# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4964f6db-8f7c-5742-b0a6-054e4912b2db
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Sturz im Klettergarten. Spätestens drei Monate nach Unfall keine unfallkausale Begründung mehr für Kopfschmerzen und unspezifische Beschwerden bei fehlender, gesicherter Diagnose eines HWS-Schleudertraumas oder einer MTBI (LTHV); Abstellen auf kreisärztliche Beurteilungen.
**Docket/Reference:** UV.2023.00035
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2023.00035.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2023.00035
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiberin Wantz
Urteil
vom
13. März 2024
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Dextra Rechtsschutz AG
Rechtsanwältin Ladina Federspiel
Hohlstrasse 556, 8048 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1987 geborene
X.___
arbeitete seit dem 1. Dezem
ber 2020 als Translational Medicine
Sc
für die
Y.___
AG und war dadu
rch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Mit Schadenmeldung vom
29. Oktober 2021
wurde
der Suva das Schadenereignis vom
24. Oktober 2021
an
gezeigt
, anlässlich welchem
die
Versicherte
beim Absteigen über einen Klettersteig in Engelberg ausrutschte und durch Klettergurte gesichert
und behelmt
abstürzte
, wobei sie den Kopf an der Felswand anschlug
(Urk.
8/1
).
Die erstbehandelnde Ärztin
des
Zentrums Z.___
,
in A.___
,
diagnostizierte eine
Ellbogenkontusion rechts sowie ein
S
chleudertrauma
der Halswirbelsäule (HWS)
und verordnete
Analgetika
(Urk.
8/24
).
Die Suva
trat auf den Schadenfall ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 8/3). Der
Hausarzt
Dr. med.
B.___
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
veranlasste am
10. November 2021
in der
Bilddiagnostik
C.___
des Universitätsspitals D.___
ein
MRT
des Gehirns (Urk. 8/18) und überwies die Versicherte
bei de
n
Diagnose
n
von
persistierenden Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Nausea bei kleinster Anstrengung zur Beurteilung an das
Neurozentrum
E.___
(Urk. 8/9
,
Urk. 8/34).
In der Folge zog die Versicherte
wegen
weiterhin
persistierende
r
Aufmerksamkeits- und Belastbarkeitseinschränkungen
Dr.
F.___
, Klinischer Neuropsychologe GNP
und
Sport-Neuropsychologe GSNP, in Deutschland
bei, der aufgrund seiner Untersuchung am
14
. Januar
2022
nach einer zweiwöchigen Arbeitsunfähigkeit
eine
n
geordneten
, langsamen
Aufbau
inklusive inhaltlicher Abstufung
der allgemeinen Belastbarkeit
der bisherigen Tätigkeit
empfahl (Bericht vom
17. Januar 2022
, Urk.
8/25
).
Aufgrund
der
erreichten
Arbeitsfähigkeit
von
lediglich
zwei Stunden
pro Tag
konsultierte die Versicherte
im
Mai 2022
das
Zentrum G.___
(Urk. 8/
61
)
.
Mit Verfügung vom 22. August 2022
stellte die Suva
die Versicherungsleistungen per
31. August 2022 ein (Urk. 8/85).
Die Versicherte erhob
am 21. September 2022 Einsprache (Urk. 8/100) unter Beilage des Berichts vom 15. September 2022
des Zentrums G.___
(Urk. 8/102). Mit E
mail
vom
19. Oktober 2022
ergänzte sie diese und reichte
das Schreiben
des Hausarztes
vom 15. Oktober 2022
zu den Akten
(Urk. 8/105-106).
Mit
Ein
spracheentsche
i
d vom 27. Januar 2023
wurde die Einsprache abgewiesen
(Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 27. Februar 2023 Beschwerde und beantragte, unter Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
seien ihr die gesetzlich zustehenden Sozialversicherungsleistungen gemäss UVG für die Folgen des Ereignisses vom 24. Oktober 2021 zuzusprechen, eventualiter sei die Angele
genheit zur rechtserheblichen Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 28. April 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was
der
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom 8. Mai 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Leistungsübersicht
01.2024
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_305/2022 vom 13. April 2023 E. 3.1).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 9. August 2023 E. 3.4).
1.3
UV170060
Kausalzusammenhang natürlich, Vorzustand krankhaft, Beweiswürdigung
03.2022
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfall
versicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Ver
sicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.
4
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
12.2023
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2023 vom 30. November 2023 E. 4.2.1).
1.
5
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
01.2021
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.
6
UV170600
Fallabschluss, Ende Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen, Beginn des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung
08.2023
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
sicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest
stellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 9. August 2023 E. 4.1.2 und 8C_299/2022 vom 5. September 2022 E. 2.3, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
auf die schlüssigen
Einschätzungen
von Dr. med.
H.___
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie,
könne ohne Weiteres abgestellt werden. In
Übereinstimmung
mit diesen Beurteilungen ergäben sich auch aufgrund des Berichts vom 24. November 2021 des Neurozentrums
E.___
, der Berichte
des Zentrums G.___
,
der Berichte über die MRT-Aufnahmen des Gehirns vom 10
.
November 2021 und
der HWS
vom 9. Dezember 2021
sowie
den Berichten des Hausarztes
keine Hinweise auf unfa
l
lkausale strukturelle Veränderungen. Im Bereich der HWS
seien
vielmehr einzig minimale degenerative, d.h.
krankheitsbedingte
,
Veränderungen fest
gestellt worden.
Auch sei im Bericht vom 24. November 2021 des Neurozentrums
E.___
klinisch-neurologisch ein Normalbefund festges
t
ellt worden.
Im Bericht
vom
15. Juni 2022
seien
die
Neurologen
des Zentrums G.___
ebenfalls
nicht
von
organischen Ursachen der
beschriebenen
Symptomatik
ausgegangen
, sondern vielmehr von einer
Verarbeitungs
störung.
Sowei
t
der
Haus
arzt
in
der
mit der Einsprache eingereichten Stellungnahm
e
vom 15. Oktober 2022
zuhanden
der
Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin ausgeführt habe, es sei
e
n in den
bildge
benden
Verfahren (MRI Hirn und HWS) keine
pathologischen
Veränderungen
,
be
i
den
Funktionsuntersuchungen
(apparative vestibuläre Testung, dynamische
Posturograp
h
ie
) aber deutliche
Defizite
nachweisbar
,
werde
auf die
ent
spre
chenden
Ausführungen
von
Dr.
H.___
v
erwiesen.
Ferner ergebe sich a
ufgrund der medizinischen Akten, das
s
bei der Beschwerdeführerin
von
einer Fortsetzung der
ärztlichen
Behandlung
üb
e
r den
Fallabschluss
hinaus keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes
mehr
erwartet werden könne.
Es sei
mit der im
Zentrum
G.___
initiierten
Therapie
mittels
Physiotherapie
offenbar
lediglich
zu einer
gewissen
Verbesserung
der
Symptomatik
gekommen
, weshalb der Fallabschluss nicht zu beanstanden
sei
(Urk. 2 S. 9 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin
setze
sich
gestützt
auf die Beurteilung
des Kreisarzte
s
Dr.
H.___
ziemlich
stark
mit den zeitnahen Beschwerden auseinander und habe ohne
konkret
vertiefte Anhaltspunkte
angenommen
, dass
vorliegend
keine
Adäquanz
mehr zum Unfall bestehe
.
Dr.
H.___
habe sich aber
nicht
abschlies
send
mit
den
vorliegenden
Arztberichten
des Zentrums G.___
, des Hausarzte
s
und des
Neuropsychologen
auseinandergesetzt
und der entsprechende
Bericht
vom 15. September 2022
des Zentrums G.___
fliesse
demzufolge
nicht in
die
Beurteilung
von Dr.
H.___
ein
. Der Sachverhalt sei
somit
nicht
abschliessend
abgeklärt
worden. Die Rechtsprechung
nehme einen natürlichen
Kausalzusammenhang bei HWS-Beschleunigungstrauma insoweit an
,
als das
sog.
typische
Beschwerdebild vorliege.
Dieses sei
gekennzeichnet
durch eine Häufung
von
Beschwerden
wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
Konzentrations
- und
Gedächtnisstörungen
, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizba
rkeit, Affektlabilität, Depression
und
Wesensveränderung
. Gemäss Arztbericht
vom
15. September
2022
des Zentrums G.___
und
bei
bereits
seit nahezu
einem
Jahr
vorhanden Symptomen
liege
die natürliche
Kausalität
unbestritten
vor. Die
Bewusstlosigkeit
sei
dahingegen kein
e
Voraussetzung für ein leichtes
Schädelhirntrauma
. Des Weiteren habe der
Hausarzt
bereits am
21. November
2021
über
die Diagnose einer
commotio
cerebri berichtet.
Im Bericht
vom 24.
November 2021
habe der Neurologe des Neurozentrums
E.___
festgehal
ten
, dass klinisch-
neurologisch
ein Normalbefund vorliege. Allerdings diene diese Art der klinisch
neurologischen
Untersuchung dem primären Ausschluss
von
schweren
neurologischen
Erkrankungen
. Das
Fehlen
eines positiven
Befundes
enthalte keine Aussagekraft
bezüglich
d
es Vorli
e
gens eine
r
Mild
Traumatic
Brain
Injury
(
mTBI
)
. Die
Darstellung
von Dr.
H.___
in
seiner
neurologischen Beur
teilung
vom 27. Juli 2022 sei
somit
fehlerhaft. Die Schwere
eines
Schädel-
Hirntrauma
s
werde üblicherw
ei
se nach dem Punktewert in der
Glasgow
-
Coma
-
Score
-Skala eingeteilt. In dieser
Skala erhalte
der Patient
für
bestimmte
Reaktionen
eine Anza
h
l von
Punkten
. Die
Beschwerdeführerin
habe einen Score zwischen 13-15
Punkten
erreich
t
,
was
ausreiche
,
um eine
mTBI
zu diagnos
tizieren.
Betreffend die Adäquanz sei noch gar keine vertiefte Überprü
fu
ng erfolgt. Es sei
jedoch
aufgrund
der Beschwerden
davon
auszugehen
, dass die
relevanten
Kriterien
,
wie ungewöhnlich
lange Dauer der ärztlichen
Behandlung
,
körperliche
Dauerschmerzen
,
schwieriger
Heilungsverlauf
,
zu bejahen seien. Da die
derzeitige
Beurteilung
von Dr.
H.___
ungenügend
sei, sei
eine
vertiefte
Überprüfung hier
sicherlich noch
notwendig
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Die
am
24. Oktober 2021
erstbehandelnde
Ärztin med.
pract
.
I.___
des
Zentrums Z.___
stellte
im KG-Eintrag (der Suva Basel zugestellt mit Schreiben vom
21. Dezember 2021
)
eine
Kontusion des Ellenbogens rechts und ein Schleudertrauma der HWS
fest
. Die Beschwerdeführerin hab
e
sich am Rücken, Kopf (Helm getragen) und Ellenbogen angeschlagen.
Sie sei nicht bewusstlos gewesen
.
Aktuell klage sie über
Nacken
-
und obere Rückenschmerzen. Sie leide
weder an
Kopfschmerzen,
noch an
Übelkeit/Erbrechen und auch nicht an Sensibilitätsstörungen der Arme. Die Beschwerdeführerin befinde sich in gutem Allgemeinzustand, der Nacken sei frei beweglich. Es bestünden Schmerzen im Ber
eich des
M. Trapezius rechts. Die grobe Kraft und die Sensibilität der Arme seien unauffällig. Es bestehe am Oberarm und am Ellenbogen rechts ein Hämatom.
Der Beschwerdeführerin wurde
eine lokale und systemische Analgesie
verordnet
(Urk. 8/24).
Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma
, ausgefüllt
a
m 2. Juli 2022
,
führte
pract
.
I.___
aus, die Beschwerdeführerin habe nach dem Ereignis nur über Nackenschmerzen und nicht über Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbre
chen, Hörstörungen, Sehstörungen und Schlafstörungen geklagt. Zudem stellte sie die Diagnose einer Kontusion des Ellenbogens rechts (Urk. 8/75 S. 2).
3.2
Am
10. November 2021
erfolgte eine MRT de
s Gehirns inkl. Schädelkalotte in
der
Bilddiagnostik
C.___
des Universitätsspitals
D.___
.
PD Dr. med. univ.
J.___
, Facharzt Radiologie, beurteilte d
ie
Befunde
(
keine Diffusionsrestriktionen hinweisend auf eine Ischämie,
kei
n
e
Hyperzellularität
oder floride Entzündung, regelrechte Signalintensität des Hirnparenchyms,
korti
ko
medulläre
Differenzierung regelrecht, normale
W
eite der Ventrikel, Mittel
linienstrukturen
orthotop
, basale Zisternen frei, Flow
Voids
der basalen Hirn
ar
terien regelrecht, keine pathologische Kontrastanreicherung, keine Raum
for
der
ung, cerebrale Venen und Sinus regelrecht,
M
astoid und Nasennebenhöhlen regelrecht
pneumatisiert
und belüftet
)
als regelrechte Darstellung des Gehirns
(Urk. 8/
18
).
3.
3
Im Überweisungsschreiben
vom 21. November 2021
an das Neurozentrum
E.___
stellte Dr.
B.___
die Diagnosen
(1) persistierende Konzentrations
störungen, Kopfschmerzen und Nausea bei kleinsten Anstrengungen bei Status nach Klettersturz
vom
24.
Oktober
2021 mit
commo
ti
o
cerebri
und mehrere
n
Kontusionen sowie (2) eine substituierte Hypothyreose fest.
Im Anschluss an den Sturz seien Schmerzen am Nacken beidseits, am linken
F
uss, an den Armen
beidseits und thorakal seitlich rechts aufgetreten, i
m weiteren Verlauf anfänglich persistierende, später belastungsabhängige Kopfschmerzen
und Nausea. Zudem bestünden
Konzentrationsstörungen und
eine
rasche Erschöpfung bei kognitiver Arbeit (Urk. 8/9).
3.
4
Im Bericht vom
24. November 2021
hielten die behandelnden Ärzte d
es Neurozentrums
E.___
die Diagnose von Konzentrationsstörungen und Kopf
schmerzen
am ehesten
im Rahmen eines
postkommotionellen
Syndroms bei Status nach Klettersturz
vom
24.
Oktober
2021 ohne Bewusstseinsstörung und
ohne
retrograde Amnesie fest. Als Ursache der Beschwerden zeige sich am
w
ahrscheinlichsten ein
postkommotionelles
Syndrom nach einer fraglichen Gehirnerschütterung am 24.
Oktober
2021 bei einem Klettersturz. Klinisch-neurologisch zeige sich ein Normalbefund. In der Bildgebung mittels MRT seien keine pathologischen Befunde, insbesondere keine
Traumafolgen
,
zur Darstellung gekommen, welche die von der Beschwerdeführerin beschriebene Symptomatik wiederspiegeln würden. Zur Komplettierung der Diagnostik sei der Beschwerde
führerin ein EEG sowie im weiteren Verlauf eine neuropsychologische Testung angeboten worden. Sie habe sich dagegen entschieden. Aktuell, in der Akutphase nach dem Ereignis, bestehe keine gezielte Therapie, um die von der Beschwer
deführerin beschriebenen Konzentrationsstörungen zu lindern oder die Erholungs
p
hase
zu beschleunigen (Urk. 8/34).
3.
5
Am 9. Dezember 2021
erfolgte eine MRT de
r HWS nativ sowie ein Röntgen d
es Beckens
a.p.
sowie
der
Hüften
bds
. nach Lauenstein
im Röntgeninstitut
E.___
.
Dr. med.
K.___
, Facharzt Radiologie
, stellte kein
en
Hinweis auf post
traumatische Läsionen
fest
und
beurteilte die Befunde
als minimale dege
ne
rative Veränderungen in der
oberen
HWS
(Urk. 8/
33
).
3.
6
Dr.
F.___
stellte in seinem Bericht vom 17. Januar 2022 die Diagnose eines hirnorganischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma
(ICD-10 F07.2)
als Fol
g
e
eines
Kletterunfalls am 24. Oktober 2021
.
Es sei nach dem Sturz keine konkrete therapeutische
Intervention
erfolgt. Zunächst habe die Beschwerde
führerin für wenige Tage zugewartet
und dann im Arbeitsversuch im Homeoffice bemerkt, dass sie keine kognitive Leistung abrufen könne. Danach habe sie ärztlichen Rat nachgesucht. Aktuell bestünden noch massive Aufmerksamkeits- und Belastbarkeitseinschränkungen. Der bisherige Wiedereingliederungsversuch sei frustrierend verlaufen, da hierbei keine inhaltliche Abstufung vorgenommen worden sei. Die Berichte der Beschwerdeführerin über Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen seien nachvollziehbar. Anhaltspunkte für eine mögliche absicht
liche Betonung von Leistungsdefiziten hätten zu keinem Zeitpunkt bestanden. Es sei eine ausführliche Beratung über einen
geordneten Aufbau der allgemeinen
Belastbarkeit
sowie Schutz vor Überforderung erfolgt. Dr.
F.___
empfahl nach zwei Wochen weiterer Arbeitsunfähigkeit die b
erufliche Tätigkeit mit
zunächst
zwei Stunden für zwei Wochen
aufzunehmen
und
danach sollte die Arbeitszeit alle zwei Wochen um 1 Stunde gesteigert werden.
Wichtig
sei
es,
dass zunächst nur
Routinetätigkeiten
ohne ständigen
W
e
chsel des
Aufmerksamkeitsfokus
im Vorder
grund stünden. Insgesamt werde von einer vollständigen Genesung sowie der Wiederherstellung der kognitiven Leistungsfähigkeit und Gesamtbelastbarkeit auf dem vorbestehenden Leistungsniveau ausgegangen. Vereinbart seien fort
laufende Telefonkontakte, um den Prozess der gestuften Wiedereingliederung zu begleiten und um mögliche Hindernisse dabei möglich
st
frühzeitig zu entkräften
. Im Anhang
seines Berichts
werden zwei Testergebnisse
(Eye-Tracking und King-
Devick
-Test) bildlich dargestellt
(Urk. 8/25).
3.
7
Die Ärzte
des Zentrums G.___
stellten in ihrem Bericht
vom
24. Mai 2022 folgende Diagnosen
:
-
a
nhaltende Beschwerden nach Klettersturz
am 24.10.2021
mit Kopfanprall
Differenzialdiagnosen (
DD
)
Leichte Traumatische Hirnverletzung (
LTVH
)
und
Vd
. a. HWS-
Beschleunigungs
traum
a
-
Kognition: r
e
d.
k
ogn
. Belastbarkeit/Leistungsfähi
gkeit
, Fatigue
-
Autonom: Anzeichen für Herz-
Kreislauf
-Regulationsstörung, Nausea
-
Schmerz
: posttraumatischer
Kopfschmerz
mit Spannungstyp, zerviko
genen (rechts), autonomen und okulären Elementen
-
Vestibulär/Multisensorik: Blickinstabilität bei
Kopfbewegungen
,
visuell
induzierter Schwindel,
posturale
Instabilität
mit visueller Dominanz
-
Okulär/
Okulomotorik
Konvergenz-
Insuffizienz
, hypometrische Sak
kaden, red.
o
kuläre Belastbarkeit
-
Zervikal:
Zervikozephales
Syndrom rechtsbetont mit myofasz
i
a
l
er und
biomechanischer
Komponente
-
Diagnostik MRI
Gehirn inkl. Schädelkalotte vom
10.11.
20
21
:
normal
Unfallanamnese und initiale Beschwerden passten zu einer Kopfkontusion DD LT
V
H (relativ dafür: Sturzhöhe, Kopfanprall,
multiple
Körperkontusionen, Ereig
nislücke für Sturz) und zu einem HWS-Beschleunigungstraum
a
(relativ dafür: Sturzhöhe und -Vorgang [mehrmaliges
Überschlagen
um die eigene
Körperachse], initial im
Vordergrund
stehende
Nackenschmerzen). Die Gedächtnisstörung sei extern bereits neuropsychologisch untersucht worden und es seien Defizite im Bere
i
ch der Aufmerksamkeit, der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der Belast
barkeit beschrieben worden. Zudem habe sich im King-
Devick
-Test eine Störung der geordneten Leserichtung mit Stockungen im Lesefluss gezeigt, was für eine Beeinträchtigung der
Okulomotorik
spreche. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei zu belassen und die
Belastbarkeit
im Rahmen eines
Arbeitsversuches
weiter zu steigern. Die
Beschwerdeführerin
werde
ein Tagebuch
führen
(Urk. 8/61
S. 2-3
).
3.8
Dr.
B.___
gab im Dokumentationsbogen für die Erstkonsultation nach
kranio
–zervikalem Beschleunigungstrauma zur Erstuntersuchung der Beschwer
de
führerin
vom
27. Oktober 2021 (ausgefüllt am 14. Juni 2022) an, die
Beschwerdeführerin habe am 24. Oktober 2021 beim Klettern in den Bergen in Engelberg einen Tritt verfehlt und sei
rückwärts
gestürzt.
Dabei habe sie sich
mehrmals überschlagen
und den Kopf an der Wand angeschlagen. Sie sei an einem Vorsprung liegen geblieben und sei komplett in die Seile verwickelt gewesen.
Sie sei nicht bewusstlos gewesen.
Sie habe einen Helm und einen Rucksack getragen.
Im Anschluss hätten Schmerzen am Nacken
bds
., am linken Fuss, an den Armen
bds
. und
am Thorax
seitlich rechts bestanden.
Sie habe mit Unterstützung den Berg fertig runtergehen können.
Die
Erstbehandlung habe
i
m Zentrum Z.___
in
A.___
stattgefunden.
Die Entlassung sei unter Paracetamol und Ibuprofen erfolgt. Am 27. Oktober 2021 sei sie wieder zur Arbeit gegangen und habe aber über Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen und über Schmerzen beim Drehen des Kopfes geklagt. Die Nackenschmerzen und der Schwindel seien sofort aufgetreten. Auf Nachfrage habe die Beschwerdeführerin angegeben, nach fünf Stunden auch an Kopfschmerze
n
und nach sechs Stunden auch an Übelkeit gelitten zu haben. Nach Tagen litt sie auch an Erbrechen und Hörstörungen. Es seien keine Seh- und Schlafstörungen aufgetreten.
Erfragt
g
e
b
e
die Beschwerdeführerin weiter an, dass während zwei Wochen eine Hypersomnie bestanden habe und später eine
Hyposomnie
. Weiter sei
sie
verwirrt, leide an Konzentrationsstörungen, hab
e
Mühe Gesprächen zu folgen, leide an Gedächt
nislücken, Organisationsschwierigkeiten und «
Brainfog
».
Zu den Untersuchungs
befunden beschrieb der Hausarzt
Druckdolenzen
occipital
bds
. und am Thorax perimalleolär lateral rechts
und
eine um 2/3 bzw. 1/3 eingeschränkte aktive Beweglichkeit der HWS bei Rechts- und Linksdrehung
. Es hätten Hämatome an beiden Oberarmen dorsal sowie ventral und
am
seitlichen Thorax bestanden
; ansonsten keine äusseren Verletzungen
.
Eine vorläufige Diagnose in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF) Klassifikation gab Dr.
B.___
nicht ab.
Aktuell werde die Beschwerdeführerin mit Analgetika und verordneter Physiotherapie therapiert. Seit dem 25. Oktober 2021 sei die Beschwerdeführerin arbeitsunfähig. Aktuell bestehe eine zumutbare Arbeitsintensität von 20 % der üblichen Intensität
(Urk. 8/
65 S. 1- 6
).
3.9
Im Bericht vom 15. Juni 2022 hielten die Ärzte
des Zentrums G.___
fest, bei der Beschwerdeführerin liege eine Verarbeitungsstörung der multisenso
rischen Integration vor.
Da sich in der Kalorik
(Funktionstest der beiden Gleichgewichtsorgane)
, im
vKIT
(videobasierte
n
Kopfimpulstest)
und in den VEMPS
(vestibuläre-evozierte myogene Potentiale)
normale Befunde zeigten, sei die Ursache dieser Verarbeitungsstörung
am ehesten
zentral. Relativ für eine
zentrale Störung spreche auch die
Videookulographie
mit verlangsamter
Sakkadenlatenz
und der
upbeat
-nystagmus von 2° in Primärposition. Betreffend
upbeat
-nystagmus sei allerdings zu erwähnen, dass die Intensität sehr gering sei, der Befund daher auch normal sein könnte. Zudem seien klinisch relevante/
pathologische
upbeat-nystagmen
zumeist transient (im Gegensatz zum
down
beat-nystagmus
, der chronisch sein könne)
.
Passend zu den apparativen Abklärungen weise die Beschwerdeführerin in der multimodalen Erstabklärung Beeinträchtigungen in den Bereichen
Okulomotorik
,
Vestibulo-
Okulomotorik
, posturale Kontrolle/Orientierung sowie HWS auf
. Aufgrund des bisherigen Verlaufs mit Symptompersistenz seit
über
3 Monaten, der Tatsache, dass es durch die bisher
eingeleiteten
E
inzeltherapien
zu keiner wesentlichen
Befundverbes
serung
gekommen sei, mehrere Systeme (vestibulär,
okulomotorisch
, zervikal, postural, autonom, Kognition) betroffen
seien
und es zuletzt wissenschaftlich belegt s
ei
, dass
bei
persistierenden
Symptomen nach
Kopftrauma
multimodale, den
Symptomen
angepasste
Therapien
zu einer Symptomlinderung/Reha
bilitation führten, sei die
Indikation
für
eine
intensive
ambulante
individuell
und
symp
tom-angepasst
e
multimodale
neurorehabilitative Behandlung
im ambu
l
an
ten
Pauschaltarif
ge
geben
. Sie planten keine weiteren Verlaufskonsultationen
(Urk. 8/64
S. 4-5
).
3.1
0
In der kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 2
7
. Juli 20
22
(Urk. 8/76) führte Dr.
H.___
zusammenfassend
aus,
nach
neurologischer
Beurteilung der gesamten
vorliegenden
Angaben und Befunde
seit
dem
Klettersturz
vom
24. Oktober 2021
könne
der Schweregrad des Kop
ftraumas
höchstens
als
Schäde
l
prellung (
c
ontusio
capitis,
nicht
aber
c
ommotio
cerebri oder
c
ontusio
cerebri) eingeordnet werden.
Die
im B
ildspeichersystem
der Suva
vorliegende
n
Kernspintomografien des Kopfes vom 10. November 2021
(E. 3.2)
liessen
keine namhafte und wahr
scheinlich unfallkausale Hirnparenchym-Schädigung und/oder Blutungsfolgen
erkennen. Weder in den Hämosiderin-empfindlichen Sequenzen (SWAN)
noch in den FLAIR-Sequenzen seien Zeichen für stattgehabte intrakranielle traumatische Schädigungen oder traumatische Blutungen zu erkennen. Die Seitendifferenz der Weite des Sinus
transversus
stelle nach neurologischer Einschätzung weder einen pathologischen Befund dar noch eine wahrscheinliche Unfallfolge. Radiologische Zeichen für eine Sinus-Thrombose fänden sich nicht, eine solche sei auch vom (Allgemein)-Radiologen PD Dr.
J.___
nicht beschrieben worden. In der neurologischen Mitbeurteilung der Kernspintomographie der HWS vom 9. Dezember 2021 (E. 3.5) könnten lediglich die dargestellten zentralnervösen neuronalen Strukturen bzw. Nervenwurzeln beurteilt werden. Diesbezüglich fänden sich keine radiologischen Zeichen für namhafte traumatische Schädi
gungen. Der diesbezügliche unauffällige radiologische Befund von Dr.
K.___
könne aus neurologischer Sicht bestätigt werden.
Es sei nicht mit
Wahr
scheinlichkeit
von
einer „leichten traumatischen Hi
r
nverletzung“ (LTHV, englische
Abkürzung
: MTBI) auszugehen. Diese Einschätzung werde durch den später erfolgten Ausschluss namhafter traumatischer
Schädigungen
i
m Ber
ei
ch des Kopfes und der HWS
durch
die
vorliegenden
kernspint
o
m
o
grafische (MR-)Diagnostik und durch die
fehlenden
reproduzierbaren
und objektivierbaren klinisch-
neurologischen
Ausfälle
bestätigt
. Isoliert in Bezug auf das wahr
scheinlich erlitten
e
Kopftrauma könnten nach einigen Tagen bis
wenigen
Wochen nach dem Unfall
unspezifische
Beschwerden nicht mehr mit
F
olgen des erlittenen
Kopftraumas begründet
werden. Auch wenn es
jedoch nicht
hinlänglich
dokumentiert
sei, dass
bei
der
Beschwerdeführerin
innerhalb von sieben Tagen nach dem angegebenen Klettersturz ein neuartiges (oder
erheblich
verändertes
vorbestehendes
) Kopfschmerzsyndrom geklagt werde, könne das Vorliegen eines „akuten
posttraumatischen
Kopfschmerz
es
“
entsprechend
der
Definition
der
internationalen
Kopfschmerzgesellschaft
(IHS
,
Göbel an
d
Evers 2020) nicht ausgeschlossen werden.
Es
sei jedoch nicht hinreichend dokumentiert, dass ein
Kopfschmerz
nach kontinuierlichem
V
erbleiben
über
drei
Monat
e
in ein
chronisches
posttraumatisches
Kopfschmerz-Syndrom
übergegangen
sei. Nach
neurologischer Einschätzung
könne eine begleitende
Traumatisierung
der Halswirbelsäule im
Zusammenhang
mit dem
angegebenen
Klettersturz
nicht a
usgeschlossen
werden. Diesbezüglich seien
jedoch
ebenfalls keine
namhaften
organische
n
oder
strukturelle
n
Körperschädigungen
objektiviert
worden
. Somit sei
spätestens
nach
drei
Monaten nach dem angegebenen Unfall vom 24. Oktober
2021
keine unfallkausale Begründung für die
geklagten
unspezifischen
Beschwerden und
das Kopfweh
mehr
vorliegend
. Aus
neurologischer
Sicht sei
en
auch
in
keinem Fall
namhafte
und
dauerhafte
kognitive
Leistungsminderungen
(
neuropsychologische
Störungen) mit
Folgen
dieses Unfall
s
erklärbar
.
Nach
neurologischer Einschätzung
sei spätesten
s
mit der ambulanten
neurologischen
Untersuchung am 22. November 2021
(vgl. E. 3.4)
festgestellt
worden
, dass weder
radiologisch
noch
neurologisch
eine namhafte unfallbedingte
Kö
r
perschädigung
habe
objektiviert
werden
könne
n
.
Da bei der Beschwerdeführerin weder im
neurologischen
Fachgebiet (und –
soweit
neurologisch
beurteilbar – auch in anderen medizinischen Fachgebieten) keine namhaft
e
und
unfallkausale
struk
turelle
oder organische Köperschädigung
nachgewiesen
worden sei, könne eine Beeinträchtigung
d
er
Arbeitsfähigkeit
spätestens drei Monaten nach dem Unfall nicht mehr mit Unfallfolgen
begründet
werden (Urk.
8
/76/2-4)
.
3.1
1
Im Schreiben vom 15. Oktober 2022
zuhanden der Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin führte Dr.
B.___
aus, die Beschwerdeführerin sei bis zum Unfall
beschwerdefrei
gewesen.
Dr.
H.___
begründe seine ablehnende Haltung
vor allem mit dem Fehlen nachweisbarer Schäden in den radiologischen Untersuchungen und habe die objektivierbaren Defizite bei den Funktions
prüfungen ignoriert. Der Unfallablauf werde von ihm bagatellisiert. Die Beschwerdeführerin sei den steilen Hang rückwärts
hinabgestürzt
und habe sich mehrmals überschlagen und den Kopf entsprechend auch wiederholt ange
schlagen.
Eine Bewusstlosigkeit werde verneint, eine Gedächtnislücke für das Ereignis aber bejaht.
Bei der Erstkonsultation in seiner Praxis am 27. Oktober 2021 habe er folgenden KG-Eintrag gemacht
:
Kopfbeweglichkeit
nach links
sei
2/3 eingeschränkt,
n
ach rechts 1/3,
die Retro- und Anteflexion sei
en
unauffällig.
Kraft,
Sensibilität
sowie Reflexe an
den
oberen Extremitäten symmetrisch
,
Überkopfbewegungen seien
uneingeschränkt und die
Pu
p
illen
symmetrisch.
Es bestünden Hämatome an beiden Oberarmen
dorsal und ventral
sowie
an der seitlichen
T
h
oraxflan
k
e
recht
s
mit lokaler
D
ru
ckdolenz
,
p
ulmonal
unauffällig.
Ferner deute die
Symptomatologie
eher auf eine
c
o
m
motio
cerebri und nicht auf eine Schädelprellung
hin (Urk. 8/106/1-2).
3.1
2
Dr.
H.___
nahm am
12. Januar 2023
zu den nach seiner Beurteilung vom 27.
Juli 2022 neu eingegangenen Arztberichte
n
des Zentrums G.___
(Verlaufs
kontrollen vom 4., 15., 29., August, 15. Septembe
r
und 6. Dezember 2022 sowie die telemedizinische Konsultation vom 12. Oktober 2022), die Vergütung zweier «Colon-Hydro-Therapien» und den Arztbrief von Dr.
B.___
vom 14.
Dezem
ber 2022
(
E. 3.11) Stellung. Er führte aus
, in den
Arztbriefen
des
Zentrums G.___
seien bezüglich
klinisch
-
neurologischer
Untersuchungsbefunde keine
objektivierbaren
und reproduzierbaren klinisch-
neurologischen
Ausf
ä
lle beschrie
ben worden, es seien
lediglich
einige
sogenannte
neurologische
«
soft
sig
n
s
»
beschrieben
worden, welche
erfahrungsgemäss
von verschiedenen
Unter
suchern
unterschiedlich
beurteilt
würden (das
heisse
Befunde
mit
geringer
«Interrater-Reliabilität
»
). Es seien keine
Befunde
von
apparativen Zusat
z
unter
suchungen
aufgeführt
worden
, welche
eine
namhafte
organische und
unfallbe
dingte
Schädigung
des
Nervensystems
der
Beschwerdeführerin
objektiv
i
eren
könnte
n
. Die Ausführungen im Bericht vom 15.
September
2022
,
an
objekti
vierbaren
Befunden
sei
en
eine
G
leichgewichtsstörung
in der
Posturografie
und leichte zentrale
Okulomotorik
störungen
nachzuweisen,
würden
nicht der
medizinisch-wissenschaftlichen
Lehrmeinung übe
r
die Wertigkeit
dieser Unter
suchungsmethoden
entsprechen
.
Es sei
darauf
hinzuweisen, dass
d
er
Beschwer
deführerin
und
dem ü
berweisenden
Arzt bereits am 14
.
Ma
i
2022
mitgeteilt
worden sei, das
s
die
Suva Behandlungen im
ambulanten
Pauschal-Tarif
leider nicht übernehme. Im
Arztbericht vom 15. Oktober 2022 des Hausarzte
s
Dr.
B.___
(vgl. E. 3.11)
werde
– entgegen den bisherigen Dokumentationen über das Fehlen einer Amnesie im Zusammenhang mit dem Unfall
vom
24.
Oktober 2021 –
erstmals retrospektiv angegeben, eine
Bewusstlosigkeit
werde
verneint
,
eine Gedächtnislücke
für das Ereignis aber
bejaht
. Die
vom
behan
delnden
Hausarzt
in diesem
Schreiben
aufgeführten
Angaben
zu subjektiven
Beschwerden
im weiteren Verlauf nach
dem
24. Oktober 2021
basierten
offensichtlich
auf d
en
retrospektiven
Angaben der
Beschwerdeführerin
. Sie seien
echtzeitlich
in den
medizinischen Akten
nach dem 24. Oktober 2021 in dieser
Form
nicht
dokumentiert. Auch die
Angaben, es bestehe eine ununterbrochene Kontinuität der Symptome seit dem Unfall, was eine Kausalität (Unfall-Symptome) nahelege und sehr wahrscheinlich mache, sei in dieser Form in den umfangreichen vorliegenden Dokumenten zum Fall nicht festgehalten. Selbst für den hypothetischen Fall der Annahme, dass die subjektiven Beschwerden und Symptome der Beschwerdeführerin tatsächlich in der angegebenen Form und Dauer vorgelegen hätten, könnten diese spätesten
s
nach drei Monate
n
nicht mehr mit Unfallfolgen erklärt werden, unter anderem da zu keinem Zeitpunkt bei der Beschwerdeführerin reproduzierbare und observierbare neurologische Ausfälle oder organische (strukturelle) und unfallbedingte Schädigungen des Nerven
systems im Hals- und
Kopfbereich
nachgewiesen
worden seien
. Behandlungen von subjektiven Beschwerden zulasten der Unfallversicherung seien nicht mehr indiziert
(Urk.
8
/111).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungs
leistungen zu Recht per
31. August 2022
eingestellt hat, mithin, ob die
von der Beschwerdeführerin
nach wie vor geklagten
Kopfschmerzen und
unspezifischen
Beschwerden
– insbesondere Übelkeit nach kognitiven Tätigkeiten und Reizüber
flutungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Gleichgewichtsprobleme -
noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom
24.
Ok
tober 2021
stehen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid in medizi
nischer Hinsicht auf die aktenbasierte
kreisärz
t
liche
Beurteilung
von
Dr.
H.___
vom
27. Juli 202
2
(
E. 3.1
0
).
Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheid
grundlage
ist zulässig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2021 vom 10. März 2022 E. 2.1). Anhand der ihm zur Verfügung gestellten
Vorakten
konnte sich der
Kreisarzt
ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Behandlungsverlauf sowie den gegenwärtigen gesundheitlichen
Status der Beschwerdeführerin verschaffen.
Demnach vermag der Umstand, dass er keine eigene Untersuchung durchgeführt hatte, den Beweiswert seiner Beur
teilungen nicht zu schmälern,
zumal es mit der Frage nach der Unfallkausalität einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Untersuchungen notwendig gewesen wären
. Der Kreisarzt konnte auf
klinische und
bildgebende Befunde abstellen, die von den behandelnden Fach
ärzten einhellig und nicht kontrovers dargestellt wurden.
4.3
Dr.
H.___
, der als Facharzt für
Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie
über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte medizinische Ausbildung verfügt,
beurteilte
(E. 3.11)
nach de
n
gesamten vorliegenden Angaben und Befunde
n
seit dem Klettersturz
vom
24. Oktober 2021 de
n
Schweregrad des erlittenen Kopftraumas höchstens
als
Schädelprellung (
contusio
capitis
)
, nicht aber
als
commotio
cerebri oder
contusio
cerebri.
Dies vermag angesichts der einhelligen ärztlichen Befundungen
und Diagnosen
, insbesondere den zeitnahen zum Unfall,
zu überzeugen. Damit
liegt
mit
jedenfalls
über
wiegender
Wahrscheinlichkeit
k
eine leichte traumatische Hirnverletzung
vor.
Hierzu ist festzuhalten, dass
nicht
ausschliesslich
gestützt auf das Vorliegen
unspezifische
r
, organisch nicht nachvollziehbare
r
Beschwerden
im Umkehr
schluss
auf
das Vorliegen
eines Schleudertraumas oder eines äquivalenten
Schädel
h
irntraumas geschlossen werden
darf
, sondern
zuallererst eine solche
Diagnose
auch mit Blick auf d
a
s Unfallgeschehen
und
gestützt auf
objektive Befunde
medizinisch begründet und als natürlich kausal zum Unfall
gestellt
werden
muss
.
Dass vorliegend - nebst dem hierfür nicht
restlos
klaren Unfall
geschehen -
ärztlicherseits
keine solche Diagnose
gestellt wurde
, bestätigt sich
in den Erstbefunden der behandelnden Ärzte (E. 3.1, 3.3, 3.8),
durch den Ausschluss namhafter traumatischer Schädigungen im Bereich des Kopfes und der HWS durch
bildgebende
Diagnostik
sowie
durch
die fehlenden
reprodu
zierbaren
und
objektivierbaren
klinisch-
neurologischen
Ausfälle
in der medi
zinischen Doku
men
tation
.
Somit
erweist es sich als schlüssig, dass
Dr.
H.___
lediglich von
einer Kopfkontusion
ausgeht
. Ihm kann auch darin gefolgt werden
, dass er
die
Folgen der Kontusion
spätestens drei Monaten nach dem Unfall vom 24. Oktober 2021
als abgeheilt betrachtete
, das
heisst
keine unfallkausale Begründung mehr für die geklagten unspezifischen Beschwerden und das Kopfweh
als gegeben erachtete
,
weil
aus neurologischer Sicht
zu keiner Zeit
namhafte und dauerhafte kognitive Leistungsminderungen (neuropsychologische Störungen) mit Folgen des Unfalls erklärbar
waren
.
Diese Einschätzung vermag
in jeder Hinsicht zu überzeugen, da sie plausibel
ist
und sich daraus keine Widersprüche
zur medizinischen Aktenlage
ergeben
.
Damit
erfüllt die versi
cherungsmedizinische Beurteilung
die
rechtspre
chungsgemässen
Anfor
derun
gen an eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
(E.
1.
4
).
4.4
Soweit
der
Hausarzt
in seinem Schreiben vom 15. Oktober 2022
(E. 3.1
1
)
meint
, Dr.
H.___
bagatellisiere den Unfallablauf, kann ihm nicht gefolgt werden. Die
Schilderungen des Ereignisses vom
2
4
. Oktober 2021
in der Schadenmeldung (Urk.
8/1
) sowie den initialen medizinischen
Aufzeichnungen
(
E 3.1
-
E 3.
4
) weichen
vom
mittlerweile und
erstmals
am 7. Dezember 2021
durch die Beschwerdeführerin
geschilderten Unfallhergang
im Erhebungsblatt für die persönliche oder telefonische Abklärung von HWS- und LTHV-Verletzungen
(Urk. 8/13)
– welche
r
den
im Schreiben vom 15. Oktober 2022 des Hausarztes
dazu gemachten Ausführungen
entspricht
(Urk. 8
/106)
-
ab.
Zeitnahe Erhebungen durch die Beschwerdegegnerin liegen hierüber keine
vor.
Ferner
sind den medizinischen Akten
nach dem Sturz
vom
24. Oktober 2021
keine
objekti
vierbaren
Verletzungen am Kopf zu entnehmen und
die vorliegende kernspin
tomografische MR-Diagnostik
(E. 3.2, E. 3.5)
zeigt,
wie von den
Allgemein-
Radiologen und Dr.
H.___
beurteilt
,
unauffällige radiologische Befund
e
,
und
stellt
insbesondere
keine
traumatische
n
Schädigungen im Bereich des Kopfes und der HWS
dar
.
Ebenfalls nicht nachvollzogen werden kann
die
Ansicht
des Hausarztes, Dr.
H.___
ignorier
e
die
objektivierbaren
Defizite bei
den Funk
tionsprüfungen
.
So
sind
weder
dem
KG-Eintrag vom 24.
Oktober
2021 von
pract
.
I.___
(
Urk. 8/24
) noch
dem
Bericht vom 24. November 202
1
des
Neurozentrums
E.___
(
Urk. 8/34
)
dokumentierte objektivierbare Defizite durch Funktionsprüfungen
zu entnehmen
.
Soweit Dr.
B.___
sich hierbei auf die von ihm erhobene aktive Bewegungseinschränkung der HWS um 2/3 bzw. 1/3 bei Rechts- und Linksdrehung bezieht, weist dies
e
per
se
weder auf neurologische Defizite oder ein HWS-Schleudertrauma
hin
noch besagt dieser Befund etwas über die Kausalität.
Ferner sind gemäss der nachvollziehbaren ergänzenden Beurteilung vom 12. Januar 2023 von Dr.
H.___
(E. 3.13) den über ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis verfassten Berichten
vom 27. Mai und 15. Juni 2022
des Zentrums G.___
(E. 3.7 und E. 3.9) bezüglich klinisch-neurologischer Untersuchungsbefunde ebenfalls keine objektivierbaren und reproduzierbaren klinisch-neurologischen Ausfälle zu entnehmen, sondern ledig
lich sogenannte neurologische soft-
signs
(das heisst Befunde mit geringer «Interrater-Reliabilität»).
Bezüglich der vom Hausarzt
vermuteten
Hirnerschütte
rung ist festzuhalten, dass d
ie Ärzte
des Neurozentrums
E.___
in ihrem Bericht vom 24. November 2021 (E. 3.4)
zwar
als
am
wahrscheinlichsten
ein
post
kommotionelle
s
Syndrom
fest
stellten
,
jedoch
die zur
Diagnosestellung
voraus
gesetzte Gehirnerschütterung
als fraglich
erachteten
.
Einzig
der Neuropsychologe
F.___
ging
in seinem Bericht vom 17. Januar 2022
(E. 3.6)
rund
drei Monate nach dem
Unfallereignis
-
ohne dass ihm die
Unfalldokumentation sowie die umfassenden Akten
vorlagen
und ohne sich mit dem Unfallereignis zu befassen
-
von eine
m
hirnorganischen
Psychosyndrom nach
Schädelhirntrauma
aus
;
dies
entbehrt
jedoch
jeglicher objektiver, ärztlicher Befundung und
es
scheint seiner Behauptung auch keine eigentliche eingehende neuropsychologische Testung
einschliesslich
Validierungsverfahren vorausgegangen zu sein (Urk. 8/26).
Einer solchen wollte sich die Beschwerdeführerin auch nicht unterziehen (vgl. Urk. 8/31 f.).
Sodann ist an dieser Stelle anzumerken
, dass g
emäss konstanter
höchst
richterlicher Rechtsprechung
die neuropsychologische Testuntersuchung allein nicht ausreichend
ist
, um die Kausalitätsfrage eines Beschwerdebildes selbst
ständig und abschliessend zu beantworten (BGE
119 V 335 E. 2b/
bb
).
Soweit
der Hausarzt
die Unfal
l
kausalität
ausserdem
aus dem Umstand der prätraumatisch fehlenden Beschwerden ableiten
will
, ist anzumerken, dass die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013. E. 5.1).
Damit vermag die gegenteilige Beurteilung des Hausarztes keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahme zu wecken (vgl. E. 1.
5
).
4.5
D
ie
Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
fällt mangels entsprechender gesicherter Diagnose
ausser
Betracht
.
Z
war
vermerkte
die erstbehandelnde Ärztin, wohl aufgrund der geklagten Nackenschmerzen, ein Schleudertraum
a
der HWS,
erhob
jedoch
kein
en
entsprechend
e
n
objektivierbare
n
Befund
(
der Nacken
zeigte sich
frei beweglich
)
und hielt an dieser Diagnose im Dokumentationsbogen
denn
auch nicht mehr fest
(E. 3.1). Zudem klagte die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt weder über Kopfschmerzen noch über andere
zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehörende Beschwerden
(BGE 134 V 109 E. 9.1).
In den nachfolgenden medizinischen Berichten wird diese Diagnose höchstens differentialdiagnostisch aufgeführt (vgl. E. 3.3 ff.)
, so auch
im Bericht vom 24. Mai 2022
des Zentrums G.___
(E. 3.7),
wobei aufgrund der Verdachtsdiagnose
der erforderliche Beweisgrad nicht erreicht wird. Somit kann bereits aufgrund
des Fehlens
einer
durch
objektive
Befunderhebung gesicherten Diagnose kein allfälliges Schleudertrauma für die Arbeitsunfähigkeit verantwort
lich sein, auch wenn sich irgendwann im Verlauf einzelne Beschwerden des typischen Beschwerdebildes entwickelt
hab
en
sollten
. Daran würde selbst die Einordnung de
s
Kopf
anpralls
als Commotio cerebri
anstelle
einer
mögliche
n
Kopfprellung nichts ändern (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_565/2022 vom 23.
Mai 2023 E. 3.2.3 und
8C_75/2016 vom 18. April 2016 E 4.2).
4.
6
Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit davon auszugehen, dass
spätestens
drei
Monate nach dem angegebenen Unfall vom 24. Oktober 2021 keine
unfallkausale
Begründung
mehr für
das Kopfweh sowie
die
geklagten
unspezifischen
Beschwerden
vorlag und diese somit nicht mehr
in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom
24. Oktober 2021
standen.
Aufgrund der medizinischen Akten
ergibt sich
, dass
es
bei der Beschwerdeführerin mit der im
Zentrum G.___
initiierten Therapie
, welche von der Suva nicht anerkannt ist,
offenbar lediglich zu einer gewissen Verbesserung der Symptomatik gekommen
ist
(vgl. Urk. 8/78,
Urk. 8/84,
Urk. 8/91, Urk. 8/99, Urk.
8
/104)
, weshalb
von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den Fallabschluss hinaus
auch
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden
konnte
,
womit
dieser
nicht zu beanstanden
ist.
Hinsichtlich der - bei fehlender Diagnose an sich nicht ange
zeigte - Adäquanzprüfung nach HWS-Schleudertrauma kann auf die zutreffen
den Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2 Ziffer 7.2) verwiesen werden, denen das Gericht nichts hinzuzufügen hat.
Bei dieser Aktenlage sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine anderslautenden und/oder weitere
entscheidrelevante
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144
ll
427 E. 3.1.3 S. 435 mit Hinweisen).
5.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Dextra Rechtsschutz AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli
bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art.
46
BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstWantz