# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfe885b8-f5b8-53f9-9dc5-6a79ac6871f9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2012 A-2690/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2690-2011_2012-01-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung I
A­2690/2011

U r t e i l   v om   2 4 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Markus Metz (Vorsitz),
Richter Daniel Riedo, Richter Michael Beusch,
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

Parteien A._______,
Beschwerdeführer, 

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung 
Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Mehrwertsteuer, Ermessenseinschätzung (1. Quartal 2006 
bis 4. Quartal 2008)

A­2690/2011

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
A._______  betreibt  in  der  Rechtsform  der  Einzelunternehmung  einen 
Taxibetrieb  in  der  Region  Basel.  Mit  Schreiben  vom  23.  Juni  2009 
forderte die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) A._______ auf, für 
die  Zeit  ab  dem  1.  Januar  2003  bzw.  ab  Aufnahme  der  selbständigen 
Geschäftstätigkeit  Bilanzen  und  Erfolgsrechnungen,  Aufwand­  und 
Ertragskonti,  Fahrtenschreiberscheiben  und  Arbeitszeitkontrollkarten 
sowie Service­ und Reparaturrechnungen einzureichen.

B. 
Am 18. August 2009 reichte A._______ verschiedene Unterlagen ein und 
führte zudem aus, er sei seit dem 1. Oktober 2001 bis 1. Oktober 2003 
arbeitsunfähig  gewesen  und  seit  diesem  Zeitpunkt  IV­Rentner.  Mit 
Schreiben vom 8. Dezember 2009 antwortete die ESTV, die Überprüfung 
der eingereichten Unterlagen sowie die Einholung weiterer Unterlagen bei 
der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) habe ergeben, dass er rückwirkend auf 
den  1. Januar  2005  in  das  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen 
einzutragen  sei.  Aufgrund  der  ungenügenden  Buchhaltungsunterlagen 
habe sie eine Ermessenseinschätzung vornehmen müssen. In der Folge 
forderte die ESTV mit ihrer Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. 117'420 vom 
8. Dezember  2009  für  die  Zeit  vom  1.  Januar  2005  bis  31.  Dezember 
2008 Fr. 31'143.­­ zuzüglich Verzugszins nach.

C. 
Am 11. Januar 2010 nahm A._______ zur Nachbelastung gemäss der EA 
Nr.  117'420  Stellung.  Er  legte  dar,  er  verfüge  über  zwei  als  Taxi 
eingelöste  Fahrzeuge.  Jenes  mit  dem  Kennzeichen  X._______  werde 
von  ihm  ausschliesslich  privat  benutzt,  insbesondere  für  Fahrten  in  die 
Ferien  in  der  Türkei.  In  der  Folge  seien  die  Voraussetzungen  für  seine 
Steuerpflicht  nicht  gegeben.  Im Weiteren  reichte A._______  zusätzliche 
Fahrtenschreiberscheiben  und  Kontrollkarten  ein.  Nach  Prüfung  dieser 
nachträglich  eingereichten  Unterlagen  reduzierte  die  ESTV  ihre 
Steuerforderung  mittels  Gutschriftsanzeige  (GS)  Nr.  117'337  vom  10. 
März  2010  um  Fr. 7'601.­­.  Am  gleichen  Tag  erliess  die  ESTV  eine 
anfechtbare  Verfügung,  in  der  sie  die  Steuerpflicht  von  A._______  ab 
dem  1.  Januar  2005  und  die  Steuernachforderung  von  insgesamt  Fr. 
23'542.­­ bestätigte.

D. 
Am 23. April 2010 erhob A._______ Einsprache gegen die Verfügung der 

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ESTV  vom  10.  März  2010.  Er  machte  insbesondere  geltend,  die 
Nachforderung  der  ESTV  gehe  sowohl  von  einer  zu  hohen  Anzahl 
geschäftlich  gefahrener  Kilometer  als  auch  von  einem  zu  hohen 
Kilometeransatz  aus.  Ein  Ansatz  von  Fr.  1.85/Kilometer  (km)  und  nicht 
von Fr. 2.15/km erscheine ihm als angemessen.

E. 
Mit  Schreiben  vom  28.  Januar  2011  forderte  die  ESTV  A._______  auf, 
seine Einsprache zu verbessern. Er habe seine Anträge mit geeigneten 
Beweismitteln zu belegen. Sie setzte ihm deshalb eine Nachfrist, um u.a. 
seine  gesamte  Buchhaltung  sowie  sämtliche  Fahrtenschreiberscheiben 
betreffend die Jahre 2004 bis 2008 nachzureichen. Am 24. Februar 2011 
reichte A._______ eine Einspracheverbesserung ein.

F. 
Mit  Einspracheentscheid  vom  25.  März  2011  hiess  die  ESTV  die 
Einsprache  im  Sinne  der  Erwägungen  teilweise  gut.  Sie  stellte  fest, 
A._______ sei ab dem 1. Januar 2006 steuerpflichtig. Er schulde  ihr  für 
die  Steuerperioden  1.  Quartal  2006  bis  4.  Quartal  2008  (Zeit  vom  1. 
Januar  2006  bis  31.  Dezember  2008)  insgesamt  Fr.  15'678.­­ 
Mehrwertsteuer  zuzüglich Verzugszins ab dem 31. Dezember 2007. Zur 
Begründung  brachte  die  ESTV  im  Wesentlichen  vor,  die 
Voraussetzungen  für  eine  Ermessenstaxation  seien  gegeben,  da  die 
Buchhaltung wesentliche Mängel aufweise. Im Weiteren sei A._______ in 
der  vorliegend  relevanten Zeit  Inhaber  von zwei Taxihalterbewilligungen 
gewesen (Y._______ und X._______). Die ESTV habe deshalb bei  ihrer 
Ermessenstaxation  von  zwei  geschäftlich  genutzten  Taxis  ausgehen 
können.  Er  habe  denn  auch  während  der  gesamten  relevanten  Zeit 
immer mindestens zwei Fahrzeuge eingelöst gehabt. Für die ESTV stehe 
deshalb  fest,  dass A._______  die  Fahrzeuge,  die  auf  das Kennzeichen 
X._______  zugelassen  waren,  nicht  ausschliesslich  privat  verwendet 
habe.  Indessen  anerkannte  die  ESTV  aufgrund  der  nachgereichten 
Unterlagen,  dass  das  Fahrzeug,  welches  auf  das  Kennzeichen 
Y._______  zugelassen  war,  vom  1.  Juni  bis  31. Dezember  2007  sowie 
vom  1.  Oktober  bis  31.  Dezember  2008  nicht  in  Betrieb  genommen 
worden sei. Die ESTV korrigierte deshalb ihre Schätzung hinsichtlich der 
in  dieser  Zeit  gefahrenen  Anzahl  Kilometer.  Im Weiteren  korrigierte  sie 
ebenfalls den Beginn der Steuerpflicht auf den 1. Januar 2006.

G. 
Am  10.  Mai  2011  reichte  A._______  (Beschwerdeführer)  gegen  den 

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Einspracheentscheid  der  ESTV  vom  25.  März  2011  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  ein  mit  den  folgenden  Anträgen:  "(1)  Es  sei 
der  Einspracheentscheid  vom  25.  März  2011  aufzuheben  und 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht der Mehrwertsteuerpflicht 
unterliegt  und  damit  keine  Mehrwertsteuer  zu  bezahlen  hat.  (2) 
Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 25. März 2011 aufzuheben 
und  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  ab  2007  der 
Mehrwertsteuerpflicht  unterliegt  und  höchstens  Fr.  6'588.­­ 
Mehrwertsteuern,  nebst  Zins,  zu  bezahlen  hat.  (3) Unter  Kosten­  und 
Entschädigungsfolge".

Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 
er  halte  daran  fest,  das Fahrzeug mit  dem Kennzeichen X._______  sei 
nicht  gewerblich  eingesetzt  worden.  Er  sei  arbeitsunfähig  gewesen  und 
sei  dies  immer  noch.  Die  entsprechenden  Zeugnisse  habe  er  der 
Vorinstanz  eingereicht.  Er  habe  das  genannte  Taxi  (X._______)  nur  für 
den Fall behalten, dass er wieder arbeitsfähig werde. Chauffeure habe er 
dafür nicht eingesetzt. Im Weiteren habe er die Fahrtenschreiberscheiben 
und  Kontrollkarten  vollständig  eingereicht.  Nachdem  die  kantonale 
Steuerverwaltung  gegen  seine  Buchhaltungsabschlüsse  jeweils  keine 
Einwendungen erhoben hätte, habe er  in guten Treuen davon ausgehen 
können, sein Vorgehen sei korrekt.

Die  ESTV  habe  betreffend  das  Jahr  2005  die  unter  dem  Kennzeichen 
Y._______ gefahrene Anzahl Kilometer nicht richtig erhoben. Die von der 
Vorinstanz  diesbezüglich  aufgeführten  Kilometerzahlen  seien 
richtigerweise  dem  Kennzeichen  X._______  zuzuordnen.  Im  Weiteren 
seien  die  unter  diesem  Kennzeichen  in  den  Jahren  2005  bis  2008 
zurückgelegten  Strecken  aufgrund  der  eingereichten 
Fahrtenschreiberscheiben  lückenlos  dokumentiert.  Es  sei  deshalb 
willkürlich,  pauschal  von  30'000  km  pro  Jahr  auszugehen.  Im  Übrigen 
bestreite  er  die  betreffend  das  Kennzeichen  Y._______  von  der  ESTV 
erhobene  Kilometeranzahl  für  die  Jahre  2006  bis  2008  nicht.  Er  halte 
zudem daran  fest, dass  für  ihn ein Ansatz von Fr. 1.85/km angemessen 
sei. Ein Betrieb, der nicht an eine grosse Telefonzentrale angeschlossen 
sei,  habe  mehr  Leerfahrten.  Im  Weiteren  sei  er  nicht  selber  gefahren, 
sondern  nur  seine  Angestellten.  Aus  diesem  Grund  sei  es  nicht 
sachgerecht, den Erfahrungswert von Fr. 2.04 auf Fr. 2.15 anzuheben.

H. 
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  29.  Juni  2011  schloss  die  ESTV  auf 

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Gutheissung der Beschwerde  im Umfang von Fr. 100.­­.  Im Übrigen sei 
die  Beschwerde  abzuweisen  unter  Kostenfolge  zu  Lasten  des 
Beschwerdeführers.  Zur  Begründung  brachte  die  ESTV  insbesondere 
vor, sämtliche eingereichten Fahrtenschreiberscheiben für das Jahr 2005 
seien mit "X._______" angeschrieben. Sie könne dem Beschwerdeführer 
demnach  insoweit  folgen,  dass  die  darin  ausgewiesenen Kilometer  den 
auf das Kennzeichen X._______ zugelassenen Fahrzeugen zuzurechnen 
seien.  Dies  habe  jedoch  keinen  Einfluss  auf  die  Höhe  der 
Steuernachforderung.  Was  sich  jedoch  auf  die  Steuernachforderung 
auswirke  sei,  dass  aufgrund  der  Anwendung  der 
Saldosteuersatzmethode  der  Privatanteil  abgegolten  sei.  Entgegen  den 
Ausführungen im Einspracheentscheid habe der Beschwerdeführer in der 
Folge  für  das  Jahr  2008  keinen  Privatanteil  zu  versteuern.  Die 
Steuernachforderung  sei  deshalb  im  Umfang  von  Fr.  100.­­  auf  Fr. 
15'578.­­ herabzusetzen.

