# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75be582c-b876-5f32-8aec-c604bb6b2f7c
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 07.01.2026 WPR.2026.3
**Docket/Reference:** WPR.2026.3
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2026-3_2026-01-07.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2026.3 / sa / Bu 
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 7. Januar 2026 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger  

Gerichtsschreiberin i.V. Angliker  

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau  

vertreten durch lic. iur. Thomas Hefti, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau  

 

 
   

Gesuchsgegner   B._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Türkei  

z. Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich   

amtlich vertreten durch lic. iur. Donato Del Duca, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reist am 20. März 2023 illegal in die Schweiz ein und 

stellte gleichentags ein Asylgesuch (Akten des Amts für Migration und 

Integration [MI-act.] 5 ff.).  

 

Mit Zuweisungsentscheid vom 15. Juni 2023 wies das Staatsekretariat für 

Migration (SEM) den Gesuchsgegner dem Kanton Aargau zu (MI-

act. 24 f.).  

 

Vom 20. bis 21. Februar 2024 befand sich der Gesuchsgegner in 

stationärer Behandlung in der Klinik der K._____ (K._____) (MI-act. 82). 

Zudem war der Gesuchsgegner vom 18. bis 24. März 2025 in der K._____ 

fürsorgerisch untergebracht (MI-act. 87 ff., 95 ff.). 

 

Das SEM lehnte das Asylgesuch des Gesuchgegners mit Entscheid vom 

11. Juli 2025 ab, wies ihn aus der Schweiz weg und verpflichtete ihn, die 

Schweiz und den Schengen-Raum am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu 

verlassen (MI-act. 27 ff.). 

 

Am 2. September 2025 schrieb C._____, der Taufpate des 

Gesuchsgegners, dem Migrationsamt St. Gallen, der Gesuchsgegner wäre 

froh, wenn er eine Aufenthaltsbewilligung erhielte (MI-act. 44). Dieses 

Schreiben wurde am 8. September 2025 ans Amt für Migration und 

Integration Kanton Aargau (MIKA) weitergeleitet (MI-act. 43 f.). 

 

Die gegen das abgelehnte Asylgesuch erhobene Beschwerde wies das 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-5540/2025 vom 8. September 2025 

ab (MI-act. 50 ff.). Mit Schreiben vom 16. September 2025 setzte das SEM 

dem Gesuchsgegner eine neue Ausreisefrist bis zum 16. Oktober 2025 an 

(MI-act. 47). 

 

Am 17. September 2025 stellte der Gesuchsgegner ein Mehrfachasyl-

gesuch, worauf das SEM am 19. September 2025 den Vollzug der Weg-

weisung einstweilen aussetzte (MI-act. 63). Das SEM schrieb das Mehr-

fachasylgesuch des Gesuchsgegners am 30. September 2025 formlos ab 

(MI-act. 67 ff.). 

 

Das MIKA führte mit dem Gesuchsgegner am 10. Oktober 2025 ein 

Ausreisegespräch. Dabei gab dieser zu Protokoll, er habe Panikattacken 

und eine Rückreise in die Türkei wäre auch ohne Panikattacken schwierig 

für ihn. Er brauche ein bis zwei Monate Zeit (MI-act. 107 ff.). Am 

17. Oktober 2025 erklärte der Gesuchsgegner gegenüber der 

Rückkehrberatung des MIKA, er sei grundsätzlich zur Ausreise bereit, 

 - 3 - 

 

 

brauche aber einen Monat Zeit, um sich psychisch auf die Reise 

vorzubereiten (MI-act. 114). 

 

Der Gesuchsgegner unterzeichnete am 24. Oktober 2025 eine 

Absichtserklärung zur freiwilligen Rückkehr und kreuzte an, aus seiner 

Sicht bestünden keine medizinischen Probleme, die gegen eine Flugreise 

in sein Herkunfts-/ Heimatland sprächen (MI-act. 117). Gleichentags sowie 

am 27. und 28. Oktober 2025 kontaktierte der Gesuchsgegner das MIKA 

und gab an, er habe die Freiwilligkeitserklärung unterschrieben, ohne deren 

Inhalt zu verstehen. Der Dolmetscher habe ihm dies nicht erklärt, unter 

diesen Umständen sei er aktuell nicht zur freiwilligen Rückreise in die 

Türkei bereit (MI-act. 119 f.). 

 

Am 12. November 2025 meldete das MIKA den Gesuchsgegner für einen 

unbegleiteten Flug nach Q._____ an (MI-act. 135 ff.).  

 

Das MIKA erteilte der Kantonspolizei Aargau am 4. Dezember 2025 den 

Auftrag zur Festnahme des Gesuchsgegners (MI-act. 140). 

 

Der Gesuchsgegner wies mit Schreiben vom 9. Dezember 2025 erneut auf 

seine gesundheitlichen Probleme hin, wobei aus dem Schreiben nicht 

hervor geht, an wen dieses adressiert wurde (MI-act. 143). 

 

Am 5. Januar 2026, 14.45 Uhr, wurde der Gesuchsgegner angehalten und 

gleichentags dem MIKA zugeführt (MI-act. 162 ff.). Die Hafterstehungs-

fähigkeit des Gesuchsgegners wurde gleichentags geprüft und bejaht (MI-

act. 157 f.). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

6. Januar 2026 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 170 ff.). Im Anschluss an die Be-

fragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft 

wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 5. Januar 2026, 14.45 Uhr. Sie wird in Anwendung 
von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 4. April 2026, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 

 - 4 - 

 

 

Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  
 
4. 
Sollte sich die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung als 
medizinisch notwendig erweisen, so findet die Inhaftierung in der K._____ 
R._____ oder einer anderen geeigneten Anstalt statt. 

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 5, act. 39). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 5, act. 39): 

 

1. 
Die mit Verfügung vom 6. Januar 2026 angeordnete Ausschaffungshaft 
des Gesuchstellers sei nicht zu bestätigen. 
 
2. 
Es sei der Gesuchsteller anzuweisen, den Gesuchsgegner unverzüglich 
aus der Haft zu entlassen. 
 
3. 
Eventuell sei der Gesuchsgegner im Falle einer Inhaftierung in eine 
geeignete Klinik unterzubringen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und 

Angemessenheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft 

aufgrund einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden 

(Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- 

und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes 

zum Ausländerrecht vom 25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die 

Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten 

Anhaltung der betroffenen Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. 

b/aa). 

 

 - 5 - 

 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 5. Januar 2026, 

14.45 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 7. Januar 

2026, 14.00 Uhr; das Urteil wurde um 14.50 Uhr eröffnet. Die richterliche 

Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landes-

verweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugsver-

ordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den Gesuchs-

gegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Mit Entscheid vom 11. Juli 2025 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab und wies ihn aus der Schweiz weg (MI-act. 27 ff.). Die 

dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht am 

8. September 2025 ab, wodurch der Wegweisungsentscheid in Rechtskraft 

erwuchs (MI-act. 50 ff.). Das Mehrfachasylgesuch des Gesuchsgegners 

schrieb das SEM am 30. September 2025 formlos ab (MI-act. 142 ff.). 

Damit liegt ein rechtsgenüglicher Wegweisungsentscheid vor. 

 

Daran vermag die Tatsache nichts zu ändern, dass der Gesuchsgegner am 

9. Dezember 2025 erneut eine Eingabe gemacht hat, welche offenbar als 

erneutes Mehrfachasylgesuch behandelt wird, da das SEM einen 

entsprechenden negativen Entscheid gemäss Aussagen des Vertreters 

des Gesuchstellers in den nächsten Tagen versenden wird (MI-act. 154; 

 - 6 - 

 

 

Protokoll S. 3 f., act. 37 f.). Auch das Schreiben von C._____ an die 

Migrationsbehörden des Kantons St. Gallen ändert nichts am Vorliegen 

eines rechtsgenüglichen Wegweisungsentscheides. Da der Gesuchsge-

gner dem Verfasser des Schreibens keine Vollmacht erteilte, wurde die 

Eingabe gemäss Auskunft des Vertreters des Gesuchstellers nicht weiter 

behandelt (MI-act. 44; Protokoll S. 3, act. 37). 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen 

würden. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzes-

bestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person 

der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Bolzli/de Weck/Hruschka/Priuli/Zünd [Hrsg.], 

Kommentar Migrationsrecht, 6. Aufl. 2026, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE 

 - 7 - 

 

 

SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum 

Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, N. 17 zu Art. 76). 

 

3.2. 

Der Gesuchsgegner gab im Rahmen eines Ausreisegespräche gegenüber 

dem MIKA an, er habe Panikattacken und er brauche ein bis zwei Monate 

Zeit (MI-act. 107 ff.). Ebenso erklärte er am 17. Oktober 2025 gegenüber 

der Rückkehrberatung des MIKA, er sei grundsätzlich bereit, auszureisen, 

brauche aber einen Monat Zeit, um sich psychisch auf die Reise 

vorzubereiten (MI-act. 114). Am 24. Oktober 2025 unterzeichnete der 

Gesuchsgegner eine Absichtserklärung zur freiwilligen Rückkehr (MI-

act. 117). Nach wenigen Tagen kontaktierte der Gesuchsgegner jedoch 

das MIKA und gab an, er habe den Inhalt des Schreibens nicht verstanden 

und sei aktuell nicht zur Rückkehr bereit (MI-act. 119 ff.).  

 

Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs betreffend Anordnung 

einer Ausschaffungshaft gab der Gesuchsgegner am 6. Januar 2026 zu 

Protokoll, er brauche mehr Zeit, um sich besser zu fühlen. Dann könnte er 

allenfalls zurückkehren (MI-act. 170 ff.). An der heutigen Verhandlung 

erklärte er, er wolle ausreisen, sobald er gesund sei. Dies werde nicht ewig 

dauern. Aktuell sei er aber nicht zur Ausreise bereit (Protokoll S. 4, act. 38).  

 

Nachdem der Gesuchsgegner aufgrund des negativen Asylentscheids des 

SEM vom 11. Juli 2025 aktuell dazu verpflichtet ist, die Schweiz zu 

verlassen (MI-act. 27 ff.), sofern er reisefähig ist und die Reisefähigkeit des 

Gesuchsgegners geprüft und bejaht wurde (MI-act. 137 f.), steht es ihm 

nicht zu, die Ausreise zu verweigern.  

 

In der stetigen Weigerung, seiner Ausreisepflicht nachzukommen bzw. in 

deren Verzögerung durch die wiederkehrende Bitte nach mehr Zeit, ist ein 

klares Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der 

Ausschaffung entziehen will. So ist er entgegen seiner eigenen Aussage 

trotz Vorbereitungszeit nicht innerhalb von ein oder zwei Monaten nach 

dem Ausreisegespräch ausgereist. Aufgrund seines gesamten bisherigen 

Verhaltes ist nicht davon auszugehen ist, dass er nach einer Entlassung 

aus der Ausschaffungshaft die Schweiz selbständig in Richtung Türkei 

verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 

Ziff. 4 AIG erfüllt.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 4, act. 38). 

 

 - 8 - 

 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde. Dass die Haft geeignet ist, den Weg-

weisungsvollzug sicherzustellen, liegt auf der Hand und bedarf keiner 

weiteren Ausführungen. Die Haft erweist sich zudem auch als notwendig, 

da Untertauchensgefahr vorliegt. Es ist keine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ersichtlich. 

 

Was die Verhältnismässigkeitsprüfung im engeren Sinne betrifft, ist festzu-

halten, dass regelmässig von einem sehr grossen öffentlichen Interesse an 

einer Administrativhaft zur Durchsetzung der Wegweisung auszugehen ist, 

wenn sich eine betroffene Person weigert, auszureisen. Zwar ist denkbar, 

dass das öffentliche Interesse im konkreten Einzelfall nicht überwiegt, wenn 

sich die Haft für die betroffene Person als äusserst belastend erweist. Dies 

ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Die Hafterstehungsfähigkeit des 

Gesuchsgegners wurde geprüft und bejaht (MI-act. 156 ff.). Den 

psychischen Problemen des Gesuchsgegners kann im Rahmen des Haft-

vollzugs weiterhin Rechnung getragen werden. So ist auch die allfällige 

Inhaftierung in einer psychiatrischen Klinik vorgesehen, sollte sich sein 

Zustand verschlechtern. Andere relevante private Interessen, welche im 

Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung zu berücksichtigen wären, sind 

nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Insgesamt sind 

somit im Moment keine Gründe ersichtlich, welche die Haft als 

unverhältnismässig erscheinen lassen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

 - 9 - 

 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden 

kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftver-

längerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor 

Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 6. Januar 2026 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

4. April 2026, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die 

Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau 

erfolgen. Soweit medizinisch notwendig kann die Inhaftierung in der Klinik 

 - 10 - 

 

 

der K._____ (K._____) in R._____ oder einer anderen geeigneten Anstalt 

stattfinden. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 8. Januar 2026 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Donato Del Duca, Rechtsanwalt, 

Baden, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftent-

lassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundes-

gerichtsgesetz; BGG; SR 173.110]). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 7. Januar 2026 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

      i.V.  

 

Busslinger Angliker