# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ac29514-7864-5e52-b76c-69fcc56fce94
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.02.2015 SB140402
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140402_2015-02-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140402-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, und lic. iur. M. Langmeier, 

Ersatzoberrichter lic. iur. B. Gut sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

S. Bussmann 

 

Urteil vom 19. Februar 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

ab 1. September 2014 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  
qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom  

1. Juli 2014 (DG140033) 

-   2   - 

Anklage: 
 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 27. März 

2014  ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

 Urteil und Beschluss der Vorinstanz:   

Es wird erkannt: 
 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

66 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate, 

abzüglich 66 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

17. März 2014 beschlagnahmte ausländische Micro-SIM-Karte mit unbe-

kannter Nummer wird der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung bzw. zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen. 

5. Die folgenden, sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der 

Lagernummer … aufbewahrten Betäubungsmittel werden eingezogen und 

sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die  

Kantonspolizei Zürich zu vernichten: 

-   3   - 

- 500 Gramm Heroin (10x50 Gramm, aufgeteilt in je 10 Portionen  
à 5 Gramm) 

- 650 Gramm Heroin (13x50 Gramm, aufgeteilt in je 10 Portionen  
à 5 Gramm) 

- 3 Blöcke à 530 Gramm brutto (in Plastiksack eingewickelt),  
1'590 Gramm 

- 1 Portion braunes Pulver, verpackt in Alufolie, 190 Gramm 

- 1 Portion braunes Pulver, verpackt in Plastik und Papier, 180 Gramm 

6. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lager-

nummer … aufbewahrten 2 Pack Heroin in Alufolie à 1x4 Portionen/1x10 

Portionen à 5 Gramm werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

24. Oktober 2012 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 3'250.– (10 Noten à 

Fr. 100.–, 31 Noten à Fr. 50.–, 34 Noten à Fr. 20.– und 2 Noten à Fr. 10.–) 

wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 4'848.85   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 3'048.85   amtl. Verteidigungskosten (RA lic. iur. X2._____)  

Fr. 2'860.– Kosten der Kantonspolizei Zürich 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung durch RA lic. iur. X2._____, welche einstweilen und 

unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse 

übernommen werden. 

-   4   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 47 S. 2 f.) 

1. Der Beschuldigte sei grundsätzlich im Sinne des vorinstanzlichen Urteils 

(Dispo Ziff. 1) zu verurteilen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu 

bestrafen, unter Anrechnung von 66 Tagen Untersuchungshaft (Dispo 

Ziff. 3). 

3. Die Probezeit sei auf zwei Jahre anzusetzen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der amtlichen Vertei-

digung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 41) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 1. Juli 2014 wurde der  

Beschuldigte der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. 

a BetmG schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten  

bestraft, wovon 66 Tage durch Haft erstanden sind. Im Umfang von 10 Monaten 

wurde der Vollzug dieser Strafe angeordnet; der Rest wurde bei einer Probezeit 

von 2 Jahren bedingt aufgeschoben. Im Weiteren wurde über beschlagnahmtes 

Gut entschieden (Gegenstände, Drogen, Barschaft) und wurden die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens dem Beschuldigten auferlegt, mit 

-   5   - 

Ausnahme derjenigen der früheren amtlichen Verteidigung, welche unter Vor-

behalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen wurden (Urk. 34 S. 18 ff.). 

1.2. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte seinen (damals noch erbete-

nen) Verteidiger unmittelbar nach der mündlichen Eröffnung Berufung anmelden 

(Prot. I S. 23) und dies am 2. Juli 2014 schriftlich bestätigen (Urk. 30). Nach  

Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 33) reichte der Verteidiger am  

1. September 2014 - ebenfalls fristgerecht - dem Obergericht die Berufungs-

erklärung ein. Gleichzeitig stellte er das Gesuch, er sei dem Beschuldigten als 

amtlicher Verteidiger zu bestellen (Urk. 36).  

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 8. September 2014 wurde dem Beschuldigten 

antragsgemäss in der Person seines erbetenen Verteidigers per 1. September 

2014 ein amtlicher Verteidiger bestellt und die Berufungserklärung in Anwendung 

von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft übermittelt, um  

gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die  

Berufung zu beantragen (Urk. 39). Am 15. September 2014 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 41). 

1.4. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldig-

te und sein amtlicher Verteidiger erschienen sind, waren weder Vorfragen zu ent-

scheiden noch Beweise abzunehmen (Prot. II S. 4 f.). Das vorliegende Urteil 

erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 8 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

Der Beschuldigte beschränkt seine Berufung auf die Strafzumessung und bean-

tragt, es sei eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten auszufällen und der Vollzug 

 bedingt aufzuschieben (Urk. 47 S. 2). Die Berufung betrifft mithin ausschliesslich 

die Dispositivziffern 2 und 3 des vorinstanzlichen Urteils. Entsprechend sind  

die nicht angefochtenen Punkte (Dispositivziffern 1 und 4 ff.) in Rechtskraft  

erwachsen (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO). Das ist 

vorab vorzumerken. 

-   6   - 

3. Strafzumessung 

3.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe im Allgemei-

nen und bei Betäubungsmitteldelikten im Besonderen zuzumessen ist, richtig 

zusammengefasst (Urk. 34 S. 7 ff.). Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Strafe ist vorliegend inner-

halb eines Strafrahmens von 1 bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe zuzumessen  

(Art. 19 Abs. 2 BetmG, Art. 40 StGB). 

3.2. In objektiver Hinsicht ist die Delinquenz des Beschuldigten auf einer Skala 

aller denkbaren qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG im Sinne  

dessen Art. 19 Abs. 2 noch im untersten Viertel einzuordnen, auch wenn dem  

Beschuldigten Handel über vier bis fünf Monate mit insgesamt gut 312 Gramm 

reinen Heroins vorzuwerfen ist, was die Grenze dessen, das vom Bundesgericht 

für das Vorliegen eines qualifizierten Falles im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG 

angenommen wird (12 Gramm; BGE 109 IV 143), um das 26-fache übersteigt.  

So ist zunächst zu beachten, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt seiner Ver-

haftung erst knapp die Hälfte von dieser Menge verkauft hatte (Anklageziffer 1b) 

bzw. unmittelbar davor gestanden hat (Anklageziffer 1a). Der Rest war noch nicht 

weiterverkauft, konnte im Versteck in B._____ sichergestellt werden und hatte  

somit den Weg zum Endverbraucher noch nicht gefunden. Soweit der Verteidiger 

dann aber zur Diskussion stellt, ob der Beschuldigte überhaupt Herrschaft über 

dieses Versteck gehabt habe (Prot. I S. 16/17), mag sein, dass nicht er, sondern - 

wohl - "C._____" Eigentümer des dort gelagerten Heroins gewesen sein mag. Der 

Beschuldigte hatte aber jederzeit Zugriff darauf und war auch zumindest teilweise 

anwesend bzw. gar behilflich, als die Ware angeliefert und versteckt wurde 

(Urk. 6/1 S. 9; Urk. 6/2 S. 5/6; Urk. 6/4 S. 11/12; Prot. I S. 11/12). Entsprechend 

steht ausser Zweifel, dass der Beschuldigte weiterhin im Auftrag von "C._____"  

Heroin im Versteck geholt und verkauft hätte, wenn er denn nicht verhaftet  

worden wäre. Das im D._____ in B._____ gelagerte Heroingemisch ist deshalb im 

Rahmen des objektiven Tatverschuldens klarerweise (auch - neben "C._____") 

dem Beschuldigten zuzurechnen. 

-   7   - 

Mit der Vorinstanz (Urk. 34 S. 11) fällt indessen gerade die eben genannte Rolle 

des Beschuldigten wieder relativierend ins Gewicht: Im Sinne dessen konstanter 

Darstellung ist davon auszugehen, dass er in einer deutlich untergeordneten  

Stellung und lediglich die Instruktionen von "C._____" ausführend tätig war. So ist 

das Bild des Verteidigers wohl zutreffend, dass der Beschuldigte als "Bauernop-

fer" erscheint, währenddem sich "C._____" "feige im Hintergrund" gehalten habe 

(Urk. 28 S. 10, Urk. 47 S. 10). 

Vor Vorinstanz hatte der Verteidiger sodann noch die Auffassung vertreten, es sei 

der Beschuldigte bezüglich der im Versteck gefundenen gut 1,8 kg Heroingemisch 

mit Reinheitsgraden zwischen 0,28 und 0,72 % lediglich des untauglichen Ver-

suchs schuldig zu sprechen (Urk. 28 S. 4 und 7). Berufungsweise nimmt das der 

Verteidiger zunächst noch insoweit auf, als das Gemisch "in der Menge von 

1'860 Gramm mit Bestimmtheit nicht geeignet sein kann, irgendwelche gesund-

heitlichen Schäden zu verursachen" (Urk. 36 S. 3). Anlässlich der heutigen Beru-

fungsverhandlung nannte die Verteidigung das Heroingemisch "von etwas mehr 

als zwei Kilogramm"  Streckmittel, in dem gerade noch spurenweise Heroin 

nachweisbar sei (Urk. 47 S. 5 f.). Es ist sicher richtig, dass derartiger Stoff, der zu 

deutlich über 99 % aus Streckmitteln u.ä. besteht, jedenfalls in dieser Form kaum 

zum bestimmungsgemässen Gebrauch taugt. Dem Beschuldigten werden aber 

auch gar nicht die vom Verteidiger angeführten 1'860 Gramm Heroingemisch an-

gerechnet. Vielmehr ist im Zusammenhang mit der Bewertung des objektiven 

Verschuldens die Menge reinen Stoffes ausschlaggebend (vgl. vorstehend).  

Soweit das Heroin vorliegend also in Gemischen enthalten war, deren Reinheits-

grad weniger als 1 % betrug, fand es ohnehin lediglich in einem ganz geringen 

Mass in die Verschuldensbewertung Eingang (nämlich als 5,96 Gramm von ins-

gesamt 312,06 Gramm). Demgemäss kann auch die seitens der Verteidigung 

aufgeworfene Frage, bei welchem Mischverhältnis die Grenzziehung zwischen 

Heroingemisch und kontaminiertem Streckmittel zu erfolgen habe (Urk. 47 S. 7), 

offengelassen werden.   

Hinsichtlich des vom Beschuldigten gemäss Anklageziffer 1b verkauften Heroin-

gemischs ist mit der Staatsanwaltschaft (Prot. I S. 20) darauf hinzuweisen, dass 

-   8   - 

sowohl das Heroin, das der Beschuldigte am Verhaftstag zum Verkauf auf sich 

trug, als auch jenes, das in Minigrip-Säcklein portioniert aus dem ersten Lüftungs-

rohr im D._____ sichergestellt werden konnte, einen Reinheitsgrad von 14 % 

aufwies. Davon geht berufungsweise nun auch die Verteidigung aus (Urk. 47 

S. 8). Lediglich das nicht portionierte (in weiteren Lüftungsrohren versteckte)  

Heroingemisch wies die genannten, sehr tiefen Reinheitsgrade auf (vgl. dazu  

Urk. 2 passim und Urk. 9/4). Und hiezu sagte der Beschuldigte deutlich aus, dass 

er immer nur vom vorbereiteten, portionierten Stoff aus dem ersten Lüftungsrohr 

zum Verkauf genommen und nie etwas vom gepressten Pulver verkauft habe 

(Urk. 6/4 S. 13/14). Es drängt sich deshalb geradezu auf, hinsichtlich des gesam-

ten vom Beschuldigten gemäss Anklageziffer 1b verkauften Heroingemischs 

ebenfalls von einem Reinheitsgrad von 14 % auszugehen. Im Übrigen darf davon 

ausgegangen werden, dass die Kunden des Beschuldigten zweifelsohne rekla-

miert hätten, wenn ihnen dieser denn - im Sinne des noch vor Vorinstanz unter-

breiteten Vorschlags des Verteidigers (Urk. 28 S. 8) - tatsächlich zur Hälfte  

unbrauchbaren, nahezu zu 100 % aus Streckmitteln bestehenden Stoff verkauft 

hätte. Solche Reklamationen behaupten aber weder der Beschuldigte noch der 

Verteidiger. 

Nicht gefolgt werden kann dann aber der Vorinstanz, wenn sie unter Verweis auf 

Fingerhuth/Tschurr, OFK-BetmG, StGB 47 N. 32, erwägt, es sei die Tätigkeit des 

Beschuldigten als "klassischer Handel" zu qualifizieren, was sich verschuldens-

erhöhend auswirke (Urk. 34 S. 10). Dem vorinstanzlichen Zitat nach zu schlies-

sen, liegt hier vermutlich ein unrichtiges Verständnis der betreffenden Kommen-

tarstelle vor: Wenn die genannten Autoren dafür halten, es sei für "Handel mit  

Heroin und Kokain" ein Zuschlag von bis zu 50 % vorzunehmen, so soll dies  

Delinquenten betreffen, die sowohl mit Heroin als auch mit Kokain handeln - also 

mit beiden Drogen. Darauf deutet auch der Hinweis der Kommentatoren, dass 

"als Basis die höhere Grundstrafe" dienen soll. Dass jemand mit einer Drogenart 

handelt, wirkt sich daher nach den genannten Autoren und entgegen der Vor-

instanz für sich alleine nicht verschuldenserhöhend aus; gegenteils ist "Referenz-

täter" im Sinne des Vergleichsrahmens von Fingerhuth/Tschurr ein nicht süchtiger 

Täter, der die ihm angelastete Menge in ungefähr fünf Geschäften umsetzt 

-   9   - 

(a.a.O., Art. 47 N. 29). Zulasten des Beschuldigten wirkt sich aber aus, dass er im 

Sinne von Anklageziffer 1b sicher ein Vielfaches von fünf Verkaufsgeschäften 

vorgenommen hat und von den an "C._____" abgelieferten Bruttoeinnahmen von 

rund Fr. 30'000.– immerhin einen Gewinn von Fr. 9'000.– abschöpfte (Urk. 6/1 S. 

6; 6/2 S. 4; Urk. 6/7 S. 4; Urk. 34 S. 11). Dies offenbart doch eine gewisse krimi-

nelle Energie des Beschuldigten, auch wenn sie nach den Worten des Verteidi-

gers nicht grossartig sein mag (Urk. 47 S. 14).  

3.3. In subjektiver Hinsicht kann dem Beschuldigten nicht widerlegt werden, 

dass er durch "C._____" und nicht aus eigener Initiative zum Drogenhandel ge-

kommen ist (so schon die Vorinstanz in Urk. 34 S. 11). Wenn er dann aber  

einräumt, er habe nach "C._____s" Anfrage "nicht sofort" zugesagt (Prot. I S. 14), 

und er habe den Fehler gemacht, sich auf ihn einzulassen (Urk. 46 S. 8), so impli-

ziert das eine gewisse Überlegungszeit und mithin ein durchaus vorsätzliches 

"Ein-steigen" in das Betäubungsmittelgeschäft. Eine Strafminderung ist darum 

hier nicht am Platz. 

Ebenfalls nicht strafmindernd kann dem Beschuldigten angerechnet werden, dass 

er - wie er und sein Verteidiger immer wieder betonen - durch eine finanzielle Not-

lage in die Delinquenz gedrängt worden sei (so auch schon die Vorinstanz in 

Urk. 34 S. 12): Der Beschuldigte erklärte unmittelbar nach seiner Verhaftung und 

hernach anlässlich der Hafteinvernahme, als Lagerist monatlich netto Fr. 4'300.– 

beziehungsweise Fr. 4'900.– brutto zu verdienen. Ferner gab er an, dass seine 

Frau als Angestellte bei … auf Stundenlohnbasis ein monatliches Netto-

erwerbseinkommen von Fr. 1'800.– erzielte (Urk. 6/1 S. 10; Urk. 6/2 S. 10). Heute 

erklärte der Beschuldigte auf Befragen, seine Ehefrau hätte im Jahr 2012 im Hotel 

… auf Abruf als Zimmermädchen gearbeitet (Urk. 46 S. 5). Weiter gab der  

Beschuldigte an, dass seine im gleichen Haushalt lebende Mutter eine monatliche 

Sozialunterstützung von Fr. 600.– beziehe, was er auch heute wieder bestätigte 

(Urk. 6/1 S. 10; Urk. 6/2 S. 10; Urk. 46 S. 3). Hinsichtlich der eigenen Arbeitstätig-

keit erklärte der Beschuldigte in der Einvernahme vom 13. November 2012, es sei 

ihm mittlerweile gekündigt worden und er erhalte noch bis zum 30. November 

2012 den Lohn ausbezahlt (Urk. 6/4 S. 16; Urk. 6/6 S. 3). Die gekündigte Stellung 

-   10   - 

des Beschuldigten erklärt denn auch, weshalb er an der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung geltend machte, damals arbeitslos gewesen zu sein (Prot. I S. 14; 

Urk. 28 S. 12), was klarstellend festzuhalten ist (Urk. 46 S. 3). Sowohl der  

Beschuldigte selbst als auch seine Ehefrau waren damit erwerbstätig, als sich der 

Beschuldigte entschloss, ins Drogengeschäft einzusteigen. Auch wenn sich der 

Beschuldigte zum Tatzeitpunkt aufgrund seiner familiären Verpflichtungen, ins-

besondere auch gegenüber seinen Eltern, in einer schwierigen finanziellen Situa-

tion befunden haben mag (Urk. 46 S. 7; Urk. 47 S. 15), kann dem kein grosses 

Gewicht beigemessen werden, befinden sich doch viele Leute in prekären finan-

ziellen Verhältnissen ohne zu delinquieren.  

Es bleibt der damalige Schuldendruck, der vom Beschuldigten ebenfalls immer 

wieder zur Entlastung angerufen wird: Diesbezüglich ist er aber darauf zu  

behaften, dass er die gut Fr. 53'000.– Schulden eingegangen war, um einerseits 

einen BMW 525 für über Fr. 30'000.– zu kaufen (Urk. 6/11 S. 11; Urk. 46 S. 4) 

und andererseits Ferien zu bezahlen (Urk. 6/2 S. 10; Urk. 46 S. 4). Mit der Vor-

instanz ist deshalb festzuhalten (Urk. 34 S. 12), dass er diese Situation selbst 

verschuldet hat. Etwas drastisch ausgedrückt, hat der Beschuldigte offenbar 

schlicht über seinen Verhältnissen gelebt. Selbstredend kann er sich dann her-

nach nicht mit dem Argument entlasten, er habe zur Bereinigung seiner finanziel-

len Situation delinquieren müssen. Es bleibt damit dabei, dass der Beschuldigte 

aus rein finanziellen Beweggründen und mithin egoistischen Motiven den Betäu-

bungsmittelhandel aufgenommen hat. 

Ebenso nicht strafmindernd fällt schliesslich ins Gewicht, dass "C._____" den  

Beschuldigten unter Druck gesetzt habe. Die entsprechende Aussage des  

Beschuldigten ist zu pauschal und zu vage, als dass daraus eine - jedenfalls auch 

objektiv bedeutsame - Einschränkung in seiner Handlungsfreiheit abgeleitet  

werden könnte (vgl. dazu die Vorinstanz in Urk. 34 S. 12). Auch anlässlich der  

Berufungsverhandlung vermochten weder der Beschuldigte noch die Verteidigung 

die seitens des Beschuldigten dargelegte Einschüchterung zu konkretisieren. 

Vielmehr blieb es bei vagen Aussagen. So erklärte der Beschuldigte etwa, dass 

ihm die Art, wie "C._____" gesprochen habe, vieles zu verstehen gegeben habe  

-   11   - 

(Urk. 46 S. 8) und auch die Verteidigung verblieb bei einem Verweis auf "unaus-

gesprochene Gesetze" in der "Szene" (Prot. II S. 7).  

3.4. Wenn die Vorinstanz das gesamte Tatverschulden des Beschuldigten als 

"leicht bis mittelschwer" taxiert (Urk. 34 S. 12) und auf eine Einsatzstrafe von 

45 Monaten schliesst (Urk. 34 S. 14), übermarcht sie vor diesem Hintergrund 

deutlich. Ihrem Fazit nach zu schliessen, hat sie insbesondere einige Straf-

erhöhungen vorgenommen, die der gegebenen Sachlage nicht angemessen sind: 

Nachdem sie nämlich als Ausgangspunkt 36 Monate Freiheitsstrafe und aufgrund 

der untergeordneten Stellung des Beschuldigten eine gewisse Strafminderung 

sieht, mussten sich folglich - um auf die 45 Monate zu kommen - die Punkte 

"Handel treiben", "direkter Vorsatz" und "uneingeschränkte Entscheidungsfreiheit" 

(a.a.O.) im Umfang von über einem Viertel der Ausgangsstrafe straferhöhend 

ausgewirkt haben. Das ist nicht gerechtfertigt. Vielmehr ist für das gesamte Tat-

verschulden eine Einsatzstrafe von 33 Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. 

Eine solche Einsatzstrafe lässt sich auch vertreten vor dem Hintergrund des 

schematischen, praxisgestützten Vergleichsrahmens von Fingerhuth/Tschurr 

(Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., Art. 47 N. 30 bzw. Art. 63 aStGB; vgl. auch N. 18 ff.), 

welchen heranzuziehen im Sinne einer Kontrolle und im Interesse von Rechts-

gleichheit und -sicherheit statthaft ist und woran sich offensichtlich auch die Vor-

instanz orientiert hat: So gehen die genannten Autoren bei einem nicht süchtigen 

"Referenztäter", der mit ca. 5 Geschäften 312 Gramm reines Heroin umsetzt, von 

einer Ausgangsstrafe von 35 Monaten aus (a.a.O., Art. 47 N. 30). Infolge der  

untergeordneten Stellung des Beschuldigten in der Drogenhandelshierarchie und 

weil es hinsichtlich der Hälfte der zur Anklage gebrachten Drogenmenge bei  

einem blossen Lagern geblieben ist, ist sodann ein gewisser Abzug angebracht. 

Zu einem Zuschlag führt dagegen andererseits, dass der Beschuldigte sich  

deutlich mehr als 5 Verkaufsgeschäfte vorwerfen lassen muss. Die subjektiven 

Verschuldenselemente wirken sich - entgegen der Vorinstanz - zumessungs-

neutral aus. Indem die Vorinstanz hier das Handel treiben, den direkten Vorsatz 

und die "uneingeschränkte Entscheidungsfreiheit" des Beschuldigten (deutlich) 

straferhöhend berücksichtigt, übersieht sie, dass diese Punkte bereits bei der 

-   12   - 

Ausgangsstrafe des "Referenztäters" gemäss Fingerhuth/Tschurr berücksichtigt 

sind (a.a.O., Art. 47 N. 29 ff.). 

3.5. Aus der Biographie des Beschuldigten ergeben sich keine strafzu-

messungsrelevanten Elemente. Ebenso ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, 

dass keine besondere Strafempfindlichkeit ersichtlich ist (vgl. dazu Urk. 34  

S. 12-14). Die Verteidigung monierte heute, es sei zu wenig berücksichtigt  

worden, dass eine Abwesenheit des Beschuldigten aufgrund seiner familiären 

Verpflichtungen "eine Katastrophe" darstellte (Urk. 47 S. 17). Dem ist entgegen-

zuhalten, dass die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jeden arbeitstätigen und in 

ein familiäres Umfeld eingebetteten Beschuldigten mit einer gewissen Härte  

verbunden ist. Als unmittelbare gesetzmässige Folge jeder Sanktion darf diese 

Konsequenz daher nur bei Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände erheblich 

strafmindernd wirken. Solche aussergewöhnliche Umstände sind hier nicht  

erkennbar, auch wenn sich der Beschuldigte - mit Hilfe seiner Ehefrau - neben der 

Betreuung seiner Kinder auch um seine pflegebedürftige Mutter kümmert (Urk. 46 

S. 5; Urk. 47 S. 17). 

3.6. Schliesslich war der Beschuldigte ab der ersten Einvernahme vollumfäng-

lich geständig und hat insbesondere mit dem unter Ziffer 1b zur Anklage gebrach-

ten Sachverhalt auch Taten zugegeben, die ihm sonst entweder gar nicht oder  

jedenfalls nur durch aufwändige Untersuchungshandlungen hätten nachgewiesen 

werden können. Die - so der Verteidiger (Urk. 36 S. 3) - "beeindruckende  

Geständnisfreudigkeit" des Beschuldigten hat demnach die Strafuntersuchung  

erheblich erleichtert. Ebenso hat sich der Beschuldigte während des ganzen 

Strafverfahrens und auch heute einsichtig und reuig gezeigt (vgl. Urk. 34 S. 14; 

Urk. 46 S. 6 und 10). Es ist deshalb gerechtfertigt, ihm - im Sinne der über-

einstimmenden Anträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung (Urk. 27 S. 5; 

Prot. I S. 19; Urk. 47 S. 13) - unter diesem Titel eine ganz deutliche Strafreduktion 

zuzugestehen.  

3.7. In gesamthafter Würdigung aller Strafzumessungsgründe erscheinen des-

halb 24 Monate Freiheitsstrafe als angemessen. Daran anzurechnen sind die vom 

Beschuldigten erstandenen 66 Tage Untersuchungs- und Sicherheitshaft.  

-   13   - 

4. Strafvollzug 

4.1. Im Unterschied zu den vorinstanzlich ausgesprochenen 30 Monaten liegen 

die nun ausgefällten 24 Monate Freiheitstrafe gerade noch im Bereich, in  

welchem der (voll-) bedingte Vollzug möglich ist (Art. 42 Abs. 1 StGB). Dieser ist 

nach der genannten Bestimmung in der Regel zu gewähren, wenn eine unbeding-

te Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Für den bedingten Vollzug genügt das 

Fehlen einer ungünstigen Prognose. Die Gewährung des bedingten Strafauf-

schubs setzt mit anderen Worten nicht die positive Erwartung voraus, der Täter 

werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass 

er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der grund-

sätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf. Er hat im breiten 

Mittelfeld der Ungewissheit den Vorrang (BGE 134 IV 97 E. 7.3; 134 IV 82 E. 4.2; 

je mit Hinweisen). 

Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr 

bietet, hat das Gericht eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vor-

zunehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen 

auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige 

Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zu-

lassen. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisati-

onsbiographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise 

auf Suchtgefährdungen usw. Es ist unzulässig, einzelnen Umständen eine vor-

rangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt 

ausser Acht zu lassen. Wie bei der Strafzumessung (Art. 50 StGB) müssen die 

Gründe für die Gewährung oder Nichtgewährung des bedingten Vollzugs der 

Strafe im Urteil so wiedergegeben werden, dass sich die richtige Anwendung des 

Bundesrechts überprüfen lässt (BGE 134 IV 1 E. 4.2.1; Urteil 6B_572/2013 vom 

20. November 2013 E. 1.3; je mit Hinweisen). 

4.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 38). Das spricht schon einmal 

dafür, dass er sich auch durch eine bedingt ausgesprochene Freiheitstrafe  

genügend beeindrucken lässt, sich künftig wieder wohl zu verhalten (vgl. dazu 

-   14   - 

auch Art. 42 Abs. 2 StGB). Hinzu kommt, dass ihm im Rahmen des vorliegenden 

Verfahrens durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft doch immerhin während 

66 Tagen die Freiheit entzogen war, was die Warnwirkung einer nun bedingt aus-

gesprochenen Strafe zweifellos verstärkt. Im Weiteren bekundet der Beschuldigte 

nicht unglaubhaft Reue und beteuert, Solches werde "nie wieder passieren" 

(Prot. I S. 20; Urk. 46 S. 6 und 10). Günstiger Prognoseumstand ist schliesslich 

ebenfalls, dass er nach seiner (wohl haftbedingten) Entlassung durch den  

damaligen Arbeitgeber bereits Ende 2013 bei der E._____ AG in … wieder eine 

neue Anstellung als Lagermitarbeiter gefunden hat, wo er nach seinen Angaben 

monatlich Fr. 3'900.– bis Fr. 4'000.– netto bzw. ein Bruttoerwerbseinkommen inkl. 

Kinderzulagen von rund Fr. 4'500.– verdient (Urk. 6/7 S. 9; Prot. I S. 7; Urk. 46 

S. 2). Ebenso ist er offenbar daran, seine Schulden abzuzahlen (vgl. Urk. 6/7 S. 

10; Prot. I S. 7 und Urk. 46 S. 3). Seine Frau bezieht aktuell Arbeitslosengeld von 

rund Fr. 1'800.– bis Fr. 2'000.– (Urk. 46 S. 4). Umstände, die eine ungünstige 

Prognose vermuten liessen, liegen dagegen nicht vor. 

4.3. Eine unbedingte Strafe erscheint damit nicht notwendig, um den Beschul-

digten von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, zumal 

seit der Tat 2 ½ Jahre verstrichen sind und dem Beschuldigten in diesem Zeit-

raum keine neuen Straftaten nachgewiesen wurden (Urk. 38). Entsprechend ist 

der Vollzug der Freiheitsstrafe aufzuschieben. Damit verbunden ist eine Probezeit 

von 2 Jahren anzusetzen, während derselben sich der Beschuldigte zu bewähren 

haben wird (Art. 44 Abs. 1 StGB; Art. 46 StGB). 

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens 

oder Unterliegens der Parteien (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte obsiegt 

mit seiner Berufung vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind damit die Kosten des 

Berufungsverfahrens inklusive die Kosten der amtlichen Verteidigung definitiv auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

-   15   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, 

vom 1. Juli 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das  
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in 
Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

 2. (…) 
 3. (…) 

 4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. März 
2014 beschlagnahmte ausländische Micro-SIM-Karte mit unbekannter  Num-
mer wird der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung bzw. zur gutscheinenden 
Verwendung überlassen. 

 5. Die folgenden, sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der 
Lagernummer … aufbewahrten Betäubungsmittel werden ein-gezogen und 
sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die  
Kantonspolizei Zürich zu vernichten: 

- 500 Gramm Heroin (10x50 Gramm, aufgeteilt in je 10 Portionen 
 à 5 Gramm) 

- 650 Gramm Heroin (13x50 Gramm, aufgeteilt in je 10 Portionen  
à 5 Gramm) 

- 3 Blöcke à 530 Gramm brutto (in Plastiksack eingewickelt), 
1'590 Gramm 

- 1 Portion braunes Pulver, verpackt in Alufolie, 190 Gramm 

- 1 Portion braunes Pulver, verpackt in Plastik und Papier, 180 Gramm 

 6. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lager-
nummer … aufbewahrten 2 Pack Heroin in Alufolie à 1x4 Portionen/1x10 Por-
tionen à 5 Gramm werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

 7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 24. Ok-
tober 2012 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 3'250.– (10 Noten à Fr. 100.–, 
31 Noten à Fr. 50.–, 34 Noten à Fr. 20.– und 2 Noten à Fr. 10.–) wird zur 
 Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

 8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 
Fr. 2'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 
Fr. 4'848.85   Auslagen Vorverfahren  
Fr. 3'048.85   amtl. Verteidigungskosten (RA lic. iur. X2._____)  
Fr. 2'860.–   Kosten der Kantonspolizei Zürich 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

 9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 
Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

-   16   - 

Verteidigung durch RA lic. iur. X2._____, welche einstweilen und unter dem 
Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen 
werden. 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittelbelehrung)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von 66 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kosten der 

amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 3'000.--, werden auf die  

Gerichtskasse genommen.  

4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden 
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden   
des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− das Bundesamt für Polizei  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

− die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA-Profils und  
Vernichtung des ED-Materials  

-   17   - 

5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 
Zürich, 19. Februar 2015 

 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Bussmann 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

 

	Urteil vom 19. Februar 2015
	Anklage:
	Urteil und Beschluss der Vorinstanz:
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 66 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufge-schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate, abzüglich 66 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. März 2014 beschlagnahmte ausländische Micro-SIM-Karte mit unbekannter Nummer wird der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung bzw. zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	5. Die folgenden, sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer … aufbewahrten Betäubungsmittel werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die  Kantonspolizei Zürich zu vernichten:
	- 500 Gramm Heroin (10x50 Gramm, aufgeteilt in je 10 Portionen  à 5 Gramm)
	- 650 Gramm Heroin (13x50 Gramm, aufgeteilt in je 10 Portionen  à 5 Gramm)
	- 3 Blöcke à 530 Gramm brutto (in Plastiksack eingewickelt),  1'590 Gramm
	- 1 Portion braunes Pulver, verpackt in Alufolie, 190 Gramm
	- 1 Portion braunes Pulver, verpackt in Plastik und Papier, 180 Gramm

	6. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lager-nummer … aufbewahrten 2 Pack Heroin in Alufolie à 1x4 Portionen/1x10 Portionen à 5 Gramm werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kanton...
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 24. Oktober 2012 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 3'250.– (10 Noten à Fr. 100.–, 31 Noten à Fr. 50.–, 34 Noten à Fr. 20.– und 2 Noten à Fr. 10.–) wird zur Deckung der Verfahrenskoste...
	8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung durch RA lic. iur. X2._____, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. ...
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei grundsätzlich im Sinne des vorinstanzlichen Urteils (Dispo Ziff. 1) zu verurteilen.
	2. Der Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung von 66 Tagen Untersuchungshaft (Dispo Ziff. 3).
	3. Die Probezeit sei auf zwei Jahre anzusetzen.
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 1. Juli 2014 wurde der  Beschuldigte der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig...
	1.2. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte seinen (damals noch erbetenen) Verteidiger unmittelbar nach der mündlichen Eröffnung Berufung anmelden (Prot. I S. 23) und dies am 2. Juli 2014 schriftlich bestätigen (Urk. 30). Nach  Zustellung des begr...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 8. September 2014 wurde dem Beschuldigten antragsgemäss in der Person seines erbetenen Verteidigers per 1. September 2014 ein amtlicher Verteidiger bestellt und die Berufungserklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 un...
	1.4. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldigte und sein amtlicher Verteidiger erschienen sind, waren weder Vorfragen zu entscheiden noch Beweise abzunehmen (Prot. II S. 4 f.). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss a...

	2. Umfang der Berufung
	3. Strafzumessung
	3.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe im Allgemeinen und bei Betäubungsmitteldelikten im Besonderen zuzumessen ist, richtig zusammengefasst (Urk. 34 S. 7 ff.). Zur Vermeidung von Wiederholungen kann darauf verwiesen werden (...
	3.2. In objektiver Hinsicht ist die Delinquenz des Beschuldigten auf einer Skala aller denkbaren qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG im Sinne  dessen Art. 19 Abs. 2 noch im untersten Viertel einzuordnen, auch wenn dem  Beschuldigten Handel ...
	3.3. In subjektiver Hinsicht kann dem Beschuldigten nicht widerlegt werden, dass er durch "C._____" und nicht aus eigener Initiative zum Drogenhandel ge-kommen ist (so schon die Vorinstanz in Urk. 34 S. 11). Wenn er dann aber  einräumt, er habe nach "...
	3.4. Wenn die Vorinstanz das gesamte Tatverschulden des Beschuldigten als "leicht bis mittelschwer" taxiert (Urk. 34 S. 12) und auf eine Einsatzstrafe von 45 Monaten schliesst (Urk. 34 S. 14), übermarcht sie vor diesem Hintergrund deutlich. Ihrem Fazi...
	3.5. Aus der Biographie des Beschuldigten ergeben sich keine strafzu-messungsrelevanten Elemente. Ebenso ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass keine besondere Strafempfindlichkeit ersichtlich ist (vgl. dazu Urk. 34  S. 12-14). Die Verteidigung...
	3.6. Schliesslich war der Beschuldigte ab der ersten Einvernahme vollumfänglich geständig und hat insbesondere mit dem unter Ziffer 1b zur Anklage gebrachten Sachverhalt auch Taten zugegeben, die ihm sonst entweder gar nicht oder  jedenfalls nur durch...
	3.7. In gesamthafter Würdigung aller Strafzumessungsgründe erscheinen deshalb 24 Monate Freiheitsstrafe als angemessen. Daran anzurechnen sind die vom Beschuldigten erstandenen 66 Tage Untersuchungs- und Sicherheitshaft.

	4. Strafvollzug
	4.1. Im Unterschied zu den vorinstanzlich ausgesprochenen 30 Monaten liegen die nun ausgefällten 24 Monate Freiheitstrafe gerade noch im Bereich, in  welchem der (voll-) bedingte Vollzug möglich ist (Art. 42 Abs. 1 StGB). Dieser ist nach der genannten...
	4.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 38). Das spricht schon einmal dafür, dass er sich auch durch eine bedingt ausgesprochene Freiheitstrafe  genügend beeindrucken lässt, sich künftig wieder wohl zu verhalten (vgl. dazu auch Art. 42 Abs. ...
	4.3. Eine unbedingte Strafe erscheint damit nicht notwendig, um den Beschuldigten von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, zumal seit der Tat 2 ½ Jahre verstrichen sind und dem Beschuldigten in diesem Zeitraum keine neuen Strafta...

	5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 1. Juli 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 66 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 3'000.--, werden auf die  Gerichtskasse genommen.
	4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
	des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
	
	
	
	
	   des Beschuldigten
	
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA-Profils und  Vernichtung des ED-Materials

	5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.