# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be7489fb-9a5b-5ce4-a99c-a5276a2aeca2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.04.2015 200 2013 1110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1110_2015-04-16.pdf

## Full Text

200 13 1110 IV
SCP/IMD/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. April 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/13/1110, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Februar 2006 erstmals zum Leistungsbezug bei 
der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) an. Zur Art 
der Behinderung gab sie einen körperlichen und psychischen Erschöp-
fungszustand an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Die IVB nahm 
Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor, namentlich 
veranlasste sie eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Gutachten 
vom 11. Dezember 2006 [AB 14]), und liess sie den Regionalen Ärztlichen 
Dienst BE/FR/SO (RAD), Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, Stellung nehmen (Bericht vom 4. April 2007 
[AB 16]). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 21, 23) ver-
neinte sie mit Verfügung vom 18. Oktober 2007 (AB 26) einen Rentenan-
spruch bei einem Invaliditätsgrad von 37 %. Diese Verfügung blieb unange-
fochten.

B.

Im August 2012 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
bei der IVB an (AB 28). Diese nahm wiederum die üblichen Abklärungen 
vor und liess die Versicherte durch Dr. med. F.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachten (Gutachten vom 
14.  September 2013 [AB 54.1 - 54.2]). Gestützt darauf stellte die IVB der 
Versicherten mit Vorbescheid vom 25. September 2013 (AB 57) die erneu-
te Abweisung eines Rentenanspruchs unter Verneinung eines invalidisie-
renden Gesundheitsschadens in Aussicht. Nach dagegen vorgebrachten 
Einwänden (AB 59, 60, 63) und Stellungnahme des Gutachters (AB 65.1) 
verfügte die IVB am 12. November 2013 (AB 67) wie im Vorbescheid vor-
gesehen.

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C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, mit Eingabe 
vom 12. Dezember 2013 Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und es sei die Arbeitsfähigkeit psychiatrisch 
näher abzuklären. Sodann sei der Beschwerdeführerin eine Rente zuzu-
sprechen. Sie macht im Wesentlichen geltend, gestützt auf die Ausführun-
gen der behandelnden Psychiaterin sei davon auszugehen, dass auf das 
Gutachten von Dr. med. F.________ nicht abgestellt werden könne.

Mit Eingabe selben Datums ersuchte die Beschwerdeführerin um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 27. De-
zember 2013 die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, die Aus-
führungen der behandelnden Ärztin vermöchten die Schlussfolgerungen 
des Gutachters nicht in Zweifel zu ziehen.

Mit Eingabe vom 14. Januar 2014 zog die Beschwerdeführerin das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege zurück, worauf der Instruktionsrichter die-
ses mit Verfügung vom 15. Januar 2014 als erledigt vom Protokoll ab-
schrieb. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 12. November 2013 (AB 67). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-

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keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 
Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-
dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 
nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

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Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.6 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Dies gilt auch für Revisionsgesuche 
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie 
analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 
V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 

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und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
eingetreten ist und den Rentenanspruch in der angefochtenen Verfügung 
vom 12. November 2013 (AB 67) materiell geprüft hat. Die Eintretensfrage 
ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum 
zwischen der Verfügung vom 18. Oktober 2007 (AB 26) und derjenigen 
vom 12. November 2013 (AB 67) eine Veränderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer 

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für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.6 
hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 18. Oktober 2007 (AB 26) basierte in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem psychiatrischen Gutachten des 
Dr. med. D.________ vom 11. Dezember 2006 (AB 14) sowie dem Bericht 
der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ vom 4. April 2007 (AB 16).

3.2.1 Der Gutachter diagnostizierte eine undifferenzierte Somatisierungs-
störung (ICD-10: F45.1), rezidivierende depressive Episoden leichter bis 
mittelschwerer Ausprägung (ICD-10: F32.0 und F32.1), aktuell keine de-
pressive Episode, sowie anankastische, passiv-abhängige und aggres-
sionsgehemmte Persönlichkeitszüge (ICD-10: F73.1 [richtig: Z73.1]). Er 
führte aus, die Versicherte, die schon in ihrer Kindheit zur Mitarbeit im elter-
lichen … verpflichtet und in einer engen, wenig persönlichen Spielraum 
zulassenden sektenartigen Gemeinschaft aufgewachsen sei, habe früh mit 
körperlichen Beschwerden in Grenz- und Überforderungssituationen rea-
giert und schon bald den sekundären Gewinn durch Kranksein erfahren. 
Das Erbringen von geforderten Leistungen habe den Anspruch auf "gute 
Arbeitsleistung" (vereinfacht dargestellt: wer gut arbeite, sei auch ein guter 
Mensch und umgekehrt) schon von klein auf geprägt. In Form unbewusster 
Vorgänge sei es deshalb sehr plausibel, dass die Versicherte kompensato-
risch in Überlastungs- und Überforderungssituationen mit körperlichen Be-
schwerden einerseits und einer negativen Auswirkung auf das eigene 
Selbstwertgefühl bei fehlender Leistungsfähigkeit andererseits reagiert ha-
be. Beides seien Prozesse, die auf spiralförmige Weise das Ausleben so-
matischer Beschwerden gegenseitig begünstigten. Die akzentuierten Per-
sönlichkeitsanteile seien in den zuvor beschriebenen Kontext zu stellen, 
d.h. sie hätten sich einerseits aufgrund der besonderen Sozialisierung der 
Versicherten entwickelt und begünstigten andererseits das Entstehen von 
somatisierenden Verhaltensmustern. Erst im Zuge langjähriger psychothe-
rapeutischer Interventionen (durch eine christliche Therapeutin und eine 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) scheine es gelungen, die-
sen circulus vitiosus zu unterbrechen, was sich dadurch ausdrücke, dass 
die Versicherte die Neigung zur Selbstüberforderung mit reaktiven Er-
schöpfungssyndromen zumindest vorübergehend habe aufgeben können. 

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Wie stabil das sei, werde der weitere Verlauf zeigen müssen. Es würde 
überhaupt nicht erstaunen, wenn es zu spezifischen "Rückfällen" käme, 
denn die beschriebenen Muster hätten sich über die vielen Jahrzehnte fest 
"eingebrannt", seien chronifiziert und therapeutisch sehr schwierig zugäng-
lich. Die Neigung zur Selbstüberforderung begünstige das Auftreten von 
Erschöpfungszuständen, in welchen es neben körperlichen auch zu psy-
chischen Beschwerden in Form reaktiver depressiver Zustände komme. In 
solchen Phasen sei die Leistungsfähigkeit der Versicherten gänzlich aufge-
hoben, wie von den behandelnden Ärzten eindeutig aufgezeigt und in ihren 
Berichten bestätigt worden sei. An der Schwere der Zustandsbilder bestehe 
kein Zweifel, auch wenn die aktuellen psychiatrischen Untersuchungsbe-
funde bland seien.

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, Somatisierungs-
störungen seien nicht per se mit einer invalidenversicherungsrechtlich rele-
vanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verbunden. Nach geltendem 
Versicherungsrecht werde das Vorliegen einer schwerwiegenden psychia-
trischen Komorbidität verlangt, um eine Somatisierungsstörung als iv-
relevant anerkennen zu können. Die reaktiven depressiven Zustandsbilder 
(Episoden) entsprächen, wenn sie den Grad mittelschwer erreichten, dieser 
Forderung, d.h. die bei der Versicherten diagnostizierte Somatisierungs-
störung sei als iv-relevant zu bezeichnen. Die durch die depressiven Epi-
soden begründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde hierdurch zu-
sätzlich belastet. Menschen mit mittelschweren depressiven Zustandsbil-
dern seien, wenn überhaupt, nur unter besonders grossen Schwierigkeiten 
in der Lage, ihren sozialen Verpflichtungen privater oder beruflicher Art 
nachzukommen, d.h. die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund dieser Beeinträchti-
gung in der Regel um mindestens 60 % eingeschränkt. Beide beschriebe-
nen Störungsbilder führten zu einer dauerhaften Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit der Versicherten von 60 %, wobei die Somatisierungsstörung 
vor allem die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in den depressionsfreien 
Intervallen begründe. Gesamthaft bestehe bei der Versicherten somit eine 
Restarbeitsfähigkeit von 40 %.

3.2.2 Die RAD-Ärztin nahm zum psychiatrischen Gutachten im Bericht 
vom 4. April 2007 (AB 16) dahingehend Stellung, dass dieses einige Män-

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gel und Unstimmigkeiten aufweise. Das Gutachten schildere die lebenslan-
gen Probleme der Versicherten gut. Diese habe sich über Jahre überfor-
dert. Weniger schlüssig seien die Ausführungen zur Arbeitsunfähigkeit. 
Obwohl Dr. med. D.________ zum Untersuchungszeitpunkt keine Depres-
sion diagnostiziert habe, spreche er von einer dauerhaften Einschränkung 
durch eine mittelschwere Depression. Die psychiatrische Erkrankung, wie 
sie im Gutachten geschildert werde, erkläre eine Arbeitsunfähigkeit von 60 
% nicht. Die Versicherte sei konstitutionell nicht für schwere körperliche 
Arbeit geeignet. Eine leichte körperliche Arbeit als Rezeptionistin könnte sie 
wie vorher zu 60 - 80 % machen. Es sei keine klare Verschlechterung der 
psychischen oder körperlichen Gesundheit seit 2004 dokumentiert, lediglich 
Veränderungen der Arbeitssituation und der Lebensumstände.

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 18. Oktober 2007 (AB 26) lässt sich den Akten im We-
sentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 5. Oktober 2012 (AB 32) bezogen 
auf ihren Fachbereich rezidivierende depressive Episoden, mittelgradig bis 
schwer (ICD-10: F33.1/2), eine Angst- und Panikstörung (ICD-10: F41.0) 
sowie eine ausgeprägte Schlafstörung. Die behandelnde Ärztin führte aus, 
trotz gutachterlicher Einschätzung einer Restarbeitsfähigkeit von nur 40 % 
sei der Patientin eine Teilrente verweigert worden. Da sie aus Krankheits-
gründen nur immer 40 - 50 % hätte arbeiten können, hätten die existenziel-
len Ängste massiv zugenommen, so dass sich das psychische Krankheits-
bild nochmals verschlechtert habe. Die Existenzangst habe dazu geführt, 
dass die Patientin im Sommer 2012 versucht habe, 70 - 80 % zu arbeiten. 
Durch diese Überforderung sei sie in eine schwere depressive Episode mit 
Suizidgedanken geraten und habe mehrere Wochen krankgeschrieben 
werden müssen. Im Anschluss sei die Leistungsfähigkeit weiter stark redu-
ziert, so dass sie maximal zu 30 % arbeiten könne, dies auch nur ver-
suchsweise. Die Krankheit verlaufe chronisch, mit einer Erhöhung der Ar-
beitsfähigkeit sei nicht mehr zu rechnen. Wie der Versuch gezeigt habe, 
verschlimmere sich das Krankheitsbild bis hin zur Suizidalität. Es sei auch 
fraglich, ob die Teilarbeitsfähigkeit beibehalten werden könne.

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3.3.2 Dem Bericht vom 9. März 2013 (AB 46) des Dr. med. H.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, ist zu entnehmen, dass sich 
die Patientin in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt 
fühle und schnell ermüde, wofür körperlich kein pathologischer Befund 
nachweisbar sei. 

3.3.3 Dr. med. F.________ erwähnte im Gutachten vom 14.  September 
2013 (AB 54.1 - 54.2) die folgenden Diagnosen:

Somatoforme Störung (ICD-10: F45)
- seit 2006 dokumentiert, anamnestisch seit Kindheit / Jugendzeit
- rein phänomenologisch vergleichbar einer Somatisierungs-

störung (ICD-10: F45.0) / undifferenzierten Somatisierungs-
störung (ICD-10: F45.1) / anhaltenden Schmerzstörung (ICD-10: 
F45.4)

- mit ängstlich-depressiv-neurasthenischem Snydrom
- bei gemäss Akten rezidivierender depressiver Störung, gegen-

wärtig remittiert (ICD-10: F33.4)
- bei gemäss Akten Verdacht auf Status nach Panikstörung (ICD-

10: F41.0)
- rein phänomenologisch vergleichbar einer Dysthymia (ICD-10: 

F34.1) / einer Angst und depressiven Störung, gemischt (ICD-10: 
F41.2) / einer Neurasthenie (ICD-10: F48.0)

- mit akzentuierten (pedantisch / anankastisch, selbstunsicher / passiv-
abhängig / aggressionsgehemmt) Persönlichkeitszügen

- bei vielfältigen psychosozialen Belastungen (AB 54.1 S. 13 f.).

Anlässlich der aktuellen Untersuchung am 24. Juli 2013 seien objektive 
psychopathologische Befunde nur sehr gering ausgeprägt. In der Interakti-
on wirke die Versicherte ängstlich-unsicher, dabei aber sthenisch und emo-
tional expressiv. Im Affekt sei sie ernst und klagsam. Es könne kein klinisch 
relevantes depressives Syndrom erkannt werden. In der klinischen Beurtei-
lung stehe vor allem ein (subjektives) Syndrom vielfältiger körperlicher Mis-
sempfindungen und der Erschöpfung im Vordergrund. Die Versicherte erle-
be sich dadurch insuffizient, ängstlich, depressiv, neurasthenisch und im 
Selbstwertgefühl reduziert. Aufgrund der von der Versicherten angegebe-
nen Beschwerden, die sich nach ihren Angaben seit der Kindheit / Jugend-
zeit und insbesondere ab 2005 verstärkt haben sollen, und der nicht aus-
reichenden Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat sollte aus psychia-
trisch-psychotherapeutischer Sicht gemäss ICD-10: F45 die Kategorie einer 
somatoformen Störung diskutiert werden. Unter welche der Differentialtypo-
logien der Ziffer F45 die Störung zu subsumieren wäre, sei vor allem von 

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akademischem Interesse und begründe aus versicherungsmedizinischer 
Sicht keine wesentliche Unterscheidung (AB 54.1 S. 16 f.).

In den Akten werde zusätzlich ein depressives Syndrom der Versicherten 
genannt, das im Sinne einer rezidivierenden Störung auftreten solle. Die 
ICD-10-Kriterien einer depressiven Episode (gemäss F32/F33) seien objek-
tiv nicht erfüllt (und seien es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht 
gewesen). Der Schweregrad erreiche nicht das notwendige Ausmass bzw. 
habe dieses nie erreicht. Bei der Versicherten hätten keine der Symptome 
in ausreichender Schwere, bzw. in ausreichender Länge bestanden, um 
eine (eigenständige) lang dauernde depressive Episode zumindest leichten 
Grades diagnostizieren zu können. Die subjektiv angegebenen ängstlich-
depressiv-neurasthenischen Verstimmungen erklärten sich vollständig als 
Teil einer somatoformen Störung sowie vielfältiger psychosozialer Faktoren 
(z. B. einfache Berufsbildung, finanzielle Sorgen / Rentenwunsch, Lebens-
alter, Lage am Arbeitsmarkt, allein lebend etc.) und begründeten alleine 
nicht ausreichend eine depressive Episode gemäss ICD-10. In diesem Zu-
sammenhang sei auch auf den in den Akten dokumentierten sekundären 
Krankheitsgewinn hinzuweisen (AB 54.1 S. 17).

Die Definitionskriterien einer somatoformen Störung (ICD-10: F45) würden 
im Fall der Versicherten ausreichend erfüllt. Die Ausprägung der Störung 
sei bei ihr im Vergleich zu ähnlichen Störungsbildern als objektiv leicht ein-
zustufen. Dabei sei auch zu beachten, dass die objektive und die subjektive 
Beurteilung der (tatsächlichen) Arbeitsunfähigkeit widersprüchlich sei. Bei 
der Versicherten lägen die Voraussetzungen für die Unzumutbarkeit einer 
Schmerz- bzw. Defizitüberwindung nicht vor. Die anamnestisch postulierte 
depressive Störung sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als ei-
genständige Störung gemäss Definition der ICD-10 anzunehmen. Die sub-
jektiv angegebenen ängstlich-depressiv-neurasthenischen Verstimmungen 
seien nicht von erheblicher Schwere, Intensität und Ausprägung. Die Versi-
cherte nehme – wenn auch subjektiv deutlich eingeschränkt – am sozialen 
Leben teil (bspw. berufliche Tätigkeit, Kolleginnen / Geschwister treffen, 
Teilnahme an einer religiösen Gemeinschaft, Haushalt führen). Ein thera-
peutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer Konfliktbe-
wältigung könne aus fachärztlicher (rein psychiatrisch-psychotherapeu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/13/1110, Seite 13

tischer) Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen 
werden, nachdem keine entsprechenden objektiven Angaben dokumentiert 
seien und die Versicherte selbst von einer Beschwerdelinderung durch un-
ter anderem die regelmässige Einnahme des Antidepressivums berichte. 
Es seien aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht keine weiteren 
besonderen Hinweise vorhanden, die schwere Defizite aufgrund eines Ge-
sundheitsschadens und / oder eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung 
begründen könnten bspw. durch krankheitsbedingt fehlende Ressourcen 
und / oder durch eine fehlende Kapazität zur Verarbeitung innerpsychischer 
Konflikte (AB 54.1 S. 18 f.).

Der Versicherten sei zusammenfassend aus rein psychiatrisch-psycho-
therapeutischer Sicht eine Willensanspannung zur Überwindung ihrer vor 
allem im rein Subjektiven verbleibenden Klagen medizinisch zumutbar und 
tatsächlich möglich. Eine relevante Minderung der Leistungsfähigkeit lasse 
sich für keine ausserhäusliche Tätigkeit bzw. Arbeiten im Haushalt begrün-
den. Die hierzu widersprüchliche Einschätzung der betreuenden Psychiate-
rin erkläre sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch ein engagier-
tes Ärztin-Patientin-Verhältnis im Zusammenhang mit einem bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (AB 54.1 S. 20).

3.3.4 Dr. med. G.________ hielt in der Stellungnahme vom 17. Oktober 
2013 (AB 63) fest, entgegen den Ausführungen des Gutachters erfülle die 
Versicherte die Kriterien für die Diagnose der rezidivierenden depressiven 
Episoden mittelgradig bis schwer (ICD-10: F33.1/2) mit somatischem Syn-
drom hinreichend. Ebenfalls sei die Diagnose einer Panikstörung belegt, es 
bestehe grundsätzlich eine ängstliche Grundhaltung. Aufgrund des Verlaufs 
und der Tatsache, dass die entsprechenden Muster bereits in der Kindheit 
vorhanden gewesen seien, müsse betreffend der passiv-abhängigen, 
anankastischen Persönlichkeitszüge eine Persönlichkeitsstörung zumindest 
in Betracht gezogen werden. Es sei durchaus so, dass die Versicherte in 
belastenden Situationen mit verschiedenen somatischen Beschwerden 
reagiere, dabei handle es sich aus ihrer Sicht aber nicht um eine somato-
forme Störung, sondern um eine depressive Erkrankung. Im Weiteren lä-
gen ein mehrjährig chronifizierter Krankheitsverlauf mit progredienter Sym-
ptomatik ohne längerdauernde Rückbildung und ein verfestigter, therapeu-

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tisch nicht mehr angehbarer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung vor.

3.3.5 Der Gutachter führte in seiner Stellungnahme vom 1. November 
2013 (AB 65.1) aus, die Sicht der behandelnden Psychiaterin sei ab April 
2006 dokumentiert, werde im Gutachten zur Kenntnis genommen und dis-
kutiert. Dr. med. G.________ nenne bei ihren aktuellen Einwänden jedoch 
keinen neuen tatsächlichen objektiven psychopathologischen Befund, der 
allfällig im Widerspruch zum Gutachten stehen könnte. Auch weitere neue 
(allfällig aus versicherungsmedizinischer Sicht relevante) Informationen 
würden nicht formuliert. Er halte deshalb an seiner Einschätzung gemäss 
Gutachten vom 14. September 2013 fest. Am 24. Juli 2013 seien objektive 
psychopathologische Befunde nur sehr gering ausgeprägt gewesen. Ein 
klinisch relevantes depressives Syndrom habe (ebenfalls objektiv) nicht 
erkannt werden können. Dr. med. G.________ differenziere in ihrem Ein-
wand allfällige objektive nicht von subjektiven Beschwerden der Versicher-
ten, sie stützte sich in ihrer Einschätzung fast vollständig auf die rein sub-
jektive Beurteilung durch die Versicherte selbst ab. Zur Verdachtsdiagnose 
"Persönlichkeitsstörung" werde in den Akten und im Gutachten ebenfalls 
Stellung genommen. Dr. med. G.________ erörtere in ihrem Einwand keine 
neuen Argumente. Schliesslich blieben auch die Hinweise auf "Krankheits-
verlauf" und "Konfliktbewältigung" plakativ. Sie würden ebenfalls nicht diffe-
renziert diskutiert, seien somit nicht nachvollziehbar und blieben (wie die 
Einwände im Ganzen) Ausdruck der sehr persönlichen Meinung der lang-
jährig behandelnden Psychiaterin. 

3.4

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abwei-
chende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu 
stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch 
mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beur-
teilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden 
kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende 
Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
massgeblich auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.________ 
vom 14.  September 2013 (AB 54.1 - 54.2) gestützt. Dieses erfüllt die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines derarti-
gen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor). Es ist für die 
streitigen Belange umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden 
sowie die erhobenen Befunde und wurde in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben. Im Weiteren ist es in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begrün-
det.

Aufgrund des Berichts des Hausarztes Dr. med. H.________, wonach für 
die geklagte Beschwerdesymptomatik körperlich kein pathologischer Be-
fund nachweisbar ist (AB 46 S. 3; vgl. dazu auch AB 47 S. 2), ging Dr. med. 
F.________ nachvollziehbar davon aus, dass es sich bei den von der Be-
schwerdeführerin geklagten körperlichen Missempfindungen um ein subjek-
tives Syndrom handelt (AB 54.1 S. 16). In Übereinstimmung mit dem Vor-
gutachten (AB 14) ordnete der Gutachter die von der Beschwerdeführerin 

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bereits früher geklagten Symptome (Magenschmerzen und Magenkrämpfe; 
nervöses Herz mit schnellem Herzschlag; ständiges Gefühl, erbrechen zu 
müssen; Schmerzen in allen Körpergliedern [AB 14 S. 5 f.]) nachvollziehbar 
und in Übereinstimmung mit der ICD-10-Klassifikation einer Somatisie-
rungsstörung zu. Soweit er im Gegensatz zum Vorgutachter Dr. med. 
D.________ den depressiven Begleiterscheinungen nicht eigenständigen 
Krankheitswert beimisst, überzeugt dies deshalb, weil eine solche Diagno-
se – mangels Vorliegens depressiver Symptome (vgl. dazu AB 14 S. 6 f.) – 
bereits vom Vorgutachter nicht zu stellen gewesen wäre, worauf die RAD-
Ärztin Dr. med. E.________ im Bericht vom 4. April 2007 zu Recht hinwies 
(AB 16 S. 2). Was die von der behandelnden Psychiaterin Dr. med. 
G.________ nunmehr geltend gemachte Suizidalität anbelangt (AB 63 S. 
2), steht dies in klarem Widerspruch sowohl zu dem von Dr. med. 
F.________ erhobenen Psychostatus als auch zu den Angaben der Be-
schwerdeführerin im Rahmen des MADRS-Test selbst (AB 54.2 S. 10). Mit 
der Stellungnahme vom 17. Oktober 2013 (AB 63) vermag sie keine be-
gründeten Zweifel am Gutachten von Dr. med. F.________ zu wecken, 
zumal dieser deren Vorbringen mit der Stellungnahme vom 1. November 
2013 (AB 65.1) schlüssig und nachvollziehbar entkräftet hat. Diesbezüglich 
ist im Weiteren auf die Rechtsprechung zu verweisen, wonach in Bezug auf 
Atteste von Hausärzten das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen darf und soll, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patien-
ten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Dies gilt nicht nur für den 
allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden 
Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit 
seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklag-
ten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 20. 
März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.6 Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. F.________ ist im Ergeb-
nis nicht von einer Verbesserung, sondern von einem unverändert geblie-
benen Gesundheitszustand auszugehen, weshalb es in Bestätigung der 
angefochtenen Verfügung vom 12. November 2013 (AB 67) mit der Abwei-
sung der Beschwerde sein Bewenden haben muss. Daran ändert nichts, 

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dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Verfügung vom 18. Oktober 
2007 (AB 26) zu Unrecht von einem invalidenversicherungsrechtlich rele-
vanten Gesundheitsschaden ausgegangen ist, weil sie bereits damals – 
wenn auch mit unzutreffender Begründung – das Leistungsbegehren ab-
gewiesen hat.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/13/1110, Seite 18

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.