# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2b70635-facd-578c-bf61-91bcc88c0836
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.10.2021 SB200394
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200394_2021-10-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB200394-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Oberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 26. Oktober 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, vertreten durch Sonderstaatsanwalt 
Dr. Jäger,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 31. August 2020 (GG190041) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 28. Oktober 

2019 (Urk. 25) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist einer strafbaren Handlung nicht schuldig und wird frei-

gesprochen. 

2. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

28. Oktober 2019 beschlagnahmte Gegenstand iPhone 7 (A011'956'868) 

wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils dem Beschuldigten auf ers-

tes Verlangen innerhalb von drei Monaten herausgegeben und ansonsten 

durch die Lagerbehörde (Lagerort: Bezirksgerichtkasse Dietikon) vernichtet. 

3. Dem Beschuldigten werden als Genugtuung für die zu Unrecht erlittene Haft 

Fr.       aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

4. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

5. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger mit Fr. 9'428.20 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) aus der 

Gerichtskasse entschädigt. 

Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 87 S. 2) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei schuldig zu sprechen der 

 Gehilfenschaft zur qualifizierten groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und Absatz 4 lit. c SVG 

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in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV 

sowie Art. 25 StGB und 

 der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 
Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 33 Abs. 2 

SVG, Art. 34 Abs. 1 Satz 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV. 

2. Die erstandene Haft sei anzurechnen. 

3. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 
12 Monaten sowie einer Busse von CHF 1'000.00. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung ei-

ner Probezeit von 3 Jahren. 

5. Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse festzusetzen. 

6. Es sei über die Rückgabe der einzig als Beweismittel beschlagnahmten 

Gegenstände zu entscheiden. 

7. Es seien die Kosten für das Vor-, Haupt- und Berufungsverfahren dem 

Beschuldigten anteilsmässig aufzuerlegen. 

b) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____:  

(Urk. 88 S. 4) 

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen, soweit darauf 

eingetreten wird. 

2. Der vorinstanzliche Entscheid sei zu bestätigen, mit Ausnahme der 

Entschädigungshöhe für die amtliche Verteidigung, die nach Ermessen 

des Gerichts angemessen zu erhöhen sei. 

3. Eventualiter, im Falle einer Verurteilung des Beschuldigten A._____, 

sei 

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a. von einer Bestrafung abzusehen 

b. in den Erwägungen auszuführen, dass gemäss eigenem Da-

fürhalten des Gerichtes empfohlen werde, von einem Führer-

ausweisentzug durch die zuständige Behörde abzusehen oder 

dass dies rechtlich vertretbar ist. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Anklagebehörde 

bzw. Staatskasse des Kantons Zürich. 

 

_______________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Gegenstand der Berufung 

1. Das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, 

Einzelgericht in Strafsachen, vom 31. August 2020 wurde den Parteien nach 

durchgeführter Hauptverhandlung am selben Tag mündlich eröffnet und im Dis-

positiv mitgeteilt (Prot. I S. 8 ff., 43 ff.). Die Vorinstanz verhandelte gleichzeitig mit 

dem vorliegenden Fall auch die von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) im gemeinsam geführten Untersuchungsver-

fahren erhobenen separaten Anklagen gegen die Mitbeschuldigten B._____ und 

C._____ (Urk. 29 und 33), welche zwar administrativ von der Erstinstanz in ge-

trennten Verfahren geführt, jedoch von Anfang an und bis zur mündlichen Haupt-

verhandlung gemeinsam behandelt wurden (Prot. I S. 3 ff., 8 ff.). Die Staatsan-

waltschaft meldete am 1. September 2020 Berufung an (Urk. 66), worauf die be-

gründete Ausfertigung des Urteils (Urk. 71) den Parteien am 18. September 2020 

zugestellt wurde (Urk. 70/1-2). Die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft 

vom 28. September 2020 erfolgte rechtzeitig (Urk. 72). Der Beschuldigte verzich-

tete innert angesetzter Frist auf Anschlussberufung und verlangte die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 78). Die Staatsanwaltschaft legte auch in den 

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Verfahren gegen die Mitbeschuldigten B._____ und C._____ Berufung ein, wel-

che von der hiesigen Kammer unter den Verfahrensnummern SB200395 und 

SB200396 zusammen mit dem vorliegenden Fall verhandelt werden. Die Parteien 

der drei Verfahren wurden nach Terminrücksprache am 8. Februar 2021 zur ge-

meinsamen Berufungsverhandlung auf den 26. Oktober 2021 vorgeladen 

(Urk. 83). Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die Staatsanwaltschaft 

und die Verteidigung die eingangs aufgeführten Anträge (Prot. II S. 3 ff.; Urk. 87 

S. 2; Urk. 88 S. 4), und als Vorfrage im Sinne von Art. 339 Abs. 2 StPO wurde von 

der Verteidigung die Verwertbarkeit der Videoaufnahme (Dossier 1) sowie man-

gels Gewährung der Teilnahmerechte die Verwertbarkeit sämtlicher Aussagen al-

ler Mitbeteiligten, Zeugen oder Auskunftspersonen moniert (Urk. 86 S. 1 ff.). Wei-

ter beantragte die Verteidigung hinsichtlich Dossier 2 die Videoauswertung der 

vor- oder nachgelagerten Teile der Videoaufnahme (Urk. 86 S. 1), und sie stellte 

zudem die Verwertbarkeit des Gutachtens zur Beschleunigung (Dossier 1) sowie 

der Aussagen des Fahrers D._____ (Dossier 2) zum Nachteil des Beschuldigten 

A._____ in Frage (Urk. 86 S. 2). Die vorfrageweise gestellten Anträge betreffend 

die Verwertbarkeit der Videoaufnahme sowie der Aussagen der Mitbeschuldigten 

(Dossier 1) wurden bereits anlässlich der Berufungsverhandlung abgewiesen, 

was den Parteien mündlich eröffnet und begründet wurde (Prot. II S. 7; vgl. nach-

stehend, Erw. II.). Wie nachfolgend noch zu zeigen sein wird (vgl. Erw. IV.), lässt 

sich der Sachverhalt gemäss Dossier 2 gestützt auf die vorliegenden Beweismittel 

– insbesondere die Aussagen des Beschuldigten A._____ sowie die Auswertung 

der Videoaufzeichnung – zweifelsfrei erstellen. Demzufolge ist weder die bean-

tragte Auswertung der Zeitspanne vor und nach der gefilmten Probefahrt respek-

tive dem Geschwindigkeitsexzess des Fahrers D._____ erforderlich (vgl. Art. 139 

Abs. 2 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_992/2019 vom 10. November 2020; 

BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3), noch ist die Frage der Verwertbarkeit der 

Aussagen von D._____ von Relevanz, zumal seine Aussagen für die Beweiswür-

digung ohnehin entbehrlich sind (vgl. nachfolgend, Erw. II.1.5.2. und IV.3.). Nach 

erfolgter Befragung der Beschuldigten in Anwesenheit ihrer amtlichen Verteidi-

gungen (Prot. II S. 8 ff.) erweist sich das Verfahren als spruchreif. 

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2. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

Die Staatsanwaltschaft ficht mit ihrer Berufung das vorinstanzliche Urteil in der 

Sache vollumfänglich an, weshalb auch die damit zusammenhängenden Folge-

punkte des Urteils, wie zum Beispiel die Nebenfolgen, vor allem der Zivilpunkt 

sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, aber auch Entscheidungen über 

Einziehungen, als angefochten gelten (vgl. dazu SCHMID/JOSITSCH, Schweizeri-

sche Strafprozessordnung, Praxiskommentar [kurz: Praxiskommentar StPO], 

3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 399 N 18; HUG/SCHEIDEGGER in: Donatsch/ 

Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung StPO [kurz: ZH Kommentar StPO], 3. Aufl. 2020, N 19 und 20 zu 

Art. 399; SPRENGER in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung [kurz: BSK StPO], 2. Aufl., Basel 2014, 

Art. 437, N 31 f.). Demzufolge ist das vorinstanzliche Urteil in keinem Punkt in 

Rechtskraft erwachsen und vollumfänglich zu überprüfen.  

II. Prozessuales 

1. Konfrontationsanspruch / Teilnahmerechte 

1.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung rügte die Verteidigung erneut als Vor-

frage im Sinne von Art. 339 Abs. 2 StPO die Verwertbarkeit sämtlicher Aussagen 

der beiden Mitbeschuldigten im Vorverfahren mangels Gewährung der Teilnah-

merechte (Urk. 86 S. 2; Urk. 88 S. 7 ff.). Zur Begründung führte sie aus, die Ein-

vernahmen aller Mitbeteiligten seien ohne Beteiligung des Beschuldigten A._____ 

oder dessen Verteidigung erfolgt und damit auch ohne die Möglichkeit, Ergän-

zungsfragen zu stellen. Aus diesem Grund könnten alle Einvernahmen, ausser 

diejenigen des Beschuldigten A._____ selbst, nicht zu dessen Lasten verwertet 

werden, zumal eine Heilung durch nachträgliche, erneute Befragung nicht möglich 

sei, ansonsten der Instanzenzug nicht gewährt wäre (Urk. 86 S. 1). Die vorfrage-

weise gestellten Anträge der Verteidigung wurden abgewiesen, was den Parteien 

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anlässlich der Berufungsverhandlung mündlich eröffnet und begründet wurde 

(Prot. II S. 7; vorstehend, Erw. I.1.). 

1.2. Die Vorinstanz verneint in ihrer Urteilsbegründung die Verwertbarkeit der 

gestützt auf die Delegationsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 26. September 

2018 von der Polizei durchgeführten Einvernahmen von  

- D._____ vom 23. Oktober 2018 (Urk. D2/7/1), 11. Juni 2019 

(Urk. D2/7/2) und 28. August 2019 (Urk. D2/7/3) und von 

- B._____ vom 23. Oktober 2018 (Urk. 6/1) und 2. September 2019 

(Urk. 6/2) sowie von 

- C._____ vom 23. Oktober 2018 (Urk. 7/1) und 28. August 2019 

(Urk. 7/2) 

hinsichtlich allfälliger sich aus ihnen ergebenden, den Beschuldigten belastenden 

Aussagen. Sie erwägt, weder der Beschuldigte noch seine amtliche Verteidigung 

seien zugegen gewesen und sie hätten auch im Nachhinein keine Möglichkeit ge-

habt, ihre Teilnahmerechte zu wahren. Einer Verwertbarkeit zugunsten des Be-

schuldigten stehe jedoch nichts entgegen (Urk. 71 S. 5). 

1.3. Die Staatsanwaltschaft macht in prozessualer Hinsicht geltend, die Einver-

nahmen der Beschuldigten seien vollumfänglich verwertbar, da die Teilnahme-

rechte der Beschuldigten zu keinem Zeitpunkt verletzt worden seien. Sie hätten 

sich zu keinem Zeitpunkt gegenseitig belastet, weshalb eine Konfrontationsein-

vernahme nie erforderlich gewesen und seitens der Beschuldigten auch nie bean-

tragt worden sei. Es sei ihnen stets Akteneinsicht gewährt worden, auch in Bezug 

auf die Einvernahmen der Mitbeschuldigten (Urk. 72 S. 2 f.; Urk. 87 S. 7 f.).  

1.4.  

1.4.1. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweis-

erhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und 

einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und 

Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 

lit. b StPO). Es darf nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen eingeschränkt 

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werden (Art. 101 Abs. 1, Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; 

BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 141 IV 220 E. 4.4; 139 IV 25 E. 4.2 mit Hinweis). Nach 

Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen von 

Art. 147 StPO erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei verwendet werden, 

die nicht anwesend war (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1, 457 E. 1.6.1; 139 IV 25 E. 4.2 

und 5.4.1; Urteil 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.1). 

1.4.2. Soweit die Polizei nach Eröffnung der Untersuchung Einvernahmen im Auf-

trag der Staatsanwaltschaft durchführt, stehen den Verfahrensbeteiligten die Ver-

fahrensrechte zu, die ihnen bei Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft zu-

kommen (Art. 312 Abs. 2 StPO; Urteile 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.5; 

6B_886/2017 vom 26. März 2018 E. 2.3.1; 6B_217/2015 vom 5. November 2015 

E. 2.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 423; vgl. auch BGE 139 IV 25 E. 4.2 f.; je mit 

Hinweisen). Daraus folgt, dass die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, 

welche die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft während deren Untersu-

chung durchführt, anwesend zu sein und Fragen zu stellen (BGE 143 IV 397 

E. 3.3.2; Urteile 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.5; 6B_128/2018 vom 

8. Februar 2019 E. 2.2.2; je mit Hinweisen; 6B_217/2015 vom 5. November 2015 

E. 2.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 423).  

1.4.3. Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch der beschuldigten 

Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des 

Rechts auf ein faires Verfahren. Er wird als Konkretisierung des rechtlichen Ge-

hörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Eine belas-

tende Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte 

wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichende Ge-

legenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungs-

zeugen zu stellen (BGE 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; je mit Hinweisen). Dies 

gilt auch betreffend die Einvernahme von Auskunftspersonen (Urteil 

6B_1039/2014 vom 24. März 2015 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Damit die Verteidi-

gungsrechte gewahrt sind, muss der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, 

die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktori-

scher Weise auf die Probe und infrage stellen zu können (BGE 133 I 33 E. 3.1; 

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131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 3.1 und E. 4.2; Urteil 6B_383/2019 vom 8. Novem-

ber 2019 E. 8.1.2, nicht publ. in: BGE 145 IV 470; je mit Hinweisen). Dies setzt in 

aller Regel voraus, dass sich der Einvernommene in Anwesenheit des Beschul-

digten (nochmals) zur Sache äussert (Urteile 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 

E. 1.3.4; 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 2.2 mit Hinweis; 6B_886/2017 vom 

26. März 2018 E. 2.3.2; 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017 E. 2.4; 6B_764/2015 vom 

6. Januar 2016 E. 1.7.3; 6B_839/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 1.4.2; 

6B_369/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 2.3.3). Beschränkt sich die Wiederholung 

der Einvernahme aber im Wesentlichen auf eine formale Bestätigung der früheren 

Aussagen, wird es dem Beschuldigten verunmöglicht, seine Verteidigungsrechte 

wirksam wahrzunehmen. Nach der Rechtsprechung stellt im Übrigen das wörtli-

che Vorhalten unverwertbarer Aussagen eine unzulässige Verwertung im Sinne 

von Art. 141 Abs. 4 StPO dar (BGE 143 IV 457 E. 1.6.1; Urteile 6B_14/2021 vom 

28. Juli 2021 E. 1.3.4; 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 6.1; 6B_1003/2020 

vom 21. April 2021 E. 2.2; 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017 E. 2.4; 6B_764/2015 

vom 6. Januar 2016 E. 1.7.3; 6B_839/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 1.4.2; 

6B_369/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 2.3.3). 

1.4.4. Bei Einvernahmen in separat geführten Verfahren besteht nach der Recht-

sprechung kein Anspruch auf Teilnahme nach Art. 147 StPO (BGE 141 IV 220 

E. 4.5; 140 IV 172 E. 1.2.3). Der separat Beschuldigte hat in den abgetrennten 

Verfahren zudem nicht denselben Anspruch auf Akteneinsicht wie eine Partei 

(Art. 101 Abs. 1 StPO). Diese Einschränkung der Teilnahmerechte von Beschul-

digten in getrennten Verfahren im Vergleich zu Mitbeschuldigten im gleichen Ver-

fahren ist vom Gesetzgeber implizit vorgesehen und hinzunehmen (BGE 140 IV 

172 E. 1.2.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_23/2021 vom 20. Juli 2021 E. 3.3). 

1.4.5. Angesichts der schwerwiegenden prozessualen Folgen einer Verfah-

renstrennung im Sinne von Art. 30 StPO, durch welche dem Beschuldigten (be-

zogen auf Beweiserhebungen in den anderen Verfahren) auch das Verwertungs-

verbot von Art. 147 Abs. 4 StPO verloren geht, weil er insoweit keine Verletzung 

seines Teilnahmerechts geltend machen kann, ist nach der Rechtsprechung an 

die Voraussetzungen einer Verfahrenstrennung ein strenger Massstab anzulegen 

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(Urteile des Bundesgerichts 6B_23/2021 vom 20. Juli 2021 E. 3.3 mit Hinweisen). 

Eine Verfahrenstrennung ist unter dem Gesichtswinkel des Anspruchs auf ein fai-

res Verfahren bei mutmasslichen Mittätern und Teilnehmern insbesondere dann 

problematisch, wenn der Umfang und die Art der Beteiligung wechselseitig bestrit-

ten sind und damit die Gefahr besteht, dass der eine Mitbeschuldigte die Verant-

wortung dem andern zuweisen will. Belasten sich Mittäter und Teilnehmer gegen-

seitig und ist unklar, welcher Beschuldigte welchen Tatbeitrag geleistet hat, be-

steht bei getrennten Verfahren die Gefahr widersprechender Entscheide (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_23/2021 vom 20. Juli 2021 E. 3.3 mit Hinweisen).  

1.4.6. Gemäss Art. 389 Abs. 3 StPO ist die Rechtsmittelinstanz verpflichtet, auch 

von Amtes wegen für eine rechtskonforme Beweiserhebung und damit aus eige-

ner Initiative für die nötigen Ergänzungen besorgt zu sein (BGE 143 IV 288 

E. 1.4.2; Urteile 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 5.3.2 [zur Publ. vorgesehen]; 

6B_1087/2019 vom 17. Februar 2021 E. 1.2.2). Bei Verletzung der Teilnahme-

rechte der beschuldigten Person im bisherigen Verfahren kann sie gestützt auf 

diese Bestimmung die Verletzung der Beweisvorschriften durch die Einvernahme 

der Tatbeteiligten unter Wahrung des Teilnahme- und Konfrontationsanspruchs 

heilen (vgl. Urteil 6B_135/2018 vom 22. März 2019 E. 2.5). 

1.5.  

1.5.1. Im vorliegenden Fall wird den Beschuldigten A._____, C._____ und 

B._____ einerseits vorgeworfen, je als Lenker eines Fahrzeugs selbst eine grobe 

resp. eine qualifiziert grobe Verletzung des Strassenverkehrsgesetzes begangen 

zu haben und andererseits wird den Beschuldigten A._____ und C._____ zusätz-

lich vorgeworfen, je durch das Filmen der betreffenden SVG-Verletzung mit dem 

Mobiltelefon Beihilfe zu diesen Verkehrsregelverletzungen begangen zu haben. 

Die Beschuldigten belasteten sich in casu nicht gegenseitig, das fragliche Fahr-

zeug gelenkt zu haben. Im Gegenteil blieb die Frage, wer welches Fahrzeug ge-

lenkt hatte, unbestritten, so dass weder Umfang noch Art der den Beschuldigten 

zur Last gelegten Beteiligung wechselseitig bestritten war. So stützt sich denn 

sowohl die Untersuchung als auch die Anklage hauptsächlich auf die sicherge-

stellten Aufnahmen der Mobiltelefone, welche die Verkehrsregelverletzungen do-

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kumentieren und woraus sich – zusätzlich zum ersten auf dem Mobiltelefon si-

chergestellten Foto – erst der Tatverdacht ergab (Urk. 1 S. 3; 3 S. 4 f.). Die Vo-

rinstanz qualifiziert denn auch die privaten Videoaufnahmen als entscheidendes 

Beweismittel (Urk. 71 S. 13), das sie dann jedoch bezüglich Dossier 1 (E._____-

strasse F._____ [Ortschaft]) nicht verwertet, worauf noch zurückzukommen sein 

wird. Gestützt auf sein Geständnis wurde der Mitbeschuldigte D._____ vom Be-

zirksgericht Dielsdorf mit Urteil vom 27. November 2019 im abgekürzten Verfah-

ren rechtskräftig verurteilt (Urk. 48a/23 [Beizugsakten]). Mithin war die Verfah-

renstrennung nach Abschluss der Untersuchung vorliegend zulässig, zumal keine 

Gefahr bestand, dass sich die übrigen Beschuldigten namentlich bezüglich Dossi-

er 1 (E._____-strasse F._____) die Verantwortung für die von ihnen begangenen 

Verkehrsregelverletzungen gegenseitig zuschieben und allen Beteiligten umfas-

sende Akteneinsicht gewährt wurde.  

1.5.2. Indem die drei Beschuldigten A._____ und C._____ sowie B._____ anläss-

lich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung Gelegenheit hatten, den jeweils ande-

ren Beteiligten Ergänzungsfragen zu stellen, indem alle drei Verfahren zusammen 

verhandelt wurden, ist deren Recht auf mindestens einmalige persönliche Kon-

frontation während des Verfahrens (siehe vorstehend E.1.4.3.) gewahrt, so dass – 

entgegen der Ansicht der Vorinstanz – sämtliche Aussagen der Mitbeteiligten 

C._____ und B._____ uneingeschränkt verwertbar sind.  

D._____ machte in Bezug auf seinen Beifahrer bereits bei der Polizei und alsdann 

auch gegenüber der Staatsanwaltschaft keine Angaben, so dass seine Aussagen 

im vorliegenden Verfahren für die Beweiswürdigung entbehrlich sind, weshalb ei-

ne Konfrontation zwischen ihm und dem Beschuldigten A._____ auch vor der er-

kennenden Kammer nicht angezeigt ist. Auf seine Aussagen ist, sofern überhaupt 

erforderlich, in Anwendung von Art. 147 Abs. 4 StPO daher nur abzustellen, so-

weit sie den Beschuldigten A._____ entlasten. 

2. Verwertbarkeit der Videoaufnahmen 

2.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung rügte die Verteidigung zudem erneut 

als Vorfrage im Sinne von Art. 339 Abs. 2 StPO die Verwertbarkeit der Videoauf-

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nahme betreffend Dossier 1 (Urk. 86; Urk. 88 S. 5 ff.). Die vorfrageweise gestell-

ten Anträge der Verteidigung betreffend die Verwertbarkeit der Videoaufnahme 

betreffend Dossier 1 wurden ebenfalls abgewiesen, was den Parteien anlässlich 

der Berufungsverhandlung mündlich eröffnet und begründet wurde (Prot. II S. 7; 

vorstehend, Erw. I.1.). 

2.2. Die Staatsanwaltschaft macht geltend, es handle sich bei der Videoaufnah-

me bezüglich Dossier 1 (E._____-strasse F._____) um eine rechtmässige private 

Videoaufnahme des Bruders des Beschuldigten A._____. Da eine Einwilligung 

sämtlicher Beteiligter vorliege, seien keine Persönlichkeitsrechte verletzt worden. 

Der Beschuldigte A._____ habe mit den anderen Beteiligten die Tat vorbereitet 

und mithin nicht eine unbekannte Drittperson gefilmt, sondern die an der Tat Be-

teiligten selbst. Sie macht damit sinngemäss geltend, die von der Vorinstanz zur 

Persönlichkeitsverletzung angeführte Rechtsprechung sei hier nicht einschlägig. 

Ausserdem weist die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass die Videoaufnahme hy-

pothetisch rechtmässig hätte durch die Strafverfolgungsbehörden durch die Auf-

stellung einer mobilen oder stationären Geschwindigkeitsmessung erlangt werden 

können, wobei Anlass für die Aufnahme das verbotene Aufkollonieren des BMW 

und des Porsche für das Rennen auf der Gegenfahrbahn gewesen wäre. Die Vi-

deoaufnahme sei daher strafprozessual verwertbar (Urk. 72 S. 3 f.; Urk. 87 S. 8 

ff.).  

Zur Videoaufnahme betreffend das Dossier 2 (Probefahrt, G._____) weist die 

Staatsanwaltschaft in Bezug auf die Frage, ob das Filmen durch den Beifahrer die 

Haupttat förderte, auf ein einschlägiges Urteil des hiesigen Obergerichts hin 

(SB120206), welches das Filmen durch den Beifahrer als Gehilfenschaft qualifi-

ziert habe (Urk. 72 S. 3 f.; Urk. 87 S. 11 ff.). 

2.3. Die Vorinstanz geht in Bezug auf die Videoaufnahme in Dossier 1 (E._____-

strasse F._____) trotz ihrer Feststellung, dass der Beschuldigte A._____ freie 

Sicht auf das Handy seines hinter ihm fahrenden Bruders C._____ gehabt habe 

und grundsätzlich habe wahrnehmen können, dass er von hinten und der Mitte 

der Fahrbahn aus gefilmt worden sei, zumindest im Zweifel für den Angeklagten 

davon aus, dass A._____ nicht gewusst habe, dass er zum Zeitpunkt des Vorfalls 

- 13 - 

gefilmt worden sei. Die Vorinstanz beurteilt die Filmaufnahme deshalb als heim-

lich erfolgt und gegen Art. 12 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über den Daten-

schutz vom 19. Juni 1992 (DSG; SR 235.1) verstossend sowie mangels Rechtfer-

tigungsgrund als rechtswidrig (Urk. 71 S. 7 f.). Da vorliegend eine einfache Tatbe-

gehung und eine Fahrt auf einer Strecke von lediglich 75 Metern ohne konkrete 

Gefährdung anderer Personen gegeben sei, liege keine schwere Straftat im Sinne 

der Rechtsprechung vor, weshalb die Videoaufnahme und die daraus gewonne-

nen Erkenntnisse nicht verwertet werden dürften (Urk. 71 S. 10). 

Bezüglich Dossier 2 geht die Vorinstanz dagegen von einer offensichtlich konklu-

denten Einwilligung in die Videoaufnahme durch den Haupttäter D._____ aus, 

weshalb sie eine Persönlichkeitsverletzung in diesem Fall verneint und von der 

uneingeschränkten Verwertbarkeit der Aufnahme ausgeht (Urk. 71 S. 11). 

2.4.  

2.4.1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO dürfen Beweise, welche von den Strafbe-

hörden in strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften er-

hoben worden sind, nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur 

Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Hat ein Beweis, der nach Art. 141 

Abs. 2 StPO nicht verwertet werden darf, die Erhebung eines weiteren Beweises 

ermöglicht, ist dieser gemäss Art. 141 Abs. 4 StPO nicht verwertbar, wenn er oh-

ne die vorhergehende Beweiserhebung nicht möglich gewesen wäre.  

Von Privaten rechtswidrig erlangte Beweismittel sind nach der Rechtsprechung 

nur verwertbar, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten 

erlangt werden können und zudem eine Interessenabwägung für deren Verwer-

tung spricht. Bei dieser Interessenabwägung sind dieselben Massstäbe anzule-

gen wie bei staatlich erhobenen Beweisen. Je schwerer die zu beurteilende Straf-

tat ist, umso eher überwiegt das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung 

das private Interesse der beschuldigten Person daran, dass der fragliche Beweis 

unverwertet bleibt. Die Verwertung ist damit nur zulässig, wenn dies zur Aufklä-

rung schwerer Straftaten unerlässlich ist (BGE 147 IV 9 E. 1.3.1; 146 IV 226 E. 2; 

146 I 11 E. 4.2; 143 IV 387 E. 4.4; 131 I 272 E. 4.1.2). Als schwere Straftaten im 

Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO fallen vorab Verbrechen in Betracht. Entschei-

- 14 - 

dend ist indes nicht das abstrakt angedrohte Strafmass gewisser Tatbestände, 

sondern die Schwere der konkreten Tat aufgrund der gesamten sie begleitenden 

Umstände. Dabei kann auf Kriterien wie das geschützte Rechtsgut, das Ausmass 

dessen Gefährdung resp. Verletzung, die Vorgehensweise und kriminelle Energie 

des Täters oder das Tatmotiv abgestellt werden (BGE 147 IV 16 E. 6; 147 IV 9 

E. 1.4.2). Rechtmässig von Privaten erlangte Beweismittel sind ohne Einschrän-

kungen verwertbar (BGE 147 IV 16 E. 1.2; Urteile des Bundesgerichts 

6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 1.2; 6B_741/2019 vom 21. August 2019 

E. 5.2). 

2.4.2. Nach der Rechtsprechung stellen einfache und grobe Verletzungen der 

Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 und 2 SVG als Übertretungen und Verge-

hen keine schweren Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO dar (BGE 146 

IV 226 E. 4). Demgegenüber handelt es sich bei der Straftat der qualifiziert gro-

ben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG um ein Verbre-

chen mit einem angedrohten Strafmaximum von vier Jahren Freiheitsstrafe. Damit 

ist nach der Rechtsprechung die Voraussetzung für die Annahme einer schweren 

Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO erfüllt (vgl. BGE 146 I 11 E. 4.2; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1404/2019 vom 17. August 2020 E. 1.4). 