Auf  die  Eingaben  der  Parteien  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art.  31  des Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) 
beurteilt dieses Gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  sofern  keine  Ausnahme 
nach  Art.  32  VGG  gegeben  ist.  Eine  solche  liegt  nicht  vor  und  die 
Vorinstanz  ist  eine  Behörde  im  Sinne  von  Art.  33  VGG.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist daher  für die Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde zuständig

1.2. Gemäss  Art.  25  Abs.  2  VwVG  ist  dem  Begehren  um  Erlass  einer 
Feststellungsverfügung  zu  entsprechen,  wenn  der  Gesuchsteller  ein 
entsprechendes  schutzwürdiges  Interesse  nachweist.  Laut 
bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  der  Anspruch  auf  Erlass  einer 
Feststellungsverfügung  subsidiär  gegenüber  rechtsgestaltenden 
Verfügungen (BGE 119 V 13 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 1C_6/2007 
vom 22. August 2007 E. 3.3; BVGE 2010/12 E. 2.3; RENÉ RHINOW/BEAT 
KRÄHENMANN,  Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung, 

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Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 36, S. 109 f.). Die ESTV stellte in Ziff. 2 
des  Dispositivs  ihres  Einspracheentscheids  vom  25.  März  2011  fest, 
A._______  sei  ab  dem  1.  Januar  2006  steuerpflichtig.  In  seiner 
Beschwerde beantragt der Beschwerdeführer neben der Aufhebung des 
Einspracheentscheids  die  Feststellung,  dass  er  nicht  der 
Mehrwertsteuerpflicht  unterliege  und  damit  keine  Mehrwertsteuern  zu 
bezahlen  habe.  Soweit  er  mit  diesem  formellen  Feststellungbegehren 
nicht nur die Reformation der Feststellung der Vorinstanz beantragt (vgl. 
dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7809/2010  vom  5. 
September  2011  E.  1.2),  fehlt  dem  Beschwerdeführer  folglich  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Behandlung,  weil  bereits  das 
negative  Leistungsbegehren,  der  Antrag  auf  Aufhebung  der 
angefochtenen  Nachbelastung  (durch  Aufhebung  des 
Einspracheentscheids),  gestellt  worden  ist.  Damit  kann  anhand  eines 
konkreten Falls  entschieden werden,  ob die  fragliche Nachbelastung  zu 
Recht  besteht,  was  das  Feststellungsinteresse  hinfällig  werden  lässt 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2C_726/2009  vom  20.  Januar  2010  E. 1.3; 
BVGE  2007/24  E. 1.3;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­
7819/2008 vom 31. Januar 2011 E. 1.3, A­3198/2009 vom 2. September 
2010 E. 1.4.2). Auf das Feststellungsbegehren ist demnach insoweit nicht 
einzutreten. Analoges gilt mit Bezug auf das Eventualbegehren. Auch hier 
kann  auf  das  Feststellungsbegehren,  dass  er  ab  2007  der 
Mehrwertsteuerpflicht  unterliege  und  höchstens  Fr.  6'588.­­ 
Mehrwertsteuern, nebst Zins, zu bezahlen habe – im Falle der Abweisung 
des  Hauptbegehrens  –  nicht  eingetreten  werden.  Mit  diesen 
Einschränkungen  ist  auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten.

1.3. Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die 
Mehrwertsteuer  (MWSTG,  SR  641.20)  in  Kraft  getreten.  Die  bisherigen 
gesetzlichen  Bestimmungen  sowie  die  darauf  gestützt  erlassenen 
Vorschriften  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während  ihrer 
Geltungsdauer  eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen 
Rechtsverhältnisse  anwendbar  (Art.  112  Abs.  1  MWSTG).  Da  sich  der 
vorliegende  Sachverhalt  in  den  Jahren  2005­2008  zugetragen  hat, 
untersteht das vorliegende Verfahren deshalb in materieller Hinsicht dem 
Bundesgesetz  vom  2.  September  1999  über  die  Mehrwertsteuer 
(aMWSTG, AS 2000 1300).

Demgegenüber  ist  das  neue  mehrwertsteuerliche  Verfahrensrecht  im 
Sinn  von  Art.  113  Abs.  3  MWSTG  auf  sämtliche  im  Zeitpunkt  des 

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Inkrafttretens hängige Verfahren anwendbar. Allerdings ist Art. 113 Abs. 3 
MWSTG  insofern  restriktiv  zu  handhaben,  als  nur  eigentliche 
Verfahrensnormen  sofort  auf  hängige  Verfahren  anzuwenden  sind,  und 
es  dabei  nicht  zu  einer  Anwendung  von  neuem  materiellen  Recht  auf 
altrechtliche  Sachverhalte  kommen  darf  (ausführlich:  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­1113/2009  vom  23.  Februar  2010  E.  1.3; 
s.a. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­4360/2008 und A­4415/2008 
vom  4. März  2010  E. 1.2).  Kein  Verfahrensrecht  in  diesem  engen  Sinn 
stellen  im  vorliegen­den  Entscheid  etwa  Themen  wie  die 
Buchführungspflicht,  das  Selbstveranlagungsprinzip  oder  die 
Ermessensveranlagung dar, so dass vorliegend diesbezüglich noch altes 
Recht  anwendbar  ist.  Keine  Anwendung  finden  deshalb  beispielsweise 
die  Art.  70,  71,  72  oder  79  MWSTG,  obwohl  sie  unter  dem  Titel 
"Verfahrensrecht  für die  Inland­ und die Bezugsteuer" stehen (Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­1605/2006  vom  4.  März  2010  E.  1.5). 
Hingegen  kann  unter  anderem  Art.  81  MWSTG  unter  die  von  Art.  113 
Abs. 3 MWSTG anvisierten Verfahrensbestimmungen subsumiert werden 
(PASCAL MOLLARD/XAVIER OBERSON/ANNE TISSOT BENEDETTO, Traité TVA, 
Basel  2009,  S.  1235  N.  670).  Art.  81  MWSTG  gilt  damit  grundsätzlich 
auch für hängige Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht.

2. 
2.1. 
2.1.1. Die  für die Entscheidfindung  (Rechtsanwendung)  vorzunehmende 
Tatsachenfeststellung  setzt  voraus,  dass  die Sachlage  korrekt  und  voll­
ständig  ermittelt  wurde.  Das  Verwaltungsverfahren  und  die 
Verwaltungsrechtspflege  werden  deshalb  grundsätzlich  von  der 
Untersuchungsmaxime  beherrscht.  Demnach  muss  die  entscheidende 
Behörde  den  Sach­verhalt  von  sich  aus  abklären.  Der 
Untersuchungsgrundsatz gilt auch  im Mehrwertsteuerrecht. Nach Art. 81 
Abs.  1 MWSTG  findet  der Vorbehalt  für Steuerverfahren  gemäss Art.  2 
Abs. 1 VwVG auf das Mehrwertsteuerrecht keine Anwendung mehr. Der 
Untersuchungsgrundsatz wird  im Mehrwertsteuerverfahren aber dadurch 
relativiert,  dass  dem  Steuerpflichtigen  spezialgesetzlich  statuierte 
Mitwirkungspflichten  auferlegt  werden  (vgl.  BVGE  2009/60  E.  2.1.2). 
Insbesondere  gilt  es  zu  beachten,  dass  für  die  Veranlagung  und 
Entrichtung  der  Mehrwertsteuer  das  Selbstveranlagungsprinzip  gilt  (vgl. 
unten E. 2.4).

2.1.2.  Gemäss  dem  Untersuchungsgrundsatz  trägt  die  Behörde  die 
Beweisführungslast  (subjektive  oder  formelle  Beweislast).  Wie  sich 

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allfällige  Zweifel  nach  abgeschlossener  Sachverhaltsermittlung  auf  den 
Entscheid der Behörde auswirken, wird hingegen nicht geregelt. Für die 
(materielle) Beweislast ist – mangels spezialgesetzlicher Regelung – Art. 
8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, 
SR 210)  in  analoger  Anwendung  massgebend.  Gemäss  dem  darin 
verankerten  Rechtsprinzip  trägt  derjenige  den  Nachteil  der 
"Nichtnachweislichkeit" einer Tatsache, der aus ihr Rechte ableiten wollte 
(Urteil des Bundesgerichts 9C_267/2007 vom 4. September 2007 E. 1.3; 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­1447/2010 vom 11. November 
2011  E. 2.1.2,  A­2998/2009  vom  11.  November  2010  E. 2.1.3,  A­
3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.1.3).

Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass die Steuerbehörde für die steuer­
begründenden  und  ­mehrenden  Tatsachen  den  Nachweis  zu  erbringen 
hat, während  der  steuerpflichtigen Person  der Nachweis  der  Tatsachen 
obliegt,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben  (Urteil  des 
Bundesgerichts  vom  14.  Juli  2005,  veröffentlicht  in  Archiv  für 
Schweizerisches Abgaberecht  [ASA]  75 S.  495  ff.  E.  5.4;  zum Ganzen: 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2998/2009  vom  11.  November 
2010  E. 2.1.3;  vgl.  auch  statt  vieler  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­1597/2006  und  A­1598/2006  vom  17. 
August 2009 E. 4.1, A­1506/2006 vom 3. Juni 2008 E. 2.3.1, A­3069/2007 
vom 29. Januar 2008 E. 1.2; ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System 
des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 454).

2.2. Der Mehrwertsteuer unterliegen im Inland erbrachte Lieferungen und 
Dienstleistungen,  der  Bezug  von  Dienstleistungen  aus  dem  Ausland 
(Art. 5  Bst.  a,  b,  d  aMWSTG)  sowie  der  Eigenverbrauch  (Art.  5  Bst.  c 
aMWSTG).  Zu  den  Eigenverbrauchstatbeständen  gehört  namentlich 
gemäss  Art.  9  Abs.  1  aMWSTG  der  Entnahmeeigenverbrauch,  dessen 
Ziel  es  ist,  Gegenstände,  deren  Bezug  den  Steuerpflichtigen  zum 
Vorsteuerabzug  berechtigt  haben,  wieder  mit  der  Mehrwertsteuer  zu 
belasten,  wenn  er  sie  entgegen  seiner  ursprünglichen  Absicht  beim 
Erwerb  nun  für  einen  Zweck  verwendet,  der  den  Vorsteuerabzug 
ausschliesst. Die Bestimmung strebt die Rückgängigmachung des sich im 
Nachhinein als unzulässig erweisenden Vorsteuerabzugs an; es handelt 
sich  um  eine  "Vorsteuerkorrekturregel"  (vgl.  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­7652/2009  vom  8.  Juni  2010  E. 2.1,  A­
1960/2007  vom  1.  Februar  2010  E.  2.1 mit  Hinweisen;  vgl.  auch  Urteil 
des Bundesgerichts 2A.125/2003 vom 10. September 2003 E. 3.1).

