# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c375b7c-86f0-5b0c-95b8-97a360fdc9cf
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-28
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 28.10.2016 502 2016 165
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2016-165_2016-10-28.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2016 165

Urteil vom 28. Oktober 2016 

Strafkammer

Besetzung Präsident: Hubert Bugnon
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Cornelia Thalmann El Bachary

Parteien A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Oliver Lücke

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

und

B.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Elias Moussa

Gegenstand Einstellung des Verfahrens (Art. 319 ff. StPO)

Beschwerde vom 6. Juli 2016 gegen die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 24. Juni 2016

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1973, arbeitete bei der C.________ GmbH als Marketing-Manager 
und war direkter Vorgesetzter von B.________, geboren 1969. 

B. Am 23. Juli, 27. August und 30. September 2014 reichte A.________ Strafantrag/-anzeige 
ein gegen B.________ wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 
Aufnahmegeräte, evtl. unbefugten Aufnehmens von Gesprächen, versuchter Nötigung, Verletzung 
der Auskunfts-, Melde- und Mitwirkungspflichten, übler Nachrede, evtl. Verleumdung und 
Beschimpfung (act. 2000 ff., 2504 ff., 2518 ff.).

Am 12. November 2014 reichte B.________ ihrerseits Strafantrag ein gegen A.________ wegen 
versuchter Nötigung, evtl. versuchter Ausnützung einer Notlage (act. 2736 f.). 

Mit Verfügung vom 7. Januar 2015 übernahm die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg die im 
Kanton Bern eröffneten Verfahren (act. 9006). 

C. Mit Verfügungen vom 24. Juni 2016 wurde das Verfahren gegen B.________ wegen 
Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte eingestellt und jenes wegen 
übler Nachrede, evtl. Verleumdung sistiert. Sie wurde hingegen der Beschimpfung für schuldig 
befunden und verurteilt. A.________ wurde seinerseits mit Strafbefehl wegen versuchter Nötigung 
verurteilt; dagegen hat er Einsprache erhoben (act. 10‘005 ff.). 

D. Gegen die Einstellungsverfügung reichte A.________ am 6. Juli 2016 Beschwerde ein. Er 
beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge, die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das 
Strafverfahren fortzuführen; subeventualiter [recte: eventualiter] sei ihr die Sache zurückzuweisen. 

Mit Schreiben vom 25. Juli 2016 schloss die Staatsanwaltschaft auf kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde. 

Vom Einholen einer Stellungnahme von B.________ wurde abgesehen. 

Erwägungen

1. a) Gegen die Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft kann bei der 
Strafkammer innert 10 Tagen Beschwerde eingereicht werden (Art. 20 Abs. 1 Bst. b, 322 Abs. 2, 
393 Abs. 1 Bst. a StPO; Art. 85 Abs. 1 JG). 

Die angefochtene Verfügung wurde dem Beschwerdeführer am 28. Juni 2016 zugestellt. Die am 
6. Juli 2016 der Post übergebene Beschwerdeschrift wurde somit rechtzeitig eingereicht. 

b) Ein Rechtsmittel nach der StPO kann jede Partei ergreifen, die ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Partei ist 
auch die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). Als Privatklägerschaft gilt die 
geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu 
beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). 

Der Beschwerdeführer hat sich als Privatkläger konstituiert (act. 2505) und ist durch die der 
Beschuldigten vorgeworfenen Delikte in rechtlich geschützten Interessen betroffen, womit er zur 
Beschwerde legitimiert ist.

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Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist mithin einzutreten.

c) Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige 
Sachverhaltsfeststellung und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

d) Die Strafkammer entscheidet ohne Verhandlung (Art. 397 Abs. 1 StPO). Sie verfügt 
grundsätzlich über volle Kognition (vgl. Art. 391 Abs. 1 StPO). 

