# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27cded54-cac8-52ea-8db6-f811810bf9c3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.09.2018 200 2018 220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-220_2018-09-11.pdf

## Full Text

200 18 220 IV
SCJ/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. September 2018

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Februar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1981 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 7. Dezember 2010 bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 
164 S. 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm er-
werbliche und medizinische Abklärungen vor. Insbesondere zog sie die 
Akten des zuständigen Krankenversicherers (B.________) bei (AB 9.1 bis 
9.7) und gewährte ein Aufbautraining in der Abklärungsstelle C.________ 
vom 29. August 2011 bis am 31. Januar 2012 (AB 6 und 18) und ansch-
liessend ein Arbeitstraining im ersten Arbeitsmarkt bei der G.________ AG 
vom 16. Januar bis am 15. April 2012 (AB 21 und 22). Darauf erteilte sie 
Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung sowie Berufsberatung (AB 
36 und 52). Nach Einholung einer Einschätzung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) gewährte sie die Weiterführung des Praktikums vom 
1. April bis am 31. Juli 2013 (AB 73) und nachfolgend eine Umschulung 
vom 1. August 2013 bis am 30. August 2015 zum …in der D.________ AG 
und der E.________ (AB 77). Direkt anschliessend absolvierte der Versi-
cherte bis am 31. Dezember 2015 ein Praktikum in derselben … (AB 99). 
Schliesslich erteilte die IVB Kostengutsprache für ein Arbeitstraining zum 
… in der F.________ vom 1. Januar 2016 bis am 31. Oktober 2017 (AB 
110). Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD (AB 164) wies sie das 
Leistungsbegehren mit Vorbescheid vom 12. Januar 2018 bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 28% ab (AB 165). Dagegen erhob der Versicherte 
am 9. Februar 2018 Einwand (AB 167). Am 22. Februar 2018 verfügte die 
IVB dem Vorbescheid entsprechend (AB 169). 

 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 15. März 2018 (Postaufgabe) Be-
schwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
sowie die Neuüberprüfung des evaluierten IV-Grades. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 3

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. März 2018 setzte der Instruktions-
richter dem Beschwerdeführer Frist, seine Rechtsbegehren zu klären und 
anzugeben, was genau anbegehrt resp. welche Abänderung der angefoch-
tenen Verfügung verlangt wird. Mit Eingabe vom 29. März 2018 ergänzte 
der Beschwerdeführer seine Beschwerde vom 15. März 2018 dahingehend, 
als dass er beantragte, der aktuelle Gesundheitszustand sei neu abzu-
klären. 

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2018 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). 

Die Beschwerde muss eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein 
Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten (Art. 61 lit. b 
ATSG). Die Bestimmung, wonach die Beschwerde ein Rechtsbegehren 
und eine kurze Begründung enthalten muss, soll dem Gericht hinreichende 
Klarheit darüber verschaffen, worum es beim Rechtsstreit geht. Nach der 

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Praxis genügt es, wenn dies der Beschwerde insgesamt entnommen wer-
den kann (BGE 123 V 335 E. 1a S. 336). Der Beschwerde vom 14. März 
2018 ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob der Beschwerdeführer Leistun-
gen der Invalidenversicherung bzw. eine IV-Rente beantragt. Gestützt auf 
seine zusätzliche Eingabe vom 29. März 2018 (in den Gerichtsakten) ist 
indessen davon auszugehen, dass er eine Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung und einen neuen Entscheid nach aktueller Abklärung seines 
Gesundheitszustandes verlangt, womit insgesamt eine rechtsgenügliche 
Beschwerde vorliegt.   

Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 
lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) ein-
gehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. Februar 2018 
(AB 169). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine IV-Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 6

welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Nach der Aktenlage ist eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit ab 
dem 8. Juni 2010 ausgewiesen (AB 164 S. 3). Unter Berücksichtigung des 
Wartejahres und bei Anmeldung zum Leistungsbezug am 7. Dezember 
2010, ist somit der frühest mögliche Rentenbeginn in Anwendung von 
Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf Juni 2011 festzusetzen (vgl. 
E. 2.3 hiervor). 

3.2 Der Beschwerdeführer hat zwischen 2011 und 2017 mit kurzen Un-
terbrüchen ein Taggeld bezogen, weshalb in dieser Zeit jeweils kein Ren-
tenanspruch entstehen konnte (Art. 29 Abs. 2 IVG; vgl. E. 2.3 hiervor): Vom 
29. August 2011 bis am 15. April 2012 absolvierte er ein Aufbautraining in  
der Abklärungsstelle C.________ und direkt anschliessend ein Arbeitstrai-
ning im ersten Arbeitsmarkt bei der G.________ AG, wobei er jeweils ein 
Taggeld bezog (AB 12 S. 4; 20 S. 3; 31 S. 3). Vom 9. Juli bis am 30. Sep-
tember 2012 erfolgte eine berufliche Abklärung in der Abklärungsstelle 
H.________ (AB 45) und ab dem 1. Januar 2013 bis am 31. Oktober 2017 
bezog der Beschwerdeführer ein Taggeld für verschiedene Praktika sowie 
die Umschulung zum … und für ein anschliessendes Arbeitstraining in der 
F.________ (AB 69 S. 2; 74 S. 3; 80 S. 3; 102 S. 3; 112 S. 3). Die Frage 
eines allfälligen Rentenanspruchs stellt sich deshalb lediglich für die Mona-
te Juni bis August 2011, Mitte April bis Mitte Juli 2012, Oktober bis Dezem-
ber 2012 sowie ab November 2017. 

 

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

4.1.1 Im zuhanden des Krankenversicherers erstatteten psychiatrischen 
Gutachten vom 21. November 2010 (AB 9.2) diagnostizierte Dr. med. 

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I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine Alkoholab-
hängigkeit (ICD-10 F10.24) sowie eine akute schizophreniforme psychoti-
sche Störung (ICD-10 F23.2) im Sommer 2010, differentialdiagnostisch 
eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0; S. 10). 

Am Anfang der aktuellen Arbeitsunfähigkeit stehe eine Kündigung durch 
den Arbeitgeber wegen mangelnder Leistung Anfang Juni 2010. Kurz dar-
auf sei es im Rahmen eines auch vom Beschwerdeführer als massiv ein-
gestuften Alkoholexzesses zu Auseinandersetzungen mit der Polizei ge-
kommen, welche in einem Kampf mit der Polizei und einer Anzeige resul-
tiert hätten. Kurz darauf sei der Beschwerdeführer zu Dr. med. J.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, geschickt worden, der ihn als 
florid paranoid-psychotisch erlebt habe mit Verwirrung und Unfähigkeit, die 
Geschehnisse in einen kohärenten Zusammenhang zu stellen. Rasch habe 
sich die Symptomatik gebessert, paranoide Interpretationen persistierten 
aber noch einige Zeit und hätten bei Stress (Familienfest) vorübergehend 
wieder zugenommen. Eine vorgeschlagene Medikation habe der Be-
schwerdeführer verweigert, da er die negativen Effekte von Psychophar-
maka an seiner Mutter gesehen habe. In der aktuellen Untersuchung fän-
den sich einige diskrete psychopathologische Symptome. Weiter berichte 
der Beschwerdeführer über einen exzessiven Alkoholkonsum von 40 bis 80 
Gramm pro Tag, an manchen Tagen deutlich mehr (S. 8). Es könne eine 
Alkoholabhängigkeit festgestellt werden. Die Leberwerte bestätigten den 
Verdacht: Sie zeigten das Bild eines massiven, gesundheitsschädigenden 
Alkoholkonsums. Es könne sogar spekuliert werden, ob es sich bei der als 
Psychose imponierenden Episode nicht um einen durch Alkohol verursach-
ten Zustand handle. Differentialdiagnostisch sei aber angesichts der fami-
liären (genetischen) Belastung durch die an Schizophrenie erkrankten Mut-
ter vor allem auch an eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formen-
kreis zu denken. Angesichts der doch recht ausgeprägten paranoiden 
Symptome wäre an eine paranoide Schizophrenie zu denken, dafür spre-
chen würden auch die noch anhaltenden leichten Ich-Störungen (Telepa-
thie). Fraglich erfüllt sei andererseits das Kriterium, dass die floride psycho-
tische Symptomatik einen Monat lang anhalten müsse und dass sie nicht 
im Zusammenhang mit einer Intoxikation aufgetreten sei, was aber hier der 
Fall gewesen sei. Deshalb könne die im Sommer 2010 aufgetretene Episo-

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de als eine akute schizophreniforme psychotische Störung (ICD-10 F23.2) 
bezeichnet werden (S. 9). Wegen der Kombination einer sich in Remission 
befindlichen psychotischen Störung und einer Alkoholabhängigkeit müsse 
der Beschwerdeführer unbedingt einen stationären Alkoholentzug machen. 
Dieser führe zu einer Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des stationären 
Aufenthaltes. Die bisherige Arbeit sei nach Abschluss einer stationären 
Suchtbehandlung, welche ca. drei Monate dauern werde, wieder zumutbar. 
Dies vorausgesetzt, dass es während dem Entzug nicht zu einem Wieder-
auftreten der psychotischen Symptomatik komme (S. 10). 

4.1.2 Im Bericht vom 8. Juli 2011 (AB 9.3) der Klinik K.________ führten 
die Ärzte aus, nach wie vor bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf-
grund der psychotischen Grunderkrankung. Der Beschwerdeführer sei psy-
chisch kompensiert, aber sie fänden im Psychostatus nach wie vor Hinwei-
se für ein derzeitiges psychotisches Erleben. Die sekundäre Alkoholabhän-
gigkeitserkrankung sei in den letzten Monaten in einer erfolgten stationären 
Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung in der Klinik K.________ vom 
23. Februar bis 16. Mai 2011 und in ihrer Tagesklinik vom 16. Mai bis 8. Ju-
li 2011 behandelt worden. Ein Wiedereinstieg in die bisherige Arbeitssitua-
tion mit hoher Stressbelastung könnte zu einem Wiederaufleben von para-
noiden, psychotischen Symptomen führen (S. 1). Die Arbeitsfähigkeit sollte 
im geschützten Rahmen in einem Arbeitsabklärungsprogramm in Form von 
beruflichen Massnahmen durch die IV weiter abgeklärt werden (S. 2). 

4.1.3 Im Bericht vom 4. April 2012 (AB 32) führte der behandelnde Psych-
iater, Dr. med. J.________, aus, es bestehe eine erhöhte Vulnerabilität bei 
schizophreniformer psychotischer Veranlagung, zurzeit nicht aktiv, in Be-
lastungssituationen bestehe jedoch ein rezidivierender Kontrollverlust und 
negatives Gedankenkreisen. Die stationäre und anschliessend teilstationä-
re Behandlung der Alkoholproblematik habe zu einer bisher anhaltenden 
Normalisierung des Alkoholkonsums geführt, insbesondere habe der Be-
schwerdeführer seit Beginn der Arbeitsabklärung ganz auf Alkohol verzich-
tet (S. 1). In der bisherigen Tätigkeit als … im … bestehe seit dem 4. Juli 
2011 eine Arbeitsunfähigkeit (S. 2). Es sei vor allem der „normale“ Stress 
und Leidensdruck zu vermeiden. Es sei eine Arbeit im sozialen oder alter-
nativen Bereich wünschenswert, wo auch eine positive Einstellung bestehe. 

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Körperlich bestünden keine Einschränkungen. Beim Einstieg in eine Arbeit, 
welche die genannten Kriterien beachte, allenfalls auch mit einer entspre-
chenden Zusatzausbildung, sei ein erfolgreicher Wiedereinstieg wahr-
scheinlich. 

4.1.4 Der RAD-Arzt, Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte im Bericht vom 1. Mai 2012 (AB 34) aus, es liege 
eine Schizotype Störung (ICD-10 F21), bestehend seit spätestens Juni 
2010 mit (sekundärer) Alkoholabhängigkeit vor (ICD-10 F10.2, S. 1). Zum 
Zumutbarkeitsprofil verwies er auf die Einschätzung des behandelnden 
Psychiaters. Dieser gehe davon aus, dass dem Beschwerdeführer auf un-
bestimmte Zeit die angestammte Berufstätigkeit im … aufgrund seiner psy-
chischen Erkrankung weder möglich noch zumutbar sei. Eine Umschulung 
in eine Berufstätigkeit im … (z.B. …) sei bei Vorliegen einer Erkrankung 
des schizophrenen Formenkreises / wahnhafter Störung medizinisch nicht 
zweckmässig (S. 2). 

4.1.5 Im Verlaufsbericht vom 15. Januar 2013 (AB 67) führte Dr. med. 
J.________, aus, der Gesundheitszustand habe sich verbessert. Die er-
höhte Vulnerabilität bei schizophreniformer psychotischer Veranlagung in 
Belastungssituationen sei zurzeit vollständig remittiert (S. 1). Vorallem der 
psychische Druck und die menschliche Belastung, was offenbar heute in 
der … der Normalfall sei, sei dringend zu vermeiden. Körperlich bestünden 
keine Einschränkungen. Der Beschwerdeführer sehe seine Fähigkeiten und 
Interessen in der Therapiearbeit oder Unterstützung von Menschen, wobei 
er durchaus seine Fähigkeiten aus dem angestammten Beruf und die ent-
sprechende Erfahrung einbringen möchte. Er interessiere sich für die Aus-
bildung zum …. Grundsätzlich dürften viele Voraussetzungen vorhanden 
sein. Zur Prognose führte Dr. med. J.________ aus, es sei zu einer erfreu-
lichen Stabilisierung in allen Problembereichen gekommen. (S. 3 f.). 

4.1.6 Im Bericht vom 19. März 2013 (AB 71) führte der RAD-Arzt, 
M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die ur-
sprüngliche Arbeit als … auf dem … sei aus psychiatrischer Sicht nicht 
mehr zumutbar. Das Risiko einer psychotischen Dekompensation könne 
selbst- und fremdgefährdende Handlungen nach sich ziehen, auf dem … 
könne das eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten. Die geplante Um-

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schulung zum … sei zu empfehlen, es sei dabei darauf zu achten, dass 
keine Vermischung der Erfahrung als Patient und als … entstehe. Der 
Teamleiter müsse die psychischen Probleme kennen und bezüglich der 
eigenen Rollenfindung als … unterstützen. Das Praktikum von acht Mona-
ten solle definitiv Aufschluss geben über die Berufseignung. Es werde emp-
fohlen, die Alkoholabstinenz zu dokumentieren (S. 1). 

4.1.7 Im Verlaufsbericht vom 3. März 2017 (AB 142) führte Dr. med. 
J.________ aus, es habe sich seit der letzten Diagnosestellung keine Än-
derung ergeben. Aktuell sei der Beschwerdeführer durch die anstehenden 
Abschlussprüfungen und –arbeiten bei gleichzeitig schwierigem und subop-
timalem Arbeitsumfeld sehr gefordert. Bei grosser Spannung und Heraus-
forderungen bestehe aber sicher eine Copingkompetenz, die vor nicht allzu 
langer Zeit kaum denkbar gewesen wäre (S. 2). Zurzeit bestehe eine Ar-
beitsfähigkeit von 60-80%, wobei diese in Anbetracht der zusätzlichen Her-
ausforderungen und Belastungen durch die Abschlussarbeiten relativiert 
werden müsse. Das heisst, es könne von einer Arbeitsfähigkeit von 80-
100% ausgegangen werden (S. 3). 

4.1.8 Dr. med. J.________ führte im Verlaufsbericht vom 23. Oktober 
2017 (AB 158) aus, neu sei es zu einer Epididymitis (Nebenhodenentzün-
dung) gekommen, welche vorübergehend scheinbar habe kontrolliert wer-
den können, bei welcher es aber aktuell wieder zu einem Rezidiv gekom-
men sei. Zudem sei im letzten Monat die Mutter des Beschwerdeführers 
verstorben, was auch zu einer Destabilisierung (in einer eh schon gespann-
ten Situation wegen der anstehenden Prüfungen) geführt habe. Insgesamt 
könne aber trotz der aktuellen Krisen von einer erfreulichen Entwicklung 
gesprochen werden (S. 3). Auch wenn der Beschwerdeführer aufgrund der 
aktuellen Belastungen und Situation wahrscheinlich die Prüfungen nicht in 
diesem Herbst sondern erst im nächsten Jahr werde ablegen können, kön-
ne eine günstige Prognose gestellt werden. Die Ausbildung sei abge-
schlossen und er könne auf seinem neuen Beruf arbeiten (S. 4). Es beste-
he eine Arbeitsunfähigkeit von 40% (S. 5). 

4.1.9 Der RAD-Arzt, Dr. med. N.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte im Bericht vom 8. Dezember 2017 (AB 164) aus, es 
liege eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis vor, eine so-

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genannte F2x Diagnose. Gemäss dem letzten Bericht des behandelnden 
Psychiaters vom November 2017 sei eine Epididymitis hinzugekommen. 
Dazu bestehe eine bekannte Alkoholabhängigkeit, welche nach einer Ent-
zugsbehandlung 2011 stabilisiert gewesen sei und nun wieder zu entglei-
sen drohe. Zu den funktionellen Einschränkungen hielt Dr. med. 
N.________ fest, es scheine, dass Regeln nicht leicht einzuhalten seien. 
Die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sei ebenfalls 
beeinträchtigt. Ob er sich umstellen könne auf neue Aufgaben sei fraglich. 
Die Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen sei beschränkt. Die 
Durchhaltefähigkeit sei reduziert und die Gruppenfähigkeit ebenso. Er sei 
aber motiviert, den Ausgangszustand zu ändern. Vielleicht sei die Fähigkeit 
etwas eingeschränkt, die Situation wie sie sich biete, als gegeben hinzu-
nehmen. Wieweit eine positive Selbstverbalisation vorhanden sei, sei un-
klar. In der bisherigen Tätigkeit als … sollte er nicht wieder eingesetzt wer-
den. Die Wiedereingliederung sei quasi abgeschlossen. Die Zumutbarkeit 
diesbezüglich sei gegeben. In einer wohlwollenden, angepassten und we-
nig Stress induzierenden Umgebung wäre eine angepasste Tätigkeit mög-
lich. Dies ab Ende 2010, d.h. ab dem durchgeführten Gutachten (S. 6). 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

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nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

4.3

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 22. Februar 2018 (AB 169) massgeblich auf den Aktenbericht des 
RAD-Arztes, Dr. med. N.________, vom 8. Dezember 2017 (AB 164) ge-
stützt. Dieser Bericht erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an ärztliche Berichte gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.2 hiervor) und er-
bringt vollen Beweis. Er beruht auf einer sorgfältigen Auseinandersetzung 
mit den medizinischen Vorakten und ist überzeugend sowie nachvollzieh-
bar begründet. Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert Dr. 
med. N.________ eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. 
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert er eine bekannte 
Alkoholabhängigkeit, welche nach einer Entzugsbehandlung 2011 stabili-
siert gewesen sei und nun wieder zu entgleisen drohe, sowie eine 
Epididymitis. Es überzeugt, dass die angestammte Tätigkeit als … nicht 
mehr zumutbar ist, dagegen in einer wohlwollenden, angepassten und we-
nig Stress induzierten Umgebung seit Ende 2010 eine angepasste Tätigkeit 
als möglich erachtet wird (AB 164 S. 6). 

4.3.2 Damit in grundsätzlicher Übereinstimmung steht die Einschätzung 
des behandelnden Psychiaters Dr. J.________ vom 3. März 2017, der auf-
grund derselben Diagnose eine Arbeitsfähigkeit von 60-80% attestiert. Er 
verweist jedoch darauf, dass diese in Anbetracht der zusätzlichen Heraus-
forderungen und Belastungen durch die Abschlussarbeiten relativiert wer-
den müsse und geht deshalb von einer Arbeitsfähigkeit von 80-100% aus 
(AB 142 S. 2). Dass Dr. med. J.________ im Verlaufsbericht vom 23. Ok-
tober 2017 (AB 158) nunmehr eine Arbeitsunfähigkeit von 40% bescheinigt, 
ändert nichts, steht diese doch im Zusammenhang mit der seit dem Bericht 
vom 3. März 2017 (AB 142) aufgetretenen Epididymitis sowie dem Tod der 
leiblichen Mutter des Beschwerdeführers (vgl. AB 163). Dr. med. 
J.________ spricht aber trotz der aktuellen Krisen von einer insgesamt 
„erfreulichen Entwicklung“ (AB 158 S. 3).  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 13

4.3.3 Was die Monate Juni bis August 2011 anbelangt (vgl. E. 3.2 hier-
vor), so bestand in dieser Zeit gemäss dem Bericht der Klinik K.________ 
vom 8. Juli 2011 (AB 9.3) eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Diese bezieht 
sich aber auf die angestammte Tätigkeit als …, die dem Beschwerdeführer 
nicht mehr zumutbar ist (vgl. E. 4.3.1 hiervor). Aufgrund der Aktenlage ist 
nach dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer auch 
in einer angepassten Tätigkeit arbeitsunfähig war, zumal im Sommer 2011 
nebst der psychotischen Grunderkrankung auch Auswirkungen der Alko-
holabhängigkeitserkrankung vorgelegen haben, die invalidenversicherungs-
rechtlich für sich allein nicht relevant sind (BGE 124 V 265 E. 3c S. 268). 
Auch für die befristete Zeit im Jahr 2012 (vgl. E. 3.2 hiervor), während wel-
cher ein Rentenanspruch entstanden sein könnte, ist aufgrund des von Dr. 
med. J.________ mit Bericht vom 4. April 2012 (AB 32 S. 1) als verbessert 
beschriebenen Gesundheitszustandes eine Arbeitsunfähigkeit in einer an-
gepassten Tätigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. 

4.3.4 Nach dem Dargelegten ist die medizinische Situation seit Ablauf der 
Wartefrist im Mai 2011 (vgl. E. 3.1 hiervor) ausreichend abgeklärt. Entge-
gen der Auffassung des Beschwerdeführers (Eingabe vom 29. März 2018; 
in den Gerichtsakten) bedarf es keiner weiteren Abklärungen, zumal er 
nicht substantiiert darlegt, inwiefern die medizinische Aktenlage einer Er-
gänzung bedürfte. Weitere Sachverhaltserhebungen erübrigen sich (antizi-
pierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). Folglich ist ent-
sprechend der Einschätzung von Dr. med. N.________ in einer leidensan-
gepassten Tätigkeit (in einer wohlwollenden, angepassten und wenig 
Stress induzierten Umgebung) ab Ende 2010 von einer vollen Arbeitsfähig-
keit auszugehen (AB 164 S. 6).

5. 

5.1 Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu ermit-
teln. 

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 14

bzw. der Rentenrevision nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Re-
gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom-
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 
3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.2 Da frühestens ab Juni 2011 ein Rentenanspruch besteht, ist der 
Einkommensverglich auf diesen Zeitpunkt hin durchzuführen (vgl. E. 3.1 
hiervor). 

5.2.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung da-
von aus, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden weiterhin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 15

als … im … tätig wäre und ermittelte das Valideneinkommen gestützt auf 
die Tabellenlöhne (LSE 2010; AB 169 S. 1), was nicht zu beanstanden ist. 
Das Valideneinkommen ist gestützt auf die Tabelle TA1, Ziffer 41-43 (…), 
Anforderungsniveau 1+2 festzulegen. Der massgebliche monatliche Brutto-
lohn für Männer beträgt dabei Fr. 6‘500.-. Auf die betriebsübliche Wochen-
arbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen, Ziffer 41-43, …, 2011) und auf das massge-
bende Jahr 2011 aufgerechnet, resultiert daraus ein jährliches Validenein-
kommen von Fr. 82‘128.20 (Fr. 6‘500.-- : 40 x 41.7 x 12 : 100 x 101.0; vgl. 
BFS, Nominallöhne Männer 2011 – 2017, Tabelle T1.1.10, Ziffer 41-43, …). 

5.2.2 Der Beschwerdeführer hat keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen, weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf die 
Tabellenlöhne (LSE 2010) zu ermitteln ist (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Ausge-
hend vom Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. N.________, wonach dem Be-
schwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit (in einer wohlwollenden, 
angepassten und wenig Stress induzierten Umgebung) seit Ende 2010 voll 
zumutbar ist (AB 164 S. 6), ist es vorliegend nicht zu beanstanden, dass 
die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf den Total-
wert des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) der 
Tabelle TA1 festgelegt hat. Der massgebliche monatliche Bruttolohn für 
Männer beträgt dabei Fr. 4‘901.--. Auf die betriebsübliche Wochenarbeits-
zeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Total, 2011) und auf das massgebende Jahr 2011 auf-
gerechnet, resultiert daraus ein jährliches Valideneinkommen von 
Fr. 61‘924.60 (Fr. 4‘901.-- : 40 x 41.7 x 12 : 100 x 101.0; vgl. BFS, Nomi-
nallöhne Männer 2011 – 2017, Tabelle T1.1.10, Total). Die Beschwerde-
gegnerin liess einen LSE-Abzug von 5% zu (AB 169 S. 1), was den Ein-
schränkungen gemäss medizinischem Zumutbarkeitsprofil angemessen 
Rechnung trägt. Zudem wurden beide Vergleichseinkommen anhand statis-
tischer Tabellenlöhne ermittelt, womit allfällige invaliditätsfremde Gesichts-
punkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität) prinzipiell ohnehin ausser Betracht 
fallen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5). Daraus ergibt sich ein Invalideneinkommen von 
Fr. 58‘828.40. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 16

5.2.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 82‘128.20 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 58‘828.40. resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 23‘299.80, was einem IV-Grad von gerundet 28% (zur Rundung: 
BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3) entspricht. Somit besteht per 2011 
kein Anspruch auf eine Rente der IV (vgl. E. 2.2 hiervor).

5.2.4 Weiter ist zu prüfen, ob sich seit 2011 bis zum Verfügungserlass 
vom 22. Februar 2018 (AB 169) wesentliche Änderungen in den tatsächli-
chen Verhältnissen ergeben haben. Gemäss der insoweit schlüssigen Be-
urteilung von Dr. med. N.________ liegt medizinisch eine weitgehend 
gleich gebliebene Situation mit unverändert voller Arbeitsfähigkeit für eine 
angepasste Tätigkeit vor. Indessen stellt sich die Frage, ob für den Ein-
kommensvergleich nach durchgeführten Eingliederungsmassnahmen ab 
November 2017 nunmehr auf die Tätigkeit als … abzustellen ist. Allerdings 
ist unklar, ob der Beschwerdeführer ab November 2017 überhaupt als … 
hätte eingesetzt werden können. In diesem Zusammenhang ist nebst dem 
bereits von Dr. med. L.________ angebrachten Vorbehalt (AB 34 S. 2) zum 
einen auf die von Dr. med. N.________ beschriebenen funktionellen Ein-
schränkungen hinzuweisen, wie unter anderem die Schwierigkeit, Regeln 
einzuhalten sowie Aufgaben zu planen und zu strukturieren, sowie die re-
duzierte Durchhalte- und Gruppenfähigkeit (AB 164 S. 6). Zum andern sind 
die Angaben des direkten Vorgesetzten des Beschwerdeführers im Prakti-
kum bei der F.________ zu erwähnen, gemäss welchem sich seit Mai 2017 
mehrfache Alkoholabstürze ereignet hätten, der Beschwerdeführer etliche 
Fehltage habe und es diesem nicht gelungen sei, selbständig eine Gruppe 
zu führen (Protokoll per 14. Mai 2018, S. 36, in den Gerichtsakten). Letzt-
lich kann diese Frage offen bleiben, denn das mutmassliche Einkommen 
als … wäre ohnehin höher einzustufen als das von der Beschwerdegegne-
rin herangezogene Invalideneinkommen gestützt auf einfache und repetiti-
ve Tätigkeiten, so dass so oder anders kein rentenbegründender IV-Grad 
resultiert. 

5.3 Somit erreicht der Invaliditätsgrad für die gesamte zur Beurteilung 
stehende Zeitspanne ab 2011 bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfü-
gung kein rentenbegründendes Ausmass von mindestens 40 % (vgl. E. 
5.2.3 hiervor).  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 17

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung 22. Februar 2018 
nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet 
und abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, dem unterliegenden Beschwerdeführer 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen. 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2018, IV/18/220, Seite 18

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.