# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 693aa60c-70f8-5b99-ad9e-3f068342ac85
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.10.2014 SB130197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130197_2014-10-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130197-O/U/eh 
 
 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, und Dr. D. Schwander, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Maurer 

 

Urteil vom 2. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. H. Bebié,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

 

 

betreffend  

gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom  
6. März 2013 (DG120427) 
 
  

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Dezember 2012 

(HD Urk. 15) sowie die verbesserten Anklageformulierungen vom 18. und 

19. September 2013 sind diesem Urteil beigeheftet (HD Urk. 56, 57 und 58). 

 
Urteil der Vorinstanz: 
(HD Urk. 41 S. 39 ff.) 

Es wird erkannt: 
 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne von  

Art. 139 Ziff. 1 und 2 sowie Ziff. 3 Abs. 2 StGB, 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne vom Art. 186 StGB, 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB, 

− der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 1 aSVG, 

− der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB sowie 

− der Widerhandlung im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit 

Art. 4 und 7 WG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 199 Tage durch 

Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre 

festgesetzt. 

4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 3. Mai 2010 ausgefällten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 

CHF 90 wird widerrufen und als vollziehbar erklärt. 

 

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5. Die folgenden durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beschlagnahmten und 

bei der Gerichtskasse unter SK … lagernden Gegenstände werden eingezogen und 

der Gerichtskasse nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung überlas-

sen: 

− Teleskopstock schwarz 

− Schmetterlingsmesser 

6. Die durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beschlagnahmten und bei der  

Gerichtskasse unter SK … lagernden Gegenstände "Motorola" GP 340 sowie das 

Navigationsgerät "TomTom" werden verwertet und der Verwertungserlös zur De-

ckung der dem Beschuldigten auferlegten Verfahrenskosten verwendet. 

7. Die folgenden Privatkläger resp. Versicherungen werden mit ihren Schadenersatz-

begehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen: 

− B._____ Versicherung (ND 2) 

− C._____ Garage AG sowie die D._____ Versicherung (ND 9) 

− E._____ sowie F._____ [Versicherung] (ND 21) 

− G._____ AG (ND 23) 

− H._____ (ND 15) 

8. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern verpflich-

tet, folgenden Privatklägern Schadenersatz in nachgenannter Höhe zu bezahlen: 

− I._____ AG (ND 7) 

CHF 753.20 nebst Zins zu 5% seit dem 16. September 2010 

− J._____ ag (ND 22) 

CHF 1'137.10 nebst Zins zu 5% seit dem 10. September 2010 

− K._____ AG (ND 20) 

CHF 815.60 ohne Zins 

− Stadt L._____ Soziale Dienste (ND 14) 

CHF 5'000 nebst Zins von 5% seit dem 17. März 2010 

In einem allfälligen Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

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9. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern verpflich-

tet, folgenden Versicherungen Schadenersatz in nachgenannter Höhe zu bezahlen: 

− M._____ Versicherung 

CHF 12'481.15 ohne Zins sowie CHF 12'510.20 nebst 5% Zins seit dem 9. Juni 2010 

(ND 23 und 11) 

− N._____ [Versicherung] 

CHF 36'132 ohne Zins (ND 15) 

In einem allfälligen Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

10. Die Genugtuungsbegehren der nachfolgenden Privatkläger werden abgewiesen: 

− I._____ AG (ND 7) 

− C._____ Garage AG (ND 9) 

− J._____ ag (ND 22) 

− G._____ AG (ND 23) 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 3'110.00   Auslagen Untersuchung 

Fr. 1'500.00   Auslagen Untersuchung  

Fr. 4'613.35   amtliche Verteidigung Untersuchung (RA Y._____) 

Fr. 9'522.47   amtliche Verteidigung (RA X._____; festgesetzt mit Verf. vom 3.5.2013) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. […] 

13. (Mitteilungen) 

14. (Rechtsmittel) 

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Berufungsanträge: 
 
 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (schriftlich; HD Urk. 82 S. 2) 

1. Die Dispositiv-Ziff. 1 (betreffend Hehlerei), 2, 4, 8 und 9 des angefochtenen 

Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung vom 6. März 2013 seien auf-

zuheben. 

2. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 1 sei der Beschuldigte vom Vorwurf der 

mehrfachen Hehlerei freizusprechen. 

3. Für die nicht angefochtenen Schuldsprüche sei der Beschuldigte in Abände-

rung der Dispositiv-Ziff. 2 zu bestrafen mit höchstens 20 Monaten Freiheits-

strafe, wovon 199 Tage durch Untersuchungshaft als erstanden zu erklären 

seien. 

4. Dem Beschuldigten sei für die auszufällende Freiheitsstrafe der bedingte 

Strafvollzug zu gewähren, unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren 

(Dispositiv-Ziff. 3). 

5. Auf den Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Mai 2010 ausgefällten Geldstrafe 

von 80 Tagessätzen zu CHF 90.– sei zu verzichten (Dispositiv-Ziff. 4). 

6. Die Zivilforderungen der in Dispositiv-Ziff. 8 und 9 genannten Privatkläger 

seien abzuweisen. 

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsverfahren zu 

Lasten des Staats. 

 

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b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; HD Urk. 88 S. 1 f.) 

1. (…) 

2. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage und des erstinstanzlichen Urteils 

schuldig zu sprechen. 

3. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung 

der bereits erstandenen Haft. 

4. Es sei ihm der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung von 4 Jahren Probe-

zeit zu gewähren.  

5. Es sei der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

3. Mai 2010 gewährte bedingte Strafvollzug zu widerrufen.  

c) Der Privatklägerschaft: 

 Keine Anträge. 

Erwägungen: 

I.  Prozessgeschichte und Umfang der Berufung 

1.1 Mit vorinstanzlichem Urteil vom 6. März 2013 wurde der Beschuldigte des 

gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls sowie weiterer Delikte (u.a. mehrfache 

Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB) schuldig gesprochen (Dispositiv- 

ziffer 1.) und mit 2 Jahren Freiheitsstrafe bedingt (unter Abzug von 199 Tagen  

erstandener Haft) bestraft (Dispositivziffer 2.) unter Festsetzung der Probezeit auf 

4 Jahre (Dispositivziffer 3.). Zudem wurde der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Mai 2010 ausgefällten 

Geldstrafe (von 80 Tagessätzen zu Fr. 90.–) widerrufen und als vollziehbar erklärt 

(Dispositivziffer 4.). Weiter ordnete die Vorinstanz die Einziehung und Vernichtung 

eines Teleskopstockes und eines Schmetterlingsmessers an (Dispositivziffer 5.), 

-   7   - 

traf Anordnungen betreffend Verwertung eines beschlagnahmten "Motorola"  

GP 340 sowie eines Navigationsgerätes "TomTom" zur Deckung der Verfahrens-

kosten (Dispositivziffer 6.), verwies einzelne Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses (Dispositivziffer 7.), verpflichtete den Beschuldigten – in 

solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern – zur Leistung von Schadenersatz 

an einzelne Privatkläger (Dispositivziffern 8. und 9.) und wies von einzelnen  

Privatklägern gestellte Genugtuungsbegehren ab (Dispositivziffer 10.). 

1.2 Gegen dieses Urteil, welches den Parteien am 6. März 2013 mündlich  

eröffnet wurde (Prot. I S. 13), meldete der Beschuldigte am 8. März 2013 fristge-

recht Berufung an (HD Urk. 32). Das begründete Urteil wurde der Verteidigung 

am 19. April 2013 zugestellt (HD Urk. 37/2). Die Berufungserklärung erfolgte in-

nert der zwanzigtägigen Frist am 8. Mai 2013 (HD Urk. 42; Art. 399 Abs. 3 StPO). 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 6. Juni 2013 auf Anschlussberufung, bean-

tragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und erklärte, sich am weiteren 

Verfahren nicht weiter zu beteiligen (HD Urk. 49). Die Privatkläger liessen sich im 

Berufungsverfahren nicht vernehmen. 

1.3 In der Folge wurde auf den 19. September 2013 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (HD Urk. 51), anlässlich welcher die Anklagebehörde verbesserte 

 Anklagen betreffend ND 14, ND 15 und ND 26 einreichte (HD Urk. 56-58; Prot. II 

S. 11 f.). Die Berufungsverhandlung wurde daraufhin auf Antrag des Beschuldig-

ten bzw. dessen Verteidigung vertagt, die Parteien erklärten sich mit der schriftli-

chen Fortsetzung des Verfahrens einverstanden und verzichteten auf eine  

mündliche Urteilseröffnung (Prot. II S. 13).  

1.4 Mit Präsidialverfügung vom 23. September 2013 wurde das schriftliche  

Verfahren für die Fortsetzung des vorliegenden Prozesses angeordnet und dem 

Beschuldigten Frist angesetzt, um zur Zulässigkeit der verbesserten Anklage-

formulierungen bzw. der Alternativanklage betreffend ND 14, ND 15 und ND 26 

Stellung zu nehmen (HD Urk. 63). Die entsprechende Stellungnahme des  

Beschuldigten ging innert (mehrfach erstreckter; HD Urk. 67 und 69) Frist am 

30. Dezember 2013 hierorts ein (HD Urk. 71). Ebenfalls fristgerecht verzichtete 

-   8   - 

die Anklagebehörde am 8. Januar 2014 auf Vernehmlassung zur Stellungnahme 

des Beschuldigten (HD Urk. 75). 

1.5 Mit unbegründetem Beschluss vom 20. Februar 2014 wurden die Anklage-

verbesserungen ND 14, ND 15 und ND 26 betreffend Hehlerei zugelassen, die  

Alternativanklage ND 15 betreffend Diebstahl, Sachbeschädigung und Haus-

friedensbruch wurde nicht zugelassen; zugleich wurde dem Beschuldigten Frist 

angesetzt, abschliessend die Berufungsanträge zu stellen und zu begründen (HD 

Urk. 76). Die Berufungsbegründung des Beschuldigten vom 28. April 2014 ging 

innert zweimal erstreckter Frist am 2. Mai 2014 hierorts ein (HD Urk. 82). Die  

Berufungsantwort der Anklagebehörde vom 26. Mai 2014 erreichte das hiesige 

Gericht fristgerecht am 27. Mai 2014 (HD Urk. 88), nachdem die Vorinstanz am 

7. Mai 2014 auf Vernehmlassung verzichtet hatte (HD Urk. 87). Der Beschuldigte 

erstattete in der Folge innert wiederum erstreckter Frist am 4. Juli 2014 die  

Berufungsreplik (HD Urk. 94), worauf die Anklagebehörde mit Eingabe vom 

10. Juli 2014 mitteilte, auf eine weitere Stellungnahme zu verzichten (HD Urk. 99). 

Das Verfahren erweist sich demnach als spruchreif.  

2. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gemäss seiner Berufungs-

erklärung gegen die Dispositivziffern 1. (nur betreffend Hehlerei), 2., 4., 6., 8. und 

9. Den Antrag, dem Beschuldigten das beschlagnahmte Mobiltelefon "Motorola 

GP 340" sowie das Navigationsgerät "TomTom" herauszugeben (vgl. HD Urk. 42 

S. 2), zog die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung zurück (Prot. II 

S. 9 f.), was sie auch im Rahmen der (schriftlichen) Berufungsbegründung bestä-

tigte, indem sie die Aufhebung von Dispositivziffer 6. nicht mehr beantragte (HD 

Urk. 82 S. 2). Angefochten sind somit lediglich noch die Dispositivziffern 1. teil-

weise (betreffend Hehlerei, mit Ausnahme der Hehlerei gemäss ND 27), 2., 4.,  

8. und 9., wobei Dispositivziffer 3. – die Anordnung des bedingten Vollzuges – als 

Teil des Sanktionspunktes ebenfalls als angefochten zu gelten hat (vgl. Art. 399 

Abs. 4 lit. b StPO). Im Übrigen ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft  

erwachsen (Art. 404 Abs. 1 StPO), was vorab festzustellen ist.  

-   9   - 

II.  Prozessuales 

1. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung in Kraft  

getreten. Da der angefochtene Entscheid nach diesem Zeitpunkt gefällt wurde, gilt 

für das vorliegende Berufungsverfahren neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO).  

Verfahrenshandlungen, die vor dem Inkrafttreten der neuen Strafprozessordnung 

angeordnet oder durchgeführt wurden, behalten aber ihre Gültigkeit (Art. 448 

Abs. 2 StPO). 

2. Die Parteien stellten im Berufungsverfahren keine Beweisanträge (vgl. HD 

Urk. 82; HD Urk. 88 S. 1; Prot. II S. 12). 

3.1 Der Beschuldigte beantragte, der Antrag der Staatsanwaltschaft auf  

Zulassung der "verbesserten Anklageformulierung" betreffend ND 14, ND 15 und 

ND 26 sei abzuweisen und die diesbezüglich an der Berufungsverhandlung vom 

19. September 2013 eingereichten Unterlagen der Staatsanwaltschaft seien aus 

dem Recht zu weisen. Zur Begründung wird zunächst auf das Anklageprinzip und 

seine vier Hauptfunktionen, nämlich die Rollentrennungs-, die Informations- und 

die Umgrenzungsfunktion sowie das Immutabilitätsprinzip, verwiesen. Weiter wird 

geltend gemacht, gemäss Art. 350 StPO sei das Gericht an den in der Anklage 

umschriebenen Sachverhalt gebunden. Art. 333 StPO sei in casu nicht anwend-

bar, da die Staatsanwaltschaft mit den "verbesserten Anklageformulierungen"  

lediglich die bisherigen Mängel der bestehenden Anklageschrift korrigieren wolle, 

was gemäss StPO aber nicht zulässig sei. Eine Abänderung des angeklagten 

Sachverhalts nach der Zulassung der Anklage sei nicht möglich. Man erkenne, 

dass mit den "verbesserten Anklageformulierungen" der ursprünglich angeklagte 

Sachverhalt abgeändert werden solle (HD Urk. 71 S. 2 f.). Die Vorinstanz habe 

die Anklage weder zur Ergänzung noch zur Berichtigung gemäss Art. 329 StPO 

an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Somit gelte der Sachverhalt der  

Anklageschrift als Grundlage für die zu beurteilenden Tatbestände als erstellt. Im 

Übrigen sei eine Anklageerweiterung im Rechtsmittelverfahren schon nach der  

alten Zürcher Strafprozessordnung nicht zulässig gewesen; dies habe sich auch 

unter der Geltung der Schweizerischen Strafprozessordnung nicht geändert. Da 

-   10   - 

bei einer Verletzung des Anklageprinzips die Heilung grundsätzlich ausgeschlos-

sen sei, sei der Entscheid in diesen Punkten aufzuheben (HD Urk. 71 S. 4). 

3.2 Grundsätzlich zu Recht weist die Verteidigung auf das Immutabilitätsprinzip 

(Grundsatz der Unabänderbarkeit der Anklage) hin. Aus prozessökonomischen 

Gründen ist dieser Grundsatz indes gemildert. Es ist zulässig, ja notwendig,  

mangelhafte, fehlerhafte oder unvollständige Anklagen zu berichtigen oder gar um 

neue Delikte zu erweitern. Art. 329 Abs. 2 StPO und Art. 333 StPO für das Haupt-

verfahren sehen diesbezügliche Ausnahmen vor (SCHMID, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 210;  

NIGGLI/HEIMGARTNER in: BSK StPO, Basel 2011, Art. 9 N 41 und N 55). Diese  

Bestimmungen sind gestützt auf Art. 379 StPO grundsätzlich auch im Berufungs-

verfahren anwendbar (GRIESSER in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 333 

N 3a). Die Anklage bildet auch die Basis des Berufungsverfahrens; es ist jedoch 

im Berufungsverfahren nur noch eine Änderung oder Ergänzung der Anklage 

nach Art. 333 Abs. 1 StPO, nicht aber eine Erweiterung nach Art. 333 Abs. 2 

StPO möglich (SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

a.a.O., N 1535). 

3.2.1  Gemäss Art. 333 Abs. 1 StPO gibt das Gericht der Staatsanwaltschaft 

Gelegenheit, die Anklage zu ändern, wenn nach seiner Auffassung der in der  

Anklageschrift umschriebene Sachverhalt einen andern Straftatbestand erfüllen 

könnte, die Anklageschrift aber den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht. 

Des Weiteren kann das Gericht der Staatsanwaltschaft gestatten, die Anklage zu 

erweitern, wenn während des Hauptverfahrens neue Straftaten der beschuldigten 

Person bekannt werden (Art. 333 Abs. 2 StPO). Der Verteidigung ist somit bei-

zupflichten, dass in casu (zumindest betreffend die "verbesserten Anklage-

formulierungen") kein Anwendungsfall von Art. 333 StPO vorliegt. Fälle, in denen 

eine Anklage innerhalb des gleichen Straftatbestandes zu berichtigen ist, sind 

nämlich nicht nach Art. 333 StPO zu behandeln (STEPHENSON/ZALUNARDO-

WALSER in: BSK StPO, a.a.O., Art. 333 N 4; RIKLIN, Strafprozessordnung,  

OF-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2014, Art. 333 N 6; differenzierend: SCHMID, 

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Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, a.a.O., N 1296; DERSELBE, 

StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 333 N 2a). Zudem ist 

– wie soeben erwogen – eine Erweiterung der Anklage im Sinne von Art. 333 

Abs. 2 StPO im Berufungsverfahren ohnehin ausgeschlossen. 

3.2.2  Gemäss Art. 329 Abs. 2 StPO kann eine Rückweisung zur Ergänzung 

oder Berichtigung der Anklage erfolgen, wobei diese Bestimmung über Art. 379 

StPO auch im Berufungsverfahren gilt (SCHMID, StPO Praxiskommentar, a.a.O., 

Art. 329 N 10; vgl. auch Entscheid des Bundesgerichts 6B_777/2011 vom 

10. April 2012 E. 2). Diese Bestimmung stellt eine Abweichung vom strengen  

Anklageprinzip dar. Hält das Gericht die beschuldigte Person der eingeklagten Tat 

für schuldig, kann es aber wegen Mängeln der Anklage keine Verurteilung aus-

sprechen, so hat es die Möglichkeit, durch eine Rückweisung der Anklage die 

Staatsanwaltschaft zur Ergänzung oder Verbesserung der Anklage einzuladen 

(GRIESSER, a.a.O., Art. 329 N 22). Bei einer mangelhaften Anklage kann das  

Gericht nämlich nicht eigenmächtig eine "Korrektur" vornehmen, sondern es 

kommt – gegebenenfalls – nur eine Rückweisung der Anklageschrift an die 

Staatsanwaltschaft zur Prüfung einer Korrektur infrage (RIKLIN, a.a.O., Art. 329 

N 2 mit Verweisen).  

In casu reichte die Anklagebehörde die verbesserten Anklageformulierungen  

betreffend ND 14, ND 15 und ND 26 anlässlich der Berufungsverhandlung ein 

(Prot. II S. 11 f.). Art. 329 Abs. 2 StPO erwähnt ausdrücklich, dass eine Rück-

weisung auch "später im Verfahren" (und nicht nur bei der Prüfung der Anklage) 

erfolgen kann. Das Gericht kann demnach auch in späteren Verfahrensstadien 

nach Massgabe dieser Bestimmung vorgehen, wenn Fehler in Akten und Anklage 

nachträglich entdeckt werden (SCHMID, StPO Praxiskommentar, a.a.O., Art. 329 

N 10). Da, wie bereits erwogen, Art. 329 StPO auch im Berufungsverfahren gilt, 

wurden die verbesserten Anklageformulierungen rechtzeitig eingereicht. Eine  

formelle Rückweisung ist bzw. war nicht erforderlich, da die Staatsanwaltschaft 

einer Rückweisung durch das Gericht gleichsam zuvorkam. 

3.3.1  Betreffend ND 14 gilt das Folgende: Aufgrund der Aussagen des Beschul-

digten in der polizeilichen Einvernahme vom 8. Februar 2011 kann der verbesser-

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te Anklagesachverhalt, wie er in HD Urk. 56 dargestellt wird, erstellt werden (vgl. 

hinten Ziff. III.2.). Die verbesserte Anklageformulierung entspricht nämlich fast  

lückenlos der eigenen Schilderung des Beschuldigten zum Vorfall gemäss ND 14 

(vgl. ND 14 Urk. 4 S. 2 f.); insofern kann von einer "völlig neuen Geschichte" (vgl. 

HD Urk. 71 S. 3) keine Rede sein. Bezeichnenderweise anerkannte der Beschul-

digte den ursprünglichen Anklagesachverhalt in der Schlusseinvernahme denn 

auch nicht, sondern erklärte – im Einklang mit der verbesserten Anklageformulie-

rung bzw. seinen Ausführungen in der Untersuchung –, dass dies der erste Vorfall 

gewesen und er nur für den Transport der beiden verantwortlich gewesen sei. Der 

Tresor sei schon draussen gewesen; dieser sei in sein Auto geladen worden,  

worauf sie ihn geheissen hätten, damit in einen Wald zu fahren (HD Urk. 5/13 

S. 10 f.). Der Beschuldigte wusste somit jederzeit, was ihm vorgeworfen wird, 

denn er hatte es selber zu Protokoll gegeben. Er wurde demnach bereits  

im Rahmen des Vorverfahrens – anlässlich seiner Einvernahmen – mit dem  

betreffenden Vorhalt konfrontiert, weshalb er davon ausgehen musste, dass  

dieser Vorwurf im weiteren Verlauf des Verfahrens zum Prozessthema werden 

könnte (vgl. HEIMGARTNER/NIGGLI in: BSK StPO, a.a.O., Art. 350 N 9). Es geht in 

beiden Anklagen um den gleichen Lebenssachverhalt, nämlich das Beiseite-

schaffen des zuvor gestohlenen Tresors. Eine Verletzung des Anklagegrundsat-

zes liegt demgemäss nicht vor, da aufgrund der Untersuchungsakten feststeht, 

dass ein strafbarer Sachverhalt bewiesen ist, der nicht oder nur unvollständig in 

die (erste) Anklage Aufnahme gefunden hat. Die verbesserte Anklageformulierung 

betreffend ND 14 ist somit zulässig und HD Urk. 56 nicht aus dem Recht zu  

weisen. 

3.3.2  Betreffend ND 15 präsentiert die Anklagebehörde – neben einer ver-

besserten Anklageformulierung betreffend Hehlerei – auch eine Alternativanklage: 

Der Beschuldigte habe sich entweder der Hehlerei oder des Diebstahls, der 

Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruchs (in Mittäterschaft) schuldig 

gemacht.  

Eine Alternativanklage ist gemäss Art. 325 Abs. 2 StPO zulässig; sie kann  

erhoben werden, wenn zwar die beschuldigte Person nach Überzeugung der 

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Staatsanwaltschaft ein Delikt ausgeführt hat, jedoch unklar ist, in welchem Ver-

halten dieses liegt (SCHMID, StPO Praxiskommentar, a.a.O., Art. 325 N 15; vgl. 

auch LANDSHUT/BOSSHARD in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, a.a.O., Art. 325 N 30-32). Der Entscheid, 

welcher Vorhalt als bewiesen zu betrachten ist, wird dem Gericht überlassen.  

Dabei kann es sich um unterschiedliche Sachverhaltshypothesen, die sich gegen-

seitig ausschliessen, oder aber um Varianten im Tatablauf, die sich lediglich in 

einzelnen Punkten unterscheiden, handeln (HEIMGARTNER/NIGGLI in: BSK StPO, 

a.a.O., Art. 325 N 45). Vorliegend problematisch erscheint einerseits, dass die 

Staatsanwaltschaft mit der Alternativanklage von ND 15 drei zusätzliche Delikte 

anklagt, die bisher noch nicht beurteilt wurden. Der Beschuldigte würde daher – 

bei Zulassung der Alternativanklage – eine Instanz verlieren. Zum anderen hat die 

Anklagebehörde auf Anschlussberufung verzichtet (HD Urk. 49). Ein Schuld-

spruch im Sinne der Alternativanklage würde damit eine unzulässige reformatio in 

peius darstellen, da es (im Vergleich zum angefochtenen Urteil) zu zusätzlichen 

Schuldsprüchen käme (Urteil des Bundesgerichts 6B_712/2012 vom  

26. September 2013 E. 2.5; BGE 139 IV 282 E. 2.5; vgl. auch Urteil des Bundes-

gerichts 6B_375/2013 vom 13. Januar 2014 E. 5.1.1). Die Alternativanklage ist 

demgemäss nicht zulässig. 

Betreffend Verletzung des Anklageprinzips bezüglich die verbesserte Anklage-

formulierung kann auf das vorstehend zu ND 14 Erwogene verwiesen werden. So 

wie der Anklagesachverhalt nun (verbessert) dargestellt wird, entspricht er  

nämlich weitestgehend den Ausführungen des Beschuldigten in der polizeilichen 

Einvernahme vom 8. Februar 2012 zu ND 15. Der Beschuldigte führte damals 

aus, er sei zwar nicht im Gebäude gewesen, er habe aber geholfen, den Tresor 

nach draussen zu tragen, wozu er auf das Flachdach geklettert sei. Zusammen 

hätten sie den Tresor vom Fenstersims bis zur Dachkante und, nach dem  

Hinunterwerfen, zum Lieferwagen getragen. Den Lieferwagen hätten sie  

anschliessend in eine Tiefgarage gestellt. Wo der Tresor aufgebrochen worden 

sei, wisse er nicht. Er habe indes Fr. 1'700.– erhalten (vgl. ND 15 Urk. 3 S. 2 ff.). 

Der "verbesserte" Anklagesachverhalt kann demgemäss gestützt auf diese, vom 

Beschuldigten im Übrigen nie widerrufenen Angaben erstellt werden (vgl. dazu 

-   14   - 

hinten Ziff. III.3.). Die Verteidigung führt betreffend ND 15 an, die Staatsanwalt-

schaft beschränke sich nicht mehr nur auf den Vorwurf des Fahrdienstes in den 

Wald, sondern werfe dem Beschuldigten einleitend vor, er habe geholfen den 

Tresor abzutransportieren. Der weiter geltend gemachte Sachverhalt stelle eine 

völlig neue "Geschichte" dar (HD Urk. 71 S. 3). Zutreffend ist, dass dem Beschul-

digten nicht mehr nur ein Chauffeurdienst vorgeworfen wird. Dem Beschuldigten 

war aufgrund seiner eigenen Schilderung des Einbruchdiebstahls zulasten der 

H._____ AG jedoch durchaus bewusst, was ihm vorgeworfen wird, zumal die ver-

besserte Anklage sich immer noch im Bereich des ursprünglich angeklagten Le-

bensvorgangs, nämlich dem Einbruchdiebstahl zu Lasten der H._____ AG, dem 

Abtransport des Diebesguts (insbesondere des Tresors) und der Tresor-öffnung 

am nächsten Tag, bewegt. Auch in der untersuchungsrichterlichen Schlussein-

vernahme am 12. November 2012 erklärte der Beschuldigte, dabei gewesen zu 

sein und Fr. 1'700.– erhalten zu haben, wobei der Vorhalt dahin-gehend lautete, 

dass der Beschuldigte sich zusammen mit O._____, P._____ und Q._____ zur 

Firma "H._____ AG" begeben habe. Weshalb sich in der ursprünglichen Anklage-

formulierung die Beteiligung des Beschuldigten auf einen Fahrdienst am darauf-

folgenden Tag beschränkte (HD Urk. 15 S. 7 f.), kann vor diesem Hintergrund ei-

gentlich nicht nachvollzogen werden. Da die verbesserte Anklageformulierung in-

dessen auf den Aussagen des Beschuldigten selbst basiert und er demnach ge-

nau wusste, was ihm vorgeworfen wird (was in der Schlusseinvernahme noch-

mals bestätigt wurde), kann keine Verletzung des Anklageprinzips erkannt wer-

den. Die verbesserte Anklageformulierung betreffend ND 15 ist somit zulässig und 

HD Urk. 57 nicht aus dem Recht zu weisen. 

3.3.3  Auch betreffend ND 26 gilt das vorstehend zu ND 14 Ausgeführte. Die 

verbesserte Anklageformulierung (HD Urk. 58) entspricht praktisch wörtlich der 

eigenen Schilderung des Beschuldigten vom 17. November 2010 des in ND 26 

angeklagten Vorfalls (vgl. ND 26 Urk. 2 S. 2 f.). Insbesondere gab er bereits  

damals an, er habe zwei Navigationsgeräte gekauft. Auch in der Schlusseinver-

nahme sprach er von Navigationsgeräten (HD Urk. 5/13 S. 16). Die Verteidigung 

macht bezüglich ND 26 geltend, die Staatsanwaltschaft mache andere Angaben 

bezüglich Tatort. Dem kann nicht gefolgt werden. In der ursprünglichen Anklage-

-   15   - 

formulierung wurde nämlich gar keine Angabe zum Tatort gemacht. Zwar hat die 

Anklageschrift (unter anderem) den Ort der vorgeworfenen Taten zu bezeichnen 

(Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Indem der Beschuldigte indes bestätigte, zwei Navi-

gationsgeräte an seinem Arbeitsort, der …-Tankstelle in R._____, gekauft zu ha-

ben (ND 26 Urk. 2 S. 2), wusste er genau, um welches Ereignis es sich handelte. 

Eine Verletzung des Anklageprinzips ist demzufolge nicht ersichtlich. Dasselbe 

gilt betreffend weitere Kaufumstände (Spontanangebot an einer Tankstelle, ohne 

Schachtel etc.) und betreffend direkter Vorsatz bzw. Eventualvorsatz. Ausser  

Betracht fallen z.B. bei Verneinung eines Vorsatzes eine Verurteilung wegen  

der Fahrlässigkeitstatbestandsvariante, da die tatsächlichen Voraussetzungen  

der Fahrlässigkeit von der Anklageschrift umschrieben werden müssten  

(HEIMGARTNER/NIGGLI in: BSK StPO, a.a.O., Art. 350 N 6; Entscheid des Kassati-

ons-gerichtes des Kantons Zürich AC040128 vom 24.8.2005 = ZR 105 Nr. 36).  

E contrario muss daher gelten, dass keine Verletzung des Anklageprinzips  

vorliegt, wenn direkter Vorsatz angeklagt wird und schlussendlich ein Schuld-

spruch wegen eventualvorsätzlicher Tatbegehung ergeht.  

Eine unzulässige reformatio in peius liegt – obwohl die Staatsanwaltschaft nun 

Hehlerei an zwei Navigationsgeräten anklagt – nicht vor. Der Beschuldigte kaufte 

die beiden Navigationsgeräte anlässlich eines Kaufes, weshalb Tateinheit (und 

keine Tatmehrheit) gegeben wäre.  

Die verbesserte Anklageformulierung betreffend ND 26 ist somit zulässig und HD 

Urk. 58 nicht aus dem Recht zu weisen. 

3.4 Lediglich vollständigkeitshalber ist darauf hinzuweisen, dass die rechtliche 

Würdigung eines (Anklage-)Sachverhalts in jedem Fall dem Gericht obliegt 

(Grundsatz "iura novit curia"). Das Gericht ist bezüglich der rechtlichen Würdigung 

nicht an die von der Staatsanwaltschaft in der Anklage und später vertretenen  

Anträge und Auffassungen gebunden (SCHMID, StPO Praxiskommentar, a.a.O., 

Art. 350 N 1). 

-   16   - 

III.  Schuldpunkt 

1.1 Was den Schuldpunkt anbelangt, wehrt sich der Beschuldigte berufungs-

weise gegen drei Vorwürfe von Hehlerei. Es handelt sich dabei um die Taten  

gemäss ND 14, ND 15 sowie ND 26. Bereits in seiner Berufungserklärung wies 

der Beschuldigte darauf hin, bezüglich der angefochtenen Dispositivziffern sei der 

Sachverhalt unbestritten (HD Urk. 42 S. 4). Auch im Rahmen der Berufungs-

begründung blieb der Sachverhalt seitens des Beschuldigten grösstenteils  

unbestritten und er machte fast ausschliesslich Ausführungen zur rechtlichen 

Würdigung (vgl. HD Urk. 82).  

1.2 Die Anklagebehörde subsumiert die dem Beschuldigten in ND 14, ND 15 

und ND 26 vorgeworfenen Verhaltensweisen unter den Tatbestand der Hehlerei 

gemäss Art. 160 Ziff. 1 StGB bzw. der versuchten Hehlerei im Sinne von Art. 160 

Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (HD Urk. 56-58; HD Urk. 88 

S. 2 f.). Die Verteidigung beantragt für sämtliche Taten einen Freispruch vom 

Vorwurf der Hehlerei (HD Urk. 82 S. 6 f., S. 9 ff. und S. 14 ff.).  

2. Zum Anklagevorwurf der Hehlerei gemäss ND 14 

2.1 Der Beschuldigte macht betreffend ND 14 geltend, die Staatsanwaltschaft 

verkenne, dass es für ein Verheimlichen i.S.v. Art. 160 StGB einen minimalen 

Verheimlichungserfolg brauche. In casu sei der Tresor von den Dieben in einem 

Gebüsch versteckt worden. Damit sei der Tresor bereits abschliessend dem  

Zugriff der Geschädigten bzw. der Polizei entzogen gewesen. Dass der Tresor in 

der Folge unter Mithilfe des Beschuldigten an einen anderen Ort verbracht  

worden sein solle, ändere nichts an der bereits vorher bestehenden fehlenden 

Möglichkeit des Zugriffs durch die Geschädigten bzw. die Polizei. Die Möglichkeit 

des Zugriffs habe sich durch den behaupteten Transport nicht verschlechtert.  

Entsprechend fehle es am Verheimlichungserfolg (HD Urk. 82 S. 6 f.).  

2.2 Seitens der Anklagebehörde wird auf die zutreffenden Ausführungen der  

Vorinstanz verwiesen; es sei davon auszugehen, dass das in der Anklageschrift 

-   17   - 

bzw. in der verbesserten Anklage umschriebene Verhalten des Beschuldigten als 

Verheimlichen im Sinne von Art. 160 StGB zu qualifizieren sei (HD Urk. 88 S. 2).  

2.3 Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, das Verhalten des Beschuldigten 

sei als Verheimlichen im Sinne der Hehlerei gemäss Art. 160 StGB zu qualifizie-

ren, da das Auffinden des Tresors erheblich erschwert worden sei. Er habe den 

Tresor mit dem eigenen Auto (einem Smart) hinter O._____ herfahrend weiter in 

den Wald transportiert. Es sei dunkel gewesen und im Nachhinein sei ihm auch 

bewusst geworden, welches Risiko er eingegangen sei mit dem Tresor im Auto 

(HD Urk. 41 S. 11).  

2.4 Der dem Beschuldigten vorgeworfene Sachverhalt blieb seitens der Vertei-

digung unbestritten (HD Urk. 82 S. 6 f.) und kann im Übrigen gestützt auf die  

klaren Angaben des Beschuldigten in der Einvernahme vom 8. Februar 2011  

erstellt werden (ND 14 Urk. 4 S. 2 f.).  

2.5 Nach Art. 160 StGB macht sich strafbar, wer eine Sache, von der er weiss 

oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch eine strafbare Handlung gegen 

das Vermögen erlangt hat, erwirbt, sich schenken lässt, zum Pfande nimmt, ver-

heimlicht oder veräussern hilft.  

2.6 Der Verteidigung ist insofern beizupflichten, als es gemäss Literatur einen 

minimalen Verheimlichungserfolg braucht (WEISSENBERGER in: BSK StGB II, 

3. Aufl., Basel 2013, N 48 zu Art. 160; TRECHSEL/CRAMERI in: StGB Praxis-

kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 160 N 11). Entgegen der Ansicht 

der Verteidigung stellt indes die Weiterbeförderung des Tresors vom Gebüsch in 

der Nähe des Tatortes (also in S._____/ZH) bis zum Waldstück S._____ in 

T._____, ein gutes Stück in den Wald hinein, ein Verheimlichen dar. Gemäss 

Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt für ein Verheimlichen jedes Tätig-

werden, mit dem das Auffinden der Sache erschwert oder verunmöglicht wird 

(BGE 90 IV 14 E. 2). Eine Sache wird namentlich dadurch verheimlicht, dass sie 

jemand bei sich aufbewahrt, irgendwo versteckt oder an einen Ort verbringt, wo 

sie nicht vermutet wird. Der Hehler braucht indessen nicht einmal vorübergehen-

den  

-   18   - 

Gewahrsam am Gegenstand zu erlangen. Es genügt auch, wenn er irreführende 

Vorkehren gegen dessen Auffinden trifft, der Polizei gegenüber falsche Angaben 

macht oder gar Täuschungsmanöver inszeniert und dadurch das Beibringen des 

Deliktsobjekts erschwert oder verunmöglicht (DONATSCH, Strafrecht III, 10. Aufl., 

Zürich 2013, S. 329). Indem der Beschuldigte den Tresor nach T._____  

verbrachte, entfernte er ihn weiter vom Tatort (wo die Polizei zweifellos gesucht 

hätte), was dessen Auffinden weiter erschwerte. Das Verhalten des Beschuldigten 

ist demzufolge als Verheimlichen zu qualifizieren. Bereits aufgrund der Umstände 

(Transport eines in einem Gebüsch versteckten Tresors in ein Waldstück an  

einem anderen Ort) musste dem Beschuldigten bewusst sein, dass der Tresor 

durch eine strafbare Handlung erworben worden sein musste. Indem er ihn den-

noch in seinem Fahrzeug nach T._____ transportierte, hat er ihn mit Wissen und 

Willen – und daher vorsätzlich – verheimlicht. 

2.7 Der Beschuldigte ist somit auch im Berufungsverfahren betreffend den  

Vorwurf gemäss ND 14 der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB schuldig 

zu sprechen. 

3. Zum Anklagevorwurf der Hehlerei gemäss ND 15 

3.1 Bestritten wurde der Sachverhalt von der Verteidigung dahingehend, dass 

der Beschuldigte den Lieferwagen samt Tresor mit den drei Mitbeteiligten in einer 

unbekannten Tiefgarage abgestellt habe. Gemäss act. 15/3 Frage 9 sei der  

Beschuldigte mit seinem eigenen Wagen von der …-Strasse …1, L._____, in die 

Tiefgarage gefahren und er habe den anderen nicht beim Abstellen des  

Lieferwagens geholfen (Urk. 82 S. 9 f.). Der Beschuldigte gab hierzu anlässlich 

der Befragung vom 8. Februar 2011 an, nach dem Einbruch und dem Diebstahl 

des Lieferwagens in V._____ seien sie nach S._____ gefahren. Er habe auf der 

anderen Strassenseite parkiert. […] Der Tresor sei auf den Vorplatz geknallt und 

zusammen hätten sie ihn zum Lieferwagen getragen. Danach sei er zu seinem 

Wagen gegangen und sie seien nach Zürich gefahren. Dort hätten sie den Liefer-

wagen in eine Tiefgarage gestellt, wo nur Mieter dazu kommen könnten. Danach 

sei er alleine heimgefahren, da er am nächsten Tag habe arbeiten müssen 

(ND 15 Urk. 3 S. 2 f.). Die ("verbesserte") Anklage formuliert den Vorwurf an den  

-   19   - 

Beschuldigten schliesslich wie folgt: "Anschliessend fuhren sie gemeinsam nach 

Zürich, wo er [der Beschuldigte] zusammen mit den drei genannten den Liefer-

wagen samt Tresor in einer unbekannten Tiefgarage abstellte, […]" (HD Urk. 57). 

Aus der Anklage geht somit nicht deutlich hervor, ob der Beschuldigte den Liefer-

wagen selber gefahren hat bzw. im Lieferwagen von L._____ nach Zürich  

gefahren ist oder in seinem eigenen Auto. Da indes keine weiteren Beweismittel, 

die der Erstellung des Anklagesachverhaltes dienen können, vorliegen, ist in  

Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo – mit der Verteidigung – davon 

auszugehen bzw. die Anklageschrift dahingehend auszulegen, dass der Beschul-

digte in seinem eigenen Auto nach Zürich in besagte Tiefgarage gefahren ist, in 

welcher O._____, P._____ und Q._____ den Lieferwagen abstellten.  

3.2 In rechtlicher Hinsicht wird seitens der Verteidigung geltend gemacht, es 

werde nicht der objektive Tatbestand der Hehlerei, sondern derjenige eines Dieb-

stahls beschrieben, ohne jedoch dem Beschuldigten vorzuwerfen, er habe gegen 

Art. 139 StGB verstossen. Was die Staatsanwaltschaft in der verbesserten  

Anklageformulierung beschreibe, stelle nichts anderes dar als den Gewahrsams-

bruch des Diebstahls; der Beschuldigte sei beim Wegbringen der Beute behilflich 

gewesen, indem er beim Abtransport des Tresors "angepackt" habe, damit der 

Tresor aus dem Gebäude gehievt, über das Dach getragen und von dort auf den 

Vorplatz habe geworfen werden können. Das Ganze laufe darauf hinaus, dass 

der Beschuldigte Hehler an der von ihm in Mittäterschaft gestohlenen Sache sein 

solle, was nicht gehe. Die in der verbesserten Anklageschrift beschriebenen 

Handlungen könnten höchstens unter Art. 139 StGB subsumiert werden, nicht 

aber unter Art. 160 StGB. Da dem Beschuldigten Diebstahl im Sinne von Art. 139 

StGB nicht vorgeworfen werde, die Alternativanklage nicht zugelassen worden sei 

und die Vorinstanz keinen Würdigungsvorbehalt angebracht habe, könne der  

Beschuldigte nur schon aus formalen Gründen nicht wegen Diebstahls verurteilt 

werden. Betreffend Hehlerei werde in der verbesserten Anklageschrift keine  

Vortat eines Dritten angeklagt, sondern eine Vortat des Beschuldigten selber, was 

eine Verurteilung wegen Hehlerei ausschliesse. Zudem fehle es überhaupt an  

einer Vortat, da der Diebstahl noch gar nicht vollendet gewesen sei, als der  

-   20   - 

Beschuldigte mit seinen behaupteten Tathandlungen begonnen habe (HD Urk. 82 

S. 9 ff.). 

3.3 Die Anklagebehörde führt bezüglich der Hehlerei aus, sie verweise auf das 

vom Bezirksgericht Zürich Ausgeführte und den erstellten Sachverhalt. Entgegen 

den Ausführungen der Verteidigung sei eine Verurteilung wegen Hehlerei nur 

dann nicht möglich, wenn eine Verurteilung wegen der Vortat (Diebstahl) tatsäch-

lich erfolge. Wenn keine Verurteilung wegen des der Hehlerei vorangegangenen 

Diebstahls ergehe, stehe einer Verurteilung wegen Hehlerei nichts entgegen (HD 

Urk. 88 S. 2). 

3.4 Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, die Fahrt nach Zürich, wo der  

Lieferwagen mit dem zuvor gestohlenen und dann verladenen Tresor unter  

Dabeisein des Beschuldigten in einer privaten Tiefgarage abgestellt worden sei, 

sei als Verheimlichen im Sinne der Hehlerei gemäss Art. 160 StGB zu qualifizie-

ren, zumal das Auffinden des Tresors dadurch praktisch verunmöglicht worden 

sei (HD Urk. 41 S. 12).  

3.5 Tatobjekt der Hehlerei ist eine Sache, von der man weiss oder annehmen 

muss, dass ein anderer sie durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen 

erlangt hat (Art. 160 Ziff. 1 StGB). Damit eine Sache als durch die strafbare Hand-

lung "erlangt" gelten kann, muss die Vortat abgeschlossen sein. Hierfür genügt  

es im Allgemeinen, dass sie vollendet worden ist (BGE 90 IV 14 E. 1; Urteil des  

Bundesgerichts 6B_115/2007 vom 24. September 2007 E. 5.3.1.; WEISSENBER-

GER, a.a.O.,  Art. 160 N 29; STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches 

Strafrecht – Besonderer Teil I, 7. Aufl., Bern 2010, § 20, N 24 f.). Handelt es sich 

indessen um einen der Tatbestände von Art. 139 und 140, so erscheint es durch-

aus vertretbar, dafür die Beendigung des Delikts vorauszusetzen, sofern diese im 

Erlangen "gesicherten Gewahrsams" erblickt wird (DONATSCH, a.a.O., S. 325; 

TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., Art. 160 N 7). Nach der Rechtsprechung muss beim 

Tatbestand der Hehlerei das Tatbestandsmerkmal des Erlangens bei der Vortat 

beendet sein. Die Sache darf sich mithin faktisch nicht mehr im Herrschafts-

bereich des Opfers befinden. Der Täter muss vielmehr die tatsächliche freie  

Verfügungsmacht über die Sache erlangt haben (Urteil des Bundesgerichtes 

-   21   - 

6B_141/2007 vom 24. September 2007 E. 6.3.1 mit Verweis auf Urteil des  

Kassationshofs 6S.637/1993 vom 21. September 1994 und WEISSENBERGER, 

a.a.O., Art. 160 N 23). 

Seitens der Verteidigung wird vorgebracht, der Gewahrsam der Eigentümerin sei 

noch nicht gebrochen gewesen, als der Beschuldigte mit seinen Tathandlungen 

begonnen haben soll (HD Urk. 82 S. 10). Dieser Argumentation ist zuzustimmen. 

Gemäss erstelltem Sachverhalt kletterte der Beschuldigte auf das Flachdach des 

Firmengebäudes, nachdem O._____, P._____ und Q._____ den Tresor aus den 

Büros der Geschädigten bis zum Fenster gebracht hatten. Von dort trug der Be-

schuldigte mit den drei anderen den Tresor gemeinsam über das ca. 40 Meter 

lange Flachdach und half, den Tresor in den unten beim Haus abgestellten Lie-

ferwagen zu verladen. Gesicherter Gewahrsam am bzw. freie Verfügungsmacht 

über den Tresor lag in dieser Konstellation erst in jenem Zeitpunkt vor, als der 

Tresor schliesslich im Lieferwagen verladen war. Während der Tresor von den 

Tätern über das Flachdach getragen wurde, befand er sich nach wie vor im Herr-

schaftsbereich der Eigentümerin.  

Die Hehlerei bedingt die Vortat eines anderen bzw. "niemand kann sein eigener 

Hehler sein" (WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 160 N 92). Da der Diebstahl des  

Tresors im Moment, in dem der Beschuldigte aktiv wurde, noch nicht abge-

schlossen war, ist der Beschuldigte als Beteiligter am Diebstahl (ob als Mittäter 

oder Gehilfe kann an dieser Stelle offen gelassen werden) zu betrachten. Dem-

zufolge kommt er als Hehler des Tresors nicht in Frage.  

3.6. Der Beschuldigte ist somit vom Vorwurf der Hehlerei im Sinne von Art. 160 

Ziff. 1 StGB gemäss ND 15 freizusprechen. 

4. Zum Anklagevorwurf der Hehlerei gemäss ND 26 

4.1 Bezüglich der Hehlerei am Navigationsgerät TomTom oneT lässt der  

Beschuldigte anführen, dessen Neupreis habe selbst bei Markteinführung nur 

Fr. 320.– betragen. Nachdem bereits 2008 das Nachfolgemodell lanciert worden 

sei, sei der Preis für das neu gekaufte TomTom oneT auf unter Fr. 300.–  

-   22   - 

gesunken (HD Urk. 82 S. 15). Replicando lässt der Beschuldigte vorbringen, der 

Diebstahl des mittlerweile schon als alt geltenden TomTom oneT habe erst Ende 

2009 stattgefunden. Dessen Wert sei somit nur noch sehr tief gewesen. Wie tief 

genau, lasse sich rückwirkend nicht mehr ermitteln. Der Preis des zweiten, unbe-

kannten Geräts sei zwangsläufig gänzlich unbekannt. Es sei nur bekannt, dass es 

sich ebenfalls um ein nicht mehr neues Gerät gehandelt haben soll. Unter diesen 

Umständen sei nicht bewiesen, dass der Wert der beiden Geräte zusammen 

mehr als Fr. 300.– betragen habe (HD Urk. 94 S. 5). 

4.2 Die Anklagebehörde führt in ihrer Berufungsantwort aus, da zwei Geräte  

gekauft worden seien, sei auch nach den von der Verteidigung vorgebrachten 

Wertangaben nicht von Geringfügigkeit im Sinne von Art. 179ter StGB (recte: 

Art. 172ter StGB) auszugehen (HD Urk. 88 S. 3). 

4.3 Im angefochtenen Urteil wurden keine Erwägungen betreffend Wert des  

Navigationsgeräts bzw. der Navigationsgeräte angestellt (HD Urk. 41 S. 13 f.). 

4.4 Art. 172ter Abs. 1 StGB bestimmt, dass der Täter, auf Antrag, mit Busse  

bestraft wird, wenn sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert oder auf 

einen geringen Schaden richtet. Das Bundesgericht setzte dabei die Grenze für 

den geringen Vermögenswert im Sinne von Art. 172ter Abs. 1 StGB bei Fr. 300.– 

fest (BGE 123 IV 113 E. 3d). 

4.5 Aus dem Anklagesachverhalt ergibt sich, dass das Navigationsgerät Tom-

Tom oneT aus einem Fahrzeug gestohlen wurde. Somit handelte es sich um ein 

Occasionsgerät. Gerade technische Geräte sind heutzutage einem verhältnis-

mässig raschen Wandel und einer stetigen Weiterentwicklung unterworfen. Daher 

führt allein schon die Occasions-Eigenschaft derartiger Geräte – unabhängig vom 

konkreten Zustand bzw. Alter – regelmässig zu einem massiven Preisabschlag. 

Hinzu kommt vorliegend, dass das Navigationsgerät zum Zeitpunkt des Erwerbs 

durch den Beschuldigten bereits rund 1 ½ Jahre alt und in Gebrauch war (der  

ursprüngliche Kauf erfolgte gemäss Anzeigerapport im Sommer 2008; ND 26 

Urk. 1 S. 3). Der Neupreis des Navigationsgerätes betrug gemäss Anzeigerapport 

des Diebstahls ca. Fr. 400.– (ND 26 Urk. 1 S. 3), welcher Betrag in Anbetracht der 

-   23   - 

von der Verteidigung eingereichten Unterlagen sowie des höheren Preisniveaus 

in der Schweiz durchaus als realistisch erscheint (vgl. HD Urk. 83/1). Dass der 

Preis nach rund 1 ½ Jahren auf unter Fr. 300.– gefallen ist, wie dies seitens des 

Beschuldigten geltend gemacht wird, kann vor diesem Hintergrund nicht ausge-

schlossen werden und erscheint realistisch.  

Die Anklagebehörde argumentiert dagegen, da zwei Geräte gekauft worden  

seien, sei nicht von Geringfügigkeit auszugehen. Dieser Einwand verfängt nicht. 

Der Wert des zweiten Navigationsgeräts ist nämlich ebenfalls unbekannt. Es  

handelte sich aber gleichermassen um ein Occasionsgerät (keine Originalverpa-

ckung, keine Gebrauchsanweisung, kein Stromkabel; vgl. ND 26 Urk. 3 S. 3). Es 

ist daher – in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo – zu Gunsten des 

Beschuldigten davon auszugehen, dass jedes Navigationsgerät für sich allein, 

aber auch beide zusammen, den Wert von Fr. 300.– nicht erreichen. Etwas ande-

res kann dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden. Zudem schätzte auch 

er den Wert der beiden Navigationsgeräte auf Fr. 200.– bis Fr. 300.– (ND 26 

Urk. 3 S. 3). Folglich ist von einer geringfügigen Hehlerei auszugehen, was eine 

Übertretung darstellt (Art. 172ter Abs. 1 StGB). Übertretungen verjähren gemäss 

Art. 109 StGB in drei Jahren. Gemäss Anklage beging der Beschuldigte die  

Hehlerei ca. Ende 2009; demzufolge war sie – mit der Verteidigung (HD Urk. 82 

S. 12) – Ende 2012, mithin vor Fällung des erstinstanzlichen Urteils am 6. März 

2013, bereits verjährt, weshalb das Verfahren diesbezüglich einzustellen ist 

(Art. 379 i.V.m. Art. 329 Abs. 4 und Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO). 

IV.  Strafzumessung, Vollzug und Widerruf 

1. Die Anklagebehörde beantragt eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer 

Freiheitsstrafe von 2 Jahren (HD Urk. 88 S. 1). Die Verteidigung führt bezüglich 

Höhe der Freiheitsstrafe aus, dass diese unter Berücksichtigung der beantragten 

Freisprüche tiefer anzusetzen sei als die von der Vorinstanz festgelegten  

24 Monate; der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von höchstens  

20 Monaten zu bestrafen (HD Urk. 82 S. 2 und S. 24). 

-   24   - 

2. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln 

Die Vorinstanz hat vorweg den theoretischen Strafrahmen korrekt bestimmt und 

die allgemeinen Regeln der Strafzumessung und die jüngste Praxis des Bundes-

gerichts dazu richtig und vollständig wiedergegeben, so dass, um Wieder-

holungen zu vermeiden, darauf verwiesen werden kann (HD Urk. 41 S. 15-18). 

Daran ändern auch der Freispruch hinsichtlich ND 15 sowie die Verfahrens-

einstellung bezüglich ND 26 nichts. Demzufolge ist für die folgende Strafzu-

messung vom Strafrahmen des schwersten Delikts (gewerbs- und banden-

mässiger Diebstahl; Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB) von 180 Tagessätzen Geld-

strafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe auszugehen.  

3. Tatkomponente für den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl  

Die Vorinstanz handelte die Tatkomponente betreffend gewerbs- und banden-

mässigen Diebstahl mit derjenigen für die Sachbeschädigungen und die Haus-

friedensbrüche aufgrund des direkten Zusammenhanges gemeinsam ab. Dieses 

Vorgehen entspricht nicht den aktuellsten Vorgaben der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_274/2013 vom 5. September 

2013 E. 1.2.3 und 1.2.4). Vorliegend ist deshalb zunächst eine (erste) Einsatz-

strafe nur für den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl festzusetzen. 

3.1 Objektive Tatschwere 

Die Vorinstanz erwog betreffend die objektive Tatschwere des bandenmässigen 

Diebstahls bzw. beim "Ausmass des Erfolges" gelte es zu berücksichtigen,  

dass der Beschuldigte insgesamt 15 Einbruchdiebstähle begangen habe, wobei 

12 Vorfälle in den Zeitraum August/September 2010 fallen würden. Bei den voll-

endeten Diebstählen falle – unabhängig vom Anteil des Beschuldigten – die  

beträchtliche Deliktssumme von über Fr. 220'000.– ins Gewicht. Bei rund der  

Hälfte der Vorfälle sei es beim Versuch geblieben, was sich jedoch kaum  

verschuldensrelativierend auswirke, da der Beschuldigte und seine Mittäter nach 

vergeblicher Suche schlicht kein Deliktsgut vorgefunden hätten. Dasselbe gelte 

auch bei lediglich kleiner Beute, wenn nicht mehr aufzufinden gewesen sei  

-   25   - 

(HD Urk. 41 S. 18). Diesen Ausführungen kann grundsätzlich beigepflichtet  

werden. Ergänzend ist festzuhalten, dass die meisten Vorfälle in den relativ  

kurzen Zeitraum August/September 2010 fallen und der Deliktssumme von über 

Fr. 230'000.– schlussendlich etwas Zufälliges anhaftet, indem der Beschuldigte 

und seine Mittäter schlicht so viel Bargeld und Wertgegenstände mit sich nahmen, 

wie sie fanden und abtransportieren konnten. Dies mindert das Verschulden des 

Beschuldigten indes keineswegs. Verschuldenserschwerend wirkt sowohl die  

hohe Kadenz der verübten Einbruchdiebstähle allgemein als auch der Umstand, 

dass der Beschuldigte und seine Mittäter teilweise gleich mehrere Einbruch-

diebstähle in derselben Nacht begingen (z.B. 9./10. September 2010, 

15./16. September 2010), was von einer hohen kriminellen Energie zeugt. Diese 

offenbart sich auch im Umstand, dass der Beschuldigte und seine Mittäter, sobald 

sie ein geeignetes Einbruchobjekt bestimmt hatten, alles daran setzten, in die 

entsprechenden Räumlichkeiten einzudringen. So kehrten sie, nachdem sie ver-

geblich versuchten, mit einem Schraubenzieher die Eingangstüre zur W._____ 

AG zu öffnen, kurz darauf mit einem Pickel und einem Geissfuss zurück, um die 

Türe aufzuwuchten (ND 13). Ebenfalls beizupflichten ist der Vorinstanz dahin-

gehend, dass der Beschuldigte nicht Initiant oder Täter an vorderster Front war. 

Er war aber doch ein relativ konstantes und entscheidendes Mitglied der Bande, 

zumal er meist der einzige der Mittäter war, der ein Fahrzeug zur Verfügung  

stellen konnte (vgl. HD Urk. 41 S. 19). Der Beschuldigte und seine Mittäter legten 

ein äusserst gezieltes, routiniertes und professionelles Vorgehen an den Tag. So 

drehten sie teilweise Überwachungskameras zur Seite (ND 22) oder kappten  

Kabel von Alarmanlagen (ND 13), um nicht entdeckt zu werden. Dem Beschuldig-

ten könnte zu Gute gehalten werden, dass die Einbrüche nicht auf private  

Wohnungen, sondern auf Geschäftsliegenschaften ausgerichtet waren und somit  

keine Menschen gefährdet wurden. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass 

dies die primäre Motivation des Beschuldigten (und seiner Mittäter) war, sich auf 

Einbrüche in Geschäftsliegenschaften zu konzentrieren. Die Auswahl der  

Einbruchobjekte ist daher nicht verschuldensmindernd zu berücksichtigen. 

-   26   - 

Gestützt auf diese Überlegungen ist die objektive Tatschwere im Rahmen des 

Tatbestandes des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls als knapp erheblich 

einzustufen. 

3.2 Subjektive Tatschwere 

Zu Recht wurde im vorinstanzlichen Urteil zunächst festgehalten, dass keine  

Anhaltspunkte vorliegen, dass der Beschuldigte im rechtlich relevanten Zeitraum 

in seiner Einsichts- und/oder Handlungsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre.  

Er habe in Bezug auf die Einbruchdiebstähle mit direktem Vorsatz gehandelt;  

einzelne Tatumstände, die er nicht im Detail gekannt habe, habe er schlicht in 

Kauf genommen. Betreffend Motiv des Beschuldigten könne gesagt werden, dass 

er aus finanziellen und egoistischen Gründen gehandelt habe. Die Einbruchdieb-

stähle hätten ihm den "Kick" und die "Action" im Alltag gegeben. Dass dabei die 

bestohlenen Personen geschädigt worden seien, habe ihn nicht gekümmert. […] 

Die subjektive Komponente sei ebenfalls als nicht mehr leicht einzustufen (HD 

Urk. 41 S. 19 f.). Präzisierend ist anzuführen, dass die gewerbsmässige  

Begehung die finanzielle Motivation bereits umfasst. Sie erhöht das Verschulden 

daher nicht zusätzlich. Im Übrigen kann den vorinstanzlichen Erwägungen beige-

pflichtet werden. Dennoch ist die subjektive Tatschwere als knapp erheblich  

einzustufen und vermag die objektive Tatschwere somit nicht zu relativieren.  

3.3 Hypothetische (erste) Einsatzstrafe 

Das Verschulden des Beschuldigten betreffend die Einbruchdiebstähle (ohne 

Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche) ist insgesamt als knapp erheblich 

zu qualifizieren. Es steht daher eine Einsatzstrafe noch im untersten Drittel des 

zur Verfügung stehenden Strafrahmens im Raum. Eine Einsatzstrafe von  

mindestens 2 bis 2 ½ Jahren Freiheitsstrafe erscheint angesichts der objektiven 

und subjektiven Tatschwere als angemessen, zumal zwei Qualifikationsmerkmale 

zu berücksichtigen sind.  

-   27   - 

4. Weitere Delikte: Tatkomponente 

Die Vorinstanz erhöhte die für die Einbruchdiebstähle festgesetzte hypothetische 

Einsatzstrafe aufgrund der vom Beschuldigten ebenfalls verwirklichten Tatbestän-

de der mehrfachen Hehlerei, der Entwendung zum Gebrauch sowie der Wider-

handlungen gegen das Waffengesetz unter Berücksichtigung des in Art. 49 Abs. 1 

StGB verankerten Asperationsprinzips um ¼ Jahr und erachtete eine hypotheti-

sche Einsatzstrafe von 2 ¼ Jahren als angemessen (HD Urk. 41 S. 20 f.). Dazu 

ist vorab festzuhalten, dass im erstinstanzlichen Entscheid die Entwendung zum 

Gebrauch sowohl unter Ziffer V.3.2. als auch unter Ziffer V.3.3. berücksichtigt 

wurde. Dieses Delikt darf selbstverständlich nur an einer Stelle in die Strafzu-

messung einfliessen. Zudem ist – wie vorstehend erwogen – im Gegensatz zum 

vorinstanzlichen Urteil das Verschulden bezüglich der Sachbeschädigungen und 

der Hausfriedensbrüche ebenfalls an dieser Stelle zu berücksichtigen und nur 

noch das Verschulden betreffend zwei Hehlereien (ND 14 und ND 27) zu  

beurteilen.  

4.1 Betreffend die Hausfriedensbrüche ist anzumerken, dass der Beschuldigte 

zwar davon ausgehen musste, dass sein Aufenthalt in den Räumlichkeiten der 

Geschädigten dem Willen deren Inhaber jeweils widersprach, es ist jedoch anzu-

nehmen, dass er sich nicht während langer Zeit in den betreffenden Räumen auf-

hielt. Die so begangenen Hausfriedensbrüche waren darüber hinaus eine not-

wendige Begleiterscheinung der deliktischen (übrigen) Aktivitäten des Beschuldig-

ten und gingen mit den Diebstählen einher. Sie wirken sich daher bloss leicht  

verschuldenserhöhend aus. 

4.2 Der vom Beschuldigten und seinen Mittätern verursachte Sachschaden  

beläuft sich insgesamt auf gegen Fr. 60'000.–. Auch betreffend die Sach-

beschädigungen gilt, dass sie mit den Diebstählen als gleichsam notwendige  

Begleiterscheinung einhergingen, wobei das Verschulden wegen des jeweils  

angerichteten Schadens jedoch keineswegs zu bagatellisieren ist.  

4.3 Die (verbleibenden) Hehlereien gemäss ND 14 und ND 27 fallen ver-

schuldensmässig nicht stark ins Gewicht. Zu berücksichtigen ist nämlich, dass bei 

-   28   - 

der Hehlerei gemäss ND 14 der Beschuldigte für seinen Transportdienst lediglich 

Fr. 200.– aus der Beute erhielt und er den bereits in einem Gebüsch versteckten 

Tresor bloss in ein weiteres Versteck, weiter vom Tatort entfernt, verbrachte.  

Ähnliches gilt auch für die Hehlerei gemäss ND 27. Der Beschuldigte verkaufte 

eine gestohlene Pistole kurze Zeit später für bloss Fr. 1'000.– an eine unbekannte 

Person weiter. Das diesbezügliche Verschulden ist somit als leicht einzustufen. 

4.4 Die weiteren vom Beschuldigten ebenfalls verwirklichten Delikte (Wider-

handlung gegen das Waffengesetz, Entwendung zum Gebrauch) treten gegen-

über den Einbruchdiebstählen bzw. dem gewerbs- und bandenmässigen Dieb-

stahl verschuldensmässig ebenfalls in den Hintergrund, weshalb sie sich nicht 

stark, aber doch leicht straferhöhend auswirken, zumal auch weitere Rechtsgüter 

verletzt wurden. 

4.5 Unter Berücksichtigung dieser Erwägungen ist die erste Einsatzstrafe für 

den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl von mindestens 2 bis 2 ½ Jahren 

Freiheitsstrafe aufgrund der Tatkomponente für die weiteren Delikte – in Beach-

tung des Asperationsprinzips – um 6 Monate zu erhöhen. Eine weniger starke  

Erhöhung kann angesichts der zahlreichen weiteren Delikte, die ebenfalls zu  

berücksichtigen sind, nicht mehr gerechtfertigt werden. Eine hypothetische  

Einsatzstrafe von 2 ½ bis 3 Jahren Freiheitsstrafe erscheint dem Verschulden des 

Beschuldigten folglich als angemessen.  

5. Täterkomponente 

5.1 Betreffend die persönlichen Verhältnisse kann auf die entsprechenden  

Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (HD Urk. 41 S. 21). 

An der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, nach wie vor  

Franchisenehmer von "AA._____" zu sein. Er beschäftige fünf Angestellte und 

zahle sich einen Lohn von Fr. 5'000.– aus. Das Darlehen von Fr. 62'000.– zahle 

er seinem Vater, wenn es gehe, in Raten von minimal Fr. 2'500.– zurück;  

Vermögen habe er nicht (HD Urk. 55 S. 2 f.; vgl. auch HD Urk. 82 S. 25). Aus dem 

Lebenslauf und der aktuellen persönlichen Situation des Beschuldigten ergeben 

sich keine strafzumessungsrelevanten Aspekte.  

-   29   - 

Der Beschuldigte weist drei Vorstrafen auf, wobei zwei der Vorstrafen teilweise 

einschlägig sind. Angesichts der ausgefällten Strafen (13 Tagessätze, 10 Tages-

sätze, 80 Tagessätze; HD Urk. 100) sind diese eher noch dem Bagatellbereich 

zuzuordnen und führen daher zu keiner massiven Straferhöhung. Zu Recht hat 

die Vorinstanz sodann festgestellt, dass der Beschuldigte während laufender  

Strafuntersuchung und während laufender Probezeit (ab 3. Mai 2010) delinquier-

te. Diese Umstände sind erheblich straferhöhend zu gewichten.  

5.2 Betreffend das Nachtatverhalten des Beschuldigten erwog die Vorinstanz, 

dass sich der Beschuldigte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schluss-

einvernahmen zwar weitestgehend geständig gezeigt habe, diese Geständnisse 

jedoch als zögerlich zu werten und weder aus eigenem Antrieb noch von Anfang 

erfolgt seien. Bis auf den Einbruch in die AB._____ GmbH habe der Beschuldigte 

anfangs generell an keinen weiteren Einbrüchen beteiligt gewesen sein  

wollen. […] Die letztliche Anerkennung praktisch sämtlicher ihm zur Last gelegten 

Taten habe das weitere Verfahren deutlich erleichtert. Der Beschuldigte habe  

hingegen kaum Reue oder Einsicht in das Unrecht seiner Taten bekundet 

(HD Urk. 41 S. 23). Im angefochtenen Urteil wurde dieses Nachtatverhalten des 

Beschuldigten insgesamt wesentlich strafmindernd veranschlagt. Dem ist nichts 

entgegen zu setzen. Eine wesentliche Strafminderung aufgrund des insgesamt 

doch positiven Nachtatverhaltens des Beschuldigten (weitestgehendes Geständ-

nis) ist auch für das Berufungsverfahren zu bestätigen.  

5.3 Eine besondere Strafempfindlichkeit ist nicht auszumachen.  

5.4 Die Verteidigung macht eine Verletzung des Beschleunigungsgebots  

geltend. Im Verfahren gegen den Beschuldigten sei es nachweislich zwischen 

August 2011 und November 2012, mithin während 1 ¼ Jahren, zu keinen Unter-

suchungshandlungen gekommen. Darüber hinaus liege es in der Verantwortung 

der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren vor Obergericht länger als nötig  

dauere. Daraus ergebe sich, dass es vorliegend zu nicht zu rechtfertigenden Still-

ständen in der Untersuchung sowie Verzögerungen und damit einer Verletzung 

des Beschleunigungsgebots gekommen sei (HD Urk. 82 S. 23 f.).  

-   30   - 

Die Vorinstanz erwog, das unter der Bezeichnung "…" geführte polizeiliche Ermitt-

lungsverfahren habe ergeben, dass es sich bei den vorliegend zu beurteilenden 

Taten um Bestandteil einer Serie von über 70 Einbruchdiebstählen mit über 20 

Tatverdächtigen gehandelt habe (HD Urk. 3). Die Beweiserhebung habe sich in 

der Folge entsprechend aufwändig gestaltet, zahlreiche Einvernahmen hätten ge-

führt und die staatsanwaltschaftliche Untersuchung auf weitere  

Personen und Taten ausgedehnt werden müssen. Die Komplexität des Falles  

lasse sich angesichts der genannten Zahlen und dem Aktenumfang ohne Weite-

res bejahen, was auch eine gewisse Dauer zur Aufklärung der jeweiligen Taten 

und Beteiligungen rechtfertige. Es seien keine längeren Verfahrensabschnitte  

ersichtlich, in denen die Ermittlungs- oder Untersuchungsbehörden untätig  

geblieben oder unnötige Verzögerungen verursacht hätten. Eine Verletzung des 

Beschleunigungsgebotes sei nicht ersichtlich (HD Urk. 41 S. 24).  

Das in Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II 

festgeschriebene Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörde, das Straf-

verfahren zügig voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unnötig über 

die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen. Dies gilt für das 

ganze Verfahren, angefangen von der ersten Orientierung der beschuldigten  

Person über die gegen sie erhobenen Vorwürfe bis zum letzten Entscheid in der 

Sache. Welche Verfahrensdauer angemessen ist, hängt von den konkreten  

Umständen ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien hierfür bilden 

etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sachverhaltes, die 

dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten des Beschuldigten 

und dasjenige der Behörden sowie die Zumutbarkeit für den Beschuldigten  

(BGE 130 I 269 E. 3.1). 

Den Erwägungen der Vorinstanz betreffend Komplexität des Sachverhaltes ist 

vollumfänglich zuzustimmen. Dass die Ermittlung eines Sachverhaltes von über 

70 Einbruchdiebstählen mit über 20 Tatverdächtigen längere Zeit beansprucht, ist 

unumgänglich. Der Verteidigung ist beizupflichten, dass es im Verfahren gegen 

den Beschuldigten während 1 ¼ Jahren zu keinen Untersuchungshandlungen  

gekommen ist. Bei der Bestimmung der (Un-)Angemessenheit der Verfahrens-

-   31   - 

dauer ist jedoch eine Gesamtwürdigung erforderlich. Dass einzelne Verfahrens-

handlungen zu einem früheren Zeitpunkt hätten vorgenommen werden können, 

verletzt das Beschleunigungsgebot für sich allein gesehen noch nicht (WOHLERS 

in: Kommentar zur Strafprozessordnung (StPO), a.a.O., Art. 5 N 9). Der Beschul-

digte wurde am 27. September 2010 verhaftet (HD Urk. 12/1), Anklage wurde am 

6. Dezember 2012 erhoben (HD Urk. 15), das erstinstanzliche Urteil erging bereits 

am 6. März 2013. Das Untersuchungsverfahren dauerte somit lediglich etwas 

mehr als 2 Jahre; nach 2 ½ Jahren lag sodann bereits das erstinstanzliche Urteil 

vor (HD Urk. 41). Angesichts des dem Beschuldigten gemachten Anklagevorwurfs 

(Vorwürfe in 20 Nebendossiers) erscheint die Verfahrensdauer bis zum erstin-

stanzlichen Urteil somit keineswegs als unangemessen, zumal der Beschuldigte 

bereits Mitte April 2011 aus der Haft entlassen wurde (HD Urk. 12/12).  

Wenn seitens des Beschuldigten weiter vorgebracht wird, es liege in der Verant-

wortung der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren vor Obergericht länger als 

nötig dauere, dann ist dem mit einer ganz leichten Reduktion der Strafe  

Rechnung zu tragen. In der Tat hätte die Anklagebehörde die verbesserten  

Anklageformulierungen und die Alternativanklage bereits vor der Berufungs-

verhandlung einreichen bzw. einen entsprechenden Antrag stellen können. Dass 

das nachfolgende (schriftliche) Berufungsverfahren sich dann aber doch über fast 

10 Monate – bis zum Urteilszeitpunkt sogar etwas mehr als ein Jahr – hinzog, ist 

indes zu einem grossen Teil auf die fünf Fristerstreckungsgesuche der Verteidi-

gung zurückzuführen (HD Urk. 67, 69, 78, 80 und 92), was selbstredend nicht den 

Behörden anzulasten ist und auch der Beschuldigte erkennt (HD Urk. 82 S. 24). 

Es bleibt daher bei einer leichten Strafreduktion wegen Verletzung des Beschleu-

nigungsgebots. 

6. Fazit 

6.1 Weitere Straferhöhungs- oder Strafminderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

Die vorliegenden Straferhöhungs- und -minderungsgründe halten sich in etwa die 

Waage. Somit würde es grundsätzlich bei der Einsatzstrafe von 2 ½ bis 3 Jahren 

Freiheitsstrafe bleiben. Aus prozessualen Gründen (Verschlechterungsverbot) 

kann jedoch die Sanktionshöhe gegen den einzig appellierenden Beschuldigten 

-   32   - 

nicht erhöht werden (zum Verbot der reformatio in peius; vgl. Entscheid des  

Bundesgerichts 6B_165/2011 vom 19. Juli 2011 E. 3.2.f. und 6B_156/2011 vom 

17. Oktober 2011 E. 2.5.2.; Art. 391 Abs. 2 StPO). Die von der Vorinstanz aus-

gefällte Freiheitsstrafe von 2 Jahren ist somit zu bestätigen.  

Auf diese Strafe ist die vom Beschuldigten bereits erstandene Untersuchungshaft 

von 199 Tagen anzurechnen (Art. 51 StGB).  

6.2 Mit zutreffender Begründung, auf die zur Vermeidung von unnötigen  

Wiederholungen verwiesen werden kann, kam die Vorinstanz zum Schluss, dass 

die Ausfällung einer Zusatzstrafe wegen Vorliegens ungleichartiger Strafen nicht 

in Frage kommt (HD Urk. 41 S. 25).  

7. Vollzug 

Schliesslich hat die Vorinstanz dem Beschuldigten für die Freiheitsstrafe den  

bedingten Strafvollzug gewährt unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren 

(HD Urk. 41 S. 26 ff.). Angesichts der Vorstrafen sowie der Delinquenz während 

laufender Probezeit und laufender Strafuntersuchung erscheint dies schon fast 

wohlwollend. Eine Änderung zuungunsten des Beschuldigten ist jedoch –  

wiederum aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) – aus-

geschlossen. 

8. Widerruf 

8.1 Zu Recht stellte die Vorinstanz fest, dass der Beschuldigte die vorliegend zu 

beurteilenden Taten teilweise während der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

IV des Kantons Zürich vom 3. Mai 2010 angesetzten dreijährigen Probezeit  

begangen hat (HD Urk. 41 S. 28); lediglich die in den Nebendossiers ND 11 und 

ND 14 eingeklagten Delikte fallen nicht in diese Probezeit. Weiter wurde im ange-

fochtenen Entscheid ausgeführt, dem Beschuldigten könne im Rahmen der  

Beurteilung des Widerrufs keine günstige Legalprognose mehr gestellt werden. 

Dies ergebe sich vor allem aus seiner strafrechtlichen Vorbelastung (HD Urk. 41 

S. 28).  

-   33   - 

8.2 Seitens der Verteidigung wird argumentiert, der Beschuldigte habe seit dem 

letzten Delikt und vor allem auch seit seiner Entlassung aus der Untersuchungs-

haft während mehr als drei Jahren bewiesen, dass er "die Kurve gekriegt habe". 

Er lebe seither deliktsfrei und sei Teilhaber und Geschäftsführer der AA._____-

Filiale in AC._____ (Franchising). Es wäre weltfremd anzunehmen, in dieser  

Konstellation brauche es den Vollzug der Vorstrafe, um den Beschuldigten  

weiterhin vom Delinquieren abzuhalten. Allfälligen Bedenken bezüglich Legal-

prognose könne begegnet werden, indem man die Probezeit der Vorstrafe  

verlängere (HD Urk. 82 S. 25).  

8.3 Die Anklagebehörde macht geltend, am Widerruf der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich verhängten bedingten Geldstrafe führe 

kein Weg vorbei, wobei auch diesbezüglich auf die erstinstanzliche Begründung 

verwiesen werde (HD Urk. 88 S. 4).  

8.4 Die Verurteilung mit bedingtem (oder teilbedingtem) Strafvollzug bedeutet, 

dass es im Prinzip vom Verhalten des Verurteilten abhängt, ob er dem Vollzug der 

Strafe entgeht. Bewährt er sich, so wird die Strafe nicht vollstreckt (Art. 45 StGB). 

Begeht der Verurteilte während der Probezeit hingegen ein Verbrechen oder ein 

Vergehen, so kann der Strafaufschub widerrufen werden (Art. 46 Abs. 1 StGB). 

Verzichtet das Gericht auf einen Widerruf, kann es den Verurteilten verwarnen 

oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer  

verlängern (Art. 46 Abs. 2 StGB). Allerdings führt ein während der Probezeit  

begangenes Verbrechen oder Vergehen nicht zwingend zum Widerruf des  

bedingten Strafaufschubs. Dieser soll nach Art. 46 Abs. 1 StGB nur erfolgen, 

wenn "deshalb", also wegen der Begehung des neuen Delikts, zu erwarten ist, 

dass der Täter weitere Straftaten verüben wird. Das heisst, dass die Prognose 

seines künftigen Legalverhaltens in solchem Fall erneut gestellt werden muss 

(STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, 2. Aufl., Bern 

2006, § 5 N 95). Vom Widerruf abgesehen werden kann, wenn nicht zu erwarten 

ist, dass der Täter weitere Straftaten begehen wird. Verlangt wird also nicht mehr 

eine günstige Prognose, sondern das Fehlen einer ungünstigen Prognose 

(SCHNEIDER/GARRÉ in: BSK Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 46 N 41 f.). Mit 

-   34   - 

anderen Worten ist eine bedingte Strafe oder der bedingte Teil einer Strafe nur zu 

widerrufen, wenn von einer negativen Einschätzung der Bewährungsaussichten 

auszugehen ist, d.h. aufgrund der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche 

Schlechtprognose besteht. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist 

anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In 

die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vor-

leben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf 

den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die 

Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit uner-

lässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisati-

onsbiographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise 

auf Suchtgefährdungen usw. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum 

Zeitpunkt des Entscheides miteinzubeziehen (BGE 134 IV 140 E. 4.3 und E. 4.4). 

8.5 Eine eigentliche Schlechtprognose kann beim Beschuldigten nicht ausge-

macht werden. Seit der mehr als sechsmonatigen Untersuchungshaft – mithin seit 

April 2011 – liess er sich nichts mehr zuschulden kommen. Seit fast 3 ½ Jahren 

lebt er somit deliktsfrei (HD Urk. 100). Zudem scheint er sich in einem konstanten 

beruflichen Umfeld zu befinden. Er ist seit März 2013 Franchisenehmer einer  

AA._____-Filiale in AC._____ mit fünf Mitarbeitern, wobei das Geschäft steigende 

Tendenz zeige (HD Urk. 55 S. 2). Gewinne erwirtschafte er indes noch keine (HD 

Urk. 82 S. 25). Auch in persönlicher Hinsicht ist eine gewisse Stabilisierung der 

Verhältnisse festzustellen, hat der Beschuldigte doch eine feste Lebenspartnerin 

(HD Urk. 55 S. 3). Zu seinen Eltern scheint der Beschuldigte ebenfalls ein gutes 

Verhältnis zu haben, lebte er im Zeitpunkt der Hauptverhandlung noch bei ihnen 

zu Hause (HD Urk. 26 S. 2) und hat sein Vater ihm ein Darlehen über Fr. 62'000.– 

für die Ablösung der AA._____-Filiale gewährt (HD Urk. 55 S. 3). Der Beschuldig-

te ist folglich in ein familiäres Umfeld eingebettet. Bei der Prognosestellung stark 

negativ ins Gewicht fällt die strafrechtliche Vorbelastung des Beschuldigten sowie 

die Delinquenz während laufender Probezeit sowie laufender Strafuntersuchung 

(teilweise). Er weist drei zwar kleinere, aber teilweise einschlägige Vorstrafen auf. 

Im Rahmen jener Verfahren war er jedoch nie arretiert bzw. in Haft. Es ist daher 

davon auszugehen, dass die erstandene Untersuchungshaft von mehr als einem 

-   35   - 

halben Jahr eine genügende Warnwirkung zeitigen wird – und vor dem Hinter-

grund des seit der Haftentlassung deliktfreien Lebens auch bereits gezeitigt hat. 

Vom Fehlen einer ungünstigen Prognose kann somit gerade noch ausgegangen 

werden und es ist – im Sinne einer allerletzten Chance – auf den Widerruf der mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Mai 2010  

verhängten bedingten Geldstrafe zu verzichten.  

8.6 Den angesichts der strafrechtlichen Vorbelastung verbleibenden Zweifeln ist 

in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB mit der maximal möglichen Verlängerung 

der Probezeit von 1 ½ Jahren Rechnung zu tragen. Diese Verlängerung beginnt 

mit Urteilsdatum (Art. 46 Abs. 2 Satz 4 StGB).  

V.  Zivilansprüche 

1. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen theoretischer Natur  

betreffend Zivilansprüche kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden,  

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; HD Urk. 41 S. 29 f.). Im Folgenden ist auf 

die im Berufungsverfahren noch zu beurteilenden Schadenersatzbegehren der 

Privatkläger/Geschädigten im Einzelnen einzugehen: 

2.1 I._____ AG (ND 7) 

Die Verteidigung macht diesbezüglich geltend, der Schaden der I._____ AG wer-

de teilweise von der Versicherung gedeckt. Es werde zwar eine Rechnung einge-

reicht, sie belege jedoch nicht, dass dieser Rechnungsbetrag von der  

Versicherung der Geschädigten nicht getragen werde. Die Höhe des Schadens 

sei nicht liquid. Es werde bestritten, dass die Geschädigte einen Selbstbehalt zu 

tragen gehabt habe (HD Urk. 82 S. 16).  

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftbarkeit mit all-

fälligen Mittätern, der Privatklägerin Fr. 753.20 nebst Zins zu 5% seit dem 

16. September 2010 zu vergüten und erwog, ein Selbstbehalt von Fr. 500.– pro 

-   36   - 

Schadensereignis bei Versicherungen für juristische Personen gelte als gerichts-

notorisch (HD Urk. 41 S. 32). 

Die Privatklägerin machte mit Formularerklärung vom 27. April 2011 Schaden-

ersatz von Fr. 753.20 (sowie 5% Zins) geltend und legte ihrem Begehren eine 

Rechnung über ebendiesen Betrag bei. Gleichzeitig gab sie an, ihre Zivil-

ansprüche würden teilweise durch eine Versicherung gedeckt, um dann anzu-

fügen, es würde innerhalb des Selbstbehaltes liegen (ND 7 Urk. 5). Der Selbst-

behalt der Privatklägerin ist nicht bekannt und wurde ihrerseits auch nicht belegt 

(z.B. entsprechendes Schreiben der Versicherung, Versicherungsvertrag). Wenn 

die Vorinstanz von einem gerichtsnotorischen Selbstbehalt von Fr. 500.– ausgeht 

(und die Versicherung demzufolge Fr. 253.20 vergütet hätte), hätte sie der Privat-

klägerin lediglich Fr. 500.– zusprechen dürfen bzw. den Beschuldigten nur in  

diesem Umfang verpflichten dürfen. Angesichts dieser Ungereimtheiten ist die 

Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren zufolge Illiquidität auf den Weg 

des Zivilprozesses zu verweisen.  

2.2 M._____ Versicherung (ND 11) 

Betreffend die Zivilansprüche der M._____ Versicherung lässt der Beschuldigte  

anführen, bei der im Rahmen der Schadenersatzforderung geltend gemachten 

Registrierkasse und dem Tresor handle es sich um eine nicht wertbeständige  

Sache, die nur mit dem Zeitwert zu entschädigen sei. Die entsprechenden  

Schadenersatzforderungen seien nicht genügend substantiiert und daher als  

illiquid auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses zu verweisen. Bezüglich der 

übrigen Zivilforderungen verkenne die Vorinstanz, dass die von der Versicherung 

geleisteten Zahlungen nicht überprüfbar seien. In ihren Abrechnungen verweise 

sie zwar teilweise auf Reparatur-Rechnungen von Dritten, sie unterlasse es aber, 

diese Beträge zu substantiieren und mittels Belegen zu beweisen. Insgesamt  

seien die Zivilansprüche im ND 11 nicht liquid und auf den Zivilweg zu verweisen 

(HD Urk. 82 S. 17 f.).  

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftbarkeit mit all-

fälligen Mittätern, der M._____ Versicherung Fr. 12'510.– zu erstatten, und erwog, 

-   37   - 

die Schadensanzeige, die Abrechnungen mit der Geschädigten und eine  

Zahlungsübersicht würden die erstatteten Leistungen bestätigen. Der geltend  

gemachte Betrag liege auch im Rahmen der Anklage. Bei den beschädigten oder 

gestohlenen Gegenständen handle es sich zudem um Anschaffungen oder  

Installationen, welche noch lange gehalten hätten resp. nicht hätten repariert  

werden müssen. Es rechtfertige sich daher der Ersatz des Neuwertes (HD Urk. 41 

S. 33 f.).  

Der Vorinstanz ist vollumfänglich beizupflichten. Der Argumentation der Verteidi-

gung bezüglich des Tresors sowie der Registrierkasse (nur Zeitwert zu entschädi-

gen, da nicht wertbeständige Sache) kann nämlich nicht gefolgt werden. Ist eine 

Reparatur nicht möglich, so sind die Anschaffungskosten für einen gleichwertigen 

Ersatzgegenstand geschuldet (HEIERLI/SCHNYDER in: BSK Obligationenrecht I, 

5. Aufl., Basel 2011, Art. 41 N 12). Gestohlene Gegenstände können nicht mehr 

repariert werden. Somit sind die Kosten für einen gleichwertigen Ersatzgegen-

stand geschuldet. Wenn der Beschuldigte betreffend der übrigen Zivilforderungen 

ausführt, dass die von der Versicherung geleisteten Zahlungen nicht überprüfbar 

seien, ist er mit dieser Begründung ebenfalls nicht zu hören. Zwar trifft zu, dass 

die einzelnen Rechnungen und Belege sich nicht bei den Akten befinden. Belegt 

ist indes, dass die M._____ Versicherung die Zahlungen (in einem Gesamtbetrag 

von Fr. 12'510.20) getätigt hat (ND 11 Urk. 6). Zudem wird an mehreren Stellen 

auf entsprechende Rechnungen und Belege verwiesen. Im Übrigen ist nicht zu 

erwarten, dass seitens der M._____ Versicherung bzw. von Versicherungsgesell-

schaften generell Zahlungen ohne entsprechende Belege veranlasst werden.  

Der Beschuldigte ist somit in solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern  

– insbesondere O._____ und AD._____ (je separate Verfahren) – zu verpflichten, 

der M._____ Versicherung Fr. 12'510.20 zu erstatten. 

2.3 Soziale Dienste Stadt L._____ (ND 14) 

Betreffend die Zivilforderungen der Sozialen Dienste Stadt L._____ wird  

seitens des Beschuldigten angeführt, selbst bei einer Verurteilung wegen Hehlerei 

bestehe kein Raum für die Gutheissung der Zivilforderungen, da der Schaden  

bereits im Zeitpunkt des Diebstahls entstanden sei. Dieser sei durch die in der 

-   38   - 

Anklageschrift inkriminierten Handlungen des Beschuldigten nicht vergrössert 

worden. Der Kausalzusammenhang bestehe somit nicht. Zudem treffe den  

Beschuldigten kein Verschulden (HD Urk. 82 S. 18). 

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftbarkeit, der 

Privatklägerin Fr. 5'000.– nebst Zins von 5% seit dem 17. März 2010 zu vergüten 

(HD Urk. 41 S. 36 f.).  

Der natürliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn ein Verhalten unabding-

bare Voraussetzung (conditio sine qua non) für ein Schadensereignis ist (BGE 

128 III 174 E. 2b). Hätten die Vortäter den Tresor nicht entwendet, hätte der  

Beschuldigte ihn auch nicht verhehlen können. Demzufolge fehlt es an der  

natürlichen Kausalität und es ist gegenüber dem Beschuldigten kein Schaden-

ersatzanspruch gegeben. Das entsprechende Schadenersatzbegehren der  

Sozialen Dienste Stadt L._____ ist (gegenüber dem Beschuldigten) somit  

abzuweisen.  

2.4 N._____ Versicherungsgesellschaft AG (ND 15) 

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftbarkeit mit all-

fälligen Mittätern – insbesondere O._____, P._____ und Q._____ (alle separate 

Verfahren) –, der N._____ Fr. 36'132.– zu vergüten, da die N._____ die erforder-

lichen Belege eingereicht habe (HD Urk. 41 S. 37).  

Der Beschuldigte lässt hierzu geltend machen, Versicherungsnehmer der 

N._____ sei die AE._____ AG in AC._____. Die AE._____ AG sei nicht Geschä-

digte und demzufolge auch nicht Partei und somit nicht aktivlegitimiert. Deren 

Versicherung, die N._____, sei ebenfalls nicht aktivlegitimiert, da sie lediglich die 

Versicherung der AE._____ AG sei (HD Urk. 82 S. 19).  

Vom Vorwurf der Hehlerei gemäss ND 15 ist der Beschuldigte – wie soeben  

erwogen – zwar freizusprechen. Seitens des Beschuldigten wird jedoch bereits 

die Aktivlegitimation der N._____ Versicherungsgesellschaft AG, eine Prozess- 

bzw. Eintretensvoraussetzung, bestritten. Zur Klärung bereits  

-   39   - 

dieser Frage ist die N._____ Versicherungsgesellschaft AG mit  

ihrer Schadenersatzforderung daher auf den Zivilweg zu verweisen.   

2.5 K._____ AG (ND 20) 

Die Vorinstanz erwog betreffend Schadenersatzanspruch der K._____ AG, der 

Schaden sei nach Abzug der Versicherungsleistung im Restbetrag von Fr. 815.60 

belegt und sie verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftbarkeit mit all-

fälligen Mittätern – insbesondere AF._____, O._____ und P._____ (je separate 

Verfahren) –, der Privatklägerin Fr. 815.60 zu zahlen (HD Urk. 41 S. 35). 

Der Beschuldigte lässt geltend machen, die Schadenspositionen für ein neues 

Fenster, für den beschädigten Schrank sowie für das beschädigte Schloss seien 

nicht genügend substantiiert, da sie nicht die Höhe des Schadens belegen wür-

den, sondern nur Schätzungen der Geschädigten seien. Falls die Schadens-

positionen als substantiiert gewertet würden, sei zu beachten, dass höchstens der 

Zeitwert geltend gemacht werden könne. Zudem könne die Geschädigte auf den 

geschätzten Schaden nicht noch zusätzlich MwSt berechnen. Weiter sei die 

Schadensposition betreffend den geltend gemachten entgangenen Gewinn durch 

den Arbeitsausfall und Aufwand mit der Polizei nicht belegt. Es sei zudem nicht 

nachvollziehbar aus den eingereichten Unterlagen, wie viel Zeit aufgewendet 

worden sei und wie hoch der Stundenansatz sei (HD Urk. 82 S. 20 f.). 

Bei der von der Privatklägerin eingereichten Rechnung dürfte es sich tatsächlich 

um Schätzungen handeln. Die Rechnung stammt nämlich nicht von einer Drittper-

son, sondern die Privatklägerin hat diese selbst erstellt. Der Verteidigung ist damit 

beizupflichten, dass die entsprechenden Schadenspositionen nicht genügend 

substantiiert und belegt sind, weshalb die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin K._____ AG auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen ist.  

2.6 J._____ AG (ND 22) 

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, in solidarischer Haftbarkeit mit all-

fälligen Mittätern – insbesondere AF._____ und O._____ (beide separate Verfah-

ren) –, der Privatklägerin Fr. 1'137.10 nebst Zins zu 5% seit dem 10. September 

-   40   - 

2010 zu bezahlen, und erwog, der Privatklägerin seien noch der Selbstbehalt von 

Fr. 1'000.– und der von der Versicherung nicht gedeckte Restbetrag von Fr. 

137.10 zuzusprechen. Gerade beim aufgebrochenen Schlüssel-tresor handle es 

sich um eine Anschaffung, die noch lange Zeit hätte genutzt werden können, 

weshalb sich der Ersatz des Neuwerts rechtfertige (HD Urk. 41 S. 34).  

Die Verteidigung führt betreffend den Schadenersatzanspruch der Privatklägerin 

an, bei einer juristischen Person müsse eine zeichnungsberechtigte Person das 

Formular für die Geltendmachung von Zivilansprüchen und Konstituierung als  

Privatklägerschaft unterschreiben. Da lediglich Herr AG._____ zur Einzelunter-

schrift berechtigt sei und eine Person mit dem Vornamen "O." und dem Vermerk 

"i.V." unterschrieben habe, sei unklar, wer den Antrag betreffend Zivilforderungen 

unterzeichnet habe und wen diese Person vertreten haben soll. Der Antrag sei 

deshalb nicht rechtsgenüglich gestellt worden und sei als illiquid auf den Zivilweg 

zu verweisen, soweit überhaupt darauf einzutreten sei (HD Urk. 82 S. 21).  

Gemäss Art. 32 Abs. 2 OR kann eine Vertretungswirkung auch bei einer still-

schweigenden Erklärung eintreten, nämlich dann, wenn der Dritte aus den Um-

ständen auf das Vertretungsverhältnis schliessen konnte und musste. So handelt 

eine Verkäuferin im Kaufhaus sowie eine Angestellte am Bankschalter aufgrund 

der Umstände für den Geschäftsherrn und nicht für sich selbst (WATTER in: BSK 

Obligationenrecht I, a.a.O., Art. 32 N 17). Dasselbe gilt für die Geltendmachung 

einer Schadenersatzforderung mittels Formularerklärung über einen geringen  

Betrag. Mit dem Vermerk "i.V." wollte der unterschreibende Mitarbeiter gerade 

dieses Stellvertretungsverhältnis offenbaren. Die entsprechende Argumentation 

der Verteidigung ist somit nicht zu hören und die vorinstanzliche Verpflichtung des 

Beschuldigten zur Leistung von Schadenersatz an die Privatklägerin ist zu  

bestätigen, zumal die Schadenspositionen an sich vom Beschuldigten nicht  

bestritten wurden.  

2.7 M._____ Versicherung (ND 23) 

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftbarkeit mit all-

fälligen Mittätern – insbesondere AF._____ und O._____ (je  

-   41   - 

separate Verfahren) –, der M._____ Versicherung Fr. 12'481.15 zu erstatten. Sie 

erwog dazu, die Versicherung habe den geltend gemachten Betrag mit ent-

sprechenden Unterlagen belegt. Die erstattete Leistung liege auch im Rahmen 

des Schadens gemäss Anklage (HD Urk. 41 S. 36). 

Die Verteidigung macht betreffend die Ansprüche der M._____ Versicherung  

geltend, die Schadenersatzforderung für die Schliessanlage mit Schlüsselersatz, 

für die zwei Serviceportemonnaies, für die zwei Taschenlampen, für das Kassa-

buch, für den Sony DSC-W170, für den Anhängerstecker, für die vier Leucht-

westen sowie für die drei Lederhandschuhe in der Höhe von insgesamt 

Fr. 5'667.60 sei nicht genügend substantiiert und daher als illiquid auf den Weg 

des ordentlichen Zivilprozesses zu verweisen. Auch die übrigen Zivilforderungen 

würden nicht substantiiert und bewiesen. Für sämtliche Positionen der Zivil-

forderung würden keine Offerten oder Rechnungen vorliegen. Entsprechend seien 

sie illiquid und auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen (HD Urk. 82  

S. 22 f.).  

Gemäss Anklage haben der Beschuldigte und seine beiden Mittäter sich am 

10. September 2010 zwar zur G._____ AG begeben und sich gewaltsam Zutritt zu 

deren Räumlichkeiten verschafft. Die weiteren Tathandlungen bestanden jedoch – 

immer noch gemäss Anklage – lediglich im Durchsuchen verschiedener Behält-

nisse nach Wertgegenständen und dem Versuch, den dortigen Tresor mittels ei-

nes Rollis abzutransportieren. Dabei seien sie gestört worden, so dass sie den 

Tatort ohne Beute verlassen hätten (HD Urk. 15 S. 10). Von der Mitnahme von 

Gegenständen ist in der Anklageschrift nicht die Rede. Es kann deshalb nicht 

nachvollzogen werden, inwiefern die mobilen Gegenstände (bspw. Bargeld, Fahr-

zeugausweise, Serviceporte-monnaies, Taschenlampen, Kassabuch) Schadens-

positionen darstellen. Die Schadenersatzforderung der M._____ Versicherung ist 

demzufolge nicht liquid und auf den Zivilweg zu verweisen.  

-   42   - 

VI.  Kostenfolgen 

1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Im Berufungsverfahren 

unterliegt der Beschuldigte weitgehend; nur mit seinen Anträgen die Zivilforderun-

gen betreffend dringt der Beschuldigte grösstenteils durch, zudem erfolgt eine 

Einstellung des Verfahrens betreffend den Vorwurf der Hehlerei gemäss ND 26. 

Das vorinstanzliche Strafmass wird hingegen – entgegen dem Antrag des  

Beschuldigten – bestätigt; des Weiteren erfolgt – ebenfalls entgegen dem Antrag 

des Beschuldigten – betreffend Hehlerei gemäss ND 14 ein Schuldspruch. Es  

erscheint daher als angemessen, dem Beschuldigten die Kosten des Berufungs-

verfahrens zu drei Vierteln aufzuerlegen und im restlichen Viertel auf die  

Gerichtskasse zu nehmen. Eine andere Kostenauferlegung rechtfertigt sich auch 

unter Berücksichtigung des Freispruchs gemäss ND 15 sowie dem Absehen vom 

Widerruf der bedingten Geldstrafe nicht. Da der Beschuldigte in zivilrechtlich vor-

werfbarer Weise in das Eigentum der Geschädigten eingegriffen hat (betreffend 

ND 15), wird er diesbezüglich gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO dennoch kosten-

pflichtig. Beim Entscheid betreffend Widerruf der mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Mai 2010 verhängten bedingten Geld-

strafe handelt es sich sodann um einen reinen Ermessensentscheid, weshalb der 

Beschuldigte auch diesbezüglich kostenpflichtig wird (vgl. Art. 428 Abs. 2 lit. b 

StPO).   

Die Kosten für die amtliche Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen 

unter Vorbehalt einer Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO gegen den 

Beschuldigten über drei Viertel der Verteidigerkosten. 

2. Seitens der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten wurde eine Honorar-

note über Fr. 14'943.40 (inkl. MwSt.) eingereicht, wobei der Aufwand für den  

Eingang und das Studium des obergerichtlichen Urteils und die damit zusammen-

hängende Korrespondenz sowie die Besprechung mit dem Beschuldigten auf  

2.5 Stunden geschätzt wurde (Urk. 96). 

-   43   - 

Vorauszuschicken ist, dass es sich um einen Standardfall handelt, weshalb die 

Entschädigung gestützt auf die Anwaltsgebührenverordnung festzulegen ist  

(ZR 102 Nr. 40; ZR 101 Nr. 10).  

Die Grundgebühr für die Führung eines Strafprozesses einschliesslich Vorberei-

tung des Parteivortrags und Teilnahme an der Hauptverhandlung beträgt vor den 

Bezirksgerichten Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.– (§ 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV).  

Gemäss § 18 Abs. 1 AnwGebV wird die Gebühr im Berufungsverfahren grund-

sätzlich nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln bemessen, wobei auch  

berücksichtigt wird, ob das Urteil vollumfänglich oder nur teilweise angefochten 

worden ist. Wenn der Verteidiger im vorliegenden Verfahren nun eine Honorar-

forderung und Auslagen von mehr als Fr. 14'000.– geltend macht, befindet sich 

dieser Betrag in der Hälfte des möglichen Rahmens. Dies erscheint in casu nicht 

mehr als angemessen, obwohl der Berufungsverhandlung gleichsam noch ein 

schriftliches Verfahren mit weiteren Rechtsschriften, für welche gemäss § 17 

Abs. 2 lit. b (i.V.m. § 18 Abs. 1) AnwGebV Zuschläge berechnet werden, folgte. 

Das Urteil wurde nur teilweise angefochten (insbesondere war nur noch der 

Sachverhalt von drei Nebendossiers zu beurteilen) und die Staatsanwaltschaft  

erhob weder (selbständige) Berufung noch Anschlussberufung. Zudem weist der 

vorliegende Fall – zumindest in rechtlicher Hinsicht – keine besondere Komplexi-

tät auf. Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit pauschal Fr. 10'000.– 

(inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 6. März 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

und 2 sowie Ziff. 3 Abs. 2 StGB, 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne vom Art. 186 StGB, 

-   44   - 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB, 

− der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 1 aSVG, 

− der […] Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB [betreffend ND 27] sowie 

− der Widerhandlung im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit 

Art. 4 und 7 WG. 

2.-4. […] 

5. Die folgenden durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beschlagnahmten und bei 

der Gerichtskasse unter SK … lagernden Gegenstände werden eingezogen und der 

Gerichtskasse nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung überlassen: 

− Teleskopstock schwarz 

− Schmetterlingsmesser 

6. Die durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beschlagnahmten und bei der  

Gerichtskasse unter SK … lagernden Gegenstände "Motorola" GP 340 sowie das 

Navigationsgerät "TomTom" werden verwertet und der Verwertungserlös zur  

Deckung der dem Beschuldigten auferlegten Verfahrenskosten verwendet. 

7. Die folgenden Privatkläger resp. Versicherungen werden mit ihren Schadenersatz-

begehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen: 

− B._____ Versicherung (ND 2) 

− C._____ Garage AG sowie die D._____ Versicherung (ND 9) 

− E._____ sowie F._____ (ND 21) 

− G._____ AG (ND 23) 

− H._____ (ND 15) 

8.-9. […] 

10. Die Genugtuungsbegehren der nachfolgenden Privatkläger werden abgewiesen: 

− I._____ AG (ND 7) 

− C._____ Garage AG (ND 9) 

− J._____ ag (ND 22) 

− G._____ AG (ND 23) 

-   45   - 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 3'110.00   Auslagen Untersuchung 

Fr. 1'500.00   Auslagen Untersuchung  

Fr. 4'613.35   amtliche Verteidigung Untersuchung (RA Y._____) 

Fr. 9'522.47   amtliche Verteidigung (RA X._____; festgesetzt mit Verf. vom 29.5.2013) 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. […] 

13. (Mitteilungen) 

14. (Rechtsmittel) 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil sowie mit separatem 

Dispositivauszug an die Privatkläger  

− B._____ Versicherung (Schaden-Nr. …) 
− C._____ Garage AG 
− D._____ Versicherung (Schaden-Nr. ---) 
− E._____ 
− F._____ (Police-Nr. …) 
− G._____ AG 
− H._____ AG. 

 

Es wird erkannt: 
 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zusätzlich schuldig der Hehlerei  

im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB gemäss ND 14. 

-   46   - 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Hehlerei  

im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB gemäss ND 15. 

3. Das Verfahren wird bezüglich der Hehlerei  

im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB gemäss ND 26 eingestellt. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 199 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  

4 Jahre festgesetzt. 

6. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV 

des Kantons Zürich vom 3. Mai 2010 ausgefällten Geldstrafe von 80 Tages-

sätzen zu Fr. 90.– wird nicht widerrufen und die Probezeit um 1 ½ Jahre ab 

heute verlängert. 

7. Die folgenden Privatkläger resp. Versicherungen werden mit ihren 

Schadenersatzbegehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen: 

− I._____ AG (ND 7) 

− N._____ Versicherungsgesellschaft AG (ND 15) 

− K._____ AG (ND 20) 

− M._____ Versicherung (ND 23). 

8. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern 

verpflichtet, folgenden Privatklägern Schadenersatz in nachgenannter Höhe 

zu bezahlen: 
− M._____ Versicherung (ND 11) 

Fr. 12'510.20 nebst 5% Zins seit dem 9. Juni 2010 

− J._____ AG (ND 22) 

Fr. 1'137.10 nebst Zins zu 5% seit dem 10. September 2010. 

9. Das Schadenersatzbegehren der Sozialen Dienste Stadt L._____ (ND 14) 

wird gegenüber dem Beschuldigten abgewiesen. 

-   47   - 

10. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.–   amtliche Verteidigung. 

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, zu 3/4 dem Beschuldigten auferlegt und zu 1/4 auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung  

werden zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die Gerichtskasse  

genommen. Die Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt im  

Umfang von 3/4 vorbehalten. 

12. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen 

sowie im Dispositiv an die folgenden Privatkläger bzw. Versicherungs-

gesellschaften: 

− I._____ AG 
− J._____ ag 
− K._____ AG 
− Stadt L._____, Soziale Dienste 
− M._____ Versicherung (Schaden-Nr. … und 

Schaden-Nr. …) 
− N._____ Versicherungsgesellschaft AG  

(Schaden Nr. … - Police Nr. …) 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und Formular B 

-   48   - 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich in die Untersuchungs-
akten A-1/2010/510 

− die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA-Profils und  
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils 

− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich. 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 2. Oktober 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Maurer 
 

 

	Urteil vom 2. Oktober 2014
	Urteil der Vorinstanz: (HD Urk. 41 S. 39 ff.)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne von  Art. 139 Ziff. 1 und 2 sowie Ziff. 3 Abs. 2 StGB,
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne vom Art. 186 StGB,
	 der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB,
	 der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 1 aSVG,
	 der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB sowie
	 der Widerhandlung im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 und 7 WG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 199 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Mai 2010 ausgefällten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 90 wird widerrufen und als vollziehbar erklärt.
	5. Die folgenden durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter SK … lagernden Gegenstände werden eingezogen und der Gerichtskasse nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung überlassen:
	 Teleskopstock schwarz
	 Schmetterlingsmesser

	6. Die durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beschlagnahmten und bei der  Gerichtskasse unter SK … lagernden Gegenstände "Motorola" GP 340 sowie das Navigationsgerät "TomTom" werden verwertet und der Verwertungserlös zur Deckung der dem Beschuldi...
	7. Die folgenden Privatkläger resp. Versicherungen werden mit ihren Schadenersatz-begehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen:
	 B._____ Versicherung (ND 2)
	 C._____ Garage AG sowie die D._____ Versicherung (ND 9)
	 E._____ sowie F._____ [Versicherung] (ND 21)
	 G._____ AG (ND 23)
	 H._____ (ND 15)

	8. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern verpflichtet, folgenden Privatklägern Schadenersatz in nachgenannter Höhe zu bezahlen:
	 I._____ AG (ND 7) CHF 753.20 nebst Zins zu 5% seit dem 16. September 2010
	 J._____ ag (ND 22) CHF 1'137.10 nebst Zins zu 5% seit dem 10. September 2010
	 K._____ AG (ND 20) CHF 815.60 ohne Zins
	 Stadt L._____ Soziale Dienste (ND 14) CHF 5'000 nebst Zins von 5% seit dem 17. März 2010

	In einem allfälligen Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	9. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern verpflichtet, folgenden Versicherungen Schadenersatz in nachgenannter Höhe zu bezahlen:
	 M._____ Versicherung CHF 12'481.15 ohne Zins sowie CHF 12'510.20 nebst 5% Zins seit dem 9. Juni 2010 (ND 23 und 11)
	 N._____ [Versicherung] CHF 36'132 ohne Zins (ND 15)

	In einem allfälligen