# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b9fe98b-3ae4-5b91-9fb5-75f806a5adca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2014 C-7322/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7322-2013_2014-10-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-7322/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richter Markus Metz, Richterin Michela Bürki Moreni,  

Gerichtsschreiber Daniel Golta. 

 

 
 

Parteien 

 
1. CSS Kranken-Versicherung AG, 

2. Sanagate AG, 

3. INTRAS Krankenversicherung AG,  

4. Arcosana AG,  

alle vertreten durch CSS Versicherung AG,  

Beschwerdeführerinnen, 

 
 

 
gegen 

 

 
1. Physio Schaffhausen-Thurgau, 

2.-110. [109 Leistungserbringerinnen und -erbringer],  

alle vertreten durch Schweizer Physiotherapie Verband  

physioswiss, 

diese wiederum vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur., 

LL.M. Christine Boldi, SwissLegal Dürr + Partner, 

Beschwerdegegnerinnen,  

 

Regierungsrat des Kantons Thurgau,  

handelnd durch Departement für Finanzen und Soziales, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Festsetzung Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistun-

gen in freier Praxis ab 1. Januar 2013; Beschluss des Regie-

rungsrats des Kantons Thurgau vom 2. April 2013 (Nr. 244). 

C-7322/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht für 

die ursprünglich im Beschwerdeverfahren C-2461/2013, C-2468/2013 als 

Beschwerdeführerinnen geführten CSS Kranken-Versicherung AG, Sana-

gate AG, INTRAS Krankenversicherung AG und Arcosana AG (im Fol-

genden: CSS, Sanagate, INTRAS und Arcosana), vertreten durch die ta-

rifsuisse ag, im Juli 2014 das vorliegende separate Verfahren angelegt 

hat (vgl. unten Bst. E.r). Soweit im Folgenden auf Beschwerdeverfah-

rensakten (B-act.) oder Akten der Vorinstanz (Vorakten; TG) verwiesen 

wird, handelt es sich – soweit nichts anderes ausgeführt wird – um im 

Verfahren C-2461/2013, C-2468/2013 eingereichte Akten. 

B.  

B.a Am 1. September 1997 schlossen der Schweizerische Physiothera-

peutenverband (SPV; heute Schweizer Physiotherapieverband physios-

wiss [nachfolgend: physioswiss]) und das Konkordat Schweizerischer 

Krankenversicherer (KSK; heute: santésuisse) einen nationalen Tarifver-

trag für die Behandlung durch Physiotherapeuten in freier Praxis (nach-

folgend: Nationaler Tarifvertrag 1998). Am 1. Juli 1998 genehmigte der 

Bundesrat diesen Tarifvertrag. Der "Tarif nach Anhang 1" dieses Vertra-

ges wurde gleichzeitig "als gesamtschweizerisch geltende einheitliche 

Einzelleistungstarifstruktur" festgelegt. Nicht genehmigt wurde die 

zugleich unterbreitete Vereinbarung über einen Taxpunktwert von Fr. 1.- 

(Akten des Regierungsrats des Kanton Thurgau [TG] 3 Beilagen 1, 11 f.). 

Am 18. Oktober 2000 hielt der Bundesrat in einem Entscheid betreffend 

die Kantone AR und AI (RKUV 5/2001 S. 456 ff.) fest, dass der auf dem 

Nationalen Tarifvertrag 1998 basierende Modelltaxpunktwert auf Fr. 0.94 

festzulegen sei. Anhand der in diesem Entscheid verwendeten „Bundes-

ratsformel“ sei, gestützt auf diesen Taxpunktwert, der im jeweiligen Ver-

tragskanton geltende Taxpunktwert zu berechnen (TG 3 Beilage 20). 

B.b Gestützt auf den Nationalen Tarifvertrag 1998 schlossen santésuisse 

und der Kantonalverband Schaffhausen / Thurgau (nachfolgend: Kanto-

nalverband bzw. physio TG [Beschwerdeführerin 1]) am 20./25. Juni 2002 

einen Vertrag, in welchem der kantonal geltende Taxpunktwert für Leis-

tungen von Physiotherapeuten in freier Praxis auf Fr. 0.92, geltend ab 

1. Januar 2003, festgelegt wurde. Mit Beschluss Nr. 855 vom 1. Oktober 

2002 genehmigte der Regierungsrat des Kantons Thurgau die Taxpunkt-

wertvereinbarung zwischen santésuisse und physio TG (TG 3 Beilage 3).  

C-7322/2013 

Seite 3 

B.c Am 22. Dezember 2006 ersuchte physioswiss den Bundesrat um Er-

höhung des in der Rechtsprechung festgelegten Nationalen Taxpunktwer-

tes (TG 3 Beilage 7). Am 22. Februar 2007 teilte das Bundesamt für Ge-

sundheit (BAG) dem Gesuchsteller mit, die Kompetenz des Bundesrats 

liege (nur) bei der Genehmigung einer Tarifstruktur, nicht jedoch eines 

Taxpunktwerts; dessen Festlegung obliege den Vertragsparteien, weshalb 

auf das Gesuch nicht einzutreten sei. 

C.  

C.a Am 11. Dezember 2009 kündigte physioswiss den Nationalen Tarif-

vertrag 1998 per 30. Juni 2010 (TG 3 Beilage 9). Am 23. Juni 2011 kün-

digte physioswiss zudem alle kantonalen Tarifverträge, im Namen der 

kantonalen Physiotherapieverbände, per 31. Dezember 2011 (TG 3 S. 17, 

TG 3 Beilage 4). 

C.b Am 1. Dezember 2011 stellte physioswiss einen Antrag auf Festset-

zung des Nationalen Taxpunktwerts in der Höhe von Fr. 1.10, rückwirkend 

per 1. Juli 2011, an den Bundesrat (TG 3 Beilage 16). 

C.c Mit Entscheid vom 7. Juni 2013 trat der Bundesrat auf das Begehren 

um Festsetzung eines (neuen) Nationalen Taxpunktwertes nicht ein und 

hielt fest, die am 1. Juli 1998 genehmigte Tarifstruktur habe weiterhin Gül-

tigkeit (Akte des Beschwerdeverfahrens C-2461/2013 [B-act.] 17 Beila-

ge 1 [nachfolgend: Nichteintretensentscheid]).  

D.  

D.a Mit Beschluss Nr. 182 vom 28. Februar 2012 verfügte der Regie-

rungsrat, dass der Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistungen in 

freier Praxis im Kanton Thurgau von Fr. 0.92 weitergelte, ab 1. Januar bis 

31. Dezember 2012 (TG 1).  

D.b Am 3. August 2012 teilte die tarifsuisse ag (nachfolgend: tarifsuisse) 

dem Regierungsrat des Kantons Thurgau mit, die Verhandlungen seien 

gescheitert; die Voraussetzungen für eine Festsetzung des kantonalen 

Taxpunktwertes seien gegeben (TG 2). Am 25. September 2012 teilte 

auch physioswiss mit, die Verhandlungen seien gescheitert, der Tax-

punkwert für Physiotherapeuten in freier Praxis im Kanton Thurgau sei 

auf mindestens Fr. 1.05 ab 1. Januar 2013 festzusetzen (TG 3).  

C-7322/2013 

Seite 4 

D.c Der hierzu eingeladene Preisüberwacher nahm am 19. Februar 2013 

Stellung. Er empfahl dem Regierungsrat, den Taxpunktwert auf maximal 

Fr. 0.90 festzusetzen (TG 7). 

D.d Am 2. April 2013 stellte der Regierungsrat des Kantons Thurgau 

(nachfolgend: Regierungsrat oder Vorinstanz) mit Beschluss Nr. 244 fest, 

es liege ein vertragsloser Zustand vor, und setzte den Taxpunktwert für 

physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis ab dem 1. Januar 2013 

auf Fr. 0.97 fest. Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Beschluss 

entzog er die aufschiebende Wirkung (B-act. 1 Beilage 1). 

E.  

E.a Gegen diesen Beschluss erhoben 47 Krankenversicherer, darunter 

die CSS, Sanagate, INTRAS und Arcosana, alle vertreten durch tarifsuis-

se (nachfolgend: tarifsuisse-Gruppe), diese wiederum vertreten durch 

Dr. iur. Vincent Augustin, Rechtsanwalt, am 1. Mai 2013 Beschwerde und 

beantragten die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und Rück-

weisung an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung. Eventualiter sei der 

Taxpunktwert in Gutheissung der Beschwerde auf Fr. 0.85 ab 1. Januar 

2013 festzusetzen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie um 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Be-

schwerdedossier C-2461/2013).  

E.b Am 2. Mai 2013 erhoben weitere 13 Krankenversicherer, vertreten 

durch die Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: HSK-Gruppe), ge-

gen den Regierungsratsbeschluss vom 2. April 2013 Beschwerde und 

beantragten ihrerseits die Aufhebung des Beschlusses und Rückweisung 

zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht ersuchten sie ebenfalls um Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde (Beschwerdedossier C-2468/2013).  

E.c Am 27. Mai 2013 beantragte der um Stellungnahme ersuchte Regie-

rungsrat die Abweisung beider Verfahrensanträge auf Wiederherstellung 

der aufschiebenden Wirkung. 

E.d Am 3. Juni 2013 leistete die tarifsuisse-Gruppe den Kostenvorschuss 

von Fr. 4‘000.- (B-act. 13). 

E.e In ihren Stellungnahmen vom 6. Juni 2013 beantragte die als Vertre-

terin der Beschwerdegegnerinnen rubrizierte Rechtsanwältin lic. iur. LL.M. 

Christine Boldi in beiden Verfahren die Abweisung der Beschwerde, so-

C-7322/2013 

Seite 5 

weit darauf einzutreten sei, eventualiter die Rückweisung an die Vorin-

stanz zu neuem Entscheid, und in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Ab-

weisung der Anträge auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde (B-act. 14 f.).  

E.f Mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 2013 vereinigte das Bundesver-

waltungsgericht die beiden Beschwerdeverfahren, verfügte in verfahrens-

rechtlicher Hinsicht die Weitergeltung des bisherigen Taxpunktwertes von 

Fr. 0.92 während des hängigen Verfahrens und wies die Anträge der Par-

teien betreffend aufschiebende Wirkung bzw. Erlass vorsorglicher Mass-

nahmen ab (B-act. 16). 

E.g In seiner Vernehmlassung vom 29. Juli 2013 beantragte der Regie-

rungsrat des Kantons Thurgau die Abweisung der Beschwerden 

(B-act. 19).  

E.h Mit Beschwerdeantwort vom 5. August 2013 ersuchte Rechtsanwältin 

Boldi um Einbezug von physioswiss, physio TG, der auf der eingereichten 

Liste 6a aufgeführten Personen und der auf der eingereichten Liste 6b 

aufgeführten Organisationen der Physiotherapie ins Verfahren, um Ab-

weisung der Beschwerden, soweit darauf einzutreten sei, um Festsetzung 

des Taxpunktwertes auf Fr. 1.05, gestützt auf die am 1. Juli 1998 geneh-

migte Tarifstruktur, und um Nichteintreten auf die Beschwerden der Be-

schwerdeführerinnen 42 und 43. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuch-

te sie um volle Akteneinsicht und Möglichkeit zur anschliessenden Stel-

lungnahme bzw. um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels 

(B-act. 21).  

E.i Mit Teilurteil vom 29. Januar 2014 entschied das Bundesverwaltungs-

gericht, dass physio TG und den vorliegend als Beschwerdegegnerinnen 

2 bis 110 rubrizierten Personen Parteistellung als Beschwerdegegnerin-

nen zukomme. Hingegen komme physioswiss und den in Erwägung 4.6 

gelisteten Personen keine Parteistellung als Beschwerdegegnerinnen zu. 

Das Bundesverwaltungsgericht trat deshalb auf deren Anträge nicht 

(B-act. 32). 

E.j Mit Eingabe vom 18. Februar 2014 wies die tarifsuisse-Gruppe darauf 

hin, dass die rubrizierten Beschwerdegegnerinnen 58, 62, 83, 102 dem 

Tarifvertrag zwischen tarifsuisse und dem Verband Association Suisse 

des Physiothérapeutes Indépendants (ASPI/SPFV) beigetreten seien, 

C-7322/2013 

Seite 6 

und beantragte, auf deren Anträge sei mangels Legitimation nicht einzu-

treten (B-act. 39). 

E.k Der zur Stellungnahme eingeladene Preisüberwacher empfahl mit 

Eingabe vom 13. März 2014 die Festsetzung des kantonalen Taxpunkt-

wertes auf maximal Fr. 0.90 (B-act. 40). 

E.l Am 9. April 2014 schlossen tarifsuisse, die tarifsuisse-Gruppe (ohne 

CSS, INTRAS, Arcosana, Sanagate) und physioswiss einen Tarifvertrag 

auf nationaler Ebene (Nationaler Rahmenvertrag Physiotherapie 

[B-act. 41.1), mit Wirkung ab 1. April 2014. Am gleichen Tag schlossen 

physio TG, physioswiss, tarifsuisse und die tarifsuisse-Gruppe (ohne 

CSS, INTRAS, Arcosana, Sanagate) einen Kantonalen Anschlussvertrag 

Physiotherapie (B-act. 44.2).  

E.m Am 10. April 2014 nahm das dazu eingeladene Bundesamt für Ge-

sundheit Stellung zum Beschwerdeverfahren (B-act. 42).  

E.n Mit Zwischenverfügung vom 15. April 2014 gewährte der Instruktions-

richter den Beschwerdegegnerinnen Einsicht in die Vor- und Beschwer-

deakten und lud die Parteien ein, ihre Schlussbemerkungen einzureichen 

(B-act. 43).  

E.o Mit Eingabe vom 17. bzw. 22. April 2014 ersuchten physioswiss und 

die tarifsuisse-Gruppe gemeinsam um Sistierung des Beschwerdeverfah-

rens, nicht aber hinsichtlich CSS, INTRAS, Arcosana und Sanagate 

(B-act. 44). 

E.p Am 15. Mai 2014 reichten die HSK-Gruppe und der Regierungsrat 

des Kantons Thurgau ihre Schlussbemerkungen ein (B-act. 46 und 48), 

am 27. Mai 2014 die tarifsuisse-Gruppe (B-act. 49) und am 28. Mai 2014 

die Beschwerdegegnerinnen. Letztere stellten gleichzeitig den Antrag, der 

umstrittene Taxpunktwert sei auf mindestens Fr. 1.18 zu erhöhen 

(B-act. 50), und reichten eine Kostennote zu den Akten (B-act. 50 Beila-

ge 44). 

E.q Mit Zwischenverfügung vom 9. Juli 2014 liess der Instruktionsrichter 

den Parteien die Schlussbemerkungen zur Kenntnisnahme zukommen 

und schloss den Schriftenwechsel ab (B-act. 51).  

E.r Mit Eingabe vom 14. Juli 2014 teilte Rechtsanwalt Augustin als Vertre-

ter der tarifsuisse-Gruppe unter Beilage eines Schreibens der CSS Versi-

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Seite 7 

cherung vom 3. Juli 2014 mit, seine Vollmacht sei für die Krankenversi-

cherer CSS [CSS Krankenversicherung AG], INTRAS, Arcosana und Sa-

nagate mit Wirkung ab 11. Juli 2014 widerrufen worden und die CSS Ver-

sicherung führe das Verfahren für die CSS Gruppe weiter (Beschwerde-

akte des vorliegenden Verfahrens 2 und Beilage dazu). Im Schreiben vom 

3. Juli 2014 hielten die vier Krankenversicherer fest, dass sie sich dem 

von tarifsuisse gestellten Sistierungsantrag nicht anschlössen. 

E.s Am 28. August 2014 hat das Bundesverwaltungsgericht in den Ver-

fahren C-2461/2013 und C-2468/2013 die Beschwerde der tarifsuisse 

gutgeheissen und den angefochtenen Beschluss vom 2. April 2013 auf-

gehoben. 

F.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und weiteren Verfahrensbe-

teiligten und die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in 

den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Tariffestsetzungs-

beschluss des Regierungsrates des Kantons Thurgau nach Art. 47 Abs. 1 

KVG (SR 832.10). 

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnah-

me nach Art. 32 VGG vorliegt. Verfügungen kantonaler Instanzen sind 

gemäss Art. 33 Bst. i VGG beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar, 

wenn dies in einem Bundesgesetz vorgesehen ist. Art. 90a Abs. 2 KVG 

sieht vor, dass das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Be-

schlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den ge-

mäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtbaren Beschlüssen der Kantonsregie-

rungen gehören namentlich Beschlüsse nach Art. 47 Abs. 1 KVG, worum 

es sich beim angefochtenen Regierungsratsbeschluss Nr. 244 vom 2. Ap-

ril 2013 handelt. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach zur Beurtei-

lung der Beschwerde zuständig.  

1.2 Vorliegend vertrat die tarifsuisse bis zum 10. Juli 2014 die Beschwer-

deführerinnen (B-act. 1 Beilagen 3 und 4; Beilagen zu B-act. 20; 

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Seite 8 

B-act. 52); tarifsuisse wiederum hat am 29. April 2013 den die Beschwer-

de unterzeichnenden Dr. iur. V. Augustin, Rechtsanwalt, mit der Wahrung 

ihrer Interessen beauftragt (B-act. 1 Beilage 2). Die Beschwerdeführerin-

nen haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen (vgl. B-act. 1 

Rz. 12 f., B-act. 2 Rz. 2), sind durch den angefochtenen Beschluss ohne 

Zweifel besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung oder Änderung. Sie erfüllen damit die Voraussetzun-

gen gemäss Art. 48 Abs. 1VwVG und sind daher zur Beschwerde legiti-

miert (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts C-2461/2013, C-2468/2013 vom 28. August 2014 [im Folgenden: 

Urteil C-2461/2013] E. 1.3 m.w.H.).  

1.3 Da die Beschwerde frist- und formgerecht erhoben wurde und der 

Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde ein-

zutreten (vgl. Urteil C-2461/2013 E. 1.4). 

2.  

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem 

VwVG. Die Beschwerdeführenden können daher im Rahmen des Be-

schwerdeverfahrens betreffend eine Tariffestsetzung nach Art. 47 Abs. 1 

KVG die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unan-

gemessenheit des angefochtenen Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht werden, 

als erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. Neue Begehren 

sind unzulässig (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG). Das Bundesverwaltungsge-

richt wendet das Recht von Amtes wegen an. Es ist folglich weder an die 

in der Beschwerde geltend gemachten Argumente (Art. 62 Abs. 4 VwVG) 

noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Be-

schwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, 

und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorin-

stanz abweichenden Begründung abweisen. 

3.  

Vorliegend umstritten ist die Festsetzung des Taxpunktwertes durch den 

Regierungsrat des Kantons Thurgau für physiotherapeutische Leistungen 

in freier Praxis auf Fr. 0.97, geltend ab 1. Januar 2013. 

C-7322/2013 

Seite 9 

3.1 Die Beschwerdegegnerinnen haben mit Schlussbemerkungen vom 

28. Mai 2014 beantragt, der Taxpunktwert für Leistungen der Physiothe-

rapeuten in freier Praxis im Kanton Thurgau sei auf mindestens Fr. 1.18 

zu erhöhen, dies aufgrund "zwischenzeitlicher, derzeit noch unberück-

sichtigter Ereignisse" (Erscheinung der Lohndatenerhebung 2013 von H+, 

Abschluss des Tarifvertrags vom 1. April 2014 [B-act. 50 S. 6]).  

Da das VwVG keine Anschlussbeschwerde vorsieht, kommt diesem An-

trag lediglich die Bedeutung einer prozessualen Anregung an das Bun-

desverwaltungsgericht zu, die allerdings Kostenfolgen nach sich ziehen 

kann. Der Vollständigkeit halber bleibt darauf hinzuweisen, dass es sich 

bei diesem Begehren, das sowohl betreffend die Höhe des Taxpunktwerts 

als auch betreffend Begründung erstmals im Rahmen des Beschwerde-

verfahrens eingebracht worden ist, um ein unzulässiges Novum im Sinne 

von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG handeln würde (vgl. Urteil C-2461/2013 

E. 3.1 m.w.H.). 

3.2 Zudem ist in Erinnerung zu rufen, dass das Bundesverwaltungsge-

richt mit Teilurteil vom 29. Januar 2014 die Passivlegitimation von physio-

swiss und den in E. 4.6 des Teilurteils gelisteten Personen im vorliegen-

den Verfahren verneint hat, weshalb auf die in ihrem Namen gestellten 

Anträge nicht weiter einzugehen ist. 

4.  

Nachfolgend sind die rechtlichen Grundlagen zur Festsetzung eines Tarifs 

darzulegen.  

4.1 Vorliegend sind in intertemporalrechtlicher Hinsicht grundsätzlich die 

am 1. Januar 2013 (Zeitpunkt, ab welchem der umstrittene Tarif Geltung 

haben soll) in Kraft stehenden materiellen Gesetzes- und Verordnungs-

bestimmungen massgebend, auf welche im Folgenden – soweit nicht an-

ders vermerkt – Bezug genommen wird. 

4.2 Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt nach Art. 24 KVG 

die Kosten für die Leistungen gemäss den Artikeln 25 bis 31 KVG nach 

Massgabe der in den Artikeln 32 bis 34 KVG festgelegten Voraussetzun-

gen. Als Leistungserbringer zulasten der OKP sind unter anderem Physio-

therapeutinnen und Physiotherapeuten, die ihren Beruf selbständig und 

auf eigene Rechnung ausüben, und Organisationen der Physiotherapie 

zugelassen (vgl. Art. 46 Abs. 1 Bst. a, Art. 47 und Art. 52a KVV 

[SR 832.102] i.V.m. Art. 35 Abs. 2 Bst. e und Art. 38 KVG; vgl. ausserdem 

C-7322/2013 

Seite 10 

Art. 4 Bst. e und Art. 5 der Verordnung des EDI vom 29. September 1995 

über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [Kran-

kenpflege-Leistungsverordnung {KLV, SR 832.112.31}]). 

4.3 Gemäss Art. 43 KVG erstellen die Leistungserbringer ihre Rechnun-

gen nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Der Tarif ist eine Grundlage für 

die Berechnung der Vergütung; er kann namentlich für die einzelnen Leis-

tungen Taxpunkte festlegen und den Taxpunktwert bestimmen (Einzelleis-

tungstarif [Abs. 2 Bst. b]). Tarife und Preise werden in Verträgen zwischen 

Versicherern und Leistungserbringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den 

vom Gesetz bestimmten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt 

(Abs. 4 Satz 1). Kommt zwischen Leistungserbringern und Versicherern 

kein Tarifvertrag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören 

der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG).  

4.4 Nach Art. 43 KVG ist bei der Tarifvereinbarung oder Festsetzung 

durch die zuständige Behörde auf eine betriebswirtschaftliche Bemes-

sung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten. Bei Tarifverträ-

gen zwischen Verbänden sind vor dem Abschluss die Organisationen an-

zuhören, welche die Interessen der Versicherten auf kantonaler oder auf 

Bundesebene vertreten (Abs. 4 Sätze 2 und 3). Einzelleistungstarife 

müssen auf einer gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen Tarif-

struktur beruhen. Können sich die Tarifpartner nicht einigen, so legt der 

Bundesrat diese Tarifstruktur fest (Abs. 5). Der Bundesrat kann Anpas-

sungen an der Tarifstruktur vornehmen, wenn sie sich als nicht mehr 

sachgerecht erweist und sich die Parteien nicht auf eine Revision einigen 

können (Abs. 5
bis 

[in Kraft seit 1.1.2013]). Die Vertragspartner und die zu-

ständigen Behörden achten darauf, dass eine qualitativ hoch stehende 

und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen 

Kosten erreicht wird (Abs. 6). Die Leistungserbringer müssen sich an die 

vertraglich oder behördlich festgelegten Tarife und Preise halten und dür-

fen für Leistungen nach diesem Gesetz keine weitergehenden Vergütun-

gen berechnen (Tarifschutz; Art. 44 Abs. 1 KVG). 

4.5 Der Bundesrat kann Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung 

und eine sachgerechte Struktur sowie für die Anpassung der Tarife auf-

stellen. Er sorgt für die Koordination mit den Tarifordnungen der anderen 

Sozialversicherungen (Art. 43 Abs. 7 KVG). Nach Art. 59c KVV (in Kraft 

seit 1. August 2007 [AS 2007 3573]) prüft die Genehmigungsbehörde im 

Sinne von Artikel 46 Absatz 4 des Gesetzes, ob der Tarifvertrag nament-

lich folgenden Grundsätzen entspricht: a. Der Tarif darf höchstens die 

C-7322/2013 

Seite 11 

transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung decken. b. Der Tarif darf 

höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kos-

ten decken. c. Ein Wechsel des Tarifmodells darf keine Mehrkosten ver-

ursachen (Abs. 1). Die Vertragsparteien müssen die Tarife regelmässig 

überprüfen und anpassen, wenn die Erfüllung der Grundsätze nach Ab-

satz 1 Buchstaben a und b nicht mehr gewährleistet ist. Die zuständigen 

Behörden sind über die Resultate der Überprüfungen zu informieren 

(Abs. 2). Die zuständige Behörde wendet die Absätze 1 und 2 bei Tarif-

festsetzungen nach den Artikeln 43 Absatz 5, 47 oder 48 des Gesetzes 

sinngemäss an (Abs. 3; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 4.3 m.w.H.). 

5.  

5.1 Unter den Parteien ist unumstritten, dass die Voraussetzungen für ei-

ne Tariffestsetzung durch die Kantonsregierung nach Art. 47 Abs. 1 KVG 

(kein bestehender Tarif, gescheiterte Tarifverhandlungen) gegeben sind 

und seit dem 1. Januar 2013 ein vertragsloser Zustand besteht. Die Vor-

instanz hat denn auch mit angefochtenem Beschluss Nr. 244 vom 2. April 

2013 den Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistungen in freier Pra-

xis, geltend ab 1. Januar 2013, gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG festge-

setzt (B-act. 1 Beilage 1 S. 5). 

5.2 Umstritten ist vorliegend die Höhe des festzusetzenden kantonalen 

Taxpunktwertes. Zu prüfen ist einleitend, wie der kantonale Taxpunktwert 

während der Geltungsdauer des Nationalen Tarifvertrags 1998 bestimmt 

wurde (E. 5.3), ob die Tarifstruktur gemäss Nationalem Tarifvertrag 1998 

weiterhin Gültigkeit hat (E. 5.4), ob die von der Vorinstanz gewählte Me-

thode zur Ermittlung des kantonalen Taxpunktwertes bundesrechtskon-

form ist (E. 5.5), und danach, inwieweit sie bei ihrer Festsetzung des Tax-

punktwertes für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis, mit Wir-

kung ab 1. Januar 2013, Art. 59c KVV zu berücksichtigen hatte (E. 5.6).  

5.2.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen in ihrer Beschwerde vom 1. Mai 

2013 im Wesentlichen, dass der Regierungsrat die Tarifgestaltungsvorga-

ben gemäss Art. 59c KVV nicht beachtet habe. Er habe sich einerseits 

kaum zur Rechtmässigkeit des von ihm festgesetzten Taxpunktwertes im 

Sinne von Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV geäussert. Anderseits habe er 

weder die Kosten der physiotherapeutischen Leistungen gestützt auf ent-

sprechendes, solides und transparentes Datenmaterial überprüft (Bst. a), 

noch habe er sich vergewissert, dass der von ihm festgesetzte Tarif 

höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kos-

C-7322/2013 

Seite 12 

ten decke (Bst. b). Er übergehe auch, dass der Referenztaxpunktwert vor 

15 Jahren nicht auf der Grundlage der Tarifgestaltungsvorgaben (Art. 59c 

KVV) ermittelt worden sei, weshalb die hoheitliche Tariffestsetzung ein 

Abweichen vom Referenztaxpunktwert und eine Anpassung an die aktuel-

le Entwicklung erfordere; der Preisüberwacher habe deshalb auch in sei-

ner Stellungnahme vom 19. Februar 2013 empfohlen, die Berechnung 

des nationalen Taxpunktwerts auf aktuelle Daten zu stützen, die Tarif-

struktur zu revidieren und „so viel wie möglich“ zu vereinfachen. Dass ein 

tieferer Taxpunktwert als der ab 1. Januar 2013 in Höhe von Fr. 0.97 fest-

gesetzte wirtschaftlich sei, ergebe sich auch aus dem Nationalen Tarifver-

trag 1998 zwischen den Krankenversicherern und der ASPI, der vom 

Bundesrat mit Beschluss vom 18. April 2012 bei einem [tieferen Nationa-

len] Taxpunktwert von Fr. 0.92 genehmigt und damit indirekt als wirt-

schaftlich sowie rechtmässig erachtet worden sei.  

Der Regierungsrat habe nicht von den Vorgaben gemäss Art. 59c Abs. 1 

KVV abweichen dürfen. Notabene hätte er von einer empirisch-

repräsentativen Anzahl Leistungserbringer Kostendaten erheben, diese 

einer Effizienzprüfung unterziehen und gestützt darauf einen wirtschaftli-

chen Tarif ermitteln müssen. Dabei hätte er Überlegungen zur Auslastung 

von Physiotherapiepraxen und zu „Produktionsbestandteilen“ (wie Sit-

zungsdauer, Auslastung des Personals, Teilung der Fixkosten, sinkende 

Hypothekarzinsen, Arbeitseinsatz, Nichtabrechnung von einzelnen Tarif-

positionen etc.) vornehmen und eine Ertragssimulation durchführen müs-

sen. Im Wesentlichen den bisherigen Taxpunktwert zu übernehmen und 

diesen einfach der Teuerung anzupassen bzw. auf den Landesindex der 

Konsumentenpreise (LIKP) abzustellen, verfange nicht. Das KVG gebe 

keinen Anspruch auf einen automatischen Teuerungsausgleich; die Tarife 

hätten weder ein Minimaleinkommen oder ein standesgemässes Ein-

kommen zu garantieren noch das bisherige Einkommensniveau zu erhal-

ten. Eine Taxpunktwert-Festsetzung alleine auf der Grundlage der Ent-

wicklung der Indizes von 1998-2010 bezüglich Nominallöhne, Konsumen-

tenpreise bzw. Mietpreise erweise sich angesichts der Vorgaben von 

Art. 59c Abs. 1 KVV als rechtswidrig. Zudem habe die Vorinstanz festge-

stellte Verschiebungen in den Tarifpositionen seit 1998 nicht diskutiert und 

auch nicht berücksichtigt, dass sich der Leistungskatalog gemäss Art. 5 

KLV seither verändert habe und in Art. 52a KVV neue Organisationsstruk-

turen aufgenommen worden seien (B-act. 1). Darauf verweisen sie auch 

in ihren Schlussbemerkungen vom 27. Mai 2014 (B-act. 49 Ziff. 3).  

C-7322/2013 

Seite 13 

5.2.2 Die Vorinstanz macht im angefochtenen Entscheid einleitend gel-

tend, dass die Voraussetzungen zur Tariffestsetzung nach Art. 47 Abs. 1 

KVG gegeben seien (Rz. 1 f.). Der Bundesrat habe mit Beschluss vom 

1. Juli 1998 die Tarifstruktur, wie sie im Vertrag zwischen dem Konkordat 

der Schweizerischen Krankenkassen (KSK) und dem Schweizerischen 

Physiotherapeutenverband (SPV) vereinbart worden sei, genehmigt und 

für gesamtschweizerisch anwendbar erklärt. Da sich physioswiss und die 

Krankenversicherer nicht auf eine neue Tarifstruktur hätten einigen kön-

nen, bleibe die Tarifstruktur vom 1. September 1997 weiterhin anwendbar. 

Die Festlegung einer neuen Tarifstruktur liege nicht in der Kompetenz der 

Kantone. Gemäss Rechtsprechungspraxis des Bundesrates bildeten die 

Eckwerte des Kostenmodells für das Modell-Physiotherapie-Institut (MPI) 

die Ausgangspunkte für die Berechnung der kantonalen Taxpunktwerte. 

Der [gestützt darauf ermittelte] gesamtschweizerische Referenztaxpunkt-

wert von Fr. 0.94 sei dem kantonalen Lohn- und Mietniveau anzupassen, 

wozu die Lohn- und Mietstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 

zu benutzen sei (Rz. 4).  

Auf der Basis der nationalen Tarifstruktur, der ein Kosten- und Leistungs-

modell zugrunde gelegt worden sei, sei vorliegend der Nationale Modell-

taxpunktwert neu zu ermitteln. Unter Berücksichtigung der Indexentwick-

lung 1998-2010 im Bereich der Nominallöhne, der Konsumentenpreise 

und der Mietpreise ergebe sich ein Kostenzuwachs von 17.7%, der um 

die Verschiebung im Leistungsindex (Verschiebung in den Tarifpositionen 

mit höheren Taxpunktwerten) von durchschnittlich 7.9% zu reduzieren sei. 

Dies ergebe einen nationalen Modell-Taxpunktwert von Fr. 1.03. Unter 

Berücksichtigung des tieferen Kostenniveaus im Kanton Thurgau und in 

Anwendung der Bundesratsformel ergebe sich ein neuer kantonaler Tax-

punktwert von aufgerundet Fr. 0.97 per 1. Januar 2013. Dieser entspre-

che einer Steigerung von 5.4% (Rz. 5.1, 6). 

Nicht zu berücksichtigen sei die starke Entwicklung der Gesamtkosten im 

Bereich Physiotherapie sowie der Kosten pro Versicherten, da die Kosten 

pro Physiotherapeut stabil geblieben und sogar leicht zurückgegangen 

seien. Die Zunahme der Gesamtkosten dürfe nicht durch eine Einkom-

mensreduktion der Physiotherapeuten kompensiert werden, die existenz-

bedrohend wirken könne; die Physiotherapeuten hätten Anspruch auf ei-

ne angemessene Anpassung ihres Einkommens an die gestiegenen Le-

benshaltungskosten. Auch der Vertrag der HSK-Gruppe mit der 

ASPI/SVFP sehe gesamtschweizerisch eine Erhöhung des Taxpunktwer-

tes um vier Rappen per 1. April 2013 vor. Ein Ausgleich der Teuerung auf 

C-7322/2013 

Seite 14 

kantonaler Ebene sei zulässig und werde beispielsweise auch in den 

Übergangsbestimmungen im KVG zur Änderung vom 20. Dezember 2006 

statuiert. Den Empfehlungen des Preisüberwachers und den Anträgen 

von tarifsuisse könne deshalb nicht gefolgt werden. Dem Antrag von tarif-

suisse, die Leistungserbringer hätten ihre Kosten- und Leistungsdaten 

zuzüglich Erfolgsrechnungen und Bilanzen für ihre Praxen pro 2008 bis 

2012 vorzulegen, sei in Anbetracht der vom Preisüberwacher für 2004 bis 

2011 ausgewiesenen Kosten nicht stattzugeben (Rz. 5 f.).  

Der Bundesrat habe in seiner Rechtsprechung das Kostenmodell der 

Modellpraxis nicht angepasst, weshalb [e contrario] davon auszugehen 

sei, das Kostenmodell des MPI stehe im Einklang mit Art. 59c KVV. Bei 

der Genehmigung der nationalen Tarifstruktur am 1. Juli 1998 sei die 

Wirtschaftlichkeit vom Bundesrat als gegeben beurteilt worden. Damit sei 

auch der kantonale Taxpunktwert von Fr. 0.97, der auf dieser Struktur ba-

siere, mit dem Gebot der Wirtschaftlichkeit vereinbar (Rz. 7). Dieser Tax-

punktwert entspreche auch dem Gebot der Billigkeit gemäss Art. 46 

Abs. 4 KVG, zumal keiner der Tarifpartner weder privilegiert noch über 

den von Gesetzgeber und Bundesrat vorgegebenen Rahmen benachtei-

ligt werde. Die Tariferhöhung sei schliesslich wirtschaftlich tragbar, da sie 

im Kanton Thurgau eine Erhöhung der monatlichen Vergütung durch die 

OKP je versicherte Person von Fr. 0.39 und eine minimale Prämienerhö-

hung (0.18%; mit Rückstellungen und Reserven: 0.27%) bewirke. Die 

Entwicklung liege zudem deutlich unter dem schweizerischen Durch-

schnitt (Rz. 8). 

5.2.3 In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. August 2013 (B-act. 21) bestrei-

ten die Beschwerdegegnerinnen den Vorwurf der tarifsuisse-Gruppe, der 

Regierungsrat habe sich in seinem Entscheid zu den bundesrechtlichen 

Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit und Billigkeit eines Tarifs (Art. 46 Abs. 4 

KVG, Art. 59c KVV) nicht geäussert. Er habe sich – entgegen den Vor-

würfen der Beschwerdeführerinnen – auf rechtsgenüglich vorhandene 

Daten abgestützt, wie den Beilagen zum Festsetzungsantrag entnommen 

werden könne, und auch keine direkte Korrektur des Taxpunktwertes über 

einen automatischen Teuerungsausgleich vorgenommen. Der Preisüber-

wacher sei nicht zur Empfehlung befugt, dass die Tarifstruktur revidiert 

und so viel wie möglich vereinfacht werden sollte, zumal es vorliegend 

nicht um die Festsetzung einer Tarifstruktur gehe. Des Weiteren seien 

keine Rückschlüsse aus dem ASPI-Vertrag möglich. Diesem Vertrag, der 

nur bis Ende 2013 gelte, sei nur „eine Handvoll Physiotherapeuten“ bei-

getreten; zudem sehe der Vertrag den Tiers payant (recte: Tiers garant) 

C-7322/2013 

Seite 15 

vor, womit ein erhöhtes Delkredererisiko für die Physiotherapeuten ver-

bunden sei. Für die Genehmigung des ASPI-Vertrages durch den Bun-

desrat hätten zudem keine „zusätzlichen Zahlen oder Daten im Sinne des 

[…] Art. 59c Abs. 1 KVV“ beigebracht werden müssen. Wie dem mit Hel-

sana auf den 1. April 2013 geschlossenen Vertrag zu entnehmen sei, sei 

der Handlungsbedarf für eine Erhöhung auch von anderen Krankenversi-

cherern anerkannt worden.  

Die Vorinstanz habe zu Recht das vom Bundesrat entwickelte Modellpra-

xisinstitut übernommen und es [bis 2010] teuerungsbereinigt; die Bereini-

gung der Daten gemäss Modellpraxisinstitut aufgrund der Datenerhebung 

2010 wie auch aufgrund der indexbezogenen Bereinigung führe zum glei-

chen Ergebnis. Dass die Datenerhebung 2010, die ergebe, dass die Phy-

siotherapeuten einen jährlichen Verlust generierten, nicht in die Tarifver-

handlungen eingeflossen sei, sei tarifsuisse anzulasten und habe der 

Verzögerung des Tariffestsetzungsprozesses [mit letztlich höher festge-

setzten Tarifen] gedient. Zudem hätten sich alle Kantone, die bisher die 

Tarife festgesetzt hätten, den Überlegungen der Beschwerdegegnerinnen 

(Notwendigkeit der Kaufkraftbereinigung) angeschlossen, ein automati-

scher Teuerungsausgleich sei dabei nicht erfolgt. Anders als die tarifsuis-

se-Gruppe und der Preisüberwacher behaupteten, seien Teuerungsauto-

matismen im KVG nicht unzulässig; bspw. statuierten die Übergangsbe-

stimmungen zur Änderung der Pflegetarife eine Anpassung der Pflegeta-

rife an die Teuerung gemäss LIKP, worauf einige Kantonsregierungen in 

ihren Tariffestsetzungen Bezug nähmen. Nicht massgeblich sei, ob die 

Teuerung auf dem Nationalen Modelltaxpunktwert oder auf den kantona-

len Taxpunktwerten aufgerechnet werde.  

Die Stellungnahme des Preisüberwachers vom 19. Februar 2013 sei 

überholt und nicht mehr zu beachten, weil sie aufgrund falscher Annah-

men (Weitergeltung des Nationalen Tarifvertrags 1998) zu falschen 

Schlüssen gelange. Der Regierungsrat Thurgau sei daher zu Recht nicht 

dem Preisüberwacher gefolgt.  

Im Weiteren bilde Art. 59c KVV bloss die frühere Rechtsprechung ab, 

weshalb die seinerzeitige Bemessung des Bundesrates (abgestützt auf 

Art. 43 Abs. 7 KVG) wie auch die vorliegend zur Diskussion stehende 

Festsetzung durch die Vorinstanz im Einklang mit Art. 43 Abs. 7 KVG und 

Art. 59c KVV stünden. Die Vorinstanz sei auch zum Schluss gekommen, 

dass die Physiotherapeuten im Kanton Thurgau effizient arbeiteten; das 

behauptete Gegenteil sei von der tarifsuisse-Gruppe nicht bewiesen wor-

C-7322/2013 

Seite 16 

den. In ihren Berechnungen hätten die Beschwerdegegnerinnen den (hö-

heren) Wert von 1.85 Personen pro Praxisgrösse belassen, obwohl dieser 

Wert abgenommen habe. Die von der tarifsuisse-Gruppe gerügte Diskre-

panz zur Leistungserbringung in Spitalambulatorien sei nicht Beleg für ei-

ne dort kostendeckend erbrachte Physiotherapieleistung, sondern weise 

höchstens darauf hin, dass auch die Tarife für Physiotherapieleistungen in 

Spitalambulatorien erhöht werden müssten. Deshalb hätten H+ (Die Spi-

täler der Schweiz) und physioswiss beschlossen, gemeinsam die Tarif-

struktur für physiotherapeutische Leistungen zu aktualisieren, was der 

beigelegten Medienmitteilung vom 6. Mai 2013 zu entnehmen sei. 

5.2.4 In seiner Stellungnahme vom 13. März 2014 weist der Preisüber-

wacher darauf hin, dass die Vorinstanz seinen Empfehlungen vom 

19. Februar 2013 nicht gefolgt sei. Der automatische Teuerungsausgleich 

auf OKP-Tarifen sei sowohl vom Bundesrat als auch vom Bundesverwal-

tungsgericht abgelehnt worden (Entscheide des Bundesrates vom 

13. August 1997 betreffend den Kanton Zürich, RKUV 1997 KV Nr. 16 

E. 8.3; Entscheid vom 25. Februar 2004 betreffend Kanton Basel-

Landschaft; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-536/2009 vom 

17. Dezember 2009 S. 16 f., 21). Die Teuerungsaufrechnung habe nicht 

auf dem Taxpunktwert, sondern auf den Gesamtkosten des Modellinsti-

tuts zu erfolgen. Die Berechnungsmethode, wie sie von der Vorinstanz 

gewählt worden sei (Berücksichtigung der Entwicklung der Nominallöhne, 

der Konsumentenpreise und der Mietpreise zwischen 1998 und 2010, Be-

rechnung hieraus eines Kostenzuwachses von 17.7%, Reduktion um die 

Verschiebung im Leistungsindex von durchschnittlich 7.9%, ergebend ei-

nen neuen Modell-Taxpunktwert von Fr. 1.03 und – unter Berücksichti-

gung der Bundesratsformel – einen neuen kantonalen Taxpunktwert von 

Fr. 0.97), sei unzulässig und widerspreche der Rechtsprechung. Zudem 

sei der Hinweis falsch, dass die Bundesratsformel einen Teuerungsme-

chanismus enthalte. Falls sich die Tarifpartner nicht auf einen Taxpunkt-

wert einigen könnten, habe die Kantonsregierung – worauf bereits der 

Bundesrat in seinem Nichteintretensentscheid vom 7. Juni 2013 hinge-

wiesen habe – einen Taxpunktwert unter Beachtung der im KVG enthal-

tenen Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit zu ermitteln, was 

vorliegend unterblieben sei. Er halte deshalb an seiner Empfehlung vom 

19. Februar 2013 fest (B-act. 40, Bst. C.c und D.k).  

5.2.5 Das Bundesamt für Gesundheit führt in seiner Stellungnahme vom 

10. April 2014 aus, Art. 43 Abs. 4 und 6 KVG enthielten allgemeine Richt-

linien der Tarifierung, wie die betriebswirtschaftliche Bemessung und die 

C-7322/2013 

Seite 17 

sachgerechte Struktur der Tarife sowie das Ziel einer qualitativ hoch ste-

henden und zweckmässigen gesundheitlichen Versorgung zu möglichst 

günstigen Kosten. Aus dem Wirtschaftlichkeitsgebot lasse sich ebenfalls 

das Erfordernis der Kostenneutralität ableiten. Dieses sei zudem explizit 

in Art. 59c Absatz 1 Bst. c KVV aufgeführt. Die Kantonsregierungen seien 

gehalten zu überprüfen, ob Tarifverträge mit dem Gesetz und dem Gebot 

der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit in Einklang stünden; Billigkeit meine 

die wirtschaftliche Tragbarkeit eines Tarifs. Der Bundesrat habe eine 

Kompetenz zur Festlegung der Tarifstruktur, nicht jedoch der Taxpunkt-

werte, letztere sei Sache der Tarifpartner auf nationaler oder kantonaler 

Ebene.  

Die Genehmigung des Nationalen Tarifvertrags 1998 durch den Bundes-

rat am 1. Juli 1998 habe sowohl den Tarifvertrag als auch seine Anhänge 

1 (Tarif) und 2 (Ausführungsbestimmungen) umfasst. Die Tarifstruktur, die 

sich auf nahezu zehnjährige Ausarbeitung zwischen den Vertragspartei-

en, die Arbeit in der Projektgruppe „Gesamtrevision Physiotherapietarif“ 

und deren verschiedenen Arbeitsgruppen sowie mehrfache Konsultation 

des Preisüberwachers stütze, sei grundsätzlich auch ohne Modelltax-

punktwert zustande gekommen. Die den Unterlagen zur Genehmigung 

beigelegte „Vereinbarung über den Taxpunktwert“, welche den Taxpunkt-

wert für die Unfall-, Invaliden- und Militärversicherung auf Fr. 1.00 festge-

legt habe, sei nicht Bestandteil der Genehmigung gewesen. Beim Modell-

taxpunktwert handle es sich weder um einen nationalen noch einen kan-

tonalen Taxpunktwert, sondern um eine [blosse] Hilfsgrösse, als Aus-

gangswert für die Berechnung der kantonalen Taxpunktwerte; er sei vom 

Bundesrat in seiner Rechtsprechung überprüft und auf Fr. 0.94 reduziert 

worden. Nach der Kündigung des Nationalen Tarifvertrags 1998 und des-

sen Auslaufen am 30. Juni 2011 gelte die vom Bundesrat genehmigte Ta-

rifstruktur weiterhin schweizweit; zudem stützten sich Tarifverträge zwi-

schen anderen Tarifpartnern nach wie vor auf diese Tarifstruktur. Es be-

stehe daher kein tarifstrukturloser Zustand, was der Bundesrat in seinem 

Entscheid vom 7. Juni 2013 bestätigt habe. 

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau habe bei der Festsetzung des 

Taxpunktwertes den sog. Modelltaxpunktwert beigezogen, diesen der In-

dexentwicklung von 1998 bis 2010 angepasst, und schliesslich mit Hilfe 

der Bundesratsformel den kantonalen Taxpunktwert ermittelt. Unerlässlich 

sei es jedoch – mit oder ohne Modelltaxpunktwertmodell –, die Tarif-

grundsätze nach Art. 43 und 46 KVG sowie Art. 59c KVV zu beachten. 

Bedingung für die Tarifierung sei, dass Leistungs- und Kostendaten bei 

C-7322/2013 

Seite 18 

der Bestimmung des Tarifs transparent ausgewiesen würden. Für die Be-

stimmung eines wirtschaftlichen Tarifs dürften von den transparent aus-

gewiesenen Kosten nur diejenigen vergütet werden, die einer effizienten 

Leistungserbringung entsprächen. Eine entsprechende Berücksichtigung 

der Tarifgestaltungsgrundsätze sei aus dem Regierungsratsbeschluss 

und den vorgelegten Unterlagen nicht erkennbar. Es bestehe – wie in 

Art. 59c KVV festgehalten – kein Anspruch auf vollständige Deckung aller 

Kosten und es lasse sich keine Einkommensgarantie für freipraktizieren-

de Leistungserbringer, die als Einzelunternehmer mit finanzieller Eigen-

verantwortung zu betrachten seien, ableiten (analog festgehalten im Ent-

scheid des Bundesrates vom 15. Januar 1997 [RKUV 2/1997, KV 5, 

S. 122]). Das Vorgehen des Regierungsrates trage der geforderten 

Transparenz, der effizienten Leistungserbringung sowie der vergangenen 

wie zukünftigen Leistungsentwicklung der sozialen Krankenversicherung 

nicht ausreichend Rechnung. Das KVG sehe weder einen expliziten noch 

einen automatischen Teuerungsausgleich auf den Tarifen vor; ein Teue-

rungsausgleich sei zudem dann ungerechtfertigt, wenn – wie vorliegend – 

die Physiotherapiekosten insgesamt sowie die Kosten pro Physiothera-

peut und jene pro Versicherten deutlich stärker anstiegen als die allge-

meine Teuerung. Der von der Vorinstanz vorgenommene Teuerungsaus-

gleich auf dem bestehenden Tarif stehe daher nicht im Einklang mit den 

gesetzlichen Vorgaben. Zudem vermöge die Tariffestsetzung auch nicht 

der wirtschaftlichen Tragbarkeit zu genügen, zumal der Regierungsrat 

keine globale Betrachtung vorgenommen, sondern einzig den Effekt der 

einzelnen Tarifanpassung auf das Prämienniveau berechnet und auch 

keine wahrscheinliche Signalwirkung berücksichtigt habe. Schliesslich 

habe er sich nicht mit Art. 55 KVG auseinandergesetzt (B-act. 42). 

5.3 In Bezug auf die ab 1. Januar 2013 zur Bestimmung des kantonalen 

Taxpunktwerts zu verwendende Methode ist zunächst die Entstehungs-

geschichte des Nationalen Tarifvertrags 1998 in Erinnerung zu rufen und 

danach aufzuzeigen, wie der kantonale Tarif während der Gültigkeit des 

Vertrags im Streitfall bestimmt wurde.  

Im Verlaufe der zum Nationalen Tarifvertrag 1998 führenden Verhandlun-

gen einigten sich die Tarifpartner auf ein gesamtschweizerisches Kos-

tenmodell eines Modellphysiotherapieinstituts (MPI; MPI-Kostenmodell). 

Dieses Modell bezieht sich auf damals empirisch ermittelte, normativ er-

gänzte und statistisch bereinigte Daten. Am 1. Juli 1998 genehmigte der 

Bundesrat mit Wirkung ab 1. Januar 1998 den Nationalen Tarifvertrag 

1998, zusammen mit beiden Anhängen (Anhang 1: "Tarif"; Anhang 2: 

C-7322/2013 

Seite 19 

"Ausführungsbestimmungen"). Zugleich legte er den Tarif nach Anhang 1 

dieses Vertrages als gesamtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für 

Einzelleistungstarife fest. Eine zugleich unterbreitete Vereinbarung über 

einen Taxpunktwert von Fr. 1.- wurde hingegen nicht genehmigt mit der 

Begründung, dass der Taxpunktwert auf kantonaler Ebene von den Tarif-

partnern zu vereinbaren sei (TG 3, Beilage zu Beilage 11). Ab dem 

1. Januar 1998 wurde somit derselben Leistung in der ganzen Schweiz 

dieselbe Anzahl Taxpunkte zugeordnet. Eine kantonale Anpassung der 

Taxpunkte je Leistung war ausgeschlossen. Die Taxpunktwerte hingegen 

waren auf kantonaler Ebene zu vereinbaren und zu genehmigen oder 

subsidiär auf kantonaler Ebene hoheitlich festzusetzen.  

Als Beschwerdeinstanz ging der Bundesrat – im Falle der Uneinigkeit der 

kantonalen Tarifpartner – zur Bestimmung des kantonalen Taxpunktwerts 

zunächst vom MPI-Kostenmodell aus, wobei er in seinem (diese Praxis 

begründenden) Entscheid vom 18. Oktober 2000 in Sachen Taxpunktwert 

für Physiotherapie in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Appen-

zell Innerrhoden (RKUV 5/2001 S. 456 ff., KV 185) gewisse Korrekturen 

am MPI-Kostenmodell vornahm und hieraus einen nationalen Modelltax-

punktwert (MTPW; auch Nationaler Taxpunktwert) in der Höhe von 

Fr. 0.94 als rechnerische Ausgangsgrösse für die Bestimmung der kanto-

nalen Taxpunktwerte ermittelte. 

Zur Umrechnung von diesem nationalen auf den kantonalen Taxpunktwert 

benutzte der Bundesrat die Lohn- und Mietstrukturerhebung des Preisü-

berwachers (später des BSV), beide Indizes je Kanton. Die Formel dazu 

(sog. Bundesratsformel) lautete: 

TpwK = Tpwn (m*M + I *L + r *100) / 100 

TpwK = Taxpunktwert Kanton  

Tpwn = Taxpunktwert national (fix: Fr. 0.94)  

m = Mietindex Kanton   

M = Mietkostenanteil im MPI (11,4%)  

I = Lohnindex Kanton  

L = Lohnkostenanteil im MPI (67,9%)  

r = Restkostenanteil im MPI (20,7%) 

Die Variablen Mietindex und Lohnindex des betroffenen Kantons, welche 

in die Berechnungsformel für die Anpassung des nationalen Taxpunktwer-

tes an die lokalen Märkte einzusetzen sind, geben lediglich Auskunft über 

das (aktuelle) Verhältnis zum nationalen Ausgangswert, welcher dem 

(gewichteten) Durchschnitt sämtlicher kantonaler Taxpunktwerte ent-

C-7322/2013 

Seite 20 

spricht. Veränderungen der kantonalen Werte im Verhältnis zum nationa-

len Durchschnitt sind demnach – gesamtschweizerisch betrachtet – in 

sich neutral. Solange der nationale Ausgangswert von Fr. 0.94 nicht er-

höht wird, was der Bundesrat in seiner Rechtsprechung stets verweigert 

hat, ist eine über einen Ausgleich der intertemporalen lokalen Märkte hi-

nausgehende Erhöhung des Taxpunktwerts ausgeschlossen. Es handelt 

sich dabei um eine rein mathematische Berechnung. Der Einbezug weite-

rer Kriterien (namentlich Teuerung, Lohnerhöhungen für Spitalphysiothe-

rapeuten und Mietindex eines anderen Kantons) wurde vom Bundesrat in 

seiner Rechtsprechung stets abgelehnt. Eine Überprüfung der KVG-

Konformität des auf diese Weise berechneten Taxpunktwerts war somit 

ausgeschlossen (vgl. Urteil C-2641/2013 E. 5.4 m.w.H.).  

5.4  

5.4.1 Anhand der in E. 5.3 beschriebenen Methode wurde der anwendba-

re kantonale Taxpunktwert, basierend auf der im Nationalen Tarifvertrag 

1998 als Anhang 1 enthaltenen nationalen Tarifstruktur, ermittelt. Es be-

stand somit eine direkte Verbindung zwischen der nationalen Tarifstruktur 

und dem kantonalen Taxpunktwert. Wenn eine Physiotherapieleistung in 

der nationalen Tarifstruktur enthalten war und ihr darin bestimmte Tax-

punkte zugeordnet wurden, konnte mittels Multiplikation dieser Taxpunkte 

mit dem kantonalen Taxpunktwert der konkrete Frankenbetrag berechnet 

werden, den die OKP dem Leistungserbringer für diese Leistung zu ver-

güten hatte. Die Festsetzung eines kantonalen Taxpunktwerts kann somit 

nur Wirkung entfalten, wenn dieser in Bezug auf eine geltende nationale 

Tarifstruktur festgesetzt wird.  

5.4.2 Es ist vorliegend unbestritten und offensichtlich, dass die vereinbar-

te und in Ziffer 1 des Bundesratsbeschlusses vom 1. Juli 1998 als Teil des 

Nationalen Tarifvertrages 1998 genehmigte nationale Tarifstruktur wäh-

rend der Geltungsdauer des Vertrages für die dem Vertrag beigetretenen 

Leistungserbringer und Krankenversicherer Bestand hatte und verbindlich 

war. Unbestritten zwischen den Parteien ist auch, dass physioswiss mit 

der Kündigung des Nationalen Tarifvertrags 1998 auch seine Anhänge 

(darunter die vom Bundesrat genehmigte und als schweizweit anwendbar 

erklärte Tarifstruktur) gekündigt hat. Zu prüfen ist, ob die nationale Tarif-

struktur im vorliegend interessierenden Zeitraum ab 1. Januar 2013 wei-

terhin galt/gilt. 

5.4.3 Die Ziffern 1 bis 3 des bundesrätlichen Genehmigungsbeschlusses 

vom 1. Juli 1998 lauten wie folgt:  

C-7322/2013 

Seite 21 

1. Der Vertrag zwischen dem Konkordat der Schweizerischen Krankenversi-

cherer und dem Schweizerischen Physiotherapeuten Verband vom 

1. September 1997 wird gestützt auf die Artikel 46 Absatz 4 und 43 Ab-

satz 5 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversi-

cherung (KVG) bezüglich der folgenden Bestandteile genehmigt: 

 I. Tarifvertrag; 

 II. Anhang 1 Tarif; 

 III. Anhang 2 Ausführungsbestimmungen. 

 […]  

2. Der Tarif nach Anhang 1 wird gestützt auf Art. 43 Absatz 5 KVG als ge-

samtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für Einzelleistungstarife fest-

gesetzt. 

3.  Die Mitteilung an die Interessenten erfolgt durch das EDI (BSV). 

Der in Ziffer 2 des Genehmigungsbeschlusses enthaltene Verweis auf 

den (mit Ziffer 1 genehmigten) Anhang 1 des Tarifvertrages stellt eine di-

rekte Verbindung zwischen der Vertragsgenehmigung in Ziffer 1 und der 

Tarifstrukturfestsetzung in Ziffer 2 des Beschlusses her. In seinem 

Schreiben vom 1. Juli 1998, mit welchem das Bundesamt für Sozialversi-

cherung (BSV) das Konkordat der Schweizerischen Krankenversicherer 

(heute: santésuisse) über den Beschluss vom 1. Juli 1998 informierte, 

führte es – vom Bundesrat mit der Information der Interessenten beauf-

tragt (vgl. Ziffer 3 des Genehmigungsbeschlusses) – aus, dass der Bun-

desrat den Anhang 1 des vorliegenden Tarifes für diejenigen Physiothera-

peutInnen sowie Krankenversicherer, welche dem Vertrag nicht beiträten, 

als gesamtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur nach Art. 43 Abs. 5 

KVG festgesetzt habe (TG 3 Beilage 11).  

Die Festsetzung der Tarifstruktur erfolgte somit unter Bezugnahme auf die 

Genehmigung des Nationalen Tarifvertrages 1998 und erfasste mit dem 

Festsetzungsbeschluss zusätzlich die übrigen Leistungserbringer und 

Krankenversicherer, die nicht Vertragsparteien waren. Weder aus dem 

Genehmigungsbeschluss noch aus dem Informationsschreiben des BSV 

lassen sich Hinweise auf die Geltungsdauer der festgesetzten Tarifstruk-

tur entnehmen und darauf, ob die Festsetzung in Ziff. 2 des Genehmi-

gungsbeschlusses eigenständige Bedeutung habe. Damit fehlen explizite 

Hinweise dafür, dass bei Wegfall des Nationalen Tarifvertrages 1998 die 

ergänzend dazu festgesetzte Tarifstruktur alleinige umfassende Wirkung 

für alle Leistungserbringer der Physiotherapie in freier Praxis und für alle 

Krankenversicherer entfalten solle. Vielmehr legt der Wortlaut des Be-

C-7322/2013 

Seite 22 

schlusses und des BSV-Schreibens den Schluss nahe, dass mit dem 

Wegfall des Tarifvertrages auch die ergänzende Festsetzung einer Tarif-

struktur ausser Kraft trete. Dass der Bundesrat beabsichtigte, mit der Ta-

rifstrukturfestsetzung in Ziffer 2 eine generell-abstrakte Anordnung zu tref-

fen, die auch nach Wegfall des Tarifvertrages umfassende Wirkung haben 

sollte, ist auch insofern unwahrscheinlich, als Art. 43 Abs. 5 KVG vorsieht, 

dass die Tarifpartner zunächst Verhandlungen betreffend eine (neue) Ta-

rifstruktur führen können müssen, bevor der Bundesrat ersatzweise ho-

heitlich eine Tarifstruktur festsetzt. 

Wie der Bundesrat im Nichteintretensentscheid vom 7. Juni 2013 zutref-

fend ausführte, ist die hoheitliche Festsetzung einer nationalen Tarifstruk-

tur generell-abstrakter Natur und hat in Verordnungsform zu erfolgen. 

Auch das Bundesgericht geht in seiner Rechtsprechung zu TARMED (als 

nationale Tarifstruktur) davon aus, dass diese eine generell-abstrakte Re-

gelung darstellt und eine auf Art. 43 Abs. 5
bis

 KVG gestützte Anpassung 

von TARMED und aller anderen gesamtschweizerisch einheitlichen Tarif-

strukturen mittels Verordnung zu erfolgen habe (vgl. BGE 134 V 443 

E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_524/2013 vom 21. Januar 2014 

E. 3 f.). Dementsprechend hat der Bundesrat zur Anpassung der Tarif-

struktur TARMED vor kurzem gestützt auf Art. 43 Abs. 5
bis

 KVG die Ver-

ordnung über die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversiche-

rung vom 20. Juni 2014 erlassen (AS 2014 1883; Inkrafttreten: 1. Oktober 

2014).  

Hätte der Bundesrat im Juli 1998 eine Tarifstrukturfestsetzung generell-

abstrakter Natur vornehmen wollen, hätte er diese nicht in Ziffer 2 des 

Genehmigungsbeschlusses verfügt, sondern eine entsprechende Verord-

nung erlassen, und hätte er namentlich die dafür massgeblichen Vor-

schriften einhalten müssen (d.h. Publikation des Verordnungstextes im 

Bundesblatt [vgl. Art. 1 des Publikationsgesetzes vom 21. März 1986 

{AS 1987 600, aufgehoben per 1. Januar 2005}]); vorliegend erfolgte die 

Information an die interessierten Parteien einzig via Schreiben des BSV 

vom 1. Juli 1998. In seinem Nichteintretensentscheid vom 7. Juni 2013 

bestätigte der Bundesrat denn auch, dass die Tariffestsetzung im Ge-

nehmigungsbeschluss vom 1. Juli 1998 in Verfügungsform erfolgt sei und 

der allfällige Erlass einer neuen Tarifstruktur angesichts ihrer generell-

abstrakten Bedeutung mittels Verordnung zu erfolgen hätte (TG 10).  

Ergänzend kann auf Folgendes hingewiesen werden: In seinen Schreiben 

vom 22. Februar 2007, 10. August 2011 und 23. September 2011 (TG 3 

C-7322/2013 

Seite 23 

Beilagen 8, 13 und 15) führte das BAG nicht an, dass bereits eine vom 

Bundesrat festgesetzte gesamtschweizerische Tarifstruktur bestehe. So-

weit der (Gesamt-) Bundesrat in seinem Nichteintretensentscheid vom 

7. Juni 2013, Bundesrat Alain Berset in seinem Schreiben vom 29. August 

2012 (B-act. 2 Beilage 9) und das BAG mit Stellungnahme vom 10. April 

2014 (B-act. 42) festhalten, dass die nationale Tarifstruktur weiterhin Gel-

tung habe, begründen sie das lediglich damit, dass sich dies aus dem 

Genehmigungsbeschluss vom 1. Juli 1998 ergebe. Diese nicht weiter 

substantiierte Begründung vermag angesichts der obigen Ausführungen 

nicht zu überzeugen. 

5.4.4 Vielmehr ist davon auszugehen, dass mit der Vertragskündigung 

und dem Wegfall des Nationalen Tarifvertrags 1998 per 30. Juni 2011 

keine nationale Tarifstruktur für in freier Praxis erbrachte Physiotherapie-

leistungen mehr besteht; auch wurde zwischenzeitlich keine neue Tarif-

struktur vom Bundesrat genehmigt oder festgesetzt (Art. 43 Abs. 5 KVG). 

Da eine Einzelleistungstarifstruktur gesamtschweizerisch vereinbart und 

genehmigt oder gesamtschweizerisch festgesetzt werden muss, und im 

Zeitpunkt des Erlasses des Beschlusses des Regierungsrates des Kan-

tons Thurgau vom 2. April 2013 keine entsprechende nationale Einzelleis-

tungstarifstruktur mehr bestand, wurde mit dem angefochtenen Beschluss 

auch kein gültiger OKP-Tarif festgesetzt (vgl. dazu Urteil C-2461/2013 

E. 5.5.4). Der angefochtene Beschluss ist bereits aus diesem Grund auf-

zuheben. 

5.5 Ferner ist zu prüfen, ob der Regierungsrat des Kantons Thurgau mit 

Aufrechnung der Teuerung Bundesrecht verletzt hat, wie die Beschwerde-

führerinnen geltend machen.  

5.5.1 Vorliegend hat die Vorinstanz gestützt auf die Tarifstruktur 1998 so-

wie gestützt auf Überlegungen zur Teuerung seit 1998 in einem ersten 

Schritt den Nationalen Taxpunktwert von Fr. 0.94 auf Fr. 1.03 angehoben 

(Erwägung 5 des Beschlusses). Danach hat sie in einem zweiten Schritt 

den kantonalen Taxpunktwert gestützt auf den neuen (angehobenen, teu-

erungsangepassten) Nationalen Taxpunktwert unter Berücksichtigung der 

Bundesratsformel und der darin aktualisierten Werte bestimmt und daraus 

einen kantonalen Taxpunktwert von Fr. 0.97 ermittelt.  

5.5.2 Dieses Vorgehen ist – wie oben dargelegt und wie die Beschwerde-

führerinnen und die beigezogenen Fachämter zu Recht monieren – 

KVG-widrig. Soweit auf nationaler Ebene (noch) keine Taxpunktwertver-

C-7322/2013 

Seite 24 

einbarungen abgeschlossen und auch keine Übereinkunft über eine ge-

samtschweizerisch anwendbare Methode zur Bestimmung kantonaler 

Taxpunktwerte getroffen worden sind, sind die Kantone dazu verpflichtet, 

den jeweiligen Tarif kantonsspezifisch zu bestimmen. Es ist ihnen dabei 

aber verwehrt, einseitig ein (fiktives) nationales Modell zu entwickeln bzw. 

auf einem früheren nationalen Modell aufzubauen und von diesem nach 

selbst festgelegten Regeln auf den für ihren Kanton geltenden Tarif zu 

schliessen, zumal damit Art. 46 Abs. 4 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 KVG in dop-

pelter Hinsicht (fehlende Einigung der Tarifpartner über ein nationales 

Modell, Unzuständigkeit der Kantonsregierung zur [Teil-] Festlegung ei-

nes nationalen Tarifmodells) verletzt wird. 

Soweit der Regierungsrat vorliegend eine Hochrechnung auf ein (fiktives) 

nationales Modell vorgenommen und daraus den kantonalen Tarif herge-

leitet hat, stellt dieses Vorgehen somit einen Verstoss gegen Bundesrecht 

dar und ist der angefochtene Regierungsratsbeschluss auch daher auf-

zuheben. 

5.6 Zu prüfen ist weiter, ob – und wenn ja, inwieweit – die Vorinstanz ge-

gen Art. 59c KVV verstossen hat und welche Schlüsse daraus für das 

Verwaltungsverfahren zu ziehen sind. 

5.6.1 Mit dem per 1. August 2007 in Kraft getretenen Art. 59c KVV hat der 

Bundesrat eine die im KVG enthaltenen Tarifgrundsätze ergänzende Re-

gelung betreffend die Tarifgestaltung im vertragslosen Zustand erlassen. 

Dabei hat er - gestützt auf Art. 43 Abs. 7 KVG und im Hinblick auf den per 

1. Januar 2007 erfolgten Übergang seiner Rechtsprechungskompetenz 

an das Bundesverwaltungsgericht - im Wesentlichen Grundsätze in das 

Verordnungsrecht überführt, welche er im Rahmen seiner Beschwerde-

entscheide entwickelt hatte.  

5.6.2 Dies gilt insbesondere für Art. 59c Abs. 1 KVV Bst. a und b, mit wel-

chen die Grundsätze und gesetzlichen Vorgaben für KVG-Tarife, insbe-

sondere das Gebot der Wirtschaftlichkeit, der betriebswirtschaftlichen 

Bemessung und der sachgerechten Struktur sowie der möglichst günsti-

gen Kosten, durch den dazu ermächtigten Verordnungsgeber präzisiert 

und die zur Tarifbeurteilung notwendige Transparenz hervorgehoben wur-

den (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C-5543/2008 vom 1. April 2011 E. 6.1 m.w.H.). 

C-7322/2013 

Seite 25 

5.6.3 Zudem verpflichtet Art. 59c Abs. 3 KVV in Verbindung mit Abs. 2 die 

Tariffestsetzungsbehörden dazu, eine regelmässige Überprüfung eines 

geltenden Tarifs auf die Erfüllung der Grundsätze nach Abs. 1 Bst. a und 

b im Tariffestsetzungsverfahren zu ermöglichen und eine Tarifanpassung 

vorzunehmen, wenn die Erfüllung dieser Grundsätze nicht mehr gewähr-

leistet ist. Dadurch wird für das Tariffestsetzungsverfahren die allgemeine 

verwaltungsrechtliche Untersuchungsmaxime akzentuiert. Die zuständige 

Behörde muss die notwendigen Untersuchungsmassnahmen ergreifen, 

namentlich die benötigten Informationen und Dokumente beschaffen, 

welche eine vollständige und richtige Ermittlung des rechtserheblichen 

Sachverhalts erlauben und eine entsprechende Überprüfung bzw. Aus-

gestaltung des anzusetzenden Tarifs überhaupt erst ermöglichen. Im 

Rahmen des Tariffestsetzungsverfahrens hat sich die zuständige Behörde 

primär an die Tarifpartner (namentlich an die Leistungserbringer) zu hal-

ten und diese ausdrücklich und konkret zur Vorlage entsprechender Do-

kumente anzuhalten. Mit einem passiven Zuwarten und Abstellen auf die 

von den Parteien aus eigenem Antrieb eingereichten Unterlagen wird der 

gesteigerten Untersuchungspflicht nicht Genüge getan. Sollte sich eine 

Partei zu Unrecht weigern, die von ihr angeforderten Dokumente einzu-

reichen, hat die zuständige Behörde sie unter Androhung angemessener 

Folgen zu mahnen. Sollte es der zuständigen Behörde infolge Weigerung 

der einen und/oder anderen Partei nicht möglich sein, die Gewährleistung 

der Erfüllung der Grundsätze gemäss Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV 

vollständig zu überprüfen, hat sie zur Sachverhaltsabklärung nach Mög-

lichkeit ergänzend oder subsidiär auf andere Quellen zurückgreifen (z.B. 

Statistiken oder Untersuchungen des Bundes). Die Weigerung einer Ta-

rifpartei, entsprechende Unterlagen einzureichen, ist im Endentscheid im 

Rahmen der verbleibenden Unschärfe unter dem Aspekt der Verletzung 

ihrer Mitwirkungspflichten und betreffend die Beurteilung der Beweislage 

zu berücksichtigen.  

Diesbezüglich fällt vorliegend besonders ins Gewicht, dass aus den Akten 

nicht ersichtlich wird, dass der im Rahmen des Nationalen Tarifvertrags 

1998 vereinbarte kantonale Taxpunktwert von der Regierung des Kantons 

Thurgau seit seiner Genehmigung im Jahre 2003 jemals auf seine KVG-

Konformität hin überprüft worden wäre. Die in der Rechtsprechung des 

Bundesrats massgebliche (rein rechnerische) Ermittlung des kantonalen 

Taxpunktwerts sah für Beschwerdeverfahren eine solche Überprüfung 

auch nicht vor. Umso mehr muss nun, nachdem keine Bindung mehr an 

diese Rechtsprechung besteht, eine vertiefte Abklärung des Sachverhalts 

und der Vereinbarkeit des bisherigen Tarifs mit den KVG-Grundsätzen er-

C-7322/2013 

Seite 26 

folgen. Dabei hätte die Vorinstanz die Empfehlung des Preisüberwachers, 

den bisherigen Taxpunktwert auf maximal Fr. 0.90 zu senken (vgl. TG 7), 

als zusätzliches Indiz für die Notwendigkeit einer fundierten Abklärung 

und inhaltlichen Überprüfung des bisherigen Tarifs im Sinne von Art. 59c 

KVV erkennen müssen, zumal nach der Rechtsprechung den Empfeh-

lungen des Preisüberwachers ein besonderes Gewicht zukommt. Man-

gels nationaler Regelung hat diese Abklärung den kantonalen Sachver-

halt zu betreffen. Ausserdem hat tarifsuisse in ihrem Festsetzungsbegeh-

ren diverse Anträge zur Verbesserung der Datenlage gestellt (TG 4, An-

träge 3a-c; Rz. 6, 8, 17, 20, 46, 96), was die Vorinstanz zwar zur Kenntnis 

genommen (s. RRB S. 2 f. und TG 6 S. 5), aber über diese Anträge nicht 

formell befunden und nicht dargelegt hat, weshalb sie diesen Anträgen 

keine Folge geleistet hat (vgl. zum Ganzen Urteil C-2461/2013 E. 5.7 

m.w.H.). 

5.6.4 In Bezug auf die in Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV präzisierten, 

seit 2007 geltenden materiellen Vorgaben zur Tarifbestimmung (vgl. oben 

E. 5.6.2) ist den Erwägungen des regierungsrätlichen Beschlusses – 

worauf das BAG in seiner Stellungnahme zu Recht hinweist – nicht zu 

entnehmen, inwiefern die Vorinstanz diese beachtet hätte. So enthalten 

weder die eingereichten Vorakten noch die Ausführungen im Beschluss 

Hinweise darauf, dass den Berechnungen der Vorinstanz aktuelle 

Leistungs- und Kostendaten der Physiotherapeuten in freier Praxis 

zugrunde liegen würden. Entgegen der Meinung der Vorinstanz hat der 

Bundesrat mit seiner Genehmigung am 1. Juli 1998 zwar die damalige 

Bundesrechtskonformität des Nationalen Tarifvertrags 1998 und die 

schweizweit geltende Tarifstruktur, die auf diesem Vertrag basiert, und mit 

Nichteintretensentscheid am 7. Juni 2013 die Weitergeltung der bisheri-

gen Tarifstruktur auf nationaler Ebene bestätigt, jedoch ist damit nicht 

gleichzeitig das seinerzeit gestützt auf den Nationalen Tarifvertrag 1998 

festgelegte und später vom Bundesrat in seiner Rechtsprechung korri-

gierte Niveau des Modelltaxpunktwertes bestätigt worden. Zudem beach-

tet die Vorinstanz nicht, dass den (zwar als solchen nachvollziehbaren) 

Ausführungen zur Teuerung zusätzlich Überlegungen zur Effizienz der 

bisher erbrachten Leistungen, zur Effizienzsteigerung bspw. mittels Ver-

dichtung der Infrastruktur, gemeinsamer Nutzung der Administration, Zu-

sammenlegung sich gleichender Prozesse und zur Vereinfachung der 

Kostenstruktur gegenüberzustellen sind. Dies tut die Vorinstanz nicht an-

satzweise. Stattdessen begnügt sie sich damit, das frühere Lohnniveau 

dem heutigen Lohnniveau gegenüberzustellen und den Taxpunktwert 

entsprechend zu erhöhen, womit jedoch keineswegs Überlegungen zur 

C-7322/2013 

Seite 27 

Leistungs- und Kosteneffizienz angestellt werden. Ausserdem ist keine 

spezifische Auseinandersetzung betreffend die per 1. August 2009 neu 

als Leistungserbringerinnen zugelassenen Organisationen der Physiothe-

rapie (Art. 52a KVV) erkennbar. Schliesslich enthält der angefochtene 

Beschluss auch keine Ausführungen dazu, inwiefern sich die seit 1. Ja-

nuar 1998 durchgeführten Revisionen von Art. 5 KLV, der regelt, welche 

physiotherapeutische Leistungen zulasten der OKP abgerechnet werden 

können und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, auf die 

Überprüfung bzw. Neufestsetzung des OKP-Tarifs auswirken. 

5.6.5 Unter Bezugnahme auf die Überprüfungs-, Untersuchungs- und An-

passungspflichten gemäss Art. 59c Abs. 2 KVV (vgl. oben E. 5.6.3) rügen 

die Beschwerdeführerinnen mit ihrer Beschwerde, die tarifsuisse-Gruppe 

habe die Vorinstanz ersucht, die Physiotherapeuten zu verpflichten, Kos-

ten- und Leistungsrechnungsdaten sowie die Erfolgsrechnungen und Bi-

lanzen über ihre Praxen für die Jahre 2008 bis 2011 vorzulegen. Die Vor-

instanz habe jedoch diesen Anträgen nicht stattgegeben und kein konkre-

tes Datenmaterial angefordert (B-act. 1 Rz. 43). Diese Ausführungen sind 

aufgrund der Aktenlage im Beschwerdeverfahren zu bestätigen. Weder 

der Begründung des angefochtenen Beschlusses noch den eingereichten 

Akten ist zu entnehmen, dass die Vorinstanz Vorkehrungen getroffen hat, 

um konkrete Angaben und Daten zu erhalten, auf Grund welcher sie hätte 

prüfen können, ob der von ihr erhöhte Tarif den Anforderungen von 

Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV gerecht wird. Ebenfalls fehlen Hinweise 

dafür, dass die Vorinstanz gestützt auf solches Datenmaterial eine Über-

prüfung des festzusetzenden Tarifs auf seine Wirtschaftlichkeit und Billig-

keit hin vorgenommen hätte, wie ihr vom Gesetzgeber aufgetragen wird 

(Art. 43 Abs. 4 und Art. 46 Abs. 4 Satz 2 KVG; vgl. auch BGE 123 V 280 

E. 6). Diesbezüglich kann der nicht weiter substantiierten Aussage der 

Beschwerdegegnerinnen, den Beilagen zum Festsetzungsantrag könne 

sehr wohl entnommen werden, dass die Vorinstanz auf rechtsgenüglich 

vorhandene Daten abgestützt habe (B-act. 21 Kap. II Rz. 27), nicht ge-

folgt werden.  

Damit hat die Vorinstanz – wie die Beschwerdeführerinnen zu Recht rü-

gen – auch ihre Untersuchungspflicht verletzt und den Sachverhalt unge-

nügend abgeklärt. Zwar haben auch physioswiss und tarifsuisse ihre 

Substantiierungs- und Mitwirkungspflichten nicht (vollständig) erfüllt. Da 

die Vorinstanz aber davon abgesehen hat, von den Parteien konkretere 

Mitwirkungshandlungen zu verlangen, kann ihnen dies vorliegend nicht 

zum Nachteil gereichen, und ist der angefochtene Regierungsratsbe-

C-7322/2013 

Seite 28 

schluss (auch) wegen ungenügender Klärung des Sachverhalts aufzuhe-

ben. 

5.7 Darauf hinzuweisen bleibt, dass die von den Beschwerdegegnerinnen 

in der Beschwerdeantwort (B-act. 21 Kap. II Rz. 41) angerufenen Über-

gangsbestimmungen der Änderung des KVG vom 20. Dezember 2006 

(Pflegetarife) zwar die Möglichkeit der teuerungsbedingten Anpassung 

der Rahmentarife durch das Departement für Leistungen der Kranken-

pflege zu Hause, ambulant oder im Pflegeheim vorsehen, jedoch nicht 

ersichtlich ist, inwiefern diese Bestimmungen für die vorliegend interes-

sierende Festsetzung eines Einzelleistungstarifs für in freier Praxis prakti-

zierende Physiotherapeuten einschlägig wären, und die Beschwerdegeg-

nerinnen auch nicht behaupten, das KVG enthalte dazu eine positivrecht-

liche (Übergangs-) Regelung. Auf diese Rüge und die zitierten Entscheide 

der Regierungsräte der Kantone GR, SO und AG ist daher nicht weiter 

einzugehen. 

5.8 Damit erweist sich der angefochtene Beschluss des Regierungsrates 

des Kantons Thurgau in mehrfacher Hinsicht als bundesrechtswidrig. Bei 

diesem Ergebnis ist nicht weiter zu prüfen, ob die Vorinstanz in ihrer Be-

rechnung des Modelltaxpunktwertes zu Unrecht einen Abzug von 7.9% 

wegen Verschiebungen im Leistungsindex vorgenommen habe (B-act. 21 

Kap. II Rz. 28 und 90 ff.). Ebenso wenig ist zu prüfen, ob der angefochte-

ne Entscheid die Wirtschaftsfreiheit der Physiotherapeuten verletze, wie 

die Beschwerdegegnerinnen rügen (B-act. 21 Kap. II Rz. 96). 

6.  

6.1 Damit bleibt festzuhalten, dass dem Tariffestsetzungsentscheid des 

Regierungsrates des Kantons Thurgau vom 2. April 2013 keine gültige Ta-

rifstruktur zugrunde liegt und sich der Beschluss in mehrfacher Hinsicht 

als bundesrechtswidrig erweist, weshalb er aufzuheben ist.  

Bei diesem Ergebnis kann offengelassen werden, ob die als Beschwer-

degegnerinnen Nr. 58, 62, 83, 102 rubrizierten Personen passivlegitimiert 

sind, wie die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 18. Februar 2014 

geltend gemacht haben (B-act. 39), und ob der angefochtene Entscheid 

das Rechtsgleichheitsgebot verletze (B-act. 1 Rz. 35). 

 

 

C-7322/2013 

Seite 29 

6.2  

6.2.1 Mit dem Erlass des Endentscheides in der Hauptsache fallen die für 

die Dauer des Verfahrens angeordneten vorsorglichen Massnahmen oh-

ne Weiteres dahin. Soweit das mit den Massnahmen provisorische Ange-

ordnete nicht mit dem Endzustand übereinstimmt, müssen die Folgen 

grundsätzlich rückabgewickelt werden (vgl. Urteil C-2461/2013 E. 6.3.1 

m.w.H.). 

6.2.2 Mit dem vorliegenden Urteil wird die angefochtene Verfügung voll-

umfänglich aufgehoben. Damit entfällt die aufschiebende Wirkung der 

Beschwerde und die provisorische Festsetzung des Taxpunktwerts ab 

1. Januar 2013 (vgl. B-act. 16).  

7.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und die Parteientschädi-

gung. 

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 

VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Den 

(im Hauptantrag) obsiegenden Beschwerdeführerinnen sind daher keine 

Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die Rückerstattung des von der tarifsuis-

se-Gruppe geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 4'000.- wurde im Ver-

fahren C-2461/2013 angeordnet, darauf ist zu verweisen. 

Da das Bundesverwaltungsgericht im Urteil C-2461/2013 den dort über-

wiegend unterliegenden Beschwerdegegnerinnen Verfahrenskosten in 

der Höhe von Fr. 4'000.- auferlegt hat (E. 7.1; Dispositiv Ziff. 3) und dem 

Gericht für das vorliegende Verfahren kein erheblicher Mehraufwand ent-

standen ist, wird vorliegend auf die Auferlegung zusätzlicher Verfahrens-

kosten verzichtet (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 6 Bst. b des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 

erster Halbsatz VwVG). 

7.2 Da den Beschwerdeführerinnen für das vorliegende Verfahren – im 

Verhältnis zum Verfahren C-2461/2013 – keine zusätzlichen notwendigen 

und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, ist ihnen keine Par-

teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 4 

VGKE). Den mehrheitlich unterliegenden Beschwerdegegnerinnen ist 

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Seite 30 

über die im Verfahren C-2461/2013 zugesprochene reduzierte Parteient-

schädigung hinaus keine zusätzliche Entschädigung zu gewähren. Die 

unterliegende Vorinstanz hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädi-

gung (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE, je e contrario; Art. 7 

Abs. 3 VGKE).  

8.  

Das vorliegende Urteil ist endgültig (vgl. Urteil C-2461/2013 E. 9). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen wird gutgeheissen. Der an-

gefochtene Beschluss vom 2. April 2013 wird aufgehoben. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 244/2013; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) 

– die Eidgenössische Preisüberwachung (A-Post) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Beat Weber Daniel Golta 

 

 

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