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**Case Identifier:** 3c48d9c9-98fb-5f19-87d6-0e01cf483f93
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.02.2023 200 2022 467
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-467_2023-02-08.pdf

## Full Text

200 22 467 IV
KOJ/ISD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Februar 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Juli 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
zuletzt als ... bei der C.________ AG, ..., tätig, bezog infolge einer Krebser-
krankung vom 1. bis 31. Dezember 2012 eine halbe Rente und anschlies-
send vom 1. Januar bis 31. Oktober 2013 eine befristete Viertelsrente der 
Invalidenversicherung (IV; Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin], Antwortbeilage [AB] 2, 35 f., 40). 

Im August 2017 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an (AB 42). Die IVB traf Abklärungen, insbesondere holte sie ein polydiszi-
plinäres Gutachten der D.________ ein (Medas 1; Gutachten vom 14. Ja-
nuar 2019 [AB 129.1]), veranlasste berufliche Eingliederungsmassnahmen 
(vgl. AB 126, 135) und verneinte mit Verfügung vom 13. März 2019 
(AB 139) bei einem Invaliditätsgrad von 26 % einen Rentenanspruch. In 
Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde hob das Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern mit Urteil vom 5. Februar 2020, IV/2019/303 
(AB 180), die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur ergän-
zenden Abklärung an die Verwaltung zurück.

Im Rahmen der weiteren Abklärungen holte die IVB unter anderem ein vom 
8. Januar 2021 datierendes polydisziplinäres Gutachten der E.________ 
(Medas 2; AB 260.1-260.11) ein und stellte dem Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 17. Februar 2021 (AB 262) die Zusprache einer ganzen Rente 
vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 und einer halben Rente vom 1. Juli bis 
31. August 2020 in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte Einwand und 
beantragte unter anderem die Durchführung von beruflichen Massnahmen 
(AB 266). Die IVB sprach ihm in der Folge für die Dauer vom 17. Mai bis 
29. August 2021 berufliche Massnahmen zu (AB 272 f.). Nach Aufforde-
rung zur Mitwirkung (vgl. AB 279) wurden die beruflichen Massnahmen für 
die Dauer vom 30. August bis 29. November 2021 verlängert (AB 280, 
282). Daran anschliessend erteilte die IVB für den Zeitraum vom 30. No-
vember 2021 bis 6. März 2022 Kostengutsprache für Arbeit zur Zeitüber-
brückung (AB 294, 300). Sodann holte die IVB eine ergänzende Stellung-

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nahme der Medas 2 ein (vgl. AB 301). Gestützt darauf und jeweils nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. AB 310 ff.) wies die IVB mit 
Verfügung vom 9. Juni 2022 (AB 316) das Gesuch um (weitere) berufliche 
Massnahmen ab und sprach dem Versicherten mit separater Verfügung 
vom 15. Juli 2022 (AB 320) eine vom 1. Januar 2020 bis 31. März 2022 
befristete ganze Rente zu.

B.

Gegen die Verfügung vom 15. Juli 2022 (AB 320) erhob der Versicherte, 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 16. August 
2022 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung sei der Invaliditätsgrad auch nach Abschluss der Eingliederungs-
bemühungen auf 100 % festzusetzen. Eventualiter sei vorgängig ein Ge-
richtsgutachten zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit einzuholen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2022 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. Juli 2022 (AB 320). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, wobei in anfechtungs- und 
streitgegenständlicher Hinsicht betreffend die befristete Rentenzusprache 
ein Rechtsverhältnis vorliegt (BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 
E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a), sodass der Rentenanspruch insgesamt, 
das heisst unter Einbezug der für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 
31. März 2022 zugesprochenen ganzen Rente, zu prüfen ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Zwar datiert die angefochtene Verfügung 
(vom 15. Juli 2022 [AB 320]) nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 
19. Juni 2020. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung eines Rentenanspruchs mit Blick auf die hier zu beurteilende 
Neuanmeldung von August 2017 (AB 42) vor dem 1. Januar 2022 (vgl. hin-
ten E. 3.1), weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Ver-
ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (aArt.) mass-

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gebend sind (vgl. auch Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreis-
schreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR] 
Rz. 9100 f.; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begrün-
den, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikato-
rischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 

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und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Rentenanspruch ent-
steht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG 
beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG). 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV 
Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann 
eine revisionsrechtlich relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine 

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weggefallene Diagnose eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn 
diese veränderten Umstände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 
E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3). Unerheblich unter revisions-
rechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 
147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

2.5.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). Erfolgte nach einer 
ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend 
gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein-
kommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerbli-
chen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig ver-
neint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vor-
behältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen 
Revision – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegen halten lassen (BGE 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

2.5.3 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV).

2.5.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 

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gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.

3.1 Das Verwaltungsgericht hat in VGE IV/2019/303, E. 3 (AB 180/6), 
festgestellt, dass hinsichtlich der Neuanmeldung von August 2017 (AB 42) 
die Eintretensfrage (Art. 87 Abs. 2 f. IVV; vgl. auch vgl. auch BGE 130 V 
343 E. 3.5.3 S. 351) unbestritten ist. Weiter bejahte es das Vorliegen so-
wohl eines erwerblichen als auch eines medizinischen Neuanmeldungs-
grundes, weshalb der Rentenanspruch allseitig neu zu prüfen ist (VGE 
IV/2019/303, E. 3.1 [AB 180/7]). In der Folge gelangte das Verwaltungsge-
richt zum Schluss, dass der der Verfügung vom 13. März 2019 (AB 139) 
zugrunde liegende medizinische Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt 
worden war, zumal sich aufgrund der Ergebnisse der zwischen dem 
21. Januar und dem 22. Oktober 2019 stattgehabten Eingliederungsmass-
nahmen der Abklärungsstelle F.________ (nachfolgend: Abklärungsstelle 
F.________), (AB 147, 172) ernsthafte Zweifel an dem von der Verwaltung 
eingeholten Gutachten der Medas 1 vom 14. Januar 2019 (AB 129.1) erge-
ben (VGE IV/2019/303, E. 3.4 f. [AB 180/12 ff.]). Es wies daher die Sache 
an die Verwaltung zurück, damit sie unter Berücksichtigung der Erkenntnis-
se der beruflichen Eingliederungsmassnahmen ergänzende Abklärungen 
vornehme (VGE IV/2019/303, E. 4 [AB 180/14]).

3.2 Hinsichtlich der (medizinischen) Aktenlage ist vorab auf VGE 
IV/2019/303, E. 3.2 (AB 180/7 ff.) zu verweisen. Im Nachgang zum erwähn-
ten Urteil ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im polydisziplinären Gutachten der Medas 2 vom 8. Januar 2021 
(AB 260.1 [Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung], AB 260.2-260.11) nannten 
die Dres. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
für Diabetologie-Endokrinologie sowie für Kardiologie, H.________, 

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Fachärztin für Neurologie, I.________, Praktischer Arzt und Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für 
Magen- und Darmkrankheiten, und L.________, Fachärztin für Ohren-, 
Nasen- und Halskrankheiten, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren 
Verdauungssystems (ICD-10 F45.32), eine sonstige somatoforme Störung 
(Schwindel; weitestgehend remittiert [ICD-10 45.8]), ein Reizdarmsyndrom 
mit vermehrten Stuhlentleerungen und ein Fatigue-Syndrom bei Zustand 
nach Ösophaguskarzinom (November 2021) und Chemotherapie (Cispla-
tin/Taxotere). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit er-
wähnten die Gutachter ein Adenokarzinom des distalen Ösophagus (…), in 
kompletter Remission seit Juni 2018, eine Kolon Polypektomie, reizlose 
Sigmadivertikulose, eine Koronare 3-Gefässerkrankung mit inferiorem 
STEMI vom 28. Januar 2020 und einer zweitzeitig erfolgten koronaren In-
tervention mit Mehrfachstenting, linksventrikuläre Pumpfunktion gut erhal-
ten bei > 60 %, eine Dyslipidämie, einen Zustand nach Nikotinkonsum, in-
termittierende kurze Episoden mit Schwindel, unklarer Ursache, DD: psy-
chosomatisch, eine arterielle Hypertonie, eine Hypercholesterinämie, eine 
Niereninsuffizienz G3a nach KDIGO und eine ganz leichte Hochtonschwer-
hörigkeit (AB 260.1/10 f. Ziff. 4.2). 

Es bestünden Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Mobilität und Ver-
kehrsfähigkeit, Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und 
Umstellungsfähigkeit sowie Widerstands- und Durchhaltefähigkeit. Es 
komme beim Beschwerdeführer zum Teil zu imperativen Stuhlentleerungen 
und es zeige sich ein erhöhter Pausenbedarf für jedwede Tätigkeit auf-
grund der Fatiguesymptomatik (AB 260.1/11 Ziff. 4.3). Vom Belastungspro-
fil her geeignet sei eine überwiegend sachbetonte, gut strukturierte Tätig-
keit ohne besonderen Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die 
emotionale Belastbarkeit. Es sollte sich um eine kognitiv eher einfache 
Tätigkeit handeln, insbesondere sollte keine durchgehend uneingeschränk-
te Konzentrationsfähigkeit erforderlich sein, da gemäss Beschreibung des 
Beschwerdeführers es nach zwei Stunden geistiger Anstrengung zu einem 
Nachlassen der Konzentration komme. Ausgeschlossen seien Tätigkeiten 
als ... in der ... (..., ... etc.). Nötig seien zudem ein einfacher Toilettenzu-

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gang und regelmässige Arbeitszeiten. Zudem sollte ein erhöhter Pausen-
bedarf berücksichtigt werden (AB 260.1/12 Ziff. 4.5).

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, ab der Refe-
renzverfügung vom 2. September 2013 bis zur Krankschreibung im No-
vember 2016 habe die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 90 % und 
danach für drei Monate 0 % betragen; anschliessend habe sie sich bis zum 
18. August 2017 auf 60 % gesteigert. Dabei sei es bis Mitte Juni 2018 ge-
blieben. Seit dem 15. Juni 2018 sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit aufgehoben (AB 260.1/13 Ziff. 4.7). In einer leidensangepassten 
Tätigkeit habe die Arbeitsfähigkeit ab dem 2. September 2013 bis zur 
Krankschreibung im November 2016 90 % betragen, danach 40 % für drei 
Monate und anschliessend habe sie sich bis zum 18. August 2017 auf 
70 % gesteigert und sei hierbei bis Ende Dezember 2019 verblieben. Seit 
Anfang 2020 sei es zu einer weiteren schrittweisen Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit von 70 % auf den aktuellen Wert von 90 % (8.5 Stunden täg-
lich; 10 % Leistungsminderung) gekommen. Dabei habe allerdings zwi-
schenzeitlich von Ende Januar bis Ende Mai 2020 eine deutlich reduzierte 
Arbeitsfähigkeit aus kardiologischen Gründen bestanden (Arbeitsfähigkeit 
0 % vom 28. Januar bis 26. März 2020; anschliessend Arbeitsfähigkeit 
50 % bis Ende Juni 2020; AB 260.1/13 Ziff. 4.8).

3.2.2 Zwischen dem 17. Mai und dem 23. Juli 2021 absolvierte der Be-
schwerdeführer bei der Stiftung M.________ eine Abklärung der Eingliede-
rungsfähigkeit (AB 276/2 Ziff. 1.1 f.). Dem provisorischen Bericht vom 
23. Juli 2021 (AB 276) ist dazu im Wesentlichen zu entnehmen, das Ar-
beitspensum habe im Verlauf von initial 50 % auf 70 % gesteigert werden 
können. Der Beschwerdeführer sei gesundheitlich schwer an der Belas-
tungsgrenze angekommen (AB 276/4). Aufgrund der aktuellen Einschät-
zung sei eine Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt für einen dauer-
haften Arbeitsplatz aufgrund fehlender Konzentration über eine konstante 
Zeit, fehlender Merkfähigkeit und der Unmöglichkeit der Koordination sowie 
Organisation von mehreren Arbeitsschritten nicht möglich. In einem geeig-
neten Arbeitsbereich vermöge der Beschwerdeführer ein Pensum von 60 % 
mit einer Quantität von 18 % bei ungenügender Qualität zu erbringen 
(AB 276/8 f.).

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3.2.3 Im Bericht vom 2. November 2021 (AB 290) hielt Prof. Dr. phil. 
N.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, zur gleichentags 
erfolgten neuropsychologischen Abklärung zusammenfassend fest, vom 
klinischen Eindruck sei der Beschwerdeführer verlangsamt und antriebs-
gemindert. Im Vergleich zu entsprechenden Alters-, Geschlechts- und Bil-
dungsnormen liessen sich im Vordergrund stehende schwere Gedächtnis-
defizite, eine ausgeprägte Verlangsamung sowie leichtere Einschränkun-
gen in Teilaspekten der (geteilten) Aufmerksamkeit und den exekutiven 
Funktionen (Antrieb, Abstraktionsfähigkeit, Inhibition) bei ansonsten un-
auffälligen Leistungen objektivieren. Ätiologisch seien die neurokognitiven 
Einschränkungen bei der vorliegenden Anamnese nicht klar zuzuordnen, 
dürften am ehesten jedoch durch die stattgehabte Chemotherapie und den 
STEMI (mit allenfalls bestehender Hypoxie) bedingt sein. Eine beginnende 
neurodegenerative Erkrankung könne beim Alter des Beschwerdeführers 
nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Art und Schwere der neuroko-
gnitiven Einschränkungen sei klar abzuleiten, dass auf dem freien Arbeits-
markt keine Arbeitsfähigkeit bestehe, das heisse, die Arbeitsunfähigkeit 
betrage 100 %, und eine Umschulung keinen Sinn mache. Es dürften nur 
noch einfache Routinetätigkeiten in begrenztem Ausmass im geschützten 
Rahmen möglich sein (AB 290/2).

3.2.4 Zwischen dem 30. August und dem 26. November 2021 absolvierte 
der Beschwerdeführer wiederum bei der Stiftung M.________ eine weitere 
Abklärung der Eingliederungsfähigkeit. Dem Bericht vom 1. Dezember 
2021 (AB 276) ist dazu zu entnehmen, das Pensum sei auf 75 bis 80 % 
verblieben und eine weitere Steigerung habe nicht erreicht werden können. 
Eine Vermittelbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wurde weiterhin 
(vgl. zuvor AB 276/8 f.) als nicht möglich beurteilt. In einem geeigneten 
Arbeitsbereich realistisch sei ein Pensum von 65 %, wobei die Toilet-
tengänge nicht eingerechnet seien. Dies ergebe eine reine Arbeitsleistung 
von circa 15 bis 20 % mit einer Quantität von 17 % bei ungenügender Qua-
lität (AB 293/8). 

3.2.5 In der ergänzenden Stellungnahme vom 3. Januar 2022 (AB 301) 
hielten die Gutachter der Medas 2 zusammenfassend fest, es könne wei-
terhin an der im Gutachten erfolgten Beurteilung des Gesundheitszustan-

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des und der Arbeitsfähigkeit festgehalten werden (AB 301/1 f. Ziff. 1 und 4). 
Weiter führten die Gutachter aus, die vormalige Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit durch die Abklärungsstelle F.________ im Bericht vom 9. April 
2019 (vgl. AB 147) sei grob falsch. Die im neu vorgelegten Bericht des 
Hausarztes vom 13. Dezember 2021 (vgl. dazu AB 298) beschriebene ko-
gnitive Einschränkung treffe durchaus zu, sei aber bereits im psychiatri-
schen Teilgutachten ausführlich dargelegt und bewertet worden. Betreffend 
den neuropsychologischen Bericht von Prof. Dr. phil. N.________ vom 
2. November 2021 (AB 290; vgl. vorne E. 3.2.3) erhelle nicht, warum sich 
aus den dort wiedergegebenen Befunden ergebe, dass der Beschwerde-
führer nur noch im geschützten Rahmen beruflich einsetzbar sein solle. 
Sodann sei die Argumentation für den Verzicht auf die Durchführung einer 
Symptomvalidierung abwegig. Eine solche wäre zwingend notwendig ge-
wesen bzw. ohne diese sei der vorliegende Befund wertlos (AB 301/3 f.). 

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.4

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 13

3.4.1 Das Gutachten der Medas 2 vom 8. Januar 2021 (AB 260.1) einsch-
liesslich der dazugehörigen Teilgutachten (AB 260.3-260.8) sowie die er-
gänzende gutachterliche Stellungnahme vom 3. Januar 2022 (AB 301) er-
füllen die vorerwähnten Anforderungen der Rechtsprechung an eine be-
weiskräftige versicherungsexterne medizinische Expertise (vgl. E. 3.3 hier-
vor) und erbringen vollen Beweis. Die gutachterlichen Feststellungen und 
Ausführungen beruhen auf umfassenden fachärztlichen Abklärungen und 
sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie der von der Be-
schwerdeführerin geklagten Einschränkungen getroffen worden. Gestützt 
darauf sowie die durchgeführte Zusatzdiagnostik (vgl. dazu AB 260.4/5, 
260.5/6, 206.7/6, 260.8/4 Ziff. 4.3, 260.10) legten die Gutachter die medizi-
nischen Zusammenhänge einleuchtend dar und begründeten die daraus 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur medi-
zinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Die Gut-
achter nahmen insbesondere auch Stellung zu den Ergebnissen der statt-
gehabten beruflichen Eingliederungsmassnahmen (vgl. AB 147, 172; 276, 
293; siehe dazu hinten E. 3.4.3) und die Ergebnisse der einzelnen fachärzt-
lichen Untersuchungen fanden Eingang in die umfassende interdisziplinäre 
Konsensbeurteilung (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 
E. 1.2.4 S. 224). Das Gutachten ist im Übrigen in sich widerspruchsfrei, 
schlüssig und überzeugend.

3.4.2 Die weiteren medizinischen Akten – welche den Gutachtern vorla-
gen (vgl. AB 260.2, 301) – und hierbei speziell die neuropsychologische 
Abklärung von Prof. Dr. phil. N.________ vom 2. November 2021 (AB 290) 
sind demgegenüber nicht geeignet, konkrete Zweifel an der gutachterlichen 
Beurteilung zu wecken. In somatischer Hinsicht bestehen keine erkennba-
ren Widersprüche zwischen dem Gutachten der Medas 2 und den medizi-
nischen Vorakten. Namentlich berücksichtigten die Gutachter die neurolo-
gischen und gastroenterologischen Beeinträchtigungen angemessen (vgl. 
AB 260.4/6 ff., 260.6/6, 301/2 Ziff. 3 f.). Im Übrigen steht die vom Hausarzt 
des Beschwerdeführers für die Zeit vom 24. Januar bis 31. März 2022 at-
testierte Arbeitsunfähigkeit von 70 % dem Gutachten bereits deshalb nicht 
entgegen, weil sie weder eine Diagnose noch eine Begründung enthält.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 14

Aus der neuropsychologischen Abklärung vom 2. November 2021 (AB 290) 
ergeben sich keine wichtigen neuen Befunde oder Erkenntnisse, die im 
Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären 
(vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). Auch 
ist unklar, ob dem behandelnden Neuropsychologen das Gutachten der 
Medas 2 überhaupt vorgelegt wurde, da er sich damit nicht auseinander-
setzte. Dem Bericht ist zudem weder eine schlüssig hergeleitete Diagnose 
zu entnehmen, noch vermochte Prof. Dr. phil. N.________ die beschriebe-
nen teilweisen neurokognitiven Einschränkungen ätiologisch klar einzuord-
nen, sondern äusserte diesbezüglich lediglich Vermutungen (AB 290/2). 
Soweit er gleichwohl und überdies ohne Vornahme einer Symptomvalidie-
rung (vgl. dazu AB 301/3) pauschal von einer vollständigen Arbeitsunfähig-
keit ausserhalb des geschützten Rahmens ausging (AB 290/2), ist dies 
weder nachvollziehbar noch überzeugend. Gemäss Rechtsprechung könn-
te eine fachärztliche Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Ar-
beitsfähigkeit, die im Gutachten der Medas 2 mitunter psychiatrisch und 
neurologisch erfolgte (vgl. AB 260.3/8 ff., 260.6/7 ff.), ohnehin grundsätzlich 
nur gestützt auf eine ebenfalls fachärztliche abweichende Beurteilung ent-
kräftet werden (vgl. Entscheid des BGer vom 15. November 2021, 
9C_458/2021, E. 3.3 mit Hinweis), was dem Beschwerdeführer im Lichte 
der hiervor wiedergegebenen gutachterlichen Stellungnahme nicht gelingt 
auch für das Gericht nicht Anlass zu weiteren Abklärungen gibt (vgl. Art. 61 
lit. c ATSG). Eine solche ist in den Verwaltungsakten nicht enthalten. Neu-
ropsychologische Abklärungen stellen demgegenüber lediglich – aber im-
merhin – eine Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation 
in Erwägung zu ziehen ist. Es bleibt jedoch grundsätzlich Aufgabe des 
psychiatrischen Facharztes, die Arbeitskraft unter Berücksichtigung allfälli-
ger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen (Entscheid des BGer vom 
16. April 2021, 8C_11/2021, E. 4.2 mit Hinweisen). Hierzu nahm der psych-
iatrische Sachverständige einlässlich und überzeugend begründet Stellung 
(vgl. AB 260.3/13 ff.), wobei er insbesondere auf die neuropsychologischen 
Abklärungsergebnisse einging (vgl. AB 301/3). Schliesslich darf und soll 
das Gericht auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behan-
delnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 15

351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3), was auch für 
behandelnde Neuropsychologen zu gelten hat.

3.4.3 Die Ergebnisse der durchgeführten beruflichen Eingliederungs-
massnahmen (vgl. dazu AB 276, 293) vermögen ebenfalls keine Zweifel 
am Beweiswert des Gutachtens der Medas 2 zu wecken. Hierzu gilt es in 
Erinnerung zu rufen, dass es primär ärztliche Aufgabe ist, anhand der ob-
jektiven Befunderhebungen die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf 
die Leistungsfähigkeit zu bestimmen (BGE 140 V 193 E. 3.2; vgl. auch 
E. 3.4.2 hiervor). Dementsprechend vermag der Umstand allein, dass die 
von den Gutachtern der Medas 2 attestierte Arbeitsfähigkeit von 90 % in 
einer angepassten Tätigkeit (AB 260.1/13 Ziff. 4.8) nicht mit den im Rah-
men der Abklärungen der Eingliederungsfähigkeit gewonnen Erkenntnissen 
(vgl. dazu AB 293/8 Ziff. 4.1) übereinstimmt, die Beweiskraft des Gutach-
tens nicht in Frage zu stellen (vgl. Entscheid des BGer vom 12. April 2022, 
9C_489/2021, E. 4.1.1). Dies gilt umso mehr, als sich die Gutachter aus-
drücklich mit den im Wesentlichen gleichen Ergebnissen früherer Eingliede-
rungsmassnahmen auseinandersetzten und dabei darlegten, dass auf die 
dortige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden kann 
(AB 301/3). Namentlich zeigte der psychiatrische Gutachter in detaillierter 
Auseinandersetzung mit den im Begutachtungszeitpunkt stattgehabten 
Eingliederungsmassnahmen auf, dass sich hinsichtlich der beschriebenen 
gesundheitlichen Einschränkungen Widersprüche ergeben, die Ab-
klärungspersonen die Beschwerdeangaben unkritisch "eins zu eins" über-
nommen haben und folglich die ermittelte, sehr tiefe Arbeitsleistung einzig 
durch ein suboptimales Leistungsverhalten des Beschwerdeführers erklärt 
werden kann (vgl. AB 260.3/11 ff.). In den aktuellen Abklärungsberichten 
nahmen die Eingliederungsfachpersonen weder zur entgegenstehenden 
gutachterlichen Beurteilung noch zur Validität des vom Beschwerdeführer 
gezeigten Leistungsverhaltens Stellung. Ebenso fehlt eine (plausible) Be-
gründung zur angenommenen Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf 
dem "allgemeinen Arbeitsmarkt" und der tiefen Restarbeitsfähigkeit 
(AB 293/8). Die Ergebnisse der Eingliederungsmassnahmen zur zumutba-
ren Arbeitsfähigkeit sind damit insgesamt nicht überzeugend, sondern ba-
sieren augenscheinlich primär auf der mit ungenügender Motivation und 
Anstrengungsbereitschaft erbrachten Arbeitsleistung des Beschwerdefüh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 16

rers und deren Bewertung erfolgte nicht aus objektiver Sicht aufgrund der 
massgeblichen medizinisch-theoretisch ausgewiesenen objektiven Leis-
tungsfähigkeit (vgl. Entscheid des BGer vom 8. März 2022, 9C_487/2021, 
E. 4.1.2). 

3.5 Dem Voranstehenden zufolge bilden das Gutachten der Medas 2 
vom 8. Januar 2021 (AB 260.1) und die ergänzende gutachterliche Stel-
lungnahme vom 3. Januar 2022 (AB 301) eine zuverlässige Grundlage für 
die Beurteilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes. 
Dieser ist somit hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Beweisvorkeh-
rungen, insbesondere die Einholung eines Gerichtsgutachtens (vgl. Be-
schwerde S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 3), zu verzichten ist (antizipierte Be-
weiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.

4.1 Zu prüfen ist die Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen 
Restarbeitsfähigkeit. 

4.1.1 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher 
Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem 
auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Mass-
geblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit 
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in wel-
chem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. 
Dies ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine 
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 146 V 16 E. 7.1 
S. 25, 138 V 457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 
E. 7.1 und Nr. 44 S. 156 E. 4.2).

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 
dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 17

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-
fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf 
die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Re-
gel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. 
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens 
und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand 
und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene 
Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein. 
Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt 
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine gan-
ze Invalidenrente begründet (BGE 145 V 2 E. 5.3.1 S. 16, 138 V 457 E. 3.1 
S. 460; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1).

4.1.2 Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der Medas 2 ist der Be-
schwerdeführer medizinisch-theoretisch in einer geeigneten, das heisst 
überwiegend sachbetonten, gut strukturierten und kognitiv eher einfachen 
Tätigkeit ohne besonderen Zeitdruck, erhöhte Anforderungen an die emoti-
onale Belastbarkeit und das Erfordernis einer durchgehend uneinge-
schränkten Konzentrationsfähigkeit sowie unter Berücksichtigung eines 
einfachen Toilettenzugangs, regelmässigen Arbeitszeiten und eines erhöh-
ten Pausenbedarfs spätestens seit dem 8. Januar 2021 (Fertigstellung des 
Gutachtens [AB 260.1/1]) bei einem uneingeschränkten Pensum und einer 
10%igen Leistungsminderung zu 90 % arbeitsfähig (AB 260.1/13 Ziff. 4.8). 
Mit diesem Belastungsprofil und der dabei verbleibenden hohen Restar-
beitsfähigkeit sind Tätigkeiten nicht bloss nur noch in so eingeschränkter 
Form möglich, dass sie der hypothetische und als ausgeglichen unterstellte 
Arbeitsmarkt (BGE 147 V 124 E. 6.2 S: 131 in fine; Entscheid des BGer 
vom 7. Juli 2022, 8C_192/2022, E. 6.1.1 mit Hinweisen) praktisch nicht 
kennen würde oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer ent-
sprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheinen 
würde (vgl. Entscheid des BGer vom 9. Juni 2021, 8C_55/2021, E. 5.2.1). 
Daran vermögen die Ergebnisse der stattgehabten Eingliederungsmass-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 18

nahmen (vgl. dazu AB 276, 293) bereits deshalb nichts zu ändern, weil sie 
durch das beweiskräftige Gutachten der Medas 2 (AB 260.1) als nicht ver-
wertbar qualifiziert wurden (vgl. vorne E. 3.4.3). Zu berücksichtigen ist fer-
ner, dass der Beschwerdeführer im zeitlichen Verlauf seit September 2013 
– mit Ausnahme der Dauer vom 28. Januar bis 26. März 2020 – in einer 
angepassten Tätigkeit durchwegs eine Restarbeitsfähigkeit von mindestens 
40 % aufzuweisen vermochte (vgl. AB 260.1/13 Ziff. 4.8) und aufgrund der 
absolvierten Integrationsmassnahmen eine (ausgeprägte) arbeitsmarktliche 
Desintegration verneint werden kann. Im Übrigen war die Beschwerdegeg-
nerin angesichts des offenen gutachterlichen Belastungsprofils rechtspre-
chungsgemäss nicht gehalten, die dem Beschwerdeführer verbleibenden 
Arbeitsaussichten und Verdienstmöglichkeiten weitergehend zu konkretisie-
ren (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2).

4.1.3 Unter den vorerwähnten Umständen steht auch das Alter des Be-
schwerdeführers (geb. TT. MM 1960 [AB 2/1 Ziff. 1.3; 7/2]) der Verwertbar-
keit der Resterwerbsfähigkeit nicht entgegen. Der massgebende Zeitpunkt 
für die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Bezug auf die 
verbleibende Aktivitätsdauer ist die Fertigstellung des Gutachtens der Me-
das 2 am 8. Januar 2021 (AB 260.1; vgl. vorne E. 4.1.1); nicht massgebend 
sind demgegenüber das Alter des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses – wobei die Verwertbarkeit selbst dann noch zu beja-
hen wäre – bzw. des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens (vgl. 
Beschwerde S. 7 Art. 6 Ziff. 32). Der Beschwerdeführer war im besagten 
Zeitpunkt knapp 60 Jahre und ... Monate alt, womit ihm bis zum Erreichen 
des Pensionsalters noch eine Aktivitätsdauer von vier Jahren und ... Mona-
ten verblieb. Bei der gleichzeitig hohen Restarbeitsfähigkeit und angesichts 
der relativ hohen Hürden, welche gemäss Rechtsprechung für die Unver-
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen bestehen, reicht dies 
im vorliegenden Fall aus, um neue einfache Erwerbstätigkeiten aufzuneh-
men, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben (vgl. Entscheid des 
BGer vom 25. November 2021, 8C_535/2021, E. 5.4.1 und 5.6 mit Hinwei-
sen). Diesbezüglich bestehen denn auch keine Anhaltspunkte, wonach der 
Beschwerdeführer in seiner Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit beein-
trächtigt wäre, was auch mit Blick auf die verkürzte Aktivitätsdauer positiv 
zu werten ist (vgl. Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2019, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 19

8C_378/2019, E. 7.2.2). Die medizinisch-theoretisch attestierte Restarbeits-
fähigkeit ist somit verwertbar.

4.2 Weiter zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen des Gesund-
heitsschadens.

4.2.1 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
(AB 320/5 f.) für das Valideneinkommen (vgl. BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 
134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1) auf das zu-
letzt als ... erzielte Einkommen ab (vgl. dazu AB 54; vgl. ferner AB 190) und 
legte dieses indexiert pro 2018 auf Fr. 72'800.-- bzw. pro 2020 auf 
Fr. 73'297.-- fest (AB 320/6). Für das Invalideneinkommen (vgl. BGE 143 V 
295 E. 2.2 f. S. 296 f.; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2) zog sie mangels 
Ausschöpfung der zumutbaren Resterwerbsfähigkeit die ebenfalls indexier-
ten und an die wöchentliche Normalarbeitszeit sowie die medizinisch-
theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit angepassten lohnstatistischen Ta-
bellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des 
Bundesamtes für Statistik (BFS) im untersten Kompetenzniveau heran (vgl. 
BFS, LSE 2018, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts-
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, TA1_tirage_skill_level, Kom-
petenzniveau 1, Total, Männer) und ermittelte ein Invalideneinkommen von 
Fr. 47'437.-- pro 2018 bzw. von Fr. 61'994.-- pro 2020 (vgl. AB 320/6). Ge-
stützt darauf berechnete die Beschwerdegegnerin per 6. April 2018 (recte: 
6. Februar 2018; vgl. AB 42 [Neuanmeldung vom 5. August 2017] und 
Art. 29 Abs. 1 IVG) bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % einen rentenaussch-
liessenden (vgl. aArt. 28 Abs. 2 IVG) Invaliditätsgrad von 35 %. Wegen der 
ab dem 28. Januar 2020 nunmehr vollständig aufgehobenen Arbeitsfähig-
keit (vgl. AB 260.1/13 Ziff. 4.8) setzte sie den Invaliditätsgrad neu auf 
100 % fest, was den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet 
(vgl. vorne E. 2.4). Infolge der per Ende Mai 2020 eingetretenen Verbesse-
rung des Gesundheitszustandes aus kardiologischer Sicht und einer Ar-
beitsfähigkeit von nunmehr 90 % (vgl. AB 260.1/13 Ziff. 4.8 bzw. 
AB 260.5/9 in fine) betrug der wiederum rentenausschliessende Invali-
ditätsgrad per 1. Juni 2020 15 % (vgl. AB 320/6). 

4.2.2 Die von der Beschwerdegegnerin verwendeten Berechnungsgrund-
lagen und die gestützt darauf vorgenommenen Berechnungen des Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 20

ditätsgrades sind nicht zu beanstanden und werden vom rechtskundig ver-
tretenen Beschwerdeführer – ausgenommen seine grundsätzliche Kritik an 
der Verwendung der LSE-Tabellenlöhne beim Invalideneinkommen (vgl. 
Beschwerde S. 10 Art. 8; siehe dazu E. 4.2.3 hiernach) – denn auch zu 
Recht nicht gerügt. Immerhin ist anzumerken, dass die von der Beschwer-
degegnerin pro 2020 vorgenommene Indexierung der Vergleichseinkom-
men mangels Angabe der konkreten Indizes zwar nicht exakt nachvollzo-
gen werden kann, dies aber insoweit unerheblich ist, als sich hier die No-
minallohnindexierung offensichtlich nicht anspruchserheblich auszuwirken 
vermag.

4.2.3 Soweit der Beschwerdeführer die Verwendung der lohnstatistischen 
Tabellenlöhne der LSE für das Invalideneinkommen kritisiert, hat das Bun-
desgericht in Bezug auf aArt. 28a Abs. 1 IVG in der hier massgebenden bis 
zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung (vgl. vorne E. 2.1) im 
jüngst ergangen Leitentscheid BGE 148 V 174 festgehalten, es bestehe 
aktuell kein ernsthafter sachlicher Grund für eine Änderung der Rechtspre-
chung, wonach grundsätzlich die Zentral- bzw. Medianwerte der LSE den 
Ausgangspunkt für die Bemessung des Invalideneinkommens anhand sta-
tistischer Werte darstellen (Regeste; E. 9.2.3 f. S. 191 ff.). Es besteht kein 
Anlass im hier zu beurteilenden Fall anders zu entscheiden. 

Die vom Beschwerdeführer genannte parlamentarische Motion wurde am 
26. September 2022 vom Ständerat bzw. am 14. Dezember 2022 vom Na-
tionalrat angenommen; dieser parlamentarische Vorstoss betrifft gemäss 
seiner Begründung indessen das hier nicht massgebende (vgl. vorne 
E. 2.1) ab 1. Januar 2022 geltende Recht (vgl. www.parlament.ch > Rats-
betrieb > Curia Vista > Geschäfte > 22.3377). Der Beschwerdeführer ver-
mag daher von vornherein nichts aus einer allfälligen künftigen Anpassung 
der einschlägigen Bestimmungen zu seinen Gunsten abzuleiten. Damit hat 
es bei den von der Beschwerdegegnerin ermittelten Invalideneinkommen 
bzw. Invaliditätsgraden sein Bewenden.

4.3 Da der 1960 geborene Beschwerdeführer im Juni 2020 bereits das 
55. Altersjahr zurückgelegt hatte, wurden von der Beschwerdegegnerin vor 
der Einstellung der Invalidenrente berufliche Wiedereingliederungsmass-
nahmen durchgeführt (vgl. AB 294, 310; IV-Protokoll S. 24, Eintrag vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 21

7. März 2022), wobei sie die Rente bis zu deren Beendigung im März 2022 
richtigerweise weiterausrichtete (vgl. BGE 145 V 209 E. 5.4 S. 214; SVR 
2020 IV Nr. 66 S. 231 E. 2.3.1 und E. 2.3.3). Die zeitliche Befristung der 
Invalidenrente per 31. März 2022 erweist sich daher ebenfalls als korrekt.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 15. Juli 2022 
(AB 320) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe zu entnehmen.

6.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2023, IV/22/467, Seite 22

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.