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**Case Identifier:** 0025be56-8d8e-5c36-ad0e-83af3331f2fe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.10.2017 200 2017 677
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-677_2017-10-25.pdf

## Full Text

200 17 677 UV
KOJ/COC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 29. Juni 2017 (E 0844/17)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2017, UV/17/677, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert. 
Gemäss Schadenmeldung vom 8. April 2016 resp. Ergänzung zur Scha-
denmeldung vom 27. April 2016 musste der Versicherte am 1. April 2016 
bei der Montage eines Spirorohrs mit der rechten Schulter „viel mehr Druck 
als bisher“ ausüben, woraufhin Schmerzen in der rechten Schulter aufge-
treten seien (Akten der Suva; Antwortbeilage [AB] 1 und 4). Mit Schreiben 
vom 2. September 2016 (AB 28) verneinte die Suva eine Leistungspflicht 
ihrerseits bezüglich dieses Ereignisses, da sich weder ein Unfallereignis im 
Sinne des Gesetzes zugetragen habe noch eine unfallähnliche Körper-
schädigung vorliege. Nachdem sich der Versicherte damit nicht einverstan-
den gezeigt hatte (AB 32; vgl. auch AB 36), hielt die Suva nach Einholung 
einer ärztlichen Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. C.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates (AB 34), mit Verfügung vom 7. Februar 2017 (AB 37) an ihrer Beurtei-
lung fest und verneinte einen Anspruch auf Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung. Eine dagegen erhobene Einsprache (AB 42) wies die 
Suva mit Entscheid vom 29. Juni 2017 (AB 45) ab. 

B.

Hiergegen lässt der Versicherte am 24. Juli 2017 Beschwerde erheben und 
die kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids so-
wie die Zusprache der gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen bean-
tragen. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. September 2017 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2017, UV/17/677, Seite 3

Mit Eingabe vom 19. September 2017 hält der Beschwerdeführer an den 
Ausführungen in der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 29. Juni 2017 
(AB 45). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 1. April 2016.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG).

Es wird ein Ereignis vom 1. April 2016 geltend gemacht (AB 1), womit auf 
den vorliegenden Fall die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesene Rechts-
lage zur Anwendung gelangt.

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

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kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). 

2.4 Die Unfallversicherer haben auch Versicherungsleistungen für die in 
der Verordnung abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädi-
gungen zu übernehmen, sofern diese nicht eindeutig auf Erkrankung oder 
Degeneration zurückzuführen sind (aArt. 6 Abs. 2 UVG in der bis 31. De-
zember 2016 gültig gewesenen Fassung; aArt. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV, gültig 
gewesen bis 31. Dezember 2016). Dabei müssen sämtliche Begriffsmerk-
male eines Unfalles mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein. Be-
sondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Er-
eignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv fest-
stellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 
2.2 S. 467). Für die Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper 
schädigend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem 
ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu 
bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im 
Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, 
wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere 

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Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, 
wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiolo-
gisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Kör-
pers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt (BGE 129 V 466 E. 
4.2.2 S. 470; SVR 2014 UV Nr. 29 S. 98 E. 2.2.3, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 
5.2).

Ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst eine unfallähn-
liche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den 
vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden 
lässt; es genügt somit, wenn eine schädigende, äussere Einwirkung we-
nigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den vor- oder überwiegend 
krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutritt (BGE 123 V 43 E. 2b 
S. 45; SVR 2008 UV Nr. 15 S. 49 E. 3).

2.5 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99).

3.

3.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 1. April 
2016 bei der Montage eines Spirorohrs über Kopf mit der rechten Schulter 
sehr starken Druck ausüben musste (AB 1, 4, 13, 24). Dieses Ereignis 
macht er als auslösendes Element der bestehenden Schulterbeschwerden 
rechts geltend. Diesbezüglich lassen sich den Akten im Wesentlichen die 
folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Dr. med. D.________, praktischer Arzt, diagnostizierte im Bericht 
vom 13. Mai 2016 (AB 6) einen Status nach Schulterkontusion rechts. Er 
attestierte ab dem 5. April 2016 eine 100%-ige und ab dem 20. Juni 2016 

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für voraussichtlich vier Wochen eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. auch 
AB 11). 

3.1.2 Die Dres. med. E.________ und F.________, beides Fachärzte für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
diagnostizierten im Bericht des Spitals G.________ vom 25. Juli 2016 
(AB 21) einen Verdacht auf eine Pulley-Läsion mit Subluxation der langen 
Bicepssehne und eine Cleavage-Läsion der Subscapularissehne Schulter 
rechts bei Status nach Distorsionstrauma. Der Beschwerdeführer habe am 
1. April 2016 unter Kraftanwendung einen Rohrschacht zusammensetzen 
müssen. Beim Anheben über Kopf habe er einen sehr starken Schmerz 
verspürt. Vor allem in Abduktion und Aussenrotation habe er sehr starke 
Schmerzen.

In einem weiteren Bericht vom 6. September 2016 (AB 29) diagnostizierten 
die Ärzte an der rechten Schulter eine Tendinose der Supraspinatussehne 
mit kleiner Intervallläsion bei Status nach Distorsionstrauma am 1. April 
2016. Dem Beschwerdeführer gehe es von Seiten der Schulter besser. 
Gewisse Bewegungen könne er nicht schmerzfrei durchführen (S. 1). 

3.1.3 Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 24. Oktober 2016 
(AB 32) aus, die durchgeführten bildgebenden Untersuchungen hätten ei-
nen minimalen Riss der Supraspinatussehne, eine Zerrung der Supraspina-
tussehne und einen kleinen Riss im superioren Labrum gezeigt. Radiolo-
gisch seien dies zwar diskrete Befunde, dennoch habe der Beschwerdefüh-
rer deutliche Beschwerden. Der Arzt ging davon aus, dass diese Pathologi-
en mit grösster Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen seien, 
insbesondere weil der Beschwerdeführer vorher keine Beschwerden ge-
habt habe.

3.1.4 Der Kreisarzt Dr. med. C.________ diagnostizierte im Bericht vom 
12. Dezember 2016 (AB 34) eine Degeneration der Rotatorenmanschette 
und des Labrum glenoidale rechtes Schultergelenk. Der Beschwerdeführer 
sei zum Zeitpunkt des Ereignisses 51 Jahre alt gewesen. Er verrichte eine 
schwere körperliche Tätigkeit auf dem Bau, weshalb häufige Überkopfarb-
eiten anzunehmen seien. Unter diesen Umständen seien degenerative 
Veränderungen an den Schultergelenken vorauszusetzen. Die Schmerzen 

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an der rechten Schulter seien beim Anheben oder Montieren eines Rohr-
schachtes über Kopf eingetreten. Eine solche Bewegung sei nicht geeignet, 
einen Schaden an der Rotatorenmanschette oder am Labrum glenoidale 
plötzlich und unerwartet auszulösen (S. 2 f.). Bei den geltend gemachten 
Schäden handle es sich um kleine intratendinöse Signalanhebungen im 
MRI, was für eine intramurale Degeneration der Supraspinatussehne spre-
che. Im MRI-Befund werde zudem der Verdacht auf eine Ausfransung des 
Labrum glenoidale geäussert. Auch dies müsse als degenerativer und nicht 
als posttraumatischer Schaden eingestuft werden. Insofern sei der Zu-
sammenhang zwischen dem geltend gemachten Ereignis und den geltend 
gemachten Schäden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben. 
Die Liste der Diagnosen, welche als unfallähnliche Körperschädigung bei 
entsprechendem sinnfälligem Ereignis gelte, enthalte keine Diagnose, wel-
che hier zutreffe. In Frage käme lediglich die Diagnose eines Sehnenrisses. 
Unfallbedingte Rissbildungen an der Rotatorenmanschette seien nicht fest-
gestellt worden. Somit sei keine Diagnose aus Art. 9 Abs. 2 UVV gegeben 
(S. 6 f.).

3.1.5 Am 24. März 2017 wurde die rechte Schulter des Beschwerdefüh-
rers operativ saniert. Im – im Beschwerdeverfahren eingereichten – Aus-
trittsbericht des Spitals G.________ vom 24. März 2017 (Beschwerdebeila-
ge [BB] 4) wurde eine PASTA-Läsion grösser als 50% der Supraspinatus-
sehne und eine pathologische LBS bei Status nach Distorsionstrauma am 
1. April 2016 diagnostiziert. Der peri- und postoperative Verlauf habe sich 
komplikationslos gestaltet. 

3.1.6 Auf Ersuchen des Beschwerdeführers nahm Dr. med. E.________ 
am 19. Juli 2017 (BB 5) zu den bestehenden Schulterbeschwerden rechts 
nochmals Stellung. In der Beurteilung zum Arthro-MRI vom 10. August 
2016 sei zwar keine Rotatorenmanschettenruptur festgehalten worden. Für 
ihn, Dr. med. E.________, habe es aber klar einen Unterflächenriss in der 
Supraspinatussehne gegeben, womit er auch die Schmerzen im Zusam-
menhang mit einer zusätzlich pathologischen LBS erklärt habe. Intraopera-
tiv habe dieser Befund bestätigt werden können mit einer über 50%-igen 
Ruptur der Unterfläche der Supraspinatussehne. Somit gehe er nach wie 
vor davon aus, dass dieser Teilriss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

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auf das Ereignis vom 1. April 2016 zurückzuführen sei. Vor diesem Ereignis 
habe der Beschwerdeführer keinerlei Beschwerden gehabt.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Vorliegend ist zu Recht unbestritten, dass das Ereignis vom 1. April 
2016 keinen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG (vgl. E. 2.2 hiervor) darstellt. 
Umstritten ist, ob eine unfallähnliche Köperschädigung vorliegt, die eine 
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen vermag (vgl. E. 2.4 
hiervor). 

Anlässlich der Operation vom 24. März 2017 wurde ein (Teil-)Riss der Su-
praspinatussehne der rechten Schulter festgestellt (BB 4). Dieser gehört 
nach aArt. 9 Abs. 2 lit. f UVV zu den unfallähnlichen Körperschädigungen. 
Zu prüfen ist, ob dieser Gesundheitsschaden auf einen (bei der Beschwer-
degegnerin versicherten) Vorfall im Sinne eines ausserhalb des Körpers 
liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen Ereignisses zurückzuführen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2017, UV/17/677, Seite 10

ist (vgl. 2.4 hiervor). Dabei genügt es, wenn ein unfallähnliches Ereignis 
wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors hinzutritt. Voraussetzung 
bildet allerdings, dass der fragliche Riss anlässlich des unfallähnlichen Er-
eignisses eintritt (Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 20. Juni 
2011, 8C_214/2011, E. 8, und vom 1. Februar 2011, 8C_895/2010, 
E. 3.2.1). Der Nachweis eines natürlichen Kausalzusammenhangs ist somit 
– entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 4 Art. 3) – auch für eine 
Leistungspflicht aufgrund einer unfallähnlichen Körperschädigung erforder-
lich (Entscheid des BGer vom 6. September 2016, 8C_295/2016, E. 3.4). 
Diese Voraussetzung ist vorliegend – wie nachfolgend dargelegt wird – 
nicht erfüllt.

Gestützt auf die überzeugenden Angaben des Kreisarztes im Bericht vom 
12. Dezember 2016 (AB 34), welcher die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestell-
ten Anforderungen erfüllt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist ein natürlicher Kausal-
zusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1. April 2016 und den beste-
henden Schulterbeschwerden rechts nicht überwiegend wahrscheinlich 
erstellt (S. 6). Zwar ging der Kreisarzt insbesondere gestützt auf die Beur-
teilung zur bildgebenden Untersuchung der rechten Schulter vom 10. Au-
gust 2016 (AB 22) davon aus, dass keine Rotatorenmanschettenruptur 
besteht (AB 34 S. 2), was sich gestützt auf die intraoperativen Erkenntnisse 
als unzutreffend erweist (vgl. BB 4). Dies führt jedoch nicht dazu, dass der 
Beweiswert des Berichts vom 12. Dezember 2016 hinsichtlich der hier vor-
ab zu beurteilenden Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs ge-
schmälert würde. Denn der Kreisarzt hat unter Berücksichtigung einschlä-
giger fachmedizinischer Literatur einlässlich begründet, weshalb die vom 
Beschwerdeführer am 1. April 2016 ausgeführte Bewegung nicht geeignet 
ist, einen Schaden an der Rotatorenmanschette zu verursachen und dass 
unter Berücksichtigung des Alters des Beschwerdeführers und der von ihm 
ausgeübten schweren körperlichen Tätigkeit degenerative Veränderungen 
an den Schultergelenken vorauszusetzen sind (AB 34 S. 2 f. und S. 6). 
Diese Einschätzung ist überzeugend und steht im Einklang mit den vorlie-
genden medizinischen Akten und dabei insbesondere mit dem Bericht zur 
bildgebenden Untersuchung vom 8. August 2016 (AB 22) und demjenigen 
des Spitals G.________ vom 6. September 2016 (AB 29), in welchen eben-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Okt. 2017, UV/17/677, Seite 11

falls degenerative Veränderungen an der rechten Schulter erwähnt werden. 
Damit ist davon auszugehen, dass durch die geltend gemachte Bewegung 
weder ein Riss der Supraspinatussehne noch eine Verschlimmerung eines 
vorbestehenden Gesundheitsschadens (vgl. E. 2.4 hiervor) erfolgt ist. 

An der schlüssigen Beurteilung des Kreisarztes ändert nichts, dass 
Dr. med. E.________ in den Berichten vom 24. Oktober 2016 (AB 32) und 
vom 19. Juli 2017 (BB 5) einen Kausalzusammenhang zwischen dem Riss 
der Supraspinatussehne und dem Ereignis vom 1. April 2016 bejaht hat. 
Denn der Arzt hat seine Schlussfolgerung vorab damit begründet, dass der 
Beschwerdeführer vor dem 1. April 2016 beschwerdefrei gewesen sei. 
Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung für den Nachweis einer unfallkausalen gesundheitlichen 
Schädigung der Grundsatz "post hoc, ergo propter hoc" nicht massgebend 
ist, nach dessen Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann 
als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist 
(BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3). Eine 
schlüssige andere Begründung, weshalb der Riss der Supraspinatussehne 
auf das Ereignis vom 1. April 2016 zurückzuführen sei, fehlt in beiden Be-
richten. 

3.4 Nach dem Dargelegten ist ein natürlicher Kausalzusammenhang 
zwischen dem geltend gemachten Ereignis vom 1. April 2016 und den 
Schulterbeschwerden rechts – auch im Sinne einer blossen Verschlimme-
rung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens – nicht überwiegend 
wahrscheinlich. Diesbezüglich sind von weiteren Abklärungen, insbesonde-
re von der Durchführung einer medizinischen Expertise, keine neuen oder 
zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb – entgegen dem Antrag in 
der Beschwerde (S. 2 Ziff. I 3) – auf weitere Beweiserhebungen zu verzich-
ten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

Mangels Kausalzusammenhangs besteht kein Anspruch auf die gesetzli-
chen Unfallversicherleistungen. Damit erübrigen sich auch Ausführungen 
betreffend die Sinnfälligkeit des Ereignisses vom 1. April 2016 (vgl. E. 2.4 
hiervor).

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4.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 29. Juni 2017 erweist sich 
damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.