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**Case Identifier:** a0758124-c176-5ca0-b3b9-434246fc5052
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.03.2021 100 2020 453
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-453_2021-03-30.pdf

## Full Text

100.2020.453/454
BUC/LIJ/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 30. März 2021   

Verwaltungsrichter Bürki
Gerichtsschreiberin Liniger

A.________ und B.________
vertreten durch Fürsprecher …

Beschwerdeführende

gegen

Raphaëla Nanzer
Präsidentin der Steuerrekurskommission des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern
Beschwerdegegnerin 

C.________
Gerichtsschreiber der Steuerrekurskommission des Kantons Bern, 
Nordring 8, 3013 Bern
Beschwerdegegner 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2015; Ablehnungsbegehren (Entscheide der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 11. November 2020; 100 19 130, 200 19 119)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.03.2021, Nrn. 100.2020.453/
454U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ und B.________ führen vor der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern (StRK) ein Rekurs- bzw. Beschwerdeverfahren betreffend die 
Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten 
Bundessteuer 2015. Am 17. September 2020 stellten sie gegen die in diesen 
Verfahren als Instruktionsrichterin tätige Präsidentin sowie gegen den mit der 
Sache befassten Gerichtsschreiber der StRK ein Ablehnungsbegehren. Mit 
Zwischenverfügungen vom 11. November 2020 wies die StRK die 
Ablehnungsbegehren unter Ausschluss der abgelehnten Gerichtsmitglieder 
ab.

B.

Hiergegen haben A.________ und B.________ am 14. Dezember 2020 
Verwaltungsgerichtsbeschwerden erhoben. Sie beantragen, die 
angefochtenen Zwischenverfügungen seien aufzuheben und die 
Ablehnungsbegehren gegen die Präsidentin und den Gerichtsschreiber 
seien gutzuheissen. Weiter verlangen sie, sämtliche Akten und Dateien, die 
nach Eingang ihrer Stellungnahme vom 21. Juni 2019 im Rekurs- und 
Beschwerdeverfahren erstellt wurden, seien zu entfernen bzw. zu löschen. 

Mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 hat der Abteilungspräsident die Ver-
fahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bun-
dessteuer 2015 vereinigt.

Die Präsidentin und der Gerichtsschreiber beantragen am 21. Dezember 
2020 bzw. 6. Januar 2021 die Abweisung der Beschwerden. Die StRK 
schliesst mit Vernehmlassung vom 5. Januar 2021 ebenfalls auf Abweisung 
der Beschwerden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.03.2021, Nrn. 100.2020.453/
454U, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Angefochten sind Zwischenverfügungen, mit denen die StRK die Ab-
lehnungsbegehren der Beschwerdeführenden abgewiesen hat; sie sind selb-
ständig anfechtbar (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]). In der Hauptsache geht es um die Veranlagung der Be-
schwerdeführenden bei den Kantons- und Gemeindesteuern sowie der di-
rekten Bundessteuer 2015. Insoweit kann Beschwerde beim Verwaltungsge-
richt erhoben werden (Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 VRPG; vgl. auch 
Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] 
und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die 
direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. Art. 9 Abs. 3 der Verordnung 
vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; 
BSG 668.11]), weshalb dieses auch gegen die angefochtenen Zwischenver-
fügungen angerufen werden kann (Umkehrschluss aus Art. 75 Bst. a 
VRPG). Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders be-
rührt und haben an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges In-
teresse (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerden ist 
einzutreten.

1.2 Die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit fällt in die einzelrichter-
liche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. b des Gesetzes vom 11. Juni 2009 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1]).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Verfügungen 
auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

Strittig ist, ob die Präsidentin und der mit der Sache befasste Gerichtsschrei-
ber der StRK wegen Befangenheit in den Ausstand zu treten haben.

2.1 Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Die 
Steuerverwaltung des Kantons Bern (Steuerverwaltung) veranlagte die Be-
schwerdeführenden mit Einspracheentscheiden vom 12. März 2019 für das 
Steuerjahr 2015 abweichend von deren Selbstdeklaration (Vorakten StV 
[act. 4B] pag. 1 ff.). Diese führen dagegen ein Rekurs- bzw. Beschwerdever-
fahren vor der StRK (Vorakten StRK [act. 4A] pag. 3 ff.; vorne Bst. A). Der 
mit der Sache befasste Gerichtsschreiber der StRK wandte sich mit E-Mail 
vom 8. Juli 2020 an die zuständige Mitarbeiterin der Steuerverwaltung. Darin 
stellte er ihr zwei Fragen betreffend die in den Veranlagungs- und Ein-
spracheverfahren vorgenommene Vermögensvergleichsberechnung und 
bat sie, ihm diesbezüglich «auf die Sprünge» zu helfen (vgl. Vorakten StRK 
[act. 4A] pag. 136 f.). Die Mitarbeiterin der Steuerverwaltung nahm zu den 
Fragen mit E-Mail vom 9. Juli 2020 Stellung und wies darauf hin, dass ein-
zelne Positionen aufgrund eines Systemfehlers auf den Veranlagungsverfü-
gungen nicht ersichtlich seien. Gleichzeitig liess sie dem Gerichtsschreiber 
zwei Auszüge der für das Vermögen relevanten Steuerfaktoren zukommen 
(vgl. Vorakten StRK [act. 4A] pag. 128-131). Am 10. Juli 2020 stellte die Prä-
sidentin der StRK die E-Mail vom 9. Juli 2020 den Beschwerdeführenden zur 
Stellungnahme zu. Das Begleitschreiben enthielt den Hinweis, es handle 
sich dabei um eine «unaufgefordert eingegangene» Eingabe der Steuerver-
waltung (vgl. Vorakten StRK [act. 4A] pag. 132). Mit Schreiben vom 3. Au-
gust 2020 verlangten die Beschwerdeführenden Akteneinsicht und behielten 
sich vor, einzelne Mitglieder der StRK als befangen abzulehnen (Vorakten 
StRK [act. 4A] pag. 134). Am 18. August 2020 stellte die Präsidentin der 
StRK den Beschwerdeführenden zusammen mit den übrigen amtlichen Ak-
ten auch die E-Mail des Gerichtsschreibers vom 8. Juli 2020 zu, und räumte 
ein, ihr (Begleit-)Schreiben vom 10. Juli 2020 sei aufgrund eines «internen 
Missverständnisses» falsch formuliert gewesen. Tatsächlich habe die Steu-
erverwaltung die in der E-Mail vom 9. Juli 2020 enthaltenen Auskünfte auf 
Anfrage des Gerichtsschreibers erteilt (vgl. Vorakten StRK [act. 4A] 
pag. 140 f.). Mit Schreiben vom 17. September 2020 stellten die Beschwer-

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deführenden gegen die Präsidentin sowie gegen den Gerichtsschreiber ein 
Ablehnungsbegehren, welche die StRK mit Zwischenverfügungen vom 
11. November 2020 abwies (Vorakten StRK [act. 4A] pag. 150 f., 169 ff.; 
vorne Bst. A).

2.2 Die StRK hat erwogen, ein parteiisches Vorgehen der Präsidentin 
und des Gerichtsschreibers sei nicht ersichtlich. Soweit die Beschwerdefüh-
renden ein solches aus angeblichen prozessualen Fehlern ableiten wollten, 
genügten diese allein nicht, um den Anschein der Befangenheit in der Sache 
zu begründen (vgl. angefochtene Verfügungen E. 4). – Die Beschwerdefüh-
renden wenden dagegen ein, der Gerichtsschreiber habe «völlig informell» 
die an den Rekurs- bzw. Beschwerdeverfahren als Partei beteiligte Steuer-
verwaltung per E-Mail angeschrieben und damit die streitige Angelegenheit 
«ausserhalb des Verfahrens» mit dieser besprochen. Vor diesem Hinter-
grund liege zudem der Verdacht nahe, dass er auch telefonisch Auskünfte 
bei der Steuerverwaltung eingeholt haben könnte. Die «einzige Reaktion» 
der Präsidentin habe darin bestanden, die angeforderten Informationen den 
Beschwerdeführenden mit der «aktenkundig falschen Bemerkung» zur Stel-
lungnahme zuzustellen, dass es sich um eine «nicht einverlangte Eingabe» 
gehandelt hätte. Diese Umstände seien geeignet, den begründeten Verdacht 
einer Befangenheit zu erwecken. Wenn sich die StRK zudem auf solch «in-
formelle Art» von der Steuerverwaltung, deren Entscheide sie zu überprüfen 
habe, «auf die Sprünge helfen» lasse, liege darin ein objektiver Grund, an 
ihrer Unparteilichkeit als Behörde zu zweifeln (vgl. Beschwerden S. 2 f.). 

3.

3.1 Im Beschwerdeverfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 
sowie direkte Bundessteuer richten sich Ausstand und Ablehnung nach 
Art. 9 VRPG (vgl. VGE 2018/216 vom 25.7.2018 E. 3.1, 2017/293/294 vom 
14.5.2018 E. 2.2, 2017/158/159 vom 3.7.2017 E. 3.3 [bestätigt durch 
BGer 2C_674/2017 vom 14.8.2017]). Gemäss Art. 9 Abs. 1 VRPG tritt eine 
Person, die einen Entscheid zu treffen oder vorzubereiten oder als Mitglied 
einer Behörde zu amten hat, in den Ausstand, wenn sie in der Sache ein 
persönliches Interesse hat (Bst. a), an einem Vorentscheid mitgewirkt hat 

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(Bst. b), mit einer Partei verwandt, verschwägert oder durch Ehe, Kindesan-
nahme, eingetragene Partnerschaft oder faktische Lebensgemeinschaft ver-
bunden ist (Bst. c), eines gesetzlichen Erfordernisses für das Amt verlustig 
geht (Bst. d), eine Partei vertritt oder für eine Partei in der gleichen Sache 
tätig war (Bst. e) oder aus andern Gründen in der Sache befangen sein 
könnte (Bst. f). Letztere Generalklausel erfasst namentlich Eigeninteressen, 
Vorbefassungen, enge Beziehungen und Interessenbindungen, die keinen 
anderen Ausstandsgrund erfüllen, aufgrund der konkreten Umstände aber 
doch auf mangelnde Unparteilichkeit schliessen lassen. Solche Umstände 
können entweder in einem bestimmten persönlichen Verhalten oder in ge-
wissen funktionellen und organisatorischen Gegebenheiten begründet sein, 
wobei nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen ist, son-
dern das Misstrauen in objektiver Weise begründet erscheinen muss. Nach 
der Praxis des Verwaltungsgerichts ist bei der Auslegung von Art. 9 Abs. 1 
Bst. f VRPG die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 29 und 30 der 
Bundesverfassung (BV; SR 101) zu berücksichtigen (zum Ganzen 
BVR 2019 S. 93 [VGE 2018/106 vom 8.11.2018] nicht publ. E. 7.1, 2015 
S. 213 E. 3.1, 2014 S. 216 E. 2.1, je mit weiteren Hinweisen; aus der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung statt vieler BGE 144 I 234 E. 5.2, 
144 I 159 E. 4.3 [Pra 108/2019 Nr. 51]). 

3.2 Ausstandspflichtig ist nicht nur, wer selber verfügt oder (mit)entschei-
det; das Mitwirkungsverbot bezieht sich auf alle Personen, die auf das Zu-
standekommen des Verwaltungsakts Einfluss nehmen können und effektive 
Verantwortung tragen, mithin auch Gerichtsschreiberinnen und Gerichts-
schreiber (vgl. BGE 140 I 271 E. 8.4.1 [Pra 104/2015 Nr. 54]; BVR 2001 
S. 284 E. 3a; Lucie von Büren, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum 
bernischen VRPG, Art. 9 N. 8 mit weiteren Hinweisen). Die Ausstandspflicht 
trifft indes nur bestimmte Personen, nicht hingegen die (ganze) Behörde 
(BGE 139 I 121 E. 4.3; BVR 2002 S. 426 E. 1b/bb; aus der jüngeren Recht-
sprechung etwa VGE 2018/173 vom 23.10.2018 E. 1.3 [bestätigt durch 
BGer 8C_813/2018 vom 12.3.2019]). Soweit die Beschwerdeführenden vor-
bringen, es bestünden objektive Gründe, an der Unparteilichkeit der StRK 
als Behörde zu zweifeln (vorne E. 2.2), ist folglich darauf nicht weiter einzu-
gehen.

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4.

Eine Partei, die eine Gerichtsperson ablehnen will, hat dem Gericht unver-
züglich ein entsprechendes Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstands-
grund Kenntnis erhalten hat; die den Ausstand begründenden Tatsachen 
sind glaubhaft zu machen (vgl. Art. 9 Abs. 5 VRPG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilpro-
zessordnung, ZPO; SR 272]). Dementsprechend müssen nach ständiger 
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts allfällige Ablehnungs- bzw. Aus-
standsgründe sofort nach ihrem Bekanntwerden vorgebracht werden, an-
sonsten der Anspruch auf Ablehnung – dem Grundsatz von Treu und Glau-
ben und dem Rechtsmissbrauchsverbot entsprechend – verwirkt (BVR 2005 
S. 561 E. 4.1; vgl. auch BGE 143 V 66 E. 4.3, 141 III 210 E. 5.2, 
BGE 140 I 271 E. 8.4.3 [Pra 104/2015 Nr. 54], 136 I 207 E. 3.4). – Die Be-
schwerdeführenden haben am 18. August 2020 Einsicht in die amtlichen Ak-
ten der StRK erhalten (vgl. auch zum Folgenden vorne E. 2.1). Spätestens 
ab diesem Zeitpunkt waren ihnen sämtliche der für die behaupteten Ableh-
nungsgründe relevanten Umstände bekannt. Auch wenn sie sich in ihrer Ein-
gabe vom 3. August 2020 bereits vorbehalten hatten, einzelne Mitglieder der 
StRK als befangen abzulehnen, haben sie ein ausdrückliches Ablehnungs-
gesuch gegen die Präsidentin und den Gerichtsschreiber erst mit ihrer Ein-
gabe vom 17. September 2020 gestellt. Damit erscheint fraglich, ob die Ab-
lehnungsbegehren überhaupt rechtzeitig vorgebracht worden und allfällige 
Ablehnungsansprüche nicht verwirkt sind. Gestützt auf die nachfolgenden 
Erwägungen kann die Frage jedoch offenbleiben.

5. 

Zu prüfen ist zunächst, ob der Gerichtsschreiber wegen Befangenheit in den 
Ausstand zu treten hat. Die Beschwerdeführenden lehnen ihn als befangen 
ab, weil er die Mitarbeiterin der Steuerverwaltung «völlig informell» per E-
Mail angeschrieben habe (vorne E. 2.2). Damit steht einzig eine Befangen-
heit im Sinn der Generalklausel von Art. 9 Abs. 1 Bst. f VRPG zur Diskus-
sion.

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5.1 Das persönliche Verhalten lässt ein Behördenmitglied als voreinge-
nommen erscheinen, wenn dessen Äusserungen oder Handlungen vermu-
ten lassen, es habe sich vorzeitig bereits eine feste Meinung zum 
Verfahrensausgang gebildet (BGE 140 I 326 E. 6.3, 137 I 227 E. 2.1, 
134 I 238 E. 2.1; BVR 2014 S. 216 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Aus Ver-
fahrensfehlern eines Gerichtsmitglieds kann ausnahmsweise auf dessen 
fehlende Distanz und Neutralität geschlossen werden, was gegebenenfalls 
den Anschein von Befangenheit zu begründen vermag. Es müssen jedoch 
besonders krasse Fehler oder wiederholte Irrtümer vorliegen, die eine 
schwere Verletzung von Amtspflichten darstellen und auf eine Absicht zur 
Benachteiligung einer Prozesspartei schliessen lassen (BGE 143 IV 69 
E. 3.2 [Pra 106/2017 Nr. 97], 141 IV 178 E. 3.2.3, 138 IV 142 E. 2.4 
[Pra 101/2012 Nr. 123], 125 I 119 E. 3e [Pra 88/1999 Nr. 165]; aus der jün-
geren Rechtsprechung etwa VGE 2017/293/294 vom 14.5.2018 E. 2.3.1).

5.2 Die beiden Fragen, die der Gerichtsschreiber in der E-Mail vom 8. Juli 
2020 an die Steuerverwaltung (bzw. deren Mitarbeiterin) richtete, beziehen 
sich auf eine Vermögensvergleichsberechnung der Steuerverwaltung in den 
Veranlagungs- bzw. Einspracheverfahren (vorne E. 2.1). Es handelt sich um 
reine Verständnisfragen, die der Klärung zweier Positionen dienten, auf die 
in einer von der Steuerverwaltung zur Berechnung erstellten Aktennotiz Be-
zug genommen wurde (Vorakten StRK [act. 4A] pag. 136 f.; Vorakten StV 
[act. 4B] pag. 26-28). Sie sind sachlich formuliert und lassen den Schluss 
nicht zu, der Gerichtsschreiber habe sich hinsichtlich der im Rekurs- bzw. 
Beschwerdeverfahren zu beurteilenden Aufrechnungen der Steuerverwal-
tung vorzeitig bereits eine feste Meinung gebildet. Auch sonst fehlen in der 
E-Mail Anhaltspunkte, die auf eine mangelnde Distanz schliessen liessen, 
wie etwa Ratschläge oder Empfehlungen an die Steuerverwaltung. Weiter 
wurde der fragliche E-Mail-Verkehr aktenkundig gemacht. Die Präsidentin 
setzte die Beschwerdeführenden zudem von Amtes wegen über die Aus-
künfte der Steuerverwaltung in Kenntnis, stellte ihnen deren E-Mail vom 
9. Juli 2020 zu und gab ihnen Gelegenheit, sich dazu zu äussern (vgl. vorne 
E. 2.1; vgl. auch hinten E. 6). Den Beschwerdeführenden wurden somit 
keine entscheidwesentlichen Informationen vorenthalten. Entgegen ihrer An-
sicht kann das Vorgehen des Gerichtsschreibers deshalb nicht als «völlig 
informell» bzw. als «ausserhalb des Verfahrens» erfolgt (vgl. Beschwerden 

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S. 3) bezeichnet werden, weshalb es nicht gegen Art. 48 VRPG (Verbot des 
Berichtens) verstösst (vgl. dazu Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 48 N. 3). Als Instruktions-
massnahme wären die Informationen bei der Steuerverwaltung jedoch – 
dem Grundsatz der Schriftlichkeit des Verfahrens entsprechend (vgl. Art. 31 
VRPG) – nicht per E-Mail, sondern in Form einer prozessleitenden Verfü-
gung einzuholen gewesen (vgl. VGE 22867 vom 20.11.2007 E. 2.3.1; Michel 
Daum, a.a.O., Art. 31 N. 1 und 13, Art. 19 N. 123; Ruth Herzog, in Kommen-
tar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 69 N. 9 und 22, Art. 83 N. 7; 
ferner VGE 2009/73/74 vom 15.9.2010 E. 2.1-2.3, eine Fristverlängerung 
per Telefon betreffend; zum Grundsatz der Schriftlichkeit BVR 2012 S. 241 
E. 4.5, 2011 S. 564 E. 2.3.2, wonach eine E-Mail nicht ausreichend ist). In-
sofern liegt zwar ein Verfahrensfehler vor, der jedoch von vornherein nicht 
derart schwer wiegt, um ihn als gravierende Verletzung von Amtspflichten zu 
qualifizieren (E. 5.1 hiervor), zumal den Beschwerdeführenden dadurch in 
der Folge keine Nachteile erwachsen sind. Der von den Beschwerdeführen-
den geäusserte pauschale Verdacht, dabei handle es sich um ein bei der 
StRK «übliches Vorgehen», entbehrt sodann jeder Grundlage. Schliesslich 
lässt sich auch den durchwegs sachlich gehaltenen Stellungnahmen des Ge-
richtsschreibers vom 14. Oktober 2020 (Vorakten StRK [act. 4A] pag. 156) 
bzw. 6. Januar 2021 (act. 5) im Ablehnungsverfahren nichts entnehmen, was 
mit Blick auf seine Unbefangenheit Bedenken erwecken würde.

5.3 Nach dem Gesagten hat der Gerichtsschreiber keine Verfahrensfeh-
ler begangen, deren Schwere oder Häufung den Anschein der Befangenheit 
zu begründen vermöchten. Mit der StRK ist somit eine Ausstandspflicht nach 
Art. 9 Abs. 1 Bst. f VRPG zu verneinen. 

6. 

Es bleibt zu prüfen, ob die Präsidentin der StRK einen Ablehnungsgrund ge-
setzt hat. Auch hier kommt einzig eine Befangenheit gestützt auf Art. 9 
Abs. 1 Bst. f VRPG in Betracht. – Zwar trifft zu, dass die Präsidentin in ihrem 
Begleitschreiben vom 10. Juli 2020 nicht erwähnte, dass die Steuerverwal-
tung die Auskünfte auf Anfrage des Gerichtsschreibers erteilt hatte, sondern 

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454U, Seite 10

fälschlicherweise ausführte, es handle sich um eine «unaufgefordert einge-
gangene E-Mail» (vorne E. 2.1). Inwiefern diese – wenn auch unzutreffende 
– Aussage die Präsidentin im Rekurs- bzw. Beschwerdeverfahren als befan-
gen erscheinen lassen könnte, zeigen die Beschwerdeführenden jedoch 
nicht auf. Solches ist auch nicht ersichtlich: So hat die Präsidentin ihren Feh-
ler bereits mit Schreiben vom 18. August 2020 eingeräumt und erklärt, die 
unzutreffende Formulierung sei auf ein «internes Missverständnis» zwischen 
ihr und dem Gerichtsschreiber zurückzuführen. Letzterer habe die Steuer-
verwaltung ohne ihr Wissen angefragt (vgl. Stellungnahme der Präsidentin 
vom 14.10.2020 im vorinstanzlichen Verfahren, Vorakten StRK [act. 4A] 
pag. 161 ff., 162; vorne E. 2.1). Die Beschwerdeführenden halten dem nichts 
entgegen und begründen insbesondere ihre pauschale Behauptung nicht 
weiter, wonach es sich bei dieser Erklärung um eine «reine Schutzbehaup-
tung» handle (Beschwerde S. 3). Auch sonst nennen sie keine konkreten 
(mündlichen oder schriftlichen) Äusserungen oder Handlungen der Präsi-
dentin, denen es an der gebotenen Sachlichkeit und Distanz mangeln würde, 
oder aus denen sich bei objektiver Betrachtung der Anschein ergäbe, dass 
sie nicht mit der gebotenen Unvoreingenommenheit an die Sache herange-
treten sein und sich vorschnell eine feste Meinung dazu gebildet haben 
könnte. Schliesslich kann dahingestellt bleiben, ob die Präsidentin den An-
spruch auf rechtliches Gehör der Beschwerdeführenden allenfalls dadurch 
verletzt hat, dass sie dem Schreiben vom 10. Juli 2020 einzig die E-Mail der 
Mitarbeiterin der Steuerverwaltung, nicht aber auch jene des Gerichtsschrei-
bers beigelegt hat (vgl. auch zum Folgenden vorne E. 2.1). Da die Beschwer-
deführenden im vorinstanzlichen Verfahren die vollständigen Akten einsehen 
konnten, wäre eine allfällige Verletzung ohnehin geheilt worden und von 
vornherein nicht geeignet, eine derart schwere Verletzung von Amtspflichten 
zu begründen, dass daraus ein Anschein von Befangenheit entstehen 
könnte (vgl. vorne E. 5.1).

7.

7.1 Zusammengefasst liegen weder beim Gerichtsschreiber noch bei der 
Präsidentin der StRK Umstände vor, die bei objektiver Betrachtung den An-
schein der Befangenheit im Sinn von Art. 9 Abs. 1 Bst. f VRPG zu begründen 

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vermöchten. Damit erübrigt sich, den Antrag betreffend Entfernung von Ak-
ten bzw. Löschung von Daten (Rechtsbegehren 3; vorne Bst. B) zu beurtei-
len. Die angefochtenen Zwischenverfügungen halten somit der Rechtskon-
trolle stand. Die Beschwerden erweisen sich als unbegründet und sind 
abzuweisen. 

7.2 Bei diesem Ausgang der Verfahren werden die Beschwerdeführen-
den kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 
Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine an-
gefallen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 3 VRPG; 
Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwal-
tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]).

8.

Gegen das vorliegende Urteil kann Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten gemäss Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt 
werden. Dabei handelt es sich um einen selbständig eröffneten Zwischen-
entscheid im Sinn von Art. 92 Abs. 1 BGG, der mit Beschwerde gegen den 
Endentscheid nicht mehr angefochten werden kann (Art. 92 Abs. 2 BGG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom 11. November 2020 
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom 11. November 2020 
betreffend die direkte Bundessteuer 2015 wird abgewiesen. 

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3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden den Beschwerdeführenden auf-
erlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
-  Beschwerdeführende
-  Beschwerdegegnerin
-  Beschwerdegegner
-  Steuerrekurskommission des Kantons Bern

und mitzuteilen:
- Steuerverwaltung des Kantons Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.