# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e4bd5c2-3084-5d09-a6db-14959fcc8649
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 18.12.2014 ZK1 2014 146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-146_2014-12-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 18. Dezember 2014 Begründeter Entscheid:
ZK1 14 146 (gleichentags im Dispositiv mitgeteilt am:

mitgeteilt) 23. Dezember 2014

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
Richter Michael Dürst und Schnyder
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der Y._____, Beschwerdeführerin, 

betreffend fürsorgerische Unterbringung,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 13

I. Sachverhalt

A. Mit Verfügung vom 29. November 2014 wurde Y._____ durch Dr. med. 
A._____, Facharzt FMH für Innere Medizin, gestützt auf Art. 429 ZGB in der Klinik 
B._____ fürsorgerisch untergebracht. Als Grund hierfür wurden eine bekannte bi-
polare Störung sowie eine manische Phase mit psychotischer Situation angege-
ben. Mit dem Vollzug der ärztlichen Verfügung wurde die Kantonspolizei 
Graubünden beauftragt.

B. Hiergegen erhob Y._____ mit Eingabe vom 30. November 2014 (Poststem-
pel 1. Dezember 2014) Rekurs (recte: Beschwerde) beim Kantonsgericht von 
Graubünden.

C. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2014 ersuchte die Vizepräsidentin des 
Kantonsgerichts von Graubünden in Vertretung des Vorsitzenden der I. Zivilkam-
mer die Psychiatrische Klinik B._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheits-
zustand von Y._____, zur Art der Behandlung und insbesondere über die Notwen-
digkeit eines weiteren Verbleibs in der Klinik und forderte gleichzeitig die wesentli-
chen Klinikakten über die Patientin (Eintrittsbericht, Behandlungsplan, Krankenge-
schichte) an. Im Bericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 8. Dezem-
ber 2014 wurde ausgeführt, dass Y._____ mit bekannter bipolarer Störung mit 
manisch-psychotischer Symptomatik und eskalierendem Ehepartnerkonflikt zuge-
wiesen worden sei. Sie sei initial auf der geschlossenen Station behandelt worden, 
wo die Krisenintervention und die Stabilisation erfolgt seien. Y._____ sei bedingt 
krankheits- und behandlungseinsichtig, d.h. sie akzeptiere nur eine gewisse Dosis 
der ihr bekannten Medikation. Darunter habe sich ihr Zustand etwas stabilisieren 
und eine Absprachefähigkeit erlangt werden können. Seit dem 6. Dezember 2014 
werde sie auf der offenen Station behandelt. Sie sei immer noch angetrieben und 
manisch, so dass bei vorzeitigem Abbruch der stationären Behandlung eine hohe 
Gefahr für einen erneuten Rückfall mit potentiell erneuter Eigengefährdung auf-
grund eingeschränkter Steuerungsfähigkeit bestehe. Den entsprechenden Be-
handlungsplan sowie den Eintrittsstatus legte die Klinik ihrem Bericht bei.

D. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 9. 
Dezember 2014 wurde Dr. med. C._____ mit der Begutachtung von Y._____ 
gemäss Art. 439 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 450e Abs. 3 ZGB betraut. Der Gut-
achter wurde ersucht, sich zum Gesundheitszustand von Y._____ und zur Not-
wendigkeit der fürsorgerischen Unterbringung zu äussern und insbesondere dar-
zulegen, ob und inwiefern ein Bedarf an der Behandlung einer festgestellten psy-

Seite  3 — 13

chischen Erkrankung bzw. an der Betreuung der betroffenen Person bestehe und 
mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen 
Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich 
festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe. Des Weiteren sollte er die 
Frage beantworten, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbedarfs eine statio-
näre Behandlung bzw. Betreuung unerlässlich sei oder allfällige ambulante Alter-
nativen bestünden, wobei der Experte auch darüber Auskunft zu geben habe, ob 
die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht 
verfüge. Das entsprechende Kurzgutachten datiert vom 11. Dezember 2014 und 
wurde dem Kantonsgericht von Graubünden gleichentags persönlich überbracht. 
Der Gutachter attestiert Y._____ darin eine bekannte bipolare Störung mit gegen-
wärtig manischer Episode (ICD-10: F31.1) unter antipsychotischer und sedieren-
der Medikation. Ihr Gesundheitszustand sei deutlich eingeschränkt. Die aktuell 
manische Phase der bipolaren affektiven Störung Typ I brauche eine antimanische 
medikamentöse Behandlung sowie eine Phasenprophylaxe zur Verhinderung ei-
ner anschliessenden Depression. Zum Zeitpunkt der Untersuchung sei eine ge-
wisse Krankheits- und Behandlungseinsicht gegeben gewesen, wobei diese auf 
wackeligen Beinen zu stehen scheine. Ohne sichere Krankheits- und Behand-
lungseinsicht würde Silva Heuberger wahrscheinlich schnell die Medikamente ab-
setzen, woraufhin die Krankheit wieder ausbrechen würde.

E. Am 18. Dezember 2014 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. 
Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher die Be-
schwerdeführer persönlich anwesend war. Die richterliche Befragung bezog sich 
auf die Einweisung und den Aufenthalt in der Klinik B._____, die derzeitige medi-
kamentöse Behandlung, die Krankheits- und Behandlungseinsicht der Beschwer-
deführerin, ihre persönlichen Verhältnisse, insbesondere ihre Wohn- und Famili-
ensituation unter besonderer Berücksichtigung ihres aktuellen Beziehungsstatus', 
sowie ihre Pläne im Falle einer Entlassung aus der Klinik.

Auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Befragung 
sowie die Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten wird, so-
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a. Da es sich vorliegend um ein Verfahren handelt, dem eine fürsorgerische 
Unterbringung nach Art. 429 ZGB zugrunde liegt, und das Kantonsgericht unter 

Seite  4 — 13

der neuen Rechtsordnung die einzige kantonale Beschwerdeinstanz ist (Art. 439 
Abs. 1 Ziff. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum 
Zivilgesetzbuch [EGzZGB, BR; 210.100]), hat die Beschwerdeführerin ihr Begeh-
ren um gerichtliche Überprüfung der fürsorgerischen Unterbringung an der hierfür 
zuständigen Stelle eingereicht.

b. Vorliegend handelt es sich um eine ärztlich verordnete Einweisung nach 
Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene oder eine ihr nahestehende 
Person innert 10 Tagen schriftlich das zuständige Gericht anrufen (Art. 439 Abs. 1 
und 2 ZGB). Eine Begründung ist gemäss Art. 439 Abs. 3 ZGB, welcher die Be-
stimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz und 
damit auch Art. 450e Abs. 1 ZGB für sinngemäss anwendbar erklärt, nicht not-
wendig. Vorliegend wurde die Beschwerdefrist mit Eingabe vom 1. Dezember 
2014 (Poststempel) gewahrt. Da keine Begründungspflicht besteht und aus besag-
ter Eingabe – trotz falscher Bezeichnung des Rechtsmittels als „Rekurs“ – mit hin-
reichender Klarheit geschlossen werden kann, dass Y._____ mit der ihrer Ansicht 
nach ungerechtfertigten fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik B._____ nicht 
einverstanden ist und ihre Entlassung beantragt, ist auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten. 

c. Wie bereits erwähnt, sieht Art. 439 Abs. 3 ZGB für die gerichtliche Überprü-
fung einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe 
Anwendung der Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Be-
schwerdeinstanz, d.h. der Art. 450a ff. ZGB, vor. Von besonderer Bedeutung ist 
dabei Art. 450e ZGB, der an sich das Verfahren für die gerichtliche Beurteilung 
eines durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gefällten Unterbrin-
gungsentscheids behandelt (vgl. dazu sogleich die nachfolgenden Erwägungen). 
Vom Verweis nicht erfasst wird dagegen Art. 450 ZGB, weil die Vorinstanzen, die 
Legitimation und die Form der Beschwerde in Art. 439 ZGB selbständig und ab-
schliessend geregelt sind (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Reusser 
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 38 zu Art. 439 
ZGB). Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erst-
instanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. 
ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser 
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 13 zu Art. 450 
ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte 
Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene 
Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser 

Seite  5 — 13

zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kin-
des- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in 
abgeschwächter Form – nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf 
die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Auer/Michèle 
Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, 
Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen). Zu erwähnen ist ferner 
der ebenfalls für alle Instanzen geltende Art. 450f ZGB, welcher die Bestimmun-
gen der Schweizerischen Zivilprozessordnung als subsidiär anwendbar erklärt, 
soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. Von letzterer Möglichkeit wurde im 
Kanton Graubünden kein Gebrauch gemacht. Vielmehr verweist Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB ebenfalls auf die Zivilprozessordnung als subsidiär anwendbares Recht 
sowie auf die entsprechende kantonale Einführungsgesetzgebung (Einführungs-
gesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]). In Art. 
60 Abs. 3 EGzZGB wird des Weiteren klargestellt, dass die Bestimmungen (der 
ZPO) über den Fristenstillstand sowie über neue Tatsachen und Beweismittel kei-
ne Anwendung finden. Dass im Verfahren der gerichtlichen Beurteilung von für-
sorgerischen Unterbringungen Noven unbeschränkt zuzulassen sind und das Ge-
richt seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde zu legen hat, wie er sich im 
Zeitpunkt der Urteilsfällung präsentiert, ergibt sich im Übrigen auch aus dem 
Grundsatz der Prozessökonomie (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 40 zu Art. 439 
ZGB). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze 
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliess-
lich, dass das Gericht sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen wie auch die An-
gemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zu-
kommt. Weil die Vorinstanz jeweils keine Behörde, sondern entweder ein Arzt  
oder eine Einrichtung ist, hat das Gericht die Sache endgültig zu entscheiden und 
diese nicht an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. Das 
Rechtsmittel ist mithin reformatorisch. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung 
oder Aufrechterhaltung der Massnahme, wobei das Gericht die Massnahme aber 
auch abändern kann, indem es die betroffene Person beispielsweise in eine ande-
re Einrichtung einweist. Allenfalls kann sich auch eine Überweisung an die zu-
ständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde für weitere Abklärungen und 
die Anordnung zusätzlicher Massnahmen als notwendig erweisen. Zur Sicherstel-
lung der gebotenen Fürsorge kann in einem solchen Fall die Entlassung auch auf-
geschoben werden, bis die zuständige Behörde die für ein Leben ausserhalb der 
Anstalt notwendigen Anordnungen getroffen hat (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 
39 und 41 zu Art. 439 ZGB).

Seite  6 — 13

d. Gemäss dem aufgrund des Verweises in Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss 
anwendbaren Art. 450e ZGB muss bei psychischen Störungen für den Entscheid 
über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein Gut-
achten eingeholt werden. Dieses muss von einem unabhängigen, im laufenden 
Verfahren noch nicht involvierten Sachverständigen erstellt werden und in dem 
Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden 
Fragen äussern muss (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 48 ff. zu Art. 439 ZGB, 
und Thomas Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwach-
senenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB, sowie BGE 137 III 289 und Ur-
teil des Bundesgerichts 5A_63/2013 vom 7. Februar 2013, E. 5, jeweils noch zum 
bisherigen Recht und nunmehr zum neuen Recht Urteil des Bundesgerichts 
5A_189/2013 vom 11. April 2013, E. 2.2). Mit dem am 12. Dezember 2014 erstat-
teten Kurzgutachten von Dr. med. C._____, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -
psychotherapie FMH, welcher die Beschwerdeführerin am 10. Dezember 2014 
persönlich untersucht hat, wurde dieser Vorschrift Genüge getan.

e. Mit der Anordnung einer mündlichen Verhandlung wurde sodann Art. 450e 
Abs. 4 Satz 1 ZGB umgesetzt, wonach die gerichtliche Beschwerdeinstanz die 
betroffene Person in der Regel als Kollegium anzuhören hat. Diese Vorgabe führt 
faktisch zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung (vgl. 
Christof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, S. 
319).

2. Gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB können neben der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde auch die von den Kantonen bezeichneten Ärzte und Ärztinnen 
eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von 6 Wochen nicht 
überschreiten darf, anordnen. Dabei hat die Ärztin oder der Arzt die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen und sie anzuhören (Art. 430 Abs. 1 ZGB) und 
ihr anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebe-
nen Angaben auszuhändigen (Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Was die verfahrens-
rechtlichen Anforderungen anbelangt, kann vorab festgestellt werden, dass der 
angefochtene Unterbringungsentscheid des anordnenden Arztes Dr. med. 
A._____ diesen zu genügen vermag. So geht aus dem Entscheid selber hervor, 
dass die Beschwerdeführerin vom obgenannten Arzt persönlich untersucht und 
angehört worden ist. Alsdann enthält der entsprechende Entscheid die gemäss 
Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Indessen fehlt die unter-
schriftliche Bestätigung der Beschwerdeführerin, ein Exemplar der Verfügung er-
halten zu haben. Weshalb dem so ist, lässt sich der Verfügung nicht entnehmen. 
Letztlich ist dieser Umstand aber unbeachtlich, da die Beschwerdeführerin offen-

Seite  7 — 13

sichtlich ungeachtet dessen in der Lage war, das gerichtliche Verfahren zur Über-
prüfung ihrer Unterbringung in der Klinik B._____ umgehend einzuleiten. Schliess-
lich war Dr. med. A._____, Facharzt FMH für Innere Medizin, als im Kanton 
Graubünden zur selbständigen Berufsausübung zugelassener Arzt gemäss Art. 51 
Abs. 1 lit. a EGzZGB in Verbindung mit Art. 22 der Verordnung zum Kindes- und 
Erwachsenenschutz (KESV, BR; 215.010) zur Anordnung der Unterbringung in 
der Klinik B._____ legitimiert.

3.a. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Absatz 2). Die betroffene Person wird 
entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Absatz 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der per-
sönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 vor Art. 
426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betroffe-
nen Person und nicht der Umgebung (dazu: Botschaft zur Änderung des Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindes-
recht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7062). Erste gesetzliche Vorausset-
zung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei abschliessend genann-
ten (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 12 zu Art. 426 ZGB; Bernhart, a.a.O., N 262; 
Olivier Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwachse-
nenschutz, Bern 2013, N 34 zu Art. 426 ZGB) Schwächezustände: psychische 
Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist so-
dann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behand-
lung bzw. Betreuung. Weitere Voraussetzung bildet, dass der Person die nötige 
Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung 
bzw. Zurückbehaltung in eine Anstalt gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
5A_189/2013 vom 11. April 2013, E. 2.1; 5A_346/2013 vom 17. Mai 2013, E. 1.2). 
Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem 
Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorge-
rische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der 
Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer sol-
chen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, 
wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 
werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den ange-

Seite  8 — 13

strebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 
ZGB). Eine Unterbringung fällt in den Worten der Botschaft zum neuen Erwachse-
nenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in Betracht (a.a.O., S. 7062). Als leich-
tere Massnahme kommen den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung 
sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu.

b. Aufgrund des Gutachtens von Dr. med. C._____, welcher sich nebst einer 
persönlichen Konsultation zulässigerweise auch auf die Einweisungsverfügung 
von Dr. med. A._____ vom 29. November 2014 (act. 01.1) sowie auf den Bericht 
der Klinik B._____ vom 8. Dezember 2014 (act. 04) stützte, steht fest, dass die 
Beschwerdeführerin an einer bipolaren affektiven Störung leidet. Dieses Krank-
heitsbild stellt eine psychische Störung im Sinne der gesetzlichen Bestimmung 
von Art. 426 Abs. 1 ZGB dar (vgl. Bernhart, a.a.O., S. 118 f.). Dr. med. C._____ 
hält in seinem Kurzgutachten fest, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig an 
einer manischen Episode unter antipsychotischer und sedierender Medikation lei-
de und ihr Gesundheitszustand deutlich eingeschränkt sei. Wie häufig in einer 
manischen Episode mit erhöhter Impulsivität und verminderter Selbstkontrolle sei 
es zwischen den Ehepartnern zu heftigen Konflikten gekommen und gegenwärtig 
werde eine Trennung diskutiert. Laut eigenen Aussagen habe sie mit einem ande-
ren Mann ein Kind gezeugt und mit einem dritten Mann eine Liebesbeziehung, 
weshalb die Aufrechterhaltung der bisherigen Familie in grosser Gefahr sei. Die 
aktuell manische Phase der bipolaren affektiven Störung Typ I erfordere eine an-
timanische medikamentöse Behandlung sowie eine Phasenprophylaxe zur Ver-
hinderung einer anschliessenden Depression. Der Gutachter führt weiter aus, 
dass im Falle einer Aussetzung der Behandlung die Gefahr eines Rückfalls in die 
manische Episode mit weiterer Eskalation der manischen Symptome wie Ange-
triebenheit, unnötiges Geldausgeben und Trennungsbereitschaft in der Ehe etc. 
bestehe. Aktuell sei eine Absprachefähigkeit noch nicht sicher gegeben. In diesem 
Zusammenhang gibt er auch zu bedenken, dass die Beschwerdeführerin als Mut-
ter ein 7 ½-jähriges Kind zu betreuen und zu versorgen habe. Zwar sei zum Zeit-
punkt der Untersuchung eine gewisse Krankheits- und Behandlungseinsicht gege-
ben gewesen, allerdings scheine diese auf wackeligen Beinen zu stehen. Ohne 
sichere Krankheits- und Behandlungseinsicht würde die Beschwerdeführerin 
wahrscheinlich schnell die Medikamente absetzen, infolgedessen ihre Krankheit 
wieder ausbrechen würde (act. 06). Diese Beurteilung deckt sich mit der im Be-
richt der Klinik B._____ vom 8. Dezember 2014 gestellten Diagnose einer bekann-
ten bipolaren Störung mit manisch-psychotischer Symptomatik und eskalierendem 
Ehepartnerkonflikt. Bereits darin wurde ihr lediglich eine bedingte Krankheits- und 

Seite  9 — 13

Behandlungseinsicht attestiert und präzisiert, dass sie nur eine gewisse Dosis der 
ihr bekannten Medikation akzeptiere. Zwar habe sich ihr Zustand aufgrund der 
Medikation etwas stabilisieren und eine Absprachefähigkeit erlangt werden kön-
nen, sie sei aber immer noch angetrieben und manisch, so dass bei einem vorzei-
tigen Abbruch der stationären Behandlung eine hohe Gefahr für einen erneuten 
Rückfall mit potentiell erneuter Eigengefährdung aufgrund eingeschränkter Steue-
rungsfähigkeit bestehe (act. 04). Dem Eintrittsbericht der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden vom 30. November 2014 kann sodann entnommen werden, dass die 
Beschwerdeführerin sich bei Eintritt angepasst, motorisch und innerlich ruhig ge-
zeigt habe. Sie habe sich mit dem stationären Aufenthalt einverstanden gezeigt, 
weil sie hier etwas zur Ruhe kommen könne. Seit ihrer Entlassung aus der Klinik 
im März 2013 habe sie keine depressive Phase mehr gehabt und ihren Alltag trotz 
einer leicht gehobenen Stimmung problemlos bewältigen können. Ebenso könne 
sie ihre Arbeit ohne Schwierigkeiten erledigen. Eine Krankheitseinsicht sowie eine 
Medi-Compliance seien gegeben und es liege keine Suizidalität vor (act. 04.3). 
Anlässlich der Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2014 präsentierte sich die 
Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht von Graubünden in einer relativ guten 
Verfassung und hinterliess in der Gesamtbetrachtung einen allseits orientierten 
und geordneten Eindruck. Zwar vermochte sie eine gewisse Angetriebenheit nicht 
zu verbergen, was dazu führte, dass ihre Ausführungen phasenweise etwas gar 
weitschweifig ausfielen. Ungeachtet dessen war sie aber ohne weiteres in der La-
ge, die jeweiligen Fragen des Vorsitzenden auf verständliche und zusammenhän-
gende Weise zu beantworten. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang 
auch, dass sie ihre komplette Krankengeschichte – soweit sich diese aus den Ak-
ten ergibt – wiederzugeben und sich namentlich an die früheren Ein- und Austritte 
in die Klinik B._____ praktisch ausnahmslos auf den Monat genau zu erinnern 
vermochte. Die Beschwerdeführerin konnte das Gericht ferner glaubhaft davon 
überzeugen, dass bei ihr in Übereinstimmung mit dem Eintrittsbericht der Psychia-
trischen Dienste Graubünden vom 30. November 2014 (act. 04.3) sowohl eine 
Krankheits- als auch eine Behandlungseinsicht vorhanden ist. So hat sie sich 
gleich mehrfach dahingehend geäussert, als die Medikamente, welche sie einzu-
nehmen habe, ihr Schutz seien bzw. ihr Schutz gäben. Sie wolle denn auch weder 
eine depressive noch eine manische Phase jemals wieder erleben (vgl. act. 09 S. 
8 f.). Ihrem ganzen Verhalten und den entsprechenden Aussagen liess sich nach 
Auffassung des Gerichts entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin über die 
Notwendigkeit der regelmässigen Medikamenteneinnahme vollauf bewusst ist. 
Ebenso hat sie ihren ernsthaften Willen kundgetan, auch nach ihrer Entlassung 
um die regelmässige Einnahme der Medikamente besorgt zu sein. Insofern kann 

Seite  10 — 13

sich das Gericht der Einschätzung des Gutachters, wonach die Beschwerdeführe-
rin die Medikamente wahrscheinlich schnell absetzen würde, nicht anschliessen. 
Ihre diesbezüglichen Aussagen erscheinen auch mit Blick darauf, dass sie mit 
Ausnahme vom Abend des 29. November 2014 – soweit aktenmässig ausgewie-
sen – ihre Medikamente stets regelmässig eingenommen hat und ihren Alltag wie 
auch ihre Arbeit trotz leicht gehobener Stimmung ohne Probleme zu bewältigen 
imstande war, glaubhaft.

c. Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Vor-
aussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschrei-
bung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich zum bisherigen Recht re-
striktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen, welche der sog. Drehtür-
psychiatrie entgegen wirken sollte (vgl. Botschaft Erwachsenenschutz, a.a.O., S. 
7063). Bei richtiger Auslegung galt indessen bereits unter altem Recht, dass eine 
Entlassung zu unterbleiben hatte, solange die Voraussetzungen für eine Einwei-
sung gegeben waren. Insofern hat sich die Rechtslage nicht verändert. Der Ent-
scheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustands des Betroffenen im ak-
tuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 
ZGB). Dabei ist eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorge-
rischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der 
Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Ganz allgemein re-
sultiert aus dem auch beim Entscheid über die Entlassung zu berücksichtigenden 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur 
solange aufrechterhalten werden darf, als im Falle der Entlassung mit einer kon-
kreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen 
ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass bei Bejahung eines Behand-
lungs- bzw. Betreuungsbedarfs weiter wesentlich sei, mit welcher konkreten Ge-
fahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten 
zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit 
bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 140 III 
105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 5A_312/2007 vom 10. Juli 
2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 E. 5.3). Im vorliegenden Fall 
wurde Suizidalität schon im Eintrittsbericht glaubhaft verneint und auch vom Gut-
achter im Rahmen seines Kurzgutachtens mit keinem Wort thematisiert. Über-
haupt ist von einer potentiellen Eigengefährdung in den Akten nur einmal die Rede 
(act. 04), ohne jedoch konkrete Anhaltspunkte zu nennen, welche auf eine solche 
hindeuten würden. Aufgrund der Akten bestehen ferner auch keine Hinweise auf 
eine mögliche Fremdgefährdung. Gegenteiliges hat sich auch anlässlich der 

Seite  11 — 13

mündlichen Hauptverhandlung nicht ergeben. Vielmehr hat die Beschwerdeführe-
rin – wie bereits erwähnt – einen allseits orientierten, geordneten und präsenten 
Eindruck hinterlassen. Überdies besteht Grund zur Annahme, dass sich ihre 
Gemütslage aufgrund der vollzogenen Trennung von ihrem Ehemann und der an-
stehenden Scheidung sowie der damit einhergehenden Erleichterung über die 
endgültige Beendigung der ständigen Paarkonflikte in Zukunft noch weiter verbes-
sern wird. So hat sie unter anderem zu Protokoll gegeben, dass ihr jetzt, wo die 
Scheidung im Gang sei, ein riesengrosser Stein vom Herzen gefallen sei und sie 
endlich wieder sie selbst sein könne, ohne sich verstellen zu müssen. Unter die-
sen Umständen und angesichts dessen, dass sie dem Gericht glaubhaft versichert 
hat, ihre Medikamente nach der Entlassung – wie sie dies auch zuvor mit einer 
Ausnahme getan hat – regelmässig einzunehmen, ist nicht einzusehen, weshalb 
die fürsorgerische Unterbringung in der Klinik B._____ noch länger aufrechterhal-
ten werden sollte.

4. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung nicht (mehr) erfüllt sind. Wenngleich der abschlies-
senden Beurteilung des Gutachters zu entnehmen ist, dass es dieser lieber sehen 
würde, wenn die Beschwerdeführerin noch einige Tage in der Klinik verbliebe, weil 
seiner Auffassung nach die Krankheits- und Behandlungseinsicht bei ihr noch auf 
wackeligen Beinen zu stehen scheine, vermag deren momentane gesundheitliche 
Verfassung, welche nach Meinung des Gerichts soweit durchaus stabil ist, einen 
derart einschneidenden Freiheitsentzug wie die stationäre Unterbringung in der 
Klinik B._____, welcher nur als ultima ratio in Betracht fällt, nicht zu rechtfertigen. 
Aufgrund der Schilderung der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Be-
fragung kann ohnehin festgehalten werden, dass sie bereits jetzt über einen relativ 
freien Ausgang zu verfügen scheint, so dass einem längerdauernden Verbleib in 
der Klinik auch unter diesem Gesichtspunkt jegliche Notwendigkeit abzusprechen 
ist. Damit ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die ärztliche Einwei-
sungsverfügung vom 29. November 2014 aufzuheben. Für die Anordnung sonsti-
ger Massnahmen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) besteht 
nach Auffassung des Gerichts im konkreten Fall ebenfalls kein Anlass.

5. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem sinngemässen Antrag auf sofortige 
Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik B._____ vollständig durchgedrungen. 

Seite  12 — 13

Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
insgesamt Fr. 2'662.50, bestehend aus Fr. 1'500.-- Gerichtsgebühr und Fr. 
1'162.50 Gutachterkosten, zu Lasten des Kantons Graubünden.

Seite  13 — 13

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 2'662.50 (Fr. 
1'500.-- Gerichtsgebühr und Fr. 1'162.50 Gutachterkosten) verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: