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**Case Identifier:** 754c3336-0afe-508f-a1e1-6e6f7ad23902
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.09.2014 200 2014 440
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-440_2014-09-04.pdf

## Full Text

200 14 440 IV
MAW/ABE/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. September 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________ 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. März 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2014, IV/14/440, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
von 1990 bis 2004 in einer Unternehmung für … zunächst als …, später als 
… angestellt. Im Dezember 2004 meldete er sich wegen einer Rückenpro-
blematik erstmals bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 1, 9, 33/2). Die IVB klärte die 
erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab (AB 3 ff.), insbesondere 
veranlasste sie eine vierwöchige Abklärung ab dem 9. Januar 2006 in der 
Beruflichen Abklärungsstelle C.________ (AB 27, 34) und liess den Versi-
cherten neurochirurgisch-psychiatrisch untersuchen (Gutachten vom 
25. August 2006 [AB 52] und vom 30. Oktober 2006 [AB 53]). Mit unange-
fochten gebliebener Verfügung vom 29. Januar 2007 (AB 57) verneinte die 
IVB bei einem Invaliditätsgrad von 33% einen Rentenanspruch. 

In den Jahren 2007 bis 2011 war der Versicherte im Rahmen verschiede-
ner Anstellungen im Baugewerbe tätig, unter anderem als … (AB 89/4, 
147/3; vgl. auch Beschwerde, S. 3).

Ein im März 2011 eingereichtes Gesuch um Hörmittelversorgung (AB 63) 
zog der Versicherte am 17. Januar 2012 wieder zurück (AB 74).

B.

Ab dem 10. April 2012 war der Versicherte erneut als … angestellt (vgl. 
AB 80). Im November 2012 wurde er von seiner Arbeitgeberin unter Hin-
weis auf einen (Berufs-)Unfall vom 27. April 2012 zur Früherfassung ange-
meldet (AB 76). Am 3. Dezember 2012 erfolgte sodann die Neuanmeldung 
zum Leistungsbezug (AB 83). Dabei gab der Versicherte an, sich beim Un-
fall den linken Arm zweifach gebrochen zu haben; er habe Schmerzen und 
sei in der Motorik eingeschränkt (AB 83/4). Die IVB holte die Akten der 
D.________ ein (AB 85) und tätigte ihrerseits Abklärungen (AB 86 ff.). Hin-
sichtlich der Unfallverletzung wurde zunächst ein konservativer Therapie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2014, IV/14/440, Seite 3

ansatz verfolgt (AB 85/63), d.h. Physiotherapie verordnet (AB 85/56, 85/52, 
85/32, 85/22). In der Folge wurde der Versicherte am 10. August 2012 an 
der linken Schulter operiert (AB 85/15); vom 5. Februar bis zum 7. März 
2013 erfolgte sodann ein stationärer Aufenthalt in der Rehaklinik 
E.________ (AB 95).

Nachdem der Versicherte eine von der IVB veranlasste berufliche Ab-
klärung ab dem 12. August 2013 in der Abklärungsstelle F.________ (AB 
111) nach einem Tag abgebrochen hatte, weil er per 14. August 2013 eine 
temporäre Stelle als … angenommen hatte (AB 113 f.), forderte ihn die IVB 
zur Schadenminderung und Wiederaufnahme der beruflichen Abklärung 
auf (AB 117). Gemäss den Abklärungen sei ihm die Arbeit als … nicht mehr 
zumutbar; eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei hingegen zumutbar, 
wobei entsprechende Verweistätigkeiten abzuklären seien. Daraufhin wur-
de ab dem 7. Oktober 2013 eine vierwöchige Arbeitsmarktliche Abklärung 
(AA) in der Abklärungsstelle G.________ durchgeführt (AB 120 ff.). In der 
Folge gewährte die IVB dem Versicherten Beratung und Unterstützung bei 
der Stellensuche (AB 136). Ein Rentenanspruch wurde nach entsprechen-
dem Vorbescheid (AB 143) mit Verfügung vom 26. März 2014 (AB 145) 
verneint (Invaliditätsgrad: 27%).

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 12. Mai 2014 Beschwerde mit dem Antrag um kostenfälli-
ge Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache 
zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin. Letztere sei anzuweisen, 
vor Erlass einer Rentenverfügung eine umfassende Abklärung des Sach-
verhalts vorzunehmen; namentlich sei zur Klärung der Arbeitsfähigkeit ein
interdisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. März 2014 
(AB 145). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. Da die Verwaltung 
auf die Neuanmeldung eingetreten ist, ist diese Frage nicht richterlich zu 
prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers finden sich in den Akten im Wesentlichen folgende 
Angaben:

3.1.1 Dr. med. H.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, führte im 
Gutachten vom 25. August 2006 (AB 52) Folgendes auf:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung 
rechts mit/bei
- leichter Spondylanterolisthesis LWK 5 bei Lyse beidseits
- degenerativen Veränderungen lumbosakral mit flacher Discushernie oh-

ne Neurokompression
- wenig eingeschränkter Beweglichkeit der LWS, keinem Muskelhart-

spann, keiner radikulären Störung, Druckdolenz inguinal rechts
• Psychisches Leiden

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Adipositas
• Facialisrestparese links

Kreuz- und ventrale Oberschenkelschmerzen rechts würden seit Januar 
2004 angegeben (S. 10); trotz ambulanter und stationärer Behandlung so-
wie Infiltrationen seien diese nicht abgeklungen. Schwerwiegende patholo-
gische neurologische Befunde hätten sich bisher keine feststellen lassen. 
Die Beweglichkeit der LWS sei minim eingeschränkt, ein Muskelhartspann 
liege nicht vor. Es bestehe keine radikuläre Störung. Die vom Exploranden 
angegebene Sensibilitätsstörung des ganzen rechten Beins sei anatomisch 
nicht zuzuordnen. Eine hohe lumbale radikuläre Wurzelkompression könne 
neuroradiologisch ausgeschlossen werden. Wegen der degenerativen Ver-
änderungen im Lumbosakralbereich und dem leichten Wirbelgleiten LWK 5 
müsse von einer verminderten Belastbarkeit der LWS ausgegangen wer-
den (S. 11). Die bisherige Tätigkeit als … mit Heben von Gewichten von 25 
kg oder mehr könne nicht mehr ausgeübt werden (S. 12). Zumutbar seien 
Arbeiten mit Gewichten von 15 kg; die Steh- und Sitzdauer und die Geh-
strecke sollten stündlich kurz unterbrochen werden. Der Arbeitsplatz sollte 
auch keine Zwangshaltungen erfordern. Eine solchermassen angepasste 
Tätigkeit sei ganztags ohne Leistungsminderung zumutbar (S. 14).

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3.1.2 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, diagnostizierte im Gutachten vom 30. Oktober 2006 (AB 53) eine 
Anpassungsstörung bei chronischen Schmerzen und sozialer Belastung 
(ICD-10 F43.2 / Z56). Es gebe keine Hinweise für das Vorliegen einer psy-
chischen Krankheit. Als die diversen Therapien betreffend die Rücken-
schmerzen wenig geholfen hätten, habe der Beschwerdeführer resigniert. 
Seither beschränke er sich auf die Einnahme von Schmerztabletten. Trotz 
chronischem Schmerzsyndrom habe sich keine psychosomatische Krank-
heit entwickelt; der Explorand zeige keine Symptome, welche gemäss der 
ICD-10 bei der somatoformen Schmerzstörung vorausgesetzt seien. Der 
Beschwerdeführer habe Mühe, sich an die geänderte persönliche Situation 
anzupassen (S. 5): Während er vormals im Arbeitsprozess gestanden und 
sportlich aktiv gewesen sei, sei er nun seit gut zwei Jahren arbeitslos. Dies 
habe Existenzängste hervorgerufen. Auch die Schmerzen würden ihm zu 
schaffen machen. Hinzu komme die gerichtliche Auseinandersetzung mit 
dem früheren Arbeitgeber. Im Sinne eines reaktiven Geschehens sei eine 
Anpassungsstörung entstanden. Unterdessen habe sich eine Verbesse-
rung eingestellt; günstig würden sich u.a. die Betreuung durch das RAV 
und der Erhalt der Arbeitslosenentschädigung auswirken. Er scheine sich 
an die Schmerzen gewöhnt zu haben. Eine eigenständige psychiatrische 
Krankheit finde sich heute nicht. Eine psychiatrisch-fachärztliche Behand-
lung sei denn auch nicht angezeigt. Aus psychiatrischer Sicht sei die Ar-
beitsfähigkeit nicht eingeschränkt (S. 6).

3.1.3 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
legte im Bericht vom 10. Januar 2013 (AB 91/1) dar, nach der Versorgung 
der Humerusfraktur und der Refixation der Subscapularissehne sowie der 
am 29. November 2012 subacromial durchgeführten Infiltration habe der 
Beschwerdeführer nur noch 50% der Schmerzen. Physiotherapie sei hilf-
reich. Angegeben würden Schmerzen in der Schulter und eine Bewe-
gungseinschränkung. Die im Jahr 2004 geklagten Rückenschmerzen seien 
aktuell vollkommen im Hintergrund. 

3.1.4 Im Austrittsbericht der Rehaklinik E.________ vom 19. März 2013 
(AB 95/1) wurden folgende Diagnosen aufgeführt:

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1. Unfall vom 27.04.2012: Sturz (unklarer Aetiologie)
• Subkapitale, undislozierte Humerusfraktur links

- 27.04.2012 Röntgen: Impaktierte Humerusfraktur entlang des anato-
mischen Collums

- konservative Therapie
• Rotatorenmanschettenruptur

- 15.06.2012 Arthro-MRI Schulter links: Subtotale, ventrale Ruptur der 
Supraspinatussehne. Ventrale Partialruptur der Infraspinatussehne. 
Regelrecht verlaufende, lange Bizepssehne mit Tendinose im horizon-
talen Verlauf. Riss des mittleren, glenohumeralen Ligaments mit leich-
ter, dorsaler Subluxation des Humeruskopfes. Einriss des oberen La-
brums ohne Dislokation von Labrum oder langer Bizepssehne. Suba-
kromiales Impingement, verschmälerter Subakromialraum bei leichtem 
Humeruskopfhochstand und hypertropher, aktivierter AC-
Gelenksarthrose. Akromion Typ II mit verdicktem, korako-akromialem 
Ligament.

- 10.08.2012 Arthroskopie Schulter links, Bizeps-Tenotomie und sub-
akromiales Débridement, Débridement der PASTA-Läsion, Naht des 
Subskapularis-Oberrandes und Intervall-Verschluss mit einem Piton-
Anker

• Vd.a. Kapsulitis
- 14.02.2013 Arthro MRI Schulter links: Postoperative Veränderungen. 

Zeichen einer aktivierten, wahrscheinlich posttraumatischen Arthrose 
des AC-Gelenks. Nachweis einiger Zeichen einer Frozen shoulder: 
Verdickte Kapsel im Rotatorenmanschettenintervall, volumengemin-
derter Recessus axillaris und partielle Obliteration des subacromialen 
dreieckigförmigen Fettkörpers

• Linksseitige Hüftkontusion
- 27.04.2012 CT Becken: keine ossäre Läsion erkennbar

2. Morbide Adipositas (BMI 41)
3. Diabetes mellitus Typ 2
4. Arterielle Hypertonie

Das Hauptziel der aktuellen Rehabilitationsphase – die Zumutbarkeitsbeur-
teilung – habe weitgehend erreicht werden können. Die berufliche Tätigkeit 
als … sei nicht mehr zumutbar; die Anforderungen seien zu hoch (schwere, 
schulterbelastende Arbeit). Zumutbar sei eine leichte bis mittelschwere 
Arbeit, und zwar ganztags. Eine solche sollte keine länger dauernde Tätig-
keiten links über Kopfhöhe beinhalten und weder grobe Krafteinsätze des 
linken Arms noch (wegen der eingeschränkten Haltefunktion) ein Ersteigen 
von Leitern und Gerüsten erfordern. Nach wie vor beständen links perma-
nente Schulterschmerzen sowie eine deutlich eingeschränkte Schulterbe-
weglichkeit. Zusätzlich zu den Einzelbehandlungen (Stabilisierung des 
Schultergürtels, physikalische Massnahmen, Erlernung von Copingstrate-
gien u.a.) habe der Patient an einem intensiven multimodalen Programm 
mit Gruppentherapien (bspw. Ausdauertraining) teilgenommen. Er habe 

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sich wenig interessiert gezeigt an Informationen und Anregungen über ei-
nen besseren Umgang mit Schmerzen. Im Verlaufe des Aufenthalts hätten 
keine positiven Veränderungen beobachtet werden können. Die gelernten 
Copingstrategien habe er teilweise angewandt, jedoch keinen aktiveren 
Umgang mit Schmerzen gefunden.

Im internistischen Konsilium der Rehaklinik E.________ vom 28. Februar 
2013 (AB 95/9) wurde mit Hinweis auf den Diabetes mellitus und die 
kardiovaskulären Risikofaktoren festgehalten, dass eine Lebensstilverände-
rung indiziert sei. Dem Beschwerdeführer seien insbesondere eine Ge-
wichtsreduktion und vermehrte Bewegung empfohlen worden, ausserdem 
sei der Nikotinabusus zu reduzieren. 

Am 13. Mai 2013 beantworteten die Ärzte der Rehaklinik E.________ Zu-
satzfragen der D.________ (AB 101.1/6): Grundsätzlich dürfe bei Verdacht 
auf eine Frozen shoulder eine Funktionsverbesserung erwartet werden. Die 
Prognose sei aber gerade bei einer posttraumatischen Kapsulitis eher nicht 
gut.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwer-
degegnerin massgeblich auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik 
E.________ (vgl. AB 145/1 unten). Der entsprechende Bericht vom 19. 
März 2013 (AB 95/1) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(E. 3.2 hiervor). Er beruht auf einlässlichen Untersuchungen während des 
stationären Aufenthalts (vgl. auch AB 95/9) und wurde unter Berücksichti-
gung der geklagten Beschwerden sowie in Kenntnis der Vorakten (vgl. AB 
95/4 f.) erstattet. In der Darlegung der medizinischen Situation ist der Be-
richt widerspruchsfrei und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar 
begründet. Folglich kommt dem Bericht der Rehaklinik E.________ Be-
weiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 253).

3.3.1 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegeg-
nerin hätte nicht auf die Beurteilung der Rehaklinik E.________, sondern 
vielmehr auf den (jüngeren) Abklärungsbericht der Abklärungsstelle 
G.________ (AB 134/2) abstellen müssen, ist ihm nicht zu folgen:

Die im Oktober/November 2013 in der Abklärungsstelle G.________ 
durchgeführte berufliche Massnahme beinhaltete – entgegen den Aus-
führungen in der Beschwerde (S. 4) – keine medizinische Abklärung. Bei 
der fraglichen Abklärungsmassnahme handelte es sich somit nicht um eine 
„AMA“ (arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung), sondern um eine blosse 
arbeitsmarktliche Abklärung („AA“ [AB 120-122, 134/2]). In medizinischer 
Hinsicht bedurfte es keiner weiteren Abklärung; die gesundheitlichen Ein-
schränkungen waren bekannt und das auf der entsprechenden Grundlage 
fachärztlicherseits definierte Zumutbarkeitsprofil (AB 95/1) diente als 
Grundlage für die in der Abklärungsstelle G.________ durchgeführte Ab-
klärung. Der Zweck der fraglichen Massnahme lag denn auch einzig darin, 
auf der Basis des bereits definierten Zumutbarkeitsprofils (vgl. AB 117, 
134/4, 135/2 oben) eine mögliche Verweistätigkeit zu eruieren (AB 117) 
bzw. abzuklären, wie der Beschwerdeführer beruflich integriert werden 
kann (AB 120, 134/2). Diesem Auftrag kamen die Abklärungsfachpersonen 
nach, indem sie feststellten, der Beschwerdeführer sei geeignet für eher 

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grobmotorische, praktische, manuelle Arbeiten, wie Montage- und Verpa-
ckungsarbeiten oder Konfektionieren (AB 134/9). Als mögliche Ver-
weistätigkeiten nannten sie Lagermitarbeiter, Chauffeur bis 3.5 t und Mon-
teur für einfache Montagearbeiten (AB 134/10).

Dass der Beschwerdeführer die in der Rehaklinik E.________ festgestellte 
funktionelle Leistungsfähigkeit anlässlich der Abklärung der Abklärungsstel-
le G.________ trotz Zuweisung von Arbeiten, die dem Zumutbarkeitsprofil 
entsprachen, nicht voll realisieren konnte, resp. lediglich eine quantitative 
Leistung von 65-70% erreichte (AB 134/10), ändert an der zur Ermittlung 
der Invalidität massgebenden medizinisch-theoretischen Leistungsfähigkeit 
nichts. Zwar ist einer beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für 
die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abzusprechen mit der Begründung, 
die (abschliessende) Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit 
obliege den medizinischen Fachpersonen und nicht den Eingliederungs-
fachleuten (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Juli 2008, 
9C_833/2007, E. 3.3.2). Denn angesichts der engen, sich gegenseitig er-
gänzenden Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Berufsberatung 
(der Invalidenversicherung) können die Ergebnisse einer konkreten leis-
tungsorientierten beruflichen Abklärung durchaus bedeutsam sein (Ent-
scheid des BGer vom 28. Mai 2009, 9C_332/2009, E. 3.4). Dies gilt umso 
mehr, wenn jene Aufschluss über die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit 
der versicherten Person geben soll (BGer 9C_833/2007, E. 3.3.2). Letzte-
res war hier jedoch nicht der Fall. Wie dargelegt, hatte die berufliche Ab-
klärung in der Abklärungsstelle G.________ zum Ziel abzuklären, wie der 
Beschwerdeführer beruflich integriert werden kann (AB 120) resp. welche 
Verweistätigkeiten konkret in Frage kommen. Schon aus diesem Grund 
lässt sich die vorliegende Konstellation nicht mit derjenigen vergleichen, 
welche dem zitierten Bundesgerichtsentscheid zugrunde lag. Hinzu kommt, 
dass der Beschwerdeführer in der Abklärungsstelle G.________ kein „ein-
wandfreies Arbeitsverhalten“ (BGer 9C_833/2007, E. 3.3.2) zeigte. Viel-
mehr ist dem Abklärungsbericht zu entnehmen, dass hinsichtlich der Suche 
nach Alternativen zur bisherigen Tätigkeit eine unzureichende Motivation, 
wenig Ehrgeiz und wenig Eigeninitiative vorhanden waren (AB 134/4). Aus-
serdem verweigerte der Beschwerdeführer bei einigen Tests die Zusam-
menarbeit (AB 134/5) und wurde zeitweise als „fordernd“ wahrgenommen 

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(AB 134/8). Abgesehen davon hielten die Abklärungsfachleute fest, dass 
die Eingliederungsfähigkeit in mehrfacher Hinsicht durch invalidenversiche-
rungsfremde Faktoren eingeschränkt sei. Dazu gehörten die ambivalente 
Motivation, sich in ein neues Arbeitsumfeld einzuarbeiten, die kognitive 
Selbstlimitierung in Bezug auf mögliche Einsatzbereiche und die „mangeln-
de Schriftlichkeit“ (ungenügende Sprachkenntnisse). Darüber hinaus tue 
sich der Beschwerdeführer schwer mit Kritik umzugehen und von weibli-
chen Vorgesetzten Arbeitsaufträge anzunehmen (AB 134/9). Unter diesen 
Umständen vermag die anlässlich der beruflichen Abklärung gezeigte Leis-
tung keine Zweifel an den ärztlichen Einschätzungen (AB 95/1) zu begrün-
den. 

3.3.2 Was sodann die Rüge anbelangt, mit dem Zumutbarkeitsprofil, das 
die Rehaklinik E.________ definiert habe, werde denjenigen gesundheitli-
chen Einschränkungen nicht (hinreichend) Rechnung getragen, welche 
schon vor dem Unfallereignis vom 27. April 2012 bestanden hätten, dringt 
der Beschwerdeführer ebenfalls nicht durch:

Die in der Beschwerde (S. 5) geltend gemachten Kreuzschmerzen mit 
Ausstrahlung in das rechte Bein sowie die beidseitige Hörminderung 
schränken den Beschwerdeführer in der Arbeitstätigkeit nicht ein. Im Be-
richt vom 10. Januar 2013 (AB 91) listete der Hausarzt Dr. med. 
J.________ sowohl die lumboradikulären Schmerzen als auch die Trom-
melfellperforation resp. die Tympanosklerose unter den Diagnosen auf, 
welche keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen würden. Ausser-
dem hielt er explizit fest, dass die im Jahr 2004 diagnostizierten Rücken-
schmerzen (vgl. AB 4/1) aktuell „vollkommen im Hintergrund“ seien (AB 
91/4). Diese Beurteilung leuchtet umso mehr ein, als der Beschwerdeführer 
nach Abschluss des ersten IV-Verfahrens im Januar 2007 wiederum in sei-
ner angestammten Tätigkeit als … gearbeitet und auch andere Tätigkeiten 
mit erhöhter körperlicher Beanspruchung ausgeübt hat (vgl. AB 89/4, 
147/3; vgl. auch Beschwerde, S. 3). Ferner klagte er anlässlich des Aufent-
halts im Februar/März 2013 in der Rehaklinik E.________ nicht über Rü-
ckenschmerzen; die geklagten Beschwerden beschränkten sich auf den 
Schulterbereich und damit zusammenhängende Schlafstörungen (AB 
95/5). Schliesslich lässt sich das in der Rehaklinik E.________ formulierte 

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Zumutbarkeitsprofil (AB 95/2) ohne weiteres in Einklang bringen mit den 
Anforderungen an eine Verweistätigkeit, welche die neurochirurgische Gut-
achterin in der Expertise vom 25. August 2006 aufgrund der diskreten 
LWS-Befunde genannt hatte (AB 52/14). Insoweit trägt das Zumutbar-
keitsprofil den bereits früher vorhandenen gesundheitlichen Problemen 
hinreichend Rechnung. 

Dass eine (neue) psychiatrische Abklärung angezeigt gewesen wäre, 
macht der Beschwerdeführer weder geltend noch sind den Akten entspre-
chende Anhaltspunkte zu entnehmen. Vielmehr ist davon auszugehen, 
dass die von Dr. med. I.________ im Jahr 2006 diagnostizierte (reaktive) 
Anpassungsstörung, welche die Arbeitsfähigkeit schon damals nicht ein-
schränkte sowie remittierend war (AB 53/11), auch heute keine (entschei-
dende) Rolle spielt. Dass sich die Beschwerdegegnerin im Rahmen der 
Neuanmeldung auf somatische Abklärungen beschränkte, ist damit nicht zu 
beanstanden. 

3.3.3 Nach dem Ausgeführten hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf 
die Beurteilung der Rehaklinik E.________ vom 19. März 2013 abgestellt. 
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse 
zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 
Ausgehend vom Bestehen eines Neuanmeldungsgrundes (Schulterbe-
schwerden) und von einer vollen Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2014, IV/14/440, Seite 14

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 
4.1.1).

4.2

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2014, IV/14/440, Seite 15

4.2.1 Ohne Gesundheitsschaden wäre der Beschwerdeführer überwie-
gend wahrscheinlich weiterhin als … tätig. Die Beschwerdegegnerin be-
rechnete das Valideneinkommen (Fr. 68‘746.--) gestützt auf die Angaben 
der K.________, wonach der Beschwerdeführer im Jahr 2012 – bei 8 Wo-
chenstunden – einen Stundenlohn von Fr. 33.-- erhielt (AB 86/3, 87.7/1). 
Da der Beschwerdeführer jedoch aufgrund des Unfalls nur rund zwei Wo-
chen (vom 10. bis zum 27. April 2012) für die K.________ arbeitete (AB 
86/2 f.), mithin nicht von einem stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen wer-
den kann, zumal bereits zum damaligen Zeitpunkt Einschränkungen als … 
bestanden, ist das Valideneinkommen auf der Basis des Lohnes zu be-
rechnen, den der Beschwerdeführer am ursprünglich angestammten Ar-
beitsplatz erzielte. Bei der L.________ belief sich das monatliche Gehalt ab 
Anfang 2004 auf Fr. 5‘285.-- (AB 9/2). Aufgerechnet auf ein Jahresein-
kommen (Fr. 68‘705.-- [Fr. 5‘285.-- x 13]) und angepasst an die Lohnent-
wicklung (Tabelle T1.93, Nominallohnindex, Baugewerbe, Index Jahr 2004: 
112.7 Punkte, Index Jahr 2012: 124.9 Punkte [abrufbar unter 
www.bfs.admin.ch]) resultiert ein – leicht höheres als das von der Be-
schwerdegegnerin errechnete (AB 145/2) – Valideneinkommen pro 2012 in 
der Höhe von Fr. 76‘142.45.

4.2.2 Da der Beschwerdeführer die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit 
nicht verwertet, ist das Invalideneinkommen hypothetisch, d.h. anhand von 
Tabellenlöhnen, zu ermitteln. 

Gemäss LSE 2010, TA1, Männer, Anforderungsprofil 4 (zur anwendbaren 
Tabelle sowie zum im Einzelfall massgebenden Anforderungsniveau vgl. 
SVR 2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc), beträgt der Totalwert monatlich 
Fr. 4‘901.--. Aufgerechnet auf die allgemeine wöchentliche Arbeitszeit im 
Jahr 2012 von 41.7 Stunden (abrufbar auf www.bfs.admin.ch), angepasst 
an die Nominallohnentwicklung per 2012 (Tabelle T1.1.10, Nominallohnin-
dex, Männer, Total, Index Jahr 2010: 100 Punkte, Index Jahr 2012: 101.7 
Punkte), resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 62‘353.80.

Die Beschwerdegegnerin gewährte vom Tabellenlohn einen Abzug von 
20% (AB 145/2). Aufgrund der konkreten Gegebenheiten (volle Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit; Schweizer Bürger [AB 64], 
55-jährig; jedoch anerkanntermassen Grobmotoriker) erweist sich ein 20%-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2014, IV/14/440, Seite 16

iger Abzug zwar als wohlwollend; Anlass in das diesbezügliche Ermessen 
der Verwaltung einzugreifen, besteht indessen nicht (vgl. BGE 126 V 75 
E. 6 S. 81). Zudem hätte – wenn trotz der grundsätzlich gebotenen Zurück-
haltung in das Ermessen eingegriffen würde – ein geringerer Abzug keine 
Auswirkungen auf den hier streitigen Rentenanspruch. Unter Berücksichti-
gung des 20%-igen Abzugs ergibt sich ein Invalideneinkommen von 
Fr. 49‘883.--.

4.2.3 Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 76‘142.45) und Invali-
deneinkommen (Fr. 49‘883.--) resultiert eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 26‘259.45. Dies entspricht einem Invaliditätsgrad von rund 34% (zur 
Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123). Damit besteht kein Rentenan-
spruch (vgl. E. 2.2 hiervor).

4.3 Die angefochtene Verfügung vom 26. März 2014 (AB 145) ist im 
Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde er-
weist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat der unterliegende Beschwerdeführer 
die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2014, IV/14/440, Seite 17

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.