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**Case Identifier:** 4874fd14-f52c-5bb8-ae3a-c155fbdd9874
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 05.09.2023 460 22 35 (460 2022 35)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-22-35_2023-09-05.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

5. September 2023 (460 22 35)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung etc.  

 

 
Besetzung Richter Niklaus Ruckstuhl, Richter Dominique Steiner (Ref.), Richter 

Markus Clausen; Gerichtsschreiberin Anja Fankhauser 
 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Wirtschaftskriminalität,  
Kriegackerstrasse 100, Postfach 960, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 
 
A.____,  
vertreten durch B.____,  
Privatklägerin 
 
B.____,  
Privatkläger 

  
gegen 
 

 C.____,  
vertreten durch Rechtsanwalt Konrad Jeker,  
Bielstrasse 8, Postfach 663, 4502 Solothurn,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 
 
 
D.____, 
vertreten durch Advokat Alain Joset,  
Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal,  
Beschuldigter und Berufungskläger 
 
 

Gegenstand Qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung etc.  
(Neubeurteilung 460 19 9 / 460 20 150) 
Urteile des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 4. Oktober 2018 und 
vom 8. Juni 2020; Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2021 vom 
11. März 2022 

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A. Mit Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft, Hauptabteilung 

Wirtschaftskriminalität (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), vom 14. Dezember 2016 wurden 

C.____ und D.____ gemeinsam beim Strafgericht Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgericht) 

wie folgt angeklagt: C.____ wegen mehrfacher Urkundenfälschung, mehrfacher Erschleichung 

einer Falschbeurkundung, mehrfacher Veruntreuung, (eventualiter mehrfacher) qualifizierter un-

getreuer Geschäftsbesorgung, betrügerischen Konkurses, betrügerischen Missbrauchs einer Da-

tenverarbeitungsanlage, mehrfacher übler Nachrede und unbefugten Aufnehmens von Gesprä-

chen; D.____ wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung. D.____ erschien an der 

Hauptverhandlung vom 26. September 2019 aus gesundheitlichen Gründen nicht. Da die Haupt-

verhandlung bereits einmal hatte verschoben werden müssen, trennte das Strafgericht in der 

Folge mit Beschluss vom 28. September 2018 die beiden Verfahren gegen C.____ und D.____ 

ab, führte die Hauptverhandlung gegen C.____ am selben Tag durch und stellte mit Beschluss 

vom 3. Oktober 2018 in Aussicht, dass D.____ zu einem späteren Zeitpunkt zu einer neuen 

Hauptverhandlung geladen werde.  

 

B. Gegen diesen Beschluss des Strafgerichts vom 3. Oktober 2018 betreffend die Verfah-

renstrennung führte D.____, vertreten durch Advokat Alain Joset, bis ans Bundesgericht erfolglos 

Beschwerde (vgl. Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht Nr. 470 18 329, sowie Bundes-

gerichtsurteil 1B_230/2019 vom 8. Oktober 2019).  

 

C. Mit Urteil des Strafgerichts vom 4. Oktober 2018 wurde C.____ der mehrfachen Urkun-

denfälschung, der mehrfachen Erschleichung einer Falschbeurkundung, der mehrfachen Verun-

treuung, der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, des betrügerischen 

Konkurses und des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen schuldig erklärt und zu einer be-

dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 24 Monaten, bei einer Probezeit von 3 Jahren, verurteilt; 

dies in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, Art. 163 Ziff. 1 

Abs. 2 StGB, Art. 179ter Abs. 1 StGB, Art. 251 Ziff. 1 StGB, Art. 253 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, 

Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 48 lit. e StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 6 

Ziff. 1 EMRK (Dispositiv-Ziff. 1). Vom Vorwurf der Veruntreuung, eventualiter der ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung wurde sie in den Anklagepunkten Ziffer 2.3.a., Ziffer 2.3.c, Ziffer 2.d, Ziffer 2.4.1 

und Ziffer 2.5 freigesprochen (Dispositiv-Ziff. 2). Das Strafverfahren wegen Urkundenfälschung 

gemäss Ziffer 2.6.1 der Anklage wurde zufolge Verstosses gegen das Anklageprinzip eingestellt. 

Ebenso wurde das Verfahren wegen übler Nachrede respektive mehrfacher übler Nachrede zum 

Nachteil von E.____ (Ziffer 3.3.1), F.____ (Ziffer 3.3.2), G.____ (Ziffer 3.3.3), sowie H.____ und 

I.____ (Ziffer 3.3.4) zufolge Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt (Dispositiv-Ziff. 3). Wei-

ter wurde C.____ verurteilt, der A.____ in Liquidation Fr. 296'588.35 zuzüglich Zins zu 5 % seit 

dem 15. August 2008 (mittlerer Verfall) sowie Fr. 195'713.30 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 

1. Juli 2009 (mittlerer Verfall) zu bezahlen. Es wurde festgestellt, dass J.____ ihre Zivilforderung 

über Fr. 145'000.-- zuzüglich Zins zu 7 % für die Zeitspanne vom 23. Juli 2011 bis am 8. Februar 

2012 respektive zu 5 % seit dem 8. Februar 2012 mit Desinteresseerklärung vom 25. September 

2018 zurückgezogen hat. Die unbezifferte Zivilklage von K.____ wurde gestützt auf Art. 126 

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Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen, und die Zivilklage von G.____ über Fr. 9'200.-- 

zuzüglich Zins (Fr. 4'200.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 1. Oktober 2012 und Fr. 5'000.-- zu-

züglich Zins zu 5 % ab dem 4. Juni 2012) zufolge Verjährung abgewiesen (Dispositiv-Ziff. 4). Fer-

ner wurde C.____ verurteilt, G.____ gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO eine reduzierte Parteient-

schädigung in der Höhe von pauschal Fr. 600.-- zu bezahlen (Dispositiv-Ziff. 5). Des Weiteren 

wurde bestimmt, dass über die Verwendung der Beschlagnahmepositionen Pos. 1-37, 39-50 so-

wie 67-77 im abgetrennten Verfahren gegen D.____ entschieden wird, und dass die beschlag-

nahmten Gegenstände Pos. 51-66 und 78-80 unter Aufhebung der Beschlagnahme den berech-

tigten Personen zurückgegeben werden (Dispositiv-Ziff. 6). Das Honorar der amtlichen Verteidi-

gung in der Höhe von total Fr. 41'798.-- (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) wurde unter 

Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung der Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO zulas-

ten des Staates ausgerichtet (Dispositiv-Ziff. 7). Schliesslich wurden der Beschuldigten nach 

Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten auferlegt, bestehend aus den Kosten des Vorverfah-

rens in der Höhe von Fr. 81'691.05, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts in der Höhe 

von Fr. 2'137.50 sowie der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 16'000.-- (Dispositiv-Ziff. 8). 

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgend aufgeführten Parteianträge wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

C.a Gegen dieses Urteil meldete die Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt Konrad Je-

ker, mit Eingabe vom 9. Oktober 2018 die Berufung an. In ihrer Berufungserklärung vom 28. Ja-

nuar 2019 begehrte sie unter Anfechtung aller Teile des Urteils, welche sie indirekt oder direkt 

belasteten, dass sie von Schuld und Strafe freizusprechen sei. Das Urteil des Strafgerichts vom 

4. Oktober 2018 sei aufzuheben, dies unter Rückweisung der Sache an das Strafgericht zur 

Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils. Weiter sei das 

Strafgericht anzuweisen, das Verfahren in Aufhebung des Beschlusses des Strafgerichts vom 

26. September 2018 (Abweisung des Verschiebungsgesuchs der Verteidigung) gemeinsam ge-

gen die Berufungsklägerin und den Beschuldigten D.____ zu führen und B.____ erneut vorzula-

den. Eventualiter seien sowohl D.____ als auch B.____ vorzuladen und zu befragen.  

 

C.b Mit Eingabe vom 12. Oktober 2018 meldete die Privatklägerschaft, vertreten durch Advo-

kat Dr. Christian von Wartburg, die Berufung gegen das genannte Urteil des Strafgerichts an.  

 

C.c Mit Schreiben vom 4. Februar 2019 erklärte die Staatsanwaltschaft die Anschlussberu-

fung und begehrte, es sei der im erstinstanzlichen Verfahren beantragte Würdigungsvorbehalt im 

Berufungsverfahren ausdrücklich vorzunehmen und der Beschuldigten diesbezüglich das recht-

liche Gehör zu gewähren. Weiter seien die im Urteil unter Dispositiv-Ziff. 2 erfolgten Freisprüche 

aufzuheben und C.____ auch bezüglich dieser Straftaten wegen qualifizierter ungetreuer Ge-

schäftsbesorgung zu verurteilen. Schliesslich sei eine neue Strafzumessung vorzunehmen und 

die Beschuldigte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von insgesamt 2 ½ Jahren zu verurteilen, 

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wovon ½ Jahr unbedingt zu vollziehen sei, bei einer Probezeit von 3 Jahren. In ihrer Anschluss-

berufungsbegründung vom 26. April 2019 hielt die Staatsanwaltschaft an diesen Begehren fest 

und präzisierte ihre Anträge. Demnach seien die Freisprüche gemäss Dispositiv-Ziff. 2 aufzuhe-

ben, mit Ausnahme der Transaktion über Fr. 685.30, dieser Betrag werde gemäss dem Grund-

satz in dubio pro reo als geschäftlich begründet anerkannt. Bezüglich der übrigen Beträge gebe 

es hingegen keinen Grund, von geschäftlich begründeten Bezügen auszugehen. Diese beträfen 

vielmehr private Ausgaben der Beschuldigten. Schliesslich habe das Strafgericht die Strafzumes-

sung nicht korrekt vorgenommen und eine Abweichung vom beantragten Strafmass von 2 ½ Jah-

ren sei nicht angezeigt. Arithmetisch ergäbe sich korrekterweise eine Strafe von 32 Monaten, 

wodurch das beantragte Strafmass nicht übermässig hoch erscheine. Weiter seien die vom Straf-

gericht vorgenommenen Freisprüche bezüglich der Deliktsumme eher marginal, und Milderungs-

gründe gemäss Art. 48 lit. e StGB betreffend die qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung und 

die Urkundenfälschung nicht gegeben. 

 

C.d Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), vom 27. Februar 2019 wurde unter anderem Rechts-

anwalt Konrad Jeker per sofort als amtlicher Verteidiger der Beschuldigten im Sinne eines not-

wendigen Verteidigers eingesetzt. Weiter wurde festgestellt, dass die Privatklägerschaft ihre Be-

rufung mit Eingabe vom 22. Februar 2019 zurückgezogen hat. 

 

C.e Mit Eingabe vom 24. Juni 2019 begehrte die Beschuldigte, nun amtlich vertreten durch 

Rechtsanwalt Konrad Jeker, es sei das bevorstehende Berufungsverfahren bis zum Vorliegen 

eines bundesgerichtlichen Urteils über die Verfahrenstrennung der beiden erstinstanzlichen Ver-

fahren vor dem Strafgericht zu sistieren. Dieser Antrag wurde mit Verfügung des Kantonsgerichts 

vom 25. Juni 2019 abgewiesen.  

 

C.f Mit Schlussverfügung des Kantonsgerichts vom 2. Dezember 2019 wurde unter anderem 

festgestellt, dass die Beschuldigte und Berufungsklägerin auf eine schriftliche Berufungsbegrün-

dung sowie auf eine Stellungnahme zur Anschlussberufungsbegründung der Staatsanwaltschaft 

verzichtet hat und die Berufungsbegründung im Rahmen des Parteivortrags der Verteidigung 

stattfinden wird. Weiter wurden der Schriftenwechsel geschlossen, die Beweisanträge hinsichtlich 

der Vorladungen von B.____ und D.____ vorerst abgewiesen und das mündliche Verfahren an-

geordnet. 

 

D. Mit Urteil des Strafgerichts vom 8. Juni 2020 wurde D.____ in Abwesenheit der qualifizier-

ten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geld-

strafe von 70 Tagessätzen à Fr. 120.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt; dies in An-

wendung von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, 

Art. 48 lit. e StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Dispositiv-Ziff. 1). Des Weiteren wurde bestimmt, 

dass die beschlagnahmten Unterlagen Pos.1-67 als Aktenbestandteil bei den Akten verbleiben, 

und die beschlagnahmten Datenträger Pos. 68-77 an die berechtigten Personen zurückgegeben 

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werden. Ferner wurden die Saldi der auf D.____ lautenden Konten Nr. […] (R.____Bank), Nr. […] 

(S.____Bank), Nr. […] (S.____Bank) und Nr. […] (T.____Bank) eingezogen und mit den D.____ 

auferlegten Verfahrenskosten sowie mit den Kosten der amtlichen Verteidigung verrechnet. Der 

Saldo des auf D.____ lautenden Kontos Nr. […] (R.____Bank) wurde bis zum Betrag von 

Fr. 2'686.--, und jener des Kontos Nr. […] (R.____Bank) bis zum Betrag von Fr. 12'519.96 einge-

zogen und mit den D.____ auferlegten Verfahrenskosten sowie mit den Kosten der amtlichen 

Verteidigung verrechnet. Allenfalls darüberhinausgehende Beträge wurden an D.____ zurückge-

geben. Der Saldo des auf C.____ und D.____ lautenden Kontos Nr. […] (S.____Bank) wurde 

eingezogen und je zur Hälfte mit den D.____ und C.____ auferlegten Verfahrenskosten verrech-

net (Dispositiv-Ziff. 2). Das Honorar der amtlichen Verteidigung in der Höhe von total 

Fr. 23'542.05 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) wurde unter Vorbehalt der Rückzahlungs-

verpflichtung des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Staatskasse entrichtet 

(Dispositiv-Ziff. 3). Schliesslich wurden dem Beschuldigten nach Art. 426 Abs. 1 StPO die Ver-

fahrenskosten auferlegt, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von 

Fr. 4'710.15, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts in der Höhe von Fr. 500.-- sowie der 

Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 10'000.--, wobei diese Kosten aufgrund der Verrechnung mit 

den gemäss Ziffer 2 eingezogenen Vermögenswerten getilgt sind (Dispositiv-Ziff. 4). 

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgend aufgeführten Parteianträge wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

D.a Gegen dieses Urteil erklärte der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Alain Joset, mit 

Eingabe vom 13. Juli 2020 die Berufung. Darin begehrte er unter vollständiger Anfechtung des 

Urteils, dass er vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung freizusprechen 

sei. Es sei ihm für das zweitinstanzliche Verfahren weiterhin die amtliche Verteidigung mit Advo-

kat Alain Joset zu bewilligen. Beweisanträge würden mangels vollständiger Instruktion vorbehal-

ten. Mit Berufungsbegründung vom 29. Januar 2021 führte die Verteidigung aus, dass der 

Schuldspruch wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung bundesrechtswidrig sei. Es 

fehle in der Anklage eine präzise Umschreibung des subjektiven Tatbestandes, zudem sei die 

unrechtmässige Eventual-Bereicherungsabsicht nicht nachgewiesen. Daher verlange er einen 

vollumfänglichen Freispruch und die vollständige Freigabe aller sichergestellten Gegenstände 

und Vermögenswerte. 

 

D.b Mit Eingabe vom 3. August 2020 erklärte die Staatsanwaltschaft die Anschlussberufung 

und begehrte ihrerseits einzig, es sei der Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 5 

Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen. In der Begründung der Anschlussberu-

fung vom 26. August 2020 begehrte die Staatsanwaltschaft demgegenüber, D.____ sei zu einer 

bedingt zu vollziehenden Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 120.--, bei einer Probezeit von 2 

Jahren, zu verurteilen. 

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D.c Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 26. August 2020 wurde dem 

Beschuldigten die amtliche Verteidigung durch Advokat Alain Joset für das Berufungsverfahren 

bewilligt. 

 

D.d Mit Schlussverfügung des Kantonsgerichts vom 24. Februar 2021 wurde festgestellt, dass 

der Beschuldigte und Berufungskläger auf eine schriftliche Berufungsbegründung sowie auf eine 

Stellungnahme zur Anschlussberufungsbegründung der Staatsanwaltschaft verzichtet hat und 

jene im Rahmen des Parteivortrags der Verteidigung stattfinden wird. Weiter wurde der Schrif-

tenwechsel geschlossen. 

 

E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 29. Juli 2020 wurden die Verfahren gegen C.____ 

(Nr. 460 19 9) und D.____ (Nr. 460 20 150) vereint, und die auf den 7. bis 11. September 2020 

angesetzte Hauptverhandlung abgeboten. 

 

F. Mit weiterer Verfügung vom 20. Januar 2021 wurde der Beweisantrag vom 28. Januar 

2019 seitens der Verteidigung von C.____, es sei B.____ zur Hauptvorhandlung vor das Kan-

tonsgericht vorzuladen, bewilligt.  

 

G. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht vom 8. März 2021 erschienen die Be-

schuldigte C.____ mit ihrem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Konrad Jeker, der amtliche Ver-

teidiger des Beschuldigten D.____, Advokat Alain Joset, sowie die Staatsanwaltschaft, vertreten 

durch den Stellvertretenden Ersten Staatsanwalt Janos Fábián. Die Beschuldigte wurde sowohl 

zur Person als auch zur Sache eingehend befragt (vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vor dem 

Kantonsgericht, S. 10 ff.). Abwesend waren der Beschuldigte D.____ (unentschuldigt) sowie der 

als Auskunftsperson vorgeladene B.____ (entschuldigt mit Arztzeugnis vom 1. März 2021). 

 

Auf die von den Anwesenden getätigten Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

 

H.a Mit Urteil des Kantonsgerichts vom 12. März 2021 wurde die Beschuldigte C.____ in teil-

weiser Gutheissung ihrer Berufung sowie in teilweiser Gutheissung der Anschlussberufung der 

Staatsanwaltschaft der mehrfachen Urkundenfälschung, der mehrfachen Erschleichung einer 

Falschbeurkundung, der mehrfachen Veruntreuung, der mehrfachen qualifizierten ungetreuen 

Geschäftsbesorgung, des betrügerischen Konkurses und des unbefugten Aufnehmens von Ge-

sprächen schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten, bei 

einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt; dies in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, Art. 163 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, Art. 179ter Abs. 1 StGB, Art. 251 Ziff. 1 

StGB, Art. 253 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 48 lit. e 

StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Vom Vorwurf der Veruntreuung in den Fäl-

len von Ziff. 2.3.a-d der Anklageschrift (Beträge in der Höhe von Fr. 226’00.--, Fr. 5’000.--, 

Fr. 2'000.-- und Fr. 685.30) wurde die Beschuldigte hingegen freigesprochen. Ferner wurde 

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C.____ verurteilt, der A.____ in Liquidation einen Betrag in der Höhe von Fr. 200‘713.30 zuzüg-

lich Zins zu 5 % seit dem 1. Juli 2009 (mittlerer Verfall) zu bezahlen. Die Forderung von B.____ 

gegen C.____ in der Höhe von Fr. 390'000.-- wurde in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf 

den Zivilweg verwiesen. Es wurde weiter festgestellt, dass J.____ ihre Zivilforderung über 

Fr. 145‘000.-- zuzüglich Zins zu 7 % für die Zeitspanne vom 23. Juli 2011 bis am 8. Februar 2012, 

respektive zu 5 % seit dem 8. Februar 2012, mit der Desinteresse-Erklärung vom 25. September 

2018 zurückgezogen hat. Die unbezifferte Zivilklage von K.____ wurde gestützt auf Art. 126 

Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen. Die Zivilklage von G.____ über Fr. 9‘200.-- zuzüg-

lich Zins (Fr. 4‘200.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 1. Oktober 2012 und Fr. 5‘000.-- zuzüglich 

Zins zu 5 % ab 4. Juni 2012) wurde zufolge Verjährung abgewiesen. Das Honorar des amtlichen 

Verteidigers Dieter Gysin in der Höhe von Fr. 41‘798.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

wurde aus der Gerichtskasse entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von 

C.____ zu 2/3, somit in der Höhe von Fr. […]'865.35, gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Dem Privat-

verteidiger Konrad Jeker wurde ein reduziertes Honorar in der Höhe von Fr. 6’481.35 aus der 

Gerichtskasse entrichtet. Schliesslich gingen die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten 

des Vorverfahrens von Fr. 81‘691.05, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von 

Fr. 2‘137.50 sowie der Gerichtsgebühr von Fr. 16‘000.--, zu 2/3 (= Fr. 66'552.35) zulasten von 

C.____ und zu 1/3 (= Fr. 33'276.20) zulasten des Staates. Im Übrigen wurde das Urteil des Straf-

gerichts bestätigt.  

 

Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 20'400.--, beinhaltend eine 

Urteilsgebühr von Fr. 20’250.-- sowie Auslagen von Fr. 150.--, wurden im Umfang von 1/3 (= 

Fr. 6'800.--) zulasten des Staates und im Umfang von 2/3 (= Fr. 13'600.--) zulasten der Beschul-

digten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung durch Rechtsanwalt Konrad Jeker von 

Fr. 6'911.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wurden aus der Staatskasse ausgerichtet, unter 

Vorbehalt der Rückzahlungspflicht durch die Beschuldigte an den Kanton (Art. 135 Abs. 4 lit. a 

StPO) in der Höhe von 2/3 (= Fr. 4'607.06)  

 

H.b. Mit selben Urteil des Kantonsgerichts vom 12. März 2021 wurde der Beschuldigte D.____ 

in Gutheissung seiner Berufung und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

von der Anklage der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung freigesprochen. Ferner wurde 

über die beschlagnahmten Unterlagen, Datenträger sowie über die Sperrung der auf den Be-

schuldigten lautenden Konti befunden. Der Saldo des auf C.____ und D.____ lautenden Kontos 

Nr. […] bei der S.____Bank (Kontostand per 31. Oktober 2016: Fr. 2'111.57) wurde eingezogen 

und mit den C.____ auferlegten Verfahrenskosten verrechnet. Das Honorar des amtlichen Ver-

teidigers in der Höhe von Fr. 23'542.05.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wurde aus der 

Gerichtskasse entrichtet. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens 

von Fr. 4'710.15, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 500.-- sowie der Gerichts-

gebühr von Fr. 10'000.--, gingen zulasten des Staates.  

 

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Schliesslich wurden die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 4’500.-- 

zulasten des Staates auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung durch Advokat Alain Joset 

von Fr. 4'561.65 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wurden aus der Staatskasse ausgerichtet. 

 

I. Gegen dieses Urteil des Kantonsgerichts erhob die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 

7. Juni 2021 Beschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht und beantragte bezüglich der 

Beschuldigten C.____, das Urteil sei hinsichtlich der erfolgten Freisprüche gemäss Ziff. 2.3.a und 

2.3.b der Anklageschrift aufzuheben. C.____ sei der mehrfachen Urkundenfälschung, der mehr-

fachen Erschleichung einer Falschbeurkundung, der mehrfachen Veruntreuung, der mehrfachen 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, des betrügerischen Konkurses und des unbefug-

ten Aufnehmens von Gesprächen schuldig zu erklären und zu einer Freiheitsstrafe von 30 Mona-

ten zu verurteilen. Die Strafe sei im Umfang von 6 Monaten unbedingt zu vollziehen und im rest-

lichen Umfang unter Auferlegung einer Probezeit von 3 Jahren bedingt aufzuschieben.  

 

Bezüglich des Beschuldigten D.____ beantragte die Staatsanwaltschaft, D.____ sei in Abände-

rung des angefochtenen Urteils der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig zu 

erklären und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 120.--, bei 

einer Probezeit vom 2 Jahren, zu verurteilen. Eventualiter sei das angefochtene Urteil aufzuhe-

ben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

J. Das Bundesgericht hiess diese Beschwerde mit Urteil 6B_678/2021 vom 11. März 2022 

teilweise gut, hob das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 12. März 2021 auf und 

wies die Sache zur neuen Entscheidung an das Kantonsgericht zurück. Im Übrigen wies es die 

Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. 

 

K. Mit Präsidialverfügung vom 5. April 2022 wurde den Parteien Frist angesetzt, um begrün-

dete Anträge für das Neubeurteilungsverfahren einzureichen.  

 

L. Mit Eingabe vom 8. April 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft, es sei C.____ der mehr-

fachen Urkundenfälschung, der mehrfachen Erschleichung einer Falschbeurkundung, der mehr-

fachen Veruntreuung, der mehrfachen qualifizierten Geschäftsbesorgung, des betrügerischen 

Konkurses und des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen schuldig zu erklären und zu einer 

teilbedingten Freiheitsstrafe von 26 Monaten, wovon 2 Monate unbedingt zu vollziehen sind, bei 

einer Probezeit von 3 Jahren, zu verurteilen. D.____ sei der qualifizieren ungetreuen Geschäfts-

besorgung schuldig zu erklären und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 100 Tagess-

ätzen à Fr. 120.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu verurteilen. 

 

M. D.____, vertreten durch Advokat Alain Joset, begehrte mit Eingabe vom 3. Juni 2022, es 

sei ihm auch im Neubeurteilungsverfahren die amtliche Verteidigung mit Advokat Alain Joset zu 

gewähren. Ferner hielt er an seinen bisher gestellten Anträgen fest. 

 

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N. Mit Präsidialverfügung vom 28. Juli 2022 wurde festgestellt, dass die Parteien nicht mit 

der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden sind. Ferner wurde D.____ für das 

Neubeurteilungsverfahren die amtliche Verteidigung durch Advokat Alain Joset bewilligt. 

 

O. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 5. Oktober 2022 auf eine Duplik. 

 

P. C.____, vertreten durch Rechtsanwalt Konrad Jeker, liess sich innert der ihr erstreckten 

Frist nicht zu allfälligen Anträgen für das Neubeurteilungsverfahren vernehmen und verzichtete 

ferner mit Eingabe vom 28. Oktober 2022 auf eine Stellungnahme zu den jeweiligen Eingaben 

des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft. 

 

Q. Mit Schlussverfügung des Kantonsgerichtes vom 6. Dezember 2022 wurde der Schriften-

wechsel geschlossen und die Parteien zur Hauptverhandlung geladen. Dem Privatkläger B.____ 

wurde die Teilnahme ins freie Ermessen gestellt.  

 

R. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 10. März 2023 wurde festgestellt, dass der Be-

schuldigten die Vorladung zur Hauptverhandlung an der dem Gericht letzten bekannten Adresse 

nicht zugestellt werden konnte. Die Beschuldigte wurde aufgefordert, ein Zustelldomizil in der 

Schweiz anzugeben, andernfalls die Berufung als zurückgezogen gelte. 

 

S. Mit Eingabe vom 27. März 2023 teilte die Beschuldigte mit, sie verzeichne die Kanzlei von 

Rechtsanwalt Konrad Jeker als Zustelldomizil in der Schweiz. 

 

T. C.____ ersuchte das Kantonsgericht mit Eingabe vom 1. September 2023 um Dispensa-

tion von der neuerlichen Hauptverhandlung. 

 

U. Anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht erscheinen 

Rechtsanwalt Konrad Jeker und Advokat Alain Joset als Vertreter der beschuldigten Personen 

sowie Janos Fábián als Vertreter der Staatsanwaltschaft. Die beiden Beschuldigten sind der Ver-

handlung unentschuldigt ferngeblieben. Privatkläger B.____ hat auf eine Teilnahme verzichtet.  

  

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Erwägungen 

I. Formelles, Verfahrensgegenstand und Vorfragen 

1. Formelles 

Im vorliegenden Fall sind die Bestimmungen zur Berufung gemäss Art. 398 ff. StPO massge-

bend. Aufgrund der bundesgerichtlichen Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung ist die Drei-

erkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, in Anwendung von 

Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO erneut zur Prüfung der vorliegenden 

Angelegenheit zuständig. Nachdem auch die übrigen Formalien erfüllt sind, ist auf die Berufungen 

von C.____ und D.____ sowie die Anschlussberufungen der Staatsanwaltschaft Basel-Land-

schaft einzutreten. 

 

2. Verfahrensgegenstand  

2.1 Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut und weist es die Angelegenheit zur neuen 

Beurteilung an das Berufungsgericht zurück, darf sich dieses von Bundesrechts wegen nur noch 

mit jenen Punkten befassen, die das Bundesgericht aufgehoben hat. Die anderen Teile des Ur-

teils haben Bestand und sind in das neue Urteil zu übernehmen. Irrelevant ist, dass das Bundes-

gericht mit seinem Rückweisungsentscheid formell in der Regel das ganze angefochtene Urteil 

aufhebt. Entscheidend ist nicht das Dispositiv, sondern die materielle Tragweite des bundesge-

richtlichen Entscheids (BGE 143 IV 214 E. 5.2, mit Hinweisen). Ergibt sich demnach aus der Ur-

teilsbegründung des Bundesgerichts, dass es sich materiell um eine Teilaufhebung handelt, gilt 

das kantonale Urteil im Übrigen als bestätigt (BGE 122 I 250 E. 2.b). Die neue Entscheidung der 

kantonalen Instanz ist somit auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesgericht-

lichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur inso-

weit neu in Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundes-

gerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1, mit Hinweisen). Diejenigen Punkte, die 

vor Bundesgericht nicht angefochten waren oder die von diesem bestätigt wurden, sind im Neu-

beurteilungsverfahren lediglich formell neu zu verkünden, da sie infolge der integralen Kassation 

des ersten oberinstanzlichen Entscheids nicht in Rechtskraft erwachsen sind (BGer 6B_16/2016 

vom 28. Dezember 2016 E. 2.3.2). Materiell zu prüfen sind hingegen diejenigen Punkte, die auf-

grund der verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts einer erneuten Beurteilung bedürfen. 

Aufgrund der Bindungswirkung bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide ist es dem Beru-

fungsgericht, abgesehen von allenfalls zulässigen Noven, verwehrt, der Beurteilung des Rechts-

streits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter recht-

lichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder 

überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind (BGE 143 IV 214 E. 5.3.3, mit Hinweisen).  

 

2.2 Vorliegend hat das Bundesgericht mit seinem Urteil 6B_678/2021 vom 11. März 2022 

aufgrund der Beschwerde der Staatsanwaltschaft das kantonsgerichtliche Urteil vom 21. März 

2021 betreffend die Beschuldigte C.____ einzig hinsichtlich des Freispruchs der Veruntreuung im 

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Betrag von Fr. 50'000.-- (Anklageschrift Ziff. 2.3.b) aufgehoben und die Sache an das Kantons-

gericht zurückgewiesen. Hinsichtlich des Freispruchs der Veruntreuung im Betrag von 

Fr. 226'000.-- (Anklageschrift Ziff. 2.3.a) hat es die Beschwerde der Staatsanwaltschaft hingegen 

abgewiesen und das Urteil des Kantonsgerichts bestätigt. Betreffend den Beschuldigten D.____ 

hat das Bundesgericht das kantonsgerichtliche Urteil hinsichtlich des Freispruchs der qualifizier-

ten ungetreuen Geschäftsbesorgung ebenfalls aufgehoben und die Sache an das Kantonsgericht 

zurückgewiesen. Im Übrigen wurde das Urteil des Kantonsgerichts vom 12. März 2021 nicht an-

gefochten.  

 

2.3 Gegenstand des vorliegenden Neubeurteilungsverfahrens sind somit die Verurteilungen 

wegen Veruntreuung im Betrag von Fr. 50'000.-- (C.____, Anklageschrift Ziff. 2.3.b) und wegen 

qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung (D.____) sowie die sich daraus jeweils ergebenden 

Straf-, Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die bereits festgestellten Verurteilungen von C.____ 

wegen mehrfacher Urkundenfälschung, mehrfacher Erschleichung einer Falschbeurkundung, 

mehrfacher Veruntreuung (mit Ausnahme der zuvor genannten), mehrfacher qualifizierter unge-

treuer Geschäftsbesorgung, betrügerischen Konkurses und unbefugten Aufnehmens von Ge-

sprächen und die sich daraus ergebenden Kosten- und Entschädigungsfolgen sind nach dem 

Gesagten nicht Gegenstand der Neubeurteilung und werden lediglich im Dispositiv erneut formell 

verkündet. 

 

3. Vorfragen: D.____ 

3.1 Die Parteien können gemäss Art. 339 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 405 Abs. 1 StPO 

zu Beginn der Hauptverhandlung vor dem Berufungsgericht Vorfragen aufwerfen, die die Ord-

nungsmässigkeit des Verfahrens an sich bzw. dessen Ablauf betreffen. Es handelt sich mithin um 

Gründe, bei denen es sinnvoll erscheint, sie vor der materiellen Behandlung der Anklage zu ent-

scheiden. Voraussetzung dafür ist, dass das betroffene Gericht bzw. die betroffene Gerichtskam-

mer auch dazu befugt ist, über solche Vorfragen zu entscheiden. Die Aufzählung in Art. 339 

Abs. 2 lit. a-f StPO ist nicht abschliessend. Es können jedoch stets nur formelle Einwendungen 

zum Gegenstand einer Vorfrage gemacht werden wie z.B. Verfahrensmängel (DANIELLE 

SCHWENDENER, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 339 N 10). 

 

3.2 Der Verteidiger des Beschuldigten bringt im Rahmen des Neubeurteilungsverfahrens zu-

nächst vor, es sei fraglich, ob dem Beschuldigten die Vorladung zur heutigen Verhandlung ord-

nungsgemäss zugestellt worden sei. Der Beschuldigte habe seinen ordentlichen Wohnsitz in 

AX.____, und es genüge nicht, die Vorladung lediglich der Verteidigung zuzustellen. Mangels 

ordnungsgemässer Vorladung könne nicht gegen den Beschuldigten verhandelt werden (mit Ver-

weis auf BGer 6B_876/2013 vom 6. März 2014). Ferner macht der Verteidiger geltend, dem Be-

schuldigten sei auch das erstinstanzliche Urteil des Strafgerichts vom 8. Juni 2020 nicht persön-

lich zugestellt worden. Jener habe somit noch immer kein Gesuch um Neubeurteilung des dama-

ligen Abwesenheitsverfahrens stellen können. Auch aus diesen Gründen müsse das heutige 

Neubeurteilungsverfahren sistiert werden. Ferner beantragt der Verteidiger eine Befragung des 

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Privatklägers B.____ als Zeuge. Schliesslich wird von der Verteidigung gerügt, durch die unge-

naue Formulierung in der Anklageschrift sei das Akkusationsprinzip verletzt, da daraus nicht her-

vorgehe, ob dem Beschuldigten ein Tun oder Unterlassen vorgeworfen werde. Die beiden Be-

schuldigten C.____ und D.____ seien als Einzeltäter angeklagt worden. Daraus folge, dass jeder 

der Beschuldigten sämtliche Tatbestandsmerkmale erfüllen müsse, und dies habe sich direkt aus 

der Anklageschrift zu ergeben. Ein Schuldspruch sei daher schon aus formellen Gründen nicht 

möglich (vgl. dazu Protokoll der Hauptverhandlung des Neubeurteilungsverfahrens [Prot. HV NB], 

S. 3,4, 9,10). 

 

Diese Rügen sind nachfolgend einzeln zu behandeln. 

 

3.3 Nicht ordnungsgemässe Vorladung 

3.3.1 Mitteilungen sind den Adressatinnen und Adressaten an ihren Wohnsitz, ihren gewöhnli-

chen Aufenthaltsort oder an ihren Sitz zuzustellen (Art. 87 Abs. 1 StPO). Parteien und Rechts-

beistände mit Wohnsitz, gewöhnlichem Aufenthaltsort oder Sitz im Ausland haben in der Schweiz 

ein Zustellungsdomizil zu bezeichnen; vorbehalten bleiben staatsvertragliche Vereinbarungen, 

wonach Mitteilungen direkt zugestellt werden können (Art. 87 Abs. 2 StPO). Mitteilungen an Par-

teien, die einen Rechtsbeistand bestellt haben, werden rechtsgültig an diesen zugestellt (Art. 87 

Abs. 3 StPO). Hat eine Partei persönlich zu einer Verhandlung zu erscheinen oder Verfahrens-

handlungen selbst vorzunehmen, so wird ihr die Mitteilung direkt zugestellt. Dem Rechtsbeistand 

wird eine Kopie zugestellt (Art. 87 Abs. 4 StPO). Gibt die beschuldigte Person gegenüber den 

Strafverfolgungsbehörden als Zustellanschrift die Adresse ihres Verteidigers an, erfolgt die Zu-

stellung der Vorladung rechtsgültig an diese Adresse mit Kopie an den Anwalt, die blosse Zustel-

lung der Vorladung an den Rechtsanwalt genügt jedoch nicht (BGer 6B_673/2015 vom 19. Okto-

ber 2016 E. 1.2, mit Hinweisen). Der Beweis für die ordnungsgemässe Zustellung der Vorladung 

obliegt den Behörden (BGE 144 IV 57 E. 2.3, mit Hinweisen). Auch wenn den Rechtsbeistand 

eine Pflicht zur Weiterleitung der Vorladung treffen sollte, bleibt es die Aufgabe der vorladenden 

Behörde, für eine korrekte Zustellung der Vorladung an die beschuldigte Person und deren Nach-

weis besorgt zu sein (BGer 6B_328/2020 vom 20. Mai 2021 E. 2.2.4). Diese Vorschriften gelten 

auch im Rechtsmittelverfahren (Art. 379 StPO; vgl. auch JÜRG BÄHLER, Basler Kommentar StPO, 

3. Aufl. 2023, Art. 379 N 7). 

 

3.3.2 Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK garantieren das Recht der beschuldigten Person, per-

sönlich an der gegen sie geführten Hauptverhandlung teilzunehmen (vgl. BGE 129 I 361 E. 6.2). 

Dieses Recht gilt jedoch nicht absolut (BGE 127 I 213 E. 3.a). Die Säumnisfolgen im Berufungs-

verfahren unterscheiden sich ferner von denjenigen im erstinstanzlichen Verfahren (Art. 366 ff. 

StPO). Im Gegensatz zum erstinstanzlichen Verfahren findet im Berufungsverfahren gestützt auf 

Art. 407 Abs. 2 StPO ein Abwesenheitsverfahren gemäss Art. 366 ff. StPO nur dann statt, wenn 

die Staatsanwaltschaft oder die Privatklägerschaft Berufung erhoben haben. In diesem Fall muss 

die Verhandlung ein erstes Mal verschoben werden und es kann erst am zweiten Termin ein 

Abwesenheitsurteil gefällt werden, gegen welches unter den Voraussetzungen von Art. 368 StPO 

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ein Gesuch um neue Beurteilung eingereicht werden kann (JULIA SCHEER, Basler Kommentar 

StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 366 N 18). Hat hingegen die beschuldigte Person Berufung erhoben und 

bleibt sie der Berufungsverhandlung unentschuldigt fern und lässt sie sich (ausser in Fällen der 

amtlichen oder notwendigen Verteidigung, BGer 6B_876/2013 vom 6. März 2014 E. 2.4.1) auch 

nicht vertreten, gilt die Berufung als zurückgezogen (Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO). Ist die beschul-

digte Person Berufungsklägerin und erscheint zur Berufungsverhandlung die Verteidigung, nicht 

aber die beschuldigte Person, ist die Berufungsverhandlung ohne die säumige beschuldigte Per-

son durchzuführen, ein Abwesenheitsverfahren gemäss den Art. 366 ff. StPO findet nicht statt 

(Art. 407 Abs. 2 StPO e contrario, vgl. BGer 6B_1293/2018 vom 14. März 2019 E. 3.3.2).  

 

3.3.3 Die Vorladung zur heutigen Berufungsverhandlung (Neubeurteilungsverfahren) wurde 

dem Beschuldigten an die dem Kantonsgericht bekannte Adresse BX.____ in CX.____ zugestellt. 

Gemäss der Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post wurde sie am 16. Februar 2023 von 

einer durch den Beschuldigten bevollmächtigten Person, L.____, entgegengenommen. Darauf 

gestützt muss das Kantonsgericht davon ausgehen, dass es sich bei der genannten Adresse um 

das in Art. 87 Abs. 2 StPO erwähnte Zustellungsdomizil des in AX.____ wohnhaften Beschuldig-

ten handelt und dass diesem die Vorladung somit ordnungsgemäss zugestellt worden ist. Auch 

aus dem vom Verteidiger zitierten Urteil des Bundesgerichts 6B_876/2013 vom 6. März 2014 

lässt sich für den Beschuldigten nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dort war die Anwendung von 

Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO strittig, wonach das Berufungsgericht die Vorladung für den Beschul-

digten einzig dessen Verteidigung zugestellt hatte. Dies trifft aber für den hier vorliegenden Sach-

verhalt wie dargelegt nicht zu. Zudem wurde Advokat Alain Joset mit kantonsgerichtlicher Verfü-

gung vom 28. Juli 2022 als amtlicher notwendiger Verteidiger von D.____ eingesetzt und er ist 

heute anwesend. Die Berufung des Beschuldigten gilt somit auch nicht als zurückgezogen.  

 

3.4 Neubeurteilung des erstinstanzlichen Abwesenheitsverfahrens 

3.4.1 Die verurteilte Person kann gemäss Art. 368 Abs. 1 StPO, wenn ihr das Abwesenheitsur-

teil persönlich zugestellt werden kann, innert 10 Tagen beim Gericht, welches das Urteil gefällt 

hat, schriftlich oder mündlich eine neue Beurteilung verlangen. Nach Art. 371 Abs. 1 StPO kann 

die verurteilte Person neben oder statt dem Gesuch um neue Beurteilung auch die Berufung 

gegen das Abwesenheitsurteil erklären, solange die Berufungsfrist noch läuft. Aufgrund der ver-

schiedenen Rechtsmittelfristen (Gesuch: zehn Tage ab Zustellung des Urteils an den Beschul-

digten, für die Berufung reicht jedoch eine Zustellung an den Rechtsvertreter) ist grundsätzlich 

denkbar, dass der amtliche Verteidiger im Interesse des Beschuldigten die Berufung anmeldet 

und ein Berufungsurteil ergeht, noch bevor das Abwesenheitsurteil zugestellt werden kann. Dies-

falls steht dem Beschuldigten die Neubeurteilung nach wie vor offen (dazu SCHEER, a.a.O., 

Art. 371 N 2,3). Gemäss Art. 370 Abs. 2 StPO fallen mit der Rechtskraft eines neuen Urteils das 

Abwesenheitsurteil, die dagegen ergriffenen Rechtsmittel und die im Rechtsmittelverfahren be-

reits ergangenen Entscheide dahin. 

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3.4.2 Die Hauptverhandlung gegen D.____ vor dem Strafgericht vom 8. Juni 2020 fand in Ab-

wesenheit des Beschuldigten statt. Ob jenem das Abwesenheitsurteil persönlich zugestellt wer-

den konnte, erschliesst sich dem Kantonsgericht aufgrund der Aktenlage bis heute nicht. Sein 

amtlicher Verteidiger, Advokat Alain Joset, hat mit Berufungserklärung vom 13. Juli 2020 gegen 

das Abwesenheitsurteil ein Rechtsmittel erhoben. Sofern also D.____ jenes Urteil tatsächlich 

noch immer nicht persönlich erhalten hat, könnte er nach dannzumal erfolgreicher Zustellung 

gestützt auf die gesetzlichen Grundlagen auch noch nach erfolgter Berufungsverhandlung und 

damit auch noch nach dem heutigen Neubeurteilungsverfahren (bzw. nach Zugang des entspre-

chenden Urteils des Kantonsgerichts) bei der Vorinstanz ein Gesuch um Neubeurteilung einrei-

chen. Diesfalls würde das Berufungsurteil (Neubeurteilung) gemäss Art. 370 Abs. 2 StPO dahin-

fallen. Gestützt auf das Dargelegte hat die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts somit 

trotz des Nichterscheinens des Beschuldigten ein Urteil zu fällen. 

 

3.5 Vorladung Privatkläger 

3.5.1 Nach Art. 178 lit. a StPO wird als Auskunftsperson einvernommen, wer sich als Privatklä-

gerschaft konstituiert hat, sowie nach lit. f, wer in einem anderen Verfahren wegen einer Tat, die 

mit der abzuklärenden Straftat in Zusammenhang steht, beschuldigt ist. Bislang hatte das Bun-

desgericht festgehalten, dass die beschuldigte Person auch nach rechtskräftigem Abschluss des 

Verfahrens ihre Verfahrensrolle beibehält und deshalb im Hinblick auf den damals zur Diskussion 

stehenden Lebenssachverhalt in einem späteren Verfahren gegen Mitbeteiligte nicht als Zeuge, 

sondern nur als Auskunftsperson befragt werden kann (vgl. etwa BGer 6B_1039/2014 vom 

24. März 2015 E. 2.4.1). Nun lässt das Bundesgericht den Rollenwechsel von der beschuldigten 

Person zum Zeugen bzw. zur Zeugin jedoch zu. Bestehen aber im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, 

dass die einzuvernehmende Person über ihre Verurteilung hinaus als Täter bzw. Täterin oder 

Teilnehmer bzw. Teilnehmerin der abzuklärenden oder einer konnexen Straftat nicht ausge-

schlossen werden kann, so ist sie gestützt auf Art. 178 lit. d StPO dennoch als Auskunftsperson 

einzuvernehmen. Der Entscheid über die Rolle der einzuvernehmenden Person richtet sich nach 

der Sach- und Rechtslage im Einvernahmezeitpunkt (vgl. dazu BGE 144 IV 97 E. 3.4).  

 

3.5.2 B.____ fungiert aufgrund der Tatsache, dass er die A.____ in Liquidation vertritt, als Pri-

vatkläger im Verfahren gegen D.____. Daneben war er zu Beginn der Voruntersuchung aber auch 

beschuldigte Person (vgl. dazu Einvernahme vom 27. April 2012 in act. AA 10.01.104 ff). Das 

Kantonsgericht hat B.____ im Rahmen der (ersten) Berufungsverhandlung am 8. März 2021 als 

Auskunftsperson vorgeladen, er wurde aufgrund Krankheit allerdings von seinem Erscheinen be-

freit (vgl. Arztzeugnis vom 1. März 2021). D.____ hatte bei den diversen Einvernahmen von 

B.____ über seinen damaligen anwesenden Verteidiger Nicolas Roulet die Möglichkeit, Ergän-

zungsfragen zu stellen. Von diesem Recht wurde auch Gebrauch gemacht (am 27. Oktober 2011: 

act. AA 10.01.071 ff; am 12. März 2012: act. AA 10.01.245; am 4. Juni 2014: act. AA 

10.01.263 ff.). Das Frage- und Konfrontationsrecht des Beschuldigten ist damit ausreichend ge-

wahrt worden. Zudem ist B.____ zum heutigen Zeitpunkt mit bereits 91 Jahren hochbetagt und 

es erscheint fraglich, ob er sich noch an die Umstände der Kaufvertragsverhandlungen für die 

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Liegenschaft in DX.____ aus dem Zeitraum 2008/2009 im Detail zu erinnern vermag, ist dies nun 

doch bereits über 15 Jahre her. Darauf gestützt hat das Kantonsgericht entschieden, B.____ nicht 

erneut zu befragen und hat ihm (als Privatkläger) das Erscheinen an der heutigen Neubeurtei-

lungsverhandlung ins freie Ermessen gestellt. Ob B.____ für das vorliegende Neubeurteilungs-

verfahren nun als Auskunftsperson oder Zeuge hätte geladen und einvernommen werden müs-

sen, kann damit denn letztendlich auch offenbleiben.  

 

3.6 Verletzung des Anklageprinzips 

3.6.1 Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichts-

verfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und 3 

lit. a und b EMRK; BGE 143 IV 63 E. 2.2). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der 

Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Informationsfunktion; BGE 143 IV 63 E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1). Wie Art. 9 Abs. 1 StPO aus-

drücklich festlegt, kann eine Straftat nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft 

gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständi-

gen Gericht Anklage erhoben hat. Gemäss Art. 325 Abs. 1 StPO bezeichnet die Anklageschrift 

insbesondere möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit 

Beschreibung von Ort, Datum, Zeit sowie Art und Folgen der Tatausführung (lit. f) und die nach 

Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren Ge-

setzesbestimmungen (lit. g). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten 

Delikte in ihrem Sachverhalt demnach so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver 

und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind (dazu STEFAN HEIMGARTNER/MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 325 N 19; BGE 147 IV 439 E. 7.2; 

141 IV 132 E. 3.4.1; je mit Hinweisen; BGer 6B_171/2022 vom 29. November 2022 E. 2.3). Un-

genauigkeiten sind jedoch solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte 

Person keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr angelastet wird (BGer 

6B_1416/2020 vom 30. Juni 2021 E. 1.3, mit Verweis auf 6B_460/2020 vom 10. März 2021 

E. 1.4; 6B_1423/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 2.2; 6B_49/2019 vom 2. August 2019 E. 1.2). 

Der Anklagegrundsatz ist verletzt, wenn die beschuldigte Person für Taten verurteilt wird, bezüg-

lich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen Anforderungen nicht genügt, bzw. wenn das Ge-

richt mit seinem Schuldspruch über den angeklagten Sachverhalt hinausgeht (so auch BGer 

6B_1298/2021 vom 14. Januar 2022 E. 1.2; 6B_721/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 2.3.1). 

Umschreibt etwa die Anklageschrift das dem Angeklagten vorgeworfene strafbare Verhalten als 

aktives Tun, verletzt ein Schuldspruch wegen (unechter) Unterlassung den Anklagegrundsatz 

(BGer 6B_1262/2021 vom 23. März 2022 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen). 

 

3.6.2 Mit Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 14. Dezember 2016 (nachfolgend: Ankla-

geschrift) wurden die beiden Beschuldigten, C.____ und D.____, hinsichtlich der Tatvorwürfe ge-

trennt, aber dennoch in einem gemeinsamen Verfahren angeklagt. Die Anklageschrift ist entspre-

chend so aufgebaut, dass im Zuge der Sachverhaltsdarstellung zunächst die für die unterschied-

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lichen Tatvorwürfe relevanten Grundlagen dargelegt werden. Demnach gründete die Beschul-

digte zusammen mit ihrem damaligen 75-jährigen Nachbarn B.____ am XX.YY.ZZZZ die A.____. 

Zweck dieser Gesellschaft war der Erwerb von zwei Liegenschaften in DX.____ und CX.____. 

Das statuarische Aktienkapital bei der Gründung betrug Fr. 200'000.--, welches gemäss der 

Gründungsurkunde je hälftig von C.____ und B.____ gezeichnet wurde. Als Verwaltungsräte wur-

den neben B.____ (Präsident) dessen Freund M.____ sowie der Ehemann der Beschuldigten, 

D.____, bestellt. Als Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift wurde C.____ eingesetzt (vgl. An-

klageschrift, S. 4,5). Ferner beschreibt die Anklage anschliessend die beiden Grundstücke detail-

lierter, die von der A.____ erworben werden sollten. Dabei wird geschildert, dass die Liegenschaft 

Nr. […] in DX.____ im Jahr 2008 von N.____ mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag an D.____ 

veräussert worden ist (vgl. Anklageschrift, S. 6). Dass diese Schilderungen für das Verständnis 

des eigentlichen Tatvorwurfs gegen D.____ notwendige Grundlage darstellen, verletzt das Akku-

sationsprinzip nicht. Im Übrigen wird aus den Vorhaltungen der Staatsanwaltschaft gegen den 

Beschuldigten auf S. 19 der Anklageschrift klar, dass diesem gerade ein Tun und nicht ein Un-

terlassen vorgeworfen wird: Er habe privat eine Liegenschaft in DX.____ erworben (= Tun) und 

dabei in Kauf genommen, dass ein Teil des Kaufpreises durch die A.____ finanziert worden sei. 

Der A.____ sei dadurch ein Schaden in Höhe von Fr. 210'000.-- entstanden. Auch diesen Scha-

den habe der Beschuldigte, ebenso wie die unrechtmässige Bereicherung durch den Erwerb der 

Liegenschaft, in Kauf genommen. Die etwas umständlichen Formulierungen der Anklageschrift 

bewegen sich somit, wie bereits im Urteil des Kantonsgerichts vom 12. März 2021 erwogen, noch 

am Rande des Zulässigen und das Anklageprinzip wird nicht verletzt. Ob der subjektive Tatbe-

stand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung und die Bereicherungsabsicht vorlie-

gend erfüllt sind, ist hingegen in der rechtlichen Würdigung vorzunehmen.  

 

3.7 Im Ergebnis erweisen sich die vorgebrachten Rügen der Verteidigung als unbegründet. 

II. Materielles 

1.  Allgemeine Erwägungen zur Beweiswürdigung 

1.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilende 

Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 

persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine 

Tatsache für bewiesen hält. Es berücksichtigt die im Vorverfahren und im Hauptverfahren erho-

benen Beweise (vgl. Art. 350 Abs. 2 StPO) und trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des 

Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stich-

haltigkeit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 

2011, Rz. 234; ESTHER TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 10 N 41 ff.).  

 

1.2 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person güns-

tigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass die tatsächlichen Vo-

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raussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Bestimmung operationalisiert den verfas-

sungsmässigen Grundsatz der Unschuldsvermutung (in dubio pro reo, Art. 32 Abs. 1 BV und 

Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Sie verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von 

einem belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Be-

weise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder 

wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausge-

schlossen werden kann (vgl. dazu eingehend BGE 144 IV 345 E. 2.2). Dabei sind bloss abstrakte 

und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Ge-

wissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 

(BGE 124 IV 87 E. 2a, mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn 

das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeits-

voraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit 

reicht hierfür nicht. Vielmehr ist ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit gefordert. Demnach 

hat ein Freispruch zu ergehen, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung Anklagesachverhalt und 

Täterschaft nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sind (TOPHINKE, a.a.O., 

Art. 10 N 83 und Fn. 268 zu N 83; BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018 E. 1.1.2 und 

E. 1.3.1). Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessens-

spielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). 

 

1.3 In seiner Funktion als Beweiswürdigungsmaxime kommt dem Grundsatz in dubio pro reo 

keine über das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 146 IV 88 

E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 1.1; 144 IV 345 E. 2.2.3.3, je mit Hinweisen; zum Ganzen ferner BGer 

6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1 mit Hinweisen). Auch findet er keine Anwendung auf 

die Frage, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind. 

Er kommt erst zum Tragen, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Be-

weise erhoben und ausgewertet worden sind, das heisst, bei der Beurteilung des Resultats der 

Beweisauswertung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f.; BGer 6b_160/2022 vom 5. Oktober 2022 

E. 2.3.2; 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1; 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.8.1, 

nicht publ. in: BGE 147 IV 409; 6B_986/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2; je mit Hinweisen). Insoweit 

stellt der In-dubio-Grundsatz gerade keine Beweiswürdigungsregel dar. Im Falle einer uneinheit-

lichen, widersprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegenei-

nander abwägen und als Resultat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Dieses kann 

je nach Würdigung als gesichert erscheinen, sofern die Widersprüche bereinigt werden konnten, 

oder aber mit Unsicherheiten behaftet bleiben. Das Beweisergebnis kann aber auch deswegen 

zweifelhaft sein, weil es im Kontext der feststehenden Tatsachen verschiedene Deutungen zu-

lässt und damit verschiedene Sachverhaltsalternativen in den Raum stellt (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.3.1 f., mit Hinweisen). Wenn zu einer entscheiderheblichen Frage beispielsweise divergie-

rende Gutachten vorliegen, so muss der Richter ohne Rücksicht auf die Unschuldsvermutung 

prüfen, welcher Einschätzung er folgen will. Er darf nicht einfach der für den Beschuldigten güns-

tigeren Expertise folgen. Das gilt sinngemäss für alle Arten von Beweisen (BGE 144 IV 345 

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E. 2.2.3.1; BGer 6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022 E. 2.3.2; 6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022 

E. 2.3.2; 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1; 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.8.1, 

nicht publ. in: BGE 147 IV 409; vgl. 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 13.1, nicht publ. in: BGE 

143 IV 214; je mit Hinweisen). 

 

1.4 Die Würdigung persönlicher Beweismittel wie die Aussagen der beschuldigten Person 

oder von Zeugen erweist sich regelmässig als weitaus schwieriger als die Beurteilung sachlicher 

Beweismittel wie z.B. Urkunden (TOPHINKE, a.a.O., Art. 10 N 60). Bei der Abklärung des Wahr-

heitsgehalts von Aussagen hat sich daher in der Praxis die Methode der Aussageanalyse durch-

gesetzt, welche darauf basiert, dass wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche geistige 

Leistungen erfordern (vgl. dazu auch BGer 6B_375/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 2.2.2.). 

 

1.5 Schliesslich erlaubt Art. 82 Abs. 4 StPO mit Blick auf die Prozessökonomie den Rechts-

mittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachver-

halts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten (Botschaft 

vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 S. 1157 Ziff. 

2.2.8.5). Ein Verweis erscheint in erster Linie bei nicht streitigen Sachverhalten und abstrakten 

Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen auch bei strittigen Sachverhalten und Beweiswür-

digungen sowie der rechtlichen Subsumtion des konkreten Falles in Frage, wenn die Rechtsmit-

telinstanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beipflichtet (BGE 141 IV 244 

E.  1.2.3; BGer 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E.  2.1). Hingegen ist auf neue tatsächliche 

Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen 

werden (DANIELA BRÜSCHWEILER/RETO NADIG/REBECCA SCHNEEBELI, Zürcher Kommentar StPO, 

3. Aufl. 2020, Art. 82 N 10 f., mit Hinweisen). 

 

2. C.____ 

2.1 Gemäss der Anklageschrift gründete die Beschuldigte zusammen mit B.____ am 

XX.YY.ZZZZ die A.____. Zweck dieser Gesellschaft war der Erwerb zweier Liegenschaften in 

DX.____ bzw. CX.____. Das statuarische Aktienkapital betrug bei der Gründung Fr. 200'000.-- 

und wurde gemäss der Gründungsurkunde je hälftig von C.____ und B.____ gezeichnet. Als Ver-

waltungsräte wurden neben B.____ (Präsident) dessen Freund M.____ sowie der Ehemann der 

Beschuldigten, D.____, bestellt. Als Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift wurde C.____ ein-

gesetzt. Die A.____ wurde am XX.YY.ZZZZ in das Handelsregister eingetragen. Im Dezember 

ZZZZ wurde das Aktienkapital auf Fr. 500'000.-- erhöht. Wenige Monate später wurde mit Urteil 

des Bezirksgerichtspräsidenten Arlesheim vom XX.YY.ZZZZ über die A.____ der Konkurs eröff-

net. Die Gesellschaft wurde am XX.YY.ZZZZ aus dem Handelsregister gelöscht, jedoch mit Ver-

fügung des Bezirksgerichts Arlesheim vom XX.YY.ZZZZ mit B.____ als Liquidator wieder einge-

tragen (vgl. Anklageschrift, S. 4,5). 

Der Beschuldigten wird gestützt auf diesen unangefochtenen Sachverhalt in Ziff. 2.3.b der Ankla-

geschrift unter dem Titel «Verwendung der W.____-Gelder B.____s, Veruntreuung, eventualiter 

zusätzlich qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung» vorgeworfen, am 9. Juli 2008 vom Konto 

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der «W.____-Investment» (nachfolgend: W.____-Konto) einen Betrag in der Höhe von 

Fr. 50'000.-- auf ihr privates Konto Nr. […] bei der U.____Bank in CX.____ überwiesen zu haben, 

um diesen zweckwidrig im Sinne von D.____ zu nutzen. Denn diesen Betrag habe sie einen Tag 

später (10. Juli 2008) an N.____ als Anzahlung auf den Kaufpreis der Liegenschaft Nr. […] in 

DX.____ weiterüberwiesen. Eventualiter sei die Überweisung zunächst nicht zweckwidrig erfolgt, 

da die Beschuldigte den Willen gehabt habe, die Liegenschaft für die A.____ zu erwerben. Spä-

testens am 1. November 2008 habe sie ihre Absicht jedoch geändert und habe das Grundstück 

durch ihren Ehemann D.____ kaufen lassen. Mit der pflichtwidrigen Unterlassung, die Forderung 

von Fr. 50'000.-- der A.____ gegenüber D.____ in der Buchhaltung der A.____ zu verbuchen, 

habe sie den obligatorischen Anspruch B.____s vereitelt. Als Geschäftsführerin der A.____ habe 

sie es unterlassen, dafür zu sorgen, dass dieser Betrag später der A.____ zurückerstattet werde, 

wodurch jene einen Schaden erlitten habe (vgl. Anklageschrift, S. 15). 

 

2.2 Das Strafgericht erwog, diese Überweisung vom W.____-Konto in der Höhe von 

Fr. 50'000.-- vom 9. Juli 2008 auf das persönliche Konto von C.____ sei nicht im Interesse der 

A.____ erfolgt. Die Liegenschaft Nr. […] in DX.____ sei überdies von ihrem Ehemann D.____ 

und nicht durch die A.____ erworben worden. Diesbezüglich sah es das Gericht als erwiesen an, 

dass die Beschuldigte nie vorgehabt habe, die Liegenschaft im Namen der A.____ zu erwerben 

(vgl. angef. Urteil, S. 16). In rechtlicher Hinsicht kam das Strafgericht zum Schluss, die Gelder 

von B.____ seien in das Vermögen der A.____ übergegangen, und B.____ sei wirtschaftlich nicht 

mehr daran berechtigt gewesen. Da C.____ als Geschäftsführerin Organ der A.____ (in Grün-

dung) gewesen sei, könne ihr das Gesellschaftsvermögen nicht anvertraut gewesen sein. 

Dadurch sei der Tatbestand der Veruntreuung nach Art. 138 StGB nicht erfüllt, und es komme 

diesfalls der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB zu Tragen. 

Zum Zeitpunkt der Gründung habe eine einfache Gesellschaft gemäss Art. 530 OR vorgelegen, 

bestehend aus C.____ und B.____. Diese Gesellschaft habe zwar nicht über eigene Rechtsper-

sönlichkeit verfügt, jedoch ermögliche es Art. 645 Abs. 2 OR, dass die Gründungsgesellschaft 

schon vor dem konstitutiven Handelsregistereintrag aufschiebend bedingt Vermögen erwerben 

könne. Darauf gestützt habe die A.____(in Gründung) rechtswirksam Vermögen entgegenneh-

men können, und zwar vorliegend insgesamt Fr. 350'000.-- von B.____. Weiter sei C.____ ge-

mäss Handelsregistereintrag Geschäftsführerin der A.____ gewesen. Der ihr übergeordnete Ver-

waltungsrat, bestehend aus B.____, M.____ und D.____, habe sich weder in die Geschäftstätig-

keit der A.____ eingemischt noch sei er seiner Überwachungspflicht nachgekommen. So habe 

die Beschuldigte unkontrolliert über das Vermögen der A.____ verfügen können (vgl. angef. Ur-

teil, S. 18). Bezüglich des Betrages über Fr. 50'000.--, mit welchem das Grundstück in DX.____ 

über den Ehemann der Beschuldigten finanziert worden sei, kam das Strafgericht zum Schluss, 

dass für eine solche Drittfinanzierung die statuarische Grundlage gefehlt habe. Insgesamt seien 

somit alle Vermögensflüsse, welche nicht im Interesse der A.____ erfolgt seien, pflichtwidrig ge-

wesen (vgl. angef. Urteil, S. 19). 

 

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2.3 Das Kantonsgericht erwog diesbezüglich in seinem ersten Urteil vom 12. März 2021, es sei 

nicht zweifelsfrei erwiesen, dass die Beschuldigte bereits im Zeitpunkt der Überweisung des Be-

trags von Fr. 50'000.-- an N.____ am 10. Juli 2008 die Liegenschaft für die A.____ oder für ihren 

Ehemann habe erwerben wollen. Soweit sie die Liegenschaft am 1. November 2008 für sich 

selbst, mithin nicht in ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin der A.____, habe erwerben wollen, 

wäre die Anzahlung von Fr. 50'000.-- nicht der A.____ zu Gute gekommen, sodass die Überwei-

sung des Geldes vom 9. Juli 2008 auf ihr eigenes Konto eine Veruntreuung darstellen würde. 

Dieser Sachverhalt sei von der Anklageschrift indes lediglich als ungetreue Geschäftsbesorgung 

angeklagt. Eine solche liege mangels Vermögensübergang an die A.____ jedoch nicht vor, so-

dass in Bezug auf den Betrag von Fr. 50'000.-- aufgrund Verletzung des Akkusationsprinzips ein 

Freispruch erfolgen müsse (vgl. dazu genanntes Urteil, S. 48 f.).  

 

2.4 Das Bundesgericht hat hingegen in seinem Urteil vom 11. März 2022 dargelegt, es treffe 

zwar zu, dass dieser Sachverhalt in der Anklageschrift als ungetreue Geschäftsbesorgung um-

schrieben worden sei. Die Schilderung des Sachverhalts umfasse aber gleichzeitig auch den Tat-

bestand der Veruntreuung und es ergebe sich schon aus dem Titel der Anklageziffer 2.3 in klarer 

Weise, dass die in dieser Anklageziffer umschriebenen Tathandlungen principaliter als Verun-

treuung und eventualiter als ungetreue Geschäftsbesorgung angeklagt würden. Das Bundesge-

richt sah darin denn auch keine Verletzung des Akkusationsprinzips (vgl. BGer 6B_678/2021 vom 

11. März 2022 E. 3.4.2). 

 

2.5 Die Staatsanwaltschaft bringt im Rahmen des heutigen Neubeurteilungsverfahrens zusam-

mengefasst vor, es sei zu klären, ob die Beschuldigte bereits am 9. Juli 2008, mithin als sie den 

Betrag von Fr. 50'000.-- auf ihr eigenes Konto bei der U.____Bank überwiesen habe, die Absicht 

gehabt habe, die Liegenschaft Nr. […] in DX.____ nicht für die A.____ zu erwerben, sondern für 

ihren Ehemann. Dafür gebe es zwar keinen stringenten Beweis, es würden aber gewichtige Indi-

zien dafür sprechen, dass sie von Anfang an diese Absicht gehabt habe. Dies ergebe sich aus 

den Depositionen der Beschuldigten anlässlich ihrer Einvernahme am 11. Juli 2016, wonach sie 

ausgeführt habe, die Liegenschaft solle von D.____ auf die A.____ übertragen werden. Dies ma-

che aber weder wirtschaftlich noch administrativ Sinn. Die weiteren Darlegungen der Beschuldig-

ten seien nicht plausibel. Ferner sprächen auch die Depositionen von N.____ für diese Absicht 

der Beschuldigten. Dieser habe anlässlich seiner Einvernahme am 28. November 2011 erläutert, 

er habe die Liegenschaft an das Ehepaar C./D.____. verkauft und er habe keinen Bezug zur 

A.____.  

 

Auch wenn die Beschuldigte diese Absicht erst nach dem 9. bzw. 10. Juli 2008 entwickelt habe, 

so hätte sie dennoch den Tatbestand der Veruntreuung erfüllt. Dieser sei zwar dann nicht bereits 

mit der Überweisung des Betrages von Fr. 50'000.-- auf ihr eigenes Konto bzw. auf die Weiterlei-

tung an N.____ vollendet gewesen, sondern erst mit der Willensbekundung gegenüber der 

V.____Bank am 1. November 2008, die Liegenschaft zweckwidrig für ihren Ehemann erwerben 

zu wollen. Spätestens sei die Vollendung des Tatbestands jedenfalls dann eingetreten, als der 

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Hypothekarvertrag mit der V.____Bank am 4. Januar 2009 unterzeichnet worden sei. Von einem 

dolus subsequens könne also auch keine Rede sein (vgl. zum Ganzen Parteivortrag S. 3-6, Bei-

lage Prot. HV NB). 

 

2.6 Die Verteidigung legt anlässlich des Neubeurteilungsverfahrens vor den Schranken des 

Kantonsgerichts dar, es könne nicht zweifelsfrei bewiesen werden, dass die Beschuldigte den 

Betrag von Fr. 50'000.-- eben nicht für A.____ habe verwenden wollen. Selbst die Staatsanwalt-

schaft habe es im Zeitpunkt der Anklage für möglich gehalten, dass der Betrag rechtmässig ver-

wendet worden sei (vgl. dazu Parteivortrag S. 4, Beilage Prot. HV NB). 

 

2.7 

2.7.1 Gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB macht sich der Veruntreuung strafbar, wer sich eine ihm 

anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen anderen damit unrechtmäs-

sig zu bereichern (Abs. 1) oder wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem 

oder eines anderen Nutzen verwendet (Abs. 2). Als anvertraut gilt, was jemand mit der Verpflich-

tung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden, insbeson-

dere es zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern (BGE 143 IV 297 E. 1.3; 133 

IV 21 E. 6.2, mit Hinweis). Der Tatbestand erfasst Fälle, in denen zivilrechtlich die Fremdheit der 

anvertrauten Werte nicht gegeben oder zumindest zweifelhaft ist. Bei dieser Tatvariante erlangt 

der Treuhänder über die erhaltenen Werte nicht nur tatsächliche, sondern auch rechtliche Verfü-

gungsmacht. Die ins Eigentum des Treuhänders übergegangenen Werte sind jedoch bestimmt, 

später wieder an den Berechtigten zurückzufliessen. In diesem Sinne sind sie wirtschaftlich 

fremd. Der Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem Treugeber den Wert des Empfangenen stän-

dig zu erhalten. Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntreuung von Vermögens-

werten in einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obli-

gatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1; BGer 6B_621/2019 

vom 3. Dezember 2019 E. 1.2.2, je mit Hinweisen). Der Täter verwendet die Vermögenswerte 

unrechtmässig, wenn er sie entgegen den erteilten Instruktionen gebraucht, sich mithin über den 

festgelegten Verwendungszweck hinwegsetzt (BGE 129 IV 257 E. 2.2.1, mit Hinweisen). Obwohl 

in Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB nicht ausdrücklich erwähnt, verlangt die Bestimmung den Eintritt 

eines Vermögensschadens (BGE 111 IV 19 E. 5; BGer 6B_511/2020 vom 10. März 2021 

E. 2.3.1; 6B_936/2019 vom 20. Mai 2020 E. 4.3, je mit Hinweisen).  

 

Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Handeln in unrechtmässiger Bereicherungs-

absicht. Nach der Rechtsprechung bereichert sich bei der Veruntreuung von Vermögenswerten 

unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu 

halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu 

ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2, mit Hinweisen). 

 

2.8 

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2.8.1 Gestützt auf die Verfahrensakten ist für das Kantonsgericht erstellt und von den Parteien 

unbestritten, dass am 9. Juli 2008 (Valutadatum) ein Übertrag vom W.____-Konto in der Höhe 

von Fr. 50'000.-- auf das Privatkonto von C.____ bei der U.____Bank (nachfolgend: U.____-

Konto; act. AA 31.20.002, AA 31.62.015) erfolgt ist. Dabei steht ausser Frage, dass dieser Betrag 

von den insgesamt Fr. 350'000.-- stammt, die B.____ im Zeitraum vom 1. bis zum 4. Juli 2008 

auf das W.____-Konto einbezahlt hat (act. AA 31.20.001): Der Kontostand des U.___-Kontos be-

trug vor diesem Übertrag, mithin am 8. Juli 2008, lediglich F. 9'774.45 und danach, am 9. Juli 

2008, Fr. 59'774.45. Vor dem E-Banking-Auftrag an N.____, ebenfalls am 9. Juli 2008, wurde 

noch eine Überweisung in Höhe von Fr. 3'000.-- an die Swisscom Schweiz AG ab diesem Konto 

getätigt, so dass der Kontostand bei Fr. 56'774.45 lag. Am 10. Juli 2008 erfolgte dann die Über-

weisung vom U.____-Konto über Fr. 50'000.-- an N.____ mittels E-Banking (act. AA. 31.62.015). 

Mangels weitere Geldzugänge auf das U.____-Konto stammen somit auch diese Fr. 50'000.-- 

aus den Geldern von B.____. Fraglich und zu prüfen ist, zu welchem Zweck die Beschuldigte 

diese Überweisung an N.____ vorgenommen hat. 

 

2.8.2  

Bei N.____ handelt es sich um den Verkäufer der Liegenschaft Nr. […] in DX.____ und um den 

Vertragspartner des Käufers D.____ (vgl. öffentlich beurkundeter Kaufvertrag, 

act. AA 30.01.043 ff.). Gemäss diesem Kaufvertrag hat D.____ die Liegenschaft Nr. […] in 

DX.____ am 11. Februar 2009 zu einem Preis von Fr. 900'000.-- gekauft. Diese Summe setzte 

sich wie folgt zusammen: Forderung der V.____Bank über Fr. 650'000.-- (Restanzkapital, zinsbar 

rückwirkend per 1. Dezember 2008), Forderung der U.____Bank in DX.____ über Fr. 4'500.-- 

(Restanzkapital, zinsbar rückwirkend per 1. Dezember 2008) und Zahlung des Restkaufpreises 

von Fr. 245'500.--, zahlbar am 31. März 2009 (vgl. act. AA 30.01.051). 

 

Für den Kauf der Liegenschaft Nr. […] in DX.____ haben D.____ und C.____ gemeinsam eine 

Hypothek bei der V.____Bank über einen Betrag von Fr. 735'000.-- aufgenommen. Dieser Hypo-

thekarvertrag wurde am 5. Dezember 2008 von der V.____Bank und am 4. Januar 2009 von den 

beiden Kreditnehmern unterzeichnet (act. AA 30.10.001 ff). Ferner haben beide Beschuldigten 

am 1. Mai 2008 ein gemeinsames Konto bei der V.____ Bank errichtet (nachfolgend V.____-

Konto; Kontonummer […], act. AA 30.01.006 ff). Dieses V.____-Konto wurde mit Valutadatum 

vom 1. Dezember 2008 mit einer ersten «Teilkaufpreiszahlung» in Höhe von Fr. 650'000.-- be-

lastet. Am 15. Dezember 2008 (Valutadatum) erfolgte eine «Vergütung» über Fr. 735'000.--, be-

stehend aus dem Hypothekardarlehen der V.____Bank. Der Kontostand des V.____-Kontos be-

trug demnach am 16. Februar 2009 (Valutadatum: 15. Dezember 2008) noch Fr. 85'000.--.  

 

Es folgte weiter eine «Gutschrift» von D.____ über Fr. 7'000.-- (Valutadatum 23. März 2009), eine 

Belastung über Fr. 6'102.15 («Fälligkeitsbetreffnis Hypothek», Valutadatum 31. März 200) sowie 

eine weitere Belastung über Fr. 20.-- («Formular gemäss Bestellung», Valutadatum 30. April 

2009). Somit betrug der Kontostand am 30. April 2009 noch Fr. 85'877.85 und blieb dieser bis 

zum 26. Mai 2009 unverändert (vgl. Kontoauszug, act. AA 30.01.014).  

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Da die erwähnte Restkaufpreiszahlung im Höhe von Fr. 245'500.-- am 31. März 2009 fällig wurde 

und der Kontostand des V.____-Kontos für die entsprechende Überweisung nicht ausreichend 

war, forderte die V.____Bank die beiden Beschuldigten mit Schreiben vom 12. Mai 2009 auf, den 

Kontostand auszugleichen (act. AA 30.01.058). Gemäss Kontoauszug des V.____-Kontos folg-

ten zwei «Gutschriften» der A.____: einmal über Fr. 28'000.-- (Valutadatum 26. Mai 2009) sowie 

einmal über Fr. 110'000.-- (Valutadatum 4. Juni 2009; act. AA 30.01.014).  

 

Am 4. Juni 2009 (Valutadatum vom 30. April 2009) wurde das V.____- Konto schliesslich mit 

einem Betrag über Fr. 195'500.-- belastet («Restkaufpreis GB DX.____- Nr. […] N.____»). Der 

Kontostand des V.____-Kontos betrug am 4. Juni 2009 schliesslich Fr. 28'377.85 

(act. AA 30.01.014). Der «Restkaufpreis» setzt sich zusammen aus der oben genannten Rest-

kaufpreiszahlung gemäss Kaufvertrag in der Höhe von Fr. 245'500.-- abzüglich des Betrages in 

der Höhe von Fr. 50'000.--, welche C.____ am 6. März 2009 vom A.____-Konto mittels E-Banking 

an N.____ transferiert hat (act. AA 31.01.042, Detailbeleg act. AA 31.01.082, mit Vermerk «Kauf 

Land DX.____»). Dies ergibt sich überdies aus dem Schreiben der V.____Bank vom 12. Mai 

2009, wonach die Bank Kenntnis davon hatte, dass das Ehepaar C./D.____ im März 2009 bereits 

Fr. 50'000.-- an N.____ bezahlt hatte (act. AA 30.01.058).  

 

Diese drei vorstehend genannten Überweisungen (Fr. 50'000.-- vom 6. März 2009, Fr. 28'000.-- 

am 26. Mai 2009 sowie Fr. 110'000.-- am 4. Juni 2009) bzw. deren Verwendung durch C.____ 

wurden unter dem Titel der ungetreuen Geschäftsbesorgung in Ziff. 2.4 der Anklageschrift von 

der Staatsanwaltschaft angeklagt und C.____ wurde in diesem Zusammenhang mit Urteil des 

Kantonsgerichts vom 12. März 2021 unangefochten schuldig gesprochen. 

 

2.8.3 Aus diesen Erläuterungen erhellt, dass die gesamte Kaufpreisforderung für die Liegen-

schaft Nr. […] in DX.____ von Fr. 900'000.-- einerseits aus eigenen Mitteln, nämlich aus der auf 

das Ehepaar C./D.____ lautenden Hypothek über Fr. 735'000.--, andererseits mit sonstigen Gel-

dern in einer Gesamthöhe von Fr. 165'000.-- finanziert worden ist, für deren Inanspruchnahme 

die Beschuldigte entweder bereits unangefochten verurteilt wurde oder die aus weiteren Eigen-

mitteln von C.____ und/oder D.____ stammten. Die hier zur Diskussion stehenden Zahlung an 

N.____ über Fr. 50’000.-- nahm die Beschuldigte jedoch bereits am 9./10. Juli 2008 und damit 

zeitlich weit vor Abschluss des Kaufvertrags vor, und dieser Betrag ist nach dem Dargelegten 

nicht in die Bezahlung des öffentlich beurkundeten Kaufpreises von Fr. 900'000.-- eingeflossen. 

Vielmehr erschliesst sich daraus, dass für die Liegenschaft Nr. […] in DX.____ mehr bezahlt wor-

den sein müsste, als öffentlich beurkundet worden ist: Die Anklage weist einen Betrag über 

Fr. 945'500.-- aus, wohingegen der Kaufpreis gemäss öffentlich beurkundetem Kaufvertrag 

Fr. 900'000.-- betrug. Die Zahlung von Fr. 50'000.-- vom 10. Juli 2008 ist denn im öffentlich beur-

kundetem Kaufvertrag nicht berücksichtigt. Wofür genau diese «zusätzliche» Zahlung an N.____ 

über Fr. 50'000.-- erfolgt ist, erschliesst sich somit weder aus den Akten noch aus den Depositi-

onen der Beteiligten: 

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So gab die Beschuldigte anlässlich ihrer Einvernahme am 10. September 2012 zunächst an, dass 

die Fr. 50'000.-- «für Herrn Q.____» gewesen sein sollen (act. AA 10.01.152) und damit wohl als 

Anzahlung für den hier nicht zur Diskussion stehenden Kauf einer Liegenschaft in CX.____. An-

lässlich ihrer Einvernahme am 11. Juli 2016 deponierte sie hingegen, es sei eine «Anzahlung für 

den Kaufpreis» in DX.____ gewesen (act. AA 10.01.293). Anlässlich der Schlusseinvernahme 

am 17. Juli 2016 führte sie auf Aufforderung, zu dieser Überweisung Stellung zu nehmen, ledig-

lich an, sie wisse es nicht und müsse in die Unterlagen schauen (act. AA 10.01.304). 

 

D.____ gab anlässlich seiner Einvernahme am 18. März 2013 auf die Frage der Staatsanwalt-

schaft, weshalb insgesamt Fr. 50'000.-- mehr bezahlt worden seien als vertraglich vereinbart ge-

wesen wäre, lediglich zu Protokoll, er wisse es nicht, dies hätten seine Ehefrau und B.____ ver-

anlasst (act. AA 10.01.248).  

 

N.____ deponierte anlässlich seiner Einvernahme am 28. November 2011, er habe insgesamt 

Fr. 900'000.-- erhalten, es sei alles auf einmal bezahlt worden und die Bank habe den Verkauf 

abgewickelt (act. AA 10.01.080 ff).  

 

B.____ wurde im Detail dazu nicht befragt. Er führte anlässlich seiner Einvernahme vom 4. Juni 

2014 auf die Frage, wie der Kaufpreis von Fr. 900'000.-- finanziert worden sei, einzig aus, dies 

ergebe sich aus den Bilanzen, die die Beschuldigte erstellt habe (act. AA 10.01.263). 

 

Auf Nachfrage des Kantonsgerichts im Rahmen des Neubeurteilungsverfahrens hat die Staats-

anwaltschaft deponiert, es sei unklar, ob für die Liegenschaft Nr. […] in DX.____ allenfalls zuviel 

bezahlt worden sei. Die Differenz zwischen der im Zusammenhang mit der Liegenschaft in 

DX.____. angeklagten Summe über Fr. 945'000.-- und dem tatsächlich beurkundeten Kaufpreis 

über Fr. 900'000.-- sei nicht geklärt (vgl. Prot. HV NB, S. 6).  

 

2.9  

2.9.1 Unklar ist in diesem Zusammenhang auch, warum die Beschuldigte den Betrag von 

Fr. 50'000.-- im Juli 2008 zuerst vom W.____-Konto auf ihr U.____-Konto und dann von dort aus 

an N.____ weiterleitete, anstatt diese Überweisung direkt vom W.____-Konto an N.____ vorzu-

nehmen. Man könnte vermuten, dass sie damit gegenüber N.____ klarmachen wollte, dass die 

Anzahlung von ihr selbst stammt. Allerdings lautete auch das W.____-Konto auf ihren Namen 

und nicht auf B.____ oder die A.____. Sinn und Zweck dieser ersten Überweisung auf ihr Privat-

konto bleiben damit unklar. Sie können ein Indiz für eine bereits damals beabsichtigte Veruntreu-

ung sein, das ist aber nicht der einzig mögliche Schluss, da – wie gesagt – auch eine Überwei-

sung ab dem W.____-Konto nichts Anderes belegt hätte. 

2.9.2 Sollte es sich beim angeklagten Betrag über Fr. 50'000.-- vom 9. /10.Juli 2008 allenfalls 

um eine Zahlung im Rahmen eines Vorvertrages für den Grundstückskauf gehandelt haben, so 

ist das jedenfalls nicht aus dem öffentlich beurkundeten Vertrag ersichtlich – und nur dieser kann 

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im vorliegenden Verfahren massgebend sein. So ist zwar erstellt, dass die Beschuldigte diesen 

Betrag an N.____ überweisen hat, wofür jener diese Summe aber verwendet hat oder was mit 

diesem Betrag geschehen ist, kann weder durch die Staatsanwaltschaft noch durch das Kantons-

gericht rechtsgenügend nachgewiesen werden. Solange unklar ist, wofür die Zahlung von 

Fr. 50'000.-- vom 9./10. Juli 2008 gedacht gewesen ist (irrtümliche Zahlung oder vergessen ge-

gangene Zahlung, Schwarzgeldzahlung), kann auch nicht gesagt werden, dass diese nicht im 

Interesse der A.____ erfolgt ist. Insofern kann auch nicht gesagt werden, dass die Beschuldigte, 

wie es die Rechtsprechung verlangt (vgl. oben, Erwägung II.2.7.1: BGE 133 IV 21 E. 6.1.1; BGer 

6B_621/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 1.2.2, je mit Hinweisen), im Zeitpunkt der Überweisung 

an N.____ am 10. Juli 2008 eindeutig den Willen bekundet hätte, den obligatorischen Anspruch 

der A.____ zu vereiteln.  

 

2.10 Die Beschuldigte ist folglich in teilweiser Gutheissung ihrer Berufung für diesen Betrag 

vom Vorwurf der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erneut freizusprechen. 

Dass diese Überweisung von Fr. 50'000.-- vom 9./10. Juli 2008 an N.____ eventualiter auch nicht 

den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 StGB erfüllt, wurde im Urteil 

des Kantonsgerichts vom 12. März 2021 ausführlich begründet (vgl. genannte Urteil, S. 49 mit 

entsprechenden Verweisen) und dies wurde vor Bundesgericht nicht angefochten, weshalb sich 

weitere Ausführungen dazu erübrigen. 

 

3. D.____ 

3.1 Gemäss der Anklageschrift wird dem Beschuldigten gestützt auf den vorstehend in 

Ziff. II.2.1 beschriebenen Sachverhalt vorgeworfen, als Mitglied des Verwaltungsrates der A.____ 

mitverantwortlich für die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betraute C.____ gewe-

sen zu sein. Er habe sich jedoch pflichtwidrig nie für die A.____ interessiert, insbesondere auch 

dann nicht, als er am 11. Februar 2009 die Liegenschaft in DX.____ auf eigenen Namen erwor-

ben habe. Dabei habe er gehandelt, ohne zu wissen, woher diejenigen Mittel zum Kauf stammten, 

die nicht durch die Hypothek bezahlt worden seien. So habe er zugelassen, dass die A.___ im 

Umfang von Fr. 210'000.-- den Grundstückskauf finanziert habe, ohne dass jene im entsprechen-

den Umfang Sicherheiten dazu erhalten habe. Damit habe er einen Schaden der A.____ und eine 

entsprechende unrechtmässige Bereicherung seiner selbst in Kauf genommen (vgl. Anklage-

schrift, S. 19). 

 

3.2 Das Strafgericht erwog zunächst, die A.____ habe den Kauf der Liegenschaft DX.____ 

lediglich mit Fr. 202'847.70 finanziert (vgl. angef. Urteil, S. 5). Weiter führte das Strafgericht aus, 

dass D.____ am 4. Januar 2009 einen Hypothekardarlehensvertrag zur Finanzierung der Liegen-

schaft DX.____ über Fr. 735'000.-- abgeschlossen habe. Am 11. Februar 2009 habe er dann den 

Kaufvertrag über die genannte Liegenschaft mit einer Kaufsumme von Fr. 900’000.-- unterzeich-

net. Die bestehende Finanzierungslücke von Fr. 165'000.-- sei für D.____ auf den ersten Blick 

erkennbar gewesen. Gestützt auf die Aussagen anlässlich seiner Einvernahmen habe er grund-

sätzlich gewusst, dass Geld von dritter Seite in die Liegenschaft geflossen sei. Zudem hätten sich 

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auch nicht viele Möglichkeiten für die Herkunft der Finanzierungslücke aufgedrängt. So habe 

D.____ nie gesagt, dass das restliche Geld von ihm gekommen sei. Seine Ehefrau C.____ sei 

aber aufgrund der desolaten finanziellen Situation als Geldgeberin ebenfalls ausgefallen. Deren 

Schulden von rund Fr. 175'000.-- seien D.____ kaum verborgen geblieben. Daher wären nur 

B.____ und die A.____ als Geldgeber übriggeblieben. Im Wissen darum, selber nicht über aus-

reichende finanzielle Mittel für den Erwerb der Liegenschaft zu Verfügung zu haben, habe er 

trotzdem den Kaufvertrag abgeschlossen. Dadurch habe er in Kauf genommen, dass es die 

A.____ sein würde, die für den Restpreis aufkomme (vgl. angef. Urteil, S. 5,6). 

 

In rechtlicher Hinsicht kam das Strafgericht zum Schluss, dass D.____ einerseits als Verwal-

tungsrat der A.____ mit der Beaufsichtigung der Vermögensverwaltung betraut gewesen sei. Er 

habe aber zugleich auch die Funktion als Geschäftsführer innegehabt, da er entsprechend seiner 

Fürsorgepflicht im Innenverhältnis für fremde Vermögensinteressen zu sorgen habe. Zudem sei 

die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen nicht delegierbar. Ge-

stützt auf den Zweckartikel der A.____ in den Statuten sei die Finanzierung des Erwerbs der 

Liegenschaft durch D.____ pflichtwidrig erfolgt und damit der objektive Tatbestand der unge-

treuen Geschäftsführung erfüllt. Weiter habe der Beschuldigte gewusst, dass er als Verwaltungs-

rat der A.____ deren Vermögensinteressen zu schützen habe. Er habe auch gewusst, dass die 

A.____ gegründet worden sei, um die Liegenschaft in DX.____ zu erwerben. Diese habe er ohne 

ausreichende finanzielle Mittel aber gerade auf eigenen Namen gekauft und habe dazu unter 

anderem die finanziellen Mittel der A.____ genutzt. Daher bejahte das Strafgericht in subjektiver 

Hinsicht den Eventualvorsatz. Mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung führte das 

Strafgericht zudem aus, dass sich D.____ mit Eventualabsicht bereichert habe. Dies sei dem 

Umstand geschuldet, dass er nicht sicher gewusst habe, von wem die finanziellen Mittel zum 

Kauf der Liegenschaft stammen würden. Es sei für ihn aber auch nicht ausgeschlossen gewesen, 

dass jene von B.____ hätten kommen können. Die Bereicherung sei nicht nur Nebenfolge des 

angestrebten Erfolges gewesen, der Beschuldigte habe vielmehr mit Bereicherungsabsicht ge-

handelt (vgl. angef. Urteil, S. 7,9). Das Strafgericht sprach den Beschuldigten daher der qualifi-

zierten ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig (vgl. angef. 

Urteil, S. 10; Dispositiv-Ziff. 1). 

 

3.3 Das Kantonsgericht erwog diesbezüglich in seinem ersten Urteil vom 12. März 2021, dass 

D.____ als Verwaltungsrat mit der Beaufsichtigung der Vermögensverwaltung bzw. Vermögens-

verwendung der Guthaben der A.____ beauftragt gewesen sei. Auch sei nicht daran zu zweifeln, 

dass D.____ dieser Pflicht zuwidergehandelt habe, indem er die Liegenschaft in DX.____ erwor-

ben habe, ohne dabei genau zu wissen, ob die A.____ dafür Kosten zu tragen habe. Das Kan-

tonsgericht war der Auffassung, dass sich D.____ zwar eventualvorsätzlich der ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung zum Nachteil der A.____ nach Art. 158 Ziff. 1 Satz 1 StGB schuldig gemacht 

haben könnte. Diese sei aber zum Zeitpunkt der Tat geltenden Recht, vorliegend März 2009, 

gestützt auf aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB i.V.m. Art. 158 Ziff. 1 Satz 1 StGB nach sieben Jahren und 

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somit im März 2016 verjährt. Die Anklage der Staatsanwaltschaft datiere jedoch vom 14. Dezem-

ber 2016. Das Verhalten von D.____ könne strafrechtlich von der Anklage somit nur durch die 

qualifizierte Form der ungetreuen Geschäftsbesorgung erfasst werden. Dafür bedürfe es auf Sei-

ten des Täters zusätzlich der Bereicherungsabsicht. Gemäss der Anklageschrift der Staatsan-

waltschaft habe diese mindestens eventualvorsätzlich vorgelegen. Das Kantonsgericht ging in 

Übereinstimmung mit der Lehre jedoch davon aus, dass bei der Bereicherungsabsicht ein direkter 

Vorsatz ersten Grades verlangt werden müsse. Ein dolus directus ersten Grades hinsichtlich der 

Bereicherungsabsicht sei aber weder angeklagt noch sei ein solcher rechtsgenüglich erstellt. In 

der Folge verneinte das Kantonsgericht die Erfüllung des subjektiven Tatbestands und sprach 

den Beschuldigten vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss 

Art. 158 Ziff. 1 Satz 3 StGB frei (vgl. genanntes Urteil, S. 83,84). 

 

3.4 Das Bundesgericht hat hingegen dargelegt, dieser Auffassung des Kantonsgerichts stehe 

die ständige bundesgerichtliche Rechtsprechung entgegen, welche das in Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 

StGB vorausgesetzte Tatbestandselement der Absicht unrechtmässiger Bereicherung seit je weit 

auslege und lasse auch die Eventualabsicht genügen. Das angefochtene Urteil verletze insofern 

Bundesrecht. Es erwog, das Kantonsgericht habe sich in einem neuerlichen Entscheid mit dem 

gesamten subjektiven Tatbestand zu befassen (vgl. BGer 6B_678/2021 vom 11. März 2022 

E. 4.5). 

 

3.5 Die Staatsanwaltschaft bringt im Rahmen des heutigen Neubeurteilungsverfahrens zu-

sammengefasst vor, D.____ habe als Mitglied des Verwaltungsrats der A.____ diverse unüber-

tragbare und unentziehbare Aufgaben nach Art. 716a Abs. 1 und Art. 717 OR zu erfüllen gehabt. 

Daraus ergebe sich, dass er die Beschuldigte als Geschäftsführerin der A.____ habe beaufsich-

tigen müssen und auch die Pflicht gehabt habe, einzuschreiten, sofern die Interessen der Gesell-

schaft nicht mehr gewahrt worden seien. Dies habe der Beschuldigte jedoch – im Wissen um 

diese Pflichten – nicht getan. Zum Kaufpreis der Liegenschaft in DX.____ habe er nur einen klei-

nen Teil beigetragen und habe es dabei zugelassen, dass dieser private Kauf in der Höhe von 

rund Fr. 200'000.-- von der A.____ finanziert worden sei. Er habe damit gegen seine Pflichten als 

Verwaltungsrat verstossen. Er habe sich nicht um die Finanzen der A.____ gekümmert und habe 

sich das Grundstück in DX.____. finanzieren lassen. Er habe damit in Kauf genommen, sich auf 

Kosten der A.____ unrechtmässig zu bereichern. Er habe auch keinen Darlehensvertrag mit der 

A.____ abgeschlossen. Man könne nicht davon ausgehen, dass D.____ nicht mindestens even-

tualvorsätzlich bzw. eventualabsichtlich vorgegangen sei und dass er mit dem Eintritt des Scha-

dens und seiner unrechtmässigen Bereicherung nicht ernsthaft gerechnet habe (vgl. zum Ganzen 

Parteivortrag S. 9-13, Beilage Prot. HV NB). 

3.6 Die Verteidigung legt anlässlich des Neubeurteilungsverfahrens vor den Schranken des 

Kantonsgerichts zusammengefasst dar, D.____ sei nicht der einzige Verwaltungsrat der A.____ 

gewesen, sondern auch M.____ und B.____ hätten diese Funktion innegehabt. Aber auch diese 

hätten sich nicht ausreichend um die Belange der A.____ gekümmert. Man müsse aber alle Ver-

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waltungsräte gleichbehandeln und es sei nicht ersichtlich, wieso diese Personen nicht auch an-

geklagt worden seien. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands führt die Verteidigung aus, man 

müssen den Eventualvorsatz zurückhaltend annehmen und nicht schon dann, wenn der Täter 

den möglichen Erfolg seiner Handlung in Kauf nehme. Er müsse vielmehr wirklich ernsthaft mit 

dem Erfolg rechnen und mit diesem einverstanden sein. D.____ sei lediglich naiv und blauäugig 

gewesen und habe auf seine Ehefrau vertraut. Wolle man Eventualvorsatz annehmen, dann 

müsste bewiesen werden, dass D.____ eine Idee davon gehabt habe, dass und inwiefern sich 

der ihm zur Last gelegte Tatbestand erfüllen könnte. Dies sei aber nicht der Fall. Er habe auch 

niemanden schädigen wollen. Es stehe einzig der Vorwurf der einfachen ungetreuen Geschäfts-

besorgung im Raum und dieser Tatbestand sei bereits verjährt. Daher müsse erneut ein Frei-

spruch erfolgen (vgl. zum Ganzen Parteivortrag S. 10,11, Beilage Prot. HV NB). 

 

3.7 

3.7.1 Den objektiven Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages oder eines 

Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Ver-

mögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder 

zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird. Als Qualifikationsgrund tritt in Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB das Handeln in Bereicherungsabsicht hinzu.  

 

Täter im Sinne des Tatbestandes der ungetreuen Geschäftsbesorgung, d.h. Geschäftsführer, ist, 

wer in tatsächlich oder formell selbständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines an-

dern für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 

123 IV 17 E. 3.b; 120 IV 190 E. 2b). Zum Kreis der möglichen Täter gehört auch der Verwaltungs-

rat einer Aktiengesellschaft (ANDREAS DONATSCH, Orell Füssli Kommentar StGB, 21. Aufl. 2022, 

Art. 158 N 3, mit Hinweisen). Diesbezüglich umschreibt Art. 716a OR die unübertragbaren, un-

entziehbaren Aufgaben, des Verwaltungsrates. Aufgrund der zwingenden Natur von Ziff. 5 dieser 

Bestimmung, wonach der Verwaltungsrat die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung 

betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Regle-

mente und Weisungen innehat, kann er sich seiner Aufsichtspflichten nicht völlig entledigen und 

bleibt daher potentieller Adressat des Treubruchtatbestandes (ANDREAS DONATSCH, Aspekte der 

ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 StGB, in der Aktiengesellschaft, unter 

besonderer Berücksichtigung der Delegation von Kompetenzen durch den Verwaltungsrat, in: 

ZStrR 120 (2002) 1 ff.).  

 

3.7.2 Die im Gesetz nicht näher umschriebene Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesor-

gung besteht in der Verletzung jener spezifischen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als 

Geschäftsführer generell, aber auch bezüglich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftragge-

bers bzw. des Geschäftsherrn treffen (BGE 142 IV 346 E. 3.2). Die entsprechenden Pflichten 

ergeben sich aus dem jeweiligen Grundverhältnis. Massgebliche Grundlage bilden insbesondere 

gesetzliche und vertragliche Bestimmungen, aber auch Statuten, Reglemente oder Beschlüsse 

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der Generalversammlung, der Gesellschaftszweck oder branchenspezifische Usanzen (BGer 

6B_136/2017 vom 17. November 2017 E. 4.1). Tätigkeiten, die sich im Rahmen einer ordnungs-

gemässen Geschäftsführung halten, sind nicht tatbestandsmässig, selbst wenn dem Geschäfts-

herrn zu einem späteren Zeitpunkt ein Vermögensschaden erwächst (BGE 142 IV 346 E. 3.2; 

BGer 6B_1231/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.2). Um den Tatbestand zu erfüllen, wird vorausge-

setzt, dass der Täter seine Obliegenheiten als Vermögensverwalter verletzt (BGer 6B_787/2016 

vom 2. Mai 2017 E. 2.3.1). Der Inhalt der betreffenden Pflichten muss für den Einzelfall unter 

Berücksichtigung der konkreten Umstände aus der Sicht ex ante bestimmt werden (BGE 142 IV 

346 E. 3.2, mit Hinweisen). Tätigkeiten, die sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäfts-

führung halten, sind nicht tatbestandsmässig, selbst wenn die geschäftlichen Dispositionen zu 

einem Verlust führen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Geschäfts-

führer in derselben Situation nicht eingehen würde (BGE 142 IV 346 E. 3.2, mit Hinweisen). 

 

3.7.3 Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung setzt ferner einen Vermögensscha-

den voraus. Ein solcher kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, 

Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven 

liegen. Ein Schaden liegt bereits vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass 

es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist. Dies ist der Fall, wenn der Gefährdung im Rah-

men einer sorgfältigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rechnung getra-

gen werden muss (BGE 129 IV 124 E. 3.1). Dieser Umstand wird etwa im Fall angenommen, da 

bei einem durch den Geschäftsführer erteilten Darlehen des Geschäftsherrn der Rückleistungs-

anspruch wegen der Vermögenslage des Darlehensnehmers zum vornherein nicht voll gewähr-

leistet ist (BGE 122 IV […]9 E. 2c). Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermö-

gensschaden muss überdies ein Kausalzusammenhang bestehen (BGer 6B_109/2018 vom 13. 

Juni 2018 E.5.1). Massgebend für den Zeitpunkt der Schädigung ist der Abschluss des Verpflich-

tungsgeschäfts. Eine vorübergehende Schädigung genügt. Späterer Ersatz schliesst die unge-

treue Geschäftsbesorgung mithin nicht aus (BGE 123 IV 17 E. 3.d, so auch; MARCEL ALEXANDER 

NIGGLI, Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, Art. 58 N 130).  

 

3.7.4 In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich auf die Pflichtwidrigkeit des 

Handelns oder Unterlassens, die Vermögensschädigung und den Kausalzusammenhang zwi-

schen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden beziehen. Eventualvorsatz genügt 

(NIGGLI, a.a.O., Art. 158 N 136). Vorsatz und Eventualvorsatz dürfen nicht leichthin angenommen 

werden, da die Treupflichten im Gesetz nicht genau umschrieben sind. So darf Eventualvorsatz 

nicht schon alleine deshalb angenommen werden, wenn der Täter den möglichen Erfolg seiner 

Handlung einfach in Kauf nimmt. Er muss vielmehr ernsthaft mit dem Erfolg gerechnet haben und 

mit diesem einverstanden gewesen sein für den Fall, dass er eintreten sollte. Er darf mithin nur 

angenommen werden, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolges als so wahrscheinlich auf-

drängte, dass sein Handeln vernünftigerweise nicht anders denn als Billigung des Erfolges aus-

gelegt werden kann (NIGGLI, a.a.O., Art. 158 N 137). Liegt neben dem Vorsatz auch die Absicht 

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unrechtmässiger Bereicherung vor, ist von qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung auszu-

gehen. Nach herrschender Lehre kann diese Bereicherungsabsicht nur das eigentliche Hand-

lungsziel meinen, womit dolus directus ersten Grades vorliegen muss. Andernfalls bliebe für den 

Grundtatbestand nach Ziff. 1 Abs. 1 und 2 kaum mehr Raum (NIGGLI, a.a.O., Art. 158 N 140). 

Das Bundesgericht lässt aber Eventualabsicht genügen (statt vieler: BGE 1452 IV 346 E. 3.2). 

 

3.8 

3.8.1 Gestützt auf die oben dargelegten Erwägungen (vgl. E. II.2.8) erachtet es das Kantons-

gericht als erstellt und ist unbestritten, dass D.____ die Liegenschaft Nr. […] in DX.____ von 

N.____ am 11. Februar 2009 zu einem Preis von Fr. 900'000.-- gekauft hat (vgl. öffentlich beur-

kundeter Kaufvertrag, act. AA 30.01.043 ff.). Diese Summe setzte sich wie folgt zusammen: For-

derung der V.____Bank über Fr. 650'000.-- (Restanzkapital, zinsbar rückwirkend per 1. Dezem-

ber 2008), Forderung der U.____Bank in DX.____ über Fr. 4'500.-- (Restanzkapital, zinsbar rück-

wirkend per 1. Dezember 2008) sowie Zahlung des Restkaufpreises von Fr. 245'500.--, zahlbar 

am 31. März 2009 (vgl. act. AA 30.01.051). Das Eigentum an dieser Liegenschaft ging gemäss 

Grundbuchauszug am 9. Juni 2009 auf D.____ über (act. SD Investition B.____ 79.03.004 – 006). 

Die Abwicklung des Liegenschaftskaufs erfolgte hauptsächlich über das gemeinsame V.____-

Konto des Ehepaars C./D.____ (act. AA 30.01.006 ff). 

 

3.8.2 Zunächst ist festzustellen, dass die Staatsanwaltschaft in der Anklage darlegt, die Liegen-

schaft Nr. […] in DX.____ sei zu einem Preis in der Höhe von Fr. 945’000.-- übernommen worden, 

welcher sich aus den folgenden Beträgen zusammensetzt: Zahlung von Fr. 50'000.-- (C.____ an 

N.____ am 11. Juli 2008 ab ihrem U.____-Konto), Zahlung von Fr. 650'000.-- (ab V.____-Konto 

des Ehepaars C./D.____), Zahlung von Fr. 50'000.-- (ab A.____-Konto an N.____ am 6. März 

2008) und Zahlung von Fr. 195'500.-- (ab V.____-Konto am 4. Juni 2009). Damit wurde insge-

samt mehr Geld für die Liegenschaft bezahlt als gemäss öffentlichem Kaufvertrag beurkundet 

worden ist, nämlich ein Betrag von Fr. 45'500.-- (vgl. dazu auch Ausführungen in Erwägung 

II.2.8 ff).  

 

3.8.3 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten diesbezüglich vor, sich den Kauf der Lie-

genschaft Nr. […] in DX.____ von der A.____ über einen Betrag in der Höhe von Fr. 210'000.-- 

finanziert haben zu lassen, und zwar aus eben diesen beiden Überweisungen in der Höhe von 

Fr. 50'000.-- (vom 11. Juli 2008 und 6. März 2009 jeweils an N.____) und der Überweisung eines 

Betrags über Fr. 110'000.-- (vom 4. Juni 2009 von der A.___ auf das V.____-Konto). Das Kan-

tonsgericht kommt in diesem Zusammenhang aber, wie auch die Vorinstanz, zum Schluss, dass 

von der A.____(in Gründung bzw. danach) insgesamt lediglich nur ein Betrag über Fr. 202'847.70 

für den Liegenschaftskauf stammte, da die jeweiligen Kontostände ebenfalls berücksichtigt wer-

den müssen (vgl. dazu ausführliche Erwägungen in Ziff. III.A. des angefochtenen Urteils, S. 4,5): 

Das U.____-Konto von C.____ hat vor der ersten Zahlung an N.____ vom 11. Juli 2008 einen 

Saldo von Fr 9’774.45 aufgewiesen und es wurde noch eine Überweisung in Höhe von Fr. 3'000.-

- an die Swisscom Schweiz AG getätigt (act. AA 31.62.015). Total ist somit von einem Betrag von 

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Fr. 43'225.55 auszugehen (Fr. 50'000 abzüglich Fr. 6'774.45). Von der Überweisung eines Be-

trags über Fr. 110'000.-- (am 4. Juni 2009, A.____ auf das V.____-Konto) ist ferner der rechneri-

sche Saldo von Fr. 377.85 abzuz