# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d2d7252-ca61-55e7-9a2c-2107a417d28d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.05.2007 B-2176/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2176-2006_2007-05-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2176/2006

{ T  0 / 2 }

Urteil vom 16. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Maria Amgwerd (vorsitzende Richterin); Richter 
Bernard Maitre (Abteilungspräsident); Richterin Vera 
Marantelli; Gerichtsschreiberin Barbara Aebi

E._______, 
Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Effingerstrasse 27, 
3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend
Anerkennung eines Diploms

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Sachverhalt:

A. E._______,  schweizerischer  Staatsangehöriger,  stellte  am  16. Januar 
2006  beim  Bundesamt  für  Berufsbildung  und  Technologie  (Bundesamt) 
das Gesuch, sein Meistertitel im Augenoptikerhandwerk (ausgestellt am 2. 
Dezember  2004 von der  Handwerkskammer  Kassel)  sei  als  gleichwertig 
mit  dem  eidgenössischen  Diplom  als  Augenoptiker  anzuerkennen.  Den 
Gesuchsbeilagen ist  zu entnehmen,  dass E._______ von 1999 bis 2001 
die  Schweizerische  Höhere  Fachschule  für  Augenoptik  in  Olten  besucht 
hatte. Auf dem Gesuchsformular vermerkte er, für die Zulassung zur Meis-
terprüfung  sei  der  Besuch  einer  Schule  weder  in  der  Schweiz  noch  in 
Deutschland  obligatorisch,  weshalb  er  die  für  die  Prüfung  erforderlichen 
Kenntnisse  im Selbststudium erworben  habe.  Aus den Gesuchsbeilagen 
geht weiter hervor, dass er eine Berufsausübungsbewilligung des Kantons 
Bern  vom 9.  Juni  2005 besitzt,  welche  ihn  auf  Grund seines  deutschen 
Meisterprüfungszeugnisses zum Verkauf  von Brillen und anderen Sehhil-
fen  nach  ärztlicher  Verordnung  sowie  zu  Refraktionsbestimmungen  und 
Kontaktlinsenanpassungen berechtigt.

Mit Verfügung vom 13. März 2006 entschied das Bundesamt, die Meister-
prüfung  werde  der  Höheren  Fachprüfung  gleichgestellt  unter  der  Bedin-
gung,  dass  E._______  als  Ausgleichsmassnahme  entweder  a. eine  Eig-
nungsprüfung im Fach Pathologie ablege oder b. einen einjährigen Anpas-
sungslehrgang in der Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Au-
genoptikers  absolviere  und  das  Fach  Pathologie  an  der  Höheren  Fach-
schule für Augenoptik in Olten besuche. Zur Begründung hielt das Bundes-
amt fest, mit dem Freizügigkeitsabkommen habe die Schweiz das System 
der Europäischen Union (EU) zur gegenseitigen Anerkennung von Diplo-
men in ihren Mitgliedstaaten angenommen und wende zur Beurteilung der 
Gleichwertigkeit  bei reglementierten Berufen die europäischen Richtlinien 
an. Diese Richtlinien sähen vor, dass der Aufnahmestaat einem EU/EFTA-
Bürger den Zugang zu seinem Arbeitsmarkt nicht verweigern könne, wenn 
der Gesuchsteller in seinem Heimatland für die Ausübung seines Berufes 
qualifiziert sei. Bestünden indessen Unterschiede bezüglich der Dauer und 
dem Inhalt  der Ausbildung,  könne der Aufnahmestaat vom Gesuchsteller 
Ausgleichsmassnahmen verlangen.  Die  Tätigkeit  als  Augenoptiker  sei  in 
der Schweiz reglementiert. Die Ausbildung zur Vorbereitung auf die Höhe-
re Fachprüfung (HFP) zum diplomierten Augenoptiker daure zwei Jahre. In 
den wichtigsten  Fächern  Augenoptik  (Pathologie,  Anatomie,  Physiologie, 
Pharmakologie),  Optik  und  Kontaktlinsenanpassung  vermittle  die  Schule 
über 1500 Lektionen. Gesamthaft umfasse der Lehrplan der Schule 2750 
Lektionen.  Das im Rahmen der  HFP geprüfte  Fallfach Pathologie  werde 
bei der Meisterprüfung "nur" als Teilbereich im Fach Augenoptik geprüft. 
Im Vergleich  zu  den  schweizerischen  Fallfächern  Kontaktlinsen  und  Re-
fraktionsbestimmung fehlten in Deutschland wichtige Teilbereiche wie die 
äussere und innere Inspektion des Auges,  die ihrerseits fundierte Kennt-
nisse in Pathologie voraussetzten. Die Pathologie und die Inspektion des 
Auges erlangten in der Schweiz vor allem vor dem Hintergrund der kanto-

3

nalen  Berufsausübungsvorschriften  elementare  Bedeutung,  sei  doch  der 
diplomierte Augenoptiker verpflichtet, bei Erkennen oder Verdacht auf Au-
genkrankheiten einen Kunden dem Facharzt zuzuweisen. Das schweizeri-
sche Fallfach Allgemeine Optik  & Instrumente werde in Deutschland nur 
sehr rudimentär geprüft. Das schweizerische Reglement betrachte dieses 
Fach als unabdingbares Grundlagenfach zum Verständnis der Berufsaus-
übung und zur Lehrlingsinstruktion. Aus diesen Gründen seien die Höhere 
Fachprüfung in der Schweiz und die Meisterprüfung in Deutschland inhalt-
lich nicht vergleichbar und somit nicht gleichwertig. Nach Auskunft der Eu-
ropäischen Kommission  könnten erfolgreich  absolvierte  Teilprüfungen im 
Aufnahmestaat  bei  der Beurteilung berücksichtigt  werden.  Da E._______ 
an der  Höheren Fachprüfung 2001 das Fach Allgemeine Optik  & Instru-
mente bestanden habe, müsse er für dieses Fach keine Ausgleichsmass-
nahmen absolvieren.

B. Gegen diese Verfügung erhob E._______ (Beschwerdeführer) am 10. April 
2006 Beschwerde bei  der Rekurskommission EVD. Er beantragt  sinnge-
mäss, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und es sei sein Meis-
tertitel im Augenoptikerhandwerk anzuerkennen. Zur Begründung führt er 
aus, sein Meisterprüfungszeugnis sei ihm schon im Dezember 2004 aus-
gestellt  worden.  Die neue restriktivere  Richtlinie,  nach welcher  deutsche 
Diplome der Handwerkskammer Kassel nicht mehr anerkannt würden, wer-
de indessen erst seit 2005 angewandt. Aus diesem Grund müsse sein Dip-
lom anerkannt werden.

Am 26.  Mai  2006  reichte  der  Beschwerdeführer  eine Beschwerdeergän-
zung ein. Zur Begründung führt er aus, er habe das Fach Pathologie, des-
sen Besuch im Rahmen des Anpassungslehrgangs vorgesehen sei, schon 
während seiner Ausbildung an der Höheren Fachschule für Augenoptik be-
sucht.  Seine Semesterzeugnisse belegten,  dass er genügende Noten er-
langt habe. Auch das im Rahmen des Anpassungslehrgangs vorgesehene 
Praktikumsjahr habe er bereits absolviert.  So habe er von April  2005 bis 
April 2006 bei X._______ in B._______ unter Anleitung einer diplomierten 
Augenoptikerin ein Praktikum gemacht. Seiner Auffassung nach sei es un-
zulässig, dass das Bundesamt den gleichen Lehrgang noch einmal verlan-
ge.

C. Mit Vernehmlassung vom 13. Juni 2006 beantragt das Bundesamt die Ab-
weisung der Beschwerde.  Es hält fest,  am 1. Dezember 1937 hätten die 
Regierungen der Schweiz und Deutschland ein Abkommen zur Gleichstel-
lung deutscher und schweizerischer handwerklicher Prüfungen unterzeich-
net. Wahrscheinlich sei dieses Abkommen von den deutschen und schwei-
zerischen Behörden gelegentlich angewandt worden. Es sei jedoch weder 
ratifiziert  noch in der systematischen Sammlung des Bundesrechts publi-
ziert  und  daher  in  keiner  Weise  rechtskräftig.  Mit  dem  Inkrafttreten  des 
Freizügigkeitsabkommens (FZA) am 1. Juni 2002 habe sich die Anerken-
nung  ausländischer  Diplome  in  der  Schweiz  grundlegend  geändert.  Die 
Umsetzung der bilateralen Abkommen habe eine gewisse Zeit  gedauert. 
Bei  der  Anerkennung  von  Ausbildungen  deutscher  Optiker  würden  die 
Schweizer  Behörden  nun  Anhang  III  des  Freizügigkeitsabkommens  an-

4

wenden.  Auf  Grund  der  wortgetreuen  Auslegung  des  Abkommens  von 
1937 seien Ausbildungen anerkannt worden, die nicht den Anforderungen 
der Schweizer Ausbildungen entsprächen. Dies widerspreche ganz offen-
sichtlich den in Anhang III FZA aufgenommenen Richtlinien. 

Die Ausübung des Berufs falle in den Zuständigkeitsbereich der Kantone; 
das Bundesamt sei nur für die Ausbildung zuständig. Daher komme es vor, 
dass die Kantone Bewilligungen zur Berufsausübung erteilten und die Be-
dingungen in den verschiedenen Kantonen variieren könnten. Diese Frage 
sei aber nicht Gegenstand der vorliegenden Beschwerde. 

Zur  geltend gemachten  Praxisänderung  sei  festzuhalten,  dass  eine Ver-
waltungspraxis  keine  rechtliche  Regelung  darstelle  und  Privatpersonen 
keine  Rechte  daraus  ableiten  könnten.  Der  Rechtsgleichheitsgrundsatz 
könne nicht zur Folge haben, dass die Verwaltung immer an ihrer Praxis 
festhalten müsse. Dies gelte vor allem dann, wenn eine Änderung der Pra-
xis  wie im vorliegenden Fall  auf  eine Gesetzesänderung zurückzuführen 
sei. Eine Praxisänderung müsse sofort für alle Fälle gelten und nur vorgän-
gig angekündigt werden, wenn sie die Rechte der Bürgerinnen und Bürger 
auf unwiderrufliche Weise beeinträchtige. Das sei hier nicht der Fall, da ein 
Diplom nach einer nicht einmal einen halben Tag dauernden Prüfung aner-
kannt werden könne. 

Gemäss den europäischen Richtlinien zur Anerkennung von Diplomen sei-
en die  wichtigsten Kriterien  für  die Prüfung eines  Anerkennungsgesuchs 
Dauer und Inhalt der Ausbildungen. Der Entscheid des Bundesamtes, der 
auf  einem Vergleich  der  Ausbildungen beruhe,  entspreche somit  dem in 
den europäischen Richtlinien vorgesehenen System. In der Schweiz werde 
ein Grossteil der Berufsausbildungen in Form von Prüfungen mit fakultati-
ver Ausbildung durchgeführt. Die erlangten Titel (Fachausweise und Diplo-
me) ermöglichten den Zugang zu Berufen mit grosser Verantwortung und 
hohem Wissenstand.  Trotzdem würden diese in der EU nicht  anerkannt, 
weil ihre Inhaber sich nicht auf eine Ausbildungsdauer im Sinne der Richtli-
nien berufen könnten. In Anbetracht dessen sei die Schweiz nicht bereit, 
über die Anforderungen der europäischen Richtlinien  hinauszugehen.  Im 
vorliegenden Fall sei nicht die Ausbildungsdauer das massgebliche Kriteri-
um, sondern es gehe hauptsächlich um den Unterrichtsinhalt. Da die euro-
päischen Richtlinien  aber auf den Kriterien Ausbildungsdauer und -inhalt 
aufbauten,  müsse man sich auf einen Ausbildungsweg beziehen, um die 
Ausbildung des Beschwerdeführers mit derjenigen in der Schweiz zu ver-
gleichen.  Die  Ausbildung  an  der  Schule  in  Olten  erlaube  einen  gültigen 
Vergleich, weil sie den Erwerb der durch die Prüfungsordnung der höheren 
Fachprüfung vom 12. Juni 1991 geforderten Kenntnisse ermögliche. 

Die Ausbildung des Beschwerdeführers sei  vom Schweizer Optikverband 
geprüft worden. Aus diesem Gutachten gehe hervor, dass die beiden Fä-
cher, für die Ausgleichsmassnahmen gefordert werden, in Deutschland zu 
oberflächlich behandelt würden. Entgegen dem Standpunkt des Beschwer-
deführers sei es nicht möglich, sich bei einer derart unterschiedlichen Aus-
bildungsdauer  den gleichen Stoff  anzueignen.  Im Rahmen dieser  beiden 

5

Fächer würden Inhalte vermittelt, die zur Berufsausübung unerlässlich sei-
en. Eine zuwandernde Person könne nach Belieben eine Eignungsprüfung 
oder einen Anpassungslehrgang absolvieren. Das Bundesamt habe darauf 
verzichtet, im Fach Rechtskunde Ausgleichsmassnahmen zu fordern, denn 
es gehe davon aus, dass es sich dabei nicht um Kenntnisse handle, die für 
die Berufsausbildung unerlässlich seien.

D. Mit  Schreiben vom 22. August  2006 reichte der Beschwerdeführer  seine 
Semesterzeugnisse 2000/2001 der Höheren Fachschule für Augenoptik in 
Olten sowie das Abschlusszeugnis vom 1. Oktober 2001 ein. Dazu hält er 
fest, die Semesterzeugnisse belegten, dass er die vom Bundesamt gefor-
derten Ausgleichsmassnahmen im Fach Pathologie bereits erbracht habe. 

E. Am 28. August 2006 fand am Sitz der Rekurskommission EVD in Frauen-
kappelen  eine öffentliche  Verhandlung im Sinne  der  Europäischen Men-
schenrechtskonvention statt. Dabei hatten der Beschwerdeführer und das 
Bundesamt  Gelegenheit,  ihren Standpunkt  nochmals  einlässlich  darzule-
gen. 

Am  31.  August  2006  äusserte  sich  das  Bundesamt  zur  Bewertung  des 
Lehrgangs und reichte unter anderem die an der Verhandlung erwähnten 
Weisungen betreffend die Durchführung der Eignungsprüfung ein.

F. Am 7. September 2006 gab die Rekurskommission EVD dem Beschwerde-
führer Gelegenheit, sich zu diesen und weiteren Eingaben des Bundesam-
tes  zu  äussern.  Am  21.  September  2006  reichte  der  Beschwerdeführer 
eine  Stellungnahme  sowie  eine  Kopie  eines  Schreibens  der  X._______ 
vom 12.  September  2006 ein,  in  welchem diese bestätigt,  dass  der  Be-
schwerdeführer vom 16. März 2005 bis 30. Juni 2006 unter Aufsicht  der 
Geschäftsführerin,  einer  eidgenössisch  diplomierten  Augenoptikerin,  er-
folgreich  Kontaktlinsen  angepasst  und  Refraktionen  durchgeführt  hatte. 
Dazu hält der Beschwerdeführer fest, auf Grund dieser Praktikumsbestäti-
gung sowie seiner Zeugnisnoten der Höheren Fachschule in Olten müsse 
der vom Bundesamt als Ausgleichsmassnahme vorgesehene Anpassungs-
lehrgang als bereits absolviert betrachtet werden. Es wäre nicht nachvoll-
ziehbar, wenn er denselben Lehrgang noch einmal besuchen müsste.

Mit Stellungnahme vom 3. November 2006 hielt das Bundesamt an seinem 
Entscheid vom 13. März 2006 fest. Zur Begründung führt es an, der An-
passungslehrgang könne an eine obligatorische Zusatzausbildung gebun-
den werden.  Der  Lehrgang sowie  die Ausbildung an der  Höheren  Fach-
schule für Augenoptik in Olten bildeten eine Einheit. Die vom Beschwerde-
führer  absolvierte Berufsausübung könne die fehlenden Kenntnisse nicht 
ausgleichen,  da sie  ohne entsprechende Ausbildung im Fach Pathologie 
erfolgt sei.

G. Per 1. Januar 2007 überwies die Rekurskommission EVD die Verfahrens-
akten  an  das  neu  geschaffene  Bundesverwaltungsgericht.  Dieses  über-
nahm das Verfahren mit Verfügung vom 18. Januar 2007.

H. Am 23. Februar 2007 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem Schwei-
zer Optikverband (SOV) mehrere Fragen im Zusammenhang mit dem vom 

6

Bundesamt alternativ verfügten Anpassungslehrgang. 

Der Schweizer Optikverband beantwortete am 5. März 2007 die an ihn ge-
richteten Fragen.

Auf  die  vorstehend  genannten  und weiteren  Vorbringen  wird,  soweit  sie 
rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde 
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und 
mit  freier  Kognition  (vgl.  BGE 130 II  65 E.  1;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  Zürich 
1998, Rz. 410).

Der Entscheid des Bundesamtes vom 13. März 2006 stellt eine Verfügung 
im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). Diese Verfü-
gung war bisher bei der Rekurskommission EVD angefochten, welche vor 
dem  Inkrafttreten  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beurteilung 
der Streitsache sachlich und funktionell zuständig war (vgl. Art. 61 Abs. 1 
Bst. c Ziff. 1 BBG œ[zitiert in E. 2], AS 2003 4557; aufgehoben gemäss An-
hang Ziff. 35 zum VGG, AS 2006 2248).

Das  Bundesverwaltungsgericht,  welches  gemäss  Art.  31  VGG  als  Be-
schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG be-
urteilt,  ist nach Art. 53 Absatz 2 VGG (i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG) für die 
Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zumal keine Ausnah-
me nach Art. 32 VGG greift.

Soweit vorliegend das Abkommen über die Personenfreizügigkeit (zitiert in 
E. 3)  zur  Anwendung gelangt,  hat  dieses keine Änderungen auf  die hier 
dargestellte (innerstaatliche) Ordnung des Rechtsschutzes zur Folge (vgl. 
STEPHAN BREITENMOSER/MICHAEL ISLER, Der Rechtsschutz im Personenfreizügig-
keitsabkommen zwischen der Schweiz und der EG sowie den EU-Mitglied-
staaten,  Aktuelle  Juristische  Praxis  [AJP]  2002  S. 1003  ff.,  insbes. 
S. 1018).

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teilgenom-
men und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat 
zudem ein als schutzwürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe-
bung  oder  Änderung,  weshalb  er  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  ist 
(Art. 48 Abs. 1 VwVG).

Die  Eingabefrist  sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Be-
schwerdeschrift  sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kosten-
vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG).

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

7

2. Nach Art. 2 des Berufsbildungsgesetzes  vom 13.  Dezember  2002 (BBG, 
SR 412.10) regelt dieses Gesetz sämtliche Berufsbereiche ausserhalb der 
Hochschulen, so unter anderem die berufliche Grundbildung, einschliess-
lich  der  Berufsmaturität;  die  höhere  Berufsbildung;  die  berufsorientierte 
Weiterbildung und die Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art.  2 
Abs. 1 Bst. a - d BBG).

Art. 68 Abs. 1 BBG überträgt dem Bundesrat die Regelung der Anerken-
nung ausländischer Diplome und Ausweise der Berufsbildung im Geltungs-
bereich  des  Berufsbildungsgesetzes.  Zur  Förderung  der  internationalen 
Zusammenarbeit und Mobilität in der Berufsbildung kann der Bundesrat in 
eigener Zuständigkeit internationale Vereinbarungen abschliessen (Art. 68 
Abs.  2  BBG).  Der  Bundesrat  erlässt  die  Ausführungsbestimmungen,  wo 
das Gesetz die Zuständigkeit nicht anders regelt (Art. 65 Abs. 1 BBG). Mit 
dem Erlass der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 (BBV, 
SR 412.101) hat der Bundesrat diesen Auftrag erfüllt und in Art. 69 Folgen-
des bestimmt:
1 Das Bundesamt anerkennt ausländische Diplome und Ausweise, wenn diese: 

a) im Herkunftsland staatlich ausgestellt oder staatlich anerkannt sind; und

b) einem schweizerischen Ausweis oder Titel gleichwertig sind.
2 Einem schweizerischen Diplom oder Ausweis gleichwertig ist ein ausländisches 
Diplom oder ein ausländischer Ausweis dann, wenn: 

a) die gleiche Bildungsstufe gegeben ist;

b) die Bildungsdauer äquivalent ist; 

c) die Inhalte vergleichbar sind; und 

d) der Bildungsgang neben theoretischen auch praktische Qualifikationen  
umfasst. 

3 Antragsberechtigt ist, wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder als Grenzgängerin 
oder Grenzgänger tätig ist. 
4 Völkerrechtliche Verträge bleiben vorbehalten.

Wird die Ausübung einer Berufstätigkeit  durch Rechtsvorschriften an den 
Besitz  eines bestimmten Diploms oder Ausweises gebunden und verfügt 
die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller über ein ausländisches Diplom 
oder einen ausländischen Ausweis, der in der Schweiz nicht als gleichwer-
tig anerkannt ist, so sorgt das Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Kan-
tonen oder mit Organisationen der Arbeitswelt für Ausgleichsmassnahmen, 
mit  denen  die  verlangten  Qualifikationen  erreicht  werden  können.  Aus-
gleichsmassnahmen  bestehen  in  ergänzenden  Eignungsprüfungen,  An-
passungslehrgängen  oder  anderen  Qualifikationsverfahren  (vgl.  Art. 70 
Abs. 1 und 3 BBV).

3. Am  1.  Juni  2002  trat  das  Abkommen  vom  21. Juni 1999  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(Freizügigkeitsabkommen,  FZA,  SR 0.142.112.681)  in  Kraft.  Nach Art.  1 

8

Bst. a Freizügigkeitsabkommen hat dieses zum Ziel, den Staatsangehöri-
gen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz 
ein Recht auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstständigen Er-
werbstätigkeit und Niederlassung als Selbstständiger sowie das Recht auf 
Verbleib im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien einzuräumen. Der Grund-
satz der Nichtdiskriminierung (vgl. Art. 2 FZA) gewährleistet den Staatsan-
gehörigen der Schweiz und der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft das Recht, in der Anwendung des Abkommens nicht schlechter ge-
stellt  zu  werden  als  die  Angehörigen  des  Staates,  der  das  Abkommen 
handhabt (YVO HANGARTNER, Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung wegen 
der Staatsangehörigkeit  im Freizügigkeitsabkommen der Schweiz mit  der 
Europäischen Gemeinschaft, AJP 2003 S. 257 ff., dort S. 260). In diesem 
Zusammenhang  bestimmt  Art. 9  Freizügigkeitsabkommen,  dass  die  Ver-
tragsparteien gemäss Anhang III  die  erforderlichen Massnahmen treffen, 
um den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft und der Schweiz den Zugang zu unselbstständigen und selbststän-
digen Erwerbstätigkeiten und deren Ausübung sowie die Erbringung von 
Dienstleistungen zu erleichtern.

Anhang III  trägt  die Bezeichnung "Gegenseitige Anerkennung beruflicher 
Qualifikationen (Diplome,  Prüfungszeugnisse und sonstiger  Befähigungs-
nachweise)". Nach dessen Bestimmungen wenden die Vertragsparteien im 
Bereich der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnachwei-
se  untereinander  die  gemeinschaftlichen  Rechtsakte,  auf  die  Bezug  ge-
nommen wird, in der zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Abkommens 
geltenden Fassung einschliesslich der in Abschnitt A dieses Anhangs ge-
nannten Änderungen oder  gleichwertige  Vorschriften  an (vgl.  hierzu  und 
zum Ganzen: Botschaft vom 23. Juni 1999 zur Genehmigung der sektoriel-
len  Abkommen zwischen der  Schweiz  und der  EG,  Botschaft,  BBl  1999 
6128,  insbesondere  S.  6155  und S.  6347  ff.;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.331/2002 vom 24. Januar 2003 E. 6.1 mit Hinweis auf:  RUDOLF NATSCH, 
Gegenseitige  Anerkennung beruflicher  Qualifikationen,  in:  Bilaterale  Ver-
träge Schweiz - EG, Zürich 2002, S. 195 ff., insbes. S. 204; MAX WILD, Die 
Anerkennung von Diplomen im Rahmen des Abkommens über die Freizü-
gigkeit  der Personen, in: Bilaterale Abkommen Schweiz - EU, Basel etc. 
2001, S. 383 ff., insbes. S. 403; Bundesamt für Berufsbildung und Techno-
logie, Bericht über die Anerkennung ausländischer Diplome in der Schweiz 
und die Anerkennung schweizerischer Diplome im Ausland:  Regelungen, 
bestehende Praktiken und Handlungsbedarf, Bern 2001, S. 4 f.; im Folgen-
den: Bericht 2001).

Hinsichtlich  der  Anerkennung  der  beruflichen Qualifikationen erfasst  das 
bilaterale Personenfreizügigkeitsabkommen nur die im Aufnahmestaat reg-
lementierten beruflichen Tätigkeiten. Alle nicht reglementierten Berufe ste-
hen der freien Ausübung offen. Für sie ist die Anerkennung nach dem Per-
sonenfreizügigkeitsabkommen ohne Bedeutung.  Ist  ein Beruf  im Aufnah-
mestaat nicht reglementiert, bedarf es somit keiner Prüfung der Gleichwer-
tigkeit  des  Diploms  und  eine  Arbeitsbewilligung  genügt  (vgl.  NATSCh, 
a.a.O.,  S. 205;  WILD,  a.a.O.,  S.  386 f.;  HILDEGARD SCHNEIDER,  Die Anerken-

9

nung von Diplomen in der Europäischen Gemeinschaft,  Antwerpen-Apel-
doorn 1995, S. 177).

Als reglementierte berufliche Tätigkeit gilt eine berufliche Tätigkeit, bei der 
die Aufnahme oder Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung in einem 
Mitgliedstaat direkt oder indirekt durch Rechts- oder Verwaltungsvorschrif-
ten an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähigungsnachweises (bzw. 
Diploms) gebunden ist. Dazu gehört insbesondere die Ausübung einer be-
ruflichen Tätigkeit in Verbindung mit der Führung eines Titels, der nur von 
Personen geführt werden darf, die einen Ausbildungs- oder Befähigungs-
nachweis  (bzw.  ein  Diplom)  besitzen,  die  in  einschlägigen  Rechts-  und 
Verwaltungsvorschriften festgelegt sind; sowie die Ausübung einer berufli-
chen Tätigkeit im Gesundheitswesen, wenn die Vergütung dieser Tätigkeit 
und/oder  eine  diesbezügliche  Erstattung  durch  das  einzelstaatliche  Sys-
tem der sozialen Sicherheit an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähi-
gungsnachweises (bzw. Diploms) gebunden ist (Art. 1 Bst. f der Richtlinie 
92/51/EWG bzw.  Art.  1  Bst.  d  der  Richtlinie  89/48/EWG,  beide zitiert  in 
E. 3.2).  Berufsverbände  oder  -organisationen,  die  ihren  Mitgliedstaaten 
derartige Titel  ausstellen und von den Behörden anerkannt  werden, kön-
nen sich nicht auf ihre private Natur berufen, um sich der Anwendung der 
mit dieser Richtlinie vorgesehenen Regelung zu entziehen (Vorspann der 
Richtlinie 89/48/EWG).

Das Bundesamt hat eine Liste der reglementierten Berufe in der Schweiz 
herausgegeben (abrufbar unter www.bbt.admin.ch [Themen/Internationale 
Diplomanerkennung/EU-Diplomanerkennung/Liste der reglementierten Be-
rufe]). Der Beruf des Augenoptikers ist in dieser Liste erfasst (N. 1.04).

Somit  ist  das  Freizügigkeitsabkommen  zur  Prüfung  der  Gleichwertigkeit 
des Meistertitels im Augenoptikerhandwerk grundsätzlich anwendbar.

3.1 Der  Beschwerdeführer  arbeitet  momentan  als  Augenoptiker  im  Kanton 
Bern. In diesem besitzt er auch eine Berufsausübungsbewilligung, welche 
ihn auf Grund seines deutschen Meisterprüfungszeugnisses zum Verkauf 
von Brillen und anderen Sehhilfen nach ärztlicher Verordnung, zu Refrakti-
onsbestimmungen und Kontaktlinsenanpassungen berechtigt.

Der Kanton Bern regelt die Tätigkeit zur selbstständigen Berufsausübung 
als  Augenoptiker  in  der  Gesundheitsverordnung  vom  24.  Oktober  2001 
(GesV, Belex 811.111). Augenoptikerinnen und Augenoptiker, die ihre Tä-
tigkeit  in  eigener  fachlicher  Verantwortung  ausüben,  benötigen  eine Be-
rufsausübungsbewilligung des Kantonsarztamtes (vgl. Art. 2 Bst. k i.V.m. 
Art. 11 Bst. h GesV). Augenoptikerinnen und Augenoptiker sind berechtigt, 
Brillen,  Kontaktlinsen  und  andere  Sehhilfen  nach  ärztlicher  Verordnung 
oder auf Grund optometrischer Messungen, die von einer dazu berechtig-
ten Person vorgenommen worden sind, anzufertigen, anzupassen und ab-
zugeben sowie die für  die Anpassung,  das Tragen und das Pflegen von 
Kontaktlinsen üblichen Heilmittel abzugeben (Art. 33 Abs. 1 Bst. a und b 
GesV).  Refraktionsbestimmungen  und  Anpassungen  von  Kontaktlinsen 
dürfen  nur  von  Augenoptikerinnen  und  Augenoptikern  durchgeführt  wer-
den,  die  im Besitz  eines  eidgenössischen  Diploms über  die  bestandene 

10

höhere Fachprüfung für Augenoptikerinnen und Augenoptiker sind (Art. 34 
Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 2 Bst. b GesV).

Damit steht fest,  dass die selbstständige Ausübung des Augenoptikerbe-
rufs im Kanton Bern im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG reglementiert ist.

3.2 Das europäische Recht unterscheidet  spezielle und allgemeine Anerken-
nungsrichtlinien. Erstere beruhen auf dem Prinzip der vorgängigen Harmo-
nisierung der Ausbildung, letztere auf dem Prinzip des gegenseitigen Ver-
trauens  in  die  Ausbildung  der  anderen  Mitgliedstaaten  (vgl.  Botschaft, 
a.a.O., S. 6347 f.). Sieben sektorielle Richtlinien wurden nach dem System 
der Harmonisierung gestaltet und ermöglichen damit sechs medizinischen 
und paramedizinischen Berufen (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pfle-
gepersonal in allgemeiner Pflege, Hebamme) sowie Architekten die auto-
matische  Anerkennung  (vgl.  WILD,  a.a.O.,  S.  396  f.;  SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 167).

Die allgemeine Anerkennungsregelung, welche nicht für bestimmte berufli-
che Tätigkeiten  gilt,  setzt  sich  aus  der  Richtlinie  89/48/EWG des  Rates 
vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung 
der  Hochschuldiplome,  die  eine  mindestens  dreijährige  Berufausbildung 
abschliessen (ABl. 1989 L 019 S. 16; im Folgenden: Richtlinie 89/48/EWG) 
sowie aus der  Richtlinie  92/51/EWG des Rates vom 18. Juni  1992 über 
eine  zweite  allgemeine  Regelung  zur  Anerkennung  beruflicher  Befähi-
gungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABl. L 209 S. 25; 
im Folgenden: Richtlinie 92/51/EWG) zusammen.

3.3 Die  beiden  allgemeinen  Richtlinien  89/48/EWG  und  92/51/EWG  stützen 
sich auf die Art. 49, Art. 57 Abs. 1 und Art. 66 des Vertrages zur Gründung 
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und bezwecken, dass Angehö-
rige der Mitgliedstaaten als Selbstständige oder abhängig Beschäftigte ih-
ren  Beruf  auch  in  einem  anderen  Mitgliedstaat  ausüben  können  als  in 
demjenigen,  in  dem sie ihre  beruflichen  Qualifikationen  erworben haben 
(vgl. einleitende Bemerkungen der Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG, 
1. Abs.).

Von der Richtlinie 89/48/EWG erfasst werden Studienabschlüsse nach ei-
nem Studium von mindestens drei Jahren (vgl. Art. 1 Bst. a 2. Gedanken-
strich  der  Richtlinie  89/48/EWG;  SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  239;  WILD,  a.a.O., 
S. 399). Die Richtlinie 92/51/EWG bezieht  sich auf die Sekundarschulbil-
dung sowie die kurzen postsekundären Studiengänge von mindestens ei-
nem Jahr und alle im Anhang C der Richtlinie aufgeführten Studiengänge 
(vgl. E. 9 der Richtlinie 92/51/EWG und Art. 1 der Richtlinie 92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O.,  S. 239; Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, 
Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Der Beschwerdeführer hat 1996 in der Schweiz das Fähigkeitszeugnis als 
Augenoptiker erworben. Er hat in Deutschland (Herkunftsstaat) eine Aus-
bildung zum Meister im Augenoptikerhandwerk absolviert. 

Sowohl  der  Meistertitel  im  Augenoptikerhandwerk  in  Deutschland  (Her-
kunftsstaat) wie auch das Diplom des Augenoptikers in der Schweiz (Auf-

11

nahmestaat)  sind  Berufsabschlüsse  im  postsekundären  Bereich,  deren 
Ausbildungen weniger als drei Jahre dauern (vgl. § 49 des Gesetzes der 
Bundesrepublik  Deutschland  vom 17.  September  1953 zur Ordnung des 
Handwerks  [konsolidierte  Fassung;  BGBI  I  1953,  1411];  im  Folgenden: 
HwO  und  §  2  der  Verordnung  der  Bundesrepublik  Deutschland  vom 
4. März 1997 über die Berufsausbildung zum Augenoptiker/zur Augenopti-
kerin; im Folgenden: AugOptAusbV 1997 sowie Art. 23 und Art. 10 des Re-
glements vom 12. Juni 1991 über die Durchführung der Höheren Fachprü-
fung  im Augenoptikerberuf  [Prüfungsreglement]).  Die  berufliche  Tätigkeit 
des Augenoptikers wird zudem weder von einer sektoriellen Richtlinie noch 
von einer in Anhang A der Richtlinie 92/51/EWG aufgeführten Richtlinie er-
fasst (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 92/51/EWG). Daher ist für den Beruf 
des Augenoptikers die Richtlinie 92/51/EWG anwendbar.

3.4 Der Beschwerdeführer ist Schweizer Bürger und hat in Deutschland eine 
postsekundäre Ausbildung absolviert,  welche er in der Schweiz anerken-
nen lassen will.

Nach  Art.  2  Abs.  1  der  Richtlinie  92/51/EWG erstreckt  sich  der  Anwen-
dungsbereich dieser Richtlinie auf alle Angehörigen eines Mitgliedstaates, 
die als  Selbstständige oder abhängig  Beschäftigte einen reglementierten 
Beruf  in  einem Aufnahmestaat  ausüben  wollen.  Nach dem Wortlaut  von 
Art. 2 Abs. 1 ist nicht klar, ob sich die Richtlinie auch auf Inländer bezieht, 
welche eine im Ausland getätigte Ausbildung anerkennen lassen wollen. 
Für die Auslegung der Begriffe des Gemeinschaftsrechts ist die Rechtspre-
chung  des  Gerichtshofes  der  Europäischen  Gemeinschaften  (EuGH)  bis 
zum Zeitpunkt vor der Unterzeichnung des Abkommens zu berücksichtigen 
(Art.  16  Abs.  2  FZA  "acquis  communautaire"  auf  dem  Stand  vom 
21. Juni 1999; BREITENMOSER/ISLER, a.a.O., S. 1011). Der Gerichtshof der Eu-
ropäischen Gemeinschaften hat in Vorabentscheidungen erkannt, dass die 
Freizügigkeit  der  Arbeitnehmer  und  das  Niederlassungsrecht  im  System 
der Gemeinschaft grundlegende Freiheiten darstellten, "die nicht voll ver-
wirklicht  wären,  wenn  die  Mitgliedstaaten  die  Anwendung  des  Gemein-
schaftsrechts  denjenigen  ihrer  Staatsangehörigen  versagen  dürften,  die 
von den im Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Erleichterungen Gebrauch 
gemacht und dank dieser Erleichterung berufliche Qualifikationen in einem 
anderen Mitgliedstaat als demjenigen erworben haben, dessen Staatsan-
gehörigkeit sie besitzen" (vgl. Urteil vom 31. März 1993 in der Rechtssa-
che C-19/92, Kraus, Sammlung der Rechtsprechung [Slg.], I-1663, Rand-
nr. 16 und Urteil vom 6. Oktober 1981 in der Rechtssache 246/80, Broek-
meulen, Slg., 2311, Randnrn. 18 ff.; vgl. SCHNEIDER, a.a.O., S. 260; JACQUES 
PERTEK, Une dynamique de la reconnaissance des diplômes à des fins pro-
fessionelles  et  à des fins  académiques:  réalisations  et  nouvelles réflexi-
ons,  in:  La reconnaissance des  qualifications  dans un espace européen 
des formations et des professions, Bruxelles 1998, S. 189 f.;  e contrario 
hat  das  Bundesgericht  festgehalten,  dass  das  Freizügigkeitsabkommen 
Schweizer Bürgern ohne grenzüberschreitenden Anknüpfungspunkt keine 
Rechte  einräumt  und deren Rechtsstellung  sich  grundsätzlich  nach dem 
Landesrecht richtet, vgl. BGE 130 I 26 E. 1.2.3 und BGE 129 II 249 E. 4.3 

12

und 5.1).

3.5 Wird der Zugang zu einem reglementierten Beruf oder dessen Ausübung 
im Aufnahmestaat von dem Besitz eines Diploms im Sinne der Richtlinie 
92/51/EWG oder  der  Richtlinie  89/48/EWG abhängig  gemacht,  kann der 
Aufnahmestaat einem Angehörigen eines Mitgliedstaates, der im Besitz ei-
nes Diploms im Sinne dieser  Richtlinien  ist,  grundsätzlich  nicht  den Zu-
gang oder die Ausübung eines reglementierten Berufes wegen mangelnder 
Qualifikation verweigern, wenn dieses Diplom Zugangs- oder Ausübungs-
voraussetzung für den entsprechenden Beruf im Herkunftsstaat ist (Art. 3 
Bst. a der Richtlinie 92/51/EWG). 

Als Diplome im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG gelten Ausbildungsnach-
weise, die in einem Mitgliedstaat von einer nach dessen Rechts- und Ver-
waltungsvorschriften  bestimmten  zuständigen  Stelle  ausgestellt  werden, 
und aus denen hervorgeht, dass der Diplominhaber erfolgreich einen nicht 
in Art. 1 Bst. a der Richtlinie 89/48/EWG genannten postsekundären Aus-
bildungsgang von mindestens einem Jahr oder eine Teilzeitausbildung von 
entsprechender Dauer oder einen der in Anhang C ausgeführten Ausbil-
dungsgänge absolviert hat (Art. 1 Bst. a 1. Gedankenstrich und 2. Gedan-
kenstrich Ziff. i der Richtlinie 92/51/EWG).

Die Schweizerischen Höheren Fachprüfungen für Augenoptiker fallen unter 
Anhang C der Richtlinie  92/51/EWG (vgl.  dazu Bundesamt für  Berufsbil-
dung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Der  Meistertitel  des  Beschwerdeführers  ist  von  der  Handwerkskammer 
Kassel ausgestellt  worden. Hierbei handelt  es sich um eine Körperschaft 
des öffentlichen Rechts, welche zur Vertretung der Interessen des Hand-
werks errichtet worden ist (vgl. § 90 Abs. 1 HwO). Der Meistertitel des Be-
schwerdeführers  ist  daher  von  einer  zuständigen  Stelle  ausgestellt  wor-
den.  Der deutsche Augenoptikermeister  ist  in Anhang C Nummer 2 (Bil-
dungs- und Ausbildungsgänge zum "Meister" für die nicht unter die Richtli-
nien des Anhangs A fallenden handwerklichen Tätigkeiten) der Richtlinie 
92/51/EWG aufgeführt.  Beim Meistertitel  in  Deutschland (Herkunftsstaat) 
handelt  es  sich  somit  ebenfalls  um  ein  Diplom  im  Sinne  der  Richtlinie 
92/51/EWG.

Das Augenoptikerhandwerk in Deutschland stellt ein zulassungspflichtiges 
Handwerk  dar.  Die  Ausbildungsbezeichnung  Meister/Meisterin  in  Verbin-
dung mit  einem zulassungspflichtigen Handwerk darf  nur führen,  wer für 
dieses  zulassungspflichtige  Handwerk  die  Meisterprüfung  bestanden  hat 
(vgl. § 1 i.V.m. Anlage A Nr. 33 HwO sowie § 51 HwO). Insofern ist dieser 
Beruf auch in Deutschland reglementiert  (vgl.  auch den Leitfaden für die 
allgemeine Regelung zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnach-
weise der Europäischen Kommission, Anhang 1). Der Meistertitel berech-
tigt zur selbstständigen Berufsausübung und zur Lehrlingsausbildung (vgl. 
§ 45 Abs. 2 HwO).

Grundsätzlich kann die Schweiz daher dem Beschwerdeführer den Zugang 

13

oder die Ausübung des reglementierten Berufes nicht wegen mangelnder 
Qualifikation verweigern.

3.6 Hingegen hat der Aufnahmestaat das Recht, Ausbildung und Berufserfah-
rung mit seinen Anforderungen zu vergleichen und eine Anerkennung der 
Diplome als gleichwertig abzulehnen, wenn die Ausbildung des Antragstel-
lers sich in Bezug auf Dauer, Inhalt oder die Tätigkeitsbereiche wesentlich 
unterscheidet.  Die  Kompensation  unterschiedlicher  Ausbildungsdauer 
kann  durch  den  Nachweis  von  Berufserfahrung  erbracht  werden  (Art.  4 
Abs.  1 Bst.  a der Richtlinie  92/51/EWG).  Im Falle  von unterschiedlichen 
Ausbildungsinhalten darf der Aufnahmestaat vom Antragsteller verlangen, 
dass er einen Anpassungslehrgang absolviert oder eine Eignungsprüfung 
ablegt  (Art.  4  Abs.  1  Bst.  b  der  Richtlinie  92/51/EWG;  NATSCH,  a.a.O., 
S. 206 f., WILD, a.a.O., S. 400). Macht der Aufnahmestaat bei unterschiedli-
chem Ausbildungsinhalt von der Möglichkeit eines Anpassungsinstrumen-
tes Gebrauch, so muss er dem Antragsteller die Wahl zwischen dem An-
passungslehrgang und der Eignungsprüfung lassen (Art.  4  Bst.  b Unter-
abs. 3 der Richtlinie 92/51/EWG; SCHNEIDER, a.a.O., S. 257; JACQUES PERTEK, 
L'Europe des diplômes et des professions, Bruxelles 1994, S. 81). Der Auf-
nahmestaat darf die Anpassungsinstrumente des Art. 4 Abs. 1 Bst. a und b 
nicht  kumulativ  anwenden  (Art.  4  Abs.  2  der  Richtlinie  92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O., S. 198;  PERTEK, L'Europe des diplômes et des professi-
ons, a.a.O., S. 80).

3.7 Das Bundesamt hat im vorliegenden Verfahren zu Recht erkannt, dass der 
Beschwerdeführer die Anforderungen an die Ausbildungsdauer (diese be-
trägt in der Schweiz mindestens 8 Jahre, vgl. Art. 10 Prüfungsreglement) 
erfüllt.

Hingegen  stellte  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
13. März 2006 fest, dass die Meisterprüfung in Deutschland mit der Höhe-
ren Fachprüfung inhaltlich nicht vergleichbar und somit nicht gleichwertig 
sei. Die Meisterprüfung werde der Höheren Fachprüfung gleichgestellt un-
ter der Bedingung, dass der Beschwerdeführer als Ausgleichsmassnahme 
entweder a. eine Eignungsprüfung im Fach Pathologie ablege oder b. ei-
nen einjährigen Anpassungslehrgang in  der Schweiz unter  der Anleitung 
eines diplomierten Augenoptikers absolviere und das Fach Pathologie an 
der Höheren Fachschule für Augenoptik in Olten besuche.

Insofern macht das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung von Art. 4 
Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 92/51/EWG Gebrauch, wonach der Aufnahme-
staat im Falle von unterschiedlichem Inhalt der Ausbildung als Kompensa-
tion vom Gesuchsteller einen Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprü-
fung verlangen kann.

Die Frage, ob sich die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk inhaltlich 
wesentlich von der Höheren Fachprüfung des Augenoptikers unterscheidet 
und das Bundesamt als Voraussetzung für  die Anerkennung der Gleich-
wertigkeit deutscher Meistertitel zu Recht eine Ausgleichsmassnahme ver-
langt,  kann  hier  offen  gelassen  werden,  da die  Beschwerde  aus  andern 
Gründen gutzuheissen ist.

14

4. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe von 1999 bis 2001 am zweijähri-
gen Lehrgang der Schweizerischen Höheren Fachschule für Augenoptik in 
Olten teilgenommen. Seine Semesterzeugnisse belegten, dass er im Fach 
Pathologie, dessen Besuch im Rahmen des Anpassungslehrgangs vorge-
sehen sei, genügende Noten erlangt habe. Auch das im Rahmen des An-
passungslehrgangs  vorgesehene  Praktikumsjahr  habe  er  bereits  absol-
viert.  So  habe  er  von  April  2005  bis  April  2006  bei  X._______  in 
B._______  unter  Anleitung  einer  diplomierten  Augenoptikerin  ein  Prakti-
kum gemacht.  Damit macht  er sinngemäss geltend,  der vom Bundesamt 
verlangte Anpassungslehrgang sei nicht verhältnismässig.

Das Bundesamt hält  demgegenüber fest, das vom Beschwerdeführer ab-
solvierte Praktikum könne die fehlenden Kenntnisse nicht ausgleichen, da 
es ohne entsprechende Ausbildung im Fach Pathologie erfolgt sei.

4.1 Nach der Richtlinie 92/51/EWG erkennt der einen Beruf reglementierende 
Mitgliedstaat die in einem anderen Mitgliedstaat erworbenen Befähigungs-
nachweise an und gestattet  deren Inhabern in  seinem Hoheitsgebiet  die 
Ausübung  ihrer  Tätigkeit  unter  den für  Inländer  geltenden Bedingungen. 
Es gilt der in Art. 3 der Richtlinie 92/51/EWG niedergelegte Grundsatz des 
gegenseitigen  Vertrauens in  die  Qualität  der  in  einem anderen  Mitglied-
staat absolvierten Ausbildung und der gegenseitigen Anerkennung von Di-
plomen. Hierzu bilden die Anpassungsinstrumente des Art. 4 die Ausnah-
me und  sind  dementsprechend  restriktiv  anzuwenden  (SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 200). Führt jedoch ein Vergleich mit den im innerstaatlichen Recht vor-
geschriebenen Kenntnissen und Fähigkeiten zur Feststellung, dass erheb-
liche  Unterschiede  zwischen  der  vorgeschriebenen  und  der  erworbenen 
Ausbildung bestehen und deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung 
für eine Ausübung des Berufs im Aufnahmestaat ist, so bietet der Aufnah-
memitgliedstaat dem Antragsteller die Möglichkeit nachzuweisen, dass er 
die fehlenden Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat. Er muss dem An-
tragsteller  die  Wahl  zwischen  dem  Anpassungslehrgang  und  der  Eig-
nungsprüfung  lassen  (vgl.  einleitende  Bemerkungen  der  Richtlinie 
92/51/EWG). Als "Anpassungslehrgang" gilt die Ausübung eines reglemen-
tierten Berufs,  die in dem Aufnahmestaat  unter  der Verantwortung eines 
qualifizierten Berufsangehörigen erfolgt und gegebenenfalls mit einer Zu-
satzausbildung einhergeht. Der Lehrgang ist Gegenstand einer Bewertung. 
Die Einzelheiten des Anpassungslehrgangs und seine Bewertung werden 
von  den  zuständigen  Behörden  des  Aufnahmestaates  festgelegt  (Art.  1 
Bst.  i  der  Richtlinie  92/51/EWG).  Als  "Eignungsprüfung"  gilt  eine  aus-
schliesslich die beruflichen Kenntnisse des Antragstellers betreffende und 
von den zuständigen Stellen des Aufnahmestaats durchgeführte Prüfung, 
mit der die Fähigkeit des Antragstellers, in diesem Mitgliedstaat einen reg-
lementierten Beruf  auszuüben, beurteilt  werden soll.  Die Modalitäten der 
Eignungsprüfung werden von den zuständigen Behörden des Aufnahme-
staates festgelegt (Art. 1 Bst. j der Richtlinie 92/51/EWG). 

Nach dem Wortlaut von Art. 4 Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 92/51/EWG ("Ar-
tikel 3 hindert den Aufnahmestaat nicht daran, vom Antragsteller ebenfalls 
zu verlangen,  dass er einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang 

15

absolviert  oder  eine Eignungsprüfung ablegt....")  kommt der  zuständigen 
Behörde,  dem Bundesamt,  beim Entscheid,  ob eine Ausgleichsmassnah-
me verlangt werden soll,  ein Entschliessungsermessen zu. Dem Bundes-
amt wird durch das Ermessen ein Spielraum für den Entscheid im Einzel-
fall eingeräumt. Dies bedeutet aber nicht, dass es in seiner Entscheidung 
völlig frei ist. Es hat innerhalb seines Entscheidungsspielraums unter Be-
rücksichtigung der Rechtsgrundsätze der Ermessensausübung, die zweck-
mässigste Lösung zu treffen. Das Bundesamt ist dabei an die Verfassung 
gebunden und hat insbesondere das Verhältnismässigkeitsprinzip zu befol-
gen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 441; VPB 66.22 E. 3.5.2 mit Hin-
weisen). 

4.2 Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  stellt  kein  verfassungsmässiges 
Recht, sondern bloss einen verfassungsmässigen Grundsatz dar. Das ver-
fassungsmässige Gebot der Verhältnismässigkeit umfasst nach Praxis und 
Lehre drei Elemente, die kumulativ beachtet werden müssen. Es verlangt, 
dass staatliche Hoheitsakte für das Erreichen eines im übergeordneten öf-
fentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet,  notwendig und für den Be-
troffenen zumutbar sind (BGE 131 I 91 E. 3.3, BGE 128 I 92 E.2b, BGE 
128 II  292 E. 5.1, BGE 126 I  112 E. 5b, je mit  Hinweisen;  RENÉ RHINOW, 
Grundzüge  des  Schweizerischen  Verfassungsrechts,  Basel  etc.  2003, 
Rz. 1135  f.; JEAN-FRANCOIS AUBERT/PASCAL MAHON,  Petit  commentaire  de  la 
Constitution  fédérale  de  la  Confédération  suisse  du  18  avril  1999, 
Zurich/Bâle/Genève 2003,  Art. 5 Rz. 12 f.  und Art.  36 Rz. 15 f.;  HÄFELIN/ 
MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 581). 

Ungeeignet  ist  eine  Massnahme dann,  wenn sie am Ziel  vorbeischiesst, 
d.h. keinerlei Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet. 
Zu prüfen ist also die Zwecktauglichkeit einer Massnahme (HÄFELIN/ MÜLLER/ 
UHLMANN, a.a.O., Rz. 587, mit Hinweisen; RHINOW/ KRÄHENMANN, a.a.O., Nr. 58 
IVa, S. 180; BGE 130 I 140 E. 5.3.6).

Das staatliche Handeln muss ferner erforderlich sein, das heisst es muss 
grundsätzlich notwendig sein. Als erforderlich erweist sich eine staatliche 
Handlung,  wenn kein weniger  einschneidendes  Mittel  zur  Verwirklichung 
des öffentlichen Interesses zur Wahl steht (zweckkonformer mildester Ein-
griff). Verboten ist ein das unabdingbar Notwendige übertreffendes Vorge-
hen. Die Massname darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personel-
ler Hinsicht nicht über das Notwendige hinausgehen (RENÉ RHINOW, a.a.O., 
Rz.  1136;  AUBERT/MAHON,  a.a.O.,  Art.  36  Rz.  16;  YVO HANGARTNER in:  Die 
Schweizerische  Bundesverfassung:  Kommentar/  hrsg.  von  BERNHARD 
EHRENZELLLER ...  [et  al.],  Zürich  etc.  2002,  hiernach:  Kommentar,  Art.  5 
Rz. 33 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 591).

Schliesslich muss die Verwaltungsmassnahme auch zumutbar sein. Sie ist 
nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem an-
gestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für den betroffenen Privaten be-
wirkt, wahrt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 614; YVO HANGARTNER, Kom-
mentar, a.a.O., Art. 36 Rz. 24; AUBERT/MAHON, a.a.O., Art. 36 Rz. 16).

4.3 Im angefochtenen Entscheid hat das Bundesamt in einem Fach (Patholo-

16

gie)  Ausgleichsmassnahmen  verlangt.  Mit  den  alternativ  verfügten  Aus-
gleichsmassnahmen (einjähriger  Anpassungslehrgang  oder Eignungsprü-
fung) bezweckt das Bundesamt, dass sich der Beschwerdeführer die ihm - 
nach Meinung des Bundesamtes - fehlenden Kenntnisse im Fach Patholo-
gie aneignen beziehungsweise direkt den Nachweis genügender Kenntnis-
se in diesem Fach durch Ablegen einer Prüfung erbringen kann. 

In den Berufen des Gesundheitswesens - wie Augenoptiker - besteht in der 
Tat ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass nur fähige Leute tä-
tig sind, handelt es sich doch gerade bei der Gesundheit um ein Rechts-
gut, das des gewerbepolizeilichen Schutzes in hohem Masse bedarf (vgl. 
BGE 125 I 322 E. 3d, BGE 125 I 335 E. 3b, BGE 112 IA 322 E. 4c mit Hin-
weisen).  Ausser  Frage  steht,  dass  die  vorliegend  verfügten  Ausgleichs-
massnahmen geeignet  sind,  nachzuweisen,  dass der Inhaber  eines aus-
ländischen Diploms über die nötigen Kenntnisse verfügt,  die zur  Berufs-
ausübung  als  Augenoptiker  unerlässlich  sind.  In  diesem Sinne kann die 
Zwecktauglichkeit der verlangten Ausgleichsmassnahmen bejaht werden.

Der  vom  Bundesamt  alternativ  verfügte  einjährige  Anpassungslehrgang 
besteht  einerseits  aus  einer  obligatorischen  Ausbildung  an  der  Höheren 
Fachschule für Augenoptik in Olten im Fach Pathologie des Auges und an-
dererseits aus einem Praktikum unter Anleitung eines diplomierten Augen-
optikers.

Der Schweizerische Optikverband (SOV) führt die Höheren Fachprüfungen 
für Augenoptiker durch und bietet mit der Höheren Fachschule für Augen-
optik einen zweijährigen (fakultativen) Ausbildungsgang an. Das Bundes-
amt hat in der angefochtenen Verfügung den Schweizer Optikverband mit 
der  Durchführung  der  angeordneten  Ausgleichsmassnahmen  beauftragt. 
Auf Grund der Stellungnahme des Schweizer Optikverbandes vom 5. März 
2007 ergibt sich bezüglich der Ausgestaltung des Anpassungslehrganges 
Folgendes: 

Die Absolventen des einjährigen Anpassungslehrgangs besuchen den or-
dentlichen Unterricht an dem auch die Absolventen des (2-jährigen) Voll-
zeitstudiums  der  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  teilnehmen.  Der 
Lehrgang  beinhaltet  den  Besuch  des  3. und  4.  Semesters  der  Höheren 
Fachschule in Olten. Es gelten inhaltlich die gleichen Anforderungen wie 
bei den Absolventen der schweizerischen Ausbildung, identisch sind auch 
die Lehrmittel und die Dozenten. Die Bewertung des Ausbildungslehrgan-
ges  erfolgt  im  Rahmen  der  ordentlichen  Semesterprüfungen  (vgl.  auch 
"Merkblatt  Ausgleichsmassnahmen im Bereich Optik"  des BBT vom Sep-
tember 2006). Die Semesterprüfungen bestehen jeweils aus zwei schriftli-
chen Einzelprüfungen, und die erforderliche Schlussbewertung pro Ausbil-
dungsfach  bildet  der  Durchschnitt  aller  vier  Einzelprüfungen.  Einzig  der 
Bewertungsraster  weicht  von  demjenigen  der  normalen  Prüfungen  der 
Schule ab. Bei der Bewertung werden die vom BBT verfügten Bewertungs-
kriterien der Eignungsprüfung auch für den Anpassungslehrgang übernom-
men,  indem die  Anforderungen  für  ein  "genügend"  50 % der  möglichen 
Punktzahl (gegenüber 60 % bei den regulären Kursteilnehmern) betragen. 

17

Im weitern weist  der Schweizer Optikverband darauf  hin,  dass der Lehr-
gang vom Arbeitgeber in Form eines Arbeitszeugnisses als erfüllt bestätigt 
werden müsse. Diese Forderung betreffe den Schweizer Optikverband als 
Kursanbieter nicht und sei durch den Arbeitgeber vorzunehmen.

4.4 Der  Beschwerdeführer  nahm von  1999  bis  2001  am Vollzeitstudium der 
Schweizerischen Höheren Fachschule für Augenoptik in Olten teil (vgl. Se-
mesterzeugnisse 2000/2001). Das Fach "Pathologie des Auges", für wel-
ches  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen  Verfügung  Ausgleichsmass-
nahmen verlangt,  wurde nur im 3.  und 4.  Semester  unterrichtet  und ge-
prüft.  In  diesem  Fach  erhielt  der  Beschwerdeführer  im  3.  Semester  die 
Note 4.5 und im 4. Semester die Note 4.0. Damit hat der Beschwerdefüh-
rer in diesem Fach (nach dem strengeren Bewertungsmasstab der regulä-
ren Kursteilnehmer) genügende Noten (Noten 4.5 und 4.0) erzielt.

Nach Auskunft des Schweizer Optikverbandes endet der letzte ordentliche 
Lehrgang  der  Schweizerischen  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  im 
September 2007. Das Reglement für Höhere Fachprüfungen im Augenopti-
kerberuf  von  1991  werde  voraussichtlich  im  Jahr  2011  aufgehoben.  Ab 
2010 würden durch die Fachhochschule Nordwestschweiz die ersten Ba-
chelor-Ausweise  in  Optometrie  abgegeben  (vgl.  Stellungnahme  des 
Schweizer Optikverbandes vom 5. März 2007 S. 2). Solange das aktuelle 
Reglement der Höheren Fachprüfung in Kraft sei, seien auch die entspre-
chenden Ausgleichsmassnahmen sichergestellt.

Da nach Angaben des SOV beim Anpassungslehrgang inhaltlich die glei-
chen Anforderungen an die Absolventen der Höheren Fachschule gestellt 
werden und feststeht, dass sich die Anforderungen seit 1991 (Inkrafttreten 
des Prüfungsreglements)  nicht  geändert  haben,  Dozenten und Lehrmittel 
die gleichen sind wie im ordentlichen Unterricht, ist daraus zu schliessen, 
dass der Beschwerdeführer einen identischen Lehrgang an der Schule in 
Olten bereits 2001 mit genügenden Noten im Fach "Pathologie des Auges" 
abgeschlossen und er damit den Nachweis der nötigen Kenntnisse im ent-
sprechenden Fach erbracht hat. Daher erweist sich im konkreten Fall die 
vom Bundesamt verlangte einjährige Ausbildung (gleichen Inhaltes) an der 
Höheren Fachschule für Augenoptik als nicht erforderlich und damit unzu-
lässig.

4.5 Im weitern ordnete das Bundesamt an, dass der einjährige Anpassungs-
lehrgang in der Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Augenopti-
kers zu erfolgen habe und mit  Bestätigung des Begleiters nachgewiesen 
werden müsse.  Im Merkblatt  des BBT wird  hiezu festgehalten,  dass  der 
Lehrgang vom Arbeitgeber in Form eines Arbeitszeugnisses als erfüllt be-
stätigt  werden müsse.  Das BBT empfehle,  die Absolventen eines Prakti-
kums wie ausgebildete Personen anzusehen, die ihre Ausbildung gemäss 
Verfügung vervollständigen.  Die Bezahlung solle  sich grundsätzlich nach 
den Ansätzen eines Augenoptikers richten (vgl. Merkblatt S. 3). 

Der  Beschwerdeführer  bringt  vor,  das  im  Rahmen  des  Anpassungslehr-
gangs vorgesehene Praktikumsjahr habe er bereits absolviert. So habe er 
von April 2005 bis April 2006 bei X._______ in B._______ unter Anleitung 

18

einer diplomierten Augenoptikerin ein Praktikum gemacht. 

In  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Arbeitsbestätigung  der 
"X._______" vom 12. September 2006 bescheinigt die Geschäftsführerin, 
eine eidgenössisch diplomierte Augenoptikerin, dass der Beschwerdefüh-
rer vom 16. März 2005 bis 30. Juni 2006 unter ihrer Aufsicht Kontaklinsen 
angepasst und Refraktionen durchgeführt hat. 

Damit hat der Beschwerdeführer ein einjähriges Praktikum in der Schweiz 
absolviert,  welches unter  Anleitung einer diplomierten Augenoptikerin  er-
folgt ist und von der Begleiterin nachgewiesen worden ist. Mit dem Anpas-
sen von Kontaktlinsen und der Durchführung von Refraktionen (Brillenglas-
bestimmungen) hat der Beschwerdeführer Tätigkeiten ausgeführt, die nach 
kantonalem  Recht  diplomierten  Augenoptikern  vorbehalten  sind  und  be-
züglich  welchen  das  Bundesamt  festgehalten  hat,  dass  in  Deutschland 
wichtige  Bereiche  dieser  Themen  in  den  Prüfungsanforderungen  fehlen 
und diese Lücken zu schliessen seien.  Das vom Bundesamt im Rahmen 
des Anpassungslehrgangs verlangte Praktikum unter Anleitung eines dip-
lomierten Augenoptikers muss damit als erfüllt betrachtet werden. Mit der 
Argumentation,  das  vom Beschwerdeführer  absolvierte  Praktikum könne 
die  fehlenden  Kenntnisse  im  Fach  Pathologie  nicht  ausgleichen,  da  es 
ohne entsprechende Ausbildung erfolgt sei, verkennt das Bundesamt, dass 
der Beschwerdeführer die entsprechende Ausbildung bereits 2001 an der 
Höheren Fachschule in Olten abgeschlossen hat.

Überdies  verfügt  der  Beschwerdeführer  seit  Abschluss  der  Lehre  1996 
über eine langjährige Berufserfahrung als Augenoptiker, was die beigeleg-
ten Arbeitszeugnisse bestätigen.  Dem Arbeitszeugnis der "K._______" in 
O._______ (ZH)  vom 13.  Oktober  1999 ist  zu entnehmen,  dass  der Be-
schwerdeführer von Juli 1998 bis September 1999 in diesem Unternehmen 
als  Augenoptiker  tätig  war  und zu seinen  Hauptaufgaben  unter  anderen 
auch Augenrefraktionen gehörten.  Die  Vorgesetzten führten in  ihrem Ar-
beitszeugnis aus, dass der Beschwerdeführer mit ausserordentlichem En-
gagement zur Profilierung der Filiale beigetragen und mit Initiative, Fach-
wissen und Kundenbezogenheit wesentlich an der sukzessiven Verbesse-
rung des Filialresultates beteiligt gewesen sei. Aus dem Arbeitszeugnis der 
"O._______" in W._______ (AG) von Januar 2003 geht hervor,  dass der 
Beschwerdeführer von Oktober 2001 bis Januar 2003 in dieser Firma als 
Augenoptiker angestellt war und seine Tätigkeit unter anderem Sehprüfun-
gen und Brillenglasbestimmungen sowie die Anpassung von Kontaktlinsen 
umfasste. Auch in diesem Unternehmen erledigte er die ihm übertragenen 
Arbeiten verantwortungsbewusst  und zur vollen Zufriedenheit  des Vorge-
setzten.  Dem  Arbeitszeugnis  der  "Y._______  AG",  Filiale  O._______ 
(AG),vom 29. Dezember 2004 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdefüh-
rer von Februar 2003 bis Februar 2005 in dieser Firma als Augenoptiker, 
Refraktionist und Kontaktlinsenanpasser tätig war. Einer der Vorgesetzten 
führte in seinem Arbeitszeugnis aus, dass der Beschwerdeführer von Mai 
2003 bis Februar 2004 als Leiter der Filiale in O._______ eingesetzt wor-
den  sei.  Weiter  hielt  der  Vorgesetzte  fest,  die  Geschicklichkeit  des  Be-
schwerdeführers und seine Sicherheit  bei Glasstärkenbestimmungen hät-

19

ten  sie  sehr  geschätzt.  Der  Bereich  Kontaktlinsenanpassung  sei  mit  zu-
nehmender Routine souveräner beherrscht worden. Der Beschwerdeführer 
habe ihre Erwartungen zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Die eigentlich ge-
plante  langfristige  Weiterbeschäftigung  des  Beschwerdeführers  sei  nach 
einer weiteren Filialaufgabe und damit aus wirtschaftlichen Gründen zu ih-
rem grössten Bedauern nicht möglich.

Auf Grund der Qualifikation durch die verschiedenen Arbeitgeber ist davon 
auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  beruflichen  Tätigkeit 
über  die  notwendigen  Fähigkeiten  und  Kenntnisse  eines  Augenoptikers 
verfügt und sich auch über die erforderlichen Kenntnisse im Fach "Patholo-
gie" ausgewiesen hat. 

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer auf Grund sei-
ner (höheren) Ausbildung in der Schweiz, dem einjährigen Praktikum unter 
Anleitung einer diplomierten Augenoptikerin sowie der übrigen beruflichen 
Tätigkeit über genügende Kenntnisse im Fach Pathologie verfügt und die 
Anforderungen an den vom Bundesamt angeordneten einjährigen Anpas-
sungslehrgang (Schulbesuch und Praktikum) bereits im Zeitpunkt des an-
gefochtenen Entscheides erfüllt waren. Das Bundesamt hat zu Unrecht die 
vom Beschwerdeführer - nebst der Ausbildung in Deutschland - erworbe-
nen  Kenntnisse  sowie  das  Praktikum  unter  Anleitung  einer  diplomierten 
Augenoptikerin  in  seinem Entscheid  nicht  berücksichtigt.  Da Ausgleichs-
massnahmen  (Anpassungslehrgang  oder  Eignungsprüfung)  alternativ  zu 
verfügen sind und der Beschwerdeführer die Anforderungen an den einjäh-
rigen  Anpassungslehrgang  erfüllt,  erweist  sich  die  Anordnung  von  Aus-
gleichsmassnahmen als nicht nötig und damit unverhältnismässig. Die Vor-
aussetzungen für  die Anerkennung der  Gleichwertigkeit  des Meistertitels 
sind im konkreten Fall gegeben. Dies führt dazu, dass die angefochtenen 
Ausgleichsmassnahmen ersatzlos aufzuheben sind. 

6. Die  Beschwerde  ist  gutzuheissen  und  die  Verfügung  des  Bundesamtes 
vom 13. März 2006 aufzuheben. Es wird festgestellt,  dass der am 2. De-
zember 2004 in Deutschland verliehene Meistertitel im Augenoptikerhand-
werk mit  dem eidgenössischen Diplom als  Augenoptiker  gleichwertig  ist. 
Das Bundesamt wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Gleichwer-
tigkeitsbestätigung auszustellen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführer obsiegende 
Partei.  Die  Verfahrenskosten  sind  in  der  Regel  von  der  unterliegenden 
Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrenskosten wer-
den Vorinstanzen auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der vom Beschwer-
deführer am 1. Mai 2006 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.- ist ihm 
zurückzuerstatten.

8. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art.  64 
Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer war im vorliegenden Verfahren nicht 
vertreten, und auch sonst sind ihm keine anrechenbaren Kosten in diesem 
Sinn entstanden. Daher ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.

20

9. Gegen diesen Beschwerdeentscheid kann innert 30 Tagen beim Eidgenös-
sischen Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten  eingereicht  werden  (Art.  82  Bst.  a  und  Art.  86  Abs.  1  Bst.  a  i.V.m. 
Art. 100  Abs.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110, in Kraft seit 1. Januar 2007, AS 2006 1205]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesamtes 
für Berufsbildung und Technologie vom 13. März 2006 aufgehoben.

Es wird festgestellt, dass der am 2. Dezember 2004 in Deutschland verlie-
hene Meistertitel im Augenoptikerhandwerk mit dem eidgenössischen Dip-
lom als  Augenoptiker  gleichwertig  ist.  Das Bundesamt  wird  angewiesen, 
dem Beschwerdeführer eine Gleichwertigkeitsbestätigung auszustellen.

2. Es  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt.  Der  Kostenvorschuss  von 
Fr. 900.- wird dem Beschwerdeführer aus der Gerichtskasse zurückerstat-
tet, sobald dieses Urteil in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (mit Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 353/han/7711; mit Gerichtsurkunde)

- dem Eidgenössischen  Volkswirtschaftsdepartement  (mit  Gerichtsurkun-
de)

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Bernard Maitre Barbara Aebi

Rechtsmittelbelehrung
Dieses  Urteil  kann  innert  dreissig  Tagen  seit  Eröffnung  beim  Schweizerischen 
Bundesgericht in Lausanne angefochten werden. 

Versand am: 21. Mai 2007