# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d03b1229-cfec-5bd8-a53f-d89cdb6c9f6d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2009 D-4105/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4105-2009_2009-07-03.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4105/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet;
Gerichtsschreiberin Milva Franceschi.

A._______, geboren (...),
Mongolei,
vertreten durch lic. iur. Emil Nisple, Rechtsanwalt, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 15. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4105/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
am  4.  Juli  2008  ohne  Reisepapiere  verliess  und  über  Moskau  mit 
einem Lastwagen am 6. Oktober 2008 in die Schweiz gelangte, wo er 
gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (...) um Asyl nach-
suchte,

dass  er  keine  Ausweispapiere  vorlegte,  worauf  er  mittels  eines 
Informationsblattes  zur  Abgabe  von  Identitätsdokumenten  innerhalb 
von 48 Stunden aufgefordert wurde,

dass  er  am  27.  Oktober  2008  summarisch  befragt  und  am 
25. Mai 2009  zu  seinen  Fluchtgründen  angehört  wurde  (vgl.  Art.  26 
Abs.  2  und  Art. 29  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG, 
SR 142.31]),

dass  der  Beschwerdeführer  angab  am  (...)  geboren  und  somit 
minderjährig zu sein, 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er habe nach dem Tod seines Vaters in 
(...)  mit  seiner Mutter und dem Stiefvater gelebt,  der ihn geschlagen 
und mit heissem Öl verbrüht habe,

dass  er  wegen  den  Verbrühungen  von  den  Kollegen  gehänselt 
("biscotto fritto") worden sei und deshalb im Jahr 2003 von zu Hause 
weggegangen sei und auch die Schule nicht mehr besucht habe,

dass er anschliessend in der Kanalisation der Stadt gelebt habe, bis er 
ab Juni 2007 eine Wohngelegenheit und Arbeit bei einem ehemaligen 
Nachbarn namens (...) gefunden habe,

dass  am  1.  Juli  2008  auf  dem  Hauptplatz  in  (...)  ein  Konzert 
stattgefunden habe, wo es zu Ausschreitungen gekommen sei,

dass er von der Polizei  verhaftet und inhaftiert  und in der Folge von 
Mitinsassen  geschlagen  und  mit  einer  Rasierklinge  am  Bauch 
geschnitten worden sei,

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dass er im Gefängnis zum Geständnis gezwungen worden sei, dass er 
anlässlich  der  Ausschreitungen  Häuser  in  Brand  gesteckt,  Alkohol 
gestohlen und einen Polizisten geschlagen habe,

dass er sich zur Flucht aus dem Gefängnis entschieden habe, weil er 
befürchtet habe, er  müsse wegen der ihm vorgeworfenen – und von 
ihm eingestandenen  –  Delikte  10  bis  20  Jahre  Gefängnisstrafe  ver-
büssen, 

dass er sich am 3. Juli 2009 beim Toilettengang unter den Holzbrettern 
der Stehtoilette versteckt habe und später an einem Pfahl oder Pfosten 
("palo";  A1  S. 5)  respektive  an  einem Seil  (A21  F70  S.8  und  F154 
S.15) aus der Toilette beziehungsweise dem Gefängnis geklettert sei,

dass er zuerst zu (...)  gegangen sei,  welcher ihm anschliessend ge-
holfen habe, aus der Mongolei zu fliehen,

dass das BFM beim Beschwerdeführer zur Überprüfung seines Alters 
im Oktober 2008 eine Handknochenanalyse durchführen liess, welche 
ein Knochenalter von 18 Jahren und mehr angab, anstatt der vom Be-
schwerdeführer angegebenen (...),

dass ihm dazu an der Anhörung vom 25. Mai 2009 das rechtliche Ge-
hör gewährt wurde,

dass er dabei an seinem Geburtsdatum vom (...) festhielt,

dass das BFM mit Verfügung vom 15. Juni 2009 – am 19. Juni 2009 er-
öffnet – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylge-
such  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen feststellte,  der  Be-
schwerdeführer habe seine vorgebrachte Minderjährigkeit nicht glaub-
haft darlegen beziehungsweise beweisen können, weil seine Aussagen 
insgesamt als unglaubhaft erscheinen (in Bezug auf die Angaben zu 
seinem Alter und zu seinen Eltern, die physischen Reifemerkmale, die 
medizinische  Handknochenaltersanalyse,  das  Nichteinreichen 
rechtsgenüglicher  Identitäts-  bzw.  Reisepapiere  respektive  seine 
Asylvorbringen),

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dass deshalb für das weitere Verfahren davon auszugehen sei, der Be-
schwerdeführer sei bereits bei Einreichung des Asylgesuchs volljährig 
gewesen, 

dass im Weiteren das Bundesamt zur Begründung des Nichteintretens 
auf das Asylgesuch zusammenfassend festhielt, der Beschwerdeführer 
habe innert 48 Stunden nach Gesuchseinreichung ohne entschuldbare 
Gründe keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, er erfülle die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht, und zusätzli-
che Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  oder ei-
nes Wegweisungsvollzugshindernisses seien in seinem Fall aufgrund 
der Aktenlage nicht erforderlich,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Juni 2009 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  beantragte,  der  Entscheid  vom 15. Juni 2009  sei  aufzuheben, 
ihm sei der Schutz minderjähriger Asylsuchender und Asyl zu gewäh-
ren beziehungsweise die Flüchtlingseigenschaft zuzusprechen, 

dass  er  allenfalls  aufgrund  der  festzustellenden  Unzulässigkeit 
respektive Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs in  der Schweiz 
vorläufig aufzunehmen sei,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Verzicht  der  Erhebung 
eines Kostenvorschusses ersuchte,

dass er zudem eine Besprechungsnotiz mit dem Zentrum für Asylbe-
werber (...)  vom 24. Juni  2009,  verschiedene Fotos der Internetseite 
(...) und fünf Bildschirmausdrucke von verschiedenen Internetseiten in 
einer Fremdsprache einreichte,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seiner Begehren im We-
sentlichen geltend machte, es sei nicht plausibel, worauf sich die Vor-
instanz stütze, indem sie angebe, der Beschwerdeführer verheimliche 
absichtlich seine Identität,

dass infolge der Minderjährigkeit die Bestimmungen gemäss des Über-
einkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 
0.107)  zu beachten seien und zusätzliche Abklärungen bezüglich der 
Wegweisungshindernisse vorgenommen werden müssten,

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http://www.caak.mn/

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dass für den weiteren Inhalt der Beschwerdebegründung auf die Akten 
zu verweisen ist,

dass die vorinstanzlichen Akten am 29. Juni 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021]) des  BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde – unter nachfolgend aufgeführtem Vorbehalt – einzutreten ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde gegen eine Ver-
fügung richtet, laut deren Dispositiv das BFM auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist (Ziffer 1),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

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dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass  deshalb  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit 
beantragt wird, es sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren,

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass gemäss Art. 7  der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 
Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR 142.311)  für  eine  minderjährige  Per-
son,  die  nicht  von ihrer  gesetzlichen Vertretung begleitet  ist,  für  die 
Dauer  des Asyl-  und Wegweisungsverfahrens eine Vertrauensperson 
zu ernennen ist,

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dass gemäss der  Praxis  der Asylbehörden die asylsuchende Person 
die Beweislast für die geltend gemachte Minderjährigkeit und die Fol-
gen  der  Beweislosigkeit  trägt  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  22  und  2001 
Nr. 23) und die Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährig-
keit  vorfrageweise geprüft  wird,  wenn Zweifel  an  den Altersangaben 
bestehen (EMARK 2004 Nr. 30),

dass dem Asylsuchenden dabei die Möglichkeit zur Stellungnahme zur 
Beweislage hinsichtlich des Alters zu geben ist, 

dass an der Anhörung vom 25. Mai 2009 eine Vertrauensperson anwe-
send  war,  jedoch  das  BFM dem  Beschwerdeführer  bereits  mitteilte, 
aufgrund  des  Erscheinungsbildes,  der  fehlenden  Identitätspapieren, 
der  ungenauen  Angaben  zu  den  Familienverhältnissen  sowie  des 
Ergebnisses der radiologischen Knochenaltersanalyse, sei die geltend 
gemacht Minderjährigkeit nicht glaubhaft,

dass – wie bereits erwähnt – das Bundesamt dem Beschwerdeführer 
Gelegenheit  zur  Stellungnahme einräumte,  wobei  dieser  entgegnete, 
er habe drei bis vier Jahre auf der Strasse gelebt und hart gearbeitet 
respektive rasiere sich bereits,  weil  er  einen Bart  haben wolle (Akte 
A21 S. 3 und 18),

dass das Gericht die vom BFM einlässlich begründete Auffassung zur 
behaupteten  Minderjährigkeit  teilt  und  die  oben  angeführte 
Stellungnahme des  Beschwerdeführers  zur  Beweislage  als  unbehel-
flich qualifiziert,

dass der Beschwerdeführer ferner erklärte,  er sei  vom Stiefvater  mit 
kochendem  Öl  verbrüht  worden  und  in  der  Folge  von  zu  Hause 
weggelaufen und nicht mehr in die Schule gegangen (A1 S. 4),

dass er  in  diesem Zeitpunkt  6 Jahre alt  gewesen sei  (A1 S. 5,  A21 
F185 S. 18),

dass er demgegenüber erklärte, er habe mit der Schule im Jahr 2003 
– als er 11 Jahre alt gewesen sei – aufgehört (A1 S. 2, A21 F30 ff. S. 5 
f. und F173 S. 17),

dass  diese  Angaben  in  altersrelevanter  Hinsicht  offensichtlich  nicht 
übereinstimmen  und  dadurch  die  Unglaubhaftigkeit  der  geltend 
gemachten Minderjährigkeit zusätzlich erhärtet wird,

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dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  bezüglich 
der Minderjährigkeit lediglich wiederholt, was bereits aktenkundig ist, 

dass  das  BFM demnach  zu  Recht  davon  ausgegangen  ist,  der  Be-
schwerdeführer sei  bereits im Zeitpunkt des Einreichens des Asylge-
suches volljährig gewesen, 

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass vorliegend die Nichtabgabe von Reise- oder Identitätspapieren im 
Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG innerhalb von 
48  Stunden  nach  Einreichung  des  Asylgesuchs  sachverhaltsmässig 
erstellt ist,

dass es nämlich der Beschwerdeführer unterliess, im Moment der Ein-
reichung  seines  Asylgesuchs  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
(...)  beziehungsweise  in  den  48  Stunden  nach  der  diesbezüglichen 
Aufklärung mittels  eines  Informationsblattes  ein  Dokument  zu  seiner 
zweifelsfreien  Identifizierung  (vgl.  BVGE  2007/7  E. 5.1-5.2  S. 65  ff.) 
abzugeben,

dass somit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere erfüllt ist,

dass  der  Beschwerdeführer  sodann  keine  entschuldbaren  Gründe 
(vgl. hierzu BVGE 2007/8 E. 3.2 S. 74 f., EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c.aa 
S. 109 f.) für die Nichtabgabe eines rechtsgenüglichen Identitätsdoku-
ments innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des Asylge-
suchs namhaft zu machen vermag,

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dass er in seiner Beschwerde vom 25. Juni 2009 lediglich ausführt, er 
verfüge  in  seinem  Heimatland  über  kein  familiäres  Beziehungsnetz, 
weshalb  er  sich  von  der  Schweiz  aus  keine  Ausweisdokumente  be-
schaffen könne,

dass er zudem gemäss eines vor zwei bis drei Monaten geführten Te-
lefongesprächs von den Behörden der Stadt (...) erfahren habe, dass 
er keine Ausweispapiere erhalten könne (vgl. hierzu auch die Infonotiz 
des Zentrums für Asylsuchende (...) vom 24. Juni 2009),

dass  diese  Erklärungen  jedoch  –  nicht  zuletzt  auch  vor  dem 
Hintergrund der unrealistischen Reiseschilderungen (A21 F71 ff. S. 8 
f.)  –  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  Nichteinreichen  von 
Identitätspapiere zu begründen vermögen,

dass demzufolge das Bundesamt zu Recht den Schluss gezogen hat, 
es lägen keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe von Reise- 
oder Identitätspapieren vor,

dass daher vollumfänglich auf die Ausführungen in der angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann,

dass nach dem Gesagten zu prüfen bleibt, ob das BFM zu Recht vom 
offensichtlichen Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft sowie davon 
ausgegangen ist, es seien aufgrund der Anhörung keine zusätzlichen 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungshindernisses nötig (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG),

dass  die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Asylgründe  in 
wesentlichen Punkten von einem Mangel an Substanz und Realitäts-
kennzeichen geprägt sind sowie zahlreiche Ungereimtheiten enthalten,

dass  er  beispielsweise  einmal  berichtete,  an  der  Demonstration  sei 
das Gebäude einer Partei angezündet worden, wohingegen er etwas 
später erklärte, es sei eine Kunstgallerie gewesen (Akte A1 S. 5, vgl. 
auch  A21  F144  S. 15,  wo  gemäss  des  Beschwerdeführers  auf  das 
Gebäude der Partei [lediglich] Steine geworfen wurden),

dass  der  Beschwerdeführer  nicht  nachvollziehbar  und  plausibel 
erklären konnte, weshalb er auf Druck von Mitinsassen gewisse Taten 
habe zugeben müssen (Akte A21 S. 8),

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dass unklar bleibt, wie er aus dem Gefängnis fliehen konnte, da er auf 
die entsprechenden Fragen teilweise keine nachvollziehbaren Antwor-
ten gab ("Ich habe mit den Polizisten zusammen gezählt. Als sie bei 40 
waren, blieb ich einfach sitzen und versuchte, mich zu verstecken. Die 
Polizisten kamen nicht zu nah zu den Toiletten, weil es stark gestunken 
hat" [Akte A21 F115 S. 12]),

dass im Weiteren auf die zutreffenden Erwägungen in der vorinstanzli-
chen Verfügung vom 3. Juni 2009 (Ziff. 2 S. 5 und 6) verwiesen werden 
kann,

dass demnach die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Asylgründe 
in ihrer Gesamtheit offensichtlich unglaubhaft sind,

dass sich der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelschrift  vorwie-
gend darauf beschränkt, seine Aussagen in den Protokollen wiederzu-
geben, was nicht geeignet ist, die Vorbringen in einem glaubhafteren 
Licht erscheinen zu lassen, dies umso mehr eine Auseinandersetzung 
mit  den  von  der  Vorinstanz  aufgeführten  Widersprüchen  gänzlich 
unterbleibt,

dass die eingereichten Beweismittel – mangels konkreten Bezug zum 
Beschwerdeführer  –  auch  nicht  geeignet  sind,  zu  einer  anderen 
Schlussfolgerung zu führen,

dass vor diesem Hintergrund der festgestellten Haltlosigkeit der Asyl-
vorbringen  des  Beschwerdeführers  das  Bestehen  der  Flüchtlingsei-
genschaft  ohne weiteres  ausgeschlossen werden kann und sich  zu-
sätzliche Abklärungen, auch in Bezug auf allfällige Wegweisungsvoll-
zugshindernisse, erübrigen,

dass das  BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht (Art. 83 Abs. 3 AsylG),

dass  sich  der  Beschwerdeführer  mangels  glaubhaft  gemachter 
Minderjährigkeit nicht auf die Bestimmungen der KRK berufen kann,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat-  beziehungsweise  Her-
kunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine 
konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, wes-
halb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

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dass der  Beschwerdeführer jung,  ungebunden sowie gesund ist  und 
sich  in  seinem Heimatland seine Mutter  respektive  sein  Freund (...) 
aufhalten (Akte A21 S. 3 und 7),

dass der Beschwerdeführer im Weiteren über vier Jahre Schule verfügt 
(Akte A1 S. 2) und anschliessend als Verkäufer gearbeitet hat,

dass  unter  den  gegebenen Umständen  nicht  davon auszugehen ist, 
der Beschwerdeführer gerate bei einer Rückkehr in eine Existenz be-
drohende Situation, die als konkrete Gefährdung im Sinne der zu be-
achtenden Bestimmung zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten war,

dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das Gesuch um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden 
ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Beila-
gen:  Einzahlungsschein  und  vorinstanzliche  Verfügung  vom 
15. Juni 2009 im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Milva Franceschi

Versand: 

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