# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7aa2b4e-edb4-512f-8f7c-68a07b944aef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2023 E-5582/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5582-2023_2023-10-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5582/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  O k t o b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richter David Wenger;   

Gerichtsschreiberin Mara Urbani. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Marek Wieruszewski, Solidaritätsnetz Bern, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 6. Oktober 2023 / N (…). 

 

 

 

E-5582/2023 

Seite 2 

Sachverhalt  

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 5. September 2023 in der Schweiz um 

Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Finger- 

abdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am (…) September 2023 in 

Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatte. 

B.  

Die kroatischen Behörden hiessen das am 7. September 2023 gestellte 

Rückübernahmeersuchen des SEM am 21. September 2023 gut.  

C.  

Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am 5. Oktober 2023 im Beisein 

seiner Rechtsvertretung das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichtein-

tretensentscheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Kroatien, des-

sen Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in 

Frage komme. Der Beschwerdeführer führte aus, er wolle nicht nach Kro-

atien zurückkehren, da er dort kein Asylgesuch gestellt habe. Die Finger-

abdrücke seien ihm zwangsweise abgenommen worden. Er sei geschla-

gen und schlecht behandelt worden und habe keine Verpflegung erhalten. 

Er habe noch jetzt Verletzungen von den Schlägen durch die kroatische 

Polizei. Als die Behörden ihn und andere Betroffene weggebracht hätten, 

seien sie wie Tiere aufeinandergestapelt worden. Dabei habe er sich an 

den Knien verletzt und habe seitdem Schmerzen. In den Zelten sei es nass 

gewesen und man habe sich nicht hinlegen können. Er habe nicht schlafen 

können. 

Zum medizinischen Sachverhalt befragt, gab er an, Schmerzen an den 

Knien zu haben. Es komme zu Anschwellungen, wenn er ein paar Schritte 

laufe. Seit den Ereignissen in Kroatien habe er Probleme mit der Konzent-

ration. Er mache sich grosse Sorgen um seine Zukunft, wenn er nicht in 

der Schweiz bleiben dürfe. Aktuell befinde er sich nicht in medizinischer 

Behandlung. 

D.  

Mit Verfügung vom 6. Oktober 2023 (eröffnet am 10. Oktober 2023) trat das 

SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine 

Überstellung nach Kroatien an, forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und beauftragte den zuständigen 

Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. Gleichzeitig verfügte es die Aus-

händigung der editionspflichtigen Akten und stellte fest, einer allfälligen Be-

schwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

E-5582/2023 

Seite 3 

E.  

Mit Eingabe vom 12. Oktober 2023 gelangte der Beschwerdeführer an das 

Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzu-

treten und das Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen. Eventualiter 

sei die Angelegenheit zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzu-

weisen, bis zum Entscheid über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

von einer Überstellung nach Kroatien abzusehen. Zudem ersuchte er um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses.  

F.  

Am 13. Oktober 2023 ordnete die Instruktionsrichterin einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 

Art. 6 AsylG). 

1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb-

rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], 

Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind offen-

sichtlich erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

E-5582/2023 

Seite 4 

3.  

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mit-

gliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-

III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 Abs. 1 Dublin-

III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates 

wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag ge-

stellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahme-

verfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (neue) Zu-

ständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt (vgl. zum Gan-

zen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

3.3. Gemäss Auszug aus der «Eurodac»-Datenbank hatte der Beschwer-

deführer am (…) September 2023 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt. Die 

kroatischen Behörden stimmten dem Wiederaufnahmeersuchen der Vor-

instanz gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu. Somit sind sowohl die 

Antragsstellung in Kroatien als auch der Umstand, dass das kroatische 

Verfahren zur Bestimmung des für das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

zuständigen Mitgliedstaats gemäss Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO noch nicht 

abgeschlossen wurde, als erstellt zu erachten mit der Folge, dass dieses 

nach einer Rücküberstellung des Beschwerdeführers fortgesetzt wird. Sei-

nem Einwand, er sei in Kroatien zur Abgabe seiner Fingerabdrücke ge-

zwungen worden, ist entgegenzuhalten, dass sich die Abnahme der Fin-

gerabdrücke von illegal einreisenden ausländischen Personen und Asylsu-

chenden auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 des Europä-

ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (Eurodac-Verord-

nung) stützt. Zusammenfassend ist die Zuständigkeit Kroatiens gegeben.  

4.   

4.1. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

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bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Staat 

(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

4.2. Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts liegen zum heutigen 

Zeitpunkt – unabhängig davon, ob es sich dabei um ein «take charge»- 

oder ein «take back»-Verfahren handelt – keine konkreten Gründe für die 

Annahme vor, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An-

tragstellende in Kroatien würden systemische Schwachstellen im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO aufweisen (vgl. dazu 

das Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023, welches 

die seit dem Referenzurteil D-1611/2016 vom 22. März 2016 bestehende 

Praxis bestätigt, wonach Dublin-Überstellungen nach Kroatien grundsätz-

lich zulässig sind). Die Vorbringen des Beschwerdeführers erweisen sich 

vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung als unbehelflich. Insbeson-

dere ist auf die zitierten Berichte namentlich zu Push-Backs an der kroati-

schen Grenze oder zur Verweigerung des Zugangs zum Asylverfahren 

nicht näher einzugehen.  

4.3. Gemäss der zitierten Rechtsprechung sind systemische Schwachstel-

len im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO in Be-

zug auf Kroatien zu verneinen.  

5.  

5.1. Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das 

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Asylgesuch «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln, wenn da-

für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Ent-

scheidung kommt dem SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht 

darf sein eigenes Ermessen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 

E. 7.6 und E. 8.1 in fine). 

5.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei von kroatischen Polizis-

ten körperlich misshandelt worden und leide noch heute unter den Folgen.  

Er habe seitdem Knieprobleme und könne nicht mehr ohne Beschwerden 

laufen. 

5.3. Das Bundesverwaltungsgericht erkennt zwar an, dass das Verhalten 

der kroatischen Grenzbehörden und die Behandlung von Asylsuchenden 

im Rahmen der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Kroatien proble-

matisch sein kann. Es besteht kein Anlass, an der vom Beschwerdeführer 

geschilderten Behandlung durch die Polizei während und nach dem Grenz-

übertritt nach Kroatien zu zweifeln, wenn auch der behauptete Zusammen-

hang zwischen den Übergriffen und seinen Kniebeschwerden nicht erwie-

sen ist. Insbesondere wurden keine Arztberichte eingereicht, welche seine 

Beschwerden oder einen solchen Zusammenhang belegen würden.  

So bedauerlich seine Erlebnisse auch gewesen sein mögen, lässt sich da-

raus nicht ableiten, dass er im Rahmen einer gestützt auf die Dublin-III-VO 

erfolgenden Rückführung nach Kroatien erneut mit Misshandlungen und 

Gewalt zu rechnen hat oder die dort zu erwartenden Bedingungen derart 

schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grund-

rechtcharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten. Das Bundesver-

waltungsgericht geht davon aus, dass sich der Beschwerdeführer nach der 

Dublin-Rücküberstellung in einer anderen Situation als bei seiner ersten 

Einreise nach Kroatien befinden wird (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 

E. 9.4. sowie u.a. Urteil des BVGer D-3332/2023 vom 22. Juni 2023 E. 7.2 

m.w.H.).   

Es bestehen auch keine Gründe für die Annahme, Kroatien werde den 

Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein 

Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Bei einer 

allfälligen vorübergehenden Einschränkung der ihm zustehenden Aufnah-

mebedingungen könnte er sich im Übrigen nötigenfalls an die kroatischen 

Behörden wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg einfordern 

(vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Dies gilt auch in Bezug auf ein allfälliges 

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Seite 7 

Fehlverhalten der kroatischen Polizei. Des Weiteren steht ihm die Möglich-

keit offen, die vor Ort tätigen karitativen Organisationen zu kontaktieren.  

5.4. Die geltend gemachten Kniebeschwerden sind nicht derart gravierend, 

dass mit Blick auf Art. 3 EMRK von einer Überstellung nach Kroatien ab-

gesehen werden müsste (vgl. dazu Urteil des EGMR Paposhvili gegen Bel-

gien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193 

m.w.H.). Sollte der Beschwerdeführer nach der Rückkehr nach Kroatien 

eine medizinische Behandlung benötigen, ist darauf hinzuweisen, dass 

Kroatien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt und 

verpflichtet ist, den Antragstellern die erforderliche medizinische Versor-

gung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Be-

handlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, 

zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie). 

5.5. Die Vorinstanz hat das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 Dublin-III-

VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Recht nicht ausgeübt. Weder ist die 

Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylgesuch einzutreten, noch 

liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbsteintritt nahelegen wür-

den. 

5.6. Von einer Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung ist abzusehen, 

zumal der Beschwerdeführer seinen Rückweisungsantrag nicht begrün-

det hat. Im Übrigen ergeben sich auch aus den Akten keinerlei Hinweise 

auf Verfahrensfehler. Nach dem Gesagten besteht kein Anlass für die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Das Eventualbegehren ist ab-

zuweisen. 

6.  

Die Vorinstanz ist zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat die Weg-

weisung nach Kroatien angeordnet. 

7.  

Die Beschwerde ist abzuweisen.  

8.  

Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. Der am 13. Ok-

tober 2023 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden 

Urteil dahin. 

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Seite 8 

9.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 

Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorste-

henden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Ver-

fahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Mara Urbani 

 

 

Versand: