# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1fd8464-1abd-5085-8dcb-dd3566817672
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2018 BVGE 2017 V/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2017-V-7_2018-11-16.pdf

## Full Text

2017 V/7 Invalidenversicherung.  
Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

 

 

92 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

2017 V/7 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i.S. A. gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland 

C‒3952/2015 vom 16. November 2017 

Anspruch auf berufliche Massnahmen aufgrund des FZA. 

Art. 9 IVG. Art. 8, Art. 20 FZA. Art. 3 Abs. 1 Bst. c, Art. 4, Ziff. 8 

Anhang XI (Schweiz) Verordnung (EG) Nr. 883/2004. Art. 3 Abs. 1, 

Art. 4 Abs. 1 Bst. b, Ziff. 9 Anhang VI (Schweiz) Verordnung (EWG) 

Nr. 1408/71. 

1. Anwendbarkeit internationaler Abkommen und Verordnungen 
(E. 2). 

2. Ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz ha-
ben bis zu ihrem Wegzug ins Ausland nach innerstaatlichem Recht 

bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen Anspruch auf 

berufliche Eingliederungsmassnahmen (E. 4 und 5). 

3. Ausländische Staatsangehörige haben nach ihrem Wegzug aus der 
Schweiz in einen Mitgliedstaat der EU bei Erfüllung der entspre-

chenden Voraussetzungen ebenfalls Anspruch auf berufliche Ein-

gliederungsmassnahmen (E. 6). 

Droit à des mesures professionnelles en vertu de l'ALCP.  

Art. 9 LAI. Art. 8, art. 20 ALCP. Art. 3 al. 1 let. c, art. 4, ch. 8 

Annexe XI (Suisse) règlement (CE) no 883/2004. Art. 3 al. 1, art. 4 al. 1 

let. b, ch. 9 Annexe VI (Suisse) règlement (CEE) no 1408/71.  

1. Applicabilité de traités et règlements internationaux (consid. 2). 

2. Les ressortissants étrangers domiciliés en Suisse, qui remplissent 
les conditions prescrites, ont droit à des mesures de réadaptation 

d'ordre professionnel jusqu'à leur départ à l'étranger, en vertu du 

seul droit suisse (consid. 4 et 5). 

3. Si les conditions prescrites sont remplies, le droit à des mesures de 
réadaptation d'ordre professionnel est également accordé aux res-

sortissants étrangers ayant quitté la Suisse pour un pays membre 

de l'UE (consid. 6).  

Invalidenversicherung.  
Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

2017 V/7 

 

 

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Diritto a provvedimenti professionali in base all'ALC.  

Art. 9 LAI. Art. 8, art. 20 ALC. Art. 3 cpv. 1 lett. c, art. 4, cifra 8 

Allegato XI (Svizzera) regolamento (CE) no 883/2004. Art. 3 cpv. 1, 

art. 4 cpv. 1 lett. b, cifra 9 Allegato VI (Svizzera) regolamento (CEE) 

no 1408/71.  

1. Applicabilità degli accordi e regolamenti internazionali 
(consid. 2). 

2. I cittadini stranieri domiciliati in Svizzera che adempiono le con-
dizioni previste dal diritto svizzero hanno diritto a provvedimenti 

d'integrazione professionale fino al momento della loro partenza 

per l'estero (consid. 4 e 5). 

3. Se adempiono le condizioni previste, i cittadini stranieri hanno 
diritto a provvedimenti d'integrazione professionale anche dopo la 

loro partenza dalla Svizzera per uno Stato membro dell'UE 

(consid. 6).  

 

Die 1954 geborene, in ihrer Heimat Österreich wohnhafte A. (nachfol-

gend: Versicherte oder Beschwerdeführerin) meldete sich am 10. Februar 

2011 bei der IV-Stelle des Kantons Luzern (nachfolgend: IV-Stelle LU) 

zum Bezug von Leistungen (Massnahmen für die berufliche Eingliede-

rung) der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach Durchfüh-

rung der für die Beurteilung des Leistungsanspruchs notwendigen Abklä-

rungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht erliess die 

IV-Stelle LU nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren am 7. Februar 

2012 eine Verfügung, mit welcher das Leistungsbegehren der Versicherten 

abgewiesen wurde. 

Hiergegen erhob die Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Luzern Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Ver-

fügung vom 7. Februar 2012 und die nochmalige Prüfung des Leistungs-

begehrens. Mit Urteil vom 21. Juni 2013 wurde die Beschwerde, soweit 

darauf eingetreten wurde, in dem Sinn gutgeheissen, als die Verfügung 

vom 7. Februar 2012 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung 

und zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde. Das dies-

bezügliche Beschwerdeverfahren wurde vom Bundesgericht mangels Vor-

liegens eines Beschwerdewillens seitens der Versicherten als gegenstands-

los geworden abgeschrieben. 

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In der Folge erliess die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, 

nachfolgend: Vorinstanz) nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens 

am 11. Mai 2015 eine Verfügung, mit welcher sie das Gesuch der Ver-

sicherten um Gewährung beruflicher Massnahmen abwies. 

Hiergegen erhob die Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht mit Ein-

gabe vom 17. Juni 2015 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der 

Verfügung vom 11. Mai 2015. Weiter beantragte sie eine angemessene 

Entschädigung von der Vorinstanz für das ihr zugefügte Leid und das jah-

relange Verweigern von Leistungen sowie die Befreiung von den Gerichts-

kosten. 

In ihrer Vernehmlassung vom 19. August 2015 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. Mai 2016 ordnete die Instruktions-

richterin der Beschwerdeführerin Rechtsanwalt B. als unentgeltlichen 

Rechtsbeistand bei. 

In ihrer Replik vom 6. Juni 2016 liess die Versicherte durch ihren Rechts-

vertreter die Gewährung beruflicher Eingliederungsmassnahmen beantra-

gen.  

In ihrer Duplik vom 1. Juli 2016 beantragte die Vorinstanz weiterhin die 

Abweisung der Beschwerde. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab. 

Aus den Erwägungen: 

1.4  
1.4.1 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstan-
des des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) 

bildet die Verfügung der Vorinstanz vom 11. Mai 2015, mit welcher die 

Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Einglie-

derungsmassnahmen verneint hat. Mit Blick auf das replicando am 6. Juni 

2016 präzisierte Rechtsbegehren ist streitig und zu prüfen, ob die Be-

schwerdeführerin die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen erfüllt 

und in diesem Zusammenhang, ob die Vorinstanz den Sachverhalt in medi-

zinischer Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat. 

1.4.2 Die im vorliegenden Beschwerdeverfahren beantragte Umtriebs-

entschädigung sowie eine angemessene Entschädigung für zugefügtes 

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Leid und für den durch jahrelange Prozesse und Leistungsverweigerung 

entstandenen Schaden ist mit Blick auf den Gegenstand der angefochtenen 

Verfügung vom 11. Mai 2015 nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

zu behandeln. 

1.5 (…) 

2. Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren weiter 
anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Die Beschwerdeführerin besitzt die österreichische Staatsbürger-
schaft und wohnt in Österreich, sodass vorliegend das Freizügigkeitsab-

kommen (FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG [SR 

831.20]) in der für die Schweiz verbindlichen Fassung von Anhang II, Ab-

schnitt A, FZA. Gemäss Art. 8 FZA regeln die Vertragsparteien die Koor-

dinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II, um ins-

besondere die Gleichbehandlung (Bst. a), die Bestimmung der anzuwen-

denden Rechtsvorschriften (Bst. b), die Zusammenrechnung aller nach 

den verschiedenen nationalen Rechtsvorschriften berücksichtigten Versi-

cherungszeiten für den Erwerb und die Aufrechterhaltung des Leistungs-

anspruchs sowie für die Berechnung der Leistungen (Bst. c), die Zahlung 

der Leistungen an Personen, die ihren Wohnsitz im Hoheitsgebiet der 

Vertragsparteien haben (Bst. d), und die Amtshilfe und Zusammenarbeit 

der Behörden und Einrichtungen (Bst. e). Sofern in Anhang II nichts 

Gegenteiliges bestimmt ist, werden die bilateralen Abkommen über die 

soziale Sicherheit zwischen der Schweiz und den Mitgliedstaaten der Eu-

ropäischen Gemeinschaft mit Inkrafttreten dieses Abkommens insoweit 

ausgesetzt, als in diesem Abkommen derselbe Sachbereich geregelt wird 

(Art. 20 FZA). 

Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (11. Mai 2015) finden vorlie- 

gend auch die am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) 

Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Ap- 

ril 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 

0.831.109.268.1; inkl. Änderungen per 1. Januar 2015; nachfolgend: Ver-

ordnung [EG] Nr. 883/2004) sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der 

Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004  

über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 

0.831.109.268.1; inkl. Änderungen per 1. Januar 2015) Anwendung. Ge-

mäss Art. 4 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Personen, für die diese 

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Verordnung gilt, sofern (in dieser Verordnung) nichts anderes bestimmt ist, 

die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines 

Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staats. Im Rahmen ihres 

Geltungsbereichs tritt diese Verordnung an die Stelle aller zwischen den 

Mitgliedstaaten geltenden Abkommen über soziale Sicherheit. Einzelne 

Bestimmungen von Abkommen über soziale Sicherheit, die von den Mit-

gliedstaaten vor dem Beginn der Anwendung dieser Verordnung geschlos-

sen wurden, gelten jedoch fort, sofern sie für die Berechtigten günstiger 

sind oder sich aus besonderen historischen Umständen ergeben und ihre 

Geltung zeitlich begrenzt ist. Um weiterhin Anwendung zu finden, müssen 

diese Bestimmungen in Anhang II aufgeführt sein. Ist es aus objektiven 

Gründen nicht möglich, einige dieser Bestimmungen auf alle Personen 

auszudehnen, für die diese Verordnung gilt, so ist dies anzugeben (Art. 8 

Abs. 1 Verordnung ([EG] Nr. 883/2004). Die Bestimmung des anwend-

baren Rechts ergibt sich aus Art. 11 ff. der Verordnung (EG) Nr. 883/2004. 

Die Bestimmung der Invalidität und die Berechnung der Rentenhöhe rich-

ten sich auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht 

(BGE 130 V 253 E. 2.4). 

2.2 Im vorliegenden Verfahren finden grundsätzlich jene Vorschriften 
Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 11. Mai 2015 

in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeit-

punkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung 

allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind (das 

IVG ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 

5129; 5. IV-Revision]; die IVV in der entsprechenden Fassung der 5. IV-

Revision [AS 2007 5155]). Mit Blick auf das Datum der angefochtenen 

Verfügung (11. Mai 2015) können ebenfalls die Normen des vom Bundes-

rat auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revi-

sion (IV-Revision 6a) zur Anwendung gelangen (zur Anwendbarkeit in 

zeitlicher Hinsicht vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 131 V 9 E. 1 und 130 V 

445 [pro rata temporis]). 

3.  
3.1 Im Rahmen der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2015 
führte die Vorinstanz aus, mit Datum vom 19. April 2013 habe sich die 

Versicherte in der Schweiz abgemeldet und in Österreich Wohnsitz genom-

men. Mit dem Wegzug erlösche die Beitragspflicht zur obligatorischen 

AHV/IV. Nach April 2013 seien keine AHV/IV-Beiträge mehr abgerech-

net worden. Der Beitritt zur freiwilligen Versicherung sei für Personen mit 

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Wohnsitz in einem Land, welches der EU angehöre, nicht mehr möglich. 

Seit dem 19. April 2013 bestehe daher kein Anspruch mehr auf berufliche 

Eingliederungsmassnahmen der schweizerischen Invalidenversicherung. 

In ihrer Vernehmlassung vom 19. August 2015 führte die Vorinstanz be-

treffend die beantragten beruflichen Eingliederungsmassnahmen zur Be-

gründung zusammengefasst aus, ein solcher Anspruch sei ausschliesslich 

versicherten Personen vorbehalten. Hätten diese die Schweiz verlassen, so 

bestehe lediglich im Rahmen eines Beitritts zur freiwilligen Versicherung 

die Möglichkeit der Weiterführung des Versicherungsschutzes, sofern es 

sich nicht um Personen mit Wohnsitz in einem EU-Land handle. Der An-

spruch ende bei Letzteren mit dem Wegzug aus der Schweiz. Die Versi-

cherte habe sich in der Schweiz am 19. April 2013 abgemeldet. Ein An-

spruch sei somit aufgrund der neu fehlenden Unterstellung erloschen. 

3.2 In ihrer Replik vom 6. Juni 2016 liess die Versicherte zur Begrün-
dung ihres Antrags auf Gewährung beruflicher Eingliederungsmass-

nahmen im Wesentlichen ausführen, die Auswanderung sei unfreiwillig 

erfolgt. (…) Die Versicherte dürfe nicht diskriminiert werden. Die Unter-

stellungsvorschrift von Art. 9 Abs. 1bis IVG sei ein Fall von indirekter Dis-

kriminierung. Da die Personen, die mit Ziel EU oder EFTA aus der 

Schweiz auswandern würden, der freiwilligen AHV/IV nicht beitreten 

könnten, handle es sich bei Art. 9 Abs. 1bis IVG mithin um nichts anderes 

als eine verbotene Wohnsitzklausel, weil ja eine im Gültigkeitsbereich des 

am 1. Juni 2002 in Kraft getretenen FZA vormals erwerbstätig gewesene 

Person in der Schweiz über den Wohnsitz obligatorisch in der ersten Säule 

versichert wäre. Schliesslich sei nicht ersichtlich, wie die Beschwerde-

führerin im vorliegenden Streit um Eingliederungsmassnahmen von einer 

Nachversicherungsklausel profitieren könnte. (…) 

3.3 In ihrer Duplik vom 1. Juli 2016 führte die Vorinstanz zur Be-
gründung zusammengefasst aus, das Bundesgericht habe in E. 4 des Ur-

teils 9C_1026/2010 vom 23. Dezember 2011 festgehalten, dass sich die 

Grundsatzfrage der Kompatibilität von (hier) Art. 9 Abs. 2 IVG mit dem 

europäischen Koordinationsrecht in einem anderen Licht zeige, sofern sich 

nach Abklärung aller massgeblichen Sachverhaltselemente ergebe, dass 

die Leistungen begehrende Person in Bezug auf die beantragten Einglie-

derungsmassnahmen keinem nationalen Sozialversicherungssystem ange-

gliedert sei. Dies könne nur heissen, dass nur bei Bestehen einer Versi-

cherungslücke von Inkompatibilität der Regelung gemäss Art. 9 Abs. 1bis 

IVG mit dem europäischen Koordinationsrecht auszugehen sei, während 

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Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

 

 

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bei einer Unterstellung unter eine ausländische Sozialversicherung oder 

unter die schweizerische Invalidenversicherung grundsätzlich von einer 

Kompatibilität auszugehen sei. Es solle nicht ohne Not in die vom natio-

nalen (schweizerischen) Gesetzgeber getroffene innerstaatliche Zustän-

digkeitsregelung eingegriffen werden. Der Anhang II des Freizügigkeits-

abkommens zwischen der Schweiz und der EU koordiniere die nationalen 

Sozialversicherungssysteme, ohne sie zu harmonisieren. Gemäss dem eu-

ropäischen Koordinationsrecht sei die Versicherte aufgrund ihres Wohn-

sitzes nun dem österreichischen Recht unterstellt, sodass die Zuständigkeit 

für Eingliederungsmassnahmen dort liege. Eine Verletzung des europäi-

schen Rechts im Sinne einer indirekten Diskriminierung liege nicht vor. 

4. Vorab ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die Beschwerde-
führerin aufgrund von rein innerstaatlichem Recht einen Anspruch auf be-

rufliche Eingliederungsmassnahmen hat. 

4.1 Ausländische Staatsangehörige haben, vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 
IVG, Anspruch auf Leistungen nach dem IVG, solange sie ihren Wohnsitz 

und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern sie bei 

Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge 

geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz 

aufgehalten haben (Art. 6 Abs. 2 Satz 1 IVG). Anspruch auf eine ordent-

liche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt der Invalidität während min-

destens drei Jahren Beiträge geleistet haben (Art. 36 Abs. 1 IVG). Dieser 

innerstaatlichen Bestimmung gehen diejenigen der zwischenstaatlichen 

Vereinbarungen vor, welche die Schweiz mit ausländischen Staaten abge-

schlossen hat, um die Rechtsstellung der beidseitigen Angehörigen in der 

Sozialversicherung zu regeln (vgl. BGE 111 V 201 E. 2b m.H.). 

4.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer 
Invalidität (Art. 8 ATSG [SR 830.1]) bedrohte Versicherte Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, 

die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be-

tätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Bst. a) und 

die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen 

erfüllt sind (Bst. b). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht 

unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Inva-

lidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwar-

tende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis IVG).  

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Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

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4.3 Gemäss Art. 8 Abs. 2 IVG besteht nach Massgabe der Art. 13 
(Anspruch bei Geburtsgebrechen) und Art. 21 (Anspruch auf Hilfsmittel) 

IVG der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer 

Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich. Gemäss 

Art. 8 Abs. 2bis IVG besteht nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 Bst. c IVG 

der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungs-

massnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu ver-

bessern. 

4.4 Da Massnahmen gemäss Art. 8 Abs. 2 IVG in Verbindung mit 
Art. 13 IVG und/oder Art. 21 IVG und gemäss Art. 8 Abs. 2bis IVG in 

Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 Bst. c IVG irrelevant sind, hätte die Be-

schwerdeführerin im vorliegenden Fall nur insofern einen Anspruch auf 

berufliche Eingliederungsmassnahmen, als diese notwendig und geeignet 

sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Art. 8 

Abs. 1 Bst. a IVG; vgl. E. 4.2). 

4.5 Die Eingliederungsmassnahmen werden nach Art. 9 Abs. 1 IVG 
in der Schweiz, ausnahmsweise auch im Ausland, gewährt. Gemäss Art. 9 

Abs. 1bis IVG entsteht der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen frü-

hestens mit der Unterstellung unter die obligatorische oder die freiwillige 

Versicherung und endet spätestens mit dem Ende der Versicherung. Nach 

Art. 9 Abs. 2 IVG haben Personen, die der Versicherung nicht oder nicht 

mehr unterstellt sind, höchstens bis zum 20. Altersjahr Anspruch auf Ein-

gliederungsmassnahmen, sofern mindestens ein Elternteil freiwillig versi-

chert ist (Bst. a) oder während einer Erwerbstätigkeit im Ausland obligato-

risch versichert ist (Bst. b) nach Art. 1a Abs. 1 Bst. c AHVG (SR 831.10) 

(Ziff. 1), nach Art. 1a Abs. 3 Bst. a AHVG (Ziff. 2) oder aufgrund einer 

zwischenstaatlichen Vereinbarung (Ziff. 3).  

4.6 Gemäss Art. 10 Abs. 1 IVG entsteht der Anspruch auf Integra-
tionsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung sowie 

auf Massnahmen beruflicher Art frühestens im Zeitpunkt der Geltend-

machung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Laut dieser 

Bestimmung hat sich beim zuständigen Versicherungsträger in der für die 

jeweilige Sozialversicherung gültigen Form anzumelden, wer eine Ver-

sicherungsleistung beansprucht. Der Anspruch erlischt spätestens am Ende 

des Monats, in welchem die versicherte Person vom Rentenvorbezug nach 

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Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

 

 

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Art. 40 Abs. 1 AHVG Gebrauch macht oder in welchem sie das Renten-

alter erreicht (Art. 10 Abs. 3 IVG). 

4.7 Versichert nach Massgabe des IVG sind Personen, die gemäss 
Art. 1a und Art. 2 AHVG obligatorisch oder freiwillig versichert sind 

(Art. 1b IVG). Gemäss Art. 1a Abs. 1 AHVG sind versichert die natürli-

chen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (Bst. a), die natürlichen Per-

sonen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (Bst. b), Schwei-

zer Bürger, die im Ausland tätig sind (Bst. c) im Dienste der Eidgenossen-

schaft (Ziff. 1), im Dienste der internationalen Organisationen, mit denen 

der Bundesrat ein Sitzabkommen abgeschlossen hat und die als Arbeitge-

ber im Sinne von Art. 12 AHVG gelten (Ziff. 2), sowie im Dienste 

privater, vom Bund namhaft subventionierter Hilfsorganisationen nach 

Art. 11 des Bundesgesetzes vom 19. März 1976 über die internationale 

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (Ziff. 3). 

4.8 Die Voraussetzungen für einen Beitritt zur freiwilligen Versiche-
rung sind in Art. 2 Abs. 1 AHVG aufgeführt. Demnach können Schweizer 

Staatsangehörige und solche der Mitgliedstaaten der Europäischen Ge-

meinschaft oder der Europäischen Freihandelsassoziation, die nicht in ei-

nem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen 

Freihandelsassoziation leben, der freiwilligen Versicherung beitreten, falls 

sie unmittelbar vorher während mindestens fünf aufeinander folgenden 

Jahren obligatorisch versichert waren. 

4.9  
4.9.1 Die Beschwerdeführerin hatte bis zu ihrem Wegzug nach Öster-
reich am 19. April 2013 Wohnsitz in der Schweiz. Damit war sie bis zu 

diesem Zeitpunkt nach Art. 1a Abs. 1 Bst. a AHVG obligatorisch versi-

chert. Sie hat sich am 10. Februar 2011 erstmals für berufliche Eingliede-

rungsmassnahmen angemeldet. Ihr allfälliger Anspruch konnte somit frü-

hestens ab diesem Zeitpunkt entstehen (Art. 9 Abs. 1bis IVG). Der allfällige 

Anspruch auf berufliche Massnahmen hat sich somit vom 10. Februar 

2011 bis zum 19. April 2013 insbesondere nach Art. 15 ff. IVG gerichtet 

und endete – nach rein innerstaatlichem Recht – spätestens zu diesem Zeit-

punkt (Art. 10 IVG).  

4.9.2 Dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C‒3910/2015 vom 
22. Mai 2017 wurde ein Invaliditätsgrad von 22 % zugrunde gelegt 

(E. 5.2). Nachdem das Bundesgericht mit Urteil 8C_468/2017 vom 4. Juli 

2017 auf die Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

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Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

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nicht eingetreten ist, ist dieses rechtskräftig geworden. Damit ist für die 

generelle Beurteilung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf beruf-

liche Eingliederungsmassnahmen von einem Invaliditätsgrad von 22 % 

auszugehen. 

4.9.3 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Beschwerdefüh-
rerin vom 10. Februar 2011 bis 19. April 2013 obligatorisch versichert war 

und bei einem Invaliditätsgrad von 22 % grundsätzlich Anspruch auf be-

rufliche Eingliederungsmassnahmen nach Art. 15 ff. IVG gehabt hätte. 

5.  
5.1 Nachdem die Beschwerdeführerin am 19. April 2013 ihren zivil-
rechtlichen Wohnsitz nach Österreich verlegt hatte, war sie nach schwei-

zerischem Recht (Art. 1b IVG i.V.m. Art. 1a Abs. 1 Bst. a AHVG) ab 

diesem Zeitpunkt nicht mehr obligatorisch in der Schweiz versichert. Die 

freiwillige Versicherung gemäss Art. 2 Abs. 1 AHVG kam ebenfalls nicht 

infrage, da die Beschwerdeführerin nicht ausserhalb eines Mitgliedstaates 

der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Freihandelsasso-

ziation, sondern in Österreich lebt. Gemäss Art. 8 Abs. 1 und Abs. 3 Bst. b 

IVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1bis IVG haben nur (obligatorisch oder 

freiwillig) versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen 

in Form von Massnahmen beruflicher Art. Da die Versicherte weder in der 

Schweiz wohnt noch in diesem Land arbeitet, kann sie aus diesen gesetz-

lichen Bestimmungen ebenfalls keinen Anspruch ableiten. Schliesslich 

fällt die Beschwerdeführerin bereits aufgrund ihres Alters nicht unter die 

Ausnahmeregelung von Art. 9 Abs. 2 IVG. 

5.2 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf berufliche Eingliederungsmassnahmen – falls ein 

solcher zu bejahen wäre – nach schweizerischem Recht am 19. April 2013 

geendet hätte. 

6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich ein Anspruch auf berufliche 
Eingliederungsmassnahmen aus dem europäischen Koordinationsrecht 

herleiten lässt. 

6.1 Nach Art. 3 Abs. 1 der bis zum 31. März 2012 in Kraft gewesenen 
Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwen-

dung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst-

ständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft 

zu- und abwandern (AS 2004 121; nachfolgend: Verordnung [EWG] 

Nr. 1408/71), hatten die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates 

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wohnten, für die diese Verordnung galt, die gleichen Rechte und Pflichten 

aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates wie die Staatsange-

hörigen dieses Staates selbst, soweit besondere Bestimmungen dieser Ver-

ordnung nichts anderes vorsahen. Dabei war im Rahmen des FZA und der 

Verordnung auch die Schweiz als « Mitgliedstaat » zu betrachten (Art. 1 

Abs. 2 von Anhang II des FZA). Die besonderen Vorschriften für die 

Leistungsarten bei Invalidität fanden sich in Kap. 2 der Verordnung. 

6.2 An den vorstehend wiedergegebenen Normen hat die am 1. April 
2012 in Kraft getretene und am 1. Januar 2015 revidierte Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004, welche die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 ersetzt hat, 

nichts geändert: Gemäss Art. 4 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Per-

sonen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten 

aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsange-

hörigen dieses Staates, sofern in dieser Verordnung nichts anderes be-

stimmt ist. Sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist, dürfen 

Geldleistungen, die nach den Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mit-

gliedstaaten oder nach dieser Verordnung zu zahlen sind, nicht aufgrund 

der Tatsache gekürzt, geändert, zum Ruhen gebracht, entzogen oder be-

schlagnahmt werden, dass der Berechtigte oder seine Familienangehöri-

gen in einem anderen als dem Mitgliedstaat wohnt beziehungsweise woh-

nen, in dem der zur Zahlung verpflichtete Träger seinen Sitz hat (Art. 7 

Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Besondere Vorschriften betreffend Leis-

tungen bei Invalidität sind in Kap. 4 (Art. 44 bis Art. 49 Verordnung [EG] 

Nr. 883/2004) geregelt. 

6.3 Da die Beschwerdeführerin am 19. April 2013 die Schweiz ver-
lassen und Wohnsitz in Österreich genommen hat, ist ihr Gesuch um beruf-

liche Eingliederungsmassnahmen aufgrund der am 1. April 2012 in Kraft 

getretenen Verordnung (EG) Nr. 883/2004 zu prüfen, wobei ab dem 1. Ja-

nuar 2015 die revidierte Fassung zu berücksichtigen ist. 

6.4 Berufliche Eingliederungsmassnahmen stellen Leistungen bei In-
validität – einschliesslich der Leistungen, die zur Erhaltung oder Bes-

serung der Erwerbsfähigkeit bestimmt sind – im Sinne von Art. 4 Abs. 1 

Bst. b Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 sowie Art. 3 Abs. 1 Bst. c Ver-

ordnung (EG) Nr. 883/2004 dar und unterstehen damit dem sachlichen 

Geltungsbereich der Koordinationsverordnungen (vgl. auch SUSANNE 

LEUZINGER-NAEF, Ausländische Erwerbstätige in der Schweiz: Hürden im 

Leistungsrecht, in: Arbeit im Ausland – Sozialversicherungsrechtliche 

Hürden, 2009, S. 49). 

Invalidenversicherung.  
Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

2017 V/7 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 103 

 

6.5 Um den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der IV trotz 
Verlusts der Versicherteneigenschaft nach innerstaatlichem Recht zu erhal-

ten, wurde nachträglich eine Nachversicherungsklausel statuiert. An-

hang VI, Schweiz, Ziff. 9 Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (in Kraft bis am 

31. März 2012) bestimmt, dass ein im Ausland wohnender Arbeitnehmer 

oder Selbstständiger, der den schweizerischen Rechtsvorschriften über die 

Invalidenversicherung nicht mehr unterliegt, weil er seine existenzsichern-

de Erwerbstätigkeit in der Schweiz infolge Unfalls oder Krankheit auf-

geben musste, als in dieser Versicherung versichert gilt für den Erwerb des 

Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen und während der Durchfüh-

rung dieser Massnahmen, sofern er keine anderweitige Erwerbstätigkeit 

ausserhalb der Schweiz aufnimmt. Diese staatsvertragliche Vorschrift sieht 

eine verlängerte Versicherungsdeckung beziehungsweise eine Versiche-

rungsfiktion vor (SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenver-

sicherung, 2011, S. 39 Rz. 68 m.H.; LEUZINGER-NAEF, a.a.O., S. 50 m.H.). 

Da die ordentlichen beruflichen Eingliederungsmassnahmen vom sach-

lichen Anwendungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 erfasst 

werden, können die nur für ausländische Staatsangehörige vorgesehenen 

Anspruchsvoraussetzungen der Art. 6 Abs. 2 IVG und Art. 9 Abs. 3 IVG 

in Bezug auf eine Eingliederungsmassnahme einer unter den persönlichen 

Anwendungsbereich dieser Verordnung fallenden Person – wie vorliegend 

die Beschwerdeführerin – nicht entgegengehalten werden (vgl. auch 

BUCHER, a.a.O., S. 42 f. Rz. 76). 

6.6 Gemäss Anhang XI, Schweiz, Ziff. 8 der Verordnung (EG) 
Nr. 883/2004 (in Kraft seit 1. April 2012) gilt ein Arbeitnehmer oder 

Selbstständiger, der den schweizerischen Rechtsvorschriften über die In-

validenversicherung nicht mehr unterliegt, weil er seine existenzsichernde 

Erwerbstätigkeit in der Schweiz infolge Unfalls oder Krankheit aufgeben 

musste, als in dieser Versicherung versichert für den Erwerb des An-

spruchs auf Eingliederungsmassnahmen bis zur Zahlung einer Invaliden-

rente und während der Durchführung dieser Massnahmen, sofern er keine 

anderweitige Erwerbstätigkeit ausserhalb der Schweiz aufnimmt. Da keine 

Hinweise darauf bestehen, dass sich mit der Formulierung dieser Bestim-

mung gegenüber der Formulierung in Anhang VI, Schweiz, Ziff. 9 Verord-

nung (EWG) Nr. 1408/71 inhaltlich etwas ändern sollte, ist von einer in-

haltlich deckungsgleichen Regelung auszugehen. 

6.7 Diese (Nachversicherungs-)Norm wurde in Ziff. 1011.2 des 
Kreisschreibens über das Verfahren zur Leistungsfestsetzung in der 

2017 V/7 Invalidenversicherung.  
Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

 

 

104 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

AHV/IV (KSBIL; gültig ab 1. Juni 2002, Stand 1. Januar 2015) konkreti-

siert (vgl. hierzu auch IV-Rundschreiben Nr. 309, Ziff. 2.4). Gemäss dieser 

Bestimmung gelten schweizerische Staatsangehörige oder Personen mit 

der Staatsangehörigkeit eines EU-Landes, die in der Schweiz ohne Wohn-

sitz zu haben eine Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmende oder Selbststän-

digerwerbende ausgeübt haben und den schweizerischen Rechtsvorschrif-

ten über die Invalidenversicherung nicht mehr unterliegen, weil sie ihre 

existenzsichernde Erwerbstätigkeit in der Schweiz infolge Unfalls oder 

Krankheit aufgeben mussten, in Bezug auf den Anspruch von Eingliede-

rungsmassnahmen als versichert. Dies gilt auch während der Durchfüh-

rung dieser Massnahmen, sofern sie keine anderweitige Erwerbstätigkeit 

ausserhalb der Schweiz aufnehmen. Der Nachversicherungsschutz endet 

hingegen beim Bezug einer (ganzen oder teilweisen) Invalidenrente, bei 

abgeschlossener erstmaliger Eingliederung oder beim Bezug einer Leis-

tung der Arbeitslosenversicherung des Wohnlandes. Soweit der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts etwas anderes entnommen werden 

müsste, ist daran nicht festzuhalten (Urteil des BVGer C‒5883/2013 vom 

5. Oktober 2016 E. 9.3). 

6.8 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die Vo-
raussetzungen der im Anhang XI, Schweiz, Ziff. 8 Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 staatsvertraglich normierten Nachversicherungsklausel er-

füllt. 

6.8.1 Die Beschwerdeführerin war gemäss dem Fragebogen für Arbeit-
gebende vom 8. März 2011 ab März 2009 beim F. in G. angestellt. Sie 

erbrachte im Rahmen dieser (letzten) Arbeitsstelle in der Schweiz bis zu 

ihrer am 14. April 2011 erfolgten Kündigung hauswirtschaftliche Dienst-

leistungen in fremden Haushalten. Es ist demnach erstellt, dass sie in der 

Schweiz als Arbeitnehmerin tätig gewesen ist. 

6.8.2 Am 10. Februar 2011 meldete sich die Beschwerdeführerin bei 
der IV-Stelle LU zum Bezug von Leistungen der schweizerischen IV in 

Form von Massnahmen zur beruflichen Eingliederung an. Nach Verlust 

der Arbeitsstelle respektive nach ihrer Anmeldung bei der IV-Stelle LU 

verlegte die Beschwerdeführerin ihren zivilrechtlichen Wohnsitz in ihre 

Heimat Österreich; die Abmeldung erfolgte gemäss der Einwohnerkon-

trolle G. per 19. April 2013. Insofern ist auch die Voraussetzung erfüllt, als 

die Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt nicht mehr den schweizeri-

schen Rechtsvorschriften über die IV unterlag. 

Invalidenversicherung.  
Berufliche Eingliederungsmassnahmen 

2017 V/7 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 105 

 

6.8.3 Der Beschwerdeführerin wurde ärztlicherseits wegen Krankheit 
ab dem 10. Januar 2011 bis auf Weiteres eine vollständige Arbeitsunfähig-

keit attestiert. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Be-

schwerdeführerin den Arbeitsplatz insbesondere zufolge ihres Gesund-

heitszustands verloren hat. Es hat somit als erstellt zu gelten, dass auch die 

Voraussetzung der Aufgabe der existenzsichernden Erwerbstätigkeit in der 

Schweiz zufolge Krankheit erfüllt ist. 

6.8.4 Eine weitere Voraussetzung für den Nachversicherungsschutz bil-
det der Umstand, dass der Beschwerdeführerin keine IV-Rente entrichtet 

wird. Obwohl nicht ausdrücklich statuiert, ist die Nachdeckung für Ein-

gliederungsmassnahmen somit zeitlich beschränkt auf den – nach schwei-

zerischem Recht zu beurteilenden – Fallabschluss, sei es durch Zuspre-

chung einer Rente oder durch eine erfolgreiche Eingliederung (vgl. hierzu 

BUCHER, a.a.O., S. 39 f. Rz. 69 m.H. auf BGE 132 V 244). 

6.8.5 Im Urteil C‒3910/2015 erwog das Bundesverwaltungsgericht, 
dass die Vorinstanz berechtigt gewesen sei, in Anwendung von Art. 43 

Abs. 3 ATSG aufgrund der Akten zu entscheiden (E. 5.1). In Anwendung 

der sogenannten allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs re-

sultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von (gerundet) 22 % 

(E. 5.2). Mit Blick auf diesen Entscheid ist somit erstellt, dass auch die 

Voraussetzung des Nichtausrichtens einer IV-Rente erfüllt ist. 

6.8.6 Als weitere Voraussetzung für das Bestehen einer Nachversiche-
rung nach Anhang XI, Schweiz, Ziff. 8 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist 

zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin (mittlerweile) eine anderweitige Er-

werbstätigkeit ausserhalb der Schweiz aufgenommen hat. Die vorliegen-

den Akten geben jedoch diesbezüglich keinen Aufschluss. Denn die Vor-

instanz hat in diesem Zusammenhang keine Abklärungen getroffen, da sie 

vom Fehlen der Versicherteneigenschaft ausging, ohne die Frage der 

Nachversicherung nach den Bestimmungen des FZA und dessen Ausfüh-

rungsverordnungen zu prüfen. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin eine 

anderweitige Erwerbstätigkeit ausserhalb der Schweiz aufgenommen hat 

beziehungsweise ob sämtliche Voraussetzungen der Nachversicherung er-

füllt sind, um den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen zu 

bejahen, kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen jedoch offenge-

lassen werden.