# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97b8295e-e397-5429-973a-d7b8e7bd19a6
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-19
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 19.09.2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_empfehlung-vom-19sep_2014-09-19.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB  

 

 Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 058 463 74 84, Fax 058 465 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 

 
Bern, 19. September 2014 

 
 
 

Empfehlung 
 
 

gemäss Art. 14 des 
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
 
 

zu den Schlichtungsanträgen von  
 
 

X 
(Antragsteller 1) 

 
und 

 
Y 

(Antragsteller 2) 
 
 

gegen 
 
 

Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) 
 
 

 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 

Gesuch 1 

1. Der Antragsteller 1 (Privatperson) hat am 10. April 2013 beim Eidgenössischen Nuklearsicher-
heitsinspektorat (ENSI), gestützt auf das Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der 
Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ; SR 152.3), folgendermassen um Zugang zu amtlichen 
Dokumenten ersucht:  

„Das ENSI hat die Betreiber aufgefordert, anhand von Versuchen in einem Simulator die bisher 
angenommenen Grenzanfluggeschwindigkeiten für automatische sowie für Pilotengesteuerte gezielte 
Anflüge von Grossraumflugzeugen auf Kernkraftwerke erneut zu überprüfen. Dabei wird auch geprüft, 
welche Anflugrouten und Anfluggeschwindigkeiten auf das Werk unter Berücksichtigung der 
topographischen Randbedingungen und der bestehenden Lufthindernissen möglich sind. Gestützt auf 
die neuen Untersuchungsergebnisse wird das ENSI anschliessend prüfen, ob zur Erhöhung des 
Schutzgrades weitere Massnahmen notwendig sind. Dazu zählen beispielsweise bauliche Massnahmen. 
Zu diesem Thema würde ich gerne die entsprechende ENSI Verordnung / Verfügung an die 
Betreiberwerke haben.“ 

 

 

 

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2. Mit Schreiben vom 25. April 2013 antwortete das ENSI auf das Gesuch 1 des Antragstellers 1 
und teilte diesem mit, dass es zu seinen weiteren Arbeiten zum vorsätzlichen Flugzeugabsturz 
auf seiner Website am 5. März 2013 berichtet habe. Darüber hinausgehende Angaben würden 
jedoch erst nach Abschluss dieser Arbeiten erfolgen. Da die vom Antragsteller 1 gewünschten 
Dokumente Gegenstand laufender Arbeiten im Bereich der Sicherung seien, könne ihm der 
Zugang gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. a und c (wesentliche Beeinträchtigung der freien 
Meinungs- und Willensbildung der Behörde und Gefährdung der inneren oder äusseren 
Sicherheit der Schweiz) sowie Art. 8 Abs. 2 BGÖ (Aufschub des Zugangs, bis der politische 
oder administrative Entscheid, für den sie Grundlage darstellen, getroffen ist) nicht gewährt 
werden. 

3. Am 7. Mai 2013 reichte der Antragsteller einen Schlichtungsantrag beim Eidgenössischen 
Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) ein.  

4. Mit Schreiben vom 13. Mai 2013 bestätigte der Beauftragte gegenüber dem Antragsteller den 
Eingang des Schlichtungsantrages und forderte zugleich das ENSI auf, alle relevanten 
Dokumente sowie eine ausführliche und detailliert begründete Stellungnahme einzureichen.  

5. Am 22. Mai 2013 reichte das ENSI eine Stellungnahme zuhanden des Beauftragten ein. Darin 
führte es aus, dass durch eine Gewährung des Zugangs zu der an die Kraftwerke diesbezüglich 
erlassenen Verfügung die freie Meinungs- und Willensbildung des ENSI wesentlich 
beeinträchtigt würde, weshalb die Ausnahmebestimmung von Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ 
gegeben sei. Diese Bestimmung schütze das „Innenleben“ der Behörde und gewährleiste den 
ungestörten Entscheidungsprozess. Es sei durchaus legitim dafür zu sorgen, dass die Behörde 
ihre Entscheidungen vorbereiten und ihre Arbeit planen könne, ohne dem Druck der Medien 
oder der öffentlichen Meinung ausgesetzt zu sein. Davon abgesehen stelle die Verfügung die 
Grundlage für den administrativen Entscheid dar, den das ENSI gestützt auf die Verfügung 
sowie auf die Stellungnahme der Werke fällen werde. Da dieser Entscheid noch nicht getroffen, 
sondern der Prozess mit der Verfügung erst kürzlich eingeleitet worden sei, gelte auch die 
Ausnahme von Art. 8 Abs. 2 BGÖ. Die Verfügung sowie weitere damit in Zusammenhang 
stehende amtliche Dokumente könnten somit erst dann zugänglich gemacht werden, wenn der 
abschliessende Entscheid getroffen worden sei. Es sei jedoch bereits heute anzumerken, dass 
es sich bei den Arbeiten hinsichtlich des vorsätzlichen Flugzeugabsturzes um Arbeiten im 
Bereich der Sicherung handle (Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ). Unter diese Ausnahme würden auch 
Massnahmen zum Schutz von wichtigen Anlagen, insbesondere von Kernkraftwerken, fallen. 
Aus diesem Grund könne die Verfügung auch nicht dem Beauftragten zugestellt werden. 

6. Mit Telefonat vom 24. Mai 2013 forderte der Beauftragte das ENSI erneut dazu auf, ihm die 
verlangten Dokumente zuzustellen, da er ohne Einsicht in die zu beurteilenden Unterlagen nicht 
in der Lage sei, ein Schlichtungsverfahren durchzuführen.  

7. Am 29. Mai 2013 reichte das ENSI dem Beauftragten schliesslich die vier inhaltsgleichen 
Verfügungen, allesamt datiert vom 17. Mai 2013, an die vier Kernkraftwerke Beznau, Gösgen-
Däniken, Leibstadt und Mühleberg ein.  

 

Gesuch 2 

8. Der Antragsteller 2 (Privatperson) hat mit E-Mail vom 19. Juni 2013 beim ENSI, gestützt auf das 
Öffentlichkeitsgesetz, folgendermassen um Zugang zu amtlichen Dokumenten ersucht:  

„Das ENSI hat die Betreiber aufgefordert, anhand von Versuchen in einem Simulator die bisher 
angenommenen Grenzanfluggeschwindigkeiten für automatische sowie für Pilotengesteuerte gezielte 

 

 

 

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Anflüge von Grossraumflugzeugen auf Kernkraftwerke erneut zu überprüfen. Dabei wird auch geprüft, 
welche Anflugrouten und Anfluggeschwindigkeiten auf das Werk unter Berücksichtigung der 
topographischen Randbedingungen und der bestehenden Lufthindernissen möglich sind. 
Als ehemaliger Linienpilot mit 40 Jahren Flugerfahrung und aktiver Simulatorinstruktor möchte ich Sie 
höflich bitten, mich in diese Simulatorübungen miteinzubeziehen [Begehren 1] und mir volle Transparenz 
über den Ablauf, die Versuchsanordnung und die Ergebnisse dieser Simulationsflüge zu gewährleisten. 
[Begehren 2] 
Im Weiteren möchte ich Sie bitten, mir volle Einsicht zu gestatten bezüglich der Versuchsanordnung und 
der Ergebnisse der Simulationsflüge, die in der Stellungnahme der HSK[1] vom März 2003 (HSK-An-
4626) erwähnt werden.“ [Begehren 3] 

9. Mit Schreiben vom 27. Juni 2013 nahm das ENSI Stellung zum Gesuch 2.  
Zum Begehren 1 teilte es dem Antragsteller 2 mit, dass das Öffentlichkeitsgesetz zwar jeder 
Person das Recht einräume, amtliche Dokumente einzusehen, hingegen gelte es nicht für die 
Mitwirkung an Aufsichtshandlungen. 
Zu Begehren 2 des Antragstellers 2 teilte das ENSI mit, dass es zu seinen neueren Arbeiten 
zum vorsätzlichen Flugzeugabsturz auf seiner Website2 am 5. März 2013 berichtet habe. 
Darüber hinausgehende Angaben würden erst nach Abschluss dieser Arbeiten erfolgen. Da die 
vom Antragsteller 2 gewünschte Einsichtnahme in die neuen Simulationen Gegenstand 
laufender Arbeiten im Bereich der Sicherung sei, könne der Zugang gestützt auf Art. 7 Abs. 1 
Bst. a und c sowie Art. 8 Abs. 2 BGÖ nicht gewährt werden. 
Zu Begehren 3 des Antragstellers 2 teilte das ENSI mit, dass über die nicht geheimen Daten 
und Dokumente aus den Untersuchungen von 2001 bis 2003 zu absichtlich herbeigeführten 
Flugzeugabstürzen anlässlich einer Medienkonferenz im Frühjahr 2003 öffentlich informiert 
worden sei. Gleichzeitig seien die Dokumente auf seiner Website3 aufgeschaltet worden. Das 
Öffentlichkeitsgesetz schränke jedoch den Zugang zu amtlichen Dokumenten in zeitlicher 
Hinsicht insofern ein, als es lediglich auf Dokumente anwendbar sei, die nach seinem 
Inkrafttreten am 1. Juli 2006 von einer Behörde erstellt oder empfangen wurden (Art. 23 BGÖ). 
Der zu dieser bereits publizierten Studie erstellte Bericht mit den qualitativen Daten und 
Ergebnissen sei nicht veröffentlicht worden, da er geheim sei. Da er vor Inkrafttreten des 
Öffentlichkeitsgesetzes erstellt worden sei, falle er nicht unter dessen Geltungsbereich. 

10. Am 30. Juni 2013 reichte der Antragsteller 2 einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten ein. 

11. Mit Schreiben vom 2. Juli 2013 bestätigte der Beauftragte gegenüber dem Antragsteller 2 den 
Eingang des Schlichtungsantrages und forderte das ENSI zugleich dazu auf, alle relevanten 
Dokumente sowie eine ausführliche und detailliert begründete Stellungnahme einzureichen. 

12. Am 4. Juli 2013 reichte das ENSI eine Stellung zuhanden des Beauftragten ein. Diese deckte 
sich weitgehend mit der Stellungnahme vom 27. Juni 2013 an den Antragsteller 2 (vgl. Ziffer 9).  
Zu Begehren 2 des Antragstellers 2 ergänzte das ENSI, dass die verfügte Untersuchung die 
Grundlage für den administrativen Entscheid darstelle, den das ENSI gestützt auf seine 
Verfügung sowie auf die Stellungnahmen der Werke fällen werde. Zudem würden für 
Massnahmen zum Schutz von wichtigen Infrastrukturen, insbesondere von Kraftwerken, 
ebenfalls Ausnahmebestimmungen gelten. 

                                                      
1  Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen, ehemalige Sicherheitsbehörde des Bundes auf dem Gebiet der 

Kernenergie, heute ENSI. 
2  http://www.ensi.ch/de/2013/03/05/flugzeugabsturz-ensi-aktualisiert-untersuchungen-aus-dem-Jahr-2003/ (zuletzt besucht am 

12. September 2014). 
3  http://www.ensi.ch/de/2003/04/03/die-schweizerischen-kernkraftwerke-weisen-einen-hohen-schutz-bei-einem-

vorsaetzlichen- flugzeugabsturz-auf/. 

http://www.ensi.ch/de/2013/03/05/flugzeugabsturz-ensi-aktualisiert-untersuchungen-aus-dem-Jahr-2003/
http://www.ensi.ch/de/2003/04/03/die-schweizerischen-kernkraftwerke-weisen-einen-hohen-schutz-bei-einem-vorsaetzlichen-%20flugzeugabsturz-auf/
http://www.ensi.ch/de/2003/04/03/die-schweizerischen-kernkraftwerke-weisen-einen-hohen-schutz-bei-einem-vorsaetzlichen-%20flugzeugabsturz-auf/

 

 

 

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II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

13. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten 
einreichen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt 
oder verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine 
Stellungnahme abgibt.  

14. Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur auf Grund eines schriftlichen 
Schlichtungsantrags tätig.4 Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Person, 
die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen hat. Für 
den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss hervorgehen, 
dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag muss innert 
20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht werden. 

15. Die Antragsteller 1 und 2 haben je ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ beim ENSI 
eingereicht und eine ablehnende Antwort erhalten. Als Teilnehmer an einem vorangegangenen 
Gesuchsverfahren sind beide zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. Die beiden 
Schlichtungsanträge wurden formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 
20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht.  

16. Die beiden Zugangsgesuche bzw. die beiden Schlichtungsanträge der Antragsteller 1 und 2 
sind thematisch verwandt und betreffen thematisch verwandte Dokumente. Ausserdem 
erkundigte sich der Antragsteller 1 nach Einreichung seines Schlichtungsantrages beim 
Beauftragten danach, ob er den Antragsteller 2 zu einer allfälligen Schlichtungsverhandlung als 
sachkundige Person mitbringen dürfe. Damit rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren zu 
vereinigen und in einer gemeinsamen Empfehlung zu erledigen. 

17. Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens im 
Detail obliegt alleine dem Beauftragten.5 

18. Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche 
Lösung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der 
Angelegenheit eine Empfehlung abzugeben.  

B. Materielle Erwägungen  

19. Der Beauftragte prüft nach Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der 
Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ, SR 152.31) die Rechtmässigkeit und die 
Angemessenheit der Beurteilung des Zugangsgesuches durch die Behörde. Er prüft damit im 
Schlichtungsverfahren einerseits beispielsweise, ob die für das Zugangsgesuch zuständige 
Behörde den Begriff des amtlichen Dokumentes (Art. 5 BGÖ) sowie die in Art. 7 f. BGÖ 
vorgesehenen Ausnahmeklauseln oder die Bestimmungen in Bezug auf den Schutz der 
Personendaten (Art. 9 BGÖ) rechtmässig angewendet hat. Andererseits prüft er in jenen 
Bereichen, in denen das Öffentlichkeitsgesetz der Behörde bei der Bearbeitung eines 
Zugangsgesuches einen gewissen Ermessensspielraum verleiht (z.B. Art der Einsichtnahme in 

                                                      
4 BBl 2003 2023. 
5 BBl 2003 2024. 

 

 

 

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amtliche Dokumente), ob die von der Behörde gewählte Lösung auf die Umstände des 
jeweiligen Falls abgestimmt und angemessen ist. Dabei kann der Beauftragte entsprechende 
Vorschläge im Rahmen des Schlichtungsverfahrens machen (Art. 12 Abs. 2 VBGÖ) oder 
gegebenenfalls eine entsprechende Empfehlung erlassen (Art. 14 BGÖ).6 

Gesuch 1 

20. Zur Begründung seiner Zugangsverweigerung zu den verlangten Verfügungen an die 
Kraftwerksbetreiber stützte sich das ENSI auf Art. 7 Abs. 1 Bst. a (wesentliche Beeinträchtigung 
der freien Meinungs- und Willensbildung der Behörde) sowie Art. 8 Abs. 2 BGÖ (ausstehender 
politischer oder administrativer Entscheid, für den die verlangten Dokumente die Grundlage 
bilden). Zudem wies das ENSI darauf hin, dass es sich bei den entsprechenden Arbeiten 
hinsichtlich des vorsätzlichen Flugzeugabsturzes um „Arbeiten der Sicherung“ handle, weshalb 
auch Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ (Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz) 
Anwendung finde. Unter diese Ausnahme würden – so da ENSI – auch Massnahmen zum 
Schutz von wichtigen Infrastrukturen, insbesondere von Kraftwerken, fallen.  
Diese drei Ausnahmebestimmungen gilt es im Folgenden einzeln zu prüfen. 

21. Nach Art. 7 Abs. 1 Bst. a ist der Zugang zu amtlichen Dokumenten einzuschränken, 
aufzuschieben oder zu verweigern, wenn durch seine Gewährung die freie Meinungs- und 
Willensbildung einer diesem Gesetz unterstellten Behörde […] wesentlich beeinträchtigt werden 
kann. Diese Ausnahmebestimmung soll nach der Botschaft zum Öffentlichkeitsgesetz7 
verhindern, dass die Verwaltung durch die verfrühte Bekanntgabe von Informationen während 
eines Entscheidungsprozesses unter allzu starken Druck der Öffentlichkeit gerät, wodurch die 
Bildung einer eigenen Meinung und eines eigenen Willens verhindert werden könnte. Die 
frühzeitige Bekanntgabe bestimmter Positionen kann je nach den konkreten Umständen die 
öffentliche Auseinandersetzung vorzeitig blockieren. Die Botschaft spricht hier insbesondere 
von der Schwierigkeit, seine Meinung im Scheinwerferlicht zu ändern.  
Wie es bei Einschränkungen von Grundrechten allgemein der Fall ist, hat die Auslegung der 
Ausnahmebestimmungen in Art. 7 Abs. 1 BGÖ restriktiv zu erfolgen.8 Diesem Umstand hat der 
Gesetzgeber auch damit Rechnung getragen, dass er bei einer Zugangsbeschränkung im 
Rahmen von Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ explizit eine „wesentliche“ Beeinträchtigung der freien 
Meinungs- und Willensbildung der Behörde voraussetzt. Daraus folgt, dass beispielsweise das 
Risiko einer heftigen öffentlichen Auseinandersetzung oder ein Niederschlag eines besonders 
sensiblen Problems auf der politischen Agenda noch keine Zugangsbeschränkung zu 
rechtfertigen vermögen. Ebenso wenig gilt jede Verzögerung oder Erschwerung im 
Entscheidungsprozess der Behörde, welche sich aus einer öffentlichen Auseinandersetzung 
ergibt, gewissermassen automatisch als „wesentliche Beeinträchtigung“ im Sinne des 
Gesetzes.9 Schliesslich sind bei der Anwendung von Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ sowohl Zeitpunkt 
als auch Umfeld des Entscheides der Behörde zu berücksichtigen. Dabei kann davon 
ausgegangen werden, dass eine Beschränkung des Zugangs und insbesondere eine 
vollständige Zugangsverweigerung mit zunehmendem Zeitablauf schwieriger zu rechtfertigen 
sind.  

22. Das ENSI verwies sowohl in seiner Stellungnahme an den Antragsteller 1 vom 25. April 2013 
(vgl. Ziffer 2) als auch in jener an den Beauftragten vom 22. Mai 2013 (vgl. Ziffer 5) nur 

                                                      
6 CHRISTINE GUY-ECABERT, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 13, RZ 8. 
7  BBl 2003 2007. 
8  BERTIL COTTIER/RAINER J. SCHWEIZER/NINA WIDMER, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 7, 

RZ 4. 
9  BBl a.a.O. 

 

 

 

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pauschal auf die Ausnahmebestimmung in Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ, ohne dabei 
nachvollziehbar darzulegen, inwiefern durch eine Offenlegung der verlangten Verfügungen eine 
Beeinträchtigung der eigenen freien Meinungs- und Willensbildung erfolgen würde und weshalb 
diese Beeinträchtigung das qualifizierende Merkmal der „Wesentlichkeit“ im Sinne des 
Gesetzes erfüllt.  
Ebenso wenig hat sich das ENSI gegenüber dem Beauftragten mit konkreten Inhalten der 
verlangten Verfügungen auseinandergesetzt und es unterlassen aufzuzeigen, welche 
Informationen oder Passagen der zu beurteilenden Verfügungen geeignet sein könnten, die 
freie Meinungs- und Willensbildung des ENSI wesentlich zu beeinträchtigen. In diesem 
Zusammenhang weist der Beauftragte darauf hin, dass ein Vergleich der Informationen in den 
beiden vom ENSI getätigten Medienmitteilungen (vgl. Fn 2 und 3) mit den Informationen in den 
vorliegend zu beurteilenden Verfügungen des ENSI ergibt, dass die Verfügungen kaum 
Informationen enthalten, die über die bereits im Internet publizierten Medienmitteilungen 
hinausgehen. Aus dieser Perspektive ist eine vollständige Zugangsverweigerung gestützt auf 
Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ nach Ansicht des Beauftragten nicht nachvollziehbar. Er erachtet den 
Beweis zur Widerlegung der Vermutung des freien Zugangs, der durch das 
Öffentlichkeitsgesetz aufgestellt wird, als nicht erbracht.10 

23. Zwischenergebnis: Eine Zugangsverweigerung gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ fällt 
vorliegend ausser Betracht.  

24. Nach Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ ist der Zugang zu amtlichen Dokumenten einzuschränken, 
aufzuschieben oder zu verweigern, wenn durch seine Gewährung die innere oder äussere 
Sicherheit der Schweiz gefährdet werden kann. Nach der Botschaft zum Öffentlichkeitsgesetz11 
betrifft diese Ausnahmebestimmungen in erster Linie die Tätigkeiten des Polizei-, Zoll-, 
Nachrichten- und Militärwesens und bezweckt die Geheimhaltung von Massnahmen zum Erhalt 
der Handlungsfähigkeit der Regierung in ausserordentlichen Lagen, zur Sicherstellung der 
wirtschaftlichen Landesversorgung, Informationen über technische Einzelheiten oder den 
Unterhalt von Rüstungsgütern oder Informationen, deren Zugänglichmachung zu einer 
Beeinträchtigung der Sicherheit wichtiger Infrastrukturen oder gefährdeter Personen führen 
würde. Sie soll Anwendung finden, wenn der Zugang der Öffentlichkeit zu einem amtlichen 
Dokument beispielsweise Einzelpersonen oder Teile der Bevölkerung dem Terrorismus, der 
Kriminalität, dem gewalttätigen Extremismus oder der Spionage aussetzen würde. Als 
konkretes Beispiel nennt die Botschaft etwa die Veröffentlichung von im jeweiligen Zeitpunkt 
aktuellen Sicherheitsbeurteilungen und entsprechenden Massnahmenplanungen oder 
Informationen über die Sicherheitsmassnahmen betreffend nukleare Anlagen bzw. Materialien. 
In der Lehre wird ebenso ausgeführt, dass die Ausnahmebestimmung unter anderem etwa 
dann zur Anwendung gelangt, wenn es sich um Massnahmen zum Schutz von wichtigen 
Infrastrukturanlagen, insbesondere etwa von Kernkraftwerken, handelt.12 
Trotz dieser durchaus legitimen Sicherheitsüberlegungen gilt die Ausnahmebestimmung in  
Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ nicht absolut, sondern erfordert eine sorgfältige Einzelfallabwägung, in 
der zu prüfen ist, ob eine Zugangsgewährung zu einer ernsthaften Gefährdung der inneren oder 
äusseren Sicherheit der Schweiz führen könnte.13 

25. Das ENSI hat auch hier lediglich pauschal auf die Ausnahmebestimmung von Art. 7 Abs. 1 Bst. 
c BGÖ verwiesen, ohne dabei im Einzelnen darzulegen, welche konkrete Gefährdung der 
inneren Sicherheit der Schweiz zu befürchten sei und inwiefern eine solche Gefährdung eine 

                                                      
10  Vgl. BVGE 2011/52 E.6. 
11  BBl 2003 2009 f. 
12  BERTIL COTTIER/RAINER J. SCHWEIZER/NINA WIDMER, a.a.O., Art. 7, RZ 27. 
13  BERTIL COTTIER/RAINER J. SCHWEIZER/NINA WIDMER, a.a.O., Art. 7, RZ 28. 

 

 

 

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gewisse Intensität erreiche.  
Ebenso wenig hat sich das ENSI gegenüber dem Beauftragten mit konkreten Inhalten der 
verlangten Verfügungen auseinandergesetzt und dabei auf bestimmte Informationen bzw. 
Passagen hingewiesen, welche mit Blick auf die zu prüfende Ausnahmebestimmungen 
problematisch sein könnten. Weiter weist der Beauftragte erneut darauf hin, dass die 
wesentlichen Informationen in den verlangten Verfügungen bereits aus einer Medienmitteilung 
des ENSI hervorgehen (vgl. Fn 2). Für den Beauftragten ist eine vollständige 
Zugangsverweigerung unter Hinweis auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ demzufolge nicht 
nachvollziehbar. Er erachtet den Beweis zur Widerlegung der Vermutung des freien Zugangs, 
der durch das Öffentlichkeitsgesetz aufgestellt wird, als nicht erbracht.14 

26. Zwischenergebnis: Eine Zugangsverweigerung gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ fällt 
vorliegend ausser Betracht. 

27. Nach Art. 8 Abs. 2 BGÖ dürfen amtliche Dokumente erst zugänglich gemacht werden, wenn der 
politische oder administrative Entscheid, für den sie die Grundlage darstellen, getroffen worden 
ist. Dieser unter Art. 8 BGÖ eingereihte „besondere Fall“ eines Zugangsaufschubes 
überschneidet sich zu einem Grossteil mit der hiervor bereits diskutierten Ausnahmebestim-
mung in Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ (vgl. Ziffer 21 ff.). Wo Art. 8 Abs. 2 VE-BGÖ im Entwurf des 
Bundesrates zum Öffentlichkeitsgesetz noch ausschliesslich einen Zugangsaufschub für 
Dokumente des Ämterkonsultationsverfahrens vorsah15, wurde die Bestimmung im Zuge der 
parlamentarischen Behandlung deutlich ausgeweitet und gewährleistet nunmehr ganz 
allgemein den Schutz der freien Meinungsbildung in Bezug auf alle politischen oder 
administrativen Entscheide aller dem Gesetz unterstehenden Behörden.16  
Da jedoch zumindest theoretisch jedes amtliche Dokument mehr oder weniger direkt einem 
politischen oder administrativen Entscheid zugrundeliegt, würde eine Anwendung von Art. 8 
Abs. 2 BGÖ streng nach dessen Wortlaut das Öffentlichkeitsprinzip über weite Strecken 
aushebeln.17 Deshalb muss zwischen dem in Frage stehenden Dokument und dem jeweiligen 
politischen oder administrativen Entscheid eine relativ enge Verbindung bestehen.18 Ein 
Dokument stellt eine Entscheidgrundlage dar, wenn es einen direkten und unmittelbaren 
Zusammenhang mit einem konkreten Entscheid aufweist und für diesen von beträchtlichem 
materiellen Gewicht ist.19 Der Beauftragte verlangt zudem eine gewisse zeitliche Nähe 
zwischen dem ausstehenden behördlichen Entscheid und dem Zugangsverfahren, da die 
verlangten Dokumente sonst nicht als eigentliche Entscheidgrundlage gelten können.20  

28. Das ENSI wies in seiner Stellungnahme vom 25. April 2013 (vgl. Ziffer 2) an den Antragsteller 1 
lediglich ganz allgemein darauf hin, dass „weitere Arbeiten zum vorsätzlichen Flugzeugabsturz“ 
vorgenommen würden und die vom Antragsteller 1 gewünschten Dokumente „Gegenstand 
laufender Arbeiten im Bereich der Sicherung“ seien. In seiner Stellungnahme an den 
Beauftragten vom 22. Mai 2013 (vgl. Ziffer 5) wies das ENSI lediglich ganz allgemein darauf 
hin, dass die vom Antragsteller 1 verlangten Verfügungen die Grundlage für den administrativen 
Entscheid darstellen würde, den das ENSI gestützt auf die Verfügung sowie die 

                                                      
14  Vgl. BVGE 2011/52 E.6. 
15  Vgl. Art. 8 Abs. 2 des Entwurfes, BBl 2003 2050. 
16  PASCAL MAHON/OLIVIER GONIN, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 8, RZ 26 f. 
17  PASCAL MAHON/OLIVIER GONIN, a.a.O., Art. 8, RZ 30. 
18  PASCAL MAHON/OLIVIER GONIN, a.a.O. 
19  Vgl. Bundesamt für Justiz, Öffentlichkeitsgesetz, Leitfaden Gesuchsbeurteilung und Checkliste, 24. Mai 2006, Ziff. 4.1; 

PASCAL MAHON/OLIVIER GONIN, a.a.O. 
20  Vgl. EDÖB Recommandation du 18. décembre 2007: OFEV/Projet d'ordonnance de la protection contre les vibrations, Ch. II. 

B. 3.  

http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/00896/index.html?lang=fr&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1ae2IZn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdX12gmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

 

 

 

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Stellungnahmen der Werke fällen wird. Da dieser Entscheid noch nicht getroffen worden sei, 
sondern der Prozess mit der Verfügung kürzlich eingeleitet worden ist, gelte auch die 
Ausnahme von Art. 8 abs. 2 BGÖ.  

29. Auch wenn für den Beauftragten klar ersichtlich ist, dass das ENSI mit seinen Verfügungen vom 
17. Mai 2013 an die Kraftwerksbetreiber einen Untersuchungsprozess eingeleitet hat, welcher 
umfangreiche Abklärungen betreffend die Sicherheit der Kraftwerke im Falle eines 
Flugzeugabsturzes erfordert und allenfalls zu weiteren baulichen Massnahmen führen könnte, 
so ist für ihn nicht nachvollziehbar, inwiefern ein nicht näher beschriebener Entscheid des ENSI, 
der einen direkten und unmittelbaren Zusammenhang mit dem Inhalt der verlangten 
Verfügungen aufweisen soll, durch eine Offenlegung dieser Dokumente gefährdet werden 
könnte. Nach Ansicht des Beauftragten kann aus den Verfügungen nicht anderes 
herausgelesen werden, als dass das ENSI die Kraftwerksbetreiber mit diesen erneuten 
Untersuchungen beauftragt hat. Diese Tatsache hat das ENSI jedoch selbst in einer 
Medienmitteilung bekannt gegeben (vgl. Fn 2). Schliesslich weist der Beauftragte erneut darauf 
hin, dass praktisch der gesamte Inhalt dieser Verfügungen auch aus der entsprechenden 
Medienmitteilung ablesbar und damit öffentlich bekannt ist (vgl. Ziffer 22). Nach Ansicht des 
Beauftragten hat das ENSI nicht nachvollziehbar dargelegt, inwiefern ein noch ausstehender 
Entscheid durch eine Offenlegung der verlangten Verfügungen, deren Inhalt ohnehin 
weitgehend bekannt ist, negativ beeinflusst oder gar gefährdet werden könnte. Er erachtet die 
Voraussetzungen von Art. 8 Abs. 2 BGÖ vorliegend als nicht erfüllt.  

30. Zwischenergebnis: Eine Zugangsverweigerung gestützt auf Art. 8 Abs. 2 BGÖ fällt vorliegend 
ausser Betracht. 

31. Neben den oben diskutierten Bestimmungen brachte das ENSI in Bezug auf das Gesuch 1 des 
Antragstellers 1 keine weiteren Ausnahmebestimmungen des Öffentlichkeitsgesetzes vor. Für 
den Beauftragten sind auch keine solchen ersichtlich, weshalb seiner Ansicht nach einer 
Gewährung des Zugangs zu den verlangten Verfügungen vom 17. Mai 2013 an die 
Kraftwerksbetreiber nichts entgegensteht.  

32. Ergebnis: Die vom Antragsteller 1 in seinem Gesuch 1 verlangten Verfügungen an die 
Kraftwerksbetreiber sind offenzulegen. 
 

Gesuch 2 

33. Mit seinem Zugangsgesuch vom 19. Juni 2013 stellte der Gesuchsteller 2 beim ENSI folgende 
drei Begehren, die im Folgenden separat besprochen werden: 

Einbezug in die durchzuführenden Simulatorübungen [Begehren 1]; 

Vollständige Transparenz über den Ablauf, die Versuchsanordnung und die Ergebnisse der 
aktuellen Simulationsflüge [Begehren 2]; 

Volle Einsicht in die frühere Versuchsanordnung und die Ergebnisse der Simulationsflüge, die in 
der Stellungnahme der HSK vom März 2003 (HSK-An-4626) erwähnt werden [Begehren 3]. 

34. Was das Begehren 1 des Antragstellers 2 betrifft, nämlich die Bitte um Einbezug in die 
Simulatorübungen aufgrund seiner Erfahrung als ehemaliger Linienpilot und aktiver 
Simulatorinstruktor, hat das ENSI in seiner Stellungnahme an den Antragsteller 2 vom 27. Juni 
2013 (vgl. Ziffer 9) zu Recht darauf hingewiesen, dass das Öffentlichkeitsgesetz zwar jeder 
Person das Recht einräumt, amtliche Dokumente einzusehen, jedoch gelte es nicht für die 
Mitwirkung an Aufsichtshandlungen. Dieser Haltung schliesst sich der Beauftragte an und stellt 
fest, dass die Bitte um aktiven Einbezug in Amtshandlungen einer Bundesbehörde nicht 

 

 

 

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Gegenstand eines Zugangsgesuches nach dem Öffentlichkeitsgesetz sein kann. Der 
Antragsteller 2 kann aus dem Öffentlichkeitsgesetz keinen entsprechenden Anspruch ableiten. 

35. Zwischenergebnis: Das Begehren 1 des Antragstellers 2 wurde vom ENSI zu Recht abgelehnt, 
da das Öffentlichkeitsgesetz keinen Anspruch auf aktive Teilnahme an Amtshandlungen einer 
Bundesbehörde vorsieht. 

36. In Bezug auf das Begehren 2 des Antragstellers 2, wonach dieser um Einsicht in die aktuelle 
Versuchsanordnung, den Ablauf und die Ergebnisse von Simulationsflügen auf Kernkraftwerke 
ersuchte, hat das ENSI den Zugang gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. a und c sowie Art. 8 Abs. 2 
BGÖ vollständig abgelehnt und dem Antragsteller 2 mit Stellungnahme vom 27. Juni 2013 
mitgeteilt, dass weitere, über die in der Medienmitteilung des ENSI vom 5. März 2013 
hinausgehende Angaben erst nach Abschluss dieser Arbeiten erfolgen werden. 

37. Im Gegensatz zu den unter dem Gesuch 1 zu beurteilenden Verfügungen (vgl. Ziffer 20 ff.) 
präsentiert sich die Ausgangslage der unter Begehren 2 des Antragstellers 2 verlangten 
Informationen mit Blick auf die vom ENSI angerufene Ausnahmebestimmung in Art. 7 Abs. 1 
Bst. c BGÖ (Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz) offensichtlich 
anders.  
Für den Beauftragten liegt auf der Hand, dass sensible Informationen über 
Versuchsanordnungen, Ablauf und Ergebnisse von Simulationsflügen auf Kernkraftwerke im 
Rahmen einer Überprüfung der Sicherheit dieser Anlagen im Falle eines vorsätzlich 
herbeigeführten Flugzeugabsturzes einen klassischen Anwendungsfall von Art. 7 Abs. 1 Bst. c 
BGÖ  darstellen. Eine frühzeitige Bekanntgabe entsprechender Informationen, insbesondere 
noch während der laufenden Untersuchungen und damit noch bevor entsprechende Lehren aus 
den Ergebnissen gezogen werden konnten, würde mit grosser Wahrscheinlichkeit dazu führen, 
Schwachstellen und Mängel von Atomkraftwerken bekanntzugeben, deren Kenntnis durchaus 
terroristische Aktivitäten begünstigen, im Extremfall sogar provozieren könnte. Im Interesse der 
Bevölkerung in der Umgebung von schweizerischen Atomkraftwerken, welche im Falle eines 
Anschlages oder Anschlagversuches aufgrund der unmittelbaren Nähe zu einer Anlage 
betroffen wäre, sowie im Interesse der Schweizer Bevölkerung ganz allgemein, welche im Falle 
eines Anschlages durch einen allfälligen Austritt radioaktiver Substanzen gefährdet werden 
könnte, muss es dem ENSI als Aufsichtsbehörde über die schweizerischen Kernanlagen und 
den Kraftwerksbetreibern möglich sein, entsprechende Untersuchungen und darauf folgende 
Massnahmen vorzunehmen, ohne Einzelheiten aus den Untersuchungen oder Ergebnisse 
vorzeitig bekannt geben zu müssen.  
In Übereinstimmung mit der Lehre, wonach die Ausnahmebestimmung von Art. 7 Abs. 1 Bst. c 
BGÖ für Massnahmen zum Schutz von wichtigen Infrastrukturanlagen, insbesondere von 
informations- und kommunikationstechnischen Einrichtungen, Kernkraftwerken, Flughäfen und 
Staudämmen Anwendung finden soll21, kommt der Beauftragte zum Schluss, dass es sich beim 
Begehren 2 des Antragstellers 2 um einen klassischen Anwendungsfall von Art. 7 Abs. 1 Bst. c 
BGÖ handelt, welcher beispielhaft für den Schutzgedanken steht, welchen der Gesetzgeber mit 
dem Erlass von Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ verfolgen wollte.22 Dass die hier zu befürchtende 
Gefährdung nicht nur ernsthaft, sondern anlässlich eines Anschlages durchaus als erheblich 
einzustufen ist, ergibt sich bereits aus dem Umstand, dass von einem Atomkraftwerk an sich ein 
gewisses Gefahrenpotential ausgeht, welches sich im Falle eines Schadens oder gar der 
teilweisen oder vollständigen Zerstörung einer Anlage in ausserordentlich starkem Mass erhöht. 
Dies hat etwa die Nuklearkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 

                                                      
21  BERTIL COTTIER/RAINER J. SCHWEIZER/NINA WIDMER, a.a.O., Art. 7, RZ 27. 
22  Vgl. BBl 2003 2009. 

 

 

 

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deutlich gezeigt. Da nach Ansicht des Beauftragten die Ausnahmebestimmung von Art. 7 Abs. 1 
Bst. c BGÖ hinsichtlich des Begehrens 2 des Antragstellers 2 zur Anwendung gelangt, kann die 
Frage, ob zusätzlich auch ein Anwendungsfall von Art. 7 Abs. 1 Bst. a sowie Art. 8 Abs. 2 BGÖ 
vorliegt, offen bleiben.  

38. Zwischenergebnis: Hinsichtlich des Begehrens 2 des Antragstellers 2 hat das ENSI den Zugang 
zu den verlangten Informationen betreffend die aktuelle Versuchsanordnung, den Ablauf und 
die Ergebnisse von Simulationsflügen auf Kernkraftwerke gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ 
zu Recht verweigert.  

39. In Bezug auf das Begehren 3 des Antragstellers 2, wonach dieser volle Einsicht in die früheren 
Versuchsanordnung und die Ergebnisse vergangener Simulationsflüge verlangte, die in der 
Stellungnahme der HSK vom März 2003 (HSK-An-4626) erwähnt werden, teilte ihm das ENSI 
mit Stellungnahme vom 27. Juni 2013 (vgl. Ziffer 9) unter Hinweis auf Art. 23 BGÖ mit, dass das 
Öffentlichkeitsgesetz den Zugang zu amtlichen Dokumenten in zeitlicher Hinsicht insofern 
einschränke, als es lediglich auf Dokumente anwendbar sei, die nach seinem Inkrafttreten am 
1. Juli 2006 von einer Behörde erstellt oder empfangen wurden.  

40. Mit Telefon vom 3. September 2013 ersuchte der Beauftragte das ENSI um einen Beleg für das 
Erstellungsdatum dieses Berichts mit den quantitativen Angaben im Zusammenhang mit den 
vom Antragsteller 2 bezeichneten vergangenen Simulationsflügen.  
Mit Schreiben vom 17. Oktober 2013 liess das ENSI dem Beauftragten einen entsprechenden 
Beleg zukommen. Daraus ist das Erstellungsdatum „Februar 2002“ klar ersichtlich. Für den 
Beauftragten ergeben sich keine Hinweise auf eine später erfolgte Aktualisierung dieses 
Dokuments. Eine solche wurde vom ENSI gegenüber dem Beauftragten auch nicht 
angesprochen. 
Der Beauftragte beschränkt sich folglich auf die Feststellung, dass das zu beurteilende 
Dokument vom Februar 2002 datiert ist und demnach nicht unter den zeitlichen 
Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes fällt. Im Ergebnis hat das ENSI dem Antragsteller 
2 den Zugang dazu zu Recht gestützt auf Art. 23 BGÖ verweigert.  

41. Zwischenergebnis: Das Begehren 3 des Antragstellers 2 bezieht sich auf ein Dokument, das vor 
Inkrafttreten des Öffentlichkeitsgesetzes erstellt wurde. Der Antragsteller 2 kann folglich keinen 
Anspruch auf Zugang zu diesem Dokument geltend machen. 

42. Zusammengefasst gelangt der Beauftragte damit zu folgendem Ergebnis:  
Die vom Antragsteller 1 anlässlich seines Gesuches 1 herausverlangten Verfügungen vom 17. 
Mai 2013 an die Kraftwerksbetreiber sind mangels Anwendbarkeit von Art. 7 Abs. 1 Bst. a und c 
sowie Art. 8 Abs. 2 BGÖ zugänglich zu machen. 
Das Begehren 1 des Antragstellers 2 ist vom ENSI zu Recht abgelehnt worden, da das 
Öffentlichkeitsgesetz keinen Anspruch auf aktive Teilnahme an Amtshandlungen einer 
Bundesbehörde vorsieht. 
Das Begehren 2 des Antragstellers 2 ist vom ENSI zu Recht abgelehnt worden, da eine 
Bekanntgabe der verlangten Informationen mit Blick auf die Ausnahmebestimmung in Art. 7 
Abs. 1 Bst. c BGÖ mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer Gefährdung der inneren Sicherheit 
der Schweiz führen könnte. 
Das Begehren 3 des Antragstellers 2 wurde von ENSI zu Recht abgelehnt, das es sich auf ein 
Dokument bezieht, welches nicht unter den zeitlichen Geltungsbereich des 
Öffentlichkeitsgesetzes fällt.  

 

 

 

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III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und 
Öffentlichkeitsbeauftragte:  

Gesuch 1 

43. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat gewährt den Zugang zu den vom 
Antragsteller 1 in seinem Gesuch 1 bezeichneten Verfügungen vom 17. Mai 2013 an die 
Kraftwerksbetreiber.  

Gesuch 2 

44. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat hält an seiner Ablehnung des aktiven 
Einbezugs des Antragstellers 2 in die durchzuführenden Simulatorübungen fest [Begehren 1]. 

45. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat hält an der Verweigerung des Zugangs zu 
den Informationen betreffend die aktuellen Versuchsanordnungen, deren Ablauf und die 
Ergebnisse von Simulationsflügen auf Kernkraftwerke fest [Begehren 2]. 

46. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat hält an der Verweigerung des Zugangs zu 
den Informationen bezüglich der früheren Versuchsanordnung und der Ergebnisse der 
Simulationsflüge, die in der Stellungnahme der HSK vom März 2003 (HSK-An-4626) erwähnt 
werden, fest [Begehren 3]. 

 

47. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat erlässt eine Verfügung nach Art. 5 des 
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), wenn es in Abweichung 
von Ziffer 43-46 den Zugang nicht gewähren will.  

48. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach 
Empfang dieser Empfehlung (Art. 15 Abs. 3 BGÖ). 

49. Die Antragsteller können innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung beim 
Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 VwVG 
verlangen, wenn sie mit der Empfehlung nicht einverstanden sind (Art. 15 Abs. 1 BGÖ). 

50. Gegen die Verfügung können die Antragsteller beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
führen (Art. 16 BGÖ).  

Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am 
Schlichtungsverfahren Beteiligten werden die Namen der Antragsteller anonymisiert (Art. 13 
Abs. 3 VBGÖ). 
 

51. Die Empfehlung wird eröffnet: 

- X 
 

- Y 
 
- Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI 

Industriestrasse 19 
5200 Brugg 
 

 
 
Jean-Philippe Walter 

	I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
	II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung:
	A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ
	B. Materielle Erwägungen

	III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte: