# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b706d1d-43b7-5301-b850-c0d08bbbeb20
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-20
**Language:** de
**Title:** Beschwerdeführerin bezieht seit mehr als 15 Jahren eine Rente und kann nicht auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden.
**Docket/Reference:** IV.2016.00069
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00069.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00069
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Locher
Urteil vom 20. Juni 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Gabriela Gwerder
Advokaturbüro
Langstrasse 4, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene X.___ war ab November 1994 bis Ende Mai 2001 als Hilfsarbeiterin in einem Teilzeitpensum bei der Y.___ ange
stellt; letzter Arbeitstag war der 23. Mai 1999. Am 25. Mai 1999 wurde eine Hemilaminektomie und am 1. März 2000 eine Spondylodese durchgeführt. Am 14. März 2001 meldete sich X.___ zum Bezug von Leistungen der Eid
genössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin erwerbliche und medizinische Abklä
rungen und sprach ihr
mit V
erfügung vom 2. Oktober 2003 für die Zeit vom 1. Mai 2000 bis 31. März 2002 eine befristete ganze Rente zu, wobei sie ab De
zember 2001 eine rentenausschliessende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit an
nahm (Urk. 11/32). Nachdem die IV-Stelle im Einspracheverfahren einen Bericht über die am 11. Dezember 2003 erfolgte Osteosynthesematerialentfernung zu den Akten genommen hatte (Urk. 11/43), bestätigte sie mit Entscheid vom 4. Mai 2004 ihre Verfügung (Urk. 11/46; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 304/05 vom 30. November 2005 Sachverhalt A.). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 16. März 2005 in dem Sinne gut, dass es den Ein
spracheentscheid aufhob und die Sache an die Verwaltung zurückwies, damit diese den Zeitpunkt der Wiedererlangung der teilweisen Arbeitsfähigkeit sowie eine allfällige Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit der Operation von De
zember 2003 abkläre und hernach neu verfüge (Prozess-Nr. IV.2004.00363 [Urk. 11/51]). Die wiederum dagegen eingelegte Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiess das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht teilweise gut und hob den angefochtenen Entscheid insoweit auf, als der Anspruch auf eine Viertels
rente der Invalidenversicherung im Anschluss an die befristete ganze Rente ver
neint wurde (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 304/05 vom 30. November 2005 [Urk. 11/59]).
1.2
In Umsetzung des Urteils des hiesigen Gerichts zog die IV-Stelle weitere Arztbe
richte bei und sprach X.___ mit Verfügungen vom 7. Juni 2006 mit Wirkung ab 1. April 2002 eine Viertelsrente zu (Urk. 11/79-81). Aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustands der Versicherten wurde diese ab 1. März 2004 auf eine ganze Rente erhöht (Verfügung vom 14. Dezember 2006 [Urk. 11/91-92]). Diese bestätigte die Verwaltung in der Folge anlässlich des im Oktober 2008 von Amtes wegen durchgeführten Revisionsverfahrens mit Mit
teilung vom 5. Mai 2009 (Urk. 11/110).
1.3
Im Rahmen eines weiteren, im Juli 2013 eingeleiteten ordentlichen Revisionsver
fahrens (Urk. 11/114) holte die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 11/116 und Urk. 11/118/2-6) und liess die Versicherte im Juli 2014 von den Ärzten der Z.___ polydis
ziplinär begutachten (Expertise vom 28. August 2014 [Urk. 11/134/1-31]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 11/151) verfügte die IV-Stelle am 3. Dezember 2015 die Einstellung der Invalidenrente per Ende des auf die Zu
stellung des Entscheids folgenden Monats (Urk. 11/164 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 18. Januar 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr wei
terhin eine ganze Invalidenrente auszurichten (Urk. 1 S. 2). Am 12. Februar 2016 reichte sie zudem den Austrittsbericht vom 2. Februar 2016 über den sta
tionären Aufenthalt vom 26. Januar bis am 1. Februar 2016 in der A.___ zu den Akten (Urk. 6-7). Mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was der Beschwerdeführerin am 29. Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist. Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entspre
chender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgra
des) vorgenommen werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zu
gesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-
erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft wer
de
n kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der An
rechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwand
frei hervorgeht, dass
die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigen
anstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_163/2009 vom 10. September 2010
E. 4.2.2).
1.2.2
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder wiedererwä
gungs
weise Herabsetzung oder Aufhebung von Invalidenrenten bei versicherten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Not
wendigkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat (E. 3.3). Damit wird dem
Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortge
schrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden lang
jährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen Besitzstandsanspruch geltend machen können. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl. erwähntes Urteil 9C_228/2010 E. 3.5).
1
.
3
N
ach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
wäre
einer subjektiv ausgeprägten Krankheitsüberzeugung beziehungsweise einer (zumin
dest vorerst) fehlenden Eingliederungsmotivation nicht mit einer direkten Rentenaufhebung, sondern mit der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens zu begegnen (
vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
9C_68/2015 vom 24. April 2015 E. 5.1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin bezieht seit 1. Mai 2000 (Verfügung vom 2. Oktober 2003 [Urk. 11/32]) – mithin seit mehr als 15 Jahren – eine Invalidenrente, wo
bei sie bis zum Zeitpunkt der Renteneinstellung (Januar 2016) grösstenteils Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 93 % bezie
hungsweise 95 % hatte (Urk. 11/32 und Urk. 11/91-92]). Sie fällt damit unter den vom Bundesgericht besonders geschützten Personenkreis und es ist ihr die Selbsteingliederung nach der Rechtsprechung nicht mehr zumutbar, weshalb befähigende berufliche Massnahmen notwendig sind.
2.2
Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin anfänglich solche an die Hand genommen hatte. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2014 lud sie die Beschwerdeführerin zu einem Gespräch ein, um deren berufliche Situation ab
zuklären (Urk. 11/136; vgl. auch Urk. 11/150 S. 5). Anlässlich dessen infor
mierte die Versicherte darüber, dass sie sich am 30. Januar 2015 einer Dis
kushernienoperation unterziehen müsse, wobei sie nicht wisse, wie lange die Genesungszeit dauern werde (Urk. 11/140 S. 2). In der Folge stellte die Be
schwerdegegnerin – unter Hinweis auf die anstehende Operation – ihre Einglie
derungsbemühungen ein und teilte der Beschwerdeführerin mit, diese könne ein neues Gesuch um Arbeitsvermittlung stellen, sobald sie sich subjektiv arbeitsfä
hig fühle. Gleichzeitig verwies sie betreffend Rente auf eine separate Verfügung (Mitteilung vom 15. Januar 2015 [Urk. 11/139]).
Damit hatte die Beschwerdegegnerin zwar zunächst richtigerweise Eingliede
rungsmassnahmen in die Wege geleitet, diese aber – mit Blick auf die bevorste
hende und am 30. Januar 2015 effektiv durchgeführte mikrochirurgische Re-Diskektomie (Urk. 11/147) – wieder eingestellt und die Beschwerdeführerin da
rauf aufmerksam gemacht, dass sie bei subjektiver Arbeitsfähigkeit ein neues Gesuch um Arbeitsvermittlung einreichen könne. Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin den bundesgerichtlich geforderten Voraussetzungen bei Aufhebung von langjährigen Renten nicht hinreichend Genüge getan. Denn sie muss sich vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente verge
wissern, ob sich ein medizinisch-theoretisches Leistungsvermögen ohne weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt, oder ob dafür eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit, usw.) und/ oder die Durchführung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen im Rechts- sinne erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. Sep- tember 2010 E. 4.2.2). Einzig mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, ein neues Gesuch um Arbeitsvermittlung zu stellen, ist es der Beschwerdegegnerin insbesondere nicht möglich festzustellen, ob die (wiedergewonnene) Erwerbsfä
higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (erneut) verwertbar ist (vgl. Art. 7 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Auf eine allfällig fehlende Eingliede
rungsmotivation oder subjektive Krankheitsüberzeugung wäre sodann mittels Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu reagieren gewesen (vgl. E. 1.4 hievor). Hinzu kommt, dass sich aus den Akten nicht ergibt, dass die Beschwerdeführe
rin ihre fehlende Eingliederungsbereitschaft zum Ausdruck gebracht hätte. Sie gab vielmehr an, sie möchte arbeiten; sie habe aber keine Idee, in welchem Be
reich dies sein könne (Urk. 11/140 S. 2), welche Aussage angesichts ihrer lang
jährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt denn auch nicht überrascht. Da die Eingliederungsfrage vorgängig der Rentenaufhebung zu prüfen ist, genügt auch der Hinweis im Vorbescheid (Urk. 11/151) beziehungsweise in der angefochte
nen Verfügung (Urk. 2) nicht, wonach sich die Beschwerdeführerin bei Bedarf für Hilfe bei der Stellensuche mittels schriftlichen Gesuchs bei der Beschwerde
gegnerin melden könne.
2.3
2.3.1
Der erwähnte Prüfungsschritt zeitigt dort keine administrativen Weiterungen, wo
die gegenüber der Eingliederung vorrangige Selbsteingliederung direkt zur rentenausschliessenden arbeitsmarktlichen Verwertbarkeit des Leistungsvermö
gens führt. Das ist namentlich der Fall, wenn bisher schon eine erhebliche Rest
arbeitsfähigkeit bestand, so dass der anspruchserhebliche Zugewinn an Leis
tungsfähigkeit kaum zusätzlichen Eingliederungsbedarf nach sich zieht, vor al
lem, wenn das hinzugewonnene Leistungsvermögen in einer Tätigkeit verwertet werden kann, welche die versicherte Person bereits ausübt oder unmittelbar wieder ausüben könnte (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010
E. 4.2.2 mit Hinweisen). Gleiches gilt, wenn es sich bei der versicherten Person um eine agile, gewandte und im gesellschaftlichen Leben integrierte Person handelt, sodass objektiv einer Selbsteingliederung (trotz fort
geschrittenen Alters) nichts entgegensteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_68/2011 vom 16. Mai 2011
E. 3.3).
2.3.2
Dies jedoch trifft vorliegend nicht zu. So hat die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 1999 keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt und derweil – mit Ausnahme der Zeitperiode vom 1. April 2002 bis 29. Februar 2004 – eine ganze Invali
denrente bezogen. Alsdann verfügt sie über keine abgeschlossene Berufslehre und hat vor Eintritt der Invalidität zuletzt fünf Jahre an derselben Arbeitsstelle als Hilfsarbeiterin in der Verpackung gearbeitet, welche Tätigkeit ihr aus ge
sundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist (Urk. 11/134 S. 9 und S. 31). Die Beschwerdeführerin kann somit zum einen nicht auf eine gefestigte und aktualisierbare berufliche
Erfahrung zurückgreifen
, die sie für die Selbsteinglie
derung nutzbar machen könnte; zum anderen liegt eine invaliditätsbedingte er
werbliche Desintegration auf der Hand. Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich sodann nicht um eine agile, gewandte und im gesellschaftlichen Leben in
tegrierte Person, welche die medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung verwerten könnte.
2.4
Nach dem Gesagten kann die Beschwerdeführerin angesichts ihrer jahrelangen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und der sich auf Tätigkeit als Verpackerin be
schränkenden beruflichen Erfahrung auch bei einer attestieren Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Arbeit nicht auf den Weg der Selbsteinglie
derung verwiesen werden. Damit ist die Renteneinstellung so lange nicht ge
rechtfertigt, als die Beschwerdegegnerin die Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert und die Beschwerdeführerin nicht hinreichend auf die berufliche Ein
gliederung vorbereitet hat. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Be
schwerde mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin einstweilen weiter
hin Anspruch auf die bisherige ganze Rente hat.
2.5
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen zur Rentenrevision.
3.
3.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]).
3.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die anwaltlich vertretene Beschwerde
führerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Die Entschädigung wird unabhängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend erscheint eine Prozessent
schädigung von Fr. 2‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen
.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der
Beschwerde
wird
die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 3. Dezember 2015 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin einstweilen weiterhin Anspruch auf eine ganze Invali
denrente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr. 600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessentschä
digung von
Fr. 2'500
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Gabriela Gwerder
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLocher