# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3afd031-0913-5152-9de0-7031be1b20f3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.07.2023 E-3634/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3634-2023_2023-07-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3634/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Genner; 

Gerichtsschreiber Olivier Gloor  

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Äquatorialguinea,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 15. Juni 2023 / N (…). 

 

 

 

E-3634/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 12. Mai 2023 um Asyl in der Schweiz er-

suchte, 

dass er sowohl abgelaufene Reisepässe sowie seine Identitätskarte (je-

weils im Original) zu den Akten gab, 

dass ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) 

ergab, dass dem Beschwerdeführer von Spanien in den Jahren 2019, 2020 

und 2023 Visa ausgestellt wurden, 

dass der Beschwerdeführer am 23. Mai 2023 die ihm zugewiesene Rechts-

vertretung mandatierte, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 1. Juni 

2023 im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu einer mögli-

chen Überstellung nach Spanien geltend machte, er habe die Schweiz aus-

gewählt, da diese keine diplomatischen Beziehungen zu seinem Heimat-

land unterhalte und er in Spanien nicht sicher sei, da Angehörige von ihm 

dort zwar Asyl erhalten hätten, jedoch von dort in das Heimatland entführt 

worden seien, 

dass er ferner erklärte, es gehe ihm in gesundheitlicher Hinsicht gut, 

dass die spanischen Behörden am 9. Juni 2023 dem Ersuchen der Vor-

instanz vom 6. Juni 2023 um Übernahme des Beschwerdeführers gestützt 

auf Art. 12 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neu-

fassung) (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO) zu-

stimmten, 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 15. Juni 2023 gestützt auf Art. 31a 

Abs. 2 Bst. b Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) auf das Gesuch nicht eintrat, 

die Wegeweisung in den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat (Spanien) an-

ordnete, den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug beauf-

tragte, die editionspflichtigen Akten aushändigte und festhielt, einer allfälli-

gen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

E-3634/2023 

Seite 3 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat am 21. März 2023 

niederlegte, 

dass der Beschwerdeführer am 27. Juni 2023 gegen den Entscheid der 

Vorinstanz Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob und sinn-

gemäss beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die 

Vorinstanz sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten,  

dass er ferner beantragt, es sei die aufschiebende Wirkung der Be-

schwerde sowie die unentgeltliche Prozessführung – unter Verzicht auf Er-

hebung eines Kostenvorschusses – zu gewähren, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 

Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),  

dass sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erweist und im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts 

grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 

das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.),  

E-3634/2023 

Seite 4 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG),  

dass gemäss Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO der Mitgliedstaat für die Durch-

führung des Asylverfahrens zuständig ist, der einem Antragsteller ein Vi-

sum erteilt hat, 

dass vorliegend die spanischen Behörden dem Übernahmeersuchen der 

Vorinstanz gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO zugestimmt haben und 

nicht bestritten ist, dass Spanien aufgrund dieser Bestimmung grundsätz-

lich zuständig wäre, der Beschwerdeführer gegen eine Überstellung nach 

Spanien jedoch im Wesentlichen vorbringt, er habe begründeten Anlass 

zur Befürchtung, er werde dort entführt und in sein Heimatland gebracht, 

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung ausführt, Spanien sei 

ein Rechtsstaat, welcher über eine funktionierende Polizeibehörde verfüge 

und der Beschwerdeführer habe die Möglichkeit, sich an diese zu wenden, 

sollte er sich von Dritten bedroht fühlen, 

sodann sei Spanien Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 

und sei zudem an verschiedene europäische Richtlinien betreffend Auf-

nahme und Verfahren von Asylsuchenden gebunden,  

dass insgesamt keine Gründe dafür auszumachen seien, der Beschwerde-

führer könne aufgrund gravierender Mängel im spanische Asylsystem nicht 

dorthin überstellt werden beziehungsweise aufgrund welcher ein Selbst-

eintritt durch die Schweizer Behörden angezeigt wäre, 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vorab geltend 

macht, er stelle die Rechtmässigkeit des Umstandes in Frage, dass der 

angefochtene Entscheid in deutscher Sprache ausgefertigt worden sei, zu-

mal der Entscheid im Bundesasylzentrum B._______ gefällt worden sei, 

dass der Beschwerdeführer des Weiteren im Wesentlichen geltend macht, 

Spanien pflege enge politische sowie wirtschaftliche Beziehungen mit sei-

nem Heimatland und er habe Familienmitglieder, welche in Spanien zu-

nächst Asyl erhalten hätten und später entführt und in das Heimatland ver-

schleppt worden seien, wobei ein Onkel den Tod gefunden habe, 

E-3634/2023 

Seite 5 

dass angesichts dieser Ausgangslage die Schweizer Behörden verpflichtet 

seien, das Asylgesuch zu prüfen, 

dass das vorinstanzliche Verfahren im Bundesasylzentrum B._______ 

durchgeführt wurde, weshalb der Entscheid grundsätzlich in italiensicher 

Sprache zu ergehen hat (vgl. Art. 16 Abs. 2 AsylG), 

dass von der Sprachenregel jedoch insbesondere aus Effizienzüberlegun-

gen oder auch dann abgewichen werden kann, wenn die Rechtsvertretung 

einer anderen Amtssprache mächtig ist (vgl. Art. 16 Abs.3 AsylG), was – 

wie aus den Akten zu schliessen ist – vorliegend der Fall war, weshalb der 

Umstand, dass der Entscheid in deutscher Sprache erging, nicht zu bean-

standen ist, 

dass sich der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene damit begnügt, 

seine bereits im vorinstanzlichen Verfahren eher relativ knappen Ausfüh-

rungen zu wiederholen, 

dass insbesondere die Hintergründe und die Täterschaft – letztere wird 

höchstens angedeutet – der geltend gemachten Entführungen im Dunkeln 

bleiben und der Beschwerdeführer seine Behauptungen auch nicht durch 

entsprechende Länder-, Zeitungs- oder Polizeiberichte untermauern kann, 

dass dem Gericht sodann auch keine Informationen darüber vorliegen, 

dass Asylsuchende oder Personen mit Schutzstatus aus Äquatorialguinea 

in Spanien erhöhter Gefahr von Entführung und Verschleppung ausgesetzt 

wären, 

dass die Vorinstanz bereits auf das funktionierende Polizei- und Justizsys-

tem in Spanien sowie dessen völker- sowie unionsrechtlichen Verpflichtun-

gen hinwies, 

dass sich die Dublin-Mitgliedstaaten grundsätzlich auf die Vermutung ver-

lassen können, dass die am gemeinsamen Europäischen Asylsystem be-

teiligten Staaten die Menschenrechte beachten (vgl. dazu BVGE 2010/45 

E. 7.4 f.; ausserdem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union 

[EuGH] vom 21. Dezember 2011 in den verbundenen Rechtssachen          

C-411/10 [N. S./Secretary of State for the Home Department] und C-493/10 

[M. E. u.a. /Refugee Applications Commissioner, Minister for Justice, Equa-

lity and Law Reform], Rn. 78 ff.; vgl. ferner Erwägung 3 der DubIin-III-VO) 

und die Vorinstanz sodann bereits zutreffend darauf hinwies, dass das spa-

nische Asylsystem keine systemischen Mängel aufweise, 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45

E-3634/2023 

Seite 6 

dass der Beschwerdeführer insgesamt nicht substantiiert darlegen kann, 

er sei bei einer Überstellung nach Spanien gefährdet beziehungsweise 

dass die vorstehend dargelegte Vermutung in seinem Fall nicht zutreffe,  

dass die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage auch nicht gehalten war, ge-

stützt auf Art. 17 Abs. 1 AsylG auf das Asylgesuch einzutreten, 

dass in Anbetracht des Vorstehenden festzustellen ist, dass die Vorinstanz 

zu Recht nicht auf das Asylgesuch eingetreten und die Wegweisung sowie 

den Vollzug in den zuständigen Dublin-Staat angeordnet hat,  

dass die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei dieser Ausgangslage das Begehren um Gewährung der aufschie-

benden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden ist, 

dass der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) beantragt, sich aus den vorstehenden Er-

wägungen jedoch ergibt, dass die gestellten Begehren als aussichtslos zu 

gelten haben, weshalb eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen 

nicht gegeben und das Gesuch abzuweisen ist, 

dass der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses mit 

vorliegendem Urteil gegenstandslos geworden ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; 

SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3634/2023 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor 

 

 

Versand: