# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35d3573d-781c-51e1-ad98-4038ec8cf413
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-30
**Language:** de
**Title:** Kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung mangels gesundheitlich bedingter Schwierigkeiten bei der Stellensuche. Trotz fortgeschrittenen Alters Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gegeben. Rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
**Docket/Reference:** IV.2020.00740
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00740.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00740
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiberin Leicht
Urteil
vom
3
0.
Juni 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X.___
war seit
dem
1.
März 1988
als Reini
gungsmitarbeiter bei
Y.___
in einem 100
%-Pensum angestellt (
Urk.
7/53
).
Nach erfolgte
r Früherfassung
(Urk.
7/12) meldete sich der Versicherte a
m 22.
Oktober 2018 (Eingangsdatum) bei der Invalidenversicher
ung zum Leis
tungsbezug an (Urk.
7/18). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
(
Urk.
7/22,
Urk.
7/26,
Urk.
7/28 und
Urk.
7/30)
.
Am 3.
April 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten den Abschluss der beruflichen
M
assnahmen
mit
mit
der Begrün
dung, er sei
rentenausschliessend
eingegliedert
(Urk.
7/29).
Am 1.
Oktober 2019 meldete sich der Versicherte ern
eut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/33). Mit Schreiben vom 10.
Oktober 2019 setzte die IV-Stelle dem Versicherten eine Frist an,
zur Glaubhaftmachung einer relevanten Änderung in der gesundheitlichen Situation
Beweismittel einzureichen
,
unter der Androhung, dass ansonsten auf das Gesuch
nicht
eingetreten werde (Urk.
7/34).
Der Versicherte reichte in der Folge Arztberichte ein
(
Urk.
7/41 f.), worauf
die IV-Stelle
auf die Neuanmeldung eintrat, einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten abrief (
Urk.
7/51), die Akten der Pensionskasse der Stadt
Z.___
beizog (
Urk.
7/46
,
Urk.
7/55
) und bei den behandelnden Ärzten (
Urk.
7/50) sowie der
Arbeitgeberin (
Urk.
7/53) Auskünfte einholte
. Am 17.
Dezember 2019 teilte sie dem Versicher
ten mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen
möglich seien (Urk.
7/47).
Das Arbeitsverhältnis des Versicherten wurde von Seiten des Arbeitgebers per 30
. November 2020
aufgelöst
(
Urk.
7/65).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom
6.
Mai 2020 [
Urk.
7/60], Einwand vom
5.
Juni
2020 [
Urk.
7/66])
, verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 23.
September
2020
bei ein
em Invaliditätsgrad von 21
%
eine
n
L
eistungs
anspruch des Versicherten
(Urk. 7/73 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der
Versicherte mit Eingabe vom 23.
Oktober 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm Eingliederu
ngsmassnahmen zuzusprechen sowie
es sei ih
m eine Rente zuzuspre
chen (Urk. 1 S.
2
). Mit Beschwerdeantwort vom 2.
Dezember 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6), was dem Beschw
er
deführer mit Verfügung vom 7.
Dezember 2020
mitgeteilt wurde (Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalide oder von einer
Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.4
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, ha
ben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.5
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen
Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungs
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vor
han
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tä
tig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.
1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle, gemäss den Abklärungen sei dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit im Reinigungsbereich nicht mehr zumutbar. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit sei ihm jedoch im Vollzeitpensum zumutbar. Die psychischen Beschwerden begründeten keine langandauernde Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Einkommensvergleich ergeb
e einen Invali
ditätsgrad von 21
%. Da der Beschwerdeführer in einer sitzenden Tätigkeit im Vollzeitpensum arbeitsfähig sei, sei für die Unterstützung bei der Stellensuche das regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig. Der Beschwerdefüh
rer sei nicht aufgrund seiner gesundheitlichen Situation bei der S
tellensuche ein
geschränkt (Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
er sei fast
62-jährig und habe seit über 33
Jahren am gleichen Arbeitsplatz gearbeitet. Zu
dem spreche er wenig
D
eutsch, habe keine Berufsausbildung, und habe nie an einer anderen Stelle gearbeitet. Er habe diverse gesundheitliche Probleme, die zu einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 21
% führten. Er habe auf jeden Fall An
spruch auf Arbeitsvermittlung. Sollte
n
Eingliederungsmassnahmen nicht zuge
sprochen werden, sei ihm eine Rente zuzusprechen, da davon auszugehen s
ei, dass er seine theoretisch
noch vorhandene Restarbeitsfähigkeit nicht mehr aus
schöpfen könne
(Urk. 1 S. 5
ff.).
2.3
Strei
tig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dr.
med.
A.___
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
welcher den
Beschwer
deführer bereits im September
2018 gutachterlich untersucht hatte (
Urk.
7/22),
diagnostizierte
in seinem Bericht vom 21.
November 2019
zuhanden der Pensionskasse der Stadt
Z.___
betreffend
die
vertrauensärztliche Unter
suchung
vom 1
5.
November 2015
eine leichte depressive Störung (ICD-10 F32.0). Der Beschwerdeführer zeige dabei immer wiederkehrendes Gedankenkreisen um die Arbeit, leichte Konzentrationsschwierigkeiten und Angst um d
ie finanzielle Zukunft. In der Psychiatrischen K
linik
B.___
(Abklärung
suntersuchung vom 2
9.
Mai 2019; vgl.
Urk.
7/41
)
sei dieses Störungsbild als Anpassungsstörung beurteilt worden. Eine Anpassungsstörung sei die Reaktion auf ein äusseres oder inneres Ereignis oder eine Belastung. Beim Beschwerdeführer dauere dieser Zustand nun doch schon mehrere Jahre, weshalb er hier von einer leichten depressiven Stö
rung
spreche. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer grundsätzlich arbeits
fähig. Die leichte depressive Störung habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Er zeige ein quasi identisches Zustandsbild wie bei der letzten Untersuchung vor einem Jahr. Es bestehe ein Konflikt zwischen ihm und seinem Vorgesetzten. Dabei verarbeite der Beschwerdeführer Entscheide der Vorgesetzten leicht paranoid. Es sei von einer arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit aus
zugehen. An einer anderen Arbeitsstelle könne er aus psychiatrischer Sicht ar
beitstätig sein und eine volle Arbeitsleistung e
rbringen (Urk.
7/55 S.
12
f
.).
3.2
Dr.
med.
C.___
, Allgemeine Innere Medizin FMH,
nannte in seinem Bericht vom
4.
Dezember
2019 zuhanden der Pensionskasse der Stadt
Z.___
betreffend die Untersuchung vom
2.
Dezember
2019 als Diagnose persistierende Knieschmerzen rechts bei leichten degenerativen Veränderungen am rechten Kniegelenk.
Hierbei stützte er sich auf spezialärztliche Berichte der behandelnden Ärzte der orthopädischen Poliklinik des
Spitals C.___
vom 1
3.
Juni
(vgl.
Urk.
7/42/12 f.)
und 1
9.
August 2019
(vgl.
Urk.
7/32 =
Urk.
7/42/10, allerdings datierend vom 2
9.
August
2019)
sowie de
r rheumatologischen Polikli
nik des
Spitals C.___
vom 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
7/42/4 ff.) und ärztliche Zeugnisse des Hausarztes und des
Spitals C.___
(vgl.
Urk.
7/32/3).
Er führte aus, seit Ende 2018 bestün
den belastungsabhängige Knieschmerzen rechts. Ausgedehnte Abklärungen hät
ten lediglich geringartige degenerative Veränderungen am rechten Kniegelenk ergeben. Langdauernde Behandlungen seien ohne anhaltenden Erfolg geblieben
. Es bestehe offen
bar eine verminderte Belastbarkeit des rechten Kniegelenks.
Die Berufsunfähigkeit betrage 100
%
seit dem 1
1.
Januar 2019 und bis auf
Weiteres. Im Moment könne keine Prognose abgegeben werden, wann der Beschwerdefüh
rer mindestens ein Teilpensum in seiner bisherigen Tätigkeit aufnehmen könne und ob das Pensum bis auf 100
%
gesteigert werden könne. Aufgrund der Vor
geschichte und der Befunde vermute er auch eine psychische Komponente der Knieschmerzen. In einer angepassten Tätigkeit mit vorwiegendem Sitzen, gele
gentlichem Gehen und Stehen sei eine 100%ige Erwerbsfähigkeit möglich
(Urk. 7/55 S. 6
f.)
.
Letzteres präzisierte er in einer Email vom 1
9.
Dezember
2019 dahingehend, als der Beschwerdeführer ab sofort für eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
einsatzfähig sei (
Urk.
7/55/3).
3.3
Nach dem
Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen in seiner ange
stammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiter eingeschränkt ist, in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit jedoch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus
zu
ge
hen ist. Das Vorliegen einer relevanten psychischen Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ist zu verneinen
.
4.
4.1
Strei
tig ist
zunächst
der Anspruch des Beschwerdeführe
rs auf Arbeitsvermittlung (Art.
18 Abs.
1
lit
.
a IVG
).
Der Versicherte verfügt unbestritten über eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster
Tät
igkeit, d.h. vorwiegend sitzend mit gelegentli
chem
Gehen und Stehen.
4.2
Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung
hält
die
IV-Stelle
fest, der An
spruch sei dann begründet, wenn die versicherte Person
aufgrund der Beeinträch
tigung
in der Stellensuche selbst eingeschränkt sei. Wen
n
die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen sei, als der versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar seien, bedürfe es zusätzlich einer spezifischen Einschränkung ge
sundheitlicher Natur
. Dass der Beschwerdeführer in der Stellensuche aufgrund seiner gesundheitlichen Situation eingeschränkt sei, gehe nicht aus den Unterla
gen hervor
(Urk.
2)
.
4.3
Der Beschwerdeführer
macht geltend
, es sei allen Personen eine Arbeitsvermitt
lung zu gewähren, die infolge einer Gesundheitsbeeinträchtigung nicht mehr im bisherigen Beruf erwerbstätig sein könnten und arbeitslos seien. Die frühere Pra
xis, wonach eine versicherte Person nur einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung gehabt habe, wenn sie bei der Suche einer geeigneten Arbeitsstelle wegen ihres Gesundheitsschadens Schwierigkeiten gehabt habe oder invaliditätsbedingt spe
zielle Anforderungen an den Arbeitsplatz oder an den Arbeitgeber gestellt habe, sei m
it der 5.
IV
-Revision, welche bereits am 1.
Januar 2008 in Kraft getre
ten sei, verworfen worden (Urk. 1 S.
6).
4.4
Art.
18 Abs.
1 IVG
setzt als Anspruchsvoraussetzung eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
6 ATSG
voraus. Damit ist nicht nur dessen erster Satz gemeint, sondern ist a
uch auf den zweiten verwiesen: «
Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenber
eich berücksich
tigt.»
Bei - qualitativ und quantitativ - voller Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätig
keit besteht mit Blick auf Art.
6 zweiter Satz ATSG keine Ar
beitsunfähigkeit und mithin auch kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Urteil
des Bundesgerichts
9C_236/2012 vom 15.
Februar 2013 E.
3.7 mit Hinweisen). Ein solcher setzt auch nach Inkraftt
reten der 5.
IV-Revision (am 1.
Januar 2008, AS 2007 5147) bei voller Zumutbarkeit leichter Tätigkeiten zusätzlich eine spezi
fische Einschränkung gesundheitlicher Art voraus. Ist die fehlende berufliche Eingliederung nicht auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellen
su
che zurückzuführen, sondern auf invaliditätsfremde Probleme, sind die Voraus
setzungen für Arbeitsvermittlung durch die Invalidenversicherung nicht erfüllt
(vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_329/2020 vom 6.
August 2020 E.
3.2.3 mit Hinweisen).
4.5
Der Beschwerdeführer ist in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig.
Inwie
fern sich
seine gesundheitlichen Einschränkungen in einer
solchen
Tätigkeit
aus
wirken soll
en
, legt er nicht dar und
ist auch nicht ersichtlich
. Ebenso wenig sind
gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche
ersich
tl
ich
.
Viel
mehr
verweist
der Beschwerdeführer
auf
invaliditätsfremde
Schwierigkeiten auf
grund seiner fehlenden
Sprachkenntnisse und
fehlenden Ausb
ildung
.
Damit sind die Voraussetzungen nicht erfüllt und es besteht kein Anspruch auf Arbeitsver
mittlung.
5.
5.1
Streitig
ist im Weiteren
, ob der Beschwerdeführer angesichts seines fortgeschrit
tenen Alters nach allgemeiner Lebenserfahrung in einem als ausgeglichen unter
stellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und die verbliebene Leistungs
fähigkeit erwerblich verwerten kann
(vgl. vorne E. 1.5)
.
5.2
Das Bundesgericht hat den Zeitpunkt, in welchem die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, auf das Fest
stehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit gelegt. Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachver
halts
feststellung
erlauben (
vgl.
vorne
E.
1.5
).
Im vorliegenden Fall war dies am
4.
Dezember
2019 (vgl.
E.
3.2) der Fall.
5.3
Der am
3.
Februar 1959 geborene Beschwerdeführer war in dem für die Beurtei
lung der Restarbeitsfähigkeit massgebenden Zeitpunkt (
4
.
Dezember 2019
) 60
Jahre
und 10 Monate
alt,
was für sich allein die Verwertbarkeit noch nicht aus
schliesst
.
Dem Beschwerdeführer
verbliebe
n noch vier Jahre und
zwei
Monate bis zum Eintritt in das AHV-Rentenalter.
Diese Aktivitätsdauer reicht grund
sätzlich aus, um eine neue einfache Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzu
arbeiten und die Arbeit auszuüben
. In Frage kämen
einfache
Kontroll-,
Über
wachungs
-, Sortier-, Prüf-
und Verpackungstätigkeiten sowie
leichte
Montage
arbeiten
, wel
che problemlos
vorwiegend sitzend ausgeübt werden
können
. Bei
solchen Tätig
keiten ist auch
nicht von einer lange
n Einarbeitungszeit auszugehen und eine Berufsausbildung ist nicht erforderlich. Der Beschwerdeführer war
seit 1988 in einem vollen Pensum bei seinem bisherigen Arbeitgeber erwerbstätig (
Urk.
7/53) und arbeitete noch
im Mai
2020
in einem 50
%-Pensum
(Urk.
7/59)
.
Eine beruf
liche Desintegration liegt somit nicht vor.
Bei der rund 32-jährigen Tätigkeit in der Reinigung (Bus
-
und Gebäude
reinigung
)
führte der Beschwerde
führer
wohl
nicht ausschliesslich monotone Arbeiten aus,
sondern es ist davon auszugehen, dass
eine gewisse Flexibilität und Handfertigkeit
gefordert war
.
Inso
fern
erscheint eine Umstellung auf eine Tätigkeit wie
oben
umschrieben trotz
der lang
jährigen
Tätigkeit
im Reinigungsbereich
realistisch
.
Eine langjährige Anstel
lung führt denn auch nicht per se zu einer Beeinträchtigung der
An
passungs
- und Umstel
lungsfähigkeit.
Hierfür bestehen keine konkreten Anhalts
punkte
.
Im Übrigen
hat vorliegend
ein Stellenwechsel
auch aus psychiatrischer Sicht -
wegen
der seit längerem bestehenden Konflikte am Arbeitsplatz - positive Auswirkungen auf
die Gesundheit des Beschwerdeführers
(vgl. oben E. 3.1).
Zusammenfassend ist
a
ufgrund der
nicht beson
ders ausgeprägten qualitativen Leistungse
inschränkungen
(vorwiegend sitzende Tätigkeit
en
)
und der weiterhin bestehenden vollen
Arbeitsfähigkeit die Verwertung der Arbeitsfähigkeit trotz des fortgeschrittenen Alters und der
bisher
ausschliesslichen Tätigkeit im Bereich
Rei
nigung
noch möglich.
5.4
Unter diesen
Umstände
n
und
angesichts
der relativ hohen Hürden, die das Bun
desgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Me
nschen er
richtet hat, erweist
sich
der angefochtene Entscheid
, mit welche
m die Beschwer
degegnerin
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit trotz der verbleibenden kurzen Zeit bis zur ordentlichen
P
ensionierung und der langjährigen Tätigkei
t im Bereich Reinigung
bejahte
,
als rechtens
.
6.
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich (Urk. 7/57) ist nicht zu beanstanden und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Bei einem Invaliditätsgrad vo
n 21
% besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente
.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Lotti Sigg
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstLeicht