# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3b0b1cb-c118-5e39-842e-f110903b0561
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.01.2007 IV 2006/126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-126_2007-01-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/126

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 19.01.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 19.01.2007
Art. 8 ATSG / Art. 28 IVG Invalidenrentenberechtigung. Abweichende 
Arbeitsunfähigkeitsschätzung zwischen behandelndem Psychiater und 
psychiatrischem Gutachter. Der Gutachter muss abweichende Auffassungen 
des behandelnden Arztes nur berücksichtigen, nicht aber die Differenzen 
ausräumen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 19. Januar 2007, IV 2006/126).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie 

Löhrer; a.o. Gerichtsschreiber Adrian Schnetzler

Entscheid vom 19. Januar 2007

In Sachen

Z.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2, 

Postfach, 9410 Heiden,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- Der 1955 geborene Z.___ meldete sich am 3. Mai 2004 erneut zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an, nachdem ein früheres Gesuch mit Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Februar 2004 rechtskräftig 

abgewiesen worden war. Er beantragte die Ausrichtung einer Invalidenrente und 

machte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands geltend (IV-act. 73, IV-act. 

74). Die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen beauftragte in 

der Folge die MEDAS mit der interdisziplinären Abklärung des Versicherten (IV-act. 83). 

Diese diagnostizierte in ihrem Gutachten vom 3. Januar 2006 aus somatischer Sicht ein 

chronisches, diffuses, generalisiertes, rechtsbetontes Schmerzsyndrom und führte aus, 

dass ein organisches Korrelat für die beklagten Schmerzen in der körperlichen 

Untersuchung nicht habe gefunden werden können. Aus somatischer Sicht bestehe 

eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Eine Tätigkeit im 

angestammten Bereich als Hilfsschreiner/Montagearbeiter sei aufgrund der 

körperlichen Anforderungen nicht sinnvoll. Aus somatischer Sicht seien die 

Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft (IV-act. 95). Im psychiatrischen 

Konsiliargutachten vom 15. September 2005 diagnostizierte Dr. med. X.___ 

(nachfolgend: Konsiliargutachter) Verstimmungszustände bei einem chronischen 

Schmerzsyndrom infolge körperlicher Krankheit und psychosozial unbefriedigender 

Situation und kam zum Schluss, dass aus psychischen Gründen eine 

Arbeitsunfähigkeit von 45-50% bestehe (IV-act. 96). Insgesamt ging die MEDAS von 

einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit als Hilfsschreiner/Montagearbeiter, jedoch einer 

Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% für körperlich leichte, wechselbelastete 

Tätigkeiten unter Vermeidung repetitiven Lastenhebens über 15 Kilogramm sowie 

Hebens und Tragens von Lasten über Augenhöhe aus. Neben der Fortsetzung der 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung seien keine weiteren 

therapeutischen Massnahmen angezeigt (IV-act. 95). Mit Verfügung vom 1. Mai 2006 

sprach die IV-Stelle der SVA St. Gallen dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

55 % ab dem 1. Mai 2005 eine halbe IV-Rente sowie eine Kinderrente für die Tochter 

Y.___ zu (IV-act. 109).

B.- Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 2. Mai 2006 Einsprache erheben 

und die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente beantragen. Eventualiter seien weitere 

medizinische Abklärungen vorzunehmen. Der behandelnde Arzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Dr. med. Z.___ (nachfolgend: Psychiater), habe aufgrund des 

verschlechterten Gesundheitszustandes des Versicherten eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Februar 2004 attestiert. Der Konsiliargutachter habe sich 

mit dieser abweichenden Einschätzung nicht auseinandergesetzt, obwohl ihm die 

Diskrepanz aufgefallen sei. Aufgabe eines Sachverständigen sei es jedoch, sich mit 

den abweichenden oder unterschiedlichen Meinungsäusserungen anderer Ärzte 

auseinanderzusetzen und darzulegen, wieso sie nicht zutreffen. Damit erweise sich das 

Gutachten aber im zentralsten Punkt als unvollständig, womit nicht darauf abgestellt 

werden könne (IV-act. 115). Mit Einspracheentscheid vom 13. Juni 2006 wies die IV-

Stelle die Einsprache ab. Der Konsiliargutachter habe schlüssig und widerspruchsfrei 

eine Arbeitsunfähigkeit von 45-50 % begründet. Bezüglich der Einschätzung des 

Psychiaters sei dem Umstand Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund 

ihrer auftragsrechtlichen Stellung eher zugunsten ihrer Patienten aussagten. Indem der 

Psychiater zudem in der Auseinandersetzung des Versicherten mit seinem 

Krankenversicherer Partei zugunsten seines Patienten ergriffen habe, manifestiere sich 

die Befangenheit des Psychiaters. Zudem habe der Psychiater keine objektive 

feststellbare Gesichtspunkte aufgeworfen, die bei der Begutachtung unerkannt 

geblieben und geeignet seien, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen, weshalb 

auf das Gutachten abzustellen sei (IV-act. 121).

C.- Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 4. Juli 2006, 

worin der Beschwerdeführer die Aufhebung des Einspracheentscheids und die 

Ausrichtung einer ganzen IV-Rente sowie eventualiter die Rückweisung zur Vornahme 

weiterer Abklärungen beantragt. Es gehöre zu den grundlegenden Aufgaben jedes 

medizinischen Gutachters, sich mit den Meinungsäusserungen anderer medizinischer 

Fachpersonen auseinander zu setzen. Da dies der Konsiliargutachter unterlassen habe, 

komme dem MEDAS-Gutachten kein höherer Beweiswert zu als der Einschätzung des 

Psychiaters. Dass diese keine objektiv feststellbare Gesichtspunkte aufwerfe, die im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben seien, verstehe sich sodann von 

selbst, weil die Einschätzung des Psychiaters der Begutachtung vorangegangen sei 

und der Psychiater gar keine Gelegenheit gehabt habe, solche Einwände vorzubringen 

(act. G 1). Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin 

unter Hinweis auf die Erwägungen im Einspracheentscheid und auf einen aktuellen 

Bundesgerichtsentscheid die Abweisung der Beschwerde und die Auferlegung von 

Verfahrenskosten (act. G 3). Mit Replik vom 13. Juli 2006 hält der Beschwerdeführer an 

seinen Anträgen fest und macht geltend, der von der Beschwerdegegnerin zitierte 

Bundesgerichtsentscheid sei mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar (act. G 5). 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Replik (act. G 7).

II.

1.- Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 1. Mai 2006 mit der Zusprache 

einer halben Invalidenrente zu Recht von beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

abgesehen. Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl. Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, Vorbemerkungen N 33, N 11 zu Art 7 und N 15 zu Art. 16) kann daher 

vorliegend nicht angewendet werden.

2.- a) Streitig ist im vorliegenden Fall der Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität 

im Sinne des Gesetzes ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit, verursacht durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden, der auf Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall 

zurück zu führen ist (Art. 7 und 8 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 IVG). Für die 

Ermittlung des Invaliditätsgrades sieht das Gesetz bei Erwerbstätigen die 

Einkommensvergleichsmethode vor. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das eine 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare 

Erwerbstätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen würde 

(Invalideneinkommen), dem Erwerbseinkommen gegenübergestellt, das sie erzielen 

würde, wenn die Invalidität nicht eingetreten wäre (Valideneinkommen). Die auf diese 

Weise ermittelte Differenz ergibt den Invaliditätsgrad (Art. 16 ATSG). Die für die Rente 

massgebende Invalidität wird in Art. 28 Abs. 1 IVG geregelt. Danach wird bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% eine Viertelrente, bei mindestens 50% ein halbe 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente, bei mindestens 60% eine Dreiviertelrente und ab 70% eine ganze Rente 

gewährt.

b) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der 

Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das 

Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a 

in fine, BGE 122 V 161 E. 1c).

c) Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch 

den Umstand allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren 

eingebracht wurden, ohne weiteres minder beweiskräftig sind. Denn auch sie können 

nützliche Äusserungen zum medizinischen Sachverhalt enthalten. Daraus folgt 

wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder Sozialversicherer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant 

werden sie nur, wenn ihre Aussagen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des 

förmlichen bestellten Gutachtens in rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern 

vermögen, dass davon abzuweichen wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von 

Hausärzten angeht, muss die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass 

Hausärzte aufgrund des Auftrags- und teilweise persönlichen Verhältnisses zu ihren 

Patienten eher dazu neigen, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen (EVGE vom 13. 

Juni 2006 [I.506/2000] E. 2b; EVGE vom 17. Juni 2004 [U.164/03 E. 3.3]; BGE 125 V 

351 E. 3b/cc). Für die Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der 

Hausärzte wird regelmässig vorgebracht, die Hausärzte hätten sich lange und intensiv 

um die Gesundheitsbeeinträchtigungen ihrer Patienten gekümmert und könnten diese 

deshalb besser beurteilen als jene Ärzte, die sich nur ganz kurz gutachterlich mit den 

Patienten befasst hätten. Die lange Beschäftigung mit den Gebrechen der Patienten 

kann aber genauso gut gegen die Überzeugungskraft der Hausarztschätzungen ins 

Feld geführt werden. Die (pessimistische) subjektive Einschätzung eines Patienten 

schlägt sich nämlich in der Arbeitswelt sofort nieder, denn wer sich als arbeitsunfähig 

bezeichnet und nicht mehr arbeitet, dem wird gekündigt. Dies wiederum erweckt den 

Anschein, dass die Selbsteinschätzung richtig sei, sie bestätigt sich sozusagen selbst. 

Bei den Hausärzten muss deshalb damit gerechnet werden, dass sie sich durch die 

"Macht des Faktischen" von der pessimistischen Einstellung ihrer Patienten 

überzeugen lassen. Spricht der Richter hingegen den Berichten und Zeugnissen eines 

Hausarztes von vornherein jede Glaubwürdigkeit ab, so ist dieses richterliche Urteil 

offensichtlich willkürlich (vgl. EVGE vom 21. Dezember 2005 [4P.254/2005] E. 4.2). Die 

gleichen Kriterien gelten im Übrigen auch gegenüber dem behandelnden Psychiater. 

Eine erhebliche Diskrepanz in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen diesem 

und dem psychiatrischen Gutachten entwertet das letztere keineswegs zwingend 

(Urteil des EVG I 645/05, E. 2.3).

3.- a) Der Beschwerdeführer macht geltend, auf das MEDAS-Gutachten könne nicht 

entscheidend abgestellt werden, weil es der Konsiliargutachter unterlassen habe, sich 

mit der abweichenden Einschätzung des behandelnden Psychiaters 

auseinanderzusetzen. Vielmehr sei nach dessen Einschätzung von einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen, womit eine volle IV-Rente auszurichten sei.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

b) Beim MEDAS-Gutachten handelt es sich um ein Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatteten. Die beteiligten Spezialärzte 

kommen nach Erörterung ihrer Befunde zu einem schlüssigen Ergebnis. Der Bericht 

leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerungen der Gutachter sind 

begründet. Damit ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts von einer vollen 

Beweiskraft dieses Gutachtens auszugehen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. In der fehlenden Rückfrage des 

Konsiliargutachters beim Psychiater kann kein solches konkretes Indiz erblickt werden, 

denn der Konsiliargutachter hat die abweichende Einschätzung des Psychiaters 

durchaus zur Kenntnis genommen. In der zusammenfassenden Beurteilung der 

MEDAS wird ausdrücklich festgehalten, dass für den Konsiliargutachter die vom 

Psychiater attestierte volle Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Februar 2004 gemäss Bericht 

vom 21. Mai 2004 nicht nachvollziehbar sei. Der Konsiliargutachter habe den 

Psychiater telefonisch kontaktiert und diesen um eine aktuelle Stellungnahme 

bezüglich Krankheit und Arbeitsunfähigkeit gebeten. Der Psychiater habe zur aktuellen 

Arbeitsfähigkeit nicht Stellung genommen und lediglich seinen Bericht vom 21. Mai 

2004 zugestellt (vgl. IV-act. 95 S. 16). Damit hat der Gutachter nicht nur von der 

abweichenden Einschätzung des behandelnden Psychiaters Kenntnis genommen, 

sondern sich mit dieser auch auseinandergesetzt und diese als nicht nachvollziehbar 

eingeschätzt. Ein Indiz gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens wäre dann gegeben, 

wenn der Konsiliargutachter die abweichende Einschätzung gar nicht zur Kenntnis 

genommen hätte. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Konsiliargutachter 

beim Psychiater die Hintergründe seiner Einschätzung erfahren wollte, zumal der 

Psychiater seine Einschätzung lediglich mit der Verschlechterung des Zustandes des 

Beschwerdeführers und der Therapieresistenz begründete. Als die Nachfrage beim 

Psychiater nicht klappte, verzichtete der Konsiliargutachter darauf. An seiner eigenen 

Einschätzung hielt er aber unverändert fest und sah keine Veranlassung für eine weitere 

Rückfrage. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass sich der Gutachter seine 

Arbeit einfach machen wollte, wie dies der Beschwerdeführer geltend macht. Vielmehr 

ist aufgrund des umfangreichen und schlüssigen Gutachtens davon auszugehen, dass 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Konsiliargutachter an seiner Arbeitsunfähigkeitsschätzung auch ohne Kenntnis der 

genauen Hintergründe der Einschätzung des Psychiaters festhalten wollte.

c) Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers war der Konsiliargutachter 

nicht zu einer Rückfrage beim Psychiater verpflichtet. Mit der Kenntnisnahme der 

abweichenden Einschätzung hat er sich nämlich bereits damit auseinandergesetzt, 

dass der behandelnde Psychiater zu einer ganz anderen Schätzung der 

Arbeitsunfähigkeit gekommen ist. Aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt 

sich denn auch nicht ableiten, dass ein Gutachter sich umfassend auch mit den 

Hintergründen einer abweichenden Einschätzung auseinanderzusetzen hat (vgl. die von 

der Beschwerdegegnerin zitierten Entscheide I 639/05 Erw. 3.3.4 und I 783/05 Erw. 

2.2). Gemäss der Rechtsprechung ist hingegen der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass behandelnde Ärzte eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen.

d) Zu berücksichtigen ist auch, dass das MEDAS-Gutachten die Arbeitsunfähigkeit 

nach einer polydisziplinären Abklärung in einer Gesamtbetrachtung einschätzt, 

währenddem sich der Psychiater naturgemäss nicht intensiv mit den somatischen 

Beschwerden beschäftigte. Unter diesen Umständen kann nicht vom vollen 

Beweiswert des umfassenden MEDAS-Gutachtens abgerückt werden. Die 

Beschwerdegegnerin ist zu Recht von einer Arbeitsfähigkeit von zumindest 50% 

ausgegangen. Diese Wertung erscheint dem Gericht als wohlwollend.

e) Aufgrund der festgestellten Arbeitsunfähigkeit hat die Beschwerdegegnerin sodann 

einen Invaliditätsgrad von 55 % ermittelt. Dass diese Berechnung nicht richtig wäre, 

macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Der 

angefochtene Einspracheentscheid ist damit nicht zu beanstanden.

4.- Im Sinne dieser Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die 

verfahrensrechtlichen Neuerungen der Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 (in 

Kraft seit 1. Juli 2006) sind im vorliegenden Fall noch nicht anwendbar (vgl. lit. c der 

betreffenden Übergangsbestimmungen). Es gilt das bis zum 1. Juli 2006 in Kraft 

gestandene Verfahrensrecht, womit das Verfahren kostenlos ist (vgl. Art. 61 lit. a 

ATSG). Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung 

zuzusprechen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.01.2007
	Art. 8 ATSG / Art. 28 IVG Invalidenrentenberechtigung. Abweichende Arbeitsunfähigkeitsschätzung zwischen behandelndem Psychiater und psychiatrischem Gutachter. Der Gutachter muss abweichende Auffassungen des behandelnden Arztes nur berücksichtigen, nicht aber die Differenzen ausräumen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Januar 2007, IV 2006/126).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T16:45:10+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen