# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5a1ad0a-9621-5712-a9f2-ba9a78be4236
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.05.2021 UV 2020/18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-18_2021-05-10.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/18

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.01.2022

Entscheiddatum: 10.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2021
Art. 6 UVG; Art. 4 ATSG: Zusammenfassend ist ein Unfallereignis mit der 
Folge der behaupteten Verletzungen nicht rechtsgenügend erstellt. Die 
Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu tragen. Da kein 
plausibles, initiales unfallähnliches Ereignis vorliegt, auf welches die 
Wadenzerrung zurückgeführt werden kann, mithin mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, die Wadenschmerzen seien vorwiegend 
auf Erkrankung zurückzuführen, besteht auch keine Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin aufgrund einer unfallähnlichen Körperschädigung. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2021, UV 2020/18).

Entscheid vom 10. Mai 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2020/18

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion Bern, 

Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) liess der Schweizerischen Mobiliar 

Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) mit Schadenmeldung vom 6. 

März 2019 ein Ereignis vom 30. Mai 2018 melden, wonach er am Arbeitsplatz auf dem 

Boden ausgerutscht sei und sich dabei am linken Bein Prellungen und Verletzungen 

zugezogen habe. Er sei infolge des Unfalls zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und habe 

die Arbeit ab dem 14. September 2018 wieder voll aufgenommen (UV-act. 

Unfallmeldung [nachfolgend: U]). Im Zeitpunkt des gemeldeten Ereignisses war der 

Versicherte als […] beim Einzelunternehmen B.___ bzw. bei C.___ angestellt und 

dadurch bei der Mobiliar obligatorisch unfallversichert gewesen (UV-act. 

Korrespondenz [nachfolgend: K]-70 und 164; UV-act. Anträge & Policen [nachfolgend: 

AP]-6; UV-act. U).

A.a. 

In einem Arztzeugnis UVG vom 20. März 2019 berichtete Dr. med. D.___, Facharzt 

für Allgemeine Innere Medizin, E.___ AG, über die Erstbehandlung vom 15. Juni 2018. 

Der Versicherte habe Schmerzen an der linken Wade beklagt. Als Befund sei eine 

Druckdolenz über dem Musculus soleus links erhoben und als vorläufige Diagnose eine 

Muskelzerrung Wade links gestellt worden. Als Therapie sei die Einnahme von 

Mephadolor sowie die Anwendung des Traumalix-Gels verschrieben worden. Er habe 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 13. September 2018 attestiert (UV-

act. Medizinische Akten [nachfolgend: M]-1; zur undatierten, als "ärztlicher Erstbericht" 

A.b. 

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bezeichneten Stellungnahme von Dr. D.___, in der neben einer Kontusion US rechts 

[DD: Myogelose] auch ein lumboradikuläres Syndrom links diagnostiziert und eine 

Physiotherapie vorgeschlagen worden war, vgl. UV-act. M-3; zu den Eintragungen auf 

dem Unfallschein, wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zwischen dem 16. und 24. 

Juni und zwischen dem 10. Juli und 13. September 2018 bestanden habe, vgl. UV-

act. M-AZ1). Am .___ August 2018 hatte auf Zuweisung von Dr. D.___ in der Klinik für 

Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) eine MRT-

Untersuchung der Wirbelsäule mit der Fragestellung nach einer Diskushernie L4/L5 

links stattgefunden (UV-act. M-2). In der Beurteilung des entsprechenden 

Untersuchungsberichts waren minimale degenerative Veränderungen der LWS mit 

kleinvolumigen breitbasigen Diskushernien Höhe LWK4/5 und geringer LWK5/SWK1 

sowie LWK3/4 mit möglicher Kompression der L4-Wurzel foraminal beidseits 

linksbetont, fraglicher Kompression der L5-Wurzel rechtsbetont beidseits und geringer 

Einengung des Neuroforamens ohne eindeutige Kompression der L3-Wurzel rechts 

festgehalten worden (UV-act. M-2.1).

Die Mobiliar legte den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. med. F.___, Facharzt 

für Orthopädie und Chirurgie, vor, der in einer Beurteilung vom 14. Mai 2019 als 

Diagnosen eine Lumbalgie bei degenerativen Veränderungen der LWS sowie unklare 

Wadenschmerzen links bei Verdacht auf Muskelzerrung nannte und die 

gesundheitlichen Störungen nicht als überwiegend wahrscheinlich, sondern nur 

möglicherweise auf das Ereignis vom 30. Mai 2018 zurückführte. Dies begründete er 

damit, dass kein geeignetes Unfallereignis, keine klinischen Befunde und eine 

inkonsistente Anamneseerhebung vorlägen. Auch sei die Verdachtsdiagnose einer 

Muskelzerrung der Wade links nicht nachvollziehbar. Schliesslich hielt er fest, dass die 

Arbeitsunfähigkeit nicht objektiviert werden könne und unklar sei, welche Behandlung 

für welchen Gesundheitsschaden durchgeführt werde (UV-act. M-4). In einer weiteren 

Beurteilung vom 29. Mai 2019 hielt Dr. F.___ fest, dass die Zerrung der Wade 

überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 30. Mai 2018 zurückzuführen sei, die 

Veränderungen der LWS hingegen sicher nicht unfallkausal seien. Die Muskelzerrung 

sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zwei Wochen nach dem Ereignis vom 30. 

Mai 2018 wieder ausgeheilt gewesen, mithin sei vom Erreichen des Status quo sine 

zwei Wochen nach dem Unfallereignis auszugehen (UV-act. M-5).

A.c. 

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B.  

Mit Schreiben vom 31. Mai 2019 teilte die Mobiliar dem Versicherten unter Verweis 

auf die Beurteilungen ihres beratenden Arztes mit, dass die ab dem 16. Juni 2018 von 

Dr. D.___ attestierte Arbeitsunfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in keinem 

kausalen Zusammenhang zum Ereignis vom 30. Mai 2018 stehe. Es sei anzunehmen, 

dass eine Muskelzerrung zwei Wochen nach dem Ereignis ausgeheilt sei. Ab dem 13. 

Juni 2018 werde ein Anspruch auf Versicherungsleistungen abgelehnt (UV-act. K-19 f.).

A.d. 

Mit Schreiben vom 3. September 2019 ersuchte Rechtsanwalt lic. iur. A. Fiechter, 

Widnau, die Mobiliar im Namen des Versicherten um Ausrichtung der Unfalltaggelder 

für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 16. Juni bis 13. September 2018 

(UV-act. K-16 f.).

A.e. 

Mit Verfügung vom 11. September 2019 verneinte die Mobiliar eine Leistungsplicht 

ab dem 14. Juni 2018 (UV-act. K-22 f.).

A.f. 

Gegen diese Verfügung erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt Fiechter 

vertretene Versicherte am 14. Oktober 2019 Einsprache. Er beantragte im Wesentlichen 

die Aufhebung der Verfügung vom 11. September 2019 und die Zusprache von 

Unfalltaggeldern zumindest für die Zeiträume vom 16. bis 24. Juni 2018 und vom 10. 

Juli bis 13. September 2018. In formeller Hinsicht beantragte er Akteneinsicht sowie die 

Gewährung einer Nachfrist für eine zusätzliche Begründung der Einsprache (UV-

act. K-26 ff.).

B.a. 

Mit einer E-Mail vom 20. Dezember 2019 beantragte die Mobiliar bei der G.___ AG 

(nachfolgend: G.___) bei welcher der Versicherte vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 

2018 krankenversichert gewesen war, die Zustellung eines Leistungsauszugs seit 

Januar 2016. Einen solchen stellte die G.___ der Mobiliar am 27. Dezember 2019 zu 

und bestätigte, dass keine Verordnungen für Physiotherapie vorhanden seien (UV-

act. K-30 f.; vgl. ferner UV-act. K-93 ff.).

B.b. 

Mit Schreiben vom 7. Januar 2020 gewährte die Mobiliar dem Versicherten 

Einsicht in die Akten und setzte ihm eine Nachfrist für eine ergänzende Begründung der 

Einsprache bis zum 28. Januar 2020 an. Weiter gab sie ihm Gelegenheit zum Rückzug 

B.c. 

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C.  

der Einsprache und drohte ihm für den Fall des Festhaltens an der Einsprache eine 

reformatio in peius an. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass im 

Rahmen eines Einspracheverfahrens die Glaubwürdigkeit des am 6. März 2019 

gemeldeten Ereignisses vom 30. Mai 2018 einer nochmaligen Würdigung unterzogen 

und die Verfügung vom 11. September 2019 lite pendente in Wiedererwägung gezogen 

werden könnte. Schliesslich ersuchte die Mobiliar den Versicherten für den Fall, dass er 

an der Einsprache festhalten sollte, um die Angabe des Grundes für die verspätete 

Unfallmeldung (UV-act. K-36 f.).

In einer ergänzenden Einsprachebegründung vom 27. Januar 2020 hielt der 

Versicherte an den in der Einsprache vom 14. Oktober 2019 gestellten Anträgen fest. 

Neu machte er geltend, er habe am 30. Mai 2018 ein 25 kg schweres Fleischpaket aus 

der Tiefkühltruhe seines Arbeitgebers genommen, wobei er gestrauchelt und gefallen 

sei. Dabei habe er sich sowohl an der Wade als auch am Rücken verletzt. Unverzüglich 

habe er sich in die Praxis von Dr. D.___ in Behandlung begeben. Dr. D.___ sei aber zum 

Unfallzeitpunkt in den Ferien und durch einen deutschen Arzt vertreten gewesen. Aus 

unerklärlichen Gründen sei der unmittelbar nach dem Unfall erfolgte Arztbesuch nicht 

protokolliert worden. Auf einem Arztzeugnis UVG vom 20. März 2019 habe Dr. D.___ 

zwei weitere Ärzte aufgeführt, wobei es sich wahrscheinlich um die deutsche 

Ferienvertretung um den 30. Mai 2018 herum handle. Weiter bemängelte der 

Versicherte, dass die Mobiliar den ihr gemeldeten Unfall, für welchen sie auch einen 

Unfallschein ausgestellt habe, über die Krankentaggeldversicherung statt die 

Unfallversicherung abgerechnet und somit eine zu lange Wartefrist bis zur Auszahlung 

der ersten Taggelder berücksichtigt habe (UV-act. K-63 ff.).

B.d. 

Mit Einspracheentscheid vom 4. Februar 2020 wies die Mobiliar die Einsprache 

des Versicherten vom 14. Oktober 2019 ab (UV-act. K-104 ff.).

B.e. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 6. März 2020 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: "1. 

Der Einspracheentscheid vom 04.02.2020 sowie die Verfügung vom 11.09.2019 seien 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei[en] […] Unfalltaggelder für die Periode 

mindestens vom 16.06.2018 bis 13.09.2018 aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Einleitend ist festzuhalten, dass sich die Anfrage von Rechtsanwalt Fiechter vom 10. 

Dezember 2020 eindeutig auf die Gewährung von Akteneinsicht beschränkt hat (act. G 

7). Auch die beigelegte Vollmacht ist auf das Recht auf Akteneinsicht beschränkt 

gewesen (act. G 7.1). Folglich ist in diesem Verfahren kein Vertretungsverhältnis 

anzunehmen. Daran ändert auch die im Schreiben vom 14. Dezember 2020 enthaltene 

fehlerhafte Feststellung, wonach das Versicherungsgericht Kenntnis davon genommen 

habe, dass Rechtsanwalt Fiechter mit der Interessenwahrung des Beschwerdeführers 

beauftragt worden sei (act. G 8), nichts.

100% auszurichten. Auch weitere geschuldete Leistungen gemäss UVG 

(Heilungskosten usw.) seien zu leisten. 2. Für eine Zusatzbegründung aufgrund des 

anstehenden Arzttermines bei Dr. med. D.___ sei eine Nachfrist von mindestens 20 

Tagen zu gewähren. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin" (act. G 1).

Mit Schreiben vom 18. März 2020 setzte das Versicherungsgericht dem 

Beschwerdeführer für die Ergänzung seiner Beschwerde eine Nachfrist bis zum 22. 

April 2020 an, die er jedoch ungenutzt verstreichen liess (vgl. act. G 2 f.).

C.b. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2020 beantragte die Mobiliar 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 

Eventualiter seien allfällige Nachleistungen weitgehend Dritten auszurichten (act. G 4).

C.c. 

Die seitens des Versicherungsgerichts am 25. Juni 2020 eröffnete Frist zur Ein­

reichung einer Replik (act. G 5) liess der Beschwerdeführer ungenutzt verstreichen (vgl. 

act. G 6).

C.d. 

Mit Schreiben vom 10. Dezember 2020 ersuchte Rechtsanwalt Fiechter unter 

Beilage einer entsprechenden Vollmacht das Versicherungsgericht um Akteneinsicht 

(act. G 7), welche ihm in der Folge gewährt wurde (act. G 8).

C.e. 

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2.  

3.  

Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstands im vorliegenden Verfahren ist zu 

beachten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich 

lediglich Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die 

zuständige Verwaltungsbehörde oder Versicherung vorgängig verbindlich - in Form 

einer Verfügung bzw. eines Einspracheentscheids - Stellung genommen hat. Insoweit 

bestimmt vorliegend der Einspracheentscheid vom 4. Februar 2020 den 

beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand (UV-act. K-104 ff.). 

Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer 

Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 

V 164 f. E. 2.1).

2.1. 

Im Einspracheentscheid vom 4. Februar 2020 hat die Beschwerdegegnerin die 

diesem zu Grunde liegende Verfügung vom 11. September 2019 (UV-act. K 22 f.) 

bestätigt (UV-act. K-104 ff.). In dieser hatte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch 

auf Versicherungsleistungen ab dem 14. Juni 2018 abgelehnt, da allfällige über dieses 

Datum hinausgehende Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in 

einem kausalen Zusammenhang zum Ereignis vom 30. Mai 2018 stünden (UV-act. 

K-22). Folglich können Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ebenfalls 

nur Ansprüche ab dem 14. Juni 2018 sein. Soweit der Beschwerdeführer mit seinem 

Antrag "Auch weitere geschuldete Leistungen gemäss UVG (Heilungskosten usw.) 

seien zu leisten" (vgl. act. G 1 S. 2) auch Leistungen zwischen dem 30. Mai und 13. 

Juni 2018 beantragt haben sollte, kann darauf nach dem Gesagten nicht eingetreten 

werden.

2.2. 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht ab dem 14. Juni 2018 für das ihr gemeldete 

Ereignis vom 30. Mai 2018 zu Recht abgelehnt hat.

2.3. 

Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin neben der 

Verneinung der Unfallkausalität der über den 13. Juni 2018 hinaus beklagten 

Beschwerden auch Zweifel am ihr gemeldeten Unfallereignis aufgeworfen (vgl. UV-

act. K-104 ff.). Zunächst zu prüfen ist demnach, ob ein Unfallereignis im Rechtssinn, 

welches zu einer Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin führen kann (vgl. Art. 6 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]), rechtsgenügend 

ausgewiesen ist.

3.1. 

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4.  

Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die leistungsansprechende Person muss die 

einzelnen Umstände des Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung 

genügt es nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein 

Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen 

wahre, genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht 

werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die 

Umstände des Ereignisses ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise 

abzuklären. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen 

Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Zu diesem Zweck hat es den 

Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann aber die Mitwirkung der Parteien 

beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 

29 mit Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 Rz. 2 ff. und Rz. 20 mit Hinweisen). Das 

Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu BGE 115 V 142 f. E. 

8b; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 Rz. 58 f.). Der im Sozialversicherungsprozess 

herrschende Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweis­

führungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die 

Parteien die Beweislast grundsätzlich nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 4; je mit Hinweisen).

3.2. 

Am 6. März 2019 hat der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin ein Unfall­

ereignis vom 30. Mai 2018 gemeldet (UV-act. U). Die Meldung ist demnach mit fast 

einem Jahr Verspätung erfolgt. Der Beschwerdeführer macht zwar implizit geltend, er 

habe der Beschwerdegegnerin das Ereignis schon früher gemeldet (vgl. act. G 1), ohne 

jedoch ein konkretes Meldedatum zu nennen oder eine entsprechende Unfallmeldung 

einzureichen. Auch legt er nicht dar, weshalb ein gutes Dreivierteljahr später nochmals 

eine Unfallmeldung notwendig gewesen sein soll und warum er darin keinen Bezug auf 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

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die angeblich bereits getätigte Meldung genommen hat. Sollte der Beschwerdeführer 

tatsächlich bereits vor dem 6. März 2019 eine Unfallmeldung erstattet haben, wäre 

auch unverständlich, weshalb er sich nicht gegen die Leistungsabrechnungen der 

Heilbehandlungen über die Krankenversicherung gewehrt hat (vgl. UV-act. K-30 ff.). Die 

vom Beschwerdeführer behauptete frühere Unfallmeldung ist somit nicht bewiesen.

Weiter deutet auch die Einschätzung von Dr. F.___ vom 29. Mai 2019, wonach eine 

Wadenzerrung bereits innert zwei Wochen abgeheilt gewesen wäre (UV-act. M-5), 

darauf hin, dass die bei Dr. D.___ erfolgte Konsultation vom 15. Juni 2018 nicht wegen 

eines Ereignisses vom 30. Mai 2018 stattgefunden hat (vgl. UV-act. M-1, M-3 und 

M-3.1). Vielmehr kann es auch ohne ein Unfallereignis zum Auftreten von 

Wadenschmerzen oder auch zu lumbalen Beschwerden gekommen sein. Dafür spricht 

auch, dass Dr. D.___ in seinem Arztzeugnis UVG vom 20. März 2019 zwar das Feld 

"Unfall" angekreuzt, aber überhaupt kein Unfallgeschehen erwähnt hat (UV-act. M-1) 

und in seinem undatierten Bericht zwar eine Kontusion, aber kein eigentliches 

Unfallereignis genannt hat. Überdies hat er im undatierten Bericht als 

Differentialdiagnose zur Kontusion eine Myogelose angegeben, was ebenfalls nicht auf 

ein namhaftes Trauma hindeutet (vgl. UV-act. M-3 und M-3.1). Zudem hat Dr. D.___ 

seine Behandlungen nicht über die Beschwerdegegnerin, sondern die 

Krankenversicherung abgerechnet (vgl. UV-act. K-31 i.V.m. K-34; UV-act, K-101 ff.). 

Weiter sind der Beschwerdegegnerin, soweit ersichtlich, bis zur Unfallmeldung auch 

keine Rechnungen von anderen Ärzten eingereicht worden (vgl. dazu auch UV-

act. K-30). Schliesslich sind ganz generell keine Behandlungen in zeitlicher Nähe zum 

Unfallereignis echtzeitlich dokumentiert, was zusätzliche Zweifel am behaupteten 

Unfallereignis aufkommen lässt. Auch sichtbare Verletzungsfolgen, wie etwa ein 

Hämatom, sind nicht dokumentiert.

4.2. 

Im Übrigen sind auch die Angaben des Beschwerdeführers zu den im Rahmen des 

behaupteten Unfallereignisses erlittenen Verletzungen widersprüchlich. In der 

Schadenmeldung UVG hat der Beschwerdeführer ausgeführt, er sei ausgerutscht und 

habe sich am linken Bein Prellungen und Verletzungen zugezogen (UV-act. U). Diese 

Angabe passt zwar zu den Ausführungen von Dr. D.___ im Arztzeugnis vom 20. März 

2019, wonach der Beschwerdeführer anlässlich der Erstkonsultation vom 15. Juni 2018 

über Schmerzen an der linken Wade berichtet habe und eine Druckdolenz über dem 

Musculus soleus links erhoben worden sei (UV-act. M-1). Später hat der 

Beschwerdeführer neu vorgebracht, er habe ein schweres Fleischpaket aus der 

Tiefkühltruhe seines Arbeitgebers geholt, wobei er ins Straucheln gekommen und 

gefallen sei. Dabei habe er sich am Rücken und an der Waden verletzt (UV-act. K-67). 

4.3. 

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5.

Auch wenn kein Unfallereignis im Rechtssinn vorliegt, erbringt die Unfallversicherung 

gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG bei bestimmten Verletzungen ihre Leistungen, sofern sie 

nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Die behauptete 

Wadenzerrung könnte zwar möglicherweise als unfallähnliche Körperverletzung nach 

Art. 6 Abs. 2 lit. e UVG verstanden werden. Allerdings liegt, wie oben ausgeführt, kein 

plausibles, initiales unfallähnliches Ereignis vor, auf welches die Wadenzerrung zurück­

geführt werden kann, mithin ist aufgrund des Gesagten (vgl. E. 4) mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit anzunehmen, die Wadenschmerzen seien vorwiegend auf 

Erkrankung zurückzuführen, ist doch deren Behandlung auch über die 

Krankenversicherung abgerechnet worden.

Bei sich widersprechenden Aussagen der versicherten Person über den Unfallhergang 

kann praxisgemäss auf die Beweismaxime hingewiesen werden, wonach die 

sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und 

zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst 

sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, 

kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres 

Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 

121 V 47 E. 2a mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.). Dies gilt vorliegend 

umso mehr, als dass im Arztzeugnis vom 30. März 2019 über die Erstbehandlung vom 

15. Juni 2018 nichts von einer Rückenverletzung dokumentiert ist (UV-act. M-1). Im 

weiteren als ärztlichen Erstbericht bezeichneten, undatierten Arztbericht hält Dr. D.___ 

als Diagnose zwar ein lumboradikuläres Syndrom fest, beschreibt jedoch als vom 

Beschwerdeführer angegebene Leiden wiederum nur die Wadenschmerzen (UV-

act. M-3). Folglich ist, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (act. G 4), 

jedenfalls nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer sich anlässlich des behaupteten 

Ereignisses am Rücken verletzt hat. Als potentielle Unfallfolge, für welche die 

Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht treffen könnte, kämen demnach ohnehin nur 

die Wadenschmerzen in Betracht. Wie oben dargelegt, ist es jedoch nicht ausreichend 

plausibel, dass ein Unfallereignis oder ein unfallähnliches Ereignis für die anlässlich der 

Konsultation vom 15. Juni 2018 erstmals behandelten Wadenbeschwerden 

verantwortlich gewesen ist.

Zusammenfassend ist ein Unfallereignis vom 30. Mai 2018 mit der Folge der 

behaupteten Verletzungen nicht rechtsgenügend erstellt. Die Folgen der 

Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu tragen (vgl. E. 2.2).

4.4. 

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6.  

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu beanstanden 

und die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorne E. 2.2). 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren 

Fassung). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:50:48+0200
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