# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c5cdbea-52fe-559c-8788-404ad116db62
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2019 E-6534/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6534-2018_2019-08-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6534/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richterin Sylvie Cossy, Richterin Constance Leisinger;    

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

amtlich verbeiständet durch lic. iur. Monika Böckle,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. November 2018. 

 

 

 

E-6534/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer – ein ethnischer Tadschike mit letztem Wohn-

sitz in Mazar-i-Sharif – verliess den Heimatstaat eigenen Angaben zufolge 

ein erstes Mal Mitte November 2015 und gelangte auf dem Luftweg nach 

B._______ im Iran, wobei er unmittelbar darauf wieder nach Herat (Afgha-

nistan) deportiert worden sei. Nach nur zwei Tagen im Heimatstaat sei er 

erneut, nunmehr illegal, über Pakistan in den Iran ausgereist. Über die  

Türkei und verschiedene europäische Staaten, zuletzt von Österreich her-

kommend, sei er am 30. Dezember 2015 in die Schweiz gelangt.  

A.b Am 4. Januar 2016 stellte er in der Schweiz ein Asylgesuch. Dazu fand 

am 19. Januar 2016 im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ die 

Befragung zur Person (BzP) statt. Die einlässliche Anhörung zu seinen 

Asylgründen erfolgte am 7. September 2016. 

A.c Der Beschwerdeführer machte zur Begründung des Asylgesuchs im 

Wesentlichen geltend, er stamme aus dem Dorf D._______ in der Provinz 

Faryab. Später sei er nach E._______ (Provinz Jawzjan) umgezogen. Dort 

habe er die Schule abgeschlossen, anschliessend an der Universität (…) 

studiert und dieses Studium schliesslich (…) abgeschlossen. In der Folge 

habe er ein Jahr und zwei Monate lang in Kabul und Herat für eine private 

Firma gearbeitet, welche für das US-Militär Gebäude gebaut habe. An-

schliessend habe er ein Jahr und vier Monate lang an verschiedenen 

Standorten für eine andere Firma und zuletzt, ab Februar/März 2015, im 

Ministerium für (…) im Bereich (…) gearbeitet. Er habe diese Arbeit bis zur 

Ausreise ausgeführt und in den letzten zwei bis drei Jahren auch in Mazar-

i-Sharif gewohnt. Im Frühjahr respektive Sommer 2015 habe er sich ver-

lobt, allerdings habe es vor seiner Ausreise zeitlich nicht mehr zur Ehe-

schliessung gereicht. 

Etwa im (…) 2015 sei er mit zwei weiteren Personen im Auto auf der Rück-

fahrt von einem Arbeitseinsatz gewesen, als Unbekannte das Fahrzeug 

anzuhalten versucht hätten. Sie hätten die Fahrt jedoch nicht gestoppt, wo-

rauf auf das Auto geschossen worden sei. Bei der Fluchtfahrt sei es zu 

einem Unfall gekommen und er habe sich eine Hand gebrochen; seine Be-

gleiter seien ebenfalls verletzt worden. 

  

E-6534/2018 

Seite 3 

Er habe zwei Onkel, die Mitglieder von einander entgegenstehenden poli-

tischen Parteien seien: Der usbekische Onkel mütterlicherseits sei in der 

usbekischen Partei "Junbish-i-Milli Islami", ein tadschikischer Onkel väter-

licherseits sei Mitglied der "Jamiat-e-Islami". Sodann sei ein Cousin der 

Mutter (…) beim nationalen Sicherheitsamt in F._______ (Provinz Faryab) 

sowie (…) von General Dostum und habe deswegen immer wieder mit den 

Taliban, dem sogenannten Islamischen Staat (IS) und anderen Regie-

rungsgegnern Probleme gehabt. Dieser Cousin sei oft bei ihnen zu Hause 

gewesen und er sei mit diesem gesehen worden.  

Er habe vor diesem Hintergrund wiederholt telefonische Drohanrufe erhal-

ten. Die Urheber hätten gefordert, er solle nicht mehr für die Behörden ar-

beiten und sich von besagtem Cousin fernhalten; ausserdem hätten die 

Anrufer gesagt die beiden genannten Onkel seien ihnen bekannt. In einem 

Drohbrief sei er ebenfalls unter Todesandrohung aufgefordert worden, 

seine Arbeit aufzugeben. 

Allgemein sei im Heimatstaat keine Sicherheit vorhanden. Die Taliban und 

der IS seien gegen die Behörden und alle, die mit diesen zu tun hätten.  

Als Beamter habe er sich daher weder frei bewegen noch arbeiten können. 

Im November 2015 habe die Mutter ihm daher zur Ausreise geraten.  

A.d Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer insbeson-

dere seine Tazkira sowie diverse Diplome und Zeugnisse betreffend seine 

Ausbildungswege zu den Akten. 

B.  

Mit (am Folgetag eröffneter) Verfügung vom 5. November 2018 lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, verfügte seine Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an.  

C.  

C.a Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 16. Novem-

ber 2018 beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde ein. Er bean-

tragte die vollständige Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Aner-

kennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des Asyls; even-

tualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei 

die Sache zur erneuten Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

  

E-6534/2018 

Seite 4 

C.b In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege (einschliesslich Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses) und um Beiordnung einer unentgeltli-

chen Rechtsverbeiständung (vgl. aArt. 110a Abs. 1 AsylG [SR 142.31]).  

C.c Mit der Beschwerde reichte er eine Fürsorgebestätigung der zuständi-

gen Verwaltung seiner Wohngemeinde vom 14. November 2018 zu den 

Akten.  

D.  

Am 4. Dezember 2018 stellte der Instruktionsrichter fest, der Beschwerde-

führer dürfe den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz ab-

warten. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

hiess er gut, und er verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. Hinsichtlich der beantragten amtlichen Rechtsverbeiständung wurde 

der Beschwerdeführer aufgefordert, innert Frist eine Rechtsbeiständin oder 

einen Rechtsbeistand seiner Wahl zu bezeichnen.  

Mit gleicher Verfügung wurde das Beschwerdedoppel der Vorinstanz über-

wiesen und diese zum Einreichen einer Vernehmlassung eingeladen. 

E.  

Die Vorinstanz hielt in der ausführlichen Vernehmlassung vom 10. Dezem-

ber 2018 vollumfänglich an ihren Erwägungen in der Verfügung vom 5. No-

vember 2018 fest.  

F.  

F.a Am 27. Dezember 2018 gab der Instruktionsrichter dem Beschwerde-

führer unter Hinweis auf die Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2018 

letztmals Gelegenheit, eine rechtskundige Person bekanntzugeben, durch 

die er verbeiständet werden wolle.  

F.b Am 4. Januar 2019 zeigte lic. iur. Monika Böckle ihre Mandatsüber-

nahme an und reichte eine entsprechende Vollmacht zu den Akten. Gleich-

zeitig wurden zwei Fotografien (Farbkopien) als Beweismittel nachgereicht.  

F.c Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2019 hiess der Instruktions-

richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-

dung gut und setzte lic. iur. Böckle als amtliche Rechtsbeiständin des Be-

schwerdeführers ein. Mit gleicher Verfügung wurde dem Beschwerdeführer 

das Doppel der vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 10. Dezember 2018 

zur Kenntnis gebracht und ihm Gelegenheit zur Replik eingeräumt.  

E-6534/2018 

Seite 5 

F.d Der Beschwerdeführer liess am 16. Januar 2019 seine Replik zu den 

Akten reichen. Dazu wurde ein undatiertes Referenzschreiben der Freien 

Evangelischen Gemeinde G._______ ([…]) eingereicht, aus dem hervor-

gehe, dass er vom islamischen Glauben abgefallen und zum Christentum 

konvertiert sei. Mit der Replik wurde ausserdem die Honorarrechnung der 

amtlichen Rechtsbeiständin ins Recht gelegt.  

F.e Am 6. März 2019 liess der Beschwerdeführer ergänzend eine Tauf- 

bestätigung der (...) zu den Akten reichen, gemäss der er sich am  

24. Februar 2019 habe taufen lassen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 6 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führte zur Begründung der ablehnenden Verfügung im Asyl-

punkt Folgendes aus: 

4.1.1 Den Aussagen und Akten seien keine Hinweise darauf zu entneh-

men, wonach der vom Beschwerdeführer geschilderte Angriff auf das Auto 

gezielt gegen ihn gerichtet gewesen sei; seinen diesbezüglichen Vorbrin-

gen sei auch kein in Art. 3 Abs. 1 AsylG gründendes Motiv zu entnehmen.  

4.1.2 Hinsichtlich der Drohbriefe und Drohanrufe sei festzuhalten, dass 

Personen, die in bedeutenden Positionen für die afghanischen Behörden 

arbeiten würden, in ganz Afghanistan durch Angriffe von Regierungs- 

gegnern gefährdet seien. Personen in niedrigeren Positionen hingegen 

seien in Gebieten, die nicht von Regierungsgegnern kontrolliert würden, 

wenig gefährdet, ausser es lägen spezifische individuelle Gründe für die 

Annahme eine solchen Gefährdung vor. Diese Einschätzung gelte auch für 

die Stadt Mazar-i-Sharif. Die Arbeit des Beschwerdeführers als (…) für die 

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Seite 7 

Behörden und die entsprechenden Aussagen würden nicht auf eine beson-

ders exponierte Position hinweisen und auch sonst seien bei ihm keine in-

dividuellen Gefährdungsmomente ersichtlich. Es sei somit kein Grund zur 

Annahme vorhanden, der Beschwerdeführer wäre gut drei Jahre nach den 

geltend gemachten Bedrohungen seitens der Taliban noch in Gefahr. Be-

treffend die beiden Onkel sowie den Cousin der Mutter habe er keine ent-

sprechenden konkreten Drohungen geltend gemacht, mithin ergäben sich 

auch hier keine Hinweise auf eine dem Beschwerdeführer im Entscheid-

zeitpunkt drohende Gefahr.  

4.1.3 Was die fehlende Sicherheit in Afghanistan betreffe, die ihn als Be-

amten in seiner Bewegungsfreiheit und Arbeitsausübung eingeschränkt 

habe, seien diese Nachteile auf die allgemein schwierige Lage und verbrei-

tete Gewalt in Afghanistan zurückzuführen; mithin handle es sich hier nicht 

um eine asylbeachtliche Verfolgung im Sinn von Art. 3 AsylG.  

4.1.4 Die Vorbringen würden sich damit als nicht asylrelevant erweisen, 

womit sich Überlegungen zur Glaubhaftigkeit grundsätzlich erübrigen wür-

den. Es sei jedoch anzumerken, dass die Schilderungen des angeblichen 

Überfalls auf das Auto und der Drohungen in den beiden Befragungen wi-

dersprüchlich ausgefallen seien.  

4.1.5 Die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel würden seine 

grundsätzlich nicht bezweifelten Ausbildungen und Tätigkeiten betreffen 

und belegen, jedoch keine Angaben zu den geltend gemachten Problemen 

enthalten.  

4.2 Im Rechtsmittel wird ausgeführt, die vom Beschwerdeführer geschil-

derten Probleme würden sehr wohl den Anforderungen zur Asylgewährung 

genügen.  

4.2.1 So sei er mit Fahrer und Kollegen tatsächlich in eine Falle von Re-

gierungsgegnern geraten, aus der sie nur mit viel Glück entkommen seien. 

Dieser Vorfall sei unbestritten. Er habe als Motivation der Angreifer zwar 

Geld genannt, jedoch sei auch klar, dass die Offiziellen und Regierungs-

treuen sehr wohl aus religiösen und weltanschaulichen Gründen zu Ziel-

scheiben der radikalislamischen Terroristen würden. Auch wenn er die Ur-

heber jenes Angriffs nicht genau benennen könne, sei doch klar, dass die-

ser wegen seiner Tätigkeit für die Behörden respektive den westlich ge-

prägten Wiederaufbau erfolgt und er damit Ziel von Radikalen geworden 

sei. Er könne nicht wissen, ob er diesen namentlich bekannt sei.  

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Er laufe zudem Gefahr, auch in Zukunft Ziel solcher Angriffe zu werden, 

dies wegen seines Berufs, aber auch wegen der Bekanntschaft der Familie 

zum General. Als Angehöriger dieser Risikogruppen erfülle er die Voraus-

setzungen für die Asylgewährung.  

4.2.2 Was die vom SEM bezweifelten Drohanrufe und den Drohbrief be-

treffe, halte er fest, dass er dem nicht so viel Gewicht beigemessen habe. 

Zudem würden allfällige Ungereimtheiten in seinen diesbezüglichen Schil-

derungen allenfalls Nebensächlichkeiten betreffen. Im zweiten Interview 

habe er detailliert und mit vielen Realkennzeichen über die Anrufe berich-

tet. Diese zusätzlichen Bedrohungen würden zudem aufzeigen, dass er in-

dividuell in Gefahr sei.  

4.2.3 Eventuell sei ihm mindestens die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Durch seine Position als (…), der durchs ganze Land reisen müsse, habe 

er faktisch in seiner Heimat ein Berufsverbot. Eine Rückkehr nach Mazar-

i-Sharif sei ihm daher nicht zuzumuten. Die Sicherheitslage sei sehr 

schlecht, es komme zu täglichen Anschlägen und von Reisen werde abge-

raten. Auch in Beachtung seines familiären Beziehungsnetzes sei eine 

Rückkehr daher nicht zumutbar. Das SEM argumentiere mit einem Ent-

scheid des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2017, jedoch sei die 

aktuelle Situation in Afghanistan zu berücksichtigen. Allenfalls sei sein Fall 

nach dem Gesagten zur erneuten Überprüfung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen.  

5.  

Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Würdigung aller Sachverhaltsele-

mente mit der Vorinstanz zum Schluss, dass namentlich der geltend ge-

machte Überfall auf das Auto, in welchem sich der Beschwerdeführer mit 

Arbeitskollegen auf der Rückfahrt von einem Arbeitseinsatz befand, nicht 

als gezielt gegen ihn gerichtet beurteilt werden kann und die entsprechen-

den Schilderungen auch verschiedene Ungereimtheiten aufweisen: 

5.1 In der BzP führte er aus, er habe im Rahmen seiner Arbeit immer wie-

der in die verschiedenen Dörfer und Provinzen und damit auch in den Be-

reich der Taliban reisen müssen. Dies habe ständige Gefahr für sein Leben 

bedeutet. Etwa sechs Monate vor der Ausreise seien sie in eine Umzinge-

lung der Taliban geraten. Diese hätten das Auto zum Anhalten bringen wol-

len. Der Fahrer habe jedoch Gas gegeben, worauf das Feuer auf sie eröff-

net worden sei. Das Auto habe sich halb überschlagen und sei abgerutscht. 

Der Fahrer sei beim Unfall schwer, er selber an der Hand und am Bein 

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verletzt worden. Dennoch sei es ihnen gelungen, weiterzufahren und sich 

so zu retten. Der Umstand, dass er und die Kollegen in einem Regierungs-

fahrzeug unterwegs gewesen seien, habe sie gerettet, da ein solches Fahr-

zeug nie anhalten müsse. Sie seien also trotz der Aufforderung der Taliban 

zum Anhalten weitergefahren.  

Eine gut bezahlte Arbeit in Mazar-i-Sharif zu finden sei nicht einfach; alle 

staatlichen Tätigkeiten seien mit Gefahren verbunden. Abgesehen von die-

sem Vorfall habe er keine Probleme gehabt (vgl. Protokoll A5/12 S. 7 f.). 

5.2 In der Anhörung beschrieb der Beschwerdeführer einerseits die feh-

lende Sicherheit in Afghanistan und gab diese als Grund für das Verlassen 

der Heimat an (vgl. Protokoll A11/23 F/A 71 ff.). Er beschrieb in diesem 

Kontext die besondere Exponiertheit aller Leute, die für die Behörden tätig 

seien; Ingenieure, Anwälte, Wirtschaftsfachleute usw. würden Gefahr lau-

fen, unterwegs von den Taliban angehalten, eingeschüchtert oder getötet 

zu werden; am stärksten gefährdet seien Polizisten und Militärangehörige 

gewesen, während Ärzte nicht in deren Fokus gestanden seien.  

5.3 Sein Problem sei gewesen, dass er sich in seiner Arbeitstätigkeit für die 

Behörden nicht frei habe bewegen können und die Reisen im Zusammen-

hang für die Projekte in die Provinzen gefährlich gewesen seien. Er sei 

ständig Gefahr gelaufen, unterwegs aufgegriffen zu werden. Oft sei jemand 

aufgegriffen und als Geisel gehalten worden, um so von der Familie Geld 

verlangen zu können. Etwa im (…) 2015 sei er im Dienstwagen mit behörd-

licher Beschilderung mit anderen Insassen unterwegs von einem Unbe-

kannten angehalten worden, wobei der Beschwerdeführer dem Fahrer ge-

sagt habe, er solle langsamer fahren, aber nicht ganz anhalten, zumal sie 

die Weisung gehabt hätten, niemanden mitzunehmen. Er habe beim Nä-

herkommen realisiert, dass etwas nicht stimme und den Fahrer zum Durch-

fahren aufgefordert. Da sei auf ihr Auto geschossen worden. Der Fahrer 

habe Gas gegeben und sie seien dieser Situation entkommen. Wegen der 

hohen Geschwindigkeit seien sie jedoch in einer Kurve an eine Hauswand 

geprallt. Die Bewohner des Hauses hätten sie bewusstlos gefunden und 

ins Haus gebracht. Er sei an der Hand verletzt worden, eine Person auf 

dem Hintersitz habe mehrere Brüche davongetragen und der Fahrer sei an 

der Stirne verletzt worden. Er habe dann seine Familie und sein Büro tele-

fonisch vom Unfall unterrichtet. Sein Bruder habe einen Cousin informiert, 

der zur Unfallstelle gekommen sei. Auch ein Auto vom Amt sei geschickt 

worden. Dieser Vorfall hätte jedem passieren können, das sei nicht gezielt 

gegen ihn gerichtet gewesen (vgl. a.a.O. F/A 86 ff.); solchen Vorfällen seien 

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alle Personen ausgesetzt gewesen, die für die Behörden gearbeitet hätten. 

Die Behörden hätten auch nichts dagegen unternehmen können. Etwa ei-

nen Monat nach diesem Vorfall vom (…) 2015 habe er einen Drohbrief er-

halten. Er sei während seiner Arbeitstätigkeiten für die Firmen und bei der 

Behörde auch telefonisch bedroht worden, letztmals sei dies etwa im (…) 

2015 geschehen (vgl. a.a.O. F/A 74 und 92 ff.). Es habe schliesslich keinen 

anderen Weg gegeben, als das Land zu verlassen, um sich vor diesen Be-

drohungen zu schützen (vgl. a.a.O. F/A 112).  

5.4 Gestützt auf diese Schilderungen kommt das Bundesverwaltungsge-

richt zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Arbeitstä-

tigkeit wie viele andere in ähnlicher (Arbeits-)Situation in Afghanistan zu-

sätzlich zur allgemein schlechten Sicherheitssituation zwar mehr exponiert 

gewesen sein dürfte. Dabei ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer bei seinen Reisen mit Arbeitskollegen in seiner Wohn-

provinz und in benachbarte Provinzen mit einigen Unsicherheitsfaktoren 

rechnen musste, diese für die Bejahung einer konkret und individuell gegen 

ihn gerichteten Verfolgungssituation im Sinn von Art. 3 AsylG jedoch nicht 

genügen. Diese Feststellung gilt – vorerst ungeachtet der Frage der Glaub-

haftigkeit – auch für den Vorfall vom (…) 2015, als er mit weiteren Personen 

unterwegs in einem Dienstfahrzeug in eine Kontrolle mutmasslich der Tali-

ban zugehöriger Personen gekommen sei. Zu Recht hat die Vorinstanz hier 

geschlossen, es gebe keine Hinweise darauf, dass dieser Angriff gezielt 

gegen den Beschwerdeführer gerichtet gewesen wäre. Entsprechend hat 

sich auch der Beschwerdeführer selbst geäussert, indem er festhalten 

liess, der Gefahr eines solchen Ereignisses seien viele Behördenange-

stellte ausgesetzt und vorliegend sei das nicht gezielt gewesen (vgl. Pro-

tokoll A11/23 F/A 85 f.).  

5.4.1 Entgegen der im Rechtsmittel vertretenen Auffassung hat die Vor- 

instanz zudem sowohl am besagten Vorfall als auch am Erhalt der Droh-

anrufe und des Drohbriefes nachhaltige Zweifel angemeldet, welche sie 

namentlich in der Vernehmlassung vom 10. Dezember 2018 ergänzte und 

bestätigte und zu welchen sich der Beschwerdeführer in der Folge verneh-

men lassen konnte (Replik), wobei seine Entgegnungen offensichtlich nicht 

zu überzeugen vermögen.  

5.4.2 Der Beschwerdeführer hat weder die angeblich erhaltenen Droh- 

anrufe noch den im Anschluss an den geschilderten Vorfall von (…) 2015 

erhaltenen Drohbrief in der BzP erwähnt. Darauf hingewiesen erklärte er in 

der Anhörung, es sei in der BzP zu wenig Zeit dafür gewesen und zudem 

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Seite 11 

habe man ihn auch nicht gezielt danach gefragt. Dieser Erklärungsversuch 

überzeugt indessen nicht, zumal der Beschwerdeführer auch in der Erstan-

hörung genügend Gelegenheit gehabt hat, diese angeblichen telefoni-

schen und schriftlichen Drohgebärden mindestens zu erwähnen. So wurde 

er nach anderweitigen Problemen mit Behörden, Polizei, Militär, Parteien 

oder sonstigen Organisationen sowie allenfalls mit Privatpersonen gefragt 

(vgl. Protokoll A5/12 S. 8). Diese Fragen hat er ohne Vorbehalte verneint 

und auf die Frage nach weiteren Gründen gegen eine Rückkehr erklärte 

er, da er seine Arbeit verlassen habe, würde er nach einer Heimkehr kaum 

die Möglichkeit zum Arbeiten haben; er müsste herumlungern oder sich 

den Taliban oder anderen Banditen anschliessen (vgl. a.a.O. S. 8). Diese 

protokollierten Aussagen hat er nach der Rückübersetzung ohne Vorbe-

halte als zutreffend und der Wahrheit entsprechend unterschriftlich bestä-

tigt. Nachdem er die Drohanrufe und den Drohbrief in der Anhörung als 

zentral für seine Verfolgungssituation und Ausreise dargestellt hat (vgl. 

Protokoll A11/23 F/A 74, 76 und 92 ff.), deswegen sogar die private Tele-

fonnummer gewechselt und den Vorgesetzten (hinsichtlich auf der Dienst-

nummer eingegangener Drohanrufe) sowie einen Onkel informiert haben 

will, ist nicht nachvollziehbar, dass er hierüber in der BzP kein Wort verloren 

hat. In diesem Zusammenhang ist der Einwand im Rechtsmittel, er habe 

weder den Drohanrufen noch dem Drohbrief besonders viel Gewicht bei-

gemessen, als nicht plausibel zu werten. 

5.4.3 Ebenfalls unerwähnt in der BzP blieben die allfälligen Probleme im 

Zusammenhang mit politisch unterschiedlich ausgerichteten Angehörigen 

und einem Cousin, der beim nationalen Sicherheitsamt als (…) und auch 

als (…) von General Dostum gearbeitet habe. Dies erstaunt umso mehr, 

als er diese familiäre Konstellation bei der Anhörung neben dem vorge-

brachten Angriff auf das Auto ebenfalls als ursächlich für die Bedrohungs-

situation dargestellt hat (vgl. Protokoll A11/23 F/A 120).  

5.4.4 Weiter zeigen die oben wiedergegebenen Aussagen des Beschwer-

deführers namentlich bezüglich des geltend gemachten Vorfalls von (…) 

2015 tatsächlich mehrere Unstimmigkeiten auf, was bereits die Vorinstanz 

erwähnt hat. Die in der Replik vertretene Auffassung, es seien bei genauer 

und korrekter Betrachtung sowie unter Berücksichtigung des Zeitdrucks 

und der am Ende der Befragung wohl nicht mehr einwandfreien Denk- und 

Konzentrationsfähigkeit aller Beteiligten keine relevanten Widersprüche er-

sichtlich sowie die Wiederholung der anfänglichen Unterschriftsverweige-

rung überzeugen letztlich ebenfalls nicht. Insbesondere der Einwand, die 

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Seite 12 

diesbezüglichen Aussagen des Beschwerdeführers seien in der BzP zu-

nächst nicht richtig festgehalten, dies sei erst nach der Verweigerung der 

Unterschrift korrigiert und der Vorfall dann vollständig aufgenommen wor-

den, findet im entsprechenden Protokoll keine Stütze, wäre jedoch mit Si-

cherheit entsprechend vermerkt worden. Entsprechend sind die Ausführun-

gen in der vorinstanzlichen Stellungnahme vom 10. Dezember 2018 zu 

werten und als solche auch zu bestätigen.  

5.4.5 Schliesslich ist nochmals festzuhalten, dass die Frage der Glaubhaf-

tigkeit in diesem Punkt nicht in jedem Detail geprüft werden muss, zumal 

diesem Vorfall die flüchtlingsrechtliche Relevanz abzusprechen ist. Die auf 

Beschwerdeebene eingereichten Fotografien zeigen – sofern überhaupt 

erkennbar – den Beschwerdeführer im Rahmen seiner beruflichen Tätig-

keit. Diese sowie die Unterlagen betreffend seine Ausbildungswege und 

Studienabschlüsse vermögen nicht zur Annahme einer den Anforderungen 

von Art. 3 AsylG genügenden Verfolgungssituation des Beschwerdeführers 

zu führen. 

5.5 Der Beschwerdeführer macht im Rahmen der Replik vom 16. Januar 

2019 erstmals und neu eine Glaubenskonversion geltend. Er habe in der 

Schweiz zum christlichen Glauben gefunden und sich taufen lassen. Dazu 

wurde ein undatiertes Schreiben der (...) zu den Akten gereicht, unter an-

derem mit dem Hinweis, dass sich daraus für den Beschwerdeführer im 

Heimatstaat erhebliche Probleme ergeben könnten. Die Taufe durch die 

(...) wurde mit Taufschein vom 5. März 2019 bestätigt.  

5.5.1 Damit macht der Beschwerdeführer subjektive Nachfluchtgründe 

(vgl. Art. 54 AsylG) geltend und es ist zu prüfen, ob diese zur Anerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft und vorläufigen Aufnahme als Flüchtling genü-

gen. Dafür müssten auch die vorgebrachten subjektive Nachfluchtgründe 

mindestens glaubhaft gemacht werden.  

5.5.2 Der Beschwerdeführer hat gemäss vorliegenden Akten während des 

gesamten – mit Stellen des Asylgesuchs am 4. Januar 2016 angehobenen 

– Asylverfahrens nie auf irgendeine Art und Weise zu erkennen gegeben, 

dass er sich mit Fragen seines Glaubens, insbesondere einer möglichen 

Abkehr von seinem sunnitischen Glauben bis hin zu einem eigentlichen 

Glaubenswechsel beschäftigt habe. So hat er sich stets uneingeschränkt 

als dem Islam zugehörigen Glaubens sunnitischer Richtung bezeichnet. 

Auf seine Lebensumstände in der Schweiz angesprochen, führte er Frei-

zeitbeschäftigungen wie Fussball, weitere Spiele, Kontakte mit anderen 

E-6534/2018 

Seite 13 

Kollegen an und erzählte, dass er lese, wobei er sich aktuell mit Sprach-

büchern befasse. Dass er sich mit religiösen Aspekten und dabei beispiels-

weise mit der Bibel beschäftigt haben könnte oder grundsätzliche Gedan-

ken zu seinem Glauben aufgekommen wären, ist keiner seiner Angaben 

zu entnehmen (vgl. Personalienblatt A1/2; Protokoll A 5/12 S. 3, Protokoll 

A11/23 F/A 5 ff.). Im Zusammenhang mit der vor der Ausreise erfolgten, 

gemäss seinen Angaben traditionell abgelaufenen Verlobung hat der – ge-

mäss Akten sehr gut gebildete – Beschwerdeführer offenbar ebenfalls noch 

keine kritischen Gedanken respektive Fragen betreffend seine Religion ge-

habt. Auch den beim SEM eingegangenen Nachfragen nach dem Verfah-

rensstand vom 5. Juli und 23. Oktober 2018 sind diesbezüglich keinerlei 

Hinweise zu entnehmen. Selbst in der am 16. November 2018 eingereich-

ten Beschwerdeschrift oder der Beschwerdeergänzung vom 4. Januar 

2019 sind keine, auch nur ansatzweise formulierte Ausführungen enthal-

ten, die darauf hinweisen könnten, der Beschwerdeführer befasse sich mit 

der christlichen Religion und ziehe dabei sogar eine Konversion in Be-

tracht. Erst mit der Replik am 16. Januar 2019 wird zum ersten Mal auf 

diesen Aspekt hingewiesen und dazu ein undatiertes Bestätigungsschrei-

ben der (...) zu den Akten gereicht. 

5.5.3 Aufgrund dieser Indizien drängt sich für das Gericht der Schluss auf, 

dass der angebliche Glaubenswechsel des Beschwerdeführers nach Er-

halt der ablehnenden Verfügung vom 5. November 2018 und den bestäti-

genden Ausführungen des SEM in der Vernehmlassung vom 10. Dezem-

ber 2018 mit dem Versuch des Erlangens eines weiteren Verbleibs im 

Gastland verbunden sein könnte; damit erscheint diese angebliche Kon-

version jedoch nicht als echt empfundene Änderung einer religiösen 

Grundhaltung und wirkt nachgeschoben. Dass der Beschwerdeführer sich 

bereits länger mit einem allfälligen Glaubenswechsel befasst hätte, wird 

auch in der Replik nicht geltend gemacht oder beschrieben. Es wird ledig-

lich festgehalten, es habe eine Konversion stattgefunden, was gemäss 

Rechtsprechung ein Wegweisungsvollzugshindernis darstelle.  

5.5.4 Der einzige Hinweis, dass sich beim Beschwerdeführer hinsichtlich 

des Glaubens Änderungen ergeben haben könnten, sind dem undatierten 

Schreiben der (...) zu entnehmen. Indessen hat der Verfasser den Be-

schwerdeführer offensichtlich vornehmlich im Bereich Integration und 

Spracherwerb begleitet. So führt jener aus, er habe beobachtet, dass der 

Beschwerdeführer seinen Glauben auch hinterfragt habe und dieser habe 

ihm dann mitgeteilt, dass er eine Konversion anstrebe. Dass der Beschwer-

E-6534/2018 

Seite 14 

deführer sich dabei klar und erkennbar mit dem christlichen Glauben be-

fasst und die entsprechenden religiösen Rituale auch gelebt habe, ist die-

sem Schreiben letztlich nicht zu entnehmen; allein die im Frühjahr erhal-

tene Taufe bedeutet noch keinen tiefgreifenden und überzeugten Glau-

benswechsel.  

5.5.5 Insgesamt ist nach dem Gesagten der Schluss zu ziehen, dass der 

Beschwerdeführer sich mit seinem und vergleichend mit dem christlichen 

Glauben allenfalls etwas befasst hat. Dass er diesen erkennbar, aktiv und 

mit tiefgehender Haltung gelebt hat, ist nach den obigen Ausführungen 

nicht anzunehmen und auch sonst den Akten nicht zu entnehmen. Gemäss 

Rechtsprechung unterliegen konvertierte Christen de-jure in Afghanistan 

keiner Kollektivverfolgung, wobei jeweils eine individuelle Prüfung der Ge-

fährdung im Einzelfall vorzunehmen ist. In diesem Sinn ist auch das in der 

Replik erwähnte Referenzurteil D-4952/2014 vom 23. August 2017 zu se-

hen, gemäss dem eine Glaubenskonversion flüchtlingsrechtlich relevant 

sein kann, was jedoch einzelfallbezogen zu prüfen ist. Zudem wird im Re-

ferenzurteil festgehalten, dass die Frage der Zumutbarkeit des Geheimhal-

tens einer Apostasie im Heimatstaat insbesondere vor dem jeweils beste-

henden Umfeld zu prüfen sei (vgl. D-4952/2014 E. 7.7.2).  

5.5.6 Der Beschwerdeführer konnte in einem fortschrittlich denkenden fa-

miliären Umfeld aufwachsen; dafür spricht insbesondere, dass die Mutter 

Lehrerin ist und die Eltern nicht nur dem Beschwerdeführer und dem wei-

teren Sohn, sondern auch der Tochter ein Studium ermöglicht haben und 

diese sich zur Ärztin ausbilden lassen konnte. Sodann hat der Beschwer-

deführer in den letzten Jahren vor der Ausreise in der Grossstadt Mazar-i-

Sharif gelebt. Dort leben gemäss seinen Angaben auch die genannten 

engsten Familienmitglieder, ein Onkel (Apotheker) sowie seine Verlobte. In 

diesem gesamten Kontext dürfte es dem Beschwerdeführer tatsächlich 

und realistisch betrachtet leichter fallen, und ist ihm auch zuzumuten, sei-

nen angeblichen neuen Glauben, sofern überhaupt das Bedürfnis dazu be-

steht, diskret auszuüben respektive darf angenommen werden, dass die 

gemäss Akten offensichtlich aufgeschlossenen Familienangehörigen in 

diesem Zusammenhang moderat eingestellt sein und eine entsprechende 

Toleranz zeigen dürften.  

5.5.7 Insgesamt gelingt es dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten 

nicht, subjektive Nachfluchtgründe glaubhaft zu machen.  

  

E-6534/2018 

Seite 15 

5.6 Zusammenfassend gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, eine asyl-

rechtlich relevante Verfolgungssituation nachzuweisen oder glaubhaft zu 

machen. Das SEM hat demzufolge seine Flüchtlingseigenschaft zu Recht 

verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.  

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

E-6534/2018 

Seite 16 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.).  

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-

nen. 

7.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

E-6534/2018 

Seite 17 

7.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil D-4287/2017 vom 

8. Februar 2019 (zur Publikation als Referenzurteil vorgesehen) die letzt-

mals im Jahr 2011 vorgenommene Lageanalyse in Bezug auf die Stadt 

Mazar-i-Sharif (vgl. BVGE 2011/49) überprüft und aktualisiert. Dabei kam 

das Gericht zum Schluss, dass sich die Sicherheitslage in der Stadt Mazar-

i-Sharif in den letzten Jahren verschlechtert habe, während sich im Bereich 

der humanitären Situation Verbesserungen und Rückschläge wohl etwa 

die Waage halten dürften. Im Vergleich zu anderen Regionen und Städten 

Afghanistans zähle die Stadt Mazar-i-Sharif immer noch zu den stabileren 

und ruhigeren Orten. Folglich rechtfertige es sich insgesamt nicht, aktuell 

eine generelle Unzumutbarkeit der Rückkehr dorthin anzunehmen. Viel-

mehr sei daran festzuhalten, dass bei Vorliegen begünstigender Umstände 

weiterhin von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in die Stadt  

Mazar-i-Sharif auszugehen sei. Allerdings sei mit Nachdruck daran zu er-

innern, dass nicht jeder noch so schwache Bezugspunkt zu Mazar-i-Sharif 

für die Annahme begünstigender Umstände genüge. Vielmehr sei eine Ge-

samtbeurteilung der verschiedenen Faktoren, wie sie bereits in BVGE 

2011/49 erwähnt worden seien, vorzunehmen. Diese gesamthafte Betrach-

tung müsse zum Schluss führen, im konkreten Einzelfall seien begünsti-

gende Voraussetzungen für eine Rückkehr nach Mazar-i-Sharif gegeben 

(vgl. das aufgeführte Referenzurteil E. 6.2.3.5 und darauf gestützt das Ur-

teil E-6390/2017 vom 29. Juli 2019 E. 10.1). 

7.3.2 Zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führte die Vorinstanz in 

der angefochtenen Verfügung aus, beim Beschwerdeführer lägen beson-

ders begünstigende Umstände vor. So habe er die letzten Jahre vor der 

Ausreise in Mazar-i-Sharif gelebt. Seine Eltern und Geschwister, ein Onkel 

und seine Verlobte würden dort leben. Der Vater führe ein Geschäft, die 

Mutter arbeite als Lehrerin und die Schwester als Ärztin.  

7.3.3 Im Rechtmittel bestreitet der Beschwerdeführer dieses intakte Fami-

liennetz und die sich ergebende günstigere finanzielle Situation nicht, hält 

jedoch dafür, dass ein Wegweisungsvollzug dennoch wegen der schlech-

ten Sicherheitslage nicht zumutbar sei.  

7.3.4 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass sich in der  

Provinz-Hauptstadt Mazar-i-Sharif die Sicherheitslage im Vergleich zur  

Lagebeurteilung aus dem Jahr 2011 verschlechtert hat. Dennoch ist,  

gemäss der jüngsten Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts im Re-

ferenzurteil D-4287/2017, die Lage in dieser Stadt im Vergleich zu anderen 

E-6534/2018 

Seite 18 

Städten und Regionen in Afghanistan als vergleichsweise stabil zu beurtei-

len. Der ledige und gemäss Akten gesunde Beschwerdeführer hat die letz-

ten Jahre vor der Ausreise in Mazar-i-Sharif gelebt. Er wird sich bei einer 

Rückkehr in finanzieller als auch in familiärer Hinsicht in einer vergleichs-

weise günstigen Situation wiederfinden. So leben (ausser der Schwester) 

seine engsten Familienmitglieder dort und diese verfügen ausserdem je 

über sehr gute Ausbildungen sowie entsprechende Arbeitsstellen: Der Va-

ter führt ein eigenes Geschäft, wobei ein Onkel väterlicherseits, der im  

Bereich (…) studiert habe, den Vater beratend unterstützt. Die Mutter ar-

beitet als Lehrerin und die Schwester arbeitet in einem Spital in F._______. 

7.3.5 Insgesamt ist die Vorinstanz in Berücksichtigung der massgeblichen 

Rechtsprechung daher zu Recht vom Vorliegen besonders begünstigender 

Umstände ausgegangen.  

7.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig  

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-

lich überprüfbar – angemessen ist. Für die eventualiter beantragte Rück-

weisung des Verfahrens besteht ebenfalls keine Veranlassung.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

  

E-6534/2018 

Seite 19 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Instruktionsverfügung 

vom 4. Dezember 2018 wurde jedoch sein Gesuch um unentgeltliche Pro-

zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen. Im Urteilszeit-

punkt liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, die finanzielle Lage hätte sich 

seither entscheidrelevant verändert, weshalb keine Verfahrenskosten zu 

erheben sind. 

9.2 Mit der Zwischenverfügung vom 10. Januar 2019 wurde auch das Ge-

such des Beschwerdeführers um amtliche Verbeiständung gutgeheissen 

(aArt. 110a Abs. 1 VwVG) und seine Rechtsvertreterin als amtliche Rechts-

beiständin eingesetzt. Demnach ist dieser ein Honorar für die notwendigen 

Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Die Rechtsbeistän-

din reichte am 16. Januar 2019 die Honorarnote zu den Akten, in welcher 

sie einen Aufwand von insgesamt 6 Stunden auflistet, was angemessen 

erscheint. Gestützt auf Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (VGKE, SR 173.320.2), in Anwendung der massgebenden Bemes-

sungsfaktoren (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 ff VGKE) und unter Anwendung des 

in der Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2018 angekündigten Stun-

denansatzes von höchstens Fr. 150.– ist das vom Gericht auszurichtende 

Honorar demnach auf insgesamt Fr. 1020.– (inklusive Auslagen) festzule-

gen. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6534/2018 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird vom Bundesverwaltungsgericht für 

das Verfahren ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 1020.– ausgerich-

tet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Eveline Chastonay