# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53a850b1-6a2e-5b1d-8809-88b956d72cf8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 20.12.2023 WBE.2023.329
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2023-329_2023-12-20.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

WBE.2023.329 / sm / jb 
(BE.2023.043)  

Art. 129 

 

Urteil vom 20. Dezember 2023 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Tschudin 

Gerichtsschreiberin i.V. Mahler  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,   

vertreten durch lic. iur. Patrick Stutz, Rechtsanwalt, Mellingerstrasse 6, 

5401 Baden    

 

        

gegen 

 

 

  Gemeinderat Q._____,   

 

  Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Sozialhilfe 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales  

vom 25. August 2023 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A._____, geb. tt.mm.jjjj, wohnt mit seiner Mutter in der Gemeinde Q._____. 

Die Ehe seiner Eltern wurde mit Urteil des Obergerichts vom 10. Mai 2017 

geschieden. Damit wurde der Vater unter anderem verpflichtet, der Mutter 

an den Unterhalt von A._____ Unterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 800.00 

zu bezahlen. In der Folge wurden der Mutter die Unterhaltsbeiträge für 

A._____ durch die Gemeinde Q._____ bevorschusst. Am 4. Dezember 

2022 wurde A._____ volljährig und reichte am 24. Januar 2023 bei der 

Gemeinde ein eigenes Gesuch um Alimentenbevorschussung ein. 

 

2. 

Der Gemeinderat Q._____ beschloss am 27. März 2023: 

 

III. 
Entscheid 
Unter Berücksichtigung des Sachverhalts und der vorerwähnten Erwägun-
gen wird das Gesuch um Alimentenbevorschussung sowie um Inkassohilfe 
ab 01. Januar 2023 von A._____, geb. tt.mm.jjjj, R-Strasse, Q._____, 
abgelehnt. 

 

B. 

1. 

Gegen den Entscheid des Gemeinderats Q._____ erhob A._____ mit 

Eingabe vom 28. April 2023 Beschwerde beim Kantonalen Sozialdienst mit 

den Anträgen: 

 

1. Der Entscheid des Gemeinderates Q._____ vom 27.03.2023, 
Ziff. III (Einstellung der Bevorschussung und Inkassohilfe) sei 
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, die Bevorschussung 
der Unterhaltsbeiträge für den Beschwerdeführer ab 01.01.2023 
fortzusetzen. 
 

2. Es sei folglich festzustellen, dass auch ab 01.01.2023 eine unver-
änderte und ungeschmälerte Anspruchsberechtigung zur Bevor-
schussung der Unterhaltsbeiträge für den Beschwerdeführer be-
steht. 
 

3. Verfahrensantrag: Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei mit 
dem Parallelverfahren der Mutter des Beschwerdeführers 
(BE.2023.028), B._____, zu vereinigen. 
 

4. Dem Beschwerdeführer seien die unentgeltliche Rechtspflege zu 
bewilligen und der Unterzeichnende als dessen unentgeltlicher 
Rechtsvertreter einzusetzen. 

 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. der gesetzlichen 
MWST. 

 - 3 - 

 

 

 
2. 

Das Departement Gesundheit und Soziales (DGS), Kantonaler Sozial-

dienst, Beschwerdestelle SPG, entschied am 25. August 2023: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 

2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 
Fr. 800.00, Kanzleigebühren von Fr. 99.00 und den Auslagen von 
Fr. 11.00, gesamthaft Fr. 910.00, hat der Beschwerdeführer zu be-
zahlen. Zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege wird dem 
Beschwerdeführer die Bezahlung jedoch einstweilen erlassen und 
unter dem Vorbehalt einer späteren Rückforderung vorgemerkt. 
 

3. Die Parteikosten des Beschwerdeführers in festgesetzter Höhe 
von Fr. 1'100.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) sind durch diesen sel-
ber zu tragen. Zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtsvertretung 
werden die Kosten einstweilen aus der Staatskasse bezahlt und 
zur späteren Rückforderung vom Beschwerdeführer vorgemerkt. 

