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**Case Identifier:** 5a6a924c-18bb-5149-a364-acf8641fbd86
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.04.2017 100 2016 312
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-312_2017-04-19.pdf

## Full Text

100.2016.312U
MUT/MAM/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. April 2017

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Müller 
Gerichtsschreiberin Marti

1. A.________ und B.________
2. C.________ und D.________

geb. 25.11.2009 bzw. 9.8.2012, gesetzlich vertreten durch ihre Eltern 
A.________ und B.________

alle vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführende

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Thun
Abteilung Sicherheit, Migrationsdienst, Hofstettenstrasse 14, Postfach 145, 
3602 Thun

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligungen und Wegweisung 
infolge falscher Angaben/Verschweigens wesentlicher Tatsachen 
(Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
21. September 2016; 2016.POM.195)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.04.2017, Nr. 100.2016.312U, 
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Sachverhalt:

A.

Der aus der Türkei stammende A.________ (geb. ….1977) war vom 
25. Oktober 2001 bis am 19. November 2002 mit der türkischen Staatsan-
gehörigen E.________ verheiratet. Während dieser Ehe führte er mit 
B.________ (geb. ….1979), der Schwester der Ehefrau, eine aus-
sereheliche Beziehung, aus welcher der gemeinsame Sohn F.________ 
(geb. 20.1.2003) hervorging. Am 26. November 2002 heiratete A.________ 
die in der Schweiz niedergelassene türkische Staatsangehörige 
G.________. Am 24. Mai 2003 reiste er in die Schweiz ein und erhielt 
gestützt auf diese Ehe eine Aufenthaltsbewilligung. Am 12. Juni 2008 
wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt. B.________ heiratete am 
4. August 2003 den ebenfalls in der Schweiz niedergelassenen 
H.________, den Exmann von G.________. Sie reiste am 24. Januar 2004 
in die Schweiz ein, wo sie gestützt auf diese Ehe vorerst eine 
Aufenthaltsbewilligung erhielt. Am 11. März 2009 wurde auch ihr die 
Niederlassungsbewilligung erteilt. Die Ehe zwischen A.________ und 
G.________ wurde am 1. Dezember 2008 und jene zwischen B.________ 
und H.________ am 13. April 2009 geschieden. 

B.________ gebar am 25. November 2009 ihr zweites Kind C.________. 
A.________ hat die Vaterschaft in der Folge anerkannt. Seit dem 5. Januar 
2010 führen B.________ und A.________ einen gemeinsamen Haushalt in 
Thun. Sie gingen am 23. Februar 2011 die Ehe ein. Am 9. August 2012 
wurde das dritte gemeinsame Kind D.________ geboren. In der Folge 
beantragten sie für ihren Sohn F.________, den sie den Behörden bislang 
verschwiegen hatten, die Erteilung eines Visums für den langfristigen 
Aufenthalt. Diesen Visumsantrag erhielt die Einwohnergemeinde (EG) 
Thun am 7. Oktober 2013 zur Prüfung.

Mit Verfügung vom 22. Februar 2016 widerrief die EG Thun die Niederlas-
sungsbewilligungen von A.________, B.________ sowie der gemeinsamen 
Töchter C.________ und D.________ und wies die Genannten unter 
Ansetzung einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg. Der Visumsantrag für 

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den Sohn F.________ wurde bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen 
Entscheids in der vorliegenden Sache sistiert. 

B.

Gegen diese Verfügung erhoben A.________ und B.________ für sich und 
die beiden Töchter am 24. März 2016 Beschwerde bei der Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Die POM wies am 21. September 
2016 sowohl die Beschwerde als auch das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege ab. Sie setzte eine neue Ausreisefrist auf den 4. November 
2016 an.

C.

Hiergegen haben A.________, B.________ und ihre beiden Töchter am 
24. Oktober 2016 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie bean-
tragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei auf den 
Widerruf der Niederlassungsbewilligungen zu verzichten. Eventuell sei die 
Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zur Durchführung einer 
Instruktionsverhandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Weiter sei 
ihnen für das vorinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege 
unter Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt zu bewilligen. 
Schliesslich beantragen sie auch für das verwaltungsgerichtliche Verfahren 
die unentgeltliche Rechtspflege.

Die EG Thun beantragt mit Stellungnahme vom 18. November 2016 und 
die POM mit Vernehmlassung vom 22. November 2016 die Beschwerde-
abweisung. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ent-
halten sie sich eines Antrags.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzli-
chen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Strittig sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligungen und die Weg-
weisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz.

2.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) wird die 
Niederlassungsbewilligung unbefristet und ohne Bedingungen erteilt. Sie 
kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer im Be-
willigungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen 
verschwiegen hat (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. a AuG). 
Liegt ein Widerrufsgrund vor, so ist anschliessend zu prüfen, ob diese 
Massnahme auch als verhältnismässig erscheint (vgl. Art. 96 AuG; 
BGE 139 I 145 E. 2.2). 

2.2 Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer 1 und der Beschwerde-
führerin 1 vor, sich in rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Ehen mit 
G.________ bzw. H.________ berufen zu haben. Die 
Beschwerdeführenden 1 seien gestützt auf nur formell bestehende Ehen in 
den Genuss einer Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung gekommen. 

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Mit ihrem Verhalten hätten sie den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 
Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. a AuG gesetzt. – Ob eine Scheinehe 
geschlossen wurde bzw. ob die Ehe bloss formell besteht, entzieht sich in 
der Regel dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen 
(BGE 135 II 1 E. 4.2, 130 II 113 E. 10.2 und 10.3 mit Hinweisen). Zu diesen 
Indizien zählen unter anderem folgende Umstände: Die Tatsache, dass die 
nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne 
Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines 
erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten; die Umstände des 
Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kurze Bekanntschaft vor 
der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten über den anderen; die 
Vereinbarung einer Bezahlung für die Heirat; die Tatsache, dass die 
Ehegatten nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (statt vieler 
BGer 2C_1036/2015 vom 26.1.2016 E. 3.2, 2C_564/2014 vom 20.4.2015 
E. 4.1).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Der Beschwerdeführer 1 war vom 25. Oktober 2001 bis am 
19. November 2002 mit E.________ verheiratet. Die angeblich von den 
Eltern arrangierte Ehe blieb kinderlos (Akten EG Thun [act. 5C], pag. 78). 
Während dieser Ehe führte der Beschwerdeführer 1 eine Beziehung mit der 
Beschwerdeführerin 1, aus welcher der gemeinsame Sohn F.________ 
(geb. 20.1.2003) hervorging. Am 26. November 2002 heiratete der 
Beschwerdeführer 1 die in der Schweiz niedergelassene G.________ (geb. 
….1977). Am 24. Mai 2003 reiste er in die Schweiz ein und erhielt eine 
Aufenthaltsbewilligung. G.________ gebar am 7. Februar 2005 den Sohn 
I.________ und am 11. Januar 2006 die Tochter J.________. Leiblicher 
Vater ist nicht der Beschwerdeführer 1, sondern H.________ (vgl. auch 
hinten E. 3.4). Am 12. Juni 2008 wurde ihm eine Niederlassungsbewilligung 
erteilt. Bereits am 30. Juni 2008 hat sich der Beschwerdeführer 1 von 
seiner zweiten Ehefrau getrennt und in Thun Wohnsitz begründet. Die Ehe 
zwischen dem Beschwerdeführer 1 und G.________ wurde am 

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6. November 2008 in der Türkei geschieden. Seit dem 1. Dezember 2008 
ist die Scheidung rechtskräftig (Akten EG Thun [act. 5C], pag. 50). Das 
Sorgerecht für die beiden Kinder wurde der Mutter zugesprochen. Der 
Beschwerdeführer 1 wurde verpflichtet, für seine Kinder monatlich je 100 
YTL (Neue Türkische Lira) zu bezahlen (Akten EG Thun [act. 5C], pag. 51, 
52). Dies entspricht einem Betrag von rund Fr. 27.-- pro Kind.

3.2 Die Beschwerdeführerin 1 heiratete am 4. August 2003 den eben-
falls in der Schweiz niedergelassenen H.________, den Ex-Ehemann von 
G.________. Sie reiste am 24. Januar 2004 in die Schweiz ein, wo sie 
gestützt auf diese Ehe die Aufenthaltsbewilligung erhielt. Am 11. März 2009 
wurde auch ihr die Niederlassungsbewilligung erteilt (Akten EG Thun 
[act. 5B], pag. 57). Am 14. Juli 2009 verliess die Beschwerdeführerin 1 die 
eheliche Wohnung und zog nach Thun (Akten EG Thun [act. 5B], 
pag. 106). Die Ehe zwischen der Beschwerdeführerin 1 und H.________ 
wurde am 13. April 2009 geschieden (Akten EG Thun [act. 5B], pag. 3). 
H.________ äusserte sich im Rahmen der Scheidung dahingehend, dass 
er die Ehe nicht aus Liebe, sondern «wegen seiner Verwandten» ge-
schlossen habe. Er hätte sich gerne schon zu einem früheren Zeitpunkt 
scheiden lassen wollen (Akten EG Thun [act. 5B], pag. 5). 

3.3 Am 25. November 2009 gebar die Beschwerdeführerin 1 die Toch-
ter C.________. In der Geburtsmitteilung vom 24. Dezember 2009 ist kein 
Vater aufgeführt (Akten EG Thun [act. 5B], pag. 1). Der 
Beschwerdeführer 1 hat die Vaterschaft in der Folge anerkannt. Seit dem 
5. Januar 2010 führt das Paar einen gemeinsamen Haushalt, und am 
23. Februar 2011 gingen sie in der Türkei die Ehe ein (Akten EG Thun 
[act. 5B], pag. 143). Am 9. August 2012 kam die zweite Tochter 
D.________ zur Welt.

3.4 Mit Entscheid des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 10. Dezem-
ber 2012 wurde das Kindesverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer 1 
und I.________ sowie J.________ rückwirkend aufgehoben (Akten EG 
Thun [act. 5C] pag. 108). An der Hauptverhandlung vom 10. Dezember 
2012 führte G.________ aus, sie hätte zwar bis zum Scheidungsdatum mit 
ihrem Ehemann (dem Beschwerdeführer 1) zusammengelebt, sie hätten 
aber viel gestritten. An das Datum der Scheidung konnte sie sich nicht er-

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innern. Sie meinte, sie hätten sich «im Juni oder Juli 2006» scheiden las-
sen. Weiter teilte sie mit, in den Jahren 2004 und 2005 mit ihrem Ex-
Ehemann H.________ intime Kontakte gehabt zu haben (Akten EG Thun 
[act. 5C], pag. 112). H.________ erklärte sich bereits mit Schreiben vom 
27. August 2012 bereit, die beiden Kinder anzuerkennen, sobald das Kin-
desverhältnis zum Beschwerdeführer 1 aufgehoben sei (Akten EG Thun 
[act. 5C], pag. 107). Aktenkundig ist weiter, dass G.________ und 
H.________ einen weiteren gemeinsamen Sohn namens K.________ (geb. 
21.6.1997) haben (Akten EG Thun [act. 5B], pag. 9).

3.5 F.________ wurde den Behörden selbst auf konkrete Nachfrage hin 
verschwiegen (vgl. Akten EG Thun [act. 5B], pag. 14). Erst durch das 
Nachzugsgesuch vom 7. Oktober 2013 haben die Behörden erfahren, dass 
die Beschwerdeführenden 1 einen gemeinsamen Sohn haben (vgl. vorne 
Bst. A). F.________ wuchs bei den Grosseltern mütterlicherseits auf. Der 
Beschwerdeführer 1 gibt an, seinen Sohn erstmals ca. im Jahr 2004 be-
sucht zu haben. Die Vaterschaft habe er im Jahr 2007 anerkannt. Im Jahr 
2009 habe er seinen Sohn zusammen mit seiner (heutigen) Ehefrau be-
sucht (Akten EG Thun [act. 5C], pag. 70). Seither würden sie ihn regelmäs-
sig besuchen.

4.

4.1 Die Vorinstanz hat zunächst die gesetzlichen Vorgaben mitsamt der 
bundesgerichtlichen Praxis korrekt wiedergegeben und den Sachverhalt 
sorgfältig erhoben (vgl. angefochtener Entscheid E. 2 und 3). Ein formalisti-
sches Vorgehen (vgl. Beschwerde S. 4) kann ihr nicht vorgeworfen werden. 
Gestützt auf den festgestellten Sachverhalt hat sie zu Recht geschlossen, 
dass der Beschwerdeführer 1 die Ehe mit G.________ und die Be-
schwerdeführerin 1 die Ehe mit H.________ nur aus ausländerrechtlichen 
Überlegungen eingegangen sind und fünf Jahre aufrechterhalten haben. 
Was die Beschwerdeführenden dagegen vorbringen, überzeugt nicht: 
Zunächst ist die voreheliche Beziehung zwischen den Beschwerde-
führenden 1 – entgegen ihrer Auffassung (Beschwerde S. 4 f.) – durchaus 
von Bedeutung, zumal aus ihr der gemeinsame Sohn F.________ 

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hervorgegangen ist (vgl. vorne E. 3.1). Nach Angaben der 
Beschwerdeführenden reagierten die Verwandten ungehalten, als sie im 
Sommer 2002 von der Beziehung und der Schwangerschaft erfahren 
hatten. Noch bevor der gemeinsame Sohn F.________ (geb. 20.1.2003) 
geboren wurde, heiratete der Beschwerdeführer 1 am 26. November 2002 
die in der Schweiz niedergelassene G.________ (vgl. vorne E. 3.1). Zu 
diesem Zeitpunkt war er, wie die POM korrekt festhält, gerade einmal seit 
einer Woche von E.________ geschieden (Beschwerde S. 5). Ein weiteres 
Indiz, das für ein Umgehen der ausländerrechtlichen Bestimmungen 
spricht, ist darin zu erblicken, dass die Beschwerdeführerin 1 nur relativ 
kurze Zeit später H.________, den Ex-Ehemann von G.________, 
geheiratet hat. H.________ hat die Beschwerdeführerin 1 nicht aus Liebe, 
sondern aus verwandtschaftlichen Gründen geheiratet (vgl. vorne E. 3.2). 
Wenn die Beschwerdeführenden geltend machen, «es [sei] völlig normal, 
dass dort Ehen in Bekannten- und Verwandtschaftskreisen geschlossen 
[würden]» (vgl. Beschwerde S. 5 f.), mag das in allgemeiner Weise 
zutreffen, hilft ihnen aber unter den gegebenen Umständen nicht: Die 
Heirat übers Kreuz (Beschwerdeführer 1 mit G.________; 
Beschwerdeführerin 1 mit H.________) und insbesondere die Chronologie 
der Ereignisse lassen vielmehr zweifelsfrei darauf schliessen, dass die 
Ehen einzig eingegangen wurden, um sich ein dauerhaftes 
Anwesenheitsrecht in der Schweiz zu erschleichen. Der Beschwerdeführer 
1 erhielt die Niederlassungsbewilligung am 12. Juni 2008. Die Trennung 
von G.________ erfolgte nur wenige Tage später, nämlich am 30. Juni 
2008, und die Scheidung gut vier Monate später, am 6. November 2008 
(rechtskräftig seit 1.12.2008; vgl. vorne E. 3.1). Die Beschwerdeführerin 1 
erhielt die Niederlassungsbewilligung am 11. März 2009 und die Scheidung 
erfolgte am 13. April 2009 (vgl. vorne E. 3.2). Die diesbezüglichen 
Feststellungen der Vorinstanz sind – anders als die Beschwerdeführenden 
behaupten – nicht zu beanstanden (vgl. angefochtener Entscheid E. 4). 
Weshalb es für die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers 1 sprechen 
soll, dass er nach der Scheidung von G.________ nicht wieder zu 
E.________ zurückgekehrt sei, ist nicht nachvollziehbar (vgl. Beschwerde 
S. 5). Für das Vorliegen von Scheinehen spricht weiter, dass alle während 
dieser Ehen gezeugten Kinder aussereheliche sind. Dass der 
Beschwerdeführer 1 erst im Jahr 2012 erfahren haben will, nicht der 

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leibliche Vater von I.________ und J.________ zu sein, ist unter den kon-
kreten Umständen unglaubwürdig, ebenso die Behauptung, er und seine 
(heutige) Ehefrau seien erst im Dezember 2009 wieder eine Beziehung 
miteinander eingegangen (Beschwerde S. 6). Für dieses Verfahren ist im 
Übrigen nicht entscheidend, ob G.________ und H.________ wieder 
geheiratet haben oder nicht. Unbehelflich ist schliesslich auch die Argu-
mentation, dass den Behörden die angeblichen Indizien bekannt gewesen 
seien (Beschwerde S. 6), ist doch unbestritten, dass die Behörden vom 
gemeinsamen Sohn F.________ und der ausserehelichen Zeugung der 
drei weiteren Kinder keine Kenntnis hatten. Ohne entsprechendes Wissen 
bestand indes kein Anlass zu weiteren Abklärungen, worauf die Vorinstanz 
zutreffend hingewiesen hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 5). Erst nach-
dem sie von der Existenz des gemeinsamen Sohnes erfahren hatten, 
konnten die Behörden die Tragweite des Vorgehens erkennen. 

4.2 Der entscheidrelevante Sachverhalt ist somit erstellt. Die im vor-
instanzlichen Verfahren beantragten Beweismassnahmen hätten zu keinen 
anderen Erkenntnissen führen können. Die POM hat daher das rechtliche 
Gehör nicht verletzt, wenn sie davon abgesehen hat, mit den Beschwer-
deführenden 1 ein Parteiverhör durchzuführen (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 3c). Aus denselben Gründen erübrigen sich diese Beweismass-
nahmen auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren. Auf die beantragten 
Zeugeneinvernahmen von G.________ und H.________ kann ebenfalls 
verzichtet werden. Die Beweisanträge werden daher abgewiesen.

4.3 Aus dem Gesagten ergibt sich zweifelsfrei, dass die Beschwerde-
führenden 1 ihr Anwesenheitsrecht in der Schweiz erschlichen haben. 
Hierfür sprechen insbesondere das Verschweigen des gemeinsamen Soh-
nes, die Ehen übers Kreuz, die Chronologie der Ereignisse und die drei 
ausserehelichen Kinder, die während dieser Ehen gezeugt worden sind. Mit 
ihrem Verhalten haben die Beschwerdeführenden 1 den Widerrufsgrund 
nach Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. a AuG gesetzt. Mit Blick 
auf die Aufenthaltsdauer von bald 14 bzw. 13 Jahren (vgl. E. 5.1) ist die 
Anwendung dieses Widerrufsgrunds auch (noch) nicht von Gesetzes we-
gen ausgeschlossen (vgl. Art. 63 Abs. 2 AuG).

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5.

Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit des Widerrufs (vgl. vorne E. 2.1): 

5.1 Die Vorinstanz hat ausführlich begründet, weshalb der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligungen verhältnismässig ist (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 6). Die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführenden setzen sich 
mit diesen Erwägungen nicht einmal ansatzweise auseinander. Sie berufen 
sich einzig – wie bereits im Verfahren vor der Vorinstanz – auf ihre gute 
Integration (vgl. Beschwerde im vorinstanzlichen Verfahren S. 6, Akten 
POM, pag. 15; Beschwerde S. 6). – Die Vorinstanz hat zutreffend fest-
gehalten, dass die Beschwerdeführenden 1 am 24. Mai 2003 bzw. am 
14. Januar 2004 in die Schweiz eingereist sind. Sie anerkannte angesichts 
der Aufenthaltsdauer (er: bald 14 Jahre; sie: 13 Jahre) auch ein nicht 
unerhebliches persönliches Interesse am Verbleib in der Schweiz. Gleich-
zeitig wies sie zu Recht daraufhin, dass den beiden weder die Aufenthalts- 
noch die Niederlassungsbewilligung erteilt worden wäre, hätte die Behörde 
vom rechtsmissbräuchlichen Verhalten Kenntnis gehabt. Dass der Be-
schwerdeführer 1 wirtschaftlich integriert ist, hat die Vorinstanz nicht in 
Frage gestellt. Auch wies sie darauf hin, dass beide noch nie Sozialhilfe-
leistungen bezogen haben und schuldenfrei sind. Auch in sprachlicher Hin-
sicht zweifelte die Vorinstanz ihre Integration nicht an. Die Vorinstanz fol-
gerte weiter, dass diese Integrationsleistungen nicht über das hinausgehen 
würden, was von ausländischen Personen mit einer Aufenthaltsdauer von 
rund 13 Jahren erwartet werden dürfe. Auch in wirtschaftlicher und ar-
beitsmarktrechtlicher Hinsicht bestünden keine zwingenden Gründe, vom 
Widerruf der Niederlassungsbewilligungen abzusehen. Die anwaltlich ver-
tretenen Beschwerdeführenden bestreiten dies nicht. Auch machen sie 
weiterhin keine Gründe geltend, welche eine Ausreise in ihr Heimatland als 
unmöglich oder unzumutbar erscheinen lassen könnten; solche sind denn 
auch nicht ersichtlich und können namentlich nicht im Umstand gesehen 
werden, dass die 7-jährige Tochter die Schule wechseln müsste (vgl. auch 
E. 5.2 hiernach). Der Vorinstanz ist auch darin zuzustimmen, dass die Bin-
dung der Beschwerdeführenden zu ihrem Heimatland nach wie vor sehr 
eng ist und sie mit den dortigen sprachlichen, kulturellen und gesellschaftli-
chen Gepflogenheiten bestens vertraut sind und auf ein soziales Umfeld 

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zurückgreifen können. Es kann auf die unbestrittenen Erwägungen der Vor-
instanz verwiesen werden (vgl. E. 6d). Eine Reintegration ist auch in wirt-
schaftlicher Hinsicht möglich, was die Beschwerdeführenden nicht in Ab-
rede stellen. 

5.2 Die Vorinstanz hat geschlossen, die heute 7-jährige C.________ 
und die 4-jährige D.________ (Beschwerdeführerinnen 2) befänden sich in 
einem anpassungsfähigen Alter, weshalb sie sich ohne grosse 
Anstrengungen in der Türkei zurecht finden und integrieren könnten (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 6e). Dass C.________ mittelweile die Schule 
besucht, ändert daran nichts, zumal sie sich erst am Anfang der regulären 
Schulzeit befindet; auch ihre Integration in der Türkei ist mit Unterstützung 
der Eltern ohne weiteres sichergestellt. Nicht gehört werden können die 
Beschwerdeführenden 1, wenn sie erneut geltend machen, ihren Töchtern 
dürfe die Niederlassungsbewilligung nicht entzogen werden, hätten diese 
doch keinen Widerrufsgrund gesetzt (Beschwerde S. 6). Bei Kindern ohne 
schweizerisches Bürgerrecht sind keine spezifischen bürgerrechtlichen 
Überlegungen zu berücksichtigen (vgl. BGer 2C_942/2014 vom 10.8.2015 
E. 4.1, 2C_467/2012 vom 25.1.2013 E. 2.1.4). Sie teilen daher – wie die 
POM korrekt festgehalten hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 6e mit 
Praxishinweisen) – das ausländerrechtliche Schicksal der 
sorgeberechtigten Eltern(teile) und haben gegebenenfalls mit diesen das 
Land zu verlassen, wenn sie keine Bewilligung mehr haben. Den Kindern 
ist somit eine Ausreise zumutbar.

5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde-
führenden 1 ein ausgesprochen dreistes Verhalten vorwerfen lassen müs-
sen, weshalb auch aus der Sicht des Verwaltungsgerichts ein erhebliches 
öffentliches Interesse an der Entfernungsmassnahme besteht. Die Be-
schwerdeführenden 1 haben zwar ein gewichtiges persönliches Interesse 
am Verbleib in der Schweiz, sie verfügen aber über beste Voraussetzun-
gen, im Heimatland (wieder) eine Existenz abzubauen. Auch den Kindern 
ist eine Ausreise zumutbar. Vor diesem Hintergrund hat die POM zu Recht 
erkannt, dass die massgeblichen öffentlichen Interessen die privaten Inte-
ressen der Beschwerdeführenden am weiteren Verbleib in der Schweiz 

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überwiegen und sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligungen als 
verhältnismässig erweist.

6.

6.1 Die POM hat das im Beschwerdeverfahren gestellte Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit abgewiesen (vgl. an-
gefochtener Entscheid E. 8). Die Beschwerdeführenden stellen sich auf 
den Standpunkt, dass die Vorinstanz ihnen die unentgeltliche Rechtspflege 
und rechtliche Verbeiständung hätte gewähren sollen. – Auf Gesuch hin 
befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Verfahrenskosten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch 
Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
[Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). 

6.2 Was das von den Beschwerdeführenden angeführte Urteil 
2C_336/2015 vom 21. April 2016 betrifft, liegt hier ein anderer, nicht ver-
gleichbarer Sachverhalt vor: In jenem Fall ging es um einen Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung infolge Straffälligkeit. Das Bundesgericht ging 
davon aus, angesichts der Aufenthaltsdauer von 30 Jahren, der gesund-
heitlichen Situation des Beschwerdeführers (Störung durch multiplen Sub-
stanzgebrauch, Abhängigkeitssyndrom und kombinierte Persönlichkeits-
störung) sowie des Umstands, dass er keine Gewaltdelikte verübt hatte, 
hätte die Vorinstanz die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung 
gewähren sollen (vgl. E. 3.3). Hier sind andere Umstände massgebend 
(rechtsmissbräuchliches Verhalten, Aufenthaltsdauer von 13 Jahren, keine 
gesundheitlichen Probleme), weshalb die Beschwerdeführenden aus dem 
angeführten Urteil nichts zu ihren Gunsten ableiten können. Vielmehr wies 
die POM zu Recht darauf hin, dass die EG Thun in der angefochtenen 
Verfügung eingehend und zutreffend begründet habe, weshalb hier von 
einem rechtsmissbräuchlichen Verhalten der Beschwerdeführenden 1 aus-
zugehen sei. Weiter habe sie eine sorgfältige Verhältnismässigkeitsprüfung 
vorgenommen und alle wesentlichen Punkte erwähnt (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 8c). Die POM durfte unter diesen Umständen ohne Rechts-

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verletzung zum Schluss kommen, die Verlustgefahren hätten die Gewinn-
aussichten beträchtlich überwogen (angefochtener Entscheid E. 8b und c). 
Somit ist nicht zu beanstanden, dass die POM das Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit abgewiesen hat. Der ange-
fochtene Entscheid hält somit auch in diesem Punkt der Rechtskontrolle 
stand. 

7.

7.1 Die Beschwerde erweist sich somit in allen Punkten als offensicht-
lich unbegründet und ist abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt sol-
che Rechtsmittel in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft ([GSOG; BSG 161.1]). Da die vorinstanzlich angesetzte Aus-
reisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss eine neue festzusetzen.

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang werden die Beschwerdeführenden 
kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie haben indes auch vor dem 
Verwaltungsgericht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Bei-
ordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt gestellt. Diese kann – 
wie erwähnt (vgl. vorne E. 6) – bewilligt werden, wenn die Partei ihre Pro-
zessbedürftigkeit nachweist und das Verfahren nicht von vornherein aus-
sichtslos ist. Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, muss die 
Prozessführung vor dem Verwaltungsgericht indessen mit Blick auf den 
ausführlich und sorgfältig begründeten Entscheid der Vorinstanz als von 
vornherein aussichtslos betrachtet werden. Die Beschwerdeführenden ha-
ben mit Beschwerde nichts wesentlich Neues vorgebracht. Dass der Be-
schwerde unter diesen Umständen kein Erfolg beschieden sein konnte, 
musste auch für die Beschwerdeführenden erkennbar sein. Das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ist 
deshalb abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen wäre. Da über 
das Gesuch erst im Sachentscheid befunden wird und die Beschwerdefüh-
renden keine Gelegenheit hatten, die Beschwerde nach Abweisung des 
Gesuchs zurückzuziehen und damit Verfahrenskosten zu sparen, sind 

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diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen Abschreibungsgebühr 
zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Den Beschwerdeführenden wird eine 
neue Ausreisefrist angesetzt auf den 2. Juni 2017.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden den Beschwer-
deführenden auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Einwohnergemeinde Thun
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- dem Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.