# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f4d5b76-3e73-5a6d-bc2a-8fbfa965429a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 20.04.2022 ZK2 2017 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2017-22_2022-04-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 20. April 2022

Referenz ZK2 17 22
ZK2 17 23

Instanz II. Zivilkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Nydegger und Bergamin
Riesen-Ryser, Aktuarin ad hoc

Parteien (ZK2 17 22)
A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. et lic. oec. Marco Toller
Teuchelweg 25, Postfach 627, 7001 Chur 

gegen

B._____ AG
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Michael Kummer
Stach Rechtsanwälte AG, Postfach 1944, Poststrasse 17, 9001 St. 
Gallen 

sowie

(ZK2 17 23)
B._____ AG
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Michael Kummer
Stach Rechtsanwälte AG, Postfach 1944, Poststrasse 17, 9001 St. 
Gallen 

gegen

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A._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. et lic. oec. Marco Toller
Teuchelweg 25, Postfach 627, 7001 Chur 

Gegenstand Forderung

Anfechtungsobj. Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 7. Juli 2015, mitgeteilt am 8. 
März 2017 (Proz. Nr. 110-2009-8)

Mitteilung 27. April 2022

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Sachverhalt

A. A._____ trat gemäss dem am 20. September 2001 mit der C._____ AG un-
terzeichneten Arbeitsvertrag per 1. Dezember 2001 die Stelle als Hoteldirektor des 
B._____ in D._____ an, wobei ein monatlicher Bruttolohn von CHF 7‘000.00 ver-
einbart wurde. Dieser Vertrag wurde später von der B._____ AG als Betreiberin 
des gleichnamigen Hotels in D._____ übernommen. Die neuen Vertragsparteien 
verständigten sich auf einen Lohn von CHF 5‘000.00 pro Monat. Zu den Aufgaben 
von A._____ gehörten unter anderem die laufende Buchführung des Hotels sowie 
die Erstellung der Jahresabschlüsse.

B. Nachdem zwischen A._____ und seinem Bruder E._____, einzigem Verwal-
tungsrat der B._____ AG, über längere Zeit neben privaten Spannungen auch sol-
che bezüglich der Führung des Hotels und der Arbeit von A._____ aufgetreten 
waren, erachtete die B._____ AG das Vertrauensverhältnis als zerstört. Anlässlich 
einer Sitzung zwischen E._____ und A._____ am 12. September 2008 kündigte 
die B._____ AG den Arbeitsvertrag mit A._____ auf den 31. März 2009, stellte 
A._____ sofort frei und erteilte ihm ein Hausverbot.

C. Die Parteien konnten sich nicht über die Folgen der Auflösung des Arbeits-
verhältnisses einigen, weshalb A._____ am 2. Dezember 2008 beim damals zu-
ständigen Kreisamt G._____ ein Vermittlungsbegehren einreichte. Nach erfolglo-
ser Sühneverhandlung vom 16. Januar 2009 bezog er am 23. Januar 2009 den 
Leitschein, der folgendes klägerisches Rechtsbegehren enthielt:

1. Es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin [recte: dem Kläger] den 
Betrag von Fr. 292‘726.70 nebst Zins zu 5 % auf Fr. 67‘708.30 seit 
dem 02. Dezember 2008 und Zins zu 4.5 % auf Fr. 225‘018.40 seit 
dem 16.01.2009 zu bezahlen.

2. Es sei in der Betreibung Nr. F._____ über den Betrag von Fr. 
53‘983.60 nebst Zins zu 5 % seit dem 02. Dezember 2008 und Fr. 
100.-- Betreibungskosten Rechtsöffnung zu gewähren.

3. Unter vollumfänglicher amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % MwSt zu Lasten der Beklagten.

An der Vermittlungsverhandlung beantragte die B._____ AG die kostenfällige Ab-
weisung der Klage, sofern auf diese eingetreten werden könne. Gleichzeitig mach-
te sie eine Widerklage mit folgendem Rechtsbegehren geltend:

1. Der Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Widerklägerin CHF 
1‘500‘000.-- nebst Zins zu 5 % seit 1. Januar 2008 zu bezahlen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MwSt. zu Las-
ten des Widerbeklagten.

A._____ beantragte die kostenfällige Abweisung der Widerklage.

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D. Mit Prozesseingabe vom 16. Februar 2009 prosequierte A._____ die Streit-
sache an das Bezirksgericht Maloja. Dabei reduzierte er die Klage wie folgt:

1. Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger den Betrag von Fr. 
279‘565.90 nebst Zins zu 5 % auf Fr. 54‘547.50 seit dem 02. Dezem-
ber 2008 und Zins zu 4.5 % auf Fr. 225‘018.40 seit dem 16.01.2009 zu 
bezahlen.

2. Es sei in der Betreibung Nr. F._____ über den Betrag von 53‘983.60 
nebst Zins zu 5 % seit dem 02. Dezember 2008 und Fr. 100.-- Betrei-
bungskosten Rechtsöffnung zu gewähren.

3. Die Widerklage sei vollumfänglich abzuweisen.

4. Unter vollumfänglicher amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % MwSt zu Lasten der Beklagten.

A._____ stützte die eingeklagte Forderung auf Lohnausstände, geschuldete Kin-
derzulagen und eine noch nicht bereinigte Schuld aus Kontokorrent, in welchem 
nach seinen Angaben unter anderem seine Privatbezüge und seine Einlagen in 
die B._____ AG verbucht worden waren.

In der Prozessantwort vom 4. Mai 2009 beantragte die B._____ AG nach wie vor 
die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Klage, soweit darauf ei-
zutreten sei. Widerklageweise begehrte sie, A._____ sei unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zu verpflichten, ihr CHF 1‘207‘821.05 nebst 5 % Zins seit dem 
16. Januar 2009 zu bezahlen. Die B._____ AG warf ihrem ehemaligen Direktor 
insbesondere eine pflicht- und ordnungswidrige Buchführung, Privateinkäufe über 
Kassa, Privatzahlungen über Kreditoren, die Einsetzung von Hotelpersonal für 
private Reinigungsdienste und nicht gerechtfertigte Lohnzahlungen an O._____ 
vor. Ausserdem sollte A._____ für die Kosten eines Treuhandbüros in Anspruch 
genommen werden.

E. In seiner Widerklageantwort vom 6. Juli 2009 hielt A._____ an seinen 
Rechtsbegehren vollumfänglich fest. In formeller Hinsicht verlangte er, seinen 
Brüdern E._____ und P._____ sowie seiner Mutter Q._____ den Streit zu verkün-
den. Dies erfolgte mit Schreiben des Gerichts vom 9. Juli 2009. Mit Widerklagere-
plik vom 17. September 2009 reduzierte die B._____ AG ihre Widerklage auf CHF 
1‘176‘456.25 und beantragte betreffend das Verfahren insbesondere, O._____, 
der Ehefrau von A._____, den Streit zu verkünden. Diesem Antrag kam das Ge-
richt mit Schreiben vom 25. September 2009 nach. Keiner der Streitberufenen 
liess sich in der Folge vernehmen. Am 15. Dezember 2009 reichte A._____ eine 
Widerklageduplik ein und am 29. Januar 2010 die B._____ AG eine Stellungnah-
me gemäss Art. 87 Abs. 2 ZPO-GR.

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F. Am 5. Februar 2010 erliess der Bezirksgerichtspräsident Maloja die Be-
weisverfügung, welche er am 5. März 2010 ergänzte, nachdem sie von der 
B._____ AG in verschiedenen Punkten beanstandet worden war. Die von A._____ 
am 1. März 2010 gegen die Beweisverfügung erhobene Beschwerde hiess der 
Bezirksgerichtsausschuss Maloja am 4. Mai 2010 teilweise gut und verpflichtete 
die B._____ AG zur Edition weiterer Urkunden.

G. Nach Abschluss des Beweisverfahrens und mehrfacher Verschiebung der 
Hauptverhandlung wurde diese am 27. März 2012 durchgeführt. Mit Urteil vom 
selben Tag, mitgeteilt am 14. Juni 2012, erkannte das Bezirksgericht Maloja:

1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verpflich-
tet, dem Kläger CHF 255‘793.68 nebst Zins zu 5 % auf Fr. 54‘547.50 
seit dem 2. Dezember 2008 und Zins zu 4.5 % auf CHF 201‘246.18 
seit dem 16. Januar 2009 zu bezahlen.

2. Dem Kläger wird in der Betreibung Nr. F._____ des Betreibungsamtes 
G._____ über den Betrag von CHF 53‘983.60 nebst Zins zu 5 % seit 
dem 2. Dezember 2008 Rechtsöffnung gewährt.

3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 
10‘000.-, Schreibgebühren von CHF 3‘500.- und einem reduzierten 
Streitwertzuschlage von CHF 10‘000.-, sowie die vermittleramtlichen 
Kosten von CHF 300.- werden zu 13/14 der Beklagten und zu 1/14 
dem Kläger auferlegt. 

4. Die Beklagte hat den Kläger mit CHF 126‘629.50 inkl. MWSt. ausser-
amtlich zu entschädigen.

5. [Rechtsmittelbelehrung].

6. [Mitteilung].

H. Dagegen erhob die B._____ AG am 14. August 2012 Berufung an das Kan-
tonsgericht von Graubünden. Sie stellte folgende Anträge:

1. Die Ziff. 1 bis 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils des Be-
zirksgerichts Maloja vom 27. März 2012 (Proz. Nr. 110-2009-8) seien 
aufzuheben und es sei die Angelegenheit an das Bezirksgericht Maloja 
zur Sachverhaltsergänzung und zur Neubeurteilung im Sinne der Be-
rufungsbegründung zurückzuweisen.

Eventualiter sei in Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils die Klage im 
Ergebnis abzuweisen und der Kläger/Widerbeklagte (Berufungsbe-
klagter) widerklageweise zu verpflichten, der Beklagten/Widerklägerin 
(Berufungsklägerin) den Betrag von CHF 452‘672.71 zuzüglich 5 % 
Verzugszins seit dem 16. Januar 2009 zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das vermittleramtliche 
Verfahren sowie die bezirks- und kantonsgerichtlichen Verfahren zu-
lasten des Klägers/Widerbeklagten/Berufungsbeklagten.

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Mit Berufungsantwort vom 19. September 2012 beantragte A._____, auf die Beru-
fung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge nicht einzutreten, eventuell sei sie 
vollumfänglich abzuweisen.

I. Mit Urteil ZK2 12 33 vom 23. Juli 2014, mitgeteilt am 29. Juli 2014, ent-
schied die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wie folgt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, das angefochtene Urteil 
aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägun-
gen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. a)Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden auf Fr. 8‘000.-- 
festgesetzt und werden mit dem von der Berufungsklägerin geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 15‘000.-- verrechnet. Der Restbetrag des 
Kostenvorschusses von Fr. 7‘000.-- wird der Berufungsklägerin durch 
das Kantonsgericht erstattet.

b) Die Parteientschädigung für das Berufungsverfahren wird für beide 
Parteien auf je Fr. 6‘000.-- (inkl. Spesen und MWST) festgesetzt.

c) Die Verteilung der Prozesskosten (Gerichtskosten und Parteientschä-
digung) des Berufungsverfahrens wird dem neuen Entscheid der Vor-
instanz vorbehalten. Im Hinblick auf die Kostenliquidation wird vorge-
merkt, dass die Berufungsklägerin im Berufungsverfahren einen Kos-
tenvorschuss geleistet hat, welcher sich nach teilweiser Erstattung 
desselben auf Fr. 8‘000.-- beläuft.

3. [Rechtsmittelbelehrung].

4. [Mitteilung].

J. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2014 räumte das Bezirksgericht Maloja 
den Parteien Frist ein zur Einreichung einer Stellungnahme zu einem allfälligen 
Berichtigungsanspruch der B._____ AG bezüglich des Kontokorrents A._____. 
Innert erstreckter Frist reichten am 9. Februar 2015 sowohl A._____ als auch die 
B._____ AG ihre jeweilige Stellungnahme ein. Während A._____ die kostenfällige 
Gutheissung der Klage und die vollumfängliche Abweisung der Widerklage ver-
langte, beantragte die B._____ AG, die Klage sei kostenfällig abzuweisen und die 
Widerklage im Betrag von CHF 481‘239.66 zuzüglich 5 % Verzugszins seit dem 
16. Januar 2009 gutzuheissen. Mit Eingaben vom 16. Februar 2015 und vom 13. 
April 2015 äusserten sich die Parteien zu den gegnerischen Stellungnahmen.

K. Am 7. Juli 2015 fand die zweite Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht 
Maloja statt. Mit Urteil vom selben Tag, mitgeteilt am 8. März 2017, entschied das 
Bezirksgericht Maloja: 

1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, 
dem Kläger CHF 255‘793.68 nebst Zins zu 5% auf CHF 54‘547.50 seit 
dem 2. Dezember 2008 und Zins zu 4.5 % auf CHF 201‘246.18 seit 
dem 16. Januar 2009 zu bezahlen.

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2. Dem Kläger wird in der Betreibung Nr. F._____ des Betreibungsamtes 
G._____ über den Betrag von CHF 53‘983.60 nebst Zins zu 5 % seit 
dem 2. Dezember 2008 Rechtsöffnung erteilt.

3. Die Widerklage wird im Umfang von CHF 143‘435.20, nebst Zins zu 5 
% seit dem 16. Januar 2009, gutgeheissen und der Kläger verpflichtet, 
der Beklagten diesen Betrag zu bezahlen.

4. Die Verfahrenskosten von CHF 37‘300.-, bestehend aus einer Ge-
richtsgebühr von CHF 12‘000.-, Schreibgebühren von CHF 5‘000.-, ei-
nem reduzierten Streitwertzuschlag von CHF 12‘000.-, den vermittler-
amtlichen Kosten von CHF 300.- sowie den Verfahrenskosten des Be-
rufungsverfahrens vor Kantonsgericht Graubünden von CHF 8‘000.- 
werden zu vier Fünfteln der Beklagten und zu einem Fünftel dem Klä-
ger auferlegt.

5. Die Beklagte wird verpflichtet, den Kläger mit CHF 107‘856.30, inkl. 
MWSt. und Spesen, ausseramtlich zu entschädigen.

6. [Rechtsmittelbelehrung].

7. [Mitteilung].

L.1. Gegen dieses Urteil führt A._____ mit Eingabe vom 21. April 2017 Berufung 
beim Kantonsgericht von Graubünden (ZK2 17 22). Er beantragt:

1. Ziff. 3 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Maloja vom 7. 
Juli 2015, mitgeteilt am 8. März 2017, sei aufzuheben, und es sei die 
Widerklage vollumfänglich abzuweisen.

2. Ziff. 4 des Dispositivs des vorgenannten Urteils sei aufzuheben, und 
es seien die Verfahrenskosten vollumfänglich der Beklagten und Wi-
derklägerin aufzuerlegen.

3. Ziff. 5 des Dispositivs des vorgenannten Urteils sei aufzuheben, und 
es sei dem Kläger und Widerbeklagten für das vorinstanzliche Verfah-
ren und das 1. Berufungsverfahren eine ausseramtliche Entschädi-
gung von insgesamt Fr. 173‘760.60 (inkl. Mehrwertsteuer) zuzuspre-
chen.

4. Eventuell sei die Sache der Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzu-
weisen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten und 
Widerklägerin für das Berufungsverfahren.

L.2. In ihrer Berufungsantwort vom 24. Mai 2017 beantragte die B._____ AG die 
vollumfängliche kostenfällige Abweisung der Berufung von A._____. In formeller 
Hinsicht beantragte sie die Vereinigung der beiden Verfahren ZK2 17 22 und ZK2 
17 23 (zu diesem Verfahren siehe lit. M).

L.3. In der Folge machten die Parteien ausgiebig Gebrauch von ihrem Replik-
recht; so datiert die Replik vom 16. August 2017, eine Ergänzung zur Replik vom 
17. August 2017, die Duplik vom 17. November 2017, die Triplik vom 31. Januar 
2018, die Quadruplik vom 30. April 2018, die Quintuplik vom 31. Mai 2018 und die 

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Sextuplik vom 28. Juni 2018. Die Parteien hielten in ihren Rechtsschriften an ihren 
jeweiligen Rechtsbegehren fest und wiederholten ihre Argumente.

M. Auch die B._____ AG erhob Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts 
Maloja (ZK2 17 23). Sie stellte in ihrer Eingabe vom 24. April 2017 folgendes 
Rechtsbegehren:

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 7. Juli 2015 sei in Dispositiv 
Nrn. 1, 2, 3, 4 und 5 aufzuheben;

2. Die Klage des Klägers sei im Umfang von CHF 201‘246.18 nebst Zins 
zu 4.5 % seit dem 16. Januar 2009 abzuweisen;

3. Die Widerklage der Beklagten sei im Umfang von CHF 410‘454.11 
nebst Zins zu 5 % seit dem 16. Januar 2009 gutzuheissen und der 
Kläger zu verpflichten, der Beklagten diesen Betrag zu bezahlen:

4. Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 7. Juli 2015 
sei in Dispositiv Nrn. 1, 2, 3, 4 und 5 aufzuheben und es sei die Ange-
legenheit an das Bezirksgericht Maloja zur Sachverhaltsergänzung 
und zur Neubeurteilung im Sinne der Berufungsbegründung zurück-
zuweisen.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) für das 
Vermittlungsverfahren, das vorinstanzliche Verfahren, das erste Beru-
fungsverfahren (Prozessnummer Z2 12 33 [recte: ZK2 12 33]) sowie 
das Berufungsverfahren unter Berücksichtigung des Obsiegens und 
Unterliegens der Parteien in allen Verfahren gemäss dem endgültigen 
Ausgang des Verfahrens;

A._____ verlangte in seiner Berufungsantwort vom 1. Juni 2017 die kostenfällige 
vollumfängliche Abweisung der Berufung. Weitere Eingaben erfolgten keine.

N. Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil und die Ausführungen in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, im Folgenden eingegangen.

Erwägungen

1. A._____ (im Folgenden Berufungskläger) hat seine Klage am 2. Dezember 
2008 zur Vermittlung angemeldet. Damit hat er die Streitsache vor Inkrafttreten 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung am 1. Januar 2011 anhängig gemacht. 
Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 ZPO hatte die Vorinstanz auf das bei ihr durchgeführ-
te Verfahren deshalb das bündnerische Zivilprozessrecht anzuwenden. Dies gilt 
auch für den Verfahrensteil, der durchgeführt worden ist, nachdem die Sache von 
der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts mit KGer GR ZK2 12 33 v. 23.7.2014 an 
die Vorinstanz zurückgewiesen worden ist (vgl. statt vieler BGer 4A_197/2020 v. 
10.12.2020 E. 2.4). Nachdem das angefochtene Urteil am 7. Juli 2015 und damit 
nach Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung ergangen ist, unter-
liegt das vorliegende Rechtsmittelverfahren gemäss Art. 405 Abs. 1 ZPO nun aber 

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dem neuen Recht. Das Berufungsverfahren ist damit gemäss Schweizerischer 
Zivilprozessordnung zu führen. 

2. Da sich beide Berufungen gegen das gleiche Anfechtungsobjekt, nämlich 
das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 7. Juli 2015, richten, sich in beiden Be-
rufungen über weite Strecken dieselben oder zumindest sehr ähnliche Fragen stel-
len und eine gemeinsame Behandlung daher zweckmässig und geboten erscheint, 
werden die Verfahren ZK2 17 22 und ZK2 17 23 im Sinne von Art. 125 lit. c ZPO 
antragsgemäss vereinigt.

3. Beim in beiden Berufungsverfahren angefochtenen Urteil handelt es sich 
um einen erstinstanzlichen Endentscheid, der eine vermögensrechtliche Angele-
genheit mit einem Streitwert von über CHF 10‘000.00 zum Gegenstand hat, wes-
halb er mit Berufung angefochten werden kann (vgl. Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). 
Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden ergibt sich aus Art. 7 Abs. 
1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; 
BR 320.100). Gemäss Art. 311 ZPO ist die Berufung unter Beilage des angefoch-
tenen Entscheids innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids 
beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung 
schriftlich und begründet einzureichen. Das angefochtene Urteil des Bezirksge-
richts Maloja vom 7. Juli 2015 wurde den Parteien in begründeter Form am 8. 
März 2017 zugesandt (ZK2 17 22 und ZK2 17 23, je act. B.1). Sowohl vom Beru-
fungskläger als auch von der B._____ AG (nachfolgend Berufungsbeklagte) wurde 
das begründete Urteil am 9. März 2017 entgegengenommen (ZK2 17 22, act. B.3; 
Sendungsverfolgung, an Urteil Vorinstanz vom 7. Juli 2015 angeheftet, Akten der 
Vorinstanz, act. I/31). Die Rechtsmittelfrist begann somit für beide Parteien am 10. 
März 2017 zu laufen und endete – unter Berücksichtigung des Fristenlaufs an 
Samstagen und Sonntagen (Art. 142 Abs. 3 ZPO) sowie des Fristenstillstands 
über Ostern (Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO) – am 24. April 2017. Die Berufung des Be-
rufungsklägers datiert vom 21. April 2017, jene der Berufungsbeklagten vom 24. 
April 2017; beide Berufungen erfolgten mithin fristgerecht. Die weiteren Prozess-
voraussetzungen geben bei keiner der beiden Berufungen zu Bemerkungen An-
lass, so dass auf beide Berufungen eingetreten werden kann.

4. Beide Parteien stellen in ihren jeweiligen Berufungen den Eventualantrag, 
die Streitsache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dadurch, dass sie diese 
Rückweisungsanträge lediglich eventualiter erheben, zeigen sie an, dass nach 
ihrer Auffassung grundsätzlich die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts über die 
geltend gemachten Ansprüche entscheiden soll. Wie die nachfolgenden Erwägun-
gen deutlich machen, ist die Sache spruchreif und die II. Zivilkammer des Kan-

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tonsgerichts ist ohne Weiteres in der Lage, über die Begründetheit oder Unbe-
gründetheit der geltend gemachten Ansprüche zu befinden. Eine Rückweisung an 
die erste Instanz ist damit weder nötig noch angezeigt. 

Daran ändern auch die Ausführungen der Berufungsbeklagten in ihrer Berufung im 
Verfahren ZK2 17 23 im Zusammenhang mit ihrem Eventualantrag nichts (ZK2 17 
23, A.1, S. 111 f. N 277 f.). Es trifft zwar durchaus zu, dass die Vorinstanz die wi-
derklageweise geltend gemachten Ansprüche über weite Strecken nicht geprüft 
hat, weil sie die Widerklage in diesen Punkten bereits aus anderen Gründen ab-
gewiesen hat. Das führt jedoch nicht zwingend dazu, dass die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen wäre, wenn die Berufung der Berufungsbeklagten bezüg-
lich dieser Punkte gutzuheissen sein sollte. Der Gesetzgeber hat die Berufung als 
grundsätzlich reformatorisches Rechtsmittel ausgestaltet und die Rückweisung an 
die erste Instanz ist die Ausnahme (vgl. BGer 5A_94/2013 v. 6.3.2013 E. 3.2.3; 
Thomas Alexander Steininger, in: Brunner/Gasser/Schwander, DIKE-Komm-ZPO, 
2. Auflage, Zürich 2016, N 5 zu Art. 318 ZPO; Botschaft zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221 ff., S. 7376). Selbst 
wenn wesentliche Teile einer Klage nicht beurteilt worden sind, ist die Rückwei-
sung an die erste Instanz vom Gesetz nicht zwingend vorgesehen, handelt es sich 
bei Art. 318 Abs. 1 ZPO doch um eine Kann-Vorschrift. Das Gericht hat damit 
nach pflichtgemässem Ermessen über eine Rückweisung zu entscheiden. Es hat 
dabei in die Überlegungen miteinzubeziehen, dass die Berufung grundsätzlich re-
formatorisch ausgestaltet ist, es für eine Rückweisung mithin besonderer Gründe 
bedarf. Vorliegend ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass die Parteien 
gemäss ihren Rechtsbegehren in erster Linie die II. Zivilkammer des Kantonsge-
richts in der Pflicht sehen, über die strittigen Ansprüche zu entscheiden. Daran 
ändert auch das Argument der Berufungsbeklagten nichts, weil die erste Instanz 
viele Buchungen nicht geprüft habe, gehe bei einem Entscheid durch die Rechts-
mittelinstanz eine Instanz verloren. Indem die Berufungsbeklagte die Rückweisung 
nur eventualiter verlangte, hat sie zu erkennen gegeben, dass ihrer Ansicht nach 
grundsätzlich die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts zu entscheiden hat. Weiter 
hatten die Parteien im Berufungsverfahren die Möglichkeit, sich zu jedem An-
spruch umfassend zu äussern, von welcher Möglichkeit sie – im Verfahren ZK2 17 
22 ausufernden – Gebrauch gemacht haben. Das Verfahren ist zudem spruchreif. 
Und schliesslich ist kein Grund ersichtlich – und die Parteien machen auch keinen 
solchen Grund geltend –, der zwingend eine Rückweisung an die erste Instanz 
erfordern würde. Angesichts dieser Überlegungen und unter Berücksichtigung des 
Zeitablaufs gelangt die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts zum Schluss, dass 

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eine Rückweisung an die Vorinstanz nicht notwendig ist, weshalb die entspre-
chenden Eventualbegehren der Parteien von vornherein abzulehnen sind.

5. Wie bereits erwähnt, haben die Parteien im Berufungsverfahren ZK2 17 22 
von ihrem Replikrecht erschöpfend Gebrauch gemacht. Die Berufungsbeklagte hat 
dabei mehrfach ausgeführt, aufgrund des Replikrechts vorgetragene neue Tatsa-
chen und Beweismittel seien nur dann zu berücksichtigen, wenn sie nach den Re-
geln des Novenrechts hätten vorgebracht werden dürfen. Die II. Zivilkammer habe 
daher genau abzuwägen, wieweit die replizierenden Vorbringen des Berufungs-
klägers noch berücksichtigt werden könnten. Dem hat der Berufungskläger entge-
gengehalten, aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör leite das Bundesgericht ein 
unbedingtes Replikrecht ab. Den Prozessparteien stehe somit das uneinge-
schränkte Recht zu, zu sämtlichen Eingaben der Gegenpartei Stellung zu neh-
men, unabhängig davon, ob diese neue tatsächliche Vorbringen enthalten würden 
und geeignet seien, den Entscheid des Gerichts zu beeinflussen. 

5.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 6 
Ziff. 1 EMRK umfasst das Recht, von allen bei Gericht eingereichten Eingaben 
Kenntnis zu erhalten und sich dazu äussern zu können, unabhängig davon, ob die 
Eingaben neue und/oder wesentliche tatsächliche oder rechtliche Vorbringen ent-
halten und geeignet sind, den Entscheid des Gerichts zu beeinflussen. Das Ge-
richt kann einen zweiten Schriftenwechsel anordnen oder den Parteien Frist für 
eine allfällige Stellungnahme ansetzen. Es kann Eingaben aber auch lediglich zur 
Kenntnisnahme zustellen, wenn von den Parteien erwartet werden kann, dass sie 
umgehend unaufgefordert Stellung nehmen oder eine Stellungnahme beantragen, 
was namentlich bei anwaltlich Vertretenen oder Rechtskundigen der Fall ist (vgl. 
BGer 4A_487/2014 v. 28.10.2014 E. 1.2.4 und BGer 4A_213/2015 v. 31.8.2015 E. 
2.1.2).

Das Replikrecht dient jedoch nicht dazu, die Berufung beziehungsweise Beru-
fungsantwort zu ergänzen oder zu verbessern. Die Beanstandungen am ange-
fochtenen Entscheid haben die Parteien innert der Berufungs- beziehungsweise 
Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen; ein allfälliger zweiter Schriften-
wechsel oder die Ausübung des Replikrechts dienen nicht dazu, die bisherige Kri-
tik zu vervollständigen oder gar neue vorzutragen (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). 
Mit Rügen, welche die Berufung führende Partei bereits in der Berufung hätte er-
heben können, ist sie nach Ablauf der Berufungsfrist ausgeschlossen (vgl. für die 
Beschwerde ans Bundesgericht: BGE 135 I 19 E. 2.2; 134 IV 156 E. 1.7; 132 I 42 
E. 3.3.4 mit Hinweisen). Dasselbe gilt bezüglich der Berufungsantwort und deren 
Frist. Die Replik ist nur für Darlegungen zu verwenden, zu denen die Ausführun-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=5&from_date=01.01.2018&to_date=12.01.2021&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=#page19
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=5&from_date=01.01.2018&to_date=12.01.2021&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=#page156
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=5&from_date=01.01.2018&to_date=12.01.2021&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=#page42

12 / 105

gen in der Vernehmlassung eines anderen Verfahrensbeteiligten Anlass geben 
(vgl. BGE 135 I 19 E. 2.2; vgl. zum Ganzen aus der neuesten Rechtsprechung des 
Bundesgerichts statt vieler BGer 4A_84/2020 v. 27.8.2020 E. 2.2).

5.2. Es ist dem Berufungskläger zuzustimmen, dass der Anspruch auf rechtli-
ches Gehör ein unbedingtes Recht darauf enthält, zu jeder Eingabe der Gegen-
partei Stellung nehmen zu können. Andererseits weist die Berufungsbeklagte zu 
Recht darauf hin, dass in Ausübung des Replikrechts keine neuen Tatsachen und 
Beweismittel in den Prozess eingeführt werden können, es sei denn, die Voraus-
setzungen von Art. 229 ZPO beziehungsweise Art. 317 ZPO seien erfüllt. Die Par-
teien sprechen damit verschiedene Aspekte des Replikrechts an und ihre Argu-
mentationen zielen aneinander vorbei. Jede Partei hat das Recht, zu Eingaben der 
Gegenpartei Stellung zu nehmen, unbesehen der Frage, ob diese Eingaben neue 
oder wesentliche Vorbringen enthalten. Neue Tatsachen und Beweismittel können 
im Rahmen des Replikrechts aber nur nach den Regeln des Novenrechts – das 
heisst, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon früher ins Verfahren hätten 
eingeführt werden können – vorgebracht werden. Rügen am vorinstanzlichen Ent-
scheid schliesslich müssen innerhalb der Berufungs- beziehungsweise Beru-
fungsantwortfrist vorgebracht werden; in späteren Eingaben erstmals angebrachte 
Rügen sind verspätet und daher nicht zu berücksichtigen.

5.3. Was nun die Auffassung der Berufungsbeklagten betrifft, die II. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts habe sämtliche Vorbringen des Berufungsklägers in dessen 
Replikschriften daraufhin zu prüfen, ob es sich um Noven handle und ob diese 
noch berücksichtigt werden könnten, so ist der Berufungsbeklagten entgegen zu 
halten, dass sie es weitgehend unterlässt, substantiiert darzulegen, welche Vor-
bringen des Berufungsklägers den Bedingungen des Novenrechts ihrer Ansicht 
nach nicht genügen. Lediglich vereinzelt weist sie auf Behauptungen des Beru-
fungsklägers hin, die ihrer Auffassung nach Noven sind; inwieweit die Vorausset-
zungen des Novenrechts nicht erfüllt sein sollen, zeigt sie nirgends auf. Das 
genügt nicht. Ihrer Rüge mangelt es insoweit an einer genügenden Begründung, 
weshalb sich die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts mit der Rüge nicht weiter 
auseinandersetzen muss. Insbesondere hat die II. Zivilkammer des Kantonsge-
richts nicht jedes Vorbringen, das der Berufungskläger in seinen Replikschriften 
äussert, darauf zu prüfen, ob es sich um ein Novum handelt. Vielmehr genügt es, 
wenn die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts bei denjenigen Vorbringen, die für 
die Beurteilung des vorliegenden Falles eine Rolle spielen und bei denen die Fra-
ge des Novenrechts sich offensichtlich stellt, abklärt, ob es sich um Noven handelt 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=5&from_date=01.01.2018&to_date=12.01.2021&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=#page19

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und, wenn ja, inwieweit diese in einer Replikschrift noch vorgebracht werden konn-
ten (vgl. auch BGer 4A_213/2015 v. 31.8.2015 E. 2.1 – 2.1.2).

6. Sowohl der Berufungskläger als auch die Berufungsbeklagte verweisen in 
ihren Rechtsschriften in beiden Berufungsverfahren an mehreren Stellen zur Be-
gründung ihrer Anträge auf ihre Ausführungen vor der ersten Instanz beziehungs-
weise weisen darauf hin, dass sie an den Ausführungen in ihren vorinstanzlichen 
Rechtsschriften festhalten, ohne diese Ausführungen jedoch zu wiederholen.

Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet einzurei-
chen. Das Bundesgericht hat in konstanter Rechtsprechung erklärt, begründen im 
Sinne von Art. 311 Abs. 1 ZPO bedeute aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene 
Entscheid als fehlerhaft erachtet werde. Dieser Anforderung genüge der Beru-
fungskläger nicht, wenn er lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vor-
bringen verweise, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrieden 
gebe oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiere. Die An-
forderungen an die Berufungsbegründung gälten sinngemäss auch für den Inhalt 
der Berufungsantwort (vgl. zum Ganzen statt vieler BGer 5A_801/2018 v. 
30.4.2019 E. 4.4 und BGer 5A_466/2016 v. 12.4.2017 E. 2.3 sowie BGE 141 III 
569 E. 2.3.3 und 138 III 374 E. 4.3.1; vgl. zu den Anforderungen an den Inhalt der 
Berufungsantwort auch BGer 5A_660/2014 v. 17.6.2015 E. 4.2 und BGer 
5A_438/2012 v. 27.8.2012 E. 2.4). Damit steht fest, dass es nicht genügt, wenn in 
einer Rechtsschrift im Berufungsverfahren auf im erstinstanzlichen Verfahren vor-
getragene Vorbringen verwiesen wird, ohne diese in der Rechtsschrift selbst zu 
wiederholen. Es ist der Rechtsmittelinstanz nicht zuzumuten, die Argumentationen 
der jeweiligen Partei im Sinne eines Puzzles in verschiedenen anderen Schriftstü-
cken zusammenzusuchen und an deren Stelle zusammenzutragen beziehungs-
weise dasjenige davon, das für die Argumentation an den entsprechenden Orten 
gerade als passend erscheinen könnte. Das ist Sache der Parteien. Die Parteien 
haben folglich im Berufungsverfahren in ihren Rechtsschriften aufzuzeigen, aus 
welchen Gründen dem angefochtenen Urteil beziehungsweise den in den Rechts-
schriften des Berufungsverfahrens vorgetragenen Argumenten der Gegenpartei 
nicht gefolgt werden kann; die Argumentationsketten müssen sich dabei aus den 
Rechtsschriften selbst ergeben. Soweit der Berufungskläger und die Berufungsbe-
klagte Vorbringen, die sie vor der ersten Instanz vorgetragen haben, in ihre 
Rechtsschriften im Berufungsverfahren aufnehmen wollen, ohne sie jedoch zu 
wiederholen, genügen ihre Rechtsschriften somit den Begründungsanforderungen 
im Berufungsverfahren nicht. Die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts hat sich nur 
mit Ausführungen, Argumenten und Rügen zu befassen, die sich in den Rechts-

14 / 105

schriften des Berufungsverfahrens selbst finden. Hierbei ist noch eine Präzisierung 
notwendig: Die Berufungsbeklagte bemängelt, die Vorinstanz habe viele Buchun-
gen nicht geprüft. Das trifft zu, denn die Vorinstanz hat die Widerklage in diesen 
Punkten bereits aus anderen Gründen abgelehnt, so dass sie die Buchungen nicht 
mehr prüfen musste. Hier genügt es, dass die Berufungsbeklagte in der Berufung 
begründet, weshalb die Vorinstanz zu Unrecht auf die Beurteilung der Buchungen 
verzichtet habe. Dass sie ihre Beanstandungen gegen die Buchungen selbst 
nochmals vorbringt, ist nicht notwendig. Ergibt sich, dass die erste Instanz die Bu-
chungen hätte prüfen müssen, so hat die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts auf-
grund derselben Argumente über die Buchungen zu entscheiden, die vor der Vor-
instanz geltend gemacht worden sind. Die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts hat 
sich dabei folglich auf die Rechtsschriften des erstinstanzlichen Verfahrens zu 
stützen. Weiter zu berücksichtigen wären daneben einzig Noven, die die Voraus-
setzungen von Art. 317 ZPO erfüllen. Dass die Berufungsbeklagte bezüglich der 
nicht beurteilten Buchungen nicht ihre gesamte vor der Vorinstanz vorgetragene 
Argumentation in die Berufung aufgenommen hat, schadet daher nicht.

Der Vollständigkeit halber seien noch folgende Hinweise angebracht: Der Beru-
fungskläger hat in seinen Replikschriften bezüglich der Ausführungen der Beru-
fungsbeklagten eine allgemeine Bestreitung angebracht, indem er erklärt hat, die-
se hätten „gesamthaft und im Detail als bestritten zu gelten, soweit sie im Folgen-
den nicht ausdrücklich als richtig anerkannt“ würden. Einen ähnlichen Vorbehalt 
hat die Berufungsbeklagte in ihren Rechtsschriften vorgebracht. Dieses pauschale 
Bestreiten genügt unter der Schweizerischen Zivilprozessordnung weder für das 
erstinstanzliche Verfahren (vgl. Art. 222 Abs. 2 ZPO), noch für das Berufungsver-
fahren (vgl. Art. 311 ZPO). Sofern der Berufungskläger und die Berufungsbeklagte 
in ihren jeweiligen Rechtsschriften keine konkreten Bestreitungen zu den jeweili-
gen Darstellungen der Gegenpartei anbringen, genügen ihre Ausführungen daher 
nicht und die II. Zivilkammer muss sich nicht damit beschäftigen. Weiter ist festzu-
stellen, dass der Berufungskläger an vielen Orten in seinen Rechtsschriften Hin-
weise anbringt, dass später eine genauere Begründung folge („Mehr dazu später“, 
„Wie zu zeigen sein wird“ u.Ä.). Der Berufungskläger unterlässt es dabei, genaue 
Verweise aufzuführen, wo die angekündigte spätere Begründung zu finden sein 
soll. Damit erfüllt der Berufungskläger die Begründungsanforderungen nicht. Es ist 
dem Gericht nicht zuzumuten, in den umfangreichen Rechtsschriften nachzufor-
schen, ob der Berufungskläger später tatsächlich eine weitergehende Begründung 
vorgebracht hat, beziehungsweise in den Rechtsschriften zusammenzusuchen, 
was an Begründung wo möglicherweise passen könnte. Vielmehr ist es Aufgabe 
der Parteien, ihre Argumente klar und konzis vorzutragen. Begründungen sind an 

15 / 105

dem Ort vollständig anzubringen, für welchen sie gelten. Sollte eine Begründung 
für mehrere Punkte Geltung haben, so ist sie an den entsprechenden Stellen zu 
wiederholen oder es ist deutlich, das heisst mit klaren Verweisen, anzugeben, für 
welche Punkte sie gelten soll. Die vom Berufungskläger angebrachten zahlreichen 
Hinweise auf eine spätere genauere Begründung genügen den Begründungsan-
forderungen nicht.

Schliesslich ist noch kurz darauf einzugehen, dass die Berufungsbeklagte in ihren 
Rechtsschriften ausführt, sie offeriere „für ihre Sachverhaltsdarstellungen, Aus-
führungen und Behauptungen den rechtsgenügenden Beweis insgesamt und in 
jedem einzelnen Punkt auch dort, wo [...] bestimmte Beweisanträge unterbleiben, 
sofern und soweit sie die Beweislast trifft“. Mit diesen Ausführungen genügt die 
Berufungsbeklagte ihrer Beweislast offensichtlich nicht. In einem Verfahren, das 
wie das vorliegende der Verhandlungsmaxime untersteht, ist der Beweis keine 
Holschuld des Gerichts, er ist vielmehr eine Bringschuld der Parteien (vgl. für das 
erstinstanzliche Verfahren Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO und Art. 222 Abs. 2 ZPO). Es 
genügt daher nicht, einfach allgemein Beweis anzubieten, ohne einen konkreten 
Beweis zu benennen und – soweit möglich – bereits einzureichen. Mit ihrer pau-
schalen Beweisofferte genügt die Berufungsbeklagte der ihr auferlegten Beweis-
last nicht. Wo die Berufungsbeklagte keinen konkreten Beweis nennt, obwohl sie 
die Beweislast trifft, sind ihre bestrittenen Vorbringen daher als unbewiesen zu 
werten.

7. Der Berufungskläger hat seine Replikschriften (Replik, Triplik und Quintu-
plik) im Verfahren ZK2 17 22 unter anderem dazu benutzt, sich auch zu der Beru-
fung der Berufungsbeklagten im Verfahren ZK2 17 23 zu äussern. Er hat in seiner 
Replik im Verfahren ZK2 17 22 dazu ausgeführt, er sei mit der von der Berufungs-
beklagten beantragten Vereinigung der beiden Verfahren einverstanden. Die Aus-
führungen in seiner Berufungsantwort im Verfahren ZK2 17 23 würden somit als 
integrierter Bestandteil des Berufungsverfahrens ZK2 17 22 gelten. Umgekehrt 
würden die Ausführungen in seiner Replik im Verfahren ZK2 17 22 als integrierter 
Bestandteil des Berufungsverfahrens ZK2 17 23 gelten. Ähnliche Ausführungen 
finden sich in seinen weiteren Replikschriften im Verfahren ZK2 17 22. Offensicht-
lich verkennt der Berufungskläger das Wesen der Verfahrensvereinigung. 
Zunächst ist entscheidend, dass eine Verfahrensvereinigung im Ermessen des 
Gerichts liegt (vgl. Art. 125 lit. c ZPO: Kann-Vorschrift). Das wiederum heisst, dass 
nicht die Parteien darüber bestimmen. Dass die an zwei oder mehr Verfahren be-
teiligten Parteien mit einer Verfahrensvereinigung einverstanden sind oder diese 
übereinstimmend beantragen, führt keine Vereinigung der Verfahren herbei. Erst 

16 / 105

eine entsprechende Verfügung des Gerichts vereinigt die Verfahren. Vorliegend 
geschieht dies mit diesem Urteil. Weiter behalten die Verfahren ungeachtet der 
Vereinigung ihre materielle Selbständigkeit, jede Berufung hat ihr eigenes Schick-
sal (vgl. Nina J. Frei, Berner Kommentar, N 23 f. zu Art. 125 ZPO). Vereinigt wer-
den nur die Verfahren, nicht die Klagen beziehungsweise Berufungen, und es er-
geht ein Entscheid für jedes einzelne Rechtsbegehren, wie wenn für jedes 
Rechtsbegehren ein separates Verfahren durchgeführt worden wäre (vgl. Adrian 
Staehelin, in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger, 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 
2016, N 5 zu Art. 125 ZPO). Der Berufungskläger kann daher nicht im einen Ver-
fahren auf die Rechtsschrift der Berufungsbeklagten im anderen Verfahren etwas 
erwidern, denn es sind materiell zwei eigenständige Berufungen, die lediglich for-
mell in einem Verfahren behandelt werden (und dies zudem erst ab vorliegendem 
Urteil). Seine Ausführungen in der Replik, der Triplik und der Quintuplik im Verfah-
ren ZK2 17 22 sind unbeachtlich, soweit sie als Erwiderung auf die Berufung im 
Verfahren ZK2 17 23 gedacht sind. Zum selben Ergebnis gelangt man über das 
rechtliche Gehör und das Replikrecht. Im Verfahren ZK2 17 23 war nach der Beru-
fungsantwort kein weiterer Schriftenwechsel mehr vorgesehen (ZK2 17 23, act. 
D.6). Der Berufungskläger hatte im Verfahren ZK2 17 23 im Rahmen seiner Beru-
fungsantwort die Möglichkeit, sich zur Berufung der Berufungsbeklagten umfas-
send zu äussern. Seinem Replikrecht war damit Genüge getan, nachdem die Be-
rufungsbeklagte neben der Berufung keine weiteren Eingaben machte. Offensicht-
lich will nun der Berufungskläger mit seinen Ausführungen in der Replik, Triplik 
und Quintuplik im Verfahren ZK2 17 22 unbesehen dieser Tatsache ein weiteres 
Mal im Verfahren ZK2 17 23 replizieren, obwohl die Berufungsbeklagte in jenem 
Verfahren keine neue Eingabe eingereicht hatte. Das geht nicht. Wie bereits fest-
gestellt, hatte der Berufungskläger die Möglichkeit, mit seiner Berufungsantwort 
uneingeschränkt Stellung zu nehmen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör 
gemäss Art. 29 Abs. 2 BV gibt nicht das Recht, erneut auf dieselbe Eingabe zu 
antworten, wenn eine uneingeschränkte Stellungnahme bereits möglich war. Es 
genügt, wenn einmal die Möglichkeit zu einer umfassenden Stellungnahme gege-
ben ist. Diese Möglichkeit hatte der Berufungskläger mit der Berufungsantwort. 
Wenn er in der Berufungsantwort nicht alle seine Argumente und Rügen vorge-
bracht haben sollte, so hat er dies selbst zu vertreten. Er kann nicht gestützt auf 
Art. 29 Abs. 2 BV eine weitere Replikmöglichkeit einfordern, um seinen Vortrag zu 
verbessern oder auszuweiten. Das Replikrecht ist nicht dazu da, bereits einge-
reichte Rechtsschriften nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu verbessern oder zu 
ergänzen. Und wer die Möglichkeit hatte, sich zu einer Eingabe zu äussern, muss 
nicht ein zweites und drittes Mal zur selben Eingabe Stellung beziehen können. 

17 / 105

Daran ändert nichts, dass die beiden Verfahren ZK2 17 22 und ZK2 17 23 mit vor-
liegendem Urteil vereinigt werden. Die Ausführungen des Berufungsklägers in sei-
ner Replik, Triplik und Quintuplik im Verfahren ZK2 17 22, die er zu der Berufung 
der Berufungsbeklagten im Verfahren ZK2 17 23 gemacht hat, sind daher unbe-
achtlich.

Der Vollständigkeit halber sei auch erwähnt, dass die Ausführungen in den 
Rechtsschriften des einen Verfahrens nicht als Bestandteil des anderen Verfah-
rens gelten können. Eine Berufung ist zu begründen (Art. 311 ZPO). Ein integraler 
Verweis auf eine Rechtsschrift in einem anderen Verfahren genügt dazu nicht (vgl. 
Erwägung 6). Auch wenn die beiden Verfahren mit vorliegendem Urteil formell 
vereinigt werden, so bleiben sie doch materiell zwei verschiedene, eigenständige 
Verfahren. Rügen, Argumente und Beweisanträge, die in einem Berufungsverfah-
ren geltend gemacht werden sollen, sind in der Berufungsschrift dieses Verfahrens 
aufzuführen. Das ist im Übrigen auch bezüglich der Berufungsantwort und der Re-
plikschriften der Berufungsbeklagten im Verfahren ZK2 17 22 zu berücksichtigen, 
in denen die Berufungsbeklagte zur Begründung mehrfach auf ihre Ausführungen 
in ihrer Berufung im Verfahren ZK2 17 23 verweist. 

8.1. Beide Parteien werfen der jeweiligen Gegenpartei vor, sie habe ihre Tatsa-
chenbehauptungen nicht rechtzeitig vorgebracht oder nicht genügend substanti-
iert. Es erscheint daher angebracht, vorneweg ein paar Bemerkungen diesbezüg-
lich anzubringen. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass vor der 
Vorinstanz noch die bündnerische Zivilprozessordnung anzuwenden war. 

Für den bündnerischen Zivilprozess legte Art. 118 ZPO-GR die Verhandlungsma-
xime fest mit der Formulierung, es sei Sache der Parteien, dem Gericht das 
Tatsächliche des Rechtsstreits darzulegen. Dies besagt nichts anderes, als dass 
die Parteien alle für ihre Rechtsposition erheblichen Tatsachen zu behaupten und 
für Behauptetes nötigenfalls den Beweis anzutreten haben. Oder mit anderen 
Worten: Was nicht behauptet ist, darf vom Richter nicht berücksichtigt werden und 
kann auch nicht zum Beweis gestellt werden. Im zweiten Satz der gleichen Be-
stimmung wurde zudem auf die ebenfalls geltende Eventualmaxime verwiesen, 
indem statuiert wurde, das Gericht lege seinem Verfahren nur rechtzeitig geltend 
gemachte Tatsachen zugrunde. Rechtzeitig im Sinne von Art. 118 ZPO-GR hiess 
in den Rechtsschriften des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 82 Abs. 1 Ziff. 3 
ZPO-GR, Art. 87 Abs. 3 ZPO-GR; PKG 1987 Nr. 9). In einem späteren Zeitpunkt 
waren neue Behauptungen ausgeschlossen; das Beweisverfahren diente nicht 
dazu, neue Tatsachenbehauptungen einzubringen, und auch in den Parteivorträ-
gen an der mündlichen Hauptverhandlung durften die in den vorausgegangenen 

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Rechtsschriften enthaltenen Tatsachenbehauptungen wohl wiederholt, aber nicht 
erweitert werden (Art. 109 Abs. 1 ZPO-GR). Lediglich neue Beweismittel konnten 
unter den besonderen Voraussetzungen von Art. 98 und Art. 108 ZPO-GR noch 
später zugelassen werden, indessen nur insoweit, als damit tatsächliche, bereits in 
den Rechtsschriften enthaltene Behauptungen bewiesen werden sollten (vgl. auch 
Art. 226 ZPO-GR für das Berufungsverfahren). Eine Ausnahme von diesem 
Grundsatz ergab sich aus Art. 223 ZPO-GR in Verbindung mit Art. 117 Abs. 1 
ZPO-GR. Demgemäss war dem Urteil – unter Vorbehalt rechtzeitiger Geltendma-
chung – derjenige Sachverhalt zugrunde zu legen, wie er im Urteilszeitpunkt be-
stand. Dadurch wurde die strenge Eventualmaxime dahingehend eingeschränkt, 
dass Tatsachen, welche nach Abschluss des Rechtsschriftenwechsels eintraten, 
nachträglich behauptet und bewiesen werden durften. Denn solche nachträglich 
eingetretenen Tatsachen konnten von den Parteien aus objektiven, von ihnen 
nicht zu verantwortenden Gründen im Rahmen der Rechtsschriften gar nicht gel-
tend gemacht werden (vgl. zum Ganzen KGer GR ZF 04 77 v. 2.5.2005 E. 6 d/bb). 
Schliesslich war auch anerkannt, dass eine Tatsache nicht bis in alle erdenklichen 
Einzelheiten vorgebracht werden musste, um berücksichtigt zu werden. Wortklau-
berei war nicht zu betreiben. Es musste genügen, wenn Tatsachen in einer den 
Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in ihren wesentlichen Zügen 
oder Umrissen behauptet worden waren (vgl. zum Ganzen PKG 1997 Nr. 5, PKG 
1987 Nr. 9). Wie weit die anspruchsbegründenden Tatsachen inhaltlich zu sub-
stantiieren waren, damit sie unter die massgeblichen Normen des materiellen 
Rechts subsumiert werden konnten, bestimmte auch damals das materielle Bun-
desrecht. Die jeweiligen Anforderungen ergaben sich damit einerseits aus den 
Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und andererseits aus dem prozes-
sualen Verhalten der Gegenpartei. Massgebende Tatsachenbehauptungen muss-
ten dabei so konkret formuliert sein, dass ein substantiiertes Bestreiten möglich 
war oder der Gegenbeweis angetreten werden konnte (BGE 127 III 365 E 2b mit 
Hinweisen).

Nicht behauptet und bewiesen werden mussten und müssen offenkundige und 
gerichtsnotorische Tatsachen sowie allgemein anerkannte Erfahrungssätze (vgl. 
für das Schweizerische Zivilprozessrecht Art. 151 ZPO). Ebenso wenig mussten 
und müssen Rechtsfragen (die rechtliche Würdigung der Tatsachen, das heisst, 
die Anwendung des Rechts auf den gemäss Beweisabnahme und Beweiswürdi-
gung feststehenden Sachverhalt) behauptet und bewiesen werden.

Bei der Prüfung, ob eine Tatsache rechtzeitig und genügend substantiiert behaup-
tet worden ist, ist im Folgenden von diesen Anforderungen auszugehen.

19 / 105

8.2. Mit der Frage der rechtzeitigen und genügenden Behauptung von Tatsa-
chen eng verbunden ist die Frage der rechtzeitigen und genügenden Bestreitung 
dieser Tatsachen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Bestreitung schon nach 
bündnerischer ZPO nur insofern bestimmt sein musste, als dem Gericht darzule-
gen war, welche Behauptungen bzw. Sachverhaltselemente genau bestritten wur-
den. Dagegen war nicht notwendig, dass die Gegenpartei die nach ihrer Meinung 
richtigen Tatsachen darstellte. Tatsachenbehauptungen, die unbestritten blieben, 
mussten vom Gericht grundsätzlich ohne weitere Beweisabnahme als wahr ange-
nommen werden. In diesem Zusammenhang ist ausdrücklich auf Art. 156 Abs. 1 
Satz 2 ZPO-GR hinzuweisen, der festhielt, dass als bestritten gelte, was nicht an-
erkannt worden sei. Von diesem Grundsatz war auszugehen. Eine fehlende aus-
drückliche Bestreitung schadete daher nicht zwingend und es war nicht grundsätz-
lich ausgeschlossen, eine (behauptete) Tatsache pauschal in Abrede zu stellen. 
Kam dieser Tatsache jedoch aufgrund der Parteibehauptungen prozessentschei-
dende Bedeutung zu, so waren die einzelnen Behauptungen auch einzeln zu be-
streiten (vgl. KGer GR ZK2 15 32 v. 4.1.2017 E. 6 und KGer GR ZK2 13 19 v. 
11.2.2015 E. 4.d/cc; BGE 113 Ia 433 E. 4.b). Ob ein Eingeständnis einer Tatsache 
vorlag, hatte der Richter unter Berücksichtigung des gesamten Vorbringens und 
des Verhaltens der Partei im Prozess zu beurteilen (Art. 156 Abs. 3 ZPO-GR).

Auch diese Grundsätze sind nachfolgend bei der Beurteilung der Berufungen zu 
berücksichtigen.

9. Der Berufungskläger macht in seinen Rechtsschriften mehrfach geltend, die 
Berufungsbeklagte habe nicht nachgewiesen, dass die von ihr als privat monierten 
Aufwendungen in ihrer Buchhaltung aus ihrem Vermögen geleistet worden seien. 
Dazu ist zunächst zu sagen, dass der Berufungskläger die Buchhaltung der Beru-
fungsbeklagten geführt hat, und zwar hatte er nicht nur die Kontrolle über die 
Buchhaltung oder eine Aufsicht darüber inne, er hat vielmehr selbst gebucht. Mit 
den selbst vorgenommenen Buchungen aber hat der Berufungskläger bestätigt, 
dass den Buchungen auch Zahlungen zugrunde lagen, ansonsten es sich um 
Falschbuchungen gehandelt hätte. Die Buchungen selbst sind in dieser Konstella-
tion als Beleg dafür zu werten, dass sie tatsächlichen Aufwand und entsprechende 
Zahlungen abbildeten. Im Weiteren hat der Berufungskläger auch den Saldo des 
Kontokorrentkontos selbst gezogen. Auch dies muss als eine Bestätigung seiner-
seits angesehen werden, dass die Buchungen im Kontokorrentkonto auf wirklichen 
Vorgängen beruhten. Der Berufungskläger anerkennt den Kontokorrentsaldo zu-
dem als richtig. Damit stellt sich zumindest für die Buchungen im Kontokorrent die 
Frage, ob ihnen auch entsprechende Zahlungen zugrunde lagen, nicht mehr, denn 

20 / 105

der Berufungskläger buchte selbst und wusste daher über jede einzelne Buchung 
genau Bescheid (vgl. BGE 104 III 190 E. 3). Und schliesslich hat der Berufungs-
kläger nie bestritten, dass den Buchungen tatsächliche Vorgänge zugrunde lagen.

Mit Bezug auf die von der Berufungsbeklagten unter dem Titel „Privateinkäufe 
über Kassa“ geltend gemachten Privataufwendungen wirft die Berufungsbeklagte 
dem Berufungskläger vor, er habe diese privaten Aufwendungen entweder zwar 
selbst bezahlt, sie anschliessend aber im Kontokorrent auf der Haben-Seite als 
sein Guthaben gegenüber der Berufungsbeklagten verbucht, oder er habe sie aus 
der Kasse der Berufungsbeklagten bar bezahlt, ohne eine Buchung im Soll des 
Kontokorrents, also zu seinen Lasten, vorzunehmen. Bei den Bezahlungen bar 
aus der Kasse ohne entsprechende Soll-Buchung im Kontokorrent ist offensicht-
lich, dass diese aus dem Vermögen der Berufungsbeklagten bezahlt wurden; die 
Berufungsbeklagte musste keinen weiteren Beweis erbringen. Bezüglich der Bu-
chungen im Haben des Kontokorrents wiederum wird mit der Saldoziehung die 
Bezahlung aus dem Vermögen der Berufungsbeklagten offensichtlich, werden 
diese Haben-Buchungen (Forderungen des Berufungsklägers gegen die Beru-
fungsbeklagte) doch gegen Soll-Buchungen (Forderungen der Berufungsbeklag-
ten gegen den Berufungskläger) aufgerechnet. Aus dem Vermögen bezahlen 
heisst nicht, dass physisch Geld fliessen muss, es genügt, wenn Forderungen ver-
rechnet werden. Auch hier musste die Berufungsbeklagte keinen weiteren Beweis 
erbringen. Zu Recht bringt die Berufungsbeklagte daher vor, es genüge, wenn sie 
aufzeige, dass diese Buchungen für Privataufwendungen erfolgt seien.

Bezüglich der Buchungen für Privataufwand, die die Berufungsbeklagte unter dem 
Titel „Privatzahlungen über Kreditoren“ zusammengefasst hat, macht die Beru-
fungsbeklagte geltend, der Berufungskläger habe hier private Aufwendungen im 
Konto Kreditoren als Aufwand verbucht und anschliessend auf der Haben-Seite 
des Kontokorrents weiterverbucht. Damit habe der Berufungskläger erreicht, dass 
das Konto Kreditoren ausgeglichen gewesen sei, ohne dass effektiv eine Zahlung 
erfolgt sei, während im Kontokorrent eine Gutschrift zu seinen Gunsten aufge-
nommen worden sei. Dann habe der Berufungskläger die Zahlung privat vorge-
nommen. Die Berufungsbeklagte macht folglich geltend, der Berufungskläger habe 
sich private Zahlungen, die er zwar mit seinem Privatvermögen getätigt habe, als 
Forderungen gegen die Berufungsbeklagte im Kontokorrent gutschreiben lassen. 
Durch die Saldoziehung, bei der die Haben- (Forderungen des Berufungsklägers 
gegen die Berufungsbeklagte) und Soll-Buchungen (Forderungen der Berufungs-
beklagten gegen den Berufungskläger) im Kontokorrent gegeneinander verrechnet 
würden, begleiche schlussendlich die Berufungsbeklagte diese Aufwendungen. 

21 / 105

Die Leistung aus dem Vermögen der Berufungsbeklagten ist bei dieser Argumen-
tation damit offensichtlich und ein weiterer Beweis dafür nicht nötig. Soweit die 
Buchungen für Privataufwand im Übrigen im Kreditorenkonto verbucht und mit 
Weiterverbuchung an das Konto Post oder Bank der Berufungsbeklagten bezahlt 
wurden, ohne dass eine Buchung im Kontokorrent erfolgte, ist die Bezahlung aus 
dem Vermögen der Berufungsbeklagten offensichtlich. Auch bei den „Privatzah-
lungen über Kreditoren“ genügt es folglich, wenn die Berufungsbeklagte belegt, 
dass es sich um Privataufwendungen gehandelt hat, die der Berufungskläger 
zunächst im Konto Kreditoren und anschliessend zu seinen Gunsten im Kontokor-
rent oder zur Bezahlung im Konto Post oder Bank verbucht hat.

Schliesslich sind noch die von der Berufungsbeklagten unter dem Titel „Neue 
Rechnungen“ zusammengefassten Buchungen zu behandeln. Hier macht die Be-
rufungsbeklagte geltend, der Berufungskläger habe Privataufwand über das Kredi-
torenkonto verbucht, anschliessend habe er entweder eine Gutschrift im Kontokor-
rent gemacht oder die Bezahlung über das Bankkonto der Berufungsbeklagten 
ausgelöst. Bei beiden Varianten ist die Bezahlung aus dem Vermögen der Beru-
fungsbeklagten offensichtlich, was bereits dargelegt wurde, weshalb es genügt, 
den privaten Charakter des Aufwands nachzuweisen.

Einen darüber hinausgehenden Beweis hat das Kantonsgericht in seinem Urteil 
ZK2 12 33 im Übrigen nicht verlangt. Es hat einzig ausgeführt, die Berufungsbe-
klagte müsse beweisen, dass aus ihrem Vermögen geleistet worden sei. Wie die-
ser Beweis zu erbringen sei, hat das Kantonsgericht nicht festgestellt. Ist eine Tat-
sache logische, unabdingbare Konsequenz anderer Behauptungen, so muss diese 
Tatsache selbst nicht weiter bewiesen werden. Vielmehr genügt es, die anderen 
Behauptungen zu beweisen. Genau diese Konstellation liegt hier vor: Wenn die 
Behauptungen der Berufungsbeklagten zutreffen, dann ist die logische Konse-
quenz, dass die Zahlungen aus ihrem Vermögen erfolgten. Die Zahlung der priva-
ten Aufwände aus dem Vermögen der Berufungsbeklagten ist dann belegt. Dass 
Zahlungen aus dem Vermögen der Berufungsbeklagten für Privataufwände des 
Berufungsklägers bei der Berufungsbeklagten einen Schaden in nämlicher Höhe 
bewirken, sofern der Berufungskläger keinen Anspruch auf die Übernahme seiner 
Privataufwände dartun kann, ist ebenso offensichtlich und muss daher nicht weiter 
bewiesen werden.

10. In vorliegendem Verfahren geht es einzig noch um den Saldo des Kontokor-
rentkontos A._____ aus der Buchhaltung der Berufungsbeklagten. Zum besseren 
Verständnis seien zunächst ein paar Bemerkungen zur Funktionsweise eines Kon-

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tokorrentkontos angebracht. Dass zwischen den Parteien eine Kontokorrentver-
einbarung getroffen worden war, ist nicht mehr strittig.

10.1. In einem Kontokorrentverhältnis werden Forderungen und Gegenforderun-
gen der Vertragspartner nicht einzeln geltend gemacht, sondern gegeneinander 
verrechnet; periodisch, spätestens aber am Ende der Kontokorrentbeziehung, wird 
ein Saldo gezogen. Ist der Saldo gezogen und von beiden Parteien anerkannt, so 
ist eine Neuerung anzunehmen (Art. 117 Abs. 2 OR). Die in einem Kontokorrent-
verhältnis in die Rechnung aufgenommenen einzelnen Forderungen und Gegen-
forderungen gehen also durch Verrechnung unter, während im Betrage des dabei 
sich ergebenden Saldos eine neue Forderung begründet wird. Die Anerkennung 
des Kontokorrentsaldos hat allerdings nicht zur Folge, dass auf bei der Saldozie-
hung versehentlich berücksichtigte beziehungsweise nicht berücksichtigte Posten 
schlechthin nicht mehr zurückgekommen werden könnte. Neuerung, wie sie nach 
Art. 117 Abs. 2 OR eintritt, setzt nämlich den Rechtsbestand der Forderung vor-
aus, auf der sie beruht. Im Betrage des anerkannten Saldos liegt ein Schuldbe-
kenntnis ohne Angabe eines Verpflichtungsgrundes vor (Art. 17 OR). Das führt 
dazu, dass diejenige Partei, die die Richtigkeit des anerkannten Saldos bestreiten 
will, seine Unrichtigkeit zu beweisen hat. Auch wird mit der Anerkennung des Sal-
dos auf Einwendungen gegen versehentliche Buchungen nicht verzichtet. Ander-
seits bedeutet die Anerkennung des Saldos, dass hinsichtlich der in der Kontokor-
rentrechnung aufgeführten Posten auf die Geltendmachung bereits bekannter Wil-
lensmängel sowie streitiger oder ungewisser, aber nicht ausdrücklich vorbehalte-
ner Einreden verzichtet werde (vgl. zum Ganzen BGE 104 II 190 E. 3a mit Hinwei-
sen). Wie die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts in dem in dieser Angelegenheit 
bereits ergangenen Urteil KGer GR ZK2 12 33 v. 23.7.2014 festgestellt hat, kann 
die Berufungsbeklagte auch nach der (nicht mehr bestrittenen) Saldoziehung gel-
tend machen, es seien im Kontokorrentkonto Buchungen zu Unrecht erfolgt oder 
unterlassen worden, sie sei getäuscht worden und/oder sie sei einem Irrtum unter-
legen.

10.2. Sieht man das Kontokorrentkonto A._____ aus der Buchhaltung der Beru-
fungsbeklagten an (Akten der Vorinstanz, act. III/13 – 19), so ergibt sich, dass Bu-
chungen auf der Haben-Seite Forderungen des Berufungsklägers gegen die Beru-
fungsbeklagte entsprechen und Buchungen auf der Soll-Seite Forderungen der 
Berufungsbeklagten gegenüber dem Berufungskläger. Das ist unbestritten; so 
spricht der Berufungskläger im Zusammenhang mit den Buchungen auf der Ha-
ben-Seite immer von Gutschriften zu seinen Gunsten und bezüglich der Buchun-
gen auf der Soll-Seite von Belastungen zu seinen Lasten. Aus Sicht der Beru-

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fungsbeklagten sind die Buchungen auf der Haben-Seite also als Schulden ge-
genüber dem Berufungskläger zu werten, während Buchungen auf der Soll-Seite 
Guthaben gegenüber dem Berufungskläger sind. Der Berufungskläger macht nun 
in seinen Rechtsschriften mehrfach geltend, die Buchungen auf der Soll-Seite 
würden alle Buchungen auf der Haben-Seite mehr als ausgleichen (vgl. zum Bei-
spiel ZK2 17 22, act. A.1, S. 6 Ziff. 2 und S. 8 Ziff. 3b). Das kann nur so verstan-
den werden, dass der Wert aller Soll-Buchungen höher ist als der Wert aller Ha-
ben-Buchungen. Diese Argumentation des Berufungsklägers würde bedeuten, 
dass die Guthaben der Berufungsbeklagten gegen den Berufungskläger (Soll-
Buchungen) die Schulden der Berufungsbeklagten gegenüber dem Berufungsklä-
ger (Haben-Buchungen) übersteigen. Ein Saldo müsste also zu Gunsten der Soll-
Buchungen lauten; die Berufungsbeklagte hätte gemäss dieser Argumentation des 
Berufungsklägers eine Forderung gegen ihn, er jedoch hätte keine Forderung ge-
gen die Berufungsbeklagte. Darauf hat die Berufungsbeklagte hingewiesen (vgl. 
zum Beispiel ZK2 17 22, act. A.2, S. 36 N 131). Nachdem der Berufungskläger 
ansonsten genau gegenteilig argumentiert, nämlich, dass der Kontokorrentsaldo 
ihm zustehe, während die Berufungsbeklagte keine Forderung gegen ihn habe, ist 
wohl davon auszugehen, dass der Berufungskläger sein Argument, die Soll-
Buchungen im Kontokorrent würden die Haben-Buchungen des Kontokorrents 
übertreffen, nicht zu Ende gedacht hat. Jedenfalls aber kann in Anbetracht der 
gesamten Argumentation des Berufungsklägers aus diesem einen Argument – 
auch wenn es wiederholt verwendet worden ist – nicht abgeleitet werden, der Be-
rufungskläger anerkenne, dass der Kontokorrentsaldo zu Gunsten der Berufungs-
beklagten lauten müsste, der Berufungsbeklagten also eine Forderung gegen ihn 
aus Kontokorrent zustehe.

10.3. Es fällt allgemein auf, dass der Berufungskläger in seiner Argumentation in 
beiden Berufungsverfahren die Funktionsweise eines Kontokorrents durchwegs 
ausser Acht lässt. Obwohl in einem Kontokorrent die Forderungen und Gegenfor-
derungen der Vertragsparteien gegeneinander verrechnet werden und daher bei 
einer Saldoziehung untergehen, während mit dem Saldo eine neue Forderung 
entsteht (Art. 117 Abs. 2 OR), argumentiert der Berufungskläger ausnahmslos mit 
bereits im Kontokorrent enthaltenen Buchungen. Diese Buchungen sind jedoch 
alle im Kontokorrentsaldo berücksichtigt, sie sind in diesem gewissermassen auf-
gegangen und können daher einem Berichtigungsanspruch nicht entgegengehal-
ten werden, ansonsten sie doppelt berücksichtigt würden. Der Berichtigungsan-
spruch richtet sich denn auch zwingend gegen den Kontokorrentsaldo. Mit dem 
Berichtigungsanspruch kann nur geltend gemacht werden, es seien Buchungen zu 
Unrecht erfolgt oder unterlassen worden, weshalb der Saldo fehlerhaft und zu be-

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richtigen sei, und die Anerkennung des wegen der fehlenden beziehungsweise 
ungerechtfertigten Buchungen fehlerhaften Saldos beruhe auf einer Täuschung 
oder einem Irrtum. Da es beim Berichtigungsanspruch also um zu Unrecht unter-
lassene oder erfolgte Buchungen geht, helfen im Kontokorrentsaldo bereits 
berücksichtigte Buchungen als Gegenargument nicht weiter. Die Gegenargumen-
tation müsste sich vielmehr mit den gemäss Gegenpartei zu Unrecht unterlasse-
nen oder erfolgten Buchungen auseinandersetzen und damit, weshalb diese zu 
Recht unterlassen oder erfolgt sein sollen. Dem Berichtigungsanspruch entgegen 
gehalten werden könnten auch Ansprüche des Berufungsklägers gegen die Beru-
fungsbeklagte, die im Kontokorrentsaldo nicht berücksichtigt sind, sowie An-
sprüche des Berufungsklägers gegen die Berufungsbeklagte auf Übernahme von 
Privataufwand. Oder die Gegenargumentation müsste aufzeigen, dass bezüglich 
der Anerkennung des Saldos weder Täuschung noch Irrtum vorliegt. Mit diesen 
Gegenargumentationslinien aber setzt sich der Berufungskläger in seinen Rechts-
schriften in den Berufungsverfahren nicht auseinander. Vielmehr argumentiert er 
ausschliesslich mit im Kontokorrent enthaltenen und damit im Saldo berücksichtig-
ten Buchungen; dabei handelt es sich aber – wie gesehen – um ein nutzloses Ar-
gument. Im Folgenden wird auf diese untaugliche Argumentationslinie des Beru-
fungsklägers nicht mehr vertieft eingegangen. Es genügt, hier festzustellen, dass 
sich der Berufungskläger mit bereits im Kontokorrentsaldo berücksichtigten Bu-
chungen nicht erfolgreich gegen die Berichtigungsansprüche der Berufungsbe-
klagten zur Wehr setzen kann.

11. Der Berufungskläger macht mehrfach geltend, die Buchungen auf der Ha-
ben-Seite des Kontokorrentkontos seien durch Ausgleichsbuchungen auf der Soll-
Seite des Kontokorrents in Höhe von CHF 839‘000.00 kompensiert oder neutrali-
siert worden. Zu Recht weist die Berufungsbeklagte darauf hin, dass diese vom 
Berufungskläger „Ausgleichsbuchungen“ genannten Buchungen schon im Konto-
korrentsaldo berücksichtigt sind – sie befinden sich auf der Soll-Seite des Konto-
korrents – und daher ihren Berichtigungsansprüchen nicht entgegengehalten wer-
den können, was gerade ausführlich begründet worden ist. Grundsätzlich wäre 
daher auf diese „Ausgleichsbuchungen“, wie der Berufungskläger sie nennt, nicht 
weiter einzugehen. Da dies aber für den Berufungskläger augenscheinlich ein sehr 
wichtiger Streitpunkt ist, rechtfertigt es sich, diese trotzdem genauer anzusehen.

Wie bereits festgestellt, werden in einem Kontokorrentkonto die Belastungen mit 
den Gutschriften verrechnet. Die Berufungsbeklagte begründet ihren Berichti-
gungsanspruch zum einen damit, dass der Berufungskläger Buchungen auf der 
Soll-Seite des Kontokorrents (also aus Sicht des Berufungsklägers Belastungen) 

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nicht vorgenommen habe, obwohl er dies hätte tun müssen. Die „Ausgleichsbu-
chungen“, die der Berufungskläger dagegen ins Feld führen will, sind selbst Bu-
chungen auf der Soll-Seite. Es ist nun aber offensichtlich, dass Buchungen auf der 
Soll-Seite andere Buchungen auf derselben Konto-Seite nicht kompensieren oder 
neutralisieren können. Zum anderen macht die Berufungsbeklagte geltend, die 
Buchungen auf der Haben-Seite des Kontokorrents (aus Sicht des Berufungsklä-
gers also Gutschriften) seien nicht alle gerechtfertigt. Auch hier ist offensichtlich, 
dass Buchungen auf der Soll-Seite nicht als Argument dagegen vorgebracht wer-
den können, dass zu Unrecht erfolgte Buchungen auf der Haben-Seite gelöscht 
werden sollen. Dies ist zweifellos für jedermann leicht erkennbar. Schon diese 
Überlegungen machen deutlich, dass die vom Berufungskläger „Ausgleichsbu-
chungen“ genannten Buchungen einem Berichtigungsanspruch der Berufungsbe-
klagten nicht entgegengehalten werden können. 

Wichtiger aber ist, dass die vom Berufungskläger „Ausgleichsbuchungen“ genann-
ten Buchungen auf der Soll-Seite des Kontokorrentkontos bei der Saldoziehung 
bereits mit Buchungen auf der Haben-Seite desselben Kontos verrechnet worden 
sind. Sie sind in dem Sinne „aufgebraucht“ worden beziehungsweise im Kontokor-
rentsaldo aufgegangen oder anders gesagt, sie sind durch Verrechnung unterge-
gangen (vgl. Art. 117 Abs. 2 OR). Sie bestehen nicht mehr. Daher können sie Be-
richtigungsansprüchen, die sich gegen den Kontokorrentsaldo richten, auch nicht 
entgegengehalten werden.

Gegen ein „Ausgleichen“ oder „Kompensieren“ spricht auch, dass den vom Beru-
fungskläger „Ausgleichsbuchungen“ genannten Buchungen im Soll des Kontokor-
rentkontos ausnahmslos Bezüge des Berufungsklägers zugrunde lagen. Darauf 
hat die Berufungsbeklagte zu Recht hingewiesen. Sieht man die einzelnen Bu-
chungen durch, so ergibt sich dazu Folgendes: Der Berufungskläger hat 11 Bu-
chungen von insgesamt CHF 559‘000.00 im Soll des Kontokorrentkontos vorge-
nommen, denen Buchungen im Haben des Kontos Kasse entsprechen (gleiche 
BelegID). Es handelt sich dabei um folgende Buchungen:

1062 Kontokorrent (Buchung im Soll) 1000 Kasse (Buchung im Haben)
Datum

BelegID Betrag (in CHF) act. BelegID Betrag (in CHF) act.

31.12.01 2582 25‘000.00 III/13 2582 25‘000.00 III/79

31.01.02 2583 50‘000.00 III/13 2583 50‘000.00 III/79

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28.02.02 2584 30‘000.00 III/13 2584 30‘000.00 III/79

31.03.02 2585 27‘000.00 III/13 2585 27‘000.00 III/79

28.12.02 1907 80‘000.00 III/14 1907 80‘000.00 III/80

31.01.03 1908 80‘000.00 III/14 1908 80‘000.00 III/80

28.02.03 1909 80‘000.00 III/14 1909 80‘000.00 III/80

31.03.03 1910 20‘000.00 III/14 1910 20‘000.00 III/80

30.04.04 1885 82‘000.00 III/15 1885 82‘000.00 III/81

31.03.07 2061 38‘000.00 III/18 2061 38‘000.00 III/84

31.05.07 2093 47‘000.00 III/18 2093 47‘000.00 III/84

Total 559‘000.00 559‘000.00

Nachdem das Konto Kasse ein Aktiv-Konto ist, entsprechen Buchungen im Haben 
einer Barentnahme aus der Kasse. Die Buchungen im Haben des Kontos Kasse 
und die entsprechenden Buchungen (gleiche BelegID) im Soll des Kontokorrent-
kontos bedeuten folglich, dass der Berufungskläger Geld aus der Kasse entnom-
men und dafür korrekterweise eine Belastung zu seinen Lasten im Kontokorrent-
konto verbucht hat. Die Behauptung des Berufungsklägers, diese Beträge seien 
der Kasse gutgeschrieben worden, trifft damit nicht zu; die vom Berufungskläger 
selbst vorgenommenen Buchungen belegen das Gegenteil. Der Berufungskläger 
hat – entgegen seinen Beteuerungen – Geld aus der Kasse entnommen. Dass er 
für diese Geldentnahmen Gegenbuchungen im Soll des Kontokorrents, also zu 
seinen Lasten, vorgenommen hat, zeigt deutlich, dass er diese Gelder für private 
Zwecke verwendet hat, wie es ihm die Berufungsbeklagte vorwirft. Diese Buchun-
gen über CHF 559‘000.00 enthalten ferner die von der Berufungsbeklagten mit 
ihrem Berichtigungsanspruch beanstandeten, über die Kasse bezahlten Privat-
aufwendungen nicht. Dies lässt sich allein schon der jeweiligen BelegID entneh-
men, die einerseits bei den Buchungen im Konto Kasse und andererseits in den 
für die beanstandeten Buchungen verwendeten Gegenkonti zu finden ist, deren 
Auszüge sich in den von der Berufungsbeklagten eingelegten Belegen vor den 
jeweiligen Rechnungen/Quittungen befinden. Damit ist belegt, dass die Buchun-
gen über CHF 559‘000.00 keine der von der Berufungsbeklagten beanstandeten 
Entnahmen aus der Kasse enthalten. Lediglich nebenbei sei bemerkt, dass die 

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Entnahmen aus der Kasse in Höhe von CHF 559‘000.00 das übertreffen, was der 
Berufungskläger nach seiner Darstellung in das Hotel der Berufungsbeklagten mit 
Einlagen eingebracht haben will (CHF 548‘000.00, vgl. ZK2 17 22, act. A.3, S. 9 
Ziff. 11 f und S. 14 Ziff. 21, act. A.6, S. 14 Ziff. 19 h und S. 23 Ziff. 32, act. A.8, S. 
9 Ziff. 9b). Der Berufungskläger hat folglich mit seinen (zeitnahen) Entnahmen aus 
der Kasse das, was er in das Hotel der Berufungsbeklagten durch Einlagen einge-
bracht haben will, mehr als wieder herausgenommen. Die Argumentation, er habe 
dem Hotel aufgrund dessen schlechter Finanzlage Geldmittel zur Verfügung ge-
stellt, überzeugt in dieser Situation wenig. Zentral aber ist, dass der Berufungsklä-
ger für die Buchungen im Soll des Kontokorrents, die er zu den „Ausgleichsbu-
chungen“ zählt, einen tatsächlichen Gegenwert erhalten hat. Ein Ausgleichen oder 
Kompensieren von der Berichtigungsforderung zugrundeliegenden Buchungen ist 
in dieser Situation nicht möglich. Denn die in der Berichtigungsforderung enthalte-
nen Buchungen im Haben des Kontokorrents werden von der Berufungsbeklagten 
als ungerechtfertigt und damit fehlerhaft beanstandet. Eine Buchung im Soll, für 
die der Berufungskläger einen tatsächlichen Gegenwert erhalten hat, kann nun 
aber offensichtlich eine zu Unrecht erfolgte Buchung im Haben nicht kompensie-
ren oder neutralisieren. Vielmehr lässt eine ungerechtfertigte Buchung im Haben 
eine rechtmässige Buchung im Soll zu Unrecht durch Verrechnung untergehen, 
was zu einem fehlerhaften Kontokorrentsaldo führt, der berichtigt werden muss. 
Zu Recht weist die Berufungsbeklagte im Übrigen darauf hin, dass die Funktions-
weise einer Buchhaltung beziehungsweise die Frage, welche rechtliche Wirkung 
eine Buchung in einem Konto hat, eine Rechtsfrage ist, die von den Parteien nicht 
behauptet werden muss. Es genügt daher, die Buchung im entsprechenden Konto 
zu behaupten und nachzuweisen. Die Berufungsbeklagte musste im vorinstanzli-
chen Verfahren nicht explizit ausführen, dass die Buchungen im Konto Kasse im 
Haben erfolgten und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die diesbezügli-
chen Ausführungen der Berufungsbeklagten im Berufungsverfahren sind daher 
keine neuen Tatsachenbehauptungen.

Neben den Buchungen, die das Konto Kasse betreffen, umfassen die vom Beru-
fungskläger „Ausgleichsbuchungen“ genannten Buchungen noch eine Buchung in 
Höhe von CHF 280‘000.00 auf das Konto „R._____“ und zwar am 30. April 2004 
(Akten der Vorinstanz, act. III/15). Das Konto „R._____“ ist offensichtlich ein Er-
trags- und damit ein Passiv-Konto. Nachdem die Buchung im Kontokorrentkonto 
im Soll vorgenommen wurde, muss die Buchung im Konto R._____ im Haben er-
folgt sein. Eine Buchung im Haben des Ertragskontos „R._____“ besagt, dass 
R._____-Leistungen bezogen worden sind. Die Buchung im Soll des Kontokor-
rentkontos wiederum bedeutet die Bezahlung dieser Leistungen mittels einer For-

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derung der Berufungsbeklagten gegen den Berufungskläger in Höhe des Wertes 
der bezogenen R._____-Leistungen. Die vom Berufungskläger selbst vorgenom-
menen Buchungen zeigen damit deutlich auf, dass der Berufungskläger für CHF 
280‘000.00 R._____-Leistungen bezogen haben muss. Was auch heissen kann, 
dass er die Zahlungen von Gästen für R._____-Leistungen in diesem Umfang ein-
behalten und dafür im Soll des Kontokorrents – also zu seinen Lasten – eine 
(Sammel-)Buchung über den gesamten Betrag gemacht hat. Der Berufungskläger 
hat in der Widerklageduplik im vorinstanzlichen Verfahren im Übrigen selbst aus-
geführt, dass es sich bei diesen CHF 280‘000.00 „um bis dahin nicht verbuchte 
Bareinnahmen aus dem Hotelbetrieb“ gehandelt hat (Akten der Vorinstanz, act. 
I/5, S. 18 Ziff. 16). Die Verbuchung im Soll des Kontokorrents bedeutet, dass der 
Berufungskläger diese Bareinnahmen für sich einbehalten hat. Folgt man im Übri-
gen der weiteren Erklärung des Berufungsklägers in seiner Widerklageduplik im 
vorinstanzlichen Verfahren, dass nämlich diese nicht verbuchten Bareinnahmen 
aus dem Hotelbetrieb „u.a. für die Finanzierung der im Kontokorrent auf der Ha-
benseite verbuchten Auslagen verwendet wurden“ (Akten der Vorinstanz, act. I/5, 
S. 18 Ziff. 16), so zeigt dies, dass sich der Berufungskläger nach seiner Lesart 
Auslagen, die er für das Hotel der Berufungsbeklagten gehabt haben will (Bu-
chungen auf der Haben-Seite des Kontokorrents), zurückgeholt hat (ob diese Aus-
lagen tatsächlich für das Hotel waren, ist damit nicht gesagt). Jedenfalls aber liegt 
auch hier der Buchung im Soll des Kontokorrents ein Bezug des Berufungsklägers 
zugrunde. Es lässt sich kein Ausgleichen feststellen. Diese Schlussfolgerungen 
ergeben sich zwingend aus den Buchungen selbst. Es genügte daher, dass die 
Berufungsbeklagte auf die Buchungen hinwies und die Buchungen belegte; der 
Nachweis enthielt implizit die Behauptung, der Berufungskläger habe R._____-
Leistungen bezogen oder Zahlungen von Gästen für R._____ für sich einbehalten.

Schliesslich sei noch festgestellt, dass die Argumentation des Berufungsklägers 
auch nicht überzeugt, weil er nur einen Teil der Soll-Buchungen des Kontokorrents 
einem Teil der Haben-Buchungen desselben Kontos gegenüberstellt. Das geht 
nicht. Ein Kontokorrent ist ein System von Forderungen und Gegenforderungen, 
die durch ihre Aufnahme im Kontokorrent zu einander in Beziehung treten. Es ist 
offensichtlich, dass eine Herausnahme und Verrechnung von Teilen des Systems 
kein aussagekräftiges Ergebnis zeitigen kann, eben gerade weil der Rest des Sys-
tems ausser Acht gelassen wird. Ein Kontokorrent muss immer als Ganzes be-
trachtet werden. Daher muss sich die Berichtigungsforderung auch gegen den 
Saldo des Kontokorrents und nicht gegen einzelne Buchungen richten.

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Damit steht fest, dass die Argumentation des Berufungsklägers ins Leere geht. 
Die von ihm „Ausgleichsbuchungen“ genannten Buchungen können den Berichti-
gungsansprüchen der Berufungsbeklagten nicht entgegengehalten werden. 

12. Der Berufungskläger argumentiert, die Berufungsbeklagte habe in ihren 
Rechtsschriften im vorinstanzlichen Verfahren und vor Kantonsgericht mehrfach 
anerkannt, dass er die in ihrer Buchhaltung enthaltenen privaten Aufwendungen 
privat, also aus seinem eigenen Vermögen, bezahlt habe. Dieses Argument ist 
nicht nachvollziehbar. Der Berufungskläger will die Berufungsbeklagte offensicht-
lich falsch interpretieren. Es trifft zu, dass die Berufungsbeklagte in ihren Rechts-
schriften erklärt hat, der Berufungskläger habe einige der privaten Aufwendungen 
privat bezahlt. Jedoch hat die Berufungsbeklagte immer auch darauf hingewiesen, 
dass der Berufungskläger davor oder danach im Kontokorrent eine entsprechende 
Gutschrift zu seinen Gunsten vorgenommen habe. Damit aber hat sie geltend ge-
macht, der Berufungskläger habe die Zahlungen zwar aus seinem privaten Ver-
mögen vorgenommen, gleichzeitig habe er aber im Kontokorrent in gleicher Höhe 
eine Forderung gegen die Berufungsbeklagte begründet, so dass er bei der Sal-
doziehung des Kontokorrents das aufgewendete Privatvermögen aus dem Ver-
mögen der Berufungsbeklagten zurückerhalte, wenn keine Berichtigung vorge-
nommen werde. Ein Anerkenntnis, dass der Berufungskläger und nicht die Beru-
fungsbeklagte die privaten Aufwendungen schlussendlich bezahlt habe, ist in die-
ser Argumentation nicht zu finden.

13. Im Folgenden sind nun die Berichtigungsansprüche der Berufungsbeklag-
ten zu prüfen. Da die Berufungsbeklagte in beiden Berufungsverfahren geltend 
macht, die Vorinstanz habe Lohnforderungen in Höhe von CHF 65‘000.00 doppelt 
zugesprochen, ist dieser Punkt vorneweg und für beide Verfahren zusammen zu 
beurteilen. Genau genommen geht es dabei im Übrigen nicht um die Berichti-
gungsforderung der Berufungsbeklagten, sondern eben um die Frage der doppel-
ten Zusprechung desselben Anspruchs.

13.1. Im Verfahren ZK2 17 22 argumentiert die Berufungsbeklagte zusammenge-
fasst, die Vorinstanz habe in ihrem ersten Urteil vom 27. März 2012 dem Beru-
fungskläger neben dem Kontokorrentsaldo auch eine Lohnforderung in Höhe von 
CHF 54‘547.50 zugesprochen. Nachdem die Berufungsbeklagte in ihrer ersten 
Berufung an das Kantonsgericht, die zum Urteil ZK2 12 33 geführt habe, die Zu-
sprechung der Lohnforderung nicht angefochten habe, sei das erste vorinstanzli-
che Urteil vom 27. März 2012 insoweit rechtskräftig geworden. In einem Parallel-
verfahren habe die Ehefrau des Berufungsklägers im Weiteren einen eigenen 
Lohnanspruch geltend gemacht. Die Vorinstanz habe in jenem Parallelverfahren 

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mit Urteil ebenfalls vom 27. März 2012 der Ehefrau des Berufungsklägers eine 
Lohnforderung von CHF 63‘606.70 zugesprochen. Die Berufungsbeklagte habe 
am 6. November 2012 der Ehefrau des Berufungsklägers den Nettolohn bezahlt, 
was der Berufungskläger nicht bestreite. Es sei der Vorinstanz im Weiteren be-
kannt gewesen, dass in dem vom Kläger geltend gemachten Kontokorrentsaldo 
von CHF 201‘246.18 eine Gutschrift von CHF 65‘000.00 für Lohnausstände des 
Berufungsklägers und seiner Ehefrau für einen Teil eben jener Periode enthalten 
sei, für welche die Vorinstanz selbst sowohl dem Berufungskläger als auch dessen 
Ehefrau ihre Lohnansprüche selbständig zugesprochen habe. Nachdem die Vor-
instanz vom Kontokorrentsaldo von CHF 201‘246.18 trotzdem keinen Abzug in 
Höhe von CHF 65‘000.00 vorgenommen habe, habe sie dem Berufungskläger und 
dessen Ehefrau Lohn im Umfang von CHF 65‘000.00 doppelt zugesprochen. Da-
mit habe die Berufungsbeklagte einen Berichtigungsanspruch in Höhe von CHF 
65‘000.00 nachgewiesen. Der als Berichtigungsgrundlage dienende Kontokorrent-
saldo von CHF 201‘246.18 sei daher um CHF 65‘000.00 auf CHF 136‘246.18 zu 
korrigieren, unter Vorbehalt der übrigen Berichtigungsansprüche der Berufungs-
beklagten. Daneben bestehe aber im Umfang der CHF 65‘000.00, über die die 
Vorinstanz im Rahmen der Beurteilung der selbständig geltend gemachten Lohn-
ansprüche des Berufungsklägers und seiner Ehefrau längst geurteilt habe, eine 
bereits abgeurteilte Sache, eine res iudicata. Dies hätte die Vorinstanz berücksich-
tigen müssen, nachdem zum einen die Berufungsbeklagte in ihrer Stellungnahme 
vom 9. Februar 2015 darauf hingewiesen habe und zum andern die Zusprechung 
der Lohnansprüche an den Berufungskläger und an dessen Ehefrau für die Vorin-
stanz gerichtsnotorisch gewesen sei. Trotzdem habe die Vorinstanz die CHF 
65‘000.00 im Kontokorrentsaldo belassen. Damit habe sie zweimal über ein und 
denselben Anspruch geurteilt respektive dem Berufungskläger zweimal ein und 
denselben Anspruch zugesprochen; sie habe folglich Art. 59 Abs. 2 lit. d und e 
ZPO und Art. 62 ZPO verletzt. Falls das Kantonsgericht wider Erwarten keine Be-
richtigung vornehme, ändere dies nichts daran, dass CHF 65‘000.00 an Lohn 
doppelt bezahlt würden. Die Berufungsbeklagte könnte daher die CHF 65‘000.00 
aus ungerechtfertigter Bereicherung zurückverlangen. Sie mache deshalb Ver-
rechnung dieses Rückforderungsanspruches im Umfang von CHF 65‘000.00 mit 
einem allfälligen aus diesem Verfahren resultierenden Anspruch des Berufungs-
klägers geltend. 

Im Verfahren ZK2 17 23 bringt die Berufungsbeklagte dieselben Argumente noch 
vertieft vor.

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13.2. Der Berufungskläger bestreitet im Verfahren ZK2 17 22 nicht, dass die von 
ihm im vorliegenden Verfahren und von seiner Ehefrau im Parallelverfahren unab-
hängig vom Kontokorrentsaldo eingeklagten Lohnansprüche die Lohnansprüche, 
die im Kontokorrentsaldo dem Berufungskläger gutgeschrieben worden sind, ent-
halten. Vielmehr gesteht er dies zu (vgl. ZK2 17 22, act. A.1, S. 9 lit. 3e; vgl. auch 
Akten der Vorinstanz, act. I/5, S. 39 Ziff. 40 und act. I/15, S. 3 Ziff. 10 und 12). Er 
argumentiert einzig, die Berufungsbeklagte habe im vorinstanzlichen Verfahren die 
Verrechnungseinrede erhoben. Die Verrechnungseinrede sei ein Gestaltungsrecht 
und die Berufungsbeklagte sei daran gebunden. Sie habe folglich keinen Berichti-
gungsanspruch. Im Verfahren ZK2 17 23 wiederum bestreitet der Berufungsklä-
ger, dass die Behauptungen der Berufungsbeklagten rechtzeitig erfolgt seien, ha-
be sie diese im vorinstanzlichen Verfahren doch erst in ihrer Stellungnahme vom 
9. Februar 2015 und damit nicht in ihren Rechtsschriften vorgebracht. Er weist 
auch in diesem Verfahren auf die Verrechnungseinrede der Berufungsbeklagten 
hin. Weitere Bestreitungen bringt er nicht vor.

13.3 Die Frage der Rechtzeitigkeit der Behauptungen der Berufungsbeklagten 
stellt sich bezüglich der Identität der im Kontokorrent enthaltenen Lohnforderun-
gen mit einem gleich grossen Teil der ausserhalb des Kontokorrents geltend ge-
machten Lohnansprüche nicht. Der Berufungskläger hat im vorinstanzlichen Ver-
fahren zugestanden, dass die Lohnforderungen, die er selbst und seine Ehefrau 
ausserhalb des Kontokorrentsaldos geltend gemacht haben, auch die im Konto-
korrentsaldo verbuchten Lohnforderungen umfassen, weshalb entweder weniger 
Lohn ausserhalb des Kontokorrentsaldos zuzusprechen oder ein entsprechender 
Abzug vom Kontokorrentsaldo zu machen sei (vgl. Akten der Vorinstanz, act. I/5, 
S. 39 Ziff. 40 [Lohnforderung Ehefrau] und act. I/15, S. 3 Ziff. 10 und 12 [Lohnfor-
derung Berufungskläger]). Auf diesem Zugeständnis ist der Berufungskläger zu 
behaften. 

13.4. Über die Lohnansprüche der Ehefrau des Berufungsklägers hat die Vor-
instanz in einem Parallelverfahren entschieden. Das Urteil der Vorinstanz in jenem 
Verfahren ist unangefochten geblieben und damit rechtskräftig geworden. Zu 
Recht weist die Berufungsbeklagte darauf hin, dass es sich bezüglich der Lohnan-
sprüche der Ehefrau des Berufungsklägers, welche im Kontokorrent A._____ ent-
halten sind, nun um eine res iudicata, eine abgeurteilte Sache handelt. Dem kann 
nicht entgegengehalten werden, die Berufungsbeklagte habe die Verrechnungs-
einrede erhoben und sei daran gebunden. Denn die Frage der abgeurteilten Sa-
che ist eine Frage der Prozessvoraussetzungen, während die Verrechnung eine 

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solche des materiellen Rechts ist. Nachdem eine abgeurteilte Sache vorliegt, stellt 
sich die Frage der Verrechnung nicht.

Entgegen der Auffassung des Berufungsklägers hat die Berufungsbeklagte ihre 
Behauptung, es liege eine abgeurteilte Sache vor, nicht verspätet vorgebracht. Die 
Vorinstanz entschied am 27. März 2012 im Parallelverfahren über die Lohnan-
sprüche der Ehefrau des Berufungsklägers; am selben Datum erging auch in vor-
liegendem Verfahren das erste vorinstanzliche Urteil. Dass mit Bezug auf die 
Lohnforderungen der Ehefrau des Berufungsklägers eine res iudicata vorliege, 
konnte die Berufungsbeklagte im davor stattgefundenen Schriftenwechsel offen-
sichtlich nicht geltend machen. Echte Noven aber durfte sie auch nach dem Schrif-
tenwechsel behaupten und beweisen. Die Berufungsbeklagte brachte das Novum 
bei erster Gelegenheit und damit rechtzeitig vor. Wichtiger aber ist, dass die Frage 
der res iudicata eine Frage der Prozessvoraussetzungen ist (vgl. Art. 59 Abs. 2 lit. 
e ZPO), worauf bereits hingewiesen worden ist. Prozessvoraussetzungen sind von 
Amtes wegen zu prüfen (vgl. Art. 60 ZPO). Es darf nicht sein, dass derselbe An-
spruch zweimal gerichtlich beurteilt wird, ohne dass ein Rechtsmittelverfahren vor-
liegt. Wenn im Verlaufe eines Verfahrens anderweitig über denselben Anspruch 
ein Entscheid ergeht und rechtskräftig wird, dann ist das in jedem Stadium des 
Verfahrens von Amtes wegen zu beachten. Nachdem eine res iudicata vorliegt, 
hätte die Vorinstanz auf die Klage des Berufungsklägers im Umfang von CHF 
32‘500.00 (den im Parallelverfahren beurteilen Lohnansprüchen der Ehefrau des 
Berufungsklägers, die unbestrittenermassen auch im Kontokorrentsaldo enthalten 
sind) nicht eintreten dürfen. Für die Prüfung des Berichtigungsanspruches der Be-
rufungsbeklagten, worum es vorliegend einzig noch geht, wirkt sich dies als Abzug 
von der Berichtigungsgrundlage aus. 

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der Berufungskläger in 
seiner Widerklageduplik im vorinstanzlichen Verfahren zugestanden hat, dass ein 
Abzug von CHF 32‘500.00 von der Berichtigungsgrundlage zu machen ist, wenn 
die Lohnforderung der Ehefrau des Berufungsklägers im Parallelverfahren zuge-
sprochen wird (Akten der Vorinstanz, act. I/5, S. 39 Ziff. 40). An dieses Zuge-
ständnis ist er gebunden.

13.5. Mit Bezug auf die Lohnforderung des Berufungsklägers, die er in vorliegen-
dem Verfahren neben dem Kontokorrentsaldo einfordert, liegt der Fall etwas an-
ders. Die Vorinstanz hat die ausserhalb des Kontokorrents geltend gemachten 
Lohnforderungen des Berufungsklägers in ihrem Urteil vom 27. März 2012 ge-
schützt. Dieses Urteil hat die Berufungsbeklagte mit Eingabe vom 14. August 2012 
beim Kantonsgericht vollumfänglich angefochten (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 

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I/20, S. 30 f. lit. G und H), was zum Entscheid ZK2 12 33 geführt hat. Im Urteil ZK2 
12 33 hat die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts das Urteil des Bezirksgerichts 
Maloja vom 27. März 2012 als Ganzes aufgehoben und zur Neuentscheidung im 
Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen (Akten der Vorinstanz, 
act. I/20, S. 29 Ziff. 1). Damit aber war das erste Urteil der Vorinstanz vom 27. 
März 2012 nicht rechtskräftig geworden, auch nicht bezüglich der neben dem Kon-
tokorrentsaldo geltend gemachten Lohnansprüche des Berufungsklägers (vgl. Art. 
315 Abs. 1 ZPO). Es handelt sich mit Bezug auf diese Lohnansprüche folglich 
entgegen der Ansicht der Berufungsbeklagten nicht um eine res iudicata. Die Be-
rufungsbeklagte hat jedoch die neben dem Kontokorrentsaldo geltend gemachte 
Lohnforderung des Berufungsklägers im Umfang von CHF 53‘983.60 in ihrer Stel-
lungnahme vom 9. Februar 2015 anerkannt (Akten der Vorinstanz, act. I/23, S. 10 
Ziff. 2.3). Wichtiger aber ist, dass der Berufungskläger – wie gesehen – im vor-
instanzlichen Verfahren zugestanden hat, dass die im Kontokorrentsaldo verbuch-
ten Lohnforderungen auch in den ausserhalb des Kontokorrents geltend gemach-
ten Lohnansprüchen enthalten sind. Die Vorinstanz hätte damit berücksichtigen 
müssen, dass im Kontokorrentsaldo auch Lohnausstände enthalten waren, die der 
Berufungskläger neben dem Kontokorrentsaldo noch selbständig geltend gemacht 
hatte. Da sie entschied, dass dem Berufungskläger die neben dem Kontokorrent-
saldo eingeklagten Lohnforderungen zustünden, hätte sie die im Kontokorrentsal-
do enthaltenen Lohnausstände des Berufungsklägers herausnehmen müssen, das 
heisst, sie hätte von der Berichtigungsgrundlage weitere CHF 32‘500.00 abziehen 
müssen, da sie denselben Anspruch nicht zweimal zusprechen konnte. Dem kann 
die Verrechnungserklärung der Berufungsbeklagten nicht entgegengehalten wer-
den, denn in dieser Situation stellt sich die Frage der Verrechnung nicht.

13.6. Insgesamt ergibt sich, dass die Vorinstanz Lohnansprüche des Berufungs-
klägers und seiner Ehefrau im Umfang von CHF 65‘000.00 doppelt zugesprochen 
hat. Zu Recht macht die Berufungsbeklagte geltend, wenn die neben dem Konto-
korrentsaldo verlangten Lohnforderungen zugesprochen würden, seien die im 
Kontokorrentsaldo enthaltenen Lohnansprüche herauszunehmen, es sei folglich 
von der Berichtigungsgrundlage ein Abzug in Höhe der doppelt zugesprochenen 
Lohnansprüche zu machen. Die unter den Parteien nicht (mehr) bestrittene Be-
richtigungsgrundlage beträgt CHF 201‘246.18. Davon sind CHF 65‘000.00 zu sub-
trahieren, so dass eine neue Berichtigungsgrundlage von CHF 136‘246.18 ver-
bleibt. Davon ist im Folgenden auszugehen.

14. Nachfolgend sind nun die behaupteten Berichtigungsansprüche der Beru-
fungsbeklagten zu prüfen. Die Berufungsbeklagte teilt diese in drei Gruppen ein: 

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„Privateinkäufe über Kassa“, „Privatzahlungen über Kreditoren“ und „Neue Rech-
nungen“. Diese Einteilung wird vorliegend beibehalten. Es sind folglich zunächst 
die unter dem Titel „Privateinkäufe über Kassa“ zusammengefassten Berichti-
gungsansprüche zu untersuchen. Die Vorinstanz hat diese Berichtigungsan-
sprüche weitgehend geschützt. Dagegen richtet sich die Berufung des Berufungs-
klägers im Verfahren ZK2 17 22. Die Berufungsbeklagte wiederum hat in ihrer Be-
rufung im Verfahren ZK2 17 23 ausgeführt, für einen – genau bezeichneten – Teil 
der von der Vorinstanz abgewiesenen Berichtigungsansprüche aus „Privateinkäu-
fe über Kassa“ akzeptiere sie die Abweisung, den anderen – genau bezeichneten 
– Teil aber habe die Vorinstanz zu Unrecht nicht zugesprochen.

14.1. Vorneweg ist festzustellen, dass der Berufungskläger in seiner Berufung 
(ZK2 17 22, act. A.1) mit keinem Wort bestreitet, dass diejenigen Buchungen, die 
die Vorinstanz bezüglich der von der Berufungsbeklagten geltend gemachten „Pri-
vateinkäufe über Kassa“ als Privataufwand eingestuft hat, auch tatsächlich Privat-
aufwand gewesen sind. Nachdem er dies im vorinstanzlichen Verfahren noch be-
stritten hatte, hält er an dieser Bestreitung im Verfahren ZK2 17 22 offensichtlich 
nicht mehr fest. Darauf hat die Berufungsbeklagte in ihrer Berufungsantwort zu 
Recht hingewiesen (ZK2 17 22, act. A.2, S. 16 N 48). Augenscheinlich anerkennt 
der Berufungskläger im Verfahren ZK2 17 22 den privaten Charakter dieser Bu-
chungen, so dass die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts diesen nicht mehr zu 
prüfen braucht. Lediglich der Vollständigkeit halber sei daran erinnert, dass Rü-
gen, die in einer Replikschrift vorgebracht würden, verspätet wären und daher kei-
ne Beachtung fänden, weshalb nicht geprüft werden muss, ob der Berufungsklä-
ger in einer Replikschrift den privaten Charakter dieser Aufwendungen bestritten 
hat. Darüber hinaus aber vermag die von der Vorinstanz getroffene Beurteilung als 
Privataufwand auch ohne Weiteres zu überzeugen. Es kann diesbezüglich auf das 
Urteil der Vorinstanz verwiesen werden.

14.2. Der Berufungskläger argumentiert zunächst, die Vorinstanz habe allein ge-
prüft, ob es sich bei den unter dem Titel „Privateinkäufe über Kassa“ zusammen-
gefassten Buchungen um Privataufwendungen gehandelt habe, und nicht, ob der 
Berufungsbeklagten ein Schaden entstanden sei. Das genüge nicht. Der Beru-
fungsbeklagten sei kein Schaden entstanden, weil diese Privataufwendungen 
durch Ausgleichsbuchungen kompensiert worden seien. Es ist bereits ausführlich 
begründet worden, weshalb die vom Berufungskläger „Ausgleichsbuchungen“ ge-
nannten Buchungen den Berichtigungsansprüchen der Berufungsbeklagten nicht 
entgegengehalten werden können. Ebenso ist erörtert worden, warum ein Scha-
den nicht mehr gesondert geprüft werden muss, wenn sowohl der private Charak-

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ter der Aufwendungen als auch die von der Berufungsbeklagten geltend gemachte 
Vorgehensweise des Berufungsklägers (Bezahlung aus Kasse ohne Belastung im 
Kontokorrent, private Bezahlung mit anschliessender Gutschrift im Kontokorrent) 
als nachgewiesen erachtet wird. Und genau diese beiden Nachweise hat die Vor-
instanz offensichtlich als gegeben beurteilt. Die Argumentation des Berufungsklä-
gers geht folglich ins Leere. 

14.3. Weiter moniert der Berufungskläger, die Berufungsbeklagte habe nur Bu-
chungen auf der Haben-Seite des Kontokorrentkontos beanstandet. Das trifft nicht 
zu. Die Berufungsbeklagte hat von Anfang an geltend gemacht, der Berufungsklä-
ger habe sich nicht nur zu Unrecht Beträge gutgeschrieben (Buchungen auf der 
Haben-Seite), er habe vielmehr auch Buchungen zu seinen Lasten ungerechtfer-
tigterweise unterlassen (vgl. Prozessantwort und Widerklage, Akten der Vor-
instanz, act. I/2, S. 37 f. Ziff. 7). Buchungen zu seinen Lasten sind Buchungen auf 
der Soll-Seite des Kontokorrentkontos. An anderer Stelle in seinen Rechtsschriften 
spricht der Berufungskläger denn auch selbst davon, dass ihm die Berufungsbe-
klagte vorwerfe, er habe notwendige Belastungen im Kontokorrent nicht gemacht 
(vgl. ZK2 17 22, act. A.3, S. 4 Ziff. 6; der Berufungskläger verweist dabei zwar auf 
die Berufungsantwort der Berufungsbeklagten, macht aber nicht geltend, diese 
Behauptungen seien neu). Der Berufungskläger widerspricht sich damit. Die Beru-
fungsbeklagte hat sowohl vorgenommene Buchungen auf der Haben- als auch 
fehlende Buchungen auf der Soll-Seite beanstandet. Der Berufungskläger zieht im 
Übrigen den (falschen) Schluss, dass die Berufungsbeklagte nur die Haben-
Buchungen beanstande, aus dem von der Berufungsbeklagten in ihrer Eingabe 
vom 9. Februar 2015 geschilderten „Buchungssystem“. Die Berufungsbeklagte 
stellt dort aber ausdrücklich fest, dieses „Buchungssystem“ betreffe die „Privatzah-
lungen über Kreditoren“ (Akten der Vorinstanz, act. I/23, S. 4 und 9). Daneben 
macht die Berufungsbeklagte aber auch „Privateinkäufe über Kassa“ geltend. Der 
Berufungskläger überträgt somit das „Buchungssystem“ auf alle beanstandeten 
Buchungen, obwohl die Berufungsbeklagte klar feststellt, dass es nicht für alle Bu-
chungen gilt. 

14.4. Fehlende Buchungen auf der Soll-Seite macht die Berufungsbeklagte im 
Zusammenhang mit einem Teil der „Privateinkäufe über Kassa“ geltend. Gerade 
weil die Berufungsbeklagte bemängelt, es würden Buchungen im Kontokorrent 
fehlen, nützt es dem Berufungskläger nichts, wenn er ausführen lässt, für diesen 
Teil der von der Berufungsbeklagten geltend gemachten Privataufwendungen sei-
en im Kontokorrentkonto keine Buchungen vorhanden. Genau dies ist ja der Vor-
wurf der Berufungsbeklagten: Dass im Kontokorrent keine Belastungen verbucht 

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worden sind, obwohl der Berufungskläger Privataufwand aus ihrer Kasse bezahlt 
hat. Indem der Berufungskläger geltend macht, für diese Privataufwendungen sei-
en keine Buchungen im Kontokorrent vorhanden, anerkennt er die fehlenden Bu-
chungen. Weiter hat er – wie bereits aufgezeigt – anerkannt, dass es sich bei den 
von der Vorinstanz als Privataufwand qualifizierten Buchungen auch tatsächlich 
um Privataufwand gehandelt hat. Damit aber gesteht der Berufungskläger zu, 
dass er diesen Privataufwand aus der Kasse bezahlt hat, ohne eine entsprechen-
de Belastung im Kontokorrent vorzunehmen. Er macht nicht geltend, er habe ge-
gen die Berufungsbeklagte einen Anspruch gehabt, dass sie diese Privataufwände 
aus ihrem Vermögen bezahle. Es ist offensichtlich, dass der Berufungsbeklagten 
ein Schaden entsteht, wenn der Berufungskläger diese ungerechtfertigten Kassa-
bezüge für Privataufwände nicht zurückbezahlen muss, wenn also diese zu Un-
recht unterlassenen Buchungen nicht in den Kontokorrentsaldo miteinbezogen 
werden. Mit der Anerkennung des Fehlens der Buchungen im Kontokorrent und 
des privaten Charakters der aus der Kasse bezahlten Aufwände anerkennt der 
Berufungskläger in letzter Konsequenz implizit den Berichtigungsanspruch der 
Berufungsbeklagten in der Höhe der fehlenden Buchungen.

14.5. Die Berufungsbeklagte erfasst daneben unter dem Titel „Privateinkäufe 
über Kassa“ auch Buchungen, die Privataufwände betreffen, die der Berufungs-
kläger zwar privat bezahlt, sich dann aber im Kontokorrent gutgeschrieben hat 
(Buchung auf der Haben-Seite). Wie bereits festgestellt, bestreitet der Berufungs-
kläger nicht, dass es sich bei den von der Vorinstanz als Privataufwand anerkann-
ten Buchungen tatsächlich um Privataufwand gehandelt hat. Der Berufungskläger 
bringt weiter nicht vor, er habe gegenüber der Berufungsbeklagten einen An-
spruch gehabt, dass sie diese Privataufwände aus ihrem Vermögen bezahle. Er 
bringt auch sonst nichts vor, was die Verbuchung dieser Privataufwände zu Lasten 
der Berufungsbeklagten rechtfertigen würde. Insbesondere können im Kontokor-
rent enthaltene Buchungen nicht als Argument gegen den Berichtigungsanspruch 
ins Feld geführt werden, was einlässlich dargelegt worden ist. Es steht damit fest, 
dass der Berufungskläger Privataufwände, die er aus seinem Vermögen bezahlt 
hatte, ungerechtfertigterweise als Gutschriften zu seinen Gunsten im Kontokorrent 
verbucht hat. Dass der Berufungsbeklagten ein Schaden entsteht, wenn diese Pri-
vataufwände im Kontokorrentsaldo berücksichtigt bleiben, ist offensichtlich. Der 
Berufungsbeklagten steht daher ein Berichtigungsanspruch in Höhe der im Konto-
korrent gutgeschriebenen privaten Auslagen zu.

14.6. Insgesamt ergibt sich, dass der Berufungskläger das vorinstanzliche Urteil 
im Zusammenhang mit den „Privateinkäufen über Kassa“ nicht erfolgreich anficht. 

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Er bringt nichts vor, was das angefochtene Urteil zu erschüttern vermöchte. Dabei 
ist auch festzustellen, dass der Berufungskläger die von der Vorinstanz verwende-
ten Zahlen mit keinem Wort rügt. Insbesondere macht er für keinen der von der 
Vorinstanz als Privataufwand anerkannten Beträge geltend, dieser sei zu hoch. 
Das vorinstanzliche Urteil ist daher zu bestätigen, soweit die Vorinstanz der Beru-
fungsbeklagten unter dem Titel „Privateinkäufe über Kassa“ den Betrag von CHF 
143‘435.20 als Berichtigungsanspruch gegen den Kontokorrentsaldo zuspricht. 
Die Berufung des Berufungsklägers (ZK2 17 22) ist vollumfänglich abzuweisen.

14.7. In ihrer Berufung (ZK2 17 23) beschäftigt sich die Berufungsbeklagte mit 
den von der Vorinstanz unter dem Titel „Privateinkäufe über Kassa“ nicht zuge-
sprochenen Teilbeträgen der Berichtigungsforderung. Für ein paar genau be-
zeichnete Teilbeträge akzeptiert sie die Abweisung, für andere genau bezeichnete 
Teilbeträge ficht sie das vorinstanzliche Urteil an. Auf diese angefochtenen Teile 
ist nun einzugehen.

14.7.1. Zuerst bemängelt die Berufungsbeklagte, dass die Vorinstanz dem Beru-
fungskläger einen Rückforderungsanspruch in Höhe von CHF 7‘000.00 dafür zu-
gesprochen habe, dass er das Auto seiner Ehefrau als Eintausch beim Kauf eines 
Fahrzeugs für die Berufungsbeklagte hingegeben habe. Zu Recht weist die Beru-
fungsbeklagte darauf hin, dass der Berufungskläger im Kontokorrent eine Gut-
schrift für den gesamten Kaufpreis des neuen Fahrzeugs verbucht hat (vgl. Akten 
der Vorinstanz, act. III/14, Buchung mit Datum 30.04.03, in Verbindung mit act. 
III/20 und 21), die CHF 7‘000.00 also im Kontokorrentsaldo bereits berücksichtigt 
sind. Die Verbuchung dieser CHF 7‘000.00 im Kontokorrent gesteht der Beru-
fungskläger in seiner Berufungsantwort im Übrigen auch zu (ZK2 17 23, act. A.2, 
S. 22 N 32; vgl. auch die Stellungnahme des Berufungsklägers vom 9. Februar 
2015, in welcher er einräumt, dass der Berufungsbeklagten in diesem Punkt ein 
Berichtigungsanspruch in Höhe von CHF 7‘000.00 zusteht, Akten der Vorinstanz, 
act. I/21, S. 8 Ziff. 2.2). Würde dem Berufungskläger ein Rückforderungsanspruch 
in dieser Höhe zuerkannt, bekäme er diesen Betrag folglich doppelt zugespro-
chen. Es ist der Berufungsbeklagten auch zuzustimmen, dass der Berufungsklä-
ger keinen Berichtigungsanspruch geltend macht, was er in seiner Berufungsant-
wort im Übrigen selbst betont (ZK2 17 23, act. A.2, S. 21 f. N 29). Der Berufungs-
kläger hat zwar in seinen vorinstanzlichen Rechtsschriften darauf hingewiesen, 
dass beim Kauf eines Fahrzeugs für die Berufungsbeklagte der Wagen seiner 
Ehefrau als Eintausch hingegeben worden sei, er hat jedoch nie behauptet, dieser 
Eintausch sei im Kontokorrent nicht zu seinen Gunsten verbucht worden. Würde 
dieser Betrag vom Berichtigungsanspruch der Berufungsbeklagten abgezogen, 

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erhielte der Berufungskläger eine Berichtigung zu seinen Gunsten, die er nicht 
verlangt. Die Vorinstanz hat vom Berichtigungsanspruch der Berufungsbeklagten 
zu Unrecht CHF 7‘000.00 abgezogen. Insoweit ist das vorinstanzliche Urteil zu 
korrigieren.

14.7.2. Mit Bezug auf Dekoartikel moniert die Berufungsbeklagte, die Vorinstanz 
berücksichtige hier Positionen, für welche gar kein Berichtigungsanspruch geltend 
gemacht worden sei, weshalb auch kein Abzug gerechtfertigt sei. Das trifft nicht 
zu. Sieht man die Prozessantwort und Widerklage im vorinstanzlichen Verfahren 
unter Beizug der von der Vorinstanz im angefochtenen Punkt berücksichtigten Ak-
ten (Akten der Vorinstanz, act. III/10, Ordner B; angefochtenes Urteil, ZK2 17 23, 
act. B.0, S. 21 lit. cc) durch, so finden sich diese Buchungen seh