# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9911797d-3d5a-59d1-bd5d-588e0a37dc50
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 09.03.2004 S 2003 167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2003-167_2004-03-09.pdf

## Full Text

S 03 167

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 9. März 2004

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. … ist 1957 geboren, geschieden und hat zwei Kinder im Alter von 21 und 22 

Jahren. Die Versicherte absolvierte ab 1996 eine Zweitausbildung zur 

Krankenschwester DN I im Alters- und Pflegeheim … in ... Am 30. Dezember 

1997 erhielt sie von einem desorientierten Alzheimer- und Parkinsonpatienten 

einen Schlag seitlich in den rechten Nacken-/Halsbereich. In der Folge stellten 

sich bei ihr starke Nacken- und Kopfschmerzen mit Gefühlsstörungen um den 

Mund herum ein. Nach einer Erstbehandlung im Kantonsspital Chur und einer 

anschliessenden stationären Rehabilitation in der Klinik … wurde im 

Austrittsbericht vom 28. Dezember 1998 der Versicherten aus somatischer 

Sicht in der angestammten Tätigkeit wiederum eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert. Gemäss einem vom Unfallversicherer eingeholten Gutachten der 

Klinik … vom 12. Februar 1999 lag eine volle Arbeitsfähigkeit auch aus 

psychiatrischer Sicht vor. Trotz der Beschwerden schloss sie die Ausbildung 

zur Krankenschwester DN I im September 1999 ab und konnte daraufhin eine 

Teilzeitstelle als Betagtenbetreuerin im ambulanten Bereich antreten.

Am 8. Februar 2001 kam es während eines Hausbesuchs erneut zu einem 

Ereignis, wo eine Patientin unbeabsichtigerweise der Versicherten einen 

Faustschlag im Bereich der rechten Schulter-Nackenseite zufügte. Zur 

Rehabilitation hielt sich die Anspruchstellerin vom 10. Mai bis 7. Juni 2001 

wiederum in der Klinik … auf. In deren Austrittsbericht wurde die 

Restarbeitsfähigkeit mit 50% für die bisherige Tätigkeit ausser Haus beurteilt. 

Im Haushaltsbereich sollten körperlich schwere Tätigkeiten und 

Überkopfarbeiten vermieden werden. Die Versicherte meldete sich daraufhin 

am 8. Juni 2001 bei der IV-Stelle Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum 

Bezug von IV-Leistungen (Berufsberatung, Rente) an.

Zur genaueren Abklärung des Gesundheitszustandes wurde die Versicherte 

auf Anordnung der IV-Stelle am 13./14. August 2002 in der MEDAS der 

Universitätskliniken Basel-Stadt untersucht und begutachtet. In ihrem 

Abschlussbericht vom 13. November 2002 bescheinigte die MEDAS der 

Versicherten eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit für den angestammten Beruf als 

Spitexmitarbeiterin. Rein praktischerweise sei diese Tätigkeit durch die 

organisatorischen Probleme weniger geeignet (lange Präsenz- und 

Pikettdienste am Stück). In einem anderen Beruf mit leichter bis maximal 

intermittierend mittelschwerer körperlicher Tätigkeit, die vorwiegend sitzend, 

in Wechselpositionen und ohne Überkopfarbeiten ausgeführt werden könne, 

bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Durch geeignete 

medizinische Massnahmen, insbesondere mit Schwerpunktbildung in der 

psychologischen Aufarbeitung der dissoziativen Störung und der 

somatoformen Schmerzstörung, könnte allenfalls für sehr leichte körperliche 

Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70% erreicht werden.

Nachdem ein stationärer Aufenthalt an der Zürcher Höhenklinik Davos vom 

13. Januar bis 8. Februar 2003 und eine Hospitalisation am Universitätsspital 

Zürich vom 10. Februar bis 13. Februar 2003 keine Veränderung des 

Gesundheitszustandes brachten, hielt am 4. April 2003 der Hausarzt Dr. … 

gegenüber der IV-Stelle schliesslich fest, dass die damalige Beurteilung der 

MEDAS zweifellos weiterhin Gültigkeit habe. Die in diesem Bericht 

aufgeführte Arbeitsfähigkeit als Spitexmitarbeiterin von 50% sei aber nicht 

mehr realisierbar. Nach wie vor bestehe aber die 50%-ige Arbeitsfähigkeit für 

eine behinderungsgerechte Tätigkeit. Demzufolge wäre als Massnahme der 

IV eine Umschulung angezeigt und für die berufliche Integration von grösster 

Wichtigkeit.

2. Die IV-Stelle lehnte mit Verfügung vom 5. Juni 2003 das Leistungsbegehren 

der Versicherten ab. Die am Wohnort vorgenommenen Abklärungen hätten 

ergeben, dass im Tätigkeitsbereich als Hausfrau eine wirtschaftliche 

Invalidität von 35.8% ausgewiesen sei. Gestützt auf eingehende 

spezialärztliche Untersuchungen sei aus medizinischer Sicht sowohl im 

angestammten als auch in anderen Berufen eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit 

vorhanden. Ausgehend von einer Berufstätigkeit ohne Behinderung von 70% 

lasse sich im Erwerbsbereich eine Einschränkung von 22.65% ermitteln. Da 

der errechnete Gesamtinvaliditätsgrad von 26.6% unter 40% liege, bestehe 

kein Rentenanspruch. Dagegen erhob die Versicherte am 22. Juni 2003 

Einsprache und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

Neufestsetzung des IV-Grades.

3. Mit Entscheid vom 5. November 2003 wies die IV-Stelle die Einsprache ab. 

Aufgrund des umfassenden MEDAS-Berichtes ergebe sich eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit. Dies habe auch 

der Hausarzt Dr. … am 4. April 2003 festgehalten. Nicht zu hören sei der 

Einwand der Versicherten, dass sie sich seit dem 1. Juli 2003 bei Dr. …, 

Psychiatrie und Psychotherapie, …, in psychiatrischer Behandlung befinde, 

weil die psychosomatischen Fachärzte der MEDAS der Versicherten eine 

50%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert hätten. Sie stelle auf die multidisziplinäre 

MEDAS-Begutachtung ab, welche durch die Selbstangaben in der Einsprache 

nicht derart erschüttert würden, dass nicht mehr darauf vertraut werden 

könnte. Für die Berechnung des Invalideneinkommens von 2002 (Fr. 31'650.--

) habe man auf die Durchschnittslöhne zweier geeigneter 

Verweisungstätigkeiten (Betreuerin bei der Arbes-Klinik Beverin und der Argo 

Surava) abgestellt. Auch ein allfälliger Beizug der LSE-Tabellen würde zu 

keinem besseren Ergebnis führen.

Im Haushaltsbereich sei zu berücksichtigen, dass sich der 

Gesundheitszustand der Versicherten seit der Abklärung vom 13./14. August 

2002 gemäss MEDAS-Gutachten und Bericht Dr. … nicht verschlechtert 

habe, weshalb die ermittelte Einschränkung von 35.8% nicht zu beanstanden 

sei. Dies ergebe nach der gemischten Methode mit einer Gewichtung im 

Erwerbsbereich von 70% ab 10. Mai 2001 den erwähnten Invaliditätsgrad von 

26.6%.

4. Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 4. Dezember 2003 frist- 

und formgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheides und 

der Zusprechung einer vollen IV-Rente sowie die unentgeltliche 

Prozessführung. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 18. Dezember 2001 bis 

heute 100% arbeitsunfähig, weswegen ihr bei der Spitex in … per 30. April 

2002 gekündigt worden sei. Sie erziele heute kein Einkommen und eine 

erneute Erwerbsaufnahme werde kaum mehr möglich sein. Seit Frühling 2002 

sei sie in psychiatrischer Behandlung bei Dr. ... Trotz intensiver Therapie habe 

sich ihr psychischer Zustand nicht verbessert und sie sei mehrmals infolge 

organischer Störung in ärztlicher Pflege gewesen. Die gesundheitliche 

Situation der Beschwerdeführerin habe sich in den letzten Monaten physisch 

und psychisch verschlechtert. Die depressiven Symptome hätten sich 

verstärkt und sie könne nicht einer geregelten Arbeit im Umfang von 50% 

nachgehen. Da zwischen Begutachtung und Rentenverfügung ein Jahr 

vergangen sei, müssten die jetzigen gesundheitlichen Verhältnisse nochmals 

überprüft werden. Das Invalideneinkommen betrüge bei 20%-iger Tätigkeit Fr. 

11'700.-- (Fr. 900.-- pro Monat). Der Minderverdienst wäre Fr. 29'218.-- und 

der IV-Grad somit 71.4%.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Januar 2004 schliesst die IV-Stelle auf 

Abweisung. Es sei per Saldo an der Arbeitsfähigkeit von 50% in einer 

behinderungsgerechten Tätigkeit festzuhalten, was für das Jahr 2002 das 

gemäss Einspracheentscheid festgestellte Invalideneinkommen von Fr. 

31'650.-- ergebe. Betreffend Einschränkung im Haushalt wiederholt die IV-

Stelle ihre Begründung und hält am Gesamtinvaliditätsgrad von 26.6% fest. 

Zudem führt sie aus, dass bei einer allfälligen Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes nach Erlass des angefochtenen 

Einspracheentscheides es der Beschwerdeführerin unbenommen sei, sich mit 

einer neuen Anmeldung an die Verwaltung zu wenden.

6. Die Beschwerdeführerin macht daraufhin in ihrer Replik geltend, dass das 

MEDAS-Gutachten nicht mehr aktuell sei, weswegen eine ausführliche 

psychiatrische Abklärung erfolgen müsse. Die Haushaltsabklärung liege zwei 

Jahre zurück und könne zur Entscheidfindung nicht beigezogen werden, weil 

sich der Zustand der Beschwerdeführerin in den letzten zwei Jahren erheblich 

verschlechtert habe. Wie aus dem Gutachten von Dr. … vom 14. Januar 2004 

hervorgehe, sei die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsunfähig.

7. Duplicando hält die Beschwerdegegnerin fest, dass zur Beantwortung der 

streitigen Frage der Sachverhalt zum Zeitpunkt des Erlasses des 

Einspracheentscheides am 5. November 2003 massgebend sei. Der Bericht 

von Dr. … könne deshalb nicht berücksichtigt werden. Im Übrigen verweist 

die IV-Stelle auf ihre Argumentation in der Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid vom 5. November 2003. 

Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdeführerin eine IV-Rente 

zuzusprechen ist.

2. Da der angefochtene Einspracheentscheid am 11. September 2003 und die 

Verfügung am 3. April 2003 ergingen, ist im vorliegenden Verfahren das IVG 

in der vom 1. Januar 2003 (Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG; SR 830.1) bis 31. 

Dezember 2003 (Inkrafttreten der 4. IVG -Revision am 1. Januar 2004) gültig 

gewesenen Fassung anwendbar (BGE 129 V 1 Erw. 1.2 S. 4).

3. a) Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG) hat die Versicherte Anspruch auf eine Vollrente, wenn sie mindestens 

zu 66 2/3%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, oder auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist; in Härtefällen besteht 

bereits bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine 

halbe Rente (Art. 28 Abs. 1 bis IVG). ). Als Invalidität im Sinne des ATSG gilt 

die durch einen Gesundheitsschaden verursachte längerfristige 

Erwerbsunfähigkeit oder bei Nichterwerbstätigen die Unmöglichkeit, sich im 

bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 7, Art. 8 Abs. 1 und 2 ATSG). 

Bei Erwerbs- und Berufstätigen errechnet sich der Invaliditätsgrad nach der 

Methode des Vergleiches der Einkommen mit und ohne Behinderung (Art. 28 

Abs. 2 IVG). Bei Nichterwerbstätigen stellt Art. 27 Abs. 1 der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) darauf ab, in welchem Masse 

eine Person behindert ist, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen 

(sog. spezifische Methode: BGE 104 V 135 E. 2a 136).

b) Bei Teilerwerbstätigen werden der Anteil der Erwerbstätigkeit nach der 

Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG) und der übrige 

Aufgabenanteil nach der spezifischen Methode mit Betätigungsvergleich (Art. 

27 Abs. 1 IVV) festgelegt. Die Kombination zwischen Tätigkeiten im 

Berufsleben und in andern Aufgabenbereichen ist in Art. 27 Abs. 1bis IVV 

geregelt und wird als gemischte Methode bezeichnet. Der Invaliditätsgrad 

bemisst sich in diesen Fällen nach den prozentualen Anteilen der 

Behinderungen in beiden Tätigkeitsbereichen bzw. aus der 

Gegenüberstellung der auf beiden Tätigkeitsgebieten ermittelten 

Einschränkungen (vgl. dazu: BGE 125 V 146 E. 2b 149; PVG 1990 Nr. 70). - 

Im konkreten Fall ist die Anwendbarkeit dieser Bemessungsmethode ebenso 

zu Recht unangefochten geblieben wie die Aufteilung der 

Beschäftigungsquote von 70% als Erwerbstätige und 30% als Hausfrau. 

Strittig sind aber in beiden Bereichen der Invaliditätsgrad und die diesem 

prozentual zugrunde gelegten Einschränkungen geblieben, weshalb es 

zunächst die massgeblichen Grundlagen für die Ermittlung dieser Werte zu 

überprüfen und zu würdigen gilt.

4. a) Ausgangspunkt für die richterliche Beurteilung bilden dabei die ärztlichen 

Befunde über den Gesundheitszustand und die Restarbeitsfähigkeit der 

Versicherten, wobei ergänzend festzuhalten ist, dass für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren als auch für die über die Einsprache befindende 

Vorinstanz der Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses des 

Einspracheentscheides am 5. November 2003 massgebend ist (BGE 116 V 

248 Erw. 1a, RKUV 2001 Nr. 419 S. 101 f.). Dabei handelt es sich um einen 

allgemeinen prozessualen Grundsatz, von welchem nicht je nach den daraus 

resultierenden Vor- und Nachteilen abgewichen werden kann. Keine 

Berücksichtigung findet deshalb das der Replik beigelegte ärztliche Zeugnis 

von Dr. … vom 14. Januar 2004, welches der Patientin eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100% bescheinigt. Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass die 

prozentuale Restarbeitsfähigkeit der Versicherten im Laufe eines 

monatelangen Beschwerdeverfahrens durchaus graduell variieren kann und 

sich daher die gerichtlichen Behörden vor allem an den zuvor in den 

medizinischen Berichten gestellten Diagnosen und Prognosen orientieren 

anstatt sich auf eine Momentanaufnahme der gerade aktuell bestehenden 

Arbeitsfähigkeit zu verlassen. Kommt es nach Erlass des angefochtenen 

Einspracheentscheides jedoch zu einer dramatischen Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes und vermag die Versicherte jene Entwicklung 

glaubhaft zu machen, so besteht weiterhin die Möglichkeit, sich mit einem 

neuen Gesuch bei der IV-Stelle anzumelden (vgl. Art. 87 IVV).

b) Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 

der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtend und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (vgl. SVR 1998 IV Nr. 1 Erw. 3c; BGE 122 V 60 Erw. 1c).

c) Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der damit einhergehenden 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit stellte die Vorinstanz im angefochtenen 

Einspracheentscheid insbesondere auf die polydisziplinäre medizinische 

Begutachtung durch die MEDAS vom 13./14. August 2002 resp. deren 

Schlussbericht vom 13. November 2002 ab. Darin wurden bei der 

Beschwerdeführerin folgende Diagnosen (mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit) gestellt:

1. V.a. anhaltende somatoforme Schmerzstörung
2. Panvertebralsyndrom mit/bei: 
- betont cervicocephales und cervicospondylogenes Schmerzsyn-

drom rechts
- leichtgradigen degenerativen Veränderungen und Diskusprotrusio-

nen C5/6 und C6/7

- Cervicobrachialsyndrom rechts
- Fehlhaltung LWS
3. Unklare neurologische Symptomatik rechter Arm
4. V.a. drop attacks
5. Depressive Episode.

In ihrer Konsensdiskussion kommen die Fachärzte der MEDAS zum Schluss, 

dass nach wie vor eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bei leichter bis maximal 

intermittierend mittelschwerer körperlicher Tätigkeit, die vorwiegend sitzend, 

in Wechselpositionen und ohne Überkopfarbeiten ausgeführt werden könne, 

bestehe. Längerfristig ungeeignet sei hingegen die bisherige Tätigkeit als 

Krankenschwester/Betagtenpflegerin, da sich einerseits die teils sehr langen 

Pikettdienste und zum andern die in diesem Beruf unvermeidbaren schweren 

Hebebelastungen mit den Beschwerden der Versicherten nicht mehr 

vertragen würden.

d) Die Feststellungen der Gutachter der MEDAS beruhen auf einer umfassenden 

interdisziplinären Abklärung der Beschwerdeführerin und sind in Kenntnis der 

wesentlichen medizinischen Vorakten sowie unter Berücksichtigung der 

geklagten Beschwerden getroffen worden. Die von den Experten gezogenen 

Schlussfolgerungen werden eingehend, nachvollziehbar und widerspruchsfrei 

begründet, weshalb diesem medizinischen Bericht volle Beweiskraft 

zuerkannt werden darf. Deren Feststellungen stimmen ausserdem mit der 

vom langjährigen Hausarzt Dr. … zuletzt am 4. April 2003 geäusserten 

Auffassung überein, dass nach wie vor eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit für eine 

behinderungsgerechte Tätigkeit bestehe. Der Hausarzt führt im Weiteren aus, 

dass sich der Zustand gegenüber dem MEDAS-Bericht vom 13. November 

2002 nicht verändert habe. Daran habe leider auch die stationäre Behandlung 

in der Zürcher Höhenklinik Davos nichts ändern können.

e) Da das polydisziplinäre medizinische Gutachten der MEDAS nach Ansicht 

des Gerichts ein ausreichend klares Bild über den Gesundheitsschaden und 

seine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ergeben hat, so dass eine 

zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruches möglich ist, hat die IV-

Stelle zu Recht den Beweiswert des Gutachtens bejaht und ihn zur Grundlage 

seines Entscheides genommen. Was die Beschwerdeführerin dagegen 

vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Insbesondere die in der Replik 

gemachte Behauptung, der Gesundheitszustand habe sich in den letzten zwei 

Jahren erheblich verschlechtert, ist tatsachenwidrig und widerspricht zudem 

ihrer Feststellung in der Beschwerdeschrift, wo sich der Gesundheitszustand 

nur in den letzten Monaten verschlechtert hatte. Hierzu gilt es noch einmal 

daran zu erinnern, dass im vorliegenden Verfahren die Verfügung der IV-

Stelle am 5. Juni 2003 und der Einspracheentscheid am 5. November 2003 

ergingen. Wie bereits oben unter Erw. 4. e) erwähnt, hatte noch am 4. April 

2003 der langjährige Hausarzt Dr. … auf Ersuchen seiner Patientin die IV-

Stelle in Übereinstimmung mit seinen bisherigen Zeugnissen dahingehend 

informiert, dass die Beurteilung der MEDAS vom 13. November 2002 wegen 

des unveränderten Gesundheitszustandes weiterhin zweifellos Geltung habe 

und deshalb nach wie vor eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit bestehe. Die Vorinstanz sah somit aus 

gutem Grunde keinen Anlass, an der Gültigkeit des MEDAS-Berichtes zu 

zweifeln und hat folglich zu Recht auf weitere medizinische Abklärungen 

verzichtet (vgl. BGE 122 V 162).

5. In Würdigung der soeben erwähnten Arzt- und Klinikberichte ergibt sich, dass 

die Versicherte aus medizinischer Sicht spätestens seit April 2002 in einer 

leidensangepassten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig war. Hätte sie ihre 

Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang in einer vom IV-Berufsberater eruierten 

Verweisungstätigkeit als Betreuerin bei der ARBES Klinik Beverin oder als 

Betreuerin bei der ARGO Surava ausgeschöpft, so hätte sie im Jahre 2002 

einen Verdienst von Fr. 31'650.-- erzielen können. Im Vergleich zum 

unbestrittenen hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 40’918.-- resultiert 

hieraus im Erwerbsbereich eine von der Vorinstanz korrekt ermittelte 

Einschränkung von 22.65%.

6. Für den im Haushaltbereich durchzuführenden Betätigungsvergleich gemäss 

der Regelung in Art. 27 IVV ist sodann nicht auf eine medizinisch-theoretische 

Schätzung abzustellen, sondern es ist zu ermitteln, in welchem Mass die 

Beschwerdeführerin bei der Haushaltsführung behindert ist. Die zu diesem 

Zweck durchgeführte Haushaltsabklärung, deren Ergebnisse im Bericht vom 

8. Januar 2002 detailliert festgehalten sind, bildet eine genügende Grundlage 

für die Schätzung der Invalidität in der Haushaltstätigkeit (AHI-Praxis 1997 S. 

291 E. 4a). Im Übrigen liegt ein gewisser Ermessensspielraum in der Natur 

der Sache, weshalb auch von daher nicht ohne Not in die Gesamtbeurteilung 

der IV-Haushaltsexpertin einzugreifen ist (VGU S 2001 157 E. 4b). 

Abweichungen und Korrekturen drängen sich nur dort auf, wo es zumindest 

Anhaltspunkte gibt, dass die Vorinstanz unseriös, befangen oder sonstwie 

unfair gehandelt haben könnte. Solche Indizien bestehen im vorliegenden Fall 

nicht, weshalb auf die Erkenntnisse und die Bewertungen der IV-Expertin 

uneingeschränkt abgestellt werden darf. In Berücksichtigung der Tatsache, 

dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Abklärung 

vom 13./14. August 2002 aktenkundig nicht verschlechtert hat, gibt es folglich 

an der von der IV-Stelle ermittelten invaliditätsbedingten Einschränkung von 

35.8% im Haushaltsbereich nichts auszusetzen.

7. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass der aus dem eingangs 

erwähnten Zahlenmaterial errechnete IV-Behinderungsgrad von insgesamt 

26.6% zu keinen Korrekturen Anlass gibt. Damit ist hinreichend erstellt, dass 

von einer rentenbegründenden Invalidität im Einzelfall nicht ausgegangen 

werden kann.

Der angefochtene Entscheid erweist sich deshalb in jeder Hinsicht als 

rechtmässig, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

8. a) Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege. Da das Verfahren vor 

Verwaltungsgericht gemäss Art. 61 lit. a ATSG unter Vorbehalt vorliegend 

nicht in Betracht fallender Ausnahmen kostenlos ist, stellt sich in casu nur die 

Frage, ob der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Verbeiständung zu 

gewähren ist. Nach Art. 61 lit. f ATSG ist der beschwerdeführenden Partei ein 

unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bewilligen, wo es die Verhältnisse 

rechtfertigen. In Fortführung der bisherigen Rechtsprechung ist hierfür 

kumulativ erforderlich, dass die Gesuchsstellerin bedürftig ist, die Vertretung 

in Anbetracht der Schwierigkeit der sich stellenden Tat- und Rechtsfragen im 

konkreten Fall notwendig ist und der Prozess nicht als aussichtslos erscheint. 

Als aussichtslos gelten Verfahren, bei denen die Gewinnchancen beträchtlich 

geringer sind als die Verlustgefahr und daher kaum mehr als ernstlich 

bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, 

wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten 

oder jene nur weniger geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, 

die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 

Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf 

eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb 

anstrengen können, weil er nichts kostet (BGE 122 I 271 2b; Kieser, a.a.O., N 

86 ff. zu Art. 61 ATSG;  Müller, Grundrechte in der Schweiz, Bern 1999, S. 

551). 

b) Mit Ausnahme des durch die Beschwerdeführerin verspätet eingereichten 

Arztzeugnisses von Dr. …, beurteilen sämtliche sich hierzu äussernden Ärzte 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin übereinstimmend. Insbesondere 

stuft das umfassende und überzeugend begründete, polydisziplinäre MEDAS-

Gutachten die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit als 

zu 50% arbeitsfähig ein, bei adäquater Verarbeitung der Empfindungsstörung 

sei aus somatischer Sicht für eine sehr leichte körperliche Tätigkeit sogar eine 

70%-ige Arbeitsfähigkeit möglich. Ausgehend von einer Erwerbstätigkeit von 

70% ohne Gesundheitsschaden müssen bei dieser Beweislage die Chancen 

der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren zu obsiegen, als 

beträchtlich geringer eingestuft werden als die Verlustgefahr. Dies gilt umso 

mehr, als es das Bundesgericht in ständiger Praxis mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, hinsichtlich bestimmter 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. So hat es in Bezug auf das verwaltungsinterne Verfahren 

festgestellt, dass der Versicherungsträger unter Umständen verpflichtet ist, 

Gutachten externer Ärzte einzuholen. Werden solche Expertisen durch 

anerkannte Spezialärzte aufgrund eingehender Beobachtung und 

Untersuchung sowie nach Einsicht in die Akten erstattet und gelangen diese 

Ärzte bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen, so darf der 

Richter in seiner Beweiswürdigung solchen Gutachten volle Beweiskraft 

zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 122 V 161 E. 1c; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 96 E. 5a, 

RKUV 1985 Nr. K 646 S. 237 E. 2b; Meyer-Blaser, a.a.O. , S. 230 zu Art. 28 

IVG). In Anbetracht dieser Sach- und Rechtslage ist anzunehmen, dass eine 

Person, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, unter den gegebenen 

Umständen bei vernünftiger Überlegung auf ein Beschwerdeverfahren 

verzichtet hätte, weshalb das Gesuch der Beschwerdeführerin um 

unentgeltliche Verbeiständung abzuweisen ist. Damit kann offen gelassen 

werden, ob eine Verbeiständung unter den gegebenen Umständen notwendig 

gewesen wäre.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde und das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung werden 

abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.