# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af4fb19d-239e-5c37-a139-be7c9efed2b2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.07.2017 IV 2015/165
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-165_2017-07-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/165

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 04.07.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 04.07.2017
Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Die vorliegende 
medizinische Aktenlage bietet eine hinreichende Grundlage für die 
Beurteilung. Rentenanspruch verneint, Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 
2017, IV 2015/165).

Entscheid Versicherungsgericht, 04.07.2017

Entscheid vom 4. Juli 2017

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Monika 

Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja 

Meili             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2015/165            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Mag. iur. Antonius Falkner,

Lettstrasse 18, FL-9490 Vaduz,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 11. Februar 2013 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 

1). Bei seiner Tätigkeit als Bauarbeiter war sein rechter Arm am 12. Juni 2012 von einer 

rotierenden Mischmaschine erfasst worden (vgl. IV-act. 21). Der Versicherte hatte dabei 

eine Décollementverletzung des rechten Vorderarms dorsal mit multiplen 

röntgendichten Fremdkörpern sowie eine Verletzung des Musculus abductor pollicis 

longus erlitten (Bericht des Spitals H.___ vom 19. Juni 2012; bei den Fremdakten). Dr. 

med. B.___ und Dr. med. C.___, Kantonsspital St.Gallen, diagnostizierten am 25. März 

2013 einen Status nach Trauma des rechten Armes am 12. Juni 2012 mit unter 

anderem möglicher posttraumatischer Arthrose des rechten Ellbogens, 

Beweglichkeitseinschränkung der rechten Schulter und leichtem sensomotorischem 

Karpaltunnelsyndrom rechts (IV-act. 12-1 f.). Bei einem im April 2013 durchgeführten 

MRI der rechten Schulter zeigten sich tendinopathische Veränderungen. Ein Arthro-CT 

des rechten Ellbogens ergab eine Arthrose in sämtlichen Kompartimenten mit freien 

Gelenkskörpern und eine ausgeprägte Osteophytenbildung. Dr. B.___ hielt am 22. April 

2013 fest, es liege klinisch eine mögliche Capsulitis der rechten Schulter vor. Seiner 

Ansicht nach seien die Beschwerden sicher ausgeweitet (IV-act. 12-3 f.). Die von Dr. 

B.___ empfohlene Infiltration der rechten Schulter wurde am 3. Mai 2013 durchgeführt 

(IV-act. 12-5).

A.b  Am 6. Juni 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines 

Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich. Der Anspruch werde nach weiterer Abklärung erneut geprüft (IV-act. 15).

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A.c  Vom 2. Juli bis 27. August 2013 befand sich der Versicherte stationär in der 

Rehaklinik Bellikon. Die behandelnden Ärzte berichteten am 2. September 2013, bei 

Austritt hätten konstante Schmerzen im ganzen Arm rechts bei Wenig- bis 

Nichtgebrauch des¬selben und maladaptive Überzeugungen in Bezug auf den rechten 

Arm mit diesbezüglicher Therapieresistenz bestanden. Es sei während des Aufenthalts 

eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Das Ausmass der 

demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren 

pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung nicht erklären. Die 

angestammte Tätigkeit als Bodenleger sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar, eine 

leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeit sei hingegen ganztags möglich (IV-act. 

21).

A.d  Dr. med. D.___, Kreisarzt der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva), diagnostizierte nach einer Untersuchung am 21. Oktober 2013 

einen Status nach Berufsunfall im Juni 2012, einen Status nach Débridement und 

Muskeladaptation, eine Periarthritis humero-scapularis rechts nach Frozen Shoulder 

sowie eine Symptomausweitung. Weiter hielt er als unfallfremde Diagnosen ein leichtes 

sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom rechts, eine Ellbogenarthrose rechts mit freien 

Gelenkskörpern sowie eine Ulnaplus Variante Handgelenk rechts fest. Er teilte die 

Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon (IV-act. 36-6 ff.). Die Suva sprach 

dem Versicherten mit Verfügung vom 15. November 2013 eine Invalidenrente bei einem 

Invaliditätsgrad von 12% und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 10% zu (bei den Fremdakten). Die Einsprache des Versicherten 

wies sie mit Entscheid vom 5. Mai 2014 ab (bei den Fremdakten). Die dagegen 

erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht St. Gallen ebenfalls ab 

(Entscheid vom 23. Februar 2016, UV 2014/47, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, 

Dienstleistungen, Rechtsprechung, Versicherungsgericht), was das Bundesgericht in 

der Folge bestätigte (Urteil vom 6. Juli 2016, 8C_254/2016).

A.e  RAD-Arzt Dr. med. E.___ ging am 18. November 2013 gestützt auf die 

Einschätzungen der Rehaklinik Bellikon und von Dr. D.___ von einer Arbeitsfähigkeit 

von 0% für die angestammte Tätigkeit und von einer solchen von 100% für eine 

adaptierte Tätigkeit aus (IV-act. 23). Am 25. November 2013 wies die IV-Stelle das 

Begehren um berufliche Massnahmen ab, da die Stellensuche nicht durch 

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gesundheitsbedingte Einschränkungen beeinträchtigt werde (IV-act. 26). Mit 

Vorbescheid vom 7. Januar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung 

des Rentenbegehrens in Aussicht. Sie begründete, er sei nach vorübergehender 

Arbeitsunfähigkeit in einer dem Leiden adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig (IV-

act. 28). Der Versicherte erhob am 12. Februar 2014 dagegen Einwand (IV-act. 30). Er 

begründete, die IV-Stelle habe sich lediglich auf die Akten der Suva gestützt. Es seien 

jedoch nicht nur die unfallbedingten, sondern sämtliche gesundheitlichen Probleme zu 

berücksichtigen, die auf die Arbeitsfähigkeit Auswirkungen hätten. Er beantragte 

berufliche Abklärungen und ein Gutachten eines Handchirurgen (IV-act. 35).

A.f  Dr. med. F.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, beurteilte am 29. April 2014, es 

bestehe der Verdacht auf psychische Traumafolgen mit massiver Symptomausweitung, 

weshalb er den Versicherten als zu 100% arbeitsunfähig erachte. Dr. F.___ wies neben 

den bekannten Diagnosen auf ein aktuell bestehendes Schmerzsyndrom infolge 

Überlastung der linken Hand, ein Zervikalsyndrom und den Verdacht auf eine 

depressive Entwicklung hin. Es bestehe eine massive psychische Überlagerung, für 

den Versicherten existiere die rechte Hand nicht mehr (IV-act. 36-2 ff.). Dr. med. G.___, 

Departement Chirurgie und Orthopädie, Spital H.___, berichtete am 15. Mai 2014, der 

Versicherte aggraviere stark, sowohl was die rechte als auch die linke Hand betreffe. Er 

sei wie die Suva der Meinung, dass der Versicherte für leichtere Arbeiten 100%ig 

arbeitsfähig sei (IV-act. 40-2). Dr. F.___ teilte am 5. Juni 2014 mit, er habe den 

Versicherten bisher nicht zu einer psychiatrischen Beurteilung motivieren können (IV-

act. 40-1). RAD-Arzt E.___ hielt am 20. Juni 2014 an seiner Einschätzung fest (IV-act. 

41).

A.g  Mit Verfügung vom 30. September 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

entsprechend dem Vorbescheid ab (IV-act. 42). Dagegen erhob der Versicherte am 27. 

Ok¬tober 2014 Beschwerde an das Versicherungsgericht St.Gallen (IV-act. 43). 

Nachdem die IV-Stelle die angefochtene Verfügung widerrufen und weitere 

Abklärungen angekündigt hatte (IV-act. 50), schrieb das Versicherungsgericht das 

Verfahren am 15. Dezember 2014 als gegenstandslos ab (IV-act. 53).

