# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 157c5899-14a5-543f-8541-c3db102a7fc3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.03.2014 E-1148/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1148-2012_2014-03-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1148/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Walter Stöckli (Vorsitz), 

Richter Gérard Scherrer, Richterin Regula Schenker Senn, 

Gerichtsschreiberin Tu-Binh Tschan. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Kongo (Kinshasa),   

vertreten durch Philippe Nussbaum, c/o ELISA Jura-Bernois-

Bienne, (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 27. Januar 2012 / N (…). 

 

 

E-1148/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein kongolesischer Staatsangehöriger aus [Ort] 

– ist eigenen Angaben zufolge am 19. Oktober 2011 in die Schweiz einge-

reist, wo er gleichentags ein Asylgesuch einreichte. 

Er wurde am 2. November 2011 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) B._______ befragt und am 24. Januar 2012 vom BFM zu seinen 

Asylgründen angehört (EVZ-Protokoll: Vorakten A5/10, Anhörungsproto-

koll: Vorakten A13/14). Dabei brachte er im Wesentlichen vor, er sei im 

Jahre [Jahreszahl] zusammen mit C._______– dem Gründer und Präsi-

denten der Nichtregierungsorganisation "[Name]" und Menschenrechtsak-

tivist – festgenommen und ungefähr zwei Wochen lang festgehalten wor-

den (vgl. A13 S. 9 f.), und ab [Jahreszahl] habe er einer namenlosen 

Gruppierung von ungefähr 20 Personen angehört beziehungsweise sei 

deren Anführer gewesen. Diese Gruppe habe sich für die Menschenrech-

te eingesetzt und mit verschiedenen politischen Parteien, namentlich 

[Name] und der Partei von D._______ [Name], sowie mit Organisationen 

wie "[Name]" und den "[Name]" zusammengearbeitet, indem sie diesen 

Organisationen (…) Informationen über Menschenrechtsverletzungen 

weitergeleitet habe (vgl. A13 S. 2 ff.). Die Polizei habe nach einer Sitzun-

gen seiner Gruppierung vom [Datum] wegen der Beherbergung von zwei 

Vertretern von "[Name]", die an der Sitzung teilgenommen hätten, sein 

Haus durchsucht und dabei [Gegenstände] im Gepäck der Gäste gefun-

den, worauf die beiden Gäste verhaftet worden seien (vgl. A5 S. 7 und 

A13 S. 2 ff.). Als er am [Datum] von einer Trauerfeier zurückgekehrt sei, 

sei er vor seinem Haus von diesen Vorkommnissen durch einen Nach-

barn in Kenntnis gesetzt worden, und danach sei er sogleich unter dem 

Vorwurf, er habe [Anschuldigung], von Polizisten in Zivil verhaftet und in 

sein Haus geführt worden. Dort sei es ihm unter einem Vorwand – er ha-

be gebeten, seine Kleider wechseln zu dürfen, da er sich aus Angst in die 

Hose gemacht habe – und mithilfe des Onkels eines Freundes gelungen, 

aus der Toilette durchs Fenster zu fliehen (vgl. A5 S. 7 und A13 S. 2 ff.). 

Er sei danach zu einem Freund seines verstorbenen Vaters gegangen, 

welcher am [Datum] durch einen Informanten des Nachrichtendienstes 

ANR ("Agence nationale de renseignements") erfahren habe, dass er sich 

in einer schwierigen Situation befinde. Es habe Verhaftungen aus seiner 

Gruppierung gegeben, und "seine Situation sei schon beim obersten Ge-

richtshof eingetroffen". Er sei in Gefahr, da er überall gesucht werde. Er 

und der Typ vom ANR hätten mit ihren Kollaborateuren Kontakt aufge-

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nommen, welche ihrerseits D._______ der auch ein Freund seines ver-

storben Vaters gewesen sei, angerufen hätten. Dieser habe ihm zur 

Flucht nach Brazaville (Republik Kongo) verholfen. Dort hätten nach un-

gefähr acht Tagen Personen in Zivil nach ihm gefragt, weshalb er am [Da-

tum] wiederum mithilfe von D._______ von Brazaville auf dem Luftweg 

und mit gefälschten Papieren nach Europa gereist sei (A13 S. 3). 

B.  

Das BFM wies das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 

vom 27. Januar 2012 – am 30. Januar 2012 eröffnet – ab, verfügte seine 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Es begründe-

te seinen Entscheid einerseits mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen 

aus dem Jahre [Jahreszahl] und stellte andererseits fest, die Vorbringen 

aus dem Jahr [Jahreszahl] würden mangels zeitlichem und sachlichem 

Kausalzusammenhang mit der Flucht im Jahre [Jahreszahl] die Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen. 

C.  

Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechts-

vertreter mit Eingabe vom 29. Februar 2012 (Poststempel) beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde erheben. Er beantragte, mit der Begrün-

dung, seine Vorbringen seien glaubhaft gemacht und asylrelevant, implizit 

die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung. Explizit 

beantragte er (eventualiter), er sei wegen Unzulässigkeit oder Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessua-

ler Hinsicht ersuchte er unter anderem um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung, Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses 

und Durchführung des Beschwerdeverfahrens auf Französisch. 

D.  

Mit Verfügung vom 22. März 2012 verzichtete das Bundesverwaltungsge-

richt auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lehnte den Antrag 

auf Durchführung des weiteren Verfahrens auf Französisch ab. Das Ge-

such um unentgeltliche Prozessführung wurde nach Eingang der Fürsor-

gebestätigung mit Verfügung vom 29. März 2012 gutgeheissen. 

E.  

Mit Eingabe vom 8. Mai 2012 liess der Beschwerdeführer als Beweismit-

tel ein Bestätigungsschreiben (im Original) der Organisation "[Name]" 

vom 18. Dezember 2011 (in Kopie bereits mit Beschwerde vom 29. Feb-

ruar 2012 eingereicht) und ein Schreiben des Pastors E._______ der 

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"[Name]" vom 10. April 2012 betreffend den unsicheren Aufenthalt der 

Ehefrau des Beschwerdeführers in [Ort] einreichen.  

F.  

Gemäss Mitteilung der zuständigen kantonalen Behörde an das BFM vom 

3. Oktober 2012 ist die am 14. Mai 2012 in die Schweiz eingereiste Ehe-

frau des Beschwerdeführers (F._______, ebenfalls sub N […]) seit 

20. Juni 2012 verschwunden, weshalb das BFM mit Verfügung vom 

5. November 2013 ihr Asylgesuch vom 15. Mai 2012 als gegenstandslos 

abschrieb. Sie wurde am 24. Mai 2012 summarisch befragt, konnte aber 

noch nicht zu den Asylgründen angehört werden. Ihrem Befragungsproto-

koll kann indes entnommen werden, dass sie ihr Asylgesuch im Wesentli-

chen mit den Problemen ihres Mannes begründete, indem sie darin grob 

die von ihm vorgebrachten Asylgründe und Fluchtumstände bestätigte 

(seine Teilnahme an einer politischen Vereinigung, Auffinden von [Ge-

genständen] bei den Gästen, gegen ihn gerichteter Vorwurf der Planung 

[Anschuldigung], Flucht aus der Toilette u.a.m.; vgl. B3/11 S. 7 f.). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann im Geltungsbereich des Asylgesetzes die Verlet-

zung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung 

des Ermessen, und die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG; die 

Gesetzesänderung vom 14. Dezember 2012 gilt ab 1. Februar 2014 und 

gemäss entsprechender Übergangsbestimmung grundsätzlich auch für 

hängige Beschwerdeverfahren). Soweit das Ausländerrecht anzuwenden 

ist, kann zudem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 

und Ausländer [AuG, SR 142.20]) i.V.m. Art. 49 VwVG, Art. 96 AuG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen Asyl, 

sofern keine Asylausschlussgründe nach Art. 50 ff. AsylG vorliegen. 

Flüchtlinge i.S. von Art. 3 AsylG sind Personen, die in ihrem Heimatstaat 

oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder 

wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des 

Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner-

träglichen psychischen Druck bewirken.  

3.2 Nach Lehre und Rechtsprechung (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.) 

erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft i.S. von Art. 3 

AsylG, wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 

Zukunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten 

muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zuge-

fügt zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatli-

chen Schutz erwarten kann. Die im Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten fünf Ver-

folgungsmotive sind über die sprachlich allenfalls engere Bedeutung ihrer 

Begrifflichkeit hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung wegen äusserer 

oder innerer Merkmale, die untrennbar mit der Person oder Persönlichkeit 

des Opfers verbunden sind, erfolgt ist beziehungsweise droht. Aufgrund 

der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Anerkennung 

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der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person 

in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz finden 

kann. Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die 

Situation im Zeitpunkt des Entscheides über deren Bestehen – nicht die-

jenige im Zeitpunkt der Ausreise –, wobei allerdings erlittene Verfolgung 

oder im Zeitpunkt der Ausreise bestehende begründete Furcht vor Verfol-

gung auf andauernde Gefährdung hinweisen kann. Veränderungen der 

Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zu 

Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Person zu berücksichtigen. 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Grundsätzlich 

sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich 

schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen 

erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der 

inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allge-

meinen Erfahrung widersprechen. Die asylsuchende Person muss per-

sönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, 

wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel ab-

stützt, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar-

stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige 

Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung impliziert ferner – im Gegen-

satz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt Raum 

für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des asylsuchende 

Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das 

Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend 

für wahr hält. Demgegenüber reicht es nicht aus, wenn der Inhalt der 

Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte 

wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Dar-

stellung des Sachverhalts sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Ge-

samtwürdigung, ob die für die Richtigkeit des dargelegten Sachverhalts 

sprechenden Gründe überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekti-

vierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.). 

 

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4.  

4.1 Die Vorinstanz erachtete die Vorbringen des Beschwerdeführers zu 

den Ereignissen vom September [Jahreszahl] aufgrund diverser Wider-

sprüche zwischen den Aussagen einerseits beziehungsweise mangels 

Logik des Handelns andererseits als konstruiert und deshalb gesamthaft 

betrachtet als nicht glaubhaft gemacht. 

Er habe sich in wesentlichen Punkten widersprochen, da er in der Befra-

gung erklärt habe, seine beiden Gäste aus Kisangani hätten seit Freitag, 

den [Datum], bei ihm logiert (vgl. A5 S. 7), aber bei der Anhörung ange-

geben habe, die beiden hätten erst nach der Sitzung vom [Datum] (Sams-

tag) bei ihm gewohnt (vgl. A13 S. 2) beziehungsweise seien bereits am 

Donnerstag ([Datum]) vor der Sitzung bei ihm angekommen (vgl. A13 S. 

5). Sodann habe er in der Befragung ausgeführt, als er am Morgen des 

[Datum] nach Hause gekommen sei, habe es vor seinem Grundstück ei-

ne Menschenansammlung gegeben. Bei der Anhörung habe er zwar an-

fänglich auch ausgesagt, eine Gruppe von Leuten neben seinem Haus 

gesehen zu haben, später habe er aber angegeben, die Leute seien bei 

ihren Häusern gestanden und hätten von Weitem geschaut. Schliesslich 

habe er sich anlässlich der Befragung widersprüchlich zur Länge seines 

Aufenthaltes – eineinhalb versus zwei Wochen – bei einem Freund seines 

Vater nach seiner Flucht aus (…) geäussert. 

Seine Aussagen würden insofern der allgemeinen Erfahrung oder der Lo-

gik des Handelns widersprechen, als er nicht sofort zu fliehen versucht 

habe, nachdem er bei seiner Rückkehr der Menschenansammlung an-

sichtig geworden sei. Die Situation sei seinen eigenen Angaben zufolge 

höchst brisant gewesen, da seine Gruppierung verdeckt operiert habe – 

hätte sie sich in der Öffentlichkeit gezeigt, wären ihre Mitglieder vom Re-

gime wohl schon getötet worden (vgl. A13 S.9). Seine beiden Gäste hät-

ten zudem einer nichtstaatlichen Organisation angehört, deren Präsident 

(C._______) [Anschuldigungen] zu einer hohen Freiheitsstrafe verurteilt 

worden sei. Statt zu fliehen habe er sich eigenen Angaben zufolge mit ei-

nem Nachbarn fast eine Minute lang über das Vorgefallene unterhalten 

und sei unmittelbar darauf festgenommen worden. Schliesslich würden 

die angegebenen Fluchtumstände, das Entweichen von zu Hause aus 

durch ein Toilettenfenster, als konstruiert erscheinen. So soll ihm nach der 

Festnahme erlaubt worden sein, sich zur Toilette zu begeben, und ausge-

rechnet der Vater (so das BFM auf S. 4 seiner Verfügung, gemäss Be-

schwerdeführer und Sachverhaltsdarstellung des BFM auf S. 2 der Verfü-

gung war es der Onkel) von G._______, einem Mitglied seiner Gruppie-

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rung, sei beim Polizeieinsatz beteiligt gewesen und soll ihn vor der Toilet-

tentür überwacht haben. Kein Polizist sei vor dem Haus postiert gewesen, 

um zu verhindern, dass der Beschwerdeführer fliehe, obwohl zwei Polizis-

ten das Haus zuvor durchsucht hätten und dabei wohl auch das Toiletten-

fenster und die damit verbundene Fluchtmöglichkeit registriert haben 

dürften.  

In Bezug auf die angebliche Verhaftung im Jahr [Jahreszahl] und die da-

malige 14-tägige Haft verneinte die Vorinstanz einen zeitlichen und sach-

lichen Kausalzusammenhang mit der 14 Jahre später erfolgten Flucht. 

Der Wegweisungsvollzug sei zudem zulässig, möglich und zumutbar; in 

Kongo (Kinshasa) herrsche keine Situation allgemeiner Gewalt und der in 

[Ort] wohnhafte Beschwerdeführer sei im besten Alter, gesund und habe 

eigenen Angaben zufolge von seiner beruflichen Tätigkeit gut leben kön-

nen, so dass auch keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des Be-

schwerdeführers hindeuten würden. 

4.2 Diesen Ausführungen hielt der Beschwerdeführer in der Beschwerde 

entgegen, seine Vorbringen seien glaubhaft gemacht und asylrelevant. 

Zur Auflösung der Widersprüche bestätigte er vorab, dass die beiden Per-

sonen am Freitag, den [Datum], bei ihm angekommen seien. Die unter-

schiedlichen Daten seien ihm erst bei der erneuten Lektüre der Protokolle 

aufgefallen. Seine Beschreibung der Situation vor seinem Haus sei kei-

neswegs konstruiert ausgefallen. Er habe bei seiner Rückkehr eine Men-

schenansammlung vor seinem Haus angetroffen, sich dieser genähert 

und einen anwesenden Nachbarn gefragt, was passiert sei. Dieser habe 

gerade noch Gelegenheit gehabt, ihm mitzuteilen, dass die Polizei im 

Haus des Beschwerdeführers gewesen sei und zwei Personen verhaftet 

habe, als auch schon die beiden Polizisten in Zivil erschienen seien und 

ihn verhaftet hätten. Nach seiner Flucht habe er sich bei einem Freund 

seines Vater bis zum [Datum] versteckt. Die Vorinstanz habe sich somit 

darauf beschränkt, angebliche Widersprüche aufzudecken, um der gel-

tend gemachten politischen Verfolgung nicht auf den Grund zu gehen. 

Der Beschwerdeführer schildert erneut seine Mitgliedschaft in einer "Ver-

einigung von ca. 20 jungen Personen, welche sich für die Menschenrech-

te einsetze", seine enge Beziehung zu D._______ und zu C._______, 

den Vorfall im Jahre [Jahreszahl] und seine Flucht ausführlich in einem 

handschriftlich verfassten Dokument, welches integraler Bestandteil der 

Beschwerde bilde. Den vorinstanzlichen Erwägungen zu seinem unlogi-

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schen Verhalten, da er beim Anblick der Menschenansammlung vor sei-

nem Haus nicht augenblicklich geflohen sei, hält er entgegen, er habe ja 

nur Besuch bei sich gehabt, und die Anwesenheit der Polizei sei nicht of-

fenkundig gewesen. Alle hätten sich genähert, um herauszufinden, was 

passiert sei. Dass im Gepäck seiner Besucher [Gegenstände] gefunden 

worden sei, was ihm den Vorwurf der Komplizenschaft und die reelle Ge-

fahr einer Verfolgung eingebracht habe, sei ihm erst durch die Polizei er-

öffnet worden. Die Flucht durch die Toilette sei zudem nur möglich gewe-

sen, weil der Polizeichef ein Onkel eines Aktivisten (namens G._______) 

der Vereinigung gewesen sei. Dieser habe ihm aus "humanitären Grün-

den" erlaubt, die Toilette aufzusuchen, namentlich um seine Kleidung zu 

wechseln, weshalb auch nicht alles zur Fluchtverhinderung unternommen 

worden seien. Die Vorhaltungen des BFM zu den fehlenden Vorkehrun-

gen der Polizei vor Ort würden auf Schweizer Massstäben beruhen und 

könnten nicht die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen belegen.  

Zum Vorhalt des mangelnden Kausalzusammenhangs zwischen seiner 

angeblichen 14-tägigen Inhaftnahme im Jahr [Jahreszahl] mit der [Jah-

reszahl] erfolgten Flucht führte der Beschwerdeführer aus, dieser sei sehr 

wohl gegeben, da die damalige Haft aufgrund seiner Verbindung mit 

C._______ erfolgt sei und er aufgrund der damaligen Haftumstände (kör-

perliche Misshandlung, Nahrungsentzug, gesundheitsschädigende Haft-

zelle) sich aus Angst vor einer neuerlichen Inhaftierung "beschmutzt" ha-

be. Er habe C._______ zudem im August [Jahreszahl] in [Ort] getroffen, 

wo er die Bekanntschaft von H._______ und I._______ gemacht habe, 

welche im [Datum] bei ihm gewesen seien und in deren Gepäck die Poli-

zei die [Gegenstände] gefunden habe. Es bestehe somit sehr wohl ein 

kontinuierlicher Kausalzusammenhang zwischen den beiden Vorfällen. 

Die politisch motivierte Verfolgung ergebe sich aus seiner Rolle und sei-

ner Tätigkeit für seine Vereinigung, sein Engagement gegen die Regie-

rung Kabilas und seiner besonderen Beziehung zu C._______, welche 

mit der Bestätigung vom 18. Dezember 2011 belegt werde.  

In Bezug auf den Wegweisungsvollzug bezeichnete der Beschwerdefüh-

rer eine Aufenthaltsalternative in Afrika als unmöglich, da Präsident Kabila 

mit anderen afrikanischen Präsidenten kollaboriere. Zudem reichte er ei-

ne Anmeldung zum Arztbesuch zwecks Behandlung seiner starken Hä-

morrhoidenschmerzen ein.  

 

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Seite 10 

5.  

5.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Aussagen des Beschwerdeführers tatsächlich teilweise 

widersprüchlich ausgefallen sind. Um Wiederholungen zu vermeiden, 

wird auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen 

(vgl. E. 4.1). Die von der Vorinstanz festgestellten Widersprüche betreffen 

nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichtes allerdings nicht we-

sentliche Punkte und sind auch nicht als derart gravierend zu bezeichnen, 

als dass damit aus einer objektivierten Sicht gleich von der Unglaubhaf-

tigkeit aller Vorbringen auszugehen wäre. Das Gleiche gilt in Bezug auf 

die teilweise gut nachvollziehbaren Vorhaltungen der Vorinstanz zum un-

logischen und erfahrungswidrigen Verhalten des Beschwerdeführers. Zu-

dem sind seine Vorbringen vereinbar mit denjenigen seiner Ehefrau. Al-

lerdings gilt es auch zu berücksichtigen, dass es dem Beschwerdeführer 

in keiner Weise gelingt, die aufgezeigten Widersprüche aufzulösen bezie-

hungsweise aufzuzeigen, dass in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände für die Darstellung des tatsächli-

chen Sachverhalts sprechen würden, sondern er in seiner Beschwerde 

lediglich auf bereits Vorgetragenes verweist (vgl. E. 4.2). 

Letztlich kann die Frage, ob und inwieweit die Vorbringen glaubhaft ge-

macht wurden, offen gelassen werden, da sie sich – wie nachfolgend auf-

gezeigt – auch unter Annahme deren Wahrheit als nicht asylrelevant er-

weisen. 

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt einleitend fest, dass zwischen 

der geltend gemachten 14-tägigen Haft im Jahre [Jahreszahl] und dem 

Verlassen des Landes im Jahre [Jahreszahl] vierzehn Jahre liegen und es 

aufgrund der langen Zeitspanne offensichtlich am zeitlichen Kausalzu-

sammenhang zwischen der damaligen Haft und der Flucht mangelt. Die 

entsprechenden gegenteiligen Ausführungen des Beschwerdeführers ver-

mögen nicht zu überzeugen und können die grosse Zeitspanne nicht mit 

einem genügenden sachlichen Konnex der beiden Vorfälle rechtfertigen. 

Die Asylrelevanz dieses Vorbringen wurde somit von der Vorinstanz zu 

Recht verneint. 

5.3 Begründete Furcht vor Verfolgung i.S. von Art. 3 AsylG hat, wer gute  

– das heisst von Dritten nachvollziehbare – Gründe (objektives Element) 

für seine Furcht (subjektives Element) hat, mit gewisser Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zukunft Opfer von Verfolgung zu werden (vgl. 

BVGE 2010/9 E. 5.2 m.w.H.). Für die Bestimmung der Flüchtlingseigen-

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Seite 11 

schaft ist der Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend (BVGE 2010/57 

E. 2.6 m.w.H.). Die erlittenen oder drohenden Verfolgungsmassnahmen 

müssen zudem von einer derartigen Intensität sein, dass ein Verbleiben 

im Land oder eine Rückkehr in den Verfolgerstaat nicht zumutbar ist. Fol-

ter als lebensgefährdende Massnahme oder direkte Angriffe auf das Le-

ben sind immer asylrelevant, wohingegen ein Freiheitsentzug von einer 

gewissen Dauer sein muss, um asylbeachtliche Intensität zu erlangen. In 

jedem Einzelfall sind die konkreten Umstände des Freiheitsentzuges zu 

berücksichtigen, namentlich die Haftbedingungen und die generelle Be-

achtung der Menschenrechte durch die Sicherheitskräfte. "Unerträglicher 

psychischer Druck" i.S. von Art. 3 Abs. 2 AsylG liegt vor, wenn staatliche 

Massnahmen erduldet oder befürchtet werden müssen, die objektiv ein 

Verbleiben im Land unter menschenwürdigen Umständen verunmögli-

chen (vgl. BVGE 2010/28 E. 3.3.1.1 m.w.H.). 

5.4 Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts sind die geschil-

derten Erlebnisse im [Datum] nicht von einer Eingriffsintensität, die sie als 

ernsthafte Nachteile im asylrechtlichen Sinne erscheinen lässt. Dem Be-

schwerdeführer ist es gemäss eigenen Angaben kurz nach seiner Verhaf-

tung gelungen zu fliehen. Mithin hat er keine wesentlichen Verfolgungs-

massnahmen erlitten. Dass der Beschwerdeführer aufgrund der kurzwei-

ligen Verhaftung und dem Vorwurf der [Anschuldigungen] einem unerträg-

lichen psychischen Druck i.S. von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt war, 

kann nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts ebenfalls nicht be-

jaht werden.  

5.5 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass der Beschwerde-

führer aufgrund seines Profils damals und heute grundsätzlich unter die 

Gruppe der unter dem Blickwinkel des Asylrechts besonders gefährdeten 

Personen in Kongo (Kinshasa) fallen könnte. So wird grundsätzlich auf 

Menschenrechtsvertreter von der Regierung durch wiederholte Vorladun-

gen durch die Staatsanwaltschaft Druck ausgeübt. Das Bundesverwal-

tungsgericht geht ferner in seiner letzten Lageanalyse davon aus, dass 

sich die Situation von Menschenrechtsaktivisten in Kongo (Kinshasa) 

grundsätzlich verschlimmert hat (vgl. BVGE 2010/57 E. 4.1.1 und 4.1.2, 

m.w.H). Aktuellen Informationen zufolge ist die Situation für Menschen-

rechtsaktivisten und Mitarbeitende von nichtstaatlichen Organisationen in 

Kongo (Kinshasa) zunehmend schwierig und sehr gefährlich. Todesdro-

hungen gegenüber Menschenrechtsaktivisten sind alltäglich und werden 

leider manchmal auch in die Tat umgesetzt. So sind zahlreiche Fälle do-

kumentiert, wo Menschenrechtsaktivisten verhaftet, ohne Anklage festge-

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halten, gefoltert oder gar ermordet wurden, und zwar oftmals durch An-

gehörige der staatlichen Sicherheitsdienste. Ferner diffamiert die Regie-

rung Aktivisten, welche sich für die Menschenrechte einsetzen, oft als 

Agenten von ausländischen Mächten, die Lügen über das Land verbrei-

ten. Im Jahr 2013 verschlechterte sich die Situation der Menschenrechts-

aktivisten insbesondere in der im Osten gelegenen Provinz Nord-Kivu 

(vgl. Observatory for the Protection of Human Rights Defenders, Annual 

Report 2010: Democratic Republic of Congo, 13. September 2010, S. 33 

ff.; U.S. Department of State, Democratic Republic of the Congo 2012 

Human Rights Report, April 2013, S. 25; Amnesty International, "Better to 

die while speaking the truth…", Attacks against human rights defenders in 

North Kivu, DRC, Dezember 2013; Human Rights Watch, DRC World 

Report 2014 – Democratic Republic of Congo, Januar 2014).  

5.6 Bei den dokumentierten Todesfällen beziehungsweise den asylrecht-

lich relevanten Verfolgungen (so auch im Verfahren BVGE 2010/57, wo 

der dortige Beschwerdeführer Reflexverfolgung wegen seines Bruders zu 

befürchten hatte) handelte es sich indes um "prominente" Menschen-

rechtsaktivisten, die sich in herausragender und sichtbarer Weise sowohl 

auf nationaler als auch internationaler Ebene hervorgetan haben, indem 

sie sich kritisch und anklagend gegen die jeweiligen Regierungsvertreter 

geäussert haben. Der Beschwerdeführer erfüllt ein solches spezifisches 

Profil nicht: Die namenlose Vereinigung, deren Mitglied oder Anführer der 

Beschwerdeführer gewesen sein soll, hat gemäss seinen eigenen Anga-

ben lediglich politischen Parteien und nichtstaatlichen Organisationen zu-

gedient, indem sie diese über Menschenrechtsverletzungen informiert 

habe. So ist der Beschwerdeführer selber nie aktiv in Erscheinung getre-

ten als Menschenrechtsaktivist. Dass er wegen der Beherbergung der 

beiden Mitglieder der Organisation von C._______ allenfalls eine Zeitlang 

gesucht worden ist – welches Vorbringen der Beschwerdeführer auch 

nicht zu belegen vermochte (vgl. A13 S. 10) – ist denkbar; dass er aber 

deswegen immer noch gesucht wird und Verfolgung zu befürchten hat, 

erscheint angesichts des aufgezeigten Profils des Beschwerdeführers 

höchst unwahrscheinlich. Die eingereichten Beweismittel vermögen an 

diesen Ausführungen nichts zu ändern: Das Schreiben des "[Name]" vom 

18. Dezember 2011 bestätigt Beziehungen des Beschwerdeführers mit 

C._______ ohne weitere Ausführungen und verweist ansonsten auf die 

allgemein unsichere Lage für Journalisten und Menschenrechtsaktivisten 

in Kongo (Kinshasa). Das Dokument des Pastors E._______ der "[Na-

me]" vom 10. April 2012 befasst sich insbesondere mit der unsicheren 

Lage der Ehefrau, welche sich damals noch in der Obhut des Pastors in 

E-1148/2012 

Seite 13 

[Ort] befand. Der Pastor erwähnt, dass die anderen Mitglieder der Verei-

nigung verhaftet worden seien, und dem Beschwerdeführer dasselbe 

Schicksal drohe, ohne seine Behauptungen zu belegen und seine Be-

fürchtungen in Bezug auf den Beschwerdeführer näher zu begründen. 

Schliesslich erweisen sich auch die Hinweise auf die Verhaftung von 19 

Rückkehrern aus Belgien beziehungsweise auf die von den Kuluna – kri-

minelle Jugendbanden in Kinshasa – ausgehende Gefahr als unbeacht-

lich in Bezug auf eine aktuelle Verfolgung des Beschwerdeführers. Somit 

muss nicht davon ausgegangen werden, dass Letzterer im Jahre [Jah-

reszahl] beziehungsweise im aktuellen Zeitpunkt aufgrund seines Profils 

und seiner Aktivitäten im Menschenrechtsbereich Verfolgungshandlungen 

von einer weitergehenden Intensität als die tatsächlich erlebten Ereignis-

se – im Sinne ernsthafter Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG – begrün-

deterweise hätte befürchten müssen oder aktuell bei einer Rückkehr nach 

Kongo (Kinshasa) befürchten müsste.  

5.7 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Vorinstanz die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht ver-

neint hat, da die Vorbringen des Beschwerdeführers den Voraussetzun-

gen von Art. 3 AsylG nicht genügen. Der Beschwerdeführer erfüllt man-

gels Intensität der geltend gemachten erlittenen Verfolgung beziehungs-

weise mangels begründeter Furcht vor asylrelevanter Verfolgung die 

Flüchtlingseigenschaft nicht. Die entsprechenden Ausführungen des Be-

schwerdeführers erweisen sich somit als unbeachtlich.  

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen (Art. 44 AsylG; Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 [AsylV 1, SR 142.311]; BVGE 2011/24 E. 10.1 m.w.H.). Die Weg-

weisung wurde demnach zu Recht angeordnet. 

7.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 

E-1148/2012 

Seite 14 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie 

bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei-

sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der ausländischen Person in den Heimat-, 

Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 

1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.1.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 

Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 

von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.1.2 Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den 

Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den 

Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-

E-1148/2012 

Seite 15 

rechte (EGMR) und jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der 

Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], 

Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124 ff., m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssi-

tuation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-

punkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten 

ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der 

völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.2.1 Hinsichtlich der Beurteilung der allgemeinen Lage in Kongo (Kin-

shasa) ist auf das Urteil BVGE 2010/57 zu verweisen, welches eine de-

taillierte Analyse zur politischen Situation (E. 4.1.1) und zur allgemeinen 

Menschenrechtslage (E. 4.1.2) enthält. Die Lageanalyse trifft grundsätz-

lich auch heute noch zu, wobei der bewaffnete Konflikt im Osten des 

Landes andauert und als Folge davon zahlreiche Übergriffe auf Zivilisten 

ausgehend sowohl durch die Sicherheitskräfte als auch die nicht-

staatlichen bewaffneten Gruppen bekannt geworden sind (vgl. Aufzählung 

der jüngsten internationalen Berichten oben in E. 5.5) dokumentiert. In 

[Ort] besteht namentlich ein von kriminellen Jugendbanden ausgehendes 

Sicherheitsproblem (vgl. Jeune Afrique, RDC: gangs of [Ort], 20. Februar 

2013). Trotzdem kann im heutigen Zeitpunkt in Kongo (Kinshasa) nach 

wie vor nicht generell von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation all-

gemeiner Gewalt gesprochen werden.  

Nach geltender Praxis des Bundesverwaltungsgericht kann indessen die 

Rückkehr von Personen aus Kongo (Kinshasa) grundsätzlich nur als zu-

mutbar bezeichnet werden, wenn der letzte Wohnsitz der betroffenen 

Person [Ort] oder eine andere, über einen Flughafen verfügende Stadt im 

Westen des Landes war, oder wenn die Person in einer dieser Städte 

über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt. Trotz Vorliegens der vorste-

hend genannten Kriterien erscheint der Vollzug der Wegweisung jedoch – 

nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung der individuellen Umstände – in 

E-1148/2012 

Seite 16 

aller Regel nicht zumutbar, wenn die zurückführende Person (kleine) Kin-

der in ihrer Begleitung hat, für mehrere Kinder verantwortlich ist, sich be-

reits in einem vorangeschrittenen Alter oder in einem schlechten gesund-

heitlichen Zustand befindet oder wenn es sich bei ihr um eine allein ste-

hende, nicht über ein soziales oder familiäres Netz verfügende Frau han-

delt.  

Vorliegend handelt es sich um einen [Alter]-jährigen Beschwerdeführer 

aus [Ort], wo auch sein letzter Hauptwohnsitz gewesen ist. Selbst wenn 

davon ausgegangen wird, dass seine Eltern verstorben sind und seine 

[Verwandte] beziehungsweise eine [Verwandte] nicht in [Ort] leben (son-

dern in [Ort] beziehungsweise [Ort]), ist anzunehmen, dass der mehr-

sprachige ([…]), gut ausgebildete (Erwerb des "Diplôme d'Etat" als 18-

Jähriger) und früher in der [Beruf] berufstätig gewesene Beschwerdefüh-

rer über ein genügend gefestigtes Beziehungsnetz in [Ort] verfügt, auf 

welches er nach seiner Rückkehr nach Kongo (Kinshasa) bei der Siche-

rung seines Existenzminimums zählen kann (vgl. A5 S. 4). Seine ihm in 

die Schweiz nachgereiste Ehefrau ist seit dem 20. Juni 2012 verschwun-

den (vgl. Prozessgeschichte Bst. F). Der gemeinsame [Alter]-jährige 

Sohn befindet sich gemäss Angaben der Ehefrau in Obhut ihrer [Ver-

wandte] in [Ort] (vgl. B3/11 S. 5). Auch die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten gesundheitlichen Beschwerden (vgl. E. 4.2) erfüllen die Krite-

rien zur Feststellung eines medizinischen Wegweisungsvollzugshinder-

nisses (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3, m.w.H.) klarerweise nicht. Nach dem 

Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung im vorliegenden Fall 

auch in Berücksichtigung der individuellen Situation des Beschwerdefüh-

rers als zumutbar.  

7.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu be-

zeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

E-1148/2012 

Seite 17 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und im Wegweisvollzugspunkt 

auch angemessen ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da dem Be-

schwerdeführer indes mit Verfügung vom 29. März 2012 die unentgeltli-

che Prozessführung gewährt worden ist, werden keine Verfahrenskosten 

erhoben (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1148/2012 

Seite 18 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Stöckli Tu-Binh Tschan 

 

 

 

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