# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce639954-5be7-5530-95f6-3c861b74cf94
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.07.2018 LF180006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF180006_2018-07-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LF180006-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichter lic. iur. 

et phil. D. Glur und Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach sowie Ge-

richtsschreiberin lic. iur. D. Tolic Hamming 

Urteil vom 3. Juli 2018 

in Sachen 

 

A._____,  
Berufungsklägerin, 

 

vertreten durch Beistand Avocat X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. D._____,  
Berufungsbeklagte, 

 

Nr. 2 vertreten durch Beiständin E._____ 

Nr. 3 vertreten durch Rechtsanwältin Y._____ 

 
betreffend 

Ausschlagung / Wiederherstellung Berufungsfrist 
 
 

im Nachlass von F._____, geboren am tt. November 1960, von …, gestor-
ben am tt.mm.2017, wohnhaft gewesen in …, 
 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des 
Bezirksgerichtes Bülach vom 7. November 2017 (EN170104) 
 

- 2 - 

 
 

Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren 
des Bezirksgerichtes Bülach vom 7. November 2017: 

(act. 7 = act. 14) 

1. Die Ausschlagungen der Erbschaft des †F._____ durch die gesetzlichen Er-

ben 1 (= B._____) und 3 (= C._____) sowie die der gesetzlichen Erbin 1 

nachfolgende Erbin 4 (= A._____) werden vorgemerkt. 

2. Der von der gesetzlichen Erbin 2 (= D._____) beantragte Erbschein kann 

erst nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils ausgestellt werden. 

3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 150.–. Allfällige weitere Ausla-

gen bleiben vorbehalten. 

4. Die Kosten werden den ausschlagenden Erben 1 und 3 zu gleichen Teilen 

auferlegt, je unter solidarischer Haftung für die gesamten Kosten. 

5./6. Mitteilungen / Rechtsmittelbelehrung. 

- 3 - 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin (act. 26 S. 12): 
 

"I. Die Erhebung neuer Tatsachen und der dazugehörenden Be-
weismittel ist anzunehmen; 

 II. Die Ausschlagungserklärung vom 14. Oktober 2017 durch 
B._____ und G._____ in (ungültiger) Vertretung von A._____ ist 
nichtig; 

 III. Das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 7. November 2017 
betreffend Ausschlagung der Erbschaft durch B._____ im Namen 
von A._____ ist aufzuheben; 

 IV. Die Frist um die Erbschaft (unter Bedingungen) anzunehmen oder 
auszuschlagen ist wiederhergestellt; 

 V. Die Erbschaft wird unter öffentlichem Inventar angenommen; 
 VI. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 
 
der Berufungsbeklagten 3 (act. 32 S. 2): 
 

1. Die Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 
7. November 2017 betreffend Ausschlagung der Erbschaft durch 
B._____ und G._____ im Namen von A._____ sei vollumfänglich 
abzuweisen. 

 2. Ebenfalls seien die übrigen Anträge (Ziff. I./II./IV./V. und VI.) der 
Berufungsklägerin vollumfänglich abzuweisen. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) 
zu Lasten der Berufungsklägerin. 

 
 

Erwägungen: 

I. 
Sachverhalt und Prozessgeschichte 

 1.1 Aktenkundig und unstrittig ist folgender Sachverhalt: F._____, welcher 

am tt.mm.2017 in Zürich verstarb (act. 4), hinterliess als gesetzliche Erben seine 

Nachkommen B._____ (geb. tt. August 1981), D._____ (geb. tt. November 1989) 

und C._____ (geb. tt. Februar 1993; act. 5/1). Mit Eingabe vom 19. Oktober 2017 

- 4 - 

(Poststempel) erklärte B._____ beim Bezirksgericht Bülach die Ausschlagung der 

Erbschaft für sich und ihre minderjährige Tochter, A._____ (geb. tt.mm.2012). Die 

Ausschlagungserklärung wurde von G._____, dem Mitinhaber der elterlichen Sor-

ge (act. 5/2), mitunterzeichnet (act. 1). C._____ schlug die Erbschaft mit Formular 

vom 18. Oktober 2017 ebenfalls aus (act. 2; vgl. auch act. 9/1-2). 

 1.2 Am 20. Oktober 2017 ging beim Bezirksgericht Bülach (fortan Vor-

instanz) das Gesuch von D._____ um Ausstellung des Erbscheins ein, welches in 

Verstoss geriet und deshalb am 24. Januar 2018 wiederholt wurde (act. 3).  

 2. Mit Urteil vom 7. November 2017 erliess die Vorinstanz den eingangs 

wiedergegebenen Entscheid (act. 7 = act. 14). Dieser wurde auch der Justice de 

paix du district de Lausanne "zur Information" zugestellt (act. 7 S. 3 f. = act. 14 

S. 3 f.). 

 3. Unter Hinweis auf diesen Entscheid kam die Justice de paix du district 

de Lausanne zum Schluss, dass im Rahmen der erbrechtlichen Auseinanderset-

zung in Sachen Nachlass F._____ zwischen den Erbinnen B._____ und ihrer 

Tochter A._____ ein potentieller Interessenskonflikt bestehe, weshalb für Letztere 

mit Entscheid vom 20. Dezember 2017 eine Vertretungsbeistandschaft im Sinne 

von Art. 306 Abs. 2 ZGB errichtet und Avocat X._____ zu deren Beistand mit fol-

genden Aufgaben ernannt wurde (act. 10 S. 3): 

"- dans le cadre de la succession de F._____, défendre ses intérêts 
[von B._____, Anmerkung des Gerichts] et examiner en particulier sa 
répudiation éventuelle, et requérir du juge de paix, motivation à l'appui, 
son approbation à la répudiation ou à l'acceptation de la succession; 
- dans le cadre de la liquidation de la succession de F._____, défendre 
ses intérêts et le cas échéant requérir du juge de paix, motivation à 
l'appui, son approbation à la convention de partage" 

 Dieser Entscheid wurde am 27. Dezember 2017 auch der Vorinstanz zur 

Kenntnis gebracht (act. 10 S. 5). 

 4. In der Folge beantragte der Beistand X._____ mit an die Vorinstanz 

adressiertem Schreiben vom 4. Januar 2018 die Aufnahme eines Sicherungsin-

ventars gemäss Art. 553 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB sowie die Aufnahme eines öffentli-

- 5 - 

chen Inventars gemäss Art. 580 Abs. 1 ZGB (act. 11/1). Nach Einsicht in die vo-

rinstanzlichen Akten (vgl. act. 11/2) hielt er mit Schriftsatz vom 16. Januar 2018 

an seinem Gesuch um Inventaraufnahme fest. Zur Begründung führte er an, 

B._____ habe wegen Interessenkonflikts keine wirksame Ausschlagungserklä-

rung im Namen ihrer minderjährigen Tochter A._____ abgeben können. Letztere 

sei als gesetzliche Erbin an die Stelle ihrer ausschlagenden Mutter getreten und 

ihre Ausschlagungsfrist sei noch nicht verstrichen (act. 12).  

 5.1. Mit Schriftsatz vom 17. Januar 2018 ersuchte der Beistand hierorts um 

Wiederherstellung der Frist zur Erhebung einer Berufung gegen das vorinstanzli-

che Urteil vom 7. November 2017 (act. 15 inkl. Beilagen act. 17/1-6).  

 5.2 Mit Verfügung der Kammer vom 23. März 2018 wurden B._____, 

C._____ und D._____ als Berufungsbeklagte in das Verfahren einbezogen und es 

wurde ihnen hinsichtlich des Wiederherstellungsgesuchs der Berufungsklägerin 

das rechtliche Gehör gewährt. Des weiteren wurde die Prozessleitung delegiert 

(act. 20). Während D._____ ausdrücklich auf eine Stellungnahme verzichtete (act. 

22), liessen sich B._____ und C._____ nicht vernehmen.  

 5.3 In Gutheissung des Wiederherstellungsgesuchs der Berufungsklägerin 

wurde ihr mit Verfügung der Kammer vom 30. April 2018 eine Nachfrist angesetzt, 

um die Berufungsanträge zu stellen und zu begründen (act. 23).  

 5.4 Die Berufungsklägerin liess mit fristgerecht eingereichter Berufungs-

schrift vom 9. Mai 2018 die vorstehend wiedergegebenen Anträge stellen (act. 26 

inkl. Beilagen act. 27/1-17, zur Rechtzeitigkeit vgl. act. 24/1), worauf den Beru-

fungsbeklagten mit Verfügung der Kammer vom 17. Mai 2018 Frist zur Erstattung 

der Berufungsantwort angesetzt wurde, mit der Androhung, dass im Säumnisfall 

das Verfahren ohne diese weiter geführt werde (act. 28). Eine Beschwerdeantwort 

ist seitens B._____ innert Frist und bis heute nicht eingegangen. C._____ verzich-

tete ausdrücklich auf eine Stellungnahme (act. 31). Mit Beschwerdeantwort vom 

1. Juni 2018 (Poststempel) liess D._____ (fortan Berufungsbeklagte 3) fristge-

recht (vgl. act. 29/4) die eingangs angeführten Anträge stellen (act. 32 inkl. Beila-

- 6 - 

gen act. 33/1-2). Die Eingabe ist den anderen Verfahrensparteien mit diesem Ent-

scheid zuzustellen. 

 6. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act.1 - 12). Das Ver-

fahren ist spruchreif. 

II. 
Materielles 

 1.1 Die Berufungsklägerin liess im Rechtsmittelverfahren geltend machen, 

die beim Steueramt am 18. Januar 2018 eingeholten Auskünfte über die Steuer-

verhältnisse von †F._____ hätten ergeben, dass er am 29. März 2017 einen An-

spruch auf Kapitalleistungen (2. Säule) in Höhe von Fr. 230'000.– erworben sowie 

eine Immobilie in … mit geschätztem Steuerwert von Fr. 455'000.– besessen ha-

be, welche von der Berufungsbeklagten 3 bewohnt werde (act. 26 S. 2 und 8; act. 

27/11-12). Mit Ausschlagung der Erbschaft durch B._____ am 20. Oktober 2017 

sei die Berufungsklägerin als deren Tochter und gesetzliche Erbin gemäss Art. 

572 Abs. 2 ZGB an ihre Stelle getreten. Ab diesem Zeitpunkt habe hinsichtlich der 

Ausschlagung der Erbschaft ein Interessenkonflikt zwischen B._____ und der Be-

rufungsklägerin bestanden, weil Erstere als Mutter über die allfällige Ausschla-

gung seitens ihrer minderjährigen Tochter zu entscheiden hätte. Dies habe der 

Friedensrichter des Bezirkes Lausanne erkannt, worauf ein Beistand nach 

Art. 306 Abs. 2 ZGB ernannt worden sei. B._____ habe keine wirksame Aus-

schlagungserklärung im Namen ihrer minderjährigen Tochter abgeben können. 

Dazu sei nur der Beistand befugt, welcher unverzüglich nach seiner Bestellung 

die Ausschlagung der Erbschaft durch B._____ und G._____ in ungültiger Vertre-

tung der Berufungsklägerin beanstandet habe (act. 26 S. 10).  

 1.2 Die dreimonatige Frist zur Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft 

nach Art. 567 Abs. 1 ZGB beginne im Zeitpunkt der Kenntnisnahme der Aus-

schlagung durch den Beistand zu laufen. Da die Vorinstanz in ihrem Urteil vom 

7. November 2017 die Ausschlagung der Berufungsklägerin vorgemerkt habe, 

habe die Frist, um die Erbschaft anzunehmen oder auszuschlagen ab dem Zeit-

- 7 - 

punkt der Fristwiederherstellung durch die Berufungsinstanz neu zu laufen be-

gonnen (act. 26 S. 11). 

 2. Dem hielt die Berufungsbeklagte 3 entgegen, bei der Kapitalleistung 

von Fr. 230'000.– aus der zweiten Säule handle es sich um einen Vorbezug für 

Wohneigentum gemäss Art. 30c BVG, welcher wieder zurück zu zahlen sei. Mit 

diesem sei im März 2017 ausserordentlich eine Amortisation für die Hypothek ge-

tätigt worden. Zudem laste auf der Immobilie in ... immer noch eine Hypothek in 

Höhe von Fr. 200'000.– (act. 32 S. 3).  

 Die am 14. Oktober 2017 von B._____ und G._____ im Namen ihrer minder-

jährigen Tochter bzw. der Berufungsklägerin erfolgte Ausschlagungserklärung sei 

gültig (act. 32 S. 6). So habe die Mutter, B._____, die Erbschaft vorgängig bereits 

ausgeschlagen und könne rechtlich von der Ausschlagung ihrer Tochter nicht 

mehr profitieren, weshalb keine (direkte) Interessenkollision bestehe. Zudem habe 

B._____, welche aus einer vorehelichen Beziehung des †F._____ stamme, zu ih-

ren Stiefgeschwistern und dem Erblasser überhaupt keinen Kontakt oder eine 

persönliche Beziehung gehabt, weshalb auch nicht davon ausgegangen werden 

könne, dass aufgrund einer nahestehenden Person eine (indirekte) Interessenkol-

lision bestehen würde. Anderes wäre von der Berufungsklägerin zu begründen 

und zu beweisen. Auf keinen Fall könne pauschal davon ausgegangen werden, 

dass bei jeder Erbausschlagung durch die Eltern für ihre Kinder eine Interessen-

kollision vorliege und damit ein Ungültigkeitsgrund für die Erbausschlagung (act. 

32 S. 4 f.).  

 Des Weiteren dürfe von der Tatsache, dass das Friedensgericht des Bezir-

kes Lausanne nachträglich in seinem Entscheid vom 20. Dezember 2017 von ei-

ner Interessenkollision ausgegangen sei und einen Beistand für die Berufungs-

klägerin ernannt habe, nicht abgeleitet werden, dass die Ausschlagungserklärung 

aufgrund einer Interessenkollision nicht rechtgültig sei. Jener Entscheid sei für 

das vorliegende Verfahren nicht rechtverbindlich, zumal die Ausschlagung der 

Erbschaft bereits davor gültig erfolgt sei (act. 32 S. 6). 

- 8 - 

 3. Da die Ausschlagung der Erbschaft mit dem Verzicht auf Rechte ver-

bunden ist, setzt sie die Handlungsfähigkeit voraus. Unmündige können das Erbe 

nur durch ihren gesetzlichen Vertreter ausschlagen (PraxKomm Erbrecht-Häuptli, 

3. Aufl. 2015, N 10 zu Art. 566 ZGB). Liegen zwischen dem Kind und den Eltern 

unterschiedliche Interessen vor (typischerweise z.B., wenn ein Elternteil und das 

Kind gemeinsam Mitglieder einer Erbengemeinschaft sind), so entfällt die Vertre-

tungsmacht der Eltern im entsprechenden Bereich automatisch, auch wenn ein 

Beistand (noch) nicht ernannt ist (vgl. Art. 306 Abs. 2 und 3 ZGB). Der Grund liegt 

darin, dass sie infolge des Gegensatzes zwischen ihren eigenen Interessen und 

jenen des Kindes ausserstande sind, dieses in einer bestimmten Angelegenheit 

bestmöglich zu vertreten. Ein gleichwohl abgeschlossenes Geschäft bindet das 

Kind nicht. Es wird zwischen direkter (Interessen des Kindes, welche den Eltern 

widersprechen) und indirekter Interessenkollision (Interessen des Kindes wider-

sprechen den Interessen eines Dritten, welcher den Eltern nahesteht) unterschie-

den. Ob eine Interessenkollision vorliegt, ist abstrakt und nicht konkret zu be-

stimmen (vgl. BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, 5. Aufl. 2014, N 6 zu Art. 306 ZGB; 

CHK-Breitschmid, 3. Aufl. 2016, N 2 zu Art. 306 ZGB). 

 4.1 Über die eigenen (persönlichen und/oder finanziellen) Beweggründe 

von B._____ zur Ausschlagung der Erbschaft ist nichts bekannt. Nach Darstellung 

der Berufungsbeklagten 3 stamme B._____ aus einer vorehelichen Beziehung 

des †F._____ und habe zu ihrem verstorbenen Vater und dessen Familie über-

haupt keinen Kontakt gehabt. Dies lässt ihre Ausschlagung gestützt auf familiäre 

Motive und damit zusammenhängend die Gefahr, dass die Ausschlagung im Na-

men ihrer Tochter durch Eigeninteressen beeinflusst sein könnte, durchaus mög-

lich erscheinen. Dies umso mehr als von keiner Seite eine Überschuldung der 

Erbschaft behauptet wurde und eine solche auch nicht aktenkundig ist. Beide El-

ternteile sind in ihren Entscheidungen stets dem Kindeswohl verpflichtet, was 

auch für das von ihnen verwaltete Kindesvermögen Geltung hat, welches zu er-

halten und angemessen zu mehren ist. Eine mögliche Gefährdung der Kinderinte-

ressen durch Ausschlagung der, soweit bekannt, nicht überschuldeten Erbschaft 

im Namen der minderjährigen Berufungsklägerin ist nach dem Gesagten nicht von 

der Hand zu weisen. Dass auch der Vater der Berufungsklägerin, G._____, die 

- 9 - 

Ausschlagungserklärung mitunterzeichnet hat, ändert am Ergebnis nichts. So ist 

an der Interessenkollision zwischen Eltern und Kind in der Praxis oft nur ein El-

ternteil beteiligt, wobei eine Vertretung des Kindes durch den anderen Elternteil 

auf Grund der persönlichen Nähe und der dadurch fehlenden Objektivität regel-

mässig zu verneinen ist (indirekte Interessenkollision; vgl. BK-Affolter-

Fringeli/Vogel, 1. Aufl. 2016, N 32 zu Art. 306 ZGB).  

 Die Vorinstanz hatte ihren Entscheid denn auch der Justice de paix du dis-

trict de Lausanne mitgeteilt, welche der Berufungsklägerin unmittelbar danach ei-

nen Beistand bestellte (vgl. vorstehend Ziff. I.2 und I.3.). Dieser wird in Wahrung 

der Interessen der Berufungsklägerin die Ausschlagung oder die Annahme der 

Erbschaft zu prüfen haben (vgl. Ziff. I.3).  

 4.2 Nach dem Gesagten entfiel zufolge Interessenkollision die Vertre-

tungsmacht der Eltern der Berufungsklägerin hinsichtlich der Ausschlagung auto-

matisch, auch wenn der Beistand erst im Nachgang der Ausschlagung ernannt 

wurde. Die gleichwohl abgegebene Ausschlagungserklärung bindet die Beru-

fungsklägerin somit nicht (Art. 306 Abs. 3 ZGB). Der Beistand hat bei der Vo-

rinstanz sowohl ein Sicherungsinventar (Art. 553 ZGB) als auch ein öffentliches 

Inventar beantragt (Art. 580 ff. ZGB). In beiden Fällen beginnt nach Vorliegen des 

Inventars die Frist zur Ausschlagung neu zu laufen (Art. 568 ZGB, Art. 587 f. 

ZGB).  

 Ob die Erbschaft nach Vorliegen des Inventars angenommen oder ausge-

schlagen wird, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb auf 

den Antrag Ziff. V der Berufungsklägerin (act. 26 S. 12) nicht einzutreten ist. 

 5. Die Berufung ist nach dem Gesagten gutzuheissen und Dispositiv Zif-

fer 1 des angefochtenen Entscheids insofern abzuändern, als nur die Ausschla-

gungen durch B._____ und C._____ vorzumerken sind. Im Übrigen ist auf die Be-

rufung nicht einzutreten. 

- 10 - 

III. 
Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Die teilweise Gutheissung der Berufung führt zu keiner Änderung der 

vorinstanzlichen Kostenregelung (Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des angefochtenen 

Entscheids), da die Kosten der durch die Erbausschlagung bewirkten Amtshand-

lung zulasten der ausschlagenden Erben gehen (ZR 96 (1997) Nr. 29 Erw. IV). 

Damit bleibt es bei der Kostenpflicht von B._____ und C._____ für das erstin-

stanzliche Verfahren.  

 2.1 Gemäss Art. 108 ZPO hat diejenige Partei unnötige Prozesskosten zu 

bezahlen, die sie verursacht hat. Für das Fristwiederherstellungsverfahren gilt, 

dass grundsätzlich die säumige Partei auch im Falle ihres Obsiegens für die Kos-

ten der Wiederherstellung aufzukommen hat. Sie ist es, welche die Wiederholung 

des Prozessabschnittes notwendig macht. Dies gilt auch, wenn sie wie im vorlie-

genden Fall kein Verschulden an der Säumnis trifft. Eine Kostenverlegung nach 

Art. 106 f. ZPO bedarf aussergewöhnlicher Umstände (vgl. BSK ZPO-Gozzi, 

3. Aufl. 2017, N 9 zu Art. 149 ZPO; KUKO ZPO-Hoffmann-Nowotny, 2. Aufl. 2014, 

N 4 zu Art. 149 ZPO). Solche sind vorliegend aufgrund der dargelegten Chronolo-

gie der Ereignisse (vgl. Ziff. I.1.-4.) zu bejahen. Auf die Erhebung von Kosten für 

die Wiederherstellung ist daher zu verzichten.  

 2.2 Entschädigungen sind weder der Berufungsklägerin (keine unterlie-

gende Gegenpartei und kein Fall von ausnahmsweiser Entschädigung zulasten 

einer Behörde) noch den Berufungsbeklagten, welchen im Rahmen des Fristwie-

derherstellungsverfahrens keine entschädigungsrelevante Umtriebe entstanden 

sind, zuzusprechen.  

 3.1 Die Höhe des Nachlasses ist nicht bekannt. Gemäss der definitiven 

Steuerveranlagung 2015 betrug das Einkommen des Erblassers Fr. 86'200.– und 

sein Vermögen Fr. 59'000.– (act. 6). Die Gerichtsgebühr ist zufolge des geringen 

Aufwands und in Anwendung des Äquivalenzprinzips tief zu bemessen und auf 

Fr. 400.– festzusetzen (vgl. § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit den §§ 2 Abs. 1, 

- 11 - 

4 Abs. 1 und 2 sowie 8 Abs. 1 GebVOG). Sie ist dem Ausgang des Verfahrens 

entsprechend der Berufungsbeklagten 3 aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

 3.2 Die Berufungsbeklagte 3 ist sodann zu verpflichten, die Berufungsklä-

gerin für das Berufungsverfahren mit Fr. 600.– zu entschädigen (vgl. § 13 Abs. 1 

und 2 in Verbindung mit den §§ 2 Abs. 1, 4 Abs. 1 und 2 sowie 9 AnwGebV). Die 

Mehrwertsteuer wurde nicht verlangt.  

Es wird erkannt: 

1. In Gutheissung der Berufung der Berufungsklägerin wird die Dispositiv-Ziffer 

1 des Urteils des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirks-

gerichtes Bülach vom 7. November 2017 aufgehoben und durch folgende 

Fassung ersetzt: 

"1. Die Ausschlagungen der Erbschaft des †F._____ durch die gesetzli-

chen Erben 1 und 3 werden vorgemerkt." 

2. Im Übrigen wird auf die Berufung nicht eingetreten. 

3. Die Kostenregelung des erstinstanzlichen Verfahrens (Dispositiv-Ziffern 3 

und 4) wird bestätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 400.– festgesetzt. 

5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Beru-

fungsbeklagten 3 auferlegt. 

6. Die Berufungsbeklagte 3 wird verpflichtet, der Berufungsklägerin für das Be-

rufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 600.– zu bezahlen. 

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte 1 unter Bei-

lage einer Kopie von act. 31 und act. 32 (inkl. Beilagenverzeichnis), an den 

Berufungsbeklagten 2 unter Beilage eines Doppels von act. 32 (inkl. Beila-

genverzeichnis) und an die Berufungsbeklagte 3 unter Beilage eines Dop-

pels von act. 31, sowie an das Einzelgericht im summarischen Verfahren 

- 12 - 

des Bezirksgerichtes Bülach und an die Obergerichtskasse, je gegen Emp-

fangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 
 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. D. Tolic Hamming 
 
 
versandt am: 
 

	Urteil vom 3. Juli 2018
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
	II. Materielles
	III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird erkannt:
	1. In Gutheissung der Berufung der Berufungsklägerin wird die Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Bülach vom 7. November 2017 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
	"1. Die Ausschlagungen der Erbschaft des †F._____ durch die gesetzlichen Erben 1 und 3 werden vorgemerkt."
	2. Im Übrigen wird auf die Berufung nicht eingetreten.
	3. Die Kostenregelung des erstinstanzlichen Verfahrens (Dispositiv-Ziffern 3 und 4) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 400.– festgesetzt.
	5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Berufungsbeklagten 3 auferlegt.
	6. Die Berufungsbeklagte 3 wird verpflichtet, der Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 600.– zu bezahlen.
	7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte 1 unter Beilage einer Kopie von act. 31 und act. 32 (inkl. Beilagenverzeichnis), an den Berufungsbeklagten 2 unter Beilage eines Doppels von act. 32 (inkl. Beilagenverzeichnis) und a...
	8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...