2.4.3. Das Erstellen von Videoaufnahmen im öffentlichen Raum, auf welchen 

Personen oder Autokennzeichen erkennbar sind, stellt ein Bearbeiten von Perso-

nendaten im Sinne von Art. 3 lit. a und lit. e DSG dar (BGE 146 IV 226 E. 3.1 mit 

Hinweisen). Gemäss Art. 4 Abs. 4 DSG muss die Beschaffung von Personenda-

ten und insbesondere der Zweck ihrer Bearbeitung für die betroffene Person er-

kennbar sein. Die Missachtung dieses Grundsatzes stellt eine Persönlichkeitsver-

letzung dar (Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG). Gemäss Art. 13 Abs. 1 DSG ist eine Ver-

letzung der Persönlichkeit widerrechtlich, wenn kein Rechtfertigungsgrund – na-

mentlich die Einwilligung des Verletzten, ein überwiegendes privates oder öffentli-

ches Interesse oder das Gesetz – vorliegt (BGE 147 IV 16 E. 2.2; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1404/2019 vom 17. August 2020 E. 1.3). Das Recht auf Achtung 

des Privatlebens soll insbesondere verhindern, dass jede private Lebensäusse-

rung, die in der Öffentlichkeit stattfindet, der Allgemeinheit bekannt wird. Der Ein-

- 15 - 

zelne soll sich nicht dauernd beobachtet fühlen, sondern in gewissen Grenzen 

selber bestimmen dürfen, wer welches Wissen über ihn haben darf und welche 

personenbezogenen Begebenheiten und Ereignisse seines persönlichen Lebens 

einer breiteren Öffentlichkeit verborgen bleiben sollen (BGE 147 IV 16 E. 2.2, 

übers. in Pra 110 [2021] Nr. 55). 

2.4.4. Ist also ein Beweismittel von einer Privatperson unter Missachtung der im 

Datenschutzgesetz verankerten Grundsätze (Art. 12 DSG) erhoben worden, muss 

in einem ersten Schritt geprüft werden, ob Rechtfertigungsgründe nach Art. 13 

DSG vorliegen. Kann die Widerrechtlichkeit der Persönlichkeitsverletzung durch 

einen Rechtfertigungsgrund beseitigt werden, ist das Beweismittel uneinge-

schränkt verwertbar. Ist das Beweismittel als rechtswidrig einzustufen, sind in ei-

nem zweiten Schritt die im Strafprozess massgebenden Voraussetzungen der 

Verwertbarkeit im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO zu prüfen (BGE 147 IV 16 

E. 2.2, übers. in Pra 110 [2021] Nr. 55). 

2.5.  

2.5.1. Im Hinblick auf die Würdigung der Aussagen der Beteiligten ist vorab auf 

zeitliche Umstände hinzuweisen, die den Schluss nahelegen, dass gleichlauten-

den Aussagen nicht per se eine erhöhte Glaubhaftigkeit zuerkannt werden kann, 

da die Sicherstellung des Mobiltelefons von A._____ anlässlich einer Patrouillen-

kontrolle am 18. Juni 2017 erfolgt war (Urk. 3 S. 1; Urk. 11/1-2), die gleichzeitige 

Verhaftung und getrennte Befragung der Beschuldigten A._____, C._____ und 

B._____ dagegen erst am 23. Oktober 2018 stattfand (Urk. 3 S. 4). Somit liegt es 

– auch unter Berücksichtigung der jahrelangen Freundschaft bzw. der Verwandt-

schaft – nahe, dass sie sich in Bezug auf Befragungen im Zusammenhang mit Fo-

tos oder Videos vom Mobiltelefon des Beschuldigten A._____, Autos betreffend, 

abgesprochen haben. Übereinstimmende Aussagen sind daher mit der gebotenen 

Zurückhaltung und Sorgfalt zu würdigen. 

2.5.2. Aus den Aussagen der Beteiligten ergibt sich schlüssig, dass es für sie klar 

war, dass C._____ den Vorgang auf der E._____-strasse in F._____ (Dossier 1) 

mit seinem Mobiltelefon filmt, wie nachstehend aufgezeigt wird:  

- 16 - 

a) Alle drei Beteiligten bestätigen unabhängig voneinander und übereinstim-

mend, dass man sich am fraglichen Tag im Sommer 2016 getroffen hatte und sich 

die Situation auf der E._____-strasse in F._____ derart zutrug, dass sich A._____ 

mit dem BMW 328i auf der linken (Gegen-) Fahrbahn, B._____ im Porsche 911 

rechts auf der korrekten Fahrbahn neben ihm und C._____ in seinem BMW 530 

hinter den beiden eher mittig auf der Fahrbahn befand. Ebenfalls unbestritten 

blieb, dass A._____ und B._____ am ersten Fussgängerstreifen kurz angehalten 

haben und dass nachher beide von ihren Positionen je auf ihrer Fahrbahnseite mit 

hoher Beschleunigung (bzw. "kurz Gas geben") losgefahren sind und so noch et-

was weiter auf der E._____-strasse Richtung H._____-strasse fuhren, wobei 

ihnen C._____ ebenfalls auf seiner Position folgte (Urk. 5/1 S. 3, 5; Urk., 5/3 S. 

5 f.[A._____]; Urk. 6/1 S. 3 ff. [B._____]; Urk. 7/1 S. 2 f., 5 [C._____]) und das 

Geschehen mit seinem Mobiltelefon aufnahm (Urk. 7/1 S. 7). Aus dieser unbestrit-

tenen Positionierung der Fahrzeuge, dem kurzen Anhalten vor dem ersten Fuss-

gängerstreifen und dem in praktisch gleichbleibender Positionierung der drei 

Fahrzeuge auf der gesamten Breite der E._____-strasse fortgesetzten Fahrt ist zu 

schliessen, dass diese Fahrweise und das Vorgehen in irgendeiner Art zuvor un-

ter den Beteiligten besprochen worden sein muss, ansonsten nicht erklärbar ist, 

weshalb man sich für eine Absprache, wo man essen gehen will (dazu nachfol-

gend mehr), derart mit seinen Fahrzeugen auf einer Quartierstrasse aufstellt und 

in der eingenommenen Position weiterfährt. 

b) C._____ sagte in der Erstbefragung nach Vorhalt des Videos auf die Frage, 

warum er das gemacht habe, sie hätten die Autos gewaschen und Fotos ge-

macht; sie hätten gelacht und geraucht, dann seien sie gefahren (Urk. 7/1 S. 3). 

Auf die Frage, weshalb gefilmt worden sei, gab er an: "Als Erinnerung, weil wir 

gewusst haben, dass es kein Rennen ist" (Urk. 7/1 S. 4 F/A 35). Sodann erklärte 

C._____, er habe das Video nachher an seinen Bruder geschickt, aber veröffent-

licht habe er es nicht (Urk. 7/1 S. 4 F/A 37-39). Im Zusammenhang mit dem Vor-

wurf, es habe sich um ein illegales Strassenrennen gehandelt, sagte C._____, es 

sei kein illegales Rennen gewesen, es sei gar kein Rennen gewesen, darum hät-

ten sie auch ein Video gemacht als Erinnerung (Urk. 7/1 S. 6). Rund elf Monate 

später deponierte C._____ von sich aus auf den Vorhalt, er habe die beiden an-

- 17 - 

deren Lenker durch das Filmen in ihrem Tun bestärkt, dass diese nicht gewusst 

hätten, dass er filme. Er habe die Aufnahme seinem Bruder versendet, damit es 

diesem als Erinnerung bleibe (Urk. 7/2 S. 2 und 4). Er führt weiter aus, sein Bru-

der sei neben Herrn B._____ herangefahren und anstatt zu telefonieren hätten sie 

über die heruntergelassenen Fenster gesprochen, weil sie zusammen hätten es-

sen gehen wollen (Urk. 7/2 S. 2 F/A 5). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

führte der Beschuldigte C._____ aus, B._____ habe damals den Porsche neu ge-

kauft. Sie hätten dann das Auto gewaschen, und als Erinnerung für spätere Zeiten 

habe er ein Video gemacht. Das Video sei für ihn gewesen, und zu einem späte-

ren Zeitpunkt habe er es dann seinem Bruder geschickt. Er habe einfach ein Vi-

deo machen wollen, weil die Autos so schön geglänzt hätten. A._____ und 

B._____ hätten nicht gewusst, dass er sie gefilmt habe (Prot. II S. 29 ff.). 

Die ersten und tatnäheren Aussagen des Beschuldigten C._____ in Bezug auf die 

Videoaufnahme erscheinen authentischer und glaubhafter, da sich daraus die Mo-

tivation für das Filmen ergibt. Mehrfach und auch in späteren Einvernahmen be-

kräftigte er immer wieder, dass es sich bei diesem Vorgang nicht um ein Rennen 

gehandelt habe, und erklärte, dass sie solches nie tun würden, auch weil sie alle 

auf den Führerschein angewiesen seien (Urk. 7/1 S. 5 f.). Mithin erklärt er plausi-

bel, dass die Filmaufnahme gerade deshalb gemacht wurde, weil sie davon aus-

gegangen waren, dass es kein Rennen war, was sie (Mehrzahl), mithin die Betei-

ligten, wussten. Das impliziert, dass alle Beteiligten darüber im Bilde waren, was 

als Strassenrennen gilt und dass ein Rennen illegal sowie auch das Filmen eines 

solchen verboten ist. Dass er in der zweiten Befragung fast ein Jahr später neu 

angibt, die beiden Beschuldigten A._____ und B._____ hätten nicht gewusst, 

dass sie gefilmt werden, erscheint vor dem Hintergrund der ersten und eindeuti-

gen Aussagen, bei welchen C._____ noch von "wir" spricht und als Begründung 

für das Filmen darauf verweist, dass sie offensichtlich davon ausgegangen waren, 

nichts Illegales zu tun, weshalb auch gefilmt werden konnte und durfte, als reine 

Schutzbehauptung. Dies umso mehr, als ihm im Laufe des fortschreitenden Ver-

fahrens aufgrund der Vorhalte klar geworden sein musste, dass das, was sie ge-

macht hatten, möglicherweise doch nicht erlaubt und straflos war. Es ist mithin auf 

die ersten glaubhaften Aussagen des Beschuldigten C._____ abzustellen.  

- 18 - 

c) Nachdem A._____ auf Vorhalt des Videos zu Dossier 1 in der ersten Befra-

gung zunächst noch auf alle Fragen eine Antwort verweigert hatte (Urk. 5/2 

S. 7 ff. [zeitlich erste Befragung bei der Polizei]), gab er am Abend desselben Ta-

ges zu, der Fahrer des auf dem Video ersichtlichen BMW 328i gewesen zu sein 

und bezeichnete auch die Mitbeteiligten namentlich. Er bestritt, dass es sich um 

ein Rennen gehandelt habe, sagte mangels entsprechender Fragen aber nichts 

über die Entstehung der Videoaufnahme aus (Urk. 5/1). Gegenüber der Staats-

anwaltschaft sagte er nur, er könne wegen dem Video nicht mehr sagen und sie, 

d.h. er und der Beschuldigte B._____, hätten nicht gewusst, dass sein Bruder ein 

Video aufnimmt (Urk. 5/3 S. 2 f.). Auf die Frage, wen er mit "wir" meine, sagte der 

Beschuldigte A._____ unter anderem: "Wir haben abgemacht für später und er 

(sc. B._____) ist losgefahren. Es hat keinen Zusammenhang, dass wir ein Video 

aufnehmen und dann beschleunigen" (Urk. 5/3 S. 3 F/A 11). Weiter antwortete er 

auf die Frage, wie das Video auf sein Mobiltelefon gekommen sei: "Da bin ich mir 

nicht ganz sicher. Mein Bruder schickte es mir, so wie ich mich erinnere. Es war 

als Erinnerung, weil Herr B._____ ein neues Auto hatte. Bei ihm zu Hause haben 

wir auch ein Foto gemacht, dies als Erinnerung" (Urk. 5/3 S. 3 F/A 14). Weiter 

sagte A._____ aus, auf dem Video sehe man, dass er am Beschleunigen gewe-

sen sei und habe schauen können, ob es gut gewesen sei, um auf die rechte Sei-

te zu kommen. Er habe keine Lust gehabt, in das Auto seines Bruders zu fahren. 

Er habe geschaut, dass er nicht in dessen Auto gefahren sei (Urk. 5/3 S. 6 F/A 

29). Vor der Vorinstanz verneinte der Beschuldigte A._____, von der Aufnahme 

mit dem Handy durch seinen Bruder gewusst zu haben und gab an, er habe nicht 

in den Rückspiegel auf das hintere Auto geschaut, weil er mit dem Beschuldigten 

B._____ kommuniziert habe; was hinten gelaufen sei, habe er nicht beobachtet 

(Prot. I S. 14 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldig-

te A._____ erneut aus, er habe seinen Bruder nicht wahrgenommen und nicht ge-

sehen, dass dieser gefilmt habe (Prot. II S. 22). Auf Vorhalt, dass er das hinter 

sich und dem Beschuldigten B._____ in der Strassenmitte fahrende Auto seines 

Bruders kaum habe übersehen können, räumte er ein, das sei ihm schon klar ge-

wesen, aber er habe keine Zeit gehabt, um wahrzunehmen, was Sache sei (Prot. 

II S. 22). 

- 19 - 

Diese Aussagen verdeutlichen, dass der Beschuldigte A._____ zwar bemüht war, 

das Wissen um die Aufnahme des Videos durch seinen Bruder zu verneinen, sei-

ne Wortwahl (wie z.B. "dass wir ein Video aufnehmen") aber trotzdem klar zum 

Ausdruck bringt, dass sie (Mehrzahl), mithin alle drei Beteiligten, davon ausge-

gangen waren, dass C._____ die Szene auf der E._____-strasse mit seinem Mo-

biltelefon filmt. Zudem widerspricht sich der Beschuldigte A._____ in Bezug da-

rauf, ob er in den Rückspiegel schaute und den Verkehr hinter ihm beachtete oder 

nicht. Bezüglich des Einbiegens ohne seinen hinter ihm fahrenden Bruder zu be-

hindern, hat er wohl in den Rückspiegel geschaut, will aber bezüglich Wahrneh-

mung des Mobiltelefons seines Bruders, das dieser direkt über dem Lenkrad hielt, 

nichts gesehen haben und will nicht in den Rückspiegel geschaut haben. Aus die-

sen sich widersprechenden Angaben ergibt sich zusammen mit der Wortwahl, 

dass sie (die Beteiligten) ein Video aufnähmen, dass der Beschuldigte A._____ 

wusste, dass er, resp. die Szene auf der E._____-strasse, von seinem Bruder ge-

filmt wurde und dass er damit zumindest konkludent einverstanden war. 

d) B._____ gab in der ersten Einvernahme an, A._____ sei zufällig auf der 

Strasse zu ihm und dem Beschuldigten C._____ gestossen, als er zusammen mit 

diesem – je mit einem Auto – von der "…" in F._____ herkommend Richtung 

H._____-strasse (sc. dem Ausgangspunkt) gefahren sei. Nach seiner Aussage 

zeigt die Szene auf dem Video, wie er A._____ die Nachricht mitgeteilt habe, dass 

sie die Autos an der H._____-strasse abstellen und mit einem bzw. zwei Autos 

essen gehen würden. Dabei sei kein Rennen abgemacht worden (Urk. 6/1 S. 2, 3, 

9). Dass C._____ filme, sei ihm "sicher nicht" klar gewesen und da sie an dem 

Tag einen Ausflug zum Fotoschiessen gemacht hätten, habe C._____ ohne sein 

Wissen ein Video gemacht (Urk. 6/1 S. 4 F/A 17). Weiter sagte er aus: "Also es ist 

so, wir sind auf der Strasse still gestanden; damit der Verkehr nicht behindert 

wird, haben wir kurz beschleunigt" (Urk. 6/1 S. 6 F/A 36). Und weiter: "Ich wollte 

nicht mein Handy während der Fahrt betätigen, also habe ich mich entschieden, 

kurz die Information an Herr A._____ auf der Strasse mitzuteilen. Zu diesem Zeit-

punkt befand sich weder vor noch hinter uns ein weiteres Fahrzeug" (Urk. 6/1 S. 6 

F/A 37); "ich habe ihm (sc. A._____) ein Handzeichen durch das Fenster, also ein 

Stopzeichen, gemacht" (Urk. 6/1 S. 6 F/A 38). Gegenüber der Staatsanwaltschaft 

- 20 - 

sagte B._____ sodann aus, er habe das Video bei der Polizei zum ersten Mal ge-

sehen, er habe es nie bekommen. Er habe nicht gewusst, dass er gefilmt worden 

sei und er sei auch nicht gefragt worden, ob er mit der Aufnahme einverstanden 

sei (Urk. 6/2 S. 5 f.). Er bestätigte alsdann auch vor der Vorinstanz, das Video zu-

vor nicht gesehen zu haben, auch nicht, als er nach diesem Vorfall auf der 

E._____-strasse zusammen mit dem Beschuldigten C._____ essen gegangen 

sei. Auch sei dort das Video nicht erwähnt worden (Prot. I S. 22). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte B._____ ebenfalls aus, um nicht 

mit dem Handy während der Fahrt zu telefonieren, habe er mit A._____ über das 

Fenster kommuniziert. Sie hätten besprochen, was sie unternehmen würden. Da-

nach habe er ein bisschen beschleunigt, sicher einmal um die Fahrspur freizuge-

ben, damit sie nicht den ganzen Verkehr blockieren würden. Das Video habe er 

bis zur Einvernahme nicht einmal gesehen. Er habe sich auch nicht auf das Auto 

hinter ihnen geachtet, sondern auf die Kommunikation mit A._____ (Prot. II S. 36 

ff.). Auf die Frage, ob er bemerkt habe, dass der Beschuldigte C._____ hinter 

ihnen gefahren sei, sagte er aus, das höre er nicht einmal im Auto (Prot. II S. 39). 

Die Aussage des Beschuldigten B._____ bezüglich Zweck und Motiv der Anhal-

tung mitten auf der Strasse erscheint als nicht glaubhaft. Daran vermag auch 

nichts zu ändern, dass der Beschuldigte C._____ den Umstand des gemeinsa-

men späteren Essens in der zweiten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft 

dann auch erwähnt. Zum einen erscheint die Begründung für die Anhaltung als 

nachgeschoben und – entgegen der Auffassung der Verteidigung (Prot. II S. 53) – 

mit dem Beschuldigten B._____ abgesprochen, da der Beschuldigte C._____ sol-

ches in der ersten Befragung mit keinem Wort erwähnt. Zum anderen erscheint 

ausgeschlossen, dass Letzterer als Lenker des dritten und hintersten Fahrzeugs 

aus eigener Wahrnehmung verstehen konnte, was sein Bruder und der Beschul-

digte B._____ in den beiden vorderen Fahrzeugen durch das geöffnete Fenster 

miteinander sprachen. Schliesslich ist aus seiner zweiten Aussage zu schliessen, 

dass sie im Zeitpunkt der Videoaufnahme bereits abgemacht hatten, dass sie zu-

sammen essen gehen wollten, andernfalls er selbst das in dem Moment noch 

nicht hätte wissen können. Dieses Wissen aber impliziert seine Aussage, "weil wir 

zusammen essen gehen wollten" (Urk. 7/2 S. 2). Damit erweist sich die Geschich-

- 21 - 

te, die der Beschuldigte B._____ in Bezug auf den Grund für die Rückkehr an die 

H._____-strasse (Wäsche waschen durch Ehefrau) angab, als völlig unglaubhaft 

und als reine Schutzbehauptung, abgesehen davon, dass die drei Fahrzeuglenker 

einfach via Handy (Freisprechanlage) oder mittels kurzem Anhalten an einer für 

den ruhenden Verkehr geeigneten Stelle ihre Absprache hätten treffen können, 

ohne die gesamte Strassenbreite durch das Nebeneinanderfahren für jeglichen 

anderen Verkehr zu blockieren. Zudem verfängt die Aussage des Beschuldigten 

B._____ schon alleine deshalb nicht, da zwischen der Stelle, an der sie die Be-

schleunigung gemäss Anklagevorwurf begannen (1. Fussgängerstreifen vor der 

Verzweigung I._____-strasse), bis zum nahe gelegenen Wohnort des Beschuldig-

ten B._____ an der H._____-strasse nur eine kurze Wegstrecke liegt (Urk. 6/2 

Beilage Auszug aus GIS Browser) und man die Angelegenheit ohne weiteres dort 

hätte besprechen können. Die Aussage des Beschuldigten B._____, er habe das 

Video erstmals bei der Polizei gesehen, erscheint insbesondere deshalb als un-

glaubhaft, weil es er selbst und der Beschuldigte C._____ waren, die unterwegs 

waren, um Fotos ihrer Autos zu machen, zumal der Beschuldigte B._____ den 

von ihm gefahrenen Porsche erst zwei Monate davor gekauft hatte und er damit 

für ihn noch neu war, wie sich aus den diesbezüglich deckungsgleichen Aussagen 

ergibt (Urk. 7/2 S. 4; Urk. 6/1 S. 2; Urk. 5/3 S. 3). Zu diesem Zweck gingen sie die 

Autos gemäss übereinstimmenden ersten Aussagen zuerst waschen. Der Be-

schuldigte C._____ sagte sodann aus, dass er auch vom Porsche des Beschul-

digten B._____ Fotos gemacht (Urk. 7/1) und eines gar auf Instagram gepostet 

habe (Urk. 7/2 S. 3). A._____ sagte insoweit übereinstimmend aus, dass sie bei 

B._____ zuhause auch ein Foto gemacht hätten, dies als Erinnerung, weil es ein 

neues Auto gewesen sei (Urk. 5/3 S. 3). Angesichts des Umstandes, dass man 

zwecks Erstellen von Fotos mit den Autos, namentlich dem neu gekauften Por-

sche, unterwegs war und auch noch am Zielort an der H._____-strasse ein Foto 

machte, erscheint es als lebensfremd und unglaubhaft, dass der Beschuldigte 

B._____ aufgrund der gesamten Umstände nicht zumindest damit rechnete und 

es hinnahm, dass sein Freund C._____, der auch sein Auto fotografiert hatte, die 

Szene auf der E._____-strasse mit seinem Handy aufnehmen würde. Dieser 

Schluss drängt sich anhand der unbestritten gebliebenen Positionierung von 

- 22 - 

C._____ auf der Mitte der Strasse und damit zwischen den beiden vorausfahren-

den Beschuldigten A._____ und B._____ geradezu auf, da solch auffälliges Ver-

halten B._____ nicht entgangen sein konnte. Dies umso weniger, als er selbst 

aussagte, dass sich kein Fahrzeug vor ihnen und hinter ihnen aufgehalten hatte, 

woraus unzweifelhaft der Schluss gezogen werden kann, dass er die mittige Posi-

tionierung von C._____ erkannt haben musste. Dabei ist davon auszugehen, dass 

er durch den Blick nach hinten zur Prüfung der Verkehrslage gleichzeitig das von 

C._____ über dem Lenkrad gehaltene Mobiltelefon sah. Auch erweist sich die 

Aussage von B._____, er habe das Video nicht – zumindest spätestens beim ge-

meinsamen Essen – gesehen, schliesslich auch deshalb als unglaubhaft, weil es 

der allgemeinen Lebenserfahrung entspricht, dass die Beteiligten ihre Fotos und 

Videos austauschen, nachdem sie erstellt worden sind, zumal man gerade fürs 

Fotoshooting unterwegs war. 

e) Es verbleibt daher zusammengefasst kein unüberwindbarer Zweifel, dass 

der Beschuldigte C._____ die Beschleunigungsszene mit den nebeneinander her-

fahrenden A._____ und B._____, wenn nicht gar mit ausdrücklicher vorheriger 

Absprache und Billigung, zumindest mit konkludenter Einwilligung dieser beiden 

Beschuldigten mit seinem Mobiltelefon aufnahm. Es handelt sich mithin weder um 

eine heimliche noch um eine rechtswidrige Aufnahme, weshalb die Videoaufnah-

me zu Dossier 1 (E._____-strasse F._____) rechtmässig entstanden und unein-

geschränkt verwertbar ist. 

2.5.3. Bezüglich der Videoaufnahme zu Dossier 2 (Probefahrt, G._____) ist da-

rauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte D._____ rechtskräftig der qualifizierten 

groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und 4 lit. c 

SVG, und damit eines Verbrechens, schuldig gesprochen wurde. In Anwendung 

der neusten Rechtsprechung handelt es sich dabei um eine schwere Straftat im 

Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO, was zur Folge hat, dass die Videoaufnahme 

selbst bei fehlender Einwilligung des Beschuldigten D._____ uneingeschränkt 

verwertbar ist (siehe vorstehende E. 2.3.2.). Hinzu kommt, dass der Beschuldigte 

A._____ gemäss eigener Darstellung das Video der Probefahrt mit dem von 

D._____ gelenkten BMW M4 aufnahm, weil es ein neues Auto war, das einen 

- 23 - 

schönen Sound hatte (Urk. 5/1 S. 2; Urk. 5/3 S. 8). Der Beschuldigte A._____ gab 

auch zu, das Auto und die Szene gemäss Anklage gefilmt zu haben, machte aber 

geltend, er sei schon am Filmen gewesen, als der Lenker angefangen habe zu 

beschleunigen. Er führte weiter aus, das Auto sei schnell und in dem Moment sei 

es ihm nicht in den Sinn gekommen, dass er das Video hätte abstellen können. Er 

habe das Tempo nicht gewusst, aber es gemerkt, dass es schnell gewesen sei. 

Er habe wohl aufgenommen, aber nach vorne und nicht auf den Tacho geschaut 

(Urk. 5/3 S. 9 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschul-

digte A._____ aus, er habe bereits vor dem Beschleunigen des Fahrzeugs be-

gonnen, zu filmen. Er habe dies getan, weil es damals ein neues Auto gewesen 

sei, welches sie begeistert habe. Er habe schon die Sitze und den kompletten In-

nenraum aufgenommen. Als er die Videoaufnahme gemacht habe, also den kom-

pletten Innenraum, sei plötzlich ein Beschleunigen gewesen (Prot. II S. 23 f.). Auf 

entsprechende Frage bestätigte er zudem, dass D._____ sicher gesehen habe, 

dass er filme (Prot. II S. 24). Aus diesen Aussagen ergibt sich zweifellos, dass es 

dem Beschuldigten D._____ nicht entgangen sein konnte, dass der Beschuldigte 

A._____ ihn resp. die konkrete Szene der Probefahrt samt Tacho filmte, zumal 

sich der Beschuldigte C._____ neben ihm auf dem Beifahrersitz befand. Weiter 

blieb unbestritten, dass D._____ während der aufgenommenen Filmsequenz auf 

eine Geschwindigkeit von über 200 km/h beschleunigte. Aufgrund all dieser kon-

kreten Umstände ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte D._____ das Fil-

men dieser Probefahrt offensichtlich billigte und damit seine konkludente Einwilli-

gung in die Videoaufnahme gegeben ist. Mithin ist die Videoaufnahme zu Dossi-

er 2 (Probefahrt, G._____) ebenfalls uneingeschränkt verwertbar. 

III. Dossier 1 (E._____-strasse, F._____) 

1. Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 28. Oktober 2019 wirft dem Be-

schuldigten A._____ zu Dossier 1 vor, zu einem nicht näher bestimmbaren Zeit-

punkt zwischen dem 25. Juli 2016 und dem 7. September 2016 auf der E._____-

strasse in F._____ auf der Höhe kurz vor der Verzweigung mit der I._____-

- 24 - 

strasse als Lenker des BMW 328i neben dem Mitbeschuldigten B._____, der ei-

nen Porsche 911 Turbo lenkte, mit einer Geschwindigkeit von 8.4 km/h hergefah-

ren zu sein, wobei B._____ die Normalspur und der Beschuldigte A._____ die 

Gegenfahrbahn in Fahrtrichtung N._____ befahren habe. Sie hätten konkludent 

den gemeinsamen Entschluss gefasst, gleichzeitig Gas zu geben. Auf der Höhe 

des dortigen ersten Fussgängerstreifens habe B._____ sein Fahrzeug mit einer 

Beschleunigung von durchschnittlich 6.4 m/s2 über eine Strecke von rund 75 Me-

tern auf eine Endgeschwindigkeit von 63 km/h statt der dort erlaubten 50 km/h 

beschleunigt. Der Beschuldigte A._____ habe gleichzeitig sein Fahrzeug mit einer 

Beschleunigung von mindestens 6.6 m/s2 über dieselbe Strecke von rund 75 Me-

tern auf der Gegenfahrbahn auf eine Endgeschwindigkeit von 64 km/h beschleu-

nigt, wobei B._____ schneller gewesen sei und sich nach rund 75 Metern vor den 

Beschuldigten A._____ abgesetzt habe. Diese Fahrt auf der Gegenfahrbahn habe 

Letzterer trotz mehrerer Zufahrten links und rechts der E._____-strasse Höhe 

Liegenschaft Nr. …, zweier Fussgängerstreifen, einer linksseitigen Bushaltestelle 

mit wartenden Fahrgästen und trotz des Umstandes, dass sein Kontrahent mit 

mehr als 60 km/h neben ihm gefahren sei, unternommen. Die übrigen Verkehrs-

teilnehmer, namentlich die vortrittsberechtigten Fussgänger, welche ihre Auf-

merksamkeit beim Betreten des Fussgängerstreifens zunächst dem von links na-

henden Verkehr widmen, hätten nicht mit zwei mit 63 km/h resp. 64 km/h neben-

einander fahrenden Fahrzeugen auf der E._____-strasse rechnen müssen und es 

habe die Gefahr bestanden, dass diese in Verkennung der erhöhten Geschwin-

digkeit der beiden Beschuldigten ihr Vortrittsrecht geltend machen würden. Ange-

sichts der genannten gefahrenen Geschwindigkeiten und des gegenüber einem 

korrekt mit 50 km/h fahrenden Fahrzeug um 10.6 Metern resp. 11.5 Metern ver-

längerten Anhalteweges hätten der Beschuldigte A._____ und der Mitbeschuldig-

te B._____ eine erhöhte abstrakte Unfallgefahr geschaffen, die er zumindest in 

Kauf genommen habe. Dadurch habe er sich der groben Verletzung von Ver-

kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 

SVG, Art. 33 Abs. 2 SVG, Art. 34 Abs. 1 Satz 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. VRV 

schuldig gemacht (Urk. 25 S. 3 und 5). 

- 25 - 

2. Standpunkt des Beschuldigten 

2.1. Der Beschuldigte bestreitet die in der Anklage angegebenen Anfangs- und 

Endgeschwindigkeiten, den Umfang der Beschleunigung und die vorgeworfene 

Strecke von 75 Metern, die er neben dem Beschuldigten B._____ gefahren sein 

soll. Mithin anerkennt er das Ergebnis des Gutachtens des Forensischen Instituts 

Zürich (FOR) über die Auswertung der Videoaufzeichnung vom 23. April 2019 

(Urk. 10/6) nicht (Urk. 63 S. 4-11 und 13 f.; Urk. 88 S. 4 ff.; Prot. II S. 60). Weiter 

macht der Beschuldigte geltend, er habe sich auf der Höhe der Bushaltestelle mit 

den wartenden Personen bereits hinter den Porsche eingereiht gehabt und ge-

bremst. Die Reduktion der Geschwindigkeit habe beim zweiten Fussgängerstrei-

fen begonnen, was man am Bremslicht sehe. Üblicherweise gehe man vom Gas, 

bevor man bremse, weshalb davon auszugehen sei, dass er vor dem Bremsen 

bereits mit der Wegnahme des Gases begonnen habe und daher auf der Höhe 

der Bushaltestelle 50 km/h nicht überschritten worden seien und wenn, dann nur 

um einige wenige Kilometer pro Stunde (Urk. 63 S. 12 und 13). Wegen der Mes-

sungenauigkeit sollten bei der Berechnung von Geschwindigkeiten aufgrund der 

Deduktion von Filmaufnahmen mehr als 10% abgezogen werden. In einer 50er 

Zone sei selbst gestützt auf die Angaben des Gutachtens und der Anklageschrift 

bei einer Geschwindigkeit von 64 km/h keine grobe Verkehrsregelverletzung ge-

geben, da gemäss Praxis zwischen 56 und 74 km/h Art. 90 Abs. 1 SVG und damit 

eine einfache Verkehrsregelverletzung zur Anwendung gelange (Urk. 63 S. 13; 

Urk. 88 S. 11 ff.).  

2.2. Vom Beschuldigten sinngemäss bestritten werden alsdann die ihm in der 

Anklage vorgeworfenen subjektiven Tatumstände, insbesondere, dass es sich um 

ein Rennen zwischen ihm und B._____ gehandelt habe (Urk. 63 S. 12; Urk. 5/1 

S. 5; Prot. I S. 15 f.; Prot. II S. 57 f. und S. 61). Die Strecke, die er auf der Gegen-

fahrbahn gefahren sei, sei sehr kurz und nicht länger als bei einem x-beliebigen 

Überholmanöver, wie es im Strassenverkehr gelegentlich vorkomme. Ausserdem 

habe kein Verbot bestanden, diese Strecke zu benutzen. Ein sportliches Anfahren 

unter 50 km/h sei nicht verboten und er habe keine erhöhte Unfallgefahr in Kauf 

genommen. Die ganze Situation sei nicht besonders unübersichtlich gewesen und 

- 26 - 

es sei im Sommer wahrscheinlich während der Schulferien, sicher aber am Wo-

chenende gewesen, denn der Porschefahrer fahre sein Auto nur am Wochenen-

de. Die Situation habe sich nachmittags gegen ca. 14 oder 15 Uhr abgespielt, in 

einer Zeit, an der die beteiligten Fahrer also werktags arbeiten würden und keine 

erhöhte Gefahr beispielsweise für Schulkinder bestanden habe. Zudem hätten die 

Beteiligten die Gegend gut gekannt, da zwei von ihnen dort um die Ecke gewohnt 

haben (Urk. 63 S. 14; Prot. II. S. 60). 

2.3. Zu prüfen ist nachfolgend, ob sich der bestrittene Sachverhalt anhand der 

vorhandenen Beweismittel erstellen lässt, wobei sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes ein-

zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (Urteil des Bundesgerichts 

6B_170/2011 vom 10. November 2011, E. 1.2). 

3. Sachverhalt 

3.1. a) Aus der von C._____ mit seinem Handy erstellten Videoaufzeichnung 

(Urk. 10/6 CD-Datenträger FOR, kurz 10/6/CD) ergibt sich in Minuten der Auf-

nahme angegeben resp. gemäss den ebenfalls auf dieser CD gespeicherten Ein-

zelframes, was folgt: Zu Beginn der Aufnahme sind über dem oberen Teil des 

Lenkrads das Cockpit und die Motorhaube im Vordergrund auf einer mit Bäumen 

gesäumten Strasse ohne Leitlinie im Hintergrund (also vor dem Filmenden befind-

lich) links (auf der Gegenfahrbahn) ein schwarzer BMW und rechts daneben ein 

schwarzer Porsche 911 zu sehen, die langsam, im Schritttempo auf einen Fuss-

gängerstreifen zu rollen, dort fast zum Stillstand kommen (00:00-00:03) und bei 

Erreichen des Fussgängerstreifens praktisch gleichzeitig voll beschleunigen 

(00:04) und – leicht versetzt – nebeneinander her fahren bis der BMW die links an 

der Bushaltestelle zu sehenden Personen erreicht (00:08) und die Aufnahme ab-

bricht (00:09). Aus der Aufnahme ergibt sich sodann im Detail, dass die Brems-

lichter des BMW bis zum Erreichen des ersten Fussgängerstreifens bis 00:01 auf-

leuchten (siehe dazu auch Einzelframes IMG_0008.003-0008.060), dann nicht 

mehr und ab 00:02 bis 00:03 erneut aufleuchten (siehe dazu auch Einzelframes 

IMG_0008.061-0008.101), der Fahrer also die Bremse betätigt hat, und dann de-

finitiv ablöschen, als der Fahrer beschleunigt (siehe dazu auch Einzelframes ab 

- 27 - 

IMG_0008.102). Ein ähnliches Verhalten ist auch beim Porsche festzustellen: Er 

rollt ohne Aufleuchten der beiden hinteren Bremslichter und des dritten (mittleren) 

Bremslichts (bis 00:01) an den Fussgängerstreifen heran (siehe dazu auch Ein-

zelframes IMG_0008.003-0008.060), betätigt entsprechend dem Aufleuchten der 

Bremslichter dann bis 00:02 die Bremse (siehe dazu auch Einzelframes 

IMG_0008.061- 0008.079), worauf er sie wieder los lässt und dann bei ca. 00:04 

voll beschleunigt. Auf Höhe des Endes der Einmündung der I._____-strasse be-

findet sich der Porsche bereits mit der Front seines Fahrzeuges vor dem BMW 

(00:05; siehe dazu auch Einzelframes IMG_0008.193 -0008.200) und diese Posi-

tion (rechts vor dem BMW) behält er bis zum Erreichen der an der Bushaltestelle 

wartenden Personen (ca. 00:07; siehe dazu auch Einzelframes IMG_0008.294-

0008.259) und bis zum Abbruch der Filmaufnahme (00:09) mittels Absenken des 

Handys und Grossaufnahme des Tourenzählers (Einzelframe IMG_0008.272-

0008.276) bei. 

b) Die Videoaufnahme hält – was sich anhand der kurzen 9 Sekunden dauern-

den Sequenz und den Einzelframes ergibt – ungefiltert und offensichtlich unbear-

beitet fest, wie die beiden vor dem Aufnehmenden fahrenden Fahrzeuglenker 

beim ersten Fussgängerstreifen vor der Einmündung der I._____-strasse fast aus 

dem Stillstand dem Motorengeräusch und der zurückgelegten Wegstrecke ent-

sprechend voll beschleunigen und versetzt nebeneinander bis auf Höhe der an 

der Bushaltestelle wartenden Personen versetzt auf einer mit Bäumen gesäumten 

Strasse ohne Mittellinie fahren. Der Filmaufnahme kommt daher als Sachbe-

weismittel eine sehr hohe Beweiskraft zu. An der Authentizität bestehen keine 

Zweifel. 

3.2. a) Das Forensische Institut Zürich zeigt in seinem Gutachten vom 23. April 

2019 über die Auswertung der Videoaufzeichnung (kurz: Gutachten FOR; 

Urk. 10/6) auf, wie die Fragestellung und der Auftrag der Staatsanwaltschaft lau-

teten und welche Unterlagen für die Untersuchung zur Verfügung standen 

(S. 2 f.). Die angewendete Untersuchungsmethode der schrittweisen Betrachtung 

von Videos in Einzelframes, der Zuordnung von Fahrzeugen zu ortsfesten Fix-

punkten, die Messung der dazwischen zurückgelegten Wegstrecke in Luftauf-

- 28 - 

nahmen aus geometrischen Informationssystemen oder vor Ort und die Berech-

nung der Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen den Fixpunkten sowie die Be-

rechnung der Zeitbasis anhand der Videoaufzeichnungsfrequenz und der Zeit-

dauer pro Videoframe wird im Detail in einfacher und verständlicher Weise be-

schrieben (S. 3 f.). Sodann wird erklärt, dass sie für die Bestimmung der Durch-

schnittsgeschwindigkeit anhand ortsfester Fixpunkte die Videoframes resp. das 

Fahrzeug derart den ortsfesten Fixpunkten zuordnen würden, dass der gewählte 

Fixpunkt am Beginn der Auswertesequenz vom Fahrzeug sicher noch nicht er-

reicht war und am Ende der Auswertesequenz vom Fahrzeug sicher passiert war. 

Damit werde zugunsten eines Beschuldigten einer bestimmten Strecke eine ma-

ximale Anzahl Videoframes resp. eine maximale Zeitdauer zugeordnet, wobei die 

berechnete Geschwindigkeit auf ganze km/h abgerundet würde (S. 3). Derart eru-

ierte Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen zwei ortsfesten Fixpunkten seien 

unter Verweis auf Art. 7 VSKV-ASTRA, Gutachten zu amtlichem Geschwindig-

keits-Messungen resp. den dazugehörigen Weisungen des ASTRA, als Mindest-

wert ohne weiteren Toleranzabzug zu verstehen. Das Gutachten hält fest, dass 

die auszuwertende Videosequenz 9.4 s resp. 282 Videoframes à 33.33 ms enthal-

te, die auf der CD ersichtlich seien. Die Zuordnungsmöglichkeiten der Fahrzeuge 

zu ortsfesten Fixpunkten hätten sich aufgrund der kurzen Videosequenz und der 

Videoqualität auf die Fussgängerstreifen Nr. 1 und Nr. 2 vor und nach der Ein-

mündung der I._____-strasse in die E._____-strasse beschränkt. Das habe die 

Bestimmung der Ausgangsgeschwindigkeiten, die Berechnung der durchschnittli-

chen Geschwindigkeit und Beschleunigungen sowie die Berechnung der Endge-

schwindigkeiten beim zweiten Fussgängerstreifen für die beiden gefilmten Fahr-

zeuge ergeben (S. 4). Das Gutachten hält in der Folge detailliert und nachvoll-

ziehbar fest, dass der (sc. von A._____ gelenkte) BMW mit durchschnittlich 6.6 

m/s2 beschleunigt und bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 8.4 km/h am Ende 

der Auswertestrecke von 23.5 m (Distanz zwischen dem ersten und zweiten Fix-

punkt, d.h. zwischen dem ersten und zweiten Fussgängerstreifen) in einer Zeit-

dauer von 2.333 s eine Geschwindigkeit von 64 km/h erreicht habe (Seite 5, 6 f. 

und 8). Der (sc. von B._____ gelenkte) Porsche habe wenige Zehntelsekunden 

vor dem BMW mit durchschnittlich 6.4 m/s2 beschleunigt und bei gleicher Aus-

- 29 - 

gangsgeschwindigkeit wie der BMW am Ende der Auswertestrecke von 23.5 m in 

einer Zeitdauer von 2.367 s eine Geschwindigkeit von 63 km/h erreicht (S. 6 f. 

und 8). Auf die Frage, wie die Geschwindigkeitsberechnung zu interpretieren sei, 

wenn der Porsche 911 mit 63 km/h langsamer als der BMW 328i mit 64 km/h un-

terwegs sei und dennoch am Ende der Fahrstrecke vorne liege (Urk. 10/7), erläu-

terte der für die Hauptsachbearbeitung zuständige Gutachter, dass die zur Verfü-

gung stehenden Methoden nur die Berechnung von durchschnittlichen resp. wäh-

rend der Auswertedauer konstanten (Hervorhebung hinzugefügt) Beschleunigun-

gen zulasse, die Beschleunigungen von Fahrzeugen jedoch nicht konstant seien 

und zudem die Gaspedalstellung in nicht rekonstruierbarer Weise variiere. So 

könne es sein, dass der Porsche zunächst stärker und dann schwächer als der 

BMW beschleunigt und so einen Teil des Vorsprungs herausgeholt habe. Wie be-

reits im Gutachten erwähnt, erklärten sich die Gutachter den in der Videoaufnah-

me feststellbaren Vorsprung des Porsche am Ende der Auswertungsstrecke 

hauptsächlich mit dem bereits am Auswertebeginn sichtbaren Vorsprung und mit 

der etwas früher einsetzenden Beschleunigung des Porsche (Urk. 10/8). 

b) Das Gericht beurteilt die Schlüssigkeit eines Gutachtens frei (Art. 10 Abs. 2 

StPO) und ist nicht an den Befund oder die Stellungnahme des Sachverständigen 

gebunden. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel 

und der Parteivorbringen ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gut-

achterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch wenn das gerichtlich eingeholte Gut-

achten grundsätzlich der freien Beweiswürdigung unterliegt, darf das Gericht in 

Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von ihm abrücken und muss Abweichungen 

begründen. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht 

auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot will-

kürlicher Beweiswürdigung verstossen (Art. 9 BV; BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 141 IV 

305 E. 6.6.1, 141 IV 369 E. 6.1; je mit Hinweisen). 

c) Die Expertise des Forensischen Instituts Zürich wurde gestützt auf Art. 182 

ff. StPO im Auftrag der Staatsanwaltschaft vom Fachbereichsleiter Unfäl-

le/Technik, dem Sachverständigen dipl. Automobil.-Ing. FH J._____, unter der 

Hauptsachbearbeitung von Unfallanalytiker und dipl. Automobil-Ing. FH/HTL 

- 30 - 

K._____ sowie der Kontrolle durch die Leitende Wissenschafterin MSc Fo-

rens.Sci. L._____ erstellt und erläutert (Urk. 10/6 und 10/8). An der Fachkompe-

tenz zu zweifeln, besteht keinerlei Anlass. Das Gutachten legt nachvollziehbar 

und schlüssig dar, welche Untersuchungen auf welcher Grundlage stattgefunden 

hatten und welche Kriterien wie gewichtet und berücksichtigt wurden. Dass die 

Berechnungen der Beschleunigung und der Geschwindigkeiten den Gesetzmäs-

sigkeiten aus der klassischen Physik folgen (Urk. 10/6 S. 5), erscheint sachlich 

und logisch. Die Darlegungen der Gutachter überzeugen in jeder Hinsicht, zumal 

die Bestimmung der durchschnittlichen Geschwindigkeit der gefilmten Fahrzeuge 

anhand ortsfester Fixpunkte vorgenommen werden konnten. Wenn die Gutachter 

aufgrund des Umstandes, dass der BMW winklig und im besseren Licht sichtbar 

war als der Porsche, die Zuordnung zu den ortsfesten Fixpunkten anhand des 

BMW vornahmen, weil er mit geringeren Toleranzen zugeordnet werden konnte 

als der Porsche (Urk. 10/8), ist dies nicht zu beanstanden und auf die ermittelte 

Ausgangs- und Endgeschwindigkeit des BMW sowie die Beschleunigung mit 

6.6 m/s2 kann ohne weiteres abgestellt werden. Dass sich die Zuordnung des 

Porsche aufgrund der Kameraposition schwieriger gestaltete und dort grössere 

Toleranzen zu berücksichtigen waren (Urk. 10/8), erscheint ebenfalls schlüssig 

und nachvollziehbar. Aufgrund der Visionierung der Filmaufnahme bestätigt sich 

die Feststellung im Gutachten, wonach der BMW und der Porsche vor dem Be-

schleunigen praktisch gleich schnell (resp. langsam) fuhren, so dass die gut-

achterliche Feststellung, für den Porsche sei von derselben Ausgangsgeschwin-

digkeit auszugehen (Urk. 10/6 S. 6) plausibel und vertretbar erscheint und letztlich 

überzeugt. Die im Gutachten aufgezeigten Berechnungen der durchschnittlichen 

Beschleunigung und der Endgeschwindigkeit des Porsche sind vor dem Hinter-

grund der physikalischen Gegebenheiten als logisch und mathematisch korrekt zu 

beurteilen. Dass für den Porsche eine minimal kleinere Endgeschwindigkeit als für 

den BMW (63 statt 64 km/h) resultiert, erklären die Gutachter ebenfalls schlüssig 

mit dem bereits am Auswertebeginn sichtbaren Vorsprung des Porsche gegen-

über dem BMW und der etwas früher einsetzenden Beschleunigung (Urk. 10/6 

S. 6 und 10/8). Auf die vom FOR ermittelten Werte bezüglich Ausgangs- und 

Endgeschwindigkeit sowie Beschleunigung in Bezug auf die Auswertestrecke von 

- 31 - 

23.5 m zwischen den ortsfesten Fixpunkten kann somit zweifelsfrei abgestellt 

werden. Weiter ist festzuhalten, dass die durchschnittliche Beschleunigung des 

vom Beschuldigten A._____ gelenkten BMW von 6.6 m/s2 gemäss Gutachten im 

Bereich der maximal möglichen Beschleunigung im eruierten Geschwindigkeitsin-

tervall lag (Urk. 10/6 S. 6) und auch die durchschnittliche Beschleunigung des 

Porsche mit 6.4 m/s2 vom Gutachter als aussergewöhnlich hoch beurteilt wird, 

wobei diese aber noch klar unterhalb der maximal möglichen Beschleunigung des 

Porsche lag (Urk. 10/6 S. 7). Auch an der Feststellung im Gutachten, wonach an 

der Stelle, wo ein aus der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h brem-

sendes Fahrzeug zum Stillstand komme, ein mit denselben Parametern aus einer 

Geschwindigkeit von 64 km/h bremsendes Fahrzeug noch 11.5 m bis zum Still-

stand zurücklegen resp. ein solches aus einer Geschwindigkeit von 63 km/h 

bremsendes Fahrzeug noch weitere 10.6 m zurücklegen würde, sind nachvoll-

ziehbar dargelegt (Urk. 10/6 S. 7). Auch auf diese Schlussfolgerungen der Gut-

achter kann somit abgestellt werden. 

d) Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass das ASTRA als Verordnungsgeber 

gestützt auf die Verweisung in Art. 106 SVG mit der Strassenverkehrskontrollver-

ordnung vom 22. Mai 2008 (VSKV-ASTRA; SR 741.013.1) verbindlich Bestim-

mungen erlassen hat, welche insbesondere Geschwindigkeitskontrollen im Stras-

senverkehr bezüglich der zulässigen Messsysteme, den Anforderungen an das 

Kontroll- und Auswertungspersonal sowie die durch Messsysteme festgestellten 

Widerhandlungen (Art. 2-5). Entsprechend der Anordnung, dass in erster Linie 

Geschwindigkeitsmessungen mit den in Art. 6 VSKV-ASTRA aufgeführten ver-

schiedenen Messmethoden durchgeführt werden sollen, werden die bei solchen 

Messungen vorzunehmenden Sicherheitsabzüge in Art. 8 VSKV-ASTRA festge-

legt. Allerdings wird bereits durch den Wortlaut in Art. 7 VSKV-ASTRA ("kann") 

deutlich, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen auch anders als mit den aufge-

führten Messsystemen und nicht anlässlich einer Verkehrskontrolle festgestellt 

werden können. Entsprechend hält Ziffer 21 der Weisungen des ASTRA über po-

lizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenver-

kehr vom 22. Mai 2008 fest, dass die Ermittlung der Geschwindigkeit durch Fach-

expertisen (z. B. bei der Abklärung von Unfällen oder Widerhandlungen im Stras-

- 32 - 

senverkehr) und die freie Beweiswürdigung durch die Gerichte von den vorliegen-

den Weisungen unberührt bleiben (Abs. 3) und die in der Fachexpertise ermittelte 

Geschwindigkeit bzw. die allenfalls zu berücksichtigenden Sicherheitsabzüge ab-

schliessend sind, d. h. dass die nachträgliche zusätzliche Anwendung der in der 

VSKV festgelegten Sicherheitswerte nicht zulässig ist (Abs. 4). Im Gutachten wird 

ausdrücklich auf den Umstand hingewiesen, dass und weshalb im vorliegenden 

Fall kein Sicherheitsabzug von der festgestellten Geschwindigkeit vorzunehmen 

ist. Vor dem Hintergrund der aufgeführten Rechtslage erscheint dies zum einen 

korrekt und zum anderen aufgrund der angewandten Untersuchungsmethode 

auch überzeugend. Es besteht daher keinerlei Anlass, davon auszugehen, dass 

der Gutachter gesetzlich vorgeschriebene Toleranzabzüge nicht vorgenommen 

hätte, wenn solche anwendbar gewesen wären. Zudem ist darauf hinzuweisen, 

dass der Gutachter stets Annahmen zu Gunsten der Beschuldigten respektive ei-

ner geringstmöglichen Geschwindigkeit getroffen und die berechnete Geschwin-

digkeit schliesslich noch abgerundet hat. Auf die Ergebnisse des Gutachtens FOR 

ist daher uneingeschränkt für die Urteilsfindung abzustellen. Daran vermag auch 

die Kritik der Verteidigung am Gutachten nichts zu ändern (Urk. 88 S. 4 f. und 

S. 12 ff.). Die Vorbringen der Verteidigung zeigen die eigene Sichtweise des Be-

schuldigten auf und vermögen die Schlüssigkeit des Gutachtens nicht zu erschüt-

tern. Demzufolge ist auf die Vorbringen der Verteidigung nicht weiter einzugehen. 

3.3. Bereits die einfache Betrachtung der Filmaufnahme ergibt ohne Zweifel, 

dass die beiden Lenker – ohne ersichtliche Absprache aber offensichtlich auf 

Verabredung hin – den ersten Fussgängerstreifen als Startpunkt für die gleichzei-

tige Beschleunigung ihrer Fahrzeuge abgemacht haben, da sie augenscheinlich 

bemüht sind, dort gleichzeitig und im Schritttempo anzukommen, was sich daraus 

ergibt, dass der BMW-Fahrer schon mit gebremstem Tempo darauf zuhält, aber 

auch der Porschefahrer beim Erreichen des Fussgängerstreifens noch bremst, 

bevor sie dann beide – wiederum ohne erkennbares Zeichen – gleichzeitig ent-

sprechend den Motorengeräuschen und wie ersichtlich voll beschleunigen, wobei 

der BMW hinter dem Porsche zurückbleibt, da er – wie sich aus dem Video und 

noch genauer aus den Einzelframes ergibt – länger auf der Bremse geblieben ist 

als der Porschefahrer. Mit letzter Deutlichkeit belegen die Einzelframes wie oben 

- 33 - 

dargestellt, dass es weder Zufall war, dass beide gleichzeitig beim ersten Fuss-

gängerstreifen bremsten und dann voll beschleunigten, noch dass es einfach da-

rum ging, irgendetwas wegen eines nachfolgenden Essens abzumachen, denn 

dann wäre ein "Extrahalt" beim ersten Fussgängerstreifen nicht nötig gewesen. 

Ausserdem wäre in einem solchen Fall zu erwarten, dass sich der Lenker des 

schwarzen BMW, A._____, nach der Abmachung des Treffpunkts, hinter den sich 

bereits Ende der Einmündung klar vor ihm befindenden von B._____ gelenkten 

Porsche auf der rechten und korrekten Fahrspur eingereiht hätte. Das tat er je-

doch nicht, wie sich zweifelsfrei aus dem Video ergibt, und er behielt statt dessen 

seine Fahrt auf der Gegenfahrbahn noch mindestens bis zur Höhe der Bushalte-

stelle mit den wartenden Personen bei. Die Aussagen des Beschuldigten A._____ 

vor Vorinstanz, wonach er auch schnell beschleunigt habe, "nachdem" B._____ 

gegangen sei, und er nach Letzterem auch schnell beschleunigt habe, um einzu-

spuren, d.h. "um auf die rechte Spur zu gehen" und um "einfach weg von der lin-

ken Spur" zu kommen (Prot. I S. 15 f.), was er so anlässlich der Berufungsver-

handlung erneut zu Protokoll gab (Prot. II S. 22), schildern nicht das tatsächliche 

Geschehen. Weiter sagte der Beschuldigte A._____ aus, er habe "nicht gleichzei-

tig" mit B._____ beschleunigt (Urk. 5/3 S. 5 und 15; Prot I S. 17). Als sie gesagt 

hätten, dass sie sich dort treffen würden und B._____ dann losgefahren sei, sei er 

"nach ihm losgefahren" und auf die Frage, ob er die Fussgänger auf dem Trottoir 

auf der linken Seite gesehen habe, antwortete er "als ich rechts war schon, ja" 

(Prot. I S. 7). Auch diese Aussagen erweisen sich gestützt auf die Videoaufnahme 

schlicht als falsch, auch betreffend die Position des Beschuldigten A._____ in Be-

zug auf die wartenden Personen, denn diese erreichte er noch auf der linken Sei-

te und damit auf der Gegenfahrbahn fahrend. Seine diesbezüglichen Aussagen 

sind als reine Bestreitungen ohne jeden Realitätsbezug zu qualifizieren. Auf sie 

kann nicht abgestellt werden. Ebenso wenig kann auf die Aussagen von B._____ 

abgestellt werden, der in klarem Widerspruch zur Videoaufnahme – insbesondere 

dem Umstand, dass er unmittelbar vor dem Beschleunigen und auf gleicher Höhe 

mit dem BMW beim ersten Fussgängerstreifen noch bremste – vor Vorinstanz 

angegeben hatte, er habe hundertprozentig nicht gleichzeitig mit dem Beschuldig-

ten A._____ beschleunigt (Prot. I S. 23), wenngleich er auch anlässlich der Beru-

- 34 - 

fungsverhandlung an dieser Darstellung festhielt (Prot. II S. 43). Vollends un-

glaubhaft ist sodann, dass er deshalb nach dem Stillstand auf der Strasse be-

schleunigt haben will, damit der Verkehr nicht behindert werde (Urk. 6/1 S. 6 F/A 

36 und Urk. 6/2 S. 8 F/A 41). Offensichtlich und keiner weiteren Erklärung bedarf, 

dass der Verkehr bereits durch das Aufstellen der Fahrzeuge von A._____ und 

B._____ nebeneinander auf der gesamten Breite der Fahrbahn und der Positio-

nierung von C._____ dahinter mitten in der Fahrbahn massiv behindert wurde, da 

ein regelkonformes Passieren der Autos weder für nachfolgenden noch entge-

genkommenden Verkehr möglich war, und zwar auf der gesamten Länge, auf 

welcher beide Fahrzeuglenker ihre Autos beschleunigten. Der Einwand des Be-

schuldigten B._____, er habe mit A._____ durch das offene Fenster kommunizie-

ren wollen, weil er sein Handy nicht während der Fahrt habe benützen wollen 

(Urk. 6/1 S. 6 F/A 36 und 37), der, so scheint es, seine Gesetzestreue verdeutli-

chen sollte, verfängt jedoch angesichts seines dokumentierten tatsächlichen Ver-

haltens keineswegs und vermag die Aussagekraft der Videoaufnahme und der er-

klärten Motivation dazu durch C._____ nicht zu schmälern. Aus der Videoauf-

nahme sowie aus dem Gutachten FOR ergibt sich demgegenüber ohne unüber-

windbare Zweifel, dass die Beschuldigten A._____ und B._____ als Lenker des 

BMW resp. des Porsches aus einer Geschwindigkeit im Schritttempo (8.4 km/h) 

beim ersten Fussgängerstreifen unmittelbar vor der nicht vortrittsberechtigten 

Einmündung der I._____-strasse in die E._____-strasse einen Beschleunigungs-

wettbewerb begonnen haben, der sich gestützt auf die Videoaufnahme mindes-

tens über einen zweiten Fussgängerstreifen und an der Bushaltestelle mit war-

tenden Personen und dem dortigen (dritten) Fussgängerstreifen vorbei über eine 

Distanz in der Grössenordnung von etwa 80 Metern erstreckte (Urk. 10/6 S. 4 und 

Beilage [Orthophoto]). Aus der Aussage des Beschuldigten B._____ ergibt sich 

indessen, dass sie bis zur Einmündung in die H._____-strasse noch so weiter ge-

fahren sind, denn er sagte vor Vorinstanz aus, wenn das Video noch ein oder 

zwei Sekunden länger gegangen wäre, dann würde man sehen, wie er und der 

Beschuldigte A._____ abbremsen, weil sie ziemlich sicher dort rechts abgebogen 

seien (Prot. I S. 24), was sich mit seiner Aussage deckt, wonach sie nach der 

Aufnahme des Videos gemeinsam in die H._____-strasse eingebogen seien 

- 35 - 

(Urk. 6/2 S. 9), und wofür er zum Beweis das entsprechende Foto eingereicht hat 

(Urk. Foto 2, Beilage zu Urk. 6/2). Daraus und gestützt auf die Videoaufnahme, 

auf welcher zu sehen ist, dass sowohl A._____ als auch B._____ zuletzt noch ihre 

Positionen versetzt nebeneinander eingenommen hatten und dort keine Brems-

lichter aufleuchteten (Urk. 10/6/CD Einzelframe IMG_0008.271) sowie dass der 

Tourenzähler des von C._____ gelenkten BMWs gemäss Einzelframes 

IMG_0008.272 bis IMG_0008.282 von da an noch von ca. 3'400 Umdrehungen 

pro Minute auf ca. 3'600/3'700 Umdrehungen pro Minute steigt (Urk. 10/6/CD), 

lässt sich der Schluss ziehen, dass die beiden Fahrzeuglenker bei Absenken des 

Handys auf den Tourenzähler des BMW 530d xDrive T des Beschuldigten 

C._____ nochmals bzw. weiterhin beschleunigten und erst vor der Verzweigung 

H._____-strasse ihre Fahrzeuge abbremsten. Damit ist die angeklagte Distanz 

von 75 Metern, über welche sich der Beschleunigungswettbewerb erstreckte, in 

jedem Fall erstellt. Dieser fand unbestritten an einem sonnigen Tag (Urk. 4/1 [Fo-

tobogen]; Urk. 10/6/CD) statt, wobei zugunsten der Beschuldigten von einem Wo-

chenende auszugehen ist, da sie werktags gearbeitet hätten (Urk. 63 S. 14) und 

es sich aufgrund ihrer diesbezüglich übereinstimmenden Angaben um einen 

Sonntag Nachmittag gehandelt haben musste (Urk. 7/1 S. 4; 7/2 S. 7 [C._____]; 

Urk. 6/1 S. 7 [B._____]). Dieser Sonntag muss gestützt auf die übereinstimmen-

den Zeiträume, wann die involvierten Fahrzeuge eingelöst bzw. in Verkehr gesetzt 

waren, auf die Daten zwischen dem 25. Juli 2016 und dem 7. September 2016 

eingegrenzt werden (Urk. 1 S. 4 und 3 S. 2). Der angeklagte Sachverhalt ist somit 

als erstellt der rechtlichen Würdigung zugrunde zu legen. 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. a) Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In 

objektiver Hinsicht setzt die grobe Verkehrsregelverletzung voraus, dass der Täter 

eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die 

Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Ge-

fährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Ge-

fahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirkli-

- 36 - 

chung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung von Art. 90 Abs. 2 SVG, 

wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder 

gar einer Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3;142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 

133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1; je 

mit Hinweisen).  

b) Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwer-

wiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrläs-

siger Begehung mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hin-

weisen; Urteile des Bundesgerichts 6B_1467/2019 vom 20. Februar 2020 

E. 2.2.1; 6B_994/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1.1). Diese ist zu bejahen, wenn 

sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe 

Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung an-

derer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst 

fahrlässig handelt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in 

diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrs-

teilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein 

bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in 

einem blossen (momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen 

bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_973/2020 vom 

25. Februar 2021 E. 2.1; 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2; 

6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Je schwerer die Ver-

kehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv 

zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 

93 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_992/2020 vom 30. November 2020 

E. 2.2; je mit Hinweisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung 

der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. 

Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Um-

stände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen 

lassen (Urteil 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Solche 

entlastenden Umstände hat das Bundesgericht bei der Mehrheit der Geschwin-

digkeitsüberschreitungen verneint. Gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsver-

hältnisse stellen keine besonderen Umstände im Sinne der Rechtsprechung dar 

- 37 - 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1; 

6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1; 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 

3.3.1; 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.2; je mit Hinweisen).  

c) Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft sogenannte innere Tat-

sachen und ist somit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der festge-

stellten Tatsachen der Schluss auf Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkten 

Vorsatz begründet ist (BGE141 IV 369 E. 6.3; 137 IV 1 E. 4.2.3; 135 IV 152 

E. 2.3.2; je mit Hinweisen). Da sich insoweit Tat- und Rechtsfragen teilweise 

überschneiden können, hat das Sachgericht die in diesem Zusammenhang rele-

vanten Tatsachen möglichst erschöpfend darzustellen, damit erkennbar wird, aus 

welchen Umständen es auf Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkten Vorsatz 

geschlossen hat (in Bezug auf Eventualvorsatz: BGE 133 IV 1 E. 4.1, 133 IV 9 

E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2; je 

mit Hinweisen). 

4.2. a) Vorliegend fand der Beschleunigungswettbewerb zwischen A._____ und 

B._____ innerorts auf einer richtungsgetrennten, mit mehreren Fussgängerstrei-

fen und auf beiden Seiten mit einem Radstreifen markierten Quartierstrasse statt, 

die zum einen auf beiden Seiten von Bäumen, einem Trottoir und Wohnhäusern 

gesäumt war und zum anderen nebst der I._____-strasse Einmündungen von 

Wegen und (in Fahrtrichtung H._____-strasse auf der rechten Seite) auch Park-

plätze aufwies, die unmittelbar seitlich an die Fahrbahn grenzen (Urk. 4/1 S. 1, 7 

und 8; Urk. 10/6/CD). Unbestrittenermassen und wie mittels Videoaufnahme do-

kumentiert hielten sich an der in Fahrtrichtung linker Seite befindenden Bushalte-

stelle zwei Personen stehend auf dem Trottoir und eine im Wartehäuschen sit-

zende Person auf (Urk. 10/6/CD und Einzelframes IMG_0008.267). In Anbetracht 

dieser konkreten Umstände lag der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar 

einer Verletzung von Personen nahe, zumal angesichts des bebauten Wohnge-

bietes und der Tageszeit jederzeit mit Fussgängern, Velofahrern und anderen 

Verkehrsteilnehmern zu rechnen war, die von den einmündenden Häusern und 

Wegen auf die E._____-strasse einbiegen oder diese auf den Fussgängerstreifen 

unvermittelt betreten könnten. Wegen der auf den genannten Parkplätzen abge-

- 38 - 

stellten Autos und der Bäume, welche die Sicht auf das angrenzende Trottoir und 

die einmündenden Wege teilweise verdeckten, ist – entgegen der Auffassung der 

Verteidigung (Urk. 88 S. 17) – trotz geradliniger Strassenführung nicht von einer 

uneingeschränkt übersichtlichen Situation auszugehen. Entsprechend musste der 

Beschuldigte mit dem Auftreten anderer Verkehrsteilnehmer rechnen, nachdem er 

weder Einsicht in den von der I._____-strasse herannahenden Verkehr hatte noch 

voraussehen konnte, ob sich andere Verkehrsteilnehmer von dem angrenzenden 

Gebiet rund um den I._____ näherten. Diese Verkehrsteilnehmer mussten jedoch 

ihrerseits nicht davon ausgehen, dass ein Fahrzeug mit übersetzter Geschwindig-

keit und auf der Gegenfahrbahn herannaht, bzw. dass die Fahrbahn von zwei ne-

beneinander herfahrenden Fahrzeugen praktisch blockiert ist. Damit bestand in 

Anbetracht der konkreten Strassensituation nicht nur eine theoretische abstrakte, 

sondern aufgrund der konkreten Umstände eine erhöhte abstrakte Gefährdung 

der übrigen Verkehrsteilnehmer einerseits durch die Überschreitung der Höchst-

geschwindigkeit um 14 km/h und andererseits durch das krass regelwidrige Ver-

halten seitens des Beschuldigten A._____, der die Gegenfahrbahn nicht zum 

Überholen und nur für die dafür notwendige Zeit benützte, sondern um gleichzei-

tig mit B._____ die Beschleunigung seines Fahrzeugs mit derjenigen des Porsche 

von B._____ zu messen und die beiden Fahrzeuge nebeneinander her auf der 

E._____-strasse zu lenken. Zu diesem Zwecke benützten die beiden Fahrzeug-

lenker die gesamte Breite der Strasse. Dabei verletzte der Beschuldigte A._____ 

mehrere grundlegende und wesentliche zum Schutze anderer Verkehrsteilnehmer 

erlassene Verkehrsvorschriften: Er fuhr auf der Gegenfahrbahn, statt rechts auf 

seiner Fahrbahnhälfte zu fahren (Art. 34 Abs. 1 Satz 1 SVG), er passte seine Ge-

schwindigkeit weder der Höchstgeschwindigkeit an (Art. 4 Abs. 1 lit. a VRV) noch 

den sich unmittelbar vor ihm befindenden Fussgängerstreifen, die ihn besonders 

zu vorsichtiger Fahrweise verpflichteten (Art. 33 Abs. 2 SVG), und richtete seine 

Geschwindigkeit ebenso wenig nach den konkreten Sichtverhältnissen (Art. 32 

Abs. 1 SVG). Soweit der Beschuldigte A._____ sinngemäss geltend machen woll-

te, die Gefahrensituation sei angesichts von möglichen Sommerferien nicht so 

hoch gewesen, ist dem entgegen zu halten, dass das von ihm und den Mitbe-

schuldigten geschaffene Risiko der konkreten Gefährdung von sich im Zeitpunkt 

- 39 - 

des Vorfalls im Bereich des Beschleunigungswettbewerbs aufhaltenden Verkehrs-

teilnehmern unabhängig von Schulferien als hoch zu beurteilen ist, da tagsüber 

immer auch mit Kindern zu rechnen ist, welche sich im Quartier bewegen. Das 

Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände im Sinne der oben zitierten Rechtspre-

chung ist zu verneinen. Dass vorliegend kein Kind auf die Strasse gerannt und 

kein Velofahrer oder Automobilist auf die E._____-strasse eingebogen ist, vermag 

den Beschuldigten nicht zu entlasten, zumal der Tatbestand keine konkrete Ge-

fahr verlangt. Diese Umstände stellen letztlich einzig eine glückliche Fügung dar. 

Der Beschuldigte hat durch seine Fahrweise zweifellos den Tatbestand der gro-

ben Verkehrsregelverletzung erfüllt. Da eine qualifiziert grobe Verkehrsregelver-

letzung nicht angeklagt wurde, erübrigt es sich, darauf einzugehen, ob den Be-

schuldigten A._____ und B._____ angesichts der konkreten Situation und des 

durchgeführten Beschleunigungsrennens nicht gar noch ein härterer Vorwurf im 

Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG (Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen) hät-

te gemacht werden müssen, selbst wenn die blosse Geschwindigkeitsüberschrei-

tung nur eine einfache Verkehrsregelverletzung dargestellt hätte. 

b) Die grobe Verkehrsregelverletzung des Beschuldigten A._____ ist aber auch 

in subjektiver Hinsicht als rücksichtslos zu werten. Aufgrund der erstellten, wenn 

auch eventuell spontan erfolgten, Absprache, ab dem ersten Fussgängerstreifen 

gleichzeitig mit B._____ voll zu beschleunigen, ist zumindest von einer eventual-

vorsätzlichen Geschwindigkeitsüberschreitung auszugehen. Bei den weiteren 

Verkehrsregelverletzungen durch das Beschleunigungsrennen ist gar Vorsatz an-

zunehmen, da sich der Beschuldigte A._____ ja von Anfang an auf der Gegen-

fahrbahn positionierte, um den Wettbewerb zu starten. Da alle Beteiligten, so 

auch der Beschuldigte A._____, den Ort des Geschehens bestens kannten, wuss-

te er um die Parkfelder sowie die einmündenden Wege und Strassen. Der Be-

schuldigte A._____ räumte denn auch selber ein, dass er die Gefahr dort – ge-

meint im Allgemeinen – schon sehe (Urk. 5/1 S. 3 F/A 24). Im konkreten Fall ver-

neint er jedoch eine grosse Gefahr für sich und andere Verkehrsteilnehmer ge-

schaffen zu haben, weil er nicht zu schnell gefahren sei, bzw. weil er nur auf 50 

km/h habe beschleunigen wollen (Urk. 5/1 S. 4; Urk. 5/3 S. 5 F/A 22 und 23), 

resp. weil er zuvor geschaut habe, ob ein Auto komme und da keines gekommen 

- 40 - 

sei, sei er neben ihm (sc. B._____) und auf der Gegenfahrbahn gefahren (Urk. 5/1 

S. 5; Urk. 5/3 S. 6). Die Angabe des Beschuldigten erhellt, dass er rücksichtslos 

die Interessen anderer Verkehrsteilnehmer nicht bedacht hatte. Es wird ihm ja 

kein direkter Gefährdungsvorsatz unterstellt, jedoch die Inkaufnahme der Erfül-

lung des Tatbestands. Besondere Umstände, die sein Verhalten subjektiv aus-

nahmsweise in einem milderen Licht erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. 

Verkehrsregeln sind im Bereich ihrer Gültigkeit resp. Signalisation einzuhalten. 

Diese waren dem Beschuldigten bekannt, jedoch hat er sie nach eigenem Gut-

dünken für sich als nicht relevant erachtet. Damit hat sich der Beschuldigte ohne 

Zweifel rücksichtslos gegenüber den Interessen der anderen Verkehrsteilnehmer 

verhalten, zu deren Schutz die entsprechenden Vorschriften erlassen wurden. Der 

Beschuldigte erfüllt den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG damit auch in subjek-

tiver Hinsicht. 

4.3. Der Beschuldigte A._____ ist daher bezüglich Dossier 1 (E._____-strasse, 

F._____) der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 33 Abs. 2 SVG, Art. 34 Abs. 1 

Satz 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV schuldig zu sprechen. 

IV. Dossier 2 (Probefahrt, G._____) 

1. Anklage 

In der Anklageschrift vom 25. Oktober 2019 wird dem Beschuldigten A._____ zu-

sammengefasst vorgeworfen, er habe am 1. Oktober 2016, ca. 15.20 Uhr bis ca. 

15.45 Uhr als Beifahrer des Mitbeschuldigten D._____ dessen Geschwindigkeits-

exzess – er lenkte anlässlich einer Probefahrt ein BMW M4 Coupé auf der mit 80 

km/h signalisierten Umfahrungsstrasse in G._____ mit einer Geschwindigkeit von 

brutto 200 km/h – mit seinem Mobiltelefon gefilmt. A._____ sei sich bewusst ge-

wesen, dass der Mitbeschuldigte D._____ die erlaubte Geschwindigkeit massiv 

überschritten habe, da er den Tacho gefilmt und der Mitbeschuldigte D._____ in 

die laufende Kamera gesagt habe: "200, Mann! Ich bin voll behindered". Ebenso 

bewusst sei sich der Beschuldigte A._____ gewesen, dass die krass übersetzt ge-

fahrene Geschwindigkeit mit einer hohen abstrakten Unfallgefahr verbunden ge-

- 41 - 

wesen sei, weil es D._____ aufgrund des sich aus der gefahrenen Geschwindig-

keit ergebenden Anhalte- bzw. Bremsweges, der sich im Verhältnis zur Ge-

schwindigkeitsüberschreitung im Quadrat verlängere, nicht (mehr) möglich gewe-

sen wäre, das von ihm gelenkte Fahrzeug bei einem allfälligen Fehlverhalten ei-

nes anderen Verkehrsteilnehmers und/oder bei einem für ihn plötzlich auftau-

chenden Hindernis rechtzeitig und kontrolliert hätte abbremsen können. Dadurch 

habe D._____ die potentielle Gefahr einer Kollision mit Schwerstverletzten 

und/oder Todesopfern geschaffen, wobei die Gefahr umso grösser gewesen sei, 

als D._____ eine Probefahrt unternommen habe und mit dem von ihm gefahrenen 

Fahrzeug nicht vertraut gewesen sei. Dem Beschuldigten A._____ sei auch klar 

gewesen, dass er D._____ nicht etwa von seinem Tun abgehalten, sondern den 

Tempoexzess bis zum Schluss vom Beifahrersitz aus gefilmt, dessen Tatent-

schlossenheit gestützt und sein eigenes Handeln – das Filmen – eine gegen aus-

sen erkennbare faktische Billigung der Straftat dargestellt habe. Dadurch habe 

sich der Beschuldigte A._____ der Gehilfenschaft zur qualifiziert groben Verkehrs-

regelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. c SVG in Verbindung 

mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV sowie Art. 25 StGB schuldig 

gemacht (Urk. 25 S. 4 f.). 

2. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte A._____ gibt zu, D._____ anlässlich der in der Anklage be-

schriebenen Probefahrt mit seinem Handy gefilmt zu haben, bestreitet jedoch im 

Wesentlichen den Lenker durch sein Filmen motiviert und in dessen Tatent-

schlossenheit bestärkt zu haben. Das Filmen des Tachos sei nicht absichtlich, 

sondern zufällig zustande gekommen und er habe aufgrund des überraschenden 

Gasgebens durch den Fahrer keinen Vorsatz zur Gehilfenschaft gefasst (Urk. 63 

S. 15 ff.; Prot. II S. 23 ff.; Urk. 88 S. 17 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, 

ist dagegen die von D._____ begangene Haupttat in tatsächlicher (Geschwindig-

keitsüberschreitung von netto 96 km/h bei signalisierter Höchstgeschwindigkeit 

von 80 km/h) und rechtlicher Hinsicht (qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung) 

unbestritten (Urk. 71 S. 15), wofür dieser bereits rechtskräftig verurteilt wurde 

(Urk. 48a/23). 

- 42 - 

3. Sachverhalt 

3.1. Aus der vom Beschuldigten A._____ mit seinem Mobiltelefon erstellten Vi-

deoaufnahme (Urk. 11/4; Angabe in Minuten der Aufnahme) ergibt sich Folgen-

des: Die Aufnahme durch den Beifahrer beginnt mit einem Schwenker auf den 

Fahrer (D._____), bei welchem man gleichzeitig noch einen Blinker hört, und 

schwenkt dann weiter auf Lenkrad und Tacho, auf dem bei 00:02 eine Geschwin-

digkeit von knapp unter 40 km/h zu sehen ist. Bei 00:03 sagt der Fahrer "tschecke 

mers out" und beschleunigt gleichzeitig das Fahrzeug. Der Beifahrer schwenkt mit 

der Kamera vom Lenkrad auf die vor ihnen liegende Strasse und zurück zu Lenk-

rad und Tacho (bei 00:11) bzw. erneut zum Fahrer (00:14) und retour zum Tacho 

(00:15), auf welchem er bis 00.19 bleibt und bei 00:20 auf den Fahrer schwenkt, 

als dieser lacht und sagt "Schlimm! – nimm no echli, nimm no echli"! Bei 00.21 ist 

der lachende Fahrer von der Seite auf der Aufnahme zu sehen und ebenso, wie 

er (bei 00:22-00:23) sagt: "200, Mann, ich bin voll behinderet, voll Mann". Ab 

00:24 schwenkt die Kamera erneut auf den Tacho und das Gespräch geht wie 

folgt weiter: Der Fahrer sagt etwas Unverständliches und dann erneut "du 

gspürsch gar nöd die 200", als der Beifahrer äussert "aah, andere Liga, Mann" 

(00:29), worauf man hört: "He Scheiss", "scho vill", worauf die Kamera erneut auf 

den Fahrer schwenkt, der sich zum Beifahrer wendet und sagt: "total mad hä" 

(00:34), worauf die Kamera wieder auf das Lenkrad schwenkt und zeigt, wie der 

Fahrer mit seiner Hand über die Mitte des Lenkrads streicht und sagt "das isch 

andere Liga, Mann, ich schwörs der" (bis 00.37). 

Daran, dass dieses Video die Situation ungefiltert und authentisch wiedergibt, be-

steht keinerlei Zweifel, erscheint die Aufnahme doch realistisch und aussagekräf-

tig, zumal sie das Geschehene angesichts der Abfolge der Kamerapositionen und 

des Gesprächs offensichtlich unbearbeitet wiedergibt.  

3.2. Die Aussagen des Beschuldigten A._____ selbst tragen hingegen nicht zur 

Wahrheitsfindung bei. Nachdem er zunächst jegliche Aussage verweigert hatte 

(Urk. 5/2 [zeitlich erste polizeiliche Einvernahme]), gab er dann an, er habe nicht 

gesehen, dass sie so schnell unterwegs gewesen seien, und weder er noch der 

Fahrer hätten es gemerkt. Er habe das Video aufgenommen, weil es ein schönes 

- 43 - 

Auto gewesen sei (Urk. 5/1 S. 2 f.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft sagte er 

dann aus, in der Zeit, in der er das Auto aufgenommen habe, sei ihm nicht be-

wusst gewesen, dass er (sc. der Fahrer) beschleunigt habe oder eine Abmachung 

oder so hätten sie nicht gehabt. Er sei schon vorher am Filmen gewesen und Herr 

D._____ habe beschleunigt, ohne dass sie beide etwas gesagt hätten (Urk. 5/3 

S. 8 F/A 45). Auf Vorhalt des Videos ergänzt der Beschuldigte A._____ sodann, 

er sei vorher schon am Filmen gewesen und er habe das Innere des Fahrzeugs 

gefilmt. Er habe schon ausgesagt, dass er vom Auto begeistert sei und es sehr 

schön finde. Gefilmt habe er zuerst den Innenraum und danach das, was man auf 

dem Video sehe (Urk. 5/2 S. 9 F/A 53). Auf nochmalige Frage nach dem Grund 

des Filmens sagte der Beschuldigte A._____ erneut aus, weil er vom Auto begeis-

tert gewesen sei. Er sei eigentlich das Auto am Filmen gewesen und nicht Herrn 

D._____ oder das Beschleunigen (Urk. 5/2 S. 11 F/A 66). Dabei blieb der Be-

schuldigte auch vor Vorinstanz (Prot. I S. 12). Auch anlässlich der Berufungsver-

handlung führte der Beschuldigte A._____ erneut aus, er sei am Filmen gewesen, 

weil es ein neues Auto gewesen sei, welches sie begeistert habe. Er habe schon 

die Sitze und den kompletten Innenraum aufgenommen. Als er die Videoaufnah-

me gemacht habe, sei plötzlich ein Beschleunigen gewesen. Dort habe er einfach 

keine Reaktion mehr gehabt. Er habe mehr Angst gehabt und es nicht genossen, 

weil es für ihn auch unerwartet gewesen sei (Prot. II S. 23 f.). 

3.3. Aus der Gegenüberstellung dieser Aussagen mit der Videoaufnahme ergibt 

sich, dass die Angaben des Beschuldigten A._____ nicht zutreffen, wenn er be-

hauptet, der Fahrer habe nichts gesagt, als er beschleunigt habe und dass er die-

sen nicht gefilmt habe, leitete der Fahrer doch die Beschleunigungsfahrt mit 

"tschecke mers out" ein und hatte der Beschuldigte A._____ dabei bereits seine 

Kamera auf ihn (und nur auf diesen und nicht etwa "das Auto" oder "den Innen-

raum") gerichtet. Auch trifft nicht zu, dass der Beschuldigte A._____ das Be-

schleunigen nicht gefilmt habe, hält er die Kamera doch gerade beim Beschleuni-

gungsvorgang direkt auf Lenkrad und Tacho. Es ist das gute Recht des Beschul-

digten, keine Angaben zu machen oder auch falsche Angaben zu machen, da er 

sich nicht selbst belasten muss. Das bedeutet jedoch nicht, dass seine Angaben 

nicht auf Glaubhaftigkeit zu überprüfen wären, wenn er denn Aussagen macht. 

- 44 - 

Diese erweisen sich entgegen der Vorinstanz (Urk. 71 S. 17) keineswegs als 

"nicht weiter auffällig" und sind im Gegenteil vor dem Hintergrund der Videoauf-

nahme als unglaubhaft und als Schutzbehauptungen zu qualifizieren, so dass da-

rauf nicht abzustellen ist und statt dessen die Videoaufnahme zur Stützung des 

Sachverhalts heranzuziehen ist. 

4. Rechtliche Würdigu