# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08708b95-dac9-5732-a921-bd09e660047e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.04.2022 SK 2021 292
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-292_2022-04-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 292

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. April 2022 

Besetzung Oberrichterin Bratschi (Präsidentin), Oberrichter Schmid, 
Oberrichter Josi
Gerichtsschreiber Stähli

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

C.________ AG

Zivilklägerin

Gegenstand Diebstahl, versuchte Erpressung, Sachbeschädigung, etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 16. April 2021 (PEN 20 799)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; nachfol-
gend Vorinstanz) fällte betreffend A.________ (nachfolgend Beschuldigter) am 16. 
April 2021 das folgende Urteil (pag. 4089 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich mehrfach begangen vom 
November 2017 bis am 16.04.2018 in Bern, durch Konsum von Kokain und Methamphetamin,

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:
1. von der Anschuldigung der Gehilfenschaft zum versuchten qualifizierten Raub, angeblich 

bandenmässig sowie unter Offenbarung einer besonderen Gefährlichkeit begangen, eventuell 
Gehilfenschaft zum versuchten einfachen Raub, in der Zeit vom 18.12.2017 bis am 
20./21.12.2017 in Bern,

2. von der Anschuldigung der versuchten Erpressung, eventuell der versuchten Nötigung, an-
geblich mehrfach begangen am 05.03.2019 in Ostermundigen und Bern zum Nachteil von 
D.________,

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 3'625.00 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte,

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 5’748.00 und Auslagen von CHF 1’101.00, insgesamt bestimmt auf CHF 6'849.00, an den 
Kanton Bern.

III. 

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:
1. der Geldwäscherei, gemeinsam mit E.________ sowie einer weiteren Person begangen im Au-

gust 2017 in Bern und Biel (Deliktssumme CHF 17'820.40),
2. der Begünstigung, mehrfach und gemeinsam mit einer weiteren Person begangen im Zeitraum 

vom 17.12.2017 bis zum 28.12.2017 in Bern, 
3. der Gehilfenschaft zum vollendeten und versuchten Diebstahl, mehrfach begangen in der 

Zeit vom 18.12.2017 bis am 22./23.12.2017 in Bern und K.________, 
4. der Gehilfenschaft zur Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 22./23.12.2017 in Bern, 
5. der Gehilfenschaft zum Hausfriedensbruch, mehrfach begangen am 22./23.12.2017 in Bern, 
6. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen vom 

17.04.2018 bis am 09.11.2019 in Bern, durch Konsum von Kokain und Methamphetamin,
7. des Ungehorsams im Betreibungsverfahren, mehrfach begangen am 25.09.2019 und am 

02.10.2019 in Ostermundigen,

3

und in Anwendung der 
Art. 22, 25, 40, 47, 49 Abs. 1 und 2, 66a Abs. 2, 106, 139 Ziff. 1, 144 Abs. 1, 186, 305 Abs. 1, 305bis 
Ziff. 1 und 323 StGB
Art. 19a BetmG  
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten, als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichtes 
Bern-Mittelland vom 02.03.2018.
Die Polizeihaft von insgesamt 3 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 4 Tage festgesetzt.

3. Auf die Anordnung einer Landesverweisung wird verzichtet.
4. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-

bühren von CHF 13’412.00 und Auslagen von CHF 2'568.95, insgesamt bestimmt auf 
CHF 15’980.95 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

[…]

IV.

Es wird festgestellt, dass die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt F.________ (Mandat sistiert) mit Verfügung des Regionalgerichtes Bern-
Mittelland vom 15.12.2020 bereits wie folgt bestimmt worden ist: 
[…]
Der Kanton Bern entschädigte Rechtsanwalt F.________ darauf basierend mit CHF 23'729.20. Auf 
das Nachforderungsrecht wurde durch Rechtsanwalt F.________ verzichtet.

Mit derselben Verfügung wurde festgestellt, dass über die allfällige Rückzahlungsverpflichtung von 
A.________ gegenüber dem Kanton im Endurteil entschieden wird. 

Aufgrund des lediglich teilweisen Schuldspruches hat A.________ dem Kanton Bern die ausgerichte-
te amtliche Entschädigung in der Höhe von CHF 16'610.45 zurückzuzahlen, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

V.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 126 StPO weiter verurteilt: 

Zur Bezahlung von CHF 632.70 Schadenersatz an die Privatklägerin C.________ AG.

In Anbetracht der unzureichenden Begründung wird die Zivilklage der Privatklägerin C.________ AG 
soweit weitergehend auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO).

VI.

Weiter wird beschlossen:
1. Eine allfällige schriftliche Begründung kostet zusätzliche CHF 1'200.00.
2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- Notizzettel
- 1 Machete mit Sägeschliff (Typ SOG SOGFARI)
- 1 SIM-Kartenhalter Talk
- Mobiltelefon Huawei, blau
- Mobiltelefon Wiko, schwarz
- Mobiltelefon Samsung, grau

4

- PostFinance-Karte, lautend auf A.________
- „Kopie“ Ausweis A.________
- SIM-Karte

3. Die zwei sichergestellten Schriftenproben werden zu den Akten erkannt.
4. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN 1.________ und PCN 

2.________) ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 
4 DNA-ProfilG).

5. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland mit 
Eingabe vom 19. April 2021 fristgerecht Berufung an (pag. 4104). Darauf folgte mit 
Eingabe vom 22. Juli 2022 die ebenfalls fristgerechte Berufungserklärung durch die 
Generalstaatsanwaltschaft (pag. 4194). 

Die Verteidigung liess mit Eingabe vom 16. August 2021 vernehmen, dass keine 
Anschlussberufung erklärt und keine Gründe für ein Nichteintreten geltend gemacht 
werden (pag. 4207). 

Von der Zivilklägerin ging innert Frist keine Stellungnahme ein. 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden die Vollzugsaufträge bzw. Einweisungsverfügungen 
über den sich wegen anderer Urteile im Strafvollzug befindenden Beschuldigten 
eingeholt (datierend vom 18. September 2020, pag. 4199 ff.; datierend vom 
18. November 2021, pag. 4232 ff.). Ferner wurde der Austrittsbericht aus der Jus-
tizvollzugsanstalt Thorberg (datierend vom 7. Dezember 2021; pag. 4247 ff.) ediert. 

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurde über den Beschuldig-
ten ein aktueller Vollzugsbericht der JVA Witzwil (datierend vom 18. März 2022; 
pag. 4251 ff.) eingeholt. 

4. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte an der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung Folgendes (pag. 4272 ff.): 

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Dreier-
besetzung) vom 16. April 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Strafverfahrens wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom November 2017 bis am 16. April 2018 in 
Bern, durch Konsum von Kokain und Methamphetamin, ohne Ausrichtung einer Entschädigung 
und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

2. des Freispruchs von der Anschuldigung der Gehilfenschaft zum versuchten qualifizierten Raub, 
angeblich bandenmässig sowie unter Offenbarung einer besonderen Gefährlichkeit begangen, 

5

eventuell Gehilfenschaft zum versuchten einfachen Raub, in der Zeit vom 18. Dezember 2017 
bis am 20./21. Dezember 2017 in Bern;

3. des Schuldspruchs wegen

3.1 Geldwäscherei, gemeinsam mit E.________ sowie einer weiteren Person begangen im 
August 2017 in Bern und Biel;

3.2 Begünstigung, mehrfach und gemeinsam mit einer weiteren Person begangen in der Zeit 
vom 17. Dezember 2017 bis zum 28. Dezember 2017 in Bern;

3.3 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit 
vom 17. April 2018 bis am 9. November 2019 in Bern, durch Konsum von Kokain und 
Methamphetamin;

3.4 Ungehorsams im Betreibungsverfahren, mehrfach begangen am 25. September 2019 
und am 2. Oktober 2019 in Ostermundigen;

4. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00 unter Festsetzung der Ersatzfrei-
heitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 4 Tage. 

5. der Verfügung, wonach

5.1 folgende Gegenstände zur Vernichtung eingezogen werden (Art. 69 StGB):
- Notizzettel
- 1 Machete mit Sägeschliff (Typ SOG SOGFARI)
- 1 SIM-Kartenhalter Talk
- Mobiltelefon Huawei, blau
- Mobiltelefon Wiko, schwarz
- Mobiltelefon Samsung, grau
- PostFinance-Karte, lautend auf A.________
- «Kopie» Ausweis A.________
- SIM-Karte

5.2 die zwei sichergestellten Schriftenproben zu den Akten erkannt werden. 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des vollendeten und versuchten bandenmässigen Diebstahls, mehrfach und gemeinsam began-
gen mit G.________, H.________, I.________ und J.________ in der Zeit vom 18. Dezember 
2017 bis am 23. Dezember 2017 in Bern und K.________;

2. der versuchten räuberischen Erpressung, begangen am 5. März 2019 in Ostermundigen und 
Bern z.N. von D.________;

3. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen gemeinsam mit G.________, H.________, 
I.________ am 22./23. Dezember 2017 in Bern;

4. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen gemeinsam mit G.________, H.________, 
I.________ am 22./23. Dezember 2017 in Bern;

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen, insbesondere Art. 139 Ziff. 3 
und 156 Ziff. 3 StGB

zu verurteilen:

6

1. zu einer Freiheitsstrafe von 29.5 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Regional-
gerichts Bern-Mittelland vom 2. März 2018 sowie unter Anrechnung der ausgestandenen Poli-
zeihaft von 3 Tagen;

2. zu einer ambulanten Massnahme gemäss Art. 63 StGB während und nach dem Vollzug der 
Freiheitsstrafe;

3. zu einer Landesverweisung von 7 Jahren;

4. zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. Auslagen) im Umfang von 
CHF 18'263.95 und der gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemes-
sene Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) an-
zuordnen.

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN 1.________ und PCN 
2.________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 
17 Abs. 1 DNA-Profil-Gesetz). 

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 
Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

Fürsprecher B.________ stellte namens des Beschuldigten die folgenden Anträge 
(pag. 4266 ff.): 

I.

Es sei festzustellen, dass das Verfahren gegen A.________, ngt., in Rechtskraft erwachsen ist, so-
weit A.________

freigesprochen wurde

von der Anschuldigung der Gehilfenschaft zum versuchten qualifizierten Raub, angeblich ban-
denmässig sowie unter Offenbarung einer besonderen Gefährlichkeit begangen, eventuell Gehilfen-
schaft zum versuchten einfachen Raub, in der Zeit vom 18.12.2017 bis am 20./21.12.2017 in Bern, 
sowie dass er

schuldig gesprochen wurde

1. der Geldwäscherei, gemeinsam mit E.________ sowie einer weiteren Person begangen im Au-
gust 2017 in Bern und Biel (Deliktssumme CHF 17'820.40),

2. der Begünstigung, mehrfach und gemeinsam mit einer weiteren Person begangen im Zeitraum 
vom 17.12.2017 bis zum 28.12.2017 in Bern,

3. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen vom 
17.04.2018 bis am 09.11.2019 in Bern, durch Konsum von Kokain und Methamphetamin,

4. des Ungehorsams im Betreibungsverfahren, mehrfach begangen am 25.09.2019 und am 
02.10.2019 in Ostermundigen.

7

II.

A.________, geb. A.________1992, von Nordmazedonien, zurzeit JVA Thorberg, sei

frei zu sprechen

von der Anschuldigung der versuchten Erpressung, eventuell der versuchten Nötigung, angeblich 
mehrfach begangen am 05.03.2019 in Ostermundigen und Bern zum Nachteil von D.________;

unter Ausrichtung einer Entschädigung für die angemessene Ausübung seiner Verteidigungsrechte 
sowie unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Kanton Bern.

III.

A.________, vgt., sei hingegen

schuldig zu erklären

1. der Gehilfenschaft zum vollendeten und versuchten Diebstahl, mehrfach begangen in der 
Zeit vom 18.12.2017 bis am 22./23.12.2017 in Bern und K.________,

2. der Gehilfenschaft zur Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 22./23.12.2017 in Bern,

3. der Gehilfenschaft zum Hausfriedensbruch, mehrfach begangen am 22./23.12.2017 in Bern

und er sei in Anwendung der massgeblichen Bestimmungen

zu verurteilen

1. zu einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten,

unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft von drei Tagen;

als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 02.03.2018;

2. zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe im Falle schuldhafter 
Nichtbezahlung sei auf 4 Tage festzusetzen,

teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 02.03.2018;

3. zu den anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten

IV.

Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei zu verzichten.

V.

1. Die Verfahrenskosten vor oberer Instanz seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

2. Es seien die notwenigen Verfügungen zu treffen

3. Es sei das Honorar der amtlichen Verteidigung gerichtlich festzusetzen. 

Die Zivilklägerin war von der Teilnahme an der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung dispensiert, blieb dieser fern und stellte keine Anträge. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft ist beschränkt (pag. 4195). Zu über-
prüfen sind der Freispruch von der Anschuldigung der versuchten Erpressung, 
eventuell der versuchten Nötigung (Ziff. II.2.) und die Schuldsprüche wegen Gehil-

8

fenschaft zum vollendeten und versuchten Diebstahl (Ziff. III.3.), Gehilfenschaft zu 
Sachbeschädigung (Ziff. III.4.) sowie Gehilfenschaft zu Hausfriedensbruch 
(Ziff. III.5. des erstinstanzlichen Urteils). Ferner ist eine neue Strafzumessung vor-
zunehmen und die Anordnung der Landesverweisung zu prüfen. Weiter sind die 
Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und oberinstanzlichen Verfahrens zu 
regeln. Nicht der Rechtskraft zugänglich und damit ebenfalls zu überprüfen sind die 
vorinstanzlichen Verfügungen betreffend Zustimmung zur Löschung des vom Be-
schuldigten erstellten DNA-Profils und der erhobenen biometrischen Daten 
(Ziff. VI.4.-5. des erstinstanzlichen Urteils). 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer Berufungserklärung die Anord-
nung einer ambulanten vollzugsbegleitenden Behandlung (pag. 4195). Der an der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung gestellte Antrag auf Anordnung einer ambu-
lanten Massnahme gemäss Art. 63 StGB während und nach dem Vollzug der Frei-
heitsstrafe stellt nach Ansicht der Kammer eine nachträgliche Erweiterung der Be-
rufung dar und ist unzulässig (Art. 399 Abs. 3 Bst. b i.V.m. Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Anders verhält es sich betreffend die Ausschreibung einer allfälligen Landesver-
weisung im Schengener Informationssystem (SIS). Diese unterliegt – wie auch die 
Landesverweisung selbst – nicht dem Anklageprinzip und muss vom Gericht unab-
hängig von einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft geprüft werden 
(BGE 146 IV 172 Regeste). Dass die Generalstaatsanwaltschaft in der Berufungs-
erklärung (noch) keine SIS-Ausschreibung beantragt hat (pag. 4196), hindert die 
Kammer nicht an einer allfälligen Anordnung. 

Es ist festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwach-
sen ist, als das Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz (bis 16. April 2018) – ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Aus-
scheidung von Verfahrenskosten – eingestellt wurde (Ziff. I.), der Beschuldigte von 
der Anschuldigung der Gehilfenschaft zum versuchten qualifizierten Raub, eventu-
ell Gehilfenschaft zum versuchten einfachen Raub freigesprochen wurde 
(Ziff. II.2.), hingegen der Geldwäscherei, der Begünstigung, der Widerhandlung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz (vom 17. April 2018 bis 9. November 2019) und 
des Ungehorsams im Betreibungsverfahren schuldig erklärt wurde (Ziff. III.1.-2. und 
Ziff. III.6.-7. des erstinstanzlichen Urteils). Weiter rechtskräftig sind die Übertre-
tungsbusse (Ziff. V.2.), die Verfügungen im Zivilpunkt (Ziff. V.) sowie die Verfügun-
gen hinsichtlich der Einziehung zur Vernichtung mehrerer Gegenstände (Ziff. VI.2.) 
und das Belassen zweier Schriftproben bei den Akten (Ziff. VI.3. des erstinstanzli-
chen Urteils).

Die Kammer prüft das erstinstanzliche Urteil in den angefochtenen Punkten mit vol-
ler Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Aufgrund der Berufung durch die Staatsanwaltschaft gilt das Ver-
schlechterungsverbot nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario); das Urteil darf in den 
angefochtenen Punkten zuungunsten des Beschuldigten abgeändert werden. 

9

II. Vorwurf gemäss Ziff. 3 AKS

6. Sachverhalt gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 3 der Anklageschrift vom 20. Oktober 2020 ban-
denmässiger, eventuell einfacher Diebstahl, mehrfach und teilweise versucht be-
gangen, sowie mehrfache Sachbeschädigung und mehrfacher Hausfriedensbruch, 
eventuell Gehilfenschaft zu alledem vorgeworfen, alles begangen in der Zeitspanne 
vom 18. Dezember 2017 bis am 22./23. Dezember 2017 in Bern, K.________ und 
anderenorts zugunsten von G.________ (separates Verfahren), H.________ (se-
parates Verfahren) und J.________ (separates Verfahren) durch folgendes Tatvor-
gehen (pag. 3861 f.; vgl. zur Qualifikation der Anklageschrift als Alternativanklage 
E. 11.4.2 unten): 

A.________ beteiligte sich an Einbruchdiebstählen von G.________, H.________ und J.________ – 
eventualiter war er Mitinitiator derselben –, indem er im Hinblick darauf Planskizzen der Liegenschaf-
ten, d.h. des Aussen- und Innenbereichs der Firmen L.________ (Firma) an der M.___-strasse in 
Bern und N.________ (AG) in K.________ – welche er gut kannte, da er in diesen zuvor gearbeitet 
hatte – erstellte, und welche H.________ anschliessend als Vorlage benutzte und verbesserte. Ge-
stützt auf diese Vor- und Schlussskizzen, beziehungsweise unter Verwendung derselben, nach zu-
sätzlichen weiteren mündlichen Tipps beziehungsweise Informationen von A.________ und nach er-
folgter Rekognoszierung vor Ort in Anwesenheit von A.________, fanden schliesslich die nachfolgen-
den Einbruchdiebstähle, beziehungsweise Versuche dazu statt: 

• Zur Firma N.________(AG) in K.________: Diesbezüglich begleitete A.________ G.________ 
und H.________ zu einem unbekannten Zeitpunkt zwischen dem 18.12.2017 und dem 
20./21.12.2017 zwecks Rekognoszierung bis vor Ort. Später, am 20./21.12.2017 fand hierauf mit 
Hilfe der Vorskizzen und der Tipps und Informationen von A.________ ein Einbruchsversuch in 
die Firma N.________(AG) in K.________ statt. G.________ und J.________ betraten das Fir-
mengelände während H.________ in unmittelbarer Nähe in seinem Wagen wartete. Die beiden 
wurden aber nach dem Passieren einer unverschlossenen Metalltüre von Bewegungsmeldern er-
fasst, worauf das Licht anging und eine Alarmanlage aktiviert wurde, weshalb sie unverrichteter 
Dinge flüchten mussten (versuchter Diebstahl).

Höhe der hierfür versprochenen oder erhaltenen Entschädigung unbekannt - eventuell keine, da 
ohnehin am Deliktserlös der durch G.________ und den weiteren Mitbeteiligten in der Schweiz 
beabsichtigten und begangenen Straftaten als Mitinitiator beteiligt.

• Zur Firma L.________(Firma) an der M.___-strasse in Bern: Diesbezüglich gab A.________ In-
formationen an G.________ und H.________, wie man in das Gebäude der Firma gelangen konn-
te - hierbei nannte er auch die Möglichkeit, dies über einen Lift zu tun, wobei es dazu möglicher-
weise einen Schlüssel benötige und er sich im Keller verstecken könne -, und begleitete er 
G.________ und H.________ nach einem oder zwei gescheiterten Versuchen zu einem unbe-
kannten Zeitpunkt zwischen dem 18.12.2017 und dem 20./21.12.2017 bis vor Ort um zu zeigen, 
wie man allenfalls doch noch in die Liegenschaft gelangen könnte. Der Erfolg trat am 
22./23.12.2017 ein, dies auch mit Hilfe der Vorskizzen und der Tipps und Informationen von 
A.________. G.________ gelang - während H.________ in seinem Wagen wartete und 
I.________ (separates Verfahren) ebenfalls Schmiere stand - nach der Beschädigung eines Fens-
ters (Sachschaden ca. CHF 200.--) in die Räumlichkeiten des O.________ (Institut), wo er ca. 
CHF 40.-- aus einer Kaffeekasse behändigte. Beim Eindringen in die Räumlichkeiten der Firma 

10

L.________(Firma) beschädigte dieser ein weiteres Fenster und das Eternitdach der Firma 
P.________ GmbH/C.________ AG (Gesamtsachschaden Fenster/Eternitdach ca. CHF 
4‘344.70). Dort behändigte er einen Computer (Packard Bell, EasyNote, schwarz, Wert: ca. CHF 
333.-) und eine Sporttasche (Kreabag, rot, Wert: ca. CHF 200.--). Hierbei verursachte G.________ 
beim Durchsuchen an den Einrichtungen und am Mobiliar Sachschäden im Umfang von ca. CHF 
8‘180.- (Fenster ca. CHF 2‘000.--, Rollschränke ca. CHF 4‘330.--, Korpusse CHF 1‘850.-) (Dieb-
stahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, teilweise mehrfach versucht sowie vollendet). 

Höhe der hierfür versprochenen oder erhaltenen Entschädigung unbekannt - eventuell keine, da 
ohnehin am Deliktserlös der durch G.________ und den weiteren Mitbeteiligten in der Schweiz 
beabsichtigten und begangenen Straftaten als Mitinitiator beteiligt

7. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz attestierte dem Beschuldigten eine weitergehende Beteiligung an 
den Einbruchdiebstählen, als seine an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ein-
gestandene Rolle als Tippgeber. Gemäss den Aussagen von H.________ und 
G.________ habe er tatrelevante Informationen über die Einbruchsziele geliefert. 
Er habe ausserdem bei der Erstellung von Planskizzen mitgewirkt und diese teil-
weise selbst angefertigt (zum Ganzen Ziff. II.2.4.3. des erstinstanzlichen Urteilsmo-
tivs; pag. 4146 ff.). 

8. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Sowohl die Verteidigung als auch die Generalstaatsanwaltschaft verwiesen oberin-
stanzlich auf das Beweisergebnis der Vorinstanz (pag. 4294 ff.; pag. 4299 ff.). Der 
Beschuldigte hingegen gestand an der oberinstanzlichen Einvernahme lediglich 
ein, dass er Tipps für die Einbrüche bei seinen früheren Arbeitgebern gegeben ha-
be (pag. 4065, Z. 32; pag. 4284, Z. 9 f.). Er stritt jegliche weitere Beteiligung sowie 
das Erstellen der Planskizzen ab (pag. 4065, Z. 32 f.; pag. 4289, Z. 27 f.). 

Zu prüfen sind somit die Tatbeiträge des Beschuldigten, namentlich ob er im Wis-
sen um die geplanten Einbrüche Informationen über die Einbruchsziele weiterge-
geben und Planskizzen angefertigt hat. Die Einbrüche bzw. Einbruchsversuche 
sind hingegen unstrittig.

9. Beweiswürdigung der Kammer

Die Verteidigung und die Generalstaatsanwaltschaft verwiesen im Grundsatz auf 
die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (E. 8 oben). Die Kammer kann sich 
der (sorgfältigen und korrekten) vorinstanzlichen Beweiswürdigung ebenfalls an-
schliessen, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen wird (Ziff. II.2.4.3. des erstin-
stanzlichen Urteilsmotivs; pag. 4146 ff.). Die punktuell divergierenden Aussagen 
des Beschuldigten überzeugen nicht. Dazu kann vorab nach Ansicht der Kammer 
auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zum Aussageverhalten des Be-
schuldigten verwiesen werden (Ziff. II. 2.3.11.b. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 4128 f.):

Die anfänglichen Aussagen von A.________ basieren auf einer äusserst unglaubwürdigen Geschich-
te eines zufälligen Treffens zwischen ihm und G.________, anlässlich welchem er G.________, wel-
cher ihm zum damaligen Zeitpunkt völlig unbekannt gewesen sei, aus altruistischen Gründen habe 

11

helfen wollen und dabei mehrere hundert Franken von seinen spärlichen Einkünften investiert habe. 
Basierend auf Vorhalten der Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht (teils inkl. Vorlage von Beweis-
mitteln) änderte sich seine Geschichte und er gab an, das Zimmer im Auftrag von H.________ orga-
nisiert zu haben. Er habe diesem einen Gefallen tun wollen, resp. er sei verängstigt gewesen. Weder 
von den Diebstählen, noch vom Raub habe er etwas gewusst. Er sei davon ausgegangen, dass 
G.________ für den Kampfsport in die Schweiz gekommen sei. Anlässlich der Hauptverhandlung gab 
er zu, der Tippgeber der Einbruchdiebstähle gewesen zu sein, und somit Kenntnis von diesen Delik-
ten gehabt zu haben. Ansonsten sei er jedoch nicht in die Geschehnisse involviert gewesen. Gestän-
dig war der Beschuldigte damit lediglich im Umfang derjenigen Sachverhaltselemente, welche ihm be-
reits mit weiteren Beweisen haben nachgewiesen werden können. Zusammengefasst waren seine 
Aussagen unbeständig, über weite Teile unlogisch und verharmlosend. Sämtliche Schuld sieht er bei 
den Mitbeteiligten. Die eigene Rolle spielt er herunter, sofern er sich selbst überhaupt involviert sieht. 
Die Aussagen können als grundsätzlich nicht glaubhaft erachtet werden. 

Die Kammer konnte sich an der oberinstanzlichen Einvernahme selbst ein Bild ma-
chen. Der Beschuldigte versuchte sein Verhalten im Verfahren als einsichtig und 
reuig darzustellen. Er hob mit Nachdruck hervor, dass man zu seinen Fehlern ste-
hen müsse und er vor dem Regionalgericht geständig gewesen sei (pag. 4284, 
Z. 9 f.; pag. 4290, Z. 25 f.). Seine abenteuerlichen Erklärungsversuche in der Un-
tersuchung blendete er dabei komplett aus (vgl. auch pag. 4290, Z. 29 ff.). Er be-
hauptete vor der Kammer erneut, er habe nicht gewusst, zu welchem Zweck er ei-
ne Unterkunft für G.________ habe organisieren müssen; er habe lediglich im Auf-
trag von H.________ gehandelt und gedacht, G.________ komme fürs Training in 
die Schweiz (pag. 4290, Z. 2 f.). Dies ist aber mit dem – vom Beschuldigten akzep-
tierten – rechtskräftigen Schuldspruch wegen Begünstigung ganz und gar nicht zu 
vereinbaren (vgl. die Erwägungen der Vorinstanz in Ziff. II.2.4.2. des erstinstanzli-
chen Urteilsmotivs; pag. 4144 ff.). 

Nebst dem unglaubwürdigen Aussageverhalten des Beschuldigten und dem 
rechtskräftigen Schuldspruch wegen Begünstigung liegen zahlreiche weitere Be-
weise vor, die seine direkte Beteiligung an der Planung, Entschlussfassung und 
Organisation der Einbrüche belegen, vor allem sein Verhalten in der Untersuchung.  
Im Anschluss an seine Erstbefragung als Auskunftsperson am 22. Januar 2018 
(pag. 2433 ff.) wurde der Beschuldigte dabei beobachtet, wie er bei sich zuhause 4 
Kehrrichtsäcke holte und diese zur Entsorgung am Wohnort seiner Schwester aufs 
Trottoir stellte (pag. 3200 f.). Im sichergestellten Kehricht wurden 3 angesengte 
Planskizzen von den Einbruchszielen gefunden (pag. 3202 ff.). Seine Erklärungen, 
weshalb er den Kehricht unmittelbar nach seiner Einvernahme in rund 10 km Ent-
fernung entsorgen wollte, überzeugen nicht (vgl. pag. 2467; pag. 2490; pag. 4066, 
Z. 18 ff.; pag. 4067, Z. 1 ff.). Der zeitliche Zusammenhang zwischen seiner Erstbe-
fragung und der offenbar besonders dringenden Entsorgung liegt auf der Hand. 
Dem Beschuldigten war klar, was sich in den Kehrichtsäcken befand. Es ist be-
zeichnend, dass sich die Skizzen der Einbruchsziele in seiner Wohnung befanden. 
Die Darstellung seiner Rolle als blosser Tippgeber, der mit den Einbrüchen nichts 
weiter zu tun gehabt habe (pag. 4289, Z. 27 f.), ist nicht haltbar.

Getreu seinem unsteten Aussageverhalten machte der Beschuldigte geltend, er 
habe keine Kenntnis von den Skizzen gehabt und nicht bei deren Erstellung mitge-

12

wirkt (pag. 3594, Z. 564 ff.; pag. 4066, Z. 18 ff. und Z. 25 ff.). Erst vor der Kammer 
räumte er ein, dass H.________ die Skizzen auf Basis der von ihm gelieferten In-
formationen erstellt habe (pag. 4284, Z. 26 f.). Mit Blick auf den durchgeführten 
Schriftenvergleich entspricht dies nur teilweise der Wahrheit: lediglich eine der drei 
Planskizzen hatte H.________ gezeichnet. Die übrigen beiden Skizzen stammen, 
entgegen seinem Bestreiten, vom Beschuldigten selbst (pag. 3514 ff.; pag. 3518 f.). 
Im Vorfeld der Einbrüche gab er somit keinesfalls nur Tipps über mögliche Ein-
bruchsziele. Auf den Planskizzen sind präzise Wegbeschreibungen mit Orientie-
rungspunkten vermerkt, die zu einem vordefinierten Ziel führen. Das abgebildete 
Wissen kann nur dem Beschuldigten zugerechnet werden. Einzig er kannte die Ört-
lichkeiten, weil er früher dort gearbeitet hatte. Im Hinblick auf die beabsichtigen 
Einbrüche organisierte er für G.________ eine Unterkunft und liess ihn während 
seiner Ferienabwesenheit bei sich zuhause wohnen (vgl. dazu den akzeptierten 
und rechtskräftigen erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Begünstigung sowie die 
dazugehörigen Erwägungen in Ziff. II.2.4.2. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 4144 ff.). 

Seine Behauptung vor der Kammer, er habe erst von der Absicht zur Verübung von 
Einbruchdiebstählen erfahren und H.________ mögliche Ziele genannt, als sie ge-
meinsam G.________ abholen gegangen seien (pag. 4287, Z. 36 ff.), ist eine klare 
Schutzbehauptung. H.________ schilderte den Ablauf der Einbrüche und die Rolle, 
die der Beschuldigte darin spielte, glaubhaft und im Einklang mit den vorstehenden 
Erkenntnissen. Die beiden hatten Geldprobleme und kamen auf die Idee, einen 
Einbruch zu verüben (zum Ganzen pag. 3789 ff.). Der Beschuldigte brachte die 
Firma L.________(Firma), seinen früheren Arbeitgeber, ins Spiel und stellte eine 
stattliche Deliktsbeute in Aussicht. Da die beiden den Einbruch nicht selbst verüben 
wollten, zogen sie G.________ bei, dem der Beschuldigte eine Unterkunft organi-
sierte. Er instruierte gemeinsam mit H.________ den beigezogenen G.________, 
damit dieser den Plan erfolgreich in die Tat umsetzen konnte. Nachdem der erste 
Einbruch missglückte, traf sich die Gruppe erneut. Dabei nannte der Beschuldigte 
die Firma N.________(AG) in K.________ als mögliches weiteres Ziel und gab 
Anweisungen und Wegbeschreibungen, die auf einer Planskizze festgehalten wur-
den. Nachdem auch dieser Einbruch missglückte, wurde ein weiterer, erfolgreicher 
Versuch bei der L.________(Firma) unternommen (vgl. auch die übereinstimmen-
den Aussagen von G.________ pag. 2248 ff.). 

Angesichts der Tatbeiträge des Beschuldigten bestehen keine Zweifel über das 
Ausmass seiner Beteiligung an den Einbruchdiebstählen. Die Idee dazu hatten 
H.________ und der Beschuldigte gemeinsam (pag. 4289, Z. 17; übereinstimmend 
pag. 3790, Z. 79 ff.). Seine Tatbeiträge leistete er nicht nach Weisung von 
H.________, sondern eigenverantwortlich. Grund für das Vorhaben waren finanzi-
elle Schwierigkeiten. Durch die Einbrüche sollte der Beschuldigte bei H.________ 
bestehende Schulden tilgen (pag. 3790, Z. 79 ff.). Dass dieser sich mit 
CHF 5'000.00 das Schweigen des Beschuldigten habe erkaufen wollen (pag. 4284, 
Z. 35 f.), ist eine weitere Schutzbehauptung. 

13

10. Beweisergebnis

Die Kammer geht von folgendem erwiesenen Sachverhalt aus: 

Der Beschuldigte hatte bei seinem langjährigen Freund H.________ nicht begli-
chene Schulden, weshalb sei gemeinsam auf die Idee kamen, beim ehemaligen 
Arbeitgeber des Beschuldigten, bei der Firma L.________(Firma), einen Einbruch 
zu verüben. Da weder der Beschuldigte noch H.________ Erfahrungen in diesem 
Bereich aufweisen konnten, wandte man sich, über verschiedene Mittelsmänner, 
an G.________, welchem ein ordentlicher Gewinn versprochen wurde. 
G.________ reiste in der Folge am 18. Dezember 2017 in die Schweiz ein, wo er 
von H.________ beim Busbahnhof Neufeld abgeholt wurde. Nach einem gemein-
samen Essen gingen der Beschuldigte, H.________ und G.________ zusammen 
in die Wohngemeinschaft Q.________ (Quartier). Dieses Zimmer war zuvor durch 
den Beschuldigten organisiert worden. Anlässlich von (verschiedenen) Treffen zwi-
schen dem Beschuldigten, H.________ und G.________, wurden anhand der In-
formationen des Beschuldigten Skizzen der Einbruchsobjekte (Innen- und Aussen-
bereich) von der Firma L.________(Firma) und N.________(AG) AG erstellt. Nach 
(zumindest) einem missglückten Einbruchsversuch war der Beschuldigte bei der 
L.________(Firma) auch einmal persönlich vor Ort, um einen gangbaren Weg in 
die Gebäude zu finden. Da sich der Einbruch bei der L.________(Firma) schwieri-
ger als erwartet herausstellte, wurde ein Versuch bei der N.________(AG) AG ge-
startet, welcher jedoch wegen einer Alarm- sowie einer Lichtanlage misslang. Da-
bei gelangte man bis ins Gebäude, es entstand jedoch weder Sachschaden, noch 
konnte Beute gemacht werden. Bei einem erneuten Anlauf bei der 
L.________(Firma) gelangte G.________ via den Aufenthaltsraum des 
O.________ (Institut) in die Räumlichkeiten der L.________(Firma). Dabei entstand 
folgender Sachschaden respektive wurden folgende Gegenstände entwendet: 

Beschädigung eines Fensters (Sachschaden ca. CHF 200.--) in die Räumlichkeiten 
des O.________(Institut) und Entwenden der Kaffeekasse mit ca. CHF 40.--. In die 
Räumlichkeiten der Firma L.________(Firma) Beschädigung eines Fensters und 
des Eternitdachs der Firma P.________ GmbH/C.________ AG (Gesamtsach-
schaden Fenster/Eternitdach ca. CHF 4‘344.70). Behändigen eines Computers 
(Packard Bell, EasyNote, schwarz, Wert: ca. CHF 333.-) und einer Sporttasche 
(Kreabag, rot, Wert: ca. CHF 200.--). Beim Durchsuchen an den Einrichtungen und 
am Mobiliar entstand Sachschaden im Umfang von ca. CHF 8‘180.- (Fenster ca. 
CHF 2‘000.--, Rollschränke ca. CHF 4‘330.--, Korpusse CHF 1‘850.-). 

Am 21. Dezember 2017 reiste der Beschuldigte nach Mazedonien und in den Ko-
sovo und kehrte erst im neuen Jahr (2018) zurück. Am Tag der Abreise des Be-
schuldigten bezog G.________ Quartier in der Wohnung des Beschuldigten, worü-
ber dieser Bescheid wusste. Die eigentlichen Einbruchdiebstähle bei der 
L.________(Firma) wie auch bei der N.________(AG) in K.________ fanden somit 
ohne Beteiligung des Beschuldigten statt.

14

11. Rechtliche Würdigung zu Ziff. 3 AKS

11.1 Rechtliche Grundlagen

Betreffend die Tatbestände des Diebstahls, des Hausfriedensbruchs und der 
Sachbeschädigung sowie der theoretischen Grundlagen zum Versuch, der Gehil-
fenschaft und der Mittäterschaft wird auf die Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen (Ziff. II.3.2. und II.3.3. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 4149 ff.). 

Hinsichtlich der Abgrenzung von Gehilfenschaft und Mittäterschaft ist Folgendes zu 
ergänzen: 

Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes 
vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so 
dass er als Hauptbeteiligter dasteht; dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag 
nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung 
des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (BGE 135 IV 152, 
155 E. 2.3.1; 133 IV 76, 82 E. 2.7; 130 IV 58, 66 E. 9.2.1; 126 IV 84, 88 
E. 2c/aa; 125 IV 134, E. 3a; 120 IV 265, 271 f. E. 2c/aa). Für Mittäterschaft ist keine 
direkte Beteiligung an der Ausführung der Tat vorausgesetzt. Auch die (Tatherr-
schaft begründende) Beteiligung an der Entschlussfassungsphase bzw. an der 
Planung oder Koordination kann genügen (BGE 133 IV 76, 82 E. 2.7; 130 IV 58, 66 
E. 9.2.1; 126 IV 84, 88 E. 2c/aa; 125 IV 134, 136 E. 3a; Urteil des 
Bundesgerichts 6S.135/2005 vom 1. September 2005 E. 1.2.2 –1.2.8). Für die We-
sentlichkeit des Beitrags eines Mittäters genügt jede Mitwirkung in leitender Funkti-
on, die das Verhalten der übrigen Beteiligten im Ausführungsstadium festlegt; der 
Mittäter, der nur an der Entschlussfassung bzw. Planung massgeblich beteiligt war, 
muss allerdings kraft seiner Beziehung zu den Ausführenden weiterhin einen «tra-
genden Einfluss» ausüben, beispielsweise weil ihm nach Vollendung als Abnehmer 
der Beute eine wichtige Funktion zukommt oder die Ausführenden ihm Rechen-
schaft ablegen müssen (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Praxiskommentar StGB, Vor Art. 
24 N 10; BSK StGB-FORSTER, Vor Art. 24 N 9 mit Hinweisen). Ein Indiz für Mit-
täterschaft ist insbesondere das Interesse an der Tat, unter anderem die anteils-
mässige Beteiligung an der Beute (BGE 109 IV 161 E. 4c). 

Der Tatbeitrag eines Gehilfen ist demgegenüber untergeordneter Natur (BGE 120 
IV 265, 272 E. 2c/aa). Die blosse Förderung der Tat genügt. Die Hilfeleistung muss 
kausal sein, also tatsächlich zur Tat beitragen, sodass diese sich ohne den Beitrag 
anders abgespielt hätte. Die Beihilfe muss demnach die Erfolgschancen des tatbe-
standserfüllenden Verhaltens erhöhen (BSK StGB-FORSTER, Vor Art. 24 N 39). 

11.2 Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz stufte die Anklageschrift vom 20. Oktober 2020 als Eventualanklage 
i.S.v. Art. 325 Abs. 2 StPO ein. Ihr zufolge bildet die Gehilfenschaft zum Diebstahl, 
mehrfach und teilweise versucht begangen, zur mehrfachen Sachbeschädigung 
und zum mehrfachen Hausfriedensbruch den Hauptanklagepunkt. Die mittäter-
schaftliche Beteiligung an diesen Vorwürfen sowie die bandenmässige Begehung 
der (teilweise versuchten) Diebstähle seien hingegen Eventualanklagen. Sie sub-
sumierte die Tatbeiträge des Beschuldigten als Gehilfenschaft und erachtete den 
Hauptanklagepunkt als erstellt. Die Vorinstanz hielt dennoch fest, dass keine Ab-

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gzzv6mjtguxtembqgu

15

sicht zur Begehung einer Vielzahl von Diebstählen bestanden habe und Banden-
mässigkeit damit ausscheide. 

11.3 Vorbringen der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte vor, eine Eventualanklage mache nur Sinn, 
wenn der schwerwiegendste Vorwurf den Hauptanklagepunkt bilde. Aus der vorlie-
genden Anklage gehe keine klare Präferenz der Staatsanwaltschaft hervor. Daher 
sei das Gericht nicht davon entbunden, Mittäterschaft und Bandenmässigkeit zu 
prüfen. Der Beschuldigte habe die Skizzen angefertigt, die Örtlichkeiten ausge-
kundschaftet und G.________ eine Unterkunft organisiert. Die Initiative für die Ein-
brüche sei von ihm ausgegangen und er sei an einer allfälligen Deliktsbeute betei-
ligt gewesen. Er habe wesentlich zu den Taten beigetragen, mithin die Ziele aus-
gewählt und stehe daher klar wie ein Haupttäter da. Es liege somit Mittäterschaft 
vor. Weiter sei auch Bandenmässigkeit erstellt. Die Gruppe habe nach einer festen 
Aufgabenteilung gearbeitet und einen hohen organisatorischen Aufwand betrieben. 
Die Absicht zur Verübung mehrerer Einbrüche habe zwar nicht von Anfang an be-
standen. Eine solche müsse jedoch nicht von Anfang an bestehen, könne 
nachträglich gefasst werden und nur eine kurze Zeit anhalten (zum Ganzen 
pag. 4294 f. und pag. 4300 f.). 

Die Verteidigung wandte dagegen ein, zwischen Mittäterschaft und Gehilfenschaft 
könne keine scharfe Grenze gezogen werden. Der Beschuldigte habe lediglich zum 
Einbruch dienliche Informationen geliefert. Danach habe G.________ nur noch mit 
H.________ Kontakt gehabt. Beim dritten, erfolgreichen Einbruch sei der Beschul-
digte gar ausser Landes gewesen. Die vorinstanzliche Subsumtion der Tatbeiträge 
des Beschuldigten als Gehilfenschaft sei nicht zu beanstanden und stehe im Ein-
klang mit vergleichbaren Urteilen. Betreffend Bandenmässigkeit fehle es an der 
Absicht zur Verübung einer Vielzahl zukünftiger Taten. Der ursprüngliche Tatplan 
habe nur einen Einbruch umfasst. Die übrigen Einbrüche seien auf das Scheitern 
des vorherigen Plans zurückzuführen. Dass letztlich mehrere Einbrüche verübt 
worden seien, reiche für die Qualifikation nicht aus. Darüber hinaus würden in der 
Anklageschrift die erforderlichen Elemente zur Annahme von Bandenmässigkeit 
fehlen. Eine Verurteilung wegen bandenmässigem Diebstahl würde somit den An-
klagegrundsatz verletzen (zum Ganzen pag. 4299 f.). 

11.4 Zur Anklageschrift

11.4.1 Vorbemerkungen

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 
sowie Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a sowie lit. b EMRK). 
Gemäss Art. 325 Abs. 1 StPO bezeichnet die Anklageschrift insbesondere mög-
lichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Be-
schreibung von Ort, Datum, Zeit sowie Art und Folgen der Tatausführung (lit. f) und 
die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Anga-
be der anwendbaren Gesetzesbestimmungen (lit. g). Die Anklage hat die der be-
schuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu 
umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 

16

konkretisiert sind. Das Akkusationsprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Ver-
teidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches 
Gehör (Informationsfunktion; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1 S. 142 f.; 140 IV 188 E. 1.3 
S. 190; 133 IV 235 E. 6.2 f. S. 244 f.; je mit Hinweisen). In der Rechtspraxis wurden 
die Anforderungen an den Anklagesachverhalt hinsichtlich des Qualifikationsmerk-
mals der Bandenmässigkeit konkretisiert. Demnach reicht eine Auflistung der zur 
Bande zusammengeschlossenen Beteiligten, die verübten Delikte unter Angabe 
von Ort, Zeit und Tatbeitrag der beschuldigten Person sowie Ausführungen über 
die übliche Rollenverteilung aus (Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2016 vom 
7. April 2017 E. 1.3 f.). 

Gemäss Art. 325 Abs. 2 StPO kann die Staatsanwaltschaft eine Alternativanklage 
oder für den Fall der Verwerfung ihrer Hauptanklage eine Eventualanklage erhe-
ben, wenn eindeutige tatsächliche Feststellungen zwar nicht möglich sind, aber 
doch feststeht, dass die beschuldigte Person sich in jeder der in Betracht fallenden 
Sachverhaltsalternativen schuldig gemacht haben könnte (Urteil des Bundesge-
richts 6B_604/2012 vom 16. Januar 2014 E. 2.3.1). Es ist Sache des Gerichts, al-
lenfalls widersprüchliche Beweisergebnisse zu würdigen und den Sachverhalt ver-
bindlich festzustellen (NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. 
Auflage, N 828 und N 830 f.; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Schweizerische 
Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Auflage, Art. 325 N 13 ff.). Hingegen 
besteht keine Bindungswirkung hinsichtlich der beweismässigen oder rechtlichen 
Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 Abs. 1 StPO). 

Alternativanklageschriften sind zum einen anzufertigen, wenn die Staatsanwalt-
schaft hinsichtlich verschiedener Sachverhaltsvarianten einen hinreichenden Tat-
verdacht für die Anklage annimmt. Dabei überlässt die Staatsanwaltschaft – ohne 
eine Präferenz zum Ausdruck zu bringen – dem Gericht den Entscheid, welcher 
Vorhalt als bewiesen zu betrachten ist. Es kann sich um unterschiedliche Sachver-
haltshypothesen handeln, die sich gegenseitig ausschliessen oder aber um Varian-
ten im Tatablauf, die sich lediglich in einzelnen Punkten voneinander unterschei-
den. Dabei hat an die unterschiedlichen Sachverhaltsversionen nicht zwingend ei-
ne abweichende rechtliche Würdigung anzuknüpfen. Unzulässig sind alternative 
Tatversionen, die das Recht auf wirksame Verteidigung unterminieren, weil eine 
jeweilige Bestreitung der Vorhalte mit einer Belastung in Bezug auf die alternativen 
Anklagepunkte einherginge. Eine Alternativanklage muss nicht ausdrücklich als 
solche bezeichnet werden, sondern kann sich auch aus der Darstellung ergeben, 
indem verschiedene Vorhalte – getrennt durch die Konjunktion «oder» – aufgeführt 
werden. Eine Alternativanklage kommt etwa in Betracht, wenn unklar ist, ob der 
(vom Gericht) als bewiesen angenommene Sachverhalt als Veruntreuung oder un-
getreue Geschäftsbesorgung zu subsumieren ist. Die Alternativanklagen können 
sich auch auf unterschiedliche Teilnahmeformen oder abweichende Tatorte oder 
Tatzeiten beziehen (zum Ganzen BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, 2. Auflage, 
Art. 325 N 45 f.). 

Eventualanklagen unterscheiden sich dadurch von Alternativanklagen, dass der 
zweite Vorhalt erst zum Tragen kommt, wenn das Gericht den primären Vorwurf als 
nicht erfüllt betrachtet; mit anderen Worten bezieht sich auch die Eventualanklage 

17

primär auf einen alternativen Sachverhalt und nicht auf eine unterschiedliche recht-
liche Würdigung. Allerdings führt die abweichende Sachverhaltsannahme meist zu 
einer anderen rechtlichen Qualifikation. Lassen die Sachverhaltselemente, die sich 
auf den primären Tatbestand beziehen, eine Subsumtion unter den subsidiären 
Tatbestand zu, bedarf es nicht zwingend einer Eventualanklage; für eine unter-
schiedliche rechtliche Würdigung genügt es gemäss Art. 344 StPO, wenn das Ge-
richt dem Angeklagten das rechtliche Gehör gewährt.  In der Regel wird die Even-
tualanklage einen weniger gravierenden Vorwurf umfassen. Der betreffende Ankla-
gepunkt wird mit der Wendung «eventuell» oder «eventualiter» eingeleitet. Eventu-
alanklagen werden dementsprechend in der Urteilsberatung erst thematisiert, wenn 
der Sachverhalt, welcher der eigentlichen Anklage zugrunde liegt, vom Gericht als 
nicht erfüllt betrachtet wird (zum Ganzen BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, Art. 325 
N 47).

11.4.2 Abgrenzung Alternativ-/Eventualanklage sowie Anklagegrundsatz im Hinblick auf 
Bandenmässigkeit

Ziff. 3 der Anklageschrift vom 20. Oktober 2020 umfasst drei praktisch identische 
Lebenssachverhalte (1x N.________(AG) und 2x L.________(Firma)) und die Rol-
le, die der Beschuldigte dabei gespielt haben soll, unter Nennung bestimmter Vari-
anten (Beteiligung am Delikt bzw. Mitinitiator). Dies im Gegensatz beispielsweise 
zu Ziff. 5 der Anklageschrift, bei dem ein Lebenssachverhalt betreffend versuchte 
Erpressung und andererseits (eventuell) ein Lebenssachverhalt betreffend versuch-
te Nötigung angeklagt ist. Aus den der Ziff. 3 der Anklageschrift zugrundeliegenden 
Sachverhalten geht keine eindeutige Präferenz der Staatsanwaltschaft zugunsten 
von Gehilfenschaft oder Mittäterschaft bzw. einfachem oder bandenmässigem 
Diebstahl hervor. Mit der einleitenden Erwähnung der möglicherweise einschlägi-
gen Gesetzesbestimmungen bringt die Staatsanwaltschaft zum Ausdruck, dass der 
zur Anklage gebrachte Sachverhalt rechtlich unterschiedlich gewürdigt werden 
kann. Ohnehin müsste bei einer Eventualanklage – wie dies die Vorinstanz ange-
nommen hat – sinnvollerweise die mittäterschaftliche Begehung als schwerwiegen-
derer Vorwurf gegenüber der Gehilfenschaft sowie der bandenmässige Diebstahl 
gegenüber dem einfachen Diebstahl die «Hauptanklagen» bilden.

Aus diesen Gründen liegt eine Alternativanklage i.S.v. Art. 325 Abs. 2 StPO vor. 
Die mehrmalige Verwendung des Ausdrucks «eventuell» im angeklagten Sachver-
halt ändert daran nichts. Die einleitend zum Sachverhalt erwähnten Gesetzesartikel 
stellen lediglich eine Auswahl für die rechtliche Würdigung dar, an die das Gericht 
nicht gebunden ist (Art. 350 Abs. 1 StPO). 

Nach Ansicht der Kammer benennt die Anklageschrift die für die Qualifikation der 
Bandenmässigkeit erforderlichen Sachverhaltselemente hinreichend. Weitergehen-
de Ausführungen hierzu erübrigen sich mit Verweis auf das Nachstehende (E. 11.5 
unten). 

11.5 Subsumtion

Die Subsumtion der Einbruchsversuche bei der Firma L.________(Firma) und der 
Firma N.________(AG) sowie der gelungene Einbruch bei der Firma 
L.________(Firma) als (teilweise versuchter) Diebstahl, Sachbeschädigung und 

18

Hausfriedensbruch ist unstrittig und bedarf keiner weiteren Begründung. Umstritten 
und zu untersuchen ist die Beteiligungsform des Beschuldigten. 

Der Beschuldigte brachte die beiden Einbruchsziele ins Spiel und war bei der Ent-
schlussfassung in gleichem Masse beteiligt wie H.________. Im Vorfeld der Taten 
organisierte er eine Unterkunft für den zur Ausführung beigezogenen G.________ 
und liess ihn zeitweise bei sich wohnen. Als einziger verfügte er über detailliertes 
Wissen über seine ehemaligen Arbeitsorte und teilte mit, wo Geld zu holen ist und 
wo sich Videokameras befinden (pag. 3260; pag. 3790). Er informierte seine Mitbe-
teiligten über Besonderheiten der Gebäude und die Navigation im Inneren. Die 
hierzu erstellten Planskizzen hatte der Beschuldigte teilweise selbst angefertigt, 
teilweise wurden sie auf Basis seiner Anweisungen von H.________ gezeichnet. 
Ferner begleitete er die Ausführenden bei der Rekognoszierung vor Ort. Seine Tat-
beiträge gehen damit weit über die blosse Förderung der Taten hinaus. Die Taten 
hätten sich ohne sein Zutun deutlich anders abgespielt, ja wären eventuell gar nicht 
erst möglich gewesen. Nach dem ersten, missglückten Einbruch bei der Firma 
L.________(Firma) wurde der Beschuldigte zur Planung weiterer Anläufe beigezo-
gen. Er trug dadurch wesentlich zum Gelingen des Vorhabens bei. Gerade seine 
erneute Konsultation lässt ihn als festen, gegenüber den Mitbeteiligten gleichrangi-
gen Teil der Gruppe erscheinen. Überdies war er im Zeitpunkt der Taten nicht er-
werbstätig und hatte ein finanzielles Interesse an den Einbrüchen. Nach Ansicht 
der Kammer trat der Beschuldigte neben den Mitbeteiligten klar als Haupttäter auf. 
Entgegen der Vorinstanz liegt Mittäterschaft zu mehrfachem, teilweise versuchtem 
Diebstahl, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachem Hausfriedensbruch vor. 

Hingegen ist gemäss dem oberinstanzlichen Beweisergebnis nicht erstellt, dass der 
Beschuldigte zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeinsam mit seinen Mittätern eine 
Vielzahl zukünftiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Diebstähle 
verüben wollte. Der Einbruchsversuch bei der Firma N.________(AG) sowie der 
gelungene (zweite) Einbruch bei der Firma L.________(Firma) waren eine Reakti-
on auf den misslungenen ersten Einbruchsversuch bei der Firma 
L.________(Firma). Die einzelnen Diebstähle der «Serie» wurden jeweils erst ge-
plant, nachdem der vorausgegangene Einbruch nicht den gewünschten Erfolg ge-
bracht hatte. Auf den für Bandenmässigkeit erforderlichen Willen darf nicht retro-
spektiv gestützt auf die Tatsache geschlossen werden, dass eine Reihe von Delik-
ten in enger örtlicher und zeitlicher Nähe auf ähnliche Weise verübt wurden (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1145/2016 vom 7. April 2017 E. 1.4). Vom Vorwurf der 
Gehilfenschaft zum versuchten qualifizierten Raub, evtl. zum versuchten einfachen 
Raub gemäss Ziff. 4 der Anklageschrift wurde der Beschuldigte rechtskräftig freige-
sprochen. Dieser Vorfall kann nicht berücksichtigt werden. Im Ergebnis ist die Qua-
lifikation der Bandenmässigkeit nicht erfüllt. 

Folglich ist der Beschuldigte (als Mittäter) des mehrfachen und teilweise ver-
suchten Diebstahls sowie der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfa-
chen Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären.  

19

III. Vorwurf gemäss Ziff. 5 AKS

12. Sachverhalt gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 5 der Anklageschrift 20. Oktober 2020 folgendes 
vorgeworfen (pag. 3865): 

Versuchte Erpressung (Art. 156 i.V.m. Art. 22 StGB), eventuell versuchte Nötigung (Art. 181 
i.V.m. Art. 22 StGB), 

mehrfach begangen am 05.03.2019 in Ostermundigen und Bern zum Nachteil von D.________, geb. 
05.10.1984, durch folgendes Tatvorgehen:

A.________ kontaktierte am 05.03.2019 via WhatsApp, SMS und telefonisch D.________ in Oster-
mundigen und verlangte von diesem Geld, beziehungsweise die Bezahlung von CHF 2‘500.00, wel-
che R.________, geb. R.________, D.________ zuvor übergeben hatte, um von diesem in Ruhe ge-
lassen zu werden. R.________ hatte auf dieses Geld endgültig verzichtet und wollte dieses auch 
nicht wieder zurück. A.________ beabsichtigte, dieses Geld für sich selber zu verwenden.  

Eventuell verlangte A.________ von D.________ CHF 3‘000.00, welche D.________ R.________ 
zuvor weggenommen hatte und welche dazu bestimmt gewesen wären, um ein Darlehen in dieser 
Höhe zu tilgen, für welches sich A.________ beim Darlehensgeber (von R.________) verbürgt hatte.

Um D.________ einzuschüchtern, unter Druck zu setzen und ihn zur Bezahlung zu veranlassen, 
drohte A.________ damit, ihn (D.________), dessen Familie, dessen Ehefrau und dessen Kinder zu 
töten. Weiter drohte er damit, dass er ihn (D.________) aufschlitzen und einen Kopf kürzer machen 
sowie seinem Bruder etwas antun werde. Weiter beschimpfte er D.________ - ebenfalls in der Ab-
sicht, ihn dadurch einzuschüchtern, unter Druck zu setzen und zur Bezahlung zu veranlassen - mit 
Worten wie „Scheiss-Serbe“, „Dreck-Serbe“, „Nuttensohn“, „Hurensohn“, „Nuttenkind“ und „Missge-
burt“. Weiter begab sich A.________ am gleichen Abend mit weiteren Personen zum Domizil von 
D.________ an der S.___-strasse in Ostermundigen, um D.________ auf der Strasse zu treffen - wo-
zu er diesen aufforderte - und durch sein Auftreten seiner Forderung zusätzlichen Nachdruck zu ver-
leihen. D.________ geriet in Angst und Schrecken, verweigerte aber das Treffen auf der Strasse und 
kam auch der Aufforderung zur Zahlung nicht nach (Versuch)».

13. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz zog gestützt auf die in den Akten verfügbaren Chatverläufe und 
Sprachnachrichten zwischen den Beteiligten in Erwägung, dass der Beschuldigte 
D.________ beschimpft, bedroht und von diesem Geld verlangt habe. Die Hinter-
gründe der Tat seien nicht bekannt. Die Aussagen der Beteiligten würden sich in 
diesem Punkt widersprechen. Weil sich keine der in der Anklageschrift genannten 
Sachverhaltsvarianten habe erhärten lassen, habe ein Freispruch zu ergehen (zum 
Ganzen Ziff. IV.3. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 4167 ff.).  

14. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, die fraglichen Text- und Sprachnachrichten 
(pag. 3077 ff.) an D.________ verschickt zu haben und in der Nähe seiner Woh-
nung aufgetaucht zu sein, um diesen zum Aushändigen von Bargeld zu bringen 
(pag. 3124 ff.). Umstritten sind lediglich die Höhe der geforderten Summe und der 
Grund für die Forderung. 

20

15. Beweiswürdigung der Kammer

Der Beschuldigte gab an, er habe von D.________ CHF 2'500.00 verlangt 
(pag. 4072, Z. 3 ff.; pag. 4285, Z. 31 ff.) und erklärte hierzu folgendes: 

Eine namentlich nicht genannte Person habe R.________ – ein Bekannter des Be-
schuldigten – ein Darlehen von CHF 3'000.00 gewährt. Als R.________ das Darle-
hen nicht habe zurückbezahlen können, sei der unbekannte Darlehensgeber an 
den Beschuldigten gelangt. Dieser habe zum Beschwichtigen die Rückzahlung des 
Darlehens garantiert bzw. sich dafür verbürgt und dem Darlehensgeber vorerst 
CHF 1'000.00 seines eigenen Geldes bezahlt. In der Folge habe R.________ 
CHF 2'500.00 zur Rückzahlung der Restschuld auftreiben können. Dieser Betrag 
sei ihm allerdings von D.________ gewaltsam geraubt worden. Der Beschuldigte 
habe die geraubten CHF 2'500.00 von D.________ verlangt, um damit die Schuld 
von R.________ beim unbekannten Darlehensgeber zu begleichen. Den Über-
schuss von CHF 500.00 habe er dem Vater von R.________ zur freien Verfügung 
geben wollen (zum Ganzen pag. 4071 ff.; pag. 4286 ff.). 

Die Darstellung des Beschuldigten erscheint – auch zu diesem Vorwurf –
beschönigt. Es leuchtet nicht ein, weshalb er sich zugunsten von R.________ ver-
bürgt haben soll, da er zu diesem keine enge Beziehung hatte und primär dessen 
Vater gut kannte (pag. 4288, Z. 39 ff.). Es überzeugt auch nicht, dass er den Über-
schuss von CHF 500.00 dem Vater von R.________ übergeben hätte (vgl. auch 
pag. 4285, Z. 34 vs. pag. 4286, Z. 44). Gemäss seiner Darstellung hatte er im Na-
men von R.________ eine Teilzahlung von CHF 1'000.00 an den unbekannten 
Darlehensgeber geleistet und hätte den Überschuss von CHF 500.00 behalten 
können. Er als junger Familienvater ohne Erwerb (pag. 3453) war kaum in der La-
ge, einen derartigen Betrag einfach abzuschreiben. Immerhin ist anzuerkennen, 
dass der Beschuldigte grossen Respekt vor dem Vater von R.________ zu haben 
scheint. Mehrmals betonte er vor der Kammer, dass dieser sehr nett sei. Seine 
Darstellung erscheint somit teilweise stimmig. 

Die übrigen Beteiligten machten indes unglaubhafte Aussagen. Der Geschädigte, 
D.________, hatte generell wenig Interesse an der Aufklärung des Vorwurfs. Ob-
wohl er sich anfänglich als Straf- und Zivilkläger konstituierte (pag. 3094 f.), war er 
nicht bereit, sein Mobiltelefon zur Beweissicherung auswerten zu lassen 
(pag. 3075). Anlässlich seiner zweiten Einvernahme zog er sich sodann als Straf- 
und Zivilkläger zurück und erklärte sein Desinteresse am Verfahren (pag.  3117, 
Z. 261; pag. 3118, Z. 282 ff.). Er habe die Angelegenheit mit dem Beschuldigten 
klären können (pag. 3112, Z. 59 ff.). Im Übrigen bestätigte er die Darstellung des 
Beschuldigten (pag. 3113, Z. 91 ff.). Daran sei einzig falsch, dass er Schulden bei 
R.________ gehabt haben solle (pag. 3113, Z. 111 ff.). D.________ hatte somit 
sich somit vor seiner zweiten Einvernahme mit dem Beschuldigten besprochen und 
geeinigt. Angesichts seines widersprüchlichen und unkooperativen Verhaltens kann 
nicht auf seine Aussagen abgestellt werden.

R.________ stützte die Angaben des Beschuldigten hingegen nicht. Ihm zufolge 
sei das Darlehen allerdings bereits seit rund einem Jahr beglichen und seine Zah-
lung an D.________ freiwillig gewesen (pag. 3101, Z. 145 ff.). Allerdings hatte er im 

21

Zeitpunkt seiner Einvernahme offensichtlich ein angespanntes Verhältnis zum Be-
schuldigten und zu D.________. Den ersteren beschuldigte er, in seine Wohnung 
eingebrochen zu sein (pag. 3099, Z. 74 f.). Und mit D.________ habe er mehrere 
«sehr grosse Differenzen» (3098, Z. 29 ff.). Auf seine Aussagen kann vor diesem 
Hintergrund ebenfalls nicht abgestellt werden.

Anhand der widersprüchlichen Aussagen der übrigen Beteiligten lässt sich der vom 
Beschuldigten angegebene Hintergrund der Geldforderung und der beabsichtigte 
Verwendungszweck nicht verlässlich überprüfen. Entgegen der Vorinstanz hat dies 
jedoch vorliegend keinen Freispruch zur Folge. Vielmehr ist in dubio pro reo auf die 
Aussagen und die Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten abzustellen (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_477/2021 vom 14. Februar 2022 E. 3.2). 

16. Beweisergebnis

Es ist somit aufgrund der Aussagen des Beschuldigten erstellt, dass er von 
D.________ mittels Text- und Sprachnachrichten die Aushändigung von 
CHF 2'500.00 verlangte. Davon hätte er CHF 2'000.00 zur Begleichung der Schuld 
von R.________ bei einem nicht namentlich genannten Darlehensgeber verwendet 
und die restlichen CHF 500.00 dem Vater von R.________ zur freien Verfügung 
übergeben. Der Beschuldigte wollte D.________ zur Aushändigung des Geldes 
bewegen, indem er ihm mittels Text- und Sprachnachrichten androhte, er werde 
ihn, dessen Familie, Ehefrau und Kinder töten, ihn aufschlitzen, ihn einen Kopf kür-
zer machen sowie seinem Bruder etwas antun. Weiter beschimpfte er D.________ 
mit Ausdrücken wie «Scheiss-Serbe» und «Nuttensohn». Dadurch versetzte er 
D.________ in Angst. Er begab sich auch zum Domizil von D.________, um seinen 
Drohungen Nachdruck zu verleihen. D.________ bezahlte letztlich kein Geld an 
den Beschuldigten. Bei alledem wusste der Beschuldigte, dass weder er noch der 
Vater von R.________ Anspruch auf die CHF 2'500.00 hatten, auch nicht auf einen 
Teil davon, und dass D.________ durch seine Äusserungen in Angst versetzt wird. 

17. Rechtliche Würdigung zu Ziff. 5 AKS

17.1 Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB wird wegen Erpressung bestraft, wer in der Absicht 
sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Gewalt 
oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten bestimmt, wodurch die-
ser sich selber oder einen anderen am Vermögen schädigt. 

Das tatbestandsmässige Verhalten nach Ziff. 1 von Art. 156 StGB besteht darin, 
dass der Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, 
jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten 
bestimmt, wodurch dieser sich selber oder einen andern am Vermögen schädigt. 
Der Tatbestand sieht alternativ zwei Nötigungsmittel vor, die Gewalt oder die An-
drohung ernstlicher Nachteile (BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auflage, Art. 156 
N 4 f.). 

Der Begriff der Androhung ernstlicher Nachteile stimmt wörtlich und inhaltlich mit 
demjenigen bei der Nötigung überein (BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auflage, 

22

Art. 156 N 10). Eine Androhung ernstlicher Nachteile liegt vor, wenn nach der Dar-
stellung des Täters der Eintritt des Nachteils als von seinem Willen abhängig er-
scheint und wenn die Androhung geeignet ist den Betroffenen in seiner Entschei-
dungsfreiheit einzuschränken. Die Androhung muss dabei mindestens eine solche 
Zwangsintensität erreichen, dass sie den Betroffen entgegen seinem Willen zu dem 
von der Täterschaft gewünschten Verhalten veranlassen kann bzw. veranlasst 
(BSK StGB-DELNON/RÜDY, 4. Auflage, Art. 181 N 25 f.). Die angedrohten Nachteile 
müssen ein künftiges, von der Täterschaft in irgendeiner Weise abhängiges Ereig-
nis beschlagen. Blosse Warnungen vor einem unabhängig eingetretenen Ereignis 
bleiben hingegen straflos (BSK StGB-DELNON/RÜDY, 4. Auflage, Art. 181 N 28 f). 

Unwesentlich ist, ob die Täterschaft ihre Androhung ernstlicher Nachteile wahrma-
chen will, ob ihr die Verwirklichung des angedrohten Übels überhaupt möglich ist 
oder ob sie sich zu dieser Androhung sonst wie einer Täuschung bedient, um den 
verpönten Erfolg zu erreichen (BSK StGB-DELNON/RÜDY, 4. Auflage, Art. 181 
N 30). Bei der Beurteilung der Ernstlichkeit der angedrohten Nachteile wird auf ei-
nen objektiven Massstab abgestellt, um eine Überdehnung des Strafschutzes zu 
verhindern. Dies bedeutet, dass grundsätzlich nur solche Androhungen diesem 
Massstab genügen, die geeignet sind, auch eine besonnene Person in der Lage 
des Betroffenen gefügig zu machen und so seine freie Willensbildung und 
-betätigung zu beschränken (BGE 122 IV 322 E. 1a; 106 IV 125 E. 2).

Bei Art. 156 StGB ergibt sich im Gegensatz zu der Nötigung (Art. 181 StGB) die 
Rechtswidrigkeit schon aus dem Zweck der Nötigung, da die erpresserische Hand-
lung darauf gerichtet ist, das Opfer zu einer schädigenden Vermögensdisposition 
zu motivieren bzw. dadurch einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu erlangen. 
Erweist sich bereits die angestrebte Vermögensverschiebung als unrechtmässig, 
erübrigt es sich, die nötigende Handlung weiter auf ihre Rechtswidrigkeit zu prüfen. 
Daraus folgt zugleich, dass eine Erpressung auch dann vorliegen kann, wenn Mittel 
eingesetzt werden, die an und für sich rechtmässig sind. Die Drohung mit einer 
Strafanzeige, Klage, Betreibung oder einem anderen an und für sich rechtmässigen 
Mittel kann rechtswidrig sein, wenn die erhobenen Ansprüche nicht bestehen, 
rechtlich nicht durchsetzbar oder übersetzt sind oder in keinem sachlichen Zusam-
menhang zum konkreten Geschehen stehen (BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auf-
lage, Art. 156 N 21 f.). 

Die Nötigung muss den Betroffenen zu einem Verhalten bestimmen, durch das er 
sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt. Die Nötigung muss sodann 
ursächlich sein für das vermögensschädigende Verhalten des Erpressten, d.h. die-
sen dazu motivieren. Art. 156 Ziff. 1 setzt folglich einen objektiven Kausalzusam-
menhang zwischen der Nötigung und dem vermögensschädigenden Verhalten des 
Erpressten sowie zwischen der Mitwirkung und dem Schadenseintritt voraus. Das 
Verhalten des Betroffenen muss sodann zu einem Schaden in seinem oder eines 
anderen Vermögen führen. Der Begriff des Schadens entspricht im Wesentlichen 
demjenigen beim Betrug, namentlich betreffend die blosse Vermögensgefährdung 
(BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auflage, Art. 156 N 25 und 29 f.). 

Die Qualifikation von Art. 156 Ziff. 3 StGB erfüllt, wer gegen eine Person Gewalt 
anwendet oder sie mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben bedroht. 

23

Die Drohung muss auf eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben gerichtet sein. 
Die Androhung ernstlicher Nachteile genügt hier nicht (BSK StGB-WEISSENBERGER, 
4. Auflage, Art. 156 N 45). 

17.2 Subsumtion

Der Beschuldigte äusserte gegenüber D.________ Drohungen, um diesen zur 
Aushändigung von CHF 2'500.00 zu bringen. Die ausgestossenen Drohungen wa-
ren schwerwiegend und versetzten D.________ in Angst, ohne dass dieser eine 
durchschnittliche Besonnenheit hätte vermissen lassen (vgl. pag. 3078 ff.). Die 
Drohungen und das persönliche Erscheinen des Beschuldigten in der Nähe der 
Wohnung von D.________ standen in klarem Zusammenhang zu der gestellten 
Forderung und bezweckten, D.________ zum Aushändigen des Geldes zu bewe-
gen, was dieser aber nicht wollte und nicht tat. Hätte D.________ der Forderung 
nachgegeben, so hätte er sich selbst im Betrag von CHF 2'500.00 an seinem Ver-
mögen geschädigt. In welcher Weise er in den Besitz des Geldes kam, spielt dies-
bezüglich keine Rolle. 

Der Beschuldigte wusste, welche Wirkung die geäusserten Drohungen und sein 
persönliches Erscheinen in der Nähe der Wohnung erzielen würden, und er wollte 
D.________ dadurch zum Aushändigen der geforderten Summe bewegen. 
Gemäss dem oberinstanzlichen Beweisergebnis beabsichtigte er, CHF 2'000.00 im 
Namen von R.________ an eine nicht namentlich genannte Person zur Beglei-
chung einer Darlehensschuld zu bezahlen und die restlichen CHF 500.00 dem Va-
ter von R.________ zur freien Verfügung zu übergeben. Im Betrag von 
CHF 2'000.00 bestand somit keine Absicht zur unrechtmässigen Bereicherung. 
Dieser Betrag sollte zur Tilgung der Schuld von R.________ beim unbekannten 
Darlehensgebers verwendet werden. R.________ hätte – zumindest nach der Vor-
stellung des Beschuldigten – auf das zur Tilgung verwendete Geld Anspruch ge-
habt. Hinsichtlich der restlichen CHF 500.00 bestand Bereicherungsabsicht zu-
gunsten des Vaters von R.________; weder er noch der Beschuldigte hatte An-
spruch auf diese Summe. 

Der Beschuldigte unternahm nach seiner Vorstellung des Tatablaufs alles zum Er-
folgseintritt nötige. Da D.________ der Forderung trotzdem nicht nachkam, liegt ein 
(tauglicher und vollendeter) Versuch i.S.v. Art. 22 Abs. 1 StGB vor. Er traf keine 
Anstalten dazu, seinen mittels Text- und Sprachnachrichten gemachten Androhun-
gen weiteren Nachdruck zu verleihen. Es bestand zu keinem Zeitpunkt direkter 
Kontakt zu D.________. Deshalb lag keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben 
von D.________ oder ihm Nahestehenden vor. Die Qualifikation gemäss Art. 156 
Ziff. 3 StGB scheidet somit aus. 

Folglich ist der Beschuldigte der versuchten Erpressung i.S.v. Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. 
Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu erklären. 

24

IV. Strafzumessung

18. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn 
dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnor-
men ist nach der sogenannten konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich um-
fassende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht ge-
genüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur ent-
weder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden 
Rechte ist ausgeschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare Hand-
lungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, 
ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe 
zu bilden (BGE 134 IV 82, S. 88, E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend ist, nach 
welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser 
wegkommt (zum Ganzen TRECHSEL/VEST, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch 
Praxiskommentar, 3. Auflage, Art. 2 N 11 mit Hinweisen; BGE 126 IV 5 E. 2c). Der 
Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichtspunkten zu 
richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das Ausmass der mit einer 
Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen Freiheiten, namentlich der 
Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfreiheit und der Be-
ziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafformen hat die Freiheitsstrafe als die 
strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die Sanktionen im 
Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwenden (BSK StGB-POPP/BERKE-
MEIER, 4. Auflage, Art. 2 N 17). 

Der Beschuldigte beging die vorliegend zu beurteilenden Delikte grösstenteils vor 
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des StGB. Er 
wird diesbezüglich zu einer Freiheitsstrafe zu verurteilen sein (E. 22 unten). Die 
entsprechenden Gesetzesbestimmungen waren von der StGB-Revision nicht be-
troffen. Die aktuell geltenden Bestimmungen sind somit nicht milder und es ist auf 
diese Straftaten das alte Recht anzuwenden (aStGB). 

Versuchte Erpressung beging der Beschuldigte hingegen nach dem 1. Januar 
2018. Auf diese Tat ist das neue Recht anzuwenden (StGB). 

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die von der Vorinstanz aus-
gesprochene Übertretungsbusse wegen Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz und Ungehorsam des Schuldners im Betreibungs- und Konkurs-
verfahren in Rechtskraft erwachsen ist (E. 5 oben). Die Frage des anwendbaren 
Rechts erübrigt sich damit. 

19. Rechtliche Grundlagen

Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen der Strafzumessung wird auf die korrekten 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (Ziff. VII.1. des erstinstanzlichen Urteilsmo-
tivs; pag. 4172 f.), wobei ergänzend folgendes festzuhalten ist: 

25

Gemäss Art. 49 Abs. 2 aStGB ist eine Zusatzstrafe auszusprechen, wenn das Ge-
richt eine Tat zu beurteilen hat, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer 
anderen Tat verurteilt worden ist (sog. retrospektive Konkurrenz). Durch Ausfällung 
der Zusatzstrafe soll der Täter insgesamt nicht schwerer bestraft werden, als wenn 
alle strafbaren Handlungen (die neuen und die bereits abgeurteilten) gleichzeitig 
beurteilt worden wären. Damit ist das Asperationsprinzip auch bei retrospektiver 
Konkurrenz gewährleistet (HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, 
N 542 ff.). 

Hat das Gericht mehrere Straftaten zu beurteilen, wovon mindestens eine Tat vor 
der Verurteilung wegen anderer Taten begangen wurde (sog. teilweise retrospekti-
ve Konkurrenz), ist für die neuen Taten – das heisst diejenigen, welche nach 
Rechtskraft der ersten Verurteilung begangen wurden – eine unabhängige Strafe 
festzulegen. Deshalb ist zwischen Taten, die vor, und solchen, die nach dem Er-
sturteil begangen wurden, zu unterscheiden. Gemäss der neuesten bundesgericht-
lichen Rechtsprechung ist in zwei (bzw. drei) Schritten vorzugehen: In einem ersten 
Schritt sind die Straftaten zu sanktionieren, die vor dem rechtskräftigen Ersturteil 
begangen wurden. Kommt dafür eine gleichartige Strafart wie beim Ersturteil in Be-
tracht, hat das Gericht in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 aStGB eine Zusatzstrafe 
zur Grundstrafe (Ersturteil) auszufällen (BGE 145 IV 1 E. 1.3 S. 8 und HANS MA-
THYS, a.a.O. N 550). Es ist demnach eine hypothetische Zusatzstrafe aus der 
Grundstrafe und der auszusprechenden Strafe für die vor dem Ersturteil begange-
nen Delikte zu bilden. Um bei der Zusatzstrafenbildung dem Prinzip der Strafschär-
fung gemäss Art. 49 Abs. 2 aStGB Rechnung zu tragen, hat das Zweitgericht die 
rechtskräftige Grundstrafe und die von ihm für die neu zu beurteilenden Taten aus-
zusprechenden Strafen nach den Grundsätzen von Art. 49 Abs. 1 aStGB zu schär-
fen. Die Einsatzstrafe bildet die Strafe der (abstrakt) schwersten Straftat sämtlicher 
Delikte. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und herrschender Lehre ist 
die schwerste Tat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 aStGB die mit der schwersten Strafe 
bedrohte und nicht die nach den Umständen des konkreten Falles verschulden-
smässig am schwersten wiegende Tat (BGE 142 IV 265 E. 2.4.4.). Ist das bereits 
abgeurteilte Delikt das schwerere, bestimmt das Gericht die Einsatzstrafe ausge-
hend von diesem Delikt und erhöht die Strafe gestützt auf die neu zu beurteilenden 
Delikte. Wenn hingegen ein neu zu beurteilendes Delikt schwerer ist, dient dieses 
zur Festsetzung der Einsatzstrafe, welche gestützt auf die alten, bereits abgeurteil-
ten Delikte erhöht werden muss. Von der so gebildeten hypothetischen Zusatzstra-
fe ist die bereits ausgesprochene Strafe (Grundstrafe) abzuziehen. Daraus resul-
tiert die auszusprechende Gesamt- bzw. Zusatzstrafe (Urteil des Bundesgerichts 
6B_384/2009 E. 3.5.3 vom 5. November 2009 mit Hinweisen). 

In einem zweiten Schritt ist die Strafe für die Delikte nach dem Ersturteil festzuset-
zen. Bei mehreren Delikten kann es für die Taten, die mit der gleichen Strafart zu 
ahnden sind, zu einer Gesamtstrafe führen. Neu ist, dass diese Strafe unabhängig 
von der bereits ermittelten Zusatzstrafe ist, so dass eine eigenständige Strafe, ge-
gebenenfalls unter Anwendung von Art. 49 Abs. 1 aStGB, zu bilden ist (BGE 145 IV 
1 E. 1.3 S. 8 und HANS MATHYS, a.a.O. N 551). Anschliessend sind in einem dritten 
Schritt gemäss neuester Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 145 IV 1 E. 
1.3 S. 8) die ermittelten Strafen mit der eigenständigen Strafe zu kumulieren (Addi-

26

tion) und es ist nicht mehr wie bisher (BGE 116 IV 14 E. 2b S. 17) eine Gesamts-
trafe nach Art. 49 Abs. 1 aStGB zu bilden (HANS MATHYS, a.a.O. N 552).

20. Vorbemerkungen zur Schuldfähigkeit

20.1 Rechtliche Grundlagen

War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzuse-
hen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gericht die Strafe 
(Art. 19 Abs. 2 aStGB). Besteht ernsthafter Anlass, an der Schuldfähigkeit des 
Täters zu zweifeln, so ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht die Be-
gutachtung durch einen Sachverständigen an (Art. 20 aStGB).  Nicht jede geringfü-
gige Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu beherrschen, genügt, um verminderte 
Schuldfähigkeit anzunehmen. Der Betroffene muss vielmehr in hohem Masse in 
den Bereich des Abnormen fallen. Seine Geistesverfassung muss nach Art und 
Grad stark vom Durchschnitt nicht bloss der Rechts-, sondern auch der Verbre-
chensgenossen abweichen. Die Notwendigkeit, einen Sachverständigen zuzuzie-
hen, ist erst gegeben, wenn Anzeichen vorliegen, die geeignet sind, Zweifel hin-
sichtlich der vollen Schuldfähigkeit zu erwecken, wie etwa ein Widerspruch zwi-
schen Tat und Täterpersönlichkeit oder ein völlig unübliches Verhalten. Zeigt das 
Verhalten des Täters vor, während und nach der Tat, dass ein Realitätsbezug er-
halten war, dass er sich an wechselnde Erfordernisse der Situation anpassen, auf 
eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese gar herbeiführen konnte, so hat eine 
schwere Beeinträchtigung nicht vorgelegen (BGE 133 IV 145 E. 3.3 S. 147 f. mit 
Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 6B_857/2014 vom 5. Februar 2015 E. 1.3; 
6B_132/2015 vom 21. April 2015 E. 3.5.1 f.). Umstände, welche beim Gericht 
ernsthafte Zweifel hervorrufen müssen, sind nach der bundesgerichtlichen Praxis 
beispielsweise bei Betäubungsmittelabhängigkeit gegeben (BGE 133 IV 145 E. 3.3 
S. 147; 106 IV 241 E. 2a S. 243; 102 IV 74 E. 1b S. 75 f.). 

Entgegen dem Gesetzeswortlaut verlangt Art. 19 Abs. 2 aStGB bei Vorliegen ver-
minderter Schuldfähigkeit nicht die Herabsetzung der Strafe, sondern die Redukti-
on des Verschuldens (BGE 136 IV 55 E. 5.5). Der Schuldvorwurf, der einem nur 
vermindert schuldfähigen Täter gemacht werden kann, ist verglichen mit einem voll 
schuldfähigen Täter geringer (BGE 118 IV 1 E. 2 S. 4). Das Schuldprinzip verlangt 
deshalb, dass die Strafe für eine in verminderter Schuldfähigkeit begangene Tat 
niedriger sein muss, als wenn der Täter – unter sonst gleichen Umständen – voll 
schuldfähig gewesen wäre. Die mildere Strafe ergibt sich aus dem leichteren Ver-
schulden (Urteil des Bundesgerichts 6B_585/2008 vom 19. Juni 2009 E. 3.5).

Liegt eine Verminderung der Schuldfähigkeit vor, hat der Richter im Sinne einer 
nachvollziehbaren Strafzumessung in einem ersten Schritt aufgrund der tatsächli-
chen Feststellungen des Gutachters zu entscheiden, in welchem Umfange die 
Schuldfähigkeit des Täters in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt ist und wie sich 
dies insgesamt auf die Einschätzung des Tatverschuldens auswirkt. Das Gesamt-
verschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdrücklich 
zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad 
auszugehen ist. Hierauf ist in einem zweiten Schritt innerhalb des zur Verfügung 
stehenden Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die diesem Ver-

27

schulden entspricht. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem 
dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten (sowie wegen eines allfäl-
ligen blossen Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB) verändert werden (BGE 
136 IV 55 E. 5.7).

20.2 Beurteilung der Kammer

Die Vorinstanz ging gestützt auf das in einem anderen Strafverfahren gegen den 
Beschuldigten in Auftrag gegebene, edierte Gutachten vom 10. August 2017 von 
einer (nicht quantifizierten) verminderten Schuldfähigkeit aus. Sie nahm betreffend 
die Einsatzstrafe und die Gesamtstrafe pauschale Strafreduktionen vor (zum Gan-
zen Ziff. VII.2.1.3.b. und VII.4.6. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 4174 f. 
und pag. 4179). Dies entspricht nicht der vorzitierten bundesgerichtlichen Vorge-
hensweise und ist nach Ansicht der Kammer mit Blick auf die Ausführungen im 
Gutachten vom 10. August 2017 nicht sachgerecht. 

Gemäss dem Gutachten liegt beim Beschuldigten eine Aufmerksamkeitsdefizit- und 
Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit zusätzlichen kognitiven Teilleistungsschwächen 
vor. Der Schweregrad dieser Störung ist moderat. Allerdings besteht eine sehr un-
günstige Verbindung mit einer diagnostisch eigenständigen Störung durch psycho-
trope Substanzen im Sinne eines schädlichen Gebrauchs von Alkohol und Kokain. 
Die insgesamt herabgesetzte Impulskontrolle wird durch den Konsum dieser Sub-
stanzen weiter reduziert. Dies führt zu einer eingeschränkten Steuerungsfähigkeit 
bei erhaltener Einsichtsfähigkeit und zieht – betreffend die damals zu beurteilenden 
Delikte – eine leichte bzw. mittlere Verminderung der Schuldfähigkeit nach sich 
(zum Ganzen pag. 3590 ff.). Die Ergänzungsgutachten äussern sich nicht zur 
Schuldfähigkeit (pag. 3599 ff.; pag. 3615 ff.). 

Wesentlich für die vorliegend zu beurteilenden Delikte ist, dass die verminderte 
Steuerungsfähigkeit von einer reduzierten Impulskontrolle herrührt und die Beein-
trächtigung in Phasen ohne schädlichen Alkohol- und Betäubungsmittelkonsum nur 
moderat ist. Soweit es sich bei den vorliegend zu beurteilenden Delikten um von 
langer Hand geplante, nicht einem Affekt entspringende Taten handelt, kann daher 
keine verminderte Steuerungsfähigkeit und somit keine verminderte Schuldfähigkeit 
vorliegen. Im Folgenden wird somit für jedes einzelne Delikt zu bestimmen sein, ob 
der Beschuldigte im Tatzeitrum zumindest regelmässig Alkohol und/oder Betäu-
bungsmittel konsumierte und ob es sich um eine Affekttat handelte. 

20.2.1 Einbruchdiebstähle (Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch; Ziff. 3 AKS)

Die Tatbeiträge des Beschuldigten umfassten die Entschlussfassung sowie die or-
ganisatorische und operative Planung des Diebstahls. Die Vorbereitung zog sich 
über mehrere Tage hin. Im Tatzeitraum konsumierte er zwar regelmässig Kokain 
(pag. 454; vgl. ebenso Ziff. III.6. des erstinstanzlichen Urteils, pag. 4091). Eine dar-
aus resultierende, allfällig eingeschränkte Impulskontrolle hatte aber keinen Ein-
fluss auf den mehrtägigen Tathergang. Der Beschuldigte war fähig, das Unrecht 
seiner Taten zu erkennen und hätte die Möglichkeit gehabt, sich von der Tat zu di-
stanzieren. Es handelte sich nicht um Affekttaten. 

28

20.2.2 Geldwäscherei (Ziff. 1 AKS)

Auch im Tatzeitraum der Geldwäscherei konsumierte der Beschuldigte regelmässig 
Kokain. Die Tat verlief mehrstufig. Zunächst erklärte er sich gegenüber J.________ 
zum Gebrauch seines Kontos gegen eine Provision von 10% pro Zahlung bereit. 
Anschliessend erhielt er am 14. und am 17. August 2017 jeweils eine Zahlung auf 
sein Konto, hob das Geld unter Abzug seiner Provision ab und gab es weiter (vgl. 
Ziff. II.2. und II.3. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 4154 ff.). Die Geldwä-
scherei erstreckte sich somit über mehrere Tage. Zwischen seiner Erklärung an 
J.________ und der ersten Zahlung verstrich ebenfalls eine gewisse Zeit. Die Tat 
weist somit nicht die Merkmale einer Affekttat auf. Eine allfällig reduzierte Impuls-
kontrolle schränkte ihn nicht in seiner Steuerungsfähigkeit ein. Betreffend die 
Geldwäscherei liegt keine verminderte Schuldfähigkeit vor. 

20.2.3 Begünstigung (Ziff. 2 AKS)

Die Begünstigung war eine Begleiterscheinung der Einbruchdiebstähle und weist 
dieselben Tatmerkmale auf. Es kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen wer-
den (E. 20.2.1 oben). Sie erfolgte nach einem vorgefassten, mit H.________ abge-
sprochenen Tatplan und entsprang nicht einem Affekt. Eine allfällig reduzierte Im-
pulskontrolle hatte diesbezüglich keinen Einfluss auf die Steuerungsfähigkeit des 
Beschuldigten. Die Schuldfähigkeit war jederzeit erhalten. 

20.2.4 Erpressung (Ziff. 5 AKS)

Im Tatzeitpunkt konsumierte der Beschuldigte regelmässig Kokain und zeitweise 
Methamphetamin (pag. 454; vgl. ebenso Ziff. III.6. des erstinstanzlichen Urteils, 
pag. 4091). Sein Vorgehen weist Merkmale einer Affekttat auf und folgte keinem 
elaborierten Plan. Die mangelnde Impulskontrolle wirkte sich daher auf seine Steu-
erungsfähigkeit aus. Es liegt eine verminderte Schuldfähigkeit vor. Der Beschuldig-
te sagte aus, er sei selbst im Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen und habe Betäu-
bungsmittel konsumiert gehabt (pag. 3125, Z. 757 ff.). Die Tatsache, dass er trotz 
Ausbleiben des gewünschten Erfolgs unverrichteter Dinge wieder abzog und 
D.________ in Ruhe liess, weist darauf hin, dass seine Steuerungsfähigkeit nicht 
massiv reduziert war. Es wird deshalb von einer leicht verminderten Schuldfähigkeit 
ausgegangen. 

21. Methodik und Bestimmung des schwersten Delikts 

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 
2. März 2018 (nachfolgend als Ersturteil bezeichnet) zu einer Freiheitsstrafe von 48 
Monaten verurteilt (pag. 3625 ff.). Er beging die vorliegend zu beurteilenden Delik-
te, für die ebenfalls eine Freiheitsstrafe auszusprechen sein wird (dazu sogleich 
E. 22 unten), teilweise vor und teilweise nach diesem Ersturteil. Einzig die versuch-
te Erpressung (Ziff. 5 AKS) wurde danach begangen. Es liegt somit teilweise retro-
spektive Konkurrenz vor. 

Die (bereits rechtskräftig beurteilte) versuchte schwere Körperverletzung zum 
Nachteil von T.________ stellt angesichts des abstrakten Strafrahmens von 
Art. 122 StGB die schwerste Straftat dar (vgl. Ziff. III.3. des Urteilsmotivs des Regi-
onalgerichts Bern-Mittelland vom 2. März 2018; pag. 3663 f.). Das Strafmass der 

29

vorliegend zu beurteilenden, vor dem Ersturteil begangenen Delikte ist zur Bildung 
der hypothetischen Gesamtstrafe auf die Grundstrafe von 48 Monaten Freiheits-
strafe zu asperieren. Nachfolgend wird das Tatverschulden, das Strafmass und die 
Asperation dieser Delikte bestimmt (E. 23 unten). Anschliessend wird in Anwen-
dung der vorgenannten Prinzipien des Bundesgerichts die hypothetische Zusatz-
strafe gebildet (E. 25.1 unten). 

Davon ausgeklammert ist die nach dem Ersturteil begangene versuchte Erpres-
sung. Diese wird nachstehend separat beurteilt (E. 24 unten) und zur hypotheti-
schen Zusatzstrafe addiert, um zur teilweisen Zusatzstrafe – dem mit vorliegendem 
Urteil zu verhängenden Strafmass – zu gelangen (E. 25.2 unten).

22. Bestimmung der Strafarten

Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer 
bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 
sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhält-
nismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall 
diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betrof-
fenen eingreift bzw. die ihn am Wenigsten hart trifft. Kommen mithin sowohl eine 
Geld- als auch eine Freiheitsstrafe in Betracht und scheinen beide den begange-
nen Fehler angemessen zu sanktionieren, steht nach dem Verhältnismässigkeits-
prinzip grundsätzlich die Geldstrafe im Vordergrund, die in das Vermögen des Be-
troffenen eingreift und damit eine mildere Strafe als eine seine persönliche Freiheit 
treffende Freiheitsstrafe darstellt (vgl. zum Ganzen BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; BGE 
134 IV 97 E. 4.2.2; BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).

Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft und delinquierte in der Vergangenheit 
nach Verurteilungen jeweils unbeirrt weiter (pag. 3902 ff.). Auch nach dem Urteil 
des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 2. März 2018 konsumierte er wieder 
Betäubungsmittel und beging eine versuchte Erpressung, obwohl – im Sinne einer 
letzten Chance (pag. 3670) – der Vollzug der Freiheitsstrafe von 48 Monaten auf-
geschoben, eine ambulante Behandlung angeordnet und ihm eine Bewährungshilfe 
zur Seite gestellt worden war. Er muss gemäss gutachterlicher Einschätzung den 
schädlichen Gebrauch von Alkohol und Betäubungsmitteln unterlassen, um sich 
aus strafrechtlicher Sicht bewähren und beruflich integrieren zu können (vgl. 
pag. 3592). Dies konnte er während dem Vollzugsaufschub einer langen Freiheits-
strafe als Motivation bislang in Freiheit nicht realisieren. Erst im Strafvollzug gelang 
ihm die Betäubungsmittelabstinenz (vgl. pag. 3674.8 ff.). Die Kammer ist nicht 
überzeugt, dass sich der Beschuldigte zwischenzeitlich geändert hat und die Absti-
nenz soweit gefestigt ist, dass er diese nach der Entlassung aufrechterhalten kann 
(so aber pag. 4279, Z. 28 ff.; pag. 4283, Z. 2 ff.). Er legte zudem bei den Einbruch-
diebstählen und der versuchten Erpressung eine hohe kriminelle Energie an den 
Tag. Der Beschuldigte hat darüber hinaus Verlustscheine im Betrag von über 
CHF 120'000.00 (pag. 3923) und wäre nicht imstande, eine Geldstrafe in der zu 
erwartenden Höhe begleichen zu können, zumal er des Landes verwiesen wird 
(E. 31 unten). Alle vorliegend zu beurteilenden Delikte sind aus spezialpräventiven 

30

Gründen mit Freiheitsstrafen – allenfalls kurzen (Art. 41 Abs. 1 aStGB) – zu sank-
tionieren.

23. Strafzumessung für die vor dem Ersturteil begangenen Delikte

23.1 Diebstahl zum Nachteil der L.________(Firma) sowie des O.________(Institut)

23.1.1 Objektive Tatschwere

Geschütztes Rechtsgut von Art. 139 Ziff. 1 aStGB ist das Vermögen bzw. die Ver-
fügungsmacht des Berechtigten über die Sache (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auf-
lage, Art. 139 N 11). 

Die Täterschaft drang in die Räumlichkeiten des O.________(Institut) sowie der 
Firma L.________(Firma) ein, die sich im gleichen Gebäudekomplex befinden. Bei 
ersterem wurden CHF 40.00 in bar und bei letzterer Gegenstände im Gesamtwert 
von CHF 533.00 erbeutet. 

Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältin-
nen und Staatsanwälte (nachfolgend: VBRS-Richtlinien) sehen bezüglich Art. 139 
Ziff. 1 aStGB bei folgendem Referenzsachverhalt eine Strafe von 90 Strafeinheiten 
vor (S. 47):

Der Täter bricht nachts in ein leer stehendes und abgelegenes Geschäft ein und erbeutet 
CHF 10'000.00, wobei ein mittelgrosser Sachschaden entsteht (144 StGB nicht eingeklagt).

Vorliegend war die Deliktsbeute deutlich geringer. Dies wirkt sich verschulden-
smindernd aus. 

Bei der Vorbereitung wirkte die Täterschaft professionell und arbeitsteilig zusam-
men. Der Beschuldigte trug unter anderem mit seinen Informationen und Instruktio-
nen wesentlich dazu bei, dass der Einbruch gelang. Die Täterschaft nahm einen 
grossen Aufwand für die Planung und Vorbereitung des Einbruchs auf sich. Insi-
derwissen über die Geschäftsräumlichkeiten auszunutzen und diese vorgängig 
auszukundschaften zeugt zudem von einer beträchtlichen kriminellen Energie. 
Demgegenüber erfolgte der Einbruch in das Gewerbegebäude bei Nacht, um nie-
mandem zu begegnen, was die kriminelle Energie leicht relativiert. 

Angesichts des weiten Strafrahmens und mit Blick auf den Referenzsachverhalt 
gemäss den VBRS-Richtlinien ist noch von einem leichten objektiven Verschulden 
auszugehen. 

23.1.2 Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht, was de-
liktsimmanent ist und sich folglich neutral auswirkt. 

Betreffend die Möglichkeit zur Vermeidung der Tat wird auf die vorstehenden Er-
wägungen verwiesen (E. 20.2.1 oben). Eine allfällig reduzierte Impulskontrolle hatte 
keine Auswirkungen auf die Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten. Er ist voll 
schuldfähig und die Tat wäre vermeidbar gewesen. 

Die subjektive Tatschwere verhält sich neutral. Es bleibt bei einem leichten Ver-
schulden. 

31

23.1.3 Zwischenfazit 

Angesichts des Tatverschuldens – insbesondere der professionellen und arbeitstei-
ligen Planung und Organisation sowie der hohen kriminellen Energie – erscheint 
ein Strafmass von 150 Tagen Freiheitsstrafe angemessen. Dieses ist im Umfang 
von ⅔, ausmachend 100 Tage Freiheitsstrafe, auf die Grundstrafe im Ersturteil des 
Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 2. März 2018 zu asperieren (vgl. die Aus-
führungen zur Methodik in E. 21 oben). 

23.2 Versuchter Diebstahl zum Nachteil der N.________(AG)

23.2.1 Objektive und subjektive Tatschwere

Die Täterschaft drang in die Geschäftsräumlichkeiten der Firma N.________(AG) in 
K.________ ein, um Geld zu stehlen bzw. versuchte dies. Es konnte nichts erbeu-
tet werden. Im Übrigen weist der Diebstahlsversuch dieselben Tatmerkmale wie 
der gelungene Einbruch bei der Firma L.________(Firma) auf. Es wird auf die vor-
stehenden Erwägungen verwiesen (E. 23.1.1 oben). Die objektive Tatschwere 
wiegt leicht. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht, was de-
liktsimmanent und neutral zu werten ist. Die Tat wäre vermeidbar gewesen und er 
ist voll schuldfähig (E. 20.2.1 oben). Die subjektive Tatschwere verhält sich neutral. 

Die Tatschwere ist als leicht einzustufen. Bei einem erfolgreichen Diebstahl wäre 
eine Freiheitsstrafe von 150 Tagen angemessen. 

23.2.2 Fakultative Strafmilderung wegen Versuchs

Das Mass der Reduktion entscheidet sich anhand der Nähe des tatbestandsmässi-
gen Erfolgs und den tatsächlichen Folgen der Tat (BGE 121 IV 49 Regeste).

Der Beschuldigte hatte im Vorfeld grossen Aufwand betrieben, damit der Ein-
bruchsversuch gelingen würde. Ungeachtet des Tatplans gingen nach dem Öffnen 
einer unverschlossenen Tür das Licht und der Alarm an und die Täterschaft floh 
unverrichteter Dinge (pag. 2859 ff.). Der tatbestandsmässige Erfolg war somit nicht 
besonders nahe. Die Tat blieb folgenlos. Dies rechtfertigt eine Halbierung des 
Strafmasses. 

23.2.3 Zwischenfazit

Es resultiert ein Strafmass von 75 Tagen Freiheitsstrafe. Dieses wird im Umfang 
von 50 Tagen asperiert. Im Sinne eines Zwischenresultats ergibt sich eine Aspera-
tion von 150 Tagen Freiheitsstrafe (vgl. E. 21 oben). 

23.3 Versuchter Diebstahl zum Nachteil der L.________(Firma)

23.3.1 Objektive und subjektive Tatschwere

Die Täterschaft unternahm vor dem gelungenen Einbruch bereits einen Versuch, 
bei der Firma L.________(Firma) einzubrechen und Geld zu erbeuten. G.________ 
wurde jedoch von einem Mitarbeiter auf der Treppe angetroffen und verliess den 
Gebäudekomplex unverrichteter Dinge (vgl. pag. 2405 ff.). Es konnte nichts erbeu-
tet werden. Im Übrigen weist der Diebstahlsversuch dieselben Tatmerkmale wie 
der gelungene Einbruch bei der Firma L.________(Firma) auf. Es wird auf die vor-

32

stehenden Erwägungen verwiesen (E. 23.1.1 oben). Die objektive Tatschwere 
wiegt auch hier leicht.

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht, was de-
liktsimmanent und neutral zu werten ist. Die Tat wäre vermeidbar gewesen und er 
ist voll schuldfähig (E. 20.2.1 oben). Die subjektive Tatschwere verhält sich neutral. 

Die Tatschwere ist als leicht einzustufen. Bei einem erfolgreichen Diebstahl wäre 
eine Freiheitsstrafe von 150 Tagen angemessen. 

23.3.2 Fakultative Strafmilderung wegen Versuchs

Der tatbestandsmässige Erfolg war nicht besonders nahe. Die Tat blieb folgenlos. 
Dies rechtfertigt auch in diesem Fall eine Halbierung des Strafmasses.  

23.3.3 Fazit

Es resultiert ein Strafmass von 75 Tagen Freiheitsstrafe. Davon werden 50 Tage 
asperiert. Das Zwischenresultat zur Asperation beträgt 200 Tage Freiheitsstrafe 
(vgl. E. 21 oben).

23.4 Geldwäscherei

Es wird vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
(Ziff. VII.4.2. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 4177). Ergänzend ist festzu-
halten, dass der Beschuldigte aus finanziellem Anreiz handelte und zwei Transakti-
onen getätigt wurden, was sich verschuldenserhöhend auswirkt. Der Deliktsbetrag 
von CHF 17'820.40 fällt hingegen nicht besonders ins Gewicht. 

Mit Blick auf den Strafrahmen wiegt die objektive Tatschwere leicht. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Es liegt keine verminderte Schuld-
fähigkeit vor (E. 20.2.2 oben). Die Tat wäre vermeidbar gewesen. Die subjektive 
Tatschwere ist neutral.

Angemessen erscheint eine Freiheitsstrafe von 120 Tagen. Diese wird im Umfang 
von 90 Tagen asperiert. Das Zwischenresultat beträgt 290 Tage Freiheitsstrafe 
(vgl. E. 21 oben).

23.5 Begünstigung

Der Beschuldigte organisierte eine Unterkunft für G.________ und liess ihn zeit-
weise bei sich zuhause wohnen. Er leistete damit einen nicht unbedeutenden Bei-
trag zu den Einbruchdiebstählen. Hinsichtlich des für G.________ gemieteten 
Zimmers schaltete er ein Inserat im Internet hoch, liess sich das Zimmer vorgängig 
zeigen und täuschte den Bewohnern der Wohngemeinschaft eine langjährige 
Freundschaft mit G.________ vor, um ihr Vertrauen zu erlangen. Die objektive 
Tatschwere wiegt mit Blick auf den weiten Strafrahmen noch leicht. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus egoistischen Beweggründen. 
G.________ dem Zugriff durch die Strafverfolgungsbehörden zu entziehen, diente 
primär seinem eigenen Schutz vor Strafverfolgung. Eine verminderte Schuldfähig-
keit liegt nicht vor (E. 20.2.3 oben). Die Tat wäre vermeidbar gewesen. Die subjek-
tive Tatschwere erhöht somit das Tatverschulden. Es bleibt dennoch bei einer noch 
leichten Tatschwere. 

33

Angemessen erscheint eine Freiheitsstrafe von 60 Tagen. Diese wird wegen des 
engen Zusammenhangs zu den Einbruchdiebstählen nur hälftig, also im Umfang 
von 30 Tagen Freiheitsstrafe, asperiert. Im Sinne eines Zwischenresultats ergeben 
sich 320 Tage Freiheitsstrafe (vgl. E. 21 oben).

23.6 Mehrfache Sachbeschädigung

23.6.1 Zum Nachteil der Firma L.________(Firma) und des O.________(Institut)

Die Sachbeschädigungen zum Nachteil der Firma L.________(Firma) und des 
O.________(Institut) sind eng miteinander verknüpft und erfolgten in einem Zug. 
Sie werden daher gemeinsam beurteilt. 

Art. 144 StGB schützt die unbeeinträchtigte tatsächliche Herrschaftsmacht über ei-
ne Sache sowie das Vermögen (BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auflage, Art. 144 
N 1 f.). Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterin-
nen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien; Stand: 
1. Januar 2021) sehen auf S. 47 als Referenz bei einem Täter, der den Lack eines 
fremden Personenwagens zerkratzt und einen Schaden von knapp über 
CHF 300.00 verursacht, eine Strafe von 15 Strafeinheiten vor.

Der Schaden beläuft sich vorliegend auf CHF 8'380.00 und ist bedeutend höher als 
im Referenzsachverhalt. Die Sachbeschädigungen gingen mit dem Diebstahl als 
gleichsam notwendige Begleiterscheinungen einher. Der Beschuldigte handelte in 
Bezug auf seine Tatbeiträge direktvorsätzlich, was deliktsimmanent und neutral ist. 
Es liegt keine verminderte Schuldfähigkeit vor (E. 20.2.1 oben). Die Tat wäre ver-
meidbar gewesen. Das Tatverschulden ist mit Blick auf den Strafrahmen als leicht 
einzustufen.

Angemessen erscheint eine Freiheitsstrafe von 60 Tagen. Diese wird hälftig, also 
im Umfang von 30 Tagen Freiheitsstrafe, asperiert. Das Zwischenresultat beträgt 
somit 350 Tage Freiheitsstrafe (vgl. E. 21 oben). 

23.6.2 Zum Nachteil der C.________ AG

Während des Einbruchs bei der Firma L.________(Firma) wurde ausserdem bei 
der C.________ AG ein Sachschaden von CHF 4'344.70 verursacht. Dieser Scha-
den war jedoch für den Einbruch nicht Notwendig. Im Übrigen gilt das zuvor Ausge-
führte (E. 23.6.1 oben). Angemessen erscheint eine Freiheitsstrafe von 30 Tagen. 
Diese wird im Umfang von 15 Tagen asperiert. Das Zwischenresultat erhöht sich 
auf 365 Tage Freiheitsstrafe (vgl. E. 21 oben). 

23.7 Mehrfacher Hausfriedensbruch

Geschütztes Rechtsgut von Art. 186 StGB ist das Hausrecht, mithin das Recht, 
über bestimmte Räume ungestört zu herrschen und darin den eigenen Willen frei 
zu betätigen und selbst zu bestimmen, wer sich in den eigenen Räumen aufhalten 
darf (BSK StGB-DELNON/RÜDY, 4. Auflage, Art. 186 N 5). Je intensiver in dieses 
Recht eingegriffen wird, desto stärker ist die Verletzung des Rechtsguts einzu-
schätzen und umso höher hat die Strafe auszufallen. Die VBRS-Richtlinien sehen 
als Referenz für einen Vermieter, der sich oder anderen ohne Einwilligung des Be-
troffenen Zugang verschafft, eine Strafe von 5 Strafeinheiten vor (S. 49).

34

Beide Hausfriedensbrüche – einerseits zum Nachteil der Firma L.________(Firma) 
und andererseits zum Nachteil des O.________(Institut) – lassen sich in Bezug auf 
die für die Strafzumessung relevanten Kriterien nicht voneinander unterscheiden. 
Die nachfolgenden Erwägungen gelten somit für beide Delikte. 

Die Hausfriedensbrüche gingen ebenfalls mit dem Diebstahl als gleichsam notwen-
dige Begleiterscheinungen einher. Die Täterschaft drang nachts in Geschäftsräum-
lichkeiten ein und durfte damit rechnen, dass niemand anwesend sein würde. Der 
Beschuldigte handelte in Bezug auf seine Tatbeiträge direktvorsätzlich, was delikt-
simmanent und neutral ist. Es liegt keine verminderte Schuldfähigkeit vor (E. 20.2.1 
oben). Die Tat wäre vermeidbar gewesen. Das Tatverschulden ist mit Blick auf den 
Strafrahmen als leicht einzustufen. 

Angemessen erscheinen 10 Tage Freiheitsstrafe pro Hausfriedensbruch, total 
ausmachend 20 Tage. Diese werden hälftig, also im Umfang von 10 Tagen Frei-
heitsstrafe, asperiert. Das Zwischenresultat zur Asperation auf die Grundstrafe be-
trägt 375 Tage oder 12.5 Monate Freiheitsstrafe (vgl. E. 21 oben). 

23.8 Täterkomponenten betreffend die vor dem Ersturteil begangenen Delikte

Der Beschuldigte wuchs mit seinen drei Geschwistern in Bern bei seiner Mutter und 
später bei seinem Stiefvater auf (pag. 3453)