# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87786c70-d5e0-5c4d-91e1-95566b8e2710
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.02.2012 D-1653/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1653-2010_2012-02-28.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­1653/2010

U r t e i l   v om   2 8 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,
Richter Bendicht Tellenbach;   
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sri Lanka,  
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 9. Februar 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  eigenen  Angaben  zufolge  seinen 
Heimatstaat  am  16. September  2008  (…)  in  Richtung  A._______.  Von 
dort  gelangte  er  am  13. Oktober  2008  (…)  illegal  in  die  Schweiz. 
Gleichentags  suchte  er  in  B._______  um  Asyl  nach.  Am  21. Oktober 
2008  fand  im  dortigen  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  eine 
erste Befragung statt. Am 24. Juni 2009 wurde er in C._______ durch das 
Bundesamt  in  Anwendung  von  Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört.

Der  Beschwerdeführer  machte  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  sri­
lankischer Staatsangehöriger  tamilischer Ethnie und habe sich seit  dem 
5. Juni  2006  bis  zur  Ausreise  in  D._______  auf  der  E._______ 
aufgehalten.  Zuvor  habe er  in F._______,  ebenfalls  auf  der E._______, 
gewohnt.  Im Rahmen einer nach einem Granatenangriff  auf das dortige 
Armeecamp  im  (…)  erfolgten  Razzia  der  sri­lankischen  Armee  sei  der 
Beschwerdeführer  als  Verdächtigter  des  Angriffs  vom  (…)  im  besagten 
Camp festgehalten worden. Bei der Festnahme sei  (…) verletzt worden, 
(…).  Im  Zeitraum  von  (…)  als  ein  Waffenstillstand  zwischen  den 
Bürgerkriegsparteien  bestanden  habe,  musste  er  unter  Zwang 
Hilfsarbeiten  (…)  für  die  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE) 
ausführen,  welche  Tätigkeiten  teilweise  von  der  sri­lankischen  Armee 
gefilmt worden seien. In der Folge seien (…), die wie er solche Arbeiten 
für  die  LTTE  ausgeführt  hätten,  verschwunden  und  nicht  wieder 
aufgetaucht.  Er  selbst  sei  im  (…)  wegen  diesen  Tätigkeiten  vom  sri­
lankischen Geheimdienst einmal zu Hause gesucht worden. Um weiteren 
Übergriffen  zu  entgehen  und  dem  Rat  seiner  Familie  folgend,  habe  er 
F._______ am (…) verlassen und sei in das unter der Kontrolle der LTTE 
stehende  Vanni­Gebiet  gereist.  Dort  habe  er  in  D._______  Wohnsitz 
genommen. Im (…) hätten ihn Angehörige der LTTE aufgesucht und ihn 
in eines ihrer Camps mitgenommen, wo er (…) habe absolvieren müssen. 
Daraufhin  sei  er  geflüchtet,  aber  am  (…)  Tag  von  den  LTTE  wieder 
festgenommen  worden  und  in  ihrem  Camp  festgehalten  worden. 
Während  seiner  Haft  habe  er  für  die  LTTE  (…)  müssen.  Im  späteren 
Verlauf  der  Haft  sei  er  von  einem  Angehörigen  der  LTTE  im  Bunker 
aufgesucht und  fortan regelmässig vergewaltigt worden.  Im (…) habe er 
sich  sehr  schlecht  gefühlt  und  deshalb  von  den  LTTE  in  (…)  überführt 
werden sollen. Auf dem Weg dorthin sei ihm die Flucht gelungen. Er habe 
sich  zu  einem  (…)  in G.______  begeben  und während  (…)  bei  diesem 

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aufgehalten. Daraufhin sei er auf dem Landweg nach H._______ gereist, 
von wo er Sri Lanka (…) verlassen habe.

Für die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird,  soweit  für den 
Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten verwiesen.

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  folgende 
Dokumente  zu  den  Akten:  Eine  Skizze  seines  Fluchtweges  (…);  (…) 
Todesanzeigen  von  Tamilen,  die  ebenfalls  die  LTTE  unterstützt  hätten; 
ein  Bestätigungsschreiben  der Human Rights Commission  of  Sri  Lanka 
(HRCL) vom (…) sowie (…) ärztliche Berichte über seine Behandlung in 
der Schweiz.

B. 
Mit  Verfügung  vom  9. Februar  2010  –  eröffnet  am  11. Februar  2010 – 
stellte  das  Bundesamt  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
ordnete es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz an, 
schob indessen den Vollzug der Wegweisung wegen Unzumutbarkeit zu 
Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf.

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  geltend 
gemachten  Verfolgungsvorbringen  genügten  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  nicht.  So  habe  die  Haft  bei  den  LTTE  gemäss  (…)  der 
eingereichten,  auf  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  beruhenden 
Arztberichten  (…)  beziehungsweise  (…)  Monate  gedauert,  wogegen 
dieser anlässlich der Befragung vom 21. Oktober 2008 erklärt habe, die 
Haft habe (…) Monate gedauert. Gemäss einem der Arztberichte sei der 
Beschwerdeführer  während  den  ersten  (…)  Haftmonaten  sexuell 
misshandelt  worden,  wogegen  dieser  anlässlich  der  Anhörung  vom 
24. Juni  2009  erklärt  habe,  er  sei  erst  ab  dem  (…) Monat  vergewaltigt 
worden.  Sodann  habe  sich  der  Beschwerdeführer  widersprüchlich  zum 
Datum  der  Flucht  aus  dem  LTTE­Camp  (…)  und  der  (…)  LTTE­
Ausbildung (…) geäussert. Unter diesen Umständen vermöchten die (…) 
Arztberichte  diese  Asylvorbringen  nicht  glaubhaft  darzutun.  Die 
eingereichte  Skizze  des  Fluchtwegs  vermöchte  die  Widersprüche 
bezüglich  dem  Zeitpunkt  der  Flucht  aus  dem  LTTE­Camp  und  der  dort 
erlebten Vorbringen nicht zu entkräften. Zudem seien die Aussagen des 
Beschwerdeführers  bezüglich  Anzahl,  Datum  und  Urheber  der  Suchen 
nach  ihm widersprüchlich. Weiter  sei  nicht  nachvollziehbar,  inwiefern  er 
als  "gesuchte  Person"  in  den  Jahren  (…)  die  mehrstufigen 

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Sicherheitskontrollen  des  Vanni­Gebiets  habe  passieren  können,  ohne 
dabei  festgenommen  zu  werden.  Auch  unter  diesem  Gesichtswinkel 
erscheine  die  geltend  gemachte  Suche  der  sri­lankischen  Armee  nach 
ihm unglaubhaft. Seine Beschreibungen des mehrmonatigen Aufenthalts 
im LTTE­Camp seien wenig detailliert ausgefallen. Das HRCL­Schreiben 
sei  nach  dem  Gesagten  als  im  Nachhinein  in  Auftrag  gegebenes 
Gefälligkeitsschreiben  ohne  Beweiswert  zu  qualifizieren.  Die  (…) 
eingereichten Todesanzeigen seien, wie sich aus dem Pfadname ergebe, 
offensichtlich  privat  auf  einem  PC  erstellt  worden  und  erweckten  somit 
den Eindruck im Nachhinein erstellter Dokumente ohne konkreten Bezug 
zu den Asylvorbringen. Im Übrigen sei der Vollzug der Wegweisung zwar 
zulässig,  doch  erweise  er  sich  in Würdigung  sämtlicher  Umstände  und 
unter  Berücksichtigung  der  Aktenlage  zum  gegenwärtigen  Zeitpunkt  als 
nicht zumutbar, wobei nicht glaubhaft erstellt sei, dass die in der Schweiz 
festgestellten  gesundheitlichen  Schwierigkeiten  ihre  Ursache  in  der 
geltend gemachten, als unglaubhaft qualifizierten Verfolgung in Sri Lanka 
hätten.

C. 
Mit  Eingabe  vom  15. März  2010  (Datum  des  Poststempels)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer  unter 
Kosten­ und Entschädigungsfolge, es sei die Verfügung der Vorinstanz in 
den  Punkten  1  bis  3  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Feststellung  des 
vollständigen  und  richtigen  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  zur 
Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen;  eventualiter  sei  die 
angefochtene  Verfügung  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers  festzustellen  und  diesem  in  der  Schweiz  Asyl  zu 
gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde die vollständige Einsicht in die 
gesamten  Asylakten,  insbesondere  in  die  eingereichten  Beweismittel 
A11,  beantragt,  unter  anschliessender  Ansetzung  einer  angemessenen 
Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung; zudem wurde für den 
Fall  der  Gutheissung  der  Beschwerde  um  Ansetzung  einer 
angemessenen  Frist  zur  Einreichung  einer  detaillierten  Kostennote 
ersucht. Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 
den Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  24. März  2010  teilte  das 
Bundesverwaltungsgericht  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  er  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig 
wurde  ihm unter Verzicht auf eine Frist  zur Stellungnahme und Hinweis 

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auf Art. 32 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  Einsicht  in  die  von  ihm 
eingereichten  Beweismittel  gewährt  und  Frist  zur  Bezahlung  eines 
Kostenvorschusses gesetzt. Dieser wurde am 8. April 2010 geleistet.

E. 
Mit  Eingabe  vom  13. April  2010  (vorab  per  Telefax)  reichte  der 
Beschwerdeführer  eine Beschwerdeergänzung  ein.  Auf  die  Begründung 
wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

F. 
F.a. Mit Vernehmlassung  vom 19. Mai  2010 beantragte  das Bundesamt 
die  Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  führte  es  aus,  die 
Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunkts  rechtfertigten, 
und verwies auf seine Erwägungen, an welchen es festhielt.

F.b. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 20. Mai 2010 
zur Kenntnis gebracht. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem Gebiet  des Asyls  endgültig,  ausser  – was  in  casu 
nicht  zutrifft  –  bei  Vorliegen  eines Auslieferungsersuchens  des Staates, 
vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 
AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3. 

2. 
Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
Art. 108  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48 
Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Nachdem  der  erhobene  Kostenvorschuss 
fristgerecht eingezahlt wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.

3. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt, wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land, wo  sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie 
Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken 
(Art. 3 AsylG).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 
5.1.  In  formeller  Hinsicht  wurde  in  der  Beschwerde  gerügt,  dem 
Beschwerdeführer sei nicht vollständige Akteneinsicht gewährt und damit 

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sein  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  worden.  Auf  sein 
diesbezügliches  Gesuch  vom  4. März  2010  hin  sei  ihm  von  der 
Vorinstanz  insbesondere  in  die  von  ihm  anlässlich  der  Anhörung  vom 
24. Juni 2009 eingereichten Beweismittel keine Einsicht gewährt worden. 
Diese Dokumente seien  ihm unter Ansetzung einer angemessenen Frist 
zur Beschwerdeergänzung zuzustellen (vgl. Beschwerde [Art. 2] S. 4). In 
der  Folge  wurden  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung 
24. März  2010  die  erwähnten  Beweismittel  in  Kopie  zugesandt,  wobei 
unter  Hinweis  auf  Art. 32  Abs. 2  VwVG  auf  eine  Frist  zur 
Beschwerdeergänzung verzichtet wurde, mit der Begründung, dass zum 
einen  die  Beschwerde  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  einer 
Rechtsmitteleingabe  gemäss  Art. 52  Abs.1  VwVG  erfülle  und  zum 
anderen  die  Voraussetzungen  für  eine  ergänzende  Beschwerdeschrift 
gemäss Art. 53 VwVG nicht gegeben seien. Diesbezüglich wurde  in der 
Eingabe vom 13. April 2010 entgegnet, die erwähnten Beweismittel seien 
dem  Beschwerdeführer  erst  mit  der  Zwischenverfügung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  24. März  2010  zugestellt  worden.  Da 
das  BFM  darauf  im  angefochtenen  Entscheid  mehrfach  Bezug 
genommen  und mit  Verweis  auf  ihren  Inhalt  das  Asylgesuch  abgelehnt 
habe, hätte der Beschwerdeführer als Ausfluss seines Anspruchs auf das 
rechtliche  Gehör  zwingend  das  Recht  gehabt,  in  dieser  Sache  eine 
Beschwerdeergänzung  einzureichen.  Es  entspräche  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts, nach Gewährung der Einsicht  insbesondere 
in  entscheidrelevante  Akten  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung 
einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Vor diesem Hintergrund müsse 
die  Eingabe  vom  13. April  2010  auch  als  Beschwerdeergänzung 
bezeichnet und entsprechend behandelt werden. 

Da die erwähnten Beweismittel vom Beschwerdeführer selbst eingereicht 
worden waren, waren ihm diese bereits bekannt, weshalb die Vorinstanz 
darauf  verzichtete,  ihm  davon  im  Rahmen  der  Akteneinsicht  Kopien 
zuzustellen. Durch dieses Vorgehen wurde sein Anspruch auf rechtliches 
Gehör  nicht  verletzt.  Dasselbe  gilt  für  den  Umstand,  dass  dem 
Beschwerdeführer  im Rahmen des  Instruktionsverfahrens nicht gestattet 
wurde,  im  Sinne  von  Art. 53  VwVG  eine  Beschwerdeergänzung 
einzureichen.  Der  Beschwerdeführer  hätte  bereits  in  der 
Rechtsmitteleingabe  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  zu  den 
vorinstanzlichen Erwägungen gehabt, wonach die Glaubhaftigkeit  seiner 
Verfolgungsvorbringen  auch  gestützt  auf  die  eingereichten  Beweismittel 
verneint wurde. Schliesslich wurde sein Anspruch auf  rechtliches Gehör 
auch  dadurch  gewährleistet,  dass  ihm  in  diesem  Zusammenhang  im 

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Instruktionsverfahren  unter  Hinweis  auf  Art. 32  Abs. 2  VwVG  die 
erwähnten  Beweismittel  in  Kopie  zugestellt  wurden  und  in  diesem Sinn 
seine  Eingabe  vom  13. April  2010  als  Nachtrag  zur  Beschwerde 
entgegengenommen wird.

5.2. Zur Begründung der Beschwerde wurde  in  formeller Hinsicht weiter 
ausgeführt,  die  Vorinstanz  habe  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
unvollständig  festgestellt.  So  gehe  das  BFM  davon  aus,  dass  die 
gesundheitlichen  Probleme  des  Beschwerdeführers  nicht mit  den  in  Sri 
Lanka  erlittenen  Benachteiligungen  und  Traumatisierungen 
zusammenhängen  würden.  Das  Bundesamt  habe  die  Unglaubhaftigkeit 
der  Verfolgungsvorbringen  (auch)  mit  Widersprüchen  zwischen  den 
Aussagen des Beschwerdeführers und den – ihrerseits wieder auf dessen 
Aussagen  beruhenden,  aber  aus  sprachlichen  und  gesundheitlichen 
Gründen  mit  Verständigungsschwierigkeiten  behafteten – 
Sachverhaltsschilderungen  in  den  eingereichten  ärztlichen  Unterlagen 
begründet.  Das  BFM  habe,  ohne  die  notwendigen 
Sachverhaltsabklärungen  vorzunehmen,  auf  die  Unglaubwürdigkeit  der 
geschlechtsspezifischen  Verfolgung  des  Beschwerdeführers 
geschlossen.  Auch  habe  es  dessen  Aussagen  in  den  Anhörungen  mit 
den  Aussagen  bei  den  Ärzten  beweismässig  gleichgesetzt,  was 
unzulässig sei. Zudem habe der Beschwerdeführer betreffend die geltend 
gemachte  Verfolgung  Beweise  und  Berichte  eingereicht.  Diese  seien 
indes vom BFM mit der Begründung, sie hätten keinen direkten Bezug zu 
den Vorbringen des Beschwerdeführers, nicht angenommen worden. Der 
Beschwerdeführer  habe  ausgesagt,  er  befürchte  (auch  nach  Abschluss 
des  Krieges)  eine  Verfolgung  durch  die  sri­lankischen  Behörden.  Das 
Bundesamt  habe  es  unterlassen,  ihn  dazu  und  zu  einem  allfälligen 
Screening  durch  die  sri­lankischen  Behörden  zu  befragen.  Schliesslich 
sei  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  auch  im  Zusammenhang  mit  den 
eingereichten Todesanzeigen unvollständig festgestellt worden.

5.3.  Namentlich  wurde  eingewandt,  der  Beschwerdeführer  habe  seine 
Gespräche  mit  den  Ärzten  während  der  ärztlichen  Behandlung  in  der 
Schweiz,  abgesehen  davon,  dass  er  Mühe  bekunde,  sich  an  konkrete 
Abläufe  zu  erinnern,  nur  im Rahmen  seiner  begrenzten  Kenntnisse  der 
deutschen  und  englischen  Sprachen  führen  können;  darin  liege  der 
Grund  für  die  von  der  Vorinstanz  erwähnten Unstimmigkeiten  zwischen 
seinen protokollierten Aussagen und denjenigen in den Arztberichten; das 
BFM habe den Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vom 24. Juni 
2009  nicht  mit  diesen  Widersprüchen  konfrontiert,  sondern,  ohne  die 

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notwendigen  Sachverhaltsabklärungen  vorzunehmen,  auf  die 
Unglaubhaftigkeit  der  entsprechenden  Vorbringen  geschlossen;  das 
Bundesamt wäre aber verpflichtet gewesen, diesen Sachverhalt nach der 
geltend  gemachten  geschlechtsspezifischen  Verfolgung,  dem  Vorliegen 
eines  Arztberichts  und  der  Kenntnis  einer  schweren  Erkrankung  des 
Beschwerdeführers zwingend näher abzuklären und  ihm die Möglichkeit 
zu  geben,  zu  diesen  angeblichen  Widersprüchen  Stellung  zu  nehmen; 
zudem  habe  die  Vorinstanz  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers 
anlässlich der Anhörungen zu den Asylgründen mit den Ausführungen zur 
Vorgeschichte  in  den  ärztlichen  Berichten  beweismässig 
unzulässigerweise gleichgesetzt;  dazu  verwies er  auf Art. 12  und Art.19 
VwVG  in  Verbindung  mit  Art. 57  ff.  des  Bundesgesetzes  vom 
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273), wonach 
solche Arztberichte als Berichte von Sachverständigen qualifiziert werden 
könnten, wobei zu beachten sei, dass sie vorliegend nicht im Hinblick auf 
die  Durchführung  des  Asylverfahrens  und  –  bezogen  auf  die  erlittene 
Verfolgung  –  auf  die  Erhebung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
erstellt worden seien.

Vorweg  ergibt  eine  Überprüfung  der  Akten,  dass  die  Widersprüche 
zwischen  den  protokollierten  Aussagen  einerseits  und  den  gestützt  auf 
die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  erstellten  Vorgeschichten  in  den 
ärztlichen  Berichten  andererseits  von  der  Vorinstanz  in  zutreffender 
Weise  konstatiert  wurden.  Sodann  ist  festzuhalten,  dass  sich  die 
erwähnten  Widersprüche  auf  denselben  Sachverhalt  beziehen.  Indes 
wurden sie von der Vorinstanz nicht als einzige Indizien zur Begründung 
der  mangelnden  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten 
Verfolgungsvorbringen  herangezogen,  sondern  –  neben  anderen,  die 
geschilderte  Verfolgung  beschlagenden,  der  allgemeinen  Erfahrung 
widersprechenden und unsubstanziierten Aussagen – als weitere Indizien 
erwähnt, welche  insgesamt  lediglich erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit 
der  Kernvorbringen  erweckt,  jedoch  (noch)  nicht  zur  Verneinung  der 
Anforderungen  an  die Glaubhaftigkeit  geführt  haben. Vielmehr  legte  die 
Vorinstanz in ihren Erwägungen im Anschluss an diese ersten Zweifel die 
weiteren  Begründungselemente  dar,  welche  sie  zum  Schluss  kommen 
liess,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten 
Verfolgungsvorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht 
standhielten. Namentlich führte sie dabei – wie die Überprüfung der Akten 
ergibt – ebenfalls zutreffend aus, die Schilderungen des mehrmonatigen 
Aufenthalts  im  LTTE­Camp  durch  den  Beschwerdeführer  seien  wenig 
detailliert  ausgefallen,  insbesondere  hinsichtlich  eines  typischen 

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Tagesablaufs,  der  Sicherung  des  Camps  gegen  aussen,  der  erlebten 
Vorbringen im Camp und damit auch der mehrfachen Vergewaltigungen. 
Zudem  zog  die  Vorinstanz  die  in  den  ärztlichen  Unterlagen  gestellten 
Diagnosen nicht in Zweifel, sondern wies im Zusammenhang mit der von 
ihr  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  angeordneten 
vorläufigen  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  ausdrücklich  darauf  hin, 
dass  mit  dieser  Massnahme  die  gemäss  den  eingereichten  ärztlichen 
Unterlagen indizierten, in der Schweiz begonnen Therapien weitergeführt 
werden  könnten.  Unter  diesen  Umständen  erweist  sich  die  vom 
Beschwerdeführer  erhobene  Rüge,  die  Vorinstanz  habe  im 
Zusammenhang  mit  der  geltend  gemachten  geschlechtsspezifischen 
Verfolgung  den  rechtserblichen Sachverhalt  unvollständig  abgeklärt  und 
eine  unzulässige  Beweiswürdigung  vorgenommen  beziehungsweise  die 
Bestimmungen der  freien Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 
BZP) verletzt, als unbegründet.

5.4.  Im  Zusammenhang  mit  den  geltend  gemachten  Aktivitäten  für  die 
LTTE wurde in der Beschwerde eingewandt, der Beschwerdeführer habe 
auch  darauf  verwiesen,  dass  verschiedene  seiner  Kollegen  durch 
angeblich  unbekannte  Personen  getötet  worden  seien,  und 
entsprechende  Beweismittel  und  Berichte  eingereicht  beziehungsweise 
einzureichen versucht; diese Berichte seien jedoch durch das BFM nicht 
angenommen worden, weil  sie aus dessen Sicht  keinen direkten Bezug 
zum Beschwerdeführer hätten; allein das Zurückweisen solcher Berichte, 
welche  zum  Nachweis  einer  asylrelevanten  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers gedient hätten, verletze den Anspruch auf rechtliches 
Gehör  und  verhindere  die  vollständige  und  richtige  Abklärung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts;  sodann  dürfe  angenommen  werden, 
dass  dem  BFM  bekannt  sei,  dass  der  offene  militärische  Konflikt 
zwischen der sri­lankischen Armee und den LTTE Mitte Mai 2009 durch 
den Sieg der sri­lankischen Armee beendet worden sei und im Anschluss 
daran  auf  ausdrückliche  Anordnung  der  sri­lankischen  Regierung  ein 
sogenannter  Screening­Prozess  begonnen  habe,  mit  dem  Ziel,  alle 
Personen,  welche  für  die  LTTE  Aktivitäten  ausgeführt  hätten,  zu 
registrieren,  wobei  die  Regierung  darauf  hingewiesen  habe,  dass  alle 
Unterstützer der LTTE bestraft würden; der Beschwerdeführer habe klar 
ausgesagt,  dass  er  auch  eine  Verfolgung  durch  die  sri­lankischen 
Behörden  befürchte;  seine  letzte  Anhörung  datiere  vom  24. Juni  2009 
und  habe  nach  dem  Ende  des  offenen  militärischen  Konflikts 
stattgefunden; dennoch habe es das Bundesamt damals unterlassen, ihn 
zum aktuellen Gefährdungspotential zu befragen; der Umstand, dass der 

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Beschwerdeführer  wegen  der  geltend  gemachten  Tätigkeiten  für  die 
LTTE mit Sicherheit  in  diesem Screening­Prozess  registriert worden  sei 
und  mit  einer  Verfolgung  zu  rechnen  habe,  sei  im  angefochtenen 
Entscheid  nicht  thematisiert  worden.  Auch  diesbezüglich  sei  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  unvollständig  und  unrichtig  abgeklärt 
worden.

Der  Beschwerdeführer  reichte  anlässlich  der  Erstbefragung  vom 
21. Oktober  2008  eine  Identitätskarte  und  einen  Geburtsschein  zu  den 
Akten. Zu Beginn der Anhörung vom 24. Juni 2009 wurde er wiederholt 
danach gefragt, ob er Dokumente oder Ausweispapiere abzugeben habe, 
woraufhin  er  je  eine  englische Übersetzung  seiner Geburtsurkunde  und 
des  Totenscheins  seines  Vaters,  ein  Bestätigungsschreiben  der  HRCL 
vom  (…)  und  Todesanzeigen  von  (…)  Tamilen,  die  ebenfalls  die  LTTE 
unterstützt hätten, einreichte. Zudem legte er dem Befrager (…) vor und 
erklärte dazu, er wolle die Umgebung zeigen, in der er gewohnt habe, in 
F._______  habe  es  viele  Razzien  gegeben,  viele  Leute  seien  verhaftet 
und  umgebracht  worden.  Die  Frage,  ob  ein  persönlicher  Bezug  zu  ihm 
bestehe,  verneinte  der  Beschwerdeführer,  woraufhin  ihm  (…)  vom 
Befrager  mit  der  Bemerkung  zurückgegeben  wurde,  dass  das  BFM 
genügend  Informationen  über  die  allgemeine  Situation  besitze. 
Schliesslich  fertigte  der  Beschwerdeführer  im  weiteren  Verlauf  der 
Anhörung eine Skizze betreffend seine Flucht im (…) an, welche ebenso 
als Beweismittel zu den Akten genommen wurde wie die am (…) an das 
BFM  gesandten  (…)  ärztlichen  Berichte  betreffend  die  in  der  Schweiz 
erfolgten  Behandlungen.  Unter  diesen  Umständen  erweist  sich  der 
Vorwurf, die Vorinstanz habe die Annahme von Beweismitteln, die dazu 
geeignet  sind,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  festzustellen, 
verweigert, dadurch den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt und die 
vollständige  und  richtige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
verhindert, als unbegründet. Vielmehr ist das Bundesamt gestützt auf die 
rechtliche  Würdigung  der  eingereichten  Beweismittel  zum  Schluss 
gelangt,  dass  diese  zum  rechtsgenüglichen  Nachweis  einer 
asylrelevanten  Verfolgung  nicht  ausreichen  würden.  Dasselbe  gilt  auch 
bezüglich  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Todesanzeigen. 
Diesbezüglich gab er zu Protokoll, er habe in D._______ im selben Haus 
wie  einer  der  Verstorbenen  gewohnt;  diese  Person  sei  von  den  LTTE 
festgenommen  und  nachher  gefunden  worden;  er  habe  die 
Todesanzeigen von einem Kollegen aus I._______ erhalten, welcher sie 
im  Internet  gesehen  habe.  Unter  diesen  Umständen  ist  die 
vorinstanzliche  Würdigung  des  Beweismittels,  wonach  die 

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Todesanzeigen,  wie  aus  dem  (…)  ersichtlich,  offensichtlich  auf  einem 
privaten  PC  erstellt  worden  seien  und  somit  den  Eindruck  eines  im 
Nachhinein  erstellten  Dokuments  ohne  konkreten  Bezug  zu  den 
Asylvorbringen des Beschwerdeführers erweckten, nicht zu beanstanden. 
Umso  weniger  kann  auch  diesbezüglich  von  einer  unvollständigen 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts die Rede sein.

Wie  bereits  erwähnt,  gelangte  die  Vorinstanz  nach  Würdigung  der 
gesamten  Aktenlage  unter  Berücksichtigung  der  eingereichten 
Beweismittel  zum  Schluss,  dass  die  Vorringen  des  Beschwerdeführers 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht 
standhielten.  Unter  diesen  Umständen  konnte  das  Bundesamt  darauf 
verzichten,  den  Beschwerdeführer  zu  den  Befürchtungen,  im 
Zusammenhang mit dem erwähnten Screening­Prozess auch nach dem 
Ende der  kriegerischen Handlungen noch Nachstellungen durch die  sri­
lankischen  Behörden  (oder  eventuell  auch  durch  die  LTTE)  ausgesetzt 
werden zu können, ergänzend zu befragen. Eine solche Befragung wäre 
allenfalls dann geboten gewesen, wenn bei zu bejahender Glaubhaftigkeit 
die  Frage  der  asylrechtlichen  Relevanz  der  Verfolgungsvorbringen  zu 
beantworten gewesen wäre. Da davon indes in casu abgesehen werden 
konnte,  erweist  sich  die  Rüge  der  unvollständigen  und  unrichtigen 
Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  auch  unter  diesem 
Gesichtspunkt als unbegründet.

5.5.  Schliesslich  wurde  in  Bezug  auf  das  HRCL­Schreiben  vom  (…) 
ebenfalls  eine  unvollständige  und  unrichtige  Abklärung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  gerügt.  Die  Vorinstanz  habe  das 
Dokument mit der Begründung, wonach die Angaben im Schreiben nicht 
in  allen  Punkten  mit  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
übereinstimmten,  zu  Unrecht  als  im  Nachhinein  in  Auftrag  gegebenes 
Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert qualifiziert. Dem entgegen habe 
sich  (…) nach dem  letzten Übergriff vom (…) auf sie selbständig an die 
HRCL gewandt. Zu  jenem Zeitpunkt habe sich der Beschwerdeführer  in 
Gefangenschaft  bei  den  LTTE  befunden  und  dementsprechend  keinen 
Kontakt zu (…) gehabt. Diese habe nach dem erwähnten Übergriff, auch 
ohne  Kenntnis  des  Aufenthaltsortes  ihres  Sohnes,  ihre  eigene 
Bedrohungslage  zum Schutz  von  ihr  und  den weiteren  Kindern  bei  der 
HRCL vorbringen wollen. Der Beschwerdeführer habe davon erst  in der 
Schweiz, über (…), erfahren nach. Dass es bei diesem Informationsfluss 
über eine Drittperson bezüglich der Anzahl der Bedrohungen  (…) durch 
Unbekannte zu Missverständnissen kommen könne,  liege auf der Hand. 

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Beim  HCRL­Schreiben  handle  es  sich  um  ein  zentrales  Beweismittel, 
zumal damit dokumentiert werde, dass nicht nur die sri­lankische Armee, 
sondern  auch  weitere  unbekannte  Personen,  vermutungsweise 
Angehörige  von  mit  der  sri­lankischen  Armee  verbundenen 
paramilitärischen Gruppen, den Beschwerdeführer suchen würden. Damit 
wäre überdies bewiesen, dass er im Screening­Prozess registriert sei und 
deswegen  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  Verfolgungsmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG 
ausgesetzt wäre. Falls der Einschätzung durch das BFM gefolgt würde, 
sei  eine  Botschaftsabklärung  zu  veranlassen,  um  das  HRCL­Schreiben 
zu  verifizieren. Für  den Fall,  dass  vom Beschwerdeführer  ein Nachweis 
der  Authentizität  des  Schreibens  verlangt  würde,  wäre  ihm  eine 
Beweismittelfrist von mindestens (…) Tagen anzusetzen.

Eine  Überprüfung  der  Akten  ergibt,  dass  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Erstbefragung  vom  21. Oktober  2008  lediglich  eine  zu 
Hause nach ihm erfolgte Suche erwähnte, und zwar jene im (…) durch 
den  (…). Demgegenüber gab er bei der Anhörung vom 24. Juni 2009 
zu Protokoll,  er  sei  einmal  im  (…)  und  dreimal,  als  er  sich  im Vanni­
Gebiet  aufgehalten  habe,  zu Hause  gesucht worden, wobei  die  dritte 
Suche  am  (…)  stattgefunden  habe  und  die  Täter  damals  zu  Hause 
zerstörerische Handlungen ausgeführt hätten. Diese Aussagen  lassen 
sich  nicht  mit  dem  Inhalt  des  HRCL­Schreibens  in  Übereinstimmung 
bringen, in welchem lediglich drei Suchen erwähnt werden, beginnend 
mit derjenigen im (…), gefolgt von einer solchen im (…) und der letzten 
Suche  am  (…).  Daran  vermag  nichts  zu  ändern,  dass  der 
Beschwerdeführer  von den  letzten drei Suchen  (als er  sich angeblich 
im Vanni­Gebiet aufhielt) erst bei seiner Ankunft  in der Schweiz durch 
seine  hierzulande  wohnhafte  (…)  erfahren  haben  will.  Gemäss  dem 
HRCL­Schreiben  seien  die  drei  Kinder  anlässlich  der  letzten  Suche 
verängstigt  gewesen  und  hätten  geschrien,  woraufhin  die  Behelliger 
ihre  Schusswaffe  auf  sie  gerichtet  und  mit  dem  Tod  bedroht  hätten. 
Dies  steht  jedoch  in  Widerspruch  zur  Aussage  des 
Beschwerdeführers,  wonach  sich  lediglich  zwei  (…)  in  seinem 
Heimatstaat  bei  (…)  aufhielten,  während  seine  (…)  in  J._______ 
wohnhaft  sei. Vor diesem Hintergrund und weil  die geltend gemachte 
Suche durch die sri­lankische Armee und der mehrmonatige Aufenthalt 
in einem LTTE­Camp aus den von der Vorinstanz genannten Gründen 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  genügen,  ist  die 
rechtliche Würdigung des HRCL­Schreibens als Gefälligkeitsschreiben 
ohne Beweiswert nicht zu beanstanden. Mithin erweist sich auch die in 

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diesem  Zusammenhang  erhobene  Rüge  der  unrichtigen  und 
unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  als 
unbegründet.  Somit  erübrigen  sich  sowohl  eine  Botschaftsabklärung 
als  auch  das  Ansetzten  einer  Beweismittelfrist,  weshalb  die 
diesbezüglichen Anträge abzuweisen sind.

5.6.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt vom BFM hinreichend erstellt worden ist. Eine Verletzung 
der  Untersuchungspflicht  durch  das  Bundesamt  liegt  nicht  vor.  Es 
besteht deshalb kein Grund, die angefochtene Verfügung aufzuheben 
und  die  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz  zurückzuweisen.  Der  diesbezügliche  Antrag  ist  demnach 
abzuweisen. Ebensowenig besteht Anlass  für weitere Abklärungen  im 
Rahmen  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens.  Die  in  der 
Beschwerde  gestellten  Anträge  betreffend  Botschaftsabklärung  und 
Ansetzen  einer  Beweismittelfrist  sind  folgerichtig  ebenfalls 
abzuweisen.

6. 
6.1. Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren 
Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen 
Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  die  gesuchstellende 
Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann 
nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel  abstützt,  aber  auch  dann, wenn  sie wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet 
nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige 
Mit­wirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im 
Gegensatz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und 
lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer 
Gesamtwürdigung  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden  sprechen,  überwiegen 
oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen 
(Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG;  vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

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Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2005  Nr. 21  E. 6.1 
S. 190 f.).

6.2. Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die vorinstanzlichen 
Erwägungen, wonach die Vorbringen, der Beschwerdeführer sei durch 
die  sri­lankische  Armee  gesucht  und  während  einer  mehrmonatigen 
Gefangenschaft  in  einem  LTTE­Camp mehrfach  vergewaltigt  worden, 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  genügten,  als 
zutreffend erweisen (vgl. Bst. B). Die Ausführungen in der Beschwerde 
und  in  der  Eingabe  vom  13. April  2010  sind  nicht  geeignet,  daran 
etwas zu ändern.

6.3.  Nach  dem  Gesagten  erweisen  sich  die  vom  Beschwerdeführer 
geltend  gemachten Verfolgungsvorbringen  als  nicht  glaubhaft.  Aufgrund 
der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren 
Ausführungen  in  der  Beschwerde  und  der  Eingabe  vom  13. April  2010 
einzugehen,  weil  sie  am Ergebnis  nichts  ändern  können.  Das  BFM  hat 
das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt.

7. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  fremdenpolizeiliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  sol­
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet  (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen).

8. 
Das  BFM  hat  in  der  angefochtenen  Verfügung  den  Vollzug  der 
angeordneten  Wegweisung  wegen  Unzumutbarkeit  zu  Gunsten  einer 
vorläufigen Aufnahme aufgeschoben.

Die drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung 
(Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  sind  alternativer  Natur. 
Sobald  eine  von  ihnen  erfüllt  ist,  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 
undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der 
Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
regeln. Gegen eine allfällige Aufhebung der  vorläufigen Aufnahme steht 
dem  (ab­  und  weggewiesenen)  Asylsuchenden  wiederum  die 

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Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen,  wobei  in  jenem 
Verfahren sämtliche drei Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach 
Massgabe  der  dannzumal  herrschenden  Verhältnisse  von  Neuem  zu 
prüfen sind (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  auf  Fr.  600.– 
festzusetzen (vgl. Art. 1 ­ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]) und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG). Sie sind mit dem am 8. April 2010 in gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Die  Verfahrenskosten  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

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