# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d9de08e-7598-5700-a2da-46310d2601da
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 04.11.2009 SK1 2009 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2009-21_2009-11-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 04. November 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 09 21 [nicht mündlich eröffnet] 14. April 2010

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 06. Dezember 2010 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Hubert und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Riesen

In der strafrechtlichen Berufung

des A., vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Kunz, Ottoplatz 19, 7000 
Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 6. Februar 2009, mitgeteilt am 8. April 
2009, in Sachen gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Schändung,

hat sich ergeben:

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A. A. wurde am _ in P. geboren. Er wuchs zusammen mit einem Bruder 
bei seinen Eltern in P. auf. In P. besuchte er auch die Primarschule und während 
drei Jahren die Kantonsschule. Danach absolvierte er eine dreijährige Lehre zum 
kaufmännischen Angestellten. Anschliessend leistete er ein Jahr Militärdienst, war 
in der Folge eine Zeit lang auf seinem Beruf tätig und begann danach eine 
vierjährige Ausbildung zum Physiotherapeuten. Nach deren Abschluss arbeitete er 
als Physiotherapeut bei der Physiotherapie D. in P. und absolvierte 
berufsbegleitend eine Ausbildung zum Sportphysiotherapeuten. Ab April 2003 war 
er als Sportphysiotherapeut in der Physiotherapie des medizinischen 
Fitnesszentrums O. in P. tätig. Heute arbeitet er als Physiotherapeut beim 
Fussballclub Q.. Dort verdient er monatlich Fr. 6'600.-- brutto. Er hat weder 
Schulden noch Vermögen und auch keine Unterhaltsverpflichtungen. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet. Gemäss 
Leumundsbericht der Stadtpolizei P. vom 5. Oktober 2007 geniesst A. einen guten 
Leumund.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 16. Oktober 
2008 wurde A. wegen mehrfacher Schändung gemäss Art. 191 StGB in 
Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 16. Oktober 2008 folgender Sachverhalt zu 
Grunde:

„A. wird angeklagt

der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB.

A. ist seit April 2003 als Sportphysiotherapeut in der Physiotherapie 
des medizinischen Fitnesszentrums O. in P. tätig. Von April 2003 bis 
Dezember 2006 war er sodann als Physiotherapeut und 
Konditionstrainer für die Nationalliga A Unihockey-Mannschaft von R. 
zuständig.

1. Zum Nachteil von B., geb. 2. Juni 1987:

Von Mai 2006 bis im August 2006 war B. Unihockeyspielerin der 
Nationalliga A Mannschaft von R.. Etwa am 28. Mai 2006 wandte 
sich B. im Verlauf eines Trainings im O. in P. an A., da sie 
Knieschmerzen hatte. Ab ca. 13.00 Uhr massierte A. in der 
Folge in einem Behandlungsraum des O. den Oberschenkel von 
B.. Danach führte er einen Ultraschall am Knie von B. durch.
Für die Massage musste sich B. mit Oberteil und Unterhose 
bekleidet rücklings auf ein Behandlungsbett legen, wo A. sie mit 
seinen Händen am Oberschenkel massierte. Dabei näherte er 
sich immer mehr dem Schambereich von B.. Nachdem 
zwischenzeitlich E., die Schwester von B., und C. an die Türe 

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geklopft und danach das O. verlassen hatten, massierte A. 
weiter. Im Verlauf der Massage streckte er über oder unter der 
Unterhose mehrmals einen Finger an verschiedenen Stellen an 
die Scheide von B.. Einmal hatte B. den Eindruck, dass A. in ihre 
Scheide eindringen wollte. Einmal wusste B. sodann nicht recht, 
ob er gar in die Scheide eingedrungen war. Einmal streckte er 
sodann zwei bis drei Finger unter die Unterhose. Als er 
schlussendlich die ganze Hand auf die Scheide von B. drückte, 
stützte sie sich auf, worauf A. sie fragte, ob es ihr gefalle oder ob 
er aufhören solle. Als B. nichts sagte[,] fragte A. erneut, ob er 
aufhören solle, was B. bejahte. 

A. bestreitet, B. während der Massage absichtlich zwischen den 
Beinen berührt zu haben.

Mit Schreiben vom 23. Oktober 2007 [recte: 3. Dezember 2007] 
reichte der Rechtsvertreter von B., lic. iur. Martin Suenderhauf, 
eine Adhäsionsklage ein und verlangte einen Forderungsbetrag 
von Fr. 2'327.40, zuzüglich 5 % Zins seit 1. November 2007, 
sowie eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 4'000.--, zuzüglich 
Zins seit 10. Juli 2006.

2. Zum Nachteil von C., geb. 10. Dezember 1988:

Bis im Herbst 2006 war C. Unihockeyspielerin bei R., wobei sie 
zuerst bei den A-Juniorinnen, dann bei der Elite und 
schlussendlich bei der Nationalliga A Mannschaft spielte. Im 
Zusammenhang mit einem Ermüdungsbruch an der Wade 
verschrieb Dr. med. F., S., C. 9 Entstauungsbehandlungen, 
welche C. am 9., 14., 16., 21., 23. und 29. Juni 2006 sowie am 
4., 6. und 10. Juli 2006 im O. durchführen liess. Die 
Behandlungen vom 9. und 29. Juni sowie vom 4., 6. und 10. Juli 
2006 wurden von A., die anderen Behandlungen von G. 
durchgeführt.
Anlässlich der Behandlungen bei A. musste C. jeweils mit 
Oberteil, Socken und Unterhose bekleidet auf dem Rücken oder 
auf dem Bauch auf dem Behandlungsbett liegen. A. massierte 
immer wieder mit beiden Händen links und rechts das Bein von 
C. hoch und runter. Anlässlich der letzten Behandlungen kam es 
dazu, dass A. immer weiter in Richtung Schambereich 
reinrutschte. Im Rahmen der Behandlung vom 6. Juni [recte: Juli] 
2006 massierte A. C. neben oder über dem Schambereich. Auch 
gab er jeweils mit dem Mittelfinger Druck, so dass der 
Mittelfinger über der Unterhose die Scheide berührte. Am 10. Juli 
2006 hob A. anlässlich der Massage den Slip von C. an und 
massierte mit zwei Fingern ihre Klitoris. Sodann drang er mit der 
Spitze des Mittelfingers in die Scheide von C. ein.

A. bestreitet die Beschuldigung von C.. Insbesondere bestreitet 
er, C. an der Scheide berührt zu haben oder mit dem Finger in 
ihre Scheide eingedrungen zu sein.

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Mit Schreiben vom 23. Oktober 2007 [recte: 3. Dezember 2007] 
reichte der Rechtsvertreter von C., lic. iur. Martin Suenderhauf, 
eine Adhäsionsklage ein und verlangte einen Forderungsbetrag 
von Fr. 1'941.70, zuzüglich 5 % Zins seit 1. November 2007, 
sowie eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.--, zuzüglich 5 
% Zins seit 10. Juli 2006.“

In den Adhäsionsklagen von B. und C. wird neben der Bezahlung von 
Schadenersatz und Genugtuung übereinstimmend beantragt, es sei gerichtlich 
Vormerk zu nehmen, dass die geltend gemachte Schadenersatzforderung eine 
Teilklage sei, weshalb ins Urteilsdispositiv ein Klagevorbehalt aufzunehmen sei. 
Weiter sei festzustellen, dass A. für sämtliche Folgekosten der von ihm begangen 
Straftaten beziehungsweise für den der - jeweiligen - Klägerin entstehenden und 
entstandenen Schaden vollumfänglich ersatzpflichtig sei (Haftungsquote 100 %). 
Eventualiter sei über die Haftung von A. dem Grundsatze nach zu entscheiden 
und der Bestand der vollumfänglichen Haftung bei einer Haftungsquote von 100 % 
für Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche festzustellen beziehungsweise zu 
bestätigen.

C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur am 6. 
Februar 2009 waren A. in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt 
Dr. iur. Rudolf Kunz, die Adhäsionsklägerinnen B. und C. mit ihrem 
Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, sowie die Vertreterin 
der Anklage, Untersuchungsrichterin lic. iur. Bettina Ott Guyan, anwesend. 

a) Die Anklagevertreterin stellte und begründete folgende Anträge:

„1. A. sei der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB 
schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei der Angeklagte mit einer Freiheitsstrafe von 14 
Monaten zu bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und eine 
Probezeit von drei Jahren anzusetzen.

4. Kostenfolge gemäss Gesetz.“

b) Der Rechtsvertreter der Adhäsionsklägerinnen hielt im Rahmen seines 
Plädoyers an den in den Adhäsionsklagen gestellten Rechtsbegehren fest. 

c) Der private Verteidiger beantragte, es sei A. von Schuld und Strafe 
freizusprechen und zwar unter Kosten- und voller Entschädigungsfolge zulasten 
des Kantons Graubünden. Die Adhäsionsklagen seien wegen fehlender 

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Widerrechtlichkeit abzuweisen, eventualiter seien sie auf den Zivilweg zu 
verweisen.

D. Mit Urteil vom 6. Februar 2009, mitgeteilt am 8. April 2009, erkannte 
das Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. A. ist schuldig der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 
StGB.

2. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen à CHF 
110.-- bestraft.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit 
von zwei Jahren aufgeschoben.

4. Adhäsionsklagen:

a) In Gutheissung der Adhäsionsklagen wird A. verpflichtet,

- B. Schadenersatz in Höhe von CHF 2'327.40, zuzüglich 5 
% Zins seit 1. November 2007, und eine Genugtuung von 
CHF 2'000.--, zuzüglich 5 % Zins seit 10. Juli 2006, und

- C. Schadenersatz in Höhe von CHF 1'941.70, zuzüglich 5 
% Zins seit 1. November 2007, und eine Genugtuung von 
CHF. 3'000.--, zuzüglich 5 % Zins seit 10. Juli 2006, zu 
bezahlen.

b) Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass es sich 
bei den unter Ziffer 4.a) vorstehend geltend gemachten 
Forderungen um Teilklagen handelt und dass sich B. und C. 
vorbehalten, zu einem späteren Zeitpunkt weitere 
Schadenersatzforderungen einzuklagen.

c) Es wird gerichtlich festgestellt, dass A. gegenüber B. und C. 
für sämtliche Folgekosten der von ihm begangenen 
Straftaten, bzw. für den ihnen entstandenen und 
entstehenden Schaden, vollumfänglich ersatzpflichtig ist 
(Haftungsquote 100 %).

d) A. wird verpflichtet, B. und C. mit jeweils CHF 4'500.-- (inkl. 
Barauslagen und MWST) zu entschädigen.

5. (Kosten).

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“

In der Begründung führte es nach eingehender Würdigung der Beweise 
zusammengefasst aus, die Aussagen von A. seien zwar nicht unglaubhaft, die 
Depositionen von B. und C. liessen jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass die 
von ihnen geschilderten sexuellen Übergriffe tatsächlich stattgefunden hätten. Die 
Opfer seien im weiteren widerstandsunfähig gewesen, hätten sie aufgrund ihrer 

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Lage auf dem Behandlungsbett doch nicht unmittelbar sehen können, wo A. sie 
berührt habe, sondern sie hätten dies nur fühlen können. Sie hätten zudem weder 
mit den Übergriffen rechnen müssen, noch hätten sie Veranlassung gehabt, das 
Verhalten von A. aufmerksam zu beobachten. A. habe im weiteren aufgrund der 
gesamten Behandlungssituation wissen müssen, dass weder B. noch C. mit den 
sexuellen Handlungen gerechnet hätten oder damit einverstanden gewesen 
wären. Er habe es zumindest ernsthaft für möglich halten müssen, dass die Opfer 
sich nicht rechtzeitig gegen die sexuellen Handlungen wehren könnten, weil der 
Übergang von der angekündigten Behandlung zu den sexuellen Übergriffen 
fliessend gewesen sei. Er habe somit zumindest eventualvorsätzlich gehandelt, 
womit der Tatbestand der Schändung in objektiver und subjektiver Hinsicht 
mehrfach erfüllt sei. Das Verschulden erachtete es als recht schwer, jedoch sei 
kein Grund ersichtlich, weshalb eine kurze Freiheitsstrafe anzuordnen wäre, 
weshalb eine Geldstrafe auszusprechen sei. Aufgrund der Schwere des 
Verschuldens und der finanziellen Verhältnisse von A. setzte es diese auf 360 
Tagessätze zu je Fr. 110.-- fest. Bezüglich der Adhäsionsklagen schliesslich hielt 
es zusammengefasst fest, die als Schaden geltend gemachten vorprozessualen 
Anwaltskosten seien ausgewiesen und angemessen und daher den 
Adhäsionsklägerinnen zuzusprechen. Ebenso hätten sie Anspruch auf eine 
Genugtuung, welche aufgrund der gesamten Umstände für B. auf Fr. 2'000.-- und 
für C. auf Fr. 3'000.-- festgesetzt werde. Schliesslich entsprach es dem Begehren, 
davon Vormerk zu nehmen, dass es sich um Teilschadenersatzklagen handle, und 
es stellte fest, A. sei für die Folgen seiner strafbaren Handlungen vollumfänglich 
ersatzpflichtig (Haftungsquote 100 %).

E. Gegen dieses Urteil erhob A., vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Rudolf Kunz, mit Eingabe vom 4. Mai 2009 beim Kantonsgericht von Graubünden 
Berufung mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 6. Februar 2009 (zur 
Mitteilung verschickt am 8. April 2009 [Poststempel 14. April 
2009]) sei aufzuheben und es sei der Angeklagte von Schuld 
und Strafe freizusprechen.

2. Die Adhäsionsklagen von C. und B. seien abzuweisen. 
Eventualiter seien sie auf den Zivilweg zu verweisen.

3. A. sei an der Hauptverhandlung persönlich anzuhören.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für den Strafpunkt 
zulasten der Staatsanwaltschaft von Graubünden und für die 
Adhäsionsklagen zulasten der Adhäsionsklägerinnen in 
solidarischer Haftbarkeit.“

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In der Begründung machte er insbesondere geltend, das Bezirksgericht 
habe zu Unrecht die Widerstandsunfähigkeit bejaht. Nach klarer und eindeutiger 
Rechtsprechung des Bundesgerichts könne bei einer auf dem Rücken liegenden 
Person grundsätzlich keine Widerstandsunfähigkeit vorliegen. Im weiteren finde 
sich in der ganzen Untersuchung keine einzige Feststellung zum wichtigen 
Tatbestandsmerkmal, was die Anzeigeerstatterinnen während der Therapie 
gesehen hätten und ob sie den behaupteten sexuellen Übergriff hätten erkennen 
können. Nur bei fehlendem Einblick in den Genitalbereich während der Therapie 
werde Widerstandsunfähigkeit begründet. Ohne Untersuchung über diese 
ausschlaggebende Voraussetzung könne keine Verurteilung erfolgen, da den 
Staat die Beweislast für alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente 
treffe. Schliesslich habe die Vorinstanz alle Widersprüche in den Aussagen von C. 
zu deren Vorteil ausgelegt, obwohl gerade inkonstantes, widersprüchliches und 
falsches Aussageverhalten einen deutlichen Hinweis auf unwahre Aussagen 
darstellten. Da A. von Schuld und Strafe freizusprechen sei, fehle es an der 
Widerrechtlichkeit, weshalb die Adhäsionsklagen abzuweisen seien.

F. a) Mit Schreiben vom 19. Mai 2009 reichte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden eine Vernehmlassung zur Berufung ein. Sie beantragte die 
Abweisung der Berufung unter Kostenfolge. Betreffend die Beweiswürdigung und 
die rechtlichen Ausführungen verwies sie auf das Urteil des Bezirksgerichts und 
auf das Plädoyer der Untersuchungsrichterin vor der Vorinstanz, welches 
schriftlich zu den Akten gegeben worden sei. Sie machte im weiteren vor allem 
geltend, B. und C. seien entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers nicht 
in der Lage gewesen, die Handlungen von A. zu sehen. Eine Person, die auf dem 
Rücken auf dem Behandlungsbett liege, sei im besten Fall in der Lage, direkt am 
Körper vorgenommene Handlungen in ihrem Brustbereich zu sehen. Handlungen, 
die sich von der Hüfte abwärts abspielten, könnten bereits anatomisch bedingt 
keinesfalls wahrgenommen werden, da sich die Brust ein wenig vorwölbe und das 
Auge nicht in der Lage sei, gerade nach unten zu sehen. Dabei spiele es keine 
Rolle, ob das Gesicht zur Zimmerdecke oder zur Seite gewandt sei. Aufgrund ihrer 
Lage auf der Behandlungsliege sei es für beide Frauen zu keinem Zeitpunkt 
möglich gewesen zu sehen, ob A. sie nach den üblichen Regeln der Behandlung 
am Oberschenkel berühre oder aber wenige Zentimeter daneben am 
Geschlechtsteil. Der Umstand, dass C. zur letzten Behandlung, an welcher der 
schwerste Übergriff stattgefunden habe, erschienen sei, obwohl bereits anlässlich 
der zweitletzten Behandlung ein sexueller Übergriff passiert sei, habe vorliegend 
keinen Einfluss auf die Strafbarkeit des Verhaltens von A.. C. sei lange nicht klar 

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gewesen, dass die Vorgehensweise von A. einen sexuellen Übergriff dargestellt 
habe.

b) Mit Schreiben vom 20. Mai 2009 verzichtete das Bezirksgericht 
Plessur auf die Einreichung einer Vernehmlassung.

c) Mit Vernehmlassung vom 26. August 2009 liessen die 
Adhäsionsklägerinnen die vollumfängliche Abweisung der Berufung unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge zu Lasten von A. beantragen. In der Begründung 
äusserten sie sich eingehend zur Frage der Widerstandsunfähigkeit, des 
Vorsatzes, der sexuellen Handlungen und der Glaubhaftigkeit der Aussagen von 
C..

G. An der Hauptverhandlung vor der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden am 4. November 2009 waren A. mit seinem 
Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Kunz, die beiden Adhäsionsklägerinnen 
B. und C. mit ihrem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, 
sowie als Vertreter der Anklage Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel anwesend. 
Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine 
Einwände erhoben. Der Vorsitzende wies einleitend darauf hin, dass es sich 
vorliegend um eine geschlossene Verhandlung handle. Die Mutter von C. habe 
auch an der Verhandlung teilnehmen wollen, die entsprechende Anfrage sei 
jedoch erst etwa zehn Minuten vor Verhandlungsbeginn gemacht worden. Es gehe 
vorliegend aber nicht nur um den Opferschutz, sondern auch der Angeklagte habe 
Anspruch auf Schutz. Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf erklärte daraufhin, 
das Ganze habe sich in der Zwischenzeit erledigt. Sowohl der Verteidiger, als 
auch der Staatsanwalt und der Vertreter der Adhäsionsklägerinnen verzichteten in 
der Folge auf das Verlesen von Aktenstücken. In der Befragung äusserte sich A. 
zu der gewöhnlich eingenommenen Lage von Patienten auf der Behandlungsliege 
bei Massagen an den Beinen sowie zu seinen derzeitigen persönlichen 
Verhältnissen. Anschliessend trug der Verteidiger sein Plädoyer vor, in welchem 
er sich weitgehend an die bereits in der Berufung gemachten Ausführungen hielt. 
Der Staatsanwalt begründete in seinem mündlichen Vortrag die beantragte 
Abweisung der Berufung. Der Vertreter der Adhäsionsklägerinnen schliesslich 
äusserte sich in seinem Plädoyer eingehend zum Schuldpunkt. Er stellte zudem 
den Antrag, das am 22. Oktober 2009 eingereichte Schreiben der T. GmbH vom 8. 
Juni 2009 sei aus dem Recht zu weisen, da es verspätet sei. Der Verteidiger 
bekräftigte in der Replik seinen Standpunkt, während der Staatsanwalt und der 
Vertreter der Adhäsionsklägerinnen in ihrer jeweiligen Duplik ihre Argumente 

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bestätigten. Abschliessend erhielt A. die Gelegenheit zum Schlusswort. Er 
erklärte, er habe nichts mehr zu sagen, das Gericht dürfe nun entscheiden.

H. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil, in den 
Rechtsschriften, im Sachvortrag an der mündlichen Berufungsverhandlung sowie 
in der persönlichen Befragung von A. wird, soweit erforderlich, in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die I. Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer 
Ausschüsse können der Verurteilte, das Opfer und der Staatsanwalt beim 
Kantonsgericht gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO innert 20 Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheides Berufung einlegen. Diese ist zu 
begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides 
oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich 
Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen 
vermag die vorliegende Berufung zu genügen. Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts als Berufungsinstanz grundsätzlich eine umfassende, 
uneingeschränkte Kognition - auch mit Bezug auf Ermessensfehler, bei deren 
Prüfung sie sich aber eine gewisse Zurückhaltung auferlegt - zukommt (Art. 146 
Abs. 1 StPO). Sie überprüft das vorinstanzliche Urteil jedoch nur im Rahmen der 
in der Berufung oder Anschlussberufung gestellten Anträge. Wenn die Aktenlage 
die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt oder 
der Mangel geheilt ist, entscheidet die Strafkammer des Kantonsgerichts in der 
Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario), eine Rückweisung an die 
Vorinstanz bildet die Ausnahme (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung 
des Kantons Graubünden, 2. Auflage, P. 1996, S. 375 f.).

3. Der Vorsitzende kann gemäss Art. 144 Abs. 1 StPO eine mündliche 
Berufungsverhandlung von Amtes wegen oder auf Antrag durchführen, wenn die 
persönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache 
wesentlich ist. Auf die Berufungsverhandlung finden unter Vorbehalt abweichender 
Bestimmungen die Vorschriften der Strafprozessordnung über das 
Gerichtsverfahren sinngemäss Anwendung (vgl. Art. 144 Abs. 2 StPO). A. hat in 
seiner Berufung den Antrag gestellt, er sei im Rahmen der Hauptverhandlung 

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(recte: Berufungsverhandlung) persönlich anzuhören. Dieser Antrag enthält 
offensichtlich implicite den Antrag auf Durchführung einer mündlichen 
Berufungsverhandlung. Mit der Vorladung zur Berufungsverhandlung vom 4. 
November 2009 (vgl. Verfügung vom 1. September 2009, act. 15) sowie der 
Durchführung der Berufungsverhandlung selbst wurde diesem Antrag 
entsprochen.

4. Der Vertreter von A. hat mit Schreiben vom 22. Oktober 2009 unter 
anderem einen Brief der T. GmbH vom 8. Juni 2009 eingereicht. In diesem 
Zusammenhang ist vorweg festzustellen, dass Dokumente, die keine echten 
Noven betreffen, grundsätzlich mit der Berufung einzureichen oder zumindest in 
der Berufung anzukündigen sind (vgl. Urteil der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 17. Juni 2009, SK1 09 14, E 7a). Das 
Schreiben der T. GmbH befasst sich mit der Frage, ob aus der 
computerunterstützten Terminplanung und Abrechnung des O. neben den 
unbestrittenermassen durchgeführten neun Therapiesitzungen noch weitere 
geplante Therapietermine für C. ersichtlich sind. A. versucht, mit diesem 
Schreiben zu belegen, dass entgegen den Ausführungen von C. keine weiteren 
Termine vereinbart gewesen seien, um so C.s Aussagen zu erschüttern. Die 
Aussage von C. war A. seit dem Jahre 2006 bekannt (vgl. act. 1.04 in Verbindung 
mit act. 3.20 und act. 3.21). Auch die Möglichkeit, die computerunterstützte 
Terminplanung und Abrechnung durch einen Spezialisten auswerten zu lassen, 
bestand schon seit diesem Zeitpunkt. Die Auswertung des Terminplans und der 
abgerechneten Therapiesitzungen hätte daher schon lange vor Erhebung der 
Berufung vorgenommen werden können. Das Schreiben der T. GmbH betrifft 
mithin Tatsachen, die sich lange vor der Einreichung der Berufung verwirklicht 
hatten, und ist damit kein echtes Novum, auch wenn das Schriftstück selbst von 
einem Termin nach Erhebung der Berufung datiert. Da es weder mit der Berufung 
eingereicht noch in der Berufung angekündigt worden ist, ist es mithin verspätet 
und kann bei der Beweiswürdigung nicht herangezogen werden. Es wäre A. und 
seinem Verteidiger ohne weiteres möglich und auch zuzumuten gewesen, die 
Abklärungen durch die T. GmbH rechtzeitig vornehmen zu lassen 
beziehungsweise zumindest das entsprechende Schreiben in der Berufung 
anzukündigen. Wenn sie von dieser Möglichkeit nicht rechtzeitig oder gar nicht 
Gebrauch gemacht haben, so haben sie dies selbst zu vertreten. 

5. Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Vernehmlassung zur Berufung zur 
Begründung ihres Antrags unter anderem auf das Urteil des Bezirksgerichts 
Plessur sowie auf das Plädoyer der Untersuchungsrichterin vor der Vorinstanz, 

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welches sich in schriftlicher Form bei den Akten befindet, verwiesen. Es stellt sich 
die Frage, ob dies statthaft ist. – Eine Vernehmlassung im Berufungsverfahren ist, 
sofern von diesem Recht Gebrauch gemacht wird, wie die Berufungsschrift selber 
schriftlich zu begründen (Art. 143 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 142 Abs. 1 
StPO). Nach ständiger Rechtsprechung ist es bezüglich der Berufungsschrift 
grundsätzlich unzulässig, anstelle eigener Begründung in der Berufungsschrift 
selbst auf andere schriftliche Einlagen zu verweisen. Denn dem Gericht ist es 
nicht zuzumuten, die Argumentationen eines Berufungsklägers in verschiedenen 
Schriftstücken zusammenzusuchen und an seiner Stelle zusammenzutragen. 
Nach Sinn und Zweck von Art. 142 Abs. 1 StPO soll die Berufungsschrift ein 
(einziger) in sich geschlossener Schriftsatz sein. Selbstredend steht dabei die 
Möglichkeit der Verweisung auf das in Form von Dokumenten vorliegende 
Ergebnis der Strafuntersuchung offen; die Argumentationsketten hingegen 
müssen aus dem Schriftsatz selbst ersichtlich sein (PKG 2003 Nr. 18). Dieselben 
Überlegungen gelten aber auch bezüglich der schriftlichen Vernehmlassung im 
Berufungsverfahren (PKG 1999 Nr. 27). Argumente und Begründungen, die der 
Berufungsbeklagte vorbringen will, müssen daher aus der Vernehmlassung selbst 
hervorgehen. Es wäre nämlich nicht zu rechtfertigen, wenn dem 
Berufungsbeklagten erlaubt wäre, was dem Berufungskläger verboten ist. Die 
schriftliche Vernehmlassung im Berufungsverfahren muss somit alle 
Argumentationsketten enthalten, die der Berufungsbeklagte geltend machen will. 
Verweisungen auf andere Einlagen anstelle von eigenen Ausführungen sind nicht 
statthaft. Der Verweis auf das Plädoyer der Untersuchungsrichterin, welches sie 
vor Schranken der Vorinstanz gehalten hat und das sich in schriftlicher Form bei 
den Akten befindet, genügt mithin der Begründungsanforderung nicht; die in jenem 
Plädoyer enthaltenen Argumente sind nicht Inhalt der Vernehmlassung geworden. 
Mit Bezug auf die Verweisung auf die Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil 
wiederum ist zu sagen, dass es zur Begründung der eigenen Anträge nicht 
genügen kann, auf das angefochtene Urteil als Ganzes zu verweisen, müssen 
sich die Argumentationsketten doch aus der Vernehmlassung selbst ergeben. 
Soweit in der Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft Graubünden einzig auf das 
Plädoyer der Untersuchungsrichterin vor der Vorinstanz und in globo auf das 
angefochtene Urteil verwiesen wird, genügt die Vernehmlassung den 
Begründungsanforderungen somit nicht. 

6. A. macht mit der Berufung eine Verletzung des Anklagegrundsatzes 
geltend. Das in Art. 98 Abs. 2 lit. b StPO verankerte Akkusationsprinzip hält fest, 
dass die Anklageschrift des Staatsanwaltes die Darstellung und die rechtliche 

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Qualifikation des Sachverhaltes enthalten muss. Genügt die Anklageschrift diesen 
Anforderungen nicht, so kann der Betroffene diese gemäss Art. 139 StPO innert 
20 Tagen seit Kenntnisnahme beim Kantonsgericht Graubünden anfechten. Wird 
zwar keine Beschwerde gegen die Anklageschrift erhoben, jedoch in der 
Hauptverhandlung vor der ersten Instanz die Mangelhaftigkeit der Anklageschrift 
gerügt, so beurteilt das Kantongericht im Berufungsverfahren auch die Rüge der 
Verletzung des Akkusationsprinzips, sofern diese substantiiert vorgebracht wird, 
obwohl für das Vorbringen der Rüge einer mangelhaft redigierten Anklageschrift 
grundsätzlich das Rechtsmittel der Beschwerde gemäss Art. 139 StPO zu 
ergreifen wäre (PKG 1996 Nr. 34). Vorliegend nun hat der Verteidiger von A. in 
seinem Plädoyer geltend gemacht, er habe bereits in seinem mündlichen Vortrag 
vor der Vorinstanz auf verschiedene Unklarheiten in der Anklageschrift 
hingewiesen. Schlägt man den daran anschliessenden Verweis auf das im 
vorinstanzlichen Verfahren gehaltene Plädoyer nach, so ergibt sich, dass der 
Verteidiger an jener Stelle seines Plädoyers Ausführungen dazu gemacht hat, 
dass sich aus den Aussagen von C. nicht klar ergebe, ob sie während der geltend 
gemachten sexuellen Übergriffe jeweils auf dem Rücken oder auf dem Bauch 
gelegen habe. Der Verteidiger setzt sich somit explizit und vertieft mit den 
Aussagen von C. auseinander. Mit keiner Silbe jedoch verweist er auf die 
Anklageschrift. Ebenso wenig aber wird an anderer Stelle des vor der Vorinstanz 
gehaltenen Plädoyers die Anklageschrift gerügt. Im Plädoyer vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts hat der Verteidiger erklärt, er habe auch in der 
Duplik vor der Vorinstanz verschiedene Unklarheiten der Anklageschrift benannt. 
Im Urteil der Vorinstanz scheint dies jedoch in keiner Weise auf. Zudem äussert 
sich die Vorinstanz weder zum Anklagegrundsatz noch zu einer möglichen 
Verletzung desselben. A. wiederum beanstandet das vorinstanzliche Urteil in der 
Berufung in dieser Hinsicht mit keinem Wort und auch im mündlichen Vortrag 
seines Verteidigers anlässlich der Berufungsverhandlung findet sich kein Hinweis, 
dass die Vorinstanz die Mangelhaftigkeit der Anklageschrift nicht beurteilt habe, 
obwohl eine entsprechende Rüge vorgebracht worden sei. Der Umstand, dass 
zum einen weder aus den Plädoyernotizen des Verteidigers im vorinstanzlichen 
Verfahren noch aus dem angefochtenen Urteil eine von A. erhobene Rüge 
bezüglich der Anklageschrift hervorgeht und dass A. zum andern in seiner 
Berufung auch keine Nichtbehandlung von Rügen durch die Vorinstanz geltend 
macht, spricht klarerweise dagegen, dass eine wie auch immer geartete 
Mangelhaftigkeit der Anklageschrift vor der Vorinstanz überhaupt Thema war. 
Damit ist vorliegend davon auszugehen, dass A. erstmals in der Berufungsschrift 
geltend gemacht hat, die Anklageschrift sei unklar und verletze damit den 

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Anklagegrundsatz. Es stellt sich daher die Frage, ob in der Berufung eine 
Mangelhaftigkeit der Anklageschrift noch gerügt werden kann, wenn eine 
entsprechende Rüge nicht bereits vor der ersten Instanz erhoben worden ist. 
Diese Frage ist vorliegend zu verneinen. Wenn ein anwaltlich vertretener 
Angeklagter weder eine Beschwerde im Sinne von Art. 139 StPO gegen die 
Anklageschrift ergreift noch im erstinstanzlichen Verfahren Rügen wegen 
Mangelhaftigkeit der Anklageschrift vorbringt, so ist davon auszugehen, dass er 
vermeintliche oder allenfalls sogar vorhandene Mängel der Anklageschrift als nicht 
erheblich einstuft und sich in seinen Verteidigungsrechten nicht behindert fühlt. Es 
kann nicht angehen, mit vermeintlichen oder auch begründeten Vorbehalten 
gegen die Anklageschrift zuzuwarten und diese erst vorzubringen, wenn das 
erstinstanzliche Urteil nicht wie erwartet oder erhofft ausfällt. Die Rüge ist daher 
verspätet. Selbst wenn sie jedoch rechtzeitig erhoben worden wäre, vermöchte sie 
keine Mangelhaftigkeit der Anklageschrift darzutun. Der Verteidiger beanstandet, 
dass in der Anklageschrift nichts zur Frage der Widerstandsunfähigkeit gesagt 
werde, es werde nicht einmal behauptet, dass B. und C. widerstandsunfähig 
gewesen seien. Dies sei unzulässig, denn die Anklageschrift müsse sich zu allen 
gesetzlichen Tatbestandsmerkmalen äussern. Gleich anschliessend fügt er jedoch 
an, dass bezüglich B. argumentiert werden könne, dass dies nicht nötig sei, weil 
für die Staatsanwaltschaft die Widerstandsunfähigkeit alleine durch die 
Rückenlage ausgewiesen sei. Damit aber zeigt er selbst auf, dass sich bezüglich 
B. sehr wohl aus der Anklageschrift ergibt, aufgrund welcher Umstände sie 
widerstandsunfähig gewesen sein soll. Der Verteidiger von A. hat sich denn auch 
sowohl in seiner Argumentation vor der Vorinstanz als auch im 
Berufungsverfahren eingehend mit der Lage von B. auf dem Behandlungsbett 
sowie den daraus sich ergebenden Konsequenzen für die Widerstandsfähigkeit 
auseinandergesetzt. Es war ihm daher durchaus bewusst, was A. konkret 
vorgeworfen wird, und er war offensichtlich in der Lage, diesen angemessen zu 
verteidigen. Bezüglich C. wiederum hielt der Verteidiger von A. fest, es lasse sich 
der Anklageschrift nicht entnehmen, in welcher Lage sie sich konkret bei den 
behaupteten Übergriffen befunden habe; es werde lediglich davon gesprochen, C. 
habe „auf dem Rücken oder auf dem Bauch auf dem Behandlungsbett“ gelegen. 
Die Anklageschrift sage nicht „sowohl als auch“, sie sage „oder“. Das eine 
schliesse also das andere aus. Diesbezüglich ist festzustellen, dass entgegen den 
Ausführungen des Verteidigers das von der Staatsanwaltschaft in der 
Anklageschrift verwendete Wort „oder“ zwischen Rücken- und Bauchlage klar 
erkenntlich dahingehend zu verstehen ist, dass C. während der Behandlung 
sowohl eine Zeit lang auf dem Rücken als auch eine Zeit lang auf dem Bauch 

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liegen musste. Dies ergibt sich auch eindeutig aus den Aussagen von C.. Dass die 
Staatsanwaltschaft die einzelnen Übergriffe im weiteren nicht explizit der Rücken- 
oder der Bauchlage zugeordnet hat, bedeutet klarerweise, dass sie sowohl in der 
Rücken- als auch in der Bauchlage das Tatbestandsmerkmal der 
Widerstandsunfähigkeit als erfüllt erachtet hat. Dies aufgrund der Lage von C. auf 
dem Behandlungsbett. Offensichtlich hat der Verteidiger von A. dies auch ohne 
weiteres erkannt, hat er sich in seinem Plädoyer vor der Vorinstanz, aber auch in 
der Berufung und anlässlich seines mündlichen Vortrages vor der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts doch auch mit der Lage von C. auf dem Behandlungsbett und 
den sich daraus ergebenden Folgen für die Widerstandsfähigkeit eingehend 
auseinandergesetzt. Die in der Anklageschrift enthaltenen Informationen haben A. 
somit ohne weiteres auch bezüglich der ihm vorgeworfenen Vorfälle mit C. eine 
angemessene Verteidigung ermöglicht. Er wusste unverkennbar, was ihm 
vorgeworfen wird, nämlich sexuelle Übergriffe gegenüber B., als diese in 
Rückenlage auf dem Behandlungsbett lag, und gegenüber C., als sie auf dem 
Rücken und ebenso als sie auf dem Bauch auf dem Behandlungsbett lag, wobei 
beide Geschädigten während der Übergriffe aufgrund ihrer jeweiligen Lage 
widerstandsunfähig gewesen sein sollen. Allein aus dem Umstand, dass die 
Vorinstanz den Argumenten von A. nicht gefolgt ist und ihn verurteilt hat, kann 
schliesslich augenscheinlich nicht geschlossen werden, er habe sich nicht 
angemessen verteidigen können. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist 
damit vorliegend nicht dargetan. Nebenbei sei noch erwähnt, dass A. moniert, in 
der Anklageschrift werde bezüglich C. der 6. Juni 2006 genannt, an diesem Datum 
hätten aber keine Behandlungen durch ihn stattgefunden. Bei diesem Datum 
handelt es sich so offensichtlich und leicht erkennbar um einen Verschrieb – 
unbestrittenermassen fand eine Behandlung am 6. Juli 2006 statt –, dass A. über 
das wirklich gemeinte Datum nicht im Unklaren gewesen sein kann. A. wurde 
durch diesen offenkundigen Verschrieb ohne Zweifel nicht in seiner Verteidigung 
behindert, er wusste aus den untersuchungsrichterlichen Einvernahmen sehr 
genau, um welche Behandlungsdaten es konkret ging. Zusammenfassend ergibt 
sich somit, dass die Anklageschrift den Anforderungen genügt, die an sie zu 
stellen sind. Es ist A. jedoch insofern zuzustimmen, als der Sachverhalt in 
äusserst gedrängter Form dargestellt wird und eine ausführlichere Schilderung 
durchaus möglich, allenfalls sogar wünschenswert gewesen wäre. Eine noch 
knappere Sachverhaltsdarstellung hätte die Anforderungen an eine Anklageschrift 
wohl kaum mehr zu erfüllen vermocht. Vorliegend jedoch genügt die 
Anklageschrift den Anforderungen, weshalb die Rüge der Verletzung des 

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Anklagegrundsatzes abzuweisen wäre, selbst wenn sie rechtzeitig erhoben 
worden wäre.

7. a) Bezüglich des Sachverhalts macht A. geltenden, sowohl 
Staatsanwaltschaft als auch Vorinstanz hätten jeweils die Aussage von B. 
herangezogen, die ihn mehr belaste. In der Folge weist er darauf hin, dass 
gewisse Aussagen nur im Tatbericht beziehungsweise nur in der 
untersuchungsrichterlichen Einvernahme zu finden seien und dass in der 
Anklageschrift jeweils die für ihn negativere Aussage verwendet worden sei. 
Diesbezüglich ist festzustellen, dass B. im Tatbericht eine Zusammenfassung der 
Ereignisse aufgeschrieben hat. In der untersuchungsrichterlichen 
Konfronteinvernahme musste sie sich dann vertieft und detaillierter zu den 
einzelnen Handlungen und Geschehnissen äussern. Dass sie dabei Vorgänge und 
Details schilderte, die sie im Tatbericht nicht erwähnte, überrascht nicht und tut 
ihren Aussagen keinen Abbruch. Ebenso wenig aber ist der Staatsanwaltschaft 
oder der Vorinstanz ein Vorwurf daraus zu machen, dass sie sich vornehmlich auf 
die detaillierteren Aussagen in der untersuchungsrichterlichen 
Konfronteinvernahme (act. 3.13) gestützt haben. In diesem Zusammenhang ist 
auch darauf hinzuweisen, dass die Angaben im Tatbericht den Aussagen in der 
Konfronteinvernahme weder widersprechen, noch diese ausschliessen. Dass im 
weiteren in die Anklageschrift aufgenommen worden ist, A. habe B. gefragt, ob es 
ihr gefalle, ist ohne weiteres damit zu rechtfertigen, dass B. in ihrem Tatbericht 
diese Formulierung gewählt und auch gegenüber H., welche sie nach dem Vorfall 
angerufen hatte, genau diese Worte verwendet hat (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme von H. vom 15. August 2007, act. 3.32, S. 3 und S. 5). Dass B. in 
der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 4. Dezember 2006, mithin mehr 
als sechs Monate nach dem Vorfall, nicht mehr dieselben Worte gebraucht hat 
(act.3.13, S. 6), steht dem in keiner Weise entgegen – sie wurde im übrigen nicht 
speziell nach dem konkreten Wortlaut gefragt – und lässt insbesondere die 
Formulierung der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift nicht als tendenziös 
erscheinen. Schliesslich ist auch der Unterschied bezüglich Scheide und 
Schambereich, auf den A. in seiner Berufung verweist, nur ein scheinbarer. Wenn 
eine erwachsene Person einer Frau eine Hand auf die Scheide legt, so ist 
unweigerlich nicht nur die Scheide bedeckt, sondern auch unmittelbar 
angrenzende Zonen des Körpers. Dies kann insgesamt durchaus als 
Schambereich bezeichnet werden. Nebenbei sei auch darauf hingewiesen, dass 
der Ausdruck Scham in der Medizin die äusseren Geschlechtsteile, insbesondere 
bei der Frau, bezeichnet, was wiederum klar darauf hinweist, dass der 

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Schambereich auch die Scheide umfasst. Wenn nun B. in ihrem Tatbericht 
geschrieben hat, A. habe ihr seine ganze Hand auf die Scheide gedrückt, und in 
der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme angegeben hat, A. habe mit 
der ganzen Hand ihren Schambereich berührt, so hat sie offensichtlich weder 
widersprüchlich ausgesagt, noch etwas Unterschiedliches gemeint. Ebenso wenig 
aber hat die Staatsanwaltschaft, die in der Anklageschrift davon spricht, dass A. 
seine ganze Hand auf B.s Scheide gedrückt habe, die A. belastendere Aussage 
gewählt. Die Argumente, die A. gegen den Sachverhalt betreffend die inkriminierte 
Behandlung von B. vorbringt, vermögen mithin in keiner Weise zu überzeugen. 
Rügen und Argumente gegen den Sachverhalt bezüglich des Vorfalls mit B., 
welche erst im Rahmen des Plädoyers vorgebracht worden wären, wären im 
weiteren verspätet, muss die gesamte Begründung doch in der Rechtsschrift 
enthalten sein (vgl. Urteil der I. Strafkammer des Kantonsgerichts vom 17. Juni 
2009, SK1 09 14, E 8a). Die Aussagen von B. sind im weiteren konstant, in sich 
geschlossen und leicht nachvollziehbar. B. macht ihre eigenen Empfindungen sehr 
deutlich und schildert die Ereignisse so, wie es nur von jemandem erwartet 
werden kann, der dies tatsächlich erlebt hat. Ihre Aussagen enthalten viele Details 
und sie war jederzeit in der Lage, auf Nachfrage genauere Angaben zu machen. 
Sie hat zugestanden, dass sie grundsätzlich mit ihrer Schwester und C. hätte 
gehen können, jedoch von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat, 
obwohl ihr die ganze Situation komisch vorgekommen ist, was wiederum ihre 
eigene Rolle nicht gerade vorteilhaft darstellt (vgl. untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme vom 4. Dezember 2006, act. 3.13, S. 5 f. und S. 8). Ebenso 
hat sie Erinnerungslücken oder Unsicherheiten klar kenntlich gemacht. Auch hat 
sie grossen Wert darauf gelegt, dass sie zu A. davor ein gutes, unverkrampftes 
Verhältnis gehabt habe, dass sie sich auch danach grundsätzlich noch gut 
verstanden hätten und dass sie ihm nie habe schaden wollen 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 4. Dezember 2006, act. 
3.13, S. 2, S. 11 und S. 12). Sie hat im weiteren in der Konfronteinvernahme mit A. 
an ihren Aussagen festgehalten, obwohl A. die sexuellen Handlungen klar 
bestritten hat. Sie hat unter der Strafdrohung von Art. 307 StGB ausgesagt. Und 
schliesslich sind überhaupt keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass B. nicht 
wahrheitsgemäss ausgesagt haben könnte. Unter Abwägung sämtlicher Aspekte 
gelangt die I. Strafkammer des Kantonsgerichts zum Schluss, dass die Aussagen 
von B. glaubhaft sind. Daran vermögen auch die Bestreitungen von A. nichts zu 
ändern. Es ist in diesem Zusammenhang insbesondere darauf hinzuweisen, dass 
A. als Angeklagter nicht zur Wahrheit verpflichtet ist und sich auch nicht selbst 
belasten muss. Zudem hat er offensichtlich ein eminentes Interesse am Ausgang 

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des Strafverfahrens. B.s Aussagen sind klar, konstant, leicht nachvollziehbar und 
in sich geschlossen. Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts gelangt daher zum 
Schluss, dass im Folgenden auf sie abgestellt werden kann. Es ist somit im 
Zusammenhang mit der Behandlung von B. davon auszugehen, dass A. B. den 
Oberschenkel massierte und im Verlauf dieser Massage mehrmals einen Finger 
über oder unter der Unterhose an verschiedenen Stellen an die Scheide von B. 
streckte. Dabei hatte B. den Eindruck, dass A. in ihre Scheide eindringen wollte. 
Einmal war sie sich nicht sicher, ob er gar in die Scheide eingedrungen war. 
Einmal streckte A. zwei bis drei Finger unter die Unterhose von B.. Schlussendlich 
drückte er seine ganze Hand auf die Scheide von B.. 

b) Bezüglich den Angaben von C., auf die sich der durch die 
Staatsanwaltschaft angeklagte Sachverhalt stützt, macht A. mehrere 
Widersprüche geltend, welche die Glaubhaftigkeit der Aussagen erschüttern 
würden. Zunächst hält er dafür, dass C. die Anzahl der verübten Übergriffe 
kontinuierlich gesenkt habe. In ihrem Tatbericht spreche sie davon, die Übergriffe 
hätten über „ca. vier Behandlungsstunden“ stattgefunden. In der Videobefragung 
vom 6. Dezember 2006 schränke sie die Übergriffe auf zwei Daten ein, nämlich 
auf das vorletzte und das letzte Mal, mithin auf den 6. und den 10. Juli 2006. In 
der Schlusseinvernahme schliesslich reduziere sie die Anzahl der Übergriffe 
nochmals, indem sie ausführe, sexuelle Übergriffe hätten nur am 10. Juli 2006 
stattgefunden. Diese geltend gemachte Rücknahme der Aussagen erweist sich bei 
genauerer Durchsicht der Aussagen von C. jedoch nicht als zutreffend. Wie A. 
richtig zitiert hat, hat C. in ihrem Tatbericht von „ca. vier Behandlungsstunden“ 
gesprochen (Tatbericht, act. 3.6). Alleine durch die Wortwahl hat sie damit schon 
klar zu erkennen gegeben, dass sie nicht eine genaue Anzahl angegeben hat. 
Wenn sie in der Folge weniger Daten nannte, an denen es zu Übergriffen 
gekommen sein soll, hat sie sich somit keinesfalls in einen Widerspruch zum 
Tatbericht gesetzt. Im übrigen hat sie auch in den Einvernahmen jeweils darauf 
hingewiesen, dass die letzten vier Behandlungen anders gewesen seien als die 
früheren. In der Videobefragung vom 6. Dezember 2006 hat C. im weiteren 
ausgeführt, es sei während der zweitletzten und der letzten Behandlung zu 
Übergriffen gekommen (Zusammenfassung der Videobefragung, act. 3.21, S. 2 f.). 
Dies hat sie in der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 30. Juli 
2008 klarerweise bestätigt, indem sie zusammengefasst erklärt hat, beim 
zweitletzten Mal sei A. mit den Händen links und rechts am Oberschenkel hoch 
gegangen; er habe am Oberschenkel kreisende Bewegungen gemacht und mit 
dem Mittelfinger Druck gegeben, so dass der Mittelfinger die Scheide über dem 

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Slip berührt habe, jedoch nicht eingedrungen sei; beim letzten Mal sei er mit dem 
Finger in ihre Scheide eingedrungen; er habe beim letzten Mal auch den Slip 
angehoben und mit zwei Fingern die Klitoris massiert (vgl. act. 3.55, S. 6 f., 
insbesondere S. 7 Mitte). Dass C. die Daten der Übergriffe in der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme im Vergleich zu der 
Videoeinvernahme von zwei auf eines reduziert hätte, wie es A. in der 
Berufungsschrift geltend macht, trifft somit nicht zu, ist doch auch die wiederholte 
Berührung der Scheide über dem Slip, wobei auf den die Scheide berührenden 
Finger Druck gegeben wird, als sexuelle Handlung zu qualifizieren. Aufgrund 
welcher Angaben A. im übrigen davon ausgeht, dass bezüglich des 6. Juli 2006 
nur eine einmalige Berührung der Scheide angeklagt worden sei, ist nicht 
ersichtlich. In der Anklageschrift heisst es klar: „Auch gab er jeweils mit dem 
Mittelfinger Druck, so dass der Mittelfinger über der Unterhose die Scheide 
berührte.“ Der Begriff „jeweils“ weist klar darauf hin, dass es um mehrere 
Berührungen geht. Die mehrfache, beabsichtigte Berührung der Scheide ist, auch 
wenn sie über der Unterhose erfolgt, klarerweise als sexuelle Handlung zu 
qualifizieren. Es steht zudem der Annahme eines sexuellen Übergriffs ganz klar 
nicht entgegen, wenn das Opfer diesen nicht sicher als solchen erkennt. Bezüglich 
der Anzahl der sexuellen Übergriffe ist in den Aussagen von C. mithin keine 
Rücknahme oder Abschwächung ersichtlich. Als weiteren Widerspruch nennt A. 
den Umstand, dass C. in der Videobefragung klar erklärt habe, sie sei sich nach 
der zweitletzten Behandlung sicher gewesen, dass das, was er gemacht habe, 
nicht mehr Behandlung gewesen sei, während sie in der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme ausgesagt habe, beim letzten 
Mal sei sie sich sicher gewesen, dass es nicht Behandlung gewesen sei, beim 
zweitletzten Mal sei sie noch unsicher gewesen. Auch dieser geltend gemachte 
Widerspruch erweist sich bei genauer Prüfung der Aussagen von C. als lediglich 
scheinbar. In der Videobefragung vom 6. Dezember 2006 hat C. auf die Frage der 
Untersuchungsrichterin, ab welchem Zeitpunkt sie sich sicher gewesen sei, dass 
das nicht mehr Behandlung gewesen sei, wörtlich geantwortet: „Ja, ziemlich am 
zweitletzten Mal“ (vgl. Aufnahme der Videobefragung, Beilage zu den Akten). Der 
Ausdruck „ziemlich“ weist klar darauf hin, dass sie nicht so ganz genau sagen 
konnte, ab wann sie die Behandlung als nicht mehr regelkonform eingeschätzt hat. 
Dies überrascht nicht, kann es doch mitunter sehr schwierig sein, den Zeitpunkt zu 
lokalisieren, ab welchem einem etwas wirklich bewusst war, wenn sich die 
Situation stetig weiter entwickelt hat. Auf die gerade anschliessende Frage der 
Untersuchungsrichterin in der Videobefragung, warum sie dann das letzte Mal 
noch gegangen sei, hat C. zwar nicht angeführt, sie sei sich noch nicht wirklich 

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sicher gewesen, sondern sie hat erklärt, sie wisse es nicht, sie habe an ihr Bein 
gedacht, sie spiele gerne Unihockey und vielleicht habe sie auch gehofft, dass A. 
ihr wirklich nur die Wade behandeln werde. Schliesslich hat C. auf entsprechende 
Fragen der Untersuchungsrichterin aber ausgeführt, sie habe die weiteren noch 
vereinbarten Termine abgesagt und sei nicht mehr gegangen, weil ihr vielleicht ein 
Lichtlein aufgegangen sei oder was überhaupt mit ihr geschehe. Diese letzte 
Aussage wiederum spricht klar dafür, dass C. sich erst nach der letzten 
Behandlung wirklich sicher war, dass das, was ihr widerfahren war, nicht mehr zur 
Behandlung gehören konnte. Aus der Aufzeichnung der Videobefragung vom 6. 
Dezember 2006 ergibt sich somit, dass C. den Zeitpunkt, von welchem an sie sich 
sicher war, dass A. zu weit gegangen war, nicht so klar auf die zweitletzte 
Behandlung festgelegt hat, wie es in der schriftlichen Zusammenfassung der 
Videobefragung den Anschein macht (act. 3.21, S. 3 Mitte). Vielmehr ergeben sich 
mehrere eindeutige Anhaltspunkte dafür, dass C. erst im Laufe der letzten 
Behandlung sicher erkannte, dass A. über das für die Behandlung Notwendige 
hinaus gegangen war. In der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme 
vom 30. Juli 2008 hat C. mehrfach erklärt, dass sie sich beim zweitletzten Mal 
noch unsicher gewesen sei, ob das, was A. gemacht habe, noch zur Behandlung 
gehört habe; erst beim letzten Mal sei sie sicher gewesen, dass es nicht 
Behandlung gewesen sei (act. 3.55, S. 6 f.). Damit aber besteht zwischen den 
beiden Einvernahmen kein wirklicher Widerspruch und die diesbezüglichen 
Ausführungen von A. überzeugen nicht. Ebenso wenig aber ist unter diesen 
Umständen den Ausführungen in der Berufung zu folgen, dass es nur schwer 
vorstellbar sei, dass C. über mehrere Behandlungen hinweg sexuelle Übergriffe 
erlebt habe und trotzdem weiterhin in die Therapie gegangen sei. Weil die 
Übergriffe erst in den letzten zwei Behandlungen stattfanden und C. sich zudem 
erst während der letzten Behandlung wirklich sicher war, dass dies nicht mehr 
Behandlung sein konnte, trifft dieses Argument der Verteidigung gerade nicht zu. 
In einem weiteren Punkt macht A. geltend, C. habe ausgesagt, es hätten nach der 
letzten Behandlung noch weitere Behandlungen folgen sollen und sie hätten 
bereits weitere Termine vereinbart gehabt, die sie dann aber nicht mehr 
wahrgenommen habe. Im Laufe der Untersuchung habe sich jedoch ergeben, 
dass der Arzt lediglich neun Termine verordnet habe, welche alle durchgeführt 
worden seien. Die inkriminierte letzte Behandlung sei gerade der neunte Termin 
gewesen. Kein Physiotherapeut vereinbare weitere Termine, wenn nicht eine 
ärztliche Verordnung vorliege. Damit aber erweise sich die Aussage von C. als 
falsch. Dem kann nicht zugestimmt werden. C. hat ausgesagt, A. habe anlässlich 
der letzten Behandlung erklärt, das Bein sei noch nicht in Ordnung und es brauche 

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noch mehr Physiotherapie; er habe deshalb vorgeschlagen, noch weitere Termine 
abzumachen (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 30. Juli 
2008, act. 3.55, S. 3). Es steht ausser Zweifel, dass ein Physiotherapeut fachlich 
kompetent ist, zu entscheiden, ob weitere physiotherapeutische Behandlungen 
grundsätzlich notwendig wären. Und es kann auch dem Vertreter der 
Adhäsionsklägerinnen darin zugestimmt werden, dass ein Arzt sich bezüglich 
weiterer Therapieverordnungen zweifellos auch auf die Einschätzung des 
Physiotherapeuten verlässt. In der Regel wird der Arzt eine Therapieverordnung 
daher ausstellen, wenn der Physiotherapeut eine weitere physiotherapeutische 
Behandlung als notwendig erachtet, zumindest wenn zuvor erst eine Verordnung 
ausgestellt worden ist. Es hätte vorliegend daher wohl kaum grössere 
Schwierigkeiten bereitet und auch nicht einen längeren Zeitraum in Anspruch 
genommen, bei Dr. med. F. eine zweite Verordnung einzuholen, weshalb die 
Möglichkeit, dass auch ohne schon vorliegende zweite Therapieverordnung 
bereits weitere Termine für einen späteren Zeitpunkt vereinbart worden sind, nicht 
ausgeschlossen werden kann. Noch eindeutiger zu Gunsten der Aussagen von C. 
aber spricht der Umstand, dass A. B. klarerweise ohne ärztliche Verordnung 
behandelt hat. Diese Behandlung dauerte mehr als 30 Minuten, war mithin nicht 
nur eine kurze, unbedeutende Sache, welche ohne grösseren Aufwand 
durchgeführt werden konnte, und sie fand zudem ausserhalb der Öffnungszeiten 
des O. statt (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme von A. und B. vom 4. 
Dezember 2006, act. 3.13, S. 4 und S. 8). A. war offensichtlich bereit, auch ohne 
Verordnung und sogar in seiner Freizeit Behandlungen durchzuführen. Dies stützt 
eindeutig C.s Aussage, es seien noch ein bis zwei weitere Termine vereinbart 
gewesen, auch wenn sich aus den Akten ergibt, dass die ärztlich verordneten 
neun Behandlungen bereits durchgeführt worden waren, besteht doch durchaus 
die Möglichkeit, dass A. C. noch ein-, zweimal behandelt hätte, ohne dass eine 
Verordnung vorlag, wie er es bei B. getan hat. Schliesslich ist noch darauf 
hinzuweisen, dass nicht nachgewiesen ist, dass für C. keine weiteren Termine in 
der computerunterstützten Terminplanung des O. eingetragen gewesen sind. 
Zudem hat C. ausgesagt, dass sie die Termine abgesagt habe oder einfach nicht 
gegangen sei, sie wisse es nicht mehr (vgl. Videobefragung, Beilage zu den 
Akten). Weil nach ihren Aussagen somit die Möglichkeit besteht, dass sie die 
Termine abgesagt hat, spricht auch nicht gegen ihre Aussagen, dass gemäss 
(unbewiesener) Feststellung in der Berufungsschrift im O. niemand von einer 
Absenz oder von Rückfragen wegen unentschuldigtem Fernbleiben im 
Zusammenhang mit C. etwas wisse. Selbst wenn sich C. bezüglich der 
vereinbarten weiteren Termine aber geirrt haben sollte, so würde dies ihre übrigen 

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Aussagen nicht von vornherein unglaubhaft erscheinen lassen. In einem letzten 
Punkt bringt A. vor, C. habe in der Videobefragung ausgesagt, dass sie durch das, 
was passiert sei, wahnsinnig erschrocken sei, dass sie wie erstarrt gewesen sei 
und grosse Angst vor A. gehabt habe. An dieser Aussage habe sie an der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme festgehalten. Weiter habe C. 
ausgesagt, dass sie nach der letzten Behandlung so rasch als möglich nach 
Hause gewollt habe. Diese Aussagen stünden aber in einem eklatanten 
Widerspruch zum tatsächlichen Verhalten von C.. Sie habe in der Zeit der geltend 
gemachten sexuellen Übergriffe so viel im O. trainiert wie nie zuvor, wobei sie 
überwiegend freiwillige Trainings besucht habe, an denen teilweise auch A. 
teilgenommen beziehungsweise die er beaufsichtigt habe. Gerade im Anschluss 
an die beiden inkriminierten Behandlungen habe sie jeweils eine freiwillige 
Trainingseinheit absolviert. So benehme sich niemand, der einen 
schwerwiegenden sexuellen Übergriff habe erdulden müssen und der nach 
eigenen Angaben seinem Peiniger „aus dem Weg“ gegangen sei. Zudem sei C. 
nicht von Beginn weg zu ihren intensiven Trainings gestanden. In der 
Videobefragung habe sie dazu gar nichts gesagt, in der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme habe sie erst auf Frage des 
Verteidigers ihre Aussage, dass sie nach dem Übergriff nur noch ihre Karte habe 
nehmen und nach Hause habe gehen wollen, korrigiert. Wer aber seine Aussagen 
immer wieder aufgrund der vorgelegten Beweise korrigieren müsse, sage nicht die 
Wahrheit. Bezüglich der Intensität der Trainings ist vorweg festzustellen, dass C. 
vor ihrer ersten Saison in der Nationalliga A stand. Vorher war sie im Förderkader, 
welches nach ihrer Aussage noch nicht so häufig im O. trainieren musste 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. 
13 unten). A. hat in der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme zwar 
ausgeführt, die Spielerinnen hätten bereits im Förderkader zweimal in der Woche 
im O. trainieren müssen. Dies hat C. jedoch bestritten (act. 3.55, S. 14). Die bei 
den Akten liegenden Kundenverwaltungsdaten des O. bezüglich C. (act. 1.71) 
belegen für die Zeit vom 14. Mai 2005 bis zum 1. Juni 2006 lediglich drei 
Trainings. Selbst wenn nicht alle von C. tatsächlich besuchten Trainingseinheiten 
aufgeführt beziehungsweise erfasst worden sein sollten, so kann doch davon 
ausgegangen werden, dass C. das O. vor Juni 2006 selten besuchte. Aus dem 
Umstand, dass C. 2006 in die 1. Mannschaft wechseln konnte, darf im weiteren 
geschlossen werden, dass sie aus Sicht der Clubverantwortlichen und der Trainer 
ihr Training in der Zeit von Mai 2005 bis Mai 2006 nicht vernachlässigt hat. Die 
Akten sprechen somit klarerweise dafür, dass C. im Förderkader noch nicht so 
häufig beziehungsweise kaum im O. trainieren musste. Ein Vergleich der 

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Häufigkeit der von C. im O. absolvierten Trainings wäre bezüglich des Zeitraums 
von Mai 2005 bis Mai 2006 somit nicht aussagekräftig. Mit Bezug auf die Trainings 
im Juni 2006 kann gesagt werden, dass C. noch mit den Folgen einer Verletzung 
zu kämpfen hatte, weshalb der Arzt die Lymphdrainagen ja auch verordnet hatte. 
Wie sich aus den Unterlagen des O. (act. 1.71) ergibt, hat C. die 
Trainingshäufigkeit während des Monats Juni 2006 langsam gesteigert und 
anfangs Juli 2006 auf einer recht hohen Kadenz aufrecht erhalten, bis sie die 
Trainings Mitte Juli 2006 plötzlich vollständig abbrach. Aus diesen Tatsachen kann 
jedoch nicht gefolgert werden, C. habe gerade zu der Zeit, als die Übergriffe 
stattgefunden haben sollen, so viel trainiert wie nie zuvor. Vielmehr belegen die 
Akten, dass C. nach einer Verletzung langsam wieder ins Training eingestiegen 
ist. Die Behauptung in der Berufung, C. habe in der Zeit der geltend gemachten 
Übergriffe mehr trainiert als je zuvor, trifft somit nicht zu. In ihren Einvernahmen 
hat C. im weiteren darauf hingewiesen, dass die von ihr besuchten Trainings nicht 
freiwillig gewesen seien, da sie als Mitglied der 1. Mannschaft von R. P. während 
der spielfreien Zeit verpflichtet gewesen sei, wöchentlich eine gewisse Anzahl 
Trainingseinheiten zu absolvieren (vgl. untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. 4, S. 11 und S. 12). Dies hat 
der Trainer der 1. Mannschaft von R. P., I., bestätigt (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 21. März 2007, act. 3.25, S. 6 unten). Und schliesslich war 
Unihockey für C. sehr wichtig, sie war ehrgeizig und wollte weiter kommen 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. 8 
oben und S. 11 Mitte; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom J. vom 6. März 
2008, act. 3.47, S. 3 Mitte und S. 7 oben). Auch dies bedingte, dass sie ihre 
Trainings zuverlässig absolvierte. Zudem hat sie ausgesagt, dass sie mit dem 
Sport vieles verarbeite (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. 
Juli 2008, act. 3.55, S. 4 unten). Sie sei nach den Übergriffen wie erstarrt 
gewesen, habe nicht gewusst, was sie tun solle (untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. 7 und S. 10 Mitte). 
Gegenüber ihrer Mutter hat sie erklärt, sie habe versucht, sich nichts anmerken zu 
lassen; sie habe Angst davor gehabt, was passieren könnte, wenn man ihr etwas 
anmerke oder sie etwas sagen würde (untersuchungsrichterliche Einvernahme 
von J. vom 6. März 2008, act. 3.47, S. 3 unten). Bezüglich ihrer Teilnahme am 
Trainingslager wiederum hat C. erklärt, dass dieses jeweils vor der Meisterschaft 
stattfinde und dass sich dort entscheide, wer in der Meisterschaft spielen dürfe, 
weshalb das Trainingslager sehr wichtig sei; zudem sei sie im Sport sehr 
engagiert und sie gebe nicht ihr grösstes Hobby und ihre grösste Freude auf, weil 
A. dort sei (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, 

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act. 3.55, S. 11). Aus diesen Aussagen geht unzweifelhaft hervor, dass C. ihrem 
Sport sehr verpflichtet war beziehungsweise dass der Sport für sie sehr wichtig 
war, dass sie nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte, und dass sie aus Angst 
vor dem, was geschehen könnte, wenn etwas bekannt würde, nicht auffallen 
wollte. Diese Aussagen erklären nachvollziehbar und absolut plausibel, weshalb 
C. trotz der erlebten Übergriffe eine kurze Zeit lang noch an Trainings und später 
auch am Trainingslager teilgenommen hat. C. hat weiter ausgesagt, dass sie „aus 
dem Weg gehen“ in dem Sinne verstehe, dass sie A. zwar Antwort gegeben, 
ansonsten jedoch keinen Kontakt zu ihm gesucht habe (Zusammenfassung der 
Videobefragung, act. 3.21, S. 4; untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme 
vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. 10 unten). In diesem Zusammenhang weist A. auf 
die Aussage von N., der langjährigen Lebenspartnerin von A., hin, dass C. 
anlässlich der gemeinsamen Trainingsstunden die Nähe von A. gesucht und mit 
ihm Sprüche geklopft habe. Liest man die Aussage von N. genau durch, so ergibt 
sich jedoch klar, dass sie sich auf die Spielerinnen als Gesamtheit bezog, die mit 
A. ein gutes Verhältnis gepflegt und gegenseitig Witze gemacht hätten 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 28. Februar 2008, act. 3.45, S. 5 
unten). Ob C. aktiv auch daran teilnahm oder ob sie einfach als Mitglied der 
Gruppe, aber passiv dabei war, ergibt sich aus der Aussage nicht. Weiter hat N. 
erklärt, C. habe ihren Step in jener Zeit einmal relativ nahe bei A. aufgebaut; sie 
habe sich nicht näher als zwei Meter neben ihm platziert; es habe für C. andere 
Möglichkeiten gegeben, um sich zu platzieren (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 28. Februar 2008, act. 3.45, S. 6). In diesem Zusammenhang 
ist festzustellen, dass ein Abstand von mehr als zwei Metern nicht als wirklich 
nahe bezeichnet werden kann. Selbst wenn C. ihren Step auch anderswo hätte 
aufbauen können, kann daher nicht gesagt werden, dass sie die Nähe von A. 
gesucht hätte. Kommt hinzu, dass N. nicht mehr mit Sicherheit sagen konnte, wie 
frei der Raum tatsächlich war. Nachdem die Spielerinnen von R. P. sich gemäss 
Aussagen von N. in den Trainings um A. gruppierten und es mit ihm lustig hatten 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 28. Februar 2006, act. 3.45, S. 4 
Mitte) und nachdem die Spielerinnen eher die Nähe von A. gesucht haben als 
umgekehrt (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 28. Februar 2006, act. 
3.45, S. 5 unten), überrascht es zudem, dass ausgerechnet ein solches Verhalten 
von C. N. in Erinnerung geblieben sein soll. Auf jeden Fall vermag die Schilderung 
von N. aber C.s Aussage, sie haben keinen Kontakt zu A. gesucht, nicht zu 
erschüttern oder gar zu widerlegen. C. hat weiter erklärt, sie habe jeweils auch 
nicht im Voraus wissen können, an welchen Trainings A. anwesend sein werde 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. 

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11 oben, S. 12 und S. 13 unten). Mit Bezug auf die gerade nach den 
Behandlungen absolvierten Trainings hat sie mehrfach ausgeführt, dass sie nicht 
mehr genau wisse, was sie anschliessend an die Behandlungen gemacht habe, es 
sei durchaus möglich, dass sie ins Training gegangen sei 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. 4 
und S. 12 Mitte). Das schliesst in keiner Weise aus, dass sie nach der letzten 
Behandlung, bei welcher der schwerwiegendste Übergriff geschehen sein soll, am 
liebsten sofort nach Hause gegangen wäre, aufgrund ihrer starken Verpflichtung 
ihrem Sport gegenüber und weil sie auch gar nicht wusste, wie sie jetzt reagieren 
sollte, stattdessen aber wie geplant ins Training gegangen ist. Es kann damit nicht 
davon gesprochen werden, sie habe ihre Aussagen korrigieren oder den 
Beweisen anpassen müssen. Die Argumente der Verteidigung überzeugen unter 
diesen Umständen nicht. Und schliesslich sei auch darauf hingewiesen, dass 
weder ein gut gefüllter Terminkalender noch der Umstand, dass N., die 
Lebenspartnerin von A., während der Behandlungen von C. unmittelbar vor dem 
Behandlungszimmer gearbeitet haben soll, noch die Tatsache, dass jederzeit 
jemand ins Behandlungszimmer hätte platzen können, gegen die Möglichkeit 
spricht, dass A. an C. sexuelle Handlungen vorgenommen haben kann. Gerade 
weil die vom Arzt verordnete Lymphdrainage eine Behandlung nahe am 
Schambereich erforderte, wäre im übrigen gegenüber einer überraschend ins 
Zimmer getretenen Person eine Erklärung schnell zur Hand gewesen. Dass A. im 
weiteren die Behandlung von C. jeweils kurzzeitig unterbrochen hätte, um die 
Behandlung einer anderen Person zu überwachen, ist nicht nachgewiesen und 
wird von C. bestritten (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. 
Juli 2008, act. 3.55, S. 5 unten). Die Lymphdrainage, welche C. erhielt, erforderte 
zudem grundsätzlich eine ununterbrochene Massage durch A., was auch dagegen 
spricht, dass er daneben noch eine weitere Person überwacht hätte. Ebenso 
wenig aber trifft es im weiteren zu, dass der Trainer der 1. Mannschaft von R. P. 
ausgesagt hat, C. sei im Trainingslager richtig aufgeblüht und habe so gut gespielt 
wie noch nie. I. hat gegenüber der Untersuchungsrichterin vielmehr einzig erklärt, 
viele hätten gesagt, C. sei aufgeblüht und habe noch nie so gut gespielt (act. 3.25, 
S. 6). Er hat mithin nicht seine eigene Meinung geäussert, sondern die Aussage 
anderer wiedergegeben. Wer solche Aussagen in welchem Kontext gemacht 
haben soll, ergibt sich aus der Einvernahme jedoch nicht. Daher kann die 
Authentizität der Aussagen sowie ihre Überzeugungskraft in keiner Form überprüft 
werden. Sie vermögen unter diesen Umständen die klaren Depositionen der 
Angehörigen von C., welche als Zeugen ausgesagt haben, dass sich C. nach den 
Übergriffen ganz drastisch verändert und unter den Erlebnissen erheblich gelitten 

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habe (untersuchungsrichterliche Einvernahme von L. vom 15. August 2007, act. 
3.33, S. 2 f.; Notizen von L., act. 3.34; untersuchungsrichterliche Einvernahme von 
J. vom 6. März 2008, act. 3.47, S. 2 und S. 4 f.; untersuchungsrichterliche 
Einvernahme von M. vom 17. März 2008, act. 3.48, S. S. 2 ff.), weder zu 
erschüttern noch gar zu widerlegen. Schliesslich bringt A. in der Berufung noch 
vor, am 11. Juli 2006, also einen Tag nach dem schlimmsten sexuellen Übergriff, 
sei beim O. der Geldbetrag für die Erneuerung des Abonnements von C. 
eingegangen. C. habe trotz Zusicherung ihrerseits das Postbüchlein nicht 
beigebracht, aus welchem ersichtlich gewesen wäre, ob sie selbst oder allenfalls 
ihre Mutter diese Zahlung vorgenommen habe. Dass C. den von ihr angebotenen 
und zugesicherten Beweis ohne Begründung nicht erbracht habe, spreche für 
sich. Diesbezüglich hat der Vertreter von C. im Berufungsverfahren das 
Postbüchlein zusammen mit der Vernehmlassung eingereicht (act. 13.1). Aus dem 
Postbüchlein ist klar ersichtlich, dass die Mutter von C. den Betrag für das 
Abonnement am 7. Juli 2006 in Winterthur einbezahlt hat. Da sich C. erst etwa 
Ende August 2006 zunächst ihrer Schwester L. (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 15. August 2007, act. 3.33, S. 2 oben) und daraufhin ihrer 
Mutter anvertraut hat (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. März 2008, 
act. 3.47, S. 2), kann aus dem Umstand, dass J. den Betrag für das Abonnement 
ihrer Tochter am 7. Juli 2006 bezahlt hat, nichts zu Gunsten von A. abgeleitet 
werden. Aus dem Gesagten erhellt, dass die von A. gegen die Glaubhaftigkeit der 
Aussagen von C. vorgebrachten Argumente allesamt nicht zu überzeugen 
vermögen. Die Aussagen von C. sind in den Kernpunkten konstant. Sie enthalten 
viele Details. C. macht ihre Gefühle klar kenntlich und schildert die Ereignisse in 
so charakteristischer Weise, wie es nur von jemandem erwartet werden kann, der 
die Vorfälle tatsächlich erlebt hat. Sie war in der Lage, auf Nachfrage weitere 
Details zu schildern oder genauere Auskunft zu geben. Ebenso aber hat sie 
zugestanden, wenn sie sich nicht mehr sicher war oder etwas nicht mehr wusste. 
Sie ist im weiteren im Konfront mit A. bei ihren Aussagen geblieben, obwohl A. 
alles abgestritten hat und sein Verteidiger bohrende Fragen stellte. Zudem hat sie 
unter der Strafdrohung von Art. 307 StGB ausgesagt. Und es sind schliesslich 
auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass C. bewusst falsche Angaben 
gemacht haben könnte. Insbesondere hätte sie keinen Nutzen von ihren 
Anschuldigungen gehabt. Im Gegenteil hat sie nach ihren eigenen Aussagen, die 
von den Aussagen weiterer Zeugen bestätigt werden, wegen der Übergriffe ihre 
Lehre abgebrochen, den Unihockeyclub verlassen und ihren Wohnort ins 
Unterland verlegt. Die Aussagen von C. enthalten mithin viele Kennzeichen einer 
wahrheitsgetreuen Aussage. Sie erweisen sich unter diesen Umständen als 

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glaubhaft. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass A. die sexuellen 
Handlungen immer bestritten hat. In diesem Zusammenhang ist insbesondere zu 
bedenken, dass A. nicht zur Wahrheit verpflichtet ist und sich auch nicht selbst 
belasten muss. Zudem hat er ein erhebliches Interesse am Ausgang des 
Verfahrens. C.s Aussagen sind klar, konstant, lebensnah und in sich geschlossen. 
Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts gelangt zur Überzeugung, dass auf sie 
abgestellt werden kann, so dass im Folgenden davon auszugehen ist, dass A. 
anlässlich der Behandlung vom 6. Juli 2006 C.s Slip angehoben hat, als C. auf 
dem Rücken lag, und über oder neben dem Schambereich massiert hat. Im 
weiteren hat er, als C. auf dem Bauch lag, mehrfach mit dem Finger ihre Scheide 
berührt und versucht, in ihre Scheide einzudringen. Am 10. Juli 2006 hat A., als C. 
auf dem Rücken lag, den Slip erneut angehoben und die Klitoris massiert. Als C. 
sich auf den Bauch gedreht hatte, versuchte A., mit dem Finger in ihre Scheide 
einzudringen, was ihm schliesslich mit der Fingerspitze auch gelang. Von diesem 
Sachverhalt ist im übrigen auch das Bezirksgericht Plessur ausgegangen. 
Entgegen den Ausführungen des Verteidigers von A. in seinem Plädoyer geht es 
insbesondere bezüglich des 6. Juli 2006 auch davon aus, dass sich C. auf dem 
Bauch befand, als A. sie an der Scheide berührte und versuchte, in ihre Scheide 
einzudringen (vgl. angefochtenes Urteil, S. 40). 

8. a) A. macht im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Schändung von 
B. geltend, da B. während der Behandlung auf dem Rücken gelegen habe, müsse 
gemäss klarer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ihre Widerstandsunfähigkeit 
verneint werden. Liege die Patientin auf dem Rücken, sei davon auszugehen, 
dass sie den sexuellen Übergriff habe sehen können, weshalb keine 
Widerstandsunfähigkeit vorliege. Schändung an einer auf dem Rücken liegenden 
Person könne nur vorliegen, wenn anhand des Untersuchungsergebnisses klar 
erstellt worden sei, dass das Opfer keinen Einblick in die Handlungen des 
Arztes/Therapeuten gehabt habe. Er führt zur Bekräftigung seiner Ausführungen 
mehrere Bundesgerichtsentscheide an. Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
stimmt mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung überein, soweit festgestellt 
wird, dass eine Person, die auf dem Bauch liegt, in aller Regel keinen Einblick in 
ihren Genitalbereich beziehungsweise in die Handlungen des Therapeuten hat 
und daher einen sexuellen Übergriff nicht sehen kann. Sollte das Bundesgericht 
im weiteren jedoch die Meinung vertreten, dass eine Person, die auf dem Rücken 
liegt, grundsätzlich keine eingeschränkte Sicht hat und daher einen sexuellen 
Übergriff sehen kann, so könnte sich die I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
dieser Auffassung in dieser absoluten Form nicht anschliessen. Eine Person, die 

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ausgestreckt („flach“) auf einem Massagetisch liegt, hat grundsätzlich keinen 
Einblick in ihren Genitalbereich und kann Handlungen, die im Bereich ihrer Hüften, 
Beine oder eben ihrem Schambereich vorgenommen werden, klarerweise nicht 
sehen. Anderes zu behaupten widerspricht – eingedenk der Anatomie des auf 
dem Rücken liegenden Menschen – jeglicher Realität. Wie die Staatsanwaltschaft 
in ihrer Vernehmlassung richtig ausgeführt hat, hindert der Brustkorb in dieser 
Lage den Blick auf Hüfte, Beine oder Intimbereich. Das lässt sich mittels 
Selbstversuch leicht und unzweifelhaft feststellen; es muss als allgemein bekannt 
und damit als gerichtsnotorisch angesehen werden (entgegen den Ausführungen 
in der Berufung, in der genau das Gegenteil als notorisch deklariert wird). Eine 
Person, die in dieser Weise ausgestreckt auf der Massageliege liegt, sieht von 
einem Physiotherapeuten, der sie an den Beinen oder der Leiste therapiert, nur 
den Kopf, den Oberkörper (allenfalls nur teilweise), die Oberarme und vielleicht 
einen Teil der Unterarme. Dies genügt jedoch nicht, um sehen zu können, wo 
genau der Physiotherapeut die Behandlung ausführt. Eine Person, die 
ausgestreckt („flach“) auf der Massageliege liegt, kann daher einen sexuellen 
Übergriff nicht sehen, weshalb ihr nur noch das Fühlen verbleibt. Da sie unter 
diesen Umständen den Übergriff erst feststellen kann, wenn er bereits begonnen 
hat, kann sie ihren Willen zum Widerstand weder rechtzeitig bilden noch betätigen, 
weshalb sie zum Widerstand unfähig im Sinne von Art. 191 StGB ist. An dieser 
Einschätzung würde sich im übrigen auch nichts ändern, wenn der Kopf der 
Person auf einem Kissen ruhen würde oder das Kopfteil beziehungsweise das 
Oberkörperteil der Massageliege leicht angehoben wäre. Auch in dieser Lage 
wäre die Sicht auf den Intimbereich und die Handlungen des Arztes/Therapeuten 
behindert, was sich mittels Selbstversuch klar und eindeutig feststellen lässt. Die I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts kommt daher zum Schluss, dass es ganz 
zentral auf die Lage von Kopf und Oberkörper ankommt, um entscheiden zu 
können, ob eine Person, die in Rückenlage auf einem Massagetisch liegt, Einsicht 
in ihren Genitalbereich hatte und daher die sexuellen Handlungen sehen konnte. 
B. lag unbestrittenermassen auf dem Rücken. Aussagen explizit zur Lage von 
Kopf und Oberkörper finden sich in den Akten nicht. Jedoch ergibt sich diese ohne 
Zweifel aufgrund der vorgenommenen Behandlung und dem Verhalten von B.. A. 
hat B. den Oberschenkel massiert. Er hat in der Berufung ausführen lassen, dass 
es zur Lockerung des Oberschenkelmuskels notwendig sei, Druckpunkte an der 
Scham zu suchen und zu drücken. Dies scheint insofern nicht von vornherein 
abwegig, als die Muskulatur des Oberschenkels mehrheitlich in der Leistengegend 
am Beckenknochen befestigt ist. Aus der Art der geltend gemachten Behandlung 
ist somit abzuleiten, dass A. einen möglichst freien Zugang zur Leistengegend 

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benötigte, um ungehindert an die Druckpunkte zu gelangen, was wiederum dafür 
spricht, dass der Oberkörper von B. höchstens geringfügig angehoben gewesen 
ist. Dasselbe ist aus dem Umstand zu schliessen, dass es um die Lockerung eines 
Muskels ging, was unzweifelhaft am besten erreicht wird, wenn der Muskel weder 
angespannt/ gestaucht noch gedehnt ist. Auch dies spricht dafür, dass B. 
weitgehend flach auf dem Behandlungsbett lag. Und schliesslich hat B. ausgesagt, 
als A. ihr die ganze Hand auf die Scheide gedrückt habe, habe sie sich erschreckt 
auf ihre Hände aufgestützt (Tatbericht, act. 3.3, S. 1; untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme vom 4. Dezember 2006, act. 3.13, S. 6). Auch daraus lässt 
sich schliessen, dass B. weitgehend flach auf dem Behandlungsbett lag, 
ansonsten sie sich wohl kaum auf ihre Hände, sondern auf ihre Ellenbogen 
aufgestützt hätte. In dieser Position aber, nämlich ausgestreckt auf der 
Massageliege, konnte sie nicht sehen, was A. machte. Es blieb ihr nur das Fühlen, 
weshalb sie erst feststellen konnte, was geschah, als A. bereits mit der sexuellen 
Handlung begonnen hatte. B. war somit widerstandsunfähig im Sinne von Art. 191 
StGB. Daran vermögen die Ausführungen von A. nichts zu ändern. Insbesondere 
kann aus den Aussagen von B. nicht geschlossen werden, sie habe gesehen, was 
A. machte. Gerade im Tatbericht, den A. in diesem Zusammenhang in der 
Berufung zitiert, hat sie festgestellt: „Nach einigen Wiederholungen spürte ich aber 
deutlich, dass sich seine Bewegungen immer mehr meinem Intimbereich 
näherten. [...] Bald wurde es jedoch merklich unangenehm, denn seine 
massierenden Bewegungen rund um meinen Schambereich dauerten 
kontinuierlich länger und wurden intensiver, sodass ich nicht mal mehr 
einschätzen konnte, wo seine Finger sich genau befanden, und ob er mich ev. 
bereits einmal zwischen den Beinen berührte oder nicht... [...] Seine Hände 
befanden sich jetzt fast nur noch im Raum meines Schambereiches, und plötzlich 
merkte ich klar, dass einer seiner Finger rhythmisch meine Scheide berührte, erst 
nur durch die Unterhose, dann schob er sie zur Seite und berührte mich erneut.“ 
(act. 3.3, Hervorhebungen hinzugefügt). Diese Schilderungen, insbesondere die 
verwendeten Verben, belegen deutlich, dass B. nicht gesehen hat, was A. machte. 
Sie spürte vielmehr lediglich, wo seine Hände, seine Finger sie berührten. Nichts 
anderes ergibt sich aus der Aussage von B. anlässlich der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme, die der Verteidiger von A. in 
seinem Plädoyer zitiert hat, dass nämlich A. rhythmisch vom Knie den Schenkel 
hoch massiert habe und dabei immer näher zum Schambereich gekommen sei; er 
habe immer länger im Bereich der Scham massiert (act. 3.13, S. 5). Klarerweise 
konnte B. auch allein durch das Spüren feststellen, dass A. immer länger und 
immer näher am Schambereich massiert hat, dazu musste sie dies nicht sehen. 

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Fühlen allein genügt jedoch nicht, um Widerstandsfähigkeit anzunehmen. Die 
zitierten Schilderungen widersprechen im weiteren den Ausführungen in der 
Berufung, es sei von B. nie behauptet worden, dass sie nicht gesehen habe, was 
mit ihr geschehe. B. hat vielmehr klar ausgedrückt, dass sie nicht gesehen hat, 
was A. konkret gemacht hat. Dieser Schlussfolgerung widersprechen auch nicht 
die weiteren Aussagen von B. in der untersuchungsrichterlichen 
Konfronteinvernahme, es sei so gewesen, dass A., wenn er zum Schambereich 
gekommen sei, jeweils einen Finger direkt zwischen die Beine gestreckt habe und 
auch ein wenig unter die Unterhose; einmal habe er zwei bis drei Finger richtig 
unter die Unterhose gestreckt (act. 3.13, S. 6). Aus dem Umstand, dass B. 
offenbar sicher war, dass A. jeweils einen Finger bewusst zwischen ihre Beine und 
unter die Unterhose gestreckt hat, ist nicht zu schliessen, dass sie gesehen hat, 
was er machte. Vielmehr weist dies lediglich darauf hin, dass A.s Vorgehen für B. 
sehr deutlich zu spüren war. Aus den Aussagen von B. ergibt sich somit klar, dass 
sie nicht gesehen hat, was A. machte. A. bringt schliesslich noch vor, gerade die 
hohe Aufmerksamkeit von B. mit Bezug auf seine Handlungen spreche gegen ihre 
Widerstandsunfähigkeit. Dem kann nicht zugestimmt werden. Wie sich aus den 
Aussagen von B. und A. übereinstimmend ergibt, hat A. B. am Oberschenkel 
massiert. A. macht in diesem Zusammenhang geltend, er habe zur Lockerung des 
Muskels Druckpunkte nahe der Scham suchen und drücken müssen. A. hat damit 
selbst erklärt, dass Handlungen nahe am Schambereich medizinisch indiziert 
gewesen seien. Zwischen einer solchen medizinisch indizierten Berührung und 
der medizinisch offensichtlich und unbestreitbar nicht notwendigen sexuellen 
Berührung lagen somit nur wenige Zentimeter. Selbst wenn B. die Handlungen 
von A. tatsächlich aufmerksam verfolgt hat, soweit ihr dies alleine über das Fühlen 
überhaupt möglich war, konnte sie sich aufgrund der geschilderten Nähe zwischen 
medizinisch indizierten einerseits und sexuellen Handlungen andererseits kaum 
rechtzeitig gewahr werden, dass ein sexueller Übergriff unmittelbar bevor stand. 
Die Berührungen der Scheide waren in diesem Sinne für B. überraschend. Kommt 
hinzu, dass gemäss Ausführungen von A. seine Handlungen nahe am 
Schambereich zur Behandlung gehörten. Sie konnten und mussten daher nicht als 
Hinweis auf einen bevorstehenden sexuellen Übergriff interpretiert werden. Auch 
unter diesem Gesichtpunkt musste B. nicht damit rechnen, dass A. bewusst und 
gewollt mehrfach ihre Scheide berühren würde, weshalb sie trotz ihrer 
Aufmerksamkeit durch die sexuellen Handlungen überrascht wurde. Gerade weil 
die Berührungen nahe der Scham gemäss Aussage von A. für die Behandlung 
notwendig waren, musste sich B. im übrigen auch nicht verbal wehren, obwohl ihr 
die Berührungen unangenehm waren. Sie durfte vielmehr völlig zu Recht davon 

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ausgehen, dass diese Berührungen noch zur Behandlung gehörten. Daher durfte 
sie weiterhin darauf vertrauen, dass A. sie regelkonform behandeln würde. Dies 
gilt auch für den Zeitraum, nachdem ihre Schwester an die Türe geklopft und A. 
sich daraufhin in den Augen von B. komisch verhalten hatte. Auch wenn sie das 
Verhalten von A. ihrer Schwester gegenüber unsicher werden liess, ob alles 
korrekt ablaufe, durfte sie die Behandlung weiterführen, waren die bis dahin 
vorgenommenen Handlungen gemäss A. doch noch alle medizinisch indiziert 
gewesen, weshalb sie noch nicht als Hinweis auf einen bevorstehenden sexuellen 
Übergriff interpretiert werden mussten. Lediglich nebenbei sei noch festgehalten, 
dass sich bei einer solchen Konstellation – medizinisch indizierte und sexuelle 
Handlungen liegen ganz nah beieinander – die Frage der Unvorhersehbarkeit des 
sexuellen Übergriffs sogar stellen würde, wenn das Opfer Einblick in die 
Handlungen des Täters hätte. Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass B. A. 
vertraute, da er der Mannschaftsphysiotherapeut von R. war und auch das 
Sommertraining leitete. Auch aus diesem Grund rechnete sie nicht mit einem 
sexuellen Übergriff. Insgesamt gesehen ist somit festzustellen, dass zum einen B. 
keinen Einblick in die Handlungen von A. hatte und dass zum andern die 
sexuellen Handlungen überraschend erfolgten. Aus diesen Feststellungen folgt, 
dass B. den Übergriff erst bemerken konnte, als A. schon dabei war, sie zu 
missbrauchen. B. war daher widerstandsunfähig im Sinne von Art. 191 StGB. 

b) In einem weiteren Punkt bring A. vor, es sei fraglich, ob die von B. 
geschilderten Handlungen überhaupt als sexuelle Handlungen im Sinne des 
Gesetzes beurteilt werden könnten. B. selber könne nicht sagen, ob A. in sie 
eingedrungen sei oder nicht. Sie habe nur ausgesagt und in ihrem Tatbericht 
wiedergegeben, dass sie den Eindruck gehabt habe, A. habe in ihre Vagina 
eindringen wollen. Dass A. zwei bis drei Finger unter die Unterhose gesteckt habe, 
sei möglich, weil bei der Lockerung des obersten Ansatzes des 
Oberschenkelmuskels Druckpunkte nahe der Scham gesucht und gedrückt 
werden müssten. Es sei deshalb möglich und für eine Sportmassage auch 
notwendig, dass unter die Unterhose gegriffen werden müsse. Damit könne es zur 
Berührung heikler Zonen kommen, aber nie würden diese in der Absicht erfolgen, 
eine sexuelle Handlung zu vollziehen. – Nach der Rechtsprechung lassen sich 
sexuelle Handlungen nach der Eindeutigkeit ihres Sexualbezuges abgrenzen. 
Sind die Handlungen objektiv eindeutig sexualbezogen, kommt es nicht mehr auf 
das subjektive Empfinden, die Motive oder die Bedeutung, die das Verhalten für 
den Täter oder das Opfer hat, an. Keine sexuellen Handlungen sind dagegen 
Verhaltensweisen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild keinen 

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unmittelbaren sexuellen Bezug aufweisen. Schwierigkeiten bietet die dritte Gruppe 
der sogenannten ambivalenten Handlungen, die weder äusserlich neutral noch 
eindeutig sexualbezogen erscheinen. Bei der Berührung der nackten weiblichen 
Geschlechtsteile handelt es sich um eine eindeutig sexualbezogene 
Verhaltensweise (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2008, 
6B_527/2008, E 3.4, mit Hinweis). B. hat in ihrem Tatbericht klar festgehalten, A. 
habe mit einem seiner Finger rhythmisch ihre Scheide berührt, zuerst über der 
Unterhose, dann habe er diese zur Seite geschoben und sie wieder berührt (act. 
3.3, S. 1). Dies allein zeigt schon deutlich auf, dass die Handlungen von A. als 
sexuelle Handlungen zu qualifizieren sind, hat er doch offenbar die nackte 
Scheide von B. berührt. Dies war offenkundig auch sein Ziel, was sich daraus 
ergibt, dass er die Unterhose extra weggeschoben hat, nachdem er die Scheide 
schon über der Unterhose mehrfach berührt hatte. Jedoch erweist sich nicht nur 
die Berührung der entblössten Scheide als sexuelle Handlung. Auch das 
wiederholte, gezielte Berühren der Scheide über der Unterhose muss als eindeutig 
sexualbezogene Handlung eingestuft werden (B. hat in der 
untersuchungsrichterlichen Einvernahme klar ausgesagt, A. habe, wenn er zum 
Schambereich gekommen sei, jeweils einen Finger direkt zwischen die Beine 
gestreckt und auch ein wenig unter die Unterhose [act. 3.13, S. 6]. Im Tatbericht 
wiederum hat sie ausgeführt, dass die Berührungen rhythmisch erfolgt seien [act. 
3.03]. Diese Schilderungen sprechen eindeutig dagegen, dass A. ungewollt heikle 
Zonen berührt hat, und sie sprechen ebenso klar dagegen, dass die Berührungen 
im Zusammenhang mit dem Ertasten von Druckpunkten erfolgten. Die 
diesbezüglichen Ausführungen von A. überzeugen nicht). Schliesslich ist auch das 
Drücken der ganzen Hand auf die Scheide als eindeutig sexualbezogen zu 
qualifizieren, wobei es in diesem Zusammenhang keinen Unterschied macht, ob 
dies über oder unter der Unterhose erfolgte. Im weiteren sind die von A. 
vorgenommenen sexuellen Handlungen auch erheblich, hat er doch mehrfach die 
Scheide von B. über und unter der Unterhose berührt und dabei unter anderem 
mit einem Finger so starken Druck ausgeübt, dass B. nicht sicher sagen konnte, 
ob er nicht gar in ihre Vagina eingedrungen war (untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme vom 4. Dezember 2006, act. 3.13, S. 6). Aus dem Gesagten 
erhellt, dass A. an B. sexuelle Handlungen vorgenommen hat.

c) Schliesslich macht A. geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht den 
Vorsatz bejaht. Er habe nicht davon ausgehen müssen, dass B. zum Widerstand 
unfähig gewesen sei, habe sie doch genau sehen können, was er mache. Wie 
bereits festgestellt, trifft diese Einschätzung nicht zu. B. konnte aufgrund ihrer 

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Lage auf dem Behandlungsbett nicht sehen, welche Handlungen A. vornahm. Die 
Argumentation von A. stützt sich damit auf eine nicht zutreffende Grundlage. A. 
hat sehr wohl vorsätzlich gehandelt. Es darf wohl ohne weiteres davon 
ausgegangen werden, dass er zumindest im Rahmen seiner Ausbildung (zu 
Übungszwecken) selbst schon auf einem Behandlungsbett gelegen hat und an 
den Beinen behandelt worden ist. A. war zweifellos aus eigener Erfahrung 
bekannt, was eine flach auf dem Massagebett liegende Person sehen kann und 
was nicht. Es musste ihm daher bewusst sein, dass B. keinen Einblick in seine 
Handlungen hatte und daher erst reagieren konnte, wenn sie sie spürte, in einem 
Zeitpunkt mithin, in dem die verpönten Berührungen bereits stattfanden. Zudem 
konnte er aus dem Umstand, dass B. die Handlungen nahe am Schambereich 
duldete, nicht auf ihr Einverständnis zu weitergehenden Berührungen schliessen, 
war eine Behandlung nahe am Schambereich nach seinen eigenen Ausführungen 
doch indiziert. Ebenso wenig aber konnte er aus dem Umstand, dass B. auch 
blieb, nachdem ihre Schwester an die Türe geklopft hatte und dann gegangen 
war, auf eine Einwilligung zu sexuellen Handlungen schliessen, war die 
vereinbarte Behandlung am Oberschenkel doch noch nicht abgeschlossen, was 
genügend Grund für B. sein konnte, zu bleiben. Weiter war A. der sexuelle 
Charakter seiner Handlungen zweifellos bewusst, hat er doch extra noch die 
Unterhose zur Seite geschoben, um die nackte Scheide von B. berühren zu 
können. Unter diesen Umständen aber ist der Vorsatz zu bejahen.

d) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass B. aufgrund ihrer Lage auf 
dem Behandlungsbett widerstandsunfähig war. Im weiteren waren die 
inkriminierten Handlungen von A. sexueller Natur. Und schliesslich hat A. 
vorsätzlich gehandelt. Damit aber erfüllte er sowohl die objektiven als auch die 
subjektiven Tatbestandsmerkmale der Schändung gemäss Art. 191 StGB. Die 
diesbezügliche Verurteilung durch die Vorinstanz erfolgte daher zu Recht.

9. a) Auch bezüglich C. bestreitet A., dass sie widerstandsunfähig 
gewesen sei. Dabei macht er verschiedene Argumente geltend, die im Folgenden 
zu prüfen sind.

aa) Zunächst rügt A., es sei nicht klar, in welcher Lage sich C. bei den 
behaupteten Übergriffen jeweils befunden habe. Dem kann nicht zugestimmt 
werden. In der Videobefragung hat C. ausgeführt, dass A. versucht habe, in ihre 
Scheide einzudringen, sei beim letzten und beim vorletzten Mal passiert. Sie sei 
auf dem Bauch gelegen und er habe die Wade massiert, sei dann nach oben 
gegangen und wieder zur Wade zurück, immer so hin und her. Er habe mit dem 

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Finger jeweils Druck gegeben und versucht, in die Scheide einzudringen 
(Zusammenfassung der Videobefragung, act. 3.21, S. 3 oben). In der 
untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008 hat sie dazu 
ausgeführt, dass sie beim letzten Mal auch einmal auf dem Bauch gelegen habe 
und A. mit dem Finger in ihre Scheide eingedrungen sei (act. 3.55, S. 7). Aus 
diesen Aussagen wird klar, dass C. in Bauchlage war, als A. versuchte, mit dem 
Finger in ihre Scheide einzudringen beziehungsweise als er tatsächlich in sie 
eindrang. In der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme hat C. weiter 
erklärt, beim letzten Mal sei sie einmal auf dem Rücken gelegen; A. habe dabei 
den Slip angehoben und sei mit zwei Fingern auf die Klitoris gegangen, welche er 
massiert habe (act. 3.55, S. 7). In der Videobefragung hielt sie dazu fest, bei der 
letzten Behandlung habe A. den Slip hochgehoben, sei mit dem Finger auf die 
Klitoris gegangen und habe sie dort massiert (Zusammenfassung der 
Videobefragung, act. 3.21, S. 2; in der Aufzeichnung der Videobefragung zeigt C. 
dabei, dass A. die Klitoris mit zwei Fingern massiert hat). Allein schon die 
Tatsache, dass A. den Slip hochgehoben hat, zeigt, dass sich C. in Rückenlage 
befunden haben muss. Die Angaben in der Videobefragung und der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme stimmen daher überein. Damit 
aber steht auch mit Bezug auf diesen geltend gemachten sexuellen Übergriff fest, 
in welcher Lage C. sich befand. Entgegen den Ausführungen in der Berufung war 
C. in ihren Aussagen bezüglich ihrer jeweiligen Lage augenscheinlich sehr präzis. 

bb) Auch mit Bezug auf C. macht A. geltend, sie habe seine Handlungen 
sehen können, weshalb nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine 
Widerstandsunfähigkeit vorliegen könne. Dem ist nicht zuzustimmen. Wie bereits 
ausgeführt, lag C. auf dem Bauch, als A. versuchte, mit seinem Finger in ihre 
Scheide einzudringen beziehungsweise als er tatsächlich in ihre Scheide 
eindrang. Es ergibt sich aus den Akten zwar nicht, ob die Massageliege eine 
Aussparung für das Gesicht hatte, in die C. ihr Gesicht gelegt hatte, oder ob sie 
den Kopf einfach zur Seite gedreht hatte. Darauf kommt es jedoch auch nicht an. 
Im einen wie im anderen Fall ist offensichtlich, dass sie keinen Einblick in die 
Handlungen von A. in ihrem Intimbereich hatte, selbst wenn sie ihren Kopf auf 
dieselbe Seite gedreht hatte, auf der A. stand. Dies wird auch deutlich, wenn man 
bedenkt, wie A. C. in dieser Situation nach ihren Aussagen in der Videobefragung 
behandelt hat (vgl. Aufnahme der Videobefragung, Beilage zu den Akten, in der C. 
genau zeigt, wie A. ihr Bein massierte). A. hat nämlich eine Hand auf die 
Aussenseite des Beines und die andere auf die Innenseite des Beines gelegt, so 
dass die Finger zum Körper von C. zeigten. Dann hat er kreisende Bewegungen 

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mit den Händen ausgeführt und sich dabei immer mehr dem Unterkörper von C. 
genähert, bis er mit dem Mittelfinger der Hand, die an der Innenseite des Beines 
war, die Scheide von C. berührte und dabei versuchte, mit dem Finger 
einzudringen. Es steht ausser Frage, dass C. in Bauchlage keinen Blick auf die 
Hand von A. hatte, die an der Innenseite ihres Beines lag. Jedoch konnte sie 
zweifellos spüren, dass er seine Hände auf die Innen- und Aussenseite ihres 
Beines legte, dass er kreisende Bewegungen machte und sich dabei immer mehr 
ihrer Scheide näherte, bis er diese schliesslich berührte, was ihre genauen 
Schilderungen hinlänglich erklärt. Lediglich nebenbei sei bemerkt, dass die 
Vorgehensweise von A. auch erklärt, warum C. davon sprach, er habe mit dem 
Mittelfinger einzudringen versucht, ist doch in aller Regel der Mittelfinger der 
längste Finger und dürfte dieser daher bei dieser Behandlungsart zuerst die 
Scheide berührt haben. Mit Bezug auf die Rückenlage wiederum wurde bereits 
einlässlich dargelegt, dass eine Person, die ausgestreckt („flach“) oder mit nur 
leicht angehobenem Oberkörper auf einer Massageliege liegt, nicht sehen kann, 
was in ihrem Intimbereich geschieht. Es stellt sich daher die Frage, in welcher 
Position der Kopf und der Oberkörper von C. waren, als sie auf dem Rücken lag. 
Wie A. in der Berufung zu Recht festhält, finden sich in den Einvernahmen keine 
konkreten Aussagen zur Lage von Kopf und Oberkörper von C.. Jedoch ergibt sich 
diese auch hier aus der Art der Behandlung. Der Arzt hatte C. eine 
Lymphdrainage verordnet. Die Lymphe (Gewebeflüssigkeit: Blutplasma, das aus 
den Blutkapillaren in die Zellzwischenräume austritt, angereichert mit 
Stoffwechselprodukten, Abfallstoffen etc.) wird über Lymphkapillaren, 
Lymphgefässe, Lymphknoten und Lymphstränge zu der Schlüsselbeinvene 
geführt, wo sie wieder in den Blutkreislauf eintritt. Ziel einer Lymphdrainage ist es 
nun, den Abtransport der Gewebeflüssigkeit aus der behandelten Region in 
Richtung Schlüsselbeinvene anzuregen. Dem erklärten Ziel einer Lymphdrainage 
am Bein, nämlich den Fluss der Lymphe aus dem Gewebe des Beins zu der 
Schlüsselbeinvene hin zu stimulieren, ist offensichtlich am besten gedient, wenn 
die zu behandelnde Person möglichst flach liegt, weil dadurch Stauungen und 
andere Behinderungen aufgrund der Haltung vermieden werden. Es darf daher 
vorliegend ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass C.s Oberkörper 
höchstens ganz leicht angehoben war. In dieser Lage auf dem Behandlungsbett 
konnte sie aber nicht sehen, was A. konkret machte. Der Vorinstanz ist daher 
darin zuzustimmen, dass C. sowohl in Bauch- als auch in Rückenlage die 
Handlungen von A. nicht sehen konnte.

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cc) A. führt in der Berufung weiter an, die Vorinstanz habe die Massage in 
Rücken- und in Bauchlage nicht als Handlungseinheit aufgefasst, sondern zwei 
verschiedene Handlungen angenommen. Was er dagegen vorbringt, überzeugt 
nicht. Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts stimmt insofern mit der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung überein, dass Schändungen, welche zuerst 
in Bauch- und anschliessend in Rückenlage beziehungsweise in Rücken- und 
dann in Bauchlage erfolgen, in jeder dieser Phasen vollendet sind und damit 
weder iterativ noch sukzessiv begangen werden, weshalb keine Handlungseinheit 
angenommen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2009, 
6B_206/2009, E. 3.4.2). 

dd) Nachdem feststeht, dass C. die Handlungen von A. weder in der 
Rücken- noch in der Bauchlage sehen konnte, stellt sich die Frage, ob die 
sexuellen Übergriffe auch überraschend erfolgten. Diese Frage ist für jeden der 
geltend gemachten Übergriffe separat zu prüfen. Der erste Übergriff ist gemäss 
Schilderungen von C. während der Behandlung am 6. Juli 2006 passiert, als sie 
auf dem Bauch lag. C. hat – wie bereits ausgeführt – erklärt, A. habe ihren 
Oberschenkel massiert, indem er die eine Hand an die Aussen- und die andere an 
die Innenseite des Beines gelegt habe. Anschliessend habe er kreisende 
Bewegungen gemacht und sei dabei immer weiter den Oberschenkel hinauf 
gegangen, bis er mit dem Finger die Scheide berührt und sogar versucht habe, in 
die Scheide einzudringen. Er habe etwa 20 Sekunden lang versucht, 
einzudringen, dann sei er wieder zur Wade zurückgekehrt und habe einige 
Minuten dort massiert, um anschliessend wieder den Oberschenkel in genannter 
Weise zu massieren und dabei erneut zu versuchen, in ihre Scheide einzudringen 
(Aufnahme der Videobefragung, Beilage zu den Akten). C.s Arzt hatte ihr eine 
Lymphdrainage verordnet, die anerkanntermassen eine Behandlung nahe am 
Schambereich erfordert. Dass A. sich mit der Behandlung immer mehr ihrem 
Schambereich näherte, war daher kein Hinweis darauf, dass ein sexueller 
Übergriff bevorstehen könnte. Ebenso wenig aber musste C. aus dem Umstand, 
dass A. den Slip angehoben und über oder neben dem Schambereich massiert 
hatte, als sie auf dem Rücken lag, auf einen sich anbahnenden sexuellen Übergriff 
schliessen, denn da sie nicht wusste, was eine Lymphdrainage tatsächlich 
beinhaltet, durfte sie dieses Vorgehen als zur Behandlung gehörend bewerten. 
Weil C. die Handlungen von A. nicht sehen konnte und es andererseits auch keine 
Anzeichen für einen bevorstehenden sexuellen Übergriff gab und weil sie zudem 
zu A. Vertrauen hatte, weil er der Mannschaftsphysiotherapeut von R. P. war 
sowie das Sommertraining der Mannschaft leitete, erfolgte die Berührung der 

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Scheide durch A. für C. überraschend. Damit sind die objektiven 
Tatbestandsmerkmale einer Schändung bezüglich des Übergriffs, welcher am 6. 
Juli 2006 stattfand, erfüllt. Zum gravierendsten Übergriff kam es in der Behandlung 
vom 10. Juli 2006, als A. den Slip anhob und mit zwei Fingern die Klitoris 
massierte, während C. auf dem Rücken lag. Hier stellt sich klarerweise die Frage, 
ob C. durch diese sexuelle Handlung von A. überhaupt noch überrascht werden 
konnte, nachdem bereits in der Behandlung vom 6. Juli 2006 ein sexueller 
Übergriff stattgefunden hatte. Das Bundesgericht ist in seinem Entscheid 
6S.448/2004 vom 3. Oktober 2005 ohne weiteres davon ausgegangen, dass ein 
Frauenarzt an zwei kurz aufeinander folgenden Terminen gegenüber derselben 
jungen Frau jeweils eine Schändung begehen konnte. Es hat die Vorfälle an 
beiden Terminen unabhängig von einander geprüft und ist im einen wie im 
anderen Fall zum Schluss gekommen, dass die junge Frau aufgrund ihrer Lage im 
gynäkologischen Stuhl nicht habe sehen können, was der Arzt machte. Sie habe 
daher die sexuellen Handlungen erst wahrnehmen können, als der Arzt bereits 
damit begonnen gehabt habe, weshalb sie widerstandsunfähig gewesen sei. Es 
hat in der Folge die von der Vorinstanz vorgenommene Verurteilung des 
Frauenarztes wegen wiederholter Schändung bestätigt. Die Frage, ob beide 
Übergriffe überraschend erfolgten, hat das Bundesgericht nicht ausdrücklich 
geprüft. Jedoch ergibt sich in diesem Zusammenhang aus dem Urteil, dass die 
junge Frau den sexuellen Übergriff anlässlich des ersten Termins nicht als solchen 
empfand, weil sie davon ausging, die vorgenommene Handlung sei medizinisch 
bedingt. Vorliegend nun stellt sich die Situation vergleichbar dar. An zwei kurz 
aufeinander folgenden Terminen verübte A. an C. sexuelle Übergriffe. Nach dem 
ersten Termin war sich C. nicht sicher, ob die von A. vorgenommenen Handlungen 
zur Behandlung gehörten oder nicht. Aufgrund ihrer Unkenntnis bezüglich der 
korrekten Ausführung einer Lymphdrainage sowie ihres jugendlichen Alters und 
ihrer Unerfahrenheit durfte sie auch unsicher sein. Dies umso mehr, als der 
Übergriff anlässlich der Behandlung vom 6. Juli 2006 im Rahmen einer Massage 
geschah, die A. an der Innenseite des Beines in kreisenden Bewegungen 
ausführte. C. hatte dabei das Gefühl, dass er jedes Mal, wenn er die Scheide 
berührte, Druck auf seinen Mittelfinger ausübte, wobei er jedoch nicht bei der 
Scheide verharrte, sondern die Massage weiter führte (dies ergibt sich 
unzweifelhaft aus der Videobefragung, in der C. vorführt, wie die Massage 
abgelaufen ist; vgl. Aufnahme der Videobefragung, Beilage zu den Akten). Selbst 
wenn A. minim in die Scheide eingedrungen sein sollte (C. hat erklärt, A. sei 
anlässlich der letzten Behandlung mit der Fingerspitze eingedrungen; es habe 
eine qualitative Steigerung gegeben zwischen dem vorletzten und dem letzten Mal 

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[untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 30. Juli 2008, act. 3.55, S. ]. 
A. konnte daher beim vorletzten Mal nur äusserst minim eingedrungen sein, wenn 
überhaupt), musste C. daraus aufgrund des Ablaufs nicht den zwingenden 
Schluss ziehen, dass dies nicht mehr zur Behandlung gehören konnte. Weil C. 
sich nach der vorletzten Behandlung nicht sicher war, ob A. sie tatsächlich nur 
behandelt hatte, konnten sexuelle Übergriffe im Rahmen der letzten Behandlung 
durchaus noch überraschend erfolgen. Wie bereits festgestellt, hob A. bei der 
Behandlung vom 10. Juli 2006 den Slip an und massierte die Klitoris, als C. auf 
dem Rücken lag. C. hatte in dieser Lage keinen Einblick in die Handlungen von A.. 
Es gab für sie keine Anzeichen, dass ein Übergriff bevorstehen könnte, war eine 
Behandlung nahe am Schambereich im Rahmen der Lymphdrainage doch 
medizinisch indiziert. Zudem hatte A. bereits am 6. Juli 2006 den Slip angehoben, 
anschliessend aber über oder neben dem Schambereich massiert, was noch nicht 
als sexuelle Handlung