfechtung im Berufungsverfahren 

regelmässig  eine  aufwendige  Auseinandersetzung  mit  der  Beweislage  und  der 

vorinstanzlichen  Beweiswürdigung  erfordert,  nicht  zur  Disposition.  Vor  diesem 

Hintergrund und da es sich um ein schriftlich geführtes Berufungsverfahren handelt 

(weshalb  Aufwendungen  in  Zusammenhang  mit  dem  Besuch  der  Verhandlung 

entfielen) ist von einer Entschädigung im untersten Bereich des Gebührenrahmens 

auszugehen.  Dieser  Befund  akzentuiert  sich  mit  Blick  auf  die  Schwierigkeit  des 

Falls  und  die  eindeutige  rechtliche  Ausgangslage,  die  sich  bezüglich  der  Voll-

zugsfrage gemäss der publizierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 142 

IV 265 E. 2.4.6; bestätigt in BGE 147 IV 108 E. 3.5.1) präsentierte. Demgegenüber 

ist  dem  Umstand,  dass  die  amtliche  Verteidigung  erst  im  Berufungsverfahren 

hinzugetreten  ist,  mit  einer  Erhöhung  der  Entschädigung  gegenüber  anderen 

vergleichbaren (eng umgrenzten, schriftlichen) Berufungsverfahren Rechnung zu 

tragen.  Insgesamt  erscheint  eine  pauschale  Entschädigung  von  Fr. 7'000.–  (inkl. 

MwSt.) für das Berufungsverfahren als angemessen.

-   11   -

3.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, 

wobei die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO 

vorbehalten bleibt.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 14. Dezember 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

der Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB;

der Unterlassung der Buchführung i.S.v. Art. 166 StGB sowie

der mehrfachen Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB.







(…)

(…)

Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhande-

nen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 30'000 zu bezahlen.

Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 (B._____) wird nicht eingetreten. 

Auf das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 2 (C._____) wird nicht eingetreten.

Auf das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 3 (D._____) wird nicht eingetreten.

Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich vom 30. März 

2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände lagernd bei der Kantonspolizei 

Zürich, Asservaten Triage, sind an die Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich zwecks 

Beschlagnahme im Verfahren 2021/10032341 zu überlassen:

-

-

Ass.-Nr. A015'878'076: Datensicherung von Apple iPhone 12 pro max, SN: …

Ass.-Nr. A015'878'101: Datensicherung von Apple iMac, SN: …, ModellA1418

-   12   -

9.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

15'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

9'425.25   ehemalige amtliche Verteidigung

150.00   Auslagen (Gutachten);

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

10.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

A._____ auferlegt.

11.

(Mitteilungssatz)

12.

(Neubeurteilungsgesuch)

13.

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung mit nachfolgendem Urteil und an die 

Privatklägerschaft. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 5 Mona-

ten als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

2.

3.

30. März 2022 ausgefällten Freiheitsstrafe.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

7'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt)

30.–   Publikationskosten (Präs.Verf. v. 20.03.24)

-   13   -

4.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

aAbs. 4 StPO vorbehalten.

5.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

das Bundesamt für Polizei fedpol, Meldestelle für Geldwäscherei 
MROS

die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

-   14   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 28. April 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw W. Dharshing