# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb03dfd1-5640-5875-a06e-1b2fe860496f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.06.2018 200 2017 777
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-777_2018-06-11.pdf

## Full Text

200 17 777 IV
LOU/GET/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juni 2018

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________ GmbH, C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. August 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), gelernte ..., meldete sich im Juni 2008 unter Hinweis auf eine 
„Psychische Erkrankung (Depression)“ bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nach-
folgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 2; 5 S. 3). Die IVB holte 
Berichte behandelnder Ärzte ein, klärte den Sachverhalt in erwerblicher 
Hinsicht ab und führte Eingliederungsmassnahmen durch, welche die Ver-
sicherte erfolgreich abschloss (act. II 34). Im Oktober 2009 trat sie bei der 
D.________ AG eine neue Arbeitsstelle als operative Einkäuferin im Um-
fang eines 70%-Pensums an (act. II 28; 32 S. 2 f.). Nachdem die IVB durch 
ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht Haushalt hatte erstellen 
lassen (act. II 38 S. 2 ff.), verneinte sie mit Verfügung vom 18. Mai 2010 
(act. II 42) bei einem nach Massgabe der gemischten Methode (Erwerb: 
65%; Haushalt: 35%) ermittelten Invaliditätsgrad von 18% bzw. 0% einen 
Rentenanspruch. 

Im September 2010 meldete die Versicherte einen „Rückfall“, wodurch sie 
ihre Anstellung beim bisherigen Arbeitgeber per Oktober 2010 verliere (act. 
II 43). Nach Durchführung diverser Eingliederungsmassnahmen (act. II 63; 
69; 76; 86) trat die Versicherte per 1. Juli 2012 eine 60%-Anstellung bei 
einem Sanitärbetrieb an (act. II 93 S. 2 f.). 

Im Juni 2014 wurde der Versicherten auch diese Stelle gekündigt (act. II 
96). Die IVB kam in der Folge ihrem Ersuchen um Beratung und Unterstüt-
zung bei der Stellensuche in Form von Arbeitsvermittlung nach (act. II 98) 
und sprach der Versicherten weitere berufliche Massnahmen in Form eines 
Arbeitsversuchs in einem ... zu (act. II 107). Nach dessen Abschluss trat sie 
dort per 1. März 2015 eine 40%-Anstellung als kaufmännische Angestellte 
an (act. II 118 S. 2 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 3

B.

Im November 2015 teilte der zuständige Regionale Sozialdienst der IVB 
mit, dass die Anstellung per 31. Dezember 2015 gekündigt worden sei und 
um Wiederaufnahme der Arbeitsvermittlung ersucht werde (act. II 120). 
Nachdem die IVB Berichte behandelnder Ärzte eingeholt hatte, liess sie die 
Versicherte durch Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, begutachten (Expertise vom 19. September 2016 [act. II 136.1 
bzw. Akten der IVB, [act. IIA] 157.1]). Ferner liess sie durch ihren Ab-
klärungsdienst einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 
140 S. 2 ff.). Mit Vorbescheid vom 14. Februar 2017 (act. II 142) stellte die 
IVB der Versicherten bei einem nach der gemischten Methode (Erwerb: 
70%; Haushalt: 30%) ermittelten Invaliditätsgrad von 18% die Ablehnung 
eines Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte Ein-
wand erheben (act. II 145), woraufhin die IVB bei Dr. med. F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), sowie bei ihrem Abklärungsdienst eine Stellungnahme einholte (act. 
IIA 150 S. 2 f.; 154 S. 2 f.). Mit Verfügung vom 11. August 2017 (act. IIA 
159) entschied die IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt, hielt jedoch 
ergänzend fest, dass mit der Verneinung eines Rentenanspruchs nicht 
auch ein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen abgewiesen 
werde.  

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch die B.________ GmbH, 
handelnd durch C.________, mit Eingabe vom 6. September 2017 Be-
schwerde. Sie stellt die folgenden Anträge:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 11. August 2017 
sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei eine Rente der Eid-
genössischen Invalidenversicherung zuzusprechen und 

2. Eventualiter: Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 
11. August 2017 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur neuen 
Sachverhaltsabklärung und zu einem neuen Entscheid in der Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen

3. Subeventualiter sei ein Zweit- oder ein Obergutachten anzuordnen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 4

4. Subsubeventualiter: Die beruflichen Massnahmen sollen weitergeführt 
werden

5. Es wird ein zweiter Schriftenwechsel beantragt

6. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Der Beschwerdeführerin sei 
für das Verfahren vor Versicherungsgericht das Recht der unentgeltli-
chen Rechtspflege zu erteilen unter Verbeiständung durch 
C.________, Sozialversicherungsfachmann mit eidg. FA.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

In der Begründung lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend 
machen, der medizinische Sachverhalt sei unvollständig erhoben, indem 
das Gutachten von Dr. med. E.________ den beweismässigen Anforde-
rungen an medizinische Berichte nicht genüge. Sodann seien die Berech-
nung des IV-Grades und namentlich die Ermittlung des 
Invalideneinkommens nicht korrekt vorgenommen worden. 

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 11. Oktober 2017 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von C.________ als 
amtlicher Anwalt insoweit teilweise gut, als er die Beschwerdeführerin von 
der Übernahme von Verfahrenskosten befreite. Darüber hinaus bzw. hin-
sichtlich der beantragten amtlichen Verbeiständung wies er das Gesuch ab. 

Mit (unaufgefordert eingereichter) Replik vom 3. November 2017 hält die 
Beschwerdeführerin an ihren in der Beschwerde vorgebrachten Standpunk-
ten fest.

Mit weiterer Eingabe vom 17. November 2017 macht der Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf deren „Stellungnahme zum Gut-
achten von Dr. E.________“ geltend, im Gutachten seien „wichtige und 
entscheidende Tatsachen und Aussagen nicht aufgeführt respektive ver-
dreht und/oder (wissentlich) falsch wiedergegeben“ worden. Es werde des-
halb nochmals „das Rechtsbegehren auf ein Obergutachten“ gestellt.

Mit Stellungnahme vom 27. November 2017 hält die Beschwerdegegnerin 
an ihren mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2017 gestellten Rechts-
begehren fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 5

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. August 2017 (act. 
IIA 159). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
Soweit die Beschwerdeführerin „subsubeventualiter“ auch berufliche Mass-
nahmen beantragt (vgl. Rechtsbegehren, Ziffer 4), ist auf die Beschwerde 
nicht einzutreten, nachdem die Beschwerdegegnerin darüber nicht verfügt 
hat und es somit insoweit an einem Anfechtungsobjekt fehlt. Im Übrigen hat 
sie in der angefochtenen Verfügung darauf hingewiesen, dass mit der Inva-
lidenrente nicht auch ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen abge-
wiesen worden sei und die Beschwerdeführerin sich insoweit zum 
Leistungsbezug anmelden könne (vgl. act. IIA 159 S. 2).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 6

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe ihr rechtliches 
Gehör „willentlich geritzt“, indem sich die angefochtene Verfügung „lediglich 
rudimentär mit den Einwendungen“ befasse (Beschwerde, S. 3). 

Der Vorwurf ist unbegründet. Die angefochtene Verfügung vom 11. August 
2017 (act. IIA 159) enthält die entscheidwesentlichen Elemente, indem sie 
zusätzlich den RAD-Bericht vom 8. Mai 2017 (act. IIA 150 S. 2 f.), welcher 
sich zu den medizinischen Aspekten äussert sowie den Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 2. Februar 2017 (act. II 140 S. 2 ff.) samt Stellung-
nahme der Abklärungsfachperson vom 12. Juli 2017 (act. IIA 154 S. 2 f.), 
welche Dokumente sich auf die erwerblichen Umstände beziehen, zum 
Bestandteil der Verfügung erklärt. Die Beschwerdegegnerin ist damit ihrer 
Begründungspflicht, die einen wesentlichen Bestandteil des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; 
SR 101) bildet (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236), hinreichend nachgekommen. 
Der Beschwerdeführerin war es denn auch möglich, den angefochtenen 
Entscheid anzufechten und eine 32seitige Beschwerde zu verfassen. 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 7

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (vgl. E. 3.1 vorne) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

3.3

3.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine Neuanmeldung nur geprüft, 
wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 
und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]).

3.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 8

Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung (BGE 141 V 9 E. 2.3 
S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 9

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

4.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom November 2015 
(act. II 120) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichs-
zeitpunkte bilden die Verfügung vom 18. Mai 2010 (act. II 42) – mit der ein 
Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 18 bzw. 0% verneint wurde 
– und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 11. August 2017 (vgl. 
E. 3.3.3 vorne). 

4.2 Im Zeitpunkt der Verfügung vom 18. Mai 2010 (act. II 42) stand die 
Beschwerdeführerin in einem Anstellungsverhältnis mit der D.________ AG 
(act. II 32 S. 2 f.). Entsprechend stellte die Beschwerdegegnerin für die 
Ermittlung des Invaliditätsgrades – sowohl hinsichtlich des Validen- wie 
auch des Invalideneinkommens – auf den konkret erzielten Verdienst ab 
(act. II 42 S. 1; 38 S. 5). Indem die Beschwerdeführerin seit dem Zeitpunkt 
der Neuanmeldung im November 2015 (act. II 120) keiner Erwerbstätigkeit 
mehr nachgeht, liegt demnach eine erhebliche Änderung in den tatsächli-
chen erwerblichen Verhältnissen vor (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 25. April 2018, 8C_581/2017, E. 6.1), womit die Beschwerde-
gegnerin in Bejahung eines Revisionsgrundes den Rentenanspruch zu 
Recht allseitig und ohne Bindung an frühere Invaliditätseinschätzungen 
geprüft hat (vgl. E. 3.3.4 vorne).

4.3 Bei Erlass der hier angefochtenen Verfügung vom 11. August 
2017 präsentierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie 
folgt, wobei insbesondere der seit der Neuanmeldung im November 2015 
dokumentierte Verlauf interessiert (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG; ULRICH 
MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 3. Aufl. 2014, S. 409 N. 4):

4.3.1 Im Bericht der Klinik G.________ vom 27. Januar 2016 (act. II 
128) wurden die folgenden Diagnosen gestellt (S. 2): 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 10

1. Anankastische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5)
DD: Kombinierte Persönlichkeitsstörung, anankastisch und ängstlich 
vermeidend (ICD-10 F60.5/F60.6)

2. Rezidivierende depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode (ICD-10 
F33.10)

3. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS; ICD-10 F90.0)

Seit der Rentenablehnung im Mai 2010 habe sich eine deutliche Ver-
schlechterung der Symptomatik ergeben (S. 1). Aufgrund des Verlaufs und 
der Diagnostik sei von einer komorbiden Störung auszugehen, wobei nicht 
die rezidivierende depressive Störung und das ADHS im Vordergrund 
ständen, sondern eine ausgeprägte Interaktionsstörung, die auch zu Pro-
blemen an den letzten beiden Arbeitsplätzen geführt habe (S. 2). Die 
Krankheitssymptomatik habe sich an den letzten beiden Arbeitsstellen 
deutlich leistungsmindernd ausgewirkt. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit 
von max. 30-40% und dabei maximal eine Leistungsfähigkeit von ca. 70%. 
Die Leistungsfähigkeit könne im besten Fall durch Umstellung der Medika-
tion etwas verbessert werden. Eine Rentenprüfung sei dringend indiziert. 
Nach den gescheiterten Arbeitsversuchen stelle sich auch die Frage, ob 
eine Reintegration im ersten Arbeitsmarkt überhaupt realistisch sei. Eine 
Arbeit im geschützten Rahmen würde die Beschwerdeführerin sehr entlas-
ten und längerfristig auch gesundheitlich stabilisieren (S. 4).

4.3.2 Dr. med. E.________ hielt im psychiatrischen Gutachten vom 
19. September 2016 (act. IIA 157.1) die folgenden Diagnosen fest (S. 9): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Rezidivierende depressive Störung, seit Jahren remittiert (ICD-10 F33.4)
- ADHS (ICD-10 F90.0)
- Probleme am Arbeitsplatz (ICD-10 Z56)

In der Beurteilung hielt Dr. med. E.________ fest, bei der heutigen Unter-
suchung (8. September 2016) sei bei der Beschwerdeführerin keine De-
pressivität nachweisbar. Auch seien mehrere frühere psychische 
Auffälligkeiten nicht mehr nachweisbar; dies gelte unter anderem für die 
Essstörung. Das ADHS scheine sich beruhigt zu haben, seit März 2016 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 11

nehme die Beschwerdeführerin kein Ritalin mehr ein. Die Symptomatik 
eines ADHS sei trotzdem nicht nachweisbar: Die Beschwerdeführerin sei 
nicht überaktiv, die Aufmerksamkeit sei nicht beeinträchtigt, sie sei zudem 
nicht hyperkinetisch. Seit März 2016 erhalte sie einen Stimmungsstabilisa-
tor. 

Es habe sich bei den Arbeitseinsätzen gezeigt, dass die Beschwerdeführe-
rin gut funktioniert habe, wenn keine bedeutende Verantwortung bestanden 
und kein hoher Stress geherrscht habe. Sobald sie unter Druck gestanden 
habe bzw. bestimmte Leistungen korrekt und in bestimmter Zeit habe aus-
führen müssen, sei sie in Schwierigkeiten geraten. Sie neige offenbar dazu, 
unter Stress sich übermässig mit Details zu beschäftigen, sie werde zu 
perfektionistisch und habe Mühe, die Anforderungen der Umgebung zu 
berücksichtigen. Sie gerate in Ängste, versuche schwierige Situationen zu 
vermeiden, ziehe sich zurück, soll zudem gemäss ihren Angaben unter 
Druck gelegentlich impulsiv reagieren. Vermutlich seien diese Verhaltens-
weisen immer ein ungünstiger Faktor bei bestimmten Arbeitseinsätzen. 
Diagnostisch könne von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit 
zwanghaften und ängstlich vermeidenden Anteilen ausgegangen werden. 
Die Persönlichkeitsstörung zeige sich in erster Linie bei ungünstigen Situa-
tionen am Arbeitsplatz; im Privatleben und in der Freizeit sei dies dagegen 
weniger der Fall. Die Beschwerdeführerin habe insbesondere Mühe, über 
längere Zeit verantwortungsvolle Tätigkeiten zu übernehmen und unter 
Zeitdruck zu arbeiten (S. 10 f.).

In einer angepassten Tätigkeit (kein hoher Stress, keine hohe Verantwor-
tung, eher kreative Tätigkeit) sei seit 2012 mit einer anhaltenden, ca. 
40%igen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen (S. 16).

4.4

4.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 12

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

4.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

4.5 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 
19. September 2016 (act. IIA 157.1) erfüllt die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an Expertisen (vgl. E. 4.4.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis. 
Es ist nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind überzeugend be-
gründet. 

Danach liegt eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vor, welche die Ar-
beitsfähigkeit qualitativ und quantitativ (mit Bezug auf eine Verweistätigkeit 
im Umfang von 40%) beeinträchtigt, wohingegen die weiteren Diagnosen 
der (gegenwärtig remittierten) rezidivierenden depressiven Störung sowie 
des ADHS keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen. 

4.6 Was die Beschwerdeführerin gegen diese gutachtlichen Schluss-
folgerungen vorbringt, dringt nicht durch: 

4.6.1 Hinsichtlich der diagnostischen Einschätzung der geklagten (psy-
chischen) Beschwerden besteht zwischen Dr. med. E.________ und den 
behandelnden Ärzten der Klinik G.________ keine grundsätzliche Diskre-
panz (vgl. act. II 128 S. 2; IIA 157 S. 9). Die Beschwerdeführerin macht 
jedoch geltend, „die Depression“ und die „Persönlichkeitsstörung“ seien 
„als Komorbiditäten zum ADHS anzusehen“ (Beschwerde, S. 7), was sie 
unter Hinweis auf diverse, ins Recht gelegte Fachartikel (vgl. Akten der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 13

Beschwerdeführerin [act. I]) sowie mittels weitschweifiger theoretischer 
Ausführungen (vgl. Beschwerde, S. 7 ff.) zu belegen versucht und woraus 
sie ableitet, dass alle diagnostizierten Störungen einen Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit hätten (Beschwerde, S. 12). 

Zunächst erweist sich der Versuch der Beschwerdeführerin, mittels eigener 
diagnostischer Erwägungen Zweifel am Beweiswert des Gutachtens von 
Dr. med. E.________ zu wecken, als unbehelflich, fehlt dem Rechtsvertre-
ter der Beschwerdeführerin doch die entsprechende (fach-)medizinische 
Ausbildung. Ebenso wenig ist es zielführend, allein anhand von (ausge-
wählten) Fachartikeln und Studien die Beweiskraft einer Expertise entkräf-
ten zu wollen (Beschwerde, S. 12), ist doch der konkrete Fall massgebend, 
wobei im psychiatrischen Kontext die klinische Untersuchung mit Anamne-
seerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung die wichtigs-
te Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen bildet 
(Entscheid des BGer vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1) und sich 
Fachartikel naturgemäss nicht zum konkreten Fall äussern. Im Weiteren ist 
festzuhalten, dass Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 
1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG (vgl. E. 3.1 vor-
ne) die medizinische Befundlage bildet (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285), 
wohingegen mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens noch nicht ge-
sagt ist, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110). Während der Untersuchung durch Dr. med. E.________ im 
September 2016 präsentierte sich die objektive psychopathologische Be-
fundlage als eher bescheiden (vgl. act. IIA 157.1 S. 7-9) bzw. als leichtgra-
dig (S. 11). Dass dem Gutachter bei der Befund- und Anamneseerhebung, 
der Symptomerfassung sowie bei der Verhaltensbeobachtung fachliche 
Fehler unterlaufen wären, ist nicht ersichtlich; die Beschwerdeführerin legt 
denn auch keine (fach-)medizinischen Berichte ins Recht, in welchen diese 
Behauptungen gestützt würden bzw. welche sich mit den Schlussfolgerun-
gen im Gutachten vom 19. September 2016 auseinandersetzten. Insbe-
sondere vermag auch der Bericht der Klinik G.________ vom 27. Januar 
2016 (act. II 128) den Beweiswert der Administrativexpertise nicht in Zwei-
fel zu ziehen: Zwar wird darin von einer „komorbiden Störung“ ausgegan-
gen, gleichzeitig jedoch – und insoweit mit Dr. med. E.________ durchaus 
übereinstimmend – die depressive Störung und das ADHS als nicht im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 14

Vordergrund stehend taxiert (S. 2). Zusätzlich ist zu beachten, dass sich 
die im letztgenannten Bericht in Aussicht gestellte Umstellung der Medika-
tion – von welcher die behandelnden Ärzte der Klinik G.________ prognos-
tisch zumindest eine leichte Verbesserung des Gesundheitszustandes 
erwarteten (vgl. S. 4) und welche Umstellung offenbar im Februar/März 
2016 realisiert wurde (vgl. act. IIA 157.1 S. 5) – sowohl aus Sicht der Be-
schwerdeführerin wie auch anlässlich der Begutachtung in objektiv fest-
stellbarer Weise positiv auf die erhobene Befundlage respektive die 
psychische Befindlichkeit ausgewirkt hatte (vgl. S. 5, 7). Demzufolge hat 
die im Bericht der Klinik G.________ vom 27. Januar 2016 postulierte, seit 
der letzten Kündigung im Herbst 2015 geltend gemachte Verschlechterung 
der psychischen Befindlichkeit (act. II 128 S. 2) im besten Fall vorüberge-
henden Charakter. Ebenso wenig vermögen die erst mit Eingabe vom 
17. November 2017 ins Recht gelegten, direkt im Gutachten vermerkten 
„handschriftlichen Ergänzungen und Korrekturen“ (vgl. act. I) der Be-
schwerdeführerin den Beweiswert der Expertise von Dr. med. E.________ 
zu erschüttern: Denn selbst, wenn diese handschriftlichen Vermerke in be-
weismässiger Hinsicht zum Nennwert genommen würden, vermöchten sie 
die daraus abgeleitete Behauptung, das Gutachten sei „widersprüchlich 
und teilweise schlichtweg unrichtig“ (Stellungnahme vom 17. November 
2017, S. 2), nicht ansatzweise zu untermauern.

Schliesslich ist es nicht zu beanstanden, dass Dr. med. E.________ die 
Ergebnisse der testpsychologischen Abklärung vom 25. September 2003 
(act. II 8 S. 3-10) nicht berücksichtigte, liegen doch zwischen der damaligen 
Abklärung und der Begutachtung 13 Jahre, weshalb sie entgegen der of-
fenbaren Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 17 f.) weder 
in medizinischer noch rechtlicher Hinsicht eine aktuelle Beurteilungsgrund-
lage bilden kann. 

4.6.2 In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ist sodann zu beachten, dass es 
sich insoweit um eine medizinische Folgenabschätzung handelt, welche 
notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist und unausweichlich Ermes-
senszüge trägt (BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 195). Dies ist ohne weiteres zu 
respektieren, wenn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen umfassend 
gewürdigt wurden, was vorliegend der Fall ist, worauf aus fachpsychiatri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 15

scher Sicht auch der RAD-Arzt Dr. med. H.________ hinweist (act. IIA 150 
S. 2). Nachdem somit konkrete Hinweise fehlen, wonach die psychiatrische 
Begutachtung nicht lege artis erfolgt sein könnte und auch nicht ersichtlich 
ist, dass Dr. med. E.________ Schlussfolgerungen gezogen hätte, welche 
ausserhalb seines fachspezifischen Ermessensspielraums lägen, besteht 
kein Anlass, seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. 

Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren kritisiert, retrospektiv attestiere 
der Gutachter eine 50%ige, prospektiv dagegen eine 60%ige Arbeitsfähig-
keit (Beschwerde, S. 14), so übersieht sie, dass sich die 60% auf eine den 
Leiden angepasste Tätigkeit, die 50% auf die bisher ausgeübten, auf Dauer 
nur bedingt geeigneten Tätigkeiten beziehen (vgl. act. IIA 157.1 S. 16). Die 
im Bericht der Klinik G.________ vom 27. Januar 2016 (act. II 128) postu-
lierte Arbeitsfähigkeit von 30-40% (bei einer Leistungsfähigkeit von 70%) 
ändert an dieser gutachterlichen Einschätzung schon deshalb nichts, weil 
sich – wie hiervor dargelegt (vgl. E. 4.6.1 vorne) – der psychische Gesund-
heitszustand zwischenzeitlich (subjektiv und objektiv) verbesserte. Sodann 
erfolgte die dortige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massgeblich anhand 
eines Mini-ICF-Rating (Kurzinstrument zur Fremdbeurteilung von Aktivitäts- 
und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen), welches je-
doch im versicherungsmedizinischen Kontext noch nicht hinreichend vali-
diert und insbesondere nicht für die Erfassung der (invaliden-
versicherungsrechtlich allein massgebenden) kausalen Zusammenhänge 
geeignet ist (vgl. dazu SZS 2018 S. 132 f.). 

Was schliesslich die geltend gemachte Massgeblichkeit der Qualitätsleitli-
nien der SGPP anbetrifft (Beschwerde, S. 23), bleibt der Vollständigkeit 
halber anzumerken, dass weder Gesetz noch Rechtsprechung den Psych-
iatern eine Begutachtung nach den (jeweils) entsprechenden Richtlinien 
vorschreiben (vgl. Entscheid des BGer vom 24. Januar 2017, 
9C_715/2016, E. 3.2). Entscheidend ist, dass das Gutachten – wie vorlie-
gend – den höchstrichterlichen Anforderungen an den Beweiswert von 
Gutachten genügt (vgl. E. 4.6 vorne). 

4.6.3 Zusammenfassend bestehen keine konkreten Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. med. E.________, womit sich der 
medizinische Sachverhalt als hinreichend abgeklärt erweist und es der von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 16

der Beschwerdeführerin ([sub-]eventuell) beantragten weiteren Abklärun-
gen nicht bedarf. Ob vor dem Hintergrund einer versicherungsrechtlichen 
Indikatorenprüfung (vgl. BGE 143 V 418) die 40%ige Arbeitsunfähigkeit zu 
berücksichtigen bliebe, kann mit Blick auf das Ergebnis (vgl. E. 5 hinten) 
offen bleiben.

4.7 Demnach ist für die Bestimmung des Invaliditätsgrades mit Bezug 
auf eine den Leiden angepasste Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 40% 
zugrunde zu legen. Dies gilt hinsichtlich des gesamten Beurteilungszeit-
raums bis zur angefochtenen Verfügung vom 11. August 2017. 

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin ermittelte den Invaliditätsgrad in der an-
gefochtenen Verfügung vom 11. August 2017 (act. IIA 159) basierend auf 
der gemischten Methode, wobei sie einen Status von 70% Erwerb und 30% 
Haushalt zugrunde legte. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Massge-
blichkeit der gemischten Methode nicht grundsätzlich, macht jedoch gel-
tend, „realistischerweise“ sei „von einem Pensum zwischen 60% und 65%“ 
auszugehen (Beschwerde, S. 25). Dabei verkennt sie jedoch, dass bei der 
Statusfrage nicht entscheidend ist, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit 
der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden kann, son-
dern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 
504 E. 3.3 S. 508; SVR 2017 IV Nr. 30 S. 86 E. 4.1). Im Übrigen stellt sich 
mit Blick auf das seit 2001 bekleidete Erwerbspensum von überwiegend 
65% (vgl. act. II 38 S. 3) zwar tatsächlich die Frage, ob der Invaliditätsbe-
rechnung nicht richtigerweise ein Status von 65% Erwerb und 35% Haus-
halt zugrunde zu legen wäre. Wie nachfolgend zu zeigen ist, kann dies 
letztlich offen bleiben, resultiert doch auch dann kein Rentenanspruch, 
wenn – mit der Beschwerdegegnerin – zu Gunsten der Beschwerdeführerin 
respektive gemäss den von ihr gegenüber der Abklärungsfachperson ge-
machten Angaben (vgl. act. II 140 S. 4) ein Status von 70% betreffend den 
Erwerb und von 30% hinsichtlich der Haushalttätigkeit berücksichtigt wird. 

5.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 17

Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt (Einkommensvergleichsmethode). Waren sie daneben auch im 
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf 
einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle 
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Anzufügen bleibt, dass vorliegend die am 1. Januar 2018 in Kraft getretene 
revidierte Bestimmung des Art. 27bis Abs. 2-4 IVV (AS 2017 7582) mit Blick 
auf den massgeblichen Überprüfungszeitpunkt zeitlich nicht zur Anwen-
dung gelangt. 

5.3 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

5.3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). 

5.3.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 18

Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausge-
gebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen 
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 
S. 1 E. 2.2). 

5.4 Zu prüfen ist zunächst die Invalidität im erwerblichen Bereich (vgl. 
E. 5.3 vorne). Abzustellen ist auf die massgeblichen (statistischen) Werte 
pro 2016, nachdem – mit Blick auf die im November 2015 erfolgte Neuan-
meldung – der frühest mögliche Rentenbeginn im Mai 2016 zu liegen 
kommt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Entgegen der Beschwerdeführerin (Beschwer-
de, S. 28) kann über den Rentenanspruch befunden werden, wenn er – wie 
hier – unabhängig von einer allfälligen Eingliederungsberechtigung man-
gels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades abzulehnen ist (Ent-
scheid des BGer vom 14. Februar 2018, 8C_682/2017, E. 2). 

5.5

5.5.1 Die Beschwerdeführerin verfügt über eine abgeschlossene Ausbil-
dung als ... EFZ (act. II 5 S. 3), wobei sie zwischen 1995 bis 2010 stets bei 
der I.________ AG, der D.________ AG und der J.________ AG arbeitete 
und dabei insbesondere in der Funktion als ... tätig war (act. II 9 S. 1; 103 
S. 2 f.). Mangels Hinweisen in den Akten, welche überwiegend wahrschein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 19

lich auf einen anderweitigen beruflichen Werdegang im Gesundheitsfall (bei 
einem anderen Arbeitgeber) schliessen lassen, kann deshalb für die Be-
stimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der damals erzielte Ver-
dienst herangezogen werden. Wird dabei zu Gunsten der 
Beschwerdeführerin auf den im Jahr 2008 ausgewiesenen, im Rahmen 
eines 65%-Pensums (act. II 9 S. 1 f.; 38 S. 3) erwirtschafteten und gemäss 
IK-Auszug bei der I.________ AG, der D.________ AG und der 
J.________ AG erzielten Jahresverdienst von Fr. 54‘222.-- abgestellt (vgl. 
act. II 139 S. 1 f.), so resultiert unter Berücksichtigung der Teuerung und 
der realen Einkommensentwicklung (vgl. Entscheid des BGer vom 10. Mai 
2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5) sowie unter Aufrechnung auf ein 70% Pensum 
(vgl. E. 5.1 vorne) pro 2016 ein hypothetisches Jahreseinkommen von 
Fr. 62‘858.85 (Fr. 54‘222.--/121.6 x 130.9 [vgl. BFS, Tabelle T1.93, Nomi-
nallohnindex 1993-2010; Nominallohnindex 2010 – 2016, Position G-O] / 
0.65 x 0.70).

5.5.2 Indem die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht aus-
schöpft respektive keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist für die Ermittlung 
des Invalideneinkommens auf statistische Werte gemäss LSE 2014 abzu-
stellen (vgl. E. 5.3.2 vorne). Gemäss Dr. med. E.________ besteht in einer 
den Leiden angepassten Tätigkeit ohne hohen Stress, ohne hohe Verant-
wortung und im Rahmen einer eher kreativen Tätigkeit eine 40%ige Ar-
beitsunfähigkeit (act. IIA 157.1 S. 16). 

Gestützt auf dieses Zumutbarkeitsprofil erweist sich eine administrativ-
kaufmännische Tätigkeit im Sinne einer Sekretariatsarbeit dem Grundsatz 
nach weiterhin als zumutbar (vgl. insoweit auch die Angaben der Be-
schwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson [act. II 140 S. 4 oben]). 
Namentlich fällt entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin nicht allein 
eine Tätigkeit im geschützten Rahmen in Betracht (vgl. Beschwerde, 
S. 19), wie dies auch im Bericht der Klinik G.________ vom 27. Januar 
2016 zumindest in Betracht gezogen wird (vgl. act. II 128 S. 4). Denn 
massgebend ist nicht das subjektive Empfinden der Beschwerdeführerin, 
sondern das aufgrund der objektiven Befundlage ausgewiesene funktionel-
le Leistungsvermögen. Indem das darauf beruhende Zumutbarkeitsprofil 
nicht besonders restriktiv formuliert ist, erweist sich die Arbeitsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 20

qualitativ nicht als dergestalt eingeschränkt, dass der invalidenversiche-
rungsrechtlich allein massgebliche ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 
ATSG) eine entsprechende zumutbare Tätigkeit praktisch nicht kennt oder 
dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch-
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 
2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4). Dies gilt umso mehr, als der ausgeglichene 
Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- 
und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegen-
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Entscheid des 
BGer vom 6. Juli 2017, 9C_253/2017, E. 2.2.1). 

Allerdings ist bei der Invalidentätigkeit dem Umstand Rechnung zu tragen, 
dass die Beschwerdeführerin keiner hohen Verantwortung und keinem ho-
hen Stress ausgesetzt werden sollte. Abzustellen ist demnach auf Tabelle 
TA1, Frauen, Position 77, 79-82 „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen 
Dienstleistungen“ von LSE 2014, welche gemäss Allgemeiner Systematik 
der Wirtschaftszweige (NOGA) auch diverse Sekretariats- und Schreib-
dienste im Lohnauftrag umfasst (NOGA 2008, Allgemeine Systematik der 
Wirtschaftszweige, Erläuterungen S. 209). Da die Beschwerdeführerin über 
eine abgeschlossene Ausbildung und diverse Weiterbildungen verfügt (vgl. 
act. II 103 S. 3), ist (mindestens) der Wert gemäss Kompetenzniveau 2 
massgebend. Sodann gilt es bei der Anwendung von Tabellenlöhnen zu 
berücksichtigen, dass ihnen generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstun-
den zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die betriebsübliche 
durchschnittliche Arbeitszeit im Bereich der Tabellenposition 77, 79-82, 
welche sich im Jahr 2016 auf 42.1 Wochenstunden belief (vgl. BGE 126 V 
75 E. 3b bb S. 77; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Position 77, 79-82). Ob schliesslich bei dieser Tabellenposition ein 
zusätzlicher leidensbedingter Abzug (vgl. E. 5.3.2 vorne) vorzunehmen ist, 
erscheint fraglich, kann jedoch offen bleiben. Denn selbst, wenn der von 
der Beschwerdegegnerin unter dem Blickwinkel der leidensbedingten Ein-
schränkung gewährte Abzug von 5% berücksichtigt würde (vgl. act. II 140 
S. 5) – hinsichtlich der invaliditätsfremden Gründe Alter, Dienstjahre, Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad sind die Vorausset-
zungen für einen weitergehenden Abzug offensichtlich nicht erfüllt –, 
änderte sich am Ergebnis nichts. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 21

Demnach beträgt das jährliche Invalideneinkommen pro 2016 unter 
Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 42.1 Stun-
den, der statistischen Lohnerhöhungen (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex, 
Frauen, 2011 - 2016, Abschnitt N), einer Arbeitsfähigkeit von 60% sowie 
eines leidensbedingten Abzugs von 5% mindestens Fr. 34‘701.65 
(Fr. 4‘811.-- x 12 Monate / 40 x 42.1 Wochenstunden /103.7 x 103.9 x 0.6 x 
0.95). 

5.5.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 28‘157.20 (Fr. 62‘858.85 – Fr. 34‘701.65) 
und damit bezogen auf den erwerblichen Bereich einen Invaliditätsgrad von 
maximal 44.79% bzw. gewichtet 31.35% (Fr. 28‘157.20/Fr. 62‘858.85 x 100 
x 0.7).

5.6 Mit Bezug auf den Aufgabenbereich wurde im Abklärungsbericht 
Haushalt vom 2. Februar 2017 (act. II 140 S. 2 ff.) mittels Betätigungsver-
gleichs eine Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt von ungewichtet 
17.8% bzw. gewichtet 5.34% ermittelt, unter zusätzlicher Berücksichtigung 
eines Wechselwirkungszuschlags von 5% (S. 11). 

5.6.1 Der Bericht wurde vom spezialisierten Abklärungsdienst der Be-
schwerdegegnerin aufgrund einer Erhebung vor Ort am 19. Januar 2016 
(richtig wohl: 2017 [S. 2]) verfasst und erfolgte in Kenntnis der medizini-
schen Situation und namentlich des Gutachtens von Dr. med. E.________ 
vom 19. September 2016 (S. 3). Ferner stützt sich das Ergebnis auf die 
Angaben der Beschwerdeführerin zu den sozialen und erwerblichen Ver-
hältnissen und zum Haushalt. Die im Abklärungsbericht enthaltene Um-
schreibung der Haushaltsaufgaben entspricht den Vorgaben der KSIH in 
der im Jahr 2017 gültigen Fassung (vgl. Rz. 3086). Die Gewichtung der 
einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der dort angege-
benen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht zu 
beanstanden. Schliesslich ist der Berichtstext plausibel begründet und be-
züglich der einzelnen Einschränkungen angemessen detailliert. Somit er-
füllt der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 2. Februar 2017 die 
rechtsprechungsgemässen Vorgaben an den Beweiswert solcher Berichte 
(vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 22

5.6.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt (vgl. Beschwerde, 
S. 25 ff.), verfängt nicht: 

Der im Bericht der Klinik G.________ vom 27. Januar 2016 (noch) festge-
stellten Verlangsamung im Haushalt („braucht für alles sehr viel Zeit“ [vgl. 
act. II 128 S. 3) hat die Abklärungsfachperson zu Gunsten der Beschwer-
deführerin bei verschiedenen Teilverrichtungen Rechnung getragen (vgl. 
act. II 140 S. 6 ff.) – dies, obwohl Dr. med. E.________ hinsichtlich der 
Haushalttätigkeit keine Einschränkungen mehr attestiert hatte (act. IIA 
157.1 S. 14). Wenn die Beschwerdeführerin aus dem Bericht der Klinik 
G.________ vom 27. Januar 2016 auf eine höhergradige Einschränkung im 
Haushalt schliesst (Beschwerde, S. 26), verkennt sie, dass sich der Ge-
sundheitszustand nach der Berichtsabfassung verbesserte (vgl. E. 4.6.1 
vorne). Sodann ist nicht nachvollziehbar, inwiefern aus dem Umstand, wo-
nach die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben nach zwei bis drei 
Stunden Haushalt „aufhören“ müsse und „erst am nächsten Tag weiterfah-
ren“ könne (act. II 140 S. 2), auf eine nicht korrekte Haushaltabklärung oder 
eine weitergehende Einschränkung geschlossen werden müsste (Be-
schwerde, S. 25). Denn die psychiatrisch begründbaren Beeinträchtigun-
gen wirken sich unter beruflichem Druck (act. II 136.1 S. 10 f.) und – 
insbesondere bei nicht nachweisbaren Zwangshandlungen (act. II 136.1 S. 
8) – nicht auch im geschützten Rahmen des eigenen Einpersonenhaushal-
tes aus. Ferner bezieht sich die von der Beschwerdeführerin monierte Pas-
sage hinsichtlich des Tätigkeitsbereichs „Wohnungspflege“ (Beschwerde, 
a.a.O.) auf den Abklärungsbericht vom 15. März 2010 (vgl. act. II 140 S. 2; 
act. II 38 S. 8) und stellt demzufolge keinen Widerspruch in Bezug auf die 
im Bericht vom 2. Februar 2017 vorgenommene Quantifizierung der Ein-
schränkung dar. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich die hinsichtlich 
des Teilbereichs „Grosseinkauf“ attestierte 20%ige Einschränkung (act. II 
140 S. 8) rein appellatorisch kritisiert bzw. in Frage stellt (Beschwerde, S. 
25), vermag sie auch mit diesem Vorbringen keine klar feststellbaren Fehl-
einschätzungen der Abklärungsfachperson (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547) darzutun, weshalb es den Beweiswert des Abklärungsberichts ebenso 
wenig erschüttert. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 23

5.6.3 Ob die von der Beschwerdegegnerin angenommene, aus der Be-
anspruchung im Rahmen einer allfälligen erwerblichen Tätigkeit resultie-
rende ungewichtete Verminderung der Leistungsfähigkeit im Haushalt von 
(pauschal) 5% auch im Lichte der vorliegend im erwerblichen Bereich 
berücksichtigten Invalidentätigkeit (vgl. E. 5.5.2 vorne) hinreichend ausge-
wiesen ist, braucht mangels Entscheidrelevanz nicht abschliessend beur-
teilt zu werden.

Demnach beträgt die Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt gewich-
tet 5.34% (17.8% x 0.3). 

5.7 Bei einer gewichteten Einschränkung von 31.35% im Erwerbsbe-
reich (vgl. E. 5.5.3 vorne) und 5.34% im Haushaltsbereich (vgl. E. 5.6.3 
hiervor) resultiert insgesamt ein IV-Grad von gerundet maximal 37% (zur 
Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123), womit kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente besteht (vgl. E. 3.2 vorne). 

5.8 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 11. Au-
gust 2017 nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist. 

6.

6.1 Mit Verfügung vom 11. Oktober 2017 hiess der Instruktionsrichter 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege insoweit teilweise gut, als die 
Beschwerdeführerin von der Übernahme von Verfahrenskosten befreit 
wurde. Darüber hinaus wies er das Gesuch hinsichtlich der beantragten 
amtlichen Verbeiständung durch C.________ ab. 

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 108 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 24

VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird die 
Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

6.3 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss] und Art. 108 Abs. 3 VRPG). 

Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin 
nach allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b 
S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der hinsichtlich der Verfahrenskosten gewährten 
unentgeltlichen Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vor-
behalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der 
Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/17/777, Seite 25

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ GmbH z.H. der Beschwerdeführerin (samt Stellungnah-

me der Beschwerdegegnerin vom 27. November 2017)
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.