# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95e4be25-fa94-5671-a8da-21b7d7bb08aa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.08.2020 IV 2017/50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-50_2020-08-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/50

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.12.2020

Entscheiddatum: 14.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2020
Art. 28 IVG; Art. 61 ATSG. Nachdem das beweiskräftige Gerichtsgutachten 
eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten Tätigkeit attestierte und 
ein Prozentvergleich vorgenommen werden kann, hat die 
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2020; IV 
2017/50).

Entscheid vom 14. August 2020

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2017/50

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 10. Mai 2010 nach einem Sturzereignis 2008 zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an 

(IV-act. 1 und 8-5 ff.).

A.a. 

Ihr Hausarzt, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin sowie für 

Tropen- und Reisemedizin, diagnostizierte am 1. Juli 2010 ein chronisches 

Schmerzsyndrom der rechten Leiste sowie eine depressive Anpassungsstörung und 

ging von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% aus (IV-act. 15).

A.b. 

Im Arztbericht vom 17. Januar 2011 diagnostizierte Dr. med. C.___, Facharzt FMH 

für Chirurgie, ein chronifiziertes Iliakus-Syndrom rechts mit begleitender Verspannung 

der Abdominal- und allgemein hüftnahen Muskulatur rechts (IV-act. 59).

A.c. 

Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 22. November 2011 

schilderte die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle, die Versicherte sei während 

der gesamten Begleitung sehr aktiv in der Stellensuche und offen für alle Tätigkeiten in 

jeglichem Pensum gewesen. Am 15. März 2011 habe sie ein Einsatzprogramm der 

Kleika in einem Pensum von 50% begonnen. Es sei leider nicht gelungen, eine 

Anstellung zu vermitteln (vgl. IV-act. 70; IV-act. 69-16). Am 30. November 2011 teilte 

die IV-Stelle der Versicherten mit, dass kein Anspruch auf weitere berufliche 

Massnahmen gegeben sei (IV-act. 73).

A.d. 

Im Verlaufsbericht vom 1. März 2012 bestätigte das Palliativzentrum des KSSG, 

dass die Versicherte bei Berücksichtigung der körperlichen Einschränkungen weiterhin 

A.e. 

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B.  

zu 50% arbeitsfähig sei (IV-act. 84). Auch Dr. B.___ bestätigte im Verlaufsbericht vom 

12. März 2012 eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit bei einer Arbeit, bei der die 

Körperhaltung häufig gewechselt werden könne (IV-act. 85).

Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten vom 15. Juni 2012 (Eingang 

IV-Stelle: 26. Juni 2012) diagnostizierte Dr. med. D.___, Arzt für Neurologie und 

Psychiatrie, eine gemischte Persönlichkeitsstörung, eine Somatisierungsstörung sowie 

einen dissoziativen Bewältigungsmodus. In der angestammten Tätigkeit als Z.___ 

bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0% und in einer angepassten Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 91-12 ff.).

A.f. 

Mit Verfügung vom 22. April 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Eine 

Persönlichkeitsstörung entwickle sich in der Kindheit bzw. im Jugendalter. Trotz der 

psychischen Störungsbilder sei die Versicherte in der Lage gewesen, als Erwachsene 

eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Demnach habe die Persönlichkeitsstörung keinen 

massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und sei nicht invalidisierend (IV-

act. 104).

A.g. 

Die gegen diese Verfügung am 15. Mai 2013 erhobene Beschwerde (IV-act. 113) 

hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 31. August 2015 teilweise gut und 

wies die Sache zur ergänzenden Abklärung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 124).

A.h. 

Am 12. Februar 2015 schilderte Dr. med. E.___, Wirbelsäulenzentrum am 

Rosenberg, an der HWS und LWS würden sich klinisch und radiologisch Korrelate für 

die von der Versicherten angegebenen Beschwerden finden (IV-act. 131-5 f.).

B.a. 

Mit Gutachten vom 28. September 2016 äusserten die von der IV-Stelle 

beauftragten (IV-act. 153) Gutachterpersonen der Medizinischen Abklärungsstelle Bern 

ZVMB GmbH (nachfolgend: MEDAS), die interdisziplinäre versicherungsmedizinische 

Beurteilung werde vorrangig durch das orthopädische und psychiatrische Fachgebiet 

bestimmt (IV-act. 161-27 f.). In der angestammten Tätigkeit in der Gastronomie als 

Z.___ und Geschäftsführerin ebenso wie in einer Verweistätigkeit bestehe bei einer 

80%igen Leistungsfähigkeit während einer Präsenzzeit von 8.5 Stunden eine 

B.b. 

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C.  

Arbeitsfähigkeit von 80%. Diese Arbeitsfähigkeit gelte drei Monate nach dem 

Unfallereignis von 2008 abgesehen von den Phasen der diversen Hospitalisationen. 

Spätestens nach Ablauf eines Jahres sei aus psychiatrischer Sicht damit zu rechnen, 

dass die Versicherte in einem 100%igen Pensum arbeiten könnte (IV-act. 161-28 ff.).

Mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung ihres Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 165). Dagegen erhob die 

Versicherte am 3. November 2016 Einwand (IV-act. 166). Mit Verfügung vom 

15. Dezember 2016 wies die IV-Stelle das Gesuch um Invalidenrente ab (IV-act. 168).

B.c. 

Gegen diese Verfügung erhebt A.___, vertreten durch Rechtsanwalt Ronald 

Pedergnagna, am 1. Februar 2017 Beschwerde. Sie beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin die Aufhebung der Verfügung 

vom 15. Dezember 2016 und die Zusprache einer halben Invalidenrente seit Januar 

2011. Gleichzeitig sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein Arbeitstraining 

einzuleiten, damit sie ihre Leistung auf 50% steigern könne. Ihr sei die unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung macht sie im 

Wesentlichen geltend, das MEDAS-Gutachten sei teilweise mangelhaft und bei der 

Folgenschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die 

Arbeitsfähigkeit komme der Arztperson keine abschliessende Beurteilungskompetenz 

zu. Vielmehr seien für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens 

nötigenfalls die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung 

einzuschalten (act. G1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. März 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Es gebe keine Hinweise, dass die MEDAS bei ihrer 

Arbeitsfähigkeitsschätzung Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

übersehen habe. Berufliche Abklärungen seien nicht mehr notwendig, da die ärztlichen 

Ausführungen aussagekräftig seien. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es 

Stellen für die Beschwerdeführerin. Die angefochtene Verfügung sei rechtmässig 

(act. G4).

C.b. 

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Am 10. März 2017 entspricht das Gericht dem Gesuch der Beschwerdeführerin 

um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G5).

C.c. 

Mit Replik vom 31. Mai 2017 bringt die Beschwerdeführerin vor, aus dem Kleika-

Bericht vom 30. September 2011 gehe hervor, dass sie bei der Eingliederung nahezu 

vollständig den Anforderungen entsprochen und ihre gesundheitlichen Grenzen stark 

ausgetestet habe. In der Zielvereinbarung habe die Kleika-Projektleitung festgehalten, 

der Arbeitseinsatz von 50% sei für die Beschwerdeführerin gut durchführbar, sobald 

eine Erhöhung stattfinde, stosse sie an ihre Grenzen. Im Rahmen der beruflichen 

Massnahmen habe die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin attestiert, sie sei 

sehr aktiv in der Stellensuche gewesen, offen für alle Tätigkeiten in jeglichem Pensum. 

Es hätten sich zwar Vorstellungsgespräche ergeben, jedoch keine Anstellung. 

Eingliederungsberichte, welche trotz motivierter Teilnahme der Versicherten keine 

Selbsteingliederung ermöglichten, seien ein Indiz für eine invalidisierende 

Beeinträchtigung. Es gebe keinen Grund, den gemäss Kleika-Bericht ausgewiesenen 

Leistungsgrad von 50% nicht zu berücksichtigen. Dieser sei in die Aktenanalyse des 

MEDAS-Gutachtens nicht miteinbezogen worden. Das MEDAS-Gutachten erkläre die 

Differenz ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung von 80% gegenüber jener im Gutachten von 

Dr. med. D.___ von 50% nicht genügend. Folglich liege ihre Arbeitsfähigkeit bei 50%, 

nicht bei 80%. Sie sei äusserst motiviert, wieder zu arbeiten. Die Beschwerdegegnerin 

habe deshalb ein Arbeitstraining in die Wege zu leiten (act. G11).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G12 f.).C.e. 

Am 24. Juni 2019 teilt das Gericht den Parteien mit, dass es ein Gerichtsgutachten 

als notwendig erachte, da das MEDAS-Gutachten Widersprüche enthalte, sich in 

wesentlichen Punkten nicht mit den Vorakten auseinandersetze und in seinen 

Schlussfolgerungen teilweise – namentlich im Hinblick auf die rückwirkende und 

aktuelle Arbeitsfähigkeitsschätzung – nicht nachvollziehbar sei. Das Gerichtsgutachten 

könne sich auf die Fachbereiche Orthopädie und Psychiatrie beschränken (act. G15).

C.f. 

Nachdem die Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme hatten (act. G16 f.), erteilt 

das Gericht der Academy of Swiss Insurance Medicine Begutachtung des 

C.g. 

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Universitätsspitals Basel (nachfolgend: asim) am 13. September 2019 den 

Begutachtungsauftrag (act. G18).

Mit Gutachten vom 5. Juni 2020 stellt das asim folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronische Schmerzstörung mit psychischen und 

somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41), CAM-Impingement Hüftgelenk rechts bei 

gemischter Impingement-Konfiguration mit Offset-Störung betont anterosuperior 

(ICD-10 M24.85), beginnende Coxarthrose rechts mit superiorer Labrumläsion sowie 

anterosuperioren Knorpeldefekten acetabulär (ICD-10 M16.1), Zervikobrachialgie 

linksbetont mit Spinalkanalstenose C6/C7 bei multisegmentaler foraminaler Stenose 

betont mit Wurzelkompression links mehr als rechts mit sensiblem C7-Syndrom links 

(ICD-10 M50.2) und St. n. leichter bis mittelschwerer depressiver Störung 2009/2010 

(ICD-10 F32.1). In der angestammten Tätigkeit als Geschäftsführerin eines Restaurants 

mit Service und administrativer Tätigkeit bestehe eine vollständig aufgehobene 

Arbeitsfähigkeit (0%). Als Z.___ sei die Beschwerdeführerin von psychiatrischer Seite 

insbesondere aufgrund der eingeschränkten Teamfähigkeit und eingeschränkten 

Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben nicht mehr arbeitsfähig, von 

orthopädischer Seite sei für den Anteil der Servicetätigkeit mit Bedienung von Gästen 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit gegeben. In einer an die somatischen 

Einschränkungen angepassten Tätigkeit (überwiegend stehend, Heben und Tragen von 

leichten Gewichten bis ca. 5 kg, keine überwiegend gehende oder sitzende Tätigkeit, 

keine unebenen Böden, kein Besteigen von Leitern, kein Knien, Bücken oder Hocken, 

keine monotone Kopfhaltung oder Überkopfarbeit, kein Hantieren mit schlagenden, 

vibrierenden oder stossenden Maschinen, flexible Pausengestaltung mit erhöhtem 

Pausenbedarf) sei die Beschwerdeführerin gesamtmedizinisch zu 50% arbeitsfähig. 

Aktuell führe sie eine annähernd angepasste Tätigkeit in ihrer Teilzeitstelle als 

Verkäuferin aus (act. G21/7 ff.). Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit äusserten die asim-

Gutachter, aus orthopädischer Sicht habe drei Monate nach dem Unfallereignis 2008 

durchgehend eine Arbeitsfähigkeit adaptiert von 80% bestanden. In psychiatrischer 

Hinsicht sei eine Aussage zur Arbeitsfähigkeit von 2008 bis 2010 nur mit einer hohen 

Unsicherheit möglich und eine Einschränkung im Bereich von 20% bis 50% plausibel. 

Ab dem 23. März 2010 könne von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgegangen 

werden und seit 2012 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

C.h. 

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dass das heutige psychiatrische Zustandsbild ohne depressive Symptome 

durchgängig vorgelegen habe (act. G21/10; vgl. auch orthopädisches Gutachten, S. 11 

f.).

Am 10. Juni 2020 stellt das Gericht den Parteien das asim-Gutachten zu und gibt 

ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme (act. 22).

C.i. 

Am 23. Juni 2020 stellt die Beschwerdegegnerin dem Gericht die Stellungnahme 

des RAD vom 19. Juni 2020 zum asim-Gutachten zu (act. G25). RAD-Ärztin Dr. med. 

F.___, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, hält darin fest, auf das 

orthopädische asim-Gutachten könne abgestellt werden. Dessen Beurteilung stimme 

im Ergebnis mit jener gemäss MEDAS-Gutachten überein. Die Arbeit als Z.___ mit 

Servicetätigkeiten sei versicherungsmedizinisch nachvollziehbar aufgrund des 

Hüftleidens nicht mehr zumutbar. RAD-Arzt G.___, Facharzt Psychiatrie und 

Psychotherapie, äussert, auf das asim-Gutachten, insbesondere auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung könne aus psychiatrischer Sicht ebenfalls abgestellt werden 

(act. G25.1).

C.j. 

Mit Stellungnahme vom 7. Juli 2020 macht die Beschwerdeführerin geltend, das 

asim-Gutachten bestätige die Arbeitsfähigkeitsschätzung Dr. D.___. Im Arbeitstraining 

bei der Kleika sei unter Beweis gestellt worden, dass eine Steigerung des Pensums auf 

über 50% trotz grosser Anstrengung nicht möglich sei. Sie habe eine Beschäftigung in 

einem Tankstellenshop gefunden, in dem sie ein angemessenes Gehalt für eine 50%-

Anstellung erhalte. Wäre sie gesund, könnte sie gleichenorts 100% arbeiten. Das 

Valideneinkommen sei deshalb das Doppelte des Invalideneinkommens. Die 

Beschwerdeführerin sei mit der Aussage der asim-Gutachter zum zeitlichen Verlauf der 

Arbeitsunfähigkeit nicht einverstanden. Im Zeitpunkt der Anmeldung sei der 

invalidisierende Gesundheitsschaden bereits rechtsgenüglich festgestellt gewesen, 

sodass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon in diesem Zeitpunkt, nicht erst ab 

2012, die 50%ige Einschränkung in jeglicher Tätigkeit festgestanden habe (act. G26).

C.k. 

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Erwägungen

1.  

Die Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 15. Dezember 2016 

betreffend Abweisung des Antrags auf Invalidenrente. Zu entscheiden ist demnach in 

erster Linie, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung hat.

1.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, 

die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

1.4. 

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2.  

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 und BGE 

125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz und der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden 

Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Verwaltung und Sozialversicherungsgericht 

haben von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, 

von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu 

entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.5. 

Vorliegend war das MEDAS-Gutachten, auf welches die Beschwerdegegnerin ihre 

Verfügung abgestützt hat, mangelhaft und damit nicht hinreichend beweiskräftig. Da 

die Mangelhaftigkeit weder durch die Klärung einiger Details (Rückfrage bei den 

MEDAS-Gutachtern) hätte behoben werden können, noch eine bisher gänzlich offen 

gelassene Fragestellung zu klären war, wurde ein Gerichtsgutachten bei der asim in 

Auftrag gegeben (siehe ausführliche Begründung in act. G15).

2.1. 

Das asim-Gutachten erfüllt die Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten, 

sodass darauf abgestellt werden kann. Dies wird von der Beschwerdegegnerin bzw. 

vom RAD in einer ausführlichen Würdigung des Gutachtens ausdrücklich bestätigt 

(act. G25.1). Auch die Beschwerdeführerin anerkennt grundsätzlich den Beweiswert 

des Gutachtens. Kritik äussert sie lediglich an den Aussagen zur zeitlichen Entwicklung 

der Arbeitsunfähigkeit (act. G26, S. 2). Die gutachterliche Beurteilung der 

2.2. 

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rückwirkenden Arbeitsunfähigkeit stimmt indes im Wesentlichen mit jener der 

Beschwerdeführerin selbst überein, wie nachfolgend dargelegt wird.

Der psychiatrische asim-Gutachter hält fest, der Verlauf der Arbeitsunfähigkeit in 

psychiatrischer Hinsicht könne für den Zeitraum von 2008 bis 2010 nur mit einer hohen 

Unsicherheit beurteilt werden und belaufe sich auf 20% bis 50%. Die psychiatrische 

Beurteilung dieses Zeitraums ist jedoch für die Festlegung der Invalidität nur von 

untergeordneter Bedeutung, da inzwischen unstreitig ist, dass die Beschwerdeführerin 

in ihrer angestammten Tätigkeit als Z.___ bereits aus orthopädischer Sicht seit dem 

Unfallereignis im Jahr 2008 in invalidenversicherungsrechtlich relevantem Ausmass 

arbeitsunfähig ist (siehe etwa act. G21, S. 8 f. Konsensbeurteilung; act. G21, S. 10 f. 

orthopädische Beurteilung). Die Beschwerdeführerin war damit zum Zeitpunkt ihrer IV-

Anmeldung vom 10. Mai 2010 (IV-act. 1) bereits seit über einem Jahr zu mehr als 40% 

arbeitsunfähig gewesen, sodass das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zu jenem 

Zeitpunkt bereits abgelaufen war. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der 

Rentenanspruch jedoch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Karenzfrist). Da sich die 

Beschwerdeführerin am 10. Mai 2010 zum Leistungsbezug angemeldet hat, kann der 

Rentenanspruch frühestens ab November 2010 bestehen.

2.3. 

Der psychiatrische asim-Gutachter attestiert der Beschwerdeführerin ab dem 

23. März 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% und begründet dies unter anderem mit 

der für jenen Zeitraum dokumentierten depressiven Symptomatik und den klinischen 

Zuständen. Er geht im Weiteren davon aus, dass die depressive Symptomatik unter der 

Behandlung (Medikation / Therapie) remittierte, wobei sich die Persönlichkeitsänderung 

zwischen 2010 und 2012 zunehmend entwickelte. Deshalb stützt er seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ab 2012 namentlich auf die Persönlichkeitsänderung bzw. 

erachtet ab diesem Zeitpunkt eine depressive Symptomatik nicht mehr als 

ausgewiesen (vgl. act. G21, S. 10 Konsensbeurteilung; psychiatrische Beurteilung, 

insbesondere S. 25 und S. 29).

2.4. 

Das asim-Gutachten ist ausführlich und nachvollziehbar begründet und in seinen 

Schlussfolgerungen einleuchtend. Die sorgfältig ermittelte Arbeitsfähigkeitsschätzung 

von 50% stimmt im Ergebnis mit der Beurteilung Dr. D.___ sowie mit den Ergebnissen 

aus den beruflichen Abklärungen bei der Kleika überein, wobei die anderslautenden 

psychiatrischen Diagnosen nach den Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische 

Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP 

(3. vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage, 16. Juni 2016) herausgearbeitet und 

überzeugend begründet worden sind. Zusammenfassend ist mit den asim-Gutachtern 

2.5. 

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3.  

und in Übereinstimmung mit der Sichtweise der Beschwerdeführerin davon 

auszugehen, dass seit März 2010 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit von 50% vorgelegen hat. Dies wird nun auch von der Beschwerdegegnerin 

anerkannt (vgl. act. G25 und 25.1). Damit besteht für den hier interessierenden 

Zeitraum ab November 2010 (Ende der Karenzfrist) eine Arbeitsunfähigkeit von 50% in 

adaptierten Tätigkeiten.

Gestützt auf die nunmehr unstreitige durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 50% in 

adaptierten Tätigkeiten ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Für dessen Bestimmung 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

3.1. 

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des 

Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 

zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der 

Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 

222 E. 4.1 f. mit Hinweisen). Vorliegend beginnt ein allfälliger Rentenanspruch nach 

Ablauf der Karenzfrist per November 2010, sodass der Einkommensvergleich auf jenen 

Zeitpunkt zu beziehen ist.

3.2. 

Können die beiden Vergleichseinkommen nicht ziffernmässig genau bestimmt 

werden, so sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen 

und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Sind Validen- 

und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn (LSE) zu berechnen, 

erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Grad der Arbeitsunfähigkeit, wobei ein allfälliger Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen 

ist. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer 

ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch 

eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare 

hypothetische Einkommen ist alsdann mit 100% zu bewerten, während das 

Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, 

sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (Ulrich Meyer/Marco 

Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Hans-Ulrich 

3.3. 

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Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N 35 f.).

Vorliegend hatte die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Invalidität ein 

unterdurchschnittliches Einkommen erzielt (vgl. IV-act. 20-3 und IV-act. 56 sowie die 

vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung [LSE] 2010, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 1+2, Sektor 

"Gastronomie"), wobei keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass die 

Beschwerdeführerin sich damit aus freien Stücken begnügt hatte. Vielmehr geht aus 

den Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin stets bestrebt war, beruflich 

aufzusteigen und auch die dafür notwendigen Fähigkeiten mitbrachte bzw. sich soweit 

möglich aneignete (vgl. etwa Arbeitszeugnisse, IV-act. 29, Verlaufsprotokoll der 

beruflichen Eingliederung, IV-act. 69, sowie psychiatrisches asim-Gutachten, act. G21). 

Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin ihr letztes Arbeitsverhältnis in keinem Fall 

hätte weiterführen können. Ihre damalige Arbeitgeberin befand sich bereits im Frühjahr 

2010 in einer wirtschaftlich sehr schlechten Lage und kam ihren 

Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nach. Es ist gerichtsnotorisch, dass die 

Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin letztmals im April 2010 Leistungen der 

Krankentaggeldversicherung weiterleitete und dies damit erklärte, die 

Krankentaggeldversicherung habe die Übernahme der Krankentaggelder aufgrund 

eines Deckungsunterbruchs wegen zu spät bezahlter Prämie abgelehnt. Im März 2011 

wurde über die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin schliesslich der 

Konkurs eröffnet (siehe hierzu Handelsregisterauszug der Z.___ GmbH in Liquidation 

[Firma erloschen], abrufbar unter www.zefix.ch, und Entscheid des 

Versicherungsgerichts St. Gallen vom 4. April 2012, AVI 2011/73, Sachverhalt). Da das 

Arbeitsverhältnis somit unabhängig vom Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin 

bzw. dem Eintritt der Invalidität im Jahr 2010 geendet hätte, weil die Arbeitgeberin 

insolvent wurde und in Konkurs fiel, kann für das Valideneinkommen nicht auf den 

letzten tatsächlichen Verdienst der Beschwerdeführerin abgestellt werden. Stattdessen 

ist vom Tabellenlohn gemäss LSE auszugehen.

3.4. 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Hat sie 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so sind statistische Werte 

(Tabellenlöhne) beizuziehen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Weicht der tatsächliche 

Verdienst vom hypothetisch zumutbaren Einkommen ab, darf auf diesen nur abgestellt 

werden, wenn kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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den allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die versicherte Person eine 

Tätigkeit ausübt, bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit 

in zumutbarer Weise voll ausschöpft und wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung 

als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 28a 

N 79).

Die Beschwerdeführerin ist seit dem 15. Juni 2019 in einem 50%-Pensum in einem 

Shop angestellt (act. G26.1). Diese berufliche Tätigkeit ist zwar nicht optimal, die 

Beschwerdeführerin hat aber offenbar eine Möglichkeit gefunden, ihre Arbeit so 

anzupassen, dass sie sie bewältigen kann. Der Lohn erscheint für diese Tätigkeit 

angemessen und die Beschwerdeführerin schöpft ihre Arbeitsfähigkeit voll aus. 

Nachdem die Anstellung inzwischen über ein Jahr fortdauert, darf das Arbeitsverhältnis 

als entsprechend stabil betrachtet werden. Das erzielte Einkommen liegt allerdings 

unter dem Tabellenwert der LSE (Tabelle TA1, Total sämtliche Wirtschaftszweige, 

Kompetenzniveau 1, Frauen). Die aktuelle Anstellung der äusserst arbeitswilligen 

Beschwerdeführerin zeigt damit auf, dass sie die LSE-Tabellenlöhne trotz hoher 

Motivation und Einsatzbereitschaft kaum je vollständig wird erreichen können. Für den 

Einkommensvergleich sind aber, wie bereits erwähnt, die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

möglichen Rentenbeginns massgebend. Allfällige rentenwirksame Änderungen der 

Vergleichseinkommen sind nur bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen (vgl. 

E. 3.2 vorstehend; BGE 129 V 222 E. 4.1 f. mit Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin 

ihre aktuelle Tätigkeit erst Jahre nach Erlass der angefochtenen Verfügung 

aufgenommen hat, sind auch für das Invalideneinkommen die LSE-Tabellenlöhne 

heranzuziehen.

3.6. 

Weil sowohl für das Validen- wie für das Invalideneinkommen von den LSE-

Tabellenlöhnen auszugehen ist, kann ein Prozentvergleich erfolgen. Ein 

Tabellenlohnabzug auf Seiten des Invalideneinkommens (siehe hierzu Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2) 

rechtfertigt sich nicht, da sämtliche gesundheitliche Beeinträchtigungen im asim-

Gutachten bereits berücksichtigt wurden und bei Frauen nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung kein Teilzeitabzug vorgenommen wird. Daraus ergibt sich bei einer 

Arbeitsunfähigkeit von 50% ein Invaliditätsgrad von 50%. Die Beschwerdeführerin hat 

bei diesem Invaliditätsgrad Anspruch auf eine halbe Invalidenrente seit November 

2010.

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist, und 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Verfügung vom 

15. Dezember 2016 ist aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine halbe 

Invalidenrente seit 1. November 2010 zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung 

der Rentenleistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Nachdem die Beschwerdeführerin als zu 50% arbeitsfähig zu erachten ist und in 

diesem Umfang sowohl in der Vergangenheit eine Erwerbstätigkeit hätte ausüben 

können (vgl. IV-act. 69 f.) als auch seit 15. Juni 2019 eine Anstellung innehat, ist ihr 

Antrag auf Arbeitstraining gegenstandslos geworden. Dieser Verfahrensausgang 

entspricht einem Obsiegen der Beschwerdeführerin.

4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Aufgrund der Notwendigkeit der 

Einholung eines Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Mehraufwandes 

erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- angemessen. Ausgangsgemäss hat die 

unterliegende Beschwerdegegnerin die gesamte Gerichtsgebühr zu bezahlen (Art. 95 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

4.2. 

bis

Die Kosten des bidisziplinären Gerichtsgutachtens von Fr. 11'628.70 (act. G23) hat 

ebenfalls die Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 137 V 210 E. 4.4.2).

4.3. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Bei wie hier vorliegend üblich 

aufwändigen Fällen mit Gerichtsgutachten erscheint eine durchschnittliche pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen.

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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der Beschwerdeführerin ab 1. November 2010 eine halbe Rente zugesprochen. Die 

Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 1'000.--.

3.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Kosten des Gerichtsgutachtens von 

Fr. 11'628.70.

4.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 

Höhe von Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2020
	Art. 28 IVG; Art. 61 ATSG. Nachdem das beweiskräftige Gerichtsgutachten eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten Tätigkeit attestierte und ein Prozentvergleich vorgenommen werden kann, hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2020; IV 2017/50).

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