# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0d02961-1800-5444-91a8-3dce3ac18db1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 27.05.2021 3-RV.2018.206
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2018-206_2021-05-27.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2018.206       
P 86 
 

 

 

 

Urteil vom 27. Mai 2021 
 
 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Schorno  

Richter Schatzmann  

Gerichtsschreiberin Bernhard          

 

 

 
 

   

Rekurrent   A._____   

 

vertreten durch Schwager GmbH, Geissgasse 4, 5070 Frick    

    

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 12. November 2018 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2016 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 25. Juni 2018 wurde A. von der Steuerkommission Q. 

für das Jahr 2016 zu einem steuerbaren Einkommen von CHF 128'000.00 

und zu einem steuerbaren Vermögen von CHF 0.00 veranlagt. Dabei 

wurden die Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit nach Ermessen 

auf CHF 130'000.00 festgesetzt. Neben dem mit dem Geschäftsabschluss 

ausgewiesenen Gewinn von CHF 120'556.60 ("gerundet": 

CHF 120'555.00) wurden eine Aufrechnung Miete von CHF 8'640.00 und 

übrige Aufrechnungen von CHF 803.00 berücksichtigt. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 25. Juni 2018 erhob A. mit Schreiben vom 

25. Juli 2018 Einsprache. Er stellte sinngemäss den Antrag, dass un-

verändert auf den mit der Steuererklärung angegebenen Gewinn abzustel-

len sei.  

 

3. 

Am 15. Oktober 2018 wurde eine Einspracheverhandlung durchgeführt. 

 

4. 

Mit Entscheid vom 12. November 2018 hiess die Steuerkommission Q. die 

Einsprache teilweise gut. Die Aufrechnung Miete wurde zwar herabgesetzt. 

Gleichzeitig wurde für "Unsicherheiten Buchführung inkl. Privatanteile 

Fahrzeug usw." eine Aufrechnung von CHF 3'200.00 erfasst. Das 

Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit blieb deshalb unverändert 

bei CHF 130'000.00. Zusätzlich wurde aber eine Rückstellung für die 

Lohnbeiträge AHV, FAK, ALV und Verwaltungskosten von CHF 16'456.00 

berücksichtigt. Um diesen Betrag wurde das steuerbare Einkommen auf 

CHF 111'544.00 herabgesetzt.  

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 12. November 2018 (Zustellung am 14. No-

vember 2018) hat A. mit Rekurs vom 14. Dezember 2018 (Postaufgabe 

gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, 

weitergezogen. Er stellt den Antrag: 

 

Verzicht auf die Aufrechnung für Miete von CHF 6'240.00.  

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen.  

 

 - 3 - 

 

 

6.  

Das Gemeindesteueramt Q. und das Kantonale Steueramt beantragen die 

Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

A. hat eine Replik erstatten und an den gestellten Anträgen festhalten 

lassen. 

 

8. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Akten der Rekursverfahren von A. 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2012 bis 2015 (3-RV.2018.202 

- 3-RV.2018.205) beigezogen. 

 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2016. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

Der Rekurrent macht im Begleitbrief zum Rekurs vom 14. Dezember 2018 

geltend, die Jahre 2012 bis 2016 seien durch die Steuerrevisorin (recte: 

Steuerkommissärin) und die Steuerkommission Q. immer als Einheit 

behandelt worden. Das sei auch im Rekursverfahren zu berücksichtigen. 

Er beantragt damit sinngemäss eine Verfahrensvereinigung der Rekursver-

fahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 bis 2016.  

 

Die Steuerkommission Q. hat für die Steuerjahre 2012 bis 2016 je einen 

separaten Einspracheentscheid gefällt. Deswegen und weil nicht in jeder 

Steuerperiode der identische Sachverhalt zu beurteilen ist, ist der Antrag 

um Verfahrensvereinigung abzuweisen. 

 

3. 

3.1. 

Der Rekurrent ist als Architekt selbständig erwerbend. Mit der Steuererklä-

rung 2016 vom 6. Januar 2018 deklarierte er gestützt auf eine mit einem 

Excel-File erstellte Jahresrechnung 2016 ein Einkommen aus selbständi-

ger Erwerbstätigkeit von CHF 120'555.00.  

 

3.2. 

3.2.1. 

Aus den "Notizen 24105779" ergibt sich zur Veranlagung 2016 (und 2015) 

das folgende: 

 

"2015 und 2016 
Excel-Tabelle Buchhaltung ist separat gespeichert (Ordner ie) 
2015: Gewinn nach Abschluss 120'077, Ziffer 2 total bei 130'000 belassen 
2016: Gewinn gemäss Abschluss 120'557, Ziff. 2 total bei 130'000 belas-
sen 
2015 nach Ermessen 130'000. Siehe Abweichungsbegründung. Abwei-
chung ausgewiesener Gewinn und gerundeter Gewinn! Buchhaltung ge-
führt wie im 2011 mit Excel-Tabelle. 
30.04.2018 ie  
Miete Geschäft aufgrund Schätzungsprotokoll 
CHF 1'200 Miete Geschäft akzeptiert 25% von CHF 4'800 (pro Monat) 
CHF 14'400 Miete Geschäft akzeptiert pro Jahr 
CHF 960 Nebenkosten 32 m2 x CHF 30 
CHF 15'360 Total Geschäftsmiete pro Jahr akzeptiert 
(= Einliegerwohnung) 

 - 5 - 

 

 

CHF 24'000 Miete gebucht 
CHF 8'460 Aufrechnung Miete" 

 

Aus der in den Notizen erwähnten Abweichungsbegründung 2016 ergibt 

sich zum Einkommen aus selbständiger Haupterwerbstätigkeit das fol-

gende: 

 

"Die Buchhaltung wurde analog der Steuerperiode 2011 nicht ordnungs-
gemäss geführt. 
 
Es liegt keine klare Trennung der Bankkonten privat und Geschäft vor. Die 
geschäftlichen und privaten Auslagen werden über das gleiche Bankkonto 
erfasst. 
 
Unter Berücksichtigung der obgenannten Fakten haben wir das Einkom-
men aus selbständiger Erwerbstätigkeit nach Ermessen mit CHF 130'000 
eingeschätzt." 

 

Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit wurde wie folgt be-

rechnet: 

 

"Zusammenfassung 
CHF 120'557 Gewinn gemäss eingereichtem Geschäftsabschluss 
CHF 8'640 Aufrechnung Miete 
CHF 803 übrige Aufrechnungen (z.B. PA Fahrzeug usw.) 
CHF 130'000 total Einkommen Ziffer 2" 

 

 

3.2.2. 

Gestützt auf diese Feststellungen machte das Gemeindesteueramt  

Q. dem Rekurrenten mit Schreiben vom 4. Mai 2018 einen Veranla-

gungsvorschlag (nicht bei den Akten; Aufgrund der Datierung der Abwei-

chungsbegründung stimmt dieser mit den Details zur Steuerveranlagung 

2016 überein). Dabei wurde das Einkommen aus selbständiger Erwerbstä-

tigkeit ("Reingewinn nach Ermessen") mit CHF 130'000.00 eingesetzt. In 

der Abweichungsbegründung 2016 wurde unverändert ein Privatanteil für 

die Miete von CHF 8'640.00 berechnet. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Treuhänder des Rekurrenten führte am 23. Mai 2018 mit der Steuer-

kommissärin ein Telefongespräch (vgl. [interne] "Notizen 24105779"). Er 

wollte dabei Details zur Höhe der Ermessensveranlagung in Erfahrung brin-

gen. Die Steuerkommissärin erklärte, dass auf die Verhältnisse in der Vor-

periode abgestellt worden sei. Der Treuhänder habe eine Stellungnahme 

mit Belegen zu den Anwaltskosten, der Miete sowie den Autokosten in Aus-

sicht gestellt. Der Treuhänder sei weiter darüber orientiert worden, dass es 

aufgrund der nicht ordnungsgemässen Buchhaltung so oder so bei einer 

 - 6 - 

 

 

Ermessensveranlagung bleibe und nur über deren Höhe diskutiert werden 

könne. Ohne entsprechenden Nachweis könne keine Änderung erfolgen.  

 

3.3.2. 

Mit E-Mail vom 26. Mai 2018 nahm der Treuhänder dann erstmals zum 

Veranlagungsvorschlag Stellung. Es wurde ausgeführt: "Frau C. [hat] in 

den einzelnen Jahren Anmerkungen gemacht, welche ohne De-

tailinformationen von ihr unmöglich zu kommentieren sind. In den Jahren 

2013 und 2014 hat sie ausnahmsweise einen klaren Hinweis zu Buchungen 

gegeben, bei der die Zuordnung 'privat' oder 'geschäftlich' angezweifelt 

wird. Dies betrifft Gerichts und Anwaltskosten, welche auf den Konten 6500 

und 6700 verbucht sind."  

 

3.3.3. 

Mit Schreiben vom 16. Juni 2018 erfolgte – nachdem der Rekurrent und 

sein Treuhänder die Gemeindeverwaltung am 8. Juni 2018 "besucht" hat-

ten – eine ausführliche Stellungnahme. Es wurde geltend gemacht, die 

Buchhaltung sei mit Hilfe eines Excel-Files nach der "Staffelmethode" er-

stellt worden. Diese sei bis zu einem Umsatz von CHF 500'000.00 zulässig. 

Ob Bankkonti privat und/oder geschäftlich genutzt werden, sei nicht rele-

vant. Entscheidend sei, dass alle Kontobewegungen gemäss den Bank-

auszügen nach privater und geschäftlicher Verwendung getrennt würden. 

In den Excel-Files seien die Transaktionen der B.-Konti in "Geschäfts-

Aufwand", "Investitionen", "Geschäfts-Ertrag" und "privat oder Bargeldbe-

züge" aufgeteilt. Die E.-Konten enthielten ausschliesslich Geschäftskosten. 

Die Kosten für AHV, IV, EO, ALV und FAK würden ab dem Jahr 2017 auf 

einem Rückstellungskonto erfasst. Weiter wurde auf die Aufteilung der 

Mietkosten auf Büro und Wohnung eingegangen. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Mit der Veranlagung vom 25. Juni 2018 wurde ein Reingewinn nach Er-

messen von CHF 130'000.00 (Gewinn gemäss eingereichtem Geschäfts-

abschluss CHF 120'557.00 + Aufrechnung Miete CHF 8'640.00 + übrige 

Aufrechnungen [z.B. PA Fahrzeug usw.] CHF 803.00; vgl. Abweichungs-

begründung 2016) als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit er-

fasst.  

 

3.4.2. 

Aus den "Notizen 24105779" ergibt sich zur Veranlagung 2016 das fol-

gende: 

 

"Tel. mit Herr D. 28.06.2018: 
Info über Änderung Veranlagungsvorschläge und Mitteilung Überlegun-
gen. 
28.06.2018 ie" 

 

 - 7 - 

 

 

3.4.3. 

Mündliche Kontakte zwischen dem Treuhänder und der Steuerkommissä-

rin ergeben sich auch aus der E-Mail des Treuhänders vom 19. Juli 2018: 

 

"Anlässlich eines Telefongesprächs mit Frau C. habe ich erfahren, dass 
ihre Feststellung, dass diverse private Kosten in den Geschäftskosten 
enthalten sind, darauf beruhen, dass ich für diverse Buchungen mangels 
Original-Rechnungen sogenannte Eigenbelege aufgrund der Buchungen 
im Bankkonto erstellt und verbucht haben. 
Zusätzlich hat sie mich informiert, dass diverse Telefon-Rechnungen als 
privat betrachtet und nicht geschäftsmässig begründet. 
Aus den Veranlagungsbegründungen geht teilweise (bei den Gerichts- und 
Anwaltskosten) hervor, dass die eingereichten Unterlagen nicht schlüssig 
beweisen, dass diese im Zusammenhang mit Gewinnerzielung angefallen 
sind, Was die Zahlungen an die Obergerichtskasse S. anbetrifft, möchte 
Herr A. ebenfalls die notwendigen Unterlagen beschafftn – diese sind nach 
unserer Abklärung noch bis vor 15 Jahren verfügbar. 
Herr A. möchte nun, dass ich alle Eigenbelege und auf Original-Rech-
nungen basierende Buchungen aufliste und er dann die Originale beschaf-
fen kann 
(…) 
Ich arbeite alle auf dem Steueramt vorliegenden Ordner durch erstellt die 
notwendigen Listen der Bankbuchungen, welch nicht auf Originalbelegen 
basieren. Dann bestellt Herr A. bei den Lieferanten der Ware oder 
Dienstleistung dien Kopie der Rechnung, welche wir gesammelt ans Steu-
eramt Q. senden 
Ich kontaktiere nochmals Frau C., um folgende Fragen mit ihr zu 
besprechen: 
a) Welche Telefon-Nummer werden nicht als geschäftlich notwendig defi-
niert 
(…)" 

 

Abschliessend wurde um Verschiebung des Einsprachetermins ersucht. 

Aus einer Handnotiz der Leiterin Steuern ergibt sich die telefonische Mittei-

lung, dass die Rechtsmittelfrist nicht verlängert werden könne. 

 

3.5. 

3.5.1. 

Mit Schreiben vom 25. Juli 2018 erhob der Rekurrent Einsprache. Er stellte 

fest, dass der Gewinn gegenüber der Buchhaltung um CHF 9'500.00 ange-

passt worden sei (keine Veränderung gegenüber dem Veranlagungsvor-

schlag vom 4. Mai 2018). Im Wesentlichen wurde auf die Begründungen in 

der Stellungnahme vom 16. Juni 2018 zum Veranlagungsvorschlag verwie-

sen. Zur Berechnung der Geschäftsmiete wurde erneut ausgeführt, die 

Miete nur für die Wohnung habe CHF 3'400.00 inklusive Nebenkosten be-

tragen, während sich diese für das ganze Haus auf CHF 4'800.00 exklusive 

Nebenkosten belaufe (inklusive Nebenkosten ca. CHF 5'400.00). Für die 

Büromiete seien deshalb CHF 2'000.00 eingesetzt worden. 

 

Darüber hinaus wurde ausgeführt, die "Informations-Art der Steuerrevisorin 

erachte ich als unkorrekt – diverse Informationen zu den von ihr pauschal 

 - 8 - 

 

 

'festgestellten' privaten Kosten hat mein Buchhalter erst anlässlich von Te-

lefongesprächen erhalten. Mit diesen Informationen war es anschliessend 

möglich, detailliert dazu Stellung zu nehmen (Beispiel Wohnkosten)." 

 

3.5.2. 

Mit Aktenergänzung vom 6. August 2018 und Mahnung vom 7. September 

2018 wurde der Nachweis der privat bezahlten Kosten für Fahrzeuge und 

Kommunikation (Telefon, Internet) anhand von Belegen, "Vollständigkeits-

nachweis" der B. und der E.-Bank über sämtliche Konti, der detaillierte 

Mietvertrag für Privat- und Geschäftsräume sowie ein Nachweis der ge-

schäftlich genutzten Räume anhand von geeigneten Unterlagen (Pläne, 

Fotos) verlangt. 

 

3.5.3. 

Mit zwei E-Mails vom 5. September 2018 nahm der Treuhänder zur Ak-

tenergänzung Stellung und reichte Unterlagen ein. Zum Nachweis der pri-

vat bezahlten Kosten für Fahrzeuge wurde erklärt, dass in denjenigen Jah-

ren, in denen nur ein Fahrzeug vorhanden gewesen sei, sämtliche Kosten 

in der Buchhaltung ausgewiesen seien. In den Jahren, in denen ein zweites 

Fahrzeug vorhanden gewesen sei, seien die Kosten für das zweite Fahr-

zeug auf dem privaten Verrechnungskonto verbucht worden. Die Telefon- 

und Kommunikationsrechnungen seien grundsätzlich über die Bankkonti 

abgewickelt worden. In den Jahren der Staffelmethode seien die Kosten in 

der Kolonne "privat" aufgelistet worden. Weiter wurde auf die Mietkosten 

und die geschäftliche Nutzung der Mieträume eingegangen und der Miet-

vertrag eingereicht. Zu Beginn habe der Rekurrent nur die grosse Wohnung 

an der I gemietet, gemäss Mietvertrag mit einer Miete von CHF 3'400.00 

exklusive Nebenkosten. Später habe er das ganze Haus für CHF 

4'800.00/Mt. exklusive Nebenkosten gemietet. Die monatlichen Ne-

benkosten hätten CHF 600.00 betragen. Die Differenz von CHF 2'000.00 

sei als Geschäftsaufwand verbucht worden. Die Einliegerwohnung werde 

als Büro benutzt. In der grossen Wohnung werde noch Platz für das Sek-

retariat verwendet. Es seien die effektiven Kosten des geschäftlichen 

Mietaufwandes zu berücksichtigen und es sei nicht auf den Steuerwert der 

Liegenschaft abzustellen. Die Mietzinszahlungen seien ausgewiesen und 

entsprächen den Mietverträgen. Belege über die geschäftlich genutzten 

Räume wurden nicht eingereicht. 

 

3.5.4. 

Aus der E-Mail des Treuhänders vom 13. September 2018 ergibt sich, dass 

für das Jahr 2016 keine mit den "Informationen zu den Steuerveranlagun-

gen 2012 bis 2014" vergleichbare Aufstellung bestand.  

 

 - 9 - 

 

 

3.5.5. 

Mit Schreiben vom 5. Oktober 2018 (zu Unrecht als "Einsprache" bezeich-

net) nahm der Rekurrent zu den Aufrechnungen erneut Stellung. Im We-

sentlichen wurde auf die Stellungnahme vom 16. Juni 2018 verwiesen. Die 

für die Buchführung verwendete "Staffelmethode" wurde wiederum als zu-

lässig bezeichnet. Der geschäftliche Anteil an der Miete sei aufgrund der 

Monatsmiete von CHF 4'800.00 und 12 % Nebenkosten (= CHF 576.00) 

mit total CHF 5'376.00 berechnet worden. Die Einliegerwohnung diene 

ganz dem Geschäft. Ein Zimmer in der Wohnung werde zusätzlich als Ar-

chiv und Sekretariat verwendet. 3 ½-Zimmer seien damit geschäftlich, 

4 ½- Zimmer privat genutzt. Der geschäftliche Anteil betrage 

dementsprechend CHF 2'352.00. Verbucht seien lediglich CHF 2'000.00 

worden. Mit der Verlegung des Geschäftssitzes von S. nach Q. seien die 

Mietkosten und Autospesen erheblich reduziert worden. Zu den zusätzlich 

berücksichtigten Aufrechnungen von CHF 1'283.00 wie zum Beispiel zum 

Privatanteil Fahrzeuge habe der Rekurrent wiederholt detaillierte Angaben 

gewünscht, diese jedoch nicht erhalten. Seit August 2015 verfüge er über 

zwei Fahrzeuge, wobei der Mercedes als Privatauto und der Lexus als 

Geschäftsauto verwendet werde. Die Kosten seien korrekt aufgeteilt. 

 

Mit einem zweiten Schreiben vom 5. Oktober 2018 reichte der Rekurrent 

Vollständigkeitsbescheinigungen der B. und der E.-Bank, eine Aufstellung 

über die im Jahr 2016 verbuchten Telefonkosten, den Mietvertrag für 

Einfamilienhäuser vom 27. Juni 2013 und Unterlagen zu den privat und ge-

schäftlich genutzten Räumen ein. Zum Nachweis der privat bezahlten Kos-

ten für Fahrzeuge und Kommunikation wurde ausgeführt, der Rekurrent 

habe anlässlich einer gemeinsamen Sitzung mit der Steuerkommissärin, 

der Leiterin des Gemeindesteueramtes Q. und seinem Treuhänder darüber 

orientiert, dass er Belege für private Zahlungen nicht oder nur sehr selten 

aufbewahrt habe. Zahlungen, welche die Kosten für Fahrzeuge und 

Telekommunikation – zwei Positionen, die in der Abweichungsbegründung 

2016 nicht mehr enthalten gewesenen seien – betreffen, seien vollständig 

in der eingereichten Buchhaltung enthalten. Zu den Fahrzeugkosten habe 

er ausführlich in der Einsprache Stellung genommen. An Telekommunika-

tionskosten seien CHF 4'953.45 als Geschäftsaufwand und CHF 3'155.00 

als Privataufwand erfasst.  

 

Aus dem Protokoll der Einspracheverhandlung vom 15. Oktober 2018 

ergibt sich: 

 

"Differenz StP 2015 geklärt, Vorzeichenfehler in Orangesfeld 'Benzin + 
Spesen' erkannt. Wird in Beurteilung einfliessen. 
 
Miete wird überprüft. Einlegerwohnung Fr. 2'000.-/inkl. NK. Nach Juli 2014 
gemietet:" 

 

 - 10 - 

 

 

3.5.6. 

Mit E-Mail vom 31. Oktober 2018 führte der Vertreter des Rekurrenten im 

Einspracheverfahren aus: 

 

"Für das Jahr 2016 ist Frau C. von einem alten EXCEL (OHNE AHV-
Berechnung) und der Steuererklärung ausgegangen. Leider habe ich erst 
heute realisiert, dass nie eine neue provisorische Steuererklärung (wie ich 
in meinem eMail vom 9. Februar 2018 gebeten habe) ausgestellt wurde. 
 
Ich wäre Ihnen äusserst dankbar, wenn Sie diese Information noch für den 
aktuell zu erwartenden Einschätzungs-Entscheid einfliessen lassen könn-
ten. Dann wäre die jährliche AHV-Abgrenzung für alle Jahre einheitlich ge-
handhabt. (und im Jahr der Zahlung der AHV-Beiträge würde nur die Dif-
ferenz ertragswirksam verbucht und nicht der ganze Betrag)" 

 

3.6. 

Die Einsprache wurde mit Entscheid vom 12. November 2018 teilweise gut-

geheissen. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass mit der Steuererklä-

rung eine Erfolgsrechnung eingereicht worden sei. Die Veranlagung habe 

aber nach Ermessen vorgenommen werden müssen. An der Einsprache-

verhandlung vom 15. Oktober 2018 seien die wesentlichen Punkte der Ein-

sprache nochmals diskutiert worden. Dem Einsprecher seien bereits an-

lässlich der Einsprache in der Vorperiode die Anforderungen an eine ord-

nungsgemässe Buchhaltung erläutert worden. Bereits im Einsprachever-

fahren 2010 sei erklärt worden, dass die Buchhaltung die Mindestanforde-

rungen an eine ordnungsgemässe Buchhaltung nicht erfülle. Die Buchhal-

tung sei konsequent nach der vereinnahmten Methode zu führen. Es 

handle sich nicht um einen bargeldintensiven Betrieb. Ein Kassabuch 

werde nicht geführt. Analog der Vorperiode seien die Belege der privaten 

Kosten vernichtet worden. Die privat bezahlten Kosten für Fahrzeug, Tele-

fon, Spesen, usw. könnten somit nicht nachgewiesen werden. Dementspre-

chend seien angemessene Privatanteile festzusetzen.  

 

Die Buchhaltung sei analog der Steuerperioden 2011 und 2012 mittels ei-

ner Excel-Tabelle erstellt worden. Es sei ein Belegordner (Belege nicht 

nummeriert) und Kassenzettelsammlungen in Couverts eingereicht wor-

den. Die Erfolgsrechnung sei mittels Excel-Tabelle (Grundtabelle) erstellt. 

In der Grundtabelle sei das Bankkonto abgebildet. Die Belege seien nicht 

nach Sachkonten erfasst. Diverse Ausgaben wie Miete, Fahrzeugkosten, 

Spesen, Telefon, Versicherungen, Barhonorare von insgesamt 

CHF 36'357.00 seien mit einem Betrag in der Erfolgsrechnung verbucht. 

Die Buchhaltung sei nicht ordnungsgemäss geführt. Analog zu den Vor-

perioden ergäben sich Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Führung 

der Buchhaltung im Excel. Sie habe nachträglich zu Steuerzwecken aufbe-

reitet werden müssen.  

 

Die in der Excel-Tabelle als Privataufwand ausgewiesenen Beträge seien 

nicht als Aufwand in der Erfolgsrechnung enthalten. Da sämtliche privaten 

 - 11 - 

 

 

Belege vom Rekurrenten analog der Vorperioden vernichtet worden seien, 

könnten keine allenfalls privat bezahlten Fahrzeugkosten mehr nachgewie-

sen werden. Die geschäftlichen Mietkosten wurden im Einspracheverfah-

ren von CHF 8'640.00 auf CHF 6'240.00 reduziert.  

 

Weiterhin wurden Auslagen als teilweise nicht geschäftsmässig begründet 

eingestuft. Die eingereichte Zettelsammlung sei weder geordnet, noch sei 

ersichtlich, für welchen Auftrag die Auslagen angefallen seien. Aufgrund 

der fehlenden Angaben zum Zahlenden sei bei diesen Positionen ein an-

gemessener Privatanteil einzusetzen. Die Buchhaltung sei unübersichtlich. 

