# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9346aa9b-0e56-5aa9-ace5-bba5c22af162
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.02.2025 F-8080/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8080-2024_2025-02-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8080/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Gregor Chatton, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Preisig;   

Gerichtsschreiber Matiu Dermont. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

2. B._______, 

3. C._______, 

4. D._______, 

alle vertreten durch MLaw Corinne Reber, 

Freiplatzaktion Zürich, Rechtsarbeit Asyl und Migration, 

(…),  

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); 

Verfügung vom 13. Dezember 2024 / N (…). 

 

 

 

F-8080/2024 

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden (A._______, geboren […]; sowie deren 

Kinder B._______, geboren […]; C._______ und D._______, […]; alle ira-

kische Staatsangehörige) zusammen mit ihrem Ehemann respektive Vater 

(K._______ geboren […]; irakischer Staatsangehöriger; nachfolgend da 

materiell beschwert: Beschwerdeführer) am 4. Oktober 2024 in der 

Schweiz im Bundesasylzentrum (BaZ) Bern um Asyl ersuchten,  

dass für die Familie ein Transfer in den Kanton Zürich angeordnet wurde, 

dass die Beschwerdeführenden dort im BaZ Zürich untergebracht wurden, 

wo die Vorinstanz mit ihnen ein asylrechtliches Zuständigkeitsverfahren 

durchführte, 

dass der Beschwerdeführer hingegen anderweitig untergebracht wurde, 

wobei ihm in einer polizeilichen Befragung vom 9. November 2024 lediglich 

das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung aus der Schweiz ge-

währt wurde, 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 13. Dezember 2024 (zugestellt am 

18. Dezember 2024) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nach 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) nicht eintrat und ihre Wegweisung 

aus der Schweiz nach Deutschland verfügte, 

dass die Vorinstanz mit gleichtägiger Verfügung den Ehemann respektive 

Vater der Beschwerdeführenden nach Art. 64a Abs. 1 AIG (142.20) aus der 

Schweiz nach Deutschland wegwies, 

dass letzterer bei der Vorinstanz am 17. Dezember 2024 schriftlich ein asyl-

rechtliches Wiedererwägungsgesuch stellte, da die Überstellungsfrist nach 

Bulgarien in Zusammenhang mit seinem früheren Asylgesuch mittlerweile 

abgelaufen und nun die Schweiz für dessen Prüfung verantwortlich sei 

(Art. 29 der Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin-III-VO]), 

dass die Betroffenen beim Bundesverwaltungsgericht mit einer einzigen 

Rechtsmitteleingabe vom 23. Dezember 2024 (Datum der Postaufgabe) 

Beschwerde gegen die vorinstanzlichen Verfügungen vom 13. Dezember 

2024 erhoben und in der Sache beantragten, die angefochtenen 

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Verfügungen seien aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuweisen, auf ihre 

Asylgesuche einzutreten, und eventualiter sei die Sache für weitere Sach-

verhaltsabklärungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen,  

dass der Instruktionsrichter den Vollzug ihrer Überstellung mit superprovi-

sorischen Massnahmen vom 24. Dezember 2024 gestützt auf Art. 56 

VwVG per sofort einstweilen aussetzte, 

dass der Instruktionsrichter – das hiesige Verfahren betreffend – mit Zwi-

schenverfügung vom 16. Januar 2024 den Antrag auf Behandlung der vor-

instanzlichen Verfügungen vom 13. Dezember 2024 in einem einzigen Ver-

fahren abwies, da diese verschiedene Rechtsmaterien betreffen, und fer-

ner der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilte, 

dass die Vorinstanz in Bezug auf den Ehemann und Vater mit Verfügung 

vom 29. Januar 2025 auf ihren Entscheid vom 13. Dezember 2024 zurück-

gekommen ist und sein Asylverfahren wiederaufnahm, im vorliegenden 

Verfahren aber mit gleichtägiger Vernehmlassung an ihren Erwägungen 

festhielt, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG das Bundesverwaltungsgericht in der 

Sache selbst entscheidet oder diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurückweist, 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist 

(Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

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dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts 

grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 

das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.),  

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie 

nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG),  

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei diese 

Kriterien in der vorgegebenen Reihenfolge zu prüfen sind und nur zur An-

wendung gelangen, sofern das vorangehende Kriterium im spezifischen 

Fall nicht anwendbar ist (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass asylrechtliche Zuständigkeitsverfahren im Rahmen der Dublin-III-VO 

bei Familienangehörigen in einem einzigen Verfahren vereinfacht zu führen 

sind (vgl. ULRICH KOEHLER, Praxiskommentar zum Europäischen Asylzu-

ständigkeitssystem, 2018, Art. 10 N. 11), 

dass das Vorgehen der Vorinstanz, die Asylgesuche der Beschwerdefüh-

renden nicht zusammen mit denjenigen des Beschwerdeführers zu behan-

deln, vorliegend zwar als nachvollziehbar erscheint, 

dass letzterer nämlich bereits am 14. Oktober 2021 in der Schweiz um Asyl 

ersuchte, wodurch bei ihm bei erneuter Absicht zur Asylgesuchstellung ein 

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ausserordentliches Verfahren zum Tragen kommt, welches ein schriftliches 

und begründetes Gesuch erfordert, 

dass Gesuchstellende, die sich bei Mehrfachgesuchen dennoch persönlich 

bei einem BaZ vorsprechen, gemäss den eigenen Weisungen der Vor-

instanz von dieser auf die Voraussetzung der Einreichung eines schriftli-

chen Gesuchs hingewiesen werden (vgl. Weisungen und Erläuterungen,  

5 Mehrfachgesuche, ausserordentliche Verfahren und Aussetzung des 

Vollzugs [Stand per 6. Mai 2021], 5.1.2.1, < www.sem.admin.ch > Publika-

tionen & Service > Weisungen und Kreisschreiben, besucht am 6.2.2025), 

dass ein solcher Hinweis jedoch nicht aktenkundig ist,    

dass die Vorinstanz im Weiteren das schriftlich gestellte asylrechtliche Wie-

dererwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 17. Dezember 2024 

erst am 29. Januar 2025 behandelte, nachdem der Instruktionsrichter sie 

im Rahmen des Beschwerdeverfahrens F-8073/2024 betreffend den Ehe-

mann und Vater gegen dessen Wegweisungsverfügung darauf hinwies, 

dass dem Ehemann und Vater durch das Vorgehen der Vorinstanz über 

mehrere Monate das ihm gemäss Art. 29 BV zustehende Recht auf die 

Behandlung seines Gesuchs vorenthalten wurde, 

dass ihm, davon abgeleitet, auch das asylsuchenden Personen zukom-

mende Recht auf gemeinsame Familienunterbringung nicht gewährt wurde 

(vgl. Art. 5 der Verordnung vom 4. Dezember 2018 des EJPD über den 

Betrieb von Zentren des Bundes und Unterkünften an den Flughäfen [VO 

EJPD, SR 142.311.23]), 

dass ein funktionierendes Zusammenleben der Familie im Sinne von Art. 8 

EMRK und Art. 13 BV dadurch verunmöglicht wurde, was gerade für die 

Mutter eine erhebliche psychische Belastung bedeutete (vgl. SEM-act. 

33/38, Psychiatrisches Konsilium vom 5. Dezember 2024), 

dass vor dem Hintergrund der Wiederaufnahme des Asylgesuchs des Be-

schwerdeführers eine enge Konnexität mit dem vorliegenden, noch hängi-

gen Verfahren besteht, 

dass in Bezug auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nämlich prima 

facie ein Übergehen der Zuständigkeit für dessen Prüfung an die Schweiz 

und davon abgeleitet auch für diejenigen seiner Familienmitglieder zumin-

dest nicht auszuschliessen ist (vgl. Art. 29 Abs. 2 und Art. 10 Dublin-III-VO; 

Urteil des EuGH C-323/21, C-324/21 und C-325/21 [vereinigte Verfahren] 

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vom 12 Januar 2023; Urteil des BVGer F-221/2024 vom 23. Februar 2024 

E. 8.3 m.w.H.), 

dass auch nicht auszuschliessen ist, dass im Rahmen des neuen Verfah-

rens betreffend den Ehemann und Vater Erkenntnisse zum Vorschein tre-

ten, welche den Ausgang des parallelen Verfahrens F-8080/2024 beein-

flussen und eine Anpassung desselbigen erfordern könnten,   

dass die Vorwegnahme des Ausgangs des vorliegenden Verfahrens somit 

womöglich zu einem nachträglichen Berichtigungsbedarf führen könnte, 

was nicht zuletzt im Sinne der Prozessökonomie nicht angezeigt wäre, 

dass das vorliegende Verfahren durch die Wiederaufnahme des Asylge-

suchs des Beschwerdeführers somit nicht mehr spruchreif ist und ein sach-

licher Grund vorliegt, die nötigen Abklärungen auf Ebene der Vorinstanz 

vorzunehmen (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.1; ASTRID HIRZEL, in: Praxiskom-

mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 3. Aufl. 2023, 

Art. 61 N. 16), 

dass die Beschwerde nach dem Gesagten gutzuheissen und dem Eventu-

alantrag der Beschwerdeführenden auf Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz stattzugeben ist, 

dass die Vorinstanz dabei für die Beschwerdeführenden, unter Berücksich-

tigung des Dublin-Zuständigkeitsverfahren des Beschwerdeführers, erneut 

ein solches Verfahren durchzuführen haben wird, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist 

und die aufschiebende Wirkung der Beschwerde dahinfällt sowie der su-

perprovisorisch angeordnete Vollzugsstopp angesichts der Durchführung 

eines Zuständigkeitsprüfverfahrens gegenstandslos wird,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2 

VwVG keine Kosten aufzuerlegen sind, 

dass die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers im vorliegenden Ver-

fahren abgesehen von der Einreichung ihrer Mandatierung keine Eingaben 

tätigen musste, 

dass demnach aufgrund der verhältnismässig sehr geringen Kosten von 

der Ausrichtung einer Parteientschädigung abzusehen ist (Art. 7 Abs. 4 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Vorinstanz vom 

13. Dezember 2024 aufgehoben. 

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, das Dublin-Zuständigkeitsprüfverfahren 

der Beschwerdeführenden unter Berücksichtigung desjenigen ihres Ehe-

manns und Vaters erneut durchzuführen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gregor Chatton Matiu Dermont 

 

 

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