# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f51fc0b7-67d5-53f5-93f8-e8175e3db0e4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.10.2017 200 2017 602
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-602_2017-10-31.pdf

## Full Text

200 17 602 AHV
KOJ/SCC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 31. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse GastroSocial 
Buchserstrasse 1, Postfach 2203, 5001 Aarau
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 7. Juni 2017 (BE 858.0202.01)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Okt. 2017, AHV/17/602, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Beitragspflichtiger bzw. Beschwerdeführer) führte das 
B.________ in ... und war dadurch bis …. 2015 als Inhaber einer Einzelfir-
ma als Selbstständigerwerbender zur Abrechnung der persönlichen Sozial-
versicherungsbeiträge bei der Ausgleichskasse GastroSocial (GastroSocial 
bzw. Beschwerdegegnerin) angeschlossen. Gestützt auf die Meldung der 
Steuerbehörde („Meldung über Erwerbseinkommen und Betriebskapital 
Selbstständigerwerbender“) setzte die GastroSocial mit Verfügung vom 10. 
März 2016 die persönlichen Beiträge Selbstständigerwerbende für die Bei-
tragsperiode Januar bis Dezember 2013 auf Fr. 43‘389.50 (inkl. Verwal-
tungskosten und Zinsen; Dossier der GastroSocial, Antwortbeilage [AB] 1, 
2) fest. Am 7. April 2016 stellte der Beitragspflichtige ein Herabsetzungsge-
such und reichte dazu Unterlagen ein (AB 3). Die GastroSocial nannte dem 
Beitragspflichtigen am 12. April 2016 die Voraussetzungen einer Herabset-
zung und forderte ihn in der Folge auf, einen beigelegten Fragebogen aus-
zufüllen und Belege über die aktuellen Einkommens- und Vermögensver-
hältnisse beizubringen (AB 4). Der Beitragspflichtige reichte am 2. Mai so-
wie 25. Juli und letztmals am 28. Oktober 2016 Unterlagen ein (AB 5, 7, 9). 
Die GastroSocial machte ihn in den Schreiben vom 6. Juli (AB 6) und 30. 
September 2016 (AB 8) jeweils darauf aufmerksam, dass die bisher einge-
reichten Unterlagen die Unzumutbarkeit der Bezahlung der Nachforderung 
nicht zu belegen vermöchten.

Mit Verfügung vom 6. Januar 2017 trat die GastroSocial auf das Herabset-
zungsgesuch des Beitragspflichtigen nicht ein. In der Begründung führte sie 
aus, es seien die Belege für den Beweis, dass die Begleichung der Bei-
tragsforderung den Beitragspflichtigen in eine objektive finanzielle Notlage 
bringen würde, trotz mehrmaliger Aufforderungen nicht vollständig erbracht 
worden (AB 10). Hiergegen erhob der Beitragspflichtige am 17. Januar 
2017 Einsprache (AB 11). Am 25. Januar 2017 gab die GastroSocial dem 
Beitragspflichtigen letztmals die Möglichkeit, die finanzielle Situation mittels 
Belegen darzulegen (AB 12). Der Beitragspflichtige reichte Unterlagen 
(AB 13) und – auf Aufforderung der GastroSocial vom 7. März 2017 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Okt. 2017, AHV/17/602, Seite 3

(AB 14) – die Steuererklärung 2016 (AB 15) ein. Mit Entscheid vom 6. Juni 
2017 trat die GastroSocial auf die Einsprache gegen die Nichteintretensver-
fügung vom 6. Januar 2017 betreffend das Gesuch um Herabsetzung der 
persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge für das Jahr 2013 nicht ein (AB 16).

B.

Am 22. Juni 2017 erhob der Beitragspflichtige beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde. Er beantragt sinngemäss, dass dem Herabset-
zungsgesuch stattzugeben sei.

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2017 beantragte die GastroSocial die 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Die Bestimmungen über die Frist (Art. 60 ATSG) 
sind eingehalten.

1.1.1 Die Bestimmung, wonach die Beschwerde ein Rechtsbegehren und 
eine kurze Begründung enthalten muss, soll dem Gericht hinreichende Kla-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Okt. 2017, AHV/17/602, Seite 4

rheit darüber verschaffen, worum es beim Rechtsstreit geht. Nach der Pra-
xis genügt es, wenn dies der Beschwerde insgesamt entnommen werden 
kann. Insbesondere muss zumindest aus der Beschwerdebegründung er-
sichtlich sein, was die Beschwerde führende Person verlangt und auf wel-
che Tatsachen sie sich beruft. Die Begründung braucht nicht zuzutreffen, 
aber sie muss sachbezogen sein. Die Behauptung allein, die Begründung 
der Vorinstanz sei zum grössten Teil unrichtig und entspreche nicht den 
Tatsachen, stellt keine rechtsgenügliche Begründung dar. Der blosse Hin-
weis auf frühere Rechtsschriften oder auf den angefochtenen Entscheid 
genügt ebenfalls nicht. Fehlt der Antrag oder die Begründung überhaupt, so 
liegt keine rechtsgenügliche Beschwerde vor (BGE 123 V 335 E. 1a S. 336; 
ZAK 1988 S. 519 E. 1 und 2).

