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**Case Identifier:** 7e4b378f-8299-5d02-a079-2125aa2bc039
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.07.2023 200 2022 358
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-358_2023-07-05.pdf

## Full Text

200 22 358 IV
MAK/PES/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Juli 2023

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Mai 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juli 2023, IV/22/358, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nach einer erstmaligen Anmeldung im Kindesalter wegen psychomotori-
scher Probleme sowie eines Aufmerksamkeitsdefizits (Antwortbeilage 
[AB] 1), welche zu keinem Leistungsanspruch führte (vgl. AB 10, 12), mel-
dete sich der 1994 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) im Dezember 2020 bei der Invalidenversicherung für 
eine berufliche Integration/Rente an. Dabei gab er an, seit etwa 2016 an 
einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Angststörung zu lei-
den (AB 13). 

Nach ersten Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht 
(AB 22, 24 f., 31, 35) und Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD; AB 37) hielt die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. 
Beschwerdegegnerin) mit Mitteilung vom 10. September 2021 fest, gemäss 
Abklärungen seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht 
auf Erfolg möglich. Sie prüfe den Anspruch auf eine Rente (AB 52). Die IV-
Stelle beauftragte hierauf schliesslich (vgl. AB 43, 46) die MEDAS 
D.________ mit der Erstellung eines medizinischen Gutachtens in den 
Fachrichtungen Psychiatrie und Allgemeine Innere Medizin (AB 53; siehe 
das Gutachten vom 4. Januar 2022 inkl. Aktenauszug, Teilgutachten, Labor 
und Fragebogen in AB 59.1 - 59.6).

Mit Vorbescheid vom 28. Januar 2022 stellte die IV-Stelle dem Versicher-
ten in der Folge die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Die 
medizinischen Abklärungen und fachärztlichen Beurteilungen hätten erge-
ben, dass keine IV-relevante Diagnose mit langandauernder Auswirkung 
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliege. Es bestehe keine IV-
relevante gesundheitliche Einschränkung, welche Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung begründen würde (AB 60). 

Hiergegen erhob der Versicherte unter Beilage einer Stellungnahme seines 
behandelnden Psychiaters vom 25. Februar 2022 und den aktuellen Leitli-
nien ʺPosttraumatische Belastungsstörungʺ und ʺDiagnostik und Behand-
lung von akuten Folgen psychischer Traumatisierungʺ der Deutschsprachi-

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gen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) am 1. März 2022 Ein-
wand (AB 65). Nach Einholung einer Stellungnahme der MEDAS 
D.________ zu den erhobenen Einwänden (vgl. AB 67 f.) verfügte die IV-
Stelle am 5. Mai 2022 ihrem Vorbescheid entsprechend die Abweisung des 
Leistungsbegehrens (AB 69).

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch das 
B.________, handelnd durch Rechtsanwältin C.________, am 7. Juni 2022 
Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben und es seien ihm nach Vornahme der notwendigen Abklärun-
gen die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Zudem sei ihm die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren – unter Kostenfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2022 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
5. Mai 2022 (AB 69). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere 
eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die 
angefochtene Verfügung vom 5. Mai 2022 (AB 69), womit sie nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt 
der Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs vor dem 
1. Januar 2022 (siehe AB 13 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb die Be-
stimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 
2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch 

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Rz. 9100 f. des Kreisschreibens des Bundesamts für Sozialversicherungen 
[BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur 
Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 
146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

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ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 5. Mai 2022 (AB 69) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen 
auf des bidisziplinäre Gutachten der MEDAS D.________ vom 4. Januar 
2022 (AB 59.1 - 59.6). 

Das Gutachten ergab in der bidisziplinären Gesamtbeurteilung keine Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Agoraphobie (ICD-10: F40.0), 
psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeits-
syndrom – gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatz-
drogenprogramm (ICD-10: F12.22), psychische und Verhaltensstörungen 
durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom – Teilremission (ICD-10: F17.201), ein 
Status nach psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädli-
cher Gebrauch (ICD-10: F10.1), sowie eine Adipositas festgehalten 
(AB 59.1 S. 5 f.). 

Gemäss psychiatrischem Fachgutachter liess sich auf der Basis der aktuell 
erhobenen Befunde, eigenanamnestischer Angaben sowie der zum Unter-
suchungszeitpunkt verfügbaren Aktenlage eine Krankheitsentität des 
psychiatrischen Fachgebietes im Sinne der ICD-10-Klassifikation psychi-
scher Störungen mit derzeitiger Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nicht veri-
fizieren. Es habe vor dem singulären Hintergrund individueller Aussagen 
seitens des Versicherten lediglich eine Agoraphobie (ICD-10: F40.0) identi-
fiziert werden können, deren reale Symptomexpression – unter Berücksich-
tigung des hochauffälligen Ergebnisses der durchgeführten Beschwerdeva-
lidierung – kein die Arbeitsfähigkeit limitierendes Ausmass erreicht habe. 

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Eine etwaige Präsenz wechselhaft deprimierter Gemütszustände würde 
sich wiederum primär im Rahmen bestehender Probleme in den sozialen 
Bereichen (z.B. finanzielle Schwierigkeiten) erklären und wäre daher rein 
reaktiver Genese. Inwieweit der affektive Status zusätzlich durch externe 
Einflüsse, beispielsweise den Beikonsum von Tetrahydrocannabinol (THC), 
potenziell mitbelastet werde, bleibe in Anbetracht diesbezüglich zwar auf-
fälliger, hingegen nicht eindeutiger Laborbefunde spekulativ, jedoch letzt-
lich ohne Auswirkungen auf die gutachterlichen Schlussfolgerungen 
(AB 59.3 S. 7). 

Der Versicherte habe berichtet, während seiner Kindheit und Jugend keine 
psychischen Schwierigkeiten gehabt zu haben. Diese hätten vor etwa vier 
bis fünf Jahren ihren primären Ursprung genommen und sich in den letzten 
drei Jahren weiter progredient entwickelt. Er sei derzeit "depressiv", habe 
Angst vor fremden Personen und Angst, sich unter vielen Menschen aufzu-
halten. Der Versicherte beklage zudem wiederkehrende ʺPanikattackenʺ, 
welche ausschliesslich in besonderen Situationen zum Ausbruch gelang-
ten, beispielsweise, wenn er sich allein im Supermarkt bzw. in Bus und 
Bahn oder in grösseren Menschenmengen befinde. Gelinge es ihm, sich 
dieser Situation zu entziehen, stabilisiere sich rasch auch seine psychische 
Verfassung. Beim Vermeiden von entsprechenden Umgebungen stellten 
sich derartige Zustände bei ihm nicht ein. Dies seien sämtliche seiner psy-
chischen Deviationen (AB 59.3 S. 8 f.). 

Zwischen seinem 18. und 22. Lebensjahr habe er täglich Cannabis konsu-
miert und exzessiv Alkohol getrunken. Heutzutage trinke er maximal noch 
ein Glas Wein im Jahr und inhaliere ausschliesslich CBD. Früher habe er 
etwa 20 - 40 Zigaretten täglich geraucht, aktuell noch maximal fünf bis zehn 
pro Woche. Während der ersten Lehre vor neun Jahren sei er von einem 
Arbeitskollegen zwei Wochen lang gemobbt und körperlich misshandelt 
worden. Schliesslich sei er nicht mehr zur Arbeit gegangen. Seine Mutter 
und der Grossvater mütterlicherseits hätten Probleme mit depressiven Zu-
ständen gehabt (AB 59.3 S. 9).

Die im Austrittbericht der Psychiatrischen Dienste E.________ vom 25. Ok-
tober 2017 erhobene diagnostische Bewertung einer ʺmittelgradigen de-
pressiven Episodeʺ (ICD-10: F32.1) werde aus gutachterlicher Sicht nicht 

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geteilt, da diese in direkter Komorbidität mit ʺpsychischen und Verhaltens-
störungen durch Cannabinoide: Schädlicher Gebrauchʺ (ICD-10: F12.1) zur 
Dokumentation gelangt sei und daher dem unter G3 der allgemeinen dia-
gnostischen Kriterien des Unterkapitels F32 der ICD-10 formulierten Aus-
schlussvorbehalt unterlegen habe. Weitere diagnostische Erwägungen im 
Verlauf der zum Untersuchungszeitpunkt verfügbaren Aktenlage im Sinne 
einer generalisierten Angst- (ICD-10: F41.1) bzw. posttraumatischen Belas-
tungsstörung (ICD-10: F43.1) hätten ebenso wenig Bestand. Die seitens 
der ICD-10 diesbezüglich definierten Kriterien seien nicht oder in nicht aus-
reichender Form erfüllt gewesen. Beispielsweise verlangten die diagnosti-
schen Kriterien der ICD-10 in Bezug auf eine posttraumatische Belastungs-
störung (ICD-10: F43.1) das stattgehabte Erleben einer Belastung von 
ʺaussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmassʺ, wie sie 
bei Geiselnahmen, Folterprozeduren oder Massenvergewaltigungen zum 
Ausdruck komme. Sodann werde das aktive ʺ…Wiedererleben der Belas-
tung durch aufdringliche Nachhallerinnerungen (’Flashbacks’) bzw. leben-
dige Erinnerungen oder sich wiederholende Träume…ʺ gefordert. Weiter 
sei festgelegt, dass die assoziierten Beschwerden typischerweise ʺinner-
halb von sechs Monaten nach dem Belastungsereignis oder nach Ende 
einer Belastungsperiodeʺ zum Ausbruch kämen. Die beim Versicherten 
einzig zugrunde gelegten mutmasslich traumatisierenden Ereignisse gin-
gen auf seine Lehrzeit vor neun Jahren zurück und entsprächen aus gut-
achterlicher Sicht nicht ausreichend den definierten Vorgaben. Unabhängig 
davon umfasse die durchschnittliche Dauer einer unbehandelten posttrau-
matischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) gemäss der internationalen 
Literatur einen Zeitraum von etwa 64 Monaten. Nur selten erfolge der 
Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelas-
tung (ICD-10: F62.0), für die es im vorliegenden Fall gleichfalls keine rich-
tungsweisenden Anzeichen gebe (AB 59.3 S. 10). 

Nachdem sich auch aus internistischer Sicht keine versicherungsmedizi-
nisch relevanten Erkrankungen fanden (AB 59.4 S. 6), wurde der Versi-
cherte von den Gutachtern – von leichten Beeinträchtigungen der Gruppen-
fähigkeit abgesehen – als in seinen Fähigkeiten weder psychisch noch kör-
perlich beeinträchtigt beurteilt (AB 59.1 S. 6 f.). Seine Angaben hätten aus 
isolierter klinischer Beurteilungsperspektive zwar partiell plausibel, jedoch 

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akzentuiert beeinflusst von einem deutlich subjektiv determinierten Bewer-
tungshorizont gewirkt. Zudem habe sich in einem durchgeführten Be-
schwerdevalidierungsverfahren der faktische Beweis einer nicht-authenti-
schen Beschwerdeschilderung ergeben. In retrospektiver Bewertung der 
Arbeitsfähigkeit könne festgestellt werden, dass diese – ausserhalb etwaig 
stattgehabter Hospitalisations- sowie sich anschliessender Rekonvales-
zenzphasen – seit jeher ein uneingeschränktes Niveau beinhaltet habe und 
die gescheiterten beruflichen Eingliederungsversuche am ehesten auf eine 
unzureichende Motivationslage im Rahmen der Primärpersönlichkeit des 
Versicherten zurückzuführen seien. Es hätten sich fächerübergreifend kei-
ne die Arbeitsfähigkeit limitierenden Befunde ergeben. Es bestehe eine 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (AB 59.1 S. 7 f.).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch täti-
gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizini-

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sches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 
E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

3.3 Das bidisziplinäre Gutachten der MEDAS D.________ vom 4. Ja-
nuar 2022 (AB 59.1 - 59.6) erfüllt sämtliche der in E. 3.2 hiervor genannten, 
von der Rechtsprechung an solche Expertisen gestellten Anforderungen. 
Es ist im Hinblick auf die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseiti-
gen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. In der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
ist es einleuchtend und die getätigten Schlussfolgerungen sind begründet. 
Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen 
würden, sind keine ersichtlich. In den gesamten Akten findet sich nichts, 
was von den Gutachtern unerkannt oder ungewürdigt geblieben wäre. Das 
Gutachten hat somit volle Beweiskraft. 

Daran vermögen die Ausführungen des behandelnden Psychiaters, 
Dr. med. F.________, Facharzt für Kinder- und Jungendpsychiatrie und 
-psychotherapie (vgl. AB 65 S. 2 - 4 sowie Beschwerdebeilage [BB] 2), kei-
nerlei Zweifel zu begründen. Die Beschwerde erschöpft sich in einer Zu-
sammenfassung derselben (vgl. Beschwerde Ziff. IV/3. S. 4 f.). Dr. med. 
F.________ hält an der von ihm gestellten Diagnose einer posttraumati-
schen Belastungsstörung fest, ohne Aspekte zu benennen, die von den 
Gutachtern unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Die Gutachter 
haben sowohl im Gutachten (siehe insbesondere AB 59.3 S. 10; vgl. E. 3.1 
Abs. 6 hiervor) als auch in ihrer Stellungnahme vom 5. April 2022 (AB 68) 
überzeugend dargelegt, weshalb die seitens der ICD-10 definierten Kriteri-
en einer posttraumatischen Belastungsstörung beim Beschwerdeführer 
nicht oder in nicht ausreichender Form erfüllt waren. Dass der behandelnde 
Psychiater den Sachverhalt medizinisch-psychiatrisch unverändert anders 

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interpretiert, ist nicht geeignet, das Gutachten in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen. Soweit Dr. med. F.________ be-
anstandet, dass die Gutachter den seinerseits verordneten CBD-Konsum 
(vgl. AB 31 S. 3) als ärztlich überwachtes Ersatzdrogenprogramm (vgl. 
AB 59.1 S. 6) und nicht als integrierten Behandlungsversuch der vermeint-
lichen posttraumatischen Belastungsstörung qualifizieren (vgl. AB 65 Ziff. 1 
S. 3; BB 2 Ziff. 4 S. 2), ist festzuhalten, dass dies direkte Folge des gutach-
terlichen Ausschlusses einer posttraumatischen Belastungsstörung ist. An-
gesichts des Umstandes, dass beim Beschwerdeführer aufgrund der La-
borbefunde mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von einem Cannabinoid-
Abhängigkeitssyndrom auszugehen ist, erscheint die Qualifikation als Er-
satzdrogenprogramm schlüssig (vgl. AB 68 S. 3). Mangels Relevanz für die 
gutachterlichen Schlussfolgerungen erübrigen sich Weiterungen hierzu.

Nach der Rechtsprechung kommt den Gutachtern, was die Wahl der Un-
tersuchungsmethoden betrifft, ein weiter Ermessensspielraum zu. Das be-
inhaltet auch die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen 
(vgl. SVR 2021 UV Nr. 19 S. 96 E. 6.4; Entscheid des Bundesgerichts vom 
30. Januar 2015, 8C_277/2014, E. 5.2). Medizinisch-diagnostische Metho-
den müssen wissenschaftlich anerkannt sein, damit der mit ihnen erhobene 
Befund beweiswertig ist und so eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu 
bieten vermag. Als wissenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart, 
wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft 
auf breiter Basis anerkannt ist (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; SVR 2019 
UV Nr. 31 S. 118 E. 6.2.2). Dies trifft auf das SRSI unstrittig zu (vgl. AB 68 
S. 2 sowie BB 2 Ziff. 3). Wenn der psychiatrische Gutachter angesichts der 
ausführlichen Anamnese und der eigenen Untersuchungen und Befunde 
neben Labor und SRSI keine zusätzlichen Tests für erforderlich erachtete, 
bewegt er sich im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens. Gegen die 
Zuverlässigkeit seiner gutachterlichen Beurteilung spricht dies nicht. 

Gleiches gilt für den Umstand, dass der Gutachter eine persönliche Kon-
taktaufnahme mit dem behandelnden Therapeuten als nicht notwendig er-
achtete (vgl. AB 59.3 S. 7), dient eine solche doch primär der Anamne-
seerhebung und war der Gutachter diesbezüglich doch bereits vollständig 
dokumentiert (vgl. SVR 2019 IV Nr. 41 S. 134 E. 5.2.2.1). 

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Soweit der behandelnde Psychiater den Aussagegehalt des psychiatri-
schen Gutachtens mit der seines Erachtens eher kurzen Dauer der Unter-
suchung von 75 Minuten (vgl. AB 59.3 S. 1) in Zweifel zu ziehen versucht 
(vgl. AB 65 S. 3 f.), ist festzuhalten, dass es für den Aussagegehalt eines 
medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersu-
chung ankommt; massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich 
vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Zwar muss der für eine psychia-
trische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung 
und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein. Wie hoch 
dieser im Einzelfall zu veranschlagen ist, unterliegt letztlich aber der Fach-
kenntnis und dem Ermessensspielraum des damit befassten Experten 
(SVR 2021 IV Nr. 12 S. 34 E. 3.2.3.2, 2019 IV Nr. 85 S. 280 E. 6, 2017 IV 
Nr. 75 S. 232 E. 4.3). Dass der zeitliche Aufwand vorliegend nicht ange-
messen gewesen wäre, kann angesichts des nach dem Dargelegten inhalt-
lich vollständigen und im Ergebnis schlüssigen Gutachtens ausgeschlossen 
werden. 

3.4 Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt mit dem bi-
disziplinären Gutachten der MEDAS D.________ vom 4. Januar 2022 
(AB 59.1 - 59.6) hinreichend abgeklärt. Mangels eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens besteht kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden-
versicherung. Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
5. Mai 2022 (AB 69) ist somit nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 800.-- festzusetzen und 
– unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem unterliegenden 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juli 2023, IV/22/358, Seite 13

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

4.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

4.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG).

4.3.2 Aufgrund der zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einge-
reichten Unterlagen (act. IA) ist die Prozessbedürftigkeit des Beschwerde-
führers erstellt. Das vorliegende Beschwerdeverfahren war auch nicht als 
von vornherein aussichtslos zu bezeichnen. Damit sind die Voraussetzun-
gen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Beschwerdever-
fahren erfüllt. Das Gesuch ist somit gutzuheissen. Der Beschwerdeführer 
ist folglich – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilpro-
zessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Ver-
fahrenskosten zu befreien (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juli 2023, IV/22/358, Seite 14

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdefüh-

rers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.