Privatanteile für Telefon, Fahrzeug, Miete und Spesen seien nicht ausrei-

chend verbucht worden.  

 

Die Höhe der Ermessensveranlagung sei im Einspracheverfahren über-

prüft worden. Sie sei eher zu tief ausgefallen. In Würdigung der eingereich-

ten Unterlagen wurde an einem ermessensweise festgesetzten Einkom-

men aus selbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 130'000.00 ("Gewinn 

CHF 120'555 + Aufrechnung Miete CHF 6'240 + Unsicherheiten Buchfüh-

rung inkl. Privatanteile Fahrzeuge usw. CHF 3'200") festgehalten. 

 

3.7. 

Mit Rekurs wird im Wesentlichen geltend gemacht, die vorinstanzliche Auf-

rechnung der Miete beruhe auf einem grundsätzlichen Fehler. Die Miete für 

die Wohnung von CHF 3'400.00 sei inklusive Nebenkosten, die Miete für 

das ganze Haus exklusive Nebenkosen vereinbart worden. Die korrekte 

Berechnung ergebe eine Büromiete von CHF 2'000.00. Dieser Wert sei 

auch im Mietvertrag aufgeführt, welcher anlässlich der Besprechung vom 

15. Oktober 2018 der Steuerkommissärin übergeben worden sei. Auf die 

Aufrechnung von CHF  6'240.00 sei daher zu verzichten. Weitere Aufrech-

nungen wurden nicht bestritten.  

 

3.8. 

Das KStA verwies in seiner Vernehmlassung auf die Begründung im ange-

fochtenen Einspracheentscheid und die Vernehmlassung der Vorinstanz.  

 

3.9. 

Die Replik wurde von einer zu diesem Zweck neu bevollmächtigten Vertre-

terin verfasst, wobei ausschliesslich auf die Begründungen und Anträge im 

Rekurs, in der Einsprache und in der Stellungnahme zum Veranlagungs-

vorschlag verwiesen wurde. Am Antrag auf Streichung der Aufrechnung 

Miete von CHF 6'240.00 wurde festgehalten, ebenso bezüglich Privatanteil 

Auto und zur allgemeinen Aufrechnung. Weitere Begründungen wurden 

nicht abgegeben. 

 

 - 12 - 

 

 

4. 

4.1. 

Parteiaussagen und die wesentlichen Feststellungen bei Augenscheinen 

sind zu protokollieren und – wenn nötig – zu dokumentieren. Es entspricht 

einem aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleiteten allgemeinen 

Verfahrensgrundsatz, dass entscheidrelevante Tatsachen und Ergebnisse 

schriftlich festzuhalten sind. Das Protokoll bildet eine Entscheidgrundlage 

und soll daher den Inhalt der Verhandlung mindestens stichwortartig zu-

sammenfassen. Ein Wortprotokoll wird dagegen nicht verlangt (§ 197 

Abs. 4 StG i.V.m. § 24 Abs. 4 des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege [VRPG] vom 4. Dezember 2007 i.V.m. Art. 176 Abs. 1 und Art. 193 

der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 19. Dezember 2008; 

SGE vom 22. September 2016 [3-RV.2016.76]). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Vom Rekurrenten wurde mehrfach auf die Besprechung vom 15. Januar 

2018 und die Einspracheverhandlung vom 15. Oktober 2018 verwiesen.  

 

4.2.2. 

Dem Protokoll vom 15. Januar 2018 lässt sich nur das Folgende entneh-

men: 

 

"- Excel-Scheet 2011 (2015, 2016) wird nachgereicht 
- Aufrechnung nochmals überprüfen. 
- Aussage Hr. A.: in den Auslagen hat es keine privaten Auslagen 
- Umsatz-Abgrenzung nicht notwendig  

AHV erlaubt" 

 

Die Richtigkeit des Protokolls wurde vom Rekurrenten und dem Treuhän-

der unterschriftlich bescheinigt. 

 

4.2.3. 

Dem Protokoll der Einspracheverhandlung vom 15. Oktober 2018 kann 

ausser Formalien nur das folgende entnommen werden: 

 

"Differenz StP 2015 geklärt, Vorzeichenfehler in Orangesfeld 'Benzin + 
Spesen' erkannt. Wird in Beurteilung einfliessen. 
 
Miete wird überprüft. Einlegerwohnung Fr. 2000.- / inkl. NK  
Nach Juli 2014 gemietet" 

 

Auch hier wurde die Richtigkeit des Protokolls vom Rekurrenten und dem 

Treuhänder bestätigt. 

 

4.2.4. 

Über den vom Rekurrenten erwähnten Besuch auf der Gemeinde vom 

8. Juni 2018 bestehen überhaupt keine Aufzeichnungen. 

 - 13 - 

 

 

 

4.2.5. 

Beide Protokolle sind, so muss insbesondere aus den E-Mails vom 7. Feb-

ruar 2018, vom 12. Februar 2018 und vom 17. November 2018 geschlos-

sen werden, unvollständig. Im angefochtenen Einspracheentscheid wurde 

festgehalten, an der Einspracheverhandlung seien die wesentlichen 

Punkte der Einsprache diskutiert worden. Auch davon findet sich nahezu 

(nur Ausführungen zur Miete und "Vorzeichenfehler") nichts im Protokoll 

vom 15. Oktober 2018. Ob der Mietvertrag vom 27. Juni 2013 – wie vom 

Rekurrenten im Rekurs erwähnt – an der Einspracheverhandlung überge-

ben wurde, ergibt sich weder aus dem Protokoll, noch aus der Vernehm-

lassung des Gemeindesteueramtes Q.. Die Protokollierungspflicht und 

damit das rechtliche Gehör wurden insofern verletzt. Daran ändert auch die 

jeweils unterschriftlich bestätigte Richtigkeit des Protokolls nichts.  

 

5. 

5.1. 

In der Veranlagungsverfügung und im Einspracheverfahren wurde immer 

erwähnt, dass die Veranlagung nach Ermessen vorgenommen worden sei. 

Dabei wurde die eingereichte Buchhaltung als nicht ordnungsgemäss ein-

gestuft.  

 

Dessen ungeachtet wurde die Berechnung des Einkommens aus selbstän-

diger Erwerbstätigkeit im Veranlagungsverfahren durch Aufrechnung von 

Privatanteilen für Miete und "übrige Aufrechnungen (z.B. PA Fahrzeug 

usw.)" zum mit dem Excel-File ausgewiesenen Gewinn vorgenommen (vgl. 

Abweichungsbegründung 2016, "Zusammenfassung").  

 

In der Abweichungsbegründung zum Einspracheentscheid wurde dann 

ausschliesslich eine Ermessensveranlagung mit einem geschätzten Ein-

kommen von CHF 130'000.00 angegeben. Zur Begründung wurde die nicht 

ordnungsgemässe Buchhaltung und die fehlende Trennung von privaten 

und geschäftlichen Auslagen genannt. Im Einspracheentscheid wurde je-

doch zur Einkommensbemessung wiederum auf den mit der Erfolgsrech-

nung ausgewiesenen und in der Steuererklärung deklarierten Gewinn ab-

gestellt und sodann eine Aufrechnung für Miete – und neu – eine Aufrech-

nung für "Unsicherheiten Buchführung inkl. Privatanteile für Fahrzeuge etc 

von CHF 3'200.00" vorgenommen. 

 

5.2. 

Das Bundesgericht hat zur Ermessensveranlagung in seinem Entscheid 

vom 29. Januar 2020 (2C_404/2019) in allgemeiner Weise ausgeführt: 

 

"2.2.  
Hat der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht er-
füllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen 
nicht einwandfrei ermittelt werden, nimmt die Veranlagungsbehörde eine 

 - 14 - 

 

 

Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor (Art. 46 Abs. 3 StHG 
bzw. § 191 Abs. 3 StG/AG). Bei der Ermessensveranlagung handelt es 
sich um eine besondere Art der Sachverhaltsermittlung durch Schätzung, 
welche zum Zuge kommt, wenn ein Untersuchungsnotstand besteht, d.h. 
wenn die Steuerfaktoren nicht nachgewiesen werden bzw. nicht nachge-
wiesen werden können (vgl. Urteil 2C_554/2013 / 2C_555/2013 vom 
30. Januar 2014 E. 2.3; PETER LOCHER, Kommentar zum Bundesgesetz 
über die direkte Bundessteuer, III. Teil, 2015, N. 10 und 11 zu Art. 130 
DBG). Entscheidend ist stets, dass der Sachverhalt nicht abklärbar und 
daher ungewiss ist (ZWEIFEL/HUNZIKER, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], 
Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. Aufl. 
2017 [nachfolgend: BSK-StHG], N. 38b zu Art. 46 StHG; siehe zum Gan-
zen Urteil 2C_920/2016 vom 20. März 2017 E. 3.2.2). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Nach § 190 Abs. 1 StG prüft die Steuerbehörde die Steuererklärung und 

nimmt die erforderlichen Untersuchungen vor. Hat die steuerpflichtige Per-

son trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die 

Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermit-

telt werden, wird die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vorge-

nommen. Dabei können Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und 

Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person berücksichtigt werden (§ 191 

Abs. 3 StG). So ist bei einem Selbständigerwerbenden eine Ermessens-

veranlagung vorzunehmen, wenn die Buchhaltung nicht ordnungsgemäss 

geführt wurde.  

 

5.3.2. 

Ob eine Buchhaltung oder steuerliche Aufzeichnungen ordnungsgemäss 

sind, beurteilt sich nach den obligationen- bzw. steuerrechtlichen Vorschrif-

ten und den allgemein anerkannten kaufmännischen Grundsätzen (vgl. 

Art. 957 ff. OR). Die Buchhaltung ist formell ordnungsgemäss, wenn die 

nach Art und Umfang des Geschäfts notwendigen Bücher (Grundbücher, 

Hilfsbücher, Inventarbücher, Hauptbuch) klar und übersichtlich geführt wer-

den. Sie ist materiell ordnungsgemäss, wenn sie vollständig und wahr ist, 

d.h. alle Geschäftsvorfälle, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit ih-

ren handelsrechtskonformen Werten wiedergibt (E. Höhn/R. Waldburger, 

Steuerrecht, 9. Auflage, Bern 2002, § 46 N 12 f.; M. Neuhaus/C. Schärer, 

in: Basler Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht 

II, 5. Auflage, Basel 2016, Art. 957a N 14 ff.). Einzelne Mängel genügen 

zwar nicht, um einer Buchhaltung die Glaubwürdigkeit und Brauchbarkeit 

abzusprechen. Bei groben Verstössen oder einer Häufung von Fehlern ver-

liert die Buchhaltung jedoch ihre Beweiskraft (zum Ganzen: VGE vom 

7. April 2008 [WBE.2007.287], bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 

vom 28. November 2008 [2C_657/2008]). 

 

 - 15 - 

 

 

5.4. 

Die Steuerkommission Q. stellte – wie im Einspracheentscheid aus-

drücklich dargelegt – für die Bemessung des Einkommens aus selbständi-

ger Erwerbstätigkeit auf den Gewinn gemäss dem eingereichten Excel File 

von CHF 120'555.00 ab. Die Buchhaltung bzw. Aufzeichnungen wurden 

damit nicht vollständig als nicht ordnungsgemäss abgelehnt. Hinzugerech-

net wurde ein Privatanteil für Miete, welcher im Einspracheentscheid de-

tailliert berechnet wurde. Sodann wurden CHF 3'200.00 für "Unsicherhei-

ten Buchführung inkl. Privatanteile für Fahrzeuge usw." aufgerechnet. Kor-

rekturen erfolgten damit weitgehend auf der Aufwandseite (Privatanteile). 

Die neu angeführten "Unsicherheiten in der Buchführung" bestanden eben-

falls im Wesentlichen auf der Aufwandseite (nicht nummerierte Belege, 

"Kassenzettelsammlungen", ungenügende Abgrenzung des privaten vom 

geschäftlichem Aufwand).  

 

Auf der Ertragsseite wurde ausweislich der Akten keine Aufrechnung von 

nicht verbuchten Erträgen vorgenommen. Ob die Buchhaltung in Bezug auf 

die Ertragsseite ordnungsgemäss war oder nicht, wurde jedenfalls mit dem 

Einspracheentscheid nicht mehr im Detail geprüft bzw. begründet. Das 

kann insofern nicht beanstandet werden, als der Betrieb des Rekurrenten 

von der Vorinstanz nicht als bargeldintensiv qualifiziert wurde, dementspre-

chend kein Kassenbuch notwendig war, und die über die Bankkonti verein-

nahmten Honorare als Erträge verbucht wurden. Das Einkommen aus selb-

ständiger Erwerbstätigkeit wurde jedenfalls nicht gestützt auf Erfahrungs-

zahlen oder eine andere geeignete Methode ermittelt.  

 

Im Ergebnis hat die Vorinstanz mit der Aufrechnung von Privatanteilen für 

Miete und weiteren nicht quantifizierten Privatanteilen sowie eines nicht 

zahlenmässig definierten Zuschlages für "Unsicherheiten Buchhaltung" 

zum mit dem Excel File ausgewiesenen Gewinn keine umfassende Ermes-

sensveranlagung vorgenommen, sondern im Wesentlichen dem geltend 

gemachten Aufwand lediglich teilweise die geschäftsmässige Begründet-

heit abgesprochen. Damit liegt nur im Umfang des Zuschlages für "Unsi-

cherheiten Buchhaltung" eine Ermessensveranlagung vor, für deren An-

fechtung die qualifizierten Anforderungen gelten könnten. Eine Überprü-

fung der Aufrechnungen für Privatanteile kann aber unabhängig davon vor-

genommen werden. 

 

5.5. 

5.5.1. 

Im Rekursverfahren ist somit auf die Frage des geschäftsmässig begrün-

deten Aufwandes einzugehen. In welchem Umfang in den CHF 3'200.00 

ein Zuschlag für "Unsicherheiten Buchhaltung" enthalten ist, kann erst nach 

Prüfung der Privatanteile bestimmt werden. Demensprechend wird in ei-

nem ersten Schritt die Aufrechnung von Privatanteilen geprüft.  

 

 - 16 - 

 

 

In einem zweiten Schritt ist der Ermessenszuschlag zu eruieren und hin-

sichtlich Angemessenheit zu prüfen. Dass ein solcher ermessensweiser 

Zuschlag aufgrund der Unzulänglichkeiten der Buchführung (keine zeit-

nahe Erstellung der Erfolgsrechnung; Fehlen einer Bilanz bzw. Vermögens-

aufstellung; Mängel bei den Belegen) zulässig ist, kann nicht ernsthaft be-

zweifelt werden. 

 

6. 

6.1. 

Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder berufsmäs-

sig begründeten Kosten von den steuerbaren Einkünften abgezogen (§ 36 

Abs. 1 StG). Gewinnungskosten sind Aufwendungen, welche mit der Ein-

kommenserzielung in einem direkten, ursächlichen Zusammenhang ste-

hen. Zur Hauptsache bestimmt sich der Gewinnungskostencharakter von 

Auslagen eines selbständig Erwerbenden nach betriebswirtschaftlichen 

Gesichtspunkten. Dabei interessiert, ob die Tätigkeit, welche den Aufwand 

verursacht hat, durch den Zweck des Unternehmens gedeckt ist. Entschei-

dend ist, ob der Aufwand in Erwartung einer wirtschaftlichen Gegenleistung 

erbracht worden ist (VGE vom 27. August 2008 [WBE.2008.17], mit Hin-

weis). Darauf, ob der selbständig Erwerbstätige auch ohne den entspre-

chenden Aufwand ausgekommen wäre oder ob auch zweckmässiger oder 

sparsamer hätte vorgegangen werden können, kommt es nicht an (Kom-

mentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 36 StG 

N 5). 

 

6.2. 

Nach Gesetz, Lehre und Rechtsprechung hört die Abzugsfähigkeit von Ge-

winnungskosten eines selbständig Erwerbenden dort auf, wo es sich ganz 

oder teilweise um Kosten zu privaten Zwecken (oder um die Beanspru-

chung von Wirtschaftsgütern des Unternehmens zu privaten Zwecken), ak-

tivierungspflichtige Aufwendungen oder Tilgung von Schulden handelt 

(§ 41 StG; VGE vom 27. August 2008 [WBE.2008.17], mit Hinweisen; Kom-

mentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 36 StG N 7). Bei Aufwendun-

gen, die teils geschäftlich, teils privat veranlasst sind, ist eine Aufteilung in 

einen Gewinnungskosten- und einen Privatanteil vorzunehmen (VGE vom 

17. Dezember 2013 [WBE.2013.304], mit Hinweis; SGE vom 25. Oktober 

2018 [3-RV.2018.24]; SGE vom 23. Juli 2015 [3-RV.2015.14]). 

 

6.3. 

6.3.1. 

Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, gilt im Steuerverfahren in ent-

sprechender Anwendung des in Art. 8 ZGB niedergelegten Grundsatzes, 

dass derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-

sen hat, der aus ihr Rechte ableitet. Die Veranlagungsbehörde trägt dem-

zufolge die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen 

oder erhöhen, der Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld 

 - 17 - 

 

 

aufheben oder mindern (BGE 140 II 248, 133 II 153; Urteil des Bundesge-

richts vom 15. September 2014 [2C_112/2014]; VGE vom 30. März 2011 

[WBE.2011.2], VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009.268]; Kommentar 

zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 174 StG N 28).  

 

6.3.2. 

Gewinnungskosten sind als von den steuerbaren Einkünften abziehbare 

Aufwendungen somit grundsätzlich vom Steuerpflichtigen zu beweisen. 

Kann nicht der absolute Beweis erbracht werden, so liegt es im Ermessen 

der Steuerbehörde, den Abzug entsprechend der Gegebenheiten des Ein-

zelfalls zu würdigen und gegebenenfalls nur teilweise anzuerkennen. Die 

nur teilweise Ankerkennung des Abzugs (bzw. die Aufrechnung eines Pri-

vatanteils) ist somit Ergebnis der Beweiswürdigung durch die Steuerbe-

hörde. Zu einer Umkehr der Beweislast führt dieser Vorgang nicht, auch 

dann nicht, wenn sich die Aufrechnung des Privatanteils im Ergebnis steu-

ererhöhend auswirkt. 

 

7. 

7.1. 

Verkehrsbussen stellen generell keinen geschäftsmässig begründeten Auf-

wand dar (SGE vom 26. Mai 2016 [3-RV.2015.161], mit Verweis auf VGE 

vom 21. Oktober 2009 [WBE.2008.238]; allgemein zum Abzug von Bussen: 

Bundesgerichtsurteil vom 26. September 2016 in StE 2016 B 72.14.2). 

Dementsprechend sind die in den B.-Konti als "geschäftlich" erfassten 

Verkehrsbussen im Gesamtbetrag von CHF 560.00 (29. März 2016, 5. Juli 

2016, 6. Juli 2016, 8. August 2016, 12. Dezember 2016, 13. Dezember 

2016 und 14. Dezember 2016) zum Gewinn hinzuzurechnen.  

 

7.2. 

Das gleiche gilt für die als Geschäftsaufwand verbuchte Ordnungsbusse 

wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht im Steuerverfahren (in der Er-

folgsrechnung irreführend vom Rekurrenten als Zahlung an die "Abt. Finan-

zen Aargau" bezeichnet) von CHF 865.00 (inkl. Gebühren). Die entspre-

chenden Kosten sind damit nicht geschäftsmässig begründet. 

 

7.3. 

In der Erfolgsrechnung 2016 werden wiederum Spesen geltend gemacht. 

Der Verwendungsnachweis von Spesen setzt nicht nur das Sammeln von 

Belegen voraus. Vielmehr haben aus den einzelnen Belegen, die einkom-

menssteuerrechtlich zur Begründung von Berufsauslagen anerkannt wer-

den sollen, überprüfbare Hinweise hervorzugehen, in welchem Zusammen-

hang der Aufwand angefallen ist. Nur Auslagen, die direkt oder unmittelbar 

für die Erzielung von Einkommen aufgewendet werden, sind im Sinne von 

§ 36 StG geschäftsmässig begründet. Es kann nicht daran vorbeigesehen 

werden, dass es nach den Regeln der Beweislastverteilung dem Steuer-

pflichtigen obliegt, die geschäftsmässige Begründetheit von Auslagen 

 - 18 - 

 

 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Quittierte Rechnun-

gen und Belege ohne Angabe des Zahlenden sind grundsätzlich beweis-

untauglich. Um Missbräuche zu vermeiden, muss auch der unmittelbare 

organische Zusammenhang zwischen solchen Auslagen und dem Berufs-

einkommen erstellt sein (VGE vom 29. Januar 1992 [1990/294] = AGVE 

1992 S. 225; RGE vom 23. Juni 2005). 

 

Die vom Rekurrenten in "Monatscouverts" eingereichten Belege genügen 

den genannten Anforderungen an Spesenbelege zum Nachweis der ge-

schäftsmässigen Begründetheit offensichtlich nicht. Vor diesem Hinter-

grund ist selbst die Aufrechnung bis zum Gesamtbetrag der als Geschäfts-

aufwand geltend gemachten Spesen von CHF 2'832.10 möglich. 

 

8. 

8.1. 

Der Rekurrent war im Jahr 2016 Mieter eines 5 ½-Zimmer-Einfamilienhau-

ses mit einer 2 ½-Zimmer-Einliegerwohnung. Gemäss Mietvertrag vom 

27. Juni 2013 betrug der Mietzins für die gesamte Liegenschaft netto 

CHF 4'800.00. Nicht im Mietzins eingeschlossen und separat zu bezahlen 

sind die Heizkosten, elektrischer Strom, ARA-Gebühren, Wasserver-

brauch, Kehrichtabfuhr, Serviceverträge, Schneeräumung. Im Mietvertrag 

vom 27. Juni 2013 ist folgende Bestimmung enthalten: 

 

"Der Vermieter gewährt dem Mieter ein Vor- miet recht für die 2.5 Zimmer-
wohnung in der gleichen Liegenschaft, EFH I b. Die 2.5 Zimmerwohnung 
ist mit einem festen Mietpreis von 2000.00 Fr. inkl. Nebenkosten zu den 
gleichen Konditionen wie oben zu mieten und wird voraussichtlich im Juli 
2014 frei." 

 

Die Einliegerwohnung war nach den Angaben des Rekurrenten im Jahr 

2014 hinzugemietet worden. 

 

8.2. 

Der Rekurrent macht geltend, er habe die Einliegerwohnung ausschliess-

lich geschäftlich genutzt. Zusätzlich sei ein Zimmer im 5 ½-Zimmer-Einfa-

milenhaus als Sekretariat und Archiv benutzt worden. Die Miete für die ge-

samte Liegenschaft wurde in der Erfolgsrechnung (Excel-File) mit 

CHF 2'000.00 dem geschäftlichen und mit CHF 2'800.00 dem privaten Be-

reich zugeordnet. 

 

8.3. 

8.3.1. 

Die Steuerkommission Q. berechnete den Privatanteil an den Mietkosten 

im Einspracheverfahren wie folgt: 

 - 19 - 

 

 

 

"CHF 1'400 Miete Geschäft akzeptiert (pro Monat) 
CHF  16'800 Miete Geschäft akzeptiert pro Jahr 
CHF 960 Nebenkosten 32 m2 x CHF 30 
CHF 17'760 Total Geschäftsmiete pro Jahr akzeptiert 
CHF 24'000 Miete gebucht (CHF 2'000 pro Monat) 
CHF 6'240 Aufrechnung Miete" 

 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, vor der Hinzumietung 

der Einliegerwohnung zu geschäftlichen Zwecken sei für das 5 ½- Zimmer-

Einfamilienhaus allein gemäss Auszug aus dem B.-Konto im Jahr 2014 ein 

Mietzins von CHF 3'400.00 bezahlt worden. Der auf die Einliegerwohnung 

entfallende Mietanteil könne daher nur CHF 1'400.00 betragen. 

 

8.3.2. 

Der Rekurrent geht im Rekurs von folgender Berechnung aus: 

 

CHF 4'800.00 Nettomiete für das Haus 
CHF 600.00 Nebenkosten (Erfahrungswert ca 12 %) 
------------------------------ 
CHF 5'400.00 Gesamtkosten für das Haus 
- CHF3'400.00 Miete incl. Nebenkosten für 5 1/2-Zr. Wohnung 
------------------------------ 
CHF 2'000.00 Miete für Büro 

 

Dieser Wert entspreche dem Mietvertrag. Zu berücksichtigen sei, dass die 

Miete von CHF 3'400.00 inklusive Nebenkosten bezahlt worden sei. 

 

8.4. 

Aufgrund der ausdrücklichen Vereinbarung im Mietvertrag vom 27. Juni 

2013 ist davon auszugehen, dass für die Einliegerwohnung eine Miete von 

CHF 2'000.00 inklusive Nebenkosten als Geschäftsaufwand zu bezahlen 

war. Diesen Betrag hat der Rekurrent geltend gemacht. Insofern kann keine 

Aufrechnung vorgenommen werden. Da der Rekurrent für die Nutzung ei-

nes zusätzlichen Büros für Sekretariat und Archiv im 5 ½-Zimmer-Einfami-

lienhaus keinen zusätzlichen Geschäftsaufwand geltend macht, ist ein sol-

cher auch nicht zusätzlich zu berücksichtigen.  

 

9. 

9.1. 

In einer Bilanz wurden per 31. Dezember 2016 in den Aktiven keine Fahr-

zeuge ausgewiesen. In der Steuererklärung 2016 wurden zwei Fahrzeuge 

deklariert (Mercedes und Lexus [vgl. Eingabe des Rekurrenten vom 5. Ok-

tober 2018] bzw. Porsche 911 Carrera 4 [vgl. Details zur Steuerveranla-

gung 2016 und Steuerdeklaration]). Tatsächlich verfügte der Rekurrent im 

Jahr 2016 über drei Fahrzeuge: Einerseits einen Mercedes-Benz E 320 

Elégance und einen Porsche 911 Carrera 4, ausgestattet mit dem Wech-

selschild mit der Nummer AG aaa (Prämienrechnung der H. vom 

 - 20 - 

 

 

5. Dezember 2015), und anderseits den Lexus IS 250 Edition mit der Num-

mer AG bbb. Nach den Angaben des Rekurrenten soll es sich beim Lexus 

um ein Geschäfts- und beim Porsche und Mercedes um Privatfahrzeuge 

handeln. 

 

9.2. 

Vorab ist festzuhalten, dass keine Abschreibungen auf einem Geschäfts-

fahrzeug geltend gemacht werden können, wenn eine Bilanz und/oder eine 

Abschreibungstabelle fehlen. Die als Abschreibung auf dem Lexus geltend 

gemachten CHF 840.00 (vgl. erste Seite "Erfolgsrechnung 2016") können 

aufgrund des Fehlens einer Bilanz und/ oder einer Abschreibungstabelle 

nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand berücksichtigt werden. Es 

ist nachfolgend auf den Privatanteil für Fahrzeuge einzugehen. 

 

9.3. 

9.3.1. 

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) regelt die Bewertung von Na-

turalbezügen im Bereich der direkten Bundessteuer mit Merkblättern. Diese 

werden auch bei den kantonalen Steuern verwendet, was angesichts der 

inhaltlich übereinstimmenden Rechtsgrundlage überzeugt (VGE vom 

23. August 2007 [WBE.2007.138]; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 

19. April 2010 [2C_807/2009]). Die Merkblätter haben zwar keine Geset-

zeskraft und binden weder die Rechtsunterworfenen noch die Gerichte, 

sind jedoch im Sinne einer Auslegungshilfe heranzuziehen (BGE 131 II 1; 

Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2011 [2C_95/2011] = 

Pra 2012 Nr. 87; VGE vom 25. April 2014 [WBE.2013.333]). 

 

9.3.2. 

Gemäss Ziffer 5 des Merkblattes N1/2007 (Naturalbezüge von Selbstän-

digerwerbenden) der EStV kann der Privatanteil an den Autokosten entwe-

der effektiv oder pauschal ermittelt werden (Hervorhebungen im Original): 

 

"5. Privatanteil an den Autokosten 
 

Der Privatanteil an den Autokosten kann entweder effektiv oder pauschal 
ermittelt werden. 
 
a) Effektive Ermittlung 
Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten Fahr-
zeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer anhand 
eines Bordbuches nachgewiesen werden, sind die effektiven Kosten pro-
portional auf die geschäftlich und privat zurückgelegten Kilometer aufzu-
teilen. 
 

b) Pauschale Ermittlung 
Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten Fahr-
zeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer anhand 
eines Bordbuches nicht nachgewiesen werden, ist pro Monat 0,8 % des 
Kaufpreises (exkl. MWST), mindestens aber CHF 150 zu deklarieren." 

 

 - 21 - 

 

 

Die Vorbemerkungen zum Merkblatt N1/2007 lauten wie folgt (Hervorhe-

bungen im Original): 

 

"a) Die in diesem Merkblatt enthaltenen Ansätze gelten erstmals für die 
nach dem 30. Juni 2007 abgeschlossenen Geschäftsjahre; für die Ge-
schäftsjahre mit Abschlusstag 30. Juni 2007 oder früher ist noch das Merk-
blatt N1/2001 massgebend. 
 
b) Die hiernach angegebenen Pauschalbeträge stellen Durchschnittsan-
sätze dar, von denen in ausgesprochenen Sonderfällen nach oben oder 
nach unten abgewichen werden kann." 

 

9.3.3. 

Die Wegleitung zur Steuererklärung 2016 des Kantons Aargau enthält eine 

Tabelle zur pauschalen Ermittlung des Privatanteils an den Autokosten. 

Gemäss dieser Tabelle wird der Privatanteil an den Fahrzeugkosten auf-

grund des Katalogpreises, der gesamten Fahrleistung im Jahr und einer 

geschätzten privaten Fahrleistung festgelegt.  

 

Die Tabelle beruht auf dem Merkblatt N1/2001 (Naturalbezüge von Selb-

ständigerwerbenden) der EStV und der darin in Ziffer 5. lit. b statuierten 

pauschalen Ermittlungsmethode des Privatanteils an den Autokosten, die 

dann zur Anwendung kommt, wenn die in Ziffer 5. lit. a beschriebene Er-

mittlung aufgrund der tatsächlichen Kosten nicht möglich ist. Bei dieser 

pauschalen Methode wird der Privatanteil an den Autokosten wie in der 

vorerwähnten Tabelle anhand einer Schätzung der privaten Fahrleistung 

festgelegt. Das Merkblatt N1/2001 wurde für die nach dem 30. Juni 2007 

abgeschlossenen Geschäftsjahre Selbständigerwerbender ersetzt durch 

das Merkblatt N1/2007 (vgl. Vorbemerkungen lit. a zum Merkblatt 

N1/2007). 

 

9.3.4. 

Das (damalige) Steuerrekursgericht hat im RGE vom 25. März 2010 

(3-RV.2009.64 = AGVE 2010 S. 277) festgehalten, dass bei Selbständiger-

werbenden ohne Bordbuch grundsätzlich die Pauschalmethode gemäss 

Merkblatt N1/2007 (pro Monat 0.8% des Kaufpreises) zur Ermittlung des 

Privatanteils an den Fahrzeugkosten Anwendung zu finden hat. Die Pau-

schalmethode gemäss Merkblatt N1/2001 der EStV – auf der die Tabelle in 

der Wegleitung 2016 beruht – ist für nach dem 30. Juni 2007 abgeschlos-

sene Geschäftsjahre grundsätzlich nicht mehr anwendbar.  

 

Auch wenn – wie bei jeder Pauschalierung – damit gewisse Ungleichheiten 

in Kauf genommen werden, resultiert in einer Vielzahl von Fällen ein ange-

messenes Resultat. Ein Abweichen vom Ansatz von 0.8 % pro Monat ist, 

abgesehen vom Fall der Führung eines Bordbuches (effektive Methode), 

bloss in Sonderfällen, in denen die pauschale Ermittlung des Privatanteils 

nicht sachgerecht erscheint, angezeigt (zum Beispiel bei Luxusfahrzeugen 

oder sehr hoher bzw. sehr tiefer privater Nutzung).  

 - 22 - 

 

 

 

Wer vom der Pauschalmethode zugrundeliegenden Erfahrungssatz (nach 

oben oder nach unten) abweichen will, hat den Nachweis zu erbringen, 

dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Wenn der Privatanteil gemäss 

der MWSt-Regelung nach Ansicht der Steuerbehörden zu tief ausfällt, hat 

diese glaubhaft zu machen und anhand von Indizien aufzuzeigen, dass ein 

Abweichen nach oben gerechtfertigt ist. Nur dann ist der Privatanteil hilfs-

weise anhand des Merkblattes N1/2001 gestützt auf eine Schätzung der 

privat gefahrenen Kilometer festzusetzen. Bringt hingegen der Steuer-

pflichtige vor, der gemäss der MWSt-Regelung bestimmte Privatanteil sei 

zu hoch, hat er die Gründe hierfür glaubhaft darzulegen. 

 

9.3.5. 

Der Privatanteil an den Autokosten ist somit bei Selbständigerwerbenden 

nach der Pauschalmethode grundsätzlich gemäss dem Ansatz von 0.8 % 

(mindestens CHF 150.00) pro Monat zu berechnen, von dem in zu begrün-

denden Ausnahmefällen abgewichen werden kann. Wenn davon abgewi-

chen wird, ist der Privatanteil hilfsweise anhand des Merkblattes N1/2001 

gestützt auf eine Schätzung der privat gefahrenen Kilometer festzusetzen. 

 

9.3.6. 

Vorliegend tragen die Rekurrenten die Beweislast für die als Aufwand gel-

tend gemachten Fahrzeugkosten. Die Steuerkommission Q. hat dagegen 

bei der Berechnung des Privatanteils ein Abweichen vom Ansatz von 0.8 % 

pro Monat glaubhaft zu machen und zu begründen. 

 

9.4. 

9.4.1. 

Die Steuerkommission Q. erfasste in den Steuerperioden 2012 bis 2014 

jeweils einen Privatanteil von rund einem Drittel der gesamten verbuchten 

Fahrzeugkosten. Zur Begründung wurde dabei ausgeführt, der Rekurrent 

habe sämtliche Fahrzeugkosten dem Geschäftsaufwand belastet. Die 

Mehrwertsteuermethode könne nicht angewendet werden. Ohne den 

vollständigen belegmässigen Nachweis könnten keine weiteren Fahrzeug-

kosten berücksichtigt werden. In der Steuerveranlagung 2016 wurde wie 

bereits 2015 ein Privatanteil in eine pauschale Aufrechnung miteinbezo-

gen. 

 

Es ist nicht ersichtlich, in welchem Umfang und nach welcher Methode die 

Vorinstanz einen Privatanteil für Fahrzeuge in den Pauschalbetrag von 

CHF 3'200.00 einbezogen hat. Insbesondere ist nicht klar, welche Unter-

suchungsmassnahmen sie getroffen hat (z.B. Einforderung eines Fahrten-

buches, Angabe der gesamten Fahrleistung mit Angabe von privat gefah-

renen Kilometern, Leasingvertrag). Abklärungen wurden erst mit der Auf-

forderung zum Nachweis privat bezahlter Kosten im Einspracheverfahren 

getroffen. Unter Verweis auf das Urteil des Spezialverwaltungsgerichts vom 

 - 23 - 

 

 

22. März 2018 (3-RV.2018.9) ist festzustellen, dass im Veranlagungsver-

fahren nicht ohne jede Untersuchung Privatanteile an Fahrzeugkosten auf-

gerechnet werden dürfen, ansonsten der Anspruch auf rechtliches Gehör 

gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und auch die Untersuchungspflicht gemäss 

§ 190 Abs. 1 StG verletzt werden. Das gilt auch dann, wenn die Verletzung 

der Untersuchungspflicht im Einspracheverfahren geheilt wird.  

 

9.4.2. 

Der Rekurrent machte jeweils für die Jahre 2013 und 2014 einen Privatan-

teil Fahrzeuge von CHF 6'400.00, gestützt auf einen Neuwert des Fahrzeu-

ges von CHF 66'660.00 nach der Mehrwertsteuermethode berechnet, gel-

tend.  

 

9.4.3. 

Beim Geschäftsfahrzeug handelt es sich um einen Lexus IS 250 Edition, 

welcher am 19. April 2011 in Verkehr gesetzt wurde. Der Kilometerstand 

am 17. November 2015 159'864 km (Rechnung der F. AG vom 

18. November 2015; bei den Akten des Rekursverfahrens 3-RV.2018.205) 

und am 18. Juli 2016 174'735 km (Rechnung der Garage G. vom 5. August 

2016). Die jährliche Fahrleistung (Umrechnung der Fahrleistung vom 

17. November 2015 bis zum 18. Juli 2016 [245 Tage] auf 12 Monate [366 

Tage]) belief sich dementsprechend auf 22'215 km, was in etwa der jeweils 

jährlichen durchschnittlichen Fahrleistung in den Jahren 2012 bis 2015 

entspricht. 

 

Ein Fahrtenbuch besteht nicht, weshalb die effektive Methode zur Festle-

gung eines Privatanteils ausgeschlossen ist. Der Rekurrent hat zur privaten 

Fahrleistung mit 4'000 km (Schreiben des Rekurrenten vom 5. Oktober 

2018 zur Steuerperiode 2014; bei den Akten des Rekursverfahrens 3-RV. 

2018.204) nur eine approximative Angabe gemacht. Eine überdurchschnitt-

liche private Fahrleistung steht damit aber nicht zur Diskussion. Unter die-

sen Umständen ist im Jahr 2016 – auch aus Gründen der Kontinuität – auf 

die Mehrwertsteuermethode abzustellen. 

 

9.4.4. 

Sodann ist bezüglich des nach der Mehrwertsteuermethode festzusetzen-

den Privatanteils auf die von den Steuerbehörden unbestrittenen Angaben 

des Rekurrenten zum Neuwert des Fahrzeuges abzustellen. 

 

 
Zeitraum vom 1. Januar – 31. Dezember 2015 
0.008 x 12 x CHF 66'660.00  CHF 6'400.00 

 

9.5. 

Zusammenfassend ist die Aufrechnung des Privatanteils für den Lexus 

nach der Mehrwertsteuermethode auf CHF 6'400.00 festzusetzen. Nicht 

 - 24 - 

 

 

ausser Acht gelassen werden kann jedoch, dass der Rekurrent über wei-

tere private Fahrzeuge verfügte. Vor diesem Hintergrund muss davon aus-

gegangen werden, dass mindestens teilweise für das Zweit- und Drittfahr-

zeug Aufwendungen getätigt wurden, die nicht "privat" erfasst wurden. Eine 

Anpassung ist deshalb notwendig. Es ist somit von einem aufzurechnenden 

Privatanteil von CHF 7'000.00 auszugehen.  

 

10. 

Für Telekommunikation wurden in der Vorperiode von der Steuerkommis-

sion Q. keine Aufrechnungen vorgenommen. Im Jahr 2016 hat der 

Rekurrent bei Gesamtkosten von CHF 8'108.45 Kosten von CHF 4'953.45 

dem geschäftlichen und CHF 3'155.00 dem privaten Bereich zugewiesen. 

Unter diesen Umständen ist kein zusätzlicher Privatanteil für Telekommu-

nikation aufzurechnen. 

 

11. 

11.1. 

Aufgrund dieser Ausführungen ist der aus dem Excel-File resultierende Ge-

winn in Bezug auf den nicht geschäftsmässig begründeten Aufwand wie 

folgt zu korrigieren. 

 

Gewinn gemäss Excel-File CHF 120'555.00 
Aufrechnung Verkehrsbussen CHF 560.00 
Aufrechnung Ordnungsbusse Steuern CHF  865.00 
Aufrechnung Abschreibung Fahrzeug CHF 840.00 
Aufrechnung Spesen CHF 2'832.10 
Gewinn nach Aufrechnungen CHF 125'652.10 

 

11.2. 

Weiter sind folgende Privatanteile am geltend gemachten Geschäftsauf-

wand zu berücksichtigen: 

 

Privatanteil Miete  CHF 0.00 
Privatanteil Telekommunikation CHF 0.00 
Privatanteil Fahrzeuge CHF 7'000.00 

 

Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit würde sich so auf 

CHF 132'652.10 erhöhen.  

 

11.3. 

Damit verbleibt für den im Betrag von CHF 3'200.00 neben den Privatan-

teilen zu berücksichtigenden ermessensweisen Zuschlag "Unsicherheiten 

Buchhaltung" gar kein Platz mehr, obwohl aufgrund der formellen Mangel-

haftigkeit der Buchhaltung einerseits und der nicht dokumentierten, in der 

Regel pauschalen Honorarerträge eine ermessensweise Aufrechnung 

durchaus angemessen wäre. Im Gegenteil kann bei den geltend gemach-

ten Spesen ein Anteil als geschäftsmässig begründet angesehen werden. 

 - 25 - 

 

 

Nachdem die Steuerkommission Q. im Einspracheverfahren am Ein-

kommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 130'000.00 festge-

halten hat, ist auf eine Erhöhung zu verzichten. 

 

11.4. 

Der Rekurs ist dementsprechend abzuweisen.  

 

12. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent die Verfahrenskosten zu 

tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteientschädigung auszurichten 

§ 189 Abs. 2 StG).  

 

 

 

  

 - 26 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Der Rekurrent hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 300.00, der Kanzleigebühr von CHF 325.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 725.00 zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin des Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q. 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 27 - 

 

 

 
   

Aarau, 27. Mai 2021 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Bernhard