# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a78d74b9-a47a-53d9-b89b-d970322df4f7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-07-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 10.07.2006 SF 2006 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2006-13_2006-07-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 10. Juli 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 06 13 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Sutter-Ambühl, Hubert und Zinsli
Aktuar ad hoc Hitz

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In der Strafsache

des X. (bzw. Z.), Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luca 
Tenchio, Obere Plessurstrasse 36, 7000 G.,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 25. April 2006,

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Vergewaltigung etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. (beziehungsweise Z.) wuchs zusammen mit zwei Geschwistern in 
guten Familienverhältnissen bei seinen Eltern in F. im Nordirak auf. Seine Familie 
gehört der kurdischen Volksgruppe an. In F. besuchte der Angeklagte während 
sechs Jahren die Grundschule und zweienhalb Jahren die Oberschule. Nach der 
Schulentlassung erlernte er keinen Beruf. Er schloss sich der Gruppe der Opferwil-
ligen für Saddam Hussein an, wobei er einen Kurs in Waffenkunde absolvierte und 
von 1999 bis zum Jahre 2002 Angehörige dieser Gruppe in Waffenkunde ausbil-
dete. Im Frühjahr 2003 reiste X. nach Deutschland aus und stellte unter den Perso-
nalien M. ein Asylgesuch. Ca. vier Wochen später übersiedelte er nach Schweden 
und hielt sich dort ca. 5 ½ bis 6 Monate bei einem Kollegen auf. Danach erfolgte 
seine Ausschaffung zurück nach Deutschland. Am 1. Dezember 2003 reiste der An-
geklagte von Deutschland via Frankreich in die Schweiz ein und stellte ein Asylge-
such. Ab dem 18. Dezember 2003 logierte er während fünf bis sechs Monaten im 
Durchgangsheim für Asylbewerber an der AT.-Str. in G. und wurde danach dem 
Durchgangsheim AU-Str. in B. zugewiesen. In der Folge hielt er sich jedoch mehr-
heitlich bei seiner Freundin in A. auf. X. war seit der Einreise in die Schweiz nie 
erwerbstätig. Im Durchgangsheim in B. konnte er unentgeltlich wohnen und zusätz-
lich für die Verpflegung wöchentlich Fr. 51.- beziehen. Er besitzt kein Vermögen und 
hat auch keine Schulden. Sein Asylgesuch wurde mit Entscheid des Bundesamtes 
für Migration vom 25. November 2005 abgelehnt und die Wegweisung aus der 
Schweiz angeordnet. Die dagegen erhobene Beschwerde des Angeklagten wies die 
Schweizerische Asylrekurskommission mit Urteil vom 24. Januar 2006 ab.

Im schweizerischen und deutschen Strafregister ist X. nicht verzeichnet. 
Gemäss dem Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden verhielt er sich im 
Durchgangsheim in B. korrekt.

B. X. wurde am 26. Oktober 2004 in G. festgenommen und blieb bis zum 
7. Dezember 2004 in AV. und G. in Untersuchungshaft. Am 20. September 2005 
erfolgte seine erneute Festnahme. Seither befindet er sich in G. in Untersuchungs-
haft. 

C. X. wurde mit Verfügung des Staatsanwaltes vom 25. April 2006 wegen 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG, mehrfacher Vergewaltigung 
gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB, mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind 
gemäss Art. 187 Ziffer 1 StGB, Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, 
mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG, Entwendung eines Motorfahr-
zeuges zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziffer 1 Abs. 1 SVG sowie Fahrens ohne 

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gültigen Führerausweis gemäss Art. 95 Ziffer 1 Abs. 1 SVG in Anklagezustand ver-
setzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubün-
den folgender Sachverhalt zu Grunde:

„X. wird angeklagt
1. der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG

1.1In der Zeit von ca. Anfang September bis ca. 10. Oktober 
2004 bezog der Angeklagte von N. in G. ca. 190 gr Heroin, 
um es an Drogenkonsumenten weiter zu verkaufen. Die Lie-
ferungen erfolgten beinahe jeden zweiten Tag in Mengen zwi-
schen 10-15 gr. Das Heroin war in Kugeln zu 1 gr, 2.5 gr und 
5 gr verpackt. Von diesen 190 gr Heroin gab X. 20 gr an N. 
zurück, weil die Qualität dieser Menge schlecht war. Die rest-
lichen 170 gr verkaufte er in G. zum Preis von Fr. 50.-- pro 
Gramm, für Fr. 100.-- pro 2.5 gr und zum Preis von Fr. 200.-- 
für 5 gr. Die Verkäufe erfolgten an O. (ca. 25 gr), P. (5 gr), Q. 
(ca. 5-15 gr), AW. (5 gr) sowie weitere unbekannte Personen. 
Den Verkaufserlös von total ca. Fr. 8'000.-- lieferte er unter 
verschiedenen Malen N. ab und erhielt dabei jeweils eine Pro-
vision von durchschnittlich 10 % des Verkaufserlöses. 
Am 25. Oktober 2004 wurden durch die Polizei in G. in einem 
von N. gelenkten Personenwagen 58.7 gr Heroin sicherge-
stellt. Dieses Heroin wies einen Reinheitsgehalt von 9 % auf. 
Es ist davon auszugehen, dass dieses Heroin vom gleichen 
Lieferanten stammt wie das vom Angeklagten bezogene und 
daher das vom Angeklagten verkaufte Heroin von gleicher 
oder ähnlicher Qualität war wie das von der Polizei sicherge-
stellte Heroin. Demnach dürfte X. von N. ca. 17.1 gr reines 
Heroin bezogen und hiervon ca. 15.3 gr verkauft haben. 

1.2In der Zeit vom 8. Mai bis 20. September 2005 war der Ange-
klagte erneut im Drogengeschäft tätig.

a) Am 8. Mai 2005 übergab S. dem Angeklagten eine SIM-
Karte für ein Mobiltelefon mit der Rufnummer AZ., damit 
er unter dieser Nummer Drogenbestellungen von Konsu-
menten entgegennehmen konnte. Ca. in der Zeit vom 9. 
bis. 18. Mai 2005 verkaufte er aufgrund solcher Bestellun-
gen ca. 15 – 20 gr Heroin, das ihm S. zur Verfügung ge-
stellt hatte, an verschiedene Personen in B. in Portionen 
zu 1 gr zum Preis von Fr. 50.--. Den Verkaufserlös hän-
digte er S. aus. Zudem leitete er während des genannten 
Zeitraums Bestellungen von Drogenkonsumenten, die 
mehr als 1 gr Heroin kaufen wollten, an S. weiter, wobei 
der Angeklagte bei der Ausführung der Bestellungen 
durch S. meistens anwesend war. Über die Menge He-
roin, die S. durch die Vermittlung des Angeklagten ver-
kauft hat, konnte X. keine Angaben machen. Für den Ver-

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kauf von Heroin sowie für die Vermittlung von Heroinkäu-
fen zugunsten von S. erhielt der Angeklagte von diesem 
insgesamt ca. Fr. 500.-- bis Fr. 600.--. Die Qualität des 
von S. gelieferten Heroins war nach den Angaben von X. 
gut. 

b) Im Juli 2005 kaufte X. von einem Kurden mit dem Vorna-
men T. (Familienname unbekannt) in D. 50 gr Heroin und 
100 gr Streckmittel zum Preis von ca. Fr. 1'500.-- bis Fr. 
1'600.--. Er mischte davon 10 gr Heroin mit 5 gr Streck-
mittel und gab von diesem Gemisch 5 – 6 gr unentgeltlich 
an verschiedene Personen in B. zur Probe. Nachdem die 
Abnehmer die schlechte Qualität der Proben beanstandet 
hatten, warf er das restliche Gemisch (ca. 9 – 10 gr) weg. 
Das übrige von T. gekaufte Heroin (40 gr) gab er diesem 
in D. zurück und erhielt als Gegenleistung ein Gemisch 
aus 50 gr Heroin und 30 gr Streckmittel. Von diesem 80 
gr gestreckten Heroin stellte der Angeklagte 5 – 6 gr gratis 
an Drittpersonen zur Probe zur Verfügung, während er ca. 
74 – 75 gr in B. an verschiedene Konsumenten in von ihm 
angefertigten Portionen zu 1 gr zum Preis von Fr. 50.--, 
2.5 gr zum Preis von Fr. 100.-- und zu 5 gr zum Preis von 
Fr. 200.--verkaufte. Das verkaufte Heroin war nach den 
Angaben des Angeklagten von mittlerer Qualität.

c) Ca. anfangs September 2005 kaufte X. an der I.-Str. in J. 
von einem unbekannten Brasilianer ein Gemisch aus 60 
gr Heroin und 40 gr Streckmittel zum Preis von total Fr. 
1'900.--. Hiervon verkaufte er in A. zwei Mal je 27 gr à Fr. 
1000.-- und in H. 17 gr zum Preis von Fr. 600.-- an Dro-
genkonsumenten. Sodann beabsichtigte er, 26.9 gr des 
restlichen Heroins am 20. September 2005 in E. an einen 
unbekannten Abnehmer zum Preis von Fr. 900.-- bis Fr. 
1'000.-- zu verkaufen. Zur Übergabe des Heroins kam es 
indessen nicht, weil er zuvor durch die Polizei auf der AX.-
Strasse in AY. einer Kontrolle unterzogen wurde. Vor die-
ser Kontrolle warf er das für den Verkauf bestimmte He-
roin aus dem Fenster des von seiner Freundin U. gelenk-
ten Personenwagens. Das weggeworfene Heroin wurde 
sichergestellt. Im Fahrzeug seiner Freundin konnten zu-
dem zwei weitere Heroinkugeln von total 1.1 gr und in der 
Wohnung von U. in A. eine Heroinkugel à 0.2 gr sicherge-
stellt werden. Auch dieses Heroin stammte vom Ange-
klagten und war für den Verkauf an Drittpersonen be-
stimmt.
Das am 20. September 2005 sichergestellte Heroin wies 
gemäss einer Analyse des Institutes für Rechtsmedizin 
des Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Oktober 2005 einen 
Reinheitsgehalt von 7 % auf. 

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d) Ca. in der Zeit vom 10. bis 13. September 2005 kaufte X. 
unter zwei verschiedenen Malen von Schwarzafrikanern 
in B. total ca. 3.5 gr Kokain. Dieses Kokain veräusserte er 
während dieses Zeitraums zum gleichen Preis an J. in A. 
und an W. in E..

Insgesamt verkaufte der Angeklagte in der Zeit vom 9. Mai bis 
20. September 2005 mindestens 160 gr Heroin mit einem Rein-
heitsgehalt von mindestens 7 % (=11.2 gr reines Heroin) sowie 
3.5 gr Kokain von unbekanntem Reinheitsgehalt. 
Mindestens 139 gr von der Gesamtmenge verkaufte er an be-
kannte Abnehmer wie folgt:

Abnehmer Ort Menge Preis
Q. G.; B. ca. 25-30 gr Fr. 1'250.--  

bis
Fr. 1'500.--

J. A. 27 gr Fr. 1'000.--
Y. C. 17 gr Fr. 600.--
W. G.; E. 23 gr Fr. 900.--
„Jascher“ H. 10 gr Fr. 400.--
AA. G. 2 gr Fr. 100.--
AB. B.; G. 2 – 5 gr Fr. 250.--
AC. G. 2 gr Fr. 150.--
AD. C. 5 gr Fr. 200.--
AE. A.; B. 6 gr Fr. 200.--
AF. B. 10 gr Fr. 400.--
AG. A. 8 gr Fr. 320.--
AH. B. 2 gr Fr. 200.--

Beim restlichen Heroin sind die Abnehmer unbekannt. 

1.3Zusammengefasst erlangte der Angeklagte in der Zeit von ca. 
Anfang September 2004 bis zum 20. September 2005 von 
verschiedenen Dealern in G., B., D. und J. insgesamt ca. 435 
gr Heroin. Von diesem Heroin, das er teilweise kaufte und teil-
weise in Kommission nahm, verkaufte er vorwiegend in G., 
B., A. und H. total ca. 330 gr an verschiedene Personen zum 
Preis von insgesamt ca. Fr. 15'000.--. Sodann stellte der An-
geklagte ca. 10 – 12 gr Heroin Drittpersonen unentgeltlich als 
Probe zur Verfügung und 26.9 gr wollte er am 20. September 
2005 in E. verkaufen, was jedoch durch eine Polizeikontrolle 
vereitelt wurde. Vom erlangten Heroin gab X. ca. 60 gr den 

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Lieferanten zurück, weil es sich um schlechte Ware handelte 
und ca. 4 – 5 gr warf er aus demselben Grund weg. 28.2 gr 
Heroin konnte die Polizei sicherstellen. 
Im Zeitraum vom 9. bis 15. Mai 2005 vermittelte der Ange-
klagte zudem an S. mehrere Heroinabnehmer, die jeweils 
mehr als 1 gr Heroin kaufen wollten. Schliesslich verkaufte er 
in der Zeit vom 10. bis 13. September 2005 ca. 3.5 gr Kokain 
an zwei Personen. 
Soweit X. das Heroin von Dealern in Kommission bezogen 
hatte, lieferte er diesen jeweils den Verkaufserlös ab und er-
hielt dafür eine Provision von durchschnittlich 10 % des Ver-
kaufserlöses. Dadurch und durch die Vermittlung von Dro-
genkonsumenten an S. erhielt er total ca. Fr. 1'500.-- bis Fr. 
1'600.--. 
Die Verbindungsaufnahme mit den Abnehmern erfolgte meist 
über Mobiltelefone, wobei der Angeklagte die Rufnummer 
mehrmals wechselte und seine Abnehmer darüber jeweils 
per SMS informierte. 
Anlässlich von Polizeikontrollen sowie bei zwei Hausdurchsu-
chungen in der Wohnung der Freundin des Angeklagten wur-
den 28.2 gr Heroin, eine elektronische Waage für den Dro-
genhandel sowie vier Mobiltelefone samt SIM-Karten, die der 
Angeklagte für seine Dealertätigkeit verwendete, sicherge-
stellt. Sodann stellte die Polizei am 18. Mai 2005 beim Ange-
klagten im Durchgangsheim in B. Bargeld im Betrag von Fr. 
470.-- und am 20. September 2005 bei einer Hausdurchsu-
chung in der Wohnung von U. in A. Bargeld im Betrag von Fr. 
8'860.-- (recte: 8'660.--) sicher. Dieses Bargeld im Gesamt-
betrag von Fr. 9'130.-- stammt nach den Angaben des Ange-
klagten aus dem Drogenhandel. Mit Verfügung vom 15. Fe-
bruar 2005 (recte: 2006) beschlagnahmte der Untersu-
chungsrichter diese sichergestellten Gegenstände, das He-
roin und das Bargeld.

