# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a69e3949-cc73-5278-a4b7-307ca610302f
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-26
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 26.03.2015 VG.2014.00101 (VG.2015.201)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2014-00101_2015-03-26.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 26. März 2015

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2014.00101

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Abteilung Migration des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Sicherheit und Justiz des
    Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Aufenthaltsbewilligung

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der im Jahr 1976 geborene A.______, Staatsangehöriger
  des Landes C.______, heiratete am 7. Oktober 2008 im Land C.______ seine
  Landsfrau D.______, welche in der Schweiz eine
  Niederlassungsbewilligung C hat. Gestützt auf Art. 43 Abs. 1
  des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer vom 16. Dezember
  2005 (AuG) wurde ihm eine bis am 1. Juni 2011 gültige Aufenthaltsbewilligung B
  erteilt. Am 17. August 2010 reiste er in die Schweiz ein und nahm bei
  seiner Ehefrau in E.______ Wohnsitz. 

  
	
   

  
	
  1.2 Am 12. November 2011 kam die gemeinsame
  Tochter F.______ zur Welt. Die Abteilung Migration verlängerte die
  Aufenthaltsbewilligung von A.______ am 24. August 2011 bis am
  1. Juni 2012. Am 8. Oktober 2012 verlängerte die Abteilung
  Migration die Aufenthaltsbewilligung erneut bis am 1. Juni 2013. 

  
	
   

  
	
  1.3 A.______ ersuchte in der Folge die Abteilung
  Migration abermals um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Mit
  Verfügung vom 3. Oktober 2013 wurde die Aufenthaltsbewilligung nicht
  mehr verlängert und die Abteilung Migration wies ihn an, innert 30 Tagen
  nach Rechtskraft der Verfügung die Schweiz zu verlassen. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Dagegen erhob A.______ am
  4. November 2013 Beschwerde beim Departement Sicherheit und Justiz (DSJ)
  und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 3. Oktober 2013 sowie die
  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Das DSJ wies die Beschwerde am
  9. September 2014 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 In der Folge gelangte A.______ mit Beschwerde vom
  9. Oktober 2014 ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der
  Verfügung der Abteilung Migration vom 3. Oktober 2013 und des
  Beschwerdeentscheids des DSJ vom 9. September 2014 sowie die
  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
  zu Lasten der Vorinstanz beziehungsweise des Kantons. In prozessualer
  Hinsicht beantragte er, es sei ihm im Sinne einer vorsorglichen Massnahme
  Aufenthalt sowie Erwerbstätigkeit für die Dauer des Beschwerdeverfahrens zu
  gestatten. Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
  und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

  
	
   

  
	
  3.2 Das DSJ beantragte am 10. November 2014 die
  Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  von A.______. Die Abteilung Migration schloss am 26. November 2014
  ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde; unter Kostenfolgen zu Lasten von A.______.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 16 des
  Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer
  und zum Asylgesetz vom 4. Mai 2008 (EG AuG) i.V.m. Art. 105
  Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom
  4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die
  unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
  Sachverhalts sowie die unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines
  Missbrauchs des Ermessens geltend gemacht werden (Art. 107 Abs. 1
  VRG). Die Unangemessenheit eines Entscheids kann nur ausnahmsweise überprüft
  werden (vgl. die abschliessende Aufzählung in Art. 107 Abs. 2 VRG).
  Ein solcher Ausnahmetatbestand liegt nicht vor.

  
	
   

  
	
  1.3 Da vorliegend der Entscheid in der Sache ergeht,
  ist das Gesuch des Beschwerdeführers um vorsorgliche Massnahmen nicht mehr zu
  prüfen. Überdies ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerde von Gesetzes
  wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 93 Abs. 1 VRG), weshalb
  dem Beschwerdeführer der Aufenthalt in der Schweiz für die Dauer des
  Beschwerdeverfahrens ohnehin gestattet war.

   

  
	
  2.

  
	
  Ausländische Ehegatten und
  ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung
  haben gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung
  der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Gemäss
  Art. 51 Abs. 2 AuG erlöscht der Anspruch nach Art. 43 AuG,
  wenn er rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wird, namentlich um Vorschriften
  dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zulassung und den
  Aufenthalt zu umgehen (lit. a), oder wenn Widerrufsgründe nach
  Art. 62 AuG vorliegen (lit. b). Nach Art. 62 AuG kann die
  zuständige Behörde Bewilligungen, ausgenommen die Niederlassungsbewilligung,
  und andere Verfügungen nach diesem Gesetz widerrufen, wenn die Ausländerin
  oder der Ausländer oder ihr oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche
  Angaben macht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (lit. a); zu
  einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen sie eine
  strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder Art. 61 des
  Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB)
  angeordnet wurde (lit. b); erheblich oder wiederholt gegen die
  öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen
  hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit
  gefährdet (lit. c); eine mit der Verfügung verbundene Bedingung nicht
  einhält (lit. d); oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat,
  auf Sozialhilfe angewiesen ist (lit. e).

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend,
  er habe die Pflicht, sich sofort um eine Arbeitsstelle zu bemühen, zu Recht
  als erstrangig erachtet. Leider habe er erkennen müssen, dass die Ziele in
  der Integrationsvereinbarung zueinander in einem Widerspruch gestanden seien.
  Sein Arbeitgeber habe von ihm volle Verfügbarkeit verlangt, weshalb er keine
  Zeit gefunden habe, einen Deutschkurs zu besuchen. Sein Arbeitgeber habe ihm
  keine ordentlichen Lohnabrechnungen ausstellen wollen. Schliesslich seien
  auch die Lohnzahlungen ausgeblieben, weshalb er sich gezwungen gesehen habe,
  die Arbeitsstelle aufzugeben und sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
  (RAV) anzumelden. Die familiäre Krise sei überwunden. Zusammenfassend ergebe
  sich, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung angesichts der
  Ansprüche auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung und der nun ermöglichten
  Deutschkurse unverhältnismässig wäre.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beschwerdegegnerin 1 bringt dagegen vor,
  dass der Beschwerdeführer seit der Verfügung vom 3. Oktober 2013 weder
  eine existenzsichernde Tätigkeit gefunden habe noch den Besuch eines
  Sprachkurses belegen könne. Zudem beliefen sich die aktuellen Schulden des
  Beschwerdeführers gemäss Betreibungsregisterauszug vom 21. November 2014
  auf über Fr. 19'500.- (offene Beitreibungen) und über Fr. 14'500.-
  (Verlustscheine). Auch seine Ehefrau sei mit rund Fr. 2'300.- (offene
  Beitreibungen) und über Fr. 49'200.- (Verlustscheine) hoch verschuldet.
  Der Gang zum Sozialamt sei in Bälde Tatsache. Der Beschwerdeführer bemühe
  sich auch weiterhin nicht im Geringsten um seine Integration. Noch immer
  suche er die Schuld für sein Unvermögen bei seinem ehemaligen Arbeitgeber,
  was keineswegs von Einsicht oder tatsächlichem Willen, seine Situation zu
  verändern, zeuge. Die Familie sei im Integrationsprozess nachhaltig begleitet
  worden. Trotzdem habe der Beschwerdeführer die Bedingungen und Auflagen gemäss
  Integrationsvereinbarung nicht erfüllt, weshalb die Aufenthaltsbewilligung zu
  Recht nicht verlängert worden sei.

  
	
   

  
	
  3.3 Der Beschwerdegegner 2 macht geltend, dass der
  Beschwerdeführer weder einen Beleg über einen absolvierten Deutschkurs
  vorgelegt noch nachgewiesen habe, dass er einer regelmässigen
  Arbeitstätigkeit nachgehe. Wenn er tatsächlich den Willen hätte, Deutsch zu
  lernen und sich zu integrieren, hätte er dem Verwaltungsgericht eine Bestätigung
  eines bereits begonnenen oder besuchten Deutschkurses und eine Bestätigung
  über eine geregelte Arbeit eingereicht. 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Mit Verfügung vom 18. August 2010 wurde dem
  Beschwerdeführer auferlegt, sich vom Zeitpunkt seiner Einreise in die Schweiz
  um eine Arbeitsstelle zu bemühen, die den Unterhalt seiner Familie ohne
  Unterstützung Dritter sicherstellt. 

  
	
   

  
	
  Dieser Auflage leistete er
  keine Folge. Er bemühte sich kaum um
  eine Arbeitsstelle und stand zu keiner Zeit in einem Arbeitsverhältnis, mit
  welchem er Einkünfte erzielen hätte können, welche ihm die Bestreitung des
  Unterhalts seiner Familie ermöglicht hätte. Unter anderem deshalb wurde er
  erstmals am 4. August 2011 und dann am 8. Oktober 2012
  fremdenpolizeilich verwarnt.

  
	
   

  
	
  In der Folge legte er für
  den Beweis seiner Arbeitsbemühungen nur ein undatiertes Personalprofilblatt
  der G.______AG und einen Arbeitsvertrag vom 1. Juli 2013 mit der
  H.______GmbH bzw. dessen Abänderung vom 1. Oktober 2013 ins Recht.
  Gemäss Vertrag vom 1. Juli 2013 wurde ein Stundenlohn von Fr. 23.50
  (brutto) bei einem Einsatz von 42 Stunden pro Woche vereinbart. Per
  1. November 2013 wurde der Stundenlohn auf Fr. 24.50 (brutto)
  erhöht. Indessen wurde der Beschwerdeführer nur auf Abruf eingesetzt. Er
  reichte lediglich die Lohnabrechnungen vom Juni 2013 über Fr. 1'917.25
  und diejenige vom Oktober 2013 über Fr. 2'484.15 ein. Soweit er geltend
  macht, der Arbeitgeber habe sich geweigert, weitere Lohnabrechnungen
  auszustellen, hätte er sich darum bemühen müssen, anderweitig nachzuweisen,
  dass er einer geregelten Arbeitstätigkeit nachgegangen ist (beispielsweise
  durch Stundenrapporte). Wenn er zudem ausführt, dass ihm für seine Arbeit
  kein Lohn mehr gezahlt worden sei, hätte er umgehend eine andere Stelle
  suchen müssen. 

  
	
   

  
	
  Gesamthaft ergibt sich,
  dass sich der Beschwerdeführer seit mehr als vier Jahren in der Schweiz
  aufhält, ihm aber der Nachweis einer regelmässigen Arbeitstätigkeit ebenso
  misslingt wie der Nachweis einer intensiven Stellensuche. Dies führte denn
  auch dazu, dass er und seine Ehefrau Schulden in erheblichem Umfang
  anhäuften. Durch sein Verhalten verstiess der Beschwerdeführer in erheblicher
  Weise gegen die Auflage vom 18. August 2010, was einen Widerrufsgrund im
  Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. d AuG bildet, woran der Umstand,
  dass er mittlerweile beim RAV zum Bezug von Leistungen der
  Arbeitslosenversicherung angemeldet ist, nichts ändert. 

  
	
   

  
	
  4.2 Gemäss Integrationsvereinbarung vom
  30. September 2010 verpflichtete sich der Beschwerdeführer sodann, einen
  Deutschintensivkurs während zwei Semestern und einen Integrationskurs zu besuchen.
  

  
	
   

  
	
  Soweit er geltend macht,
  dass es ihm nicht möglich gewesen sei, die vorgeschriebenen Kurse zu besuchen
  und gleichzeitig eine Arbeit auszuüben, mit welcher der Unterhalt seiner
  Familie bestritten werden kann, ist ihm nicht zu folgen. Zwar war er mit
  Arbeitsvertrag vom 1. Juli 2013 zu 100 % bei der H.______GmbH
  angestellt. I.______, Geschäftsleiter H.______GmbH, berichtete aber der
  Beschwerdegegnerin 1 am 15. August 2013 telefonisch, dass der
  Beschwerdeführer nur ab und zu bei der Firma arbeite, weil es an Aufträgen
  mangle und der Beschwerdeführer keine Ausbildung als Elektriker gemacht habe.
  Am 25. November 2013 teilte I.______ der Beschwerdegegnerin 1 zudem
  mit, dass er seine Mitarbeiter regelmässig zum Deutschunterricht in die
  Kantonale Berufsschule in J.______ schicke. Entgegen der Auffassung des
  Beschwerdeführers wäre es ihm demnach möglich gewesen, neben der Arbeit einen
  Deutschkurs zu besuchen. Trotzdem besuchte der Beschwerdeführer lediglich im
  Zeitraum vom 15. August 2011 bis am 23. Dezember 2011 einen
  Deutschkurs der Frauenzentrale des Kantons Glarus. Danach leistete er den
  wiederholten Aufforderungen und Mahnungen der Beschwerdegegnerin 1,
  einen Deutschkurs zu besuchen, keine Folge. Am 11. Februar 2013 stellte
  L.______ Projektleiterin Frauenzentrale, fest, dass er wegen der langen Pause
  mit dem Deutschlernen neu beginnen müsse. Dessen ungeachtet blieb der
  Beschwerdeführer dem Einstufungstest vom 27. Mai 2013 unentschuldigt
  fern. Am 25. September 2013 meldete er sich am Schalter der Beschwerdegegnerin 1
  und versicherte, dass er auf der Warteliste für einen Deutschkurs stehe.
  Gemäss E-Mail vom 13. November 2013 von M.______, Mitarbeiterin
  Frauenzentrale, bezahlte der Beschwerdeführer jedoch weder die Rechnung für
  den Deutschkurs noch erschien er zum Kurs. 

  
	
   

  
	
  Damit zeigte der
  Beschwerdeführer ohne entschuldbare Gründe keinerlei Bereitschaft, die
  deutsche Sprache zu erlernen, was aber Gegenstand der Integrationsvereinbarung
  war. Auch dies führt dazu, dass der Widerrufsgrund von Art. 62
  Abs. 1 lit. d AuG erfüllt ist.

  
	
   

  
	
  4.3 Im Verlängerungsgesuch vom 7. Juni 2012 gab
  der Beschwerdeführer an, dass er mit seiner Ehefrau in einem gemeinsamen
  Haushalt wohne. Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass er Ende Mai 2012 aus
  der ehelichen Wohnung ausgezogen war, was er in der polizeilichen Einvernahme
  vom 27. August 2012 auch einräumte.

  
	
   

  
	
  Gemäss Art. 90
  lit. a AuG sind Ausländerinnen und Ausländer verpflichtet, zutreffende
  und vollständige Angaben über die Regelung des Aufenthalts wesentlicher
  Tatsachen zu machen. Qualifizierte Verletzungen dieser Mitwirkungspflicht, namentlich
  falsche Angaben oder das Verschweigen wesentlicher Tatsachen im Bewilligungsverfahren,
  stellen einen Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 Abs. 1
  lit. a AuG dar (Marc Spescha, in Marc Spescha/Hanspeter Thür/Andreas
  Zünd/Peter Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 3. Aufl., Zürich
  2012, Art. 62 N. 3). Indem der Beschwerdeführer in seinem
  Verlängerungsgesuch nicht angab, dass er die eheliche Wohnung verlassen
  hatte, erfüllte er den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1
  lit. a AuG.

  
	
   

  
	
  4.4 Schliesslich hat der Beschwerdeführer das Gesuch um
  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung mehrere Male zu spät eingereicht,
  weshalb er wegen fahrlässigen rechtswidrigen Aufenthalts strafrechtlich
  verurteilt wurde. Zudem wurde er wegen fahrlässiger Erwerbstätigkeit ohne
  Bewilligung sowie Drohung strafrechtlich verurteilt, wobei letztere
  Verurteilung im Zusammenhang mit einer polizeilichen Intervention wegen häuslicher
  Gewalt steht. Schliesslich wurde der Beschwerdeführer am 6. März 2013
  wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren strafrechtlich verurteilt. Zwar
  sind die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen strafrechtlichen Verfehlungen im
  Einzelnen nicht als besonders schwerwiegend zu betrachten. Dennoch können mehrere
  Verstösse zusammen, die für sich alleine keine einschneidenden
  fremdenpolizeilichen Massnahmen rechtfertigen, einen Widerruf oder eine
  Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach sich ziehen (VGer SG-Urteil
  B 2009/12 vom 19. August 2009 E. 2.3.3, www.sg.ch). Das
  Verhalten des Beschwerdeführers zeigt, dass er trotz mehrerer Verwarnungen
  zur Einfügung in die in der Schweiz geltende Ordnung weder gewillt noch fähig
  ist. Der Beschwerdeführer hat wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und
  Ordnung in der Schweiz verstossen und erfüllt somit den Widerrufsgrund nach
  Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG.

  
	
   

  
	
  4.5 Aus dem Dargelegten ergibt sich, dass der
  Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AuG in erheblichem
  Masse erfüllt ist, da der Beschwerdeführer weder gewillt war, einen
  Deutschkurs zu besuchen und sich so zu integrieren, noch ernsthafte
  Bemühungen zur Aufnahme einer regelmässigen Arbeit zeigte. Zusätzlich sind –
  wenn auch in geringerem Masse – die Widerrufsgründe von Art. 62
  Abs. 1 lit. a und c AuG erfüllt.

  
	
   

  
	
  5. 

  
	
  5.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds führt nicht ohne
  Weiteres zum Widerruf der Aufenthaltsbewilligung bzw. zur Verweigerung von
  deren Verlängerung. Dies rechtfertigt sich nur, wenn die jeweils im
  Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung diese Massnahme als
  verhältnismässig erscheinen lässt, wobei namentlich die Schwere des
  Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie dem Betroffenen und seiner
  Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 96
  AuG; BGE 135 II 377 E. 4.3).

  
	
   

  
	
  Soweit das in Art. 8
  Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention vom 4. November
  1950 (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) geschützte Recht auf Privat-
  und Familienleben tangiert ist, ergibt sich die Notwendigkeit einer
  Interessenabwägung auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36
  Abs. 3 BV. Da bei der vorzunehmenden Interessenabwägung die persönlichen
  und familiären Verhältnisse zu berücksichtigen sind, hält eine gestützt auf
  das Ausländergesetz verhältnismässige Bewilligungsverweigerung bzw.
  Wegweisung auch vor Art. 8 EMRK und Art. 36 BV stand (vgl. BGE
  139 I 31 E. 2.3.3).

  
	
   

  
	
  5.2 Das Fernhalteinteresse erweist sich als erheblich.
  Der Beschwerdeführer setzte sich seit seiner Einreise im August 2010 weder
  ausreichend dafür ein, eine Arbeitsstelle zu finden, noch zeigte er
  irgendwelche Integrationsbemühungen. Trotz wiederholter Verwarnungen und
  drohendem Bewilligungsentzug besserte er sein Verhalten nicht. Obwohl ihm die
  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bereits im Oktober 2013 verweigert
  wurde, gelingt ihm auch im vorliegenden Verfahren weder der Nachweis des Besuchs
  eines Deutschkurses noch derjenige einer intensiven Stellensuche. Hinzu kommt
  die Anhäufung der Schulden durch den Beschwerdeführer, welche sich durch den
  mangelnden Integrationswillen und den beinahe gänzlich fehlenden Einsatz bei
  der Arbeitssuche erklären lässt. Schliesslich runden die unwahren Angaben bei
  der letztmaligen Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die
  verschiedenen kleineren strafrechtlichen Verurteilungen das negative
  Gesamtbild ab.

  
	
   

  
	
  5.3 Dem öffentlichen Fernhalteinteresse sind die
  privaten Interessen des Beschwerdeführers und seiner Angehörigen
  gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer reiste erst im Jahr 2010, im Alter
  von 34 Jahren, in die Schweiz ein. Es ist anzunehmen und wird vom
  Beschwerdeführer auch nicht bestritten, dass er im Land C.______ nach wie vor
  über ein intaktes soziales Netz verfügt. Seine Ehefrau lebt zwar bereits seit
  deutlich mehr als 20 Jahren in der Schweiz, ist hier aber gemäss unbestrittener
  Darstellung der Vorinstanz nicht vollständig integriert. So spricht sie
  beispielsweise nur schlecht Deutsch. Sie ist mit den kulturellen
  Gegebenheiten des Landes C.______ und der […] Sprache unbestritten bestens
  vertraut und könnte dem Beschwerdeführer deshalb in das Land C.______ folgen.
  Die gemeinsame Tochter schliesslich ist im Vorschulalter und hat in der
  Schweiz ausserhalb der Familie noch kein soziales Netz aufgebaut, das zu verlassen,
  ihr nicht zumutbar wäre. 

  
	
   

  
	
  Unter Berücksichtigung all
  dieser Umstände überwiegt das öffentliche Fernhalteinteresse das private
  Interesse des Beschwerdeführers am Aufenthalt in der Schweiz. Die
  Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung und seine Wegweisung aus der
  Schweiz erweisen sich daher als verhältnismässig und sind insbesondere auch
  mit dem konventions- und verfassungsmässig geschützten Recht auf Privat- und
  Familienleben zu vereinbaren. 

  
	
   

  
	
  Dies
  führt zur Abweisung der Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
  der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Gemäss Art. 139
  Abs. 1 VRG befreit die Behörde
  eine Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und
  ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder
  teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht
  aussichtslos ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf
  Gesuch hin oder von Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, sofern
  ein solcher für die gehörige Interessenwahrung erforderlich ist
  (Art. 139 Abs. 2 VRG). 

  
	
   

  
	
  1.2
  Aufgrund der Aktenlage erscheint die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers
  als offensichtlich. Zudem kann das
  vorliegende Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden, weshalb das
  Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gutzuheissen ist. Da der
  Beschwerdeführer für das Verfahren auf eine rechtliche Vertretung angewiesen
  war, ist auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person
  von Rechtsanwalt B.______ gutzuheissen.
  Letzterer ist mit pauschal Fr. 1'500.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Nach Art. 134
  Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt,
  die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist
  dem Beschwerdeführer eine Gerichtsgebühr von pauschal Fr. 1'500.- aufzuerlegen.
  Auf deren Erhebung ist indessen zufolge Gewährung der unentgeltlichen
  Prozessführung einstweilen zu verzichten. Ausgangsgemäss ist ihm keine
  Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 138 Abs. 3 VRG e contrario).
  Eine solche steht aber auch den vorinstanzlichen Behörden nicht zu, da diesen
  eine Parteientschädigung nur bei Vorliegen besonderer Umstände zugesprochen
  wird (Art. 138 Abs. 4 VRG), welche Voraussetzung nicht erfüllt ist.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass eine
  Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, zur Nachzahlung
  verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 139a VRG).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden gutgeheissen. Ihm wird
    in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand
    bestellt.

    
	
    2.

    	
    Der Rechtsbeistand wird zu
    Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer)
    entschädigt.

    
	
    3.

    	
    Die Nachzahlungspflicht gemäss
    Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    4.

    	
    Die
    Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im März 2020 zu prüfen, ob die Voraussetzungen
    für die Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und
  erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-
    auferlegt, auf deren Erhebung einstweilen verzichtet wird. 

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]