# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 925492c1-6ab0-50a9-b6cc-9d3100741f64
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 19.01.2024 LF230081
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF230081_2024-01-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LF230081-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichte-

rin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. M. Sarbach sowie Ge-

richtsschreiberin MLaw C. Widmer

Urteil vom 19. Januar 2024

in Sachen

Stadt P._____, 
Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

1. A._____, 
2. B._____, 
3. C._____, 
4. Pfadi D._____, 
5. Kantonale Verwaltung E._____, 
6. F._____,  
7. G._____, 
8. H._____, 
9. I._____ Schweiz, 
10. J._____-Stiftung, 
11. K._____ 
12. Bezirk L._____, 
13. Ortsgemeinde M._____, 
Berufungsbeklagte

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9 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

betreffend Testamentseröffnung

im Nachlass von N._____, geboren am tt. April 1953, von L._____, gestorben 
zwischen dem tt. und tt. mm. 2023, wohnhaft gewesen O._____-strasse …, 
P._____,

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren 
des Bezirksgerichtes Dietikon vom 13. November 2023 (EL230202)

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Erwägungen:

1. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.1. Zwischen dem tt. mm. 2023 und tt. mm. 2023 verstarb N._____ (nachfol-

gend: Erblasserin), mit letztem Wohnsitz in P._____ (act. 4/2). C._____ reichte 

dem Einzelgericht im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Dietikon 

(nachfolgend: Vorinstanz) am 29. September 2023 zwei Testamente der Erblas-

serin, eines betreffend das Erbe und eines betreffend die Beisetzung, je vom 

13. November 2011 [recte je vom 13. September 2011] zur Eröffnung ein. 

1.2. Mit Urteil vom 13. November 2023 eröffnete die Vorinstanz die beiden Tes-

tamente (act. 9 = act. 13 [Aktenexemplar] = act. 15, nachfolgend zitiert als 

act. 13). In vorläufiger Auslegung des Testaments betreffend das Erbe kam die 

Vorinstanz unter anderem zum Schluss, die Erblasserin habe die Stadt P._____ 

(nachfolgend: Berufungsklägerin) als Erbin eingesetzt, mit der Auflage, die Zu-

wendung der Feuerwehr P._____ zukommen zu lassen (act. 13 E. III S. 3 f.). 

1.3. Mit E-Mail vom 28. November 2023 wandte sich die Berufungsklägerin an 

die Vorinstanz und ersuchte um Präzisierung, ob in Bezug auf sie auf Erbeinset-

zung erkannt werde, was von der Vorinstanz am Folgetag telefonisch bestätigt 

wurde (act. 11). 

1.4. Mit Eingabe vom 29. November 2023 (Datum Poststempel: 30. November 

2023) erhob die Berufungsklägerin Berufung gegen das Urteil bei der Kammer 

(act. 14). 

1.5. Die Akten des Testamentseröffnungsverfahrens der Vorinstanz wurden 

beigezogen (act. 1 – 11). Mit Verfügung vom 5. Dezember 2023 wurde der Beru-

fungsklägerin Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt (act. 17). Mit 

Schreiben vom 20. Dezember 2023 teilte Rechtsanwältin Y._____ mit, die Stiftung 

I._____ Schweiz in Q._____ habe sie mit der Abwicklung der Erbschaft beauf-

tragt. Sie reichte Beilagen ins Recht (act. 21). Auf das Einholen einer Berufungs-

antwort kann verzichtet werden (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO). Mit dem vorliegenden 

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Urteil ist den Berufungsbeklagten je eine Kopie der Berufung (act. 14) zuzustellen. 

Das Verfahren ist spruchreif. 

2. Prozessuales

2.1. Bei der Eröffnung letztwilliger Verfügungen handelt es sich um eine erb-

rechtliche Sicherungsmassregel und das entsprechende Verfahren gehört zu den 

Angelegenheiten der freiwilligen bzw. nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, welche der 

Kanton Zürich dem Einzelgericht im summarischen Verfahren zugewiesen hat 

(vgl. Art. 556 ZGB i.V.m. Art. 551 Abs. 1 ZGB und Art. 54 Abs. 1 SchlT ZGB, 

§ 24 lit. c und § 137 lit. c GOG i.V.m. Art. 248 lit. e ZPO). In zweiter Instanz wan-

delt sich das Testamentseröffnungsverfahren in eine vermögensrechtliche strei-

tige Angelegenheit (OGer ZH LF140076 vom 13. Oktober 2014 E. 7; OGer ZH 

LF130039 vom 27. Juni 2013 E. 5).

2.2.

2.2.1. Gegen erstinstanzliche Summarentscheide in vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Berufung zulässig, sofern der Streitwert mindestens 

Fr. 10'000.– beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). 

2.2.2. Vorliegend handelt es sich um eine vermögensrechtliche Streitigkeit. So 

geht es bei der vorläufigen Qualifikation einer Partei als Erbin oder Vermächtnis-

nehmerin nicht um eine Statusklage und ferner sind erbrechtliche Angelegenhei-

ten naturgemäss vermögensrechtlicher Art (BGE 135 III 578 E. 6.3), was auch für 

die erbrechtlichen Sicherungsmassregeln gilt (PraxKomm Erbrecht-EMMEL/AM-

MANN, 5. Aufl. 2023, Vorbem. zu Art. 551 f. N 12d; ENGLER/JENT-SØRENSEN, Be-

hördliche Mitwirkung beim Erbgang – Mechanik eines "eigenartigen" Verfahrens, 

SJZ 113/2017, S. 421 ff., S. 424). Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich ein 

Steuerwert des Nachlasses über Fr. 749'000.– (act. 8). Ein allfälliger Erbanteil der 

Berufungsklägerin liegt betragsmässig über Fr. 10'000.–, womit der Streitwert für 

die Berufung gegeben ist. 

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2.3.

2.3.1. Zulässigkeitsvoraussetzung eines jeden Rechtsmittels und damit auch der 

Berufung ist die Beschwer; sie ist das für das Rechtsmittelverfahren von Amtes 

wegen zu beachtende Pendant zum Rechtsschutzinteresse im erstinstanzlichen 

Verfahren, welches eine Prozessvoraussetzung darstellt (vgl. Art. 59 Abs. 2 

lit. a ZPO). Das Erfordernis der Beschwer hat die Wirkung, dass nur derjenige zur 

Erhebung eines Rechtsmittels befugt ist, der ein von der Rechtsordnung ge-

schütztes, d.h. ein schutzwürdiges Interesse (tatsächlicher oder rechtlicher Natur) 

an der Änderung des erstinstanzlichen Entscheids besitzt (vgl. BGE 120 II 5 E. 2; 

OGer ZH LF170058 vom 12. Januar 2018 E. 3.2). 

2.3.2. Mit ihrer Berufung wendet sich die Berufungsklägerin gegen die vorläufige 

Auslegung des Testaments der Erblasserin durch die Vorinstanz, welche in Bezug 

auf die Berufungsklägerin auf Erbeinsetzung erkannte. Die Berufungsklägerin ist 

der Auffassung, sie sei provisorisch nicht als eingesetzte Erbin, sondern als Ver-

mächtnisnehmerin zu qualifizieren.  

2.3.3. Die Eröffnung nach Art. 557 ZGB bzw. die Mitteilung nach Art. 558 ZGB hat 

teilweise unterschiedliche Rechtsfolgen für einen Erben und einen Vermächtnis-

nehmer. So löst die Mitteilung nach Art. 558 ZGB für einen eingesetzten Erben 

u.a. die Ausschlagungsfrist nach Art. 567 Abs. 2 ZGB aus (BSK ZGB II-LEU/GA-

BRIELI, 7. Aufl. 2023, Art. 558 N 11). Im Gegensatz dazu ist die Ausschlagungser-

klärung eines Vermächtnisnehmers an keine Frist gebunden (OFK ZGB- MÜL-

LER/STAMM, 4. Aufl. 2021, Art. 577 N 2). Die Beschwerdeführerin hat deshalb ein 

schutzwürdiges Interesse daran, dass über die Frage, ob sie vorsorglich als ein-

gesetzte Erbin oder als Vermächtnisnehmerin zu qualifizieren ist, entschieden 

wird. Dies, obwohl dem Entscheid der eröffnenden Behörde keine materiell-recht-

liche Wirkung zukommt (vgl. E. 3.1). Folglich ist die Berufungsklägerin durch den 

angefochtenen Entscheid beschwert und damit zur Berufung legitimiert. 

