# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d204ecf-80ba-56d2-9b08-0cc388b8fba2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2014 D-2180/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2180-2014_2014-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2180/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Martin Zoller (Vorsitz), 

Richterin Esther Karpathakis, Richter Thomas Wespi,    

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Eritrea,   

vertreten durch (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 25. März 2014 / N (…). 

 

 

D-2180/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a B._______, dessen Asylgesuch vom BFM am 6. Mai 2010 gutgeheis-

sen worden war (vorinstanzliches Verfahren N […]), ersuchte das Bun-

desamt mit Schreiben vom 20. Juni 2012 (Datum Eingang beim BFM) 

darum, seinem Bruder A._______ (Beschwerdeführer) und zwei weiteren 

Geschwistern die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. Während sich 

seine beiden jüngeren, noch minderjährigen Geschwister derzeit im 

Flüchtlingslager C._______ in Äthiopien aufhielten, sei sein älterer Bruder 

A._______ aus einem Flüchtlingslager im Sudan nach Ägypten ver-

schleppt worden und befinde sich nun in der Gewalt der Entführer, die ihn 

nur gegen Bezahlung eines Lösegeldes freilassen würden. Der Eingabe 

lag ein entsprechender, vom 1. Juni 2012 datierter Spendenaufruf bei. 

A.b Das BFM forderte B._______ am 11. Juli 2012 auf, die genauen An-

gaben zu den Personalien sowie Fotos seiner Geschwister einzureichen. 

A.c B._______ liess dem BFM in der Folge am 16. Juli 2012 ein Foto so-

wie einen Taufschein seines Bruders A._______ in Kopie zukommen und 

teilte dem Bundesamt mit, die beiden anderen, noch minderjährigen Ge-

schwister hiessen D._______ und E._______. Sie lebten – ebenso wie 

ein weiterer jüngerer Bruder, F._______ – im Flüchtlingslager C._______ 

in Äthiopien.  

Die Verfahren der beiden minderjährigen Geschwister D._______ und 

E._______ sowie des Bruders F._______ wurden vom BFM als eigen-

ständige Verfahren (N […] beziehungsweise N […]) weitergeführt (vgl. 

nachfolgend Bst. A.h des Sachverhalts). 

A.d Am 23. August 2012 teilte G._______ dem BFM mit, er sei am 9. Au-

gust 2012 mit der Vertretung von A._______ betreffend dessen Asylge-

such aus dem Ausland betraut worden. Gleichzeitig machte er ergänzen-

de Angaben zu den Gesuchsgründen von A._______. Dieser sei im April 

2012 illegal aus Eritrea in den Sudan geflüchtet. Kurze Zeit später sei er 

von Angehörigen des Volkes der Rashaida gekidnappt und in den Sinai 

(Ägypten) gebracht worden, wo er schlimme Folterungen über sich habe 

ergehen lassen müssen. Nach der Überweisung einer grossen, mit Hilfe 

verschiedener Organisationen, Privatpersonen und Kirchgemeinden auf-

gebrachten Geldsumme sei der Beschwerdeführer freigelassen worden. 

Er befinde sich derzeit in Kairo, wo er in einem Spital behandelt werde 

und wo er vom UNHCR als Flüchtling registriert worden sei. Der Be-

D-2180/2014 

Seite 3 

schwerdeführer habe begründete Furcht, wegen seiner illegalen Ausreise 

bei seiner Rückkehr nach Eritrea Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

(SR 142.31) ausgesetzt zu werden. Ein weiterer Aufenthalt in Ägypten sei 

auch nicht zumutbar. Die Lebenssituation eritreischer Flüchtlinge dort sei 

prekär; sie seien – wie aus zahlreichen dem Internet entnommenen Be-

richten hervorgehe – verschiedenen Übergriffen und Diskriminierungen 

ausgesetzt und es bestehe die Gefahr willkürlicher Verhaftungen und Ent-

führungen. Aufgrund der Beziehungsnähe zu seinem in der Schweiz le-

benden Bruder B._______ müsse ihm die Einreise in die Schweiz bewil-

ligt und die Schweizer Vertretung in Kairo angewiesen werden, ein ent-

sprechendes Visum auszustellen.  

Zur Untermauerung der Vorbringen wurden – jeweils als Farbkopien – die 

UNHCR-Karte sowie drei im Spital von Kairo aufgenommene Bilder, die 

den Beschwerdeführer mit Folterspuren zeigen sollen, eingereicht. 

A.e  Mit Schreiben vom 9. Oktober 2012 und vom 31. Dezember 2012 er-

suchte B._______ das BFM um rasche Behandlung der Gesuche seiner 

Geschwister A._______, D._______ und E._______. 

A.f Mit Zwischenverfügung vom 13. März 2013 wies das BFM den 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darauf hin, es fehle bislang eine  

klar dem Beschwerdeführer zurechenbare Willensäusserung (bezie-

hungsweise das Original einer vom Beschwerdeführer ausgestellten 

Vollmacht), mit welcher dieser zu erkennen gebe, dass er die Schweiz 

wegen einer asylrelevanten Verfolgung um Schutz ersuche. Es räumte 

dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers daher Gelegenheit ein, sich 

bis zum 13. April 2013 schriftlich zu äussern beziehungsweise ein zuläs-

sig gestelltes Asylgesuch des Beschwerdeführers nachzureichen, andern-

falls auf das Asylgesuch aus dem Ausland nicht eingetreten werde. Des 

Weiteren teilte das BFM dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers un-

ter Hinweis auf das Urteil BVGE 2007/30 mit, die Schweizer Botschaft in 

Kairo sei aufgrund des Arbeitsvolumens sowie fehlender Voraussetzun-

gen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht in der Lage, 

persönliche Befragungen von Asylsuchenden durchzuführen. Das Bun-

desamt ersuchte daher den Beschwerdeführer unter Hinweis auf seine 

Mitwirkungspflicht, zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachver-

halts ebenfalls bis zum 13. April 2013 konkrete Fragen zu seinen persön-

lichen Verhältnissen, zu den Gründen für die Ausreise aus Eritrea sowie 

zu seinem Aufenthalt in Ägypten zu beantworten. Bei ungenutzter Frist 

werde aufgrund der Aktenlage entschieden.  

D-2180/2014 

Seite 4 

A.g Das auf den 21. März 2013 datierte, vom Beschwerdeführer unter-

zeichnete Antwortschreiben traf am 8. April 2013 beim BFM ein. Darin 

bestätigte der Beschwerdeführer sinngemäss sein Gesuch um Bewilli-

gung der Einreise in die Schweiz und um Asylgewährung. Im Weiteren 

machte er geltend, er sei eritreischer Staatsangehöriger und stamme aus 

H._______ (Distrikt I._______, Region J._______), wo seine Eltern, seine 

Ehefrau, seine drei Kinder sowie zwei seiner Geschwister nach wie vor 

lebten. Er habe seit 1995 Militärdienst geleistet und sei zuletzt im Camp 

von K._______ (andere Schreibweise: […]; Region L._______) stationiert 

gewesen. Nachdem er von seinem Vorgesetzten, zu dem er ein sehr gu-

tes Verhältnis gehabt habe, darüber informiert worden sei, er könnte auf-

grund brisanter Aussagen, die er gegenüber ihm untergeordneten Solda-

ten gemacht habe, als Drahtzieher eines Umsturzversuchs angesehen 

werden, habe er auf dessen Anraten hin am 22. März 2012 Eritrea in 

Richtung Sudan verlassen. Unterwegs sei er von Angehörigen der Ras-

haida festgenommen und nach einem kurzen Aufenthalt in M._______ 

(Sudan) in die ägyptische Sinai-Wüste verschleppt worden. Dort sei er 

massiv gefoltert und erst nach der Bezahlung eines Lösegeldes von 

$ 30'000.– freigelassen worden. Danach habe er sich beim UNHCR in 

Kairo gemeldet. Aufgrund seines christlichen Glaubens sei er Diskriminie-

rungen seitens der ägyptischen Bevölkerung und der Behörden ausge-

setzt. Auch komme es immer wieder zu Deportationen eritreischer Flücht-

linge nach Eritrea.  

A.h Mit Verfügung vom 2. August 2013 verweigerte das BFM F._______ 

die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab. Die mit 

Eingabe seines Vertreters B._______ am 22. August 2013 (Datum Post-

stempel) dagegen erhobene Beschwerde wurde in der Folge vom Bun-

desverwaltungsgericht mit Urteil vom 28. November 2013 (Verfahren […]) 

abgewiesen. 

Am 6. August 2013 verweigerte das BFM auch den beiden noch minder-

jährigen Geschwistern des Beschwerdeführers (D._______ und 

E._______) die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylgesuche ab. 

Die von B._______ am 22. August 2013 dagegen erhobene Beschwerde 

ihrerseits wurde vom Bundesverwaltungsgericht ebenfalls mit Urteil vom 

28. November 2013 abgewiesen (Verfahren […]).  

A.i Zur weiteren Vervollständigung des Sachverhalts wurde der Be-

schwerdeführer am 19. Februar 2014 auf der Schweizer Botschaft in Kai-

ro persönlich befragt. Mit seinen dort gemachten Aussagen sowie mit den 

D-2180/2014 

Seite 5 

Angaben in der beigelegten "First Instance Declaration", welche der Be-

schwerdeführer am 16. Januar 2013 mit Hilfe eines Mitarbeiters des 

N._______ ausgefüllt haben will, bestätigte er im Wesentlichen seine be-

reits in den schriftlichen Eingaben geschilderten Probleme. In Ergänzung 

dazu machte er geltend, 1995 und 1996 Militärdienst geleistet zu haben. 

Im Jahr 1998 sei er erneut einberufen und seither nicht mehr entlassen 

worden. Seine Familie sei dadurch in prekäre wirtschaftliche Verhältnisse 

geraten, weshalb er nach einem Urlaub im Jahr 2009 unerlaubterweise 

nicht mehr eingerückt sei und stattdessen seiner Familie in der Landwirt-

schaft geholfen habe. Er sei daher festgenommen und für sechs Monate 

in Haft gesetzt worden. Anfangs 2012 habe ihm eine erneute Festnahme 

gedroht, nachdem er sich über zu niedrige Löhne beklagt habe. Um einer 

solchen zu entgehen, sei er im März 2012 aus dem Armeecamp von 

K._______ desertiert und in den Sudan geflohen. Bereits zwei Tage nach 

seiner Einreise in den Sudan sei er gekidnappt und in den Sinai entführt 

worden. Nachdem er gegen Bezahlung eines hohen Lösegeldes freige-

lassen worden sei, habe er sich am 14. August 2012 beim UNHCR ge-

meldet. In Ägypten werde er von Landsleuten und von seinem in der 

Schweiz wohnhaften Bruder unterstützt. 

B.  

Mit Verfügung vom 25. März 2014 – dem Rechtsvertreter des Beschwer-

deführers am 28. März 2014 eröffnet – verweigerte das BFM dem Be-

schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch 

ab. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen.  

C.  

Der Beschwerdeführer beantragte durch seinen Rechtsvertreter mit Ein-

gabe vom 23. April 2014 beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung 

der vorinstanzlichen Verfügung, die Bewilligung der Einreise in die 

Schweiz und die Gewährung des Asyls. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und es sei auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.  

Zur Untermauerung der gestellten Anträge – auf deren Begründung, so-

weit für den Entscheid wesentlich, ebenfalls in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen wird – gab der Beschwerdeführer sechs Fotos, die 

unter anderem Folterspuren an seinem Körper zeigen sollen, im Original 

zu den Akten. 

D-2180/2014 

Seite 6 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. April 2014 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gut und teilte dem Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers mit, es werde auch auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses verzichtet (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

E.  

Das BFM beantragte mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2014 sinngemäss 

die Abweisung der Beschwerde, da diese keine neuen erheblichen Tatsa-

chen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung seines Stand-

punktes rechtfertigen könnten.  

Die Vernehmlassung wurde dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

am 8. Juli 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht 

der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

1.2 Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen 

vorliegend nicht zur Anwendung, wurde doch in der Übergangsbestim-

mung (Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuche, die – wie das vorlie-

gende – im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung des Asylgesetzes 

gestellt worden sind, die Art. 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der 

bisherigen Fassung gelten. 

2.  

D-2180/2014 

Seite 7 

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

4.  

4.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes oder ein von einer 

sich im Ausland befindenden Person eingereichtes Asylgesuch ablehnen, 

wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen konn-

te oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann 

(Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG 

bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur 

Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden konnte, 

im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 

auszureisen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG konnte das Eidgenössi-

sche Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen 

ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft 

machten, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

 

4.2 Hinsichtlich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im 

Ausland sieht aArt. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in 

der Regel eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies 

nicht möglich, sind die Asylgründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 

AsylV 1). Das BFM hat den allfälligen Verzicht auf eine Befragung im Aus-

land in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 [S. 368]). 

Vorliegend wurde der Beschwerdeführer am 19. Februar 2014 auf der 

Schweizer Botschaft in Kairo persönlich befragt. Anlässlich dieser Befra-

gung hatte er Gelegenheit, genauere Angaben zu seinen persönlichen 

D-2180/2014 

Seite 8 

Lebensumständen, zu den Gründen für seine Ausreise aus Eritrea sowie 

zu seiner aktuellen Verfolgungssituation zu machen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 

wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie vor der Ausreise 

zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 

zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-

schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 

Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 

Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-

heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 

bewirken (Art. 3 AsylG).  

5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 

AsylG sind mit Blick auf den Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 

AsylG namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staa-

ten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer ander-

weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 

Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für 

die Erteilung einer Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit 

der betroffenen Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefähr-

dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der 

Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zu-

gemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 

S. 128, sowie auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil 

D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1).  

Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt hat, in 

einem Drittstaat auf, bedeutet dies zwar nicht zwingend, dass es ihr auch 

zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. Im Sinne einer Re-

gelvermutung ist aber davon auszugehen, sie habe dort den erforderli-

chen Schutz gefunden, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs 

und zur Verweigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Fall sind die 

Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat zu-

mutbar erscheinen lassen, und diese mit einer allfälligen Beziehungsnähe 

zur Schweiz abzuwägen. Eine Beziehungsnähe zur Schweiz aufgrund 

hier ansässiger naher Familienangehöriger begründet nicht automatisch 

eine Einreisebewilligung, wenn aufgrund einer Abwägung mit anderen 

D-2180/2014 

Seite 9 

Kriterien der Verbleib im Drittstaat objektiv als zumutbar zu erachten ist. 

Es gilt also zu prüfen, ob es aufgrund der gesamten Umstände geboten 

erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die einer Person den erforder-

lichen Schutz gewähren soll (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1). 

5.3 Sodann schliesst gemäss neuer Rechtsprechung im Auslandverfah-

ren das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft allein aufgrund von subjekti-

ven Nachfluchtgründen die Bewilligung zur Einreise von vornherein aus. 

Demzufolge kommt der Frage massgebliches Gewicht zu, ob die Person, 

die aus einem Drittstaat ein Asylgesuch stellt, bereits zum Zeitpunkt der 

Ausreise eine asylrechtlich relevante Gefährdung zu gewärtigen hatte 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2012/26 E. 7 S. 519 f.). 

6.  

6.1 Vorliegend lassen die geltend gemachten Vorbringen, die nicht von 

vornherein unglaubhaft erscheinen, nicht ausschliessen, dass der Be-

schwerdeführer in Eritrea ernstzunehmende beziehungsweise in flücht-

lingsrechtlicher Hinsicht relevante Schwierigkeiten mit den heimatlichen 

Behörden zu befürchten hatte. An dieser Feststellung vermag auch die 

neue gesetzliche Bestimmung von Art. 3 Abs. 3, 1. Satz AsylG nichts zu 

ändern, statuiert doch der zweite Satz von Art. 3 Abs. 3 AsylG gleichzeitig 

den Vorbehalt der Flüchtlingskonvention. Ob der Beschwerdeführer bei 

einer allfälligen Rückkehr nach Eritrea einer flüchtlingsrechtlich relevan-

ten Verfolgung ausgesetzt sein könnte, kann dennoch offengelassen 

werden, da er den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss aArt. 52 

Abs. 2 AsylG nicht benötigt, weil es ihm – wie nachfolgend aufgezeigt 

wird –, trotz der gewiss nicht einfachen Bedingungen für eritreische 

Flüchtlinge in Ägypten, zuzumuten ist, dort zu verbleiben.  

6.2 Der Beschwerdeführer verliess gemäss seinen Angaben Eritrea im 

April 2012 in Richtung Sudan und fand – nachdem er von Angehörigen 

des Volkes der Rashaida gekidnappt, misshandelt und schliesslich gegen 

Bezahlung eines hohen Lösegeldes freigelassen worden war – Zuflucht in 

einem Drittstaat (Ägypten). Er wurde in einem Spital in Kairo medizinisch 

behandelt und vom UNHCR als Flüchtling registriert. Die Lebensbedin-

gungen für eritreische Flüchtlinge in Ägypten sind zugestandenermassen 

nicht einfach; insbesondere ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass 

sie – wie in der Beschwerde (vgl. S. 3) bemerkt wurde – wegen sprachli-

cher Probleme und der auch damit zusammenhängenden Schwierigkei-

ten, eine Arbeitsstelle zu finden, oftmals ein isoliertes Leben führen. Der 

Beschwerdeführer teilt diesbezüglich das Leid mit Tausenden Landsleu-

D-2180/2014 

Seite 10 

ten. Er lebt aber – entgegen der Anmerkung in der Beschwerdeschrift 

(vgl. S. 4) – nicht ohne feste Unterkunft in Ägypten, sondern konnte zu-

sammen mit mehreren anderen eritreischen Staatsangehörigen in Kairo 

ein Haus mieten, wobei die Mitbewohner sich gegenseitig finanziell unter-

stützen und der Beschwerdeführer ausserdem regelmässig Geldbeträge 

von seinem Bruder B._______ aus der Schweiz überwiesen erhält (vgl. 

Vorakten A13 S. 6). Wie in der angefochtenen Verfügung überdies zu 

Recht bemerkt wurde, kann der Beschwerdeführer als registrierter Flücht-

ling auch das UNHCR um Unterstützung (insbesondere auch in medizini-

scher Hinsicht, sofern die erlittenen Verletzungen weiterer Behandlung 

bedürfen) ersuchen. Was die in der Beschwerde (vgl. S. 3) erwähnte 

Möglichkeit einer (erneuten) Entführung in den Sinai betrifft, so ist festzu-

halten, dass der Beschwerdeführer sich in Ägypten aufhält, wo zwar Ver-

schleppungen eritreischer Flüchtlinge aus dem Landesinnern vereinzelt 

vorkommen können, dies jedoch bezüglich Kairo und Umgebung, wo der 

Beschwerdeführer lebt, praktisch gänzlich ausgeschlossen werden kann. 

6.3 Hinsichtlich der schon im vorinstanzlichen Verfahren geäusserten 

Furcht vor einer Deportation in den Heimatstaat ist festzuhalten, dass 

trotz der zeitweise unstabilen politischen Situation in Ägypten das Risiko 

für vom UNHCR registrierte Flüchtlinge gering ist. Es liegen auch keine 

konkreten Hinweise vor, dass der Beschwerdeführer von einer Rück-

schaffung bedroht wäre. Allfällige Benachteiligungen und Belästigungen, 

denen der Beschwerdeführer aufgrund seines christlichen Glaubens oder 

seiner eritreischen Herkunft beziehungsweise seiner Zugehörigkeit zur 

Ethnie der Tigrinya ausgesetzt sein könnte, vermögen ebenfalls keine 

akute und konkrete Gefährdungssituation in Ägypten zu begründen.   

6.4 Schliesslich vermag auch der Umstand, dass der Bruder des Be-

schwerdeführers seit sechs Jahren in der Schweiz lebt, keinen derart ge-

wichtigen Anknüpfungspunkt darzustellen, dass eine Abwägung der Ge-

samtumstände im Sinne von aArt. 52 Abs. 2 AsylG dazu führen müsste, 

dass es gerade die Schweiz ist, die ihm den erforderlichen Schutz ge-

währen soll.  

6.5 Das BFM hat nach dem Gesagten dem Beschwerdeführer zu Recht 

die Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch aus dem Aus-

land abgelehnt.  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

D-2180/2014 

Seite 11 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen.  

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG und 

Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Das Bundesverwaltungsgericht bewilligte dem Be-

schwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 28. April 2014 die unentgelt-

liche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und verzichtete 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Angesichts der Aktenlage 

besteht keine Veranlassung, auf diesen Entscheid zurückzukommen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2180/2014 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das BFM. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni 

 

 

Versand: