# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43859dd7-5d59-50ee-ac8d-2472467f5529
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.12.2021 LE210001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE210001_2021-12-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE210001-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos Würgler und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie 

Gerichtsschreiber Dr. O. Hug 

Beschluss und Urteil vom 8. Dezember 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ 

 

 

- 2 - 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Bülach vom 14. Dezember 2020 (EE190003-C) 
 

––––––––––––––––––––– 
 
 

Rechtsbegehren: 

der Gesuchstellerin vom 27. Oktober 2020 (Urk. 129): 

1. Es sei festzustellen, dass die Gesuchstellerin zum Getrenntleben berechtigt sei und sie 
bereits seit dem 20. Januar 2019 getrennt lebt. 

2. Es sei der Sohn C._____, geboren am tt.mm 2016, unter die alleinige Obhut der Ge-
suchstellerin zu stellen. 

3. Es sei zwischen dem Gesuchsgegner und dem Kind ein angemessenes Besuchsrecht 
und eine Feiertags- und Ferienregelung festzulegen. Der Gesuchsgegner soll berechtigt 
sein, C._____ an drei Wochenenden im Monat, am ersten, zweiten und dritten Wochen-
ende von Freitag Schulschluss bis Sonntagabend 18.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich 
oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Sodann soll der Gesuchsgegner berechtigt sein, 
C._____ für neun Wochen Ferien zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. An 
Weihnachten soll C._____ eine Woche bei der Gesuchstellerin und eine Woche beim 
Gesuchsgegner verbringen. 

 Diese Regelung soll gelten ab der Einschulung von C._____. Bis zur Einschulung von 
C._____ soll die in der Vereinbarung festgehaltene, derzeit gelebte Besuchsrechtsrege-
lung weitergelten. 

4. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 5. Januar 2019 an die 
Kosten des Unterhalts und der Erziehung des Kindes C._____ auf den Ersten eines je-
den Monats zum Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von mind. Fr. 1'300.– zuzüglich all-
fälliger vertraglicher oder gesetzlicher Familienzulagen, zu bezahlen. Ein allfälliges Man-
ko sei sodann festzuhalten. 

5. Es sei die Gütertrennung per 11. Januar 2019 anzuordnen. 
6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, Auskunft über seine Einkommens- und Ver-

mögensverhältnisse zu erteilen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zu Las-
ten des Gesuchsgegners. 

des Gesuchsgegners vom 22. Mai 2019 (Urk. 51): 

1. Es sei dem Gesuchsgegner das Getrenntleben zu bewilligen und es sei festzustellen, 
dass die Parteien bereits seit dem 20. Januar 2019 getrennt leben. 

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2. Es sei dem Gesuchsgegner die alternierende Obhut über den gemeinsamen Sohn 
C._____ zuzuteilen. 

3. Eventualiter sei dem Gesuchsgegner die alleinige Obhut über C._____ zuzuteilen. 
4. Es sei dem Gesuchsgegner zu bewilligen, den Hauptwohnsitz von C._____ nach 

Frankreich, an die ... [Adresse] in … D._____, zu verlegen. 
5. Es sei das Betreuungsrecht bei der alternierenden Obhut wie folgt zu regeln: 
5.1. Der Gesuchsgegner soll berechtigt sein, den Sohn C._____ in geraden Wochen jeweils 

von Samstag, 18.00 Uhr, bis Mittwoch, 20.00 Uhr und in ungeraden Wochen von Sams-
tag, 18.00 Uhr, bis Dienstag, 20.00 Uhr mit sich oder zu sich in die alternierende Obhut 
zu nehmen. 

5.2. Ab obligatorischem Schuleintritt von C._____ in Frankreich soll die Gesuchstellerin be-
rechtigt sein, C._____ in den geraden Wochen jeweils von Freitagabend, 18.00 Uhr bis 
Sonntagabend, 20.00 Uhr und in ungeraden Wochen von Samstag, 18.00 Uhr bis 
Sonntagabend, 20.00 Uhr zu sich oder mit sich zu Besuch zu nehmen. 

6. Bei der alleinigen Obhut durch den Gesuchsgegner soll die Gesuchstellerin berechtigt 
sein, C._____ jeweils jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr bis 
Sonntagabend, 20.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

7. Der Gesuchsgegner verpflichtet sich, C._____ jeweils entweder bei der Gesuchstellerin 
abzuholen oder zurück zu bringen. Der andere Wechsel hat die Gesuchstellerin vorzu-
nehmen. Der Gesuchsgegner erklärt sich vergleichsweise bereit, C._____ jeweils auch 
in E._____ abzuholen bzw. dorthin zu bringen, wenn die Gesuchstellerin ebenfalls be-
reit ist, C._____ nach E._____ zu bringen bzw. dort abzuholen. 

8. Die Parteien seien für berechtigt zu erklären, C._____ jeweils für sechs Wochen pro 
Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Sofern dies mit dem Ferienplan der 
Schule übereinstimmt sind dies beim Gesuchsgegner folgende Wochen:  
– von Freitag, 5. April, 18.00 Uhr bis Sonntag, 14. April, 20.00 Uhr  
– von Freitag, 5. Juli, 18.00 Uhr bis Sonntag, 21. Juli, 18.00 Uhr  
– von Freitag, 25. Oktober, 18.00 Uhr bis Sonntag, 3. November, 20.00 Uhr sowie  
– von Freitag, 13. Dezember, 18.00 Uhr bis Sonntag, 29. Dezember, 18.00 Uhr.  
Bei der Gesuchstellerin sind dies folgende Wochen, sofern sie mit dem Ferienplan der 
Schule übereinstimmen: 
–  von Freitag, 19. April, 18.00 Uhr bis Sonntag, 28. April, 20.00 Uhr  
–  von Sonntag, 21. Juli, 18.00 Uhr bis Sonntag, 4. August, 20.00 Uhr  
–  von Freitag, 4. Oktober, 18.00 Uhr bis Sonntag, 20. Oktober, 20.00 Uhr sowie  
–  von Freitag, 29. Dezember, 18.00 Uhr bis Sonntag, 12. Januar, 20.00 Uhr (wobei 

die erste Woche dieser Ferien jeweils zu den Ferien des Vorjahres gezählt wird). 
Diejenige Partei, die C._____ jeweils nach den Ferien zur anderen Partei bringt, sei für 
berechtigt zu erklären, C._____ erst auf 20.00 Uhr zur anderen Partei zu bringen, an-
statt bereits auf 18.00 Uhr.  
Sollte dieser Ferienplan im Übrigen nicht mit jenem der französischen Schule überein-
stimmen, so verpflichten sich die Parteien, sich über andere Ferienwochen zu einigen. 
Kommt keine Einigung zustanden, verschieben sich die einzelnen Ferienwochen der 
Parteien in erster Priorität nach vorne, in zweiter Priorität zurück. 

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9. Jede Partei sei für verpflichtet zu erklären, die Kosten von C._____, die während des 
Aufenthalts entstehen, selbst zu tragen. 

10. Die Parteien seien beide zu verpflichten, der jeweils anderen Partei im Voraus den Fe-
rienort bekannt zu geben, wenn sie die Ferien mit C._____ nicht bei sich zu Hause ver-
bringen. Der Gesuchsgegner wird C._____ jeweils bei Ferienbeginn rechtzeitig bei der 
Gesuchstellerin abholen bzw. bringen. 

11. Die Feiertage seien anzahlmässig je hälftig auf die Parteien aufzuteilen. 
12. Bei Installation der alternierenden Obhut sei festzuhalten, dass keine Partei der ande-

ren irgendwelche Unterhaltsbeiträge schuldet, da jede Partei für ihren Lebensbedarf 
und jenen von C._____ selbst aufkommen kann. Eventualiter sei festzustellen, dass 
der Gesuchsgegner mangels finanzieller Leistungsfähigkeit nicht verpflichtet werden 
kann, allfällige Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin und C._____ zu bezahlen und 
zwar bei alternierender Obhut als auch bei einer allfälligen alleinigen Obhut durch die 
Gesuchstellerin. 

13. Bei alleiniger Obhut von C._____ beim Gesuchsgegner sei die Gesuchstellerin zu ver-
pflichten, für den Sohn C._____ einen angemessenen Bar- und Betreuungsunterhalt 
von mindestens Fr. 500.– an den Gesuchsgegner zu bezahlen. Zahlbar jeweils im Vo-
raus, auf den Ersten eines jeden Monats, zzgl. allfälliger gesetzlicher und/oder vertrag-
licher Kinderzulagen. 

14. Am Antrag auf Gütertrennung hält der Gesuchsgegner fest, allerdings nicht per Datum 
der Eingabe vom 28. Januar 2019, sondern per Ende April 2019 unter Berücksichtigung 
sämtlicher auch noch später eintreffenden Rechnungen, die das gemeinsame Familien-
leben betreffen. 

15. Im Übrigen seien alle Anträge der Gesuchstellerin ihrer Eingaben vom 11. Februar als 
auch vom 14. März 2019 abzuweisen, sofern sie nicht mit jenen des Gesuchsgegners 
identisch sind. 

16. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Gesuchstel-
lerin. 

des Gesuchsgegners vom 27. Oktober 2020 (Urk. 131): 

1. Es sei an den Anträgen vom 22. Mai 2019 mit folgenden Änderungen bzw. Ergänzun-
gen festzuhalten: 

2. In Abweisung von Ziffer 2 sei den Gesuchstellern bis Ende Juli 2021 die alternierende 
Obhut über den gemeinsamen Sohn C._____ mit folgender Regelung zuzusprechen: 
C._____ wird je eine Woche alternierend in Frankreich beim Kindsvater und eine Wo-
che in F._____ bei der Kindsmutter wohnen. Die Wechsel werden jeweils am Sams-
tag vorgenommen, wobei jeweils derjenige Elternteil C._____ zum anderen bringt, zu 
dem er hingehen wird. 

3. In Abweisung von Ziffer 3 sei ab August 2021 dem Gesuchsteller die alleinige Obhut 
über C._____ zuzuteilen. 

4. In Abweisung von Ziffer 5 und 6 sei die Gesuchstellerin zu folgendem Besuchs- und 
Ferienrecht für berechtigt zu erklären: 

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– In den geraden Wochen jeweils von Freitagabend ab Schulschluss von 
C._____ bis Sonntagabend, 20.00 Uhr und 

– während 6 Wochen Ferien, wobei je eine Woche im Winter, im Frühling, im 
Herbst und über Weihnachten und je zwei im Sommer zu nehmen sind. 

5. In Abweisung von Ziffer 7 seien beide Parteien zu verpflichten, jeweils ein Weg der 
Übergabe selbständig zu übernehmen, vorzugsweise jeweils jenen, um C._____ zum 
anderen Elternteil zu bringen. 

6. Bis zu den Sommerferien 2021 haben sich die Parteien an folgenden bereits bei den 
vorsorglichen Massnahmen ausgesprochenen Ferienplan zu halten:  

 Freitag, 23. Oktober, 18.00 Uhr bis Sonntag, 8. November 2020, 20.00 Uhr ist 
C._____ beim Gesuchsteller; 

 Freitag, 11. Dezember, 18.00 Uhr bis Sonntag, 27. Dezember 2020, 20.00 Uhr ist 
C._____ beim Gesuchsteller; 

 Freitag, 2. April 2021, 18.00 Uhr bis Sonntag, 11. April, 20.00 Uhr sowie Freitag, 3. 
Juli 2021, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18. Juli, 20.00 Uhr ist C._____ beim Gesuchsteller. 

 Die Ferien der Gesuchstellerin sehen folgendermassen aus: 
 Sonntag, 27. Dezember 2020, 20.00 Uhr bis Dienstag, 5. Januar 2021, 18.00 Uhr; 
 Freitag, 16. April 2021, 18.00 Uhr bis Sonntag, 25. April, 20.00 Uhr sowie 
 Sonntag, 18. Juli 2021, 20.00 Uhr bis Sonntag, 1. August, 20.00 Uhr. 
7. In Abweichung von Ziffer 7 sei jeweils derjenige Elternteil, der in die Ferien fährt, zu 

verpflichten, C._____ beim anderen Elternteil abzuholen und auch wieder rechtzeitig 
zurück zu bringen. 

8. Es sei eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB zu installieren und dem Bei-
stand insbesondere folgende Aufträge zu erteilen: 
– Einvernehmliche Ausarbeitung des Ferienbesuchsrechts für die Gesuchstelle-

rin; 
– Überwachung und Koordinierung des grundsätzlichen Besuchsrechts; 
– Beratung für und Koordination zwischen den Parteien bei Missverständnissen 

und/oder Unklarheiten bezüglich der Ausübung des Besuchsrechts sowie 
– Antragsstellung an die KESB, sofern notwendig. 

9. In Abweichung zu Ziffer 12 sei festzuhalten, dass bei Weiterführung der alternieren-
den Obhut keine der Partei zu Unterhaltszahlungen für C._____ an den anderen El-
ternteil zu verpflichten ist. 

10. Ab alleiniger Obhut durch den Gesuchsteller sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, 
für C._____ einen angemessenen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe von 
Fr. 500.– an den Gesuchsteller zu bezahlen, erstmals ab August 2021, jeweils zahlbar 
auf den Ersten eines jeden Monats. 

11. Des Weitern sei in Abänderung von Ziffer 12 festzustellen, dass beide Parteien man-
gels finanzieller Leistungsfähigkeit nicht zu Unterhaltszahlungen an den anderen 
Ehegatten zu verpflichten sind. 

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des Gesuchsgegners vom 27. Oktober 2020 (Prot. S. 96): 

Wenn die Obhut der Gesuchstellerin alleine zugewiesen werden sollte, sei der Gesuchsgeg-
ner zu verpflichten, ab dem Moment, ab welchem er über ein Einkommen verfügt, mit wel-
chem er seinen Lebensunterhalt decken kann, alles, was darüber ist, als Kinderunterhalt zu 
bezahlen, bis maximal die beantragten Fr. 1'300.– abzüglich Kinderzulagen.  
Wenn dem Gesuchsgegner die alleinige Obhut zugeteilt werden sollte, sei die Kindsmutter 
zu verpflichten, Fr. 200.– an den Barunterhalt zu bezahlen bzw. das Minimum für C._____ 
zu bezahlen, damit der Gesuchsgegner weiter Sozialhilfe für C._____ bekommt, solange er 
über kein oder ein zu tiefes Einkommen verfügt. Die Kindsmutter soll berechtigt sein, 
C._____ an drei Wochenenden pro Monat und mindestens sechs Wochen oder, wenn sie 
das kann, neun Wochen gemäss Einigung in die Ferien mit sich oder zu sich zu Besuch zu 
nehmen. 

der Kindsvertreterin vom 14. Oktober 2020 (Urk. 119): 

1. C._____ sei unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen. 
2. Die Obhut für C._____ sei der Gesuchstellerin zuzuteilen. 
3. Bis zum 31. Juli 2021 sei die aktuelle Betreuungsregelung fortzusetzen (gemäss Ver-

fügung vom 4. März 2019, Übergabe am Samstag um 16.00 Uhr und am Diens-
tag/Mittwoch jeweils um 18.00 Uhr). 

 Ab 1. August 2021 sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, den Sohn 
C._____ jeweils wie folgt zu betreuen: 
– Jedes zweite Wochenende von Freitag Schulschluss bis Sonntagabend, 

18.00 Uhr; 
– Während 9 Wochen Ferien pro Jahr; 
– Für Weihnachten und die Neujahrsfeiertage sei eine den Interessen der Partei-

en angemessene, alternierende Regelung zu treffen; 
– Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt seine Betreu-

ungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 16.00 Uhr, und dauert bis Os-
termontag, 18.00 Uhr; 

– Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Pfingsten, verlängert sich sei-
ne Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr. 

In der übrigen Zeit soll der Sohn C._____ von der Mutter betreut werden. 
4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, angemessene Unterhaltsbeiträge für C._____ 

zu bezahlen. 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 
Bülach vom 14. Dezember 2020: 

(Urk. 136 S. 61 ff. = Urk. 141 S. 61 ff.) 

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt 
sind und seit 20. Januar 2019 getrennt leben. 

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2. Der Sohn C._____, geboren am tt.mm 2016, wird unter der gemeinsamen elterlichen 
Sorge der Parteien belassen. 

3. Die Obhut für den Sohn C._____, geboren am tt.mm 2016, wird der Gesuchstellerin 
zugeteilt. Der Sohn wird seinen Wohnsitz bei der Gesuchstellerin haben. 

4. Der Gesuchsgegner ist bis Ende Juli 2021 berechtigt, den Sohn C._____ in geraden 
Wochen von Samstag, 18:00 Uhr, bis Mittwoch, 20:00 Uhr, und in ungeraden Wochen 
von Samstag, 18:00 Uhr, bis Dienstag, 20:00 Uhr, auf eigene Kosten mit sich oder zu 
sich auf Besuch zu nehmen. 

5. Der Gesuchsgegner ist ab August 2021 berechtigt, den Sohn C._____ am ersten, 
zweiten und dritten Wochenende des Monats von Freitag ab Schul- bzw. Kindergar-
tenschluss bis Sonntag, 18:00 Uhr, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Be-
such zu nehmen. Fällt das Besuchswochenende des Gesuchsgegners auf Ostern, 
beginnt das Besuchsrecht bereits am Gründonnerstag, 16:00 Uhr, und dauert bis Os-
termontag, 18:00 Uhr. Fällt das Besuchswochenende des Gesuchsgegners auf 
Pfingsten, dauert das Besuchsrecht bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr.  

6. Ausserdem ist der Gesuchsgegner ab dem Jahr 2022 berechtigt, den Sohn C._____ 
für acht Wochen jährlich während den Schulferien auf eigene Kosten mit sich oder zu 
sich in die Ferien zu nehmen. Das Ferienbesuchsrecht beginnt am Freitag ab Schul- 
bzw. Kindergartenschluss und dauert bis Sonntag, 18:00 Uhr. Zusätzlich ist der Ge-
suchsgegner berechtigt, von den Schulferien über Weihnachten/Neujahr den Sohn 
C._____ in geraden Jahren in der ersten und in ungeraden Jahren in der zweiten 
Schulferienwoche auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. 
Während den übrigen Schulferien entfallen die Besuchswochenenden des Gesuchs-
gegners. Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündi-
gen. Können sich die Parteien über die Ferienplanung nicht einigen, so kommt dem 
Gesuchsgegner in geraden Jahren und der Gesuchstellerin in ungeraden Jahren das 
Entscheidungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu. 

7. Schliesslich ist der Gesuchsgegner berechtigt, den Sohn C._____ wie folgt auf eigene 
Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen: von Freitag, 11. Dezember 
2020, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 27. Dezember 2020, 20:00 Uhr; von Karfreitag, 2. April 
2021, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 11. April 2021, 20:00 Uhr; von Freitag, 3. Juli 2021, 
18:00 Uhr, bis Sonntag, 18. Juli 2021, 20:00 Uhr; von Freitag, 8. Oktober 2021 ab 
Kindergartenschluss bis Sonntag, 24. Oktober 2021, 20:00 Uhr; und von Sonntag, 26. 
Dezember 2021, 18:00 Uhr bis Sonntag, 2. Januar 2022, 20:00 Uhr.  

 In folgenden Zeiträumen entfallen die Besuchszeiten des Gesuchsgegners, da die 
Gesuchstellerin mit C._____ Ferien hat: von Sonntag, 27. Dezember 2020, 20:00 Uhr, 
bis Dienstag, 5. Januar 2021, 18:00 Uhr; von Freitag, 16. April 2021, 18:00 Uhr, bis 
Sonntag, 25. April 2021, 20:00 Uhr; von Sonntag, 18. Juli 2021, 20:00 Uhr, bis Sonn-
tag, 1. August 2021, 20:00 Uhr; und von Sonntag, 19. Dezember 2021, 20:00 Uhr, bis 
Sonntag, 26. Dezember 2021, 18:00 Uhr. 

8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für den Sohn C._____ monatliche Unterhaltsbei-
träge wie folgt zu bezahlen: 
– Fr. 1'020.– rückwirkend ab 20.01.2019 bis 31.03.2019 (davon Fr. 0.– als Be-

treuungsunterhalt); 

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– Fr. 650.– ab 01.04.2019 bis 31.07.2021 (davon Fr. 0.– als Betreuungsunter-
halt); zuzüglich 

– Fr. 170.– ab 01.04.2019 bis 31.07.2021 (teilweise Weiterleitung von Leistungen 
der französischen Familienzulagenkasse); 

– Fr. 640.– ab 01.08.2021 (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt; 
– ab 01.08.2021 zuzüglich allfällige von ihm bezogenen gesetzlichen oder ver-

traglichen Familienzulagen inkl. Leistungen der französischen Familienzula-
genkasse. 

 Die Unterhaltsbeiträge und allfällige Familienzulagen sind jeweils auf den Ersten eines 
Monats im Voraus zu bezahlen an die Gesuchstellerin, solange das Kind in deren 
Haushalt lebt, keine selbständigen Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen 
den Gesuchsgegner stellt und keine andere Zahlstelle bezeichnet. 

9. Mit den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt des Kindes 
nicht gedeckt. Es fehlt monatlich ein Betrag von  
– Fr. 2'790.– (wovon Fr. 2'790.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen) ab 

20.01.2019 bis 31.03.2019 
– Fr. 1'980.– (wovon Fr. 1'980.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen) ab 

01.04.2019 bis 31.07.2021 
– Fr. 2'180.– (wovon Fr. 1'600.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen) ab 

01.08.2021. 
10. Es wird festgestellt, dass die Parteien mangels Leistungsfähigkeit gegenseitig nicht in 

der Lage sind, Ehegattenunterhaltsbeiträge zu leisten. 
11. Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen Verhält-

nissen der Parteien ausgegangen: 
20.01.2019 bis 31.03.2019: GSin C._____ GG 
Einkommen: Fr.        0.– Fr.        0.– Fr.        0.– 
- Bedarf: Fr. 2'790.– Fr. 1'020.– Fr. 1'790.– 
= Überschuss (+) / Manko (-) - Fr. 2'790.– - Fr. 1'020.– - Fr. 1'790.– 

 
01.04.2019 bis 31.07.2021: GSin C._____ GG 
Einkommen: Fr.    900.– Fr.    690.– Fr.        0.– 
- Bedarf: Fr. 2'880.– Fr. 1'340.– Fr. 1'720.– 
= Überschuss (+) / Manko (-) - Fr. 1'980.– - Fr. 650.– - Fr. 1'720.– 

 
ab 01.08.2021: GSin C._____ GG 
Einkommen: Fr. 1'350.– Fr.    200.– Fr. 2'590.– 
- Bedarf: Fr. 2'950.– Fr. 1'420.– Fr. 1'950.– 
= Überschuss (+) / Manko (-) - Fr. 1'600.– - Fr. 1'220.– + Fr.   640.– 

 

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Vermögen (exkl. Vorsorgegut-
haben) per Oktober 2020: 

GSin C._____ GG 

Flüssiges Vermögen: Fr.        0.– Fr.        0.– Fr.   58'000.– 
Eigentumswohnung: Fr.        0.– Fr.        0.– Fr. 200'000.– 
Total: Fr.        0.– Fr.        0.– Fr. 258'000.– 

12. Die Anträge der Parteien auf Anordnung der Gütertrennung werden abgewiesen. 
13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die Barauslagen betragen: 

Fr. 4'162.50  Übersetzungskosten; 

Fr. 20'168.70   Honorar Kindsvertreterin. 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin zu 25% und dem Gesuchsgegner zu 
75% auferlegt. Der Anteil der Gesuchstellerin wird einstweilen auf die Gerichtskasse 
genommen. Die Gesuchstellerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 
ZPO hingewiesen. 

15. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte Parteient-
schädigung von Fr. 9'693.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  
Da diese Parteientschädigung vom Gesuchsgegner voraussichtlich nicht erhältlich sein 
wird, wird die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Gesuchstellerin, Rechtsanwältin 
lic. iur. Y._____, in Anwendung von Art. 122 Abs. 2 ZPO angemessen aus der Ge-
richtskasse entschädigt. Die Forderung geht auf die Gerichtskasse über. Die Nachfor-
derung gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

16. Schriftliche Mitteilung je mit Gerichtsurkunde an die Parteien und die Kindsvertreterin. 
17. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage. Hinweis auf fehlenden Fristenstill-

stand gemäss Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

Berufungsanträge: 

des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 140 S. 2 ff.): 
  " 1. Es sei Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 aufzu-

heben und es sei die Obhut für den Sohn C._____, geboren am tt.mm 2016, dem Be-
rufungskläger zuzuteilen. Zudem sei der Wohnsitz von C._____ zum Wohnsitz des Be-
rufungsklägers an die … [Adresse] in  D._____ zu verlegen. 

2. Es sei in Abweichung von Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 
14. Dezember 2020 die Berufungsbeklagte für berechtigt zu erklären, bis zu 1. August 
2021 C._____ in geraden Wochen von Mittwoch, 20.00 Uhr bis Samstag, 18.00 Uhr 
und in ungeraden Wochen von Dienstag, 20.00 Uhr bis Samstag, 18.00 Uhr mit sich 
oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, C._____ 
jeweils zur Berufungsbeklagten nach F._____ zu fahren und die Berufungsbeklagte sei 
zu verpflichten, C._____ jeweils an die Landesgrenze in G._____ zu bringen, von wo 
ihn der Berufungskläger sodann abholt. 

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3. Es sei Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 aufzu-
heben und es sei der Berufungsbeklagten ab August 2021, ab Wiederaufnahme der 
Schule von C._____ in D._____ nach der Sommerpause, folgendes Besuchs- und Fe-
rienrecht einzuräumen: 
– In den geraden Wochen jeweils von Freitagabend nach Schulschluss von 

C._____ bis Sonntagabend, 20.00 Uhr und  
– Ab Kalenderjahr 2022 während 6 Wochen Ferien, wobei je eine Woche im Win-

ter, im Frühling, im Herbst und über Weihnachten/Neujahr und je zwei im Som-
mer zu nehmen sind. 

– Die Berufungsbeklagte sei für verpflichtet zu erklären, C._____ jeweils nach En-
de der Besuchswochenenden bzw. Ferien wieder zum Berufungskläger bzw. an 
die Landesgrenze in G._____ zurückzubringen, von wo ihn der Berufungskläger 
sodann abholt. 

– Das Ferienbesuchsrecht sei mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen. 
Können sich die Parteien über die Ferienplanung nicht einigen, so soll dem Be-
rufungskläger in geraden Jahren und der Berufungsbeklagten in ungeraden Jah-
ren das Entscheidungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zukommen. 

4. Es sei Ziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 aufzu-
heben. 

5. Es sei Ziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 wie folgt 
abzuändern: «Schliesslich sei der Berufungskläger für berechtig[t] zu erklären, mit 
dem Sohn C._____ Ferien während den folgenden Zeiträumen zu unternehmen... 
Während der Ferien des Berufungsklägers entfallen die Besuchszeiten der Beru-
fungsbeklagten. Sie sei zudem im 2020/2021 für berechtigt zu erklären, C._____ 
während folgenden Zeiträumen mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen: 
Von Sonntag, 27. Dezember 2020, 20.00 Uhr bis Dienstag, 5. Januar 2021, 18.00 Uhr; 
von Freitag, 16. April 2021, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 25. April 2021, 20.00 Uhr, von 
Sonntag, 18. Juli 2021, 20.00 Uhr, bis Sonntag, 1. August 2021, 20.00 Uhr und von 
Sonntag, 19. Dezember 2021, 20.00 Uhr, bis Sonntag, 26. Dezember 2021, 18[.]00 
Uhr. 

6. Ziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 sei aufzuhe-
ben und der Berufungskläger sei zu folgenden Unterhaltszahlung zu verpflichten 
– CHF 690.00 rückwirkend ab 20. Januar 2019 bis 31.03.2019 (davon CHF 0.00 

als Betreuungsunterhalt); 
– CHF 677.00 ab 1. April 2019 bis 31.07.2021 (davon CHF 0.00 als Betreuungs-

unterhalt) sowie  
– ab 1. August 2021 den Betrag bis maximal CHF 608.00 pro Monat, wenn er sei-

nen monatlichen Minimalbedarf von CHF 4'039.20 durch eigenes Einkommen 
decken kann und C._____ wider Erwarten unter der alleinigen Obhut der Beru-
fungsbeklagten bleibt. Bei alleiniger Obhut beim Berufungskläger seien keine 
Unterhaltsleistungen geschuldet. 

– Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus an 
die Berufungsbeklagte zu bezahlen. 

- 11 - 

– Der Berufungskläger sei für berechtigt zu erklären, die rückwirkenden Zahlungen 
in monatlichen Raten bis Ende 2021 abzubezahlen. 

7. Ziffer 9, 11, 14 und 15 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Dezember 2020 
seien aufzuheben. 

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,7% MwSt.) zu Lasten der Berufungs-
beklagten." 

Prozessualer Antrag (Urk. 140 S. 4): 
  "1. Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 117 ZPO zu 

gewähren und es sei ihm in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche 
Rechtsbeiständin zu bestellen." 
 

der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 148 S. 2): 
  "Es sei die Berufung des Berufungsklägers vollumfänglich abzuweisen und das Urteil des BG 

Bülach vom 14. Dezember 2020 zu bestätigen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer zu Lasten des 
Berufungsklägers." 
Prozessualer Antrag (Urk. 148 S. 2): 

  "Es sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihr in der 
Person von Rechtsanwältin Y._____ eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen." 
 

der Kindsvertreterin (Urk. 151 S. 1 f.; sinngemäss): 
1. Es sei Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Urteils wie folgt abzuändern:  

Der Gesuchsgegner ist bis Ende Juli 2021 berechtigt, den Sohn C._____ in geraden Wo-
chen von Samstag, 16:00 Uhr, bis Mittwoch, 18:00 Uhr, und in ungeraden Wochen von 
Samstag, 16:00 Uhr, bis Dienstag, 18:00 Uhr, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf 
Besuch zu nehmen. 

2. Die Unterhaltsbeiträge seien soweit anzupassen, als dem Gesuchsgegner die Kosten für die 
Besuchsrechtsausübung (Fahrtkosten D._____ - F._____ und F._____ - D._____) im tat-
sächlichen Ausmass angerechnet werden. 

Erwägungen: 

1. Parteien und Prozessgeschichte 

1.1. Die Parteien heirateten am tt. Dezember 2013 und haben einen gemein-

samen Sohn, C._____, geboren am tt.mm 2016 (Urk. 10/2 und 10/3). Am 

20. Januar 2019 trennten sich die Parteien (Prot. I S. 20 und 34). Im gleichen Mo-

nat verlegte der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchsgegner) 

seinen Wohnsitz nach D._____ (Frankreich; Urk. 51 S. 16). Die Gesuchstellerin 

und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) lebte nach der Trennung bis Ende 

- 12 - 

März 2019 mit C._____ in einer Kriseninterventionsstelle (… in Zürich) und bezog 

mit ihm per 1. April 2019 eine eigene Wohnung in F._____ (Urk. 25 S. 16; Urk. 26; 

Urk. 40 S. 6; Urk. 41/2).  

1.2. Mit Eingabe vom 11. Januar 2019 machte die Gesuchstellerin und Beru-

fungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) das vorliegende Eheschutzverfahren bei 

der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf kann den Erwägun-

gen des eingangs wiedergegebenen und am 14. Dezember 2020 ergangenen 

erstinstanzlichen Entscheids entnommen werden (Urk. 136 S. 8 f. = Urk. 141 S. 8 

f.). 

1.3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsgegner mit Eingabe 

vom 4. Januar 2021 rechtzeitig (vgl. Urk. 137) Berufung mit den vorstehend auf-

geführten Anträgen (Urk. 140). Die Berufungsantwort und die Stellungnahme der 

Kindesvertreterin erfolgten fristgerecht (Urk. 146-151). Mit Verfügung vom 

15. März 2021 wurden dem Gesuchsgegner beide Eingaben und der Gesuchstel-

lerin diejenige der Kindsvertreterin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 146). Die – 

im Rahmen des (unbedingten) Replikrechts erfolgte – Eingabe des Gesuchsgeg-

ners vom 26. März 2021 wurde der Gesuchstellerin sowie der Kindsvertreterin 

ebenfalls zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 155, Prot. S. 6). Zur Honorarnote 

der Kindsvertreterin vom 22. April 2021 liessen sich die Parteien nicht vernehmen 

(Urk. 159-161). Die Eingabe des Gesuchsgegners vom 2. Dezember 2021 

(Urk. 162) ist mit vorliegendem Entscheid der Gesuchstellerinn und der Kindsver-

treterin zuzustellen. 

1.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-139). Das Verfah-

ren erweist sich als spruchreif. 

2. Prozessuales 

2.1. Mit der vorliegenden Berufung beantragt der Gesuchsgegner die (alleini-

ge) Obhut, die Regelung eines Besuchsrechts für die Gesuchstellerin und die An-

passung der Ferienregelung. Im Weiteren wehrt er sich gegen die vorinstanzliche 

Unterhaltsregelung, die im angefochtenen Urteil aufgeführten finanziellen Verhält-

- 13 - 

nisse der Parteien, die vermerkte Unterhaltsunterdeckung von C._____ und die 

erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 140 S. 2 ff.). Angefoch-

ten sind damit die Dispositiv-Ziffern 3-9, 11, 14 und 15. Da die Berufung die 

Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids nur im Um-

fang der Anträge hemmt (Art. 315 Abs. 1 ZPO), sind die nicht angefochtenen Dis-

positiv-Ziffern 1-2, 10 und 12 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwach-

sen. Dies ist vorzumerken. Hiervon ausgenommen ist die ebenfalls nicht ange-

fochtene erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 13), die gestützt auf 

Art. 318 Abs. 3 ZPO nicht in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.2. Betreffend die summarische Natur des vorliegenden Eheschutzverfahrens 

und insbesondere das Erfordernis des blossen Glaubhaftmachens der rechtser-

heblichen Tatsachen kann vorweg auf die zutreffenden Ausführungen im ange-

fochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 141 S. 10 f.). 

2.3. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrich-

tige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die 

Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streit-

sache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, 

einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprü-

fung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-

fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-

fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft 

zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; 

138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtli-

chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-

den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist auf die Parteivorbrin-

gen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 

83 E. 4.1). 

2.4. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angele-

genheiten – wie sie vorliegend zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offi-

zialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes 

- 14 - 

wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfah-

ren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die 

Parteien neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen; dies gilt 

auch im Berufungsverfahren, weshalb die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

vorliegend nicht zum Tragen kommt (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

3. Sachverhalt vor der Trennung der Parteien 

3.1. Der Gesuchsgegner bringt zu Beginn seiner Berufung vor, die Vorinstanz 

habe den Sachverhalt in Bezug auf den Streit zwischen den Parteien vom 

1. Dezember 2018, ihren Umzugsplänen nach Frankreich und den Umzugswillen 

der Gesuchstellerin falsch festgestellt (Urk. 140 S. 6 ff.).  

3.2. Soweit der Gesuchsgegner mit seinen Ausführungen zum Vorfall vom 

1. Dezember 2018 vorbringen will, C._____ habe sich bei ihm sehr wohl gefühlt 

und es habe zwischen ihnen eine innige Beziehung bestanden, so wird dies we-

der von Vorinstanz noch der Gesuchstellerin oder der Kindsvertreterin infrage ge-

stellt (Urk. 141 S. 15; Urk. 148 S. 4; Urk. 151 S. 3). Seine diesbezügliche Äusse-

rungen (Urk. 140 S. 7) bestätigen entsprechend nur, was nicht bestritten und von 

der Vorinstanz angemessen berücksichtigt wurde, weshalb sein Einwand hierzu 

unbegründet ist. 

3.3. Weiter ist der Vorinstanz beizupflichten, dass die Frage, ob ursprünglich 

ein gemeinsamer Entschluss zur Auswanderung bestand, für die Kinderbelange 

offen bleiben kann (Urk. 141 S. 12). Die Parteien trennten sich am 20. Januar 

2019 (Urk. 141 S. 61). Selbst wenn die Parteien vor diesem Zeitpunkt gemeinsam 

einen Umzug geplant hätten, was von der Gesuchstellerin bestritten wird 

(Urk. 148 S. 5 und S. 7), änderten sich die Umstände mit der Trennung derart er-

heblich, dass sich der Gesuchsgegner nicht mehr auf frühere Absichten, die im 

Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft erfolgten, berufen kann (Urk. 140 S. 7; 

Urk. 155 S. 3). Entscheidend ist die aktuelle Sachlage, weshalb auf die weiteren 

hypothetischen Ausführungen des Gesuchsgegners, wie es sich verhalten hätte, 

wenn sich die Parteien erst nach der Wohnsitznahme in Frankreich getrennt hät-

ten (Urk. 140 S. 10), nicht abzustellen ist. 

- 15 - 

3.4. Auch ergibt sich vorliegend kein Unterschied, ob die Gesuchstellerin, wie 

vom Gesuchsgegner behauptet, bei den Umzugsvorbereitungen tatkräftig mitge-

holfen habe (Urk. 140 S. 8), oder, wie von ihr behauptet, von ihm eingeschüchtert 

gewesen sei und gehorcht habe (Urk. 148 S. 5). Eine Täuschungsabsicht der Ge-

suchstellerin kann der Gesuchsgegner mit seinen Ausführungen nicht glaubhaft 

machen (Urk. 140 S. 8). Selbst wenn die Gesuchstellerin schon länger die Tren-

nung vom Gesuchsgegner geplant hätte, vermag dies nichts an der Tatsache zu 

ändern, dass nunmehr die Distanz zwischen den Wohnorten der Parteien zu 

gross ist, um eine alternierende Obhut für C._____ unter Berücksichtigung seiner 

bevorstehenden schulischen Verpflichtungen anzuordnen.  

3.5. Soweit der Gesuchsgegner es schliesslich unterlässt, seine weiteren Aus-

führungen zum Sachverhalt in einen Zusammenhang zu seinen Berufungsanträ-

gen resp. den vorinstanzlichen Erwägungen zu setzen (Urk. 140 S. 6 ff., Urk. 155 

S. 3 ff.), erschöpfen sie sich in rein appellatorischer Kritik, mit der er seine eigene 

Sichtweise und Wahrnehmung wiedergibt und auf die nicht näher einzugehen ist 

(vgl. E. 2.3.). 

3.6. Zusammengefasst vermag der Gesuchsgegner mit seiner Rüge, die Vor-

instanz habe den Sachverhalt zu den Geschehnissen bis zur Trennung der Par-

teien falsch festgestellt, nicht durchzudringen. 

4. Obhut 

4.1. Die Vorinstanz beliess den Parteien die gemeinsame elterliche Sorge 

(Urk. 141 S. 13 und S. 61) und prüfte im Anschluss, ob die Möglichkeit einer al-

ternierenden Obhut für C._____ gegeben sei. Aufgrund der Wohnsituation der 

Parteien resp. der Distanz zwischen deren Wohnorten und dem anstehenden 

Kindergarteneintritt von C._____ erachtete sie eine alternierende Obhut als nicht 

mit dem Kindswohl vereinbar. Demzufolge prüfte sie ausführlich, welchem Eltern-

teil die alleinige Obhut für C._____ zuzuteilen sei (Urk. 141 S. 14 ff.). Sie erwog 

zusammengefasst, beide Elternteile wären bestens in der Lage, für das Wohl von 

C._____ zu sorgen. Ausschlaggebendes Kriterium für die Zuteilung der Obhut sei 

die Bindungstoleranz der Parteien. Diese sei bei der Gesuchstellerin höher einzu-

- 16 - 

schätzen als beim Gesuchsgegner. Es sei davon auszugehen, dass die Gesuch-

stellerin ihr Bestmögliches tun werde, um den Kontakt zwischen dem Gesuchs-

gegner und C._____ zu fördern, weshalb die Obhut für C._____ ihr zuzuteilen sei 

(Urk. 141 S. 22). 

4.2. Für die Zuteilung der alleinigen Obhut an einen Elternteil hat das Wohl 

des Kindes Vorrang vor allen übrigen Überlegungen, insbesondere vor den Wün-

schen der Eltern. Vorab ist deren Erziehungsfähigkeit zu klären. Ist sie bei beiden 

Elternteilen gegeben, kann die Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse 

ausschlaggebend sein. Schliesslich ist - je nach Alter des Kindes - seinem ein-

deutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien lassen sich die weiteren 

Gesichtspunkte zuordnen, so die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem andern in 

Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, oder die Forderung, dass eine Zuteilung 

der alleinigen elterlichen Sorge und Obhut von einer persönlichen Bindung und 

echter Zuneigung getragen sein sollte (BGer 5A_729/2020 vom 4. Februar 2021, 

E. 3.3.5.1. m.w.H.). Es ist allgemein anerkannt, dass aufgrund des schicksalhaf-

ten Eltern-Kind-Verhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen 

wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen 

kann. Beide Elternteile haben deshalb mit Blick auf das Wohl des Kindes die 

Pflicht, eine gute Beziehung zum jeweils anderen Elternteil zu fördern (BGE 142 

III 481 E. 2.8). In diesem Zusammenhang spricht die Rechtsprechung von Bin-

dungstoleranz (BGE 142 III 481 E. 2.7) der bei der Zuteilung der elterlichen Sorge 

und Obhut eine entscheidende Bedeutung zukommen kann (BGE 142 III 1 E. 3.4; 

BGer 5A_729/2020 vom 4. Februar 2021, E. 3.3.5.1.). 

4.3. Erziehungsfähigkeit 

4.3.1.   Der Gesuchsgegner geht davon aus, die Erziehungsfähigkeit sei bei bei-

den Parteien mehrheitlich gegeben. Er hebt aber in der Berufung hervor, die Ge-

suchstellerin fühle sich nach wie vor unsicher oder wisse nicht, welche Nah-

rungsmittel beispielsweise für C._____ gesund bzw. ungesund seien. So habe sie 

nicht erkannt, dass C._____ übergewichtig gewesen sei, und habe dies abgestrit-

ten (Urk. 140 S. 16). Dem hält die Gesuchstellerin entgegen, sie habe sich die 

Gewichtszunahme von C._____ nicht erklären können, da sie gesund koche. Erst 

- 17 - 

die Abklärungen der Kinderärztin hätten gezeigt, dass C._____ vom Gesuchs-

gegner falsch ernährt werde (Urk. 148 S. 13). 

4.3.2.   Beide Parteien zeigten ihre Sorge um das Wohlbefinden von C._____. 

Wer nun wie zu seiner Gewichtszunahme beigetragen oder diese zuerst erkannt 

haben will, braucht mit Verweis auf die gegenseitigen Anschuldigungen nicht ge-

klärt zu werden. Entscheidend ist nämlich, dass dem Gesuchsgegner die Ge-

wichtszunahme aufgefallen ist, die Gesuchstellerin diese Vermutung von der Kin-

derärztin untersuchen liess und C._____ das überschüssige Gewicht, gemäss 

Gesuchstellerin fünf Kilogramm im Sommer 2020, ohne Beschwerden und blei-

bende Schäden wieder verlieren konnte. Die Erziehungsfähigkeit der Eltern 

braucht aufgrund dieses Vorfalls nicht angezweifelt zu werden. 

4.4. Familiäre und örtliche Verhältnisse 

4.4.1.   Weiter bringt der Gesuchsgegner zu den familiären und örtlichen Verhält-

nissen der Parteien vor, die Gesuchstellerin habe in der Schweiz keine Familie 

und nur einige wenige, vorwiegend ausländische Freunde. Die Mutter der Ge-

suchstellerin sei ein einziges Mal in die Schweiz zu Besuch gekommen und seine 

Verwandten aus der Dominikanischen Republik kenne C._____ kaum. Demge-

genüber lebten die Eltern und Geschwister des Gesuchsgegners in Frankreich, 

die er, seit er in Frankreich wohne, regelmässig mit C._____ besuche. C._____ 

kenne seine französischen Verwandten und habe eine stabile sowie enge Bezie-

hung zu ihnen. Ausserdem fühle sich C._____ in D._____ sehr wohl. Er sei gut in-

tegriert, habe viele Freunde und gehe seit dem Spätsommer 2019 wöchentlich in 

die Vorschule. Letzteres sei entgegen der Meinung der Vorinstanz hervorzuhe-

ben, schliesslich würde er diesen ihm bestens bekannte Rahmen verlieren, würde 

er in F._____ in den Kindergarten eintreten. C._____ werde zudem einen grossen 

Nachteil bezüglich der französischen Sprache und der Integration in Frankreich 

erleiden, wenn er in der Schweiz den Kindergarten besuchen müsste. Deutsch 

bzw. Schweizerdeutsch seien für die Parteien Fremdsprachen. Eine Einschulung 

von C._____ in der Schweiz biete keine Gewähr auf eine bessere Situation für 

C._____, als wenn er Vollzeit in Frankreich zur Schule ginge (Urk. 140 S. 16 f.).  

- 18 - 

4.4.2.   Der Gesuchsgegner hat sich zu vergegenwärtigen, dass C._____ an zwei 

Orten zu Hause ist und sich an zwei Hauptbetreuungspersonen gewöhnt hat. Ob 

nun C._____ seine Verwandten in Frankreich mit dem Gesuchsgegner regelmäs-

sig besucht oder diejenigen in der dominikanischen Republik kaum kennt, dürfte 

für C._____ weniger relevant sein, als dass er sowohl in D._____ als auch in 

F._____ nebst seinen Eltern über ein Umfeld verfügt, seien es nun Verwandte, 

Bekannte oder Spielkameraden, in dem er sich wohl fühlt. Entgegen der Befürch-

tung des Gesuchsgegners, hat C._____ nicht nur in der Vorschule in D._____ 

Kameraden und Bezugs(lehr)personen, sondern auch in der Krippe in F._____. 

Ebenso hat er an beiden Orten einen strukturierten Alltag (vgl. Urk.148 S. 13; 

Urk. 151 S. 3). 

4.4.3.   Als nicht glaubhaft ist die Behauptung des Gesuchsgegners einzustufen, 

C._____ könnte bei einer Beschulung in F._____ die französische Sprache derart 

verlernen, dass seine spätere Integration in Frankreich beeinträchtigt würde. Bis-

her verständigte sich C._____ mit der Gesuchstellerin auf Spanisch und es wurde 

von den Parteien nicht behauptet, er verlerne diese Sprache, wenn er sich in 

Frankreich oder in F._____ mit seinen Spielgefährten auf Französisch oder auf 

Deutsch unterhält. Solange der Gesuchsgegner in Frankreich und die Gesuchstel-

lerin in der Deutschschweiz wohnen, wird C._____ mit den drei Sprachen Franzö-

sisch, Spanisch und Deutsch konfrontiert sein. Freilich dürfte C._____ fundierter 

Französischkenntnisse erlangen, wenn er in Frankreich zur Schule ginge. Der 

Gesuchsgegner setzt sich aber nicht mit den Erwägungen der Vorinstanz ausei-

nander, wonach bei einer Beschulung von C._____ auf Französisch die Gefahr 

bestünde, dass C._____ die deutsche Sprache sehr schnell verlernen könnte. Er 

wäre bei einer Obhutszuteilung an den Gesuchsgegner seltener bei der Gesuch-

stellerin und würde bei seinen Besuchen in F._____ mit ihr primär Spanisch spre-

chen. Dies könnte dazu führen, dass er viel weniger am Umfeld der Gesuchstelle-

rin teilhaben könnte, da er die Sprache an ihrem Wohnort nach einer Weile wohl 

nicht mehr sprechen würde und es wäre für C._____ nur erschwert möglich, mit 

Gleichaltrigen in F._____ zu kommunizieren (Urk. 141 S. 17 f.).  

- 19 - 

4.4.4.   Die Kindsvertreterin weist zwar darauf hin, dass die Einschulung von 

C._____ in Frankreich für die Obhut beim Gesuchsgegner spreche (Urk. 151 

S. 10). Von der Vorinstanz wurde die Vorschule, die C._____ in Frankreich be-

sucht, aber mit dem Kindergarten in der Schweiz verglichen (Urk. 141 S. 12 und 

S. 16) und sie führte weiter aus, dass in Frankreich die Vorschule früher starte als 

der Kindergarten in der Schweiz. Natürlich würde C._____ bei einer Obhutszutei-

lung an den Gesuchsgegner die (Vor-)Schule in D._____ schon kennen. Dies füh-

re im Umkehrschluss aber nicht dazu, dass C._____ bei einer Obhutszuteilung an 

die Gesuchstellerin den Nachteilen eines Schulwechsels ausgesetzt wäre. 

C._____ käme weder als "Neuling" in eine bereits fix zusammengesetzte Klasse, 

noch müsste er aufgrund unterschiedlicher Lehrpläne verpassten Schulstoff 

nachholen. Würde die Obhut der Gesuchstellerin zugeteilt, könnte C._____ im 

Sommer 2021 ganz regulär in den Kindergarten eintreten (Urk. 141 S. 16 f.).  

4.4.5.   Zusammengefasst ändern die Einwände des Gesuchsgegners nichts am 

zutreffenden Schluss der Vorinstanz, eine Beschulung von C._____ sei sowohl 

auf Französisch und damit in Frankreich als auch in F._____ auf Deutsch mit Vor- 

und Nachteilen verbunden. Dementsprechend vermag der Gesuchsgegner die 

Erwägung der Vorinstanz nicht umzustossen, dass die Stabilität der familiären 

und örtlichen Verhältnisse und damit verbunden die Schulsprache von C._____ 

für die Zuteilung der Obhut weder zu Gunsten des einen noch des anderen El-

ternteils den Ausschlag gebe (Urk. 148 S. 18). 

4.5. Umfeldanalyse 

4.5.1.   Weiter bemängelt der Gesuchsgegner, die Umfeldanalyse der Kindesver-

treterin sei ungenügend gewesen, da sie kein Gespräch mit C._____ geführt und 

sich nicht für seine Aktivitäten und Freunde in D._____ interessiert habe. Medizi-

nische oder psychologische Berichte seien ebenso wenig beigezogen worden, 

obwohl C._____ sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich in verschiedenen 

Therapien gewesen sei. Die Vorinstanz habe die Belastung für C._____ bei der 

Erstellung eines kinderpsychologischen Gutachtens nicht als verhältnismässig zu 

den daraus zu erwartenden Erkenntnissen erachtet und seinen (des Gesuchs-

gegners) diesbezüglichen Antrag abgewiesen. Es werde aber – so der Gesuchs-

- 20 - 

gegner – nicht begründet, wieso ein zu erstellendes Gutachten eine Belastung für 

C._____ darstellen würde. C._____ sei sich an verschiedene Bezugspersonen 

gewöhnt und zeige dadurch keine Belastungsanzeichen. Die Vorinstanz habe sich 

ausserdem zu sehr auf die Ausführungen der Kindsvertreterin abgestützt, ohne 

den eigentlichen Kindeswillen geklärt zu haben (Urk. 140 S. 17 f.). 

4.5.2.   Dem hält die Kindsvertreterin entgegen, C._____ sei zum Zeitpunkt ihres 

letzten Besuches vier Jahre alt gewesen. Es habe keine Hinweise auf eine Ge-

fährdung seines Wohles gegeben. Sowohl beim Gesuchsgegner als auch bei der 

Gesuchstellerin, gehe es ihm sehr gut und er fühle sich wohl. Auch habe es für 

sie keinen Anlass gegeben, C._____ darauf anzusprechen, wo er lieber sei. Für 

sie (die Kindsvertreterin) sei es zentral, dass C._____ nicht das Gefühl bekomme, 

seine Äusserung könnte einen direkten Einfluss darauf haben, wo er zukünftig 

wohnen werde. Die Parteien hätten bis anhin C._____ aus ihrem Konflikt heraus-

halten können. Sollte die Willensäusserung von C._____ als ausschlaggebend 

erachtet werden, könnte dies die Gefahr einer bewussten oder unbewussten Be-

einflussung von C._____ erhöhen. Ein direktes Gespräch mit C._____ über die 

Trennung der Parteien habe sie bei keinem Besuch als passend oder sinnvoll er-

achtet. Sie habe sich einen guten Eindruck über das Verhältnis zwischen C._____ 

und seinen Eltern machen und seine Umgebung begutachten können (Urk. 151 

S. 2 f.).  

 C._____ habe sich insbesondere in Anwesenheit des Gesuchsgegners 

nur beschränkt auf direkte Interaktion mit ihr (der Kindsvertreterin) eingelassen. 

Seine Aufmerksamkeit sei jeweils auf den Gesuchsgegner gerichtet gewesen. Sie 

sei vor allem Beobachterin des (Zusammen)Spiels zwischen Vater und Sohn ge-

wesen. Der Gesuchsgegner sei ausgesprochen geduldig, fördernd, liebevoll und 

lobend im Umgang mit C._____. C._____ geniesse die ungeteilte Aufmerksamkeit 

seines Vaters offensichtlich. Bei Treffen mit C._____ im Beisein der Gesuchstelle-

rin habe es mehr Raum für direkte Interaktionen zwischen ihr (der Kindsvertrete-

rin) und C._____ gegeben. Die Gesuchstellerin sei zwar ebenfalls präsent gewe-

sen, doch sie habe eher von C._____ verlangt, dass er auch Rücksicht auf ihre 

- 21 - 

Bedürfnisse nehme, und richte ihr Leben nicht ganz so stark an C._____ aus 

(Urk. 151 S. 3). 

 Schliesslich vermutet die Kindsvertreterin, der Eindruck des Gesuchsgeg-

ners, sie habe keine Umfeldanalyse erstellt, könne daher rühren, dass der Um-

stand, C._____ habe auch in F._____ ein gutes Umfeld, für ihn schwer vorstellbar 

sei. Sie habe C._____ am 30. September 2020 in D._____ mit den Nachbarskin-

dern erlebt. Dabei habe er sehr fröhlich und integriert gewirkt. Ebenso habe sie 

C._____ am 1. Oktober 2020 in der Kita in F._____ gesehen, wo er mit einer 

Gruppe von Kindern zufrieden herumgetollt sei. Anlässlich ihres ersten Besuches 

bei der Gesuchstellerin seien sie auf einem sehr schön gelegenen Spielplatz in 

F._____ gewesen, wo C._____ mit anderen Kindern gespielt habe. Es sei also 

durchaus so, dass C._____ in D._____ glücklich wirke. Das Gleiche treffe aber 

auch für F._____ zu (Urk. 151 S. 3). 

4.5.3.   In Bezug auf die Umfeldanalyse der Kindsvertreterin ist fraglich, was der 

Gesuchsgegner mit seiner Rüge anstrebt, schliesslich wurde weder von der 

Kindsvertreterin noch von der Gesuchstellerin bestritten, dass es C._____ in 

D._____ gut geht (Urk. 148 S. 13). Weiter kann der Kindsvertreterin gefolgt wer-

den, dass die Entscheidung, welchem Elternteil die Obhut zugeteilt werden soll, 

nicht C._____ aufzubürden ist. Der Entscheid der Vorinstanz, kein kinderpsycho-

logisches Gutachten in Auftrag zu geben, ist nicht zu beanstanden (Urk. 131 

S. 4). Einerseits hielt die Vorinstanz zutreffend fest, die Kindsvertreterin habe sich 

in altersgerechter Weise ein Bild von C._____ und seinem Umfeld gemacht 

(vgl. Urk. 141 S. 16). Auf der anderen Seite legt der Gesuchsgegner weder im vo-

rinstanzlichen noch im vorliegenden Verfahren dar, welche zusätzlichen Erkennt-

nisse aus einem kinderpsychologischen Gutachten gewonnen werden könnten. 

Festzuhalten ist ausserdem, dass nicht der Gutachter zu entscheiden hat, bei 

welchem Elternteil das Kindswohl besser gewahrt wird und welche Obhutszutei-

lung dem Kindesinteresse entspricht, sondern das Gericht. Dieses ist zum 

Schluss gekommen, die vorhandenen Informationen würden genügen, um einen 

Entscheid über die Obhutszuteilung von C._____ zu fällen (vgl. zudem BGer 

5A_813/2013 vom 12. Mai 2014, E. 4.3.; BGer 5A_901/2017 vom 27. März 2018, 

- 22 - 

E. 2.3.). Die Rügen des Gesuchsgegners gegen die Umfeldanalyse der Kindsver-

treterin sind somit unbegründet. 

4.6. Zeitliche Verfügbarkeit 

4.6.1.   Betreffend die zeitliche Verfügbarkeit der Parteien für die Betreuung von 

C._____ behauptet der Gesuchsgegner, er sei grundsätzlich flexibler als die Ge-

suchstellerin. Derzeit sei er im Aufbau seiner Tätigkeit als selbständig erwerbstä-

tiger Coach und arbeite mehrheitlich dann, wenn C._____ in der Schule sei oder 

wenn er abends schlafe. Sobald er einige Coaching- bzw. Mentoringprojekte ha-

ben werde, werde er vermehrt auch tagsüber erwerbstätig sein. Er werde diese 

Projekte aber grundsätzlich so legen können, dass er C._____ ausserhalb der 

Schulzeit weiterhin persönlich betreuen könne und dies auch während den Schul-

ferien. Da er seine Arbeitszeiten flexibler als die Gesuchstellerin gestalten könne, 

sei er bereit, C._____ regelmässig zu den Besuchen und zu den Ferien bei der 

Gesuchstellerin hinzufahren und ihn an der Grenze bei E._____ wieder abzuho-

len, wenn ihm die alleinige Obhut zugeteilt würde (Urk. 140 S. 18). 

4.6.2.   Allein mit dem Verweis auf eine selbständige Erwerbstätigkeit, kann der 

Gesuchsgegner noch keine grössere zeitliche Flexibilität als die Gesuchstellerin 

glaubhaft machen. Grundsätzlich orientiert sich ein Dienstleiter an den Bedürfnis-

sen seiner Kunden, entsprechend ist anzunehmen, dass sich auch der Gesuchs-

gegner insbesondere in der Aufbauphase seiner Coaching-Tätigkeit in erhebli-

chem Masse an die Zeitpläne seiner Klientel zu orientieren haben wird. Es kann 

somit im Weiteren auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen abgestellt 

werden, wonach beide Elternteile im Falle der Zuteilung der alleinigen Obhut auf 

eine Fremdbetreuung für C._____ angewiesen sein werden. Die Möglichkeit zur 

vollständigen persönlichen Betreuung sei von der Rechtsprechung für die Ob-

hutszuteilung nicht mehr gefordert. Eigen- und Fremdbetreuung werden als 

gleichwertig angesehen, jedenfalls soweit die Eltern in den Randzeiten und am 

Wochenende für das Kind zur Verfügung stehen (BGer 5A_707/2019 vom 

18.08.2020 E. 3.1.1 m.w.H.; BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7 m.w.H.; siehe 

E. III.3.1.2 vorstehend). Vorliegend seien beide Elternteile in der Lage, C._____ 

frühmorgens und abends sowie am Wochenende und je nach konkretem Pensum 

- 23 - 

und Arbeitszeiten auch an freien Nachmittagen persönlich zu betreuen. Es könne 

hieraus weder zu Gunsten des einen noch des andern Elternteils etwas für die 

Obhutszuteilung abgeleitet werden (Urk. 141 S. 18 f.).  

4.7. Bindungstoleranz 

4.7.1.   Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.1), erachtete die Vorinstanz die Bin-

dungstoleranz der Parteien als ausschlaggebendes Kriterium für die Zuteilung der 

Obhut (Urk. 141 S. 22). 

4.7.2.  Zur Bindungstoleranz der Gesuchstellerin hielt die Vorinstanz fest, sie ha-

be in den Rechtsschriften (Urk. 25 S. 16 f. und 21, Urk. 40 S. 12) sowie in der 

persönlichen Befragung (Prot. I S. 22 und 29) zum Ausdruck gebracht, dass ihr 

eine gute Beziehung zwischen Vater und Sohn wichtig sei. Sie zeige dies auch 

fortlaufend durch ihr Verhalten während des Prozesses. Die Gesuchstellerin habe 

sich zu Beginn des Verfahrens mit C._____ in einer Kriseninterventionsstelle auf-

gehalten (Urk. 25 S. 16). Besuche und Kontakte zum Ehepartner bzw. Kindsvater 

unterstünden in solchen Institutionen strengen Regeln (Urk. 26/11). Es wäre für 

die Gesuchstellerin ein Leichtes gewesen, während ihres mehrmonatigen Aufent-

halts in der Institution den damals zweieinhalbjährigen Sohn vom Vater zu ent-

fremden und damit faktische Gegebenheiten zu schaffen, die eine spätere Ob-

hutszuteilung an den Gesuchsgegner massiv erschwert hätten. Es sei jedoch das 

Gegenteil der Fall gewesen. Die Gesuchstellerin habe sich nachweislich dafür 

eingesetzt, dem Gesuchsgegner ein Besuchsrecht zu ermöglichen (Urk. 26/2 

S. 2), was schliesslich mit der Vereinbarung vom 12. Februar 2019 gelungen sei 

(Urk. 24). Sodann habe die Gesuchstellerin eingewilligt, dass C._____ für die 

Dauer des Verfahrens im Sinne der alternierenden Obhut betreut werde (Urk. 34; 

Prot. I S. 9), und anfänglich die alternierende Obhut beantragt (Urk. 40 S. 7). Erst 

nach Bekanntgabe der Anträge der Kindsvertreterin habe die Gesuchstellerin von 

dieser Position Abstand genommen und die alleinige Obhut für C._____ beantragt 

(Urk. 129 S. 2). Zugleich habe sie dem Gesuchsgegner ein Besuchsrecht von drei 

Wochenenden pro Monat zugestanden (Urk. 129 S. 2) und sei damit über das von 

der Kindsvertreterin beantragte Besuchsrecht hinaus gegangen (Urk. 119 S. 1 f.; 

Prot. I S. 91). Weiter habe die Gesuchstellerin in der persönlichen Befragung 

- 24 - 

glaubhaft ausgeführt, sie versuche jeweils, C._____ auf den Wechsel zum Vater 

positiv einzustimmen, damit er gerne zum Vater gehe (Prot. I S. 83). Vorbehalte 

oder ein Misstrauen der Gesuchstellerin gegenüber dem Gesuchsgegner als Va-

ter seien in den Verhandlungen keine feststellbar gewesen. Schliesslich habe die 

Kindsvertreterin bei der Gesuchstellerin keinerlei Anzeichen feststellen können, 

dass sie den Kontakt zwischen Vater und Sohn nicht unterstützen würde 

(Urk. 119 S. 5). Die Bindungstoleranz der Gesuchstellerin sei als hoch einzu-

schätzen. Es sei folglich davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin, wenn ihr 

die Obhut zugeteilt würde, den Kontakt zwischen Vater und Sohn optimal unter-

stützen und fördern würde (Urk. 141 S. 19 f.). 

4.7.3.   Zur Bindungstoleranz des Gesuchsgegners erwog die Vorinstanz, die 

Kindsvertreterin habe ausgeführt, der Gesuchsgegner habe sehr klare Vorstellun-

gen, was für C._____ das Beste sei. Auf Alternativen zu seiner Meinung lasse er 

sich kaum ein (Urk. 119 S. 4). Als es während der Grenzschliessungen im Rah-

men der Corona-Pandemie zu Spannungen zwischen den Eltern gekommen sei, 

habe der Gesuchsgegner länger als nötig am Ausnahmezustand festhalten wol-

len. Er habe während seiner Betreuungszeiten von C._____ auf die Kontaktauf-

nahmen seines Rechtsvertreters nicht reagiert, was eine Lösung dieses Konflikts 

erschwert habe (Urk. 119 S. 4 f.). Letztlich komme die Kindsvertreterin aufgrund 

vieler Einzeleindrücke zum Schluss, die Bindungstoleranz sei beim Gesuchsgeg-

ner tiefer (Prot. I S. 91). Der Gesuchsgegner habe in seinen persönlichen Befra-

gungen zwar betont, die Gesuchstellerin sei als Mutter für C._____ sehr wichtig 

(Prot. I S. 37). Zugleich sei aber stets ein gewisses Misstrauen gegenüber der 

Gesuchstellerin und F._____ als Wohnort von C._____ spürbar gewesen 

(Urk. 141 S. 20 f.). 

 – Beispielsweise habe der Gesuchsgegner ausgeführt, seiner Ansicht 

nach sei C._____ aufgrund der Überschreitung von statistischen Wer-

ten übergewichtig bzw. sogar adipös, und er habe befürchtet, die Ge-

suchstellerin habe ihm irgendwelche Empfehlungen des Kinderarztes 

vorenthalten (Prot. I S. 70 f.). Zufolge der glaubhaften Ausführungen 

der Gesuchstellerin sei C._____ aber als normalgewichtig eingestuft 

- 25 - 

worden und es habe keine Ernährungsempfehlungen des Kinderarztes 

gegeben (Prot. I S. 83; Urk. 141 S. 20). 

 – Der Gesuchsgegner habe weiter befürchtet, die Gesuchstellerin habe 

den Kinderarzt gewechselt, ohne dies mit ihm abgesprochen bzw. ihn 

darüber informiert zu haben, da der besagte Arzttermin nicht bei der 

üblichen Kinderärztin stattgefunden habe, woraufhin die Gesuchstelle-

rin glaubhaft vorgebracht habe, die Kinderärztin sei in den Ferien ge-

wesen und der Arzttermin habe deshalb bei ihrem Stellvertreter stattge-

funden (Prot. I S. 89 f.; Urk. 141 S. 20 f.). 

 – Ferner habe der Gesuchsgegner die Befürchtung geäussert, C._____ 

könnte aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten in F._____ sozial 

isoliert sein (Prot. I S. 73 f.; Urk. 141 S. 21). 

 – Sodann habe der Gesuchsgegner auch erklärt, C._____ sei Franzose 

und sollte den Hauptteil seines Lebens in Frankreich verbringen (Prot. I 

S. 36; Urk. 141 S. 21). 

 Die Einschätzung der Kindsvertreterin zur Bindungstoleranz des Ge-

suchsgegners decke sich mit den Eindrücken des Gerichts anlässlich der Ver-

handlungen. Was die Spannungen zwischen den Parteien im Rahmen des Aus-

nahmezustands während der Corona-Pandemie betreffe, so sei für das Gericht 

der genaue Hergang der Ereignisse nicht nachvollziehbar. Erkennbar sei zumin-

dest, dass die am 11. April 2020 von den Parteien unterzeichnete Vereinbarung 

betreffend die Regelung während des Ausnahmezustands für die Gesuchstellerin 

doch ziemlich unvorteilhaft gewesen sei. Die Vereinbarung habe vorgesehen, 

dass die Übergabe von C._____ an der Landesgrenze von E._____ stattfinde und 

beide Elternteile den Reiseweg zur Übergabe auf eigene Kosten übernehmen 

müssen. Es sei also nicht vorgesehen gewesen, dass der Gesuchsgegner, wel-

cher bis anhin die Kosten für die Reisen von C._____ zwischen seinen Eltern al-

leine bestritten habe, sich an den Kosten der Gesuchstellerin beteiligen würde 

(Urk. 128/1). Die Gesuchstellerin verfüge über kein Auto. Sie habe die ÖV-Kosten 

für die Rückfahrttickets von F._____ nach E._____ selber berappen müssen. Da 

- 26 - 

sie vom Sozialamt finanziell unterstützt werde (Urk. 121/10) und das Sozialamt 

solche ausserordentlichen Kosten praxisgemäss nicht übernehme (Prot. I S. 91), 

dürfte diese Vereinbarung die Gesuchstellerin finanziell massiv belastet haben. 

Während der Corona-Pandemie sei die Kindsvertreterin in regem Austausch mit 

den Parteien und den Parteienvertretern gestanden und über die aussergericht-

lich geführten Diskussionen informiert worden (Urk. 119 S. 2; Urk. 133). Die 

Kindsvertreterin habe sich daher im Vergleich zum Gericht einen besseren Ein-

druck vom Verhalten der Parteien während des durch die Corona-Pandemie ver-

ursachten Ausnahmezustands machen können. Es sei daher sachgerecht, auf die 

diesbezüglichen Ausführungen der Kindsvertreterin abzustellen (Urk. 141 S. 21 

f.). 

 Zusammengefasst sei die Bindungstoleranz des Gesuchsgegners tiefer 

als die Bindungstoleranz der Gesuchstellerin einzustufen (Urk. 141 S. 22). 

4.7.4.   Der Gesuchsgegner moniert, die Vorinstanz habe seine Bindungstoleranz 

zu tief und diejenige der Gesuchstellerin zu hoch und damit für beide Parteien 

falsch eingeschätzt (Urk. 140 S. 16). Die Gesuchstellerin und die Kindsvertreterin 

halten dagegen (Urk. 148 S. 12 f., Urk. 151 S. 11).  

4.7.5.   Aufenthalt in der Kriseninterventionsstelle 

4.7.5.1. Konkret rügt der Gesuchsgegner, die Vorinstanz habe im Zusammenhang 

mit dem Aufenthalt der Gesuchstellerin und C._____ in der Kriseninterventions-

stelle nicht beachtet, dass die Gesuchstellerin C._____ nicht mit sich hätte neh-

men müssen, sondern für sich alleine eine Bleibe hätte suchen können. C._____ 

sei von beiden Eltern zu gleichen Teilen betreut worden. Während seiner Arbeits-

losigkeit habe er die Betreuung für C._____ zudem mehrheitlich übernommen, 

weshalb kein Vorrecht der Gesuchstellerin auf die Betreuung von C._____ be-

standen habe. Sodann habe er alles in die Wege geleitet, um C._____ wieder se-

hen zu können, und er habe die Betreuungssituation akzeptiert, ohne sie negativ 

gegenüber C._____ zu kommentieren (Urk. 140 S. 10; Urk. 155 S. 5). 

- 27 - 

4.7.5.2. Es ist nachvollziehbar, dass der Gesuchsgegner den Wegzug der Ge-

suchstellerin ins Kriseninterventionszentrum zusammen mit C._____ als Zeichen 

für eine geringe Bindungstoleranz erachtet. Ebenso ist es aber auch nachvoll-

ziehbar, dass die Gesuchstellerin C._____ mit sich ins Kriseninterventionszent-

rum nahm, um C._____, wie von ihr geltend gemacht, nach der Eskalation zwi-

schen den Parteien eine gewisse Ruhe zu verschaffen (Urk. 148 S. 8). Wie der 

Gesuchsgegner selbst vorbringt, wurde C._____ von beiden Elternteilen betreut. 

Eine erhebliche Mehrbetreuung durch den Gesuchsgegner wird von der Gesuch-

stellerin bestritten (Urk. 148 S. 4) und kann vom Gesuchsgegner allein mit dem 

Verweis auf seine damalige Arbeitslosigkeit nicht glaubhaft gemacht werden. Es 

ist daher auch nicht zu bemängeln, dass die Vorinstanz ihr Augenmerk nicht auf 

den Zeitpunkt der Trennung und damit auf den Höhepunkt der Eskalation setzte, 

sondern auf das weitere Verhalten der Gesuchstellerin während des Aufenthalts 

im Kriseninterventionszentrum und ihre Bereitschaft, dem Gesuchsgegner auch in 

dieser Situation ein Besuchsrecht zu ermöglichen. 

4.7.5.3. Im Rahmen seines unbedingten Replikrechts machte der Gesuchsgegner 

zudem geltend, die Gesuchstellerin habe ihn im Februar 2019 während drei Wo-

chen nicht mit C._____ telefonieren lassen, obwohl er sich regelmässig bei ihr 

gemeldet habe (Urk. 155 S. 6). Diese Behauptung ist neu und erscheint unglaub-

haft, da sich die Gesuchstellerin einerseits mit einem Besuchsrecht für den Ge-

suchsgegner während ihrem Aufenthalt im Kriseninterventionszentrum einver-

standen erklärte und andererseits keine Telefonate zwischen ihm und dem Ge-

suchsgegner zugelassen haben soll. Der Vorhalt des Gesuchsgegners ist im Üb-

rigen zu wenig substantiiert, als dass er an der Bindungstoleranz der Gesuchstel-

lerin Zweifel hervorzurufen vermöchte. 

4.7.6.   Bereitschaft zur alternierenden Obhut 

4.7.6.1. Weiter moniert der Gesuchsgegner, die Einwilligung der Gesuchstellerin 

zur alternierenden Obhut für die Dauer des Verfahrens könne nicht als Zeichen 

für eine hohe Bindungstoleranz gewichtet werden. Die Gesuchstellerin habe 

schliesslich gewusst, dass sie mit einem Antrag auf alleinige Obhut keine reellen 

Chancen gehabt hätte, da C._____ bis anhin von beiden Parteien gemeinsam be-

- 28 - 

treut worden sei. Ausserdem habe er ebenfalls einen Antrag auf alternierende 

Obhut gestellt. Zusätzlich wäre er damit einverstanden gewesen, seinen Wohnsitz 

näher an die französisch-schweizerische Grenze zu verlegen, um C._____ wei-

terhin die alternierende Obhut zu ermöglichen. Die Gesuchstellerin hätte ihrerseits 

nach E._____ oder in die nähere Umgebung ziehen können, wo sie bestimmt 

auch eine Anstellung gefunden hätte (Urk. 140 S. 11 f.). Die Idee, dass beide Par-

teien in die Grenzregion ziehen werden, sei von den damaligen Rechtsvertretern 

an der Fortsetzung der Eheschutzverhandlung am 10. März 2020 thematisiert und 

diskutiert worden (Urk. 155 S. 7 f.). Die Gesuchstellerin bestreitet, dass die Par-

teien einen Umzug an die Grenze thematisiert hätten. Sie habe nie ihre Arbeits-

stelle und ihr soziales Umfeld, welches sie mit C._____ teile, verlassen wollen. 

Der Gesuchsgegner bewohne eine Liegenschaft mit relativ geringen Wohnkosten 

(Urk. 148 S. 8 f.). 

4.7.6.2. Der Gesuchsgegner verkennt, dass nicht der Antrag an sich die Bin-

dungstoleranz der Gesuchstellerin widerspiegelt, sondern dass sie sich während 

des vorinstanzlichen Verfahrens bereit erklärte, den Kontakt zwischen Vater und 

Kind zu ermöglichen, und schliesslich auch ein weitergehendes Besuchsrecht für 

den Gesuchsgegner beantragte, als es die Kindsvertreterin vorsah.  

4.7.6.3. Am 10. März 2020 fand eine Instruktionsverhandlung statt, wobei der In-

halt der geführten Vergleichsgespräche nicht protokolliert wurde (Prot. I S. 51 f.). 

Vergleichsgespräche sollen vertraulich bleiben, um eine einvernehmliche Erledi-

gung des Verfahrens zu ermöglichen, ohne dass danach eine Seite die andere 

auf bestimmte Aus- oder Zusagen bzw. Angebote im Rahmen der Vergleichsge-

spräche behaften kann, die zu Vergleichszwecken und ohne Auswirkungen auf 

ein allfälliges Urteil des Gerichtes gemacht wurden. Ausserdem ist vorliegend 

nicht zu beurteilen, was die Parteien alles tun könnten, um die Voraussetzungen 

für eine alternierende Obhut zu schaffen. Wie auch die Kindsvertreterin festhielt, 

ist es aus Sicht von C._____ zwar bedauerlich, dass keine der Parteien zu einem 

Wohnortswechsel bereit ist. Das Festhalten an den jeweiligen Wohnorten ist aus 

Sicht der Parteien aber ebenfalls nachvollziehbar (Urk. 151 S. 2) und spricht we-

der für noch gegen ihre Bindungstoleranz.  

- 29 - 

4.7.7.   Lockdown 

4.7.7.1. Der Gesuchsgegner wendet ausserdem ein, die Gesuchstellerin habe 

sich während des Lockdowns mehrfach mit der Kindsvertreterin in Verbindung 

gesetzt, die sich aber nie bei ihm gemeldet habe, um sich ein objektives Bild von 

der Situation zu machen (Urk. 140 S. 13). Es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz 

aufgrund einzelner Äusserungen von Drittpersonen (gemeint ist die Kindsvertrete-

rin), seine Bindungstoleranz weniger hoch als diejenige der Gesuchstellerin er-

achte. Er habe sich immer darum bemüht, mit der Gesuchstellerin in Kontakt zu 

bleiben. Die "Corona-Vereinbarung" vom 11. April 2020 sei nicht zu Ungunsten 

der Gesuchstellerin ausgefallen. Ebenso treffe es nicht zu, dass er länger als 

notwendig an der Regelung des Ausnahmezustandes habe festhalten wollen oder 

dass er auf die Kontaktaufnahme seines damaligen Rechtsvertreters nicht rea-

giert habe. Die Vorinstanz stelle hierbei auf Äusserungen der Kindsvertreterin ab, 

die keine Belege dazu eingereicht habe. Tatsächlich sei die Grenze zwischen der 

Schweiz und Frankreich bis 16. Juni 2020 geschlossen und Ausnahmen seien ab 

dem 6. Juni 2020 zugelassen gewesen. Er habe sich bereits am 5. Juni 2020 mit 

seinem damaligen Rechtsvertreter in Verbindung gesetzt, um sich über den mög-

lichen Betreuungsrhythmus zu informieren (Urk. 140 S. 12 f.). Erst am 9. Juni 

2020 abends habe sein damaliger Rechtsvertreter der Gesuchstellerin mitgeteilt, 

dass er (der Gesuchsgegner) C._____ am 11. Juni 2020 zurückbringen werde. In 

ihrer Antwortsemail habe die Gesuchstellerin verlangt, er habe C._____ sofort 

nach F._____ zu fahren. Dies habe er nicht getan, da er bereits einige Kinder zu 

einem Spielnachmittag in D._____ eingeladen gehabt habe und davon ausge-

gangen sei, C._____ am Folgetag in die Schweiz zu fahren (Urk. 155 S. 7). 

4.7.7.2. Hiergegen wendet die Kindsvertreterin ein, einerseits habe sie die Ge-

suchstellerin jeweils an ihre Rechtsvertreterin verwiesen, wenn diese mit ihr Kon-

takt aufgenommen habe, und sie habe sich andererseits mit dem damaligen Ver-

treter des Gesuchsgegners in Verbindung gesetzt (Urk. 151 S. 8). 

4.7.7.3. Zudem legt die Kindsvertreterin den Schriftenwechsel zwischen ihr und 

den Parteien für die Zeit der Grenzschliessung im Zusammenhang mit der 

Corona-Pandemie offen (Urk. 151 S. 3 ff.; Urk. 153/1-17). Diesem, so die Kinds-

- 30 - 

vertreterin, sei zusammengefasst zu entnehmen: C._____ sei im Zeitpunkt der 

Grenzschliessung im März 2020 beim Gesuchsgegner gewesen. Die Parteien 

hätten sich mit Hilfe ihrer Vertreter darauf einigen können, C._____ für die kom-

mende Zeit wöchentlich von Samstag bis Samstag zu betreuen, wobei die Über-

gabe jeweils an der Grenze G._____ – E._____ stattfinden sollte. Der Gesuchs-

gegner habe eine Kostenbeteiligung an den Transportkosten der Gesuchstellerin 

abgelehnt. Am 6. Mai 2020 habe die Gesuchstellerin die Rückkehr zur gerichtli-

chen Betreuungsregelung gefordert. Am darauf folgenden Samstag, 9. Mai 2020, 

habe der Gesuchsgegner C._____ bei der Gesuchstellerin abgeholt, ihn jedoch 

am kommenden Dienstag oder Mittwoch nicht mehr zurückgebracht. Bis zum 

11. Juni 2020 habe sich der Gesuchsgegner auf den Standpunkt gestellt, die 

Corona-Vereinbarung sei gültig, solange Frankreich die Grenzen nicht wieder 

vollständig geöffnet habe. Der damalige Vertreter des Gesuchsgegners habe ge-

genüber der Gegenpartei und gegenüber ihr (der Kindsvertreterin) auf die einge-

schränkte Erreichbarkeit seines Klienten hingewiesen. Je länger je mehr habe die 

Gesuchstellerin das Gefühl gehabt, mit ihren Anliegen ignoriert zu werden, und 

C._____ habe zudem viermal die Kita in F._____ verpasst (Urk. 151 S. 8). 

4.7.7.4. Die Gesuchstellerin hält ihrerseits dem Gesuchsgegner entgegen, wäh-

rend den letzten Monaten und insbesondere während der Ausnahmesituation be-

dingt durch die Covid-19-Pandemie habe sich gezeigt, sobald Hindernisse zu be-

wältigen seien, wenn zum Beispiel Verhandlungen und Anfragen für Spezialrege-

lungen beim Zoll hätten erfragt werden müssen, habe die Bindungstoleranz beim 

Gesuchsgegner nachgelassen und er habe sich auf den Standpunkt gestellt, es 

gehe nicht und C._____ bleibe bei ihm (Urk. 148 S. 8 f.). Der Gesuchsgegner sei 

weder für sie (die Gesuchstellerin) noch seinen Rechtsvertreter telefonisch oder 

per E-Mail erreichbar gewesen. Er habe verlauten lassen, wenn C._____ bei ihm 

sei, widme er sich ausschliesslich dem Kind. Vergeblich habe sie versucht mit der 

Kindsvertreterin den Kontakt zu C._____ wieder herzustellen. Die "Corona Ver-

einbarung" sei unter Zwang zustande gekommen, da sie andernfalls C._____ wo-

chenweise nicht gesehen hätte. Mit der Vereinbarung sei sie in finanzieller sowie 

zeitlicher Hinsicht benachteiligt gewesen, weil sie die Wegkosten und -zeit auf 

- 31 - 

sich habe nehmen müssen, um C._____ zu holen und zu bringen (Urk. 148 S. 10 

f.). 

4.7.7.5. Sowohl die Ausführungen der Gesuchstellerin als auch diejenigen der 

Kindsvertreterin stehen denjenigen des Gesuchsgegners entgegen. Dass es dem 

Gesuchsgegner vor dem 16. Juni 2020 nicht möglich gewesen sei, C._____ nach 

F._____ zu bringen oder ihn zu holen, erscheint nicht glaubhaft, da er ihn offenbar 

am 9. Mai 2020 in F._____ abholen konnte (vgl. Urk. 151 S. 6; Urk. 153/2). Her-

vorzuheben ist weiter die E-Mail der Kindsvertreterin vom 26. Mai 2020 an die 

Parteien, in der sie darauf hinweist, die Vereinbarung vom 11. April 2020 gelte 

aus ihrer Sicht nur solange die Umsetzung der üblichen Betreuungsregelung auf-

grund von durch Corona bedingten Restriktionen nicht möglich sei. Wenn die Ein- 

und Ausreise für den Gesuchsgegner mit C._____ tatsächlich wieder gestattet 

sei, sei ihres Erachtens wieder die übliche Betreuungsregelung umzusetzen 

(Urk. 153/13). In der Folge teilte der damalige Rechtsvertreter gleichentags der 

Gesuchstellerin und der Kindsvertreterin mit, der Gesuchsgegner wolle sich in der 

Zeit, während er C._____ betreue, voll auf ihn konzentrieren, weshalb er die An-

waltskorrespondenz in der Regel erst an Mutter-Tagen (während C._____ bei der 

Gesuchstellerin ist) lese und beantworte. Ausserdem wünsche er nur schriftliche 

Kommunikation, weshalb er (sein damaliger Rechtsvertreter) ihn telefonisch nicht 

erreichen könne. Dies mache es für ihn unmöglich, innert der von ihm (dem da-

maligen Rechtsvertreter) gewünschten Zeit Instruktionen vom Gesuchsgegner 

einzuholen (Urk. 153/2). Demnach schaffte der Gesuchsgegner bewusst zu sei-

nen Gunsten Kommunikationsbarrieren, was ihm – entgegen seiner Meinung 

(vgl. Urk. 155 S. 7) – anzulasten ist. Ausserdem hätte der Gesuchsgegner, statt 

am geplanten Spielnachmittag mit den Freunden von C._____ in D._____ festzu-

halten, diesen auch verschieben können. 

4.7.7.6. Der zeitliche und finanzielle Mehraufwand der Gesuchstellerin gemäss 

der Vereinbarung vom 11. April 2020 (Urk. 128) ist gegenüber demjenigen ge-

mäss der Vereinbarung vom 12. Februar 2019 (Urk. 24) offensichtlich. 

4.7.7.7. Die vorinstanzlichen Erwägungen erweisen sich als zutreffend. 

- 32 - 

4.7.8.   Ferien 

4.7.8.1. Sodann lastet der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin an, seine Rechts-

vertretung habe am 1. April 2019 und im Juli 2020 intervenieren müssen, da die 

Gesuchstellerin ihm C._____ nicht für die Ferien habe übergeben wollen. Anfangs 

2020 habe die Gesuchstellerin zudem eine weitere Ferienwoche mit C._____ ver-

bringen wollen, ohne ihm (dem Gesuchsgegner) eine zusätzliche Ferienwoche 

einzuräumen (Urk. 140 S. 14). 

4.7.8.2. Die Gesuchstellerin wendet dagegen ein, in der ursprünglichen Vereinba-

rung betreffend vorsorgliche Massnahmen im Eheschutz sei als Ferienbeginn 

einmal der Freitag und einmal der Sonntag festgehalten worden. Nachdem sie 

(die Gesuchstellerin) auf die Übergabetage hingewiesen worden sei, hätten die 

Ferien jeweils ordnungsgemäss beginnen können (Urk. 148 S. 11). 

4.7.8.3. Die Kindsvertreterin führt zusätzlich aus, anlässlich der Hauptverhandlung 

vom 20. Oktober 2020 hätten sich die Parteien über die Ferienwochen gestritten, 

die der Gesuchstellerin noch zustehen würden. Der Gesuchsgegner habe sich auf 

den Standpunkt gestellt, die Gesuchstellerin habe eine Woche zum Jahr 2019 ge-

zählt, die aber im Januar 2020 stattgefunden habe. Er habe gleich viele Ferien 

gefordert, weshalb C._____, der in jenem Zeitpunkt bei ihm gewesen sei, noch 

eine Woche länger bei ihm hätte bleiben sollen. Nach Diskussionen über einen 

Kompromiss, habe die Gesuchstellerin um des Friedens willen hierzu eingewilligt. 

Angesichts der speziellen Situation rund um die COVID-19-Pandemie und der 

hälftigen Betreuungsregelung habe sie das Beharren des Gesuchsgegner auf 

diese Woche erstaunt, schliesslich handle es sich beim Gesuchsgegner nicht um 

einen Besuchsberechtigten, der sein Kind sehr wenig sehe. Diese Situation mit 

dem Beharren des Gesuchsgegners habe zudem den Eindruck bestätigt, dass die 

Gesuchstellerin  

eher zu Kompromissen bereit sei als er (Urk. 151 S. 11). 

4.7.8.4. Der Gesuchsgegner hält selbst fest, nach den Interventionen habe die 

Gesuchstellerin die Ferienregelung jeweils eingehalten. Es erscheint auch glaub-

haft, dass die Gesuchstellerin den jeweiligen Beginn der Ferien verwechselt hat. 

- 33 - 

Ob die strittige Ferienwoche nun dem Gesuchsgegner oder der Gesuchstellerin 

zugestanden hat, kann offenbleiben. Die Aussage der Kindsvertreterin hinsichtlich 

der Kompromissbereitschaft der Parteien, ist als ihr persönlicher Eindruck zur 

Kenntnis zu nehmen. 

4.7.9.   Charakter der Parteien 

4.7.9.1. Zusätzlich fügt der Gesuchsgegner an, er versuche stets, flexibel zu sein 

und die Fragen der Gesuchstellerin zu ihren Gunsten zu beantworten. Es könne 

sein, dass er mit seiner klaren und sachlichen Art und den entsprechenden An-

sichten weniger emotional wahrgenommen werde als die Gesuchstellerin. Diese 

sei jedoch oftmals auch aufgrund ihres Temperamentes unsachlich und benötige 

für viele Fragen eine klare Anleitung (Urk. 140 S. 13). 

 Bezüglich des Gewichts von C._____ habe er nur seine Sorge geäussert, 

dass dieser gesundheitliche Probleme bekommen könnte. Er kümmere sich sehr 

um eine dem Kindeswohl entsprechende Betreuung und merke, was C._____ für 

seine Gesundheit benötige. Die Gesuchstellerin verfüge hingegen nicht in allen 

Bereichen über die Kompetenz, um erkennen zu können, was C._____ im Mo-

ment für seine Entwicklung benötige (Urk. 140 S. 14). 

 Mit seinen Aussagen, er sehe die Zukunft von C._____ mehr in Frank-

reich als in der Schweiz und C._____ sei Franzose, sei er nicht davon ausgegan-

gen, C._____ dürfe keinen oder nur einen reduzierten Kontakt zur Gesuchstellerin 

haben. Es gehe ihm darum, dass sich C._____ optimal entwickeln und Selbstver-

trauen aufbauen könne, was am einfachsten sei, wenn er die Sprache des Woh-

nortes spreche. Seinem Eindruck nach sei C._____ in F._____ vermehrt isoliert. 

Für C._____, der mit der Gesuchstellerin Spanisch spreche, sei es eine sehr 

grosse Herausforderung, sich in der Deutschschweiz zu integrieren und zu sozia-

lisieren (Urk. 140 S. 15). 

4.7.9.2. Die Gesuchstellerin bestreitet, sich unsachlich zu verhalten und für viele 

Fragen eine klare Anleitung zu benötigen. Die Anweisungen des Gesuchsgegners 

nehme sie vielmehr als Befehle war (Urk. 148 S. 11).  

- 34 - 

4.7.9.3. Die Kindsvertreterin fügte in ihrer Stellungnahme vom 12. März 2020 als 

Ergänzung zu ihrer Einschätzung der Bindungstoleranz an, beim geplanten Um-

zug nach Frankreich habe es sich nicht um einen langsam gereiften, gemeinsa-

men Entscheid der Parteien gehandelt, wie den Ausführungen des Gesuchsgeg-

ners zu entnehmen sei (Urk. 140 S. 7), sondern um einen Entschluss, den der 

Gesuchsgegner für sich gefasst und der Gesuchstellerin mittgeilt und darlegt ha-

be. Selbstverständlich seien die Überlegungen und Ziele des Gesuchsgegners 

sinnvoll gewesen und hätten aus seiner Sicht im Wohle der Familie gelegen. Es 

sei nicht so, dass der Gesuchsgegner eine unüberlegte oder unvernünftige Ent-

scheidung getroffen habe und diese nun durchsetzen wolle. Aber es sei seine 

Entscheidung gewesen. Weil diese für ihn logisch gewesen und begründbar ge-

wesen sei, sei er davon ausgegangen, dass sie die einzig richtige für die Familie 

sei. Er scheine heute noch davon überzeugt zu sein, dass D._____ der (einzig) 

richtige Wohnort für C._____ sei (Urk. 151 S. 9). 

 Weiter hält die Kindsvertreterin fest, der Gesuchsgegner habe C._____ in 

Frankreich in die Vorschule geschickt, ohne dies vorgängig mit der Gesuchstelle-

rin besprochen zu haben. Die Gesuchstellerin habe ihr mitgeteilt, sie freue sich für 

C._____, dass er den Kindergarten besuchen könne. Sie (die Gesuchstellerin) 

bedaure aber, dass der Gesuchsgegner diesen Schritt nicht mit ihr besprochen 

habe. C._____ habe von der Gesuchstellerin positives Feedback zum Besuch des 

Kindergartens in D._____ bekommen, so die Kindsvertreterin. Umgekehrt habe 

die Kindsvertreterin aber nicht bemerkt, dass der Gesuchsgegner den Kita-

Besuch von C._____ in F._____ unterstützt hätte. Durch sein Festhalten an der 

wochenweisen Betreuung habe C._____ die Kita mehrmals verpasst und der An-

trag des Gesuchsgegners auf wöchentlich wechselnde Betreuung während der 

Zeit bis Juli bzw. August 2021 habe es C._____ verunmöglicht, die Kita in 

F._____ jede Woche zu besuchen (Urk. 151 S. 10). 

 Es sei diese Haltung des Gesuchsgegners gewesen, die sie (die Kinds-

vertreterin) dazu bewogen habe, die Zuteilung der Obhut an die Gesuchstellerin 

zu beantragen. Der Gesuchsgegner treffe Entscheidungen (im Kleinen wie im 

Grossen), die er für richtig halte und übertrage sie dann auf seine Umwelt. Diese 

- 35 - 

Haltung bestehe auch gegenüber C._____. Aufgrund der Gespräche mit den Par-

teien, ihren Beobachtungen und Eindrücken gehe sie davon aus, dass C._____ 

bei der Gesuchstellerin sehr viel mehr seine eigene Meinung entwickeln könne, 

als beim Gesuchsgegner. C._____ sei heute stark auf seinen Vater fixiert, was 

sich bei den Treffen mit ihm darin geäussert habe, dass sie eher Zuschauerin ge-

wesen sei. Bei der Gesuchstellerin hätten mehr Interaktionen zwischen ihr (der 

Kindsvertreterin) und C._____ stattgefunden. Der Gesuchsgegner gebe C._____ 

mit seiner klaren Haltung zwar Stabilität und Sicherheit. Das sei in einem gewis-

sen Masse durchaus positiv. Doch gleichzeitig könne seine Haltung C._____' 

Entwicklung zu einer selbständigen Persönlichkeit einengen. Gerade in der vor-

liegenden Situation, da die Parteien getrennt voneinander lebten, sei die skepti-

sche Haltung des Gesuchsgegners gegenüber der Gesuchstellerin und vor allem 

gegenüber dem Wohn- und Schulort F._____ für C._____ schädlich. Die Gefahr, 

dass er die Ablehnung übernehme, sei gross. Der Gesuchsgegner vertrete sehr 

deutlich und fortgesetzt die Haltung, C._____ sei Franzose und müsse in Frank-

reich beschult werden. C._____ sei anwesend gewesen, als der Gesuchsgegner 

ihr (der Kindsvertreterin) seinen Standpunkt dargelegt habe. In Bezug auf die 

deutsche Sprache habe der beschriebene Prozess wahrscheinlich bereits begon-

nen. Anlässlich des Zusammentreffens vom 30. September 2020 habe sich 

C._____ sehr klar geäussert, der Gesuchsgegner solle sich mit ihr nicht auf 

Deutsch unterhalten (Urk. 151 S. 9 f.). 

4.7.9.4. Bei der Abwägung der Bindungstoleranz der Parteien geht es nicht da-

rum, ob der Gesuchsgegner nun als sachliche oder die Gesuchstellerin als emoti-

onale Person wahrgenommen werden, sondern allein darum, welcher Elternteil 

mehr Gewähr dafür bietet, dass C._____ die Beziehung zum anderen Elternteil 

und dessen Umfeld unbelastet leben kann. Die Sorge des Gesuchsgegners um 

die Gesundheit von C._____ ist bei seiner Erziehungsfähigkeit zu beachten. 

Demgegenüber sind seine Zweifel hinsichtlich der Erziehungskompetenz der Ge-

suchstellerin im Rahmen der Bindungstoleranz zu berücksichtigen, insbesondere 

wenn wie vorliegend die Zweifel unbegründet erscheinen, zumal er die Erzie-

hungsfähigkeit der Gesuchstellerin nicht glaubhaft in Zweifel zu ziehen vermag. 

Gleiches gilt es zu den Aussagen des Gesuchsgegners betreffend seine Ansicht 

- 36 - 

zu den Entwicklungschancen von C._____ in Frankreich zu sagen. Eine Abwä-

gung wurde hierzu bereits bei den familiären, den örtlichen Verhältnisse und der 

Umfeldanalyse durchgeführt, wobei sowohl von der Vorinstanz als auch vorste-

hend festgehalten wurde, dass die Entwicklungschancen für C._____ sowohl in 

Frankreich als auch in der Schweiz intakt sind, egal welcher Partei die Obhut zu-

gesprochen wird. Im weiteren erscheinen die Ausführungen der Kindsvertreterin 

glaubhaft. 

4.7.10.  Streit vom 13. Februar 2021 

 Auch dem Streit zwischen den Parteien vom 13. Februar 2021 betreffend 

die Übergabemodalitäten von C._____ (Urk. 155 S. 4) vermag der Gesuchsgeg-

ner nichts Erhebliches in Bezug auf die Bindungstoleranz der Gesuchstellerin vor-

zubringen. Die Gesuchstellerin beschwert sich nach Angabe des Gesuchsgeg-

ners und den von ihm eingereichten Whats-App-Auszügen über dessen Verhal-

ten, wenngleich in aufgebrachten Ton. In Bezug auf die Betreuung von C._____ 

lässt sie sich aber nicht aus, weshalb den weiteren Ausführungen des Gesuchs-

gegners hierzu einzig eine Auseinandersetzung zwischen den Parteien auf der 

Paarebene entnommen werden kann (vgl. Urk.157/2). 

4.7.11.  Fazit 

4.7.11.1. Die Bindungstoleranz einer Partei kann nicht anhand einer einzelnen Si-

tuation resp. Handlung gemessen werden. Die Vorinstanz hob jedoch gleich ei-

nem Mosaik, einzelne Vorkommnisse und Anhaltspunkte hervor, welche einen 

hinreichenden Vergleich zwischen der Bindungstoleranz der Gesuchstellerin und 

derjenigen des Gesuchsgegners zulassen. Die gestützt auf diesen Erkenntnissen 

erfolgte Einschätzung der Vorinstanz, wonach die Bindungstoleranz der Gesuch-

stellerin höher einzuschätzen sei als diejenige des Gesuchsgegners, vermochte 

der Gesuchsgegner im Berufungsverfahren nicht zu entkräften. Vielmehr zeigt 

sich auch im vorliegenden Verfahren, dass der Gesuchsgegner ein fürsorglicher 

Vater ist, der mit Sicherheit nur das Beste für C._____ will, gleichzeitig aber der 

Gesuchstellerin nicht zutraut, sich ebenso wie er um C._____ kümmern zu kön-

- 37 - 

nen, wobei seine Zweifel auf keiner hinreichend glaubhaft gemachten Grundlage 

beruhen. 

4.7.11.2. Entsprechend ist der Vorinstanz zu folgen und davon auszugehen, dass 

die Gesuchstellerin ihr Bestmögliches tun wird, um den Kontakt zwischen dem 

Gesuchsgegner und C._____ zu fördern (vgl. Urk. 141 S. 22), während der Bin-

dungstoleranz des Gesuchsgegners die vorgenannten Zweifel entgegenstehen. 

Die Rügen des Gesuchsgegners sind in diesem Punkt somit unbegründet und 

seine Berufung hierzu ist entsprechend abzuweisen. C._____ ist unter die alleini-

ge Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. 

5. Besuchsrechts- und Ferienregelung 

5.1. Da das vorinstanzliche Urteil in Bezug auf die Obhut zu bestätigen ist (vgl. 

E. 4.7.11.2.), sind auch die Berufungsanträge 3 bis 5 des Gesuchsgegners betref-

fend die vorinstanzlichen Besuchsrechts- und Ferienregelungen (Dispositiv-Ziffern 

5-7) abzuweisen, da sie im Hinblick auf eine alleinige Obhut beim Gesuchsgegner 

gestellt wurden (Urk. 140 S. 19). 

5.2. Die von der Kindsvertreterin beantragte Anpassung der Übergabezeit bis 

Ende Juli 2021 (Urk. 151 S. 1) ist aufgrund Zeitablaufs gegenstandslos geworden. 

Die vorinstanzliche Regelung gemäss Dispositiv-Ziffern 5-7 ist zu bestätigen. 

6. Unterhalt 

6.1. Ausgangslage 

6.1.1.   Vorweg festzuhalten ist, dass auf die Rügen des Gesuchsgegners gegen 

die vorinstanzliche Unterhaltsfestsetzung nur soweit eingegangen wird, als sie mit 

der Bestätigung der vorinstanzlichen Obhutszuteilung an die Gesuchstellerin rele-

vant sind. 

6.1.2.   Die Vorinstanz orientierte sich bei der Phasenbildung an den Betreuungs-

verhältnissen für C._____ und stellte auf drei Phasen ab, deren Aufteilung vom 

Gesuchsgegner nicht beanstandet wurde (Urk. 140 S. 19). Die erste Phase dau-

erte von der Trennung der Parteien am 20. Januar 2019 bis 31. März 2019 als die 

- 38 - 

Gesuchstellerin eine eigene Wohnung in F._____ bezog. In dieser Zeit konnte der 

Gesuchgegner C._____ nur sehr eingeschränkt sehen. In der zweiten Phase, ab 

dem 1. April 2019 bis zum Eintritt von C._____ in den Kindergarten (31. Juli 2021) 

teilten sich die Parteien die Betreuung von C._____ hälftig und in der dritten Pha-

se ab dem 1. August 2021 steht dem Gesuchsgegner ein ausgeweitetes Woche-

nend- und Ferienbesuchsrecht zu (Urk. 141 S. 27 f.). 

6.1.3.   In den drei Phasen rechnete die Vorinstanz den Parteien und C._____ 

folgende Einkommen an (Urk. 141 S. 29, S. 30 und S. 36): 
 Phase I 

20. Januar 2019 - 
31. März 2019 

Phase II  
1. April 2019 - 
31. Juli 2021 

Phase III 
ab 1. August 2021 

Gesuchstellerin Fr. 0.– Fr. 900.– Fr. 1'350.– 
C._____ Fr. 0.– Fr. 690.– Fr.    200.– 
Gesuchsgegner Fr. 0.– Fr.     0.– Fr. 2'590.– 

6.1.4.   Den monatlichen Bedarf der Parteien und von C._____ setzte die Vorin-

stanz wie folgt fest (Urk. 141 S. 39, S. 40 f. und S. 45): 
 
Gesuchstellerin 

Phase I 
20. Januar 2019 - 
31. März 2019 

Phase II  
1. April 2019 - 
31. Juli 2021 

Phase III 
ab 1. August 2021 

Grundbetrag: Fr. 1'350.– Fr. 1'275.– Fr. 1'350.– 
Wohnkosten inklusi-
ve Nebenkosten (je-
doch ohne Strom-
kosten): 

Fr. 1'000.– Fr. 1'000.– Fr. 1'000.– 

Krankenkasse 
(KVG): 

Fr.    292.– Fr.    292.– Fr.    292.– 

Haftpflicht-
/Mobiliarversicherun
g: 

Fr.      25.– Fr.      25.– Fr.      25.– 

Kommunikation und 
Mediennutzung: 

Fr.    120.– Fr.    120.– Fr.    120.– 

Arbeitsweg: Fr.        0.– Fr.    165.– Fr.    165.– 
Auswärtige Verpfle-
gung: 

Fr.        0.– Fr.        0.– Fr.        0.– 

Steuerbelastung: Fr.        0.– Fr.        0.– Fr.        0.– 
Total (gerundet): Fr. 2'790.– Fr. 2'880.– Fr. 2'950.– 

 

- 39 - 

 
C._____ 

Phase I 
20. Januar 2019 - 
31. März 2019 

Phase II  
1. April 2019 - 
31. Juli 2021 

Phase III 
ab 1. August 2021 

Grundbetrag: Fr.     400.– Fr.     400.– Fr.    400.– 
Wohnkosten inklusi-
ve Nebenkosten (je-
doch ohne Strom-
kosten): 

Fr.     490.– Fr.     613.– Fr.    490.– 

Krankenkasse (inkl. 
VVG): 

Fr.    126.– Fr.     126.– Fr.    126.– 

Fremdbetreuungs-
kosten: 

Fr.        0.– Fr.     203.– Fr.    400.– 

Total (gerundet): Fr. 1'020.– Fr. 1'340.– Fr. 1'420.– 
 

 
Gesuchsgegner 

Phase I 
20. Januar 2019 - 
31. März 2019 

Phase II  
1. April 2019 - 
31. Juli 2021 

Phase III 
ab 1. August 2021 

Grundbetrag: Fr.    816.– Fr.     867.– Fr.    816.– 
Wohnkosten inklusi-
ve Nebenkosten (je-
doch ohne Strom-
kosten): 

Fr.    368.– Fr.     245.– Fr.    368.– 

Krankenkasse 
(KVG): 

Fr.      60.– Fr.      60.– Fr.      60.– 

Haftpflicht-
/Mobiliarversicherun
g: 

Fr.      57.– Fr.      57.– Fr.      57.– 

Kommunikation und 
Mediennutzung: 

Fr.      82.– Fr.      82.– Fr.      82.– 

Kosten der Besuchs-
rechtsausübung: 

Fr.    408.– Fr.    408.– Fr.    383.– 

Arbeitsweg: Fr.        0.– Fr.        0.– Fr.      34.– 
Auswärtige Verpfle-
gung: 

Fr.        0.– Fr.        0.– Fr.    150.– 

Steuerbelastung: Fr.        0.– Fr.        0.– Fr.        0.– 
Total (gerundet): Fr. 1'790.– Fr. 1'720.– Fr. 1'950.– 

6.1.5.   Gemäss der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts, gelangt bei 

der Berechnung des Barunterhalts des Kindes grundsätzlich die zweistufige Me-

thode mit Überschussverteilung zur Anwendung (BGE 147 III 265 E. 6.6). Hiervon 

ist im vorliegenden Verfahren auszugehen und entsprechend auf die nachfolgen-

den Grundsätze bei der Unterhaltsberechnung abzustellen. 

6.1.5.1. Bei der zweistufigen Methode werden zum einen die zur Verfügung ste-

henden finanziellen Mittel festgestellt; hierfür sind in erster Linie die effektiven o-

der hypothetischen Einkommen relevant. Zum anderen wird der Bedarf der von 

der Unterhaltsberechnung betroffenen Personen ermittelt (sog. gebührender Un-

terhalt); dieser ist keine feste Grösse, sondern er ergibt sich aus den konkreten 

Bedürfnissen und den verfügbaren Mitteln. Schliesslich werden die vorhandenen 

- 40 - 

Ressourcen auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, dass in 

einer bestimmten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden 

Mitteln das sog. familienrechtliche Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und 

alsdann ein verbleibender Überschuss nach der konkreten Situation ermessens-

weise verteilt wird; beim daraus resultierenden Unterhaltsbeitrag sind insbesonde-

re auch die Betreuungsverhältnisse zu berücksichtigen (BGE 147 III 265 E. 7.). 

6.1.5.2. Die Stufe der Einkommensermittlung betrifft in erster Linie die unterhalts-

verpflichteten Elternteile. Einzubeziehen sind sämtliche Erwerbseinkommen, 

Vermögenserträge und Vorsorgeleistungen; soweit es die besonderen Verhältnis-

se des Einzelfalles rechtfertigen, kann ausnahmsweise auch ein gewisser Vermö-

gensverzehr zumutbar sein. Auch beim Kind können sich Bestandteile ergeben, 

die in der Rechnung als dessen Einkommen einzusetzen sind, insbesondere die 

Kinder- bzw. Ausbildungszulagen (Art. 285a Abs. 1 ZGB; BGE 147 III 265 E. 7.1.). 

6.1.5.3. Ausgangspunkt zur Bedarfsermittlung bzw. der Ermittlung des gebühren-

den Unterhalts bilden die "Richtlinien der Konferenz der Betreibungs– und Kon-

kursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimums» (fortan Richtlinien zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum; 

zuletzt veröffentlicht in: BlSchK 2009, S. 193 ff.), wobei in Abweichung davon für 

jedes Kind ein (bei den Wohnkosten des Obhutsinhabers abzuziehender) Wohn-

kostenanteil einzusetzen ist und im Übrigen auch die Fremdbetreuungskosten zu 

berücksichtigen sind. Diese beiden Positionen sowie die in den Richtlinien ge-

nannten Zuschläge (relevant für das Kind: Krankenkassenprämien, Schulkosten, 

besondere Gesundheitskosten) sind zum Grundbetrag hinzuzurechnen (BGE 147 

III 265 E. 7.2.). 

 Bei knappen Verhältnissen muss es für den Barunterhalt dabei sein Be-

wenden haben und auch ein allfälliger Betreuungsunterhalt ist auf der Basis des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums des betreuenden Elternteils zu be-

stimmen. Soweit es die finanziellen Mittel aber zulassen, ist der gebührende Un-

terhalt zwingend auf das sog. familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern, 

auf welches diesfalls ein Anspruch besteht (BGE 147 III 265 E. 7.2.). 

- 41 - 

 Hierzu gehören bei den Elternteilen typischerweise die Steuern, ferner ei-

ne Kommunikations- und Versicherungspauschale, unumgängliche Weiterbil-

dungskosten, den finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungs-

rechtlichen Existenzminimum orientierte Wohnkosten, Kosten zur Ausübung des 

Besuchsrechts und allenfalls angemessene Schuldentilgung dazu; bei gehobene-

ren Verhältnissen können namentlich auch über die obligatorische Grundversiche-

rung hinausgehende Krankenkassenprämien und allenfalls private Vorsorgeauf-

wendungen von Selbständigerwerbenden im Bedarf berücksichtigt werden 

(BGE 147 III 265 E. 7.2.).  

 Beim Barbedarf des Kindes gehören zum familienrechtlichen Existenzmi-

nimum namentlich die Ausscheidung eines Steueranteiles, ein den konkreten fi-

nanziellen Verhältnissen entsprechender Wohnkostenanteil und gegebenenfalls 

über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprä-

mien. Soweit nach allseitiger Deckung des familienrechtlichen Existenzminimums 

Ressourcen verbleiben (sog. Überschuss), kann der Barbedarf des Kindes bzw. 

der hierfür zu verwendende Unterhaltsbeitrag durch Zuweisung eines Überschus-

santeils weiter erhöht werden (BGE 147 III 265 E. 7.2.). 

6.1.5.4. Der geschuldete Unterhaltsbeitrag ergibt sich aus der Verteilung der vor-

handenen Mittel vor dem Hintergrund der ermittelten Bedarfszahlen, unter Be-

rücksichtigung der Betreuungsverhältnisse und weiterer Umstände des Einzelfal-

les. Bei ungenügenden Mitteln ist das Verhältnis der zueinander in Konkurrenz 

tretenden Unterhaltskategorien zu regeln. Diesbezüglich ist zuerst der Barunter-

halt der minderjährigen Kinder und im Anschluss der Betreuungsunterhalt, sodann 

allfälliger (nach-)ehelicher Unterhalt und abschliessend der Volljährigenunterhalt 

zu decken (BGE 147 III 265 E. 7.3.). 

6.2. Einkommen der Gesuchstellerin 

6.2.1.   Phase I 

 Der Gesuchsgegner wendet zwar ein, die Einkommens- und Vermögens-

verhältnisse der Gesuchstellerin seien nie restlos geklärt worden, er bestreitet 

- 42 - 

aber nicht, dass die Gesuchstellerin, während der ersten Phase keiner Erwerbstä-

tigkeit nachgegangen sei, wie es bereits die Vorinstanz festgestellt hat (Urk. 140 

S. 19; Urk. 141 S. 28). Dementsprechend geht sein Einwand ins Leere. 

6.2.2.   Phase II 

6.2.2.1. Die Vorinstanz erwog für die zweite Phase, die Gesuchstellerin arbeite 

seit Mai 2019 als Aushilfe im Stundenlohn in der Augenpraxis H._____ AG in 

I._____ (Urk. 81/1). Sie habe im Zeitraum von Mai 2019 bis und mit August 2020 

netto Fr. 11'650.15 bzw. durchschnittlich Fr. 728.– pro Monat verdient (Urk. 81/2-

9; Urk. 124/6). Darin enthalten sei die Kinderzulage von Fr. 200.–. Nach Abzug 

der Kinderzulage habe die Gesuchstellerin mit ihrer Anstellung bei der Augenpra-

xis ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 528.– erwirtschaftet. Von Oktober 

2019 bis Mai 2020 habe die Gesuchstellerin zusätzlich als Reinigungskraft bei der 

J._____ Reinigung GmbH gearbeitet und ein Nettoeinkommen von total 

Fr. 5'842.80 bzw. Fr. 730.35 pro Monat erzielt (Urk. 124/4). Seit Mitte Oktober 

2020 habe die Gesuchstellerin eine neue Arbeitsstelle bei K._____. Ihr Stunden-

lohn betrage Fr. 21.–, wobei unklar sei, ob dieser brutto oder netto sowie mit oder 

ohne Ferien- und Feiertagszuschlag zu verstehen sei (Prot. I S. 86). Auch wie vie-

le Stunden sie bei K._____ arbeiten werde, sei der persönlichen Befragung nicht 

klar zu entnehmen. Die Gesuchstellerin habe einerseits ausgeführt, sie habe ein 

30 %-Pensum, und andererseits habe sie erklärt, sie arbeite ca. 24-30 Stunden 

pro Monat (Prot. I S. 86). Die Vorinstanz ging sodann davon aus, die Gesuchstel-

lerin verdiene bei K._____ netto Fr. 21.– und könne – Ferien einkalkuliert – 

durchschnittlich 24 Stunden monatlich arbeiten, womit sie mit ihrer Anstellung bei 

K._____ netto ca. Fr. 500.– monatlich verdienen könne. Über die gesamte zweite 

Phase betrachtet verfüge die Gesuchstellerin mit diesen beiden Anstellungen 

über ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 378.– [= (Fr. 5'842.80 Totalein-

kommen bei J._____ Reinigung GmbH + Fr. 4'750.– geschätztes Totaleinkom-

men bei K._____ von Mitte Oktober 2020 bis und mit Juli 2021) / 28 Monate]. Zu-

sammen mit ihrem Einkommen bei der Augenpraxis ergebe dies ein monatliches 

Durchschnittseinkommen in der zweiten Phase von netto gerundet Fr. 900.– 

(Urk. 141 S. 28 f.). 

- 43 - 

6.2.2.2. Der Gesuchsgegner rügt, die Gesuchstellerin habe an der Verhandlung 

vom 27. Oktober 2020 ausgeführt, sie habe eine neu Anstellung bei K._____, wo 

sie in einem Pensum von 30 % fix bzw. ca. 24-30 Stunden pro Monaten arbeiten 

werde. Wenn C._____ beim Gesuchsgegner sei, könne sie mehr arbeiten (Prot. I 

S. 86). Da C._____ regelmässig mindestens 60 % bei ihm wohne, sei davon aus-

zugehen, die Gesuchstellerin habe einen Vertrag über eine Arbeitstätigkeit von 

mindestens 30 % abgeschlossen und dass sie alternierend mehr arbeiten könne, 

wenn C._____ erst am Mittwoch zu ihr zurückkehre (Urk. 140 S. 20). 

 Bei einer 42 Stundenwoche, wie dies im Dienstleistungsbereich üblich sei, 

betrage ein 30 % Pensum 12,6 Arbeitsstunden pro Woche bzw. 51 Arbeitsstun-

den pro Monat. Die Vorinstanz sei daher fälschlicherweise von durchschnittlich 

24 Arbeitsstunden pro Monat ausgegangen (Urk. 140 S. 20). 

 Ausgehend von einem Stundenlohn von Fr. 21.– inkl. Ferienanteil und 

13. Monatslohn, betrage das durchschnittlich Monatseinkommen bei einem Ar-

beitspensum von 30 % Fr. 1'071.– brutto bzw. ca. Fr. 975.– netto. Hinzu komme 

eine Verkaufsprovision, wie dies im Verkauf (insbesondere auch bei K._____) üb-

lich sei, von mindestens 12 % des Monatssalärs als auch Sonntags- und Über-

zeitzulage. Entsprechend ergebe dies ein mögliches Mindestsalär von 

ca. Fr. 1'100.– bei einem Arbeitspensum von 30 % (ohne Sonntags- und Über-

zeitenzulage; Urk. 140 S. 20). 

 Das monatliche Einkommen der Gesuchstellerin betrage für die Phase II 

daher mindestens Fr. 1'130.– (Fr. 528.– Augenpraxis H._____ AG + Fr. 208.70 

J._____ Reinigung GmbH + Fr. 393.– K._____; Urk. 140 S. 20 f.). 

6.2.2.3. Die Gesuchstellerin hält dagegen, sie habe per 31. Dezember 2020 die 

Stelle bei der Augenpraxis H._____ AG aufgrund von Beschränkungen durch die 

Corona-Pandemie verloren und erhalte Arbeitslosengelder sowie zusätzliche Un-

terstützung durch das Sozialamt. Ihre Eigenversorgungskapazität ab 1. April 2019 

bis 30. Oktober 2020 setze sich aus ihrer Anstellung bei der Augenpraxis H._____ 

AG mit einem monatlichen Einkommen von Fr. 528.– sowie ihrem monatlichen 

Einkommen bei der J._____ Reinigung GmbH von Oktober 2019 bis und mit April 

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2020 von Fr. 843.– zusammen. Dies ergebe ein durchschnittliches Einkommen 

von Fr. 838.– ([Fr. 528.– x 19 + Fr. 843.30 x 7]/19 Monate). Im November und 

Dezember 2020 habe ihr Einkommen monatlich Fr. 1'671.20 (Fr. 1'143.20 bei 

K._____ und Fr. 528.– bei der Augenpraxis H