2. a) Bei der Frage, ob ein Strafverfahren über eine (definitive) Verfahrenseinstellung durch 
die Untersuchungsbehörde erledigt werden kann, gilt im schweizerischen Strafprozessrecht der 
Grundsatz "in dubio pro duriore". Die Staatsanwaltschaft darf sich nicht die Rolle des Gerichts 
anmassen. Dieser Grundsatz fliesst aus dem Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 
StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO). Er bedeutet, dass eine Einstellung durch 
die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden 
Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Bei der Beurteilung dieser Frage verfügen die 
Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz über einen gewissen Spielraum […]. Hingegen ist (sofern 
die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt) Anklage zu erheben, wenn eine 
Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeiten 
eines Freispruches oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, 
insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 186 E. 4.1 
mit Hinweisen; BGE 137 IV 219 E. 7.1; RIKLIN, StPO Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2014, Art. 319 
N. 2).

b) Gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. a StPO ist die vollständige oder teilweise Einstellung des 
Verfahrens zu verfügen, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt 
(vgl. Art. 324 Abs. 1 StPO). Der Staatsanwalt hat nicht eine abschliessende Beurteilung darüber 
vorzunehmen, ob sich die beschuldigte Person einer ihr zur Last gelegten Tat strafbar gemacht 
hat, sondern nur, ob genügend Anhaltspunkte vorhanden sind, die es rechtfertigen, das Verfahren 
weiterzuführen (LANDSHUT/BOSSHARD, Kommentar zur StPO, 2014, Art. 319 N. 15 mit Hinweisen). 
Die Staatsanwaltschaft trifft ihren Entscheid über Anklageerhebung oder Einstellung des 
Verfahrens nach pflichtgemässem Ermessen. Ihre Aufgabe ist es, nach durchgeführter 
Untersuchung in vorweggenommener Würdigung der Beweise und der Rechtslage eine Prognose 
über den Ausgang eines allfälligen gerichtlichen Verfahrens zu machen. Die Staatsanwaltschaft 
tritt dabei nicht selbst an die Stelle des Sachgerichts, sondern erwägt in Berücksichtigung der 
massgebenden Beweiswürdigungs- und Subsumtionsgrundsätze, welche Möglichkeiten für das 
Sachgericht offenstehen (OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 2012, N. 1395).

c) Sind ausser den sich widersprechenden Aussagen des Geschädigten und der 
beschuldigten Person keine wesentlichen Beweismittel vorhanden, ist ein besonders 
gewissenhaftes Wahrscheinlichkeitskalkül über die Aussichten der Anklage anzustellen. 
Massgeblich ist die Überlegung, ob die Zweifel von derartigem Gewicht sind, dass eine 
Verurteilung nach den praktischen Erfahrungen nicht mehr für wahrscheinlich gehalten werden 
kann. Steht dem bestreitenden Beschuldigten nur die Aussage eines an der Verurteilung 
unmittelbar interessierten Geschädigten gegenüber und finden dessen Anschuldigungen nicht eine 
objektive Bestätigung im Untersuchungsergebnis, so kann von einem für die Anklageerhebung 
hinreichenden Verdacht nicht gesprochen werden (LANDSHUT/BOSSHARD, Art. 319 N. 17 mit 
Hinweisen). Keine Einstellung, sondern die Erhebung einer Anklage ist wohl grundsätzlich immer 
dann angezeigt, wenn der Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von der Beweiswürdigung 
abhängt (LANDSHUT/BOSSHARD, Art. 319 N. 18). Eine Einstellung des Verfahrens ist auch dann 
aufzuheben und die Strafsache in die Untersuchung zurückzuweisen, wenn die Untersuchung 

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wesentliche Lücken aufweist und damit Fragen offenbleiben, deren Beantwortung für Freispruch 
oder Schuldspruch der beschuldigten Person wesentlich sein können (OBERHOLZER, N. 1398). 

3. a) Die Staatsanwaltschaft führt in der angefochtenen Einstellungsverfügung im 
Wesentlichen aus, es sei unbestritten, dass die Aufnahme ohne Einwilligung des 
Beschwerdeführers gemacht wurde. Es liege jedoch ein gerechtfertigter Notstand vor, da die 
Beschuldigte die Aufnahme einzig dafür verwendet habe, die Gefahr des Arbeitsverlusts 
abzuwehren. Das Beweisinteresse überwiege den Schutz des Geheim- oder Privatbereichs des 
Beschwerdeführers. 

b) Dem hält der Beschwerdeführer insbesondere entgegen, dem Video sei an keiner Stelle 
zu entnehmen, dass er der Beschuldigten die Entlassung in Aussicht stelle, falls sie nicht 
einwillige, viermal im Jahr Sex mit ihm zu haben. Diese Feststellung sei aktenwidrig. Er habe auch 
vorher nie von einer Kündigung gesprochen, was die Beschuldigte am 8. Dezember 2014 bestätigt 
habe. Zudem habe sie am 3. März 2016 [recte: 2015] nicht gesagt, dass sie die Kamera installiert 
habe, weil sie befürchtete, dass er ihr ein solches Angebot machen würde, oder dass der 
Beschwerdeführer vorher Druckversuche auf sie ausgeübt habe. Die Behauptung der 
Beschuldigten, dass sie die Videoaufnahme aufgrund der „ganzen Situation“ gemacht habe, stehe 
im Widerspruch zu ihrem übrigen Verhalten respektive sie widerspreche sich selbst. Sie habe 
keine weiteren Angaben gemacht, um was für angebliche Druckversuche es sich gehandelt habe 
oder wann diese stattgefunden hätten. Es sei somit festzuhalten, dass die Feststellungen der 
Staatsanwaltschaft, es habe seitens des Beschwerdeführers vorgängig Druckversuche gegeben 
und die Beschuldigte deswegen mit einer Verletzung eines ihrer Rechtsgüter rechnen konnte, 
aktenwidrig sind. Zudem dürfe der sich im Notstand Befindliche die Gefahr nicht selbstverschuldet 
haben. Die Beschuldigte habe mit dem Beschwerdeführer über einen langen Zeitraum eine 
sexuelle Beziehung geführt. Sie habe ihm „Liebes-SMS“ geschrieben, ihm „Offerten“ für Sex 
zukommen lassen und gleichzeitig seine Arbeitsanweisungen nicht befolgt. Sie wäre also an der 
Situation alles andere als unschuldig gewesen. Falls der Beschwerdeführer tatsächlich eine 
Kündigung hätte aussprechen wollen, so wäre diese hinsichtlich der schlechten Arbeitsleistung 
rechtmässig gewesen und hätte nichts mit dem privaten Verhältnis zu tun gehabt. Darüber hinaus 
wäre die angebliche Gefahr auch anders abwendbar gewesen: Die Beschuldigte hätte sich auf der 
Arbeit an die Anweisungen ihres Vorgesetzten halten können oder ihn nicht in ihre Wohnung 
lassen müssen. Gerade die Vorgeschichte lasse die Vermutung aufkommen, dass es sich bei der 
Einladung in die Wohnung und der Aufnahme um eine Racheaktion gehandelt haben könnte. Der 
Beschwerdeführer habe mit ihr nur eine sexuelle Beziehung haben wollen und ihre Liebe nicht 
erwidert. Demzufolge lag keine Notstandssituation vor. 

4. a) Wer eine Tatsache aus dem Geheimbereich eines andern oder eine nicht jedermann 
ohne weiteres zugängliche Tatsache aus dem Privatbereich eines andern ohne dessen 
Einwilligung mit einem Aufnahmegerät beobachtet oder auf einen Bildträger aufnimmt, wer eine 
Tatsache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie auf Grund einer nach Absatz 1 
strafbaren Handlung zu seiner Kenntnis gelangte, auswertet oder einem Dritten bekannt gibt, wer 
eine Aufnahme, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie durch eine nach Absatz 1 
strafbare Handlung hergestellt wurde, aufbewahrt oder einem Dritten zugänglich macht, wird, auf 
Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 179quater StGB). 

b) Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um ein eigenes oder das Rechtsgut einer 
anderen Person aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr zu retten, handelt 
rechtmässig, wenn er dadurch höherwertige Interessen wahrt (Art. 17 StGB). Das dem Notstand 
zugrunde liegende Prinzip liegt in der Interessenabwägung, wobei beim rechtfertigenden Notstand 
(Art. 17 StGB) klargestellt wird, dass das gewährte Interesse gegenüber dem verletzen 

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höherrangig sein muss, während beim entschuldbaren Notstand (Art. 18 StGB) ein anderes 
„hochwertiges“, also auch bloss gleichwertiges Interesse ausreicht (BSK-StPO, Art. 17 N. 1 f.).  

5. a) Vorliegend ist das Folgende unbestritten: Der Beschwerdeführer arbeitete bei der 
C.________ GmbH als Marketing-Manager und war direkter Vorgesetzter der Beschuldigten. Sie 
hatten in der Vergangenheit auch auf privater Ebene eine Beziehung geführt respektive sexuelle 
Kontakte gehabt. Seit einiger Zeit bemängelte der Beschwerdeführer gewisse Punkte an ihrer 
Arbeit (Rauchen, Respekt, vgl. u.a. act. 2628, 2036). Am 18. Juni 2014 begab sich der 
Beschwerdeführer in die Wohnung der Beschuldigten, welche krankgeschrieben war. Er hatte auf 
den Besuch an diesem Tag gedrängt (vgl. u.a. act. 2668). Dabei kam es zu einem Gespräch, 
welches von der Beschuldigten ohne Einwilligung des Beschwerdeführers aufgenommen 
respektive gefilmt wurde (Video). Bei diesem Gespräch bot der Beschwerdeführer ihr einen „Deal“ 
respektive eine „Bestechung“ („corruption“, „corrompre“, vgl. act. 2668) an, und zwar drei oder 
viermal pro Jahr mit ihm sexuelle Kontakte mit Gazmaske („gazéifier“, vgl. act. 2668) und Latex-
Kleidung zu haben; als Gegenleistung sollte sie CHF 500.- (oder mehr) pro Mal erhalten. Sie sollte 
auch ihren Arbeitsplatz behalten können. Am 23. Juni 2014 suchte die Beschuldigte die HR-
Abteilung auf und teilte D.________ mit, was ihr widerfahren war. Am 30. Juni 2014 erklärte sie 
dies dann ebenfalls E.________, Leiterin der Personalabteilung. Sie zeigte beiden Damen 
zumindest den Anfang des Videos. Am 3. Juli 2014 wurde sie eingehend zu ihren Vorwürfen 
gegen den Beschwerdeführer befragt (act. 2683 ff.). Am 4. Juli 2014 wurde der Beschwerdeführer 
mit diesen Vorwürfen konfrontiert und ebenfalls befragt (act. 2032 ff.). Auf mehrere Fragen 
antwortete er, es sei privat, Privates und Geschäftliches seien zu trennen. Anlässlich dieser 
Befragung wurden die Leistungen der Beschuldigten am Arbeitsplatz angesprochen (Rauchen, 
Mangel an Respekt; es habe daher die Lösung gegeben, sich zu trennen (sie sollte gehen), 
act. 2036). Am selben Tag wurde dem Beschwerdeführer die ordentliche Kündigung mit sofortiger 
Freistellung mitgeteilt. Die Beschuldigte wurde ihrerseits am 14. August 2014 von der C.________ 
GmbH verwarnt, u.a. weil sie anlässlich der Befragung vom 3. Juli 2014 nicht mitgeteilt hatte, dass 
sie und der Beschwerdeführer eine intime Beziehung geführt hatten (act. 2693). 

b) Der Videoaufnahme vom 18. Juni 2014 (act. 2668) ist namentlich zu entnehmen, dass 
es der Beschuldigten an diesem Tag nicht gut ging. Die Woche zuvor war etwas geschehen, das 
ihr nahe ging („ben bien sûr que ça me fait travailler depuis euh depuis la semaine passée que tu 
m’as dit, donc c’est normal, non?“, ab ca. Min. 09:14). Danach wurden die Probleme 
angesprochen, insbesondere jene bezüglich des mangelnden Respekts, u.a. dass die 
Beschuldigte die Anordnungen des Beschwerdeführers nicht befolge, dass letzterer viele Beweise 
habe (u.a. ab ca. Min. 12:07, 12:45). Die Beschuldigte sagte dabei, dass sie den 
Beschwerdeführer respektiere und ihr Arbeite liebe (ab ca. Min. 11:39, 11:59). In der Folge sprach 
der Beschwerdeführer die Gasmaske und ein diesbezügliches früheres, jedoch bisher nicht 
eingehaltenes Versprechen der Beschuldigten an, sowie wann und wie er auf seine Idee 
gekommen war (ab ca. Min. 13:50). Bei ca. Min. 17:31 fiel erstmals das Wort „corrompre“ 
(bestechen), das danach mehrmals wiederholt, bzw. durch das Wort „corruption“ (Bestechung) 
ersetzt wurde. Daraufhin erklärte der Beschwerdeführer, wie die „Bestechung“ oder der „Deal“ 
aussehen würde (insbesondere: dreimal [später im Video: viermal] pro Jahr sexueller Kontakt mit 
Gasmaske, nicht gratis, sondern für CHF 500.- pro Mal oder mehr). Bei ca. Min. 22:09 fragte die 
Beschuldigte „ça veut dire que je peux garder mon poste?“, woraufhin der Beschwerdeführer 
antwortete „c’était l’idée de corruption… mais ça reste entre toi et moi“ respektive “l’idée, c’est 
corruption“ (ab ca. Min. 22:13, 22:38). Später fragte die Beschuldigte nochmals „et je garde le 
travail, c’est ça?“, mit der Antwort des Beschwerdeführers „Ja“ (ab ca. Min. 23:47). Er stellte 
sodann noch Regeln auf (ab ca. Min. 24:36, 30:19, 30:26): Der Beschwerdeführer wollte rasch 
(z.B. in der kommenden Woche) einen Beweis, sprich einen ersten sexuellen Kontakt, und dass 

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die Beschuldigte sich nach dem ersten Mal nicht einen anderen Arbeitsplatz sucht und den „Deal“ 
platzen lässt. Auf die Frage, was denn geschehe, wenn er selber den „Deal“ nicht weiterführen 
wolle, antwortete der Beschwerdeführer „si moi je ne veux plus faire du sex avec toi ou ça, tu 
restes“ (ab ca. Min. 27:46). Auf die Aussage der Beschuldigten, sie wolle ihn nicht bestechen, 
antwortete der Beschwerdeführer „non… mais tu peux… quatre fois par année […]“ (ab ca. Min. 
31:10), und auf jene „sinon j’ai aucune chance, hein, c’est ça?“ antwortete er „peut-être ça me 
vient une autre idée… mais j’ai réfléchi maintenant beaucoup… cette idée m’est venue hier soir ou 
ce matin… parce que je me dis qu’est-ce que ça besoin pour me stoppe… et c’est pas prévu 
comme ça […] (ab ca. Min. 32:43). Danach war wieder die Rede von den Problemen auf dem 
Arbeitsplatz (u.a. Rauchen). Schliesslich ging es nochmals um den „Deal“, wobei der 
Beschwerdeführer sagte „je ne veux pas que tu me triches“; wenn sie eine andere Arbeit suche, 
dann extern und nicht intern, um Zeit zu gewinnen und dann den „Deal“ platzen zu lassen; er gebe 
ihr so nämlich eine Chance, „une chance qui n‘est pas prévue“ (ab ca. Min. 39:05, 39:16).

c) Aufgrund dieser Ausführungen kommt die Strafkammer zum Schluss, dass der 
Argumentation des Beschwerdeführers insbesondere aus folgenden Gründen nicht gefolgt werden 
kann: Seit einiger Zeit bemängelte er Verschiedenes an der Arbeit seiner Assistentin. Es wurde 
zumindest eine Trennung angesprochen, wobei die Beschuldigte sich eine andere Stelle suchen 
sollte. Dies geht insbesondere aus der Befragung des Beschwerdeführers vom 4. Juli 2014 hervor 
(act. 2036). Ob das Wort „Kündigung“ benutzt wurde oder nicht, ändert nichts an dem, was der 
Beschuldigten mitgeteilt wurde, sprich dass es Probleme gebe und sie sich eine andere 
Arbeitsstelle suchen solle. Am 18. Juni 2014 sprach die Beschuldigte sodann ein Ereignis „von 
letzter Woche“ an, das ihr nahe gegangen sei (act. 2668). Anlässlich ihrer ersten Einvernahme 
durch die Polizei erklärte sie, dass der Beschwerdeführer ihr am 10. Juni 2014 – d.h. ca. eine 
Woche vor dem 18. Juni 2014 – gesagt hatte, es könne so nicht weitergehen, sie respektieren ihn 
und die Pausen nicht und es sei besser, wenn sie sich eine andere Arbeit suche (act. 2552). Diese 
Aussagen bestätigen somit jene des Beschwerdeführers vom 4. Juli 2014: Sie sollte sich eine 
andere Arbeit suchen. Am 18. Juni 2014 drängte der Beschwerdeführer auf ein Gespräch mit der 
Beschuldigten. Mit der Staatsanwaltschaft ist festzuhalten, dass letztere zwar vor diesem 
Gespräch nicht wissen konnte, dass der Beschwerdeführer ihr das besagte Angebot unterbreiten 
würde, sie jedoch berechtigterweise damit rechnen musste: Kurz zuvor hatte der 
Beschwerdeführer ihr nahe gelegt, eine andere Stelle zu suchen, sie kannte ihn und seine 
sexuellen Wünsche (vgl. u.a. sie hatte ihm versprochen, sexuellen Kontakt mit einer Gasmaske zu 
haben, hatte dieses Versprechen jedoch bisher nicht eingehalten; vgl. act. 2668, Aussagen des 
Beschwerdeführers) und er wollte sie unbedingt sehen, obschon sie krankgeschrieben war. Die 
Wahrscheinlichkeit, dass ihr eigenes Rechtsgut verletzt werden würde war somit gross. Sodann 
hob der Beschwerdeführer am 18. Juni 2014 auch als erstes ein Kissen, fragte, wo sie das 
Mikrofon versteckt habe und wollte wissen, wo ihr Telefon sei (vgl. act. 2668, ab ca. Min. 08:08). 
An diesem Tag konnte die Beschuldigte auch nichts anderes tun, als den Beschwerdeführer in ihre 
Wohnung zu lassen; er war immer noch ihr Vorgesetzter. Was den Angriff betrifft, geht aus der 
Videoaufnahme mehrmals hervor, dass die Arbeitsstelle der Beschuldigten zum „Deal“ respektive 
zur „Bestechung“ gehörte; es kann diesbezüglich auf die Ausführungen unter Ziff. 5b verwiesen 
werden. Der Staatsanwaltschaft ist auch zuzustimmen, wenn sie festhält, dass die Beschuldigte 
die Aufnahme einzig dafür verwendete, die Gefahr der Entlassung zu umgehen; so hatte sie 
E.________ und D.________ den Anfang des Videos gezeigt, um mitzuteilen, dass sie im Besitz 
eines Beweises sei. Schliesslich geht auch das Argument des Beschwerdeführers fehl, es habe 
sich um eine Racheaktion gehandelt; nichts lässt darauf schliessen, dass die Beschuldigte ihn in 
ihre Wohnung gelockt hat, um sich an ihm zu rächen, weil er ihre Liebe nicht erwiderte; einerseits 
suchte der Beschwerdeführer das Gespräch und nicht die Beschuldigte; anderseits, wenn es in der 

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Tat um eine Racheaktion gegangen wäre, hätte die Beschuldigte die Videoaufnahme danach mit 
grosser Wahrscheinlich anders, bzw. weiter verwendet. 

Aufgrund dieser Ausführungen kommt die Strafkammer zum Schluss, dass eine Verurteilung der 
Beschuldigten keineswegs wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Das Beweisinteresse 
überwog in casu den Schutz des Geheim- oder Privatbereichs. Die Staatsanwaltschaft hat 
demnach zu Recht die Einstellung des Verfahrens verfügt. Die Untersuchung weist auch keine 
wesentlichen Lücken auf, die allenfalls eine Rückweisung rechtfertigen würden. 

6. a) Die unterliegende Partei trägt die Kosten des Rechtsmittelverfahrens (Art. 428 Abs. 1 
StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf CHF 500.- festzusetzen, zuzüglich Auslagen von CHF 100.-. 

b) Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 StPO).

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde vom 6. Juli 2016 wird abgewiesen.

Die Einstellungsverfügung vom 24. Juni 2016 betreffend das Strafverfahren gegen 
B.________ wird bestätigt. 

II. Die Verfahrenskosten von CHF 600.- (Gerichtsgebühr: CHF 500.-; Auslagen: CHF 100.-) 
werden A.________ auferlegt und von der geleisteten Sicherheit bezogen. 

III. Es wird keine Entschädigung ausgerichtet.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-
voraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 
vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 28. Oktober 2016/swo

Präsident Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin