# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d3754f1-4891-51f1-833f-b94732c1d194
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1973-07-05
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 05.07.1973 OG ARGVP 1988 3075
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-1988-3075_1973-07-05.pdf

## Full Text

C. Gerichtsentscheide 3074, 3075

zustellen. Die staatsrechtliche Beschwerde gegen ein zweitinstanzliches 
Zivilurteil muss also nicht ins blaue hinein geführt werden.

OGer 26.3.1973 (RBer 1972/73, S. 34)

3075

Untersuchungsverfahren. Ausschluss der Parteivertreter von den Partei­
befragungen (Art. 217 ZPO1).

Die persönliche Befragung der Parteien in Abwesenheit ihrer Angehörigen 
und der Anwälte ist in Übereinstimmung mit den Rechtsordnungen der 
Kantone St.Gallen und Thurgau auch in Appenzell A.Rh. ständiger 
Gerichtsgebrauch im Sinn von Art.1 Abs. 3 ZGB; vgl. Tuor, Das Schweiz. 
Zivilgesetzbuch, 1968, S. 39; Meier-Hayoz, N. 4 66 ff., namentlich 471 zu 
Art.1 ZGB; ferner Entscheid der Rekurskommission des Kantonsgerichtes 
St.Gallen vom 23. Oktober 1972, SG GVP 1972, S. 85 ff.

Freie richterliche Befragung und unbeschränkte Verbeiständung einer 
Partei sind nicht Selbstzweck des Verfahrens. Den Kantonen steht es daher 
im Rahmen von Art. 158 ZGB und ganz allgemein nach Art. 64 Abs. 3 BV 
frei, dem einen Prinzip den Vorrang gegenüber dem anderen einzuräu­
men. Mit der Möglichkeit, vor und nach der Einvernahme mit dem Klienten 
Rücksprache zu nehmen, auf Unzulässigkeiten in einer separaten Eingabe 
hinzuweisen, eine Ergänzung oder Wiederholung der Einvernahme zu 
beantragen, sind die Parteirechte auch für dieses Verfahren weitgehend 
gewahrt.

JuAK 5.7.1973 (RBer 1973/74, S. 44)

1 Zivilprozessordnung vom 24. April 1955, vgl. Art. 209 ZPO vom 27. April 1980 
(bGS 231.1)

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