# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8619cb58-7806-5859-9a8c-6f1273b7aa04
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-21
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 21.02.2025 2025_OG V 24 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2025-OG-V-24-10_2025-02-21.pdf

## Full Text

OBERGERICHT 

 Verwaltungsrechtliche Abteilung 

__________________________ 

OG V 24 10 

 

 

En tsch eid  vom 21.  Feb ru a r  20 25  

 

__________________________ 

Besetzung 

 

 

Präsidentin Agnes H. Planzer Stüssi 

Oberrichterin Renata Graf, Oberrichter Stefan Flury  

Gerichtsschreiberin Claudia Schlüssel 

__________________________ 

Verfahrensbeteiligte 

 

 

A.-___ 

vertreten durch RA MLaw Ralph Bomatter, Bilger Mattli  

Bomatter Gisler AG, Rechtsanwälte & Notare im Loftpark, 

Dätwylerstrasse 15, 6460 Altdorf 

Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

IV-Stelle Uri, Dätwylerstrasse 11, 6460 Altdorf 

Beschwerdegegnerin 

 

__________________________ 

Gegenstand 

 

Leistungen nach IVG 

(Verfügung vom 27.02.2024) 

  

  

 

 

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Prozessgeschichte: 

A. 

Die Beschwerdeführerin beantragte mit Anmeldung vom 7. Juni 2023 (Eingang bei Beschwerde-

gegnerin: 14.06.2023) die Ausrichtung von Invalidenversicherungsleistungen, namentlich berufliche 

Integration/Rente. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens und Einholung eines psychiatri-

schen Gutachtens (vom 11.01.2024) lehnte die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren mit Ver-

fügung vom 27. Februar 2024 ab.  

B. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 15. April 2024 Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das 

Obergericht des Kantons Uri (Verwaltungsrechtliche Abteilung). 

Sie stellt folgende Anträge: 

" 1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei gutzuheissen, die Verfügung vom 27. Februar 2024 auf-

zuheben und es seien Massnahmen zur beruflichen Integration anzuordnen. 

 2. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventualiter 

unter Anordnung eines Gerichtsgutachtens. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Vorinstanz." 

Die Begründung dieser Anträge ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden Erwägungen. 

C. 

Mit Stellungnahme vom 23. Mai 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde vom 

15. April 2024 abzuweisen.  

Die Begründung dieses Antrages ergibt sich, soweit erforderlich, ebenfalls aus den nachstehenden Er-

wägungen.  

 

Erwägungen: 

1.  

Gegen Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, kann Beschwerde an das kan-

tonale Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 57 Bundesgesetz über den All-

gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Das Obergericht des Kantons Uri (Ver-

waltungsrechtliche Abteilung) ist sowohl sachlich (Art. 37 Abs. 1 Gesetz über die Organisation der rich-

terlichen Behörden [Gerichtsorganisationsgesetz; GOG, RB 2.3221]) als auch örtlich (Art. 69 Abs. 1 lit. a 

 

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Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]) zuständig. Die 30-tägige Beschwerde-

frist (Art. 60 Abs. 1 ATSG) sowie die übrigen Formvorschriften (Art. 61 lit. b ATSG) wurden eingehalten. 

Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 ATSG). Auf die Verwaltungsge-

richtsbeschwerde ist einzutreten.  

2.  

Erst mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik 

X.___ vom 4. April 2024 ein.  

2.1 Das Sozialversicherungsrecht kennt keine Beweismittelbeschränkungen. Der in Art. 29 Abs. 2 Bun-

desverfassung (BV, SR 101) garantierte Anspruch auf rechtliches Gehör räumt den Betroffenen das 

persönlichkeitsbezogene Mitwirkungsrecht ein, erhebliche Beweise einzubringen, mit entsprechenden 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken. Das Ge-

richt hat rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweismittel abzunehmen (BGE 138 V 125 E. 2.1, 127 

I 54 E. 2b). Es besteht aber kein Anspruch der Verfahrensbeteiligten, jederzeit mit neuen Eingaben an 

die Rechtsmittelbehörde gelangen zu können. Aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c 

ATSG) und des Grundsatzes der richterlichen Rechtsanwendung kann sie aber auch unaufgefordert 

eingereichte Belege und unaufgeforderte Parteivorbringen berücksichtigen, soweit sie für die Ent-

scheidung von Bedeutung sind.  

2.2 Zu unterscheiden von der prozessualen Frage nach der Berücksichtigung neuer Tatsachenbehaup-

tungen und neuer Beweismittel im Rechtsmittelverfahren ist die materiellrechtliche Frage nach dem 

für den kantonalen und den letztinstanzlichen Richter massgeblichen Sachverhalt. Nach ständiger 

Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf 

den bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 144 V 210 E. 4.3.1). 

Es sind also nicht die Verhältnisse im Zeitpunkt des Rechtsmittelentscheides massgebend (BGE 116 V 

246 E. 1a mit Hinweisen). Deshalb sollen Tatsachen, die den Sachverhalt nach dem Verfügungszeit-

punkt verändert haben, in der Regel Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 

V 138 E. 2.1). Demgegenüber sind Tatsachen, die sich zwar erst nach Erlass der Verwaltungsverfügung 

verwirklicht, aber den massgeblichen Sachverhalt nicht verändert haben, insoweit zu berücksichtigen, 

als sie mit dem Streitgegenstand in engem Zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung 

im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGer 8C_506/2022 vom 21.06.2023 E. 4).  

2.3 Die obgenannte Stellungnahme datiert zwar nach Erlass der vorliegend angefochtenen Verfü-

gung, bezieht sich jedoch hauptsächlich auf den Gesundheitszustand davor und kann im Rahmen des 

oben Gesagten berücksichtigt werden.  

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3.  

Das kantonale Versicherungsgericht hat von Amtes wegen die für den Entscheid erheblichen Tatsachen 

festzustellen; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei (Art. 61 lit. c 

ATSG). Sind zur Abklärung des Sachverhaltes zusätzliche Beweise erforderlich, werden sie von Amtes 

wegen erhoben (Art. 60 Abs. 1 Verordnung über die Verwaltungsrechtspflege [VRPV, RB 2.2345]).  

4.  

Die Beschwerdeführerin beantragt Massnahmen zur beruflichen Integration. Zur Begründung führt sie 

im Wesentlichen aus, es sei nach wie vor von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen und sie 

müsse sich dosiert in die Arbeitswelt wiedereingliedern können.  

4.1 Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Einglie-

derungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig-

keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und 

die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). 

Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in medizinischen Massnahmen, Beratung und Begleitung, 

Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Massnahmen beruflicher 

Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; 

vergleiche Art. 4a - 7 Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]) und der Abgabe 

von Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3 IVG).  

4.2 Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung haben 

unter anderem Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 Prozent arbeitsun-

fähig (Art. 6 ATSG) sind. Als Integrationsmassnahmen gelten gemäss Art. 14a Abs. 2 IVG gezielte, auf 

die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (lit. a) und 

Beschäftigungsmassnahmen (lit. b).  

4.3 Integrationsmassnahmen sollen dazu dienen, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht ein-

gliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungs-

fähigkeit herzustellen oder zu erhalten (BGE 137 V 1 E. 7.2.3). Sie sind mit anderen Worten darauf 

gerichtet, die Voraussetzungen zu schaffen, um Massnahmen beruflicher Art durchzuführen. Dabei soll 

die Lücke zwischen sozialer und beruflicher Integration geschlossen werden durch gezielte, auf die 

berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation und durch Be-

schäftigungsmassnahmen (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl., 

Zürich 2022, Art. 14a N 1).  