2.4. Im Übrigen wurde die Berufung rechtzeitig (vgl. act. 10, 14) sowie schrift-

lich, mit Anträgen versehen und begründet im Sinne von Art. 311 Abs. 1 i.V.m. 

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Art. 314 Abs. 1 ZPO bei der Kammer als zuständige Rechtsmittelinstanz einge-

reicht. Es ist daher auf die Berufung einzutreten. 

3. Materielles

3.1. Die Testamentseröffnung gemäss Art. 557 f. ZGB bedeutet, dass die Be-

hörde vom Inhalt einer letztwilligen Verfügung Kenntnis nimmt und deren Inhalt 

den Betroffenen zur Kenntnis gibt. Ihr Zweck ist die Information über das Vorhan-

densein sowie den Inhalt des Testaments und die Einräumung einer Kontrollmög-

lichkeit an die Erben (BSK ZGB II-LEU/GABRIELI, 7. Aufl. 2023, Art. 557 N 1 f.). 

Hierzu hat die Behörde insbesondere die Erben zu ermitteln, um diese gegebe-

nenfalls vorzuladen. Ebenso sind alle übrigen Beteiligten zu eruieren, denen die 

Eröffnung gemäss Art. 558 ZGB mitzuteilen ist. Der Zweck dieser Information ist 

die Ermöglichung der Wahrung ihrer Rechte (LEU/GABRIELI, a.a.O., Art. 557 N 2 

und Art. 558 N 1), ist die Eröffnung doch etwa fristauslösend für die Ungültigkeits-

klage (Art. 521 ZGB), die Herabsetzungsklage (Art. 533 ZGB) und die Erbschafts-

klage (Art. 600 ZGB [LEU/GABRIELI, a.a.O., Art. 557 N 22]) sowie die Mitteilung für 

die Einsprache (Art. 559 ZGB), die Ausschlagung für eingesetzte Erben (Art. 567 

Abs. 2 ZGB) und die Verjährung der Vermächtnisklage (Art. 601 ZGB [LEU/

GABRIELI, a.a.O., Art. 558 N 11]). Zudem hat die eröffnende Behörde eine vorläu-

fige Prüfung und Auslegung des Testaments vorzunehmen und im Hinblick auf 

die nach Art. 559 ZGB an die eingesetzten Erben auszustellende Erbbescheini-

gung insbesondere zu bestimmen, wer prima facie als Berechtigter zu gelten hat. 

Bei der Auslegung ist in erster Linie zu ermitteln, was der Erblasser unter der im 

Testament enthaltenen Verfügung nach den konkreten Umständen subjektiv ver-

stand und was er mit ihr wollte. Die eröffnende Behörde kann sich im Wesentli-

chen auf das Dokument bzw. den Inhalt des Testaments beschränken. Die Be-

rücksichtigung ausserhalb der Testamentsurkunde liegender Beweismittel zur Er-

mittlung des wirklichen Willens des Erblassers erfolgt grundsätzlich erst durch das 

(im Streitfall angerufene) ordentliche Zivilgericht. Die Auslegung des Testaments 

durch die eröffnende Behörde basiert auf einer summarischen Prüfung und hat 

deshalb auch nur provisorischen Charakter; für das materielle Recht ist sie ohne 

Präjudiz und hat keine materiell-rechtliche Wirkung (LEU/GABRIELI, a.a.O., 

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Art. 557 N 11; ENGLER/JENT-SØRENSEN, a.a.O., S. 427; OGer ZH LF220031 vom 

18. Mai 2022 E. 3.1; vgl. auch ZR 82 Nr. 66 S. 171 f.). Über die formelle und ma-

terielle Rechtsgültigkeit des Testaments und die definitive Ordnung der materiel-

len Rechtsverhältnisse befindet die eröffnende Behörde somit nicht; dies bleibt im 

Streitfall dem anzurufenden ordentlichen Zivilgericht vorbehalten (anstatt vieler: 

ZR 77 Nr. 131, ZR 82 Nr. 66 und ZR 84 Nr. 90). 

Da im Testamentseröffnungsverfahren somit grundsätzlich nicht über materielles 

Recht entschieden wird, prüft die Kammer nach ständiger Praxis im Rechtsmittel-

verfahren auch lediglich, ob das Einzelgericht bei der Testamentseröffnung in die-

sem beschränkten Rahmen zutreffend vorgegangen ist (vgl. etwa OGer ZH 

LF170058 vom 12. Januar 2018 E. 4.2; LF160054 vom 29. September 2016 

E. 2.3; ZR 82 Nr. 66 m.w.H.). 

3.2. Die Vorinstanz begründet nicht näher, weshalb sie zum Schluss kam, die 

Erblasserin habe neben den gesetzlichen Erben in ihrem Testament betreffend ih-

rem Erbe vom 13. November 2011 elf Institutionen, darunter die Berufungskläge-

rin, als Erben eingesetzt. Sie beschränkt sich darauf auszuführen, vier Institutio-

nen, so auch die Feuerwehr in P._____, könnten mangels Erbfähigkeit nicht als 

Erben eingesetzt werden. Unter Verweis auf Art. 539 Abs. 2 ZGB erwägt sie, der 

Wille der Erblasserin habe nicht auf die Begünstigung von Personen, die im Zeit-

punkt des Erbengangs bereits feststanden und individuell bestimmbar waren, ab-

gezielt, sondern die begünstigten Personen seien erst nach und nach individuell 

bestimmbar gewesen. Da der Aufwand für die Errichtung einer Stiftung im Ver-

hältnis zum Ertrag des Stiftungsvermögens nicht gerechtfertigt sei, komme die Zu-

weisung an eine bestehende Institution in Frage. Entsprechend sei die Zuwen-

dung an die Feuerwehr in P._____ als zweckgebundene Erbeinsetzung an die 

Stadt P._____ zu deuten (vgl. act. 13 E. III, S. 2 ff.). 

3.3. Die Berufungsklägerin bemängelt ihre vorinstanzliche Qualifikation als Er-

bin, jedoch nicht die vorinstanzlichen Ausführungen zur Zweckgebundenheit der 

Erbeinsetzung gemäss Art. 539 Abs. 2 ZGB. Sie hält den vorinstanzlichen Erwä-

gungen entgegen, die Erblasserin habe in ihrem Testament zwar eine quoten-

mässige Zuwendung vorgesehen. Daraus könne jedoch nicht auf die Erbeinset-

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zung der elf Institutionen geschlossen werden, insbesondere da die Erblasserin 

das Testament als juristische Laiin selbst verfasst habe und sich der Feinheit der 

Formulierung und deren allfällig hineininterpretierten Folgen kaum bewusst gewe-

sen sein dürfte. Es sei zu vermuten, dass die Erblasserin ihr positiv bekannte In-

stitutionen, wie die Feuerwehr P._____, schlicht mit einem Geldbetrag bedacht 

haben wollte. Die quotenmässige Begünstigung sei nur erfolgt, weil die Erblasse-

rin eine zu ungenaue Vorstellung über den Betrag, der nach Abzug der Schulden 

übrig bleiben werde, gehabt habe (vgl. act. 14). 

3.4. Wer Erbe ist, erbt die ganze Erbschaft oder einen Teil davon mit dem Tod 

des Erblassers als Universalsukzessor; ein Erbe wird folglich (Mit-)Inhaber der 

Vermögensrechte und haftet auch für die Schulden des Erblassers. Ein Vermächt-

nisnehmer hingegen erhält einen Vermögensvorteil nicht in Universal-, sondern in 

Singularsukzession. Ihm steht nur ein obligatorischer Anspruch gegenüber dem 

Beschwerten auf Übertragung der vermachten Vermögenswerte zu und er haftet 

nicht für die Erbschaftsschulden (BSK ZGB II-STAEHELIN, 7. Aufl. 2023, Art. 483 

N 2). Ob in einem konkreten Fall eine Erbeinsetzung oder ein Vermächtnis vor-

liegt, ist im Einzelfall zu ermitteln. Massgeblich ist der Wille des Erblassers (STAE-

HELIN, a.a.O., Art. 483 N 3). Dabei ist der Wortlaut das primäre Auslegungsmittel, 

zusammen mit dem systematischen Zusammenhang, der "inneren Logik" bzw. 

der erkennbaren "Leitidee" der Anordnung (BSK ZGB II-BREITSCHMID, 7. Aufl. 

2023, Art. 469 N 22). 

Das Gesetz enthält in Art. 483 Abs. 2 ZGB die Vermutung, dass jede Verfügung, 

nach der ein Bedachter die Erbschaft insgesamt oder zu einem Bruchteil erhalten 

soll, als Erbeinsetzung zu betrachten ist. Wird allerdings der Reinnachlass nach 

Abzug der Schulden zugewendet, handelt es sich um ein Vermächtnis, da der Be-

dachte nicht für die Schulden haften soll. Die Vermutung der Erbeinsetzung kann 

jedoch widerlegt werden, da auch das Vermächtnis eines Bruchteils des Nachlas-

ses möglich ist. Beim sogenannten Quotenlegat erhält der Bedachte eine be-

stimmte Quote von den nach Abzug der Schulden verbleibenden Aktiven. Es ist 

wichtig, das Quotenlegat ausdrücklich als solches zu bezeichnen, um eine Um-

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deutung nach Art. 483 Abs. 2 ZGB zu verhindern (STAEHELIN, a.a.O., Art. 483 N 3 

m.w.H.). 

3.5.

3.5.1. Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz im Sinne einer vorläufigen 

Prüfung und Auslegung des Testaments vom 13. September 2011 davon ausge-

hen durfte, die Berufungsklägerin sei eingesetzte Erbin des gesamten Nachlasses 

und nicht nur Vermächtnisnehmerin betreffend eines Teils davon. Das fragliche 

Testament lautet wie folgt:

"[Ort und Datum]

Mein letzter Wille

10% meines Vermögens gehen an das Altersheim in L._____ für die Bewohner 

(Ausflug, Feste)

10% meines Vermögens gehen an die Vereine in L._____

5% gehen an die Vereine in M._____ 

5% gehen an die Pfadi in P._____

5% gehen an die F._____

5% gehen an die Feuerwehr in P._____

5% gehen an G._____

10% gehen an das H._____

5% gehen an die I._____ in Q._____

10% gehen an die Stiftung J._____ in Zürich

5% gehen an das K._____l für die Schwestern

[Ort, Datum, Vorname Nachname, gezeichnet]"

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3.5.2. Auszugehen ist vom Wortlaut des Testaments, welchem ein Indizcharakter 

zukommt. Dieser beinhaltet jedoch weder Wörter wie "Erbe" bzw. "vererben" noch 

"Vermächtnis" bzw. "vermachen"; verwendete die Erblasserin doch das Verb "ge-

hen an", welches weder ein Indiz für eine Erbeinsetzung noch für ein Vermächtnis 

ist. In ihrem Testament wendet die Erblasserin den bedachten Institutionen weder 

eine bestimmte Sache noch einen bestimmten Vermögenswert zu, was für ein 

Vermächtnis sprechen würde. Jedoch setzte sie die bedachten Institutionen, so 

auch die Feuerwehr P._____, zu Quoten bzw. zu Bruchteilen ein, weshalb ge-

mäss der gesetzlichen Vermutung von Art. 483 Abs. 2 ZGB von einer Erbeinset-

zung auszugehen ist. Sofern die Berufungsklägerin vorbringt, die gesetzliche Ver-

mutung greife aufgrund der Laien-Eigenschaft der Erblasserin nicht, ist ihr nicht 

zu folgen. Die Laien-Eigenschaft eines Erblassers ist insbesondere bei der Ausle-

gung von juristischen Begriffen zu beachten ist (vgl. SCHILLER, Zuwendung des 

Nachlassüberschusses: Vermächtnis oder Erbeinsetzung?, successio 2018, 

S. 285 ff., S. 288; STAEHELIN, a.a.O., Art. 483 N 3), hat jedoch nicht zur Folge, 

dass die gesetzliche Vermutung von Art. 483 Abs. 2 ZGB nicht greift. Entgegen 

den Ausführungen der Berufungsklägerin liegen keine Hinweise dafür vor, dass 

sich die an die Feuerwehr P._____ bedachten 5% auf das verbleibende Vermö-

gen der Erblasserin nach Abzug der Schulden beziehen, was für ein Vermächtnis 

sprechen würde. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich der zugesprochene 

Bruchteil auf das gesamte Vermögen der Erblasserin bezieht, welches die Aktiven 

und die Passiven umfasst. So hielt die Erblasserin in Bezug auf die ersten zwei 

Zuwendungen explizit fest, der Prozentsatz beziehe sich auf ihr Vermögen (vgl. 

act. 13 "10% meines Vermögens"). Da alle Bedachten nacheinander aufgelistet 

werden, ist im Sinne des systematischen Zusammenhangs davon auszugehen, 

dass sich auch die 5% für die Feuerwehr P._____ auf das Vermögen, somit das 

gesamte Vermögen von Aktiven und Passiven, beziehen. 

Nach dem Gesagten ist die Qualifikation der Berufungsklägerin als (zweckgebun-

dene) eingesetzte Erbin im Rahmen der im Testamentseröffnungsverfahren vor-

zunehmenden, lediglich vorläufigen und summarischen Auslegung des Testa-

ments vom 13. September 2011 rechtskonform. 

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3.6. Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen. Zur Klärung der Frage, 

wie das Testament vom 13. September 2011 definitiv auszulegen ist, ist die Beru-

fungsklägerin auf den ordentlichen Zivilprozess zu verwiesen. 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen

4.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens der Beru-

fungsklägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der Steuerwert des Nachlas-

ses beträgt Fr. 749'000.– (vgl. oben E. 2.2.2). Nachdem die Berufungsklägerin 

geltend macht, die Erblasserin habe ihr ein Quotenlegat von 5% zugedacht, recht-

fertigt es sich, von einem Streitwert von Fr. 37'450.– (5% x Fr. 749'000.–) auszu-

gehen. Die Entscheidgebühr ist ausgehend von diesem Streitwert mit Blick auf die 

Schwierigkeit des Falles und den Aufwand des Gerichts in Anwendung von § 4 

Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 2'800.– festzu-

setzen, der Berufungsklägerin aufzuerlegen und mit dem von ihr geleisteten Kos-

tenvorschuss zu verrechnen (vgl. Art. 111 Abs. 1 ZPO).

4.2. Partei- oder Umtriebsentschädigungen sind keine zuzusprechen: der Beru-

fungsklägerin nicht, weil sie mit ihrer Berufung unterliegt, den Berufungsbeklagten 

nicht, weil ihnen keine Umtriebe entstanden sind, die zu entschädigen wären.

Es wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Einzelgerichts im summari-

schen Verfahren des Bezirksgerichts Dietikon vom 13. November 2023 wird 

bestätigt.

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'800.– festgesetzt und 

der Berufungsklägerin auferlegt.

Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden mit dem von der 

Berufungsklägerin geleisteten Vorschuss von Fr. 2'800.– verrechnet.

3. Partei- oder Umtriebsentschädigungen werden keine zugesprochen. 

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4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagten je unter 

Beilage einer Kopie der Berufungsschrift samt Beilagenverzeichnis (act. 14), 

an das Einzelgericht im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Dieti-

kon, je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse.

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 37'450.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw C. Widmer

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