# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28b88c15-8b26-5bdb-b5d9-853b75ffb66b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 03.07.2019 B 2019/25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2019-25_2019-07-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2019/25

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 03.09.2019

Entscheiddatum: 03.07.2019

Entscheid Verwaltungsgericht, 03.07.2019
Ausländerrecht, Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Art. 43 Abs. 
1, 50 Abs. 1 lit. a und b AuG (SR 142.20). Die eheliche Gemeinschaft 
zwischen einem in der Schweiz nieder-gelassenen Staatsangehörigen von 
Bosnien/Herzegowina und einer Landsmännin dauerte weniger als drei 
Jahre. Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz 
beruflich integriert ist und eine vollzeitliche Tätigkeit ausübt, lässt sich 
rechtsprechungsgemäss kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der 
Schweiz ableiten. Gewaltausübung während der Ehe nicht belegt 
(Verwaltungsgericht, B 2019/25).

Entscheid vom 3. Juli 2019  

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiber Schmid

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, Rhyner Lippuner Bertschinger, 

St. Gallerstrasse 46, Postfach 745, 9471 Buchs,

gegen

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

a. A.__, Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowina, reiste am 8. Februar 2015 in 

die Schweiz ein und heiratete am 9. Februar 2015 den in der Schweiz niedergelassenen 

Landsmann B.__. Am 12. Februar 2015 erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung im 

Rahmen des Familiennachzugs, die letztmals am 27. Januar 2016 bis 11. Februar 2017 

verlängert wurde. Mit Entscheid des Kreisgerichtes X.__ vom 31. August 2016 wurde 

die Ehe geschieden.

b. Mit Verfügung vom 6. Januar 2017 verlängerte das Migrationsamt St. Gallen die 

Aufenthaltsbewilligung von A.__ nicht mehr. Zur Begründung hielt es unter anderem 

fest, dass die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz weniger als drei Jahre bestanden 

habe. Wichtige Gründe, welche eine Verlängerung erfordern würden, seien nicht 

nachgewiesen. Mangels entsprechender Nachweise sei nicht glaubhaft dargelegt, dass 

sie in der Ehe Opfer häuslicher Gewalt geworden sei. Gemäss den Akten habe sie 

einen Deutschkurs besuchen und einer Tätigkeit nachgehen können. Es deute nichts 

darauf hin, dass sie sich nicht frei hätte bewegen können. Nachdem sie sich nur kurze 

Zeit in der Schweiz aufgehalten habe, sei ihr eine Rückkehr zumutbar (act. G 7/7 I/72). 

Den gegen diese Verfügung durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, Buchs, für 

A.__ erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. 

Gallen (Vorinstanz) mit Entscheid vom 7. Januar 2019 ab (act. G 2B).

B.  

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a. Gegen diesen Rekursentscheid erhob Rechtsanwalt Bertschinger für A.__ 

(Beschwerdeführerin) am 22. Januar 2019 Beschwerde (act. G 1). In der 

Beschwerdeergänzung vom 27. Februar 2019 stellte der Rechtsvertreter die 

Rechtsbegehren, der Rekursentscheid sei aufzuheben und es sei die 

Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin zu verlängern. Eventuell sei der 

Rekursentscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 

Migrationsamts (act. G 5).

b. In der Vernehmlassung vom 11. März 2019 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 6).

c. Auf die Vorbringen in der Beschwerdeergänzung und die Akten wird, soweit für den 

Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.  Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). 

Anfechtungsgegenstand ist der abschlägige Rekursentscheid der Vorinstanz vom 

7. Januar 2019, der zur Nichtverlängerung der bis 11. Februar 2017 gültig gewesenen 

Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin ergangen ist. Mit Ablauf der 

Gültigkeitsdauer ist die Aufenthaltsbewilligung erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer; SR 142.20; AuG, in der bis 

31. Dezember 2018 gültig gewesenen Fassung). Der Rechtsstreit betrifft mithin die 

Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu BGer 2C_1020/2012 vom 

15. Oktober 2012 E. 2.1; 2C_235/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1). Die 

Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 22. Januar 2019 in 

Verbindung mit der Ergänzung vom 27. Februar 2019 (act. G 1 und 5) wurde form- und 

fristgerecht eingereicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 

2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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Per 1. Januar 2019 wurde das AuG revidiert und in "Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration" (AIG) umbenannt. Nach Art. 

126 Abs. 1 AIG bleibt auf Gesuche (um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung), die 

vor dem 1. Januar 2019 eingereicht worden sind, das bisherige materielle Recht 

anwendbar (vgl. auch BGer 2C_769/2008 vom 5. Februar 2009, E. 2.1; BGer 

2C_505/2013 vom 4. Oktober 2013, E. 1). Dementsprechend bleibt für die vorliegende 

Prüfung der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung das AuG anwendbar.

2.   

2.1.  Ausländischen Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben 

Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen 

zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 AuG). Der Bewilligungsanspruch besteht trotz 

Auflösung bzw. definitiven Scheiterns der Ehegemeinschaft fort, wenn diese 

mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene ausländische Person sich hier 

erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG) oder wenn wichtige Gründe einen 

Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Die beiden Kriterien - Fristablauf 

und Integration - sind für den Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG kumulativ 

erforderlich (BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Der Begriff der "Ehegemeinschaft" im Sinne von 

Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG setzt voraus, dass die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt 

wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht. Dabei ist im Wesentlichen auf die Dauer 

der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen Wohngemeinschaft abzustellen (BGer 

2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 E. 2.2). Bei der Berechnung der absolut 

geltenden Dreijahresfrist kommt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf 

die in der Schweiz gemeinsam verbrachte Zeit an (BGer 2C_366/2012 vom 1. Mai 2012 

E. 2.1; 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011 E. 4.1 und 4.1.1; BGE 136 II 113 E. 3.3). 

Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen 

Gemeinschaft ist in der Regel die Aufgabe der Hausgemeinschaft (BGE 136 II 113 

E. 3.2).

2.2.  Aufgrund der Akten hat vorliegend als dargetan zu gelten, dass die Ehe der 

Beschwerdeführerin mit B.__ vom 9. Februar 2015 (Heirat nach Einreise in die Schweiz) 

bis 31. August 2016 (Scheidung) bestand. Damit fehlt es an der Voraussetzung der 

Dreijahresfrist gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG, weshalb sich eine Prüfung der 

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Integrationsvoraussetzung - die Beschwerdeführerin absolvierte Deutschkurse mit 

Erfolg und arbeitete danach im Rahmen einer Festanstellung (vgl. act. G 7/7 I/71) - 

erübrigt. Zu klären bleibt jedoch, ob die Aufenthaltsbewilligung aufgrund von Art. 50 

Abs. 1 lit. b AuG verlängert werden kann. Nach dieser Norm besteht der Anspruch des 

Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung 

der Ehe oder der Familiengemeinschaft weiter, wenn wichtige persönliche Gründe 

einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Wichtige persönliche 

Gründe können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer 

ehelicher Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark 

gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). Bei der Beurteilung der wichtigen 

persönlichen Gründe sind sämtliche Aspekte des Einzelfalles mit zu berücksichtigen. 

Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur 

Schweiz geknüpft, lässt sich ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begründen, wenn 

die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme stellt. 

Entscheidend ist, ob die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung als 

stark gefährdet zu gelten hat und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre 

(vgl. BGE 138 II 229 E. 3.1). Häusliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung 

mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben und nicht eine einmalige Ohrfeige oder 

eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits. Die physische oder 

psychische Zwangsausübung und deren Auswirkungen müssen vielmehr von einer 

gewissen Konstanz bzw. Intensität sein. Psychische bzw. sozioökonomische 

Druckausübung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen und Einsperren kann 

einen für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls relevanten Grad an unzulässiger 

Oppression erreichen. Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die psychische Integrität 

des Opfers bei einer Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer 

beeinträchtigt würde (vgl. Urteil 2C_221/2011 vom 30. Juli 2011 E. 2). Nicht jede 

unglückliche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende 

Entwicklung einer Beziehung begründet indessen bereits einen nachehelichen Härtefall 

(BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f.).

2.3.  In der Stellungnahme vom 18. November 2016 an das Migrationsamt führte die 

Beschwerdeführerin unter anderem aus, dass nach einer monatelangen psychischen 

und körperlichen Tortur durch ihren Ex-Ehemann und seiner im gleichen Haushalt 

wohnenden Familie keine erträgliche und menschenwürdige Ehe zu führen gewesen 

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sei. Sie hätten (als Ehepaar) kein eigenes Privatleben gehabt. Sie selber sei immer der 

Kontrolle, Beschimpfungen und Nörgeleien der Eltern des Ex-Ehemannes ausgesetzt 

gewesen. Sie habe in seinen und ihren Augen nichts recht machen können. Ihre sehr 

frauenfeindlichen und konservativen Ansichten seien eine enorme Belastung gewesen. 

Ihr Ex-Ehemann habe enormen psychischen Druck auf sie ausgeübt. Immer sei sie 

seiner Kontrolle ausgesetzt gewesen. Aufgrund seiner - ihr vor der Ehe nicht bekannten 

- Marihuana-Sucht sei er psychisch sehr labil gewesen. Gegen Ende der Ehe habe es 

Tage gegeben, wo er ihr regelmässig das Handy und die Schlüssel weggenommen 

habe, damit sie nicht mehr ins Haus könne. Es sei ihr nicht erlaubt gewesen, ihr 

eigenes Geld (zu verwalten) und ein Bankkonto zu führen. Der Kontakt zu ihren Eltern 

sei ihr grundsätzlich verboten bzw. nur in gewissen Abständen erlaubt worden. Von 

ihm geschenkte Sachen habe er wieder weggenommen. Zusätzlich habe er ihren Pass 

versteckt, damit sie nicht weggehen könne. Die gerichtlich angeordnete Zahlung ihrer 

Krankenkassenrechnungen habe er nicht eingehalten. Sie habe ein 

Betreibungsbegehren gegen ihn einleiten müssen. Es sei unmöglich gewesen, die Ehe 

weiterzuführen. In der kurzen Zeit in der Schweiz habe sie sich trotz aller Umstände 

einen ganz kleinen, aber für sie sehr wichtigen Freundeskreis aufbauen können. Sie 

habe sich innert kurzer Zeit integrieren, sich gute Deutschkenntnisse aneignen und die 

Fahrprüfung machen können. Sie habe eine eigene Wohnung und eine feste 

Arbeitsstelle. Sie könne ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Nach der Einreise habe 

sie ihr in Bosnien angefangenes Wirtschaftsstudium an der Universität Liechtenstein 

weiterführen wollen. Dieses habe sie aufgrund der Umstände wieder abbrechen 

müssen. In Bosnien erwarte sie ausser ihren Eltern kein soziales Umfeld mehr. 

Aufgrund der dortigen Wirtschaftslage und des abgebrochenen Studiums habe sie 

ohne Abschluss schlechte Arbeitsaussichten (act. G 7/7 I/71).

Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, für die von der 

Beschwerdeführerin geschilderten Vorkommnisse fänden sich in den Akten keine 

Hinweise. Sie schildere die behauptete eheliche Gewalt nicht konkret und belege ihre 

Aussagen weder mit Arztberichten noch mit anderen Unterlagen. Die angebliche 

ständige Kontrolle und Abschottung von der Umwelt sei nicht glaubhaft, weil die 

Beschwerdeführerin einer Erwerbstätigkeit nachgehe und zahlreiche Deutschkurse 

habe besuchen können. Die für die Begründung eines nachehelichen Härtefalls 

erforderliche Intensität der körperlichen und psychischen Zwangsausübung sei nicht 

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nachgewiesen. Soweit die Beschwerdeführerin beantrage, C.__ als Zeugin zu befragen, 

sei zu beachten, dass diese bei den geltend gemachten Vorkommnissen nicht 

anwesend gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe sich nach ihren Angaben einer 

guten Kollegin anvertraut. Deren Aussagen seien somit für sich allein nicht geeignet, 

eheliche Gewalt in der erforderlichen Intensität zu beweisen. Daher könne auf die 

beantragte Zeugenbefragung verzichtet werden. Ein nachehelicher Härtefall im Sinn 

von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG sei zu verneinen. Die Beschwerdeführerin mache nicht 

geltend, dass die soziale Wiedereingliederung im Heimatland bei einer Rückkehr stark 

gefährdet wäre. Ein solche Gefährdung sei aus den Akten auch nicht ersichtlich. 

Vielmehr bestehe ein gutes Verhältnis zur Familie, bei welcher die Beschwerdeführerin 

offenbar auch in der Zeit vor der Ehescheidung geweilt habe (act. G 7/7 I/54 S. 2 und I/

71 S. 2). Die privaten Interessen der Beschwerdeführerin an einem Verbleib in der 

Schweiz vermöchten die entgegenstehenden öffentlichen Interessen (Durchsetzung 

einer restriktiven Einwanderungspolitik) nicht zu überwiegen. Ihr Aufenthalt in der 

Schweiz sei von kurzer Dauer gewesen. Den weitaus grössten Teil ihres Lebens habe 

sie in ihrer Heimat verbracht. Sie sei mit den dortigen Lebensumständen vertraut und 

könne dort wieder Fuss fassen. In beruflicher Hinsicht könnten ihr die erworbenen 

Sprachkenntnisse dienlich sein. Das angefangene Studium könne allenfalls wieder 

aufgenommen werden. Eine Rückkehr ins Heimatland sei ihr zumutbar. Die 

ungünstigeren wirtschaftlichen Verhältnisse im Heimatland im Vergleich zu denjenigen 

in der Schweiz begründeten keine Unzumutbarkeit der Rückkehr (act. G 2).

3.   

3.1.  Die Beschwerdeführerin hält vorliegend daran fest, Opfer ehelicher Gewalt 

geworden zu sein. Sie sei vom Ehemann ständig kontrolliert, psychisch unter Druck 

gesetzt und von der Umwelt abgeschottet worden. Auch habe er mehrfach körperliche 

Gewalt angewendet. Es werde diesbezüglich auf die Stellungnahme vom 

18. November 2016 (vgl. vorstehende E. 2.3) verwiesen. Die Beschwerdeführerin sei 

durch das Zusammenleben in ihrer Persönlichkeit ernstlich gefährdet gewesen und es 

habe ihr eine Fortführung der ehelichen Beziehung nicht länger zugemutet werden 

können. Die tatsächliche Gewalt wiederspiegle sich auch in der sehr kurzen Ehedauer 

von lediglich eineinhalb Jahren. Die Beschwerdeführerin habe aus Angst und Scham 

keine Strafanzeige erstattet. Sie habe sich jedoch einer guten Kollegin anvertraut, der 

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sie über die Gewaltvorkommnisse erzählt habe (Beweisantrag: Zeugenbefragung). Die 

Vorinstanz führe aus, dass die eheliche Gewalt unter anderem durch glaubwürdige 

Zeugenaussagen glaubhaft gemacht werden könnten, verzichte dann aber auf die 

beantragte Zeugenbefragung. Dies stelle eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs 

dar. Es sei Sache des Gerichts zu ergründen, was die Beschwerdeführerin der Zeugin 

alles anvertraut habe, ob die Aussagen der Beschwerdeführerin glaubhaft gewesen 

seien und ob die Zeugin allenfalls sogar Verletzungen bei der Beschwerdeführerin 

festgestellt habe. Auch die Interessenabwägung und der Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit sprächen für eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Die 

Beschwerdeführerin sei hier sehr gut integriert. Sie gehe einer geregelten Arbeit nach 

und erziele dabei ein existenzsicherndes Einkommen. Innert kürzester Zeit habe sie 

sich sehr gute Deutschkenntnisse aneignen können. Sie sei zu keinem Zeitpunkt auf 

Sozialhilfe angewiesen gewesen und es bestünden keine offenen Schulden. Sie habe 

sich auch nicht strafbar gemacht. In ihrem Heimatland habe sie keine beruflichen 

Perspektiven. Ihre privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz würden die 

öffentlichen Interessen an einer Fernhaltung überwiegen (act. G 5).

3.2.  Die betroffene Person muss die eheliche Gewalt bzw. häusliche Oppression in 

geeigneter Weise glaubhaft machen (Arztberichte oder psychiatrische Gutachten, 

Polizeirapporte, Berichte/Einschätzungen von Fachstellen [Frauenhäuser, Opferhilfe 

usw.], glaubwürdige Zeugenaussagen von weiteren Angehörigen oder Nachbarn etc.). 

Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen 

genügen nicht. Wird häusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, 

muss vielmehr die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und 

die daraus entstehende subjektive Belastung nachvollziehbar konkretisiert und 

beweismässig unterlegt werden. Dasselbe gilt, soweit geltend gemacht werden soll, bei 

einer Rückkehr erweise sich die soziale Wiedereingliederung als stark gefährdet. Auch 

hier genügen allgemeine Hinweise nicht. Die befürchtete Beeinträchtigung muss im 

Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände glaubhaft erscheinen. Nur in diesem Fall 

und beim Bestehen entsprechender Beweisanträge, die nicht in antizipierter 

Beweiswürdigung abgewiesen werden können, wobei aber allfälligen sachinhärenten 

besonderen Beweisschwierigkeiten Rechnung zu tragen ist, rechtfertigt es sich, ein 

ausländerrechtliches Beweisverfahren durchzuführen (BGE 138 II 229 a.a.O., E. 3.2.3).

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3.3.  Die geltend gemachte Tatsache der kurzen Ehedauer allein bildet entgegen der 

Auffassung der Beschwerdeführerin keinen Hinweis auf Gewaltausübung während der 

Ehe. Auch aus dem Vorbringen, dass ihr Ehemann Kontrolle über sie ausgeübt habe, 

lässt sich nicht eine erhebliche (psychische) Gewaltausübung ableiten. Jedenfalls im 

Rahmen des Besuchs der Deutschkurse sowie ihrer Erwerbstätigkeit dürften ihr (vom 

Ehemann nicht kontrollierte) Sozialkontakte möglich gewesen sein. Weitere 

Gegebenheiten, welche geeignet wären, eheliche Gewalt in der von der 

Rechtsprechung verlangten Intensität und Konstanz (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f.) zu 

belegen, sind weder konkret behauptet noch nachgewiesen. Das Vorbringen der 

Beschwerdeführerin, aus Angst und Scham keine Strafanzeige erstattet zu haben, 

vermag einen Nachweis nicht zu ersetzen. Die Schilderung der Vorkommnisse 

gegenüber einer guten Kollegin bildet angesichts der dargelegten strengen Praxis (E. 

3.2) keinen zureichenden Anlass, die Kollegin als Zeugin zu befragen, zumal auch eine 

Bestätigung des von der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 

18. November 2016 dargelegten Standpunktes durch ihre Kollegin keinen tauglichen 

Beweis für eine Gewaltausübung durch den Ex-Ehemann darstellen würde. Die 

Vorinstanz verzichtete unter diesen Umständen zu Recht auf eine Zeugenbefragung; 

eine Gehörsverletzung kann ihr nicht vorgeworfen werden. Die in der Beschwerde als 

mögliches Ergebnis der Zeugenbefragung lediglich angetönten allfälligen 

(körperlichen?) Verletzungen (act. G 5 S. 6 oben) fanden in der Stellungnahme vom 

18. November 2016 keine Erwähnung. Dort wird einzig festgehalten, dass die 

Aggressivität des Ex-Ehemannes sich manchmal auch auf körperlicher Ebene 

ausgewirkt habe (act. G 7/7 I/71). Unter diesen Umständen hat eine Ausübung von 

ehelicher Gewalt im erwähnten Sinn als nicht bewiesen zu gelten. 

3.4.  Die starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland stellt 

für sich allein (d.h. auch ohne Gefahr für Leib und Leben) einen wichtigen persönlichen 

Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG dar. Die Beschwerdeführerin macht nicht 

explizit geltend, ihre soziale Wiedereingliederung sei stark gefährdet. Sie hält indessen 

fest, dass sie in ihrem Heimatland keine beruflichen Perspektiven habe (act. G 5 S. 6).

Bei der sozialen Wiedereingliederung ist entscheidend, ob die persönliche, berufliche 

und familiäre Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person bei einer 

Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte und nicht, ob ein Leben in 

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der Schweiz einfacher wäre und vorgezogen würde (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 

2012 E. 2.3.1; BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Ein persönlicher nachehelicher Härtefall setzt 

aufgrund der gesamten Umstände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das 

Privat- und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der 

Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (vgl. BGer 2C_17/2012 vom 

24. Januar 2012 E. 2.3.1). Die Feststellung im vorinstanzlichen Entscheid, dass nach 

wie vor familiäre Beziehungen der Beschwerdeführerin in ihrem Heimatstaat bestehen 

(act. G 2 S. 8), wo sie die ersten 25 Jahre ihres Lebens verbrachte, blieb vorliegend 

unbestritten. Aus dem Umstand, dass sie dort keine berufliche Ausbildung absolviert 

hatte und ihre Familie oder weitere nahestehende Personen in Bosnien ihr keine 

wirtschaftliche Hilfe leisten können, lässt sich keine starke Gefährdung ableiten, die 

gegen eine Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in ihrer Heimat sprechen 

würde. Der Umstand, dass sich der Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz für die 

Beschwerdeführerin in Bosnien schwieriger gestaltet als in der Schweiz, hat keine 

Unzumutbarkeit der Rückkehr zur Folge. Wurden keine engen Beziehungen zur 

Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt im Land nur von kurzer Dauer, besteht 

praxisgemäss kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib, auch wenn die betroffene 

ausländische Person hier nicht straffällig geworden ist, gearbeitet hat und inzwischen 

auch gut Deutsch spricht (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 2012 E. 2.3.1; VerwGE B 

2013/234 vom 11. November 2014 E. 2.6). Aus dem Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin in der Schweiz beruflich integriert ist, lässt sich entsprechend der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der 

Schweiz ableiten. Es sind auch keine anderen wichtigen persönlichen Gründe 

ersichtlich, welche einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erfordern würden. Unter 

diesen Umständen bestätigte die Vorinstanz zu Recht die Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung.

4.  (…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.  Die Beschwerdeführerin bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von CHF 2'000, unter Verrechnung mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss.

3.  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

Der Abteilungspräsident                                         Der Gerichtsschreiber

Eugster                                                                   Schmid

 

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