4.4 Der Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung so-

wie auf Massnahmen beruflicher Art entsteht frühestens im Zeitpunkt der Geltendmachung des Leis-

tungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 10 Abs. 1 IVG).  

 

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4.5 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung erübrigen sich Integrationsmassnahmen, wenn sich die 

versicherte Person in einer Verweistätigkeit als uneingeschränkt arbeitsfähig erweist. Denn wenn je-

mand in einer "anderen zumutbaren" Arbeit arbeitsfähig ist, so ist er oder sie (in dieser Tätigkeit) be-

reits eingliederungsfähig und benötigt keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfä-

higkeit herzustellen. Es besteht kein Anlass, Massnahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Einglie-

derung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits 

umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.2 ff.).  

4.6 Invaliditätsfremde Faktoren vermögen keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen der Invali-

denversicherung zu begründen (BGer 9C_207/2018 vom 16.04.2018 E. 3.2.5). Zu letzteren zählen auch 

die Integrationsmassnahmen (vgl. auch den Verweis in Art. 14a Abs. 1 lit. a IVG auf Art. 6 ATSG).  

5.  

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er-

werbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall 

sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver-

bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

allgemeinen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfä-

higkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 

nicht überwindbar ist (Satz 2).  

5.2 Drohende Invalidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahr-

scheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist unerheblich (Art. 1novies IVV).  

5.3 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe-

reich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande-

ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Sogenannte invaliditätsfremde Faktoren 

fallen bei der Bestimmung der sozialversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsfähigkeit demgegenüber 

grundsätzlich ausser Betracht. Sie können jedoch mittelbar invaliditätsbegründend wirken. Vorausset-

zung hierfür ist, dass sie zu einer Einschränkung der psychischen Integrität mit Folgen für die Arbeits-

fähigkeit führen, dass sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder dessen 

Folgen verschlimmern (BGer 9C_311/2021 vom 23.09.2021 E. 4.2; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. 

Aufl., Zürich 2020, Art. 6 N 10).  

5.4 Ein Burnout kann bei Personen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen in psychosozialen Be-

lastungssituationen auftreten. Es stellt (für sich allein besehen) grundsätzlich keinen 

 

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rechtserheblichen, invalidisierenden Gesundheitsschaden dar. Vielmehr steht es den invaliditätsfrem-

den Faktoren nahe und begründet demzufolge nur ausnahmsweise eine Arbeitsunfähigkeit nach Art. 

6 ATSG (BGer 8C_302/2011 vom 20.09.2011 E. 2.3, 9C_830/2007 vom 29.07.2008 E. 4.2; vgl. dazu auch 

Ueli Kieser, Burnout – eine versicherungsrechtliche Einordnung, JaSo 2015, S. 119 - 130, insbesondere 

Ziff. 4.2 und 4.4).  

6.  

Zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Integrationsmassnahmen gemäss 

Art. 14a IVG hat.  

6.1 Wie zuvor dargelegt setzen Integrationsmassnahmen eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 

ATSG von mindestens 50 Prozent während mindestens eines halben Jahres nicht nur im bisherigen 

Beruf oder Aufgabenbereich, sondern auch in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich, voraus. Ein 

Mindestinvaliditätsgrad ist jedoch nicht vorausgesetzt.  

6.2 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützen sich die Verwaltung und – im Beschwerdefall – 

das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Ver-

fügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsun-

fähig ist (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4, 125 V 256 E. 4).  

6.3 Der im Beschwerdeverfahren geltende Grundsatz der freien Beweiswürdigung bedeutet, dass der 

Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 

des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden me-

dizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 

die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streiti-

gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-

dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 

352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  

6.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als ver-

einbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Be-

weiswürdigung aufzustellen (vergleiche die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in 

BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen).  

 

  Seite 7 von 22 
 

6.4.1 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Beschwerdegegnerin eingeholten Gut-

achten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-

gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-

gen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 

E. 3b/bb). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch 

tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen 

Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 

Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztperso-

nen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei-

ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige – und nicht rein 

subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt 

oder ungewürdigt geblieben sind (BGer 8C_549/2019 vom 26.11. 2019 E. 3.2).  

6.4.2 Der Umstand, dass ein Gutachten im Auftrag eines Krankentaggeldversicherers und somit nicht 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG erstellt wurde, spricht nicht gegen dessen Beweiskraft für die Beurtei-

lung des Rentenanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung. Indessen sind an die Beweiswürdi-

gung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit einer solchen Expertise, so sind – wie bei versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen 

(siehe hierzu nachstehende E. 6.4.3) – ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Einem "Fremdgutach-

ten" kommt somit nicht von vornherein dieselbe Beweiskraft zu wie einer gerichtlich oder im Verfah-

ren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Expertise unabhängiger Sachverständiger 

(BGer 9C_89/2020 vom 18.06.2020 E. 4.2).  

6.4.3 Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern 

sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine In-

dizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstel-

lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Be-

fangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar-

teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 

157 E. 1c). Bei den Ausführungen von RAD-Ärzten ohne eigene Untersuchung (Art. 54a IVG und Art. 49 

Abs. 1 IVV) handelt es sich hingegen lediglich um Empfehlungen zur weiteren Bearbeitung des Leis-

tungsbegehrens aus medizinischer Sicht (BGer 9C_405/2015 vom 18.01.2016 E. 5.1). In diesen würdi-

gen RAD-Ärztinnen und -Ärzte die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht, ohne dass sie selber 

medizinische Befunde erheben. Solche RAD-Berichte vermögen sich einzig dazu zu äussern, ob der 

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einen oder anderen ärztlichen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh-

men ist (BGer 9C_839/2015 vom 02.05.2016 E. 3.3).  

6.4.4 Im Übrigen ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aus-

sagen. Dies gilt grundsätzlich nicht nur für Hausärzte (vergleiche BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 

E. 3b/cc), sondern auch für spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen (BGer 8C_234/2021 vom 

12.08.2021 E. 5.2).  

6.5 Bei psychischen Störungen resultiert unabhängig von der klassifikatorischen Einordnung einer 

Krankheit aus einer Diagnose – mit oder ohne diagnoseinhärenten Bezug zum Schweregrad – allein 

keine verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem Gesundheitsschaden korrelierenden funkti-

onellen Leistungseinbusse. Entscheidend ist die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung. 

Bei dieser Folgenabschätzung ist die Diagnose Ausgangspunkt zur Beurteilung der Frage, ob ein Ge-

sundheitsschaden im Sinne der klassifizierenden Merkmale überhaupt vorliegt (BGE 143 V 418 E. 6). 

Denn eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn 

sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist. 

Die Diagnose muss zudem lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abge-

stützt sein (BGE 143 V 418 E. 8.1, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und 6). Sämtliche psychischen 

Erkrankungen sind grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unter-

ziehen (BGE 143 V 418 E. 7.2). Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturier-

ten Beweisverfahren abgesehen werden, wo im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine 

Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen 

Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert bei-

gemessen werden kann (BGE 143 V 418 E. 7.1).  

7.  

Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt (gemäss Aktendossier der Be-

schwerdegegnerin eingereicht mit der Beschwerdeantwort [nachfolgend: BG-act. pag.]).  

7.1 Lic. phil. B.___, Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin hielt im Bericht zur Psychotherapie 

vom 30. Dezember 2022 fest, die Patientin sei seit Dezember 2021 bei ihr in psychotherapeutischer 

Begleitung, wo neben anderen Themen immer wieder auch ihre berufliche Situation im Vordergrund 

stehe. Obwohl es teilweise gelungen sei, deren Arbeitssituation zu verbessern und die hohen Ansprü-

che an sich selbst etwas zu reduzieren, sei sie immer wieder in Überforderungsgefühle verbunden mit 

einer depressiven Symptomatik geraten. Anfangs Dezember sei sie wieder in eine massive Krise gera-

ten. Sie hätten über die Möglichkeit eines Klinikaufenthalts zur Erholung und Standortbestimmung 

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gesprochen. Eine Entlastung durch die (durch die Hausärztin erfolgte) Krankschreibung finde sie aus 

psychotherapeutischer Sicht sehr sinnvoll (BG-act. pag. 34).  

7.2 Im Hinblick auf eine Überweisung in eine stationäre Behandlung berichtete lic. phil. B.____ am 

13. Januar 2023 zum bisherigen Verlauf der Psychotherapie. Seit 14. Dezember 2021 hätten 26 Sitzun-

gen in 14-täglichem Abstand stattgefunden. Anlass seien Kindheitsthemen sowie der Wunsch nach 

einer Gewichtsreduktion gewesen. Von Beginn weg habe die Klientin von einer starken Überlastung 

an der Arbeit berichtet, seit sie 2018 die Geschäftsführung übernommen habe. Ab Herbst 2022 seien 

diese Überlastungsgefühle immer stärker geworden. Die Patientin habe panikartige Symptome beim 

Weg zur Arbeit beschrieben. Diagnostisch gehe sie von einer mittelgradigen depressiven Episode aus 

(ICD-10: F32.1). Da die Überlastung in den letzten Monaten so sehr im Vordergrund gestanden sei, 

hätten sie an keinen anderen Themen mehr arbeiten können. Die Möglichkeiten der ambulanten Be-

handlung seien zurzeit ausgeschöpft (BG-act. pag. 35).  

7.3 Dr. phil. C.___, Psychologin und Dr. med. D.___, Fachärztin FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Leitende Ärztin Klinik Y.___, stellten im Austrittsbericht vom 23. Mai 2023 (stationäre 

Behandlung: 15.03. - 10.05.2023) folgende Diagnosen (nach ICD-10):  

Hauptdiagnose 

• mittelgradige depressive Episode (F32.1)  

Psychiatrische Nebendiagnosen 

• Burnout-Syndrome (Z73)  

• Ereignisse in der Kindheit, die den Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge haben (Z61.3)  

Somatische Nebendiagnosen 

• Zervikozephales Syndrom (M53.0)  

• Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (G47.31)  

• Periodische Beinbewegung im Schlaf (G25.80)  

In ihrer Beurteilung berichteten sie über eine depressive Entwicklung mit Ausbildung eines Erschöp-

fungszustandes im Kontext einer beruflichen Belastungssituation. Die Patientin habe sich im Rahmen 

ihrer beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführerin eines Modegeschäftes verausgabt. Biografische prä-

disponierende Faktoren (u.a. unsichere Bindung zu den Eltern) hätten zu der Entstehung einer Depres-

sion beigetragen. Als innere Stressfaktoren sähen sie einen hohen Leistungsanspruch, ein ausgepräg-

tes Verantwortungsgefühl, eine geringe Entspannungsfähigkeit sowie eine starke Wahrnehmungsab-

wehr von Bedürfnissen und Emotionen. Die Patientin verlasse die Klinik in einem gebesserten psycho-

physischen Allgemeinzustand. Eine anschliessende ambulante Psychotherapie sei indiziert. Sie attes-

tierten eine Arbeitsunfähigkeit zu 100 Prozent bis zum 24. Mai 2023 (weitere Beurteilung durch Nach-

behandlerin) und empfahlen eine langsame Wiedereingliederung mit Arbeitsversuchen bei 100-pro-

zentiger Arbeitsunfähigkeit. Beim Psychostatus bei Austritt wurden (einschränkend) subjektiv und 

 

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objektiv leichte Konzentrationsstörungen sowie Zukunftssorgen bezogen auf die Arbeit genannt (BG-

act. pag. 36 ff.).  

7.4 Im Bericht vom 24. Mai 2023 zuhanden des vertrauensärztlichen Dienstes der Z.___ Versicherun-

gen (nachfolgend: Krankentaggeldversicherung) nannten Dr. phil. C.___ und Dr. med. D.___ in einer 

Zusammenfassung der Diagnosen die im obgenannten Bericht aufgeführten psychiatrischen 

Diagnosen. Die Patientin sei in einem deprimierten, erschöpften und innerlich angespannten Zustand 

in die Klinik eingetreten. In der Therapie sei es zunächst darum gegangen, ihr einen sicheren und ent-

spannenden Rahmen zu bieten, in welchem sie sich habe erholen und neue Kraft und Lebendigkeit 

gewinnen können. Die Patientin sei am 10. Mai 2023 in gebessertem psychophysischem Zustand aus 

der stationären Behandlung entlassen worden. Sie habe bei der Entlassung affektiv aufgehellter und 

vitaler gewirkt und sei vermehrt mit ihren Gefühlen in Berührung gekommen. Unter dem Titel psycho-

soziale Faktoren wurde festgehalten, biografische Faktoren (Beziehung zu primären Bezugspersonen) 

hätten zur Entwicklung eines hohen Leistungsanspruches, eines ausgeprägten Verantwortungsgefühls, 

einer geringen Entspannungsfähigkeit sowie einer starken Wahrnehmungsabwehr von Bedürfnissen 

und Emotionen beigetragen. Diese inneren Stressfaktoren hätten zur Entstehung einer Depression bei-

getragen. Zur Aufrechterhaltung der Symptomatik trügen intransparente Strukturen und Aufgaben-

verteilung bei. Bei einer langsamen Wiedereingliederung mit anfänglich stark reduzierter Arbeitsfähig-

keit (z.B. 20%) schätzten sie die Prognose als gut ein. Sie empfehlen dringend, mit Arbeitsversuchen 

bei 100-prozentiger Arbeitsunfähigkeit zu beginnen. Medizinische Gründe, die eine volle Wiederauf-

nahme der Arbeit verhindern würden, seien ihnen keine bekannt (BG-act. pag. 59 f.).  

7.5 Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, attestierte im IV-Arztbericht vom 

21. Juni 2023 eine 50-prozentige Arbeitsunfähigkeit vom 16. bis 22. Dezember 2022 sowie eine 100-

prozentige Arbeitsunfähigkeit von 23. Dezember 2022 bis 10. Juli 2023 im bisherigen Beruf als Ge-

schäftsleiterin. Bereits im Jahr 2020 habe sich die Patientin hausärztlich vorgestellt bei Burnout-Symp-

tomatik. Nach einer Verschlechterung über Monate habe sie sich im Dezember 2022 erneut hausärzt-

lich vorgestellt. Im Januar 2023 sei die Entscheidung zur Einweisung in die Klinik Y.___ erfolgt (Hospi-

talisation: 15.03. - 10.05.2023). Derzeit sei sie wieder zuhause und werde wöchentlich durch Frau B.___ 

psychologisch betreut. Zusätzlich erhalte sie zweimal wöchentlich psychiatrische Spitex und sei zwei-

mal pro Woche in der Tagesklinik X.___. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte 

sie die ICD-10-Codes F32.1 und Z73, ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnosen M53.0, 

G47.31 und G25.80. Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei gut. Die Patientin sei derzeit zu 100 Prozent 

krankgeschrieben. Ab dem 11. Juli 2023 sei ein stundenweiser therapeutischer Arbeitsbeginn geplant. 

Im Haushalt sei sie derzeit nicht eingeschränkt (BG-act. pag. 26 ff.).  

 

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7.6 Im Arztbericht vom 5. Juli 2023 zuhanden der Krankentaggeldversicherung hielt Dr. med. E.___ 

fest, bei der Patientin liege bekanntermassen eine mittelgradige depressive Episode sowie ein Burnout 

vor, welches unter anderem eines stationären Aufenthalts bedurft habe. Aktuell befinde sie sich zwei-

mal wöchentlich in der Tagesklinik X.___, erhalte wöchentlich psychologische Mitbetreuung durch 

Frau B.___ und zweimal pro Woche Unterstützung durch die psychiatrische Spitex. Ab dem 11. Juli 

2023 sei ein therapeutischer Arbeitsversuch geplant. Aus ihrer Sicht sei es hier essentiell wichtig, dass 

man die Patientin dosiert in die Arbeitswelt zurückfinden lasse. In den ersten zwei Wochen würde sie 

ihr maximal stundenweise Arbeiten an ein bis zwei Tagen pro Woche zumuten (BG-act. pag. 184).  

7.7 Dr. med. F.___, Beratende Ärztin der Krankentaggeldversicherung, Fachärztin für Neurologie, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Bericht "Beantwortung Fragenkatalog und Kurz-

beurteilung anhand der Akten" vom 22. August 2023 fest, die attestierten objektivierbaren Normalbe-

funde im Psychostatus (Freundlich, offen im Kontakt. Wach, bewusstseinsklar, allseits orientiert. Auf-

nahmefähigkeit und Aufmerksamkeit im Gespräch unauffällig. Denken kohärent, inhaltlich auf aktuelle 

Arbeitssituation bezogen. Kein Hinweis auf Zwang, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Affektiver Rap-

port herstellbar, Schwingungsfähigkeit erhalten.) sprächen gegen das Vorliegen einer leistungsrelevan-

ten affektiven Störung – insbesondere einer eigenständigen Depression im Sinne der attestierten de-

pressiven Episode. Seit Beginn der attestierten Arbeitsunfähigkeit sei keine medikamentöse Behand-

lung erfolgt und es lägen keine Befunde vor, die eine quantitative und/oder qualitative Leistungsein-

schränkung objektiv begründen könnten. Seit dem Austritt aus der Klinik Y.___ (am 10.05.2023) sei die 

attestierte Arbeitsunfähigkeit medizinisch nicht (mehr) ausgewiesen. Der attestierte Arbeitsunfähig-

keits-Verlauf scheine durch nicht medizinische Faktoren wesentlich bestimmt zu sein (arbeitgeber-/ar-

beitsplatzbezogene Faktoren, individuelle Bedürfnisse und Ziele). Aus fachärztlich-versicherungsmedi-

zinischer Sicht könne ab sofort von voller Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und im ange-

stammten Pensum ausgegangen werden (BG-act. pag. 169 ff.).  

7.8 Im Verlaufsbericht zur Psychotherapie vom 1. September 2023 diagnostizierte lic. phil. B.___ eine 

(neu) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Die Pati-

entin sei aus der Klinik Y.___ gestärkt zurückgekehrt. Der Wiedereinstieg in die Arbeit habe sich jedoch 

als schwierig erwiesen. Die Klientin habe ihren Vorgesetzten als wenig unterstützend empfunden. Ihr 

sei auf den 30. September 2023 gekündigt worden. Die Psychologin nannte diverse Funktionsein-

schränkungen nach Mini ICF (Schwer beeinträchtigt: Planung und Strukturierung von Aufgaben, Ent-

scheidungs- und Urteilsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit 

zu Dritten sowie Spontan-Aktivitäten. Mittelgradig beeinträchtigt: Anpassung an Regeln und Routinen, 

Anwendung fachlicher Kompetenzen, Gruppenfähigkeit sowie Verkehrsfähigkeit. Leicht beeinträch-

tigt: Familiäre bzw. intime Beziehungen sowie Selbstpflege). Die Patientin nehme zurzeit ein 

 

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pflanzliches Mittel gegen Stimmungsschwankungen ein (Rebalance). Die Behandlung mit einem Anti-

depressivum zur Unterstützung wäre aber sinnvoll. Es sei das Ziel der Patientin, wieder ganz berufstätig 

zu sein. Es sei wichtig, dass dies in sorgfältigen Schritten geschehe, damit sie kontinuierlich Vertrauen 

in ihre Belastbarkeit aufbauen könne und Erfolgserlebnisse habe. Für diesen Aufbau und das Arbeits-

training sei die Patientin vorübergehend auf einen geschützten Arbeitsplatz angewiesen (BG-act. pag. 

157 ff.).  

7.9 Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, RAD Zentralschweiz, hielt in seiner Stellung-

nahme vom 13. September 2023 fest, vordergründig habe ein Burnout im Rahmen einer beruflichen 

Überforderung bestanden. Inzwischen könnten aus psychiatrisch-fachärztlicher Sicht keine depressi-

ven Symptome mehr erhoben werden (Dr. F.___) und die Versicherte habe nach der stationären Be-

handlung auch keiner intensiven fachärztlichen Weiterbehandlung mehr bedurft (keine Psychophar-

maka, wöchentliche Gespräche). Es habe eine Arbeitsunfähigkeit bestanden von November 2022 bis 

August 2023 (Bericht Dr. med. F.___). Ab August 2023 sei die Versicherte wieder vollumfänglich ar-

beitsfähig (BG-act. pag. 198 f.).  

7.10 Im Bericht vom 27. Oktober 2023 zuhanden der Krankentaggeldversicherung diagnostizierte die 

Dipl. Ärztin H.___ Oberärztin der Tagesklinik X.___, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär-

tig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Die Patientin sei im Mai 2023 in gebessertem Zustand aus 

der Klinik ausgetreten und habe – nach einem therapeutischen Arbeitsversuch – in einem Arbeitspen-

sum von 20 Prozent wieder zu arbeiten begonnen. Leider habe sich bei der Arbeitsstelle (zum Teil auf-

grund fehlender Unterstützung seitens des Vorgesetzten) eine Überforderung gezeigt. Die depressive 

Symptomatik habe sich im August 2023 verstärkt, worauf eine antidepressive Medikation eingesetzt 

worden sei (zunächst Escitalopram, danach Fluoxetin). Im September 2023 sei eine ambulante Thera-

pie bei ihnen aufgenommen worden. Im Moment imponiere eine mittelschwere depressive Sympto-

matik (passend dazu BDI [= Beck-Depressions-Inventar] vom 18.10.2023: 31 Punkte), wobei insbeson-

dere Versagensgefühle, Freud- und Interessenverlust, Konzentrationsstörungen, Energielosigkeit und 

lebensmüde Gedanken genannt wurden. Es bestehe eine stark herabgesetzte Stresstoleranz und eine 

Tendenz zur sozialen Isolation. Der Zustand der Patientin habe sich nach der Beurteilung durch 

Dr. med. F.___ leider erheblich verschlechtert und ihre Arbeitsfähigkeit sei nach wie vor eingeschränkt. 

Sie wies darauf hin, dass Frau F.___ in ihrer Beurteilung nur die unauffälligen Angaben des Psychosta-

tus vorbringe und daraus das Vorhandensein einer Depression ausschliesse. Dabei würden die dort 

beschriebenen Konzentrationsstörungen, das Gefühl der inneren Leere, die Versagensgefühle, der In-

teressenverlust und die rasche Überforderung zu den Kriterien einer depressiven Episode gehören (BG-

act. pag. 242 f.).  

 

  Seite 13 von 22 
 

7.11 Dr. med. G.___ hielt mit RAD-Stellungnahme vom 23. November 2023 fest, mit der Einnahme 

eines Antidepressivums alleine sei keine wesentliche Verschlechterung ausgewiesen. Wöchentliche 

Gespräche seien schon vorgängig durchgeführt worden und bei der Beck-Depressionsskala handle es 

sich um einen Selbstbeurteilungstest, welcher sich alleine auf die subjektive Einschätzung der versi-

cherten Person beziehe (BG-act. pag. 244 f.).  

7.12 In ihrer Kurzbeurteilung anhand der Akten (insbesondere des Berichts vom 27.10.2023; s. E. 7.10 

hievor) vom 28. November 2023 empfahl die beratende Ärztin Dr. med. F.___ der Krankentaggeldver-

sicherung die Einholung eines Gutachtens (BG-act. pag. 268 f.), woraufhin eine psychiatrische Begut-

achtung veranlasst wurde.  

7.13 Dr. med. I.___, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärztin für Allgemeinme-

dizin, hielt im psychiatrischen Gutachten vom 11. Januar 2024 fest, aktuell sei keine psychiatrische 

Störung festgestellt worden. Ein akuter und florider Gesundheitsschaden aus psychiatrischer Sicht 

liege nicht vor. Die Explorandin habe in erster Linie von der Erschöpfung und Überarbeitung an ihrem 

letzten Arbeitsplatz berichtet. Es sei ein nahezu normaler psychischer Befund festgestellt worden. ("Kli-

nisch während gesamter Exploration keine Anhaltspunkte für Konzentrations- und Aufmerksamkeits-

störungen, keine Kurz- oder Langzeitgedächtnisstörungen. Klinisch kein Vorliegen einer Vergesslichkeit 

oder Zeitgitterstörung. Intelligenz ungefähr im durchschnittlichen Bereich. Erschöpfungstendenz oder 

Müdigkeit im Rahmen der Begutachtung weder festgestellt noch seitens der Versicherten beklagt. For-

males Denken systematisch und geordnet, inhaltliches Denken situationsadäquat. Keine depressions-

typischen Denkinhalte beklagt. Keine Hinweise für Wahn, paranoide Denkinhalte, psychotisches Erle-

ben, Ich-Störung oder dergleichen. Kein vollumfänglicher lnteressensverlust, welcher alle Belange des 

alltäglichen Lebens betreffen würde. Keine Einschränkungen im sozialen und Integrationsniveau. 

Freudfähigkeit vorhanden. Schwingungsfähigkeit resp. Modulationsfähigkeit normgerecht. Psychomo-

torischer Antrieb unauffällig. Keine depressionstypischen Schlafstörungen. Die Explorandin äusserte 

allerdings eine Beeinträchtigung der Schlafqualität. Keine Anhaltspunkte für Zwänge, Phobien oder 

spezifische Ängste. Suizidalität wurde verneint, Gedanken an Lebensüberdruss seien früher zeitweise 

vorhanden gewesen, aktuell in den Hintergrund getreten.") Die Psychiaterin stellte keine Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine aktenkundige 

mittelschwere Depression (F32.4) in Remission, offensichtlich vor dem Hintergrund beruflicher Über-

lastung sowie einen Erschöpfungszustand (Z73.0) in Remission. Die Angaben der Versicherten würden 

sich mit den Angaben in den Akten und den heute geäusserten Umständen decken: Es habe massge-

blich und ursächlich eine Überforderungssituation am Arbeitsplatz vorgelegen. Die Gutachterin attes-

tierte der Beschwerdeführerin rein aus psychiatrischer Sicht eine 100-prozentige Arbeits- und Leis-

tungsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit, welche per sofort umsetzbar sei. Ein Wiedereinstieg ins berufliche 

 

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Leben wäre auch aus Ressourcen aktivierender, therapeutischer Sicht zu begrüssen. Krankheitsfremde 

Gründe, welche eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit verhindern würden, seien bei der Be-

urteilung der Arbeitsfähigkeit ausser Acht gelassen und nicht mitberücksichtigt worden (BG-act. pag. 

380 ff.).  

7.14 Im IV-Arztbericht vom 30. Januar 2024 schrieb die Dipl. Ärztin H.___, es fänden wöchentliche 

beziehungsweise zweiwöchentliche Sitzungen statt. Zudem besuche die Patientin an drei halben Tagen 

pro Woche ihre Tagesklinik. Sie attestierte der Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Geschäftsfüh-

rerin im Kleidergeschäft eine 80-prozentige Arbeitsunfähigkeit von 6. Oktober 2023 bis 31. Januar 

2024. Die depressive Symptomatik sei nach wie vor vorhanden, aktuell mittelschwer ausgeprägt. Die 

Befunde wurden folgendermassen geschildert: "Bewusstseinsklar und allseits orientiert. Im Kontakt 

schüchtern. Aufmerksamkeit erhalten. Leichte Konzentrationsstörungen im Gespräch, berichtet Ver-

gesslichkeit. Formal gedanklich geordnet. Kein Wahn, verneint Halluzinationen und Ich-Störungen. 

Verneint Zwänge. Im Affekt angespannt, bedrückt, reduziert modulationsfähig, mittelschwere lnsuffi-

zienzgefühle und Selbstvorwürfe. Schlafstörungen im Sinne von Einschlafstörungen. Antrieb gemin-

dert. Tendenz zur sozialen Isolation. Von einer Eigen- oder Fremdgefährdung distanziert". Als Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär-

tig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Ohne Auswirkungen bleibe die Diagnose "Ereignisse in der 

Kindheit, die den Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge haben" (ICD-10: Z61.3). Aktuell bestehe eine 

Antriebsminderung und schnellere Ermüdung, eine massiv eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit auf-

grund zu hoher Ansprüche an sich, so dass sie es kaum noch schaffe, den Alltag alleine zu strukturieren. 

Ihre Stresstoleranz sei reduziert und es bestünden Konzentrationsstörungen aufgrund Gedankenkrei-

sen. Die bisherige Tätigkeit sei zu zwei Stunden pro Tag zumutbar, eine dem Leiden angepasste Tätig-

keit drei bis vier Stunden pro Tag. Unter der Voraussetzung, dass die Patientin in einer Tätigkeit ohne 

grossen Leistungsdruck mit einem kleinen Pensum starte und diese stufenweise steigere, sei die Prog-

nose längerfristig gut. Sie empfehle jedoch, die Patientin im Rahmen der beruflichen Massnahmen bei 

der Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu unterstützen. Aufgrund des rezidivierenden Charakters der De-

pression müsste bei erhöhten Belastungen mit einer Destabilisierung und eventuell einem Rezidiv ge-

rechnet werden. Die Patientin habe im Moment mit allen Haushaltsaufgaben Mühe, weil sie sich kraft-

los fühle. Sie verteile diese während der Woche (BG-act. pag. 374 ff.).  

7.15 Am 8. Februar 2024 nahm RAD-Arzt Dr. med. G.___ Stellung zum Gutachten vom 11. Januar 

2024 und zum IV-Arztbericht vom 30. Januar 2024. In seiner Beurteilung des letztgenannten Berichts 

hielt er fest, in den vorgängigen Berichten von Dr. med. H.___ und Frau B.___ sei noch ein Interessen-

verlust angeführt worden, welcher grundsätzlich mit einer Depression vereinbar gewesen wäre. In 

Kenntnis des umfassenden psychiatrischen Gutachtens bleibe hingegen unklar, welche Interessen 

 

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denn tatsächlich verlustig gegangen sein sollten. Im aktuellen Bericht von Dr. med. H.___ werde nur 

noch eine "Tendenz" zur sozialen Isolation angeführt und schwere psychopathologische Befunde fehl-

ten beziehungsweise seien nicht weiter ausgeführt oder validiert. Die wiederholt angeführte "schnelle 

Ermüdbarkeit" bleibe ohne weitere Ausführungen absolut unspezifisch. Zum psychiatrischen Gutach-

ten führte er aus, dieses sei sehr umfassend und anhand der differenzierten Anamnese und der psy-

chopathologischen Befunde im Hinblick auf die Diagnose und Arbeitsfähigkeit schlüssig hergeleitet. In 

der Krankheitsentwicklung zeige sich, dass die Versicherte offensichtlich über das ihr Zumutbare gear-

beitet habe (bis 12 Stunden täglich) und damit in ein Burnout geraten sei. Nach einem erholsamen 

Klinikaufenthalt im Frühjahr 2023 sei im Sommer ein Arbeitsversuch gestartet und dann erfolglos ab-

gebrochen worden. Gemäss Anamnese gehe die Patientin weiterhin mit dem Hund spazieren und sehe 

fern. Die Gutachterin könne tatsächlich keinen Interessenverlust feststellen und auch keine Einschrän-

kungen der sozialen Integration. Entsprechend seien die Kriterien für eine depressive Störung gemäss 

ICD-10 nicht mehr erfüllt, die depressive Episode sei vollständig remittiert. Zusammenfassend sei un-

verändert von einer Burnout-Symptomatik bei einer über das Zumutbare gehenden Arbeitsbelastung 

auszugehen. Bei normaler Arbeitsbelastung sei von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr 

auszugehen. Eine psychiatrische Störung mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei – ge-

stützt auf das Gutachten – nicht ausgewiesen (BG-act. pag. 395 f.).  

7.16 In ihrer Stellungnahme vom 4. April 2024 zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführe-

rin äusserte sich die Dipl. Ärztin H.___ zur psychiatrischen Einschätzung durch die psychiatrische Gut-

achterin Dr. med. I.___ und wies auf Differenzen zu ihrer psychiatrischen Beurteilung hin. Ihres Erach-

tens seien die drei Hauptkriterien für eine depressive Episode erfüllt (depressive Verstimmung die 

meiste Zeit des Tages, Interessenverlust und gesteigerte Müdigkeit). Dass nicht alle in einer Untersu-

chungssituation vorkämen und/oder nicht objektiviert werden könnten, schliesse eine depressive Epi-

sode nicht aus. Von den restlichen Kriterien seien folgende deutlich vorhanden: Verlust des Selbstver-

trauens, Klagen oder Nachlass verminderten Konzentrationsvermögens, Unentschlossenheit, subjektiv 

psychomotorische Hemmung, Schlafstörungen jeder Art, Appetitveränderung. Entgegen der Meinung 

der Gutachterin sei sie gemäss Spitex nicht funktionsfähig, sie könne alleine ihre Struktur nicht auf-

rechterhalten. Sie gehe nach wie vor von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit aus und empfehle das Fort-

führen der ambulanten Therapie sowie eine Unterstützung seitens IV im Rahmen der beruflichen Mas-

snahmen, so dass die Arbeitsfähigkeit der Patientin erprobt und gesteigert werden könne (Be-

schwerde-Beilage 6).  

8.  

8.1 Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2024 fest, dass 

aus versicherungsmedizinischer Sicht in der Ausübung der angestammten Tätigkeit keine 

 

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gesundheitsbedingten Einschränkungen mehr bestünden, weshalb die Voraussetzungen für eine Un-

terstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung mit Integrations- oder beruflichen Massnahmen 

fehlen würden. Da die Versicherte gemäss Gutachten im bisherigen Pensum als Detailhandelsange-

stellte ohne Einschränkungen arbeiten könne, müsse das Gesuch um berufliche Massnahmen und In-

validenrente abgewiesen werden.  

8.2 Die Beschwerdeführerin macht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 15. April 2024 geltend, 

das Gutachten vom 11. Januar 2024 sei in der Anamnese und betreffend die aktuelle Situation unvoll-

ständig, mithin gar unrichtig, in der Herleitung ungenügend und im Ergebnis falsch. Dem Gutachten sei 

die fachmännische und fundierte Stellungnahme ihrer Therapeutin, Frau H.___, stellvertretende Ober-

ärztin der Tagesklinik X.___, entgegenzuhalten. Diese halte nachvollziehbar und detailliert fest, dass 

sie weiterhin unter einer mittelgradigen depressiven Episode bei einer rezidivierenden depressiven 

Störung leide, mit der Folge, dass nach wie vor von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei 

und das Fortführen der ambulanten Therapie sowie die Anordnung von Massnahmen zur beruflichen 

Integration zu empfehlen seien. Das Gutachten basiere auf einem einmaligen 1.5-stündigen Gespräch. 

Die Therapeutin und die psychiatrische Spitex könnten sich für ihre Beobachtungen und Befunde hin-

gegen auf wöchentliche Erlebnisse abstützen, weshalb ihre Stellungnahme eine zuverlässigere Beur-

teilung des streitigen Anspruchs erlaubten. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zu-

rückzuweisen; aufgrund der erheblichen Differenzen zwischen dem Gutachten und der Stellungnahme 

der Therapeutin (sowie den Empfehlungen der Klinik Y.___ und von Dr. med. E.___) unter Anordnung 

einer neuerlichen Begutachtung.  

8.3 Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen mit Stellungnahme vom 23. Mai 2024 vor, die Gutachte-

rin Dr. med. I.___ sei Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und zertifizierte medizinische 

Gutachterin SIM. Sie lege in ihrem Gutachten nachvollziehbar dar, dass die in den aktenkundigen Arzt-

berichten gestellten Diagnosen nicht eindeutig begründet und auch nicht plausibel anhand der ICD-10-

Kriterien diskutiert worden seien. Die Kriterien für eine depressive Störung gemäss ICD-10 seien aktuell 

nicht erfüllt, aus gutachterlicher Sicht könne keine psychiatrische Störung mit Einfluss auf die Arbeits-

fähigkeit attestiert werden. Auf dieses Gutachten sei abzustellen, weil keine konkreten Indizien gegen 

die Zuverlässigkeit der Expertise sprächen (BGE 137 V 21 E. 1.3.4). Daran ändere die mit Beschwerde 

vorgebrachte Kritik nichts. Soweit die Beschwerdeführerin dem Gutachten die "fachmännische und 

fundierte Stellungnahme" von H.___ gegenüberstelle, sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 

dass nicht nur behandelnde Haus-, sondern auch Fachärzte in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Pa-

tienten aussagen. Ob H.___ überhaupt Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sei, wisse sie 

nicht. (Sie habe keine Treffer auf doctorfmh.ch und/oder SIM gefunden, auf der Homepage der Klinik 

X.___ erscheine H.___ unter "Beratung und Therapie".) Von der Taggeldversicherung erhalte die 

 

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Beschwerdeführerin seit längerem kein Geld mehr. Sie sei bei der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) 

zur Stellenvermittlung angemeldet.  

9.  

Das Gutachten von Dr. med. I.___ kann als umfassend und schlüssig begründet bezeichnet werden. Es 

berücksichtigt die beklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-

den und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der 

medizinischen Situation ein.  

9.1 Soweit die Beschwerdeführerin dagegen geltend macht, das Gutachten sei in der Anamnese 

mehrfach unvollständig, ist zunächst festzuhalten, dass in den meisten der beschwerdeweise genann-

ten Beispiele die entsprechenden Informationen – da sich diese dem Gutachten selber entnehmen 

lassen – der Gutachterin durchaus bekannt waren. Unter anderem ergibt sich aus dem Gutachten, dass 

die Versicherte ihre Weiterbildung aus gesundheitlichen Gründen unterbrochen hatte, diese also nicht 

bloss "noch nicht abgeschlossen" war. Ebenso schreibt die Beschwerdeführerin selber, aus dem Gut-

achten lasse sich herleiten, dass sie für die Erledigung des Haushalts die Hilfe der psychiatrischen Spitex 

in Anspruch nehme. Die Beschwerdeführerin bestätigt auch, dass sie sich einmal pro Woche mit der 

Nachbarin treffe. Und der Gutachterin war auch bekannt, dass die Versicherte in Begleitung ihrer Mut-

ter zur Begutachtung kam. Diesbezüglich liegt keine Unvollständigkeit oder gar Unrichtigkeit des Gut-

achtens vor. Da die psychiatrische Fachärztin diese Gegebenheiten im Gutachten erwähnt hat, darf 

davon ausgegangen werden, dass sie auch in die medizinische Würdigung eingeflossen sind.  

9.2 In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die psychiatrische Exploration von der Na-

tur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater deshalb 

praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psy-

chiatrische Interpretationen möglich, zulässig und rechtlich zu respektieren sind, sofern der Experte – 

wie vorliegend – lege artis vorgegangen ist (BGE 145 V 361 E. 4.1.2).  

9.3 Bezüglich der im psychiatrischen Gutachten nicht explizit erwähnten Ereignisse ist festzuhalten, 

dass keine unvollständige Abklärung im Sinne einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) vorliegt, indem gewisse biografische Umstände bei der Beurteilung der psychiatrischen 

Gutachterin nicht bekannt waren. Denn die Gutachterin muss sich darauf verlassen können, dass die 

versicherte Person und die behandelnden Ärzte die ihnen bekannten und massgeblichen Umstände 

mitteilen und diese somit in den Akten Niederschlag gefunden haben. So ist es grundsätzlich Sache der 

versicherten Person, bedeutende biografische Umstände in der persönlichen Lebensgeschichte – nicht 

nur im Rahmen einer psychiatrischen Exploration, sondern auch innerhalb einer psychiatrischen Be-

handlung – offen zu legen (BGer 8C_34/2019 vom 08.05.2019 E. 4.2, 8C_671/2014 vom 19.03.2015 E. 

4.2.2).  

 

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9.3.1 Soweit die Beschwerdeführerin das Fehlen von Ausführungen zum wiederholten Missbrauch 

durch den Vater sowie zu den zwei Suiziden in der Familie väterlicherseits (Cousine, Onkel des Vaters) 

bemängelt, kann sie hieraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die familiäre Vorbelastung mit Depres-

sionen war der Gutachterin auf jeden Fall bekannt (Vater habe an Depressionen gelitten, Familienan-

amnese […] seien Depressionen aufgetreten). Ob sie zusätzlich Kenntnis von den beschwerdeweise 

geltend gemachten Ereignissen hatte, ist im Ergebnis nicht relevant. Denn massgebend ist, ob die Gut-

achterin bei Kenntnis und in Berücksichtigung der genannten Ereignisse den Gesundheitszustand und 

die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin abweichend beurteilt hätte, was vorliegend zu vernei-

nen ist.  

9.3.2 So kam Dr. med. I.___ in ihrem Gutachten zum Ergebnis, dass keine psychiatrische Diagnose (mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) vorliege. Sie erhob klinisch einen nahezu normalen psychischen Be-

fund (siehe E. 7.13 hievor). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der geltend gemachte Missbrauch und die 

genannten Suizide geeignet wären, den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-

führerin, wie sie sich im Zeitpunkt der Begutachtung darstellten, in einem anderen Licht erscheinen zu 

lassen, sind doch die konkreten funktionellen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen massgebend 

(vergleiche BGer 9C_12/2021 vom 11.10.2021E. 6.2.3). Demnach ist nicht davon auszugehen, dass die 

Gutachterin in Kenntnis dieser Ereignisse zu einer anderen Einschätzung gekommen wäre.  

9.3.3 Wie die Beschwerdeführerin ihr Verhältnis zu ihrem Vorgesetzten der Gutachterin geschildert 

hat, kann ebenfalls offenbleiben, da sich das geltend gemachte problembehaftete Verhältnis zu ihrem 

Vorgesetzten höchstens auf die Arbeitsfähigkeit beim früheren Arbeitgeber auswirken könnte. Nach-

dem der Beschwerdeführerin per Ende September 2023 gekündigt worden ist, das Gericht jedoch auf 

den Sachverhalt im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (27.02.2024) abstellt (siehe E. 2.2 hievor), ist 

nicht mehr die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit, sondern diejenige in einer Verweistätigkeit re-

levant, worauf der (ehemalige) Vorgesetzte keinen Einfluss hat.  

10.  

Aus dem  Vorliegen einer allfälligen entgegenstehenden (haus-)ärztlichen Einschätzung kann nicht un-

besehen ihres Inhalts auf geringe Zweifel an den Beurteilungen der versicherungsinternen Fachperso-

nen geschlossen werden (BGer 8C_68/2019 vom 22.07.2019 E. 4.2.1). In analoger Anwendung dieses 

Grundsatzes können anderslautende Einschätzungen behandelnder Ärzte nicht ohne Weiteres Zweifel 

an der Beurteilung in von der Krankentaggeldversicherung eingeholten Gutachten wecken, da diese 

bei der Beweiswürdigung gleich zu behandeln sind (siehe E. 6.4.2 und 6.4.4 hievor).  

10.1 Demzufolge hat sich das kantonale Gericht in Konstellationen wie der vorliegenden mit den ver-

schiedenen medizinischen Ausführungen auseinanderzusetzen und zu begründen, weshalb es auf die 

eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (siehe E. 6.3 hievor). Es hat insbesondere zu 

 

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prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom inva-

liditätsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (BGer 9C_201/2016 vom 18.07.2016 E. 3.2). 

Schliesslich müssen auch geringe Zweifel objektiv begründet sein.  

10.2 Soweit die Beschwerdeführerin alleine aufgrund der erheblichen Differenzen zwischen dem Gut-

achten und der Stellungnahme der Therapeutin auf die Notwendigkeit weiterer Abklärungen schliesst, 

kann ihr nach oben Gesagtem nicht gefolgt werden. Vielmehr hat eine Würdigung der Berichte zu er-

folgen.  

10.3 Streitig ist insbesondere das Vorliegen einer psychiatrischen Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit.  

10.3.1 Von der behandelnden Psychologin lic. phil. B.___ und der Dipl. Ärztin H.___ wurde die Diag-

nose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, gestellt (E. 7.8, 

7.10 und 7.14 hievor). Hierbei handelt es sich – da lic. phil. B.___ als Psychologin und Psychotherapeu-

tin über keine (fach-) ärztliche Qualifikation verfügt, und die Dipl. Ärztin H.___ keine abgeschlossene 

Facharztausbildung vorweisen kann (www.comparis.ch, besucht am 05.02.2025) – nicht um eine fach-

ärztlich gestellte Diagnose. Eine solche wäre jedoch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vo-

rausgesetzt, um die fachärztliche Beurteilung durch die begutachtende Psychiaterin zu entkräften (BGE 

140 V 193 E. 3.2; BGer 8C_584/2018 vom 13.11.2018 E. 4.1.1.2, 8C_450/2018 vom 16.10.2018 E. 5.1, 

9C_139/2014 vom 06.10.2014 E. 5.2; siehe auch E. 6.5 hievor).  

10.3.2 Soweit Dr. med. D.___ ebenfalls eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert hat, be-

zieht sich diese Diagnose auf die bei Klinikeintritt erhobenen Befunde (nur diese wurden im Bericht 

vom 24.05.2023 zuhanden der Versicherung erwähnt). Bei Klinikaustritt wurde demgegenüber ein ver-

besserter Zustand festgehalten (E. 7.3 f. hievor).  

10.3.3 Die den Arztberichten ebenfalls zu entnehmende Diagnose eines Burnout-Syndroms (ICD-10: 

Z73) begründet nur ausnahmsweise eine Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG (E. 5.4 hievor). Dass  dies 

vorliegend der Fall sein soll, wird weder geltend gemacht noch ergeben sich entsprechende Hinweise 

aus den Akten. Vielmehr ist mit Dr. med. D.___, Dr. med. F.___, Dr. med. I.___ und Dr. med. G.___ 

davon auszugehen, dass dieses im Kontext einer über das Zumutbare hinausgehenden beruflichen Be-

lastungssituation aufgetreten ist und sich bei normaler Arbeitsbelastung nicht auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkt (vergleiche E. 7.3, 7.7, 7.13 und 7.15).  

10.4 Das Argument, die sehr angepasste Persönlichkeitsstruktur und die Tendenz der Beschwerde-

führerin, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, um sich dem Gegenüber anzupassen, führe dazu, 

dass bei einer einmaligen Untersuchung der Eindruck einer nur leichten Verstimmung geweckt werden 

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könne, ist unbegründet. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass die Gutachterin, der die anam-

nestisch relevanten medizinischen Unterlagen zur Verfügung standen, sich durch die geltend gemachte 

affektive Modulationsfähigkeit der Beschwerdeführerin hätte täuschen lassen. Es darf vielmehr ange-

nommen werden, dass Dr. med. I.___ als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie entsprechende 

Verhaltensmuster richtig zu deuten weiss. Im Gutachten kommt denn auch zum Ausdruck, dass die 

Gutachterin diese Neigung der Versicherten ("wirkte […] leicht überangepasst und harmoniebedürf-

tig") tatsächlich erkannt hat.  

10.5 Die sich an den Vorgaben der ICD-10 orientierende Verneinung einer psychiatrischen Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar begründet. Dr. med. I.___ zeigte auf, dass 

anlässlich der Begutachtung die Kriterien einer depressiven Störung gemäss ICD-10 nicht erfüllt waren. 

Sie konnte insbesondere keine anhaltende depressive Affektivität, (psychomotorische) Antriebsmin-

derung oder Einschränkung der Freudfähigkeit objektivieren. Sie konnte keinen depressionstypischen 

sozialen Rückzug und keine depressionstypische Einschränkung des Aktivitätenniveaus ausmachen. So 

hat die Versicherte von diversen häuslichen und ausserhäuslichen Aktivitäten berichtet (Spazieren mit 

dem Hund, Pflege von Beziehungen und Kontakten). Das Aktivitätsprofil wies auf gut und ausreichend 

vorhandene Ressourcen und Kapazitäten hin. Einschränkungen, welche depressionsbedingt das Tages-

aktivitätsniveau beeinträchtigen würden, wurden nicht objektiviert und die kognitiven Fähigkeiten 

sind gemäss Gutachterin klinisch uneingeschränkt vorhanden (BG-act. pag. 389).  

10.6 Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfolgte im Gutachten aus rein psychiatrischer (versiche-

rungsmedizinischer) Sicht und korrekterweise unter Ausklammerung krankheitsfremder (eine Wieder-

aufnahme der bisherigen Tätigkeit verhindernder) Gründe. Es mag zutreffen, dass die einen längeren 

Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte wertvolle Erkenntnisse 

hervorbringt (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175). Indessen ist auch zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte 

in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (E.6.4.4 hievor) und diese vorliegend zur 

Begründung der Arbeitsfähigkeit unter anderem auch krankheitsfremde Gründe genannt haben. Ins-

gesamt vermögen die Berichte der behandelnden Ärzte keine auch nur geringen Zweifel an der Beur-

teilung im psychiatrischen Gutachten zu wecken. Auf dieses kann abgestellt werden.  

11.  

Das Gericht erwartet von weiteren Beweisvorkehren (insbesondere auch von der beantragten Begut-

achtung) keine neuen entscheidwesentlichen Aufschlüsse, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung 

auf solche verzichtet wird (BGE 144 V 361 E. 6.5).  

12.  

Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. I.___ ist festzustellen, dass keine Diagnose mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit und demzufolge keine rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Bei voller 

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Arbeitsfähigkeit besteht kein Anspruch auf Integrationsmassnahmen (E. 4.5 hievor). Das Leistungsbe-

gehren wurde zu Recht abgewiesen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen.  

13.  

13.1 Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Ein-

zelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. fbis ATSG). In Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leis-

tungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht werden die Kosten nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.00 bis CHF 1'000.00 Franken festgelegt (Art. 

69 Abs. 1bis IVG), wobei praxisgemäss die Gerichtsgebühr für eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde in 

einer Angelegenheit mittlerer Komplexität in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht – wie vorliegend – 

CHF 900.00 beträgt. Dazu kommt eine Barauslagenpauschale von CHF 30.00 (Art. 25 Abs. 2 Reglement 

über die Gebühren und Entschädigungen vor Gerichtsbehörden [Gerichtsgebührenreglement, GGebR, 

RB 2.3232]). Die Gerichtsgebühr (inklusive Barauslagenpauschale) ist der unterliegenden Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 34 Abs. 1 lit. b VRPV).  

13.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht 

keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario; Ueli Kieser, a.a.O., Art. 61 Rz. 218). 

 

  

 

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Das Obergericht erkennt: 

1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.  

2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus 

 CHF 900.00 Gerichtsgebühr 

 CHF 30.00 Barauslagen (pauschal) 
 

 CHF 930.00 Total, 
 

 

 werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Eröffnung: 

 - Beschwerdeführerin 

 - Beschwerdegegnerin 

 - Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

Altdorf, 21. Februar 2025 

OBERGERICHT DES KANTONS URI 

Verwaltungsrechtliche Abteilung 

Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundes-

gericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in der in Art. 42 Bundesgesetz über das Bundesgericht (Bun-

desgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]) vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwer-

delegitimation und die zulässigen Beschwerdegründe richten sich nach den massgeblichen Bestim-

mungen des BGG. 

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