# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e346a03-8a0e-5c8c-bbe9-0ec36e01461f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.11.2022 200 2021 774
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-774_2022-11-29.pdf

## Full Text

200 21 774 UV
LOU/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. November 2022

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete vom 1. November 2017 bis 31. Dezember 2018 über die 
D.________ AG (Dossier der Unfallversicherung [act. II] 2, 23) für die 
E.________ AG, …. Ab dem 1. Januar 2019 erfolgte eine Festanstellung 
als … … … bei der E.________ AG, … (act. II 35, 78, 81, 220). Er war da-
durch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva bzw. Be-
schwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 
sowie Berufskrankheiten versichert. 

Der Versicherte erlitt am ... Oktober 2018 einen Motorradunfall, bei wel-
chem er sich das rechte Bein und Handgelenk brach und diverse Prellun-
gen sowie Hautabschürfungen erlitt (act. II 2, 6, 8 ff., 20 f., 40). Die Suva 
richtete die Versicherungsleistungen aus (vgl. act. II 27, 125, 135, 190). Am 
10. September 2019 wurde dem Versicherten per Ende Oktober 2019 die 
Arbeitsstelle durch die E.________ AG gekündigt (act. II 101). In der Ak-
tenbeurteilung vom 23. Juli 2020 äusserte sich die Kreisärztin der Suva 
Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, zum 
Fallabschluss, zur Arbeitsfähigkeit, zum Zumutbarkeitsprofil (act. II 183) 
und zum Integritätsschaden (act. II 184). Am 10. August 2020 teilte die Su-
va dem Versicherten mit, der Fallabschluss werde per 30. August 2020 
vorgenommen und die Taggelder würden eingestellt. Gemäss Zumutbar-
keitsprofil sei ihm eine wechselbelastende Tätigkeit vollumfänglich zumut-
bar (act. II 191). Mit Verfügung vom 26. Dezember 2020 ermittelte die Suva 
einen Invaliditätsgrad von 7 % und setzte die Integritätsentschädigung – bei 
einer Integritätseinbusse von 15 % – auf Fr. 22'230.-- fest (act. II 233). Mit 
Schreiben vom 7. Januar 2021 teilte die Suva dem Versicherten mit, zum 
Erhalt des Gesundheitszustandes würden vorerst drei Serien à neun Sit-
zungen Physiotherapie gutgesprochen (act. II 245 f.). Gegen die Verfügung 
vom 26. Dezember 2020 erhob der Versicherte am 1. Februar 2021 Ein-
sprache (act. II 253) und reichte am 2. März 2021 eine ergänzende Be-
gründung ein, zusammen mit Berichten von G.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. und 24. Februar 2021 (act. II 258, 

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vgl. auch act. II 264, 266), und Dr. med. H.________, Facharzt für orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 3. Fe-
bruar 2021 (act. II 256). Am 4. August 2021 lehnte die Suva eine weitere 
Kostengutsprache für physiotherapeutische Behandlungen ab (act. II 282; 
vgl. auch act. II 281). Mit Entscheid vom 5. Oktober 2021 wies die Suva die 
Einsprache ab (act. II 288).

B.

Am 8. November 2021 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Er 
beantragte das Folgende:

1. Es sei festzustellen, dass die Verfügung vom 15. Dezember 2020 be-
treffend die Höhe des Integritätsschadens und der damit einhergehen-
den Integritätsentschädigung in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Darüberhinausgehend seien der Einspracheentscheid vom 5. Oktober 
2021 sowie die Verfügung vom 15. Dezember 2020 aufzuheben.

3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
weiterhin ein Taggeld sowie einen Ersatz für Behandlungskosten auf 
unbestimmte Zeit zu entrichten. 

Eventualiter:
4. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

weiterhin Ersatz für die Behandlungskosten sowie die gesetzlich ge-
schuldete Rentenleistung auszurichten.

5. Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin sei durch weitere medi-
zinische Abklärungen und ein Gutachten eines/einer unabhängigen 
Sachverständigen abzuklären.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge    -

Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2021 schloss die Suva, vertre-
ten durch Rechtsanwalt C.________, auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Dezember 2021 stellte der Instrukti-
onsrichter das vorliegende Verfahren ein bis zur Erstattung des durch die 
IV-Stelle Bern (IVB) bei der MEDAS eingeholten polydisziplinären (Or-
thopädie, Psychiatrie, Allgemeine Medizin) Gutachtens.

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Am 12. Mai 2022 reichte die IVB die IV-Akten inklusive das Gutachten vom 
16. Februar 2022 der MEDAS ein (MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 
2022; Gerichtsakten).

Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Mai 2022 hob der Instruktionsrich-
ter die Sistierung des Verfahrens auf. Die Parteien erhielten Gelegenheit 
zur Stellungnahme.

Die Parteien reichten Stellungnahmen vom 25. Mai 2022 (Suva) und vom 
6. Juli 2022 (Beschwerdeführer) ein, welche wechselseitig zugestellt wur-
den.

C.

Am 29. November 2022 hat eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) stattge-
funden.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-

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digkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 5. Oktober 
2021 (act. II 288). Streitig und zu prüfen ist der Fallabschluss und die aus-
zurichtenden Leistungen (Taggeld, Behandlungskosten) sowie eventualiter 
der Anspruch auf eine Rente.

Nicht mehr Streitgegenstand bildet die Integritätsentschädigung (vgl. E. 3.1 
hiernach).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt 
nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 147 V 
161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

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ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163). 
Steht aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung fest, dass ein allfällig 
bestehender natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit 
nicht rechtsgenüglich wäre, braucht die Frage, ob der natürliche Kausalzu-
sammenhang tatsächlich besteht, nicht geprüft zu werden (BGE 147 V 207 
E. 6.1 S. 211, 135 V 465 E. 5.1 S. 472).

Steht aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung fest, dass ein allfällig 
bestehender natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit 
nicht rechtsgenüglich wäre, braucht die Frage, ob der natürliche Kausalzu-
sammenhang tatsächlich besteht, nicht geprüft zu werden (BGE 147 V 207 
E. 6.1 S. 211, 135 V 465 E. 5.1 S. 472).

2.3 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – 
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im 
mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Die erlit-
tenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich 
beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfallschwere 
sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese 
werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 
E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 S. 76 E. 4.2, 
2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht (BGer) hat daher festgestellt, dass weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zu-

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sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei-
nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien 
sind zu nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalles;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verlet-
zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 
Fehlentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschwe-
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Beja-
hung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 
102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven 

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Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 
359 E. 6b S. 367, 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 S. 174 
E. 4b).

2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.5 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern 
sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat 
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invali-
ditätsgrades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abwei-
chen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

2.6 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

2.7 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 

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ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; 
BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung 
bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

3.

3.1 In der Verfügung vom 15. Dezember 2020 setzte die Suva die Inte-
gritätsentschädigung – bei einer Integritätseinbusse von 15 % – auf 
Fr. 22'230.-- fest (act. II 233/4); dabei stützte sie sich auf die Beurteilung 
der Kreisärztin Dr. med. F.________ vom 23. Juli 2020 (act. II 184). Die 
dagegen erhobene Einsprache (act. II 253/6 Ziff. 11) wies die Beschwerde-
gegnerin mit Entscheid vom 5. Oktober 2021 mit der Begründung ab, der 
Beschwerdeführer vermöge die von ihm geforderte Erhöhung der Inte-
gritätsentschädigung auf keine medizinische Beurteilung abzustellen (act. II 
288/13 Ziff. 7.2). In der Beschwerde verzichtet der Beschwerdeführer aus-
drücklich auf die Anfechtung der Integritätsentschädigung, mithin erwuchs 
der Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2021 diesbezüglich in Rechts-
kraft. 

3.2 Den medizinischen Berichten und Gutachten ist im Wesentlichen 
das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im Austrittsbericht vom 7. November 2018 – nach einem Aufenthalt 
vom ... Oktober bis 7. November 2018 – diagnostizierten die Orthopäden 
der I.________ AG eine I° offene trimalleoläre OSG-Luxationsfraktur rechts 
nach Sturz mit dem Motorrad vom ... Oktober 2018, eine distale, intraarti-
kuläre Radiusfraktur rechts (dominant) vom ... Oktober 2018 und einen 

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Verdacht auf innere Seitenbandruptur (I Grad) Knie rechts vom ... Oktober 
2018 (act. II 20).

3.2.2 Im Bericht vom 13. März 2019 diagnostizierten die Orthopäden 
Dres. med. H.________ und J.________, letzterer … und … der 
I.________ AG, einen Status nach ORIF einer trimalleolären OSG-
Luxationsfraktur rechts vom ... (recte: wohl ...) Oktober 2018 und eine dista-
le intraartikuläre Radiusfraktur rechts vom ... Oktober 2018, konservative 
Therapie. Es zeige sich ein eher zaghafter Verlauf vier Monate postoperativ 
(act. II 52). Im Bericht vom 3. September 2019 stellten die Orthopäden eine 
deutliche Verbesserung der Konsolidation, wenn auch weiterhin einen zö-
gerlichen Verlauf fest (act. II 103).

3.2.3 Im Operationsbericht vom 13. Februar 2020 führte der Orthopäde 
Dr. med. H.________ aus, es bestehe ein Status nach kombinierter Plat-
ten- und Schraubenosteosynthese einer trimalleolären OSG Luxationsfrak-
tur rechts vom ... Oktober 2018. Es finde operativ eine partielle Metallent-
fernung sowie Tenolyse OSG rechts statt (act. II 145). Im Bericht vom 13. 
Mai 2020 hielten die behandelnden Orthopäden Dres. med. H.________ 
und J.________ fest, die durchgeführte Operation habe noch keine wesent-
liche Verbesserung der Situation gebracht. Der Patient sei im angestamm-
ten Beruf zu 100 % arbeitsunfähig. In einer rein sitzenden Tätigkeit sei eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit möglich (act. II 165).

3.2.4 Im Bericht vom 29. Mai 2020 diagnostizierte die behandelnde 
Psychiaterin G.________ eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) 
nach Motorradunfall vom ... Oktober 2018 (ICD-10 F43.1), eine gemischte 
Angststörung, reaktiv, nach Motorradunfall vom ... Oktober 2018 (ICD-10 
F41.3) und eine mittelgradige depressive Episode, reaktiv, nach Motorrad-
unfall vom ... Oktober 2018 (ICD-10 F32.1). Bei der Aufnahme der Behand-
lung (im Oktober 2019) seien seit dem Motorradunfall aufgetretene Ängste 
im Vordergrund gestanden. Zudem hätten sich generalisierte Ängste und 
Sorgen entwickelt (z.B. um seinen dreijährigen Sohn, die Zukunft). Der Pa-
tient habe von erhöhter Schreckhaftigkeit und wiederholtem Erleben des 
Motorradunfalls im Sinne von Intrusionen berichtet. Seit Frühling 2019 hät-
ten Ein- und Durchschlafstörungen bestanden. Es habe sich zu Beginn 
eine leichtgradig ausgeprägte depressive Symptomatik mit leicht niederge-

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drückter Stimmungslage, erhöhter Ermüdbarkeit/Tagesmüdigkeit, Lustlo-
sigkeit, Grübelneigung, Schlafstörungen, sozialem Rückzug entwickelt. Die 
depressive Symptomatik habe im Verlauf zugenommen und sei zurzeit mit-
telgradig ausgeprägt (act. II 171/1). Die Prognose sei noch unklar und hän-
ge vom weiteren Verlauf der somatischen Symptomatik sowie von der Mög-
lichkeit einer beruflichen Wiedereingliederung ab (act. II 171/4).

3.2.5 Im Bericht vom 14. Juli 2020 führte der Orthopäde Dr. med. 
H.________ aus, es zeige sich im Moment ein relativ guter Verlauf im 
Rahmen der Umstände. Die Invalidenversicherung habe das folgende Zu-
mutbarkeitsprofil, welchem er sich anschliessen könne, festgelegt: Teilar-
beitsfähigkeit für wenig belastende Tätigkeiten ab sofort. Ideal wären 
wechselbelastende Tätigkeiten (ohne regelmässiges Treppensteigen, Ar-
beiten in der Hocke/im Knien, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne wei-
tere Gehstrecken auf unebenem Boden, ohne regelmässiges Lastentragen 
über 10 bis 15 kg und Vermeiden von Zwangshaltungen; act. II 178). 

3.2.6 In der Beurteilung vom 23. Juli 2020 diagnostizierte die Kreisärztin 
Dr. med. F.________ einen Status nach trimalleolärer OSG-
Luxationsfraktur rechts am ... Oktober 2018 und einen Status nach distaler 
intraartikulärer Radiusfraktur rechts am ... Oktober 2018. Sie führte aus, 
von weiteren Behandlungen erwarte sie mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit keine Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes. Es 
ergebe sich folgendes Zumutbarkeitsprofil: Eine wechselbelastende Tätig-
keit, ohne regelmässiges Treppensteigen, ohne Arbeiten in der Hocke/im 
Knien, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne weitere Gehstrecken 
auf unebenem Boden, ohne regelmässiges Lastentragen über 10 bis 15 kg 
sowie mit Vermeiden von Zwangshaltungen. Unter diesen Bedingungen sei 
eine ganztägige Arbeit zumutbar. Zur Aufrechterhaltung des bisherigen 
Gesundheitszustandes könnten noch zwei Serien Physiotherapie durchge-
führt werden, anschliessend Therapiestopp und Übergang auf regelmässi-
ge Heimübungen (act. II 183/3).

3.2.7 Im Bericht vom 3. Februar 2021 diagnostizierte der Orthopäde Dr. 
med. H.________ eine beginnende posttraumatische OSG-Arthrose rechts. 
Er habe keine Informationen der Invalidenversicherung oder der Suva zur 
Wiedereingliederung erhalten, weshalb seine Beurteilung auf den Angaben 

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des Patienten beruhen würde. Hier zeige sich eine mögliche Arbeitsfähig-
keit von 50 % für mehrheitlich sitzende Tätigkeiten. Dies entspreche nicht 
dem initial ausgearbeiteten Zumutbarkeitsprofil der Suva. Aufgrund der 
weiterhin persistierenden Schmerzen nach geleisteter Arbeit und der ein-
geschränkten Beweglichkeit komme neu eine rechtsseitige OSG-Arthrose 
zum Vorschein. Er bitte daher die Suva und die Invalidenversicherung, das 
Belastungsprofil noch einmal zu überarbeiten. Die Eingliederungsmass-
nahme in der K.________ habe der Beschwerdeführer initial mit einem 
reduzierten Pensum begonnen (Arbeitsfähigkeit von 65 %). Gemäss Anga-
ben des Patienten habe dieses Pensum weder in der K.________ noch 
anschliessend in der L.________ funktioniert. Entsprechend empfehle er 
aufgrund der Erfahrungen das Arbeitspensum bei max. 50 % zu terminie-
ren (act. II 265/3).

3.2.8 Im Bericht vom 9. Februar 2021 hielt die behandelnde Psychiaterin 
G.________ fest, die psychiatrischen Diagnosen stünden im Zusammen-
hang mit dem Unfall vom ... Oktober 2018. Der Patient zeige klar Sympto-
me einer PTBS wie erhöhte Schreckhaftigkeit und wiederholtes Erleben 
des Motorradunfalls im Sinne von Intrusionen. Auch die Angststörung sei 
als Folge des Unfalls zu sehen, zumal die Angstsymptome bzw. die Panik-
attacken in einer spezifischen Situation (Velofahren auf der befahrenen 
Strasse) aufträten. Hinzu kämen dann generalisierte Ängste und Sorgen, 
was die Diagnose einer gemischten Angststörung rechtfertige. Aufgrund 
von Folgen des Unfalls (protrahierter Heilungsverlauf, Schmerzen im OSG 
rechts, welche neu durch eine posttraumatische Arthrose erklärt werden 
könnten, Jobverlust und fehlende berufliche Perspektive, verbunden mit 
Existenzsorgen) im Sinne von Stressfaktoren habe sich reaktiv eine de-
pressive Symptomatik entwickelt (act. II 258). Im Verlaufsbericht vom 
24. Februar 2021 ging sie von einer Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes aus. Aus psychiatrischer Sicht werde die Arbeitsfähigkeit durch die 
mittelgradige depressive Episode, reaktiv nach Motorradunfall am ... Okto-
ber 2018, beeinflusst. Die weiteren psychiatrischen Diagnosen hätten we-
niger Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 266/1). Zur Ar-
beits(un)fähigkeit führte sie aus, vom ... Oktober 2018 bis 31. August 2020 
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Dr. med. H.________ 
habe ab September 2020 eine 50%ige, von Oktober bis November 2020 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 13

eine 65%ige sowie ab Ende November 2020 bis auf weiteres eine 50%ige 
Arbeitsfähigkeit attestiert. Sie schliesse sich aus psychiatrischer Sicht die-
ser Einschätzung an (act. II 266/5).

3.2.9 Im Bericht vom 22. April 2021 führte der Orthopäde Dr. med. 
H.________ aus, es zeige sich im Wesentlichen ein unveränderter Verlauf 
(act. II 271). Am 17. September 2021 hielt er in der Zwischenanamnese 
fest, der Patient könne nach wie vor gewisse Bewegungen nicht machen. 
Dann habe er gewisse Zeiten, wo er wenig Beschwerden habe. Längere 
Gehstrecken seien aber nach wie vor nicht möglich (act. II 286).

3.2.10 In der interdisziplinären Konsensbeurteilung im MEDAS-Gutachten 
vom 16. Februar 2022 (Gerichtsakten) diagnostizierten Prof. Dr. med. 
M.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. 
N.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, und Dr. med. O.________, Fachärztin für Psychia-
trie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit das Fol-
gende (act. 1.1; MEDAS-Gutachten S. 8 Ziff. 4.3):

1. Chronische Beschwerden an Unterschenkel und Fuss der rechten Seite 
(ICD-10 M79.60/T93.2/Z98.8) 
- Status nach erstgradig offener trimalleolärer Luxationsfraktur am 

... Oktober 2018 
- Status nach offener Reposition, Plattenosteosynthese des Volkmann-

Fragmentes und der Fibula, Schrauben- und Kirschnerdrahtosteosyn-
these des medialen MaIleolus sowie Wundrevision des linken Knies 
bei Décollement am ... Oktober 2018 (Spital P.________) 

- Status nach partieller Metallentfernung sowie Tenolyse am OSG am 
13. März 2020 (Spital P.________) 

- radiologisch konsolidierte Frakturen und beginnende Arthrose des obe-
ren Sprunggelenkes (Röntgen 5. November 2021) 

2. Intrinsisches Asthma bronchiale, beruflich exazerbiert als …. (ICD-10 
J45.9) 
- in der Epikutantestung Allergie auf Natriumdisulfid, BUDMA, fraglich 

auch auf PTPP und Dibuthylphthalat, anamnestisch auch auf Gummi-
chemikalien 

3. Leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter das 
Folgende (act. 1.1; MEDAS-Gutachten S. 8 Ziff. 4.3):

1. Restbeschwerden im Bereich des dominanten rechten Handgelenkes 
(ICD-10 T92.2)
- Status nach konservativ behandelter distaler intraartikulärer Radius-

fraktur vom ... Oktober 2018 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 14

2. Anamnestisch leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (ICD-10 G47.3) 

Die Experten führten aus, aus allgemeininternistischer Sicht könne ausser 
dem intrinsischen Asthma bronchiale mit beruflicher Exazerbation in der 
angestammten Tätigkeit als … keine weitere Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Bezüglich des Einflusses auf die Ar-
beitsfähigkeit stünden die orthopädischen Beschwerden klar im Vorder-
grund. Sowohl die chronischen Beschwerden am Unterschenkel und Fuss 
der rechten Seite wie auch die Restbeschwerden im Bereich des dominan-
ten rechten Handgelenkes könnten nachvollzogen werden, wobei sich le-
diglich die Unterschenkel- und Fussbeschwerden rechts einschränkend auf 
die Arbeitsfähigkeit des Exploranden auswirkten. Bei Status nach erstgra-
dig offener trimalleolärer Luxationsfraktur am ... Oktober 2018 mit nachfol-
gender operativer Versorgung zeigten sich aktuell radiologisch konsolidier-
te Frakturen und eine beginnende Arthrose des oberen Sprunggelenkes. 
Überwiegend stehende und/oder gehende sowie körperlich mittelschwere 
Tätigkeiten seien für den Exploranden nicht mehr möglich. Hingegen be-
stehe in einer adaptierten Tätigkeit aus orthopädischer Sicht lediglich eine 
leichte Leistungseinschränkung und ein etwas vermehrter Pausenbedarf. 
Aus psychiatrischer Sicht könne beim Exploranden die Diagnose einer 
leichten depressiven Episode ohne somatisches Syndrom gestellt werden, 
wobei die von der behandelnden Psychiaterin angeführte posttraumatische 
Belastungsstörung nicht bestätigt werden könne. Ebenso wenig lasse sich 
eine Angststörung nachweisen. Die vom Exploranden beschriebene Ängst-
lichkeit bezüglich seiner Zukunft sowie im Umgang mit seinem kleinen 
Sohn hätten nicht ein derartiges Ausmass angenommen, als dass damit 
eine eigenständige psychiatrische Erkrankung begründet werden könne 
(act. 1.1; MEDAS-Gutachten S. 8 Ziff. 4.3 lit. a). In der bisherigen Tätigkeit 
sei der Explorand vollumfänglich arbeitsunfähig (act. 1.1; MEDAS-
Gutachten S. 10 Ziff. 4.6.3). Bei einer angepassten Arbeit müsse es sich 
um eine körperlich sehr leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit unter 
Wechselbelastung, ohne längeres Gehen und Stehen, ohne Einnahme 
knieender und kauernder Positionen, ohne wiederholtes Überwinden von 
Treppen und Gehen auf unebenem Grund sowie ohne Heben und Tragen 
von Lasten über fünf Kilogramm handeln (act. 1.1; MEDAS-Gutachten S. 
10 Ziff. 4.7.1). Eine solche Arbeit könne der Explorand acht Stunden pro 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 15

Tag ausüben (act. 1.1; MEDAS-Gutachten S. 10 Ziff. 4.7.2). Es bestehe 
dabei eine leichte Einschränkung der Leistungsfähigkeit mit erhöhtem Pau-
senbedarf aufgrund der Schmerzen und der leichten depressiven Episode 
(90 % Arbeitsfähigkeit bzw. 10 % Arbeitsunfähigkeit; act. 1.1; MEDAS-
Gutachten S. 10 Ziff. 4.7.3 und 4.7.4). Diese 90%ige Arbeitsfähigkeit gelte 
seit November 2019 und werde unterbrochen durch die postoperativ auf-
gehobene Arbeitsfähigkeit vom März bis Juni 2020 (act.1.1; MEDAS-
Gutachten S. 10 Ziff. 4.7.5).

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.3.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 16

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten Per-
son befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des 
Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten ei-
nes Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Ge-
richtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.4 Das von der Invalidenversicherung eingeholte interdisziplinäre ME-
DAS-Gutachten vom 16. Februar 2022 (Gerichtsakten; act. 1.1) mitsamt 
den Teilgutachten (internistisch [act. 1.3], psychiatrisch [act. 1.4], orthopä-
disch [act. 1.5]) erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Ex-
pertisen (E. 3.3.2 hiervor). Die darin enthaltenen Ausführungen und Fest-
stellungen beruhen auf eigenen eingehenden fachärztlichen Abklärungen 
und sind in Kenntnis der Vorakten geprüft worden. Die Begründung der 
Diagnosen ist einleuchtend dargestellt und die Beschreibungen der funktio-
nellen Auswirkungen überzeugen (act. 1.1, MEDAS-Gutachten S. 8 Ziff. 
4.3; act. 1.3, internistisches Teilgutachten S. 6 Ziff. 7.1; act. 1.4, psychiatri-
sches Teilgutachten S. 7 Ziff. 6.3; act. 1.5, orthopädisches Teilgutachten 
S. 8 Ziff. 6.2.3). Sodann ist das Zumutbarkeitsprofil schlüssig (act. 1.1, 
MEDAS-Gutachten S. 10 Ziff. 4.7.1). Desgleichen haben sich die Experten 
nachvollziehbar mit den Ressourcen und den Belastungsfaktoren ausein-
andergesetzt. Damit erbringen das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten und 
die Teilgutachten vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

3.4.1 In psychiatrischer Hinsicht hat die Expertin die von der behandeln-
den Psychiaterin G.________ diagnostizierte posttraumatische Belas-
tungsstörung und die Angststörung überzeugend verworfen (act. 1.4, 
psychiatrisches Gutachten S. 7 Ziff. 6.3). Die psychiatrische Gutachterin 
attestiert im Teilgutachten eine 20%ige Einschränkung in der bisherigen 
Tätigkeit (act. 1.4 S. 8 Ziff. 8.1), jedoch ist diese dem Beschwerdeführer 
ohnehin aus somatischen Gründen nicht mehr zumutbar. Mit Blick auf den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 17

Tagesablauf überzeugt die Beurteilung einer lediglich leichten depressiven 
Episode (act. 1.4, psychiatrisches Teilgutachten S. 7 Ziff. 6.3) und die Ein-
schätzung, dem Beschwerdeführer sei eine angepasste Tätigkeit (struktu-
rierter Arbeitsplatz) vollumfänglich zumutbar, leuchtet ein (act. 1.4, psychia-
trisches Gutachten S. 9 Ziff. 8.2). Auch mit der Annahme der behandelnden 
Psychiaterin G.________, der Beschwerdeführer sei lediglich im Ausmass 
von 50 % einer Vollzeitbeschäftigung arbeitsfähig, was der bisherige Ver-
lauf gezeigt habe (vgl. act. II 266/5 Ziff.11), hat sich die Expertin auseinan-
dergesetzt und dies überzeugend widerlegt. Gerade bei diagnostisch kaum 
oder nur mit Mühe zu erfassenden psychischen Beschwerdebildern diver-
gieren die fachärztlichen Schätzungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
zwischen Gutachtern, behandelnden Psychiatern und andern beteiligten 
Fachärzten erfahrungsgemäss häufig (vgl. Entscheid des BGer vom 12. 
Juli 2018, 9C_379/2018, E. 3.2). Die abweichende Einschätzung der be-
handelnden Psychiaterin ist deshalb nicht geeignet, die schlüssige Beurtei-
lung im psychiatrischen Gutachten in Zweifel zu ziehen. Es ist zudem er-
sichtlich, dass die behandelnde Psychiaterin advokatorisch auftritt ("Ich 
empfehle eine Teilberentung" [act. II 266/4]).

3.4.2 In orthopädischer Hinsicht hat sich der Experte eingehend mit den 
Akten, den früheren Untersuchungen und den dokumentierten Befunden 
auseinandergesetzt, seine Ausführungen überzeugen (vgl. allerdings nach-
folgend). Er folgte der kreisärztlichen Beurteilung, führte er doch bezüglich 
dem kreisärztlichen SUVA-Bericht vom 23. Juli 2020 an, "dieser Einschät-
zung ist aufgrund der heutigen Untersuchung dezidiert zu folgen" (act. 1.5; 
orthopädisches Teilgutachten S. 8 Ziff. 6.2.3), es könne von einer praktisch 
uneingeschränkten Einsetzbarkeit ausgegangen werden (act. 1.5; orthopä-
disches Teilgutachten S. 9 Ziff. 7.2). Dass der orthopädische Gutachter 
danach ohne weitere Begründung eine Arbeitsfähigkeit von 90 % bei einem 
ganztägigen Pensum (10 % reduzierte Leistung aufgrund eines vermehrten 
Pausenbedarfs) erwähnte (act. 1.5; orthopädisches Teilgutachten S. 10 
Ziff. 8.2.1), erweist sich allerdings mit Bezug auf überwiegend sitzende 
Tätigkeiten in Anbetracht der objektiven Befunde, insbesondere bezüglich 
der geringen Schwellungen, als unbegründet. Bei der Befragung gab der 
Beschwerdeführer bezüglich Einschränkungen und lindernden Faktoren an, 
nicht zu lange auf den Beinen sein zu können; die maximale Gehstrecke 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 18

betrage eine halbe Stunde (act. 1.5; orthopädisches Teilgutachten S. 2 Ziff. 
3.1). Der orthopädische Gutachter nannte denn auch als im Alltag resultie-
rende Einschränkungen einzig eine Minderbelastbarkeit der Extremität in 
Form einer eingeschränkten Steh- und Gehdauer (act. 1.5; orthopädisches 
Teilgutachten S. 7 Ziff. 6.1). Die vom Gutachter attestierte Leistungsein-
schränkung für zusätzliche Pausen vermag deshalb bei einer sehr leichten, 
überwiegend sitzenden Tätigkeit nicht zu überzeugen, da sich in einer sol-
chen Tätigkeit die Beeinträchtigung der Steh- und Gehfähigkeit nicht aus-
wirkt, namentlich das Sprunggelenk nicht derart belastet wird, womit sich 
ein zusätzlicher Pausenbedarf rechtfertigen liesse (vgl. auch E. 3.4.3 hier-
nach). Weiter leuchtet ein, dass der Experte aufgrund der dokumentierten 
objektiven Befunde die vom behandelnden Orthopäden attestierte Arbeits-
fähigkeit von lediglich 50 % nicht für nachvollziehbar hält (act. 1.5; orthopä-
disches Teilgutachten S. 9 Ziff. 6.2.3), erfolgte doch die Einschätzung des 
behandelnden Orthopäden nicht unabhängig von subjektiven Gesichts-
punkten. Vielmehr hat Dr. med. H.________ selbst angegeben, er stützte 
sich auf die Angaben seines Patienten (act. II 265/3), wogegen er für die 
50%ige Einschränkung keine objektiven Kriterien aufzeigte.

3.4.3 Das Zumutbarkeitsprofil in der interdisziplinären Konsensbeurtei-
lung, wonach der Beschwerdeführer eine körperlich sehr leichte, überwie-
gend sitzende Tätigkeit unter Wechselbelastung, ohne längeres Gehen und 
Stehen, ohne Einnahme knieender und kauernder Positionen, ohne wie-
derholtes Überwinden von Treppen und Gehen auf unebenem Grund sowie 
ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg ausüben könne, überzeugt. 
Im Rahmen der freien Beweiswürdigung leuchtet jedoch – wie erwähnt – 
die von den Gutachtern attestierte Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
von 10 % nicht ein. Mit der Beurteilung, beim Vorliegen einer leichten de-
pressiven Episode sei eine leichte reduzierte Flexibilität und Anpassungs-
fähigkeit anzunehmen, was zu einer leichten Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit von 10 % mit erhöhtem Pausenbedarf aufgrund der Schmerzen 
und der leichten depressiven Episode führe (act. 1.1, MEDAS-Gutachten S. 
9 Ziff. 4.4, S. 10 Ziff. 4.7.3) – die 20%ige Arbeitsunfähigkeit (act. 1.1, ME-
DAS-Gutachten S. 11 Ziff. 4.9) in einer den somatischen Leiden angepass-
ten Tätigkeit ist offensichtlich ein Verschrieb –, stellten die Gutachter offen-
bar auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu den Schmer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 19

zen ab, welche sich jedoch weder mit den somatischen Befunden noch aus 
psychiatrischer Sicht erklären lassen; denn auch aus psychiatrischer Sicht 
besteht trotz der diagnostizierten leichten depressiven Episode ohne soma-
tisches Syndrom – soweit diese für die Unfallversicherung überhaupt rele-
vant wäre – keine Arbeitsunfähigkeit (act. 1.4; psychiatrisches Teilgutach-
ten S. 9 Ziff. 8.2.4). Damit steht zusammenfassend fest, dass beim Be-
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit gemäss dem von den Gut-
achtern interdisziplinär formulierten Zumutbarkeitsprofil eine 100 %ige Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit vorliegt. 

3.4.4 In der Aktenbeurteilung vom 23. Juli 2020 formulierte die Kreisärztin 
Dr. med. F.________ zwar ein ähnliches Zumutbarkeitsprofil wie die ME-
DAS-Gutachter, jedoch setzte sie ein Gewichtslimit von 10 bis 15 kg fest 
und ging von einer ganztägig zumutbaren wechselbelastenden Arbeit ohne 
Leistungseinschränkung aus. Zwar können auch Aktenbeurteilungen be-
weiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentli-
chen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden me-
dizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit 
der versicherten Person in den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 
134 E. 4.3). Sofern das Gericht jedoch abschliessend gestützt auf Beweis-
grundlagen urteilt, die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträ-
ger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stel-
len (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d 
S. 162). Im vorliegenden Fall basiert das – von der Invalidenversicherung 
eingeholte – MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 2022 auf einer umfas-
senden polydisziplinären Abklärung, inklusive Untersuchung durch die Ex-
perten. Das MEDAS-Gutachten entspricht denn auch vollumfänglich den 
Beweisanforderungen an Gutachten (E. 3.4 hiervor). Die Kreisärztin hat 
demgegenüber lediglich einen Facharzttitel im Bereich der Allgemeinen 
Inneren Medizin. Zudem hat sie keine eigenen Untersuchungen vorge-
nommen, sondern den (orthopädischen und psychiatrischen) Sachverhalt 
einzig den Akten entnommen. Der kurz gehaltenen internen Aktenbeurtei-
lung durch die Kreisärztin vom 23. Juli 2020 kommt zwar im Vergleich zum 
Gutachten mindere Beweiskraft zu, jedoch ging letztlich auch der orthopä-
dische Gutachter davon aus, dass der Einschätzung der Kreisärztin dezi-
diert zu folgen sei (act. 1.5; orthopädisches Teilgutachten S. 8 Ziff. 6.2.3), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 20

einzig mit dem Unterschied, dass dem Beschwerdeführer nunmehr eine 
überwiegend sitzende Tätigkeit vollumfänglich zumutbar ist und sich das 
Zumutbarkeitsprofil etwas geändert hat (Heben und Tragen von Lasten 
über 5 kg sollte vermieden werden [act. 1.5; orthopädisches Teilgutachten 
S. 10 Ziff. 8.2.1]).

Die Beschwerdegegnerin hielt in der Stellungnahme vom 25. Mai 2022 
(Gerichtsakten) somit zu Recht weiterhin an der 100%igen Arbeitsfähigkeit 
fest. Bezüglich ihrer Bemerkung zum MEDAS-Gutachten, "Zusammenfas-
send ist die Beurteilung der MEDAS-Gutachter vom 16. Februar 2022 unter 
Berücksichtigung der erwähnten Unterschiede zwischen der final ausge-
stalteten Invalidenversicherung und der kausalen Unfallversicherung mit 
der Zumutbarkeitsbeurteilung der Suva vereinbar" ist insoweit festzustellen, 
als dass hier einzig das diagnostizierte Intrinsische Asthma bronchiale un-
fallfremder Natur ist, wobei sich diesbezüglich die Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit auf den vor Jahren ausgeübten Beruf als …. bezieht (act. 1.3, 
internistisches Teilgutachten, S. 6 Ziff. 6.3). Im Vordergrund stehen dage-
gen die unfallkausalen somatischen (orthopädischen) Beschwerden, wel-
che zur obgenannten Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % im Rah-
men des von den MEDAS-Gutachtern eingeschränkt formulierten Zumut-
barkeitsprofils führen. 

3.5 Damit steht fest, dass dem Beschwerdeführer seit Juli 2020 eine 
angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. Weitere medizinische Sach-
verhaltserhebungen erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung 
(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 
162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.

4.1 Umstritten ist der Fallabschluss per 30. August 2020. Der Be-
schwerdeführer macht mit Blick auf die Berichte der behandelnden Psych-
iaterin G.________ vom 29. Mai 2020 (act. II 171) und vom 9. und 24. Fe-
bruar 2021 (act. II 258, 266) geltend, es bestehe ein Zusammenhang zwi-
schen dem Unfall und den von ihr attestierten psychiatrischen Einschrän-
kungen. Auch die persistierenden belastenden somatischen Beschwerden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 21

hätten weiterhin Einfluss auf die depressive Angstsymptomatik. Es sei noch 
unklar, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer unfallbedingt psychi-
sche Folgeschäden erleide (Beschwerde S. 3 f. Ziff. 1). 

Gestützt auf die Akten und die kreisärztliche Beurteilung vom 23. Juli 2020 
(act. II 183) sowie das MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 2022 (Ge-
richtsakten) ist der Fallabschluss per 30. August 2020 weder in psychiatri-
scher noch in somatischer Hinsicht zu beanstanden: Gemäss Beurteilung 
der Kreisärztin Dr. med. F.________ vom 23. Juli 2020 war dem Be-
schwerdeführer eine wechselbelastende Tätigkeit (ab sofort) ganztägig 
zumutbar (act. II 183/3). Diese Einschätzung ergibt sich nunmehr auch aus 
der schlüssigen Beurteilung des zeitlichen Verlaufs durch die MEDAS-
Gutachter, wonach der Beschwerdeführer seit November 2019 zu 100 % 
arbeitsfähig ist, unterbrochen lediglich durch die postoperativ aufgehobene 
Arbeitsunfähigkeit vom März bis Juni 2020 (act. 1.1; MEDAS-Gutachten S. 
10 Ziff. 4.7.5; vgl. auch act. 1.5, orthopädisches Teilgutachten S. 10 
Ziff. 8.2.5). An diesem Ergebnis ändert nichts, dass der Beschwerdeführer 
die im Oktober 2019 bei der Psychiaterin G.________ begonnene Behand-
lung über den Fallabschluss im August 2020 weitergeführt hat. Eine (un-
fallbedingte) psychische Beeinträchtigung liegt nicht vor, da die psychiatri-
sche Gutachterin den Einfluss der diagnostizierten leichten depressiven 
Episode (act. 1.4, psychiatrisches Teilgutachten S. 8 Ziff. 6.3 lit. b) als der-
art gering einstuft, dass in einer angepassten Arbeit keine Arbeitsunfähig-
keit resultiert (act. 1.4, psychiatrisches Teilgutachten S. 9 Ziff. 8.2.4). In 
somatischer Hinsicht steht weiter fest, dass nach August 2020 keine we-
sentliche somatische Behandlung erfolgte (act. II 183/3). Die Beschwerde-
gegnerin hat zwar noch die Kosten für physiotherapeutische Behandlungen 
(zwei Serien Physiotherapie) übernommen (act. II 200, 225) und die 
Kreisärztin Dr. med. Q.________, Fachärztin für orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, hat mit Kurzbeurteilung vom 
6. Januar 2021 die Kostenübernahme um ein weiteres Jahr (drei bis vier 
Serien) zur Erhaltung des aktuellen Gesundheitszustandes verlängert (act. 
II 244). Nachdem der behandelnde Orthopäde Dr. med. H.________ im 
Bericht vom 3. Februar 2021 gestützt auf eine Röntgen des OSG rechts 
ap/seitlich stehend eine vollständige Konsolidation der Fraktur und eine 
beginnende Gelenkspaltverschmälerung im Sinne einer beginnenden OSG-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 22

Arthrose festgestellt hatte (act. II 265), ist aber die Kreisärztin Dr. med. 
F.________ in der Kurzbeurteilung vom 3. August 2021 davon ausgegan-
gen, dass die Physiotherapie bei einer OSG-Arthrose nicht mehr indiziert 
sei (act. II 281), was auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wird. 
Vielmehr beanstandet der Beschwerdeführer den Fallabschluss per August 
2020 einzig mit dem Hinweis auf weiterhin bestehende psychische Be-
schwerden (vgl. auch Stellungnahme vom 6. Juli 2022, S. 2).

Es liegen mit Blick auf die medizinischen Akten, insbesondere das MEDAS-
Gutachten vom 16. Februar 2022, keine Hinweise vor, dass in psychiatri-
scher und somatischer Hinsicht durch eine Fortsetzung der ärztlichen Be-
handlung nach August 2020 eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes hätte erwartet werden können (vgl. E. 2.7 hiervor). Der Fallab-
schluss per August 2020 ist somit nicht zu beanstanden und der Be-
schwerdeführer hat demzufolge für die Zeit danach keinen Anspruch mehr 
auf ein Taggeld sowie einen Ersatz für Behandlungskosten.

4.2 Bezüglich der psychischen Beschwerden ging die Beschwerdegeg-
nerin in der Verfügung vom 15. Dezember 2020 davon aus, dass diese 
nicht adäquat-kausal zum Unfall seien (act. II 233). An dieser Auffassung 
hielt sie auch im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2022 
fest (act. II 288). Die Frage der unfalladäquaten Kausalität der psychischen 
Beschwerden kann hier aber letztlich offen bleiben mangels Vorliegens 
einer relevanten psychischen Beeinträchtigung: Gemäss der psychiatri-
schen Gutachterin ist dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit 
vollumfänglich zumutbar (act. 1.4, psychiatrisches Teilgutachten S. 9 
Ziff. 8.2.4). Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers (Stellungnahme 
vom 6. Juli 2022, S. 2) liegen somit keine unfallbedingten psychischen Be-
schwerden vor, welche eine höhere Arbeitsunfähigkeit ergeben.

4.3 Die Beschwerdegegnerin hatte in der Verfügung vom 15. Dezember 
2020 einen Einkommensvergleich vorgenommen ausgehend von einer 
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und sich 
dazu auch im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2021 
geäussert (act. II 288/11 Ziff. 6). Darin setzte sie das Valideneinkommen 
auf Fr. 78'000.-- (act. II 288/11 Ziff. 6) und das Invalideneinkommen auf 
Fr. 71'875.45 fest, was vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 23

Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 6'124.55 ergibt dies einen Invaliditäts-
grad von gerundet 8 % ([Fr. 78'000.-- / Fr. 71'875.45] = Fr. 6'123.55 ./. 
Fr. 78'000.-- x 100 = 7.85 %).

Demnach hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente und 
die Beschwerde gegen den angefochtenen Einspracheentscheid vom 
5. Oktober 2021 (act. II 288) ist abzuweisen. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt lic. iur. C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2022, UV/21/774, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.