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**Case Identifier:** 82c9c531-47f4-55be-8395-a2dc06a0c2b0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 18.01.2012 810 2011 192 (810 11 192)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2011-192_2012-01-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 18. Januar 2012 (810 11 192) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strassen und Verkehr 

 

 

Führerausweisentzug 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Niklaus  

Ruckstuhl, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess, Beat Walther, 
Gerichtsschreiber i.V. Samuel Baader 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Felix Moppert, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 
 

  
Betreff Führerausweisentzug (RRB Nr. 711 vom 17. Mai 2011) 
 
 
 
 
A. Am 23. Juli 2010 wurde A.____ wegen Nichteinhaltens des Abstandes zu dem vor ihr 
fahrenden Auto auf der Autobahn A1, in Fahrtrichtung D.____, durch die Kantonspolizei Aargau 
angehalten. In der Folge anerkannte sie den Sachverhalt und begründete dies mit dem zeitli-
chem Druck, unter welchem sie gestanden habe. Mit Strafbefehl des Bezirksamts B.____ vom 
17. September 2010 wurde A.____ wegen Nichteinhalten eines genügenden Abstands beim 
Hintereinanderfahren für schuldig erklärt. Dieser Strafbefehl erwuchs in der Folge in Rechts-
kraft. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2010 informierte die Polizei Basel-Landschaft, Hauptabtei-

 
 
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lung Verkehrssicherheit, Administrativmassnahmen (Polizei), sie darüber, dass ihr gemäss 
Art. 16c Abs. 1 lit. a des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) vom 19. Dezember 1958, aufgrund 
der strafrechtlichen Verurteilung, ein Warnungsentzug des Führerausweises für die Dauer von 
drei Monaten drohe. 
 
Mit Schreiben vom 6. Januar 2011 anerkannte A.____, vertreten durch Advokat Felix Moppert, 
erneut den Sachverhalt. Sie bemängelte jedoch, dass die Administrativbehörde die durch die 
Strafbehörde vorgenommene Qualifikation der Tat ohne weiteres übernommen habe. Da keine 
konkrete Gefährdung stattgefunden habe, sei das Vergehen als mittelschwer zu qualifizieren 
und die Entzugsdauer des Führerausweises auf einen Monat zu beschränken. Zudem verfüge 
sie in Bezug auf den Strassenverkehr über einen einwandfreien Leumund. 
 
Mit Schreiben vom 3. Februar 2011 verfügte die Polizei den Warnentzug des Führerausweises 
von A.____ für die Dauer von drei Monaten. Hiergegen erhob A.____, noch immer vertreten 
durch Felix Moppert, am 14. Februar 2011 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-
Landschaft (Regierungsrat). Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Da 
bloss eine mittelschwere Widerhandlung gegen das SVG vorliege, sei ihr der Führerausweis 
nur für einen Monat zu entziehen. Dies unter o/e Kostenfolge.  
 
Die Beschwerde wurde mit Beschluss des Regierungsrats (RRB) Nr. 0711 vom 17. Mai 2011 
abgewiesen und angeordnet, dass A.____ ihren Führerausweis bis spätestens am 15. Juli 2011 
bei der Polizei in Lausen abzugeben habe. Ihr wurden zudem die Verfahrenskosten in Höhe 
von Fr. 400.-- auferlegt. Begründet wurde der Entscheid damit, dass schwere Widerhandlungen 
gegen das SVG dann zu bejahen seien, wenn der Sicherheitsabstand unter 0,4 Sekunden lie-
ge. Im vorliegenden Fall habe der Abstand 0,36 Sekunden betragen, weshalb die Vorinstanz zu 
Recht von einer schweren Widerhandlung gegen das SVG ausgegangen sei. 
 
B. Hiergegen erhebt A.____ (Beschwerdeführerin), wiederum vertreten durch Felix Mop-
pert, am 30. Mai 2011 fristgerecht Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verwaltungs- 
und Verfassungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt, der angefochtene RRB sei aufzuheben 
und ihr sei der Führerausweis wegen mittelschwerer Widerhandlung gegen das SVG für die 
Dauer von einem Monat zu entziehen. Eventualiter sei der Beginn der dreimonatigen Entzugs-
dauer auf den 1. Oktober 2011 festzulegen; dies unter o/e Kostenfolge. Schliesslich sei ihr eine 
Frist zur Einreichung der Beschwerdebegründung anzusetzen, welche bis zum 30. Juni 2011 
gewährt wurde. In der Beschwerdebegründung vom 29. Juli 2011 rügte A.____, der Regie-
rungsrat habe in seiner Beurteilung den dichten Verkehr, welcher damals vorgeherrscht habe, 
nicht berücksichtigt. Zudem habe der Abstand zwischen ihr und dem vor ihr fahrenden Fahr-
zeug zwischen 6 und10 Meter betragen, weshalb nicht präzis von einem Abstand von 0,36 Se-
kunden ausgegangen werden könne. Sodann habe keine konkrete Verkehrsgefährdung stattge-
funden. Folglich sei bloss von einer mittelschweren Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 
lit. a SVG auszugehen. 
 
C. Mit Schreiben vom 31. August 2011 lässt sich der Regierungsrat vernehmen und be-
antragt, die Beschwerde sei unter o/e Kostenfolge abzuweisen. Es sei ein neuer Termin für die 

 
 
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Abgabe des Führerausweises festzusetzen. Zur Begründung verwies der Regierungsrat auf die 
Ausführungen in seinen RRB Nr. 0711 vom 17. Mai 2011. Zudem habe der dichte Verkehr, wel-
cher zum Tatzeitpunkt vorgeherrscht haben soll, keinen Einfluss auf die Anordnung des Fahr-
ausweisentzugs. 
 
D. Mit Verfügung vom 7. September 2011 wird die Angelegenheit zur Beurteilung an die 
Kammer des Kantonsgerichts überwiesen. 
 
E. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2011 reicht Felix Moppert in der vorliegenden Angele-
genheit seine Honorarnote ein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1.1 Nach § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan-
tonsgericht zulässig gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungsrates sowie gegen 
letztinstanzliche Entscheide der Direktionen und gegen letztinstanzliche Entscheide der Lan-
deskirchen, sofern dem Kantonsgericht die Zuständigkeit nicht durch dieses Gesetz oder durch 
andere Gesetze entzogen ist. Zulässiges Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde ist 
der regierungsrätliche Entscheid Nr. 0711 vom 17. Mai 2011. 
 
1.2 Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Erhebung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
befugt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Änderung oder Aufhebung hat. Dieses Interesse kann rechtlicher oder auch bloss tat-
sächlicher Natur sein (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 1771). Die Beschwerdeführerin ist durch den angeord-
neten Entzug des Führerausweises berührt und hat zudem ein schutzwürdiges Interesse an der 
Aufhebung des regierungsrätlichen Entscheids. Das vorliegende Rechtsmittel ist rechtzeitig 
eingereicht worden. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 
 
2. In der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die Kog-
nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ange-
fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob 
der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren 
kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. 
Demgegenüber ist dem Kantonsgericht gemäss § 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario die Überprü-
fung der Angemessenheit des Führerausweisentzuges verwehrt (vgl. Urteile des Kantonsge-
richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 20. Oktober 2010, 810 09 
464, E. 2 und vom 11. August 2010, 810 10 64, E. 2). 
 

 
 
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3.1 Im vorliegenden Verfahren ist strittig, ob der Regierungsrat in seinem Entscheid vom 
17. Mai 2011 den Führerausweisentzug gestützt auf Art. 16 Abs. 2 i.V.m. Art. 16c Abs. 1 
lit. a SVG für die Dauer von drei Monaten zu Recht bestätigt hat. 
 
3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der von ihr angefochtene Regierungsratsbe-
schluss sei aufzuheben. Ihr sei der Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung 
gegen die Verkehrsregeln für die Dauer von einem Monat zu entziehen; eventualiter sei der 
Beginn der Entzugsdauer von drei Monaten auf den 1. Oktober 2011 festzulegen; unter o/e-
Kostenfolge. Sie begründet ihre Beschwerde mit dem Umstand, dass auf der Autobahn A1 zum 
Zeitpunkt ihres Fehlverhaltens, welches sie an sich nicht bestreitet, ein dichter Verkehr ge-
herrscht habe. Dies sei auch aus den Videoaufnahmen der Kantonspolizei Aargau ersichtlich. 
Zudem sei für die Administrativbehörde die rechtliche Qualifikation der Verkehrsregelverletzung 
als schwerer Fall im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG nicht bindend, weil sie lediglich von der Poli-
zeibehörde befragt und nicht durch das Bezirksamt B.____ einvernommen worden sei. Statt-
dessen handle es sich bei der Verkehrsregelverletzung lediglich um eine mittelschwere Wider-
handlung. Dies sei der Fall, weil gemäss dem Polizeirapport der Abstand, den sie zum vor ihr 
fahrenden Fahrzeug hielt, zwischen 6 und 10 Metern geschätzt worden sei. Würden die ge-
schätzten Werte zu ihren Gunsten ausgelegt, so liege gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG bloss 
eine mittelschwere Verkehrsregelverletzung vor. Dies gelte umso mehr, als es damals zu keiner 
konkreten Verkehrsgefährdung gekommen sei, und die Beschwerdeführerin in Bezug auf den 
Strassenverkehr über einen einwandfreien Leumund verfüge. 
 
4.1 Vorweg gilt es zu klären, wie das vorgängige Strafverfahren und das vorliegende Ver-
waltungsverfahren bezüglich Sachverhaltsfeststellung und rechtlicher Würdigung des Sachver-
halts zu einander in Beziehung stehen. 
 
4.2 Im Interesse von Rechtseinheit und Rechtssicherheit gilt es zu vermeiden, dass der-
selbe Lebensvorgang zu voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen im Verwal-
tungsverfahren und im Strafverfahren führt und die erhobenen Beweise abweichend gewürdigt 
und rechtlich beurteilt werden. Das Strafverfahren bietet durch die verstärkten Mitwirkungsrech-
te des Beschuldigten, die umfassenderen persönlichen und sachlichen Ermittlungsinstrumente 
sowie die weiterreichenden prozessualen Befugnisse (insbesondere im Zusammenhang mit 
Zeugenbefragungen) grundsätzlich besser Gewähr dafür, dass das Ergebnis der Sachverhalts-
ermittlung näher bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht durchwegs derselben Form-
strenge unterliegenden Verwaltungsverfahren (Bundesgerichtsentscheid [BGE] 119 Ib 161 f. 
E. 2c/bb). 
 
4.3 Nach der Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen Fest-
stellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zu 
Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, oder wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, 
sowie wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche 
Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Verwaltungsbehörde hat vor allem auf die Tatsachen im Straf-
urteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit öffentlicher Verhandlung unter 
Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestünden 

 
 
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klare Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die 
Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbstständige Beweiserhebungen durchzuführen (BGE 124 II 
103 E. 1c/aa, 119 Ib 158 E. 3c/aa; Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Mai 2006 
[6A.19/2006] E. 1 und vom 16. Mai 2008 [1C_275/2007] E. 3.5). 
 
4.4 Die Verwaltungsbehörde hat somit vor allem dann auf die Tatsachen im Strafurteil ab-
zustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergangen ist (BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa). Sie 
ist aber unter bestimmten Voraussetzungen auch an einen Strafentscheid gebunden, der im 
Strafbefehlsverfahren gefällt wurde, selbst wenn er ausschliesslich auf einem Polizeirapport 
beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Beschuldigte wusste oder angesichts der Schwe-
re der ihm vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen ihn ein Führerausweisent-
zugsverfahren eröffnet würde, und er es trotzdem unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen 
des (summarischen) Strafverfahrens die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu ma-
chen. Unter diesen Umständen darf der Betroffene nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, 
um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge zu stellen, sondern ist nach Treu und 
Glauben verpflichtet, dies bereits im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens zu tun, so-
wie allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 103 f. E. 3c/aa, 121 II 214 E. 3a; 
FRANZ RIKLIN/ANDREAS ROTH, in: Thomas Probst/Franz Werro [Hrsg.], Strassenverkehrsrechts-
tagung, 10. - 11. Juni 2008, Bern 2008, S. 325). 
 
4.5 Hängt jedoch die rechtliche Würdigung sehr stark von der Würdigung von Tatsachen 
ab, die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltungsbehörde (was etwa dann der Fall ist, 
wenn er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat), so ist die Verwaltungsbehörde auch 
in Bezug auf die Rechtsanwendung an die rechtliche Qualifikation des Sachverhaltes durch das 
Strafurteil gebunden (vgl. BGE 124 II 106 E. 1c/aa und 1c/bb; Urteil des Bundesgerichts vom 
20. März 2007 [6A.64/2006] E. 2.1, vom 16. Mai 2006 [6A.19/2006] E. 1 und vom 16. Mai 2008 
[1C_275/2007] E. 3.5). 
 
4.6 Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin mit Strafbefehl des Bezirksamtes B.____ 
vom 17. September 2010 unter anderem in Anwendung von Art. 90 Ziff. 2 SVG i.V.m Art. 34 
Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung (VRV) vom 13. November 1962 
der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügendes Abstandhalten beim Hinterein-
anderfahren schuldig erklärt und zu einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von Fr. 220.-, 
bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse in der Höhe von Fr. 700.- verurteilt. Im 
Strafbefehlsverfahren wurde sie am 23. Juli 2010, im Anschluss an die begangene Verkehrsre-
gelverletzung, von der Kantonspolizei Aargau angehalten, mit dem Vorwurf des Nichteinhaltens 
des genügenden Abstandes konfrontiert und vor Ort einvernommen. Die Beschwerdeführerin 
anerkannte damals den Sachverhalt und nahm von der Rapportfolge unterschriftlich Kenntnis. 
Sie gab sodann zu Protokoll, sie habe unter zeitlichem Druck gestanden und habe deshalb 
nicht auf den Abstand geachtet. Vom Strafbefehlsrichter wurde sie in der Folge nicht vernom-
men. Im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die Beschwerdeführerin Rügen 
oder Beweisanträge im summarischen Strafverfahrens vorzubringen, wenn sie angesichts der 
Schwere der ihr vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen sie ein Führeraus-
weisentzugsverfahren eröffnet würde (vgl. hiervor E. 4.5). Die Polizei teilte ihr mit Schreiben 

 
 
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vom 6. August 2010 mit, sie habe den Führerausweis abzugeben. Zugleich wurde ihr das recht-
liche Gehör gewährt. Daraufhin informierte die Beschwerdeführerin die Polizei darüber, dass ihr 
Name und ihre Adresse nicht mehr korrekt seien. Indem dieser Schriftenwechsel vor dem Ende 
des strafrechtlichen Untersuchungsverfahren (Strafbefehl vom 17. September 2010) stattfand, 
kann die Beschwerdeführerin nicht einwenden, sie habe nicht bereits im damals laufenden 
Strafverfahren gewusst, dass ihr ein Warnungsentzug des Führerausweises drohe. Sie wäre 
folglich nach Treu und Glauben verpflichtet gewesen, ihre Rüge betreffend den damals vorherr-
schenden dichten Verkehr, soweit die Rüge den Sachverhalt an sich betrifft, bereits im Strafver-
fahren geltend zu machen. Ansonsten bestreitet sie den Sachverhalt auch im vorliegenden ver-
waltungsrechtlichen Verfahren nicht.  
 
4.7 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin eine Verkehrsregelverletzung gemäss 
Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV begangen hat, indem sie den ausreichenden Ab-
stand zum vor ihr fahrenden Fahrzeug nicht eingehalten hat. Strittig ist lediglich, ob es sich um 
eine mittelschwere oder eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften 
handelt. 
 
5.1 Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird bei Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrs-
vorschriften, bei denen das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (OBG) vom 
24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Ver-
warnung ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen besonders leichten, leichten, 
mittelschweren und schweren Widerhandlungen. In besonders leichten Fällen wird auf jegliche 
Massnahme verzichtet (Art. 16a Abs. 4 SVG). In leichten Fällen wird die fehlbare Person ver-
warnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war und keine 
andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 3 SVG). In allen übrigen Fällen 
von Widerhandlungen gegen das SVG wird der Führerausweis entzogen (Art. 16a Abs. 2 SVG, 
Art. 16b Abs. 2 lit. a-f SVG, Art. 16c Abs. 2 lit. a-e SVG). 
 
5.2 Der Warnungsentzug bezweckt im Allgemeinen, die Betroffenen zu mehr Verantwor-
tung und Sorgfalt zu erziehen und sie dadurch von weiteren Verkehrsdelikten abzuhalten (vgl. 
RENÉ SCHAFFHAUSER, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die 
Administrativmassnahmen, Bern 1995, N 2236; BGE 131 II 250 E. 4, 123 II 100 E. 2.c, 
116 Ib 148 E. 2.a.). 
 
5.3 Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch die Verletzung von Verkehrsregeln eine 
geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden 
trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). In besonders leichten Fällen wird auf jegliche Massnahme ver-
zichtet (Art. 16a Abs. 4 SVG). Demgegenüber begeht eine mittelschwere Widerhandlung, wer 
durch Verletzungen von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder 
in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Eine schwere Widerhandlung begeht schliesslich, 
wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit ande-
rer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Es gilt zu beachten, dass die mit-
telschwere Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG einen Auffangtatbestand darstellt. 
Sie liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung nach 

 
 
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Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhand-
lung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2006, 
6A.16/2006, E. 2.1.1; Botschaft vom 31. März 1999 zur Änderung des Strassenverkehrsgeset-
zes, Bundesblatt [BBl] 1999, S. 4487). Ist die Gefährdung gering, aber das Verschulden hoch, 
oder umgekehrt die Gefährdung hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere Wi-
derhandlung vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2009 [1C_355/2009] E. 2.2; 
BBl 1999, S. 4489). 
 
5.4 Die leichte, mittelschwere und schwere Form der Widerhandlung gegen das SVG setzt 
voraus, dass durch eine schuldhafte Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicher-
heit anderer hervorgerufen wird. Eine konkrete Gefährdung ist allerdings nicht notwendig. Nach 
konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt es, wenn das Verhalten des Fahrzeug-
lenkers bzw. der Fahrzeuglenkerin nach den jeweiligen Gegebenheiten geeignet war, den Ver-
kehr zu gefährden (sog. erhöhte abstrakte Gefährdung; BGE 131 IV 137 E. 3.2.3). Die bloss 
abstrakte Gefährdung reicht hingegen nicht aus. Eine erhöhte abstrakte Gefährdung setzt dabei 
die nahe liegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 16. Mai 2006 [6A.19/2006] E. 2). Das wesentliche Kriterium, damit 
eine erhöhte abstrakte Gefährdung angenommen werden kann, ist mit anderen Worten die Nä-
he der Verwirklichung der Gefahr (vgl. BGE 118 IV 288 E. 3a). 
 
5.5.1 Die Beschwerdeführerin rügt, sie sei im Rahmen des Strafverfahrens vom Strafrichter 
des Bezirksamts B.____ nicht einvernommen worden, weshalb das Kantonsgericht nicht an die 
rechtliche Qualifikation (Würdigung) der Verkehrsregelverletzung, wie diese der Strafbefehls-
richter vorgenommen habe, gebunden sei. Das Urteil des Bezirksamts B.____ wurde damit be-
gründet, dass bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 100 km/h ein Mindestabstand 
von 10 Metern eingehalten werden müsse, was einem Sicherheitsabstand von 0,36 Sekunden 
entspreche. Gemäss Praxis des BGer werde ein Abstand von mindestens zwei Sekunden emp-
fohlen. Indem die Beschwerdeführerin diesen Mindestabstand mit einem Personenwagen der 
Kategorie B am 23. Juli 2010 auf der Autobahn A1 bei C.____, Fahrtrichtung D.____, unter-
schritten habe und damit eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder 
zumindest in Kauf genommen habe, sei der Tatbestand der groben Verletzung der Verkehrsre-
geln gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG erfüllt. 
 
5.5.2 Der Fahrzeugführer hat beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu 
wahren, sodass er auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs recht-
zeitig halten kann (Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m Art. 12 Abs. 1 VRV). Die Verantwortung für das 
Einhalten des nötigen Abstands trägt somit grundsätzlich der Lenker des hinteren Fahrzeugs 
(BGE 81 IV 47 E. 3a). Als ausreichend gilt ein Abstand, wenn der Lenker auch bei überra-
schendem, nur verkehrsbedingtem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs noch rechtzeitig 
anhalten kann (vgl. Hans Giger, SVG Kommentar, 7. Auflage, Zürich 2008, Art. 34 N. 23).  
 
5.5.3 Die Rechtsprechung hat keine allgemeinen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei wel-
chem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen Verhältnissen, eine einfache Verkehrsre-
gelverletzung gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG oder eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne 

 
 
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von Art. 90 Ziff. 2 SVG anzunehmen ist. In der Lehre wird vorgeschlagen, einen Abstand von 
0,6 Sekunden oder weniger als grobe Verkehrsregelverletzung zu qualifizieren. In seiner Recht-
sprechung hat das Bundesgericht diese Lehrmeinung nicht bestätigt, jedoch festgehalten, dass 
nicht erst bei einem Abstand von 0,3 Sekunden oder weniger eine grobe Verkehrsregelverlet-
zung vorliege (BGE 131 IV 133 E. 3.1 ff.). In einem Fall wurde ein Automobilist, welcher bei 
einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 110 km/h zum vor ihm fahrenden Fahrzeug einen 
Abstand von ca. zehn Metern bzw. 0,33 Sekunden einhielt, wegen grober Verletzung der Ver-
kehrsregeln verurteilt (BGE 131 IV 133 E. 3.2.3. f.). Gleich wurde in einem anderen Fall das 
Einhalten des Abstand von zehn Metern bzw. 0,36 Sekunden bei einer Geschwindigkeit 100 
km/h beurteilt (Urteil des BGer vom 12. Februar 2010, 1C_356/2009, E. 2.2.1). Eine grobe Ver-
kehrsregelverletzung wurde auch bereits bei einem Abstand von 15 Metern bzw. 0.6 Sekunden 
bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 100 km/h angenommen (vgl. Urteil des BGer 
vom 16. November 2010 [6B_700/2010] E. 1.6.3). Als Richtschnur für die Abgrenzung zwischen 
einfacher und schwerer Verkehrsregelverletzung wird vom Bundesgericht zudem die Regel 
"1/6-Tacho" (Abstand in Meter beträgt 1/6 der Geschwindigkeit in km/h) verwendet 
(BGE 131 IV 131 E. 3.1). Das Bundesgericht führte zu diesen geringen Abständen aus, dass 
diese bei einer Geschwindigkeit von über 100 km/h eine erhöhte abstrakte Gefahr begründen 
würden (BGE 131 IV 133 E. 3.2.3). Sodann wäre bei einem solchen Abstand bei einem ver-
kehrsbedingten brüsken Abbremsen des voranfahrenden Fahrzeuges ein Auffahrunfall nur 
schwer bzw. durch glückliche Umstände zu vermeiden und zwar unabhängig von der Qualität 
der Sicherheitsmechanismen des Fahrzeugs des Beschwerdeführers. Für die Beurteilung der 
Grösse der Gefährdung Dritter sei jedoch den konkreten Umständen des Einzelfalles Rechnung 
zu tragen (Urteil des BGer vom 12. Februar 2010 [1C_356/2009] E. 2.2.1). 
 
5.5.4 Das Bundesgericht hat festgehalten, dass sich Fotos, auf welchen die Leitlinien der 
Autobahn sichtbar sind, zur Beweiswürdigung des Abstandes zwischen zwei Fahrzeugen eig-
nen. Die Länge einer Leitlinie beträgt dabei 6 Meter und der Abstand zwischen den Leitlinien 
9 Meter (Urteil des BGer vom 16. November 2010, 6B_700/2010, E.1.5.2). Vorliegend sind in 
den Akten zwei Fotos (Standbilder der Videoaufzeichnung durch die Kantonspolizei Aargau) 
vorhanden. Auf dem ersten Foto (Zeit: 10:04:43) ist erkennbar, dass sich die Hinterräder des 
von der Beschwerdeführerin gefahrenen Audi S4 Limousine auf der Höhe befinden, wo die ers-
te Leitlinie beginnt. Die Hinterräder des Vorderfahrzeugs befinden sich etwa in der Mitte der 
zweiten Leitlinie. Der Abstand zwischen den Hinterrädern der beiden Fahrzeugen beträgt eine 
halbe Leitlinie (3 Meter) plus den Abstand zwischen zwei Leitlinien (9 Meter), d.h. insgesamt 
12 Meter. Die Länge einer Audi S4 Limousine beträgt gemäss Angaben des Herstellers total 
ca. 4,7 Meter und die Distanz von der Hinterachse zur Front ca. 2,8 Meter. Der Abstand der 
Front des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin zur Hinterachse des Vorderwagens beträgt folg-
lich 9,2 Meter. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin wird die Distanz zwischen der Hinterachse 
und dem Heck des Vorderwagens, aufgrund dessen unbekannter Länge, nicht in Abzug ge-
bracht.  
 
Auf dem zweiten Bild (Zeit 10:05:29) befinden sich die Hinterräder der beiden Fahrzeuge unge-
fähr in der Mitte zwischen zwei Leitlinien, womit die Distanz zwei halbe Abständen zwischen 
zwei Leitlinien (9 Meter) und eine ganze Leitlinie (6 Meter) beträgt. Wird wiederum die Länge 

 
 
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des Audi S4 von der Hinterachse zur Front in Abzug gebracht und gleichzeitig die Länge des 
Hecks des Vorwagens vernachlässigt, so beträgt der massgebende Abstand auf dem zweiten 
Bild ungefähr 12,2 Meter. 
 
5.5.5 Die Beschwerdeführerin war gemäss dem Polizeirapport vom 27. Juli 2007 über eine 
Distanz von ca. einem Kilometer mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 km/h mit einem ge-
schätzten Abstand von lediglich 6 bis 10 Metern unterwegs gewesen. In Bezug auf die hiervor 
berechneten Abstände von 9,2 Meter bzw. 12,2 Meter und unter Annahme einer durchschnittli-
chen Geschwindigkeit von 100 km/h (27,78 m/s) ergeben sich zeitliche Abstände von 0.33 Se-
kunden (9,2m / 27,78m/s) bzw. 0.44 Sekunden (12,2m / 27,78m/s). Das Bundesgericht hat in 
Fällen, in welchen der Abstand in der vorgenannten Grössenordnung vorlag, grundsätzlich eine 
abstrakte Gefährdung anderer Verkehrteilnehmer bejaht. Zumal unter Berücksichtigung der 
Regel "1/6-Tacho" (vgl. hiervor E. 5.6.3) der Abstand zwischen zwei Fahrzeugen bei einer Ge-
schwindigkeit von 100 km/h zumindest 16.67 Meter betragen müsste, was vorliegend beide 
Male klar nicht der Fall war. Ferner müssen zusätzlich die konkreten Umstände des Einzelfalles 
beachtet werden. Gemäss dem hiervor genannte Polizeirapport sei die Verkehrsregelverletzung 
bei Tageslicht auf gerader Strecke mit Steigung geschehen, der Asphalt sei trocken und die 
Sichtverhältnisse gut gewesen. Sodann habe – wie auch die Beschwerdeführerin vorbringt – 
reger Fahrzeugverkehr stattgefunden. Dieser Umstand sei, so rügte die Beschwerdeführerin, zu 
ihren Gunsten zu werten. Das Bundesgericht wertet ein starkes Verkehrsaufkommen jedoch 
dahingehend, dass dies die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer erhöht (vgl. Urteil des 
BGer vom 12. Februar 2010, 1C_356/2009, E. 2.2.1). Folglich hat der geringe Abstand, den die 
Beschwerdeführerin zum Vorderfahrzeug einhielt, in Zusammenhang mit der erhöhten Gefähr-
dung aufgrund des regen Verkehrsaufkommens zur Folge, dass von einer erhöhten abstrakten 
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auszugehen ist. 
 
5.6.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum wörtlich mit der Formulierung 
von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG übereinstimmenden Art. 90 Ziff. 2 SVG begeht eine grobe Verlet-
zung der Verkehrsregeln, wer sich rücksichtslos oder sonst wie schwerwiegend regelwidrig ver-
halten hat. Ein schweres Verschulden liegt immer vor, wenn sich der Täter der Gefährlichkeit 
seiner Fahrweise bewusst ist. Bei fahrlässigem Handeln muss zumindest grobe Fahrlässigkeit 
gegeben sein (BGE 131 IV 133 E. 3.2). Diese Rechtsprechung ist auch bei der Anwendung von 
Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG zu beachten, zumal der Gesetzgeber diese Bestimmung bei der Revi-
sion des SVG bewusst an den Wortlaut von Art. 90 Ziff. 2 SVG angepasst hat (BGE 132 II 234 
E. 3.2).  
 
5.6.2 Vorliegend hielt die Beschwerdeführerin keinen genügenden Abstand zum Vorderwa-
gen ein. Da sie dies nicht bloss einmal, sondern dauernd auf einer Distanz von ca. einem Kilo-
meter tat, ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin der besonderen Gefährlich-
keit ihrer verkehrswidrigen Fahrweise bewusst war. Dies gilt umso mehr, als sie das Nichtein-
halten des genügenden Abstandes nie bestritt und mit dem Umstand begründete, sie habe un-
ter Zeitdruck gestanden. Aber selbst wenn sie die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer 
nicht in Betracht zog, liess sie zumindest die geforderte Sorgfalt vermissen und handelte grob-
fahrlässig. 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
5.7 Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im Sinne von 
Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln beging und damit eine 
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorrief oder zumindest in Kauf nahm, weshalb 
ihr der Führerausweis gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG für mindestens drei Monate zu entzie-
hen ist. Indem die Kantonspolizei Basel-Landschaft, Abteilung Administrativmassnahmen, den 
Entzug des Ausweises der Beschwerdeführerin für die Mindestdauer von drei Monaten verfüg-
te, ist an der Verhältnismässigkeit der Massnahme nichts zu beanstanden. Folglich ist die Be-
schwerde vollumfänglich abzuweisen und die Beschwerdeführerin anzuweisen, ihren Führer-
ausweis bis spätestens am 18. April 2012 der Polizei Basel-Landschaft, Hauptabteilung Ver-
kehrssicherheit, Brühlstrasse 43, 4415 Lausen, mit eingeschriebenem Brief zuzustellen.  
 
6. Es bleibt über die Kosten zu befinden.  
 
6.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der 
Regel in angemessenem Ausmass ganz oder teilweise der unterliegenden Partei auferlegt 
(§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend werden infolge vollumfänglicher Abweisung der Beschwerde die 
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kos-
tenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 
 
6.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen 
(§ 21 Abs. 4 VPO). Vorliegend hat der Regierungsrat vollumfänglich obsiegt, weshalb die Par-
teikosten wettgeschlagen werden. 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Beschwerdeführerin wird angewiesen, ihren Führerausweis bis 

spätestens am 18. April 2012 der Polizei Basel-Landschaft, Hauptabtei-
lung Verkehrssicherheit, Brühlstrasse 43, 4415 Lausen, mit einge-
schriebenem Brief zuzustellen. 

   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 
Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird 
der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

   
 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V.