# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1095fa94-5935-5c94-b559-b5fb0e24bff1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 16.07.2020 LY200006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY200006_2020-07-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY200006-O/U 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. P. Diggelmann und Oberrichter lic. iur. et phil. D. Glur sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw M. Schnarwiler 

Beschluss und Urteil vom 16. Juli 2020 

in Sachen 

A._____,  
Gesuchsteller, Kläger und Berufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

B._____,  
Gesuchsgegnerin, Beklagte und Berufungsbeklagte 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,  

 

sowie 

1. C._____,  
2. D._____,  
Verfahrensbeteiligte 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____,  

 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)  
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (2. Abteilung) des Be-
zirksgerichtes Zürich vom 31. Juli 2019; Proz. FE180583

- 2 - 

(Letzte) VSM-Abänderungs-Anträge 

des Gesuchstellers, Klägers und Berufungsklägers (act. 7/42A S. 1 f.): 
" 1.  Die Disp. 3 Ziff. 3 der Verfügung des Einzelgerichts des Bezirks-

gerichts Zürich im summarischen Verfahren vom 12. April 2017, 
EE170100, sei per 1. Mai 2018 aufzuheben und durch nachfol-
gende Regelung zu ersetzen: 
 Der Kläger sei zu verpflichten, während der Dauer des Ver-

fahrens für die Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge (zuzüg-
lich Kinderzulagen) wie folgt zu bezahlen, zahlbar an die 
Beklagte und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden 
Monats: 

 für C._____ CHF 904 (davon CHF 211 Betreuungsunterhalt) 
für D._____ CHF 878 (davon CHF 211 Betreuungsunterhalt) 

 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger die zu viel erhalte-
nen Unterhaltsbeiträge in Höhe von CHF 20'036 zurückzuerstat-
ten. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt.) zu 
Lasten der Beklagten. 

(und Prot. [Vi.] S. 18, sinngemäss) 
Es sei das Eheschutzurteil vom 12. April 2017 in Dispositiv Ziffer 3, 
Vereinbarung Ziffer 2 lit. c auch für die Dauer des Verfahrens dahinge-
hend anzupassen, dass dem Kläger und Vater an denjenigen Tagen, 
an welchen die Beklagte und Mutter arbeitet, die Betreuung der Kinder 
über die Mittagszeit zugewiesen wird."  

 
der Gesuchsgegnerin, Beklagten und Berufungsbeklagten (act. 7/44 S. 2): 

" 1.  Es sei in Abänderung von Dispositiv Ziffer 3 der Verfügung des 
Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zürich im summarischen Ver-
fahren vom 12. April 2017 folgende Unterhaltsregelung für die 
Kinder zu treffen: 

  Es sei der Kläger zu verpflichten, während der Dauer des Verfah-
rens für die Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge (zuzüglich Kin-
derzulagen) wie folgt zu bezahlen, zahlbar an die Beklagte im Vo-
raus auf den Ersten eines jeden Monats: 

  Für C._____ mindestens CHF 1'830.00 bis und mit März 2019 
bzw. CHF 1'930.00 ab 1. April 2019 (davon CHF 465.00 Betreu-
ungsunterhalt) 

  Für D._____ mindestens CHF 1'800.00 (davon CHF 465.00 Be-
treuungsunterhalt) 

 2. Es sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten einen persönli-
chen Unterhaltsbeitrag für die Dauer des Verfahrens in der Höhe 

- 3 - 

von monatlich CHF 1'800.00 zu bezahlen, zahlbar jeweils auf den 
Ersten eines jeden Monats zum Voraus.  

 Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen (zu-
züglich Mehrwertsteuer)." 

 

Verfügung des Einzelgerichtes: 

1. In Abänderung des Eheschutzurteils des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abtei-

lung, vom 12. April 2017 (Geschäfts-Nr. EE170100) ist der Kläger für die 

weitere Dauer des Scheidungsverfahrens berechtigt und verpflichtet, die 

Kinder C._____ und D._____ vier Mal unter der Woche (derzeit von Montag 

bis Donnerstag) während der Mittagszeit auf eigene Kosten zu sich oder mit 

sich zu nehmen und zu betreuen.  

Darüber hinaus gilt für die weitere Dauer des Verfahrens die Betreuungsre-

gelung gemäss dem Eheschutzurteil vom 12. April 2017 weiterhin. 

2. In Abänderung des Eheschutzurteils vom 12. April 2017 wird der Kläger ver-

pflichtet, der Beklagten für die Dauer des Scheidungsverfahrens an den Un-

terhalt und die Erziehung der Kinder folgende Kinderunterhaltsbeiträge, zu-

züglich allfällige Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezah-

len: 

 Für C._____: 

- CHF  1'647.-  ab 3. September 2018 bis 31. Dezember 2018 (davon 
CHF 394.85 als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'580.-  ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 (davon 
CHF 403.80 als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'750.-  ab 1. April 2019 bis 30. Juni 2019 (davon CHF 403.80 
als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'786.-  ab 1. Juli 2019 bis 18. August 2019 (davon CHF 403.80 
als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'622.-  ab 19. August 2019 (davon CHF 403.80 als Betreu-
ungsunterhalt) 

  

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 Für D._____: 

- CHF  1'622.-  ab 3. September 2018 bis 31. Dezember 2018 (davon 
CHF 394.90 als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'555.-  ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 (davon 
CHF 403.85 als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'525.-  ab 1. April 2019 bis 30. Juni 2019 (davon CHF 403.85 
als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'560.-  ab 1. Juli 2019 bis 18. August 2019 (davon CHF 403.85 
als Betreuungsunterhalt) 

- CHF  1'396.-  ab 19. August 2019 (davon CHF 403.85 als Betreu-
ungsunterhalt) 

Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte zahlbar, und zwar monatlich im 

Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.  

Im Übrigen gilt die ihm Eheschutzverfahren getroffene Regelung betreffend 

die Tragung der ausserordentlichen Kinderkosten und der Kosten während 

der Ferienzeit mit den Kindern (Ziffer 3.3. des Eheschutzurteils vom 12. April 

2017) weiterhin.  

3. In Abänderung des Eheschutzurteils vom 12. April 2017 wird der Kläger ver-

pflichtet, der Beklagten für die Dauer des Scheidungsverfahrens persönliche 

Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 

- CHF  555.-  ab 3. September 2018 bis 31. Dezember 2018 
- CHF  1'104.-  ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 
- CHF  1'130.-  ab 1. April 2019 bis 30. Juni 2019 
- CHF  1'145.-  ab 1. Juli 2019 bis 18. August 2019 
- CHF  1'174.-  ab 19. August 2019 

Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte zahlbar, und zwar monatlich im 

Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. 

4. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 2. und 3. reduzieren sich ab dem Fol-

gemonat nach Erhalt eines allfälligen Bonus durch die Beklagte während der 

Dauer von zwölf Monaten jeweils um 1/12 dieses Nettobonus, anrechenbar 

in erster Linie je zur Hälfte an die Anteile Betreuungsunterhalt für die beiden 

- 5 - 

Kinder gemäss Ziffer 2. und in zweiter Linie an den persönlichen Unterhalt 

gemäss Ziffer 3.  

Die Beklagte wird verpflichtet, den Kläger unverzüglich nach Erhalt/Nicht-

erhalt eines allfälligen Bonus unter Vorlage entsprechender Unterlagen zu 

informieren.  

5. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 2. und 3. vorstehend 

basiert auf folgenden Grundlagen:  

Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen 

separat: 

- Kläger:  CHF  9'413.35 (100 %-Pensum) 
   CHF  429.25 (Wertschriftenertrag) 
- Beklagte: CHF  2'671.20 (50 %-Pensum) 
   CHF  85.35 (hypothetischer Wertschriftenertrag) 
- Kinder:  je die Kinderzulage von derzeit CHF 200.– 

 Vermögen (ungefähr): 

- Kläger: CHF 298'376.– (Stand 31. Dezember 2017) 
- Beklagte: CHF 204'870.– (Stand 31. Dezember 2017) 
- C._____:  CHF 15'000.– (Stand EE-Verfahren) 
- D._____:  CHF 18'000.– (Stand EE-Verfahren) 

6. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden im Endentscheid geregelt. 

7./8. Schriftliche Mitteilungen/Rechtsmittel 

Berufungsanträge: 

des Gesuchstellers, Klägers und Berufungsklägers (act. 2): 
 

" 1. Es seien die Dispositiv-Ziffern 2, 3 und 5 der Verfügung der 
2. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 31. Juli 2019 aufzu-
heben und es sei im Sinne der nachfolgenden Anträge zu ent-
scheiden. 

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 1.1. Es sei Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils des Einzelgerichts des Be-
zirksgerichts Zürich im summarischen Verfahren vom 12. April 
2017, EE170100, per 1. Mai 2018 aufzuheben und durch nach-
folgende Regelung zu ersetzen: 

  - Der Kläger sei zu verpflichten, während der Dauer des 
Scheidungsverfahrens für die Kinder monatliche Unterhalts-
beiträge (zuzüglich Kinderzulagen) wie folgt zu bezahlen, 
zahlbar an die Beklagte, und zwar im Voraus auf den Ersten 
eines jeden Monats: 

   Für C._____: 
   CHF 1'343 ab 3. September 2018 bis 31. Dezember 

2018 (davon CHF 367 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 1'376 ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 (davon 

CHF 409 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 1'562 ab 1. April 2019 bis 30. Juni 2019 (davon 

CHF 409 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 1'549 ab 1. Juli 2019 bis 18. August 2019 (davon 

CHF 409 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 1'222 ab 19. August 2019 für die weitere Dauer 

des Scheidungsverfahrens (davon CHF 387 
Betreuungsunterhalt) 

   Für D._____: 
   CHF 1'318 ab 3. September 2018 bis 31. Dezember 

2018 (davon CHF 367 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 1'351 ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 (davon 

CHF 409 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 1'336 ab 1. April 2019 bis 30. Juni 2019 (davon 

CHF 409 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 1'324 ab 1. Juli 2019 bis 18. August 2019 (davon 

CHF 409 Betreuungsunterhalt) 
   CHF 997  ab 19. August 2019 für die weitere Dauer 

des Scheidungsverfahrens (davon CHF 387 
Betreuungsunterhalt) 

 1.2. In Abänderung des Urteils des Einzelgerichts des Bezirksge-
richts Zürich im summarischen Verfahren vom 12. April 2017, 
EE170100, sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens die nachfolgenden persönli-
chen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 

   CHF 401 ab 3. September 2018 bis 31. Dezember 
2018 

   CHF 416 ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 

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   CHF 452 ab 1. April 2019 bis 30. Juni 2019 
   CHF 438 ab 1. Juli 2019 bis 18. August 2019 
   CHF 350 ab 19. August 2019 für die weitere Dauer 

des Scheidungsverfahrens 
  zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines Monats. 
  Sofern die Kinderunterhaltsbeiträge aufgrund von Positionen im 

Betreuungsunterhalt höher ausfallen sollten, sei der Ehegatten-
unterhalt in diesem Umfang tiefer zuzusprechen (Eventualan-
trag). 

 2. Es sei festzustellen, dass der Kläger in dieser Periode (seit 
3. September 2018) an den Unterhalt der Beklagten und der 
Kinder den Betrag von CHF 82'155.05 geleistet hat und es sei 
die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger die zu viel bezahlten 
Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 21'731 zurückzuerstat-
ten. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% 
MwSt.) zu Lasten der Berufungsbeklagten." 

 
der Gesuchsgegnerin, Beklagten und Berufungsbeklagten (act. 14): 
 

" 1. Es sei die Berufung abzuweisen. 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-

steuer) zulasten des Berufungsklägers." 
  

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Erwägungen: 

I. 
(Sachverhalt und Prozessgeschichte) 

1. Die Parteien haben am tt. Juli 2010 geheiratet. Sie haben die gemeinsamen 

Kinder C._____, geboren am tt. mm. 2009, und D._____, geboren am tt. mm. 

2011 (act. 7/3). Die Parteien leben seit dem 1. September 2016 getrennt und 

standen sich seit dem 16. März 2017 in einem Eheschutzverfahren gegenüber, in 

dessen Rahmen sie eine Vereinbarung, u.a. betreffend Obhut, Betreuung und Un-

terhalt, schlossen. Die Obhut wurde beiden Parteien mit wechselnder Betreuung 

übertragen, wobei der Betreuungsanteil durch den Gesuchsteller, Kläger und Be-

rufungskläger (fortan Kläger) gemäss Vereinbarung einem umfangreicheren ge-

richtsüblichen Besuchsrecht entsprach. Zudem verpflichtete sich der Kläger zur 

Leistung von Kindesunterhaltsbeiträgen für C._____ und D._____. Auf das Fest-

setzen von Ehegattenunterhaltsbeiträgen verzichtete die Gesuchsgegnerin, Be-

klagte und Berufungsbeklagte (fortan Beklagte) mangels Leistungsfähigkeit des 

Klägers einstweilen. Die Vereinbarung wurde vom Einzelgericht des Bezirksge-

richtes Zürich mit Entscheid vom 12. April 2017 genehmigt (Kinderbelange) bzw. 

wurde davon Vormerk genommen (vgl. Geschäfts-Nr. EE170100-L, act. 7/6, insb. 

act. 7/6/30; vgl. auch hiernach E. II./2.1. u. III./1.1.). 

2.1. Mit Eingabe vom 3. September 2018 machte der Kläger eine Scheidungs-

klage beim Einzelgericht des Bezirksgerichtes Zürich (Vorinstanz) anhängig und 

beantragte den Erlass vorsorglicher Massnahmen, namentlich die Abänderung 

der im Eheschutz festgesetzten Kindesunterhaltsbeiträge für die Dauer des 

Scheidungsverfahrens (act. 7/1). 

2.2. Am 21. November 2018 fand vor Vorinstanz die Verhandlung u.a. zu den 

vorsorglichen Massnahmen statt, anlässlich derer die Parteien ihre Anträge stell-

ten bzw. modifizierten und zu den Äusserungen der Gegenseite jeweils Stellung 

nehmen konnten. Zudem wurden die Parteien persönlich durch das Gericht be-

fragt. Im Rahmen der Verhandlung stellte der Kläger u.a. neu den Antrag, es sei 

ihm für die Dauer des Scheidungsverfahrens die Mittagsbetreuung für die Kinder 

- 9 - 

an denjenigen Tagen, an welchen die Beklagte arbeite, zuzuweisen (vgl. zum 

Ganzen: Prot. Vi. S. 7 ff. mit Hinweisen auf die vorinstanzlichen Akten). Am 

5. November 2018 fanden zudem vor Vorinstanz die Kinderanhörungen von 

C._____ und D._____ statt (act. 7/57). Im Übrigen ist zur vorinstanzlichen Pro-

zessgeschichte auf die diesbezüglichen Ausführungen im vorinstanzlichen Ent-

scheid zu verweisen (act. 4/1 = act. 6 = act. 7/106, E. I.). 

2.3. Nach durchgeführtem Verfahren erging am 31. Juli 2019 der eingangs wie-

dergegebene Entscheid betreffend die vorsorglichen Massnahmen in unbegrün-

deter Fassung (act. 7/87, vgl. hiervor S. 3 ff.). Nachdem beide Parteien die Be-

gründung des Entscheides verlangt hatten (act. 7/91–92), wurde ihnen die be-

gründete Fassung (act. 4/1 = act. 6 = act. 7/106, nachfolgend zitiert als act. 6) je-

weils am 4. Februar 2020 zugestellt (Kläger: act. 7/107/1; Beklagte: act. 7/107/2).  

3.1. Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger mit Eingabe vom 14. Februar 

2020 (Datum Poststempel) fristgerecht Berufung und stellte die eingangs wieder-

gegebenen Anträge, namentlich beantragt er die Reduktion der von der Vor-

instanz festgesetzten Unterhaltsbeiträge (act. 2 u. Beilagen act. 4/1–18, vgl. hier-

vor S. 5 ff.; vgl. zur Rechtzeitigkeit act. 7/107/1).  

3.2. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 7/1–107). Mit Verfü-

gung vom 21. Februar 2020 wurde dem Kläger Frist zur Leistung eines Kosten-

vorschusses angesetzt. Zudem wurde die Prozessleitung delegiert (act. 8). Der 

Kostenvorschuss ging innert Frist bei der Kasse des Obergerichts ein (act. 10). 

Mit Verfügung vom 31. März 2020 wurde die Frist zur Berufungsantwort ange-

setzt. Die Beklagte erstattete diese innert Frist und beantragte darin die Abwei-

sung der Berufung (act. 13; act. 14 u. Beilagen act. 15/1–14; hiervor S. 7). Mit 

Verfügung vom 14. April 2020 wurden Berufung und Berufungsantwort der Kinds-

vertreterin zur Stellungnahme zugestellt (act. 16). Die Kindsvertreterin erklärte da-

rauf gegenüber der Kammer telefonisch, auf eine Stellungnahme zu verzichten 

(act. 19). 

3.3. Das Doppel der Berufungsantwort samt Beilagen wurde dem Kläger unter 

Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme zu den in der Berufungsantwort vorge-

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tragenen Noven mit Verfügung vom 6. Mai 2020 zugestellt (act. 20). Daraufhin 

ging innert Frist am 20. Mai 2020 eine umfangreiche Eingabe des Klägers ein, in 

welcher diverse Noven vorgetragen wurden (act. 22 u. Beilagen act. 23/1–15). Die 

Kammer lud die Parteien daraufhin zu einer mündlichen Verhandlung zur Gewäh-

rung des Replikrechts mittels Videokonferenz vor (act. 25–28). Vorgängig zur 

Verhandlung wurde der Beklagten die Eingabe des Klägers vom 20. Mai 2020 

samt Beilagen zur Kenntnis zugestellt (act. 24). Zudem erfolgte seitens des Klä-

gers am 3. Juni 2020 eine weitere Noveneingabe, welche in Kopie an die Beklag-

te ging (act. 30 u. act. 31/1–3). Am 15. Juni 2020 fand die Verhandlung mittels Vi-

deokonferenz statt, anlässlich derer die Beklagte dem Gericht ihre Plädoyernoti-

zen samt Beilagen einreichte und erstere verlas, und die Parteien abschliessend 

Stellung nehmen konnten (Prot. S. 7 ff.; act. 32 u. 33/1–3). Nachdem die Parteien 

auf weitere Stellungnahmen verzichteten, wurde ihnen seitens des Gerichts mit-

geteilt, dass sich die Sache nun in Beratung befinde (Prot. S. 23). 

3.4. Die Sache ist spruchreif. 

II. 
(Prozessuales) 

1. Rechtliche Vorbemerkungen 

1.1. In einem Scheidungsverfahren trifft das Gericht gemäss Art. 276 Abs. 1 ZPO 

die nötigen vorsorglichen Massnahmen. Vorsorgliche Massnahmen werden im 

summarischen Verfahren erlassen, materiell- und verfahrensrechtlich kommen die 

Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft 

sinngemäss zur Anwendung.  

1.2.1. Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen ist die 

Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Gegenstand des vorliegenden Ver-

fahrens sind die Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge für den Zeitraum ab 

3. September 2018. Damit liegt eine vermögensrechtliche Streitigkeit vor, wobei 

der Streitwert für die Berufung erreicht ist (Art. 308 Abs. 2 ZPO, vgl. Verfügung 

vom 21. Februar 2020, act. 8).  

- 11 - 

1.2.2. Im Berufungsverfahren wird der erstinstanzliche Entscheid überprüft. Dabei 

kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung 

des Sachverhaltes geltend gemacht (Art. 310 ZPO). Ebenfalls gerügt werden 

kann die (blosse) Unangemessenheit des vorinstanzlichen Entscheides, da es 

sich bei der Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel handelt. Bei der Ermes-

sensüberprüfung auferlegt sich die Berufungsinstanz grundsätzlich insoweit Zu-

rückhaltung, als sie nicht eigenes Rechtsfolgeermessen ohne Weiteres an die 

Stelle des vorinstanzlichen stellt, insbesondere wo es örtliche und persönliche 

Verhältnisse zu berücksichtigen gilt, denen das Sachgericht nähersteht (vgl. 

BK ZPO-STERCHI, 2012, Art. 310 N 3; BLICKENSTORFER, DIKE-Komm ZPO, 2. Aufl. 

2016, Art. 310 N 10).  

 Es gilt die Begründungsobliegenheit, was bedeutet, dass die Berufung füh-

rende Partei sich mit den Erwägungen der Vorinstanz im Einzelnen auseinander-

zusetzen und konkret aufzuzeigen hat, was am angefochtenen Urteil  

oder am Verfahren des Bezirksgerichts falsch war. Daher genügt es nicht, ledig-

lich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen zu verweisen oder diese 

einfach zu wiederholen, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zu-

friedenzugeben oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise zu kriti-

sieren (vgl. BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1). Fehlt eine hinreichende Begründung, tritt 

die Berufungsinstanz insoweit auf die Berufung nicht ein (vgl. z.B. BGE 138 III 

374 E. 4.3.1). Dies gilt auch im Bereich der Untersuchungsmaxime (vgl. ZK ZPO-

REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, Art. 310 N 5 f. und Art. 311 N 36 ff., insb. N 37 

m.w.H.).  

1.2.3. Im Berufungsverfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen gilt sodann – 

wie bereits im erstinstanzlichen Verfahren – eine Beweismittel- und Beweismass-

beschränkung. Der Sachverhalt wird mithin nicht mit der gleichen Tiefe abgeklärt 

wie im ordentlichen Verfahren. Es geht darum, eine einstweilige Lösung für die 

Dauer des Scheidungsverfahrens zu finden. Ein strikter Beweis ist nicht nötig, 

Glaubhaftmachung genügt. 

 In Kinderbelangen gilt auch im Rechtsmittelverfahren die strenge Untersu-

chungsmaxime, d.h. das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen zu erfor-

schen (sog. Freibeweis; Art. 296 Abs. 1 ZPO). Die Untersuchungsmaxime wird 

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indes durch die von den Parteien begründet vorzutragenden Beanstandungen in 

ihrem sachlichen Umfang beschränkt (vgl. BGer, 5A_141/2014 vom 28. April 

2014, E. 3.4; 5D_65/2014 vom 9. September 2014, E. 5.1). Sie führt ferner nicht 

dazu, dass die Parteien von der Mitwirkung gänzlich entbunden wären. In aller 

Regel sind sie über die massgebenden Verhältnisse selber am besten informiert 

und dokumentiert. Wo sie ihrer Obliegenheit zur Mitwirkung nicht oder nur unge-

nügend nachkommen, und wo die so erstellten Grundlagen eines Entscheids 

nicht offenkundig unrichtig sind, darf das Gericht zulasten der nachlässigen Partei 

darauf abstellen und auf weitere eigene Abklärungen verzichten (z.B. OGer ZH, 

LY160050 vom 18. April 2017, E. II.3.2). 

1.2.4. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel 

(Noven) im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug 

vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 

hätten vorgebracht werden können. Zu beachten bleibt freilich, dass das Gericht – 

im Rahmen der Beanstandungen auch die Berufungsinstanz – in Kinderbelangen 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und 

daher auch im Rechtsmittelverfahren von sich aus Untersuchungen anstellen 

kann bzw. muss (vgl. BGer 5A_528/2015 vom 21. Januar 2016, E. 2 u.H.a. BGE 

138 III 625). Nach der Praxis der Kammer führt dies dazu, dass in Kinderbelangen 

in Abweichung von Art. 317 Abs. 1 ZPO Noven auch noch im Berufungsverfahren 

unbeschränkt bis zum Beginn der Urteilsberatung zuzulassen sind (statt vieler: 

OGer ZH LY160050 vom 18. April 2017, E. II.3.2). 

1.2.5. Im Entscheid über die Berufung ist dabei auf die durch die Parteien erho-

benen Einwände einzugehen, indes verpflichtet die Begründungspflicht 

(Art. 53 ZPO) das Gericht nicht dazu, sich mit jedem einzelnen rechtlichen oder 

sachverhaltlichen Einwand der Parteien eingehend auseinanderzusetzen. Viel-

mehr darf sich das Gericht in der Begründung seines Entscheids auf die wesentli-

chen Überlegungen konzentrieren, von welchen es sich hat leiten lassen und auf 

die sich sein Entscheid stützt.  

- 13 - 

2. Unangefochtenes 

2.1.1. Im Eheschutzentscheid vom 12. April 2017 wurde die elterliche Sorge bei 

beiden Eltern gemeinsam belassen und es wurde ihnen die Obhut mit wechseln-

der Betreuung übertragen. Dem Kläger wurde die Kinderbetreuung zugewiesen 

für alle zwei Wochen von Freitagabend bis Sonntagabend, jeden Donnerstag-

abend bis Freitagmorgen, zudem während drei Wochen Ferien pro Jahr und der 

Hälfte der Feiertage (EE170100, vgl. act. 7/6/30). 

2.1.2. Der Kläger beantragte im vorinstanzlichen Massnahmenverfahren – wie in 

E. I./2.2. hiervor gezeigt –, es sei ihm (zusätzlich zur bisherigen Betreuung) die 

Betreuung der Kinder über Mittag an den Tagen, an denen die Beklagte arbeite, 

zuzuweisen (Prot. Vi. S. 18). Dem Antrag des Klägers folgend entschied die Vor-

instanz mit der hier angefochtenen Verfügung, der Kläger sei für die Dauer des 

Scheidungsverfahrens zusätzlich zu der oben wiedergegebenen Betreuung be-

rechtigt und verpflichtet, die gemeinsamen Kinder C._____ und D._____ vier Mal 

unter der Woche – derzeit von Montag bis Donnerstag – während der Mittagszeit 

auf eigene Kosten zu sich oder mit sich zu nehmen und zu betreuen (act. 6 

E. III./3. und S. 41 Dispositiv Ziffer 1, vgl. hiervor S. 3 ff.).  

2.1.3. Diese Anpassung der Betreuungsregelung wird in der Berufung nicht ange-

fochten. Entsprechend ist Vormerk zu nehmen, dass diese Regelung (Dispositiv 

Ziffer 1 der Verfügung vom 31. Juli 2019) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.2. Ebenfalls nicht angefochten wird Dispositiv Ziffer 4 des vorinstanzlichen Ent-

scheids, demgemäss sich die Unterhaltsbeiträge bei Erhalt eines allfälligen Bonus 

durch die Beklagte um 1/12 des Nettobonus reduzierten, wobei die Beklagte den 

Kläger über den Erhalt oder Nichterhalt unverzüglich zu informieren habe (vgl. 

act. 6 S. 43 Dispositiv Ziffer 4, vgl. hiervor S. 3 ff.). Darauf ist hier folglich eben-

falls nicht mehr einzugehen. Es ist Vormerk zu nehmen, dass diese Regelung 

(Dispositiv Ziffer 4 der Verfügung vom 31. Juli 2019) in Rechtskraft erwachsen ist. 

- 14 - 

III. 
(Zur Berufung) 

1. Vorbemerkungen 

1.1. Mit Eheschutzentscheid vom 12. April 2017 wurde der Kläger verpflichtet, für 

C._____ ab 1. April 2017 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'332.30 

(davon Fr. 1'651.40 als Betreuungsunterhalt) zu leisten und für D._____ 

Fr. 2'312.10 (davon Fr. 1'653.– als Betreuungsunterhalt), wobei festgehalten wur-

de, dass unter Berücksichtigung dieser Beträge bei C._____ eine monatliche Un-

terdeckung von Fr. 147.60 und für D._____ eine solche von monatlich Fr. 147.70 

bestehe, jeweils entfallend auf den Betreuungsunterhalt, sofern die Beklagte nicht 

eine Bonusbeteiligung von mehr als Fr. 3'600.– erhalte. Die Beklagte verzichtete 

mangels Leistungsfähigkeit des Klägers einstweilen auf die Zusprechung von 

Ehegattenunterhaltsbeiträgen (vgl. EE170100, act. 7/6/30; vgl. auch E. I./1.). 

1.2. Vor Vorinstanz verlangte der Kläger im Rahmen der vorsorglichen Mass-

nahmen im Scheidungsverfahren eine Abänderung dieser Unterhaltsbeiträge, da 

die Beklagte neu seit Mai 2018 eine Anstellung habe und (gemäss seiner Darstel-

lung) netto inkl. 13. Monatslohn Fr. 2'788.– verdiene. Dies stelle eine wesentliche 

Veränderung der Verhältnisse dar und rechtfertige eine Abänderung des im Ehe-

schutz Festgesetzten bzw. eine Herabsetzung der von ihm gemäss Ehe-

schutzentscheid geschuldeten Unterhaltsbeiträge (vgl. act. 7/1 S. 5 u. act. 7/42A 

S. 1 f.; vgl. zu seinen konkret gestellten Anträgen vor Vorinstanz S. 2). Die Be-

klagte stellte daraufhin ebenfalls Anträge in Bezug auf den Kinderunterhalt und 

verlangte zusätzlich einen Unterhaltsbeitrag für sich persönlich (act. 7/44 S. 2; vgl. 

zu ihren konkret gestellten Anträgen vor Vorinstanz S. 2 f.). 

1.3. Die Vorinstanz bejahte zumindest implizit das Vorliegen eines Abände-

rungsgrunds (ausdrücklich äussert sie sich dazu nicht, obwohl sie die diesbezüg-

lichen rechtlichen Grundlagen einleitend wiedergab, vgl. act. 6 E. III./1.), und ein 

solcher ist wegen der neu hinzukommenden Erwerbstätigkeit der Beklagten, wel-

che zu einer wesentlichen und dauerhaften Veränderung der Verhältnisse führt, 

gegeben. Dies ist zwischen den Parteien unstrittig.  

 Nach durchgeführtem Verfahren setzte die Vorinstanz daher unter Anwen-

- 15 - 

dung der sog. zweistufigen Berechnungsmethode (Existenzminimumberechnung 

mit Überschussverteilung) die durch den Kläger zu leistenden Unterhaltsbeiträge 

in Abänderung des Eheschutzentscheides vom 12. April 2017 neu fest.  

 Der Übersichtlichkeit halber wird hier darauf verzichtet, die der vorinstanzli-

chen Berechnung zu Grunde liegenden Einkommens- und Bedarfszahlen in ihrer 

Gesamtheit wiederzugeben. Es ist auf die entsprechenden Tabellen im vor-

instanzlichen Entscheid sowie auf die eingangs wiedergegebenen Kennzahlen im 

Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids (Einkommen, Vermögen) zu verweisen 

(hiervor S. 3 ff.; Tabellen Bedarf vgl. act. 6 insb. S. 22 f., S. 28 f., S. 33 f.). 

1.4. Das methodische Vorgehen der Vorinstanz wird von den Parteien grund-

sätzlich nicht in Frage gestellt. Themen dieser Berufung bilden (unter Berücksich-

tigung von im Berufungsverfahren neu vorgebrachten und beachtlichen Noven) im 

Wesentlichen: 

 - das Erwerbseinkommen der Beklagten ab April 2020; 
 - die Wertschriftenerträge im Rahmen der Einkommensberechnung; 
 - die Grundbeträge; 
 - die Wohnkosten, insb. auf Seiten des Klägers; 
 - die Kosten für auswärtige Verpflegung auf Seiten des Klägers; 
 - die Kosten für die Krankenkasse (KVG) auf Seiten der Beklagten und 

der Kinder; 
 - die Position für die dritte Säule auf Seiten der Beklagten; 
 - der Überschussanteil an die Kinder; 
 - die Berücksichtigung bereits bezahlter Unterhaltsbeiträge. 

 Diese Themen sind nachfolgend im Einzelnen zu behandeln. Auf die vor-

instanzlichen Erwägungen und das von den Parteien Vorgetragene wird dabei nur 

soweit eingegangen, als es für diesen Entscheid relevant ist. 

1.5. Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen zum Ehegatten- und Kinderunterhalt 

kann sodann auf die ausführlichen Erläuterungen der Vorinstanz verwiesen wer-

den (vgl. act. 6 E. III./4.2.). Es ist darauf im nachfolgenden konkret einzugehen, 

sofern von besonderer Relevanz.  

- 16 - 

2. Einkommen der Parteien 

2.1.1. Die Vorinstanz ging beim Kläger von einem monatlichen Nettoerwerbsein-

kommen bei einem 100%-Pensum bei der E._____ GmbH von Fr. 9'413.35 aus 

und bei der Beklagten von einem solchen bei einem 50%-Pensum bei der 

F._____ AG von Fr. 2'671.20 (act. 6 E. III./4.3.1. und III./4.4.1.). Diese Nettoein-

kommen ficht der Kläger mit seiner Berufung vom 14. Februar 2020 nicht an. Er 

bemängelt im Hinblick auf die Einkommen der Parteien vielmehr die durch die Vo-

rinstanz zum jeweiligen Erwerbseinkommen addierten Wertschriftenerträge 

(act. 12 Rz. ff.; vgl. dazu nachfolgend E. III./2.4.). 

2.1.2. Im Laufe des Berufungsverfahrens haben sich indes Neuerungen im Hin-

blick auf die Erwerbseinkommen der Parteien ergeben. Darauf ist vorab einzuge-

hen.  

2.2. Geändertes Erwerbseinkommen der Beklagten, hypothetisches Einkommen 

2.2.1. Wie gezeigt ging die Vorinstanz bei der Beklagten von einem Einkommen 

von Fr. 2'671.20 bei einem 50%-Pensum aus, was vom Kläger im Rahmen seiner 

Berufungsschrift nicht beanstandet wurde (act. 2 Rz. 12 f.). 

2.2.2. Im Rahmen ihrer Berufungsantwort macht die Beklagte als Novum geltend, 

die Stelle bei der F._____ per Ende März 2020 verloren zu haben. Als Beleg 

reicht sie das Kündigungsschreiben vom 28. Oktober 2019 ein (act. 15/1). Per 

1. April 2020 sei sie in einer 50%-Stelle bei der G._____ AG beschäftigt, wo sie 

zuzüglich einer Sprachzulage von Fr. 150.– monatlich einen Bruttolohn von 

Fr. 2'394.– erhalte. Einen 13. Monatslohn erhalte sie – wie in Ziffer 4 des Arbeits-

vertrages festgehalten (vgl. act. 15/3) – nicht, und auch ein Bonus sei nicht vorge-

sehen. Unter Berücksichtigung der vorzunehmenden Abzüge von Fr. 211.80 er-

gebe dies ein Nettoeinkommen ab April 2020 von Fr. 2'182.20 monatlich (act. 14 

Rz. 11–13). 

 Bei dieser neu vorgebrachten Tatsache handelt es sich um ein echtes No-

vum, welches im Rahmen des Berufungsverfahrens zu berücksichtigen ist 

(Art. 317 Abs. 1 ZPO).  

- 17 - 

2.2.3. Die Berufungsantwort wurde dem Kläger samt Beilagen zugestellt und ihm 

wurde Frist angesetzt, um zum neuen Vorbringen der Beklagten Stellung zu neh-

men (act. 20). 

2.2.4. In der daraufhin bei der Kammer eingereichten Stellungnahme (act. 22 

Rz. 19 ff.) sowie anlässlich der Verhandlung vom 15. Juni 2020 (vgl. Prot. S. 7 ff., 

insb. S. 8 ff. u. 22 f.) moniert der Kläger das nun reduzierte Einkommen der Be-

klagten. Die Beklagte sei für ihre neue Stelle beim Callcenter klar überqualifiziert 

und die Stelle sei zudem perspektivenlos. Die Beklagte hätte selbst durch die 

Entschädigung der Arbeitslosenkasse mehr erhalten, als sie jetzt verdiene. Sie 

habe ein halbes Jahr Zeit gehabt, eine neue Stelle zu suchen, und ihre Such-

bemühungen seien weder glaubhaft gemacht, noch hinreichend. Der Kläger gehe 

davon aus, dass die Beklagte freiwillig und in Kenntnis des dadurch für den Klä-

ger allenfalls entstehenden finanziellen Schadens auf die Erzielung eines höheren 

Einkommens verzichtet habe. Gemäss den Angaben im Salarium (act. 23/4) so-

wie mit Blick auf die offenen Stellen in Stellenportalen (act. 23/6) sei es der Be-

klagten möglich, ein Einkommen von Fr. 3'483.– zu erzielen und dieses sei ihr als 

hypothetisches Einkommen anzurechnen. Im Übrigen sei er der Ansicht, dass die 

Beklagte unter dem aktuellen Betreuungsmodell ohne weiteres 80% arbeiten 

könne – in diesem Fall betrage das ihr anrechenbare Einkommen gar Fr. 5'572.–, 

und sie hätte sich proportional am Barunterhalt der Kinder zu beteiligen. Er modi-

fiziere seinen Antrag in Bezug auf den Ehegattenunterhalt dahingehend, dass bei 

Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von über Fr. 3'798.– der Beklag-

ten in der letzten Phase kein Ehegattenunterhalt mehr zuzusprechen sei.  

2.2.5. Dass die Beklagte in einem 80%-Pensum zu arbeiten habe, machte der 

Kläger in seiner Berufungsschrift vom 14. Februar 2020 (act. 2) nicht geltend – er 

beanstandete das von der Beklagten erzielte Einkommen und damit auch ihr 

Pensum im Umfang von 50% nicht. Wenn er nun im Rahmen seiner Novenstel-

lungnahme neu vorträgt, ein 80%-Pensum sei der Beklagten mit Blick auf das Be-

treuungsmodell möglich (act. 22 Rz. 25; Prot. S. 12), bleibt darauf hinzuweisen, 

dass sich am Betreuungsmodell – welches er zur Begründung seines neuen 

Standpunktes heranzieht – im Laufe des Berufungsverfahrens nichts geändert 

- 18 - 

hat. Der Kläger ist darauf zu behaften, dass er das 50%-Pensum der Beklagten 

unter dem geltenden Betreuungsmodell im Rahmen der Berufung nicht bean-

standet hat. Das Berufungsverfahren dient nicht dazu, den vorinstanzlichen Pro-

zess neu aufzurollen und den Standpunkt ohne Vorliegen neuer relevanter Um-

stände beliebig zu ändern. Vielmehr ist es in erster Linie Aufgabe der Berufungs-

instanz, den vorinstanzlichen Entscheid auf Beanstandungen der Parteien hin auf 

seine Richtigkeit zu überprüfen. Im Übrigen erscheint ein solcher Wechsel des 

bisherigen Standpunktes ohne äusseren Grund als treuwidrig und verdient auch 

aus diesem Grund keinen Rechtsschutz (widersprüchliches Verhalten – venire 

contra factum [vel dictum] proprium; vgl. z.B. OGer ZH NG170015 vom 4. Oktober 

2017, E. III.3.2. u. NP130005 vom 10. Juli 2013, E. II.4.4). Auf das Vorbringen, die 

Beklagte habe einem 80%-Pensum nachzugehen, braucht damit nicht weiter ein-

gegangen zu werden.  

2.2.6. Selbiges gilt für den neu verfolgten Standpunkt, die Beklagte habe sich in 

einem 50%-Pensum ein hypothetisches Einkommen von Fr. 3'483.– anrechnen 

zu lassen. Wie gezeigt, monierte der Kläger ursprünglich das Einkommen der Be-

klagten von Fr. 2'671.20 bei einem 50%-Pensum nicht. Wenn er nun geltend 

macht, mit Blick auf die Arbeitserfahrung und die Ausbildung bzw. Qualifikationen 

der Beklagten wäre die Erzielung eines höheren Einkommens möglich, so handelt 

es sich bei diesen Umständen nicht um neue Tatsachen. Sowohl der Ausbil-

dungsstand wie auch die Arbeitserfahrung waren zum Zeitpunkt der Berufungs-

schrift im Februar 2020 bekannt. Dennoch verzichtete der Kläger auf die Gel-

tendmachung eines hypothetischen Einkommen; vielmehr akzeptierte er in 

Kenntnis der Umstände das damals erzielte und von der Vorinstanz berücksichtig-

te Einkommen der Beklagten. Darauf ist er mit Blick auf die soeben dargelegte 

Begründung zu behaften (vgl. E. III./2.2.5.), umso mehr, als sich die Anrechnung 

eines hypothetischen Einkommens von Fr. 3'483.– einzig auf den Ehegattenun-

terhalt auswirkte und in diesem Zusammenhang eine Klageänderung im Beru-

fungsverfahren nur noch zulässig ist, wenn diese auf neuen Tatsachen (gemeint 

sind sowohl echte als auch unechten Noven, vgl. BSK ZPO-SPÜHLER, 3. Aufl. 

2017, Art. 317 N 14) beruht (Art. 317 Abs. 2 lit. b ZPO). Dies ist hier nicht der Fall. 

Unter diesen Umständen braucht nicht näher auf die Frage eingegangen zu wer-

- 19 - 

den, ob die Beklagte in der Lage bzw. ob ihr zuzumuten wäre, ein Einkommen 

von Fr. 3'483.– zu erzielen.  

2.2.7.1. Damit fragt sich einzig noch, ob die Einkommensreduktion bei der Beklag-

ten zu berücksichtigen ist oder ob es ihr mit Blick auf die Argumente des Klägers 

möglich und zumutbar gewesen wäre, eine Stelle mit dem bisherigen Einkommen 

zu finden, ob ihr mithin das bisher erzielte Einkommen als hypothetisches Ein-

kommen weiterhin anzurechnen ist.  

2.2.7.2. Die Beklagte trägt anlässlich der Verhandlung vom 15. Juni 2020 zu den 

Vorbringen des Klägers vor, nachdem ihr gekündigt worden sei, habe sie sich bei 

der Stellensuche bemüht, indes habe sie sich bei 23 Bewerbungen an nur zwei 

Orten vorstellen können. Zum Beleg ihrer Arbeitsbemühungen reicht die Beklagte 

Aufstellungen ein, welche sie zuhanden der Arbeitslosenversicherung erstellt hat 

(act. 33/1–2). Sie habe eine Absage und eine Zusage – für die nun angetretene 

Stelle – erhalten. Sie habe sich nicht ohne Not zu einem tieferen Lohn anstellen 

lassen, und insbesondere habe sie den Kläger damit nicht schädigen wollen. Der 

Kläger übersehe zudem, dass zum einen Teilzeitstellen schlechter bezahlt wür-

den als Vollzeitstellen, zum andern verkenne er auch die Lage auf dem Arbeits-

markt. Die von ihm angerufenen Lohnempfehlungen richteten sich nicht an eine 

47-jährigen Arbeitnehmerin mit zwei Kindern, welche immerhin zehn Jahre nicht 

gearbeitet habe und eine 50%-Stelle suche. Selbst wenn die Stellenportale meh-

rere Teilzeitstellen anbieten würden, hiesse dies noch nicht, dass sie diese Stel-

len auch erhielte. Zudem sei bekannt, dass die Corona-Krise erhebliche Auswir-

kungen auf den Arbeitsmarkt habe, weshalb es ihr auch unter diesem Aspekt ak-

tuell nicht möglich sei, eine bessere Stelle zu finden. Die aktuelle Anstellung ent-

spreche den Fähigkeiten der Beklagten, und die Stelle sei auch nicht perspekti-

venlos, habe sie doch allenfalls die Möglichkeit, irgendwann Teamleiterin zu wer-

den und könne im Hinblick auf eine allfällige spätere Anstellung ihre Fremdspra-

chenkenntnisse auffrischen (act. 32 Rz. 5 ff. u. Prot. S. 7 f., 17 ff.). 

2.2.7.3. Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen darf vom tatsächlichen Leis-

tungsvermögen eines Ehegatten abgewichen und stattdessen von einem hypo-

thetischen Einkommen ausgegangen werden, wenn eine entsprechende Ein-

- 20 - 

kommenssteigerung möglich und zumutbar ist. Dabei handelt es sich um Voraus-

setzungen, welche kumulativ erfüllt sein müssen. Welche Tätigkeit zumutbar er-

scheint, ist eine Rechtsfrage. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar er-

kannte Tätigkeit möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist 

(z.B. BGE 144 III 481, E. 4; 143 III 233, E. 3.2; 137 III 102, E. 4.2.2.2). Wo die 

reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung fehlt, muss eine solche ausser Be-

tracht bleiben (BGE 128 III 4 E. 4a; BGE 119 II 314 E. 4a). 

 Ein hypothetisches Einkommen kann einem Ehegatten auch im Fall der 

Verminderung des tatsächlich erzielten Verdienstes angerechnet werden. Dabei 

ist der Grund für die Einkommensminderung unerheblich, sofern der betroffene 

Ehegatte bei ihm zumutbarer Anstrengung mehr zu verdienen vermöchte, mithin 

bei Ausschöpfung der Leistungsfähigkeit seine Einkommenssteigerung rückgän-

gig machen könnte. In diesem Fall ist die Anrechnung eines hypothetischen Ein-

kommens auch bei einer unverschuldeten Einkommensminderung zulässig (BGE 

128 III 4, E. 4a; BGer 5A_1008/2018 vom 28. Juni 2019, E. 5.2.2). Ist die Vermin-

derung des Einkommens dagegen tatsächlich unumkehrbar, darf ein hypotheti-

sches Einkommen nach Rechtsprechung des Bundesgerichts nur angerechnet 

werden, wenn der betroffene Ehegatte seinen Verdienst in Schädigungsabsicht 

geschmälert hat, namentlich wenn er böswillig handelt und sich ein rechtsmiss-

bräuchliches Verhalten vorwerfen lassen muss (BGer 5A_403/2019 vom 12. März 

2020, E. 4.1. m.w.H., insb. auf die diesbezügliche Praxisänderung in BGE 143 III 

233, E. 3; Art. 2 Abs. 2 ZGB).  

2.2.7.4. Die Beklagte hat ihre Stelle verloren und nun – nach erfolglosen Such-

bemühungen (vgl. hiernach) – eine Stelle mit tieferem Einkommen angenommen. 

Dies ist nicht mehr rückgängig zu machen. Es fragt sich damit in Anwendung der 

wiedergegebenen Rechtsprechung, ob ihr die sich aus dem Stellenwechsel erge-

bende Einkommensminderung vorgeworfen werden kann, mithin eine Schädi-

gungsabsicht zu bejahen ist.  

 Eine solche Schädigungsabsicht ist nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung nur mit grosser Zurückhaltung anzunehmen (vgl. BGer 5A_403/2019 vom 

12. März 2020, E. 4.3.2.). Gegen das Vorliegen einer solcher spricht bereits, dass 

die Beklagte ihre Stelle nicht freiwillig aufgegeben hat, was sich aus dem von ihr 

- 21 - 

eingereichten Kündigungsschreiben und dem Abschlusszeugnis (act. 15/1–2) 

ergibt und vom Kläger im Übrigen auch nicht bestritten wird. Ebenso sprechen die 

von der Beklagten geltend gemachten Suchbemühungen dagegen, dass sie 

leichthin eine schlechter bezahlte Stelle angenommen hat bzw. dies in der Ab-

sicht, den Kläger zu schädigen, tat. So ist durch die von ihr eingereichten Belege 

glaubhaft gemacht, dass sie zwischen Oktober 2019 und März 2020 insgesamt 23 

Arbeitsbemühungen unternommen hat (act. 33/1–2). Diesbezüglich ist hier einzu-

fügen, dass der Kläger die Glaubhaftigkeit der Suchbemühungen alleine mit dem 

Einwand, die Beklagte hätte der Kammer zusätzlich die jeweiligen Bewerbungen 

einreichen können, nicht zu erschüttern vermag. Umso mehr, als auch die Ar-

beitslosenversicherung – wie aus den Formularen ersichtlich – einzig auf die An-

gaben im Formular abstellt und lediglich verlangt, dass Kopien der Bewerbungs-

schreiben oder Absagebriefe auf Verlangen einzureichen seien (act. 33/1–2, je 

zweites Blatt).  

 Mit Blick auf diese glaubhaften Suchbemühungen und den Umstand, dass 

der Beklagten ihre vorherige Stelle gekündigt worden war, ist hinreichend ersicht-

lich, dass die Beklagte die schlechter bezahlte Arbeitsstelle nicht leichthin antrat, 

sondern in erster Linie mangels Alternativen mit dem Motiv, nicht arbeitslos zu 

werden. Eine Schädigungsabsicht ist zu verneinen. Daran ändert auch der Um-

stand nichts, dass der Kläger geltend macht, die Beklagte hätte mittels Erwerbs-

ersatz der Arbeitslosenkasse eine höhere Entschädigung erhalten, als ihr Ein-

kommen jetzt betrage (so in act. 22 Rz. 19; Prot. S. 9). Es darf der Beklagten 

nicht zum Vorwurf gereichen, wenn sie bemüht ist, eine Arbeitsstelle anzunehmen 

statt durch die Arbeitslosenkasse unterstützt zu werden. Zudem wäre eine Nicht-

annahme der Stelle beim Callcenter der Beklagten wohl spätestens dann vorge-

worfen worden, wenn sie bis Ablauf ihres Anspruches auf Arbeitslosentaggelder 

keine andere Stelle gefunden hätte. Bereits mangels Schädigungsabsicht ist der 

Beklagten ab April 2020 kein hypothetisches Einkommen anzurechnen.  

 Soweit zu fragen bleibt, ob es der Beklagten möglich und zumutbar ist, nach 

einer angemessenen Übergangsfrist wieder ein höheres Einkommen, namentlich 

im vom Kläger ursprünglich nicht beanstandeten Umfang, zu generieren und ihr in 

diesem Rahmen in Zukunft ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist, ist 

- 22 - 

dies mit Blick auf die geltend gemachten Suchbemühungen und die aktuelle 

Marktlage – zumindest im Rahmen der hier zu beurteilenden vorsorglichen Mass-

nahmen – zu verneinen. Die Beklagte verfügt über eine abgeschlossene KV-

Ausbildung, womit ihr eine Stelle als allgemeine Büro- und Sekretariatskraft (so 

beide Parteien, vgl. Kläger: act. 22 Rz. 23 u.H.a. act. 23/4–5; Beklagte act. 32 

Rz. 13; Prot. S. 17) zumutbar ist; eine solche Stelle besetzte sie auch bei ihrer 

vorherigen Arbeitgeberin (vgl. Aufgabenbereiche gem. Abschlusszeugnis, 

act. 15/2). Dass in einer solchen Anstellung ein höherer Lohn als der aktuelle ge-

neriert werden kann, zeigt sich grundsätzlich anhand der verlorenen Stelle wie 

auch am vom Kläger eingereichten Auszug aus dem Salarium (act. 23/4). Indes 

machen die von der Beklagten eingereichten Belege glaubhaft, dass sie sich wäh-

rend sechs Monaten insgesamt 23 Mal auf solche Büro- bzw. Sekretariatsstellen 

beworben hat (vgl. act. 33/1–2). Der Umfang der Suchbemühungen ist als ange-

messen zu bezeichnen, auch, da sich aus den Belegen ergibt, dass die Beklagte 

sich vielseitig und auch für verschiedene Pensen bewarb. Ihre Ausführungen, wo-

nach sie sich nur bei zwei der Stellen auch tatsächlich vorstellen konnte und sie 

schliesslich nur für die aktuelle Stelle eine Zusage erhielt, erscheinen glaubhaft. 

Insbesondere ist ihr zu folgen, soweit sie den diesbezüglichen Zweifeln des Klä-

gers entgegnet (Prot. S. 10), es sei bekannt, dass viele Arbeitgeber keine Absa-

gen mehr erteilten, weshalb selbige nicht nachgewiesen werden könnten (so in 

Prot. S. 17 f.). Dass die Beklagte allenfalls gar bessere Stellenangebote erhalten 

habe, bleibt eine reine Vermutung des Klägers (Prot. S. 10), für die es an An-

haltspunkten fehlt. Notorisch ist zudem, dass es im Alter der Beklagten ungleich 

schwieriger ist, eine neue Anstellung zu finden, insbesondere auch, da sie eine 

Lücke in der Erwerbstätigkeit von immerhin zehn Jahren aufweist. Zwar mag es 

zutreffen, dass sich die nun 1.5-jährige Erwerbstätigkeit bei der vorherigen Arbeit-

geberin positiv auswirkt, dies dürfte aber die erschwerenden Umstände bei der 

Beklagten nicht ohne weiteres wett machen.  

 Insgesamt hat die Beklagte hinreichend glaubhaft gemacht, dass es ihr zur 

Zeit bzw. in absehbarer Zeit nicht möglich ist, eine besser bezahlte Stelle zu fin-

den. Dies gilt nun umso mehr, als aktuell die erschwerende Situation auf dem Ar-

beitsmarkt infolge der Corona-Krise hinzukommt, welche ebenfalls notorisch ist. 

- 23 - 

Damit ist davon abzusehen, der Beklagten im Rahmen dieses Massnahmenver-

fahrens ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Es ist von ihrem nunmehr 

tatsächlich erzielten Einkommen auszugehen.  

2.2.8. Die Beklagte reicht der Kammer ihren per 1. April 2020 geltenden neuen 

Arbeitsvertrag ein. Aus diesem ergibt sich ein Bruttolohn von Fr. 2'244.– zzgl. 

Sprachzulage von Fr. 150.– bei einem Pensum von 50%, was einem Einkommen 

von Fr. 2'394.– brutto entspricht (act. 15/3 S. 2). Dafür, dass die Beklagte einen 

variablen Lohnanteil erhielte oder Überstunden leisten könnte (so der Kläger 

act. 22 Rz. 20), fehlt es an Anhaltspunkten, ist selbiges im Arbeitsvertrag doch 

nicht vorgesehen und wird von der Beklagten überdies bestritten (act. 32 Rz. 8 f.). 

Entsprechend ist von einem Bruttogehalt der Beklagten von Fr. 2'394.– ab April 

2020 auszugehen. 

 Indes ist für die Unterhaltsberechnung das Nettoeinkommen massgebend. 

Wie hoch dieses ist, ist nicht belegt. Die Beklagte macht geltend, bisher noch kei-

ne Lohnabrechnungen erhalten zu haben (act. 32 Rz. 18), was der Kläger zur 

Kenntnis nimmt, wobei er moniert, die Beklagte hätte eine Lohnabrechnung ver-

langen können (Prot. S. 12). Weiterungen erbringen sich jedoch mit Rücksicht auf 

die summarische Natur des Verfahrens. Zur Berechnung des Nettolohnes legt die 

Beklagte dar, welche Abzüge zu berücksichtigen sind (act. 14 Rz. 12). Die geltend 

gemachten Abzüge werden vom Kläger im Einzelnen nicht in Frage gestellt; er 

beschränkt sich darauf, diese pauschal zu bestreiten (act. 22 Rz. 29). 

 Für die Lohnabzüge für AHV/IV/EO sowie ALV ist damit mit der Beklagten 

von einem Gesamtabzug auf Arbeitnehmerseite von 6.375% und damit Fr. 152.60 

auszugehen (vgl. https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/-

ueberblick/beitraege.html), zudem ist der geltend gemachte Abzug für die Nicht-

betriebsunfallversicherung von 0.5% plausibel (ergibt Fr. 11.90). Für die Kranken-

taggeldversicherung, an deren Kosten sich die Beklagte gemäss GAV (act. 15/4 

S. 6) zur Hälfte zu beteiligen hat, erscheint der geltend gemachte Abzug von 

0.85% ebenfalls als plausibel und angemessen (ergibt Fr. 20.30). Für den Abzug 

für die zweite Säule macht die Beklagte Fr. 27.– monatlich geltend, ausgehend 

von einem koordinierten Lohn von Fr. 4'053.– (Jahresbruttogehalt Fr. 28'728.– ./. 

- 24 - 

Fr. 24'675.–; vgl. Art. 8 Abs. 1 BVG). Unter Berücksichtigung des Sparbeitrages 

für die Beklagte von 15% jährlich (vgl. Art. 16 BVG) sowie zuzüglich des geltend 

gemachten und angemessenen Risikobeitrages (Art. 7 BVG) von 1%, ist der Be-

klagten schliesslich auch im Hinblick auf die Höhe des Abzuges für die zweite 

Säule zu folgen. Insgesamt ergeben sich damit Abzüge von Fr. 211.80. 

2.2.9. Somit ist bei der Beklagten ab 1. April 2020 vom von ihr geltend gemachten 

Nettolohn von Fr. 2'182.20 auszugehen. 

2.2.10. Für die Zeit ab Januar 2019 (bis Ende März 2020) macht der Kläger im 

Rahmen seiner Stellungnahme vom 20. Mai 2020 geltend, die Beklagte habe ab 

da tatsächlich ein höheres Einkommen generiert als das durch die Vorinstanz an-

gerechnete, namentlich Fr. 2'720.– (act. 22 Rz. 15 ff., act. 23/3). Dieses höhere 

Einkommen wird von der Beklagten anerkannt (act. 32 Rz. 4), weshalb für die Un-

terhaltsberechnung für die Zeit ab Januar 2019 bis Ende März 2020 auf dieses 

höhere Einkommen abzustellen ist.  

2.3. Geändertes Erwerbseinkommen des Klägers 

 Mit Noveneingabe vom 3. Juni 2020 macht der Kläger geltend, im Jahr 2019 

ein effektiv höheres Nettoeinkommen erzielt zu haben als durch die Vorinstanz 

angenommen, nämlich Fr. 9'574.– monatlich (act. 30 u. act. 31/1–2). Sodann ha-

be er im Jahr 2020 eine Lohnerhöhung erhalten, weshalb sein aktueller Nettolohn 

monatlich Fr. 9'618.– betrage. Aus act. 31/3 ergibt sich, dass die Lohnerhöhung 

ab April 2020 erfolgte. Diese Änderungen im Erwerbseinkommen des Klägers 

blieben auf Seiten der Beklagten unkommentiert. Sie sind im Rahmen der Beru-

fung als Noven zuzulassen und in der Unterhaltsberechnung entsprechend zu be-

rücksichtigen.  

2.4. Vermögenserträge 

2.4.1. Die Vorinstanz berücksichtigte beim Kläger zusätzlich zu seinem Erwerbs-

einkommen einen Vermögensertrag von monatlich Fr. 429.25 (ausgehend von ei-

nem Vermögen von Fr. 298'376.–, vgl. act. 6 S. 43 f. Dispositiv Ziffer 5), welchen 

sie auf den in der Steuererklärung des Jahres 2017 ersichtlichen Wertschriftener-

- 25 - 

trag stützte (act. 6 E. III./4.3.2.; vgl. Steuererklärung 2017: act. 7/16/4). 

 Bei der Beklagten berücksichtigte die Vorinstanz einen hypothetischen Ver-

mögensertrag von 0.5%, was bei einem Vermögen von Fr. 204'870.– einen anre-

chenbaren monatlichen Vermögensertrag von Fr. 85.35 ergab. Die Vorinstanz 

begründete dies mit der Steuererklärung im Jahr 2017, gemäss welcher die Be-

klagte bei einem Vermögen zwischen Fr. 205'000.– und Fr. 270'000.– einen Ver-

mögensertrag von Fr. 204.– erziele (vgl. Steuererklärung 2017: act. 7/41/31). Da-

raus ergebe sich, dass die Beklagte ihr Vermögen konservativ anlege. Es sei ge-

richtsnotorisch, dass mit sicheren Anlagen lediglich eine tiefe Rendite erzielbar sei 

– entsprechend rechnete die Vorinstanz mit der oben genannten Rendite von 

0.5% (vgl. act. 6 E. III./4.4.2.). 

2.4.2.1. Der Kläger trägt vor, da bereits im Eheschutzverfahren vereinbarungsge-

mäss keine Vermögenserträge berücksichtigt wurden, obwohl damals solche er-

zielt worden seien, seien auch im Abänderungsverfahren auf beiden Seiten keine 

Vermögenserträge zu berücksichtigen. Eventualiter sei für beide Parteien mit ei-

nem hypothetischen Vermögensertrag von 0.5% zu rechnen, subeventualiter sei 

für beide Parteien auf den durchschnittlichen Vermögensertrag von mindestens 

zwei Jahren (2016 und 2017) abzustellen (act. 2 Rz. 12 ff.; auch act. 22 Rz. 31 ff., 

Prot. S. 13 f.). 

2.4.2.2. Die Beklagte bezeichnet das Vorgehen der Vorinstanz als durchaus übli-

ches Vorgehen im Rahmen vorsorglicher Massnahmen. Der Kläger habe sein 

Geld zudem schon immer risikoreicher angelegt, als die Beklagte (act. 14 

Rz. 14 ff.; auch act. 32 Rz. 19 ff., Prot. S. 19 f.). 

2.4.3.1. Wie der Kläger zurecht ausführt, wurden im Eheschutzverfahren bei den 

Einkommen beider Parteien keine Vermögenserträge berücksichtigt. Aus den Un-

terlagen des Eheschutzverfahrens ist ersichtlich, dass die Vermögen bzw. die An-

rechnung von Vermögenserträgen bei beiden Parteien Thema bzw. Streitpunkt 

waren (Prot, EE170100 z.B. S. 9, 25 f. sowie act. 7/6/22A S. 11 ff. u. act. 7/6/23 

S. 2 u. 4). Aus der Unterhaltstabelle (act. 7/6/25) sowie der sich zwischen den 

Parteien im Eheschutz geschlossenen Vereinbarung (act. 7/6/26) ergibt sich, dass 

auf beiden Seiten von der Berücksichtigung eines Vermögensertrages abgesehen 

- 26 - 

worden war. Eine Nichtberücksichtigung der Vermögenserträge in den Einkom-

men beider Parteien entsprach folglich dem damaligen übereinstimmenden Willen 

der Parteien.  

2.4.3.2. Wie dies bereits die Vorinstanz zutreffend im Rahmen ihrer rechtlichen 

Erwägungen dargelegt hat (vgl. act. 6 E. III./1. insb. S. 8 oben), muss bei Beja-

hung der Abänderungsvoraussetzungen i.S.v. Art. 179 ZGB die Unterhaltsbe-

rechnung für Ehegatten und Kinder neu durchgeführt werden. Dabei hat das Ge-

richt von den Positionen, welche dem abzuändernden Entscheid zugrunde gelegt 

wurden, auszugehen (vgl. z.B. OGer ZH LY170005 vom 14. Dezember 2017, 

E. 5.5.). Es soll insbesondere keine Wiedererwägung des früheren Entscheides 

erfolgen bzw. darf keine originäre Unterhaltsberechnung durchgeführt werden. 

Die Unterhaltsberechnung hat sich vielmehr an den im abzuändernden Ehe-

schutzurteil vorgenommenen Wertungen zu orientieren (vgl. OGer ZH LY160007 

vom 24. August 2016 E. 5.1; BGer Urteil 5A_245/2013 vom 24. September 2013 

E. 3.1 mit Verweis auf BGE 138 III 289 E. 11.1.1). Bezüglich Tatsachen, welche in 

einem Vergleich definiert worden sind, erfolgen grundsätzlich keine Anpassungen 

(BGE 142 III 518 E. 2.6.1 f. mit Erläuterungen der – hier nicht einschlägigen – 

Ausnahmen von diesem Grundsatz). 

2.4.3.3. Eine Erweiterung der Einkommen um die Vermögenserträge, wie die Vo-

rinstanz sie vorgenommen hat, bedeutet eine gegenüber dem Eheschutz und ins-

besondere der in diesem Rahmen getroffenen Vereinbarung andere Wertung. 

Entsprechend haben diesbezüglich keine Anpassungen zu erfolgen und bei bei-

den Parteien sind keine Vermögenserträge zu berücksichtigen. Auf die weiteren 

Ausführungen der Parteien zur Frage der Höhe eines allenfalls anrechenbaren 

Vermögensertrages braucht unter diesen Umständen nicht weiter eingegangen zu 

werden. 

2.5. Fazit 

 Es ergeben sich die folgenden zu berücksichtigenden Einkommen der Par-

teien: 

- 27 - 

 Kläger: 

 - bis 31. Dezember 2018: Fr. 9'413.35; 

 - ab 1. Januar 2019: Fr. 9'574.–; 

 - ab 1. April 2020: Fr. 9'618.–. 

 Beklagte: 

 - bis 31. Dezember 2018: Fr. 2'671.20; 

 - ab 1. Januar 2019: Fr. 2'720.–; 

 - ab 1. April 2020: Fr. 2'182.20. 

3. Bedarfe 

3.1. Grundbetrag bei Kläger, Beklagter und Kindern 

3.1.1.1. Die Vorinstanz erwog zum Grundbetrag des Klägers, es rechtfertige sich 

für die Zeit zwischen dem 3. September 2018 und Ende Juni 2019 entgegen dem 

Kläger nicht, in dessen Bedarf den Grundbetrag von Fr. 1'250.– für einen alleiner-

ziehenden Schuldner in Haushaltgemeinschaft mit einer erwachsenen Person zu 

berücksichtigen, liege doch sein Betreuungsanteil deutlich unter der Hälfte. Sie 

berücksichtigte für diese Zeit folglich den Grundbetrag für einen alleinstehenden 

Schuldner in Hausgemeinschaft (Fr. 1'100.–) gemäss Kreisschreiben der Verwal-

tungskommission des Obergerichtes des Kantons Zürich über die Richtlinien für 

die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (fortan "Kreis-

schreiben").  

 Für die Zeit ab dem 1. Juli 2019 berücksichtigte die Vorinstanz beim Kläger 

einen Grundbetrag von Fr. 850.– (hälftiger Ehegattengrundbetrag). Sie erwog, es 

sei unbestritten, dass der Kläger und seine Lebenspartnerin gemäss seinen An-

gaben seit August 2017 ein Paar seien und spätestens seit Anfang Oktober 2017 

zusammenlebten. Zwar sei aufgrund der Dauer der Beziehung nicht von einem 

qualifizierten Konkubinat gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auszuge-

hen; für den Grundbetrag sei aber nicht die Dauer der Partnerschaft, sondern der 

wirtschaftliche Vorteil der Parteien entscheidend, welchen diese daraus zögen. 

Der Kläger und seine Lebenspartnerin hätten per 1. Juli 2019 gemeinem eine 

neue Wohnung am H._____-weg ... in Zürich bezogen (u.H.a. act. 7/74). Spätes-

tens ab da sei von einer derart gefestigten Beziehung auszugehen, dass es sich 

- 28 - 

rechtfertige, dem Kläger den hälftigen Ehegattengrundbetrag von Fr. 850.– einzu-

setzen.  

 Indes erachtete die Vorinstanz es als gerechtfertigt, wegen der neu hinzu-

kommenden, viermal wöchentlichen Mittagsbetreuung ab dem 19. August 2019 

den Grundbetrag des Klägers um einen angemessen Betrag von Fr. 40.– auf 

Fr. 890.– zu erhöhen (act. 6 E. III./5.2.a).  

 Für die Beklagte berücksichtigte die Vorinstanz für sämtliche Phasen den 

Grundbetrag für einen alleinerziehenden Elternteil ohne Haushaltgemeinschaft mit 

einer erwachsenen Person gemäss Kreisschreiben von Fr. 1'350.– (act. 6 

E. III./5.3.a). 

 Für die Kinder D._____ und C._____ rechnete die Vorinstanz mit einem 

Grundbetrag gemäss Kreisschreiben von je Fr. 400.–, bzw. für C._____ ab April 

2019 mit Fr. 600.–, da sie ab dann zehn Jahre alt sei (act. 6 E. III./5.4.a). 

3.1.1.2. Der Kläger trägt vor, im Eheschutzentscheid sei die alternierende Obhut 

angeordnet worden, womit bereits per se davon auszugehen sei, dass er die Kin-

der mehr als 30% betreue. Unter Berücksichtigung, dass die Mittagsbetreuung in-

tensiver sei als die Morgenbetreuung betrage sein Betreuungsanteil zur Zeit rund 

39%. Er nehme einen substantiellen Teil der Kinderbetreuung wahr. Die Kinder 

hätten in der Wohnung des Klägers ein Zimmer und würden mindestens die Hälfte 

ihrer Freizeit im Haushalt des Klägers bzw. mit dem Kläger verbringen. Es recht-

fertige sich unter diesen Umständen, ihm für die Zeit zwischen September 2018 

bis Ende Juni 2019 einen um Fr. 75.– erhöhten Grundbetrag anzurechnen (Hälfte 

Differenz des Grundbetrages alleinerziehender Schuldner Fr. 1'350.– vs. allein-

stehender Schuldner Fr. 1'200.–).  

 Für die Zeit ab 1. Juli 2019 bemängelt der Kläger, dass die Vorinstanz auf-

grund der gefestigten Beziehung den Ehegattengrundbetrag halbiere, obwohl die 

entsprechende Rechtsprechung besage, der Ehegattengrundbetrag dürfe in ei-

nem solchen Fall auf "maximal" die Hälfte herabgesetzt werden; die Ausschöp-

fung dieses Maximums durch die Vorinstanz sei unangemessen. In nicht gefestig-

ten Konkubinaten bestehe im Kanton Zürich die Praxis, den Grundbetrag eines in 

Haushaltgemeinschaft lebenden Schuldners von Fr. 1'100.– zu berücksichtigen. 

- 29 - 

Es könne in seinem Fall nicht von einem gefestigten Konkubinat ausgegangen 

werden. Die Reduktion um die Hälfte sei zudem auch unangemessen, da der Klä-

ger 100% arbeite und von Montag bis Donnerstag über Mittag – namentlich wäh-

rend je zweier Stunden – die Betreuung der Kinder sicherstelle, neben der sonsti-

gen durch ihn geleisteten Betreuung. Mindestens um Fr. 75.– (die Hälfte der Diffe-

renz des Grundbetrages für einen alleinerziehenden Schuldner von Fr. 1'350.– 

gegenüber demjenigen eines alleinstehenden Schuldners von Fr. 1'200.–) hätte 

daher von der hälftigen Teilung des Ehegattengrundbetrages abgewichen werden 

müssen, womit für die Zeit ab dem 1. Juli 2019 beim Kläger von einem Grundbe-

trag von mindesten Fr. 925.– (Fr. 850.– plus Fr. 75.–) auszugehen sei.  

 Hingegen seien die von der Vorinstanz in seinem Grundbetrag ab dem 

19. August 2019 zusätzlich berücksichtigten Fr. 40.– für die Mittagsbetreuung 

(Fr. 20.– pro Kind) richtigerweise im Barunterhalt der Kinder, namentlich im Kin-

dergrundbetrag zu berücksichtigen. Der Barunterhalt sei dort anzurechnen, wo er 

anfalle; somit seien die Kosten für die Mahlzeiten der Kinder beim Kläger auch bei 

diesem zu berücksichtigen. Da sich eine genaue Aufschlüsselung, welcher Anteil 

des Grundbetrages auf welche Ausgabenposition entfalle, dem Kreisschreiben 

nicht entnehmen lasse, sei auf die Zürcher Kinderkostentabelle zurückzugreifen. 

Gemäss dieser seien für die Ernährung von zwei Kindern Fr. 265.– pro Kind und 

Monat einzusetzen. Die Kinder würden 18 von 42 Mahlzeiten innerhalb des zwei-

wöchigen Turnus beim Kläger einnehmen, was Fr. 111.– pro Kind entspreche. 

Dieser Betrag sei dem Kläger pro Kind einzusetzen und bei der Unterhaltsfestset-

zung zu berücksichtigen (act. 2 Rz. 24 ff, vgl. auch Rz. 74 ff.; act. 22 Rz. 43 ff. u. 

Rz. 80; Prot. S. 14 f.). 

 Hinsichtlich des Grundbetrages der Beklagten führt der Kläger wiederum 

aus, dieser seien im Grundbetrag Fr. 75.– abzuziehen, welche auf Seiten des 

Klägers zu berücksichtigen seien (act. 2 Rz. 48; auch act. 22 Rz. 43 ff., Prot. 

S. 14 f.). 

3.1.1.3. Die Beklagte wendet ein, es treffe zwar zu, dass im Eheschutzentscheid 

die alternierende Obhut angeordnet worden sei. Dies bedeute aber nicht, dass 

der Kläger die Kinder zu mehr als 30% betreue. Die Woche habe 168 Stunden, 

der Kläger betreue die Kinder während 39 Stunden. Auch wenn man die Mittags-

- 30 - 

betreuung von viermal 1.5 Stunden hinzurechne, betrage der Betreuungsanteil 

der Klägers klar unter 30%. Berechne man den Betreuungsanteil des Klägers an-

hand der Wachzeiten der Kinder und gehe davon aus, die Kinder seien 16 Stun-

den am Tag wach, betreue der Kläger die Kinder während 26 von 112 Stunden. 

Dies ergebe einen Betreuungsanteil des Klägers von klar unter 23%. Durch die 

zusätzliche Betreuung am Mittag kämen einzig Kosten für die Mahlzeiten hinzu. 

Die allfälligen Mehrkosten würden jedoch schon kompensiert durch den Wegfall 

der Hortkosten, an welchen sich der Kläger über den Barbetrag beteiligen müsste. 

 Zur Berechnung der Unterhaltsbeiträge werde zudem nicht auf die Zürcher 

Kinderkostentabelle zurückgegriffen, weshalb es hier nicht angehe, für die Be-

rechnung der Mahlzeiten diese Tabelle heranzuziehen. Es gehe beim Grundbe-

trag gemäss Kreisschreiben um eine Existenzminimumbetrachtung, bei der Kin-

derkostentabelle dagegen um "eine Durchschnittsbetrachtung von Durchschnitts-

verdienern". Ein solcher Methodenmix sei falsch (act. 14 Rz. 25 ff.; auch act. 32 

Rz. 23 ff., Prot. S. 20). 

3.1.2.1. Hinsichtlich der Zeit zwischen dem 3. September 2018 bis zum 30. Juni 

2019 ergibt sich zum vom Kläger Vorgetragenen das Folgende: Soweit der Kläger 

geltend macht, aus dem Umstand, dass im Eheschutz die alternierende Obhut 

angeordnet worden sei, ergebe sich, dass er einen substantiellen Teil der Kinder-

betreuung wahrnehme, ist ihm zu widersprechen. Alleine aus der Begrifflichkeit 

der Obhut bzw. derer Zuteilung an einen oder an beide Elternteile (sei dies "allei-

nig", "alternierend" oder "wechselnd") lässt sich noch nichts über die konkrete Be-

treuungsregelung ableiten– insbesondere nicht, in welchem Umfang die Betreu-

ung von jedem Elternteil erbracht wird. Dem Begriff der Obhut kommt grundsätz-

lich keine eigenständige Bedeutung mehr zu. Die Betreuung ist vielmehr jeweils 

zusätzlich separat zu regeln (vgl. zum Ganzen z.B.: OGer ZH LY190054 vom 

28. Februar 2020, E.  3.2 m.w.H.), und anhand dieser Regelung sind die konkre-

ten Betreuungsanteile zu beurteilen. 

 Die Vorinstanz ging wie gezeigt davon aus, der Betreuungsanteil des Klä-

gers liege – insbesondere noch für die Zeit vor dem 19. August 2019 – klar unter 

der Hälfte. Sie ging folglich von einer überwiegenden Betreuung der Kinder durch 

die Beklagte aus. Dem ist mit Blick auf die zwischen den Parteien im Eheschutz-

- 31 - 

verfahren getroffene Betreuungsregelung (vgl. E. II./2.1.) zu folgen. Der Kläger 

setzt dem in der Berufung auch nichts Konkretes entgegen, sondern behauptet 

pauschal, die Kinder würden mindestens die Hälfte ihrer Freizeit im Hause des 

Klägers verbringen. Eine Berücksichtigung von zusätzlichen Fr. 75.– im Grundbe-

trag des Klägers (welche der Beklagten im Gegenzug abzuziehen seien), erfolgte 

zudem im Widerspruch zur von den Parteien im Eheschutz getroffenen Vereinba-

rung bzw. der dieser zugrunde liegenden Wertung. Die Parteien rechneten da-

mals der Beklagten einen Grundbetrag von Fr. 1'350.– ("Grundbetrag für einen al-

leinerziehenden Schuldner ohne Haushaltsgemeinschaft mit erwachsenen Per-

son", vgl. Kreisschreiben) an und beim – damals offenbar noch alleine wohnen-

den – Kläger einen solchen von Fr. 1'200.– ("Grundbetrag für einen alleinstehen-

den Schuldner ohne Haushaltsgemeinschaft mit erwachsenen Person"). Die Be-

treuungspflichten wurden damit – unter Geltung der hier immer noch massgebli-

chen Betreuungsregelung – vollständig im Grundbetrag der Beklagten berücksich-

tigt. 

 Wie gezeigt, hat sich die im Abänderungsverfahren vorzunehmende Unter-

haltsberechnung an diesen im abzuändernden Eheschutzurteil vorgenommenen 

Wertungen zu orientieren (E. III./2.4.3.2.). Bereits aus diesem Grund rechtfertigt 

es sich nicht, beim Kläger – unter Weitergeltung der damals getroffenen Betreu-

ungsregelung – neu einen aufgrund der von ihm geleisteten Betreuung erhöhten 

Grundbetrag zu berücksichtigen. Es bleibt damit bei den von der Vorinstanz be-

rücksichtigen Fr. 1'100.–. 

3.1.2.2. 

 a) Ab dem 1. Juli 2019 ergibt sich was folgt: Dem Vorbringen des Klägers, 

es sei üblich, bei einem nicht gefestigten Konkubinat einen Grundbetrag von 

Fr. 1'100.– einzusetzen, ist zu widersprechen. Gemäss Literatur und Rechtspre-

chung ist mit dem "Ehegatten-Grundbetrag" bzw. der Hälfte davon zu rechnen, 

wenn ein Ehepartner in einer Wohn- und Tischgemeinschaft mit einem neuen 

Partner lebt (vgl. BGE 106 III 11 E. 3c; BGE 130 III 765 E. 2.2; FamKomm Schei-

dung/VETTERLI, 3. Aufl. 2017, Art. 176 ZGB N 36). Die Dauer des Konkubinates ist 

dabei nicht massgebend, ausschlaggebend sind vielmehr die sich daraus erge-

- 32 - 

benden finanziellen Vorteile (BGer 5P.90/2002 vom 1. Juli 2002 E. 2b.bb; BGer 

5D_94/2009 vom 16. September 2009 E. 2.2). 

 Die Vorinstanz rechnete dem Kläger somit zurecht den hälftigen Ehegatten-

Grundbetrag an. Er lebt unbestrittenermassen mit seiner neuen Partnerin im sel-

ben Haushalt. Die Dauer des Konkubinates ist wie gezeigt nicht relevant. Mass-

geblich ist vielmehr, dass der Kläger und seine Partnerin sich durch das gemein-

same Tragen von Kosten – was sich z.B. exemplarisch bei den Wohnkosten zeigt 

– gegenseitig unterstützen und sich durch das Zusammenleben in einer gemein-

samen Wohnung als Paar automatisch Einsparungen ergeben, von denen beide 

Partner profitieren. Davon ist hier auszugehen, und es rechtfertigt sich, dem Klä-

ger den hälftigen Ehegatten-Grundbetrag anzurechnen. Zudem geht auch der 

Kläger bei der von ihm vorgenommenen Unterhaltsberechnung in der Folge vom 

Ehegattengrundbetrag aus, worauf er zu behaften ist (vgl. act. 2 Rz. 29 u. 47). 

 Entgegen dem Kläger entspricht es zudem durchaus der Praxis, von diesem 

hälftigen Grundbetrag auszugehen. Zwar trifft es zu, dass das Kreisschreiben da-

rauf hinweist, der Ehegatten-Grundbetrag sei maximal auf die Hälfte herabzuset-

zen. Indes lautet der Wortlaut konkret: "(…) so ist der Ehegatten-Grundbetrag 

einzusetzen und dieser in der Regel (aber maximal) auf die Hälfte herabzusetzen 

(BGE 130 III 765 E. 2)" (vgl. Kreisschreiben, Hervorhebung hinzugefügt). Weshalb 

von dieser Regel hier abgewichen werden sollte, ist nicht konkret dargetan und 

nicht ersichtlich. Entsprechend bleibt es in der Zeit vom 1. Juli bis zum 18. August 

2019 beim von der Vorinstanz eingesetzten hälftigen Ehegatten-Grundbetrag von 

Fr. 850.–. 

 b) Ab dem 19. August 2019 erhöhte die Vorinstanz diesen Grundbetrag wie 

gezeigt um Fr. 40.– monatlich auf Fr. 890.–. Sie begründete dies mit der ab da 

hinzukommenden, viermal wöchentlichen Mittagsbetreuung. Tatsächlich nahm ab 

Mitte August 2019 der Betreuungsanteil des Klägers durch die hinzukommende 

Mittagsbetreuung zu, mithin ist die von ihm geleistete Betreuungsarbeit gegen-

über einem "gerichtsüblichen Besuchsrecht" in erheblichem Umfang erhöht. Eine 

zahlenmässige Quantifizierung, wie sie die Parteien jeweils vornehmen wollen, ist 

aber weder sachgerecht noch praktikabel. Dies gaukelte eine Scheingenauigkeit 

vor, welche den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht zu werden vermöchte. 

- 33 - 

Es ist eine gesamthafte Betrachtung der Gegebenheiten angezeigt und in diesem 

Rahmen eine insgesamt angemessen erscheinende Lösung anzustreben.  

 Die Vorinstanz setzte die Grundbeträge in Kenntnis und unter Berücksichti-

gung der neu hinzukommenden Betreuungsanteile des Klägers fest und erhöhte 

den Grundbetrag des Klägers im ihr angemessen erscheinenden Umfang. Es 

handelt sich bei der Erhöhung des Grundbetrages letztlich um einen Ermessens-

entscheid der Vorinstanz, und in einen solchen ist durch die Rechtsmittelinstanz 

regemässig nur mit grosser Zurückhaltung einzugreifen, soweit er nicht unange-

messen erscheint. Dies ist hier nicht der Fall: Die berücksichtigten Fr. 40.– er-

scheinen mit Blick darauf, dass – darauf weist der Kläger selbst hin – das Kreis-

schreiben beim alleinerziehenden Schuldner gegenüber dem alleinstehenden 

Schuldner den Grundbetrag lediglich um Fr. 150.– erhöht, zumindest nicht als un-

angemessen. Dies umso mehr, als der Kläger bei hälftiger Betreuung die Erhö-

hung um Fr. 75.– als angemessen ersieht, sein Betreuungsanteil aber trotz der 

zusätzlichen Betreuung über Mittag insgesamt unter der Hälfte der effektiv zu leis-

tenden Betreuungszeit liegt. Die Kinder sind mithin durchschnittlich fünf Nächte 

die Woche und damit – viermalig unter der Woche – auch die Zeit vor und nach 

der Schule sowie an einem Mittag und jedes zweite Wochenende bei der Beklag-

ten und durchschnittlich zwei Nächte die Woche, davon wöchentlich Donnerstag-

nacht – und damit einmal unter der Woche die Zeit vor und nach der Schule – 

sowie an vier Mittagen und jedes zweite Wochenende Freitag bis Sonntag beim 

Kläger. 

 Nicht angezeigt ist es sodann, dem Kläger einen Teil der Grundbeträge der 

Kinder anzurechnen. Zwar trifft es zu, dass er die Kosten der nun hinzukommen-

den Mittagessen der Kinder zu tragen hat. Indes ist – in Übereinstimmung mit der 

Beklagten (act. 14 Rz. 28) – zum einen darauf hinzuweisen, dass sich die Baraus-

lagen der Kinder, welche der Kläger mangels Leistungsfähigkeit der Beklagten 

vollumfänglich bestreitet, um rund Fr. 240.– pro Kind und Monat (Wegfall der Mit-

tagsbetreuung) reduzieren, wovon der Kläger durch eine Reduktion des geschul-

deten Barunterhalts profitiert. Zum andern ändert die nun geänderte Betreuungs-

lage aber auch nichts hinsichtlich der bei der Beklagten effektiv anfallenden Kin-

derkosten, welche durch den Grundbetrag zu bestreiten sind – insbesondere 

- 34 - 

Kleidung, Nahrung, Hygieneprodukte etc. Für die Kosten bei der Beklagten spielt 

es zudem im Ergebnis keine Rolle, ob die Betreuung am Mittag durch den Kläger 

oder (wie bisher) durch einen Dritten erfolgt. Dennoch erfolgte wegen der bisher 

erfolgten Fremdbetreuung am Mittag zurecht keine Reduktion der Kindergrundbe-

träge bei der Beklagten, und dies bemängelt auch der Kläger nicht. Damit er-

scheint es nicht als unangemessen, wenn die Vorinstanz die gesamten Kinder-

grundbeträge bei der Beklagten belässt, und dem ist hier zu folgen. 

 Wenn der Kläger im Übrigen neu geltend macht, auch für Kleider etc. der 

Kinder aufzukommen, welche über den Grundbetrag zu decken wären (vgl. act. 2 

Rz, 34, act. 22 Rz. 48, Prot. S. 15; bestritten von der Beklagten in act. 14 Rz. 36, 

act. 32 Rz. 25 f.; Prot. S. 20), bleibt das Folgende festzuhalten: Sollten zwischen 

den Parteien tatsächlich Streitigkeiten bestehen, inwiefern die Beklagte den Kin-

dern gewisse Kleidung etc. zu den Besuchen beim Vater mitzugeben bzw. über-

haupt solche anzuschaffen hat, so ist es weder sachgerecht noch zielführend, 

diese im Verfahren über den Kinderunterhalt auszutragen, und auf die diesbezüg-

lichen Vorbringen braucht hier nicht weiter eingegangen zu werden. Zum Vorbrin-

gen des Klägers, für die Skiausrüstung bzw. -tickets etc. im Rahmen der Skiferien 

für die Kinder selber aufkommen zu müssen (act. 22 Rz. 48), scheint zudem in 

Übereinstimmung mit der Beklagten (act. 31 rz. 25) fraglich, inwiefern solche Kos-

ten über den Grundbetrag zu decken wären. So findet sich in der (diesbezüglich 

weiterhin geltenden) Trennungsvereinbarung zwischen den Parteien die Klausel, 

wonach jeder Elternteil die Kosten der Kinder während der Ferien bei sich selber 

übernehme (act. 7/6/30 S. 5). 

3.2. Wohnkosten 

3.2.1. Wohnkosten des Klägers 

3.2.1.1.  

 a) Die Vorinstanz rechnete dem Kläger für die Wohnung an der I._____-

strasse ... in Zürich für die Zeit zwischen dem 3. September 2018 bis Ende Juni 

2019 insgesamt Fr. 1'132.– für den hälftigen Mietzins inklusive Parkplatz an 

(u.H.a. act. 7/16/12–13). Für den hälftigen Mietzins der Wohnung am H._____-

- 35 - 

weg ... inklusive Fr. 120.– für den Parkplatz des Klägers rechnete sie ihm den Be-

trag von Fr. 1'147.– an (u.H.a. act. 7/74; act. 6 E. III./5.2./b).  

 b) Der Kläger bringt zu den Kosten für die Wohnung am H._____-weg ... vor, 

er wohne dort zwar zusammen mit seiner Lebenspartnerin J._____, benutze je-

doch einen grösseren Teil, da auch seine beiden Kinder die 4.5-Zimmer-Wohnung 

nutzten und u.a. über ein gemeinsames Kinderzimmer verfügten. Hauptmieterin 

sei J._____, welche den Mietvertrag am 6. Juni 2019 unterzeichnet und am 

30. Juli 2019 mit dem Kläger einen Untermietvertrag abgeschlossen habe. Diesen 

habe er der Vorinstanz – trotz zumutbarer Sorgfalt – nicht mehr einreichen kön-

nen, da bereits am 31. Juli die vorinstanzliche Verfügung den Parteien per Fax 

geschickt worden sei. Entsprechend sei der Untermietvertrag nun in der Berufung 

als Novum zuzulassen. Gemäss dem Untermietvertrag bezahle er für zwei Zim-

mer und die Mitbenutzung von Wohnzimmer, Küche etc. Fr. 1'312.– zzgl. akonto 

Fr. 125.– für die Nebenkosten, so dass ein Mietzins von Fr. 1'437.– resultiere, 

was rund 70% der Gesamtkosten entspreche. Die entsprechenden Unterlagen 

reicht der Kläger der Kammer zusammen mit der Berufung erstmals ein (vgl. 

act. 4/5–9).  

 Gemäss Bundesgericht – so der Kläger weiter – partizipierten die Kinder bei 

alternierender Obhut auf jeden Fall an den Wohnkosten der Eltern. Es sei daher 

gerechtfertigt, dass der Kläger nicht bloss die Hälfte der Miete übernehme, son-

dern einen grösseren Teil. Der Teil, welcher auf D._____ und C._____ entfalle, 

sei auf die Kinderkosten auf Seiten des Klägers anzurechnen. Die Aufteilung der 

Kosten habe nach grossen und kleinen Köpfen zu erfolgen, namentlich die Hälfte 

der Mietkosten auf den Kläger (Fr. 718.50) und je ein Viertel (Fr. 359.–) auf jedes 

Kind. Auf Seiten des Klägers komme noch der Parkplatz von Fr. 120.– hinzu, was 

ihm anrechenbare Wohnkosten von insgesamt Fr. 838.50 ergebe (act. 2 

Rz. 35 ff.; auch act. 22 Rz. 57 ff.). 

 c) Die Beklagte wendet ein, es wäre Sache des Klägers gewesen, darzule-

gen, wie er die Wohnung am H._____-weg ... bewohne; auch im Rahmen der Of-

fizialmaxime trage er die Behauptungslast. Mache der Kläger – wie hier vor Vo-

rinstanz – nichts anderes geltend, sei eine hälftige Aufteilung der Kosten zwi-

- 36 - 

schen einem Paar zu vermuten. Der Kläger sei darauf zu behaften, dass der 

Mietvertrag am 6. Juni 2019 unterzeichnet worden sei, mithin längst vor Urteilsfäl-

lung. Im Rahmen der Offizialmaxime könne der Mietvertrag zwar berücksichtigt 

werden, im Bereich der Verhandlungsmaxime (Ehegattenunterhalt) erfolge dieses 

Vorbringen aber nun zu spät, habe der Kläger doch bereits bei Vertragsabschluss 

gewusst, wer diesen abgeschlossen habe, und habe er wohl bereits bei seinem 

Einzug per 1. Juli gewusst, ob er Untermieter oder Mieter sei. Zudem werde auch 

bestritten, dass die erfolgte Aufteilung der Mietkosten gemäss dem Kläger ange-

messen sei. Teile man aufgrund der Raumnutzung auf, müsse man den Mietzins-

unterschied zu einer 3.5-Zimmer Wohnung in derselben Genossenschaft zugrun-

de legen. Hinzu komme, dass der Kläger die Kinder faktisch deutlich unter 30% 

betreue (act. 14 Rz. 37 ff.; auch act. 32 Rz. 27). 

3.2.1.2.  

 a) Aus dem Mietvertrag über die 4.5-Zimmer Wohnung am H._____-weg ... 

mit J._____ als Mieterin ergibt sich ein Mietzins von Fr. 2'054.– (act. 4/5). Am 

30. Juli 2019 schlossen der Kläger und J._____ einen Untermietvertrag, demge-

mäss er für zwei von drei Schlafzimmern einen Mietzins von Fr. 1'437.– schulde. 

Der Kläger reicht zudem einen Beleg ein, demgemäss er den vereinbarten Betrag 

von Fr. 1'437.– in den Monaten Juni 2019 bis Januar 2020 tatsächlich bezahlt hat 

(act. 4/8). Die durch den Kläger geschuldeten und tatsächlich bezahlten Mietzinse 

sind damit nachgewiesen, und diese Noven sind – wie auch von der Beklagten 

anerkannt – im Hinblick auf die Kinderbelange zuzulassen. 

 b) Wie gezeigt, macht die Beklagte geltend, die vorgenommene Mietzinsauf-

teilung zwischen dem Kläger und J._____ sei unangemessen. Bei der Aufteilung 

von Mietkosten auf Kinder und Erwachsene besteht grundsätzlich keine einheitli-

che Praxis und auch das Ermessen der Gerichte ist entsprechend gross. In der Li-

teratur wird beispielsweise eine Aufteilung der Mietkosten nach grossen und klei-

nen Köpfen als angemessen angesehen (so z.B. FamKomm Schei-

dung/AESCHLIMANN/BÄHLER, 3. Aufl. 2017, Anh. UB, Rz. 53), nach anderer Mei-

nung wird vertreten, bei – wie hier – zwei Kindern für diese einen Wohnkostenan-

teil von insgesamt einem Drittel der Gesamtkosten in Abzug zu bringen (vgl. z.B. 

- 37 - 

JUNGO/AEBI-MÜLLER/SCHWEIGHAUSER, FamPra.ch 1/2017 S. 163 ff., S. 73). In der 

Literatur wie in der Praxis wird damit oft davon ausgegangen, dass ein Kind an 

der Wohnungsnutzung weniger partizipiert als eine erwachsene Person. 

 Zwar ist eine Berücksichtigung eines Mietkostenanteils der Kinder regel-

mässig beim hauptbetreuenden Elternteil üblich, beim nicht hauptbetreuenden El-

ternteil zumindest diskutabel. Es ist notorisch, dass die Kinder in der Zeit ihrer 

Besuche nicht nur ihr Kinderzimmer sondern auch den Rest der Wohnung in An-

spruch nehmen. Es erscheint damit als gerechtfertigt, dass der Kläger durch diese 

Mehrnutzung der gemeinsamen Wohnung im Verhältnis zu seiner Partnerin im 

grösseren Umfang für die Mietkosten aufkommt. Dies ist zu berücksichtigen. 

Rechnet man nach grossen und kleinen Köpfen, ist ein Kind gleich einem halben 

Erwachsenen zu zählen. Auf die Kinder entfallen zusammen Kosten von einem 

Drittel des Mietzinses und auf die Erwachsenen ebenfalls je ein Drittel. Dies ent-

spricht prozentual ungefähr der Aufteilung zwischen J._____ und dem Kläger, 

welcher rund zwei Drittel der gesamten Mietkosten zu tragen hat (Fr. 2'054.– [Ge-

samtmietzins] ./. Fr. 1'437.– [durch Kläger zu tragenden Mietzins] = Fr. 617.– 

[durch J._____ zu tragender Mietzins im Umfang von rund 30% der Mietkosten 

und damit knapp einen Drittel). Auch in der absoluten Höhe sind die vom Kläger 

zu tragenden Mietkosten für sich und die Kinder nicht unangemessen hoch, und 

sie liegen insbesondere unter dem bei der Beklagten für sich und die Kinder anfal-

lenden Mietzins. 

 c) Gestützt auf die geltend gemachten und belegten Beträge, welche nach 

dem Dargelegten in ihrer Höhe angemessen sind, ist beim Kläger ab Juli 2019 für 

die Berechnung des Kinderunterhalts der Betrag von Fr. 1'557.– (Fr. 1'437.– plus 

Fr. 120.– für den Einstellplatz, vgl. act. 4/7 u. 4/9) als Mietzins einzusetzen. Da 

diese Kosten ohnehin beim unterhaltspflichtigen Kläger anfallen, ist eine Auftei-

lung der Kosten auf ihn und die Kinder in der Bedarfsberechnung der Einfachheit 

halber nicht vorzunehmen.  

3.2.1.3. Inwiefern der geänderte Mietzins in Bezug auf den Ehegattenunterhalt zu 

berücksichtigen ist, kann hier offen bleiben. Da der Kläger – wie sich in der nach-

folgenden Unterhaltsberechnung zeigt – sowieso leistungsfähig in Bezug auf den 

- 38 - 

der Beklagten zuzusprechende Unterhalt ist, braucht beim Kläger nicht zwischen 

Mietzins für den Kinderunterhalt und Mietzins für den Ehegattenunterhalt unter-

schieden zu werden. 

3.2.2. Wohnkosten der Beklagten 

3.2.2.1.  

 a) Die Vorinstanz berücksichtigte bei der Beklagten einen Mietzins für die 

Wohnung an der K._____-strasse ... von Fr. 1'744.– zuzüglich Fr. 144.– für den 

Garagenplatz (u.H.a. act. 7/41/25). Abzüglich eines Mietzinsanteils pro Kind von 

je Fr. 300.– verblieben der Beklagten Fr. 1'144.– für Wohnung und Parkplatz. Die 

Vorinstanz rechnete der Beklagten daher Wohnkosten von gesamt Fr. 1'288.– an 

(act. 6 E. III./5.3.b).  

 b) Der Kläger reicht der Kammer neue Unterlagen ein. Gemäss diesen habe 

die Beklagte per 1. Oktober 2019 eine Mietzinsreduktion für die Wohnung an der 

K._____-strasse ... erhalten. Neu betrage der Mietzins Fr. 1'702.–, und der Be-

klagten seien ab dem 1. Oktober 2019 lediglich Wohnkosten von Fr. 1'102.– an-

zurechnen. Der Einfachheit halber sei nicht mit einer neuen Phase zu rechnen, 

sondern dies sei ab dem 19. August 2019 zu berücksichtigten, zumal zwischen 

dem 19. August 2019 und dem 1. Oktober 2019 lediglich knapp ein Monat liege 

(act. 2 Rz. 49 ff.). 

 c) Die Reduktion ihres Mietzinses wird von der Beklagten nicht bestritten, 

bzw. als zutreffend bezeichnet (act. 14 Rz. 60 ff.). 

3.2.2.2. Entsprechend ist bei der Beklagten ab dem 19. August 2019 ein Miet-

zinsanteil von Fr. 1'102.–, zzgl. den Parkplatz von Fr. 144.–, somit monatlich 

Fr. 1'246.– anzurechnen.  

3.3. Krankenkasse (Kinder und Beklagte) 

3.3.1.1. Die Vorinstanz berücksichtigte bei der Beklagten Fr. 323.50 für die 

Grundversicherung (KVG) und Fr. 67.70 für Zusatzversicherungen (VVG; u.H.a. 

act. 7/31/17) bzw. (ab 2019) Fr. 341.40 (KVG) und Fr. 72.70 (VVG; u.H.a. 

- 39 - 

act. 7/31/18). Für die Kinder berücksichtigte die Vorinstanz für das Jahr 2018 je 

Fr. 130.10 (KVG) und für das Jahr 2019 Fr. 132.50, sowie Fr. 59.80 (VVG 

C._____) bzw. Fr. 34.30 (VVG D._____; u.H.a. act. 7/31/13–16). Sie ging hierbei 

– entgegen dem vorinstanzlichen Standpunkt des Klägers – entsprechend den 

Ausführungen der Beklagten davon aus, diese habe keinen Anspruch auf indivi-

duelle Prämienverbilligung für sich oder die Kinder. So habe die Beklagte in den 

Steuerjahren 2016 und 2017 zwar über Vermögenswerte von Fr. 272'461.– bzw. 

Fr. 204'870.– (u.H.a. act. 7/41/30–31) verfügt, was unter der Vermögensgrenze 

für den Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung liege. Unter Berücksichti-

gung ihres während der interessierenden Periode erzielten Einkommens (Er-

werbseinkommen, Wertschriftenertrag, Unterhaltsbeiträge für sich und die Kinder) 

und den massgeblichen diversen Abzügen sei indes zu erwarten, dass das Ein-

kommen der Beklagten über der von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons 

Zürich festgesetzten Grenze liege, weshalb nicht von einem Anspruch auf indivi-

duelle Prämienverbilligung auszugehen sei (act. 6 E. III.5.3.d/k u. III./5.4.c/f). 

3.3.1.2. Der Kläger hält an seinem vorinstanzlichen Standpunkt fest, die Beklagte 

und die Kinder hätten Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung. Für die Zu-

sprechung der individuellen Prämienverbilligung seien die letzten definitiven 

Steuerfaktoren massgebend, also diejenigen des Vorjahres. Aus diesen Faktoren 

(act. 7/41/31 sowie 7/4/12 u. 7/4/13) ergäbe sich für das Jahr 2018, dass die Be-

klagte für sich und die Kinder Anspruch auf Prämienverbilligung gehabt habe, was 

zu einer Reduktion der Krankenkassenprämie der Beklagten um Fr. 66.– und der 

Kinder um Fr. 105.– ergebe. 

 Für das Jahr 2019 rechnet der Kläger vor (vgl. im Detail act. 2 insb. Rz. 61), 

dass zumindest die Kinder Anspruch auf Prämienverbilligung hätten. Namentlich 

seien dies Fr. 108.– monatlich pro Kind. Für die Beklagte kam der Kläger ur-

sprünglich zum Schluss, diese habe für das Jahr 2019 keinen Anspruch für sich 

auf Prämienverbilligung, modifizierte seinen Standpunkt aber gestützt auf die Be-

rufungsantwort und Beilagen, und macht nun geltend, dass auch sie Anspruch auf 

Prämienverbilligung habe (act. 2 Rz. 52 ff. u. 77 ff.; auch act. 22 Rz. 81 ff.). 

- 40 - 

3.3.1.3. Die Beklagte trägt vor, die Prämienverbilligung nun nachträglich geltend 

gemacht zu haben. Für die Kinder habe sie in den Jahren 2018 und 2019 An-

spruch auf Prämienverbilligung, für sich selbst nicht. Im Jahr 2020 werde sodann 

auch die Beklagte Prämienverbilligung erhalten, mithin Fr. 47.– monatlich. 

 Zudem trägt die Beklagt vor, neu betrage ab dem Jahr 2020 ihre Prämie für 

die Krankenkasse Fr. 448.55 für KVG und Fr. 75.70 für das VVG (act. 14 

Rz. 52 ff.). 

3.3.2.1. Aus der von der Beklagten eingereichten Mitteilung der SVA Zürich ergibt 

sich für das Jahr 2018, dass die Beklagte für C._____ und D._____ je eine Prä-

mienverbilligung von Fr. 1'260.–, was Fr. 105.– monatlich entspricht, zugespro-

chen erhält. Für sich persönlich erhält die Beklagte im Jahr 2018 keine Prämien-

verbilligung (vgl. act. 15/7). Entsprechend reduzieren sich die KVG Beträge der 

Kinder im Jahr um je Fr. 105.–, womit noch je Fr. 25.10 anzurechnen sind 

(Fr. 130.10 ./. Fr. 105.–). Diejenigen der Beklagten bleiben unverändert. 

3.3.2.2. Für das Jahr 2019 liegen keine Belege vor. Nachdem der Kläger (wie ge-

zeigt) ursprünglich anerkannte, dass die Beklagte für das Jahr 2019 für sich kei-

nen Anspruch auf Prämienverbilligung habe (act. 2 Rz. 61 f.), machte er nach 

Vorliegen der Belege für die Prämienverbilligung der Jahre 2018 und 2020 (je-

doch keiner für das Jahr 2019; act. 15/7–8) neu geltend, es sei nicht glaubhaft, 

dass die Beklagte für die Jahre 2018 und 2020 einen Antrag auf Prämienverbilli-

gung gestellt habe, für das Jahr 2019 nicht. Er gehe davon aus, dass sie wie für 

das Jahr 2020 Anspruch auf Prämienverbilligung für sich persönlich habe, wes-

halb der Beklagten Fr. 47.– und bei den Kindern (entsprechend den Beträgen für 

das Jahr 2020) je Fr. 109.– monatlich bei der Krankenkasse abzuziehen seien 

(act. 22 Rz. 88). Dies blieb in der Folge seitens der Beklagten unwidersprochen 

(act. 32 S. 6). Dem Standpunkt des Klägers ist zu folgen und es sind bei der Be-

klagten Fr. 47.– sowie bei den Kindern je Fr. 109.– abzuziehen. Dies ergibt bei 

der Beklagten einen zu berücksichtigen Betrag für die Krankenkasse KVG von 

Fr. 294.40 (Fr. 341.40 ./. Fr. 47.–). Die Position für die Krankenkasse KVG pro 

Kind reduziert sich für das Jahr 2019 von Fr. 132.50 auf Fr. 23.50.–.  

- 41 - 

3.3.2.3. Für das Jahr 2020 ergibt sich aus der Mitteilung der SVA Zürich, dass die 

Beklagte für sich persönlich eine Prämienverbilligung im Umfang von Fr. 564.– 

und damit Fr. 47.– monatlich zugesprochen erhält, für die Kinder je Fr. 1'308.– 

und damit Fr. 109.– monatlich. Bei den Kindern reduziert sich die Krankenkas-

senprämie entsprechend je von Fr. 132.50 auf Fr. 23.50. 

 Gestützt auf die Mitteilung der Krankenkasse der Beklagten ist belegt, dass 

ihre Krankenkassenprämie ab dem Jahr 2020 neu Fr. 348.55 (KVG) bzw. 

Fr. 75.70 (VVG) beträgt. Für die Versicherung gemäss KVG sind unter Berück-

sichtigung der Prämienverbilligung von Fr. 47.– damit monatlich Fr. 301.55 zu be-

rücksichtigen. 

3.4. Auswärtige Verpflegung 

3.4.1.1. Für die auswärtige Verpflegung des Klägers berücksichtigte die Vo-

rinstanz für die Zeit zwischen dem 3. September 2018 bis 18. August 2019 in sei-

nem Bedarf Fr. 170.– monatlich entsprechend der Bedarfsposition im Eheschutz. 

Ab dem 19. August 2019 werde der Kläger viermal wöchentlich die Kinder am Mit-

tag betreuen; es bleibe damit ein Mittagessen, an welchem er sich allenfalls aus-

wärts verpflegen werde. Da im Grundbetrag für das Mittagessen bereits Fr. 10.– 

berücksichtigt seien und der Kläger angegeben habe, drei Mal die Woche ein 

Sandwich für Fr. 5.–, Fr. 6.– oder Fr. 10.– oder im Restaurant für Fr. 30.– bis 

Fr. 40.– zu essen (u.H.a. Prot. Vi. S. 58), wobei er im Eheschutz angegeben ha-

be, auswärts für meist Fr. 30.– bis Fr. 40.– zu essen (u.H.a. EE170100 Prot. 

S. 18), erscheine es für die auswärtige Verpflegung über Mittag ab dem 

19. August 2019 nicht mehr als angezeigt, einen zusätzlichen Betrag zu berück-

sichtigen. Entsprechend rechnete die Vorinstanz dem Kläger ab diesem Zeitpunkt 

keinen Betrag mehr für die auswärtige Verpflegung an (act. 6 E. III./5.2.j). 

3.4.1.2. Der Kläger bezeichnet dieses Vorgehen der Vorinstanz als willkürlich. 

Werde ihm bis zum 18. August 2019 für fünf Mittagessen die Woche ein Betrag 

von Fr. 170.– angerechnet, so müssten ihm ab dem 19. August 2019 wenigstens 

ein Fünftel dieses Betrages, mithin Fr. 34.– angerechnet werden. Richtigerweise 

seien ihm aber Fr. 40.– zuzugestehen, da er sich an dem Arbeitstag pro Woche, 

- 42 - 

an welchem er nicht zuhause sei, zwingend auswärts verpflegen müsse und ent-

sprechende Mehrkosten anfallen würden (act. 2 Rz. 43). 

3.4.1.3. Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Berechnung der auswär-

tigen Verpflegung durch die Vorinstanz sei konsequent. Zudem rechtfertige eine 

Differenz von Fr. 40.– in nur einer Position keine Berufung (act. 14 Rz. 50 f.). 

3.4.2. Es ist dem Kläger zu folgen, dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Vo-

rinstanz – obwohl der Kläger sich unbestritten immer noch einmal wöchentlich 

Mittags auswärts zu verpflegen hat – dafür ab dem 19. August 2019 gar keinen 

Betrag mehr anrechnete, und dies erscheint willkürlich. Entsprechend ist weiterhin 

ein Betrag zu berücksichtigen. Der Kläger bemängelt die von der Vorinstanz ein-

gesetzten Fr. 170.– für die davor berechneten Phasen bei fünfmal wöchentlicher 

auswärtiger Verpflegung nicht. Entsprechend rechtfertigt es sich, ihm einen Fünf-

tel dieses Betrages, mithin Fr. 34.– bei einmal wöchentlicher auswärtiger Verpfle-

gung anzurechnen. 

3.5. Dritte Säule 

3.5.1.1. Die Vorinstanz erwog, die Beklagte wolle den Betrag von Fr. 564.– für die 

dritte Säule berücksichtigt haben, da es gemäss ihr dringend geboten sei, eine 

solche abzuschliessen. Es sei – so die Vorinstanz – unbestritten, dass der Kläger 

über eine Säule 3a verfüge, auf welche er Einzahlungen getätigt habe. Diese sei-

en konsequenterweise im Eheschutzverfahren berücksichtigt worden. Zurecht 

mache die Beklagte nun geltend, dass sie mangels einer Erwerbstätigkeit gar nie 

die Möglichkeit gehabt habe, entsprechende Einzahlungen zu tätigen. Aufgrund 

des Gleichbehandlungsgebotes rechtfertige es sich, auch der Beklagten einen 

Betrag für die Säule 3a zuzugestehen. Dass sie allerdings bereits im Jahr 2018 

Zahlungen geleistet habe, sei nicht belegt. Daher sei in ihrem Bedarf erst für die 

Zeit ab dem 1. Januar 2019 – habe die Beklagte doch noch bis Ende 2019 Zeit, 

entsprechende Einzahlungen zu tätigen – der dann mögliche Höchstbetrag von 

Fr. 568.85 pro Monat einzusetzen (act. 6 E. III./5.3.m). 

3.5.1.2. Der Kläger wendet ein, das Gleichbehandlungsgebot rechtfertige es nicht, 

den Parteien unbesehen der tatsächlichen Verhältnisse überall dieselben Bedarf-

- 43 - 

spositionen zuzugestehen. Unbestritten gehöre die dritte Säule nur zum vor der 

Trennung gelebten Lebensstandard des Klägers, aber nicht zu demjenigen der 

Beklagten. Überdies handle es sich bei der dritte Säule um einen reinen Sparbe-

trag zwecks Äufnung einer Altersvorsorge. Nach klarer bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung sei ein Betrag an die Altersvorsorge im Sinne eines "Vorsorgeun-

terhalts" mangels gesetzlicher Grundlage bei vorsorglichen Massnahmen nicht 

zuzusprechen; beim Trennungsunterhalt handle es sich um einen reinen Ver-

brauchsunterhalt. Damit sei ein solcher Sparbeitrag – egal unter welchem Titel – 

nicht zu berücksichtigen. Dies gelte umso mehr, als eine solche Position bei der 

Beklagten im Eheschutzverfahren nicht berücksichtigt worden sei und es sich bei 

der Abänderung der Unterhaltsbeiträge eben nicht um ein Revisionsverfahren 

handle. Die Berücksichtigung dieses Betrages sei damit in offensichtlich falscher 

Rechtsanwendung erfolgt und damit willkürlich (act. 2 Rz. 68 ff.; vgl. auch act. 22 

Rz. 93 ff.).  

3.5.1.3. Die Beklagte macht geltend, der Kläger übersehe, dass sie im Zeitpunkt 

der Trennung aufgrund ihrer fehlenden Erwerbstätigkeit noch gar keine Einzah-

lungen in die dritte Säule habe leisten können. Gerade, da sie seit Rechtshängig-

keit des Scheidungsverfahrens nicht mehr an den Einzahlungen des Klägers in 

die zweite Säule partizipiere und selber – während Dauer dieses Verfahrens – 

keine entsprechenden Ansprüche aus Vorsorgeunterhalt geltend machen könne, 

sei eine Nichtberücksichtigung der dritte Säule unbillig (act. 14 Rz. 79 ff.).  

3.5.2.1. In grundsätzlicher Weise ist es fragwürdig, bei einer zweistufigen Berech-

nung bzw. im erweiterten Notbedarf die Ausgaben für die dritte Säule, welche 

letztlich dem Sparen und damit der Vermögensbildung dienen und deren Berück-

sichtigung im Unterhaltsanspruch mit einem Vorsorgeunterhalt vergleichbar ist, zu 

berücksichtigen. Weder ist für die Berücksichtigung von Sparbeträgen im familien-

rechtlichen Grundbedarf Platz, noch für die Zusprechung eines Vorsorgeunter-

halts im Verfahren über die vorsorglichen Massnahmen im Rahmen einer Schei-

dung (vgl. BGer 5A_14/2019 vom 9. April 2019, E. 3.6; auch: OGer ZH LY170050 

vom 10. August 2018, E. II./B./3.5.7.qq) S. 71 ff., sowie LY170039 vom 16. Mai 

2018,. E. III./B./3.2.4; vgl. im Weiteren betr. Sparbeträge auch: HAUS-

- 44 - 

HEER/SPYCHER, Handbuch des Unterhalts, 2. Aufl. 2010, Rz. 05.173; ZK ZGB-

BRÄM/HASENBÖHLER, 3. Aufl. 1998, N 118A zu Art. 163). Solche Ausgaben sind 

grundsätzlich aus einem allfälligen Freibetrag zu decken.  

3.5.2.2. Indes entsprach es offenbar dem übereinstimmenden Willen der Parteien, 

beim Kläger eine entsprechende Position im erweiterten Notbedarf zu berücksich-

tigen (vgl. act. 7/6/25–26). Dass er entsprechende Einzahlungen tatsächlich leis-

tete, blieb unbestritten. Wie gezeigt, ist auf die im Eheschutz getroffene Wertung 

im Abänderungsverfahren nicht zurückzukommen, insbesondere, wenn sie dem 

übereinstimmenden Willen der Parteien entsprach (E.III./2.4.3.2.). 

3.5.2.3. Es fragt sich aber, inwiefern es gerechtfertigt ist, der Beklagten nun, da 

sie über ein Erwerbseinkommen verfügt, ebenfalls einen solchen Betrag für Ein-

zahlungen in die dritte Säule anzurechnen. Zuzustimmen ist ihr, dass sie zum 

Zeitpunkt des Eheschutzes noch kein Einkommen erzielte, weshalb plausibel 

bzw. nachvollziehbar ist, dass sie solche Zahlungen nicht leistete. Unter diesen 

Umständen wäre durchaus diskutabel, unter dem Gesichtspunkt der Gleichbe-

handlung der Parteien entsprechende Zahlungen bei der Beklagten, welche mitt-

lerweile einer Erwerbstätigkeit nachgeht, zu berücksichtigen. Dies aber nur, so-

fern die Beklagte tatsächlich solche Zahlungen leistete bzw. leistet. Die Vo-

rinstanz ging wie gezeigt trotz des Mangels entsprechender Belege davon aus, 

die Beklagte habe noch bis Ende 2019 Zeit, entsprechende Zahlungen zu leisten 

und rechnete ihr daher ab dem Jahr 2019 eine Bedarfsposition für Einzahlungen 

in die dritte Säule an.  

 Der Kläger bringt in seiner Berufung vor, es sei davon auszugehen, dass die 

Beklagte im Jahr 2019 keine Einzahlungen in die dritte Säule geleistet habe 

(act. 2 Rz. 71). Dem widerspricht die Beklagte in der Berufungsantwort nicht und 

reicht insbesondere keine Belege ein, welche Gegenteiliges nachweisen würden 

(act. 14 Rz. 82). Auch behauptete die Beklagte nicht, entsprechende Einzahlun-

gen in Zukunft zu planen. Sie beschränkt sich darauf, eine Nichtberücksichtigung 

als unbillig zu bezeichnen (act. 14 Rz. 79 ff.). Berücksichtigt man, dass die Be-

klagte bereits im November 2018 vor Vorinstanz die Absicht äusserte, ein Konto 

dritte Säule zu eröffnen, wäre im Berufungsverfahren der Nachweis zumindest 

- 45 - 

des Bestandes des Kontos zu erwarten gewesen. Die Beklagte macht zudem 

nicht geltend, dass es ihr bisher nicht möglich gewesen sein soll, tatsächlich Zah-

lungen an die dritte Säule zu leisten, und dies zurecht. Bedenkt man, dass der 

Kläger bis zum Ergehen des vorinstanzlichen Massnahmenentscheides im Som-

mer 2019 für die Kinder monatliche Unterhaltsbeträge von insgesamt Fr. 4'644.40 

an die Beklagte überwies und die Beklagte zudem seit Mai 2018 über ein monatli-

ches Einkommen von Fr. 2'671.20 verfügte, ihr mithin Fr. 7'315.60 zur Verfügung 

gestanden haben, wäre es ihr mit Blick auf die sonstigen, von der Vorinstanz an-

genommenen und von ihr nicht angefochtenen Bedarfszahlen (in denen die Bei-

träge an die dritte Säule nota bene berücksichtigt wurden) möglich gewesen, ent-

sprechende Beträge einzubezahlen. Und auch nach Ergehen des Entscheides 

hätte es der Beklagten faktisch möglich sein müssen, Einzahlungen zu leisten, 

wurde bei ihr doch wie gezeigt – und nun angefochten – eine entsprechende Be-

darfsposition berücksichtigt. 

3.5.2.4. Mangels tatsächlich erfolgter Zahlungen bzw. irgendeines Beleges, wel-

cher die Absicht, entsprechende Zahlungen in Zukunft zu tätigen, nachzuweisen 

vermag, rechtfertigt es sich nicht, bei der Beklagten eine entsprechende Bedarfs-

position zu berücksichtigen. Daran ändert das Argument der Beklagten nichts, ei-

ne Nichtberücksichtigung sei unbillig, da die Beklagte seit Einreichung der Schei-

dung nicht mehr an der zweiten Säule des Klägers partizipiere (act. 14 Rz. 80). 

Wie gezeigt und vom Bundesgericht festgehalten, bleibt im Ehegattenunterhalt 

mangels gesetzlicher Grundlage kein Platz, unter welchem Titel auch immer ei-

nen Vorsorgeunterhalt zuzusprechen (BGer 5A_14/2019 vom 9. April 2019, E. 

3.6) – dies muss erst recht gelten, wenn entsprechende Zahlungen (gerade im 

Bereich der Verhandlungsmaxime, in welchem man sich beim Ehegattenunterhalt 

befindet) nicht hinreichend behauptet bzw. glaubhaft gemacht sind. 

3.6. Hortkosten 

3.6.1.1. Die Beklagte macht im Rahmen der Berufungsantwort neu geltend, sie 

habe bei den Betreuungsinstitutionen Kündigungsfristen einzuhalten gehabt und 

es sei nach Ergehen des vorinstanzlichen Entscheids zunächst nicht klar gewe-

sen, ob es überhaupt mit der Mittagsbetreuung von Montag bis Donnerstag ab 

- 46 - 

August 2019 klappe, weshalb sie die Verträge einstweilen aufrecht erhalten habe. 

Sie habe erst per Ende Januar 2020 die Zahlungen stoppen können.  

 Zudem brauchten die Kinder ab April 2020 eine Betreuung am Freitagmittag, 

wobei sich die Kosten hierfür auf Fr. 72.40 pro Kind und Monat belaufen würden. 

Der Kläger weigere sich, einen anderen Mittag gegen den Freitagmittag abzutau-

schen (act. 14 Rz. 93 ff. u. Rz. 104; act. 31 Rz. 28 ff.; auch Prot. S. 20 f.). 

3.6.1.2. Der Kläger trägt vor, das Versäumnis der Beklagten dürfe ihm nicht zum 

Nachteil gereichen. Es sei nicht nachgewiesen und werde bestritten, dass die Be-

klagte den Hort erst per Januar 2020 habe kündigen können, obwohl die Beklagte 

schon seit dem 31. Juli 2019 vom vorinstanzlichen Entscheid gewusst habe. Er 

gehe davon aus, die Beklagte hätte den Vertrag mit gutem Willen per September 

2019 auflösen können. Zudem gehe es nicht an, dass die 50% arbeitende Beklag-

te, welche die Betreuung an einem Mittag pro Woche abdecken müsse, dafür 

noch Fremdbetreuungskosten geltend machen wolle, und die Beklagte habe auch 

nicht nachgewiesen, dass sie an diesem Tag überhaupt arbeiten müsse. Es sei 

der Beklagten zumutbar, sich entsprechend zu organisieren, und es seien keine 

Fremdbetreuungskosten für den Freitagmittag zu berücksichtigen (act. 22 

Rz. 107 ff.; Prot. S. 15 ff. u. S. 21).  

3.6.2. Festzuhalten ist, dass die Beklagte ab Entscheid der Vorinstanz ab 31. Juli 

2019 wusste, dass der Kläger die Mittagsbetreuung von Montag bis Donnerstag 

übernehmen würde. Zwar ist plausibel, dass allenfalls bei Kündigung der Mittags-

betreuung eine Kündigungsfrist einzuhalten war. Die Beklagte beschränkt sich 

aber darauf, pauschal zu behaupten, dass es eine solche gebe, ohne sich zu de-

ren Dauer zu äussern. Auch im Bereich der Untersuchungsmaxime trifft die Par-

teien grundsätzlich eine Mitwirkungspflicht (vgl. hiervor E. II./1.2.3.), welcher die 

Beklagte durch eine derart pauschale, unbelegte Behauptung nicht nachkommt. 

Das Argument der Beklagten, sie habe zuerst schauen müssen, ob die Betreuung 

durch den Kläger am Mittag überhaupt klappe, verfängt zudem nicht. Sie selbst 

tut nicht konkret dar, welche Umstände sie daran zweifeln liessen. Auch in den 

vorinstanzlichen Akten finden sich keine Hinweise, die diesbezügliche Zweifel als 

gerechtfertigt