# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 220633f0-5593-5096-a817-b013bb92cd5b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.04.2017 200 2017 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-88_2017-04-27.pdf

## Full Text

200 17 88 IV
KNB/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. April 2017

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Bundesgasse 26, 
Postfach 3258, 3001 Bern
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Dezember 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene, aus … stammende und 1995 in die Schweiz eingereiste 
A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) zog sich 
am … 2010 bei einem Überfall diverse Verletzungen (insbesondere eine 
Commotio cerebri sowie diverse Schnittverletzungen am Kopf und am Tho-
rax) zu (Akten der IV-Stelle Bern, [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin], [act. II], 1 S. 1; 3 S. 1; 12.13). Im weiteren Verlauf wurde eine 
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) diagnostiziert 
(act. II 12.12 S. 7; 16 S. 1). 

Am 20. Oktober 2011 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf die 
gesundheitlichen Folgen des Überfalls vom … 2010 bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 1). Die 
IVB tätigte erwerbliche Abklärungen und zog medizinische Berichte sowie 
die Akten des zuständigen Unfallversicherers C.________ bei. Im Dezem-
ber 2011 (act. II 23) erteilte sie Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstrai-
ning, welches anfangs Februar 2012 abgebrochen wurde, nachdem der 
Versicherte krankgeschrieben worden war (vgl. Protokoll, Eintrag vom 
1. März 2012 [in den Gerichtsakten]; act. II 31 S. 2; 33). Gleichzeitig begab 
sich der Versicherte in (teil-)stationäre sowie ambulante psychiatrische Be-
handlung (act. II 42; 46; 47.2; 51), welche er ebenfalls wiederholt abbrach. 
Im Mai 2013 erteilte die IVB Kostengutsprache für ein Aufbautraining (act. II 
57), welche sie im August 2013 verlängerte (act. II 69). Wegen hoher Aus-
fallzeiten wurde auch diese Massnahme per Ende Oktober 2013 vorzeitig 
beendet (act. II 86 S. 3; 87; Protokoll, Eintrag vom 6. November 2013 [in 
den Gerichtsakten]). Die im weiteren Verlauf erfolgte stationäre sowie die 
im Anschluss daran erfolgte ambulante psychiatrische Behandlung brach 
der Versicherte Ende Juli 2014 bzw. im März 2015 ab (act. II 109.3 S. 3; 
135.1 S. 31). In der Folge stellte die C.________ mit Verfügung vom 
30. März 2015 (Akten der IVB, [act. IIA], 150.124) die Einstellung der Versi-
cherungsleistungen per 31. Mai 2015 in Aussicht, erklärte mit Schreiben 
vom 12. Oktober 2015 (act. IIA 151 S. 12) indes die rückwirkende Wieder-
ausrichtung der Taggeldleistungen per 1. Juni 2015. Derweil liess die IVB 

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den Versicherten auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; act. II 119 S. 7) durch die Dres. med. D.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Begutachtungs-
stelle F.________, bidisziplinär begutachten (Expertise vom 28. Dezember 
2015 [act. II 135.1]) und stellte ihm hernach mit Vorbescheid vom 15. Juni 
2016 (act. II 142) bei einem Invaliditätsgrad von 0% die Verneinung des 
Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte Einwand er-
heben (act. II 143 S. 1-7), woraufhin die IVB eine Stellungnahme bei Dr. 
med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, ein-
holte (act. II 146). Am 15. Dezember 2016 (act. II 147) verfügte die IVB wie 
im Vorbescheid in Aussicht gestellt. Mit weiterer (und unangefochten ge-
bliebener) Verfügung vom 16. Dezember 2016 (act. II 148) wies sie das 
Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren ab. 

Mit Schreiben vom 21. Februar 2017 (Akten des Versicherten, [act. I], 6) 
teilte die C.________ dem Versicherten mit, die Heilungskosten und Tag-
geldleistungen würden per 30. April 2017 eingestellt. Betreffend Invaliden-
rente und Integritätsentschädigung werde eine separate Verfügung 
erlassen.

B.

Gegen die Verfügung vom 15. Dezember 2016 liess der Versicherte, ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 30. Januar 2017 
Beschwerde erheben. Er stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 15. Dezember 2016 sei aufzuheben und dem Be-
schwerdeführer sei eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.

2. Eventualiter: Die Verfügung vom 15. Dezember 2016 sei aufzuheben und 
die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In der Begründung macht der Beschwerdeführer hauptsächlich geltend, 
entgegen der IVB liege ein invalidisierender psychischer Gesundheitsscha-
den vor, nachdem medizinisch eine (psychisch bedingte) Arbeitsunfähigkeit 
von 50% in einer angepassten Tätigkeit attestiert worden sei. Sodann sei 

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für die Festsetzung des Invalideneinkommens von der erwerblichen Situa-
tion auszugehen, in welcher der Beschwerdeführer konkret stehe. Anfang 
Januar 2017 habe er im Bereich Sicherheits- und Verkehrsdienst eine Stel-
le antreten können, welche dem geforderten Zumutbarkeitsprofil entspre-
che. Der monatliche Verdienst betrage hochgerechnet bei einer Tätigkeit 
von 100% gerundet Fr. 45‘167.--. Unter Berücksichtigung der 50%igen Er-
werbs(un)fähigkeit sei demnach von einem Invalideneinkommen von 
Fr. 22'583.50 auszugehen, was gestützt auf das von der IVB errechnete 
Valideneinkommen von Fr. 59'532.-- einen Invaliditätsgrad von 62% erge-
be. Selbst bei einem Abstellen auf die Daten der Schweizerischen Lohn-
strukturerhebung (LSE) sei unter Berücksichtigung einer 50%igen 
Erwerbsunfähigkeit und abzüglich eines diesfalls vorzunehmenden Lei-
densabzugs von 25% von einem Invalideneinkommen von rund 
Fr. 23‘207.50 auszugehen, womit ein Invaliditätsgrad von 61% und somit 
wiederum ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente resultiere.

Mit weiterer Eingabe vom 30. Januar 2017 stellt der Beschwerdeführer ein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. März 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. In der Begründung macht sie zu-
sammengefasst geltend, aufgrund der auch betreffend eine PTBS zu 
prüfenden Standardindikatoren sei ein psychisch bedingter invalidisieren-
der Gesundheitsschaden nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Dem-
nach sei allein das orthopädische Zumutbarkeitsprofil massgebend, 
weshalb – entgegen dem Beschwerdeführer – für die Bestimmung des In-
valideneinkommens auf die LSE abzustellen und der verfügungsweise er-
mittelte Invaliditätsgrad nicht zu beanstanden sei. 

Mit Eingabe vom 16. März 2017 hält der Beschwerdeführer an seinen be-
schwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest.    

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. Dezember 2016 
(act. II 147). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
präsentieren sich die medizinischen Akten im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Am … 2010 wurde der Beschwerdeführer im Notfallzentrum des 
Berner Inselspitals behandelt. Im entsprechenden Bericht (act. II 3 S. 1-4) 
wurden eine Commotio cerebri, Schnittverletzungen im Gesicht rechts 

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(welche operativ versorgt wurden [vgl. act. II 8 S. 1]) und im Nacken sowie 
am Thorax, zwei Rissquetschwunden, eine Reizung der Konjunktiven beid-
seits mit Pfefferspray, eine Kontusion des Thorax sowie eine akute Belas-
tungsreaktion diagnostiziert (S. 1). Der Beschwerdeführer habe berichtet, 
von ca. 10 Männern zusammengeschlagen worden zu sein. Ein CT des 
Schädels habe keine Hinweise für eine frische ossäre Läsion bzw. Verlet-
zung tiefer liegender Strukturen im Bereich der multiplen Schnittverletzun-
gen ergeben. Abdomen und Thorax seien unauffällig gewesen (S. 3). Im 
Mai 2011 wurde bei diagnostizierter PTBS eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung als indiziert erachtet (act. II 7 S. 2).

3.1.2 Im Bericht vom 19. September 2011 (act. II 12.12 S. 1 f.) hielt der 
Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. H.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin, fest, die Verletzungen verursachten noch somati-
sche Beschwerden, die schwer von der PTBS trennbar seien. 
Vordergründig sei aktuell die PTBS die Ursache der fortbestehenden 
100%igen Arbeitsunfähigkeit (S. 1).

Im Bericht vom 3. Dezember 2011 (act. II 16 S. 1-5) hielt Dr. med. 
H.________ fest, wegen der PTBS sei es für den Beschwerdeführer 
schwierig, die Termine bei der Physio- und Psychotherapie wie auch beim 
Hausarzt wahrzunehmen; er äussere aber sein Bestreben, sämtliche Be-
handlungen wieder aufzunehmen (S. 2). Die Frage nach der Arbeitsfähig-
keit könne er aktuell nicht beurteilen (S. 3). 

3.1.3 Vom … bis … 2012 war der Beschwerdeführer auf der psychiatri-
schen Abteilung des Spitals I.________ hospitalisiert. Im entsprechenden 
Austrittsbericht vom 4. September 2012 (act. II 42) wurde als psychiatri-
sche Diagnose eine Anpassungsstörung mit akuter Belastungsreaktion 
nach Gewalterlebnis und körperlicher Verletzung am … 2012 festgehalten 
(S. 1). Der Beschwerdeführer sei am „…. oder … 2012“ zusammen mit sei-
nem Bruder angegriffen worden. Er habe grosse Ängste und Unsicherhei-
ten. Am … 2012 habe er die Station ohne Vereinbarung verlassen, sei 
jedoch in der Nacht vom …. auf den … 2012 ohne Vorankündigung wieder 
zurückgekehrt (S. 2). Im Rahmen der erweiterten Gespräche, aber auch 
der Einzelgespräche sei versucht worden, unterschiedliche Tagesstruktu-
ren zu evaluieren, jedoch seien sie dabei auf Widerstand gestossen, der 

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während der kurzen Aufenthaltsdauer nicht habe weiter charakterisiert 
werden können. Die Vorstellung der Fortsetzung der Tagesklinik habe den 
Beschwerdeführer gekränkt und sei von ihm verweigert worden (S. 3).

Ferner hielten die behandelnden Ärzte im Rahmen der Anamnese fest, der 
Beschwerdeführer befinde sich seit August 2011 in Behandlung in den 
psychiatrischen Dienste J.________, welche an die psychiatrischen Diens-
te K.________ habe übergeben werden müssen, da er die Termine wie-
derholt nicht wahrgenommen habe. Am … 2012 sei der Beschwerdeführer 
in die psychiatrischen Dienste M.________ eingewiesen worden. Auf der 
geschlossenen Abteilung habe er sich eingesperrt gefühlt, was zu einer 
Zunahme der Flashbacks und der Angstzustände geführt habe, weshalb er 
nach einem Tagesurlaub nicht in die Klinik zurückgekehrt sei. In der Folge 
habe sich der Beschwerdeführer für eine teilstationäre Behandlung in der 
Klinik N.________ in … entscheiden können und habe diese begonnen. 
Am … 2012 habe er hospitalisiert werden müssen, nachdem er in suizida-
ler Absicht Tabletten eingenommen habe; im weiteren Verlauf sei er in die 
teilstationäre Behandlung entlassen worden. Die Termine bei der ambulan-
ten Therapeutin habe der Beschwerdeführer seit der Übernahme der Be-
handlung am … 2012 nur sehr unregelmässig wahrgenommen (S. 4; vgl. 
auch act. II 51 S. 2). 

3.1.4 Im Bericht der psychiatrischen Dienste des Spitals O.________ 
vom 22. November 2012 (act. II 46 S. 10 f.) wurde eine PTBS diagnostiziert 
(S. 11). Ferner wurde festgehalten, der Beschwerdeführer berichte, seit 
dem Überfall vom … 2010 unter Schlafstörungen, Stimmungsschwankun-
gen, Nervosität, innerlicher Anspannung, Alpträumen, Angstzuständen, 
Flashbacks sowie Schmerzen im Rückenbereich zu leiden. Er sei seither 
auch nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Im Herbst 2012 seien er und seine 
Freundin gemeinsam nach … gezogen. Seit diesem Umzug würde er sich 
weniger bedroht fühlen; es sei ihm psychisch auch besser gegangen. Seine 
Freundin habe ihn jedoch vor etwa einer Woche verlassen und sei aus der 
gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Seither würde es ihm wieder deutlich 
schlechter gehen (S. 10). Die Indikation für eine teilstationäre Behandlung 
sei grundsätzlich gegeben. Es werde sich zeigen, ob der Beschwerdeführer 

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diesmal in der Lage sein werde, sich auf das teilstationäre Behandlungsset-
ting einzulassen (S. 11).

Im Bericht des Spitals O.________ vom 19. April 2013 (act. II 53 S. 2 f.) 
wurden eine PTBS, Probleme in Verbindung mit Wohnbedingungen und 
ökonomischen Verhältnissen sowie eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung diagnostiziert (S. 2). Im Weiteren wurde festgehalten, der 
Beschwerdeführer nehme am Tagesprogramm in der Tagesklinik motiviert 
und zuverlässig teil, womit eine erste psychische Stabilisierung habe erzielt 
werden können, in dem Sinne, dass der Beschwerdeführer die Übererreg-
barkeit des vegetativen Nervensystems habe reduzieren können, sich den 
Alltag besser strukturiere und geordnete Denkmuster aufweise. Die Flash-
backs und Alpträume träten in grösseren Abständen auf, einen Therapie-
fortschritt habe er auch bezüglich seiner Panikattacken ausser Hause 
erzielt. Er leide weiterhin an anhaltenden Konzentrationsstörungen, Hyper-
vigilanz und erhöhten Schreckreaktionen sowie an anhaltenden somato-
formen Schmerzen und weise eine starke psychische Destabilisierung auf, 
sobald er in irgendeiner Weise mit dem traumatischen Ereignis konfrontiert 
werde. Auch habe der Beschwerdeführer nach wie vor Mühe, sich in sei-
nem psychosozialen Umfeld zu integrieren. Aktuell sei er zu 100% arbeits-
unfähig, was mit der starken PTBS-Symptomatik und der somatoformen 
Schmerzstörung zu begründen sei (S. 3). 

Am 12. August 2013 (act. II 73 S. 2 f.) hielten die behandelnden Ärzte des 
Spitals O.________ fest, der psychische Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers habe sich weiter stabilisiert. Er zeige sich für das (Ende 
Mai 2013 begonnene [act. II 57] und im August 2013 verlängerte [act. II 
69]) Aufbautraining motiviert. Er berichte jedoch, dass die Steigerung auf 
80% zu einer Überlastung führe. Einvernehmlich mit dem Beschwerdefüh-
rer werde deshalb eine vorübergehende Reduktion auf 50% empfohlen (S. 
2). 

3.1.5 Dr. med. P.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt mit Bericht vom 2. Oktober 2013 (act. II 80 S. 3) fest, der Beschwerde-
führer sei wegen heftiger Rückenschmerzen – zunehmend seit dem 
…. September 2013 – in die Sprechstunde gekommen. Bei der Untersu-
chung hätten keine Anzeichen für motorische oder sensible Ausfälle be-

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standen, indes deutliche Anzeichen für eine Schmerzüberempfindlichkeit. 
Der Beschwerdeführer fühle sich ausserstande, am Aufbautraining weiter 
teilzunehmen. 

3.1.6 Im Bericht des Spitals O.________ vom 18. November 2013 (act. 
II 91 S. 4 f.) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe in eine beglei-
tete Wohnform gewechselt. Diesbezüglich habe er sich anfänglich motiviert 
gezeigt und es habe ihm geholfen, sich in Sicherheit zu wiegen und eine 
Struktur aufrecht zu erhalten. Auch hinsichtlich des Aufbautrainings sei er 
anfänglich stolz auf die positiven Rückmeldungen gewesen. Es sei jedoch 
immer wieder zu Arbeitsausfällen wegen der Schmerzen gekommen. Im 
Herbst (als sich das Ereignis zum dritten Mal gejährt habe) habe er sich auf 
Grund einer psychischen Krise zurückgezogen, sei nicht mehr in die beglei-
tete Wohnform gegangen und auch nicht mehr zur Arbeit. Der Beschwerde-
führer habe sich wieder stabilisieren können und motiviert gezeigt, wieder 
Konstanz in seinen Alltag zu bringen und seine beruflichen Ziele weiter zu 
verfolgen. Er habe sich jedoch nicht mehr für ein Weiterführen des Aufbau-
trainings und der begleiteten Wohnform motivieren können. Es gehe ihm 
besser, er wolle in … an sein früheres Leben anknüpfen, dort zunächst bei 
der Mutter wohnen. Der Beschwerdeführer wünsche sich psychiatrisch-
psychotherapeutische Gespräche in den Psychiatrischen Dienste 
K.________.

3.1.7 Im zu Handen der C.________ erstellten ärztlichen Zwischenbe-
richt der psychiatrischen Dienste K.________ vom 20. Dezember 2013 
(act. II 94 S. 2 f.) wurden die bisher gestellten Diagnosen (vgl. act. II 53 S. 
2) bestätigt. Weiter wurde festgehalten, neben posttraumatischen psychi-
schen und somatischen Symptomen beständen nach wie vor weitere starke 
Belastungsfaktoren, welche sich prognostisch ungünstig auf den Heilungs-
verlauf auswirken könnten. Zu nennen seien hier vor allem die finanzielle 
Situation, kulturelle Hintergründe mit erschwerenden Umständen für den 
Umgang des Beschwerdeführers mit seiner Erkrankung, ein nach wie vor 
laufendes Gerichtsverfahren mit damit zusammenhängenden wiederholten 
Aktivierungen der traumatischen Erinnerungen und die schwierige familiäre 
Situation (Verantwortung als ältester Sohn für die Familie nach Trennung 
der Eltern und Umgang mit Alkoholkrankheit des Vaters). Zusammen mit 

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dem Hausarzt Dr. med. H.________ sei man zum Entschluss gekommen, 
dass aufgrund der komplexen Gesamtsituation und der im Vorfeld wieder-
holt gescheiterten Integrationsversuche zum einen ein möglichst rasches 
Wiederanknüpfen an die in … erarbeiteten Fortschritte empfehlenswert sei, 
gleichzeitig aber auch ein vorsichtiger Wiedereinstieg mit einem Pensum 
von 30% in die IV-gestützte Arbeitsintegration ab Mitte Januar 2014 anzu-
streben sei, welche Einschätzung auch der Beschwerdeführer teile (S. 2). 

3.1.8 Med. pract. S.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, von der anstaltsinternen Abteilung Versicherungsmedizin der 
C.________, hielt in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 19. Mai 2014 
(act. II 106.2) fest, aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht sei beim 
Beschwerdeführer eine spezifische Traumabehandlung indiziert, welche je 
nach psychotherapeutischem Ansatz bzw. Setting ein stabiles Umfeld vor-
aussetze (S. 13). Eine Therapie setze Motivation und das Bewusstsein 
beim Beschwerdeführer voraus, welche jedoch gemäss Angaben in den 
letzten Verlaufsberichten aktuell nicht vorhanden seien. Zukünftige psychia-
trisch-psychotherapeutische Massnahmen sollten nicht lediglich der psy-
chischen Stabilität für eine Arbeitsintegration, sondern auch der 
Behandlung der traumatischen und psychosomatischen Störungen dienen, 
was dem Beschwerdeführer vermittelt werden müsse. Prognostisch seien 
das Erlangen einer psychischen Stabilität mit Besserung bis Remission der 
psychischen und psychosomatischen Beschwerden sowie der Aufbau einer 
verwertbaren Leistung mit einer namhaften Besserung der Arbeitsfähigkeit 
zu erwarten (S. 15).

3.1.9 Vom … bis … 2014 war der Beschwerdeführer auf der psychiatri-
schen Abteilung des Spitals L.________ stationär hospitalisiert. Im ent-
sprechenden Austrittsbericht vom 12. August 2014 (act. II 109.3 S. 1-5) 
wurde in psychiatrischer Hinsicht eine schwere depressive Episode mit 
somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine PTBS (ICD-10 F43.1), eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) sowie eine psy-
chosoziale Belastungssituation (nach wie vor laufendes Gerichtsverfahren, 
finanzielle Sorgen, familiäre Problematik, Migrationshintergrund [ICD-10 
Z60.0 und Z61.0]) diagnostiziert (S. 1). Mit Bezug auf den Therapieverlauf 
wurde festgehalten, auf verbaler Ebene habe der Beschwerdeführer immer 

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sehr kooperativ und motiviert gewirkt, an seinen Zielen zu arbeiten. Sein 
Verhalten sei jedoch deutlich von diesem Bild abgewichen, das er zu ver-
mitteln versucht habe (S. 2). Insgesamt habe sich der Beschwerdeführer 
nicht auf therapeutische Prozesse einlassen können. Er habe wenig Ver-
änderungsbereitschaft gezeigt und seine Passivität mit Schmerzen und 
Müdigkeit aufgrund von Medikamenten gerechtfertigt. Es sei der Eindruck 
entstanden, dass er Dinge verheimlicht habe in Zusammenhang mit Situa-
tionen „ausserhalb des Therapiesettings“ und deshalb sehr unter Druck 
gestanden habe. Am … 2014 habe sich der Beschwerdeführer nach dem 
Mittagessen auf der Station abgemeldet und sei nicht mehr zurückgekehrt; 
er sei polizeilich ausgeschrieben worden. Nach einigen Tagen habe er sich 
nachts gemeldet, um seine Effekten zu holen und sich schliesslich widerwil-
lig auf ein Austrittsgespräch eingelassen (S. 3). 

3.1.10 Der Arzt der C.________, Dr. med. Q.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie 
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, stellte im Bericht zur 
kreisärztlichen Untersuchung vom 18. März 2015 (act. II 112.3 S. 1-5) die 
folgenden Diagnosen (S. 4): 

Multiple Narben nach Messerattacken 2010 und 2012 mit/bei 

• Commotio cerebri 2010, Schnittverletzung im Gesicht rechts 2010, 
Schnittverletzung im Nacken 2010, multiplen Schnittverletzungen am 
Thorax 2010, Thoraxkontusion 2010, akuter Belastungsreaktion

• Orbita-Dachfraktur rechts 2012, Kontusion Hinterkopf und HWS 2012, 
Schnittwunde frontal rechts 2012, multiplen Kontusionen an Thorax, 
Hüfte rechts, rechten Ellbogen und beiden Oberarmen 2012

In der Beurteilung hielt er fest, die Stich- und Schnittverletzungen seien 
inzwischen teilweise mit deutlicher Keloidbildung ausgeheilt. Die Prellungen 
seien ebenfalls ausgeheilt, es beständen allerdings noch Residuen in Form 
von Muskelverspannung und muskulärer Dysbalance im Schultergürtelbe-
reich sowie an der oberen LWS. Selbige seien langsam regredient. Bei den 
muskulären Problemen sei immer noch eine leichte psychische Komponen-
te einzubeziehen (S. 4). Der Beschwerdeführer sei auf dem allgemeinen 
Arbeitsmarkt voll einsatzfähig; das repetitive Heben und Tragen von Lasten 
über 25kg sollte vermieden werden (S. 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 13

3.1.11 Im bidisziplinären orthopädisch-psychiatrischen Gutachten der 
Begutachtungsstelle F.________ vom 28. Dezember 2015 (act. II 135.1) 
hielten die Dres. med. D.________ und E.________ interdisziplinär die 
folgenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen fest (S. 43): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• SLAP-Läsion II mit fraglicher Pulley-Läsion rechts

• PTBS nach Überfall am … sowie nach Überfall und körperlicher Verlet-
zung am …, ICD-10 F43.1

• Angst und depressive Störung gemischt bei Zustand nach schwerer de-
pressiver Episode ohne psychotische Symptome, ICD-10 F41.2 F32

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Cervicovertebralsyndrom bei mässiger osteodiscogener Einengung der 
Foramina intervertebralia C5/6 und C6/7 ohne neurale Kompression

• Lumbovertebralsyndrom

• Arthralgie der linken Schulter

• Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ICD-10 F45.4

Der begutachtende Orthopäde Dr. med. D.________ hielt fest, die Arbeits-
fähigkeit als …, einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit 
nur gelegentlichen Arbeiten über der Horizontalen, betrage aufgrund der 
SLAP-Läsion lI mit zusätzlich fraglicher Pulley-Läsion rechts seit dem Zeit-
punkt der jetzigen Begutachtung bei voller Stundenpräsenz 90% (Arbeits-
unfähigkeit 10% [S. 9]). Körperlich leichte Tätigkeiten ohne häufige 
Arbeiten über der Horizontalen könnten seit jeher bei voller Stundenprä-
senz vollumfänglich (Arbeitsunfähigkeit 0%) zugemutet werden (S. 10). Dr. 
med. E.________ hielt fest, aus rein psychiatrischer Sicht könne ab April 
2015 in der angestammten Tätigkeit als … eine 40%ige und für die Zeit 
davor eine 30%ige Arbeitsfähigkeit bei jeweils vollem Stundenpensum an-
genommen werden (S. 35). In einer leidensadaptierten Tätigkeit betrage 
die Arbeitsfähigkeit seit April 2015 50%, für die Zeit davor 40% bei jeweils 
vollem Stundenpensum (S. 36). 

Im polydisziplinären Konsens hielten die Gutachter fest, aufgrund der 
PTBS, der Angst und depressiven Störung gemischt mit Beeinträchtigung 
der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, des Antriebs, der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 14

Motivation, der Interessen, der Kontaktfähigkeit, der Anpassungsfähigkeit 
und der Dauerbelastbarkeit betrage die Arbeitsfähigkeit als … seit Januar 
2011 gesamthaft 30% (Arbeitsunfähigkeit 70%) bzw. seit April 2015 40% 
(Arbeitsunfähigkeit 60%) bei jeweils voller Stundenpräsenz. Körperlich 
leichte Tätigkeiten ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen sowie Ar-
beiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne 
erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte in ruhi-
ger, entspannter Atmosphäre als Einzelarbeitsplatz oder in kleinen Teams 
und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, könnten gesamthaft seit 
Januar 2011 zu 40% (Arbeitsunfähigkeit 60%) und seit April 2015 zu 50% 
(Arbeitsunfähigkeit 50%) bei jeweils voller Stundenpräsenz zugemutet wer-
den (S. 44). 

Aus psychiatrischer Sicht erscheine die Prognose nach dem bisherigen 
Krankheitsverlauf eher ungünstig und es sei ein Übergang in eine andau-
ernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung zu befürchten. Da-
mit bedürfe der Beschwerdeführer einer regelmässigen psychiatrischen 
und psychotherapeutischen Behandlung. Nachdem bisherige ambulante 
teilstationäre und stationäre Behandlungsmassnahmen keine wesentliche 
Besserung des psychischen Zustandsbildes gebracht hätten, sei eine Un-
terbringung in einer betreuten Wohngemeinschaft zu empfehlen. Ausser-
dem bedürfe er einer regelmässigen medikamentösen Therapie. Diese 
therapeutischen Massnahmen seien zumutbar und könnten auch auferlegt 
werden. Die Arbeitsfähigkeit sei durch ein psychisches Leiden mit Krank-
heitswert eingeschränkt. Ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren 
bestehe nicht; an psychosozialen Faktoren beständen vor allem Arbeitslo-
sigkeit, finanzielle Belastungen und Migrationshintergrund (S. 45). 

3.1.12 Der Arzt der C.________ Dr. med. R.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchte den Beschwerdeführer am … 
2016. Im entsprechenden Bericht vom 10. Mai 2016 (act. II 143 S. 13-30) 
diagnostizierte er eine PTBS (ICD-10 F43.1) und eine depressive Episode, 
remittiert (ICD-10 F32.4 [S. 25]). In der Beurteilung hielt Dr. med. 
R.________ fest, der sichtbare körperliche Makel – die Schnittwunde im 
Gesicht – habe dazu geführt, dass der Beschwerdeführer nicht nur in der 
ethnischen Gemeinschaft, sondern auch in der eigenen Familie plötzlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 15

ganz anders wahrgenommen worden und von einem Tag auf den anderen 
vom Lieblingssohn des Vaters zu einem vom Vater verabscheuten, weil 
Schande über die Familie bringenden Sohn, geworden sei (S. 26). Heute 
ergebe sich das klinische Bild einer nach wie vor bestehenden PTBS, die 
jetzt als chronifiziert betrachtet werden müsse. Daneben bestehe nach wie 
vor ein niederfrequenter aber doch relevanter, problematischer Alkoholkon-
sum mit einem exzessiven Konsum pro Monat (S. 28). Eine traumaspezifi-
sche Therapie habe bisher nie stattgefunden oder stattfinden können. 
Insofern könnte man dem IV-Gutachter Recht geben, wenn er von nicht 
ausgeschöpften therapeutischen Optionen spreche. Andererseits dürfe 
nicht übersehen werden, dass die Hoffnung des Beschwerdeführers, durch 
Therapie eine Besserung zu erfahren, zurzeit fehle und die Erfolgsaussich-
ten damit klar beeinträchtigt seien. Es scheine, dass er zuerst einen weite-
ren Reifungsprozess durchleben müsse, um möglicherweise zu einem 
späteren Zeitpunkt psychiatrisch-psychotherapeutische Massnahmen aktiv 
angehen zu können, um dann wirklich davon profitieren zu können. Es ge-
be sowohl im psychotherapeutischen wie im pharmakotherapeutischen 
Bereich durchaus noch Optionen, welche bisher nicht oder nicht genügend 
hätten eingesetzt werden könnten. Im Moment scheine aber die Wahr-
scheinlichkeit einer namhaften Besserung durch die erneute Aufnahme 
einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung klein zu sein (S. 
29). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit gälten die in dem Gutachten der Be-
gutachtungsstelle F.________ getroffenen Feststellungen (S. 30). 

3.1.13 Kreisärztin Dr. med. T.________, Fachärztin für Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Rahmen der zuhanden 
der C.________ durchgeführten kreisärztlichen Abschlussuntersuchung 
vom 15. November 2016 (act. IIA 150.14) fest, es gelte weiterhin das im 
Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung im März 2015 erstellte Zumut-
barkeitsprofil (S. 4; vgl. act. II 112.3 S. 5).

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 16

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer 
Spezialärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt 
grundsätzlich (voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen 
deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

3.3 Die medizinische Aktenlage erlaubt eine zuverlässige Beurteilung 
(vgl. E. 3.2.1 vorne) des streitgegenständlichen Rentenanspruchs und der 
vom Beschwerdeführer eventualiter beantragten Rückweisung an die 
Beschwerdegegnerin zwecks weiterer Abklärung bedarf es nicht. 

3.4 Gestützt auf das Gutachten der Begutachtungsstelle F.________ 
vom 28. Dezember 2015 (act. II 135.1) besteht in somatischer Hinsicht in 
der angelernten Tätigkeit als … bzw. einer körperlich leichten bis mittel-
schweren Tätigkeit mit nur gelegentlichen Arbeiten über der Horizontalen 
aufgrund der SLAP-Läsion lI mit zusätzlich fraglicher Pulley-Läsion rechts 
seit dem Zeitpunkt der Begutachtung bei voller Stundenpräsenz eine 
90%ige Arbeitsfähigkeit (S. 9). Körperlich leichte Tätigkeiten ohne häufige 
Arbeiten über der Horizontalen erachteten die Gutachter als seit jeher bei 
voller Stundenpräsenz uneingeschränkt zumutbar (S. 10). Diese Einschät-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 17

zung überzeugt in beweismässiger Hinsicht (vgl. E. 3.2.2 vorne) und er-
bringt vollen Beweis. Insbesondere korreliert sie im Wesentlichen mit der 
Einschätzung der Kreisärzte der C.________, welche den Beschwerdefüh-
rer aus somatischer Sicht als auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt voll ein-
satzfähig erachten mit dem einzigen, das Zumutbarkeitsprofil lediglich 
unwesentlich einschränkenden Vorbehalt, dass das repetitive Heben und 
Tragen von Lasten über 25kg vermieden werden solle (act. II 112.3 S. 5; 
IIA 150.14 S. 4). Demnach beansprucht das im Gutachten der Begutach-
tungsstelle F.________ vom 28. Dezember 2015 erstellte Zumutbar-
keitsprofil in somatischer Hinsicht für den gesamten Beurteilungszeitraum 
Gültigkeit, was zu Recht unbestritten ist. 

3.5 In psychischer Hinsicht liegt gemäss dem Gutachten der Begut-
achtungsstelle F.________ vom 28. Dezember 2015 (act. II 135.1) insbe-
sondere eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende PTBS vor. Soweit die 
Beschreibung der gesundheitlichen Beeinträchtigung und die Diagnosestel-
lung betreffend, erfüllt das Gutachten die Voraussetzungen der Rechtspre-
chung an Expertisen (vgl. E. 3.2.2 vorne) und erbringt grundsätzlich Beweis 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es ist nachvollziehbar und stimmt 
mit der übrigen medizinischen Aktenlage – insbesondere auch mit den 
kreisärztlichen Einschätzungen vom 19. Mai 2014 (act. II 106.2) und 27. 
April 2016 (act. II 143 S. 13-30) – überein. Arztberichte, welche medizini-
sche Aspekte aufzeigten, die insoweit Zweifel am Beweiswert des Gutach-
tens der Begutachtungsstelle F.________ zu wecken vermöchten (vgl. E. 
3.2.2 vorne), liegen nicht im Recht, was denn auch der Beschwerdeführer 
nicht bestreitet. 

Die gutachterlich festgestellte PTBS steht nach der dargelegten medizini-
schen Aktenlage (vgl. E. 3.1 vorne) seit der Anmeldung im Oktober 2011 
zum Leistungsbezug bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 
15. Dezember 2016 im Vordergrund der psychischen Beschwerden. 
Demnach beurteilt sich die Frage, ob der PTBS invalidisierende Wirkung 
zukommt, nach Massgabe der zu den somatoformen Schmerzstörungen 
und äquivalenten psychosomatischen Leiden entwickelten Rechtsprechung 
(BGE 141 V 281, 142 V 342). Soweit der Beschwerdeführer deshalb gel-
tend macht, seitens der begutachtenden Ärzte werde durchgehend eine die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 18

Arbeitsfähigkeit um 50% limitierende psychische Beeinträchtigung attes-
tiert, weshalb offensichtlich ein invalidisierender Gesundheitsschaden vor-
liege, kann er aus dieser rein medizinischen Einschätzung allein noch 
nichts zu seinen Gunsten ableiten, woran auch nichts ändert, dass dem 
Gutachten der Begutachtungsstelle F.________ – wie dargelegt – 
grundsätzlich Beweiswert zukommt. Denn mit Blick auf die Verteilung der 
Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 196) können sich 
Konstellationen ergeben, in welchen von der in einem medizinischen 
Gutachten geschätzten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass 
dieses seinen Beweiswert verliert (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 14. Juli 2016, 8C_131/2016, E. 2.2). 

3.6 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (vgl. E. 2.1 vorne; BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer 
Willensanstrengung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist 
jedoch auch in Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 
Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten 
Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 
Person auszugehen ist (E. 3.7.2) und die materielle Beweislast für 
Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch einen strukturierten, 
normativen Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges von 
Indikatoren erfolgt eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – 
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – 
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 19

294). Es gilt neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften 
systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in 
die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ 
einteilen lassen (E. 4.4). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die 
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten 
gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete 
versicherte Person zu tragen (E. 6). 

3.7

3.7.1 In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ und dem Komplex 
„Gesundheitsschädigung“ ist zunächst von Bedeutung, dass sich die 
objektive psychopathologische Befundlage hinsichtlich der psychischen 
Beschwerden im Allgemeinen bzw. der PTBS im Besonderen im Rahmen 
der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. E.________ eher 
bescheiden ausnahm (vgl. act. II 135.1 S. 27). Entsprechend hielt der 
Gutachter denn auch fest, der Beschwerdeführer habe zum 
Untersuchungszeitpunkt keinen wesentlichen Leidensdruck bzw. sich „gut 
gelaunt“ präsentiert und die traumatisierenden Ereignisse „emotional relativ 
unbeteiligt“ geschildert (S. 33). Eine wesentlich andere Befundlage ergibt 
sich auch nicht aus dem Bericht des Arztes der C.________ Dr. med. 
R.________ vom 10. Mai 2016 (vgl. act. II 143 S. 25). Ebenso wenig lässt 
sich hinsichtlich des seit der Diagnosestellung einer PTBS im Mai 2011 
dokumentierten Verlaufs im Längsschnitt eine dauerhaft erhebliche 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde erstellen, zumal die ab 
diesem Zeitpunkt verfassten medizinischen Berichte nur vereinzelt eine 
ausführliche Beschreibung der objektiven Befundlage enthalten bzw. sich 
auf eine blosse Wiedergabe der vom Beschwerdeführer geschilderten 
Symptome beschränken (vgl. act. II 7 S. 2; 46 S. 11; 53 S. 2; 109.3 S. 2). 
Zudem ist zu berücksichtigen, dass spätestens seit anfangs 2013 auch 
massive psychosoziale (bzw. soziokulturelle) Probleme dokumentiert sind 
(vgl. act. II 47.2 S. 1; 94 S. 3; 143 S. 26), welche vom sozialversicherungs- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 20

bzw. invalidenversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind 
(BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Wenngleich diese Faktoren nach 
Einschätzung der Gutachter die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht 
ausschliesslich zu erklären vermögen (vgl. act. II 135.1 S. 45), so zeichnen 
sie nach der übrigen medizinischen Aktenlage doch für das 
Beschwerdebild (nicht unerheblich) mitverantwortlich, weshalb auch 
insoweit nicht von einer erheblichen Ausprägung der diagnoserelevanten 
Befunde ausgegangen werden kann. 

3.7.2 Mit Bezug auf den Indikator „Behandlungs- und 
Eingliederungserfolg oder -resistenz“ ist zunächst festzuhalten, dass 
psychische Störungen nach der Rechtsprechung grundsätzlich nur dann 
als invalidisierend gelten, wenn sie therapeutisch nicht mehr angehbar sind 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299). Aus den Akten geht insoweit hervor, 
dass der Beschwerdeführer die diversen, seit Vorliegen der psychischen 
Beeinträchtigungen durchgeführten ambulanten sowie (teil-)stationären 
Behandlungen und Therapien – wie auch die seitens der 
Beschwerdegegnerin durchgeführten beruflichen Integrationsmassnahmen 
– immer wieder abbrach oder aber sich nicht auf therapeutische Prozesse 
einliess (vgl. act. II 42 S. 2 ff.; 109.3 S. 3; 135.1 S. 31), womit ein 
nachhaltiger Behandlungs- bzw. Integrationserfolg in den Arbeitsmarkt 
nicht erreicht werden konnte. Dabei ist aufgrund der Akten erstellt, dass 
mittels therapeutischer Massnahmen durchaus Aussicht auf eine 
nachhaltige Besserung des psychischen Gesundheitszustandes bestanden 
hätte, konnte doch im Jahr 2013, als die Therapieadhärenz des 
Beschwerdeführers zumindest bis im Herbst hinreichend war, innert relativ 
kurzer Zeit eine psychische Stabilisierung erzielt werden (vgl. act. II 53 
S. 2; 84 S. 3). Dr. med. E.________ hielt denn auch überzeugend fest, 
dass die therapeutischen Optionen nicht ausgeschöpft seien (act. II 135.1 
S. 34), mithin eine Therapieresistenz – als grundsätzlich gewichtiges Indiz 
für das Vorliegen einer Invalidität im Rechtssinne (vgl. Entscheid des BGer 
vom 15. März 2017, 8C_14/2017, E. 4.2) – nicht gegeben ist. Soweit Dr. 
med. R.________ im Untersuchungsbericht vom 10. Mai 2016 (act. II 143 
S. 13-30) postulierte, dass die Hoffnung des Beschwerdeführers, durch 
Therapie eine Besserung zu erfahren, zurzeit fehle, die Erfolgsaussichten 
damit klar beeinträchtigt wären und der Beschwerdeführer zuerst einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 21

weiteren Reifungsprozess durchleben müsse, um möglicherweise zu einem 
späteren Zeitpunkt psychiatrisch-psychotherapeutische Massnahmen aktiv 
angehen zu können (S. 29), kann der Beschwerdeführer daraus nichts zu 
seinen Gunsten ableiten: Zum einen folgt aus anderen medizinischen 
Berichten, dass sich der Beschwerdeführer hinsichtlich der Durchführung 
von Therapiemassnahmen auf verbaler Ebene durchaus kooperativ und 
motiviert gezeigt hat, indessen sein Verhalten von diesem Bild abwich (act. 
II 109.3 S. 2), was den Schluss nahelegt, dass dem Beschwerdeführer die 
Behandlungsbedürftigkeit der von ihm geltend gemachten 
Beeinträchtigungen sehr wohl bewusst ist, zumal er entsprechende 
Behandlungen in der Vergangenheit auch gewünscht hat (vgl. act. II 91 S. 
5). Selbst wenn dem nicht so wäre, vermöchte im Hinblick auf den strittigen 
Rentenanspruch weder das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers 
hinsichtlich des Nutzens medizinischer Massnahmen noch dessen Alter 
oder soziokultureller Hintergrund die Nichtwahrnehmung allfälliger 
Behandlungen zu rechtfertigen: Vielmehr ist entscheidend, dass ein 
(invalidenversicherungsrechtlich einzig massgebender) krankheitswertiger 
Prozess, welcher den Beschwerdeführer von allfälligen Behandlungen 
abhielte, nicht erstellt ist. Entsprechend hielt Dr. med. E.________ insoweit 
fest, dass keine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz 
vorliegt (act. II 135.1 S. 32).

3.7.3 Sodann bestehen auch keine schweren, persönliche Ressourcen 
raubenden psychischen oder somatischen Komorbiditäten: Die 
zwischenzeitlich diagnostizierte schwere depressive Episode (act. II 109.3 
S. 1) stufte Dr. med. R.________ anlässlich der Untersuchung vom 27. 
April 2016 als remittiert ein (act. II 143 S. 25), nachdem Dr. med. 
E.________ noch Symptome einer Angst und depressiven Störung 
gemischt – wenngleich lediglich leichten bis mittleren Grades – erhoben 
hatte (act. II 135.1 S. 30). Ebenso wenig vermag die weiter diagnostizierte 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung eine erhebliche Komorbidität zu 
begründen, zumal sie keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt 
(act. II 135.1 S. 28). Zu keinem anderen Ergebnis führte es, wenn – 
umgekehrt – die PTBS als komorbid zur anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung angesehen würde. Schliesslich kommt auch den geltend 
gemachten somatischen Beschwerden keine ressourcenhemmende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 22

Eigenschaft zu, zumal die Schmerzangaben des Beschwerdeführers 
anhand der Befunde nur sehr bedingt erklärt werden konnten (S. 8 f.) und 
somatischerseits in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit 
attestiert wurde (S. 10). 

3.7.4 Mit Bezug auf den Komplex „Persönlichkeit“ sind keine Hinweise 
ersichtlich, welche Rückschlüsse auf ein vermindertes Leistungsvermögen 
zulassen. 

3.7.5 Was den Komplex „Sozialer Kontext“ anbelangt, so folgt aus dem 
Untersuchungsbericht von Dr. med. R.________, dass sich der im Gesicht 
sichtbare Makel (Narbe) gegen den Beschwerdeführer ausgewirkt habe, 
indem er viele seiner Freunde und Bekannten in der tamilischen 
Gemeinschaft verloren habe und in der Beziehung mit Schweizer Freunden 
an seiner neuen Instabilität gescheitert sei. Auch sei als Folge des 
Überfalls die Beziehung mit seiner Freundin zerbrochen und er sei beim 
Vater vom Lieblingssohn zum verabscheuten, weil Schande über die 
Familie bringenden Sohn mutiert. Insoweit spricht Dr. med. R.________ 
von „tragischen sozialen“ Folgen des Überfalls bzw. von „psychischen 
Folgen“ einer „sozialen Ächtung“ (act. II 143 S. 26). In dieser Hinsicht ist 
zunächst festzuhalten, dass soziale Belastungen – soweit sie direkt 
negative funktionelle Folgen zeitigen – auch insoweit ausgeklammert 
bleiben (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303; vgl. auch E. 3.7.1 vorne). Zudem 
geht aus dem Gutachten der Begutachtungsstelle F.________ hervor, dass 
der Vater, zu welchem der Beschwerdeführer seit dem Überfall keinen 
Kontakt mehr gehabt habe, wieder in … lebt (act. II 135.1 S. 24). Im 
Übrigen pflege der Beschwerdeführer regelmässig Kontakte mit zwei 
Kollegen (S. 23) und er lebe mit seinen beiden Brüdern, mit welchen er gut 
auskomme, sowie seiner Mutter im gleichen Haushalt (S. 25). Damit lässt 
der soziale Kontext keinen Rückschluss auf (invalidisierende) 
Funktionseinbussen zu. 

3.7.6 Schliesslich bringt die Beschwerdegegnerin mit Bezug auf die 
Kategorie „Konsistenz“ zu Recht vor, dass mit Blick auf den im Gutachten 
der Begutachtungsstelle F.________ beschriebenen Alltag (vgl. S. 23) 
keine gleichmässige Einschränkung in allen vergleichbaren 
Lebensbereichen vorliegt (vgl. S. 33). Dr. med. E.________ hielt denn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 23

insoweit auch fest, es liessen sich beim Beschwerdeführer durchaus 
Motivation, Interessen und Kontaktfähigkeit erheben (vgl. S. 34). Zudem 
spielte der Beschwerdeführer jedenfalls noch im Jahr 2013 regelmässig 
Fussball (vgl. act. II 44 S. 8), geht gemäss eigenen Angaben in der Freizeit 
spazieren (act. II 135.1 S. 23) und besucht auch einmal wöchentlich ein 
Fitnessstudio (act. IIA 150.14 S. 3). Sodann wurde bereits in E. 3.7.2 
erläutert, dass die Compliance bezüglich Wahrnehmung der diversen 
psychiatrischen Behandlungen, aber auch hinsichtlich der beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen praktisch während des gesamten 
Beurteilungszeitraums mangelhaft war, welcher Umstand keinen grossen 
Leidensdruck ausweist. 

3.7.7 Insgesamt lässt sich eine 50%ige Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit, wie sie gutachterlicherseits postuliert wird, mit Bezug auf 
den hier massgebenden Zeitraum aus der Optik des Rechtsanwenders, der 
die ärztlichen Einschätzungen auf ihre konkrete 
sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat, 
nicht erhärten. Ist ein rechtsgenüglicher Bezug zwischen der gestellten 
Diagnose und deren funktionellen Auswirkungen im Sinne einer 
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich 
ausgewiesen, hat der materiell beweisbelastete Beschwerdeführer die 
Folgen zu tragen (vgl. E. 3.6 vorne). 

3.8 Zusammenfassend steht fest, dass dem Beschwerdeführer in 
somatischer Hinsicht in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit 
ohne häufiges Arbeiten über der Horizontalen eine 100%ige Arbeitstätigkeit 
bei voller Stundenpräsenz uneingeschränkt zumutbar ist bzw. seit jeher 
war. In psychischer Hinsicht ist mit Bezug auf den gesamten Beurteilungs-
zeitraum zwischen der Anmeldung zum Leistungsbezug im Oktober 2011 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 15. Dezember 2016 eine Inva-
lidität im Rechtssinne nicht erstellt, weshalb insoweit keine Arbeits- und 
Erwerbsunfähigkeit gegeben ist.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 24

4.1 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 
2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 
Durchschnittswerten ermittelt, kann der entsprechende Ausgangswert 
(Tabellenlohn) um bis zu maximal 25% gekürzt werden, wenn persönliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 25

und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, 
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität resp. Aufenthaltskategorie oder 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die 
versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf 
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 
erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 
322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens geht aus den 
Akten hervor, dass der Beschwerdeführer eine Anlehre als …absolvierte 
(act. II 1 S. 4), in diesem Bereich jedoch lediglich für eine kurze Zeit vor 
dem Überfall tätig war (vgl. act. II 36 S. 4; act. IIA 150.5 S. 1). Gemäss Le-
benslauf arbeitete er nach dem Besuch der Primar- und Realschule ab 
2007 in verschiedenen Bereichen bei diversen Arbeitgebern in unterschied-
lichen Funktionen, teilweise als Hilfsarbeiter (act. II 11.1 S. 2; 135.1 S. 4). 
Mit Blick auf diese wechselhafte Erwerbsbiographie ist nicht überwiegend 
wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer als Gesunder im vorliegend 
massgeblichen Beurteilungszeitraum (beim letzten Arbeitgeber) als … ge-
arbeitet hätte, weshalb es sich rechtfertigt, für die Bestimmung des Vali-
deneinkommens auf die LSE abzustellen (vgl. E. 4.1.1 vorne). Gestützt auf 
die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen LSE 2010 beträgt das 
im Gesundheitsfall hypothetisch erzielbare Einkommen nach Massgabe 
von Tabelle TA1, Wert Total, Anforderungsniveau 4, Männer, Fr. 4‘901.-- 
pro Monat. 

Der Beschwerdeführer schöpft seine Restarbeitsfähigkeit mit der im Januar 
2017 begonnenen Tätigkeit als … mit unregelmässigen Einsätzen (vgl. act. 
I 5) nicht aus, weshalb für die Ermittlung des Invalideneinkommens eben-
falls auf statistische Werte gemäss LSE 2010 abzustellen und dieselbe 
Tabellenposition wie beim Valideneinkommen zu berücksichtigen ist. Eines 
zusätzlichen leidensbedingten Abzugs bedarf es nicht, besteht doch unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung des orthopädischen, wenig restriktiv 
formulierten Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3.8 vorne) eine 100%ige Arbeits-
fähigkeit bei voller Stundenpräsenz; im Übrigen sind die weiteren, praxis-
gemäss zu berücksichtigenden Kriterien (vgl. E. 4.1.2 vorne) nicht erfüllt 
und wäre ein Abzug zudem bei beiden – auf statistischen Daten beruhen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 26

den – Vergleichseinkommen vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 19. 
Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Soweit der Beschwerdeführer dennoch 
pauschal einen Abzug von 25% postuliert, übersieht er, dass dem Darge-
legten zufolge sowohl die psychischen Beschwerden wie auch allfällige 
psychosoziale oder soziokulturelle Belastungsfaktoren bei der Ermittlung 
des Invaliditätsgrades ausser Acht zu bleiben haben. 

Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellen-
lohn zu berechnen, erübrigt sich rechtsprechungsgemäss deren genaue 
ziffernmässige Ermittlung: Der Invaliditätsgrad entspricht diesfalls dem 
Grad der Arbeitsunfähigkeit von vorliegend 0% (Entscheid des BGer vom 
25. November 2016, 9C_532/2016, E. 3.1), womit der Beschwerdeführer 
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. E. 2.2 vorne).

An diesem Ergebnis ändert schliesslich nichts, dass die C.________ eine 
Rentenprüfung in Aussicht gestellt hat (vgl. act. I 6), entfaltet die Invali-
ditätsschätzung des Unfallversicherers gegenüber der Invalidenversiche-
rung doch keine Bindungswirkung (BGE 133 V 549 E. 6.4 S. 555).

4.3 Zusammenfassend erging die angefochtene Verfügung zu Recht 
und die Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der dokumentierten 
finanziellen Verhältnisse ausgewiesen (act. IA). Im Weiteren ist die Be-
schwerde nicht als aussichtslos zu qualifizieren und das Verfahren er-

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scheint komplex, weshalb die Voraussetzungen für die Erteilung des 
Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt sind. Das ent-
sprechende Gesuch des Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen und es 
ist ihm Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs.1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 5.1 hiervor) wird der Be-
schwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) –  vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

5.3 Infolge Unterliegens hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

5.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWSt.) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 und der 
Übergangsbestimmung Ziff. 2 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung über die 
Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte vom 20. Oktober 
2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz Fr. 200.--.

5.3.2 Die von Rechtsanwalt B.________ eingereichte Kostennote vom 
16. März 2017 bzw. der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 12.5 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2017, IV/2017/88, Seite 28

Stunden ist nicht zu beanstanden. Gestützt darauf ist der tarifmässige Par-
teikostenersatz auf total Fr. 3‘480.-- festzusetzen (Honorar: Fr. 3‘125.--; 
Auslagen: Fr. 97.20; MWSt. [auf Fr. 3‘222.20]: Fr. 257.80). Davon ist 
Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus 
der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2‘500.-- (12.5 Stunden x 
Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 97.20 und MWSt. von Fr. 207.80 
(8% von Fr. 2‘597.20), total somit eine Entschädigung von Fr. 2‘805.--, 
auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerde-
führers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen 
von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘480.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. 
Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘805.-- festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

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6. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe vom 16. März 2017)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.