# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17c67520-be24-5fbc-8549-987eed32dff9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.10.2020 200 2020 398
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-398_2020-10-08.pdf

## Full Text

200 20 398 IV und
200 20 399 IV (2)
KOJ/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Oktober 2020

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 28. April 2020 und 11. Mai 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/398, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene C.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) ist gelernte … und …; im Jahr 2008 erwarb sie zudem ein … (Ak-
ten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. 
II], 4). Sie leidet an einer schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose (MS; 
Erstsymptomatik 1994 [act. II 67 S. 8], Diagnosestellung 1998/1999 [act. II 
70 S. 9 f.]). Nachdem der Versicherten die damalige, seit 2002 bestehende 
Anstellung als … gekündigt worden war (act. II 8), meldete sie sich im 
Februar 2010 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) erstmals 
zum Leistungsbezug in Form von Eingliederungsmassnahmen an (act. II 
1). Weil sie im April 2010 bei der D.________ AG eine neue Stelle als … im 
Umfang eines 80%-Pensums angetreten hatte (act. II 14 S. 2; 16 S. 3), 
schloss die IVB die beruflichen Massnahmen am 28. April 2010 wieder ab 
(act. II 15; Protokoll, Eintrag vom 22. April 2010 [in den Gerichtsakten]). 

Im Februar 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine zu-
nehmende Verschlimmerung der MS-Symptomatik zum Bezug von Hilfsmit-
teln an (act. II 16). Nach diversen Abklärungen gewährte die IVB Hilfsmittel 
in Form eines Rollstuhls, eines Rollators sowie eines Elektro-Handbikes 
(act. II 21; 23; 31 f.) und kam für die Kosten für Änderungen am Motorfahr-
zeug (act. II 38) sowie für bauliche Änderungen in der Wohnung auf (act. II 
50). 

A.b.

Im Juni 2019 meldete sich die Versicherte, welche ihr Arbeitspensum bei 
der D.________ AG seit Februar 2014 auf 74% reduziert hatte (vgl. act. II 
72 S. 2), bei der IVB zum Leistungsbezug in Form einer Invalidenrente an 
(act. II 55). Die IVB tätigte erwerbliche Abklärungen und holte Berichte be-
handelnder Ärzte sowie einen Bericht von Dr. med. E.________, Fachärztin 

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für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD; act. II 78), ein. Mit Vor-
bescheid vom 28. November 2019 (act. II 79) stellte sie der Versicherten 
die Ausrichtung einer auf einem Invaliditätsgrad von 48% basierenden In-
validenrente ab 1. Januar 2020 in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte 
Einwand erheben (act. II 88; 92) und einen Bericht des behandelnden Arz-
tes Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, einreichen (act. II 91 
bzw. 92 S. 5 – 7), woraufhin die IVB bei der RAD-Ärztin Dr. med. 
E.________ eine Stellungnahme einholte (act. II 94). Am 28. April 2020 
(act. II 96) verfügte die IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. Am 
11.  Mai 2020 (act. II 97) erliess die IVB zudem eine Verfügung über die 
von der Ausgleichskasse berechneten und im Zeitraum von Januar bis April 
2020 auszurichtenden Rentenbetreffnisse samt Drittauszahlung. 

B.

Gegen beide Verfügungen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
walt B.________, mit Eingabe vom 28. Mai 2020 Beschwerde erheben. Sie 
stellt die folgenden Anträge: 

1. Die Verfügungen vom 28. April 2020 und 11. Mai 2020 seien aufzu-
heben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 
die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten. 

3. Die Sache sei der Beschwerdegegnerin erneut zur Beurteilung 
zurückzuweisen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2020 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, wobei sie auf eine umfassende 
Stellungnahme verzichtete.

Mit Eingabe vom 8. Juli 2020 liess die Beschwerdeführerin eine weitere 
Stellungnahme einreichen. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 28. April und 
11. Mai 2020 (act. II 96 f.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine Invalidenrente, insbesondere eine höhere als die 
zugesprochene Viertelsrente (vgl. Beschwerde, S. 3, Ziff. 2). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 
2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte 
Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 
mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 Bei Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügungen vom 28. April und 11. Mai 2020 
(act. II 96 f.; BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die medizini-
sche Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Dr. med. F.________ hielt im Bericht vom 28. Februar 2019 (act. II 
67 S. 4 – 6) fest, er finde heute klinisch neurologisch ein in etwa stabiles 
Zustandsbild im Vergleich zur letzten Kontrolluntersuchung am 31. Januar 
2018. Anamnestisch hätten die Gangstörung und die Fatigue allerdings 
etwas zugenommen. Zudem beständen muskuloskelettale Beschwerden, 
vor-allem im linken Schultergelenk, aber auch möglicherweise eine Über-
reizung des N. medianus im Bereiche des Karpaltunnels beidseits durch 
den vermehrten Stockgebrauch, was auch die wechselnden Dysästhesien 
der Arme erkläre. In der klinischen Untersuchung finde sich vor allem das 
bereits bekannte etwas linksbetonte spastisch ataktische Gangbild, die 
linksbetonte Paraspastik und beinbetonte Extremitätenataxie. Sensibel sei 
vor allem der Vibrationssinn des linken Beines stark gestört. Hirnstamm-
symptome oder kognitive Störungen lägen keine vor (S. 5). Die Blasen-
störung sei in etwa unverändert vorhanden (S. 4). Die Beschwerdeführerin 
habe zunehmend Mühe, die Arbeitsleistung von 74% zu bewältigen, zumal 
im Alltag doch gewisse Beeinträchtigungen zunehmend aufträten; vor allem 
die Geheinschränkung und die motorische Fatigue machten sich immer 
mehr bemerkbar. Deshalb plane sie Anfang 2020 ihr Arbeitspensum auf 
50% zu reduzieren. Sie habe bereits im Jahre 2010 die Reduktion von 
100% auf 80% respektive auf 74% krankheitsbedingt durchgeführt (S. 6). 

Mit weiterem Bericht vom 21. Mai 2019 (act. II 57 S. 3) hielt Dr. med. 
F.________ fest, seit dem 20. Mai 2019 betrage die Arbeitsunfähigkeit 60% 
(von 100%). Dies bedeute, dass sie verteilt auf zwei Arbeitstage 40% ar-
beitsfähig sei. Somit entspreche die Arbeitsunfähigkeit bezogen auf den 
Anstellungsgrad (von 74%) 34%. 

3.1.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht 
vom 6. September 2019 (act. II 78) eine MS mit primär schubförmigem Ver-
lauf mit Paraspastik der Beine und eingeschränkter Gehfähigkeit (zum Teil 

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rollstuhlpflichtig), Blasenstörung und motorischer Fatigue – entsprechend 
einem Expanded Disability Status Score (EDSS) von 5.5 (S. 4). Weiter hielt 
sie fest, in einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin in der 
Lage, leichte körperliche Tätigkeiten vorwiegend im Sitzen und in ge-
schlossenen Räumen auszuführen. Tätigkeiten mit längerem Stehen und 
Gehen seien nicht möglich. Vermieden werden müssten alle Tätigkeiten mit 
Heben und Tragen von Lasten, häufigem Bücken sowie Tätigkeiten mit 
Überkopfarbeit und in Zwangshaltungen. Arbeiten mit Absturzgefahr seien 
ebenfalls nicht möglich. Die Gebrauchsfähigkeit der Hände sei nicht einge-
schränkt. Es beständen keine kognitiven Einschränkungen. Auf Grund der 
Blasenstörungen und der Fatigue müsse die Möglichkeit zusätzlicher kurz-
er Pausen bestehen. Eine derartige Tätigkeit könne die Beschwerdeführe-
rin fünf Stunden pro Tag (an fünf Tagen in der Woche) mit einer 
Leistungsfähigkeit von 90% ausüben. Die ausgeübte Tätigkeit als … im … 
sei als optimal angepasst anzusehen (S. 6).

3.1.3 Im Bericht vom 6. Februar 2020 (act. II 91 S. 1 – 3) hielt Dr. med. 
F.________ fest, seit der letzten Kontrolle am 15. Mai 2019 habe die Be-
schwerdeführerin im November 2019 wahrscheinlich einen Krankheits-
schub mit Verschlechterung der Gehfähigkeit, der Sensibilität in den Beinen 
und der Paresen der Beine erlitten. Mittlerweile habe sie sich fast wieder 
vollständig von diesem Schubereignis erholt (S. 1). Insofern bestehe wieder 
ein EDSS von 5.5. Sie habe eine ausgeprägte links- und beinbetonte Pa-
raspastik. Zudem finde sich eine linksbetonte Extremitätenataxie und eine 
ausgeprägte Fatigue-Symptomatik (S. 2). Sie arbeite aktuell zwei Tage 
hintereinander pro Woche, das heisst 40%, danach benötige sie die fol-
genden fünf Tage, um sich davon wieder zu erholen (S. 1). Er habe seit 
dem 20. Mai 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 60% von 100% bescheinigt. 
Rückblickend allerdings müsse festgehalten werden, dass die Beschwerde-
führerin über die letzten Jahre ihr Arbeitspensum sukzessive gesenkt habe, 
weil ihre Belastungsfähigkeit deutlich reduziert sei. Im Vordergrund stehe in 
diesem Zusammenhang die Fatigue-Symptomatik, die ausgeprägte links-
betonte und beinbetonte Extremitäten-Spastik, die linksbetonte zerebelläre 
Symptomatik und die Gangstörung mit einer aktuellen maximalen Gehstre-
cke mit zwei Gehstöcken von 100 Metern, für weitere Strecken mit dem 

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Rollstuhl. Zudem habe sie eine deutliche Blasenstörung. Er denke, dass 
die Arbeitsfähigkeit maximal 40% betrage, eher weniger (S. 2).

3.1.4 In der Stellungnahme vom 24. März 2020 (act. II 94) hielt die RAD-
Ärztin Dr. med. E.________ fest, wenn die Fatigue-Symptomatik bezüglich 
der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin das am stärksten limitieren-
de Symptom sei, was nicht in Abrede gestellt werde, dann wäre eine Auftei-
lung der Arbeitszeit auf vier oder fünf Tage deutlich günstiger und die 
Beschwerdeführerin wäre zudem dadurch in der Lage, insgesamt ein höhe-
res Pensum zu leisten. Für die Behandlung der Fatigue gelte, dass neben 
dem meist wenig erfolgreichen Einsatz verschiedener Medikamente der 
Schwerpunkt auf eine gute Tagesstrukturierung zu legen sei. Der Einbau 
von täglichen Pausen werde von allen Fachspezialisten ebenso wie die 
Vermeidung von Überlastungen empfohlen. Dies werde bei der Beschwer-
deführerin derzeit nicht beachtet. Sie arbeite an zwei Tagen hintereinander 
sicherlich über die Belastungsgrenze. Es sei für die Betroffenen nicht mög-
lichz, diese Überlastung an den folgenden Tagen durch vermehrte Erho-
lungszeiten zu kompensieren, da die Fatigue-Symptomatik durch eine 
permanente Müdigkeit gekennzeichnet sei. Sie trete also an Arbeitstagen 
genauso wie an arbeitsfreien Tagen, Wochenenden, Ferien etc. auf. Somit 
wäre für die Beschwerdeführerin eine optimal angepasste Tätigkeit durch 
eine reduzierte Arbeitszeit mit fünf Stunden an fünf Tagen in der Woche 
gekennzeichnet, die sie dann mit einer Leistungsfähigkeit von 90% erbrin-
gen könne (S. 2).

3.1.5 Dr. med. F.________ hielt im (mittels E-Mail) dem Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin zugestellten Bericht vom 26. Mai 2020 (act. II 98 
S. 30 f.) fest, er unterstütze die (von der RAD-Ärztin) vorgeschlagene Halb-
tagstätigkeit von fünf Stunden morgens nicht. Zudem betrage die Leis-
tungsfähigkeit maximal 70%, dies aufgrund der beeinträchtigten 
motorischen Fähigkeiten und der allgemeinen Verlangsamung sowie der 
Blasenstörung, was häufige Pausen erfordere. 

3.2

3.2.1 Im Gebiet des Sozialversicherungsrechts gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

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(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Parteien zu ermitteln. In diesem 
Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es 
abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden 
ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen oder im Beschwerdefall auf 
Rückweisung der Sache zu diesem Zweck verletzt etwa dann Bundesrecht, 
wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält oder 
wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage auf unvollständiger 
Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 24. Januar 2020, 8C_538/2019, E. 2.5). 

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 353 f.). Soll aller-
dings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderun-
gen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufge-
legten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 
353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 

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entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 
44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 
465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der verfügungsweise 
zugesprochenen Viertelsrente (act. II 96 f.) in medizinischer Hinsicht im 
Wesentlichen auf die Berichte der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ vom 
6. September 2019 (act. II 78) und 24. März 2020 (act. II 94). Diese 
basieren – was die Einschätzung des Gesundheitszustandes anbelangt – 
hauptsächlich auf den Berichten des behandelnden Neurologen Dr. med. 
F.________. Dabei besteht – mit Blick auf die Aktenlage zu Recht – 
zwischen der RAD-Ärztin und Dr. med. F.________ insoweit 
Überstimmung, dass die Beschwerdeführerin an einer durch eine 
schubförmige MS bedingten, auch in erwerblicher Hinsicht relevanten 
Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens leidet, welche sich 
namentlich in einer Paraspastik der Beine und eingeschränkter Gehfähig-
keit, einer Blasenstörung sowie einer motorischen Fatigue äussert (act. II 
78 S. 4; 91 S. 2). Auch besteht unter den Parteien sowie den involvierten 
Ärzten Einigkeit dahingehend, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer 
funktionellen Beeinträchtigungen in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
eingeschränkt ist. Unterschiedliche Auffassungen bestehen demgegenüber 
hinsichtlich deren Ausmasses. Zwar besteht (derzeit) insoweit (impliziter) 
Konsens, als die aktuell ausgeübte Tätigkeit als … bei der D.________ AG 
(sowie für deren Tochtergesellschaft, der G.________ AG [vgl. act. II 58 S. 
2; 73 S. 2]) grundsätzlich als den Leiden ideal angepasst zu betrachten ist 
(vgl. auch act. II 78 S. 6). Während die Beschwerdeführerin unter Berufung 
auf die Einschätzung von Dr. med. F.________ jedoch geltend macht, es 
bestehe (bezogen auf ein 100%-Pensum) eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit 
(vgl. Beschwerde, S. 5) bzw. die bestehende 40%ige Arbeitsfähigkeit sei 
idealerweise an zwei aufeinander folgenden Tagen zu realisieren (vgl. act. 
II 90 S. 30), geht die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Auffassung der 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ hinsichtlich einer den Leiden 
angepassten respektive der aktuell ausgeübten Tätigkeit von einem 
zumutbaren Rendement von fünf Stunden täglich aus (act. II 78 S. 6), was 
bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 43 Stunden (vgl. act. II 76 S. 3) 

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einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von knapp 60% respektive 
einer Arbeitsunfähigkeit von etwas mehr als 40% gleichkommt. Ferner 
quantifiziert Dr. med. F.________ die zusätzliche Leistungseinschränkung 
mit 30% (act. II 98 S. 30 f.), Dr. med. E.________ dagegen mit 10% (act. II 
78 S. 6; 94 S. 2). 

3.4 Grundsätzlich erweist sich sowohl die Einschätzung von Dr. med 
F.________ als auch jene der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ als plausi-
bel. Einschränkend ist jedoch festzuhalten, dass die RAD-Ärztin die Be-
schwerdeführerin nicht persönlich untersucht hat. Die Rechtsprechung 
verlangt zwar nicht zwingend, dass der RAD eigene ärztliche Untersuchun-
gen durchführt, damit ein Bericht beweistauglich ist. Insbesondere wenn es 
im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht, kann die direkte persönliche Befassung mit der versi-
cherten Person in den Hintergrund treten (vgl. Entscheid des BGer vom 25. 
März 2011, 9C_58/2011, E. 2.2). Ein lückenloser Befund bzw. ein festste-
hender medizinischer Sachverhalt liegt jedoch etwa dann nicht vor, wenn 
es namentlich an einer (anderen) fachärztlichen Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit und einer Umschreibung des Belastungsprofils fehlt (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 1. September 2015, 9C_335/2015, E. 4.3).

Vorliegend ist in diagnostischer Hinsicht bei Verfügungserlass zwar von 
einem unbestrittenen medizinischen Sachverhalt auszugehen. Dr. med. 
E.________ stellte denn auch – wie dargelegt (vgl. E. 3.3 vorne) – bei ihrer 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf die Berichte des behandelnden Neu-
rologen Dr. med. F.________ ab. Dieser nahm wohl eine Quantifizierung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor; indessen beruht diese nicht auf 
einem medizinisch-theoretischen Anforderungs- und Belastungsprofil, wes-
halb Dr. med. E.________ auch ihre Einschätzung insgesamt nicht auf ei-
nen feststehenden medizinischen Sachverhalt abstützen konnte. 
Entscheidend fällt dabei ins Gewicht, dass im Lichte der im Recht liegen-
den medizinischen Berichte aufgrund der (seit Jahren bestehenden) MS 
mannigfaltige, teils erhebliche und in der Tendenz zunehmende Beein-
trächtigungen zur Diskussion stehen. Auch schätzen die beiden Ärzte die 
Ressourcen der Beschwerdeführerin im Hinblick auf eine (in zeitlicher Hin-
sicht) angepasste Tätigkeit unterschiedlich ein bzw. bezieht sich Dr. med. 

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F.________ insoweit auf die von ihm als realistisch eingestuften subjekti-
ven Einschätzungen der Beschwerdeführerin (vgl. act. II 98 S. 30) – wobei 
im Lichte der Aktenlage an der grundsätzlichen Motivation der Beschwer-
deführerin nicht zu zweifeln ist –, während die RAD-Ärztin insoweit auf nicht 
näher bezeichnete Empfehlungen von Fachspezialisten abstellt (vgl. act. II 
94 S. 2). Wenngleich ihre Annahme hinsichtlich der Verteilung des Arbeits-
pensums auf mehrere Tage nicht von vornherein von der Hand zu weisen 
ist, kann auf die Einschätzung von Dr. med. E.________ – soweit sie eine 
über das von ihr attestierte und unbestrittene (vgl. E. 3.3 vorne) Ausmass 
hinausgehende Arbeits- und Leistungsunfähigkeit (act. II 78 S. 6) verneint 
(act. II 94) – unter den gegebenen Umständen demnach nicht abgestellt 
werden. Um den Ausprägungsgrad der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
beurteilen und die sich daraus ergebenden funktionellen Beeinträchtigun-
gen in erwerblicher Hinsicht sachgerecht (basierend auf einer objektivierten 
Betrachtungsweise) quantifizieren zu können, erweist sich eine persönliche 
Untersuchung der Beschwerdeführerin in Anbetracht der Komplexität der 
geltend gemachten Einschränkungen vielmehr als unabdingbar, zumal eine 
solche Untersuchung bis dato nicht stattgefunden hat respektive mit Blick 
auf die bisher abzuklärenden Leistungsansprüche hierzu auch kein Anlass 
bestand. 

Ferner ist zu berücksichtigen, dass Dr. med. F.________ die Beschwerde-
führerin seit 10 Jahren behandelt (vgl. act. II 69 S. 16 f.; 98 S. 30). Zudem 
ist – wie bereits erwähnt – zu beachten, dass die Motivation der Beschwer-
deführerin, weiter einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können, aufgrund 
der Akten stets gegeben war und auch weiterhin gegeben erscheint; auch 
liegen keine Anhaltspunkte vor, dass Dr. med. F.________ in der Vergan-
genheit zu hohe Arbeitsunfähigkeitsgrade attestiert hätte, weshalb seiner 
von Dr. med. E.________ abweichenden Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit nicht von vornherein jeglicher Beweiswert abzusprechen 
ist. Damit wecken seine Einschätzungen zur Arbeits- und Leistungsfähig-
keit – wenngleich sie für sich genommen keine rechtsgenügliche Beurtei-
lungsbasis darstellen – zumindest geringe Zweifel am Beweiswert der 
Ausführungen der RAD-Ärztin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/398, Seite 13

3.5 Zusammenfassend lassen sich die vorliegend entscheidwesentli-
chen Tat- und Rechtsfragen aufgrund der im Recht liegenden Berichte der 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ vom 6. September 2019 (act. II 78) und 
24. März 2020 (act. II 94) nicht zuverlässig beantworten (vgl. E. 3.2.1 vor-
ne). Die Beschwerdegegnerin wird deshalb – insbesondere im Hinblick auf 
die Quantifizierung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit – weitere 
Abklärungen vorzunehmen und ein verwaltungsexternes neurologisches 
Gutachten zu veranlassen haben. Anschliessend hat sie über den streitigen 
Rentenanspruch neu zu verfügen. 

3.6 Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades respektive mit Blick auf 
den vorzunehmenden Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) ist aus pro-
zessökonomischen Gründen sodann auf Folgendes hinzuweisen: Die Be-
schwerdegegnerin hat bei der Festsetzung des Valideneinkommens auf die 
Angaben des letzten Arbeitgebers abgestellt (vgl. act. II 76). Bei Beginn 
jener Tätigkeit im April 2010 (act. II 76 S. 2) litt die Beschwerdeführerin 
bereits an MS (vgl. act. II 1; 67 S. 13 – 15; 69 S. 17) und sie trat die Stelle 
nur zu einem reduzierten Pensum an (act. II 14; 55 S. 4, 8). Die Beschwer-
degegnerin wird damit zu prüfen haben, ob bei der letzten Erwerbstätigkeit 
(welche auch der aktuellen, bei der D.________ AG ausgeübten Tätigkeit 
entspricht) von einer solchen im hypothetischen Gesundheitsfall ausge-
gangen werden kann oder ob das Valideneinkommen gegebenenfalls ge-
stützt auf Tabellenlöhne (vgl. BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110) zu ermitteln ist.

3.7 Abschliessend ist festzuhalten, dass die grundsätzlich rentenbe-
gründende Invalidität der Beschwerdeführerin offenkundig gegeben und im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren auch von der Beschwerdegegnerin 
nicht in Frage gestellt worden ist (vgl. Eingabe vom 22. Juni 2020). Der mit 
der angefochtenen Verfügung ermittelte Anspruch auf eine Viertelsrente ist 
deshalb ausnahmsweise im Sinne eines Mindestanspruchs zu bestätigen 
und die entsprechende Rente mithin auch weiterhin auszurichten. Damit 
erübrigt sich ein Hinweis an die Beschwerdeführerin hinsichtlich einer allfäl-
ligen späteren Schlechterstellung (vgl. BGE 137 V 314 E. 3.2.4 S. 320), 
dies umso mehr, als sie die Rückweisung auch selber beantragt hat (vgl. 
Beschwerde, Ziff. 3 der Rechtsbegehren).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/398, Seite 14

3.8 Zusammenfassend ist die Beschwerde dahingehend gutzuheis-
sen, dass die angefochtenen Verfügungen aufgehoben werden und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungs-
anspruch neu verfüge; bis dahin ist die Viertelsrente der Beschwerdeführe-
rin ausnahmsweise weiterhin auszurichten.  

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist 
der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzu-
erstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

Mit am 8. Juli 2020 eingereichter und nicht zu beanstandender Kostennote 
hat Rechtsanwalt B.________ ein Honorar von Fr. 2’290.--, Auslagen von 
Fr. 95.60 und die Mehrwertsteuer (MWSt.) von Fr. 183.70 geltend gemacht. 
Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2'569.30 (inkl. Auslagen 
und MWSt.) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die 
angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle Bern vom 28. April 2020 und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/398, Seite 15

11. Mai 2020 werden aufgehoben und die Sache wird an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. 

2. Die IV-Stelle Bern wird angewiesen, die zugesprochene Viertelsrente 
weiterhin auszurichten.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'569.30 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.