 

C. 

1. 

Gegen den Entscheid der Beschwerdestelle SPG erhob A._____ mit 

Eingabe vom 28. September 2023 Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit 

den Anträgen: 

 

1. Der Entscheid des DGS / Beschwerdestelle SPG vom 25.08.2023 
sei aufzuheben und die 1. Instanz (Gemeinderat Q._____) 
anzuweisen, die Bevorschussung der Unterhaltsbeiträge für den 
Beschwerdeführer ab 01.01.2023 fortzusetzen. 
 

2. Es sei folglich festzustellen, dass auch ab 01.01.2023 eine unver-
änderte und ungeschmälerte Anspruchsberechtigung zur Bevor-
schussung der Unterhaltsbeiträge für den Beschwerdeführer be-
steht. 
 

3. Dem Beschwerdeführer seien auch im vorliegenden Beschwerde-
verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und der 
Unterzeichnende als dessen unentgeltlicher Rechtsvertreter ein-
zusetzen. 

 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. der gesetzlichen Mehr-
wertsteuer.  

 

2. 

Die Beschwerdestelle SPG verzichtete am 16. Oktober 2023 auf eine Be-

schwerdeantwort und beantragte die Abweisung der Beschwerde unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. 

 

3. 

Der Gemeinderat Q._____ stellte in der Beschwerdeantwort vom 26. Okto-

ber 2023 folgende Anträge: 

 - 4 - 

 

 

 

1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist. 
 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwer-
deführers. 

 

4. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 20. Dezember 2023 beraten und 

entschieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechts-

pflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Die Gemeinde am zivilrechtlichen 

Wohnsitz des Kindes entscheidet auf Gesuch über die Bevorschussung der 

Unterhaltsbeiträge (§ 36 Abs. 1 des Gesetzes über die öffentliche Sozial-

hilfe und die soziale Prävention vom 6. März 2001 [Sozialhilfe- und Präven-

tionsgesetz, SPG; SAR 851.200]). Nach § 58 Abs. 1 SPG können Verfü-

gungen und Entscheide der Sozialbehörden mit Beschwerde beim Depar-

tement Gesundheit und Soziales (DGS) angefochten werden (§ 39a der 

Sozialhilfe- und Präventionsverordnung vom 28. August 2002 [SPV; 

SAR 851.211]). Die Entscheide des DGS können an das Verwaltungsge-

richt weitergezogen werden (§ 58 Abs. 2 SPG). Dieses ist somit zur Beurtei-

lung vorliegender Beschwerde zuständig. 

 

2. 

Mit dem angefochtenen Entscheid wird die Ablehnung des Gesuchs des 

Beschwerdeführers um Alimentenbevorschussung bestätigt. Dadurch ist er 

beschwert und somit zur Beschwerde befugt (vgl. § 42 Abs. 1 lit. a VRPG). 

 

3. 

Mit Begehren Ziffer 2 lässt der Beschwerdeführer beantragen, es sei fest-

zustellen, dass er Anspruch auf Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen 

habe. 

 

Negative Voraussetzung des Feststellungsanspruchs ist die fehlende Mög-

lichkeit, alternativ den Erlass eines Gestaltungsurteils durchzusetzen (vgl. 

MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach 

dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechtsrechtspflege, Kom-

mentar zu den §§ 38-72 [a]VRPG, Zürich 1998, § 38 N 28; ALFRED 

 - 5 - 

 

 

KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Ver-

waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, 

Rz. 351). In diesem Sinne ist das Feststellungsbegehren gegenüber dem 

Leistungsbegehren subsidiär. Der Beschwerdeführer lässt mit Antrag Zif-

fer 1 gleichzeitig ein Leistungsbegehren stellen und ersucht damit um Ali-

mentenbevorschussung. Ein Rechtsschutzinteresse an einer separaten 

Feststellung eines entsprechenden Rechtsanspruchs besteht folglich nicht. 

Auf das Feststellungsbegehren Ziffer 2 ist daher nicht einzutreten. 

 

4. 

Die weiteren Beschwerdevoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist mit Ausnahme von 

Begehren Ziffer 2 einzutreten. 

 

5. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 58 Abs. 4 SPG i.V.m. § 55 Abs. 1VRPG). 

 

II. 

1. 

Der Beschwerdeführer verlangt von der Gemeinde Q._____ die 

Bevorschussung des Mündigenunterhalts bis zum voraussichtlichen 

Abschluss seiner Berufslehre am 31. Juli 2024. Mit dem Scheidungsurteil 

vom 10. Mai 2017 werde der Kindesunterhalt entsprechend Art. 277 Abs. 2 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB; 

SR 210) über die Mündigkeit hinaus festgelegt. Das Urteil vom 10. Mai 

2017 stelle einen definitiven Rechtsöffnungstitel dar, womit die 

Unterhaltspflicht des Vaters über die Volljährigkeit hinaus festgelegt und 

beziffert werde, unter der Voraussetzung, dass der Beschwerdeführer bei 

Erreichen der Mündigkeit seine Erstausbildung noch nicht abgeschlossen 

habe. Die geschuldeten Unterhaltsbeiträge seien in Ziffer 4 des 

Scheidungsurteils quantifiziert und auf der Grundlage von Art. 277 Abs. 2 

ZGB zeitlich bestimmbar. Somit seien die Voraussetzungen von § 33 lit. a 

und b SPG für die Bevorschussung des Mündigenunterhalts erfüllt. Der 

Anspruch des Beschwerdeführers auf Alimentenbevorschussung bestehe 

aufgrund der Wiederholung des 3. Lehrjahres bis zum 31. Juli 2024. Ziffer 4 

des Scheidungsurteils sehe keine zeitliche Begrenzung bis zur 

Volljährigkeit vor, weil die Unterhaltspflicht über die Volljährigkeit hinaus 

beabsichtigt worden sei. 

 

2. 

Die Vorinstanz verneinte einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Ali-

mentenbevorschussung. Aus der Ziffer 4 des Scheidungsurteils vom 

10. Mai 2017 gehe nicht zweifelsfrei hervor, dass der Vater des Beschwer-

 - 6 - 

 

 

deführers über die Mündigkeit hinaus und bis zum Abschluss der Erstaus-

bildung einen Unterhaltsbeitrag schulde. Der blosse Verweis auf Art. 277 

Abs. 2 ZGB sei nicht genügend, um eine Zahlungspflicht über die Volljäh-

rigkeit hinaus zu begründen. Beim betreffenden allgemeinen Verweis auf 

Art. 277 Abs. 2 ZGB handle es sich um eine unklare und nicht eindeutige 

Formulierung bezüglich einer Unterhaltspflicht nach Volljährigkeit. Es 

mangle ihr an der Bestimmbarkeit, wobei insbesondere Höhe und Dauer 

nicht festgelegt seien. Zur Durchsetzung einer Zahlungspflicht fehle es an 

einem vollstreckbaren Rechtsöffnungstitel. Dies gelte auch gegenüber der 

bevorschussenden Gemeinde, auf welche ein Unterhaltsanspruch gemäss 

Art. 289 Abs. 2 ZGB übergehe. 

 

3. 

3.1. 

Der Anspruch auf Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen an Minderjäh-

rige und Personen in Ausbildung bis zum vollendeten 20. Altersjahr setzt 

unter anderem voraus, dass der unterhaltspflichtige Elternteil seiner Unter-

haltspflicht nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt und ein vollstreckbarer 

Rechtstitel vorliegt (vgl. § 33 lit. a und b SPG). Der kantonale Gesetzgeber 

beabsichtigt mit der Bevorschussung der Unterhaltsbeiträge für mündige 

Kinder bis zum Erreichen des 20. Altersjahres, durch die Herabsetzung des 

Mündigenalters entstandene, negative Auswirkungen zu beseitigen (Bot-

schaft des Regierungsrats des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 

30. Juni 1999, SPG, Bericht und Entwurf zur 1. Beratung, 99.226, S. 31). 

 

Entsprechend dem Handbuch Soziales gelten insbesondere rechtskräftige 

Scheidungsurteile über den Unterhalt von Kindern und Eltern als vollstreck-

bare Rechtstitel. Für die Alimentenbevorschussung über die Volljährigkeit 

hinaus wird dort verlangt, dass der Unterhaltsanspruch im Unterhaltstitel 

klar und unmissverständlich deklariert ist (Kapitel 22.1.3). 

 

3.2. 

Art. 277 ZGB lautet wie folgt:  

 
1Die Unterhaltspflicht der Eltern dauert bis zur Volljährigkeit des Kindes. 

 
2Hat es dann noch keine angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, 
soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf, 
für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung or-
dentlicherweise abgeschlossen werden kann. 

 

Die Bestimmung hält somit den Grundsatz fest, dass die Unterhaltspflicht 

der Eltern bis zur Volljährigkeit des Kindes dauert. Die weiterführende Un-

terhaltspflicht für volljährige Kinder gemäss Abs. 2 ist nicht als Ausnahme 

zu verstehen, sondern ist Ausfluss der elterlichen Ausbildungspflicht (vgl. 

BSK ZGB I-FOUNTOULAKIS, Art. 277 N 1).  

 

 - 7 - 

 

 

3.3. 

Im Scheidungsurteil kann der Unterhaltsbeitrag über den Eintritt der Voll-

jährigkeit hinaus festgelegt werden (Art. 133 Abs. 3 ZGB). 

 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt das Urteil, welches 

ausdrücklich die Zahlung von Unterhalt über die Volljährigkeit hinaus an-

ordnet, einen definitiven Rechtsöffnungstitel dar, sofern es die geschulde-

ten Unterhaltsbeiträge betragsmässig festlegt und deren Dauer bestimmt 

(vgl. BGE 144 III 193, Erw. 2.2; Urteil 5A_445/2012 vom 2. Oktober 2013, 

Erw. 4; BSK ZGB I-FOUNTOULAKIS, Art. 133 N 18). Das volljährige Kind 

kann sich zur Durchsetzung des Mündigenunterhalts unmittelbar auf das 

entsprechende Urteil stützen (BSK ZGB I-FOUNTOULAKIS, Art. 277, N 23). 

 

Mit der Möglichkeit, Unterhaltsbeiträge über die Mündigkeit hinaus festset-

zen zu können, bezweckt der Bundesgesetzgeber zu verhindern, dass das 

erwachsene Kind gezwungen wird, in eigenem Namen eine selbständige 

Klage gegen seinen Elternteil zu erheben, was unumstritten eine grosse 

psychische Belastung darstellen würde (BSK ZGB I-FOUNTOULAKIS, 

Art. 133 N 18; BGE 139 III 401, Erw. 3.2.2; Urteil 5A_18/2011 vom 1. Juni 

2011, Erw. 5.1.1). 

 

4. 

4.1. 

Das Scheidungsurteil des Obergerichts vom 10. Mai 2017 ist rechtskräftig 

und vollstreckbar. In Ziffer 4 wurde folgende Regelung zum Kindesunterhalt 

getroffen (Vorakten 52): 

 

4.  
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt der Kinder 
A._____, geb. tt.mm.jjjj, und C._____, geb. tt.mm.jjjj, ab Rechtskraft der 
Scheidung mindestens bis zur Volljährigkeit monatlich vorschüssig (als 
Barunterhalt) Beiträge von je Fr. 800.00 jeweils zuzüglich allfällig 
gesetzlich oder vertraglich bezogener Kinderzulagen zu bezahlen. 
 
Art. 276 Abs. 3 ZGB und Art. 277 Abs. 2 ZGB bleiben vorbehalten. 

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer vollendete am 4. Dezember 2022 sein 18. Lebens-

jahr und ist somit von Gesetzes wegen volljährig (Art. 14 ZGB). Während 

seiner Unmündigkeit waren die im Scheidungsurteil vom 10. Mai 2017 

festgesetzten Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 289 Abs. 1 ZGB an die Mut-

ter zu leisten. Nach Eintritt der Volljährigkeit des Kindes kann nur dieses 

selbst die Unterhaltsbeiträge in eigenem Namen geltend machen (BSK 

ZGB I-FOUNTOULAKIS, Art. 289 N 8). Damit ist der Beschwerdeführer seit 

dem 4. Dezember 2022 selbst befugt, Unterhaltsbeiträge vom Vater einzu-

fordern und ein entsprechendes Gesuch um Alimentenbevorschussung zu 

stellen. 

 

 - 8 - 

 

 

Der Beschwerdeführer absolviert eine Berufslehre als Maurer EFZ bei der 

D._____ AG, S._____. Die Lehre, deren Dauer ursprünglich vom 1. August 

2020 bis zum 31. Juli 2023 vorgesehen war, verlängert sich um ein Jahr 

und dauert voraussichtlich bis zum 31. Juli 2024 (Beschwerdebeilage 2; 

Vorakten 55). Dies bildet folglich auch das voraussichtliche Ende der 

Unterhaltspflicht. 

 

4.3. 

Der im Urteil des Obergerichts festgelegte Unterhaltsbeitrag ist betrags-

mässig bestimmt. Hinsichtlich der Dauer der Unterhaltspflicht hält die Re-

gelung einerseits fest, dass jene "mindestens bis zur Volljährigkeit" dauert, 

und andererseits werden Art. 276 Abs. 3 und Art. 277 Abs. 2 ZGB vorbe-

halten. Daraus ergibt sich, dass die Unterhaltspflicht nicht abschliessend 

bis zur Volljährigkeit des Beschwerdeführers beschränkt wurde. Vielmehr 

verlängert sich aufgrund des Verweises auf Art. 277 Abs. 2 ZGB die Unter-

haltspflicht bis zum späteren Abschluss einer angemessenen Ausbildung. 

Der entsprechende Zeitpunkt ist ohne Weiteres bestimmbar.  

 

Da sowohl die Höhe der Unterhaltspflicht als auch deren Dauer hinreichend 

bestimmt bzw. bestimmbar sind, bildet das Urteil des Obergerichts vom 

10. Mai 2017 für den Beschwerdeführer bei der Durchsetzung von Unter-

haltsbeiträgen gegenüber dem Vater einen definitiven Rechtsöffnungstitel 

(Art. 80 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs vom 

11. April 1889 [SchKG; SR 281.1]). Dies entspricht zweifelsohne auch der 

grundsätzlichen Intention, im Rahmen eines Scheidungsurteils eine mög-

lichst abschliessende und verbindliche Regelung der Unterhaltspflichten 

vorzunehmen. 

 

5. 

Zusammenfassend erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als 

begründet und ist gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden darf. Die 

Vorinstanzen haben einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Alimen-

tenbevorschussung mit der Begründung abgelehnt, es liege kein ausrei-

chender Unterhaltstitel vor. Nachdem dies nicht zutrifft, sind der Gemein-

deratsbeschluss und der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz aufzuhe-

ben. Die Angelegenheit ist zur materiellen Prüfung des Gesuchs (insbeson-

dere auch in Anbetracht des Einkommens, das der Beschwerdeführer im 

zusätzlichen Lehrjahr erzielt, vgl. § 33 lit. d SPG) an den Gemeinderat zu-

rückzuweisen (vgl. § 49 VRPG). 

 

Auf die Inkassohilfe gemäss § 31 SPG braucht bei diesem Ergebnis nicht 

mehr eingegangen zu werden. 

  

 - 9 - 

 

 

 

III. 

1. 

Der Beschwerdeführer obsiegt überwiegend. Entsprechend dem Verfah-

rensausgang hat er keine Verfahrenskosten zu tragen. Den Vorinstanzen 

werden grundsätzlich keine Verfahrenskosten auferlegt; schwerwiegende 

Verfahrensfehler oder Willkür liegen nicht vor (§ 31 Abs. 2 VRPG). 

 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird somit gegenstandslos.  

 

2. 

Bei diesem Ergebnis hat der Beschwerdeführer gegenüber dem Gemein-

derat Q._____ und der Beschwerdestelle SPG Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

Für die Höhe der Parteientschädigung ist das Dekret über die Entschä-

digung der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif, AnwT; 

SAR 291.150) massgebend. Sozialhilfesachen sind grundsätzlich vermö-

gensrechtliche Streitigkeiten mit einem zu bestimmenden Streitwert (vgl. 

AGVE 2007, S. 191). Der Entschädigungsrahmen geht in Beschwerde-

verfahren mit einem Streitwert bis Fr. 20'000.00, von Fr. 600.00 bis 

Fr. 4'000.00 (§ 8 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 AnwT). Der vorliegende Streitwert ent-

spricht der Bevorschussung für die Dauer eines Jahres und beträgt 

Fr. 9'600.00. Angesichts dessen, eines höchstens durchschnittlichen Auf-

wands sowie einer mittleren Schwierigkeit des Falls rechtfertigt sich eine 

Entschädigung von Fr. 2'000.00 (§ 8a Abs. 2 AnwT). Sie wird als Gesamt-

betrag festgesetzt. Auslagen und Mehrwertsteuer sind darin enthalten 

(§ 8c AnwT). 

 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung wird gegenstandslos. 

 

3. 

Im vorinstanzlichen Verfahren hat der Beschwerdeführer ebenfalls keine 

Verfahrenskosten zu tragen und Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

 

  

 - 10 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der 

Entscheid der Beschwerdestelle SPG vom 25. August 2023 abgeändert 

und lautet neu wie folgt:  

 

1. In Gutheissung der Verwaltungsbeschwerde wird der Beschluss 
des Gemeinderats Q._____ vom 27. März 2023 aufgehoben und 
wird die Angelegenheit zur materiellen Prüfung des Gesuchs um 
Alimentenbevorschussung an den Gemeinderat zurückgewiesen. 
 

2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 
Fr. 800.00, Kanzleigebühren von Fr. 99.00 und den Auslagen von 
Fr. 11.00, gesamthaft Fr. 910.00, gehen zu Lasten des Staates.  
 

3. Der Gemeinderat Q._____ wird verpflichtet, dem 
Beschwerdeführer die vor Verwaltungsgericht entstandenen 
Parteikosten in Höhe von Fr. 1'100 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu 
ersetzen. 

 

Im Übrigen wird auf die Beschwerde nicht eingetreten. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Kan-

tons. 

 

3. 

Der Gemeinderat Q._____ und die Beschwerdestelle SPG werden 

verpflichtet, dem Beschwerdeführer die vor Verwaltungsgericht 

entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 2'000.00 je zur Hälfte mit 

Fr. 1'000.00 zu ersetzen. 

 

 
 

   

Zustellung an 

den Beschwerdeführer (Vertreter) 

den Gemeinderat Q._____ 

das Departement Gesundheit und Soziales (DGS),  

Kantonaler Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG 

 

  

 - 11 - 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, Schwei-

zerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden. Die Frist steht still vom 

7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. Au-

gust und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Be-

schwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in 

gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht 

verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen 

(Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 20. Dezember 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz:     Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Michel     Mahler