# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfcf5c5f-9765-5a7e-8dac-f7625f52b5c1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.03.2013 SB120494
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120494_2013-03-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120494-O/eh 
 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, und die Ersatzoberrichter 

lic. iur. E. Leuenberger und lic. iur. H. Meister sowie die 

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Semadeni 
 

Urteil vom 28. März 2013 

in Sachen 
 

 

 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. U. Weder,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin (Rückzug) sowie Anschlussberufungsklägerin 
 

sowie 
 

A._____, 
Privatklägerin und II. Berufungsklägerin (Rückzug) 
 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 

B._____, 
Beschuldigter und III. Berufungskläger 
 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____  

betreffend  

versuchte Tötung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom  
4. Juli 2012 (DG120031) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 29. März 

2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24). 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. 55 S. 48ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB. 

2. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von  

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte 

freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 30 Tage durch 

Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate, abzüglich 30 Tage, die 

durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

5. Die folgenden von der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände, T-shirt, 

kurzarm schwarz, "..." Grösse 36, ... und Damenslip Panty-Style, "Puma", Grösse S, 

... sowie Bettwäsche, Fixleintuch schwarz, ..., werden der Privatklägerin nach 

Rechtskraft des Urteils zurückgegeben. 

6. Die folgenden von der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände, Shirt, 

grau, ... und Herrenhose, kurz, grau, ..., werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft 

des Urteils zurückgegeben. 

7. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichtes, Bezirksgericht Bülach, 

verfügte Aufrechterhaltung der Ersatzmassnahmen nach Anklageerhebung im Sinne 

von Art. 237 Abs. 2 lit. g StPO sowie Art. 237 Abs. 2 lit. d StPO werden mit 

Rechtskraft dieses Urteils aufgehoben. 

-   3   - 

8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruchs wird die Privatklägerin mit 

ihren Zivilansprüchen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von 

Fr. 5'000.–, zuzüglich Zins zu 5% seit 24. August 2011 zu bezahlen. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 3'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'881.40   Kosten Kapo 

Fr. 2'834.75   Untersuchungskosten  

Fr. 9'554.40   amtl. Verteidigungskosten 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich 

derjenigen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin, werden dem 

Beschuldigten auferlegt. Davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO 

von der Gerichtskasse übernommen werden. 

12. (Mitteilung) 

13. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. I. S. 4f.)  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (schriftlich und mündlich; Urk. 80) 

1. Der Beschuldigte sei der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen und vom Vorwurf der Gefährdung des  

Lebens im Sinne von Art. 129 freizusprechen. 

-   4   - 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von maximal Fr. 600.– unter 

Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 12 Tagen zu bestrafen. 

3. a) Eventualiter, im Falle der Verurteilung wegen Gefährdung des  

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, sei der Beschuldigte mit einer 

Freiheitsstrafe von maximal 10 Monaten zu bestrafen unter 

Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft. 

b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren. 

4. Die Kosten des erst- und des zweitinstanzlichen Verfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

5. Dem Beschuldigten sei für die erstandene Haft (einschliesslich 

Ersatzmassnahme) eine angemessene Entschädigung sowie eine 

angemessene Genugtuung zuzusprechen. 

6. Die Zivilklage sei abzuweisen, eventualiter sei sie auf den Zivilweg zu 

verweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der  

Privatklägerin. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 81) 

1. Das Urteil der I. Abteilung des Bezirksgerichts Bülach vom 4. Juli 2012 

sei grundsätzlich zu bestätigen, mit folgender wesentlicher Ausnahme: 

2. Der Beschuldigte sei mit 3 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, unter 

Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 30 Tagen. 

 

 

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3. Dem Beschuldigten sei der teilbedingte Strafvollzug zu gewähren,  

wobei der unbedingt vollziehbare Anteil auf 15 Monate und der bedingt 

vollziehbare Anteil, unter Ansetzung einer 3-jährigen Probezeit, auf  

21 Monate festzusetzen sei. 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Nach abgeschlossener Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft IV 

des Kantons Zürich am 29. März 2012 gegen B._____ (Beschuldigter) die im 

Anhang wiedergegebene Anklage wegen versuchter Tötung (Urk. 24). Anlässlich 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 27. Juni 2012 änderte sie die 

Anklage und warf dem Beschuldigten im Sinne eines Eventualantrages auch  

Gefährdung des Lebens vor (Prot. I S. 6f.). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 4. Juli 2012 

(Urk. 55) wurde der Beschuldigte wegen Gefährdung des Lebens im Sinne von 

Art. 129 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der versuchten Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sprach es ihn frei. 

Das Bezirksgericht Bülach bestrafte den Beschuldigten mit 30 Monaten 

Freiheitsstrafe unter Anrechnung der bereits erstandenen Haft von 30 Tagen. Im 

Umfang von 20 Monaten schob es den Vollzug der Strafe auf, für den restlichen 

Umfang von 10 Monaten (abzüglich 30 Haft) ordnete es den Vollzug an. 

Hinsichtlich der Zivilklage der Privatklägerin stellte das Bezirksgericht Bülach zum 

einen die  

Schadenersatzpflicht des Beschuldigten im Grundsatz fest, verwies die Privat-

klägerin zur genauen Feststellung des Umfangs ihres Schadenersatzanspruches 

aber auf den Zivilweg, und verpflichtete den Beschuldigten zum anderen zur  

Bezahlung einer Genugtuung von CHF 5'000.─ zuzüglich Zins seit 24. August 

2011. Das Bezirksgericht Bülach entschied im Weiteren über das Schicksal der 

sichergestellten Beweismittel, ordnete an, dass die bestehenden 

Ersatzmassnahmen (Kontaktverbot und Meldepflicht) mit Rechtskraft des Urteils 

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aufgehoben werden, und auferlegte schliesslich dem Beschuldigten die Kosten 

der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der Kosten 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin, und wies für die 

Kosten der amtlichen Verteidigung auf den Vorbehalt der Nachzahlung durch den 

Beschuldigten hin. 

1.3. Mit Eingabe je vom 11. Juli 2012 meldeten der Beschuldigte, die 

Anklägerin sowie die Privatklägerin fristgerecht Berufung an (Urk. 42-44). Am 5. 

November 2012 wurde das schriftlich begründete Urteil versandt und vom 

amtlichen Verteidiger, dem Vertreter der Privatklägerin sowie der Anklägerin je 

am 6. November 2012 entgegengenommen (Urk. 52). Am 13. November 2012 

gingen die  

Berufungsanmeldungen samt Akten bei der Berufungsinstanz ein. 

1.4. Mit Eingabe vom 26. November 2012 liess der Beschuldigte fristgerecht 

die Berufungserklärung einreichen (Urk. 61). Damit beschränkte er die Berufung 

auf den Schuldspruch, den Strafpunkt, die Anordnungen über die Zivilklage sowie 

die Kostenfestsetzung und -auflage. Der Beschuldigte beantragte einen 

Schuldspruch wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB und einen 

Freispruch vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB. 

Er beantragte weiter die Bestrafung mit einer Busse von maximal CHF 600.─ 

(unter Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 12 Tagen). Für den Fall der 

Verurteilung wegen Gefährdung des Lebens beantragte er die Bestrafung mit 

einer bedingt auszufällenden Freiheitsstrafe von maximal 10 Monaten (unter 

Anrechnung der erstandenen Haft) und die Ansetzung einer Probezeit von 2 

Jahren. Die Zivilklage, so der Beschuldigte weiter, sei abzuweisen, eventualiter 

auf den Zivilweg zu verweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das 

erst- und zweitinstanzliche Verfahren zu Lasten der Privatklägerin. Der 

Beschuldigte beantragte sodann eine angemessene Entschädigung sowie eine 

Genugtuung für die erstandene Haft (einschliesslich Ersatzmassnahme). 

Schliesslich beantragte er, dass die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen 

Verfahrens, einschliesslich der Ver-teidigerkosten, auf die Staatskasse zu 

nehmen seien. Beweisanträge stellte er keine. 

-   7   - 

1.5. Die Anklägerin und die Privatklägerin zogen ihre Berufung mit Eingabe 

vom 23. November 2012 (Urk. 59) bzw. vom 26. November 2012 (Urk. 65) zurück. 

Mit Verfügung vom 30. November 2012 wurde dies bereits vorgemerkt (Urk. 67). 

1.6. Mit Verfügung vom 30. November 2012 wurde der Anklägerin und der  

Privatklägerin sodann Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Die Privatklägerin erklärte mit  

Eingabe vom 4. Dezember 2012 den Verzicht auf Anschlussberufung sowie auf 

weitere Anträge im Berufungsverfahren (Urk. 69). Die Staatsanwaltschaft erhob 

mit Eingabe vom 21. Dezember 2012 innert Frist Anschlussberufung und 

beschränkte diese auf die Strafzumessung (Urk. 71). Sie beantragte eine 

Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von über 30 Monaten. 

Beweisanträge stellte sie keine. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Die Berufung des Beschuldigten beschränkt sich wie bereits erwähnt 

(vgl. vorstehend Ziff. 1.4.) auf den Schuldspruch (Dispositiv-Ziff. 1 des 

vorinstanzlichen Urteils), den Strafpunkt (Dispositiv-Ziff. 3 und 4), die 

Anordnungen über die Zivilklage (Dispositiv-Ziff. 8 und 9) sowie die 

Kostenfestsetzung und -auflage (Dispositiv-Ziff. 10 und 11). Die 

Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft hat allein den Strafpunkt zum 

Gegenstand (Dispositiv-Ziff. 3 und 4). Unangefochten blieben Dispositiv-Ziff. 2 

des vorinstanzlichen Urteils, womit der Beschuldigte vom Vorwurf der 

vorsätzlichen Tötung freigesprochen wurde, sowie die Anordnungen der 

Vorinstanz über die sichergestellten Gegenstände (Dispositiv-Ziff. 5 und 6). In 

diesen Punkten ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen, was vorab 

vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO). 

2.2. Unangefochten blieb auch Dispositiv-Ziff. 7 des vorinstanzlichen Urteils, 

womit die nach Anklageerhebung mit Verfügung des Zwangsmassnahmen-

gerichts des Bezirksgerichts Bülach vom 11. April 2012 angeordneten Ersatz-

massnahmen, einerseits das Verbot der Kontaktaufnahme mit der Privatklägerin 

im Sinne von Art. 237 Abs. 2 lit. g StPO und andererseits die Weisung, sich  

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wöchentlich bei der Staatsanwaltschaft zu melden (Art. 237 Abs. 2 lit. d StPO), 

"mit Rechtskraft des Urteils aufgehoben" wurden. Damit ordnete die Vorinstanz im 

Rahmen des Erkenntnisses die Weitergeltung der Ersatzmassnahmen bis zum 

Eintritt der Rechtskraft seines Urteils an. Korrekterweise wäre diese prozessuale 

Anordnung im Rahmen eines Beschlusses (Art. 80 Abs. 1 StPO) und unter 

Hinweis auf das Rechtsmittel der Beschwerde (Art. 237 Abs. 4 StPO i.V.m. 

Art. 222 StPO) zu treffen gewesen. An der Gültigkeit der Anordnung ändert sich 

daran  

indessen nichts. Auf Gesuch des Beschuldigten hob das Bezirksgericht Bülach 

die Ersatzmassnahmen im Umfang der Meldepflicht (Art. 237 Abs. 2 lit. d StPO) 

mit Beschluss vom 29. August 2012 mit sofortiger Wirkung auf (Urk. 49). Über das 

weitere Schicksal des bis heute geltenden Kontaktverbots ist nachfolgend unter 

Ziff. 9 zu befinden. 

1. Prozessuales 

1.1. Gemäss Anklageschrift vom 29. März 2012 (Urk. 24) soll es im Verlauf des 

Abends des 23. August 2011 zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 

zu verschiedenen verbalen Auseinandersetzungen gekommen sein, in deren  

Folge die Privatklägerin dem Beschuldigten eine Ohrfeige verabreicht habe.  

Dieser habe die Privatklägerin darauf aufs Bett geworfen und mit beiden Händen 

am Hals gepackt, zugedrückt und sie massivst über einen Zeitraum von  

ca. 30 Sekunden gewürgt, wobei er mit diesem Würgen deren Tod zumindest  

billigend in Kauf genommen habe. Da es der Privatklägerin gelungen sei, dem 

Beschuldigten einen Tritt oder Schlag ins Gesicht zu versetzen und er in der 

Folge von ihr abgelassen habe, sei es beim Versuch geblieben. Die 

Staatsanwaltschaft wertete dieses Verhalten als versuchte Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 StGB und klagte den Beschuldigten in diesem Sinne 

an. 

Wie bereits erwähnt (vgl. vorstehend Ziff. 1.1.) änderte die Staatsanwaltschaft  

anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 27. Juni 2012 die 

Anklage. Eventualiter habe der Beschuldigte durch das geschilderte gewissenlose 

Würgen und den damit völlig unnötigen Angriff gegen den Hals der Privatklägerin, 

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für welchen Angriff und welches Würgen es keinen legitimen Grund gegeben  

habe, das Leben der Geschädigten in hohem Mass (angesichts der rasch ein-

tretenden Unterversorgung des Hirns mit Sauerstoff) akut gefährdet, zumal sich 

die Geschädigte angesichts ihrer körperlichen Unterlegenheit nicht habe wehren 

können. Dadurch habe er sich der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB schuldig gemacht (Prot. I S. 6f.). 

1.2. Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung die Kritik des Verteidigers, 

dass diese Erweiterung der Anklage nicht zulässig sei (Prot. I S. 6 und S. 13 

Rz 12), zurückgewiesen, so dass zunächst darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 55 S. 7). Die Änderung, welche die Staatsanwaltschaft vornahm, hat 

lediglich Sachverhaltsaspekte zum Gegenstand, welche für eine alternative 

rechtliche Würdigung des Geschehens nach Massgabe des Tatbestand der 

Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB notwendig sind. Zu einer 

Änderung des  

Lebenssachverhaltes, wie er der Anklageschrift vom 29. März 2012 zu Grunde 

gelegt wurde, kommt es dadurch nicht. Eine derartige Änderung der Anklage 

zuzulassen, ist Sinn und Zweck von Art. 333 Abs. 1 StPO, wie schon der 

Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts 

entnommen werden kann (S. 1280; vgl. auch SCHMID, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich 2009, N 1296). Im 

Berufungsverfahren wurde eine Verletzung des Anklageprinzips auch nicht mehr 

geltend gemacht (Urk. 80 S. 2ff.)  

2. Sachverhalt 

2.1. Im Wesentlichen bestrittener Sachverhalt 

2.2.1. Der Beschuldigte gibt mit seinen Aussagen zu den Geschehnissen am 

Abend des 23. August 2011 zu, dass es damals zwischen ihm und der Privat-

klägerin zu verschiedenen verbalen Auseinandersetzungen kam, welche darin 

gipfelten, dass sie ihm eine Ohrfeige verabreichte (Urk. 7/1 S. 2; Urk. 33 S. 10). 

Er gibt weiter zu, die Privatklägerin in der Folge auf das Bett geworfen und sich 

über sie gebeugt zu haben, hielt dazu aber fest, damit habe er "die Sache" 

-   10   - 

schlichten wollen, die Privatklägerin sei hysterisch gewesen (Urk. 7/1 S. 2). Zum 

weiteren Verlauf der tätlichen Auseinandersetzung, insbesondere zum Vorwurf, er 

habe die Privatklägerin massivst gewürgt, machte der Beschuldigte keine 

konkreten Angaben; er machte geltend, sich nicht erinnern zu können, glaube 

aber, sie an der Schulter eventuell am Hals gepackt zu haben (Urk. 7/1 S. 2ff. und 

7; Urk. 7/2 S. 2; Urk. 33 S. 11). Der Beschuldigte bestätigte schliesslich die Dar-

stellung der Anklagebehörde, von der Privatklägerin einen Tritt ins Gesicht  

erhalten zu haben (Urk. 7/1 S. 2, 4 und 7; Urk. 33, S. 11). Soweit die Anklage-

behörde daraus folgerte, dass der Beschuldigte dadurch mit Würgen aufgehört 

habe ("…, worauf er in der Folge von ihr abliess"), bestritt er die Darstellung der 

Staatsanwaltschaft (Urk. 38 S. 11f.). 

2.2.2. Bezüglich der bestrittenen objektiven und subjektiven 

Sachverhaltselemente ist im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen, ob diese 

erwiesen sind. Die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung wurden von der 

Vorinstanz zutreffend dargelegt (Urk. 55 S. 8ff. Ziff. 2.). Ebenso hat sie die 

relevanten Beweismittel korrekt aufgezählt (Urk. 55 S. 12 Ziff. 4.1.). Nicht erwähnt 

hat sie die Aussagen von C._____, einem Freund und Wohnungspartner des 

Beschuldigten (Urk. 9/3). Dessen Aussagen kommen in der Tat nur marginale 

Bedeutung zu. Soweit erforderlich wird auf seine Aussagen in den 

nachfolgendenden  

Erwägungen einzugehen sein.  

2.2.3. Die Verteidigung beanstandet, es gehe nicht an, dass die Vorinstanz 

aufgrund des Interessens des Beschuldigten am Ausgang des Verfahrens den 

Schluss zieht, seine Aussagen seien mit Vorsicht zu würdigen, während dieser 

Vorbehalt bezüglich der Privatklägerin nicht angebracht werde (Urk. 80 S. 3  

Ziff. 4.1.). Soweit dem Beschuldigten dadurch eine verminderte Glaubwürdigkeit 

unterstellt wird, ist festzuhalten, dass auch für einen in seiner Glaubwürdigkeit 

Eingeschränkten die Unschuldsvermutung gilt. So hat auch ein Unschuldiger, der 

beschuldigt wird, ein legitimes Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn 

günstigen Licht darzustellen. Auch das Bundesgericht geht bei der Aussagen-

würdigung von der sogenannten Nullhypothese aus (BGE 129 I 49 E. 5;  

-   11   - 

Entscheid vom 19. Juni 2008, 6B_96/2008). Entsprechend hielt die Vorinstanz 

fest, dass der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person eine untergeordnete 

Rolle zukommt und vielmehr auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen abzustellen 

ist (Urk. 55 S. 10 Ziff. 2.4.). 

Gleiches gilt auch bezüglich der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin. Die 

Verteidigung versucht, ihre Glaubwürdigkeit zu unterwandern, indem geltend 

gemacht wird, die Aussagen der Privatklägerin würden diverse Übertreibungen 

und Widersprüche enthalten (Urk. 80 S. 4ff. Ziff. 4.3.). Allfällige 

Übertreibungstendenzen, impulsive oder ausgeprägt emotionale Wesenszüge 

vermögen indes die Glaubwürdigkeit einer Person nicht a priori herabzusetzen. 

Es liegen entgegen den Ausführungen der Verteidigung aufgrund des 

Aussageverhaltens der Privatklägerin keine Hinweise auf eine 

Übertreibungstendenz in einer Intensität vor, die eine Einschränkung ihrer 

allgemeinen Glaubwürdigkeit indizieren würde. Vielmehr ist im Anschluss zu 

analysieren, ob deren Aussagen zum Kerngeschehens glaubhaft sind. 

2.2.4. Die Vorinstanz hat schliesslich auch die konkreten Aussagen der 

genannten Personen - Beschuldigter, Privatklägerin, D._____ und E._____ - 

zutreffend  

wiedergegeben (Urk. 55 S. 20ff. Ziff. 4.4.2. und 4.4.3.). Um Wiederholungen zu 

vermeiden, kann zu all diesen Punkten vollumfänglich auf die Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.2. Beweiswürdigung 

2.2.5. Die Vorinstanz befasste sich zunächst mit der Vorgeschichte der 

eigentlichen Tat und handelte in diesem Zusammenhang die Entstehung des 

zunächst verbal und darauf körperlich ausgetragenen Konflikts zutreffend ab, so 

dass  

darauf verwiesen werden kann (Urk. 55 S. 23f. Ziff. 4.5.1.). Zusammenfassend ist 

dazu festzuhalten, dass die Privatklägerin und der Beschuldigte am fraglichen 

Abend des 23. August 2011 Gespräche über ihre aktuelle Situation (Arbeit,  

Beziehung) und die gemeinsame Zukunft führten, wobei der Anstoss von der  

-   12   - 

Privatklägerin kam, der Beschuldigte sich daran allerdings nur widerwillig 

beteiligte, was die Privatklägerin enttäuschte und traurig stimmte. Die aufgewühlte  

Privatklägerin versuchte in der Folge wiederholt, mit dem Beschuldigten nochmals 

ins Gespräch zu kommen, was ihr jedoch nicht gelang. Nachdem sich der  

Beschuldigte entschieden hatte, die Nacht auswärts zu verbringen und Anstalten 

traf, die Wohnung zu verlassen, kam es zu einer gegenseitigen verbalen  

Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Beschuldigte der Privatklägerin Vor-

würfe wegen einer Affäre machte, welche sie anfangs 2011 mit einem gewissen  

"F._____" gehabt hatte. Als er ihrer Aufforderung, diese zu wiederholen, nicht 

nachkam, betitelte die Privatklägerin den Beschuldigten mit "Schlappschwanz" 

und verabreichte ihm eine Ohrfeige. 

2.2.6. Der Beschuldigte räumte ein, die Privatklägerin daraufhin auf das Bett  

geworfen und sich über sie gebeugt zu haben. Über den weiteren Verlauf der 

Auseinandersetzung auf dem Bett machte er, wie erwähnt, keine konkreten  

Angaben mit der Begründung, sich nicht erinnern zu können. Diese 

Erinnerungslücke ist, wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 55 S. 25), wenig 

überzeugend. Dem Beschuldigten war der ganze Ablauf des Abends präsent, und 

er konnte sowohl zu den Ereignissen unmittelbar vor der Auseinandersetzung auf 

dem Bett als auch zu den Geschehnissen danach detailliert Auskunft geben.  

Dieser Umstand lässt die geltend gemachte Erinnerungslücke unglaubhaft  

erscheinen und nicht - wie die Verteidigung moniert (Urk. 80 S. 12 Ziff. 9.2.) - die 

alleinige Aussage, sich nicht an das Ereignis erinnern zu können. Es war gemäss 

übereinstimmenden Aussagen das erste Mal, dass es zwischen dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin zu Handgreiflichkeiten gekommen war (Urk. 

8/1 S. 8 Frage 32; Urk. 78 S. 6); umso mehr ist es schlicht nicht nachvollziehbar, 

dass  

ersterer sich nicht an ein solch einschneidendes Erlebnis zu erinnern vermag. Ein 

besonderes Verhalten oder Ereignis, das den Erinnerungsverlust bewirkt haben 

könnte, ist nicht ersichtlich. Der Beschuldigte war weder betrunken, noch stand er 

unter Drogeneinfluss (Urk. 12/4). Der Fusstritt ins Gesicht, den er am Schluss der 

Auseinandersetzung auf dem Bett erhalten haben will, vermag die Erinnerungs-

lücke ebenfalls nicht zu erklären. Der Beschuldigte sagte dazu aus, eine kleine 

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Wunde an der rechten Wangeninnenseite erlitten zu haben (Urk. 7/1 S. 2), von 

einer (vorübergehenden) Bewusstlosigkeit geschweige denn einer 

Hirnerschütterung, was eine Amnesie allenfalls zu erklären vermöchte, war nie die 

Rede. Dass der Beschuldigte, wie die Verteidigung geltend machte, sich in einem 

Schockzustand befand (Prot. I S. 13), wirkt konstruiert und vermag nicht zu 

überzeugen. Mit der Vorinstanz ist der geltend gemachte Erinnerungsverlust als 

blosse Schutzbehauptung zu qualifizieren. 

2.2.7. Die Aussagen der Privatklägerin enthalten keinen derartigen Bruch. Ihre 

Schilderung weist für sämtliche Phasen des fraglichen Abends - die 

Vorgeschichte, das Kerngeschehen auf dem Bett und die nachfolgenden 

Ereignisse - denselben Konkretisierungsgrad auf und enthält viele Hinweise auf 

ihr inneres  

Erleben (Denken und Fühlen). Mit der Beleidigung, welche sie aussprach, und der 

Ohrfeige, die sie dem Beschuldigten verabreichte, hielt sie auch mit Angaben, 

welche ihre Mitverantwortung an der Eskalation belegen, nicht zurück. Die 

Privatklägerin wies wiederholt daraufhin, wenn sie sich nicht sicher war, unnötige 

Übertreibungen lassen sich nicht ausmachen. Dies zeigt sich eindrücklich etwa 

darin, dass sie keine Zeitangabe zur Dauer des Würgens machte (Urk. 8/1 

Ziff. 24; Urk. 8/2 S. 11) und auch den genauen Zeitpunkt des unkontrollierten 

Urinabgangs offen liess (Urk. 8/1 Ziff. 23; Urk. 8/2 S. 8). Entgegen den heutigen 

Ausführungen der Verteidigung hat sie nicht erst in späteren Befragungen 

eingeräumt, dies sei erst geschehen, als sie bereits vom Bett aufgestanden sei 

(Urk. 80 S. 15f.).  

Bereits anlässlich der ersten Einvernahme nach dem Vorfall gab sie folgendes zu 

Protokoll (Urk. 8/1 S. 6 Frage 23, Hervorhebung durch das Gericht): "Ich strampelte 
und versuchte, ihn von mir wegzustossen. Irgendwann wurde es mir auch schwarz von den Augen. 
Ich konnte in seinem Blick erkennen, dass jetzt irgendwas bei ihm durchgebrannt ist. Ob ich schon 
auf dem Bett Urinabgang hatte, weiss ich nicht mehr." Seit Beginn der Untersuchung  
äusserte sie sich diesbezüglich bedacht. Entsprechend steht ihre Aussage vor 

Vorinstanz, dass sie irgendwann aufgesessen sei, sich an den Hals gefasst und 

"aua" gesagt habe, dann aufgestanden sei und bemerkt habe, dass sie in die  

Hose gemacht habe (Urk. 31 S. 9), nicht im Widerspruch zu ihren früheren 

-   14   - 

Aussagen , wie dies der Verteidiger vor Vorinstanz geltend machte (Prot. I S. 11 

Rz 1). Erstens wurde sie nicht nach dem Zeitpunkt des Urinabganges gefragt und 

zweitens ist ihre Antwort diesbezüglich zu wenig klar, um ihr unterstellen zu 

können, sich hinsichtlich des Zeitpunkt des Urinabganges, anders als bei den 

beiden früheren Einvernahmen (Urk. 8/1 S. 6 Frage 23; Urk. 8/2 S. 8), nun 

festgelegt zu haben. Dass die Privatklägerin temperamentvoll ist, wie sie sich 

selber beschrieb (Urk. 8/1 S. 8 Frage 34), und in früheren Auseinandersetzungen 

mit dem  

Beschuldigten auch schon impulsiv reagierte, wie C._____ aussagte (Urk. 9/3 

S. 5) und auch aus dem E-Mail-Verkehr vom 10./12. Dezember 2010 zwischen 

der Privatklägerin und der Schwester des Beschuldigten hervorgeht (Urk. 32), 

mag stimmen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 38 S. 13f.; Urk. 80 

S. 7 f.) sind diese Umstände indessen nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit ihrer 

konkreten Aussagen zu den hier zu untersuchenden Ereignissen vom 23. August 

2011 in Frage zu stellen. Der Vollständigkeit halber sind in diesem 

Zusammenhang die Aussagen von D._____ zu erwähnen, der Bewohnerin einer 

einen Stock höher gelegenen Wohnung im selben Haus, zu welcher die 

Privatklägerin nach der tätlichen Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten 

geflüchtet war. Ihnen kann entnommen werden, dass die Privatklägerin schon 

unmittelbar nach dem fraglichen Vorfall davon sprach, vom Beschuldigten 

gewürgt worden zu sein (Urk. 9/2 S. 4). 

2.2.8. Die Schilderung der Privatklägerin zum Kerngeschehen - dass sie vom  

Beschuldigten auf das Bett geschubst worden sei, dieser sich dann rittlings auf  

ihren Schoss gesetzt und sie gewürgt habe, indem er beide Hände auf ihren Hals 

gelegt und sehr fest zugedrückt habe (Urk. 8/1 S. 6; Urk. 8/2 S. 8 und 10f.; 

Urk. 31 S. 7f.) - wird durch das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der  

Universität Zürich vom 19. September 2011 (Urk. 14/3) bestätigt, was die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin untermauert. 

2.2.8.1. Danach wurden bei der körperlichen Untersuchung der Privatklägerin 

rund 2 ½ Stunden nach dem hier zur Diskussion stehenden Vorfall beidseits am 

Hals mehrere, zwischen ca. 1 x 0,3 cm bis ca. 7 x 2 cm messende Hautrötungen 

-   15   - 

mit Hautein- und Hautunterblutungen festgestellt. Der Kehlkopf zeigte Druck- und 

Verschiebeschmerzen. Eine weitere ca. 1 x 0,5 cm messende Hautrötung befand 

sich mittig am Nacken. Es zeigten sich diffuse Druckschmerzen entlang der 

Halswirbelsäule bis zum Hinterkopf reichend, auch die Muskulatur neben der 

Halswirbelsäule war diffus verhärtet und druckschmerzhaft. Weitere einzelne 

punktförmige, rote Einblutungen wurden an der Haut hinter beiden Ohren 

festgestellt, hinter dem linken Ohr zudem eine ca. 4 x 2 cm messende Hautrötung 

mit einer ca. 0,8 x 0,4 cm messenden, roten Hautunterblutung im rumpfnahen 

Anteil. An der Haut des rechten Oberlides sowie an den Unterlidern wurden 

einzelne punktförmige, rote Einblutungen festgestellt. Die Augenbindehäute 

wiesen beidseits keine Ein- oder Unterblutungen auf, waren aber geringgradig 

blutgestaut. Festgehalten wurde sodann, dass die Privatklägerin zum Zeitpunkt 

der körperlichen Untersuchung über Schluckbeschwerden, Heiserkeit und 

Schmerzen im Kiefergelenk, beidseits, und deswegen erschwerter Mundöffnung 

klagte (S. 2). Alle  

diese Spuren und Beschwerden lassen sich gemäss Gutachten widerspruchslos 

mit dem von der Privatklägerin beschriebenen Würgen in Einklang bringen (S. 4). 

Im Folgenden sind auf einzelne Einwendungen des Verteidigers (Urk. 38 S. 7ff.; 

Urk. 80 S. 13ff.; Prot. II. S. 9) näher einzugehen. 

2.2.8.2. Der Verteidiger verwies zum einen auf die Untersuchung der 

Privatklägerin in der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie 

G._____ im Rahmen der ambulanten Konsultation durch den Assistenzarzt 

Dr. H._____. Dieser spreche in seinem Befund (Urk. 14/1) von einem 

unauffälligen ORL-Status, was gegen ein massives Würgen spreche. Die von 

Dr. H._____ gemachten Feststellungen würden vielmehr die Darstellung des 

Beschuldigten stützen, wonach er die Privatklägerin an den Schultern gepackt 

habe (Urk. 38 S. 7f.; Urk. 80 S. 13  Ziff. 9.3.). Dem ist zu entgegnen, dass die 

Privatklägerin, nachdem sie von der Polizei am Wohnort abgeholt worden war, 

zunächst in das Institut für Rechtsmedizin verbracht wurde, wo sie von 04:00 Uhr 

bis 05:20 Uhr untersucht wurde (Urk. 14/3 S. 1), und zwar - wie das 

obenerwähnte Gutachten zeigt - eingehend. Die Untersuchung in der …-Klinik 

[G._____], welche das Institut für Rechtsmedizin veranlasste ("Die Patientin wird 

-   16   - 

von der Rechtsmedizin zur weiteren Abklärung bei Würgetrauma zugewiesen" 

[Urk. 14/1]), fand danach statt und bezweckte eine weitere Kontrolle der 

Verletzungen im Halsbereich, insbesondere ob eine Beeinträchtigung im 

Kehlkopfbereich vorliegt (Urk. 1 S. 5; Urk. 8/2 S. 10 Mitte). Die in der Folge 

vorgenommene fiberendoskopische Untersuchung ergab keinen auffälligen 

Befund (Urk. 14/1). Ein Widerspruch zu den Feststellungen des Instituts für 

Rechtsmedizin, welche einen weit höheren Detaillierungsgrad aufweisen, lässt 

sich diesem Befund nicht entnehmen. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass 

sich die untersuchenden Ärzte des Instituts für Rechtsmedizin - folglich die 

Experten auf dem Gebiet -, welche den ärztlichen Bericht von Dr. H._____ in ihr 

Gutachten einfliessen liessen (14/3 S. 3), nicht veranlasst sahen, ihre 

Feststellungen zu korrigieren.  

2.2.8.3. Wie bei einer ärztlichen Untersuchung üblich, waren die Gutachter zur 

vollständigen Erfüllung ihrer Aufgabe auch auf Auskünfte der Privatklägerin zu  

ihrem aktuellen Befinden angewiesen. Die gutachterlichen Feststellungen,  

wonach der Kehlkopf Druck- und Verschiebeschmerzen zeigte, diffuse 

Druckschmerzen entlang der Halswirbelsäule bestanden, auch die Muskulatur 

neben der Halswirbelsäule druckschmerzhaft war, sowie Schluckbeschwerden, 

Heiserkeit und Schmerzen im Kiefergelenk, beidseits, vorlagen und die 

Privatklägerin deswegen den Mund nur erschwert öffnen konnte, dürften 

ausschliesslich, zumindest aber überwiegend auf den Angaben der Privatklägerin 

beruhen. Dass die Gutachter diese Fakten für die Beurteilung der Lebensgefahr 

berücksichtigten (Urk. 14/3 S. 4), macht das Gutachten, entgegen der Auffassung 

der Verteidigung (Urk. 38 S. 8 und 10; Urk. 80 S. 14; Prot. II S. 9), nicht 

unzuverlässig, soweit sich die Angaben der Privatklägerin als glaubhaft erweisen. 

Diesbezüglich ist zu  

wiederholen, dass sich in den Aussagen der Privatklägerin zum hier zu unter-

suchenden Vorfall keine Anzeichen dafür finden, dass sie übertrieben geschweige 

denn zum Nachteil des Beschuldigten etwas erfunden hätte (vgl. vorstehend  

Ziff. 4.2.3.). Insofern ist ihren Angaben gegenüber den untersuchenden Ärzten 

des Instituts für Rechtsmedizin, welche sie ca. 2 - 3 Stunden nach der 

Auseinandersetzung machte, durchaus Glauben zu schenken, zumal die von ihr 

-   17   - 

geltend  

gemachten Schmerzen und weiteren Beschwerden zum festgestellten Spurenbild 

- diverse Rötungen und Hautein- und - unterblutungen am Hals, Nacken und  

hinter den Ohren - passen. Wohl hatte die Privatklägerin im Frühjahr 2011 einen 

Autounfall erlitten, welcher, wie sie selber aussagte, eine gestauchte Wirbelsäule 

und Probleme mit der Muskulatur zu Folge hatte (Urk. 8/2 S. 5 unten) und auch 

Schmerzen im Nackenbereich verursachte (Urk. 14/3 S. oben). Aber selbst wenn 

die im Gutachten festgehaltenen Druckschmerzen entlang der Halswirbelsäule 

und an der daneben verlaufenden Muskulatur nicht berücksichtigt würden,  

verblieben zahlreiche weitere Beschwerden, die nicht diesem Autounfall 

zugeschrieben werden können - Kehlkopf mit Druck- und Verschiebeschmerzen, 

Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Schmerzen im Kiefergelenk, beidseits, und  

erschwerte Mundöffnung. Ob die Heiserkeit, wie der Verteidiger mutmasst 

(Urk. 38 S. 9 oben; Urk. 80 S. 14 Mitte), Folge des wiederholten Schreiens der 

Privatklägerin war, kann offen bleiben. Die Privatklägerin beklagte sich nicht  

primär über Heiserkeit, sondern über Hals- und Schluckweh, was sie 

insbesondere beim Trinken behindert habe (Urk. 8/2 S. 13: "Es ging nicht so einfach 
runter"). 

2.2.9. Zur konkreten Dauer des Würgevorganges liegen weder Aussagen des  

Beschuldigten noch der Privatklägerin vor. Auch wenn keine genaue Zeitangabe 

in Sekunden gemacht werden kann, so lässt sich die Intensität der Einwirkung auf 

den Hals der Privatklägerin aufgrund weiterer Umstände dennoch bestimmen. 

2.2.9.1. Zu erwähnen ist zunächst das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

(Urk. 14/3). Vorab ist festzuhalten, dass aktenwidrig das Fehlen von wesentlichen 

würgetypischen Symptomen behauptet wird (Urk. 80 S. 20). Im Gutachten sind 

nicht nur mehrere Rötungen mit Hautein- und -unterblutungen am Hals und  

Nacken festgehalten, sondern auch einzelne punktförmige, rote 

Stauungsblutungen, und zwar an der Kopfhaut hinter den Ohren, an der Haut des 

rechten Augenlides und des linken Unterlides. Stauungsblutungen, so die 

Gutachter, würden bei diversen Formen von Strangulationshandlungen auftreten 

und als Folge einer Blutabflussstörung entstehen. Allein dies deutet darauf hin, 

-   18   - 

dass die Würgeattacke des Beschuldigten anhaltend und heftig war. Es kann 

deshalb auch ausgeschlossen werden, dass die festgestellten Verletzungen, 

insbesondere die Stauungsblutungen, durch ein Berühren des Halses oder 

ungewolltes Abrutschen der Hände in Richtung des Halses - wie dies zu erklären 

versucht wurde (Urk. 78 S. 12; Urk. 80 S. 13) - haben entstehen können. Der 

Umstand, dass an den  

Augenbindehäuten, wie der Verteidiger einwandte (Urk. 38 S. 9; Urk. 80 S. 14), 

keine Ein- oder Unterblutungen festgestellt wurden, ändert an dieser Schluss-

folgerung nichts. AEBERSOLD, welcher vom Verteidiger in diesem Zusammenhang 

erwähnt wird, spricht davon, dass eine kritische Hirn-Durchblutungsstörung, wie 

sie für eine unmittelbare Lebensgefahr vorausgesetzt werde, sich etwa in Form 

von punktförmigen Stauungsblutungen manifestieren könne und erwähnt dabei 

lediglich beispielhaft ("insbesondere") die Augenbindehäute (BSK Strafrecht II, 2. 

Aufl., Basel 2007, N 14a zu Art. 129 StGB).  

2.2.9.2. Die Gutachter stützten ihre Beurteilung auch auf die Aussage der 

Privatklägerin, wonach sie etwa zwei- bis dreimal unwillkürlichen Urinabgang 

gehabt habe. Dabei handle es sich um ein vegetatives Symptom, welches durch 

die druckbedingte Reizung von Verzweigungen eines in den Halsweichteilen ver-

laufenden Nerven und auch unter akuter Sauerstoffnot auftreten könne (Urk. 14/3 

S. 4). Laut dem Kurzbericht des forensischen Instituts Zürich steht fest, dass es 

zu einem stärkeren Urinausfluss kam (Urk. 11/3 S. 2f.). Es wurde allerdings  

bereits darauf hingewiesen, dass die Privatklägerin bei ihren Aussagen 

gegenüber den Untersuchungsbehörden den Zeitpunkt des Urinabgangs nicht 

genau zu bestimmen vermochte (vorstehende Erw. Ziff. 4.2.3.). Unwillkürliches 

Einnässen stellt ein typisches Symptom für einen massiven Würgevorgang dar 

(BSK Strafrecht II-AEBERSOLD, a.a.O., N 14a zu Art. 129 StGB) und liesse sich 

somit gut mit der von der Privatklägerin geschilderten Würgeattacke des 

Beschuldigten in Einklang bringen. Ob vorliegend das Einnässen tatsächlich 

während dem Würgen  

erfolgte, lässt sich allerdings nicht rechtsgenügend beweisen. Es kann in diesem 

Punkt auf die zutreffende und differenzierte Begründung der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 55 S. 26 Ziff. 4.5.2.3.). 

-   19   - 

Nicht wegzureden ist allerdings, dass der Urinabgang unwillkürlich erfolgte, was 

sich, wenn das Würgen als Ursache wegfällt, vernünftigerweise nur mit einem 

massiven Panikzustand der Privatklägerin erklären lässt. Dass die Privatklägerin 

echte Todesangst hatte, lässt sich nicht nur ihren eigenen Aussagen zu ihrem 

Empfinden entnehmen (Urk. 8/1 Ziff. 29, 31 und 46-49; Urk. 8/2 S. 16), sondern 

wird auch durch die Art und Weise ihrer Flucht aus der Wohnung eindrücklich  

bestätigt. So steht aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerin 

(Urk. 8/2 S. 8) und des Beschuldigen (Urk. 7/1 S. 8) fest, dass sie, nachdem sie 

sich vom Bett erhoben hatte, das Mobiltelefon behändigte und die Polizei zu  

benachrichtigen versuchte, der Beschuldigte aber intervenierte. Ihre 

anschliessenden Versuche, die Wohnung zu verlassen, wurden vom 

Beschuldigten  

zunächst erfolgreich unterbunden, indem er die Privatklägerin jedenfalls packte 

und ihr wegen ihres Schreiens auch den Mund zuhielt (Urk. 7/1 S. 8). An dieser 

Stelle ist darauf hinzuweisen, dass auch eine solche Handlung des Beschuldigten 

nicht die bei der Privatklägerin festgestellten Stauungsblutungen hätte hervorrufen 

können. Dass er sie in dieser Phase wiederholt schlug, lässt sich demgegenüber 

nicht nachweisen, konnte doch die Privatklägerin ihre diesbezüglichen Aussagen 

gegenüber der Polizei (Urk. 8/1 S. 7) in der förmlichen Einvernahme als Zeugin 

nicht bestätigen (Urk. 8/2 S. 12). Dies ändert an der Dramatik der damaligen  

Situation indessen nichts. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang schliesslich 

die Schilderung von D._____ zur Verfassung, in welcher sie die Privatklägerin 

antraf; diese sei mit blossem T-Shirt, in Unterwäsche und Hotpants bekleidet vor 

der Türe gestanden und umgehend in die Wohnung gekommen, als sie sie ge-

öffnet habe - sie sei quasi in die Wohnung geflüchtet (Urk. 9/2 S. 3). Die 

Privatklägerin sei dann einfach auf dem Boden gesessen, habe gezittert und sich 

wie nicht mehr bewegen können, sie habe geweint und Angst gehabt; irgendwann 

sei der Privatklägerin auch schwindlig und schlecht geworden, worauf sie ihr 

Zucker gegeben habe (Urk. 9/2 S. 4). Sie habe ängstlich, verstört, aufgelöst und 

geschockt gewirkt (Urk. 9/2 S. 5). Ihre Flucht einerseits und ihr Zustand, in 

welchem D._____ sie antraf andererseits, deuten klar darauf hin, dass zuvor ein 

Gewaltakt stattfand, der ihr Sicherheitsgefühl massiv beeinträchtigte, was auf das 

-   20   - 

von ihr geschilderte heftige Würgen zweifellos zutrifft. Das Vorbringen der Ver-

teidigung, es sei offenkundig, dass die Privatklägerin den Streit habe eskalieren 

lassen und Dritte habe einbeziehen wollen, ist vor diesem Hintergrund schlicht 

nicht nachvollziehbar. Vielmehr war der Streit im Zeitpunkt, als sie Hilfe und 

Schutz bei der Nachbarin suchte, bereits eskaliert (Urk. 80 S. 17 Ziff. 9.5.). 

2.2.9.3. Von der Vorinstanz nicht näher gewürdigt wurde die Aussage der 

Privatklägerin, dass ihr während des Würgens schwarz vor den Augen geworden 

sei. Dies ist hier nachzuholen. Sowohl in der ersten Einvernahme durch die 

Polizei wie in der späteren Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft erwähnte 

die  

Privatklägerin dieses Symptom (Urk. 8/1 Ziff. 23; Urk. 8/2 S. 8 und S. 11). Diese 

Aussage bestätigte sie auch anlässlich ihrer Einvernahme durch die Vorinstanz 

(Urk. 31 S. 8). Entgegen der Unterstellung der Verteidigung (Urk. 38 S. 15; 

Urk. 80 S. 10) machte die Privatklägerin ihre erste entsprechende Aussage nicht 

auf expliziten Vorhalt dieses Symptoms, sondern nach einer vorangegangenen  

offenen Fragestellung ("Wie ging es dann weiter") im Rahmen einer freien  

Schilderung der Geschehnisse (Urk. 8/1 Ziff. 23; vgl. auch Urk. 8/2 S. 8). Wohl 

konnte sie sich anlässlich ihrer Befragung durch die Staatsanwaltschaft auf  

explizite Nachfrage nicht festlegen, ob sie effektiv (kurzzeitig) weggetreten war 

oder erst am Wegtreten, hielt aber dennoch an der (sinn-) bildlichen 

Umschreibung fest, dass ihr schwarz vor Augen wurde (Urk. 8/2 S. 11). Dieses 

Aussageverhalten ist als weiteres Zeichen ihrer Vorsicht zu werten, den 

Beschuldigten nicht falsch zu belasten. Sinngemäss sind ihre Aussagen jedenfalls 

so zu verstehen, dass sie während des Würgens eine Trübung des Bewusstseins 

wahrnahm, nicht aber ein Bewusstseinsverlust eintrat. Insofern (und entgegen der 

Auffassung des Verteidigers [Urk. 38 S. 15]) besteht auch kein Widerspruch zum 

ärztlichen Bericht von Dr. H._____ (Urk. 14/1). Kommt hinzu, dass für die Fest-

stellung der Befunde primär auf das weit detailliertere Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin abzustellen ist. Darin ist - bezugnehmend auf die eigenen  

Angaben der Privatklägerin gegenüber den untersuchenden Ärzten - nicht nur 

festgehalten, dass kein Bewusstseinsverlust eingetreten sei, sondern auch, dass 

ihr schwindlig und schwarz vor den Augen geworden sei (Urk. 14/3 S. 1). Damit 

-   21   - 

ist belegt, dass die Privatklägerin auch in der allerersten sachbezogenen  

Befragung, welche zwei, drei Stunden nach dem Vorfall stattfand, dieses  

Symptom erwähnte. Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage bestehen unter 

diesen Umständen nicht. 

2.2.9.4. Der Vollständigkeit halber sei auch das weitere Verhalten der 

Privatklägerin nach den Ereignissen dieses Abends erwähnt. Die Privatklägerin 

hatte den Beschuldigten damals geliebt (Urk. 8/1 Ziff. 33), die beiden standen 

kurz davor, gemeinsam eine Wohnung in I._____ zu beziehen (Urk. 8/1 Ziff. 7), 

für die Privatklägerin ein Schritt in eine gemeinsame Zukunft (Urk. 31 S. 4). 

Weiterer Kontakt zum Beschuldigten war für die Privatklägerin nach diesem 

Abend kein Thema mehr. Diese Reaktion lässt sich weder mit einer blossen 

(lauten) verbalen Auseinandersetzung noch mit allfälligen leichten 

Handgreiflichkeiten erklären,  

hatten der Beschuldigte und die Privatklägerin doch bereits zuvor immer wieder 

mal lautstarke Auseinandersetzungen, ohne dass die Privatklägerin deswegen die 

Beziehung in Frage gestellt hätte (Urk. 31 S. 3f.). Auch wenn dieses Verhalten der 

Privatklägerin allein keinen Schluss auf die Natur der Übergriffe des 

Beschuldigten zulässt, bringt es dennoch zum Ausdruck, dass es an diesem 

Abend zu einem absolut aussergewöhnlichen Vorfall gekommen sein muss. 

2.2.9.5.  Die Vorinstanz erwähnte in diesem Zusammenhang auch die SMS,  

welche die Privatklägerin kurz nach ihrer Flucht aus der Wohnung vom 

Beschuldigten erhielt und mit welcher dieser sich für das Vorgefallene 

entschuldigte (Urk. 2). Diese Nachricht ist - entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz (Urk. 55 S. 28 Ziff. 4.5.2.6.) - indessen nicht schlüssig genug, um die 

Art und Intensität des Übergriffs näher einordnen zu können. Immerhin ist 

festzuhalten, dass diese Nachricht nicht gegen die Darstellung der Privatklägerin 

spricht. 

2.2.10. Gemäss Sachverhaltsdarstellung der Anklagebehörde soll es der Privat-

klägerin gelungen sein, dem Beschuldigten einen Tritt ins Gesicht zu versetzen, 

worauf dieser von ihr abgelassen (sprich mit dem Würgen aufgehört) habe. Diese 

Darstellung, welche hinsichtlich der Folge des Fusstritts vom Beschuldigten 

-   22   - 

bestritten wurde (Urk. 38 S. 11f.), lässt sich gestützt auf die Aussagen der 

Privatklägerin, welche sich diesbezüglich nicht sicher war (Urk. 8/2 S. 11), nicht 

nachweisen. Es kann dazu auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 55 S. 27 Ziff. 4.5.2.4.). Mit ihr ist somit zu Gunsten des 

Beschuldigten davon auszugehen, dass der Fusstritt nicht während des Würgens 

erfolgte und dieses beendete, sondern dass der Beschuldigte bereits zuvor aus 

eigenem Antrieb mit dem Würgen aufgehört hatte. 

2.3. Fazit 

Der Sachverhalt, wie er dem Beschuldigten mit Anklageschrift vom 29. März 2012 

vorgeworfen wird, erweist sich im Wesentlichen als erwiesen. Aufgrund der 

gutachterlich festgestellten äusserlichen Spuren und den glaubhaften Aussagen 

der Privatklägerin über das Vorgehen des Beschuldigten einerseits und dessen 

Auswirkungen auf ihre Verfassung andererseits ist von einem anhaltenden und 

heftigen oder, mit den Worten der Anklage, einem massiven, beidhändig erfolgten 

Würgen des Halses der Privatklägerin auszugehen, das zweifellos mit Absicht  

erfolgte. Unmittelbarer Anlass waren eine Beleidigung ("Schlappschwanz") sowie 

eine Ohrfeige, welche die Privatklägerin dem Beschuldigten nach 

vorangegangenen verbalen Auseinandersetzungen verpasste, und den 

Beschuldigten die  

Beherrschung verlieren liess (Urk. 20/9 S. 2). Auch wenn eine Würgedauer von 

ca. 30 Sekunden nicht nachweisbar ist, kann aufgrund des gutachterlichen  

Befundes der Rechtsmedizin sowie der glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 

ausgeschlossen werden, dass es bei der Auseinandersetzung, wie dies der 

Verteidiger annimmt (Urk. 38 S. 11 oben; Urk. 80 S. 13; Prot. II S. 9), "beiläufig 

und unbeabsichtigt zu einer kurzfristigen Druckeinwirkung auf den Hals der Privat-

klägerin kam". Zu Gunsten des Beschuldigten ist demgegenüber davon 

auszugehen, dass dieser aus eigenem Antrieb mit dem Würgen aufhörte und der 

Tritt, den die Privatklägerin dem Beschuldigten verabreichte, erst erfolgte, als er 

schon von ihr abgelassen hatte. Der Vorwurf der Anklage, dass er mit diesem 

Würgen den Tod der Geschädigten zumindest billigend in Kauf genommen habe, 

wobei es beim Versuch geblieben sei, ist, nachdem die Vorinstanz den 

-   23   - 

Beschuldigte diesbezüglich freisprach und die dagegen erhobenen Berufungen 

zurückgezogen wurden (vgl. vorstehende Erwägungen unter Ziff. 1.5 und 

Ziff. 2.1.), kein Thema mehr. Auf die weiteren Sachverhaltsaspekte der 

Eventualanklage wegen Gefährdung des Lebens (Prot. I S. 7) - namentlich das 

objektive Element der akuten  

Lebensgefahr sowie die subjektiven Elemente des Vorsatzes und der Gesinnung 

des Beschuldigten (gewissenloses Vorgehen) - ist aus Zweckmässigkeitsgründen 

im Rahmen der nachfolgenden rechtlichen Würdigung näher einzugehen, da in 

diesen Bereichen Tat- und Rechtsfragen sehr eng miteinander verbunden sind. 

3. Rechtliche Würdigung 

3.1. Der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB macht sich 

strafbar, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr 

bringt. 

3.2. Bei diesem Tatbestand handelt es sich um ein sogenanntes konkretes  

Gefährdungsdelikt, das in objektiver Hinsicht mit dem Eintritt des Erfolges, 

nämlich der Schaffung der unmittelbaren Gefahr für das Leben des Opfers, 

vollendet ist; eine weitergehende Tangierung des geschützten Rechtsguts ist 

weder nötig, noch - weil sonst ein Verletzungsdelikt vorliegt - denkbar. Von 

Lebensgefahr ist auszugehen, wenn der Täter durch ein beliebiges Verhalten das 

Opfer in eine  

Situation bringt, in der dessen Leben gefährdet ist, also wenn er einen Zustand 

schafft, aufgrund dessen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die 

Wahrscheinlichkeit des Todeseinritts beim Opfer besteht, ohne dass jedoch eine 

mathematische Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% vorausgesetzt wird (Pra 85 

Nr. 24, S. 56f.). Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass der Begriff der 

Lebensgefahr gemäss Art. 129 StGB weniger restriktiv auszulegen ist als 

derjenige gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB: Es reicht eine unmittelbare Lebensgefahr 

aus; eine "sehr nahe liegende" Lebensgefahr ist nicht erforderlich (Pra 85 Nr. 24, 

S. 61;  

unpubl. BGE 6B.756/2008), was sich aufgrund der unterschiedlichen Straf-

drohungen (Art. 129 StGB: Geldstrafe ab einem Tagessatz oder Freiheitsstrafe 

-   24   - 

bis zu fünf Jahren; Art. 140 Ziff. 4 StGB: Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren) ohne 

Weiteres rechtfertigen lässt (eingehend dazu Pra 85 Nr. 24 S. 56ff.; vgl. zum 

Thema "naheliegende" bzw. "sehr naheliegende" Lebensgefährdung: Urteil des 

Bundesgerichts vom 21.12.2012 [6B_317/2012]). 

Entsprechend charakterisiert sich die Unmittelbarkeit der Lebensgefahr weniger 

durch die zeitliche Aktualität bzw. den zeitlichen Ablauf der Umstände als 

vielmehr durch den direkten Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Täters 

und der konkreten Gefährdung des Opfers. Namentlich muss sich aus dem 

Verhalten des Täters direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit des  

Todeseintritts beim Opfer ergeben, was dann der Fall ist, wenn keine weiteren 

Handlungen Dritter oder sonstige Umstände hinzukommen müssen, damit sich 

die Gefahr zu realisieren vermag - und womit dann auch das konkrete 

Gefährdungsdelikt in ein Verletzungsdelikt umschlagen würde. Die Unmittelbarkeit 

der Lebensgefahr knüpft mit anderen Worten an die Gefahr im Verhalten des 

Täters an und nicht an die einer Verletzung des Rechtsguts des Opfers durch 

diesen (DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, StGB-Kommentar, 18. Aufl., Zürich 

2010, Art. 129 Rz 2; BGE 133 IV 8; Pra 87 Nr. 108, S. 621). Die Unmittelbarkeit 

setzt in zeitlicher Hinsicht somit nicht voraus, dass der Tod spätestens innert 

weniger  

Sekunden hätte eintreten müssen. Es genügt, dass solches geschehen wäre,  

hätte das Handeln des Beschuldigten fortgedauert. 

3.3. Nachdem der Beschuldigte von der Privatklägerin zunächst beleidigt worden 

war und zusätzlich eine Ohrfeige kassiert hatte, warf er sie auf das Bett und  

platzierte sich rittlings auf ihren Schoss. Bei einer Grösse von 183 cm und einem 

Körpergewicht zur Tatzeit von über 90 kg (Urk. 12/2 S. 1) war er der 

Privatklägerin, welche 169 cm misst und damals 57 kg wog (Urk. 13/2 S. 1), 

körperlich deutlich überlegen. In dieser Stellung, welche der Privatklägerin kaum 

Gegenwehr zuliess, legte er ihr beide Hände um den Hals und drückte heftig und 

anhaltend zu. 

2.2.11. Wie viele Sekunden der Würgevorgang dauerte, steht nicht fest. Tatsache 

ist aber, dass das Würgen nicht nur Rötungen am Hals und Nacken der 

-   25   - 

Privatklägerin verursachte, sondern auch punktförmige, rote Stauungsblutungen 

an der Kopfhaut hinter den Ohren und der Haut des rechten Augenlides und des 

linken Unterlides. Hinzu kommen diverse weitere Beeinträchtigungen wie 

Kehlkopf mit Druck- und Verschiebeschmerzen, Hals- und Schluckweh, 

Schmerzen im Kiefergelenk, beidseits, und erschwerte Mundöffnung, die das 

Würgen hinterliess. 

2.2.12. Bei einem Würgen am Hals ist Gefährdung des Lebens zu bejahen, wenn 

es durch die Beeinträchtigung der Blutzufuhr zum Hirn jederzeit zu tödlichen 

Hirnschädigungen hätte kommen können. Klassische Merkmale dafür sind etwa  

anhaltende Schluckbeschwerden, dass es dem Opfer schwindlig und schwarz vor 

den Augen wird oder ungewollter Urinabgang. Der Schwindel kann belegen, dass 

das Würgen die Blutzufuhr zum Hirn massgeblich beeinträchtigt. In einer 

derartigen Situation muss jederzeit und unabhängig davon, wie lange der 

Würgevorgang dauert, mit irreversiblen, letalen Hirnschädigungen gerechnet 

werden. Bei  

einem Urinabgang kann es sich um eine typische Folge einer massgeblichen  

Beeinträchtigung der Blutzufuhr zum Hirn im Sinne eines Verlustes über die  

willentliche Steuerung von Körperfunktionen handeln. Ein solcher Urinabgang 

muss aber nicht zwingend vorliegen. Bereits aufgrund von anderen Würge-

symptomen kann von einer lebensgefährlichen erheblichen Kompression der 

Halsweichteile bzw. von einer massgeblichen Beeinträchtigung der Blutzufuhr 

zum Hirn ausgegangen werden (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6B_352/2011 

vom 20. Oktober 2011, E. 2.1 ff., mit Hinweisen auf die Rechtsprechung und  

Gerichtsmedizinische Gutachten). 

2.2.13. Die Schlussfolgerung der Gutachter, dass unter diesen Umständen für die 

Privatklägerin eine konkrete Lebensgefahr bestand (Urk. 14/3 S. 4), ist 

nachvollziehbar und trotz der Kritik der Verteidigung nicht zu beanstanden. Daran 

ändert auch nichts, dass nicht nachgewiesen werden kann, dass der 

unwillkürliche  

Urinabgang, was die Gutachter annahmen, während des Würgen erfolgte. Um auf 

eine kritische Hirn-Durchblutungsstörung und damit unmittelbare Lebensgefahr 

-   26   - 

schliessen zu können, müssen Stauungsblutungen und vegetative Symptome wie 

unwillkürlicher Urinabgang in Nachachtung der vorerwähnten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nicht kumulativ vorhanden sein (siehe auch BKS Strafrecht II-

ABERSOLD, a.a.O., N 14a zu Art. 129 StGB). Kommt hinzu, dass der Privatklägerin 

während des Würgens schwindlig und schwarz vor Augen wurde und sich damit 

ihr Bewusstsein erheblich zu trüben begann, was als Vorstufe einer Ohnmacht 

ebenfalls ein typisches Symptom einer durch Würgen verursachten Hirn-

Durchblutungsstörung darstellt. 

Aus der Würdigung der Befunde durch die Gutachter ergibt sich e contrario, dass 

die Annahme einer konkreten Lebensgefahr keine stärkeren Verletzungsfolgen, 

als bei der Privatklägerin festgestellt wurden, voraussetzt, insbesondere keinen 

blauen Hals und auch keinen beschädigten Kehlkopf, wie dies der Verteidiger  

annimmt (Prot. I S. 11f. Ziff. 5 und 7). Lägen derartige Verletzungen vor, wäre der 

Sachverhalt näher bei einem (versuchten) Tötungsdelikt als bei einem blossen 

Gefährdungsdelikt einzuordnen. 

2.2.14. Wie erwähnt ist der zeitliche Aspekt des Würgevorgangs für die 

Beurteilung der Unmittelbarkeit der Lebensgefahr nur von sekundärer Bedeutung. 

Der Begriff der Unmittelbarkeit bezieht sich weniger auf die zeitliche Nähe als die 

per se bestehende Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit des Todeseintritts 

beim Opfer, welche sich aus dem Verhalten des Täters ergeben muss. Diese 

Voraussetzungen liegen hier vor. Der körperliche deutlich überlegene 

Beschuldigte  

befand sich in äusserst erregtem Zustand; er selber sprach davon, die 

Beherrschung definitiv verloren zu haben (Urk. 20/9 S. 2). Es besteht kein Zweifel, 

dass das heftige und anhaltende Würgen des Halses mit beiden Händen 

unmittelbar zum Tod der Privatklägerin geführt hätte, wenn der stark erregte 

Beschuldigte seinen Würgegriff nicht rechtzeitig aufgegeben hätte. Damit schuf er 

die vom  

Gesetz geforderte unmittelbare Todesgefahr. 

3.4. Die Verteidigung beanstandet, es könne dem Beschuldigten kein skrupel-

loses Verhalten zu Last gelegt werden (Urk. 80 S. 22f. Ziff. 16).  

-   27   - 

Vorab ist auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen zur Skrupellosigkeit im 

angefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 55 S. 34 Ziff. 2.2.4.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, dass die Ohrfeige seitens der  

Privatklägerin für den Beschuldigten zweifellos eine gewisse Demütigung und 

gleichzeitig eine Provokation dargestellt habe. Allerdings sei zu beachten, dass 

der vorangegangene Streit nicht zuletzt auch durch das Verhalten des 

Beschuldigten verursacht worden sei, welcher sich gegenüber der Privatklägerin 

wenig einfühlsam gezeigt habe und ihre Probleme nicht ernst genommen habe. 

Zudem habe er seinerseits seine Partnerin provoziert, indem er sie aufgefordert 

habe, zu "F._____" zurückzukehren. Dass der Beschuldigte nach der 

vorangegangenen, von beiden verursachten Auseinandersetzung unvermittelt der 

Privatklägerin die Freiheit entzogen und sie gewürgt habe, sei völlig 

unverhältnismässig, eine derartige Gegenreaktion auf eine Ohrfeige rechtfertige 

sich in keiner Weise. Hinzu komme, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 

körperlich überlegen sei und er um den aufgrund des Unfalles im Mai 2011 

angeschlagenen gesundheitlichen Zustand der Privatklägerin gewusst habe, 

weswegen sich seine Überreaktion als verwerflich erweise. Die Ausführungen der 

Vorinstanz sind zutreffend und bedürfen keinerlei Ergänzungen. Das Verhalten 

des Beschuldigten ist klar als skrupellos zu qualifizieren. 

3.5. Für die Abhandlung der subjektiven Tatbestandselemente kann ohne 

weitere Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, 

wo mit eingehender und nachvollziehbarer Begründung zu Recht von einem 

direkten  

Gefährdungsvorsatz des Beschuldigten ausgegangen wird (Urk. 55 S. 33ff.  

Ziff. 2.2.1. - 2.2.5.). 

3.6. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich 

und werden auch nicht geltend gemacht. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen 

Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB ist somit zu bestätigen. 

 

-   28   - 

4. Strafzumessung 

4.1. Strafrahmen/Grundsätze der Strafzumessung 

2.2.15. Gefährdung des Lebens wird gemäss Art. 129 StGB mit Freiheitsstrafe bis 

zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. 

2.2.16. Die Verteidigung machte geltend, dass sich beide Beteiligten in einer  

emotional äusserst angespannten Ausnahmesituation befunden hätten und der 

Beschuldigte aus Verzweiflung und im Affekt gehandelt habe, was strafmildernd 

zu berücksichtigen sei (Urk. 38 S. 20; Urk. 80 S. 26 Ziff. 27.). 

2.2.17. Gemäss Art. 48 lit. c StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn der Täter 

in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder 

unter grosser seelischer Belastung gehandelt hat. Die Beleidigung, welche die 

Privatklägerin aussprach, und die Ohrfeige, welche sie ihm verabreichte, 

bewirkten zweifellos eine Kränkung des Beschuldigten und stellten gleichzeitig 

eine Provokation dar. Diese Übergriffe der Privatklägerin erfolgten indessen nicht 

aus heiterem Himmel, sondern waren ihrerseits eine Reaktion darauf, dass der 

Beschuldigte den vorangegangenen Gesprächsversuchen der Privatklägerin 

wiederholt ausgewichen war und er ihr Vorwürfe wegen einer Affäre mit einem 

anderen Mann gemacht hatte, wofür es in der gegebenen Situation keinen Anlass 

gab. Schuld an der Eskalation der Auseinandersetzung tragen somit beide, auch 

der Beschuldigte. Dass der Beschuldigte in der Folge in Rage geriet und die 

Beherrschung verlor, so dass er die Privatklägerin ins lebensbedrohlicher Weise 

würgte, ist völlig unverhältnismässig. Dementsprechend wurde sein Verhalten im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung auch als skrupellos bezeichnet (vgl. 

vorstehende  

Erwägung Ziff. 5.4. i.V.m. Urk. 55 S. 33ff. Ziff. 2.2.4. und 2.2.5.). Aus den gleichen 

Gründen kann seine Gemütsbewegung nicht entschuldbar sein. 

2.2.18. Anlass für eine Strafmilderung im Sinne von Art. 48 lit. c StGB i.V.m. 

Art. 48a StGB besteht nach dem Gesagten nicht. Weitere Strafmilderungsgründe 

sind nicht ersichtlich, ebensowenig Strafschärfungsgründe, so dass es beim  

genannten Strafrahmen bleibt. Den Umständen, welche zur Tat führten, ist 

-   29   - 

innerhalb dieses Strafrahmens Rechnung zu tragen (vgl. nachstehende Erwägung 

Ziff. 6.2.1.2.). 

2.2.19. Die Grundsätze der Strafzumessung wurden von der Vorinstanz 

zutreffend dargelegt, so dass vollumfänglich darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 55 S. 36f. Ziff. 1.3. und Ziff. 2.1.1., S. 38 Ziff. 2.2.1. und S. 39 Ziff. 3.1.). 

4.2. Konkrete Strafzumessung 

2.2.20. Tatkomponente 

2.2.20.1. Zur objektiven Tatschwere ist Folgendes festzuhalten. Die Verteidigung 

moniert, die Vorinstanz verstosse gegen das Doppelverwertungsverbot, wenn im 

Zusammenhang mit der objektiven Tatschwere Elemente gewichtet werden, die 

bereits im Rahmen der Prüfung der Tatbestandsmässigkeit berücksichtigt worden 

seien (Urk. 80 S. 24 Ziff. 20).  

Das Verhalten des Beschuldigten ist innerhalb des Tatbestandes der Gefährdung 

des Lebens zu würdigen. Umstände, die schon Merkmale des gesetzlichen 

Tatbestandes sind, dürfen nicht für die konkrete Strafzumessungsentscheidung  

innerhalb des anzuwendenden gesetzlichen Strafrahmens berücksichtigt werden - 

weder zu Lasten noch zu Gunsten des Täters. Der Richter ist aber nicht gehindert 

zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein qualifizierender oder privilegierender 

Tatumstand gegeben ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichtes 6B_294/2010 vom 

15. Juli 2010 E. E. 3.3.2. und Hans Wiprächtiger in BSK StGB I, 2.A., Basel 2007, 

N 77 zu Art. 47 StGB samt Verweisen; Stefan Trechsel, Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen, 2008, N 27 zu Art. 47 StGB).  

Was den Grad der Gefährdung betrifft, so bestehen keine Anhaltspunkte, dass es 

sich um einen Grenzfall handelt, sei es, dass die Schwelle zur Bejahung der  

unmittelbaren Lebensgefahr nur knapp überschritten wurde, sei es, dass eine  

eigentliche (schwere) Schädigung des Körpers bzw. der Eintritt des Todes nur 

knapp unterblieb. Es ist indes festzuhalten, dass im Falle eines heftigen Würgen 

ein Reflextod des Opfers nicht ausgeschlossen werden kann (Herz-Kreislauf-

Stillstands infolge fehlender elektrischer Herzaktivität und konsekutiv fehlender 

-   30   - 

Kontraktion des Herzens aufgrund eines Schlages oder Drucks auf den 

Karotissinus [vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2011, S. 185 und S. 

1766]). Es ist gerichtsnotorisch, dass der Eintritt des Todes des Opfers von 

Faktoren abhängig ist, die der Täter nicht beeinflussen kann, jedenfalls dann 

nicht, wenn er ohne  

genauere Kenntnisse der Anatomie des Halses würgt. Anders verhält es sich  

beispielsweise bei der Schaffung einer Lebensgefahr durch Drohung mit einem 

Messer (Klinge an Hals) oder einer geladenen Schusswaffe. Dort ist die 

Lebensgefahr zwar vorhanden, aber eher mittelbar: Das heisst von der 

Lebensgefahr zu deren Verwirklichung (Tötung) braucht es eine weitere aktive 

Handlung des  

Täters - nicht aber beim Würgen, dort kann der Reflextod ohne weiteres Zutun 

des Täters, unabhängig von dessen Willen eintreten. Die Lebensgefahr ist folglich 

in gewissem Masse akuter als bei den erwähnten anderen Beispielen. Anders als 

beispielsweise beim Bedrohen mit einer geladenen Waffe befindet sich das Opfer 

in der Regel in einer ausweglosen Situation, ein "Ausweichen", ein sich zur Wehr 

setzen ist beim Würgen meist gar nicht (mehr) möglich. Hat der Täter bereits mit 

dem Würgen begonnen, ist der körperliche Widerstand des Opfers bereits ge-

brochen. Dies war auch im zu beurteilenden Fall so: das Opfer lag rücklings auf 

dem Bett und der Täter sass auf dessen Schoss oder kniete auf ihm. Eine  

Gegenwehr der körperlich unterlegenen Privatklägerin war kaum mehr möglich. 

Die Gefahr des Todeseintritts war deshalb aufgrund der Möglichkeit eines  

Reflextodes vorliegend immanent. Aufgrund dieser Erwägungen ist die Handlung 

des Beschuldigten - das Würgen der Privatklägerin - von der objektiven 

Tatschwere her im Vergleich zu anderen denkbaren Handlungen, die unter den 

Tatbestand der Gefährdung des Lebens fallen würden, im oberen Bereich anzu-

siedeln. Im Vordergrund stehen auch die Auswirkungen auf die psychische 

Verfassung der Privatklägerin. Gemäss dem Bericht der behandelnden 

Psychotherapeutin J._____ vom 24. Juni 2012 (Urk. 34/1) leidet die Privatklägerin 

an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Auch wenn nicht ausgeschlossen 

werden kann, dass der Autounfall, den die Privatklägerin im Frühjahr 2011 erlitt, 

mit seinen negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ihren 

-   31   - 

Anteil an der beeinträchtigten psychischen Verfassung haben, ist ohne Weiteres 

nachvollziehbar, dass die Gewalttat des Beschuldigten zu einer anhaltenden  

Belastung der Psyche der Privatklägerin führte. Anders als etwa bei einer  

Bedrohung mit einer geladenen Schusswaffe wird beim Würgen direkt auf den 

Körper eingewirkt und zwar an einer äusserst empfindlichen Stelle; entsprechend 

wird das Opfer auch eine grössere Angst verspürt haben. Die körperlich unter-

legene Privatklägerin befand sich in einer ausweglosen Situation und erlitt echte 

Todesängste. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der direkten 

Einwirkung auf den Körper und die damit verbundenen psychischen und 

physischen Folgen der Privatklägerin das objektive Tatverschulden als 

mittelschwer bis schwer einzustufen ist. In objektiver Hinsicht ist folglich von einer 

Tatschwere auszugehen, die im oberen Drittel des zur Verfügung stehenden 

Strafrahmens liegt. 

2.2.20.2. Was die subjektive Tatschwere betrifft, ist zunächst darauf hinzuweisen, 

dass ein Schuldspruch wegen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB einen direkten Gefährdungsvorsatz voraussetzt (vgl. vorstehende Erwägung 

Ziff. 5.5. i.V.m. Urk. 55 S. 33f. Ziff. 2.2.2. und 2.2.3.). Dieser Umstand kann - wie 

die Verteidigung zu Recht anmerkte (Urk. 80 S. 25 Ziff. 24) - daher entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz (Urk. 55 S. 38 Ziff. 2.2.2.) nicht verschuldenserhöhend 

gewertet werden. Unter dem Titel der subjektiven Tatschwere darf dem 

Beschuldigten die Gefahr des Reflextodes nicht negativ angelastet werden, zumal 

dieser soweit ersichtlich nicht über ein vertieftes medizinisches Wissen verfügt. 

Die  

Würdigung der übrigen subjektiven Faktoren durch die Vorinstanz erweist sich 

sodann als vollständig und zutreffend, so dass darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 55 S. 38f. Ziff. 2.2.2.). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Würgen 

spontan und nicht geplant erfolgte, im Rahmen einer Auseinandersetzung, die 

aufgrund des Verhaltens beider Parteien zunehmend eskalierte. Unmittelbarer 

Auslöser der Tat waren eine Beleidigung samt anschliessender Ohrfeige durch 

die Privatklägerin, was den Beschuldigten provozierte. Dass seine Reaktion  

darauf indes völlig unverhältnismässig war, wurde bereits unter Ziff. 6.1.3. vor-

stehend festgehalten. Diese Umstände sind deshalb nur leicht verschuldens-

-   32   - 

mindernd zu berücksichtigen. Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit 

im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB liegen nicht vor. 

2.2.20.3. Die objektive Tatschwere erfährt durch die subjektiven Faktoren eine 

leichte Minderung. Das Tatverschulden ist im mittleren Bereich anzusiedeln,  

weshalb sich die von der Vorinstanz vorgesehene Einsatzstrafe von 30 Monaten 

als angemessen erweist. 

2.2.21. Täterkomponente 

2.2.21.1. Die täterbezogenen Strafzumessungselemente wurden von der Vor-

instanz zutreffend gewürdigt, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 55 

S. 39ff. Ziff. 3.2. - 3.4.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der 

Beschuldigte aus, wieder in K._____ [Staat in Europa] zu leben und als Bankett-

Veranstaltungsleiter angestellt zu sein. Er wohnt bei seinen Eltern, ist nach wie 

vor ledig, hat aber eine neue Partnerin, welche einen Sohn in die Beziehung 

mitgebracht hat. Er verdient monatlich netto 1'300.– Euro. Seine Schulden 

belaufen sich auf Fr. 35'000.–, welche er in monatlichen Raten von 600.– Euro  

abbezahlt (Urk. 78 S. 2 ff.). 

2.2.21.2. Aus der Biographie des Beschuldigten - Herkunft, Schul- und 

Berufsbildung, berufliche und soziale Stellung sowie finanzielle Verhältnisse 

(Urk. 55 S. 39f. Ziff. 3.2.) - ergeben sich keine besonderen Auffälligkeiten, welche 

sich strafmindernd oder straferhöhend auswirken. 

2.2.21.3. Der Beschuldigte, welcher nach einem ersten kurzen Aufenthalt im 

Jahre 2004 seit dem Jahr 2006 in der Schweiz lebt, weist zwei Vorstrafen in der 

Schweiz aus den Jahren 2006 und 2007 auf (Urk. 58). Dabei handelt sich um 

Verkehrsdelikte, welche im ersten Fall mit einer Busse von CHF 1'000.─, bedingt 

vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, und im zweiten Fall mit einer 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 30.─, ebenfalls bedingt vollziehbar, bei 

einer Probezeit von vier Jahren, und einer Busse von CHF 1'500.─ geahndet 

wurden. In K._____, wo der Beschuldigte zuvor lebte, ist er im Strafregister nicht 

-   33   - 

verzeichnet (Urk. 21/4). Die beiden Vorstrafen erweisen sich nicht als einschlägig 

und sind daher nur geringfügig straferhöhend zu werten. 

2.2.21.4. Der Beschuldigte stritt die Aussagen der Privatklägerin zum eigentlichen 

Tatvorwurf zwar nicht direkt aber doch indirekt ab, indem er sich auf eine 

Erinnerungslücke berief, was wie erwähnt (vorstehende Erwägung Ziff. 4.2.2.) als 

blosse Schutzbehauptung zu werten ist. Von einem geständnisähnlichen 

Verhalten, wie dies die Verteidigung annimmt (Prot. I S. 15 Mitte), kann keine 

Rede sein, so dass in dieser Hinsicht kein Anlass für eine Strafminderung besteht. 

Gegenüber den Strafverfolgungsbehörden verhielt sich der Beschuldigte jederzeit 

korrekt, was positiv zu vermerken ist. Reue und Einsicht kann der Beschuldigte 

mangels  

Geständnis nicht für sich reklamieren. 

2.2.21.5. Dass der Beschuldigte einen Monat in Untersuchungshaft verbringen 

musste und er deswegen, wie er angibt, seine damalige Arbeitsstelle verlor 

(Urk. 38 S. 20f.), dürften ihn sicherlich hart getroffen haben. Dabei handelt es sich 

allerdings nicht um aussergewöhnliche Folgen, denen sich der Beschuldigte bei 

Begehung seiner Tat nicht hätte bewusst sein können. Anlass für eine Straf-

minderung besteht deswegen nicht. 

2.2.22. Aus den täterbezogenen Strafzumessungsfaktoren resultiert im Ergebnis 

weder eine Erhöhung noch eine Minderung der für die blosse Tatschwere 

festgesetzten Einsatzstrafe. Unter Berücksichtigung der dargelegten 

Strafzumessungskriterien erscheint somit eine Strafe von 30 Monaten 

Freiheitsstrafe als angemessen. Der Anrechnung der erstandenen 

Untersuchungshaft von 31 Tagen (nicht 30) steht nichts entgegen. 

5. Vollzug 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist teilbedingt auszufällen; auf die zutreffenden  

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid kann zur Vermeidung von Wieder-

holungen vollumfänglich verwiesen werden. Aufgrund der Schwere des Delikts 

bzw. des Verschuldens rechtfertigt sich auch die vor Vorinstanz angesetzte Höhe 

-   34   - 

des zu vollziehenden Teils der Strafe von 10 Monaten. Die restlichen 20 Monaten 

sind aufzuschieben, wobei die Probezeit auf drei Jahre anzusetzen ist (Urk. 55  

S. 41 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

6. Zivilklage 

6.1. Schadenersatz 

2.2.23. Die Privatklägerin forderte vor Vorinstanz vom Beschuldigten 

Schadenersatz in der Höhe von CHF 23'693.67 zuzüglich Zins zu 5% seit 1. 

Januar 2012 für erlittenen Lohnausfall und CHF 2'841.15 zuzüglich Zins zu 5% 

seit 1. August 2012 für angefallene Anwaltskosten zur Durchsetzung von 

Taggeldern der Unfallversicherung; hinsichtlich künftiger Therapiekosten, welche 

auf die Straftat zurückzuführen seien, sei die Schadenersatzpflicht des 

Beschuldigten im Grundsatz festzustellen (Urk. 37 S. 1 und Rz 44ff.). Einen 

weiteren Betrag von CHF 200.─, den sie als Entschädigung für die 

sichergestellten Kleidungsstücke zusätzlich gefordert hatte, zog sie wieder zurück 

(Prot. I S. 20 oben). Die Vorinstanz hielt die Schadenersatzpflicht des 

Beschuldigen im Grundsatz fest und verwies die Privatklägerin zur Bestimmung 

des Umfangs des Schadenersatzanspruchs auf den  

Zivilweg (Urk. 55 S. 46 und Ziff. 8 des Dispositivs). Mit der vorliegenden Berufung 

beantragte der Beschuldigte die Abweisung der Zivilklage, eventualiter deren 

Verweisung auf den Zivilweg (Urk. 61). Die Privatklägerin zog ihre Berufung wie 

erwähnt zurück und verzichtete auf Anschlussberufung (vgl. vorstehende  

Erwägungen Ziff. 1.5. und 1.6.). 

2.2.24. A._____ hat sich rechtzeitig als Privatklägerin konstituiert (Urk. 1 S. 6 und 

Urk. 18/1 S. 2) und ist damit zur Erhebung einer Zivilklage berechtigt (Art. 115 

Abs. 1 i.V.m. Art. 118 und Art. 122 Abs. 1 StPO). 

2.2.25. Mit der Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs wegen 

Gefährdung des Lebens steht ohne Weiteres fest, dass sich der Beschuldigte 

auch im zivilrechtlichen Sinne (vgl. Art. 41 OR) widerrechtlich und schuldhaft 

gegenüber der Privatklägerin verhalten hat. Es besteht weiter kein Zweifel, dass 

-   35   - 

dieses Verhalten jedenfalls mitursächlich für die geltend gemachte psychische 

Beeinträchtigung der Privatklägerin (posttraumatische Belastungsstörung) und die 

damit verbundenen nachteiligen finanziellen Folgen (Lohnausfall, Anwaltskosten 

betreffend Durchsetzung von Taggeldern, allfällige ungedeckte künftige 

Therapiekosten) ist. Die genaue Bestimmung des Schadenersatzanspruches, 

insbesondere die Abklärung weiterer Einflussfaktoren wie der Autounfall im 

Frühjahr 2011, erweist sich indessen als unverhältnismässig aufwändig, so dass 

keine abschliessende Beurteilung vorgenommen werden kann. Da die 

Privatklägerin ihre Berufung zurück zog und auf Anschlussberufung verzichtete, 

ist mehr als eine Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, mit welchem die 

Schadenersatzpflicht (zurecht) nur im Grundsatz festgehalten wurde, ohnehin 

nicht möglich. 

2.2.26. Im Ergebnis ist somit festzustellen, dass der Beschuldigte gegenüber der 

Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des 

Schadenersatzanspruchs ist die Privatklägerin auf den Zivilweg zu verweisen. 

6.2. Genugtuung 

2.2.27. Die Privatklägerin forderte vor Vorinstanz eine Genugtuung in der Höhe 

von CHF 35'000.─ zuzüglich Zins zu 5% seit 24 August 2011, ging dabei aber von  

einem Schuldspruch wegen vorsätzlichem Tötungsversuch aus (Urk. 37 S. 1 und 

S. 11ff.). Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten zu einer Genugtuung im 

Betrag von CHF 5'000.─ zuzüglich Zins zu 5% seit 24. August 2011 (Urk. 55 

S. 46f. und Ziff. 9 des Dispositivs). Die Privatklägerin, welche ihre Berufung 

zurückzog und auf Anschlussberufung verzichtete, akzeptiert diesen Entscheid. 

Der Beschuldigte beantragte mit seiner Berufung auch diesbezüglich die 

Abweisung der Zivilklage, eventualiter deren Verweisung auf den Zivilweg 

(Urk. 61). 

2.2.28. Die rechtlichen Grundsätze zur Beurteilung der geltend gemachten 

Genugtuung wurden von der Vorinstanz zutreffend dargelegt, so dass darauf 

verwiesen werden kann (Urk. 55 S. 44f. Ziff. 1.4.). Ergänzend ist festzuhalten, 

-   36   - 

dass sich der Umfang der Genugtuung vor allem nach Art und Schwere des 

widerrechtlichen Eingriffs, der Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die 

Persönlichkeit des Opfers und nach dem Verschulden des Pflichtigen bestimmt, 

wobei sich die Höhe der Genugtuung nicht errechnen sondern bloss abschätzen 

lässt (BGE 112 II 133). 

2.2.29. Die Privatklägerin erlitt durch das Würgen mehrere Hautrötungen und 

Hautein- und -unterblutungen sowie Schmerzen im ganzen Halsbereich. Dabei 

handelt es sich um kleinere physische Beeinträchtigungen, welche für sich allein 

keine Genugtuung rechtfertigen würden. Im Vordergrund stehen indessen nicht 

die physischen, sondern die psychischen Folgen der Würgeattacke. Die 

Privatklägerin wurde vom körperlich stark überlegenen Beschuldigten durch 

massives Würgen in eine lebensbedrohliche Situation gebracht. Auch wenn die 

Privatklägerin ein gewisses Mitverschulden an der Eskalation der Ereignisse trägt, 

war das Verhalten des Beschuldigten völlig unverhältnismässig. Die Privatklägerin 

erlitt während des Würgens und den Minuten danach, als der Beschuldigte sie am 

Verlassen der Wohnung vorübergehend hinderte, echte Todesängste (vgl. die 

vorstehenden Erwägungen unter Ziff. 4.2.5.2. Abs. 2). Dass sie bis heute unter 

den (psychischen) Folgen der Tat zu leiden hat, ist nachvollziehbar. Dies alles 

stellt eine schwere Persönlichkeitsverletzung dar, welche - da widerrechtlich und 

schuldhaft vom Beschuldigten verursacht - die Zusprechung einer Genugtuung 

rechtfertigt. 

2.2.30. Als Anhaltspunkte für die Höhe der geschuldeten Zahlung können die  

folgenden vergleichbaren Fälle dienen (vgl. HÜTTE/DUCKSCH/GUERRERO, Die 

Genugtuung, Eine tabellarische Übersicht über Gerichtsentscheide, 3. Aufl., 

Zürich, Basel, Genf 2005). Einer Frau, welche von ihrem Ehemann zu Boden 

geworfen und gewürgt wurde und sich danach wegen Angstzuständen und 

psychosomatischen Beschwerden in psychiatrische Behandlung begeben musste, 

wurden 1997 CHF 8'000.─ zugesprochen (VIII/19, 1995-1997, Ziff. 15b). In einem 

anderen Fall erhielt eine Frau, die vom Täter gewürgt und bedroht wurde und 

aufgrund dessen unter posttraumatischen Angstzuständen litt, eine Genugtuung 

in der Höhe von CHF 5'000.─ (VIII/13, 2003-2005, Ziff. 33). Ein Täter, der seine 

-   37   - 

Ehefrau bis zur Bewusstlosigkeit würgte und ihr sagte, er werde sie "kaputt" 

machen, musste  

dieser CHF 8'000.─ als Genugtuung bezahlen. Die Ehefrau hatte Todesangst und 

war nach der Tat traumatisiert (VIII/19, 2003-2005, Ziff. 43). 

2.2.31. Die von der Vorinstanz zugesprochene Entschädigung von CHF 5'000.─ 

bewegt sich somit an der unteren Grenze der oberwähnten Vergleichsfälle. Unter 

Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere der Tatsache, dass es sich um 

eine wechselseitige Auseinandersetzung handelte und die Privatklägerin eine  

gewisse Mitverantwortung an der Eskalation der Ereignisse trägt, erweist sich 

dieser Betrag jedoch durchaus als angemessen. Der Beschuldigte ist somit zu  

einer Genugtuung in dieser Höhe zuzüglich Zins zu 5% seit 24. August 2011 zu 

verpflichten. Im Mehrbetrag ist das Begehren abzuweisen. 

7. Ersatzmassnahmen 

7.1. Eine Weiterführung des Verbots an den Beschuldigten, mit der 

Privatklägerin Kontakt aufzunehmen, das die Vorinstanz als Ersatzmassnahme im 

Sinne von Art. 237 Abs. 2 lit. g StPO bis zum Eintritt der Rechtskraft des Urteils 

angeordnet hatte (Dispositiv Ziff. 7 des vorinstanzlichen Urteils), ist nicht mehr 

angezeigt. Die Parteien gehen seit den Ereignissen in der Nacht vom 23./24. 

August 2011 getrennte Wege, was von Anfang an auch der Absicht des 

Beschuldigten entsprach (Urk. 7/1 S. 11; Urk. 7/5 S. 3). Es gibt keine Hinweise 

dafür, dass der Beschuldigte das bis heute geltende behördliche Verbot, mit der 

Privatklägerin Kontakt aufzunehmen, je verletzt hätte. Er will auch für die Zukunft 

keinen Kontakt zur Privatklägerin (Urk. 33 S. 14). Auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung machte er geltend, seit dem Vorfall keinen Kontakt mehr 

mit der Privatklägerin zu haben (Urk. 78 S. 4). Diese Massnahme ist demnach mit 

sofortiger Wirkung aufzuheben. 

7.2. Zur Auflage, sich wöchentlich bei der Staatsanwaltschaft zu melden,  

erübrigen sich weitere Ausführungen, wurde doch diese Ersatzmassnahme von 

der Vorinstanz mit Beschluss vom 29. August 2012 bereits aufgehoben (Urk. 49). 

-   38   - 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

8.1. Was die vorinstanzliche Festsetzung der Kosten betrifft, beanstandete der 

Beschuldigte einzig, dass das Bezirksgericht Bülach im Kostenblock den Betrag 

von CHF 9'554.40 irrtümlich als amtliche Verteidigerkosten ausgewiesen habe, 

obschon es sich dabei um die Kosten der Rechtsverbeiständung der Privat-

klägerin gehandelt habe (Urk. 61). Mit Schreiben vom 23. November 2012 be-

stätigte das Bezirksgericht Bülach die Darstellung des Beschuldigten (Urk. 63). 

Dieses offensichtliche Versehen ist wie vom Beschuldigten beantragt mit 

vorliegendem Entscheid zu korrigieren. Ansonsten ist die Festsetzung der Kosten 

im erstinstanzlichen Urteil zu bestätigen. 

8.2. Mit Bezug auf den angeklagten Lebenssachverhalt wurde der Beschuldigte 

von der Vorinstanz zurecht vollumfänglich schuldig gesprochen. Dass die Tat 

nicht als versuchte Tötung sondern als Gefährdung des Lebens qualifiziert wurde, 

wirkt sich bei der Kostenauflage nicht zu Gunsten des Beschuldigten aus (BSK 

StPO-DOMEISEN, N 6 zu Art. 426 StPO). Die Zivilklage wurde von der Vorinstanz 

ebenfalls zutreffend entschieden. Indem die Schadenersatzpflicht des 

Beschuldigten im Grundsatz festgehalten und dieser auch zu einer Genugtuung 

verurteilt wurde, wenn auch einer tieferen als beantragt, obsiegte die 

Privatklägerin im  

Wesentlichen. Der Entscheid der Vorinstanz, die Kosten, einschliesslich der-

jenigen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin, dem  

Beschuldigten aufzuerlegen, erweist sich damit als zutreffend. Sodann ist zu  

bestätigen, dass die Kosten der amtlichen Verteidigung unter Hinweis auf Art. 135 

Abs. 4 StPO auf die Staatskasse zu nehmen sind. 

8.3. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf Fr. 3’000.– zu veranschlagen 

(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des 

Obergerichts, LS. 211.11). Im Berufungsverfahren erfolgt die Auflage der Kosten 

nach Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens der Parteien. Als unterliegend 

gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das 

Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

-   39   - 

2.2.32. Die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin zogen ihre Berufungen mit 

Eingabe vom 23. November 2012 (Urk. 59) bzw. vom 26. November 2012 

(Urk. 65) und damit während laufender Frist zur Einreichung der Berufungs-

erklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO zurück. Nach der Praxis des Zürcher 

Obergerichts hat dies keine Kosten zur Folge (ZR 110 Nr. 37). 

2.2.33. Der Beschuldigte dringt mit seiner Berufung im zentralen Punkt nicht 

durch; es bleibt beim Schuldspruch wegen Gefährdung des Lebens. Auch 

hinsichtlich der Zivilklage, der vorinstanzlichen Kostenregelung und der 

beantragten Entschädigung (vgl. nachfolgende Erwägungen unter Ziff. 10.4.) 

unterliegt er vollumfänglich. Die Staatsanwaltschaft wiederum unterliegt in der 

beantragten Höhe der auszufällenden Sanktion. Insofern rechtfertigt es sich, die 

Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten zu 4/5 aufzuerlegen und im 

restlichen  

Umfang auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

2.2.34. Die Auslagen für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft 

gelten vorbehaltlos als Teil der (ausgangsgemäss zu 4/5 aufzuerlegenden) 

Verfahrenskosten (Art. 422 StPO). Könnten die Kosten der unentgeltlichen 

Verbeiständung der Privatklägerschaft dem unterliegenden (mittellosen) 

Beschuldigten nicht auferlegt werden, liefe dies faktisch darauf hinaus, dass er 

von der Leistung einer Prozessentschädigung an die Gegenpartei entbunden 

würde. Nach den  

allgemeinen Verfahrensregeln entbindet aber die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung gerade nicht davon, im Falle des Unterliegens der Gegenpartei 

eine Parteientschädigung zu bezahlen (vgl. dazu für den Zivilprozess Art. 118 

Abs. 3 ZPO und Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO). Auch im Strafprozess muss der  

Beschuldigte - und zwar vorbehaltlos auch dann, wenn er mittellos und amtlich 

verteidigt ist - dem obsiegenden Privatkläger eine angemessene Entschädigung 

für (unter anderem) dessen notwendige Aufwendungen für eine allfällige erbetene 

Rechtsvertretung bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Es ist darum nicht einsichtig, 

weshalb dies im Falle einer unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft 

anders sein sollte. Mag der Gesetzgeber für das Vorverfahren und das erst-

-   40   - 

instanzliche Verfahren noch eine Ausnahme vorgesehen haben (Art. 426 Abs. 4 

StPO), rechtfertigt sich dies jedenfalls im Rechtsmittelverfahren nicht mehr, wo 

die Kosten- und Entschädigungsfolgen den zivilprozessualen Regeln angeglichen 

worden sind (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 428 N. 1). 

Schliesslich wäre ein Entbinden des im Rechtsmittelverfahren unterliegenden  

Beschuldigten von der (sofortigen) Bezahlung der Kosten der unentgeltlichen 

Verbeiständung der Privatklägerschaft auch gegenüber der letzteren rechts-

ungleich: Unterliegt nämlich der Privatkläger im Berufungsverfahren, dürfen ihm 

zwar die Kosten seiner eigenen unentgeltlichen Vertretung nicht (sogleich) 

auferlegt werden (Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO). 

Die Auslagen für die amtliche Verteidigung muss der Privatkläger aber als Teil der 

ihn treffenden Verfahrenskosten übernehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO in 

Verbindung mit Art. 422 Abs. 1 und 2 lit. a StPO). Auch hier ist nicht einsichtig, 

weshalb dies im umgekehrten Fall anders sein sollte und der unterliegende 

Beschuldigte  

privilegiert werden müsste, indem er für die Kosten der unentgeltlichen 

Verbeiständung der Privatklägerschaft nicht aufzukommen hätte. 

Entsprechend sind die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der  

Privatklägerschaft im Berufungsverfahren ausgangsgemäss (vgl. vorstehend  

Ziff. 10.3.2.) zu 4/5 dem Beschuldigten aufzuerlegen. Der restliche Fünftel ist auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

2.2.35. Die Kosten seiner amtlichen Verteidigung sind zu 1/5 definitiv und zu 4/5 

einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Hinsichtlich der einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmenden Kosten bleibt die Rückzahlungspflicht gemäss  

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

8.4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist weder eine Entschädigung noch  

eine Genugtuung für die vom Beschuldigten erlittene Untersuchungshaft und  

die anschliessenden Ersatzmassnahmen geschuldet (vgl. Art. 429 Abs. 1 StPO  

e contrario und Art. 431 Abs. 2 und 3 lit. b StPO). Dieser Antrag des 

Beschuldigten (Urk. 61; Urk. 38 S. 23) ist daher abzuweisen. 

-   41   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 4. Juli 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. (…) 

2. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. (…) 

4. (…) 

5. Die folgenden von der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände, T-shirt, 

kurzarm schwarz, "..." Grösse 36, ... und Damenslip Panty-Style, "Puma", Grösse S, 

... sowie Bettwäsche, Fixleintuch schwarz, ..., werden der Privatklägerin nach 

Rechtskraft des Urteils zurückgegeben. 

6. Die folgenden von der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände, Shirt, 

grau, ... und Herrenhose, kurz, grau, ..., werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft 

des Urteils zurückgegeben. 

7.-11.  

12. (Mitteilung) 

13. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Gefährdung des Lebens im Sinne von 

Art. 129 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  

31 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

-   42   - 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 

Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruchs wird 

die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von 

CHF 5'000.─ zuzüglich Zins zu 5% seit 24. August 2011 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.─ ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 3'000.─ ; Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'881.40 ; Kosten Kapo 

Fr. 2'834.75 ; Untersuchungskosten 

Fr. 9'554.40 ; Rechtsverbeiständung Privatklägerin 

Fr.   ; amtliche Verteidigungskosten (ausstehend)  

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen gerichtlichen 

Verfahrens sowie diejenigen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der  

Privatklägerin werden dem Beschuldigten auferlegt. Davon ausgenommen 

sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen auf die  

Gerichtskasse genommen werden. Die Rückzahlungspflicht bleibt 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   43   - 

Fr. 3'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung  (RA Dr. Y._____) 

Fr.     unentgeltlicher Rechtsbeistand (RA X._____) 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kosten für die  

unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin, werden zu 4/5 dem  

Beschuldigten auferlegt und zu 1/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung werden im Umfang von 1/5 definitiv und 

im Umfang von 4/5 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 
Rückzahlungspflicht hinsichtlich der einstweilen übernommenen  
Kosten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

10. Dem Beschuldigten wird weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung 

für die von ihm erlittene Untersuchungshaft zugesprochen. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− an Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für sich und zuhanden  

der Privatklägerin (mittels Fax) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− an Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für sich und zuhanden  

der Privatklägerin  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

-   44   - 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

12. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 

Sodann wird beschlossen: 

1. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 4. Juli 2012 mit 

Wirkung bis zum Eintritt der Rechtskraft des Urteils angeordnete 

Ersatzmassnahme im Sinne von Art. 237 Abs. 2 lit. g StPO (Kontaktverbot) 

wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− an Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für sich und zuhanden der 

Privatklägerin (mittels Fax) 

sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 

-   45   - 

3. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 28. März 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Semadeni 
 

 

 

	Urteil vom 28. März 2013
	Entscheid der Vorinstanz: (Urk. 55 S. 48ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB.
	2. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von  Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 30 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate, abzüglich 30 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	5. Die folgenden von der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände, T-shirt, kurzarm schwarz, "..." Grösse 36, ... und Damenslip Panty-Style, "Puma", Grösse S, ... sowie Bettwäsche, Fixleintuch schwarz, ..., werden der Privatklägerin nach Rec...
	6. Die folgenden von der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände, Shirt, grau, ... und Herrenhose, kurz, grau, ..., werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils zurückgegeben.
	7. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichtes, Bezirksgericht Bülach, verfügte Aufrechterhaltung der Ersatzmassnahmen nach Anklageerhebung im Sinne von Art. 237 Abs. 2 lit. g StPO sowie Art. 237 Abs. 2 lit. d StPO werden mit Rechtskraft dieses Ur...
	8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruchs wird die Privatklägerin mit ihren...
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 5'000.–, zuzüglich Zins zu 5% seit 24. August 2011 zu bezahlen.
	10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt. Davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung,...
	12. (Mitteilung)
	13. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. I. S. 4f.)
	1. Der Beschuldigte sei der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und vom Vorwurf der Gefährdung des  Lebens im Sinne von Art. 129 freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von maximal Fr. 600.– unter Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 12 Tagen zu bestrafen.
	3. a) Eventualiter, im Falle der Verurteilung wegen Gefährdung des  Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von maximal 10 Monaten zu bestrafen unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft.
	b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
	4. Die Kosten des erst- und des zweitinstanzlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	5. Dem Beschuldigten sei für die erstandene Haft (einschliesslich Ersatzmassnahme) eine angemessene Entschädigung sowie eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.
	6. Die Zivilklage sei abzuweisen, eventualiter sei sie auf den Zivilweg zu verweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der  Privatklägerin.
	1. Das Urteil der I. Abteilung des Bezirksgerichts Bülach vom 4. Juli 2012 sei grundsätzlich zu bestätigen, mit folgender wesentlicher Ausnahme:
	2. Der Beschuldigte sei mit 3 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 30 Tagen.
	3. Dem Beschuldigten sei der teilbedingte Strafvollzug zu gewähren,  wobei der unbedingt vollziehbare Anteil auf 15 Monate und der bedingt vollziehbare Anteil, unter Ansetzung einer 3-jährigen Probezeit, auf  21 Monate festzusetzen sei.
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Nach abgeschlossener Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich am 29. März 2012 gegen B._____ (Beschuldigter) die im Anhang wiedergegebene Anklage wegen versuchter Tötung (Urk. 24). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverh...
	1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 4. Juli 2012 (Urk. 55) wurde der Beschuldigte wegen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Ver...
	1.3. Mit Eingabe je vom 11. Juli 2012 meldeten der Beschuldigte, die Anklägerin sowie die Privatklägerin fristgerecht Berufung an (Urk. 42-44). Am 5. November 2012 wurde das schriftlich begründete Urteil versandt und vom amtlichen Verteidiger, dem Ve...
	1.4. Mit Eingabe vom 26. November 2012 liess der Beschuldigte fristgerecht die Berufungserklärung einreichen (Urk. 61). Damit beschränkte er die Berufung auf den Schuldspruch, den Strafpunkt, die Anordnungen über die Zivilklage sowie die Kostenfestset...
	1.5. Die Anklägerin und die Privatklägerin zogen ihre Berufung mit Eingabe vom 23. November 2012 (Urk. 59) bzw. vom 26. November 2012 (Urk. 65) zurück. Mit Verfügung vom 30. November 2012 wurde dies bereits vorgemerkt (Urk. 67).
	1.6. Mit Verfügung vom 30. November 2012 wurde der Anklägerin und der  Privatklägerin sodann Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Die Privatklägerin erklärte mit  Eingabe vom 4. Dezem...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Die Berufung des Beschuldigten beschränkt sich wie bereits erwähnt (vgl. vorstehend Ziff. 1.4.) auf den Schuldspruch (Dispositiv-Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteils), den Strafpunkt (Dispositiv-Ziff. 3 und 4), die Anordnungen über die Zivilklage...
	2.2. Unangefochten blieb auch Dispositiv-Ziff. 7 des vorinstanzlichen Urteils, womit die nach Anklageerhebung mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirksgerichts Bülach vom 11. April 2012 angeordneten Ersatzmassnahmen, einerseits das Verb...

	1. Prozessuales
	1.1. Gemäss Anklageschrift vom 29. März 2012 (Urk. 24) soll es im Verlauf des Abends des 23. August 2011 zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin zu verschiedenen verbalen Auseinandersetzungen gekommen sein, in deren  Folge die Privatklägerin...
	Wie bereits erwähnt (vgl. vorstehend Ziff. 1.1.) änderte die Staatsanwaltschaft  anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 27. Juni 2012 die Anklage. Eventualiter habe der Beschuldigte durch das geschilderte gewissenlose Würgen und den dam...
	1.2. Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung die Kritik des Verteidigers, dass diese Erweiterung der Anklage nicht zulässig sei (Prot. I S. 6 und S. 13 Rz 12), zurückgewiesen, so dass zunächst darauf verwiesen werden kann (Urk. 55 S. 7). Die Än...

	2. Sachverhalt
	2.1. Im Wesentlichen bestrittener Sachverhalt
	2.2.1. Der Beschuldigte gibt mit seinen Aussagen zu den Geschehnissen am Abend des 23. August 2011 zu, dass es damals zwischen ihm und der Privat-klägerin zu verschiedenen verbalen Auseinandersetzungen kam, welche darin gipfelten, dass sie ihm eine Oh...
	2.2.2. Bezüglich der bestrittenen objektiven und subjektiven Sachverhaltselemente ist im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen, ob diese erwiesen sind. Die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung wurden von der Vorinstanz zutreffend dargelegt (Urk....
	2.2.3. Die Verteidigung beanstandet, es gehe nicht an, dass die Vorinstanz aufgrund des Interessens des Beschuldigten am Ausgang des Verfahrens den Schluss zieht, seine Aussagen seien mit Vorsicht zu würdigen, während dieser Vorbe