# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b40e1509-2430-54c6-8206-792362d97f09
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.05.2025 E-3023/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3023-2025_2025-05-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3023/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Kaspar Gerber, 

mit Zustimmung von Richterin Deborah D'Aveni;   

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. Nesrin Ulu, Verein Rechtsbüro,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. März 2025 / N (…). 

 

 

 

E-3023/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 25. Mai 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ zu-

gewiesen. Er wurde am 17. November 2023 eingehend zu seinen Asyl-

gründen angehört und am 28. November 2023 dem erweiterten Verfahren 

zugeteilt. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie aus 

C._______ zu sein und seit seiner Kindheit in D._______ zu leben. Er sei 

aus der Türkei ausgereist, weil er befürchte, bei einer Rückkehr inhaftiert 

oder umgebracht zu werden. Er habe jedes Jahr am Gedenktag seines 

Onkels teilgenommen und sich seit 2008 für die HDP (Halkların Demokratik 

Partisi) engagiert, indem er an Demonstrationen und Newroz-Feiern teilge-

nommen habe. Zudem habe er im Rahmen von Quartierkommissionstätig-

keiten Familien in seinem Quartier besucht und versucht, Personen für die 

Partei zu gewinnen. Dabei sei er von Polizisten in Zivil beschattet und ein-

mal angehalten und überprüft worden. Einmal habe ein Polizist ihm Ziga-

rettenrauch ins Gesicht geblasen, ein anderes Mal sei er aufgrund seiner 

Nähe zur HDP beschimpft worden. Am (…) März 2023 sei er nachts auf 

dem Weg zu seiner Arbeit als (…)-Mitarbeiter für die Gemeinde von Poli-

zisten in einem zivilen Fahrzeug angehalten, durchsucht, mit Handschellen 

gefesselt und mit dem Fahrzeug zu einem Baum gebracht worden, wovor 

er sich habe hinknien müssen. Die Polizisten hätten ihm gedroht, ihn zu 

töten und ihn aufgefordert, mit ihnen zusammenzuarbeiten und für sie als 

Spitzel tätig zu sein. Sie hätten ihm vorgeworfen, Angehörigen einer Ter-

rororganisation – wohl die HDP – nahezustehen und über seine Familien-

mitglieder Bescheid zu wissen. Nachdem er kooperiert habe, sei er freige-

lassen worden. Er habe daraufhin beschlossen, auszureisen und sei über 

E._______ und F._______ nach Griechenland und von dort mit gefälschten 

Papieren in die Schweiz gelangt. Die beiden Polizisten, die ihn bedroht hät-

ten, hätten ihn am (…) März 2023 und (…) April 2023 telefonisch kontak-

tiert. Zudem habe die Polizei ihn nach seiner Ausreise zwei- oder dreimal 

telefonisch bei seinem Vater gesucht.  

Der Beschwerdeführer reichte zur Stützung seines Asylgesuchs im Ver-

laufe des vorinstanzlichen Verfahrens seine türkische Identitätskarte im 

Original sowie folgende Dokumente zu den Akten: 

E-3023/2025 

Seite 3 

- Open Source-Untersuchungsbericht (Araştırma Raporu) des Innenministeriums 

T.C. Içişkleri Bakanlığı) vom (…) April 2023; 

- Open Source-Untersuchungsbericht (Araştırma Raporu) der Polizei C._______ 

(emniyet müdürlüğü) vom (…) Mai 2023; 

- Unzuständigkeitsbeschluss (Yetkisizlik kararı) der Staatsanwaltschaft C._______ 

(Cumhuriyet Başsavcilığı) vom (…) Mai 2023 ([…]); 

- Anweisungsschreiben der Staatsanwaltschaft D._______ (Cumhuriyet 

Başsavcilığı) vom (…) Mai 2023 ([…]); 

- UYAP (Ulusal Yargı Ağı Projesı)-Abfrage vom (…) Juni 2023; 

- Open Source-Untersuchungsbericht (Açık Kaynak Araştırma Raporu) des Gendar-

meriekommandos G._______ (ilce jandarma komutanlığı) vom (…) Mai 2023; 

- Unzuständigkeitsbeschluss (Yetkisizlik kararı) der Staatsanwaltschaft G._______ 

(Cumhuriyet Başsavcilığı) vom (…) Juni 2023 ([…]); 

- Vereinigungsbeschluss (Birleştirme kararı) der Staatsanwaltschaft D._______ 

(Cumhuriyet Başsavcilığı) vom (…). Juli 2023 ([…] und […]); 

- Untersuchungsprotokoll (Araştırma tutanağı) der Polizei D._______ (emniyet 

müdürlüğü) vom (…) Juli 2023;  

- Überweisungsbericht (Fezleke) der Polizei D._______ (emniyet müdürlüğü) vom 

(…) Juli 2023; 

- Beschluss in sonstiger Sache (Değişik İş Karar) der 1. Friedensstrafrichterschaft 

D._______ (Sulh Ceza Hakimliği) vom (…) September 2023; 

- Richterlicher Vorführbefehl zur Einvernahme (Yakalama emri) der 1. Friedens-

strafrichterschaft D._______ (Sulh Ceza Hakimliği) vom (…) November 2023 

([…]); 

- Antrag auf Ausstellung eines Vorführbefehls zwecks Einvernahme (Yakalama 

Emri Talebi Ifade Alınmasına yönelik) der Staatsanwaltschaft D._______ (Cumhu-

riyet Başsavcilığı) vom (…) November 2023 ([…]); 

- Schreiben des Innenministeriums (T.C. Içişkleri Bakanlığı) vom (…) November 

2023; 

- Anklageschrift (İddianame) der Staatsanwaltschaft D._______ (Cumhuriyet 

Başsavcilığı) vom (…) Februar 2024 ([…]); 

- Schreiben der Polizei D._______ (emniyet müdürlüğü) vom (…) November 2023; 

- Social Media-Untersuchungsprotokoll (Sosyal Medya Araştırma Tutanağı), Absen-

der unbekannt, vom (…) November 2023; 

- UYAP-Screenshot (ohne Namen); 

- Schreiben der Polizei D._______ an die Staatsanwaltschaft D._______ vom 

16. Oktober 2023 ([…]); 

- Eingangsbeschluss (Tensip zaptı) des 8. Gerichts für leichtere Straftaten 

D._______ (Asliye Ceza Mahkemesi) vom (…) März 2024; 

- Anklageschrift (İddianame) der Staatsanwaltschaft D._______ (Cumhuriyet 

Başsavcilığı) vom (…) März 2024 ([…]); 

E-3023/2025 

Seite 4 

- Nüfus; 

- Schreiben der Polizei D._______ (emniyet müdürlüğü) vom (…) Oktober 2023 

([…]); 

- Schreiben der Staatsanwaltschaft D._______ (Cumhuriyet Başsavcilığı) vom (…) 

Oktober 2023 ([…]); 

- Screenshot Ein- und Ausreisebewegung; 

- Screenshot UYAP H._______ (Name nicht ersichtlich, weitgehend unleserlich); 

- Screenshot E-Devlet; 

- Screenshot UYAP H._______ vom (…) April 2024; 

- Screenshot UYAP H._______ (Name nicht ersichtlich); 

- Schreiben der Staatsanwaltschaft (Cumhuriyet Başsavcilığı) vom (…) Februar 

2024 ([…]); 

- USB-Stick mit drei Untersuchungsberichten; 

- Verhandlungsprotokoll (Duruşma tutanağı) des 2. Gerichts für schwere Straftaten 

D._______ (Ağir Ceza Mahkemesi) vom (…) Juni 2024; 

- Verhandlungsprotokoll (Duruşma tutanağı) des 8. Gerichts für leichtere Straftaten 

D._______ (Asliye Ceza Mahkemesi) vom (…) Mai 2024; 

- Untersuchungsprotokoll (Araştırma tutanağı), Absender unbekannt, vom (…) Juni 

2024; 

- Open Source-Untersuchungsprotokoll (Açık Kaynak Araştırma Tutanağı), Absen-

der unbekannt, vom (…) Februar 2023; 

- Telefongespräch und Forschungsbericht (Telefon Görüşme ve Araştırma Tuta-

nağı), Absender unbekannt, vom (…) Juni 2024; 

- Anklageschrift (İddianame) der Staatsanwaltschaft D._______ (Cumhuriyet 

Başsavcilığı) vom (…) November 2024 ([…]); 

- Begründetes Urteil – Vereinigungsbeschluss (Gerekçeli karar –Birleştirme) des 

2. Gerichts für schwere Strafraten D._______ (Ağir Ceza Mahkemesi) vom (…) 

November 2024; 

- Unzuständigkeitsbeschluss (Yetkisizlik kararı) der Staatsanwaltschaft I._______ 

(Cumhuriyet Başsavcilığı) vom (…) Mai 2024 ([…]); 

- Überweisungsbericht (Fezleke) der Polizei I._______ (emniyet müdürlüğü) vom 

(…) Juli 2023. 

B.  

Mit Verfügung vom 27. März 2025 – eröffnet am 28. März 2025 – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Wegweisungsvollzug an. 

C.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer – vertreten durch die mandatierte 

E-3023/2025 

Seite 5 

Rechtsvertreterin – am 28. April 2025 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht und beantragt, die Verfügung des SEM sei vollumfänglich auf-

zuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und ihm sei Asyl 

zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit und die Unzumutbarkeit 

des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und ihm sei die vorläufige Auf-

nahme in der Schweiz zu gewähren. Subeventualiter sei die Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hin-

sicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Ausserdem sei ihm 

die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin beizuord-

nen. 

Mit der Beschwerde wurden folgende Beweismittel zu den Akten gereicht: 

- Verschiedene Fotos der Verwandten des Beschwerdeführers; 

- Verschiedene Zeitungsartikel; 

- Lebenslauf seines Onkels I.A.; 

- Fotos der Todestagveranstaltung für seinen Onkel E.A.; 

- Fotos von politischen Aktivitäten in der Türkei;  

- Referenzschreiben der DBP D._______ vom 25. April 2025; 

- Verschiedene Social-Media-Einträge (2010-2021); 

- Bericht der DEM-Partei, Kommission für Recht und Menschenrechte vom 18. De-

zember 2023; 

- Anzeige wegen gehackten Social-Media-Konto; 

- Schreiben der Staatsanwaltschaft D._______ vom 20. März 2023 ([…]); 

- Schreiben der Polizei D._______ (emniyet müdürlüğü) an die Staatsanwaltschaft 

D._______ (Cumhuriyet Başsavcilığı) vom 7. März 2023; 

- Untersuchungsprotokoll (Araştırma tutanağı), Absender unbekannt, vom (…) Juni 

2024; 

- Schreiben des Innenministeriums (T.C. Içişkleri Bakanlığı) vom (…) November 

2023; 

- Verhandlungsprotokoll (Duruşma tutanağı) des 2. Gerichts für schwere Straftaten 

D._______ (Ağir Ceza Mahkemesi) vom (…) Juni 2024; 

- Übersicht der Staatsanwaltschaft D._______ vom 28. April 2025; 

- UYAP-Auszug; 

D.  

Der Eingang der Beschwerde wurde am 1. Mai 2025 bestätigt. 

E.  

Mit Eingabe vom 7. Mai 2025 reichte der Beschwerdeführer einen USB-

E-3023/2025 

Seite 6 

Stick mit Bildmaterial zu seinen exilpolitischen Tätigkeiten in der Schweiz 

nach.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

  

E-3023/2025 

Seite 7 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft setzt voraus, dass die 

asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlit-

ten hat, beziehungsweise solche im Falle einer Rückkehr in den Heimat-

staat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft be-

fürchten muss. Die Nachteile müssen der betroffenen Person gezielt und 

aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen oder zugefügt worden 

sein. Zudem muss die geltend gemachte Gefährdungslage aktuell sein 

(vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. m.w.H.). 

5.  

Vorab ist festzustellen, dass für eine Rückweisung des Verfahrens wegen 

formeller Mängel respektive Verfahrenspflichtverletzungen kein Anlass be-

steht. So wird in der Beschwerde am Rande gerügt, der Beschwerdeführer 

habe im Verlaufe des erstinstanzlichen Asylverfahrens zahlreiche Beweis-

mittel eingereicht, sei aber dazu nach einer ersten Anhörung im November 

2023 nicht mehr angehört worden. Damit sei der Sachverhalt, der sich seit 

seiner Asylgesuchsstellung im Mai 2023 entwickelt habe, nicht berücksich-

tigt worden. Das SEM habe ausserdem die Begründungspflicht verletzt, in-

dem es die Vorbringen des Beschwerdeführers unabhängig von zeitlichen 

und inhaltlichen Zusammenhängen als einem Lebensabschnitt gewürdigt 

habe.  

E-3023/2025 

Seite 8 

Die Vorgehensweise des SEM ist in keiner Weise zu beanstanden, zumal 

es sich in der angefochtenen Verfügung mit allen relevanten Vorbringen 

und Beweismitteln des Beschwerdeführers hinreichend auseinanderge-

setzt und diese gewürdigt hat. Es ist daher auch nicht ersichtlich, inwiefern 

die Begründungspflicht verletzt sein sollte, zumal es dem Beschwerdefüh-

rer offensichtlich möglich war, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Auf 

Beschwerdeebene wurden sodann keine wesentlichen ergänzenden Aus-

führungen zum Sachverhalt gemacht, womit dieser insgesamt als rechts-

genüglich erstellt erachtet werden kann. Dass der Beschwerdeführer in-

haltlich zu einem anderen Ergebnis kommt als das SEM, betrifft sodann die 

materielle Würdigung des Sachverhalts auf welche nachfolgend einzuge-

hen sein wird. 

Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten als unbegründet; 

das diesbezügliche subeventualiter gestellte Rechtsbegehren ist abzuwei-

sen. 

6.  

6.1 Das SEM führte zur Begründung seines Asylentscheids aus, dass zwar 

nicht ausgeschlossen werden könne, dass es aufgrund der Aktivitäten des 

Beschwerdeführers für die HDP durch Beschattungen und Behelligungen 

seitens der heimatlichen Behörden gekommen sei. Es sei aber vor dem 

Hintergrund der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Tätigkeiten, seiner 

nicht exponierten Stellung in der Partei sowie dem Umstand, dass es sich 

bei der HDP um eine legale Partei handle, nicht von einer begründeten 

Furcht vor einer zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung aus-

zugehen. Selbst unter Wahrannahme der Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers in Bezug auf die geltend gemachte Mitnahme fehle es zudem an der 

nötigen Intensität. Ausserdem sei der Beschwerdeführer, nachdem er in die 

Spitzeltätigkeit eingewilligt habe, ohne weitere Auflagen freigelassen und 

danach lediglich zweimal telefonisch kontaktiert worden. Überdies habe er 

problemlos von D._______ nach E._______ sowie nach F._______ fliegen 

können, es seien vor seiner Ausreise keine strafrechtlichen Verfahren ge-

gen ihn eröffnet worden und er sei nie in Haft gewesen, was ebenso gegen 

ein erhöhtes Interesse an seiner Person spreche. Aus seinen Ausführun-

gen sei des Weiteren nicht ersichtlich, dass er gegen die fehlbaren Polizis-

ten Anzeige erstattet habe, was vor dem Hintergrund seiner eigenen An-

stellung als (…)-Mitarbeiter bei der Gemeinde und dem Umstand, dass 

auch sein Vater ein pensionierter Beamter sei, erstaunlich sei.  

E-3023/2025 

Seite 9 

In Bezug auf die geltend gemachten gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren 

hielt das SEM fest, dass es unplausibel erscheine, dass weder der Be-

schwerdeführer noch sein türkischer Anwalt dem angeblichen Irrtum, wo-

nach die betreffenden Social-Media-Konten ohne sein Wissen und Mittun 

auf seinen Namen eröffnet worden seien, nachgegangen seien. Die Erklä-

rung des Beschwerdeführers, die Polizei oder AKP (Adalet ve Kalkınma 

Partisi)-Leute würden hinter dem Identitätsdiebstahl stecken, um Haft-

gründe gegen ihn zu erwirken, sei ebenso wenig nachvollziehbar. Zudem 

seien sämtliche Strafuntersuchungen nach seiner Ausreise aus der Türkei 

eröffnet worden. Die Ausführungen des Beschwerdeführers, dass es sich 

nicht um seine Social-Media-Konten handle, seien wenig plausibel. Die 

vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumente seien sehr leicht fälsch-

bar und einfach gegen Entgelt beschaffbar, so dass auf eine Prüfung auf 

objektive Fälschungsmerkmale verzichtet werde. Ohnehin könne die Frage 

angesichts der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts offenblei-

ben: Gemäss dessen Kriterien würden die geltend gemachten Strafverfah-

ren des Beschwerdeführers keine flüchtlingsrechtliche Relevanz aufwei-

sen. Ferner falle der Anteil an Verurteilungen in Bezug auf ATG- und Prä-

sidentenbeleidigungsdelikten gering aus und der Strafrahmen werde nicht 

ausgeschöpft. Da der Beschwerdeführer strafrechtlich nicht vorbelastet sei 

und ebenso wenig über ein politisch relevantes Profil verfüge, bestehe 

keine beachtliche Wahrscheinlichkeit, dass er zu einer unbedingten Frei-

heitsstrafe verurteilt werde. Ebenfalls werde das Risiko, dass er bei der 

Rückkehr in die Türkei in Untersuchungshaft genommen werde, als gering 

eingeschätzt. Bezüglich der Rechtmässigkeit der gegen den Beschwerde-

führer erhobenen Vorwürfe könne sodann festgehalten werden, dass diese 

nicht offensichtlich haltlos sei, zumal er in den sozialen Medien Bildmaterial 

von gewaltsamen Aktionen verbreite und diese somit gutzuheissen 

scheine. Es sei mithin nachvollziehbar und rechtsstaatlich legitim, dass ge-

gen ihn aufgrund dessen ein strafrechtliches Verfahren gemäss Art. 7 

Abs. 2 ATG (Propaganda für eine terroristische Organisation) eröffnet wor-

den sei. Dasselbe gelte für die zweifelsohne ehrverletzenden Einträge, die 

sich gegen den türkischen Staatspräsidenten richten würden und sich wohl 

kaum innerhalb der Meinungsäusserungsfreiheit bewegen dürften. Hin-

sichtlich des gegen den Beschwerdeführer bestehenden Vorführbefehl sei 

festzuhalten, dass entgegen dessen Ausführungen Personen, die bei der 

Einreise wegen eines Vorführbefehls angehalten würden, zwar zwecks 

Einvernahme mitgenommen, danach aber wieder freigelassen und nicht in 

Untersuchungshaft versetzt würden. Schliesslich sei festzustellen, dass die 

Einträge des Beschwerdeführers auf Twitter und Facebook in engem zeit-

lichem Zusammenhang mit seiner Ausreise und seiner 

E-3023/2025 

Seite 10 

Asylgesuchsstellung in der Schweiz stünden, aus den Veröffentlichungen 

nicht der Eindruck eines politischen Aktivisten entstehe und diese auch 

nicht auf grosse Resonanz gestossen seien. Es sei mithin davon auszuge-

hen, dass der Beschwerdeführer die gegen ihn in der Türkei hängigen 

Strafverfahren bewusst im Hinblick auf seine Asylgesuchsstellung einge-

leitet habe oder habe einleiten lassen. Eine solche Vorgehensweise sei 

rechtsmissbräuchlich; ausserdem nehme der Beschwerdeführer durch 

sein Verhalten offenkundig bewusst in Kauf, bei einer Rückkehr in die Tür-

kei allenfalls belangt zu werden.  

Soweit der Beschwerdeführer ausgeführt habe, er sei zweimal anhand ei-

ner Internetzeitung bei der Teilnahme von Demonstrationen identifiziert 

worden, sei anzumerken, dass das entsprechende Beweismittel über keine 

verifizierbaren Sicherheitsmerkmale verfüge, sich einfach fälschen lasse 

und damit einen geringen Beweiswert aufweise. Ausserdem würden seine 

Aktivitäten keine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung bei einer 

Rückkehr in die Türkei zu begründen, zumal er sich nicht in qualifizierter 

Weise exilpolitisch betätigt habe und damit nicht davon auszugehen sei, 

sein Verhalten in der Schweiz habe ein ernsthaftes Interesse der türkischen 

Behörden bewirkt. 

6.2 Dem entgegnet der Beschwerdeführer in der Beschwerde, er sei seit 

dem Jahre 2008 politisch für die HDP tätig und habe bis zu seiner Ausreise 

in D._______ gelebt, einer Provinz, welche bekannt für enorme Menschen-

rechtsverletzungen durch den türkischen Staat sei. Er sei ab 2014 als Ge-

meindemitarbeiter tätig gewesen, habe mit den Jugendgruppen der HDP 

zusammengearbeitet und an Demonstrationen und Veranstaltungen teilge-

nommen. Ausserdem habe er im Rahmen der Parteiarbeit versucht, kurdi-

sche Jugendliche von der islamistischen Organisation der Hizbullah fern-

zuhalten. Durch diese Arbeit habe er erfahren, dass in D._______ eine 

Firma von Erdogan unterstützt werde und durch diese verschiedenen Ope-

rationen gegen Kurden durchgeführt würden. Ausserdem sei er häufig mit 

Mitarbeitern der PKK in Kontakt gekommen. Auch seine Familie habe be-

reits in den 80er-Jahren die kurdische Befreiungsbewegung unterstützt. 

Zwei seiner Onkel seien verhaftet und ins sogenannte Foltergefängnis in 

J._______ gebracht worden, wobei einer in die Schweiz geflüchtet sei und 

der andere sich aus Protest in Gefangenschaft angezündet habe und dabei 

ums Leben gekommen sei, was zu verschiedenen Widerstandsaktionen 

politischer Gefangener geführt habe. Entsprechend sei seine Familie in der 

kurdischen Bewegung bekannt und gelte als sogenannte «Wertefamilie». 

Fast alle Familienmitglieder seien wegen des Drucks durch den türkischen 

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Seite 11 

Staat ins Ausland geflohen. Er selbst geniesse aufgrund seiner politischen 

Aktivitäten sowie des Engagements seiner Familie ein gewisses Ansehen 

in der kurdischen Bewegung. Er habe sodann das Vorbringe, er sei ent-

führt, bedroht und zur Mitarbeit gezwungen worden, an der Anhörung sehr 

glaubwürdig und ausführlich geschildert. Die auch in seinem Fall zur An-

wendung gelangte Zwangsanwerbung von Spitzeln sei im Übrigen, mit Ver-

weis auf verschiedene Quellen, unter anderem dem Menschenrechtsver-

ein IHD, eine wichtige Repressionsmethode gegen politische Gegner. Die 

erforderliche Intensität sei entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung 

durch den Vorfall durchaus erreicht und eine begründete Furcht liege vor. 

Zum Vorwurf, er habe legal in der Türkei herumreisen können sei festzu-

stellen, dass er zunächst vorgetäuscht habe, mit den türkischen Sicher-

heitsbehörden zusammenzuarbeiten, wodurch er vor Verlassen der Türkei 

nicht gesucht worden sei. Entgegen der vorinstanzlichen Ausführungen sei 

er kein Amtsträger gewesen, sondern habe bloss für die Gemeindeverwal-

tung gearbeitet. Es sei ferner nachvollziehbar, dass er mit seinem politi-

schen Hintergrund nicht die Hilfe der türkischen Behörden habe in An-

spruch nehmen wollen, zumal die willkürliche Gewaltanwendung von Be-

amten nicht wirklich geahndet werde. Nicht nur seine Entführung, sondern 

auch die Bedrohung gegen seine Person sowie gegen seine Familie habe 

ihn zum Fluchtentschluss bewogen. Des Weiteren seien seine politischen 

Aktivitäten in den sozialen Medien an der Anhörung nicht korrekt wieder-

gegeben worden, zumal er seit mehreren Jahren online aktiv und sein 

Konto mehrfach gehackt worden sei. In Bezug auf das gegen ihn hängige 

Strafverfahren sei festzuhalten, dass dieses bereits vor seiner Flucht aus 

der Türkei eingeleitet worden sei. Er habe ausserdem auf den Diebstahl 

seines Accounts mit einer Strafanzeige reagieren wollen, dies hätte aber 

ohnehin nichts gebracht. Der Inhalt seiner Veröffentlichungen seien denn 

auch nicht gewaltverherrlichend, sondern würden vielmehr die schweren 

Menschenrechtsverletzungen in der Türkei zeigen. Die von ihm eingereich-

ten Beweismittel seien Unterlagen des UYAP, welche nur als Kopien exis-

tieren würden, so dass ihm nicht vorgeworfen werden könne, die Doku-

mente seien nicht fälschungssicher.  

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten vermögen. Zur Vermei-

dung von Wiederholungen kann auf die zutreffenden Ausführungen des 

SEM (s. angefochtene Verfügung S. 6 ff. und E. 6.1 vorstehend) verwiesen 

werden, soweit sich nicht die folgenden Ergänzungen und 

E-3023/2025 

Seite 12 

Hervorhebungen ergeben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

[BVGer] D-2975/2021 vom 24. Januar 2025 E. 9.1). 

7.2 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer aufgrund 

seiner Aktivitäten im Heimatstaat nicht über ein asylrelevantes politisches 

Profil verfügt. So gab er anlässlich seiner Anhörung zu Protokoll, er habe 

sich seit 2008 «von Zeit zu Zeit» für die HDP engagiert. Dabei habe er 

anlässlich von Wahlen im Rahmen sogenannter Quartierkommissionstätig-

keiten versucht, Menschen für die Partei zu gewinnen und habe an De-

monstrationen und Newroz-Feiern teilgenommen, wie alle anderen Kurden 

auch (SEM-Akten […]-15/17 [nachfolgend act. A15/17] F84 ff.). Nach kon-

stanter Praxis reicht eine solche niederschwellige Unterstützung der an 

sich legalen HDP nicht aus, um eine Verfolgungsgefahr zu begründen oder 

um von asylrelevanten Nachteilen bei einer allfälligen Rückkehr auszuge-

hen (vgl. etwa die Urteile des BVGer E-2698/2024 vom 15. April 2025 

E. 7.1; D-1554/2022 vom 29. Juli 2022 E. 7.1 und D-4879/2020 vom 

30. Mai 2022 E. 6.1.2). An dieser Einschätzung vermögen auch die mit der 

Beschwerde eingereichten und nicht weiter substantiierten Fotos von poli-

tischen Aktivitäten in der Türkei sowie das Referenzschreiben der DEM-

Partei, welches als reines Gefälligkeitsschreiben ohnehin keinen Beweis-

wert aufweist, nichts zu ändern. 

7.3 In Bezug auf die geltend gemachten in der Türkei hängigen Ermitt-

lungsverfahren wegen Beleidigung des Präsidenten und Verbreitung von 

Terrorpropaganda aufgrund der Veröffentlichungen des Beschwerdefüh-

rers in den sozialen Medien, teilt das Gericht die Einschätzung der Vor-

instanz. Auch unter Berücksichtigung der mit der Beschwerde eingereich-

ten Beweismittel, die im Übrigen weder übersetzt noch in substantiierter 

Weise erläutert wurden, ist weiterhin davon auszugehen, dass es in keinem 

der gegen den Beschwerdeführer hängigen Strafverfahren zu einer Verur-

teilung gekommen ist. Selbst bei unterstellter Glaubhaftigkeit der laufenden 

Ermittlungen erscheint eine mit einem Politmalus behaftete Strafverfolgung 

des Beschwerdeführers vorliegend als unwahrscheinlich. Dies trifft ebenso 

auf die Verfahren zu, in welchen eine Anklageschrift des zuständigen Ge-

richts vorliegt. Derzeit ist deshalb offen, ob er (aus flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Motiven) zu einer Strafe (flüchtlingsrechtlich relevanter Intensität) 

verurteilt würde und ob ein solches Urteil vor den türkischen Rechtsmitte-

linstanzen bestehen könnte, zumal in den letzten Jahren lediglich in einem 

Bruchteil aller von den türkischen Strafgerichten wegen Terrorpropaganda 

und Präsidentenbeleidigung geführten Strafverfahren eine Verurteilung 

oder gar einer Haftstrafe erfolgte. Sodann gibt es keine stichhaltigen 

E-3023/2025 

Seite 13 

Gründe für die Annahme, Personen, die in der Türkei von Verfahren betref-

fend die genannten Delikte betroffen sind, hätten im Rahmen der Ermitt-

lungs- und Strafverfahren generell einen Politmalus im absoluten oder re-

lativen Sinn zu befürchten (vgl. dazu Referenzurteil des BVGer 

E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 8 sowie auch Urteile des BVGer 

E-2092/2024 vom 1. Juli 2024 E. 5.4 und E-3593/2021 vom 8. Juni 2023 

E. 6).  

Auch die Einzelfallprüfung, ob sich im konkreten Verfahren Hinweise auf 

einen individuellen Politmalus oder auf Gründe ergeben, die im konkreten 

Fall zu einer längeren Freiheitsstrafe führen könnten, wobei Risikofaktoren 

insbesondere frühere Verurteilungen sowie ein exponiertes politisches Pro-

fil darstellten (vgl. Referenzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 8. Novem-

ber 2024 E. 8.7.4), führt zu keinem anderen Ergebnis. Das voraussichtliche 

Verhalten der türkischen Behörden in einer solchen Situation lässt sich na-

turgemäss zwar nicht mit letzter Genauigkeit vorhersagen und es liegt im 

Bereich des Möglichen, dass die Ermittlungsverfahren gegen den Be-

schwerdeführer bei seiner Rückkehr in die Türkei wieder aufgenommen 

werden. Mit der Vorinstanz ist aber festzustellen, dass der Beschwerdefüh-

rer strafrechtlich nicht vorbelastet ist und daher als «Ersttäter» gilt und über 

kein exponiertes politisches Profil verfügt. Eine begründete Furcht vor 

ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 AsylG ist da-

her vorliegend zu verneinen (vgl. zum Ganzen Referenzurteil des BVGer 

E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 8.7).  

7.4 Gestützt auf die Akten ergibt sich auch keine begründete Furcht vor 

einer asylrelevanten Reflexverfolgung. Zwar bringt der Beschwerdeführer 

vor, aus einer politisch aktiven Familie (einer sog. Wertefamilie) zu stam-

men, wobei einer seiner Onkel in Haft gestorben sei. Er (der Beschwerde-

führer) machte dabei aber nicht geltend, dass er vor seiner Ausreise wegen 

politischer Aktivitäten seines Onkels oder anderer Familienangehöriger in 

den Fokus der heimatlichen Behörden geraten sei. 

7.5 Die Ausführungen in der Beschwerde beschränken sich weitestgehend 

darauf, die aus dem erstinstanzlichen Verfahren bekannten Vorbringen des 

Beschwerdeführers nochmals zu bekräftigen und die Erwägungen des 

SEM zu wiederholen. Schlüssige Argumente, die an der vorinstanzlichen 

Würdigung des Sachverhalts konkret zweifeln liessen, werden keine vor-

getragen. Deshalb vermag der Beschwerdeführer die zutreffenden  

vorinstanzlichen Erwägungen nicht substanziiert in Frage zu stellen. 

E-3023/2025 

Seite 14 

7.6 Im Übrigen schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht der Betrach-

tungsweise des SEM an. Es besteht der begründete Eindruck, dass die in 

der Türkei gegen den Beschwerdeführer erst nach seiner in die Schweiz 

erfolgten Einreise eröffneten Ermittlungsverfahren mutmasslich mit seinem 

Wissen initiiert wurden, um auf diese Weise seine Chancen auf ein Aufent-

haltsrecht in der Schweiz auf der Grundlage des Asylrechts zu verbessern. 

Entsprechend vermag die Behauptung des Beschwerdeführers, die türki-

sche Polizei oder Angehörige der AKP hätten auf seinen Namen lautende 

Social-Media-Konten eröffnet und auf diesen Beiträge gepostet, die zur 

Einleitung der strafrechtlichen Ermittlungsverfahren geführt hätten, nicht zu 

überzeugen. An dieser Einschätzung vermögen auch die auf Beschwerde-

ebene eingereichten Beweismittel (u.a. Fotos seiner Verwandten, Zei-

tungsartikel, Screenshots verschiedener Einträge auf den sozialen Me-

dien) nichts zu ändern.  

7.7 Schliesslich führen auch die vom Beschwerdeführer geltend gemach-

ten exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz in der Form von einigen weni-

gen Posts in den sozialen Medien und seiner Teilnahme an politischen Ver-

anstaltungen und Demonstrationen der kurdischen Diaspora nicht zu einer 

begründeten Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung in der Türkei. Auch 

dieses Engagement ist als niederschwellig zu qualifizieren, und es ist nicht 

ersichtlich, inwiefern er durch diese exilpolitischen Aktivitäten das Interesse 

der türkischen Behörden auf sich gezogen haben könnte. 

7.8 Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine konkreten Hinweise 

dafür vorliegen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten (Reflex-)Verfolgung oder einer ent-

sprechenden Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle seiner Rück-

kehr in die Türkei ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu 

gewärtigen hätte. Demnach hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingsei-

genschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

E-3023/2025 

Seite 15 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

9.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

E-3023/2025 

Seite 16 

9.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-

terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real 

risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen ge-

lingt ihm das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen.  

9.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 Auch unter Berücksichtigung des Wiederaufflammens des türkisch-

kurdischen Konfliktes sowie der bewaffneten Auseinandersetzungen zwi-

schen der PKK und staatlichen Sicherheitskräften seit Juli 2015 in ver-

schiedenen Provinzen im Südosten des Landes und der Entwicklungen 

nach dem Militärputschversuch im Juli 2016 ist gemäss konstanter Praxis 

des Bundesverwaltungsgerichts nicht von einer Situation allgemeiner Ge-

walt oder von bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen in der Türkei – auch 

nicht für Angehörige der kurdischen Ethnie – auszugehen (vgl. statt vieler 

Urteile des BVGer E-87/2023 vom 29. März 2023 E.8.3.1; E-6224/2019 

vom 19. April 2023 E. 8.3.2 je m.w.H.). Der Beschwerdeführer stammt aus 

der Provinz D._______ – eine Region, welche im Übrigen vom Erdbeben 

im Frühjahr 2023 nicht betroffen gewesen ist. Die Rückkehr des Beschwer-

deführers in seinen Heimatstaat ist demnach als generell zumutbar zu er-

achten. 

E-3023/2025 

Seite 17 

9.3.3 Auch in individueller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, die gegen 

die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. Wie vom SEM zu-

treffend ausgeführt, ist der Beschwerdeführer jung und kann in seiner Hei-

mat auf ein familiäres Beziehungsnetz zurückgreifen (act. A15/17 F25 f.). 

Zudem verfügt er über eine gute Schul- und Ausbildung (act. A15/17 F18), 

war stets in der Lage, selbständig für seinen Lebensunterhalt zu sorgen 

sowie verschiedenen Erwerbstätigkeiten nachzugehen (act. A15/17 F19 ff.) 

und war finanziell stets gut gestellt (act. A15/17 F23). Gesundheitliche 

Probleme, die einem Wegweisungsvollzug entgegenstehen würden, sind 

ebenso wenig ersichtlich, zumal der Beschwerdeführer lediglich geltend 

machte, ab und zu an (…) und (…)problemen zu leiden, wobei er erstere 

in der Türkei mit Botox habe behandeln lassen (act. A15/17 F40 ff.). Insge-

samt ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Rückkehr in sein Heimatland dort aus wirtschaftlichen, sozialen oder ge-

sundheitlichen Gründen in eine existenzbedrohende Situation geraten 

würde. Andere individuelle Gründe, die gegen einen Wegweisungsvollzug 

sprechen, sind ebenso wenig ersichtlich. 

9.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung ebenso als möglich 

zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag, es sei auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos gewor-

den. 

E-3023/2025 

Seite 18 

11.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

ist – ungeachtet der geltend gemachten Bedürftigkeit des Beschwerdefüh-

rers – abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Er-

wägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 

VwVG). Entsprechend ist auch das Gesuch, die mandatierte Rechtsvertre-

terin sei dem Beschwerdeführer als amtliche Rechtsbeiständin beizuord-

nen, abzuweisen. 

11.3 Demzufolge sind bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3023/2025 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung sowie um Beiordnung ei-

ner amtlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Natassia Gili 

 

 

Versand: