# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9209d080-4308-5aa1-b862-e01b0bade869
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 25.06.2024 LF240053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF240053_2024-06-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LF240053-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichterin lic. iur. 

A. Strähl sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Würsch

Urteil vom 25. Juni 2024

in Sachen

1. A._____, 
2. B._____, 
3. C._____, 
Berufungskläger

1, 2, 3 vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____

betreffend Erbausschlagung / konkursamtliche Liquidation

im Nachlass von D._____, geboren tt. Dezember 1942, von Zürich und 
E._____ ZH, gestorben tt.mm.2024, wohnhaft gewesen F._____-strasse …, 
… Zürich

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes Erbschaftssachen des Be-
zirksgerichtes Zürich vom 29. April 2024 (EN240373)

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Erwägungen:

1.

1.1 Am tt.mm.2024 verstarb D._____ (Erblasserin), geboren am tt. Dezember 

1942, mit letztem Wohnsitz in Zürich (act. 3). Mit Schreiben vom 7. April 2024 und 

beigelegtem Formular "Erbausschlagung" vom selben Datum gelangte der Bruder 

der Erblasserin, A._____ (fortan Berufungskläger 1), an das Einzelgericht in Erb-

schaftssachen des Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend Vorinstanz; act. 1 und 

act. 1a). Der Neffe der Erblasserin und Sohn des Berufungsklägers 1, B._____ 

(fortan Berufungskläger 2), reichte der Vorinstanz am 7. April 2024 ebenfalls ein 

Formular "Erbausschlagung" ein (act. 2). 

1.2. Die Vorinstanz nahm die Erbenermittlung vor: Sie holte einen Auszug aus 

dem Familienregister der Gemeinde E._____ ZH und eine Bestätigung des Zivil-

standsamtes des Kantons Basel-Stadt ein (act. 4-4a). Weiter zog sie die Akten 

des Geschäfts-Nr. EN240234-L betreffend Nichteröffnung eines Vorsorgeauftra-

ges für die Erblasserin bei (act. 5). Mit Urteil vom 29. April 2024 (act. 9 = act. 11) 

nahm die Vorinstanz die Ausschlagungserklärung des Berufungsklägers 1 zu Pro-

tokoll (Dispositiv-Ziffer 1). Weiter stellte die Vorinstanz fest, dass der Nachlass 

durch den einzigen gesetzlichen Erben der Erblasserin ausgeschlagen worden sei 

und dem Konkursgericht des Bezirkes Zürich hiervon Kenntnis zu geben sei (Dis-

positiv-Ziffer 2). Die Kosten von total Fr. 260.00 (Fr. 150.00 Entscheidgebühr + 

Fr. 110.00 Barauslagen) auferlegte die Vorinstanz dem Berufungskläger 1 (Dispo-

sitiv-Ziffer 3-4). 

2.

2.1. Gegen das vorinstanzliche Urteil vom 29. April 2024 erhoben die Berufungs-

kläger 1 und 2 sowie C._____ (Tochter des Berufungsklägers 1, fortan Berufungs-

klägerin 3) mit Eingabe vom 21. Mai 2024 (Datum Poststempel) rechtzeitig Beru-

fung bei der Kammer (act. 10).

2.2. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-7). Mit Verfügung 

vom 27. Mai 2024 wurde den Berufungsklägern eine Frist zur Leistung eines Kos-

tenvorschusses für das Berufungsverfahren angesetzt. Zudem wurde die Pro-

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zessleitung delegiert (act. 14). Der Kostenvorschuss ging in der Folge rechtzeitig 

ein (act. 15-16). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

3.

3.1. Die Vorinstanz (als Einzelgericht) ist gemäss § 24 GOG i.V.m. § 137 lit. e 

GOG/ZH für die Entgegennahme von Ausschlagungserklärungen sowie die erfor-

derlichen Anordnungen (mithin die Protokollierung derselben sowie die Benach-

richtigung des Konkursgerichts) zuständig (vgl. Art. 570 Abs. 1 und 3 ZGB, 

Art. 573 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 193 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG). Es handelt sich um An-

gelegenheiten der freiwilligen bzw. nichtstreitigen Gerichtsbarkeit (BSK ZGB II-

Schwander, 7. Aufl. 2023, Art. 570 N 14). Das Obergericht ist Berufungs- oder 

– bei einem Streitwert von weniger als Fr. 10'000.00 (§ 48 GOG i.V. mit Art. 308 

Abs. 2 ZPO und Art. 321 Abs. 2 ZPO) – Beschwerdeinstanz. 

3.2. Gemäss Vermerk auf dem Aktenthek des vorinstanzlichen Verfahrens (Ge-

schäfts-Nr. EN240373) beläuft sich der Steuerwert des Nachlasses auf 

Fr. 1'268'000.00. Die Streitwertgrenze von Fr. 10'000.00 ist damit erreicht und das 

Rechtsmittel der Berufung steht zur Verfügung. Auf die rechtzeitig schriftlich und 

begründet eingereichte Berufung ist einzutreten. Mit der Berufung können unrich-

tige Rechtsanwendung und/oder unrichtige Sachverhaltsfeststellung geltend ge-

macht werden (Art. 310 ZPO).

4.

4.1. Die Vorinstanz hielt fest, aus der elterlichen Verwandtschaft habe der Bruder 

der Erblasserin (Berufungskläger 1) den Nachlass mit Erklärung vom 7. April 2024 

ausgeschlagen, was gestützt auf Art. 570 Abs. 3 ZGB zu Protokoll zu nehmen sei. 

Gestützt auf die beigezogenen Zivilstandsurkunden handle es sich beim Beru-

fungskläger 1 um den einzigen gesetzlichen Erben der Erblasserin. Nach Art. 573 

Abs. 1 ZGB und Art. 193 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG sei daher das Konkursgericht des 

Bezirkes Zürich zu benachrichtigen, damit dieses die konkursamtliche Erbschafts-

liquidation anordnen könne. Weiter erwog die Vorinstanz, dass auch der Sohn 

des Berufungsklägers 1 mit Erklärung vom 7. April 2024 den Nachlass ausge-

schlagen habe. Da der Nachlass durch den einzigen nächsten gesetzlichen Erben 

ausgeschlagen worden und deshalb durch das Konkursamt zu liquidieren sei, 

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finde keine Nachberufung in der Erbfolge statt. Die Ausschlagungserklärung des 

Sohnes des Berufungsklägers 1 sei daher obsolet (act. 9 S. 1 f.).

4.2. Die Berufungskläger lassen in der Berufung vorbringen, es sei zutreffend, 

dass die Erblasserin als einzigen gesetzlichen Erben ihren Bruder, den Beru-

fungskläger 1, hinterlassen habe. Dieser sei wiederum Vater zweier Kinder, der 

Berufungsklägerin 3 und des Berufungsklägers 2. Der Berufungskläger 1 und 2 

hätten die Erbschaft ausgeschlagen, nicht hingegen die Berufungsklägerin 3. Die 

Vorinstanz habe verkannt, dass der Berufungskläger 1 in seinem Begleitschreiben 

zur Ausschlagungserklärung vom 7. April 2024 ausdrücklich darauf hingewiesen 

habe, dass infolge des Verzichts seines Sohnes auf das Erbe seine in der 

Schweiz wohnhafte Tochter die nächste Erbberechtigte sei. Der Berufungsklä-

ger 1 habe zudem auch gleich deren Wohnadresse in der Schweiz vermerkt. Die 

Vermerke der Berufungskläger 1 und 2 im Formular "Erbausschlagung" seien 

nach Treu und Glauben so zu verstehen, dass vor der konkursamtlichen Liquida-

tion der Berufungsklägerin 3 Gelegenheit zur Annahme der Erbschaft zu geben 

sei. Selbst missverständliche Formulierungen wären möglichst in diesem Sinne 

auszulegen gewesen. Die Berufungskläger berufen sich zusammengefasst dar-

auf, dass die Vorinstanz vor der Anordnung der konkursamtlichen Liquidation des 

Nachlasses der Erblasserin der Berufungsklägerin 3 eine einmonatige Frist zur 

Annahmeerklärung hätte ansetzen müssen (act. 10 S. 2 f.).

4.3.1. Mit dem Tod des Erblassers erwerben die Erben die Erbschaft als Gan-

zes kraft Gesetz (Art. 560 ZGB). Gemäss Art. 566 Abs. 1 ZGB sind die Erben be-

fugt, die ihnen zugefallene Erbschaft auszuschlagen. Die Frist für die Ausschla-

gung beträgt drei Monate. Sie beginnt für die gesetzlichen Erben – soweit sie 

nicht nachweisbar erst später von dem Erbfall Kenntnis erhalten haben – mit dem 

Zeitpunkt, da ihnen der Tod des Erblassers bekannt geworden ist (Art. 567 ZGB). 

Die Ausschlagung ist ein Gestaltungsrecht und muss als solches eindeutig, un-

missverständlich und unbedingt abgegeben werden. Geht bei der zuständigen 

Behörde – welche (wie gesehen) im Kanton Zürich das Einzelgericht am Bezirks-

gericht ist – eine Ausschlagungserklärung ein, so hat sie diese entgegenzuneh-

men und zu protokollieren (Art. 570 Abs. 1 und 3 ZGB; PraxKomm Erbrecht-

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HÄUPTLI, 5. Aufl. 2023, Art. 566 N 2 f. und 7 sowie Art. 570 N 1 ff.). Das Protokoll 

dient dem Beweis für die Abgabe und den Zeitpunkt der Ausschlagungserklärung 

(ZR 96/1997 Nr. 29 m.w.H.; vgl. auch BGer 5A_44/2013 vom 25. April 2013 E. 3, 

nicht publiziert in BGE 139 III 225). 

4.3.2. Die Ausschlagung der Erbschaft hat zivilrechtlich zur Folge, dass die Erb-

berufung des Ausschlagenden rückwirkend beseitigt wird und der Anspruch des 

Erben als nicht entstanden gilt. Das Schicksal des ausgeschlagenen Erbteils oder 

der Erbschaft regeln die Art. 572 bis Art. 575 ZGB (vgl. DRUEY, Grundriss des 

Erbrechts, 5. Aufl. 2002, S. 222 N 42 und S. 230 N 88; ZK ZGB-ESCHER, Bd. III.2., 

Zürich 1960, Art. 572 S. 193; BK ZGB-TUOR/PICENONI, Bd. III, Bern 1964, Art. 572 

N 1). Art. 572 Abs. 1 ZGB besagt, dass, wenn der Erblasser keine Verfügung von 

Todes wegen hinterlässt und einer unter mehreren Erben die Erbschaft aus-

schlägt, sich sein Anteil vererbt, wie wenn er den Erbfall nicht erlebt hätte. Das 

heisst bei Fehlen einer Ersatzverfügung des Erblassers (Art. 487 ZGB) gilt die 

sukzessive gesetzliche Erbberufung gemäss Art. 457 bis Art. 460 ZGB; das aus-

geschlagene Erbe resp. der Erbteil gelangt an die Nachkommen bzw. wächst bei 

deren Fehlen den anderen Angehörigen der gleichen Parentel an (Eintritts- und 

Anwachsungsprinzip; PraxKomm Erbrecht-HÄUPTLI, a.a.O., Art. 572 N 5). Art. 573 

Abs. 1 ZGB regelt den Fall, in welchem die Erbschaft von allen nächsten gesetzli-

chen Erben (das kann auch der überlebende Ehegatte sein) – ohne dass dane-

ben wenigstens ein eingesetzter Erbe erbt – ausgeschlagen wird. Diesfalls ge-

langt die Erbschaft zur Liquidation durch das Konkursamt. Die Bestimmung 

spricht in der Mehrzahl von "allen nächsten gesetzlichen Erben". Das Gleiche 

muss aber auch gelten, wenn nur ein einziger (gemäss Art. 457 ff. ZGB in erster 

Linie gesetzlich berufener) Erbe vorhanden ist und dieser ausschlägt. Bei Aus-

schlagung aller oder des einzigen nächsten gesetzlichen Erben erfolgt weder ein 

Eintritt nachfolgender Erben noch ein Anwachsen des ausgeschlagenen Erbteils 

oder der Erbschaft an Miterben (vgl. ZK ZGB-ESCHER, a.a.O., Art. 573 ZGB N 1 

und 3 f.; BK ZGB-TUOR/PICENONI, a.a.O., Art. 573 N 2-4; BSK ZGB II-SCHWANDER, 

7. Aufl. 2023, Art. 573 N 1-2; KUKO ZGB-BÜRGI, 2. Aufl. 2018, Art. 573 N 1-4). 

Die Regelung von Art. 573 Abs. 1 ZGB beruht auf der Vermutung, dass die Aus-

schlagung aller (nächsten) gesetzlichen Erben ihren Grund in der Überschuldung 

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der Erbschaft hat und eine Liquidation deshalb angezeigt ist. Die Rechtsfolge der 

konkursamtlichen Liquidation tritt jedoch unabhängig davon ein, ob tatsächlich 

eine Überschuldung vorgelegen hat resp. aus welchen (anderen) Gründen die Er-

ben ausgeschlagen haben. Die Anordnung der konkursamtlichen Liquidation des 

Nachlasses ist Sache des Konkursgerichts (Art. 193 Abs. 2 SchKG). Das Einzel-

gericht am Bezirksgericht (vorliegend das Erbschaftsgericht) trifft nach Art. 573 

ZGB (nur) die Pflicht zur Benachrichtigung des Konkursgerichts (BSK ZGB II-

SCHWANDER, a.a.O., Art. 573 N 4; KUKO ZGB-BÜRGI, a.a.O., Art. 573 N 5 f.). 

Art. 575 ZGB statuiert eine Ausnahme von Art. 573 ZGB: Schlägt der einzige oder 

schlagen alle nächsten gesetzlichen Erbe aus, so kann er resp. (auch nur) einer 

von ihnen zugleich mit der Ausschlagung oder noch innert der Ausschlagungsfrist 

verlangen, dass die Erbschaft den nachfolgenden gesetzlichen Erben (Nachkom-

men oder bei deren Fehlen den Personen einer nächsten Parentel) angeboten 

werden soll (Art. 575 Abs. 1 ZGB). Das Verlangen bzw. die Erklärung nach 

Art. 575 ZGB muss immer zugunsten aller nachberufenen Erben erfolgen. Sie be-

wirkt, dass die zuständige Behörde (das Einzelgericht am Bezirksgericht) den 

nachfolgenden Erben von der Ausschlagung und dem Begehren um ihre Anfrage 

Kenntnis gibt und ihnen eine einmonatige Frist zur Annahme der Erbschaft setzt. 

Wird (auch nur) eine rechtzeitige Annahmeerklärung abgegeben, hat dies den Er-

halt der Erbschaft durch den oder die annehmenden nachberufenen Erben zur 

Folge. Eine Ausschlagung oder fehlende Reaktion führt zur endgültigen konkur-

samtlichen Liquidation (Art. 575 Abs. 2 ZGB; BSK ZGB II-SCHWANDER, a.a.O., 

Art. 575 N 1-3; KUKO ZGB-BÜRGI, a.a.O., Art. 575 N 1-5; ZK ZGB-ESCHER, 

a.a.O., Art. 575 N 1 ff.). Im Gesetz und auch in der Lehre sowie Rechtsprechung 

findet sich nichts Näheres dazu, in welcher Form und insbesondere mit welchem 

Inhalt die Erklärung nach Art. 575 Abs. 1 ZGB abzugeben ist. HÄUPTLI (in: Praxis-

Komm Erbrecht, a.a.O., Art. 575 N 2) verweist für die Form des Begehrens auf 

diejenige der Ausschlagungserklärung. TUOR/PICENONI (in: BK ZGB, a.a.O., 

Art. 575 N 6-7) gehen davon aus, dass für die Form dieselben Regeln gelten wür-

den, wie für die Ausschlagungserklärung selbst. Zudem führen sie aus, das Be-

gehren könne nichts Weiteres zum Inhalt haben, als dass die folgenden Erben an-

gefragt werden oder dass ihnen die Erbschaft übergeben werde oder Ähnliches. 

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GÖKSU (in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 4. Aufl. 2023, Art. 575 

N 5) hält dafür, Inhalt der Erklärung müsse sein, dass vor der konkursamtlichen 

Liquidation den nachfolgenden Erben Gelegenheit zur Annahme der Erbschaft zu 

geben sei. Missverständliche Formulierungen seien möglichst in diesem Sinne 

auszulegen und nicht als unzulässige (weil unter Vorbehalt ausgesprochene) Aus-

schlagungen zu betrachten. Dieser Auffassung ist zu folgen. Es kann (insbeson-

dere von einem juristischen Laien) nicht verlangt werden, dass exakt eine Erklä-

rung nach dem Wortlaut von Art. 575 ZGB abgegeben oder auf die Gesetzesbe-

stimmung verwiesen wird. Vielmehr genügt, wenn sich der Wille, die nachfolgen-

den Erben anzufragen, durch Auslegung der abgegebenen Willenserklärungen 

nach Treu und Glauben ergibt. Allerdings muss bei der Formulierung darauf ge-

achtet werden, dass diese nicht dahingehend verstanden werden kann, dass die 

Ausschlagung nur erfolgt, wenn die nachberufenen Erben annehmen bzw. sie die 

Erbschaft erwerben. Denn dies würde eine verpönte bedingte Ausschlagung dar-

stellen.

4.4.1. Der Berufungskläger 1 gab mit Einreichung des Formulars "Erbausschla-

gung" eine entsprechende Ausschlagungserklärung ab. Diese war von der Vorin-

stanz zu Protokoll zu nehmen. Die Berufungskläger beanstanden die vorinstanzli-

che Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils vom 29. April 2024 nicht. Die Berufungskläger 

bestreiten im Weiteren zu Recht weder die Stellung des Berufungsklägers 1 als 

einzigen (in erster Linie berufenen) gesetzlichen Erben der Erblasserin noch 

– nach dessen Ausschlagung des Erbes – die Anwendbarkeit von Art. 573 Abs. 1 

ZGB. Die Berufungskläger stellen sich auf den Standpunkt, es sei verlangt wor-

den, dass vor der konkursamtlichen Liquidation noch die nachfolgenden Erben 

resp. die Berufungsklägerin 3 angefragt werde. Der Berufungskläger 1 schrieb in 

seinem Brief an die Vorinstanz vom 7. April 2024, "Nach dieser Erbausschlagung 

ist meine in der Schweiz wohnhafte Tochter C._____ die nächste Erbberechtigte". 

Er verwies darauf, dass auch sein Sohn auf das Erbe verzichtet und keine Nach-

kommen habe. Zudem gab er im Schreiben die exakte Adresse seiner Tochter 

bekannt (act. 1a). Im Formular "Erbausschlagung" gab der Berufungskläger 1 als 

Bemerkung an, "Nach meiner Erbausschlagung sind meine Tochter C._____ und 

mein Sohn B._____ die nächsten Erbberechtigten" (act. 1). 

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Der Klarheit hätte zweifellos eine Formulierung gedient, welche den Willen, die 

nachfolgenden Erben anzufragen, deutlicher umfasst. Es scheint so, als wäre der 

Berufungskläger 1 der (falschen) rechtlichen Ansicht gewesen, dass im Falle sei-

ner Ausschlagung von Gesetzes wegen seine Nachkommen nachberufen wären 

resp. das Eintrittsprinzip (wie in Art. 572 Abs. 1 ZGB) gelte. Die schriftlichen Äus-

serungen des Berufungsklägers 1 (act. 1 und 1a) und des Berufungsklägers 2 

(act. 2) enthalten jedoch eine Andeutung, dass das ausgeschlagene Erbe an die 

Tochter bzw. Schwester gehen soll. Dies ist insbesondere auch vor dem Hinter-

grund anzunehmen, dass keine Überschuldung der Erbschaft vorliegt und auf-

grund des substantiellen Nachlasses ein Wille des ausschlagenden Erben zur 

konkursamtlichen Liquidation nicht ohne Weiteres zu vermuten ist. In Anwendung 

der Untersuchungsmaxime nach Art. 255 lit. b ZPO wäre die Vorinstanz gestützt 

auf Art. 56 ZPO gehalten gewesen, den Berufungskläger 1 zur Klarstellung aufzu-

fordern.  

4.4.2. Auf eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, um eine solche Auf-

forderung zur Klarstellung des Gewollten nachzuholen, kann vorliegend jedoch 

verzichtet werden. Aufgrund des nunmehr im Berufungsverfahren klar geäusser-

ten Willens des Berufungsklägers 1 sind dessen Erklärungen nach Treu und 

Glauben so auszulegen, dass die folgenden Erben nach Art. 575 Abs. 1 ZGB an-

zufragen sind. Damit erfolgte die Benachrichtigung des Konkursgerichts nach 

Art. 193 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG zu Unrecht. Dispositiv-Ziffer 2 des vorinstanzlichen 

Urteils vom 29. April 2024 ist dementsprechend aufzuheben und die Sache ist an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die Ausschlagungserklärung des 

Berufungsklägers 2 vormerkt und entsprechend nach Art. 575 Abs. 2 ZGB die 

Berufungsklägerin 3 anfragt.

4.5.1. Die Berufungskläger verlangen mit ihrer Berufung auch die Aufhebung 

der Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils, mit welchen die Kosten 

auf total Fr. 260.00 (Entscheidgebühr von Fr. 150.00 sowie Barauslagen von 

Fr. 110.00) festgelegt und dem Berufungskläger 1 als ausschlagenden Erben auf-

erlegt worden sind (act. 10 S. 2, Rechtsbegehren sowie N 5). 

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4.5.2. Die Protokollierung der Erbausschlagung gehört zur sogenannten freiwilli-

gen Gerichtsbarkeit. Im Verfahren auf einseitiges Vorbringen hat der Kläger oder 

Antragssteller, mithin der ausschlagende Erbe, die Kosten zu tragen. Dass das 

Gericht, welches die Ausschlagung zu Protokoll nimmt, dafür eine Gebühr und 

den Ersatz seiner Auslagen vom ausschlagenden Erben verlangen kann (§ 8 

Abs. 3 GebV OG), erscheint durchaus gerechtfertigt. Schliesslich hat dieser die 

Behörden im eigenen Interesse angerufen und zum Handeln veranlasst (so die 

Praxis der Kammer, vgl. OGer ZH PF110044 vom 15. September 2011, 

LF110081 vom 16. August 2011 und PF130062 vom 10. Dezember 2013). Im vor-

liegenden Fall besteht kein Anlass, von dieser Regel abzuweichen. Die Vorin-

stanz ist (wie gesehen) richtig vorgegangen, indem sie die Ausschlagungserklä-

rung des Berufungsklägers 1 vom 7. April 2024 zu Protokoll nahm. Im Übrigen ist 

anzumerken, dass das vom Berufungskläger 1 eingereichte Formular zur Erbaus-

schlagung auf die Kostenfolgen aufmerksam machte: Es enthält den Hinweis, 

dass die Kosten der Protokollierung der Erbausschlagung in der Regel Fr. 150.00 

pro Person betragen und zusätzlich die Barauslagen für die Klärung der Erben-

stellung in Rechnung gestellt würden (act. 1 S. 1). Vor diesem Hintergrund sind 

die Kosten der Vorinstanz angemessen. Angefallene und dem Berufungskläger 1 

auferlegte (Mehr-)Kosten für die Benachrichtigung des Konkursgerichts sind nicht 

ersichtlich. Die vorinstanzliche Kostenregelung (Dispositiv-Ziffern 3-4 des Urteils 

vom 29. April 2024) ist folglich zu bestätigen. 

5.

5.1. Die Berufungskläger obsiegen im Berufungsverfahren, soweit sie die Aufhe-

bung von Dispositiv-Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils und die Anwendung von 

Art. 575 Abs. 2 ZGB durch die Vorinstanz verlangen. Betreffend die Anfechtung 

der vorinstanzlichen Kostenregelung (vorinstanzliche Dispositiv-Ziffern 3-4) unter-

liegen sie. Dieses Unterliegen ist im Hinblick auf den Gesamtaufwand für die Be-

urteilung der Berufung mit einem Fünftel zu bewerten. Der Verfahrensstreitwert 

beläuft sich auf Fr. 1'268'000.00 (vgl. oben Erw. 3.2. sowie act. 14). Entsprechend 

ist die Entscheidgebühr in Anwendung der § 12 Abs. 1 und 2, § 4 Abs. 1 und 2 

und § 8 Abs. 1 GebV OG sowie unter Berücksichtigung des Äquivalenzprinzips 

auf insgesamt Fr. 2'100.00 festzusetzen, wovon den Berufungsklägern solidarisch 

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ein Fünftel, demnach CHF 420.00 aufzuerlegen ist. Im Übrigen sind die Kosten 

des Berufungsverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen. Die den Berufungsklä-

gern auferlegte Entscheidgebühr ist mit dem von ihnen geleisteten Kostenvor-

schuss zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Im Mehrbetrag ist ihnen der Vor-

schuss – unter Vorbehalt eines allfälligen Verrechnungsanspruchs des Staates – 

zurückzuerstatten. 

5.2. Eine aus der Staatskasse auszurichtende Parteientschädigung kommt ge-

mäss Praxis der Kammer nur in ganz besonderen, hier nicht gegebenen Ausnah-

mefällen in Betracht (vgl. OGer ZH PQ140037 vom 28. Juli 2014, E. 3.1, bestätigt 

in OGer ZH PQ140040 vom 25. September 2014, E. 6).

Es wird erkannt:

1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils 

des Bezirksgerichtes Zürich, Einzelgericht in Erbschaftssachen, vom 

29. April 2024 (Geschäfts-Nr. EN240373-L/U) aufgehoben. Die Sache wird 

zum Vorgehen nach Art. 575 Abs. 2 ZGB an das Bezirksgericht Zürich, 

Einzelgericht in Erbschaftssachen, zurückgewiesen. 

2. Die vorinstanzliche Kostenregelung wird bestätigt.

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'100.00 festgesetzt.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu einem Fünftel (Fr. 420.00) 

den Berufungsklägern in solidarischer Haftung auferlegt und im Übrigen auf 

die Staatskasse genommen. 

Die den Berufungsklägern auferlegten Kosten werden aus dem von ihnen 

geleisteten Kostenvorschuss bezogen. Im Mehrbetrag wird ihnen der Vor-

schuss zurückerstattet, unter Vorbehalt eines allfälligen Verrechnungsan-

spruchs des Staates.

5. Für das Berufungsverfahren wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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6. Schriftliche Mitteilung an die Berufungskläger, an das Konkursgericht des 

Bezirkes Zürich sowie das Konkursamt Hottingen-Zürich und – unter Rück-

sendung der erstinstanzlichen Akten – an das Bezirksgericht Zürich (Einzel-

gericht Erbschaftssachen), je gegen Empfangsschein.

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 1'268'000.00.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. K. Würsch

versandt am:
28. Juni 2024