# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c545e62-2b5b-5ae2-903b-84f274a10a9d
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-13
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** DB.2014.79
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2014_79_kn.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2014.79 
1 ST.2014.93 

Entscheid 

13. November 2014 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Michael Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A ,   
2.  B ,   

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  die  Pflichtigen)  erwarben  Ende  November  2010  

800 Anteile des Anlagefonds C zum Preis von 800'000.- australischen Dollars (AUD). 

Diesen Kauf finanzierten sie zum Teil mit einem Darlehen von AUD 680'000.- der D, E, 

Australien.  Sowohl  die  C  als  auch  die  D  gehören  zu  der  F  Bank  G-Gruppe.  In  ihrer 

Steuererklärung  2011  deklarierten  die  Pflichtigen  in  diesem  Zusammenhang  Schuld-

zinsen von Fr. 51'527.- auf einer Schuld von Fr. 707'927.-.  

Mit Einschätzungsvorschlag vom 3. Dezember 2013 sah der Steuerkommissär 

vor,  die  genannten  Schuldzinsen  nicht  zum  Abzug  zuzulassen,  mit  Verweis  auf  ein 

nicht  bei  den  Akten  liegendes  Schreiben  vom  22.  März  2013.  Am  24.  Januar  2014 

schätzte  der  Steuerkommissär  sie  entsprechend  dem  Vorschlag  für  die  direkte  Bun-

dessteuer  2011  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  453'300.-  und  für  die 

Staats-  und  Gemeindesteuern  2011  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 709'700.-  (davon  Ertrag  aus  qualifizierter  Beteiligung  Fr. 625'000.-)  und  einem 

steuerbaren Vermögen von Fr. 11'149'000.- ein.  

B.  Hiergegen  erhoben  die  Pflichtigen  am  18.  Februar  2014  Einsprache  mit 

dem Antrag, den Schuldzinsenabzug zu gewähren. Die Darlehensgeberin sei von dem 

Anlageprodukt unabhängig; die Darlehensaufnahme sei erfolgt, um das Währungsrisi-

ko abzudecken, das durch die Investition in den C Anlagefonds in AUD entstanden sei.  

Am 10. März 2014 verlangte der Steuerkommissär den Darlehensvertrag ein, 

welcher Aufforderung die Pflichtigen am 18. März 2014 nachkamen. Am 24. März 2014 

wies das kantonale Steueramt die Einsprachen ab.  

C.  Am  9.  April  2014  erhoben  die  Pflichtigen  Beschwerde  bzw.  Rekurs,  unter 

Wiederholung von  Einspracheantrag  und  –begründung.  Das kantonale  Steueramt  be-

antragte am 6. Juni 2014, die angefochtenen Entscheide zu bestätigen. Dem schloss 

sich die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  am  8.  Juli  2014  mit  Bezug  auf  die 

direkte  Bundessteuer  an.  Die  Pflichtigen  hielten  mit  Replik  vom  26.  August  2014  an 

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ihrer  Auffassung  fest,  ebenso  das  kantonale  Steueramt  mit  Duplik  vom  11.  Septem-

ber 2014 und die ESTV am 18. September 2014.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Von  den  Einkünften  werden  die  privaten  Schuldzinsen  im  Umfang  der 

steuerbaren  Vermögenserträge  und  weiterer  Fr.  50'000.-  abgezogen.  Nicht  abzugsfä-

hig sind Schuldzinsen für Darlehen, die eine Kapitalgesellschaft einer an ihrem Kapital 

massgeblich beteiligten oder ihr sonst wie nahe stehenden natürlichen Person zu Be-

dingungen gewährt, die erheblich von den im Geschäftsverkehr unter Dritten üblichen 

Bedingungen  abweichen  (Art.  33  Abs.  1  lit.  a  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte 

Bundessteuer vom 14. Dezember 1990, DBG). Für das kantonale Recht schreibt Art. 9 

Abs.  2  lit.  a  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der 

Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990  (StHG)  ebenfalls  den  Abzug  der 

privaten  Schuldzinsen  im  Umfang  des  steuerbaren  Vermögensertrags  und  weiterer 

Fr. 50'000.- vor. In Ausführung dieser Bestimmung sieht § 31 Abs. 1 lit. a des Steuer-

gesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) vor, dass die privaten Schuldzinsen im Umfang der 

steuerbaren  Vermögenserträge  und  weiterer  Fr.  50'000.-  abgezogen  werden  können. 

Ein zweiter Satz entsprechend Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG fehlt in den für die Staats- und 

Gemeindesteuern geltenden Bestimmungen.  

b) Mit Entscheid BGr, 26. Oktober 2012, 2C_565/2011, hat das Bundesgericht 

über die Frage der Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen bei kreditfinanzierten Anlagepro-

dukten  einen  Leitentscheid  gefällt.  Dabei  stützte  es  sich  auf  Art.  34  Abs.  1  lit.  a  des 

Gesetzes  des  Kantons  Freiburg  vom  6.  Juni  2000  über  die  direkten  Kantonssteuern 

(DStG), welcher mit Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG identisch ist und insbesondere auch den 

zweiten  Satz  enthält.  Zur  Auslegung der kantonalen  Bestimmung zog  das Bundesge-

richt deshalb Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG heran. Daraus ist zu schliessen, dass die Erwä-

gungen  des  Bundesgerichts  ohne  Weiteres  auch  mit  Bezug  auf  Art.  33  Abs.  1  lit.  a 

zweiter Satz DBG selbst Geltung haben.  

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Demnach bezieht sich diese Bestimmung von Wortlaut und Inhalt her auf die 

allgemeine Praxis zu geldwerten Leistungen und auf den dafür massgeblichen so ge-

nannten  Drittvergleich.  Dabei  geht  es  nicht  so  sehr  um  bevorzugte  Zinskonditionen, 

sondern  um  Fälle,  in  denen  die  Darlehensgewährung  als  solche  dem  Drittvergleich 

nicht  standhält  (Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  Teil  I,  2001,  Rz  11  zu  Art.  33; 

Zigerlig/Jud, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, 

Rz 6 zu Art. 33 DBG). Das gilt namentlich gegenüber Schuldzinsen, die für ertragslose, 

nur auf die Erzielung von steuerfreien privaten Kapitalgewinnen (vgl. Art. 7 Abs. 4 lit. b 

StHG) ausgerichtete Investitionen aufgewendet werden und dem Pflichtigen bei unein-

geschränkter  Abzugsgewährung  einen  doppelten  Steuervorteil  verschaffen  würden 

(Markus  Reich,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2.  A., 

2002, Rz 32 zu Art. 9 StHG; Zigerlig/Jud, Rz 8 zu Art. 33 DBG). Gegenüber einer dop-

pelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen im Privatvermögensbereich kann die Be-

grenzung des Schuldzinsenabzugs auf Fr. 50'000.- bestenfalls besonders krasse Aus-

wüchse  unterbinden  (vgl.  Reich,  Rz  32  zu  Art.  9  StHG;  Zigerlig/Jud,  Rz  8  zu  Art.  33 

DBG). Diese Regelung stellt aber nur eine erste äussere Grenze dar, innerhalb derer 

zwei  weitere  und  strengere  Einschränkungen  zum  Tragen  kommen  müssen:  Zum  ei-

nen der Ausschluss rechtsmissbräuchlicher Schuldzinsenabzüge unter dem Gesichts-

punkt  der  Steuerumgehung,  zum  anderen  eben  die  in  der  genannten  Bestimmung 

festgehaltene Verweigerung des Zinsenabzugs bei Darlehen, welche gegenüber Betei-

ligten oder Nahestehenden unter erheblicher Abweichung von zwischen unabhängigen 

Dritten üblichen Geschäftsbedingungen gewährt worden sind. Der Ausschluss der Ab-

zugsfähigkeit soll aber keineswegs nur gegenüber direkten Anteilsinhabern der Darle-

hensgeberin  gelten,  sondern  auch  bei  Krediten  an  nahestehende  Personen,  d.h.  sol-

che,  zu  denen  wirtschaftliche  oder  persönliche  (u.a.  verwandtschaftliche)  Verbind-

ungen bestehen, welche nach den gesamten Umständen als eigentlicher Grund der zu 

besteuernden Leistung betrachtet werden müssen. Nahestehend sind auch Personen, 

denen der Aktionär erlaubt, die Gesellschaft wie eine eigene zu benutzen.  

Im Folgenden hat das Bundesgericht diese Bestimmung auf eine Vermögens-

anlage angewandt, bei welcher die Investoren in eine australische Limited Partnership 

eintraten,  als  deren  unbeschränkt  haftender  General  Partner  eine  australische  Bank 

figurierte. Die Limited Partnership investierte das verfügbare Kapital unter Leitung der 

Bank in zwei Anlagegesellschaften, wo die Erträge thesauriert wurden. Zugleich nahm 

die Limited Partnership zur Erhöhung des verfügbaren Kapitals für jeden von den An-

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legern eingebrachten AUD einen Kredit von weiteren 9 AUD auf, welche von einer an-

deren Gruppengesellschaft verzinslich gewährt wurde. Nach Beurteilung des Bundes-

gerichts zielte dieses Produkt im Wesentlichen auf Ausnutzung von steuerfreien Kapi-

talgewinnen  und  steuerlich  abziehbaren  Schuldzinsen  ab  und  fiel  deshalb  in  den 

Anwendungsbereich von  Art.  34  Abs.  1  lit.  a  DStG  (und damit  wohl  auch  von  Art.  33 

Abs. 1 lit. a DBG). Es prüfte darauf die dort genannten Voraussetzungen und erachtete 

diese als erfüllt. Das Darlehen war demnach im Geschäftsverkehr unter Dritten unüb-

lich, da die Investoren nur beschränkt hafteten und die Darlehensgeberin auf das sons-

tige  Vermögen  der  Anleger  keinen  Rückgriff  nehmen  konnte,  sowie  der  Einsatz  von 

erheblichen  Fremdmitteln  in  der  privaten  Vermögensverwaltung  unüblich  sei.  Weiter 

erachtete es die Investoren als nahestehend, da der General Partner ihnen in der Form 

des Darlehens, welches von den Marktbedingungen erheblich abwich, geldwerte Vor-

teile zukommen liess.  

c)  Die  vom  Bundesgericht  als  wesentlich  erachteten  Merkmale  liegen  auch 

hier vor: 

Wie  das  vom  Bundesgericht  beurteilte  Produkt  zielt  der  C  Anlagefonds  auf 

einen Kapitalgewinn ab, welcher in der Schweiz steuerfrei ist. Dies wird im "Confidenti-

al H Sheet" in Abs. 6 von S. 1 ausdrücklich festgehalten, gemäss welchem der Anlage-

fonds  bezweckt,  einen  "Target  Base  Return"  zu  erreichen.  Im  Anhang  wird  dement-

sprechend ein Rücknahmepreis von AUD 1'170.- bis AUD 1'190.- pro Anteil in Aussicht 

gestellt,  aber  keinerlei  Absicht  auf  Erzielung  von  laufenden  Erträgen  kundgetan.  Ge-

mäss Bestätigung vom ... Februar 2012 betrug der zu deklarierende Ertrag denn auch 

nur  AUD  2'216.-  bzw.  Fr.  1'960.-  und  spielte  damit  eine  sehr  untergeordnete  Rolle. 

Dem steht allein für die Steuerperiode 2011 ein Zinsaufwand von Fr. 51'527.- gegen-

über. Offenkundig sollte das Produkt von der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Schuld-

zinsen und gleichzeitigen Steuerfreiheit von Kapitalgewinnen profitieren. Damit sind die 

weiteren Voraussetzungen von Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG zu prüfen.  

Von der ursprünglichen Investition von AUD 800'000.- wurden AUD 680'000.- 

mit  Kredit  finanziert;  mithin  beträgt  die  Fremdfinanzierung  damit  anfänglich  85%.  Ge-

mäss  §  1  Ziff.  1  des  Darlehensvertrags  vom  ...  November  2010  wurde  das  Darlehen 

ausschliesslich zum Zweck der Finanzierung des Erwerbs von Anteilen am  C Anlage-

fonds gewährt. Der Zinssatz belief sich auf 7,85% pro Jahr. Die Schuldzinsen mussten 

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nicht bezahlt werden, sondern wurden laufend vorgetragen und erst am Endfälligkeits-

tag abgerechnet (§ 3 Ziff. 1 des Darlehensvertrags). Die aufgelaufenen Zinsen wurden 

jeweils per 31. Dezember dem Darlehen hinzu geschlagen und mussten ebenfalls zum 

gleichen Satz verzinst werden (§ 2 Ziff. 1 i.V.m. § 3 Ziff. 2 des Darlehensvertrags). Die 

Höhe der Rückzahlung ist auf die Fondsanteile beschränkt, an welchen die Darlehens-

geberin ein Pfandrecht erhält; eine weitergehende persönliche Haftung der Darlehens-

nehmer ist ausgeschlossen (§ 1 Ziff. 3 des Darlehensvertrags). Unklar ist, ob auch der 

von den Pflichtigen aus eigenen Mitteln erworbene Anteil der Haftung unterworfen ist. 

Der Wortlaut  des  Darlehensvertrags  ist  diesbezüglich nicht  klar,  lässt  es  aber  vermu-

ten,  indem  nirgends  die  Haftung  auf  die  mit  dem  Darlehen  erworbenen  Anteile  be-

schränkt  wird,  sondern  sich  erstreckt  auf  "alle  vom  Darlehensnehmer  gehaltenen 

Fondsanteile,  seien  sie  vor  oder  nach  dem  Datum  dieses  Vertrags  erworben"  (§  5  

Ziff. 2 lit. a des Darlehensvertrags). In diesem Fall wäre das Geschäft mit einem Lom-

bardkredit  von  anfänglich  85%  und  ohne  Nachdeckungspflicht  der  Kreditnehmer  zu 

vergleichen. Eine solch hohe Belastung der erworbenen Wertschriften mit zusätzlichem 

Haftungsausschluss  ist  gemäss  dem  Leitentscheid  als  aussergewöhnlich  zu  bezeich-

nen,  insbesondere  da  es sich um  eine  Investition in "Emerging  Markets"  mit  entspre-

chend  erhöhtem  Risiko  handelt  (vgl.  hierzu  die  Belehnungssätze  im  vom  kantonalen 

Steueramt  als  Beilage  eingereichte  Artikel  von  Urs  Bürgi,  Lombardkredit  und  Margin 

Call,  S.  67,  sowie  allgemein  zum  Lombardkredit  Boemle/Gsell/Jetzer/Nyffeler/Thal-

mann, Geld-, Bank- und Finanzmarkt-Lexikon der Schweiz, 2002, S. 1110 f.). Die Situ-

ation entspricht somit derjenigen im bundesgerichtlichen Präjudiz.  

Nach  den  vom  Bundesgericht  verwendeten  Kriterien  sind  die  Pflichtigen  zu-

dem  als  nahestehend  zu  bezeichnen.  Federführend  war  die  C.  Gestützt  auf  die  vor-

handenen  Unterlagen  steht  es  ausser  Zweifel,  dass  diese  und  die  D  beide  zur  

F-Firmengruppe  gehören  und  unter  einheitlicher  Leitung  stehen.  Dies  wird  auf  der 

Zinsbestätigung  vom  ... Februar  2012  der  D  sogar  ausdrücklich  bestätigt.  Zudem  er-

folgte  die Kundenbeziehung  zur  D  über  eine  Gesellschaft  der  F Gruppe.  Offenkundig 

ist  die  Gewährung  des  Kredits  Teil  eines  Gesamtpakets,  falls  dies  vom  Investor  ge-

wünscht  wird.  Damit  entspricht  die  Situation  auch  in  dieser  Beziehung  derjenigen  im 

bundesgerichtlichem Leitentscheid. Die F-Gruppe stellte mithin den Pflichtigen nur we-

gen  ihrer  Eigenschaft  als  Investoren  ein  Darlehen  zur  Verfügung,  welches  sie  einer 

anderen  Person  in  dieser  Form  nicht  gewährt  hätte.  Dass  die  Kreditaufnahme  im  Er-

messen der Investoren lag, ändert daran nichts. 

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Damit sind aber die Kriterien von Art. 33 Abs. 1 lit. a Satz 2 DBG erfüllt, und 

hat das kantonale Steueramt – zumindest in Bezug auf die direkte Bundessteuer kraft 

der besonderen Vorschrift – den Schuldzinsenabzug zu Recht verweigert.  

d) Was die Pflichtigen dagegen vorbringen, dringt nicht durch: Sie begründen 

die Kreditaufnahme mit der Absicherung gegenüber Währungsschwankungen. Gegen 

solche  Risiken  hat  die  Finanzwirtschaft  indessen  spezielle  Produkte  entwickelt  (Hed-

ginggeschäft). Es erscheint als ungewöhnlich, dass die F Gruppe nicht solche anbietet, 

wenn  sie  denn  schon  als  australische  Gesellschaft  um  Schweizer  Kunden  wirbt.  Die 

Aufnahme eines Darlehens in derselben Währung im Umfang von 85% der investierten 

Summe  erscheint  demgegenüber  als  schwerfällig  und  zudem  bei  einem  Zins  von 

7,85% pro Jahr als teuer und nur sinnvoll, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, 

dass bei einer Direktinvestition ohne Beanspruchung von Fremdmitteln der zu befürch-

tende Wertverlust  des  AUD  die kumulierten  Zinsen  übertreffen könnte. Geht  man  zu-

sätzlich davon aus, dass sich die Haftung auf "alle vom Darlehensnehmer gehaltenen 

Fondsanteile, seien sie vor oder nach dem Datum dieses Vertrags erworben" erstreckt 

(§ 5 Ziff. 2 lit. a des Darlehensvertrags), erhöht die Darlehensaufnahme das finanzielle 

Risiko  der  Pflichtigen  sogar,  indem  sie  u.U.  bei  schlechter  Entwicklung  des  Anlage-

fonds  ihr  gesamtes  investiertes  Kapital  verlieren  könnten.  Mitunter  erscheint  es  als 

widersprüchlich, wenn sie mit dem Darlehen das eigene investierte Kapital gefährden, 

nur um sich vor Währungsschwankungen zu sichern.  

2.  Nachdem  das  kantonale  Recht  keine  Korrekturnorm  entsprechend  Art.  33 

Abs.  1  lit.  a  Satz  2  DBG  enthält,  ist  der  Sachverhalt  auch  noch  unter  dem  Gesichts-

punkt der Steuerumgehung zu prüfen.  

a) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 138 II 239 E. 4.1 

S.  243  f.;  BGE  131  II  627  E.  5.2  S.  635  f.;  BGr,  14.  Juni  2012,  2C_1027/2011  bzw. 

2C_1028/2011 E. 4.2, mit Hinweisen) wird eine Steuerumgehung angenommen, wenn  

-  eine  von  den  Beteiligten  gewählte  Rechtsgestaltung  als  ungewöhnlich,  sachwidrig 

oder  absonderlich,  jedenfalls  den  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  völlig  unange-

messen erscheint,  

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-  anzunehmen ist, dass die gewählte Rechtsgestaltung missbräuchlich lediglich des-

halb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der 

Verhältnisse geschuldet wären, und  

-  das  gewählte  Vorgehen  tatsächlich  zu  einer  erheblichen  Steuerersparnis  führen 

würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde. 

b)  Wie  bereits  festgehalten,  hält  die  Darlehenshingabe  nach  der  Rechtspre-

chung dem Drittvergleich nicht stand und ist bereits deshalb ungewöhnlich. Aber auch 

bei  einer  gesamthaften  Betrachtung  der  gesamten  Anlage  erscheint  das  Vorgehen  – 

unter Weglassung der steuerlichen Aspekte – als wirtschaftlich nicht gerechtfertigt.  

Der  Anlagefonds  hatte  eine  feste  Laufzeit  vom  26.  November  2010  bis  zum 

31.  März  2014.  Er  zielte  gemäss  der  Präsentation  der  C  auf  einen  Endwert  von  

AUD 1'170.- bis 1'190.- pro Anteil ab, was einem Wertzuwachs von 17% bis 19% ent-

spricht.  Nach  den  Feststellungen  des  kantonalen  Steueramts  betrug  der  tatsächliche 

Endwert am 31. März 2014 AUD 1'172.- pro Anteil, somit der Wertzuwachs 17,2%. Der 

Kredit  wurde  am  ...  November  2010  ausbezahlt  (Schreiben  vom  14.  Dezember  2010 

sowie  Anhang  zum  Darlehensvertrag).  Bei  einem  Darlehenszins  von  7,85%  auf  

AUD  680'000.-  ergibt  sich  unter  Einbezug  des  Zinseszinses  per  31.  Dezember  jeden 

Jahres folgende zurückzuzahlende Endsumme: 

Darlehenssumme  

Jahreszins  

Zins total 

29.11.2010 

AUD 

680'000.- 

31.12.2010 (32 Tage) 

684'680.- 

31.12.2011 

31.12.2012 

31.12.2013 

738'427.- 

796'394.- 

858'911.- 

31.03.2014 (90 Tage) 

875'536.- 

AUD 

- 

4'680.- 

53'747.- 

57'967.- 

62'517.- 

16'625.- 

AUD 

- 

4'680.- 

58'427.- 

116'394.- 

178'911.- 

195'536.-. 

In  der  vereinbarten  Rückzahlung  war  demnach  ein  aufgelaufener  Zins  von 

AUD  195'536.-  bzw.  rund  28,76%  der  aufgenommenen  Darlehenssumme  von 

AUD 680'000.-  enthalten.  Mithin  mussten  die  damit  erworbenen  Anteile  am  Anlage-

fonds eine Wertsteigerung von mehr als 28,76% erfahren, um insgesamt ein positives 

Ergebnis abzuwerfen. Auch wenn einzuräumen ist, dass die Erfolgsaussichten der In-

vestition im Zeitpunkt des Abschlusses zu beurteilen ist, und deshalb die effektive Per-

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formance von 17,2% ausser Acht zu bleiben ist, ist doch festzuhalten, dass eine Inves-

torenerwartung  einer  Wertsteigerung  von  über  28,76%  bei  einer  vom  Anlageprodukt 

selber in Aussicht gestellten Wertsteigerung von 17% bis 19% als nicht mehr begründ-

bar  erscheint.  Dies  lässt  vermuten,  dass  die  Erwartung  eines  Überschussanteils  bei 

Abschluss  des  Darlehensvertrags  nicht  von  Bedeutung  war,  sondern  dass  andere 

Überlegungen mitgespielt haben.  

Soweit die Pflichtigen dagegen als Vergleich die angeblich höheren Renditen 

anderer Anlagefonds der F-Gruppe ins Feld führen, vermögen ihre Argumente nicht zu 

überzeugen. Die höheren Renditen bei Umrechnung in CHF sind nicht relevant, da die 

Währungsgewinne  ja  durch  die  Darlehensaufnahme  in  AUD  weitgehend  zunichte  ge-

macht wurden. Stellt man auf die Werte in AUD ab, ergeben sich keine Hinweise, wel-

che die Pflichtigen hätten zur Annahme verleiten können, dass die Wertsteigerung er-

heblich  über  dem  Darlehenszins  von  7,85%  zu  liegen  kommen  werde.  Vorab  ist  mit 

dem  kantonalen  Steueramt  festzuhalten,  dass  auf  die  Situation  im  Zeitpunkt  der  Fäl-

lung  des  Anlageentscheids  im  November  abzustellen  ist.  Massgebend  sind  demnach 

die Oktober-Werte,  welche  eine  Rendite für  den  C  I  (Lancierung  1. Januar  2010)  von 

6% (hochgerechnet auf 12 Monate 7,2%) ergeben. Bei der von den Pflichtigen vorge-

brachte  Rendite  von  8,3%  handelt  es  sich  demgegenüber  um  den  Wert  per  31.  De-

zember 2010, welcher noch nicht bekannt war und damit nicht massgebend ist. In Be-

zug auf den Anlagefonds C II (Lancierung 30. Juni 2010) ergeben sich sowohl für den 

Oktober (2,5%, hochgerechnet 7,5%) als auch per 31. Dezember 2010 (3,6%, hochge-

rechnet 7,2%) Werte unter dem Darlehenszins von 7,85%. Gestützt auf diese Angaben 

musste von einem Verlustgeschäft ausgegangen werden.  

Vor diesem Hintergrund ist das Geschäft als ungewöhnlich und den wirtschaft-

lichen Gegebenheiten nicht angemessen zu beurteilen.  

c) Auch die weitere Voraussetzung, dass die gewählte Rechtsgestaltung des-

halb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, ist erfüllt.  

Da das Geschäft in der gewählten Form wirtschaftlich betrachtet keinen Sinn 

ergibt,  muss  zwangsläufig  nach  anderen  Beweggründen  geforscht  werden.  Der 

Schluss auf die Ausnützung des Schuldzinsenabzugs als elementare Komponente des 

Produkts  liegt  auf  der  Hand.  Bezeichnenderweise  liegt  die  erwartete  Wertsteigerung 

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der Anlage von 17% bis 19% denn auch in etwa im Bereich des Betrags, welcher man 

erhält, wenn man vom Darlehenszins die durch den Schuldzinsenabzug resultierende 

Steuererleichterung  im  Umfang  von  35%  bis  40%  in  Anrechnung  bringt.  Selbst  nach 

den  bei  Lancierung  des  Produkts  getroffenen  Annahmen  war  demnach  zu  erwarten, 

dass dieses nur bei Gewährung des Steuerabzugs einmal einen Ertrag abwerfen wür-

de.  

Weiter  ist  festzuhalten,  dass  es  schwer  fällt,  einen  Vergleich  mit  einem  Pro-

dukt zu ziehen, wie es bei sachgerechter Gestaltung der Verhältnisse ausgefallen wä-

re, da die Nutzbarmachung des Schuldzinsenabzugs wesentliches Element des C An-

lagefonds war. Soweit es darum ging, den Pflichtigen einen allfälligen Überschussanteil 

(Endwert der Anlage über dem Rückzahlungsbetrag des Darlehensbetrags) zukommen 

zu lassen,  hätte sich die  gleiche Wirkung  etwa mit  einem  Verkauf  einer  entsprechen-

den Option mit Barausgleich erzielen lassen; dass diesfalls keine abziehbaren Schuld-

zinsen angefallen wären, liegt auf der Hand.  

d) Wie sich aus dem bereits Gesagten ergibt, würde das gewählte Vorgehen 

tatsächlich zu einer  erheblichen  Steuerersparnis führen,  sofern  es  von  den Steuerbe-

hörden hingenommen würde. In diesem Zusammenhang ist insbesondere von Bedeu-

tung, dass der Anlagefonds auf Wertsteigerung und damit auf einen steuerfreien Kapi-

talgewinn  ausgelegt  war. Wie  bereits festgehalten,  sind  die laufend zu  versteuernden 

Vermögenserträge sehr gering. Damit lässt sich nicht sagen, dass dem Schuldzinsen-

abzug  etwa  zusätzliche  steuerbare  Vermögenserträge  gegenüber  stünden,  welche 

ohne Kreditaufnahme nicht angefallen wären und welche das Geschäft steuerlich neut-

ralisierten.  

3.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  von  Beschwerde  und  Rekurs. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den unterliegenden Pflichtigen auf-

zuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG) und bleibt ihnen die Zusprechung 

einer  Parteientschädigung  verwehrt  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art.  64  Abs.  1  des 

Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968; § 152 StG 

i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtpflegegesetzes  vom  24.  Mai  1959/8.  Ju-

ni 1997). 

1 DB.2014.79 
1 ST.2014.93 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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1 ST.2014.93