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**Case Identifier:** 6ec073fc-4864-5343-af90-792b1c7a2e3b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.02.2021 200 2020 413
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-413_2021-02-08.pdf

## Full Text

200 20 413 KV
KNB/SCM/SCY/IVE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 8. Februar 2021

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Sanitas Grundversicherungen AG
Versicherungsrechtsdienst, Postfach 2010, 8021 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 29. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2021, KV/20/413, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
bei der Sanitas Grundversicherungen AG (Sanitas bzw. Beschwerdegegne-
rin) obligatorisch krankenpflegeversichert (Akten der Sanitas [act. II] 23). 
Mit Eingabe vom 11. Oktober 2018 (act. II 1) ersuchte die behandelnde 
Ärztin, Dr. med. C.________, Fachärztin für Ophthalmologie, die Sanitas 
um Kostenübernahme für die Korrektur einer Trichiasis mit okulären Folge-
irritationen und einer durch eine Dermatochalasis bedingte Einschränkung 
des Gesichtsfeldes. Nach Einholung einer vertrauensärztlichen Beurteilung 
von Dr. med. D.________, praktischer Arzt, vom 22. Oktober 2018 (act. 
II 25) teilte die Sanitas der behandelnden Ärztin und dem Versicherten am 
25. Oktober 2018 (act. II 3) mit, dass keine Kostengutsprache für eine Ble-
pharoplastik erteilt werde, weil kein ausreichender Krankheitswert erwiesen 
sei. Am 1. November 2018 (act. II 4) stellte die behandelnde Ärztin ein Ge-
such um Wiedererwägung, woraufhin die Sanitas bei Dr. med. D.________ 
eine weitere vertrauensärztliche Stellungnahme vom 15. November 2018 
(act. II 26) einholte und eine Kostenübernahme am 22. November 2018 
(act. II 5) abermals ablehnte. Nachdem Dr. med. E.________, Facharzt für 
Ophthalmologie, ebenfalls ein Gesuch um Kostenübernahme für eine Ble-
pharoplastik (act. II 6) gestellt und die Sanitas daraufhin erneut eine Beur-
teilung des Vertrauensarztes (act. II 27) eingeholt hatte, hielt sie mit 
Schreiben vom 18. Juni 2019 (act. II 7) an ihrem Entscheid fest. Auf Ersu-
chen des Versicherten (vgl. act. II 9) stellte die Sanitas am 31. Juli 2019 die 
Ablehnung der Kostenübernahme für die Blepharoplastik verfügungsweise 
fest (act. II 10), wobei sie sich auf die vertrauensärztliche Einschätzung 
stützte, wonach kein Krankheitswert ausgewiesen sei (vgl. act. II 10 
Ziff. 2.3 f.). Die hiergegen erhobene Einsprache (act. II 14, 19) wies sie mit 
Entscheid vom 29. April 2020 (act. II 20) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2021, KV/20/413, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 2. Juni 2020 Beschwerde und stellte unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen die folgenden Rechtsbegehren:

• Der Einspracheentscheid vom 29. April 2020 sowie die Verfügung vom 
31. Juli 2019 seien aufzuheben.

• Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und die Be-
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, weitere medizinische Abklärungen 
und ein Gutachten eines/r unabhängigen Sachverständigen einzuholen.

• Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, danach ihre Leistungspflicht 
erneut zu prüfen.

• Eventualiter habe die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die ge-
setzlichen Leistungen zu erbringen und somit die Kostengutsprache für die 
Blepharoplastik der Oberlider beidseits zu erteilen.

Aufforderungsgemäss bezifferte der Beschwerdeführer mit den Eingaben 
vom 15. und 19. Juni 2020 unter Einreichung ärztlicher Honorarrechnungen 
(Akten des Beschwerdeführers [act. IA]) und eines Kostenvoranschlags für 
eine Blepharoplastik (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 3) den Streit-
wert.

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2020 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Auf instruktionsrichterliche Aufforderung hin (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 30. Juni 2020) reichte die Beschwerdegegnerin am 8. Juli 2020 
bisher nicht in den Akten befindliche Stellungnahmen des Vertrauensarztes 
(act. II 25 ff.) nach.

Mit Stellungnahme vom 26. August 2020 hielt der Beschwerdeführer an 
den gestellten Rechtsbegehren fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 29. April 
2020 (act. II 20). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Kostenüber-
nahme für eine beidseitige Blepharoplastik (operative Augenlidstraffung) 
der Oberlider.

1.3 Die Kosten für die umstrittene Blepharoplastik belaufen sich gemäss 
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf Fr. 4'188.80 (Eingabe 
vom 19. Juni 2020; in den Gerichtsakten) bzw. gemäss dem Kostenvoran-
schlag auf Fr. 3'000.-- (vgl. act. I 3). Der Streitwert liegt daher jedenfalls 
unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzel-
richterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kos-
ten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit 
und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 
1994 über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Die Leistungen 
nach den Art. 25 - 31 KVG müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaft-
lich sein (Art. 32 Abs. 1 Satz 1 KVG; BGE 145 V 116 E. 3.2 S. 119).

2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG ist Krankheit jede Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines 
Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung er-
fordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat.

2.3

2.3.1 Nicht jede Abweichung von einem idealen ("normalen") Körperzu-
stand ist als Krankheit im Rechtssinne zu qualifizieren. Die Beeinträchti-
gung muss eine gewisse Schwere aufweisen, damit ihr "Krankheitswert" 
zukommt. Auf übliche und erträgliche Abweichungen von Ideal- oder Norm-
vorstellungen trifft dies nicht zu. Eine Behandlungsbedürftigkeit im Sinne 
von Art. 3 Abs. 1 ATSG liegt vor, wenn die Beeinträchtigung der Gesund-
heit die körperlichen und geistigen Funktionen in so beträchtlichem Masse 
einschränkt, dass die versicherte Person ärztlicher Hilfe bedarf, die Gesun-
dung ohne medizinische Hilfe wahrscheinlich nicht oder nicht mit Aussicht 
auf Erfolg innert angemessener Zeit zu erreichen wäre, oder wenn ihr nicht 
zugemutet werden kann, ohne wenigstens den Versuch einer Behandlung 
zu leben (BGE 137 V 295 E. 4.2.2 S. 298).

2.3.2 Natürliche Schönheitsfehler, die im Rahmen der normalen körperli-
chen Entwicklung entstehen, haben keinen Krankheitscharakter, soweit 
damit keine erheblichen Funktionsstörungen verbunden oder konkret zu 
erwarten sind. Hingegen können natürliche Schönheitsmängel Pflichtleis-
tungen auslösen, wenn mit dem kosmetischen Defizit eine körperliche oder 
psychosomatische Beeinträchtigung mit ausgeprägtem Krankheitswert ver-
bunden ist (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute Bundesgericht] vom 16. August 2005, K 1/05, E. 1.2). Bei psychi-
schen oder psychosomatischen Störungen ist zur Annahme von Krank-

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heitswert ein schweres psychisches Versagen voraussichtlich dauernder 
Natur zu verlangen. Diese Forderung nach ausgeprägtem Krankheitswert 
erklärt sich daraus, dass erfahrungsgemäss jede gröbere Abweichung von 
der ästhetischen Norm zu Beeinträchtigungen des psychischen Wohlbefin-
dens führen kann, ohne dass aber deswegen schon von Krankheit gespro-
chen werden müsste (GEBHARD EUGSTER, Die obligatorische Krankenpfle-
geversicherung, in ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwal-
tungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 497 f. 
N. 303 f.).

Soweit ein ästhetischer Mangel Beschwerden mit Krankheitswert im 
Rechtssinne verursacht, stellt die medizinische Behandlung dieser krank-
haften Folgeerscheinungen durch operative Behebung des ästhetischen 
Mangels nur eine Pflichtleistung der Krankenkasse dar, wenn die Be-
schwerden erheblich sind und andere, vor allem ästhetische Motive genü-
gend zurückdrängen (BGE 121 V 211 E. 4 S. 213; Entscheid des EVG vom 
17. Januar 2006, K 135/04, E. 1).

3.

3.1 Zum medizinischen Sachverhalt lässt sich den Akten im Wesentli-
chen das Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Gesuch um Kostengutsprache vom 11. Oktober 2018 (act. II 1) 
teilte die behandelnde Augenärztin Dr. med. C.________ unter Einreichung 
einer Perimetrie (Vermessung des Gesichtsfeldes) und mehrerer Fotografi-
en mit, der Beschwerdeführer leide an einer Trichiasis mit okulären Folgeir-
ritationen, da die Oberlider die Wimpern in die Augen drückten. Zudem sei 
das Gesichtsfeld unphysiologisch durch die Dermatochalasis einge-
schränkt, weshalb eine Korrektur medizinisch indiziert sei.

3.1.2 Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. D.________, 
führte im Bericht vom 22. Oktober 2018 (act. II 25) – gestützt auf die Unter-
lagen der behandelnden Augenärztin – aus, es bestehe keine funktionell 
relevante Einschränkung des Gesichtsfeldes. Die Pupillen seien frei. Die 
Oberlidwimpern stünden nach aussen, ein Reiben auf der Hornhaut sei 

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damit auszuschliessen und ein ausreichender Krankheitswert sei aus versi-
cherungsmedizinischer Sicht nicht ausgewiesen.

3.1.3 Im „Gesuch um Wiedererwägung“ vom 1. November 2018 (act. II 4) 
erklärte Dr. med. C.________ gegenüber der Beschwerdegegnerin die 
obere Pupillenfläche sei bedeckt. Dazu passend sei das superiore Ge-
sichtsfeld auf unter 30° eingeschränkt. Die Zilien seien aufgrund des durch 
die Dermatochalasis verursachten Schattens nicht alle sichtbar. Allerdings 
beschreibe der Beschwerdeführer, dass die Beschwerden nach dem Aus-
reissen derselben (d.h. der Wimpern) verschwinden würden und nach ein 
bis zwei Monaten zurückkehrten. Alles sei kohärent und als Krankheit zu 
werten.

3.1.4 Im Bericht vom 15. November 2018 (act. II 26) stellte Dr. med. 
D.________ fest, die Pupillen seien nicht teilweise bedeckt. Ein vertikales 
Gesichtsfeld von mehr als 20°, wie es hier vorliege, entspreche keiner rele-
vanten Gesichtsfeldeinschränkung. Die Wimpern am Oberlid seien ausser-
dem nicht invertiert.

3.1.5 Im erneuten Gesuch vom 28. Mai 2019 (act. II 6) bat nunmehr Dr. 
med. E.________ um Kostenübernahme für die beidseitige Blepharoplastik 
und gab an, der Beschwerdeführer klage über funktionelle Beschwerden.

3.1.6 Im Bericht vom 13. Juni 2019 (act. II 27) erwog Dr. med. 
D.________, die Befunde hätten sich nicht verändert; die eingereichte Pe-
rimetrie vom 21. Mai 2019 (act. II 1) sei für versicherungsmedizinische 
Zwecke ungeeignet.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr 
besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die 
erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungs-
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein 
strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 
IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4).

3.2.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche 
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, 
mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt (vgl. SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.3 Rechtsprechungsgemäss hängt der Nachweis des Krankheitswertes 
von einer ophthalmologischen Gesichtsfeldausmessung ab, welche das 
diagnostische Mittel der Wahl ist, um die Krankheitswertigkeit einer Blepha-
rochalasis festzustellen (Entscheid des EVG vom 3. Oktober 2005, 

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K 62/05, E. 2). Dabei bewirkt eine Gesichtsfeldeinschränkung auf 40° keine 
erhebliche Funktionseinschränkung und mithin keine erhebliche körperliche 
Beeinträchtigung mit ausgeprägtem Krankheitswert (EVG K 1/05, E. 3). 
Grundsätzlich muss die Dermatochalasis pathologisches Ausmass errei-
chen, um eine Pflichtleistung auszulösen (GEBHARD EUGSTER, Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zum KVG, 2. Aufl. 2018, Art. 1a N. 18).

3.4 Vorliegend stützen sich die Verfügung vom 31. Juli 2019 (act. II 10) 
und der angefochtene Einspracheentscheid vom 29. April 2020 (act. II 20) 
auf die Aktenberichte des Vertrauensarztes Dr. med. D.________ (act. 
II 25 ff.). Diese wurden unter Berücksichtigung aller von Dr. med. 
C.________ und Dr. med. E.________ eingereichten Berichte, Fotografien 
und Perimetrien erstellt. Der medizinische Sachverhalt stand somit fest und 
es bestand keine Notwendigkeit für eine Untersuchung des Beschwerde-
führers durch den Vertrauensarzt. Die Aktenbeurteilung von Dr. med. 
D.________ ist mithin beweiskräftig (vgl. E. 3.2.3 hiervor). Die mit dem Ma-
nual der Schweizerischen Gesellschaft der Vertrauens- und Versiche-
rungsärzte (<www.vertrauensaerzte.ch>, Rubrik: Manual/4. Auf-
lage/Ophthalmologie) übereinstimmende Auffassung von Dr. med. 
D.________, die Perimetrie vom 21. Mai 2019 (act. II 1; isolierte Untersu-
chung des oberen Gesichtsfeldes mit dem Programm Octopus BT Stan-
dard) sei für versicherungsmedizinische Zwecke ungeeignet (vgl. act. II 27), 
ist nicht zu beanstanden. Im Übrigen geht aus der Perimetrie vom 11. Ok-
tober 2018 (act. II 1) eine Einschränkung des vertikalen Gesichtsfeldes 
nach oben auf 25 bis 30° hervor. Gemäss den überzeugenden Darlegun-
gen von Dr. med. D.________ stellt ein vertikales Gesichtsfeld nach oben 
von mehr als 20° keine funktionell relevante Gesichtsfeldeinschränkung mit 
ausreichendem Krankheitswert im Sinne des KVG dar (vgl. act. II 26), zu-
mal die Einschränkung einen Teil des oberen Drittels des Gesichtsfeldes 
betrifft, also denjenigen Bereich, der bei üblichen Tätigkeiten selten intensiv 
benötigt wird (vgl. Entscheid des EVG vom 3. November 2005, K 92/05, 
E. 2.3.2). Ausserdem zeigen die angefertigten Fotografien (act. II 1), dass 
die Pupillen nicht bedeckt sind (vgl. act. II 25, 26). Konkrete und gewichtige 
Gründe, insbesondere solche alltäglicher oder erwerblicher Art, die das 
Vorliegen einer sich aus den Schlupflidern ergebenden, krankheitswertigen, 
funktionellen Einschränkung – entgegen der auf objektiven Untersu-

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chungsbefunden gründenden Einschätzung von Dr. med. D.________ – als 
überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen, ergeben sich weder aus 
den Akten, noch werden solche vom Beschwerdeführer vorgebracht. Statt-
dessen ist das Vorliegen einer relevanten funktionellen Einschränkung mit 
Krankheitswert – wie erwähnt – nicht erstellt, sondern wird lediglich in einer 
allgemeinen Art und Weise behauptet (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 4; 
act. II 6, 19 S. 2). 

Auch in Bezug auf die geltend gemachte Trichiasis erscheinen die Aus-
führungen von Dr. med. D.________ nachvollziehbar und schlüssig, wo-
nach die Oberlidwimpern nach aussen stünden bzw. die Wimpern am 
Oberlid nicht invertiert seien und ein Reiben auf der Hornhaut demnach 
ausgeschlossen werden könne (vgl. act. II 25 f.). Die Schilderung von Dr. 
med. C.________ im Schreiben vom 1. November 2018 (act. II 4), wonach 
die Zilien aufgrund des Schattens, verursacht durch die Dermatochalasis, 
nicht sichtbar seien, ändert daran nichts. Zumal sich die Frage stellt, ob 
eine Blepharoplastik im Falle des Vorliegens einer der Darstellung des Be-
schwerdeführers entsprechenden Trichiasis überhaupt den Erfordernissen 
von Art. 32 Abs. 1 KVG (vgl. E. 2.1 hiervor) genügte. So stellt das geschil-
derte selbstständige Entfernen der störenden Wimpern alle ein bis zwei 
Monate, womit die Beschwerden beseitigt werden können (vgl. act. II 4), 
grundsätzlich eine wirksame und zweckmässige Behandlungsalternative 
dar. Eine solche ist dann vorzuziehen, wenn sie bei vergleichbarem medi-
zinischem Nutzen kostengünstiger ist bzw. ein besseres Kosten-/Nutzen-
Verhältnis bietet (vgl. BGE 136 V 395 E. 7.4 S. 407). Vorliegend kann die 
abschliessende Beurteilung der Blepharoplastik unter dem Gesichtspunkt 
von Art. 32 Abs. 1 KVG aber unterbleiben, da aufgrund der überzeugenden 
Einschätzungen von Dr. med. D.________ (act. II 25 ff.) nicht vom Vorhan-
densein einer krankheitswertigen Trichiasis auszugehen ist.

Im Übrigen ist kein mit der Dermatochalasis verbundenes psychisches Lei-
den – das gegebenenfalls eine Pflichtleistung der Beschwerdegegnerin 
auslösen könnte – ersichtlich und wird denn auch nicht geltend gemacht 
(vgl. E. 2.3.2 hiervor). Ebenso lassen sich die Schlupflider nicht als in er-
heblichem Masse von der Ideal- oder Normalvorstellung abweichend und 
nach objektiven Kriterien als entstellend bezeichnen (vgl. hierzu E. 2.3.1 

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hiervor; SVR 2020 KV Nr. 14 S. 65 E. 3), weshalb auch diesbezüglich eine 
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ausscheidet. Es besteht dem-
nach vorliegend keine Krankheit im Sinne von Art. 3 Abs. 1 ATSG, weshalb 
der angefochtene Einspracheentscheid vom 29. April 2020 (act. II 20) nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung (vgl. Art. 83 ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2

4.2.1 Die unterliegende Partei hat grundsätzlich keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (vgl. Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]). Die obsiegende Partei kann zur Bezahlung einer Parteien-
tschädigung verpflichtet werden, wenn sich die unterliegende Partei zufolge 
eines nicht gesetzmässigen Verhaltens der Gegenpartei in guten Treuen 
zur Prozessführung veranlasst sehen durfte (vgl. RKUV 1989 K 819 S. 332 
E. 3).

4.2.2 Dem Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter wurden die 
Berichte des Vertrauensarztes (act. II 25 ff.), auf die sich sowohl die Verfü-
gung vom 31. Juli 2019 (act. II 10) als auch der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 29. April 2020 (act. II 20) stützen – trotz Nachfrage der 
Rechtsvertretung – nicht vorgelegt (vgl. act. II 14 S. 2, 17, 18). Erst auf in-
struktionsrichterliche Aufforderung hin (vgl. prozessleitende Verfügung vom 
30. Juni 2020) wurden die Berichte nachgereicht (vgl. Eingabe der Be-
schwerdegegnerin vom 8. Juli 2020; in den Gerichtsakten) und dem Be-
schwerdeführer zur Stellungnahme zugestellt (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 13. Juli 2020). Dem Beschwerdeführer wurden mithin im Verwal-
tungsverfahren wichtige Akten vorenthalten, weshalb eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs vorliegend gegeben ist. Der Beschwerdeführer musste 
demnach Beschwerde führen, um die wesentlichen Beweismittel vorgelegt 
zu erhalten (vgl. E. 4.2.1 hiervor). Er hat somit trotz seines Unterliegens 

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Anspruch auf eine von der Beschwerdegegnerin zu bezahlende Parteien-
tschädigung entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsan-
walt B.________ vom 26. August 2020 in der Höhe von Fr. 1'540.95 (Auf-
wand von 4.91h à Fr. 250.-- und 0.75h à Fr. 120.-- zuzüglich Auslagen von 
Fr. 113.30 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 110.15).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'540.95 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Sanitas Grundversicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden