# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b23cba66-95a4-55d5-b5a6-0cd24ce5875e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2008 E-2162/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2162-2007_2008-12-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2162/2007/noc

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Kurt Gysi (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Markus König, 
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Dominik Heinzer, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
20. Februar 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2162/2007

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer den Heimat-

staat  am 20.  Juli  2006  und  gelangte  am 7.  September  2006  in  die 

Schweiz, wo er gleichentags ein Asylgesuch einreichte. Am 12. Sep-

tember 2006 wurde der Beschwerdeführer im Empfangs- und Verfah-

renszentrum Basel befragt. Das B._______ hörte ihn am 24. Oktober 

2006  zu  den  Asylgründen  an.  Im  Wesentlichen  machte  der 

Beschwerdeführer  geltend,  im  Jahre  1984  sei  er  von 

Armeeangehörigen  einmal  geschlagen  worden.  Ende  der  80er 

beziehungsweise  anfangs  der  90er-Jahre  habe  er  die  „Liberation 

Tigers of Tamil Eelam“ (LTTE) mit Lebensmitteln versorgt und einmal 

während rund zwei Wochen für  diese gekocht.  Aufgrund der Kampf-

handlungen zwischen der srilankischen Armee und der LTTE sei er im 

Jahre 1994 gezwungen gewesen, sich zu seiner Schwester ins Vanni-

Gebiet zu begeben. Nach rund zwei Jahren sei er in sein Dorf heimge-

kehrt.  Dabei  habe  er  feststellen  müssen,  dass  sein  Haus  bei  den 

Kampfhandlungen zerstört worden sei. Er sei deshalb ins Vanni-Gebiet 

zurückgekehrt. Im Jahre 2002 habe sich die Lage entspannt und er sei 

vorübergehend nach Hause zurückgekehrt. Im folgende Jahr sei er er-

neut von der Armee geschlagen worden. Ebenfalls im Jahr 2003 habe 

er sich eine Identitätskarte und einen Reisepass ausstellen lassen. In 

der Folge habe er im Herbst 2003 seine in der Schweiz lebende Toch-

ter besucht. Nach drei Monaten sei er ohne Probleme in sein Heimat-

land  (Vanni-Gebiet)  zurückgekehrt.  In  Sri  Lanka  sei  die  allgemeine 

Lage schlecht.  Die Armee dringe in Häuser  ein und erschiesse ver-

dächtige Personen. Mehrere Verwandte von ihm seien getötet worden, 

unter  anderem sein Bruder.  Zwischen 2002 und Ende 2005 sei  eine 

seiner  Töchter  Mitglied  der  LTTE gewesen.  Wegen  dieser  Mitglied-

schaft habe er jedoch keine Probleme mit den heimatlichen Behörden 

gehabt. 

B.
Mit  Verfügung  vom 20. Februar  2007  stellte  das  BFM fest,  der  Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das 
Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und ordnete deren Vollzug an. 

C.
Mit  Eingabe vom 22. März 2007 reichte  der Beschwerdeführer beim 

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Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Verfü-
gung  des  BFM  sei  aufzuheben.  Es  sei  festzustellen,  dass  er  die 
Flüchtlingseigenschaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gewähren. Even-
tualiter sei die Unzumutbarkeit der Wegweisung die vorläufige Aufnah-
me zu gewähren. Subeventualiter sei die Sache zur hinreichenden Ab-
klärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. Sodann sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 
verzichten und die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

D.

Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  März  2007  hiess  der  Instruktions-

richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege - 

unter Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Be-

schwerdeführers -  gut  und verzichtete antragsgemäss auf  die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses. 

E.

Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 19. April  2007 die 

Abweisung  der  Beschwerde.  Mit  Zwischenverfügung  vom  24.  April 

2007 unterbreitete  der  Instruktionsrichter  dem Beschwerdeführer  die 

Vernehmlassung zur Stellungnahme.

F.

Mit Schreiben vom 25. April 2007 reichte der neue Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers  eine  Vollmacht  sowie  drei  Auszüge  aus  dem 

Todesregister  und  ein  Begleitschreiben  von  C._______  vom 

15. Februar 2007 mit Briefumschlag ein.

G.

Innert  der  mit  Zwischenverfügung  vom  24.  April  2007  angesetzten 

Frist reichte der Beschwerdeführer am 8. Mai 2007 die Replik ein.

H.

Mit  Zwischenverfügung vom 6.  März  2008 unterbreitete  der  Instruk-

tionsrichter die Akten dem BFM zu einem weiteren Schriftenwechsel. 

I.

Mit Verfügung vom 11. März 2008 hob das BFM in teilweiser Wieder-

erwägung der  Verfügung vom 20.  Februar  2007 die Ziffern 4 und 5 

auf, stellte fest, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei und 

ordnete  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  in  der 

Schweiz an.

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J.

Mit  Zwischenverfügung  vom  14.  März  2008  stellte  der  Instruktions-

richter fest, dass die Beschwerde, soweit den Vollzug der Wegweisung 

betreffend,  gegenstandslos  geworden  ist.  Gleichzeitig  fragte  er  den 

Beschwerdeführer  an,  ob er  in Anbetracht  dieser  Umstände die Be-

schwerde zurückziehen wolle.  Innert  der  angesetzten Frist  teilte  der 

Beschwerdeführer mit, dass er an der Beschwerde festhalte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in die-
sem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung und ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. 
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 
(Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48  Abs. 1  sowie  50  Abs. 1  und  52  Abs.  1 
VwVG). 

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-

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kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.  
4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch ab,  da die Vorbringen des Be-

schwerdeführers den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft ge-

mäss Art. 3 AsylG nicht standhielten. Die geltend gemachte Hauszer-

störung,  die  1994  erfolgte  Vertreibung  ins  Vanni-Gebiert  sowie  die 

1984 und 2003 erlittenen Schläge durch Armeeangehörige hätten im 

Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers bereits mehrere Jahre 

und damit zu weit zurückgelegen, um noch als Anlass für diese ange-

sehen  zu  werden.  Diese  Sichtweise  werde  dadurch  bestätigt,  dass 

sich der  Beschwerdeführer  im Jahre 2003 während drei  Monaten in 

der Schweiz aufgehalten habe und anschliessend in sein Heimatland 

zurückgekehrt sei.  Was die geltend gemachte Situation in Sri Lanka 

und den Tod verschiedener Verwandter des Beschwerdeführers anbe-

lange, so verfolge das BFM die aktuelle Situation in Sri Lanka mittels 

verschiedener und breit gefächerter Informationsquellen. Die Tatsache 

allein,  dass  sich  die  Sicherheitslage  insbesondere  im  Norden  und 

Osten des Landes verschlechtert habe, reiche nicht, um eine einreise-

relevante  Verfolgungssituation  zu  begründen.  Der  Beschwerdeführer 

könne aus der sich verschlechterten Situation und auch aus dem ge-

waltsamen Tod von Verwandten für  seine Person keine Asylrelevanz 

herleiten. Sodann reiche auch der Umstand, dass er von Drittpersonen 

erfahren habe, dass die Armee ihn gesucht habe, nicht aus, um eine 

asylrelevante Verfolgungssituation zu begründen, auch wenn der Be-

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schwerdeführer vor vielen Jahren ein Mal  die LTTE unterstützt  habe 

oder eine Tochter ein Mitglied der LTTE gewesen sei, zumal der Be-

schwerdeführer gemäss eigenen Aussagen seit der Rückkehr nach Sri 

Lanka Ende 2003 keine Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behör-

den gehabt habe. Den Akten könnten keine konkreten Hinweise ent-

nommen werden, dass dem Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt 

Verfolgungsmassnahmen  aus  einem  der  in  Art.  3  AsylG  genannten 

Gründe drohen könnten.

4.2 In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer daran fest, 

er  erfülle  die Voraussetzungen zur  Anerkennung als  Flüchtling.  Auf-

grund seiner Hilfeleistungen für die LTTE sei er asylrelevanter Verfol-

gung ausgesetzt  gewesen.  Seine ganze Familie  habe immer  wieder 

Probleme mit den srilankischen Militärbehörden gehabt. Mehrere nahe 

Familienangehörige seien vom Militär getötet worden. Er habe begrün-

dete Furcht, bei einer Rückkehr ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG ausgesetzt zu sein. Sowohl die Gezieltheit als auch die 

Intensität  der Verfolgung seien klar  gegeben.  Er sei  nur  nicht  früher 

ausgereist,  weil  er  während langer  Zeit  im Vanni-Gebiet  eine relativ 

sichere interne Fluchtalternative gehabt  habe.  Nachdem der Bürger-

krieg wieder ausgebrochen sei, habe sich die Sicherheits- und Versor-

gungslage im Vanni-Gebiet auf dramatische Art und Weise verschlech-

tert. Das Vanni-Gebiet habe sich nicht mehr als sichere Fluchtalterna-

tive erwiesen. Auch ein Ausweichen in einen anderen Landesteil wäre 

unmöglich. 

4.3 Wie bereits das BFM in der angefochtenen Verfügung festgestellt 

hat, war im Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers der erfor-

derliche sachliche und zeitliche Kausalzusammenhang zwischen der-

selben und der Zerstörung des Hauses, der Vertreibung ins Vanni-Ge-

biet  sowie der  zweimalig  erlittenen Schläge durch Armeeangehörige 

nicht mehr gegeben. Dieser Schluss rechtfertigt sich um so mehr, als 

sich der Beschwerdeführer im Jahre 2003 ohne weiteres eine Identi-

tätskarte  und  einen  Reisepass  ausstellen  lassen  konnte  und  nach 

einem dreimonatigen Aufenthalt  bei  seiner  in  der  Schweiz  lebenden 

Tochter  problemlos wieder in sein Heimatland zurückgekehrt  ist.  So-

dann hat der Beschwerdeführer für die Zeit nach seiner Rückkehr, ab-

gesehen  von den  einmaligen  und  offensichtlich  nicht  asylrelevanten 

Schlägen durch Armeeangehörige - keine Behelligungen im Sinne von 

Art. 3 AsylG geltend gemacht. Ferner verneinte er anlässlich der Be-

fragungen explizit, aufgrund der Mitgliedschaft seiner Tochter bei der 

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LTTE irgendwelche Probleme gehabt zu haben. Schliesslich ist  noch 

festzuhalten, dass weder den Aussagen des Beschwerdeführers noch 

den Akten Hinweise zu entnehmen sind, dass er aus seiner seinerzei-

tigen  Unterstützung  der  LTTE  irgendwelche  konkreten  Nachteile  im 

Sinne von Art. 3 AsylG erlitten hätte.

4.4
4.4.1 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer weiter 

geltend,  aufgrund  seiner  ehemaligen  Unterstützung  der  LTTE  und 

nachdem mehrere nahe Verwandte von der srilankischen Armee getö-

tet  worden seien sowie der  neusten Entwicklung in  seinem Heimat-

land, habe er begründete Furcht vor künftiger Verfolgung. 

4.4.2 Eine  asylsuchende  Person  erfüllt  die  Flüchtlingseigenschaft, 

wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat (oder solche 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begrün-

deterweise  befürchten  muss),  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund  be-

stimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive durch 

Organe des Heimat- oder Herkunftsstaats zugefügt worden sind (bzw. 

zugefügt  zu  werden  drohen).  Die  erlittene  Verfolgung  beziehungs-

weise die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung muss aber nicht 

nur  anlässlich  der  Ausreise  aus  dem  Heimat-  oder  Herkunftsstaat, 

sondern  grundsätzlich  auch  im Zeitpunkt  des  Asylentscheids  aktuell 

sein. Begründete Furcht vor künftiger staatlicher Verfolgung liegt ent-

sprechend nur vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, letz-

tere hätte sich - aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise - mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht und wür-

de sich auch noch aus heutiger Sicht mit ebensolcher Wahrscheinlich-

keit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglich-

keit  künftiger  Verfolgung genügt  nicht;  es  müssen konkrete  Indizien 

vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten Benachteiligung als wahr-

scheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und 

nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-

gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 21 

E. 3; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 

1990, S. 143 ff.).

4.4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Grundsatzentscheid 

BVGE 2008 Nr. 2 einlässlich mit der aktuellen Lage in Sri Lanka be-

fasst. Es kam dabei zum Schluss, dass sich seit Januar 2006 die dorti-

ge Sicherheitslage kontinuierlich verschlechtert habe. Viele der wieder 

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vermehrt  vorkommenden  Entführungen  liessen  sich  innertamilischen 

Auseinandersetzungen  zuordnen;  mit  der  Abspaltung  der  Karuna-

Fraktion sei ein neuer Konfliktpunkt entstanden. Die LTTE seien dafür 

bekannt,  dass  sie  gegen  Widersacher  und  Abtrünnige  in  ihrem 

Herrschaftsgebiet, aber auch ausserhalb, mit blutiger Härte vorgehen 

würden.  Die  Entführungen  würden  seitens  der  Sicherheitskräfte  oft 

passiv  geduldet.  Auffallend  sei  in  diesem Zusammenhang vor  allem 

die Untätigkeit der Behörden bei der Aufklärung der Verbrechen. Einen 

polizeilichen Schutz vor diesen Entführungen gebe es nicht,  und die 

entsprechenden Taten würden so gut wie nie aufgeklärt. Das UNHCR 

spreche von einem Unvermögen der staatlichen Behörden, Personen 

Schutz  vor  zielgerichteter  Gewalt  und  Menschenrechtsverletzungen 

durch die  LTTE zu  bieten.  So  sei  die  Regierung selbst  in  Colombo 

nicht in der Lage und nicht willens, die dort lebenden Tamilen, welche 

der  Opposition  gegen  die LTTE verdächtigt  würden  oder  bei  diesen 

gar als Informanten der Regierung gälten,  vor der Ermordung durch 

die LTTE zu schützen.

4.4.4 Wie vorstehend dargelegt, konnte der Beschwerdeführer für die 

Zeit vor der Ausreise keine asylrelevanten Nachteile geltend machen. 

Da  die  Unterstützung  der  LTTE des  Beschwerdeführers  heute  rund 

zwanzig Jahre zurückliegt und er aufgrund derselben laut seinen eige-

nen  Angaben  nie  irgendwelchen  Behelligungen  seitens  der  srilanki-

schen Armee ausgesetzt war, muss er auch im heutigen Zeitpunkt und 

trotz  der  allgemeinen  Lage  in  Sri  Lanka  mit  überwiegender  Wahr-

scheinlichkeit nicht mit einer ihn konkret betreffenden  Verfolgung aus 

einem in  Art.  3  AsylG  genannten  Gründen  seitens  der  heimatlichen 

Behörden, namentlich des srilankischen Militärs rechnen. Vielmehr ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer von der allgemeinen schwie-

rigen Situation in Sri Lanka nicht mehr betroffen ist, als die übrige Be-

völkerung. Insoweit liegen keine konkreten Anhaltspunkte für  die An-

nahme einer begründeten Furcht vor künftiger Verfolgung  vor.

4.5  Zusammenfassend ist  festzustellen,  dass der Beschwerdeführer 
keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnte 
und nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Aufgrund der vorste-
henden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen 
in  der  Rechtsmitteleingabe einzugehen,  da sie  am festgestellten Er-
gebnis nichts zu ändern vermögen. Mangels erfüllter Flüchtlingseigen-
schaft  ist  dem  Beschwerdeführer  das  nachgesuchte  Asyl  zu  Recht 
nicht gewährt worden.

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5.

Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-
net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.

Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  fremdenpolizeiliche 

Aufenthaltsbewilligung noch hat  er  Anspruch auf  Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

Abs. 1 AsylG, EMARK 2001 Nr. 21).

7.
In teilweiser Wiedererwägung des angefochtenen Entscheides ordnete 

das BFM mit Verfügung vom 11. März 2008  die vorläufige Aufnahme 
des Beschwerdeführers an. Damit ist die Beschwerde soweit den Voll-
zug der  Wegweisung betreffend als  gegenstandslos geworden abzu-
schreiben.

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführern 
bezüglich der Frage der Anerkennung als Flüchtling, der Gewährung 
von Asyl und der Wegweisung nicht gelungen ist darzutun, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserhebli-
chen Sachverhalt  unrichtig  und unvollständig feststelle  oder unange-
messen sei (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist  demnach abzuwei-
sen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist. 

9.

9.1 Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  März  2007  hat  der 
Instruktionsrichter  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um 

Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutgeheissen. 

Entsprechend sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

9.2 Obsiegende und teilweise  obsiegende Parteien  haben Anspruch 
auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen 
und verhältnismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 
und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]). Der Beschwerdeführer hat seinen Vertreter erst nach Ein-
reichung der Beschwerdeschrift beigezogen. Dieser hat drei kurze Ein-
gaben eingereicht, mithin ist daher davon auszugehen, dass dem Be-

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schwerdeführer  aus  dem  vorliegenden  Verfahren  keine  verhältnis-
mässig hohen Kosten entstanden sind, weshalb ihm keine Parteient-
schädigung auszurichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos 
abgeschrieben wird.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Bei-
lagen:  3  Certificates  of  Death  [englisch]  sowie  2  diesbezügliche 
Originaldokumente)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (in Kopie)

- das B._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand:

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