# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c16c53f0-67aa-5fe1-bd54-e64b271e8ee2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 12.04.2022 LE210035
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE210035_2022-04-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE210035-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin  

Dr. S. Janssen und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Reuss Valentini 

Beschluss und Urteil vom 12. April 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Hinwil vom 27. Mai 2021 (EE200071-E) 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(siehe Urk. 38 S. 2-5 m.H.) 

Verfügung und Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Hinwil 
vom 27. Mai 2021: 

(Urk. 38 S. 48 f.) 

Das Einzelgericht verfügt:  

"1. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Verpflichtung zur Bezahlung eines Pro-
zesskostenbeitrages durch den Gesuchsgegner wird abgewiesen. 

 
 2. Der Gesuchstellerin wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und ihr 

wird Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin be-
stellt. 

 
 3. [Schriftliche Mitteilung]". 

Das Einzelgericht erkennt:  

"1. Es wird festgestellt, dass die Parteien auf unbestimmte Zeit zum Getrenntle-
ben berechtigt sind und bereits seit dem 16. August 2020 getrennt leben. 

 
 2. Die Tochter C._____, geboren am tt.mm.2007, wird unter die alleinige Obhut 

der Gesuchstellerin gestellt. 
 
 3. Der Sohn D._____, geboren am tt.mm.2005, wird unter die alleinige Obhut 

des Gesuchsgegners gestellt.  
 
 4. Auf eine detaillierte Regelung des wöchentlichen Besuchsrechts wird ver-

zichtet. 
 
 5. Beide Parteien werden berechtigt und verpflichtet, die Kinder C._____ und 

D._____ jeweils zusammen während drei Wochen Ferien im Jahr innerhalb 
den Schulferien auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu 
nehmen. Die Ferien sind rechtzeitig, jedoch mindestens zwei Monate im  
Voraus mit der jeweils anderen Partei abzusprechen. Kommt keine Einigung 
zu Stande, so kommt der Gesuchstellerin in geraden Jahren und dem Ge-
suchsgegner in ungeraden Jahren das Entscheidungsrecht zu. 

 
Über ein allfälliges weitergehendes oder abweichendes Ferienbesuchsrecht 
haben sich die Parteien untereinander und unter Berücksichtigung der Wün-
sche und Vorstellungen von C._____ und D._____ zu einigen. 

 

- 3 - 

 6. Die eheliche Liegenschaft im E._____ …, in F._____, wird samt Hausrat und 
Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleini-
gen Benützung zugewiesen.  

 
 7. Das Fahrzeug Merceds-Benz Viano wird der Gesuchstellerin zur alleinigen 

Benützung zugewiesen. 
 

Das Fahrzeug Mini wird dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zu-
gewiesen. 

 
 8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für D._____ monatliche Unterhaltsbei-

träge zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familienzulagen wie 
folgt zu bezahlen: 

 
Phase 1: Fr. 3'486.– ab 16. August 2020 bis 30. November 2020 

(davon Fr. 1'877.– als Betreuungsunterhalt); 
 

 Die Unterhaltsbeiträge sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils 
im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.  

 
 9. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für C._____ monatliche Unterhaltsbei-

träge zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familienzulagen wie 
folgt zu bezahlen: 

 
Phase 1: Fr. 3'357.– ab 16. August 2020 bis 30. November 2020 

(davon Fr. 1'877.– als Betreuungsunterhalt); 
 

Phase 2: Fr. 5'617.– ab 1. Dezember 2020 bis zum 30. September 
2021 (davon Fr. 4'028.– als Betreuungsunterhalt); 
 

Phase 3: Fr. 2'490.– ab 1. Oktober 2021 (davon Fr. 534.– als Be- 
treuungsunterhalt). 
 

 Die Unterhaltsbeiträge sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils 
im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.  

 
 10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin persönliche 

monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 
 

Phase 1: Fr. 650.– ab 16. August 2020 bis 30. November 2020; 
 
Phase 2: Fr. 584.– ab 1. Dezember 2020 bis zum 30. September 

2021; 
 

Phase 3: Fr. 1'872.– ab 1. Oktober 2021. 
 

 Die Unterhaltsbeiträge sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils 
im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.  

- 4 - 

 
11. Der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge liegen folgende finanziellen Verhält-

nisse zugrunde: 
 

Gesuchstellerin: 
 
Einkommen vom 16. August 2020 bis  
30. September 2021:       Fr. 0.– 
 
Einkommen ab 1. Oktober 2021  
(hypothetisch, 80 % Pensum,  
netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn):  Fr. 3'300.– 
 
Vermögen:        nicht relevant  

 
C._____ 
 
Einkommen (Kinderzulagen):     Fr. 200.– 
 
Vermögen:        nicht relevant 

 
D._____ 
 
Einkommen (Kinderzulagen):     Fr. 200.– 
 
Vermögen:        nicht relevant 

 
Gesuchsgegner:  
 
Einkommen (100 % Pensum, netto pro Monat,  
inkl. Anteil 13. Monatslohn):     Fr. 12'080.– 
 
Vermögen:        nicht relevant 

 
12. Die übrigen Anträge der Parteien werden abgewiesen, soweit auf diese ein-

zutreten ist bzw. sie nicht in Folge Gegenstandslosigkeit erledigt abzu-
schreiben sind. 

 
13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'000.–. 
 
14. Die Kosten des begründeten Urteils werden den Parteien je zur Hälfte aufer-

legt, der Anteil der Gesuchstellerin wird jedoch zufolge Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 
Die Gesuchstellerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO 
hingewiesen. 

 
15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 

- 5 - 

16. [Schriftliche Mitteilung]  
 
17. [Berufung/Beschwerde Kosten- und Entschädigungsfolgen]" 

Berufungsanträge: 

des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 37 S. 2-5): 
 
"1. Es seien Dispositivziffer 2, 9, 10 und 11 des Urteils des Einzelgerichts im 

summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Hinwil vom 27. Mai 2021 (Ge-
schäfts-Nr. EE200071-E / U01) aufzuheben und wie folgt neu zu fassen: 

 
 Ziffer 2: 
  

Die Tochter C._____, geboren am tt.mm.2007, wird unter die alternierende 
Obhut der Parteien gestellt unter Vormerknahme, dass C._____ von den El-
tern grundsätzlich je zur Hälfte betreut wird. 

 
 Ziffer 9: 
  

Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für C._____ monatliche Unterhaltsbei-
träge ohne Kinderzulagen wie folgt zu bezahlen: 

 
Phase 1: CHF 2'884.00 ab 16. August 2020 bis 30. November 2020  

      (davon CHF 1'877.00 als Betreuungsunterhalt) 
 
 Phase 2: CHF 5'130.00 ab 1. Dezember 2020 bis 30. Juni 2021 
      (davon CHF 4'028.00 als Betreuungsunterhalt) 
 
 Phase 3: CHF 0.00  ab 1. Juli 2021 bis 31. Juli 2021 
      (davon 0.00 als Betreuungsunterhalt) 
 
 Phase 4: CHF 1'547.00 ab 1. August 2021 bis 30.09.2021  
      (davon CHF 985.00 als Betreuungsunterhalt) 
 
 Phase 5: CHF 1'350.00 ab 1. Oktober 2021 (davon CHF 534.00 als 
      Betreuungsunterhalt) 
 
 Darüber hinaus wird der Gesuchsgegner verpflichtet, die regelmässig anfal-

lenden Kinderkosten von C._____ (d.h. die Krankenkassenprämien, die Ge-
sundheitskosten, die Kommunikationskosten {Mobiltelefonie} sowie Mobili-
tätskosten {Bus, Zug}) zu tragen. 

 Ziffer 10: 
 
 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin persönliche 

monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 
 

- 6 - 

 Phase 1: CHF 577.00 ab 16. August 2020 bis 30. November 2020 
 Phase 2: CHF 548.00 ab 1. Dezember 2020 bis zum 30. Juni 2021 
 Phase 3: CHF 0.00  ab 1. Juli 2021 bis zum 31.07.2021 
 Phase 4: CHF 0.00  ab 1. August 2021 bis 30. September 2021 
 Phase 5: CHF 75.00 ab 1. Oktober 2021 
 
 Ziffer 11: 
 
 Der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge liegen folgende finanzielle Verhält-

nisse zugrunde: 
 
 Gesuchstellerin: 
 
 Einkommen vom 16. August 2020 bis 
 30. Juni 2021:       CHF 0.00 
 Einkommen ab 1. Juli 2021 (netto pro Monat): CHF 3'300.– 
 Vermögen:       nicht relevant 
 
 C._____: 
 
 Einkommen (Kinderzulagen):    CHF 200.00 
 Vermögen:       nicht relevant 
 
 D._____: 
 
 Einkommen (Kinderzulagen):    CHF 200.00 
 Vermögen:       nicht relevant 
 
 Gesuchsgegner: 
 
 Einkommen bis 30. Juni 2021:    CHF 12'080.00 
 Einkommen Juli 2021:     CHF 625.00 
 Einkommen ab 1. August 2021     
 (netto / Monat):       CHF 7'045.00 
 
2. Eventualiter, für den Fall, dass Dispositivziffer 2 nicht aufgehoben wird, sei-

en Dispositivziffer 9, 10 und 11 des Urteils des Einzelgerichts im summari-
schen Verfahren des Bezirksgerichts Hinwil vom 27. Mai 2021 (Geschäfts-
Nr. EE200071-E / U01) aufzuheben und wie folgt neu zu fassen: 

  

- 7 - 

 Ziffer 9:  
 
 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für C._____ monatliche Unterhaltsbei-

träge ohne Kinderzulagen wie folgt zu bezahlen: 
 
 Phase 1: CHF 3'557.00 ab 16. August 2020 bis 30. November 2020 
      (davon CHF 1'877.00 als Betreuungsunterhalt) 
 
 Phase 2: CHF 5'567.00 ab 1. Dezember 2020 bis zum 30. Juni 2021 

(davon CHF 4'028.00 als Betreuungsunterhalt) 
 
 Phase 3: CHF 2'443.00 ab 1. Juli 2021 bis 31. Juli 2021  
      (davon CHF 904.00 als Betreuungsunterhalt) 
 
 Phase 4: CHF 2'205.00 ab 1. August 2021 bis 30.09.2021 
      (davon CHF 666.00 als Betreuungsunterhalt) 
 

Phase 5: CHF 1'935.00 ab 1. Oktober 2021 (davon CHF 534.00 als  
Betreuungsunterhalt) 

 
 Ziffer 10: 
 
 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin persönliche 

monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 
 
 Phase 1: CHF 649.00 ab 16. August 2020 bis 30. November 2020 
 Phase 2: CHF 584.00 ab 1. Dezember 2020 bis zum 30. Juni 2021 
 Phase 3: CHF 0.00  ab 1. Juli 2021 bis zum 31.07.2021 
 Phase 4: CHF 0.00  ab 1. August 2021 bis 30. September 2021 
 Phase 5: CHF 111.00 ab 1. Oktober 2021 
 
 Ziffer 11: 
 
 Der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge liegen folgende finanziellen Verhält-

nisse zugrunde: 
 
 Gesuchstellerin: 
 
 Einkommen vom 16. August 2020 bis 
 30. Juni 2021:       CHF 0.00 
 Einkommen ab 1. Juli 2021 (netto pro Monat): CHF 3'300.00 
 Vermögen:       nicht relevant 
 
 C._____: 
 
 Einkommen (Kinderzulagen):    CHF 200.00 
 Vermögen:       nicht relevant 
 

- 8 - 

 D._____: 
  
 Einkommen (Kinderzulagen):    CHF 200.00 
 Vermögen:       nicht relevant 
 
 Gesuchsgegner: 
 
 Einkommen bis 30. Juni 2021:    CHF 12'080.00 
 Einkommen Juli 2021:     CHF 625.00 
 Einkommen ab 1. August 2021     
 (netto / Monat):       CHF 7'045.00 
 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbe-

klagten." 
 
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 47 S. 2): 
 
"Die Berufung des Berufungsklägers/Gesuchsgegners sei vollumfänglich abzu-
weisen, soweit darauf eingetreten wird. 
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mwst) zu Lasten des Beru-
fungsklägers." 
 
 

Erwägungen: 

A. Sachverhalt / Prozessgeschichte 

1. Die Parteien heirateten am tt. Juli 2000 in Deutschland. Aus der Ehe gingen 
vier Kinder hervor, G._____, geboren am tt.mm.2000, H._____, geboren am 

tt.mm.2002, D._____, geboren am tt.mm.2005, und C._____, geboren am 

tt.mm.2007 (Urk. 1 S. 2, 4; Urk. 13/26). Seit dem 16. August 2020 leben die Par-

teien getrennt (Urk. 38 S. 48).  

2. Mit Eingabe vom 30. September 2020 machte die Gesuchstellerin und Beru-
fungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz ein Eheschutzverfahren 

anhängig (Urk. 1). Am 3. Dezember 2020 fand die Hauptverhandlung statt (Prot. I 

S. 4 ff.). Die noch minderjährigen Kinder D._____ und C._____ hörte die erste In-

stanz am 9. Dezember 2020 an (Urk. 25). Am 18. Februar 2021 fand eine weitere 

- 9 - 

Verhandlung statt (Prot. I S. 18 ff.). Am 27. Mai 2021 fällte die Vorinstanz den 

eingangs wiedergegebenen Entscheid (Urk. 34 = Urk. 38).  

3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsgegner und Berufungs-
kläger (fortan Gesuchsgegner) mit Eingabe vom 25. Juni 2021 innert Frist (vgl. 

Urk. 35) Berufung mit den eingangs zitierten Anträgen (Urk. 37 S. 2 ff.). Zudem 

beantragte er die Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Berufung in Bezug 

auf die Dispositivziffern 9 und 10 des angefochtenen Urteils (Urk. 37 S. 6). Un-

term 8. Juli 2021 schloss die Gesuchstellerin fristwahrend (vgl. Urk. 42) auf Ab-

weisung dieses Ersuchens und beantragte die Zusprechung eines Prozesskos-

tenvorschusses für das Berufungsverfahren in der Höhe von Fr. 5'000.–, eventua-

liter die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. Urk. 43 S. 2). Den ihm 

auferlegten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– (Urk. 42) bezahlte der Gesuchsgeg-

ner rechtzeitig (Urk. 44). Mit Präsidialverfügung vom 24. August 2021 wurde der 

Berufung des Gesuchsgegners bezüglich der Dispositivziffer 9 des angefochtenen 

Urteils für den Monat Juli 2021 und betreffend die Dispositivziffer 10 desselben 

Urteils ab Juli 2021 die aufschiebende Wirkung gewährt. In Bezug auf die Disposi-

tivziffer 9 des angefochtenen Urteils wurde der Berufung sodann ab 1. August 

2021 im Fr. 2'481.50 übersteigenden Umfang die aufschiebende Wirkung ge-

währt. Entsprechend ist der Gesuchsgegner derzeit verpflichtet, der Gesuchstelle-

rin für C._____ ab 1. August 2021 monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'481.50 

zuzüglich allfälliger C._____ betreffender gesetzlicher und vertraglicher Familien-

zulagen zu bezahlen (Urk. 45 S. 12 f.). Mit Eingabe vom 30. September 2021 er-

stattete die Gesuchstellerin rechtzeitig (vgl. Urk. 46) ihre Berufungsantwort mit 

den eingangs zitierten Anträgen und reichte neue Unterlagen zu den Akten 

(Urk. 47; Urk. 49/1-5). Ferner liess sie nunmehr für das Berufungsverfahren einen 

Prozesskostenvorschuss von Fr. 6'000.– bzw. eventualiter die unentgeltliche 

Rechtspflege beantragen (Urk. 47 S. 2). Innert Frist (vgl. Urk. 51-54) bezog der 

Gesuchsgegner mit Zuschrift vom 4. November 2021 Stellung zur Berufungsant-

wort, liess die Abweisung des verlangten Prozesskostenvorschusses beantragen 

und brachte seinerseits neue Beilagen bei (Urk. 55 S. 9; Urk. 57/1-8). Dazu äus-

serte sich die Gesuchstellerin fristgerecht (vgl. Urk. 58) mit Eingabe vom 1. De-

zember 2021 samt Beilage (Urk. 59-61/6). Mit Präsidialverfügung vom 

- 10 - 

10. Dezember 2021 wurde diese Eingabe dem Gesuchsgegner zur Kenntnisnah-

me zugesandt und den Parteien der Eintritt der Urteilsberatungsphase angezeigt 

(Urk. 62).  

B. Prozessuales 

1. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft im Umfang der Anträge 
(Art. 315 Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind vorliegend die Dispositivziffern 1 

(Getrenntleben), 3 (Obhut über D._____), 4 (Besuchsrecht), 5 (Ferienbesuchs-

recht), 6 (Zuweisung eheliche Liegenschaft für die Dauer des Getrenntlebens), 7 

(Zuteilung Fahrzeug), 8 (Unterhaltsbeiträge für D._____) und 12 (Abweisung übri-

ge Parteianträge). Der Eintritt der Rechtskraft dieser Dispositivziffern des Ent-

scheides der Vorinstanz vom 27. Mai 2021 ist vorzumerken. Hinsichtlich der erst-

instanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositivziffern 13, 14 und 15) 

erfolgt demgegenüber keine Vormerknahme der (Teil-)Rechtskraft (vgl. Art. 318 

Abs. 3 ZPO).  

2. Das Berufungsverfahren ist ein eigenständiges Verfahren (BGE 142 III 413 
E. 2.2.1). Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). Die Berufung ist 

zu begründen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Es ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-

fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft 

zu betrachten ist. Dies setzt voraus, dass der Berufungskläger im Einzelnen die  

vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, und die Aktenstücke 

nennt, auf denen seine Kritik beruht. Es genügt nicht, lediglich auf die vor erster 

Instanz vorgetragenen Vorbringen zu verweisen, auf frühere Prozesshandlungen 

hinzuweisen oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise zu kritisie-

ren (BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Auf Rügen, die eine sachbezogene Auseinander-

setzung mit den Erwägungen des angefochtenen Urteils vermissen lassen, ist 

nicht einzutreten. Die Parteien sind grundsätzlich gehalten, erstinstanzlich gestell-

te Beweisanträge, denen nicht entsprochen wurde, vor der zweiten Instanz zu 

- 11 - 

wiederholen (BGE 144 III 394 E. 4.2). Diese Begründungsanforderungen gelten 

sinngemäss auch für den Inhalt der Berufungsantwort (BGer 5A_660/2014 vom 

17. Juni 2015, E. 4.2 m.w.H.; BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, 

E. 2.4.2). Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht 

grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort ge-

gen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die 

Rügen der Parteien geben mithin das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz 

vor; der angefochtene Entscheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin 

zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des 

Grundsatzes iura novit curia, bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen 

der ersten Instanz noch an die mit den Rügen vorgetragenen Argumente der Par-

teien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen des 

erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels entsprechender Sach-

verhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid 

nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient 

(BGE 144 III 394 E. 4.1.4 mit Hinweis auf BGE 142 III 413 E. 2.2.4 und weitere 

Entscheide). Das Berufungsgericht kann die Rügen der Parteien folglich auch mit 

abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (sog. Motivsubstitution; 

BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013, E. 2.2.2; Reetz/Hilber, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Beru-

fung nach ZPO, Zürich 2013, N 1507; für das Verfahren vor Bundesgericht: BGE 

138 III 537 E. 2.2; BGE 137 III 385 E. 3; BSK BGG-Meyer/Dormann, Art. 106 N 11 

f.). 

3. Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime 
(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht 

ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien 

gebunden (BGE 128 III 411 E. 3.2.1; BGE 137 III 617 E. 4.5.2) und auch das Ver-

bot der reformatio in peius greift nicht (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296 N 30b). 

Diese Maximen wirken umfassend, d. h. zugunsten sämtlicher Parteien 

(BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 m.w.H.). Trotz Untersuchungs- 

und Offizialmaxime haben die Parteien das Tatsächliche vorzutragen und bei der 

Sammlung des massgebenden Prozessstoffs mitzuwirken. Insbesondere obliegt 

- 12 - 

es ihnen, dem Gericht das Tatsachenmaterial mit vollständigen und bestimmten 

Behauptungen zu unterbreiten und die Beweismittel zu bezeichnen (Mitwirkungs-

pflicht; BGer 5A_357/2015 vom 19. August 2015, E. 4.2). Dies gilt verstärkt bei 

anwaltlicher Vertretung beider Parteien (OGer ZH LE190027 vom 18. 12.2019, E. 

B/3 m.w.H.). 

4. Sind, wie vorliegend (Urk. 37 S. 2 f.), sowohl Kinder- als auch Ehegattenun-
terhaltsbeiträge festzulegen, ist eine gemeinsame Berechnung durchzuführen 

(Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A., Bern 2014, S. 104, N 2.61), 

zumal die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners nur einheit-

lich ermittelt werden kann. Daran ändert nichts, dass im Ergebnis unter neuem 

Unterhaltsrecht der Unterhaltsanspruch des Ehegatten nach Art. 163 ZGB klar 

vom Unterhaltsanspruch der Kinder nach Art. 276 i.V.m. Art. 285 ZGB zu unter-

scheiden ist. Somit schlägt die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime auch 

hinsichtlich der Ermittlung der (möglichen) Ehegattenunterhaltsbeiträge durch 

(vgl. OGer ZH LE170035 vom 8.12.2017, S. 11). Damit gilt die Lockerung der No-

venschranke in Kinderbelangen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1) vorliegend umfassend. 

Vor diesem Hintergrund sind im Berufungsverfahren sämtliche Noven zu hören, 

auch wenn sie bereits vor Vorinstanz hätten vorgebracht werden können (OGer 

ZH LE190037 vom 7.5.2020, S. 14, E. 5, BGE 147 III 301 E. 2.2 m.w.H.).   

C. Obhut über C._____ 

1. Die Vorinstanz erwog, anlässlich der Kinderanhörung vom 9. Dezember 
2020 habe C._____ ausgeführt, die Vorstellung, alternierend eine halbe Woche 

beim Vater und eine halbe Woche bei der Mutter zu leben, gefalle ihr nicht be-

sonders. Der Gesuchsgegner stelle sich auf den Standpunkt, C._____ habe sich 

mit dieser Aussage nicht gegen eine alternierende Obhut ausgesprochen. Nebst 

dem ausdrücklichen Wunsch der Kinder sei bei der Zuteilung der Obhut auch den 

tatsächlich gelebten Verhältnissen Rechnung zu tragen. C._____ verbringe mehr 

Zeit bei der Gesuchstellerin, diese fahre sie auch oft zu ihren Schwimmtrainings 

und begleite sie an Wettkämpfe. Auch wenn diese Aufgabe nicht nur der Gesuch-

stellerin zugeteilt sei, so könne vorliegend doch davon ausgegangen werden, 

dass C._____ mehr Zeit bei und mit der Gesuchstellerin verbringe. Sodann habe 

- 13 - 

C._____ anlässlich der Kinderanhörung ausgeführt, es sei ihr zu stressig, nach 

einer halben Woche jeweils von der Wohnung der Gesuchstellerin zum Wohnort 

des Gesuchsgegners zu wechseln; die Busverbindungen von F._____ seien nicht 

gut auf den Schulbeginn abgestimmt, weshalb sie von F._____ her immer zu früh 

in der Schule sei. Dass C._____ beim Gesuchsgegner ein bis zwei Mal pro Wo-

che zu Mittag esse, vermöge sodann nicht die Zuteilung einer alternierenden Ob-

hut zu rechtfertigen, habe sie doch selbst gesagt, sie übernachte nur jedes zweite 

Wochenende bei ihm, was eher für ein gerichtsübliches Besuchsrecht als für eine 

alternierende Obhut spreche. Unter Würdigung aller Umstände rechtfertige es 

sich vorliegend, C._____ unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen 

(Urk. 38 S. 10 m.H.). 

2. Der Gesuchsgegner hält berufungsweise an der seinerseits bereits vor  
Vorinstanz beantragten alternierenden Obhut über C._____ mit je hälftiger Be-

treuung zu flexiblen Betreuungszeiten in gegenseitiger Absprache der Parteien 

fest. Entscheidend und zu berücksichtigen sei, dass sich die Parteien in der dem 

Eheschutzverfahren vorausgegangenen Mediation auf eine alternierende Obhut 

geeinigt hätten und dies unterschriftlich am 5. August 2020 wie folgt vereinbart 

hätten: "Die Parteien vereinbaren die bisher gelebte alternierende Obhut beizu-

behalten". Beide Eltern seien unbestrittenermassen erziehungsfähig und pflegten 

eine enge, liebevolle und vertrauensvolle Bindung zu C._____. Sie seien fähig 

und bereit, in Kinderbelangen laufend miteinander zu kommunizieren und zu ko-

operieren. Er wohne weiterhin in der ehelichen Liegenschaft und arbeite dort im 

Homeoffice. Er habe auch während des ehelichen Zusammenlebens immer von 

zu Hause aus im Homeoffice gearbeitet und zusammen mit den vier Kindern den 

Alltag gelebt und verbracht. Er könne seine Arbeitszeiten im Homeoffice frei ge-

stalten und sei für alle vier Kinder zuhause zu jeder Tages- und Nachtzeit verfüg- 

und ansprechbar. Mit der ehelichen Liegenschaft sei auch das soziale Umfeld von 

C._____ und ihren drei Geschwistern verbunden. Anlässlich der Kinderanhörung 

habe C._____ ausgeführt, dass sie mit dem Vater immer noch einen sehr guten 

Kontakt habe. Ab März 2021 sei C._____ aus dem Schwimmverein ausgetreten, 

weshalb sie von den Eltern nicht mehr ins Training und an Wettkämpfe gefahren 

und begleitet werden müsse, was im Übrigen auch nie der Fall gewesen sei. Ab 

- 14 - 

Oktober 2021 müsse die Gesuchstellerin gemäss dem angefochtenen Urteil einer 

ausserhäuslichen Arbeitstätigkeit als Pflegerin mit einem Pensum von 80 % 

nachgehen, womit C._____ über den Mittag und nach der Schule nicht mehr von 

ihr persönlich betreut werden könne. Als Pflegerin werde die Gesuchstellerin auch 

an Wochenenden, an Abenden und nachtsüber arbeiten müssen. C._____ werde 

sich absehbar in diesen Zeiten bei ihm aufhalten und wohnen, wie dies schon 

bisher an Tagen der Fall gewesen sei, an denen die Gesuchstellerin gearbeitet 

habe. Sie sei während ihrer Arbeitszeit für C._____ abwesend und könne folglich 

auch keine Zeit mehr mit ihr verbringen, worauf die Vorinstanz abgestellt habe. Es 

lägen mithin veränderte Verhältnisse vor. Demgegenüber könnte C._____ mit ihm 

zusammen das Mittagessen einnehmen. Er sei auch zuhause, wenn sie am 

Nachmittag von der Schule nach Hause komme. Zudem werde sich die Wohnsi-

tuation der Gesuchstellerin ändern müssen. Bei alternierender Betreuung könnten 

sich auch die vier Geschwister regelmässiger sehen und austauschen, zumal 

D._____ und G._____ bei ihm lebten. Seit dem Auszug der Gesuchstellerin sei 

C._____ regelmässig von ihm betreut worden, nämlich über Mittag, abends und 

an Wochenenden. C._____ habe zu ihm ein grosses Vertrauen. So habe sie nur 

ihn und nicht auch die Gesuchstellerin gefragt, ob sie ebenfalls (wie ihr Bruder 

D._____) in eine Therapie gehen könne, um die Trennungssituation besser verar-

beiten zu können. Offenbar traue sie sich nicht, bei der Gesuchstellerin diesen 

Wunsch zu platzieren, was ihn sehr nachdenklich stimme und zeige, wie stark 

C._____ unter einem Loyalitätskonflikt leide. Diesen Tatsachen trage die Vo-

rinstanz nicht genügend Rechnung. Die alternierende Obhut habe gegenüber der 

alleinigen Obhut Vorrang und diene dem Kindeswohl, da der regelmässige Kon-

takt des Kindes mit beiden Elternteilen besser gewährleistet sei. Ausserdem sei 

C._____ aufgrund der veränderten Verhältnisse (Aufgabe Schwimmsport, bevor-

stehender Wohnungswechsel und Arbeitstätigkeit der Gesuchstellerin, Verlangen 

nach einer Therapie) nochmals richterlich zu befragen. Es sei sodann unzutref-

fend, dass C._____ keine alternierende Obhut wolle. Sie habe sich in der vo-

rinstanzlichen Anhörung lediglich zu einem halbwöchigen Wechsel zwischen der 

Wohnung der Gesuchstellerin und der Wohnung des Gesuchsgegners geäussert, 

nicht zur Obhut. Die Wohnungen der Parteien lägen nur zwei Kilometer Luftlinie 

- 15 - 

entfernt auseinander. Der heute nur zwei bis drei Minuten längere Schulweg von 

C._____ von F._____ (eheliche Liegenschaft und Wohnort Gesuchsgegner) statt 

von I._____ (neuer Wohnort Gesuchstellerin) aus könne und dürfe nicht gegen 

eine alternierende Obhut sprechen. Den von der Vorinstanz verfügten Woh-

nungswechsel (Auszug aus der überteuerten 5.5 Zimmer-Attikawohnung) habe 

die Gesuchstellerin übrigens noch nicht vollzogen (Urk. 37 S. 11 ff.; Urk. 55 S. 3 

f.).  

3. Die Gesuchstellerin bestreitet nicht, dass auch der Gesuchsgegner erzie-
hungsfähig sei und ein gutes Verhältnis zu allen Kindern pflege. Die Parteien hät-

ten jedoch unbestrittenermassen ein klassisches Familienmodell gelebt. Seit der 

Hochzeit am tt. Juli 2000 habe sie sich vollumfänglich der Kinderbetreuung ge-

widmet, während der Gesuchsgegner immer Vollzeit gearbeitet habe. Wie die  

Vorinstanz richtig festgehalten habe, wolle C._____ keine alternierende Obhut. 

Sowohl ein wochenweises Wechseln wie auch ein halbwöchiger Turnus sei 

C._____ zu stressig. C._____ sei 14,5 Jahre alt und ihr Wille sei bei der Zuteilung 

der Obhut mitentscheidend. Sie verbringe denn auch lediglich alle 14 Tage eine 

Nacht beim Gesuchsgegner und gehe jeweils am Dienstagabend zu ihm zum 

Abendessen, möchte jeweils aber, nota bene trotz eigenem Zimmer und gutem 

Verhältnis zu den Geschwistern, nicht bei ihm übernachten und gehe nach dem 

Znacht wieder nach Hause zur Gesuchstellerin. Auch seit Aufgabe des 

Schwimmsports bzw. der Aufnahme der Berufstätigkeit der Gesuchstellerin sei 

C._____ nicht etwa mehr zum Gesuchsgegner gegangen, obwohl sie das hätte 

tun dürfen. Bei der vorliegenden Ausgangslage wäre - selbst wenn sich der Ge-

suchsgegner substantiiert mit der vor-instanzlichen Entscheidung auseinanderge-

setzt hätte, was er nicht getan habe, - offensichtlich nicht von einer alternierenden 

Obhut auszugehen (Urk. 47 S. 4; Urk. 59 S. 3).  

4. Die Vorinstanz hat die Kriterien für die Zuteilung der Obhut korrekt aufge-
führt (Urk. 38 S. 9). Es kann darauf verwiesen werden. Ausser Streit stehen die 

Erziehungsfähigkeit beider Parteien sowie der Umstand, dass beide Elternteile ei-

ne enge und vertrauensvolle Beziehung zur Tochter C._____ pflegen.  

- 16 - 

C._____ ist im August 2020 zusammen mit der Gesuchstellerin und den beiden 

älteren Brüdern H._____ und D._____ aus der ehelichen Liegenschaft in 

F._____/I._____ aus- und in eine 5.5 Zimmer-Wohnung in I._____ umgezogen. 

D._____ ist im November 2020 wieder zum Gesuchsgegner und der ältesten 

Schwester G._____ in die ehemalige Familienliegenschaft zurückgezogen (Urk. 1 

S. 4; Urk. 16/4; Urk. 18 S. 4; Urk. 21 S. 9; Urk. 28 S. 4 f.; Urk. 31 S. 4 f.; Urk. 25). 

Die Wohnung der Gesuchstellerin und die ehemalige Familienliegenschaft befin-

den sich beide im Raum I._____, sodass C._____, welche die Oberstufe in 

I._____ besucht, ihre Freund- und Kollegschaften so oder anders erhalten blei-

ben.  

Die Parteien lebten bis zur Trennung das klassische Familienmodell, indem der 

Gesuchsgegner Vollzeit (Homeoffice im Kellerbüro) arbeitete und die Gesuchstel-

lerin sich ausschliesslich um den Haushalt und die Kinder kümmerte (Urk. 25 S. 2 

f.; Urk. 1 S. 4; Urk. 18 S. 4; Urk. 21 S. 9). Die bisherige Betreuung von C._____ 

oblag mithin jahrelang der Gesuchstellerin. Daran ändert auch die aussergerichtli-

che "einvernehmliche Lösungsfindung Unterhalt" der Parteien vom 5. August 

2020 nichts, wonach die Parteien betreffend die verschiedenen Zeitphasen ab 

Unterzeichnung jeweils vereinbarten, die "bisher gelebte alternierende Obhut bei-

zubehalten" (Urk. 13/27-31). Solches entsprach aufgrund der Akten und insbe-

sondere der Angaben der beiden Jugendlichen C._____ und D._____ nicht der 

Realität. Überdies widerrief die Gesuchstellerin diese Vereinbarung. Ausserge-

richtliche Vereinbarungen gelten praxisgemäss denn auch lediglich auf Zusehen 

hin, bis eine Partei das Gericht anruft.  

Die Bindungstoleranz, das heisst, die Bereitschaft, dem anderen, nicht obhutsin-

habenden Elternteil weiterhin einen ungehinderten Kontakt zum gemeinsamen 

Kind zu ermöglichen, ist bei beiden Elternteilen augenscheinlich vorhanden (vgl. 

Urk. 25).  

Die Möglichkeit der Eltern, die Kinder persönlich zu betreuen, spielt hauptsächlich 

dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse der Kinder ei-

ne persönliche Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil 

auch in den Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. 

- 17 - 

kaum zur Verfügung stünde (vgl. BGer 5A_707/2019 vom 18. August 2020, E. 

3.1.1. mit Verweis auf BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7 S. 493 f. sowie BGer 

5A_241/2018 vom 18. März 2019, E. 5.1). Die bald 15-jährige C._____ benötigt 

keine umfassende persönliche Betreuung durch einen Elternteil mehr, auch nicht 

über den Mittag. So wird denn auch gemäss dem Schulstufenmodell nach dem 

Eintritt des jüngsten Kindes in die Oberstufe (in der Regel im 13. Altersjahr) ein 

80 %-iges Arbeitspensum des betreuenden Elternteils für zumutbar erachtet (BGE 

144 III 481 E. 4.7.6). Vor Vor-instanz gab die Gesuchstellerin, welche damals ihr 

Praktikum zur Pflegehelferin an zwei Tagen pro Woche absolvierte, am 18. Feb-

ruar 2021 zu Protokoll, es sei für C._____ eine Umstellung, dass sie am Morgen 

vor C._____ das Haus verlasse. Am Abend würden sie besprechen, wie sie sich 

am Morgen organisierten. Die zwei Mittagessen (gemeint: an den Tagen, an de-

nen die Gesuchstellerin abwesend war) habe sie die letzten vier Wochen jeweils 

beim Gesuchsgegner eingenommen. Sie selbst werde auch an den Wochenen-

den manchmal Dienst haben (Prot. I S. 22 f.). In der Kinderanhörung vom 9. De-

zember 2020 führte (die damals 13,5-jährige) C._____ aus, es gefalle ihr sehr gut 

bei der Mutter (Urk. 25 S. 2). Vor diesem Hintergrund kann davon ausgegangen 

werden, dass sich C._____, die inzwischen über ein Jahr älter und damit auch rei-

fer und unabhängiger geworden ist, mit der berufsbedingten Abwesenheit der Ge-

suchstellerin zurecht findet, insbesondere auch im Hinblick auf deren Aufnahme 

eines 80 %-igen Arbeitspensums im Pflegezentrum J._____ per Juli 2021 (vgl. 

Urk. 47 S. 4, 11; Urk. 49/5). Es kann überdies davon ausgegangen werden, dass 

die Gesuchstellerin grundsätzlich auch in den Randzeiten verfügbar ist. Dass sie 

regelmässig auch nachts und jedes Wochenende arbeiten müsste (vgl. Urk. 37 S. 

13 und Urk. 55 S. 3), geht aus den Akten jedenfalls nicht hervor (vgl. insbes. Urk. 

49/5: Lohnabrechnungen der Gesuchstellerin von Juli und August 2021, woraus 

sich keine Nachtschichtzulagen ergeben, sondern lediglich betreffend August 

2021 eine Wochenendzulage von Fr. 150.– ersichtlich ist). Zudem dürfte auch 

C._____s ältester Bruder H._____, den sie offenbar am liebsten mag (Urk. 25 S. 

2), zumindest teilweise in der Wohnung der Gesuchstellerin anwesend sein. Nach 

dem Gesagten kann der Gesuchsgegner hinsichtlich der persönlichen Betreuung 

aus dem Umstand, dass er selbst im Homeoffice arbeitet und stets verfügbar sein 

- 18 - 

will, vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wenn C._____ ein bis zwei 

Mal pro Woche oder auch häufiger beim Gesuchsgegner zu Mittag isst, dann 

vermag solches, wie die Vorinstanz zu Recht ausführte (Urk. 38 S. 10), noch kei-

ne alternierende Obhut zu rechtfertigen, nachdem C._____ selbst ausführte und 

auch unbestritten ist, dass sie nur jedes zweite Wochenende beim Gesuchsgeg-

ner übernachtet (Urk. 25 S. 1 f.; Urk. 47 S. 4; Urk. 55 S. 3 f.; Urk. 59 S. 3).  

Anlässlich der Kinderanhörung vom 9. Dezember 2020 deponierte C._____, wie 

bereits dargelegt, es gefalle ihr sehr gut bei der Gesuchstellerin. Auch verstehe 

sie sich mit ihren Geschwistern sehr gut. Mit dem Gesuchsgegner habe sie immer 

noch einen sehr guten Kontakt. Sie habe jeweils viel Spass, wenn sie ihn besu-

chen gehe. Mit ihm könne sie auch viel reden. Meistens gehe sie am Mittwoch-

abend nach dem Schwimmtraining zu ihm. Zum Teil besuche sie ihn auch am 

Freitagabend, und an jedem zweiten Wochenende übernachte sie bei ihm. Sie sei 

mit dieser Situation sehr zufrieden, da sie ihren Vater immer noch oft sehen kön-

ne. Die Vorstellung, alternierend eine halbe Woche beim Gesuchsgegner und ei-

ne halbe Woche bei der Gesuchstellerin zu leben, gefalle ihr nicht besonders. Sie 

stelle sich diese Option wegen der Schule sehr stressig vor. Der Fahrplan des 

Busses sei nämlich nicht optimal auf die Schulstunden abgestimmt. Die Kinder 

von F._____ (Wohnort des Gesuchsgegners) seien deswegen immer zu früh in 

der Schule. Sie fahre jetzt immer mit ihren Freundinnen mit dem Fahrrad zur 

Schule (Urk. 25 S. 2). Damit hat sich C._____ klar gegen eine alternierende Ob-

hut ausgesprochen, zumal unter dem Begriff "Obhut" das Zusammenleben in 

häuslicher Gemeinschaft mit einem Elternteil zu verstehen ist. Zudem geht aus ih-

ren Aussagen auch hervor, dass sie mit der momentanen Situation (Obhut bei der 

Gesuchstellerin, Besuchen des Gesuchsgegners) zufrieden ist. Ein Umzug zum 

Gesuchsgegner steht nicht zur Diskussion und die Alleinobhut wurde vom Ge-

suchsgegner denn auch nicht beantragt.  

Im Übrigen hat der Gesuchsgegner kein konkretes Betreuungskonzept dargetan, 

sondern lediglich die Anordnung der alternierenden Obhut über C._____ unter 

Vormerknahme, dass C._____ von den Eltern grundsätzlich je zur Hälfte betreut 

wird, beantragen lassen (Urk. 37 S. 2). Eine solche offene Regelung wäre ohne-

- 19 - 

hin, auch bei einer Jugendlichen, nicht angezeigt. Zumindest die konkreten Be-

treuungstage bzw. die Tage, an denen die Betreuungsverantwortung dem jeweili-

gen alternierend betreuenden Elternteil obliegt, wären bei Anordnung der alternie-

renden Obhut festzulegen. Demgegenüber kann im Hinblick auf das (blosse) Be-

suchsrecht des Gesuchsgegners angesichts des Alters von C._____ praxisge-

mäss auf eine detaillierte Regelung verzichtet werden, was die Vorinstanz denn 

auch getan hat (Urk. 38 S. 12, 48, Dispositivziffer 4) und zu Recht unangefochten 

blieb.  

Gemäss Art. 298 Abs. 1 ZPO sind urteilsfähige Kinder in gerichtlichen Verfahren, 

in denen Kinderbelange zu regeln sind, anzuhören. Praxisgemäss sind Kinder ab 

dem sechsten Altersjahr anzuhören (BGE 131 III 553 E. 1.2.3). Ab etwa dem 

12. Altersjahr kann davon ausgegangen werden, dass ein Kind fähig ist, sich ei-

nen autonomen, dauerhaften und gefestigten Willen zu bilden (BGer 5A_92/2009 

vom 22. April 2009, E. 5.1.2 m.w.H., in: FamPra.ch 2009 S. 786). Ab zirka 14 Jah-

ren kommt einem klar geäusserten Zuteilungswunsch eines Jugendlichen in der 

Regel vorrangige Bedeutung zu (vgl. etwa BGE 122 III 401; OGer ZH LE110015 

vom 23.03.2012, S. 12). Grundsätzlich muss ein Kind nur einmal im Verfahren, 

einschliesslich des Instanzenzugs, angehört werden. Ein Verzicht auf eine erneu-

te Anhörung setzt allerdings voraus, dass das Kind zu den entscheidrelevanten 

Punkten befragt worden und das Ergebnis der Anhörung noch aktuell ist. Vor dem 

oberen kantonalen Gericht ist eine erneute Anhörung nicht erforderlich, wenn sich 

die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Anhörung nicht wesentlich verän-

dert haben (BGE 146 III 203 E. 3.3.2 m.w.H.). Vorliegend ist entscheidend auf 

den klar geäusserten Willen der im Zeitpunkt der Anhörung rund 13,5-jährigen 

C._____ abzustellen. Eine erneute Anhörung drängt sich nicht auf. Dass C._____ 

seit März 2021 nicht mehr ins Schwimmtraining und an Wettkämpfe geht (vgl. 

Urk. 37 S. 13; Urk. 47 S. 4), stellt im Hinblick auf die Obhutszuteilung keine we-

sentliche Veränderung dar. Sie selbst machte den hauptsächlichen Verbleib bei 

der Gesuchstellerin denn auch nicht davon (insbesondere von allfälligen Fahr- 

und Begleitdiensten durch einen Elternteil) abhängig (Urk. 25 S. 1 f.). Auch die 

Aufnahme der 80 %-igen Erwerbstätigkeit durch die Gesuchstellerin indiziert kei-

ne erneute Anhörung von  

- 20 - 

C._____, ist sie sich doch bereits arbeitsbedingte Abwesenheiten der Gesuchstel-

lerin gewohnt und übernachtet unbestrittenermassen gleichwohl nur alle 14 Tage 

beim Vater. Ausserdem kehrt sie nach dem wöchentlichen Abendessen beim Ge-

suchsgegner, neu offenbar jeweils am Dienstagabend, unbestrittenermassen wie-

der zur Wohnung der Gesuchstellerin zurück (Urk. 47 S. 4; Urk. 55 S. 3 f.). Der 

wohl anstehende, aber noch nicht vollzogene Wohnungswechsel der Gesuchstel-

lerin (vgl. nachstehend: Bedarf Gesuchstellerin) ändert nichts am Gesagten. Soll-

ten sich daraus im Hinblick auf die Obhut über C._____ wesentliche Änderungen 

ergeben, stünde den Parteien der Abänderungsprozess offen.  

Zusammengefasst ist der Berufungsantrag des Gesuchsgegners betreffend die 

Obhut über C._____ somit abzuweisen und die vorinstanzliche Zuteilung der Ob-

hut über C._____ an die Gesuchstellerin zu bestätigen.  

D. Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge 

1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen zur Unterhaltsberechnung und insbeson-
dere die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Berechnungsmethode 

korrekt wiedergegeben (Urk. 38 S. 16-18). Um unnötige Wiederholungen zu ver-

meiden, kann darauf verwiesen werden. Der Gesuchsgegner ficht die vorinstanz-

liche Unterhaltsregelung auch für den (nunmehr eintretenden) Fall an, dass 

C._____ unter der Alleinobhut der Gesuchstellerin verbleibt. Dabei kritisiert er die 

Phasenbildung der Vorinstanz und macht seinerseits ab 1. Juli 2021 ein tieferes 

Einkommen geltend. Ferner will er der Gesuchstellerin bereits ab Juli 2021 ein 

hypothetisches Einkommen anrechnen. Unangefochten sind seinerseits die erst-

instanzlichen Bedarfszahlen (Urk. 37 S. 4, 8 f., 16-18, 27 ff.). Die Gesuchstellerin 

beanstandet demgegenüber im Wesentlichen den ihr von der Vorinstanz per Ok-

tober 2021 angerechneten tieferen hypothetischen Mietzins (Urk. 47 S. 10).  

2. Einkommen der Gesuchstellerin 

Die Vorinstanz rechnete der während der gelebten Ehe nicht erwerbstätigen Ge-

suchstellerin ab 1. Oktober 2021 ein hypothetisches Einkommen als Pflegehelfe-

rin in der Höhe von Fr. 3'300.– netto für ein 80 %-Pensum an (Urk. 38 S. 20). Der 

- 21 - 

Gesuchsgegner will ihr dieses Einkommen berufungsweise bereits ab Juli 2021 

anrechnen, nachdem sie am 16./17. Mai 2021 ihre Abschlussprüfungen bestan-

den habe und zuversichtlich sei, eine gute Stelle zu finden (Urk. 37 S. 18).  

Die Gesuchstellerin hat offenbar bereits per Juli 2021 ein 80 %-Pensum im Pfle-

gezentrum J._____ antreten können (Urk. 47 S. 11). Gemäss den beiden akten-

kundigen Lohnabrechnungen Juli und August 2021 verdiente sie durchschnittlich 

rund Fr. 3'200.– netto pro Monat (Urk. 47 S. 11; Urk. 49/5). Unter Einbezug eines 

13. Monatslohns oder einer Gratifikation sowie allfälliger Wochenend-

/Schichtzulagen bleibt es daher bei dem von der Vorinstanz angerechneten Ein-

kommen von Fr. 3'300.– netto pro Monat, welches der Höhe nach denn auch von 

keiner Partei beanstandet wurde (vgl. Urk. 37 S. 18; Urk. 47 S. 9; Urk. 59 S. 4 f.).  

3. Einkommen der Kinder C._____ und D._____ 

Die Vorinstanz berücksichtigte bei C._____ und D._____ Kinderzulagen in der 

Höhe von Fr. 200.– pro Monat (Urk. 38 S. 25), welche dem Gesuchsgegner über 

dessen selbstständige Erwerbstätigkeit vergütet werden (Prot. I S. 28; vgl. auch 

Urk. 45 S. 10). Weil C._____ und D._____ das 12. Altersjahr vollendet haben und 

sich noch in Ausbildung befinden, besteht jedoch ein Anspruch auf Kinderzulagen 

in der Höhe von je Fr. 250.– pro Monat (Art. 5 Abs. 1 und 2 FamZG [SR 836.2]; 

Art. 1 FamZV [SR 836.21]; § 4 Abs. 1 und 2 EG FamZG [LS 836.1] vgl. auch 

Prot. I S. 28). Der Gesuchsgegner kann die (höheren) Ausbildungszulagen rück-

wirkend (vgl. Art. 1 Abs. 1 FamZG i.V.m. Art. 24 Abs. 1 ATSG) und nunmehr über 

seine Anstellung geltend machen.  

4. Einkommen des Gesuchsgegners 

4.1. Die Vorinstanz legte ihrem Entscheid ein durchschnittliches monatliches 
Einkommen des Gesuchsgegners der Jahre 2018 bis 2021 aus selbstständiger 

und unselbstständiger Erwerbstätigkeit als Informatiker in der Höhe von 

Fr. 12'080.– netto (davon Fr. 625.– netto pro Monat aus Selbstständigkeit) zu-

grunde. Dabei erwog sie, dieses Einkommen sei dem Gesuchsgegner auch künf-

tig anzurechnen. Seine Argumentation, die K._____ AG (fortan K._____) wolle al-

- 22 - 

le Informatiker internalisieren, habe er nicht belegt. Vielmehr sei der jüngsten ein-

gereichten Einsatzvereinbarung (Urk. 33/49) zu entnehmen, dass eine Option auf 

Verlängerung bestehe (Urk. 38 S. 22-25).  

4.2. Der Gesuchsgegner hält im Rahmen seiner Berufung dafür, für die Zeitpha-
se vom 16. August 2020 bis 30. Juni 2021 erhebe er gegen das von der Vo-

rinstanz ermittelte durchschnittliche Einkommen von Fr. 12'080.– netto pro Monat 

keine Einwände. Ab dem 1. Juli 2021 könne ihm jedoch kein solches Einkommen 

mehr angerechnet werden. Er habe bereits vor Vorinstanz ausgeführt, dass er 

noch nicht wisse, wie sich sein Einkommen im Jahr 2021 zusammensetzen wer-

de. Er habe gesagt, dass die K._____, für die er über einen Einsatzvertrag (per 

Personalausleih) gearbeitet habe, ihre Informatiker internalisieren, das heisse 

selber anstellen wolle. Es könne deshalb sein, dass er schon für 2021 zu einer di-

rekten Anstellung gedrängt werde, was einen tieferen Lohn, dafür bessere Sozial-

leistungen und damit eine bessere Absicherung (Festanstellung) bedeute. Er ha-

be anlässlich der Verhandlung vom 18. Februar 2021 auch ausgeführt, dass er 

zum Glück nochmals eine Einsatzvereinbarung erhalten habe, allerdings befristet 

bis zum 30. Juni 2021 und mit einem tieferen Kostendach und einem neuen Brut-

tolohn. Tatsächlich habe die K._____ nun internalisiert. Am 4. Mai 2021 habe er 

von der K._____ einen neuen Anstellungsvertrag angeboten erhalten, welchen er 

am 15. Mai 2021 unterzeichnet habe. Er sei neu ab 1. August 2021 direkt von der 

K._____ mit einem Beschäftigungsgrad von 80 % (wie bisher) angestellt. Im Juli 

2021 habe er kein (unselbstständiges) Einkommen erzielt. Im August 2021 habe 

er bei der K._____ Fr. 7'249.– netto zuzüglich eine einmalige Entschädigung für 

das ÖV-Abonnement in Höhe von Fr. 750.– ("Travel Option") verdient. Seit dem 1. 

September 2021 habe er ein verändertes monatliches Einkommen von Fr. 8'800.– 

brutto bzw. rund Fr. 6'930.– netto, welches wesentlich tiefer liege als das von der 

Vorinstanz der Unterhaltsberechnung zugrunde gelegte Nettomonatseinkommen 

von  

Fr. 12'080.–. Eine Schädigungsabsicht bestehe - entgegen der Unterstellung der 

Gesuchstellerin - nicht. Die Weiterbeschäftigung durch die K._____ im Rahmen 

einer Festanstellung anstelle eines Temporärarbeitsvertrages sei für ihn mit sei-

nen 52 Jahren keine Selbstverständlichkeit. Bekanntlich seien über Fünfzigjährige 

- 23 - 

auf dem Arbeitsmarkt schwer benachteiligt und von Arbeitslosigkeit oder sogar ei-

ner Aussteuerung besonders betroffen. Diese Gefahr gelte insbesondere auch im 

Bereich der Informatik/Programmierung, da Jüngere besser, schneller und vor al-

lem zeitgemässer ausgebildet seien. Auf weitere Bewerbungen oder auf den 

Gang zur Arbeitslosenkasse habe er verzichten können und dürfen, nicht zuletzt 

auch, um das loyale Angebot zur Festanstellung bei der K._____ nicht zu gefähr-

den. Aus selbstständiger Erwerbstätigkeit seien ihm überdies gemäss dem ange-

fochtenen Urteil Fr. 625.– (netto) pro Monat anzurechnen. Auf die Zahlen aus 

dem Jahr 2019 könne diesbezüglich nicht mehr abgestellt werden. Damals habe 

er noch in voller Selbstständigkeit gearbeitet. Einkommen aus der Vermietung der 

Liegenschaft in Deutschland sei ihm, mit der Vorinstanz, keines anzurechnen 

(Urk. 37 S. 16 ff.; Urk. 55 S. 4 ff.; Urk. 57/3, /4).   

4.3. Die Gesuchstellerin macht geltend, wie den Temporärarbeitsverträgen des 
Gesuchsgegners entnommen werden könne, habe er 2020 Fr. 999.– brutto pro 

Tag und im ersten halben Jahr 2021 Fr. 977.– brutto pro Tag verdient. In beiden 

Verträgen sei explizit festgehalten worden, dass eine Option auf Verlängerung 

bestehe. Dass trotz Verlängerungsoption eine Verlängerung nicht möglich gewe-

sen sein solle, sei und bleibe eine unbelegte Behauptung. Vielmehr sei erstellt, 

dass der Gesuchsgegner seine Einkommensreduktion während laufendem Ehe-

schutzverfahren absichtlich herbeigeführt habe, um ihr keinen Unterhalt bezahlen 

zu müssen. Zudem sei nicht ersichtlich, weshalb es dem Gesuchsgegner, welcher 

angeblich bereits im Dezember 2020 um die drohende Internalisierung gewusst 

habe, nicht bereits ab Juli 2021 hätte möglich sein sollen, einen neuen Arbeitsver-

trag bei einem anderen Arbeitgeber abzuschliessen oder sich beim RAV anzu-

melden, sodass ein höheres Arbeitslosentaggeld bzw. ein Zwischenverdienst 

ausbezahlt würde. Dennoch habe er keine einzige Bewerbung beigebracht. Seine 

Erwerbsfähigkeit habe er voll auszuschöpfen, ansonsten er sich den früheren 

Verdienst anrechnen lassen müsse. Der Gesuchsgegner habe nicht nachgewie-

sen, dass es ihm nicht mehr möglich gewesen sei, eine Stelle zu finden, mit wel-

cher er ein vergleichbares Einkommen wie zuvor erzielen könne. Vielmehr habe 

er selber ausgeführt, dass er seit Dezember 2020 nichts unternommen habe, um 

sein seit Jahren erwirtschaftetes Gehalt zu erhalten. Er könne sich angesichts 

- 24 - 

seiner Unterhaltspflicht nicht einfach mit dem aktuellen, markant tieferen Ein-

kommen bei der K._____ zufrieden geben, zumal er auch in den letzten vier Jah-

ren durchschnittlich das Doppelte verdient habe. Hinzu komme, dass der Ge-

suchsgegner im Jahr 2019 aus selbstständiger Tätigkeit noch einen Gewinn von 

Fr. 171'028.81 erzielt habe. Es müsse davon ausgegangen werden, dass er ent-

sprechend aus selbstständiger Tätigkeit wieder ein höheres Einkommen erziele, 

was er jedoch unterschlage. Weiter lasse der Gesuchsgegner seinen Zielbonus 

ausser Acht. Ebenfalls unterschlage er das Einkommen aus der Liegenschaft in 

Deutschland in der Höhe von Fr. 445.– monatlich (Urk. 47 S. 5-9; Urk. 59 S. 3 f.).  

4.4. Bei der Bemessung des Unterhaltsbeitrages ist grundsätzlich vom tatsäch-
lich erzielten Einkommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit dieses 

Einkommen allerdings nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, 

kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu errei-

chen zumutbar und möglich ist. Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, 

die kumulativ erfüllt sein müssen. Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höhe-

res Einkommen angerechnet werden kann, als das tatsächlich erzielte, genügt es 

nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden kön-

nen. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein 

höheres Einkommen zu erzielen. Mit Bezug auf das hypothetische Einkommen ist 

Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint. Tatfrage bil-

det hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und das angenom-

mene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 143 III 233 E. 3.2; BGE 137 III 118 

E. 2.3). 

Bis und mit Juni 2021 erwirtschaftete der Gesuchsgegner unangefochtenermas-

sen insgesamt ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen in der Höhe 

von Fr. 12'080.– (Urk. 38 S. 25).  

Im Rahmen seiner Festanstellung bei der K._____ im 80 %-Pensum verdiente der 

Gesuchsgegner im August 2021 (ohne die einmalige Travel Option von Fr. 750.– 

für den öffentlichen Verkehr) gerundet Fr. 7'250.– netto. Seit September 2021 ge-

neriert er rund Fr. 6'930.– netto im Monat (Urk. 55 S. 6, 10; Urk. 41/5; Urk. 57/3, 

/4; Nettolohnunterschied aufgrund unterschiedlicher Pensionskassenabzüge). 

- 25 - 

Dazu kommen die Fr. 625.– durchschnittlicher monatlicher Nettoverdienst aus 

selbstständiger Erwerbstätigkeit. Der Gesuchsgegner vermag nunmehr hinrei-

chend glaubhaft darzutun, dass er bei der K._____ ab Juli 2021, trotz der Option 

im letzten Einsatzvertrag vom 21. Dezember 2020/6. Januar 2021 betreffend den 

Zeitraum von 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021 (vgl. Urk. 33/49), keinen weiteren 

Einsatzvertrag mehr abschliessen konnte, sondern sich dort vielmehr per August 

2021 mit einer internen Festanstellung zu einem markant tieferen Einkommen be-

gnügen musste (vgl. Urk. 57/1 [Teams-Chat zwischen dem Gesuchsgegner und 

seinem Vorgesetzten vom 1. Dezember 2020 bzw. 9. März 2021]; Urk. 57/2 [Be-

stätigungsmail des Vorgesetzten an den Gesuchsgegner vom 3. November 

2021]). Im Juli 2021 erzielte er einzig sein durchschnittliches selbstständiges Er-

werbseinkommen von Fr. 625.–.  

Zu prüfen ist, ob es dem Gesuchsgegner zumutbar und möglich (gewesen) wäre, 

anderweitig ein Einkommen in der bisherigen Grössenordnung zu generieren. Als 

selbstständiger/unselbstständiger Informatiker verdiente der Gesuchsgegner in 

den Jahren 2018 bis 2021, wie erwähnt, durchschnittlich rund Fr. 12'080.– netto 

pro Monat. Dabei war er im Jahr 2020 nur unselbstständig erwerbstätig und er-

wirtschaftete damit im monatlichen Durchschnitt Fr. 12'912.– (Urk. 38 S. 23 ff.; 

Urk. 13/4; Urk. 37 S. 16; Urk. 47 S. 8; Urk. 59 S. 4). Im Rahmen der "einvernehm-

lichen Lösungsfindung Unterhalt", von beiden Parteien am 5. August 2020 unter-

zeichnet, liess der Gesuchsgegner sich zwar ein monatliches Nettoeinkommen 

(einschliesslich 13. Monatslohn) von Fr. 10'000.– anrechnen (Urk. 13/27). Darauf 

kann er jedoch nicht behaftet werden. Gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen 

(LSE) des Bundesamts für Statistik, Region Zürich 

(www.lohnrechner.bfs.admin.ch [Salarium]) ergibt sich für den Gesuchsgegner 

(Deutscher Staatsangehöriger mit Niederlassungsbewilligung C, vgl. Urk. 33/49) 

ein Medianbruttolohn von Fr. 11'275.–: 

Region    Zürich (ZH) 
Branche    62 Dienstleistungen der Informationstechnologie 
Berufsgruppe 25 Akademische u. vergleichb. Fachkräfte in der Infor-

mations- und Kommunikationstechnologie (Annahme 
gestützt auf den bisherigen Verdienst) 

Stellung im Betrieb   Stufe 5: Ohne Kaderfunktion 
Wochenstunden   41.25 (Urk. 33/49) 

- 26 - 

Ausbildung Abgeschlossene Berufsausbildung (häufigster Wert 
Salarium) 

Alter 53 
Dienstjahre 4 (2018 bis 2021) 
Unternehmensgrösse 50 und mehr Beschäftigte (häufigster Wert Salarium) 
12 / 13 Monatslohn 13. Monatslohn (häufigster Wert Salarium) 
Sonderzahlungen  Ja (häufigster Wert Salarium) 
Monats- / Stundenlohn Monatslohn 

In Anbetracht der hohen Abzüge, insbesondere für die Pensionskasse (vgl. 

Urk. 57/4), rechtfertigt es sich, von einem für den Gesuchsgegner erzielbaren 

monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 9'000.– auszugehen. Dabei ist dem Ge-

suchsgegner nach der Schulstufenregel (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.5 ff.) eine Voll-

zeitanstellung zuzumuten, denn der unter seiner Obhut stehende Sohn D._____, 

geboren tt.mm.2005, hat das 16. Lebensjahr vollendet. Aus dem Umstand, dass 

D._____ offenbar an ADHS leidet, eine Privatschule besucht(e) und das 10. 

Schuljahr absolvieren will (vgl. Urk. 1 Rz. 6; Urk. 25 S. 3), ist kein erhöhter Be-

treuungsbedarf abzuleiten, was denn auch nicht geltend gemacht wurde (Prot. I 

S. 26 f.; Urk. 37). Die selbstständige Nebenerwerbstätigkeit, womit der Gesuchs-

gegner zusätzlich durchschnittlich Fr. 625.– pro Monat verdient (Prot. I S. 27; 

Urk. 38 S. 24), kann allerdings, geht man von einer Vollanstellung respektive ei-

nem 100 %-Pensum aus, nicht noch zusätzlich berücksichtigt werden. Sodann 

geht der Gesuchsgegner selbst davon aus, dass er mit seiner Selbstständigkeit 

nicht mehr viel verdienen kann, nachdem er noch einen Supportvertrag habe und 

keine neuen Aufträge mehr eingingen (Prot. I S. 26 f.). Für die Behauptung der 

Gesuchstellerin, wonach davon auszugehen sei, dass der Gesuchsgegner, wel-

cher im Jahr 2019 aus selbstständiger Tätigkeit noch einen Gewinn von 

Fr. 171'028.81 erzielt habe, entsprechend aus selbstständiger Tätigkeit wieder ein 

höheres Einkommen erziele, was er jedoch unterschlage (Urk. 47 S. 8), liegen 

keinerlei Anhaltspunkte vor. Hinzu kommt, dass der Gesuchsgegner im fraglichen 

Jahr ausschliesslich selbstständig erwerbstätig war (vgl. Urk. 38 S. 22 f.; Urk. 55 

S. 7) und nunmehr ein 80%-Pensum im Angestelltenverhältnis versieht.  

Notorisch ist zwar, dass über 50-Jährige im Bereich Information und Kommunika-

tion eine höhere Arbeitslosenquote aufweisen. Bei ihnen ist das Risiko, arbeitslos 

zu werden, höher als dasjenige der unter 50-Jährigen. Sodann wird das Beschäf-

- 27 - 

tigungswachstum im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation vor allem 

mit jüngeren Personen bewältigt und kaum mit Personen im höheren Erwerbsal-

ter. Allerdings liegt die Anstellungsrate von Personen im höheren Erwerbsalter in 

diesem Bereich nicht auffallend tief, wie dies zum Beispiel in der Finanz- und 

Dienstleistungsbranche der Fall ist (vgl. Kanton Zürich, Volkswirtschaftsdirektion, 

Amt für Wirtschaft und Arbeit, 50plus, Chancen und Risiken auf dem Zürcher Ar-

beitsmarkt, publiziert im September 2016, S. 24, 29, 34). Zudem hat sich der Ar-

beitsmarkt inzwischen erholt und dürfte die gegenwärtige (tiefe) Arbeitslosenquote 

im Kanton Zürich von 2,3 Prozent stagnieren; die Beschäftigungserwartungen in 

fast allen Branchen bleiben positiv. Im Bereich Information und Kommunikation 

fiel der Rückgang der Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2021 sodann 

deutlich aus (von 3,5 auf 3,0 Prozent, vgl. www.zh.ch/de/wirtschaft-

arbeit/zuercher-wirtschaftszahlen/arbeitslosigkeit.html: Der Arbeitsmarkt stand 

2021 im Zeichen der Erholung, Arbeitslosigkeit sinkt erstmals unter Vorkrisenni-

veau und Erholung auf dem Arbeitsmarkt hält an; Medienmitteilungen vom 

07.01.2022, 07.02.2022 und 07.03.2022). Entsprechend sind auf den herkömmli-

chen Stellenportalen denn auch diverse Stellen als Informatiker/Entwickler (vgl. 

Urk. 33/49; Urk. 41/5) ausgeschrieben (vgl. z.B. www.indeed.ch; www.jobs.ch; 

www.jobscout24.ch etc.). Vergebliche intensive Stellensuchbemühungen hat der 

Gesuchsgegner sodann nicht nachgewiesen. Vielmehr hat er sich offenbar kein 

einziges Mal anderweitig beworben (Urk. 55 S. 6).  

Grundsätzlich ist ein hypothetisches Einkommen nicht rückwirkend anzurechnen, 

sondern erst nach Ablauf einer angemessenen Übergangsfrist (OGer ZH 

LE180018 vom 16.10.2018, E. III.2.2.). Diese beginnt frühestens mit der erstmali-

gen gerichtlichen Eröffnung der Umstellungsfrist zu laufen (OGer ZH LE150008 

vom 26.10.2015, E. III.4.2 [S. 30]). Ausnahmen von diesem Grundsatz können 

sich rechtfertigen, wenn die betreffende Partei nach einem (selbst unfreiwilligen) 

Stellenwechsel eine Erwerbstätigkeit im erforderlichen Pensum ausübt, sich aber 

wissentlich mit einer nur ungenügend erträglichen Tätigkeit begnügt (BGer 

5A_341/2011 vom 20. September 2011, E. 2.5.1; BGer 5A_692/2012 vom 21. Ja-

nuar 2013, E. 4.3) oder eine bestehende Tätigkeit im Wissen um die Pflicht zur 

Erzielung des fraglichen Einkommens aufgibt (BGer 5A_720/2011 vom 8. März 

- 28 - 

2012, E. 6.1). In solchen Fällen kann ein hypothetisches Einkommen auch rück-

wirkend, also ohne Übergangsfrist, von einem in der Vergangenheit liegenden 

Zeitpunkt an angerechnet werden (vgl. im Übrigen auch BGE 143 III 233 E. 3 

[Abänderungsprozess]: Vermindert der Unterhaltspflichtige sein Einkommen in 

Schädigungsabsicht, ist eine Abänderung der Unterhaltsleistung selbst dann aus-

geschlossen, wenn die Einkommensreduktion nicht mehr rückgängig gemacht 

werden kann [Änderung der Rechtsprechung]).  

Das Thema Lohnentwicklung ab Juli 2021 beschäftigte den Gesuchsgegner laut 

eigenen Angaben anlässlich der Fortsetzung der vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung am 18. Februar 2021 jede zweite Nacht (Prot. I S. 27; Urk. 57/1). Spätestens 

am 9. März 2021, nachdem er eine entsprechende Nachricht seines Vorgesetzten 

erhalten hatte, musste der Gesuchsgegner ernsthaft damit rechnen, dass sein 

lukrativer Einsatzvertrag bei der K._____ nun tatsächlich nicht über den 30. Juni 

2021 hinaus verlängert bzw. erneuert würde, sondern dort einzig noch eine 

schlechter entlöhnte interne Anstellung zur Disposition stand (Urk. 57/1, /2). Mit 

Blick auf die damit einhergehende massive Einkommensreduktion (rund 40 % 

[Fr. 11'455.– früherer durchschnittlicher unselbstständiger Verdienst {vgl. Urk. 38 

S. 25} versus Fr. 6'930.– neues unselbstständiges Einkommen]) hätte sich der 

Gesuchsgegner als unterhaltspflichtiger Familienvater und Ehegatte, der bisher 

immer sehr gut verdient hatte, mit dieser 80 %-igen Festanstellung nicht einfach 

zufrieden geben dürfen, auch wenn die konkreten Unterhaltsbeiträge bei Unter-

zeichnung des Vertrages mit der K._____ am 15. Mai 2021 (Urk. 41/5) noch nicht 

feststanden. Vielmehr hätte er sich intensiv um eine mit dem früher erzielten Ein-

kommen vergleichbar bezahlte Arbeit bemühen müssen. Dass er keine andere 

Wahl als die Festanstellung gehabt hätte, vermochte der Gesuchsgegner nicht 

nachzuweisen. Er kann sich insbesondere nicht einfach pauschal auf sein Alter 

und die junge Konkurrenz im Informatiksektor berufen, ohne sich intensiv konkret 

(vergeblich) um entsprechende Ein-sätze bzw. Anstellungen bemüht zu haben. In 

Anbetracht seines fortgeschrittenen Alters und im Hinblick auf seinen Werdegang 

rechtfertigt es sich allerdings, ihm insgesamt eine Übergangsfrist von rund sechs 

Monaten ab März 2021 einzuräumen, dem Zeitpunkt, ab dem er ernsthaft mit der 

Internalisierung bei der K._____ zu einem tieferen Lohn rechnen musste 

- 29 - 

(Urk. 57/1, /2). Dem Gesuchsgegner ist somit ab 1. September 2021 für die weite-

re Dauer des Getrenntlebens ein hypothetisches Einkommen von Fr. 9'000.– net-

to pro Monat anzurechnen.  

Parallel zur Stellensuche wäre es dem Gesuchsgegner zuzumuten gewesen, sich 

bei der Arbeitslosenversicherung anzumelden. Ab 1. Juli 2021 wäre er berechtigt 

gewesen, nach Ablauf einer fünftägigen Karenzfrist Arbeitslosentaggelder zu be-

ziehen (Art. 9 Abs. 3, Art. 13 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 AVIG). Der bei der 

K._____ ab August 2021 erzielte Lohn von Fr. 8'800.– brutto pro Monat 

(Urk. 57/3, ein allfälliger, nicht gesicherter Zielbonus von 10 % ist dabei nicht zu 

berücksichtigen [vgl. Urk. 41/5]), sowie der selbstständige Nebenerwerb von 

Fr. 625.– pro Monat wären als Zwischenverdienst (vgl. Art. 24 AVIG) zu deklarie-

ren (gewesen). Die Arbeitslosentaggelder (80 %) wären dann auf der Differenz 

(Fr. 2'925.–) zwischen dem maximalen versicherten Verdienst von Fr. 12'350.– 

(der Gesuchsgegner verdiente im Jahr 2021 Fr. 14'329.– brutto pro Monat und im 

Jahr 2020 lag sein Einkommen ebenfalls über dem maximalen versicherten Ver-

dienst, vgl. Urk. 38 S. 23 f.) und dem erzielten Zwischenverdienst von insgesamt 

Fr. 9'425.– brutto pro Monat berechnet worden (vgl. Art. 22 Abs. 1 AVIG; Art. 23 

Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 18 ATSG und Art. 22 Abs. 1 UVV; Art. 24 AVIG) und hät-

ten sich damit ab August 2021 in der Grössenordnung von monatlich Fr. 2'130.– 

netto (zirka 9 % Sozialabzüge) bewegt. Damit hätte der Gesuchsgegner im Au-

gust 2021 Einnahmen von insgesamt rund Fr. 10'000.– netto gehabt (Fr. 2'130.– 

mutmassliche Arbeitslosentaggelder + Fr. 7'250.– Nettoverdienst bei der K._____ 

+ Fr. 625.– durchschnittlicher selbstständiger Nebenverdienst). Im Juli 2021 er-

zielte der Gesuchsgegner einzig den durchschnittlichen Verdienst von Fr. 625.– 

aus seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit (Urk. 37 S. 8, 18). Unter Berücksichti-

gung der Wartefrist und Fr. 625.– selbstständiger Zwischenverdienst hätten sich 

die Arbeitslosentaggelder auf rund Fr. 6'570.– netto belaufen (Fr. 12'350.– maxi-

maler versicherter Verdienst - Fr. 625.– Zwischenverdienst = Fr. 11'725.–, davon 

80 % = Fr. 9'380.– - 9 % [= Fr. 844.–] Sozialabgaben = Fr. 8'536.– - Fr. 1'962.– 

[Fr. 8'536.– : 21.75 Arbeitstage x 5 Karenztage]), womit der Gesuchsgegner mit 

dem selbstständigen Nebeneinkommen im Juli 2021 insgesamt rund Fr. 7'200.– 

netto eingenommen hätte.  

- 30 - 

Es rechtfertigt sich, dem Gesuchsgegner die selbstverantwortlich versäumten Ar-

beitslosenentschädigungen rückwirkend für die Monate Juli und August 2021 als 

hypothetische Einkünfte anzurechnen. Es handelt sich hierbei um eine beschränk-

te, bereits abgeschlossene Zeitspanne in der Vergangenheit (vgl. BGer 

5A_795/2008 vom 2. März 2010, E. 4.5.2 ff.).  

Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner sodann für das Jahr 2019 Netto-

mieteinnahmen aus der Vermietung seiner Wohnung in L._____ in der Höhe von 

Fr. 5'331.– pro Jahr als zusätzliches Einkommen an. Weil die Steuererklärung 

2020 noch nicht vorlag, stellte die Vorinstanz auf die als glaubhaft erachteten 

Ausführungen des Gesuchsgegners persönlich ab, wonach er in der letzten Zeit 

vier bis fünf Mieterwechsel gehabt habe. Dafür habe er jeweils einen Makler be-

auftragen und bezahlen müssen. Dies habe mit zirka zwei Monatsmieten zu Bu-

che geschlagen. Die Abrechnung für das Jahr 2020 habe er noch nicht erhalten 

(Prot. I S. 27 f.). Für das Jahr 2020 sowie das aktuelle Jahr 2021 seien dem Ge-

suchsgegner somit für das vorliegende Verfahren einstweilen keine Mieteinnah-

men mehr anzurechnen (Urk. 38 S. 23). Die Gesuchstellerin kritisiert, der Ge-

suchsgegner unterschlage das Einkommen aus der Liegenschaft in Deutschland 

von monatlich Fr. 445.–. Die Nettoerträge der Wohnung L._____ seien entgegen 

der Vorinstanz zu berücksichtigen (Urk. 47 S. 8; Urk. 59 S. 4 f.). Demgegenüber 

verweist der Gesuchsgegner auf die Ausführungen der Vorinstanz, welche ihm 

mit guter Begründung kein Einkommen aus der Vermietung der Liegenschaft in 

Deutschland angerechnet habe (Urk. 55 S. 7). Für die Jahre 2020 und 2021 rech-

nete die Vorinstanz dem Gesuchsgegner mit einleuchtender Begründung, mit 

welcher sich die Gesuchstellerin in keiner Weise substantiiert auseinandersetzte 

(Urk. 47 S. 8 f.; Urk. 59 S. 3 ff.), kein Einkommen aus der Vermietung der Liegen-

schaft in Deutschland an. Betreffend die Zeit ab 2022 besteht demgegenüber kein 

Grund, dem Gesuchsgegner nicht erneut die im Jahr 2019 erzielten Nettomietein-

nahmen aus der Vermietung der Liegenschaft in der Höhe von rund Fr. 445.– pro 

Monat (vgl. Urk. 13/26 S. 14 f.) als Einkünfte anzurechnen, nachdem er keine wei-

teren Mieterwechsel, grössere Renovationen etc. behauptete geschweige denn 

belegte (Urk. 55 S. 7).  

- 31 - 

Zusammengefasst ist dem Gesuchsgegner somit für die Zeitspanne bis und mit 

Juni 2021 ein Einkommen in der Höhe von durchschnittlich Fr. 12'080.– netto pro 

Monat in Anrechnung zu bringen. Für Juli 2021 und August 2021 ist ihm ein - teil-

weise hypothetisches - Nettoeinkommen in der Höhe von gerundet Fr. 7'200.– 

bzw. Fr. 10'000.– anzurechnen. Ab September 2021 ist von einem hypothetischen 

Nettoeinkommen von monatlich Fr. 9'000.– (einschliesslich allfälliger selbstständi-

ger Nebenerwerb) auszugehen. Ab Januar 2022 beläuft sich das anrechenbare 

Einkommen (inklusive der Einnahmen aus der Liegenschaft in Deutschland) auf 

Fr. 9'445.– netto pro Monat.  

5. Bedarf der Gesuchstellerin 

Hinsichtlich des Bedarfs der Gesuchstellerin sind einzig die ihr ab 1. Oktober 

2021 hypothetisch angerechneten Wohnkosten strittig. Die Vorinstanz teilte die 

Wohnkosten für die von der Gesuchstellerin neu bezogene 5.5-Zimmer-Wohnung 

in I._____ in der Höhe von Fr. 2'740.– monatlich (ohne Parkplatz) nach dem Aus-

zug des Sohnes D._____ zum Gesuchsgegner am 20. November 2020 der Ge-

suchstellerin zur Hälfte (Fr. 1'370.–) und C._____ und H._____ je zu einem Viertel 

(Fr. 685.–) zu. Sie erwog, gemäss neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

seien im familienrechtlichen Existenzminimum "den finanziellen Verhältnissen 

entsprechende statt am betreibungsrechtlichen Existenzminimum orientierte 

Wohnkosten" aufzunehmen. Nach dem Auszug von D._____ aus der Wohnung 

der Gesuchstellerin in I._____ verbleibe sie mit der Tochter C._____ sowie mit 

dem volljährigen Sohn H._____ in der neu angemieteten Wohnung. Obwohl die 

gesamthaft vorhandenen finanziellen Mittel die Berechnung des familienrechtli-

chen und nicht nur des betreibungsrechtlichen Existenzminimums erlaubten, 

müssten Wohnkosten in der Höhe von Fr. 2'740.– im Vergleich zu der Einkom-

menssituation und unter Berücksichtigung des Wohnungsmarktes im Bezirk Hin-

wil als zu hoch und somit nicht mehr angemessen bezeichnet werden. Insbeson-

dere benötige die Gesuchstellerin nach dem Auszug von D._____ für sich und die 

zwei Kinder keine 5.5-Zimmer-Wohnung mehr. Zur Ausübung des Besuchsrechts 

für die beiden beim Gesuchsgegner wohnenden Kinder D._____ und G._____ 

scheine eine 4.5-Zimmer-Wohnung angemessen. Zudem müsse – trotz der geho-

- 32 - 

benen finanziellen Verhältnisse – berücksichtigt werden, dass die Führung von 

zwei Haushalten mit erheblichen Mehrkosten verbunden sei und die Gesuchstel-

lerin sich in einer gewissen Art und Weise werde einschränken müssen. Ein Blick 

auf die einschlägigen Immobilienportale ergebe, dass im Raum Hinwil diverse 

Angebote für 4- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen mit einem Mietzins in der Grössen-

ordnung von Fr. 1'900.– bzw. Fr. 2'100.– gefunden werden könnten, weshalb in 

einer dritten Phase von einem hypothetischen Mietzins der Gesuchstellerin und 

ihren beiden Kindern von Fr. 2'000.– auszugehen sei, wobei im Bedarf der Ge-

suchstellerin ein Wohnkostenanteil von 2/4, d.h. Fr. 1'000.–, und im Bedarf von 

C._____ und H._____ je ein Wohnkostenanteil von 1/4, d.h. von Fr. 500.–, anzu-

rechnen seien. Bei übersetzten effektiven Wohnkosten einer Partei sei der in der 

Bedarfsberechnung zu berücksichtigende Betrag auf den nächsten Kündigungs-

termin hin – vorliegend auf den 30. September 2021 – auf ein Normalmass her-

abzusetzen (Urk. 38 S. 27-29 m.H.).  

Die Gesuchstellerin rügt, auch sie habe Anspruch auf eine angemessene Woh-

nung. Die Parteien hätten in einem 7.5-Zimmer-Reiheneckhaus mit grossem Gar-

ten auf zwei Stockwerken gewohnt. Zudem verfüge das Haus im Keller über ein 

grosses Büro bzw. einen Hobbyraum, in welchem der Gesuchsgegner sein Büro 

eingerichtet habe. Total hätten der Familie zirka 150 bis 160 m2 zur Verfügung 

gestanden. Weil sie mit drei Kindern ausgezogen sei, sei nicht zu beanstanden, 

dass sie sich eine 5.5-Zimmer-Wohnung gesucht habe. Mit der Anrechnung eines 

hypothetischen Einkommens zwinge man sie nun, eine neue Wohnung zu su-

chen, sodass es für die Kinder erneut zu einem Umzug käme. Dies liege nicht im 

Kindeswohl. Es seien ihr deshalb auch per September (recte Oktober) 2021 die 

aktuellen Wohnkosten anzurechnen (Urk. 47 S. 10).  

Der Gesuchsgegner verweist demgegenüber auf das angefochtene Urteil. Die  

Vorinstanz habe die Wohnkosten der Gesuchstellerin in der Höhe von monatlich 

Fr. 2'740.– zu Recht als zu hoch erachtet. Sie kenne die örtlichen Verhältnisse 

und insbesondere den Wohnungsmarkt im Bezirk Hinwil bestens, weshalb zweit-

instanzlich nicht in diese Gewichtungsfrage einzugreifen sei (Urk. 55 S. 9).  

- 33 - 

Da die Parteien bislang zu sechst in der ehelichen, 7.5 Zimmer umfassenden Lie-

genschaft wohnten (der Hobbyraum im Keller wurde allein vom Gesuchsgegner 

als Büro benutzt und fällt daher ausser Betracht), ist die Erwägung der Vo-

rinstanz, dass für die mit H._____ und C._____ zusammenlebende Gesuchstelle-

rin eine 4.5-Zimmer-Wohnung angemessen sei, nicht zu beanstanden und zwar 

unabhängig davon, dass der Gesuchsgegner mit D._____ und G._____ weiterhin 

in der ehemaligen Familienliegenschaft wohnt (vgl. BGer 5P.138/2001 vom 10. 

Juli 2001, E. 2b: OGer ZH LY170030 vom 16.07.2018, S. 33 f.). Für ein solches 

Wohnobjekt reichen im Bezirk Hinwil monatliche Wohnkosten von Fr. 2'000.–, wie 

von der Vorinstanz angerechnet und von der Gesuchstellerin nicht in Frage ge-

stellt, aus. Dass davon die Hälfte der Gesuchstellerin anzurechnen ist, blieb un-

bestritten und ist angemessen. Es bleibt daher bei der vorinstanzlichen Wohnkos-

tenanrechnung von Fr. 1'000.– pro Monat ab 1. Oktober 2021. Weil die anwaltlich 

vertretene Gesuchstellerin aufgrund der einleuchtenden Ausführungen im ange-

fochtenen Entscheid vom 27. Mai 2021 ernsthaft mit einem Umzug rechnen 

musste, wobei ihr eine Auszugsfrist von rund vier Monaten zur Verfügung stand, 

und die Berufung keine aufschiebende Wirkung hat (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO; be-

treffend Eheschutz: BGE 137 III 475, E. 4.1), ist ihr im Berufungsverfahren keine 

erneute Frist für den Umzug anzusetzen, zumal vergebliche Suchbemühungen 

betreffend eine adäquate Wohnung im Raum I._____ von der Gesuchstellerin 

nicht dargetan wurden.  

Zusammengefasst ist bei der Gesuchstellerin für die Zeitspanne vom 16. August 

2020 bis 30. November 2020 von einem Bedarf von Fr. 3'754.– pro Monat auszu-

gehen und für jene vom 1. Dezember 2020 bis zum 30. Juni 2021 von einem sol-

chen von Fr. 4'028.– pro Monat (vgl. Urk. 38 S. 27). Vom 1. Juli 2021 bis zum 

30. September 2021 beläuft sich ihr Bedarf neu unter Berücksichtigung der aus-

wärtigen Verpflegung von Fr. 176.– auf Fr. 4'204.– pro Monat. Ab Oktober 2021 

bleibt es bei den vorinstanzlich berücksichtigten Fr. 3'834.– pro Monat (Urk. 38 

S. 27).  

6. Bedarf des Gesuchsgegners 

- 34 - 

Der Bedarf des Gesuchsgegners beläuft sich unangefochtenermassen auf 

Fr. 3'937.– pro Monat für die Zeitspanne vom 16. August 2020 bis 30. November 

2020 und Fr. 3'740.– pro Monat für den Zeitraum ab 1. Dezember 2020 (Urk. 38 

S. 34; Urk. 37 S. 29; Urk. 47 S. 10).  

 

7. Barbedarfe der Kinder C._____ und D._____ 

Auch bezüglich der Barbedarfe von C._____ und D._____ bleibt es bei den  

vorinstanzlichen Bedarfszahlen (C._____: Fr. 1'402.– pro Monat für die Zeitspan-

ne vom 16. August 2020 bis 30. November 2020, Fr. 1'539.– pro Monat für jene 

vom 1. Dezember 2020 bis 30. September 2021 und Fr. 1'354.– pro Monat für 

den Zeitraum ab 1. Oktober 2021; D._____: Fr. 1'531.– pro Monat für den Zeit-

raum vom 1. August 2020 bis 30. November 2020 und Fr. 1'504.– pro Monat für 

jenen ab 1. Dezember 2020; Urk. 38 S. 32, 38; Urk. 37 S. 28, 30; Urk. 47 S. 11).  

  

- 35 - 

8. Unterhaltsberechnung  
 16.08.2020 bis 

30.11.2020 
1.12.2020 bis 
30.06.2021 

Juli 2021 

Einkommen GSin Fr.  0 Fr.  0 Fr.  3'300 
Einkommen GG Fr.  12'080 Fr. 12'080 Fr.  7'200 
Einkommen 
C._____ 

Fr.   250 Fr.  250 Fr.  250 

Einkommen 
D._____ 

Fr.   250 Fr.  250 Fr.  250 

Gesamteinkommen Fr.  12'580 Fr.  12'580 Fr.  11'000 
Bedarf GSin Fr.   3'754 Fr.  4'028 Fr.  4'204 
Bedarf GG Fr.   3'937 Fr.  3'740 Fr.  3'740 
Bedarf C._____ Fr.   1'402 Fr.  1'539 Fr.  1'539 
Bedarf D._____ Fr.   1'531 Fr.  1'504 Fr.  1'504 
Gesamtbedarf Fr.  10'624 Fr.  10'811 Fr.  10'987 
Überschuss Fr.   1'956 Fr.  1'769 Fr.  13 
35 % Über-
schussanteil 

Fr.   685 Fr.  619 Fr.  5 

15 % Über- 
schussanteil 

Fr.   293 Fr.  265 Fr.  2 

 
 August 2021 September 

2021 
1.10.2021 bis 
31.12.2021 

Einkommen GSin Fr.  3'300 Fr.  3'300 Fr.  3'300 
Einkommen GG Fr.  10'000 Fr.  9'000 Fr.  9'000 
Einkommen 
C._____ 

Fr.  250 Fr.  250 Fr.  250 

Einkommen 
D._____ 

Fr.  250 Fr.  250 Fr.  250 

Gesamteinkommen Fr.  13'800 Fr.  12'800 Fr.  12'800 
Bedarf GSin Fr.  4'204 Fr.  4'204 Fr.  3'834 
Bedarf GG Fr.  3'740 Fr.  3'740 Fr.  3'740 
Bedarf C._____ Fr.  1'539 Fr.  1'539 Fr.  1'354 
Bedarf D._____ Fr.  1'504 Fr.  1'504 Fr.  1'504 
Gesamtbedarf Fr.  10'987 Fr.  10'987 Fr.  10'432 
Überschuss Fr.  2'813 Fr.  1'813 Fr.  2'368 
35 % Über- 
schussanteil 

Fr.  985 Fr.  635 Fr.  829 

15 % Über-
schussanteil 

Fr.  422 Fr.  272 Fr.  355 

 
 
 
 
 
 ab Januar 2022 

- 36 - 

Einkommen GSin Fr.  3'300 
Einkommen GG Fr.  9'445 
Einkommen 
C._____ 

Fr.  250 

Einkommen 
D._____ 

Fr.  250 

Gesamteinkommen Fr. 13'245 
Bedarf GSin Fr.  3'834 
Bedarf GG Fr.  3'740 
Bedarf C._____ Fr.  1'354 
Bedarf D._____ Fr.  1'504 
Gesamtbedarf Fr. 10'432 
Überschuss Fr.  2'813 
35 % Über- 
schussanteil 

Fr.  985 

15 % Über-
schussanteil 

Fr.  422 

8.1. Die Vorinstanz verteilte den Überschuss nach grossen und kleinen Köpfen 
(35:35:15:15), insbesondere nachdem die Parteien je die Obhut über ein minder-

jähriges Kind innehaben (Urk. 38 S. 41 f.). Dies erscheint vorliegend gerechtfertigt 

(vgl. auch BGE 147 III 265 E. 7.3, 8.1) und blieb denn auch unangefochten 

(Urk. 37 S. 25, 32; Urk. 47 S. 9 f.).  

8.2. Die Kinderzulagen sind von den Barbedarfen der Kinder vorweg direkt abzu-
ziehen und zuzüglich der Kinderunterhaltsbeiträge zuzusprechen (BGE 137 III 59 

E. 4.2.3).  

8.3. Der Betreuungsunterhalt (Art. 276 Abs. 2 und 285 Abs. 1 ZGB) deckt die in-
direkten Kosten, welche durch die persönliche Betreuung durch einen Elternteil 

entstehen. Er ist nur dann geschuldet, wenn das Eigenversorgungsmanko eines 

Elternteils betreuungsbedingt ist. Rechnerisch ergibt sich der Betreuungsunterhalt 

aus den Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils (vgl. BGE 144 III 377 

E. 7), welche grundsätzlich dem familienrechtlichen Existenzminimum (= Notbe-

darf), zuzüglich einer Steuerpauschale auf diese Kosten von Fr. 100.–, entspre-

chen, abzüglich des eigenen Einkommens der Hauptbetreuungsperson (vgl. OGer 

ZH LE180044 vom 28.06.2019, Erw. C/5.2, S. 42; Arndt/Brändli, Berechnung des 

Betreuungsunterhalts - ein Lösungsansatz aus der Praxis, in: FamPra.ch 2017 

S. 236, S. 238 und FN 14; Obergericht des Kantons Zürich, Leitfaden neues Un-

- 37 - 

terhaltsrecht [Version 2017], S. 10 FN 1; OGer ZH LE160071 vom 30.03.2017, 

E. III.D.2; vgl. auch Urk. 38 S. 16, 19 m.w.H.). 

Unangefochten blieb, wie eingangs erwähnt, die (als rechtskräftig vorzumerken-

de) Dispositivziffer 8 des vorinstanzlichen Entscheids, wonach der Gesuchsgeg-

ner verpflichtet wurde, für D._____ monatliche Unterhaltsbeiträge (zuzüglich Fa-

milienzulagen) von Fr. 3'486.–, davon Fr. 1'877.– als Betreuungsunterhalt (50 %, 

vgl. Urk. 38 S. 43), für den Zeitraum vom 16. August 2020 bis 30. November 2020 

(Umzug von D._____ zum Gesuchsgegner) zu bezahlen (Urk. 38 S. 49; Urk. 37 

S. 2). Entsprechend sind auch die für C._____ monatlich zugesprochenen Unter-

haltsbeiträge (zuzüglich Familienzulagen) von Fr. 3'357.–, davon Fr. 1'877.– als 

Betreuungsunterhalt (50 %, vgl. Urk. 38 S. 43), in der Zeitphase 1 (Urk. 38 S. 49, 

Dispositivziffer 9), welche nicht angefochten wurden (Urk. 37 S. 4), grundsätzlich 

zu bestätigen. Allerdings hat von Amtes wegen eine Korrektur mit Blick auf die 

höheren vom Barbedarf vorweg abzuziehenden Kinderzulagen im Betrag von 

Fr. 250.– zu erfolgen und wirkt sich die Korrektur der Kinderzulagen auch auf den 

Überschuss aus.  

Bezüglich der (neuen) Phase 2 (1. Dezember 2020 bis 30. Juni 2021) belaufen 

sich die Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin und damit der für C._____ ge-

schuldete Betreuungsunterhalt auf Fr. 3'778.– pro Monat (Fr. 4'028.– familien-

rechtlicher Bedarf - Fr. 350.– laufende Steuern [vgl. Urk. 38 S. 27] + Fr. 100.– 

Steuerpauschale auf die Lebenshaltungskosten). Vom 1. Juli 2021 bis 30. Sep-

tember 2021 betragen ihre Lebenshaltungskosten Fr. 3'954.– pro Monat 

(Fr. 4'204.– familienrechtlicher Bedarf - Fr. 350.– laufende Steuern + Fr. 100.– 

Steuerpauschale). Davon in Abzug zu bringen sind Fr. 3'300.– Nettoeinkünfte der 

Gesuchstellerin, womit ein Betreuungsunterhalt von Fr. 654.– pro Monat resultiert. 

Ab 1. Oktober 2021 machen die Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin 

Fr. 3'584.– pro Monat aus (Fr. 3'834.– familienrechtlicher Bedarf - Fr. 350.– lau-

fenden Steuern + Fr. 100.– Steuerpauschale). Abzüglich ihres Nettoeinkommens 

ergibt sich noch ein Betreuungsunterhalt für C._____ von Fr. 284.– pro Monat.  

- 38 - 

Der Gesuchsgegner hat im Übrigen ab 1. Dezember 2020 bis Ende Mai 2021 kein 

betreuungsbedingtes Manko (betr. D._____ bis zu dessen vollendeten 16. Alters-

jahr), weshalb hier kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist.  

8.4. Zusammengefasst resultieren nach dem Gesagten somit die folgenden Kin-
derunterhaltsbeiträge für C._____ und ehelichen Unterhaltsbeiträge für die Ge-

suchstellerin:  

a) Phase 1: 16. August 2020 bis 30. November 2020:  

 - Fr. 1'445.– Barunterhalt C._____ (Fr. 1'402.– Barbedarf C._____ - 

Fr. 250.– Kinderzulagen + Fr. 293.– Überschussanteil); 

 - Fr. 1'877.– Betreuungsunterhalt C._____;  

 - Fr. 685.– eheliche Unterhaltsbeiträge (Fr. 3'754.– Bedarf Gesuchstelle-

rin + Fr. 685.– Überschussanteil - je Fr. 1'877.– Betreuungsunterhalt 

C._____ und D._____).  

b) Phase 2: 1. Dezember 2020 bis 30. Juni 2021: 

 - Fr. 1'554.– Barunterhalt C._____ (Fr. 1'539.– Barbedarf C._____ - 

Fr. 250.– Kinderzulagen + Fr. 265.– Überschussanteil); 

 - Fr. 3'778.– Betreuungsunterhalt C._____;  

 - Fr. 869.– eheliche Unterhaltsbeiträge (Fr. 4'028.– Bedarf Gesuchstelle-

rin + Fr. 619.– Überschussanteil - Fr. 3'778.– Betreuungsunterhalt  

C._____). 

c) Phase 3: Juli 2021: 

 - Fr. 1'291.– Barunterhalt C._____ (Fr. 1'539.– Barbedarf C._____ - 

Fr. 250.– Kinderzulagen + Fr. 2.– Überschussanteil);  

 - Fr. 654.– Betreuungsunterhalt C._____;  

- 39 - 

 - Fr. 255.– eheliche Unterhaltsbeiträge (Fr. 4'204.– Bedarf Gesuchstelle-

rin + Fr. 5.– Überschussanteil - Fr. 3'300.– Einkommen Gesuchstellerin 

- Fr. 654.– Betreuungsunterhalt C._____). 

d) Phase 4: August 2021: 

 - Fr. 1'711.– Barunterhalt C._____ (Fr. 1'539.– Barbedarf C._____ - 

Fr. 250.– Kinderzulagen + Fr. 422.– Überschussanteil);  

 - Fr. 654.– Betreuungsunterhalt C._____; 

 - Fr. 1'235.– eheliche Unterhaltsbeiträge (Fr. 4'204.– Bedarf Gesuchstel-

lerin + Fr. 985.– Überschussanteil - Fr. 3'300.– Einkommen Gesuch-

stellerin - Fr. 654.– Betreuungsunterhalt C._____).  

e) Phase 5: September 2021: 

 - Fr. 1'561.– Barunterhalt C._____ (Fr. 1'539.– Barbedarf C._____ - 

Fr. 250.– Kinderzulagen + Fr. 272.– Überschussanteil);  

 - Fr. 654.– Betreuungsunterhalt C._____;  

 - Fr. 885.– eheliche Unterhaltsbeiträge (Fr. 4'204.– Bedarf Gesuchstelle-

rin + Fr. 635.– Überschussanteil - Fr. 3'300.– Einkommen Gesuchstel-

lerin - Fr. 654.– Betreuungsunterhalt C._____). 

f) Phase 6: vom 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021: 

 - Fr. 1'459.– Barunterhalt C._____ (Fr. 1'354.– Barbedarf C._____ - 

Fr. 250.– Kinderzulagen + Fr. 355.– Überschussanteil);  

 - Fr. 284.– Betreuungsunterhalt C._____;  

 - Fr. 1'079.– eheliche Unterhaltsbeiträge (Fr. 3'834.– Bedarf Gesuchstel-

lerin + Fr. 829.– Überschussanteil - Fr. 3'300.– Einkommen Gesuch-

stellerin - Fr. 284.– Betreuungsunterhalt C._____).  

 

- 40 - 

g) Phase 7: ab Januar 2022: 

 - Fr. 1'526.– Barunterhalt C._____ (Fr. 1'354.– Barbedarf C._____ - 

Fr. 250.– Kinderzulagen + Fr. 422.– Überschussanteil);  

 - Fr. 284.– Betreuungsunterhalt C._____;  

 - Fr. 1'235.– eheliche Unterhaltsbeiträge (Fr. 3'834.– Bedarf Gesuchstel-

lerin + Fr. 985.– Überschussanteil - Fr. 3'300.– Einkommen Gesuch-

stellerin - Fr. 284.– Betreuungsunterhalt C._____).  

Ausgehend von einer mutmasslichen Dauer der vorliegenden eheschutzrichterli-

chen Unterhaltsregelung von praxisgemäss drei Jahren werden der Gesuchstelle-

rin persönlich insgesamt somit weniger Unterhaltsbeiträge als gemäss dem ange-

fochtenen Entscheid zugesprochen (Fr. 38'175.– zweitinstanzlich versus 

Fr. 50'235.– erstinstanzlich). Damit wird das Verschlechterungsverbot nicht tan-

giert.  

Der Deklarationspflicht bei der Festlegung von Kinderunterhaltsbeiträgen 

(Art. 301a ZPO; Art. 286a ZGB) ist Genüge getan, sofern Einkommen und Ver-

mögen jedes Elternteils und jedes Kindes aus den Erwägungen hervorgehen. 

Solches braucht nicht (erneut) im Dispositiv vermerkt zu werden. Ins Urteilsdispo-

sitiv müssen einzig die Kinderunterhaltsbeiträge sowie gegebenenfalls der zur 

Deckung des gebührenden Unterhalts jedes Kindes fehlende Betrag und die An-

passung an die Veränderung der Lebenshaltungskosten aufgenommen werden 

(Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014 529, S. 581). Entsprechend erübrigt sich 

vorliegend eine Anpassung von Dispositivziffer 11 des angefochtenen Urteils. 

Vielmehr kann diese Ziffer ersatzlos aufgehoben werden, nachdem die Einkünfte 

vorstehend dargetan wurden und weder die Parteien noch die Kinder C._____ 

und D._____ über relevantes Vermögen verfügen (vgl. auch Urk. 38 S. 46, E. 

9.3.2).  

E. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

- 41 - 

1. Die erste Instanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 5'000.– fest und aufer-
legte die Kosten den Parteien mit Blick auf die in den strittigen Punkten anwend-

bare Offizialmaxime je zur Hälfte, wobei der Anteil der Gesuchstellerin zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen wurde. Parteientschädigungen wurden entsprechend keine zugespro-

chen (Urk. 38 S. 47, 51, Dispositivziffern 13-15).  

2. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 

ZPO). Die noch unter der kantonalzürcherischen ZPO begründete Praxis der hälf-

tigen Kostenauflage bei strittigen Kinderbelangen im engeren Sinn (ohne Kin-

derunterhaltsbeiträge; vgl. ZR 84 Nr. 41) wurde unter der eidgenössischen ZPO 

beibehalten (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Sie wurde ausgedehnt durch die auf be-

währte Lehre gestützte Praxis vieler erstinstanzlicher Gerichte, in Eheschutzver-

fahren (auch ohne Kinderbelange) die Kosten den Ehegatten hälftig aufzuerlegen 

und die Parteientschädigungen wettzuschlagen. Die Kammer übt sich beim Ein-

griff in solche vorinstanzlichen Ermessensentscheide regelmässig in Zurückhal-

tung (vgl. z.B.  

OGer ZH LE190027 vom 18.12.2019, S. 21; OGer ZH LE190037 vom 7.05.2020, 

S. 59; OGer ZH LE190062 vom 17.03.2021, S. 46). Auch vorliegend besteht kei-

ne Veranlassung, in die ermessensgemässe hälftige Kostenauflage durch die  

Vorinstanz im vorliegenden Eheschutzverfahren einzugreifen, welche von den 

Parteien denn auch nicht kritisiert wurde (Urk. 37 S. 5, 34; Urk. 47 S. 2, 11). 

Dementsprechend sind die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen 

gemäss Dispositivziffern 13 bis 15 des angefochtenen Urteils zu bestätigen.  

F. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist auf Fr. 3'500.– festzulegen (vgl. § 5, § 6 

Abs. 2 lit. b, § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG). Betreffend die Frage der Zuteilung der 

Obhut über C._____ rechtfertigt es sich auch im Berufungsverfahren, den Partei-

en die Kosten je zur Hälfte aufzuerlegen. Hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge un-

terliegt der Gesuchsgegner in etwas grösserem Umfang. Insgesamt scheint es 

angemessen, die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens dem Gesuchsgegner 

- 42 - 

zu 55 % und der Gesuchstellerin zu 45 % aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Die 

Kosten sind mit dem vom Gesuchsgegner geleisteten Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 3'000.– (Urk. 44) zu verrechnen. Der Fehlbetrag von Fr. 500.– ist 

von der Gesuchstellerin nachzufordern. Die Gesuchstellerin hat dem Gesuchs-

gegner zudem den geleisteten Vorschuss im Umfang von Fr. 1'075.– zu ersetzen 

(Art. 111 Abs. 1 und 2 ZPO). Ausgangsgemäss ist der Gesuchsgegner sodann zu 

verpflichten, der Gesuchstellerin für das Berufungsverfahren eine auf 10 % redu-

zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 600.– (einschliesslich 7.7 % bean-

tragte Mehrwertsteuer, vgl. Urk. 47 S. 2) zu bezahlen (vgl. § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, 

§ 11 Abs. 1-3 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV).  

G. Prozesskostenbeitrag / unentgeltliche Rechtspflege für das zweitin-
stanzliche Verfahren 

1. Für das Berufungsverfahren verlangt die Gesuchstellerin die Verpflichtung 
des Gesuchsgegners, ihr einen Prozesskostenbeitrag in der Höhe von Fr. 6'000.– 

zu bezahlen, eventualiter sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 

(Urk. 47 S. 2, 12; vgl. auch Urk. 43 S. 2). Der Gesuchsgegner beantragt die Ab-

weisung des Antrages auf Leistung eines Prozesskostenbeitrages (Urk. 55 S. 9 

f.).  

2. Die Vorinstanz hat den Antrag der Gesuchstellerin, wonach der Gesuchs-
gegner zu verpflichten sei, ihr einen Prozesskostenbeitrag von einstweilen min-

destens Fr. 12'000.– zu bezahlen (Urk. 28 S. 2), abgewiesen, der Gesuchstellerin 

aber die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt. Sie verneinte die Leistungsfähigkeit 

des Gesuchsgegners. Dieser verfüge über zu wenig liquide Mittel. Die Hypothek 

könne er nicht mehr weiter belehnen (Urk. 38 S. 45 f., 48, Dispositivziffer 1 der 

Verfügung).  

3. Wie es sich mit der Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners verhält, kann 
dahingestellt bleiben, weil die prozessuale Bedürftigkeit der Gesuchstellerin im 

Rahmen des Berufungsverfahrens zu verneinen ist. Ihr zivilprozessualer Bedarf 

beläuft sich ab Oktober 2021 auf Fr. 4'104.– pro Monat (Fr. 3'834.– familienrecht-

licher Bedarf + Fr. 270.– [20 %-Zuschlag auf dem Grundbetrag von Fr. 1'350.–]; 

- 43 - 

effektiv anfallende Kosten für das Auto und das Motorrad, welche ohnehin nur zu 

berücksichtigen wären, sofern diesen Fahrzeugen Kompetenzcharakter zukäme 

[vgl. eidgenössische Richtlinien Ziffer II.d], was nicht behauptet wurde, wurden 

demgegenüber nicht beziffert, vgl. Urk. 47 S. 11). Die Barunterhaltsbeiträge für 

die Tochter C._____ und deren Bedarf sind bei der Beurteilung der Mittellosigkeit 

der Gesuchstellerin nicht zu berücksichtigen (BGer 5A_726/2017 vom 23. Mai 

2018, E. 4.4.2). Inwieweit die Gesuchstellerin den bereits volljährigen, ebenfalls in 

ihrem Haushalt wohnhaften Sohn H._____, welcher über einen von der Gesuch-

stellerin nicht näher bezifferten respektive belegten Lehrlingslohn verfügt, konkret 

noch finanziell unterstützt, wurde nicht substantiiert dargelegt (vgl. Urk. 47 S. 11; 

Urk. 55 S. 9; Urk. 59 S. 6). Es entspricht sodann gefestigter Praxis der Kammer, 

die einem Ehegatten zuerkannten Unterhaltsbeiträge bei der Beurteilung der für 

die Verfahrensfinanzierung verfügbaren eigenen Mittel zu berücksichtigen, sofern 

diese nicht uneinbringlich sind. Anhaltspunkte, wonach die Unterhaltsbeiträge 

nicht erhältlich wären, sind keine ersichtlich. Insgesamt verfügt die Gesuchstelle-

rin ab Januar 2022 somit monatlich über finanzielle Mittel in der Höhe von 

Fr. 4'819.– (Fr. 3'300.– eigenes Nettoerwerbseinkommen + Fr. 284.– Betreuungs-

unterhaltsbeiträge [vgl. BGer 5A_726/2017 vom 23. Mai 2018, E. 4.4.3] + 

Fr. 1'235.– persönliche Unterhaltsbeiträge). Mit einem monatlichen Überschuss 

von Fr. 715.– ist sie in der Lage, die sie treffenden Prozesskosten des Berufungs-

verfahrens in der Grössenordnung von Fr. 7'000.– (Fr. 1'575.– Anteil Gerichtskos-

ten + rund Fr. 6'000.– eigene Anwaltskosten - Fr. 600.– zugesprochene Parteient-

schädigung) innert Jahresfrist zu tilgen und darüber hinaus gegebenenfalls auch 

den volljährigen Sohn H._____ ergänzend zu unterstützen.  

Mangels Mittellosigkeit (Art. 117 lit. a ZPO) sind daher sowohl ihr Gesuch um Be-

zahlung eines Prozesskostenbeitrages als auch ihr (Eventual-)Begehren um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Berufungsverfahren abzuweisen.  

- 44 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass die Dispositivziffern 1, 3 bis 8 und 12 des Urteils 

des Einzelgerichts am Bezirksgericht Hinwil im summarischen Verfahren 

vom 27. Mai 2021 in Rechtskraft erwachsen sind.  

2. Das (Eventual-)Gesuch der Gesuchstellerin um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege im Berufungsverfahren wird abgewiesen.  

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die Tochter C._____, geboren am tt.mm.2007, wird unter die alleinige Obhut 

der Gesuchstellerin gestellt. 

2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für C._____ monatliche Unterhaltsbei-

träge zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familienzulagen wie 

folgt zu bezahlen: 

 Phase 1: Fr. 3'322.–  ab 16. August 2020 bis 30. November 2020 (da-

von Fr. 1'877.– als Betreuungsunterhalt);  

 Phase 2: Fr. 5'332.–  ab 1. Dezember 2020 bis zum 30. Juni 2021 (da-

von Fr. 3'778.– als Betreuungsunterhalt);  

 Phase 3: Fr. 1'945.–  für Juli 2021 (davon Fr. 654.– als Betreuungsun-

terhalt);  

 Phase 4: Fr. 2'365.–  für August 2021 (davon Fr. 654.– als Betreuungs-

unterhalt);  

 Phase 5: Fr. 2'215.–  für September 2021 (davon Fr. 654.– als Betreu-

ungsunterhalt);  

- 45 - 

 Phase 6: Fr. 1'743.–  ab 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021 (da-

von Fr. 284.– als Betreuungsunterhalt); 

 Phase 7: Fr. 1'810.–  ab 1. Januar 2022 (davon Fr. 284.– als Betreu-

ungsunterhalt) für die weitere Dauer des Ge-

trenntlebens.   

 Die Unterhaltsbeiträge sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils 

im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin persönliche 

monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 

 Phase 1: Fr. 685.–  ab 16. August 2020 bis 30. November 2020;  

 Phase 2: Fr. 869.–  ab 1. Dezember 2020 bis 30. Juni 2021; 

 Phase 3: Fr. 255.–  für Juli 2021; 

 Phase 4: Fr. 1'235.–  für August 2021; 

 Phase 5: Fr. 885.–  für September 2021; 

 Phase 6: Fr. 1'079.–  ab 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021; 

 Phase 7: Fr. 1'235.–  ab 1. Januar 2022 für die weitere Dauer  

                                          des Getrenntlebens.  

 Die Unterhaltsbeiträge sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils 

im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

4. Dispositivziffer 11 des angefochtenen Urteils wird ersatzlos aufgehoben. 

5. Die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Dispositiv-

ziffern 13 bis 15 des angefochtenen Urteils werden bestätigt.  

6. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt. 

- 46 - 

7. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Ge-

suchsgegner zu 55 % und der Gesuchstellerin zu 45 % auferlegt und mit 

dem vom Gesuchsgegner geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 3'000.– verrechnet. Im Mehrbetrag stellt die Obergerichtskasse der Ge-

suchstellerin Rechnung. Die Gesuchstellerin wird zudem verpflichtet, dem 

Gesuchsgegner den geleisteten Kostenvorschuss im Umfang von 

Fr. 1'075.– zu erstatten.  

8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das Beru-

fungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 600.– zu bezah-

len.  

9. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Verpflichtung des Gesuchsgegners zur 

Bezahlung eines Prozesskostenbeitrages für das Berufungsverfahren wird 

abgewiesen. 

10. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und im Dispositivauszug gemäss Zif-

fern 1 und 2 des Urteils an die Tochter C._____, ferner an die Obergerichts-

kasse, an das Migrationsamt des Kantons Zürich sowie an die Vorinstanz, je 

gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

11. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.   

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

- 47 - 

 
Zürich, 12. April 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. M. Reuss Valentini 
 
 
versandt am: 
ya 

	Beschluss und Urteil vom 12. April 2022
	Rechtsbegehren: (siehe Urk. 38 S. 2-5 m.H.)
	Verfügung und Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Hinwil vom 27. Mai 2021: (Urk. 38 S. 48 f.)
	Das Einzelgericht verfügt:
	Das Einzelgericht erkennt:
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Tochter C._____, geboren am tt.mm.2007, wird unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin gestellt.
	2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für C._____ monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familienzulagen wie folgt zu bezahlen:
	Die Unterhaltsbeiträge sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
	3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin persönliche monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
	Phase 1: Fr. 685.–   ab 16. August 2020 bis 30. November 2020;
	Phase 2: Fr. 869.–   ab 1. Dezember 2020 bis 30. Juni 2021;
	Phase 3: Fr. 255.–   für Juli 2021;
	Phase 4: Fr. 1'235.–   für August 2021;
	Phase 5: Fr. 885.–   für September 2021;
	Phase 6: Fr. 1'079.–   ab 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021;
	Phase 7: Fr. 1'235.–   ab 1. Januar 2022 für die weitere Dauer                                            des Getrenntlebens.
	Die Unterhaltsbeiträge sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
	4. Dispositivziffer 11 des angefochtenen Urteils wird ersatzlos aufgehoben.
	5. Die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Dispositivziffern 13 bis 15 des angefochtenen Urteils werden bestätigt.
	7. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuchsgegner zu 55 % und der Gesuchstellerin zu 45 % auferlegt und mit dem vom Gesuchsgegner geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.– verrechnet. Im Mehrbetrag stellt...
	8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das Berufungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 600.– zu bezahlen.
	9. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Verpflichtung des Gesuchsgegners zur Bezahlung eines Prozesskostenbeitrages für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.
	10. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und im Dispositivauszug gemäss Ziffern 1 und 2 des Urteils an die Tochter C._____, ferner an die Obergerichtskasse, an das Migrationsamt des Kantons Zürich sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.