# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44bfa570-b2cc-50b8-bac0-f7d6b49fbb91
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 04.02.2013 FO.2012.44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2012-44_2013-02-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2012.44

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 04.02.2013

Entscheiddatum: 04.02.2013

Entscheid Kantonsgericht, 04.02.2013
Art. 125, 285 ZGB: Der Kinderunterhalt geht dem nachehelichen Unterhalt 
vor (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 4. Februar 2013, FO.2012.44).

Aus den Erwägungen:

Die Rangfolge zwischen dem Unterhalt für die geschiedene Ehefrau und den 

unmündigen Kindern ist nicht klar definiert. Das Bundesgericht erwog, der Unterhalt 

unmündiger Kinder stehe im selben Rang wie der nacheheliche Unterhalt oder 

geniesse sogar Vorrang (BGE 128 III 411, 415). Die Lehre nimmt häufig den Vorrang 

des Unmündigenunterhalts an (Spycher/Hausheer, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. 

Auflage, N 8.28 ff. mit weiteren Hinweisen; FamKomm Scheidung/Vetterli, Art. 176 

ZGB, N 36; FamKomm Scheidung/Schwenzer, Art. 125 ZGB, N 27). Auch im Kanton 

St. Gallen entspricht es konstanter Rechtsprechung, dass vorab der Kinderunterhalt zu 

decken ist, da Kinder besonders schutzbedürftig sind (vgl. z. B. unveröffentlicher KGer 

SG, 7. Januar 2010, RF.2009.111). In einem neueren Entscheid (BGE 137 III 59) führt 

das Bundesgericht sinngemäss Folgendes aus: Das eigene Existenzminimum des 

Unterhaltspflichtigen ist bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge in jedem Fall zu 

respektieren. Dieser kann allerdings nur für seine eigene Person die Sicherung der 

Existenz beanspruchen und nicht für sämtliche Familienmitglieder, die mit ihm 

zusammenleben. Nur so lässt sich die Gleichbehandlung der unterhaltsberechtigten 

Kinder in Mankofällen gewährleisten. Demnach sind zur Ermittlung der tatsächlichen 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Rentenschuldners alle kinderbezogenen 

Positionen der im gleichen Haushalt wohnenden Kinder auszuscheiden und 

Unterhaltsbeiträge, die der Unterhaltsschuldner seinen in einem anderen Haushalt 

lebenden Kindern bezahlt, nicht mit einzubeziehen. Ausser Acht bleiben auch 

diejenigen Positionen, die ausschliesslich den (zweiten) Ehegatten bzw. Lebenspartner 

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des Rentenschuldners betreffen. Soweit das Einkommen des Unterhaltsschuldners 

sein eigenes Existenzminimum übersteigt, ist dieser Überschuss zunächst unter alle 

unterhaltsberechtigten Kinder (nach Massgabe ihrer jeweiligen Bedürfnisse und der 

Leistungsfähigkeit des anderen Elternteils) zu verteilen. Reicht der allfällige Überschuss 

des unterhaltspflichtigen Elternteils nicht aus, um die Bedürfnisse all seiner Kinder zu 

decken, so ist das Manko auf alle Kinder und somit auf alle betroffenen Familien zu 

verteilen.

Diesen Erwägungen kann wohl entnommen werden, dass sich das Bundesgericht 

einem Vorrang des Kinderunterhalts nicht (länger) verschliesst. Der Vater hat somit 

seinen Überschuss vorab für den Kinderunterhalt zu verwenden.

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	Entscheid Kantonsgericht, 04.02.2013
	Art. 125, 285 ZGB: Der Kinderunterhalt geht dem nachehelichen Unterhalt vor (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 4. Februar 2013, FO.2012.44).

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