# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa48546e-043e-5d66-a357-c91fae1b5850
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 04.05.2010 ZK2 2010 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2010-8_2010-05-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 04. Mai 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 10 8

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert 
RichterInnen Bochsler und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X. und der Y .  A G  Beklagte, Berufungsklägerinnen und 
Anschlussberufungsbeklagte, beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian 
Lippuner, Poststrasse 12, 9000 St. Gallen,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 27. November 2009, mitgeteilt am 11. 
Januar 2010, in Sachen des Dr. med. Z., Kläger, Berufungsbeklagter und 
Anschlussberufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas 
Casanova, Arcas 22, Postfach 433, 7002 Chur, gegen die Beklagten, 
Berufungsklägerinnen und Anschlussberufungsbeklagten,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 38

I. Sachverhalt

A. Dr. med. Z. fuhr am 26. Januar 2007 mit seinem Fahrzeug in die 
geschlossene Autowaschanlage der Y. AG in B.. Die Waschanlage befindet sich 
auf dem Grundstück Nr. C., Grundbuch der Stadt B., zum einleitend genannten 
Zeitpunkt im alleinigen Eigentum von X.. Auf dem erwähnten Grundstück betreibt 
die Y. AG neben der geschlossenen Autowaschanlage zwei offene Waschboxen, 
eine Tankstelle und einen Tankstellenshop. Da es nach Beginn des 
Waschvorgangs zu einem Stillstand der Anlage kam, sah sich Z. veranlasst, die 
Waschanlage über die seitlich gelegene Türe zu verlassen und sich zum 
Tankstellenshop zu begeben, um Hilfe zu holen. Für den Gang zum auf einem 
tieferen Niveau gelegenen Shop benutzte Z. die in der Nähe der Waschanlage 
gelegene Rampe. Diese war zum fraglichen Zeitpunkt mit einer Eisschicht 
bedeckt, auf der der Genannte ausrutschte und stürzte. Beim Versuch, 
aufzustehen, stürzte er erneut und fiel seitlich von der Rampe auf die 
darunterliegende Strasse. Z. zog sich beim Unfall eine beidseitige Ruptur der 
Quadrizepssehnen zu, die operativ behoben werden musste und zu einem 
intensiven Rehabilitationsprozess führte.

Am 11. April 2007 kam es im Rahmen eines Arbeitsversuchs zu einer beidseitigen 
Re-Ruptur der Quadrizepssehnen, als Z. in seinem Büro im D. zusammenbrach. 
Er musste in der Folge erneut operiert werden und sich wiederum in Rehabilitation 
begeben, wobei der ursprüngliche Gesundheitszustand bis heute nicht 
wiederhergestellt werden konnte. Die Arbeitsfähigkeit von Z. blieb bis zu seiner 
Frühpensionierung per Ende Februar 2010 eingeschränkt.

B. Da zwischen den Parteien bezüglich der Folgen des Sturzes vom 26. 
Januar 2007 keine gütliche Einigung zustande kam, instanzierte Z. mit 
Vermittlungsbegehren vom 31. Juli 2008 beim Kreispräsidenten B. eine 
Forderungsklage gegen X. und die Y. AG. Nach erfolglos verlaufener 
Sühneverhandlung vom 10. September 2008 stellte der Vermittler am 4. 
November 2008 den folgenden Leitschein aus:

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„Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Die Beklagten seien solidarisch und/oder je einzeln zu verpflichten, 
dem Kläger eine Genugtuungszahlung von Fr. 40'000.00 zuzüglich 5 
% Zins ab 21. Januar 2007 unter Anrechnung der 
Integritätsentschädigung gemäss UVG zu bezahlen.

2. Die Klage erfolgt unter dem ausdrücklichen Vorbehalt des 
Nachklagerechtes für Schadenersatz.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten."

C. Z. prosequierte die Klage mit Prozesseingabe vom 25. November 2008 an 
das Bezirksgericht Plessur. Dabei hielt er unverändert an seinen Rechtsbegehren 
gemäss Leitschein fest. In ihrer Prozessantwort vom 9. Februar 2009 beantragten 
X. und die Y. AG die Abweisung der Klage, soweit darauf einzutreten sei, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers. Mit Schreiben vom 3. 
April 2009 verzichtete der Kläger auf eine Stellungnahme im Sinne von Art. 87 
Abs. 2 ZPO. Gleichzeitig reichte er verschiedene Urkunden ein. Am 6. November 
2009 erfolgte eine weitere Urkundeneinlage seitens des Klägers.

D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 27. 
November 2009 statt, wobei zunächst ein Augenschein auf dem Areal des von der 
Y. AG geführten Betriebs durchgeführt wurde. Da die Integritätsentschädigung der 
Unfallversicherung zwischenzeitlich auf Fr. 26'700.-- festgelegt worden war, 
machte der Kläger anlässlich der Hauptverhandlung noch eine Forderung von Fr. 
13'300.-- zuzüglich Zins geltend. Mit Urteil vom 27. November 2009, mitgeteilt am 
11. Januar 2010, erkannte das Gericht, wie folgt:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird.

2. X. und die Y. AG werden solidarisch haftend verpflichtet, Z. CHF 
8'300.00 (Genugtuung) zuzüglich 5 % Zins seit 26. Januar 2007 zu 
bezahlen.

3. Die Kosten des Kreisamtes B. von CHF 300.00 sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von CHF 8'414.00 (Gerichtsgebühren CHF 
6'000.00, Schreibgebühren CHF 952.00, Bargebühren CHF 662.00, 
Streitwertzuschlag CHF 800.00) gehen zu einem Fünftel (CHF 
1'682.80) zu Lasten von Z. und zu vier Fünfteln (CHF 6'731.20) zu 
Lasten der solidarisch haftenden X. und der Y. AG. Aufgrund des 
geleisteten Kostenvorschusses verbleibt ein Restbetrag von CHF 
431.20, welchen die Beklagten solidarisch haftend innert 30 Tagen auf 
das PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen 
haben.

Aussergerichtlich haben X. und die Y. AG Z. mit insgesamt CHF 
8'776.90 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu entschädigen.

4. (Mitteilung)“

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Das Bezirksgericht Plessur war zur Erkenntnis gelangt, dass dem Kläger ein 
Genugtuungsanspruch zusteht, wobei es die Genugtuung auf Fr. 35'000.-- 
festlegte und Z. in Anrechnung der Integritätsentschädigung der 
Unfallversicherung von Fr. 26'700.-- einen Betrag von Fr. 8'300.-- zuzüglich Zins 
zusprach. Bezüglich des vom Kläger angestrebten Nachklagevorbehalts für 
Schadenersatz trat das Gericht auf die Klage nicht ein. Die Verfahrenskosten und 
aussergerichtlichen Entschädigungen teilte das Gericht im Verhältnis von vier 
Fünfteln zulasten der solidarisch haftenden Beklagten zu einem Fünftel zulasten 
des Klägers auf.

E. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Plessur liessen X. und die Y. AG mit 
Eingabe vom 29. Januar 2010 die Berufung zu Handen des Kantonsgerichts von 
Graubünden erklären. Sie stellen folgende Berufungsanträge:

„1. Materielles

1.1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 27. November 2009 
(Proz. Nr. 110-2008-77) sei aufzuheben.

1.2. Die Klage sei abzuweisen.

1.3. Die Kosten des Kreisamtes B. von CHF 300.--, die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von CHF 8'414.-- sowie die von den 
Beklagten/Berufungsklägern vor erster Instanz geltend gemachten 
ausseramtlichen Kosten von CHF 14'616.70 seien vollumfänglich 
dem Kläger/Berufungsbeklagten aufzuerlegen.

1.4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu lasten des 
Klägers/Berufungsbeklagten.

2. Neue Beweismittel

Das Kantonsgericht habe gestützt auf Art. 226 Abs. 2 ZP i.V.m. Art. 
223 i.V.m. Art. 188 ff. ZP ein medizinisches Gutachten zur Frage 
einzuholen, welcher Anteil der dem Kläger entstandenen 
Auswirkungen auf den ersten Unfall vom 26. Januar 2007 und welcher 
auf den zweiten Unfall vom 11. April 2007 zurückzuführen ist."

Mit Schreiben vom 1. Februar 2010 teilten die Berufungsklägerinnen überdies mit, 
dass sie gestützt auf Art. 226 Abs. 1 ZPO am bereits im erstinstanzlichen 
Verfahren gestellten Beweisantrag um Einholung einer Expertise zur Frage der 
Kosten eines Umbaus der Waschanlage und der Installation einer 
Enteisungsanlage festhielten.

F. Am 8. Februar 2010 erklärte Z. Anschlussberufung. Seine Rechtsbegehren 
lauten, wie folgt:

„1. Klägerische Berufung

a) Die Berufung sei abzuweisen

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b) Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungskläger.

2. Anschlussberufung

a) Die Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Plessur vom 27. 
November 2009, mitgeteilt am 11. Januar 2010, betreffend Forderung 
sei aufzuheben.

b) Die Kosten des Kreisamtes B. von Fr. 300.-- sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 8'414.-- seien zu einem Achtel Z. und 
zu sieben Achteln den solidarisch haftenden X. und Y. AG 
aufzuerlegen.

c) Aussergerichtlich sei Z. mit insgesamt Fr. 10'971.15 (inkl. Barauslagen 
und MWST) von den solidarisch haftenden X. und Y. AG zu 
entschädigen.

d) Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Anschlussberufungsbeklagten."

Mit Schreiben vom 10. Februar 2010 liessen die Berufungsklägerinnen die 
kostenfällige Abweisung der Anschlussberufung beantragen.

G. Am 4. Mai 2010 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt. An der Verhandlung nahmen Rechtsanwalt 
lic. iur. Christian Lippuner, Rechtsvertreter der Berufungsklägerinnen, der 
Berufungsbeklagte Z. sowie sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Thomas 
Casanova, teil. Einleitend verlas der Vorsitzende die Anträge der Berufung und 
der Anschlussberufung. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des 
Gerichts wurden keine Einwände vorgebracht, so dass sich dieses als in der 
Sache legitimiert erklärte. Danach ging das Gericht zum Beweisverfahren über. 
Der Vorsitzende hatte den Parteien bereits in seiner Verfügung vom 15. Februar 
2010 bekannt gegeben, dass das Gericht über die Beweisanträge der 
Berufungsklägerinnen anlässlich der Hauptverhandlung entscheiden werde. Die 
Parteivertreter äusserten ihr Einverständnis damit, im Rahmen der Plädoyers zu 
den entsprechenden Anträgen Stellung zu nehmen. Zusätzlich stellte 
Rechtsanwalt Casanova anlässlich der Berufungsverhandlung den Beweisantrag, 
den Berufungsbeklagten Z. formell einzuvernehmen, worauf er Gelegenheit 
erhielt, diesen Antrag zu begründen. Rechtsanwalt Lippuner plädierte auf 
Abweisung des Antrags. Die Parteivertreter erklärten sich in der Folge damit 
einverstanden, dass das Gericht den Entscheid über diesen Antrag nach den 
ersten Parteivorträgen fällt. Da keine weiteren Beweisanträge vorlagen, konnte 
das Beweisverfahren unter den genannten Vorbehalten geschlossen werden. Im 
Anschluss nahmen die Rechtsvertreter der Parteien in ihren Plädoyers zur 
Berufung und zur Anschlussberufung Stellung. Rechtsanwalt Lippuner hielt an 
seinen Anträgen gemäss Berufungserklärung vom 29. Januar 2010 fest und 

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beantragte überdies die Abweisung der Anschlussberufung. Rechtsanwalt 
Casanova bestätigte seine Anträge gemäss Anschlussberufungserklärung vom 8. 
Februar 2010. Die beiden Parteivertreter gaben von ihren Vorträgen eine 
schriftliche Ausfertigung zu den Akten. Nach den ersten Parteivorträgen beriet das 
Gericht wie angekündigt über den Antrag des Berufungsbeklagten auf Zulassung 
zur Beweisaussage. Das Gericht trat auf den Antrag nicht ein, was der 
Vorsitzende gegenüber den Anwesenden kurz begründete. Danach erhielten die 
Parteivertreter das Recht auf Replik und Duplik, was sie benutzten, um ihre 
Standpunkte zu vertiefen. Abschliessend nahm Rechtsanwalt Casanova Einsicht 
in die Honorarnote von Rechtsanwalt Lippuner, ohne gegen diese Einwände zu 
erheben. Er selbst reichte keine Honorarnote ein, gab aber an, seine 
Aufwendungen für das Berufungsverfahren würden sich auf 12 Stunden belaufen.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen der 
Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich der 
Berufungsverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitigkeiten 
im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann Berufung an das Kantonsgericht ergriffen 
werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 19 ZPO). Das angefochtene 
Urteil des Bezirksgerichts Plessur betrifft einen vermögensrechtlichen Streit über 
einen Betrag von mehr als Fr. 8'000.--, so dass der Berufungsstreitwert erreicht 
und die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der 
vorliegenden Streitsache als Berufungsinstanz gegeben ist.

b. Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der 
schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge auf 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, 
soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). X. und die 
Y. AG reichten ihre Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 
27. November 2009, mitgeteilt am 11. Januar 2010, am 29. Januar 2010 und 
damit fristgerecht ein. Überdies entspricht die Berufung den Formerfordernissen, 
so dass darauf eingetreten werden kann.

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c. Der Berufungsbeklagte kann, wenn er nicht selbst auch Berufung eingelegt 
hat, innert der peremptorischen Frist von 10 Tagen seit Mitteilung der 
Berufungserklärung beim Präsidenten der ersten Instanz seine Anschlussberufung 
mit formulierten Anträgen einreichen (Art. 220 Abs. 1 ZPO). Die Mitteilung der 
Berufungserklärung an den Berufungsbeklagten Z. erfolgte mit Schreiben des 
Bezirksgerichts Plessur vom 1. Februar 2010. Die vom Genannten am 8. Februar 
2010 erhobene Anschlussberufung erweist sich als fristgerecht und darüber 
hinaus auch als formgerecht. Auf die Anschlussberufung ist folglich ebenfalls 
einzutreten.

2. Zu beurteilen sind zunächst die im Berufungsverfahren gestellten 
Beweisanträge. Nach Art. 226 ZPO dürfen neue Beweismittel von den Parteien 
vor der Berufungsinstanz ausser im Falle der Revision nicht angerufen werden. 
Hingegen können die Parteien verlangen, dass Beweismittel, welche vor erster 
Instanz fristgemäss angemeldet, aber nicht abgenommen worden sind, erhoben 
werden, sofern sie für die Beurteilung der Streitfrage von wesentlicher Bedeutung 
sein können (Abs. 1). Ferner kann das Kantonsgericht von sich aus 
Sachverständigengutachten einholen, Augenscheine durchführen und die Parteien 
zur Beweisaussage zulassen (Abs. 2).

a/aa. Der Berufungsbeklagte stellte anlässlich der Berufungsverhandlung den 
Antrag, zur Beweisaussage zugelassen zu werden, namentlich betreffend den 
Unfallhergang auf dem Areal der Y. AG, die Komplikation im Kantonsspital B. 
sowie das getragene Schuhwerk. Da diese Geschehnisse bzw. Umstände von 
niemandem unmittelbar beobachtet worden seien, könne darüber lediglich und 
ausschliesslich Z. Auskunft erteilen. Der Antrag auf Zulassung zur Beweisaussage 
war vom Kläger bereits im vorinstanzlichen Verfahren gestellt, vom Bezirksgericht 
Plessur indes abgelehnt worden.

a/bb. Nach Art. 201 Abs. 1 ZPO kann das Gericht Haupt- und Nebenparteien von 
Amtes wegen oder auf Parteiantrag zur Beweisaussage anhalten, wenn dies nach 
dem Ergebnis der formfreien Befragung und des übrigen Beweisverfahrens 
geboten und die zu befragende Person unverdächtig erscheint. Das Beweismittel 
der Beweisaussage ist subsidiär und kommt – nebst Erfüllung der weiteren 
Voraussetzungen – nur in Frage, wenn der gleiche Sachverhalt nicht mit anderen 
Beweismitteln bewiesen werden kann. Dabei muss ein unverschuldeter 
Beweisnotstand vorliegen. Die Beweisaussage dient nicht dazu, ungenügende 
Parteivorbringen zu vervollständigen (vgl. ZF 08 82 E. 2a; PKG 1990 Nr. 13, 1988 
Nr. 15; BGE 112 Ia 369 ff.). Die Erhebung vor erster Instanz fristgemäss 

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angemeldeter, aber nicht abgenommener Beweismittel nach Art. 226 Abs. 1 ZPO 
muss unter Verwirkungsfolge mit der Berufungserklärung beziehungsweise innert 
der Frist für die Anschlussberufung gemäss den Artikeln 219 ZPO und 220 ZPO 
verlangt werden (vgl. PKG 1991 Nr. 12).

Der Berufungsbeklagte stellte in seiner Anschlussberufungserklärung vom 8. 
Februar 2010 keine Beweisanträge. Der erst anlässlich der mündlichen 
Berufungsverhandlung vom 4. Mai 2010 erfolgte Antrag auf Zulassung zur 
Beweisaussage erweist sich daher als verspätet, so dass darauf nicht eingetreten 
werden kann. Ein Anlass, im Sinne von Art. 226 Abs. 2 ZPO von Amtes wegen 
eine Beweisaussage anzuordnen, besteht nicht. Zum Hergang des ersten Sturzes 
am 26. Januar 2007 hat sich der Kläger in der Prozesseingabe ausführlich 
geäussert (S. 4). Auch zum getragenen Schuhwerk nahm er dort Stellung. Etwas 
kürzer sind die Angaben zum zweiten Ereignis vom 11. April 2007 ausgefallen (S. 
9), doch lässt der vom Kläger im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Bericht 
des SUVA-Kreisarztes Dr. F. vom 18. Februar 2008 (KB 22) eine Präzisierung der 
klägerischen Ausführungen zu. In Anbetracht dessen ist nicht ersichtlich, inwiefern 
eine Beweisaussage von Z. zu wesentlich neuen, entscheidrelevanten 
Erkenntnissen führen könnte bzw. inwiefern sie sich als notwendig erweisen 
würde. Wie sich nachfolgend noch zeigen wird, kann das Gericht aufgrund der im 
Recht liegenden Beweise entscheiden. Die Voraussetzungen für das subsidiäre 
Beweismittel der Beweisaussage sind damit nicht gegeben.

b/aa. Die Berufungsklägerinnen beantragten in der Berufungserklärung vom 29. 
Januar 2010 gestützt auf Art. 226 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit Art. 188 ff. ZPO, 
es sei ein medizinisches Gutachten zur Frage einzuholen, welcher Anteil der dem 
Kläger entstandenen Auswirkungen auf den ersten Unfall vom 26. Januar 2007 
und welcher auf den zweiten Unfall vom 11. April 2007 zurückzuführen sei. Dieser 
Antrag wird im Berufungsverfahren zum ersten Mal gestellt, was damit begründet 
wird, dass das Begehren erst aufgrund des erstinstanzlichen Urteils überhaupt 
möglich und notwendig geworden sei. Das Bezirksgericht habe sich im 
Zusammenhang mit dem Unfall vom 26. Januar 2007 und der Re-Ruptur 
anlässlich des Unfalls vom 11. April 2007 in unzutreffender Weise zur 
haftungsbegründenden und haftungsausfüllenden Kausalität geäussert. Die sich 
im vorliegenden Fall stellenden Fragen der hypothetischen, überholenden 
Kausalität etc. wirkten sich je nach Rechtsprechung auf den Haftungsmassstab, 
sicher jedoch auf die Schadensberechnung bzw. Schadenersatzbemessung aus. 
Damit sei von mitentscheidender Bedeutung, denjenigen Anteil der Auswirkungen 
zu ermitteln, welcher auf den ersten und welcher auf den zweiten Unfall 

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zurückzuführen sei. Auch für die Festlegung einer allfälligen Genugtuungssumme 
sei dies von zentraler Bedeutung.

b/bb. Der Argumentation, dass das Einholen des beantragten medizinischen 
Gutachtens erst aufgrund des erstinstanzlichen Urteils notwendig geworden sei, 
kann nicht gefolgt werden. Die sich aufgrund des Vorliegens von zwei Ereignissen 
– nämlich einerseits desjenigen vom 26. Januar 2007 und andererseits desjenigen 
vom 11. April 2007 – ergebenden Sach- und Rechtsfragen lagen bereits vor dem 
vorinstanzlichen Urteil auf der Hand. Dementsprechend hat denn auch der 
berufungsklägerische Anwalt genau diese Problematik in der Prozessantwort (S. 7 
f.) sowie in seinem vor der Vorinstanz gehaltenen Plädoyer (S. 5) angesprochen. 
Soweit sich daraus eine den Berufungsklägerinnen obliegende Beweislast ergibt, 
hätte sie die entsprechenden Anträge somit bereits vor der Vorinstanz stellen 
können und müssen. Im vorliegenden Verfahren kann grundsätzlich nur die 
Abnahme von Beweismitteln verlangt werden, die vor erster Instanz fristgemäss 
angemeldet, aber nicht abgenommen worden sind (Art. 226 Abs. 1 ZPO). Davon 
gehen wohl auch die Berufungsklägerinnen selbst aus, zumal sie sich explizit auf 
Art. 226 Abs. 2 ZPO stützen, wonach das Kantonsgericht von sich aus 
Sachverständigengutachten einholen kann. Bei Art. 226 Abs. 2 ZPO handelt es 
sich indes, wie bereits der Wortlaut der Bestimmung zum Ausdruck bringt, um eine 
Kann-Vorschrift, die keiner Partei einen Anspruch auf eine entsprechende 
Beweisergänzung gibt. Insbesondere kann die Norm nicht herangezogen werden, 
um Prozessversäumnisse wieder gutzumachen. Vielmehr soll die Bestimmung 
dem Gericht bei der Feststellung und Würdigung von Sachverhalten dienen, zu 
denen besondere Fachkenntnisse notwendig sind (Art. 226 Abs. 2 ZPO in 
Verbindung mit Art. 188 ZPO; ZF 07 6/7 E. 3, ZF 06 68 E. 1a, ZF 00 72 E. I). Wie 
im Rahmen der materiellen Ausführungen noch aufzuzeigen sein wird, sind 
vorliegend die Voraussetzungen für das Einholen einer Expertise der beantragten 
Art von Amtes wegen nicht gegeben, können die für den Prozessausgang 
massgeblichen Streitfragen vom Kantonsgericht doch auch ohne Beizug einer 
Expertin oder eines Experten beantwortet werden (vgl. E. 5 nachfolgend). Eine 
Expertise erweist sich unter diesen Umständen als nicht notwendig, weshalb der 
entsprechende Antrag abgelehnt wird.

c/aa. Mit Eingabe vom 1. Februar 2010 – also nach Eingang der 
Berufungserklärung, aber noch innerhalb der Berufungsfrist – beantragten die 
Berufungsklägerinnen im Weiteren das Einholen einer Expertise zur Frage der 
Kosten eines Umbaus der Waschanlage und der Installation einer 
Enteisungsanlage. Diesen Antrag hatten sie bereits vor der Vorinstanz gestellt, 

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doch war das Beweismittel damals nicht abgenommen worden. Nach ständiger 
Praxis sind Anträge auf Abnahme von im vorinstanzlichen Verfahren 
angemeldeten, aber nicht abgenommenen Beweisen mit der Berufungserklärung 
zu begründen. Die Beweise sind nämlich nicht vorbehaltlos abzunehmen, sondern 
nur dann, wenn sie – wie in Art. 226 Abs. 1 ZPO ausdrücklich festgehalten wird – 
für die Beurteilung der Streitfrage von wesentlicher Bedeutung sind. Damit eine 
entsprechende Prüfung erfolgen und im Hinblick auf die mündliche 
Berufungsverhandlung über die Abnahme von zusätzlichen Beweisen entschieden 
werden kann, hat die Partei folglich in der Berufungserklärung darzulegen, 
inwiefern die nachträgliche Abnahme für den Prozessausgang wichtig ist. Dies 
umso mehr, als die Vorinstanz ein Urteil in der Sache erlassen hat, in welchem 
den nicht abgenommenen Beweisen eben gerade keine Bedeutung beigemessen 
wurde (PKG 1987 Nr. 6, E. 1a; ZF 08 52, E. 2b).

c/bb. Vorliegend erfolgt der Beweisantrag der Berufungsklägerinnen 
vermutungsweise vor dem Hintergrund, dass sie die Kosten, die ein Umbau der 
Waschanlage bzw. die Installation einer Enteisungsanlage als 
Sicherungsmassnahme mit sich bringen, als unzumutbar hoch erachten. Da die 
Vorinstanz mehrere alternative, im Vergleich zum Umbau der Waschanlage und 
zur Errichtung einer Enteisungsanlage günstigere Massnahmen zur Entschärfung 
der mit der fraglichen Rampe verbundenen Gefahr aufzeigte, hätte sich in jedem 
Fall eine Begründung aufgedrängt, weshalb trotzdem noch eine entsprechende 
Expertise erforderlich sein soll. In der Eingabe der Berufungsklägerinnen vom 1. 
Februar 2010 fehlt allerdings jegliche Begründung des darin gestellten 
Beweisantrags. Entsprechende Ausführungen wären aufgrund des Gesagten 
indes erforderlich gewesen. Diesbezüglich rechtfertigt sich die Anwendung eines 
strengen Massstabes, zumal die Berufungsklägerinnen anwaltlich vertreten sind 
und die Begründungspflicht daher bekannt sein musste. Auf den Beweisantrag 
vom 1. Februar 2010 kann unter diesen Umständen nicht eingetreten werden. Die 
Voraussetzungen für ein Einholen der beantragten Expertise von Amtes wegen 
sind ebenfalls nicht gegeben, erweist sich eine solche, wie noch aufzuzeigen sein 
wird, doch als nicht notwendig (vgl. E. 4d/bb nachfolgend).

3a. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet die Genugtuungsforderung von 
Z. aus Körperverletzung im Sinne von Art. 47 OR, die er einerseits auf eine 
ausservertragliche Anspruchsgrundlage – eine Werkeigentümerhaftung nach Art. 
58 OR von X. als Eigentümerin der Garagen-Liegenschaft im Unfallzeitpunkt – und 
anderseits auf eine vertragliche Anspruchsgrundlage – eine Haftung aus Vertrag 
nach Art. 97 OR der Y. AG als Betreiberin der betroffenen Autowaschanlage – 

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stützt. Neben dem Vorliegen einer vertraglichen oder ausservertraglichen Haftung 
des Verursachers nach den Voraussetzungen der jeweiligen Anspruchsgrundlage 
bildet objektive Voraussetzung eines derartigen Genugtuungsanspruchs die 
Körperverletzung selbst. Zu den subjektiven Voraussetzungen gehört, dass die 
Geldsumme beim Geschädigten das Gefühl des Wohlbefindens erwecken kann 
und dass eine schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse vorliegt (Roland 
Brehm, Berner Kommentar zu Art. 41–61 OR, 3. A., Bern 2006, N 12 ff. und N 21 
ff. zu Art. 47 OR).

Das Bezirksgericht Plessur hiess die Genugtuungsforderung des Klägers teilweise 
gut und sprach ihm in Anrechnung der Integritätsentschädigung der 
Unfallversicherung von Fr. 26'700.-- einen Betrag von Fr. 8'300.-- zuzüglich Zins 
zu. Dagegen setzen sich die Berufungsklägerinnen mit ihrer Berufung zur Wehr, 
wobei im Wesentlichen strittig ist, ob ein Werkmangel im Sinne einer fehlerhaften 
Anlage oder eines mangelhaften Unterhalts des Werks vorliegt, ob die 
massgeblichen Kausalzusammenhänge gegeben sind und ob bzw. in welchem 
Ausmass den Geschädigten ein Selbstverschulden trifft. Sodann bestreiten die 
Berufungsklägerinnen, dass der Berufungsbeklagte eine Verletzung in den 
persönlichen Verhältnissen erlitten hat, die genügend schwer ist, um das 
Zusprechen einer Genugtuung zu rechtfertigen.

b. Nach Art. 58 Abs. 1 OR hat der Eigentümer eines Gebäudes oder eines 
anderen Werkes den Schaden zu ersetzen, den diese infolge von fehlerhafter 
Anlage oder Herstellung oder von mangelhafter Unterhaltung verursachen. Die 
Werkeigentümerhaftpflicht setzt einen Werkmangel, einen Schaden, einen 
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Mangel und Schaden 
sowie die Widerrechtlichkeit der Schädigung voraus. Zudem ist erforderlich, dass 
keine Entlastungsgründe wie höhere Gewalt, Selbstverschulden oder 
Drittverschulden vorliegen (vgl. Karl Oftinger/Emil W. Stark, Schweizerisches 
Haftpflichtrecht, Band II/1, 4. A., Zürich 1987, § 19 N 34 ff. u. N 96; Heinz Rey, 
Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 4. A., Zürich 2008, N 1031 ff.).

Der Kläger richtete seine auf die Werkeigentümerhaftung gestützte 
Genugtuungsklage gegen X., im Zeitpunkt des Unfalls vom 26. Januar 2007 
Alleineigentümerin der Garagen-Liegenschaft (KB 4). Deren Passivlegitimation 
wurde weder im vorinstanzlichen noch im Berufungsverfahren bestritten. Es kann 
in diesem Zusammenhang auf die zutreffenden Ausführungen in Erwägung 7a, S. 
8 f., des angefochtenen Urteils verwiesen werden (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Von den 
Berufungsklägerinnen wird sodann nicht in Frage gestellt, dass die Rampe, auf 

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der sich der Unfall ereignet hat, den Charakter eines Werks im Sinne von Art. 58 
OR hat (vgl. E. 7b, S. 9, des angefochtenen Urteils). Auch das Vorliegen einer 
Schädigung sowie deren Widerrechtlichkeit erweist sich letztlich als unbestritten 
(vgl. E. 7f, S. 16, sowie E. 7i, S. 21, des angefochtenen Urteils). Zu prüfen ist 
aufgrund der Einwände der Berufungsklägerinnen indes, wie bereits dargelegt, 
das Vorliegen eines Werkmangels, der massgeblichen Kausalzusammenhänge 
sowie eines allfälligen Selbstverschuldens des Geschädigten.

c. Zur vertraglichen Haftung der Y. AG gestützt auf Art. 97 OR nahmen die 
Berufungsklägerinnen in ihrer Berufung nicht Stellung, so dass davon 
ausgegangen werden kann, dass sie eine solche – falls das Vorliegen einer 
mangelhaften Anlage oder eines mangelhaften Unterhalts des Werks sowie der 
massgeblichen Kausalzusammenhänge bejaht bzw. ein Selbstverschulden des 
Berufungsbeklagten verneint wird – anerkennen.

4a. Der Umstand, dass ein Werk jemandem einen Schaden zufügt, begründet 
für sich allein noch keine Haftung des Eigentümers nach Art. 58 OR. Die 
Schadensverursachung muss vielmehr auf eine fehlerhafte Anlage oder 
Herstellung des Werks oder auf dessen mangelhaften Unterhalt zurückzuführen 
sein. Grundsätzlich muss der Eigentümer eine niemanden und nichts gefährdende 
Existenz und Funktion des Werks garantieren. Dazu gehört nicht nur, dass das 
Werk als solches fehlerfrei ist, sondern es muss, wo nötig, mit zusätzlichen 
Sicherungsvorrichtungen versehen und entsprechend unterhalten sein 
(Oftinger/Stark, a.a.O., § 19 N 61 u. N 69). Ob ein Werk fehlerhaft angelegt ist 
oder mangelhaft unterhalten wird, hängt vom Zweck ab, den es zu erfüllen hat. 
Das Werk ist mangelhaft, wenn es den Benützern bei bestimmungsgemässem 
Gebrauch keine genügende Sicherheit bietet. Einem bestimmungswidrigen 
Gebrauch braucht das Werk somit im Grundsatz nicht gewachsen zu sein (BGE 
130 III 736 ff. [741 f.], E. 1.3; BGE 126 III 113 ff. [115 f.], E. 2a/cc; Brehm, a.a.O., 
N 54 u. N 65 zu Art. 58 OR). Die Frage, ob ein Werk mängelfrei ist, bestimmt sich 
nach objektiven Gesichtspunkten unter Berücksichtigung dessen, was sich nach 
der Lebenserfahrung zutragen kann (BGE 122 III 229 ff. [235 f.], E. 5a/bb). Die 
Verpflichtung des Eigentümers, ein mängelfreies Werk zu errichten und zu 
unterhalten, ist umso strenger zu beurteilen, je grössere Risiken das Werk mit sich 
bringt und je kostengünstiger Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden können 
(BGE 117 II 399 ff.; BGE 106 II 208 ff. [210 f.], E. 1a = Pra 1981, Nr. 56, S. 127 
ff.). Die Beweislast für einen Mangel des Werks liegt beim Geschädigten 
(Oftinger/Stark, a.a.O., § 19 N 87; Brehm, a.a.O., N 80 zu Art. 58 OR).

Seite  13 — 38

b/aa. Die Berufungsklägerinnen erachten den Vorwurf der Vorinstanz, allein 
schon die Lage der zur G.-Strasse hinunterführenden, unmittelbar hinter den 
JetWashboxen liegenden Rampe stelle einen Mangel dar, als ungerechtfertigt. 
Tatsache sei, dass eine andere Position für die Rampe und die JetWashboxen auf 
dem Gelände undenkbar sei. Nur dort, wo die Rampe heute liege, sei ein 
Alternativ-Ausgang für Fahrzeuge für den Fall, dass der ordentliche Ausgang aus 
irgendeinem Grund nicht benutzbar sein sollte, überhaupt denkbar und möglich. 
Ferner sei ein Manövrieren mit Autos, wie es bei der Benutzung einer manuellen 
Waschanlage notwendig sei, nur dort möglich und zumutbar, wo die 
JetWashboxen heute ständen. Jede andere Anordnung der Anlage würde eine 
effiziente Benutzung der automatischen Waschstrasse verunmöglichen. Daher 
könne nicht von einer mangelhaften Anlage der Rampe gesprochen werden.

b/bb. Betrachtet man die örtlichen Verhältnisse auf dem Garagen-Gelände, so 
fällt auf, dass durch die Lage der offenen Waschboxen und der Rampe, die 
unmittelbar hinter diesen Boxen vorbei führt, ohne Zweifel eine offensichtliche 
Gefahrensituation geschaffen wird. Durch den Sprühregen der Waschanlage bildet 
sich nämlich bei tiefen Temperaturen Eis auf der Rampe. Dass das Betreten der 
Rampe bei Minus-Temperaturen die Gefahr birgt, auf Glatteis zu stossen und 
darauf auszurutschen, wird im Grundsatz auch von den Berufungsklägerinnen 
nicht bestritten (vgl. Plädoyer, S. 2). Sie sind und waren sich der Gefahr daher 
zweifellos bewusst. Ob auf dem betroffenen Gelände eine andere Anordnung der 
Waschboxen oder der Rampe möglich und sinnvoll wäre, braucht vorliegend nicht 
geklärt zu werden, kann doch selbst bei der beschriebenen gefährlichen Anlage 
des Werks dessen Benützern eine genügende Sicherheit geboten werden, und 
zwar durch das Treffen entsprechender Sicherungsvorkehrungen. In diesem 
Zusammenhang ist zu berücksichtigen, ob die Beseitigung allfälliger Mängel oder 
das Anbringen von Sicherheitsvorrichtungen technisch möglich ist und die 
entsprechenden Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Schutzinteresse der 
Benützer und dem Zweck des Werks stehen. Dem Werkeigentümer sind nämlich 
Aufwendungen nicht zuzumuten, die in keinem Verhältnis zur Zweckbestimmung 
des Werks stehen. Die Zumutbarkeit bildet somit eine Schranke der 
Sicherungspflicht (BGE 130 III 736 ff. [741 f.], E. 1.3, mit weiteren Hinweisen). 
Was die Zweckbestimmung des Werks betrifft, so wurde bereits dargelegt, dass 
dieses den Benützern grundsätzlich nur bei bestimmungsgemässem Gebrauch 
eine genügende Sicherheit bieten muss und einem bestimmungswidrigen 
Gebrauch nicht gewachsen zu sein braucht. Allerdings kann ein Werkeigentümer 
auch in einem solchen Fall haftpflichtig werden, wenn der bestimmungswidrige 

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Gebrauch voraussehbar ist und wenn zumutbare Massnahmen ohne 
unverhältnismässigen Aufwand getroffen werden können, damit keine 
zweckwidrige Verwendung erfolgt (Rey, a.a.O., N 1074 ff.; Brehm, a.a.O., N 65 f. 
zu Art. 58 OR). In diesem Sinn ist nachfolgend einerseits der Frage der 
Zweckbestimmung und des effektiven Gebrauchs der Rampe nachzugehen und 
anderseits der Aspekt zumutbarer Sicherungsmassnahmen zu prüfen.

c/aa. Die Berufungsklägerinnen machen geltend, der bestimmungsgemässe 
Gebrauch der Rampe liege einzig und allein in deren Benützung durch Fahrzeuge, 
weshalb sich das Begehen der Rampe durch Fussgänger als bestimmungswidrig 
erweise. Sie werfen der Vorinstanz in diesem Kontext vor, die Frage, welches der 
bestimmungsgemässe Gebrauch der Rampe sei, nicht beantwortet und statt 
dessen vor allem Erwägungen darüber gemacht zu haben, wie die Rampe von 
den Kunden effektiv benutzt werde. Dabei habe die Vorinstanz mit der Annahme, 
einem aus der Waschstrasse tretenden Benutzer falle zuerst die als Verbindung 
auf das untere Niveau verlaufende Rampe auf, eine unzutreffende Wertung 
getroffen. Der Abgang auf das Niveau der G.-Strasse falle beim Heraustreten aus 
der Waschstrasse nämlich gerade nicht als Erstes ins Auge. Dieser Abgang 
verlaufe nämlich – Richtung Tankstellenshop gesehen – links an den 
JetWashboxen vorbei und diese Waschkabinen wiederum lägen mehrere Meter 
links neben der Autowaschstrasse versetzt. Zwischen diesen beiden Bauten 
verlaufe die Zufahrtsstrasse zur automatischen Waschstrasse. Was zuerst als 
offener und übersichtlicher Weg ins Auge falle, sei denn auch diese Strasse, 
welche links der Autowaschstrassenkabine entlang führe. Dieser Weg breite sich 
vor einem aus, während sich die fragliche Rampe effektiv erst präsentiere, wenn 
man auf diese zugehe. Die Vorinstanz habe deshalb zu Unrecht den Schluss 
gezogen, die Rampe lade quasi zur Benutzung ein. Dies wäre eventuell dann der 
Fall, wenn die Zufahrtsstrasse zum Autowaschtunnel durch mehrere Fahrzeuge 
oder dergleichen versperrt sei, doch seien am 26. Januar 2007 keinerlei 
Hindernisse im Weg gestanden. Die Beklagten hätten damit grundsätzlich davon 
ausgehen dürfen, dass nicht die Rampe, sondern der Weg über die Treppe beim 
Shop als Verbindung zum unteren Niveau benutzt werde. Dies gelte erst recht bei 
speziellen Witterungsverhältnissen, wie sie am fraglichen Tag geherrscht hätten, 
zumal ein Werkeigentümer nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung Risiken 
ausser Acht lassen dürfe, welche von den Benützern einer Anlage mit einem 
Mindestmass an Vorsicht vermieden werden könnten. Allein schon angesichts der 
Lage der zur Rampe hin offenen JetWashboxen müsse es sogar einem auch nur 
durchschnittlich vorsichtigen Benutzer klar sein, dass er bei Unter-Null-

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Temperaturen durch das Betreten der abfallenden Rampe das erhebliche Risiko 
eingehe, auf Glatteis zu stossen, darauf auszurutschen und sich durch den Sturz 
erheblich zu verletzen. 

c/bb. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden, ist doch in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der nach Ansicht 
der Berufungsklägerinnen bestimmungswidrige Gebrauch der Rampe – also der 
Gebrauch durch Fussgänger und nicht durch Fahrzeuge – für diese durchaus 
voraussehbar war. Zu beachten ist namentlich, dass der Berufungsbeklagte die 
Waschanlage durch die seitlich gelegene Türe verliess, die eigens für Fussgänger 
zum Betreten und Verlassen der Anlage vorgesehen ist. Für eine Person, welche 
aus dieser Seitentüre der Waschanlage tritt, fällt nun effektiv der Weg über die 
fragliche Rampe als direkteste Verbindung zum Tankstellenshop ins Auge. Die 
sich bei der Einfahrt auf das Areal befindliche Treppe ist entgegen den 
Behauptungen der Berufungsklägerinnen kaum wahrnehmbar, insbesondere nicht 
für ortsunkundige Anlagenbenutzer. Jedenfalls ist die Treppe aufgrund der 
Örtlichkeiten aber nicht der direkteste Weg, der ins Auge fällt. Die Rampe 
hingegen erscheint als gut begehbarer Weg, und es gibt für einen Fussgänger 
keinen erkennbaren Grund, diesen Weg nicht zu benutzen. Die Rampe lädt somit 
generell zur Nutzung ein und nicht etwa nur dann, wenn die Zufahrtsstrasse zum 
Autowaschtunnel versperrt sein sollte. Entgegen den Behauptungen der 
Berufungsklägerinnen ist übrigens keineswegs ausgewiesen, dass am 26. Januar 
2007 dort tatsächlich keinerlei Hindernisse im Weg standen. In Anbetracht der 
örtlichen Verhältnisse (vgl. den bei den Akten liegenden Plan [KB 4], die Fotos [KB 
6-7, BB 3-4] sowie die Feststellungen der Vorinstanz anlässlich des 
Augenscheins) war die Benutzung der Rampe durch Fussgänger und damit der in 
den Augen der Werkeigentümerin bestimmungswidrige Gebrauch für jene somit 
zweifellos voraussehbar.

Im Übrigen trifft es zwar zu, dass die Selbstverantwortung eines Werkbenützers 
eine Schranke der Sicherungspflicht bildet und der Werkeigentümer nicht jeder 
erdenklichen Gefahr vorzubeugen hat, sondern Risiken ausser Acht lassen darf, 
welche von den Benützern des Werks oder von Personen, die mit dem Werk in 
Berührung kommen, mit einem Mindestmass an Vorsicht vermieden werden 
können. Ein ausgefallenes, unwahrscheinliches Verhalten muss nicht 
einberechnet werden (BGE 130 III 736 ff. [741 f.], E. 1.3). Vorliegend wurde durch 
die Anlage der offenen Waschboxen und der Rampe, die unmittelbar hinter diesen 
Boxen vorbei führt, allerdings nicht irgendeine erdenkliche, sondern eine 
naheliegende Gefahrensituation bei kühlen Temperaturen geschaffen, derer sich 

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die Werkeigentümerin wie dargelegt bewusst sein musste. Gleichzeitig war diese 
Gefahr insbesondere für einen Kunden, der die Waschanlage nicht regelmässig 
benutzt, nicht ohne weiteres erkennbar, zumal die Vereisungen durch den 
Sprühregen der offenen Waschboxen bedingt sind und daher auch auftreten 
können, wenn sich das Garagen-Gelände ansonsten als schneefrei und gut 
begehbar präsentiert. Die Berufungsklägerinnen durften daher nicht einfach darauf 
vertrauen, dass ihre Kunden unter Voraussetzungen, wie sie am 26. Januar 2007 
herrschten, die zum unteren Niveau führende Treppe benutzen, sondern mussten 
damit rechnen, dass Fussgänger den naheliegenden Weg über die Rampe wählen 
und dass dies auch bei Anwendung der zu erwartenden Vorsicht zu Unfällen 
führen kann.

d. War somit die Gefahr von Glatteisbildung auf der Rampe sowie des 
bestimmungswidrigen Gebrauchs derselben durch Fussgänger voraussehbar, 
stellt sich die Frage, ob es der Werkeigentümerin möglich gewesen wäre, mit 
verhältnismässigem Aufwand zumutbare Massnahmen zu treffen, um die 
Verwendung der Rampe als Fussweg zu verhindern bzw. um deren Benutzung 
ausreichend sicher zu gestalten.

d/aa. Die Berufungsklägerinnen bringen vor, sie hätten genügende Vorkehrungen 
zur Vermeidung einer Schädigung getroffen. Beim Eingang zum Areal, wo alle 
Waschanlagenbenützer zwangsläufig vorbeifahren müssten, sei gut sichtbar eine 
Gefahrentafel mit dem Hinweis „Glatteis“ angebracht. Zudem könne ohne weiteres 
als allgemeine Erfahrungstatsache vorausgesetzt werden, dass Glatteis dort 
entstehe, wo Wasser auftrete. Dass dies nun gerade im Bereich von 
Waschanlagen der Fall sei, liege auf der Hand. Angesichts der Warntafel habe es 
einem Benutzer der Anlage von vornherein klar sein müssen, dass im Bereich der 
abfallenden Rampe hinter den JetWashboxen ein erhebliches Risiko des 
Ausrutschens und damit Stürzens bestehe. Weitere Sicherheitsvorkehrungen 
seien weder möglich noch zumutbar gewesen. Das Anbringen einer 
Plexiglaswand auf der Rückseite der JetWashboxen, um dadurch einen grossen 
Teil des Sprühregens auffangen zu können, stelle entgegen den Ausführungen 
der Vorinstanz keine taugliche Lösung dar. So würde das von der Plexiglaswand 
zurückspritzende Wasser die Boxen zum vorhergesehenen Zweck völlig 
unbrauchbar machen, führe dies doch dazu, dass die Benutzer der Anlage am 
Schluss ebenso nass seien wie ihr Fahrzeug. Auch das Anbringen eines 
Handlaufs sei entgegen der Vorinstanz keine taugliche und zumutbare 
Massnahme. Sei eine Rampe von ihrer Bestimmung her klarerweise nur zur 
Benutzung durch Fahrzeuge bestimmt, dürfe dort eben gerade kein Handlauf 

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angebracht werden. Dies wäre sogar höchst kontraproduktiv, indem eine 
unzweideutige Einladung zur zweckwidrigen Benutzung des Abgangs durch 
Fussgänger geschaffen würde. Das Fehlen eines Handlaufs stelle deshalb keinen 
Werkmangel dar. Schliesslich sei offensichtlich, dass die Kosten einer 
Enteisungsanlage den zumutbaren Rahmen völlig sprengen würden, weshalb 
diese vom Kläger geforderte Massnahme vom Bezirksgericht zu Recht auch nicht 
als zumutbare Lösung genannt worden sei.

d/bb. Dass der Abschluss der offenen Waschboxen mit Rückwänden einen 
unverhältnismässigen Aufwand verursachen und die Anlage unbrauchbar machen 
würde, wie die Berufungsklägerinnen behaupten, scheint haltlos. Anlagen, die 
dreiseitig geschlossen sind, sind durchaus gebräuchlich. Letztlich kann diese 
Frage aber offen gelassen werden. Wie die Vorinstanz nämlich zutreffend 
festgehalten hat, wäre es den Berufungsklägerinnen jedenfalls zuzumuten 
gewesen, die Gefahr mittels einer Warntafel direkt bei der Rampe zu signalisieren 
und die Fussgänger explizit auf die Treppe hinzuweisen oder aber die Rampe 
generell für Fussgänger zu sperren. Diese Massnahmen wären technisch ohne 
weiteres möglich sowie kostengünstig gewesen und hätten sich umso mehr 
aufgedrängt, als die Berufungsklägerinnen wussten, dass die Rampe immer 
wieder von Fussgängern benutzt wird. Stattdessen wurden keinerlei Massnahmen 
getroffen, um die Fussgänger am Begehen der Rampe zu hindern. Was die 
bestehende Warntafel betrifft, so steht fest, dass einem Benutzer der 
Waschanlagen beim Einfahren auf das Areal zwar die Waschboxen und der 
Vorplatz dieser Boxen ins Auge fallen und dass dort ohne weiteres mit Glatteis 
gerechnet werden muss. Dass dies aber auch auf der Hinterseite der 
Waschboxen, im Bereich der fraglichen Rampe, der Fall ist, liegt nicht auf der 
Hand. Aufgrund der mit der Anlage des Werks geschaffenen, örtlich konkret 
lokalisierbaren, besonderen Gefahrensituation und aufgrund des Umstandes, dass 
sich von der geschlossenen Waschanlage aus der Weg über die Rampe wie 
dargelegt geradezu anbietet, um zum Tankstellenshop zu gelangen, kann eine 
Warntafel am Eingang des Garagen-Areals nicht genügen, selbst wenn sich diese, 
wie von den Berufungsklägerinnen vorgebracht, auf das ganze Areal beziehen 
sollte. Massnahmen wie das Erstellen von Rückwänden oder der Einbau einer 
Enteisungsanlage auf der Rampe erweisen sich infolge der aufgezeigten 
alternativen Sicherheitsvorkehrungen als nicht notwendig, weshalb sich auch das 
Einholen einer Expertise zur Frage der Kosten solcher Massnahmen erübrigt. Wie 
bereits dargelegt, vermögen auch die Berufungsklägerinnen das Erfordernis einer 
entsprechenden Expertise nicht zu begründen (vgl. E. 2c).

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d/cc. Unter diesen Umständen schliesst sich das Kantonsgericht der Erkenntnis 
des Bezirksgerichts an, dass sich das fragliche Werk bereits von der Anlage her 
als mangelhaft erweist.

e/aa. Die Vorinstanz beurteilte im angefochtenen Urteil nicht nur die Anlage der 
Rampe, sondern auch deren Unterhalt als mangelhaft. Der Unterhalt eines 
Werkes erweist sich dann als mangelhaft, wenn das Werk infolge Benützung 
und/oder wegen des Zeitablaufs neue Gefahrenquellen schafft und die nötige 
Abhilfe dagegen nicht, ungenügend oder unrichtig geleistet wird (Brehm, a.a.O., N 
76 zu Art. 58 OR). Grundsätzlich ist von einem Werkeigentümer alles das 
vorzukehren, was erforderlich scheint, um ein ordnungsgemässes und namentlich 
ein sicheres Gebrauchtwerden des Werkes zu gewährleisten. Wo immer eine 
Gefährdung zu Tage tritt, ist dem Schutz hiergegen alle Aufmerksamkeit zu 
widmen (Oftinger/Stark, a.a.O., § 19 N 72).

Vorliegend ist unbestritten, dass die fragliche Rampe zum Zeitpunkt des Unfalls 
vom 26. Januar 2007 vereist war, und dass diese Vereisung aus der Benutzung 
der offenen Waschboxen bzw. dem damit verbundenen Sprühregen resultierte. Zu 
prüfen bleibt, ob von der Werkeigentümerin ausreichende Abhilfe gegen die 
auftretende Eisbildung geleistet wurde. Da es sich beim Garagen-Gelände um ein 
öffentlich zugängliches Areal handelt, das einem breiteren Publikumsverkehr 
dient, dürfen an den Unterhalt der fraglichen Rampe hohe Anforderungen gestellt 
werden.

e/bb. Die Berufungsklägerinnen führen aus, die Erwägung der Vorinstanz, allein 
schon die Tatsache, dass der Kläger auf einer Eisfläche ausgerutscht sei, lasse 
den Schluss auf ungenügende Unterhaltsmassnahmen zu, sei unhaltbar. Gemäss 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Glatteisunfällen müssten 
Unterhaltsmassnahmen vor allem zumutbar sein, was nach einer Prüfung 
sämtlicher Umstände rufe. Im vorliegenden Fall habe sich der Unfall um ca. 16.15 
Uhr zugetragen, und nicht etwa erst um 16.30 Uhr, wie dies im vorinstanzlichen 
Urteil erwogen worden sei. Nach ihren Berechnungen sei um ca. 15.30 Uhr, mithin 
nur gerade ¾ Stunden vor dem Unfall, zum letzten Mal Salz gestreut worden. 
Aufgrund der damals gegebenen Umstände und aus damaliger Sicht sei zudem 
mit der praktizierten zweistündlichen Salzkadenz das ihnen Zumutbare 
unternommen worden. Verlangte man eine höhere Streu-Kadenz, wäre der 
betroffene Mitarbeiter praktisch nur mit Salzen beschäftigt gewesen. Eine solche 
Massnahme stelle sich daher als unverhältnismässig teuer heraus. Es müsse nicht 
alles nur denkbar Mögliche unternommen werden, um Glatteisbildung zu 

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verhindern; vielmehr genüge es, die zumutbaren Massnahmen zu ergreifen. Für 
eine Absperrung, wie dies die Vorinstanz verlange, habe angesichts der an 
prominenter Stelle angebrachten Warntafel kein Anlass bestanden. Zudem hätte 
eine Absperrung nicht nur den bestimmungswidrigen Gebrauch der Anlage durch 
Fussgänger, sondern auch den bestimmungsgemässen Gebrauch durch 
Fahrzeuge verhindert. Dass die diesbezügliche Abwägung der Beklagten im Lichte 
der sonst getroffenen Massnahmen und besonderen Verhältnisse gegen eine 
Absperrung ausgefallen sei, könne ihnen nicht zum Vorwurf gemacht werden. 
Daher liege im Ergebnis kein mangelhafter Unterhalt der Anlage vor.

e/cc. Es trifft zu, dass aufgrund der Tatsache, dass sich ein Unfall ereignet hat, 
nicht per se von einem mangelhaften Unterhalt auszugehen ist, sondern dass eine 
Gesamtwürdigung der Umstände unter dem Blickwinkel der Zumutbarkeit 
vorgenommen werden muss. So ist der Unterhalt eines Werkes lediglich dann 
mangelhaft, wenn es dem Eigentümer zumutbar gewesen wäre, den Mangel 
festzustellen und ihn zu beheben (Brehm, a.a.O., N 59 u. N 77 zu Art. 58 OR). Die 
Vorinstanz begnügte sich indes nicht mit der Feststellung, die Tatsache, dass der 
Kläger zur angegebenen Zeit auf einer Eisfläche auf der Rampe ausgerutscht sei, 
lasse den Schluss darauf zu, dass die vorgenommenen Unterhaltsmassnahmen 
am 26. Januar 2007 ungenügend waren. Sie nahm vielmehr eine Prüfung aller 
massgeblichen Umstände, namentlich auch der Zumutbarkeit von 
Unterhaltsmassnahmen, vor. Dabei gelangte sie, wie sogleich aufgezeigt wird, zu 
Recht zum Schluss, dass nicht alle zumutbaren Massnahmen getroffen worden 
sind.

Fakt ist, dass den Berufungsklägerinnen die zum Unfallzeitpunkt herrschenden 
kalten Witterungsverhältnisse bekannt waren, und dass die Eisglätte auf der 
Rampe durch den Sprühregen der offenen Waschanlage und nicht etwa durch 
unerwartet auftretenden Niederschlag bedingt war. Dass immer wieder mit 
Vereisungen zu rechnen war, war letztlich ja auch der Grund, weshalb der Weg 
nach Angaben der Berufungsklägerinnen bei kalten Temperaturen von einem 
Angestellten des Garagenbetriebs regelmässig gesalzen werden sollte. So gab 
der Zeuge H. an, sein Angestellter I. habe den generellen Auftrag gehabt, Salz zu 
streuen, wenn es kalt war und Vereisung drohte. Das Streuen von Salz bei 
auftretenden Vereisungen ist grundsätzlich ohne Frage geeignet, einen sicheren 
Gebrauch des Werkes, in casu der Verbindungsrampe, zu gewährleisten. 
Allerdings hätten die Überprüfung des Zustands der Rampe bzw. die bei 
Feststellung von Vereisungen zu treffenden Massnahmen so ausgestaltet werden 
müssen, dass die Rampe zu jeder Zeit gefahrlos hätte benutzt werden können. H. 

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gab bei seiner Zeugenbefragung an, I. sei angewiesen worden, alle zwei Stunden 
Salz zu streuen. Der Genannte selbst sagte als Zeuge aus, er habe am fraglichen 
Tag bis gegen 16 Uhr gearbeitet, und bestätigte auch, Salz gestreut zu haben, sei 
der Platz am morgen doch vereist gewesen. Ob tatsächlich regelmässig alle zwei 
Stunden gesalzen wurde und ob dies am Unfalltag noch ¾ Stunden vor dem 
Unfall – der sich aufgrund des Umstands, dass die Rettung B. um 16.31 Uhr 
gerufen wurde (vgl. KB 23 u. 24) zwischen 16.15 Uhr und 16.30 Uhr ereignet 
haben dürfte – geschah, ist aufgrund dieser Aussagen allerdings nicht 
ausgewiesen. Was aber feststeht, ist, dass die Überwachung des Wegzustands 
zum Unfallzeitpunkt offensichtlich nicht engmaschig genug ausgestaltet war bzw. 
dass sich das beim Feststellen von Vereisungen praktizierte Salzen, selbst wenn 
dies alle zwei Stunden geschah, jedenfalls als zu wenig dauerhaft erwies, um die 
Rampe durchgehend gefahrlos benutzbar zu machen. Unter Umständen, wie den 
am Unfalltag herrschenden, wären vielmehr intensivere Unterhaltsmassnahmen 
notwendig gewesen, um ein Zufrieren der Rampe zu vermeiden und die Sicherheit 
der diese benutzenden Fussgänger zu gewährleisten.

Nicht einzusehen ist, weshalb ein häufigeres Salzen unzumutbar sein soll. Dabei 
ist insbesondere zu berücksichtigen, dass diese Massnahme lediglich an Eistagen 
und nicht permanent notwendig ist, und dass es sich zudem um ein örtlich sehr 
eingeschränktes Gebiet und nicht etwa um ein weitläufiges Strassennetz handelt, 
das unterhalten werden muss. Die Massnahme kann in Anbetracht dessen auch 
nicht als unverhältnismässig teuer eingestuft werden, zumal sie weder zu hohen 
Materialkosten noch dazu führt, dass ein Arbeiter über Gebühr in Anspruch 
genommen wird. Abgesehen davon hätte beispielsweise auch ein Splitten oder 
Sanden der Rampe ins Auge gefasst werden können, was einen dauerhafteren 
Effekt aufgewiesen hätte als das Salzen. Selbst wenn ein entsprechender 
Unterhalt nicht möglich gewesen wäre, so hätte die Rampe bei Temperaturen um 
oder unter dem Gefrierpunkt immer noch, zumindest für Fussgänger, temporär 
gesperrt werden können und müssen, zumal sie ja nicht den Hauptzugang zum 
Areal darstellt.

e/dd. Der Schluss der Vorinstanz, dass nicht nur bezüglich der Anlage, sondern 
auch bezüglich des Unterhalts des Werks von einem Mangel auszugehen ist, ist 
unter den genannten Umständen nicht zu beanstanden.

5. Die Haftung für einen Schaden ist nur gegeben, wenn zwischen Verhalten 
und Erfolg ein Kausalzusammenhang vorliegt. In einem weiteren Schritt ist daher 

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die Frage des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem 
Werkmangel und dem Unfall bzw. dessen Folgen zu prüfen. 

a/aa. Ein natürlicher Kausalzusammenhang ist immer dann gegeben, wenn das 
fragliche Verhalten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der 
eingetretene Erfolg entfiele. Der schädigende Vorgang muss im Rahmen der 
natürlichen Kausalität aber nicht die alleinige Ursache des Schadens sein. Es 
genügt, wenn das fragliche Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen – im 
Sinne einer Teilursache – den Schaden bewirkt hat. Allerdings muss die 
Teilursache genügend bedeutsam sein, um für sich allein als condicio sine qua 
non des Schadens zu gelten (Brehm, a.a.O., N 109 f. zu Art. 41 OR; Rey, a.a.O., 
N 518). Der natürliche Kausalzusammenhang gehört zum Sachverhalt, weshalb er 
ebenfalls Bestandteil des Beweisthemas des Geschädigten bildet. Da der Beweis 
dadurch erschwert wird, dass der natürliche Kausalzusammenhang etwas 
Abstraktes und der Vorgang im Zeitpunkt des Beweisverfahrens bereits 
abgeschlossen ist, ist es oft unmöglich, einen strikten Beweis zu erbringen. Wenn 
nur Vermutungen über die Kausalität möglich sind, muss mit Indizien und 
Hypothesen gearbeitet werden, die nach den Umständen vernünftigerweise in 
Betracht fallen. Die Rechtsprechung begnügt sich in solchen Fällen mit dem 
Wahrscheinlichkeitsbeweis, wobei das Gericht dann – wenn der Beklagte keinen 
genügenden Gegenbeweis erbringen kann – auf die überwiegende 
Wahrscheinlichkeit abstellt. Danach gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die 
Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart 
gewichtige Gründe sprechen, dass andere Möglichkeiten vernünftigerweise nicht 
massgeblich in Betracht fallen (Brehm, a.a.O., N 82 zu Art. 58 OR, N 117 zu Art. 
41 OR, mit weiteren Hinweisen; Rey, a.a.O., N 518a). Zu präzisieren ist, dass die 
blosse Möglichkeit anderer Schadensursachen selbstredend nicht genügt, um den 
Kausalzusammenhang zu verneinen, sondern dass die weiteren Umstände als 
diejenigen, die der Geschädigte geltend macht, als überwiegend erscheinen oder 
ernsthafte Zweifel über die entscheidende Rolle des geltend gemachten 
Umstandes erwecken müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2002, 
5C.230/2002, E. 4.1, übersetzt bei Brehm, a.a.O., N 117b zu Art. 41 OR). Solche 
anderen ernsthaften Möglichkeiten der Schadensverursachung müssen vom 
Werkeigentümer bewiesen werden (vgl. Oftinger/Stark, a.a.O., § 19 N 90).

a/bb. Ein adäquater Kausalzusammenhang ist zu bejahen, wenn der 
haftungsbegründende Umstand nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet war, einen Erfolg der 
eingetretenen Art herbeizuführen und daher der Eintritt des Erfolges durch die 

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konkrete Tatsache allgemein als begünstigt erscheint. Bei der Prüfung der 
Adäquanz ist nicht von einer statistischen Häufigkeit der eingetretenen Folge, 
sondern von den konkreten Umständen des Einzelfalls auszugehen. Dabei hat 
das Gericht nach Recht und Billigkeit zu entscheiden (Brehm, a.a.O., N 120 ff. zu 
Art. 41 OR; Rey, a.a.O., N 525).

b. Vorliegend steht ausser Frage, dass sich der Unfall vom 26. Januar 2007 
auf dem unteren Teil der besagten Verbindungsrampe ereignete, und dass die 
dort herrschende Vereisung Ursache für den Sturz von Z. und die Ruptur seiner 
beiden Quadrizepssehnen war. Dieser Schluss ergibt sich auch aus dem 
Untersuchungsbericht des Suva-Kreisarztes Dr. med. F. vom 18. Februar 2008 
(KB 22, S. 5), in dem der Genannte festhält, es bestehe ein klarer natürlicher 
Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz vom 26. Januar 2007 und der 
folgenden Ruptur beider Quadricepssehnen. Die Feststellung von Dr. F. ist 
nachvollziehbar, und es gibt keine Gründe, davon abzuweichen. Ohne weiteres zu 
bejahen ist auch der adäquate Kausalzusammenhang, ist ein vereistes Terrain 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung 
doch an sich geeignet, einen Erfolg der eingetretenen Art herbeizuführen. Der 
natürliche und adäquate Kausalzusammenhang zwischen der mangelhaften 
Werkbeschaffenheit und dem Sturz am 26. Januar 2007 sowie dessen Folgen 
werden von den Berufungsklägerinnen im Grundsatz denn auch nicht bestritten.

c. Einer näheren Betrachtung zu unterziehen ist hingegen der 
Kausalzusammenhang zwischen der mangelhaften Werkbeschaffenheit und dem 
Ereignis vom 11. April 2007 und dessen Folgen.

c/aa. Die Berufungsklägerinnen machen in diesem Zusammenhang geltend, die 
Vorinstanz habe sowohl den natürlichen als auch den adäquaten 
Kausalzusammenhang zwischen den Folgen des Januarsturzes und dem 
Aprilsturz des Klägers zu Recht verneint. Tatsächlich sei nichts darüber bekannt, 
wie sich der Sturz am 11. April 2007 zugetragen habe. Für die Beurteilung der 
Frage einer allfälligen Kausalität sei indes gerade dieses Wissen von 
entscheidender Bedeutung. In der rechtlichen Konsequenz bedeute dieses 
Nichtwissen nichts anderes, als dass die Januarunfallfolgen für den Aprilsturz 
nicht natürlich kausal gewesen seien und damit die Adäquanz der Kausalität gar 
nicht geprüft werden könne.

Nun sei die Vorinstanz weiter zum Schluss gelangt, die nach dem April-Unfall 
aufgetretenen Komplikationen, die sich negativ auf den Rehabilitationsprozess 

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ausgewirkt hätten, seien sowohl natürlich als auch adäquat kausale Folge des 
Januar-Unfalles. Dabei stütze sie sich auf das Gutachten von Dr. F., der erklärt 
habe, seines Erachtens könne der Sturzmechanismus am 11. April 2007 die 
aufgetretenen Verletzungen alleine nicht erklären. Der SUVA-Arzt sehe somit im 
Vorfall vom 26. Januar 2007 nur eine Mitursache für die schliesslich nach dem 
April-Sturz aufgetretenen Komplikationen. Damit stelle sich das Problem der sog. 
überholenden Kausalität und innerhalb derselben das Problem des 
Zusammenwirkens von Teilursachen. Durch den Sturz vom 26. Januar 2007 seien 
beim Kläger die Quadrizepssehnen an beiden Beinen gerissen. Damit sei die 
Ursache 1 für den Schaden gesetzt worden. Im Laufe des Heilungsprozesses sei 
der Kläger ein zweites Mal gestürzt und seien die gleichen Sehnen nochmals 
gerissen. Für die dadurch entstandenen, nach Ansicht des Arztes grösseren 
Komplikationen sei somit eine zweite Ursache gesetzt worden. Damit stelle sich 
nun die Frage, wie diese beiden Ursachen zusammenwirkten. Nach der 
herrschenden Meinung von Literatur und Rechtsprechung könne ein 
Geschädigter, der selber eine 2. Ursache setze, im Rahmen der 
Schadensbemessung höchstens denjenigen Schaden ersetzt bekommen, der 
noch auf Ursache 1 zurückzuführen sei. Unter Umständen müsse die Ursache 2 
sogar als so gravierend beurteilt werden, dass sie die Ursache 1 völlig in den 
Hintergrund dränge und der Schaden nur noch als von Ursache 2 hervorgerufen 
gelten könne. Auf den vorliegenden Fall bezogen bedeute dies, dass von Dr. F. 
zwar eine allgemeine Aussage zum Zusammenwirken von Ursachen vorliege, 
dass diese Aussage für die Zuteilung der einzelnen Folgen auf die verschiedenen 
Ursachen aber nichts hergebe. Demnach habe der Kläger darzutun, welcher Teil 
der Komplikationen und Folgen des Aprilsturzes noch auf den Januarsturz 
zurückzuführen sei, um dadurch von den Beklagten zusätzlich auch noch 
denjenigen Teil des Schadens ersetzt zu erhalten, der sich erst nach dem 
Aprilsturz manifestiert habe. Die Akten und bisherigen Prozessunterlagen gäben 
keinerlei Auskünfte darüber, welcher Anteil von Dr. Z.'s Komplikationen auf den 
April-Unfall und welche auf den Januar-Sturz zurückzuführen sei. Damit sei 
erstellt, dass eine Genugtuungssumme mindestens nicht zur Gänze auf die 
Beklagten abgewälzt und zu einem erheblichen Teil nicht bei diesen realisiert 
werden könne.

c/bb. Dr. F. äussert sich in seinem Bericht vom 18. Februar 2008 
folgendermassen zum Kausalzusammenhang zwischen dem ursprünglichen 
Ereignis vom 26. Januar 2007 und dem Ereignis vom 11. April 2007 bzw. dessen 
Folgen (KB 22, S. 5): 

Seite  24 — 38

„Zwischen erstem Unfallereignis und zweitem Ereignis liegen weniger als 
drei Monate. Die operative Revision ergibt einen Abriss der Rekonstruktion 
am linken Patelloberpol wie auch eine intratendinäre Ruptur in der rechten 
Quadricepssehne. Meines Erachtens kann der Sturzmechanismus am 
11.4.2007 diese Verletzungen alleine nicht erklären. Viel eher ist davon 
auszugehen, dass eine Komplikation nach Rekonstruktion der Sehnen 
vorliegt. Das Ausreissen oder die Re-Ruptur von Rekonstruktionen gehört 
zum üblichen Komplikationsprofil dieser Eingriffe. Aus diesem Grunde stellt 
meines Erachtens der Ausriss der Patellarsehne an der Patella links eine 
klare Komplikation der Erstversorgung dar. Bezüglich rechter Seite ist 
anzufügen, dass im Rahmen des Sturzes am 26. Januar 2007 eine 
Schädigung der gesamten Region des Streckapparates auch auf dieser 
Seite erfolgt ist, was einer Vorschädigung im Bereiche der 
Quadricepssehne gleichkommt, welche nun, bei stabiler Einheilung der 
Rekonstruktion an der Patella, unter Belastung eingerissen ist. Für diese 
Interpretation spricht erstens die Tatsache der auch jetzt bestehenden 
Dellenbildung im zentralen Anteil der Quadricepssehne rechts wie auch 
das Fehlen von krankhaften Veränderungen im Gesundheitszustand des 
Patienten, welche als Erklärung einer Sehnenschwäche oder einer 
erhöhten Rupturneigung dienen könnte. Aus diesem Grunde bin ich der 
Ansicht, dass ebenfalls ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen der 
Re-Ruptur vom 11.4.2007 und dem Unfallereignis vom 26.1.2007 mit weit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit besteht.“

Gestützt auf diesen Bericht sah die SUVA die Re-Ruptur als unmittelbare 
Unfallfolge an und kompensierte diese in allen Belangen (KB 27). Sie ging 
demnach davon aus, dass lediglich ein Unfallereignis vorlag.

c/cc. Das Ereignis vom 11. April 2007 wurde von niemandem beobachtet. Vom 
Berufungsbeklagten wird der Vorfall in der Prozesseingabe als Zusammenbrechen 
im Büro beschrieben. Er liess ausführen, dass es ihm trotz zwei stabilisierenden 
Schienen und zwei Gehstöcken nicht möglich gewesen sei, ein Umstürzen zu 
verhindern (S. 9). Sodann geht aus den vom Geschädigten eingereichten Akten 
hervor, dass jener anlässlich der Untersuchung durch den SUVA-Kreisarzt Dr. F. 
angab, die Re-Ruptur sei praktisch im Stehen passiert, nachdem es geheissen 
habe, er könne die Arbeit langsam wieder aufnehmen (vgl. KB 22, S. 2). Im 
erstinstanzlichen Plädoyer präzisierte der Rechtsvertreter des Klägers die 
Umstände des Zusammenbrechens dergestalt, dass der Sturz Folge und nicht 
Ursache der Re-Ruptur der Sehnen gewesen sei. Die Re-Ruptur sei im Stehen 
erfolgt, durch eine unwillkürliche und wegen der nicht regenerierten Nerven 
unkontrollierte heftige Muskelkontraktion der Oberschenkel. Nach den 
Schilderungen des Berufungsbeklagten, die durchaus glaubhaft sind, war sein 
Zusammenbrechen am 11. April 2007 somit nicht auf ein bestimmtes äusseres 
Ereignis zurückzuführen. Die Re-Rupturen erfolgten ohne externe Einwirkung wie 
ein Stolpern, Anschlagen, Stürzen oder Umgestossenwerden. Auslöser derselben 

Seite  25 — 38

war vielmehr die am 26. Januar 2007 zugezogene Erstverletzung. In diesem 
Zusammenhang ist im Besonderen auf die Aussage von Dr. F. in seinem Bericht 
vom 18. Februar 2008 hinzuweisen, dass der Sturzmechanismus vom 11. April 
2007 diese Verletzungen – die beidseitige Re-Ruptur – alleine nicht erklären 
könne. Daraus lässt sich klar ableiten, dass es ohne das Ereignis vom 26. Januar 
2007, lediglich durch ein Zusammenbrechen im Büro, wie dies der 
Berufungsbeklagte gegenüber dem SUVA-Arzt geschildert hatte, nicht zu 
Komplikationen der eingetretenen Art gekommen wäre. Mit anderen Worten kann 
der Werkmangel bzw. der damit verbundene Sturz nicht weggedacht werden, 
ohne dass auch die nach dem zweiten Ereignis eingetretenen Unfallfolgen 
entfielen. Gestützt auf die geschilderten Umstände sowie den Bericht von Dr. F. 
kann somit – entgegen den Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil – davon 
ausgegangen werden, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem 
Werkmangel bzw. dem Unfallereignis vom 26. Januar 2007 und der Re-Ruptur 
vom 11. April 2007 und deren Folgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
gegeben und damit nachgewiesen ist. Es bestehen keine ernsthaften Zweifel über 
die entscheidende Rolle der mangelhaften Werkbeschaffenheit für die letztlich 
eingetretenen Unfallfolgen. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf 
hingewiesen, dass es sich ohne weiteres rechtfertigt, auf den Bericht von Dr. F. 
abzustellen. Die beim zweiten Ereignis erlittenen Verletzungen wurden 
dokumentiert. Dr. F. lagen ausserdem sämtliche Akten der Krankengeschichte vor, 
und er führte eine eigene Untersuchung des Klägers durch. Seine 
Schlussfolgerungen basieren somit nicht auf blossen Annahmen, sondern auf 
umfassenden Vorakten und eigenen Untersuchungen wie auch auf medizinischer 
Literatur. Zudem erweisen sich die Ergebnisse als nachvollziehbar und schlüssig 
begründet.

In casu liegt zwischen der mangelhaften Werkbeschaffenheit und dem zweiten 
Ereignis bzw. der Re-Ruptur auch ein adäquater Kausalzusammenhang vor. 
Gemäss den schlüssigen Ausführungen von Dr. F. ist davon auszugehen, dass 
eine Komplikation nach Rekonstruktion der Sehnen vorliegt. Das Ausreissen oder 
die Re-Ruptur von Rekonstruktionen gehört gemäss dem Suva-Kreisarzt zum 
üblichen Komplikationsprofil dieser Eingriffe. Re-Rupturen stellen somit nichts 
Aussergewöhnliches dar. Betrachtet man zusätzlich die zeitliche Nähe der beiden 
Ereignisse, die nicht einmal drei Monate auseinander liegen, und den Ablauf des 
Zweitereignisses gemäss der glaubhaften Schilderung des Klägers – Umstände, 
die den Schluss von Dr. F. bestätigen, wonach eine übliche Komplikation des 
Erstereignisses vorliegt –, so kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, 

Seite  26 — 38

dass der Werkmangel bzw. das Unfallereignis vom 26. Januar 2007 und die dabei 
erfolgte Ruptur beider Quadricepssehnen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet war, ein Ereignis wie jenes vom 
11. April 2007 bzw. dessen Folgen herbeizuführen.

d/aa. Die Berufungsklägerinnen führten zur Begründung ihres Beweisantrags auf 
Einholen eines medizinischen Gutachtens in der Berufungserklärung vom 29. 
Januar 2010 aus, es würden sich Fragen der hypothetischen, überholenden 
Kausalität etc. stellen, die sich je nach Rechtsprechung auf den 
Haftungsmassstab, sicher jedoch auf die Schadensberechnung bzw. 
Schadenersatzbemessung auswirken würden (vgl. E. 2b). Anlässlich der 
Hauptverhandlung wurde dann geltend gemacht, da Dr. F. im Vorfall vom 26. 
Januar 2007 nur eine Mitursache für die schliesslich nach dem Aprilsturz 
aufgetretenen Komplikationen sehe, habe man es mit einem Problem der sog. 
überholenden Kausalität und innerhalb derselben mit dem Problem des 
Zusammenwirkens von Teilursachen zu tun.

d/bb. Von einer überholenden Kausalität wird dann gesprochen, wenn die 
Handlung des A – wobei damit in casu der Werkmangel gemeint wäre – zu einem 
bestimmten Schaden führt. Bevor dieser aber entsteht, wird er durch eine 
Handlung des B – in casu wäre dies der April-Sturz des Berufungsbeklagten – 
verursacht. Dabei haftet grundsätzlich derjenige, der den Schaden tatsächlich 
verursacht hat. Derjenige, der erst später zum Schädiger geworden wäre, wird mit 
dem Schaden nur durch eine hypothetische Kausalität verbunden. Für das 
effektive und allein entscheidende Schadenereignis hat er nicht einzustehen 
(Brehm, a.a.O., N 147 f. zu Art. 41 OR). Im Gegensatz zur überholenden 
Kausalität, die den primären Schadensverursacher befreit, ist dies in der Regel bei 
der hypothetischen Kausalität nicht der Fall. Von einer solchen wird gesprochen, 
wenn der Schaden tatsächlich durch die primäre rechtswidrige Handlung 
entstanden ist, er jedoch auch durch eine spätere, sekundäre Ursache erwachsen 
wäre. Die Haftung des primär Haftpflichtigen bleibt allein bestehen (Brehm, a.a.O., 
N 149 zu Art. 41 OR). Im vorliegenden Fall ist eine überholende wie auch eine 
hypothetische Kausalität schon deshalb zu verneinen, weil Dr. F. in seinem Bericht 
vom 18. Februar 2008 klar festhielt, dass der Sturzmechanismus vom 11. April 
2007 allein die beidseitige Re-Ruptur der Quadrizepssehnen nicht erklären könne. 
Das Ereignis vom 11. April 2007 war mit anderen Worten – sofern darin überhaupt 
eine Mitursache zu sehen wäre (vgl. dazu sogleich die Ausführungen im 
nachfolgenden Abschnitt) – keinesfalls allein entscheidend, so dass einzig 
dadurch auch kein Schaden der eingetretenen Art erwachsen wäre.

Seite  27 — 38

Fraglich ist unter diesen Umständen höchstens noch, ob eine Konkurrenz von 
Teilursachen besteht. Eine solche liegt vor, wenn mehrere Ursachen zusammen 
den Schaden bewirken, jedoch eine dieser Ursachen allein den Schaden nicht – 
oder zumindest nicht im konkret vorliegenden Umfang – herbeigeführt hätte. 
Aufgrund der Vorbringen der Berufungsklägerinnen ist in casu jene Konstellation 
in Betracht zu ziehen, in der der Schädiger sowie der Geschädigte selbst 
Teilursachen des Schadens setzen. Häufig sind dabei Fälle, in denen ein bereits 
eingetretener Schaden durch das Verhalten des Geschädigten noch vergrössert 
wird. Grundsätzlich haftet allerdings auch in einer solchen Konstellation der 
Schädiger für den ganzen Schaden. Das Verhalten des Geschädigten wäre 
allenfalls bei der Schadenersatzbemessung zu berücksichtigen (Rey, a.a.O., N 
628 u. N 641). Im vorliegenden Fall sprechen nun sowohl die Schilderung des 
Vorgangs durch den Berufungsbeklagten als auch der kreisärztliche Bericht dafür, 
dass im Ereignis vom 11. April 2007 gar keine Teilursache des Schadens zu 
sehen ist. Wie in E. 5c/cc dargelegt, erfolgte das fragliche Zusammenbrechen 
bzw. der fragliche Sturz ohne Dritteinwirkung und namentlich ohne schuldhaftes 
Verhalten des Geschädigten selbst; die Re-Ruptur erweist sich als eine übliche 
Komplikation der nach dem Unfall vom 26. Januar 2007 vorgenommenen 
Rekonstruktionen. Eine Konkurrenz von Teilursachen kann somit ausgeschlossen 
werden. Daran ändert auch die Aussage von Dr. F., der Sturzmechanismus vom 
11. April 2007 könne die aufgetretenen Verletzungen alleine nicht erklären, nichts. 
Diese Stellungnahme kann entgegen der Ansicht der Berufungsklägerinnen nicht 
so interpretiert werden, dass der Vorfall vom 26. Januar 2007 nur eine Mitursache 
für die schliesslich nach dem Aprilsturz aufgetretenen gesundheitlichen Folgen 
darstellt, so dass im Ereignis vom April zwingend eine weitere Ursache zu sehen 
wäre. Es lässt sich daraus lediglich ableiten, dass das Zusammenbrechen im Büro 
allein, wie dies der Berufungsbeklagte gegenüber dem SUVA-Arzt geschildert 
hatte, ohne den Erstunfall eben nie zur letztlich eingetretenen Schädigung geführt 
hätte, dass somit im Ereignis vom 26. Januar 2007 in jedem Fall eine 
Schadensursache liegt. Die Gesamtwürdigung des Berichts F., namentlich die 
Berücksichtigung seiner Einschätzung der Re-Rupturen als übliche Komplikation 
von Rekonstruktionen, ergibt schliesslich, wie oben dargelegt, dass im Ereignis 
vom 26. Januar 2007 die alleinige Schadensursache liegt. Aus diesem Grund ging 
im Ergebnis auch die SUVA lediglich von einem Unfallereignis aus. Liegen in 
diesem Sinn nicht mehreren Teilursachen vor, erübrigt sich auch das von den 
Berufungsklägerinnen in diesem Zusammenhang beantragte Einholen einer 
Expertise.

Seite  28 — 38

6a. Der Kausalzusammenhang wird unterbrochen, wenn eine andere adäquate 
Ursache hinzutritt, welche einen derart hohen Wirkungsgrad aufweist, dass die an 
sich adäquate Ursache nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht 
mehr beachtlich erscheint (Rey, a.a.O., N 552). Eine solche Ursache kann ein 
schweres Selbstverschulden des Geschädigten, ein Drittverschulden oder höhere 
Gewalt sein. Diese Faktoren müssen eine erhebliche Intensität aufweisen, 
ansonsten sie lediglich als mitwirkende Teilursachen gelten, die den ursächlichen 
Zusammenhang bestehen lassen. Sind die fremden, mitwirkenden Faktoren 
aufgrund ihrer ungenügenden Intensität nicht geeignet, die Adäquanz zu 
unterbrechen, bleibt der primäre Verursacher haftbar. Ein leichtes Verschulden 
des Geschädigten genügt in diesem Sinn in der Regel nicht, um die 
Kausalhaftpflicht des Schadensverursachers aufzuwiegen und den 
Kausalzusammenhang zwischen Werkmangel und Schaden zu unterbrechen. Es 
führt aber unter Umständen zu einem Abzug bei der Schadenersatz- bzw. 
Genugtuungsbemessung nach Art. 44 OR (Brehm, a.a.O., N 115 f. zu Art. 58 OR, 
N 136 ff. zu Art. 41 OR, N 76 ff. zu Art. 47 OR).

b. Die Berufungsklägerinnen bringen vor, der Kausalzusammenhang zwischen 
dem Werkmangel und den Januarsturzfolgen sei durch das Verhalten des 
Berufungsbeklagten unterbrochen worden, und zwar deshalb, weil dieser im 
Bewusstsein um die kalte Witterung unter Missachtung der am Eingang zum Areal 
aufgestellten Warntafel, mit nicht angepasster Bekleidung und in Kenntnis der 
unmittelbar hinter der Rampe liegenden, sichtbarerweise offenen JetWashboxen 
die mit Glatteis überzogene Rampe betreten habe. Namentlich habe er Schuhe 
getragen, die nach Aussage des Zeugen H. eine Sohle so glatt wie Fensterglas 
aufgewiesen hätten. Die Ehefrau des Klägers habe bestätigt, dass sie und ihr 
Ehemann für eine Festveranstaltung angezogen gewesen seien. Ein Begehen der 
Rampe hätte unter den herrschenden Bedingungen und Umständen überhaupt 
nicht zur Diskussion stehen dürfen. Auch der Kausalzusammenhang zwischen 
dem Sehnenriss vom Januar und dem Aprilsturz sei unterbrochen worden. 
Namentlich nachdem über den Aprilsturz nichts bekannt sei, sei der Beweis eines 
diesbezüglichen Kausalzusammenhangs nicht erbracht worden. Aufgrund des 
Berichts von Dr. F. sei sogar geradezu ausgeschlossen, dass der Januarsturz für 
den Aprilvorfall natürlich und adäquat kausal gewesen sei. Der Arzt habe nämlich 
ausgeführt, dass sich nach dem Januarsturz ein guter Reha-Verlauf mit 
ausgezeichnetem Trainingsergebnis bezüglich Muskulatur und ausgezeichnetem 
Beweglichkeitsergebnis eingestellt habe. Ohne das Auftreten eines anderen, von 
den Beklagten nicht zu vertretenden Ereignisses hätte es damit gar nicht zum 

Seite  29 — 38

Aprilsturz kommen können. Schliesslich sei auch der Kausalzusammenhang 
zwischen dem Sehnenriss vom Januar und den Folgen aus dem Aprilsturz 
unterbrochen bzw. sei die Diskussion über eine Unterbrechung von vornherein 
obsolet, nachdem bis heute nicht geklärt sei, welcher Anteil der Komplikationen 
auf den Januar-Vorfall und welcher auf den Aprilsturz zurückzuführen sei. Damit 
sei bezüglich Unterbrechung des Kausalzusammenhanges durch grobes 
Selbstverschulden nur ein Fazit möglich: Schon für die Folgen des Januarsturzes, 
mit Sicherheit aber für diejenigen des Aprilsturzes sei keine Haftung gegeben bzw. 
sei eine solche durch das Selbstverschulden des Berufungsbeklagten bzw. die 
hinzugetretene weitere Ursache auf jeden Fall erheblich zu reduzieren. Bei der 
Kollision einer normalen Kausalhaftung mit einem Selbstverschulden des 
Geschädigten greife nach Art. 44 OR nämlich regelmässig eine Reduktion der 
Haftungsquote Platz.

c/aa. Entgegen den Ausführungen der Berufungsklägerinnen kann dem 
Berufungsbeklagten nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er die vereiste 
Rampe überhaupt beging. Wie in Erwägung 4c/bb ausgeführt, erscheint aufgrund 
der Anlage des Garagengeländes die nahegelegene Rampe als direktester und 
gut begehbarer Weg von der geschlossenen Autowaschanlage zum 
Tankstellenshop. Dass die fragliche Rampe nur für das Befahren durch Fahrzeuge 
bestimmt ist, ist keineswegs erkennbar. Auch die Gefahr der Vereisung ist, sofern 
nicht zufällig in der offenen Waschanlage gerade ein Fahrzeug gewaschen und 
der dabei entweichende Sprühregen sichtbar wird, nicht ohne weiteres ersichtlich, 
insbesondere nicht für einen Kunden, der die Anlage nicht regelmässig besucht 
und sich mit den örtlichen Verhältnissen nicht auskennt. Dass die Warntafel am 
Eingang des Geländes nicht geeignet ist, einen Benutzer auf die Vereisungsgefahr 
hinsichtlich der Rampe hinzuweisen, wurde ebenfalls bereits dargelegt (vgl. E. 
4d/bb). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, hatte der Berufungsbeklagte unter 
diesen Umständen keine Veranlassung, nach einem anderen für Fussgänger 
geeigneteren Weg zu suchen.

Was den Vorwurf der nicht angepassten Bekleidung betrifft, so wird dem 
Berufungsbeklagten in der Berufung insbesondere vorgeworfen, ungeeignetes 
Schuhwerk getragen zu haben. Den entsprechenden Nachweis vermögen die 
Berufungsklägerinnen indes nicht zu erbringen. Zwar sagte der Zeuge H., Sohn 
von X. und Verwaltungsrat der Y. AG, aus, Z. habe Tanzschuhe mit glatter Sohle 
getragen. Die Schuhe hätten Ledersohlen aufgewiesen, kein Profil gehabt und 
seien glatt wie Fensterglas gewesen. Diese Aussagen widersprechen denjenigen 
von A., der Ehefrau des Klägers, die ihren Mann am fraglichen Tag begleitete und 

Seite  30 — 38

sich sicher war, dass dieser entsprechend der Jahreszeit Schuhe mit 
Gummisohlen getragen hatte. Die Aussagen dieser beider Zeugen sind wegen 
ihrer nahen Beziehung zu den Parteien mit Zurückhaltung zu würdigen. Abgestellt 
werden kann aber auf die Aussage des Rettungssanitäters J.. Dieser gab zu 
Protokoll, er vermöge sich nicht mehr präzis an das Schuhwerk zu erinnern. 
Seiner Meinung nach habe der Kläger Winterstiefel angehabt, was er aber nicht 
mit letzter Sicherheit bestätigen könne. Er sei sich aber sicher, dass der Patient 
keine Tanzschuhe angehabt habe. Eine abschliessende Erkenntnis lässt das 
Beweisergebnis unter diesen Umständen zwar nicht zu, doch lässt sich der 
Vorwurf des Selbstverschuldens durch das Tragen ungeeigneten Schuhwerks, für 
welches die Berufungsklägerinnen beweispflichtig wären, jedenfalls nicht erhärten. 
Abgesehen davon würde sich die grundsätzliche Frage stellen, ob der 
Berufungsbeklagte überhaupt verpflichtet gewesen wäre, sich mit 
wintertauglichem Schuhwerk auf dem Garagenareal zu bewegen, präsentierte sich 
dieses doch grundsätzlich schneefrei und trocken. Es kann in diesem 
Zusammenhang auf die Aussage des Zeugen H. sowie auf den Umstand 
verwiesen werden, dass die letzten leichten Niederschläge bereits am Abend des 
23. Januar 2007 gefallen waren. Bis zum Unfalltag blieb es danach 
niederschlagsfrei (vgl. KB 9).

c/bb. Dass der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 26. 
Januar 2007 bzw. der dabei erfolgten Ruptur beider Quadrizepssehnen und dem 
Ereignis vom 11. April 2007 bzw. dessen Folgen gegeben ist und bezüglich des 
Zusammenbruchs am 11. April 2007 kein schuldhaftes Verhalten des 
Geschädigten vorliegt, wurde in den Erwägungen 5c und 5d bereits dargelegt. 
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sich nach dem Januarsturz ein guter 
Rehabilitationsverlauf einstellte. Gerade weil das Ausreissen oder die Re-Ruptur 
von Rekonstruktionen zum üblichen Komplikationsprofil dieser Eingriffe gehören, 
konnte es auch bei normalem Heilungsverlauf und ohne das Auftreten eines 
anderen, von den Berufungsklägerinnen nicht zu vertretenden Ereignisses zum 
Vorfall vom 11. April 2007 kommen.

d. Unter diesen Umständen steht fest, dass kein Selbstverschulden des 
Berufungsbeklagten nachgewiesen ist, weder ein solches, das den 
Kausalzusammenhang unterbricht, noch ein solches, das eine Reduktion der 
Haftungsquote rechtfertigen würde.

7. Aufgrund der vorangehenden Ausführungen hat das Bezirksgericht Plessur 
eine Werkeigentümerhaftung von X. nach Art. 58 Abs. 1 OR zu Recht bejaht. 

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Darüber hinaus hat es festgestellt, dass die Y. AG gegenüber Z. gestützt auf Art. 
97 Abs. 1 OR aus Vertragsverletzung haftet (E. 9, S. 24 ff., des angefochtenen 
Urteils). Auf diese ebenfalls zutreffenden Ausführungen kann vorliegend 
verwiesen werden (Art. 229 Abs. 3 ZPO), zumal wie in Erwägung 3c dargelegt 
davon ausgegangen werden kann, dass eine vertragliche Haftung beim Bejahen 
eines Werkmangels sowie der massgeblichen Kausalzusammenhänge bzw. beim 
Verneinen eines Selbstverschuldens des Berufungsbeklagten anerkannt wird.

8a/aa. Nach Art. 47 OR kann das Gericht bei einer Körperverletzung dem 
Verletzten unter Würdigung der besonderen Umstände eine angemessene 
Geldsumme als Genugtuung zusprechen. Der Zweck der Genugtuungssumme 
besteht darin, durch eine schadenersatzunabhängige Geldleistung einen gewissen 
Ausgleich zu schaffen für erlittenen physischen und/oder psychischen Schmerz. 
Weil Art. 47 OR ein Anwendungsfall von Art. 49 OR ist, müssen die besonderen 
Umstände in der Schwere der Verletzung der Persönlichkeit liegen. Die 
Ausrichtung einer Genugtuungsleistung ist gerechtfertigt, wenn eine erhebliche 
Störung des psychischen Gleichgewichts, das heisst eine schwere 
Beeinträchtigung in den persönlichen Verhältnissen vorliegt, wie dies 
beispielsweise bei starken Schmerzen, längerer Hospitalisation, mehreren 
Operationen, bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen sowie seelischem Druck 
wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit der Fall sein kann (Rey, a.a.O., N 455 f.; 
Brehm, a.a.O., N 9, N 27 ff. u. N 161 ff. zu Art. 47 OR).

a/bb. Die Berufungsklägerinnen machen geltend, in concreto habe die 
Körperverletzung von Z. keine erhebliche Störung des psychischen 
Gleichgewichts hervorgerufen. Das Bezirksgericht habe die von Seiten der 
Beklagten vorgebrachten Umstände, welche gegen die Ausrichtung einer 
Genugtuungssumme, zumindest in der geltend gemachten Höhe, sprächen, völlig 
ausser Acht gelassen. Im Bericht von Dr. F. vom 18. Februar 2008 sei die Rede 
davon, dass sich nach dem Januar-Sturz ein guter Reha-Verlauf mit 
ausgezeichnetem Trainingsergebnis bezüglich Muskulatur und ausgezeichnetem 
Beweglichkeitsergebnis eingestellt hätte. Sodann gehe aus dem SUVA-Bericht 
vom 5. Mai 2009 hervor, dass der Kläger in den 14 Monaten seit der letzten 
kreisärztlichen Untersuchung im Februar 2008 an Funktionalität deutlich zugelegt 
habe. Beispielsweise sei ihm das Bergwandern aufwärts ohne Probleme wieder 
möglich. Schliesslich erachte der Kreisarzt eine weitere Verbesserung des 
Gesundheitszustandes mittels eines neuen therapeutischen Ansatzes durchaus 
für möglich. Nachdem dieser Therapieversuch bis heute nicht unternommen 
worden sei, stelle sich natürlich schon die Frage, ob eine Frühpensionierung und 

Seite  32 — 38

die damit einhergehende Beeinträchtigung des Lebensgefühls überhaupt 
notwendig gewesen wären. Im Übrigen sei daran erinnert, dass die 
Arbeitsfähigkeit immerhin bei 75 % gelegen habe. Der Kläger sei daher nicht 
vollständig arbeitsunfähig geworden. Für dessen Haltung als Chefarzt, der dem 
Prinzip "Alles oder Nichts" gehorche, bzw. für die sich daraus ergebenden 
persönlichen Konsequenzen hätten die Berufungsklägerinnen nicht einzustehen, 
möge diese Einstellung aus Arbeitgebersicht auch noch so positiv daherkommen.

a/cc. Zweifellos erlitt der Berufungsbeklagte durch die vorliegend zu 
beurteilenden Ereignisse schwere Verletzungen. Die Ruptur der 
Quadrizepssehnen auf beiden Seiten mit Re-Ruptur im Abstand von rund 12 
Wochen beschreibt Dr. F. in seinem Bericht vom 18. Februar 2008 als äusserst 
seltenes und schwerwiegendes Ereignis (KB 22, S. 4). Es trifft zu, dass sich nach 
dem Unfall vom 26. Januar 2007 der intra- und postoperative Verlauf 
komplikationslos gestaltete (vgl. den Austrittsbericht von pract. med. K., D., vom 5. 
Februar 2007 [KB 17]) und dass auch die anschliessende Rehabilitation 
planmässig verlief (vgl. den Austrittsbericht der Physiotherapie Rheumatologie der 
Klinik Valens vom 6. März 2007 [KB 18]). Dies darf aber nicht darüber 
hinwegtäuschen, dass zu jenem Zeitpunkt noch keine vollständige 
Wiederherstellung des Gesundheitszustandes von Z. vorlag. So war er 
beispielsweise noch immer auf Beinschienen angewiesen und hatte regelmässige 
Therapieeinheiten zu absolvieren. Nach den Re-Rupturen vom 11. April 2007 
wurden dann erneut eine Operation sowie Rehabilitationsmassnahmen notwendig. 
Es lässt sich den im Anschluss daran verfassten Berichten (Bericht Dr. med. L., 
D., vom 30. Juli 2007 [KB 20] sowie vom 3. September 2007 [KB 21], Bericht Dr. 
med. F. vom 18. Februar 2008 [KB 22]) entnehmen, dass sich der 
Gesundheitszustand des Berufungsbeklagten danach stetig verbesserte, 
insbesondere was die Kniegelenksbeweglichkeit, die Kraft im Bereich der 
Oberschenkel und die Gehkoordination betrifft. Einerseits steht aber fest, dass 
dies nur durch fortgesetzte Physiotherapie und regelmässiges Krafttraining 
möglich war, was ohne Frage erhebliche Zeit in Anspruch nahm und den 
Genannten sowohl in seinen haupt- und nebenberuflichen als auch in seinen 
Freizeitaktivitäten entsprechend einschränkte. Anderseits diagnostizierte Dr. F. am 
18. Februar 2008 eine persistierende noch deutliche Koordinationsstörung und 
einen persistierenden Mangel an dynamischer Stabilisierung, rechts ausgeprägter 
als links, somit eine immer noch bestehende erhebliche gesundheitliche 
Beeinträchtigung. Gleichzeitig äusserte er seine Überzeugung, dass eine 
Verbesserung des heutigen Zustandes mit Sicherheit möglich und wahrscheinlich 

Seite  33 — 38

sei, dass eine restitutio ad integrum oder ein status quo sine wegen des 
bleibenden Verlustes eines wesentlichen Teils der propriozeptiven Steuerung 
indes nicht erreicht werden könne. Der Versicherte werde auch in Zukunft auf 
kompensatorische Mechanismen bei der Steuerung seiner Bewegung angewiesen 
sein, weshalb mit einer bleibenden Beeinträchtigung zu rechnen sei, welche die 
Arbeitsfähigkeit deutlich beeinflusse (vgl. KB 22, S. 4). Gemäss Bericht von Dr. 
med. L. vom 26. Januar 2009 (KB 25) lag denn zu diesem Zeitpunkt auch immer 
noch ein persistierendes mässiges Funktionsdefizit der Quadrizepssehnen vor. 
Der Arzt äusserte die Meinung, dass sich die Arbeitsfähigkeit von aktuell 75 % 
aufgrund der Funktionseinschränkung sicher nicht steigern lasse. Es sei 
anzunehmen, dass diese Situation auch in Zukunft kaum verbesserungsfähig sein 
werde. Der Berufungsbeklagte war bis zu seiner Frühpensionierung per Ende 
Februar 2010 dann auch tatsächlich nicht mehr in der Lage, den vor dem Unfall 
ausgeübten Beruf als Chefarzt der M. des Kantonsspitals B. wie bis anhin 
auszuüben.

Dass sich Z. unter den erwähnten Umständen entschloss, seine über Jahrzehnte 
ausgeübte Chefarzt-Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aufzugeben, 
ist, selbst wenn am Schluss wieder eine Arbeitsfähigkeit von 75 % vorlag, 
entgegen den Ausführungen der Berufungsklägerinnen durchaus nachvollziehbar. 
Dies wurde auch von Prof. Dr. med. N., Kreisarzt-Stellvertreter der SUVA, in 
Kenntnis des Arbeits- und Leistungsprofils in diesem spezialisierten Bereich der 
Medizin so beurteilt (vgl. den Bericht vom 5. Mai 2009 [KB 27], S. 5), wie auch von 
der CSS, die in ihrem Schreiben vom 14. Mai 2009 festhielt, die frühzeitige 
Pensionierung erfolge aus unfallbedingt medizinisch nachvollziehbaren Gründen 
(KB 28). Im Übrigen steht keineswegs fest, dass sich eine Frühpensionierung 
durch eine operative Massnahme hätte vermeiden lassen, wie dies die 
Berufungsklägerinnen andeuten. Zwar wurde im Bericht von Dr. med. L. vom 26. 
Januar 2009 (KB 25) die Möglichkeit einer chirurgischen Massnahme zur 
Verbesserung des Gesundheitszustands des Berufungsbeklagten angesprochen. 
Zudem ist im erwähnten Bericht des Kreisarzt-Stellvertreters der SUVA vom 5. Mai 
2009 (KB 27) von einem neuen therapeutischen Ansatz die Rede. An sich darf von 
einem Geschädigten unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht erwartet 
werden, dass er sich einer Operation unterzieht, dies allerdings nur dann, wenn 
der Eingriff gefahrlos ist, keine nennenswerten Schmerzen bereitet und wenn er 
den körperlichen Zustand mit Sicherheit verbessert (vgl. Brehm, a.a.O., N 50 zu 
Art. 44 OR). Im vorliegenden Fall wurde von Dr. L. gerade als zweifelhaft beurteilt, 
ob sich die in Frage stehende Operation in einer besseren Funktionsfähigkeit 

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niederschlagen würde, weshalb in der Folge von einem entsprechenden Eingriff 
Abstand genommen wurde. Auch was den vom SUVA-Kreisarzt-Stellvertreter 
angesprochenen neuen therapeutischen Ansatz betrifft, so geht weder aus dem 
entsprechenden Bericht hervor noch vermögen die Berufungsklägerinnen näher 
darzulegen, wie es um die Erfolgsaussichten des Eingriffs steht. In Anbetracht 
dessen kann nicht einfach davon ausgegangen werden, dass sich die mit der 
Frühpensionierung einhergehende Beeinträchtigung des Lebensgefühls durch 
eine Operation massgeblich hätte verbessern lassen, zumal in Betracht gezogen 
werden muss, dass ein weiterer operativer Eingriff wiederum mit Schmerzen, 
Rehabilitationsmassnahmen sowie einem Arbeitsunterbruch verbunden gewesen 
wäre. 

Schliesslich ist zu beachten, dass die bleibende Teilinvalidität bzw. der Verlust der 
vollen Arbeitsfähigkeit und damit einhergehend seiner Tätigkeit als Privatdozent 
und Referent nur einer der Aspekte ist, die den Berufungsbeklagten in seinem 
Wohlbefinden beeinträchtigen. Um den erreichten Gesundheitszustand aufrecht 
erhalten zu können, absolviert er ein intensives tägliches Training und einen 
kontinuierlichen Kraftaufbau. Zudem kann er vor dem Unfall betriebene Sportarten 
wie Tennis, Skifahren und Langlauf sowie weitere Hobbys nicht mehr ausüben. 
Dies wird von seiner Ehefrau A. als Zeugin bestätigt und auch von den 
Berufungsklägerinnen in der Berufung nicht mehr grundsätzlich bestritten. Der 
Berufungsbeklagte ist unter diesen Umständen auch in seinen Freizeitaktivitäten 
bzw. in seiner Lebensplanung für die Zeit nach der Pensionierung erheblich 
eingeschränkt. Von einer erheblichen und dauernden Beeinträchtigung in der 
körperlichen Integrität von Z. ging nicht zuletzt auch die CSS-Versicherung aus, 
weshalb sie eine entsprechende Integritätsentschädigung ausrichtete (KB 30). In 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist daher davon auszugehen, dass der 
Berufungsbeklagte eine schwere, eine Genugtuung rechtfertigende 
Beeinträchtigung in seinen persönlichen Verhältnissen erlitten hat.

b/aa. Was die Bemessung der Genugtuungssumme betrifft, so wenden die 
Berufungsklägerinnen zum einen ein, der Genugtuungsanspruch sei dem 
Selbstverschulden des Klägers entsprechend zu reduzieren. Wie in Erwägung 6 
dargelegt, ist ein Selbstverschulden von Z. nicht ausgewiesen, so dass auch kein 
Anlass besteht, unter diesem Titel eine Reduktion der Genugtuungssumme 
vorzunehmen.

b/bb. Zum anderen führen die Berufungsklägerinnen aus, das Bezirksgericht 
habe bei der Genugtuungsbemessung auf das SUVA-Verfahren und die dort 

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vorgenommene Bemessung der Integritätsentschädigung abgestellt und damit auf 
ein Verfahren, in dem sie nicht hätten mitwirken können. Im Bereich des 
Sozialversicherungsrechts würden gerade in Fällen, wie dem vorliegenden, 
andere Grundsätze gelten als im Haftpflichtrecht. Fragen, wie diejenigen des 
Vorliegens eines Werkmangels, eines Selbstverschuldens usw. hätten von der 
CSS-Versicherung nicht überprüft werden können und seien deshalb 
unberücksichtigt geblieben. Im Haftpflichtprozess seien aber eben diese Fragen 
von zentraler Bedeutung. 

Diese Einwände verfangen nicht. Im vorliegenden Verfahren wurden die 
Voraussetzungen eines Genugtuungsanspruchs von der Vorinstanz – unter 
Mitwirkung der Beklagten – einlässlich geprüft und korrekt beurteilt. Dass beim 
Bestehen eines derartigen Anspruchs im Sinne eines Richtwerts auf die 
Integritätsentschädigung der Unfallversicherung zurückgegriffen wird, erweist sich 
als zulässig, liegt damit doch ein sachlicher Anhaltspunkt zur Beurteilung der 
objektiven Schwere der Beeinträchtigung vor (BGE 132 II 117 ff. [120 f.], E. 2.2.3). 
Das Bezirksgericht hat seine Vorgehensweise im Übrigen einlässlich begründet. 
Die vom Gericht vorgenommene Erhöhung der Basisgenugtuung von Fr. 26'700.-- 
auf Fr. 35'000.-- stützt sich im Weiteren auf eine umfassende Würdigung der 
Umstände, die von den Berufungsklägerinnen nicht substanziert gerügt wird. Es 
kann daher an dieser Stelle auf die zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen 
Urteil verwiesen werden (E. 10, S. 26 ff., des angefochtenen Urteils, Art. 229 Abs. 
3 ZPO).

c. Unter diesen Umständen erweist sich die Berufung von X. und der Y. AG in 
allen Punkten als unbegründet und ist abzuweisen.

9a/aa. Nach Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der in einem zivilrechtlichen Verfahren 
unterliegende Teil in der Regel zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens 
verpflichtet. Hat keine Partei vollständig obsiegt, können die Kosten 
verhältnismässig verteilt werden. Von diesen Regeln kann insbesondere dann 
abgewichen werden, wenn die unterliegende Partei sich in guten Treuen zur 
Prozessführung veranlasst sah oder der genaue Umfang des Anspruchs für den 
Kläger aus objektiven Gründen nicht überblickbar war. Die unterliegende Partei 
wird nach Art. 122 Abs. 2 ZPO zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden 
Partei alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu 
ersetzen. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, 
können die aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die 
gerichtlichen verteilt werden.

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a/bb. Z. klagte im vorinstanzlichen Verfahren eine Genugtuungszahlung von Fr. 
40'000.-- ein, unter Anrechnung der Integritätsentschädigung gemäss UVG. 
Zugesprochen wurde ihm eine Genugtuung von Fr. 35'000.--, unter Anrechnung 
der erwähnten Integritätsentschädigung. Die Vorinstanz ging davon aus, dass der 
Kläger damit zu rund 4/5 obsiegte, weshalb es ihm die Gerichtskosten im Umfang 
von 1/5 auferlegte und ihm 3/5 des Honorars seines Rechtsvertreters, nämlich Fr. 
8'776.90, als ausseramtliche Entschädigung zulasten der Beklagten zusprach.

b/aa. In seiner Anschlussberufung macht der Berufungsbeklagte geltend, das 
Bezirksgericht Plessur habe offensichtlich einen Rechenfehler begangen. Er habe 
im erstinstanzlichen Verfahren nämlich nicht zu 4/5, sondern zu 7/8 obsiegt. 
Dementsprechend seien die Kosten des Kreisamtes B. und des Bezirksgerichtes 
Plessur zu 7/8 den solidarisch haftenden X. und der Y. AG aufzuerlegen. Zudem 
habe er aussergerichtlich Anspruch auf Vergütung von 6/8 seiner eingereichten 
Honorarforderung, nämlich Fr. 10'971.15.

b/bb. Geht man vorliegend vom insgesamt eingeklagten Betrag von Fr. 40'000.-- 
und der im Ergebnis zugesprochenen Genugtuungssumme von Fr. 35'000.-- aus, 
so hätte der Kläger im Ergebnis tatsächlich zu 7/8 obsiegt. Allerdings stand die 
Integritätsentschädigung von Fr. 26'700.-- an sich nicht zur Beurteilung, so dass 
effektiv noch ein Betrag von Fr. 13'300.-- im Streit lag. Davon bekam der Kläger 
Fr. 8'300.-- zugesprochen. Bei dieser Betrachtungsweise hätte der Kläger lediglich 
zu rund 3/5 obsiegt. Berücksichtigt man, dass die Bestimmung einer 
angemessenen Genugtuungsforderung für die klagende Partei nicht einfach ist, 
und dass dem Gericht bei der Festlegung der Genugtuung ein gewisser 
Ermessensspielraum zusteht, erscheint es indes auch diesfalls durchaus 
gerechtfertigt, dass die Vorinstanz den Kläger lediglich mit 1/5 und nicht mit 2/5 
der Kosten belastete. Letztlich wurde dies auch von den Berufungsklägerinnen 
nicht beanstandet. Jedenfalls aber liegt die Differenz zwischen einem Obsiegen zu 
4/5 und einem solchen zu 7/8 bei minimalen 3/40, so dass aus Sicht des 
Kantonsgerichts keine Notwendigkeit besteht, in das Ermessen, das der 
Vorinstanz in Bezug auf die Kostenverteilung zusteht, einzugreifen. Die 
Anschlussberufung ist somit ebenfalls abzuweisen.

10a. Die in Erwägung 9a/aa hinsichtlich der Kostenverteilung dargelegten 
Grundsätze gelten nicht nur für das erstinstanzliche Verfahren, sondern gestützt 
auf Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 ZPO auch für das 
Berufungsverfahren.

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b/aa. Vorliegend sind sowohl die Berufung als auch die Anschlussberufung 
abzuweisen. Während im Berufungsverfahren ein Betrag von Fr. 8'300.-- im Streit 
lag, bildete Gegenstand der Anschlussberufung eine Summe von rund Fr. 2'850.-- 
(Verfahrenskosten: 3/40 von Fr. 8'714.-- = Fr. 653.55; ausseramtliche Kosten: 
Differenz zwischen den mittels Anschlussberufung eingeforderten Fr. 10'971.15 
und den von der Vorinstanz zugesprochenen Fr. 8'776.90 = Fr. 2'194.25). Für die 
Kostenverteilung kann allerdings nicht schematisch auf diese Beträge abgestellt 
werden, betraf die Anschlussberufung doch lediglich einen untergeordneten Punkt, 
so dass die Beurteilung der Berufung wesentlich mehr Aufwand verursachte. Es 
rechtfertigt sich unter diesen Umständen, die Kosten des Berufungsverfahrens zu 
7/8 den solidarisch haftenden Berufungsklägerinnen und zu 1/8 dem 
Berufungsbeklagten aufzuerlegen.

b/aa. Aufgrund dieses Verfahrensausgangs haben die Berufungsklägerinnen dem 
Berufungsbeklagten 7/8 seiner ausseramtlichen Kosten zu ersetzen. Rechtsanwalt 
Casanova macht für das Berufungsverfahren einen Aufwand von 12 Stunden 
geltend, was unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer eine Honorarforderung 
von insgesamt Fr. 3'098.90 (12 x Fr. 240.-- = Fr. 2'880.-- + Mehrwertsteuer von Fr. 
218.90) bzw. einen Entschädigungsanspruch von Fr. 2'711.55 ergibt. Der 
Berufungsbeklagte hat den Berufungsklägerinnen aber seinerseits 1/8 ihrer 
ausseramtlichen Kosten zu ersetzen. Die Honorarnote von Rechtsanwalt Lippuner 
für das Berufungsverfahren setzt sich aus einem Aufwand von 26.5 Stunden, 
einem Interessenwertzuschlag von Fr. 2'000.--, Barauslagen von Fr. 200.20 sowie 
der Mehrwertsteuer auf diesen Beträgen zusammen. Nach herrschender Praxis 
des Kantonsgerichts darf ein Interessenwertzuschlag allerdings nur einmal 
erhoben werden, auch wenn die Streitsache vor mehreren Instanzen ausgetragen 
wird, so dass der im Berufungsverfahren geltend gemachte Zuschlag nicht 
berücksichtigt werden kann. Die Honorarforderung beläuft sich damit auf 
insgesamt Fr. 7'058.80 (Honorar 26.50 x Fr. 240.-- = Fr. 6'360.-- + Spesen von Fr. 
200.20 = 6'560.20 + Mehrwertsteuer von Fr. 498.60), was einen 
Entschädigungsanspruch der Berufungsklägerinnen von Fr. 882.35 ergibt. 
Verrechnet man die beiden Ansprüche, so resultiert eine ausseramtliche 
Entschädigung von 1'829.20 inklusive Mehrwertsteuer, die die solidarisch 
haftenden Berufungsklägerinnen dem Berufungsbeklagten für das vorliegende 
Verfahren auszurichten haben.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung und die Anschlussberufung werden abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungs- und Anschlussberufungsverfahrens von Fr. 
8'640.-- (Gerichtsgebühr Fr. 8'000.--, Schreibgebühr Fr. 640.--) gehen zu 
7/8 unter solidarischer Haftung zu Lasten der Berufungsklägerinnen und 
Anschlussberufungsbeklagten und zu 1/8 zu Lasten des 
Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers. Die 
Berufungsklägerinnen und Anschlussberufungsbeklagten haben den 
Berufungsbeklagten und Anschlussberufungskläger ausseramtlich unter 
solidarischer Haftung mit Fr. 1'829.20 inklusive Mehrwertsteuer zu 
entschädigen.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, falls 
sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: