# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4c10a9e-1cc1-5bd5-9be8-c88c13800634
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-04-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.04.2007 C-2568/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2568-2006_2007-04-02.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-2568/2006

{T 0/2}

Urteil vom 2. April 2007

Mitwirkung: Richter: S. Mesmer, M. Peterli, E. Achermann
Gerichtsschreiberin: S. Marbet Coullery.

X._______, 84320 Bophut (Thailand),
Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Frank Goecke, Haldenbach-
strasse 2, Postfach 3109, 8033 Zürich,

gegen

Eidgenössische Invalidenversicherung (IV), IV-Stelle für Versicherte im 
Ausland, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz,

betreffend

Festsetzung der IV-Rente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Der am 15. April 1955 geborene Schweizer Bürger X._______ hatte am 8. 
November  1987  in  alkoholisiertem Zustand  einen  Autounfall  erlitten,  bei 
dem er sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Aufgrund von Störungen der 
Konzentrationsfähigkeit  und  der  Gedächtnisfunktion  sowie  von  zeitweise 
auftretenden starken Spannungskopfschmerzen wurde am 3. Juni 1988 bei 
Dr.  A._______  eine  EEG-Untersuchung  gemacht,  welche  einen  unauf-
fälligen Befund zeigte (act. 9). Auch die Röntgenaufnahmen des Schädels 
wurden als unauffällig bezeichnet. In ihrem Befund vom 15. Juli 1988 hielt 
die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Kreisagentur Chur, 
fest,  dass seit  dem 30.  November  1987 wieder  volle  Arbeitsfähigkeit  als 
kaufmännischer  Angestellter  bestehe.  Eine am 26.  August  1988 erfolgte 
Computerschädeltomographie war unauffällig. Mit Verfügung vom 30. Au-
gust 1988 sprach die SUVA dem Versicherten ein (wegen Herbeiführung 
des  Unfalls  bei  Ausübung  eines  Vergehens  gekürztes)  Taggeld  rückwir-
kend ab dem 11. November 1987 zu. 

Wegen nach wie vor bestehender Beschwerden wurde von der SUVA am 
15. Juni 1989 eine neuro-psychologische Untersuchung veranlasst. Im Be-
richt vom 24. August 1989 (act. 23 a) hielt Prof. Dr. phil. B._______ vom 
neuropsychologischen Institut C._______ fest, dass kein Befund vorliege, 
der für eine traumatische Hirnfunktionsstörung typisch wäre, und dass vier 
Gruppen  von  funktionalen,  neuropsychologischen  Auffälligkeiten  bestün-
den, deren Kombination nach Unfällen jedoch ungewöhnlich sei, und eine 
Coup- und Contrecoupeinwirkung unwahrscheinlich sei. Gestützt auf diese 
Untersuchungsergebnisse  kam  Dr.  med.  D._______  (Abteilung  Unfall-
medizin  der  SUVA)  in  seiner  ärztlichen  Beurteilung  vom  19.  Dezember 
1989 (act.  23) zum Schluss,  dass keine behandlungsbedürftigen somati-
schen Unfallfolgen vorlägen, da der Unfall  vom 8. November 1987 keine 
organische  Gehirnschädigung  verursacht  habe.  Die  psychischen  Be-
schwerden seien erst nach langer Latenzzeit von mehreren Monaten nach 
dem Unfall aufgetreten, was einen zumindest wahrscheinlichen natürlichen 
Kausalzusammenhang  in  ernsthaften  Zweifel  ziehe.  Am  21.  März  1990 
verfügte die SUVA, Kreisagentur Chur, dass der Fall abgeschlossen werde 
und  die  Versicherungsleistungen  eingestellt  würden.  Eine  gegen  diese 
Verfügung erhobene Einsprache wurde von der  SUVA am 26.  Juli  1990 
(act. 29) abgewiesen. Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen.

In der Folge wandte sich der Versicherte erneut an die SUVA und machte 
geltend,  seine behinderte Nasenatmung sei durch den Unfall  verursacht. 
Am 7. Januar 1990 (act. 36) lehnte die SUVA einen Anspruch auf Versi-
cherungsleistung ab mit der Begründung, es lägen weder Folgen eines Un-
falles noch eine unfallähnliche Körperschädigung vor.  Auch gegen diese 
Verfügung  legte  der  Versicherte  Einsprache  ein,  die  von  der  SUVA  mit 
Entscheid vom 15. März 1991 (act. 45) abgewiesen wurde. Gegen diesen 
Entscheid führte der Versicherte Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Graubünden, welches die Beschwerde am 24. Mai 1991 abwies. 
Dieses Urteil ist in Rechtskraft erwachsen.

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Am 17. September 2002 gelangte der mittlerweile in Thailand wohnhafte 
Versicherte  erneut  an die  SUVA und  stellte  einen  Rentenantrag  mit  der 
Begründung, er leide seit  dem Unfall  im Jahr 1987 an einem Schleuder-
trauma und an konstanten Kopfschmerzen. Diese Eingabe wurde von der 
SUVA als Wiedererwägungsgesuch behandelt, auf welches sie jedoch am 
3. Oktober 2002 (act. 50) nicht eintrat. Auch dieser Entscheid ist in Rechts-
kraft erwachsen.

Ein beim Bundesamt für Militärversicherung gestelltes Begehren um Leis-
tungen wurde mit  Entscheid vom 14. März 2003 (act. 67) ebenfalls – in-
zwischen rechtskräftig – abgewiesen.

B. Am 1. Dezember 2002 stellte der Versicherte bei der IV-Stelle Graubünden 
Antrag auf  Ausrichtung einer  Invalidenrente.  Mit  Verfügung vom 15.  De-
zember 2004 (act. 256) gewährte die IV-Stelle für Versicherte im Ausland 
(nachfolgend: IV-Stelle) dem seit 1991 in Thailand wohnenden  Versicher-
ten mit Wirkung ab 1. November 2003 eine halbe IV-Rente. Dabei ging sie 
von einer 50%igen Erwerbsunfähigkeit  ab dem 11.  November 2002 aus. 
Eine  gegen  diesen  Entscheid  erhobene  Einsprache  wurde  von  der  IV-
Stelle  am 17.  August  2005 teilweise  gutgeheissen,  indem das Bestehen 
eines Anspruchs auf eine halbe IV-Rente ab 1. Dezember 2001 festgestellt 
wurde. Soweit dagegen die Ausrichtung einer Rente beantragt wurde, die 
einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens  60%  entspricht,  wurde  die  Ein-
sprache abgewiesen.  Für ihren Entscheid hat  sie insbesondere folgende 
Unterlagen beigezogen:

• Das Gutachten vom 12.  August  2004 von Dres.  med.  E._______ und 
F._______  der  Medizinischen  Abklärungsstelle  (MEDAS),  Luzern  (act. 
240),  das insbesondere die Labor- und Röntgenbefunde vom 21. April 
2004,  das  psychiatrische  Konsilium vom 21.  April  2004  von  Dr.  med. 
G._______, das rheumatologische Konsilium vom 21. April 2004 von Dr. 
med. H._______, das neurologische Konsilium vom 22. April 2004 von 
Dr. med. I._______ sowie das neuropsychologische Konsilium vom 20. 
Mai 2004 von lic. phil. J._______ berücksichtigte;

• den Bericht  vom 25.  August  2004 von Dr.  med. K._______ vom ärzt-
lichen Dienst der IV-Stelle (act. 245);

• den  ergänzenden  Bericht  vom 24.  Juli  2005  von Dr.  med.  L._______ 
vom ärztlichen Dienst der IV-Stelle (act. 263).

C. Gegen den Einspracheentscheid  vom 17.  August  2005 führte  der  Versi-
cherte am 16. September 2005 bei der Eidgenössischen Rekurskommis-
sion  für  Personen  im  Ausland,  Lausanne  (nachfolgend:  REKO  AHV/IV), 
Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid sei hinsichtlich der 
Abweisung einer höheren Rente als 50% aufzuheben, und es sei eine dem 
Invaliditätsgrad  von  62% entsprechende  Dreiviertelsrente  zuzusprechen. 
Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Sachverhalts-

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ergänzung  zurückzuweisen.  Im Weiteren  sei  ihm die  unentgeltliche  Pro-
zessführung unter Beizug eines Rechtsbeistands zu gewähren, alles unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Zur  Begründung  wurde  ausgeführt,  der  Beschwerdeführer  habe  zuletzt 
eine Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter/Buchhalter in Kaderposition 
bei der M._______ AG in N._______ ausgeübt;  letzter Arbeitstag sei der 
30.  Juni  1991  gewesen.  Der  Beschwerdeführer  sei  mehrmals  operiert 
worden und habe mehrere, teils schwere Unfälle erlitten. Aufgrund eines 
Gesuchs zum Leistungsbezug sei er im Auftrag der Versicherung vom 20. 
bis zum 23. April 2004 von der MEDAS Zentralschweiz untersucht und es 
sei  ihm gestützt  auf  das  MEDAS-Gutachten  vom 12.  August  2004  eine 
halbe IV-Rente zugesprochen worden. Der vom Beschwerdeführer im Jahr 
1991 erzielte Lohn habe Fr. 5'384.-- pro Monat betragen, was – unter Be-
rücksichtigung der Teuerung von 1991 bis 2001 – einem Validenlohn von 
Fr. 71'365.20 pro Jahr entspreche. Der Beschwerdeführer könnte nur noch 
einfache und repetitive Arbeiten im Bürobereich – mit einer neuropsycho-
logischen  Einschränkung  von  35%  –  ausführen.  Gegebenenfalls  müsse 
beim Gutachter eine entsprechende Präzisierung eingeholt  und vom Ge-
richt  aufgrund der  Stellungnahme neu entschieden  werden.  Gemäss der 
Schweizerischen  Lohnstrukturerhebung  des  Bundesamtes  für  Statistik 
2002 (LSE 2002) betrage der Durchschnittslohn Fr. 4'206.-- pro Monat (40 
Stunden pro Woche, inkl. 13. Monatslohn, vgl. LSE 2002, TA 1, Sektor 4, 
Dienstleistungen).  Bei  betriebsüblichen 41,7  Stunden pro Woche ergebe 
dies Fr. 4'387.80 monatlich.  Aufgrund der Reallohnentwicklung von 1,4% 
für  das  Jahr  2003  und  0,5%  für  das  Jahr  2004  resultiere  ein  Jahres-
einkommen  von  Fr.  53'657.70.  Bei  einem  50%-Pensum  könne  der  Be-
schwerdeführer noch Fr. 26'828.90 erzielen. Dieser Einkommensvergleich 
führe  zu  einem  IV-Grad  von  62,40%,  was  dem  Beschwerdeführer  An-
spruch auf eine Dreiviertelsrente gebe.

D. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2005 beantragte die IV-Stelle, 
die Beschwerde sei abzuweisen. 

Zur Begründung führte sie aus, bereits im Einspracheentscheid sei darge-
legt  worden,  dass weder  von den Gutachtern  noch von ihrem ärztlichen 
Dienst  neben  der  quantitativen  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  als 
kaufmännischer  Angestellter  auf  50%  auch  qualitative  Einschränkungen 
genannt worden seien, und dass sich dementsprechend die Durchführung 
eines  zahlenmässigen  Einkommensvergleichs  praxisgemäss  erübrige. 
Eine weitere Aktenergänzung erweise sich angesichts der eindeutigen An-
gaben zur Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten nicht als indiziert.

E. In seiner Replik vom 28. November 2005 hielt  der Beschwerdeführer an 
den ursprünglich gestellten Anträgen fest.  Im Weiteren führte er aus, die 
Bemessung des Invaliditätsgrades habe bei Berufstätigen mittels Einkom-
mensvergleich zu erfolgen.  Er sei  als Nichterwerbstätiger anzusehen, da 
sein Ausscheiden aus dem Berufsleben aufgrund verschiedener schwerer 

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Unfälle  erfolgt  sei.  Als Grundlage zur Invaliditätsbemessung dienten u.a. 
ärztliche Angaben.  Das vorliegende MEDAS-Gutachten erfülle  die Anfor-
derung an ein IV-Gutachten nicht,  da es nur allgemein eine Tätigkeit  im 
kaufmännischen Sektor mit einem 50%-Pensum als möglich erachte, aber 
nicht näher beschreibe, welche Tätigkeiten aufgrund der festgestellten Ein-
schränkungen konkret noch möglich und zumutbar wären. Die Tätigkeits-
umschreibung  "kaufmännischer  Angestellter"  sei  gerade  bei  einem  Ver-
sicherten  mit  neuropsychologischen  Defiziten  unbehelflich.  Schliesslich 
habe er bei der Bestimmung des IV-Grades Anspruch auf einen leidensbe-
dingten  Abzug  vom Validenlohn;  er  könne nur  noch  ein  Hilfsarbeiterein-
kommen bei einem Teilzeitpensum erzielen.  Aufgrund der verschiedenen 
erschwerenden  Faktoren  wie  verschiedene  IV-relevante  Leiden,  Teilzeit-
pensum, Alter etc. rechtfertige sich ein Abzug von 20%.

F. Am 6. Dezember 2005 teilte die IV-Stelle der REKO AHV/IV mit, dass sie 
ihrem  Einspracheentscheid  vom  17.  August  2005  und  ihrer  Vernehm-
lassung vom 21. Oktober 2005 nichts Weiteres beizufügen habe.

G. Mit  Schreiben  vom  9.  Dezember  2005  schloss  die  REKO  AHV/IV  den 
Schriftenwechsel. Am 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverwaltungs-
gericht  das  vorliegende  Verfahren  und  teilte  den  Parteien  am  20.  März 
2007 die Zusammensetzung des Spruchkörpers mit. Es gingen keine Aus-
standsbegehren ein.

H. Auf  die Ausführungen der Parteien ist  – soweit  erforderlich – in den fol-
genden Erwägungen näher einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

 1. Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Be-
urteilung  der  am 1. Januar  2007 bei  den Eidgenössischen Rekurs-  oder 
Schiedskommissionen  oder  bei  den  Beschwerdediensten  der  Departe-
mente hängigen Rechtsmittel, wobei das neue Verfahrensrecht anwendbar 
ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32).

Gemäss Art.  31 VGG beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern kei-
ne Ausnahme nach Art.  32 VGG vorliegt.  Als Vorinstanzen gelten die in 
Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die IV-
Stelle für Versicherte im Ausland, die Verfügungen im Bereich der Festset-
zung der IV-Rente erlässt (Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]).

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 2. Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundes-
verwaltungsgericht legitimiert, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Als 
Gesuchsteller  hat  der  Beschwerdeführer  am  vorinstanzlichen  Verfahren 
teilgenommen, ist als Adressat durch die abweisende Verfügung vom 10. 
Mai 2006 ohne Zweifel berührt und hat an ihrer Aufhebung bzw. Abände-
rung ein schutzwürdiges  Interesse.  Auf  die frist-  und formgerecht  einge-
reichte Beschwerde ist daher einzutreten.

 3. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im Wesent-
lichen nach den Vorschriften des VwVG sowie des VGG.  

 3.1. Mit der Beschwerde kann gerügt werden, die angefochtene Verfügung ver-
letze  Bundesrecht  (einschliesslich  der  Überschreitung  oder  des  Miss-
brauchs von Ermessen), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei  unangemessen 
(Art. 49 VwVG).  

 3.2. Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsan-
wendung  von Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  der 
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 
von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungs-
rechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212).

 4. Zu  prüfen  ist  im  vorliegenden  Verfahren,  ob  der  Beschwerdeführer  An-
spruch auf eine halbe Rente hat, oder ihm aufgrund des geltend gemach-
ten Invaliditätsgrades von 62,40% eine Dreiviertelsrente zusteht.

 4.1. Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) sowie 
die entsprechende Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830. 
11) in Kraft  getreten.  Bei der Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden-
rente, der schon vor dem Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 ent-
standen ist, wird das anwendbare Recht nach den allgemeinen intertempo-
ralrechtlichen  Regeln  ermittelt.  Danach  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen füh-
renden Sachverhaltes galten (BGE 130 V 329). Demzufolge ist  der Ren-
tenanspruch für die Zeit bis zum 31. Dezember 2002 aufgrund der bishe-
rigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (BGE 
130 V 445).  Vorliegend  finden somit  auch die  vor  Erlass  der  Verfügung 
vom 15. Dezember 2004 sowie des Einspracheentscheids vom 17. August 
2005 in Kraft getretenen Änderungen vom 21. März 2003 (4. IVG-Revision, 
in Kraft seit 1. Januar 2004) des IVG und der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) Anwendung (vgl. 
BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweisen). 

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 4.2. In BGE 130 V 343 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) er-
kannt,  dass es sich bei den in Art.  3-13 ATSG enthaltenen Legaldefiniti-
onen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichter-
lichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor In-Kraft-Tre-
ten  des  ATSG  handelt  und  sich  inhaltlich  damit  keine  Änderung  ergibt, 
weshalb die hiezu entwickelte Rechtsprechung übernommen und weiterge-
führt werden kann. Auch die Normierung des Art. 16 ATSG führt nicht zu 
einer Modifizierung der bisherigen Judikatur zur Invaliditätsbemessung bei 
erwerbstätigen Versicherten,  welche weiterhin nach der allgemeinen Me-
thode des Einkommensvergleichs vorzunehmen ist.

 4.3. Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, 
wer invalid  im Sinne des Gesetzes  (ATSG/IVG) ist  und beim Eintritt  der 
Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die Alters-, 
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat (Art. 36 
Abs. 1 IVG). Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein.

Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als eines 
Jahres Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invali-
denversicherung  geleistet,  so  dass  die  Voraussetzung  der  Mindestbei-
tragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente erfüllt ist 
(Art. 36 Abs. 1 IVG). Ebenso wenig bestritten ist der Zeitpunkt des Renten-
beginnes,  welcher  im vorinstanzlichen  Einspracheverfahren  neu  auf  den 
1. Dezember 2001 festgelegt wurde, und somit nicht Gegenstand des vor-
liegenden Beschwerdeverfahrens ist.

 4.4. Nach dem ATSG/IVG ist der Begriff "Invalidität" nicht nach medizinischen 
Kriterien  definiert,  sondern  nach  der  Unfähigkeit,  Erwerbseinkommen zu 
erzielen (BGE 110 V 275 Erw. 4a, BGE 102 V 166) oder sich im bisherigen 
Aufgabenbereich zu betätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmög-
lichkeiten nicht nur im angestammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit, 
sondern auch in zumutbaren Verweisungstätigkeiten zu prüfen.

Nach Art. 8 ATSG ist die Invalidität die voraussichtlich bleibende oder län-
gere  Zeit  dauernde  ganze  oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit.  Art.  4  IVG 
führt dazu aus, dass die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit 
oder Unfall sein kann; nach Abs. 2 dieser Norm gilt die Invalidität als ein-
getreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jewei-
lige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat.

Erwerbsunfähigkeit ist  der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen  oder 
geistigen Gesundheit  verursachte  und nach zumutbarer  Behandlung und 
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten  auf  dem in  Betracht  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
(Art.  7 ATSG).  Arbeitsunfähigkeit ist  die durch eine Beeinträchtigung der 
körperlichen und geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu lei-
sten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen 
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

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 4.5. Anspruch auf eine ganze Rente besteht gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der 
bis  zum 31.  Dezember  2003  gültig  gewesenen  Fassung,  wenn  die  ver-
sicherte Person mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Ren-
te,  wenn sie mindestens zur Hälfte  und derjenige auf eine Viertelsrente, 
wenn  sie  mindestens  zu  40% invalid  ist.  Gemäss  Art.  28  Abs.  1ter IVG 
werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entspre-
chen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und ge-
wöhnlichen  Aufenthalt  (Art.  13  ATSG)  in  der  Schweiz  haben.  Nach  der 
Rechtsprechung des EVG stellt diese Bestimmung nicht eine blosse Aus-
zahlungsvorschrift,  sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar 
(BGE 121 V 275 Erw. 6c). Nach dem seit 1. Januar 2004 in Kraft stehen-
den Art. 28 Abs. 1 IVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine Viertelsrente 
bei einem Invaliditätsgrad von 40%, auf eine halbe Rente bei einem sol-
chen von 50%, auf  eine  Dreiviertelsrente  bei  einem Grad der  Invalidität 
von 60% und auf eine ganze Rente bei einem solchen von 70%.

 4.6. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung  der  medizinischen  Behandlung  und  allfälliger  Eingliederungsmass-
nahmen  durch  eine  ihr  zumutbare  Tätigkeit  bei  ausgeglichener  Arbeits-
marktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkommen),  in  Beziehung  ge-
setzt  zum  Erwerbseinkommen,  das  sie  erzielen  könnte,  wenn  sie  nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). 

Der  Begriff  des  ausgeglichenen  Arbeitsmarkts  ist  ein  theoretischer  und 
abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invaliden-
versicherung  von  jenem der  Arbeitslosenversicherung  abzugrenzen.  Der 
Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem 
Angebot  von  und  der  Nachfrage  nach  Stellen;  anderseits  bezeichnet  er 
einen  Arbeitsmarkt,  der  von  seiner  Struktur  her  einen  Fächer  verschie-
denartiger Stellen offen hält. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich 
im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Er-
werbsfähigkeit  zu verwerten und ein rentenausschliessendes Einkommen 
zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 
Erw.  3b).  Daraus  folgt,  dass  für  die  Invaliditätsbemessung  nicht  darauf 
abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarkt-
verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr 
verbliebene Arbeitskraft  noch wirtschaftlich nutzen könnte,  wenn die ver-
fügbaren Arbeitsplätze  dem Angebot  an Arbeitskräften  entsprechen wür-
den (AHI 1998 S. 291 Erw. 3b). Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von 
Art. 16 ATSG kann aber dort  nicht mehr gesprochen werden, wo die zu-
mutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 
allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 
realistischem  Entgegenkommen  eines  durchschnittlichen  Arbeitgebers 
möglich wäre (SVR 1996 IV Nr. 70 Erw. 3c, ZAK 1989 S. 322 Erw. 4). 

 4.7. Der Einkommensvergleich bei Erwerbstätigen hat in der Regel in der Wei-
se  zu  erfolgen,  dass  die  beiden  hypothetischen  Erwerbseinkommen  zif-
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-
den, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim-

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men lässt (BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2). Soweit das Validen- und das Invali-
deneinkommen  ziffernmässig  nicht  genau  ermittelt  werden  können,  sind 
sie  nach  Massgabe  der  im  Einzelfall  bekannten  Umstände  zu  schätzen 
und  die  so  gewonnenen  Annäherungswerte  miteinander  zu  vergleichen. 
Wird  eine  Schätzung  vorgenommen,  so  muss  diese  nicht  unbedingt  in 
einer  ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten vorgenommen 
werden. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzah-
len  genügen.  Das  ohne  Invalidität  erzielbare  hypothetische  Erwerbsein-
kommen ist dabei mit  100% zu bewerten,  während das Invalideneinkom-
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so 
dass  sich  aus  der  Prozentdifferenz  der  Invaliditätsgrad  ergibt  (sog.  Pro-
zentvergleich, BGE 114 V 310 Erw. 3a, BGE 104 V 135 Erw. 2.b). 

 5. Die Vorinstanz ging bei der umstrittenen Bemessung des Invaliditätsgrads 
im Wesentlichen  von  den Ergebnissen  des  MEDAS-Gutachten  aus,  das 
dem  Beschwerdeführer  eine  Einschränkung  seiner  Erwerbsfähigkeit  so-
wohl im angestammten Beruf als kaufmännischer Angestellter als auch in 
geeigneten Verweistätigkeiten von 50% attestierte. Gestützt auf diesen Be-
fund legte die Vorinstanz den Invaliditätsgrad (ab dem 1. Dezember 2001) 
auf 50% fest, ohne das Validen- und das Invalideneinkommen ziffernmäs-
sig genau zu bestimmen. 

Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  das MEDAS-Gutachten erfülle  die 
Anforderungen  an  ein  IV-Gutachten  nicht,  da  es  nur  allgemein  eine 
Tätigkeit  im kaufmännischen Sektor  mit  einem 50%-Pensum als möglich 
erachte, aber nicht näher beschreibe, welche Tätigkeiten dem Beschwer-
deführer konkret noch möglich und zuzumuten wären. Richtigerweise müs-
se aufgrund eines ziffernmässigen Einkommensvergleichs des Validenein-
kommens im angestammten Bereich als kaufmännischer Angestellter und 
des Invalideneinkommens in einer invaliditätsangepassten Tätigkeit im Be-
reiche  Dienstleistungen  (gemäss  LSE  2002)  von  einem  Invaliditätsgrad 
von 62,4% ausgegangen werden.

 5.1. Das  Bundesrecht  schreibt  nicht  vor,  wie  die  erhobenen  Beweismittel  zu 
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-
schwerdeverfahren  gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung.  Da-
nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Be-
weise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend 
und  pflichtgemäss  zu  würdigen.  Für  das  Beschwerdeverfahren  bedeutet 
dies, dass das Bundesverwaltungsgericht alle Beweismittel  – unabhängig 
davon,  von  wem sie  stammen –  objektiv  zu  prüfen  und  danach  zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des  streitigen  Rechtsanspruches  gestatten.  Insbesondere  kann  es  bei 
einander  widersprechenden medizinischen Berichten und Gutachten kein 
Urteil fällen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Grün-
de anzugeben, warum der Entscheid auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische  These  abstellt.  Hinsichtlich  des  Beweiswertes  eines  ärztli-
chen  Gutachtens  ist  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  ent-

10

scheidend, ob es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht,  auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet  und ob die Schlussfolgerungen begründet 
sind (BGE 125 V 351 Erw. 3a). 

 5.2. Im vorliegenden Verfahren hat die Vorinstanz in Kenntnis der komplexen 
Vorgeschichte und der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers 
die  MEDAS  mit  der  polydisziplinären  Abklärung  und  Begutachtung  des 
Versicherten beauftragt. Insbesondere war die zumutbare Arbeitsfähigkeit 
des  Beschwerdeführers  in  seiner  angestammten  Tätigkeit  als  Bankkauf-
mann oder  in  einer  alternativen,  der  Behinderung angepassten Beschäf-
tigung zu beurteilen; im Weiteren war die Frage zu beantworten, ob medi-
zinische und/oder berufliche Massnahmen die Arbeitsfähigkeit verbessern 
könnten.  Im Rahmen dieses  Auftrages hat  sich die  MEDAS im Wesent-
lichen auf die Konsilien von vier Spezialärzten abgestützt.

Dr.  med.  I._______  kam  in  seinem  neurologischen Gutachten  vom  23. 
April 2004 (act. 236) insbesondere zum Schluss, dass sich in der klinisch-
neurologischen Untersuchung des Beschwerdeführers mit  Ausnahme der 
Sensibilitätsstörung am Oberschenkel normale Befunde zeigten, und dass 
die  Kopfschmerzen  demzufolge  als  Spannungskopfweh  zu interpretieren 
seien, wie dies bereits früher von Dr. A._______ festgehalten worden sei – 
und nicht  von posttraumatischen Beschwerden aufgrund des Autounfalls 
im Jahr 1987 ausgegangen werden könne. Ein Übergang zu Migräne liege 
nicht vor. Ebenso fehlten Hinweise auf eine symptomatische Kopfwehform 
oder Anhaltspunkte für eine zervikale medulläre oder radikuläre oder eine 
lumbo-radikuläre Schädigung. Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, so könne 
die  Form  und  Intensität  der  Beschwerden  keine  erhebliche  Beeinträch-
tigung  der  Arbeits-  und  Erwerbsfähigkeit  bewirken,  und  die  Einschrän-
kungen dürften (aus medizinisch theoretischen Gründen)  kaum mehr  als 
10 bis 15% betragen.

In der neuropsychologischen Beurteilung vom 20. Mai 2004 (act. 235) hielt 
der Gutachter  lic.  phil.  J._______ fest,  dass beim Beschwerdeführer  ge-
samthaft eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstö-
rung  bestehe,  wobei  mehrere  Faktoren  (die  Unfälle  in  den  Jahren  1987 
und  1991,  ein  bereits  jahrelang  andauernder  Alkoholabusus  und  zudem 
langjährige psychische Beeinträchtigungen wie Angst und Depression) mit-
ursächlich seien. Die Arbeitsfähigkeit als kaufmännischer Angestellter und 
in einer anderen, der Ausbildung und bisherigen beruflichen Erfahrung ent-
sprechenden Tätigkeit werde aus aus rein neuropsychologischer Sicht zu 
35% eingeschränkt; im Haushalt sei der Patient voll arbeitsfähig.

Im  rheumatologischen Konsilium  zu  Handen  der  MEDAS  hielt  Dr.  med. 
H._______ am 4.  Mai  2004 (act.  237 a)  fest,  dass er  den Beschwerde-
führer  aus rheumatologischer Sicht,  bezüglich des Bewegungsapparates, 
zu 70% arbeitsfähig erachte, und für eine körperlich leichte, leidensange-
passte  Tätigkeit  in  wechselnden  Körperpositionen  eine  volle  Arbeits-

11

fähigkeit bestehe. Für eine ausschliesslich stehende und sitzende Tätigkeit 
sei der Versicherte zu 50% und für eine körperlich schwere Arbeit zu 80% 
arbeitsunfähig.  Im  Haushalt  bestehe  keine  relevante  Einschränkung  der 
Arbeitsfähigkeit.

Aufgrund  der  psychiatrischen Abklärung  schliesslich  hat  Dr.  med. 
G._______  in  seinem  Gutachten  vom  29.  April  2004  (act.  237)  eine 
"mittelgradige bis schwere depressive  Episode" und eine "Alkoholabhän-
gigkeit, gegenwärtiger Substanzgebrauch" mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit  sowie  eine  "Nikotinabhängigkeit"  und  "nicht  näher  bezeichnete 
Persönlichkeitsstörung" ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnos-
tiziert.  Der  Gutachter  stellte  fest,  dass  Antrieb,  Ausdauer,  Konzentrati-
onsfähigkeit  und  Selbstvertrauen  des  Beschwerdeführers  aufgrund  der 
Depression und der Schmerzen beeinträchtigt seien, was dessen Arbeits-
fähigkeit  mindere.  Wegen  seiner  psychischen  Störungen  könne  der  Be-
schwerdeführer zeitlich nur eingeschränkt arbeiten, wobei eine Präsenzzeit 
von 70-80% mit  vermehrten  Pausen  möglich  wäre,  bei  einer  Einschrän-
kung der Leistungen im Ausmass von 30%. Zusammengefasst könne aus 
psychiatrischer  Sicht  von  einer  Arbeitsunfähigkeit  von etwa  50% ausge-
gangen werden.  In  Bezug auf  die  Auswirkungen auf  die Eingliederungs-
fähigkeit  hielt  der  Gutachter  fest,  berufliche  Massnahmen  wie  eine 
Umschulung  oder  Wiedereingliederung  seien  wahrscheinlich  nicht  mehr 
sinnvoll,  da der Versicherte  bereits  seit  langem keiner  geregelten  Arbeit 
mehr nachgehe.

Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen sowie der Laborbefunde und 
der Röntgenbefunde kamen Dr. med. E._______ und Dr. med. F._______ 
der Medizinischen Abklärungsstelle MEDAS Zentralschweiz in ihrer umfas-
senden Würdigung vom 12. August 2004 (act. 240) zum Schluss, dass die 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für die angestammte Tätigkeit als 
kaufmännischer  Angestellter  auf  50% der  Norm geschätzt  werde,  wobei 
vor allem die psychiatrischen, weniger die neuropsychologischen, rheuma-
tologischen und neurologischen Befunde limitierend wirkten.  Die Arbeits-
fähigkeit  bei  anderer  Tätigkeit  werde  gleich  eingestuft  –  mit  Ausnahme 
schwerer  körperlicher  Arbeit,  die  aus  rheumatologischen  Gründen  unzu-
mutbar sei. Für den eigenen Haushalt werde eine volle Arbeitsfähigkeit at-
testiert.  Als  mögliche  medizinische  Massnahme  zur  Verbesserung  der 
Arbeitsfähigkeit  nannte  die  MEDAS  eine  konsequente  antidepressive 
Therapie,  während  als  berufliche  Massnahme  eine  Wiedereingliederung 
als  theoretisch  möglich,  praktisch  aus  invaliditätsfremden  Gründen  (der 
Beschwerdeführer lebt seit 13 Jahren – ohne zu arbeiten – in Thailand) als 
illusorisch bezeichnet wurde.

Der  ärztliche  Dienst  der  IV-Stelle  hat  sich  dieser  Einschätzung  ange-
schlossen  und  zudem  gestützt  auf  die  Anamnese  eine  20%ige  Arbeits-
unfähigkeit  als kaufmännischer Angestellter  ab dem Jahr 1991, und eine 
50%ige Erwerbsunfähigkeit ab dem 11. November 2002 angenommen. Mit 
Verfügung vom 15. Dezember 2004 wurde daher dem Beschwerdeführer 
eine  halbe  IV-Rente  zugesprochen,  vorerst  ab  dem  1.  November  2003 
(act.  256).  Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. August  2005 

12

korrigierte die Vorinstanz nach Rücksprache mit der MEDAS den Beginn 
des Rentenanspruchs auf den 1. Dezember 2001. 

 5.3. Das Bundesverwaltungsgericht  kommt zum Schluss,  dass die Vorinstanz 
die rechtserheblichen Beweismittel pflichtgemäss gewürdigt hat. Das ihrem 
Entscheid im Wesentlichen zu Grunde liegende MEDAS-Gutachten ist um-
fassend,  beruht  auf  allseitigen  Untersuchungen,  berücksichtigt  auch  die 
vom Beschwerdeführer nach wie vor geltend gemachten Beschwerden und 
wurde in Kenntnis der Anamnese abgegeben. Auch sind die Schlussfolge-
rungen, insbesondere die Feststellung einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit 
von 50% im angestammten Bereich als kaufmännischer Angestellter, hin-
reichend begründet und nachvollziehbar.

Aus  den  Schlussfolgerungen  des  MEDAS-Gutachten  ist  klar  ersichtlich, 
dass  der  Situation  des  Beschwerdeführers  im Zeitpunkt  des  Gutachtens 
hinreichend Rechnung getragen wurde. Die Arbeitsfähigkeit in seinem frü-
heren Beruf als kaufmännischer Angestellter wurde aufgrund des psychi-
atrischen  Befundes  auf  50% geschätzt,  während  in  den  neuropsycholo-
gischen, rheumatologischen und neurologischen Befunden von einer gerin-
geren  Arbeitsunfähigkeit  ausgegangen  wurde.  Daraus  erhellt,  dass  die 
psychischen  Probleme  des  Beschwerdeführers  bei  der  Bemessung  der 
Restarbeitsfähigkeit ausreichend berücksichtigt worden sind.

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers berücksichtigt diese Be-
urteilung keinewegs nur die quantitative,  zeitliche Einschränkung der Ar-
beits- und damit Erwerbsfähigkeit, sondern auch Leistungseinbussen qua-
litativer  Art,  die  vor  allem auf  psychische  Probleme zurückzuführen sind 
(vgl.  insb.  das Gutachten vom 29.  April  2004 von Dr.  med. G._______). 
Entscheidend ist, dass die MEDAS in ihrem breit abgestützten Gutachten 
überzeugend  darlegt,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  angestammte 
kaufmännische Berufstätigkeit zu 50% weiterhin ausüben könnte. 

Allerdings fällt auf, dass seit der Erstellung des Gutachtens resp. der um-
fassenden  medizinischen  Untersuchung  des  Beschwerdeführers  bereits 
geraume  Zeit  verstrichen  ist.  Da  jedoch  die  gesundheitlichen  Probleme 
des  Beschwerdeführers  nicht  auf  ein  konkretes  Ereignis  zurückzuführen 
sind,  sondern  sich  seit  längerer  Zeit  entwickelt  haben  und  primär  psy-
chischer  Natur  sind,  und  da  zudem  weder  die  Diagnosen  noch  die 
medizinischen Schlussfolgerungen seitens des Beschwerdeführers bestrit-
ten  werden,  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Ergebnisse  des 
MEDAS-Gutachten nach wie vor  als  zutreffend – zumal  im vorliegenden 
Verfahren auch keine neuen ärztlichen Zeugnisse beigebracht wurden.

 5.4. Da  dem  Beschwerdeführer  gemäss  ärztlichem  Gutachten  die  ange-
stammte  Tätigkeit  im  kaufmännischen  Bereich  im  Umfang  von  50% zu-
zumuten ist, er demnach seinen früheren Beruf – unter Berücksichtigung 
der  invaliditätsbedingten  qualitativen  Einschränkungen  –  noch  zu  50% 
ausüben und somit auch ein entsprechendes, um diesen Prozentsatz redu-
ziertes  Einkommen  erzielen  könnte,  entspricht  das  Mass  der  Arbeitsun-
fähigkeit  dem Grad der Invalidität  – nämlich  50%. Auf  die Durchführung 
eines ziffernmässigen Einkommensvergleichs unter Beizug der LSE-Listen 

13

kann daher verzichtet werden (vgl. oben Ziff. 4.7). Ohne Bedeutung ist da-
mit  auch  die  Frage,  welche  (insb.  kaufmännischen)  Verweistätigkeiten 
noch im Umfang von 50% möglich wären.

Im Weiteren ist festzuhalten, dass in Fällen, in denen aufgrund ärztlicher 
Gutachten abgeklärt  wurde, welches Einkommen der Versicherte in einer 
leidensangepassten Tätigkeit erzielen könnte, kein leidensbedingter Abzug 
vorzunehmen ist – anders als bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 
auf Grund von Tabellenlöhnen (vgl. BGE 129 V 222 Erw. 4.4). 

Da die Rentenberechnung seitens des Beschwerdeführers nicht bestritten 
wurde, ist darauf nicht weiter einzugehen. 

 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Einspracheent-
scheid auf einer pflichtgemässen und umfassenden Erhebung und Würdi-
gung der rechtserheblichen Beweismittel beruht und auch im Übrigen nicht 
zu beanstanden ist.  Die Beschwerde vom 16. September 2005 ist  daher 
abzuweisen.

 7. Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige 
Parteientschädigung. 

 7.1. Verfahrenskosten werden keine erhoben, da es im vorliegenden Verfahren 
um die Bewilligung bzw. Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, 
und gemäss den bis zum 30. Juni 2006 geltenden und nach der Praxis des 
Bundesverwaltungsgerichts  für die hängigen IV-Verfahren auch weiterhin 
anwendbaren  Bestimmungen  keine  Verfahrenskosten  erhoben  werden 
(Art. 69 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 85bis Abs. 2 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 
[AHVG, SR 831.10]).

 7.2. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist grundsätzlich keine Partei-
entschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG  e contrario). Der Be-
schwerdeführer  hat  allerdings  für  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren 
die unentgeltliche Verbeiständung beantragt. 

Gemäss Art.  65 Abs. 1 und 2 VwVG kann einer Partei,  die bedürftig  ist, 
deren Begehren nicht als aussichtslos erscheinen und die nicht imstande 
ist, ihre Sache selbst zu vertreten, ein Anwalt bestellt  werden. Diese Be-
dingungen müssen kumulativ erfüllt sein (vgl. BGE 122 I 51 Erw. 2c/bb,), 
was  im  vorliegenden  Verfahren  der  Fall  ist.  Aufgrund  der  Akten  ist  die 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers,  der  seine  Rechte  nicht  in  ausrei-
chendem Masse selber wahrnehmen kann, erstellt. Das Gesuch um unent-
geltliche Verbeiständung ist daher gutzuheissen. 

Mangels Kostennote ist die Entschädigung des Rechtsvertreters nach Er-
messen,  unter  Berücksichtigung  des  gebotenen  und  aktenkundigen  An-
waltsaufwandes festzusetzen (Art. 65 Abs. 5 VwVG in Verbindung mit Art. 
14 Abs. 2 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173. 

14

320.2]). Da der beigezogene Anwalt den Beschwerdeführer bereits im vor-
instanzlichen Verfahren vertrat und daher der anwaltliche Aufwand im Be-
schwerdeverfahren  relativ  gering  war,  erachtet  das  Bundesverwaltungs-
gericht eine Entschädigung von pauschal Fr. 1'200.-- (inkl. MWSt.) für an-
gemessen. Diese Entschädigung ist von der Vorinstanz zu leisten (Art. 65 
Abs. 3 in Verbindung mit Art. 64 Abs. 2 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde vom 16. September 2005 wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. Dem Beschwerdeführer wird infolge Gewährung der unentgeltlichen Ver-
beiständung  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'200.-- zugesprochen.

Diese Entschädigung ist von der Vorinstanz innert 30 Tagen nach Eintritt 
der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu leisten.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer

- der Vorinstanz 

- dem Bundesamt für Sozialversicherung

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stefan Mesmer Susanne Marbet Coullery

Rechtsmittelbelehrung:

Dieses Urteil  kann innert  dreissig Tagen ab Zustellung beim Schweizerischen 
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, angefochten werden (vgl. Art. 
42, 48 und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[BGG, SR 173.110]). 

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