# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 494abfb6-9697-545b-afcb-c49dcfef7cad
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundespatentgericht 29.10.2014 O2013_020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BPatG/CH_PATG_001_O2013-020_2014-10-29.pdf

## Full Text

O2013_020

VerfügungÿdesÿBundespatentgerichtsÿvomÿ29.ÿOktoberÿ2014ÿ

inÿSachenÿA.ÿAGÿgegenÿBÿAB

Regeste:

Art.ÿ6ÿAbs.ÿ1ÿEMRK;ÿArt.ÿ29ÿAbs.ÿ1ÿBV; unbedingtesÿReplikrecht.

DieÿWahrungÿdesÿunbedingtenÿReplikrechtsÿerlaubtÿdenÿParteienÿkeineÿVorbringen,ÿwelcheÿnachÿder

ZPOÿnochÿnicht oderÿnichtÿmehrÿzulässigÿsind.

Art.ÿ6ÿCEDH;ÿArt.ÿ29ÿal.ÿ1ÿCst; droit deÿrépliqueÿinconditionnel.

Laÿgarantieÿduÿdroitÿdeÿrépliqueÿinconditionnelÿneÿpermetÿpasÿauxÿpartiesÿdeÿprésenterÿdesÿ

allégationsÿquiÿneÿsontÿpasÿencoreÿouÿquiÿneÿsontÿplusÿrecevablesÿselonÿleÿCPC.

Art.ÿ6ÿCEDU;ÿArt.ÿ29ÿcpv.ÿ1ÿCost.; dirittoÿdiÿreplicaÿincondizionato.

Laÿtutelaÿdelÿdirittoÿdiÿreplicaÿincondizionatoÿnonÿconsenteÿalleÿpartiÿdiÿpresentareÿallegazioniÿnonÿ

ancoraÿammissibiliÿodÿormaiÿinammissibiliÿsecondoÿilÿCPC.

Art.ÿ6ÿpara. 1ÿECHR;ÿArt.ÿ29ÿpara. 1ÿCst; unconditionalÿrightÿtoÿreply.

Upholdingÿtheÿunconditionalÿrightÿtoÿreplyÿdoesÿnotÿallowÿtheÿparties toÿmakeÿsubmissionsÿthatÿareÿ

notÿyetÿorÿnoÿlongerÿpermittedÿunderÿCPC.

B u n d e s p a t e n t g e r i c h t  

T r i b u n a l  f é d é r a l  d e s  b r ev e t s  

T r i b u n a l e  f e d e r a l e  d e i  b r e v e t t i  

T r i b u n a l  f e d e r a l  d a  p a t en t a s  

F e d e r a l  P a t e n t  C o u r t  

 

 

 

 O2013_020 

 

  Ve r f ü g u n g  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 1 4    

Besetzung 

 
Präsident Dr. iur. Dieter Brändle, 

Erste Gerichtsschreiberin lic. iur. Susanne Anderhalden 

  
Verfahrensbeteiligte 

 
A. AG 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thierry Calame 

 

Klägerin 

 
 

 
gegen 

 

 
B. AB 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael Ritscher und  

Rechtsanwalt Dr. iur. Mark Schweizer 

 

Beklagte 

 

Gegenstand 

 
Feststellung Nichtigkeit 

 

 

 

O2013_020 

Seite 2 

Der Präsident zieht in Erwägung: 

1. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2014 wurde der Beklagten die Stel-

lungnahme der Klägerin vom 10. Oktober 2014 zur Duplik zugestellt. 

Der Beklagten wurde eine Frist bis 28. Oktober 2014 angesetzt zur Stel-

lungnahme ausschliesslich zu neuen Begehren, Behauptungen und Bei-

lagen der Stellungnahme zur Duplik, wobei jede als neu bezeichnete Be-

hauptung einzeln anzuführen sei. Widrigenfalls werde auf die Stellung-

nahme nicht eingetreten. 

2. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2014 erfolgte die entsprechende Stel-

lungnahme der Beklagten. 

3. Die Stellungnahme der Beklagten hält sich in keiner Weise an die Vor-

gaben der Verfügung vom 14. Oktober 2014. 

Die Stellungnahme beginnt mit einem "Summary" (), welches nicht einmal 

Bezug nimmt auf die Stellungnahme der Klägerin. Im weiteren Verlauf der 

Stellungnahme werden nur teilweise als neu bezeichnete Behauptungen 

aufgeführt, teilweise wird frei plädiert, teilweise wird auf offensichtlich 

längst Behandeltes eingegangen (etwa "Plaintiff again re-iterates 9"; 

"Plaintiff keeps insisting 9"). 

Das sogenannte unbedingte Replikrecht gibt den Parteien ein Recht zur 

Stellungnahme zur jeder Eingabe der Gegenseite,
1
 hindert das Gericht 

aber nicht daran, die Zulässigkeit des Vorgebrachten zu beurteilen.
2
 Mit 

dem nach der Duplik erfolgten Abschluss des Schriftenwechsels stehen 

den Parteien (bis zur Hauptverhandlung) keine weiteren Vorbringen zu, 

es sei denn, dass sie sich zur Wahrung des rechtlichen Gehörs noch zu 

neuen Vorbringen der Gegenseite äussern können. Genau darauf zielte 

die Verfügung vom 14. Oktober 2014 ab. Jene Vorgaben nicht befolgende 

Eingaben sind nicht zulässig. Weitergehende Ausführungen werden an 

der Hauptverhandlung im Rahmen der ersten Parteivorträge (Art. 228 

ZPO), allerdings unter Beachtung der Novenregelung (Art. 229 ZPO), 

vorgebracht werden können, aber nicht vorgängig im Rahmen einer Stel-

lungnahme zu neuen Behauptungen der Gegenseite. Das würde zu ei-

                                                
1
 BGE 138 I 484 E. 2.1 mit Verweisen 

2
 Eric Pahud, DIKE-Komm-ZPO, Art. 225 N 5 

O2013_020 

Seite 3 

nem uferlosen Austausch von Stellungnahmen führen, der sich mit einer 

beförderlichen Prozesserledigung
3
 nicht in Einklang bringen liesse. 

Der Beklagten ist deshalb Frist zur Verbesserung ihrer Stellungnahme im 

Sinne der Erwägungen anzusetzen, widrigenfalls die Stellungnahme un-

beachtet bliebe. 

 

Der Präsident verfügt: 

1. Der Beklagten wird eine nicht erstreckbare Frist bis 6. November 

2014 angesetzt, um ihre Stellungnahme vom 28. Oktober 2014 im 

Sinne der Erwägungen zu verbessern, widrigenfalls die Stellungnah-

me unbeachtet bliebe. 

2. Schriftliche Mitteilung an die Klägerin unter Beilage von act. 46 sowie 

an die Beklagte, je mit Gerichtsurkunde. 

 

 

St. Gallen, 29. Oktober 2014 

Im Namen des Bundespatentgerichts 

Präsident Erste Gerichtsschreiberin 

 

 

Dr. iur. Dieter Brändle lic. iur. Susanne Anderhalden 

 

Versand: 29.10.2014 

 

                                                
3
 Art. 29 Abs. 1 BV; Art. 6 Abs. 1 EMRK