# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d0b8008-177b-5c88-9669-a5729c3a5762
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.01.2022 F-2954/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2954-2021_2022-01-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2954/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;   

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Senegal,  

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 17. Juni 2021 / N (…). 

 

 

 

F-2954/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer – ein senegalesischer Staatsangehöriger – am 

6. Mai 2021 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 28. März 2019 

in Frankreich ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass er im Rahmen des Dublin-Gesprächs vom 1. Juni 2021 (Akten der 

Vorinstanz [SEM-act.] 19/2) angab, er sei im Jahr 2018 mit einem franzö-

sischen Visum nach Frankreich gereist, wo er sich seither ununterbrochen 

aufgehalten habe, 

dass er in Frankreich einen negativen Asylentscheid erhalten habe, jedoch 

nicht mehr wisse, wann das gewesen sei, 

dass er eine Beschwerde eingereicht habe, welche auch abgewiesen wor-

den sei, 

dass er sich vor allem in B._______, aber auch in C._______, D._______ 

und E._______ aufgehalten habe, 

dass sich die letzte den Behörden bekannte Adresse in C._______ befun-

den habe, 

dass das Zentrum von der Organisation F._______ geleitet worden sei, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich des ihm gleichzeitig gewährten 

rechtlichen Gehörs zur Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung 

dorthin und zum Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG (SR 142.31) geltend machte, in Frankreich sei sein Asylgesuch ab-

gelehnt worden und es habe keine Begründung gegeben, 

dass er mit einem Anwalt vor dem Richter hätte erscheinen sollen, was ihm 

aber nicht gewährt worden sei, 

dass seine Rechte mit Füssen getreten worden seien, weshalb er sich 

frage, warum er nach Frankreich zurückkehren sollte, wo ihm seine Rechte 

nicht gewährt würden, 

F-2954/2021 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer zum medizinischen Sachverhalt befragt, er-

klärte, er sei gesund, 

dass die Vorinstanz gestützt auf den Eurodac-Treffer am 1. Juni 2021 die 

französischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers in 

Anwendung von Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31 vom 29.6.2013 (nachfolgend: Dub-

lin-III-VO), ersuchte, 

dass die französischen Behörden dem Ersuchen am 14. Juni 2021 zu-

stimmten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 17. Juni 2021 – eröffnet am 18. Juni 

2021 (vgl. Empfangsbestätigung [SEM-act. 28/1]) – in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

vom 6. Mai 2021 nicht eintrat, die Wegweisung nach Frankreich verfügte, 

den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlas-

sungsfall – aufforderte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerde-

frist zu verlassen, den Kanton G._______ mit dem Vollzug der Wegwei-

sung beauftragte, dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis aushändigte und feststellte, eine allfällige Be-

schwerde gegen die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Juni 2021 (Poststempel 

vom 25. Juni 2021) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob 

und beantragte, es sei die Verfügung des SEM aufzuheben, die Flücht-

lingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren, 

dass die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs festzustellen seien und die vorläufige Aufnahme anzuord-

nen sei, 

dass die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses zu verzichten und ein amtlicher Rechtsbeistand 

einzusetzen sei, 

dass eventualiter die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen (recte: zu 

erteilen) sei, 

F-2954/2021 

Seite 4 

dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidrelevant – in 

den Erwägungen eingegangen wird, 

dass der zuständige Instruktionsrichter am 28. Juni 2021 gestützt auf 

Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus-

setzte, 

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2021 an ihrem 

Standpunkt festhielt, 

dass der Beschwerdeführer auf sein Replikrecht verzichtete, 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 24. September 

2021 der Beschwerde antragsgemäss die aufschiebende Wirkung ge-

währte, 

dass der Beschwerdeführer mit Entscheid der Vorinstanz vom 12. Oktober 

2021 dem Kanton G._______ zugewiesen wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asylrechts – in 

der Regel und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ‒ 33 VGG 

und Art. 5 VwVG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – unter 

Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 

und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

F-2954/2021 

Seite 5 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf die Rechtsbegehren betreffend Flüchtlingseigenschaft, Asyl und 

vorläufige Aufnahme daher nicht einzutreten ist, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

F-2954/2021 

Seite 6 

Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000) mit sich 

bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger 

Mitgliedstaat bestimmt werden kann, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass ein Selbsteintritt zwingend ist, wenn völkerrechtliche Vollzugshinder-

nisse einer Überstellung entgegenstehen, 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe geltend macht, er 

möchte in der Schweiz bleiben, weil sein Asylgesuch in Frankreich ohne 

gültigen Grund abgelehnt worden sei, 

dass er zu keiner Gerichtsverhandlung gegangen sei und den Anwalt, der 

für seine Verteidigung vorgesehen gewesen sei, nie getroffen habe, 

dass er in Frankreich in seinem Asylgesuch erklärt habe, er habe Angst, im 

Fall einer Rückschaffung ins Heimatland von der Bevölkerung und den Be-

hörden wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt zu werden, 

dass seine Rechte nicht respektiert worden seien, 

F-2954/2021 

Seite 7 

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung entgegnet, es sei grundsätz-

lich nicht Sache des Beschwerdeführers, den für sein Asylverfahren zu-

ständigen Staat selber zu wählen, 

dass die Bestimmung des zuständigen Staates alleine den beteiligten Dub-

lin-Vertragsstaaten obliege, 

dass darüber hinaus keine Gründe bestünden, die darauf schliessen lies-

sen, dass Frankreich seine völkerrechtlichen Verpflichtungen gegenüber 

dem Beschwerdeführer verletzen würde, 

dass es in der Pflicht und Verantwortung der zuständigen französischen 

Behörden liege, seine Asylgründe zu prüfen, seinen Aufenthaltsstatus zu 

regeln oder gegebenenfalls eine Wegweisung ins Heimatland anzuordnen, 

dass keine Hinweise vorliegen würden, wonach Frankreich das Asyl- und 

Wegweisungsverfahren des Beschwerdeführers nicht korrekt durchgeführt 

hätte und ihm insbesondere keinen effektiven Schutz vor Rückschiebung 

(Non-Refoulement-Gebot) gewähren würde, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 28. März 2019 

in Frankreich ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass die französischen Behörden dem Wiederaufnahmeersuchen des 

SEM vom 1. Juni 2021 am 14. Juni 2021 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d 

Dublin-III-VO zustimmten, 

dass somit die Zuständigkeit Frankreichs zur Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens gegeben ist, 

dass Frankreich Vertragsstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass ausserdem davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 

2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung 

F-2954/2021 

Seite 8 

des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-

geben, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss seiner konstanten Rechtspre-

chung davon ausgeht, Asylsuchende in Frankreich erhielten die von der 

Aufnahmerichtlinie garantierten Grundleistungen und hätten dort somit 

auch keine unmenschliche und erniedrigende Behandlung im Sinne von 

Art. 3 EMRK zu befürchten (vgl. etwa Urteile des BVGer F-2682/2021 vom 

23. Juni 2021 E. 7.2; F-2568/2021 vom 8. Juni 2021 E. 6.2; F-2511/2020 

vom 20. Mai 2020 E. 5.2; F-1929/2020 vom 16. April 2020 E. 7.3; 

E-1563/2020 vom 26. März 2020 S. 6/7; D-1519/2020 vom 20. März 2020 

S. 9; F-1342/2020 vom 12. März 2020 E. 4.2 oder F-612/2020 vom 11. Feb-

ruar 2020 E. 5.2), 

dass das Bundesverwaltungsgericht demnach nicht davon ausgeht, in 

Frankreich würden systemische Mängel betreffend die Asyl- und Aufnah-

mesituation vorliegen, 

dass es dem Beschwerdeführer bei einer allfälligen vorübergehenden Ein-

schränkung offensteht, sich an die zuständigen französischen Behörden 

zu wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem 

Rechtsweg einzufordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwer-

deführer geriete im Falle einer Wegweisung nach Frankreich wegen der 

dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage, 

dass er die Möglichkeit hat, bei allfälligen Schwierigkeiten die dafür zustän-

digen Behörden beziehungsweise die vor Ort tätigen karitativen Organisa-

tionen zu kontaktieren, 

dass es sich bei Frankreich um einen Rechtsstaat mit funktionierendem 

Justizsystem handelt, weshalb es dem Beschwerdeführer auch freisteht, 

sich bei allfälligen Problemen bei der Unterbringung oder beim Zugang 

zum Asylverfahren an die zuständigen französischen Justizbehörden zu 

wenden, 

dass er ebenso an die zuständigen Stellen gelangen kann, sollte er sich 

von den französischen Behörden in anderer Weise ungerecht oder rechts-

widrig behandelt fühlen, 

F-2954/2021 

Seite 9 

dass auch nichts darauf hindeutet, die französischen Behörden würden ihn 

in seine Heimat zurückschaffen, ohne zuvor seine Asylgründe geprüft zu 

haben und das Non-Refoulement-Gebot einzuhalten, 

dass unter den genannten Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass ferner auch keine individuellen völkerrechtlichen Überstellungshin-

dernisse gegeben sind, 

dass der Beschwerdeführer aus der Argumentation, er möchte in der 

Schweiz bleiben, weil sein Asylgesuch in Frankreich abgelehnt worden sei, 

nichts für sich abzuleiten vermag, zumal Frankreich gemäss Art. 18 Abs. 1 

Bst. d Dublin-III-VO weiterhin für sein Verfahren bis zu einem allfälligen 

Wegweisungsvollzug oder einer allfälligen Regelung des Aufenthaltsstatus 

zuständig bleibt, 

dass er die Furcht, wegen seiner sexuellen Orientierung im Heimatland 

verfolgt zu werden, bei den für sein Asyl- und Wegweisungsverfahren zu-

ständigen französischen Behörden geltend machen kann, 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung ausführte, in Würdigung 

der Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Umstände bestün-

den keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die Souveräni-

tätsklausel anzuwenden, 

dass es diesen Umständen Rechnung getragen und sich mit der Situation 

des Beschwerdeführers hinreichend auseinandergesetzt hat, 

dass der Beschwerdeführer mit seiner Begründung insgesamt nicht das 

gewünschte Verfahrensziel – die Behandlung seines Asylgesuchs in der 

Schweiz – erreichen kann, zumal die Dublin-III-Verordnung den Schutzsu-

chenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selbst 

auszuwählen, 

dass in seinem Fall ebenso keine Gründe ersichtlich sind, welche die Vor-

instanz zu einem Selbsteintritt gemäss Art. 17 Dublin-III-VO beziehungs-

weise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 hätten verpflichten können, 

dass die Vorinstanz nach dem Gesagten zu Recht auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und seine Wegweisung verfügt hat 

(vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG), 

F-2954/2021 

Seite 10 

dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, 

dass mit vorliegendem Urteil die mit Zwischenverfügung vom 24. Septem-

ber 2021 gewährte aufschiebende Wirkung dahinfällt, 

dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine neue Frist zur Ausreise 

anzusetzen hat, 

dass die Beschwerde – wie sich aus den oben stehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen war, weshalb das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG unbesehen der geltend gemachten Bedürftigkeit abzuweisen ist, 

dass das Gesuch um Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistands im 

Sinne von Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG mangels Erfüllung der Vorausset-

zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass mit dem vorliegenden Urteil in der Sache das Gesuch um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-2954/2021 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ein-

setzung eines amtlichen Rechtsbeistands werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig 

 

 

Versand: