# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c20447f-2a2b-56be-b692-838b0abc6d1e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2021 200 2020 892
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-892_2021-03-23.pdf

## Full Text

200 20 892 IV
KNB/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 23. März 2021

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Einwohnergemeinde B.________, Abteilung Soziales
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/892, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 31. Oktober 2016 aufgrund einer Schmerzkrankheit bei 
der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Ant-
wortbeilage [AB] 2, 17 S. 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin) tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen und legte die 
Akten dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vor. Ge-
stützt auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. C.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, für Physikalische Medizin und Rehabili-
tation und für Tropen- und Reisemedizin, vom 19. Juni 2017 (AB 50) stellte 
sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Juni 2017 (AB 51) die Ab-
weisung des Leistungsbegehren mangels invalidisierenden Gesundheits-
schadens in Aussicht. Am 5. September 2017 (AB 58) verfügte die IVB 
entsprechend. Diese Verfügung blieb unangefochten.

Am 18. August 2020 (Postaufgabe [AB 64]) ersuchte die Versicherte die 
IVB erneut um Zusprechung von Leistungen. Mit Vorbescheid vom 
22. September 2020 (AB 75) kündigte die IVB an, auf das Leistungsbegeh-
ren nicht einzutreten, da nicht glaubhaft dargelegt worden sei, dass sich die 
tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich geändert 
hätten. Hierauf meldete sich die Versicherte telefonisch bei der IVB und 
teilte mit, sie sei mehrmals hospitalisiert gewesen und habe deshalb keine 
medizinischen Unterlagen zustellen können. Sie werde dies nachholen 
(AB 76). Am 14. Oktober 2020 (AB 77) liess der Hausarzt der Versicherten 
der IVB diverse Arztberichte zukommen. Mit Verfügung vom 3. November 
2020 (AB 82) trat die IVB auf das Leistungsgesuch nicht ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/892, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch die Einwohnergemeinde 
B.________, Abteilung Soziales, mit Eingabe vom 2. Dezember 2020 Be-
schwerde mit den folgenden Anträgen: 

1. Es sei festzustellen, dass die Verfügung der IV-Stelle des Kantons 
Bern vom 03.11.2020 nichtig ist.

2. Es sei festzustellen, dass die Verfügung des Vorbescheids der IV-
Stelle des Kantons Bern vom 29.09.2020 nichtig ist.

3. Eventualiter: Die Verfügungen der IV-Stelle des Kantons Bern vom 
03.11.2020 sowie vom 22.09.2020 seien aufzuheben und die Sa-
che sei zwecks Ergänzung des Sachverhalts und neuer Beurtei-
lung an die IV-Stelle zurückzuweisen.

4. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren die un-
entgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2021 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich – siehe jedoch sogleich E. 1.2 – einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. November 2020 
(AB 82). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die 
Neuanmeldung vom 18. August 2020 (AB 64) zu Recht nicht eingetreten 
ist. Soweit sich die Beschwerde gegen den Vorbescheid vom 22. Septem-
ber 2020 (AB 75) richtet (Rechtsbegehren Ziff. 2 und 3), ist darauf nicht 
einzutreten, da dieser im Beschwerdeverfahren kein taugliches Anfech-
tungsobjekt darstellt (vgl. Art. 57a Abs. 3 IVG).

Der Beschwerdeführerin ist darüber hinaus nicht zu folgen, soweit sie die 
angefochtene Verfügung vom 3. November 2020 (AB 82) als nichtig erach-
tet, da diese trotz angezeigtem Vertretungsverhältnis durch die Einwohner-
gemeinde B.________, Abteilung Soziales (vgl. AB 61), dieser nicht eröff-
net worden sei. 

Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen 
Person kein Nachteil erwachsen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Ein solcher Nach-
teilt ist weder dargetan, noch ersichtlich. Insbesondere war es der Vertrete-
rin der Beschwerdeführerin möglich, die Verfügung innert laufender 
Rechtsmittelfrist rechtsgenüglich anzufechten (vgl. BGE 122 V 189 E. 2 
S. 194; SVR 2019 IV Nr. 64 S. 207 E. 5.3).

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Nichteintretensverfügungen oder 
-entscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so 
ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der 
Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands 
oder Hilfebedarfs des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine 
Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu 
geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, 
verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vorausset-
zung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 
E. 3.5.3 S. 351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vor-
ausgegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungs-
massnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 
E. 1a). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung oder eines Revisionsgesuchs 
ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der 
versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt 
sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat 
sie unter anderem zu berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze 
oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaub-
haftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern 
steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätz-

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lich zu respektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die 
Verwaltung ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten 
streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

2.3 Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung oder dem 
Revisionsgesuch die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen. 
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für 
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 
zu sorgen hat, spielt insoweit nicht (BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 69). Mit dem 
Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an 
den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht nach dem im So-
zialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend gemachten 
rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte beste-
hen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei ein-
gehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdarstellung 
nicht erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen weni-
ger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss – im Ge-
gensatz zum vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der behaupte-
ten Sachdarstellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht vollständig 
und unter Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2020 IV Nr. 45 S. 158 E. 4.2, 
2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin eine er-
hebliche Änderung des Sachverhalts, die geeignet ist, ihren Anspruch auf 
Leistungen der IV zu beeinflussen, in zureichender Weise glaubhaft ge-

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macht hat (vgl. E. 2.3 hiervor). Dabei ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
leistungsabweisenden Verfügung vom 5. September 2017 (AB 58) mit 
demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Nichteintretensver-
fügung vom 3. November 2020 (AB 82) zu vergleichen.

3.2 Die Verfügung vom 5. September 2017 (AB 58) basierte im We-
sentlichen auf den folgenden Unterlagen:

3.2.1 Dem Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 18. Oktober 
2016 (AB 48 S. 4 ff.) betreffend Hospitalisation vom 10. bis 13. Oktober 
2016 sind die Diagnosen diffuse Arthralgien und Myalgien unklarer Ätiolo-
gie bei chronischer Schmerzkrankheit (Fibromyalgie), rezidivierende de-
pressive Episoden, normochrome normozytäre Anämie, Hypothyreose und 
anamnestisch Verdacht auf Uterusmyome zu entnehmen. Die Patientin 
leide seit über elf Jahren an Schmerzen im Schultergürtelbereich sowie 
lumbal. Im Lauf der Jahre hätten diese an Intensität deutlich zugenommen, 
ferner sei es zu einer Schmerzausweitung in Ober- und Unterschenkel und 
subkostal gekommen. Im August habe sich die Patientin in der Klink vorge-
stellt, damals sei die Diagnose einer Fibromyalgie gestellt und eine Physio-
therapie eingeleitet worden. Seither merke sie eine leichte Besserung, sie 
habe wieder Freude am Leben, die Schmerzen würden den Alltag jedoch 
noch entscheidend bestimmen. Sowohl klinisch wie auch laborchemisch 
gebe es keinen Hinweis auf das Vorliegen einer entzündlichen Erkrankung.

Aus einem weiteren Bericht des Spitals D.________ vom 22. April 2017 
(AB 48 S. 2 f.) geht hervor, dass die geplante ambulante Rehabilitation im 
D.________ im Februar 2017 aufgrund von Malcompliance mit vielen un-
entschuldigten Absenzen und verspätetem Erscheinen nicht durchgeführt 
worden sei. Die Patientin habe jedoch eine ambulante Physiotherapie und 
einen Kurs in Körperwahrnehmung absolviert und sehr viel davon profitie-
ren können. Zudem seien die Ferien in … sehr heilsam gewesen. Es gehe 
ihr nun schon deutlich besser.

3.2.2 In der Stellungnahme vom 19. Juni 2017 (AB 50) hielt der RAD-
Arzt Dr. med. C.________ mit Blick auf die vorerwähnten Berichte fest, es 
lägen keine unbehandelbaren relevanten Gesundheitsstörungen mit an-

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dauernder Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor. Auch die angestammte 
Tätigkeit in der Pflege sei voll zumutbar.

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes der Be-
schwerdeführerin seit Erlass der Verfügung vom 5. September 2017 
(AB 58) ergibt sich aus den Akten soweit entscheidwesentlich das Folgen-
de:

3.3.1 Dem Bericht des Spitals D.________ vom 17. Juli 2020 (AB 77 
S. 7 ff.) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 16. bis 22. 
Juni 2020 zwecks multimodaler Komplextherapie bei chronischer Schmer-
zerkrankung hospitalisiert war. Bei der Patientin bestehe seit ca. fünf Jah-
ren eine generalisierte Schmerzproblematik mit Polyarthralgien und panver-
tebralem Schmerzsyndrom. Bereits 2016 sei eine stationäre Abklärung 
erfolgt. Seither bestünden persistierende Schmerzen fluktuierend, in letzter 
Zeit jedoch zunehmend. Belastung würde die Schmerzen verschlimmern, 
es bestünden auch nächtliche Schmerzen.

Im Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 6. Oktober 2020 (AB 77 
S. 15 ff.) betreffend Hospitalisation vom 6. bis 11. September 2020 wurden 
u.a. eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren und rezidivierende depressive Episoden mit Panikattacken dia-
gnostiziert. Die Patientin sei notfallmässig bei Dekompensation der bekann-
ten Ganzkörperschmerzen bei bekanntem Wide-Spread-Pain-Syndrom 
eingetreten. Bei Eintritt habe sich eine vor allem psychisch dekompensierte 
Patientin gezeigt. 

3.3.2 Der Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, attestierte im Bericht vom 7. Oktober 2020 (AB 77 S. 1 ff.) eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit, wobei deren Beginn nicht bekannt sei. Die 
Patientin klage über Schmerzen am ganzen Körper, welche zu wiederhol-
ten Konsultationen auf der Notfallstation geführt hätten. Stärkere Schmer-
zen führten zur Appetitlosigkeit. Sie sei müde und komme am Morgen 
kaum aus dem Bett. Da bisher keine systematische Therapie des chroni-
schen Schmerzsyndroms erfolgt sei, könne keine Aussage über deren Er-
folg hinsichtlich Arbeitsfähigkeit gemacht werden. Insbesondere der Verlauf 
seit 2016 zeige deutlich, dass die Patientin kaum einer Arbeit im ersten 

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Arbeitsmarkt nachgehen könne. Die Schmerzsymptomatik habe sich inten-
siviert, verschiedene Therapien hätten nur ungenügenden Erfolg gezeigt.

3.4 Im Rahmen der Neuanmeldung genügt das Glaubhaftmachen ei-
ner potentiell anspruchsrelevanten Änderung (vgl. E. 2.3 hiervor). Hierzu ist 
zunächst festzustellen, dass zwischen der leistungsabweisenden Verfü-
gung vom 5. September 2017 (AB 58) und der vorliegend angefochtenen 
Nichteintretensverfügung vom 3. November 2020 (AB 82) mehr als drei 
Jahre liegen. Angesichts dieses Zeitablaufs sind an das Glaubhaftmachen 
einer Änderung keine allzu hohen Anforderungen zu stellen (vgl. E. 2.2 
hiervor).

3.5 Unbestritten und aufgrund der Akten erstellt ist, dass die Be-
schwerdeführerin seit Jahren und weiterhin insbesondere an einer 
Schmerzkrankheit leidet. Diesbezüglich sprachen die behandelnden Ärzte 
des Spitals D.________ in den Berichten vom 18. Oktober 2016 (AB 48 
S. 4 ff.) und vom 22. April 2017 (AB 48) davon, dass die Beschwerdeführe-
rin von der durchgeführten Physiotherapie profitiert habe und es ihr leicht 
bzw. deutlich besser gehe. Demgegenüber hielten sie in den Berichten vom 
17. Juli 2020 (AB 77 S. 7 ff.) und vom 6. Oktober 2020 (AB 77 S. 15 ff.) – 
wie auch der Hausarzt Dr. med. E.________ am 7. Oktober 2020 (AB 77 
S. 1 ff.) – einen verschlechterten Gesundheitszustand fest. In beiden Be-
richten wurden neu Panikattacken diagnostiziert. Zwar stammen die Berich-
te aus der Universitätsklinik für Rheumatologie, Immunologie und Allergo-
logie und die unterzeichnenden Ärztinnen und Ärzte verfügen nicht über 
einen Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie und äussern sich 
damit fachfremd (Beschwerdeantwort, S. 3 Ziff. 11); immerhin erfolgte auf 
ihre Empfehlung hin jedoch eine Anbindung an eine Tagesklinik. Darüber 
hinaus ist letzterem Bericht zu entnehmen, dass sich im MRI des rechten 
Handgelenks am 20. August 2020 eine ausgedehnte Ganglionzyste am 
ehesten im Rahmen erosiver Veränderungen bei Arthritis karpal oder Syn-
ovitis sowie eine Läsion des ulnarseitigen triangulären fibrokartilaginären 
Komplex (TFCC) am ehesten im Rahmen der Arthritis gezeigt hätten 
(AB 77 S. 15). Insgesamt bestehen damit zumindest gewisse Anhaltspunk-
te – im Sinne der in E. 2.3 hiervor erwähnten Rechtsprechung – dafür, dass 
im hier interessierenden Zeitraum eine Verschlechterung des Gesundheits-

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zustands mit möglichen Auswirkungen auf den Leistungsanspruch einge-
treten ist, auch wenn durchaus noch die Möglichkeit besteht, dass sich dies 
bei eingehender Abklärung nicht erstellen lässt.

3.6 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin aufgrund der 
glaubhaft gemachten gesundheitlichen Verschlechterung auf das neuerli-
che Leistungsgesuch vom 18. August 2020 (Postaufgabe [AB 64]) einzutre-
ten, dieses materiell zu prüfen und anschliessend neu zu verfügen. In die-
sem Sinne ist die Beschwerde – soweit darauf einzutreten ist – gutzuheis-
sen und die angefochtene Verfügung vom 3. November 2020 (AB 82) auf-
zuheben.

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

4.2 Die durch die Einwohnergemeinde B.________, Abteilung Sozia-
les, und damit durch eine Organisation der öffentlichen Sozialhilfe vertrete-
ne Beschwerdeführerin hat trotz Obsiegens keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (vgl. BGE 126 V 11 E. 1 - 5 S. 11).

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Verfahren betreffend 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos geworden 
vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird die Beschwerde gutgeheissen, die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 3. November 2020 
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Einwohnergemeinde B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.