An Form und Inhalt einer Beschwerde sind praxisgemäss keine hohen An-
forderungen zu stellen. Auch wenn die Einhaltung von Formvorschriften 
nicht nach strengen Massstäben beurteilt wird, so muss von der rechtsu-
chenden Person doch ein Mindestmass an Sorgfalt in der Beschwerde-
führung verlangt werden. Damit überhaupt von einer Beschwerde gespro-
chen werden kann, muss eine individualisierte Person gegenüber einer 
bestimmten Verfügung den klaren Anfechtungswillen schriftlich bekunden, 
d.h. sie hat erkenntlich ihren Willen um Änderung der sie betreffenden 
Rechtslage zum Ausdruck zu bringen. Fehlt es hieran, so ist gar kein Be-
schwerdeverfahren anhängig gemacht worden (BGE 117 Ia 126 E. 5c S. 
131, 116 V 353 E. 2b S. 356).

1.1.2 Vorliegend handelt es sich um eine Laienbeschwerde, weshalb an 
die Einhaltung der Formvorschriften keine strengen Anforderungen zu stel-
len sind. Es ist aus der Eingabe ersichtlich, dass der Beschwerdeführer mit 
dem Nichteintreten auf sein Gesuch durch die Beschwerdegegnerin nicht 
einverstanden ist und eine Herabsetzung der von der Beschwerdegegnerin 
eingeforderten Sozialversicherungsbeiträge beantragt. Die Formvorausset-
zungen (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) sind somit eingehalten und es ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Juni 
2017, mit welchem die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache nicht ein-
getreten ist (AB 16 S. 3 unten). Ein formeller Entscheid der Einsprache-
instanz ist indessen nur zulässig bei verspäteter Einsprache, bei Nichtbe-
hebung von formellen Mängeln, bei Rückzug der Einsprache sowie bei Ge-
genstandslosigkeit der Einsprache nach Erlass einer neuen Verfügung 
durch den verfügenden Versicherungsträger (vgl. UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl., 2015, Art. 52 N. 58). Es liegt hier keine solche Kon-
stellation vor, vielmehr handelt es sich sinngemäss um eine Abweisung der 
Einsprache mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer seiner Mitwir-
kungspflicht nach wie vor nicht nachgekommen ist und damit das Nichtein-
treten gemäss der Verfügung vom 6. Januar 2017 (AB 10) zutreffend war.

Streitig und zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf 
das Herabsetzungsgesuch des Beschwerdeführers bezüglich der eingefor-
derten Sozialversicherungsbeiträge nicht eingetreten ist.

1.3 Die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG).  

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Ist einer obligatorisch versicherten Person die Bezahlung der Bei-
träge aus selbstständiger Erwerbstätigkeit nicht zuzumuten, so können ihre 
Beiträge auf begründetes Gesuch hin für bestimmte oder unbestimmte Zeit 
angemessen herabgesetzt werden (Art. 11 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 
[AHVG; SR 831.10]). Die Voraussetzung der Unzumutbarkeit ist erfüllt, 
wenn die beitragspflichtige Person bei Bezahlung des vollen Beitrags ihren 
Notbedarf und denjenigen ihrer Familie nicht befriedigen könnte. Ob eine 
Notlage besteht, ist aufgrund der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse 
und nicht allein anhand des Erwerbseinkommens zu beurteilen. Unter Not-

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bedarf ist das Existenzminimum im Sinne des SchKG zu verstehen (BGE 
120 V 271 E. 5a S. 274; SVR 2003 AHV Nr. 3 S. 7 E. 4a, 2000 AHV Nr. 9 
S. 31 E. 2).

2.1.1 Massgebend für die Beurteilung der Unzumutbarkeit der vollen Bei-
tragsentrichtung ist allein, ob die pflichtige Person, die über kein Vermögen 
verfügt, ein das betreibungsrechtliche Existenzminimum übersteigendes 
Einkommen erzielt. Nicht entscheidend ist, in welchem Zeitraum sie die 
Beitragsschuld mittels Ratenzahlungen zu bezahlen in der Lage ist 
(SVR 2003 AHV Nr. 3 S. 8 E. 4b).

2.1.2 Auch rechtskräftig veranlagte Akontobeiträge (Beiträge, die auf ei-
ner provisorischen Berechnungsgrundlage beruhen) sind der Herabsetzung 
zugänglich (SVR 2008 AHV Nr. 3 S. 9 E. 3).

2.2 Die Frage der Herabsetzung der geschuldeten persönlichen Beiträ-
ge ist auf Grund der ökonomischen Verhältnisse zu beurteilen, die im Zeit-
punkt gegeben sind, in welchem die versicherte Person bezahlen sollte. 
Dies ist – unter Vorbehalt von Fällen missbräuchlicher Verzögerung – jener 
Zeitpunkt, in welchem die Kassenverfügung, der kantonale Entscheid oder 
das Urteil des Bundesgerichts in Rechtskraft erwächst (BGE 120 V 271 
E. 5a dd S. 275; SVR 2000 AHV Nr. 9 S. 32 E. 4a).

2.3 Beitragspflichtige, die Anspruch auf Herabsetzung des Beitrages 
erheben, haben ihrer Ausgleichskasse ein schriftliches Gesuch und die zu 
dessen Beurteilung notwendigen Unterlagen einzureichen und glaubhaft zu 
machen, dass ihnen die Bezahlung des vollen Beitrages nicht zugemutet 
werden kann (Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung vom 31. Oktober 1947 [AHVV; SR 831.101]). Die Her-
absetzung wird von der Ausgleichskasse nach Durchführung der notwendi-
gen Erhebungen verfügt (Art. 31 Abs. 2 AHVV). 

Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen 
beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldba-
rer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten 
verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. 
Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfol-
gen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen 

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(Art. 43 Abs. 3 ATSG; zur analogen Anwendung dieser Bestimmung bei 
Beitragsfragen vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl., Art. 43 
N. 91). Nichteintreten kommt erst in Betracht, wenn eine materielle Beurtei-
lung des Leistungsbegehrens auf Grund der gesamten Aktenlage ohne 
Mitwirkung der Partei ausgeschlossen ist (ARV 2011 S. 64 E. 6.2).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin setzte die AHV-Beiträge des Beschwerde-
führers mit Verfügung vom 10. März 2016 fest (AB 1); diese Verfügung 
blieb in der Folge unangefochten. Am 7. April 2016 stellte der Beschwerde-
führer jedoch ein Herabsetzungsgesuch (AB 3, 5), worauf er von der Be-
schwerdegegnerin mehrmals aufgefordert wurde, die nötigen Belege be-
züglich seiner finanziellen Lage einzureichen (AB 4, 6, 8). Mit Verfügung 
vom 6. Januar 2017 trat die Beschwerdegegnerin auf das Herabsetzungs-
gesuch des Beschwerdeführers nicht ein, weil nicht alle Unterlagen einge-
reicht worden seien (AB 10). Im Rahmen des Einspracheverfahrens ge-
währte sie dem Beschwerdeführer am 25. Januar 2017 (AB 12) und am 
7. März 2017 (AB 14) erneut Gelegenheit zur Einreichung von Unterlagen.

3.2 Nach ständiger Rechtsprechung ist die Herabsetzung der geschul-
deten Beiträge nur bei ausserordentlicher wirtschaftlicher Bedrängnis 
zulässig, weshalb die Unzumutbarkeit der vollen Beitragsentrichtung nur 
dann gegeben ist, wenn die vorhandenen Mittel den Notbedarf des Pflichti-
gen, der seinem betreibungsrechtlichen Existenzminimum entspricht, nicht 
decken (E. 2.1 hiervor). Dabei ist unbehelflich, dass sich die pflichtige Per-
son subjektiv in einer bedrängten Lage wähnt, da es aus Gründen der 
rechtsgleichen Behandlung einer objektiven Notlage bedarf (ZAK 1980 S. 
531). Das Existenzminimum umfasst ausser dem persönlichen Grundbe-
trag des Zahlungspflichtigen und dessen familienrechtlichen Unterhalts-
pflichten insbesondere auch die Miet- und Heizungskosten, die Sozialab-
gaben sowie allfällige Berufsauslagen und ungedeckte Krankheitskosten 
(vgl. ZAK 1989 S. 113; vgl. zu den Richtlinien über die Berechnung des 
Existenzminimums: Kreisschreiben Nr. B 1 des Obergerichts des Kantons 
Bern; www.justice.be.ch). Bei der Zumutbarkeitsbeurteilung ist anderen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Okt. 2017, AHV/17/602, Seite 8

