# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be968a95-6f27-5e7f-b476-c7aa3aa676d7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 16.03.2004 B 2004/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2004-3_2004-03-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2004/3

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 16.03.2004

Entscheiddatum: 16.03.2004

Entscheid Verwaltungsgericht, 16.03.2004
Ausländerrecht. Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG (SR 142.20), Art. 8 EMRK (SR 
0.101). Eine Adoption allein führt nicht dazu, dass der Adoptierte zu seinen 
Adoptiveltern die vorrangige familiäre Beziehung unterhält 
(Verwaltungsgericht, B 2004/3).

Anwesend: Präsident Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, lic. 

iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiberin lic. iur. R. Haltinner-

Schillig

_______________

In Sachen

I.K.-S.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.oec. Alfred Paul Müller, Im Ochsenbrunnen 11, 7310 

Bad Ragaz,

gegen

Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen,

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

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Familiennachzug von I. K.

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ I.K., geboren am 4. Februar 1958, Staatsangehöriger von Mazedonien, hielt sich in 

den Jahren 1983 bis 1992 regelmässig als Saisonarbeiter in der Schweiz auf. Am 24. 

November 1992 wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt und seit 11. Juli 1996 ist 

er im Besitz der Niederlassungsbewilligung.

I.K. ist seit dem 2. April 1979 mit seiner Landsfrau D. K.-S., geboren am 1. Februar 

1961, verheiratet. Das Ehepaar hat vier leibliche Kinder: A. (geboren am 18. August 

1981), I. (geboren am 22. Januar 1983), G. (geboren am 9. Oktober 1986) und E. 

(geboren am 8. November 1993). Am 29. August 1999 reiste D. K.-S. mit den drei 

jüngeren Kindern im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein. Der älteste 

Sohn A. folgte am 2. April 2000 nach, nachdem das Ausländeramt seine abweisende 

Verfügung vom 27. Mai 1999 in Wiedererwägung gezogen hatte. D. und A. K. verfügen 

über eine Aufenthaltsbewilligung, während I., G. und E. in die 

Niederlassungsbewilligung ihres Vaters einbezogen wurden.

Am 26. Juli 2002 adoptierten I. und D. K.-S. in Struga, Mazedonien, I. K., geboren am 

2. Juni 1988, den älteren Sohn eines Bruders von I.K., V. K., und von dessen Ehefrau 

M..

Am 15. November 2002 reichte I.K. das Gesuch ein, es sei die Adoption von I. in der 

Schweiz anzuerkennen und es sei die Bewilligung zum Nachzug des Adoptivsohns in 

die Schweiz zu erteilen. Zur Begründung wurde geltend gemacht, die Adoption sei 

erfolgt, weil der Bruder des Gesuchstellers nicht mehr in der Lage sei, für seinen Sohn 

zu sorgen.

Mit Verfügung vom 2. Juni 2003 wies das Ausländeramt das Gesuch um Erteilung einer 

Einreise- und Aufenthaltsbewilligung für I. ab. Der Entscheid wurde im wesentlichen 

damit begründet, die in Mazedonien erfolgte Adoption sei wohl anzuerkennen, das 

Gesuch erweise sich indessen als rechtsmissbräuchlich, weil sie aus wirtschaftlichen 

Gründen erfolgt sei, um dem nachzuziehenden Kind kurz vor Erreichen der Mündigkeit 

den Aufenthalt in der Schweiz zu verschaffen.

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B./ Am 17. Juni 2003 erhob I.K. gegen die Verweigerung des Nachzugs von I. Rekurs 

beim Justiz- und Polizeidepartement. Das Justiz- und Polizeidepartement hat den 

Rekurs am 8. Dezember 2003 abgewiesen. Die Rekursinstanz anerkannte die Adoption 

ebenfalls, begründete ihren Entscheid indessen im wesentlichen damit, für eine 

Aenderung der bisherigen Betreuungsverhältnisse seien keine überwiegenden 

familiären Interessen ersichtlich und die Fortführung und Pflege der bisherigen 

Beziehung sei gewährleistet. Mit der Adoption sei nicht in erster Linie das familiäre 

Zusammenleben mit I. bezweckt worden. Sie sei aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt, 

um ihm ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verschaffen.

C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 7. Januar 2004 erhob I.K. gegen den 

Entscheid des Justiz- und Polizeidepartements vom 8. Dezember 2003 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht. Er stellte die Rechtsbegehren, der Rekursentscheid sei 

aufzuheben und es sei ihm für seinen Adoptivsohn I. eine Einreise- und 

Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs zu erteilen.

Die Vorinstanz schloss am 22. Januar 2004 auf Abweisung der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). I.K. ist zur 

Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerdeschrift vom 7. Januar 2004 entspricht zeitlich, formal und 

inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2./ Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz sei in unrichtiger Feststellung 

des Sachverhalts und fehlerhafter Ermessensbetätigung zum Ergebnis gelangt, dass 

keine überwiegenden familiären Interessen für den Nachzug von I. in die Schweiz 

sprechen. Der angefochtene Entscheid verletze Art. 17 Abs. 2 Satz 3 des 

Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung (SR 142.20, abgekürzt ANAG) und 

Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt 

EMRK).

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a) Die Vorinstanz ging unter Hinweis auf Bergmann/Ferid, Internationales Ehe- und 

Kindschaftsrecht, Frankfurt a.M. und Berlin 1998, und auf BGE 120 II 88 ff. und 111 II 

231 ff. davon aus, der Anerkennung der ausländischen Adoption stehe nicht entgegen, 

dass kein einjähriges Pflegeverhältnis bestanden habe. I. K. habe seit der am 26. Juli 

2002 in Mazedonien erfolgten Adoption die gleiche Rechtstellung wie die leiblichen 

Kinder des Beschwerdeführers. Ob diese Rechtsauffassung zutrifft, kann offen bleiben, 

weil die Beschwerde ohnehin abzuweisen ist (vgl. Ziff. c bb hienach). Zu bedenken ist 

indessen, dass eine im Ausland ergangene Entscheidung nach Art. 27 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (SR 291, abgekürzt IPRG) in der 

Schweiz nicht anerkannt wird, wenn die Anerkennung mit dem schweizerischen Ordre 

public offensichtlich unvereinbar wäre. Der materielle Ordre public als 

Verweigerungsgrund im Sinn von Art. 27 Abs. 1 IPRG ist dann verletzt, wenn eine 

Adoption gegen fundamentale Grundsätze des inländischen Adoptionsrechts verstösst. 

Das ist z.B. dann der Fall, wenn nicht das Wohl des Kindes im Vordergrund steht, 

sondern - analog zu Art. 7 Abs. 2 ANAG - Motive, die adoptionsfremd sind, wie etwa 

die Adoption ausschliesslich zur Erlangung sozialrechtlicher, aufenthaltsrechtlicher 

oder sonstiger Vorteile. Bei untypischen Gegebenheiten ist das Vorliegen eines 

sozialpsychischen Eltern-/Kind-Verhältnisses deshalb besonders genau zu prüfen (vgl. 

dazu Heini/Keller/Siehr/Vischer/Volken, IPRG-Kommentar, Zürich 1993, S. 614, und 

Honsell/Vogt/Geiser, Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Schweizerisches 

Zivilgesetzbuch I, Basel und Frankfurt a.M. 1996, Rz. 8 zu den Vorbemerkungen zu Art. 

264-269c mit Hinweis auf C. Hegnauer, Adoption eines unmündigen Asylbewerbers?, 

in: Zeitschrift für Vormundschaftswesen, 1993, S. 102 ff.). Eine Adoption kann des 

weiteren nur dann dem Wohl des Kindes dienen, wenn sie der bestehenden sozial-

psychischen Situation entspricht, eine lebendige, erhaltenswürdige Beziehung zur 

leiblichen Familie somit nicht mehr besteht und an ihrer Stelle die Adoptiveltern die 

nächsten Bezugspersonen geworden sind (vgl. Hegnauer, a.a.O., S. 104).

b) Der Beschwerdeführer vertritt vorab den Standpunkt, er habe seine Anträge 

eingehend begründet und sei seiner Beweisführungslast nachgekommen, indem er 

Beweismittel beigelegt oder bezeichnet habe. Er wirft der Vorinstanz vor, sie wäre 

aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes gehalten gewesen, weitere Beweismittel zu 

verlangen. Sodann habe sie eine unrichtige Beweiswürdigung vorgenommen.

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aa) Im Verwaltungsverfahren gilt grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Die 

Verwaltungsbehörden haben den rechtserheblichen Sachverhalt somit von Amtes 

wegen richtig und vollständig zu ermitteln und die Beweise zu erheben (vgl. Cavelti/

Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 589 mit 

Hinweisen). Es sind indessen lediglich die von den Beteiligten angebotenen und leicht 

zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen, wenn zur Wahrung 

des öffentlichen Interesses keine besonderen Erhebungen notwendig sind (Art. 12 Abs. 

2 in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 VRP). Die Untersuchungsmaxime wird sodann durch 

die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert. Diese greift namentlich dann, wenn eine 

Partei ein Verfahren durch eigenes Begehren einleitet oder darin eigene Rechte geltend 

macht, und insbesondere für Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die Behörde 

und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand 

erheben kann (vgl. dazu Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich/

Basel/Genf 2002, Rz. 1630, und VerwGE vom 27. Oktober 1998 i.S. G. mit Hinweis auf 

BGE 124 II 365). Dies trifft insbesondere auf behauptete persönliche Umstände in der 

Heimat des Ausländers zu. Solche Tatsachen lassen sich erfahrungsgemäss von den 

schweizerischen Behörden, wenn überhaupt, nur mit erschwertem Aufwand abklären 

(vgl. BGE 122 II 394 mit Hinweis auf ein unveröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. Februar 1996 i.S. S.C.).

bb) Im Rahmen des Gesuchsverfahrens hat das Ausländeramt den Beschwerdeführer 

am 5. Dezember 2002 aufgefordert, genau bezeichnete Unterlagen beizubringen und 

Fragen zu beantworten. Am 16. Januar 2003 reichte er das Adoptionsprotokoll mit 

Apostille, den "Lebenslauf" des Kindes und eine nicht unterzeichnete Erklärung ein, aus 

der hervorgeht, aus welchen Gründen die Adoption erfolgt ist. In der Folge, am 25. 

Februar 2003, wurde der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs davon 

in Kenntnis gesetzt, warum seinem Gesuch nicht stattgegeben werden könne. Mit 

seiner Stellungnahme vom 11. März 2003 bot er bezüglich der gesundheitlichen und 

finanziellen Verhältnisse der leiblichen Eltern von I. verschiedene Beweismittel an 

(Arztzeugnis, Zeugen, Bestätigung des Arbeitsamtes über die Arbeitslosigkeit). Am 17. 

März 2003 reichte der Beschwerdeführer wohl eine Bescheinigung des Bürgermeisters 

von Vesta und eine Bestätigung der Anstalt für Beschäftigung der Republik 

Mazedonien vom 10. März 2003 ein, wonach der Vater von I. arbeitslos ist und von 

Sozialhilfe lebt. Sodann nannte er einen nicht näher bezeichneten Zeugen, N. K., 

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Struga, Mazedonien, der in der Lage sein soll, über die Familie von I. Auskunft zu 

geben. Ueber welche rechtserheblichen Tatsachen der Zeuge Auskunft geben soll, 

wird nicht dargelegt. Die am 11. März 2003 in Aussicht gestellten Arztzeugnisse 

betreffend den Vater und die Mutter von I., die in erster Linie über deren 

Gesundheitszustand hätten Aufschluss geben können, hat er auch im Verfahren vor 

Verwaltungsgericht nicht eingereicht. Entgegen seiner Auffassung ist der 

Beschwerdeführer damit seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen. Unter diesen 

Umständen war die Vorinstanz weder gehalten, die in Aussicht gestellten Arztzeugnisse 

einzufordern, noch weitere Beweise bezüglich der persönlichen Verhältnisse der in 

Mazedonien lebenden Angehörigen des Beschwerdeführers abzunehmen.

c) Nach Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG haben ledige Kinder von Ausländern, die in der 

Schweiz niedergelassen sind, Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung 

ihrer Eltern, wenn sie mit diesen zusammenwohnen und noch nicht achtzehn Jahre alt 

sind. Wird die ausländische Adoption in der Schweiz anerkannt, ist das Adoptivkind 

wie ein leibliches Kind der Adoptiveltern zu behandeln und die entsprechenden Regeln 

über den Familiennachzug sind zu beachten (vgl. Weisungen und Erläuterungen über 

Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt des Bundesamtes für Ausländerfragen [heute: 

Bundesamt für Zuwanderung, Integration und Auswanderung), 2. Aufl., Bern 2003, S. 

