# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d82aec4-a409-51cb-b5a8-bdd37cc119c4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.04.2025 200 2023 673
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-673_2025-04-02.pdf

## Full Text

IV 200 2023 673 
MAK/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. April 2025

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
gesetzlich vertreten durch seine Eltern B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. September 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2025, IV 200 2023 673

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Sachverhalt:

A.

Im Mai 2022 wurde der 2016 geborene A.________ (nachfolgend Versi-
cherter bzw. Beschwerdeführer) von seiner Mutter bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug für Min-
derjährige angemeldet (medizinische Massnahmen, Massnahmen für die 
berufliche Eingliederung [Akten der IVB {act. II} 1], Assistenzbeitrag 
[act. II 4], Hilflosenentschädigung [act. II 5]). Die IVB tätigte in der Folge 
medizinische Abklärungen. Insbesondere gestützt auf die Aktenbeurteilung 
von Dr. med. C.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -psychotherapie vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), vom 15. 
August 2022 (act. II 15) entschied die IVB mit Verfügung vom 3. Oktober 
2022 (act. II 20), im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 404 
(Angeborene Störungen des Verhaltens bei Kindern ohne Intelligenzminde-
rung) gemäss Anhang zur Verordnung vom 3. November 2021 des 
Eidgenössischen Departements des Inneren (EDI) über Geburtsgebrechen 
(GgV-EDI; SR 831.232.211) keine medizinischen Massnahmen zu 
gewähren. Die Verfügung blieb unangefochten.

Mit Verfügung vom 3. Februar 2023 (act. II 29) sprach die IVB dem 
Versicherten ab dem 27. Mai 2021 eine Hilflosenentschädigung für eine 
Hilflosigkeit leichten Grades und mit Verfügung vom 16. Februar 2023 (act. 
II 30) ab dem 1. Mai 2022 einen Assistenzbeitrag zu. Die beiden 
Verfügungen blieben ebenfalls unangefochten.

B.

Im März 2023 (act. II 31) wurde der Versicherte von seiner Mutter erneut 
bei der IVB zum Leistungsbezug (medizinische Massnahmen, Massnah-
men für die berufliche Eingliederung) angemeldet. Insbesondere gestützt 
auf die Aktenbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. C.________ vom 14. Ju-
ni 2023 (act. II 39) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 7. Juli 2023 (act. II 
40) in Aussicht, weiterhin keine medizinischen Massnahmen im Zusam-

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menhang mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 404 gemäss Anhang zur GgV-
EDI zu gewähren, da die Anspruchsvoraussetzungen zu dessen 
Anerkennung unverändert nicht erfüllt seien. Am 31. Juli 2023 gingen bei 
der IVB Testunterlagen der Klinik D.________ vom 26. Juli 2023 ein (act. II 
41). Am 31. Juli 2023 (Postaufgabe) erhob der Versicherte, gesetzlich 
vertreten durch seine Eltern, Einwand (act. II 43/9) gegen den Vorbescheid. 
Diesem beigelegt waren neben den Testunterlagen der Klinik D.________ 
(act. II 44) ein neues Leistungsgesuch (medizinische Massnahmen; 
act. II 43/1). Mit Verfügung vom 19. September 2023 (act. II 45) entschied 
die IVB dem Vorbescheid vom 7. Juli 2023 entsprechend.

Bereits am 31. Juli 2023 (act. II 42) hatte die IVB Dr. med. C.________ die 
Testunterlagen der Klinik D.________ vom 26. Juli 2023 (act. II 41) zur 
Stellungnahme unterbreitet. Die ergänzende RAD-Aktenbeurteilung datiert 
vom 21. September 2023 (act. II 47) und wurde dem Versicherten von der 
IVB mit Schreiben vom 25. September 2023 (act. II 48) "in Ergänzung" zur 
Verfügung vom 19. September 2023 zugestellt. 

C.