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2.3.  Steuerpflichtig  ist  grundsätzlich,  wer  eine  mit  der  Erzielung  von 
Einnahmen  verbundene  gewerbliche  oder  berufliche  Tätigkeit 
selbstständig  ausübt,  sofern  seine  Lieferungen  und  seine 
Dienstleistungen  im  Inland  jährlich  gesamthaft  Fr.  75'000.­­  übersteigen 
(Art. 21 Abs. 1 aMWSTG). Eine Ausnahme von der Steuerpflicht besteht 
insofern,  als  die  nach  Abzug  der  Vorsteuer  verbleibende  Steuer 
(Steuerzahllast)  regelmässig  nicht  mehr  als  Fr.  4'000.­­  beträgt;  diese 
Ausnahme bleibt auf Jahresumsätze bis zu Fr. 250'000.­­ beschränkt (Art. 
25 Abs. 1 Bst. a aMWSTG; vgl. dazu die von der ESTV herausgegebene 
Spezialbroschüre Nr. 02, Steuerpflicht bei der Mehrwertsteuer, gültig mit 
Einführung  des  aMWSTG  per  1.  Januar  2001  bis  31.  Dezember  2007, 
Ziff.  2.2.3).  Für  bestehende  Betriebe,  bei  welchen  im  Zeitpunkt  der 
Aufnahme  der  Tätigkeit  keine  Steuerpflicht  gegeben  war,  beginnt  die 
Steuerpflicht  am  1.  Januar,  wenn  im  vorangehenden  Jahr  die  oben 
erwähnten Betragsgrenzen  kumulativ  überschritten worden sind  (Art.  28 
Abs. 1 aMWSTG). Massgebend für die Steuerpflicht ist das vereinnahmte 
Entgelt  des  Vorjahres;  dieses  ist  wie  folgt  zu  ermitteln:  Einnahmen 
zuzüglich Entgelt aus Verrechnung und Warenhingabe an Zahlungs statt 
(ESTV,  Spezialbroschüre  Nr.  02,  a.a.O.,  Ziff.  3.3;  vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­2149/2008 und A­2170/2008  vom 17. Mai 
2010 E. 3.2).

Die  Rechtsprechung  hat  sich  auch  mit  dem  in  Art.  25  Abs.  1  Bst.  a 
aMWSTG  verwendeten  Begriff  "regelmässig"  befasst.  Dabei  wurde 
festgestellt, dass dieser Begriff mehrere Jahre umfasst und der Umstand, 
dass der Betrag der Steuerzahllast von Fr. 4'000.­­ gelegentlich – für ein 
isoliertes  Jahr  –  nicht  überschritten  wird,  nicht  von  der 
Mehrwertsteuerpflicht  befreit.  Damit  wird  vermieden,  dass  sich 
Löschungen  und  Wiedereintragungen  folgen,  was  dem  Prinzip  der 
Erhebungswirtschaftlichkeit  widerspricht.  Es  handelt  sich  um  ein 
zusätzliches  Kriterium,  dessen  Vorhandensein  separat  geprüft  werden 
muss  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1597/2006  und  A­
1598/2006  vom  17. August  2009  E. 2.4;  implizite  auch  Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.429/1999 vom 20. September 2000, E. 2b).

2.4. Die  Veranlagung  und  Entrichtung  der  Mehrwertsteuer  erfolgt  nach 
dem  Selbstveranlagungsprinzip  (Art.  46  f.  aMWSTG; 
BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O.,  S.  421  ff.;  ALOIS  CAMENZIND/NIKLAUS 
HONAUER/KLAUS  A.  VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwertsteuergesetz 
[MWSTG],  Bern  2003,  2. Aufl.,  Rz.  78).  Dies  bedeutet  vorab,  dass  der 
Leistungserbringer  bereits  für  die  Feststellung  seiner 

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Mehrwertsteuerpflicht  selbst  verantwortlich  ist  und  sich  gegebenenfalls 
unaufgefordert anzumelden hat (Art. 56 Abs. 1 aMWSTG; vgl. Urteile des 
Bundesgerichts  2A.109/2005  vom  10.  März  2006  E.  2.1,  2A.304/2003 
vom 14. November 2003 E. 3.5; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A­2149/2008  und  A­2170/2008  vom  17.  Mai  2010  E.  3.1,  A­8485/2007 
vom 22. Dezember 2009 E. 2.2, A­12/2007 vom 28. Januar 2009 E. 2.7). 
Bei  festgestellter  Steuerpflicht  hat  er  sodann  selbst  und  unaufgefordert 
über seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und  innerhalb von 60 
Tagen  nach  Ablauf  der  Abrechnungsperiode  den  geschuldeten 
Mehrwertsteuerbetrag (Steuer vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die 
ESTV  abzuliefern.  Die  ESTV  ermittelt  die  Höhe  des  geschuldeten 
Mehrwertsteuerbetrages nur dann an Stelle der steuerpflichtigen Person, 
wenn  diese  ihren  Pflichten  nicht  nachkommt  (Art.  60  aMWSTG;  Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A­1447/2010 vom 11. November 2011 E. 
2.3,  A­2998/2009  vom  11. November  2010  E.  2.4,  A­4146/2009  vom 
9. März 2010 E. 3.1 mit Hinweisen).

2.5. 
2.5.1. Zu den Obliegenheiten der steuerpflichtigen Person gehört  insbe­
sondere  die  Buchführungspflicht  (vgl.  dazu  die  Urteile  des 
Bundesgerichts  2A.552/2006  vom 1.  Februar  2007 E.  3.1,  2A.109/2005 
vom 10. März 2006 E. 2.1  f.). Gemäss Art. 58 Abs. 1 aMWSTG hat die 
Mehr­wertsteuerpflichtige  ihre  Geschäftsbücher  ordnungsgemäss  zu 
führen und so einzurichten, dass sich aus  ihnen die  für die Feststellung 
der Mehrwertsteuerpflicht  sowie  für  die Berechnung der Steuer  und der 
ab­ziehbaren  Vorsteuern  massgebenden  Tatsachen  leicht  und 
zuverlässig ermitteln lassen.

2.5.2.  Die  mehrwertsteuerliche  Buchführungspflicht  knüpft  nach  dem 
klaren Wortlaut von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG und sachgerechterweise an 
eine bestehende Mehrwertsteuerpflicht an.  Insofern missverständlich, da 
logisch  nicht  denkbar,  ist  damit  die  Aussage,  das  Mehrwertsteuerrecht 
gebiete  die  Führung  von  Geschäftsbüchern  im  oben  erwähnten  Sinn 
schon  betreffend  Feststellung  der  Steuerpflicht,  besteht  doch  vor 
Entstehung  der  Steuerpflicht  eben  gerade  noch  keine  steuerpflichtige 
Person,  welche  unter  den  Anwendungsbereich  von  Art.  58  Abs.  1 
aMWSTG  fallen  könnte.  Da  indessen  die  Selbstveranlagung  auch  die 
Anmeldepflicht umfasst (Art. 56 aMWSTG), sind auch Unternehmerinnen 
und Unternehmer, die noch nicht mehrwertsteuerpflichtig sind, gehalten, 
durch  geeignete  Massnahmen  periodisch  zu  überprüfen,  ob  sie  der 
Mehrwertsteuerpflicht  unterliegen  (BVGE  2009/60  E.  2.5.1;  Urteile  des 

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Bundesverwaltungsgerichts  A­2998/2009  vom  11.  November  2010 
E. 2.5.2, A­5875/2009  vom 16.  Juni  2010 E. 3.2.1, A­1578/2006  vom 2. 
Oktober 2008 E. 2.4.1 mit Hinweisen).

2.5.3. Über  die Buchführungspflicht  kann  die ESTV nähere Bestimmun­
gen aufstellen. Von dieser Befugnis hat sie im Rahmen des Erlasses der 
Wegleitung  für Mehrwertsteuerpflichtige  (in erster Auflage erschienen  im 
Herbst 1994 [neu herausgegeben im Frühling 1997]; als Wegleitung 2001 
zur Mehrwertsteuer [Wegleitung 2001] neu herausgegeben per 1. Januar 
2001 [und per 1. Januar 2008 als Wegleitung 2008 zur Mehrwertsteuer]) 
Gebrauch  gemacht.  In  den  –  vorliegend  einschlägigen  – Wegleitungen 
2001  und  2008  sind  genauere  Angaben  enthalten,  wie  eine  derartige 
Buchhaltung  auszugestalten  ist  (je  Rz.  878  ff.).  Alle  Geschäftsvorfälle 
müssen  fortlaufend,  chronologisch  und  lückenlos  aufgezeichnet  werden 
(je Rz. 884) und alle Eintragungen haben sich auf entsprechende Belege 
zu stützen, so dass die einzelnen Geschäftsvorfälle von der Eintragung in 
die  Hilfs­  und  Grundbücher  bis  zur  Steuerabrechnung  und  bis  zum 
Jahresabschluss  sowie  umgekehrt  leicht  und  genau  verfolgt  werden 
können  (sog.  "Prüfspur";  vgl.  je Rz.  894;  vgl. Urteil  des Bundesgerichts 
2A.297/2005 vom 3. Februar 2006 E. 3.1).

2.5.4. Nach der Rechtsprechung ist der Steuerpflichtige selbst bei gerin­
gem  Barverkehr  zur  Führung  zumindest  eines  einfachen  ordentlichen 
Kassabuchs verpflichtet. Er ist zwar mehrwertsteuerrechtlich nicht gehal­
ten,  kaufmännische  Bücher  im  Sinne  des  Handelsrechts  zu  führen;  die 
Bücher müssen die erzielten Umsätze jedoch lückenlos erfassen und die 
entsprechenden  Belege  sind  aufzuheben  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.693/2006  vom  26.  Juli  2007  E.  3.1,  2A.569/2006  vom  28.  Februar 
2007  E.  3.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1634/2006  vom 
31.  März  2009  E.  3.5,  A­1527/2006  vom  6.  März  2008  E.  2.2, 
A­1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Damit 
befinden  sich  die  mehrwertsteuerlichen  Anforderungen  an  die 
Aufzeichnungspflicht auch  im Einklang mit den bei den direkten Steuern 
geltenden Regelungen. Die detaillierte und chronologische Führung eines 
Kassabuches muss besonders hohen Anforderungen genügen. Soll also 
ein Kassabuch  für die Richtigkeit des erfassten Bargeldverkehrs Beweis 
erbringen,  ist  zu  verlangen,  dass  in  diesem  die  Bareinnahmen  und  ­
ausgaben  fortlaufend,  lückenlos  und  zeitnah  aufgezeichnet  werden  und 
durch Kassenstürze regelmässig – in bargeld­intensiven Betrieben täglich 
– kontrolliert  werden.  Nur  auf  diese  Weise  ist  gewährleistet,  dass  die 
erfassten  Bareinnahmen  vollständig  sind,  das  heisst  den  effektiven 

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Bareinnahmen  entsprechen  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_302/2009  vom  15.  Oktober  2009  E.  4.2,  2A.693/2006  vom  26.  Juli 
2007  E.  3.1,  2A.657/2005  vom  9.  Juni  2006  E.  3;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­1447/2010  vom  11. November  2011 
E. 2.4.4,  A­2998/2009  vom  11. November  2010  E. 2.5.4,  A­5875/2009 
vom  16.  Juni  2010  E. 3.3,  A­705/2008  vom  12.  April  2010  E. 2.3  mit 
weiteren Hinweisen).

2.6. 
2.6.1.  Liegen  keine  oder  nur  unvollständige  Aufzeichnungen  vor  oder 
stimmen die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt 
offensichtlich nicht überein, so nimmt die ESTV gemäss Art. 60 aMWSTG 
eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor. Diese Bestimmung 
ist  auch  heranzuziehen,  falls mangels Aufzeichnungen  – worunter  nicht 
nur Geschäftsbücher im Sinne von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG zu verstehen 
sind  (vgl.  dazu PASCAL MOLLARD,  TVA et  taxation par  estimation,  veröf­
fentlicht  in ASA 69 S. 518) – die sachverhaltsmässigen Grundlagen zur 
Beantwortung  der  Frage,  ob  überhaupt  eine  Steuerpflicht  vorliegt,  nicht 
einwandfrei  ermittelt  werden  können  (zur  Ermessensveranlagung  als 
Sachverhaltsermittlung  durch  Schätzung  vgl.  grundlegend 
BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O.,  S.  404;  zur  Rechtslage  bei  den  direkten 
Steuern  THOMAS  STADELMANN,  Beweislast  oder  Einschätzung  nach 
pflichtgemäs­sem Ermessen, veröffentlicht in SteuerRevue [StR] 2001, S. 
258 ff., S. 260).

2.6.2. Art. 60 aMWSTG unterscheidet nach dem Gesagten zwei vonein­
ander unabhängige Konstellationen, welche zu einer Ermessenstaxation 
führen. Die erste ist diejenige der ungenügenden Aufzeichnung (Konstel­
lation 1).  In diesem Fall hat eine Schätzung insbesondere auch dann zu 
erfolgen, wenn  –  bei  feststehender Steuerpflicht  –  die Verstösse  gegen 
die  formellen  Buchhaltungsvorschriften  als  derart  gravierend  zu 
qualifizieren  sind,  dass  sie  die  materielle  Richtigkeit  der 
Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen (statt vieler: BGE 105 Ib 181 E. 
4a, Urteile des Bundesgerichts 2C_429/2009 vom 9. November 2009 E. 
3,  2A.437/2005  vom  3. Mai  2006  E.  3.1;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.1, 
A­705/2008 vom 12. April 2010 E. 2.4). Zweitens kann selbst eine formell 
einwandfreie  Buchführung  die  Durchführung  einer  Schätzung  erfordern, 
wenn  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit  dem  wirklichen  Sachverhalt 

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offensichtlich  nicht  übereinstimmen  (Konstellation  2).  Dies  ist  nach  der 
Rechtsprechung  der  Fall,  wenn  die  in  den  Büchern  enthaltenen 
Geschäftsergebnisse  von  den  von  der  Steuerverwaltung  erhobenen 
branchenspezifischen  Erfahrungszahlen  wesentlich  abweichen, 
vorausgesetzt  die  kontrollierte  Person  ist  nicht  in  der  Lage,  allfällige 
besondere  Umstände,  auf  Grund  welcher  diese  Abweichung  erklärt 
werden  kann,  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen 
(Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­1447/2010 vom 11. November 
2011 E. 2.5.2, A­4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.1, A­2998/2009 
vom 11. November 2010 E. 2.6.2).

2.7. 
2.7.1. Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist 
die  ESTV  nicht  nur  berechtigt,  sondern  verpflichtet,  eine  solche  nach 
pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen.  Die  Fälle,  in  denen  die 
Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, 
unvollständige  oder  ungenügende  Aufzeichnungen  über  ihre  Umsätze 
(bzw. hinsichtlich Feststellung oder Überprüfung der Steuerpflicht) führen, 
dürfen keine Steuerausfälle zur Folge haben (Urteile des Bundesgerichts 
2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2,  2A.552/2006 vom 1. Februar 
2007  E.  3.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­3678/2007  und 
A­3680/2007 vom 18. August 2009 E. 3.2).

2.7.2.  Die  Vornahme  der  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen 
bedeutet  insbesondere,  dass  die  ESTV  dabei  diejenige 
Schätzungsmethode  zu  wählen  hat,  die  den  individuellen  Verhältnissen 
im Betrieb des Steuerpflichtigen soweit  als möglich Rechnung  trägt, auf 
plausiblen An­gaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation 
möglichst nahe kommt (Urteile des Bundesgerichts 2C_426/2007 vom 22. 
November 2007 E. 3.2, 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.3; Urteile 
des Bun­desverwaltungsgerichts A­1113/2009  vom 23. Februar 2010 E. 
2.3,  A­1578/2006  vom  2.  Oktober  2008  E.  4.2; 
CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 1682).  In Betracht kommen 
einerseits  Schätzungsmethoden,  die  auf  eine  Ergänzung  oder 
Rekonstruktion  der  ungenügenden  Buchhaltung  hinauslaufen, 
andererseits  Umsatzschätzungen  aufgrund  unbestrittener  Teil­
Rechnungsergebnisse  in  Verbindung  mit  Erfahrungssätzen  (Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.2, 
A­2184/2008 und A­2185/2008 vom 3. Juni 2010 E. 5.1, A­705/2008 vom 
12. April 2010 E. 2.6.2, A­1379/2007 vom 18. März 2010 E. 4.2; vgl. auch 
MOLLARD, a.a.O., S. 530 ff.). Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und 

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allenfalls vorhandene Belege sind soweit als möglich bei der Schätzung 
mitzuberücksichtigen.  Sie  können  durchaus  als  Basiswerte  der 
Ermessenstaxation  fungieren  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A­4360/2008 und A­4415/2008 vom 4. März 2010 E. 2.5.2, A­1578/2006 
vom  2.  Oktober  2008  E.  4.2;  HANS  GERBER,  Die  Steuerschätzung 
[Veranlagung nach Ermessen], veröffentlicht in StR 1980, S. 307).

2.7.3.  Im  Rahmen  einer  Ermessenstaxation  ist  es  nach  der 
Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zulässig,  dass  die  ESTV  eine 
Prüfung  der  Verhältnisse  während  eines  Teils  der  Kontrollperiode 
vornimmt und in der Folge das Ergebnis auf den gesamten kontrollierten 
Zeitraum  umlegt  bzw.  hochrechnet  (sog.  Umlageverfahren), 
vorausgesetzt  die  massgebenden  Verhältnisse  im  eingehend 
kontrollierten  Zeitabschnitt  seien  ähnlich  wie  in  der  gesamten 
Kontrollperiode (Urteile des Bundesgerichts 2C_309/2009 vom 1. Februar 
2010  E.  2.2  und  2A.437/2005  vom  3.  Mai  2006  E.  4.3.2;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­2998/2009  vom  11. November  2010  E. 
2.7.3, A­5875/2009 vom 16. Juni 2010 E. 3.6.2, A­705/2008 vom 12. April 
2010 E. 2.6.2, A­4146/2009 vom 9. März 2010 E. 3.4).

2.8. Die Vorinstanz zieht bei  ihrer Arbeit Erfahrungszahlen heran, sei es 
im  Rahmen  der  Prüfung  der  Voraussetzungen  der 
Ermessensveranlagung oder für die Vornahme der Schätzung. Nach der 
Rechtsprechung  ist  das  Abstellen  auf  Erfahrungszahlen  grundsätzlich 
nicht  zu  beanstanden  (vgl.  statt  vieler:  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­3678/2007  und  A­3680/2007  vom  18. 
August 2009 E. 3.1, 4.2).

2.8.1.  Erfahrungszahlen  sind  Ergebnisse,  die  aus  zuverlässigen 
Buchhaltungen  gewonnen  und  nach  betriebswirtschaftlichen 
Gesichtspunkten  statistisch  verarbeitet  werden.  Sie  sind  keine 
Rechtssätze  und  auch  keine  Beweismittel  (solange  sie  nicht  z.B.  durch 
ein  Sachverständigengutachten  erwiesen  sind),  die  den 
Geschäftsbüchern gleichgestellt wären (MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, 
Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leistung 
und  Gegenleistung  unter  dem  Gesichtswinkel  des  Drittvergleichs 
["dealing at arm's length"], veröffentlicht in ASA 77 S. 658 ff., 665, 679 mit 
Hinweisen).

2.8.2.  Erfahrungszahlen  drücken  Gesetzmässigkeiten  in  den 
Verdienstverhältnissen  einzelner  Branchen  aus.  Diese  Funktion  kommt 

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ihnen aber nur dann zu, wenn sie auf einer sicheren Grundlage beruhen 
(vgl.  ZWEIFEL/HUNZIKER,  a.a.O.,  S.  679).  Sollen  Erfahrungswerte 
Aufschluss  über  durchschnittliche  Umsatzziffern  geben,  müssen  sie 
deshalb breit  abgestützt  sein und sollten nebst  der Betriebsstruktur  und 
den  regionalen Gegebenheiten auch die Betriebsgrösse berücksichtigen 
(MOLLARD,  a.a.O.,  S.  553).  Mit  anderen  Worten  müssen  sie  aufgrund 
umfassender,  repräsentativer,  homogener  und  aktueller  Stichproben 
gewonnen  werden.  Das  verlangt,  dass  sie  aufgrund  einer  genügenden 
Anzahl von Fällen ermittelt werden müssen. Der Stichprobenumfang lässt 
sich  nicht  in  einer  absoluten  Zahl  bestimmen, welche  für  alle Branchen 
gültig  wäre.  Die Wahl  der  Stichproben  darf  nicht  einseitig  nur  günstige 
oder  ungünstige  Verhältnisse  betreffen.  Sie  muss  alle  Verhältnisse  in 
angemessener Anzahl umfassen, um repräsentative Ergebnisse ermitteln 
zu können (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­1447/2010 vom 11. 
November 2011 E. 2.7.2, A­3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.8.2).

2.8.3. Die Steuerbehörde hat die Pflicht, der steuerpflichtigen Person die 
Grundlagen der Erfahrungszahlen kundzugeben  (vgl. ZWEIFEL/HUNZIKER, 
a.a.O., S. 682  f. mit  zahlreichen Hinweisen). Dies  folgt aus der Begrün­
dungspflicht. Die Behörde hat  dem Steuerpflichtigen die Art  und Weise, 
wie  die  Ermessensveranlagung  zustande  gekommen  ist  –  beinhaltend 
auch die Zahlen und Erfahrungswerte –, bekannt zu geben. Sie hat zu er­
läutern, dass die zum Vergleich herangezogenen Betriebe nicht nur der 
gleichen  Branche  entstammen  wie  das  eingeschätzte  (gegebenenfalls) 
steuerpflichtige  Unternehmen,  sondern  auch  in  anderer  Hinsicht 
vergleichbar sind, wie zum Beispiel betreffend Standort, Betriebsgrösse, 
Kundenkreis usw. Nur so ist es der steuerpflichtigen Person möglich, die 
Veranlagung  sachgerecht  anzufechten  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.284/2000 vom 5. Dezember 2000 E. 3 mit Hinweisen).

2.8.4. Da es sich bei Erfahrungszahlen prinzipiell um Durchschnittswerte 
handelt,  dürfen  sie  im  Einzelfall  nicht  lediglich  in  schematischer  Weise 
angewendet werden. In Ausübung des pflichtgemässen Ermessens muss 
bei  der  Anwendung  von  Erfahrungszahlen  deshalb  deren  Streubreite 
(zwischen Maximal­  und Minimalwert)  beachtet  werden,  wenn  eine  den 
individuellen  Verhältnissen  gerecht  werdende  Schätzung  erfolgen  soll 
(Urteile  des  Bundesgerichts  vom  4.  Mai  1983,  veröffentlicht  in  ASA  52 
S. 234  E. 4;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­3123/2008  vom 
27. April  2010  E.  2.8.4,  A­1578/2006  vom  2.  Oktober  2008  E.  6.3). 
Inwiefern  die  Verwaltung  ihr  Ermessen  ausgeübt  hat,  ist  in  der 
Entscheidbegründung darzulegen (BVGE 2009/60 E. 2.8.4; zum Ganzen: 

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Seite 16

Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2998/2009  vom  11.  November 
2010 E. 2.8.3).

2.9. 
2.9.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen 
Einspracheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die 
Beschwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des 
rechts­erheblichen Sachverhaltes  (Art.  49 Bst.  b VwVG)  auch  die Rüge 
der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG).

2.9.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  das  Vorliegen  der  Vor­
aussetzungen  für  die Vornahme einer Ermessenstaxation  –  als Rechts­
frage  –  uneingeschränkt  (statt  vieler:  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­3678/2007  und  A­3680/2007  vom  18. 
August  2009  E.  5).  Als  ausserhalb  der  Verwaltungsorganisation  und 
Behördenhierarchie  stehendes,  von  der  richterlichen  Unabhängigkeit 
bestimmtes Verwaltungsgericht auf­erlegt dieses sich trotz des möglichen 
Rügegrundes  der  Unangemessenheit  bei  der  Überprüfung  von 
zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagungen jedoch eine gewisse 
Zurückhaltung  und  reduziert  dergestalt  seine  Prüfungsdichte. 
Grundsätzlich setzt das Bundesverwaltungsgericht nur dann sein eigenes 
Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei  der 
Schätzung  erhebliche  Ermessensfehler  unterlaufen  sind  (statt  vieler: 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2184/2008  und  A­2185/2008 
vom  3.  Juni  2010  E.  5.2,  A­4309/2008  vom  30.  April  2010  E.  2.2,  A­
3678/2007  und  A­3680/2007  vom  18.  August  2009  E.  5).  Diese  Praxis 
wurde  vom  Bundesgericht  bestätigt  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3).

2.9.3.  Für  das  Vorliegen  der  Voraussetzungen  zur  Vornahme  einer 
Ermessenseinschätzung  ist  nach  den  allgemeinen  Beweislastregeln  die 
ESTV  beweisbelastet  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A­1960/2007 vom 1. Februar 2010 E. 2.4.2, A­1578/2006 vom 2. Oktober 
2008 E.  5.3, A­1527/2006  und A­1528/2006  vom 6. März  2008 E.  2.4). 
Gelangt  das  Gericht  somit  in  freier  Beweiswürdigung  nicht  zur 
Überzeugung,  eine  der  beiden  tatbestandsmässig  vorausgesetzten 
Konstellationen von Art. 60 aMWSTG (vgl. dazu oben, E. 2.6.2) habe sich 
verwirklicht, so  ist gemäss der objektiven Beweislastregel zu Ungunsten 
der  ESTV  zu  entscheiden  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 

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A­1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 5.3, A­1527/2006 und A­1528/2006 
vom 6. März 2008 E. 2.4).

Waren die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation im Einzelfall er­
füllt  und  hat  die  ESTV  damit  zulässigerweise  eine  Schätzung  nach  Er­
messen durchgeführt, obliegt es – in Umkehr der allgemeinen Beweislast­
regeln – der steuerpflichtigen Person, den Beweis für die Unrichtigkeit der 
Schätzung  zu  erbringen  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_171/2008 vom 30.  Juli  2008 E. 4.3, 2A.642/2004 vom 14. Juli  2005 
E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­5460/2008 vom 12. Mai 
2010 E. 2.5.4, A­1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 5.3). Sie kann sich 
gegen eine zulässigerweise durchgeführte Ermessenseinschätzung des­
halb  nicht  mit  allgemeiner  Kritik  zur  Wehr  setzen.  Vielmehr  hat  sie 
darzulegen,  dass  die  von  der  ESTV  vorgenommene  Schätzung 
offensichtlich  fehlerhaft  ist,  und  sie  hat  auch  den  Beweis  für  ihre 
vorgebrachten  Behauptungen  zu  erbringen  (anstatt  vieler:  Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.3 unter Verweis auf 
MOLLARD,  a.a.O.,  S.  559  und  die  dort  zitierte  Rechtsprechung;  zum 
Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1447/2010  vom  11. 
November 2011 E. 2.8.3).

2.10. Aus dem Gebot der Gewährung des rechtlichen Gehörs – und damit 
nicht nur aus Art. 33 Abs. 1 VwVG, sondern auch aus Art. 29 Abs. 2 BV – 
folgt  im  Weiteren  der  Anspruch  auf  Abnahme  der  von  einer  Partei 
angebotenen Beweise, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und 
nicht  offensichtlich  beweisuntauglich  sind  (BGE  127  I  54  E.  2b  mit 
Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn eine 
Behörde  auf  die  Abnahme  beantragter  Beweismittel  verzichtet,  weil  die 
antizipierte  Beweiswürdigung  ergibt,  dass  die  Beweisanträge  eine  nicht 
erhebliche  Tatsache  betreffen  oder  offensichtlich  untauglich  sind,  etwa 
weil  ihnen  die  Beweiseignung  an  sich  abgeht  oder  die  betreffende 
Tatsache  aus  den  Akten  bereits  genügend  ersichtlich  ist  und 
angenommen  werden  kann,  dass  die  Durchführung  des  Beweises  im 
Ergebnis nichts ändern wird (BGE 131 I 153 E. 3, 130 II 429 E. 2.1, 125 I 
134 E.  6c/cc; Urteil  des Bundesgerichts  2C_115/2007  vom 11.  Februar 
2008  E.  2.2;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2998/2009  vom 
11. November 2010 E. 2.2.3, A­2149/2008 und A­2170/2008 vom 17. Mai 
2010 E. 2.3, A­7703/2007 vom 15. Februar 2010 E. 4.2).

3. 
Im vorliegenden Fall  hat die ESTV den Umsatz des Beschwerdeführers 

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Seite 18

ermessensweise ermittelt. In einem ersten Schritt ist darüber zu befinden, 
ob  die  ESTV  zu  Recht  das  Vorliegen  der  Voraussetzungen  für  eine 
Ermessenseinschätzung bejaht hat (E. 3.1). Erst und nur falls dies zutrifft, 
gilt  es  in  einem  zweiten  Schritt  zu  überprüfen,  ob  sich  die 
Ermessensveranlagung in ihrer Höhe als korrekt erweist (E. 3.2).

3.1. Die ESTV begründet die Vornahme der Emessenseinschätzung mit 
fehlenden Kassabüchern  und weiteren Mängeln  in  der Buchhaltung.  Es 
seien  u.a.  keine  Grundbücher  geführt  worden.  Für  die  Jahre  2004  bis 
2008  lägen  nur  die  Bilanzen  und  Erfolgsrechnungen  vor.  Letzteren  sei 
zudem  lediglich  der  jeweilige  Gesamtertrag  zu  entnehmen.  Von  der 
Möglichkeit  der  Verfolgung  einzelner  Geschäftsfälle  –  auch 
stichprobenweise – sowohl vom Einzelbeleg über die Buchhaltung bis zur 
Mehrwertsteuerabrechnung  als  auch  in  umgekehrter  Richtung  könne 
keine Rede  sein. Der Beschwerdeführer wendet  dagegen  ein,  aufgrund 
der  geringen  Umsätze  sei  er  stets  der  Meinung  gewesen,  nicht  der 
Mehrwertsteuer  unterstellt  zu  sein.  Aus  diesem  Grund  sei  seine 
Buchhaltung  nicht  detailliert  gewesen.  Dieser  Einwand  ist  nicht 
stichhaltig.  Nach  der  Rechtsprechung  war  der  Beschwerdeführer 
gehalten, durch geeignete Massnahmen periodisch zu prüfen, ob er die 
Voraussetzungen  der  Steuerpflicht  erfüllt  (E. 2.5.2).  Zu  beachten  ist  in 
diesem  Zusammenhang,  dass  der  vorliegende  Taxibetrieb  einen 
bargeldintensiven  Betrieb  darstellt  (vgl.  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­1447/2010 vom 11. November 2011 E. 3.1, 
A­281/2009  vom  14. Oktober  2010  E. 6.1.2,  A­2149/2008  und 
A­2170/2008  vom  17.  Mai  2010  E. 6.1.2  mit  Hinweisen),  weshalb  für 
diese  Prüfung  die  Führung  eines  tagfertigen  Kassabuches  zwingend 
erforderlich  ist.  Die  Bareinnahmen  und  ­ausgaben  müssen  in  diesem 
fortlaufend, lückenlos und zeitnah aufgezeichnet und durch Kassenstürze 
kontrolliert  werden  (E. 2.5.4;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.109/2005  vom  10.  März  2006  E. 2.2  und  E.  4.3).  Über  ein  solches 
Kassabuch  hat  der  Beschwerdeführer  nicht  verfügt.  Die  von  ihm  mit 
Eingabe  vom  24.  Februar  2011  nachträglich  eingereichte  Liste  mit 
Bareinnahmen  der  Jahre  2006  bis  2008  (amtl.  Akten  Nr.  11)  erfüllt  die 
genannten  Anforderungen  an  ein  korrektes  Kassabuch  nicht.  Die 
eingereichte  Auflistung  zeigt  bloss  summarisch  die  Einnahmen  in 
verschiedenen  Zeitperioden  auf  (Bsp.  "16.01.2006  bis  29.01.2006  = 
1270").  Von  einem  tagfertigen  Kassabuch  im  Sinn  der  dargestellten 
Rechtsprechung  kann  keine  Rede  sein.  Aufgrund  des  Fehlens  eines 
genügenden  Kassabuchs  ist  die  Buchhaltung  des  Beschwerdeführers 
bereits  deshalb  mangelhaft.  Es  fehlen  die  sachverhaltsmässigen 

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Grundlagen zur Beantwortung der Frage, ob eine Steuerpflicht gegeben 
ist.  Irrelevant  ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf die Beurteilung 
der  Buchhaltung  durch  die  kantonale  Steuerbehörde  in  Basel.  Für  die 
mehrwertsteuerliche  Betrachtung  ist  die  Rechtslage  im  Bereich  der 
direkten  Steuern  grundsätzlich  nicht  massgebend.  Es  handelt  sich  um 
verschieden geartete Steuersysteme und den beiden Steuerarten  liegen 
unterschiedliche  Besteuerungsziele  zugrunde  (BGE 123  II  295  E.  6b; 
Urteil  des  Bundesgerichts  2A.222/2002  vom  4. September  2002 E.  3.4; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­281/2009  vom  14.  Oktober 
2010 E. 6.1.4, A­1529/2006 vom 18. März 2008 E. 3.1.3; BVGE 2007/23 
E. 2.3.3).

Die  Voraussetzungen  für  eine  Ermessenseinschätzung waren  demnach 
gegeben und die ESTV war deshalb nicht  nur berechtigt,  sondern auch 
verpflichtet,  eine  solche  vorzunehmen.  Bei  diesem  Resultat  erübrigt  es 
sich, auf die weiteren von der ESTV genannten Gründe für die Vornahme 
der Emessenseinschätzung einzugehen.

3.2.  Zu  prüfen  ist  nun,  ob  die  von  der  ESTV  vorgenommene  Ermes­
senseinschätzung  den  individuellen  Verhältnissen  des 
Beschwerdeführers  soweit  als  möglich  Rechnung  trägt,  auf  plausiblen 
Angaben  beruht  und  deren  Ergebnis  der  wirklichen  Situation  möglichst 
nahe  kommt  (E. 2.7.2).  Bereits  ausgeführt  wurde,  dass  das 
Bundesverwaltungsgericht  bei  dieser  Prüfung  nur  dann  sein  eigenes 
Ermessen  an  die  Stelle  desjenigen  der  Vorinstanz  setzt,  wenn  dieser 
erhebliche  Ermessensfehler  unterlaufen  sind  (E.  2.9.2).  Die  Beweislast 
für die Unrichtigkeit der Schätzung trägt der Beschwerdeführer (E. 2.9.3).

Im  Folgenden  wird  in  einem  ersten  Schritt  die  Schätzung  der  Anzahl 
geschäftlich gefahrener Kilometer  geprüft. Dazu wird  zuerst  die  von der 
ESTV vorgenommene Schätzung der Kilometeranzahl aufgezeigt (E. 3.3) 
und  danach  auf  die  Einwände  des  Beschwerdeführers  eingegangen 
(E. 3.4).  In  einem  zweiten Schritt  wird  die Höhe  des  bei  der Schätzung 
angewendeten Kilometeransatzes geprüft (E. 3.5).

3.3. 
3.3.1. Der  Beschwerdeführer  verfügte  in  der  vorliegend  relevanten  Zeit 
über  zwei  Taxihalterbewilligungen.  Sie  lauteten  auf  die  Kennzeichen 
X._______ und Y._______.

Gemäss  Angaben  der  MFK  Basel­Stadt  waren  auf  das  Kennzeichen 
X._______ folgende Fahrzeuge zugelassen:

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– Ford Galaxy (1. Januar bis 24. Oktober 2005)
– Mercedes S 320 (27. Mai 2005 bis 23. März 2007)
– VW Golf (22. Mai bis 2. Oktober 2006)
– Mercedes E 240 (23. März bis 6. Juli 2007)
– VW Golf Variant (6. Juli 2007 bis 31. Dezember 2008).

Auf  das  Kennzeichen  Y._______  waren  demgegenüber  folgende 
Fahrzeuge zugelassen:

– Mercedes E 240 (vom 22. März bis 24. Oktober 2005)
– Ford Galaxy (vom 24. Oktober 2005 bis 28. August 2007)
– Honda Jazz 1.4 (vom 1. Oktober 2007 bis 3. Dezember 2008)
– Opel Corsa (vom 5. Dezember 2008 bis 31. Dezember 2008).

3.3.2.  Betreffend  die  auf  das  Kennzeichen  X._______  zugelassenen 
Fahrzeuge  geht  die  ESTV  hinsichtlich  des  Jahres  2005  –  nach  der 
Korrektur  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  29.  Juni  2011  (vgl.  Aufstellung 
auf  Seite  13  der  Vernehmlassung)  –  von  den  gefahrenen  Kilometern 
gemäss den eingereichten Fahrtenschreiberscheiben aus. In diesem Jahr 
waren  es  unbestrittenermassen  31'401  km.  Hinsichtlich  der  übrigen 
Jahre,  d.h.  2004,  2006,  2007  und  2008,  ermittelte  die  ESTV  die 
Kilometeranzahl  anhand  der MFK­Prüfberichte  des  Ford Galaxy  vom 2. 
September  2004  (Kilometerstand:  148'649)  und  3.  August  2006 
(Kilometerstand: 207'931). In dieser Zeitperiode (rund 700 Tage) wurden 
mit  dem  genannten  Fahrzeug  demnach  59'282  km  gefahren.  Eine 
Umlage auf ein Jahr ergab  rund 30'000 km. Die ESTV ging deshalb  für 
die  Jahre  2004,  2006,  2007  und  2008  je  von  30'000  unter  dem 
Kennzeichen X._______ gefahrenen Kilometern aus.

3.3.3.  Betreffend  die  auf  das  Kennzeichen  Y._______  zugelassenen 
Fahrzeuge ermittelte die ESTV die Anzahl gefahrener Kilometer aufgrund 
der vorhandenen Fahrtenschreiberscheiben der Jahre 2006 bis 2008. Für 
2006 ergaben sich 34'247 km,  für 2007 12'981 km und  für 2008 34'004 
km. Die Fahrleistung  des  Jahres  2005  schätzte  die ESTV aufgrund  der 
durchschnittlichen  Anzahl  gefahrener  Kilometer  in  den  Jahren  2006  bis 
2008, ausmachend 27'077 km.

3.3.4.  Im  Weiteren  berücksichtigte  die  ESTV  generell  100  km  pro 
Arbeitswoche  für  private  Fahrten  sowie  zusätzlich  im  Jahr  2008  einen 
Arbeitsweg  von  zweimal  14  km  pro  Arbeitstag  für  einen  Angestellten 
(Hüseyin Savsa) des Beschwerdeführers.

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3.4.  Hinsichtlich  der  Fahrzeuge,  die  auf  das  Kennzeichen  X._______ 
zugelassen  waren,  bestreitet  der  Beschwerdeführer  eine  gewerbliche 
Nutzung  (E.  3.4.1)  bzw.  verlangt  mit  seinem  Eventualantrag  eine 
Kilometerberechnung  gemäss  den  von  ihm  eingereichten 
Fahrtenschreiberscheiben  (E. 3.4.2). Hinsichtlich  der Fahrzeuge,  die  auf 
das  Kennzeichen  Y._______  zugelassen  waren,  bestreitet  der 
Beschwerdeführer die geschätzte Anzahl gefahrener Kilometer bloss  für 
das  Jahr  2005  (E.  3.4.3).  Betreffend  die  Jahre  2006  bis  2008  ist  die 
Kilometeranzahl unbestritten.

3.4.1. Der Beschwerdeführer legt dar, er sei arbeitsunfähig gewesen und 
habe  die  Fahrzeuge,  die  auf  das  Kennzeichen  X._______  zugelassen 
waren, nicht gewerblich benutzt. Er habe diese Fahrzeuge nur für private 
Fahrten verwendet, mitunter für solche in die Türkei. Allein im Jahr 2005 
sei seine Familie dreimal in die Türkei gefahren. Er habe die betreffende 
Taxihalterbewilligung  nur  für  den  Fall  behalten,  dass  er  wieder 
arbeitsfähig  werde.  Dem  Einwand  des  Beschwerdeführers  ist  zunächst 
entgegenzuhalten, dass dieser die Fahrzeuge, die auf das Kennzeichen 
X._______ zugelassen waren, nachweislich selber gefahren hat. Auf den 
von  ihm  eingereichten  Fahrtenschreiberscheiben  (betreffend  das 
Kennzeichen X._______) wird  er  klarerweise  als  Fahrer  aufgeführt  (vgl. 
Beschwerdebeilagen 7 bis 11: Fahrtenschreiberscheiben der Jahre 2005 
bis 2008). Die Tatsache, dass er offenbar  in der ganzen relevanten Zeit 
fahrtüchtig  war  und  auch  sehr  lange  Fahrten  absolvieren  konnte 
(insbesondere  Fahrten  in  die  Türkei),  steht  im Widerspruch  zu  seinem 
Einwand,  er  habe  aus  gesundheitlichen  Gründen  nicht  gewerblich  Taxi 
fahren können. Konkrete Belege für seine Arbeitsunfähigkeit bringt er  im 
Übrigen auch nicht bei.

Im Weiteren vermag der Beschwerdeführer ebenfalls keine stichhaltigen 
Nachweise  für  seine  Behauptung  vorzubringen,  er  sei  nur  für  private 
Zwecke gefahren. Die von ihm mit der Eingabe vom 24. Februar 2011 ins 
Recht  gelegten  Beweismittel  (amtl.  Akten  Nr.  11)  wurden  zeitlich  erst 
nach der Kontrolle der ESTV bzw.  für das Verfahren vor der Vorinstanz 
erstellt.  Ihnen  kommt  deshalb  nach  konstanter  Rechtsprechung  von 
vornherein  nur  ein  stark  eingeschränkter  Beweiswert  zu  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­1571/2006 vom 21. Januar 2010 E. 3.1.2.2 
mit  Hinweisen).  Das  Schreiben  der  B._______  vom  16. Februar  2011 
bestätigt  zudem,  der  Beschwerdeführer  sei  mit  zwei  Taxis  (X._______ 
und  Y._______)  an  ihre  Taxi­Zentrale  angeschlossen  gewesen.  Im 
Weiteren  wird  darin  zwar  ausgeführt,  von  Anfang  an  habe  er  nur  eine 

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Gebühr  bezahlt,  weil  das  andere  Taxi  nicht  benutzt  worden  sei.  Einen 
stichhaltigen  Nachweis  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
betreffenden  Fahrzeuge  unter  dem  Kennzeichen  X._______  nicht 
gewerblich  eingesetzt  hat,  vermag  dieses  Schreiben  indessen  nicht  zu 
erbringen. Es ist im Übrigen kein Grund erkennbar, ein Taxi überhaupt an 
eine Taxi­Zentrale  anzuschliessen, wenn es  nicht  gewerblich  eingesetzt 
wird.  Im  Weiteren  bezieht  sich  das  erste  vom  Beschwerdeführer 
eingereichte Bestätigungsschreiben von C._______ vom 6. Februar 2011 
auf  das  Kennzeichen  Y._______  und  kann  deshalb  hier  nicht  von 
Bedeutung sein. Das zweite Schreiben von C._______ mit dem gleichen 
Datum legt bloss dar, die Ehefrau des Beschwerdeführers habe das Taxi 
mit  dem  Kennzeichen  X._______  für  private  Zwecke  benutzt.  Zur 
relevanten Frage, ob der Beschwerdeführer die betreffenden Fahrzeuge 
gewerblich  gefahren  habe,  werden  keine  Ausführungen  gemacht.  Das 
Gleiche gilt für die übrigen Bestätigungsschreiben von D._______ vom 6. 
Februar 2011 und von E._______ vom 4. Februar 2011.

Der  Beschwerdeführer  ist  zudem  darauf  hinzuweisen,  dass  er  als 
Taxichauffeur  der  Verordnung  vom  6. Mai  1981  über  die  Arbeits­  und 
Ruhezeit  der  berufsmässigen  Führer  von  leichten 
Personentransportfahrzeugen  und  schweren  Personenwagen  (ARV  2; 
SR 822.222)  untersteht  (vgl.  zum  Geltungsbereich  Art.  1  der 
Verordnung). Der Fahrtenschreiber ist gemäss Art. 15 Abs. 1 und 2 ARV 
2 ständig in Betrieb zu halten und bei Privatfahrten ist die Pausenstellung 
(Stellung  «0»  oder  «Stuhl»)  zu wählen.  Lässt  die  Pausenstellung  keine 
eindeutige  Unterscheidung  zwischen  privaten  und  berufsmässigen 
Fahrten zu, so hat der Führer eine fortlaufende Kontrolle über die von ihm 
getätigten  Privatfahrten  zu  führen  (Art.  15  Abs.  2  ARV  2).  Der 
Beschwerdeführer  wäre  demnach  verpflichtet  gewesen,  seine  privaten 
Fahrten klar zu deklarieren. Dies hat er nicht getan. Auch diese Tatsache 
spricht  gegen seine Behauptung,  er habe die Fahrzeuge nur  für  private 
Zwecke verwendet. Auf die vom Beschwerdeführer zur Edition offerierten 
– leeren  –  Arbeitskarten  kann  im  Sinne  einer  antizipierten 
Beweiswürdigung  verzichtet werden,  da diese den verlangten Nachweis 
der  Privatfahrten  offensichtlich  von  vornherein  nicht  zu  erbringen 
vermögen (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. E. 2.10).

Es  sprechen  damit  verschiedene  Anhaltspunkte  für  eine  gewerbliche 
Nutzung der Fahrzeuge, die auf das Kennzeichen X._______ zugelassen 
waren.  Für  eine  ausschliesslich  private  Nutzung  kann  der 
Beschwerdeführer  keine  stichhaltigen  Nachweise  vorbringen.  Da  er  die 

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Beweislast  für  die  Unrichtigkeit  der  Schätzung  trägt  (E.  2.9.3),  ist  zu 
seinen Ungunsten von einer gewerblichen Nutzung auszugehen.

3.4.2.  Zur  Begründung  seines  Eventualbegehrens  macht  der 
Beschwerdeführer  geltend,  es  müssten  die  effektiv  zurückgelegten 
Kilometer  berücksichtigt  werden,  falls  von  einer  gewerblichen  Nutzung 
der  auf  das  Kennzeichen  X._______  zugelassenen  Fahrzeuge 
auszugehen sei. Die in den Jahren 2005 bis und mit 2008 zurückgelegten 
Strecken  seien  anhand  der  Fahrtenschreiberscheiben  lückenlos 
nachgewiesen.  Es  sei  deshalb  willkürlich,  pauschal  von  geschätzten 
30'000  km pro  Jahr  auszugehen. Der Beschwerdeführer  verkennt,  dass 
er  betreffend  die  auf  das  Kennzeichen  X._______  zugelassenen 
Fahrzeuge  hinsichtlich  verschiedener  Zeitperioden  keine 
Fahrtenschreiberscheiben  eingereicht  hat.  Dies  war  insbesondere  der 
Fall  vom  22.  Mai  bis  2.  Oktober  2006  (VW  Golf  immatrikuliert),  vom 
23. März bis 6. Juli 2007 (Mercedes E 240 immatrikuliert) und vom 6. Juli 
bis  31.  Dezember  2007  (VW  Golf  Variant  immatrikuliert).  Entgegen 
seinen Ausführungen hat der Beschwerdeführer demnach die gefahrenen 
Kilometer  in  den  Jahren  2006  und  2007  nicht  lückenlos  anhand  von 
Fahrtenschreiberscheiben nachgewiesen.

Für  das  Jahr  2008  (VW  Golf  Variant  immatrikuliert)  hat  der 
Beschwerdeführer  bloss  neun  Fahrtenschreiberscheiben  eingereicht.  Er 
wechselte  die  Scheiben  demnach  nur  sehr  sporadisch  aus.  Eine 
Fahrtenschreiberscheibe weist denn zum Beispiel auch 6261 km aus (vgl. 
Beschwerdebeilage Nr. 11). Dazu macht  der Beschwerdeführer  geltend, 
er  habe  die  Fahrtenschreiberscheiben  aufgrund  des  eingeschränkten 
Gebrauchs  nicht  täglich  ausgewechselt.  Dieser  Einwand  ist  indessen 
unbegründet. Gemäss Art. 16 Abs. 2 ARV 2  ist  für  jeden Tag eine neue 
Fahrtenschreiberscheibe  zu  verwenden.  Dies  gilt  auch  bei  privater 
Verwendung des Fahrzeugs (Art. 15 Abs. 2 ARV 2; vgl. oben E. 3.4.1). Im 
Weiteren  stellt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  die 
Kilometerstände  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten 
Fahrtenschreiberscheiben  für  das  Jahr  2008  nicht  mit  dem  MFK­
Prüfbericht  vom  4. März  2008  übereinstimmen.  Letzterer  hält  einen 
Kilometerstand  des  VW  Golf  Variant  (Fahrgestellnummer  […])  von 
165'795  fest  (vgl. amtl. Akten Nr. 4).  Im Jahr 2008 war nach dem MFZ­
Kontrollauszug einzig dieses Fahrzeug auf das Kennzeichen X._______ 
zugelassen.  Die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten 
Fahrtenschreiberscheiben  für  das  Jahr  2008  zeigen  indessen 
Kilometerstände von 296'869 (Stand 10. Januar 2008) bis 306'661 (Stand 

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28. Dezember 2008) auf. Zumindest diese Fahrtenschreiberscheiben  für 
das Kennzeichen X._______ sind deshalb nicht glaubhaft.

Unter  diesen  Umständen  konnte  sich  die  ESTV  betreffend  das 
Kennzeichen  X._______  bei  ihrer  Schätzung  der  Anzahl  gefahrener 
Kilometer  in  den  Jahren  2006  bis  2008  nicht  auf  die  eingereichten 
Fahrtenschreiberscheiben  stützen.  Sie  ermittelte  die  Kilometeranzahl 
deshalb aufgrund der Kilometerstände zweier MFK­Prüfberichte des Ford 
Galaxy vom 2. September 2004 und 3. August 2006. Es resultierte eine 
durchschnittliche  jährliche Fahrleistung von 30'000 km. Diese Schätzung 
erweist sich als sachgerecht. Einerseits war der Ford Galaxy  in der Zeit 
zwischen  den  MFK­Prüfberichten  zu  einem  wesentlichen  Teil  auf  das 
Kennzeichen  X._______  zugelassen.  Andererseits  weisen  die  vom 
Beschwerdeführer  betreffend  dieses  Kennzeichen  eingereichten 
Fahrtenschreiberscheiben für das Jahr 2005 eine Fahrleistung von 31'401 
km  aus  und  bestätigen  somit  die  Schätzung.  Im Weiteren  erweist  sich 
ebenfalls  die  Umlage  als  rechtmässig,  da  keine  Anhaltspunkte  dafür 
bestehen, dass die massgebenden Verhältnisse  in den Jahren 2006 bis 
2008 nicht ähnlich waren wie im Jahr 2005 (vgl. zur Umlage E. 2.7.3).

3.4.3.  Der  Beschwerdeführer  bringt  zudem  vor,  das  Kennzeichen 
Y._______ sei zwar am 22. März 2005 eingelöst worden. Das auf dieses 
Kennzeichen  zugelassene  Fahrzeug  (Mercedes  E  240  bis  24.  Oktober 
2005  und  danach  Ford  Galaxy)  sei  im  Jahr  2005  aber  noch  gar  nicht 
verwendet worden. Er habe den Betrieb erst im Jahr 2006 aufgenommen. 
Dies  würde  der  Jahresabschluss  2005  belegen.  Diesem  Einwand  ist 
zunächst  entgegenzuhalten,  dass  die  Buchhaltung  des 
Beschwerdeführers  mangelhaft  ist  (vgl.  E.  3.1).  Dem  Abschluss  2005 
kann  deshalb  nur  beschränkte  Beweiskraft  zukommen.  Im  Weiteren 
spricht  gegen  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  er  habe  den 
Betrieb erst 2006 aufgenommen, dass es ökonomisch wenig Sinn macht, 
eine  Taxikonzession  zu  haben  und  ein  Taxi  betriebsbereit  zu  halten, 
dieses  aber  nicht  gewerblich  zu  nutzen.  Gegen  die  Behauptung  des 
Beschwerdeführers  spricht  zudem  wohl  auch,  dass  er  per  24.  Oktober 
2005 das Fahrzeug ausgewechselt hat. Neu war ab diesem Zeitpunkt der 
Ford  Galaxy  auf  das  Kennzeichen  Y._______  zugelassen.  Wäre  das 
ursprüngliche Fahrzeug (Mercedes E 240) bloss "auf Vorrat" angeschafft 
worden,  ist  kein  Grund  dafür  ersichtlich,  das  Fahrzeug  nach  sieben 
Monaten  auszuwechseln.  Zusammenfassend  konnte  der 
Beschwerdeführer den Nachweis nicht erbringen, dass er die Fahrzeuge, 
die auf das Kennzeichen Y._______ zugelassen waren, nicht bereits  im 

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Jahr 2005 gewerblich als Taxis verwendet hat. Da er die Beweislast  für 
die Unrichtigkeit der Schätzung trägt (E. 2.9.3), ist von einer gewerblichen 
Nutzung im Jahr 2005 auszugehen.

3.4.4.  Zusammenfassend  erweist  sich  die  Schätzung  der  Anzahl 
geschäftlich gefahrener Kilometer als rechtmässig. Die ESTV stützte ihre 
Schätzung auf die vorhandenen objektiven Beweismittel  (soweit möglich 
auf  Fahrtenschreiberscheiben  und  MFK­Prüfberichte).  Im  Weiteren 
erscheint  die  für  private  Zwecke  in  Abzug  gebrachte  Anzahl  Kilometer 
(grundsätzlich  100  km  pro  Arbeitswoche,  zusätzliche  Kilometer  soweit 
durch  Fahrtenschreiberscheiben  belegt)  dem  Gericht  angemessen  und 
entspricht auch dem Vorgehen der ESTV in anderen, ähnlich gelagerten 
Fällen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1447/2010  vom 
11. November 2011 E. 3.2.1).

3.5. Der Beschwerdeführer bestreitet im Weiteren den von der ESTV bei 
ihrer Umsatzschätzung angewendeten Ansatz von Fr. 2.15/km.

3.5.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hatte  bereits  in  seinen  Urteilen 
A­1447/2010  vom  11.  November  2011  und  A­2998/2009  vom  11. 
November  2010 Gelegenheit,  ermessensweise  Umsatzschätzungen  der 
ESTV bezüglich Taxibetriebe in der Stadt Basel zu überprüfen. Die ESTV 
wendete  bei  diesen Schätzungen die  gleichen Erfahrungszahlen wie  im 
vorliegenden  Fall  an.  Im  Weiteren  handelte  es  sich  ebenfalls  um 
(selbständige)  Einzelunternehmer,  die  an  eine  Taxizentrale 
angeschlossen  sind,  normale  Taxis  betreiben  und  über  eine 
Taxihalterbewilligung A verfügen. Das Bundesverwaltungsgericht kam  in 
den  genannten  Fällen  zum  Ergebnis,  dass  sich  die  ESTV  bei  der 
Ermittlung  des  Ansatzes  von  Fr. 2.15/km  (inkl.  Fr.  0.11  Trinkgeld)  auf 
Datensätze  gestützt  habe,  welche  die  lokalen  und  betrieblichen 
Eigenheiten  des  betreffenden  Taxibetriebs  berücksichtigt  hätten.  Die 
Datenerhebung  könne  als  genügend  breit  und  aktuell  sowie  für  den 
Beschwerdeführer  repräsentativ  bezeichnet  werden.  Ebenfalls  korrekt 
gewesen sei, dass die ESTV den Mittelwert der bei den 38 Datensätzen 
ermittelten Umsätze pro Kilometer angewendet habe. Es bestünden keine 
Hinweise auf individuelle Verhältnisse beim betreffenden Taxibetrieb, die 
einen davon abweichenden Ansatz nahe  legen würden  (vgl. Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­1447/2010  vom  11.  November  2011  E. 
3.3.1 und A­2998/2009 vom 11. November 2010 E. 3.5).

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Analoges gilt für den vorliegenden Fall, da der relevante Sachverhalt mit 
denjenigen  der  erwähnten  Fälle  vergleichbar  ist.  Der  von  der  ESTV 
ermittelte  Ansatz  von  Fr.  2.15/km  kann  deshalb  auch  vorliegend  der 
ermessensweisen  Umsatzschätzung  zugrunde  gelegt  werden.  Es  ist 
darauf  hinzuweisen,  dass  bei  der  Festsetzung  dieses  Ansatzes 
selbstverständlich gewisse Ungenauigkeiten in Kauf zu nehmen sind, die 
sich  systemimmanent  bei  der  Ermittlung  von  Durchschnittswerten 
ergeben. Der Beschwerdeführer hätte es aber in der Hand gehabt, durch 
ordnungsgemässe  Aufzeichnungen  von  vornherein  Klarheit  über  seine 
tatsächlich erzielten Umsätze zu schaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
2C_429/2009 vom 9. November 2009 E. 5.2).

3.5.2.  Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  für  ihn  sei  ein 
Kilometeransatz  von  Fr.  1.85  angemessen.  Er  sei  nicht  an  eine  grosse 
und  teure  Taxi­Zentrale  angeschlossen  und  weise  deshalb  mehr 
Leerfahrten  auf  als  die  von  der  ESTV  bei  ihrer  Datenerhebung 
berücksichtigten Taxifahrer. Nachweise für seine Behauptung konnte der 
Beschwerdeführer  indessen  keine  vorbringen.  Der  Einwand  des 
Beschwerdeführers  ist  deshalb  nicht  stichhaltig.  Die  ESTV  hat  bei  ihrer 
Schätzung  des  Kilometeransatzes  die  Besonderheiten  des 
Beschwerdeführers  in  Bezug  auf  den  Ort  (Stadt  Basel),  die  Fahrzeuge 
(normale Taxi) und die Taxikonzession (A­Konzession) berücksichtigt. Da 
der Beschwerdeführer  im Übrigen den selben Tarifen untersteht wie die 
von  der  ESTV  bei  ihrer  Datenerhebung  berücksichtigten  Taxifahrer, 
ergeben  sich  hinsichtlich  der  Umsatzerzielung  pro  Kilometer  keine 
erkennbaren  Unterschiede  und  für  eine  Abweichung  vom 
Durchschnittswert von Fr. 2.15/km besteht kein Anlass.

3.5.3.  Der  Beschwerdeführer  wendet  ein,  er  sei  nicht  selber  gefahren, 
sondern nur seine Angestellten. Aus diesem Grund sei der von der ESTV 
ermittelte Erfahrungswert nicht von Fr. 2.04 auf Fr. 2.15 anzuheben. Der 
Beschwerdeführer bestreitet damit den Zuschlag von 5% Trinkgeld. Nach 
Art.  33  Abs.  2  aMWSTG  gehört  zum Entgelt  alles,  was  der  Empfänger 
oder an seiner Stelle ein Dritter als Gegenleistung für die Lieferung oder 
Dienstleistung  aufwendet.  Der  Fahrgast  zahlt  dem  selbständigen 
Taxifahrer für die von diesem erbrachte Dienstleistung das Fahrgeld und 
allenfalls  ein  Trinkgeld.  Letzteres  ist  damit  Teil  des  Entgelts,  welches 
gemäss  Art.  33  Abs.  1  aMWSTG  die  Bemessungsgrundlage  für  die 
Steuer  bildet.  Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
seinen  Einwand,  er  sei  gar  nicht  selber  gefahren,  durch  die  von  ihm 
eingereichten  Fahrtenschreiberscheiben  der  Jahre  2005  bis  2008 

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(Beschwerdebeilagen Nr. 7 bis 11)  selber widerlegt hat. Auf diesen wird 
klar  er  als  Fahrer  ausgewiesen.  Soweit  der  Beschwerdeführer  selber 
gewerblich  Taxi  gefahren  ist,  hat  die  ESTV  demnach  richtigerweise 
gemäss  ihrer  Verwaltungspraxis  einen  Zuschlag  für  das  geschätzte 
Trinkgeld  vorgenommen,  da  dieses  beim  selbständigen  Taxifahrer  zum 
Entgelt zählt. 

Im  Weiteren  bleibt  aufgrund  der  vorhandenen  Akten  offen,  ob  die 
Angestellten  des  Beschwerdeführers  die  Trinkgelder  behalten  durften 
oder  diese  ihm  abzuliefern  hatten.  Arbeitsverträge  hat  der 
Beschwerdeführer  keine  vorgelegt.  Da  der  Beschwerdeführer  die 
Beweislast  für  die  Unrichtigkeit  der  Schätzung  trägt  (E.  2.9.3),  ist  zu 
seinen  Ungunsten  von  einer  Ablieferungspflicht  auszugehen.  Auch  bei 
Fahrten  seiner  Angestellten  ist  demnach  schon  aus  diesem Grund  das 
Trinkgeld  als  Entgelt  im  Sinn  von  Art. 33  Abs.  2  aMWSTG  zu 
qualifizieren.  Damit  kann  offen  bleiben,  ob  nicht  auch  bei  Fehlen  einer 
Ablieferungspflicht  der  Angestellten  das  Trinkgeld  in  die 
mehrwertsteuerlich  relevante  Bemessungsgrundlage  einzubeziehen 
wäre.  Die  ESTV  hat  folglich  zu  Recht  auch  bei  Fahrten  seiner 
Angestellten einen Zuschlag für das geschätzte Trinkgeld vorgenommen. 
Dessen  Festlegung  auf  5%  erscheint  dem  Bundesverwaltungsgericht 
nicht  unangemessen.  Da  der  Beschwerdeführer  keine  begründeten 
Einwände vorbringt, ist der genannte Zuschlag zu bestätigen (Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A­1447/2010 vom 11. November 2011 E. 3.5, 
A­2998/2009 vom 11. November 2010 E. 3.4.5).

3.6. 
3.6.1. Gemäss  Art.  59  Abs.  1  aMWSTG  kann,  wer  als  steuerpflichtige 
Person  jährlich  nicht mehr  als  3 Millionen Franken  steuerbaren Umsatz 
tätigt  und  im  gleichen  Zeitraum  nicht  mehr  als  Fr.  60'000.­­  Steuern – 
berechnet  nach  dem  für  sie  massgebenden  Saldosteuersatz  –  zu 
bezahlen  hat,  nach  der  Saldosteuersatzmethode  abrechnen.  Bei 
Anwendung  der  Saldosteuersatzmethode  ist  die  geschuldete  Steuer 
durch  Multiplikation  des  in  einer  Abrechnungsperiode  erzielten 
steuerbaren  Gesamtumsatzes  (einschliesslich  Steuer)  mit  dem  von  der 
ESTV bewilligten Saldosteuersatz zu ermitteln; mit dem Saldosteuersatz 
sind die Vorsteuern im Sinne einer Pauschale abgegolten (Art. 59 Abs. 2 
aMWSTG; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­5751/2009 vom 17. 
März  2011  E. 2.3.1,  A­6602/2010  vom  11.  Januar  2011  E. 3.2.2).  Im 
Weiteren  ist  mit  der  Anwendung  der  Saldosteuersatzmethode  ebenfalls 
der Eigenverbrauch nach Art. 9 Abs. 1 aMWSTG (vgl. E. 2.2) abgegolten 

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(CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 1546; WALTER STEIGER, Bei 
den Saldosteuersätzen tut sich was!, veröffentlicht in StR 5/2004, S. 374; 
MAKEDON  JENNI,  in mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer, Basel 2000, N 18 zu Art. 59 aMWSTG).

3.6.2. Die  ESTV  hat  nicht  nur  bei  der  Bestimmung  der  Steuerzahllast, 
sondern  auch  bei  der  Berechnung  der  Steuerschuld  die 
Saldosteuersatzmethode  angewendet.  Sie  hat  bei  der 
Ermessenseinschätzung  somit  Vorsteuern  berücksichtigt  und  ist  damit 
dem  Beschwerdeführer  entgegengekommen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  keinen  Anlass,  dieses  Entgegenkommen 
in  Frage  zu  stellen  (vgl.  dazu  auch  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­5110/2011  vom 23.  Januar  2012 E. 3.3.3, 
A­2998/2009  vom  11. November  2010  E. 3.6,  A­281/2009  vom  14. 
Oktober  2010  E.  6.2.4,  A­2184/2008  vom  3.  Juni  2010  E.  6.3,  A­
2149/2008  und  A­2170/2008  vom  17.  Mai  2010  E.  6.2.7,  A­1614/2006 
vom  1.  Oktober  2008  mit  dem  Hinweis,  dass  die  ESTV  auch  andere 
gleichgelagerte Fälle rechtsgleich zu behandeln hat). Im Weiteren hat die 
ESTV  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  –  in  Abweichung  zu  ihrer 
Berechnung  im  Einspracheentscheid  –  konsequenterweise  festgestellt, 
aufgrund  der  Anwendung  der  Saldosteuersatzmethode  sei  dem 
Beschwerdeführer  für  die  private  Benutzung  des  Geschäftsfahrzeugs 
durch  seinen  Angestellten  G._______  im  Jahr  2008  kein  Privatanteil 
aufzurechnen.  Bei  der  privaten  Verwendung  eines  Geschäftsfahrzeugs 
wird der Tatbestand des Entnahmeeigenverbrauchs gemäss Art. 9 Abs. 1 
aMWSTG  erfüllt  (E.  2.2),  der  bei  der  Anwendung  der 
Saldosteuersatzmethode  bereits  abgegolten  ist  (E.  3.8.1). 
Dementsprechend  hat  der  Beschwerdeführer  den  von  der  ESTV  im 
Einspracheentscheid  (noch)  aufgerechneten  Privatanteil  von  Fr. 1'936.­ 
(vgl. Ziff. 7.1 des Einspracheentscheids) nicht zu versteuern, wie dies die 
Vorinstanz  nunmehr  mit  ihrer  Vernehmlassung  beantragt.  Für  das  Jahr 
2008  resultiert  in  der  Folge  ein  steuerbarer  Umsatz  von  Fr. 107'302.­­ 
(vgl.  zur  korrekten  Berechnung  die  Vernehmlassung  der  ESTV,  Ziff. 
2.2.6).

3.7. Die Schätzung der ESTV erweist sich damit sowohl hinsichtlich der 
ermittelten Kilometer als auch des Ansatzes von Fr. 2.15/km als korrekt. 
Weil  der  Beschwerdeführer  sowohl  die  Umsatzgrenze  von  Fr.  75'000.­­ 
als  auch  die  Steuerzahllast  von  Fr.  4'000.­­  in  den  Jahren  2005 
(steuerbarer  Umsatz:  Fr.  103'368.­­,  Steuerzahllast:  Fr.  5'375.­­),  2006 
(steuerbarer Umsatz Fr. 115'771.­­, Steuerzahllast: Fr. 6'020.­­) und 2008 

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(steuerbarer  Umsatz  Fr.  107'302.­­,  Steuerzahllast:  Fr.  5'580.­­) 
überschreitet, ist seine Steuerpflicht ab dem 1. Januar 2006 gegeben (E. 
2.3).  Der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Jahr  2007  zwar  die 
Umsatzgrenze erreicht (steuerbarer Umsatz von Fr. 76'499.­­), jedoch die 
erforderliche  Steuerzahllast  mit  Fr. 3'978.­­  unterschreitet,  ändert  nichts 
an  seiner Steuerpflicht  für  dieses  Jahr,  da er  die Steuerzahllast  von Fr. 
4'000.­­  zuvor  regelmässig  im Sinn  von Art.  25 Abs.  1 Bst.  a  aMWSTG 
überschritten  hat  (E. 2.3).  Insgesamt  ergibt  sich  für  die  Jahre  2006  bis 
2008  eine  Steuernachforderung  von  Fr.  15'578.­­.  Die  Beschwerde  ist 
damit  im Umfang von Fr. 100.­­  gutzuheissen,  im Übrigen  ist  sie  jedoch 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

4. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Verfahrenskosten  in  der 
Höhe  von  Fr.  2'500.­­  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63 
VwVG  in Verbindung mit Art.  4  des Reglements  vom 21. Februar  2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem 
geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  zu  verrechnen.  Die 
Gutheissung  der  Beschwerde  im  Umfang  von  Fr. 100.­­  rechtfertigt  bei 
einem Streitwert von Fr. 15'678.­­ keine Kostenreduktion. In der Folge ist 
dem  Beschwerdeführer  auch  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG a contrario).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird im Umfang von Fr. 100.­­ gutgeheissen, ansonsten 
aber abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'500.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'500.­­ verrechnet.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. …; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus Metz Jürg Steiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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