# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a5139c7-11d5-521d-8928-9f38e8b00a95
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-05
**Language:** de
**Title:** Für die Annahme einer beruflichen Weiterentwicklung im Gesundheitsfall (mehr Lohn durch die Übernahme der Leitung von Projekten), müssen bereits vor dem Eintritt des Gesundheitsschaden konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die dafür sprechen, dass sich die Entwicklung mit hoher Wahrscheinlichkeit vollzogen hätte.
**Docket/Reference:** BV.2022.00077
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/BV.2022.00077.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
BV.2022.00077
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
5. Oktober 2023
in Sach
en
X.___
Klägerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Kaspar
Saner
KSPartner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
c/o AXA Leben AG
General-Guisan-Strasse 40, Postfach 300, 8401 Winterthur
Beklagte
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Elisabeth
Glättli
Probst Partner AG Rechtsanwälte
Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1986 (
Urk.
14/2/1),
absolvierte
in Italien
nach der obli
gatorischen Schulzeit die Fachschule
Y.___
und die Oberschule
Z.___
(
Urk.
14/22/2)
.
Im Jahr 2005 reiste sie in die Schweiz ein
,
um an der
A.___
Umwelt
in
genieurwesen
zu studieren
(
Urk.
14/2/1
,
Urk.
14/22/2
).
Dort war sie überdies ab
1.
Juli 200
8
als Hilfsassistentin in der Studienkoordination
und ab
1.
Januar 2009
a
ls wissenschaftliche Assistentin
tätig
(Urk. 14/22/3
, Urk.
14/24/1
,
Urk.
14/24/3
)
. Im Septemb
er
2008 erlangte sie den Bachelor
of
Science in Umweltingenieurwesen (Urk. 14/22/3).
Per
1.
Januar 2014 wurde
X.___
an der zur
A.___
zur wissenschaftlichen Mitarbeiterin befördert.
Diese Tätigkeit übte sie bis
am 3
0.
Juni 2015 mit einem Arbeitspensum von 50
%
aus
(Urk. 14/24/1).
Im Dezember 2015 folgte der Abschluss
des
Masters
tudiums an der
A.___
(Urk. 14/22/2,
Urk.
14/23/3)
.
Von
Juli 2015
bis März 20
16 bezog
X.___
Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
14/8).
Am 1
7.
Mai 2016 trat sie bei der
B.___
AG
in einem 80%-Pensum
als Projekt
mitarbeiterin
ein
(
Urk. 14/10/2, Urk. 14/12/2,
Urk. 14/22/2).
Dadurch wurde
X.___
bei der AXA Stiftung berufliche Vorsorge (nachfolgend: AXA) berufs
vor
sorgeversichert (
Urk.
2/3).
Sie
befand sich
sodann
wegen einer generali
sierten Angststörung mit Paniks
törung bei einer abhängigen Persönlich
keits
stö
rung mit zusätzlichen Anteilen des
Borderline
-Typs (
Urk.
9/11/4) ab dem 2
9
. September 2018 in ambu
lanter psychiatrischer Behandlung (
Urk.
14
/11/2). Alsdann wurde sie
im Sanato
rium
C.___
vom 1
3.
bis 31.
Januar
2020
stationär und
a
nschliessend
ambu
lant
in der Tages
klinik
behandelt
(
Urk. 14/11/10,
Urk.
14
/34/2). Am
2.
März 2020 begann
sie
bei der
B.___
AG
-
mit
dem Ziel einer schrittweisen Steigerung des Arbeitspensums - in
einem
20%-
Pensum
zu arbeiten
(
Urk.
14
/10/3, U
rk.
14
/34/2).
Am 2. Juni 2020 (Ein
gangsdatum)
meldete sich
X.___
unter Hinweis auf eine seit dem 6.
Januar 2020 bestehende psy
chische Beein
trächtigung bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk. 14/2,
Urk.
14/7
).
Die IV-Stelle tätigte
Abklä
rungen in beruflich-erwerblicher und medi
zinischer Hinsicht
. Sie gewährte Frühinterven
tionsmassnahmen in der Form eines Achtsamkeits
t
r
ai
nings vom
10.
Mai 2021 bis 9.
Mai 2022 (Urk.
14/25)
und
übernahm
die
Kosten für Beratung und Unter
stüt
zung beim Erhalt
d
es Arbeitsplatzes
bei der
B.___
AG
(Urk.
14/28
,
Urk. 14/30
).
Die
IV-Stelle beendete die Eingliederungs
beratung
mit Mitteilung vom 2
8.
Dezember 2021
(Urk. 14/32)
und
leitete die Rentenprüfung ein.
Das Job Coaching durch die
p
sychiatrische
Klinik D.___
wurde bis 20.
Mai 2022 fortgeführt, damit die Versicherte ihr 50
%
-
Arbeits
pensum halten könne
(Urk. 14/32
, Urk.
14/34/2-3
, Urk.
14/68
).
D
ie
B.___
AG
sah sich
mit Blick auf das Auslaufen der Kran
kentaggelder per
5.
März 2022 veranlasst, das Arbeitsverhältnis mit
X.___
neu zu regeln
(Urk. 14/34/2
5 ff.
)
.
Mit dem Anstellungsvertrag vom 18. Feb
ruar 2022 kamen die Parteien überein, dass
X.___
bei der
B.___
AG
ab dem
1.
März 2022 als Projekt
mitar
bei
terin in einem 50%-Pensum
arbeite
(Urk.
14/53)
.
Die IV-Stelle sprach
X.___
n
ach durchgeführtem
Vor
be
scheidverfahren
(Urk.
14/47) mit Verfügung vom
2
1.
April 2022
bei eine
m
nach der sogenannten gemischten Methode (Qua
lifikation: 80
% Erwerb, 10
% Haushalt, 10
% Freizeit) berechneten Invaliditäts
grad von 42
%
mit Wirkung ab
1.
Mai 2022 eine Rente
im Umfang von 30
%
einer ganzen Invalidenrente zu (
Urk.
14/63,
Urk.
14/
6
5
)
.
1.2
Die AXA hatte
X.___
bereits zuvor mit Schreiben vom 1
5.
März 2022 darüber informiert, dass
gemäss
ihrem Einkommensvergleich kein Anspruch auf In
validenleistungen der beruflichen Vorsorge bestehe
(
Urk.
2/1
4
).
Alsdann wandte sich
X.___
am 11.
Mai 2022 telefonisch an die AXA und er
suchte diese um eine
Über
prüfung
des Einkommensvergleichs
. Die AXA teilte ihr mit Schreiben vom 1
6.
Mai 2022 mit, dass bei der Prüfung des Anspruchs auf Invali
denleistun
gen aus der beruflichen Vor
sorge unter anderem ausschlag
ge
bend sei, dass sie bei ihr vor Eintritt des Gesund
heitsschadens im Umfang eines Teilzeit
pensums von 80
%
versichert ge
wesen sei. Beim gestützt auf die Angaben aus den IV-Akten durch
geführten Ein
kom
mensvergleich habe ein Invaliditäts
grad von gerundet 39
%
resultiert. Bei einem IV-Grad unter 40
%
bestehe kein Anspruch auf Invalidenleistungen (Urk.
2/15).
Danach
brachte der Rechts
vertreter von
X.___
mit Schreiben vom 29.
Juni 2022 vor, dass gemäss den Aus
führungen der Arbeitgeberin in den IV-Akten im Gesundheitsfall Lohner
höhun
gen gewährt
worden wäre
n
. Weil die IV-Stelle dies bei ihrem Einkommensver
gleich nicht berücksichtigt habe, müsse deren Verfügung in diesem Punkt als offensichtlich unrichtig angesehen werden. Tatsächlich wäre das Einkommen ohne Behinderung im Jahr um
Fr.
6'000.--
höher zu bemessen gewesen
.
Mit Blick darauf sei der Leistungsanspruch von
X.___
noch einmal zu prüfen (
Urk.
10/2). Die
AXA
hielt mit Schreiben vom 2
6.
Juli 2022
jedoch
an der Leis
tungsab
lehnung fest (
Urk.
2/16).
2.
2.1
Mit Eingabe vom
5
.
Oktober
2022 (Urk. 1) erhob
X.___
beim Sozial
ver
sicherungsgericht des Kantons Zürich Klage gegen die
AXA
.
Sie
beantragte (Urk. 1 S. 2):
«
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin gesetzliche und reglementarische Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge zu gewähren und insbesondere Rentenleistungen bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 42
%
mit Wirkung ab
1.
Mai 2022 auszurichten, dies nebst Verzugszins in Höhe des Minimalzinses nach BVG (z.Zt. 1
%
p.a.) ab jeweiligem Fälligkeitsdatum, frühestens ab Zeit
punkt der Klageeinreichung.
Unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten (inkl. 7,7
%
MwSt.).
»
2.2
Mit Klageantwort vom 25. Januar 2022 beantragte d
ie Beklagte
Abweisung der Klage
(Urk.
9
S. 2).
2.3
Auf Aufforderung des
Sozialversicherungsg
erichts hin reichte die Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle,
mit Eingabe vom
16
.
Februar
202
3
(Urk. 1
3
) die IV-Akten in Sachen de
r
Kläger
in
(Urk.
14/1-73
) ein.
2.
4
Die Parteien hielten
replicando
(Urk. 18) und
duplicando
(Urk. 21) jeweils an ihren Anträgen fest.
Der
Kläger
in
wurde eine Kopie der Duplik der Beklagten vom 5. Mai 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 22).
3.
Auf die Vorbringen
der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Weil die Beklagte ihren
Sitz im Kanton Zürich
hat (Internet-Auszug Handels
re
gister des Kantons Zürich),
ist das angerufene
Gericht
gemäss
Art.
73
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters- und Hinterlassenen- und Invali
den
vorsorge (BVG)
örtlich und - gestützt auf § 2 Abs. 2
lit
. a des
Gesetz
es
über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
)
- sachlich zuständig.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beklagte der Klägerin Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge auszurichten hat.
2.2
Die Klägerin lässt im Wesentlichen vorbringen, dass die Feststellung der Beklag
ten, wonach sie für die hier interessierenden Belange der Berufsvorsorge einen massgebenden Invaliditätsgrad von unter 40
% aufweise, die massgebenden rechtlichen Vorgaben verletze (Urk.
1 S.
5).
G
egen
die Ausführungen
der Beklag
ten sei erstens einzuwenden, dass die IV-Stelle mit ihrer Verfügung vom 2
1.
April 2022 (im Erwerbsbereich) einen Invaliditätsgrad von 51% ermittelt habe (Urk.
1 S.
7). Das
Valideneinkommen
sei auch für die vorliegenden Belange der In
vali
denleistungen aus der beruflichen Vorsorge in Übereinstimmung mit Art.
27
bis
Abs.
2 der Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV) auf ein Voll
zeit
pen
sum hochzurechnen und erst danach die prozentuale Erwerbseinbusse zu ermit
teln (Urk.
1 S. 6).
Das
BVG
enthalte keine Bestimmung
, die einem solchen Vor
gehen im Bereich der
2.
Säule entgegenstehen würden. Viel
mehr
sei
in
Art.
23 BVG die Wendung «im Sinne der IV» enthalten
, woraus zu folgern sei, dass der IV-Grad in der beruflichen Vorsorge gleich wie jener in der IV zu bemessen sei
(
Urk.
18 S. 3). Würde anders vorgegangen, so würden bei
teilinvaliden
Teilzeiter
werbstätigen ver
glichen mit den Vollzeiterwerbstätigen stets tiefere Invali
ditäts
grade resultieren (Urk.
1 S. 6). Weil gerade Frauen überproportional in
Teilzeit
pensen
tätig seien, führe dies letztlich zu einer Diskriminierung auf Grund des Geschlechts, was so
wohl gegen das verfas
sungs
mässige Rechtsgleichheitsgebot (
Art.
8 der Bundes
verfassung, BV) als auch
Art.
14 in Verbindung mit
Art.
8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund
freiheiten (EMRK
) verstosse (
Urk.
1 S.
6-7). Dies ergebe sich bereits aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschen
rechte (EGMR) in Sachen di
Trizio
gegen die Schweiz (Urk.
1 S.
7). Zweitens bestehe hier keine Bindungswirkung des IV-Entscheids, da die Feststellungen
der
IV-Stelle zum
Valideneinkommen
offensichtlich unhaltbar seien (Urk.
1 S.
7). Die IV-Stelle habe klare Hinweise in den IV-Akten zu den Lohn
erhö
hungen, die sie im Gesundheitsfall erhalten hätte, übergangen. Ihre Vor
gesetzte bei der
B.___
AG habe am 13.
Januar 2022 ausgeführt, dass der Lohn trotz eingeschränkter Tätigkeit nicht gekürzt worden sei. Anderseits sei es aber auch nicht zu den Lohnerhöhungen, welche bei der Aus
übung von mehr Funktionen gewährt worden wären, gekommen. Des Weiteren habe sie in der E-Mail-Nach
richt vom
4.
Februar 2022 ausgeführt, dass sie (die Klägerin) in den letzten Jahren regelmässig eine Lohnerhöhung erhalten hätte, wenn sie nicht krank geworden wäre (
Urk.
1 S. 8). Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass sie diese Lohner
höhung erhalten hätte, habe sie doch vor Eintritt des Gesund
heits
schadens im Jahr 2018 von
der
Arbeitgeberin gute und sehr gute Bewertungen erhalten. Auch die Auftraggeberinnen der
B.___
AG seien mit ihren Leis
tungen s
ehr
zu
frieden gewesen (
Urk.
18 S. 5). Trotz der in den IV-Akten enthal
tenen Mitteilun
gen der Arbeitgeberin vom 1
3.
Januar und
4.
Februar 2022 habe die IV-
Stelle das
Valideneinkommen
per 2020 von Fr.
68'800.-- (80%-Pensum) heran
gezogen und den Wert, wie bei Absenz von Angaben des Arbeitgebers zur Lohn
entwicklung üblich, der allgemeinen statistischen Lohnent
wicklung bis 2022 angepasst. So sei sie zu einem
Valideneinkommen
von Fr.
70‘044.-- gelangt. Die
ser Wert sei offen
sichtlich falsch (
Urk.
1 S. 8). Hätte sich die IV-Stelle in korrekter Nach
achtung des Untersuchungsgrundsatzes nach dem konkreten
Validenein
kommen
bezie
hungsweise den Lohn
er
höhungen erkundigt, so wäre die Ant
wort so ausgefallen, wie sie die Vorgesetzte mit Schreiben vom 2
0.
Juni 2022 for
mu
liert habe, nämlich dass die Klägerin ohne Gesund
heits
schaden auf das Jahr 2021 und 2022 eine Lohn
er
höhung von jeweils
Fr.
3‘000.-- pro Jahr (bezogen auf ein Voll
zeitpensum) erhalten hätte (
Urk.
1 S.
8-9). Demnach würde sich das
Validen
einkommen
korrekterweise auf
Fr.
73‘600.-- (Fr.
68‘800.-- +
[
Fr.
6'000.-- x 80
%
]
) im angestammten 80%-Pensum belaufen. Somit würde sich auch ohne Hoch
rech
nung auf 100
%
gemäss den vorangehenden Ausfüh
rungen zu
mindest ein Invaliditätsgrad von 42
%
erge
ben (
Urk.
1 S. 9).
2.3
Dem hält die Beklagte zunächst entgegen, dass ein Anspruch auf IV-Leistungen der beruflichen Vorsorge nur im Rahmen der Versicherungsdeckung bestehe. Diese richte sich nach dem Beschäftigungsgrad, weshalb für die berufliche Vor
sorge immer nur der konkrete Beschäftigungsumfang zur Zeit des Eintrittes der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit massgebend sei. Das Bun
desgericht habe in zwei Leitentscheiden klargestellt, dass dies bei Geltung des neuen Modells der gemischten Methode beziehungsweise des neuen Art.
27
bis
IVV ebenfalls anwendbar sei (BGE 144 V 63 E. 6.2, BGE 144 V 72). Diese Berech
nungsweise in der beruflichen Vorsorge sei konzeptuell bedingt und stell
e
keine Diskriminierung dar, was die Klägerin auch nicht begründet habe. Es gelte somit weiterhin, dass sich der vorsorgerechtlich relevante IV-Grad aufgrund des
Vali
deneinkommens
entsprechend dem Grad der Teilerwerbstätigkeit - und nicht im Verhältnis zu einer (hypothetischen) Vollzeiterwerbstätigkeit - bemesse. Dies führte dazu, dass der von der IV in Anwendung des neuen Modells der ge
mischten Methode berechnete IV-Grad für die berufliche Vorsorge regelmässig umge
rech
net werden müsse. Sie sei so vor
gegangen und
habe
gestützt auf das an die Lohnentwicklung angepasste
Vali
deneinkommen
von
Fr.
70'044.-- und das Invalideneinkommen von Fr.
43'000.-- einen IV-Grad von 38.61%, gerundet 39%, berechnet, was korrekt sei. Damit bestehe kein Anspruch auf eine berufs
vor
sorgerechtliche IV-Rente der Beklagten (
Ziff.
20
Ziff.
2 des Vorsorgeregle
ments; Urk.
9 S. 5). Gegen die weiteren Vorbrin
gen der Klägerin sei einzuwenden, dass es sich beim
Valideneinkommen
um das Einkommen handle, welches die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
Z
war
sei
grundsätzlich
auch die berufliche Weiterentwicklung ohne Eintritt des Gesundheits
schadens zu berück
sichtigen (
Urk.
21 S. 4). Es bedürfe aber konkreter Anhaltspunkte für einen solche
n
möglichen beruflicher Aufstieg (
Urk.
21 S. 4-5).
Im Fall der Klägerin
gelte zu beachten, dass
nach Lage der Akten
g
erade die für die bisherige Arbeit charakteristischen Aufgaben wie eine grosse Verantwortung in der Projektarbeit, Präsentationen, Kundenkontakte und Bera
tung der Kunden
(
insbesondere Agrarunternehmen
)
, Reisetätigkeit und unregel
mässige Arbeits
zeiten sowie Büroarbeiten zur Überforderung
geführt hätten
(
Urk.
9 S. 7). Die im Zuge des berufsvorsorgerechtlichen Verfahrens einge
holte Aussage der Arbeit
ge
berin vom 2
0.
Juni 2022,
wonach
die Klägerin ohne Krankheit in den beiden vorangehenden Jahren mit Projektleitungen je eine Lohner
höhung von
Fr.
3'000.--
, beziehungsweise
Fr.
2'400.-- bezogen auf ihr 80%-Pensum,
reali
siert
hätte
, basiere darauf, dass die Klägerin
die Leitung von
Projekten
hätte
über
n
eh
men
können
. Dazu sei
s
ie indes nicht imstande gewesen. Diese Belastungen hätten zur krankmachenden Überforderung der Klä
gerin geführt. Hätte diese ihre eige
nen Bedürfnisse wahrgenommen und arti
kuliert, hätte sie diese Arbeiten
abgelehnt, da sie gewusst habe, dass sie dies ü
berfordern
würde
(
Urk.
9 S.
7
). In den von der Klägerin einge
reich
ten Unterlagen sei nur von der Mitarbeit in diversen Projekten die Rede. Die Pro
jektleitung sei nur geplant gewesen (
Urk.
21 S. 5).
Es stehe fest, dass d
ie Klägerin bereits
ohne die Projektleitung
in eine Stress- und Überforde
rungs
situation geraten
sei
und statt
des arbeitsvertraglich verein
barten
Pensum
s
von 80
%
ein Pensum von
120
%
habe
leis
t
en müssen
, was schliesslich zu
m
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit geführt habe (
Urk.
21 S. 6). Sie habe nie als Projektleiterin gearbeitet und wäre dazu auch nicht in der Lage gewesen (
Urk.
21 S.
5).
Die bisherige Tätigkeit
habe für die Klägerin
eine Über
forderung dar
gestellt
, und zwar nicht aufgrund
ihrer
Krank
heit, sondern aufgrund der Art der Arbeit
. Die bereits lange bestehende Überfor
derungssituation
habe
gerade zum Eintritt der Krankheit der Klägerin
geführt
.
Die Klä
gerin hätte somit die Lohnerhöhung auch im Gesundheitsfall nicht erhalten (
Urk.
9 S. 6).
Das
Valideneinkommen
müsse aufgrund des Verdienstes in einer die Klägerin nicht überfordernden Arbeit festgesetzt werden (Urk. 9 S. 6).
Vor diesem Hintergrund
sei nicht zu beanstanden, dass das
Valideneinkommen
unter Zugrundelegung eines für die Klägerin realis
tischen Aufgabenprofils festgesetzt worden sei (
Urk.
9 S. 7,
Urk.
21 S. 6).
Im Übrigen hätte die Klägerin die
von ihr behauptete Höhe
des
Valideneinkommens
mit Beschwerde gegen
die IV-Verfügung geltend machen müssen (Urk. 21 S. 7).
3.
3.1
Nach Art. 24a Abs. 1 BVG wird die Höhe des Anspruchs auf eine Invalidenrente in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt.
Bei einem Invaliditätsgrad im Sinne der
Invalidenversicherung (
IV
)
von 50
-
69 Prozent entspricht der prozentuale Anteil dem Invalidit
ä
tsgrad (Abs. 2).
Bei einem Invaliditätsgrad im Sinne der IV ab 70 Prozent besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3).
Bei einem Invaliditätsgrad im Sinne der IV von unter 50 Prozent gelten die folgenden prozentualen Anteile (Abs.
4):
Invaliditätsgrad
prozentualer Anteil
49 Prozent
47.5
Prozent
48 Prozent
45
Prozent
47 Prozent
42.5
Prozent
46 Prozent
40
Prozent
45 Prozent
37.5
Prozent
44 Prozent
35
Prozent
43 Prozent
32.5
Prozent
42 Prozent
30
Prozent
41 Prozent
27.5
Prozent
40 Prozent
25
Prozent
Liegt der Invaliditätsgrad unter 40 Prozent, so besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
23
lit
. a
B
VG).
3.2
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 143 V 434 E. 2.2, 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der
Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2).
3.
3
3.3.1
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades durch Einkommensvergleich wird das dem Einkommen mit Invalidität, welches auch Invalideneinkommen genannt wird,
dem
Einkommen ohne Invalidität
, das auch als
Valideneinkommen
bezeich
net wird, gegenübergestellt.
3.3.
2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns überwiegend wahr
scheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wick
lung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28
E.
3.3.2). Da die Invalidität der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dau
ernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl.
Art.
8
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungs
rechts,
ATSG
), ist auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte. Rechtsprechungsgemäss sind theoretisch vorhan
dene berufliche Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten nur dann beachtlich, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten wären. Für die Annahme einer mutmasslichen Weiterentwicklung wird daher der Nachweis konkreter Anhalts
punkte dafür verlangt, dass die versicherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen auch tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Es müssen konkrete Hinweise für das behauptete berufliche Fortkommen bestehen. Blosse Absichts
erklärungen der versicherten Person genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sein (Urteil 9C_868/2018 vom 2
2.
August 2019 E. 3.1 mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts
9C_316/2020
vom
6.
Oktober 2020 E. 3.1
).
3.
4
3.
4
.1
In BGE 144 V 63 E. 5
.1
erwog das Bundesgericht
mit Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung
, dass e
in Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vor
sorge nur gegeben
sei, sofern eine entsprechende Versicherungsdeckung vor
han
den sei. Deren Umfang bemesse sich nach dem Beschäftigungsgrad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt
habe
, unter Berück
sichtigung einer allfälligen vorbestandenen gesundheitlich bedingten Arbeits
un
fähigkeit. Die Höhe der konkreten Salarierung spiele diesbezüglich keine Rolle. Wenn die versicherte Person ein Teilzeitpensum
versehen habe, bestehe kein An
spruch auf Leistungen, wenn und jedenfalls solange sie trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung im bisherigen Umfang weiterarbeiten könne oder könnte; das Risiko Invalidität
habe
sich lediglich in dem berufsvorsorgerechtlich nicht versi
cherten Anteil einer Vollzeitbeschäftigung (100
%
- Beschäftigungsgrad) ver
wirklicht. Demgemäss
lasse
sich nicht in jedem Fall folgern, eine Leistung sei bei Eintritt eines Versicherungsfalles nicht geschuldet, wenn der Lohn unverän
dert weiter fliess
e
.
3.
4
.2
Im selben Entschei
d führte das Bundesgericht aus,
dass die Vorsorgeein
rich
tun
gen grundsätzlich an denjenigen Invaliditätsgrad gebunden seien, den die Inva
li
denversicherung (IV) für den erwerblichen Teil ermittelt habe, wenn
die IV die Invalidität einer teilzeitlich er
werbstätigen Person mittels der gemischten Metho
de
(im Bereich der Erwerbstätigkeit nach der allgemeinen Methode des Ein
kom
mensvergleichs und im Haushaltsbereich nach der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs)
berechnet
habe.
Denn die IV-Stelle prüfe immer, auf welche Grundlagen (Vollzeitbeschäftigung oder Teilzeitbeschäftigung) sich die ärztlichen Angaben zur
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
beziehen. Eine auf eine Voll
zeit
be
schäftigung bezogene 50%ige Arbeitsfähigkeit gestatte beispielsweise eine Teil
zeitbeschäftigung von 50
%
. Soweit vor Eintritt des Gesundheitsschadens eine Erwerbstätigkeit in diesem Umfang ausgeübt wurde und diese weiter ausgeübt würde,
könne
sich daraus keine erhebliche Einschränkung
beziehungsweise
Invalidität ergeben
(BGE 144 V 63 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen)
.
3.4.3
Anzufügen sei, so das Bundesgericht weiter, dass das neue Modell der gemischten Methode (vgl.
Art.
27
bis
Abs.
2 bis 4 IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wohl inso
weit eine Änderung mit sich bring
e
, als das Teilzeit-
Valideneinkommen
nun
mehr auf eine (hypothetische) Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet
werde
(
Abs.
3
lit
. a).
Dies
änder
e
indessen nichts daran, dass die berufliche Vorsorge ab
weichend von Invaliden- und Unfallversicherung konzeptioniert
sei
. Abgesehen davon, dass die berufliche Vorsorge nur den erwerblichen Bereich umfass
e
,
sei
sie - gerade hin
sichtlich nachträglicher Pensen- und (regelmässig) damit einher
gehen
den Lohn
änderungen - weit individualistischer ausgestaltet (vgl.
Art.
11
der Verord
nung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge,
BVV 2
,
sowie
Art.
79b BVG
und
Art.
20
des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge,
FZG
).
Sich nicht deckende Invaliditätsgrade und entsprechend unterschiedliche Entwick
lun
gen f
ä
nden sich auch zwischen der Invaliden- und Unfallversicherung. Im Übrigen
seien
rechnerische Anpassungen vom Aufwand her vertretbar (BGE 144 V 63 E
.
6.2).
3.
4
.
4
Und schliesslich führte das Bundesgericht zum Berechnungsvorgang aus, es sei am
e
infachsten,
wenn die Vorsorgeeinrichtung das von der Invaliden
ver
siche
rung festgesetzte
Valideneinkommen
, an das sie grundsätzlich gebunden
sei
, auf das ausgeübte Teilzeitpensum herunterrechne und gestützt darauf (sowie auf die übrigen grundsätzlich bindenden Parameter) eine neuerliche Einkommens
ver
gleichsrechnung durchführ
e (BGE 144 V 63 E. 6.3.2)
.
4.
4.1
Den Vorbringen der Klägerin, wonach das BVG einer analogen Anwendung von Art. 27
bis
Abs. 2 IVV mit einer Hochrechnung des
Valideneinkommens
auf ein Vollzeitpensum nicht
im Wege stehe (E. 2.2), sind somit die oben wiedergegeben Ausführungen
des Bundesgerichts
bezüglich der konzeptionellen Besonderheiten der beruflichen Vorsorge entgegenzuhalten (E. 3.4.1-E. 3.4.3).
Die in der Literatur geübte Kritik an der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. die Hinweise
in
BGE 144 V 72 E. 5.3.3 sowie Marc
Hürzeler
,
Bemerkungen
zu BGE 144 V 63, SZS 4/2019
, S. 220) veranlassten das Bundesgericht bisher nicht zu einer Praxisänderung. D
er vorsorgerechtlich relevante Invaliditätsgrad
ist daher weiterhin
auf
g
rund eines
Valideneinkommens
entsprechend dem Grad der Teilerwerbstätigkeit und nicht im Verhältnis zu einer (hypothetischen) Vollzeiterwerbstätigkeit zu bemessen
(Urteile des Bundesgerichts 9C_578/2022 vom 6. April 2023 E. 4.2
, 9C_751/2019 vom 3. Juni 2020 E. 5.3).
4.2
4.2.1
Unbestritten ist, dass
die Beklagte grundsätzlich an die Feststellungen der IV-Stelle gebunden ist (vgl. E. 3.2
, E. 3.4.4; Urk. 9 S. 4
). Bei
teilzeitlich erwerbstäti
gen Versicherten - wie der Klägerin - ist nach der Rechtsprechung der von der IV-Stelle festgelegte Invaliditätsgrad für die berufliche Vorsorge
jedoch
nur in Bezug auf den erwerbstätigen Teil bindend
(BGE 144 V 72 E. 4.2 mit Hinweis)
.
Entsprechend stellte die
Beklagte bei ihrem Einkommensvergleich auf
das von der IV-Stelle ermittelte
Valideneinkommen
(in einem 80 %-Pensum) von
Fr. 70'044.--
(vgl. Urk. 14/43)
ab
(
Urk.
2/14)
.
D
ie Klägerin
vertritt die
Ansicht, dass
d
ie
diesbezüglichen Feststellungen der IV-Stelle
offensichtlich unhaltbar
und daher nicht bindend
seien,
da die IV-Stelle in Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes das
Valideneinkom
men
zu tief bemessen habe (E.
2.2).
4.2.
2
B
ei der Bestimmung des
Valideneinkommens
wird
in der Regel am zuletzt erziel
ten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepass
ten Verdienst angeknüpft
(E.
3.3.
2
).
Dem von der
IV-Stelle
eingeholten
Arbeitge
berfragebogen der
B.___
AG
vom
15. Juli 2020 lässt sich
entnehmen, dass
sich
der
AHV-beit
ragspflich
tige Lohn der Klägerin von Januar 2017 bis Dezember 2019 stetig er
höhte (Lohn im Januar 2017: Fr.
5’066.--,
Monatsl
ohn ab April 2017: Fr. 5'266.--,
Monats
lohn
ab April 2018: Fr. 5'400.--,
Monatslohn
ab April 2019: Fr.
5'533.--).
Der Lohn stieg auch im Jahr 2020 in einem vergleich
baren Umfang:
Demnach erzielte
die Klägerin
gemäss Angaben der Arbeitgeberin
seit 1. Mai 2020 einen Monatslohn von Fr. 5'733.-- beziehungsweise einen Jahres
lohn von Fr. 68'800.--
(Urk.
14
/12/5).
Alsdann kreuzte sie im Formular an, dass der
angegebene Lohn der Arbeitsleistung
entspreche
. Zudem
gab
sie
an
, dass die Klägerin ohne den Gesundheitsschaden ebenfalls Fr. 68'800.-- ver
dienen würde (Urk.
14
/12/5).
Diese Angaben sind widersprüchlich: Die Klägerin kann
mit dem Gesundheitsschaden
nicht
eine dem Lohn ohne Gesundheitsschaden entspre
chende Arbeitsleistung er
bracht haben.
Kommt hinzu, dass
sich
die A
ngaben
zum Lohn ab
1.
Mai 2020
auf
das frühere 80%-Pensum bezogen,
die Klägerin im Mai 2020
aber gar
nicht
mehr
in einem so hohen Pensum gearbeitet hat (vgl. Sach
verhalt
,
Ziff.
1.1)
und Krankentaggelder bezog
.
Diesen Widerspruch erkannte auch die IV-Stelle.
Mit an die Eingliederungsberaterin gerichteter E-Mail-Nach
richt vom 5. Januar 2022 führte die
mit der Renten
prüfung betraute Sach
bear
beiterin der IV-Stelle
zusammengefasst
aus, dass der Lohn, welchen
die
Klägerin in einer der Gesundheitsstörung ange
passten Tätigkeit erziele, nicht dem Lohn, den sie ohne den Gesundheitsschaden verdienen könnte, gleichgesetzt werden könne. Dies, weil sich deren Aufgaben bei der
B.___
AG wesentlich verän
dert hätten. So könne die Klägerin namentlich
nur noch leichte Tätigkeiten ohne grosse Verantwortung ausüben und die Anforderungen seien massiv ver
einfacht worden. In der angestammten Tätig
keit sei sie somit zu 100
% arbeitsunfähig. Da die Klägerin
ihre Restarbeits
fähigkeit im derzeit aus
geübten 50%-Pensum voll verwerte, müsse
für die Ermittlung des Invalideneinkommens
auf den Lohn, wel
chen
die
Kläger
in
durch diese Tätigkeit erziele, abgestellt werden. Es sei folglich eine schriftliche Bestätigung der
B.___
AG zum neuen Lohn der Klägerin einzuholen
(
Urk.
14
/34/29)
.
Gemäss Telefonnotiz
vom 13. Januar 2022
teilte
die Vorgesetzte der Klägerin zunächst
mit
, dass sie mit der Klägerin geredet und
mit
ihr
abgemacht habe, dass das Arbeitsverhältnis mit einem Änderungsvertrag neu geregelt werde. Sie werde diesen ab Beendigung der Krankentaggelder per
5.
März 2022 aufsetzen. Sie hielt weiter fest,
dass
der Lohn der Klägerin
bislang
nur im Umfang der
Pensums
reduktion
gekürzt worden sei.
D
ie eingeschränkte Tätigkeit
sei
lohn
mässig
dadurch
kompensiert worden, dass (im selben Zeit
raum)
keine Lohner
höhungen
gewährt worden
seien
.
Bei mehr Funktionen hätte sie
mehr Lohn erhalten
(Urk. 14/34/29)
.
I
n der E-Mail-Nachricht zuhanden der IV-Stelle vom 4.
Februar 202
2
hielt
die Arbeitgeberin
fe
s
t
,
mit dem neuen Arbeits
vertrag für ein 50%-Pensum werde der Lohn der
Klä
gerin
nur um die Reduktion des Pensums reduziert. Wäre die Klägerin
nicht krank ge
worden,
hätte sie
i
n den letzten Jahren regelmässig eine Lohner
höhung erhalten. Die Lohnerhöhungen wären auf
grund von mehr Arbeitserfahrung und der Übernahme von mehr Pro
jektaufgaben gewährt worden. Die Übernahme von mehr Projektaufgaben sei vor der Krankheit angedacht gewesen beziehungsweise die Klägerin habe damit bereits angefangen (Urk.
14
/
38/1
).
Alsdann stellte
sie
der IV-Stelle mit
E-Mail-Nachricht vom 14.
März 2022 den unterzeichneten
(neuen)
Anstel
lungsvertrag zu
(Urk.
14
/54/1).
Mit diesem
wurde die Klägerin
bei der
B.___
AG per 1. März 2022 in einem 50 %
-Pensum
angestellt. Der Bruttolohn betrug
Fr.
86'000.-- (100%-Pensum) beziehungs
weise
Fr. 43'000.--
im von der Klägerin ausgeübten
50
%
-Pensum
(Urk.
14
/53). Er entsprach
somit
dem
Lohn, welcher der Klägerin gemäss
dem am 1
5.
Juli 2020 ausgefüllten
Arbeitgeberfragebogen bereits
ab 1. Mai 2020
ausbe
zahlt w
orden war
(Fr.
68'800.
-- :
80 x 50
=
Fr.
43'000.--
, vgl.
Urk.
14
/12/5
).
Die Sachbearbeiterin der IV-Stelle setzte beim Einkommens
ver
gleich als Invali
deneinkommen einen Lohn in der Höhe von Fr. 43'000.-- ein (Urk.
14
/43/1-2).
Bei
der Bemessung des
Valideneinkommen
passte
sie den
Lohn
im Betrag von
Fr. 68'800.--
gemäss den Angaben
im am 15. Juli 2020 ausge
füll
ten Arbeit
geber
fragenbogen
der
Nominallohnentwicklung
an. Dabei
resultierte per 1. Mai 2022 ein hypothetische
s
Validenein
kommen
in der Höhe von Fr. 70'043.97 (
resp. aufgerechnet auf 100 %
von Fr. 87'554.96;
Urk.
9
/43/1-2).
Dieser Einkommens
ver
gleich ergab eine Erwerbs
einbusse von Fr. 27'043.97
(resp. bei Aufrechnung auf 100 %
von
Fr. 44'554.96)
beziehungsweise
- ohne die Auf
rechnung des
Valideneinkommens
auf 100 % -
einen IV-Grad von 39
%
(
Urk. 9/43/1-2)
und in Anwendung der gemischten Methode
gemäss Art. 27
bis
IVV
von gerundet 42 % (Urk. 14/44/7)
.
4.2.
3
D
ie Frage, ob die
se
Festlegungen der IV-Stelle
- wie von der Klägerin behauptet
(E. 2.2)
-
offensichtlich unhaltbar sind,
ist
grundsätzlich
nach der Aktenlage zu beurteilen, wie sie sich bei Verfügungserlass präsentierte. Nachträglich geltend gemachte Tatsachen oder Beweismittel, welche die Verwaltung nicht von Amtes
wegen hätte erheben müssen, sind nicht geeignet, die Festlegungen der Invali
denversicherung als offensichtlich unhaltbar er
scheinen zu lassen. Dies gilt jedenfalls so lange, als es sich nicht um neue Tat
sachen oder Beweismittel han
delt, welche zu einer anderen rechtlichen Beur
teilung führen und die IV-Stelle, welcher sie unterbreitet werden, verpflichten würden, im Rahmen einer prozes
sualen Revision auf die ursprüngliche, formell rechtskräftige Verfügung
zurück
zu
kommen (BGE 130 V 270 E. 3.1, Urteil des Bundesgerichts 9C_315/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die Klägerin
beruft sich auf das Schrei
ben
ihrer Vorgesetzten
vom 2
0.
Juni 202
2
(Urk. 2/20, E. 2.2)
.
Darin führte
diese
aus,
sie habe feststellen müssen, dass es bei der IV ein Missverständnis mit der Darstellung des Lohnes gegeben habe.
Sie habe
mehrfach darauf hingewiesen,
dass
für die Berechnung des Lohnausfalles nicht nur auf den aktuellen Lohn abgestellt werden könne.
W
egen der Krankheit der Klägerin
habe
auch deren Auf
gabenbereich bei der
B.___
AG angepasst werden müssen. Sie habe nicht wie geplant Pro
jektleitungen übernehmen können. Aus diesem Grund habe sie in den letzten beiden Jahren nicht die gleiche Lohnerhöhung erhalten, wie
sie
andere
n
Mitarbeiterinnen und
Mit
arbeiter
n
in
derselben
Position
gewährt worden sei
. Diese Lohnerhöhungen hätte
n
- aus
gehend von einem Jahreslohn bei einem 100%-Pensum berechnet - pro Jahr
etwa
Fr. 3'000.--
betragen
(Urk. 2/20).
Mit Blick auf die obigen Ausführungen ist zunächst festzuhalten, dass d
as IV-Verfahren mit der Verfügung vom 21. April 2022 (Urk.
14
/63, Urk.
14
/65) abge
schlos
sen
wurde
, weshalb die Ausfüh
rungen
im erwähnten Schreiben vom 20.
Juni 2022
neue
Vorbringen
sind
. Der Klägerin
und ihrer Vorgesetzen
ist aber insoweit zustimmen, dass
das im Schreiben
vom 2
0.
Juni 2022
Ausgeführte
im Kern den bereits im IV-Verfahren gemachten Angaben, wonach die Klägerin mehr Lohn ausbezahlt worden wäre, wenn
sie
nicht krank geworden wäre
und
mehr Projektaufgaben (gemeint war wohl da
mals schon: Projekt
leitungen) hätte über
nehmen können (E.
4.2.
2
)
, entsprechen
.
Die damals gemachten Ausführungen
hätte
n
die IV-Stelle
an sich
veranlassen müssen, von Amtes
wegen weitere Abklärungen
zum
Valideneinkommen
zu tätigen
(
Art.
43
Abs.
1 ATSG; anwend
bar im Bereich der Invalidenversicherung gestützt auf
Art.
1 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, und
Art.
2 ATSG).
Die von der Klä
gerin auf
geworfene Frage, ist somit im vorliegenden Verfahren betreffend Invali
denleis
tungen aus beruflicher Vorsorge zu beantworten. Ausgangspunkt ist dabei der am 15. Juli 2020 ausgefüllte Arbeitgeberfragen
bogen
(
Urk.
14
/
12
)
. Werden die dortigen Angaben zusammen mit den Ausfüh
run
gen der Vorgesetzten der Klä
ge
rin vom 1
3.
Januar 2022
(Urk. 14/34/29)
gelesen, so ist
als Erstes
fest
zu
halt
en, dass der Klägerin nach
ih
rem Wiedereinstieg bei der
B.___
AG im März 202
0 (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1) zunächst der Lohn zum selben Ansatz wie
vor Eintritt des
Gesundheitsschaden
s
ausgerichtet wurde. Der Minderverdienst bestand laut der Vorgesetzten der Klägerin darin, dass diese nicht
dieselben
Lohn
erhöhungen
wie andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
mit derselben Stellung erhielt, weil sie
ab Anfang 2020
nicht wie geplant Projektleitungen
habe
über
nehmen
können
(Urk.
2/20). Gemäss den Angaben in der Krankenmeldung bei der Krankentag
geldver
siche
rung der
B.___
AG war die Klägerin dort vor Eintritt der
100%igen
Arbeitsunfähigkeit ab 6.
Januar 2020 als Projektmitarbeiterin ange
stellt (
Urk.
14/9/33).
Auch
die Klägerin gab
i
m
Lebenslauf vom 26. März 2021 an, seit Mai 2016 bis jetzt als Projektmitarbeiterin tätig zu sein (Urk. 14/22/2).
Die Klägerin legte das Protokoll zum Mitarbeiter
ge
spräch vom 29. März 2018 auf. Darin findet sich ein Rückblick auf
ihre
Haupt
aufgaben im vergangenen Jahr (Urk.
19/
2
S.
1) und die Zielverein
barung für die kommende Arbeitsperiode
(Urk.
19/
2
S. 4).
D
emnach
arbeitete
die Klägerin
bis zum Mitarbeitergespräch vom 29. März 2018
als Projekt
mitar
beiterin
(Urk. 19/
2
S. 1)
.
Es ist
sodann
kein wesentlicher Unterschied zwischen den alten und den neuen Arbeits
projekten
gemäss der Zielvereinbarung zu erkennen
(Urk. 19/
2
S.
1, S.
4)
.
Dort wurde jedenfalls nicht erwähnt, dass die Klägerin in Zukunft auch als Projektleiterin arbeiten
werde
.
Bei den Weiterbildungsbedürfnissen wird zwar Projektmanage
ment erwähnt, aber es wurde keine entsprechende Weiterbildung geplant (vgl.
Urk. 19/2 S. 4) und von der Klägerin offenbar auch nicht absolviert (vgl.
Urk. 14/22/3).
Zudem reichte die Klägerin
- auszugweise und anony
misiert -
zwei mit «Arbeitsvergabe» betitelte Dokumente zu
Aufträgen der
B.___
AG ein. Es ist zwar
knapp
zu erkennen, dass die Klägerin darin als die
bei
der
B.___
AG
für den Auftrag
verantwort
liche Person bezeichnet wurde (
Urk.
19/3
,
Urk.
19/4
,
jeweils
S. 1).
Daraus lässt sich jedoch
nicht
ableiten, dass ihr auch die Projektleitung oblag.
Die aufgelegten Dokumen
te sprechen mit
hin nicht dafür, dass die Klägerin im Zeitraum von
Anfang
2020 bis
Mai
2022 bei
B.___
AG die Leitung von Projekten
übernommen
hätte
, wenn sich ihr psychischer Gesund
heitszustand im Januar 202
0
nicht verschlechtert hätte
.
Die Vor
ge
setzte der Klä
gerin sprach von einer geplanten Projektleitung (Urk. 2/20) und von
(dies
bezüg
lichen)
Arbeiten, die die Klägerin (vor der 100%igen Arbeitsunfähigkeit
im Januar 2020
) bereits begonnen habe (Urk. 9/38/1). Für beides f
inden
sich aber die - gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erforderlichen (E.
3.3.
2
) - kon
kreten Anhaltpunkte
nicht
. Wie das Bundesgericht weiter ausführte
(E.
3.3.
2
)
, muss angenommen werden können, dass sich
die
berufliche Entwicklung mit hoher Wahrscheinlichkeit wie geltend gemacht vollzogen hätte.
Mangels Belegen
kann davon im Fall der Klägerin nicht gespro
chen werden.
Damit erweist sich das von der
IV-Stelle
festgelegte
Validen
ein
kommen
jedenfalls nicht als
offensicht
lich unhaltbar
.
4.2.
4
Die Beklagte hat den
Einkommensvergleich
somit zu Recht gestützt auf das von
der IV-Stelle
festgelegte
Valideneinkommen
,
be
zogen auf das von der Klägerin vor
Eintritt
der 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab
6.
Januar 2020 ausgeübte 80%-Pensum
,
vorgenommen. Dass bei diesem Vorgehen
ein IV-Grad von 39 %
resul
tiert
(
Urk.
2/14,
E.
4.2.
2
)
, wird von der Klägerin
zu Recht
nicht bestritten (vgl.
Urk. 18 S. 4)
.
Bei einem
IV-Grad unter 40
%
besteht weder aus der obligato
ri
sche
n
Versicherung (E.
3.1) noch
aufgrund des Vorsorge
regle
ments (vgl. dessen
Ziff.
20,
Urk.
2/17)
Anspruch auf Invalidenleistungen.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Klage.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Klage
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Kaspar
Saner
-
Rechtsanwältin
Dr.
Elisabeth
Glättli
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher