# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f70b4754-ec66-517e-9f37-6c6b35f8b8cf
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-12
**Language:** de
**Title:** Polydisziplinäres Gutachten nicht beweiskräftig, Rückweisung zur ergänzenden Abklärung
**Docket/Reference:** IV.2014.00929
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00929.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00929
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Gasser Küffer
Urteil
vom
12. Februar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler
Wyler Koch Rechtsanwälte, Business Tower
Zürcherstrasse
310, Postfach 1011, 8501 Frauenfeld
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene
X.___
, ab September 2007 als Schweisser/Baufacharbeiter bei der
Y.___
GmbH angestellt (
Urk.
9/12), erlitt bei einem Berufsunfall vom 1
2.
Dezember 2011 Verletzungen im Bereich des Schambeins, des Beckens und des
linken Oberschenkels
(vgl.
Urk.
9/7/69). Am 1. Oktober 2012 meldete er sich zum Leistungsbezug bei der Invalidenversi
cherung an (
Urk.
9/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), klärte hierauf die medizinischen und beruflichen Verhältnisse ab und holte die Akten der Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt (Suva), welche ihre
Leistungen mangels Kausalität der verbleibenden Beschwerden mit Verfü
gung vom 1
2.
Februar 2013
per 28. Februar 2013 eingestellt hatte
(
Urk.
9/15), ein (
Urk.
9/3-9/19). Am 29. Mai 2013 tei
lte die IV-Stelle
dem Versicherten
die Notwendigkeit einer
bidisziplinären
(rheumatologisch
en
/
psy
-
chiatrisch
en
) Abklärung mit (
Urk.
9/21). Die von der IV-Stelle eingeholten Gutachten von
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, speziell
Rheumaerkran
kungen
, und von Prof.
Dr.
med. habil.
A.___
, Facharzt FMH für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie
,
datieren vom 25. Oktober
und
2.
Dezember
2013
(
Urk.
9/27
, 9/36
)
, die
bidisziplinäre
Zusammenfassung vom 18. Dezember 2013 (
Urk.
9/37). Mit Vorbeschei
d vom 24. Januar 2014 wurde
dem Versicherten
die voraussichtliche Ablehnung eines Rentenanspruchs
mit
geteilt
(
Urk.
9/43). Am 26. Februar 2014 liess der Versicherte schriftlich Ein
wand erheben (
Urk.
9/48). Nach dem Eingang weiterer medizinischer Unterlagen (
Urk.
9/52/1-20) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Juli 2014 am
vor
gesehenen Entscheid fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X.___
am 15. September 2014 Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 21. Juli 2014 sei
aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer ab 1. April 2013 eine ganze Invalidenrente
auszurichten.
3.
Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, mit
der Auflage, zusätzliche Abklärungen zu treffen und den medizinischen
Sachverhalt vollständig zu erfassen.
4.
Es sei auf jeden Fall ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle des
Kantons Zürich.
6.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und
unentgeltliche
Verbeiständung
durch die Unterzeichnete einzuräumen.“
Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 21. November 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Nachdem der Beschwerdeführer in der Replik an seinen Anträgen hatte festhalten lassen (
Urk.
15) und mit Ver
fügung vom 16. Januar 2015 sein
e
Gesuch
e
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler zur unentgeltlichen Vertreterin bewilligt worden waren (
Urk.
16), wich auch die Beschwerdegegnerin mit der Duplik vom 20. März 2015 nicht von ihrem Antrag
auf Abweisung
ab (
Urk.
19).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hat die Grundlagen über den Rentenanspruch (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und die
Invaliditäts
bemessung
nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 des Bundesgeset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG) ebenso richtig dargelegt
wie die Definition der Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 7
Abs.
2 ATSG. Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist, dass
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas
send und pflichtgemäss zu würdigen
haben
. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhän
gig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei
den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei
tigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellung
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134
V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Stand
punkt, der Beschwerdeführer
sei
gemäss der medizinischen Aktenlage
zwar
in sein
er angestammten Tätigkeit
seit Dezember 2011 vollständig eingeschränkt, jedoch in einer optimal an
gepassten Tätigkeit seit jeher
zu 100 % arbeitsfähig
. Mangels Begründung des Einwandes und neuer Befunde habe auch keine Ver
anlassung zu weitern Abklärungen bestanden (
Urk.
2).
2.2
Der
Beschwerdeführer lässt
im Wesentlichen dagegen halten, dass das internis
tisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
Z.___
unvollständig sei, da es die radiologisch gesicherten Befunde die rechte Schulter betreffend nicht berück
sichtige. Zudem leide das psychiatrische Gutachten von Prof.
A.___
an diversen beweisrechtlichen Mängeln. Entsprechend der Beurteilung des
B.___
vom
20. August 2014 (
Urk.
3/5) sei vielmehr von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit auszu
gehen (
Urk.
1).
3.
3.1
Den medizinischen Akten ist im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:
Nachdem anlässlich der Notfallbehandlung vom Unfalltag am 1
2.
Dezember 2011 im Spital
C.___
eine Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS), des Beckens und des linken Oberschenkels diagnostiziert worden war (
Urk.
9/7/69), zeigte die folgende
MRI der LWS und der Hüfte eine nicht dislozierte schräg verlaufende Fraktur im oberen Schambeinast rechts mit angrenzendem
Kno
chenmarksödem
, eine Signalanhebung im
Femurkopf
und Schenkelha
ls rechts
seitig im Sinne eines
B
one
bruise
ohne Fraktur und eine leichte Signalalteration der Adduktorenmuskulatur links, vereinbar mit einer Zerrung. Daneben war
en
ein Gelenkerguss rechts sowie e
ine
geringgradige
Chondropathie
erkennbar (
Urk.
9/7/72 f.).
Bei persistierenden Hüftschmerz
en rechts wurde am 26. März 2012
in der
Unikli
nik
D.___
ein
e
weitere MRI durchgeführt. Die Beurteilung lautete auf eine Stressreaktion des
Femurhalses
posterior
, kleine
Osteophyten
des proxima
len
Femurs
als Zeichen einer
Coxarthrose
, grossflächige tiefe Knorpeldefekte des
Acetabulums
an
t
erosuperior
sowie
posterior
und des korrespondierenden
Femurkopfes
sowie eine geringe
Synovitis
(
Urk.
9/7/44).
Dr.
med.
E.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, erklärte am 9. Mai 2012, dass aktuell eine stockfreie Gehfähigkeit von einigen Metern erreicht worden sei (
Urk.
9/7/35). Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 3. August 2012
berichtete der Beschwerdeführer, dass sich die
Hüftbe
schwerden
beidseitig zwar deutlich verbessert hätten, jedoch immer noch ein deutlicher Anlaufschmerz am Morgen sowie belastungsabhängige Schmerzen beidseits und vor allem Schmerzen bei der Rotation über die rechte oder linke Beinachse bestünden.
Das Heben von Lasten über 10 Kilogramm sei mit beid
seitigen Schmerzen am Folgetag verbunden. Der Kreisarzt med.
pract
.
F.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, erachtete lediglich wechselbelastende Arbeiten mit Heben von Gewichten bis maximal 10 Kilogramm als zumutbar. Noch nicht möglich seien ganztägig nur stehende oder gehende Tätigkeiten sowie
Sprung
belastungen
oder das Begehen von Leitern oder Gerüsten (
Urk.
9/7/18).
3.2
PD
Dr.
med.
G.___
, leitender Arzt der Radiologie der Uniklinik
D.___
, beurteilte den Verlauf gestützt auf ein
e neuerliche
MRI der Hüfte am 20. November 2012 dahingehend, dass im Vergleich zur Voruntersuchung die Knochenmarksödeme vollständig
regredient
, die Frakturen konsolidiert und die Stressreaktion im Sche
nkelhals rechts ebenfalls
regre
dient
seien. Jedoch zeige sich eine zuneh
mende, mittlerweile mittelschwere
Coxarthrose
rechts (
Urk.
9/13/2).
Dr.
E.___
erachtete am 23. November 2012 eine Arbeitstätigkeit sowohl ange
stammt als auch in einer Verweistätigkeit aufgrund der schmerzhaften Situation im Bereich der rechten Hüfte als nicht realistisch (
Urk.
9/13/3).
Der Kreisarzt
F.___
beurteilte
das am 31. Januar 2013 aktuelle Beschwerdebild als durch die nicht unfallkausale symptomatische
Coxarthrose
verursacht (
Urk.
9/14)
.
3.3
Der den Beschwerdeführer seit Mai 2012 behandelnde Psychiater
Dr.
med.
H.___
stellte in seinem Bericht vom 26. April 2013 folgende Diagnosen (
Urk.
9/18/1):
-
Depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades (seit Unfall sich entwickelnd)
-
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung
-
Chronische Schmerzstörung (ICD 10 F43.41)
-
Diverse somatische Erkrankungen (vor allem orthopädisch-rheumatolo
gisch)
.
Seit Behandlungs
beginn liege eine psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vor (
Urk.
9/18/1-4). Infolge einer Verschlechterung seit Jahresbeginn bei Bedrücktheit, Zukunftsängsten, Interessen- und Freud- sowie Antriebslosigkeit, innerer Agitation, Grübeln und therapieresistenten Schmerzen überwies
Dr.
H.___
den Beschwerdeführer zur halbstationären Rehabilitation ins
B.___
(
Urk.
9/18/5).
Der psychopathologische Befund des letzteren gestützt auf zwei Vorgespräche vom 8. und 26. März 2013 lautete auf eine depressiv-resignierte Stimmung, der
Beschwerdeführer sei affektiv unkon
trolliert, im Gesprächsverlauf verbal mitteilungsaktiv, schildere sein
Symptom
erleben
und –verhalten in Zusammenhang mit dem Unfall. In Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis sei er deutlich eingeschränkt, auch liege eine deutliche Vergesslichkeit vor. Das Denken sei formal beweglich, jedoch inhaltlich problemzentriert. Anhaltspunkte für psychotische
Erlebnis
weisen
wurden verneint. Anamnestisch lägen vage Suizidgedanken vor. Die Diagnose lautete auf eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD 10 F45.4) (
Urk.
9/27/41).
Auf Überweisung des Hausarztes
Dr.
med.
I.___
konsultierte der Beschwerde
führer am 29. August 2013 das
Muskulo
-Skelettal Zentrum, Ortho
pädie Untere Extremitäten, der
J.___
Klinik.
Nach MRI-Aufnah
men des Beckens und der LWS vom 18. September 2013 lautete die Beurteilung dahingehend, dass die bildgebenden Erkenntnisse und die Tatsache, dass eine intraartikuläre Infiltration für keine Beschwerdebesserung gesorgt habe, für eine nicht-
coxogene
Schmerzu
rsache sprächen. Aufgrund der in der aktuellen MRI festgestellten
schweren Spinalkanalstenose und der
Spondylarthrose
würden die wirbelsäulenchirurgischen Kollegen aufgeboten
(
Urk.
9/27/49 f.).
Die
Beurteilung
von
Dr.
G.___
vom 18. September 2013
lautete auf eine
Coxarth
rose
rechts mit Reizerguss, eine leichte
Insertionstendinopathie
der Abdu
k
toren im Trochanter
major
rechts mit leichter Reizung der Bursa
trochanterica
.
Die
MRI der LWS lasse
eine multisegmentale Degeneration mit Hauptbefund auf Höhe L4/5, eine schwere Spinalkanalstenose auf diese
r Höhe, eine schwere Stenose
rez
essal
mehrsegmental sowie multisegmental be
trächtli
che
Foramenstenosen
und eine schwere
Spondylarthrose
multi
segmental erken
nen (
Urk.
9/27/39
).
3.4
Dr.
Z.___
untersuchte den Beschwerdeführer am 9. Oktober 2013
. Anamnes
tisch erklärte der Beschwerdeführer, er habe vor dem Unfall vom 1
2.
Dezember 2011 nie Beschwerden gehabt, ausser einer Verletzung der rechten Schulter 2009. Die Schmerzen in der Hüfte seien links stärker als rechts, das rechte Knie sei manchmal wie blockiert und der rechte Unterschenkel wie verschlafen, der Beckenboden schmerze bei Belastung. Er könne nur 200 bis 300 Meter gehen, beziehungsweise 20 bis 30 Minuten spazieren
und 10 Minuten sitzen
. Bei war
mem Wetter verspüre er weniger Schmerzen (
Urk.
7/27/18).
Dr.
Z.___
erhob abgesehen von einer leichten Bewegungseinschränkung im Bereich des Hüftge
lenks (
Urk.
9/27/23) im Wesentlichen einen rheumatologischen Normalbefund. Neurologisch notierte sie bei
der
Lasèg
ue
-Prüfung eine starke
Schmerzäusse
rung
ab 20° ohne reflektorischen Bewegungswiderstand (
Urk.
9/27/49). In der
klinischen Prüfung seien Di
skrepanzen aufgefallen. Ein leichtes Übergewicht und eine gering eingeschränkte Beweglichkeit
beider Hüftgelenke seien die wesentlichsten Befunde. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte seien frei beweglich,
radikuläre
Zeichen nicht vorhanden. Bei der direkten Prüfung zeige der Beschwerdeführer durch kraftvolle Gegenspannung eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Schultergelenks, unter Ablenkung sei auch dieses Gelenk frei beweglich.
Gelenksergüsse
,
S
ynovitiden
oder überwärmte Gelenke verneinte
Dr.
Z.___
ebenso wie irgendeine Verspannung der Muskulatur. Im Gegenteil liege eine erfreuliche Musk
elmasse
vor, was gegen eine lang andau
ernde
körperliche Schonung spreche. In der
MRI festgestellt worden seien eine mässige
Coxarthrose
rechts mit Reizerguss und ein anlagebedingt enger
Spinal
kanal
sowie eine schwere Spinalkanalstenose L4/5 mit schweren
Spondylarth
rosen
und Diskushernien der unteren LWS, jedoch keine neuralen Kompressio
nen. Die
vorhandenen
Befunde würden das Ausmass der Beschwerden nicht erklären. Die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er nur 250 bis 300 Meter gehen und nur zehn Minuten sitzen könne, sei
en
nicht verifiziert und aus den Befunden nicht ableitbar. Anlässlich der Untersuchung habe er fast 1,5 Stunden ohne erkennbare Veränderung sitzen können. Zudem
sei er im Juni 2013 in der Lage
gewesen, zusammen mit einem Kollegen mit dem Auto 1650 Kilometer in seine Heimat zu fahren und zehn Tage später mit dem Bus wieder zurück. Auch nehme er beim Ausziehen der Socken spontan den
Langsitz
ein und zeige Sekunden danach beim Prüfen des
Lasègue
rechts bei 45° starke Schmerzen, was
Dr.
Z.___
als Verdeutlich
ung
stendenz interpretierte (
Urk.
9/27/27).
Sie
erachtete den Beschwerdeführer
zwar
nicht mehr in der angestammten, jedoch in ein
er leidensangepassten
als voll arbeitsfähig (
Urk.
9/27/30)
.
Prof.
A.___
stützte seine Beurteilung vom
2.
Dezember 2013 auf seine psychi
atrische Untersuchung vom 29. November 2013 und die Akten. Auf das Einholen fremdanamnestischer Au
skünfte oder
einer
Zusatzdiagnostik in
Form psychiatrisc
her Testreihen verzichtete er. Der Beschwerdeführer habe anamnes
tisch über starke Schmerzen im Bereich der Hüfte und inguinal geklagt. Die Schmerzen bestünden immer. Manchmal
komme
es zusätzlich zu einer Taubheit des linken Beines. Weiter habe der über Schmerzen im Bereich der rechten Schulter und über frontal betonte
Cephalgien
geklagt. Auf Schmerzmittel ver
zichte er aufgrund von Magenschmerzen ausser bei Schmerzdurchbrüchen weit
gehend. Er habe ein somatisches Krankheitskonzept und negiere eine Beein
flussung der Schmerzen durch emotionale oder psychosoziale Faktoren. Aller
dings ärgere er sich über die Ignoranz seiner Familie
,
und dass er seine Rolle als Familienobe
r
haupt verloren habe
, da er nicht mehr ernst genommen werde
, was zu einer Schmerzunahme führen könne. Die Symptome einer PTBS negiere er alle.
Die zusammenfassende Beurteilung von Prof.
A.___
lautete dahingehend, dass die narzisstische Kränkung aus dem Verlust der Führungsrolle in der Familie im Mittelpunkt des psychopathologischen Bildes stehe. Der Beschwer
deführer zeige infolge der narzisstischen Kränkung eine depressiv-regressive Verhaltensweise. Das Vorliegen einer eigenständigen Depression ve
rneinte Prof.
A.___
. Die depr
essiven Symptome seien vielmehr Folge des narzisstischen Kränkungserlebens, das chronische subjektive Schmerzerleben sei auf der kör
perlichen Ebene Teil
dieses
reaktiv depressiven psychopathologischen Geschehens. Differentialdiagnostisch sei eine Schmerzverarbeitungsstörung gemäss ICD-10 F54 zu erwähnen.
Es handle sich um eine neurotische Fehlverarbeitung. Diagnostisch liege eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion vor. Eine
klassifikatorische
Ein
ordnung dieser psychischen Störung sei jedoch nicht möglich, da die Erkran
kung gemäss ICD-10 F43.21 auf zwei Jahre seit dem Primärereignis limitiert sei. Da der Unfall am 1
2.
Dezember 2011 erfolgt sei, könne diese Diagnose nur no
ch wenige Tage Gültigkeit beansp
ruchen. Anders nehme der DSM-IV derartige Störungsbilder unter Punkt 309 auf. Aus gutachterlicher Sicht liege mit der chronischen Anpassungsstörung ein sog
enannt
syndromales
Krank
heitsbil
d vor. In Auseinandersetzung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den sogenannten Foerster-Kriterien sprach
Dr.
A.___
der Anpassungsstörung die Unüberwindbarkeit ab und verneinte das Vorliegen einer psychischen Störung mit Krankheitswert
(
Urk.
9/36/16 f.).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die chronische Anpassungsstörung gemäss DSM-IV 309, die narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z 73.1) und der Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54).
Die Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
in der
bidisziplinären
Zusammenfassung von
Dr.
Z.___
und Prof.
A.___
vom 18. Dezember 2013 lauteten wie folgt (
Urk.
9/37):
-
Keine psychiatrische Diagnose
-
Lumbospondylogene
Schmerzen links bei
-
Anlagebedingtem engem Spinalkanal, schwerer Spinalkanalstenose L4/L5, schwere
n
Spondylarthrosen
der unteren LWS und
Diskusher
nien
ohne neurale Kompressionen (MRI 09/2013)
-
Ohne
radikuläre
Zeichen
-
Leichte bis mässige
Coxarthrose
rechts mit Reizerguss bei
-
Altersent
s
prechendem unauffälligem bildgebende
m
Befund links
-
MRI Becken 09/2013
.
3.5
Im
Einwandverfahren
erschien der Beschwerdeführer mit einem Übersetzer am 24. Januar
2014 bei der Beschwerdegegnerin und
erklärte, mit dem vorgesehe
nen
Entscheid nicht einverstanden zu sein. Zudem würden in diesem Jahr in der
J.___
Klinik noch 3 Operationen an Schulter und Rücken durchgeführt (
Urk.
9/44).
In einem Verlaufsbericht vom 23. April 2014 wiederholte
Dr.
H.___
seine Diag
nose einer depressiven Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades. Weiter
sprach er sich nunmehr für das Vorliegen einer chronischen
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.41) aus und stellte zudem die Diagnose multipler
muskulo-skelettaler
Störungen, teil
s
posttraumatischer, teils degenerativer Genese
. Der Beschwerdeführer zeige unter anderem eine massiv erhöhte Ermüdbarkeit bis hin zur Apathie, Gefühle von Sinnlosigkeit und des Nicht-Mehr-Weiter-
Kön
nens. Auch träten immer wieder Suizidphantasien, mitunter auch klare
Sui
zidabsichten
auf. In jüngster Zeit tr
e
te gewissermassen als Zeichen der Abwärtsspirale e
ine Verbitterung hinzu, die
bald
als resignierter Endzustand, bald als
raptusartiger
Ausbruch in Erscheinung tre
te
(
Urk.
9/55/1-3).
Einem erst im
Einwandverfahren
eingegangenen Bericht der
J.___
Klinik vom
2.
September 201
3
zu einer Konsultation der Orthopädie
, Abteilung
Obere Extremitäten
,
vom 29. August 2013 ist die Diagnose eines Verdachts auf eine
Cuff-Arthropathie
rechts nach 2 Sturzereignissen zu entnehmen. Der Beschwer
deführer leide gemäss seinen Angaben seit einem Sturz vor zirka 3,5 Jahren unter Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. Zusätzlich sei es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem
weitern
Sturz gekommen, die Situation habe sich seither verschlechtert. Die Röntgenaufnahmen vom Untersuchungstag zeigten
degenerative Veränd
erungen
subacromial
im Sinne einer
Osteophytose
und somit Zeichen einer
Cuff-Arthropathie
. Auch das AC-Gelenk sei degenerativ verändert (
Urk.
9/52/14).
Eine Sonographie der rechten Schulter liess sodann eine Totalruptur der
Supraspinatussehne
und
e
ine subtotale Ruptur der
Subsca
pularissehne
erkennen. Die
Bizepssehne
war intakt, jedoch mit kompletter medialer Luxation aus dem
Sulcus
und exsudativer sowie proliferativer
Tenosy
novitis
. Zur weitern Diagnostik sei eine
Arthro
-MRI-Untersuchung der rechten Schulter veranlasst worden (
Urk.
9/52/20).
3.6
Im gerichtlichen V
erfahren liess der Beschwerdeführer einen weitern Bericht des
B.___
vom 20. August 2014 einrei
chen, welchem die Frage
stellung nach der Arbeitsfähigkeit aus
somatopsychischer
Sicht zugrunde lag (vgl.
Urk.
3/5 S. 1 unten). Dabei sprachen sich der rheumatologische Facharzt
Dr.
med.
K.___
und der internistisch-kardiologische Facharzt
Dr.
med.
L.___
aus Sicht ihrer jeweiligen Fachgebiete für eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aus, wobei
Dr.
K.___
einen im Wesentlichen unauffälligen
rheumatologischen Befund erhob. Dagegen beurteilten die Fachärzte
aus den
Gebieten Anästhesio
logie
(
Dr.
med.
M.___
), Wirbelsäulenchirurgie (
Dr.
med.
L.___
) sow
ie Psychiatrie (
Dr.
med.
M.___
) den Beschwerdeführer auch in einer angepassten Tätigkeit als nicht arbeitsfähig. Der
Facharzt für Orthopädische Chirurgie
Dr.
med.
N.___
schloss eine Arbeitsfähigkeit auf dem Bau aus; eine leichtere Arbeit sei dem Beschwerdeführer mit grosser Wahrscheinlichkeit innert einiger Monate voraussichtlich wieder zuzumuten (
Urk.
3/5 S. 6).
Gemäss seiner Beurteilung
dürfte die Schambeinfraktur Ursache der noch immer deutlichen Muskelverkürzung mit
Ansatztendinosen
sein. Der Verlauf im Bereich
Femur
kopf
mit den festgestellten
Osteophyten
sei noch ungewiss, jedoch könne innert weniger Jahre ein Gelenkersatz notwendig werden.
Dr.
L.___
erklärte, dass aufgrund des MRI-Befundes mit Hauptbefund Spinalkanalstenose L4/L5 und schwerer
Rezessusstenose
mu
ltisegmental mit beträchtlichen
Foramenstenosen
beidseits sowie
Spondylarthrose
multisegmental ein operatives Vorgehen mit Dekompression und Stabilisierung der LWS in Betracht gezogen werden müsse. Aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden bei komplexer Problematik und deutlicher funktioneller Einschränkung könn
e dem Beschwer
deführer bis auf W
eiteres keine Tätigkeit zugemutet werden.
Dr.
M.___
sodann
sprach sich für das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode aus, wobei gemäss der
Hamilton-Skala
, einer klinischen
Fremdbeurteilungsskala,
der Wert von 28 auf eine schwere Störung schliessen lasse. Aktuell liege keine Sui
zidalität vor, anamnestisch
seien
dagegen vage/
distantere
Suizidgedanken/-wünsche bejaht
worden
(
Urk.
3/5).
4.
4.1
Vorweg zur Würdigung der oben zitierten ärztlichen Berich
te ist darauf hinzuwei
sen, dass
das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und
Verwal
tungsgerichtsbeschwerdeverfahren
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist, indem Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen haben. Dieser Grund
satz gilt indes nicht uneingeschränkt, sondern wird in zweifacher Hinsicht ergänzt: durch die Mitwirkungspflicht der versicherten Person sowie durch die im Anspruch auf rechtliches Gehör enthaltenen Parteirechte auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf de
n Prozess der Entscheidfindung
(BGE 120 V 357 E. 1a mit zahlreichen Hinweisen = RKUV 1995 Nr.
U 209 S. 27 f.
E. 1a).
Die behördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst nicht unbese
hen alles, was von einer Partei behauptet wird. Vielmehr bezieht sie sich auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtser
heblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und
Sozialversicherungs
ge
richte
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn
hiezu
aufgrund der
Parteivor
bringen
oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 48 E. 4a).
4.2
Der Vergleich der medizinischen Unterlagen
f
ührt
zum Schluss
, dass die von der Beschwerdegegnerin als massgeblich erachteten Gutachten von
Dr.
Z.___
und
Prof.
A.___
keine hinreichende Grundlage für die Klärung der ent
scheidrelevanten medizinischen Fragen bilden.
Zwar drängen
sich keine grundsätzlichen Zweifel
an den von
Dr.
Z.___
erhobenen
rheumatologischen Befunde
n
hinsichtlich des Hüft- und LWS-Bereichs
auf
, stimmen
diese doch
hinsichtlich
der Beweglichkeit
und der fehlenden neurologischen Ausfälle
im Wesentlichen mit den zeitnah erhobenen Befunden der
J.___
Klinik vom
29. August 2013 (
Urk.
9/52/18) sowie denjenigen von
Dr.
K.___
des
B.___
vom August 2014 (
Urk.
3/5 S. 4) überein. Jedoch basieren ihre Schlussfolgerungen nicht nur auf einer unvollständigen Aktenlage und
einer
ungenauen Anamnese, sondern auch auf einer ungenügen
den
Begründung:
So
fällt auf, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anamnese gegenüber
Dr.
Z.___
zwar e
ine im Jahr 2009 erlittene Verletzung an der rechten Schulter erwähnte, nicht jedoch –
bezeichnenderweise
anders
als gegenüber Prof.
A.___
(vgl.
Urk.
9/36/10) – diesbezüg
liche Schmerzen (vgl. Anamnese u
nter
Ziff.
7.2 in
Urk.
9/27/18). Der rheumatologische Befund von
Dr.
Z.___
hinsichtlich der rechten Schulter lautete
einzig
auf
:
„normalisierte sich unter Ablenkung“ (
Urk.
9/27/22).
Offensichtlich zeigte der Beschwerdeführer zunächst
(angeblich
durch Gegenspannung
)
eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit, welche sich sodann unter Ablenkung normalisiert habe (vgl. entsprechende Ausführungen in der Beurteilung,
Urk.
9/27/27). Weder dies noch der Hinweis auf den Unfall 2009
oder die anamnestischen Erhebungen von Prof.
A.___
veranlassten
Dr.
Z.___
aber
zu weitern Rückfragen
oder Abklärungen
bezüglich einer allfälligen Schulterproblematik. Angesichts des sodann im
Ein
wandverfahren
eingegangenen Berichts der
J.___
Klinik vom
2.
September 2013 (Seite 1:
Urk.
9/52/14, S. 2:
Urk.
9/52/20) zu den bildgebend und mittels Sonographie festgestellten erheblichen Befunden in der rechten Schulter
, griff das Vorgehen von
Dr.
Z.___
diesbezüglich klar zu kurz.
Zwar
ist
aufg
rund der Aktenlage nicht nachvollziehbar
, aus welchem Grund die Schulterproblematik vom Beschwerdeführer zu keinem früheren Zeitpunkt the
matisiert worden war und diesbezügliche Beschwerden selbst im Bericht des
B.___
vom 2
0.
August 2014 keinen Eingang fanden (
Urk.
3/5). Jedoch weisen die Befunde der
J.___
Klinik auf eine
derart
erhebliche Pathologie im Bereich der rechten Schulter hin
,
dass ergän
zende
Abklärungen
hierzu
unabdingbar sind und von der Beschwerdegegnerin vor Erlass des angefochtenen Entscheids, we
lcher rechtsprechungsgemäss
die
zeitliche Grenze für die richterliche Überprüfungsbefugnis bildet
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 129 V 167 E. 1
),
hätten anhand genommen werden müssen.
Dass der Beschwerdeführer seinen am 2
6.
Februar 2014 schriftlich erhobenen Einwand (
Urk.
9/48/1) nicht begründen liess, ändert an der Abklärungspflicht der Beschwerdegegnerin nichts, bildet doch die Begründung des Einwandes im
Vorbescheidverfahren
gemäss Art. 57a IVG und Art. 73
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) kein Gültigkeitserfordernis. Vielm
ehr hätte der Bericht der
J.___
Klinik und der mündliche Vortrag des Beschwerdeführers vom 2
4.
Januar 2014 mit
dem Hinweis auf
eine geplante Schulteroperation (
Urk.
9/44) die Beschwerdegegnerin zu weitern Abklärungen veranlassen müs
sen.
Die Beurteilung von
Dr.
Z.___
erweist sich aber auch
in andern Belangen als nicht abschliessend beweiskräftig. So fehlt es ihrer Beurteilung, wonach  die vorhandenen Befunde das Ausmass der Beschwerden nicht zu erklären vermö
gen (
Urk.
9/27/27), an einer nachvollziehbaren Begründung. Offensichtlich
reduzierte sie ihren Blick ganz wesentlich auf die Frage
der Beweglichkeit der Gelenke und verzichtete darauf, sich in nachvollziehbarer Weise mit den
geklagten Schmerzen im Konnex mit den
erheblichen Verschleisserscheinungen und teilweise anlagebedingten Pathologien
im Bereich der LWS und der Hüfte
auseinanderzusetzen. Dass aus rein internistisch-rheumatologischer Sicht man
gels
rheumatischer
oder autoimmunologischer Pathologien
bei im Wesentlichen vorhandener Beweglichkeit
keine
wesentliche
Einschränkung resultiert, mag zutreffen. Allerdings erweist sich bei der hier zu beurteilend
en Situation,
bei welcher sich der Hauptbefund von der unfallversehrten Hüfte hin zu den
mul
tisegme
ntalen
Degenerationen auf Höhe L
4/L5 mit einer schweren
Spinalka
nalstenose
und einer schweren Stenose
recessal
sowie multisegmentalen
Foramenstenosen
und einer schweren
Spondylarthrose
verschoben hat, eine Beurteilung eines
auf Verschleisserscheinungen spezialisierten Facharztes der Orthopädie
als
notwendig, was
Dr.
Z.___
und die Beschwerdegegnerin hätten feststellen müssen.
Was die Beurteilung von Prof.
A.___
anbelangt, fällt zunächst auf, dass er in Abweichung
zum
behandelnden Psychiater
Dr.
H.___
wie auch
zu
Dr.
M.___
des
O.___
keine eigenständige Erkrankung au
s dem depressiven Formenkreis diagnostizierte
, sondern
die depressiven Symptome als Folge eines narzisstischen Kränkungserlebens
intertpretierte
und die als neuro
tische Fehlverarbeitung des Unfalls bezeichnete Psychopathologie sodann diag
nostisch einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion zuordnete (
Urk.
9/36/17 f.). Auch wenn diese Beurt
eilung nicht als zum vornherein
unzu
länglich erscheint,
und
die
Einreihung der diagnostizierten Anpassungsstörung unter die sogenannt
syndromalen
Krankheitsbilder (
Urk.
9/36/18 ff.)
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zutrifft (Urteil des Bundesgerichts 9C_380/2015 vom 1
7.
November 2015 E. 3.1 mit Hinweisen), drängen sich doch Zweifel an der Zuverlässigkeit der Eins
chätzung von Prof.
A.___
auf:
So lässt der Umstand, dass
er
auf Seite 18 seines Gutachtens anstelle des Beschwerdeführers einen Exploranden namens „
Pagonidis
“ erwähnte
(
Urk.
9/36/18 unten)
, Skepsis
an der Ernsthaftigkeit seiner Auftragserledigung
aufkommen, zumal
seine Erklärung, wonach es sich um einen „Schreibfehler“ gehandelt habe (vgl. Beilage zu
Urk.
9/68), etwas
gar
lapidar ausfällt. Keine Ausführungen
machte er
zum Beginn der diagnostizierten An
passungsstörung. Da eine solche
im
Allgemeinen innerhalb weniger Monate
nach dem belasten
den Ereignis auftritt
(DSM-IV-TR, D
iagnostisches und statistisches Manual für psychische Störungen der A
merican
Psychiatric
Association
, 2003, S. 745; I
nternationale Klassifikation
Psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9.
Auflage, S. 209
), bedarf eine nachvollzieh
bare Diagnose der Anpassungsstörung jedenfalls Ausführungen zum Beginn derselben. Dies gilt umso mehr, als Prof.
A.___
mit seiner Diagnose von den Einschätzungen von
Dr.
H.___
und
Dr.
M.___
abweicht.
Dass er trotz seiner differierenden Einschätzung sowohl auf Zusatzdiagnostik in Form eines stan
dardisierten Testverfahrens als auch auf fremdanamnestische Erhebungen ver
zichtete, macht seine Schlussfolgerungen zumindest nicht beweiskräftiger.
Letztlich fehlt es der Beurteilung von
Dr.
Z.___
und Prof.
A.___
auch an einer
bidisziplinären
Beurteilung. Der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 1
8.
Dezember 2013 (
Urk.
9/37) liegt offensichtlich keine
konsenuale
Beurteilung zugrunde, was aber gerade
bei Vorliegen oder eines Verdachts auf ein soge
nannt
syndromalel
s
Beschwerdebild wesentlich ist.
Aus dem Gesagten folgt, dass weder auf das von der
Beschwerdegegnerin
in Auftrag gege
bene psychiatrisc
he Teilgutachten von Prof.
A.___
noch auf dasjenige von
Dr.
Z.___
abgestellt werden kann.
Auch
die übrigen medizinischen Akten
lassen
angesichts der erheblich divergie
renden Meinungen der behandelnden
Ärzte
Dr.
H.___
und
Dr.
E.___
und des
B.___
zur Einschätzung von
Dr.
Z.___
und Prof.
A.___
, sowie
aufgrund
der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen
(BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), keinen abschliessenden Schluss zu.
Vielmehr erscheint die Einholung
eines orthopädischen Gutachtens sowie eines neuerlichen psychiatrischen Gutachtens
als geboten.
Angesichts des Umstandes
, dass es die Beschwerdegegnerin
bis anhin
gänzlich
versäumt hat, ergänzende gutachterliche Ausführungen
einzuholen, welche auf der gesamten Aktenlage
basieren, mithin auch die Schulterpro
blematik rechts berücksichtigen und in einer Konsensbeurteilung mündeten
,
rechtfertigt es sich, die Sache zur Einho
lung eines
bidisziplinären
Gutachtens (orthopädisch/psychiatrisch)
und
zu
neu
erlichem Entscheid an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Entsprechend hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit Art. 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weist in der einge
reich
ten
Kosten
note
vom 1
3.
April 2015
(
Urk.
21) für das vorliegende Verfah
ren einen Zeit
aufwand von
21,02 Stunden und Barauslagen von Fr.
181.70 aus. Diese Auf
wendungen erscheinen
angesichts des üblicherweise entschädigten Aufwandes als eher hoch.
Aufgrund
des Umstandes, dass die unentgeltliche
Rechtsvertrete
r
in
die Akten der Beschwerdegegnerin am 1
3.
Juni 2014 auf CD
erhalten hat (vgl.
Urk.
9/55), sind
insbesondere die
in Rechnung gestellten
Koste
n für Foto
kopien von
Fr.
150.-- nicht nachvollziehbar. Der für das Verfassen der Replik
verrechnete Aufwand von 6 Stunden liegt
zudem
erheblich über dem für eine Eingabe die
ses Umfangs und
dieser
Komplexität üb
licherweise entschädigten Aufwand von zirka 3 Stunden. Ermessensweise ist die
Entschädigung
daher auf
Fr.
4‘000.-- zu reduzieren
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass
die angefochtene Verfügung vom 2
1.
Juli 2014 aufgehoben und die
Sache an die Sozialvers
icherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, zurückgew
iesen, damit diese, nach erfolg
ter Abklärung im Sinn
e der Erwägungen, über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
neu ver
füge
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler, Frauenfeld,
eine
Prozessent
-
schä
digung
von
Fr.
4'000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGasser Küffer