# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3267b5f4-baca-5ff0-bf03-e39158a0c140
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.05.2008 E-2473/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2473-2008_2008-05-15.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2473/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher, 
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

X._______, Togo,
vertreten durch, lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung);
Verfügung des BFM vom 19. März 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2473/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit Verfügung vom 14. Dezember 2007 das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  vom  23. September  2007  abwies  und  die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom 28. Januar  2008 
auf  die  gegen  diese  Verfügung  verspätet  eingereichte  Beschwerde 
nicht eintrat,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  19.  März  2008  -  eröffnet  am 
20. März 2008 - das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers 
vom 20. Februar 2008 abwies, das Gesuch um Kostenbefreiung gut-
hiess  und  feststellte,  der  Entscheid  vom  14.  Dezember  2007  sei 
rechtskräftig sowie vollstreckbar und einer allfälligen Beschwerde kom-
me keine aufschiebende Wirkung zu,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihrer Verfügung im Wesentlichen 
ausführte, die Rekapitulation des Sachverhalts sei wiedererwägungs-
rechtlich  nicht  relevant  und  die  zur  Stützung  der  Vorbringen  einge-
reichten Beweismittel (fünf vom Beschwerdeführer verfasste Texte vom 
Dezember 2002,  ein Bestätigungsschreiben einer togolesischen Exil-
organisation aus A._______ mit Briefumschlag, ein Artikel aus „Jeune 
Afrique“ über _______, ein Schreiben vom 20. März 2007, ein Telefax 
der  vorerwähnten  togolesischen  Exilorganisation,  ein  Bestätigungs-
schreiben  einer  togolesischen  Exilorganisation  aus  B._______  mit 
Briefumschlag,  die  Kopie  eines  Schreibens  des  Beschwerdeführers 
vom 16. Dezember 2002) seien weder neu noch erheblich,

dass nicht dargelegt worden sei, weshalb der am 20. September 2007 
aus C._______ ausgereiste  Beschwerdeführer  nicht  in  der  Lage ge-
wesen sein sollte, seine aus dem Jahre 2002 datierenden Texte (Pro-
testschreiben  und  Brief)  und  das  medizinische  Schreiben  vom 
20. März 2007 bereits im ordentlichen Asylverfahren einzureichen,

dass weder aus dem Brief des Beschwerdeführers vom 16. Dezember 
2002 noch aus seinen Texten vom 14. Dezember 2002 hervorgehe, an 
wen diese Schriftstücke gerichtet sowie ob – und falls ja – wann genau 
sie verschickt beziehungsweise publiziert worden seien,

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dass  die  Schreiben  der  togolesischen  Exilorganisationen  aus 
A._______ und B._______, in denen im Wesentlichen die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  und  seine  Gefährdung  bei  einer  Rückkehr 
nach Togo bestätigt würden, als Gefälligkeitsschreiben Dritter zu quali-
fizieren seien, weshalb deren Beweiswert angesichts seiner unglaub-
haften Aussagen im ordentlichen Asylverfahren als gering einzustufen 
sei,

dass dem Artikel aus der Zeitschrift „Jeune Afrique“, der sich inhaltlich 
mit  _______ befasse, mangels Bezugs zur Person des Beschwerde-
führers keine Relevanz zukomme,

dass somit keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel vor-
lägen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 14. Dezember 2007 
beseitigen  könnten,  weshalb  das  Wiedererwägungsgesuch  abzuwei-
sen sei,

dass der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin mit Rechts-
mitteleingabe vom 17. April 2008 (Poststempel) die Aufhebung der Ver-
fügung vom 19. März 2008 und die Gewährung von Asyl, eventualiter 
die Feststellung der Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs unter Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragte,

dass er in prozessualer  Hinsicht die Wiederherstellung der aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde und die unentgeltliche Rechtspflege 
beantragte,

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 23. April 2008 
nach einer summarischen Prüfung der Akten und mit entsprechender 
Begründung zum Schluss gelangte, die in der Beschwerde formulier-
ten Rechtsbegehren seien von vornherein aussichtslos, die Gesuche 
um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs und unentgeltliche Rechts-
pflege abwies und den Beschwerdeführer unter Androhung des Nicht-
eintretens auf die Beschwerde im Unterlassungsfall aufforderte, innert 
Frist einen Kostenvorschuss zu bezahlen,

dass der Kostenvorschuss von Fr. 1200.-- am 8. Mai 2008 fristgerecht 
bezahlt wurde,

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und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  auf 
dem Gebiet des Asylrechts entscheidet (Art. 105 Abs. 1 des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 34 des Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]; 
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  der  Wiedererwägungsentscheid  des  BFM  vom  19.  März  2008 
eine Verfügung im Bereich des Asylrechts darstellt, die mit Beschwer-
de an das letztinstanzlich zuständige Bundesverwaltungsgericht  wei-
tergezogen werden kann,

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und da-
her ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se Änderung hat (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass er daher zur Einreichung einer Beschwerde gegen die Verfügung 
des BFM vom 19. März 2008 legitimiert ist,

dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass das BFM die Eingabe vom 20. Februar 2008 zu Recht als Ge-
such um Wiedererwägung der Verfügung vom 14. Dezember 2007 be-
handelt hat,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich, wie nachstehend aufgezeigt, vorliegend um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass vorliegend gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf die Durchfüh-
rung des Schriftenwechsels verzichtet wurde,

dass nach Art. 29 Abs. 1 und 2 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; zur Weiter-
geltung der unter  Art. 4 aBV entwickelten Rechtsprechung des Bun-
desgerichts vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137) ein verfassungsmässiger 
Anspruch  auf  Wiedererwägung  besteht,  wenn  erhebliche  Tatsachen 
oder Beweismittel geltend gemacht werden, die im früheren Verfahren 
nicht bekannt waren oder damals noch nicht eingebracht werden konn-
ten, oder wenn sich die Umstände seit der letzten Beurteilung wesent-
lich  geändert  haben  und  mithin  der  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Ent-
scheid  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen  der  Sach-  oder 
Rechtslage anzupassen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 2003  Nr.  7  E. 1 
S. 42 f.;  BGE 124 II 1  E. 3a  S. 6,  BGE  120 Ib 42  E. 2b  S. 46, 
BGE 113 Ia 146 E. 3a S. 150 ff.),

dass ungeachtet dieses verfassungsmässigen Anspruchs ein Wieder-
erwägungsgesuch  nicht  dazu  dienen  darf,  die  Verbindlichkeit  eines 
Verwaltungsentscheides  fortlaufend in  Frage zu stellen  (vgl. EMARK 
2003 Nr. 17 E. 2b S. 104),

dass sich die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe im Wesentli-
chen darin erschöpfen, die Authentizität der mündlichen Vorbringen zur 
Begründung des Asylgesuchs zu bekräftigen, ohne indessen in subs-
tanziierter und detaillierter Weise zur Begründung des BFM im Wieder-
erwägungsentscheid Stellung zu nehmen,

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung in rechtsgenügli-
cher Weise begründet hat, weshalb die im erstinstanzlichen Wiederer-
wägungsverfahren eingereichten Beweismittel  weder neu noch ange-
sichts ihres geringen Beweiswertes erheblich sind,

dass entgegen dem diesbezüglichen Vorbringen in  der  Rechtsmittel-
eingabe das Schreiben vom 20. März 2007 (_______) nicht bereits im 
ordentlichen  Asylverfahren  eingereicht  wurde,  und  es  sich  mangels 
wiedererwägungsrechtlicher Relevanz erübrigt, den allfälligen Eingang 
des  in  der  Beschwerde  in  Aussicht  gestellten  ärztlichen  Berichts 
betreffend Knieschmerzen abzuwarten,

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dass an dieser Stelle mangels stichhaltiger Entgegnungen in der Be-
schwerde  insbesondere  zur  fehlendenden  Neuheit  und  Erheblichkeit 
der  eingereichten  Beweismittel  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen 
auf die zutreffenden Erwägungen des Bundesamtes in der angefochte-
nen Verfügung verwiesen werden kann,

dass das BFM das Wiedererwägungsgesuch vom 20. Februar 2008 zu 
Recht abgewiesen hat und es dem Beschwerdeführer nicht gelungen 
ist  darzutun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  ver-
letzt,  den rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig 
feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Be-
schwerde abzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1'200.-- 
(Art. 2 und 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  und  durch  den 
am 8. Mai 2008 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt 
sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.--  werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe gedeckt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- D._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand: 

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