Gegen die Verfügung vom 19. September 2023 (act. II 45) erhob der Versi-
cherte, gesetzlich vertreten durch seine Eltern, bereits am 22. September 
2023 (Postaufgabe) Beschwerde. Er beantragt sinngemäss, der angefoch-
tene Verwaltungsakt sei aufzuheben und ihm seien medizinische Mass-
nahmen im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 404 gemäss 
Anhang zur GgV-EDI zu gewähren. 

Die Beschwerdegegnerin schliesst in der Beschwerdeantwort auf Abwei-
sung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 19. September 
2023 (act. II 45). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf medizinische 
Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 404 gemäss 
Anhang zur GgV-EDI.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das Sozialversicherungsgericht prüft die 
Frage einer allfälligen Verletzung desselben nicht nur aufgrund von Partei-
vorbringen, sondern auch von Amtes wegen (BGE 120 V 357 E. 2a 
S. 362). In diesem Zusammenhang hat sich Folgendes gezeigt: Nach Er-
lass des Vorbescheids vom 7. Juli 2023 (act. II 40) ging der Beschwerde-
gegnerin der Bericht betreffend Testdiagnostik der Klinik D.________ vom 
26. Juli 2023 zu (act. II 41, 44). Diesen Bericht unterbreitete sie dem RAD 
und erbat hierzu eine ergänzende Aktenbeurteilung durch Dr. med. 
C.________. Ohne diese Beurteilung abzuwarten, erliess die Beschwerde-
gegnerin am 19. September 2023 die vorliegend angefochtene Verfügung 
(act. II 45). Eine vom 21. September 2023 datierende RAD-
Aktenbeurteilung (act. II 47) liess sie dem Beschwerdeführer mit Schreiben 
vom 25. September 2023 zukommen (act. II 48). Die RAD-Ärztin Dr. med. 
C.________ bestätigte in der ergänzenden Aktenbeurteilung das Vorliegen 
einer Konzentrationsfähigkeitsstörung; dies entgegen dem Wortlaut der 
angefochtenen Verfügung.

In diesem Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist zwar eine Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör, namentlich der Begründungspflicht, zu 
erblicken; diese ist allerdings vorliegend – bei voller Kognition des Spruch-
körpers – aus nachfolgenden Gründen zu heilen. Von einer Rückweisung 
der Sache an die Beschwerdegegnerin zum Erlass einer korrekt begründe-
ten Verfügung ist hier schon deshalb abzusehen, da eine solche zu einem 
formalistischen Leerlauf führen würde (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; 
SVR 2021 IV Nr. 43 S. 139, 9C_555/2020 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 193, 
8C_25/2020 E. 3.3.1). Mit der Beschwerde wurde im Übrigen einzig der 
sich bereits in den Akten befindende und im Rahmen der ergänzenden 
RAD-Aktenbeurteilung von Dr. med. C.________ vom 21. September 2023 
(act. II 47) berücksichtigte Diagnostikbericht der Klinik D.________ vom 
26. Juli 2023 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 2) eingereicht. Einer 
materiellen Prüfung der angefochtenen Verfügung steht damit nichts ent-
gegen. 

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3.

3.1 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 
20. Altersjahr Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Behandlung 
von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG).

3.2 Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei vollen-
deter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG). Die blosse Veranlagung zu ei-
nem Leiden gilt nicht als Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Der Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebrechen als solches erkannt wird, ist 
unerheblich (Art. 3 Abs. 3 IVV).

Nach Art. 3bis Abs. 1 IVV erstellt das EDI die Liste nach Art. 14ter Abs. 1 
lit. b IVG mit den Geburtsgebrechen, für die medizinische Massnahmen 
nach Art. 13 IVG gewährt werden. Das EDI kann nähere Vorschriften über 
die Liste erlassen (Art. 3bis Abs. 2 IVV). Die Geburtsgebrechen sind in der 
GgV-EDI aufgeführt.

3.3

3.3.1 Das Geburtsgebrechen im Sinne von Ziff. 404 gemäss Anhang zur 
GgV-EDI wird wie folgt umschrieben: Angeborene Störungen des 
Verhaltens bei Kindern ohne Intelligenzminderung mit kumulativem 
Nachweis von 

1. Störungen des Verhaltens im Sinne einer krankhaften Beeinträchtigung 
der Affektivität oder der Kontaktfähigkeit;

2. Störungen des Antriebes;

3. Störungen des Erfassens (perzeptive Funktionen);

4. Störungen der Konzentrationsfähigkeit;

5. Störungen der Merkfähigkeit.

Die Diagnosestellung und der Beginn der Behandlung müssen vor der Voll-
endung des neunten Lebensjahres erfolgt sein.

3.3.2 Die Definition des Geburtsgebrechens im Sinne von Ziff. 404 
gemäss Anhang zur GgV-EDI geht über das Vorliegen einer Aufmerksam-
keitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hinaus, indem zusätzlich weite-

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re Teilleistungsstörungen diagnostiziert werden müssen (Urteil des Bun-
desgerichts [BGer] 8C_316/2018 vom 23. Oktober 2018 E. 5.2.1). Die 
Störung muss zwingend vor dem vollendeten neunten Lebensjahr als sol-
che diagnostiziert, dokumentiert und auch behandelt worden sein. Erwor-
bene Störungen müssen sicher ausgeschlossen sein (Rz. 404.2 des 
Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über die 
medizinischen Eingliederungsmassnahmen der IV [KSME]; zur Bedeutung 
von Verwaltungsweisungen vgl. BGE BGE 150 V 1 E. 6.4.2 S. 6, 148 V 385 
E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

3.3.3 Die "9 Jahres Grenze" gilt nur für die medizinischen Leistungen der 
Invalidenversicherung unter Art. 13 IVG, Ziff. 404 gemäss Anhang zur GgV-
EDI, nicht aber für andere mögliche Vorkehren (z.B. berufliche 
Massnahmen). Für diese Leistungsarten gelten andere Kriterien (Rz. 404.4 
KSME). 

3.3.4 Wenn bis zum neunten Geburtstag nur einzelne der in Ziff. 404 
gemäss Anhang zur GgV erwähnten Symptome ärztlich festgestellt 
werden, sind die Voraussetzungen für Ziff. 404 gemäss Anhang zur GgV-
EDI nicht erfüllt. In diesen Fällen ist aus medizinischer Sicht sorgfältig zu 
überprüfen, ob die geforderten Kriterien gemäss dem medizinischen 
Leitfaden zur Ziff. 404 gemäss Anhang zur GgV-EDI effektiv erfüllt sind. Die 
IV-Stelle entscheidet danach, ob allenfalls weitere (externe) Experten 
beizuziehen sind (Rz. 404.5 KSME).

3.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 
UV Nr. 41 S. 161, 8C_457/2021 E. 3.3).

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4.

4.1 Sowohl im Revisions- als auch im Neuanmeldungsverfahren betref-
fend Eingliederungsmassnahmen (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b) sind die Grundsätze der Renten-
revision analog anzuwenden (THOMAS FLÜCKIGER, in FRÉSARD-FELLAY/
KLETT/LEUZINGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozial-
versicherungsrechts, 2020, Art. 17 N. 90). Mit Blick auf das Ergebnis – 
selbst bei freier Prüfung – (vgl. E. 4.4 f. hiernach) kann hier allerdings of-
fenbleiben, ob die diesbezüglichen Voraussetzungen erfüllt sind. 

4.2 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

4.2.1 Dr. med. E.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, 
stellte im Bericht vom 5. Oktober 2022 (act. II 33) folgende Diagnosen:

ADHS (ICD-10 F90.0) respektive Psychoorganisches Syndrom (POS; in 
Abklärung) mit/bei:

- Visueller und auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung
- Durchschnittlicher Intelligenz
- Visuell: Kongenitaler Katarakt rechts und links unauffälliger Befund. 

Sowie Zustand nach Commotio cerebri im Oktober 2017

Begleitend: Deutliche Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen 
mit/bei:

- Auffälligkeiten in der Entwicklungsplanung (Dyspraxie)

In der neurologischen Untersuchung zeige sich ein fünfjähriger Junge mit 
einer deutlichen assoziierten Entwicklungsstörung der motorischen Funktio-
nen, wobei auch hier der Bewegungsplan besonders auffalle. Diesbezüg-
lich sei bereits eine Psychomotoriktherapie begonnen worden, welche aber 
wahrscheinlich im Verlauf durch eine Ergotherapie ergänzt bzw. ersetzt 
werden sollte, dies bei doch erheblichen Problemen der visuellen Wahrneh-
mung und Verarbeitung. Ein Zusammenhang mit der im Kleinkindesalter 
stattgefundenen Commotio sei nicht wahrscheinlich. Eine bildgebende Ab-
klärung sei aktuell nicht notwendig. Gegebenenfalls könne die augenärztli-
che Abklärung noch hinsichtlich eines möglichen zerebralen Visual Impair-
ment ergänzt werden. Aktuell solle der Verlauf unter den erst begonnenen 

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Massnahmen (Psychomotoriktherapie und Psychotherapie) abgewartet 
werden. Die Befunde würden schon für ein POS sprechen und der Be-
schwerdeführer werde im Verlauf sicher auch von einer Ergotherapie profi-
tieren. 

4.2.2 Im Bericht der Klinik D.________ vom 14. April 2023 (act. II 37/3) 
wurde die Diagnose einer einfachen ADHS (ICD-10 F90.0) bestätigt. Der 
Beschwerdeführer sei in entsprechender psychotherapeutischer Behand-
lung. Eine psychopharmakologische Behandlung sei im Januar 2023 be-
gonnen worden. 

4.2.3 Dr. med. C.________ kam in der RAD-Aktenbeurteilung vom 
14. Juni 2023 (act. II 39) zum Schluss, die Voraussetzungen zur Anerken-
nung des Geburtsgebrechens Ziff. 404 gemäss Anhang zur GgV-EDI seien 
aktuell nicht ausgewiesen. Bei der letzten Anfrage beim RAD im August 
2022 sei empfohlen worden, dass testpsychologische Untersuchungen 
beim Beschwerdeführer bei ausreichender Leistungsbereitschaft, Konzen-
tration und Motivation bis zum neunten Lebensjahr durchgeführt und nach-
gereicht werden könnten. Dies sei nicht erfolgt. Störungen des Erfassens, 
der Merkfähigkeit sowie der Konzentration seien testpsychologisch nicht 
ausgewiesen.

4.2.4 Im Testdiagnostik-Bericht der Klinik D.________ vom 26. Juli 2023 
(act. II 44) wurden die Ergebnisse der testpsychologischen Abklärungen 
dargelegt. Zur Evaluierung der visuellen und auditiven(-perzeptiven) Wahr-
nehmung seien zwei Tests durchgeführt worden. Beim Rey-Test habe der 
Beschwerdeführer ein unterdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Es gebe 
Indikationen auf Probleme in den Wahrnehmungsvorgängen und in der 
visuellen Gedächtnisleistung. Es wurden eine starke Ablenkbarkeit, ein im 
Raum Herumschauen sowie ein "viele verschiedene Fragen stellen" beob-
achtet. Eine ganzheitliche Figur habe nicht erfasst werden können. Der 
Fokus sei auf einige Details gelegt worden. Der Beschwerdeführer habe 
nur sehr wenige bis fast keine Struktur der Figur gezeichnet. Beim Mottier-
Test seien eine stark abnehmende Aufmerksamkeit im Verlauf der Testung 
sowie ein häufiges Nachfragen, "wie viele Wörter noch dran" kämen, beob-
achtet worden. Der Beschwerdeführer habe ein durchschnittliches Resultat 
erzielt. Anlässlich der Testung der Merkfähigkeit hätte er in den Bereichen 

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der Gesamtleistung und in der korrigierten Wiedererkennung eine unter-
durchschnittliche Leistung gezeigt, im Abruf nach Interferenz, in der Ge-
dächtnisleistung nach zeitlicher Verzögerung und im Verlust nach zeitlicher 
Verzögerung eine durchschnittliche Leistung. Die Abrufleistung im ersten 
Durchgang sei sehr gering gewesen. Diese habe sich in den weiteren 
Durchgängen verbessert, sei jedoch stabil tief geblieben. Die Konsolidie-
rung nach zeitlicher Verzögerung habe besser geklappt. Die Erinnerung sei 
besser gewesen als während der Lernphase. Auffällig sei die Wiedererken-
nung mit sehr vielen falsch positiven Ergebnissen, wahrscheinlich auch 
aufgrund nachlassender Konzentration und Ausdauer, gewesen. Bei der 
Testung der Konzentration/Aufmerksamkeitssteuerung sei eine auffällig 
instabile Aufmerksamkeitsleistung sowie auch ein unterdurchschnittlicher 
Wert in der Verarbeitungsgeschwindigkeit erfasst worden. Reaktionszeit 
und Inhibitionsleistung seien durchschnittlich gewesen. Bei der Testung der 
geteilten Aufmerksamkeit sei eine durchschnittliche Leistung im Verteilen 
der Aufmerksamkeit während simultan ablaufenden Reizen erzielt worden. 
Der Beschwerdeführer habe im Vergleich mit seiner Altersgruppe mehr 
Fehler gemacht. Bei der Testung der Flexibilität habe er eine überdurch-
schnittliche Leistung in der Schnelligkeit der Aufgabenumstellung bei auffäl-
lig vielen Fehlern erzielt. Die Gesamtleistung habe im durchschnittlichen 
Bereich gelegen. Der Beschwerdeführer habe also eine eher hohe Fehler-
rate bei schnellen Reaktionszeiten. Weiter habe er eine durchschnittliche 
Leistung in der Schnelligkeit seiner Reaktion sowie in der Ablenkbarkeit 
und eine unterdurchschnittliche Leistung in der Reaktionsinhibition erzielt. 
Die Aufmerksamkeit und die Konzentration hätten im Verlauf der Testung 
stark abgenommen, der Beschwerdeführer habe während den Aufgaben 
dazwischengeredet, der Blick sei weg von den Aufgaben gewandert und er 
habe oftmals eine Rückversicherung eingeholt, wie lange es noch daure. 
Der Beschwerdeführer sei motorisch leichtgradig unruhig und habe oft un-
kontrolliert die Tasten gedrückt

4.2.5 Dr. med. C.________ führte nach Vorlage des Testdiagnostik-
Berichts der Klinik D.________ vom 26. Juli 2023 (act. II 44) in der RAD-
Aktenbeurteilung vom 21. September 2023 (act. II 47) aus, vor dem neun-
ten Lebensjahr sei die Diagnose einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerk-
samkeitsstörung (ICD-10 F90.0) gestellt und es sei eine Behandlung mit 

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Psychotherapie und Methylphenidat eingeleitet worden. Die intellektuelle 
Leistungsfähigkeit liege mit einem Intelligenzquotienten von 82 im invali-
denversicherungsrechtlichen Normbereich. Störungen des Verhaltens im 
Sinne einer krankhaften Beeinträchtigung der Affektivität oder Kontakt-
fähigkeit seien ungenügend ausgewiesen. Eine Störung des Antriebes liege 
in Form einer Hyperaktivität vor. Eine Störung des Erfassens sei auditiv 
nicht ausgewiesen bei Werten im Normbereich. Visuell lägen die Werte der 
Rey Kopie mit T-Wert 32 in Bezug auf eine Standardabweichung nicht im 
Bereich einer Teilleistungsstörung (wäre T-Wert 28). Die mittels Test ge-
prüfte motorikreduzierte Wahrnehmung sei im Normbereich. Eine Störung 
der Konzentrationsfähigkeit liege situationsübergreifend klinisch und test-
psychologisch vor. Eine Störung der Merkfähigkeit sei visuell und auditiv 
nicht ausreichend ausgewiesen. Die invalidenversicherungsrechtlichen 
Kriterien zur Anerkennung eines Geburtsgebrechens entsprechend Ziff. 
404 gemäss Anhang zur GgV-EDI seien nicht erfüllt, da vor allem eine 
Störung des auditiven und visuellen Erfassens im Sinne einer Teilleis-
tungsstörung neuropsychologisch nicht ausgewiesen sei. 

4.3

4.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

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kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 133, 
9C_651/2019 E. 4.3).

4.3.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). 

4.4 Die Aktenbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. C.________ vom 
21. September 2023 (act. II 47) erfüllt die Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an medizinische Berichte (vgl. E. 4.3 hiervor) und erbringt 
vollen Beweis. Dabei schadet nicht, dass es sich um einen Aktenbericht 
handelt, konnte Dr. med. C.________ ihre Stellungnahme doch auf einen 
lückenlosen und zeitnah erhobenen sowie unbestrittenen Befunde 
abstellen, womit eine zusätzliche Untersuchung des Beschwerdeführers 
durch den RAD nicht erforderlich war (vgl. E. 4.3.2. hiervor). Mit dem RAD-
Aktenbericht, welche sich auf die Berichte der behandelnden Ärzte 
abstützt, liegt eine überzeugende und schlüssige Beurteilung vor. In der 
Folge ist darauf abzustellen.

Unbestritten und erstellt sind vorliegend die Diagnosen einfache ADHS 
(ICD-10 F90.0) sowie auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung 
(ICD-10 F80.20). Von den zur Anerkennung des Geburtsgebrechens 
Ziff. 404 gemäss Anhang zur GgV-EDI erforderlichen, kumulativ 
nachzuweisenden Störungen (vgl. E. 3.3.1 hiervor) sind ferner diejenige 
des Antriebs (Hyperaktivität) und der Konzentrationsfähigkeit erstellt, wie 

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der RAD-Aktenbeurteilung vom 21. September 2023 (act. II 47) von 
Dr. med. C.________ zu entnehmen ist. Es liegen jedoch keine Störungen 
der Affektivität und Kontaktfähigkeit, des Erfassens oder der Merkfähigkeit 
vor. Die RAD-Ärztin stützte sich in ihrer Beurteilung – zu Recht – auf den 
(beweiswertigen) Testbericht der Klinik D.________ vom 26. Juli 2023 (act. 
II 41). Getestet wurden die visuelle und auditiv-perzeptive Wahrnehmung, 
die Merkfähigkeit wie auch die Konzentration/Aufmerksamkeitssteuerung, 
mit dem Ergebnis, dass neben den Störungen des Antriebs und der 
Konzentrationsfähigkeit die übrigen kumulativ erforderlichen 
Beeinträchtigungen nicht nachgewiesen werden konnten. Weitere medizi-
nische Sachverhaltserhebungen erübrigen sich damit in antizipierter Be-
weiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; Urteil des BGer 9C_298/2024 vom 14. August 2024 
E. 5.2, zur Publikation vorgesehen; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 162, 
9C_296/2018 E. 4).

4.5 Aufgrund des Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den 
Anspruch auf medizinische Massnahmen im Zusammenhang mit dem 
Geburtsgebrechen Ziff. 404 gemäss Anhang zur GgV-EDI zu Recht 
verneint. Die Verfügung ist nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist 
abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Aufgrund der besonderen Umstände des vorliegenden Verfahrens (vgl. E. 2 
hiervor) ist auf das Erheben von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 108 
Abs. 1 VRPG; BGE 138 V 122 E. 1 S. 124; RUTH HERZOG, in HERZOG/
DAUM [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 
im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 29). Der geleistete Kostenvor-

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schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.