# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 379b550d-b27b-5139-b3b4-db3c607bca80
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 28.05.2020 UV 2018/71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2018-71_2020-05-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/71

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 17.12.2020

Entscheiddatum: 28.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2020
Art. 9, 18, 24 und 25 UVG: Gestützt auf die schlüssigen, in Kenntnis der 
beruflichen Situation des Beschwerdeführers und des aktenmässigen 
Verlaufs ergangenen Beurteilungen von Dr. D.___ ist mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass lediglich knapp 60 % (30 % pro Ohr) 
des Hörverlustes auf den Berufslärm zurückzuführen sind, sodass die 
Erheblichkeitsschwelle für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung 
gemäss der Suva-Tabelle 12 nicht erreicht ist. Weiter ist gestützt auf die 
Beurteilung von Dr. D.___ anzunehmen, dass der berufsbedingte Hörverlust 
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt hat. Beschwerde wird 
abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Mai 2020, UV 
2018/71). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_517/2020.

Entscheid vom 28. Mai 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Miriam Lendfers und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2018/71

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Wyler Koch Partner AG, 

Zürcherstrasse 310, Postfach 340, 8501 Frauenfeld,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war aufgrund seiner Anstellung als Mitarbeiter in 

einer Z.___ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die 

Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert (vgl. Suva-act. 26). Gestützt auf 

eine Beurteilung von Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und 

Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 18. Januar 2011 (vgl. Suva-act. 12) 

anerkannte die Suva am 24. Januar 2011 eine beim Versicherten bestehende 

Schwerhörigkeit als Berufskrankheit und übernahm die Kosten für ein Hörgerät sowie 

für die damit zusammenhängenden ärztlichen Abklärungen (Suva-act. 13).

A.a. 

Am 21. März 2014 informierte Dr. med. C.___, Spezialarzt FMH für Oto-Rhino-

Laryngologie, die Suva darüber, dass der Versicherte trotz der Hörgeräteversorgung 

erhebliche Mühe mit der Verständigung habe, weshalb er ein Gesuch um eine 

apparative Neuversorgung stelle. Im Reintonaudiogramm finde sich eine ausgeprägte 

Hochtonschwerhörigkeit auf der linken Seite mit einer deutlichen Einschränkung des 

Sprachverständnisses. Auf der rechten Seite bestehe eine an Ertaubung grenzende 

Schwerhörigkeit mit praktisch nicht brauchbarer Sprachverständigung. Der 

Hörgerätetest vom 11. Dezember 2013 zeige gegenüber der letzten Schlussprüfung 

A.b. 

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vom 7. Mai 2012 keine wesentliche Verschlechterung des Hörgerätes (Suva-act. 21). 

Nachdem die Suva den Versicherten zur Veranlassung einer Rückfallmeldung bei 

seinem Arbeitgeber aufgefordert hatte (vgl. Suva-act. 22 f.), teilte dessen Ehefrau der 

Suva am 14. Mai 2014 telefonisch mit, dass der Versicherte am Herz operiert worden 

sei und nicht mehr arbeite (Suva-act. 25). Noch gleichentags veranlasste die Suva eine 

Rückfallmeldung zu einem Schaden vom 1. März 2010, wobei sie das Rückfalldatum 

auf den 11. Dezember 2013 festsetzte (Suva-act. 26).

In einer Beurteilung vom 19. Mai 2014 erachtete Dr. med. D.___, Arbeitsärztin, 

Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie FMH, eine reguläre Hörgeräteanpassung nicht 

als zielführend, weshalb sie weitere Abklärungen im Hinblick auf die Frage, welche 

Hörgeräte für den Versicherten in Frage kommen könnten, empfahl (Suva-act. 29). Eine 

CT-Untersuchung des Felsenbeines vom 24. November 2014 wies eine verminderte 

Dichte der otischen Kapsel im Sinne von Spongiosaherden im Rahmen einer 

Otosklerose rechts mehr als links nach (Suva-act. 34). In einem Bericht der Klinik für 

Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des E.___ vom 20. Januar 2015 nannten 

die untersuchenden Ärzte als Diagnosen den Verdacht auf eine Otosklerose rechts bei 

hochgradiger, gemischter Schwerhörigkeit rechts, leicht-mittelgradiger, sensineuraler 

Schwerhörigkeit links, pulssynchronem Tinnitus links, links konventionell 

hörgeräteversorgt seit 2011 und Nachweis einer verminderten Dichte der otischen 

Kapsel im Sinne von Spongiosaherden im Rahmen einer Otosklerose rechts mehr als 

links, eine valvuläre und kongenitale Kardiopathie, ein lumospondylogenes und fraglich 

radikuläres Schmerzsyndrom, eine fragliche Bactrimallergie sowie eine depressive 

Stimmungslage und den Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsproblematik. In ihrer 

Beurteilung hielten die Ärzte weiter fest, dass in einer Zusammenschau der klinischen 

und radiologischen Befunde am ehesten von einer Otosklerose auf der rechten Seite 

auszugehen sei. Konkomitierend bestehe rechts und links eine leicht- bis mittelgradige 

sensorineurale Schwerhörigkeit. Die Befunde erklärten, warum der Versicherte auf der 

rechten Seite von einer konventionellen Hörgeräterversorgung nicht profitiere. Aufgrund 

der aktuellen Befundlage werde primär eine operative Mittelohrexploration mit allenfalls 

Stapedotomie zur Verbesserung des Air bone gaps auf der rechten Seite 

vorgeschlagen. Im Anschluss wäre dann rechts ebenfalls eine konventionelle 

Hörgeräteversorgung analog zur linken Seite möglich. Der Versicherte wolle das 

A.c. 

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weitere Vorgehen zunächst mit seinem Hausarzt besprechen, da eine relevante kardiale 

Komorbidität bestehe (Suva-act. 37). Gestützt auf die Untersuchungsergebnisse 

empfahl Dr. D.___ in einer Stellungnahme vom 28. Januar 2015 das Abwarten des 

Entscheides des Versicherten hinsichtlich der Operation. Weiter hielt sie fest, dass für 

die allfällige Operation keine Kostengutsprache geleistet werden könnte. Die Operation 

der vermuteten Otosklerose sei einer endogenen Erkrankung geschuldet. Sie habe 

prinzipiell nichts mit der beruflichen Lärmexposition zu tun, gestützt auf welche im 

Januar 2011 eine Berufslärmschwerhörigkeit anerkannt worden sei (Suva-act. 40). Am 

18. Februar 2015 teilte die Ehefrau des Versicherten der Suva mit, dass ihr Ehemann 

sich der Operation nicht unterziehen werde. Er habe schon mehrere Operationen hinter 

sich und habe ständig Infekte, sodass der Hausarzt die Ohrenoperation als zu riskant 

einstufe (Suva-act. 41). Am 3. Juni 2015 informierte die Ehefrau des Versicherten die 

Suva, dass an diesem Tag die Hörgeräteanpassung stattgefunden habe und eine 

optimale Lösung gefunden worden sei (Suva-act. 52). Am selben Tag meldete sich der 

Versicherte mittels des entsprechenden Formulars bei der Suva für Hilfsmittel an (Suva-

act. 56). Auf eine entsprechende Aufforderung der Suva hin (vgl. Suva-act. 53) reichte 

die F.___ mit Schreiben vom 19. Juli 2015 ihre Auswertungen zu den beim Versicherten 

durchgeführten Untersuchungen sowie den Kostenvoranschlag für die 

Hörgeräteversorgung ein. Sodann hielt sie fest, dass der Versicherte an einem 

beidseitigen Hörverlust leide. Der Verlust aus dem Tonaudiogramm betrage für die 

rechte Seite aktuell 100 %, für die linke Seite 67.2 %. Da sich die linke Seite innerhalb 

der letzten vier Jahre um 37.6 % verschlechtert habe, sei ein Gesuch um frühzeitige 

Wiederversorgung mit Hörsystemen gestellt worden. Das alte Hörsystem diene der 

neuen Ausgangslage nicht mehr. Bei der F.___ habe eine Probeanpassung mit diversen 

Kontrollsitzungen stattgefunden. Die neue Versorgung ermögliche es dem 

Versicherten, die Sprache von rechts wieder zu hören und zu verstehen (Suva-act. 56). 

In einer Beurteilung vom 22. Juli 2015 hielt Dr. D.___ fest, dass die Gesamtkosten für 

die Hörgeräteversorgung gemäss Kostenvoranschlag bei Fr. 4'514.-- lägen. Aufgrund 

der aktuellen audiologisch schwierigen Situation könne auf jeden Fall 

Kostengutsprache für eine binaurale komplexe Hörgerätewiederanpassung erteilt 

werden, da eine solche streng genommen ebenfalls vorzeitig erfolgen würde. Sodann 

überlasse sie es der Administration, ob ausnahmsweise gegebenenfalls die komplette 

Summe übernommen werden könne, zumal beim Versicherten eine finanziell 

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angespannte Situation bestehe, nachdem dieser aus anderen gesundheitlichen 

Gründen seit einigen Jahren arbeitsunfähig sei. Eine Integritätsentschädigung sei nicht 

geschuldet. Jener Teil der Schwerhörigkeit, welcher auf die frühere 

Berufslärmbelastung zurückgeführt werden könne, sei in seinem Ausmass bis zum 

Ende der Lärmexposition nicht erheblich gewesen. Die massive Abnahme des Gehörs 

rechts in den vergangenen Jahren sei auf die endogen bedingte Otosklerose 

zurückzuführen, die in keinem kausalen Zusammenhang zur Berufslärmbelastung 

stehe. Rentenansprüche bestünden aufgrund der anerkannten Berufsschwerhörigkeit 

ebenfalls nicht (Suva-act. 61).

Mit Mitteilung vom 19. August 2015 informierte die Suva den Versicherten 

darüber, dass sie aufgrund der durchgeführten Abklärungen die Kosten für eine 

binaurale Hörgeräteversorgung sowie für die damit verbunden ärztlichen Abklärungen 

übernehme. Gemäss der Tarifvereinbarung betrage die Kostenübernahme für die 

Hörgeräte gesamthaft Fr. 2'972.-- exklusive Mehrwertsteuer. Die massive Abnahme 

des Gehörs rechts in den vergangenen Jahren sei auf krankheitsbedingte Faktoren 

zurückzuführen, die in keinem Zusammenhang mit den Berufslärmbelastungen 

stünden. Höhere Kosten für Hörgeräte könnten daher nicht übernommen werden. 

Weiter verneinte die Suva gestützt auf die Beurteilung von Dr. D.___ einen Anspruch 

auf eine Integritätsentschädigung sowie einen Rentenanspruch (Suva-act. 62).

A.d. 

Mit Schreiben vom 7. September 2015 wandte sich der Versicherte gegen die 

Mitteilung vom 19. Augst 2015. Er sei der Überzeugung, dass die Gehörsschädigung 

auf die Lärmbelastungen am ehemaligen Arbeitsplatz zurückzuführen sei. Er sei einer 

kontinuierlichen Lärmbelastung ausgesetzt gewesen, die über dem durchschnittlichen 

Lärmpegel gelegen habe. Er habe in der Fabrik keinen angemessenen Schutz vor 

gesundheitsschädigenden Einflüssen gehabt. In den letzten Jahren des 

Arbeitsverhältnisses hätten sich die Gehörsschäden bemerkbar gemacht. Allerdings 

habe er den Schaden erst dann bemerkt, als er bereits gravierend gewesen sei. Es sei 

nun verwunderlich, dass die Suva die Gehörsschäden in ihrer Mitteilung vom 19. 

August 2015 aus krankheitsbedingten Gründen nicht anerkenne. Der Lärm habe neben 

den Gehörsschäden auch noch weitere negative Auswirkungen gezeitigt. 

Beispielsweise sei es zu einer Veränderung der Tiefschlafphase und damit 

einhergehend zu einer herabgesetzten Arbeitsleistung gekommen. Auch bestehe ein 

A.e. 

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Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, da der Gehörsverlust über 70 % liege. 

Sodann machte der Versicherte auch einen Rentenanspruch geltend, da von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei und auch die Eingliederungsmassnahmen 

der Invalidenversicherung abgeschlossen seien (Suva-act. 63).

In einer Stellungnahme vom 10. September 2015 hielt Dr. D.___ fest, dass beim 

Versicherten der Verdacht auf Otosklerose bestehe. Dies sei eine die Schwerhörigkeit 

verkomplizierende, jedoch endogene und nicht berufslärmbedingte Erkrankung. Was 

die Berufslärmschwerhörigkeit betreffe, so sei davon auszugehen, dass die Situation im 

Hörtest bezüglich des linken besseren Ohres auch auf das rechte Ohr anzuwenden sei. 

Mit anderen Worten sei eine gewisse Symmetrie von der Berufslärmschwerhörigkeit zu 

erwarten, die bis zum Audiomobil-Audiogramm vom 16. Oktober 2008 auch vorgelegen 

habe. Zur Neubeurteilung des Falles sei eine Aktualisierung der Berufsanamnese 

erforderlich (Suva-act. 67). Am 13. Oktober 2015 teilte die Ehefrau des Versicherten der 

Suva telefonisch mit, dass der Versicherte die Arbeit in der Fabrik im August 2010 

wegen eines Herzleidens niedergelegt habe. In der Folge habe er das Krankentaggeld 

voll ausgeschöpft. Der Versicherte sei seit August 2010 keiner beruflichen oder privaten 

Lärmbelastung mehr ausgesetzt gewesen (Suva-act. 68). In einer Stellungnahme vom 

20. Oktober 2015 erklärte Dr. D.___, dass beim Versicherten aufgrund der 

durchgeführten Gehörsschadenprophylaxe berufslärmbedingte und endogene Anteile 

der Hörstörung voneinander getrennt werden könnten. Ein Rentenanspruch bestehe 

nicht. Durch die Hörgeräteversorgung sei es möglich, wieder auf der rechten Seite zu 

hören. Auch sei kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung gegeben, weil bei 

Aufgabe der lärmigen Berufstätigkeit der Grad der Erheblichkeit aufgrund der 

Lärmexpositionsspiegel nicht erreicht gewesen sei (Suva-act. 73).

A.f. 

Mit Schreiben vom 11. November 2015 erkundigte sich die Ombudsstelle der 

Privatversicherung und der Suva, Zürich, bei der Suva nach dem Stand des Verfahrens 

(Suva-act. 83). Mit Schreiben 16. November 2015 schilderte die Suva der Ombudsstelle 

die Umstände des laufenden Verfahrens aus ihrer Sicht (Suva-act. 84). Am 19. 

November 2015 informierte die Ombudsstelle die Suva darüber, dass sie dem 

Versicherten das Informationsschreiben vom 16. November 2015 weiterleiten werde. 

A.g. 

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Weiter bezeichnete sie das Verfahren vor der Ombudsstelle als abgeschlossen (Suva-

act. 85).

Mit Schreiben vom 21. Februar 2017 verlangte Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler, 

Frauenfeld, im Namen des Versicherten eine anfechtbare Verfügung. Zur Hauptsache 

machte sie geltend, die Erheblichkeitsgrenze für eine Integritätsentschädigung sei sehr 

wohl erreicht. Gemäss der Suva-Tabelle 12 liege die Erheblichkeitsgrenze bei einem 

binauralen Schaden bei einem Hörverlust von 70 %. Gemäss dem Antrag zur 

Wiederversorgung mit Hörgeräten der F.___ vom 19. Juli 2015 leide der Versicherte auf 

der rechten Seite an einem Hörverlust von 100 % und auf der linken Seite von 67.2 %. 

Die vermutete Otosklerose sei nur auf der rechten Seite festgestellt worden. Demnach 

sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Versicherte 

berufskrankheitsbedingt auf beiden Seiten an einem Hörverlust von 67.2 % leide 

(Suva-act. 97). Mit Schreiben vom 4. April 2017 stellte sich die Suva zunächst auf den 

Standpunkt, die formlose Ablehnung des Anspruchs auf eine Rente und eine 

Integritätsentschädigung vom 19. August 2015 sei in Rechtskraft erwachsen, weshalb 

auf die Einwände nicht eingetreten werden könne (Suva-act. 99). Mit Schreiben vom 

13. Juni 2017 wehrte sich der anwaltlich vertretene Versicherte gegen dieses 

Nichteintreten (Suva-act. 100). Mit Eingabe vom 26. Juni 2017 reichte die 

Rechtsvertreterin des Versicherten einen Arztbericht von Dr. med. G.___, Fachärztin 

PMH ORL, vom 22. Juni 2017 ein, wonach der Versicherte rechts an einem 100%igen 

Hörverlust, links an einem 74%igen und gesamthaft an einem binauralen Hörverlust 

von 86.7 % leide (Suva-act. 103). Am 11. April 2018 erliess die Suva schliesslich zwei 

Verfügungen mit fast identischen Begründungen, mit denen sie einen Anspruch des 

Versicherten auf eine Integritätsentschädigung sowie einen Rentenanspruch abwies. Im 

Wesentlichen führte sie aus, dass eine gemischte Hörstörung mit endogenen Anteilen 

bestehe, wobei die Erheblichkeit durch die endogenen Anteile bedingt sei, weil sich die 

Hörstörung nicht gleichseitig entwickelt habe. Da bei Aufgabe der lärmigen 

Berufstätigkeit der Grad der Erheblichkeit aufgrund der Lärmexpositionspegel nicht 

erreicht gewesen sei, bestehe kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. 

Mangels berufskrankheitsbedingter Einbusse der Arbeitsfähigkeit bestünden auch 

keine Rentenansprüche (Suva-act. 105 f.).

A.h. 

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B.  

C.  

Gegen diese Verfügungen erhob der Verband Inclusion Handicap, Zürich, am 3. 

Mai bzw. 20. Juli 2018 im Namen des Versicherten Einsprache (Suva-act. 108 und 116; 

vgl. ferner das Schreiben vom 14. Juni 2018; Suva-act. 111 sowie das 

Antwortschreiben der Suva; Suva-act. 115) mit den Anträgen, dem Versicherten sei 

eine Invalidenrente der Unfallversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 17 % 

auszurichten und bezüglich der Integritätsentschädigung sei gegenüber dem 

Versicherten darzulegen und zu dokumentieren, von welchem Hörverlust im Jahr 2011 

rein berufskrankheitsbedingt ausgegangen werde (Suva-act. 116 S. 1).

B.a. 

In einer Beurteilung vom 7. September 2018 nahm Dr. D.___ zu den in der 

Einsprache vorgebrachten Einwänden Stellung und kam zum Schluss, dass sich an 

ihren vorherigen Beurteilungen nichts geändert habe, da sich keine neuen 

medizinischen Aspekte ergeben hätten. (Suva-act. 121).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 12. September 2018 wies die Suva die Einsprache 

des Versicherten ab (Suva-act. 122).

B.c. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler, Frauenfeld, am 

15. Oktober 2018 Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid der Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 12. September 2018 sei aufzuheben, es seien 

ihm von der Beschwerdegegnerin Taggeld ab Einstellung bis zur Neuverfügung, eine 

Invalidenrente, eine Integritätsentschädigung sowie die Heilungskosten auszurichten, 

es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1). In formeller 

Hinsicht stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

und Rechtsverbeiständung im Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 1 S. 2, G 

4 und G 6).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. November 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei 

(act. G 5).

C.b. 

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Erwägungen

1.

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht eine 

bereits im Jahr 2011 anerkannte Berufskrankheit zur Debatte, weshalb die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung finden.

2.  

Am 12. Dezember 2018 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch 

um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 7).

C.c. 

In seiner Replik vom 24. Dezember 2018 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen vollumfänglich fest (act. G 9). Gleichzeitig reichte die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ihre Honorarnote über Fr. 5'592.-- ein (act. G 

9.1).

C.d. 

Mit Schreiben vom 6. Februar 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die 

Einreichung einer umfassenden Duplik, reichte eine kurze Stellungnahme ein und hielt 

am in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 11).

C.e. 

Mit Eingabe vom 21. Februar 2019 reichte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers eine neue Honorarnote über Fr. 4'696.25.-- ein, welche diejenige 

vom 24. Dezember 2018 ersetzte (act. G 13).

C.f. 

Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids bildet der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung.

2.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch auf Rentenleistungen und 

Integritätsentschädigung erstmals mit ihrer formlosen Mitteilung vom 19. August 2015 

abgelehnt (vgl. Suva-act. 62). Spätestens in diesem Zeitpunkt ist sie somit von einem 

2.2. 

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Fallabschluss ausgegangen, da die Prüfung dieser Ansprüche einen solchen 

notwendigerweise voraussetzt (vgl. Art. 19 UVG; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre 

Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Maurer/Hans-Ulrich 

Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. 

Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 143 ff.). In seinem Einwand vom 7. September 2015 

gegen die formlose Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin vom 19. August 

2015 hat sich der Beschwerdeführer mit dem Fallabschluss einverstanden erklärt, 

indem er ausgeführt hat, dass von der Fortsetzung der medizinischen Behandlung 

keine namhafte Besserung mehr zu erwarten sei (vgl. Suva-act. 63). Ob die 

Beschwerdegegnerin überhaupt einst Heilbehandlungsleistungen im Sinne von Art. 10 

UVG erbracht hat oder ob es sich bei den ärztlichen Kontrolluntersuchungen um 

Anpassungen im Rahmen eines Hilfsmittelanspruchs nach Art. 11 UVG gehandelt hat, 

sei dahingestellt und braucht vorliegend nicht genauer beleuchtet zu werden. Da der 

Beschwerdeführer die Operation, die allenfalls noch zu einer Besserung des 

Gesundheitszustandes hätte führen können, bereits vor dem 19. August 2015 

abgelehnt hat (vgl. Suva-act. 41), ist der Zeitpunkt des Fallabschlusses jedenfalls nicht 

zu beanstanden, sodass einer Prüfung der Ansprüche auf Rente und 

Integritätsentschädigung nichts im Wege steht.

Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde neben einer Rente und einer 

Integritätsentschädigung auch noch Heilbehandlungsleistungen und Taggeldleistungen 

beantragt (vgl. act. G 1), ist zu beachten, dass im verwaltungsgerichtlichen 

Beschwerdeverfahren grundsätzlich lediglich Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu 

beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - 

in Form einer Verfügung bzw. eines Einspracheentscheids - Stellung genommen hat. 

Insoweit bestimmt (vorliegend) der Einspracheentscheid den beschwerdeweise 

weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem 

Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und 

insoweit kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).

2.3. 

Während die formlose Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 19. August 2015 

neben der Integritätsentschädigung und dem Rentenanspruch noch die 

Kostenübernahme für die Hörgeräteversorgung zum Gegenstand hatte (vgl. Suva-act. 

62), haben sich die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 11. April 2018 nur noch 

mit dem Rentenanspruch sowie dem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung 

befasst (Suva-act. 105 f.). In seiner gegen diese Verfügungen gerichteten Einsprache 

hat der Beschwerdeführer ebenfalls lediglich Anträge hinsichtlich eines Anspruchs auf 

eine Rente und eine Integritätsentschädigung gestellt, ohne die nicht vollständige 

2.4. 

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3.

In diesem Verfahren ist, wie soeben dargelegt, der Anspruch des Beschwerdeführers 

auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zu prüfen. Der 

Beschwerdeführer leidet unstreitig an einer beidseitigen Berufslärmschwerhörigkeit. Die 

Beschwerdegegnerin hat diese am 24. Januar 2011 als Berufskrankheit im Sinne von 

Art. 9 Abs. 1 UVG anerkannt (Suva-act. 13). Sie stellt sich jedoch mit Verweis auf die 

zahlreichen Beurteilungen von Dr. D.___ auf den Standpunkt, dass die im Jahr 2014 

geltend gemachte Verschlechterung des Hörvermögens nicht auf die Berufskrankheit 

zurückzuführen sei, sondern andere krankheitsbedingte Ursachen habe. Die auf die 

Berufskrankheit zurückzuführende Hörschädigung erreiche die Erheblichkeitsschwelle 

für das Zusprechen einer Integritätsentschädigung und einer Invalidenrente nicht 

(vgl. Suva-act. 122; act. G 5 und 11). Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der 

Ansicht, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sein 

Gehörschaden nicht ausschliesslich auf die Berufskrankheit zurückzuführen sei, zumal 

es sich bei der Otoskleorse lediglich um eine Verdachtsdiagnose handle. Zumindest sei 

die Berufslärmexposition für den Gehörschaden teilkausal. Da die Beschwerdegegnerin 

die Berufskrankheit einmal anerkannt habe, trage sie die Beweislast für den Wegfall der 

Kausalität (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin sieht demgegenüber die Beweislast für 

sämtliche Anspruchsvoraussetzungen beim Beschwerdeführer (vgl. act. G 5 S. 5).

Kostentragung bezüglich der Hörgeräteversorgung zu beanstanden. Auch hat er keine 

weiteren oder anderen Heilbehandlungsleistungen, Hilfsmittel oder Taggeldleistungen 

beantragt (vgl. Suva-act. 108 und 116). Folgerichtig sind Gegenstand des 

angefochtenen Einspracheentscheides ebenfalls lediglich der Rentenanspruch sowie 

der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung gewesen (vgl. Suva-act. 122). 

Nachdem der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Fallabschluss nicht zu 

beanstanden ist und sich die Einsprache sowie der Einspracheentscheid nur mit dem 

Rentenpunkt sowie dem Anspruch auf Integritätsentschädigung befasst haben, können 

Anfechtungsgegenstand dieses Verfahrens ebenfalls nur die Ansprüche betreffend 

Rente und Integritätsentschädigung sein. Auf die im Beschwerdeverfahren neu 

vorgebrachten Anträge auf Heilbehandlungsleistungen und Taggeldleistungen kann 

somit unabhängig davon, dass Heilbehandlungsleistungen bei Berufskrankheiten 

grundsätzlich über den Fallabschluss hinaus zusammen mit Rentenleistungen geltend 

gemacht werden können (vgl. Art. 21 Abs. 1 lit. a UVG), vorliegend nicht eingetreten 

werden.

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4.  

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufs­

unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts 

anderes bestimmt. Bei Fehlen gegenteiliger Regelungen sind Berufskrankheiten von 

ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt (Art. 9 Abs. 3 UVG). Ist die 

versicherte Person infolge des Unfalls bzw. der Berufskrankheit zu mindestens 10 % 

invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Die versicherte Person hat zudem Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall bzw. die 

Berufskrankheit eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität erleidet (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Bemessung der 

Integritätsentschädigung richtet sich gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere 

des Integritätsschadens. Anhang 3 zur UVV enthält eine Skala für 

Integritätsentschädigungen. Die Entschädigung für spezielle, nicht in der Skala 

aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert 

abgeleitet. Integritätsschäden, welche nicht wenigstens einen Skalenwert von 5 % 

erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (zum Ganzen Anhang 3 UVV). In 

Weiterentwicklung der Skala des Anhang 3 zur UVV hat die medizinische Abteilung der 

Suva weitere Bemessungsgrundlagen in Form von Tabellen erarbeitet, welche als 

Richtwerte dienen können (vgl. BGE 116 V 157 E. 3a). Tabelle 12 der Suva sieht bei 

einem binauralen Hörverlust eine Integritätsentschädigung vor, sofern der Hörverlust 

die Schwelle von 35 % je Ohr erreicht. Für Hörverluste bis 30 % pro Ohr sieht die 

Tabelle keine Entschädigung vor.

4.1. 

Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht grundsätzlich nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Ereignis 

zusammenhängen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. September 2017, 8C_486/2017, 

E. 3 mit Hinweis; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53 ff.; André Nabold, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, 

N 48 ff. zu Art. 6). Rückfälle und Spätfolgen können ebenfalls nur dann eine 

Leistungspflicht des entsprechenden Unfallversicherers auslösen, wenn zwischen den 

erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall 

erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 

besteht (BGE 118 V 2965 E. 2c; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 78). Für die Tatfrage 

nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das 

4.2. 

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Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die 

Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 55 und 58 f.; André Nabold, a.a.O., N 53 und 59 zu Art. 6 UVG). Bei physischen 

Folgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung praktisch keine selbständige 

Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a und 117 V 365 E. 

5d/bb mit Hinweisen).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit 

Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden. Soll ein Versicherungsfall 

jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 

4.4 und 4.6; bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 

8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als 

zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Verlauf und 

den gegenwärtigen Status ergeben. Voraussetzung ist ein lückenloser 

Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund 

der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. das Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. März 2009, 8C_514/2008, E. 5).

4.3. 

Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz 

schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/20

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5.  

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der 

Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte 

Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten Wegfall der 

Kausalität der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Bei einem Rückfall trägt der Leistungsansprecher 

hinsichtlich der Kausalität des als Rückfall postulierten Beschwerdebildes die 

Beweislast (vgl. das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 20. 

Februar 2006, U 249/05, E. 1).

Die Beschwerdegegnerin hat die Schwerhörigkeit des Beschwerdeführers am 24. 

Januar 2011 als Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG anerkannt und 

Kostengutsprache für ein Hörgerät sowie die damit zusammenhängenden 

medizinischen Untersuchungen geleistet (Suva-act. 13). Auch wenn Dr. B.___ bereits in 

seiner Beurteilung vom 18. Januar 2011 auf berufskrankheitsfremde Anteile der 

Hörschädigung hingewiesen hatte (vgl. Suva-act. 12), kann sich die 

Beschwerdegegnerin mit Blick auf das Schreiben vom 24. Januar 2011 nicht darauf 

berufen, dass sie die Leistungspflicht nur für einen Teil des Gehörschadens anerkannt 

habe, weshalb der Beschwerdeführer für die Frage der Kausalität der anderen 

Gehörsschädigungen beweisbelastet sei. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin in 

ihrem Schreiben vom 24. Januar 2011 die bis dahin etablierte Berufskrankheit ohne 

explizite Einschränkungen anerkannt (vgl. Suva-act. 13). Zwischen der 

Kostengutsprache im Januar 2011 und der Meldung von Dr. C.___ im März 2014, 

wonach sich die Schwerhörigkeit des Beschwerdeführers verschlechtert habe (vgl. 

Suva-act. 21), sind dann allerdings keine weiteren Heilbehandlungsleistungen oder 

Hilfsmittelleistungen mehr aktenkundig. Ganz generell scheint in diesem Zeitraum keine 

Korrespondenz zwischen der Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdeführer mehr 

stattgefunden zu haben. Demnach ist davon auszugehen, dass nach der 

Hörgeräteversorgung, für welche die Beschwerdegegnerin im Januar 2011 

Kostengutsprache erteilt hatte, ein relativ stabiler Zustand hinsichtlich der 

Hörschädigung erreicht worden war. Daher ist es nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin die Meldung von Dr. C.___ vom März 2014 als Rückfall eingestuft 

hat (zum Begriff des Rückfalls vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 

2018, 8C_589/2017, E. 3.1.1). Folglich trägt der Beschwerdeführer die Beweislast 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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6.  

hinsichtlich des mit der Rückfallmeldung geltend gemachten neuen Beschwerdebildes 

(vgl. E. 4.4).

Auch gilt es zu berücksichtigen, dass die durch die Beschwerdegegnerin 

möglicherweise bereits vorgenommene Ausrichtung vorübergehender 

Versicherungsleistungen keine Vertrauensgrundlage für einen Rentenanspruch bzw. 

einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bildet (vgl. auch das Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. Oktober 2016, 8C_430/2016, E. 4). Die Ansprüche auf eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung unterliegen ihren eigenen, im UVG 

festgelegten Anspruchsvoraussetzungen, welche gesamthaft erfüllt sein müssen. Der 

Versicherungsträger kann mithin bei der erstmaligen Zusprache von Dauerleistungen 

seine Leistungspflicht - trotz Übereinstimmung einzelner Anspruchsvoraussetzungen 

mit denjenigen der vorübergehenden Versicherungsleistungen - neu überprüfen, ohne 

dass der Entscheid durch die faktische Erbringung vorübergehender Leistungen 

präjudiziert wird (Urteile des Bundesgerichtes vom 22. Februar 2016, 8C_1/2016, E. 

4.5.3 und 5. März 2013, 8C_666/2012, E. 4.1, nicht publ. in: BGE 139 V 161). In diesem 

Zusammenhang ist sodann von Bedeutung, dass die Invalidenrenten und 

Integritätsentschädigungen gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG angemessen gekürzt werden, 

wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise die Folge eines versicherten 

Ereignisses ist, während die Heilbehandlungsleistungen grundsätzlich nur von einem 

Sozialversicherungsträger zu übernehmen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 f. ATSG).

5.2. 

Zunächst zu prüfen ist demnach, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest­

gestellt werden kann, welcher Anteil der unbestrittenermassen vorhandenen 

Gehörsschädigung auf den Berufslärm zurückzuführen ist.

6.1. 

Dr. D.___ hat in ihren Beurteilungen überzeugend dargelegt, dass der Hörschaden 

zwar als berufslärmbedingt anerkannt worden sei, sich jedoch im Verlauf gezeigt habe, 

dass die Hörstörung nicht ausschliesslich beruflich verursacht worden sei, sondern 

auch endogene, berufsfremde Ursachen eine Rolle spielten. Zum Wesen der 

Berufslärmschwerhörigkeit gehöre die symmetrische, also die beidseitig gleich stark 

ausgeprägte Hörstörung respektive der Abfall der Innenohrleistung im Hochtonbereich, 

was sich in den Audiogrammen im Audiomobil von 1999 bis etwa 2008 entsprechend 

gezeigt habe. Ab 2010 weiche das rechte Ohr jedoch ganz erheblich von der 

Hörschwelle des linken Ohres ab, was durch die noch bestehende Lärmbelastung am 

Arbeitsplatz nicht erklärbar sei. Wäre ausschliesslich beruflicher Lärm 

ausschlaggebend, hätten sich beide Hörkurven im selben Ausmass verschlechtern 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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müssen. Ausserdem zeige sich der deutliche Abfall der Hörleistung im Tieftonbereich, 

was nicht mehr beruflichen, sondern endogenen Ursachen geschuldet sei. Schliesslich 

sei beim Beschwerdeführer eine sogenannte Otosklerose festgestellt worden, wodurch 

es zu einem Stopp der Schallübertragung, also einer zusätzlichen 

Mittelohrschwerhörigkeit zur vorbestehenden Innenohrschwerhörigkeit gekommen sei. 

Das sogenannte Ausmass der Erheblichkeit der Hörstörung, also ein Hörverlust von 

jeweils mindestens 35 % je Ohr, sei aus beruflichen Gründen bis zum 

Schadenaudiogramm vom 24. März 2010 nicht erreicht worden. Die Erheblichkeit sei 

erst durch die zusätzliche Otosklerose-bedingte Mittelohrschwerhörigkeit rechts 

erreicht worden (Suva-act. 73). Auf die bei der Berufslärmschwerhörigkeit zu 

erwartende Symmetrie hatte bereits Dr. B.___ in seiner Beurteilung vom 18. Januar 

2011 hingewiesen, weshalb auch er zum Schluss gekommen war, dass die massive 

Abnahme des Gehörs am rechten Ohr in den vergangenen zwei Jahren mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine krankheitsbedingte Ursache 

zurückzuführen sei, die in keinem Zusammenhang mit der Berufslärmbelastung stehe 

(Suva-act. 12). Dr. D.___ hat weiter festgehalten, dass bei der Kombination aus 

Berufslärmschwerhörigkeit und endogener Mittelohrschwerhörigkeit durch die 

Otosklerose aufgrund der Gehörsschadenprophylaxe im Audiomobil 

berufslärmbedingte und endogene Anteile der Hörstörung voneinander getrennt 

werden könnten. Aus dem Verlauf der Audiogramme sei exakt dokumentierbar, dass im 

Jahr 2010 die Hörschwelle auf dem rechten Ohr in einer ungewöhnlichen Art und Weise 

vom bisherigen Verlauf abgewichen sei, was organisch einer Otosklerose zugeordnet 

werden könne (Suva-act. 73). Auch wenn das Vorliegen einer Otosklerose mit letzter 

Sicherheit erst intraoperativ festgestellt werden könne, gebe es doch deutliche 

Hinweise für das Vorliegen dieser Erkrankung (Suva-act. 121). Entgegen der Ansicht 

des Beschwerdeführers ändert der Umstand, dass die Otosklerose nicht mit letzter 

Sicherheit ausgewiesen ist (vgl. act. G 1 S. 4 f.), nichts an der Kausalitätsbeurteilung 

des Hörschadens. Denn zum einen ist aufgrund der Einschätzung von Dr. D.___ und 

der Befunde des E.___ doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen einer 

Otosklerose auszugehen (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6 und das Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2). Selbst wenn aber eine 

solche wider Erwarten nicht vorhanden sein sollte, dürfte dies nichts am Anteil der 

berufslärmbedingten Gesundheitsschädigung ändern. Denn diesfalls wäre gestützt auf 

die vorliegenden ärztlichen Beurteilungen gleichwohl davon auszugehen, dass der 

massive Hörabfall rechts nicht auf berufslärmbedingte Krankheitsgründe 

zurückzuführen ist, wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort zutreffend 

ausgeführt hat (vgl. act. G 5 S. 4). Schliesslich hatte bereits Dr. B.___ in seiner 

Beurteilung vom 18. Januar 2011 den massiven Hörabfall rechts auf andere Ursachen 

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als den Berufslärm zurückgeführt, ohne dass damals die Otosklerose aktenkundig 

gewesen ist (vgl. Suva-act. 12).

Hinsichtlich der im Rahmen des Einspracheverfahrens vorgebrachten Kritik des 

Beschwerdeführers, die Erheblichkeitsschwelle für eine Integritätsentschädigung sei 

erreicht, da gemäss dem Antrag der F.___ zur Hörgeräteversorgung vom 19. Juli 2015 

selbst auf der linken Seite ein Hörverlust von 67.2 % bestehe, hat Dr. D.___ 

nachvollziehbar erklärt, dass das erwähnte Reintonaudiogramm vom 19. Juli 2015 zur 

Taxierung der berufslärmbedingten Integritätseinbusse nicht geeignet sei, weil der 

Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt bereits seit fünf Jahren nicht mehr 

lärmexponiert gewesen sei und neben der berufskrankheitsfremden Otosklerose 

zusätzlich noch eine altersbedingte Abnahme des Hörvermögens, insbesondere im 

Tieftonbereich, angenommen werden müsse. Zur Berechnung der berufslärmbedingten 

Integritätseinbusse dürfe ausschliesslich das Audiogramm verwendet werden, das dem 

Ende der beruflichen Lärmexposition zeitlich am ehesten zugeordnet werden könne. 

Insofern sei das Audiogramm vom 24. März 2010 heranzuziehen, das einen rein 

innerohrbedingten Abfall der Hörleistung links von 27.2 % zeige, der analog auf das 

rechte Ohr übertragen werden könne (Suva-act. 121). Zwar ist es nicht 

ausgeschlossen, dass der Berufslärm, wie vom Beschwerdeführer behauptet, auch 

über die Aussetzung desselben hinaus Auswirkungen auf das Gehör haben kann 

(vgl. act. G 9). Ob die zwischen der ersten Leistungszusprache vom Januar 2011 

(basierend auf dem Audiogramm vom März 2010) und der Rückfallmeldung vom März 

2014 (basierend auf dem Audiogramm von Dezember 2013) eingetretene 

Verschlechterung des Gehörs auf der linken Seite jedoch tatsächlich berufslärmbedingt 

ist, wie vom Beschwerdeführer behauptet, oder alters- und krankheitsbedingt, wie von 

Dr. D.___ ausgeführt, bleibt letztlich beweislos. Da der Beschwerdeführer die 

Beweislast hinsichtlich des von ihm als Rückfall postulierten Beschwerdebildes zu 

tragen hat, trägt er die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. E. 5.1). Eine berufslärmbedingte 

Hörschädigung beidseits ist aufgrund der überzeugenden Begründung von Dr. D.___ 

jedenfalls nur im Ausmass der im Audiogramm vom März 2010 für das linke Ohr 

dokumentierten Höreinbusse ausgewiesen. Diese Beurteilung stimmt denn auch mit 

der Einschätzung von Dr. B.___ vom 18. Januar 2011 überein, wonach eine 

Integritätsentschädigung nicht geschuldet sei, weil jener Teil der Schwerhörigkeit, 

welcher auf die frühere Berufslärmbelastung zurückgeführt werden könne, in seinem 

Ausmass nicht erheblich sei (vgl. Suva-act. 12 S. 2).

6.3. 

Weiter hat Dr. D.___ einen Rentenanspruch aufgrund der berufslärmbedingten 

Hörschädigung verneint. Sie hat nachvollziehbar ausgeführt, dass sich eine 

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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Einschätzung, welcher Anteil möglicher Ohrgeräusche dem Berufslärm und welcher 

Anteil der Otosklerose anzulasten sei, fachlich nicht treffen lasse. Gemäss der 

Aktenlage sei jedoch nicht vorwiegend über Ohrgeräusche geklagt worden. Im vom 

Beschwerdeführer ausgefüllten Hörschadenfragebogen vom 15. Dezember 2010 sei 

das Vorhandensein von Ohrensausen verneint worden. Im Antrag von Dr. C.___ vom 

21. März 2014 für eine apparative Neuversorgung wegen einer Zunahme der 

Hörstörung fänden sich ebenfalls keine Hinweise auf eine vegetative 

Begleitsymptomatik wie Schlaflosigkeit oder Tinnitus. Ein pulssynchroner Tinnitus 

werde erstmals im Schreiben des E.___ vom 20. Januar 2015 erwähnt, jedoch ohne 

weitere Erläuterungen dazu. Dr. G.___ verneine in ihrem Bericht vom 22. Juni 2017 die 

Notwendigkeit eines Tinnitus-Noisers und weise ebenfalls nicht auf einen 

dekompensierten Tinnitus hin. Hinweise auf eine hörbedingt reduzierte Schlafqualität 

ergäben sich lediglich aus einem Schreiben des Sohnes des Beschwerdeführers. Ein 

ärztlicher Befund liege diesbezüglich nicht vor. Eine Störung des Tiefschlafes könne 

viele Ursachen haben. Im Dossier fänden sich keine Berichte über 

psychotherapeutische oder psychologische Behandlungen wegen Schlafstörungen 

aufgrund eines Tinnitus. Es sei ungewöhnlich, dass die Qualität der Tiefschlafphase 

gestört sein solle, obwohl kein dekompensierter Tinnitus beklagt werde. Eine 

Schwerhörigkeit oder Ertaubung sei in der Tiefschlafphase eigentlich bedeutungslos. 

Insofern könne die Schwerhörigkeit ohne Angaben von weiteren psychosomatischen 

Beschwerden für die Aufgabe des Berufes oder eine reduzierte Leistungsfähigkeit nicht 

als ursächlich angesehen werden (Suva-act. 121). Im Bericht des E.___ vom 20. Januar 

2015 ist denn auch lediglich von einer depressiven Stimmungslage die Rede, ohne 

dass eine schwere psychische Erkrankung diagnostiziert worden ist (Suva-act. 37). 

Schliesslich hat Dr. D.___ darauf hingewiesen, dass es dem Beschwerdeführer durch 

die Hörgeräteversorgung wieder möglich sei, auf der rechten Seite zu hören (Suva-

act. 73; vgl. dazu auch den Bericht der F.___ vom 19. Juli 2015; Suva-act. 56). 

Wesentlich erscheint in diesem Zusammenhang auch, dass der Beschwerdeführer 

selbst nach dem beträchtlichen Hörabfall auf dem rechten Ohr im März 2010, der nach 

dem Gesagten bereits nicht mehr als ausschliesslich berufsbedingt anzusehen ist, 

noch bis August 2010 weitergearbeitet hat und die Tätigkeit nicht wegen 

Hörproblemen, sondern aufgrund eines Herzleidens aufgegeben hat (vgl. Suva-act. 68). 

Ob die Operation, die ebenfalls noch zu einer Verbesserung der Hörsituation hätte 

führen können (vgl. Suva-act. 37), dem Beschwerdeführer zumutbar gewesen wäre, wie 

von Dr. D.___ angetönt worden ist (vgl. Suva-act. 121), kann bei dieser Ausgangslage 

offenbleiben.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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7.  

Entscheid

Zusammenfassend ist gestützt auf die schlüssigen, in Kenntnis der beruflichen 

Situation des Beschwerdeführers und des aktenmässigen Verlaufs ergangenen 

Beurteilungen von Dr. D.___ anzunehmen, dass lediglich ein Hörverlust von 30 % pro 

Ohr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Berufslärm zurückzuführen ist 

(vgl. Audiogramm vom März 2010), sodass die Erheblichkeitsschwelle gemäss der 

Suva-Tabelle 12 für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung nicht erreicht ist 

(vgl. E. 4.1). Weitergehende berufslärmbedingte Hörbeeinträchtigungen sind nicht 

überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Weiter ist gestützt auf die Beurteilung von 

Dr. D.___ anzunehmen, dass der berufsbedingte Hörverlust auch keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit bewirkt hat.

6.5. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten ist.

7.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (vgl. Art. 61 lit. a ATSG).7.2. 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

hat eine Kostennote über Fr. 4'696.25 inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer 

eingereicht (vgl. act. G 13). Angesichts des thematisch beschränkten Streitfalles mit 

bescheidenem Aktenumfang erscheint die beantragte Parteientschädigung als 

übersetzt. Angemessen ist mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.--, wobei diese um einen Fünftel zu kürzen ist (Art. 

31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit pauschal Fr. 3'200.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

7.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

7.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zufolge unentgelt­

licher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2020
	Art. 9, 18, 24 und 25 UVG: Gestützt auf die schlüssigen, in Kenntnis der beruflichen Situation des Beschwerdeführers und des aktenmässigen Verlaufs ergangenen Beurteilungen von Dr. D.___ ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass lediglich knapp 60 % (30 % pro Ohr) des Hörverlustes auf den Berufslärm zurückzuführen sind, sodass die Erheblichkeitsschwelle für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung gemäss der Suva-Tabelle 12 nicht erreicht ist. Weiter ist gestützt auf die Beurteilung von Dr. D.___ anzunehmen, dass der berufsbedingte Hörverlust keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt hat. Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Mai 2020, UV 2018/71). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_517/2020.

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