# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8298c51-effc-5128-bb0b-b311f8183325
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 27.09.2017 LY170012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY170012_2017-09-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY170012-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei-

ber lic. iur. Ch. Büchi 

Beschluss und Urteil vom 27. September 2017 

 
in Sachen 

 
A._____,  

Beklagte und Berufungsklägerin 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 
gegen 

 
B._____,  

Kläger und Berufungsbeklagter 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 
sowie 

 
1. C._____,  

2. D._____,  

Verfahrensbeteiligte 

 
1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ 

 
betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  
Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 23. März 2017 
(FE140640-L)  
 

- 2 - 

 
Rechtsbegehren: 

des Klägers und Berufungsbeklagten vor Vorinstanz zu den vorsorglichen Mass-
nahmen (Urk. 5/435 S. 1 f.): 

"1. In Abänderung der vorsorglichen Massnahmen sei das Aufenthaltsbe-
stimmungsrecht betreffend C._____ und D._____ dem Kläger zu über-
tragen; C._____ und D._____ seien unter die elterliche Obhut des Klä-
gers zu stellen. 

2. Die Beklagte sei in Abänderung der vorsorglichen Massnahmen zu be-
rechtigen, D._____ begleitet und auf eigene Kosten in einer geeigneten 
Einrichtung in der Nähe des Wohnorts des Klägers zu besuchen. 

Die Dauer dieser Besuche sei auf ein dem Kindeswohl von D._____ 
angemessenes Mass festzulegen. 

Die genauen Modalitäten seien durch die Beiständin zu regeln und de-
ren Aufträge entsprechend anzupassen.  

3. Die Beiständin sei zu beauftragen, die Rückplatzierung von D._____ 
zum Kläger umgehend zu vollziehen. 

 4. Die vorsorglich angeordnete sozialpädagogische Familienbegleitung 
sei betreffend den Kläger aufzuheben. 

 5. Die vorsorglich angeordnete Psychotherapie sei betreffend den Kläger 
aufzuheben. 

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % MwSt.) 
zu Lasten der Beklagten."  

 
der Beklagten und Berufungsklägerin vor Vorinstanz zu den vorsorglichen Mass-
nahmen (Urk. 5/438 S. 3 f.): 

"1. Es sei D._____, geb. tt.mm.2009, nicht zum Kläger zu platzieren und 
es sei D._____ nicht unter die Obhut des Klägers zu stellen und dem 
Kläger sei das Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht zu übertragen; 

2. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht betreffend C._____ und D._____ sei 
der Beklagten zu übertragen. C._____ und D._____ seien unter die el-
terliche Obhut der Beklagten zu stellen; Eventualiter sei nur betreffend 
D._____ das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Beklagten zu übertra-
gen und D._____ unter die elterliche Obhut der Beklagten zu stellen; 

3. Es sei die Beiständin zu beauftragen, die Rückplatzierung von C._____ 
und D._____ (eventualiter nur von D._____) zur Beklagten zu vollzie-
hen und die notwendigen Vorkehrungen zu treffen; 

4. Der Kläger sei berechtigt zu erklären, D._____ alternierend jedes zwei-
te Wochenende nach Absprache mit der Beiständin für einen Tag be-
gleitet und auf eigene Kosten auf Besuch zu nehmen; 

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Aufgrund des Alters von C._____ sei auf eine Besuchsrechtsregelung 
betreffend C._____ zu verzichten; 
Die genauen Modalitäten seien durch die Beiständin zu regeln und de-
ren Aufträge und Aufgaben entsprechend anzupassen; 

5. Sämtliche diesen vorgenannten Anträgen entgegenstehenden Anträge 
des Klägers und der Kinderanwältin seien vollumfänglich abzuweisen; 

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten des 
Klägers;  

 
Prozessuale Anträge (act. 5/438 S. 4): 
 7. Es sei betreffend die Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit des Klägers 

ein Erziehungsfähigkeitsgutachten einzuholen, wobei den Parteien so-
wohl die Gutachterstelle als auch der Fragekatalog vorab zur Stellung-
nahme und allfälligen Ergänzung zuzustellen sei; 

 8. Es sei eine Stellungnahme über die Gesamtsituation der Familie durch 
Dr. E._____ einzuholen; 

  9. Es sei der Beklagten die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren 
und ihr in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (substituiert 
durch Rechtsanwältin MLaw X1._____) einen unentgeltlichen Rechts-
vertreter zu bestellen." 

 

- 4 - 

der Prozessbeiständin der Verfahrensbeteiligten vor Vorinstanz zu den 
vorsorglichen Massnahmen (act. 5/434 S. 1): 

"1. Die Fremdplatzierung von D._____, geboren tt.mm.2009, sei um-
gehend aufzuheben. 

 2. D._____ sei unter die Obhut des Vaters zu stellen. 
 3. Es sei die Mutter für berechtigt zu erklären, D._____ in einer ge-

eigneten Institution zu besuchen. 
 4. Dem gerichtlichen Entscheid sei die Suspensivwirkung zu entzie-

hen." 
 

Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, 
vom 23. März 2017: 

(Urk. 2 S. 34 f.) 

1. In Abänderung von Ziffer 2 der Verfügung vom 30. Juni 2015 (Urk. 5/183) 
wird dem Kläger ab dem Ende der Frühlingsferien 2017 das Aufenthaltsbe-
stimmungsrecht über D._____ übertragen und D._____ demgemäss ab die-
sem Zeitpunkt unter seine Obhut gestellt. 

2. Der Antrag der Beklagten auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungs-
rechts bzw. der Obhut über C._____ wird abgewiesen. 

3. In Abänderung von Ziffer 1.c. der Verfügung vom 16. November 2016 
(Urk. 5/375) wird die Beklagte für berechtigt erklärt, D._____ alle 14 Tage für 
zwei Stunden im Rahmen eines Besuchstreffs zu besuchen. Ziffer 1.e. (tele-
fonische Kontakte) wird aufgehoben. 

4. In Abänderung von Ziffer 4 der Verfügung vom 30. Juni 2015 (Urk. 5/183) 
wird für den Kläger eine Familienbegleitung bis Ende 2017 angeordnet. 

5. Die Beiständin wird in Ergänzung zum bereits bestehenden Auftrag ersucht, 
für die Umsetzung vorstehender Ziffern 1, 3 und 4 besorgt zu sein. 

6. Ziffer 11 der Verfügung vom 30. Juni 2015 (Urk. 5/183; Anordnung einer 
Psychotherapie für den Kläger) wird aufgehoben. 

7. Ziffer 12 der Verfügung vom 30. Juni 2015 (Urk. 5/183; Anordnung einer 
Psychotherapie für die Beklagte) wird aufgehoben. 

8. Der Antrag auf Einholung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens wird abge-
wiesen. 

9. Der Antrag auf Einholung eines Berichtes von Herrn Dr. E._____ wird abge-
wiesen. 

10. Die Substitution von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ durch Rechtsanwältin 
MLaw X1._____ für die Verhandlung vom 13. März 2017 wird bewilligt und 
im Übrigen wird der Antrag um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
als gegenstandslos abgeschrieben. 

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11. Der Antrag um Entzug der Suspensivwirkung wird als gegenstandslos abge-
schrieben. 

12. Der Antrag um umgehende Rückplatzierung von D._____ zum Kläger wird 
als gegenstandslos abgeschrieben. 

13. … [Mitteilungssatz] 

14. … [Rechtsmittelbelehrung]  

 

Berufungsanträge: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 1 S. 2): 

"1. Es seien die Ziffern 1, 3 bis 6 sowie Ziffer 8 und Ziffer 9 der Verfügung 
des Bezirksgerichts Zürich vom 23. März 2017, Geschäfts-Nr. 
FE140640-L / Z41, aufzuheben; 

2. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht betreffend D._____ sei der Beru-
fungsklägerin zu übertragen und D._____ sei unter die elterliche Obhut 
der Berufungsklägerin zu stellen; 

3. Es sei die Beiständin zu beauftragen, die Rückplatzierung von D._____ 
zur Berufungsklägerin zu vollziehen und die notwendigen Vorkehrun-
gen zu treffen; 

4. Der Berufungsbeklagte sei berechtigt zu erklären, D._____ alternierend 
jedes zweite Wochenende nach Absprache mit der Beiständin für einen 
Tag begleitet und auf eigene Kosten auf Besuch zu nehmen; 
Die genauen Modalitäten seien durch die Beiständin zu regeln und de-
ren Aufträge und Aufgaben entsprechend anzupassen; 

5. Eventualliter zu den Anträgen gemäss Ziffer 2-4 sei die Sache im Sinne 
der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem 
Ausgang des Verfahrens." 

 
 prozessuale Anträge (Urk. 1 S. 3): 

"1. Es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen; 

 2. Es seien die erstinstanzlichen Akten des vorsorglichen Massnahme- 
und Scheidungsverfahrens mit der Geschäfts-Nr. FE140640-L beim 
Bezirksgericht Zürich beizuziehen; 

 3. Es seien die Strafakten mit der Geschäfts-Nr. SB160450-
OV01250_20170316140432 (anhängig vor dem Obergericht des Kan-
tons Zürich, II. Strafkammer) beizuziehen; 

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 4. Es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin für 
das vorliegende Berufungsverfahren einen Prozesskostenvorschuss 
von einstweilen CHF 6'000.00 zu bezahlen; 

Eventualtiter sei der Berufungsklägerin für das vorliegende Berufungs-
verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr in der 
Person des Unterzeichneten einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu 
bestellen." 

 
des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 12 S. 2): 

"1. Es sei die Berufung der Berufungsklägerin und Beklagten vom 6. April 
2017 vollumfänglich abzuweisen; 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MwSt. zu Lasten 
der Berufungsklägerin und Beklagten."  

 
prozessualer Antrag (Urk. 8B S. 2; Urk. 12 S. 2): 
"Dem Berufungsbeklagten und Kläger sei die unentgeltliche Prozessführung 
zu gewähren und es sei ihm in der Person des Unterzeichneten ein unent-
geltlicher Rechtsbeistand zu bestellen."  

 
der Prozessbeiständin der Verfahrensbeteiligten (Urk. 9/B S. 1): 

"(…) 

 2. Es seien die Berufungsanträge vollumfänglich abzuweisen." 
 

Erwägungen: 

I. 

1. Wie im Entscheid der Kammer vom 21. Januar 2016 (Urk. 5/209) darauf 

hingewiesen, führen die Parteien eine äusserst turbulente Ehe. Sie lernten sich im 

Jahre 1999 kennen. Am tt.mm.2000 kam ihr Sohn C._____ (Verfahrensbeteiligter 

1) zur Welt. Am tt. Februar 2003 heirateten sie. Am 1. Juni 2005 rief die Beklagte 

und Berufungsklägerin (fortan Beklagte) das erste Mal den Eheschutzrichter an. 

Es folgten über die Jahre drei weitere Eheschutzverfahren. Am tt.mm.2009 kam 

D._____ (Verfahrensbeteiligte 2), die Tochter der Parteien, zur Welt. Rund zwei 

Monate nach der Geburt ihrer Tochter reichten die Parteien ein erstes gemeinsa-

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mes Scheidungsbegehren ein. Es sollten vier weitere folgen. Bis auf das aktuelle 

wurden diese entweder wegen Nichteinreichen des Bestätigungsschreibens ab-

gewiesen, wegen Nichtleisten des Kostenvorschusses durch Nichteintreten erle-

digt oder aber als durch Rückzug erledigt abgeschrieben. Seit dem 13. August 

2014 stehen die Parteien vor Vorinstanz in ihrem fünften Scheidungsverfahren 

(Urk. 5/209 S. 2 f. E. I.1.1). Die mehrjährige Angelegenheit gestaltet sich biswei-

len selbstredend als äusserst umfangreich und aufwändig.  

2. Im vorinstanzlichen Scheidungsverfahren wurde den Kindern (Verfahrensbe-

teiligten) eine Prozessbeiständin im Sinne von Art. 299 ZPO bestellt (Urk. 5/17). 

Im Übrigen kann für den erstinstanzlichen Prozessverlauf und die weitere Ehege-

schichte der Parteien auf die Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid (Urk. 2 S. 5 ff., E. I.) und in ihren bisher erlassenen Verfügungen ver-

wiesen werden (vgl. namentlich Urk. 5/69, 5/141, 5/183, 5/218, 5/252, 5/303 und 

5/375). Am 23. März 2017 erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen 

Entscheid. 

3. Dagegen erhob die Beklagte am 6. April 2017 innert Frist (vgl. Urk. 5/445/3) 

Berufung, wobei sie obgenannte Anträge stellte (Urk. 1 S. 2 f.). 

4. Mit Verfügung vom 11. April 2017 wurde dem Kläger und Berufungsbeklag-

ten (fortan Kläger) und der Prozessbeiständin von D._____ Frist zur Stellung-

nahme zum Gesuch der Beklagten um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ei-

nerseits und zur Erstattung der Berufungsantwort anderseits angesetzt (Urk. 7). 

Gleichzeitig wurden bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung Vollstre-

ckungshandlungen untersagt (Urk. 7 Disp.-Ziff. 3). Sowohl die Stellungnahme des 

Klägers (Urk. 8A+B) zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung als 

auch jene der Prozessbeiständin von D._____ (Urk. 9A+B) datieren vom 24. April 

2017 und wurden fristgerecht und vorab per Fax erstattet (Urk. 7, angeheftete 

Empfangsscheine). Beide beantragten die Abweisung des Gesuchs um Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung; der Kläger beantragte überdies die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 8 S. 2 und Urk. 9 S. 1). 

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5. Mit Verfügung vom 26. April 2017 wurde das Gesuch der Beklagten um Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen (Urk. 11 S. 12).  

6. Der Kläger erstattete die Berufungsantwort fristgerecht (Urk. 7) am 29. April 

2017 (Urk. 12). 

7. Weitere verfahrenswesentliche Eingaben der Parteien erfolgten nicht. Die 

vorinstanzlichen Akten sowie das – noch nicht rechtskräftige – Urteilsdispositiv 

der II. Strafkammer am Obergericht des Kantons Zürich vom 11. Juli 2017 im Ver-

fahren mit der Geschäfts-Nr. SB160450-O, in welchem der Kläger als Beschuldig-

ter involviert war bzw. ist, wurden beigezogen (vgl. Urk. 19 f.). Das Verfahren er-

weist sich als spruchreif. 

II.  

1. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Umfang der Anträge 

(Art. 315 Abs.1 ZPO). Nicht angefochten wurden die Dispositiv-Ziffern 2, 7 und 10 

bis 12 des vorinstanzlichen Entscheids. In diesem Umfang ist dieser in Rechts-

kraft erwachsen, was vorzumerken ist. 

2. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bildet hauptsächlich die 

Obhutszuteilung über die gemeinsame Tochter D._____ und die sich daraus er-

gebenden Anordnungen (Besuchsrecht, Familienbegleitung, Ergänzung des be-

reits bestehenden Auftrags der Beiständin von D._____). Die Beklagte wehrt sich 

vorliegend darüber hinaus gegen die Aufhebung der vorinstanzlich angeordneten 

Psychotherapie für den Kläger und die vorinstanzliche Abweisung der Anträge auf 

Einholung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens und eines Berichtes von 

Dr. E._____ (Psychotherapeut).  

3. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung. Die Rechtsmittel-

instanz hat sich grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

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schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-

stanzlichen Entscheid erhoben werden. Hiervon ausgenommen sind offensichtli-

che Mängel (BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.H.; BGer 5A_111/2016 vom 

6. September 2016, E. 5.3). 

4. Die Beklagte beantragt vorliegend, es seien die (gesamten) Strafakten mit 

der Geschäfts-Nr. SB160450-O (im Zeitpunkt der Berufungserhebung anhängig 

vor dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer) beizuziehen (Urk. 1 

S. 3). Sie begründet dies damit, dass der Kläger erstinstanzlich zu einer Freiheits-

strafe verurteilt worden sei. Damit stelle sich die Frage, was im Falle eines Voll-

zuges der Freiheitsstrafe mit den Kindern C._____ und D._____ passieren solle 

(Urk. 1 S. 15). Wie bereits erwähnt, wurde das Urteilsdispositiv vom 11. Juli 2017 

des genannten Strafverfahrens beigezogen (vgl. Ziff. I.7. vorstehend). Diesem 

kann entnommen werden, dass der Kläger zu einer vollziehbaren Geldstrafe ver-

urteilt wurde (Urk. 20 S. 2, Disp.-Ziff. 2. f.). Vom Widerruf der mit Urteil der II. 

Strafkammer am Obergericht Zürich vom 31. März 2011 ausgefällten Freiheits-

strafe von neun Monaten (abzüglich 242 Tage erstandener Haft) wurde abgese-

hen und stattdessen die Probezeit um ein Jahr verlängert (Urk. 20 S. 2, Disp.-Ziff. 

4.). Selbst wenn das Urteil nicht rechtskräftig würde und die letztgenannte Strafe 

widerrufen würde, drohte dem Kläger allerhöchstens eine (Rest-) Freiheitsstrafe 

von knapp einem Monat. Dies ist für die Obhutszuteilung nicht entscheidrelevant. 

Für den Beizug der übrigen Strafakten besteht kein Anlass, weshalb der entspre-

chende Antrag der Beklagten abzuweisen ist. 

5. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass auf die Ausführungen der Parteien 

nachfolgend nur soweit für die Entscheidfindung notwendig eingegangen wird. 

III. 

1.1 Auf eine vom Kläger am 22. August 2014 erfolgte Intervention hin wurde be-

treffend die beiden gemeinsamen Kinder der Parteien, C._____, geboren am 

tt.mm.2000, und D._____, geboren am tt.mm.2009, von der KESB der Stadt Zü-

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rich gleichentags die Fremdplatzierung und Unterbringung in einer Pflegefamilie 

verfügt bzw. angeordnet (Urk. 5/27 und 5/28; Urk. 5/69 S. 4, E. I.3.). 

Die mit diesem Entscheid im Sinne einer superprovisorischen Massnahme ange-

ordnete Unterbringung von C._____ wurde mit vorinstanzlicher Verfügung vom 

18. September 2014 bezüglich der Obhut aufgehoben und C._____ im Sinne ei-

ner vorsorglichen Massnahme – und im Übrigen auf (ausdrücklichen) eigenen 

Wunsch (vgl. Urk. 5/54) – unter die Obhut des Klägers gestellt. Die Aufhebung 

des Aufenthaltsbestimmungsrechts betreffend den Sohn C._____ im Rahmen des 

superprovisorischen Entscheids der KESB wurde bestätigt und das Aufenthalts-

bestimmungsrecht im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der KESB der Stadt 

Zürich zugewiesen (Urk. 5/69 S. 42, Disp.-Ziff. 2). Die mit vorgenanntem Ent-

scheid der KESB der Stadt Zürich vom 22. August 2014 im Sinne einer superpro-

visorischen Massnahme angeordnete Unterbringung von D._____ unter Aufhe-

bung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern wurde mit nämlicher Verfü-

gung bestätigt und das Aufenthaltsbestimmungsrecht im Sinne einer vorsorgli-

chen Massnahme betreffend D._____ der KESB der Stadt Zürich zugewiesen 

(Urk. 5/69 S. 42, Disp.-Ziff. 1). 

Mit Verfügung der Vorinstanz vom 30. Juni 2015 wurde das Aufenthaltsbestim-

mungsrecht über C._____ neu den Kindseltern übertragen, unter Verbleib von 

C._____ unter der Obhut des Klägers (Urk. 5/183 S. 22, Disp.-Ziff. 1). Mit nämli-

cher Verfügung wurde die Unterbringung von D._____ unter Aufhebung des Auf-

enthaltsbestimmungsrechts der Eltern weiterhin bestätigt und dahingehend modi-

fiziert, dass die Beiständin beauftragt wurde, D._____ in einem Schulheim oder 

Heim unterzubringen (Urk. 5/183 S. 22 f., Disp.-Ziff. 2). Mit Beschluss der KESB 

der Stadt Zürich vom 30. November 2015 wurde für D._____ deren Aufenthalts-

wechsel in die F._____, … [Adresse], angeordnet (Urk. 5/199). 

Mit dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz vom 23. März 2017 wurde nun 

in Abänderung der Verfügung vom 30. Juni 2015 dem Kläger ab dem Ende der 

Frühlingsferien 2017 (Ende April 2017) das Aufenthaltsbestimmungsrecht über 

D._____ übertragen und D._____ demgemäss ab diesem Zeitpunkt unter seine 

Obhut gestellt (Urk. 2 S. 34, Disp.-Ziff. 1).  

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Wie bereits erwähnt, wurde das Gesuch der Beklagten um Erteilung der aufschie-

benden Wirkung mit Verfügung der Kammer vom 26. April 2017 abgewiesen (vgl. 

Ziff. I.5. vorstehend; Urk. 11). 

Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der bald 17-jährige C._____ nach sei-

ner knapp einmonatigen Fremdplatzierung (im August/September 2014) seit 

knapp drei Jahren (offiziell) beim Vater (Beklagter) lebt. Die nunmehr achtjährige 

D._____ war vom 22. August 2014 bis Ende April 2017 und mithin über zweiein-

halb Jahre fremdplatziert worden. Unbestritten ist, dass vor der Fremdplatzierung 

von D._____ vom 6. bis 9. Altersjahr die Beklagte ihre Hauptbetreuungsperson 

war. 

1.2 Was die rechtlichen Prämissen für den Massnahmeentscheid betreffend 

Kinderbelange anbelangt, kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführun-

gen und Zitate aus Lehre und Praxis verwiesen werden (Urk. 2 S. 21 ff., E. 13 ff.). 

Hervorzuheben und anzufügen ist, dass für die Zuteilung der Obhut an einen El-

ternteil grundsätzlich die gleichen Kriterien wie im Scheidungsfall gelten. Massge-

bend bei der vorzunehmenden Beurteilung ist damit primär das Kindeswohl und 

alle dafür wichtigen Umstände. Die Interessen der Eltern sind dabei von sekundä-

rer Bedeutung. Im Einzelfall ist es schwierig festzustellen, was das Kindeswohl er-

fordert, denn das Kind hätte es zumeist nötig, zu beiden Elternteilen intensiv und 

konstant die Beziehung aufrecht erhalten zu können. Das Bundesgericht hat im 

Übrigen versucht, eine gewisse Hierarchie in die Zuteilungskriterien zu bringen. 

Demnach muss vorab die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. Ist diese 

bei beiden Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grundschulpflich-

tige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit hat und dazu be-

reit ist, sie persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese Voraussetzung 

ungefähr in gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und familiären Ver-

hältnisse ausschlaggebend sein. Unter Umständen kann die Möglichkeit der per-

sönlichen Betreuung auch dahinter zurücktreten. Schliesslich ist – je nach Alter 

der Kinder – ihrem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien 

lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft 

eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, oder 

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die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer persönlichen Bindung 

und echter Zuneigung getragen sein sollte. Bei der Beurteilung der für die Ob-

hutszuteilung massgebenden Kriterien verfügt das Gericht über einen grossen 

Ermessensspielraum (vgl. Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Schei-

dungsrecht, Zürich 1999, Art. 133 ZGB N 10; BGE 115 II 206 E. 4a; BGE 115 II 

317 E. 2 und 3; BGE 117 II 353 E. 3; BGer 5A_157/2012 vom 23. Juli 2012, 

E. 3.1). 

2.1 Die Beklagte beanstandet berufungsweise, die Vorinstanz habe den Sach-

verhalt unrichtig festgestellt bzw. diesen in Verletzung des geltenden (uneinge-

schränkten) Untersuchungsgrundsatzes ungenügend abgeklärt. So sei gerade 

auch jene Gutachterin, Dr. phil. G._____, auf deren Gutachten die Vorinstanz zur 

Verneinung eines zusätzlichen Gutachtens betreffend den Kläger verweise, zum 

Schluss gekommen, dass die Pathologie des Klägers nicht zu unterschätzen und 

insbesondere sein Kontrollzwang enorm stark ausgeprägt sei. Es sei daher wich-

tig, eine gutachterliche, psychiatrische Untersuchung des Klägers in die Wege zu 

leiten. Auch die mit dem psychiatrischen Gutachten der Beklagten beauftragten 

Gutachter, lic. phil. H._____ und Prof. Dr. phil. Dr. med. I._____, hätten entspre-

chend eine gutachterliche, psychiatrische Untersuchung des Klägers empfohlen 

(vgl. Urk. 5/162, S. 10 und 13). Die Vorinstanz habe sich über diese Empfehlun-

gen von drei Gutachtern hinweggesetzt, was mit Blick auf das Kindeswohl in kei-

ner Weise nachvollzogen werden könne. Wenn die Vorinstanz diese Empfehlun-

gen als vage und unbegründet werte (vgl. Urk. 2 S. 29 f., E. II.38.), hätte sie in 

Nachachtung des uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes dazu weitere 

Abklärungen tätigen, insbesondere bei den Gutachtern diesbezüglich eine weitere 

Begründung verlangen müssen. Immerhin sei auch zu beachten, dass im Zeit-

punkt der Erstellung der Gutachten betreffend D._____ eine Obhutszuteilung an 

den Kläger noch nicht einmal ein Thema gewesen sei (vgl. Urk. 1, insbesondere 

S. 4 ff., 17 und 20 ff.). 

2.2 Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Bei der Anordnung von 

(nötigen) Massnahmen während des Getrenntlebens geht es darum, möglichst 

rasch eine optimale Situation für das Kind zu schaffen. Langwierige Abklärungen, 

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etwa durch Gutachten, sollten dabei auch im Streitfall nicht die Regel sein, son-

dern nur angeordnet werden, wenn besondere Umstände (z.B. sexueller Miss-

brauch von Kindern, Gewalttätigkeiten gegenüber Kindern u.Ä.) vorliegen, auf-

grund welcher das Gericht an die Grenzen seiner Beurteilungsfähigkeit stösst, 

wobei dem Gericht diesbezüglich ein gewisses Ermessen zukommt (BGer 

5A_529/2014 vom 18. Februar 2015, E. 2.3; ZK-Bräm/Hasenböhler, Art. 176 ZGB 

N 90).  

In casu sind keine besonderen Umstände im obgenannten Sinne ersichtlich. Die 

Beklagte bringt diesbezüglich zwar vor, dass die Vorinstanz die vom Kläger ver-

übten Straftaten und sein sonstiges Verhalten in der Vergangenheit bagatellisiere. 

Die seitens der Beklagten im Plädoyer vom 13. März 2017 aufgeführten Beispiele 

zur Gewaltbereitschaft des Klägers und zum für sich sprechenden Chat-Verkehr 

zwischen den Parteien (vgl. Urk. 5/438 S. 6 ff. und 13 f.) zeigten den Charakter, 

die kriminelle Energie und insgesamt, wozu der Kläger fähig sei. Auch ergebe 

sich aus den Akten, dass die Kinder bei den Vorfällen – wie dies bei Fällen von 

häuslicher Gewalt die Regel sei – zugegen gewesen seien. Die vom Kläger aus-

gehende Gewalt habe sich nicht nur gegen die Beklagte gerichtet, sondern auch 

gegen Beamte und insbesondere auch gegen die Kinder. Entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz hätten die Delikte nicht ausschliesslich im Zusammenhang mit der 

Paarbeziehung gestanden, was sich namentlich im Urteil des Obergerichtes des 

Kantons Zürich vom 31. Mai 2011 widerspiegle. Mit diesem Entscheid sei der 

Kläger der Körperverletzung, der versuchten Drohung und der Gewalt und Dro-

hung gegen Beamte für schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 

neun Monaten bestraft worden. Bei jenem Vorfall sei die damals sieben Monate 

alte D._____ auf dem Arm der Beklagten gewesen, was den Kläger nicht davon 

abgehalten habe, der Beklagten gegenüber stark gewalttätig zu werden. Er habe 

ihr D._____ entrissen und sogar gedroht, das Kind auf den Boden fallen zu las-

sen. Der damals neunjährige C._____ sei dann zwischen die Eltern gegangen, 

woraufhin die Beklagte aus dem Küchenfenster habe fliehen können. Dieser Vor-

fall sei denn auch kein Einzelfall gewesen. Auch in den folgenden Jahren habe 

sich der Kläger weiterhin straffällig verhalten und sei erst am 14. Juli 2016 unter 

anderem wegen Stalking zulasten der Beklagten verurteilt worden. Auch gegen-

- 14 - 

wärtig sei ein (weiteres) Strafverfahren am Obergericht des Kantons Zürich pen-

dent. Dass aus all diesen Vorfällen nicht kindeswohlgefährdende Umstände er-

kannt würden, sei unerklärlich (Urk. 1 S. 14 ff.). 

Gegenwärtige kindeswohlgefährdende Umstände bzw. eine ernsthafte Einschrän-

kung der Erziehungsfähigkeit des Klägers lassen sich aus diesen Ausführungen 

der Beklagten jedoch nicht ableiten. Die Beklagte will solches insbesondere aus 

einer Vorstrafe folgern, deren Sachverhalt sich unbestrittenermassen am 19. Ok-

tober 2009 und mithin vor knapp acht Jahren zutrug. Da beim Entscheid über die 

Obhutszuteilung auf die aktuellen Verhältnisse abzustellen ist, erweist sich dies 

als unbehelflich.  

Die weiteren von der Beklagten im Plädoyer vom 13. März 2017 aufgeführten 

Beispiele jüngerer strafbarer Handlungen des Klägers standen augenscheinlich, 

wie dies auch die Vorinstanz festgestellt hat, (fast) ausschliesslich im Zusammen-

hang mit der Paarbeziehung und die Aggressionen richteten sich nicht gegen die 

Kinder (vgl. Urk. 438 S. 6 ff. und 13 f.). Es ist vorliegend unbestritten, dass die 

Paarbeziehung zwischenzeitlich aufgelöst ist, so dass keine Anhaltspunkte für ei-

ne weitere Delinquenz des Klägers bestehen (vgl. Urk. 2 S. 29, E. II.36.).  

Auch aus dem Urteilsdispositiv der II. Strafkammer am Obergericht des Kantons 

Zürich vom 11. Juli 2017 resultiert nichts anderes. Dem vom Obergericht zu über-

prüfenden Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 14. Juli 2016 lag 

ein Sachverhalt zugrunde, der sich offenbar im Oktober 2014 zugetragen hat (vgl. 

Urk. 20; Urk. 5/438 S. 9 mit Verweis auf Urk. 5/427/2; Urk. 1 S. 15). 

Im Entscheid der Kammer vom 26. April 2017 betreffend aufschiebende Wirkung 

wurde darauf hingewiesen, dass der Antrag der Beklagten auf eine Begutachtung 

des Klägers von der Vorinstanz bereits mit Verfügung vom 30. Juni 2015 abge-

wiesen worden war (Urk. 5/183 S. 24, Disp.-Ziff. 13). Dieser Entscheid war mit 

Beschluss der Kammer vom 21. Januar 2016 geschützt worden (Urk. 5/209 S. 21, 

Disp.-Ziff. 3; Urk. 11 S. 11 E. 5. lit. d). Klarzustellen ist diesbezüglich ferner, dass 

dem Erziehungsfähigkeitsgutachten von Dr. phil. G._____ vom 13. Februar 2015 

eine Empfehlung für eine psychiatrische Untersuchung des Klägers nicht zu ent-

- 15 - 

nehmen ist (vgl. Urk. 5/111). Eine entsprechende Empfehlung ergibt sich lediglich 

aus einer von den mit dem psychiatrischen Gutachten der Beklagten beauftragten 

Gutachtern, lic. phil. H._____ und Prof. Dr. phil. Dr. med. I._____, erstellten Tele-

fonnotiz (vgl. Urk. 162, S. 10). Letztere Gutachter scheinen denn auch lediglich 

gestützt auf diese Telefonnotiz am Schluss ihres Gutachtens vom 10. Juni 2015 

eine nähere Untersuchung der psychischen Gesundheit des Klägers zu empfeh-

len (vgl. Urk. 162 S. 13). Weiteres kann diesbezüglich dem Gutachten nicht ent-

nommen werden. Die Empfehlung auf eine Untersuchung der psychischen Ge-

sundheit des Klägers ist selbstredend nicht dahingehend zu verstehen, dass sich 

eine psychiatrische Begutachtung geradezu aufdrängt, weshalb die Vorinstanz 

diese zu Recht als vage und unbegründet erachtete (Urk. 2 S. 29 f. E. II.38). Dass 

in Nachachtung des uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes durch die Vo-

rinstanz weitere Abklärungen notwendig gewesen wären, ist nicht ersichtlich. Im 

Übrigen kann, was eine psychiatrische Begutachtung des Klägers anbelangt, auf 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 2 S. 29 f. 

E. II.38).  

2.3 Die Beklagte anbegehrt vorliegend die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 8 des 

angefochtenen Entscheids (Abweisung des Antrags auf Einholung eines Erzie-

hungsfähigkeitsgutachtens). Dem ist entgegenzuhalten, dass bereits mit 

Urk. 5/111 ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über beide Parteien eingeholt wur-

de (Urk. 2 S. 29, E. II. 37). Dieses äussert sich über die (bestehende) Erziehungs-

fähigkeit des Klägers, auch wenn betreffend D._____ eine Obhutszuteilung an 

den Kläger damals noch kein Thema war (vgl. Urk. 5/111 S. 14 f.). In Überein-

stimmung mit der Vorinstanz und mit Verweis auf deren zutreffenden Erwägungen 

ist davon auszugehen, dass vorliegend – wie sogleich aufzuzeigen sein wird – 

kein Grund für ein erneutes Erziehungsfähigkeitsgutachten besteht (Urk. 2. S. 30, 

E. II. 39).  

2.4 Auch bezüglich der von der Beklagten anbegehrten Aufhebung von Disposi-

tiv-Ziffer 9 des angefochtenen Entscheids (Abweisung des Antrags auf Einholung 

eines Berichtes von Dr. E._____) kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vo-

rinstanz verwiesen werden (Urk. 2 S. 30, E. II.41.). Die Beklagte setzt sich in ihrer 

- 16 - 

Berufung mit diesen Erwägungen nicht auseinander und vermag daher ihrer Be-

gründungspflicht nicht nachzukommen. Auf den entsprechenden Aufhebungsan-

trag ist daher nicht einzutreten.  

2.5 Nach dem Gesagten bestand für die Vorinstanz bzw. besteht für die Kam-

mer eine genügende Entscheidgrundlage. Weiterungen sind – auch aufgrund des 

vorliegend summarischen Verfahrens – nicht angezeigt. 

3.1 Die Beklagte beanstandet weiter, dass sich der vorinstanzliche Entscheid 

insbesondere auf zwei Berichte der Beiständin stütze, welchen wiederum im We-

sentlichen die Protokolle der Besuchsrechtsbegleitperson und "Aussagen des 

Kinderheims" zugrunde lägen und damit einseitige, subjektive Momentaufnahmen 

wiedergäben. Die Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit der Beklagten sei im Er-

ziehungsfähigkeitsgutachten von Dr. phil. G._____ vom 13. Februar 2015 

(Urk. 5/111) sowie im psychiatrischen Gutachten von lic. phil. H._____ und 

Prof. Dr. phil. Dr. med. I._____ vom 10. Juni 2015 (Urk. 5/162) bestätigt worden. 

Die Gutachten vermöchten insbesondere nicht durch zwei Berichte einer Beistän-

din, welche offensichtlich aus einem Groll gegenüber der Beklagten heraus ent-

standen seien, in Frage gestellt zu werden (Urk. 1 S. 8 und 12).  

3.2 Das Gutachten von Dr. phil. G._____ datiert vom 13. Februar 2015 

(Urk. 5/111), mit Exploration ab 2014 und mithin vor dem Hintergrund des damals 

offen ausgetragenen Paarkonflikts. Auch das Gutachten von lic. phil. H._____ und 

Prof. Dr. phil. Dr. med. I._____ wurde 2015 erstellt (10. Juni 2015; Urk. 5/162). 

Gegenstand dieses Gutachtens bildete einzig die Gesundheit der Beklagten. Da 

nur die Beklagte untersucht wurde, können aus diesem keine Rückschlüsse auf 

den Kläger gezogen werden. Richtig ist, dass im ersten Gutachten eine Rückplat-

zierung von D._____ zum Kläger noch nicht in Betracht gezogen wurde. Dennoch 

wurde ihm die Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit attestiert. Zwar attestierte das 

Gutachten dieselbe Fähigkeit auch auf Seiten der Beklagten (vgl. Urk. 111 S. 14 

ff.). Beide Gutachten repräsentieren aber den damaligen Stand und mithin eine 

veraltete Momentaufnahme. Zweifelsohne bestehen heute andere Verhältnisse, 

hat der angefochtene Entscheid doch (hauptsächlich) die Aufhebung der 

Fremdplatzierung und mithin die Rückübertragung des Aufenthaltsbestimmungs-

- 17 - 

rechts und der Obhut über D._____ an eine der Parteien zum Gegenstand. Wie 

die Vorinstanz zutreffend und unbestrittenermassen erwog, hatte sie nunmehr 

zum achten Mal im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen im laufenden Schei-

dungsverfahren die Anpassung der Kinderbelange zu prüfen. Zweimal wurden die 

entsprechenden Entscheide vom Obergericht überprüft und bestätigt. Damit ein-

hergehend hat sich die Vorinstanz bereits mehrfach und vertieft mit den Kinderbe-

langen auseinandergesetzt, weshalb sie in grundsätzlicher Hinsicht zu Recht zu-

nächst auf die vorher ergangenen Entscheide und dortigen Erkenntnisse verwie-

sen hat (vgl. Urk. 2 S. 5 ff., E. I.). Richtigerweise hat die Vorderrichterin auch da-

rauf hingewiesen, dass im angefochtenen Entscheid folglich eine vertiefte Ausei-

nandersetzung mit der Entwicklung der Kinderbelange seit den vorher ergange-

nen Entscheiden vorzunehmen war. Zurecht richtete sie sodann das Augenmerk 

hierbei schwergewichtig auf die Entwicklung ab Anfang 2016 bis heute (Urk. 2 

S. 23, E. II.18). Auch hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend 

darauf hingewiesen, dass im Scheidungsverfahren der Parteien neben umfang-

reichen Akten auch diverse Erkenntnisquellen und eine mehrjährige Beobach-

tungsdauer vorliegen (vgl. dazu Urk. 2 S. 30, E. 39). Damit hat sie dem angefoch-

tenen Entscheid augenscheinlich auch ihre eigene Wahrnehmung zugrunde ge-

legt, auch wenn sich dies letztlich im Entscheid nicht in Form von Zitaten wider-

spiegelt. In tatsächlicher Hinsicht liegen als jüngste (objektive) Erkenntnisquellen 

die beiden Berichte der Beiständin und die Ausführungen der Parteien und Ver-

fahrensbeteiligten im Recht. Das daraus Entscheidende findet sich im angefoch-

tenen Entscheid (vgl. Urk. 2 S. 5 ff., E. I.). Die zentrale Rolle nehmen dabei die 

beiden Berichte der Beiständin vom 11. Oktober 2016 und vom 13. Januar 2017 

ein, welche gemäss Vorinstanz detailliert, nachvollziehbar und umfassend seien 

und sich auch mit den übrigen Akten deckten, weshalb auf diese abzustützen sei 

(Urk. 2 S. 25 f., E. II. 23). Dem ist beizupflichten (vgl. Urk. 5/362 und 5/388; Urk. 2 

S. 6 ff. und 14 ff., E. I.5. und I.7.). Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, 

dass die Berichte nicht unparteiisch und fast ausschliesslich zu Gunsten des Klä-

gers verfasst worden seien. Die Berichte der Beiständin bringen ein teils nicht ko-

operatives Verhalten der Beklagten gegenüber den involvierten Personen und 

Behörden zum Ausdruck. Die Beklagte räumt selbst ein, dass dem durchaus teils 

- 18 - 

so gewesen sei, wofür aber Verständnis aufzubringen sei (Urk. 1 S. 8 ff.). Wenn 

der Beklagten unkooperatives Verhalten attestiert wird, entspricht dies also der 

Realität, weshalb daraus keine Parteilichkeit der Beiständin abgeleitet werden 

kann. Wie die Beklagte überdies selbst eingesteht, berichtet die Beiständin 

durchaus auch Positives über sie, (Urk. 1 S. 7, 11; Urk. 5/361 S. 2 und 4). Eine 

Parteilichkeit der Beiständin ist auch nicht darin auszumachen, dass sie in ihren 

Berichten die positive Entwicklung des Klägers aufzeigt, insbesondere wenn sie 

sich mit den Wahrnehmungen anderer Beteiligter zu decken vermögen. 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die beklagtische Auffas-

sung fehlschlägt, wonach ihr eingestandenes, teils nicht kooperatives Verhalten 

das Kindeswohl von D._____ nicht tangiere und ihre erwiesene Erziehungs- und 

Betreuungsfähigkeit nicht beschneide, habe dies doch nichts mit der Eltern-Kind-

Beziehung, sondern nur mit der Eltern-Behörden-Beziehung zu tun (Urk. 1 S. 10). 

Vorliegend steht einzig eine Rückübertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts 

und der Obhut über D._____ an einen Elternteil verbunden mit einem Setting 

(Familienbegleitung etc.) zur Debatte. Das Kindeswohl von D._____ kann daher 

zumindest gegenwärtig nur mit einem kooperativen Verhalten aller Beteiligten 

bestmöglich gewährleistet werden. Dass mit einer Rückübertragung des Aufent-

haltsbestimmungsrechts und der Obhut über D._____ an die Beklagte künftig ein 

kooperativeres Verhalten der Beklagten einherginge (Urk. 1 S. 27 ff.), bleibt im 

gegenwärtigen Zeitpunkt ungewiss. Solches steht nicht im Einklang mit den Ak-

ten, auch wenn diesen ein zeitweilig durchaus positives Verhalten der Beklagten 

entnommen werden kann (vgl. exemplarisch Urk. 5/269/6). 

4.1 Weiter moniert die Beklagte, dass D._____ vor Erlass des angefochtenen 

Entscheides nicht angehört worden sei. Dies lasse sich nicht rechtfertigen, da 

D._____ mit dem angefochtenen Entscheid nun zum ersten Mal in ihrem Leben 

beim Kläger wohnen und leben solle. Auch hierin sei eine Verletzung des unein-

geschränkten Untersuchungsgrundsatzes zu erblicken. Hauptbezugsperson von 

D._____ sei seit der Geburt die Beklagte gewesen (Urk. 1 S. 5 f. und 9). 

4.2 Dem ist zu entgegnen, dass D._____ am 30. März 2016 sehr wohl von der 

Vorinstanz angehört wurde (Urk. 255 f.). D._____ war damals sieben Jahre alt. Ih-

- 19 - 

re Urteilsfähigkeit war damals damit noch nicht vollständig entwickelt. Diese dürfte 

nunmehr mit einem Alter von achteinhalb Jahren wohl besser gewährleistet, aber 

auch noch nicht ausgereift sein. Zudem gilt es vorliegend besondere Umstände 

zu berücksichtigen.  

Für D._____ wurde bereits mit Zirkulationsbeschluss der Vormundschaftsbehörde 

der Stadt Zürich vom 30. April 2009 eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 

2 angeordnet und J._____ zur Beiständin ernannt. Die Beistandschaft wurde auf-

grund einer Intervention der Beklagten errichtet, weil sie sich gemäss eigenen 

Angaben mit der neugeborenen D._____ überfordert gefühlt habe und diese am 

liebsten weggegeben hätte (vgl. Urk. 5/51/11). Im April 2010 fand auf Wunsch der 

eingesetzten Beiständin erstmals ein Mandatswechsel statt. Gemäss der damali-

gen Beiständin sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Kindsmutter 

nicht mehr möglich gewesen (vgl. Urk. 5/51/36). Das Mandat wurde – auch da die 

Aufrechterhaltung der Beistandschaft von der Vorinstanz mit Verfügung vom 

8. März 2010 bestätigt wurde (vgl. Urk. 5/51/41) – in der Folge vorübergehend 

von K._____ übernommen (vgl. Urk. 5/51/42 f.). Die Beklagte erhob Einsprache 

gegen die vorgesehene Beiständin und die Erweiterung von deren Aufgaben ge-

mäss der vorgenannten Verfügung (vgl. Urk 5/51 46 ff.). Mit Verfügung der Vor-

mundschaftsbehörde der Stadt Zürich wurde dann L._____ als Beiständin ernannt 

(vgl. Urk. 5/51/54). Die heutige Beiständin M._____ wurde wegen eines Stellen-

wechsels von L._____ mit Beschluss der KESB der Stadt Zürich vom 19. August 

2014 mandatiert (vgl. Urk. 5/51/114). Die Prozessbeistandschaft besteht seit dem 

21. August 2014 (vgl. Urk. 5/17). Nach dem Gesagten war die Beklagte praktisch 

seit der Geburt von D._____ auf Unterstützung durch eine Beiständin angewie-

sen. Die gegenwärtige Beiständin von D._____ ist nunmehr seit rund drei Jahren 

im Amt. Aus ihren beiden Berichten vom 11. Oktober 2016 und vom 13. Januar 

2017 erhellt, dass sie über beste und zuverlässige Kenntnisse der sich um 

D._____ präsentierenden Verhältnisse verfügt (vgl. Urk. 5/362 und 5/388; Urk. 2 

S. 6 ff. und 14 ff., E. I.5. und I.7.). Auch die Prozessbeiständin kennt die Kinder 

aufgrund ihrer – unbestritten vorgenommenen – Besuche persönlich. Dass Letzte-

re kaum Einblick in das Leben der Verfahrensbeteiligten (D._____ und C._____) 

haben soll, stellt daher eine pauschale und mithin blosse Behauptung dar (vgl. 

- 20 - 

Urk 1 S. 13). Sowohl die Beiständin als auch die Prozessbeiständin von D._____ 

kennen die Bedürfnisse und Wünsche von D._____ und wissen, was für ihr Kin-

deswohl am Förderlichsten ist, beinhaltet ihr jeweiliges Mandat doch die Wahrung 

der Interessen von D._____.  

Wie oben dargelegt, ist unbestritten, dass Hauptbezugsperson von D._____ vor 

ihrer Fremdplatzierung vom 6. bis 9. Altersjahr die Beklagte war (vgl. Ziff. III.1.1 

vorstehend). Allerdings bestanden nach dem soeben Gesagten praktisch seit der 

Geburt von D._____ Kindesschutzmassnahmen. Damit geht einher, dass die Be-

klagte ein dem Kindeswohl entsprechendes Aufwachsen von D._____ von deren 

Geburt an offensichtlich nicht allein gewährleisten konnte. Aufgrund ihres Alters 

ist ausserdem davon auszugehen, dass die Zeit ab dem Entzug des elterlichen 

Aufenthaltsbestimmungsrechts und der Obhut von D._____ massgeblicher ge-

prägt hat als diejenige zuvor. Wie bereits ausgeführt, ist vorliegend ohnehin auf 

die jüngere Vergangenheit abzustellen (vgl. Ziff. III.3.2 vorstehend). 

Mit all den im Recht liegenden Erkenntnisquellen aus der Vergangenheit von 

D._____ kann dem Kindeswohl und dem Wunsch von D._____ persönlich rechts-

genügend Rechnung getragen werden. Es besteht kein Anlass, den Kindeswillen 

zu hinterfragen. Eine weitere gerichtliche Anhörung und damit eine wiederholte 

Involvierung von D._____ in das Scheidungsverfahren der Parteien erweist sich 

nach dem Gesagten nicht als notwendig und als unnötige Belastung für sie. Dies 

gilt vor dem Hintergrund, dass D._____ nicht der Eindruck vermittelt werden soll, 

der Entscheid über das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Obhut sei von ihr 

persönlich abhängig.  

5.1.1  Die Beklagte kritisiert, die Vorinstanz habe Umstände, welche nicht im 

Zusammenhang mit dem Kindeswohl von D._____ stünden, gegen sie (die Be-

klagte) ausgelegt und alle gegen die Zuteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts 

bzw. der Obhut an den Kläger sprechenden Umstände in unerklärlicher Weise 

bagatellisiert (Urk. 1 S. 5 f.). Vorwürfe nämlicher Art finden sich in der ganzen Be-

rufungsschrift immer wieder, indem sich die Beklagte namentlich dahingehend 

äussert, dass das Verfahren schon lange nicht mehr neutral geführt werde (vgl. 

Urk. 1 S. 17 f.), dass beim Kläger offenbar gar nichts näher abgeklärt werden 

- 21 - 

müsse, sondern per se davon ausgegangen werde, es sei bei ihm alles perfekt, 

wohingegen auf ihrer Seite geradezu nach Gründen gesucht worden sei, um ihr 

die Zuteilung der Obhut über D._____ zu verweigern (Urk. 1 S. 21), oder dass 

sich hieraus vielmehr erneut bestätige, dass bei ihr nur das Negative gesucht und 

beim Kläger alles zu seinen Gunsten ausgelegt worden sei (Urk. 1 S. 18). Damit 

wirft die Beklagte der Vorinstanz Befangenheit und mithin ein unfaires Verfahren 

vor.  

5.1.2  Bereits mit Eingabe vom 13. Februar 2017 wurde gegen die Richterin im 

vorinstanzlichen Scheidungsverfahren ein Ausstandsbegehren gestellt. Darin er-

hob die Beklagte denselben Vorwurf (vgl. Urk. 5/415). Mit Verfügung des Einzel-

gerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 10. März 2017 wurde dieses 

Ausstandsbegehren abgewiesen (Urk. 5/430). Im unangefochten gebliebenen 

Entscheid wurde zusammenfassend festgehalten, dass kein Ausstandsgrund ge-

geben sei. Sämtliche beanstandeten Verfahrenshandlungen und Äusserungen 

der in der Hauptsache zuständigen Vorderrichterin erschienen weder für sich al-

lein noch in der Gesamtheit geeignet, einen Anschein der Befangenheit zu erwe-

cken bzw. den Verdacht auf Vorbefassung zu begründen (Urk. 5/430 S. 4 ff., 

E. II.). Bereits oben wurde dargelegt, dass bei der vorzunehmenden Beurteilung 

für die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil primär das Kindeswohl und alle da-

für wichtigen Umstände massgebend sind (vgl. Ziff. III.1.2 vorstehend). Für einen 

solchen Entscheid sind alle nach Lage der Dinge wesentlichen Aspekte in die 

Abwägung miteinzubeziehen. Naturgemäss resultiert dabei eine Gegenüberstel-

lung der Vor- und Nachteile. Das negative Ergebnis für eine Partei bedeutet nicht 

per se Parteilichkeit des Richters, ansonsten ein solcher Schluss bei jedem Zutei-

lungsentscheid zu ziehen wäre. 

5.2.1  Die Beklagte moniert zunächst, die Vorinstanz habe ihr abgestützt auf 

zwei Berichte der Beiständin die Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit abgespro-

chen, obschon diese aus zwei Gutachten (vgl. Ziff. III.3.1 vorstehend) erwiesen 

sei und im Erziehungsfähigkeitsgutachten ausdrücklich die Obhutszuteilung von 

D._____ an die Beklagte empfohlen worden sei (vgl. Urk. 1 S. 6 f.). Zwar habe die 

Vorinstanz ausgeführt, es seien im Gutachten von lic. phil. H._____ und Prof. Dr. 

- 22 - 

phil. Dr. med. I._____ vom 10. Juni 2015 bei der Erziehungsfähigkeit der Beklag-

ten Vorbehalte angebracht worden. Diese Bedenken habe die Beklagte insbeson-

dere mit Verweis auf die Entwicklungen im Jahr 2016 und die beiden Berichte der 

Beiständin nicht aus dem Weg räumen können. Was für Vorbehalte dies jedoch 

konkret seien, habe die Vorinstanz nicht ausgeführt (Urk. 1 S. 12). 

5.2.2  Wie bereits dargelegt hat die Vorinstanz für ihren Entscheid zu Recht ins-

besondere auf jüngere Erkenntnisquellen wie namentlich die beiden Berichte der 

Beiständin und nicht mehr primär auf die Gutachten abgestellt, zumal sich die 

jüngeren Erkenntnisquellen auch mit den übrigen Akten decken (vgl. Ziff. III.3.2 

vorstehend). Dass die Vorinstanz der Beklagten im angefochtenen Entscheid die 

Erziehungsfähigkeit gänzlich abgesprochen haben soll, ist nicht richtig. Sie hat le-

diglich zusammenfassend festgehalten, dass aufgrund der jüngsten Erkenntnis-

quellen bei der Beklagten ernsthafte Defizite bei der Erziehungsfähigkeit auszu-

machen seien (vgl. Urk. 2 S. 27, E. II. 33). Was die im Gutachten von lic. phil. 

H._____ und Prof. Dr. phil. Dr. med. I._____ vom 10. Juni 2015 angebrachten 

Vorbehalte bei der Erziehungsfähigkeit der Beklagten anbelangt, so hat die Vorin-

stanz rechtsgenügend auf die Stelle im Gutachten hingewiesen, wo die Gutachter 

entsprechende Bedenken äussern (vgl. Urk. 2 S. 26, E. II.30). So ist der zitierten 

Stelle zu entnehmen, dass die aus Sicht der Gutachter (mit Verweis auf das Er-

ziehungsfähigkeitsgutachten) gegebene Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit 

massiv sabotiert werde durch die hohe destruktive Paardynamik, an welcher die 

Beklagte massgeblichen Anteil habe. Die von der Pflegemutter und der Besuchs-

begleiterin kritisch geäusserten Punkte betreffend die Erziehungs- und Betreu-

ungsfähigkeit der Beklagten würden nach Ansicht der Gutachter vor allem die für 

die Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit zentralen Bereiche der Förder- und All-

tagsmanagementfähigkeiten (Hausaufgaben machen, Tagesstruktur, Essen etc.) 

betreffen. Die Beklagte könnte diese bspw. mittels einer intensiven Erziehungsbe-

ratung verbessern (vgl. Urk. 162 S. 11 f.). Zweifelsohne sind hierin Vorbehalte 

hinsichtlich der – damals grundsätzlich bejahten – Erziehungs- und Betreuungs-

fähigkeit der Beklagten zu erblicken. 

- 23 - 

5.3.1  Weiter macht die Beklagte geltend, dass im angefochtenen Entscheid der 

Hauptvorwurf die mangelnde Kooperation der Beklagten mit den involvierten Per-

sonen und Behörden bilde. Die Vorinstanz habe nicht einmal ansatzweise ver-

sucht, Verständnis für die Situation der Beklagten aufzubringen und sich in ihre 

Lage zu versetzen. Tatsache sei, dass die Beklagte bei der Trennung von ihrem 

gewalttätigen Ehemann geflüchtet sei. Aufgrund der Streitereien seien ihr dann ih-

re Kinder weggenommen worden. Trotz aktenkundiger Gewaltbereitschaft des 

Klägers und der damit verbundenen berechtigten Ängste und Bedenken ihrerseits 

sei der Kläger in der Folge dann auch noch darin unterstützt worden, eine Bezie-

hung zu den Kindern aufzubauen. Die Nichtberücksichtigung ihrer Situation und 

die bedenkenlose Unterstützung des Klägers, der im Übrigen bis dahin nicht viel 

mit den Kindern zu tun gehabt habe, sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie sich 

gegen die Handhabung den involvierten Personen und Behörden gewehrt habe 

und wehre. Ihre Bemühungen um das Wohl ihrer Kinder seien nicht nur auf kein 

Gehör gestossen, sondern würden ihr nun angelastet und es werde ihr vorgewor-

fen, dass sie nicht kooperiere. Dabei sei es doch verständlich, dass sie enttäuscht 

sei und auch gegenüber den involvierten Personen und Behörden Vorwürfe 

äussere. Das ihr angelastete nicht kooperative Verhalten zeige lediglich ihre Ver-

zweiflung und ihr Unverständnis über deren Verhalten. Über ihre Erziehungs- und 

Betreuungsfähigkeit sage dies nichts aus. Zwar erwähne die Vorinstanz in einem 

Satz, dass es zwischendurch durchaus positive Ansätze und erfreuliche Besuche 

seitens der Beklagten gegeben habe, "ohne aber diese natürlich konkret zu nen-

nen". Obschon die Situation für sie äusserst schwierig gewesen und noch sei, ha-

be sie sich lange wohlverhalten und sei auch kooperativ gewesen. Dies, und dass 

sie sich gegenüber der Familienbegleiterin offen gezeigt habe und Ratschläge 

umgehend in die Praxis umgesetzt habe, widerspiegle sich bspw. in Besuchspro-

tokollen (vgl. Urk. 5/269/6). Auch der dem Bericht der Beiständin vom 11. Oktober 

2016 (Urk. 5/361) beiliegende Verlaufsbericht vom 26. September 2016 bestätige, 

dass zu Beginn eine kooperative und absprachefähige Zusammenarbeit mit der 

Familienbegleiterin habe erreicht werden können (vgl. Urk. 5/363/2). Auch die Zu-

sammenarbeit mit den Gutachtern sei sehr positiv verlaufen. Dass eine längerfris-

tige konstruktive Zusammenarbeit mit einer Familienbegleitung nicht möglich sei, 

- 24 - 

sei folglich eine Unterstellung. Mit einer Rückübertragung des Aufenthaltsbestim-

mungsrechts und der Obhut über D._____ an die Beklagte ginge selbstredend 

künftig ein kooperativeres Verhalten ihrerseits einher, weil das zuvor geschaffene 

Unrecht beiseite geschafft würde (vgl. Urk. 1 S. 6 ff.). 

5.3.2  Wohl ist zutreffend, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid le-

diglich erwog, es habe zwischendurch auch auf Seiten der Beklagten durchaus 

positive Besuche und erfreuliche Ansätze gegeben, ohne solche konkret zu nen-

nen oder auf solche hinzuweisen (vgl. Urk. 2 S. 27, E. II.32 f.). Dass damit na-

mentlich die (eben wenigen) positiv verlaufenen Besuche der Beklagten, wie jener 

vom 7. März 2016 (Ersttermin zur Fallvorstellung und zum Kennenlernen; vgl. 

Urk. 5/269/6), oder die erfreuliche Rückmeldung, dass zu Beginn (offenbar be-

zugnehmend zum eben genannten Besuch) eine kooperative und absprachefähi-

ge Zusammenarbeit mit der Familienbegleiterin erreicht werden konnte (vgl. 

Urk. 5/363/2 S. 2), gemeint sind, ergibt sich jedoch selbstredend. Aus den zutref-

fenden Erwägungen der Vorinstanz erhellt aber auch, dass diesen positiven As-

pekten Defizite bei der Erziehungsfähigkeit gegenüberstehen (vgl. Urk. 2 S. 25 ff. 

und 27, E.II.24. ff. und II.33). Die durchaus positiven Besuche und erfreulichen 

Ansätze vermögen im Gesamtkontext Letztere nicht aufzuwiegen (vgl. Urk. 2 

S. 27, E. II.32.). Auch kann aus ihnen nicht auf die Möglichkeit einer längerfristig 

konstruktiven Zusammenarbeit mit einer Familienbegleitung geschlossen werden. 

Für einen solchen Schluss hätte sich die Beklagte in der Vergangenheit beständi-

ger und kooperativer zeigen müssen. In diesem Zusammenhang ist der Vorin-

stanz auch beizupflichten, dass die beklagtischen Ausführungen, wonach sie auf-

grund der Einseitigkeit konsterniert sei und deshalb nicht mehr kooperiert habe, 

nicht zu überzeugen vermögen (vgl. Urk. 2 S. 25 E.II.24). Die Beklagte ist an die-

ser Stelle darauf hinzuweisen, dass Erziehung und elterliche Fürsorge zeitweilig 

durchaus einen langen Atem und auch eine gewisse Frustrationstoleranz bedin-

gen. Wie oben dargelegt, bleibt im gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund der bisheri-

gen Entwicklung äusserst ungewiss, ob mit einer Rückübertragung des Aufent-

haltsbestimmungsrechts und der Obhut über D._____ an die Beklagte künftig ein 

kooperativeres Verhalten der Beklagten einherginge (vgl. Ziff. III.3.2 vorstehend). 

- 25 - 

5.4.1  Die Beklagte moniert weiter, dass die Vorinstanz wiederum abgestützt auf 

die beiden Berichte der Beiständin den Standpunkt einnehme, gegen eine Rück-

platzierung von D._____ zum Kläger seien keine grundsätzlichen Vorbehalte an-

zubringen. Diesem Schluss könne nicht gefolgt werden. Sein straffälliges und 

sonstiges, dem Kindeswohl entgegenstehende Verhalten, seine fehlende Ein-

sichtsfähigkeit und Impulskontrolle, sein Sabotieren der Kind-Mutter-Beziehung 

und die Instrumentalisierung (insbesondere von D._____ durch Versprechungen) 

sowie die auch von der Beiständin erwähnte kritische Wohn- und Arbeitssituation 

stünden einer Rückübertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts und der Ob-

hut über D._____ an den Kläger sehr wohl entgegen (vgl. Urk. 1 S. 13 ff.). Dieser 

Auffassung der Beklagten kann, wie im folgenden zu zeigen sein wird, nicht ge-

folgt werden (vgl. Urk. 1 S. 14 ff.). 

5.4.2  Hinsichtlich des straffälligen Verhaltens des Klägers kann auf das bereits 

oben Ausgeführte im Zusammenhang mit der seitens der Beklagten anbegehrten 

Begutachtung des Klägers verwiesen werden. Es bestehen keine Anhaltspunkte 

dafür, dass von einer neuerlichen Delinquenz des Klägers auszugehen ist (vgl. 

Ziff. III.2.2 vorstehend). Was die inkriminierenden Äusserungen des Klägers im 

zwischen den Parteien geführten Chat-Verkehr anbelangt, ist auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. Urk. 2 S. 24, E. II.21.). Diese 

Äusserungen sind nicht der jüngeren Vergangenheit zuzuordnen. Auch diese 

standen augenscheinlich im Zusammenhang mit der Paarbeziehung. Nach den 

übereinstimmenden Parteidarstellungen bestehen in der jüngeren Vergangenheit 

keine persönlichen Kontakte mehr. Weder aus der (früheren) Delinquenz des Klä-

gers noch aus dem im Recht liegenden (ebenfalls bereits älteren) Chat-Verkehr 

können daher kindeswohlgefährdende Umstände abgeleitet werden. Gleiches gilt 

für die von der Beklagten aus der Delinquenz und dem Chat-Verkehr und mithin 

aus der Vergangenheit gezogenen Schlüsse, dass die Vorbildfunktion nachhaltig 

anzuzweifeln sei oder die Kinder beim Kläger einem grossen Risiko ausgesetzt 

wären. Nicht aktenkundig und damit eine blosse Behauptung ist ferner, dass die 

Kinder nach dem 19. Oktober 2009 gewalttätige Eskapaden des Klägers miterlebt 

hätten (vgl. Ziff. III.2.2 vorstehend). 

- 26 - 

In diesem Zusammenhang ist dem Kläger zu Gute zu halten, dass er über einen 

längeren Zeitraum eine Psychotherapie – die in seinem Einverständnis von der 

Vorinstanz angeordnet wurde (Urk. 5/183 S. 24, Disp.-Ziff. 11) – tatsächlich in An-

spruch genommen hat. Obwohl sich auch die Beklagte bereits vor über zwei Jah-

ren freiwillig für eine entsprechende Therapie verpflichtet hat, ist eine solche – 

trotz ebenfalls entsprechender Anordnung der Vorinstanz (Urk. 5/183 S. 24, Disp.-

Ziff. 12) – bis heute nicht nachhaltig in Gang gekommen (vgl. Urk. 2 S. 26 und 33, 

E. II.28 und II.50). Die umgesetzte Therapie zeigt, dass beim Kläger von fehlen-

der Einsichtsfähigkeit (vgl. Titel in Urk. 1 S. 16) keine Rede sein kann. Klarzustel-

len ist an dieser Stelle auch, dass im anfangs 2015 erstellten Erziehungsfähig-

keitsgutachten ein "gewisser" Mangel an Einsicht festgestellt wurde, weil der Klä-

ger damals offenbar eine anhaltend ablehnende Haltung in Bezug auf die 

Fremdplatzierung zeigte und die Gründe für diese nicht einzusehen vermochte 

(vgl. Urk. 5/111 S. 15). Eine grundsätzlich mangelnde Einsichtsfähigkeit wurde 

ihm nicht attestiert. 

Die beiden Berichte der Beiständin vom 11. Oktober 2016 und vom 13. Januar 

2017 bringen denn auch zum Ausdruck, dass die über eine längere Zeit in An-

spruch genommene Therapie deutlich Früchte getragen und zu einer nachhalti-

gen Veränderung seines Verhaltens geführt hat (vgl. Urk. 5/362 und 5/388; Urk. 2 

S. 6 ff. und 14 ff., E. I.5. und I.7.). Die Hinweise der Beklagten auf einzelne Rück-

fälle des Klägers in sein früheres Verhaltensmuster vermögen seinen grundsätz-

lich feststellbaren positiven Veränderungen nicht entgegenzuwirken. So ergibt 

sich aus dem von der Beklagten zitierten Besuchsprotokoll vom März 2016, dass 

das damals als ungeduldig und aufbrausend vermerkte Verhalten des Klägers le-

diglich auf einem Missverständnis beruhte und in zeitlicher Hinsicht nur einen Au-

genblick betraf (vgl. Urk. 5/269/6 S. 3). Dass der Kläger anlässlich der Verhand-

lung vom 13. März 2017 die Kontrolle über sich verloren hat und ausfällig gewor-

den ist, wird von der Vorinstanz nicht nur im Verhandlungsprotokoll (Prot. I 

S. 254) erwähnt, sondern entgegen der Beklagten auch im angefochtenen Ent-

scheid. Die Vorinstanz bemerkte diesbezüglich zutreffend, dass ein solches Ver-

halten dem Kläger wohl negativ anzulasten und im Rahmen der Einsichtsfähigkeit 

und Impulskontrolle zu würdigen sei, aber keine grundsätzlichen Bedenken zu 

- 27 - 

begründen vermöge. Dennoch indiziere dieses Verhalten neben anderem, dass 

der Kläger (weiteren) Unterstützungsbedarf habe, weshalb sich die Aufrechterhal-

tung der Familienbegleitung rechtfertige (vgl. Urk. 2 S. 28 und 32, E. II.35 und 

II.42.). Auch die von der Beklagten kritisierte Aufhebung der mit Verfügung der 

Vorinstanz vom 30. Juni 2015 angeordneten Psychotherapie ist nicht zu bean-

standen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, wurde diese ursprünglich im Ein-

verständnis mit dem Kläger angeordnet. Nachdem der Kläger über einen längeren 

Zeitraum eine Therapie in Anspruch genommen hat, heute aber keinen Bedarf 

mehr sieht, fehlt aktuell die Grundlage für deren Aufrechterhaltung (vgl. Urk. 2 

S. 33, E. II.50.; vgl. zum Ganzen Urk. 1 S. 14 ff.). 

5.4.3  Wie erwähnt, beanstandet die Beklagte das Sabotieren der Kind-Mutter-

Beziehung durch den Kläger und seine Instrumentalisierung (insbesondere von 

D._____ durch Versprechen des Klägers) als von der Vorinstanz zu wenig ge-

wichtet. Auch in diesem Zusammenhang ist zunächst festzustellen, dass die Be-

klagte in ihrer Argumentation (wiederum) hauptsächlich auf das anfangs 2015 er-

stellte Erziehungsfähigkeitsgutachten abstellt (vgl. Urk. 5/111 S. 15 f.) und sie die 

vorliegend massgeblichen, aktuellen und jüngeren Verhältnisse und Entwicklun-

gen unberücksichtigt lässt. Nicht richtig ist auch der Standpunkt der Beklagten, 

dass die Vorinstanz eine (allenfalls mögliche) Einflussnahme des Klägers auf die 

Mutter-Kind-Beziehung nicht beachtet hätte. Sie hat unter Hinweis auf die beiden 

Berichte der Beiständin erwogen, dass keine "grundsätzlichen" Vorbehalte ge-

genüber einer Rückplatzierung von D._____ zum Kläger anzubringen seien (vgl. 

Urk. 2 S. 27, E. II.34). Der – von der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid wie-

dergegebenen – Berichterstattung der Beiständin zufolge sei der Kläger sich in 

Bezug auf die Beklagte bewusst, dass er seine Kinder nicht negativ beeinflussen 

dürfe. Vielmehr brauche es Verständnis für die Mutter, damit die Kinder den Zu-

gang nicht verlieren würden. Diesbezüglich sei durchaus noch Lernbedarf auszu-

machen (Urk. 2 S. 12 f. E. I.5.19; Urk. 5/361 S. 5). Im Übrigen ist die Beklagte 

selbst in der jüngeren Vergangenheit den Nachweis schuldig geblieben, dass sie 

in der Lage wäre, die Vater-Kind-Beziehung zu respektieren. Zumindest gegen-

über der Vorinstanz hat sie sich nicht zurückhalten können, schlecht über den 

Kläger zu sprechen (vgl. Prot. I S. 247 f.). Auch dass der in diesem Zusammen-

- 28 - 

hang von der Beklagten als Beispiel genannte Kontaktabbruch von C._____ zur 

Beklagten auf ein instrumentalisierendes Verhalten des Klägers zurückzuführen 

wäre, bleibt mit Blick auf das von der Beklagten erwähnte Schreiben von C._____ 

vom 12. Januar 2016 blosse Behauptung. Ein Einfluss des Klägers auf C._____ 

ergibt sich aus diesem Schreiben in keinerlei Hinsicht. Vielmehr ist in ihm der Ein-

satz des grossen Bruders für seine kleine Schwester zu erblicken, setzt er sich 

doch primär für eine umgehende Lösungsfindung für D._____ ein (vgl. Urk. 

5/440/1). C._____ ist 17 Jahre alt und steht damit kurz vor der Volljährigkeit und 

kann weitgehend seine eigenen Entscheide treffen. Offensichtlich verwehrt er ge-

genwärtig den Kontakt zur Beklagten vehement (vgl. Urk. 2 S. 7 E. I. 5.5; 

Urk. 5/361 S. 2), weshalb die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, dass eine Ob-

hutszuteilung von C._____ an die Beklagte augenfällig ausscheidet und mit der 

realen Erlebniswelt von C._____ nicht in Einklang zu bringen ist (vgl. Urk 2 S. 27 

E. II.31 und II.33). Ferner geht aus C._____s vorgenanntem Schreiben hervor, 

dass er offenbar – obschon er seit knapp drei Jahren unter der Obhut des Klägers 

steht (vgl. Ziff. III.1.1 vorstehend) – vorübergehend (um den Jahreswechsel 2016) 

bei der Beklagten gelebt hat. Der Kläger hat sich dem offenbar nicht verwehrt. 

Weiter lässt sich auch nicht aus dem von der Beklagten zitierten Besuchsprotokoll 

vom 12. November 2016 auf ein solches dem Kläger vorgeworfenes Verhalten 

schliessen. Daraus ergibt sich lediglich ein Hinweis der Besuchsbegleiterin an den 

Kläger, keine nicht kindesadäquaten Gespräche vor den Kindern zu führen. Auch 

sei es insbesondere wichtig, keine abschätzigen oder negativen Bemerkungen 

über die Beklagte zu äussern (vgl. Urk. 5/390/12). Eine durch den Kläger beab-

sichtigte, quasi institutionalisierte Herabsetzung der Mutter-Kind-Beziehung lässt 

sich daraus nicht ableiten (vgl. Urk. 5/390/12). Was die Versprechungen des Klä-

gers an D._____ anbelangt, sie könne an Weihnachten 2016 bzw. nach den 

Sportferien 2017 nach Hause kommen, kann auf die Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (vgl. Urk. 2 S. 28 E. II.35.). Das Verhalten des Klägers ist unter 

keinen Umständen zu rechtfertigen. Insofern sind in Übereinstimmung mit der Vo-

rinstanz beim Kläger auch diesbezüglich gewisse Abstriche zu machen. Obwohl 

die Versprechungen des Klägers zu beanstanden sind, ergibt sich entgegen der 

Ansicht der Beklagten aus dem Bericht der Beiständin vom 13. Januar 2017 nicht, 

- 29 - 

dass diese eindeutige Regelverstösse darstellten (vgl. Urk. 5/388 S. 2). Im Übri-

gen stünden diesen auch solche der Beklagten gegenüber. Offenbar ist die Be-

klagte mit D._____ mehrmals "inoffiziell" und unerlaubt in Kontakt getreten (vgl. 

Urk. 2 S. 25 f., E. 25 ff.; vgl. zum Ganzen Urk. 1 S. 18 ff.). 

5.4.4  Schliesslich kritisiert die Beklagte, dass gegen eine Obhutszuteilung an 

den Kläger auch seine erneut aufgetretene problematische Arbeits- und Wohnsi-

tuation spreche, wie dem Bericht der Beiständin vom 13. Januar 2017 entnom-

men werden könne, (vgl. Urk. 5/388 S. 1). Was die Wohnsituation des Klägers 

anbelangt, ist davon auszugehen, dass sie sich inzwischen entspannt bzw. stabi-

lisiert hat. Bereits im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids hat 

der Kläger an seiner gegenwärtigen Adresse an der O._____-Strasse … in 

P._____ gewohnt, was bis heute der Fall ist und auch in näherer Zukunft (zumin-

dest noch bis Januar 2018) noch so sein wird (vgl. Urk. 5/437/3). Mittlerweile sind 

auch die Kinder C._____ und D._____ an nämlicher Adresse gemeldet (vgl. Urk. 

15), was bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids noch nicht so gewesen 

war. Beklagtischerseits unbestritten geblieben ist, dass die Wohnung des Ge-

suchsgegners grundsätzlich als Familienwohnung für den Kläger und die beiden 

Kinder geeignet ist (vgl. Urk. 2 S. 28, E. II.34). Hinsichtlich der Arbeitssituation 

des Klägers wird von Seiten der Beklagten nicht in Abrede gestellt, dass dieser 

versucht, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren (vgl. Urk. 2 S. 28, E. II34; 

Urk. 12 S. 14; Prot. I S. 245). Offenbar ist ihm dies bis anhin noch nicht gelungen. 

Hinzu kommt, dass der Kläger anscheinend gut mit dem Sozialamt P._____ zu-

sammenarbeitet und dort ebenfalls Unterstützung bekommt (Urk. 5/388 S. 1). Ei-

ne dementsprechende (positive) Rückmeldung liegt auf Seiten der Beklagten 

nicht vor. Auch sie ist arbeitslos und von der Sozialhilfe abhängig (vgl. Prot. I 

S. 252). Dass D._____ bei einer Rückübertragung des Aufenthaltsbestimmungs-

rechts und der Obhut an den Kläger werktags (grösstenteils) den Hort und den 

Mittagstisch besucht, entspricht entgegen der Beklagten einer (tragfähigen) Be-

treuungssituation, die bei alleinerziehenden, berufstätigten Elternteilen nicht aus-

sergewöhnlich bzw. sogar üblich ist. Auch wenn der Kläger derzeit noch keiner 

Arbeit nachgeht, erweist sich das bereits eingeleitete Betreuungssetting bei einem 

Stellenantritt nur als vorteilhaft. Die Wohn- und Arbeitssituation, aber auch das 

- 30 - 

eingeleitete Betreuungssetting sind dem Kindeswohl von D._____ dementspre-

chend nicht abträglich (vgl. zum Ganzen Urk. 1 S. 20 f.).  

5.5 Schliesslich beanstandet die Beklagte, dass die Vorinstanz der Entwicklung 

von C._____ zu wenig Beachtung geschenkt habe. Die Beklagte habe aufgezeigt 

und belegt, dass C._____ offensichtlich seit dem Zusammenleben mit dem Vater 

auf die schiefe Bahn geraten und auch bereits straffällig in Erscheinung getreten 

sei. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der 17-Jährige 

C._____ mittlerweile sein 10. Schuljahr absolviert hat und auch in der Lage war, 

eine Lehrstelle als Automobil-Mechatroniker EFZ bei der (renommierten) Q._____ 

Schweiz AG zu finden, welche er zwischenzeitlich angetreten haben dürfte (vgl. 

Urk. 5/437/2). Wohl ist richtig, dass C._____ in der Vergangenheit straffällig ge-

worden ist. So wurde er mit Strafbefehl vom 7. Dezember 2016 der mehrfachen 

Benützung eines Fahrzeugs nach Personenbeförderungsgesetz im Sinne von 

Art. 57 Abs. 2 lit. b PBG schuldig gesprochen und ihm wurde ein Verweis erteilt 

(vgl. Urk. 5/427/2). Aktenkundig ist weiter, dass C._____ bei der Jugendanwalt-

schaft Zürich-Stadt wegen Diebstahls etc. angezeigt worden ist und gegen ihn ei-

ne Strafuntersuchung eröffnet wurde. Am 9. Oktober 2015 wurde er von der ent-

sprechenden Jugendanwaltschaft zu einer am 21. Oktober 2015 stattfindenden 

Anhörung vorgeladen (vgl. Urk. 5/427/3). Der Ausgang dieser Strafuntersuchung 

ist nicht aktenkundig, was angesichts der inzwischen verstrichenen Zeit vorlie-

gend aber auch nicht weiter von Belang ist. Fraglich erscheint, inwiefern das mit 

vorgenanntem Strafbefehl geahndete zweimalige Fahren ohne gültigen Fahraus-

weis von C._____ im März 2016 vorliegend überhaupt relevant ist. Einerseits ist 

C._____ seither kein straffälliges Verhalten mehr anzulasten. Andererseits ver-

mag das doch als geringfügig zu erachtende Delikt seiner jüngsten sehr positiven 

Entwicklung nicht entgegenzustehen. Auf kindeswohlgefährdende Umstände 

beim Kläger kann auch aufgrund der jüngeren Vergangenheit von C._____ nicht 

geschlossen werden (vgl. zum Ganzen Urk. 1 S. 21.). 

5.6 Nach dem Gesagten vermag die Beklagte mit ihren Beanstandungen an den 

vorinstanzlichen Erwägungen zur Rückübertragung des Aufenthaltsbestimmungs-

rechts und der Obhut über D._____ an den Kläger nicht durchzudringen. Mit Blick 

- 31 - 

auch auf die nicht beanstandeten und im Übrigen zutreffenden Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid ist der Vorinstanz beizupflichten, dass eine Rückplatzie-

rung von D._____ ohne stützende Massnahmen zumindest gegenwärtig zu bei-

den Eltern ausgeschlossen ist. Eine Einlassung auf solche unterstützenden Mas-

snahmen ist für das Kindeswohl von D._____ unabdingbar. Im Gegensatz zur Be-

klagten, die sich in der jüngeren Vergangenheit auf keine der stützenden Mass-

nahmen längerfristig konstruktiv einlassen konnte, ist dies dem Kläger nachweis-

lich gelungen, auch wenn dies nicht darüber hinweg täuscht, dass auch beim Klä-

ger weiterhin Unterstützungsbedarf besteht. Dass dem Ermessensentscheid eine 

einseitige Abwägung zugrunde gelegen haben soll, ist zu verneinen. Die Vorin-

stanz hat diesen unter Einhaltung der bislang entwickelten Kriterien für die Ob-

hutszuteilung und im Einklang mit dem Kindeswohl von D._____ getroffen. Die 

Berufung ist diesebzüglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

6.1 Die Beklagte beanstandet für den Fall der Bestätigung einer Rückplatzierung 

von D._____ an den Kläger, dass sich ein so eingeschränktes Besuchsrecht, wie 

es die Vorinstanz in Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids für die Be-

klagte angeordnet habe, in keiner Weise rechtfertigen lasse. Ein solch einschrän-

kendes Besuchsrecht sei alles andere als adäquat, vielmehr solle sie damit ein-

mal mehr dafür bestraft werden, dass sie nicht zu allem Ja und Amen gesagt ha-

be. Der Grund für die Fremdplatzierung sei offensichtlich weggefallen, womit 

nichts gegen ein gerichtsübliches, unbegleitetes Besuchsrecht spreche (vgl. 

Urk. 1 S. 25). 

6.2 Bereits in der vorinstanzlichen Verfügung vom 16. November 2016 wurde 

die Beklagte darauf hingewiesen, dass sich eine Prüfung der Besuchsrechtsaus-

weitung erübrige, da sich bei ihr aus den (damals) neuen Unterlagen – mit 

exemplarischem Verweis auf den Bericht der Beiständin vom 11. Oktober 2016 

(Urk. 361 S.1) – keineswegs ein stabilisiertes Bild präsentiere (vgl. Urk. 375, S. 6, 

E. 12). Die Vorinstanz verfügte in nämlichem rechtskräftig gewordenem Entscheid 

in der Folge, dass die Beklagte unverändert entsprechend Dispositiv-Ziffer 1 der 

Verfügung der Vorinstanz vom 15. Februar 2016 im Sinne einer vorsorglichen 

Massnahme berechtigt und verpflichtet sei, D._____ an jedem zweiten Wochen-

- 32 - 

ende, alternierend zu den Kontakten des Klägers, nach Absprache mit der Be-

suchsbegleiterin bzw. der Beiständin sowie dem Kinderheim in den dessen 

Räumlichkeiten im Sinne von begleiteten Kontakten zu besuchen (Urk. 375 S. 8, 

Disp.-Ziff. 1 lit. c). Auch aus dem jüngsten Bericht der Beiständin vom 13. Januar 

2017 ergibt sich ein unverändertes Bild. Das Verhalten der Beklagten und die 

Kontakte zwischen D._____ und ihr erweisen sich alles andere als beständig (vgl. 

Urk. 388 S. 2 f.; Urk. 2 S. 15 f., E. 7.3 ff.). Wie zuvor dargelegt (vgl. Ziff. III.5.2.2), 

fällt aufgrund der primär auf Seiten der Beklagten auszumachenden ernsthaften 

Defizite bei der Erziehungsfähigkeit eine Rückplatzierung von D._____ zur Be-

klagten ausser Betracht. Eine beständige Einlassung der Beklagten auf stützende 

Massnahmen ist auch hinsichtlich unbegleiteter Besuche unabdingbar (vgl. Ziff. 

III.5.5 vorstehend), ansonsten gegenwärtig nicht nur von einer abstrakten, son-

dern konkreten Gefährdung des Kindeswohls von D._____ auszugehen ist. Bis 

zum Erreichen einer gewissen Beständigkeit rechtfertigt es sich daher, der Be-

klagten einstweilen lediglich ein begleitetes Besuchsrecht in einem Besuchstreff 

einzuräumen, alle 14 Tage für die Dauer von zwei Stunden (vgl. Urk. 2 S. 31 f., 

E. II.44 und II.47). Entgegen der Ansicht der Beklagten kann auch in diesem Zu-

sammenhang von einer Abstrafung keine Rede sein. Vielmehr ist darin eine Hilfe-

stellung für eine Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung zu erblicken. 

7. Die seitens der Beklagten beantragte Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 4 und 

5 (Familienbegleitung, Ergänzung zum bereits bestehenden Auftrag der Beistän-

din) steht in ausschliesslichem Zusammenhang mit der anbegehrten Rückplatzie-

rung von D._____ an die Beklagte. Nachdem das Aufenthaltsbestimmungsrecht 

und die Obhut über D._____ beim Kläger zu belassen ist, erübrigen sich mit Ver-

weis auf die diesbezüglich zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 2 

S. 31 f., E.  II.43 und II.48 ff.) weitere Ausführungen. 

8. Im Ergebnis ist die Berufung vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf ein-

getreten werden kann, und die Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht 

Zürich, 7. Abteilung, vom 23. März 2017 – soweit noch nicht in Rechtskraft er-

wachsen – zu bestätigen. 

- 33 - 

IV. 

1.1 Das vorliegende Berufungsverfahren erweist sich für ein summarisches Ver-

fahren aufgrund der umfangreichen Akten als verhältnismässig aufwändig. Für 

das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt sich daher in Anwendung von § 12 

Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2, § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 der Ge-

bührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) eine 

Entscheidgebühr von Fr. 5'500.–. 

1.2 Die Prozesskosten werden grundsätzlich der unterliegenden Partei aufer-

legt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem 

Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Mit Bezug auf die Kinder-

belange sind die Kosten des Verfahrens im Sinne von Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO 

und gemäss obergerichtlicher Praxis – unabhängig vom Ausgang – den Parteien 

je zur Hälfte aufzuerlegen und die Prozessentschädigungen wettzuschlagen, 

wenn die Parteien unter dem Gesichtspunkt der Interessen des Kindes gute 

Gründe zur Antragstellung hatten (ZR 84 Nr. 41). Umstritten war im vorliegenden 

Verfahren im Wesentlichen die Rückübertragung des Aufenthaltsbestimmungs-

rechts und der Obhut über D._____. Beide Parteien hatten gute Gründe für ihre 

jeweiligen Anträge. Damit sind die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens den 

Parteien je hälftig aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen. 

Zufolge der – wie sogleich aufzuzeigen sein wird – beiden Parteien zu gewähren-

den unentgeltlichen Rechtspflege sind die Gerichtskosten jedoch einstweilen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

2. Die Beklagte beantragt, es sei der Kläger zu verpflichten, ihr für das Beru-

fungsverfahren einen Prozesskostenbeitrag von Fr. 6'000.– zu bezahlen. Even-

tualiter sei der Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der 

Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bei-

zugeben (Urk. 1 S. 3). Auch der Kläger hat für das Berufungsverfahren ein Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtpflege und Rechtsverbeiständung 

in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ gestellt (Urk. 8B S. 2; Urk. 12 S. 

2). 

- 34 - 

Beiden Parteien wurde im vorinstanzlichen Scheidungsverfahren (vgl. für die Be-

klagte: Urk. 5/6, 5/131 und 5/409; vgl. für den Kläger: Urk. 5/81 und 5/107) sowie 

in den bisherigen Berufungsverfahren vor Obergericht (LY140042-O, damit verei-

nigt LY140043-O, und LY150039, damit vereinigt LY150041) stets die unentgeltli-

che Rechtspflege gewährt. In finanzieller Hinsicht ist davon auszugehen, dass 

sich die Verhältnisse der Parteien seither nicht wesentlich verbessert haben. Bei-

de Parteien sind derzeit arbeitslos und werden vom Sozialamt unterstützt (vgl. 

Urk. 1 S. 26; Urk. 8B S. 8). Daraus erhellt, dass der Kläger nicht in der Lage ist, 

der Beklagten einen Prozesskostenbeitrag zu leisten. Der entsprechende Antrag 

der Beklagten ist folglich abzuweisen. Sodann kann nicht von vornherein gesagt 

werden, dass die Gewinnaussichten der Parteien im Berufungsverfahren mit Blick 

auf die zur Diskussion stehenden Kinderbelange beträchtlich geringer wären als 

die Verlustgefahren. Damit ist den Parteien die unentgeltliche Rechtspflege im 

Sinne von Art. 117 ZPO in Verbindung mit Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO unter Hinweis 

auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO auch für das aktuelle 

Berufungsverfahren zu gewähren. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass die Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksge-

richt Zürich, 7. Abteilung, vom 23. März 2017 hinsichtlich der Dispositiv-

Ziffern 2, 7 und 10 bis 12 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Der Antrag der Beklagten, es seien die (gesamten) Strafakten des bei der 

II. Strafkammer am Obergericht des Kantons Zürich hängigen Verfahrens 

mit der Geschäfts-Nr. SB160450-O beizuziehen, wird abgewiesen. 

3. Der Antrag der Beklagten, es sei der Kläger zu verpflichten, ihr für das Beru-

fungsverfahren einen Prozesskostenvorschuss von Fr. 6'000.– zu bezahlen, 

wird abgewiesen.  

4. Der Beklagten wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechts-

pflege gewährt und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein un-

entgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. 

- 35 - 

5. Dem Kläger wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ ein unentgelt-

licher Rechtsbeistand bestellt. 

6. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird vollumfänglich abgewiesen, soweit darauf eingetreten 

wird, und die Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Ab-

teilung, vom 23. März 2017 – soweit noch nicht in Rechtskraft erwachsen – 

bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'500.– festgesetzt. 

Die Kosten für die Vertretung des Kindes D._____ durch Rechtsanwältin lic. 

iur. Z._____ bleiben vorbehalten. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Parteien 

je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge der ihnen gewährten unentgeltlichen 

Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

4. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen 

zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und die Verfahrensbeteiligten, an die 

Beiständin von D._____ (Frau M._____, Sozialzentrum …, … [Adresse]) 

sowie an die KESB der Stadt Zürich und an die Vorinstanz, je gegen Emp-

fangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

- 36 - 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG über vorsorgliche Massnahmen im 
Sinne von Art. 98 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegen-
heit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hin-
sichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 27. September 2017 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. Ch. Büchi 
 
 
versandt am: 
sf 

	Beschluss und Urteil vom 27. September 2017
	Rechtsbegehren:
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird vorgemerkt, dass die Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 23. März 2017 hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 2, 7 und 10 bis 12 in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Der Antrag der Beklagten, es seien die (gesamten) Strafakten des bei der II. Strafkammer am Obergericht des Kantons Zürich hängigen Verfahrens mit der Geschäfts-Nr. SB160450-O beizuziehen, wird abgewiesen.
	3. Der Antrag der Beklagten, es sei der Kläger zu verpflichten, ihr für das Berufungsverfahren einen Prozesskostenvorschuss von Fr. 6'000.– zu bezahlen, wird abgewiesen.
	4. Der Beklagten wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
	5. Dem Kläger wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
	6. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-kenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird vollumfänglich abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und die Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 23. März 2017 – soweit noch nicht in Rechtskraft erwachsen – bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'500.– festgesetzt. Die Kosten für die Vertretung des Kindes D._____ durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ bleiben vorbehalten.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge der ihnen gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
	Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
	4. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und die Verfahrensbeteiligten, an die Beiständin von D._____ (Frau M._____, Sozialzentrum …, … [Adresse]) sowie an die KESB der Stadt Zürich und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...