# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9a02066-f271-595d-86de-4937aa75fd60
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 30.05.2024 VG.2024.00009 (VG.2024.1357)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2024-00009_2024-05-30.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 30. Mai 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Ernst Luchsinger,
  Verwaltungsrichterin Katia Weibel und Gerichtsschreiberin MLaw Leonora Muji

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2024.00009

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Entwässerungskorporation Braunwald

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch MLaw Lukas Vidoni, Rechtsanwalt

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Gemeinde Glarus Süd

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Regierungsrat des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Baubewilligung

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Entwässerungskorporation Braunwald reichte am
  16. November 2021 bzw. 18. November 2021 ein Baugesuch ein. Dieses beinhaltet den Bau eines
  Entwässerungsstollens auf der Parz.-Nr. 01, Grundbuch Braunwald, und die
  damit verbundene Erstellung einer temporären Materialseilbahn sowie von zwei
  Installationsplätzen, namentlich einen im Bereich des Stollenportals in
  Braunwald (nachfolgend: Installationsplatz Berg) und einen bei der Talstation
  der Materialseilbahn in Linthal (nachfolgend: Installationsplatz Tal).
  Das Bauvorhaben liegt ausserhalb der Bauzone
  und bezweckt die Entwässerung sowie Rutschsanierung von Braunwald. Während
  der Auflagefrist erhoben A.______ und B.______ am 17. Februar 2022
  Einsprache bei der Gemeinde Glarus Süd.

  
	
   

  
	
  1.2 Am 12. Januar 2023 wies das Departement Bau
  und Umwelt des Kantons Glarus (DBU) die Einsprache von A.______ und B.______
  ab, soweit es darauf eintrat. Dies wurde A.______ und B.______ mit Entscheid
  der Gemeinde Glarus Süd vom 9. März 2023 eröffnet.

  
	
   

  
	
  1.3 Dagegen erhoben A.______ und B.______ am 8. April
  2023 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Glarus, welcher die Beschwerde
  am 14. Dezember 2023 teilweise guthiess. Er ergänzte den
  Baubewilligungsentscheid vom 9. März 2023 um ein Verbot zur Verwendung eines
  Steinbrechers auf dem Installationsplatz Tal. Im Übrigen wies er die Beschwerde
  ab.

  
	
   

  2.

  
	
  2.1 A.______ und B.______ gelangten mit Beschwerde vom
  30. Januar 2024 ans Verwaltungsgericht und beantragten die Aufhebung des
  Entscheids des Regierungsrats vom 14. Dezember 2023. Die Baubewilligung für
  den Installationsplatz Tal sei zu verweigern. Eventualiter sei die Sache an
  die Vorinstanz zur Durchführung eines Standortevaluationsverfahrens für den
  Installationsplatz Tal und dessen Nutzung zurückzuweisen. Subeventualiter sei
  die bestehende Zufahrt zu ihrem Wohnhaus weiterhin zu gewährleisten und der
  Entscheid über die Bewilligung der Materialseilbahn sei mit einer
  Rechtsmittelbelehrung zu eröffnen. Subsubeventualiter seien die gesetzlichen
  Bestimmungen und die in der Baubewilligung bestätigten Randbedingungen
  (Arbeitszeiten, Betrieb, Lärm, Staubentwicklung) einzuhalten. Darüber hinaus
  dürfe die Gefahr durch Hochwasser und Murgang für die Liegenschaft […] nicht
  durch die Zwischenlagerung von Ober- und Unterboden erhöht werden, wobei die
  entsprechenden Schutzmassnahmen unter Berücksichtigung der Stellungnahmen der
  C.______AG vom 5. Juli 2022 und 22. Oktober 2022 festzulegen seien.
  Schliesslich sei der Installationsplatz Tal nach Beendigung der Bauarbeiten
  umgehend zurückzubauen. In prozessualer Hinsicht ersuchten A.______ und
  B.______ um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels sowie eines
  Augenscheins.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Regierungsrat verzichtete am 21. Februar 2024
  auf die Einreichung einer Stellungnahme, verwies allerdings auf seinen
  Entscheid vom 14. Dezember 2024, an welchem er vollumfänglich festhalte.
  Die Gemeinde Glarus Süd und das DBU schlossen am 27. Februar 2024
  bzw. am 6. März 2024 auf Abweisung der Beschwerde; unter Kostenfolgen zu
  Lasten von A.______ und B.______. Die Entwässerungskorporation Braunwald
  liess sich am 11. März 2024 vernehmen und beantragte ebenfalls die Abweisung
  der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von A.______
  und B.______. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie überdies um Vereinigung
  der Verfahren VG.2024.00007 und VG.2024.00009.

  
	
   

  
	
  2.3 Am 9. April 2024 hielten A.______ und B.______ an
  ihren Anträgen fest. Die Gemeinde Glarus Süd verzichtete am 24. April 2024
  auf weitere Ausführungen.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79
  Abs. 1 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010
  (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten
  (vgl. aber nachfolgende E. II/1.5).

  
	
   

  
	
  1.2
  Gemäss Art. 107 Abs. 1
  VRG können mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die unrichtige oder
  unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a)
  sowie die unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines Missbrauchs des
  Ermessens (lit. b) gerügt werden. Die Unangemessenheit des Entscheids
  kann gemäss abschliessender Aufzählung in Art. 107 Abs. 2 VRG nur
  ausnahmsweise geltend gemacht werden, wobei ein solcher Ausnahmefall nicht
  vorliegt.

  
	
   

  
	
  1.3
  Wenn getrennt eingereichte Anträge,
  Beschwerden oder Klagen den gleichen Gegenstand betreffen, können die
  Verfahren gemäss Art. 23 Abs. 2 VRG im Interesse einer zweckmässigen
  Erledigung vereinigt werden. Der Behörde kommt dabei ein erhebliches Ermessen
  zu (Martin Bertschi/Kaspar Plüss, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 53).

  
	
   

  
	
  Zwar
  richten sich sowohl die Beschwerde im Verfahren VG.2024.00007 als auch
  diejenige im Verfahren VG.2024.00009 gegen den Entscheid des
  Beschwerdegegners 4 vom 14. Dezember 2023. Indessen
  unterscheiden sich die beiden zu beurteilenden Beschwerdeschriften in
  einzelnen Teilen, weshalb von einer Vereinigung abzusehen ist. Dies liegt im
  weiten Ermessen des Gerichts, wobei denn auch nicht ersichtlich ist,
  inwiefern einer Partei hierdurch ein rechtserheblicher Nachteil entsteht.

  
	
   

  
	
  1.4
  Gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. f VRG
  kann die Behörde einen Augenschein durchführen, wobei der Entscheid darüber
  in ihrem pflichtgemässen Ermessen steht. Eine dahingehende Pflicht besteht
  nur, wenn die tatsächlichen Verhältnisse auf andere Weise überhaupt nicht
  abgeklärt werden können (BGer-Urteil 1C_578/2019 vom 25. Mai 2020 E. 3.1;
  VGer-Urteil VG.2022.00001 vom 28. April 2022 E. II/1.3).

  
	
   

  
	
  Vorliegend
  ergibt sich der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend aus den im Recht
  liegenden Akten, weshalb von der Durchführung eines Augenscheins abzusehen
  ist.

  
	
   

  
	
  1.5 Soweit die Beschwerdeführer eine Gehörsverletzung
  rügen, indem keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Stellungnahmen der
  C.______AG vom 5. Juli 2022 bzw. vom 11. Oktober 2022 erfolgt sei,
  sind sie darauf hinzuweisen, dass sie lediglich innert Beschwerdefrist und
  innert einer allfälligen Nachfrist neue Tatsachen, Beweisanträge und
  rechtliche Begründungen vorbringen können (vgl. Art. 92 Abs. 1
  VRG). Die erst in ihrer Stellungnahme vom 9. April 2024 vorgebrachte
  Gehörsverletzung erweist sich damit als verspätet, womit auf diese Rüge nicht
  einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  Selbst
  wenn jedoch darauf einzutreten wäre, wäre das rechtliche Gehör der
  Beschwerdeführer nicht verletzt. Die Erkenntnisse der C.______AG vom
  5. Juli 2022 veranlassten die D.______AG nämlich dazu, ihr Gutachten vom
  30. März 2022 anzupassen. So erfuhren unter anderem die empfohlenen
  Objektschutzmassnahmen, die Notfallplanung und das Notfallkonzept Änderungen.
  Gemäss der D.______AG könne mit einem Schutzdamm oberhalb der Aufschüttung
  des Installationsplatzes im Falle einer Verklausung verhindert werden, dass
  Wasser entlang der Druckleitung in Richtung der Liegenschaft […] abfliesse.
  Der "Schutzdamm Pink" zeige eine positive Wirkung bei Ereignissen
  mit geringer bis mittlerer Intensität. Bei Ereignissen mit starker Intensität
  komme es zu einer Überlastung der Schutzbaute. Dies wird in der Folge von der
  C.______ AG denn auch anerkannt. Zwar hielt Letztere am 11. Oktober
  2022 grundsätzlich an ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 2022 fest. Sie wies
  jedoch selbst darauf hin, dass ihr die revidierte Version des Nachweises
  Naturgefahren der D.______AG vom 1. September 2022 nicht bekannt sei. Es
  ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegner 3 und 4 auf
  den nachvollziehbaren und schlüssigen Bericht vom 1. September 2022
  abgestellt haben. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die D.______AG
  und die C.______AG betreffend die Gefahreneinschätzung in weiten Teilen einig
  sind. Schliesslich beriefen sich die Beschwerdeführer erstmals in ihrer
  Verwaltungsbeschwerde vom 8. April 2023 auf eine Gehörsverletzung, wobei
  insbesondere der Beschwerdegegner 3 am 16. Mai 2023 hierzu Stellung
  nahm. Im Übrigen lassen sich dem vorinstanzlichen Entscheid die
  entsprechenden Überlegungen zu den genannten Stellungnahmen bzw. dem
  Gutachten ohne Weiteres entnehmen (vgl. E. 3.2). Den
  Beschwerdeführern war es daher ohne Weiteres möglich, den Entscheid der
  Vorinstanz sachgerecht anzufechten, womit der Beschwerdegegner 4 seiner
  Begründungspflicht rechtsgenüglich nachgekommen ist. Eine Verletzung des
  rechtlichen Gehörs liegt damit insgesamt nicht vor.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, dass das
  ausserhalb der Bauzone liegende Bauvorhaben nicht zonenkonform sei. Die
  erteilte Baubewilligung sei deshalb auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen.
  Der geplante Installationsplatz Tal liege wenige Meter von zwei Wohnhäusern,
  einem Spielplatz, einem Park, dem regionalen Gesundheits-Zentrum und vom
  Mittelpunkt des Dorfteils Matt entfernt, wodurch der Ortsteil massiv
  entwertet werde. Es sei unverständlich, dass die Beschwerdegegnerin 1
  auf eine ernsthafte Suche nach einem Deponieplatz in Braunwald verzichtet
  habe und stattdessen die Ortsgemeinde Linthal mit einem Installationsplatz
  auf vier bis acht Jahre hinaus belasten wolle. Die Beschwerdegegnerin 1
  habe sodann wiederholt betont, wie dringlich der Entwässerungsstollen sei. In
  unmittelbarer Nähe zur Bergstation der Braunwaldbahn, wo die Rutschung am
  stärksten sei, werde aktuell ein grosses Bauvorhaben umgesetzt. Dies
  relativiere die behauptete Dringlichkeit und es bleibe genügend Zeit für eine
  sorgfältige Abklärung eines Deponiestandorts bzw. eines
  Installationsplatzes. Dies sei nicht zuletzt deshalb notwendig, weil der
  Installationsplatz Tal in der Gefahrenzone Rot liege und durch Hochwasser,
  Murgänge sowie Felsabbrüche gefährdet sei. Problematisch sei des Weiteren
  auch die Nutzung als Umschlagplatz für das Ausbruchsmaterial des Stollenbaus.
  Mit der Anlieferung des Gesteins durch die geplante Materialseilbahn seien
  erhebliche Erschütterungen, Lärm- und Staubimmissionen zu erwarten. Im Rahmen
  eines Evaluationsverfahrens sei für das Deponieren des Materials eine
  naheliegende Lösung in Braunwald abgelehnt worden, ohne die unzumutbare
  Belastung für die Anwohner in Linthal zu berücksichtigen. Daher seien der
  Deponiestandort Braunwald verbunden mit einer wintersicheren (zumindest
  räumbaren) Notzufahrtsstrasse ab Urnerboden und der Standort Säätliboden in
  das Evaluationsverfahren aufzunehmen. Der Standort Säätliboden befinde sich
  dabei in grösserer Entfernung zu einem Dorfkern, biete genügend Platz und
  verfüge über eine ideale Zufahrtsstrasse. Eventualiter müsse eine
  barrierefreie Zufahrt zu ihrer bewohnten Liegenschaft gewährleistet sein.
  Schliesslich hätte die geplante Materialseilbahn im koordinierten Verfahren
  bewilligt werden müssen, weshalb den betroffenen Bewohnern der entsprechende
  Entscheid zumindest mit einer Rechtsmittelbelehrung hätte eröffnet werden
  müssen.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Beschwerdegegner 3 führt aus, entgegen den
  Vorbringen der Beschwerdeführer seien bereits im Vorverfahren die möglichen
  Standorte für den strittigen Installationsplatz evaluiert worden. Die von den
  Beschwerdeführern dargelegte Variante einer Deponierung des Ausbruchmaterials
  in Braunwald und einer Zufahrtsstrasse ab dem Urnerboden sei keine
  realistische Option. Namentlich würde dies einen Ausbau der bestehenden
  Schotterstrassen ab Unter Stafel via Nussbühl bis Braunwald bedingen und in
  die Landschaft mit teilweise schützenswerten Waldgesellschaften empfindlich
  eingreifen. Dieses Gebiet sei überdies im Winter stark durch Lawinen
  gefährdet. Ein Winterdienst und die Nutzung der Strasse für den Schwerverkehr
  sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Ferner sei das Bauvorhaben von
  hohem öffentlichen Interesse und für die Zukunft von Braunwald aufgrund der
  permanenten Rutschung wegweisend. Die geforderten zusätzlichen Abklärungen
  betreffend anderer Standorte für den Installationsplatz Tal erforderten Zeit.
  Je länger der Bau des Entwässerungsstollens verzögert werde, desto
  wahrscheinlicher werde das Versagen bisheriger Entwässerungsmassnahmen.
  Angesichts der zu erwartenden Klimaveränderungen mit häufiger werdenden
  Extremniederschlagsereignissen bestehe dringender Handlungsbedarf. Im Übrigen
  resultiere gemäss dem revidierten Naturgefahrennachweis vom 1. September
  2022 keine wesentliche Änderung der Gefährdungsbeurteilung für den
  Installationsplatz Tal oder die Liegenschaft [...]. Dementsprechend sei die
  von den Beschwerdeführern geltend gemachte erhöhte Gefährdung nicht
  nachvollziehbar. Vielmehr könne mit den geplanten Schutzmassnahmen die
  Gefahrensituation für die Liegenschaft […] sogar reduziert werden. Weiter
  wären an den Alternativstandorten mehr Personen von Lärm betroffen, weshalb
  der Projektstandort geeigneter sei. Die Trennung des Baustellenverkehrs vom
  übrigen Verkehr stelle schliesslich ein Grundprinzip des
  Verkehrssicherheitsmanagements dar. Innerhalb der gegensätzlichen Interessen
  von Verkehrssicherheit und freier Zufahrtsmöglichkeit für die Anwohner sei
  mit dem geplanten Verkehrsregime ein Kompromiss gefunden worden. Insgesamt
  würden die öffentlichen Interessen am geplanten Entwässerungsstollen
  diejenigen der Beschwerdeführer überwiegen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Bauten und Anlagen dürfen nur mit behördlicher
  Bewilligung errichtet oder geändert werden (Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes
  über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 [RPG]). Dies setzt unter anderem
  voraus, dass die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen
  (vgl. Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG). Abweichend von dieser
  Bestimmung können nach Art. 24 RPG Bewilligungen erteilt werden, Bauten und
  Anlagen zu errichten oder ihren Zweck zu ändern, wenn der Zweck der Bauten
  und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a)
  und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. ).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24
  lit. a RPG ist zu bejahen, wenn eine Anlage aus technischen oder
  betriebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen
  Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist (positive Standortgebundenheit)
  oder wenn ein Werk aus bestimmten Gründen in einer Bauzone ausgeschlossen ist
  (negative Standortgebundenheit). Dabei genügt eine relative
  Standortgebundenheit. Es ist nicht erforderlich, dass überhaupt kein anderer
  Standort in Betracht fällt. Es müssen jedoch besonders wichtige und objektive
  Gründe vorliegen, die den vorgesehenen Standort gegenüber anderen Standorten
  innerhalb der Bauzone als viel vorteilhafter erscheinen lassen
  (vgl. BGE 141 II 245 E. 7.6.1, 136 II 214 E. 2.1,
  jeweils mit Hinweisen). Die Frage, ob eine Baute auf einen bestimmten
  Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, beurteilt sich nach
  objektiven Massstäben, weshalb es weder auf die subjektiven Vorstellungen und
  Wünsche des Einzelnen noch auf die persönliche Zweckmässigkeit oder
  Bequemlichkeit ankommt (BGE 129 II 63 E. 3.1,
  124 II 252 E. 4a; BGer-Urteil 1C_502/2020 vom 23. September
  2021 E. 4.2). Eine Prüfung der Standortgebundenheit erscheint
  unvollständig, wenn dabei keine Auseinandersetzung mit möglichen
  Alternativstandorten oder -lösungen stattfindet
  (BGE 136 II 214 E. 2.2). Die Bejahung der relativen Standortgebundenheit
  setzt eine umfassende Interessenabwägung voraus. Dabei können nicht nur
  technische Aspekte, sondern auch Interessen des Natur-, Landschafts- und
  Ortsbildschutzes berücksichtigt werden (BGer-Urteil 1C_502/2020 vom 23.
  September 2021 E. 4.2; mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.3 Die gemäss Art. 24 lit. b RPG durchzuführende
  Interessenabwägung beruht auf einer gesamthaften Abstimmung aller räumlich
  wesentlichen Gesichtspunkte, in die sowohl öffentliche als auch private
  Interessen einzubeziehen sind (statt vieler: BGE 129 II 63
  E. 3.1). Diese Interessen müssen vollständig berücksichtigt und deren
  Gewichtung mit sachgerechten Erwägungen begründet werden (BGE 113 Ib 154
  E. 3b). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Raumplanung (RPV) vom
  28. Juni 2000 haben die Behörden, denen bei Erfüllung und Abstimmung
  raumwirksamer Aufgaben Handlungsspielräume zustehen, alle berührten
  Interessen zu ermitteln (lit. a); diese einzeln zu beurteilen und dabei
  besonders die Vereinbarkeit mit der anzustrebenden räumlichen Entwicklung und
  die möglichen Auswirkungen zu berücksichtigen (lit. b) sowie den Interessen
  aufgrund der Beurteilung im Entscheid möglichst umfassend Rechnung zu tragen
  (lit. c). Diese Interessenabwägung ist in der Begründung darzulegen (Art. 3
  Abs. 2 RPV; vgl. hierzu auch BGE 115 Ib 472
  E. 2e/aa). Statt öffentlicher können auch private Interessen gegen die
  Erteilung einer Ausnahmebewilligung sprechen (vgl. BGE 118
  Ib 17 E. 3). 

  
	
   

  
	
  3.4 Soweit das positive Verfassungs- und
  Gesetzesrecht einzelne Aspekte der Interessenabwägung konkret regelt, ist
  vorab zu klären, ob das Vorhaben mit diesen Vorschriften zu vereinbaren ist.
  Erst wenn dies zutrifft, ist die Abwägung aller zu berücksichtigenden
  Interessen koordiniert durchzuführen (BGer-Urteil 1A.122/2004 vom
  30. Mai 2005 E. 2.1). Massgebend bei der Interessenabwägung sind
  dabei insbesondere die verbindlichen Anordnungen im RPG, hauptsächlich die
  gesetzlichen Planungsziele und -grundsätze gemäss Art. 1 und 3 RPG (Bernhard
  Waldmann/Peter Hänni, Handkommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006,
  Art. 24 N. 22). Zu beachten sind insbesondere der Schutz der
  natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und die Landschaft
  (Art. 1 Abs. 2 lit. a RPG), die Grundsätze, der Landwirtschaft genügende
  Flächen geeigneten Kulturlandes zu erhalten (Art. 3 Abs. 2 lit. a
  RPG), Landschafts- und Ortsbilder zu schonen (Art. 3 Abs. 2
  lit. b RPG) sowie naturnahe Landschaften zu schonen und zu erhalten (Art. 3
  Abs. 2 lit. d RPG).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Braunwald liegt in einem ungefähr vier Quadratkilometer
  grossen, seit mehreren 10'000 Jahren aktiven Rutschgebiet. Durch permanente
  Bewegungen mit periodischen Beschleunigungen sowie der Gefahr von Murgängen
  ergeben sich im unteren Dorfteil von Braunwald und im Tal grosse
  Schutzdefizite mit roten Gefahrenzonen. Die Beschwerdegegnerin 1
  beabsichtigt mit dem Projekt "Entwässerungsstollen Braunwald" einen
  etwa 920 Meter langen Stollen zu realisieren, welcher durch stabile
  Felsschichten verläuft. Durch den gezielten Einbau von Drainagebohrungen soll
  das darüber liegende Erdreich entwässert, der Wasserdruck abgebaut und
  letztlich die Rutschbewegung verlangsamt werden. Das Konzept beinhaltet unter
  anderem die Erstellung des Installationsplatzes Tal, welcher als
  Materialumschlagplatz sowie als Talstation für die Materialseilbahn fungieren
  soll.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Beschwerdeführer beantragen in der
  Hauptsache, dass die Bewilligung für die Erstellung des Installationsplatzes
  Tal zu verweigern, eventualiter mit mehreren Nebenbestimmungen zu ergänzen
  sei. Da der Streitgegenstand einerseits durch den Gegenstand der
  angefochtenen Anordnung und anderseits durch die Parteibegehren bestimmt wird
  (Martin Bertschi, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A., Zürich/Basel/Genf
  2014, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 44), bildet die Erstellung des
  Entwässerungsstollens einschliesslich des Standorts des Installationsplatzes
  Berg nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Entsprechend ist im
  vorliegenden Verfahren einzig die Rechtmässigkeit des umstrittenen
  Installationsplatzes Tal zu prüfen.

  
	
   

  
	
  5.2 Die Beschwerdeführer beantragen die
  Durchführung eines Evaluationsverfahrens, wobei die Alternativstandorte
  Parkplatz I, Parkplatz II und Reserveparkplatz aufgrund der
  Abwertung des Dorfteils Linthal/Matt offenbar nicht Teil dieser Prüfung
  bilden sollen. Lediglich der Vollständigkeit halber ist nachfolgend aber
  dennoch auf diese Standorte, welche unbestrittenermassen in der Sonderbauzone
  liegen, einzugehen. Gemäss Art. 13 Abs. 1 der Nutzung und
  Bauvorschriften der Gemeinde Linthal vom 26. März 1993 bzw.
  25. November 1994 (BO Linthal) ist die Sonderbauzone für Bauten und
  Anlagen zu einer der nachfolgend aufgeführten Nutzung mit genau bezeichnetem
  Zweck sowie im betrieblich bedingten Ausmass am planlich festgehaltenen
  Standort bestimmt: Stützpunkt für Güter und Dienstleistungen des täglichen
  Bedarfs (lit. a); Offenzuhaltende Gasthäuser und Beherbergungsstätten (lit. b);
  Erzeugung, Umwandlung, und Verteilung von Energie (lit. c); Entnahme und
  Aufbereitung von Kies und Sand (lit. d); Stationen des Tourismus und
  Transports (lit. e). In der Sonderbauzone ist eine Wohnnutzung
  bzw. die Erweiterung bestehender Wohnbauten zur Zweckerfüllung und im
  betrieblich bedingten Ausmass zugelassen. Für die Erstellung von Bauten und
  Anlagen mit zonenfremden Nutzungen oder zu betriebsfremden Wohnzwecken gelten
  die Bestimmungen für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen (Art. 13
  Abs. 2 BO Linthal).

  
	
   

  
	
  Bei der Beurteilung der Zonenkonformität des
  Installationsplatzes fällt vorliegend einzig Art. 13 Abs. 1
  lit. e BO Linthal in Betracht. Dessen Erstellung kann dabei aber nicht
  als Station des Tourismus und Transports qualifiziert werden, weil eine zu
  grosszügige Auslegung Art. 13 BO Linthal aushöhlen würde, was nicht dem
  gesetzgeberischen Willen entsprechen kann. Die Erstellung des
  Installationsplatzes in der Sonderbauzone entspricht folglich nicht dem
  Zonenzweck, womit für eine dortige Erstellung die Bestimmungen für Bauten und
  Anlagen ausserhalb der Bauzonen bzw. Art. 24 ff. RPG zur Anwendung
  gelangen (Art. 13 Abs. 2 BO Linthal). Weitere Alternativstandorte, die sich
  innerhalb der Bauzone befinden, sind weder ersichtlich noch werden solche von
  den Beschwerdeführern dargetan. Zu prüfen bleiben somit die Varianten
  Installationsplatz Säätliboden und die Deponie Braunwald, welche
  unbestrittenermassen ausserhalb der Bauzone liegen.

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Zunächst gilt zu berücksichtigen, dass der
  streitbetroffene Installationsplatz untrennbar mit dem Entwässerungsstollen
  in Braunwald verbunden ist, dessen Bau aufgrund der hydrogeologischen
  Voraussetzungen standortgebunden und somit auf einen Standort ausserhalb der
  Bauzone angewiesen ist. Dass der Installationsplatz Tal ebenfalls auf einen
  Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, ergibt sich dabei ohne
  Weiteres aus der technischen Machbarkeit des Bauprojekts, wonach das
  Aushubmaterial vom Stolleingangsportal in Braunwald weggeführt werden muss, wobei
  hierfür eine natürliche Furche im Gelände genutzt wird. Im Ergebnis erfolgte
  die Prüfung der Bewilligungsfähigkeit des streitbetroffenen Bauprojekts damit
  zu Recht gestützt auf Art. 24 ff. RPG.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer fand sodann
  eine Auseinandersetzung mit möglichen Alternativstandorten oder -lösungen für
  einen Installationsplatz statt. So bestätigte das Bundesamt für Umwelt
  (BAFU) am 22. März 2022, dass im Vorfeld ein Variantenstudium
  stattgefunden habe und die geplante Variante als bautechnisch sicherste
  Lösung mit geringeren Auswirkungen auf die Umgebung sowie einem geringeren
  Unterhalts- und Überwachungsaufwand in der Betriebsphase beurteilt worden
  sei. Dies ergibt sich unter anderem auch aus
  der Stellungnahme vom 23. Februar 2021, worin sich die Abteilung
  Landwirtschaft des Kantons Glarus sowohl zur Zwischendeponie im
  Durnagel-Sammler als auch zur Enddeponie im Säätliboden geäussert hat. Weiter
  evaluierte die Beschwerdegegnerin 1 diverse Alternativstandorte für die
  Verwertung des Ausbruchsmaterials und zeigte anlässlich der
  Besprechung der Einsprachen am 13. April 2022 mögliche
  Alternativstandorte sowie deren Nachteile gegenüber dem geplanten Standort
  auf. Für die Beurteilung, ob die streitbetroffene Baute auch tatsächlich auf
  einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, können die Erkenntnisse
  im Rahmen der Evaluation eines Deponiestandorts herangezogen werden, da sie
  Aufschluss über die Auswirkungen auf Raum und Umwelt sowie auf die vom
  Gesetzgeber beabsichtigten Beschränkungen baulicher Vorrichtungen geben. Eine
  rechtsgenügliche Überprüfung von Alternativstandorten verlangt überdies
  ohnehin keinen strikten Beweis dafür, dass kein besser geeigneter
  Alternativstandort gegeben ist. Vielmehr genügt es, dass aufgrund einer
  konkreten Überprüfung der gewählte Standort besser geeignet erscheint als die
  übrigen Alternativstandorte. Die Rüge der Beschwerdeführer, wonach eine
  nachvollziehbare Prüfung möglicher Alternativstandorte unterblieben sei,
  zielt damit insgesamt ins Leere.

  
	
   

  
	
  5.3.3 Die Beschwerdeführer weisen weiter zu Recht darauf
  hin, dass der Säätliboden auf dem Gemeindegebiet Rüti zunächst als möglicher
  Alternativstandort geprüft wurde. Diesbezüglich hielt die D.______ AG am
  18. Februar 2021 fest, der Säätliboden befinde sich in kurzer
  Transportdistanz zum Umschlagplatz im Tal und die Materialaufbereitung könne
  in unmittelbarer Nähe und in genügendem Abstand zu den Wohngebieten erfolgen
  (Lärmschutz). Im Übrigen könne diese Fläche durch die Rekultivierung des Deponiekörpers
  wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Vor diesem Hintergrund leuchtet es
  zwar ein, dass sowohl eine verkehrstechnisch gute Lösung, namentlich eine
  ausreichende Trennung zwischen dem Baustellenverkehr und dem übrigen Verkehr,
  gewährleistet werden könnte als auch geringere Lärmimmissionen auf die
  Liegenschaft [...] ausfallen würden. Nachdem die Abteilung
  Landwirtschaft jedoch Vorbehalte gegenüber der Gestaltung einer Deponie im
  Säätliboden geäussert hatte, ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 1
  diesen Alternativstandort nicht weiterverfolgt hat. Gemäss der Abteilung
  Landwirtschaft ist eine Deponie im Säätliboden aus landwirtschaftlicher Sicht
  nämlich die schlechteste Variante, zumal fraglich sei, ob die Flächen wieder
  annähernd gleichwertig rekultiviert werden könnten, wie sie sich im
  Ausgangszustand befunden hätten. Mit Blick darauf, dass an diesem Standort
  wenig Oberboden vorhanden ist, erscheint es denn auch plausibel, dass ein
  dortiger Bau negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt hätte. Hinzu kommt,
  dass eine Materialseilbahn vom Säätliboden zum geplanten Stolleneingang den
  Fussballplatz des FC Rüti, den Rad- und Fussweg von und nach Linthal,
  die Linth, mehrfach den Wanderweg nach Braunwald, das SBB- sowie Braunwaldbahn-Trasse
  und die Liegenschaften beim Tannenberg queren oder zumindest tangieren würde,
  was von den Beschwerdeführern nicht bestritten wird. Es erscheint damit
  offensichtlich, dass dieser Standort erhebliche Gefahrenquellen für Personen
  und Sachwerte schaffen würde, wodurch umfangreiche und unverhältnismässige
  Sicherungsmassnahmen erforderlich wären. Aufgrund des steilen Geländes wies
  die Beschwerdegegnerin 1 am 30. Mai 2022 schliesslich zu Recht
  darauf hin, dass im Rahmen dieser Variante die Materialseilbahn das Tal höher
  queren müsste, wodurch ein weiteres Sicherheitsrisiko entstehen würde. Daran
  ändert auch der Einwand der Beschwerdeführer nichts, wonach die
  Materialseilbahn das Tal knapp über den Baumwipfeln queren könnte. Im Übrigen
  legte der Beschwerdegegner 3 am 8. September 2022 schlüssig dar,
  dass der erforderliche Trümmerschutz für die Materialseilbahn wegen den
  topographischen Verhältnissen entweder kostenintensiver oder bautechnisch
  nicht umsetzbar wäre. Einerseits stellt der Wanderweg oberhalb des Tannenbodens
  nämlich die einzige Fussverbindung nach Braunwald dar, welche freizuhalten
  ist. Andererseits müsste für den Trümmerschutz eine erhebliche Fläche
  Schutzwald entfernt werden, wobei fraglich ist, ob in diesem steilen Gelände
  ein Trümmerschutz überhaupt technisch realisiert werden könnte. Der
  Alternativstandort Säätliboden erweist sich somit insgesamt als ungeeignet.

  
	
   

  
	
  5.3.4 Des Weiteren sieht das streitbetroffene Projekt
  eine Deponierung des Ausbruch- und Aushubmaterials in der Deponie Däniberg in
  der Ortsgemeinde Schwanden vor. Die Beschwerdeführer sind dabei der
  Auffassung, der Deponiestandort Braunwald mit einer Zufahrtsstrasse ab
  Urnerboden sei erneut zu evaluieren. Diesbezüglich führte der
  Beschwerdegegner 3 indessen aus, die von den Beschwerdeführern
  dargelegte Variante sei unrealistisch. Sie würde nämlich einen Ausbau der
  bestehenden Schotterstrasse ab Unter Stafel via Nussbühl bis Braunwald von
  rund vier Kilometern bedingen, was einen grossen Eingriff in die Landschaft
  mit teilweise schützenswerten Waldgesellschaften bedeute. Ferner sei dieses
  Gebiet im Winter stark durch Lawinen gefährdet, weshalb ein Winterdienst und
  die Nutzung der Strasse für den Schwerverkehr aus Sicherheitsgründen nicht
  möglich seien. Überdies liege die Zufahrtsstrasse im Transitgebiet von
  Sturzprozessen (z.B. des Rutschungsgebiets Tüfels-Chilchli), wodurch
  eine ganzjährig hohe Gefährdung gegeben sei. Diese Begründung erweist sich
  insgesamt als plausibel und scheint offenbar auch den Beschwerdeführern
  insofern bewusst gewesen zu sein, als dass sie eine wintersichere (zumindest
  räumbare) Notzufahrtsstrasse ab Urnerboden beantragen. In Bezug auf einen
  Deponiestandort Braunwald mit einer Zufahrtsstrasse ab dem Urnerboden fallen
  sodann zunächst die lärmtechnischen Aspekte positiv ins Gewicht, da beim
  Umladen des Materials auf dem Urnerboden wohl keine Personen von den
  Immissionen betroffen wären. Dennoch ist mit dem Beschwerdegegner 3
  darin einig zu gehen, dass sich diese Variante aufgrund des erforderlichen
  Ausbaus der bestehenden Schotterstrasse, dem erheblichen Eingriff in die
  Landschaft und insbesondere aufgrund der Sicherheitsbedenken als
  unrealistisch präsentiert. Ferner können aufgrund der beengten
  Strassenverhältnisse keine für eine Deponie zweckdienlichen Fahrzeuge eingesetzt
  werden und eine Materialseilbahn wäre wegen der Querung von zahlreichen
  Liegenschaften in Braunwald überdies kaum umsetzbar. Es ist somit
  nachvollziehbar, dass im Rahmen des Variantenstudiums dieser Deponiestandort
  als ungeeignet erachtet wurde. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil das
  Gebiet der aktiven Rutschmasse von Braunwald nicht durch zusätzliche Gewichte
  belastet werden darf, da dies einen negativen Einfluss auf das
  Bewegungsverhalten hätte. Weiter erwies sich auch eine Ablagerung im Gebiet Bräch,
  welches nahe der bestehenden Deponie Braunwald liegt, als ungeeignet. Mit
  einer Deponie im Gebiet Bräch würde in einen vielfältigen und prägenden
  Landschaftsraum aus leichten Erhebungen und Senken eingegriffen. Gemäss dem
  Evaluationsbericht vom 18. Februar 2021 grenze der Perimeter direkt an
  eine Wildruhezone und er habe einen hohen touristischen Wert, weshalb während
  der Betriebsphase mit Einschränkungen zu rechnen sei. Letztlich könnten die
  anfallenden Volumina mit den auf den schmalen Strassen von Braunwald
  zugelassenen Fahrzeugen nicht in der für den Tunnelvortrieb erforderlichen
  Zeit abtransportiert werden, was eine Materialseilbahn oder einen
  Förderbandbetrieb ins Gebiet Bräch bedinge. Die möglichen Linienführungen von
  Seilbahnen würden jedoch zusätzliche Niederhaltungen von Wald erfordern und
  im Konflikt zu vorhandenen Liegenschaften sowie der Gruppenumlaufbahn
  Niederschlacht stehen. Im Ergebnis besteht mit dieser Variante ebenfalls ein
  hohes Sicherheitsrisiko für Personen- und Sachwerte. Inwiefern die Deponie
  Däniberg demgegenüber für die Verwertung des Ausbruchsmaterials nicht
  geeignet sein sollte, ist schliesslich weder ersichtlich noch wird dies von
  den Beschwerdeführern substantiiert geltend gemacht.

  
	
   

  
	
  5.4 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die
  Beschwerdegegnerin 1 verschiedene Standorte für die Erstellung eines
  Installationsplatzes evaluiert hat. Dieser Vergleich hat ergeben, dass der
  geplante Standort die sicherste und bautechnisch sinnvollste Lösung ist, was
  mit Blick auf die gesamten Umstände nachvollziehbar und in sich schlüssig
  erscheint. Es bleiben damit die betroffenen Interessen gegeneinander
  abzuwägen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1

  
	
  6.1.1 Zunächst ist festzuhalten, dass der
  Beschwerdegegner 4 nicht die absolute, sondern gestützt auf eine umfassende
  Interessenabwägung die relative Standortgebundenheit bejaht hat. Inwiefern er
  dabei die relevanten Interessen unzutreffend gewichtet haben soll, ist nicht
  ersichtlich. So weist er zu Recht darauf hin, dass an der Erstellung eines Entwässerungsstollens ein gewichtiges
  öffentliches Interesse besteht, welches höher als die entgegenstehenden
  Interessen der Beschwerdeführer zu gewichten ist (vgl. nachfolgende
  E. II/6.1.2). Daran vermag auch die Lage des Installationsplatzes
  Tal im roten Gefahrengebiet nichts zu ändern. Dieser soll für maximal vier
  Jahre betrieben werden und ist aufgrund der zeitlichen Komponente sowie mit
  Blick auf die Auflage zum Rückbau somit als temporäre Baute zu qualifizieren.
  Vorbehältlich gewisser Ausnahmen sind laut der Abteilung Wald und
  Naturgefahren des Kantons Glarus lediglich permanente Bauten in der roten
  Gefahrenzone untersagt. Für temporäre Bauten sind im Kanton Glarus hingegen
  keine Schutzziele definiert, sodass Ausnahmebewilligungen für solche Vorhaben
  im roten Gefahrengebiet grundsätzlich erteilt werden können.

  
	
   

  
	
  6.1.2 Mit dem streitbetroffenen Bauvorhaben und
  den damit verbundenen Auflagen oder Massnahmen wird den erheblichen
  Schutzdefiziten (vgl. vorgehende E. II/4) angemessen begegnet und es können dadurch zahlreiche hochrangige
  Güter (Personen- und Sachwerte) geschützt werden. An dessen Realisierung
  besteht somit ein gewichtiges öffentliches Interesse. Weiter wird durch das
  geplante Bauvorhaben eine gewisse Sicherung der Erschliessung von Braunwald
  und eine Planungssicherheit für die Erneuerung eines Zubringers nach
  Braunwald angestrebt, was mit einer Investitionssicherheit der öffentlichen
  Hand sowie von Privaten und einem sicheren Zugang zur touristischen
  Infrastruktur von Braunwald einhergeht. Es ist sodann darauf hinzuweisen,
  dass die erhebliche Gefahr sowie die massiven Auswirkungen von Rutschungen
  auch an anderen Orten im Kanton Glarus zu Tage getreten sind, wobei hierbei
  insbesondere der eindrückliche Erdrutsch in Schwanden (Wagenrunse) sowie der
  oberflächliche Erdrutsch in Braunwald (Gysenegg) zu nennen sind. Entgegen der
  Ansicht der Beschwerdeführer besteht für das streitbetroffene Bauvorhaben
  ferner eine zeitliche Dringlichkeit. Gemäss der Einschätzung der
  E.______ AG vom 21. November 2022 ist ein Grossereignis alle
  20-30 Jahre zu erwarten, wobei sich das Letzte (Rutschung Bätschen) im
  Jahr 1999 ereignet habe. Eine Verschärfung der Gefahrensituation durch starke
  Beschleunigungen sei somit zeitlich absehbar, weshalb sich die Umsetzung des
  streitbetroffenen Bauvorhabens nicht länger verzögern dürfe. Die Ansicht der E.______ AG findet in den weiteren im Recht liegenden Akten
  sodann ohne Weiteres Stütze. So verweist auch das BAFU auf die besonders
  grossen Schutzdefizite aufgrund der beschleunigten permanenten Rutschbewegung
  des Untergrunds in Braunwald. Ferner hob die D.______ AG hinsichtlich
  der Grossrutschung Bätschen hervor, dass sich aufgrund von äusseren
  Einwirkungen wie Starkniederschlägen oder Schneeschmelzen einzelne
  Rutschschollen aus der Grossrutschung Braunwald spontan aktivieren und über
  die Felswand in die unterliegenden Runsen stürzen könnten. Da neben
  der akuten Gefährdung des Siedlungsraums von Braunwald auch die Infrastruktur
  im Tal betroffen ist, dürfte die zeitnahe Realisierung des Projekts letztlich
  auch im Interesse der Beschwerdeführer liegen. Im Übrigen hat der
  Variantenvergleich (vgl. vorstehende E. II/5.3.2 ff.) ergeben,
  dass der geplante Entwässerungsstollen mit der Materialseilbahn am
  Installationsplatz Tal die sicherste Variante darstellt und ohne erheblichere
  Umweltauswirkungen bzw. mit geringerem Unterhalts- und
  Überwachungsaufwand in der Betriebsphase und damit wesentlich kostengünstiger
  umgesetzt werden kann. Es besteht somit sowohl aus Gründen der
  Gefahrenprävention als auch aus zeitlicher sowie finanzieller Sicht ein
  erhöhtes Interesse daran, das streitbetroffene Bauvorhaben am geplanten
  Standort zu realisieren.

  
	
   

  
	
  6.2

  
	
  6.2.1 Mit Blick auf die entgegenstehenden
  Interessen der Beschwerdeführer ist ohne Weiteres nachvollziehbar, dass diese
  den Installationsplatz Tal an einem anderen Standort umgesetzt sehen möchten.
  Die Gefährdung der Liegenschaft [...] ist indessen zu relativieren. Die
  C.______ AG führte diesbezüglich aus, dass eine Mehrgefährdung durch den
  Installationsplatz zwar nicht ausgeschlossen werden könne, der Umfang der
  Mehrgefährdung jedoch von der Gestaltung der geplanten Zwischenlager von
  Boden und Stollenausbruch abhängig sei. Sodann gab die D.______ AG am
  1. September 2022 an, zwischen dem Brummbächli und der Liegenschaft
  [...] befänden sich zwei einfache Dammschüttungen, welche ebenfalls schräg
  zum Hang in Richtung Süden verliefen. Diese hätten eine begrenzte
  Wirkungshöhe und würden Lücken aufweisen. Weitere Schwachstellen seien der
  fehlende Geschieberückhalt beim Brummbach und Brummbächli und die
  verschiedenen Brückendurchlässe, welche gemäss aktueller Gefahrenkarte
  bereits bei seltenen Ereignissen verklausen würden. Durch die günstige
  Anordnung der Materialablagerung im Kopfbereich der Auffüllung und den Bau
  der empfohlenen Objektschutzmassnahmen werde die Gefährdung der Liegenschaft
  [...] reduziert. In gleicher Weise äusserte sich die C.______ AG am 5. Juli
  2022, wonach durch die entstandenen Lücken in den Schutzdämmen hangaufwärts
  die Gefährdung der Liegenschaft [...] durch Murgänge kontinuierlich erhöht
  worden sei. Mit einer Wiederherstellung der ursprünglichen Dämme oder der
  Erstellung eines Ersatzdammes könne die Gefährdung deutlich reduziert bzw.
  ganz entfernt werden. Gestützt auf diese Erkenntnisse erweiterte die D.______ AG
  die geplanten Schutzbauten um den "Schutzdamm Pink", damit die
  Liegenschaft [...] beim Szenario der Verklausung der Brücke oberhalb des
  Installationsplatzes Tal besser geschützt wird. Dieser zeigt bei Ereignissen
  mit geringer bis mittlerer Intensität eine positive Wirkung. Einigkeit
  besteht ferner darin, dass die Hauptgefährdung der Liegenschaft [...] von
  grossen Murgängen vom Brummbächli ausgeht und es bei Ereignissen mit starker
  Intensität zu einer Überlastung der Schutzbaute kommt. Diese Erkenntnisse stimmen
  denn auch mit der Vorstudie der E.______ AG vom 20. April 2016 überein,
  worin aufgezeigt wird, dass nach Vornahme der empfohlenen Massnamen die
  Gefährdung durch Murgänge reduziert werden kann. Mit dem Installationsplatz
  Tal ist im Vergleich zur aktuellen Situation somit keine relevante
  Gefahrenverlagerung zu erwarten. Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin 1
  wiederholt aufgezeigt, dass die vorgesehene Linienführung der
  Materialseilbahn und der Standort des Installationsplatzes Tal von allen
  möglichen Varianten die sicherste und immissionsärmste Lösung darstellt (vgl.
  vorstehende E. II/5.3.3). Schliesslich hat auch das von der
  F._____ AG vorgesehene Monitoring Eingang in die Baubewilligung gefunden
  und es wurde beim Bauvorhaben eine Umweltbaubegleitung angeordnet, welche die
  Umsetzung der Bewilligung sowie der darin enthaltenen Auflagen und die
  Ersatz-, Schutz- und Wiederherstellungsmassnahmen begleitet und dokumentiert.
  Dies dürfte den Beschwerdeführern zusätzlich Sicherheit bei der Wahrung ihrer
  betroffenen Interessen geben.

  
	
   

  
	
  6.2.2 Es mag weiter zwar zutreffen, dass ein
  Installationsplatz im Säätliboden aufgrund der Distanz zur Liegenschaft [...]
  zu einer deutlich geringeren Mehrbelastung bezüglich Erschütterungen, Staub-
  und Lärmimmissionen für die Beschwerdeführer führen würde. Den Interessen der
  Beschwerdeführer wurde jedoch bestmöglich Rechnung getragen, indem
  verschiedene Auflagen in die Baubewilligung aufgenommen wurden, der
  Baubewilligungsentscheid vom 9. März 2023 um das Verbot der Verwendung eines
  Steinbrechers ergänzt wurde und die Beschwerdegegnerin 1 überdies erklärt
  hat, auf der nördlichen Seite des Installationsplatzes in Richtung der
  Liegenschaft [...] eine Lärmschutzwand zu errichten. Sodann stufte die
  Beschwerdegegnerin 1 die lärmtechnischen Auswirkungen des Materialumschlags
  während des baurechtlichen Verfahrens als lärmintensiv und damit höher als
  die gemäss Baulärm-Richtlinie vorgesehene Massnahmenstufe ein und grenzte die
  Arbeiten zeitlich weiter ein. Damit wird dem Interesse der Beschwerdeführer
  an einer möglichst immissionsarmen Ausführung des Bauprojekts begegnet.
  Hinzuweisen bleibt ferner darauf, dass eine weitere Einschränkung der
  möglichen Arbeitszeiten oder der Arten von Arbeiten zu einer weiteren
  Verzögerung des Bauvorhabens führen würde und wohl auch mit zusätzlichen
  Kosten verbunden wäre. Schliesslich muss die nur befristet bewilligte
  Materialseilbahn nach der absehbaren Bauzeit wieder entfernt werden, weshalb
  sich die Mehrbelastung zeitlich in Grenzen hält.

  
	
   

  
	
  6.2.3 Weiter ist das Interesse der
  Beschwerdeführer an der Offenhaltung der direkten Zufahrtsstrasse als
  privates Interesse als bedeutend einzustufen. Dem steht aber das gewichtige
  öffentliche Interesse an der Verkehrssicherheit entgegen, wonach der
  Baustellenverkehr strikt vom übrigen Verkehr zu trennen ist. Dies dient
  sowohl der Sicherheit der Arbeitnehmenden auf der Baustelle als auch
  Drittpersonen und Sachwerten, wobei aus einer Durchmischung des Verkehrs eine
  erhebliche Gefahrenquelle resultieren würde. Zwar kann eine Sperrung der
  direkten Zufahrt zur Liegenschaft [...] für die Beschwerdeführer mit gewissen
  Umständen verbunden sein. Eine Unzumutbarkeit resultiert hierdurch allerdings
  nicht, da sie wie Zulieferer oder Besucher immerhin die Möglichkeit haben,
  auf dem oberen Parkplatz der Braunwaldbahn zu parkieren, wodurch sich die
  Gehstrecke vom Parkplatz zu ihrer Liegenschaft mit ungefähr […] Metern in
  Grenzen hält.

  
	
   

  
	
  6.2.4 Ob sich der Wert der Liegenschaften in
  Linthal, wie von den Beschwerdeführern angeführt, durch das streitbetroffene
  Bauvorhaben vermindert, kann im Übrigen offenbleiben. Die Minderung des
  Liegenschaftswerts betrifft nämlich ein rein finanzielles Interesse, welches
  gegenüber den erheblichen öffentlichen Interessen ohne Weiteres
  zurückzutreten hat.

  
	
   

  
	
  6.3 Im Ergebnis stehen dem streitbetroffenen
  Bauvorhaben keine überwiegenden (privaten) Interessen entgegen und der
  Beschwerdegegner 4 hat die öffentlichen Interessen, insbesondere die mit der
  Realisierung des Projekts bezweckte Gefahrenprävention, zu Recht höher
  gewichtet.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Sofern
  die Beschwerdeführer der Ansicht sind, der Installationsplatz Tal werde nach
  Abschluss der Bauarbeiten für weitere Projekte verwendet, ist ihnen
  schliesslich nicht zu folgen. Aus der Teilverfügung des Beschwerdegegners 3 vom
  12. Januar 2023 geht nämlich hervor, dass der Installationsplatz Tal nur
  für die Dauer des Bauvorhabens temporär bewilligt wurde und dieser nach
  Beendigung der Bauarbeiten in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen ist.
  Sodann ist der Verfügung vom 10. August 2022 der Abteilung Umweltschutz
  und Energie die zeitlich beschränke Nutzung des Installationsplatzes Tal zu
  entnehmen, zumal die Trockenmauer mit der Ausserbetriebnahme des
  Installationsplatzes fachgerecht wiederherzustellen sei. Überdies erklärte
  die Beschwerdegegnerin 1 ihr fehlendes Interesse, den Installationsplatz
  nach Abschluss der Bauarbeiten am Entwässerungsstollen weiter bestehen zu
  lassen. Vielmehr plane sie den umgehenden Rückbau der Installationen und die
  Renaturierung des Geländes bzw. die Wiederherstellung des ursprünglichen
  Zustands nach Abschluss der Bauarbeiten. Dies steht im Einklang mit der
  Anmerkung im Nachweis Naturgefahren der D.______ AG vom
  1.September 2022, beim Installationsplatz und der Materialseilbahn handle es
  sich um standortgebundene, befristet bewilligte Anlagen mit
  Rückbauverpflichtung gemäss Art. 65a RBG. Die Bedenken der
  Beschwerdeführer sind somit unbegründet.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Am
  19. Januar 2022 publizierte die Beschwerdegegnerin 2 das Baugesuch im
  Amtsblatt des Kantons Glarus, worin unter anderem auf die Erstellung eines
  Installationsplatzes, einer Materialseilbahn und einer Talstation bzw. eines
  Materialumschlageplatzes in […], Linthal, hingewiesen wurde. Soweit die
  Beschwerdeführer beantragen, der Entscheid über die Bewilligung der
  Materialseilbahn sei mit einer Rechtsmittelbelehrung zu eröffnen, übersehen
  sie, dass eine entsprechende Rechtsmittelbelehrung bereits in der
  Baugesuchspublikation enthalten war. Sodann kommt der Baubewilligungsbehörde
  bei der Anordnung von Auflagen und Nebenbestimmungen ein erhebliches Ermessen
  zu, in welches das Gericht nicht ohne Not eingreift. Da vorliegend keine
  solche besteht und die Baubewilligungsbehörde ihr Ermessen pflichtgemäss
  ausgeübt hat, hat es mit den Eventualanträgen der Beschwerdeführer an dieser
  Stelle sein Bewenden.

  
	
   

  
	
  9.

  
	
  Zusammenfassend hat der Beschwerdegegner 4 die
  erteilte Ausnahmebewilligung zu Recht bestätigt. Der Installationsplatz Tal,
  welcher auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, bildet
  gegenüber den anderen Standorten die bautechnisch sicherste Variante und
  trägt den relevanten Interessen am ehesten Rechnung. Sodann überwiegen die
  öffentlichen Interessen am streitbetroffenen Bauvorhaben diejenigen der
  Beschwerdeführer. Folglich erweist sich der angefochtene Entscheid insgesamt
  als verhältnis- sowie rechtmässig, was zur Abweisung der Beschwerde führt,
  soweit darauf einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Gerichtskosten von pauschal Fr. 2'500.- sind
  ausgangsgemäss den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 134 Abs. 1 lit. c
  VRG) und mit dem von ihnen bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher
  Höhe zu verrechnen.

  
	
   

  
	
  1.2 Behörden, worunter auch die Beschwerdegegnerin 1 als
  öffentlich-rechtliche Körperschaft des kantonalen Rechts fällt
  (vgl. hierzu VGer-Urteil VG.2013.00107 vom 2. April 2014 E. III/2),
  haben nur ausnahmsweise Anspruch auf eine Parteientschädigung, weil die
  Beantwortung von Rechtsmitteln zu ihrem angestammten Aufgabenbereich gehört
  (Art. 138 Abs. 4 VRG). Da kein besonderer Umstand vorliegt, der eine
  Parteientschädigung rechtfertigen würde, ist eine solche nicht zuzusprechen.
  Mangels eines Antrags vonseiten der Beschwerdeführer führt dies sodann nicht
  zu einer Korrektur bei der vorinstanzlichen Zusprache einer
  Parteientschädigung an die Beschwerdegegnerin 1 (vgl. VGer-Urteil
  VG.2014.00085 vom 6. August 2015 E. II/6).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 2'500.- werden den Beschwerdeführern auferlegt und
    mit dem von ihnen bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]