# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77870e11-54a1-513b-9516-562a44e19684
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 08.12.2023 SK1 2022 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2022-59_2023-12-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 08. Dezember 2023

Referenz SK1 22 59

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Gabriel, Aktuarin

Parteien A._____
Privatkläger

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

B._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter
Vasarauls 11, 7084 Brienz/Brinzauls GR

Gegenstand Drohung etc.

Anfechtungsobj. Urteil des Regionalgerichts Albula vom 23.08.2022, mitgeteilt am 
27.10.2022 (Proz. Nr. 515-2022-7)

Mitteilung 04. September 2024

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Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (fortan: Staatsanwaltschaft) erhob am 
24. März 2022 gegen B._____ (fortan: Beschuldigter) Anklage und beantragte, der 
Beschuldigte sei der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, der Dro-
hung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 
StGB und der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Ver-
bindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen. Dafür sei er mit einer 
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 250.00, bedingt aufgeschoben bei einer 
Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse in der Höhe von CHF 3'500.00 zu bestra-
fen, an deren Stelle bei schuldhafter Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
14 Tagen trete. Kostenfolge sei die gesetzliche.

B. Das Regionalgericht Albula sprach den Beschuldigten am 23. August 2022 
in allen Punkten frei. Die Zivilklage des Privatklägers C._____ wurde auf den Zi-
vilweg verwiesen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 10'470.00 (Unter-
suchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft von CHF 2'970.00, Ge-
richtsgebühren für das begründete Urteil von CHF 7'500.00) wurden dem Kanton 
Graubünden auferlegt. Der Beschuldigte wurde mit CHF 6'802.20 (inkl. Auslagen 
und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

C. Gegen dieses Urteil meldete der Privatkläger C._____ am 9. September 
2022 beim Regionalgericht Albula Berufung an. Die Berufungserklärung wurde 
dem Kantonsgericht von Graubünden am 26. September 2023 eingereicht.

D. Mit Verfügung vom 16. Dezember 2022 forderte der Vorsitzende der 
I. Strafkammer den Privatkläger zur Leistung einer Sicherheit in Höhe von 
CHF 4'000.00 auf.

E. Die Staatsanwaltschaft erklärte mit Schreiben vom 13. Januar 2023, auf 
eine Stellungnahme zu verzichten (Art. 400 Abs. 3 StPO).

F. Am 6. Dezember 2023 fand vor dem Kantonsgericht die Berufungsverhand-
lung statt. Die Staatsanwaltschaft verzichtete vorgängig auf die Teilnahme. An-
lässlich der Berufungsverhandlung stellten die Parteien die folgenden Anträge:

Der Beschuldigte:

1. Die Berufung des Privatklägers sei unter Bestätigung des angefochte-
nen Urteils abzuweisen und der Angeklagte sei von Schuld und Strafe 
freizusprechen.

2. Die Zivilklage von Herrn C._____ sei unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten des Privatklägers abzuweisen bzw. auf den Zi-
vilweg zu verweisen.

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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. gesetzliche MwSt. zu 
Lasten des Privatklägers, ev. des Staates.

Der Privatkläger:

1. Der Beschuldigte sei der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB, der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeiten 
gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB und der Verletzung der Verkehrsregeln 
gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG 
schuldig zu sprechen. 

2. Dafür sei er mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 
CHF 250.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, 
und einer Busse in der Höhe von CHF 3'500.00 zu bestrafen. Bei 
schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfrei-
heitsstrafe von 14 Tagen. 

3. Darüber hinaus sei der Beschuldigte zu verpflichten, A._____ für Aus-
lagen und die Kosten für die Teilreparatur des Zahnimplantates eine 
Entschädigung per Saldo von CHF 3'500.00 zu bezahlen.

4. Zudem hat das Gericht die Sicherheitsleistung von CHF 4'000.00 
zurück zu erstatten.

5. Kostenfolge sei die Gesetzliche.

H. Das Urteil wurde den Parteien im Anschluss an die Verhandlung schriftlich 
im Dispositiv eröffnet.

Erwägungen

1. Formelles

1.1. Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Albu-
la ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO die Berufung zulässig. Die Anmeldung der Be-
rufung an das erstinstanzliche Gericht sowie die darauffolgende Berufungser-
klärung an das Kantonsgericht erfolgten entsprechend Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 
StPO rechtzeitig (act. A.2; RG act. 4). 

1.2. Ein Rechtsmittel ergreifen kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Partei ist neben der beschuldigten Person und der Staatsanwaltschaft 
auch die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO). Insofern ist abgesehen vom 
Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft die Konstituierung als Privatkläger-
schaft erforderlich, um Parteistellung zu erlangen. Als Privatklägerschaft gilt die 
geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- 
oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt 
die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist 
(Art. 115 Abs. 1 StPO). Die Voraussetzung der unmittelbaren Rechtsverletzung 
knüpft an den Rechtsgutbegriff an. Unmittelbar verletzt ist nach Rechtsprechung 

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und herrschender Auffassung der Träger des durch die verletzte Strafnorm 
(mit-)geschützten Rechtsguts, wer also unter den Schutzbereich der verletzten 
Strafnorm fällt (Goran Mazzucchelli / Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung/Jugend-
strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 21 zu Art. 115 StPO). Schützt die 
verletzte Strafnorm ausschliesslich kollektive Interessen, fehlt es an einer geschä-
digten Person (Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., N 68 zu Art. 115 StPO). Werden 
durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, d.h. bei Straftaten gegen 
kollektive Interessen, private Interessen auch, aber bloss mittelbar beeinträchtigt, 
so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO (BGE 
141 IV 454 E. 2.3.1 m.w.H.; BGer 1B_96/2018 v. 24.5.2018 E. 2.1). Werden aber 
auch individuelle Rechtsgüter zumindest nachrangig oder als Nebenzweck mitge-
schützt, selbst wenn der Straftatbestand in erster Linie dem Schutz von kollektiven 
Rechtsgütern dient, und ist darüber hinaus ihre Verletzung eine unmittelbare Folge 
der tatbestandsmässigen Handlung, d. h. das mitgeschützte Individualrechtsgut 
wird durch die Tathandlung konkret angegriffen, liegt eine Geschädigtenstellung 
vor (Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., N 21 und 68 zu Art. 115 StPO).

1.3. C._____ hat sich als Privatkläger konstituiert (StA act. 1.7) und beantragt 
berufungsweise unter anderem, der Beschuldigte sei der Verletzung der Verkehrs-
regeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig 
zu sprechen (act. A.2). Die Staatsanwaltschaft begründete diesen Anklagepunkt 
damit, dass der Beschuldigte bei seiner Fahrt vom 19. März 2020, um ca. 14.40 
Uhr, mit dem Quad BRP/Can-Am Outlander 6x6, Kontrollschild D._____, auf der 
Waldstrasse im Gebiet E._____, Gemeindegebiet F._____, pflichtwidrig das Si-
gnal "Verbot für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder" (Sig 2.14) mit der 
Zusatztafel "Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr sowie Anwohner gestattet" 
missachtet habe (StA act. 1.59). Nach der Rechtsprechung ist das von Art. 90 
Abs. 1 SVG unmittelbar geschützte Rechtsgut der reibungslose Ablauf der Fort-
bewegung auf öffentlichen Strassen. Individualinteressen wie Leib und Leben oder 
das Eigentum bzw. Vermögen werden nur mittelbar geschützt (BGE 138 IV 258; 
Viktor Lieber, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl. Zürich 2020, N 3b zu 
Art. 115 StPO). Dem Privatkläger fehlt es in diesem Punkt folglich an der Geschä-
digtenstellung, weshalb ihm in diesem Punkt keine Parteistellung zukommt und er 
diesbezüglich zur Einlegung eines Rechtsmittels nicht legitimiert ist. Soweit der 
Privatkläger also ein Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG beantragt, ist auf die 
Berufung nicht einzutreten. Im Übrigen ist auf die Berufung einzutreten.

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1.4. Soweit das Berufungsgericht auf die Berufung eintritt, fällt es ein neues Ur-
teil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO). Das Berufungsge-
richt entscheidet dabei mit voller Kognition. Es überprüft das erstinstanzliche Urteil 
grundsätzlich in allen angefochtenen Punkten umfassend und frei (vgl. Art. 398 
Abs. 2 StPO; zu den Ausnahmen vgl. Art. 398 Abs. 4 und 5 StPO). Mit der Beru-
fung gerügt werden können dementsprechend und gemäss Art. 398 Abs. 3 lit. a 
bis c StPO Rechtsverletzungen (einschliesslich Ermessensüberschreitung und 
Ermessensmissbrauch sowie Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung), die 
unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemes-
senheit. Das Berufungsgericht beschränkt sich nicht darauf, einzig nach Fehlern 
des erstinstanzlichen Gerichts zu suchen und diese zu beanstanden, sondern 
führt vielmehr selbständig eine Hauptverhandlung durch und entscheidet in eige-
ner Verantwortung aufgrund seiner freien, aus den Akten, eigener Beweisaufnah-
men und der Verhandlung geschöpften Überzeugung (Jürg Bähler, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung/Jugendstrafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 1 zu Art. 398 StPO).

2. Grundsätze der Beweiswürdigung

2.1. Bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung gilt jede Person als unschuldig. Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 1 und 3 StPO). Die genannte Bestimmung 
operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsvermutung 
(in dubio pro reo) gemäss Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK. Sie verbietet 
es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestandes von einem belastenden 
Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise 
ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht 
hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünfti-
gerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit 
genügt somit nicht. Auf der anderen Seite kann auch keine absolute Gewissheit 
verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind kaum je ganz auszuräu-
men. 

2.2. Die Beweiswürdigung als solche wird vom Grundsatz der freien und umfas-
senden Beweiswürdigung beherrscht, welche in Art. 10 Abs. 2 StPO normiert ist. 
Danach würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-
fahren gewonnenen Überzeugung. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei 
von Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewis-
senhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine 

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Tatsache für bewiesen halten (BGE 127 IV 172 E. 3a). Dabei sind sie freilich nicht 
nur der eigenen Intuition verpflichtet, sondern auch an (objektivierende) Denk-, 
Natur- und Erfahrungssätze sowie wissenschaftliche Erkenntnissätze gebunden. 
Solange das Sachgericht den Standards der Beweiswürdigung folgt, hat es einen 
weiten Ermessensspielraum. Die Unschuldsvermutung wird erst anwendbar, 
nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben 
und ausgewertet worden sind. Insoweit stellt er gerade keine Beweiswürdigungs-
regel dar. Im Falle einer uneinheitlichen, widersprüchlichen Beweislage muss das 
Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegeneinander abwägen und als Resultat 
dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Dieses kann je nach Würdigung 
als gesichert erscheinen, sofern die Widersprüche bereinigt werden konnten – 
oder aber mit Unsicherheiten behaftet bleiben. Das Beweisergebnis kann aber 
auch deswegen zweifelhaft sein, weil es im Kontext der feststehenden Tatsachen 
verschiedene Deutungen zulässt und damit verschiedene Sachverhaltsvarianten 
in den Raum stellt. Erst bei der Beurteilung des Resultats der Beweisauswertung – 
beim auf die freie Beweiswürdigung folgenden Schritt vom Beweisergebnis zur 
Feststellung derjenigen Tatsachen, aus denen sich das Tatsachenfundament ei-
nes Schuldspruchs zusammensetzt – kommt die Unschuldsvermutung zum Tra-
gen (zum Ganzen BGE 144 IV 345 E. 2.2.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen).

2.3. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt. Indizien (Anzei-
chen) sind Hilfstatsachen, die, wenn selber bewiesen, auf eine andere, unmittelbar 
rechtserhebliche Tatsache schliessen lassen. Der erfolgreiche Indizienbeweis be-
gründet eine der Lebenserfahrung entsprechende Vermutung, dass die nicht be-
wiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein betrachtet deuten Indizien jeweils 
nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache hin. Ge-
meinsam – einander ergänzend und verstärkend – können Indizien aber zum 
Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach der allgemeinen Le-
benserfahrung gegeben sein muss (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4 m.w.H.)

2.4. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtlicher Umstände, die sich 
aus den Akten ergeben (BGer 6B_738/2018 v. 27.3.2019 E. 1.3.1; 6B_653/2016 v. 
19.1.2017 E. 3.2), zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wo-
bei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit 
der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Es ist dabei zwischen der Glaub-
würdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. 
Bedeutsam für die Wahrheitsfindung ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussa-
ge, die durch methodische Analyse ihres Inhalts (Vorhandensein von Realitätskri-
terien, Fehlen von Fantasiesignalen) darauf zu überprüfen ist, ob die auf ein be-

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stimmtes Geschehen bezogenen Angaben auf ein tatsächliches Erleben der be-
fragten Person zurückgehen (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 
5). Entscheidend ist, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Um-
stände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aus-
sage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Es wird zunächst da-
von ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, und erst, 
wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitäts-
kriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem wirkli-
chen Erleben entspricht und wahr ist (BGer 6B_1020/2021 v. 25.1.2022 E. 2.3.2 
m.w.H.).

2.5. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen 
Eigenschaft kommt bei der Würdigung von Aussagen kaum mehr relevante Be-
deutung zu (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3). Die prozessuale Stellung der aussagenden 
Person sowie ihre persönlichen Beziehungen und Bindungen (Verwandtschaft, 
Freundschaft, Feindschaft) zu den übrigen Prozessbeteiligten sind als Kriterien zur 
sachgerechten Würdigung der Aussagen jedoch nicht auszublenden. Vielmehr 
kann basierend darauf beurteilt werden, ob und gegebenenfalls in welchem Masse 
die aussagende Person am Ausgang des Verfahrens interessiert ist (Andreas Do-
natsch, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweize-
rischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 19 zu Art. 177 StPO).

3. Anklageschrift

Der Anklageschrift vom 22. März 2022 wurde der folgende Sachverhalt zugrunde 
gelegt: Am 19. März 2020, um ca. 14.40 Uhr, sei der Beschuldigte mit dem Quad 
BRP/Can-Am Outlander 6x6, Kontrollschild D._____, auf Gemeindegebiet 
F._____ auf der Waldstrasse im Gebiet E._____ gefahren. Gleichzeitig sei auch 
der Privatkläger auf dieser Strasse als Fussgänger mit seinem Hund unterwegs 
gewesen. Als der Privatkläger bemerkt habe, dass der Beschuldigte herangefah-
ren sei, habe er diesem zugerufen und gestikuliert, er solle nicht so schnell fahren. 
Daraufhin habe der Beschuldigte auf Höhe von C._____ angehalten, sei vom 
Quad abgestiegen und habe sich zu ihm hinbegeben. Dann habe der Beschuldigte 
dem Privatkläger mitgeteilt, es sei sein Wald, er habe hier nichts zu suchen. Wei-
ter habe er ihm gedroht, die Zähne auszuschlagen. Der Privatkläger habe dann 
sein Mobiltelefon aus der Hosentasche genommen. Als der Beschuldigte das be-
merkt habe, sei er zum Quad gegangen und habe die Kontrollschilder entfernt. 
Anschliessend sei er zu C._____ getreten und habe diesen mit beiden Händen 
gegen die Brust gestossen, so dass dieser das Gleichgewicht verloren habe und 
ca. 25 bis 30 Meter den steilen Abhang hinuntergefallen sei. Dadurch habe er vor-

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schriftswidrig das allgemein übliche sowie gesellschaftlich geduldete Mass physi-
scher Einwirkung überschritten. Im Anschluss habe sich der Beschuldigte von der 
Örtlichkeit entfernt. Durch den Sturz sei das Oberkieferimplantat im Wert von CHF 
9'995.50 von C._____ irreparabel beschädigt worden, was der Beschuldigte auf-
grund des für ihn erkennbaren Alters des Opfers mit seinem Stoss zumindest in 
Kauf genommen habe (StA act. 1.59).

4. Sachverhalt

4.1. Nebst den Aussagen, auf die noch einzugehen sein wird, stellt die Staats-
anwaltschaft ihren Vorwurf auf ein Foto ab, welches der Privatkläger während der 
Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten gemacht haben will (StA act. 3.2, Fo-
tos 5 und 6). Das Foto zeigt den vorderen Teil eines Quads mit Fahrer. Als erstellt 
gilt, dass es sich bei dem Fahrzeug um dasjenige des Beschuldigten handelt. Das 
ergibt sich zum einen aus der Gegenüberstellung des Fotos mit den im polizeili-
chen Ermittlungsverfahren erstellten Vergleichsfotos (vgl. StA act. 3.2, Fotos 7 und 
8). Auf beiden Fotos ist ein schwarzer "Outlander 6x6" mit den gleichen spezifi-
schen Merkmalen erkennbar. Zum anderen erklärte der Privatkläger anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme am 25. März 2020, dass er sich die ersten drei von 
sechs Zahlen des Nummernschilds habe merken können. Die ersten drei Zahlen 
seien "___" gewesen (StA act. 3.5, Fragen 1 und 5). Rund ein Jahr später, am 18. 
März 2021, wiederholte der Privatkläger diese Aussage anlässlich der Konfron-
teinvernahme, indem er ausführte, er habe einzig gewusst, dass es sich um ein 
schwarzes Quad gehandelt habe "mit dem Kontrollschild mit einer Zahl von 
______ und etwas" (StA act. 3.11). Selbige Aussage machte der Privatkläger an 
der Berufungsverhandlung nochmals (act. H.2, Frage III.1). Hinzu kommt, dass 
der Beschuldigte seinerseits nicht in Abrede gestellt hat, dass es sich bei dem auf 
dem Foto ersichtlichen Quad um sein Fahrzeug beziehungsweise dasjenige seiner 
Firma, der G._____ SA, handelt (act. H.4; StA act. 3.11, Frage 7). Folglich beste-
hen keine Zweifel darüber, dass die Firma des Beschuldigten, die G._____ SA, 
Halterin des auf dem Foto ersichtlichen Quad, ist.

4.2. Nicht erkennbar ist selbst auf der vergrösserten und bearbeiteten Version 
des Fotos allerdings die Person des Fahrers. Auszumachen sind lediglich einzelne 
spezielle Kleidungsstücke (blau-weiss gestreifte Socken, orange-braune Schuh-
bändel) und die Statur als Signalemente (StA act. 3.3). Unerkennbar ist insbeson-
dere das Gesicht des Fahrers. Die erstellten Vergleichsfotos, welche den Be-
schuldigten auf dem Quad zeigen, helfen in dieser Hinsicht nicht weiter. Wie die 
Vorinstanz zu Recht ausführt, mag die Statur und Grösse des Beschuldigten auf 
dem Vergleichsfoto ungefähr derjenigen der auf dem Foto ersichtlichen Person 

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entsprechen. Lediglich dieses Indiz der ähnlichen Statur und Grösse des Beschul-
digten und der auf dem Foto sichtbaren Person genügt freilich nicht, um die Per-
son auf dem Foto als den Beschuldigten zu identifizieren. Es fehlt zudem an ande-
ren Umständen, aufgrund derer zwingend darauf zu schliessen wäre, dass es sich 
bei der auf dem Foto abgebildeten Person um den Beschuldigten handeln muss. 
Der Beschuldigte erklärte konstant und wiederholt – so auch anlässlich der Beru-
fungsverhandlung –, dass das Quad im fraglichen Zeitpunkt in der Garage des 
Campingplatzes H._____ abgestellt gewesen sei. Rund 20 Arbeiter hätten Zugang 
zu dieser Garage gehabt, welche mit der Eingabe einer Zahlenkombination habe 
geöffnet werden können. Auch seien diese Personen zur Benutzung des Fahr-
zeugs befugt gewesen (act. H.4, Fragen V.5 und V.6; RG act. 6, Frage 6; StA 
act. 3.1; 3.6, Frage 7; 3.11, Frage 6). Der Schlüssel des Quads habe sich in einer 
vorne am Fahrzeug angebrachten Box befunden (act. H.4, Frage V.8). Damit übe-
rein stimmt die Feststellung der Polizei, wonach das Quad beim Camping H._____ 
in einer Garage stehe, welche mittels Zahlenkombination geöffnet werden könne 
(StA act. 3.6, Frage 7). Dafür, dass ein grösserer Personenkreis Zutritt zur Garage 
hatte, spricht auch die in der polizeilichen Einvernahme vom 8. Mai 2020 vom 
Bruder des Beschuldigten, I._____, getätigte Aussage. So führte er aus, dass "vie-
le" Zutritt zur Garage beim Camping gehabt hätten, was ihn immer wieder aufrege. 
Sein Bruder lasse vielen Leuten einfach den Zutritt und habe kein System. Die 
Leute würden diverse Maschinen nehmen, gebrauchen und diese teilweise defekt 
oder ohne Benzin zurückstellen. Er selbst müsse seinen dort parkierten Werk-
zeugtrolly immer abschliessen (StA act. 3.9). Nach alledem ist denkbar, dass eine 
Person von ähnlicher Statur und Grösse wie der Beschuldigte am 19. März 2023 
das Quad behändigt hat. Fest steht aufgrund des vom Privatkläger erstellten Fotos 
einzig, dass darauf das Quad des Beschuldigten ersichtlich ist. Nicht erstellt ist 
dagegen, dass es sich bei der darauf ersichtlichen Person um den Beschuldigten 
handelt.

4.3. Der Privatkläger schilderte anlässlich der Berufungsverhandlung, die ermit-
telnden Polizisten hätten ihm erklärt, dass sie den Beschuldigten als Halter des 
auf dem Foto ersichtlichen Fahrzeugs identifiziert hätten und dieser wahrschein-
lich auch der Lenker gewesen sei. Zudem habe eine Bekannte des Beschuldigten 
diesen auf dem Foto eindeutig erkannt. Die Polizisten hätten ihm gesagt, er solle 
Strafanzeige machen, so der Privatkläger. Aus seiner Sicht sei eigentlich alles be-
legt gewesen (act. H.2, Frage III.1). Für den Privatkläger war die Täterschaft des 
Beschuldigten also zuerst belegt. Dass er den Täter anlässlich eines späteren 
Aufeinandertreffens im Rahmen der Ermittlungen aus eigener Wahrnehmung als 
Täter wiedererkannt und identifiziert hätte, erklärte der Privatkläger nicht von sich 

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aus, als er die Geschehnisse aus seiner Sicht rekapitulierte. Erst auf Nachfrage 
des Vorsitzenden hin sagte er, den Beschuldigten eindeutig als Täter zu erkennen. 
Dies anhand seiner "ganzen Physiognomie". Das sehe man auch auf dem Foto 
(act. H.2, Fragen III.2 und III.3). Anderweitige konkrete Merkmale, anhand derer er 
den Beschuldigten als Täter identifizierte, führte der Privatkläger nicht an. Sowohl 
in der polizeilichen Einvernahme vom 25. März 2020 als auch in der staatsanwalt-
schaftlichen Konfronteinvernahme vom 18. März 2021 konnte der Privatkläger 
einzig beschreibende Angaben zum Körperbau des Täters machen, abgesehen 
davon jedoch keine weiteren Merkmale anführen, anhand derer die Identifikation 
möglich wäre (StA act. 4.2, Frage 3; 3.11, Frage 5). In der genannten Konfrontein-
vernahme antwortete der Privatkläger auf die Frage des Beschuldigten, ob er nach 
wie vor glaube, dass er der Fahrer des Quads gewesen sei, wie folgt: "Ich denke, 
die Umstände weisen darauf hin" (act. 3.11, Frage 11). Auf die Frage, ob es sich 
beim anwesenden Beschuldigten um den Fahrer des Quads handle, antwortete er, 
dass er dies annehme (StA act. 3.11, Frage 14). Diese Aussagen lassen darauf 
schliessen, dass auch der Privatkläger selbst nicht zweifelsfrei davon überzeugt 
war, dass es sich beim Beschuldigten um den Quadfahrer handelt. Darauf deutet 
auch die in der Berufungsverhandlung getätigte Aussage des Privatklägers hin, 
wonach der Beschuldigte als Halter wissen müsse, wer mit dem Fahrzeug fahre, 
wer das Fahrzeug benützt habe. Als Halter sei er auch verantwortlich für Übertre-
tungen, die mit diesem Fahrzeug gemacht würden. […] Es sei bewiesen, dass das 
Fahrzeug Herrn B._____ gehöre (act. H.2, Frage III.1). Zu berücksichtigen sind 
zudem die von der Vorinstanz zu Recht ins Feld geführten Widersprüche in den 
Aussagen des Privatklägers (act. E.1, E. 3.3.2). Insbesondere waren die Angaben 
zum Zeitpunkt, in dem der Privatkläger das Foto geschossen haben will, nicht 
konsistent. So beschrieb er in der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme, dass er die Fotos dann gemacht habe, als sich der Quadfahrer – nach-
dem er vom Fahrzeug abgestiegen und sich zu ihm hinbewegt hatte – wieder zum 
Fahrzeug zurückkehrte, um die Nummernschilder zu demontieren. Nach der De-
montage sei der Beschuldigte wieder auf ihn zugekommen und habe ihn den Ab-
hang hinuntergestossen (StA act. 3.5, Frage 2; 3.11, Frage 3). Dazu passt aller-
dings nicht, dass die Person auf dem Foto auf dem Quad sitzt und nicht etwa da-
neben steht. In Abweichung zu seinen früheren Aussagen erklärte der Privatkläger 
in der Berufungsverhandlung denn auch, dass er das Foto zu Beginn des Vorfalls 
gemacht habe, als der Beschuldigte auf dem Quad sitzend auf ihn zugefahren sei, 
wobei sein Hund weggesprungen sei. Das sei auf dem Foto erkennbar (act. H.2, 
Frage III.1). Auf die weiteren von der Vorinstanz aufgezeigten Widersprüchlichkei-
ten in den Aussagen des Privatklägers kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 
StPO; act. E.1, E. 3.3.2). 

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4.4. Die Aussagen des Privatklägers zur Person des Quadfahrers sind zu wenig 
klar und überzeugend, als dass sie zweifelsohne den Schluss zuliessen, dass es 
sich beim Beschuldigten um den auf dem Foto ersichtlichen Quadfahrer handelt.

4.5. Der Beschuldigte selbst gab konsistent an, das Quad nicht gefahren zu ha-
ben und im Zeitpunkt, zu dem sich der Vorfall ereignet haben soll, nicht im betref-
fenden Gebiet gewesen zu sein (StA act. 3.10, Frage 2 f.; RG act. 6, Frage 3.1). 
Dabei bleib er auch im Berufungsverfahren (act. H.4, Frage V.3 f.) 

4.6. J._____ erklärte in der polizeilichen Einvernahme vom 30. März 2020 auf 
Vorhalt des Fotos hin, aufgrund des Gesamterscheinungsbildes den Beschuldig-
ten darauf zu erkennen (StA act. 3.7, Frage 9). Demgegenüber sagte sie in der 
Zeugeneinvernahme vom 18. Oktober 2021 auf erneuten Vorhalt des Fotos, man 
sehe nicht gut, wer darauf abgebildet sei. Die Postur könne diejenige des Be-
schuldigten sein. Sie sei sich aber wirklich nicht sicher (StA act. 3.14, Frage 2). Zu 
berücksichtigen ist ferner, dass J._____ in der Einvernahme vom 30. März 2020 
aussagte, den Beschuldigten am 19. März 2020 um 14.00 Uhr getroffen zu haben. 
Zuerst hätten sie 15.00 Uhr vereinbart, diesen Termin indes gestrichen und 14.00 
Uhr vereinbart. Er habe "businesslike" Kleidung getragen und sei mit dem Merce-
des erschienen (StA act. 3.7, Frage 10). Damit überein stimmt die vom Beschul-
digten zwei Tage davor getätigte Aussage, dass in seiner Agenda für 15.00 Uhr 
ein Termin mit J._____ eingetragen gewesen sei, er aber glaube, bereits vorher 
dort gewesen zu sein (StA act. 3.6, Protokollnotiz und Frage 4). Um 14.40 Uhr 
verständigte der Privatkläger die Polizei (StA act. 3.1). Das heisst, der Vorfall er-
eignete sich davor. Wie die Vorinstanz richtig erwog, erscheint es unwahrschein-
lich, dass der Beschuldigte sich – selbst wenn es sich nur um einen kurzen Termin 
gehandelt hat – innert dieser kurzen Zeit umzog, dann das Fahrzeug wechselte 
und noch die Strecke vom Wohnort von J._____ hin zum Gebiet E._____ zurück-
legen konnte. Aus den Aussagen von J._____ ergeben sich demnach auch keine 
stichhaltigen Indizien für die Täterschaft des Beschuldigten.

4.7. Der von der Polizei ebenfalls einvernommene Gemeindemitarbeiter 
K._____ führte aus, er habe am Nachmittag des 19. März 2020 ein langes, eher 
dunkles Quad mit sechs Rädern über den Parkplatz der L._____ fahren sehen. 
Zum Lenker konnte er jedoch keine Aussagen machen. Diesen habe er nicht er-
kannt. Den genauen Zeitpunkt, zu dem er diese Beobachtung gemacht hat, konnte 
er nicht benennen. Auch konnte er auf Vorhalt des Fotos hin den Fahrer des 
Quads nicht identifizieren (StA act. 3.8, Fragen 1, 3 und 7). Auch die Aussagen 
von K._____ deuten also nicht darauf hin, dass es sich beim Quadfahrer tatsäch-
lich um den Beschuldigten gehandelt hat.

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5. Fazit

Im Ergebnis ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz zu bestätigen. Als erstellt gilt 
einzig, dass es sich auf dem vom Privatkläger gemachten Foto um das Quad der 
Gesellschaft des Beschuldigten handelt. Es fehlen jedoch hinlänglich überzeugen-
de Indizien für eine Täterschaft des Beschuldigten. Mithin bestehen ernsthafte 
Zweifel daran, dass es sich bei der auf dem Foto sichtbaren Person um den Be-
schuldigten handelt. Bei dieser Beweislage ist der Beschuldigte von den Vorwür-
fen der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, der Drohung gemäss 
Art. 180 Abs. 1 StGB und der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB freizu-
sprechen. Die Zivilklage des Privatklägers ist entsprechend abzuweisen.

6. Kosten und Entschädigungsfolgen

6.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 
darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Da der Beschuldigte von den Vorwürfen der Sachbeschädigung gemäss 
Art. 144 Abs. 1 StGB, der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB und den Tätlich-
keiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB freigesprochen wurde, gehen die Verfahrens-
kosten zulasten des Staates (Art. 423 StPO i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Un-
tersuchungskosten im Betrag von CHF 2'970.00 gehen als Teil der Verfahrenskos-
ten zulasten des Kantons Graubünden (Staatsanwaltschaft). Ebenfalls gehen die 
Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 7'500.00 zu Lasten des Kan-
tons Graubünden (Regionalgericht Albula). Ausserdem ist B._____ für das erstin-
stanzliche Verfahren zulasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Albula) 
mit CHF 6'802.20 (inkl. Spesen und MwSt.) zu entschädigen (RG act. 8.b).

6.2. In Anwendung von Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 7 VGS (BR 350.210) 
werden die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens auf CHF 3'000.00 festge-
setzt. Gestützt auf Art. 428 Abs. 1 StPO gehen sie zulasten des Privatklägers. 
Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO hat die 
beschuldigte Person Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die an-
gemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, wenn sie ganz oder teilweise frei-
gesprochen wird. Zudem hat die obsiegende beschuldigte Person gegenüber der 
Privatklägerschaft Anspruch auf angemessene Entschädigung für die durch die 
Anträge zum Zivilpunkt verursachten Aufwendungen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. 
Art. 432 Abs. 1 StPO). Beruht das Rechtsmittelverfahren (einzig) auf der Anfech-
tung des erstinstanzlichen Entscheids durch die Privatklägerschaft und bleibt es 
trotz dieser Anfechtung beim Freispruch, so ist die Privatklägerschaft gegenüber 
der beschuldigten Person entschädigungspflichtig (BGE 139 IV 45 E. 1.2; Stefan 

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Wehrenberg/Friedrich Frank, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 3. Aufl., 
Basel 2023, N 6 zu Art. 436 StPO m.w.H.). Dementsprechend hat der Privatkläger 
vorliegend den Beschuldigten für dessen Aufwendungen im Berufungsverfahren 
zu entschädigen. Der in der Honorarnote ausgewiesene Aufwand von 13.1 Stun-
den ist angemessen. Allerdings befindet sich in den Akten keine Honorarvereinba-
rung, weshalb die Entschädigung auf Basis des mittleren Stundenansatzes von 
CHF 240.00 zu berechnen ist (Art. 2 Abs. 2 Honorarverordnung [HV; BR 310.250]; 
KGer GR SK1 22 37 v. 14.2.2024 E. 3.1.2 m.w.H.). Demgemäss hat der Privatklä-
ger den Beschuldigten für das Rechtsmittelverfahren mit CHF 3'541.50 (inkl. Spe-
sen und MwSt.) zu entschädigen (act. G.1). Dabei wird die vom Privatkläger ge-
leistete Sicherheitsleistung von CHF 4'000.00 im Umfang von CHF 3'000.00 mit 
den Kosten des Berufungsverfahrens verrechnet. Die verbleibenden CHF 1'000.00 
werden an die vom Privatkläger zu leistende Parteientschädigung angerechnet 
und dem Beschuldigten ausbezahlt.

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Demnach wird erkannt:

1. Soweit ein Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG beantragt wird, 
wird auf die Berufung nicht eingetreten.

2. Im Übrigen hat sich B._____ eines strafbaren Verhaltens nicht schuldig 
gemacht und wird freigesprochen.

3. Die Zivilklage von A._____ wird abgewiesen.

4.1. Die Untersuchungskosten von CHF 2'970.00 gehen zulasten des Kantons 
Graubünden (Staatsanwaltschaft).

4.2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 7'500.00 gehen zu-
lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Albula).

4.3. B._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 6'802.20 (inkl. 
Spesen und MwSt.) zulasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht 
Albula) entschädigt.

5.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 3'000.00 gehen zulasten von 
A._____.

5.2. A._____ wird verpflichtet, B._____ für das Berufungsverfahren mit CHF 
3'541.50 (inkl. Spesen und MwSt.) zu entschädigen.

5.3. Die von A._____ geleistete Sicherheitsleistung von CHF 4'000.00 wird im 
Umfang von CHF 3'000.00 mit den Kosten des Berufungsverfahrens ver-
rechnet. Die verbleibenden CHF 1'000.00 werden an die von A._____ zu 
leistende Parteientschädigung angerechnet und B._____ ausbezahlt.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

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7. Mitteilung an: