# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c418183-fcb3-50cb-a225-93f739e94619
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2014 E-2357/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2357-2014_2014-11-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-2357/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter François Badoud, 

Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiber Tobias Grasdorf. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Eritrea,   

vertreten durch Oliver Lücke, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. April 

2014 (Abweisung Wiedererwägungsgesuch) / N (…). 

 

 

E-2357/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Das Asylgesuch der am 7. Februar 2012 in die Schweiz gelangten 

Beschwerdeführerin wurde vom BFM mit Verfügung vom 29. Oktober 

2013 abgewiesen, die Beschwerdeführerin wurde aus der Schweiz weg-

gewiesen und der Wegweisungsvollzug angeordnet. Eine dagegen erho-

bene Beschwerde wurde vom Bundesverwaltungsgericht am 10. Januar 

2014 abgewiesen (E-6845/2013). 

A.b Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 6. März 2014 

reichte die Beschwerdeführerin ein Revisionsgesuch ein mit den Anträ-

gen, es sei festzustellen, dass ein Vollzugshindernis aus humanitären 

Gründen vorliege und sie vorläufig aufzunehmen sei. 

A.c Das Bundesverwaltungsgericht trat mit Urteil vom 12. März 2014 

nicht auf das Revisionsgesuch ein (Verfahren E-1162/2014). 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 7. März 2014 reichte die Beschwerdeführerin ein mit 

"Gesuch um Feststellung von Vollzugshindernissen nach Art. 83 AuG" 

überschriebenes Schreiben beim BFM ein. Darin beantragte sie ihre vor-

läufige Aufnahme wegen medizinischer Notlage beziehungsweise aus 

humanitären Gründen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie unter an-

derem die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bei-

ordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes. 

B.b Das BFM behandelte das Gesuch als Wiedererwägungsgesuch, wies 

es mit Verfügung vom 2. April 2014 ab, erhob eine Gebühr in der Höhe 

von Fr. 600.– und wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab. 

C.  

Am 1. Mai 2014 erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde und beantragte, es sei die Nichtigkeit der Verfügung 

vom 2. April 2014 festzustellen, eventualiter das Wiedererwägungsge-

such gutzuheissen und die vorläufige Aufnahme zu verfügen. Zudem sei-

en ihr keine Kosten für das vorinstanzliche Verfahren aufzuerlegen und 

das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung eines un-

entgeltlichen Rechtsvertreters für das Verfahren vor der Vorinstanz sei 

gutzuheissen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und die Beiordnung ihres Rechtsvertre-

ters als unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Beschwerdeverfahren. 

E-2357/2014 

Seite 3 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. Mai 2014 lehnte das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab und erhob einen 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1200.–. Die Beschwerdeführerin 

zahlte den Kostenvorschuss innert angesetzter Frist ein. 

E.  

Am 30. Mai 2014 lud das Bundesverwaltungsgericht das BFM zur Ver-

nehmlassung ein. Mit Schreiben vom 6. Juni 2014 hielt das BFM an sei-

nem Standpunkt fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Das Schreiben wurde der Beschwerdeführerin am 12. Juni 2014 zur 

Kenntnis zugestellt. 

F.  

Der Rechtsvertreter reichte am 6. September 2014 seine Honorarnote 

ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis 

Wiedererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfü-

gung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden kön-

nen, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (BGE 113 Ia 146 E. 3c; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 

Zürich 2013, Rz. 748; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, S. 314). Es entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch 

die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi-

ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist 

E-2357/2014 

Seite 4 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwer-

de ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Soweit das Ausländerrecht anzuwenden 

ist, kann zudem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 

AuG [SR 142.20] i.V.m. Art. 49 VwVG, Art. 96 AuG). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt in der Beschwerdeschrift zunächst vor, 

das BFM habe ihr schriftliches Gesuch vom 7. März 2014 zu Unrecht als 

Wiedererwägungsgesuch behandelt. Das Gesuch sei mit "Gesuch um 

Feststellung von Vollzugshindernissen nach Art. 83 AuG" überschrieben 

gewesen. Eine erstinstanzliche Wiedererwägung der Asylverfügung vom 

29. Oktober 2013 sei verfahrensrechtlich gar nicht möglich gewesen, da 

diese durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Januar 

2014 ersetzt worden sei. Die angefochtene Verfügung sei deshalb nichtig. 

Das Gesuch vom 7. März 2014 wäre als "Gesuch auf Erlass einer neuen 

Verfügung wegen nachträglich neu eingetretener Tatsachen in dem Ver-

fahren auf Wegweisung zu lesen" gewesen. Damit habe das BFM eine 

Rechtsverweigerung begangen, die beantragte Feststellung von Voll-

zugshindernissen sei nicht behandelt worden.  

3.2  

3.2.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich 

geregelt (Art. 111b ff. AsylG). Ein Wiedererwägungsgesuch ist dem BFM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren 

nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG 

(Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

Neben der Grundkonstellation des an die verfügende Behörde gerichte-

ten Wiedererwägungsgesuchs als Rechtsbehelf mit dem Begehren um 

Neuüberprüfung sind im Geltungsbereich des Asylrechts verschiedene 

spezielle Verfahren in Bezug auf erneute Gesuche nach einem negativem 

Asylentscheid zu unterscheiden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts E-1975/2012 vom 11. Mai 2012 E. 4.2).  

E-2357/2014 

Seite 5 

3.2.2 Gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts hat das 

BFM ein Gesuch um erneute Prüfung der Wegweisung und/oder deren 

Vollzugs als Wiedererwägungsgesuch entgegenzunehmen. Das BFM ist 

gehalten, auf ein solches Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn 

sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid 

– beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen 

Rechtsmittelinstanz – in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die 

ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Verän-

derungen der Sachlage anzupassen ist (Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts E-1975/2012 vom 11. Mai 2012 E. 4.2; EMARK 2006 Nr. 20 E. 2.1 

m.w.H). Der Anspruch auf Wiedererwägung ergibt sich nach ständiger 

Praxis des Bundesgerichts aus Art. 29 Abs. 2 BV (BGE 136 II 177 E. 2). 

Dabei ist es unerheblich, ob die ursprüngliche Verfügung, die (teilweise) 

in Wiedererwägung gezogen werden soll, unangefochten in Rechtskraft 

erwuchs oder erst nach einem Beschwerdeverfahren vor Bundesverwal-

tungsgericht rechtskräftig wurde. Da ein solches Wiedererwägungsge-

such mit (seit dem Zeitpunkt der Rechtskraft der ursprünglichen Verfü-

gung) neu eingetretenen Sachverhaltselementen begründet wird, und 

damit nicht die Fehlerhaftigkeit der ursprünglichen Verfügung respektive 

eines allfälligen Beschwerdeurteils behauptet, ist das BFM berechtigt 

(und gehalten), das Gesuch zu behandeln. Hierbei handelt es sich um ei-

ne in Lehre und Praxis etablierte Durchbrechung des Devolutiveffekts bei 

Verfügungen, die einen Dauersachverhalt regeln (BGE 97 I 748 E. 4b; Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts A-6381/2009 vom 16. März 2010, 

E. 3.4; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 742). 

3.2.3 Das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 7. März 2014 an das 

BFM bezieht und beschränkt sich ausdrücklich auf den Wegweisungsvoll-

zug. Die Beschwerdeführerin beantragte (entgegen der Überschrift ihrer 

Eingabe) nicht nur die Feststellung von Wegweisungsvollzugshindernis-

sen, sondern auch ihre vorläufige Aufnahme in der Schweiz. Materiell 

handelte es sich damit um ein Gesuch um teilweise Wiedererwägung der 

asylrechtlichen Verfügung bezüglich des Wegweisungsvollzugs. Das BFM 

hat denn auch alle im Rahmen des eingereichten Gesuchs gestellten An-

träge behandelt. 

3.3 Das BFM hat das Gesuch vom 7. März 2014 somit zu Recht als Wie-

dererwägungsgesuch entgegengenommen und entsprechend behandelt. 

Der Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung 

ist abzuweisen, da das BFM bezüglich der in der Eingabe vom 7. März 

2014 gestellten Anträge keine Rechtsverweigerung begangen hat. 

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Seite 6 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin erhebt mehrere formelle Rügen. Vorab macht 

sie eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend. Sie habe mit 

ihrem Gesuch beim BFM ein vorläufiges Arztzeugnis zu ihrem Gesund-

heitszustand eingereicht und darauf hingewiesen, dass nach einigen Be-

handlungen ein vollständiges Arztzeugnis nachgereicht werde. Das BFM 

habe das Verfahren jedoch bereits auf Grundlage des vorläufigen Arzt-

zeugnisses abgeschlossen und das Gesuch abgewiesen, ohne den 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären. Damit habe das BFM auch 

gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör verstossen: Trotz eines "deut-

lichen – impliziten – Beweisantrages" auf Einreichung eines weiteren, 

ausführlichen Arztzeugnisses sei das Gesuch abgewiesen worden. Zu-

dem habe das BFM eine willkürliche Beweiswürdigung des Arztzeugnis-

ses vorgenommen, da es ihm die Aussagekraft abgesprochen habe. 

Beim Arztzeugnis handle es sich um ein Privatgutachten, dessen Be-

weiswert nur verneint werden könne, wenn konkrete Indizien vorlägen, 

welche geeignet seien, dessen Zuverlässigkeit in Zweifel zu ziehen.  

4.2 Die Beschwerdeführerin reichte beim BFM zusammen mit ihrem Ge-

such vom 7. März 2014 ein "Attest" von Dr. med. B._______ vom 

28. Februar 2014 ein (neben einem kurzen, handschriftlichen "Befund" 

des gleichen Arztes vom 14. Februar 2014). Dieser legt darin dar, die Be-

schwerdeführerin sei nach zwei Jahren vergeblicher Hoffnung auf Asyl-

gewährung total verzweifelt, auch wenn dies nicht auf den ersten Blick of-

fensichtlich sein möge. Erfahrungen der letzten Jahre mit mehreren Sui-

ziden unter Eritreern liessen ernsthaft befürchten, dass die Suizidgefahr 

erheblich sei. Der Attest enthält keine weiteren (individuellen) Ausführun-

gen zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. 

4.3 Das BFM führte in der angefochtenen Verfügung aus, die geltend 

gemachte totale Verzweiflung der Beschwerdeführerin stehe gemäss Ein-

schätzung des behandelnden Arztes in direktem Zusammenhang mit dem 

abschlägigen Asylentscheid. Dieser psychischen Belastung könne jedoch 

im Rahmen einer entsprechenden Rückkehrvorbereitung Rechnung ge-

tragen werden. Die angeblich erhebliche Suizidgefahr der Beschwerde-

führerin stütze der Arzt auf die allgemeine Erfahrung mit mehreren Suizi-

den von anderen Eritreern. Ihre Situation könne jedoch nicht mit anderen 

in der Schweiz lebenden Eritreern verglichen werden, da sie aus einer 

privilegierten Familie mit Beziehungen zur Regierungspartei stamme und 

bei ihrer Rückkehr auf ein familiäres Beziehungsnetz zurückgreifen kön-

ne. Zudem habe sie offenbar nie Suizidgedanken geäussert.  

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Seite 7 

4.4 Der Umgang des BFM mit dem von der Beschwerdeführerin einge-

reichten Arztschreiben vom 28. Februar 2014 ist nicht zu beanstanden. 

Das BFM setzt sich in der angefochtenen Verfügung ausführlich mit dem 

lediglich eineinhalbseitigen und offenbar auf einer einzigen, "notfallmässi-

gen" Konsultation beruhenden Arztschreiben auseinander. Das BFM hat 

damit dem Arztzeugnis offensichtlich weder explizit noch implizit den Be-

weiswert angesprochen. Dem BFM kann – aufgrund des äusserst gerin-

gen Inhalts des ärztlichen Schreibens und der relativ ausführlichen, mate-

riellen Erwägungen des BFM dazu – auch in keiner Weise vorgeworfen 

werden, es habe das Beweismittel in willkürlicher Weise gewürdigt.  

Die Beschwerdeführerin stellte in ihrem Gesuch an das BFM keinen An-

trag auf Ansetzung einer Nachfrist zur Einreichung eines zusätzlichen 

Arztzeugnisses, sondern stellte lediglich in Aussicht, sie werde so bald 

wie möglich eine genauere Anamnese der Erkrankung nachreichen. Eine 

Begründung für die nachträgliche Einreichung respektive das späte Auf-

suchen eines Arztes führte sie nicht an. Unter diesen Umständen ist nicht 

zu beanstanden, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung nicht 

explizit ausführte, weshalb es auf die Einholung eines ausführlicheren 

Arztberichts verzichtete. Aus den Erwägungen in der angefochtenen Ver-

fügung kann nämlich ohne Weiteres geschlossen werden, dass das Bun-

desamt in antizipatorischer Beweiswürdigung davon ausging, dass selbst 

ein ausführlicheres Arztzeugnis an seinen Schlussfolgerungen nichts än-

dern würde. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin 

auch auf Beschwerdeebene bis zum heutigen Tag, über acht Monate 

nach Einreichung des Gesuchs beim BFM, kein ausführliches Arztzeugnis 

eingereicht hat, sondern lediglich einen "kurzen Verlaufsbericht", dem 

keine relevanten Informationen entnommen werden können.  

4.5 Damit ist festzustellen, dass das BFM weder gegen den Untersu-

chungsgrundsatz verstossen, noch das rechtliche Gehör verletzt oder ei-

ne willkürliche Beweiswürdigung vorgenommen hat. 

5.  

5.1 Materiell führt die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift ledig-

lich aus, es sei nicht auszuschliessen, dass durch eine Ausschaffung be-

ziehungsweise durch ihre aktuelle Situation eine Suizidgefahr bestehe. 

Als zusätzliches Beweismittel liess sie am 8. Mai 2014 einen "kurzen Ver-

laufsbericht" von Dr. med. B._______ einreichen. Diesem ist zu entneh-

men, dass sie nach dem Ausschaffungsgespräch beim BFM in einem 

"hypomanisch anmutenden Schockzustand" gewesen sei. Der psychi-

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Seite 8 

sche Zustand sei nach aussen unverändert geblieben. Die Aussagen des 

Arztes beruhen gemäss seinem Schreiben offenbar auf einem persönli-

chen Gespräch mit der (gemäss Beschwerdeschrift keiner schweizeri-

schen Landesprache mächtigen, gemäss Vorakten neben der tygrini-

schen Sprache geringe Französisch- und Italienischkenntnisse aufwei-

senden) Beschwerdeführerin sowie möglichweise auf Telefonaten, wobei 

nicht aus dem Schreiben hervorgeht, mit wem sie in telefonischem Kon-

takt stand, wie lange die Besprechung(en) gedauert haben und was be-

sprochen wurde. 

5.2 Die Beschwerdeführerin vermag mit diesen Ausführungen und Be-

weismitteln – wie das BFM zu Recht feststellte – keine gegenüber dem 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Januar 2014 in wesentli-

chen Punkten veränderte Sachlage darzulegen. Die eingereichten Arzt-

schreiben vermögen in keiner Weise eine Verschlechterung des gesund-

heitlichen Zustandes der Beschwerdeführerin in dieser Zeitspanne darzu-

legen, welche die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu begrün-

den vermögen würde. Sie beschränken sich darauf, auf die Möglichkeit 

einer Suizidgefahr bei der Beschwerdeführerin hinzuweisen, ohne ir-

gendwelche auf die individuelle gesundheitliche Situation der Beschwer-

deführerin bezogene Ausführungen zu machen. Das BFM hat damit das 

Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen. 

6.  

Die Beschwerdeführerin beantragt zudem, ihr seien keine Kosten für das 

vorinstanzliche Verfahren aufzuerlegen und das Gesuch um unentgeltli-

che Rechtspflege und Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters 

für das Verfahren vor der Vorinstanz sei gutzuheissen. 

6.1 Art. 111d Abs. 1 AsylG sieht vor, dass das BFM eine Gebühr erhebt, 

sofern es ein Wiedererwägungsgesuch ablehnt. Vorliegend hat das BFM 

das Wiedererwägungsgesuch abgewiesen, und das Bundesverwaltungs-

gericht schützt die Abweisung mit dem vorliegenden Urteil. Das BFM hat 

damit die Gebühr grundsätzlich zu Recht erhoben. 

6.2 Nach Art. 111d Abs. 2 AsylG befreit das BFM die gesuchstellende 

Person nach Einreichung des Wiedererwägungsgesuchs auf Gesuch hin 

von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern sie bedürftig ist und ihre 

Begehren nicht von vornherein aussichtslos erscheinen. Das BFM äus-

sert sich in der angefochtenen Verfügung nicht explizit zur Aussichtslosig-

keit der Begehren der Beschwerdeführerin. Aus den Erwägungen der an-

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Seite 9 

gefochtenen Verfügung und der kurzen Bearbeitungszeit kann jedoch ge-

schlossen werden, dass das BFM das Wiedererwägungsgesuch als aus-

sichtslos ansah, was aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht zu 

beanstanden ist. Auch der Antrag auf Befreiung von der Bezahlung von 

Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren ist entsprechend ab-

zuweisen.  

6.3 Ebenfalls abzuweisen ist damit auch der Antrag auf Beiordnung eines 

unentgeltlichen Rechtsvertreters für das Verfahren vor der Vorinstanz. 

Das BFM stützt die Ablehnung dieses Antrags in der angefochtenen Ver-

fügung irrtümlich auf Art. 111d Abs. 1 letzter Satz AsylG, der sich jedoch 

auf Parteientschädigungen bei (teilweisen) Gutheissungen von Wiede-

rerwägungs- oder Mehrfachgesuchen bezieht und deshalb vorliegend 

nicht einschlägig ist. Die Ablehnung der Beiordnung eines unentgeltlichen 

Rechtsvertreters nach Art. 29 Abs. 3 BV rechtfertigt sich allerdings bereits 

wegen der Aussichtslosigkeit der gestellten Begehren. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von ins-

gesamt Fr. 1200.– der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der einbezahlte 

Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden 

(Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG i.V.m. Art. 1–3 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Es ist keine Parteientschädigung 

auszurichten (Art. 7 Abs. 1 VGKE und Art. 64 Abs. 1 VwVG, e contario). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2357/2014 

Seite 10 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Ver-

fahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Stöckli Tobias Grasdorf 

 

 

 

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