A.h  RAD-Arzt E.___ befand am 17. Dezember 2014, in der Beschwerde seien keine 

nachvollziehbaren neuen medizinischen Erkenntnisse vorgetragen worden. Der 

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Gesundheitszustand des Versicherten sei ausreichend abgeklärt und die Notwendigkeit 

eines Gutachtens nicht erkennbar (IV-act. 52). Mit Vorbescheid vom 21. Januar 2015 

stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut die Abweisung des Rentenbegehrens in 

Aussicht (IV-act. 56). Dagegen erhob der Versicherte am 25. Februar 2015 Einwand (IV-

act. 57), worauf die IV-Stelle am 7. Mai 2015 entsprechend dem Vorbescheid verfügte 

(IV-act. 61).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 7. Mai 2015 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 20. Mai 2015. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) beantragt darin, 

die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, ihm eine seinem 

Invaliditätsgrad entsprechende Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuerlichen Entscheidung über 

das Rentengesuch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Weiter beantragt er die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege. Er bringt vor, er könne seine dominante rechte Hand nur noch sehr 

beschränkt einsetzen, und seine Arbeitsfähigkeit sei daher auch in einer adaptierten 

Tätigkeit eingeschränkt. Die Beschwerdegegnerin habe nicht nachvollziehbar 

begründet, welche Stellen ihm als funktionell Einarmigem noch offenständen. Sie habe 

zielführende Abklärungen unterlassen, weshalb er berufliche Abklärungen und die 

Einholung eines Gutachtens eines Handchirurgen beantrage (act. G1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, es liege eine starke Aggravation vor. Für die 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seien die objektiven Befunde und nicht das 

subjektive Empfinden des Beschwerdeführers massgebend. Eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei damit nachvollziehbar. Aus 

den vorliegenden Arztberichten sei zudem ersichtlich, dass beim Beschwerdeführer 

keine funktionelle Einarmigkeit vorliege. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es 

durchaus Tätigkeiten, welche dem Beschwerdeführer zumutbar seien (act. G5).

B.c  Am 10. Juli 2015 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege (act. G6).

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B.d  In seiner Replik vom 8. September 2015 hält der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest. Er bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe zu den spezifischen 

Einschränkungen seiner rechten Hand bislang keine adäquaten medizinischen 

Abklärungen durchführen lassen. Sie habe einzig die medizinischen 

Abklärungsergebnisse der Suva berücksichtigt, welche auf der Grundlage der 

unfallversicherungsrechtlichen Bestimmungen erstellt worden seien. Im vorliegenden 

IV-Verfahren seien jedoch sämtliche heute vorliegenden Beschwerden zu 

berücksichtigen. Zudem lägen massive Hinweise auf ein syndromales Beschwerdebild 

vor, welches im Sinne der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts eine 

entsprechende medizinische Abklärung verlange (act. G8).

B.e  Mit Duplik vom 15. September 2015 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

und ihren Ausführungen fest. Ergänzend macht sie geltend, die mit BGE 141 V 281 

geänderte Rechtsprechung gebe keinen Anlass, ihre Beurteilung zu revidieren. Die 

Arbeitsfähigkeit von 100% in einer leidensangepassten Tätigkeit sei auch unter 

Berücksichtigung des genannten Urteils nachvollziehbar (act. G10).

Erwägungen

1.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.

1.1  Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden. 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

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ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% 

invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf 

eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht 

verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) 

Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung 

jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen 

Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465).

2.   

Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine hinreichende 

Grundlage für die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruchs bietet.

2.1  Der Beschwerdeführer macht verschiedene somatische Beschwerden geltend und 

beantragt die Einholung eines handchirurgischen Sachverständigengutachtens um die 

Einschränkungen seiner rechten Hand abzuklären (act. G1, act. G8). Wie der 

Beschwerdeführer richtig vorbringt, sind vorliegend im Gegensatz zum unfallrechtlichen 

Verfahren grundsätzlich sämtliche geltend gemachten Beschwerden zu 

berücksichtigen.

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2.1.1      Das Versicherungsgericht hat bereits mit Entscheid vom 23. Februar 2016 (UV 

2014/47) eingehend ausgeführt, einzig die Beschwerden des rechten Schultergelenks 

in Form der Frozen Shoulder bzw. Periarthritis humeroscapularis rechts und Capsulitis 

mit verminderter Beweglichkeit der rechten Schulter und verminderter Kraft des 

rechten Armes seien als unfallverursachte Restfolgen zu betrachten. Es betrachtete die 

somatischen Unfallfolgen als genügend abgeklärt und die diesbezüglichen 

medizinischen Einschätzungen (insb. IV-act. 12, IV-act. 21, IV-act. 36-6 ff.) als 

überzeugend. Darauf kann verwiesen werden. Nach Spruchreife des Verfahrens UV 

2014/47 sind keine neuen medizinischen Akten ergangen, die diese Beurteilung in 

Frage zu stellen vermöchten.

2.1.2      Dr. D.___ nannte als unfallfremde Diagnosen ein leichtes sensomotorisches 

Karpaltunnelsyndrom rechts, eine Ellbogenarthrose rechts mit freien Gelenkkörpern 

und eine Ulnaplus Variante Handgelenk rechts mit ulnalunärem Impaktionssyndrom 

und fortgeschrittenem Knorpelverlust lunär. Er beurteilte analog der Einschätzung der 

Rehaklinik Bellikon (vgl. IV-act. 21), dem Beschwerdeführer sei eine leichte bis 

mittelschwere Arbeit ganztags ohne Tätigkeit mit wiederholtem Krafteinsatz des 

rechten Armes, ohne Tätigkeit über Brusthöhe, ohne Zwangshaltung bezüglich der 

rechten Hand und ohne Belastung durch Vibrationen oder Schläge zumutbar (IV-act. 

36-10). Als Kreisarzt der Suva hatte er, wie der Beschwerdeführer richtig vorbringt (act. 

G1, act. G8), bei seiner Beurteilung grundsätzlich nur die unfallbedingten Restfolgen zu 

berücksichtigen. Den weiteren medizinischen Akten ist jedoch eine umfassende 

Abklärung sämtlicher geklagter Beschwerden zu entnehmen. So finden sich auf der 

umfangreichen Diagnoseliste der Rehaklinik Bellikon auch die von Dr. D.___ genannten 

unfallfremden Beschwerden. Die behandelnden Ärzte stellten die gleiche 

Zumutbarkeitsbeurteilung, wie sie später von Dr. D.___ übernommen wurde (IV-act. 

21). Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie sich dabei nur auf einen Teil der gestellten 

Diagnosen bezogen hätten. Im Gegenteil berücksichtigten sie bei der Festlegung der 

Adaptionskriterien die ganze rechte obere Extremität und nicht nur die unfallkausalen 

Beschwerden der Schulter. Dr. G.___ befand nach einer Untersuchung beider Arme, 

insbesondere der Hände, der Beschwerdeführer aggraviere stark. Er bejahte die 

Auffassung der Suva, wonach eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichtere Arbeiten 

bestehe (IV-act. 40). Prof. Dr. med. I.___, Facharzt FMH Neurologie, beurteilte, das 

allfällig vorhandene milde Karpaltunnelsyndrom sei nicht weiter krankheitsrelevant. 

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Ansonsten fand er keine relevanten Befunde und hielt fest, die angegebenen 

Sensibilitätsstörungen gingen weit über ein Nervenversorgungsgebiet oder Dermatom 

hinaus, Hinweise auf eine höhergradige Neuropathie beständen nicht (Bericht vom 2. 

November 2012; bei den Fremdakten). Daneben wurden umfassende weitere 

Abklärungen durchgeführt, so insbesondere im Kantonsspital St.Gallen (vgl. IV-act. 12), 

dort unter anderem auch durch Prof. Dr. J.___, Arzt der Klinik für Hand-, Plastische- 

und Wiederherstellungschirurgie (Bericht vom 5. Januar 2013; bei den Fremdakten). 

Auch apparative (elektrophysiologische bzw. radiologische) Untersuchungen des 

rechten Ellbogen- und Schultergelenks wurden durchgeführt (Berichte vom 15. April 

und 17. Mai 2013; bei den Fremdakten). Folglich ist als erstellt zu betrachten, dass die 

Situation an der rechten oberen Extremität samt Schulter umfassend erhoben und 

beurteilt wurde. Weitere diesbezügliche Abklärungen erübrigen sich.

2.1.3      Dr. F.___ wies neben den bekannten Diagnosen aus somatischer Sicht auf ein 

aktuell bestehendes Schmerzsyndrom infolge Überlastung der linken Hand und ein 

Zervikalsyndrom hin (IV-act. 36-2 ff.). Bei einer Untersuchung im Spital H.___ stellte Dr. 

G.___ am linken Handgelenk radiologisch ein ulnares Impaktionssyndrom fest, riet aber 

dringend von einer Operation ab und erachtete den Beschwerdeführer für leichtere 

Arbeiten als zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 40-3). Dem Einspracheentscheid der Suva ist 

zu entnehmen, dass die Beschwerden an der linken Hand nach der Absolvierung eines 

Einsatzprogrammes des RAV eintraten (Einspracheentscheid vom 5. Mai 2014, S. 6; bei 

den Fremdakten). Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerden der linken 

Hand nur vorübergehend vorhanden waren. Dasselbe gilt für das von Dr. F.___ 

diagnostizierte Zervikalsyndrom, welches in späteren Berichten nicht mehr erwähnt 

wurde. Solche Beschwerden machte der Beschwerdeführer sodann im weiteren Verlauf 

auch nicht geltend.

2.1.4      Aus somatischer Sicht liegen damit umfassende medizinische Abklärungen 

vor, welche die Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers erlauben. 

Sein Antrag auf Einholung eines handchirurgischen Gutachtens ist damit abzuweisen.

2.2  Die behandelnden Ärzte der Rehaklinik Bellikon hielten mit Austrittsbericht vom 2. 

September 2013 fest, es liege keine psychische Störung vor, welche eine 

arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte. Sie wiesen zwar auf eine bei 

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Austritt vorhandene Ein- und Durchschlafstörung sowie auf Nervosität, sozialen 

Rückzug und Lustlosigkeit hin, fanden während des achtwöchigen stationären 

Aufenthalts jedoch keine Anhaltspunkte für eine psychische Problematik und sahen 

keinen diesbezüglichen Abklärungsbedarf (IV-act. 21). Dr. F.___ hielt am 29. April 2014 

fest, zurzeit seien die psychischen Voraussetzungen für die theoretisch zumutbare 

leichte, wenig belastende Tätigkeit nicht gegeben. Er habe den Verdacht auf 

psychische Traumafolgen mit massiver Symptomausweitung. Es bestehe eine massive 

Einschränkung der rechten Hand wegen eines diffusen, schlecht objektivierbaren 

Schmerzsyndroms. Es liege eine deutliche psychische Überlagerung mit Neglect und 

eine depressive Entwicklung wegen massiver Existenzängste und innerer Kränkung vor 

(IV-act. 36-2 ff.). Auf Nachfrage (vgl. IV-act. 39) teilte Dr. F.___ am 5. Juni 2014 mit, er 

habe den Beschwerdeführer bisher nicht zu einer psychiatrischen Beurteilung 

motivieren können (IV-act. 40-1). Den weiteren medizinischen Akten lassen sich zwar 

eine Tendenz zur Aggravation (vgl. IV-act. 40-2) und Symptomausweitung (Suva-act. 

21, 36-10, Bericht von Dr. I.___ vom 2. November 2012; bei den Fremdakten), jedoch 

keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte für psychische Beschwerden bzw. eine 

psychiatrische Erkrankung entnehmen. Der Beschwerdeführer nahm keine 

psychiatrische Behandlung in Anspruch und auch Dr. F.___ riet ihm, soweit bekannt, 

weder mit Nachdruck zu einer psychiatrischen Abklärung noch leitete er selbst eine 

psychiatrische (medikamentöse) Therapie ein. Dies wäre vom Hausarzt aber zu 

erwarten gewesen, wenn er ernsthaft eine krankheitswertige psychische Entwicklung 

beobachtet bzw. vermutet hätte. Auch Hinweise auf einen hohen subjektiven 

Leidensdruck liegen nicht vor. RAD-Arzt Dr. E.___ beurteilte am 12. Mai 2014 

nachvollziehbar, mit dem Einwand bzw. dem Bericht von Dr. F.___ würden keine 

objektivierbaren neuen medizinischen Erkenntnisse beigebracht (IV-act. 37). Der blosse 

Verdacht auf eine psychische Beeinträchtigung durch Hausarzt Dr. F.___ lässt weitere 

psychiatrische Abklärungen nicht notwendig erscheinen.

2.3  “Berufskundliche Abklärungen“, wie sie der Beschwerdeführer beantragt (act. G1), 

sind vorliegend nicht notwendig, zumal die Adaptionskriterien bei den ärztlichen 

Zumutbarkeitsbeurteilungen übereinstimmen und sich daraus auf dem massgebenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus noch Einsatzmöglichkeiten des 

Beschwerdeführers ableiten lassen. Das Bundesgericht erachtete eine Evaluation der 

körperlichen Leistungsfähigkeit im unfallrechtlichen Beschwerdeverfahren zudem 

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aufgrund der festgestellten Krankheitsüberzeugung und Selbstlimitierung des 

Beschwerdeführers als nicht angezeigt (vgl. Urteil vom 6. Juli 2016, 8C_254/2016 E. 2). 

Im Entscheid UV 2014/47 wurde das Vorliegen einer funktionellen Einarmigkeit, wie sie 

der Beschwerdeführer geltend macht (vgl. act. G1), bereits verneint (vgl. E. 6.1.2). 

Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Gerichtspraxis davon ausgeht, dass der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt selbst für Personen, welche funktionell als Einarmige zu 

betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend 

realistische Betätigungsmöglichkeiten bietet (vgl. z.B. Bundesgerichtsentscheide vom 

8. September 2009, 8C_207/2009, E. 3.2; vom 29. März 2012, 8C_94/2012 und vom 

28. August 2015, 8C_217/2015 E. 2.2.1).

3.   

Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

erübrigen sich - vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall kein 

überdurchschnittliches Einkommen erzielte (vgl. IV-act. 3) - die Vornahme eines 

konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung eines 

Tabellenlohnabzugs, da offensichtlich kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad 

von 40% resultiert. Selbst wenn, wie von Dr. F.___ vermutet, eine psychische 

Beeinträchtigung vorläge, ist nicht davon auszugehen, dass diese in quantitativer 

Hinsicht zu einer derartigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen würde, als dass 

ein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultieren würde.

4.   

4.1  Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 7. Mai 2015 nicht zu beanstanden und 

die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge 

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Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G6) ist er von der Bezahlung zu 

befreien.

4.3  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf die 

vergleichsweise bescheidene Aktenlage eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 

3'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). 

Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (vgl. 

BGE 125 V 201) mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

4.4  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- befreit.

3.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.07.2017
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Die vorliegende medizinische Aktenlage bietet eine hinreichende Grundlage für die Beurteilung. Rentenanspruch verneint, Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2017, IV 2015/165).

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		2025-07-19T07:11:08+0200
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