# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 192fecaa-8aba-596a-a3fa-ef0ea541bd99
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2008 D-4589/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4589-2006_2008-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4589/2006
law/bah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Markus König, Richter Gérald Bovier, 
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______, geboren _______,
B._______, geboren _______,
C._______, geboren _______,
D._______, geboren _______,
Kamerun,
vertreten durch lic. iur. Matthias Münger, 
Berner Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
29. November 2005 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4589/2006

Sachverhalt:

A.

A.a Die  Beschwerdeführer  –  der  Ehemann  ein  römisch-katholischer 
Angehöriger der Boulou und die Ehefrau eine römisch-katholische An-
gehörige der Douala mit letztem Wohnsitz in Yaoundé – verliessen ih-
ren Heimatstaat nach eigenen Angaben am 15. Dezember 2004 und 
gelangten auf  dem Luftweg von Ndjamena über  Douala  nach Paris, 
von wo aus sie unter Umgehung der Grenzkontrolle am 16. Dezember 
2004 in die Schweiz einreisten und gleichentags um Asyl nachsuch-
ten.

A.b Am  21.  Dezember  2004  wurden  die  Beschwerdeführer  in  der 
Empfangsstelle (heute Empfangszentrum) A._______ summarisch zu 
ihren  Ausreisegründen  und  zum  Reiseweg  befragt.  (Die  kantonale 
Behörde)  hörte  sie  am  28.  Januar  und  am  21. Februar  2005 
(Ehemann) beziehungsweise am 25. Februar 2005 (Ehefrau) zu ihren 
Asylgründen an. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen geltend, er habe mit seiner Familie in B._______ gelebt, 
dort studiert und sei später bei (Firma) angestellt gewesen. Schon als 
Jugendlicher habe er regelmässig Kontakt zu einem Priester namens 
C._______ gehabt. Durch ihn habe er im Juli 1991 D._______ kennen 
gelernt, die damals 36 Jahre alt gewesen sei und die ihn wiederum mit 
der 41-jährigen E._______, der jüngeren Schwester (eines Politikers) 
bekannt gemacht habe. Von 1991 bis im April 1995 sei er der Geliebte 
der  beiden  Frauen  gewesen.  Sie  hätten  ihn  finanziell  grosszügig 
unterstützt, so dass er ein schönes Leben habe führen können. Durch 
diese  Beziehungen  seien  zudem sein  Cousin  1993  Generalsekretär 
(einer  Lehranstalt),  sein  Vater  1995  Polizeikommissar  (in  einer 
Provinz)  und  ein  Bekannter,  F._______,  Generaldirektor  (in  einem 
Amt) geworden. Im April 1994 hätten ihn die beiden Frauen mit dem 
Generalsekretär  G._______,  bekannt  gemacht.  Dieser  habe  ihn 
gefragt,  ob er irgendwelche Probleme habe und versprochen, ihm in 
jeder  Hinsicht  zu  helfen.  Seine  Hilfe  habe  sich  vor  allem durch  die 
Leistung grosser Geldbeträge geäussert. Im März 1995 habe er sich 
mit  E._______  im  Hotel  (...)  in  Yaoundé  getroffen.  Sie  habe  ihm 
gesagt,  dass  der  Priester  ihn  töten  wolle,  weil  er  herausgefunden 
habe, dass sie ein Verhältnis hätten. Sie habe ihn gebeten, C._______ 

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zu eliminieren. Zwei Wochen später habe er erfahren, dass dieser in 
seinem Haus von Unbekannten getötet worden sei. Nach dem Tod von 
C._______  sei  er  mit  den  beiden  Frauen  weiterhin  in  Kontakt 
geblieben, sie hätten aber keine sexuelle Beziehung mehr gehabt. Im 
November 1996 habe er G._______ während drei Wochen zusammen 
mit  H._______  und  I._______  bei  den  Vorbereitungen  für  die 
Präsidentschaftswahlen  1997  geholfen,  wofür  G._______  dieser 
kandidiert habe. Ihre Aufgabe sei es gewesen, bei den Leuten in den 
Dörfern  Wahlpropaganda  für  G._______  zu  machen.  Im  März  1997 
habe er  diesen in  B._______ persönlich wieder getroffen. Im selben 
Monat  habe  er  in  B._______  eine  (Filiale  der  Firma)  eröffnet.  Im 
Juni/Juli  1997  sei  G._______  verhaftet  und  im  Oktober  1997  -  wie 
auch  H._______  -  zu  15  Jahren  Gefängnis  verurteilt  worden. 
I._______  seinerseits  habe  flüchten  können  und  sei  nie  verurteilt 
worden.  Seit  August  1997  werde  auch  er  (der  Beschwerdeführer) 
verfolgt,  weshalb  seine  Ehefrau  ab  diesem  Zeitpunkt  die 
Verantwortung für die (Filiale) übernommen habe. Am 2. August 1997 
sei  er  am  Flughafen  Nsimalen  in  Yaoundé  festgenommen  und  im 
Kommissariat  des  "1er  Arrondissement"  von  Yaoundé  bis  zum 
28. August  1997  festgehalten  worden.  Die  Gründe  für  diese 
Festnahme kenne er bis heute nicht, er gehe aber davon aus, dass es 
wegen G._______ gewesen sei. Im September desselben Jahres sei 
er bei seinem Vater in C._______ gewesen. Zu diesem Zeitpunkt seien 
zwei Personen bei seiner Frau in B._______ aufgetaucht und hätten 
sie  nach  seinem  Aufenthaltsort  gefragt.  Deswegen  habe  er  im 
November 1997 beschlossen, zu seiner Mutter in die Demokratische 
Republik  Kongo  zu  gehen.  Nachdem  seine  Mutter  und  seine 
Schwester dort im Juli 1998 von Rebellen getötet worden seien, sei er 
wieder nach Kamerun zurückgekehrt. Am 28. September 1998 habe er 
sich mit E._______ im Hotel (...) verabredet. Sie habe mit einer Waffe 
auf  ihn  gezielt  und  ihn  gefragt,  was  er  G._______  im  März  1997 
erzählt habe. Nachdem er darauf insistiert habe, ihm nichts erzählt zu 
haben, habe sie trotzdem auf ihn geschossen und ihn auf Höhe der 
Harnblase in den Bauch getroffen. Im Juli 1999 habe auch seine Frau 
bei  der  (Firma)  aufgehört  zu  arbeiten  und  sie  seien  in  seinen 
Geburtsort  D._______  gegangen.  Nachdem  er  dort  von  der  Polizei 
gesucht worden sei, habe sein Grossvater - der Dorfchef sei - gesagt, 
er  müsse  das  Dorf  mit  seiner  Familie  wieder  verlassen,  was  er  im 
November  2002  auch  getan  habe.  Nachdem  sie  sich  einen  Tag  in 
Yaoundé  aufgehalten  hätten,  habe  sein  Vater  sie  weiter  nach 
E._______ zu einem seiner Freunde geschickt. Im Juni 2003 seien sie 

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nach Yaoundé gezogen. Dort sei er am 13. Oktober 2003 verhaftet und 
bei  der  (Gendarmeriestützpunkt)  inhaftiert  worden.  Bei  seiner 
Verhaftung hätten sie ihn gefragt, was er G._______ erzählt habe und 
ihm seine Identitätspapiere  weggenommen. Während seiner  Haft  sei 
er  fast  zu  Tode  geschlagen,  gefoltert  und  vergewaltigt  worden.  Sie 
hätten  seine  Beine  auf  Höhe  der  Knie  mit  elektrischen  Kabeln 
gefesselt,  ihn  fast  täglich  in  den  "Foltersaal"  gebracht  und  ihn  dort 
bezüglich seiner Beziehung zu G._______ verhört. Sie hätten ihm ein 
Foto gezeigt, welches sie anlässlich einer Hausdurchsuchung im Jahre 
1999 bei  ihm zuhause gefunden hätten. Es habe sich dabei  um ein 
Bild aus dem Jahre 1994 gehandelt, auf welchem er mit G._______, 
den beiden Frauen und einem weiteren Mann zu sehen gewesen sei. 
Weil  er  darauf  beharrt  habe,  G._______  nichts  gesagt  zu  haben, 
hätten  sie  ihm einen Stock  in  den  Anus  eingeführt,  wodurch dieser 
gerissen  und  der  Darm  ebenfalls  sehr  schwer  verletzt  worden  sei. 
Seither  sei  er  impotent,  habe  Harnprobleme  und  könne  den  einen 
Finger  nicht  mehr  bewegen.  Während  seiner  Inhaftierung  sei  seine 
Frau zweimal von der (Gendarmerie) vorgeladen worden, es habe ihr 
jedoch niemand gesagt, dass er dort inhaftiert sei. Am 31. Dezember 
2003  habe  ein  Angehöriger  seiner  eigenen  Ethnie  seinem  Vater 
mitgeteilt,  wo  er  festgehalten  werde.  Sein  Vater  und  seine  Ehefrau 
hätten sich daraufhin darum gekümmert, dass er aus dem Gefängnis 
entlassen  worden  sei,  indem  sie  sein  Haus  einem  Kommandanten 
übergeben  hätten.  Am  10.  Februar  2004  sei  er  schliesslich  frei 
gekommen und anschliessend nach F._______ (Gabun) gegangen, um 
dort  seine Verletzungen behandeln zu lassen, die er durch die Folter 
und die Vergewaltigungen erlitten habe. Am 20. Mai 2004 sei er zurück 
zu  seiner  Familie  nach  E._______  gegangen,  die  dort  bei  einem 
Freund seines Vaters gelebt habe. Am 19. November 2004 hätten sie 
ihr  Heimatland  verlassen  und  seien  nach  Ndjamena  (Tschad) 
gegangen. Am 15. Dezember  2004  hätten  sie  mit  zwei  ihrer  Kinder 
Ndjamena verlassen. Ihre fünf anderen Kinder seien in Ndjamena bei 
der  Familie  geblieben,  die  ihnen  bei  ihrer  Ausreise  geholfen  habe. 
Zusammenfassend macht der Beschwerdeführer geltend, er werde in 
Kamerun  gesucht,  weil  ihm  D._______  und  E._______  mehrere 
Staatsgeheimnisse  anvertraut  hätten,  die  das  Land  bis  heute  nicht 
kenne. So sei ihm erzählt worden, weshalb 1991 (mehrere Personen) 
getötet  worden  seien.  Er  werde  gesucht,  weil  befürchtet  werde,  er 
könnte diese Umstände im März 1997 G._______ erzählt haben.

Die  Beschwerdeführerin  bestätigte  im  Wesentlichen  die  Vorbringen 

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ihres  Ehemannes  und  schloss  sich  diesen  an.  Sie  machte  keine 
eigenen  Asylgründe  geltend,  sondern  gab  an,  ihr  Heimatland  allein 
wegen  der  Probleme  ihres  Mannes  verlassen  zu  haben.  Sie  führte 
zudem aus, sie habe psychische und körperliche Tortur erlitten. Zwei 
Mal (am 19. April 1999 und im Dezember 2003) seien Polizisten in ihr 
Haus eingedrungen und hätten ihren Ehemann gesucht. Während der 
Hausdurchsuchung  am  19.  April  1999  sei  sie  von  einem  Polizisten 
vergewaltigt worden. Im Dezember 2003 habe sie eine Vorladung der 
(Gendarmerie) erhalten. Sie sei  auf den Polizeiposten gegangen, wo 
ein Kommandant sie  bezüglich ihres Ehemannes befragt  habe. Zwei 
Wochen  später  sei  sie  erneut  vorgeladen  worden.  Bei  der 
(Gendarmerie)  angekommen,  sei  sie  gebeten  worden,  in  einem 
anderen  Saal  auf  den  Kommandanten  zu  warten,  wo  sie 
anschliessend  von  drei  Männern  bzw.  einem  Mann  vergewaltigt 
worden sei. Seit dem 13. Oktober 2003 habe sie mit ihren Kindern bei 
ihrem Schwiegervater gelebt. Nach diesem Vorfall habe sie jedoch die 
Stadt  verlassen  und  sei  mit  ihren  Kindern  zu  einem  Freund  des 
Schwiegervaters nach E._______ gezogen. Am 20. Mai  2004 sei ihr 
Mann  dort  wieder  auf  sie  gestossen  und  gemeinsam  seien  sie  zu 
einem  gewissen  J._______  nach  Ndjamena  gegangen,  der  für  sie 
Leute kontaktiert habe, die ihre Ausreise organisiert hätten.

A.c Anlässlich der Erstbefragung reichte der Beschwerdeführer Kopi-
en seines  Führerscheins  (ausgestellt  im November  2000),  des  Trau-
scheins (ausgestellt am 23. Dezember 1995) sowie einer Bestätigung 
betreffend  der  Eröffnung  der  (Filiale)  in  B._______  (ausgestellt  am 
4. November  1998)  und  bei  der  kantonalen  Anhörung  einen 
Arztbericht  von  Dr.  med.  K._______  vom  11.  Januar  2005,  einen 
Bericht  von  Dr.  med.  L._______  vom  20.  Dezember  2004, 
verschiedene Kopien von Zeitungsberichten und Zeitschriftenartikeln, 
den Jahresrapport 2004 von Amnesty International sowie eine Anzahl 
Fotos, die ihn, seine Verletzungen und E._______ zeigen sollen, ein.

A.d Am 26. Juli 2005 ersuchte das BFM die Schweizerische Botschaft 
in Yaoundé um die Durchführung von Abklärungen im Heimatland der 
Beschwerdeführer.

A.e Am 19. August  2005 reichte  der  Rechtsvertreter  die  Geburtsur-
kunden (im Original) der beiden sich in der Schweiz befindenden Kin-
der  und  Geburtsurkunden  von drei  im Tschad  lebenden Kindern  (in 
Kopie) der Beschwerdeführer zu den Akten.

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A.f Mit  Schreiben  vom 30.  August  2005  reichte  der  Rechtsvertreter 
eine Heiratsurkunde im Original zu den Akten und teilte mit, der Be-
schwerdeführer habe Kontakt mit Amnesty International aufgenommen 
und um Unterstützung in seinem Fall ersucht.

A.g Mit  Schreiben  vom 24.  Oktober  2005  teilte  der  Schweizerische 
Generalkonsul in Yaoundé dem BFM das Ergebnis der durchgeführten 
Abklärungen mit.

A.h Die  Abklärungsergebnisse  wurden  den  Beschwerdeführern  am 
4. November  2005  mitgeteilt.  Zur  Einreichung  einer  Stellungnahme 
wurde ihnen Frist angesetzt.

A.i Mit Schreiben vom 14. November 2005 nahmen die Beschwerde-
führer  Stellung  zu  den  Abklärungsergebnissen.  Gleichzeitig  reichten 
sie ärztliche Berichte von behandelnden Ärzten des (Spital) Bern vom 
27. April, 20. Mai, 3. Juni und 27. September 2005 zu den Akten.

B.
Das Bundesamt stellte mit am folgenden Tag eröffneter Verfügung vom 
29. November  2005  fest,  die  Beschwerdeführer  erfüllten  die  Flücht-
lingseigenschaft nicht und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig ver-
fügte es die Wegweisung der Beschwerdeführer aus der Schweiz und 
ordnete deren Vollzug an.

C.
Mit  Eingabe vom 29. Dezember 2005 an die Schweizerische Asylre-
kurskommission  (ARK)  liessen  die  Beschwerdeführer  durch  ihren 
Rechtsvertreter beantragen, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuhe-
ben, es sei festzustellen, dass sie die Flüchtlingseigenschaft erfüllten 
und es sei ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit 
respektive die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung festzu-
stellen und das BFM anzuweisen, sie vorläufig aufzunehmen. In ver-
fahrensrechtlicher Hinsicht liessen sie beantragen, es sei ihnen die un-
entgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021) zu gewähren, insbesondere sei auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Mit  der  Beschwerde  reichten  die 
Beschwerdeführer  eine  Stellungnahme  der  Schweizerischen 
Flüchtlingshilfe (SFH) zu ihrem Fall sowie einen aktuellen Arztbericht 
des (Spital) Bern vom 22. Dezember 2005 und einen der Universitären 
Psychiatrischen  Dienste  Bern  (UPD),  ebenfalls  vom  22.  Dezember 

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2005,  eine  Bestätigung  ihrer  Fürsorgeabhängigkeit  und  eine 
Honorarnote ein.

D.
Mit  Verfügung vom 17. Januar 2006 hiess der  Instruktionsrichter  der 
ARK das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss  Art.  65  Abs. 1  VwVG gut,  verzichtete  auf  die  Erhebung eines 
Kostenvorschusses und überwies die Akten dem BFM zur Vernehmlas-
sung.

E.
Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 24. Januar 2006 an seiner 
Verfügung vom 29. November 2005 fest und beantragte die Abweisung 
der Beschwerde. 

F.
In  ihrer  Replik  vom 9. Februar  2006  bezogen die  Beschwerdeführer 
Stellung zur Vernehmlassung des BFM und reichten weitere Fotos mit 
Erläuterungen sowie eine Kopie des Aufgebots für den nächsten Ope-
rationstermin des Beschwerdeführers zu den Akten.

G.
Mit Schreiben vom 15. Mai 2007 übermittelten die Beschwerdeführer 
dem Bundesverwaltungsgericht  ein  ärztliches  Zeugnis  der  UPD vom 
11. Mai 2007. Zugleich teilten sie mit, der Beschwerdeführer habe am 
12. Dezember 2006 einen anonymen Drohbrief erhalten. Er habe bei 
der Polizei Anzeige erstattet. Als Vorsichtsmassnahme hätten die Be-
schwerdeführer die Wohnadresse gewechselt.

H.
Am 28. August 2007 reichten die Beschwerdeführer einen Arztbericht 
des  (Spital)  vom  31.  Januar  2006,  ein  Informationsschreiben  des 
(Spital)  vom  3.  April  2007  sowie  ein  Aufgebot  vom  19.  Juni  2007 
desselben Spitals ein.

I.
Die  Beschwerdeführer  stellten  dem  Bundesverwaltungsgericht  am 
29. Januar 2008 einen ärztlichen Bericht des (Spital) vom 11. Januar 
2008 zu.

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J.
Mit Schreiben vom 8. Mai 2008 übermittelten die Beschwerdeführer ei-
nen ärztlichen Bericht des (Spital) vom 22. Februar 2008.

K.
Der Instruktionsrichter  gewährte  dem Rechtsvertreter  der  Beschwer-
deführer am 13. Mai 2008 die Gelegenheit  zur Einreichung einer er-
gänzenden Kostennote. Diese wurde am 28. Mai 2008 an das Bundes-
verwaltungsgericht übermittelt.

L.
Am  12.  Juni  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  ein  persönliches 
Schreiben vom 5. Juni 2008 und einen im Internet publizierten Artikel 
vom 5. März 2008 („Médias: Le black-out perdure à Magic Fm“) zu den 
Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins-
tanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei  der ARK hängig gewesenen Rechtsmittel  übernommen. 
Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie sind  daher  zur  Einreichung  der 

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Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  18  E.  7  und  8 
S. 190 ff.,  2005  Nr.  21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlings-
eigenschaft  ausserdem voraus,  dass  die  betroffene  Person  in  ihrem 
Heimatland  keinen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl.  EMARK 
2005 Nr. 21 E. 7 S. 193).

3.3 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in we-
sentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik 
entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfah-

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rung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der 
Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Be-
weismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen un-
terdrückt oder bewusst falsch darstellt,  im Laufe des Verfahrens Vor-
bringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  man-
gelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung ver-
weigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im Gegensatz zum strik-
ten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für 
gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 
Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, 
die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsuchenden 
sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; EMARK 2005 Nr. 7 
E. 6 S. 64 ff.,  Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f., 1996 Nr. 27 E. 3c.aa S. 263 f., 
Nr. 28 E. 3a S. 270).

3.4 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.

4.1

4.1.1 In  der  Botschaftsanfrage  vom 26. Juli  2005,  bat  das  BFM die 
Schweizerische Botschaft in Yaoundé, in Kamerun einige Abklärungen 
vorzunehmen. Im Einzelnen sollte  in  Erfahrung gebracht  werden,  ob 
der  Beschwerdeführer  im  Jahre  2003  effektiv  inhaftiert  und  die  Be-
schwerdeführerin  von  der  (Gendarmerie)  vorgeladen  wurde.  Des 
Weiteren bat das BFM den Botschafter, sich dazu zu äussern, welche 
Gefahr dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland 
drohen würde.

4.1.2 Der Schweizerische Generalkonsul  in Yaoundé teilte dem BFM 
am 24. Oktober 2005 mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass der 
Beschwerdeführer  im  Oktober  2003  nicht  bei  der  (Gendarmerie)  in 

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Untersuchungshaft gewesen und seine Frau im Dezember 2003 nicht 
auf  den  Polizeiposten  derselben  vorgeladen  worden  sei.  Zur  Frage 
nach der Gefährdung des Beschwerdeführers bei einer Rückkehr nach 
Kamerun könne er keine Stellung nehmen.

4.1.3 Der Beschwerdeführer gab in seiner Stellungnahme vom 14. No-
vember 2005 zunächst an, er kenne keine Frau namens M._______, 
wie  das  BFM  an  die  Schweizer  Botschaft  in  Yaoundé  geschrieben 
habe. Wie er dies auch an den Befragungen gesagt habe, heisse die 
Dame  D._______.  Bezüglich  seiner  geltend  gemachten  Haft  vom 
13. Oktober 2003 bis zum 10. Februar 2004 führte er aus, bereits im 
August  1997  im  Kommissariat  des  (Quartier)  in  Yaoundé  für 
dreieinhalb Wochen festgehalten worden zu sein. Seine Familie habe 
nicht gewusst, wo er sich befinde. Erst durch die Hilfe von Kommissar 
N._______ habe er Kontakt zur Aussenwelt herstellen können, indem 
dieser  seinen  Vater  und  seine  Ehefrau  über  seinen  Aufenthaltsort 
informiert  habe.  Am  darauf  folgenden  Tag  habe  ihn  seine  Frau 
aufsuchen  wollen,  doch  die  Polizisten  im  Dienst  hätten  sie  glauben 
lassen wollen, dass er sich nicht in der Zelle befinde. N._______ habe 
ihr  daraufhin  geraten,  sich  in  diesem  Falle  an  eine  einflussreiche 
Person  zu  wenden.  Deswegen  sei  sie  zum  (Funktionär)  gegangen, 
welcher wie sie Angehöriger der Douala sei. Dabei wolle er erwähnen, 
dass das Problem der Stammeszugehörigkeit in Kamerun sehr stark 
ausgeprägt  sei.  Nachdem  sie  dem  (Funktionär)  die  Situation 
geschildert habe, habe dieser den Staatsanwalt O._______ angerufen 
und  diesen  gefragt,  ob  er  ein  Dossier  mit  dem  Namen  A._______ 
erhalten habe,  was dieser  wiederum verneint  habe. Deswegen habe 
der  (Funktionär)  angeordnet,  dass  der  Staatsanwalt  O._______,  der 
Advokat  P._______ und der Magistrat  Q._______ mit  seiner Ehefrau 
(des Beschwerdeführers) herausfinden sollten, ob ihre Vorbringen den 
Tatsachen entsprächen. Es habe sich herausgestellt, dass sein Name 
nicht im Haftregister eingetragen gewesen sei. Der (Funktionär) habe 
dann  veranlasst,  dass  er  frei  gekommen sei.  Der  Beschwerdeführer 
fügte  sodann  an,  er  habe  dies  so  ausführlich  beschrieben,  um  zu 
zeigen,  wie die Maschinerie  der Behörden in Kamerun laufe. Ausser 
wegen  kleinerer  Vergehen  werde  keine  Festnahme  registriert.  Das 
Szenario,  welches  ihm  1997  widerfahren  sei,  entspreche  exakt 
demjenigen im Jahre 2003. Es unterscheide sich nur dadurch, dass er 
beim zweiten Mal stark gefoltert worden und nur durch Korruption frei 
gekommen  sei.  In  diesem  Zusammenhang  verwies  der 
Beschwerdeführer auf die eingereichten Medizinalakten.

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4.2 Das BFM hielt  in  seinem Entscheid fest,  die  Vorbringen der Be-
schwerdeführer hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-
mäss Art. 7 AsylG nicht stand. Unglaubhaft seien Vorbringen, wenn sie 
in wesentlichen Punkten bekannten Tatsachen widersprächen. Der Be-
schwerdeführer mache geltend, im Oktober 2003 inhaftiert worden zu 
sein und die Beschwerdeführerin solle im Dezember desselben Jahres 
von der (Gendarmerie) vorgeladen worden sein. Gemäss Abklärungen 
der Schweizerischen Botschaft  in Yaoundé sei der Beschwerdeführer 
jedoch  nicht  inhaftiert  gewesen  und  seine  Frau  von  denselben 
Behörden auch nicht  vorgeladen worden. Am 4. November  2005 sei 
den Beschwerdeführern zu diesen Abklärungen das rechtliche Gehör 
gewährt  worden.  In  seiner  Stellungnahme  vom  14.  November  2005 
habe der Beschwerdeführer festgestellt, dass der Name der Frau, die 
er  während  des  Asylverfahrens  erwähnt  habe,  in  der  Bot-
schaftsanfrage falsch geschrieben worden sei. Er habe im Weiteren er-
klärt, im Jahre 1997 festgenommen und auf Intervention eines Minis-
ters wieder freigekommen zu sein, ohne bis heute die Gründe seiner 
Haft zu kennen. Schliesslich habe er angefügt, dass keine Festnahme 
durch die Behörden registriert werde und das Szenario, das ihm 2003 
widerfahren sei,  demjenigen  von 1997 entspreche. Diese Rechtferti-
gungen  könnten  die  Informationen  der  Schweizerischen  Botschaft 
nicht widerlegen. Es bleibe zudem anzufügen, dass der Beschwerde-
führer die Frau, deren Namen das BFM in der Botschaftsanfrage feh-
lerhaft  wiedergegeben  haben solle,  bei  der  kantonalen  Anhörung 
"M._______"  genannt  und  er  das  Protokoll  dieser  Anhörung 
unterzeichnet habe. Im Weiteren habe das Bundesamt starke Zweifel 
bezüglich  der  Glaubhaftigkeit  der  vorgebrachten  Nachteile  im  Jahre 
2003. Folglich seien die geltend gemachten Misshandlungen und die 
Vergewaltigung unter diesen Umständen nicht glaubwürdig.

Vorbringen  seien  ausserdem  unglaubhaft,  wenn  sie  in  wesentlichen 
Punkten der  Logik  und der  allgemeinen Lebenserfahrung widersprä-
chen. Der Beschwerdeführer mache geltend, im August 1997 inhaftiert 
worden zu sein und sich nach seiner Freilassung versteckt zu haben. 
Die Beschwerdeführerin ihrerseits bringe vor, dass ihr Haus im Jahre 
1999 durchsucht und sie dabei vergewaltigt worden sei. Die Beschwer-
deführer hätten während dieser Jahre ein Verhalten gezeigt, welches 
von demjenigen einer Person abweiche, die tatsächlich im Sinne des 
Asylgesetzes  verfolgt  werde.  So  hätten  sie  eine 
Versicherungsgesellschaft  eröffnet,  was  bedeute,  dass  sie  sich 
behördlich  registrieren  lassen  mussten.  Im  Weiteren  hätten  sie  in 

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ihrem Haus nicht  belastende Fotos aufbewahren müssen und es sei 
äussert  erstaunlich,  dass  sie  keine  Vorsichtsmassnahmen  zur 
Sicherheit  der  Familie  getroffen  hätten.  Schliesslich  hätte  sich  der 
Beschwerdeführer weder bei einem Bekannten seines Vaters in einem 
kleinen  Dorf  noch  bei  sich  zuhause  versteckt,  wenn  er  tatsächlich 
verfolgt  würde.  Dieses  Verhalten  bestätige  die  Zweifel  des 
Bundesamtes an den Vorbringen der Beschwerdeführer.

Weiter  fügte  die  Vorinstanz  an,  Vorbringen  seien  widersprüchlich, 
wenn  im  Laufe  des  Verfahrens  zu  wesentlichen  Punkten 
unterschiedliche  Angaben  gemacht  würden.  Die  Beschwerdeführerin 
habe anlässlich der Erstbefragung geltend gemacht,  sie sei  von drei 
Männern  vergewaltigt  worden,  vor  den  kantonalen  Behörden  jedoch 
angegeben,  es  sei  nur  eine  Person  gewesen,  die  sie  vergewaltigt 
habe. Als sie auf diesen Widerspruch hingewiesen worden sei,  habe 
sie  geantwortet,  sie  habe  die  Augen  geschlossen  gehabt,  um  das 
Geschehen  nicht  sehen  zu  müssen.  Auch  diese  Äusserungen 
bestätigten  die  Zweifel  des  Bundesamtes  an  den  Vorbringen  der 
Beschwerdeführer. 

Schliesslich  könnten  auch  die  eingereichten  Dokumente  die 
Erwägungen des BFM nicht entkräften.

4.3 In  der  Beschwerde wird geltend gemacht,  die Beurteilung durch 
das BFM entspreche nicht den Tatsachen. Die Beschwerdeführer hät-
ten die erlittene Verfolgung bei den Befragungen substanziiert, wider-
spruchsfrei und konkret geschildert. Gemäss Art. 7 Abs. 2 AsylG sei 
die  Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht,  wenn die  Behörde ihr 
Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hal-
te. Glaubhaftmachung bedeute – im Gegensatz zum strikten Beweis – 
ein  reduziertes  Beweismass  und  lasse  durchaus  Raum  für  gewisse 
Zweifel  und  Einwände  an  den  Vorbringen  des  Gesuchstellers.  Ent-
scheidend sei, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhalts-
darstellung sprächen, überwögen oder nicht. Dabei sei auf eine objek-
tive Sichtweise abzustellen. Bei der Glaubhaftmachung könnten durch-
aus Einwände und Zweifel an den Vorbringen bestehen, diese müss-
ten bloss weniger gewichtig erscheinen als die Gründe, welche für die 
Wahrscheinlichkeit  der  Vorbringen  sprächen. Somit  bedürfe  es  einer 
Abwägung  zwischen  positiven  und  negativen  Elementen  der 
Glaubwürdigkeit.  Vorliegend  frage  sich,  welchen  Beweiswert  die 
Botschaftsabklärung  habe.  Diese  sei  kein  taugliches  Mittel,  im 

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vorliegenden  Fall  eine  Verfolgung  zu  beweisen  respektive  zu 
widerlegen. In den meisten westafrikanischen Ländern gehöre es zum 
Arbeitsalltag  von  staatlichen  Sicherheitskräften,  Haftfälle  auf  der 
Gendarmerie  nicht  zu  dokumentieren  beziehungsweise  schnell  zu 
vergessen.  Kamerun  liege  auf  einem der  untersten  Ränge  auf  dem 
weltweiten  Korruptionsindex  von  Transparency  International. 
Behördenkorruption stelle dort somit ein ernsthaftes Problem dar. Vor 
diesem Hintergrund sei es leicht nachvollziehbar, dass sich staatliche 
Sicherheitskräfte  nicht  selbst  belasten  würden  und  Auskünften  eine 
gewisse Willkür anhafte. Es sei daher nur schwer vorstellbar, dass die 
Schweizerische Vertretung in Yaoundé von der (Gendarmerie) erfahren 
hätte,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  ihr  illegal  festgehalten  und 
gefoltert worden sei. Im Übrigen werde auf das beigelegte Gutachten 
der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  verwiesen,  welches  die 
obigen Ausführungen bestätige.

Weiter  habe  das  Bundesamt  ausgeführt,  die  geltend  gemachten 
Misshandlungen  und  die  Vergewaltigung  des  Beschwerdeführers  im 
Jahre 2003 seien nicht glaubwürdig dargestellt  worden. Zunächst sei 
festzuhalten,  dass  Misshandlungen  und  Vergewaltigungen  von 
Gefangenen in Kamerun vorkämen. Da die Vorinstanz nicht ausführe, 
inwiefern die Ausführungen des Beschwerdeführers nicht glaubwürdig 
seien,  könne  der  Vorwurf  der  Unglaubwürdigkeit  auch  nicht  sinnvoll 
entkräftet  werden.  Es  müsse  an  dieser  Stelle  einfach  festgestellt 
werden,  dass  die  lapidare  Feststellung  der  Vorinstanz,  die  erlittene 
Folter sei nicht glaubwürdig, dem körperlich schwer geschädigten und 
psychisch  traumatisierten  Beschwerdeführer  als  blanker  Zynismus 
erscheine.  Bezeichnenderweise  erwähne  die  Vorinstanz  weder  die 
diesbezüglich anlässlich der Befragungen abgegebenen Beweismittel 
noch  die  vier  in  der  Folge  eingereichten  ärztlichen  Berichte  des 
(Spitals),  die  sich  zu  den  körperlichen  Folgen  der  erlittenen  Folter 
äusserten.  Es  werde  an  dieser  Stelle  eindringlich  gebeten,  diese 
Beweismittel  entsprechend  zu  würdigen.  Die  körperliche  und 
psychische  Verfassung  des  Beschwerdeführers  sei  sehr  schlecht. 
Gemäss Arztbericht des (Spitals) vom 22. Dezember 2005 werde der 
Beschwerdeführer  "wegen  möglicherweise  chronischen 
Folgeschädigungen  durch  schwere  körperliche  Verletzungen  infolge 
Folterungen  regelmässig  bis  auf  weiteres  durch  die  allgemein-
medizinische  Poliklinik  und  gleichzeitig  durch  die  Urologische  Klinik 
sowie psychiatrisch betreut". Gemäss Bericht vom 22. Dezember 2005 
leide  der  Beschwerdeführer  an  posttraumatischen 

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Belastungsstörungen  und  "eine  psychotherapeutische  und 
medikamentöse  Behandlung  sei  dringend  notwendig".  Die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers,  wie  es  zu  den  objektiv 
nachweisbaren  Schädigungen  gekommen  sei,  seien  substanziiert, 
plausibel und voller Realkennzeichen.

Im  Weiteren  habe  das  BFM  erwogen,  das  Verhalten  der 
Beschwerdeführer  in  den  Jahren  1996  und  1997  entspreche  nicht 
demjenigen einer Person, die asylrelevanter Verfolgung ausgesetzt sei. 
Die Versicherungsgesellschaft, welche sie angeblich gegründet hätten, 
habe bereits  existiert. Sie  hätten  lediglich eine Filiale  der  (Firma)  in 
B._______ eröffnet. Die Gründung und Registrierung dieser Filiale sei 
im  März  1997  erfolgt,  also  bevor  der  Beschwerdeführer 
Schwierigkeiten mit  den Behörden gehabt habe und im August 1997 
das  erste  Mal  verhaftet  worden  sei.  Bei  den  von  der  Vorinstanz 
erwähnten kompromittierenden Fotos handle es sich um eine einzige 
private Aufnahme, die irgendwo in einem Familienalbum geklebt habe. 
Es  könne  also  keine  Rede  davon  sein,  dass  die  Beschwerdeführer 
verräterisches  Material  zuhause  gelagert  hätten.  Bezüglich  der 
Vorsichtsmassnahmen, die der Beschwerdeführer zu seinem und zum 
Schutz  seiner  Familie  getroffen  habe,  sei  zu  bemerken,  dass  die 
Verfolgung  erst  mit  der  Hausdurchsuchung  im  April  1999  auf  die 
Familie übergegriffen habe. Deshalb habe die Familie im Juli 1999 den 
Wohnort  gewechselt  und sei  nach G._______ gezogen. Nach einem 
Zwischenfall  mit  der Polizei hätten sie erneut den Wohnort wechseln 
müssen und seien nach E._______ gezogen. Dieser Ort liege in der 
Nähe von H._______ an der Grenze zu Zentralafrika und Tschad. Es 
sei  ein  Grenzdorf,  in  dem  sich  vor  allem  Händler  aus  den 
angrenzenden  Ländern  aufhielten  –  es  sei  nicht  gerade  ein 
rechtsfreies Gebiet, aber man könne es als eine Art "Freihandelszone" 
bezeichnen,  weshalb  dieser  Ort  gerade  auch  wegen  der  raren 
Polizeipräsenz  verhältnismässig  sicher  gewesen  sei.  Die 
verschiedenen Wohnortswechsel seien eine der wenigen Massnahmen 
gewesen,  die  den  Beschwerdeführern  überhaupt  zur  Verfügung 
gestanden  hätten.  Damit  hätten  sie  sozusagen  verschiedene 
inländische Fluchtalternativen probiert.

Die  Vorinstanz  habe  befunden,  die  von  der  Beschwerdeführerin 
geltend gemachte Vergewaltigung im Jahre 2003 sei  widersprüchlich 
geschildert  worden.  Zu  diesem  Punkt  sei  auf  das  Handbuch 
"Frauenflüchtlinge in der Schweiz" zu verweisen. Bei der Beurteilung 

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der  Glaubwürdigkeit  von  Vergewaltigungsopfern  müsse  einigen 
Besonderheiten Rechnung getragen werden. Die Verhaltensweise und 
die  Verhaltensmuster,  die  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der 
Befragungen  über  die  erlittene  sexuelle  Gewalt  und  die 
Erniedrigungen gezeigt habe, entsprächen den Ausführungen im oben 
genannten  Handbuch  explizit.  Sie  gebe  an,  während  der 
Vergewaltigung "in Ohnmacht" gefallen zu sein. Dabei handle es sich 
wahrscheinlich  eher  um  ein  Gefühl,  ohnmächtig  einer  Situation 
ausgeliefert  gewesen zu sein. Indem sie angebe, den Ausgang bzw. 
das Ende der Vergewaltigung nicht zu kennen, lasse sie offen, ob nach 
der ersten Vergewaltigung noch weitere erfolgt  seien. Hier  auf  einen 
Widerspruch zu pochen, sei zu formalistisch und entbehre des nötigen 
Einfühlungsvermögens. Im Übrigen sei auch auf die Rechtsprechung 
der  ARK  zu  verweisen.  In  EMARK  1996  Nr.  16  werde  auf 
Expertenaussagen  Bezug  genommen,  wonach  präzise  Zeit-  und 
Ortsangaben  sowie  exakte  Beschreibungen  der 
Misshandlungsumstände von weiblichen Vergewaltigungsopfern kaum 
zu erwarten seien und nicht selten eklatante Widersprüche als Folge 
der Traumatisierungen aufträten.

Die  Beschwerdeführer  seien aufgrund ihrer  politischen Überzeugung 
ernsthaften Nachteilen in ihrem Heimatland ausgesetzt gewesen und 
hätten  begründete  Furcht,  solchen  Nachteilen  in  Zukunft  erneut 
ausgesetzt  zu  werden.  Der  Beschwerdeführer  sei  von  staatlichen 
Sicherheitskräften illegal inhaftiert, misshandelt und gefoltert  worden. 
Die Beschwerdeführerin sei  Opfer von Vergewaltigungen worden, die 
von Polizisten im Dienst begangen worden seien. Diese Verfolgung sei 
von staatlichen Organen ausgegangen, weshalb es sich dabei um eine 
direkte  staatliche  Verfolgung  handle.  Der  Vorwurf,  die 
Beschwerdeführer  hätten  Hilfe  bei  der  Polizei  oder  Justizbehörden 
erhalten, wenn sie sich an diese gewandt hätten, könne nicht gehört 
werden.  Es  sei  aktenkundig,  dass  selbst  (der  Funktionär),  der  den 
Beschwerdeführer dank seiner Intervention eigenhändig befreit habe, 
ihm  geraten  habe,  das  Land  zu  verlassen  bis  sich  die  Situation 
beruhigt  habe.  Auch  die  Tatsache,  dass  der  Vater  des 
Beschwerdeführers,  seines  Zeichens  Polizeikommissar  von 
C._______, verschiedene Male ziemlich rat- und hilflos reagiert habe, 
als ihn die Beschwerdeführerin um Hilfe gebeten habe, sei ein Hinweis 
darauf,  dass  gegen  die  Kräfte,  die  hinter  der  erlittenen  Verfolgung 
steckten,  nicht  von  behördlicher  Seite  habe  angegangen  werden 
können.

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Beim Vergleich  der  Sachverhaltsdarstellungen der  Beschwerdeführer 
mit  Berichten  über  das  Schicksal  des  ehemaligen  Protegés  des 
(Funktionärs),  G._______,  falle  auf,  dass  die  Probleme  der 
Beschwerdeführer  mit  der  Gendarmerie  der  Chronologie  des 
Schicksals  von  G._______  folgten.  Im  August  1997,  kurz  nach  der 
Verhaftung  von  G._______  und  vor  dessen  Anklage  sei  der 
Beschwerdeführer ohne Angabe von Gründen festgenommen worden. 
Am  19.  April  1999  sei  es  zu  einer  Hausdurchsuchung  gekommen, 
anlässlich  derer  die  Beschwerdeführerin  vergewaltigt  worden sei. Zu 
dieser  Zeit  sei  G._______  in  Berufung  gewesen. Am 27. April  1999 
habe (ein Gericht) dessen Verurteilung bestätigt. Am 13. Oktober 2003 
sei  der  Beschwerdeführer  verhaftet  und  auf  die  (Gendarmerie) 
verbracht  worden,  wo sei  er  verprügelt  und schwer gefoltert  worden 
sei,  damit  er  sein  Wissen  über  G._______  bekannt  gebe.  Ende 
Oktober  2003  habe  (ein  Gericht)  das  erstinstanzlich  gefällte  Urteil 
gegen G._______ und H._______ bestätigt.

Zusammenfassend wurde festgehalten,  die  Beschwerdeführer  hätten 
mit  eindrücklicher  Substanz  und  Präzision  berichtet,  aus  welchen 
Gründen  sie  ihr  Heimatland  hätten  verlassen  müssen. Dabei  sei  es 
trotz  der  ausserordentlichen  Fülle  an  Informationen  zu  keinen 
Widersprüchen gekommen. Die Geschichten würden individuell erzählt 
und in keiner Art  und Weise abgesprochen wirken. Insgesamt werde 
aus  den  obigen  Ausführungen  deutlich,  dass  der  Vorwurf  der 
Unglaubwürdigkeit  einer  eingehenden  Prüfung  nicht  standhalte.  Die 
positiven Elemente der Glaubwürdigkeit würden ganz klar gegenüber 
den negativen überwiegen, womit an der Glaubhaftigkeit der Aussagen 
der Beschwerdeführer insgesamt nicht zu zweifeln sei.

4.4 In seiner Vernehmlassung führt das BFM aus, der Beschwerdefüh-
rer habe einen Arztbericht bezüglich seines Gesundheitszustandes zu 
den Akten gereicht. Er könne in seinem Heimatland behandelt werden; 
ausserdem habe er die Möglichkeit, medizinische Rückkehrhilfe zu be-
antragen.

4.5 In  der  Stellungnahme  wird  ausgeführt,  der  Beschwerdeführer 
habe  zur  Kenntnis  genommen,  dass  die  Vorinstanz  schliesslich  we-
nigstens von einem der diversen eingereichten ärztlichen Berichte No-
tiz genommen habe. Die von massiver Folter herrührenden Verletzun-
gen seien Zeugnis der erlittenen Verfolgung und würden seine Glaub-

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würdigkeit  untermauern. Bezüglich der umstrittenen Botschaftsabklä-
rung werde auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift verwiesen. 
Anlässlich der nächsten Operation des Beschwerdeführers werde ver-
sucht, seine durch Schläge verletzte und in der Folge versteifte Hand 
wiederherzustellen.

5.

5.1

5.1.1 Die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Befragun-
gen in der Empfangsstelle und durch die kantonale Behörde sind sehr 
detailliert  und  im  Wesentlichen  substanziiert  sowie  widerspruchsfrei 
ausgefallen.  Er  war  in  der  Lage,  die  geltend  gemachten  Erlebnisse 
mehrfach in sich stimmig und detailgetreu wiederzugeben, ohne dass 
der  Eindruck  entstand,  es  handle  sich  um eine  auswendig  gelernte 
Geschichte. Die Schilderung der ihm auf der Polizeistation im Rahmen 
der Folterungen zugefügten Verletzungen und der in der Zelle durch 
einen Mithäftling erlittenen Vergewaltigungen war eindrücklich und von 
Emotionen begleitet.

5.1.2 Im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens und auf Beschwer-
deebene  reichte  der  Beschwerdeführer  mehrere  ärztliche  Zeugnisse 
und Fotografien ein, mit denen die erlittenen Verletzungen untermauert 
werden. Gemäss den ärztlichen Berichten leidet er heute noch an den 
physischen und psychischen Folgen der  gemachten Gewalterfahrun-
gen. Mit den eingereichten Beweismitteln kann zwar nicht belegt wer-
den, wer ihm die Verletzungen bei welcher Gelegenheit zufügte, indes-
sen sind die anhand der Narben feststellbaren Verletzungen mit seinen 
Angaben in Übereinstimmung zu bringen. Angesichts der Anzahl und 
der Schwere der erlittenen Verletzungen sowie der Operationen, wel-
che  vorgenommen  wurden,  kann  ausgeschlossen  werden,  dass  es 
sich um unfallbedingte Verletzungen handelt, beziehungsweise um sol-
che,  die sich  der  Beschwerdeführer  allenfalls  selbst  zugefügt  haben 
könnte oder durch Drittpersonen hat zufügen lassen. Gestützt auf die 
ärztlichen  Berichte  in  Verbindung  mit  den  gemäss  Auffassung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  überwiegend  überzeugenden  Aussagen 
des Beschwerdeführers ist davon auszugehen, dass er Opfer der von 
ihm geltend gemachten Folterungen wurde. 

5.1.3 Das BFM stützte sich in der angefochtenen Verfügung massgeb-
lich auf die Botschaftsantwort vom 24. Oktober 2005. Das Bundesver-

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waltungsgericht teilt die in der Stellungnahme vom 14. November 2005 
und  in  der  Beschwerdeschrift  vertretene  Auffassung,  wonach  diese 
wenig aussagekräftig ist. Weder der die Botschaftsabklärung veranlas-
senden Behörde noch dem Bundesverwaltungsgericht ist aufgrund der 
Akten bekannt, wie bei den Abklärungen vorgegangen wurde. Es kann 
aufgrund  der  Botschaftsantwort  weder  nachvollzogen  werden,  wer 
kontaktiert wurde noch wer die entsprechenden Auskünfte erteilte. Das 
Bundesverwaltungsgericht erachtet es zudem als nicht gesichert, dass 
der  Beschwerdeführer  auf  der  (Gendarmeriestützpunkt)  in  einem 
Register  eingetragen  worden  wäre,  um  so  weniger,  wenn  sich  die 
Inhaftierung  so  wie  von  ihm  geschildert  zugetragen  hätte.  Der  auf 
Beschwerdeebene  eingereichten  Stellungnahme  der  SFH  ist  zu 
entnehmen, dass das Folterkomitee der UNO Kamerun bereits in den 
Jahren 1998 und 2000 empfahl,  ein  öffentlich zugängliches Register 
über alle verhafteten Personen zu führen. Gemäss Feststellungen des 
Komitees  war  dieser  Empfehlung  im  Jahre  2003  noch  keine  Folge 
geleistet worden. Auch im Jahre 2004 hielt das Komitee fest, dass die 
Anwendung  von  Registern  zur  Erfassung  von  Inhaftierten  nicht 
systematisch  organisiert  sei.  Es  darf  zudem  davon  ausgegangen 
werden,  dass  der  Kommandant  der  Gendarmerie dafür  sorgte,  dass 
sich  keine Akten über  die Vorgänge finden lassen,  nachdem er  den 
Beschwerdeführer  gegen Bestechung freigelassen hatte. Somit  kann 
aufgrund  der  von  der  Vertrauensperson  des  Schweizerischen 
Generalkonsulats  in  Yaounde  erhaltenen  Informationen,  wonach  der 
Beschwerdeführer im Oktober 2003 bei der (Gendarmeriestützpunkt) 
nicht  in  Haft  gewesen  sei,  nicht  geschlossen  werden,  die 
anderslautenden Angaben der Beschwerdeführer seien unglaubhaft. 

5.1.4 Der  Auffassung  des  BFM,  der  Beschwerdeführer  hätte  keine 
kompromittierenden Fotografien zu Hause aufbewahrt, falls er sich be-
droht  gefühlt  hätte,  kann grundsätzlich  gefolgt  werden. Gemäss den 
Aussagen des Beschwerdeführers haben sich auf der im Jahre 1994 
aufgenommenen Fotografie, die ihm anlässlich der Verhöre vorgehal-
ten worden sei, der inhaftierte G._______ und seine vormaligen Ge-
liebten sowie eine weitere Person befunden. Da ihm G._______ von 
der dem Regime nahe stehenden E._______ vorgestellt  worden war, 
die diesen gebeten hatte, ihn zu unterstützen,  war bekannt,  dass er 
den  Inhaftierten  kannte.  Unter  diesem  Gesichtspunkt  musste  eine 
Fotografie  aus  dem  Jahre  1994  vom  Beschwerdeführer  nicht  als 
kompromittierendes Material, das ihm zum Nachteil gereichen könnte, 
angesehen  werden.  Zudem  ist  nachvollziehbar,  dass  dem 

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Beschwerdeführer  nicht  mehr  bewusst  war,  dass  sich  in  einem 
Fotoalbum eine an sich belanglose Fotografie befand.

5.1.5 Das BFM weist in der angefochtenen Verfügung darauf hin, dass 
das von den Beschwerdeführern geschilderte Verhalten des Beschwer-
deführers, wonach er an der Eröffnungsfeier einer Filiale der Versiche-
rung, an der er beteiligt gewesen sei, teilgenommen und sich zu Hau-
se aufgehalten  habe,  gewisse Zweifel  an  der  von ihm geschilderten 
Bedrohungssituation, in der er sich gewähnt habe, aufkommen lässt. 
Dem  ist  beizupflichten,  zumal  die  Erklärung  in  der  Beschwerde,  er 
habe den Schutz des lokalen Polizeikommissars genossen, nicht rest-
los zu überzeugen vermag, da sich gemäss seinen Aussagen „höhere 
Kreise“  für  ihn  interessiert  hätten,  denen  sich  ein  Polizeikommissar 
wohl nicht hätte erfolgreich widersetzen können. Allein dies vermag in-
dessen in Anbetracht der vorstehenden Erwägungen keine ausschlag-
gebenden Zweifel am Wahrheitsgehalt der Vorbringen des Beschwer-
deführers zu begründen.

5.1.6 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  das  Bundesverwal-
tungsgericht die Vorbringen des Beschwerdeführers aufgrund der ge-
samten Aktenlage als glaubhaft erachtet. Insbesondere ist davon aus-
gegangen, dass dem Beschwerdeführer die Verletzungen während der 
von ihm geschilderten Polizeihaft zugefügt wurden.

5.2

5.2.1 Die  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  vermitteln  weitgehend 
nicht den Eindruck, sie habe sich bei der Schilderung der Vorkommnis-
se  in  ihrem Heimatland  nicht  auf  selbst  Erlebtes  gestützt.  Auch  sie 
sagte detailreich und substanziiert aus; ihre Aussagen stimmen in den 
wesentlichen Punkten mit denjenigen ihres Ehemannes überein. Ange-
sichts der vorstehenden Ausführungen, wonach in Kamerun zumindest 
bis im Jahre 2004 keine systematischen Listen von Inhaftierten geführt 
wurden (vgl. E. 5.1.3),  kann nicht davon ausgegangen werden,  dass 
verlässliche  Listen  mit  den Namen von Vorgeladenen  bestehen. Die 
von der Vertrauensperson des Schweizerischen Generalkonsulats er-
haltenen Informationen, gemäss denen die Beschwerdeführerin im De-
zember  2003  von  der  (Gendarmerie)  nicht  vorgeladen  worden  sei, 
vermögen ihre anderslautenden Angaben nicht zu widerlegen.

5.2.2 Das BFM weist  in seiner Verfügung zu Recht  darauf hin, dass 
die  Beschwerdeführerin  teilweise  nicht  übereinstimmende  Aussagen 

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zu der von ihr erlittenen Vergewaltigung machte. Bei der Erstbefragung 
führte sie aus, man habe sie in einem Raum warten lassen,  als  sie 
zum zweiten Mal  auf  die (Gendarmeristützpunkt)  vorgeladen worden 
sei. Während sie gewartet habe, sei ein vermummter Mann eingetreten 
und habe sich auf sie gestürzt. Sie habe gefühlt, dass es drei Männer 
gewesen seien, die sie alle vergewaltigt hätten. Sie hätten ihr gesagt, 
sie würden sie nicht gehen lassen, „falls sie es nicht machen würden“. 
Bei der kantonalen Befragung sagte sie, um 13 Uhr 30 habe sich die 
Türe geöffnet und ein Gendarm sei eingetreten. Nach einer kurzen Un-
terhaltung sei er zu ihr gekommen, worauf sie laut geschrien habe. Sie 
habe keine Hilfe erhalten, bis er mit dem, was er im Sinn gehabt habe, 
fertig gewesen sei. Sie habe noch bis um 16 Uhr im selben Raum war-
ten müssen, bis ihr ein anderer Gendarm gesagt habe, sie könne ge-
hen. Auf Nachfrage hin erklärte sie, der Gendarm habe sich auf den 
Tisch gesetzt und seine Füsse auf den Stuhl gestellt. Nachdem sie ihn 
beleidigt habe, sei er auf sie zugekommen und habe sie gefragt, ob sie 
nicht wisse, dass sie eine Witwe sei. Jedermann könne das (was folge) 
nun mit ihr machen; er sei deswegen gekommen. Sobald er ihre Klei-
der berührt habe, habe sie geschrien, damit ihr jemand zu Hilfe kom-
me. Bis zum Zeitpunkt, als er gegangen sei, sei jedoch niemand ge-
kommen. Auf Nachfrage sagte sie, sie sei einmal vergewaltigt worden. 
Auf die Frage wie lange dies gedauert habe, sagte sie, sie wisse es 
nicht, da sie das Bewusstsein verloren habe, als er in sie eingedrun-
gen sei. Es sei ihr, als hätte jemand die Türe geöffnet, bevor sie ohn-
mächtig geworden sei. Nachdem die Beschwerdeführerin bei der kan-
tonalen Befragung auf  die abweichenden Aussagen aufmerksam ge-
macht  wurde, sagte sie, sie habe die Augen geschlossen,  bevor sie 
bewusstlos geworden sei. Auf die Frage, ob sie ihr etwas gesagt hät-
ten, antwortete sie, alle hätten mit ihr gesprochen. Auf die Frage, wes-
halb sie gesagt habe, nur einmal vergewaltigt worden zu sein, antwor-
tete sie, weil es sich am selben Tag zugetragen habe.

5.2.3 Wie vorstehend festgehalten (vgl. 5.2.1),  erachtet das Bundes-
verwaltungsgericht  die Aussagen der  Beschwerdeführerin  grundsätz-
lich als glaubhaft. Ob die von ihr geltend gemachte Vergewaltigung so 
wie von ihr geschildert stattgefunden hat und sich die Abweichungen 
in  ihren  Aussagen  durch  die  in  der  Beschwerde  erwähnten 
Verhaltensmuster von Gewaltopfern  erklären lassen oder nicht,  kann 
vorliegend  –  angesichts  der  nachfolgenden  Ausführungen  zur 
begründeten Furcht der Beschwerdeführerin – letztlich offen gelassen 
werden.

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5.3 Wie  oben  festgestellt,  wurde  der  Beschwerdeführer  von  der 
(Gendarmerie)  über  zweieinhalb  Monate  lang  festgehalten  und  bei 
mehreren Verhören schwer gefoltert. Zudem wurde er gefesselt in eine 
Zelle verbracht, in der sich ein Gefangener aufhielt, der ihn mehrfach 
vergewaltigte. Die Folterungen wurden mit Wissen und wohl auf Anord-
nung des Postenkommandanten von einem Gendarmen durchgeführt 
und hatten zum Ziel,  vom Beschwerdeführer Informationen über das 
zu  erhalten,  was  er  mit  G._______  besprochen  habe.  Gegen 
G._______  wurde  zwar  ein  Verfahren  wegen  Korruption  und 
Veruntreuung öffentlicher Gelder  eingeleitet,  aufgrund der  Umstände 
ist  indessen  davon  auszugehen,  dass  diese  – berechtigten  oder 
unberechtigten – Anschuldigungen aus politischen Gründen erhoben 
wurden. Die  Anschuldigungen  wurden  nämlich  kurz  nachdem dieser 
sich  vom  Regime  distanziert  hatte  erhoben.  Die  Festnahme  des 
Beschwerdeführers  und  die  Folterungen  waren  somit  politisch 
motiviert.  Da  der  Beschwerdeführer  vom  Kommandanten  der 
(Gendarmeriestützpunkt)  gegen  Bestechung  freigelassen  wurde,  ist 
davon auszugehen, dass er bei einem Verbleib in Kamerun jederzeit 
wieder  hätte  festgenommen  werden  können.  Eine  innerstaatliche 
Fluchtalternative  in  einem  Teil  Kameruns  hat  für  ihn  somit  nicht 
bestanden.  Obwohl  Kamerun  im  Januar  1997  ein  Gesetz  ver-
abschiedete, welches Folter unter Strafe stellte, konnte der Beschwer-
deführer  vorliegend  nicht  darauf  vertrauen,  dass  seine  Folterer  zur 
Verantwortung gezogen würden und er vor weiteren Übergriffen sicher 
gewesen wäre. Die Gefahr, dass er nach einer Rückkehr nach Kame-
run erneut Schwierigkeiten mit den Sicherheitsbehörden erhalten wird, 
erscheint  aufgrund  seines  Persönlichkeitsprofils  realistisch. In  Anbe-
tracht  der  gesamten  Aktenlage ergeben  sich  auch objektiv  gesehen 
hinreichende  Anhaltspunkte  für  eine  konkrete  Bedrohung  des  Be-
schwerdeführers,  die  auch  bei  anderen  Menschen  in  vergleichbarer 
Lage  Furcht  vor  Verfolgung  hervorrufen  würde.  In  Anbetracht  des 
Grundsatzes, wonach Personen, die bereits Verfolgung erlitten haben, 
eine ausgeprägtere subjektive Furcht zugestanden wird und die vom 
Beschwerdeführer geäusserte Furcht auch objektivierbar ist, muss ihm 
eine begründete Furcht, künftig ernsthafte Nachteile zu erleiden, zuer-
kannt werden (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E 7.1. S. 93; 2004 Nr. 1 E. 6a-b 
S. 9 f., mit weiteren Hinweisen).

5.4 Die Vorladungen der Beschwerdeführerin waren insofern politisch 
motiviert,  als  ihr  Ehemann aus politischen Gründen inhaftiert  wurde 
und die Gendarmerie den Verdacht hegte, sie könnte über die Aktivitä-

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ten ihres Ehemannes und seine Verbindungen zu G._______ Bescheid 
wissen.  Selbst  wenn  die  Beschwerdeführerin  auf  der 
(Gendarmeriestützpunkt)  nicht  vergewaltigt  worden  sein  sollte,  hätte 
sie  nach  der  erfolgten  „Entlassung“  ihres  Ehemannes  begründete 
Furcht  vor  zukünftiger  (Reflex-)verfolgung  haben  müssen.  Wäre  sie 
von den Sicherheitsbehörden aufgegriffen worden, hätte sie begründet 
befürchten müssen, im Rahmen von Befragungen nach dem Aufenthalt 
ihres Ehemannes erheblichen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Auch 
für den Fall,  dass sie zusammen mit  ihrem Ehemann festgenommen 
worden wäre, ist ihre Furcht vor zukünftiger Verfolgung als begründet 
anzusehen.  Die  der  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Heimatland 
drohende  Gefahr  asylrechtlich  relevanter  Verfolgung,  der  sie  sich  in 
keinem  anderen  Teil  Kameruns  entziehen  kann,  besteht  gemäss 
Auffassung des Bundeverwaltungsgerichts auch heute noch.

5.5 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass im Falle der Beschwer-
deführer entgegen der Beurteilung durch das BFM sämtliche Kriterien 
der in Art. 3 AsylG enthaltenen Definition als erfüllt zu betrachten und 
diese  demzufolge  als  Flüchtlinge  anzuerkennen  sind.  Dementspre-
chend  ist  ihnen  mangels  Anzeichen  für  das  Vorliegen  eines  Aus-
schlussgrundes  (Art.  53  AsylG)  in  der  Schweiz  Asyl  zu  gewähren 
(vgl. Art. 49 AsylG). 

5.6 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten und ihre minder-
jährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, wenn kei-
ne  besonderen  Umstände  dagegen  sprechen. Vorliegend  sind  keine 
besonderen Umstände auszumachen, die gegen einen Einbezug der 
Kinder der Beschwerdeführer in die Flüchtlingseigenschaft ihrer Eltern 
sprechen. Die beiden Kinder der Beschwerdeführer sind demnach in 
die  Flüchtlingseigenschaft  ihrer  Eltern  einzubeziehen  und  ihnen  ist 
Asyl zu gewähren.

6. Wie  vorstehend  aufgezeigt,  erfüllen  die  Beschwerdeführer  in  An-
wendung von Art. 3 bzw. Art. 51 Abs. 1 AsylG die Anforderungen an 
die originäre bzw. abgeleitete Flüchtlingseigenschaft. Die Beschwerde 
ist demnach gutzuheissen, die Verfügung des BFM vom 29. November 
2005 aufzuheben und das BFM anzuweisen, den Beschwerdeführern 
Asyl zu gewähren.

7.

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7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerle-
gen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Den Beschwerdeführern ist - als obsiegender Partei - für die ihnen 
im Beschwerdeverfahren erwachsenen notwendigen Kosten eine Par-
teientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 
Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008  über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]). Der Vertreter der Beschwerdeführer hat mit der Beschwer-
de  eine  Kostennote  vom  29. Dezember  2005  eingereicht.  Er  veran-
schlagt einen Aufwand von 15 Stunden zu einem Stundenansatz von 
Fr. 150.--  sowie  Spesen  von Fr. 100.--,  total  Fr. 2'350.--,  was ange-
sichts  des  Verfahrensumfangs als  angemessen  erscheint.  In  der  er-
gänzenden Kostennote vom 28. Mai 2008 wird für die seitherigen Be-
mühungen ein Aufwand von 2 Stunden à Fr. 180.--, total Fr. 360.--, ver-
anschlagt,  was ebenso angemessen erscheint. Da gemäss Angaben 
der Rechtsvertretung keine Mehrwertsteuerpflicht besteht, ist das BFM 
anzuweisen, den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 
2'710.-- zu entrichten (vgl. Art 8 ff. VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die  Verfügung  des BFM vom 29. November  2005  wird  aufgehoben. 
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführern und ihren Kindern 
Asyl zu gewähren.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführern  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 2'710.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (kantonale Behörde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Christoph Basler

Versand: 

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