Aspekten, wie Schuldverpflichtungen gegenüber Drittgläubigern, insbeson-
dere Steuerschulden, sowie den familiären Umständen nicht Rechnung zu 
tragen (vgl. Entscheid des Eidg. Versicherungsgerichts [EVG; heute Bun-
desgericht] vom 25. Juli 2003, H 72/03, E. 3.2). Gemäss ZAK 1984 S. 171 
schliesst der in ständiger Rechtsprechung angewandte Begriff der Unzu-
mutbarkeit der Beitragszahlung aus wirtschaftlichen Gründen bewusst die 
Berücksichtigung von anderen Elementen aus, welche eine Beitragszah-
lung subjektiv als hart erscheinen lassen. Mangels anderer eindeutig zu 
handhabender Kriterien wäre sonst Tür und Tor für eine willkürliche Praxis 
auf dem Gebiete der Herabsetzung oder des Erlasses von Beiträgen geöff-
net, wenn nach der allgemeinen sozialen oder finanziellen Stellung des 
Pflichtigen differenziert würde. Deshalb gehören namentlich Steuerschul-
den nicht zu den ins Existenzminimum miteinzubeziehenden Verpflichtun-
gen des täglichen Lebens (EVG H 72/03, E. 3.2). 

Der Beschwerdeführer wurde mehrmals zur Mitwirkung (vgl. E. 2.3 hiervor) 
aufgefordert, seine persönliche ausserordentliche wirtschaftliche Bedräng-
nis, d.h. ob im Vergleich zur Einkommens- und Vermögenslage sein Exis-
tenzminimum objektiv tangiert ist, mittels Belegen darzulegen. Er wurde 
auch darauf aufmerksam gemacht, dass ansonsten das Gesuch um Her-
absetzung der persönlichen AHV/IV/EO-Beiträgen mangels Belegen abge-
lehnt respektive darauf nicht eingetreten werden könne (AB 6, 8); damit 
wurde ihm das rechtliche Gehör gewährt. Der Aufforderung zur Mitwirkung 
ist der Beschwerdeführer jedoch nur ungenügend gefolgt, hat er doch nicht 
alle relevanten Belege bezüglich seiner Behauptungen eingereicht. Zudem 
hat er während des Herabsetzungsverfahrens immer neue einkommens- 
bzw. vermögensrelevante Sachverhalte erwähnt, welche die Nachforde-
rung zusätzlicher Belege zur Folge hatten: Der Beschwerdeführer erwähnte 
u.a., dass die Lebenspartnerin monatlich Fr. 600.-- an die Mietkosten be-
zahle und sie in den Wintermonaten für die Lebenskosten aufkomme (vgl. 
Eingabe vom 2. Februar 2017 [AB 13]). Es wurden jedoch keine entspre-
chenden Belege eingereicht. Der Beschwerdeführer gab weiter an, Liegen-
schaften (mit Verlust) verkauft zu haben (Eingaben vom 28. Oktober 2016 
[AB 9] und vom 2. Februar 2017 [AB 13]); eine detaillierte Aufstellung zum 
Verkauf, den Verlusten und den bezahlten Schulden liegt indessen nicht 
vor, ebensowenig hat der Beschwerdeführer entsprechende Belege einge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Okt. 2017, AHV/17/602, Seite 9

reicht. Ferner machte er Angaben zur Krankenkassenprämie, ohne einen 
entsprechenden Beleg einzureichen (AB 5). Eine Berechnung des Exis-
tenzminimums und ein Vergleich mit den Einnahmen können gestützt auf 
die Angaben des Beschwerdeführers nicht vorgenommen werden. 

Damit war die abschliessende Prüfung des Herabsetzungsgesuchs nicht 
möglich und die Beschwerdegegnerin ist – nachdem sie den Beschwerde-
führer für diesen Fall auf die entsprechende Folge hingewiesen hat (AB 6, 
8) – zu Recht darauf nicht eingetreten. Die Beschwerde gegen den ange-
fochtenen Einspracheentscheid vom 6. Juni 2017 (AB 169) ist abzuweisen.

4.

4.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine Parteientschädigung 
zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

5.

Gegen Entscheide über die Herabsetzung von AHV-Beiträgen nach Art. 11 
Abs. 1 AHVG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
an das Bundesgericht (BGer) unzulässig (Art. 83 lit. m des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]) und nur 
die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG möglich 
(Urteil des BGer vom 19. September 2014, 9C_571/2014; vgl. auch THO-
MAS HÄBERLI, in Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Art. 83 
BGG N. 9).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Okt. 2017, AHV/17/602, Seite 10

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Ausgleichskasse GastroSocial  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, subsidiäre Verfas-
sungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.