# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fab984ee-e75a-5993-a3c8-ec14e5c2d58e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2011 D-6680/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6680-2011_2011-12-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6680/2011

U r t e i l   v om   1 9 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

Parteien A._______, geboren B._______,
und dessen Ehegattin
C._______, geboren D._______,
und die gemeinsamen Kinder
E._______, geboren F._______,
G._______, geboren H._______,
alle Afghanistan, 
I._______,  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 30. November 2011 / N_______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden,  ein  afghanisches  Ehepaar  und  dessen 
minderjährigen  Kinder  mit  letztem Wohnsitz  in  J._______  (K._______), 
eigenen Angaben zufolge K._______ Ende Sommer 2010 verliessen und 
via  L._______,  Rumänien  und Österreich  von M._______  herkommend 
am 6. Oktober 2011 auf dem Landweg  illegal  in die Schweiz gelangten, 
wo  sie  gleichentags  beim  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  in 
N._______ um Asyl nachsuchten,

dass  ein  Abgleich  mit  der  Zentraleinheit  Eurodac  ergab,  dass  die 
Beschwerdeführenden am 24. März 2011 in O._______ (Rumänien) und 
am 3. August 2011 in P._______ (Österreich) um Asyl ersucht hatten,

dass  das  BFM  am  20.  Oktober  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  N._______  anlässlich  der  Kurzbefragung  die 
Personalien  der  Beschwerdeführenden  erhob  und  sie  summarisch  zum 
Reiseweg  sowie  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  des  Heimatlandes 
befragte, wobei der Beschwerdeführer einleitend im Wesentlichen geltend 
machte, bereits in jungen Jahren (ca. 1985) mit seinen Eltern infolge des 
sowjetisch­afghanischen Krieges in den K._______ geflüchtet zu sein,

dass  er  bezüglich  einer  allfälligen  Rückkehr  in  seine  Heimat  ausführte, 
nicht  nach  Afghanistan  zurückkehren  zu  können,  zumal  er  seine 
Ehegattin ohne das Einverständnis  ihrer Familie geheiratet habe, da sie 
bereits  einem  Cousin  versprochen  gewesen  sei,  sie  dem  (…),  er 
demgegenüber  dem  (…) Glauben  angehöre,  weshalb  er  befürchte,  von 
deren Familienangehörigen umgebracht zu werden, 

dass er auf weitere Asylgründe angesprochen ergänzte, er sei aus dem 
K._______ ausgereist,  um seine wirtschaftliche Existenz  zu  verbessern, 
in  der  Schweiz  (…)  zu  unterrichten  und  seinen  Kindern  ein  Studium 
ermöglichen zu können,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  20. 
Oktober 2010 in N._______ zu ihren Asylmotiven unter anderem geltend 
machte,  ihre  Eltern  seien  mit  ihr  während  des  afghanischen 
Bürgerkrieges  nach  Q._______  geflüchtet,  wo  sie  bis  zu  ihrem  15. 
Lebensjahr  gelebt  habe,  und  sie  darauf  in  R._______  (K._______) 
wohnhaft gewesen sei,

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dass  eine  Rückkehr  nach  Afghanistan  unmöglich  sei,  zumal  sie  einen 
Cousin  hätte  heiraten  sollen,  sie  in  der  Folge  die  Flucht  ergriffen  habe 
und deshalb Nachteile befürchte,

dass  darüber  hinaus  die  Verwandten  ihres  Ehegatten  ihre  religiöse 
Eheverbindung missbilligten, da sie dem (…), der Ehegatte dagegen dem 
(…)  Glauben  angehöre,  weswegen  auch  ihr  Ehegatte  nicht  in  seine 
Heimat zurückkehren könne,

dass  die  Beschwerdeführenden  verneinten,  je  in  Rumänien,  Österreich 
oder M._______ beziehungsweise in einem Drittstaat um Asyl ersucht zu 
haben,

dass die Beschwerdeführenden mit Entscheid des BFM vom 21. Oktober 
2011  für  den weiteren  Aufenthalt  während  des  Verfahrens  dem Kanton 
S._______ zugewiesen wurden,

dass  das  BFM  am  2.  November  2011  die  rumänischen  Behörden 
gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  der  Verordnung  (EG)  Nr. 343/2003 
des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und 
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 
von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten 
Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO),  um  Wiederaufnahme  der 
Beschwerdeführenden ersuchte, 

dass  Rumänien  dem  Ersuchen  des  BFM  mit  Schreiben  vom  16. 
November 2011 zustimmte,

dass den Beschwerdeführenden anlässlich der summarischen Befragung 
im Hinblick auf eine allfällige Zuständigkeit Österreichs und insbesondere 
Rumäniens  für die Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens 
das rechtliche Gehör gewährt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  eine  allfällige  Zuständigkeit 
Rumäniens eingestand, bereits  in Rumänien um Asyl ersucht zu haben, 
das  Land  indes  vor  Ergehen  eines  Asylentscheides  verlassen  habe, 
weshalb er nicht über den Verfahrensstand orientiert sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  diesbezüglich  zunächst  vorbrachte,  eine 
Woche  nach Asylgesuchstellung  einen  negativen Entscheid  erhalten  zu 
haben und sie gegen diesen keine Beschwerde erhoben hätten, 

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dass sie  ihre Behauptung zurückzog, nachdem sie mit der Aussage des 
Ehegatten,  wonach  sie  das  Land  vor  Ergehen  eines  Asylentscheides 
verlassen  hätten,  konfrontiert  worden war,  und  ausführte,  den Ausgang 
des Verfahrens nicht zu kennen,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs  zu  einer  Wegweisung  nach  Rumänien  oder  Österreich  geltend 
machte,  nicht  nach Rumänien  zurückkehren  zu wollen, weil  eine  seiner 
Töchter an (…) gelitten habe und seine Ehegattin unter (…) leide,

dass ihnen zwar eine Unterkunft zur Verfügung gestellt worden sei, sie es 
in Rumänien jedoch nicht ausgehalten hätten, zumal sie lediglich 25 Euro 
monatlich  pro  Person  erhalten  hätten,  dieser  Betrag  jedoch  nicht  zum 
Leben ausgereicht habe,

dass die Beschwerdeführerin  dazu ergänzend  vorbrachte,  das Leben  in 
Rumänien  sei  hart  und  das  zur  Verfügung  gestellte  Geld  sei  nicht 
ausreichend, sie an (…) leide und sie dort nicht genügend Hilfe erhalten 
würden,

dass  die  Beschwerdeführenden  bezüglich  einer  Rückkehr  nach 
Österreich ausführten, die zuständige österreichische Behörde habe ihre 
Wegweisung  verfügt,  ansonsten  keine  weiteren  Gründe  gegen  eine 
Rückkehr geltend gemacht wurden,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30.  November  2011  –  eröffnet  am 
5. Dezember  2011  –  in  Anwendung  von  Art  34  Abs.  2  Bst.  d  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  nach  Rumänien  sowie 
den  Vollzug  bis  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist 
anordnete und gleichzeitig  festhielt, einer allfälligen Beschwerde komme 
keine aufschiebende Wirkung zu,

dass es zur Begründung anführte, ein Abgleich der Fingerabdrücke habe 
ergeben, dass die Beschwerdeführenden am 24. März 2011 in Rumänien 
Asylgesuche gestellt hätten und sie dort daktyloskopisch erfasst worden 
seien,

dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen 
Rumänien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei und am 
16.  November  2011  einer  Übernahme  der  Beschwerdeführenden 
zugestimmt  habe  (Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der 

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Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen, 
DAA,  SR  0.142.392.68];  Dublin­II­VO;  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003 
der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit 
Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des 
Rates [DVO Dublin]), 

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 16. Mai 2012 zu erfolgen habe,

dass  es  den Beschwerdeführenden  zumutbar  sei,  bei  den  rumänischen 
Behörden Unterstützung zu beantragen,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  12.  Dezember  2011 
gegen  die  Verfügung  der  Vorinstanz  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhoben  und  in  materieller  Hinsicht  beantragten,  die 
angefochtene Verfügung  sei  aufzuheben und das BFM sei  anzuweisen, 
sein  Selbsteintrittsrecht  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende 
Asylgesuch für zuständig zu erklären,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchten,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  13.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen 
Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 

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17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in 
casu nicht vorliegt und das Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig 
entscheidet,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten 
ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 52 
Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich 
Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  gestützt  auf  die  einleitenden  Bestimmungen  sowie  Art.  1  Abs.  1 
DAA  i.V.m.  Art. 29a  Abs.  1  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999 
über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  die  Prüfung  der 
staatsvertraglichen  Zuständigkeit  zur  (materiellen)  Behandlung  eines 
Asylgesuches nach den Kriterien der Dublin­II­VO zu erfolgen hat,

dass  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  im  Weiteren  voraussetzt,  dass  der 
staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asylsuchenden 
Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1),

dass sich aufgrund der Akten ergibt, dass die Beschwerdeführenden am 
24.  März  2011  in  Rumänien  Asylgesuche  stellten  und  dabei 
daktyloskopisch erfasst wurden,

dass die rumänischen Behörden mit Schreiben vom 16. November 2011 
– und damit  innerhalb der  in Art. 20 Abs. Bst. b Dublin­II­VO vorliegend 
vorgesehenen  zweiwöchigen  Frist  –  einer  Wiederaufnahme  der 
Beschwerdeführenden zustimmten (vgl. A22­A25), 

dass  somit  Rumänien  für  die  Prüfung  der  am  6.  Oktober  2011  in  der 
Schweiz eingereichten Asylanträge zuständig ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Eingabe  geltend  machen,  ihre 
Heimat  verlassen  zu  haben,  um  in  der  Schweiz  oder  in  T._______  um 
Asyl  zu  ersuchen,  sie  auf  der  Reise  an  der  rumänischen  Grenze 
kontrolliert  worden  seien  und  folglich  ihre  Reise  nicht  hätten  fortsetzen 
können,

dass sie den rumänischen Behörden bei der Kontrolle erklärt hätten, nach 
Europa gereist zu sein, um Asyl zu beantragen, und sie ihre Reise hätten 
fortsetzen  wollen,  sie  aber  dessen  ungeachtet  in  eine  Unterkunft  für 
Asylsuchende gebracht worden seien,

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dass  sie  unter  den  angetroffenen  Zuständen  nicht  länger  hätten  in 
Rumänien  bleiben  wollen,  die  Kinder  keinen  Zugang  zu  medizinischen 
Einrichtungen  gehabt  hätten  und  ihnen  auch  keine  Rechtsberatung  zur 
Verfügung gestanden sei,

dass  sie  in  existenzielle  Nöte  geraten  seien,  zumal  das  erhaltene Geld 
nicht  einmal  für  das  Nötigste  gereicht  habe  und  besonders  die  Kinder 
darunter gelitten hätten und des öfteren krank geworden seien, weshalb 
sie den Entschluss gefasst hätten, das Land zu verlassen,

dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  zur  Untermauerung  der  Vorbringen 
Auszüge aus Berichten zur allgemeinen Lage in Rumänien und zur Lage 
der Flüchtlinge in Rumänien aufgeführt werden,

dass  die  Beschwerdeführenden  weder  im  Rahmen  des 
vorinstanzlichen  Verfahrens  noch  in  ihrer  Rechtsmittelschrift  die 
grundsätzliche Zuständigkeit Rumäniens explizit bestreiten, 

dass Rumänien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 
über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der 
Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist,

dass Rumänien die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 
(Aufnahmerichtlinie), welche zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme 
und Betreuung von Asylsuchenden beinhaltet, ohne Beanstandungen von 
Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt hat,

dass  Rumänien  zudem  im  Vorfeld  der  Aufnahme  in  die  Europäische 
Union (EU), wie alle Beitrittskandidaten, hinsichtlich der Einhaltung seiner 
völkerrechtlichen Verpflichtungen  (auch  im Asylbereich)  überprüft wurde 
und  mit  der  Aufnahme  in  die  EU  den  Acquis  der  EU  im  Bereich 
Menschenrechte übernommen hat,

dass  die  allgemeine  Kritik  am  rumänischen  Asylverfahren  vor  diesem 
Hintergrund nicht zu überzeugen vermag,

dass  –  entgegen  der  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  –  keine 
Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Rumänien  generell  oder  im 
konkreten  Fall  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen 
Verpflichtungen hält,

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dass  in  der  Beschwerde  und  in  den  dort  zitierten  Berichten  denn  auch 
nicht  nachgewiesen  wird,  Rumänien  verletze  in  systematischer  Weise 
und  über  die  Überstellungsfrist  von  sechs  Monaten  hinaus  seine  ihm 
obliegenden völkerrechtlichen Mindestverpflichtungen,

dass  der  von  den  Beschwerdeführenden  geäusserte  Wunsch,  in  der 
Schweiz  zu  bleiben,  kein  Grund  ist,  eine  Rückführung  nach  Rumänien 
auszuschliessen,

dass überdies keine konkreten Anhaltspunkte bestehen, Rumänien würde 
die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht in einem rechtsstaatlich 
korrekten  Verfahren  prüfen  und  ihm  obliegende  völkerrechtlichen 
Verpflichtungen allenfalls verletzen,

dass  eine  Überstellung  nach  Rumänien  diesen  Erwägungen  gemäss 
zulässig ist,

dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  weder  angesichts  der 
Verhältnisse  in  Rumänien  noch  zufolge  der  individuellen  Situation  der 
Beschwerdeführenden Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts  im 
Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO besteht,

dass die Beschwerdeführenden weder  im Rahmen des  ihnen gewährten 
rechtlichen Gehörs  noch  auf  Beschwerdeebene  hinreichend  berechtigte 
Vorbehalte  gegen  eine  Rückkehr  nach  Rumänien  geltend  machten, 
weshalb keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass sie im 
Falle  einer  Rückkehr  nach  Rumänien  in  eine  existenzielle  Notlage 
geraten würden,

dass  im Rahmen einer Gesamtabwägung aller  relevanten Umstände  im 
konkreten Einzelfall keine Gründe ersichtlich sind, die eine Wegweisung 
aus  humanitärer  Sicht  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  AsylV 1  als 
unangemessen erscheinen,

dass es sich angesichts der Sachlage erübrigt, auf die Ausführungen  in 
der Beschwerde näher einzugehen, zumal diese nicht geeignet sind, eine 
andere Beurteilung herbeizuführen,

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  der 
Beschwerdeführenden  nach  Rumänien  weder  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  noch  humanitäre Gründe  entgegenstehen, 
weshalb  die  Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur 

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Anwendung  gelangt  und  folglich  das BFM  zu Recht  in  Anwendung  von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf die Asylgesuche nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im 
Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom 
BFM zu Recht angeordnet wurde,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]; BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645),

dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im 
Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (vgl. 
vorgehende Erwägungen),

dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach 
Rumänien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  der  Antrag  auf  Erlass  des  Kostenvorschusses  angesichts  des 
vorliegenden Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos ist, 

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  angesichts  der  Aussichtslosigkeit  der 
Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

D­6680/2011

Seite 11

(Dispositiv nächste Seite)

D­6680/2011

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: