# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b712ab3-8848-5993-9518-12cd8a4686d5
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-04-05
**Language:** de
**Title:** Legitimation Nachbar. Geltendmachung der Schutzwürdigkeit von zum Abbruch (oder zum Umbau) vorgesehenen Bauten und Anlagen.
**Docket/Reference:** BRKE I Nrn. 0064-0065/2002
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_I_64-65_2002_166.pdf

## Full Text

BRKE I Nrn. 64 und 65/2002 vom 5. April 2002 in BEZ 2002 Nr. 41

2. a) Vorab ist die Legitimation der Rekurrenten zu prüfen. Die Rekurrenten verlan-
gen nicht nur die Aufhebung der Baubewilligung zufolge Verstosses gegen § 238 PBG 
(unzureichende Gestaltung bzw. Einordnung in die Umgebung), sondern auch eine Ab-
klärung der Schutzwürdigkeit des bestehenden Gebäudes auf dem Baugrundstück; dies 
mit dem Ziel der Erhaltung dieser Gebäude.

Bei der Baute handelt es sich um eine Fabrikantenvilla aus dem Jahre 1886, wel-

che mit Baubeginn beseitigt werden soll. 

b) Nachbarn sind im Rechtsmittelverfahren nicht befugt, sich unter Hinweis auf die
behauptete  Schutzwürdigkeit  (§  203  Abs. 1  lit.  c  PBG)  für  die  Erhaltung  von  zum  Ab-
bruch vorgesehenen Bauten und Anlagen einzusetzen. Nach § 338a Abs. 1 PBG ist zum 
Rekurs  berechtigt,  wer  durch  die  angefochtene  Anordnung  berührt  ist  und  ein  schutz-
würdiges  Interesse  an  ihrer  Aufhebung  oder  Änderung.  Diese  Bestimmung  verschafft 
Nachbarn das Recht, sich gegen übermässige Einwirkungen von bewilligten Bauten und 
Anlagen auf ihre Grundstücke zur Wehr zu setzen. Solche Einwirkungen sind mannigfa-
cher Art; sie ergeben sich etwa aus der Unterschreitung von Grenzabständen oder be-
stehen  in  übermässigen  Immissionen  physikalischer  (etwa  Lärm  oder  Luftbelastung) 
oder ideeller Art. Es liegt auf der Hand, dass von beseitigten Bauten und Anlagen sol-
che  Einwirkungen  nicht  mehr  ausgehen  können.  Allenfalls  vermag  der  Wegfall  beste-
hender Gebäude ein affektives Interesse von Nachbarn zu tangieren, indem eine ihnen 
vertraut gewordene bauliche Umgebung dahinfällt; die Beeinträchtigung solcher Interes-
sen  ist  indessen  nach  gefestigter  Rechtsprechung  nicht  legitimationsbegründend  (A. 
Kölz/J. Bosshart/M. Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons 
Zürich, 2. A., 1999, § 21 N. 21). 

Nachbarn sind auch dann nicht befugt, sich rechtsmittelweise für die Erhaltung von 
zum  Abbruch  vorgesehenen  Bauten  und  Anlagen  einzusetzen, wenn mit dem Einwand 
der  Schutzwürdigkeit  der  Altbaute  auch  die  angefochtene  Baubewilligung  zu  Fall  ge-
bracht  werden könnte. Zwar ist der durch ein Bauvorhaben mehr als die Allgemeinheit 
oder  Dritte  betroffene  Nachbar  im  Rechtsmittelverfahren  grundsätzlich  mit  allen  Argu-
menten zuzulassen, die im Ergebnis zur Aufhebung der Baubewilligung führen können. 
Es gilt jedoch zu beachten, dass nach der klaren legitimationsrechtlichen Ordnung von § 
338a PBG nur Verbände (unter Voraussetzungen) befugt sind, sich auf dem Rechtsmit-
telweg  für  die  im  öffentlichen  Interesse  liegende  Erhaltung  von  Schutzobjekten  einzu-
setzen. Nachbarn können sich demgegenüber ausschliesslich für ihre eigenen privaten 
Interessen wehren. Diese grundlegende Ordnung würde weitgehend zunichte gemacht, 
könnten  Nachbarn  gegen  die  angefochtene  Baubewilligung  (auch)  die  Erhaltungswür-
digkeit der Altbaute anführen, hätte dies doch, wenn Rekurrenten damit durchdrängen, 

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nicht  nur  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Baubewilligung,  sondern  auch  die  Unter-
schutzstellung  der  Altbaute  zur  Folge.  Dies  zu  erstreiten  ist  indessen,  wie  dargetan, 
ausschliesslich  Verbänden  vorbehalten.  Insoweit  liegen  die  Dinge  anders  als  bei  der 
Geltendmachung von den Nachbarn nicht unmittelbar betreffenden Rekursgründen, die 
einzig  zur  Aufhebung  der  Baubewilligung  führen  können.  Demnach  sind  Nachbarn  im 
Rechtsmittelverfahren  mit  Anträgen  und  Rügen  nicht  zuzulassen,  die  auf  die  Unter-
schutzstellung  von  zum  Abbruch  vorgesehenen  Bauten  und  Anlagen  abzielen.  c)  Auf 
den  Antrag  auf  Abklärung  der  Schutzwürdigkeit  der  Gebäude  ist  demnach  nicht  einzu-
treten. Ebenso ist auf den Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Abbruchbewilligung 
nicht einzutreten.