119, Ziff. 542.2; Uebersax/Münch/Geiser/Arnold, Ausländerrecht, Basel 2002, Rz. 1326 

mit Hinweisen; M. Spescha, Handbuch zum Ausländerrecht, Bern 1999, S. 102).

aa) Zweck des sogenannten Familiennachzugs ist es, das Leben in der 

Familiengemeinschaft zu ermöglichen. Angestrebt wird die rechtliche Absicherung des 

Zusammenlebens der Gesamtfamilie. Verlangt wird ausdrücklich, dass die Kinder mit 

ihren Eltern zusammenwohnen werden. Auch die innere Systematik von Art. 17 Abs. 2 

ANAG geht vom Zusammenleben von Mutter und Vater aus. Die Nachzugsregelung ist 

mithin auf Familien zugeschnitten, in denen die (leiblichen) Eltern einen gemeinsamen 

ehelichen Haushalt führen (vgl. BGE 129 II 14 mit Hinweis auf BGE 126 II 330 mit 

Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist der nachträgliche Familiennachzug durch 

Eltern, die sich beide in der Schweiz niedergelassen haben und einen gemeinsamen 

ehelichen Haushalt führen, möglich, ohne dass besondere stichhaltige Gründe die 

beabsichtigte Aenderung des Betreuungsverhältnisses rechtfertigen müssen. Innerhalb 

der allgemeinen Schranken von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG ist somit der Nachzug von 

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gemeinsamen Kindern grundsätzlich jederzeit zulässig. Vorbehalten bleibt einzig das 

Rechtsmissbrauchsverbot (vgl. BGE 129 II 14 mit Hinweis auf BGE 126 II 332). Dabei 

ist davon auszugehen, dass je länger mit dem Nachzug zugewartet wird und je näher 

das Alter des Kindes an der Grenze zur Mündigkeit liegt, desto weniger das familiäre 

Zusammenleben im Vordergrund stehen dürfte, sondern vielmehr die Ansprüche von 

Art. 17 Abs. 2 ANAG zweckwidrig und damit rechtsmissbräuchlich geltend gemacht 

werden (vgl. BGE 126 II 329). Ein Rechtsmissbrauch liegt insbesondere dann vor, wenn 

ausschliesslich oder überwiegend wirtschaftliche Interessen für den Familiennachzug 

ausschlaggebend sind. Ob ein solcher Rechtsmissbrauch gegeben ist, kann in der 

Regel nur durch Indizien belegt werden (vgl. BGE 122 II 289 E. 2a/b).

Sodann verschafft der Familienschutz, der durch Art. 8 EMRK gewährleistet ist, kein 

vorbehaltloses Recht auf Nachzug von Kindern, namentlich dann nicht, wenn ein 

Ausländer selbst die Entscheidung getroffen hat, von seiner Familie getrennt in einem 

anderen Land zu leben (vgl. BGE 124 II 366 mit Hinweis auf BGE 122 II 385 E. 4b, 119 

Ib 81 E. 4a und 118 Ib 153 E. 2b).

bb) Der Beschwerdeführer erhielt die Niederlassungsbewilligung im Jahr 1996. Seither 

hat er grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug. Seine Ehefrau und die 

vier leiblichen Kinder leben denn auch seit dem Jahr 1999 bzw. 2000 in der Schweiz. 

Seit 26. Juli 2002 ist der Beschwerdeführer Adoptivvater seines Neffen I., der zum 

damaligen Zeitpunkt rund vierzehn Jahre alt war. I. lebt zusammen mit seinem jüngeren 

Bruder V., geboren am 15. Januar 1991, bei seinen leiblichen Eltern V. K., geboren am 

2. März 1963, und bei seiner Mutter M. K. in Velesta. Gemäss Angaben des 

Beschwerdeführers besuchte er dort die Grundschule und hat in Struga eine 

Ausbildung als Krankenpfleger begonnen. Auch wenn I. seit Juli 2002 als Adoptivsohn 

des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau ihren leiblichen Kindern rechtlich 

gleichgestellt ist, hat die Vorinstanz unter diesen Umständen zu Recht geprüft, ob mit 

dem Nachzug von I. das Zusammenleben der Gesamtfamilie in der Schweiz ermöglicht 

werden soll, oder ob andere, sachfremde Motive im Vordergrund stehen, bzw. ob sich 

der Beschwerdeführer in rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Adoption von I. beruft. 

In diesem Zusammenhang ist dem Beschwerdeführer vorab entgegenzuhalten, dass 

mit einer Adoption für sich allein nicht dargetan ist, dass der Adoptierte zu seinen 

Adoptiveltern die vorrangige familiäre Bindung unterhält. Im vorliegenden Fall schliesst 

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die Tatsache, dass der Adoptivsohn des Beschwerdeführers, der heute fast sechzehn 

Jahre alt ist, seit seiner Geburt mit seinen leiblichen Eltern in Mazedonien in 

Familiengemeinschaft lebt, jedenfalls aus, dass die Zusammenführung einer 

Gesamtfamilie in der Schweiz zur Diskussion steht, zumal keine Anhaltspunkte 

bestehen, wonach sich I. ernstlich und dauernd von seinen leiblichen Eltern entfremdet 

haben könnte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass I. eine bessere Ausgangslage für 

seine Zukunft verschafft werden soll. Der Beschwerdeführer behauptet zwar, mit der 

Adoption im Juli 2002 habe I. seine Ursprungsfamilie nicht nur in rechtlicher, sondern 

auch in tatsächlicher Hinsicht gewechselt. Die Tatsache, dass er nach der Adoption 

faktisch bei seinen Eltern habe bleiben müssen, sei ausschliesslich darauf 

zurückzuführen, dass das ausländerrechtliche Verfahren in der Schweiz durchgeführt 

werden müsse. Der Beschwerdeführer verzichtet indessen darauf, näher zu begründen, 

warum sein Adoptivsohn in den letzten rund neunzehn Monaten hinsichtlich seiner 

familiären Bindungen und Beziehungsintensitäten einen Wechsel vollzogen haben soll, 

der zudem derart ins Gewicht fällt, dass davon gesprochen werden müsste, er habe 

die Familie nicht nur rechtlich, sondern auch faktisch gewechselt. An dieser Beurteilung 

vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer weiter geltend macht, er betreue 

seinen Göttibub I. seit Jahren. Abgesehen davon, dass auch in dieser Hinsicht nähere 

Angaben vollständig fehlen, lebt der Beschwerdeführer, selber Vater von vier Kindern, 

seit dem Jahr 1992 ununterbrochen in der Schweiz, und es ist nicht ersichtlich, wie er 

mit I. einen engen persönlichen Kontakt in den vergangenen Jahren gepflegt hat. 

Unbestritten geblieben ist sodann die Feststellung der Vorinstanz, wonach I. seine 

Adoptiveltern noch nie in der Schweiz besucht hat. Die persönlichen Beziehungen zu 

seinem Onkel und dessen Familie können somit keine Intensität erreicht haben, die mit 

derjenigen zu seinen leiblichen Eltern und seinem Bruder, mit denen er zusammenlebt, 

auch nur annähernd vergleichbar ist.

Der Beschwerdeführer beruft sich sodann darauf, die Adoption von I. liege in den 

persönlichen Verhältnissen der leiblichen Eltern begründet. Diese seien in 

verschiedener Hinsicht nicht mehr in der Lage, für ihren Sohn zu sorgen. Einem nicht 

unterzeichneten Dokument vom 15. Januar 2003 kann entnommen werden, der Vater 

I.s befinde sich in einem schlechten psychischen und physischen Zustand. Sodann sei 

er arbeitslos und stecke in äusserst grossen finanziellen Schwierigkeiten. Auf Grund 

seiner massiven Beschwerden finde er keine Stelle, weil er objektiv gar nicht mehr in 

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der Lage sei, einer Arbeit nachzugehen. Der Götti von I. habe die äusserst prekäre 

familiäre Situation erkannt und sei mit den leiblichen Eltern übereingekommen, ihren 

älteren Sohn zu adoptieren. Sein Wunsch sei es nun, seinen

Adoptivsohn in die Schweiz zu nehmen und ihn in seine eigene Familie zu integrieren. 

Weiter hat der Bürgermeister von Velesta am 10. April 2003 bescheinigt, dass die 

finanzielle Lage V. K.s sehr schlecht sei, weil er sich in einem schlimmen 

gesundheitlichen Zustand befinde und keiner Arbeit nachgehe. Er lebe von 

Sozialhilfeleistungen. Auch liegt eine Bestätigung der Anstalt für Beschäftigung der 

Republik Mazedonien vom 10. März 2003 bei den Akten, wonach der Vater von I. seit 

dem 8. Februar 1991 arbeitslos ist. Aus diesen Dokumenten kann geschlossen werden, 

dass V. K. seit über zehn Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, dass er von 

Sozialhilfe abhängig ist und dass sein gesundheitlicher Zustand schlecht ist. Dennoch 

hat der Beschwerdeführer bis zum Jahr 2002 zugewartet, bis er I. adoptiert hat und in 

die Schweiz nachkommen lassen wollte. Offen ist zudem, welcher Art diese 

gesundheitlichen Probleme sind und welche Auswirkungen diese haben. Auch die 

Mutter von I. K. ist gemäss Stellungnahme des Beschwerdeführers an das 

Ausländeramt vom 11. März 2003 "permanent krank", ohne dass nähere Angaben 

gemacht werden, was darunter zu verstehen ist. Abgesehen davon, dass der 

Beschwerdeführer nicht behauptet, den leiblichen Eltern von I. sei es nicht möglich, 

seinen Adoptivsohn, der seinem Alter entsprechend keiner intensiven Betreuung mehr 

bedarf, weiterhin in ihrem Familienverbund zu behalten, kann aus Armut und Krankheit 

der leiblichen Eltern nicht geschlossen werden, die familiäre Bindung ihrer Kinder 

verändere sich zugunsten eines im Ausland lebenden Dritten, der in der Lage ist, ihnen 

eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten. Vielmehr sprechen diese Umstände dafür, 

dass die Adoption vorab aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt ist, um dem Kind ein 

Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verschaffen. Sodann kann der Beschwerdeführer 

seinen Adoptivsohn (und dessen Bruder V.) von der Schweiz aus finanziell unterstützen 

und den persönlichen Kontakt mit Besuchsaufenthalten pflegen.

Weil sich der Beschwerdeführer aus sachfremden Motiven auf die Adoption von I. 

beruft, hilft ihm auch nicht weiter, wenn er einwendet, die Vorinstanz werfe ihm zu 

Unrecht vor, der Zeitpunkt der Adoption spreche dagegen, dass es ihm in erster Linie 

darum gehe, seinen Adoptivsohn in seine in der Schweiz lebende Familie 

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aufzunehmen. Zutreffend ist, dass I. im Jahr 2002 adoptiert worden ist und nun in die 

Schweiz nachgezogen werden soll, mithin sechs Jahre nachdem dem 

Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung erteilt worden war, und zwei Jahre 

nachdem er seine Familie in die Schweiz nachgezogen hatte. Entsprechend der 

Annahme der Vorinstanz ist indessen davon auszugehen, dass die Verhältnisse in der 

Familie des Bruders des Beschwerdeführers, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, 

seit langem bestehen, zumal V. K. angeblich seit dem Jahr 1991 arbeitslos ist. Auch 

wenn sie sich entsprechend den Angaben des Beschwerdeführers in den Jahren vor 

der Adoption zunehmend verschlechtert haben, ist nicht ersichtlich, warum es ihm 

nicht schon früher ein Anliegen war, I. (und seinen jüngeren Bruder V.) in seine Familie 

aufzunehmen und die Kinder seines Bruders zusammen mit seinen leiblichen Kindern - 

bis 1999 in Mazedonien und später in der Schweiz - aufwachsen zu lassen. Offen 

bleiben kann bei dieser Sachlage, ob der Beschwerdeführer, entsprechend der 

Annahme der Vorinstanz, erst unter Druck des Verfahrens die Absicht geäussert hat, er 

werde auch V. adoptieren, sobald das ausländerrechtliche Verfahren betreffend I. 

positiv abgeschlossen sei.

3./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, der 

Beschwerdeführer berufe sich in rechtsmissbräuchlicher Weise darauf, er und seine 

Ehefrau hätten I. adoptiert. Aus den gesamten Umständen ergibt sich, dass die 

Adoption aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte, mit dem Zweck, einem nahen 

Verwandten ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz und damit bessere 

Zukunftsperspektiven zu verschaffen. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. 

Offen bleiben kann bei dieser Sachlage, ob eine Uebersiedlung in die Schweiz im 

wohlverstandenen Interesse des rund 16-jährigen I. läge, der in seiner Heimat mit einer 

Ausbildung als Krankenpfleger begonnen hat und nun versuchen müsste, sich hier in 

einer sprachlich und kulturell völlig fremden Umgebung einzuleben.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs, 

sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu 

verrechnen.

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Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 98bis VRP).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

lic. oec. Alfred Paul Müller, 7310 Bad Ragaz)

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt–

die Vorinstanz–

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Gegen diesen Entscheid kann innert dreissig Tagen seit der Eröffnung 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 

14, erhoben werden.

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