2. der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB 
und der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB
2.1Ca. Mitte Juli 2005 bot X. AI., geb. am 10. November 1989, 

in A. Drogen an. AI. zeigte Interesse und sie vereinbarten ca. 
am folgenden Tag telefonisch, sich in H. bei der Post zu tref-
fen. Zu diesem Treffpunkt erschienen AI. mit ihrer Kollegin 
AJ. sowie der Angeklagte in Begleitung von AK.. Alle vier fuh-
ren anschliessend mit dem Personenwagen von AK. nach H. 
und begaben sich dort in eine in der Liegenschaft AL.-Str. 
sich befindliche Wohnung von Asylbewerbern. In dieser Woh-
nung suchte X. zusammen mit AI. das im oberen Stockwerk 
gelegene Zimmer von AM. auf, wo der Angeklagte ihr eine 

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Probe Heroin übergab. Ein Teil dieser Probe konsumierte sie 
sogleich durch Sniffen. Zuvor wollte AI. das Heroin bezahlen, 
jedoch lehnte X. dies ab. Er fragte das Mädchen, ob er sie 
küssen dürfe, was sie verneinte. Danach schloss er die Zim-
mertüre ab und zog sich bis auf die Socken nackt aus. Dann 
begann der Angeklagte, AI. am Busen und zwischen den Bei-
nen auszugreifen, obwohl sie ihm erklärte, dass er aufhören 
solle und es sie ekle. Nachdem X. das Mädchen erfolglos auf-
gefordert hatte, sich auszuziehen, hielt er es fest. AI. erklärte 
dem Angeklagten, dass sie schreien würde, falls er sie nicht 
loslasse, worauf er erwiderte, dass sie sowieso niemand 
hören würde. Der Angeklagte drückte dann das ihm körper-
lich unterlegene Mädchen, das ihn anflehte, dass er aufhören 
solle und sich nach besten Kräften dagegen wehrte, auf das 
Bett, zog ihr die Strumpfhosen und den Tanga aus und schob 
ihren Minirock hinauf. In der Folge drang er mit seinem Penis 
in die Scheide des Mädchens ein und vollzog den Ge-
schlechtsverkehr bis es ihm zum Samenerguss kam, wobei 
der Samen teilweise auf den Bettüberzug und teilweise in die 
Scheide gelangte.

2.2Ca. vier Tage nach diesem Vorfall, in der zweiten Hälfte des 
Monats Juli 2005, rief der Angeklagte AI. an und bot ihr erneut 
Heroin an. Es kam dann zu einem weiteren Treffen in H., zu 
welchem wiederum AI. mit AJ. sowie der Angeklagte in Be-
gleitung von AK. erschienen. Zu viert fuhr man danach im 
Auto von AK. in Richtung C., wo AK. es in der Nähe des K.s 
parkierte. X. forderte AI. auf, ihm in den Wald zu folgen, was 
diese tat, weil sie hoffte, dort das von ihr bestellte Heroin zu 
erhalten, nämlich 2 gr zum Preis von Fr. 100.--. Inmitten eines 
grossen Gebüsches übergab der Angeklagte ihr das Heroin, 
wobei er dafür keine Bezahlung annehmen wollte. Als sie ihm 
das Heroin hierauf zurückgeben wollte, lehnte er es ab. Der 
Angeklagte hielt dann das Mädchen fest und griff es am gan-
zen Körper aus, obwohl es sich wehrte und ihm zu verstehen 
gab, dass sie das nicht wolle. X. zog anschliessend AI. die 
Hosen und den Tanga hinunter, öffnete seine Hose und zog 
diese samt seinen Boxershorts nach unten. Dann drückte er 
das Mädchen, das sich dagegen vergeblich wehrte, auf den 
Boden und drang mit dem Penis in die Scheide ein, wobei er 
– im Gegensatz zum ersten Vorfall – zuvor ein Präservativ 
über den Penis gezogen hatte. Der Angeklagte begann mit 
dem Geschlechtsverkehr und brach diesen unter der ständi-
gen Gegenwehr des Opfers ab, wobei er den Penis aus der 
Scheide zog und danach mit der Hand bis zum Samenerguss 
am Penis rieb.

3. der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB

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Am 17. September 2004, ca. zwischen 00.00 Uhr und 01.00 Uhr, 
trat X. an der AN.-Str. in G. mit dem Fuss oder der Faust ein 
Schaufenster der Firma AO. ein. Er tat dies nach dem reichlichen 
Konsum von Bier und Whisky aus Verärgerung darüber, weil er 
unmittelbar zuvor von einer Frau beschimpft worden war. Es ent-
stand ein Sachschaden von ca. Fr. 2'000.--.
Der Vertreter der Geschädigten, AP., stellte am 17. September 
2004 Strafantrag wegen Sachbeschädigung.
Mit Eingabe vom 1. März 2006 macht die Firma AO. adhäsions-
weise eine Forderung im Betrag von Fr. 264.-- geltend.

4. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG
4.1Mit Verfügung des Amtes für Polizeiwesen Graubünden vom 

28. Dezember 2004 wurde dem Angeklagten für unbe-
stimmte Zeit untersagt, das Gebiet der Stadt G. zu betreten. 
Trotz Kenntnis dieser Verfügung betrat er in der Folge bis 
zum 20. September 2005 mindestens fünf Mal unrechtmässig 
das Gebiet der Stadt G..

4.2Mit Verfügung des Ausländeramtes St. Gallen vom 9. August 
2005 (zugestellt am 15. August 2005) wurde X. für die Dauer 
eines Jahres untersagt, das Gebiet des Kantons St. Gallen 
zu betreten. Diese Verfügung missachtete er jedoch nach sei-
nen Angaben bis zu seiner Verhaftung vom 20. September 
2005 praktisch jeden zweiten Tag.

5. der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch gemäss 
Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG und des Fahrens ohne gültigen Füh-
rerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG
Am Nachmittag des 19. Mai 2005 behändigte X. in der Wohnung 
seiner Freundin U. in A. heimlich deren Fahrzeugschlüssel und 
fuhr dann mit deren Personenwagen „Opel Corsa“, AQ., von der 
AR.-Strasse in A. zum Coop an die AS.-Strasse, um dort Ein-
käufe zu tätigen. U. hatte ihm zuvor mehrmals erklärt, dass er 
nicht mit ihrem Auto fahren dürfe.
X. besitzt keinen gültigen Führerausweis.

X. leistete am 8. Februar 2005 zur Sicherstellung einer allfälligen Busse 
und von Verfahrenskosten ein Depositum im Betrag von Fr. 50.--.

D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 10. Juli 2006 vor der Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte, dessen amtlicher 
Verteidiger Rechtsanwalt Dr. iur. Luca Tenchio und Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel 
anwesend. Da X. wenig Deutsch versteht, amtete Ismail Hartmann, welcher schon 
im Untersuchungsverfahren als Übersetzer beigezogen worden war, als kurdischer 

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Dolmetscher. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts 
wurden keine Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der Sache legitimiert 
erklärte. Im Rahmen des Beweisverfahrens zur Person präzisierte der Angeklagte 
auf richterliches Befragen die Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen 
gemäss Anklageschrift. Insbesondere gab er zu Protokoll, dass sein richtiger Name 
Z. sei und er am 1. Mai 1979 geboren worden sei. Des Weitern habe er zusammen 
mit seiner Freundin in A. zwei Kinder im Alter von fast sieben Monaten. Eine freiwil-
lige Rückkehr in sein Heimatland Irak komme für ihn nicht in Frage. Der Angeklagte 
ist bezüglich der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Sachbe-
schädigung, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufent-
halt und Niederlassung der Ausländer, der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum 
Gebrauch und des Fahrens ohne gültigen Führerausweis geständig. Hingegen be-
streitet der Angeklagte die Vorwürfe der mehrfachen Vergewaltigung und der mehr-
fachen sexuellen Handlungen mit einem Kind.

Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte und begründete folgende Anträge: 

 „1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit 4 Jahren Zuchthaus zu bestrafen abzüglich der 

erstandenen Untersuchungshaft von 337 Tagen.
3. Der Angeklagte sei für eine vom Gericht zu bestimmende Dauer 

des Landes zu verweisen.
4. Die beschlagnahmten 28.2 g Heroin seien richterlich einzuziehen 

und der Vernichtung zuzuführen. Die sichergestellten und be-
schlagnahmten Betäubungsmittelutensilien sowie die Mobiltele-
fone samt Simkarten seien richterlich einzuziehen und über de-
ren weitere Verwendung zu verfügen. Das sichergestellte und 
beschlagnahmte Bargeld im Gesamtbetrag von CHF 9'130.- sei 
richterlich zu handen des Staates einzuziehen.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

Zur Begründung führte der Staatsanwalt im Wesentlichen aus, dass bezüg-
lich der Drogengeschäfte der Sachverhalt wie er in der Anklageschrift wiedergege-
ben worden sei, ausgewiesen und unbestritten sei. Die Mengenangaben würden 
weitgehend auf den Aussagen des Angeklagten basieren. Hingegen liege die Sache 
bei den Sexualdelikten anders. Während AI. die diesbezüglichen Sachverhalte 
durchwegs so schildere, wie sie in der Anklageschrift wiedergegeben worden seien, 
habe der Angeklagte verschiedene Versionen zu Protokoll gegeben. So habe der 
Angeklagte nach anfänglichem Bestreiten zugegeben, dass er zusammen mit AI. 

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im Juli 2005 im Zimmer in der Liegenschaft an der AL.-Str. 54 in H. gewesen sei. Er 
habe ihr dort die Drogenübergeben. Er habe kein Geld von ihr verlangt, sondern mit 
ihr Sex haben wollen. Nach seiner Version sei es zwar zu sexuellen Kontakten 
(ohne Vollzug des Geschlechtsverkehrs) gekommen, doch habe er das Mädchen 
weder in H. noch beim zweiten Treffen in C. vergewaltigt. Dem gegenüber würden 
die Aussagen von AI. stehen, die in all ihren Aussagen immer klar daran festgehal-
ten habe, dass sich die Vorfälle so abgespielt hätten, wie sie sie zu Protokoll gege-
ben habe. Somit sei von den Sachverhalten auszugehen, wie sie in der Anklage-
schrift geschildert worden seien, womit der Angeklagte sowohl den objektiven als 
auch den subjektiven Tatbestand der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 
Abs. 1 StGB erfüllt habe. Auch erfüllen die sexuellen Handlungen, welche der An-
geklagte zugegebenermassen begangen habe, den objektiven Tatbestand von Art. 
187 Ziffer 1 Abs.1 StGB. Aus subjektiver Sicht habe der Angeklagte zumindest in 
Kauf genommen, dass das Mädchen noch nicht 16 Jahre alt gewesen sei. Die übri-
gen Delikte würden zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass geben.

Der amtliche Verteidiger führte in seinem Plädoyer aus, dass sich der Ange-
klagte bezüglich der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Sach-
beschädigung, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Auf-
enthalt und Niederlassung der Ausländer, der Entwendung eines Motorfahrzeuges 
zum Gebrauch und des Fahrens ohne gültigen Führerausweis schuldig bekennt. 
Hingegen sei er vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung und der mehrfachen 
sexuellen Handlungen mit einem Kind freizusprechen. Die erste behauptete Verge-
waltigung soll nach der Konsumation von fast einem Gramm Heroin durch AI. statt-
gefunden haben. Nach der Einnahme der Drogen sei die Urteilsfähigkeit von AI. 
gleich Null gewesen, womit ihre Abwehrhaltung gegenüber dem Angeklagten sehr 
stark in Zweifel zu ziehen sei. Des Weiteren hätte AI. bei einer Vergewaltigung wahr-
scheinlich derart geschrieen, dass zumindest die im unteren Stock sich befindenden 
Personen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen solchen Verge-
waltigungsschrei gehört hätten. Ebenfalls als Punkt schwerwiegenden Zweifels 
müsse die Tatsache gewertet werden, dass AI. kurz nach dem ersten Vorfall in H. 
sich wiederum mit dem Angeklagten getroffen habe, obwohl sie dieser offenbar ver-
gewaltigt haben soll. Die Strafanzeige gegen den Angeklagten habe erst stattgefun-
den, nachdem dieser AI. kein Heroin mehr habe geben wollen. Da das Mädchen 
knapp unter 16 Jahre alt gewesen sei, das Alter erst am Schluss bekannt geworden 
sei und der Angeklagte nicht in Kauf habe nehmen müssen, dass das Mädchen 
unter 16 Jahre alt sei, könne auch eine Verurteilung nach Art. 187 Ziffer 1 StGB 
nicht in Frage kommen, weshalb der Angeklagte von diesem Vorwurf ebenfalls frei-

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zusprechen sei. Der Angeklagte sei zu maximal 24 Monaten Gefängnis – unter An-
rechnung der erstandenen Untersuchungshaft – zu verurteilen. 

In seinem Schlusswort entschuldigte sich X. für seine Fehler. Er habe sich 
geändert. Er sei Vater zweier Kinder, welche auf ihn warten. 

E. In der mündlichen Urteilseröffnung wurde das Ergebnis des Entschei-
des dem Angeklagten von Ismail Hartmann auf Kurdisch übersetzt. 

F. Gemäss Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 10. Juli 2006, 
mitgeteilt am 12. Juli 2006, verbleibt X. bis zu einer anderslautenden Verfügung in 
Sicherheitshaft (vgl. act. 16). Das schriftliche Urteilsdispositiv der Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden wurde X. gemäss Art. 128a Abs. 1 StPO am 12. 
Juli 2006 schriftlich mitgeteilt (vgl. act. 13).

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und des amt-
lichen Verteidigers sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich 
der Hauptverhandlung wird, sofern erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen. Die Erwägungen folgen dabei dem Ablauf anlässlich der Hauptver-
handlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts vom 10. Juli 2006.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur 
Beurteilung der vorliegenden Strafsache ergibt sich aus Art. 45 Abs. 1 lit. a des 
Gesetzes über die Strafrechtspflege (StPO; BR 350.000), nach welchem das Kan-
tonsgericht alle Verbrechen beurteilt, die mit Zuchthaus über fünf Jahren bedroht 
sind. X. wurde unter anderem der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a des 
Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäu-
bungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) angeklagt, einem Delikt, welches einer 
Strafdrohung von Zuchthaus bis zu zwanzig Jahren unterliegt. Die örtliche Zustän-
digkeit ergibt sich aus Art. 350 Ziffer 1 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbu-
ches (StGB; SR 311.0). 

2. a) Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder 
Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, auf Antrag, mit Gefängnis oder mit Busse bestraft. 
Als Tatobjekte kommen somit fremde Sachen in Betracht, also solche, die jemand 

12

anderem gehören oder nicht alleiniges Eigentum des Täters sind. Das Beschädigen 
umfasst Substanzveränderung, Minderung der Funktionsfähigkeit und Minderung 
der Ansehnlichkeit (vgl. BGE 115 IV 28). Art. 144 Abs. 1 StGB nennt alternativ Be-
schädigen, Zerstören und Unbrauchbarmachen als Tathandlung. Letztlich muss 
jede Zustandsveränderung als Sachbeschädigung aufgefasst werden, sofern sie 
den Berechtigten in schützenswerten Interessen beeinträchtigt und nicht ohne nen-
nenswerten Aufwand wieder rückgängig gemacht werden kann (vgl. Jörg Reh-
berg/Niklaus Schmid/Andreas Donatsch, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzel-
nen, 8. Aufl., J. 2003, § 15, S. 166 ff.). Dass die Sache einen wirtschaftlichen Wert 
hat und dieser eine Einbusse erleidet, ist indes nicht erforderlich (vgl. Stefan Trech-
sel, Kurzkommentar zum StGB, 2. Aufl., J. 1997, N. 1 und 3 zu Art. 144 StGB mit 
Hinweisen; Guido Jenny/Martin Schubarth/Peter Albrecht, Kommentar zum Schwei-
zerischen Strafrecht, Besonderer Teil, 2. Band: Delikte gegen das Vermögen, Bern 
1990, N. 23 zu Art. 144 sowie Marcel Alexander Niggli, Das Verhältnis von Eigen-
tum, Vermögen und Schaden nach schweizerischem Strafgesetz, J. 1992, S. 215, 
N. 473 mit Hinweisen, insb. S. 222-224, N. 485-488). Der Begriff des Schadens ist 
dabei in einem weiten Sinn zu verstehen; in Frage kommen sowohl materielle als 
auch immaterielle Schäden. Zu berücksichtigen sind dabei die Kosten für die Wie-
derbeschaffung oder der Reparatur (vgl. Philippe Weissenberger in: Marcel Alexan-
der Niggli/Hans Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. 
111-401 StGB, Basel 2003, N. 35 zu Art 144 StGB (zit. Basler Kommentar)). 

In subjektiver Hinsicht ist nur die vorsätzliche oder zumindest eventualvor-
sätzliche Sachbeschädigung strafbar. Nach Art. 18 Abs. 2 StGB erfüllt einen Tatbe-
stand vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört 
dabei nur das auf die objektiven Merkmale des Deliktstatbestandes bezogene Wis-
sen und Wollen, nicht aber auch das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar 
dasjenige der Strafbarkeit (vgl. BGE 107 IV 192, 99 IV 58).  Der Täter muss dabei 
wissen, dass es sich um eine fremde Sache handelt, beziehungsweise einem an-
deren daran ein Gebrauchsrecht zusteht. Stets ist auch der Wille erforderlich, den 
Zustand der Sache im oben umschriebenen Sinne zu verändern (vgl. BGE 116 IV 
144 sowie Stefan Trechsel, a.a.O., N. 5 zu Art 144 StGB; Jörg Rehberg/Niklaus 
Schmid/Andreas Donatsch, a.a.O., § 15, S. 170; Marcel Alexander Niggli, a.a.O., § 
17, N. 499, S. 231/232 mit Hinweisen).

b) Der Angeklagte ist geständig, am 17. September 2004, ca. in der Zeit 
zwischen 00.00 Uhr und 01.00 Uhr, an der AN.-Str. 19 in G. vorsätzlich mit einem 
Fuss oder einer Faust die Schaufensterscheibe der Firma AO. eingeschlagen zu 

13

haben und dadurch einen Schaden von ca. Fr. 2'000.- verursacht zu haben. Der 
entsprechende Strafantrag wurde am 17. September 2004 gestellt (vgl. act. 1/24, 
S. 5; act. 8/6, S. 1 und act. 8/3). X. hat somit eine fremde Sache zerstört, indem er 
mit einem Fusstritt oder Faustschlag auf die Schaufensterscheibe der Firma AO. 
einschlug und dadurch einen Schaden verursachte. Er hat somit den objektiven Tat-
bestand der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB erfüllt. Auch in sub-
jektiver Hinsicht hat der Angeklagte Art. 144 Abs. 1 StGB erfüllt. Es ist unbestritten, 
dass der Angeklagte wusste, dass er durch den Fusstritt oder Faustschlag Eigentum 
der Firma AO. zerstörte. Er war sich fraglos im Klaren, dass er mit seinem Verhalten 
eine Schädigung verursachen würde, indem die Schaufensterscheibe zerstört 
würde. Mit seinem Tun wollte er diesen Erfolg fraglos auch bewirken. Damit hat der 
Angeklagte den ihm vorgeworfenen Sachverhalt vorsätzlich begangen. 

3. a) Gemäss Art. 23a des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlas-
sung der Ausländer (ANAG; SR 142.20) wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder 
mit Haft bestraft, wer Massnahmen nach Art. 13e ANAG nicht befolgt, falls sich er-
weist, dass der Vollzug der Weg- oder Ausweisung aus rechtlichen oder tatsächli-
chen Gründen undurchführbar ist. Nach Art. 13e Abs. 1 ANAG kann die zuständige 
kantonale Behörde einem Ausländer, der keine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung besitzt, und der die öffentliche Sicherheit und Ordnung stört oder ge-
fährdet, die Auflage machen, ein ihm zugewiesenes Gebiet nicht zu verlassen oder 
ein bestimmtes Gebiet nicht zu betreten. 

b) Nachdem durch die Kantonspolizei Graubünden am 25. Oktober 2004 
anlässlich einer Personenkontrolle in einem Auto (in welchem sich X. als Beifahrer 
befand) 60 Gramm Heroin sichergestellt wurden und der Angeklagte im Laufe des 
Strafverfahrens des Drogenhandels im grösseren Umfang bezichtigt wurde, erliess 
das Amt für Polizeiwesen Graubünden aufgrund dieses Sachverhaltes am 28. De-
zember 2004 eine vom Angeklagten gegengezeichnete Ausgrenzungsverfügung 
gemäss Art. 13e ANAG mit der Begründung, dass X. durch den Drogenhandel die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährde. Es wurde ihm auf unbestimmte Zeit 
untersagt, das Gebiet der Stadt G. zu betreten (vgl. act. 10/2). X. ist geständig, nach 
Erlass dieser Verfügung bis zum 20. September 2005 mindestens fünf Mal unrecht-
mässig das Gebiet der Stadt G. betreten zu haben (vgl. act. 1/24, S. 6; act. 11/5 und 
act. 11/8). Des Weiteren erliess das Ausländeramt des Kantons St. Gallen am 9. 
August 2005 ebenfalls eine Ausgrenzungsverfügung gemäss Art. 13e ANAG gegen 
X., in welcher ihm für die Dauer eines Jahres untersagt wurde, den Kanton St. Gal-
len zu betreten (vgl. act. 11/7). Auch diese Verfügung missachtete der Angeklagte 

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mehrfach, indem er sich nach seinen Angaben praktisch jeden zweiten Tag in A. 
aufgehalten habe (vgl. act. 1/24, S. 6; act. 11/1; act. 11/5, S. 2 und act. 11/8, S. 2). 
Da X. durch sein Verhalten die Ausgrenzungsverfügungen der Kantone Graubün-
den und St. Gallen gemäss Art. 13e ANAG mehrere Male missachtete, hat er mehr-
fach gegen Art. 23a ANAG verstossen. 

4. a) Wer ein Motorfahrzeug zum Gebrauch entwendet und wer ein solches 
Fahrzeug führt oder darin mitfährt, obwohl er bei Antritt der Fahrt von der Entwen-
dung Kenntnis hatte, wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (vgl. Art. 94 Ziffer 
1 Abs. 1 des Schweizerischen Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01). In ob-
jektiver Hinsicht ist der Tatbestand erfüllt, wenn jemand gegen den Willen des Hal-
ters oder eines anderweitigen Berechtigten ein Motorfahrzeug in Besitz nimmt. Sub-
jektiv ist die Absicht gefordert, das entwendete Fahrzeug nicht in Aneignungsabsicht 
zu gebrauchen beziehungsweise herumzufahren und zwar nur vorübergehend (vgl. 
BGE 101 IV 33 ff.; Hans Giger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 6. Aufl., 
J. 2002, S. 268).

b) Am Nachmittag des 19. Mai 2005 behändigte X. in A. heimlich den 
Schlüssel des auf seine Freundin eingelösten Personenwagens Opel Corsa, ohne 
im Besitze eines entsprechenden Führerausweises zu sein und ohne seine Freun-
din um Erlaubnis gefragt zu haben. Er setzte sich ans Steuer des Autos und fuhr 
damit von der AR.-Strasse 4 in A. zum Coop an die AS.-Strasse, um dort Einkäufe 
zu tätigen. Der Angeklagte ist geständig, am 19. Mai 2005 das Fahrzeug seiner 
Freundin gegen deren Willen und in der Absicht, dieses vorübergehend zu gebrau-
chen, in Besitz genommen und damit die oben aufgeführte Fahrt durchgeführt zu 
haben (vgl. act. 1/24, S. 6 und act. 12/6). Durch dieses Verhalten hat sich X. der 
Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziffer 1 Abs. 1 
SVG schuldig gemacht. 

c) Wer ohne den erforderlichen Führerausweis ein Motorfahrzeug führt, 
wird gemäss Art. 95 Ziffer 1 Abs. 1 SVG mit Haft oder Busse bestraft. Art. 95 Ziffer 
1 Abs. 1 SVG bedroht somit denjenigen mit Strafe, der ein Motorfahrzeug führt, 
ohne Inhaber des für die betreffende Fahrzeugkategorie erforderlichen Führeraus-
weises zu sein (vgl. Hans Giger, a.a.O., S. 271).

d) Der Angeklagte ist geständig, am 19. Mai 2005 heimlich den Schlüssel 
des auf seine Freundin eingelösten Personenwagens Opel Corsa behändigt zu ha-

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ben, um anschliessend, ohne im Besitz eines gültigen Führerausweises zu sein, 
zum Coop an der AS.-Strasse in A. zu fahren (vgl. act. 1/24, S. 6 und act. 12/6). X. 
gab anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 19. Mai 2005 (vgl. act. 12/2, 
S. 3) zu Protokoll, dass er wisse, dass er mit dem irakischen Führerausweis in der 
Schweiz kein Fahrzeug führen dürfe. Zudem habe seine Freundin ihm mehrmals 
gesagt, dass er ohne Ausweis nicht mit ihrem Auto fahren dürfe. Auch sei er nicht 
mehr im Besitz seines irakischen Führerausweises (vgl. act. 12/6, S. 2). Der Ange-
klagte hat sich somit des Fahrens ohne gültigen Führerausweis gemäss Art. 95 Zif-
fer 1 Abs. 1 SVG schuldig gemacht. 

5. a) Art. 19 BetmG stellt den unbefugten Umgang mit Betäubungsmitteln 
unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich be-
trachtet wird. Um dieser Gefahr für die menschliche Gesundheit zu begegnen, hat 
der Gesetzgeber unter Ziffer 1 der zitierten Gesetzesbestimmung diejenigen Hand-
lungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen oder führen können, dass 
Betäubungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugäng-
lich gemacht werden (vgl. BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 
1 Abs. 1 BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen 
Morphin, Kokain und Cannabis. Gemäss Art. 19 Ziffer 1 BetmG macht sich unter 
anderem strafbar, wer unbefugt Betäubungsmittel herstellt, auszieht, umwandelt 
oder verarbeitet (vgl. Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, 
ausführt oder durchführt (vgl. Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, 
vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (vgl. Abs. 4), wer sie 
unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (vgl. Abs. 5) oder wer 
hiezu Anstalten trifft (vgl. Abs. 6). Das Strafmass beträgt, wenn die Tat vorsätzlich 
begangen wurde, Gefängnis oder Busse. In schweren Fällen ist die Strafe Zucht-
haus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, allenfalls mit einer Busse bis zu einer 
Million Franken (vgl. Art. 19 Ziffer 1 Abs. 9 BetmG). 

b) Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn der Täter weiss oder 
annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungs-
mittel bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (vgl. 
Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG). Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach 
der Rechtsprechung zwanzig Personen oder mehr (vgl. BGE 121 IV 334), während 
eine Gesundheitsgefährdung bei physischer oder psychischer Abhängigkeit zu be-
jahen ist (vgl. BGE 106 IV 277). Nach der Praxis des Bundesgerichts ist die An-
nahme eines schweren Falles gemäss Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG an eine objektive 
und an eine subjektive Voraussetzung geknüpft. Die objektive Voraussetzung be-

16

steht darin, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungsmittel be-
zieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (vgl. BGE 122 
IV 362). Massgebend ist dabei allein, wie viele Konsumenten gefährdet werden kön-
nen und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet worden sind, ist doch Art. 19 Ziffer 2 
lit. a BetmG ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Es spielt keine Rolle, ob neue Ab-
nehmerkreise durch die Tathandlung erschlossen werden oder die vermittelten Ab-
nehmer bereits süchtig sind (vgl. BGE 120 IV 338; 118 IV 205 f.; 111 IV 31 f.). Die 
Menge an Heroin für einen schweren Fall wurde in BGE 109 IV 143 festgelegt. Da-
nach trete eine Gefährdung bei 12 Gramm reinem Heroin ein, weil damit über zwan-
zig Menschen über einen Zeitraum versorgt werden könnten, der ausreiche, um bei 
drogenunerfahrenen Konsumenten das Risiko einer Abhängigkeit zu schaffen (vgl. 
auch BGE 119 IV 183 f.). Für Kokain wurde die Menge vom Kassationshof in BGE 
109 IV 143 auf 18 Gramm reinen Wirkungsstoff festgelegt. Es spielt dabei keine 
Rolle, ob der Täter die Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion oder in 
vielen kleinen Teilmengen in Verkehr bringt (vgl. auch BGE 114 IV 167; BGE 112 
IV 363). Bei der Ermittlung der massgeblichen Menge ausser Betracht fallen ledig-
lich die vom Täter für den Eigenkonsum verwendeten Mengen (vgl. BGE 110 IV 99). 
Entscheidend für die Subsumtion unter Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG ist stets die 
Menge reinen Stoffes (vgl. 122 IV 363). Handelt der Täter mit verschiedenen Betäu-
bungsmittelarten, ist eine Verurteilung nach Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG nicht nur 
zulässig, wenn in Bezug auf je eine dieser Arten der Grenzwert erreicht wird; abzu-
stellen ist stets auf die Gesamtmenge. So liegt ein schwerer Fall insbesondere auch 
dann vor, wenn der Täter beispielsweise 6 Gramm Heroin (50 % von 12 Gramm) 
und 9 Gramm Kokain (50 % von 18 Gramm) verkauft, weil mit dieser Menge von 
Drogen die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr gebracht werden kann.

In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG, dass der Täter 
weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun die Gesundheit vieler Men-
schen gefährden kann. Dieses Wissen um das Gefährdungspotenzial einer solchen 
Menge von Drogen dürfte im Rahmen zentraleuropäischer Verhältnisse im Hinblick 
auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogenmissbrauch in der 
Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Erfahrung mit Dro-
gen gemacht haben (vgl. BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse Menge genügt 
Eventualvorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge umzusetzen, ist 
demnach nicht erforderlich. Entscheidend ist folglich, ob der Täter durch sein Ver-
halten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten Menge eine grosse Zahl von 
Menschen in Gefahr zu bringen (vgl. BGE 112 IV 113). 

17

c) X. hat den in der Anklageschrift relevierten Sachverhalt bezüglich der 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG vollumfänglich anerkannt. Insbe-
sondere ist er geständig, in der Zeit von ca. Anfang September 2004 bis zum 20. 
September 2005 mindestens 435 Gramm Heroin sowie rund 3.5 Gramm Kokain 
erlangt zu haben. Von diesen insgesamt ca. 435 Gramm Heroin verkaufte er rund 
330 Gramm an verschiedene Abnehmer. 60 Gramm gab er den Lieferanten zurück 
und 10 Gramm verschenkte der Angeklagte. Weiter warf er ca. 35.9 Gramm weg 
und rund 1.3 Gramm wurden beschlagnahmt. Ebenso kaufte der Angeklagte in der 
Zeit vom 10. bis 13. September 2005 ca. 3.5 Gramm Kokain, welches er während 
dieses Zeitraumes wieder verkaufte. Soweit der Angeklagte das Heroin von Dealern 
in Kommission bezogen hatte, lieferte er diesen jeweils den Verkaufserlös ab und 
erhielt dafür eine Provision von durchschnittlich 10 % des Verkaufserlöses. Dadurch 
und durch die Vermittlung von Drogenkonsumenten an S. erhielt er total ca. Fr. 
1'500.- bis Fr. 1'600.-. Ebenso stammt das beschlagnahmte Bargeld in Höhe von 
total Fr. 9'130.- gemäss Aussagen des Angeklagten aus dem Drogenhandel. Vor-
weg sind dennoch einige Bemerkungen hinsichtlich der in Umlauf gebrachten 
Menge Heroin zu machen, zumal einige Abnehmer weder polizeilich noch untersu-
chungsrichterlich einvernommen wurden. Im Einzelnen ergibt sich folgendes: 

ca) In Bezug auf die in der Anklageschrift genannten Abnehmer J., AC., 
AD., AE., AA. und AH. kann festgehalten werden, dass ihre Aussagen mit denjeni-
gen des Angeklagten fast identisch sind. So gab J. anlässlich seiner polizeilichen 
Einvernahme vom 26. September 2005 (vgl. act. 14/11, S. 1) zu Protokoll, dass er 
vom Angeklagten in A. ca. 20-25 Gramm Heroin für Fr. 1'000.- gekauft habe. Des 
Weiteren sagte AC. anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 22. August 
2005 (vgl. act. 14/4, S. 2) aus, bei X. dreimal Heroin von mindestens 1.2 Gramm für 
Fr. 150.- bezogen zu haben. AD. sagte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme 
vom 22. September 2005 (vgl. act. 14/8, S. 2) aus, vom Angeklagten mindestens 
3.6 Gramm Heroin für Fr. 200.- gekauft zu haben. AE. gab anlässlich seiner polizei-
lichen Einvernahme vom 28. September 2005 zu Protokoll (vgl. act. 14/10, S. 2), 
von X. mindestens viermal Heroin für Fr. 200.- gekauft zu haben.  Über die Menge 
des bezogenen Heroins könne er allerdings keine Angaben machen. X. bestätigte 
aber diese Verkäufe an AE. anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 20. Dezember 2005 (vgl. act. 15/9, S. 4) und führte in der untersuchungsrich-
terlichen Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 (vgl. act. 1/24, S. 4) aus, dass 
es ca. 6 Gramm gewesen seien. AA. sagte anlässlich ihrer polizeilichen Einver-
nahme vom 22. Juni 2005 (vgl. act. 14/3, S. 3) aus, dass sie von X. zwei Gramm 
Heroin für Fr. 100.- gekauft habe. Der Angeklagte bestätigte diese Angaben sowohl 

18

anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 20. Dezember 2005 
(vgl. act. 15/9, S. 2 f.) als auch an der Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 
(vgl. act. 1/24, S. 4). Schliesslich gab AH. zu Protokoll (vgl. act. 13/1, S. 14) dass X. 
ihm 2 Gramm Heroin für Fr. 200.- verkauft habe. Diese Angabe bestätigte der An-
geklagte anlässlich seiner Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 (vgl. act. 
1/24, S. 4). Auch gab X. anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 31. Oktober 2005 (vgl. act. 15/8, S. 4) zu, insgesamt 3.5 Gramm Kokain zum 
Preis von total ca. 350.- an J. und W. verkauft zu haben. Diese Aussage bestätigte 
er anlässlich seiner Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 (vgl. act. 1/24, S. 
4). Soweit unterschiedliche Angaben über den Zeitpunkt des Erwerbs bestehen, 
sind diesbezüglich – da für die Strafbarkeit unerheblich – keine weiteren Ausführun-
gen zu machen. Aufgrund der weitgehenden Übereinstimmungen der Aussagen 
und der zum Teil nur marginalen Abweichungen bezüglich der Drogenmenge der 
vorerwähnten Abnehmer, ist diesbezüglich der Tatbeweis rechtsgenüglich erbracht.

cb) Demgegenüber sagt Q. aus, vom Angeklagten mindestens 160 
Gramm Heroin für Fr. 8'000.- gekauft zu haben (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 
22. September 2005, act. 14/9, S. 2). Anlässlich der untersuchungsrichterlichen 
Konfronteinvernahme vom 25. Januar 2006 (vgl. act. 15/10, S. 2 und 3) konnte Q. 
diese Mengenangabe nicht bestätigen, führte aber aus, dass sie insgesamt ca. 100 
Gramm Heroin von X. gekauft habe. Auf diesen Vorhalt hin führte X. aus, dass er 
ihr nur ca. 10 Gramm Heroin verkauft habe (dies in Abweichung zu seiner Aussage 
anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 20. Dezember 2005 
(vgl. act. 15/9, S. 4), gemäss derer der Angeklagte Q. ca. 30 Gramm Heroin verkauft 
haben will). In seiner untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 13. Fe-
bruar 2006 (vgl. act. 1/24, S. 4) berichtigte der Angeklagte seine Aussage insofern, 
dass er Q. doch ca. 30 Gramm Heroin verkauft habe. AB. gab anlässlich ihrer poli-
zeilichen Einvernahme vom 25. August 2005 zu Protokoll (vgl. act. 14/5, S. 3), dass 
sie bei X. sicherlich 5 Gramm Heroin für insgesamt Fr. 250.- gekauft habe. In der 
untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 20. Dezember 2005 führte X. vorerst 
aus, dass er AB. nur ein einziges Mal ein halbes Gramm Heroin verkauft habe (vgl. 
act. 15/9, S. 3). In seiner untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme präzi-
sierte der Angeklagte seine Aussage jedoch insofern, dass er AB. seines Wissens 
ca. 2 Gramm Heroin verkauft habe (vgl. act. 1/24, S. 4). Weiter gab der Angeklagte 
zu Protokoll, (vgl. untersuchungsrichterliche Schlusseinvernahme vom 13. Februar 
2006, act. 1/24, S. 3 f.) Y. ca. 17 Gramm Heroin für Fr. 600.- verkauft zu haben. 
Auch führte W. in ihrer polizeilichen Einvernahme vom 21. Juni 2005 (vgl. act. 14/2, 
S. 2) aus, von X. und AK. insgesamt ca. 50 Gramm Heroin gekauft zu haben. Auf 

19

diesen Vorhalt hin führte X. anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 20. Dezember 2005 (vgl. act. 15/9, S. 2) aus, dass er W. insgesamt 23 Gramm 
Heroin verkauft habe. Diese Mengenangabe bestätigte der Angeklagte anlässlich 
der Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 (vgl. act. 1/24, S. 4). Auch gab der 
Angeklagte zu, einem Gewissen Türken namens „Jascher“ 10 Gramm Heroin für Fr. 
400.- verkauft zu haben (vgl. act. 15/3, S. 3; Mengenangabe bestätigt in der unter-
suchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006, act. 1/24, S. 4). 
Des Weiteren werden in der Anklageschrift verschiedene Abnehmer aufgeführt, die 
zwar namentlich bekannt sind, aber nicht einvernommen wurden. So hat der Ange-
klagte AF. 10 Gramm Heroin für Fr. 400.- verkauft (vgl. polizeiliche Einvernahme 
von X. vom 24. September 2005, act. 15/3, S. 7). Diese Angabe bestätigte der An-
geklagte an seiner Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 (vgl. act. 1/24, S. 4).   
Ebenso verkaufte X. an AG. 8 Gramm Heroin (vgl. act. 15/9, S. 4 und act. 1/24, S. 
4). Beim restlichen Heroin sind die Abnehmer unbekannt. 

Für die Strafbarkeit des Angeklagten relevant ist aber nicht die effektive Zu-
ordnung der abgegebenen Drogenmenge. Vielmehr ist einzig entscheidend, welche 
Menge von Heroin der Angeklagte überhaupt in Umlauf gebracht hat. Dabei sind an 
den Tatbeweis hohe Anforderungen zu stellen; verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft (vgl. Willy 
Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., 
G. 1996, S. 306-307 zu Art. 125 StPO). Die Mengenangaben des Angeklagten in 
der untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 (vgl. 
act. 1/24) wurden anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht vom Ange-
klagten bestätigt. Ein Geständnis bildet in der Regel eine sichere Basis für eine Ver-
urteilung, wenn Anhaltspunkte und Indizien vorliegen, die das Ge-ständnis als 
glaubhaft erscheinen lassen. Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, weshalb X. wider 
besseres Wissen falsche Mengenangaben machen sollte. Auf Grund der (wenn 
auch anfänglich nicht immer) übereinstimmenden und detaillierten Aussagen des 
Angeklagten anlässlich verschiedener Einvernahmen und der Bestätigung der in 
der untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 13. Februar 2006 ge-
machten Mengenangaben durch den Angeklagten anlässlich der Hauptverhandlung 
vom 10. Juli 2006 erachtet das Kantonsgericht die in der Anklageschrift aufgeführte 
in Umlauf gegebene Heroin- und Kokainmenge als ausgewiesen. Bei Differenzen in 
den Mengenangaben zwischen dem Angeklagten und den Abnehmern hat die 
Staatsanwaltschaft stets die tieferen und damit für den Angeklagten günstigeren 
Werte angenommen. Ob X. den einzelnen in der Anklageschrift genannten Abneh-

20

mern tatsächlich so viel Heroin und Kokain wie angegeben abgegeben hatte, kann 
– da dies an der Strafbarkeit nichts ändert – aber offen bleiben.

6. a) Indem der Angeklagte insgesamt mindestens 435 Gramm Heroin und 
3.5 Gramm Kokain erwarb und von dieser Menge ca. 330 Gramm Heroin und 3.5 
Gramm Kokain verkaufte, 10 Gramm Heroin unentgeltlich abgab und mehrere He-
roinabnehmer an S. vermittelte, erfüllt er den objektiven Tatbestand von Art. 19 Zif-
fer 1 Abs. 4 und 5 BetmG klar. Gemäss Art. 19 Ziffer 1 Abs. 2 BetmG gilt als Vera-
rbeitung von Betäubungsmitteln die chemische oder mechanische Veränderung von 
Erscheinungsformen der vorhandenen Betäubungsmittel, wobei als Ergebnis die-
ses Prozesses die ursprünglichen Stoffe erhalten bleiben können, Zubereitungen 
oder neue Stoffe entstehen können. Praktisch bedeutsam ist vor allem das Strecken 
von Heroin (vgl. Thomas Fingerhuth/Christof Tschurr, Kommentar zum Betäu-
bungsmittelgesetz, J. 2002, S. 117 f.). Vorliegend ist der Angeklagte geständig, im 
Zeitraum von Juli 2005 bis September 2005 Heroin mit Streckmitteln verarbeitet zu 
haben. Somit hat er auch den Tatbestand von Art. 19 Ziffer 1 Abs. 2 BetmG erfüllt.

b) Hat X. den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziffer 1 BetmG erfüllt, ist 
entsprechend der Anklageschrift zu prüfen, ob ein schwerer Fall im Sinne von Art. 
19 Ziffer 2 lit. a BetmG vorliegt.

ba) Zunächst ist abzuklären, von welcher Qualität das von X. abgegebene 
Heroin war. Der Angeklagte bezog von ca. Anfang September 2004 bis ca. 10. Ok-
tober 2004 von N. ca. 190 Gramm Heroin (vgl. act. 1/24, S. 1). Am 25. Oktober 2004 
wurden durch die Polizei in einem von N. gelenkten Personenwagen 58.7 Gramm 
Heroin sichergestellt, welches gemäss kriminaltechnischem Untersuchungsbericht 
der Kantonspolizei St. Gallen einen Reinheitsgehalt von 9 % aufwies (vgl. act. 4/1, 
S. 3 und act. 4/2). Es kann mit der Staatsanwaltschaft Graubünden davon ausge-
gangen werden, dass dieses Heroin vom gleichen Lieferanten (folglich von N.) 
stammt wie das vom Angeklagten bezogene und daher das vom Angeklagten ver-
kaufte Heroin von gleicher oder ähnlicher Qualität war wie das von der Polizei si-
chergestellte Heroin. Somit spricht nichts dagegen, mit der Staatsanwaltschaft von 
einem durchschnittlichen Reinheitsgehalt von 9 % auszugehen. Ist erstellt, dass der 
Angeklagte im Zeitraum von Anfang September 2004 bis ca. 10. Oktober 2004 ins-
gesamt ca. 170 Gramm Heroin in Umlauf gebracht hat (insgesamt 190 Gramm He-
roin von N. bezogen, davon 20 Gramm an ihn zurückgegeben und somit 170 
Gramm Heroin an diverse Abnehmer verkauft) ist somit von insgesamt ca. 15.3 
Gramm reinem Heroin auszugehen. In der Zeit vom 8. Mai 2005 bis 20. September 

21

2005 war der Angeklagte erneut im Drogengeschäft tätig. So verkaufte er in dieser 
Zeit insgesamt mindestens 160 Gramm Heroin (15 Gramm Heroin an verschiedene 
Personen in B. im Mai 2005; 74 Gramm Heroin an verschiedene Personen ebenfalls 
in B. im Juli 2005 und 71 Gramm Heroin an diverse Abnehmer in A. und H. ca. 
anfangs September 2005). Das am 20. September 2005 sichergestellte Heroin wies 
gemäss einer Analyse des forensisch-naturwissenschaftlichen Dienstes der Kan-
tonspolizei St. Gallen vom 6. Oktober 2005 einen Reinheitsgehalt von 7 % auf (vgl. 
act. 13/8). Somit spricht auch hier nichts dagegen, mit der Staatsanwaltschaft von 
einem durchschnittlichen Reinheitsgehalt von 7 % auszugehen. Ist erstellt, dass der 
Angeklagte im Zeitraum von Anfang Mai 2005 bis 20. September 2005 insgesamt 
ca. 160 Gramm Heroin in Umlauf gebracht hat, ist somit von insgesamt ca. 11.2 
Gramm reinem Heroin auszugehen, womit X. von Anfang September 2004 bis zum 
20. September 2005 insgesamt ca. 26. 5 Gramm reines Heroin veräussert hat. 

Diese Heroinmenge übersteigt den in BGE 109 IV 143 f. für die Annahme 
eines schweren Falles festgelegten Grenzwert von 12 Gramm selbst bei Annahme 
der sehr geringen Reinheitsgrade von 9 % respektive 7 % um mehr als das Dop-
pelte. X. erfüllt deshalb mit dem ihm zur Last gelegten Verhalten den objektiven 
Tatbestand eines schweren Falles gemäss Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG. Bei dieser 
Sachlage erübrigen sich Ausführungen zu den vom Angeklagten in Verkehr ge-
brachten 3.5 Gramm Kokain.

bb) Auch in subjektiver Hinsicht besteht kein Zweifel, dass der Angeklagte 
mit Wissen und Willen gehandelt hat und er wusste, zumindest aber in Kauf nahm, 
mit seinem Tun die Gesundheit vieler Menschen zu gefährden. So sagte der Ange-
klagte anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 13. 
Februar 2006 (vgl. act. 1/24, S. 5) denn auch aus, dass er die negativen Folgen des 
Drogenkonsums kennen würde. Er hat daher den Tatbestand von Art. 19 Ziffer 2 lit. 
a BetmG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt.

7. a) Der Angeklagte bestreitet sowohl die ihm vorgeworfene mehrfache 
Vergewaltigung als auch die mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind. 
Gemäss Anklageschrift soll der Angeklagte ca. Mitte Juli 2005 in einem Zimmer in 
der Liegenschaft an der AL.-Str. 54 in H. mittels Gewalt den Geschlechtsverkehr mit 
dem am 10. November 1989 geborenen Mädchen AI. erzwungen haben. Dieselbe 
Tat soll er ca. vier Tage später am K. bei C. begangen haben. Auf Vorhalt dieser 
Vorwürfe von AI. anlässlich ihrer Videobefragung vom 16. August 2005 (vgl. act. 
17/2) führt der Angeklagte an seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 

22

21. Dezember 2005 sinngemäss aus (vgl. act. 17/10), dass er das Mädchen weder 
in H. noch in C. vergewaltigt habe. Im Zimmer in H. hätte AI. schreien können und 
man hätte sie auch gehört. Das Mädchen habe Drogen gewollt, aber kein Geld ge-
habt. Auch sei es AI. gewesen, die gewollt habe, dass er die Zimmertüre der Woh-
nung an der AL.-Str. 54 in H. schliesse. Das Mädchen habe sich selbst ausgezogen 
und er habe es nicht gegen ihren Willen auf das Bett gedrückt. Auch beim zweiten 
Vorfall in C. sei es nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen. Auch will der Ange-
klagte entgegen seiner Aussage vom 7. Dezember 2005 (vgl. act. 17/5, S. 2) AI. 
nicht bereits bei der ersten Begegnung in H., sondern erst bei der zweiten Begeg-
nung in der Nähe von C. nach ihrem Alter gefragt haben (vgl. act. 17/8, S. 7). 

Somit ist eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Vorweg ist festzuhalten, dass 
die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat grundsätzlich beim 
Staats liegt (vgl. Willy Padrutt, a.a.O., Ziffer 2 zu Art. 125 StPO). Bei der Würdigung 
der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, 
in der Hauptverhandlung gewonnener Überzeugung (vgl. Niklaus Schmid, Strafpro-
zessrecht, 4. Aufl., J./Basel/Genf 2004, N. 286). Dieser Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 des Bundesgesetzes über die Bun-
desstrafrechtspflege (BStP; SR 312.0). Das Gericht hat von Bundesrechts wegen 
frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung 
aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entschei-
den, ob es eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 267, 268 f.). 
Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit wegleitend, 
so kann für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Gerichts massgebend sein 
(vgl. Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann; Schweizerisches Srafprozess-
recht, 6. Aufl., Basel 2005, N. 2 zu § 54). Allein auf diese Weise kann das Gericht 
ein für jeden Einzelfall zutreffendes Urteil fällen.

Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann 
es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Nach 
Lehre und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung 
nicht genügen, absolute Sicherheit ist für eine solche aber auch nicht erforderlich 
und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein 
könnte, rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hart-
mann, a.a.O., N. 11 zu § 54). Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten 
Tat hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrschein-
lichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist 
es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu   überwinden 

23

und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei 
die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die 
Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stüt-
zen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. 
PKG 1987 Nr. 12; Niklaus Schmid, a.a.O., N. 289). Indizien sind Tatsachen, die 
einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Dabei 
müssen Indizienbeweise den direkten Beweis oft ersetzen, weil Straftaten meistens 
nicht in aller Öffentlichkeit verübt werden. Indizien können aber trügen und müssen 
deshalb besonders sorgfältig und kritisch gewürdigt werden, da ein Indiz immer nur 
mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist und 
einzeln betrachtet die Möglichkeit des Anderssein offen lässt und somit auch Zweifel 
enthält. Alle Indizien zusammen können aber vollen Beweis bringen und jeden ver-
nünftigen Zweifel ausschliessen. Somit kann aus der Gesamtheit der verschiedenen 
Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlich-
keit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel 
offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis der Tat oder Täterschaft ge-
schlossen werden (vgl. Pra 2002 Nr. 180 E. 3.4; Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl 
Hartmann, a.a.O., N. 12 zu § 59).

Nach der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft (BV; SR 101) und Art. 6 Ziffer 2 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) fliessenden Beweiswürdi-
gungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz 
eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei 
objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verur-
teilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2a). Bloss theoretische und 
abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind 
und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um 
erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die 
sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2c). Die ge-
nannte allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn 
Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Ak-
ten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder 
jene des Angeklagten das Gericht zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche 
Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, 
muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere 
Sachverhalt angenommen werden (vgl. Willy Padrutt, a.a.O., Ziffer 2 zu Art. 125 
StPO).

24

b) Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des Gerichts-
verfahrens interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit eines 
Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage 
(vgl. Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des 
Zivilprozesses, J. 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen 
sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des 
Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu 
werten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur 
von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres 
Indiz für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage sprechen 
im Weiteren die Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter, Opfer und 
Zeuge, die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle, Ent-
lastungsbemerkungen zu Gunsten des Beschuldigten und die Konstanz in der Aus-
sage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen 
diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aus-
sagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 
Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe 
mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten 
und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition 
muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Er-
gebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System der Glaub-
würdigkeitskriterien von Arntzen (vgl. Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, 
Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., 
München 1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist vor dem Hinter-
grund allgemein bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychischer Eigenar-
ten zu betrachten, wobei bestimmte Aussageeigenarten als Glaubwürdigkeitsmerk-
male anzusehen sind. Unterschieden wird dabei zwischen Glaubwürdigkeitskrite-
rien, die sich aus dem Aussageinhalt, der Aussageentwicklung, der Aussageweise 
sowie dem Motivationsumfeld der Aussage ergeben. Kriterien des glaubhaften Aus-
sageinhaltes sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit so-
wie die Homogenität der Aussage. Die Glaubwürdigkeit aus dem Verlauf der Aus-
sageentwicklung ergibt sich aus der relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich 
auseinanderliegenden Befragungen sowie aus der Ergänzbarkeit der Deposition bei 
nachfolgenden Befragungen. Nacherlebende Gefühlsbeteiligung und ungesteuerte 
Aussageweise sprechen im Bereich der Aussageweise für einen hohen Wahrheits-
gehalt. Der Grad der Objektivität ist schliesslich massgebend für den Grad der 
Glaubwürdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld ergibt (vgl. Friedrich Arnt-
zen/Else Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.).

25

c) Währendem AI. die diesbezüglichen Sachverhalte durchwegs so schil-
derte, wie sie in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden wiederge-
geben wurden, gab der Angeklagte verschiedene Versionen zu Protokoll. Unbestrit-
ten ist, dass es zwischen dem Angeklagten und AI. zweimal zu sexuellen Kontakten 
gekommen ist. Umstritten ist hingegen, ob es dabei zu Geschlechtsverkehr gegen 
den Willen von AI. gekommen ist. 

ca) In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 7. Dezember 
2005 (vgl. act. 17/5) gab X. zu Protokoll, dass er keinen Geschlechtsverkehr mit AI. 
gehabt habe und er diese Frau auch nicht dem Namen nach gekannt habe. Er habe 
ihr lediglich ein Mal in A. eine Probe Heroin von weniger als 1 Gramm unentgeltlich 
abgegeben. Er habe sie an jenem Tag der Übergabe des Heroins auch nach ihrem 
Alter gefragt. Weil sie gesagt habe, sie sei noch nicht ganz 16-jährig, habe er mit ihr 
in der Folge nichts mehr zu tun haben wollen. Die Adresse der Wohnung an der 
AL.-Str. 54 in H., wo gemäss AI. das erste Sexualdelikt stattgefunden habe, kenne 
er zwar nicht, doch gestand er ein, schon in dieser Wohnung gewesen zu sein und 
dass diese von AM. bewohnt werde. Er sei jedoch niemals mit AI. dort gewesen. 
Auch stimme es nicht, dass er mit seinem Kollegen AK. Mariwan in dessen Auto 
zusammen mit AI. und AJ. von H. nach C. gefahren sei. In der gleichentags durch-
geführten untersuchungsrichterlichen Einvernahme (vgl. act. 17/6) berichtigte der 
Angeklagte seine Aussage insoweit, als er zugab, sich einmal im Juli 2005 zusam-
men mit AI. im Zimmer von AM. in der Liegenschaft an der AL.-Str. 54 in H. aufge-
halten zu haben. Er habe ihr dort Drogen übergeben wollen. Sie seien alleine im 
Zimmer gewesen und der Angeklagte habe AI. gesagt, dass er mit ihr ins Bett wolle. 
AI. habe dies nicht gewollt, habe aber gesagt, dass der Angeklagte sie küssen dürfe. 
Geschlechtsverkehr wolle sie hingegen nicht. Nach dem Kuss habe AI. das Zimmer 
verlassen und X. habe sich anschliessend selbst befriedigt. Dabei sei Sperma auf 
die Bettdecke gelangt. In der polizeilichen Einvernahme vom 15. Dezember 2005 
(vgl. act. 17/7, S. 4) änderte der Angeklagte seine Aussagen erneut. Er gab nun zu 
Protokoll, dass er das Zimmer in H. mit AI. aufgesucht habe, um ihr Drogen zu über-
geben. Nach der    Übergabe des Heroins hätten sie sich geküsst und gegenseitig 
gestreichelt. Das Mädchen habe sich bis auf Slip und BH ausgezogen. Er selber 
habe Jeans und Unterhose ausgezogen. In der Folge habe er AI. an den Brüsten, 
am Po und zwischen ihren Schenkeln gestreichelt, an der Scheide jedoch nur über 
dem Slip. AI. habe gesagt, dass sie keinen Sex haben könne, weil sie ihre Periode 
habe und ihre Freundin unten warte. Da er bezüglich der Periode dem Mädchen 
nicht geglaubt habe, habe dieses den Tampon aus der Scheide gezogen und ihn 
ihm gezeigt. In der Folge habe AI. seinen Penis bis zum Samenerguss gerieben und 

26

er habe dann auf das dortige Bettlaken ejakuliert. Anschliessend hätten sie sich 
wieder angezogen. Während dieser Zeit hätten sich AK. und AM. zusammen mit 
AJ. im unteren Stock der Wohnung aufgehalten. Er sei maximal zehn Minuten mit 
dem Mädchen zusammen im Zimmer gewesen. Diese Aussagen bestätigte der An-
geklagte anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 16. De-
zember 2005 (vgl. act. 17/8). Auch führte X. aus, dass es zwar zu sexuellen Hand-
lungen gekommen sei, diese aber im Einverständnis von AI. stattgefunden hätten. 
Dabei sei er aber nie in sie eingedrungen (vgl. auch polizeiliche Einvernahme vom 
15. Dezember 2005, act. 17/7, S. 4). Auf den Vorhalt des Untersuchungsrichters, 
dass AI. ausgesagt habe, dass der Angeklagte mit ihr den Geschlechtsverkehr voll-
zogen habe, führte X. aus, dass es zu keinem Geschlechtsverkehr gekommen sei 
und AI. hätte schreien oder nach AK. oder AJ. rufen können (vgl. act. 17/8, S. 5). 
AM. führte in seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 29. März 2006 
aus (vgl. act. 17/15), dass X. und AK. zwischen Mitte Juli 2005 und anfangs August 
2005 zusammen mit zwei Mädchen zu ihm in die Wohnung an der AL.-Str. in H. 
gekommen seien. Zwar sei X. mit einem Mädchen hinauf in sein Zimmer gegangen, 
doch wisse er nicht, ob dies AI. gewesen sei. Er erinnere sich aber daran, dass der 
Angeklagte das Mädchen vor seinen Augen geküsst habe, als X. mit ihr das Zimmer 
verlassen habe und die Treppe herunter gekommen sei. Auch habe X. gesagt, dass 
der Sex mit dem Mädchen gut gewesen sei. Auf die Frage hin, ob man das Mädchen 
in der Küche oder im Wohnzimmer hätte hören können, wenn es im oberen Zimmer 
geschrieen hätte, führte AM. aus, dass, wenn das Mädchen normal geschrieen 
hätte, man es nicht hätte hören können, weil der Fernseher im Wohnzimmer gelau-
fen sei.

AI. erwähnte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 15. August 2005 
(vgl. act. 17/1), dass sie von einem gewissen „Marco“ zweimal vergewaltigt worden 
sei. Anlässlich ihrer Videobefragung vom 16. August 2005 (vgl. act. 17/2, S. 8 ff.) 
führte AI. aus, dass sie zusammen mit AJ. und „Marco“ in H. in einem Haus gewesen 
sei, um Drogen zu kaufen. Sie sei mit „Marco“ nach oben gegangen, wo er ihr eine 
Probe Heroin angeboten habe. Anschliessend habe er begonnen sie anzufassen. 
Sie habe gesagt, dass er aufhören solle. Nachdem er die Türe abgeschlossen habe, 
habe er sie festgehalten und anschliessend ausgezogen. AI. habe gesagt, dass er 
sie loslassen solle, ansonsten sie schreien würde, worauf der Angeklagte erwidert 
habe, dass sie sowieso niemand hören würde (vgl. act. 17/2, S. 9). Anschliessend 
habe er den Geschlechtsverkehr vollzogen, indem er in ihre Scheide eingedrungen 
sei. Sie habe zwar versucht, den Angeklagten wegzudrücken, doch sie hätte keine 
Kraft gehabt. Er habe mit einer Hand ihren Oberkörper niedergedrückt und mit der 

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anderen Hand und einem Knie ihre Beine auseinandergedrückt und sei so in sie 
eingedrungen. Auch sei es zu einem Samenerguss gekommen, wobei ein Teil in AI. 
und der Rest auf der Matratze platziert worden sei. Anlässlich der polizeilichen Be-
fragung vom 27. August 2005 durch die Kantonspolizei St. Gallen (vgl. act. 17/4) 
konnte AI. genannten „Marco“ als X. identifizieren. Dies aber nicht mit absoluter 
Gewissheit. Sie erkannte aber den Angeklagten anlässlich der untersuchungsrich-
terlichen Konfront-einvernahme vom 23. Januar 2006 (vgl. act. 17/12). Des Weite-
ren konnte AI. anhand des ihr vorgelegten Fotoblattes (vgl. act. 16/13) die Liegen-
schaft an der AL.-Str. in H. und besagtes Zimmer erkennen. Im Übrigen bestätigte 
AI. in der Konfronteinvernahme mit X. die gemachten Aussagen bezüglich der an-
geblichen ersten Vergewaltigung (vgl. act. 17/12, S. 2 bis 5). 

cb) Gemäss Aussagen des Angeklagten habe AI. ihn nach dem angeblich 
ersten Vorfall in H. drei oder vier Tage später erneut angerufen, um weitere Drogen 
zu erhalten. Er sei dann mit AK. nach H. gefahren, wo sie AI. und ihre Freundin AJ. 
am Bahnhof getroffen hätten. In der Folge seien sie nach C. und von dort weiter zur 
L. gefahren. Von dort aus seien der Angeklagte und AI. spazieren gegangen und er 
habe ihr ca. 1 Gramm Heroin gegeben. Dann hätten sie sich neben dem Fluss auf 
den Boden gesetzt und er habe das Mädchen geküsst und an Brüsten sowie zwi-
schen den Beinen gestreichelt, jedoch nicht unter dem Slip. AI. habe gesagt, dass 
sie keinen Geschlechtverkehr haben könne, da ihre Freundin AJ. ebenfalls hier sei 
(vgl. act. 17/7, S. 6). Diese Aussagen bestätigte der Angeklagte im Wesentlichen 
anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 16. Dezember 2006 
(vgl. act. 17/8, S. 5 ff.). AI. führte anlässlich ihrer Videobefragung vom 16. August 
2005 aus, dass sie zusammen mit dem Angeklagten und AJ. nach C. gefahren sei. 
Nach der Übergabe des Heroins habe der Angeklagte sie erneut vergewaltigt. Er 
habe sie auf den Boden gelegt und als sie versucht habe wieder aufzustehen, habe 
der Angeklagte sie niedergedrückt und die Hosen gegen ihren Willen ausgezogen. 
In der Folge sei er in sie eingedrungen, doch habe sie den Angeklagten wegdrücken 
können. Anschliessend habe sich dieser selbst befriedigt (vgl. act. 17/2, S. 18 ff.). 
Diese Aussagen bestätigte AI. anlässlich der untersuchungsrichterlichen Konfron-
teinvernahme mit dem Angeklagten vom 23. Januar 2006 (vgl. act. 17/12, S. 5 f.). 

8. a) Ausgangspunkt für die Würdigung der Beweismittel bilden vorliegend 
die Aussagen von AI.. AI. erwähnte die angeblich erste Vergewaltigung zum ersten 
Mal an ihrer polizeilichen Einvernahme durch die Kantonspolizei St. Gallen vom 15. 
August 2005 (vgl. act. 17/1). Anlass für diese Befragung war aber nicht die angeb-
liche Vergewaltigung, sondern sexuelle Übergriffe an Jugendliche und Betäubungs-

28

mittelkonsum. Während dieser Befragung erwähnte AI. ganz nebenbei die zweifa-
che Vergewaltigung durch einen gewissen „Marco“, bei welchem sie im Juni und 
Juli 2005 Drogen gekauft habe und dass dieser „Marco“ sie umbringen würde, wenn 
sie dies jetzt erzählen würde. Anlässlich der Fotowahlkonfrontation und der unter-
suchungsrichterlichen Kon-fronteinvernahme konnte „Marco“ von AI. als X. identifi-
ziert werden (vgl. act. 17/4 und act. 17/12). Da X. zugestanden hat, mit AI. sexuelle 
Kontakte gehabt zu haben, ist seine Identität diesbezüglich geklärt. AI. erwähnte die 
angeblichen Vergewaltigungen somit bloss nebenbei im Zusammenhang mit der 
Befragung wegen anderer Fälle. Auf Grund der Einvernahme vom 15. August 2005 
wurde AI. am 16. August 2005 als Auskunftsperson einvernommen, da der Verdacht 
bestand, dass sie Opfer einer strafbaren Handlung geworden sei (vgl. act. 17/2). 
Anlässlich dieser Einvernahme schilderte AI. zuerst den Vorfall vom Sommer 2005 
an der AL.-Str. 54 in H. in detaillierter Weise. Sie beschrieb dabei auch das Zimmer 
von AM. im Detail (vgl. act. 17/2, S. 10 und act. 17/3). Diese Beschreibung stimmt 
mit den Situationsaufnahmen des kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei 
St. Gallen vom 19. November 2005 überein (vgl. act. 16/13). Auch konnte AI. die 
Liegenschaft an der AL.-Str. in H. eindeutig wieder erkennen (vgl. act. 17/12, S. 4). 
Im weiteren Verlauf der Befragung erwähnte AI. dann die zweite Vergewaltigung in 
C.. Dies übrigens auch beiläufig, als die befragende Untersuchungsrichterin die Vi-
deobefragung bereits beenden wollte (vgl. act. 17/2, S. 18). AI. schilderte in der 
Folge den zweiten Vorfall ebenfalls in detaillierter Weise. Ebenso konnte sie den Ort 
des Geschehens genau beschreiben. AI. bestätigte ihre Aussagen auch anlässlich 
der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 23. Januar 2006 (vgl. 
act. 17/12). Aufgrund der Aussagen von AI. erfolgte die Anzeige der Kantonspolizei 
St. Gallen vom 29. September 2005 gegen den Angeklagten unter anderem wegen 
Vergewaltigung (vgl. act. 16/1).

AJ. sagte anlässlich ihrer Videobefragung vom 30. August 2005 aus, dass 
sie zusammen mit AI., „Marco“ und einem dritten Mann ca. Mitte Juli 2005 im Städt-
chen bei H. zu einem weiteren Kollegen gegangen seien und dass „Marco“ und AI. 
ins Zimmer im oberen Stock gegangen seien (vgl. act. 18/4, S. 4). AI. habe ihr ca. 
drei Wochen nach dem ersten Vorfall erzählt, dass sie von „Marco“ in H. vergewaltigt 
worden sei (vgl. act. 18/4, S. 6). Auch machte AJ. Aussagen zum zweiten Vorfall in 
C., welcher ca. vier Tage später stattgefunden haben soll. AI. habe ihr gleich ansch-
liessend nach ihrer Rückkehr aus dem Wald mit dem Angeklagten erzählt, dass 
„Marco“ wieder versucht haben soll, sie zu vergewaltigen (vgl. act. 18/4, S. 4 und 
7). Ebenso konnte AJ. „Marco“ als X. identifizieren (vgl. act. 18/4, S. 8). Am 24. März 

29

2006 fand zudem ein Augenschein zwischen C. und B. statt, an welchem unter an-
derem AI. und AJ. teilnahmen (vgl. act. 18/11 und act. 18/12). 

Nicht für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Angeklagten spricht der Um-
stand, dass dieser unterschiedliche Aussagen zu Protokoll gab. So sagte der Ange-
klagte anfänglich aus, dass er die Wohnung in H. zwar kenne, aber nie mit AI. dort 
gewesen sei. Gleichentags berichtigte er aber seine Aussage dahingehend, dass er 
mit AI. in besagter Wohnung gewesen sei und er von ihr Sex haben wollte. AI. habe 
dies aber nicht gewollt und nach einem Kuss habe sie die Wohnung verlassen und 
er habe sich selbst befriedigt (vgl. act. 17/6). Bereits in seiner Einvernahme vom 16. 
Dezember 2005 (vgl. act. 17/8) änderte der Angeklagte seine Aussage erneut, in-
dem er aussagte, dass es zu sexuellen Kontakten mit AI. gekommen sei. Auch be-
züglich des Alters von AI. machte der Angeklagte unterschiedliche Aussagen. So 
führte er aus, dass er, entgegen seiner Aussage vom 7. Dezember 2005, AI. erst 
bei der zweiten Begegnung in C. nach ihrem Alter gefragt habe. 

b) AI. legte hingegen die Vorfälle insgesamt in konkreter, detaillierter, 
wirklichkeitsnaher und anschaulicher Weise dar. Sie schilderte die Tathergänge im-
mer gleich und hielt auch im Konfront mit dem Angeklagten daran fest. Ihre Aussa-
gen sind in sich geschlossen und erscheinen auch wirklichkeitsnah. Sie hat weder 
übertrieben noch ihre eigene Rolle beschönigt. Aufgrund der konstanten Aussagen 
ist es schwer vorstellbar, dass AI. die Tathergänge frei erfunden hat. Zum Einwand 
des amtlichen Verteidigers des Angeklagten, dass man AI. hätte schreien gehört, 
falls sie in H. vergewaltigt worden wäre, kann folgendes festgehalten werden. So-
wohl anlässlich der Videobefragung vom 16. August 2005 als auch an der untersu-
chungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 23. Januar 2006 wurde festgestellt, 
dass AI. sehr leise spricht (vgl. act. 17/12, S. 7). Dies bestätigte auch der amtliche 
Verteidiger von X.. Tatsache ist, dass die Zimmertüre im oberen Stock der Wohnung 
zur Zeit der Vergewaltigung geschlossen war. Wer die Türe geschlossen hat, ist 
vorliegend irrelevant. AM. führte bei seiner Einvernahme vom 29. März 2006 (vgl. 
act. 17/15) aus, dass, während der Angeklagte mit AI. im oberen Stock im Zimmer 
gewesen sei, er unten im Wohnzimmer gewesen sei und der Fernseher mit norma-
ler Lautstärke eingeschaltet gewesen sei. Anlässlich des Augenscheins des Unter-
suchungsrichteramtes G. vom 29. März 2006 an der AL.-Str. 54 in H. (vgl. act. 16/19 
und act. 16/20) wurden mehrere Tests durchgeführt, ob man Schreie aus dem ab-
geschlossenen Zimmer im oberen Stock unten in der Küche und im Wohnzimmer 
bei laufendem Fernseher hören kann. Die Tests ergaben, dass man im oberen Zim-
mer ziemlich laut hätte schreien müssen, damit man es im Wohnzimmer und in der 

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Küche überhaupt einigermassen hätte hören können. Aufgrund der sehr leisen 
Stimme von AI. ist es somit sehr unwahrscheinlich, dass man sie im unteren Stock 
gehört hätte. Der Einwand des amtlichen Verteidigers, dass man AI. im unteren 
Stock hätte schreien gehört, falls es zum Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen 
gekommen wäre, vermag somit nicht zu überzeugen. Unter den konkreten Umstän-
den wäre es höchst unwahrscheinlich gewesen, dass man das Mädchen gehört 
hätte, wenn es geschrieen hätte. Auch kann aus der Aussage von AI. „Ich weiss 
nicht, was ich fühle“ (vgl. act. 17/2, S. 9) nichts zu Gunsten des Angeklagten abge-
leitet werden. Zwar mag dies auf den Zustand von AI. hindeuten, da sie ja unmittel-
bar zuvor eine Probe Heroin konsumiert hatte. Allerdings kann aus dieser Aussage 
nicht auf eine Einwilligung von AI. für Geschlechtsverkehr mit dem Angeklagten ge-
schlossen werden. Dies um so mehr, als dass der Angeklagte um den durch das 
Heroin ausgelösten körperlichen Zustand von AI. wusste und diesen Zustand hätte 
berücksichtigten müssen und ihn keineswegs zu sexuellen Handlungen ausnützen 
durfte. Als weiteren Punkt schwerwiegenden Zweifels müsse gemäss dem amtli-
chen Verteidiger die Tatsache gewertet werden, dass AI. bereits kurz nach dem 
ersten Vorfall an der AL.-Str. in H. sich wiederum mit dem Angeklagten traf, um ein 
Drogengeschäft abzuwickeln, obwohl sie dieser offenbar vergewaltigt haben soll. 
Auch wenn dies schwierig nachvollziehbar erschient, so kann festgehalten werden, 
dass dies nicht völlig abwegig ist. Auf Grund ihrer Drogensucht stand AI. zu diesem 
Zeitpunkt unter Beschaffungsdruck, womit es nachvollziehbar ist, dass sie den An-
geklagten bereits wenige Tage nach dem ersten Vorfall in H. erneut traf, um Drogen 
zu kaufen. Da die Vergewaltigungen anlässlich einer Einvernahme nur beiläufig er-
wähnt wurden, kann auch nicht von einem Racheakt ausgegangen werden, indem 
AI. X. absichtlich der mehrfachen Vergewaltigung beschuldigt, weil er ihr keine Dro-
gen mehr liefern wollte. Tatsache ist vielmehr, dass sich AI. vor dem Angeklagten 
fürchtete und sie Angst hatte, dass er ihr etwas antun könnte, falls sie etwas er-
zählen würde und darum keine Anzeige wegen den Vergewaltigungen machte. So 
habe ihr der Angeklagte denn auch eindringlich zu verstehen gegeben, dass nie-
mand etwas darüber erfahren dürfe (vgl. act. 17/12, S. 7).

c) In Anbetracht der Umstände ist nicht glaubhaft, dass AI. in die Verlet-
zung ihrer sexuellen Integrität einwilligte, indem sie mit dem Angeklagten Ge-
schlechtsverkehr haben wollte. Die Summe der vorliegenden Indizien führen insge-
samt zum Beweis, dass sich die Vorfälle so abgespielt haben, wie sie von AI. ge-
schildert wurden. Aufgrund der konstanten und detaillierten Aussagen von AI. an-
lässlich verschiedener Einvernahmen gelangt die Strafkammer des Kantonsgerichts 
zum Schluss, dass von der Sachverhaltsdarstellung von AI. auszugehen ist, welche 

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auch der Anklageschrift zugrunde liegt. Es gibt keine Argumente dafür, dass es nicht 
so passiert ist, wie AI. ausgesagt hat. Demgegenüber stehen die zum Teil unstim-
migen und widersprüchlichen Aussagen des Angeklagten. Im Folgenden gilt es nun, 
die Sachverhaltsversion von AI. auf eine Subsumtion unter die zur Anklage gebrach-
ten mehrfachen Vergewaltigungen zu überprüfen. Auch wenn immer gewisse Zwei-
fel an einer Sachverhaltsversion bestehen, so sind sie im vorliegenden Fall aber 
derart untergeordneter Natur, dass sie die Überzeugung des Gerichts nicht zu er-
schüttern vermögen.

9. a) Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs 
nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen 
Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird mit Zuchthaus bis zu zehn 
Jahren bestraft (vgl. Art. 190 Abs. 1 StGB). Als Nötigungsmittel fallen Gewalt, Dro-
hung und psychischer Druck in Betracht. Gewalt liegt dann vor, wenn auf das Opfer 
mit chemisch oder physikalisch fassbaren Mitteln eingewirkt oder physisch in seine 
Rechtssphäre eingegriffen wird. Die Einwirkung kann entweder mittels Brachialge-
walt (u.a. Schlagen oder Festhalten) oder durch Betäubung, Narkotisierung und Ein-
satz von Tränengas erfolgen. Dabei schaltet der Täter entweder den Widerstand 
des Opfers aus (Einwirkung auf die Willensbetätigung) oder verhindert eine allfällige 
Gegenwehr, bevor das Opfer reagieren kann (Einwirkung auf die Willensbildung). 
Eine gewisse Einwirkung auf den Körper des Opfers ist erforderlich, wobei die not-
wendige Intensität nach relativen Kriterien zu bestimmen ist. Keine Rolle spielt, ob 
das Opfer Widerstand leistet und dieser allenfalls gebrochen wird (vgl. Philipp Maier, 
Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, a.a.O., N. 5 zu Art. 190 StGB und N. 13 zu 
Art. 189 StGB). Dass das Opfer widerstandsunfähig wird, ist nicht erforderlich. Es 
genügt jene Gewalt, welche nötig ist, dieses gefügig zu machen. Nicht nötig ist ins-
besondere, dass sich das Opfer andauernd wehrt - unter Umständen gibt es auf, 
weil es eine weitere Abwehr für zwecklos hält oder zermürbt ist (vgl. Stefan Trech-
sel, a.a.O., N.5 zu Art. 189 StGB). Der Begriff der Bedrohung ist umstritten. Gemäss 
einem Teil der Lehre liegt dann eine Bedrohung vor, wenn der Täter explizit oder 
implizit mit gewaltsamer Einwirkung auf den Körper des Opfers droht, gegen die 
sich das Opfer nicht mit guter Aussicht auf Erfolg zur Wehr setzen könnte (vgl. Phi-
lipp Maier, Basler Kommentar, a.a.O., N. 16 zu Art. 189 StGB, Stefan Trechsel, 
a.a.O., N. 4 zu Art. 189 StGB; Guido Jenny/Martin Schubarth/Peter Albrecht, Kom-
mentar zum schweizerischen Strafrecht, Besonderer Teil, 4. Band: Delikte gegen 
die sexuelle Integrität und gegen die Familie, Bern 1997, N. 21 zu Art. 189 StGB; 
Günter Stratenwerth/Guido Jenny, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil, 6. 
Aufl., Bern 2003, § 8 N. 9). Nach anderer Meinung muss der Täter dem Opfer Nach-

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teile in Aussicht stellen, die sich dazu eigenen, es in Angst und Schrecken zu ver-
setzen. Dabei kann es sich um eine Handlung oder Unterlassung handeln. Die Dro-
hung muss sich nicht auf Leib und Leben des Opfers oder ihm nahe stehender Per-
sonen beziehen (vgl. Philipp Maier, Basler Kommentar, a.a.O., N. 16 zu Art. 189 
StGB mit weiteren Hinweisen). Der Begriff des Unter-psychischen-Druck-setzens ist 
umstritten. Er ist nach einer Meinung dann gegeben, wenn vom Täter für das Opfer 
eine Zwangssituation geschaffen wird, in der dem Opfer keine zumutbaren Selbst-
schutzmöglichkeiten mehr zur Verfügung stehen, eine konkrete Gefahr für sein se-
xuelles Selbstbestimmungsrecht besteht und das Tatmittel der Gewalt nicht gege-
ben ist (vgl. Philipp Maier, Basler Kommentar, a.a.O., N. 18 zu Art. 189 StGB mit 
weiteren Hinweisen). Nach Praxis des Bundesgerichts (vgl. BGE 126 IV 124) be-
wirkt der psychische Druck, dass sich die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit 
auch aus einer Situation ergeben kann, in der der Täter keine eigentliche Gewalt 
anwendet. Immer ist aber eine erhebliche Einwirkung des Täters auf das Opfer er-
forderlich, wobei die Persönlichkeit des Opfers stets in Betracht gezogen werden 
muss. Das Tatbestandselement des Unter-psychischen-Druck-setzens ist gegeben, 
wenn sich die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Situation ergibt, ohne dass 
der Täter eigentliche Gewalt anwendet und dem Opfer ein Widersetzen zugemutet 
werden kann. Das Tatbestandsmerkmal ist erfüllt, wenn sich das Opfer in einer Si-
tuation befindet, in welcher die Leistung körperlichen Widerstandes oder das Rufen 
um Hilfe vergeblich oder mit einem anderen unverhältnismässigen Nachteil verbun-
den wäre. Die Tatbestandsmässigkeit setzt grundsätzlich voraus, dass das Nach-
geben des Opfers unter den gegebenen Umständen als verständlich erscheint. Da-
bei muss die Beurteilung aufgrund einer Würdigung aller relevanten Umstände er-
folgen (vgl. BGE 128 IV 97 E. 2; 126 IV 124 E. 3; Philipp Maier, Basler Kommentar, 
a.a.O., N. 19 zu Art. 189 StGB). Durch die genannten Nötigungsmittel muss der 
Täter den Beischlaf erzwingen. Ob es dabei zur Ejakulation kommt oder nicht, spielt 
rechtlich keine Rolle (vgl. Philipp Maier, Basler Kommentar, a.a.O., N. 9 zu Art. 190 
StGB). Vollendet wird die Tat damit, dass der Täter sein Glied in die Scheide des 
Opfers einführt, wenn auch nur vorübergehend oder bloss in den Vorhof. Der sub-
jektive Tatbestand erfordert ein vorsätzliches Handeln, das sich auf die drei Tatbe-
standselemente der Nötigung, des Beischlafes sowie der Kausalität zwischen den 
Nötigungsmitteln und dem Beischlaf beziehen muss. Eventualvorsatz genügt. Wer 
es für möglich hält und in Kauf nimmt, dass das Opfer mit dem Beischlaf nicht ein-
verstanden ist, handelt eventualvorsätzlich (vgl. Philipp Maier, Basler Kommentar, 
a.a.O., N. 13 zu Art. 190 StGB). Irrige Annahme des Einverständnisses, mag sie 
auch grob leichtfertig sein, würde über Art. 19 StGB zum Ausschluss der Strafbar-
keit führen.

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b) Laut den glaubhaften Aussagen von AI. steht fest, dass X. mittels Ge-
walteinwirkung den Beischlaf gegen ihren Willen zwei Mal erzwungen hat. Beim ers-
ten Vorfall in der Liegenschaft an der AL.-Str. in H. hielt der Angeklagte AI. zuerst 
fest und hat sie anschliessend aufs Bett geworfen. Anschliessend begann er AI. an 
Busen und zwischen den Beinen auszugreifen. Als sie sich weigerte sich auszuzie-
hen, hielt der Angeklagte AI. fest, zog ihr die Strumpfhosen und den Tanga aus und 
schob ihren Minirock hinauf. Anschliessend lag er auf sie und drang mit dem Penis 
in sie ein. Damit dies möglich war, drückte der Angeklagte mit einer Hand den 
Oberkörper von AI. nieder und mit der anderen Hand und einem Knie hat er ihr die 
Beine auseinandergedrückt (vgl. act. 17/12, S. 4 und act. 17/2, S. 9 ff.). AI. hat den 
Angeklagten dabei angefleht, dass er aufhören soll und sie hat sich auch nach ihren 
Möglichkeiten beziehungsweise mit besten Kräften gewehrt (vgl. act. 17/12, S. 5). 
Sie gab somit ihren entgegenstehenden Willen unmissverständlich zu erkennen. 
Ihre Abwehrbemühungen gegenüber dem körperlich überlegenen Angeklagten ver-
blieben wirkungslos. Zudem hatte sie unmittelbar vor den Übergriffen eine Probe 
Heroin konsumiert, was ihre Widerstandsfähigkeit umso mehr herabsetzte (vgl. act. 
17/2, S. 9). Beim zweiten Vorfall in C. kam es erneut zu sexuellen Übergriffen. Dabei 
hielt der Angeklagte AI. zuerst am Oberkörper fest und berührte sie am ganzen Kör-
per. Dann hat er ihr die Hosen und den Tanga ausgezogen. In der Folge hat er sie 
auf den Boden gedrückt. Als AI. am Boden lag und wieder aufstehen wollte, hat sie 
der Angeklagte niedergedrückt, ist auf sie gelegen und hat den Geschlechtsakt voll-
zogen, indem er mit seinem Penis in die Scheide von AI. eingedrungen ist. AI. sagte 
dem Angeklagten, dass er aufhören solle und versuchte sich zu wehren (vgl. act. 
17/12, S. 6 und act. 17/2, S. 20). Somit hat AI. auch in C. ihren entgegenstehenden 
Willen klar zum Ausdruck gebracht. Für die Erfüllung des objektiven Tatbestandes 
der Vergewaltigung nicht erforderlich ist, dass AI. sich mit Händen und Füssen hätte 
zur Wehr setzen müssen. Da AI. von zierlicher Gestalt ist und nur ca. 44 Kilogramm 
wiegt, hätten solche Abwehrversuche gegenüber dem Angeklagten auch nicht viel 
bewirkt. Auch ist ein Schreien nicht zwingend notwendig. Ein Schrei von AI. wäre 
wahrscheinlich aufgrund ihrer leisen Stimme auch nicht gehört worden. Abgesehen 
davon könnte der Tatbestand der Vergewaltigung selbst dann verwirklicht werden, 
wenn das Opfer schreien würde. AI. befand sich in einer auswegslosen Situation; 
sie wurde ausser Stande gesetzt, sich erfolgreich zu wehren (vgl. BGE 126 IV 130, 
124 IV 158 f.). Damit ist offensichtlich, dass der Tatbestand der Vergewaltigung in 
objektiver Hinsicht mehrfach durch X. erfüllt wurde. AI. sagte dem Angeklagten so-
wohl in H. als auch in C. wiederholt, keinen Beischlaf zu wollen. X. musste damit 
von vornhinein bewusst gewesen sein, dass AI. keinen Beischlaf wollte. Von einer 
irrigen Annahme eines Einverständnisses kann somit keine Rede sein. Da er sich 

34

trotzdem entgegen dem Willen des Opfers an ihm verging, ist auch der subjektive 
Tatbestand erfüllt. Ein vorsätzliches Handeln, das sich auf die drei Tatbestandele-
mente der Nötigung, des Beischlafs sowie des Kausalzusammenhanges zwischen 
den Nötigungsmitteln und dem Beischlaf bezieht, ist gegeben. Daraus folgt, dass 
der Tatbestand der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB mehrfach erfüllt 
ist. 

10. a) Art. 187 StGB schützt die sexuelle Entwicklung der Kinder während-
dem Art. 190 StGB die sexuelle Freiheit schützt. Erfüllen sexuelle Handlungen mit 
Kindern nach Art. 187 StGB zugleich auch den Tatbestand der Vergewaltigung, ist 
wegen der Verschiedenheit der Rechtsgüter echte Konkurrenz anzunehmen (vgl. 
BGE 124 IV 154 E. 3.a; Jörg Rehberg/Niklaus Schmid/Andreas Donatsch, a.a.O., § 
56, S. 414). Echte Konkurrenz liegt somit beim Zusammentreffen von mehreren 
strafbaren Handlungen vor und die verletzten Strafbestimmungen sind nebeneinan-
der anzuwenden, weil keine Bestimmung die Tat beziehungsweise die Taten nach 
allen Gesichtspunkten erfasst (vgl. Franz Riklin, Schweizerisches Strafrecht, Allge-
meiner Teil I, Verbrechenslehre, J. 1997, N. 2 zu § 22). AI. wurde am 10. November 
1989 geboren und war zum Zeitpunkt der Vergewaltigungen durch den Angeklagten 
im Sommer 2005 noch nicht sechzehn Jahre alt. Auf Grund dessen sind vorliegend 
auch die Voraussetzungen der Anwendbarkeit von Art. 187 StGB zu prüfen. 

b) Gemäss Art. 187 Ziffer 1 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf 
Jahren oder mit Gefängnis bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexu-
elle Handlung vornimmt. Nach Ziffer 4 der gleichen Bestimmung ist die Strafe Ge-
fängnis, wenn der Täter in der irrigen Vorstellung handelte, das Kind sei mindestens 
16 Jahre alt, er aber bei pflichtgemässer Vorsicht den Irrtum hätte vermeiden kön-
nen. Unter sexuellen Handlungen ist jede körperliche Betätigung zu verstehen, die 
vom Standpunkt eines objektiven Beobachters aus betrachtet auf die Erregung oder 
Befriedigung geschlechtlicher Lust gerichtet ist. Die Handlung muss sich daher je-
denfalls auf geschlechtsspezifische oder mindestens erogene Körperteile beziehen. 
Das Reiben des Geschlechtsteils des Täters an den Genitalien oder an der Brust 
des Opfers, das Berühren des nackten Geschlechtsteils, das Berühren der nackten 
Brust einer Jugendlichen (auch unter dem Büstenhalter oder unter den Kleidern), 
das längere oder intensive Betasten des weiblichen Geschlechtsteils über der Klei-
dung sowie Zungenküsse fallen unter die sexuellen Handlungen (vgl. Philipp Meier, 
Basler Kommentar, a.a.O., N. 10 zu Art. 187 StGB; BGE 103 IV 169; Jörg Reh-
berg/Niklaus Schmid/Andreas Donatsch, a.a.O., § 56, S. 407 f.). In subjektiver Hin-
sicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Vorausgesetzt wird, 

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dass der Täter im Bewusstsein handelt, mit Bestimmtheit oder doch möglicherweise 
in Kauf nimmt, ein Kind von unter 16 Jahren vor sich zu haben. Fehlt es auch an 
einem solchen Eventualvorsatz, kommt eine Bestrafung nur noch nach Art. 187 Zif-
fer 4 StGB in Betracht (vgl. Jörg Rehberg/Niklaus Schmid/Andreas Donatsch, 
a.a.O., § 56, S. 409). 

Der Angeklagte hat zugegeben, sowohl in H. als auch in C. im Sommer 2005 
sexuelle Handlungen mit AI. vorgenommen zu haben, indem er das Mädchen an 
ihren Brüsten, am Po und an ihrer Scheide berührt hat (vgl. act. 17/7, S. 4 und act. 
17/8, S. 4 und 6). Somit hat X. den objektiven Tatbestand von Art. 187 Ziffer 1 StGB 
zweifelsfrei schon aufgrund seiner eigenen Angaben mehrfach erfüllt. Bezüglich der 
Erkundigung nach dem Alter von AI. macht der Angeklagte unterschiedliche Anga-
ben. In seiner ersten Aussage vom 7. Dezember 2005 (vgl. act. 17/5, S. 2) sagte 
der Angeklagte aus, dass er AI. am Tag der Drogenübergabe in A. nach ihrem Alter 
gefragt habe und dabei erfahren habe, dass sie erst 15 Jahre alt sei. Auch habe er 
zu AK. gesagt, dass er aufgrund des Alters nicht mit dem Mädchen habe schlafen 
wollen (vgl. act. 17/7, S. 6). Allerdings ist der Zeitpunkt dieser Aussage zu AK. Ma-
riwan unbekannt. In seiner Einvernahme vom 16. Dezember 2005 (vgl. act. 17/8, S. 
6) führte der Angeklagte hingegen aus, AI. erst bei der zweiten Begegnung in C. 
nach ihrem Alter gefragt zu haben. AI. sagte hingegen aus, dass X. sie weder 
während noch nach diesen Vorfällen nach ihrem Alter gefragt habe. Auch habe sie 
ihm ihr Alter nicht von sich aus gesagt (vgl. act. 17/12, S. 7). Auf Grund der glaub-
haften Aussagen von AI. ist davon auszugehen, dass der Angeklagte sie nie nach 
ihrem Alter gefragt hat und AI. X. dieses auch nie von sich aus mitgeteilt hat. Daraus 
folgt, dass der Angeklagte im Zeitpunkt der sexuellen Handlungen mit AI. nicht 
wusste, dass sie noch keine 16 Jahre alt war. Ein vorsätzliches Handeln des Ange-
klagten ist somit zu verneinen. Anhand der Fotoaufnahmen anlässlich der Videobe-
fragung vom 16. August 2005 (vgl. act. 16/2) ist ersichtlich, dass AI. jung aussieht. 
Diese Aufnahmen wurden nur ca. einen Monat nach den sexuellen Handlungen auf-
genommen. Auch gestand der amtliche Verteidiger des Angeklagten in seinem Plä-
doyer ein, dass AI. sowohl auf den Videobändern anlässlich ihrer Videobefragung 
als auch auf den Fotos von der Einvernahme vom 16. August 2005 sehr jung aus-
gesehen habe. Trotz des jugendlichen Aussehens von AI. kann anhand der vorlie-
genden Akten nicht genau nachgewiesen werden, dass der Angeklagte es in Kauf 
nahm, dass er ein Kind von unter 16 Jahren vor sich hatte und trotzdem sexuelle 
Handlungen mit diesem vornahm und somit eventualvorsätzlich handelte. Daraus 
folgt, dass, entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft Graubünden, der Tat-
bestand von Art. 187 Ziffer 1 Abs. 1 StGB in subjektiver Hinsicht nicht erfüllt ist.

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c) Unbestritten ist aber, dass der objektive Tatbestand von Art. 187 Ziffer 
1 StGB mehrfach erfüllt ist, kein Vorsatz beziehungsweise Eventualvorsatz vorliegt 
und Art. 187 Ziffer 2 und 3 StGB nicht anwendbar sind. Es bleibt somit zu prüfen, 
ob dem Angeklagten ein fahrlässiges Verhalten im Sinne von Art. 187 Ziffer 4 StGB 
vorgeworfen werden kann. Nach dieser Bestimmung wird der Täter für von ihm vor-
genommene oder versuchte sexuelle Handlungen mit einem Kind von unter 16 Jah-
ren auch dann bestraft, wenn er es zwar für älter hielt, aber den Irrtum bei pflicht-
gemässer Vorsicht hätte vermeiden können. Ziffer 4 regelt den Sonderfall, dass der 
Täter in einem Irrtum über das Alter des Kindes handelt, ihm folglich insoweit der 
Vorsatz fehlt (vgl. Jörg Rehberg/Niklaus Schmid/Andreas Donatsch, a.a.O., § 56, S. 
404 und S. 413). Nach Art. 18 Abs. 3 StGB handelt fahrlässig, wer die Folge seines 
Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht 
Rücksicht genommen hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die 
Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persön-
lichen Verhältnissen verpflichtet ist. An die Sorgfaltspflicht werden hohe Anforde-
rungen gestellt. Gemäss BGE 119 IV 138 ist der nicht viel ältere Täter seiner Pflicht 
dann nachgekommen, wenn er sich mehrmals nach dem Alter seiner kurz vor der 
Vollendung des 16. Altersjahres stehenden Partnerin erkundigt hat, womit die An-
wendung von Art. 187 Ziffer 4 StGB ausgeschlossen wird. Für das Bundesgericht 
spielte dabei unter anderem eine wesentliche Rolle, dass die Altersdifferenz zwi-
schen den beiden nur wenig mehr als drei Jahre betrug. Der Vorschrift von Art. 187 
Ziffer 4 StGB ist somit genüge getan, wenn sich der Täter in situationsadäquater 
Weise darum bemüht hat, das wahre Alter des Opfers in Erfahrung zu bringen (vgl. 
Jörg Rehberg/Niklaus Schmid/Andreas Donatsch, a.a.O., §56, S. 413). Vorliegend 
beträgt der Altersunterschied zwischen dem Angeklagten und AI. fast zehn Jahre, 
womit an die Sorgfaltspflicht von X. hohe Anforderungen zu stellen sind. Für den 
Fall, dass der Angeklagte AI. für älter hielt, hätte er vorliegend nichts desto trotz AI. 
spätestens dann nach ihrem Alter fragen müssen, als es zu ersten sexuellen Kon-
takten kam, um einen Irrtum nach Art. 187 Ziffer 4 StGB zu vermeiden. Der Ange-
klagte führte in einer Einvernahme vom 16. Dezember 2005 hingegen aus (vgl. act. 
17/8, S. 7), dass er sich keine Gedanken über das Alter des Mädchens gemacht 
habe, als es zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Der Angeklagte bemühte 
sich somit in keiner Weise, das wahre Alter von AI. in Erfahrung zu bringen. Somit 
unterliess es der fast zehn Jahre ältere Angeklagte pflichtwidrig, sich nach dem Alter 
des sehr jung aussehenden Opfers zu erkundigen und indem er im Sommer 2005 
mit der noch nicht sechzehnjährigen AI. sowohl in H. als auch in C. sexuelle Hand-
lungen vornahm, erfüllt er den Tatbestand von Art. 187 Ziffer 4 StGB aus subjektiver 
Sicht in mehrfacher Weise.

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11. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist der Angeklagte in den 
Anklagepunkten der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG, der Entwendung eines Motorfahrzeu-
ges zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziffer 1 Abs. 1 SVG, des Fahrens ohne gültigen 
Führerausweis gemäss Art. 95 Ziffer 1 Abs. 1 SVG, der Widerhandlung gegen Art. 
19 Ziffer 2 lit. a BetmG und der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 
1 StGB schuldig zu sprechen. In Bezug auf die mehrfachen sexuellen Handlungen 
mit einem Kind ist der Angeklagte hingegen nach Art. 187 Ziffer 4 StGB schuldig zu 
sprechen.

12. a) Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 
berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 
des Schuldigen (vgl. Art. 63 StGB). Der Begriff des Verschuldens bezieht sich dabei 
auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Bei der Tat-
komponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art 
und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter 
gehandelt hat und die Beweggründe des Täters zu beachten. Die Täterkomponente 
umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der 
Tat und im Strafverfahren wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit 
(vgl. BGE 127 IV 101; 117 IV 113 mit Hinweisen; vgl. zu den einzelnen Strafzumes-
sungsgründen Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar, StGB I, a.a.O., N. 49 ff. zu 
Art. 63 StGB, N. 51 ff. zu den Tatkomponenten, N. 72 ff. zu den Täterkomponenten). 
Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder strafer-
höhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Rich-
ters nachvollziehbar sein müssen (vgl. BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmilde-
rungs- oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an