# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89bd9020-2117-5911-a2e5-e192bcbf2952
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2010 B-3259/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3259-2009_2010-10-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-3259/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Frank Seethaler (Vorsitz),
Richter Ronald Flury, Richterin Eva Schneeberger, 
Gerichtsschreiberin Karin Behnke.

1. S._______AG,
2. U._______AG,
beide vertreten durch Rechtsanwalt Peter Ruggle, 
Zürich,
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA,
Einsteinstrasse 2, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Unerlaubter Effektenhandel / Konkurseröffnung / 
vorsorgliche Massnahmen.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Sachverhalt:

A. 
Die  Eidgenössische  Bankenkommission  (EBK,  seit  dem  1.  Januar 
2009 Eidgenössische Finanzmarktaufsicht  FINMA, Vorinstanz)  wurde 
im  Mai  2007  auf  die  S._______  (Beschwerdeführerin  1) und  die 
T._______Ltd.  aufmerksam  und  verlangte  mit  Schreiben  vom  8. 
September 2008 von der Beschwerdeführerin 1, der U._______ (Be-
schwerdeführerin 2) und der  T._______ sowie mit  Schreiben vom 9. 
September  2008  von  der  V._______AG Auskunft  über  deren  Ge-
schäftstätigkeiten, welche ihr am 29. und 30. September 2008 erteilt 
wurden (Akten der Vorinstanz A01 147-150; A01 153-181 [T._______], 
182-232  [V._______],  A02  1-149  [Beschwerdeführerin  2],  150-253 
[Beschwerdeführerin  1]).  Mit  Schreiben  vom  25.  November  2008 
forderte die Vorinstanz die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 sowie die 
T._______ auf, Zusatzfragen zu beantworten und weitere Unterlagen 
einzureichen. Insbesondere  wurden  die  Gesellschaften  aufgefordert, 
zur Tätigkeit und zur Zusammenarbeit mit der W._______Ltd., Zweig-
niederlassung W1,  Stellung zu nehmen (A03 26-29). Die beiden Be-
schwerdeführerinnen und die T._______ beantworteten die Fragen mit 
Schreiben vom 11. Dezember 2008 (A03 37-63).

Aufgrund der Verfahrensakten ergab sich aus Sicht der Vorinstanz ein 
begründeter  Verdacht,  dass  die  fünf  Gesellschaften  eine  Gruppe 
bilden und als Gruppe eine nach Börsengesetz bewilligungspflichtige 
Tätigkeit als Emissionshaus ausüben, ohne jedoch über die erforder-
liche börsenrechtliche Bewilligung zu verfügen, weshalb die Vorinstanz 
mit superprovisorischer Verfügung vom 9. Februar 2009 den fünf Ge-
sellschaften  jegliche  Effektenhändlertätigkeit  untersagte,  die 
Q._______AG als Untersuchungsbeauftragte einsetzte und diese u.a. 
beauftragte,  die  Geschäftstätigkeit  und  die  finanzielle  Lage  der  Be-
schwerdeführerin  1,  der  Beschwerdeführerin  2,  der  V._______,  der 
T._______  und  der  W1_______  sowie  der  mit  diesen  verbundenen 
Personen und Gesellschaften abzuklären (A03 70-83). 

Im Rahmen der laufenden Untersuchungen gegen die Gruppe wurde 
die  Untersuchungsbeauftragte  zusätzlich  auf  die  X._______AG, die 
R._______AG, und die  Y._______ SA,  Panama,  Zweigniederlassung 
Y1,  aufmerksam. Aus  Sicht  der  Vorinstanz  ergab  sich  ein  hin-
reichender Verdacht,  dass auch diese Gesellschaften zur Gruppe zu 
zählen  sind  (A03  274-278),  weshalb  die  Vorinstanz  mit  super -

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provisorischer Verfügung vom 18. Februar 2009 die Q._______ auch 
bei  diesen  Gesellschaften  als  Untersuchungsbeauftragte  einsetzte 
(A03 312-324). 

Die  involvierten  Gesellschaften  wurden  eingeladen,  zu  den  super-
provisorisch verfügten Massnahmen bis am 13. März 2009 bzw. bis am 
25. März 2009 Stellung zu nehmen (A03 71, 313). 

Mit Eingabe vom 10. März 2009 reichte die Untersuchungsbeauftragte 
der Vorinstanz den Bericht sowie die dazugehörigen Beilagen ein (A04 
246-282, Beilagen 1-211). Der Bericht der Untersuchungsbeauftragten 
wurde  den  betroffenen  Gesellschaften  bzw.  deren  Rechtsvertretern 
sowie  A._______,  B._______,  C._______,  D._______,  E._______, 
F._______ und G._______ am 12. März 2009 zur Stellungnahme bis 
zum 31. März 2009 zugestellt (A04 283-302).

Innert  erstreckter  Frist  und  nach  Einsicht  in  die  gesamten  Akten 
reichten am 9. April  2009 die Beschwerdeführenden und C._______, 
vertreten  durch  lic.  iur. Peter  Ruggle,  Rechtsanwalt,  Zürich,  bei  der 
Vorinstanz ihre Stellungnahme zum Untersuchungsbericht ein (A05 1-
21). 

B.
Mit  Verfügung vom 11. Mai  2009  stellte  die  Vorinstanz fest,  die  Be-
schwerdeführerinnen  1  und  2,  die  V._______,  die  T.________,  die 
W1_______, die Y1_______, die X._______ und die R._______ seien 
in den Jahren 2006 bis 2009 als Gruppe gewerbsmässig als Effekten-
händler  tätig  gewesen und hätten gegen das Börsengesetz vom 24. 
März 1995 (BEHG, SR 954.1) verstossen. Ferner stellte sie fest, die 
X._______  sei  als  Vertriebsträgerin  von  kollektiven  Kapitalanlagen 
tätig gewesen und habe damit gegen das Kollektivanlagengesetz vom 
23. Juni  2006 (KAG, 951.31)  verstossen. Sie eröffnete über  die  Be-
schwerdeführerinnen 1 und 2, die T._______, die W1_______ und die 
X._______  den  bankenrechtlichen  Konkurs.  Die  V._______,  die 
Y1_______ sowie die R.________ versetzte sie in die aufsichtsrecht-
liche  Liquidation.  Betreffend  Liquidations-  und  Konkursmassnahmen 
ordnete  die Vorinstanz die  sofortige Vollstreckung der  Verfügung an, 
wobei sie die Konkursliquidatoren anwies, bis zur Rechtskraft der Ver-
fügung  die  Verwertungsmassnahmen  auf  sichernde  und  wert-
erhaltende Massnahmen im In- und Ausland zu beschränken. Sie auf-
erlegte die Kosten der Untersuchungsbeauftragten von Fr. 228'518.65 

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sowie  die  Verfahrenskosten  von  Fr.  50'000.– den  Beschwerde-
führerinnen  1  und  2  und  den  weiteren  sechs  Verfügungsadressaten 
solidarisch.  Zur  Begründung  wurde  ausgeführt,  die  T._______,  die 
W1_______  und  die  Y1_______  hätten  in  grossem  Umfang  neu 
emittierte  Aktienbestände amerikanischer  und schweizerischer  Start-
up-Unternehmen  übernommen  und  auf  dem  Primärmarkt  verkauft, 
wobei die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 Käufer vermittelt hätten. Die 
V._______  habe  als  Zahl-  und  Depotstelle  gewirkt.  Die  genannten 
Gesellschaften  hätten  arbeitsteilig  und  koordiniert  zusammengewirkt 
(A05 225-256).

C.
Am 19. Mai 2009  erhoben  die  Beschwerdeführerinnen  1  und  2  Be-
schwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 11. Mai 2009 mit 
dem Hauptantrag auf Aufhebung der Ziffern 8–11 (richtig wohl 1–11) 
und  Feststellung,  dass  sie  keine  unterstellungspflichtige  Tätigkeit 
ausgeübt  hätten.  Im  Eventualstandpunkt  wurde  die  Feststellung  der 
Rechtswidrigkeit  der  angefochtenen  Verfügung  beantragt.  In 
prozessualer Hinsicht (Verfahrensanträge 1–3) stellten sie Antrag auf 
superprovisorische  und  alsdann  definitive  Zuerkennung  der  auf-
schiebenden Wirkung und Erlass  des Verbots  (unter  Strafandrohung 
nach  Art.  292  StGB),  die  Konkurseröffnung  zu  publizieren  und  den 
Schuldenruf vorzunehmen.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 20. Mai 2009 wies der Instruktionsrichter 
die Verfahrensanträge der Beschwerdeführenden ab. 

E.
Mit  Beschwerdeergänzung  vom  15.  Juni  2009  stellten  die  Be-
schwerdeführenden innert der Beschwerdefrist folgende Anträge: 

1. Die  Ziffern  1-11  der  Verfügung  der  Eidgenössischen  Finanz-
marktaufsicht vom 11. Mai 2009 seien aufzuheben und es sei 
festzustellen,  dass  keine  unterstellungspflichtige  Tätigkeit  be-
steht, und eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurück-
zuweisen zur  korrekten  Durchführung  und Neubeurteilung  im 
Sinne der Erwägungen.

2. Eventualiter  sei  die  Rechtswidrigkeit  des  angefochtenen  Ent-
scheids festzustellen.  

Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  der  Be-
schwerdegegnerin.

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Die Eingabe vom 9. April 2009 wurde zum integrierenden Bestandteil 
der  Beschwerde erklärt.  Zur  Begründung wurde  ausgeführt,  die  Be-
schwerdeführenden wiesen mit  den anderen Verfahrensbeteiligten in 
keiner Weise irgendwelche Bezugspunkte auf. Die Aktionäre der Be-
schwerdeführenden,  H1_______  und  C._______,  seien  an  den 
anderen Verfahrensbeteiligten nicht beteiligt oder sonstwie mit diesen 
verbunden.  Mit  den  anderen  Verfahrensbeteiligten  bestünden  zwar 
vertragliche Bindungen, welche jedoch minimal  seien und nicht  über 
das hinausgingen,  was auch zwischen unabhängigen Dritten  verein-
bart  würde. Die Beschwerdeführerin 1 habe mit der T._______ ledig-
lich einen Rahmenvertrag bzw. Agenturvertrag abgeschlossen, dessen 
Gegenstand die Vermittlung von Aktien gewesen sei. Bezeichnend sei,  
dass in  dieser  Vereinbarung keinerlei  Hinweise auf  die  übrigen,  von 
der  Vorinstanz  als  "Gruppe"  bezeichneten  Verfahrensbeteiligten  zu 
finden seien. Der Beschwerdeführerin 1 seien denn auch die seitens 
der Vorinstanz vorgebrachten Verflechtungen nicht bekannt gewesen. 
Sie  habe  auch  nicht  gewusst,  woher  die  Aktien  stammten. Die  Be-
schwerdeführerin  2  habe  zwei  Agenturverträge  abgeschlossen,  die 
ebenfalls nicht weiter gegangen seien als das, was üblicherweise ver-
einbart  werde.  Daraus  könne  in  keiner  Weise  das  Bestehen  einer 
Gruppe abgeleitet werden. Zutreffend sei zwar, dass die Beschwerde-
führerin  2 bisweilen  als  Partner  "Investor  Relations"  aufgetreten sei.  
Indes beweise dies noch lange nicht, dass ein koordiniertes Verhalten 
einer  Gruppe vorgelegen habe. Eine Gruppe setze ein  koordiniertes 
Verhalten voraus; Koordination setze mithin Bewusstsein voraus. Die 
Beschwerdeführenden  jedenfalls  hätten  nichts  von  irgendeinem  Zu-
sammenwirken  der  andern  hier  beteiligten  Parteien  gewusst.  Mithin 
fehle  es  vorliegend  an  einer  Gruppe,  weshalb  schon  aus  diesem 
Grund die Beschwerde gutzuheissen sei. Wie im Schlussbericht fest -
gehalten  werde,  hätten  die  Beschwerdeführenden  lediglich  Aktien 
vermittelt.  Eine  andere  oder  weitergehende  Tätigkeit  sei  den  Be-
schwerdeführenden nicht nachgewiesen worden und liege auch nicht 
vor. Die Beschaffung der Aktien wie auch die Abwicklung des Aktien -
verkaufs  hätten  die  anderen  Verfahrensbeteiligten  übernommen. Die 
Aktivitäten der Beschwerdeführenden seien – isoliert betrachtet – nicht 
bewilligungspflichtig. 

Die Vorinstanz halte sodann lapidar fest, die Beschwerdeführerin 1 sei 
nicht  in  der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen; 
dabei  unterlasse  sie  es,  darzulegen,  um  welche  Verpflichtungen  es 
sich dabei handle. Eine allfällige Illiquidität der Beschwerdeführerin 1 

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sei  einzig  durch  dieses  Verfahren  entstanden.  Auch  bei  der  Be-
schwerdeführerin  2  gebe  die  Vorinstanz  nicht  an,  welchen  Verbind-
lichkeiten  diese  nachzukommen  habe.  Ausserdem  lasse  sie  ausser 
Acht, dass aufgrund dieses Verfahrens bei der V._______ ein Betrag 
von ca. CHF 200'000.– blockiert worden sei, welcher der Beschwerde-
führerin 2 zustehe. Die Beschwerdeführerin 2 sei demnach keinesfalls 
illiquid und könnte bei Aufhebung dieser Vermögenssperre ihren Ver-
pflichtungen jederzeit nachkommen. 

F.
Mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2009 beantragte die Vorinstanz die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Auf eine Stellungnahme zu 
den  beantragten  vorsorglichen  Massnahmen  verzichtete  die  Vor-
instanz. Zur  Begründung ihres  Antrags in  der  Sache führte  sie aus, 
bezüglich  der  Gruppenqualifikation  und der  Tätigkeit  der Gruppe als 
Effektenhändlerin  (Emissionshaus)  werde  auf  die  Sachverhaltsdar-
stellung und deren rechtliche Würdigung in der Verfügung vom 11. Mai 
2009  sowie  auf  den  Untersuchungsbericht  vom 10.  März  2009  ver-
wiesen.  Gemäss  konstanter  Praxis  seien  die  Finanzmarktgesetze 
unter  Umständen  auf  alle  Gesellschaften  einer  Gruppe  anwendbar, 
selbst wenn nicht alle Gruppengesellschaften selber die bewilligungs-
pflichtige  Tätigkeit  ausgeübt  hätten.  Dies  sei  dann  der  Fall,  wenn 
mehrere Gesellschaften einer gleichen Gruppe angehörten, bei denen 
eine derart enge personelle, wirtschaftliche oder organisatorische Ver-
flechtung bestehe, dass die Gruppe als eine Einheit behandelt werden 
müsse und aufsichtsrechtlich einheitlich zu beurteilen sei. Die engen 
personellen,  wirtschaftlichen  oder  organisatorischen  Verflechtungen 
müssten als Voraussetzungen der Qualifikation von mehreren Gesell -
schaften als  Gruppe nicht  kumulativ  gegeben  sein. Bereits  das  Vor-
liegen  eines  dieser  Elemente  sei  bei  entsprechender  Intensität  ge-
nügend, damit das Zusammenwirken von zwei oder mehreren Gesell-
schaften  als  Einheit  behandelt  werden  müsse  und  somit  aufsichts -
rechtlich einheitlich zu beurteilen sei. Die Beschwerdeführenden seien 
innerhalb der Gruppe für die Werbung und die direkte Vermittlung der 
Aktien mittels Telefonmarketing an die Anleger zuständig gewesen. Die 
Beschwerdeführenden  hätten  damit  eine  zentrale  Rolle  im  Rahmen 
des  Vertriebs  der  verschiedenen  Aktienpakete  übernommen.  Die 
Funktions- und Aufgabenteilung sowie die Koordination des Vorgehens 
sei  aufgrund  der  Agenturverträge,  welche  die  Beschwerdeführerin  1 
mit der T._______ und der W1_______, und die Beschwerdeführerin 2 
mit der W1_______ und der Y1_______ abgeschlossen hätten, erfolgt. 

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Diese Agenturverträge stellten die Grundlage der Funktions- und Auf-
gabenteilung sowie des koordinierten Vorgehens innerhalb der Gruppe 
dar  und  begründeten  die  engen  wirtschaftlichen  Verflechtungen 
zwischen den Beschwerdeführenden und ihren Vertragspartnern. Die 
Beschwerdeführenden verfügten bezeichnenderweise auch über keine 
anderen  Vermittlungsmandate  und  übten  keine  anderweitigen  Aktivi -
täten aus. Die Aufgabenteilung und deren Koordination habe innerhalb 
der  Gruppe  auf  der  Basis  der  bestehenden  vertraglichen  Verein-
barungen  ausgezeichnet  funktioniert.  Im  Weiteren  manifestiere  sich 
die  Gruppenzugehörigkeit  der  Beschwerdeführenden  dadurch,  dass 
beide an der gleichen Adresse domiziliert seien und den gleichen Ge-
sellschaftszweck aufwiesen, die Zusammensetzung des Verwaltungs-
rats  identisch  sei  und  auf  die  Zusammenarbeit  mit  der  V._______ 
verwiesen  werde. Zusammenfassend  sei  festzustellen,  dass  die  Be-
schwerdeführenden  infolge  ihrer  personellen  Verflechtungen  unter-
einander  und  insbesondere  ihrer  engen  wirtschaftlichen  und 
organisatorischen Verflechtungen zur T._______, zur W1_______, zur 
Y1_______  und  zur  V._______  zur  Gruppe  zu  zählen  seien.  Diese 
habe in gegenseitiger und koordinierter Vorgehensweise Aktienpakete 
von  US-amerikanischen  und  schweizerischen  Start-up-Unternehmen 
direkt und fest übernommen und auf dem Primärmarkt an eine Vielzahl 
von  Anlegern  verkauft.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  gewusst, 
dass die Aktien bei der Emission durch die anderen Gruppenmitglieder 
fest  übernommen und danach über  die  Vermittlungstätigkeit  der  Be-
schwerdeführenden an Anleger auf dem Primärmarkt verkauft worden 
seien. Soweit  die Beschwerdeführenden geltend machten,  dass eine 
mildere  Massnahme  hätte  greifen  müssen,  sei  ihnen  entgegen  zu 
halten,  dass  nach  der  Erhärtung  des  rechtsrelevanten  Sachverhalts 
die  zur  Wiederherstellung  des  ordnungsgemässen  Zustandes  not-
wendigen  Massnahmen gemäss  Art.  31  FINMAG hätten  angeordnet 
werden müssen. Da den Mitgliedern der Gruppe und damit auch den 
Beschwerdeführenden  mangels  Erfüllung  der  gesetzlichen  Be-
willigungsvoraussetzungen  auch  nachträglich  keine  Bewilligung  zur 
Effektenhändlertätigkeit  als  Emissionshaus erteilt  werden könne und 
damit die Einleitung eines Sanierungsverfahrens ausgeschlossen sei, 
habe  infolge  der  bestehenden  Insolvenz  der  Beschwerdeführenden 
über diese in Anwendung von Art. 33 BankG i.V.m. Art. 36a BEHG der 
Konkurs eröffnet werden müssen. 

G.
Mit  Schreiben vom 23. Juli  2009 stellte die Vorinstanz dem Bundes-

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verwaltungsgericht  Bankunterlagen  betreffend  Konten  der  Be-
schwerdeführerin  1,  der  V._______  und  der  T._______  bei  der 
L3_______  zu,  welche  der  Vorinstanz  von  der  Finanzmarktaufsicht 
Liechtenstein  FMA zur  Verfügung gestellt  wurden. Dieses Schreiben 
wurde  den  Beschwerdeführenden  inkl.  Beilagenverzeichnis  mit  Ver-
fügung vom 28. Juli  2009 des Instruktionsrichters zugestellt.  Am 23. 
September  2009  wurde  dem  Akteneinsichtsgesuch  vom  1.  bzw.  9. 
September 2009 der Beschwerdeführenden entsprochen. 

H.
Mit Replik vom 27. Oktober 2009 und Duplik vom 7. Dezember 2009 
hielten  die  Verfahrensbeteiligten  an  ihren  jeweiligen  Anträgen  und 
Ausführungen fest. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Am  1. Januar 2009  trat  das  Finanzmarktaufsichtsgesetz  (FINMAG, 
SR 956.1; vgl. AS 2008 5205) in Kraft, welches Änderungen des Ban-
kengesetzes  vom  8. November 1934  (BankG,  SR 952.0),  des 
Börsengesetzes  vom  24. März 1995  (BEHG,  SR  954.1)  sowie 
verschiedener weiterer finanzmarktrechtlicher Erlasse zur Folge hatte. 
Zudem trat  die  Eidgenössische  Finanzmarktaufsicht  (FINMA)  an  die 
Stelle  der  Eidgenössischen  Bankenkommission  EBK  (vgl.  Art.  58 
Abs. 1 FINMAG).

1.1 Der  Vorwurf  der  Vorinstanz  richtet  sich  gegen  Tätigkeiten  der 
Beschwerdeführerinnen,  die  im Zeitraum von 2006 bis  Anfang 2009 
stattgefunden  haben.  Die  Vorinstanz  betraute  die 
Untersuchungsbeauftragte  mit  superprovisorischen Verfügungen vom 
9.  Februar  und  18.  Februar  2009  mit  der  näheren  Abklärung  des 
Sachverhalts. Auf den 1. Januar 2009 trat das FINMAG – wie erwähnt 
–  in  Kraft.  Nach  einer  erfolgten  Rechtsänderung  sind  in  materieller 
Hinsicht  diejenigen  Rechtssätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung 
des  rechtlich  zu  ordnenden  Tatbestandes  Geltung  haben.  In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  gelangen  jedoch  die  neuen  Regeln 
grundsätzlich  sofort  zur  Anwendung (vgl.  BGE 126  III  431  E. 2a  f., 
BGE 119  IB  103  E.  5;  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines 
Verwaltungsrecht,  2. Aufl.,  Bern 2005, § 24 Rz. 21;  MICHAEL DAUM, in: 
Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar 

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zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, N 11 
zu Art. 7).  

1.2 Bezüglich  der  materiellrechtlichen  Frage,  ob  die  Vorinstanz  zu 
Recht  eine  Verletzung  finanzmarktaufsichtsrechtlicher  Normen  fest-
gestellt  hat,  ist  dasjenige  Recht  massgebend,  das  bei  der  Erfüllung 
des  rechtlich  zu  ordnenden  oder  zu  Rechtsfolgen  führenden  Tat-
bestandes  Geltung  hatte.  Da  sich  der  vorliegend  zu  beurteilende 
Sachverhalt  praktisch ausschliesslich  vor  Ende 2008 abgespielt  hat, 
finden die per 1. Januar 2009 geänderten Erlasse darauf ebensowenig 
Anwendung  wie  das  FINMAG; vielmehr  sind  die  Normen  in  der  bis 
Ende 2008 gültigen Fassung anwendbar (in der Folge wird mit Bezug 
auf das BEHG und das BankG die zugehörige Fundstelle in der Amt-
lichen  Sammlung  des  Bundesrechts  [AS]  zitiert,  sofern  die  Be-
stimmungen per 1. Januar 2009 geändert wurden, ansonsten die [un-
veränderte]  Fassung  der  Systematischen  Sammlung  des  Bundes-
rechts [SR]).    

2.
Die Verfügung der Vorinstanz vom 11. Mai 2009 stellt eine Verfügung 
nach  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember 
1968  (VwVG,  SR  172.021)  dar.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist 
gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  Beschwerdeinstanz  gegen  Verfügungen  gemäss 
Art. 5 VwVG, die von der Vorinstanz erlassen werden (Art. 33 Bst. e 
VGG). Darunter fällt die von der Vorinstanz erlassene Verfügung (Art. 
54  Abs.  1  FINMAG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  damit  zur 
Behandlung der Streitsache zuständig. 

Die  Beschwerdeführenden  haben  vor  der  Vorinstanz  am 
Verwaltungsverfahren  teilgenommen  und  sind  Adressaten  der 
angefochtenen Verfügung. Sie sind durch die sie selbst  betreffenden 
Ziffern  besonders  berührt  und  haben  daher  ein  schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c 
VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Insoweit  sind sie zur Beschwerdeführung 
legitimiert.  Soweit  ihre  Beschwerde  dahin  aufzufassen  ist,  dass  sie 
eine  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  auch  betreffend  den 
übrigen  Verfügungsadressaten  verlangen,  fehlt  ihnen  indessen  die 
Legitimation  und  kann  auf  ihre  Begehren  nicht  eingetreten  werden. 
Eingabefrist  sowie  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der 
Beschwerdeschrift  sind  gewahrt  (vgl.  Art.  50  Abs.  1  und  52  Abs. 1 

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VwVG). Die Kostenvorschüsse wurden fristgerecht einbezahlt (Art. 63 
Abs.  4  VwVG),  es  liegen  rechtsgültige  Vollmachten  des 
Rechtsvertreters  vor  (A04  211-213). Auch  die  übrigen 
Sachurteilsvoraussetzungen sind gegeben (Art. 47 ff. VwVG). Auf die 
beiden Beschwerden ist somit im vorstehend umschriebenen Umfang 
einzutreten.

3.
Die Beschwerdeführenden bestreiten im Wesentlichen, als Zugehörige 
einer (als Emissionshaus tätigen) Gruppe gewirkt zu haben. Sie rügen 
Mängel an der Sachverhaltsfeststellung und eine fehlerhafte rechtliche 
Würdigung durch die Vorinstanz. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob 
die Beschwerdeführenden von der Vorinstanz zu Recht als Zugehörige 
einer Gruppe qualifiziert wurden (E. 4), welche als Emissionshaus tätig 
war (E. 5). 

4.
Die Beschwerdeführenden bringen vor, zwischen ihnen und den rest-
lichen sechs Verfügungsadressaten hätten lediglich minimale vertrag-
liche  Verbindungen  vorgelegen,  die  nicht  über  das  hinausgegangen 
seien,  "was  üblicherweise  vereinbart  werde".  Mit  der  unmittelbaren 
Beschaffung und dem Verkauf der Aktien hätten sie nichts zu tun ge-
habt. Auch den Preis der Aktien hätten nicht sie bestimmt, dieser sei 
von  anderer  Seite  vorgegeben  worden.  Sie  hätten  lediglich  Aktien 
vermittelt. 

Die Vorinstanz bringt demgegenüber vor, die acht betroffenen Gesell-
schaften  stellten  eine  Gruppe  dar,  welche  über  verschiedene 
personelle, räumliche oder wirtschaftliche Verflechtungen verfügt hätten. 
Die  Aufgabenteilung  und  die  Koordination  des  gemeinsamen  und 
strukturierten  Vorgehens  sei  über  den  Abschluss  von  verschiedenen 
Treuhand-, Agentur- und Aktienkaufverträgen erfolgt.

4.1 Gemäss  Praxis  des  Bundesgerichts,  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  und  der  Vorinstanz  sind  verschiedene  natürliche  und 
juristische Personen bezüglich Ausübung einer bewilligungspflichtigen 
Tätigkeit  dann als Gesamtheit  zu betrachten, wenn eine derart  enge 
wirtschaftliche  Verflechtung  besteht,  dass  die  Gruppe  als  eine 
wirtschaftliche  Einheit  behandelt  werden  muss.  Das  Bundesgericht 
kam in  einem Entscheid  vom 21.  Februar  2000  zum Schluss,  dass 
mehrere  Gesellschaften,  die  Publikumsgelder  entgegennahmen  und 
gegen  aussen  einheitlich  auftraten,  als  Einheit  zu  betrachten  seien 

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(unerlaubtes Anlagesystem). Deshalb sei nicht zu beanstanden, dass 
bei sämtlichen Gruppenzugehörigen – auch bei jenen Gesellschaften, 
bei denen weniger als 20 Geldgeber engagiert gewesen seien – von 
einer  gewerbsmässigen  Tätigkeit  ausgegangen  und  die  Liquidation 
angeordnet  worden  sei  (vgl.  unveröffentlichte  Entscheide  des 
Bundesgerichts  2A.332/2006  vom  6.  März  2007  E.  5.2.4  sowie 
2A.442/1999 vom 21. Februar 2000 E. 2e und 3b/dd). Diese Grund-
sätze  kommen  gemäss  bundesverwaltungs-  und  bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung  in  Bezug  auf  die  Ausübung  einer  bewilligungs-
pflichtigen Tätigkeit  als  Effektenhändler  analog zur  Anwendung (vgl. 
Entscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-6715/2007  E.  4.2,  B-
6608/2007 E. 3.2 und B-6501/2007 E. 4.2, je vom 3. September 2008, 
bestätigt  im  unveröffentlichten  Entscheid  des  Bundesgerichts 
2C.749/2008 vom 16. Juni 2009). 

4.1.1 Von  einer  Gruppe  ist  demnach  auszugehen,  wenn  die 
finanziellen  und  personellen  Verflechtungen  zwischen  zwei  oder 
mehreren  Gesellschaften  oder  natürlichen  Personen  derart  intensiv 
sind,  dass  nur  eine  gesamthafte  Betrachtungsweise  den  faktischen 
Gegebenheiten  gerecht  wird  und  Gesetzesumgehungen  verhindern 
kann.  Dies  kann  bei  einem  einheitlichen  Auftritt  gegen  Aussen  ge-
geben  sein  (Entscheid  des  Bundesgerichts  2A.442/1999  vom 
21. Februar  2000  E. 2e sowie  E. 3b/dd),  wobei  aber  auch  intensive 
interne  personelle,  wirtschaftliche  und  organisatorische  Ver-
flechtungen  den  Gruppenbegriff  erfüllen  können  (Entscheide  des 
Bundesverwaltungsgerichts B-1645/2007 vom 17. Januar 2008 E. 5.4 
sowie B-2474/2007 vom 4. Dezember  2007 E. 3.2). Selbst  bei  einer 
sauberen  wirtschaftlichen  und  organisatorischen  Trennung  der  ver-
schiedenen  Gesellschaften  kann  eine  Gruppenstruktur  bestehen, 
sofern  die  verschiedenen  Akteure  im  Hinblick  auf  die  bewilligungs-
pflichtige Tätigkeit koordiniert und arbeitsteilig zusammenwirken (Ent-
scheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-6715/2007  vom 
3. September 2008 E. 4.2.2).

4.1.2 Erstens müssen demnach enge wirtschaftliche, organisatorische 
oder  personelle  Verflechtungen  vorliegen  und  zweitens  muss  eine 
nicht  formelle  Betrachtung "vernünftig"  sein. Das Bundesgericht  hält 
sodann  in  der  Methodik  einer  nicht  abschliessenden  Aufzählung 
folgende alternative Fallgruppen fest: (1) Die Fallgruppe des Auftritts 
als  Einheit  und  (2)  die  Fallgruppe  der  Umstände,  die  koordiniertes 
Vorgehen  erkennen  lassen.  Als  Tatsachen  mit  Indizwirkung  für  die 

Seite 11

zweite  Fallgruppe werden  höchstrichterlich  angeführt:  (i)  Verwischen 
der  rechtlichen  und  buchhalterischen  Grenzen  zwischen  den  Be-
teiligten;  (ii)  faktisch  gleicher  Geschäftssitz;  (iii)  wirtschaftlich  un-
begründete,  verschachtelte  Beteiligungsverhältnisse;  (iv)  zwischen-
geschaltete  Treuhandstrukturen.  Hervorzuheben  ist,  dass  es  für  die 
zweite  Fallgruppe  mindestens  der  stillschweigenden  (konkludenten) 
Koordination  unter  den  Gruppenmitgliedern  bedarf  und  ein  Parallel-
verhalten für die Annahme einer Gruppe daher nicht ausreicht. Wichtig 
ist hierbei aber umgekehrt, dass keine Umgehungsabsicht erforderlich 
ist  –  diese  liesse  sich  nicht  mit  dem Zweck  des  Anleger-  und  des 
Marktschutzes vereinbaren, da die von einer Gruppe ausgehende Ge-
fahr für den Anleger nicht von den Intentionen der Gruppenmitglieder 
abhängt (BENJAMIN BLOCH/HANS CASPAR VON DER CRONE, Begriff der Gruppe 
in  Fällen  unbewilligter  Effektenhändlertätigkeit,  in:  Schweizerische 
Zeitschrift für Wirtschafts- und Finanzmarktrecht [SZW] 2/2010, S. 161 
ff., 168/169). 

4.1.3 Die  Anwendung  des  Gruppenbegriffs  auf  verschiedene  Unter-
nehmen hat zur Folge, dass die aufsichtsrechtlichen Konsequenzen alle 
Mitglieder treffen,  selbst  wenn in Bezug auf  einzelne davon – isoliert  
betrachtet – nicht alle Tatbestandselemente erfüllt sind oder sie selbst 
überhaupt  keine  finanzmarktrechtlich  relevanten  Tätigkeiten  ausgeübt 
haben  (vgl.  BGE  136  II  43  E.  4.3.1,  Entscheide  des  Bundesver-
waltungsgerichts  B-8227/2007  /  B-8244/2007  /  B-8245/2007  vom 
20. März  2009  E.  8.2,  B-6715/2007  vom 3.  September  2008  E.  6.2 
sowie B-2474/2007 vom 4. Dezember 2007 E. 3.2). 

4.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  sieht  aufgrund  der  Aktenlage 
folgenden Sachverhalt als erstellt an.

4.2.1 Die T._______, die W1_______ und die Y1_______ waren alle an 
der gleichen Adresse, nämlich ..., domiziliert und verfolgten die gleiche 
Geschäftstätigkeit. Als Zweck der T._______ wurde unter anderem der 
Erwerb,  die  Verwaltung,  die  Vermittlung  sowie  die  Veräusserung  von 
Vermögenswerten,  insbesondere  Beteiligungen  an  Unternehmungen 
aller Art im In- und Ausland sowie deren Finanzierung und Finanzierung 
einzelner  Projekte  derselben  für  eigene  Rechnung  und  fremde 
Rechnung in eigenem Namen, sowie die Finanz- und Unternehmens-
beratung und die Durchführung von Treuhandgeschäften aller  Art  an-
gegeben (A01 168, 169). Als Verwaltungsratspräsident mit Einzelunter-
schrift war bei der T._______ vom November 2006 bis Dezember 2008 

Seite 12

H._______ und als Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift 
war D._______ vom Oktober  2006 bis  April  2007 im Handelsregister 
des  Kantons  Zürich  eingetragen.  Die  T._______  führte  zwei  Konto-
beziehungen bei der Geschäftsstelle Zürich der Bank C2_______ (C01 
76, 77). Gemäss Kontoeröffnungsunterlagen der Bank C2_______ vom 
14. März 2007 verfügten  – nebst H._______  – E._______, D._______ 
und I._______ (Organe oder ehemalige bzw. Aktionäre der V._______) 
über Bankvollmachten auf das Hauptkonto der T._______ (C01 70). Die 
T._______ verfügte über mehrere Kontobeziehungen zu der C3_______ 
(B02 462). Gemäss Kontoeröffnungsunterlagen der C3_______ waren 
nebst H._______ – E._______, D._______ und I._______ – mit Bank-
vollmachten ausgestattet (B02 412, 415, 456, 459). 

4.2.2 Bei der W._______ handelt es sich um eine zypriotische Gesell-
schaft  mit  Sitz  in  ...,  welche  J2_______  mittels  eines  als  Shares 
Purchase  Agreement  bezeichneten  Vertrages  vom  6./19.  Dezember 
2007  an  B._______  verkauft  hat  (I01  191/192).  Die  W._______  be-
zeichnete sich gegenüber ihrer Hausbank, der A3_______ als "Invest-
ment company (securities)" und gab als Ort ihrer geschäftlichen Tätig-
keiten die Schweiz und Europa an. Als Geschäftstätigkeit wurde "Equity 
sales  of  not  listed  companies"  angegeben  (H01  74).  Als 
Korrespondenzadresse gab sie die Adresse der V._______ an (H01 75). 
D._______,  E._______  und  I._______  (Organe  bzw.  Aktionäre  der 
V._______) wurden als "consultants" mit Bankvollmachten ausgestattet 
(H01 106, 108, 113 ff.). Im März 2008 bevollmächtigte die W._______ 
J._______ im Namen der Gesellschaft  Kaufverträge mit Dritten abzu-
schliessen und räumte ihm eine Bankvollmacht ein (I03 7, H01 71).

4.2.3 Bei der Y._______ handelt es sich um eine panamaische Gesell-
schaft mit Sitz in .... Auch die Y._______ bezeichnete sich gegenüber 
der A3_______ als "Investment company", gab als Ort ihrer geschäft-
lichen Aktivitäten die Schweiz und Europa an und bezeichnete ihre ge-
schäftliche Tätigkeit als "Equity sales of not listed companies" (H02 21,  
86). J._______ verfügt über eine unbeschränkte Vollmacht (H02 83). Die 
Y._______  und  die  W._______  gehören  B._______,  welcher  auch 
Mehrheitsaktionär der T.________ ist (H02 84, H01 72, A01 178). Die 
W._______  und  die  Y._______  verfügten  bei  der  gleichen  Bank,  der 
A3_______  über  Konto-  und  Depotbeziehungen  (H01  1-178,  H02  1-
434).  Die  Angaben  in  den  Bankunterlagen  sind  nahezu  identisch. 
Sowohl die Y._______ als auch die W._______ geben als Referenzen 
E._______  sowie  D._______  (Organe bzw. Aktionäre  der  V._______) 

Seite 13

und als  Hauptgeschäftspartner  die  V._______ und die  S._______ an 
(H02 20, H01 46). 

4.2.4 Auch  die  V._______  war  an  der  gleichen  Adresse  wie  die 
T._______,  die  W1_______  und  die  Y1_______  domiziliert.  Als 
statutarischer  Zweck wurde u.a. der  Erwerb, die Verwaltung und Ver-
äusserung von Vermögenswerten für eigene Rechnung, vor allem aber 
auch  auf  fremde  Rechnung  in  eigenem  Namen,  Finanz-  und  Unter-
nehmensberatung  sowie  die  Durchführung  von  Treuhandgeschäften 
aller Art angegeben. Im für den vorliegenden Fall massgebenden Zeit-
raum waren D._______ als Präsident des Verwaltungsrates mit Einzel-
unterschrift  und  K._______  sowie  I._______  als  Mitglieder  des  Ver-
waltungsrates eingetragen (Internet-Auszug des Handelsregisters  des 
Kantons  Zürich  vom  5.  Mai  2010).  Als  Geschäftspartnerin  gab  die 
V._______ die W.________ an (A01 228). Die V._______ gehörte zu 75 
% E._______ und zu 25 % der P._______AG (A01 230).

4.2.5 Die Beschwerdeführerin 1 und die Beschwerdeführerin 2 waren 
zuletzt  beide an der  gleichen Adresse,  nämlich an der ...,  domiziliert  
und der  Verwaltungsrat  setzte  sich  zuletzt  bei  beiden  Gesellschaften 
aus  den  gleichen  Personen  zusammen:  C._______,  L._______  und 
M._______.  Bis  zum  23. April  2008  (Sitzverlegung  der  Beschwerde-
führerin 2 von Zug nach Zürich) war D._______ (Organ der V._______) 
Präsident des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift der Beschwerde-
führerin 2 (A02 137). Auch die Geschäftsleitung dieser beiden Gesell -
schaften  bestand  zum überwiegenden  Teil  aus  denselben  Personen, 
nämlich:  C._______,  L._______  und  M._______  (Beschwerdeführerin 
1)  und N._______, L._______ sowie M._______ (Beschwerdeführerin 
2).  Die  beiden  Gesellschaften  verfügten  über  eine  identische 
Revisionsstelle. Die Gesellschaftszwecke sind identisch und beide Ge-
sellschaften verfolgten die gleiche Geschäftstätigkeit, indem sie im Auf-
trag  und  auf  der  Basis  von  Agenturverträgen  Aktien  von  Start-up-
Unternehmen vermittelten. Die Vorgehensweise bei der Vermittlung von 
Anlegern  war  bei  beiden  Gesellschaften  identisch.  Gemäss  Fest-
stellungen der Untersuchungsbeauftragten ist W2_______ Alleineigen-
tümerin der Beschwerdeführerin 1. Gemäss Angaben der Beschwerde-
führerin  1  ist  jedoch  H1_______ einziger  Aktionär  (A02  251). Allein-
aktionär der Beschwerdeführerin 2 ist unbestrittenermassen C._______, 
welcher die Gesellschaft am 6. April 2008 erwarb. 

Seite 14

4.2.6 Zwischen  den acht  Gesellschaften herrschten rege vertragliche 
Beziehungen:  Agenturvertrag  vom  15.  Oktober  2006  zwischen  der 
T._______ und der Beschwerdeführerin 1, welcher die Vermittlung von 
T1_______- und A1_______-Aktien zum Gegenstand hatte; der Vertrag 
wurde per 31. Dezember 2007 gekündigt (A03 40-49); Rahmenverein-
barung vom 4. Dezember 2006 zwischen der T._______ und der Be-
schwerdeführerin 1 betreffend Vermittlung von Käufern von Aktien und 
Obligationen,  deren  Eigentümer  die  T._______  ist  (I03  172-174); 
Agency Agreement vom 14. Juni 2007 zwischen der W1_______ und 
der  Beschwerdeführerin  1,  welches  die  Vermittlung  von  A2_______- 
und  F1_______-Aktien  zum  Gegenstand  hatte  (A02  208-216);  Treu-
handvertrag  vom 2. August  2007  zwischen  der  W1_______  und  der 
V._______ mit vier Anhängen vom 8. August 2007, 20. August 2007, 20. 
April  2008  sowie  vom  24.  September  2008  (A01  182-189);  Trust 
Agreement  vom  7.  April  2008  zwischen  der  W1_______  und  der 
V._______  (I04  182-184);  Agency  Agreement  vom  18.  April  2008 
zwischen der W1_______ und der Beschwerdeführerin 2, welches die 
Vermittlung  von  A2_______-,  F1_______-,  Z1_______-  und 
Z2_______-Aktien zum Gegenstand hatte (A02 109-119); Vereinbarung 
vom 27. November 2008 betreffend die Zusammenarbeit zwischen der 
Beschwerdeführerin 2 und der Y1_______ (I05 103-109); Kaufverträge 
zwischen  der  W1_______  bzw.  Y1_______  als  Käuferin  und  der 
R._______ als Verkäuferin bezüglich Aktien schweizerischer Start-up-
Unternehmen (I04 144-148, I05 98-102, 304-307, 308-312). 

4.2.7 Aufgrund der Aktenlage hat zumindest eine stillschweigende Ko-
ordination  vorgelegen,  nachdem  die  Beschwerdeführenden  in  den 
Businessplänen/Präsentationen  eines  Teils  der  Gesellschaften,  deren 
Aktien verkauft wurden, als Investor Relations, Berater oder vorrangige 
Sales-Organisation aufgeführt worden sind (A02 12, I01 123, I02 40, 42 
[Rückseite]). Es kommt hinzu, dass M2_______ bei einem Treffen bei 
der  Beschwerdeführerin  1  F._______,  Verwaltungsratsmitglied  mit 
Einzelunterschrift  der  X._______,  die  "Geschäftsidee"  vorgestellt  hat 
(I01 231). M2_______ war bei nahezu allen US-amerikanischen Start-
up-Unternehmen (ausser der S2_______ Corporation) CEO (A04 273-
276),  weshalb auch dieses Sachverhaltselement für  eine konkludente 
Koordination  spricht.  Ebenso  fällt  auf,  dass  D._______  in  der  hier 
interessierenden  Zeit,  als  die  erwähnten  vertraglichen  Beziehungen 
geknüpft  wurden,  wichtige  Funktionen  und  Kompetenzen  bei  der 
T._______,  der  W1_______,  der  Y1_______,  der  V._______  und der 
Beschwerdeführerin  2  besass,  welche  ihrerseits  eng  mit  der  Be-

Seite 15

schwerdeführerin  1  verbunden  war.  Dass  die  Beschwerdeführerin  1 
lediglich Aktien vermittelt und mit den anderen Gruppengesellschaften 
nichts  zu  tun  hatte,  ist  auch  insofern  unglaubwürdig,  als  in  ihrem 
eigenen  Prospekt  (S._______  –  Rohstoffinvestments  mit  Entdecker-
geist) die V._______ als Koordinatorin angegeben wird (A02 156-171). 
Die  V._______  ihrerseits  war  indessen  eng  mit  der  T._______,  der 
W1_______ und der Y1_______ verbunden. 

4.3 Die  genannten  Gesellschaften  waren  somit  dermassen  eng  ver-
knüpft, dass die eine Gesellschaft ohne die andere kaum ihrer Tätigkeit 
hätte  nachgehen  können.  Die  vertraglichen  Verbindungen  der  Be-
schwerdeführenden  mit  der  T._______,  der  W1_______  und  der 
Y1_______ waren – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden – 
alles  andere  als  minimal.  Gestützt  auf  die  Agenturverträge  vom 15. 
Oktober 2006 (A03 41-49), 14. Juni 2007 (A02 208-216), 18. April 2008 
(A02  109-119)  und  vom  27.  November  2008  (I05  103-109)  wurden 
mehrere Millionen Aktien schweizerischer und US-amerikanischer Start-
up-Unternehmen an Anleger verkauft (vgl. E. 5 hiernach). Es ist von der 
in  Erwägung  4.1.2  umschriebenen  zweiten  Fallgruppe  auszugehen, 
wonach eine Gruppe aufgrund der Umstände anzunehmen ist, die ko-
ordiniertes  Vorgehen  erkennen  lassen.  Dass  die  genannten  Gesell-
schaften  nicht  als  Einheit  aufgetreten  sind,  ist  demnach  nicht  aus-
schlaggebend. Weil  – wie erwähnt – ein Gruppenmitglied nicht  sämt-
liche Tatbestandselemente,  die zum Erfolg der Gruppe führen,  selber 
erfüllen  muss,  ist  es  vorliegend auch  nicht  von Bedeutung,  dass  die 
Beschwerdeführenden, wie sie darlegen, bei der Beschaffung und dem 
Verkauf der Aktien nicht direkt involviert waren (vgl. E. 4.1.3 hiervor).

Als  Zwischenergebnis  ist  daher  festzuhalten,  dass  die Vorinstanz die 
vorstehend  genannten  Gesellschaften  zu  Recht  als  Gruppe  und  ins-
besondere die Beschwerdeführenden als Teil dieser Gruppe qualifiziert 
hat. Insofern ist nicht ersichtlich, was die beantragte Einvernahme von 
C._______ und H1_______ noch bringen würde, so dass dieser Antrag 
in antizipierter Beweiswürdigung abzulehnen ist. 

5.
Die  Beschwerdeführenden  wenden  sich  sodann  gegen  den  vor-
instanzlich  erhobenen  Vorwurf,  als  Emissionshaus  tätig  gewesen  zu 
sein. 

Die  Vorinstanz  macht  demgegenüber  geltend,  die  Gruppengesell-

Seite 16

schaften  T._______,  W1______,  Y1_______  und  R._______  hätten 
Aktienpakete, welche von Dritten emittiert  worden seien,  jeweils fest 
übernommen und diese über die Werbe- und Vermittlungstätigkeit der 
Beschwerdeführenden und der X._______ und in Zusammenarbeit mit 
der  V._______  als  Depot-  und  Zahlstelle  auf  dem  Primärmarkt  an 
interessierte Anleger verkauft. Somit seien die Beschwerdeführenden 
als Zugehörige zur Gruppe als Emissionshaus tätig gewesen.

5.1 Eine oder mehrere Gesellschaften gelten als Emissionshaus, wenn 
sie gewerbsmässig handeln, hauptsächlich im Finanzbereich tätig sind 
und von Dritten emittierte Effekten öffentlich auf dem Primärmarkt an-
bieten, die sie fest oder in Kommission übernommen haben (vgl. Art. 2 
lit. d BEHG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2 der Börsenverordnung 
vom 2. Dezember 1996 [BEHV, SR 954.11]). Vom Terminus Emissions-
haus  nicht  erfasst  sind  die  Emittenten  selbst,  die  lediglich  der 
Prospektpflicht  nach  Obligationenrecht  unterstehen  (vgl.  DIETER 
ZOBL/STEFAN KRAMER,  Schweizerisches  Kapitalmarktrecht,  Zürich/Ba-
sel/Genf  2004,  N 1072).  Als  Emissionshaus  sind  hingegen  sog. 
Underwriter  anzusehen.  Diese  verpflichten  sich  gegenüber  dem 
Emittenten, die im Rahmen der Emission nicht verkauften Titel im Falle 
eines  Platzierungsmisserfolges  fest  zu übernehmen. Sie tragen somit 
das Platzierungsrisiko (vgl. MAX BOEMLE/MAX GSELL/JEAN-PIERRE JETZER/PAUL 
NYFFELER/CHRISTIAN THALMANN, Geld-, Bank- und Finanzmarkt-Lexikon der 
Schweiz, Zürich 2002, S. 1051 f.). Nicht im BEHG geregelt ist der Be-
griff des Primärmarkts. Indirekt erfolgt über das Bewilligungserfordernis 
der  auf  diesem Markt  auftretenden  Akteure  gleichwohl  eine  partielle 
Regulierung  (vgl. ROLF WATTER,  Basler  Kommentar  zum  Börsen-  und 
Effektenhandelsgesetz, Basel 2007, N 41 zu Art. 1). Primärmarkt ist der 
Emissionsmarkt, d.h. das Anbieten und Platzieren von neu emittierten 
Effekten.  Dies  im  Unterschied  zum  Sekundärmarkt,  wo  der  Emittent 
typischerweise nicht mehr involviert ist und die verschiedenen Anleger 
untereinander (bereits emittierte) Effekten handeln. 

5.1.1 Gewerbsmässigkeit  liegt  vor,  wenn das Emissionsgeschäft  eine 
selbständige  und  unabhängige  wirtschaftliche  Tätigkeit  darstellt,  die 
darauf ausgerichtet ist, regelmässig Einkünfte zu erzielen (vgl. EBK-RS 
98/2 N 12 mit Verweis auf Art. 52 Abs. 3 der Handelsregisterverordnung 
vom 7. Juni 1937 [aHRegV]; vgl. auch Art. 2 lit. b der Handelsregister -
verordnung vom 17. Oktober 2007 [HRegV, SR 221.411]). Die Anzahl 
der  Kunden ist  nicht  relevant: Werden Effekten auf  dem Primärmarkt 
öffentlich  angeboten,  was  bei  Emissionshäusern  definitionsgemäss 

Seite 17

immer der Fall ist, ist die Kundenanzahl kein zusätzliches Erfordernis für  
die Annahme der Gewerbsmässigkeit (vgl. Art. 4 BEHV; MATTHIAS KUSTER, 
Zum Begriff der Öffentlichkeit und Gewerbsmässigkeit im Kapitalmarkt-
recht, SZW 1997 S. 13 f.).

5.1.2 Öffentlich ist ein Anbieten von Effekten nach der Rechtsprechung, 
wenn sich das Angebot an unbestimmt viele potentielle Kunden richtet,  
es etwa durch Inserate, Prospekte, Rundschreiben oder elektronische 
Medien  (z.B.  online  über  Webseiten,  sämtliche  Formen  von  E-
Commerce oder Kontakte via E-Mail)  verbreitet  wird (vgl. BGE 132 II 
382  E.  6.3.1,  BGE 131  II  306  E.  3.2.1)  oder  auch,  wenn  es  mittels 
Pressekonferenzen,  Telefonmarketing  ("cold  calling"),  Präsentationen 
("road  shows")  oder  Finanzmessen  erfolgt.  Ob  das  Angebot  wahr-
genommen wird,  d.h. ob eine Platzierung tatsächlich  erfolgt,  ist  nicht 
massgebend. Nicht als öffentlich gilt das Angebot gemäss Art. 3 Abs. 7 
BEHV, wenn es sich ausschliesslich an die in Art. 3 Abs. 6 BEHV ge-
nannten Personengruppen richtet. 

5.1.3 Die  Hauptsächlichkeit  besteht  darin,  dass  die  Tätigkeit  im 
Finanzbereich  gegenüber  allfälligen  anderen  Aktivitäten  industrieller 
und  gewerblicher  Natur  deutlich  überwiegt,  was  aufgrund  der 
Würdigung sämtlicher Umstände zu ermitteln ist (vgl. PHILIPPE A. HUBER, 
Basler  Kommentar  zum  Börsen-  und  Effektenhandelsgesetz,  Basel 
2007,  N 27  zu  Art. 2  Bst. d).  Das  Erfordernis  der  hauptsächlichen 
Tätigkeit  soll  im  Wesentlichen  vermeiden,  dass  Industrie-  oder 
Gewerbeunternehmen  aufgrund  der  Tätigkeit  ihrer  Finanzabteilungen 
unter  das  BEHG  fallen.  Der  Begriff  ist  konsolidiert  zu  betrachten: 
Konzerngesellschaften,  die  Tresorerieaufgaben  von  Industrie-  und 
Handelskonzernen oder -gruppen wahrnehmen, sind dem BEHG nicht 
unterstellt,  wenn  ihre  Finanztätigkeit  eng  mit  den  Handelsgeschäften 
des Konzerns oder der Gruppe verbunden sind (zum Ganzen EBK-RS 
98/2 N 8 und 9).

5.2 Gestützt  auf  die  Ermittlungen  der  Vorinstanz  und  die  umfang-
reichen Akten erachtet es das Bundesverwaltungsgericht als erwiesen, 
dass  die  Beschwerdeführenden ihre  Vermittlungstätigkeit  entfalteten, 
indem sie auf der eigenen Internetseite Werbung betrieben (A01 74-
84, 86-98 [A2_______ Corporation, F1_______ Corporation], A01 99-
113, A02 51-57 [Z1_______]) oder in eigenen Werbeprospekten (A02 
156-171 [S._______], A02 125-126 [U._______]) oder durch Telefon-
marketing  (I01  279). Zeigten  potentielle  Kunden  Interesse,  stellten 

Seite 18

ihnen die Beschwerdeführenden Werbebroschüren und Businesspläne 
der  jeweiligen  Start-up-Unternehmen  zu  (A02  182-195  [F1_______ 
Corporation],  A02  49-100  [Z1_______],  A02  1-48  [Z2_______).  Im 
Businessplan  der  F1_______  Corporation  wurde  die  Beschwerde-
führerin 1 als vorrangige Sales-Organisation (I02 42 Rückseite) und als 
Beraterin  aufgeführt  (I02  40).  In  den  Präsentationen  der  F1_______ 
Corporation  und  der  A2_______  Corporation  figurierte  die  Be-
schwerdeführerin 1 als Investor Relations Switzerland (I01 12.3, 132). 
Die Beschwerdeführerin 1 war Herausgeberin der "Hemisnews" (I02 27-
33),  der  "Uran  News"  (I02  21-26),  der  "Rohstoffinvestments  mit  Ent-
deckergeist"  (I02  11-20)  sowie  der  "Gold  News"  (I02  3-8).  Die  Be-
schwerdeführerin  2  war  Herausgeberin  der  Broschüre  "Branchen-
investments  mit  Entdeckergeist"  (I02  9-10). An  der  Öffentlichkeit  des 
Angebots  der  Effekten  kann  nach  dem in  Erwägung 5.1.2  Gesagten 
kein Zweifel bestehen; durch diese Vertriebsmethoden wurde eine un-
bestimmte Anzahl von Kunden erreicht.

5.3

5.3.1 Es  ist  als  nächstes  zu  prüfen,  ob  die  von  den  Beschwerde-
führenden beworbenen und vertriebenen Aktienpakete von den übrigen 
involvierten Finanzgesellschaften im Sinne einer bewilligungspflichtigen 
Tätigkeit fest in Kommission übernommen wurden. Was die T._______ 
betrifft, verhält es sich so, dass diese Gesellschaft mittels Subscription 
Agreements Aktien der A1_______ und der T1_______ zu Preisen von 
USD 0,25 – 0,40 je Aktie (I03 204-247) zeichnete. Dabei handelt es sich 
um  amerikanische  Minen-  und  Explorationsgesellschaften.  Die 
A1_______  gedachte,  Gold  zu  fördern,  die  T1_______  Uran.  Die 
Subscription  Agreements  für  die  Aktien  beider  Gesellschaften  liegen 
nicht vollständig vor: Es liegen Subscription Agreements für rund 3,25 
Mio.  A1_______-Aktien  (I03  222-247)  und  für  rund  3,99  Mio. 
T1_______-Aktien  vor  (I03  204-221).  Auch  wenn  die  Subscription 
Agreements nicht  vollständig  vorliegen,  übernahm die T._______ fest 
neu emittierte Aktien, die von Dritten herausgegeben wurden, womit sie 
von  der  Vorinstanz  zu  Recht  als  Emissionshaus  i.S. von  Art.  2  lit.  d 
BEHG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2 BEHV bezeichnet wurde. 

5.3.2 Sodann wurden gestützt auf den am 15. Oktober 2006 zwischen 
der  Beschwerdeführerin  1  und  der  T._______  abgeschlossenen 
Agenturvertrag (A03 41-49) insgesamt 5'699'845 A1_______-Aktien zu 
einem Gesamtbetrag  von  USD 3'186'387.20  an  98  Kunden  (Private) 

Seite 19

und rund 10 Mio. T1_______-Aktien zu einem Gesamtbetrag von USD 
5'539'659.35 an 131 Kunden (Private) durch die Beschwerdeführerin 1 
vermittelt. Dabei erfolgten die Angebote öffentlich über die in Erwägung 
5.2 umschriebenen Kanäle an unbestimmt viele Adressaten. Auch inso-
fern ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Tätigkeit eines 
Emissionshauses zu bejahen ist: Von Dritten emittierte Aktien wurden 
auf  dem  Primärmarkt  öffentlich  angeboten.  Die  Argumente  der  Be-
schwerdeführenden,  wonach  die  Endadressaten  qualifizierte  Anleger 
gewesen  sein  sollen,  weshalb  die  Ausnahmebestimmung  von  Art.  3 
Abs. 7 i.V.m. Art. 3 Abs. 6 der BEHV zur Anwendung komme, greifen 
nicht, denn sowohl der Disclaimer im eigenen Werbeprospekt (A02 156) 
als  auch  der  Disclaimer  auf  der  eigenen  Webseite  (A01  96-98)  war 
rechtlich ohne jede Wirkung. Wer nämlich illegale Inhalte verlinkt, dem 
hilft  auch kein Disclaimer. Es macht wenig Sinn, sich gleichzeitig von 
den Inhalten einer Webseite zu distanzieren und sie anderseits gerade 
durch das Setzen eines Links dem Besucher zu empfehlen. Nicht genug 
damit, dass pauschale Disclaimer in aller Regel keinen Nutzen haben, 
schlimmstenfalls schaden sie dem Verwender sogar, wenn ein Richter 
sie  als  Indiz  für  vorhandenes  Unrechtsbewusstsein  wertet  (JOERG 
HEIDRICH/CHRISTOPH KÖSTER,  Nutzloser  Abwehrzauber  – Zur  Wirksamkeit 
von Web-Disclaimern, "c't Magazin für Computertechnik" Heft 14/2003). 
Des Weitern ist auch die Gewerbsmässigkeit angesichts der namhaften 
Mitwirkung der Beschwerdeführerin 1 innerhalb der Gruppe zu bejahen. 
Selbst  wenn  man  zugunsten  der  Beschwerdeführerin  1  annehmen 
wollte, dass ihre Effektenhandelstätigkeit nicht als gewerbsmässig ein-
zustufen wäre oder dass sie Aktien bei weniger als 20 Kunden platziert 
hat,  vermöchte  ihr  dies  vorliegend  nicht  zu  helfen. Gemäss  der  vor-
stehend  wiedergegebenen  Rechtsprechung  (E.  4.1)  unterstehen 
Gruppenzugehörige  auch  dann  der  aufsichtsrechtlichen  Bewilligungs-
pflicht,  wenn  sie  nicht  erwerbstätig  sind  oder  wenn  sie  im  Einzelfall 
weniger als 20 Kunden haben. Dies muss – analog zum Bankenrecht – 
auch im Zusammenhang mit Art. 10 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 Bst. d BEHG 
gelten. Da die Beschwerdeführerin 1 somit ohnehin der börsengesetz-
lichen  Bewilligungspflicht  untersteht,  erübrigen  sich  Weiterungen  zur 
Thematik der Gewerbsmässigkeit bzw. zur Zahl der Kunden. 

5.3.3 Schliesslich  bezahlte  die  T._______  den  beiden  Emittentinnen 
den  in  den  Subscription  Agreements  vereinbarten  Preis  für  die  ge-
zeichneten Aktien (B02 33, 34, 39, 144, 145, 178, 188, 189, 258, 283, 
284,  294). Der Rest  des Verkaufserlöses wurde wie folgt verteilt: Die 
T._______ erhielt einen Anteil von 5 % und die Beschwerdeführerin 1 

Seite 20

erhielt  von der T._______ ihre Kommission (in  der Regel  32,5 % be-
treffend A1_______-Aktien und 45 % betreffend T1_______-Aktien [I03 
177-199]). 

5.4

5.4.1 In  gleicher  Weise zeichnete  die  W1_______ vom Juli  2007 bis 
April  2008  mittels  Subscription  Agreements  bei  der  A2_______ 
Corporation über 12 Mio. Aktien zu Preisen von USD 0,00001 und USD 
0,25 pro Aktie und bei der F1________ über 12 Mio. Aktien zu Preisen 
von  USD  0,0001  und  0,20  pro  Aktie  (I03  17-77,  78-167)  Bei  der 
A2_______  Corporation  handelt  es  sich  um  eine  US-amerikanische 
Minen- und Explorationsgesellschaft, die Uran zu fördern gedachte und 
bei der F1_______ Corporation um eine US-amerikanische Minen- und 
Explorationsgesellschaft,  die  Gold  zu  fördern  gedachte.  Damit  über-
nahm auch die W1_______ fest neu emittierte Aktien, die von Dritten 
herausgegeben wurden. 

5.4.2 Gestützt auf den am 14. Juni 2007 abgeschlossenen Agenturver-
trag  (A02  208-216)  vermittelte  die  Beschwerdeführerin  1  4'559'000 
A2_______-Aktien  zu  einem Preis  von  USD  0,25–0,50  je  Aktie  und 
9'283'750  F1_______-Aktien  zu  einem Preis  von USD 0,127–0,40  je 
Aktie an verschiedenste Anleger (I04 282, 283). 

Gemäss  dem  am  2.  August  2007  abgeschlossenen  Treuhandvertrag 
wirkte die V._______ gegen ein Entgelt von 2 % des Verkaufserlöses als 
Zahl-  und  Depotstelle  (A01  182-189).  Die  W1_______  bezahlte  den 
beiden Emittentinnen den in den Subscription Agreements vereinbarten 
Preis für die gezeichneten Aktien. Den Restbetrag verteilte  sie gemäss 
den  jeweiligen  Abreden:  an  die  Beschwerdeführerin  1,  an  die 
L3_______ (deren  wirtschaftlich  Berechtigter  C._______  war  und  für 
welche D._______ und I._______ über Bankunterschrift verfügten [I04 
277-281]),  an  die  D2_______  Inc.  (bezüglich  welcher  S3_______ 
wirtschaftlich Berechtigte war und für welche D._______ und I._______ 
Bankunterschrift hatten [I02 76-80]), sowie an die M3_______Ltd. (I03 
78-164,  I04  248-276);  ferner  an  die  D2_______Inc.,  I3_______Ltd. 
sowie an die S4_______ Ltd. (I03 17-74, I04 215-247).

5.5  In  ähnlicher  Weise  wie  die  Beschwerdeführerin  1  war  auch  die 
Beschwerdeführerin  2  als  Vermittlerin  neu  emittierter  Aktien  zweier 
schweizerischer Start-up-Unternehmen tätig.

Seite 21

5.5.1 Die Z1_______, mit Sitz zunächst in ... und später in ..., wurde im 
November 2004 gegründet und wies ursprünglich ein Aktienkapital von 
CHF 100'000.–, eingeteilt in 1 Mio. Aktien zum Nennwert von CHF 0,10, 
auf. Laut Auszug des Handelsregisters des Kantons Uri bezweckte die 
Z1_______ die  Entwicklung,  Fertigung sowie den Vertrieb  von Lärm-
reduktionsgeräten  basierend  auf  dem  Prinzip  der  Lärm-
wellen-Neutralisierung (F01 447). In der Folge fanden mehrere Kapital-
erhöhungen statt. 

Am 29. Juni 2006 bzw. im März 2007 zeichnete die R._______ 400'000 
Namenaktien  bzw. 600'000  Namenaktien mit  einem Nennwert  von je 
CHF 0,10 zum Ausgabebetrag von CHF 2.– pro Namenaktie (F01 156, 
F01 208). Am 24. August 2007 zeichnete die R._______ schliesslich 7,3 
Mio. Namenaktien mit  einem Nennwert  von CHF 0,01 zum Ausgabe-
betrag von CHF 0,10 (F01 260). Insgesamt hatte die R._______ damit 
8,3 Mio. Z1_______-Aktien gezeichnet. 

Mit  Verfügung  vom  11.  Dezember  2008  eröffnete  das  Landgerichts-
präsidium Uri über die Z1________ mit Wirkung ab dem 11. Dezember 
2008, 09.02 Uhr, den Konkurs (F01 446). 

Zum Zweck des Weiterverkaufs an Dritte  übertrug die  R._______ im 
Juli und September 2008 insgesamt 500'000 zu CHF 0,10 gezeichnete 
Aktien auf die W1_______ zu einem Preis von CHF 0,90 pro Aktie (I04 
142-148).  Die  W1_______  übernahm  sodann  1'525'000  Z1_______-
Aktien von A._______ zu einem Preis von CHF 2.40 pro Aktie (I04 141, 
158-161, 162-164, 165-169) und 700'000 Aktien von der Z1_______ zu 
einem  Preis  von  CHF  2.40  pro  Aktie  (I04  149-154,  155,  165).  Die 
W1_______  übernahm  demnach  insgesamt  2'725'000  Aktien  der 
Z1_______  entweder  u.a.  von  der  Emittentin  selber  oder  von  der 
R._______,  welche  die  Gelegenheit  wahrnahm,  Aktien  eines  Unter-
nehmens, dessen Konkurs kurz bevorstand, einer Gruppe von Gesell-
schaften zu verkaufen,  die bereits  über  eine gut  funktionierende Ver-
kaufs-  und  Vertriebsorganisation  verfügte.  Damit  übernahm  die 
W1_______  neu  emittierte  Aktien,  die  von  Dritten  herausgegeben 
wurden, fest.

Gestützt auf das am 18. April 2008 zwischen der W1_______ und der 
Beschwerdeführerin  2  abgeschlossene Agency Agreement  vermittelte 
die  Beschwerdeführerin  2  1'541'544  Z1_______-Aktien  an  ver-
schiedenste Anleger zu einem Gesamtbetrag von CHF 5'738'291.– (I04 

Seite 22

138).  Die  Abwicklung  der  Aktienkaufverträge  erfolgte  über  die 
V._______ (E01 1-28, 95-163, 269, I05 244, 250, 256, 262, 268, 280, 
286, 292, 298), welche dafür 2 % des jeweiligen Umsatztotals bezog. 98 
% gingen  an  die  W1________. Die  W1________  verteilte  den  Erlös 
gemäss  den  jeweiligen  Abreden  an  die  Verkäufer  der  Aktien 
(A._______,  R._______  und  Z1_______)  sowie  an  die  Beschwerde-
führerin 2 in dem Umfang, als die Beschwerdeführerin 2 als Vermittlerin 
aufgetreten war (I04 4-117). Auch hier bediente sich die Beschwerde-
führerin  2  der  unter  Erwägung  5.2  hiervor  erwähnten  Vermittlungs-
methoden,  und  auch  hier  sind  somit  die  Tatbestandsmerkmale  einer 
(arbeitsteiligen) Emissionshaustätigkeit als erfüllt zu betrachten (vgl. E. 
5.1 hiervor). 

5.5.2  

5.5.2.1 Die Z2_______ mit Sitz in ... wurde bei der Gründung mit einem 
Aktienkapital  von  CHF  200'000.– ausgestattet,  eingeteilt  in  20  Mio. 
Namenaktien zu einem Nennwert von CHF 0,01 pro Aktie. Die Gesell -
schaft besteht seit dem 24. April 2008 und bezweckt die Erforschung, 
Entwicklung,  Produktion  und  den  Vertrieb  von  Arzneimitteln  und 
Medizinprodukten sowie die Erbringung von Dienstleistungen  auf dem 
Gebiet  der  Biologie  und  Biotechnologie  (A03  23).  Anlässlich  der 
Gründung der Z2_______ am 16. April 2008 zeichnete die R._______ 
3,4 Mio. Namenaktien zum Ausgabepreis von CHF 0,01 pro Aktie (I01 
30-35). Mit  Kaufvertrag vom 6./9. Oktober  2008 verpflichtete sich die 
R._______,  der  W1_______  1,85  Mio.  Stück  Namenaktien  der 
Z2_______ zum Preis von CHF 2.25 je Aktie zu verkaufen (I05 308-
312). Mit einem weiteren Kaufvertrag vom 6. Oktober 2008 verpflichtete 
sich  die  R._______,  der  W1_______  im  Minimum  250'000  und  im 
Maximum 400'000 Namenaktien der  Z2_______ zum Preis  von CHF 
2.00/Aktie zu liefern (I05 304-307). Gemäss einem internen Dokument 
der  R._______  soll  diese  der  W1_______  rund  2  Mio.  Z2_______-
Aktien im Gesamtwert von rund CHF 4 Mio. im Voraus geliefert haben 
(I01 211, I05 303). Die W1_______ erstattete der R._______ 647'579 
Z2_______-Aktien zurück und bezahlte der R._______ den Kaufpreis 
für  zumindest  1'333'011  Aktien  (I05  303,  I01  211).  Nachdem  die 
R._______ die gezeichneten Aktien nur sehr kurzfristig hielt, bevor sie 
diese an die W1_______ weiterverkaufte, ist auch hier von einer festen 
Übernahme neu emittierter Aktien Dritter auszugehen.

Seite 23

Insgesamt  vermittelte  die  Beschwerdeführerin  2  gestützt  auf  das  am 
18. April  2008  zwischen  ihr  und  der  W1_______  abgeschlossene 
Agency  Agreement  41  Käufer  an  die  W1_______,  welche  667'070 
Z2_______-Aktien zum Preis von CHF 3.50 bis 3.75 je Aktie kauften 
(I05 233). Dabei bediente sich die Beschwerdeführerin 2 der unter Er-
wägung 5.2 erwähnten Vermittlungsmethoden, womit die Tatbestands-
merkmale  einer  (arbeitsteiligen)  Emissionshaustätigkeit  als  erfüllt  zu 
betrachten sind (vgl. E. 5.1 hiervor). Mittels Verteiler-Formularen wurde 
unter den involvierten Parteien wiederum ein Schlüssel bezüglich der 
Verteilung des Verkaufserlöses vereinbart (I05 135-232).

5.5.2.2 Am  27.  November  2008  schlossen  sodann  die  Beschwerde-
führerin 2 und die Y1_______ eine Vereinbarung über die Vermittlung 
von Aktien (I05 103-109). Gestützt darauf vermittelte die Beschwerde-
führerin 2 36'000 Z2_______-Aktien zu einem Preis von CHF 3.75 je 
Aktie im Gesamtbetrag von CHF 135'000.– (I05 98-95). Die Aktienver-
kaufsverträge  kamen  zwischen  der  Y1_______  und  den  jeweiligen 
Käufern zustande. Gemäss Verteiler-Formularen bezog die V._______ 2 
%  Kommission.  Der  Restbetrag  wurde  von  der  V._______  an  die 
Y1_______ überwiesen,  welche das Geld gemäss der jeweiligen Ab-
rede verteilte (Y1_______, R._______, C._______, Beschwerdeführerin 
2). Dabei bediente sich die Beschwerdeführerin 2 der unter E. 5.2 er-
wähnten  Vermittlungsmethoden,  weshalb  auch  hier  die  Tatbestands-
merkmale  einer  (arbeitsteiligen)  Emissionshaustätigkeit  als  erfüllt  zu 
betrachten sind (vgl. E. 5.1 hiervor).

Am  12./21.  Januar  2009  verpflichtete  sich  die  R._______,  der 
Y1_______ 1,5 Mio. Namenaktien der Z2_______ für CHF 2.10 je Aktie 
zu  verkaufen  (I05  98-102).  Gemäss  einem  internen  Dokument  der 
R._______ hat  diese der Y1_______ 600'000 Z2_______-Aktien zum 
Preis von CHF 2.10 je Aktie  geliefert,  die Y1_______ hat  jedoch der 
R._______ zumindest  106'134 Aktien bezahlt  (I05 97,  I01  212,  217). 
Auch insofern übernahm die Y1_______ fest von Dritten ausgegebene 
Effekten und die Beschwerdeführerin 2 übernahm deren Vermittlung.

5.6 Die  Beschwerdeführenden  wenden  ein,  die  zuletzt  als  Ver-
waltungsräte  amtierenden  Personen  seien  zum  Zeitpunkt  des  be-
anstandeten  Handelns  "nicht  verantwortlich  gewesen".  Sie  scheinen 
sich damit auf den Standpunkt zu stellen, dass sie für die vorgenannte 
arbeitsteilige Emissionshaustätigkeit  nicht verantwortlich sind. Dem ist 
Folgendes entgegen  zu halten. Zutreffend  ist,  dass  W2_______ vom 

Seite 24

September  2006  bis  Mai  2008  Mitglied  des  Verwaltungsrates  mit 
Einzelunterschrift der Beschwerdeführerin 1 war. C._______ war indes 
bereits  von November/Dezember  2006  bis  Mai  2008  Geschäftsführer 
mit Einzelunterschrift und ab Mai 2008 Präsident des Verwaltungsrates 
mit Einzelunterschrift der Beschwerdeführerin 1. Er unterzeichnete denn 
auch alle Agenturverträge, die mit der T._______ und der W1_______ 
abgeschlossen wurden, so dass die Aussage, dass "die heute für die 
Beschwerdeführerin  1  verantwortlichen  Personen  im  Mai  2007  noch 
nicht für diese Gesellschaft verantwortlich gewesen seien", erheblich zu 
relativieren ist. Dass die "heute verantwortlichen Personen" für die Be-
schwerdeführerin  2,  C._______,  L._______  und  M._______,  im  Mai 
2007  noch  nicht  für  die  Beschwerdeführerin  2  verantwortlich  waren, 
mag  zutreffen,  ist  jedoch  nicht  von  Relevanz,  da  die  für  die  Be-
schwerdeführerin 2 massgebenden Agenturverträge im April 2008 und 
November  2008  unterzeichnet  wurden,  zu  welchem  Zeitpunkt 
C._______, L._______ und M._______ als Präsident bzw. als Mitglieder 
des  Verwaltungsrates  im  Handelsregister  des  Kantons  Zürich  ein-
getragen waren.

5.7  Dass  die  Tätigkeit  der  Beschwerdeführenden  im  Finanzbereich 
gegenüber allfälligen anderen Aktivitäten industrieller und gewerblicher 
Natur deutlich überwiegt, wird von den Beschwerdeführenden nicht be-
stritten. Nichts anderes ergibt sich aus den Akten. Demnach ist  auch 
das Kriterium der Hauptsächlichkeit gemäss E. 5.1.3 hiervor erfüllt.

Angesichts  des  oben  Ausgeführten  ist  somit  erstellt,  dass  die  Be-
schwerdeführenden ohne Bewilligung als  Gruppe  und als  Emissions-
haus i.S.v. Art. 2 lit. d BEHG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 BEHV tätig waren. Sie 
vermittelten  aufgrund  von  Agenturverträgen,  welche  sie  mit  den  als 
Verkäufern auftretenden Gruppengesellschaften abgeschlossen hatten, 
mehrere  Millionen  Aktien  auf  dem  Primärmarkt  schweizerischer  und 
amerikanischer Start-up-Unternehmen. Dass die Vorinstanz ihnen dies 
zum Vorwurf machte, ist deshalb nicht zu beanstanden. Soweit sich ihre 
Beschwerde hiergegen richtet, ist sie als unbegründet abzuweisen. 

6.
Zu prüfen bleiben die Rügen betreffend die angeordneten Massnahmen. 
Die  Beschwerdeführenden  machen  geltend,  sie  seien  weder  über-
schuldet noch illiquid, bzw. lediglich wegen der hohen Kosten des vor-
liegenden  Unterstellungsverfahrens  illiquid,  weshalb  die  Vorinstanz 
keine Konkurseröffnung hätte verfügen dürfen. 

Seite 25

6.1 Die  Vorinstanz als  Aufsichtsbehörde über  das Banken-,  Börsen- 
und  Effektenhandelswesen  trifft  die  zum  Vollzug  der  Börsen-
gesetzgebung  bzw. von  deren  Ausführungsvorschriften  notwendigen 
Verfügungen und überwacht die Einhaltung der gesetzlichen und reg-
lementarischen  Vorschriften  (Art.  23bis Abs. 1  BankG [AS  1971  815] 
sowie Art. 35 Abs. 1 BEHG [AS 1997 78]).  Erhält sie von Verstössen 
gegen die  Gesetze oder  von sonstigen Missständen Kenntnis,  sorgt 
sie  für  deren  Beseitigung  und  die  Wiederherstellung  des  ordnungs-
gemässen  Zustands  (Art.  23 ter.  Abs. 1  BankG [AS 1997  82],  Art.  35 
Abs. 3 BEHG [AS 1997 78]). Da die Aufsichtsbehörde allgemein über 
die Einhaltung der "gesetzlichen Vorschriften" zu wachen hat, ist ihre 
Aufsicht nicht auf die ihr bereits unterstellten Betriebe (insbesondere 
Börsen  und  Effektenhändler)  beschränkt.  Zu  ihrem Aufgabenbereich 
gehört  ebenso  die  Abklärung  der  in  Frage  stehenden  börsenrecht-
lichen Bewilligungspflicht  einer  Gesellschaft  oder  Person (Art. 3  und 
10  BEHG). Praxisgemäss  kann  sie  daher  die  in  den  Gesetzen  vor-
gesehenen Mittel auch gegenüber Instituten bzw. Personen einsetzen, 
deren Unterstellungs- oder Bewilligungspflicht umstritten ist (vgl. BGE 
132 II  382 E. 4.1). Liegen hinreichend konkrete  Anhaltspunkte  dafür 
vor,  dass  eine  bewilligungspflichtige  Geschäftstätigkeit  ausgeübt 
werden könnte, ist die Vorinstanz von Gesetzes wegen verpflichtet, die 
zur Abklärung erforderlichen Informationen einzuholen und die nötigen 
Anordnungen  zu  treffen.  Erweist  sich,  dass  die  in  Frage  stehende 
natürliche oder juristische Person unbewilligt als Börse oder Effekten-
händler  unterstellungspflichtige  Aktivitäten  ausgeübt  hat  und  ihre 
Tätigkeit nicht bewilligungsfähig ist, so können diese Anordnungen bis 
zum Verbot der betreffenden Tätigkeit bzw. zur Liquidation und – bei 
Überschuldung – zur Konkurseröffnung reichen (vgl. BGE 132 II  382 
E. 4.2).

6.2 Bei grober  Verletzung aufsichtsrechtlicher  Bestimmungen entzieht 
die Vorinstanz in ihrer Funktion als Aufsichtsbehörde über den Finanz-
markt  einem Effektenhändler  die  Bewilligung. Der  Bewilligungsentzug 
bewirkt bei juristischen Personen die Auflösung (Art. 36 Abs. 1 und 2 
Satz 1 BEHG [AS 1997 79]). Diese Folge gilt – wie hier – analog, wenn 
jemand  eine  bewilligungspflichtige  Tätigkeit  ausübt,  ohne  über  eine 
Bewilligung  zu  verfügen.  Demzufolge  wird  ein  unbewilligt  tätiges 
Emissionshaus  aufgelöst  bzw.  liquidiert,  wobei  die  Vorinstanz  den 
Liquidator bezeichnet und überwacht (Art. 36 Abs. 2 Satz 2 BEHG [AS 
1997 79]). Erweist sich die Gesellschaft als überschuldet oder dauernd 
zahlungsunfähig, ist analog den Art. 33 ff. BankG (AS 2004 2771) der 

Seite 26

Bankenkonkurs durchzuführen; das allgemeine Schuldbetreibungs- und 
Konkursrecht kommt bloss in entsprechend modifiziertem Umfang zur 
Anwendung (vgl. BGE 131 II 306 E. 4.3.1). Die Bestimmungen über die 
Bankeninsolvenz gelten dabei gemäss Art. 36a BEHG (AS 2004 2775) 
bzw. sinngemäss auch für die unbewilligt tätigen Effektenhändler (Ver-
weis auf die Art. 25-39 BankG [AS 2004 2768]).  Im Wesentlichen geht 
es dabei darum, die Aktiven festzustellen, zusammenzuführen, zu ver-
werten sowie die Schulden zu liquidieren.

Wie bei jeder von einer staatlichen Behörde erlassenen Massnahme hat 
sich auch die Vorinstanz bei der Wahl der geeigneten Mittel zur Durch-
setzung  ihrer  Aufsichtsaufgabe am Verhältnismässigkeitsgrundsatz  zu 
orientieren. Ein Unternehmen, das unbewilligt einer aufsichts- und be-
willigungspflichtigen Tätigkeit am Finanzmarkt nachgeht, ist in analoger 
Anwendung  der  Art. 33 ff.  BankG  zu  liquidieren,  soweit  dies  ver-
hältnismässig erscheint (vgl. BGE 132 II  382 E. 7.2). Die Sanierungs-
fähigkeit der betroffenen Unternehmung muss dabei in der Regel nicht 
mehr gesondert geprüft werden, wenn eine Fortführung der Geschäfts-
tätigkeit  als  bewilligter  Betrieb  bzw.  eine  nachträgliche  Bewilligungs-
erteilung ausgeschlossen ist (vgl. BGE 131 II 306 E. 4.1.3; siehe auch 
BBl 2002 8085).

Seite 27

6.3

6.3.1 In Bezug auf die Beschwerdeführerin 1 führte die Vorinstanz aus, 
der  vorliegende  Jahresabschluss  2008  weise  zwar  Aktiven  von  rund 
CHF 1,53 Mio. und Passiven von rund CHF 1,26 Mio. aus. Per Anfang 
März 2009 habe die Beschwerdeführerin 1 jedoch nur noch über liquide 
Mittel  von  rund  CHF  230.– und  USD  110.– verfügt;  die  im  Jahres-
abschluss 2008 verbuchten flüssigen Mittel seien somit bereits anfangs 
März  2009  aufgebraucht  gewesen.  Infolge  dieser  äusserst  an-
gespannten  Liquiditätssituation  habe  die  Vorinstanz  davon  ausgehen 
müssen,  dass  die  Beschwerdeführerin  1  ihren  laufenden  Ver-
pflichtungen nicht mehr nachkommen könne. Aus diesen Gründen habe 
sie in Anwendung von Art. 33 Abs. 1 BankG i.V.m. Art. 36a BEHG den 
Konkurs eröffnet. Soweit die Beschwerdeführerin 1 geltend mache, ihre 
flüssigen  Mittel  seien  anfangs  März  2009  bloss  wegen  der  unver-
hältnismässig hohen Untersuchungskosten aufgebraucht gewesen, sei 
dem entgegen zu halten, dass die Kosten des Untersuchungsverfahrens 
bislang  von  der  V._______  im  Rahmen  der  solidarischen  Kostenauf-
erlegung bezahlt worden seien. Zur Beurteilung und des Nachweises, 
dass die Beschwerdeführerin 1 nicht nur illiquid, sondern überschuldet 
gewesen  sei,  könnten  sodann  die  von  der  Konkursliquidatorin  im 
Rahmen des Konkursverfahrens erstellten Inventare und die aufgrund 
des  Schuldenrufs  erstellten  provisorischen  Kollokationspläne  bei-
gezogen werden. Aus dem provisorischen Kollokationsplan ergebe sich, 
dass sich die Beschwerdeführerin 1 Verpflichtungen in der  Höhe von 
rund CHF 638'355.– entgegenhalten lassen müsse, wobei hier lediglich 
Forderungen der 1. und 2. Klasse berücksichtigt seien. Zusätzlich seien 
Forderungen der 3. Klasse (öffentlich-rechtliche Forderungen sowie eine 
Regress-Forderung der V._______ von CHF 34'813.– infolge Bezahlung 
der  Untersuchungsbeauftragten)  in  der  Höhe  von  mindestens  CHF 
263'509.95 angemeldet  worden. Dem stünden gemäss dem erstellten 
Inventar  Aktiven von rund  CHF 445'041.– und  USD 52.– gegenüber, 
wobei  die  Werthaltigkeit  und  Einbringlichkeit  dieser  Aktiven,  ins-
besondere die offenen Darlehensforderungen, fraglich sei. 

6.3.2 Die  Beschwerdeführerin  1  macht  demgegenüber  geltend,  bei 
Aktiven von rund CHF 1,53 Mio. und Passiven von rund 1,26 Mio. sei 
sie nicht illiquid. Selbst wenn die im Jahresabschluss 2008 verbuchten 
flüssigen  Mittel  bereits  anfangs  März  2009  aufgebraucht  gewesen 
seien,  so  bedeute  dies  nicht,  dass  sie  illiquid  oder  gar  überschuldet 
gewesen  wäre. Die  Beschwerdeführerin  1  sei  gemäss Feststellungen 

Seite 28

der Vorinstanz im Jahr 2009 nicht mehr operativ tätig gewesen, weshalb 
auch keine Verbindlichkeiten mehr angefallen seien. Ferner sei die Be-
hauptung  der  Vorinstanz,  die  Beschwerdeführerin  1  habe  es  unter-
lassen,  die Buchhaltung ordentlich  zu führen,  unbehelflich. Zum Zeit-
punkt des Erlasses der superprovisorischen Verfügung anfangs Februar 
2009 habe noch kein ordentlicher  Abschluss 2008 vorliegen müssen. 
Die  Untersuchungsbeauftragte  habe  von  der  Beschwerdeführerin  1 
jedoch  nicht  bloss  Informationen  zur  vollständigen  Klärung  der 
finanziellen  Verhältnisse  gefordert,  sondern  den  fertig  erstellten 
Jahresabschluss  2008.  Sämtliche  liquiden  Mittel  der  Beschwerde-
führerin 1 seien zu diesem Zeitpunkt eingefroren gewesen bzw. seien 
für  die  unverhältnismässig  hohen  Kosten  der  Untersuchungsbeauf-
tragten aufgebraucht worden. Die Ausführungen der Vorinstanz zu den 
Aktiven und Passiven der Beschwerdeführerin 1 seien überdies ohne 
Konsultation  und  Kenntnis  der  Bilanz  erfolgt.  Die  Bilanz  der  Be-
schwerdeführerin 1 sei offensichtlich nicht bereinigt. So sei das Haupt-
aktivum ein so genanntes Lohndurchlaufskonto, über das offenbar die 
Löhne  der  Angestellten  der  Beschwerdeführerin  2  verbucht  worden 
seien.  Ein  weiteres,  gewichtiges  Aktivum  stelle  das  Konto  "unklare 
Beträge"  dar. Hier  seien Beträge verbucht  worden,  die zwischen den 
beiden  Beschwerdeführerinnen  nicht  verbuchbar  gewesen  seien. 
Demgegenüber  habe  die  Beschwerdeführerin  1  gegenüber  der  Be-
schwerdeführerin  2  erhebliche  Schulden  (Kto  1161).  Die  Passivseite 
werde durch Rückstellungen für Prozesskosten in der Höhe von CHF 
200'000.– und für Boni in der Höhe von CHF 137'865.– dominiert. Diese 
Konti wären Ende Juni 2009 bereinigt worden, weshalb nicht von einer 
Überschuldung habe ausgegangen werden dürfen. Was den Einbezug 
des  noch  nicht  rechtskräftigen  Kollokationsplanes  der  Vorinstanz  an-
belange,  sei  darauf  hinzuweisen,  dass  einige  der  darin  aufgeführten 
Forderungen, insbesondere der 1. und 2. Klasse noch nicht rechtskräftig 
festgesetzt worden seien. Hinzu komme, dass viele Forderungen nicht 
anerkannt  seien  und  selbst  nach  Auffassung  der  Liquidatorin  nicht 
ausgewiesen  seien.  Die  von  der  Vorinstanz  mittels  des  Kollokations-
planes  herangezogenen  Zahlen  betreffend  Aktiva  und  Passiva  seien 
damit nicht einschlägig.

6.3.3  Bezüglich  der  Frage,  ob  die  Beschwerdeführerin  1  nur  zu 
liquidieren oder ob wegen Überschuldung ein Konkursverfahren durch-
zuführen war,  ist  entgegen der  Auffassung der  Beschwerdeführerin  1 
nicht auf die finanziellen Verhältnisse per Ende 2008 abzustellen. Wenn 
die  Vorinstanz  eine  unterstellungspflichtige  und  unbewilligte  Tätigkeit 

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feststellt  und  die  aufsichtsrechtliche  Liquidation  verfügt,  so  kann  sie 
auch  nachträglich  noch  ein  Konkursverfahren  eröffnen,  wenn  und 
sobald sich genügend Anhaltspunkte für eine Überschuldung ergeben 
(vgl. BGE 131 II 306 E. 4.3.1 ff.). Selbst wenn die Beschwerdeführerin 1 
daher  im  Zeitpunkt  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  überschuldet 
gewesen  wäre,  könnte  das  Konkurserkenntnis  durch  das  Bundesver-
waltungsgericht nicht aufgehoben werden, solange aus aufsichtsrecht-
licher Sicht eine Liquidation begründet ist und die Beschwerdeführerin 1 
im Urteilszeitpunkt als überschuldet erscheint. 

Sinn  und  Zweck  der  Durchführung  eines  Konkursverfahrens  ist  die 
gleichmässige  Befriedigung  der  Forderungen  aller  betroffenen 
Gläubiger, sofern Zweifel bestehen, dass alle berechtigten Forderungen 
vollständig  befriedigt  werden  können.  An  den  Nachweis  der  Über-
schuldung sind daher keine strengen Anforderungen zu stellen, sondern 
die Aktiven und Forderungen der potentiellen Gemeinschuldnerin sind 
vorsichtig  zu  bewerten  (vgl.  BGE  131  II  306  E.  4.3.1;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B-4171/2008 vom 31. Juli 2009 E. 8.1).

Passiven sind nicht bereits deswegen nicht zu berücksichtigen, weil die 
entsprechenden Forderungen von der Beschwerdeführerin 1 bestritten 
werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-4409/2008  vom 
27. Januar  2010  E.  8.4).  Dass  die  Untersuchungsbeauftragte  bzw. 
Konkursliquidatorin  der  Auffassung sei,  viele Forderungen seien nicht 
ausgewiesen,  wie  die  Beschwerdeführenden  behaupten,  ist  nicht  be-
legt.

Aus dem provisorischen Kollokationsplan ergibt sich, dass sich die Be-
schwerdeführerin 1 Passiven von CHF 638'355.– (Forderungen erster 
und  zweiter  Klasse)  sowie  zusätzlich  mindestens  CHF  263'509.95 
(Drittklassforderungen;  jedoch  nur  öffentlich-rechtliche  Forderungen 
sowie die Regressforderung der V._______ von CHF 34'813.– infolge 
Bezahlung der Kosten der Untersuchungsbeauftragten) entgegenhalten 
lassen  muss.  Auch  ohne  Berücksichtigung  von  Drittklassforderungen 
von  zweifelhaftem  Bestand  ergeben  sich  aus  dem  provisorischen 
Kollokationsplan und dem Inventar per Mitte August 2009 Aktiven von 
rund Fr. 445'041.– und USD 52.– und Passiven von rund Fr. 901'186.95. 

Wenn die  Vorinstanz  unter  diesen  Umständen  zum Schluss  kam,  es 
bestehe begründete  Besorgnis,  dass  die  Beschwerdeführerin  1  über-
schuldet sei, so hat sie den Rahmen des ihr zustehenden technischen 

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Beurteilungs-  und  Ermessensspielraums  nicht  überschritten.  Die  ver-
fügte Konkurseröffnung verletzt daher Bundesrecht nicht.

Der  Einwand der  Beschwerdeführerin  1,  eine  allfällige  heutige  Über-
schuldung sei primär auf die durch die Vorinstanz verfügte Einstellung 
ihrer  Geschäftstätigkeit  zurückzuführen,  mag  zutreffen,  ist  aber  als 
Argument  nicht  stichhaltig:  Die  Geschäftstätigkeit  der  Beschwerde-
führerin 1 war, wie dargelegt, illegal und die Vorinstanz hatte daher hin-
reichend  Anlass,  sie  vorsorglich  einstellen  zu  lassen  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B-4409/2008 vom 27. Januar 2010 E. 8.5). 

6.4

6.4.1 In Bezug auf die Beschwerdeführerin 2 kam die Vorinstanz zum 
Schluss, dass diese gemäss dem vorliegenden Jahresabschluss 2008 
bei einem Fremdkapital von rund CHF 820'000.– gegenüber Aktiven von 
rund CHF 440'000.– überschuldet gewesen sei. Die Beschwerdeführerin 
2 habe per 28. Februar/4. März 2008 noch über flüssige Mittel von rund 
CHF 16'100.– verfügt und habe damit ihren Verpflichtungen nicht mehr 
nachkommen können, weshalb sie auch illiquid gewesen sei. Was die 
CHF 200'000.– anbelange, welche der Beschwerdeführerin 2 angeblich 
noch von der  V._______ zustünden,  sei  davon auszugehen,  dass  ihr 
aufgrund  der  Verträge,  welche  sie  mit  der  W1_______  und  der 
Y1_______ abgeschlossen habe, davon ohnehin lediglich ein Anteil von 
30–35 % zustünde. Selbst wenn die Vorinstanz bei der Beurteilung der 
finanziellen Lage der Beschwerdeführerin 2 einen Anteil (30–35 %) von 
CHF 200'000.– berücksichtigt  hätte,  wäre sie  zu keinem anderen Er-
gebnis  gekommen,  als  dass  über  die  Beschwerdeführerin  2  infolge 
Überschuldung der Konkurs zu eröffnen sei. Die angebliche Forderung 
der  Beschwerdeführerin  2  von  CHF  781'971.50  gegenüber  der  Be-
schwerdeführerin  1  sei  nicht  belegt;  zudem  wäre  sie  ohnehin  nicht 
werthaltig. Die Kommission in Höhe von CHF 25'000.–, welche der Be-
schwerdeführerin  2  gegenüber  der  V._______  zustehe,  sei  ebenso 
wenig belegt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 2 sei 
der  Jahresabschluss  2008,  auch  wenn  dieser  nicht  fertiggestellt  und 
bereinigt  gewesen  sei,  zur  Beurteilung  der  finanziellen  Verhältnisse 
massgebend,  da  der  Vorinstanz  nebst  den  Bankunterlagen  keine 
anderweitigen Unterlagen zur Verfügung gestanden hätten und die Be-
schwerdeführerin  2  es  unterlassen  habe,  die  erforderlichen 
Informationen  zur  Beurteilung  der  finanziellen  Verhältnisse  zur  Ver-
fügung zu stellen. Zur Beurteilung und des Nachweises, dass die Be-

Seite 31

schwerdeführerin 2 überschuldet gewesen sei, könnten sodann die von 
der  Konkursliquidatorin  im  Rahmen  des  Konkursverfahrens  erstellten 
Inventare und die aufgrund des Schuldenrufs erstellten provisorischen 
Kollokationspläne beigezogen werden. Die Beschwerdeführerin 2 habe 
gemäss  provisorischem  Kollokationsplan  nebst  pfandgesicherten 
Forderungen  im  Betrag  von  CHF  200'852.25  offene  Verpflichtungen 
(Forderungen erster und zweiter Klasse) in der Höhe von mindestens 
CHF 430'498.–. Insgesamt sei von offenen Verpflichtungen in der Höhe 
von mindestens CHF 666'163.25 auszugehen. Demgegenüber stünden 
gemäss dem erstellten Inventar Aktiven von nominal CHF 1'035'103.21, 
USD  30'000.– und  CHF  12'100.– aus  dem  Erlös  des  Verkaufs  des 
Büroinventars. Die  Werthaltigkeit  bzw. die  Einbringlichkeit  der  angeb-
lichen  Forderung  der  Beschwerdeführerin  2  gegenüber  der  Be-
schwerdeführerin  1 in  der  Höhe von CHF 781'971.50 sowie  die  Dar-
lehensforderung  gegenüber  der  F1_______  Corporation  von  USD 
30'000.– seien jedoch mehr als nur fraglich, so dass insgesamt lediglich 
von Aktiven von rund CHF 253'131.10 auszugehen sei. 

6.4.2 Die  Beschwerdeführerin  2  macht  demgegenüber  geltend,  die 
Ausführungen der Vorinstanz zum Jahresabschluss 2008 seien offen-
sichtlich  ohne  Kenntnis  der  Bilanz  erfolgt.  Die  Beschwerdeführerin  2 
habe  auf  ihrer  Aktivseite  ebenfalls  ein  Lohndurchlaufkonto  sowie  ein 
Konto "unklare Beträge". Dazu habe sie ein erhebliches Guthaben in der 
Höhe von CHF 781'971.50 gegenüber der Beschwerdeführerin 1. Wenn 
die  Vorinstanz demnach von einem Fremdkapital  von CHF 820'000.– 
ausgehe, so verkenne sie schlechterdings die Art und Weise der Ver-
buchung des Kontokorrents. Bei der fraglichen Bilanz handle es sich um 
eine rein technische Bilanz. Davon abgesehen seien Minusbeträge auf 
der Passivseite als Aktivum anzusehen. Bei Aktiven von CHF 440'000.– 
auf  der  Aktivseite  und  weiteren  Aktiven  von  CHF 820'000.– auf  der 
Passivseite sei eine Überschuldung in jedem Fall auszuschliessen. An-
gesichts  dessen  sei  sowohl  eine  Illiquidität  als  auch  eine  Fremd-
belastung ausgeschlossen. 

6.4.3 Bezüglich  der  Frage,  ob  die  Beschwerdeführerin  2  nur  zu 
liquidieren  oder  ob  wegen  Überschuldung  ein  Konkursverfahren 
durchzuführen  war,  gilt  das  unter  6.3.3  bezüglich  der 
Beschwerdeführerin  1  Gesagte.  Entgegen  der  Auffassung  der 
Beschwerdeführerin  2  ist  nicht  auf  die  finanziellen  Verhältnisse Ende 
2008  abzustellen,  so  dass  offen bleiben kann,  ob die  Vorinstanz  die 
Bilanz falsch interpretiert hat und damit zum damaligen Zeitpunkt keine 

Seite 32

Überschuldung vorlag. Wenn die Vorinstanz eine unterstellungspflichtige 
und  unbewilligte  Tätigkeit  feststellt  und  die  aufsichtsrechtliche 
Liquidation  verfügt,  so  kann  sie  auch  nachträglich  noch  ein 
Konkursverfahren  eröffnen,  wenn  und  sobald  sich  genügend 
Anhaltspunkte  für  eine  Überschuldung  ergeben.  Selbst  wenn  die 
Beschwerdeführerin 2 daher im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
nicht überschuldet gewesen wäre, könnte das Konkurserkenntnis durch 
das Bundesverwaltungsgericht nicht aufgehoben werden, solange aus 
aufsichtsrechtlicher  Sicht  eine  Liquidation  begründet  ist  und  die 
Beschwerdeführerin  2  im  Urteilszeitpunkt  als  überschuldet  erscheint. 
Passiven sind nicht bereits deswegen nicht zu berücksichtigen, weil die 
entsprechenden Forderungen von der Beschwerdeführerin 2 bestritten 
werden.  Dass  die  Untersuchungsbeauftragte  bzw. Konkursliquidatorin 
der Auffassung sei, viele Forderungen seien nicht ausgewiesen, ist nicht 
belegt.

Aus  dem  provisorischen  Kollokationsplan  ergibt  sich,  dass  sich  die 
Beschwerdeführerin 2 Passiven von CHF 200'852.25 (pfandgesicherte 
Forderungen)  und  CHF  430'498.40  (Forderungen  erster  und  zweiter 
Klasse)  entgegen  halten  muss.  Auch  ohne  Berücksichtigung  der 
Drittklassforderungen in der Höhe von Fr. 559'419.90 ergeben sich aus 
dem provisorischen Kollokationsplan und dem Inventar per September 
2009 Aktiven von rund CHF 1'050'000.– und Passiven von mindestens 
CHF  631'350.65.  Zu  bedenken  ist  jedoch,  dass  das  angebliche 
Guthaben  gegenüber  der  Beschwerdeführerin  1  in  der  Höhe  von 
781'971.50 bzw. dessen Werthaltigkeit  mehr als fraglich erscheint,  so 
dass  bei  der  vom  Gesetz  geforderten  vorsichtigen  Bewertung  von 
Aktiven  von  Aktiengesellschaften  (Art.  662a  Abs.  2  Ziff.  3  des 
Obligationenrechts  vom  30.  März  1911  [OR,  SR  220]; ARTHUR  MEIER-
HAYOZ/PETER FORSTMOSER, Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 10. Aufl., 
Zürich,  2007, S. 309 ff.)  von Aktiven von lediglich rund CHF 268'000.– 
auszugehen  ist,  denen  Passiven  von  mindestens  CHF  631'350.65 
gegenüber stehen.

Wenn die  Vorinstanz  unter  diesen  Umständen  zum Schluss  kam,  es 
bestehe  begründete  Besorgnis,  dass  die  Beschwerdeführerin  2 
überschuldet  sei,  so  hat  sie  den  Rahmen  des  ihr  zustehenden 
technischen  Beurteilungs-  und  Ermessensspielraums  nicht 
überschritten.  Die  verfügte  Konkurseröffnung  hält  daher  vor 
Bundesrecht stand.

Seite 33

7.
Die  Beschwerden  erweisen  sich  demnach  in  allen  Teilen  als 
unbegründet,  weshalb  sie  vollumfänglich  abzuweisen  sind,  soweit 
darauf eingetreten werden kann.

8.
Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdeführenden nach 
Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten zu tragen und es wird ihnen 
gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) keine Parteientschä-
digung  ausgerichtet.  Die  Verfahrenskosten  sind  angesichts  der 
Schwierigkeit  der  Streitsache,  der  in  Frage  stehenden  Vermögens-
interessen und der Konnexität mit dem Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts B-3776/2009 vom 7. Oktober 2010 auf Fr. 5'000.– festzusetzen. 
Sie werden mit den am 10. Juni 2009 geleisteten Kostenvorschüssen 
von je Fr. 2'500.– verrechnet. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 5'000.– werden  den  Beschwerde-
führenden im Umfang von je Fr. 2'500.– auferlegt. Sie werden mit den 
geleisteten Kostenvorschüssen von je Fr. 2'500.– verrechnet. 

3.
Parteientschädigung wird keine ausgerichtet.

Seite 34

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Frank Seethaler Karin Behnke

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14, Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 13. Oktober 2010

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