# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2baff6f2-5e57-5460-9de1-2b8944ca9b48
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 15.04.2014 ZK1 2014 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-40_2014-04-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 15. April 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 40 30. April 2014

Entscheid 
I. Zivilkammer

Vorsitz Schlenker
Aktuarin ad hoc Aebli

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martino 
Luminati, Via Sottosassa 71, 7742 Poschiavo, 

gegen

die prozessleitende Verfügung der Einzelrichterin am Bezirksgericht Maloja vom 
3. April 2014, in Sachen des Y._____, Beschwerdegegner, gegen die Beschwer-
deführerin,

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____ reichte dem Bezirksgericht Maloja am 19. März 2014 ein Ehe-
schutzgesuch ein, woraufhin am 31. März 2014 eine mündliche Verhandlung vor 
dem Bezirksgericht stattfand. Anlässlich der Verhandlung beantragten sowohl 
Y._____ als auch X._____, es sei ihnen die elterliche Obhut über den gemeinsa-
men Sohn A._____, geboren am _____2011, zuzuteilen. Während sich die Mutter 
auf den Standpunkt stellte, sich bisher um den gemeinsamen Sohn gekümmert zu 
haben, machte der Vater geltend, dass die Mutter hierzu aufgrund ihrer gesund-
heitlichen Verfassung nicht in der Lage sei. 

B. Am 3. April 2014 erging gestützt auf die Verhandlung eine prozessleitende 
Verfügung der Einzelrichterin am Bezirksgericht Maloja, in welcher Folgendes er-
kannt wurde: 

„1. Herr lic. phil. B._____ von der Kinder- und Jugendpsychiatrie 
Graubünden wird beauftragt, über die Frage der Obhutzuteilung über 
Sohn A._____, geb. _____2011, ein Gutachten zu erstellen. Der Gut-
achter wird ermächtigt, weitere Sachverständige beizuziehen.

2. Das Gericht wird der sachverständigen Person folgende Fragen zur 
Beantwortung unterbreiten:

a) Der Gutachter wird beauftragt, die persönliche Geeignetheit und Er-
ziehungsfähigkeit der beiden Eltern je separat mit Blick auf die Zutei-
lung der elterlichen Obhut über A._____ zu beurteilen und detailliert zu 
begründen.

b) Der Gutachter wird beauftragt, die Bindungsqualität zwischen 
A._____ und der Mutter einerseits und dem Vater andererseits zu un-
tersuchen.

c) Der Gutachter wird beauftragt, die Frage der persönlichen Betreu-
ungsmöglichkeit bei der Begutachtung mit zu berücksichtigen.

d) Der Gutachter wird beauftragt zu untersuchen, welche Regelung 
des persönlichen Verkehrs mit dem Kindeswohl vereinbar ist.

e) Der Gutachter wird beauftragt sich darüber zu äussern, ob irgend-
welche Massnahmen wie z.B. eine Erziehungsbeistandschaft ange-
bracht sind.

3. Die Parteien erhalten Gelegenheit, bis zum 11. April 2014 zum Exper-
tenvorschlag schriftlich und begründet Stellung zu nehmen (vgl. 
Art. 183 Abs.1 ZPO) und Änderungs- und Ergänzungsanträge zu stel-
len (vgl. Art. 185 Abs. 2 ZPO). Säumnis gilt als Verzicht zur Stellung-
nahme und Anträge.

4.a) Der Gutachter wird ermächtigt, Augenscheine vorzunehmen, die Par-
teien und Dritte, insbesondere Familienangehörige beider Elternteile, 
zu befragen. Dem Gutachter werden sämtliche Akten des beim Be-

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zirksgerichtspräsidium Maloja hängigen Eheschutzverfahrens zur Ein-
sicht zur Verfügung gestellt.

  b) Es wird ein Kostendach von CHF 3'000.- festgelegt. Sollte der Gutach-
ter mehr Zeit aufwenden, hat er vorgängig die Genehmigung des Ge-
richtspräsidiums einzuholen.

5. Gestützt auf die Vereinbarung der Eltern vom 31. März 2014 wird für 
die Monate April und Mai 2014 Folgendes angeordnet:

a) Der Sohn A._____ lebt für die Monate April und Mai 2014 bei der 
Mutter in der Familienwohnung und ist für diese Zeit unter ihrer Obhut.

Die elterliche Sorge bleibt für die Dauer des Getrenntlebens bei beiden 
Elternteilen. Entsprechend sind sie verpflichtet, sämtliche wesentlichen 
Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung des Kindes miteinander 
abzusprechen.

b) Der Vater ist berechtigt, in den Monaten April und Mai 2014 den 
Sohn während zwei Tagen pro Woche auf eigene Kosten zu sich oder 
mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Eltern vereinbaren die genauen 
Wochentage unter sich und auch, ob der Sohn über Nacht bleibt.

c) Der Vater verpflichtet sich für die Monate April und Mai 2014 die 
Kosten der Familienwohnung, der Krankenkasse für Ehefrau und Kind 
und der Krippe zu bezahlen.

6. Die Parteien werden aufgefordert, bis zum 30. April 2014 aktuelle Ein-
kommensnachweise, aktuelle Mietverträge und weitere Auslagenbele-
ge einzureichen.

7. (Rechtsmittelbelehrung)

8. (Mitteilung).“

C. X._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) liess gegen die prozessleitende 
Verfügung am 11. April 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden 
erheben, wobei sie folgende Anträge stellte:

„1. La decisione impugnata sia integralmente annullata.

2. Sia ordinato al giudice di prime cure di valutare il caso ai sensi degli 
art. 295 e sgg. CPC.

3. Spese e ripetibili a carico della contraparte.“

D. Gestützt auf Art. 322 Abs. 1 ZPO wurde darauf verzichtet, eine Stellung-
nahme der Gegenpartei einzuholen.

E. Auf die Begründung der Anträge sowie die weiteren Ausführungen in der 
angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1. Die Beschwerdeführerin reichte ihre Eingabe in italienischer Sprache ein. 
Es ist somit vorweg die massgebliche Gerichtssprache festzulegen. Diese be-
stimmt sich nach dem Sprachengesetz des Kantons Graubünden (SpG; BR 
492.100). Das Sprachengesetz sieht vor, dass für die kantonalen Gerichte, wie 
auch im Bereich der Amtssprachen, von der Gleichwertigkeit der Landessprachen 
auszugehen ist. Die Gleichberechtigung gilt grundsätzlich für sämtliche Verfah-
rensschritte. Die Parteien sind also bei der Wahl der Amtssprache für ihre Einga-
ben und Voten vor dem Kantonsgericht frei. Allerdings legt der Gerichtsvorsitzen-
de im Interesse der Klarheit des Verfahrens zu Prozessbeginn die Verfahrens-
sprache fest (Art. 7 Abs. 1 SpG). In erstinstanzlichen Zivilverfahren gilt der Grund-
satz, dass die Hauptverhandlung in der Amtssprache geführt wird, welcher die 
beklagte Partei mächtig ist. Rechtsmittelverfahren werden in der Regel in der kan-
tonalen Amtssprache geführt, welche im angefochtenen Entscheid verwendet 
wurde (Art. 8 SpG; vgl. dazu Botschaft zum Sprachengesetz des Kantons 
Graubünden [SpG] vom 16. Mai 2006, Heft Nr. 2/2006-2007 73 ff., S. 89). Im vor-
liegenden Fall ist die angefochtene prozessleitende Verfügung vom 3. April 2014 
in deutscher Sprache ausgefertigt worden. Demzufolge gelangt auch auf das vor-
liegende Beschwerdeverfahren die deutsche Sprache zur Anwendung.

2.a) Prozessleitende Verfügungen sind abgesehen von den gesetzlich bestimm-
ten Fällen (Art. 319 lit. b Ziff. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; 
SR 272]) nur mit Beschwerde anfechtbar, wenn durch sie ein nicht leicht wieder-
gutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Gemäss Art. 321 
Abs. 2 ZPO gilt für das Einreichen der Beschwerde nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO 
eine zehntägige Frist. Die im vorliegenden Fall angefochtene prozessleitende Ver-
fügung des Bezirksgerichts Maloja erging am 3. April 2014, wobei sich der Verfü-
gung allerdings nicht entnehmen lässt, wann sie den Parteien mitgeteilt wurde. Mit 
Eingabe vom 11. April 2014 wurde die zehntätige Beschwerdefrist jedoch ohnehin 
gewahrt. Im Folgenden gilt es nun zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin durch die 
prozessleitende Verfügung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht, 
was ebenfalls eine Eintretensvoraussetzung darstellt.

b) In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass der gerichtliche Entscheid 
über die Entschädigung der sachverständigen Person gestützt auf Art. 184 Abs. 3 
ZPO ausdrücklich mit Beschwerde anfechtbar ist. Dabei handelt es sich um einen 
Anwendungsfall von Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO, womit das Erfordernis des nicht 

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leicht wiedergutzumachenden Nachteils gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO entfällt 
(Thomas Weibel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2013, N 11 zu 
Art. 184 ZPO; vgl. auch Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] 
vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7221, S. 7324, wonach die Beschwerde nicht nur der 
sachverständigen Person, sondern auch den Parteien offen steht). Obschon die 
Beschwerdeführerin die vollständige Aufhebung der prozessleitenden Verfügung 
beantragt, geht sie in ihrer Beschwerdeschrift mit keinem Wort auf das von der 
Vorinstanz in Dispositivziffer 4.b) festgelegte Kostendach von CHF 3'000.-- ein. 
Vielmehr beschränken sich ihre Rügen auf die fehlende Erforderlichkeit und Un-
zulässigkeit der gerichtlich angeordneten Expertise, die Anwendung des falschen 
Verfahrens sowie die Nichtanordnung einer Kindesvertretung. Deshalb handelt es 
sich vorliegend nicht um eine Kostenbeschwerde im Sinne von Art. 184 Abs. 3 
ZPO und somit auch nicht um einen Anwendungsfall von Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO.

c) Eine selbständige Anfechtung von prozessleitenden Verfügungen, welche 
nicht unter Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO fallen, soll erschwert sein, da der Gang des 
Prozesses nicht unnötig verzögert werden soll (Kurt Blickenstorfer, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar Schweizerische Zivilprozess-
ordnung, Zürich 2011, N 39 zu Art. 319 ZPO). Bei der in Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO 
enthaltenen Voraussetzung des drohenden, nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteils handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der vom Gericht 
unter Berücksichtigung der konkreten Umstände und in pflichtgemässer Ausübung 
des Ermessens konkretisiert werden muss (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2013, N 13 zu Art. 319 ZPO). Klar 
ist, dass in Fällen, in denen der geltend gemachte Nachteil auch durch einen für 
den Ansprecher günstigen Zwischen- oder Endentscheid nicht mehr beseitigt wer-
den kann, die Voraussetzung von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO erfüllt ist. In der Litera-
tur umstritten ist jedoch, ob der drohende Nachteil im Anschluss an die zu Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG ergangene bundesgerichtliche Rechtsprechung zwingend recht-
licher Natur sein muss (vgl. BGE 137 III 380 E. 1.2.1 S. 382 mit Hinweisen; in die-
sem Sinne Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2013, N 7 zu Art. 319 
ZPO; Myriam A. Gehri, in: Gehri/Kramer [Hrsg.], ZPO Kommentar, Zürich 2010, 
N 3 zu Art. 319 ZPO), oder ob auch ein drohender Nachteil tatsächlicher Natur 
genügt (so Blickenstorfer, a.a.O., N 39 zu Art. 319 ZPO; Isaak Meier, Schweizeri-
sches Zivilprozessrecht, Zürich 2010, S. 470; vgl. auch Freiburghaus/Afheldt, 

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a.a.O., N 13 ff. zu Art. 319 ZPO). Gemäss Praxis des Kantonsgerichts von 
Graubünden ist dabei der Lehrmeinung Freiburghaus/Afheldt zu folgen, wonach 
ausserhalb der drohenden Nachteile rechtlicher Natur auch tatsächliche Nachteile 
genügen, sofern die Lage der betroffenen Partei durch den angefochtenen Ent-
scheid erheblich erschwert wird (vgl. Entscheide der Schuldbetreibungs- und Kon-
kurskammer des Kantonsgerichts von Graubünden KSK 13 53 vom 7. Januar 
2014 E. 3 sowie der I. Zivilkammer ZK1 12 12 vom 2. Juli 2012 E. 1bb; Urteil der 
II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK2 11 41 vom 6. Oktober 
2011 E. 2a).

d/aa) Das Rügeprinzip, welches das gesamte Beschwerdeverfahren beherrscht, 
gilt auch in Bezug auf die Eintretensvoraussetzungen. Ist eine prozessleitende 
Verfügung, wie im vorliegenden Fall, nur unter der Voraussetzung von Art. 319 
lit. b Ziff. 2 ZPO anfechtbar, muss in der Beschwerdeschrift substantiiert dargelegt 
werden, inwiefern der betroffenen Partei ein nicht leicht wiedergutzumachender 
Nachteil droht. Dies bedingt einerseits die konkrete Umschreibung des mit der 
Verfügung verbundenen erheblichen Nachteils und andererseits Ausführungen zur 
Frage, warum sich dieser Nachteil später nicht mehr leicht wiedergutmachen las-
sen soll (vgl. dazu Entscheide der I. und II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK1 13 116 vom 8. Januar 2014 E. 2.b und ZK2 13 8 vom 13. März 
2013 E. 1b).

d/bb) Dieser Rügepflicht kommt die Beschwerdeführerin vorliegend nicht nach. 
Inwiefern ihr durch die prozessleitende Verfügung, welche insbesondere einen 
Gutachtensauftrag enthält, ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht, 
legt sie in ihrer Beschwerde nicht dar und geht in keiner Weise auf die Vorausset-
zungen der Anfechtbarkeit der prozessleitenden Verfügung ein. Damit vermag die 
Beschwerde den Begründungsanforderungen in Bezug auf das Vorliegen eines 
drohenden nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils nicht zu genügen, wes-
halb auf die Beschwerde grundsätzlich nicht eingetreten werden kann. Nichtsdes-
totrotz ist im Folgenden zu prüfen, ob aus den Vorbringen der Beschwerde-
führerin, dass zu Unrecht eine Expertise angeordnet worden sei sowie dass eine 
Kindesvertretung hätte bestellt werden müssen, implizit das Vorliegen eines ent-
sprechenden Nachteils hervorgeht.

d/cc)  Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu Recht festhält, ist 
das Kindeswohl für die Zuteilung der elterlichen Obhut der entscheidende Ge-
sichtspunkt. Aufgrund der in familienrechtlichen Angelegenheiten bezüglich Kin-

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derbelangen geltenden uneingeschränkten Untersuchungsmaxime erforscht das 
Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Es ist dabei 
nicht nur berechtigt, sondern geradezu verpflichtet, alle nötigen Abklärungen zu 
treffen und die erforderlichen Beweismittel zu erheben (Jonas Schweighauser, in: 
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2013, N 9 ff. zu Art. 296 ZPO). Gemäss 
Art. 183 Abs. 1 ZPO kann das Gericht auf Antrag einer Partei oder von Amtes we-
gen bei einer sachverständigen Person ein Gutachten einholen. Gerade in Fragen 
der Obhutszuteilung ist der Richter oftmals auf die Meinung von Fachpersonen 
angewiesen, da die eigene Fachkenntnis zur sachgerechten Beurteilung des Fal-
les nicht ausreicht (vgl. Daniel Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2013, N 19 zu 
Art. 296 ZPO mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüg-
lich vor, dass die Einholung eines Gutachtens nicht erforderlich sei. Ihr betreuen-
der Arzt, Dr. med. C._____, könne zu ihrem aktuellen gesundheitlichen Befinden, 
welches im Übrigen sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht gut sei, 
befragt werden und diesbezüglich direkt Auskunft erteilen. Es liegt im pflicht-
gemässen Ermessen des Gerichts, zu beurteilen, ob die Einholung eines Gutach-
tens im Einzelfall sinnvoll ist (Schweighauser, a.a.O., N 20 zu Art. 296 ZPO und 
Steck, a.a.O., N 18 zu Art. 296 ZPO mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin geht es aber 
nicht nur um ihr gesundheitliches Befinden, sondern insgesamt um das Kindes-
wohl; der betreuende Arzt könnte sich gerade nicht zu den dem Gutachter unter-
breiteten Fragen wie der Bindungsqualität des Sohnes zu den beiden Elternteilen, 
den persönlichen Betreuungsmöglichkeiten, der Regelung des persönlichen Ver-
kehrs sowie der Anordnung von allfälligen Massnahmen äussern. Warum die Ein-
holung eines Gutachtens betreffend die Frage der Obhutszuteilung über den ge-
meinsamen Sohn A._____ bzw. die Erteilung des Gutachtensauftrags an sich – 
bevor das Gutachten überhaupt vorliegt – für die Beschwerdeführerin bereits ei-
nen Nachteil, der darüber hinaus nicht leicht wiedergutzumachen wäre, darstellen 
soll, ist nicht ersichtlich.

Ferner wurde der Beschwerdeführerin in Zusammenhang mit dem Gutachtensauf-
trag gemäss Dispositivziffer 3 der angefochtenen Verfügung unter Beachtung von 
Art. 185 Abs. 2 ZPO Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Stellung von Anträ-
gen eingeräumt. Die Parteien werden auch nach Erstattung des Gutachtens auf-
grund des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs nochmals Gelegenheit erhalten, 
Erläuterungen zu beantragen oder Zusatzfragen zu stellen (vgl. Art. 187 Abs. 4 

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ZPO). Umso mehr ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführerin durch die 
Anordnung der Expertise ein später nicht mehr leicht wiedergutzumachender 
Nachteil drohen sollte.

d/dd) Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vorinstanz als ersten 
Schritt eine Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 f. ZPO hätte einsetzen müs-
sen, da beide Elternteile die Zuteilung der elterlichen Obhut über den Sohn 
A._____ je für sich beantragen würden. Die Nichtanordnung einer Vertretung 
kann, sofern das urteilsfähige Kind einen entsprechenden Antrag gestellt hat, von 
diesem gemäss Art. 299 Abs. 3 ZPO ausdrücklich mittels Beschwerde (nach 
Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO) angefochten werden. Den Eltern hingegen steht lediglich 
ein Beschwerderecht nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO zur Verfügung (Blickenstorfer, 
a.a.O., N 34 zu Art. 319 ZPO). Zu prüfen bleibt somit, ob die Nichtanordnung einer 
Kindesvertretung nach Art. 299 Abs. 1 ZPO für die Beschwerdeführerin einen nicht 
leicht wiedergutzumachenden Nachteil zu begründen vermag. Dies ist insoweit zu 
präzisieren, als dass die Vorinstanz bis anhin weder einen gutheissenden noch 
einen ablehnenden Entscheid betreffend die Anordnung einer Kindesvertretung 
getroffen hat. Die Beschwerdeführerin hätte im Sinne von Art. 299 Abs. 2 lit. b 
ZPO bei der Vorinstanz direkt einen entsprechenden Antrag auf Vertretung stellen 
können bzw. kann diesen noch immer stellen, woraufhin das Gericht die Anord-
nung einer Kindesvertretung prüfen und mittels prozessleitender Verfügung be-
gründen müsste (vgl. Schweighauser, a.a.O., N 14 zu Art. 299 ZPO; vgl. Steck, 
a.a.O., N 12 zu Art. 299 ZPO). Infolge des geltenden Offizialgrundsatzes (Art. 296 
Abs. 3 ZPO) hat das Gericht indes von Amtes wegen zu untersuchen, ob allfällige 
Anhaltspunkte bestehen, die eine Kindesvertretung erforderlich erscheinen lassen 
(Schweighauser, a.a.O., N 9 zu Art. 299 ZPO). Liegt einer der in Art. 299 Abs. 2 
ZPO aufgezählten Konstellationen vor, muss der Richter die Anordnung einer Ver-
tretung prüfen (Urteil des Bundesgerichts 5A_465/2012 vom 18. September 2012 
E. 4.1.2; Stefanie Pfänder Baumann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DI-
KE-Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, Zürich 2011, N 2 zu Art. 299 
ZPO; Steck, a.a.O., N 6 zu Art. 299 ZPO). Im vorliegenden Fall besteht aufgrund 
der unterschiedlichen Anträge der Eltern bezüglich der Obhutszuteilung gestützt 
auf Art. 299 Abs. 2 lit. a ZPO eine Vermutung, dass eine Kindesvertretung indiziert 
ist (Schweighauser, a.a.O., N 14 zu Art. 299 ZPO; Steck, a.a.O., N 12 zu Art. 299 
ZPO). Die Kindesvertretung kann zum Schutze des Kindes jederzeit angeordnet 
werden, insbesondere bei Bestehen eines Interessenkonfliktes zwischen ihm und 
den Eltern, wobei die Unterstützungsbedürftigkeit auch erst im Laufe des Verfah-
rens durch eine lange Prozessdauer geweckt werden kann (vgl. Schweighauser, 

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a.a.O., N 11 und N 14 zu Art. 299 ZPO). Entgegen der Auffassung der Beschwer-
deführerin stellt die Einsetzung einer Vertretungsperson daher nicht zwingend den 
ersten Schritt und die einzig zulässige Vorgehensmöglichkeit dar; ob und wann ein 
Vertreter einzusetzen ist, liegt vielmehr im Ermessen des Gerichts (Urteile des 
Bundesgerichts 5A_465/2012 vom 18. September 2012 E. 4.1.2; 5A_619/2007 
vom 28. Februar 2008 E. 4.1; 5A_735/2007 vom 28. Januar 2008 E. 4.1; vgl. auch 
Steck, a.a.O., N 11 zu Art. 299 ZPO). Die Vorinstanz wird jedoch aufgrund der 
unterschiedlichen Anträge der Eltern bezüglich der Obhutszuteilung zumindest 
eine entsprechende Prüfung vorzunehmen haben. Die Einholung eines Gutach-
tens steht der Anordnung einer Kindesvertretung nicht entgegen bzw. lässt diese 
nicht von vornherein als überflüssig erscheinen (vgl. Steck, a.a.O., N 15 zu 
Art. 299 ZPO). Aufgrund des Gesagten erwächst der Beschwerdeführerin aus dem 
Umstand, dass bisher (noch) keine Kindesvertretung angeordnet wurde, ebenfalls 
kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil. Die Prüfung einer Vertretung 
und – sollte dies zum Schutz des Kindes notwendig sein – deren Anordnung kann 
von der Vorinstanz im anhängigen Eheschutzverfahren ohne Weiteres noch vor-
genommen werden.

e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mangels Vorliegens eines nicht 
leicht wiedergutzumachenden Nachteils im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO 
bzw. mangels hinreichender Begründung desselben auf die Beschwerde nicht 
eingetreten werden kann.

3. Unbesehen davon, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, bleibt in 
Bezug auf das anwendbare Verfahren Folgendes zu bemerken: Wie dargelegt ist 
die prozessleitende Verfügung nach dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin 
aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie 
im Sinne von Art. 295 ZPO im vereinfachten Verfahren behandelt werde. Vorlie-
gendenfalls gelte das vereinfachte Verfahren und die Art. 183 ff. ZPO betreffend 
Sachverständigengutachten seien nicht anwendbar. Art. 295 ZPO statuiert den 
Grundsatz, dass bei Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten das 
vereinfachte Verfahren für selbständige Klagen gilt. Als selbständige Klagen sind 
etwa die Unterhaltsklagen oder die Klagen betreffend Feststellung und Anfechtung 
des Kindesverhältnisses wie auch die Adoptionsanfechtungsklage zu nennen 
(Steck, a.a.O., N 5 zu Art. 295 ZPO). Falls jedoch keine selbständige Klage vor-
liegt, sondern Kinderbelange Gegenstand von eherechtlichen Klagen im Ehe-
schutz- oder Scheidungsverfahren bilden, ist Art. 295 ZPO nicht anwendbar und 
zwar auch dann nicht, wenn es in diesem Verfahren nur um die Kinderbelange 

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geht (Schweighauser, a.a.O., N 7 zu Art. 295 ZPO; vgl. auch Steck, a.a.O., N 7 zu 
Art. 295 ZPO und Gehri, a.a.O., N 3 zu Art. 295 ZPO). Die Beschwerdeführerin 
verkennt, dass es sich vorliegend nicht um eine selbständige Klage handelt, son-
dern die Zuteilung der elterlichen Obhut über den gemeinsamen Sohn im Rahmen 
des eingeleiteten Eheschutzverfahrens erfolgt. Art. 295 ZPO findet folglich auf den 
vorliegenden Fall keine Anwendung.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden gestützt auf Art. 10 Abs. 1 
und Art. 13 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (VGZ; BR 
320.210) auf CHF 500.-- festgesetzt. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die 
Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nichteintreten gilt die kla-
gende Partei als unterliegend. Somit hat die Beschwerdeführerin die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens von CHF 500.-- zu tragen. Vor dem Hintergrund, dass dem 
Beschwerdegegner aufgrund des Verzichts auf die Einholung einer Stellungnahme 
in diesem Verfahrensabschnitt kein Aufwand entstanden ist, wird auf die Zuspre-
chung einer ausseramtlichen Entschädigung verzichtet.

5. Die vorliegende Beschwerde erweist sich infolge Fehlens einer Eintretens-
voraussetzung (Fehlen eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils bzw. 
Fehlen einer hinreichenden Begründung desselben) als offensichtlich unzulässig, 
weshalb der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 
173.000) und Art. 11 Abs. 2 der Verordnung über die Organisation des Kantonsge-
richts (KVG; BR 173.100) in einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 500.-- gehen zu Lasten 
der Beschwerdeführerin.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 
72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: