# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65a73ee6-e0e0-58a1-8b5b-b2d3828cd036
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-21
**Language:** de
**Title:** Aus Handverletzung resultiert weder in angestammter Haupterwerbstätigkeit noch in bisherigen Nebenbeschäftigungen eine Arbeitsunfähigkeit; Integritätseinbusse erreicht Mindestwert von 5 % für Entschädigunganspruch nicht; Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2014.00056
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00056.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00056
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
21. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X.___
ist seit dem 18. Mai 1995 als
Produktions
mitar
beiter
im Pensum von 100 %
bei der
Y.___
AG angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obliga
torisch ver
sichert (Urk. 8/1)
; nebst dieser Tätigkeit geht er drei Nebenbeschäfti
gungen nach
(vgl. etwa Urk. 8/119, Urk. 8/144)
. Mit Schadenmeldung UVG vom 18. August 2011 (Urk. 8/1) liess er d
er SUVA
mitteilen, er habe sich, als er am 17. August 2011 eine Störung an einer PFA
Lining
-Maschine habe beheben wollen, an der rechten Hand verletzt. Die SUVA anerkannte ihre
Leistungs
pflicht
im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis in der Folge und erbrachte Tag
geld- sowie Heilbehandlungsleistungen (Urk. 8/
42)
.
Am 13. Februar 2012 nahm der Versicherte die Arbeit
bei der
Y.___
AG
wieder im Pensum von 50 % auf, und
seit
2. April 2012 arbeitet er wieder vollzeitlich
(Urk
. 8/76 S. 1, Urk. 8/83 f.). Nachdem die SUVA ihn am 15. November 2012 von ihrem Kreis
-
arzt Dr. med.
Z.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, hatte untersu
chen lassen (vgl. Bericht vom 15. November 2
012, Urk. 8/103), teilte sie dem Versicherten
mit Schreiben vom 19. November 2012 (Urk. 8/102) mit, dass der Fall nach Beendigung der noch laufenden Therapie abgeschlossen werde, wobei sie weiter
hin für die Kosten einerseits von vier Arztkonsultationen pro Jahr und andererseits der Schmerzmittel aufkommen werde. Ein Anspruch auf eine Rente oder eine Integritätsentschädigung bestehe nicht.
Nach
weiteren, insbesondere die Arbeitsfähigkeit in den im Zeitpunkt des Unfalls ausgeübten
Nebenerwerbs
tätigkeiten
betreffenden Abklärungen
(Urk. 8/119,
Urk. 8/127, Urk. 8/131, Urk. 8/134, Urk. 8/138 f., Urk. 8/142, Urk. 8/144
f., Urk. 8/149 f.
)
verneinte s
ie mit Verfügung vom 2. Dezember 2013 (Urk. 8/157) den Anspruch sowohl auf eine Rente als auch auf eine Integritätsentschädigung.
Mit Schreiben vom 3. Dezember 2013 (Urk. 8/158) anerkannte sie den
weiteren
Anspruch des Versi
cherten auf jährlich vier Arztkonsultationen sowie zwei Serien Physio- oder Ergotherapie und auf Schmerzmittel nach ärztlicher Verordnung für die rechte Hand.
Die von
X.___
hiegegen
erhobene Einsprache (Urk. 8/162) wies sie am 27. Januar 2014 ab, soweit sie darauf eintrat (Urk. 2).
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, b
ei der sich der Versicherte am 27. Dezember 2011
zum Leistungs
bezug (berufliche Integration, Rente) angemeldet hatte (Urk. 8/41
), verfügte am 22. Februar 2013 – in Bestäti
gung ihres Vorbescheids vom 11. Januar 2013 (Urk. 8/114 S. f.) – die Abwei
sung seines Rentenbegehrens (Urk. 8/121). Diese
r
Entscheid erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft (vgl. Urk. 12
S. 2
).
2.
Gegen d
en
Einspracheentscheid
der SUVA vom 27. Januar 2014
(Urk. 2) liess
X.___
am 26. Februar 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Der angefochtene Einsprache-Entscheid sei aufzuheben und dem Versi
cherten sei mindestens eine Invalidenrente von 10 % zu gewähren.
2.
Dem Versicherten sei zudem eine Integritätsentschädigung von mindes
tens 5 % zu gewähren.
3.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die laufenden
Physio
the
rapie
kosten
zu übernehmen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die SUVA schloss am 1. April 2014 auf Abweisung der Beschwerde, soweit
darauf
eingetreten werden könne (Beschwerdeantwort, Urk. 7).
Replicando
(Urk. 12) und
duplicando
(Urk. 15) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest; letzteres wurde dem Beschwerdeführer am 20. Mai 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
[ATSG]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG]). Invalidität ist die voraus
sicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditäts
grades
wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der
unfall
bedingten
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die
Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresver
dienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritäts
schadens
abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bun
des
rat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dau
ernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unab
hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beein
trächtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integritätsentschä
digung
die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige
Integri
täts
schäden
aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Inte
gritäts
entschädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
2.
2.1
Die SUVA begründete ihren Einspracheentscheid vom
27. Januar 2014 – unter Hinweis auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr.
Z.___
vom 15. November 2012 (Urk. 8/103) – damit, dass das
als Folge des
Unfall
s
vom 17. August 2011
(zumindest differentialdiagnostisch [Urk. 7 S. 5])
verbleibende leichte
Karpal
tunnelsyndrom
(
CTS
)
rechts
sich weder
auf die Arbeitsfähigkeit
in der ange
stammten Tätigkeit
als Produktionsmitarbeiter
noch
in der Nebenbeschäfti
gung
als Gärtner/
Handyman
auswirke
und auch keinen Integritätsschaden in entschädigungspflichtiger Höhe darstelle
(Urk. 2 S. 3 ff.
, Urk. 7 S. 3 ff.
)
.
Über den
Anspruch auf weitere Heilbehandlungsleistungen
sei nicht zu befinden, habe dieser doch
nich
t Gegenstand der Verfügung vom 2. Dezember 2013
(Urk. 8/
157
)
gebildet. Hinzuweisen sei
diesbezüglich immerhin
darauf
, dass
sie, die SUVA, dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 3. Dezember 2013 in Aussicht gestellt
habe
, weiterhin für die Kosten von
jährlich vier
Arztkonsul
tationen
und zwei Serien Physio- oder Ergotherapie sowie von Schmerzmitteln nach Verordnung aufzukommen (Urk. 2 S. 2 f. und S. 6
, Urk. 7 S. 5
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
zur
Auf
rechterhaltung seiner 100%igen Arbeitsfähigkeit in
der
-
körperlich nicht schwere
n
(Urk. 12 S. 2) -
Tätigkeit
als Produktionsmitarbeiter
bedürfe er weiter
hin der
Physiotherapie
(Urk. 1 S. 3). Seine drei Nebenbeschäftigungen als Gärt
ner seien ihm aufgrund der unfallbedingten Funktionseinschränkungen an der rechten Extremität nicht mehr zumutbar. Betreffend das genaue Ausmass der aus dem Unfall resultierenden Integritätseinbusse sei eine fachärztliche Abklä
rung indiziert; der Schaden betrage aber jedenfalls mindestens 5 %
(Urk. 1 S. 4 ff.).
3.
3.1
Betreffend den aus dem Unfall vom 17. August 2011 verbleibenden
Gesund
heits
schaden
und dessen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen im Zeit
punkt des Fallabschlusses
per
Ende
November
2013 geht aus den medizini
schen Akten im Wesentlichen Folgendes hervor:
Unmittelbar nach dem fraglichen Unfall liess sich der Beschwerdeführer bis 22. August 2011 stationär von den Ärzten des
Spitals A.___
, Klinik für Plastische Chirurgie, behandeln. Im Austrittsbericht vom 25. August 2011 stellten diese folgende Diagnosen (Urk. 8/15 S. 1):
-
Quetschtrauma Hand rechts mit
-
Rissquetschwunde
Digitus
I
ulnar
-
mehrfragmentärer offener Fraktur Endphalanx
Digitus
I
-
Rissquetschwunde
Digitus
II
palmar
und Palma
manus
-
offener mehrfragmentärer intraartikulärer
dislozierter Fraktur
Meta
k
ar
pale II Köpfchen
-
mehrfragmentärer intraartikulärer nicht dislozierter Fraktur
Grund
phalanx
Basis
Digitus
II
-
100%iger Durchtrennung des
ulnaren
Seitenzügels de
r
Sehne des
Mus
cu
lus
flexor
digitorum
superficialis
(Zone 2)
-
50%iger Durchtrennung der Sehne des
Musculus
flexor
digitorum
pro
fundus
(Zone 2)
Im Rahmen eines operativen Eingriffs seien am 17. August 2011 eine
Platten
osteosynthese
Metacarpale
II, eine Spickdrahtosteosynthese Grundphalanx
Digitus
II und eine Sehnennaht des
Musculus
flexor
digitorum
profundus
erfolgt. Der postoperative Verlauf sei komplik
ationslos gewesen
.
3.2
Am 23.
September 2011 wurden die beiden
Kirschnerd
r
ähte
an der
Grundpha
lanx
Digitus
II der rechten Hand wieder entfernt (vgl. Operationsbericht, Urk. 8/19).
3.3
Gestützt auf die Ergebnisse seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 15. No
vember 201
2
gelangte
Dr.
Z.___
im gleichentags verfassten Bericht zum Schluss, dass
von der weiteren Behandlung keine Verbesserung mehr zu erwar
ten sei
. D
er Beschwerdeführer, der seine Tätigkeit als Maschinenbediener seit dem 2. April 2012
-
unter gelegentlicher Einnahme von Schmerzmitteln -
wieder vollumfänglich auszuführen in der Lage sei (Urk. 8/103 S. 4), therapiere sich mit seiner täglichen Arbeit selbst (S. 5).
Eine
Teno
-/
Arth
r
olyse
am
Digitus
II sei nicht indiziert.
Es bestehe ein Ruheschmerz am
rechte
n
Zeig
e
finger. Die rechte Hand weise keine
Dystrophiezeichen
auf. Am
Digitus
I sei die Flexion im
Interphalangealgelenk
auf 20°
reduziert. Die Narben am
Digitus
II seien
reizlos verheilt.
Bezüglich des Umfangs gebe es keinen erheblichen Unterschied
. Es bestehe eine diffuse
Druckdolenz
mit Punktum
maximum
im Bereich des PIP
Gelenks. Die Flexion im PIP und DIP sei deutlich reduziert mit konsekutiver Sperrdistanz zur
Hohlhand
bei maximaler Flexion von zirka 4 cm. Die
Pinch
griffkraft
sei zum
Digitus
II und
Digitus
III etwa um die Hälfte reduziert. Die
rohe Faustschlusskraft der rechten - dominanten - Hand sei um gut ein
en
Drit
tel eingeschränkt. Die Sensibilität an den Fingerkuppen der
Digiti
I und II sei
bei erhaltener Spitz-Stumpf-Diskrimination - etwas vermindert
. Der
Fallab
schluss
sei nun angezeigt;
den laufenden Ergotherapie
-Z
yklus
könne der Beschwer
deführer indes
noch abschliessen
(S. 4).
Von der SUVA seien weiterhin v
ier (Arzt-)Konsultationen pro Jahr und die im Zusammenhang mit den Beschwerden an der rechten Hand verordneten Schmerzmittel zu übernehmen.
Die Integritätseinbusse erreiche keinen Wert, der eine Entschädigung rechtfer
tigte (S. 5).
3.4
Dr. med.
B.___
, Facharzt
FMH
für
Allgemeine
Innere Medizin und
für
Arbeits
me
dizin, ersuchte die SUVA am 14. Dezember 2012 um die weitere Übernahme
der Kosten
von Physio- und Ergotherapie.
Der Beschwerdeführer habe ihn am 14. Dezember 2012 wegen seit dem Abschluss der Physiotherapie am 30. No
vember 2012 zunehmender Schmerzen und
Bewegungseinschränkun
gen
an der Hand aufgesucht. Die Beweglichkeit des schmerzenden rechten Zei
gefingers habe sich tatsächlich verschlechtert.
Da der Beschwerdeführer zu 100 % arbeite, erschienen die geklagten Beschwerden glaubhaft (Urk. 8/107).
3.5
Nachdem sie den Beschwerdeführer am 14. Februar 2013 untersucht hatten, stellten die Ärzte des
Spitals A.___
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, am 15. Februar 2013 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/118 S. 1):
-
Verdacht auf CTS rechts
-
Status nach Quetschtrauma Hand rechts an 17. August 2011
-
Status nach Plattenosteosynthese nach Metakarpale II (1,5 mm winkelstabile Platte, Compact Hand
Synthes
),
Spickdrahtosteosyn
these
(2 x 1 mm
Kirschnerdrähte
) Grundphalanx
Digitus
II rechts sowie Sehnennaht des
Musculus
flexor
digitorum
profundus
am 17. August 2011
Der Beschwerdeführer klage weiterhin über – vor allem im Zeigefinger der rech
ten Hand – bestehende Schmerzen, die bei Belastung, aber auch (insbesondere nachts) in Ruhe aufträten.
Die Beweglichkeit sei ebenfalls deutlich einge
schränkt, was ihn insbesondere bei der Arbeit, der er schmerzbedingt nicht mehr zu 100 % nachgehen könne, beeinträchtige
. Einen Nebenjob als Gärtner habe er deswegen bereits verloren. Die Sensibilität im rechten Zeigefinger sei
gemäss seinen Angaben
praktisch nicht mehr vorhanden, er verspüre nur Schmerzen. Die rechte Hand schlafe – nachts regelmässig und teilweise auch tagsüber – ein (S. 1).
Um ein CTS ausschliessen zu können, sei noch eine neu
rologische Untersuchung indiziert. Sollte ein CTS vorliegen, falle eine operative Dekompression des
Nervus
medianus
in Betracht
(S. 2).
3.6
Am 5. März 2013 wurde der Beschwerdeführer von den Ärzten des
Spitals A.___
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, neurologisch und elektrodiagnostisch untersucht. In ihrem Bericht
vom nämlichen Datum stellten diese
nachstehende Diagnosen (Urk. 8/122 S. 1):
-
Leichtes CTS rechts
-
Status nach Quetschtrauma der Hand rechts vom 17. August 2011
Der Beschwerdef
ührer habe angegeben, seit dem Quetschtrauma im Bereich des Daumens und Zeigefingers an Schmerzen, Minderempfindung und fehlender Kraft zu leiden; diese beiden Finger seien wie tot. Nachdem die Handtherapie abgesetzt worden sei, seien die Schmerzen nach der Arbeit jeweils unerträglich geworden. Derzeit fühle er sich nicht mehr in der Lage, mit seiner rechten (dominanten) Hand Unkraut auszurupfen; er habe belastungsabhängige Schmer
zen und Einschlafsensationen (S. 1). Das leichte CTS rechts vermöge
nur einen Teil des
geklagten
Beschwerdebilds zu erklären. Es habe sich wohl eine
chroni
fizierte
Schmerzsymptomatik mit funktioneller Hypoästhesie der
Digiti
I und II ent
wickelt. Dass eine Karpaltunnel-Spaltung zu einer relevanten Verbes
serung der Beschwerden führen würde, sei wenig wahrscheinlich (S. 2).
3.7
In ihrem Bericht vom
20
. März 2013 stellten die
Ärzte
des
Spitals A.___
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
folgende Diagnosen (Urk. 8/123 S. 1):
-
Verdacht auf CTS rechts
-
Status nach Quetschtrauma Hand rechts am 17. August 2011
-
Status nach Plattenosteosynthese
Metakarpale II (1,5 mm
winkel
stabile
Platte, Compact Hand
Synthes
), Spickdrahtosteosynthese (2 x 1 mm
Kirschnerdrähte
) Grundphalanx
Digitus
II rechts sowie Sehnen
naht des
Musculus
flexor
digitorum
profundus
am 17. August 2011
Eine Dekompression des
Nervus
medianus
dränge sich noch nicht zwingend auf, könnte aber allenfalls eine teilweise Besserung bringen, insbesondere was das Einschlafen der Finger betreffe (S. 1). Ob sich die Schmerzsituation
durch einen derartigen Eingriff oder durch eine Metallentfernung am Metakarpale II
ver
bessern würde, sei unklar.
Der Beschwerdeführer lehne eine Operation derzeit ab; er werde weiterhin zu 100 % in der Fabrik arbeiten. Die Behandlung werde nun abgeschlossen (S. 2).
3.8
Nach Kenntnisnahme der aktuellen medizinischen Berichte hielt der Kreisarzt Dr.
Z.___
in seinem Schreiben vom 15. Mai 2013 an Dr.
B.___
fest, der Fall sei bei voller Arbeitsfähi
gkeit abgeschlossen worden; das Rückfallmelderecht bleibe selbstverständlich erhalten. Die Erheblichkeit, welche eine
Integritätsent
schädigung
rechtfertigte, sei nicht erreicht (Urk. 8/126 S. 1).
3.9
Dr.
B.___
hielt in seinem Verlaufsbericht vom 28. Oktober 2013 (Urk. 8/151) fest, gemäss dem behandelnden Physiotherapeuten bedürfe der Beschwerde
führer, wie eine längere Therapiepause gezeigt habe, zum Erhalt der jetzigen Beweglichkeit und Arbeitsfähigkeit weiterhin der Physiotherapie. Da der Beschwerdeführer arbeitswillig sei und keine Arbeitsunfähigkeit aufweise, seien die entsprechenden Kosten von der SUVA zu übernehmen.
3.10
Am
4
. November 2013 hielt Kreisarzt Dr.
Z.___
fest, dem Beschwerdeführer seien die drei Nebenerwerbstätigkeiten noch voll zumutbar. Das CTS rechts sei unfallkausal; betreffend den Anspruch auf Integritätsentschädigung könne auf die Beurteilungen vom 15. November 2012 (Urk. 8/103) und vom 15. Mai 2013 (Urk. 8/126) verwiesen werden. Gestützt auf Art. 21 UVG seien weiterhin die Kosten von zwei Physio- und
Ergotherapiezyklen
und
vier Arztkonsultationen pro Jahr
sowie
die
betreffend die rechte Hand erforderlichen Schmerzmittel zu übernehmen (Urk. 8/154 S. 3).
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Akten ist zu schliessen, dass von der weiteren Be
handlung der rechten Hand nach Abschluss des im November 2012 noch laufenden Therapiezyklus (Urk. 8/102) kein namhafter Erfolg mehr zu erwarten war. So
lehnte der Beschwerdeführer, der in der angestammten Tätigkeit als Produ
ktionsmitarbeiter bereits seit Anfang April 2012
wieder zu 100 % arbeitsfähig und –tätig ist
,
den noch in Betracht fallenden
, aber gemäss den Ärzten kaum eine wesentliche Besserung versprechenden
operativen Eingriff betreffend
Digitus
II (
Teno
-/
Arthrolyse
)
ebenso
ab
wie
eine – von den Ärzten ebenfalls nicht für dringend indiziert erachtete
–
Dekompression des
Nervus
medianus
(
Urk. 8/76 S. 1, Urk. 8/79 S. 2, Urk. 8/83 S. 2,
Urk. 8/98 S. 2
, Urk. 8/101 S. 1
, Urk. 8/103 S. 5, Urk. 8/123 S. 1 f., Urk. 8/126 S. 1).
D
ie Physi
o
therapie
diente Ende
2012 lediglich noch der
Erhaltung der Beweglichkeit der rechten Hand beziehungsweise der Vermeidung einer Verschlimmerung (
vgl. insbesondere
Urk.
8/151
).
Insofern ist nicht zu beanstanden, dass die SUVA
den Fall
auf das Ende des
noch bis 30.
November 2012 laufenden Therapiezyklus hin
abschloss (E. 1.
3
).
4.2
Die SUVA hat mit Schreiben vom 3. Dezember 2013 (Urk. 8/158) anerkannt, dass der Beschwerdeführer – in Form von jährlich vier Arztkonsultationen sowie zwei Serien Physio- oder Ergotherapie und von ärztlich verordneten Schmerzmitteln – auch über den Fallabschluss hinaus Anspruch auf
Heilbe
handlungsleistungen
hat.
Im angefochtenen Einspracheentscheid hat sie ledig
lich auf dieses Schreiben hingewiesen (Urk. 2 S. 5), ohne über den entsprechen
den Anspruch zu befinden
(Urk. 1 S. 3)
.
Da i
m
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbe
hörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheent
scheids
– Stellung genommen hat, ist betreffend den Antrag auf Übernahme der laufenden Physiotherapiekosten (Urk. 1 S. 2)
nicht auf die Beschwerde einzutreten
(
vgl.
hiezu
BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Dem Beschwerdeführer bleibt es indes unbenommen, die SUVA diesbezüglich um Erlass einer Verfügung zu ersuchen
und
einen allfälligen entsprechenden Einspracheentscheid zu gegebener Zeit beschwerdeweise anzufechten.
4.3
4.
3
.1
Aufgrund der aktenkundigen medizinischen Beurteilungen s
teht
fest
, das
s
der Beschwerdeführer auch im Zeitpunkt des Fallabschlusses
–
in Form von Schmerzen, Minderempfindungen, fehlender Kraft und eingeschränkter Beweg
lichkeit
im Bereich von Daumen- und Zeigefinger
–
noch
an
im Zusammenhang mit dem beim Unfall vom 17. August
2011 erlittenen Quetschtrauma
der rech
ten Hand stehenden
Restb
eschwerden
litt
. Diese liessen sich allerdings nur teil
weise
mit den objektivierbaren Befunden beziehungsweise dem leichte
n
CTS erklären
(vgl.
hiezu
insbesondere
Urk. 8/103 S. 5,
Urk. 8/118
und
Urk. 8/122
).
4.3
.2
Was die Auswirkungen der verbleibenden Unfallfolgen auf das Leistungsvermö
gen anbelangt, ging die SUVA
aufgrund der zitierten
Arztberichte
zu Recht davon aus, dass d
er Beschwerdeführer
, der seit 2. April 201
2
wieder vollzeitlich als Produktionsmitarbeiter arbeitet, in dieser Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig
sei
(vgl.
hiezu
insbesondere Urk. 8/103 S. 4, Urk. 8/107, Urk. 8/123 S. 2, Urk. 8/126 S. 1 und Urk. 8/151).
Auch betreffend die drei Nebenbeschäftigungen wurde von keinem Arzt eine Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Im Gegenteil hielt d
er Haus
arzt Dr.
B.___
in seinem Verlaufsbericht vom 28. Oktober 2013 explizit fest, dass der Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit aufweise (Urk. 8/15
1)
, und der Kreisarzt Dr.
Z.___
bestätigte am
4
. November 2011 ausdrücklich auch für sämtliche bisherige
n
Nebenerwerbstätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit (Urk. 8/154 S. 3)
.
Anhaltspunkte für eine
(unfallbedingte) Unzumutbarkeit der
Nebenerwerbstätig
keiten
gibt es auch in den weiteren Akten keine.
Der Beschwerdeführer ist
haupt
beruflich als Maschinenbediener für vier Kunststoff
-Spritzmaschinen ver
antwortlich
; er richtet
diese
selbständig ein
,
rüstet sie um
, repariert und pro
grammiert
sie
,
überwacht
deren Produktionsablauf und
behebt
allfällige Stö
rungen (Urk. 8/54 S. 1). Gestützt auf seine
ursprünglichen Angaben (zum Beweiswert der „Aussagen der ersten Stunde“ vgl. BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
und aufgrund der beschriebenen Aufgaben
handelt es sich dabei um eine
körperlich strenge, einen grossen Krafteinsatz erfordernde Arbeiten (Urk. 8/30 S. 1; vgl. auch Urk. 8/32 S. 1)
beziehungsweise zumindest
um
eine mittelstrenge (Urk.
8/54 S. 1) manuelle Tätigkeit
, welche
auch beidhän
diges Zugreifen und
feinmotorische Fähigkeiten voraussetzt
.
Das
Anforderungs
profil
der drei
-
körperlich höchste
n
s mittelschweren (vgl.
hiezu
insbesondere Urk. 8/138 und Urk. 8/149)
Nebenbeschäftigungen (Verrichtung von Garten- und Haus- beziehungsweise Hauswartarbeiten) unterscheidet sich nicht wesent
lich von demjenigen der
Haupterwerbstätigkeit.
Für einen Augenschein an diesem Arbeitsplatz besteht kein Anlass (Urk. 12 S. 2 f; BGE 122 V 157 E. 1d
mit Hinweisen).
Dass es dem Beschwerdeführer
(
unfallbedingt
)
– etwa
wegen
eines erhöhten Pausenbedarfs
– nicht mehr zumutbar wäre, ein 100 % überstei
gendes Gesamtpensum zu leisten, geht aus keinem Arztbericht hervor und wurde von ihm selbst auch gar nicht geltend gemacht. Tatsächlich übt er denn
zwei der
drei
angestammten Nebenbeschäftigungen weiterhin aus
(vgl. Urk. 8/144
S. 5)
. Dass ihm die Stelle als Gärtner und
Handyman
(Pflege des Gartens,
Schneiden von
Hecken
, Reinigung von Vorplätzen, Verrichtung klei
nerer technischer Arbeiten)
bei
m
Ehepaar C.___
per 31. Mai 2012 gekündigt wurde, begründeten diese durchaus glaubhaft damit, dass sie die Zusammenarbeit mit ihrer Gärtnerfirma
hätten
ausweiten wollten, weshalb eine weitere Beschäftigung des Beschwerdeführers
aus
wirtschaftlich
en Gründen ausser Betracht gefallen sei
(Urk. 8/137 f.).
Nach Lage der Akten hat der Beschwerdeführer – mit einer Anstellung bei
D.___
– umgehend einen (von ihm nie erwähnten) Ersatz für die ihm gekündigte Stelle gefunden und dabei gemäss IK-Auszug im Jahr 2012 ein Salär von Fr. 3‘180.-- erzielt (Urk. 8/144 S. 4).
Insofern ist
auch angesichts der tatsächlichen Gegebenheiten
davon auszugehen, dass
er
aufgrund der unfallbedingten leichten
Funktions
einschränkung
an der (ausschliesslich) rechten Hand auch in seinen
(sich teil
weise auch einhändig verrichten lassenden)
Nebenbeschäftigungen nicht wesentlich in seiner Arbe
itsfähigkeit eingeschränkt ist.
Dass eine gerichtliche
Befragung des Beschwerdeführers beziehungsweise
ein Augenschein von dessen
rechte
r
Hand (Urk. 1 S. 4) zu einem anderen Ergebnis führte, ist nicht anzu
nehmen, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Anzumerken bleibt, dass selbst bei
Annahme des unfallbedingten
Verlust
s
einer
der
Nebenbeschäftigungen
kein Rentenanspruch bestünde, da jedenfalls
von der Zumutbarkeit einer leidensangepassten anderen Nebenbeschäftigung im vorhe
rigen zeitlichen Umfang und mit vergleichbarem
– und damit
rentenaus
schliessende
m
-
Salär auszugehen wäre.
4.4
Was schliesslich den aus dem Unfall vom 17. August 2011 resultierenden
Inte
gri
tätsschaden
anbelangt, legte Kreisarzt Dr.
Z.___
– gestützt einerseits auf die Ergebnisse seiner Untersuchung vom 15. November 2012 und andererseits auf die Akten – mit ohne Weiteres einleuchtender Begründung dar, dass der für einen Entschädigungsanspruch erforderliche Mindestwert von 5 % nicht erreicht sei. Was der Beschwerdeführer
hiegegen
vorbringt, gibt zu keiner anderen Ein
schätzung Anlass. So ist d
ie aus dem Unfall resultierende funktionel
le Ein
schränkung im Bereich des Daumens und des Zeigefingers der rechten Hand
, soweit sie überhaupt mit organischen Befunden erklärbar ist, weit weniger erheblich als
das sich
bei einem (teilweisen) Verlust der
genannten beiden
Fin
ger
ergebende funktionelle Defizit
, weshalb d
er
Integritäts
schaden
–
entgegen den einschlägigen Ausführungen des Beschw
erdeführers (Urk. 8/117
)
–
auch nicht mit einer derartigen Verletzung vergleichbar ist.
Die Beschwerdegegnerin hat d
as Vorliegen einer entschädigungspflichtigen
Integritätseinbusse demnach zu Recht verneint.
Von weiteren
medizinische
n
Abklärungen (Urk. 1 S.
4)
ist kein anderes Ergebnis zu erwarten,
weshalb da
rauf verzichtet
werden kann (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
4.5
Nach dem Gesagten erweist sich die Verweigerung sowohl einer Rente als auch einer Integritätsentschädigung für die Folgen des Unfalls vom 17. August 2011 als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer